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Ellen Johnson-Sirleaf will wiedergewählt werden. Doch da ist noch die Verfassung…
Die Präsidentin ist klein, trägt ein weisses Polo-Shirt und einen grünen Sonnenhut. «We will win-oh!», ruft sie in die Menge. Man werde den Gegnern das Herz brechen.
An der Wahlkampfveranstaltung im Stadion gibt sich Ellen Johnson-Sirleaf siegessicher. Sie hat auch das grösste Budget aller Präsidentschafts-Kandidaten. Die Opposition beklagt sich über die vielen T-Shirts und Mützen, welche die regierende Union-Party gratis verteilt.
Doch noch ist nicht sicher, ob die Präsidentin an den Wahlen vom 11. Oktober überhaupt teilnehmen darf. In der liberianischen Verfassung steht nämlich geschrieben, dass eine Kandidatin die vergangenen zehn Jahre im Land gelebt haben muss. Ellen Johnson-Sirleaf kam erst vor acht Jahren zurück. Trotzdem hatte die Wahlkommission alle Kandidaten zugelassen, auch jene, die diesen Verfassungsartikel nicht erfüllten.
Es kam wie es kommen musste: eine Partei zog die Sache vor Gericht. Je nachdem, wie dieses die Verfassung auslegt, kann die Präsidentin nicht mehr antreten. Damit rechnet derzeit aber eigentlich niemand.
Sie fragen sich, wie Ellen denn vor 6 Jahren gewählt werden konnte? Da war dieser Artikel ausser Kraft.
Bilder vom Wahlkampf gibt’s hier.
NACHTRAG: Natürlich war die Verfassung schlussendlich kein Problem. Das Gericht hat kurz vor den Wahlen entschieden, dass der entsprechende Artikel auch diesmal nicht gilt.
Die regierende Unity Party versammelt sich im «Antoinette Tubman Stadium».
Monrovia, Liberia, 17. September 2011.
Die Töne zum Anlass gibts hier…
Ellen Johnson-Sirleaf kämpft um ihre Wiederwahl.
In Liberia will die erste demokratisch gewählte Präsidentin Afrikas wiedergewählt werden.
Johnson Sirleaf ist international hoch angesehen. Sie hat es geschafft, Liberia, das während 14 Jahren von Bürgerkriegen erschüttert wurde, in den letzten sechs Jahren friedlich und auf leichtem Wachstumskurs zu halten.
Doch trotz dieser Leistung: Die Wiederwahl von Ellen Johnson-Sirleaf ist alles andere als sicher. Die Opposition wirft der Präsidentin vor, sie spalte das Land. Ein Besuch bei Ellens Wahlkampfveranstaltung und bei einer Oppositionspartei.
Podcast: Download (Duration: 5:11 — 4.8MB)
Dieser Beitrag wurde am 28. September 2011 im «Echo der Zeit» von Schweizer Radio DRS (SRF? who cares…) gespielt. Die «Rede» der Präsidentin bestand aus immer denselben wiederholten Phrasen. Der Anlass wirkte sehr unorganisiert und improvisiert. Immerhin hatten zahlreiche Ellen-AnhängerInnen beschlossen, in der Hitze nicht ins Stadion zu gehen, so dass es kein grosses Gedränge wurde. Glücklicherweise hatte ich eine grosse Flasche Wasser mit mir. Die Fotos des Anlasses gibts hier…
Regenzeit.
11. September 2011, Monrovia, Liberia.
Liberia besteht zu einem grossen Teil aus Wald.
Das war schon immer so, wie der Schweizer Johann Büttikofer 1890 schrieb:
«Obwohl die zur Ausfuhr gelangenden Landesprodukte nicht sehr mannigfeltiger Art sind, liefert doch Wald und Feld weit mehr, als man nach einer oberflächlichen Bekanntschaft mit Liberia glauben sollte (…). Die ausgedehnten Urwälder liefern eine Menge von vorzüglichen Holzarten, die in Liberia selbst als Bau- und Tischlerholz Verwendung finde.»
Das Land ist nach wie vor sehr dünn besiedelt. Nur gelegentlich unterbrechen Lehmstrassen und kleine Siedlungen den Regenwald. Die wertvollen Tropenhölzer seien zum grössten Teil abgeholzt heisst es. Kann ich nicht beurteilen.
Mehr Luftbilder aus Liberia gibts hier.
Ausserdem schrieb Büttikofer übrigens damals:
«Die Haut des Negers ist gewöhnlich kühl und meist etwas feucht, aber sehr weich, fast sammtartig anzufühlen, obschon sie, genauer betrachtet, ein fein rissiges Ansehen hat. Sie ist auch bedeutend dicker und schwammiger als die des Weissen und sondert eine nach ranziger Butter riechende Fettsäure ab, die den bekannten , übeln Negergeruch verbreitet.»
Aber das nur so am Rande.
Bilder eines Fluges von Yekepa via Buchanan nach Monrovia.
Verlassene Eisenerz-Mine von Lamco im Nimba-Gebirge.
15. September 2011, Yekepa, Liberia.
Slum-Bewohner organisieren sich.
Sodom und Gomorrha. So nennen Politiker in Ghana den Slum Old Fadama. Weil Verbrechen und Vergewaltigungen an der Tagesordnung seien. Seit 2002 will die Stadt den Slum deshalb weghaben. An einer Medienkonferenz 2009 tönte das so:
Der Schluss sei klar: Sodom und Gomorra müsse weichen, so die Politik. Doch die Bewohner des Slums in der Hauptstadt Accra wehren sich. Unter anderem, indem sie sparen. Die Reportage aus dem Slum:
Podcast: Download (Duration: 3:57 — 3.7MB)
Beitrag für DRS 4 News. Im Beitrag wird ein anderer Aspekt beleuchtet als im Text fürs Amnesty-Magazin, jedoch mit derselben Hauptperson (Rabi).