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«Ich gehe nicht zur Schule weil ich schmutzig bin und nicht gut rieche. Andere Kinder machen sich über mich lustig und beschimpfen mich», erzählte Ruza Brajdic, ein zwölf-jähriges Mädchen, Amnesty International. Sie lebt mit ihrer Familie in einer Roma Siedlung in Zabjak, wo es weder Wasser, noch Strom, noch sanitäre Einrichtungen gibt.
Der neue Bericht von Amnesty International «Parallel lives: Roma denied rights to housing and water in Slovenia» zeigt auf, dass einigen Roma Familien in Slowenien weniger Wasser zur Verfügung steht, als in humanitären Katastrophen als absolutes Minimum vorgesehen ist. Die Menschenrechtsorganisation hat mit Familien gesprochen, die lediglich 10 bis 20 Liter pro Tag und Familienmitglied als Trinkwasser, zum Baden und zum Kochen zur Verfügung haben. Wasser, das sie aus entlegenen und oft verschmutzten Quellen holen müssen, weil ihnen der Anschluss an die Wasserversorgung verweigert wird.
«Slowenien ist ein entwickeltes Land. Der fehlende Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen verletzt nicht nur das Recht auf Wasser, sondern zieht weitere Verletzungen grundlegender Rechte nach sich», erklärte Silvie Lang, Kampagnenkoordinatorin von Amnesty International. «Der Mangel an Wasser hat einen direkten Einfluss auf die Bildung der Kinder. Diese gehen oft nicht mehr zur Schule, da sie sich nicht waschen können und deswegen von anderen Schulkindern gehänselt und verspottet werden.»
Am Weltwassertag, dem 22. März 2011, lanciert Amnesty International eine internationale Online-Aktion für die Rechte der Roma in Slowenien. Die Menschenrechtsorganisation fordert von der slowenischen Regierung, Roma Gemeinschaften nicht zu diskriminieren und Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und angemessenen Unterkünften zu garantieren.
Hintergrundinformation: Weltwassertag und Menschenrechte
Kein sauberes Trinkwasser? Kein Zugang zu Toiletten? Keine Dusche? Für Menschen in der Schweiz unvorstellbar, aber in vielen Ländern trauriger Alltag.
Im Juli 2010 hat die Uno-Generalversammlung zum ersten Mal eine Resolution verabschiedet, die das Recht auf Wasser und sanitäre Einrichtungen als Menschenrecht deklariert. Im Herbst wurde das Recht auf Wasser und sanitäre Einrichtungen vom Menschenrechtsrat in Genf bekräftigt.
Amnesty International appelliert am Weltwassertag an die internationale Staatengemeinschaft, mit einer weiteren Resolution im Uno-Menschenrechtsrat, diese Anstrengungen zu unterstützen, damit möglichst bald alle Menschen Zugang zu sauberem Wasser und Toiletten erhalten. Zudem soll das Mandat der unabhängigen Expertin für Wasser und sanitäre Anlagen verlängert und aufgewertet werden.
Bereits haben 177 Staaten, darunter auch die Schweiz, das Recht auf Wasser und sanitäre Einrichtungen in einer Deklaration oder Resolution anerkannt. Einige einflussreiche Staaten weigern sich aber weiterhin dieses Recht anzuerkennen.
Medienmitteilung veröffentlicht: 21. März 2011
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