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Zitat des Tages was last modified: Juli 31st, 2018 by sandra
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Juli 2018
Wenn ich mein Leben noch einmal zu leben hätte
Gespräche mit Alten und unheilbar Kranken berichten nicht darüber, dass Menschen Dinge bereuen, die sie getan haben, vielmehr sprechen die Menschen über Dinge, die sie bereuen, nicht getan zu haben.
Ich würde wagen, das nächste Mal mehr Fehler zu machen.
Ich würde mich entspannen. Ich würde mich vorbereiten.
Ich würde alberner sein, als ich auf dieser Reise war.
Ich würde weniger Dinge ernstnehmen.
Ich würde mehr Chancen nutzen.
Ich würde mehr Reisen machen.
Ich würde mehr Berge besteigen und mehr Flüsse durchschwimmen.
Ich würde mehr Eis essen und weniger Bohnen.
Ich würde vielleicht mehr tatsächliche Sorgen haben, aber auch weniger eingebildete.
Sehen Sie, ich bin einer dieser Menschen, die Stunde für Stunde, Tag für Tag vernünftig und normal leben.
Oh, ich hatte meine Augenblicke, und wenn ich es noch einmal machen könnte, würde ich mehr Augenblicke haben. Tatsächlich würde ich versuchen, nichts anderes zu haben. Nur Augenblicke.
Ich war einer dieser Menschen, die ohne Thermometer, eine heisse Wärmeflasche, einen Regenmantel und einen Fallschirm nirgendwo hingehen.
Wenn ich es noch einmal machen könnte, würde ich das nächste Mal mit leichterem Gepäck reisen.
Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, würde ich im Frühling früher anfangen, barfuss zu gehen, und im Herbst später aufhören.
Ich würde öfter zum Tanzen gehen.
Ich würde mehr Karussell fahren.
Ich würde mehr Gänseblümchen pflücken.
Nadine Stair (85 Jahre) aus Hühnersuppe für die Seele
Sommerzeit , Ferienzeit! Zeit, einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Nichts müssen. Den Tag starten, ohne nur einen einzigen Plan zu haben. Jede Sekunde entscheiden, was ich gerade gerne tun möchte. Sich von der Lust und Freude treiben lassen. Sich den Luxus gönnen, einfach mal nichts tun. Bloss auf der faulen Haut rumliegen, wenn mir danach der Sinn steht. Und das ganz ohne schlechtes Gewissen, das mich sonst in den nächsten Aktionismus treibt. Mal einfach den Stecker ziehen. Sich in die private Blase zurückziehen, ohne zu wissen, was auf der grossen, weiten Welt gerade so geschieht. Mal so richtig Zeit für die Familie haben. Miteinander spielen, lachen, präsent sein. Innehalten. Lauschen. Hinschauen. Mit jeder einzelen Phase geniessen.
In dem Sinne wünsche ich euch allen einen wunderbaren Sommer mit vielen erfüllten und nährenden Momenten!
„Dein Vater wollte sich noch mal richtig was gönnen. Du weisst ja, neue Autos waren schon immer sein Ding. Das ist sein letztes“, erzählte mir meine Mutter am Telefon.
Ich teile ja die Faszination, die Autos vor allem auf das männliche Geschlecht ausüben, nicht. Ein Auto muss in erster Linie von A nach B fahren. Der Rest ist mir dabei so ziemlich egal. Aber mein Vater hatte schon immer einen Autofimmel. Gerade im Frühling, wenn die Hormone ihren Höchststand erreichten, übermannte ihn zyklisch der Drang, sich ein neues Gefährt zuzulegen. Die Sitzungen auf dem stillen Örtchen zogen sich über das eigentliche Geschäft hinaus. Die Prospekte der Automobilhersteller mussten gebührend studiert werden. Von da her war es für mich nichts Neues, dass meinen Vater der Wunsch nach einem neuen Flitzer erneut überkam. Dennoch musste ich den letzten Satz erst einmal sacken lassen.
„Das ist sein letztes.“
Meine Mutter muss wohl selbst am Telefonhörer mein Schlucken registriert haben und meinte unbekümmert: „Ja, ist doch so. Das muss man realistisch sehen.“
Der Satz kam mit einer Leichtigkeit daher, als ob es das Selbstverständlichste war, dass ihre Jahre gezählt waren. Klar weiss ich, dass meine Eltern nicht ewig leben werden. Doch ich kann mir schlicht und einfach nicht verstellen, dass sie eines Tages nicht mehr da sein werden. Sie haben mich seit meiner Geburt durch Dick und Dünn begleitet. Sie haben mich immer bedingungslos geliebt. Ich habe das Glück, die grossartigsten Eltern zu haben, die man sich nur wünschen kann. Der Gedanke, dass sie auf einmal nicht mehr da sein könnten, ist so schmerzlich, so unvorstellbar, dass ihn bisher wohl erfolgreich unterdrückt hatte.
Einmal mehr wurde mir die Endlichkeit unseres Lebens hier auf Erden bewusst. Ich könnte mich nun mit dem Gedanken quälen, meine Eltern in absehbarer Zeit zu verlieren. Oder aber ich könnte die wunderbare Zeit, die uns blieb, geniessen. Jeden einzelnen Moment im Hier und Jetzt mit ihnen feiern. Dankbar dafür sein, dass sie jetzt da sind.
Viele Menschen haben verlernt, im Hier und Jetzt zu leben. Sie sind zu wahren Zeitreisenden geworden. Sie verbeissen sich in nagenden Erinnerungen an die Vergangenheit oder sie entfliehen gedanklich in die Glück und Zufriedenheit verheissende Zukunft, die jedoch immer – in weite Ferne gerückt – unerreichbar bleibt. Nur ein Punkt auf der Zeitachse wird dabei vergessen: das Jetzt, der gegenwärtige Moment und um es genau zu nehmen, der einzige Augenblick, den wir reell mit unserem Tun beeinflussen können.
Jeder kann mit seiner Zeit umgehen, wie er will. Ich habe mich dazu entschieden, sie bewusst zu er-LEBEN. Wenn du etwas tun möchtest, dann mach es jetzt. Warte mit dem Besten nicht zum Schluss. Wer weiss, ob du dann noch dazu kommst. Und sieh es doch mal so: Wenn du heute schon tust, was du gerne machen würdest, wirst du es nie bereuen müssen, es nicht getan zu haben.
Lebe DEIN Leben jetzt. Du bist der einzige Mensch, der es tun kann.