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Pia Stalder vom Tobelhof möchte gerne wissen, was ihr Hofname bedeutet. Der Hof liegt an wunderschöner Lage mit Säntissicht in der Gemeinde Lommis bei Weingarten-Kalthäusern. Hat der Tobleronehof etwa einen Zusammenhang mit der Toblerone-Schokolade? Schön wärs!
Tobel als Talname
Das Wort Tobel geht auf das gleichnamige mittelhochdeutsche Wort zurück und bezeichnet ein wildes, enges, meist von einem Bach durchflossenes Tal mit steilen Hängen. Das Wort Tobel oder Dobel wird vor allem im östlichen und inneren Teil der Schweiz (östlicher Kanton Aargau, Kanton Zürich, Ostschweiz und Zentralschweiz) verwendet und ist ebenso im südlichen Schwarzwald, im Allgäu, Vorarlberg und westlichen Tirol weit verbreitet. Der Tobelhof in Lommis ist dabei erstmals im 15. Jahrhundert, genauer im Jahr 1413, schriftlich erwähnt. Der Name bezieht sich dabei auf den Flurnamen "Tobel“, der das nördlich des Hofs liegende Tal bezeichnet, durch dieses auch der Tobelhofbach fliesst. Der Hof hat also den Namen des Tales übernommen.
Toblerone auf dem Tobelhof?
Tobel kann aber auch als Herkunftsname zu Tobel gelten und sich demnach als Familienname verbreiten. Der Familienname Tobler ist tatsächlich im Raum Appenzell, Sankt Gallen und Zürich weit verbreitet. Den Namen trägt auch der Sohn eines bekannten Confiseurs – Theodor Tobler, der die Konditorei Chocolat Tobler im Länggassquartier in Bern seines Vaters weiterführte und 1908 die Toblerone-Schokolade kreierte. Der Name ist eine Mischung aus dem Familiennamen Tobler und dem Wort „Torrone“, italienische Bezeichnung für Honig-Mandel-Nougat. Das Gebäude an der Länggasse, in dem sich aktuell die Universität Bern befindet, heisst heute noch „Unitobler“. Es besteht also tatsächlich ein sprachlicher Zusammenhang zwischen dem Tobelhof und der Toblerone-Schokolade.
Toblerone in der Namenlandschaft
Wer jetzt noch nicht in ein Stück Schoggi gebissen hat – dem läuft das Wasser bestimmt bei folgenden Namen im Munde zusammen: Denn tatsächlich hat die Toblerone-Schoggi auch die Flurnamenlandschaft geprägt. Die „Tobleroneblöck“ in Zug bezeichnen Hochhäuser mit dreieckigem Grundriss in der Leimatt. In Vallorbe (VD) gibt es den Tobleroneweg (Chemin des Toblerones) der ein 17 km langer Lehrpfad und Wanderweg ist, der entlang einer ehemaligen Verteidigungslinie führt. Die Linie wurde während des zweiten Weltkrieges gebaut und sollte eine Invasion aus dem Westen aufhalten. In Bätterkinden (BE) und in Schönenwerd (SO) wird jeweils ein Quartier als Tobleronequartier bezeichnet, da sich dort die Dächer wie Zacken aneinanderreihen und der bekannten Schokolade gleichen. So – und nun gönne ich mir auch ein Stück Schoggi.
Beatrice Hofmann-Wiggenhauser
Beatrice Hofmann-Wiggenhauser, aus Allschwil, ist Journalistin und Sprachwissenschaftlerin. Sie studierte Germanistik und Medienwissenschaften an den Universitäten Basel und Zürich und schrieb eine Dissertation zum Namengebrauch als immaterielles Kulturerbe. Zurzeit arbeitet sie an der Universität Basel in der Forschungsstelle Solothurnisches Orts- und Flurnamenbuch als Namenforscherin am aktuellen Band "Die Flur- und Siedlungsnamen der Amtei Thal-Gäu". Wenn sie nicht das Archiv nach historischen Namen durchstöbert, trifft man sie auf den solothurnischen Feldern und Äckern auf der Suche nach neuen Flurnamen.
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Antworten auf Fragen zu Flur- und Ackernamen weiss die Sprachwissenschaftlerin Beatrice Hofmann-Wiggenhauser. Schicken Sie Ihre Frage an <email-pii>, Betreff «Flurnamen». Oder per Post an: Schweizer Bauer, «Flurnamen», Dammweg 9, 3001 Bern. Die interessantesten Flur- und Ackernamen werden von Beatrice Hofmann-Wiggenhauser ausgewählt und auf schweizerbauer.ch besprochen.