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Erinnerung an Gründer blieb erhalten
Vortrag zum Gründungs-Jubiläum der Stadt Freiburg
Die Stadt Freiburg feiert dieses Jahr ihr 850-jähriges Bestehen. Aber wurde Freiburg auch tatsächlich 1157 gegründet? So genau weiss man dies gemäss dem Historiker François Guex nicht.
Autor: Von ANTON JUNGO
François Guex, Mitarbeiter des Amts für Kulturgüter und Präsident des Deutschen Geschichtsforschenden Vereins, hat am Dienstagabend den Reigen der Veranstaltungen zum 850-Jahr-Jubiläum der Stadt Freiburg eröffnet. In seinem Vortrag vor über 100 Personen stellte er sich Fragen zu den Anfängen und zu den Gründerpersönlichkeiten der Stadt an der Saane.Einleitend wies der Referent darauf hin, dass die Freiburger sich erst – die Berner taten es noch vor ihnen – ab dem 15. Jh. mit der Gründung ihrer Stadt beschäftigten. Das Gründungsdatum ist nicht bekannt. Der Name des Gründers, Berchtold IV. von Zähringen, war dagegen in Erinnerung geblieben. Der Historiker Pierre de Zurich hat 1922 auf Grund einer eingehenden Analyse der historischen Dokumente 1157 als Gründungsjahr der Stadt Freiburg eruiert.Eingehend beschäftigte sich François Guex mit der Persönlichkeit Berchtold VI. von Zähringen. Mehrmals hatte dieser an Italienfeldzügen teilgenommen und sich dabei als tüchtiger militärischer Führer erwiesen. Er zeigte auch eine gute Begabung für die Beurteilung des Geländes. François Guex glaubt, dass er mit der welschen Sprache in ihren verschiedenen Ausprägungen vertraut war.Auf Grund seiner Verbundenheit mit Friedrich I. Barbarossa eröffnete sich 1152 Berchtold die Möglichkeit, Herzog von Burgund zu werden. Das Projekt zerschlug sich aber, weil Friedrich sich mit der Tochter des letzten Grafen von Burgund schliesslich selbst verheiratete. Der Zähringer wurde mit der Regalieninvestitur der Bischöfe von Genf, Sitten und Lausanne abgefunden. Zielstrebig machte sich Berchtold IV. aber daran, die Herrschaft östlich des Juras zu gewinnen und zu sichern. In diesem Zusammenhang erfolgte die Gründung Freiburgs in der Saaneschleife.
Gründung in altem Siedlungsgebiet
Die Gründung eröffnete ihm nicht nur die Möglichkeit, das brachliegende Umland zu erschliessen. Freiburg erschien Berchtold IV. offensichtlich auch als günstiger Stützpunkt zur Sicherung der Verkehrswege. Als Marktort zog die Stadt die Bewohner der umliegenden Siedlungen an.François Guex präzisierte aber, dass Freiburg in altem Siedlungsgebiet und nicht im Urwald gegründet wurde. Er ist überzeugt, dass das rasche Wachstum der Stadt nicht zu erklären ist ohne die Mitarbeit der Grundbesitzer der deutsch- und französischsprachigen Umgebung. Die den Bürgern gewährten Rechte liessen diese in der Stadt ansässig werden. Händler und Handwerker zogen nach.Detailliert hat François Guex das Thema der Stadtgründung in seinen Aufsätzen im Artikel «Freiburg» im Historischen Lexikon der Schweiz, Bd. 4 (2005), ab Seite 715 ausgeführt.