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Der Citrusbockkäfer, auch Chinesischer Laubholzbockkäfer genannte Anoplophora glabripennis wird als prioritärer Quarantäneorganismus eingestuft.
Betriebe, die für den Pflanzenpass zugelassen sind, müssen in einen Verdachtsfall den Käfer fotografieren, wenn möglich einfangen (geschlossener Glasbehälter) und so schnell wie möglich dem Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst EPSD melden.
Der wesentliche Unterschied zwischen CLB und ALB ist der Befallsbereich der Bäume:
ALB befällt vor allem den Kronenbereich
CLB besiedelt den Stammfuss und den Wurzelbereich
Das Wirtspflanzenspektrum des CLB ist weiter als das des ALB.
In Italien sind die bevorzugten Wirte Bäume der Gattungen:
Acer, Platanus, Betula, Carpinus, Fagus, Aesculus, Corylus, Cotoneaster, Crataegus, Lagerstroemia, Malus, Populus, Prunus, Rosa und Ulmus.
Es kommen grundsätzlich rund 100 Laubgehölzarten in Frage. Dabei werden nicht nur Bäume sondern auch Hecken z.B. von Prunus laurocerasus oder alte Rosenstöcke befallen.
Frassgänge: ovale Larvengänge
Bohrmehl: gut sichtbar am Stammfuss
Ausflugslöcher: rund 10-20 mm, unauffällig an der Stammbasis und an oberflächlichen Wurzeln. Eintrittspforten für Krankheitserreger wie Holzfäulepilze
Reifungsfrass: bedeutungslos, an unverholzter Rinde junger Triebe und am Laub
Eiablagestellen: T-förmige Schlitze an der Stammbasis oder an Oberflächenwurzeln. Über 90% der CLB Population befindet sich unterhalb der Erdoberfläche
Gesunde Laubbäume sterben ab
Der Citrusbockkäfer (CLB) ist ein naher Verwandter des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB).
Die Entwicklungsdauer des Citrusbockkäfers beträgt in unserem Klimagebiet wahrscheinlich zwei Jahre. Der schöne Käfer hat eine Körperlänge von 25-40 mm. Die Flügeldecken sind glänzend schwarz mit einem Dutzend heller Flecken. Im Aussehen ähnelt der CLB sehr stark dem ALB, hat jedoch im Gegensatz zum ALB eine höckerige Flügeldeckenbasis (Ansatz), der Rest ist glatt. Die Fühler der Weibchen erreichen gut die Körperlänge, diejenige der Männchen etwa die doppelte Körperlänge.
Die Käfer legen ihre Eier auch an gesunden Bäumen, kleinen Zierbäumen oder Bonsai-Pflanzen ab.
Die Larven ähneln im Aussehen sehr stark dem Asiatischen Laubholzbockkäfer. Nach der Verpuppung schlüpfen die adulten Käfer im Sommer aus einem runden Loch von 2 cm Durchmesser. Die Larven haben keine Brustbeine, sind cremeweiss und 55 mm lang. Die Nackenplatte hat eine zinnenförmige Zeichnung.
Eine Verwechslung mit anderen ungefährlichen, holzbohrenden Käfern wie dem Schuster- Schneider- oder Bäckerbock, dem Grossen Pappelbock, dem Moschusbock oder dem Alpenbock (geschützte Art) sind möglich. Im Gegensatz zu einheimischen Bockkkäferarten befällt der CLB auch gesunde Pflanzen, die er zum Absterben bringen kann.
Die Käfer und Larven können von speziell ausgebildeten Spürhunden gefunden werden. Eine Liste der zertifizierten Hundeführer ist beim Bundesamt für Umwelt erhältlich.
Verbreitung
Der Citrusbockkäfer gelangt meist versteckt in lebenden Pflanzen, beispielsweise in Ziergehölzen, z.B. Acer-palmatum-Massenware oder Bonsai-Pflanzen aus China oder Italien ins Land. Der Stammdurchmesser einer Pflanze muss lediglich grösser als 2 cm sein. Es wurden ebenfalls bereits "blinde Passagiere" in Transportkisten und Containern von Pflanzen verschleppt.
An den jeweiligen Landesgrenzen sind jeweils diverse Spürhunde-Teams im Einsatz um befallene Pflanzenpartien herauszufinden und rechtzeitig zu vernichten.
Die Heimat des Citrusbockkäfers ist Ost- und Südostasien: Indonesien, Malaysia, Nord- und Südkorea, den Philippinen, Taiwan, Vietnam, Japan und insbesondere China. Dort zählt er zu einem der schädlichsten Organismen an Zitrus- und Zierbäumen.
In Europa wurde der Käfer erstmals im Jahr 1997 in der Gegend von Mailand festgestellt. Seit dem Jahr 2000 wurden in Deutschland und den Niederlanden wiederholt Partien von befallenen Acer palmatum mit Ursprungsland China entdeckt. In Deutschland wurden Pflanzen über eine grosse Lebensmittelkette, ein Gartencenter und eine Baumschule vertrieben. In drei von vier Fällen waren es Kunden, die den Pflanzenschutzdienst über den Fund informierten. Tausende von Pflanzen wurden daraufhin vernichtet.
2009 wurden in den Niederlanden bei einer Importkontrolle Pflanzensendungen aus China mit gefälschten Pflanzengesundheitszeugnissen entdeckt. 2010 verhinderten intensive Inspektionen und sofort eingeleitete Quarantänemassnahmen im Baumschulgebiet Boskoop eine Ausbreitung der Käfer. Mehrere 10000 Pflanzen wurden einer zerstörenden Prüfung unterzogen.
Im Jahr 2006 wurde in der Schweiz erstmals ein Einzelfund eines Käfers und einer Larve an einem Fächerahorn dokumentiert.
2017 wurde aus der bedeutenden Baumschulregion Pistoa in der Toskana (Italien) ein Befall gemeldet und abgegrenzt. Seitdem sind umfangreiche Überwachungs- und Tilgungsmassnahmen in Kraft.
Bis auf die Ausbrüche in Italien konnten in allen Ländern der EU die Befallsherde ausgerottet werden. Die Schweiz gilt als offiziell frei von CLB-Befällen.
Vorbeugung und Bekämpfung
Entscheidend bei der Bekämpfung ist einen Befall frühzeitig zu erkennen um Tilgungs-Massnahmen einleiten zu können. Es ist äusserst schwierig den Citrusbockkäfer zu bekämpfen wenn er sich einmal festgesetzt hat, da sich die Larven geschützt im Holz befinden.
Kommt es zu einem Befall wird um den Befallsherd eine Pufferzone ausgeschieden. Es erfolgt eine intensive, mehrjährige Überwachung des Gebiets und die Vernichtung befallener Bäume und Nachbarbäume.
Bestimmungshilfe: Bildmaterial des Eidg. Pflanzenschutzdiensts EPSD
Merkblatt Nr. 50: Eidg. Forschungsanstalt WSL, ALB und CLB, Bildmaterial, Ökologie und Management, Stand 2015
Information: Ausführliche Dokumentation des Julius Kühn Instituts, JKI 2015
EPPO Global Data Base: Bildmaterial, weltweite Verbreitung und ausführliche Informationen (Englisch)