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«JurAction» nennt sich das Bürgerkomitee, das im Hinblick auf die Eröffnung der Poyabrücke die Interessen der Anwohner des Juraquartiers vertreten will. Am Samstagvormittag lud das Komitee zu einem Informationsanlass.
«Von der Poyabrücke werden die Leute entweder über die Murtenstrasse oder die General-Guisan-Allee in die Innenstadt fahren», sagte Christoph Schütz, Mitglied des Bürgerkomitees, zu den rund 60 Anwesenden. Das bedeute Mehrverkehr für das ganze Juraquartier. Es sei unklar, ob die verkehrsberuhigenden Massnahmen wie Fahrbahnschwellen und Ampeln genügend nützen werden. Mit solchen hat die Stadt einige Strassen des Quartiers im Sommer ausgerüstet (siehe FN vom Freitag). «Wir haben noch kein präzises Ziel», sagte Philipp Solf, ebenfalls Mitglied des Komitees. «Aber wir wollen sensibilisieren.»
Forderungen an die Stadt
Das fünfköpfige Komitee will aber auch handeln, denn für den Infoanlass hatte es be- reits einen Petitionstext verfasst. Die Petition beinhaltet folgende drei Forderungen: Die Stadt soll erstens die Zahlen der Verkehrszählungen, die sie in den verschiedenen Quartieren durchgeführt hat, öffentlich machen. Zweitens soll die Stadt eine maximale Zahl durchfahrender Autos pro Tag festlegen, ab der sie weitere Massnahmen zur Verkehrsberuhigung trifft. Und schliesslich soll die Stadt bekannt geben, welche Massnahmen sie treffen wird, falls die jetzigen Verkehrsberuhigungen nicht greifen.
Quartierverein zuziehen
«Ich sorge mich um die Kinder, wenn es noch mehr Verkehr gibt», sagte eine Frau bei der anschliessenden Diskussion. Eine andere fügte an: «Ich bin für die Petition, aber wir sollten sie nicht zu arrogant formulieren und nicht so tun, als ob wir definitiv wüssten, dass der Verkehr zunimmt.» Ein Mann sagte: «Wir sollten zuerst das direkte Gespräch mit den Behörden suchen, statt direkt eine Peti- tion lancieren.» Und jemand hielt fest: «Wir sind etwas spät, wir hätten uns vor der Abstimmung zur Poyabrücke zusammentun und etwas machen sollen.» Einige beschäftigte auch, dass der Quartierverein Jura-Torry-Miséricorde nicht an der Petition beteiligt sein sollte. «Er hat Gewicht und arbeitet seit Jahren mit dem Gemeinderat zusammen, wir brauchen diese Unterstützung», betonte ein Anwesender. Die darauffolgenden Wortmeldungen zeigten, dass es im Vorfeld offenbar zu Unstimmigkeiten zwischen dem Quartierverein und dem Bürgerkomitee gekommen war.
Petition bald lancieren
Die Anwesenden einigten sich schliesslich darauf, den Petitionstext etwas umzuformulieren. Im Einleitungstext drücken die Einwohner nun ihre Sorge über eine mögliche Verkehrszunahme aus. An den drei Forderungen halten sie fest. Bevor «JurAction» jedoch auf Unterschriftensammlung geht, versucht das Komitee, den Kontakt zum Quartierverein herzustellen. «Es wäre schön, wenn wir ihre Unterstützung hätten», sagte Grégoire Duruz vom Komitee. Stütze der Quartierverein die Petition allerdings nicht, lanciere das Bürgerkomitee sie trotzdem. «Wir müssen zeigen, dass wir da sind.»
Anlass: «Wir sind sehr zufrieden»
C hristoph Schütz, Mitglied des Komitees «JurAction», war nach dem Informationsanlass am Samstag zufrieden: «Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Leute kommen.» Das zeige, dass das Komitee durchaus eine Berechtigung habe. «Die Leute machen sich Sorgen wegen des Verkehrs, wir müssen etwas tun.» Bisher habe das Komitee keinen Kontakt zu dem Gemeinderat oder dem Mobilitätsdienst gesucht. «Wir haben sie aber darüber informiert, was wir machen.» Es wäre noch zu früh gewesen, die Behörden an den Anlass am Samstag einzuladen. «Wir wollten zuerst die Bedürfnisse der Anwohner kennen.» mir