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Seeschwaben, um 1500
Lindenholz (?), geschnitzt, farbig gefasst
H. 190, B. 96, L. 112 cm
Inv. 1898.275.
Die Sammlung vereint die bemerkenswerte Zahl von fünf spätgotischen Palmeseln, darunter drei aus dem Oberrheingebiet; das herausragendste Exemplar, sowohl nach seiner künstlerischen Qualität wie nach der Vollständigkeit beurteilt, stammt jedoch aus Kreuzlingen am Bodensee. Seine Provenienz wird durch ein Vergleichsstück aus demselben stilistischen Umkreis im Rosgartenmuseum Konstanz bestätigt. Die Christusfigur, die segnend auf der Eselin reitet, ist abnehmbar, auf dem Bodenbrett, das im Unterschied zu den vier anderen Exemplaren noch mit seinen Rädern versehen ist, sind noch Spuren von aufgemalten Zweigen festzustellen. Die Tradition, dem Einzug Christi in Jerusalem durch die Mitführung eines Palmesels in einer Prozession am Sonntag vor Ostern zu gedenken, ist um 982-92 in der Vita des hl. Ulrich von Ausgburg zum ersten Mal überliefert. Im vorreformatorischen Basel war der Palmsonntagsumzug ohne einen Palmesel üblich, doch ist bis heute z.B. in Ammerschwihr im Elsass der Palmesel des 16. Jahrhunderts im Einsatz.