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«Wir haben einen historischen Sieg erreicht», sagte Didier Castella, Präsident der Freiburger FDP, gestern Abend an einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung in Granges-Paccot. Bei den kantonalen Wahlen konnte die FDP in allen Bezirken zulegen. So hält sie im Grossen Rat nun gleich viel Sitze wie die SVP. «Die Mobilisierung ist uns gelungen, wir haben unseren Platz wieder gefunden», sagte Sekretär Savio Michellod und nahm ebenfalls Bezug auf die vergangenen nationalen und kommunalen Wahlen; auch dort hatte die FDP zulegen können.
Schlaflose Nächte
Als Castella aber von den Staatsratswahlen zu sprechen begann, erzählte er von zwei schlaflosen Nächten: Die FDP hat ihren zweiten Kandidaten Peter Wüthrich gestern im Rahmen des bürgerlichen Bündnisses zurückgezogen, obwohl er besser abgeschnitten hatte als der SVP-Kandidat Stéphane Peiry (siehe Text oben). Didier Castella rechtfertigte diesen Schritt vor der Versammlung: Ein Bruch mit den Bündnispartnern hätte nichts gebracht, da Wüthrich alleine im zweiten Wahlgang keine Chance gehabt hätte. Auch habe das Bündnis massgeblich zum Erfolg von Wüthrich und dem bereits gewählten Maurice Ropraz beigetragen. Die FDP sei ein zuverlässiger Partner, der sich an die Spielregeln halte, so Castella. «Und ein Streit mit unseren Partnern würde uns längerfristig schwächen.»
Die FDP habe jedoch noch versucht, SVP und CVP zu überzeugen, dass eine gemeinsame Kandidatur von Wüthrich und Peiry grösseren Erfolg versprechen würde, um einen fünften Sitz in der Freiburger Regierung zu erreichen. Die FDP sei überzeugt, dass so mehr Wähler hätten mobilisiert werden können. Die anderen Parteien hätten jedoch befürchtet, dass die Stimmen der bürgerlichen Wähler verzettelt würden und am Schluss beide Kandidaten leer ausgingen, sagte Castella.
Trotz des leichten Frustes sicherte die FDP gestern Abend Stéphane Peiry ihre volle Unterstützung zu. «Es ist wichtig, dass ihr für ihn wählen geht, nur so können wir einen fünften Sitz in der Regierung gewinnen», betonte Maurice Ropraz, und Castella tat es ihm gleich.
Nein zum Atomausstieg
Die Freiburger FDP hat gestern Abend die Nein-Parole gefasst zur Atomausstiegsinitiative, welche am 27. November zur Abstimmung kommt. Die Versammlung tat dies mit sehr grosser Mehrheit nach einem Streitgespräch zwischen FDP-Nationalrat Jacques Bourgeois und dem Grünen Lausanner Nationalrat Daniel Brélaz.