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Das Wichtigste in Kürze
- Ehemaliges Staatsoberhaupt 2017 zu 20 Jahren Haft wegen Korruption verurteilt.
«Wir müssen den Schmerz der Vergangenheit überwinden und in eine neue Ära aufbrechen», begründete Präsident Moon Jae In die Begnadigung am Freitag. Park war 2017 wegen Vorwürfen der Bestechlichkeit ihres Amtes enthoben worden und später wegen Korruption und Machtmissbrauchs verurteilt worden.
«In Anbetracht der vielen Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind nationale Einheit und bescheidene Inklusivität dringender als alles andere», erklärte Moon weiter. Der sich verschlechternde Gesundheitszustand von Park habe bei der Entscheidung, sie zu begnadigen, ebenfalls eine Rolle gespielt. Die 69-Jährige war in diesem Jahr mehrmals im Krankenhaus.
«Ich möchte Präsident Moon Jae In und den Regierungsbehörden, die trotz vieler Schwierigkeiten beschlossen haben, eine Amnestie zu gewähren, meinen tief empfundenen Dank aussprechen», liess Park laut der Nachrichtenagentur Yonhap über einen Vertrauten erklären. Die Amnestie trete am 31. Dezember in Kraft, teilte das Justizministerium mit.
Park und ihre enge Freundin Choi Soon Sil wurden 2017 beschuldigt, Schmiergelder von Grosskonzernen wie Samsung angenommen zu haben. Ausserdem soll Park, die 2013 zur ersten Staatschefin Südkoreas gewählt worden war, geheime Dokumente weitergegeben, kritische Künstler auf eine «schwarze Liste» gesetzt und Beamte, die sich ihr widersetzten, entlassen haben.
Als die Vorwürfe bekannt wurden, gingen tausende Menschen gegen die Staatschefin und ihre konservative Partei auf die Strasse. Als Folge des Korruptionsskandals kam der linksgerichtete Moon an die Macht.
Neben den 20 Jahren Haft für Korruption und Machtmissbrauch war Park zudem zu zwei Jahren Haft wegen Verstössen gegen das Wahlgesetz verurteilt worden. Ausserdem wurde sie zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Weil sie die Strafe von umgerechnet 16 Millionen Euro nicht bezahlt hatte, beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft im März das Anwesen der ehemaligen Präsidentin. Park ist die älteste Tochter des früheren Diktators Park Chung Hee, der 1979 ermordet wurde.
Südkorea ist dafür bekannt, dass ehemalige Staatsoberhäupter nach einem Machtwechsel im sogenannten Blauen Haus ins Gefängnis kommen. Chun Doo Hwan und Roh Tae Woo, die in den 90er Jahren wegen Korruption und Verrat im Gefängnis sassen, wurden jeweils nach etwa zwei Jahren von ihren Nachfolgern begnadigt. Roh Moo Hyun nahm sich 2009 das Leben, nachdem er wegen Bestechungsvorwürfen verhört worden war. Dessen Nachfolger Lee Myung Bak verbüsst derzeit eine Haftstrafe wegen Korruption.