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Die Schätzungen stammen aus einer Studie, die von einer Gruppe von Wissenschafltern aus Brasilien, den USA und England durchgeführt und unlängst in einer Zeitschrift der Akademie für Wissenschaften der USA veröffentlicht worden ist.
Sie haben Daten von 166 Flächen der Amazonas-Region ausgewertet und diese hochgerechnet. Während ähnliche Rechenmodelle bereits für verschiedene Biome der Erde existieren, ist ihre Studie die erste dieser Art, die im Amazonas-Regenwald durchgeführt worden ist.
Tapire, Klammeraffen, Wollaffen und andere große Säugetiere des Regenwaldes ernähren sich vor allem von Früchten und Samen. Die scheiden sie wiederum aus und sorgen so für deren Verbreitung. Für die Verjüngung des Amazonas-Regenwaldes ist dies von großer Bedeutung.
Gleiches gilt für den Klimaschutz, wird durch die nachwachsenden Bäume doch Kohlendioxid aus der Luft gespeichert und in Stamm und Zweigen eingelagert. Bezogen haben sich die Forscher dabei vor allem auf die “Nachpflanzung“ von Edelhölzern durch die Hilfe der Tiere.
Die Studie zeigt allerdings nicht nur die Bedeutung der Tiere für den Amazonas-Regenwald und den Klimaschutz. Mit ihr wurden ebenso die Auswirkungen durch die Jagd erforscht. Es heißt, dass in dem größten Regenwald der Welt nach wie vor etwa eine Millionen Menschen Wildtiere für die Ernährung ihrer Familien erlegen.
In 32 Prozent des Amazonas-Regenwaldes soll der Bestand der großen Primaten durch die Jagd bereits beeinträchtigt sein. In 7,5 Prozent der Region könnten sie komplett verschwinden.
Das Verschwinden der großen Säugetiere hätte jedoch enorme Auswirkungen auf den Regenwald, da dann hochwachsende Edelhölzer weniger verbreitet würden. Geraten wird deshalb zu einem Programm, mit dem der aktive Schutz der Wildtiere entlohnt wird.
Ähnliches geschieht schon für Quellen und Biotope, für deren Schutz Kleinbauern, Siedlungsgemeinschaften und Nichtregierungsorganisationen eine Entlohnung für ihre geleisteten Umweltdienste erhalten.
Bei den Schätzungen handelt es sich laut den Forschern um ein “konservatives Modell“, da lediglich Pflanzen berücksichtigt wurden, die auf die Verbreitung ihrer Samen durch Tiere angewiesen sind und sie sich nur auf eine bestimmte Gruppe von Tieren bezieht.