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Der Südpazifik gibt es souveräne Staaten wie u.a. Tonga, Kiribati, Vanuatu, Fiji, Tuvalu. Andere Inseln oder Inselgruppen gehören zu Staaten wie u.a. Australien, Neuseeland, Frankreich, den USA. Niue, Tokelau und die Cook Inseln sind eng mit Neuseeland verbunden. Die einheimische Bevölkerung der drei Insel besitzt das Selbstbestimmungsrecht und die neuseeländische Staatsbürgerschaft. Den militärischen Schutz übernimmt Neuseeland.
Der Pazifische Ozean liegt im Einflussbereich der Weltmächte U.S.A., Frankreich und Grossbritannien sowie einiger Anliegerstaaten wie Australien, Japan oder Neuseeland. Seit einigen Jahren ist auch die Volksrepublik China äusserst aktiv im Pazifischen Raum.
Die ersten Hilfslieferungen, welche Tonga nach der Vulkankatastrophe erreichten, wurden von im Pazifischen Raum bereits zuvor präsenten ausländischen Streitkräften organisiert. In den ersten Tagen stammte der Grossteil der Hilfssendungen aus Australien und Neuseeland. Die Luftwaffen und die Seestreitkräfte der beiden Länder versorgten die Bevölkerung von Tonga mit den wichtigsten Gütern des täglichen Bedarfs. Gleichzeitig begannen Spezialeinheiten mit der Reparatur von Infrastruktureinrichtungen wie die Wasserversorgung, das Strom- und das Kommunikationsnetz.
Eine der grossen Herausforderungen beim Einsatz der ausländischen Hilfskräfte in Tonga bestand darin, zu verhindern, dass das COVID-19-Virus in den Inselstaat eingeschleppt wird. Die Übergabe der Hilfsgüter sollte kontaktlos vollzogen werden. Tonga war bis Ende Januar 2022 einer der ganz wenigen Staaten weltweit, in welchem das Virus nicht nachgewiesen werden konnte.
Für das Personal der einlaufenden Schiffe wurde nach der Ankunft eine 72 Stunden dauernde Quarantäne angeordnet. Die Ladung blieb während dieser Zeit auf den Schiffen blockiert. Die Flugzeuge wurden ohne Kontakte zwischen Flug- und Bodenpersonal entladen. Die Flugzeuge machten sich nach dem Entladen unverzüglich wieder auf den Rückweg zu den Heimbasen.
Am 2. Februar 2022 musste die Regierung von Tonga trotzdem Lockdown-Massnahmen im Land verordnen. 5 Hafenarbeiter in der Hauptstadt Nuku'alofa hatten sich mit dem Virus angesteckt.
Erkundungsflüge der Luftwaffen von Australien und Neuseeland am 16./17. Januar 2022 zeigten, dass die Westküste von Tongatapu, die Ha'apai Inselgruppe und die Westküste der Insel 'Eua am stärksten von den Auswirkungen der Eruption betroffen waren. Den Piloten offenbarte sich am Boden eine Landschaft, welche derjenigen auf dem Mond sehr ähnlich war. Die Asche lag in diesen Regionen bis 4 cm hoch.
Die internationale Kommunikation mit Tonga fiel unmittelbar nach dem Vulkanausbruch aus. Offenbar hatte die Tsunamiwelle ein im Meer verlegtes Unterwasserkabel beschädigt. Das Schadenausmass blieb vorerst unklar. Satellitenaufnahmen zeigten allerdings, dass sich über die meisten Inseln von Tonga eine 1 - 2 cm hohe Ascheschicht absetzt hatte. Die Landschaft, welche zuvor grün war, versank in einem dunklen Braun. Internationale Hilfswerke gingen nach einer ersten Begutachtungen davon aus, dass rund 80% der Bevölkerung von Tonga von Vulkanereignis in irgendeiner Art betroffen wurden.
Unverzüglich alarmierte Rettungskräfte aus Neuseeland und Australien mussten auf ihren Einsatz warten, bis Spezialeinheiten das Flugfeld des Internationalen Flughafens von Nuku'alofa auf Tongatapu gesäubert hatten.
Am 16. und 17. Januar 2022 unternahmen Flugzeuge der Luftwaffe von Neuseeland und von Australien Erkundungsflüge über der Inselwelt von Tonga. Am 16. Januar 2022 machten sich Schiffe der neuseeländischen Marine wie die HMNZS Aotearoa auf den Weg nach Tonga.
Am 19. Januar 2022 lieferte der Zerstörer USS Sampson der US-Navy erste Hilfsgüter nach Tonga. Helikopter der USS Sampson unternahmen Erkundungsflüge über die abgelegen liegenden Inseln Niuafo'ou (Inselgruppe Niua), Fonualei und Ofu (beide Inselgruppe Vava'u) sowie Fonuafo'oufor (Inselgruppe Ha'apai).
Die HMNZS Wellington erreichte Tonga am 20. Januar 2022 und unternahmen unverzüglich Erkundungsfahrten und -flüge im Küstenbereich, um den Seegrund zu erforschen.
Am 20. Januar 2020 startete eine C-130 Hercules der RNZAF in Richtung Tonga. Gleichzeitig näherten sich Schiffe der neuseeländischen Marine der Insel Tongatapu. Am gleichen Tag landeten 6 Maschinen des Typs C-17Ader Royal Australian Air Force auf dem internationale Flugplatz von Nuku'alofa.
Am 21. Januar 2022 brachte die HMNZS Aotearoa u.a. 250'000 Liter Trinkwasser und Wasserentsalzungsanlagen, von welchen jede 70'000 Liter Trinkwasser pro Tag aufbereiten kann, sowie Treibstoff für den Betrieb von Schiffen aus vielen Nationen (Australien, U.S.A., Frankreich, Grossbritannien und Tonga), welche mit der Verteilung von Hilfsgütern beschäftigt waren. Die HMNZS Aotearoa versorgte auch das britische Kriegsschiff HMS Spey der Royal Navy (Grossbritannien) mit Treibstoff, welches zuvor 30'000 Liter Trinkwasser, medizinisches Material sowie mehr als 300 Ersthilfe-Sets abgeliefert hatte.
Am 21. Januar 2022 traf ein Patrouillenboot der französischen Marine mit 40 Tonnen Hilfsgütern ein. Drei Tage später unterstützte ein zweites französischen Boot die Hilfsmassnahmen.
Am 22. Januar 2022 brachten zwei Transportflugzeuge des Typs C-130 der japanischen Luftwaffe u.a. Trinkwasser und andere dringend notwendige Hilfsgüter nach Nuku'alofa.
Am 26. Januar 2022 traf die HMNZS Canterbury ein. Das Schiff hatte u.a. den Auftrag die HMNZS Aotearoa abzulösen, welche im Februar 2022 planmässig zu einem Einsatz in der Antarktis fahren wird. Die HMNZS Canterbury brachte u.a. Milchpulver, Zelte und Wasserpumpen. Die HMNZS Canterbury war das dritte Schiff der neuseeländischen Marine, welches in Tonga im Einsatz stand.
Die HMNZS Wellington fuhr nach Niuatopatap in der Inselgruppe Onga Niua im Norden von Tonga, wo beschädigte Hafenanlagen repariert werden mussten.
Am 26. Januar 2022 erschien die HMAS Adelaide in der Vanu Wharf im Hafen von Nuku'alofa. Das Schiff der australischen Marine entlud 250 Paletten mit humanitären Versorgungsgütern. Auf dem Schiff befanden sich 600 Fachleute für einen Einsatz in technischen, medizinischen oder logistischen Bereichen. Das Schiff verfügt über ein Spital mit 40 Betten sowie einer Intensivstation. Das Schiff kann täglich genügend elektrischen Strom für eine Kleinstadt sowie 20'000 Liter Trinkwasser produzieren. Das gesamte Hilfspersonal auf der HMAS Adelaide ist vollständig gegen die COVID-19-Erkrankung geimpft und macht jeweils vor jedem Einsatz einen PCR-Test. Bei allen Tätigkeiten wird während der gesamten Einsatzperioden streng auf das Einhalten der COVID-19-Schutzregeln geachtet.
Am 27. Januar 2022 brachten zwei chinesische Schiffe Trinkwasser, Lebensmittel und Stromgeneratoren auf die Hauptinsel.