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<h2>SubmittedText<h2><p>Am 18. Februar 2023 sorgten im Zugersee Ansammlungen von Burgunderblutalgen, die mit dem Wind ans Ufer geschwemmt wurden, für den Tod diverser Möwen und Krähen. Diese Algen gehören zu den sogenannten "Blaualgen", was keine echten Algen, sondern Cyanobakterien sind. Auch der Ägerisee war im Februar 2023 von Blaualgen betroffen. Die Luzerner Zeitung schreibt dazu, das aktuell verstärkte Auftreten hänge mit dem anhaltenden schönen Wetter zusammen, denn die Bakterien wachsen wie Pflanzen mit Hilfe des Sonnenlichts.</p><p>Bereits letzten Dezember hatte der Zugersee mit Blaualgen zu kämpfen. Auch im Greifensee, im Neuenburger-, Luganer- und Zürichsee konnte in den letzten Jahren ein vermehrtes Aufkommen von Cyanobakterien beobachtet werden. Immer wieder wird von Hunden berichtet, die beim Baden im See daran sterben - allein im Zürichsee betraf dies im August 2022 acht Hunde, wie Schweiz Aktuell berichtete.</p><p>Auch der Kanton Bern warnte im Sommer 2022 ausdrücklich vor Blaualgen in Berner Seen: "Wenn sie sich massenhaft vermehren (Algenblüte), können sie gefährlich für Mensch und Tier werden". Die Zeitung "Der Bund" erklärte: "Bei Wasserkontakt und vor allem beim Schlucken von Wasser mit hoher Giftkonzentration können gesundheitliche Schäden an Nerven, Leber und Haut entstehen, die im schlimmsten Fall zum Tod führen. Gefährdet sind insbesondere kleine Kinder und Hunde".</p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Was sind die Gründe für das vermehrte Auftreten von Blaualgen in Schweizer Gewässern?</p><p>2. Ist das Auftreten solcher Algen im Februar aussergewöhnlich? Wenn ja, warum?</p><p>3. Wie viele Hunde starben in den letzten 20 Jahren aufgrund von Blaualgen in Schweizer Gewässern?</p><p>4. Laut Zeitungsberichten sind auch Menschen und insbesondere Kinder an Leib und Leben gefährdet: Teilt der Bundesrat diese Sorge?</p><p>5. Muss mit einer Zunahme solcher Blaualgenbefälle gerechnet werden? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?</p><p>6. Welche Massnahmen müssen ergriffen werden, um das Problem in den Griff bekommen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1), 2) und 5) Cyanobakterien kommen heute in mehr Gewässern als vor 20 Jahren vor. Der Hauptgrund dafür ist die Erwärmung der Gewässer aufgrund des Klimawandels. Ruhiges und warmes Wasser, starke Sonneneinstrahlung und ausreichend Nährstoffe (Stickstoff und Phosphor) sind förderlich für Massenvorkommen von Cyanobakterien, den sogenannten Blüten. Aufgrund des Klimawandels und damit weiter ansteigender Wassertemperaturen muss in Zukunft mit noch häufigeren Blüten gerechnet werden.</p><p>Das Auftreten der Cyanobakterien an der Oberfläche von Seen im Winter ist nicht aussergewöhnlich. Cyanobakterien benötigen Licht. Manche Arten wandern im Winter an die Seeoberfläche, weil die Sonneneinstrahlung im Winter abnimmt. Dort können sie gut sichtbare Schichten bilden.</p><p>3) Die Anzahl im Zusammenhang mit Cyanobakterien vergifteter oder gestorbener Hunde werden vom Bund nicht erfasst.</p><p>4) Manche Cyanobakterien produzieren Giftstoffe. Bei einer Blüte steigt die Konzentration der Giftstoffe so stark an, dass der Hautkontakt mit Wasser oder das Verschlucken von grösseren Wassermengen gesundheitsschädigend ist. Dies macht Cyanobakterien insbesondere für Hunde gefährlich, die Seewasser trinken. Für Menschen ist wichtig, nicht in auffällig verfärbtem oder stark getrübtem Wasser zu baden. Tiere sollen von solchem Wasser ferngehalten werden. Die Kantone führen präventiv Informationskampagnen durch. Sobald Blüten festgestellt werden, warnen die Kantone oder Gemeinden die Bevölkerung und verbieten das Baden. Bei der Aufbereitung von Seewasser zu Trinkwasser werden die Giftstoffe eliminiert. Vom Trinkwasser geht deshalb keine Gefahr aus.</p><p>6) Es ist wichtig, dass Kantone und Gemeinden ihre Informationskampagnen fortsetzen und bei Blüten rasch warnen. Zentral ist, dass Einträge von Nährstoffen aus den Abwasserreinigungsanlagen und der Landwirtschaft in die Gewässer reduziert werden. Dafür sind die Reduktion der Stickstoffeinträge aus Abwasserreinigungsanlagen, welche die Motion 20.4261 "Reduktion der Stickstoffeinträge aus den Abwasserreinigungsanlagen" fordert, sowie die Umsetzung des Nährstoff-Absenkpfades in der Landwirtschaft wichtige Massnahmen. Weiter müssen die Kantone die Seen sanieren, in welchen die Phosphor-Konzentrationen die rechtlichen Anforderungen nicht erfüllen. Stammen die zu hohen Phosphoreinträge primär aus der Landwirtschaft, ermöglicht es Artikel 62a Gewässerschutzgesetz dem Bund, Massnahmen zur Reduktion dieser Einträge finanziell massgeblich zu unterstützen. Stammen die zu hohen Phosphoreinträge hingegen primär aus dem Siedlungsgebiet, müssen die Kantone dafür sorgen, dass die erforderlichen Massnahmen bei der Siedlungsentwässerung ergriffen werden.</p>  Antwort des Bundesrates.