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Dieser Blogeintrag is sponsored by Karl der Grosse
Karl der Grosse zahlt mir für diesen Blogeintrag (bekanntlich) hundert Franken. Ich bin also nicht unabhängig. Wäre ich jedoch unabhängig, wenn ich kein Geld kriegen würde? Wohl kaum.
Auch ohne Bezahlung würde ich mich (mit meinen Gedanken) selber vermarkten und mit meinen Statements irgendwelchen Lobbys in die Hand spielen (auch wenn ich mich bemühe, denen eine Stimme zu geben, die keine haben).
Lange döste die Zürcher, respektive Deutschschweizer Medienlandschaft den Schlaf der Selbstgerechten. Unter Innovation verstand man das Einkaufen von Schnäppchenportalen oder die Umwandlung in einen Unterhaltungskonzern. Bis vor ein paar Monaten sahen die meisten Newsportale grösstenteils wie gedruckte Zeitungen aus, was mich an Bilder von den ersten Autos erinnert, die wie Kutschen ohne Pferde aussahen.
Seit der Ankündigung eines reinen Web-Newsportals überschlägt sich die Branche mit Innovationen; oder zumindest mit dem Diskurs dazu. Dabei taucht immer wieder der Begriff «Native Advertising» auf, der am ehesten mit einer bezahlten Publireportage vergleichbar ist. Kurz erklärt bedeutet «Native Advertising», dass ein Unternehmen für einen Artikel innerhalb eines redaktionellen Settings bezahlt.
Dass Firmen redaktionelle oder redaktionsähnliche Inhalte bezahlen, finden viele problematisch. Wenn dies jedoch transparent geschieht, dann sehe ich kein Problem. Niemand von uns ist unabhängig; und so gesehen ist es bei Native Ads sogar am klarsten und transparentesten, woher der (geistige) Wind weht. Bei so genannten unabhängigen Journalisten weiss ich nie, mit wem sie ins (metaphorische) Bett steigen, um zu (be)schreiben was (das) ist (was sie sie uns mitteilen wollen).