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Organic Chemistry Portal: Gabriel Synthesis
Gabriel-Synthese
Die Gabriel-Synthese ermöglicht die Darstellung von primären Aminen aus Halogenalkanen durch Umsetzung mit Kaliumphtalimid.
Mechanismus
In der Gabriel-Synthese wird Kaliumphtalimid als -NH2-Synthon benützt. NH3 liegt hier in einer geschützten Form vor, die genügend nucleophil ist, um mit Halogeniden SN2-artig zu reagieren. Die Umsetzung des neutralen Phthalimid mit Kalilauge zeigt, dass die ungeladene NH-Gruppe sogar sauer ist:
Nach der Reaktion mit einem Halogenid ist das entstehende Zwischen-Produkt wie das unsubstituierte Phthalimid nicht basisch und auch nicht nucleophil, es findet also keine weitere Alkylierung mehr statt:
Eine Hydrolyse ist nur unter drastischen Bedingungen möglich. Weit milder ist die Umsetzung mit Hydrazin:
Die Gabriel-Synthese eignet sich als Fortsetzung der Hell-Volhard-Zelinsky-Reaktion zur Synthese von α-Aminosäuren:
α-Aminosäuren sind auch nach Umsetzung mit Bromdiethylmalonat - wahlweise gefolgt von einer Alkylierung- und anschliessender, gleichzeitiger Hydrolyse und Decarboxylierung zugänglich:
Prof. Siegmund Gabriel (1851-1924)
Der deutsche Chemiker Siegmund Gabriel studierte Chemie in Heidelberg, wo er 1874 promovierte. Anschliessend wechselte er an die Universität Berlin - der Uni seines Geburtsortes - wo er bis 1921 Professor war. In Berlin entwickelte Gabriel unter anderem eine Synthese von Pyrimidin und die Umsetzung von primären Aminen aus Halogenalkanen, die 1887 unter dem Titel "Ueber eine Darstellungsweise primärer Amine aus den entsprechenden Halogenverbindungen" publiziert wurde. Eine Kondensation und Dehydrierung von N-Acyl-α-aminoketonen zu Oxazolen wurde von ihm 1907 entdeckt. Diese Reaktion ist heute als Robinson-Gabriel-Synthese bekannt.