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Schon vierzig Jahre war ich nicht mehr in Mallorca und Rimini kenne ich nur vom Namen her. Wie viele andere Schweizer auch, mag ich weder die lauten Deutschen noch die noch lauteren Amerikaner an meinem Nachbartisch. Wo in der Berghütte Massenbetrieb herrscht, ziehe ich mich sofort in die stillste Ecke zurück.
Das Jungfraujoch in Gesellschaft von 300 Japanern oder Chinesen ist ebenso wenig ein Vergnügen wie das Frühstück in einem alpinen 5*-Hotel, wo ich feststellen muss, dass ich der einzige Europäer bin, der mit Sicherheit auch den vollen Tarif bezahlt hat. Ebenso wurden alle Gäste eines Dîners in Lausanne-Ouchy sofort ins zweite Glied versetzt, als ein jugendlicher Russe mit kräftig gebauter Entourage seinen Stammplatz bezog („Unser bester Dauerkunde“, so die Erklärung des Hoteldirektors.)
Als in der Algarve lebender Schweizer liebe ich den Umgang mit den Angehörigen vieler Nationen, aber die Anwerbung von Tausendschaften asiatischer Tourismuskunden wird viele gut zahlende Europäer aus den Hotels vertreiben, die einen derartigen Massen-Billigtourismus fördern. Wie in den amerikanischen Vergnügungsparks erkennbar, wird es künftig, mehr denn je, Eintrittspreise für gutzahlende Kunden geben, die einen echten Service erwarten, und Eintrittspreise für das Massenpublikum, dem jeder vernünftige Mensch fluchtartig aus dem Weg geht.
Hotels, die beide Zielpublika unter dem gleichen Dach und in den gleichen Speisesälen wie Wellnessräumen wollen, werden ihre guten Kunden verlieren. Deshalb muss jede Destination entscheiden, welchem Gast sie dienen will.