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Martin Luther King über den Nutzen kreativer Spannung
Was Martin Luther King von Moderaten hält, wieso man gewisse Gesetze brechen soll und warum es nicht schlimm ist, wenn man als ein Extremist bezeichnet wird. Diese und weitere Lehren des grossen Martin Luther King.
Jeweils am dritten Montag des Monats Januar feiern die Amerikaner den Martin Luther King Day. Damit ehren sie die Leistungen des bedeutendsten Bürgerrechtsaktivisten der USA. Der nationale Feiertag ist angelehnt an Kings Geburtstag, welcher der 15. Januar ist. Es war Ronald Reagan, der 1983 das Gesetz zur Einführung des Martin Luther King Tages in Kraft setzte.
In diesem Jahr fiel der MLK Day auf den 17. Januar. Aus diesem Grund habe ich mir kürzlich wieder einmal einige seiner Reden und Vorträge angehört und einige seiner Texte gelesen. Es wäre sehr wertvoll, wenn wir uns diese Texte von Martin Luther King regelmässig zu Gemüte führen würden. Gerade in den heutigen Zeiten, wo sich die Gesellschaft zunehmend spaltet, wo jede Seite davon überzeugt ist, dass sie richtig liegt und wo gewisse Kreise der Glauben sind, dass andersdenkende Menschen ausgegrenzt, zensuriert oder schikaniert werden dürften, sin Kings Aussagen meines Erachtens wieder sehr aktuell.
Martin Luther King, der am 15, Januar 1929 zur Welt kam und am 4. April 1968 ermordet wurde, hat sich gegen die Rassentrennung und für die Rechte der Schwarzen in den USA eingesetzt. Sein Engagement auf die Rassentrennung zu reduzieren, geht meines Erachtens aber zu wenig weit. Martin Luther kämpfte vor allem für die Freiheit. Die Freiheit der gesamten Menschheit.
Martin Luther King war auch ein hervorragender Redner und Autor. Es gelang ihm, seine Gedanken so in Worte zu fassen, dass diese von allen Menschen verstanden wurden. Seine Argumentationslinie war logisch und durchdacht. Die Versuche die Rassentrennung zu rechtfertigen, hielten der Stringenz von Martin Luther Kings Überlegungen nicht stand. Aus diesem Grund brauchte King auch nie aggressiv zu werden.
Schauen wir die heutigen Politikerinnen oder selbsternannten Aktivistinnen an. Statt zu argumentieren, wird getobt und zerstört. Statt zu überzeugen wird versucht den Gegner niederzuschreien, ihn zu verunglimpfen oder sonst wie mundtot zu machen. Martin Luther King hingegen begegnete seinen Gegnern stets mit dem notwenigen Respekt und Anstand.
Martin Luther King wurde nie als Fanatiker wahrgenommen, weil er das auch nicht war. Er war ein Kämpfer für die Freiheit, der seine Überzeugungen auf einer soliden Grundlage aufgebaut hatte. Seine Überlegungen hielten jeglicher Kritik stand, weil sie durchdacht und gefestigt waren.
Für den bedeutende Schweizer Psychiater und Psychoanalyst Carl Gustav Jung ist Fanatismus ein Zeichen innerer Skepsis. Fanatismus, so Carl Gustav Jung, findet sich nur bei solchen, die innere Zweifel zu übertönen haben. King hatte keine inneren Zweifel.
Wenn ich heute einen Blick in die Medien, die Politik oder die Sozialen Medien werfe, dann habe ich den Eindruck, dass es ganz viele Menschen gibt, die innere Zweifel zu übertönen haben. Nehmen wir zum Beispiel den Fanatismus, der im Zusammenhang mit den Covid-Massnahmen oder mit dem Klima an den Tag gelegt wird, und zwar hüben wie drüben, egal auf welcher Seite man steht.
Kommen wir aber zurück zu Martin Luther King.
Am Karfreitag 1963 marschierte Martin Luther King an der Spitze eines Protestzuges in Birmingham/Alabama. Die Absicht der Bürgerrechtler war es, zum Boykott von Geschäften während der Osterzeit aufzurufen. Man wollte den weissen Ladenbesitzern die Bedeutung der schwarzen Konsumenten vor Augen führen um so die Unterstützung der Unternehmer von kleineren und mittleren Betrieben zu erhalten. Lediglich die Weihnachtszeit war nämlich für die Ladenbesitzer noch wichtiger als die Osterzeit.
Kurz vor der ordentlich angemeldeten Demonstration wurde dieser durch ein Gericht die Bewilligung verwehrt.
Dies mit fadenscheinigen, nicht nachvollziehbaren Begründungen. Martin Luther King entschied sich in der Folge, die Demonstration trotzdem, also auch ohne Bewilligung durchzuführen.