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Neuer VR-Präsident: Microsoft ist wie IBM Anfang der 90er28. Februar 2014 um 09:55
John Thompson sollte es wissen: Er war dabei, als IBM das PC-Monopol verloren hat.
John Thompson sollte es wissen: Er war dabei, als IBM das PC-Monopol verloren hat.
Der neue Verwaltungspräsident von Microsoft, John Thompson, hat in einem Interview mit 'Fortune' die jetzige Situation des Softwareriesen mit der von IBM Anfang der 90er-Jahre verglichen: "Ich würde sagen, dass Microsoft heute einige Züge hat, die vage denen von IBM etwa 1990 entsprechen... Das Windows-Monopol ist tatsächlich unter Druck. Darum werden wir uns ändern und über unsere Management-Systeme und die damit verbundene Unternehmenskultur nachdenken müssen."
John Thompson ist erst Anfang Februar, zusammen mit dem neuen Microsoft-CEO Satya Nadella, in sein neues Amt gewählt worden. Thompson ist vor allem als ehemaliger Chef von Symantec bekannt. Diesen Posten hielt er von 1999 bis 2009 inne. Davor arbeitete er aber 28 Jahre lang für IBM.
Für Thompson ähnelt die jetzige Situation von Microsoft der Zeit, als IBM seine Dominanz im PC-Hardwaremarkt verlor. Gegen Ende der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts hatten Konkurrenten IBM schon zu einem grossen Teil aus dem PC-Hardwaremarkt gedrückt, und Microsoft hatte auf der Betriebssystemseite das Monopol erobert. IBMs spätere Versuche, letzteres mit PS/2 und OS/2 zu ändern, scheiterten kläglich. Microsoft hat zwar immer noch ein Quasi-Monopol bei PC-Betriebssystemen, aber Kritiker vergleichen den Versuch, mit Windows 8.1 und Phone den Tablet- und Smartphone-Markt zu erobern, bereits mit diesen IBM-Flops.
Thompson: "Als das Monopol endete musste sich IBM mit einer Reihe von kleineren, agileren Unternehmen herumschlagen. Ich glaube, eines der Dinge, die IBM damals gelernt hat, ist, dass man sich selbst in einem ganz anderen Tempo verändern können muss."
Allgemein wird Lou Gerstner, der 1993 CEO wurde, die Leistung zugeschrieben, IBM vom Rande des Ruins gerettet zu haben. Gerstner verordnete IBM damals allerdings eine Rosskur. Mehr als 100'000 IBM-Leute verloren während seiner Amtszeit, die bis 2002 dauerte, ihren Job. So drastisch sieht Thompson die Zukunft Microsofts aber nicht. Er scheint zwar Veränderungen zu befürworten, aber in einem massvollen Tempo: "Man verändert die Kultur eines Unternehmens nicht über Nacht. Es geht vielmehr um subtile Anstösse, und die Konsistenz und Vorhersagbarkeit dieser Anstösse, die mit der Zeit einen Wechsel im Verhalten... bewirken können." (hjm)
(Foto: Microsoft)
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