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Kasernenareal Zürich
Was tun mit der Kaserne? Wettbewerbsbeitrag. 2001
VERFAHREN
Offener Ideenwettbewerb, 2001, 1. Preis
Auslober: Architekturforum Zürich
TEAM
Fawad Kazi
BESCHREIBUNG
Stadtplatz
Die Kaserne und die Zeughäuser werden kommerziell verwertet – Büro, Gastronomie, Gewerbe.
Baulich ergänzt wird die Anlage im Bereich der Kasernenwiese durch eine flexibel nutzbare Arkadenbebauung. Freigehalten vom sonst Üblichen entsteht hier ein Stadtplatz.
Unterbaut wird dieser mit vier Parkgeschossen, welche die notwendige Frequenz sowie eine Entlastung der City garantieren.
PUBLIKATION
Hochparterre – Kaserne, Zeitschrift für Architektur und Design, Nummer 11, November 2001, S. 18
«Diese grosse städtische Bühne mit den langen Schlagschatten wäre die neue städtebauliche Mitte von Aussersihl, ein städtischer Salon von angemessenem Zuschnitt.»
– Wettbewerbsjury
DER GROSSE HOF
Die Auskünfte sind knapp, aber eindeutig. Das ganze Kasernenareal wird kommerziell verwertet, sprich mit neuen Gebäuden zugebaut. Im Zentrum entsteht ein von Arkaden eingefasster Stadtplatz, darunter liegen vier Parkgeschosse, die «die notwendige Frequenz sowie eine Entlastung der City garantieren».
Die Jury wunderte sich. Zum ersten über den direkten Zugriff auf die Bausubstanz. Was da ist, wird weiterverwendet, was neu ist, eingebaut. Die vorgeschlagene Grundrissfigur könnte das Ergebnis eines langen Entstehungsprozesses sein. Die künftigen Bauhistoriker würden den Wechsel vom Militär- zum Kommerzquartier an den Schichten der Substanz ablesen können. Das ganze Kasernenensemble wird zu einem einzigen Gebäude. Die Jury meinte aber, dass dafür der Zeughausflügel, der den Platz begrenzt, stehen bleiben müsste. Stichworte wie Palais Royal in Paris oder Plazza Real in Barcelona, aber auch Karawanserei wurden genannt. Von «metaphysisch» wurde gesprochen und von einem «Auslöser von Stadtsehnsucht».
Trotzdem war sich die Jury wohl bewusst, dass es sich hier auch um eine kaufmännische Rechnung handelt. Das Kasernenareal ist ein Grundstück. Doch hat das Projekt überraschende städtebauliche Eigenschaften. Es entstehen drei autofreie Höfe, die man durch die Gebäude hindurch betritt. Es gibt ein deutlich verschiedenes Aussen und Innen mit überraschenden Zugängen. Der feierliche Arkadenhof ist ein städtebaulicher Bautyp, den es in Zürich nur zweimal gibt: im Zentral- und Kappelerhof neben der oberen Bahnhofstrasse. Der grosse, geschlossene Platz, ein hartes, städtisches Gefäss ohne irgendeinen Baum mit seiner konsequenten Hinwendung zur Stadt, diese entschiedene Haltung überzeugte die Jury.
Hochparterre – Zeitschrift für Architektur und Design, Nummer 11, November 2001, S. 18 (Auszug)
«Park oder Stadt. Der Park scheint offensichtlich. Grün fehlt im Kreis 4. Doch wenn man sich vom Quartierstandpunkt löst, ist die Chance Stadt verlockender. Zum Beispiel mein Lieblingsprojekt von Fawad Kazi. Er schlägt einen riesigen Stadtplatz mit einer umgehenden Arkade vor und integriert die Kaserne und die Zeughäuser ins urbane Ensemble. Eigentlich tut er so, als hätte um 1900 Gustav Gull hier unverfroren an Johann Jakob Müller weitergebaut.»
– Benedikt Loderer
Benedikt Loderer, Die Kasernenrevue – Ein Rückblick von Benedikt Loderer, Stadtwanderer, Das Kasernenlied nach Weill «Macky Messer», Bild 10: Der Stadtplatz (Auszug)