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Mit beinahe pathetischer Geste streckt der dargestellte Jüngling auf dem Pausenhof des Gymnasiums Thun den Finger in Richtung Himmel. Erstellt hat die Bronzeskulptur Karl Geiser im Jahr 1932. Die Figur wird vorerst vom Kunstmuseum Thun erworben, in dessen Sammlung sich ein Teil des Karl-Geiser-Nachlasses befindet. Später entschliesst sich der Rotary Club Thun für den Kauf und weiter dafür, die Plastik auf dem Areal des neu eingeweihten Gymnasiums zu platzieren. Um 1979 übergibt der Club die Skulptur anlässlich seines 50-jährigen Bestehens schliesslich der Stadt Thun als Schenkung. Die dem Frühwerk des Bildhauers zugeordnete Plastik ist ein Entwurf zum überlebensgrossen Engel im Rosenbergfriedhof in Winterthur und Sinnbild eines klassischen Schönheitsideals. Trotz bedeutender Kunstströmungen wie Expressionismus oder Dadaismus, denen Geiser in den 1920er-Jahren und während seines Berlinaufenthalts begegnet, hält dieser an einer figürlichen Darstellung fest. Zu dieser Zeit kreiert er vorwiegend Aktfiguren und Porträts.
Katrin Sperry
Ein nackter Jüngling weist mit dem finger in den Himmel.
Der Mund ist offen.
Was sagt er uns wohl?
Der Künstler will ein intensives Erlebnis für uns Betrachter.
Daher bleibt er beim Ideal der Schön-heit.
In dieser Zeit gab es bereits andere moderne Kunst.
Diese Skulptur ist ein Entwurf
Für ein Werk in Winterthur.
Dort steht ein riesiger Engel auf dem Fried-hof.
Der Jüngling hat Flügel bekommen.
Sara Smidt