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Internationale Forschung und Entwicklung
Die Erhöhung der Erziehungskompetenz von Eltern ist einer der besten Wege, präventiv im Sinne der seelischen Gesundheit von Kindern aktiv zu werden. Deshalb wendet sich Triple P an alle Eltern sowie alle Fachleute, die mit Eltern und Kindern arbeiten. Triple P wurde ausgehend von dieser Idee in mehrjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit als präventives Mehrebenen-Modell mit einer Public Health Perspektive entwickelt. In Entwicklung und Evaluation wurde besonders viel Wert auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern, Kindern und Wissenschaftlern gelegt.
In 33 randomisierten kontrollierten Studien konnten die positiven Effekte des Erziehungsprogramms Triple P belegt werden. Mehr zu den publizierten Artikeln finden Sie hier.
Auch im Rahmen einer grossangelegten und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Studie zeigte sich die hohe Wirksamkeit von Triple P. Des Weiteren wurde in einer von der Jacobs-Stiftung geförderten Studie der Einfluss von Anreizen auf die Rekrutierung von Eltern und auf die Effektivität von Triple P untersucht.
Besondere Erwähnung verdient an dieser Stelle auch die grosse Triple P-Implementierungsstudie in Australien, die Zubrick und Kollegen (2005) mit über 1.600 Familien durchgeführt haben.
Weitere Informationen zu den theoretischen Grundlagen des Programms und seiner Evidence Base finden Sie im Übersichtsartikel und im Überblick über die Evaluation.
Triple P leistet aktiven Kinderschutz
Eine Arbeitsgruppe von der University of South Carolina (Prinz, R., 2009) konnte in einem fünfjährigen Evaluationsprojekt zeigen, wie sich die breit angelegte Einführung von Triple-P Präventionsangeboten bei einer gesamten Population auf kindliche Verhaltensauffälligkeiten und elterliche Erziehung auswirken.
Primäres Ziel war zu erfassen, welche Auswirkungen eine umfassende Einführung auf den Ebenen 1 bis 5 des Programms bei einer gesamten Population hat. Es konnte gezeigt werden, dass sich die drei zentralen Kerngrössen zum Kinderschutz verringern: Kindesmisshandlungen, Fremdunterbringungen und Kindesverletzungen gingen nach Einführung von Triple P signifikant zurück.
Den Forschungsbericht können Sie hier (Datei Prinz et al Prevention Science) lesen.
Workplace Triple P
Seit 2006 wird an der TU Braunschweig eine neue Version von Triple P erforscht, die speziell auf die Wünsche und Bedürfnisse von erwerbstätigen Eltern zugeschnitten ist - WORKPLACE Triple P. Im Rahmen des Projekts werden Faktoren erforscht, die dazu beitragen, Stress und Konflikte zwischen Berufs- und Familienleben zu reduzieren und somit eine bessere Vereinbarkeit beider Lebensbereiche ermöglichen. Im Rahmen eines Trainings werden erwerbstätigen Eltern Kompetenzen vermittelt, die nachhaltig zur besseren Belastungs- und Stressverarbeitung beitragen.
Prävention durch die Triple P-Kurzberatung
Auch für die Triple P-Kurzberatung konnte gezeigt werden, dass die teilnehmenden Eltern die Interaktion mit ihrem Kind positiver und auch effektiver gestalten können, insbesondere weniger dysfunktionale Erziehungsstrategien einsetzen. So zeigten sie sich in Disziplinierungssituationen weniger nachsichtig und neigten gleichzeitig weniger als vorher zu Überreaktionen. Außerdem fühlten sich die Eltern nach der Beratung zufriedener mit der Elternrolle und kompetenter im Umgang mit kindlichem Problemverhalten. Des Weiteren zeigten sich Verbesserungen bei den Kindern, besonders für die beiden Problembereiche Hyperaktivität sowie Emotionale Probleme. Eltern können durch die Kurzberatung darin unterstützt werden, frühzeitig auf kindliche Auffälligkeiten zu reagieren und damit auch präventiv einer möglichen Verstärkung von Problemen entgegenzuwirken (Neumann, 2003; Nielebock, 2003; Winkler, 2006).