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«UBS-Chef lehnt staatliche Regeln ab» – FN vom 11. Februar
UBS-Mitarbeiter haben Boni kassiert, die bis ein Siebenfaches ihres Jahreslohnes betrugen. Die Finanzmarktaufsicht Finma hat deshalb im November verfügt, dass die UBS den Mitarbeitern im Devisen- und Edelmetallhandel nur noch einen Bonus ausrichten darf, der maximal dem doppelten Jahreslohn entspricht. So will sie vermeiden, dass manipuliert wird und zu hohe Risiken eingegangen werden.
Obwohl die überrissenen Boni zu verurteilen sind, weil man sich fragt, was eine besondere Leistung ist und was ein Manager ohnehin tun muss, lehnt UBS-Chef Sergio Ermotti die Regeln der Finma ab und pocht auf den masslosen Gehaltszuwachs, während viele Arbeitnehmer, die schwere Arbeit verrichten, darben müssen. Ausserdem wird damit die Wirtschaft nicht angekurbelt. Jemand, der zum Beispiel fünf Millionen verdient, kann sich alles leisten, er würde nicht mehr konsumieren, wenn sein Jahreseinkommen höher wäre, im Unterschied zu wenig Verdienenden, deren Gehälter erhöht werden.
Aber eigentlich ist der Wettstreit um das höchste Einkommen nur ein Spiel. Je mehr ein Karrierist verdient, desto mehr Prestige gewinnt er und desto höher steht er in der Hierarchie. Das bezeichnet man als Wettbewerbsfähigkeit. Ein Unternehmen hat offenbar weniger Kosten, wenn die Kaderboni hoch sind! Die Sucht nach abundanten Boni impliziert auch, dass sich ein Manager (zum Beispiel aus den USA) für einen Posten (zum Beispiel in der Schweiz) nur des Geldes wegen interessiert und es für ihn keine anderen Werte gibt.
Müssen wir uns all das wirklich gefallen lassen?