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Die Biegsame
Die Biegsame
Die Weide hat ihren Namen von früheren Zeiten, denn die wīda heisst ‚die Biegsame‘.
Etwa 450 Arten umfasst die Familie der Weidengewächse. Die Weiden (Salix) kommen in allen Teilen der nördlichen gemässigten Zone bis zur Arktis hin vor; einige wenige Arten sind auch in den Tropen und der südlichen gemäßigten Zone heimisch. Unter den Weidenarten gibt es bis 30 Meter hohe Bäume, aber auch Zwergsträucher, die nur 3 Zentimeter hoch werden. Die baumartig wachsenden Weidenarten sind in der Regel schnellwüchsig, aber auch relativ kurzlebig.
Weiden bilden kräftige und stark verzweigte Wurzeln und festigen so das Erdreich. Weiden sind sehr ausschlagsfreudig. Deshalb wurden sie früher gern als Kopfweiden genutzt. So bezeichnet man eine Weide, deren Stamm als Jungbaum auf einer Höhe von etwa 1 bis 3 Metern eingekürzt wurde und deren Zweige in der Folge regelmäßig beschnitten werden. Das gut trocknende Holz der Weiden ist weiß oder rötlich. Es ist biegsam, sehr leicht, zäh und faserig.
Some Shades of brown
Some Shades of brown
Frisch, roh, getrocknet und gekocht – aber nicht zum Essen
Für meine Korbwaren verarbeite ich geschälte, weisse oder braune Weiden. Die braunen Weiden werden mitsamt ihren Rinden im heissen Wasser gekocht und erst anschliessend geschält. Durch den Kochvorgang treten die Gerbsäuren aus den Rinden, wodurch das eigentlich weisse, helle Holz entsprechend braun verfärbt wird.
Sowohl die weissen, als auch die braunen Weiden müssen vor dem Verarbeiten gewässert werden, doch reichen bei den geschälten Weiden 2 bis 8 Stunden Einweichzeit aus.
Gerne verarbeite ich auch rohe Weiden, die nach dem Ernten jedoch mindestens ein Jahr getrocknet werden. Bevor man diese Weiden verarbeiten kann, müssen sie bis zu 2 Wochen gewässert werden, damit sie beim Verarbeiten schön geschmeidig bleiben. Ich mag es, mit diesen rohen Weiden zu arbeiten, natürlich auch, weil ich sie von meinen eigenen Stöcken schneiden kann, die ich bereits über 10 Jahre hege und pflege. Für mich ist es ein wunderschönes Erlebnis, diesen Weidenstöcken Sorge zu tragen und ihre Zweige ernten zu dürfen!
Der gute Kern
Der gute Kern
Zuerst wird gehobelt
Meine selbst geernteten Weidenzweige spalte ich in Drittel auf. Dabei kommt der innere Teil des Zweigs, das Markstück, zum Vorschein. Dieses Mark entferne ich mit dem Hobel, so dass ein halbflaches „Weidli“ entsteht. Werden diese Drittel verflochten, entsteht ein ganz spezielles Geflecht.
Mal erscheinen die Weidenzweige bräunlich, mal sind sie grünlich oder glänzen dunkel schwarz. Ich liebe diese natürlichen Farben, auch – oder gerade weil – man nie genau vorhersehen kann, wie sie letztendlich aussehen werden. Die Farbgebung ist letztendlich davon abhängig, wie die Weiden gewachsen sind und um welche Sorte es sich handelt.
Korbwaren aus einem Geflecht mit aufgeteilten Zweigen wirken leicht und elegant. Im Gegensatz zu ihren Geschwistern aus runden Weidezweigen sind sie tatsächlich auch leichter im Gewicht.