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Nur mit dem Ceneri-Basistunnel wird die neue Gotthardbahn zu einer durchgehenden Flachbahn durch die Alpen mit den entsprechenden Vorteilen und der erwünschten Wirtschaftlichkeit. Der Kanton Tessin profitiert zudem von massiven Verbesserungen im Regionalverkehr.
Die Rampen der heutigen Bahnstrecken am Gotthard und am Ceneri haben Steigungen von bis zu 26 ‰. Die flache, gestreckte Trassierung der Flachbahn - maximal 12.5 ‰ in der offenen Strecke und 8.0 ‰ in den Basistunnels - erlaubt die produktive Führung von langen und schweren Zügen, weil dadurch zeitraubende Rangiermanöver entfallen.
Heute muss in Nord-Süd-Richtung ein schwerer Güterzug für die Bergstrecken am Gotthard und am Ceneri wegen der Steigungen mit einer Schiebelok versehen werden.
Das Ziel, Güterzuge von mehr als 2'000 Tonnen Anhängelast ohne Halt in Erstfeld oder Bellinzona und ohne zwischen- und/oder Schiebeloks durch die Schweiz zu führen, kann nur mit der Realisierung der beiden Basistunnels am Gotthard und am Ceneri erreicht werden.
Die durchgehende Flachbahn wird schnelle und wirtschaftliche Angebote im Güterverkehr ermöglichen. Diese sind Voraussetzung für die angestrebte Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene. lm Personenverkehr kann mit dem Ceneri-Basistunnel die nötige Fahrzeitreduktion erreicht werden, um den Reisenden in Zürich im schweizerischen und in Mailand im italienischen Fahrplansystem optimale Anschlüsse zu gewährleisten.
Der Kanton Tessin kann mit dem Ceneri-Basistunnel und den beiden Nordanschlüssen Richtung Bellinzona und Locarno eine S-Bahn verwirklichen. Direkte, schnelle und häufige Verbindungen zwischen den Ballungszentren Bellinzona, Locarno, Lugano, Mendrisio-Chiasso, Como und Varese werden möglich. Das regionale Eisenbahnsystem Tessin-Lombardei (TlLO) wird die Reisezeiten im Vergleich zu heute um die Hälfte verkürzen.
Quelle: Text AlpTransit Gotthard AG, 2004
Der Bau des Ceneri-Basistunnels
Wie der Gotthard-Basistunnel besteht der 15,4 km lange Ceneri-Basistunnel aus zwei Einspurröhren, die alle 325 Meter mit einem rund 40 Meter langen Querschlag verbunden sind. Aufgrund seiner Länge sind keine Spurwechsel oder Nothaltestellen nötig.
Der Ceneri-Basistunnel wurde wegen der komplexen Geologie ausschliesslich im Sprengvortrieb ausgebrochen. Die maximale Felsüberlagerung beträgt bis zu 900 m, die geringste nur wenige Meter. Der grösste Teil des Ausbruchs erfolgte gleichzeitig in beide Richtungen vom Zwischenangriff Sigirino aus. Von den Portalen Vigana und Vezia wurden Gegenvortriebe ausgeführt, um Zeit und Kosten zu minimieren. Insgesamt wurden beim Bau des Ceneri-Basistunnels rund 8 Millionen Tonnen Material ausgebrochen.
Erste Vorarbeiten erfolgten bereits 1997 mit dem 3,1 km langen Erkundungsstollen. 2008 brach eine Tunnelbohrmaschine einen 2,3 km langen Fensterstollen aus. Am Ende dieses Stollens befinden sich zwei unterirdische Kavernen, die seit 2010 Ausgangspunkt für die Hauptvortriebe Richtung Süden und Norden waren.
Der zweite Hauptdurchschlag in der Oströhre findet anfangs nächster Woche statt. Die Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels erfolgt voraussichtlich im Dezember 2020.
Quelle: Text AlpTransit Gotthard AG, 2016