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Die Indianer und das Tipi
TI = Wohnung oder Leben
PI = bewohnen, leben
Das Tipi, das die Meisten nur von den Ureinwohner Amerikas her kennen, gab es in einer primitiveren Form ebenfalls bei uns in Europa während der Altsteinzeit. Dieses Tipi ähnliche Feuerzelt wurde «Lavvu» genannt. Dabei handelte es sich aber um ein viel kleineres, kegelförmiges Zelt. Die Hülle bestand aus dicken Fellen und Lederhäuten. Die Tipis der Ureinwohner Nordamerikas wurden bei uns erst mit den Entdeckungsreisen der Spanier bekannt, als diese in die nordamerikanische Steppe vordrangen.
Die Bezeichnung Tipi, wird fälschlicherweise auch für andere Zelte von nomadischen Völkergruppen verwendet. Das Tipi weist aber typische Merkmale auf, die sich von diesen anderen, eher primitiven und verrauchten Behausungen, deutlich abheben. Was viele nicht wissen ist, dass die Form eines Tipis nicht symmetrisch, sondern ein nach hinten geneigter Kegel ist. An der wenig steileren Seite besitzt das Tipi Rauchklappen, die als Rauchabzug des Feuers dienen. Oft hören wir im Zusammenhang für die Indianerzelte auch die Bezeichnung «Wigwam». Diese Bezeichnung gilt aber der Zelte der östlichen Indianerstämme. Das Wigwam ist eine kuppelförmige Hütte, die mit Gras und Matten abgedeckt wurden.
Die ersten Stoff Tipis, wie wir sie heute kennen und verwenden, tauchen in Amerika erst um 1800 auf. Da die Leinwand leichter ist als Leder, begannen die Indianer Tipis von größerem Ausmass zu nähen. Sie erreichten einen Durchmesser von 6-7m und bis sogar 9m. Früher transportierten die Indianer ihre Zelte mit Hilfe von Hunden und einfachen Gleitschleppen, eine Art von Schlitten. Später nutzten sie für den Transport Pferde, die erst durch die Spanier eingeführt wurden und von den Indianern erst gejagt und dann zu Last- und Reittier genutzt wurden. Sie erleichterten den Transport und es konnte grössere Distanzen zurückgelegt werden.
Einen weiteren grossen Einfluss auf die Verbreitung der heutigen Tipis hatte die Umsiedlung vieler Stämme, die ursprünglich die nördlicheren und östlicheren Gebiete Amerikas bewohnten (die Cree, Blackfoot, Dakota, Arapah und andere Stämme). Anfang des 19. Jahrhunderts hatten sich schon die meisten der sogenannten Prärieindianer in den neuen Jagdgründen angesiedelt, wo sie die Vorteile des modernen Tipis, den einfachen Bau und den leichten Transport zu schätzen wussten.
Ursprünglich wurden die Zelte aus Bisonhäuten hergestellt. Nach der Ausrottung dieser Wildrinder wurde das Leder durch Leinwand ersetzt, wobei mit nur kleinen Abweichungen der gleiche Zuschnitt zur Anwendung kam. Die Tipis wurden fast ausnahmslos mit dem Eingang nach Osten zu der aufgehenden Sonne ausgerichtet. Die steilere Rückseite trotze so den starken Westwinden, die auf der offen Ebenen ähnlich wie bei uns überwogen. Die Sonne ist der Spender alles Lebens und sie wurde deshalb von den Indianern sehr geschätzt.
Wir unterscheiden entsprechend der Stangenzahl zwischen zwei Grundtypen. Die Stämme der Crow oder Blackfoot verwendeten zum Beispiel vier Stangen. Dieses Tipi hatte einen anderen Zuschnitt als das Zelt mit drei Stangen, der Dakota-Indianer. Der Zuschnitt ist einfacher und praktischer und hat sich dadurch bei den modernen Tipis etabliert.
Die Grösse der Tipi passte sich der entsprechenden Nutzung an. Ein Kindertipi hatte einem Durchmesser bis zu 2.5m sogar für ihre Lieblingshunde wurden kleine Tipis gebaut. Die Erwachsenen wohnten in Tipis mit einem Durchmesser von bis zu 5m. Das typische Familien Tipi hatte eine Grösse von ca. 5.5m. Erst mit den Zeltbahnen aus Stoff wurden Tipis mit einem Durchmesser über 7m gebaut.
Quelle: Laubin