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SDG 1: Armut in allen ihren Formen und überall beenden
[…] Armut definiert sich nicht nur darüber, ob genügend Einkommen und Ressourcen für eine nachhaltige Existenzsicherung vorhanden sind. Armut umfasst auch Aspekte wie Hunger und Mangelernährung, mangelnden Zugang zu Bildung und anderen Basisdienstleistungen, Diskriminierung, soziale Ausgrenzung sowie ungenügende Teilnahme an Entscheidungsprozessen. Wirtschaftswachstum muss breitenwirksam sein, damit nachhaltige Arbeitsplätze geschaffen und die Gleichberechtigung gefördert werden kann.
Schweizer Unterziel 1.2: Die Armut in der Schweiz nimmt längerfristig ab.
Bedeutung des Indikators
Der Indikator zeigt den Anteil der Personen, die unter der Armutsgrenze leben. Diese Grenze orientiert sich an einem sozialen Existenzminimum, das den einzelnen Menschen ermöglichen soll, die für ein gesellschaftlich integriertes Leben notwendigen Güter und Dienstleistungen zu erwerben. Eine Abnahme der Armutsquote stellt ein wichtiges Anliegen der nachhaltigen Entwicklung dar.
Lesehilfe
Mit diesem Indikator wird die Einkommensarmut berechnet. Da das Vermögen nicht berücksichtigt wird, kann das abgebildete Mass an Armut, insbesondere bei den Betagten, verzerrt sein.
Internationaler Vergleich
Die von Eurostat und der OECD publizierten Indikatoren der Einkommensarmut basieren auf dem Konzept der relativen Armut und können daher nicht mit dem vorliegenden Indikator (der auf dem absoluten Konzept basiert) verglichen werden.
Bemerkung: Aufgrund des Bruches in der Zeitreihe werden für die Berechnung nur die Daten ab 2014 verwendet.
Die Gleichstellung der Geschlechter ist aufgrund des Prinzips der sozialen Gerechtigkeit und Chancengleichheit ein wichtiger Pfeiler der nachhaltigen Entwicklung. Die Werte des Indikators werden daher auch getrennt nach Geschlecht dargestellt.
Tabellen
Methodologie
Der Indikator zeigt den Anteil der in Armut lebenden Personen an der gesamten Bevölkerung in Privathaushalten (Armutsquote). Eine Person gilt als arm, wenn sie in einem Haushalt lebt, dessen verfügbares Einkommen (ohne Berücksichtigung der fiktiven Miete) unter der Armutsgrenze liegt (absolutes Konzept).
2018 lag die Armutsgrenze durchschnittlich bei 2293 Franken pro Monat für einen Einpersonenhaushalt und bei 3968 Franken pro Monat für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren. Da die Armutsquote anhand einer Bevölkerungsstichprobe berechnet wird, ist ihr Wert einer gewissen Fehlermarge ausgesetzt. Für diese Daten wurde ein Vertrauensintervall von 95% berechnet.
Definitionen
Armutsquote
Die Armutsquote entspricht dem prozentualen Anteil der armen Personen an der gesamten Bevölkerung. Eine Person gilt als arm, wenn sie in einem Haushalt lebt, dessen verfügbares Haushaltseinkommen unter der Armutsgrenze liegt.
Armutsgrenze
Die so genannte «absolute» Armut bezieht sich auf eine Schwelle, unterhalb derer die Menschen als arm bezeichnet werden. Zur Messung der Armut in der Schweiz verwendet das BFS eine Armutsgrenze, die auf einem sozialen Existenzminimum basiert, das gemäss den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) bestimmt wird. Dieses Minimum umfasst einen Grundbedarf (Nahrung, Kleider, Pflege, Fahrkosten, Ausgaben für Freizeit usw.), die Wohnkosten sowie einen Betrag von 100 Franken pro Monat und Person ab 16 Jahren für «weitere Ausgaben». Abgeleitet aus diesen Komponenten wird für jeden Haushalt eine Armutsgrenze bestimmt.
Armutslücke
Die mediane Armutslücke misst den medianen Abstand der verfügbaren Haushaltseinkommen der armen Bevölkerung zur Armutsgrenze und gibt dadurch an, wie stark die arme Bevölkerung von Armut betroffen ist. Die Armutslücke wird grösser, wenn sich die Einkommen der Armen weiter von der Armutsgrenze entfernen. Sie wird in Prozenten der Armutsgrenze ausgedrückt.
Links
Quellen
Unterziele
Schweizer Unterziel 1.2: Die Armut in der Schweiz nimmt längerfristig ab.
Internationales Unterziel 1.2: Bis 2030 den Anteil der Männer, Frauen und Kinder jeden Alters, die in Armut in all ihren Dimensionen nach der jeweiligen nationalen Definition leben, mindestens um die Hälfte senken.
KontaktBundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
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