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Nadal besiegt Denis Shapovalov in fünf Sätzen
Rafael Nadal bleibt in Melbourne im Rennen für einen 21. Grand-Slam-Titel. Der Mallorquiner besiegt im Viertelfinal trotz physischer Probleme den Kanadier Denis Shapovalov 6:3, 6:4, 4:6, 3:6, 6:3.
Der 35-Jährige nützte gegen den 13 Jahre jüngeren Gegner nach 4:10 Stunden seinen ersten Matchball.
Nadal begann die Partie brillant, bekundete aber spätestens ab dem vierten Satz erhebliche Probleme, nicht nur wegen des starken Gegners. Nadal liess sich am Unterkörper behandeln. Er litt an Magenkrämpfen.
Im Entscheidungssatz profitierte Nadal davon, dass Denis Shapovalov, der in den Achtelfinals Olympiasieger Alexander Zverev keine Chance gelassen hatte, ihm das Break zum 2:0 mit vier Fehlern «schenkte». Anschliessend schaffte es der 22-jährige Kanadier nicht mehr, Nadal den Aufschlag abzunehmen, obwohl der Spanier am Ende seiner Kräfte schien. «Im fünften Satz», so Nadal, «hatte ich vor allem auch Glück.»
Für Nadal geht es am Australian Open am Freitag weiter. Die zwei Ruhetage werden ihm helfen. Nadal trifft im Halbfinal entweder auf den Franzosen Gaël Monfils (ATP 20) oder den Italiener Matteo Berrettini (ATP 7).
Nadal holte bislang erst einen seiner 20 Grand-Slam-Titel am Australian Open (2009).
Shapovalovs Beschwerde
Denis Shapovalov sorgte im Viertelfinal für einen Eklat. Der 22-jährige Kanadier beschuldigte vor laufenden Kameras die Referees, «alle korrupt» zu sein. Später doppelte er nach und beschwerte sich, die Topspieler, und nicht nur Nadal, würden von den Schiedsrichtern bevorteilt.
Shapovalov forderte beim brasilianischen Stuhlschiedsrichter Carlos Bernardes zu Beginn des zweiten Satzes eine Verwarnung Nadals, weil dieser sich zu viel Zeit nehme. Die Antwort des Referees: «Du bist auch nicht bereit, du kommst ja zu mir, um zu sprechen.» Darauf Shapovalov: «Willst du mich verarschen?». Nein, das wolle er nicht. Das bewegte Shapovalov zum Statement: «Ihr seid alle korrupt!»
Shapovalov hat sich von seinem Vorpreschen beim Schiedsrichter gewiss mehr versprochen. Schliesslich gilt Umpire Bernardes nicht als Freund Nadals. Vor Jahren in Rio verwarnte Bernardes den Spanier mal schon vor dem ersten Ballwechsel wegen Zeitüberschreitung - und später verweigerte er ihm den Gang in die Garderobe, so dass Nadal die verschwitzten Hosen auf dem Centre-Court in aller Öffentlichkeit wechseln musste. Wegen dieser «Respektlosigkeit» erkundigte sich Nadal jahrelang, ob nicht ein anderer Referee zur Verfügung stehe, wenn Bernardes auf eines seiner Spiele angesetzt wurde.
Nadals Reaktion: «Ich wurde nicht bevorteilt, heute sicher nicht», so Nadal. «Viele Leute denken, die Topspieler könnten sich mehr erlauben. Aber das darf nicht sein. Das will ich auch nicht. Und ich habe nicht das Gefühl, dass ich bevorteilt werde. Seit ein paar Jahren haben wir die Uhr, die das Tempo vorgibt.»
Auch Berrettini in fünf Sätzen
Matteo Berrettini (ATP 7), der im Sommer 2018 am Swiss Open in Gstaad seinen ersten Titel gewann, qualifizierte sich it 6:4, 6:4, 3:6, 3:6, 6:2 gegen Gaël Monfils (ATP 20) für den Halbfinal gegen Nadal. Diese Partie dauerte drei Stunden und 47 Minuten, nur 20 Minuten weniger lang als die Partie Nadals gegen Shapovalov.
An Grand-Slam-Turnieren hat Berrettini gegen Gegner, die nicht Novak Djokovic heissen, 21 Einzel hintereinander gewonnen.