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1834 wird eine Durchfahrt unter dem Rathaus errichtet, die bestehende Metzgerei aufgehoben und das Fachwerk der südlichen Scheidewand im Erdgeschossbereich durch eine massive Mauer ersetzt.
1887 bis 1891 erfährt das Rathaus im Nachgang zum 500-jährigen Jubiläum der Schlacht bei Sempach eine Renovation in historisierendem Stil. Die Fassade wird vom Verputz befreit, die Fensterzone des Obergeschosses wird erneuert, in der hinteren Ratsstube die Polizistenwohnung eingebaut und wohl gleichzeitig der historische Bestand ausgeräumt. Der grosse Saal wurde im alten Sinne und unter Verwendung des alten, vorgefundenen gotischen Täfers geschmackvoll erneuert.
1942 und 1943 wird die innere Tragstruktur des Gebäudes teilweise erneuert und zum Teil verstärkt. Der Dachstuhl, der vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammte, wird ersetzt.
1945 wird die Tuchlaube zur seeseitigen Hälfte für die Büros der Schweizerischen Vogelwarte und eine Sammlung an ausgestopften Vögel eingerichtet.
1970 zog die Vogelwarte Sempach aus dem Rathaus aus und es wurde Raum für das Museum im Rathaus frei. Die Ausstellung konnte, ohne grosse bauliche Anpassungen, in die Räume der Tuchlaube integriert werden. Noch heute wird die Sammlung in den ehemals für die Vogelwarte umgebauten Räumen präsentiert.
1975 wurde das Rathaus Sempach wegen seiner grossen Bedeutung vom Kanton Luzern unter Schutz gestellt. Der Bund hat Sempach als Ortsbild von nationaler Bedeutung eingestuft. Das Städtchen weist einen beachtlichen Bestand an originalen Bauten auf, insbesondere das Rathaus. Innerhalb dieses Ortsbilds übernimmt das Rathaus eine wichtige Funktion als Mitte, was auch durch die Platzierung des Brunnens und wegen dem Durchgang zum Park am See eine besondere Bedeutung erfährt.
Anfang der 1990er Jahre wurde das Rathaus bauhistorisch untersucht, wobei ein grosser Anteil an historischer Bausubstanz festgestellt werden konnte. In der Folge wurde ein erstes Restaurierungsprojekt durch den Architekten Paul Arnold entwickelt, das aber nicht weiterverfolgt wurde.
2005 wurde auf Initiative des Museumsvereins zum Rathaus mit der Projektierung des heutigen Restaurierungsprojekts begonnen. Die Korporation Sempach und die Kantonale Denkmalpflege Luzern wurden in den Planungsprozess eingebunden.
Seit 2009 beteiligt sich auch die Stadt Sempach an der Projektentwicklung. In den letzten Jahren hat sich das Rathaus vor allem durch die Nutzung des Bürgersaals und als Träger des Museums einen Namen gemacht.
Heute: Das aktuelle Projekt will das Rathaus mit neuem Leben besetzen und das Haus als ganzheitliches Kulturreich verstehen, das interessierten Menschen offen stehen soll.
Quelle (auszugsweise): www.sempach.ch und Martin Steger (Sempach)