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Die Eröffnung des Gasthauses auf Rigikulm 1816 gilt als Geburtsstunde der alpinen Hotellerie. Die neue Herberge führte innert Kürze zu einer Vervielfachung der Gästezahlen und zum weiteren Ausbau der Hotelinfrastruktur. Die Rigi wurde zur Schrittmacherin eines kommerziellen Aussichtstourismus.
Ein Ausflug zur Rigi zählte im 19. Jahrhundert zum Kanon einer jeden Schweizerreise. Was die Reisenden auf der Rigi erlebten, trug viel zum touristischen Bild der Schweiz im Ausland bei. Begeisterte Reiseberichte liessen die Besucherzahlen rasant ansteigen. Hatten um 1816 noch 300 Gäste pro Jahr die Rigi besucht, so vervielfachte sich ihre Zahl bis in die 1850er-Jahre auf jährlich 40‘000 Besucher. Gleichzeitig nahm das Angebot an Hotels und Vergnügungen immer grössere und raffiniertere Formen an. Die Rigi hatte sich mit ihren Gaststrukturen zum weltweiten touristischen Trendsetter entwickelt.
Die Zunahme des Fremdenverkehrs auf der Rigi brachte der bäuerlichen Bevölkerung willkommene Nebenverdienste. Während die Ärmeren sich als Gepäck- und Sänftenträger oder als Führer verdingten, boten wohlhabendere Bauern den fremden Gästen ihre eigenen und fremde Pferde als Last- und Reittiere an.
1818-1820 hatte Weggis den Ausbau des Wegs zur Rigi vorangetrieben, um den Fremdenverkehr und damit die Verdienstmöglichkeiten im Dorf anzukurbeln. Der Erfolg war zwiespältig: bereits in den 1830er-Jahren beklagten Rigibesucher die Unzahl von Einheimischen, die sie in Weggis mit dem Anbieten ihrer «Rigidienste» als Träger oder Pferdehalter belästigten. Gemeinde und Trägergenossenschaft überwachten fortan streng den gastfreundlichen Umgang mit den Fremden. Mit der Eröffnung der Vitznau-Rigi-Bahn 1873 verloren die Rigidienste schlagartig ihre Bedeutung und die Bauern einen wichtigen Nebenverdienst.