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Irgendwann im Sommer 2012 fuhr ich mit meinem Motorrad in der Gegend um Davos herum, ohne konkretes Ziel, ich musste meinen Kopf irgendwie leer bekommen, durchlüften. Ich war bereits früh aufgebrochen, um den zu erwartenden Berufsverkehr um die grösseren Ortschaften herum zu meiden. Es hatte in der Nacht geregnet und so hingen in den Bergen zahlreiche Wolkenfelder aus zerrissenen Fetzen, ineinander verkeilt, sich nur langsam unter der Sonne des Tages auflösend, helle bis tiefschwarze. Ich fuhr die gewundene Strasse bergauf, der Nebel wurde immer dichter. Irgendetwas in mir zwang mich dazu, anzuhalten, den Helm abzulegen und eine Zeit lang am Strassenrand stehen zu bleiben. Bis auf das leise Knacken des heissen Auspuffs meines Motorrades war nichts zu hören. Gar nichts. Ich stand eine Weile lang dort, betrachte die Strasse, die im Nichts verschwand, wartete darauf, dass ich irgendetwas hören würde, aber es geschah nichts. Ich war allein in dieser Übergangswelt. Ich konnte weder in der einen, noch in der anderen Richtung den Verlauf der Strasse erkennen, von Himmelsrichtungen ganz zu schweigen. Ich setzte mich wieder auf meine Maschine und atmete tief ein. Manchmal muss man einen Weg gehen, auch wenn man nicht weiss, wie man überhaupt auf jenen gelangt ist und wohin er führt. Ich startete das Motorrad und im Rückspiegel verschwand die zurück liegende Zeit. Kilometer für Kilometer hellte sich der Weg unter der aufsteigenden Sonne langsam auf. Ich konnte wieder sehen, wohin er mich führen würde.