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Die Franzosen zahlen der börsennotierten Agnelli-Holding Exor der vorläufigen Einigung zufolge neun Milliarden Dollar (zur Mitteilung von Covéa). Für die Familie Agnelli war die Beteiligung an PartnerRe ein sehr lukratives Geschäft: Die Italiener hatten den Rückversicherer erst 2016 für 6,72 Milliarden Dollar gekauft und sich damals in einer Bieterschlacht durchgesetzt. Inklusive Dividenden – darunter 50 Millionen Dollar für 2019 – ergibt sich aus dem Verkauf ein Gewinn von drei Milliarden Dollar.
«Einmalige Gelegenheit»
Exor-Chef John Elkann zog dementsprechend ein positives Fazit: Der Verkauf sei eine einmalige Gelegenheit. «PartnerRe ist heute ein stärkeres Unternehmen, mit einem kompletteren und effizienten Geschäft.» Doch mit Covea als Eigentümer habe der Rückversicherer neue Möglichkeiten.
Die Franzosen erklärten, sie wollten mit der Übernahme von PartnerRe internationaler werden und in Europa als Versicherer und Rückversicherer eine führende Rolle spielen. Bisher erwirtschaftet Covea fast 90 Prozent seines Prämienvolumens von 17 Milliarden Euro auf dem heimischen Markt. Das Unternehmen ist als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit organisiert. Im vergangenen Jahr hatten die Franzosen vergeblich versucht, den Rückversicherer SCOR zu schlucken, an dem Covea acht Prozent hält. Vorstandschef Thierry Derez hatte aber bereits damals klargemacht, dass er versuchen werde, einen anderen Rückversicherer zu kaufen. Erst 2018 hatte sich der französische Versicherer AXA den Industrie- und Rückversicherer XL Group einverleibt, der ebenfalls seinen Sitz auf Bermuda hat.
Exor hatte PartnerRe gekauft, um die Beteiligungen der Familie zu diversifizieren. Die Agnellis kontrollieren über die Holding auch den Autobauer Fiat Chrysler, der vor der Fusion mit dem französischen Rivalen PSA steht, den Sportwagenbauer Ferrari und den Landmaschinen-Hersteller CNH (Iveco, Case, New Holland).
(«Reuters» – rap)