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Fünf Tage nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch mit mindestens 382 Toten schwinden die Hoffnungen auf Überlebende. "Sollte kein Wunder passieren, denke ich nicht, dass noch jemand unter den Trümmern überlebt hat", sagte Abdus Salam von der Feuerwehr am Unglücksort nahe der Hauptstadt Dhaka.
Zuletzt sei am Sonntag eine Frau lebendig gefunden worden, der Ausbruch eines Feuers habe ihre Bergung aber verhindert. Als der Brand gelöscht worden sei, sei die Frau tot gewesen. Rettungskräfte bargen am Montag weitere Leichen aus dem zusammengestürzten Gebäude, in dem zuvor vor allem Textilarbeiterinnen beschäftigt waren.
Armee-Sprecher Shahinul Islam sagte, Helfer würden die Trümmer vorsichtig mit Kränen wegräumen, um eventuelle Überlebende nicht zu gefährden. Nach Angaben der Behörden werden immer noch etwa 600 Menschen vermisst. Etwa 2400 Menschen waren verletzt worden, als das achtstöckige Gebäude am Mittwoch einstürzte.
Der abgetauchte Besitzer des Gebäudes war am Sonntag bei dem Versuch gefasst worden, sich ins benachbarte Indien abzusetzen. Er soll beim Bau minderwertiges Material verwendet haben. Auch der Vater des Eigentümers wurde nach Angaben der Regierung am Montag in Dhaka festgenommen.
Entschädigung versprochen
Nach dem Einsturz der Textilfabrik will die britische Billigkette Primark einige Opfer entschädigen. Menschen, die in dem Gebäude in Dhaka für Primark gearbeitet hätten, oder ihre Angehörigen sollten Kompensationszahlungen erhalten, teilte das Unternehmen in London mit.
Angaben zur Höhe der Zahlungen machte Primark nicht. Das Unternehmen gehört dem britischen Lebensmittelkonzern ABF und hat sein Hauptquartier in Irland.
Die Textilindustrie ist in Bangladesch ein bedeutender Wirtschaftszweig, er erzeugt rund 80 Prozent der nationalen Exporte. Da viele Arbeiter, insbesondere Frauen, für weniger als 40 Dollar im Monat arbeiten, können ausländische Konzerne hier billig produzieren.
Bei der eingestürzten Fabrik handelte es sich um ein illegal errichtetes Gebäude, das fünf Werkstätten beherbergte. Die spanische Kleidermarke Mango erklärte auf ihrer Webseite, sie habe in einer der Werkstätten lediglich Muster fertigen lassen. Der italienische Konzern Benetton bestätigte eine "einmalige Bestellung" in der Fabrik.
SDA-ATS