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Seit 1974 setzt sich die Schweizer Menschenrechtsorganisation Incomindios für die Rechte der Indigenen Völker weltweit ein. Wobei ein besonderer Fokus auf Nord-, Mittel- und Südamerika gelegt wird. Seit 2003 hat Incomindios den Beraterstatus an der UNO (ECOSOC).
Die Frage, welche ethnische Gruppen als indigen bezeichnet werden können beziehungsweise sich selbst dieser Kategorie zuordnen, gibt weiterhin Anlass für Kontroversen. Letztlich enden alle Debatten immer wieder bei einer Arbeitsdefinition, die der ecuadorianische Anwalt und Diplomat José Martínez Cobo in seiner von den Vereinten Nationen in den 1970er Jahren in Auftrag gegebenen Studie zur Diskriminierung indigener Bevölkerungen formulierte.
Sie basiert auf verschiedene objektive Kriterien und einer subjektiven Selbstidentifikation. Zu den Gemeinsamkeiten indigener Gruppen zählt er die historischen Erfahrungen von Kolonialismus und Eroberung, die kulturelle Differenz von der nationalen Mehrheitsgesellschaft sowie die gegenwärtige Marginalisierung und Benachteiligung. Indigenität geht also nicht zwingendermassen mit einer bestimmten Lebensweise einher.
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© Survival International
Das Viehzuchtunternehmen Carlos Cadado S.A. hat eine Lizenz erhalten, um die letzte Zuflucht unkontaktierter Ayoreo-Indigener in Paraguay zu planieren. Doch ohne den Wald können die Ayoreo nicht überleben. Kontaktierte Angehörige der Ayoreo haben eine persönliche Videobotschaft an Carlos Cadado S.A. und dessen spanischen Mutterkonzern Grupo San José aufgenommen, in dem sie um die Rückgabe ihres Landes bitten, bevor der Wald – und mit ihm die unkontaktierten Ayoreo – für immer zerstört werden.
Bitten Sie den spanischen Millionär Jacinto Rey González, Chef beider Unternehmen, das Land an seine rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben.
Sie können mithilfe der Textvorlage eine E-Mail verfassen. Schicken Sie diese an: <email-pii>
Sehr geehrter Herr González,
Ihr Unternehmen Carlos Cadado S.A. zerstört die letzte Zuflucht der Ayoreo – ihr angestammtes Land, auf das sie seit 20 Jahren Rechtsanspruch erheben – um darauf Rinder weiden zu lassen. Wenn diese Arbeiten weitergehen, werden Sie und Ihr Unternehmen für die Vernichtung des letzten unkontaktierten Volkes Amerikas außerhalb Amazoniens verantwortlich sein.
Bitte, stoppen Sie die Arbeiten in dem Gebiet und geben Sie das Land seinen rechtmäßigen Besitzern, den Ayoreo, zurück.
Mit freundlichen Grüßen,
Dear Mr González,
Your company Carlos Casado S.A. plans to destroy the last refuge of the Ayoreo Indigenous Peoples – the ancestral home that they have claimed title to for 20 years – to make way for cattle. If the work goes ahead, you and your company will be responsible for the destruction of the last uncontacted Indigenous Peoples outside Amazonia.
Please stop any work from going ahead and hand the land back to its rightful owners, the Ayoreo.
Sincerely,
Eilaktion des Survival International
Ramón Muñoz Castro, Helena Nyberg , Francisco Javier Cortes Guanga, Karmen Ramirez Boscán
Im Rahmen des Besuches des Awa-Delegierten Francisco Javier Cortes Guanga an der UNO, organisierte Incomindios Schweiz in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien am 10. März 2014 einen Side Event. Dieser fand zum Thema „Indigenem Menschenrechtsverteidiger (Indigenous Human Rights Defenders) in Kolumbien – die Fälle der Awá und der Wayúu“ an der 25. Session des UNO Menschenrechtsrats statt.
Für einen interessanten Einblick, in die Problematik der Indigenen in Kolumbien, sorgten Karmen Ramirez Boscán (Vertreterin der Wayúu), Ramón Muñoz Castro (Direktor des RIDH) und Francisco Javier Cortes Guanga (Delegierter der Gran Familia AWA Binacional).
Die Awa sind im Süden Kolumbiens und im Norden Ecuadors heimisch. Insgesamt leben heute ca. 45’000 Awa Indigene in diesen Gebieten, ca 40’000 in Kolumbien und 5’000 im ecuadorianischen Raum. Von den 34 indigenen Völker in Kolumbien ist es das am meist bedrohte Volk. Es ist dem Risiko des unmittelbaren physischen, kulturellen und geistigen Aussterbens ausgesetzt.
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Chiapas-Veranstaltung: «Wenn das Land zur Ware wird». Film und Diskussion mit Regisseur Luz Kerkeling über den friedlichen Widerstand der Indigenas Südmexikos für ein selbstbestimmtes Leben. Es lädt ein: Direkte Solidarität mit Chiapas, Zürich. Die Gruppe ist während der ganzen Dauer der Longo maï-Ausstellung mit Fotos, Plakaten und Infomaterial über ihre Arbeit in der Shedhalle präsent. Weitere Infos.
Ort: Shedhalle, Rote Fabrik
Zeit: Freitag, 21.März, 2014, 19 Uhr
Dianna Uqualla und Carletta Tilousi (Havasupai) mit Helena Nyberg (Incomindios)
Als Auftakt zur “Kampagne Stop Mühleberg” und als Gäste der Generalversammlung der “Allianz Atomausstieg” begleitet Incomindios die Älteste Dianna Uqualla und die Aktivistin Carletta Tilousi des kleinsten indigenen Volkes der USA: die Havasupai vom Grand Canyon. Sie haben an der UNO eine Klage gegen die USA eingereicht – Uran soll (evtl. mit Schweizer Geld) bei ihrem heiligen Berg abgebaut werden. Schon früher haben die Havasupai uns im Kampf gegen das Endlagerprojekt Wellenberg und den Atomausstieg geholfen; zuletzt waren sie 2008 in der Schweiz.
DI, 11. März 2014: Hotel Kreuz, Bern 19.30 Uhr
Für Interviews am Mittwoch 12.3. vormittags bis 12.30 Uhr: Kontakt <email-pii>
Amnesty: Zwei Indigenensprecher getötet, ein weiterer bedroht
Flaminio Onogama Gutiérrez, Sprecher der indigenen Gemeinschaft der Emberá Chamí im Südwesten Kolumbiens, befindet sich in Lebensgefahr. Seine beiden Neffen, die ebenfalls Vertreter ihrer indigenen Gemeinschaft waren, wurden bereits umgebracht.
Am 1. Januar 2014 wurden Berlain Saigama Gutiérrez und Jhon Braulio Saigama, zwei Sprecher der indigenen Gemeinschaft der Emberá Chamí in der Ortschaft La Esperanza im Bezirk El Dovio des Departamento Valle del Cauca durch wiederholte Stiche getötet. Ihre Leichen wiesen Spuren von Folter auf, als man sie entfernt vom Tatort fand.
Am 30. und 31. Dezember 2013 kamen bewaffnete Angehörige der in dieser Gegend operierenden paramilitärischen Gruppierungen auf der Suche nach Flaminio Onogama Gutiérrez in die Ortschaft La Esperanza. Sie wollten von seinen beiden Neffen, Berlain Saigama Gutiérrez und Jhon Braulio Saigama, wissen, ob Flaminio Onogama Gutiérrez in den folgenden Tagen im Dorf sein würde. Flaminio Onogama Gutiérrez und die indigene Gemeinschaft von La Esperanza leisten den Paramilitärs, die auf dem Land der indigenen Gemeinschaft Drogen anbauen wollen, und den Interessensgruppen, die in der Gegend Kohle, Kupfer und Gold abbauen möchten, seit geraumer Zeit Widerstand.
ZeugInnen berichteten, dass Unbekannte, vermutlich Paramilitärs einer in dieser Gegend operierenden Gruppierung, auf der für die beiden indigenen Sprecher abgehaltenen Totenwache am 2. Januar nach dem Aufenthaltsort Flaminio Onogama Gutiérrez‘ fragten und wien wollten, ob er der Beerdigung beiwohnen würde.
Empfohlene Aktionen
Schreiben Sie bitte Faxe oder Luftpostbriefe mit folgenden Forderungen
- Ich möchte meiner großen Sorge um die Sicherheit von Flaminio Onogama Gutiérrez und die der anderen Mitglieder und SprecherInnen der indigenen Gemeinschaft der Emberá Chamí in der Gemeinde La Esperanza Ausdruck verleihen.
- Ich bitte Sie eindringlich, eine vollständige und unparteiische Untersuchung der Tötungen von Berlain Saigama Gutiérrez and Jhon Braulio Saigama durch ein ziviles Gericht einzuleiten, die Ergebnisse der Ermittlungen zu veröffentlichen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Bitte stellen Sie auch sicher, dass die Behörden angemessene Schritte einleiten, um die Sicherheit derer, die bedroht werden, zu garantieren.
- Bitte gehen Sie gegen paramilitärische Gruppierungen vor und unterbinden Sie in Übereinstimmung mit den wiederholten Empfehlungen der UN jegliche Verbindung zwischen Streitkräften und Paramilitärs.
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 28. Februar 2014 keine Appelle mehr zu verschicken.
Appelle an:
Präsident,
Presidente Juan Manuel Santos,
Presidente de la República,
Palacio de Nariño,
Carrera 8 No. 7-26,
Bogotá,
KOLUMBIEN.
Fax: (00 57) 1 596 0631
(Anrede: Dear President Santos / Excmo. Sr. Presidente Santos / Sehr geehrter Herr Präsident)
Verteidigungsminister,
Señor Juan Carlos Pinzón,
Ministerio de Defensa,
Carrera 54 no.26-29,
Bogotá,
KOLUMBIEN.
Fax: (00 57) 1 266 1003
(Anrede: Dear Minister Pinzón/Sr. Ministro Pinzón / Sehr geehrter Herr Minister)
Kopien an:
ONIC,
Calle 13 No.4-38,
Bogotá,
KOLUMBIEN.
Amba
ade de la République de Colombie,
Dufourstra
e 47,
3005 Berne.
Fax: 031 350 14 09
E-mail: <email-pii>
Weitere Informationen
UNO Hauptsitz
New York
15. – 17. Januar 2014
Vertreter diverser Indigenorganisationen und NGOs, welche an einer Teilnahme am Treffen interessiert sind wird empfohlen, Herrn Brodi Sigurdarson (<email-pii>)
bis am 9. Januar 2014 um 12:00 Uhr (New York Zeit). Das Treffen der Expertengruppe ist organisiert im Sinne der Entscheidung des Wirtschafts- und Sozialrates der UNO (ECOSOC), welche einen dreitägigen Treffen genehmigt hat. Die Ergebnisse des Treffen werden an der 13. session des United Permanentd Forum on Indigenous Issues (UN PFII) vorgestellt werden.
Übersetzt aus der englischen Version der offiziellen Seite des UN PFII.
Bern Montag, 9. Dezember 2013, 19.00 Uhr – Haus der Begegnung, Mittelstrasse 6a, 3012 Bern
Zürich Dienstag, 10. Dezember 2013, 19.00 Uhr – Volkshaus, Gelber Saal, Stauffacherstrasse 60, 8004 Zürich
Zahlreiche Grossprojekte werden im südmexikanischen Oaxaca mit Beteiligung europäischer Firmen vorangetrieben, darunter Windenergieparks, Staudämme, Bergbauprojekte. Viele dieser Projekte werden als grüne Entwicklung verkauft. Doch die Projekte haben massive soziale und ökologische Auswirkungen auf die lokale indigene Bevölkerung.
Am Beispiel des Widerstands gegen die Windparks im Isthmus von Tehuantepec thematisieren die VertreterInnen der Menschenrechtsorganisationen Codigo DH und Educa und der Klimaaktivist die Widersprüche dieser vermeintlichen Entwicklungsprojekte zur Abschwächung des Klimawandels, diskutieren umwelttechnische Aspekte und die Strategien der Gemeinden, welche für ihre Rechte kämpfen.
- Sara Méndez, Codigo DH, Oaxaca
- Philipp Gerber, Educa Oaxaca und medico international schweiz
- Matthias Leuenberger, Sozial- und Umwelt- wissenschafter
Dokumentarfilm (35 min.):
- ›Somos viento – Der Wind sind wir‹ Dokumentation über den Kampf einer Bevölkerung im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca gegen ein Windkraftprojekt. Filmkollektiv KoLiBrI
Filmvorführung “DIRTY PARADISE” mit anschliessender Diskussion
10.12.2013 | 14:00 | Riffraff
Kino Riffraff, Neugasse 57, Zürich
Ticketinfo & Reservationen: +41 (0)44 444 22 00, www.riffraff.ch
Das Spezialanlass “Menschenrechtsbildung und Sensibilisierung” wird im Rahmen des ersten ZURICH INTERNATIONAL FILM FESTIVAL AND FORUM ON HUMAN RIGHTS am Dienstag, den 10. Dezember 2013 in Zürich stattfinden. Zum Anlass des internationalen Tags der Menschenrechte veranstaltet das Festival in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für Menschenrechte der Universität Zürich eine Filmvorführung mit anschliessender Debatte zum Thema Menschenrechte und illegale Goldförderung in Amazonas. Gezeigt wird der Dokumentarfilm “Dirty Paradise” vom Genfer Regisseur Daniel Schweizer (http://www.riffraff.ch/kino/104089/dirty-paradise.html?date=2013-12-10).
Es folgt eine Diskussion mit dem Regisseur und mit Frau Prof. Dr. Christine Kaufmann, Direktorin des Kompetenzzentrum Menschenrechte der Universität Zürich.
Der Anlass richtet sich besonders an Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren. Der Film wird in Französisch mit Deutschen Untertiteln gezeigt.
Daniel Schweizer wird Französisch sprechen aber es wird eine simultane Übersetzung auf Deutsch geben.
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