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Geschichtliche Herkunft
Maya Delaquis
Er gilt als eine der ältesten Hunderassen überhaupt. „Shiba Inu“ bedeutet in der japanischen Sprache „kleiner Hund“. Der Shiba fand von jeher Verwendung als Begleit- und Wachhund; ebenfalls wurde er zur Jagd auf Federwild und kleine Felltiere eingesetzt. Als uralte, ursprünglich Japanische Hunderasse, waren in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Shibas reiner Abstammung eine Seltenheit.
Im Jahre 1928 nahmen sich Jäger und Gelehrte der Rasse an, in der Bestrebung, die wenigen , reinen Blutlinien zu erhalten.1934 entstand der erste einheitliche Standard, und seit 1937 ist der Shiba in Japan ein geschütztes „Naturdenkmal“. Die Shiba - Zucht in Japan erfuhr mit dem Ausbruch des Krieges 1939 ein jähes Ende. Zehn Jahre später begann ein neues Shiba – Zuchtprogramm. Neben dem gegründeten Japanischen Kennel Club ( JKC ) nahm sich vor allem die Vereinigung zur Erhaltung Japanischer Hunderassen, der Nihonken oder Nippo des Shibas an. Die Hunde „Tako“, „Naka“, „Matsu“ ( Sohn Takos ) und „ Jshi – Shimaru“, die nach mühsamer Suche in den Bergregionen Japans entdeckt und erstanden wurden, bildeten die Basis der heutigen Zucht.
Erscheinungsbild
„Hajime Watanabe“ beschrieb den Shiba im Japanischen Standard wie folgt: „Der Shiba Inu muss würdevoll sein. Zur Würde gehören Konzentrationsfähigkeit und Flinkheit. Ein würdevoller Hund hat einen klaren, kräftigen und ruhigen Blick. Er kann sein Gegenüber ohne Zögern anschauen. Er muss einen schlichten Eindruck machen, soll weder prunkhaft, leichtfertig, noch grob sein. Die Würde des Shibas erwächst aus seiner Schlichtheit – der Schlichtheit eines würdevollen Bauers.“
Die Widerristhöhe des Shibas liegt zwischen 37 und 40 cm ( +/- 1,5 cm ).
Seine Erscheinung soll Harmonie, schlichte Eleganz und die von „Watanabe“ so trefflich beschriebene Würde ausstrahlen.
Der „lächelnde“ Ausdruck, sein freundliches Gesicht, wird durch die schräg gestellten, möglichst dreieckigen, dunklen, ruhigen und aufmerksamen Augen belebt.
Der breite, leicht gewölbte Oberkopf bildet den Gegensatz zu der nicht zu schweren, leicht spitzen Schnauze. Die kleinen, aufmerksam getragenen, mässig auseinander stehenden. „dicken“ Ohren, runden das hübsche Shibagesicht ab.
Der substanzvolle, wohlproportionierte Körper mit dem recht tiefen, gut entwickelten Brustkorb und der, über dem geraden, starken, in den Lenden ziemlich breiten Rücken getragene, etwas länger behaarten Ringelrute, darf weder zu plump, noch zu leicht, oder flüchtig wirken.
Der Körper ruht auf solidknochigen, standhaften Beinen mit kräftigen, gut bemuskelten Hinterschenkeln und kompakten, gut gepolsterten Pfoten.
Das reiche, volle, mittelharte, leicht vom Körper abstehende Deckhaar wird durch dichte, weiche Unterwolle vervollständigt.
Die verschiedenen zugelassenen Farben variieren zwischen Rot, Rot-Sesam, Schwarz-Sesam und Schwarz-Loh ( die Sesamkombinationen sind im Standard genau umschriebene Fellschattierungen ).
Die Bewegungen des Shibas sollen flink und schnell, seinen Gangart leicht, flüssig und elastisch sein und darf keinerlei Schwäche aufweisen.
Klar unterscheiden sich Rüden und Hündinnen durch ihren geschlechtsgeprägten Körperbau und Ausdruck. Der ganze Hund soll ausgeglichene Harmonie, schlichte Schönheit und bescheidene Würde ausstrahlen.
Wesensmerkmale und Eigenschaften
Der Shiba hat ein aufmerksames, sensibles und aufgewecktes Wesen. Seine ursprüngliche Eigenständigkeit sollte gewahrt und respektiert werden. Er ist bereit, seinen Meister - der ihm keineswegs gleichgültig ist - anzuerkennen, zu lieben, ihm Vertrauen zu schenken und ihn ein Leben lang treu zu begleiten. Dies aber muss sehr sorgfältig vorbereitet werden.
Prägung der Welpen
Wie jeder andere Hund verlangt jedoch der Shiba ganz besonders viel Zeit, Einfühlungsvermögen, Verständnis, Geduld, Selbstbeherrschung und Phantasie seines Züchters wie auch seines Meisters.
Er verfügt - wie den meisten Urhunden eigen - über ein mehr oder weniger eigenwilliges, selbständiges und doch sensibles Wesen, das sich in Zurückhaltung gegenüber Fremden, ja sogar einer gewissen Scheu äussern kann. Dementsprechend muss es Aufgabe, ja sogar Pflicht jedes Züchters sein mitzuhelfen, die natürlich sorgsam gepflegten Welpen tiergerecht aufwachsen zu lassen, sie möglichst umsichtig zu prägen, ihnen ausserordentlich viel Abwechslung angedeihen zu lassen, um ihnen zur vollen, körperlichen Entwicklung und ausgeglichenen, seelischen Entfaltung zu verhelfen, damit sie mit dem bestmöglichen Rüstzeug für das spätere Leben gewappnet sind.
Erziehung
Die Erziehung des Shibas soll früh, gezielt, konsequent und überlegt erfolgen. Mit Geduld und Durchsetzungsvermögen kann sein mehr oder weniger eigenwilliger Charakter positiv beeinflusst und geformt werden. Bei unüberlegter, brüsker oder gar grober, unbeherrschter Behandlung ist der Shiba schnell verstört, was nicht mehr oder nur bedingt wieder korrigiert werden kann.
Haltung und Pflege
Der Shiba liebt es, sich im Freien aufzuhalten und ausgedehnte Spaziergänge zu unternehmen.
Er ist kein Stubenhocker, obwohl ihm der Komfort einer Wohnung bestens behagt. Mit seinem oft katzenartigen Verhalten ist er in der Regel recht verspielt und kann sich bisweilen, mit geeignetem Spielzeug, vergnügt allein die Zeit vertreiben.
Der Jagdtrieb ist bei vielen Shibas recht ausgeprägt. Darauf ist vor allem bei den täglichen Spaziergängen zu achten und den Hund, wenn nötig, konsequent anzuleinen.
Seine rassetypische Reinlichkeit, sein minimer Eigengeruch, sowie seine normalerweise ausgeglichenen, ruhige Art, machen ihn zum angenehmen, unauffälligen Hausgenossen, der es schätzt, wenn er sich bei Bedarf zurückziehen kann.
Der Shiba sollte kein ereignisarmes Dasein ertragen müssen. Als ausschliesslichen Zwingerhund gehalten, würde er in sich gekehrt seelisch verkümmern, scheu und unzugänglich ein unwürdiges Dasein fristen.
Normalerweise mag der Shiba Kinder, doch muss unbedingt darauf geachtet werden, dass dem Hund unter Aufsicht verständnisvoller Erwachsener Gelegenheit geboten wird, sich angemessen an Kinder zu gewöhnen. Dabei kann nicht genug betont werden, dass ein Hund, egal welcher Rasse nie, aber auch wirklich niemals als Spielzeug für Kinder missbraucht werden darf!
Kauf eines Shibas
Beim Kauf ist darauf zu achten, dass die Welpen gültige, anerkannte FCI-Ahnentafeln besitzen. Nur so ist gewährleistet, dass die Elterntiere den, in einigen Ländern obligatorischen Zuchtzulassung und den dazu gehörenden, jeweiligen Bedingungen hinsichtlich Gesundheit, Wesen und Standard entsprechen.
In der Schweiz wird der Shiba vom Schweizer Klub Asiatische Spitze betreut.
Die Zuchtbedingungen dieses Rasseklubs verlangen, ausser dem Röntgen der Hüftgelenke, zusätzlich die Begutachtung der Augen durch einen, speziell dazu ausgebildeten Tierarzt.
Zudem wird der Hund an der Zuchtzulassungsprüfung gewogen, gemessen und von einem SKG-Spetzialrichter des SKAS auf Standardkonformität und Wesen begutachtet und beschrieben.
Der zukünftige Besitzer eines Shibas tut also gut daran, sich beim ausgewiesenen Züchter nach den gesundheitlichen Gegebenheiten und der Zuchtzulassung der Elterntiere zu erkundigen.
Der SKAS wacht sorgfältig über das Zuchtgeschehen der von ihm betreuten Rassen und verhindert mit umsichtigen, zweckdienlichen Zuchtbestimmungen das Ausbeuten der Zuchttiere. Welpen und Haltungsbedingungen unterliegen regelmässigen Kontrollen. Der Käufer hat somit die Möglichkeit, in den obligatorischen Kontrollbericht Einblick zu nehmen und sollte davon auch Gebrauch machen.
Selbstverständlich gehören zum abgegebenen Welpen ein adaptierter Futterplan, Pflegehinweise und eine gültige Abstammungsurkunde.
Der Welpenpreis eines Shibas beträgt in Europa umgerechnet in Schweizer Franken ungefähr Fr.1800.- bis Fr. 2400.-. Für Zucht- oder Ausstellungshunde sind die Verkaufspreise entsprechend höher.
Zu guter Letzt…
Der Shiba ist nicht unbedingt ein Hund für jedermann/jedefrau. Allzu leicht kann man sich durch sein einnehmendes, anziehendes Äusseres darüber hinwegtäuschen lassen, dass er trotzdem ein ausgesprochener Urhund ist – mit all seinen rassetypischen Eigenschaften und Verhaltensweisen, den positiven wie den negativen, denen umsichtig und uneingeschränkt ständig Rechnung getragen werden muss, was selbstverständlich möglichst gute Rassekenntnisse voraussetzt.
Der Shiba wird zwar fast weltweit, jedoch nur von wenigen Züchtern gezüchtet.
Unglücklicherweise kommt es immer wieder vor, dass Shibas in unkundige Hände geraten. Meist sind dies Menschen, die schlecht oder ungenügend dokumentiert, sich diese Rasse hauptsächlich ihres exklusiven Aussehens oder ihrer Seltenheit wegen angeschafft haben. In völliger Unkenntnis der rassespezifischen Eigenschaften kommen sie dann mit den Hunden nicht zurecht. Schliesslich sehen sie sich genötigt, den Hund wegzugeben, oder zu verkaufen. Um so positiver und schöner ist es, einen Shiba an einem besonders guten Platz in fähigen, verständnisvollen Händen zu wissen, bei Menschen oder seriösen, sorgfältigen Liebhaberzüchtern, denen es in erster Linie darum geht, das Wohl einer seltenen, liebenswerten und interessanten Urrasse zu erhalten und durch gezielte, wohl überlegte, ausgewählte Weiterzucht das Fortbestehen des Shibas zu sichern.
Im Dasein eines Menschen bedeutet es eine begrenzte Zeitspanne, wo er mit seinem Hund zusammenleben kann, für den Hund hingegen bedeutet es sein ganzes Leben.
FCI Standard Gruppe 5
Spitze, Nordische Rassen, Urtypen
FCI-Nr. 257
Ursprungsland: Japan
ÜBERSETZUNG : Dr. J.-M. Paschoud nach dem vom japanischen Kennel Club auf Englisch überreichten Standard.
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS : Der Shiba ist eine uralte ursprüngliche japanische Rasse. Das Wort « Shiba » weist auf etwas Kleines hin, auf einen kleinen Hund. Sein natürlicher Lebensraum war die bergige Gegend am japanischen Meer, wo er für die Jagd auf kleines Wild und auf Vögel verwendet wurde; je nach Ursprungort bestanden kleine Unterschiede zwischen den Rassen.
Als in der Zeit zwischen 1868 und 1912 Jagdhunde wie die englischen Setter und Pointer in Japan eingeführt wurden, wurde die sportliche Jagd zu einem bevorzugten Zeitvertreib im Lande, und Kreuzungen zwischen den Shiba und diesen englischen Jagdhunden wurden häufig vorgenommen; ein Shiba reiner Abstammung wurde zur Seltenheit, und sogar in seinem natürlichen Lebensraum kamen Vertreter dieser Rasse nur in sehr beschränkter Anzahl vor. Um das Jahr 1928 begannen Jäger und gebildete Leute sich um die Erhaltung des reinrassigen Shiba zu kümmern, indem sie die wenigen reinen Blutlinien weiter führten; im Jahre 1934 wurde ein einheitlicher Standard aufgestellt. 1937 wurde der Shiba zum « Naturdenkmal » erklärt, worauf die Rasse bis zum Erreichen des heute bekannten vorzüglichen Erscheinungsbildes gezüchtet und verbessert wurde.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Wohlproportionierter kleiner Hund, sehr muskulös und von gutem Knochenbau. Konstitution kräftig. Seine Bewegung ist lebhaft, frei und schön.
WICHTIGE PROPORTION : Das Verhältnis von Widerristhöhe zur Körperlänge ist 10 : 11.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Treu, scharfsinnig, sehr aufgeweckt.
KOPF
OBERKOPF :
Schädel : Stirn breit.
Stop : Deutlich, mit einer leicht ausgeprägten Furche.
GESICHTSSCHÄDEL :
Nase : Schwarzer Nasenschwamm erwünscht. Nasenrücken gerade.
Fang : Mässig dick, verjüngt sich allmählich.
Lefzen : Straff.
Kiefer / Zähne : Kräftige Zähne, Scherengebiss.
Backen : Gut entwickelt.
Augen : Verhältnismässig klein, dreieckig, von dunkelbrauner Farbe; der äussere Augenwinkel ist leicht angehoben.
Ohren : Verhältnismässig kleines, dreieckiges, leicht nach vorne geneigtes aufgerichtetes Stehohr.
HALS : Dick, kräftig, zum Kopf und zum Körper gut proportioniert.
KÖRPER :
Rücken : Gerade und kräftig.
Lenden : Breit und muskulös.
Brust : Tief, Rippen mässig gewölbt.
Bauch : Gut aufgezogen.
RUTE : Hoch angesetzt, dick, gut eingerollt oder in sichelförmiger Haltung getragen; bei hängender Rute reicht die Spitze fast bis zum Sprunggelenk.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND : Von vorne gesehen, vordere Gliedmassen gerade.
Schulterblatt : Mässig schräg.
Ellenbogen : Dicht am Körper anliegend.
HINTERHAND :
Oberschenkel : Lang.
Unterschenkel : Kurz, aber gut entwickelt.
Sprunggelenk : Dick und robust.
PFOTEN : Zehen eng aneinanderliegend und gut gewölbt; Ballen hart und elastisch; Krallen hart und vorzugsweise von dunkler Farbe.
GANGWERK : Leichtfüssig und flink.
HAARKLEID
HAAR : Das Deckhaar ist hart und gerade, die Unterwolle ist weich und dicht. An der Rute ist das Haar etwas länger und abstehend.
FARBE : Rot, schwarzloh, sesam, schwarz-sesam, rot-sesam.
Definition der Farbe « Sesam » :
· Sesam : Gleichmässige Mischung von weissen und schwarzen Haaren.
· Schwarz-sesam : Mehr schwarze als weisse Haare.
· Rot-sesam : Grundfarbe rot, Mischung mit schwarzen Haaren.
Alle angeführten Farben müssen « Urajiro » aufweisen.
« Urajiro » = Weissliches Haar seitlich am Fang und an den Backen, unter dem Fang, an der Kehle, an der Brust und am Bauch, an der Unterseite der Rute und an der Innenseite der Gliedmassen.
GRÖSSE :
Widerristhöhe : Für Rüden : 40 cm.
Für Hündinnen : 37 cm.
Eine Abweichung von plus oder minus 1,5 cm wird toleriert.
FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
· Hündinnenartige Rüden, rüdenartige Hündinnen.
· Vor- und Rückbiss.
· Zahlreiche fehlende Zähne.
· Ängstlichkeit.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER :
· Nicht aufrecht getragene Ohren.
· Hängend getragene oder kurze Rute.
N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.