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Wer kennt sie nicht, die weitverbreitete Faustregel zum Alter von Hunden, wonach ein Jahr sieben Menschenjahren entspricht? Aber stimmt das wirklich? Theoretisch ist es möglich, das Alter von Menschen und Tieren zu vergleichen. Eine Umrechnung auf das Jahr genau macht allerdings wenig Sinn, aussagekräftiger sind entsprechende Alterstranchen.
Kleine Hunderassen befinden sich im Alter von 0 bis 1 Jahr in der Wachstumsphase und kommen um den 6. Lebensmonat herum in die Pubertät. Beim Menschen dauert diese Lebensphase allerdings von 0 bis 20 Jahren an. Für Welpen spielen die Phasen von 0 bis 2 Monaten, von 2 bis 6 Monaten und von 6 Monaten bis 1 Jahr eine entscheidende Rolle in ihrer Entwicklung und erfordern entsprechende Anpassungen bei der Ernährung, Erziehung usw. Viele Umrechnungstabellen beginnen jedoch erst bei 1 Jahr und berücksichtigen die wichtige Entwicklungsphase zwischen 0 und 1 Jahr nicht.
Ab dem Alter von 9 Jahren nehmen die körperlichen und geistigen Fähigkeiten von Hunden kleiner Rassen langsam ab – sie sind nun als Senioren zu betrachten. Laut Tabelle wäre der Hund umgerechnet in Menschenjahre 56 Jahre alt, ein Alter, in dem Menschen noch lange nicht zu den Senioren gezählt werden.
Solche Umrechnungstabellen sind daher nur begrenzt aussagekräftig. Sie legen den Fokus zu stark auf das Medianalter und bilden die komplexen Phasen des Wachstums und des höheren Alters, die letztlich am meisten Aufmerksamkeit erfordern, nicht realistisch genug ab. Während diesen hat das Tier besondere Bedürfnisse und der Besitzer muss besonders auf seine Ernährung und körperlichen sowie geistigen Stimulation Acht geben.
Umrechnungstabelle Hundejahre in Menschenjahre
Die blau hinterlegten Felder entsprechen der Altersgrenze, ab der ein Hund als «Senior» gilt.
Und worauf kommt es nun an?
Vereinfacht kann man sagen, dass Hunde kleiner Rassen von 2 bis 6 Monaten Babys und von 6 Monaten bis 1 Jahr Junioren sind. Bei grösseren Rassen dauert die Entwicklungsphase bis zum Alter von 2 Jahren an. Hunde gelten ihre gesamte Wachstumsphase über als Junioren. Ab 7 oder 8 Jahren, bzw. 9 Jahren bei kleinen Rassen, zählen sie zu den Senioren. Ganz grosse Hunderassen wie der Berner Sennenhund werden selten älter als 10 Jahre. Begriffe wie Junior und Senior sind deshalb relativ. Die Lebenserwartung eines Hundes hängt ausserdem stark davon ab, welche Lebensqualität ihm sein Besitzer bietet und ob dieser entsprechende Präventivmassnahmen trifft (z. B. Impfungen und Zähneputzen).
Jeder Hundebesitzer wünscht sich, dass sein Liebling so beschwerdefrei wie möglich altert. Immer mehr älteren Hunden sieht man ihr Alter aufgrund von Fortschritten in der Ernährung und dank besserer Pflege gar nicht an. Wird Übergewicht vermieden und werden seine Zähne gut gepflegt und allfällige Krankheiten wie Arthrose richtig behandelt, stehen auch einem älteren Hund noch schöne Jahre bevor. Denn vergessen wir nicht: Das Alter selbst ist keine Krankheit! Kein Grund zur Panik also, wenn Sie in der Tabelle sehen sollten, dass Ihr Liebling in Menschenjahren schon 90 Jahre alt ist. Das Einzige, das zählt, ist, dass er in Form ist!