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Naters
DER SCHATZ ZU WEINGARTEN
Östlich von Naters liegt an der alten Furkastrasse das Fleckchen Weingarten. Dieser Ort ist in der
Walliser Geschichte nicht unbekannt, weil da Landsgemeinden und Ratsversammlungen
abgehalten wurden; auch war er der Stammsitz der angesehenen Familie de Vineis oder
Weingartner.
Dort lebte einstmals ein gewisser Niggi Eggel mit seiner Familie. Dieser träumte drei Nächte hintereinander, in Uri auf der Brücke werde er sein Glück finden. Unser Niggi Eggel lachte über den Traum, doch erzählte er ihn seiner Gattin. Diese hatte mehr Vertrauen und riet ihrem Manne, nach Einsiedeln eine Wallfahrt zu machen: Er werde da Gelegenheit haben, die Brücke in Uri zu sehen und wenn er auch auf der Brücke sein Glück nicht finden werde, sei die Reise nicht umsonst gewesen, weil er immerhin eine Wallfahrt gemacht habe. Der Mann folgte und ging nach Einsiedeln, ohne bei der besagten Brücke etwas Ausserordentliches zu treffen. Auf der Heimreise fand er die Brücke wieder leer wie bei der Hinreise; doch hielt er jetzt etwas missgestimmt still und begann, sie der Länge und Breite nach näher anzuschauen. Da kam ein Mann zu ihm und fragte, ob er etwas verloren habe und suche. "Nein", antwortete unser Niggi, "es hat mir was Dummes von dieser Brücke geträumt, woran ich zwar nicht glaube, doch kann ich bei dieser Gelegenheit nicht unterlassen, hier nach der Erfüllung des Traumes mich umzusehen." Der Unbekannte lachte und sagte, er solle sich doch um Träume nicht kümmern, auch ihn habe geträumt, zu Weingarten in einem alten Häuschen sei im Keller neben der Stutt ein Hafen voll Geld vergraben. Er wisse nun nicht, wo in der Welt dieses Weingarten und dieses Häuschen sei, bewege aber darum keinen Fuss, er kehre sich an solche Träume nicht.
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