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James Bond vs. James Bond: 11 Fun Facts zu "James Bond - Octopussy"
1983 kamen gleich zwei Filme mit 007 in die Kinos. Wir fokussieren uns hier vor allem auf den Streifen mit Roger Moore, kommen aber auch noch ein wenig auf "Never Say Never Again" zu sprechen.
Fast ein neuer Bond
Roger Moores Bond-Vertrag lief eigentlich schon nach Moonraker aus, doch sagte er dann doch noch für For Your Eyes Only zu. Da man dachte, dass man nun wirklich einen neuen Bond-Darsteller benötige, machte Produzent Albert R. Broccoli Testaufnahmen mit James Brolin und unterbreitete ihm sogar einen Vertrag. Da Octopussy jedoch ins Bond-Box-Office-Duell mit Never Say Never Again musste (dazu gleich mehr), wollte man dann doch wieder unbedingt Moore als Zugpferd haben und konnte ihn letzten Endes nochmals für ein verlängertes Engagement überzeugen. Die Testaufnahmen mit Brolin lassen sich übrigens im Bonusmaterial auf der Blu-ray von Octopussy finden.
Bond x 2
Octopussy bekam im Release-Jahr 1983 Konkurrenz: Produzent Kevin McClory hatte endlich seinen eigenen Bond-Film mit Sean Connery fertiggestellt: Never Say Never Again ist das Remake von Thunderball. Deshalb legte man sich für Octopussy ins Zeug, damit dieser früher in die Kinos kommen konnte, was auch so geschah: Octopussy lief vier Monate vor Never Say Never Again in den Kinos an.
Von der Realität eingeholt
Octopussy wurde mehrmals umgeschrieben. Das finale Produkt entstand aus der Idee von Michael G. Wilson und wurde vom Bond-Drehbuch-Veteran Richard Maibaum zusammen mit George MacDonald Fraser zum fertigen Skript verfasst. Später ereigneten sich in der Realität Parallelen zum Film: In Russland gab es nämlich ein Skandal um den Moskauer Staatszirkus, da der Stiefsohn von Breschnew in Juwelenschmuggel verwickelt war und den Zirkus für seine Taten als Vorwand nutzte.
Ganz grosses Tennis
Der indische Tennisspieler Vijay Amritraj gab in Octopussy sein Kinodebüt. Zunächst sollte er den Chef des indischen Geheimdienstes spielen. Dies änderte man aber wieder und er wurde zum indischen Stationsmann des MI6. In einer Szene sieht man, wie Amritrajs Figur mit einer Flöte melodisch eine Schlange aus dem Korb lockt. Da Amritraj jedoch Schlangen überhaupt nicht ausstehen konnte, wurde die Szenen mit der Schlange ohne Amritraj gedreht.
Neuer M
Schauspieler Robert Brown wurde als neuer M unter Vertrag genommen und ersetzte damit den verstorbenen Bernard Lee. Seinen ersten Auftritt hatte Robert Brown schon im Bond-Film The Spy who loved me, wo er Admiral Hargreaves verkörperte. Brown spielte M bis Licence To Kill mit Timothy Dalton als Bond im Jahre 1989.
Bewährte Frauen-Power
Lange hielt sich das Gerücht, dass Faye Dunaway das nächste Bond-Girl werden würde, da ihr Lebenspartner Terry O'Neill, ein Fotograf der Bond-Filme, sie vorgeschlagen hatte. Sogar Barbara Carrera wollte man ursprünglich engagieren. Sie allerdings wollte lieber mit Connery in Never Say Never Again auftreten. Letztlich setzte man auf bewährte Frauen-Power: Maud Adams wurde nach ihrem Auftritt in The Man with the Golden Gun wieder verpflichtet und spielte die titelgebende Octopussy.
Ärger am Checkpoint Charlie
In Berlin wurde am Checkpoint Charlie gedreht, was den Wächtern des Ostens etwas sauer aufstiess und sie deshalb einen "Zwischenfall" meldeten. Ein sich anbahnendes Problem wurde aber mittels einer kurzen Diskussion mit dem Westen im Keim erstickt.
Herzprobleme und Durchfall
Während den Dreharbeiten bekam Roger Moore eine Fehldiagnose. Scheinbar litt er unter Herzproblemen und Maud Adams' Freund, der Arzt war, liess Moore für eine Zweitmeinung nochmals untersuchen. Dabei stellte sich heraus, dass Moore bei bester Gesundheit war. Bei den Drehs im indischen Udaipur litten aber Maud Adams und einige Crewmitglieder unter akutem Durchfall. Dasselbe widerfuhr auch der Crew, die einige Monate zuvor in der gleichen Umgebung den Film Gandhi gedreht hatte.
Moore war nicht der einzige Star am Set
Ein Highlight des Filmes gibt es schon in der Pre-Title-Sequenz zu sehen: Der Mini-Jet Acro-Star oder Bede-Jet, fast 3,7 Meter lang mit einer Spannweite von fast 5,2 Meter. Broccoli wurde auf das Teil aufmerksam, als der Mini-Jet sämtliche Rekorde von Miniaturflugzeugen geschlagen hatte. Für den Flug durch den Hangar wurde der Jet mit einer langen Stange auf einen Jaguar montiert. Dabei überdeckten die Flügel die Stange, welche am Ende der Szene doch noch kurz zu sehen war.
Probleme mit Autos, einem Flugzeug und einem Tiger
Die Macher hatten während des Drehs mit einer Serie von unglücklichen Begebenheiten zu kämpfen. Produzent Broccolis Ferrari wurde geklaut, der Mercedes seines Kollegen Michael G. Wilson dreimal hintereinander aufgebrochen und geplündert. Ausserdem gelang es einem Tiger während einer Zirkusszene, den Käfig aufzubrechen und zu flüchten. Dem i wurde das Tüpfelchen aufgesetzt, als Produktionsassistent Tom Pevsner und Designer Peter Lamont sich in einem Flugzeug befanden, welches gekidnappt wurde. Lamonts Sitznachbar warf sich später auf den Entführer, wodurch (noch) Schlimmeres verhindert werden konnte.
Und wer hat am Schluss gewonnen?
Octopussy war vom Budget her etwas günstiger als sein Vorgänger. Die Arbeitsweise vom Regisseur John Glen war diesmal effektiver und die Übernachtungskosten in Indien waren sehr preisgünstig. Alles in allem kostete der Film ca. 25 Millionen US-Dollar, bei einem weltweiten Einspielergebnis von ca. 194 Millionen US-Dollar. Zum Vergleich: Konkurrent Never Say Never Again hatte 36 Millionen Dollar Budget, spielte aber nur ca. 138 Millionen Dollar ein.