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Laut Nicholas Wall ist das vorgegebene Programm der Fed grösstenteils erwartet worden. Die Fed wollte den Prozess der Bilanzverkürzung in Gang bringen, bevor sich dessen Zusammensetzung im nächsten Jahr ändert. Die starke Konjunktur und die lockeren finanziellen Bedingungen geben der Zentralbank zudem genug Zuversicht, dass der Markt die zusätzliche Emission von Anleihen bewältigen wird.
Die Wirtschaftsprognosen des Federal Open Market Committee (FOMC) waren trotz der zuletzt niedrigen Inflationsraten weitgehend unverändert. Dies deutet darauf hin, dass die Mehrheit der Mitglieder des FOMC den Rückgang der Inflationsrate als vorübergehend ansehen und die Furcht von Gouverneur Lael Brainard vor einer niedrigeren Trendinflation noch nicht zum Rest des Ausschusses durchgedrungen ist. Eine Zinserhöhung im Dezember ist also durchaus möglich.
Trotz dieser beiden Massnahmen sollte die Wirtschaft nicht vom bisherigen Weg abkommen. Denn die Haushaltsbilanzen insgesamt gesehen gesund, die Schuldendienstkosten niedrig und die Beschäftigung hoch sind. Das grössere Risiko dürfte in den Anlagenmärkten liegen.
Die Ein- und Ausstiegspolitik der Fed wird allerdings asymmetrischer Natur sein. Beim Einstieg ging die Fed nach der "Shock and Awe"-Taktik vor, um die "Grosse Depression 2.0" abzuwehren. Beim Ausstieg will die Zentralbank jedoch berechenbar und geduldig sein, um die Märkte nicht zu stören – vor allem, weil sich die Fed selbst im Fadenkreuz der Politik befindet.
Solange die Inflation auf niedrigem Niveau bleibt, kann sich die Fed den Luxus erlauben, geduldig zu sein – genauso wie die meisten Zentralbanken der entwickelten Märkte auch. Sollte die Inflation aber ansteigen, werden die Zentralbanken dazu geneigt sein, schneller zu handeln. Dann würde einem lebhaften Markt ein grösserer Test bevorstehen.