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Gotthard Schuh, Fotograf und Maler
1897-1969, geboren in Berlin-Schöneberg, gestorben in Küsnacht
Die Schweizer Familie Schuh zog 1902 von Berlin nach Aarau. Gotthard Schuh besuchte die Kunstgewerbeschule in Basel, die er 1916 abbrach, um sich in Basel, Genf und München als freier Grafiker und Maler zu betätigen. Erste Ausstellung 1922. Zurück in der Schweiz übernahm er 1926 in Bern die Leitung eines Fotogeschäfts, erste Fotografien. Von 1927 bis 1939 war er mit Marga Zürcher verheiratet, ein Sohn, ab 1944 mit Annamarie Custer, zwei Töchter. Später arbeitete er als freischaffender Fotoreporter für Schweizer und internationale Zeitschriften, darunter Paris Match und Life. Er unternahm verschiedene Reportagereisen in Asien und Europa. Schuh war zwischen 1941 und 1960 der erste Bildredaktor der Neuen Zürcher Zeitung. Mitbegründer des „Kollegiums Schweizer Photographen“, das sich der Fotografie als eigenständige Kunstform annahm. Nach 1960 wandte er sich wieder der Malerei zu. Sein Tessiner Wohnort war Bedigliora im Malcantone.
Mit dem Fotoband „Tessin, Rückblick auf ein Paradies“, erschienen 1961 im Buchclub Ex Libris, Zürich, hatte sich Gotthard Schuh in der Südschweiz ein Denkmal gesetzt. Aus dem Klappentext: „Durch seine Bücher „Inseln der Götter“, „Italien“, „Begegnungen“ und „Tiermütter“ ist Gotthard Schuh als genialer Fotograf bekannt, dem es immer wieder gelingt, aus dem wechselnden Fluss der Erscheinungen blitzartig das Wesentliche, Typisch herauszugreifen, wobei er noch die feinsten Linien und Schatten in die stets überraschende Bildwirkung einbezieht. Da ihm das Tessin zur zweiten Heimat geworden ist, hat sich hier die Ernte seiner jahrzehntelangen Beobachtung und Liebe zu einem menschlich und kulturgeschichtlich gültigen Gesamtbilde verdichtet.“
Am Filmfestival von Locarno im Jahr 2011 fand die Erstaufführung des Films von Villi Hermann: „Gotthard Schuh. Una visione sensuale del mondo.“ statt: „Der Regisseur folgt den Spuren der Fotografien von Gotthard Schuh; vom Tessiner Malcantone – das der Fotograf auf seiner Lambretta durchquerte – bis nach Indonesien, zur Götterinsel Bali. Mit den Bildern von Gotthard Schuh im Gepäck, besucht der Filmemacher die Orte und Personen, die der Fotograf aufgenommen hat. Die Kontraste sind heute noch ausgeprägter als früher. Untermalt von Notizen des Fotografen, entdecken die Zuschauer viele weniger bekannte Fotografien von ethnografischem Wert, die der Künstler im Tessin und im exotischen Bali machte.
Im Palazzo Loredan und im Palazzo Trevisan degli Ulivi in
Venedig wurde vom 22. März bis zum 5. Mai 2013 eine „Schweizer“ Ausstellung
gezeigt: „Gotthard Schuh: da Lugano a Venezia“ ... „lo sgruardo del grande
fotografo svizzero.
Fotos von Gotthard Schuh bei der Fotostiftung Schweiz sind hier zu sehen.