Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03360.jsonl.gz/561

Die Liebe von Tish und Fonny wird auf eine harte Probe gestellt, als Fonny wegen eines Vergehens, das er nicht begangen hat, verhaftet wird. Das Drama von Barry Jenkins («Moonlight»), das auf einem Roman von James Baldwin basiert und in den 1970er-Jahren spielt, ist hoch aktuell. Free-TV-Premiere.
Harlem zu Beginn der 1970er-Jahre. Tish (KiKi Layne) und Fonny (Stephan James) sind schon seit früher Kindheit beste Freunde. Als junge Erwachsene wird aus ihrer Freundschaft Liebe. Doch ihr Glück währt nur kurz: Fonny wird beschuldigt, eine Puertoricanerin vergewaltigt zu haben. Obwohl er ein Alibi hat und sich demnach gar nicht in der Nähe des Tatortes befunden haben kann, muss er ins Gefängnis. Dort besucht ihn Tish und eröffnet ihm, dass sie schwanger ist. Im Folgenden versucht sie gemeinsam mit ihren Eltern (Regina King, Colman Domingo) alles, um gegen diese Ungerechtigkeit vorzugehen und zurück zu einem normalen Leben zu finden. Nach seinem dreifach oscargekrönten «Moonlight» verfilmte Barry Jenkins «If Beale Street Could Talk» (deutscher Romantitel: «Beale Street Blues») des Schriftstellers und Bürgerrechtlers James Baldwin. Baldwins Werke behandeln Themen wie Rassismus und Sexualität und befassen sich immer wieder mit der Identität der Afroamerikaner in der US-Gesellschaft. Als Inspiration für den Roman, der 1974 publiziert wurde, diente ihm der Fall eines Freundes, der unschuldig des Mordes angeklagt wurde und sechs Jahre im Gefängnis verbringen musste. Die Buchvorlage ist damit hoch aktuell und Jenkins hat daraus ein bewegendes, aber auch wütendes Drama gemacht. Die Geschichte zelebriert die Liebe, in erster Linie geht es allerdings um den alltäglichen Rassismus, dem die beiden afroamerikanischen Hauptfiguren im Amerika der 1970er-Jahre ausgesetzt sind. Jenkins Film schafft es dank seiner Thematik, aber auch mit einem sehr eigenen, fast träumerischen Look und vor allem einem tollen Cast das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Wie die Romanvorlage folgt auch der Film Tishs Perspektive, wobei ihre Off-Stimme durch eine Geschichte voller Zeitsprünge führt. Die Hauptrollen hat Jenkins mit zwei noch eher unbekannten Gesichtern besetzt: KiKi Layne und Stephan James («Selma»). Regina King erhielt für ihre Rolle als Tishs Mutter einen Oscar als beste Nebendarstellerin. «Delikatessen» zeigt «Beale Street» als Free-TV-Premiere in Zweikanalton deutsch/englisch.