Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03492.jsonl.gz/138

Die Beeren im ProSpecieRara-Fundus lassen sich grob in drei Kategorien einteilen: Erdbeeren, Johannis- und Stachelbeeren, und Him- und Brombeeren. Gewisse Krankheiten betreffen alle Kategorien gleichermassen. Diese werden auf dieser Seite behandelt.
Die kulturspezifischeren Krankheiten werden auf separaten Seiten behandelt:
Diverse Pilze aus den Gattungen Verticillium, Phytophtora und Eutypa können die Wurzeln und Rhizome von Beerenpflanzen befallen und sich aufwärts in die oberirdischen Sprosse ausbreiten. Wurzeln und Triebe verfärben sich im Innern durch die Zersetzung teilweise dunkelbraun bis rötlich oder fast schwarz, was im Querschnitt gut zu sehen ist. Äusserlich macht sich das Problem verzögert bemerkbar mit dem Kümmern der Triebe, oft begleitet von Blattvergilbungen. Der Befall führt zur Schwächung der Pflanze und oft auch in kürzerer oder längerer Zeit schliesslich zum Absterben.
Vorbeugung: Ein gesunder, gut strukturierter Boden kann die Anfälligkeit verringern. Zudem sollten die gleichen Kulturen nicht über Jahrzehnte an demselben Ort stehen. Befallene Pflanzen müssen mit starkem Schnitt verjüngt werden.
Die Zahl der verschiedenen möglichen Viren an Beeren und deren Schadbilder scheint endlos. Oft ist eine Unterscheidung zu Symptomen von Mangelerscheinungen oder zu Schadbildern von stechend-saugenden Schädlingen auf den ersten Blick kaum möglich. Unter Virosen versteht man alle viralen Krankheiten, die auf vegetativem Weg weitergegeben werden (durch Stecklinge, Ableger, Stolonen oder Pfropfung). Viele Viren können auch durch Blattläuse, Zikade oder Nematoden übertragen werden. Für den Nachweis des exakten Krankheitserregers sind Labor-Untersuchungen nötig. Die meisten Viren verursachen Anomalien bei der Chlorophyllbildung, was zu Veränderungen in der Blattbildung und Verfärbungen der Pflanzen führt. Oft entstehen charakteristische, gelbe Muster auf den Blättern, manchmal auch blasenartige Aufwölbungen und Kräuselungen. Andere Viren beeinflussen vor allem das Wachstum der Pflanze, es können lokal begrenzte Nekrosen entstehen, welche die Pflanzen zum Absterben bringen können. Auch Missbildungen bei den Blütenorganen, die durch Veränderungen im Metabolismus von Wuchsstoffen hervorgerufen werden, sind Symptome von Virosen.
Vorbeugung: Massnahmen gegen Virosen müssen auf der Vermehrungsstufe getroffen werden. Dies erfordert grosse Sorgfalt bei der Auswahl der Pflanzen oder Pflanzenteile, die zur Vermehrung verwendet werden.
Dieser Pilz (Botrytis cinerea) kann vor allem bei Himbeeren und Erdbeeren zu empfindlichen Ertragseinbussen führen. Auch bei Brombeeren kann er auftreten. Er breitet sich in Kulturen am besten während feuchten bis nassen Phasen in der Reifezeit aus. Die Früchte werden mit einem schimmligen, grauen Pilzgeflecht mit dunklen Sporangien überzogen. Dadurch werden die Früchte ungeniessbar.
Vorbeugung: Regelmässiges Durchpflücken des Bestandes. Befallen Fruchtmumien sollten entfernt werden. Erdbeeren müssen sonnig stehen und werden zur Fruchtzeit mit Stroh unterlegt. Bei Himbeeren und Brombeeren ist auf einen lockeren Bestand und eine gut durchlüftete Lage zu achten.