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Jürg Amann, geboren 1947 in Winterthur, lebte in der Nähe von Zürich. Der Germanist Amann war Dramaturg am Zürcher Schauspielhaus und arbeitete als Literaturkritiker für den Tages-Anzeiger und das Schweizer Radio. Seit 1976 war er als freier Schriftsteller tätig. Für seine Erzählung «Rondo» erhielt er den Ingeborg-Bachmann-Preis. Sein Werk umfasst nebst erzählenden Texten und Gedichten vor allem eine Fülle von Hörspielen und Theaterstücken. Jürg Amann starb am 5. Mai 2013 in Zürich.
Bibliographie
In vier miteinander verknüpften Erzählungen rollt Jürg Amann die prekäre Beziehung eines Mannes zu seiner Mutter auf: «Die Reise» des Knaben mit der Mutter führt in den Süden, ins Heimatdorf des Grossvaters, das heisst in ihre Herkunft zurück, und gibt eine Ahnung davon, was es bedeutet, «nie gewollt» gewesen zu sein; im darauffolgenden «Nachtstück» wird das heranwachsende Brüderpaar vom übermächtigen Bild der mit harten Strafen, aber auch mit ihrem Selbstmord drohenden Mutter verfolgt; in Mutter töten sieht sich der erwachsene Sohn mit der Bitte der hinfällig Gewordenen um Sterbehilfe konfrontiert, seine zwischen Verständnis, Pflichtbewusstsein und Kindesliebe schwankenden Gefühle werden immer mehr zur tiefen Zuneigung; in einem poetischen «Requiem» der respekt- und liebevollen Erinnerung wird schliesslich Frieden gemacht, kommt es zur endgültigen Versöhnung, im wörtlichen Sinn.