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Arzneitees Arzneimittelgruppen TeesAls Arzneitees werden Tees bezeichnet, welche für die Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten bestimmt sind. Arzneitees sind als Arzneimittel zugelassen und strenger reguliert als Kräuter- und Früchtetees, die als Lebens- und Genussmittel konsumiert werden. Die Effekte der Arzneitees beruhen auf den primären und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, welche bei der Extraktion in das üblicherweise heisse Wasser übergehen. Wie andere Arzneimittel können die Arzneitees Interaktionen und unerwünschte Wirkungen verursachen.ProdukteDefinition und Eigenschaften
Arzneitees bestehen aus überlicherweise getrockneten, geschnittenen oder ganzen Pflanzenteilen, welche von einer oder mehreren Pflanzen stammen können. Diese werden als Arzneidrogen bezeichnet.
Arzneitees sind strenger reguliert als Tees der Teepflanze wie Schwarztee und Grüntee sowie Kräutertees und Früchtetees, die als Getränke vorgesehen sind und die rechtlich zu den Lebensmitteln gehören. In der Praxis gibt es viele Überschneidungen.
Gemäss unserer Recherchen kommt der Begriff Arzneitee im Schweizerischen Recht nicht vor. Das Arzneibuch spricht unter anderem von Arzneidrogen, pflanzlichen Drogen und pflanzlichen Drogen zur Teezubereitung.
Beispiele:
- Baldrian
- Bärentraube
- Birke
- Brennessel
- Goldrute
- Johanniskraut
- Kamille
- Lavendel
- Malve
- Passionsblume
- Pfefferminze
- Salbei
- Senna
- Süssholz
- Thymian
- Weissdorn
- Wermut
Tees üben als Arzneimittel zahlreiche pharmakologische Effekte aus. Sie sind zum Beispiel als Abführmittel, Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Karminativa, Bittermittel, schleimlösende Mittel, Antiinfektiva und Schmerzmittel wirksam.
Ihre Wirkungen beruhen auf den primären und sekundären Inhaltsstoffen der Pflanzen, welche mit Drug Targets im Organismus interagieren.Anwendungsgebiete
Arzneitees werden als pflanzliche Heilmittel (Phytopharmaka) getrunken, mit dem Ziel, Krankheiten vorzubeugen und zu behandeln.
Typische Anwendungsgebiete sind:
- Erkältung, Grippe, Husten
- Unruhe, Nervosität
- Schlafstörungen
- Blasenentzündung
- Gutartige Prostatavergrösserung
- Verdauungsstörungen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung
- Leichte depressive Verstimmung
- Leichte Herzschwäche
Gemäss der Packungsbeilage. Arzneitees werden üblicherweise aus Aufguss zubereitet, d.h. während etwa 3 bis 10 Minuten ziehen gelassen. Anschliessend wird der Beutel entfernt oder abgeseiht. Für einige ist eine Abkochung (Dekokt) oder ein Kaltauszug (Mazerat) erforderlich.Kontraindikationen
Nicht alle Arzneitees sind für alle Patientinnen und Patienten geeignet. Deshalb ist eine pharmazeutische Beratung erforderlich.Interaktionen
Auch Tees können Arzneimittel-Wechselwirkungen verursachen. Das bekannteste Beispiel in diesem Zusammenhang ist Johanniskraut, das ein Induktor von CYP450 und P-Glykoprotein ist und die Effekte anderer Wirkstoffe aufheben kann. Schwarztee darf mit einigen Arzneimitteln nicht eingenommen werden, zum Beispiel mit Morphintropfen. Abführmittel können einen Kaliummangel hervorrufen, welche die Anfälligkeit für Herzrhythmusstörungen erhöht.Unerwünschte Wirkungen
Tees sind in der Regel gut verträglich, aber wie andere Arzneimittel können sie aufgrund der aktiven Inhaltsstoffe unerwünschte Wirkungen verursachen. Das Nebenwirkungsspektrum sind von der Teesorte abhängig.siehe auchLiteratur
- Europäisches Arzneibuch PhEur
- Fachliteratur
- Lehrbücher der Phytotherapie
- Verordnung des EDI über alkoholfreie Getränke (insbesondere Tee, Kräutertee, Kaffee, Säfte, Sirupe, Limonaden)
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.
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