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Automobilindustrie kann Green Deal der EU nicht überleben
Carlos Taveres, Chef von 15 Automarken, glaubt nicht, dass die Mehrkosten von 50 Prozent für Elektromibilität von der Mittelklasse getragen werden.
Einige europäische Automobilhersteller, die erkannt haben, dass der Green Deal der EU-Kommission ihr Schicksal und das ihrer Kunden besiegeln würde, beginnen sich zu äussern. Ein solcher Fall ist Carlos Tavares, Chef des vor einem Jahr gegründeten Konzerns Stellantis, der 15 Marken produziert, u.a. Chrysler, Citroën, Dodge, Fiat, Opel und Peugeot.
In einem internationalen Interview vom 18. Januar mit dem Handelsblatt (Deutschland), Les Echos (Frankreich), Corriere della Sera (Italien) und El Mundo (Spanien) äussert Taveres offen Zweifel an der EU-Politik, den Verkauf von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor bis 2035 zu verbieten.
Die geplante «Dekarbonisierung» durch Umstellung auf Elektrofahrzeuge berge ernsthafte soziale Risiken, weil die Kosten für den Kauf eines Fahrzeugs um 50% steigen. Und es sei nicht einmal gut für die Umwelt.
Bereits auf der Konferenz «Reuters Next» am 1.12. 2021 hatte der Stellantis-Chef seine Kritik deutlich zum Ausdruck gebracht: «Es wurde beschlossen, der Automobilindustrie eine Elektrifizierung aufzuerlegen, die 50% Mehrkosten gegenüber einem konventionellen Fahrzeug mit sich bringt. Es gibt keine Möglichkeit, 50% Mehrkosten auf den Endverbraucher zu übertragen, weil ein Grossteil der Mittelschicht sich das nicht leisten kann.»
Dies würde den Autoherstellern zum Verhängnis werden und auch zu massiver Arbeitslosigkeit führen, wie viele Gewerkschaften betonen.
Im jüngsten Interview greift Taveres indirekt die ideologischen Hintergründe der Politik an: «Es ist klar, dass die Elektrifizierung eine Technologie ist, die von der Politik und nicht von der Industrie ausgesucht wurde.» Man müsse den gesamten Lebenszyklus von Elektroautos berücksichtigen, es gebe schnellere und weniger kostspielige Wege zur Emissionsreduzierung.
«Angesichts des derzeitigen europäischen Energiemixes muss ein Elektroauto 70.000 km fahren, um den Kohlenstoff-Fussabdruck der Batterieherstellung zu kompensieren und mit einem leichten Hybridfahrzeug gleichzuziehen, das nur halb so viel kostet.»
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