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Sebastian Frehner verdankt seine heutige Position einer innerparteilichen Fehde, die lange vor Frehners Präsidentenamt ausgetragen wurde: Im Januar 2006 übernahm Jean Henri Dunant die Parteileitung, da Partei-Mutter und SVP-Vorkämpferin Angelika Zanolari aufgrund ihres forschen Stils nicht mehr als tragbar galt. Frehner, seit 2004 Grossrat, wurde an der Seite von Dunant Vize-Präsident und Zanolari-Zögling Joël Thüring wurde Parteisekretär. Drei Jahre später trat dann Dunant von seinem Amt zurück, worauf die Generalversammlung 2009 Frehner ins Präsidentenamt wählte und ihm Lorenz Amiet als Vize zur Seite stellte.
Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte die SVP die Wahlerfolge, die sie unter Zanolari seit 1999 erzielen konnte, nicht weiter ausbauen können. Als die Partei im Jahr 2000 14 Sitze holte, obwohl sie zuvor nicht im Parlament vertreten gewesen war, strafte sie all jene, die wie der LDP-Politiker und heutige Regierungsrat Christoph Eymann sagten, «Basel bleibt SVP-freie Zone».
In Riehen kräftig zugelegt
Vier Jahre später konnte sich die Partei unter Zanolari nochmals steigern – und holte einen Sitz dazu. Spätestens da wurde vielen klar, dass Basel nicht SVP-frei bleiben würde. Seit 2000 kann die Partei auf einen soliden Wählerstamm zurückgreifen, denn sie holt seit damals bei jeder Grossratswahl einen Stimmenanteil von rund 15 Prozent und erreicht immer 14 oder 15 Sitze. Weiter zulegen konnte sie jedoch nicht.
Dass die Sitzzahl in der Vergangenheit gehalten wurde, verdankt Frehner nicht seiner Leistung, sondern dem Aufschwung der SVP in Riehen. Seit 2004 stellt die Landgemeinde permanent zwei SVP-Grossräte. Und die Partei vermochte ihren Einfluss in der Politik zu verdoppeln: Sassen 2004 vier SVP-Mitglieder im Einwohnerrat, waren es 2010 sieben und seit 2014 sind es neun Sitze, welche die SVP innehat. Auch der Sitzgewinn von 2012 während der Grossratswahlen geht auf den gesteigerten Wähleranteil in Riehen zurück.
Für Partei-Insider und Beobachter ist längst klar: Nicht Frehner ist der Architekt des Niveauerhalts, sondern Eduard Rutschmann sowie die anderen SVP-Politikerinnen und Politiker aus Riehen. Sie gelten als engagierter, volksnäher, konsensfähiger und grüner als die Parteimitglieder in der Stadt. Zudem soll Rutschmann den Riehener Parteimitgliedern mehr Freiheiten zugestehen, als dies Frehner tut.
Eines von Frehners Hauptproblemen aber ist der mangelnde Leistungsausweis. Weder als Gross- noch als Nationalrat ist Frehner gross aufgefallen, in Bern gilt er als inaktiv und farblos. Frehner, der 15 Interessenbindungen angibt, hat auf nationaler Ebene seit 2008 rund 40 Vorstösse eingereicht. Schlagzeilen machte hingegen lediglich die Initiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule», in dessen Initiativ-Komitee er als Vizepräsident sass.
2012 geriet das Initiativ-Komitee ins Rampenlicht, weil ein Mitglied ein verurteilter Kinderschänder war. Obwohl die Initiative zustande gekommen war, zog das Komitee sie kürzlich wieder zurück.
Unter Frehners Präsidium vermochte die Partei ihr grösstes Problem nicht zu lösen: Es fehlen Köpfe, die mit Chancen auf Erfolg in Regierungsrats- oder Ständeratswahlen geschickt werden könnten. Auch das Phänomen Eric Weber von der Volksaktion hängt politisch mit der SVP zusammen, die im rechten Spektrum Anhänger eingebüsst hat und somit das gleiche Problem hat wie die Genfer SVP mit dem Mouvement Citoyen Genevois. (von Mischa Hauswirth)