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4. Internationaler Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Soziale Arbeit (SGSA/SSTS)12 - 13.9.2018, Lausanne
Schwerpunkt 3: Vervielfachung der Akteure und Akteurinnen und Rekonfigurationen der sozialen Intervention
Die Veränderungen des Kapitalismus haben zur Folge, dass Bevölkerungsgruppen ihre Lebensräume verlassen müssen und somit die Grenzen der Nationalstaaten in Frage gestellt werden. Dieser Prozess zieht eine wachsende Komplexität der Sozialen Arbeit nach sich, indem er die Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen vor die Heraus-forderung stellt, zumeist auf lokaler Ebene Antworten auf die Internationalisierung der sozialen Probleme, die durch die (De-)Kolonisation herbeigeführten Problemstellungen sowie die Folgen von so genannten Naturkata-strophen zu suchen. Sie sind in der paradoxen Situation, gleichzeitig die Lebensqualität ihrer Klientel auf individueller Ebene fördern und den durch neoliberale Managementformen und Bürokratisierungspraktiken vorgege-benen Forderungen nach Rationalisierung, Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit nachkommen zu müssen.
Einige Länder regulieren die Zugangs- und Ausübungsbedingungen der Sozialen Arbeit stärker als andere und tendieren dazu, sie als Profession zu begründen und zu stärken. Andere Länder wiederum stellen die Professionalisierung allgemein in Frage. Diese zweite Variante schwächt die Stellung von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, verstärkt die Deprofessionalisierung und führt zur Vervielfachung der Akteurinnen und Akteure der sozialen Intervention. In jedem Fall lassen sich modifizierte oder neue Konfigurationen der Handlungspraktiken und Interventionsmethoden beobachten.
Beiträge, die sich diesem dritten Schwerpunkt zuordnen, sollten sich für die Entgrenzung der Berufspraktiken und die fachliche Anerkennung der Sozialen Arbeit interessieren, letztere insbesondere mit Blick auf die Dialektik von Laien- und Expertenwissen.
- Wie vollziehen sich entsprechend den Lebensverläufen die Trennung in professionelle, freiwillige und familiäre Bereiche, die Lastenverschiebung und Arbeitsmarktsegmentation in der Sozialen Arbeit?
- Welche Formen nehmen die Zusammenarbeit, die diese begleiten an?
- Wie gliedern sie sich in interdisziplinäre und institutionsübergreifende Verfahren ein?