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Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hat sein Kabinett aufgerufen, den Protest der jungen Menschen im Land ernst zu nehmen. "Wir müssen zuhören. Wir müssen sensibel sein, denn es gibt Gründe, Unzufriedenheit und Kritik zu äussern", sagte Zapatero.
"Aber darüber hinaus müssen wir stärker werden, uns verbessern wie alle anderen Länder, die einen höheren Grad an Wohlstand erreicht haben und die demokratisch sind, mit repräsentativer Demokratie und politischen Parteien", sagte der sozialistische Politiker am Donnerstag dem Fernsehsender Telecinco. "Müssen die Parteien sich verbessern? Ja, natürlich", fügte er hinzu.
In Spanien demonstrieren vor allem junge Leute seit Tagen gegen die hohe Arbeitslosigkeit im Land sowie für politische und soziale Reformen. Auf zentralen Plätzen im ganzen Land errichteten sie Protestcamps.
Die Demonstranten fordern "Echte Demokratie, jetzt". Zu den Forderungen zählt auch eine Reform des Wahlrechts, das derzeit die beiden grossen Parteien - die Sozialisten und die konservative Volkspartei - bevorzugt.
Drastische Sparmassnahmen
Die Regierung von Zapatero hatte im Zuge von Sparmassnahmen aufgrund des hohen Staatsdefizits unter anderem die Beamtengehälter gesenkt, die Renten eingefroren und den Kündigungsschutz gelockert. Sie begründete diese Politik mit der Notwendigkeit, den Haushalt zu sanieren.
Die Arbeitslosenquote liegt in Spanien derzeit bei 21 Prozent, bei der Jugendarbeitslosigkeit betrug sie im Februar sogar 44,6 Prozent.
Die Protestbewegung soll in mehreren spanischen Städten bis mindestens zu den Regional- und Kommunalwahlen am kommenden Sonntag fortgesetzt werden. Bei den Wahlen zeichnet sich ein deutlicher Verlust für die in Madrid regierenden Sozialisten ab.
SDA-ATS