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||Senn Brunnen AG

|Senn Brunnen AG

Gersauerstrasse 81
6440 Brunnen
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Auf diesen Seiten soll an Hand verschiedener Reminiszenzen versucht werden, einiges aus der 45-jährigen Firmengeschichte des Gründers Martin Senn festzuhalten.
Der vielversprechende Anfang
Alles nahm seinen Anfang, als sich Martin Senn 1954 im Alter von 24 Jahren entschloss, einen 52'000 Franken teuren Schlammsaugwagen zu kaufen. 17'000 Franken konnte er mit seinem Ersparten aus seinen früheren Tätigkeiten als Landwirt, Viehhändler, SBB-Lagerhausarbeiter und Holzakkordant bezahlen. Die restlichen 35'000 Franken erhielt er, mit der Bürgschaft seines Göttis, als Darlehen von der Kantonalbank.
Die Idee, einen Schlammsaugwagen zu kaufen, entstand, weil es damals noch keine zentralen Kläranlagen gab, einmal abgesehen von den Grossstädten. Diese Chance hiess es zu nutzen. Er startete seine eigenständige Geschäftstätigkeit mit dem Auspumpen und Entsorgen von privaten und öffentlichen Klärgruben in der gesamten Innerschweiz. Weitere Gebiete in den Kantonen Tessin, Glarus und Graubünden kamen nach und nach dazu. Schon bald standen täglich vier Schlammsaugwagen im Einsatz; einer davon wurde immer von ihm selbst chauffiert. Am Abend wurden die Rapporte kontrolliert und die Dispositionen für die Folgetage vorgenommen. Für die Fakturierung mussten der Samstag nachmittag und der Sonntag herhalten.
Güsel-Abfuhr
Im Verlaufe der ersten paar Geschäftsjahre stellte er fest, dass die Kehricht-Entsorgung den Gemeinden immer grössere Probleme bereitete. Jede Kommune hatte ihre eigene Regelung. Er nutzte diese neue Gelegenheit, um das Wirkungsfeld der Firma weiter auszudehnen. Im Jahre 1959 eröffnete er zu diesem Zwecke die Grossdeponie "Bernerhöhe" und offerierte den Gemeinden die gesamte Entsorgung des Hauskehrichts mit modernen Ochsner-Kehrichtwagen. Es gelang ihm, die Gemeinden in Kürze von seinem Konzept zu überzeugen, und ihm wurde die Entsorgung in den Bezirken Schwyz, Gersau und Küssnacht sowie in den Gemeinden Flüelen, Sisikon, Vitznau und Weggis übertragen. Ein Pionier war er bei der späteren Einführung des Sacksystems und der Container in der Schweiz.
Der Rote Senn
1960 gab er die grafische Gestaltung des Firmensignets in Auftrag. Als Firmenfarbe wählte er das Rot. Der gesamte Fahrzeugpark war an der orangen Farbe zu erkennen. Dieses neue Signet brachte ihm den Übernamen der "Rote Senn". (Seine Brüder in Schwyz mit den internationalen Transporten werden der "Grüne Senn" genannt.)
Anhaltender Aufschwung
Ein Jahr später, im Jahre 1961, erbaute er das Wohn- und Bürohaus sowie die Werkstatt auf dem heutigen Firmengelände an der Gersauerstrasse 81. Der Betrieb zählte inzwischen 16 Mitarbeiter. Bei dieser Anzahl Mitarbeiter war es ihm nur noch in Notfällen möglich, selbst mit dem Saug- oder Kehrichtwagen zu fahren. Seine Aufgaben umfassten nun die gesamte Administration und Disposition im Büro sowie Reparatur- und Unterhaltsarbeiten in der Werkstatt.
Im Jahr 1966 heiratete er Margrit Wiget. Sie war kaufmännisch ausgebildet und konnte ihn von nun an tatkräftig im Büro unterstützen. Als sich 1967 .. das erste Kind ankündigte, wurde zusätzlich eine Bürokraft eingestellt.
Gab es etwas Neues in seiner Sparte auf dem Markt, so hatte sicher der "Rote Senn" die Finger im Spiel. Immer wieder hörte man von seinen Geschäftskollegen, dass der "Rote Senn" schon wieder neue Kipper erworben habe, dass er diesen oder jenen neuen Spezialwagen und da oder dort eine Liegenschaft oder ein Restaurant gekauft habe. Es handelte sich in den seltensten Fällen um Gerüchte, denn er wollte seine jeweiligen Errungenschaften nicht selbst an die Grosse Glocke hängen.
Er kaufte und verkaufte Lastwagen und Liegenschaften wie ein Metzger Kälber. Er übernahm andere Geschäfte und Aktiengesellschaften und versuchte, jeweils für alle Beteiligten die beste Lösung zu finden.
Die 80er Jahre
Das Geschäft florierte. In der Zwischenzeit war der Bereich Kipper auf 16 Fahrzeuge angestiegen. Dies war 1974 der ausschlaggebende Punkt für den Bau der 30 x 50 Meter grossen Einstellhalle. Das Besondere an diesem Hallenkonzept war die Konstruktion. Das Dach wurde ausschliesslich von den Aussenmauern getragen. Auf diese Weise mussten im Innern der Halle keine Stützpfeiler erstellt werden.
Zum Schutze der Umwelt wurde der Fahrzeugpark nach und nach den modernen Anforderungen angepasst. Er setzte sich stark für das Recycling ein und baute zwei Sortier- und Lagerhallen für die
Aktuelle Zahlen und Geschäftstätigkeiten
Der ehemalige kaufmännische Lehrling und heutige Geschäftsführer, Alois Arnold, ist seit 1977 in der Firma tätig.
Der Mitarbeiterbestand variiert saisonal zwischen 50 und 60 Angestellten.
Das Angebot in den verschiedenen Betrieben umfasst die folgenden Bereiche:
Kippertransporte
Für diese Aufgaben stehen 50 Kraftfahrzeuge, 4 Bagger, 4 Raupenlader, 5 Pneulader und verschiedene selbstangetriebene Spezialmaschinen in den verschiedenen Betrieben im Einsatz.
Private Gesichtspunkte
Um sich als ehemaliger einfacher Bauernbueb (mit lediglich einer Primarschul-Ausbildung) auch als Unternehmer gegenüber Behörden, Banken und Privaten zu behaupten, war es nötig, jederzeit das Beste zu geben.
Seine Grundsätze waren stets:
Sich nach der Decke strecken
Es gab aber auch in seiner Karriere Höhen und Tiefen. Er führte sein Geschäft nach dem Motto: "Immer wenn Du meinst, es geht nicht mehr, so kommt von irgendwo ein Licht daher."
Trotz all diesen Aufgaben hat er sein Privatleben nie vernachlässigt. Den Ausgleich zur Arbeit gaben ihm seine Familie, ein lautstarker Jass, ein gutes Essen, ein schalkhafter Satz, eine träfe Antwort, die Spekulationen an der Börse oder die rassigen Fahrten im roten Auto.
Bevor der Gründer das Geschäft dem Sohn übergab, dankte er dem Herrgott für die bald 70 Jahre gute Gesundheit und für sein Glück. Ein grosser und herzlicher Dank gebührt auch seiner lieben Frau sowie seinen Kindern und den Mitarbeitern.
1995 wurden alle Betriebe dem Sohn zu den bestehenden Bankbelastungen übergeben.
Nach 50 Jahren wird 2004 die Firma Senn Martin Transporte in eine AG umgewandelt.
Jedoch die Vergangenheit ist vorbei.
Es lebe die Gegenwart und die Zukunft.
Denn ohne Zweifel müssen wir alle den Blick nach vorne richten, um die kommenden Zeiten mit Ihren (Markt-) Aussichten einigermassen analysieren zu können.
Aber auch die Zukunft ist eng mit der Vergangenheit verknüpft, denn die gelebten Jahre, die Erfahrungen und Erkenntnisse, die Erfolge und Enttäuschungen helfen mit, auch im neuen Jahrtausend zu überleben.