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Rauschende Partys soll es nicht geben, schon gar nicht unter Beteiligung der britischen Öffentlichkeit. Das hat mit der Zurückhaltung der Jubilarin zu tun, die am Sonntag ihren 40. Geburtstag feiert: Herzogin Catherine von Cambridge tritt – jedenfalls öffentlich – nicht in Konkurrenz mit den grossen Egos der Königsfamilie, in die sie vor elf Jahren als Kate Middleton eingeheiratet hat. Vielleicht gerade deshalb ist ihre Bedeutung in den vergangenen Jahren stetig gewachsen.
Eine wichtige konstitutionelle Rolle spielt Catherine schon allein als die Gattin von Prinz William, dem Zweiten in der Thronfolge, und als Mutter der Nummern drei, vier und fünf, George, Charlotte und Louis. Das vergangene schwierige Jahr für die Monarchie hat aber auch verdeutlicht, wie wichtig die Frau aus gutbürgerlichem englischem Elternhause für das fragile psychologische Gleichgewicht der Windsors und für deren Ansehen bei ihrem Arbeitgeber, dem britischen Wahlvolk, ist.
Mit unschöner Regelmässigkeit dominiert der mit Sexualverbrechern befreundete Prinz Andrew die Schlagzeilen, und kaum eine Woche vergeht ohne neue Verlautbarungen des kalifornischen Hippie-Prinzen Harry. Hingegen verkörpert die meist schweigende, strahlend lächelnde Herzogin Kate nicht nur Stabilität, sondern auch, so hat es der königstreue «Telegraph» beobachtet, eine «positive Einstellung zum Leben».
Der spektakuläre «Megxit» von Harry und seiner Frau Meghan hat das Königshaus erschüttert. Harrys anschliessende Bemerkungen, Vater und Bruder seien in einer «rassistischen» und zu Mobbing neigenden Institution «gefangen», versetzten vor allem William so in Rage, dass er befreundete Medien seine Abscheu wissen liess. War das klug? Die stets höflich schweigende Catherine dürfte diese Frage mit Nein beantwortet haben.
Jedenfalls gelang ihr nach der Trauerfeier für den 99-jährig verstorbenen Prinzgemahl Philip im April ein diplomatisches Meisterstück. Hatten sich die beiden Enkel des Verstorbenen bis dahin demonstrativ voneinander ferngehalten, so verwickelte die charmante Herzogin zunächst ihren Schwager in höflichen Small Talk, ehe sie zur Seite trat und dadurch William und Harry ins Gespräch brachte.
Seit der Märchenhochzeit des Prinzen mit der Bürgerlichen haben Catherine und William einige Umzüge und auch den einen oder anderen Ehestreit gehabt – so jedenfalls legten es vorsichtige Medienberichte über eine allzu nahe Freundschaft des Prinzen mit einer Markgräfin nahe. Drei gemeinsame Kinder, acht, sechs und drei Jahre alt, hat Catherine bekommen und damit ihre dynastische Pflicht übererfüllt.
Vor der Medien-Neugierde schützt die Herzogin ihre Kinder auf gewitzte Weise: Als begeisterte Hobby-Fotografin liefert sie den Medien gelegentlich Schnappschüsse ihrer Familie. Den lauernden Paparazzi wird dadurch das Wasser abgegraben – gewiss auch bei der Familienfeier zum 40. Geburtstag.
Aussenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege Antony Blinken haben ihr Krisengespräch im Ukraine-Konflikt am Freitag in Genf früher als geplant beendet. Das Treffen dauerte etwa anderthalb Stunden und war damit kürzer als die angesetzten zwei Stunden, wie russische Nachrichtenagenturen meldeten.