Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03097.jsonl.gz/2177

Rugby wird zwar seit dem 19. Jahrhundert gespielt, doch der Sport erfährt erst seit wenigen Jahren einen Hype. In der ursprünglichen Spielform treten zwei 15er-Teams gegeneinander an, mittlerweile haben sich weitere Varianten etabliert. 7er-Rugby oder in englisch «Rugby Sevens» beispielsweise erfreut sich besonderer Beliebtheit – auch, weil die Spiele nur wenige Minuten dauern.
Die 7er-Variante wurde 2016 sogar als neue olympische Disziplin aufgenommen – nachdem Rugby 1924 zuletzt an den Olympischen Spielen vertreten war. Die Präsenz in Rio gilt als wichtiger Grund, warum Rugby weltweit so durch die Decke geht. 17 Millionen neue Fans in sechs Schlüsselmärkten soll der Event generiert haben.
Auch monetär zahlt sich die Popularität aus. Seit dem Start des Olympia-Prozesses 2009 bis zur effektiven Austragung 2016 sind seitens Nationaler Olympischer Komitees knapp 27 Millionen US-Dollar in den Sport geflossen. Durch die grosse Reichweite wird Rugby wiederum für Sponsoren interessant. Gemäss Nielsen Sports wurden letztes Jahr 2775 Werbe- und Sponsorenverträge abgeschlossen – 600 mehr als 2014.
Noch wichtiger ist allerdings der Verkauf von Übertragungsrechten: Fast zwei Drittel der Einnahmen des Weltverbandes «World Rugby» stammen aus dieser Quelle. Das Geld wird unter anderem auf dem Feld investiert. Zwischen 2009 und 2016 beispielsweise hat «World Rugby» weltweit 120 Nationalverbände mit insgesamt 538 Millionen US-Dollar unterstützt.
Rugby gewinnt auch und vor allem bei Frauen an Popularität. Frauen-Rugby zählt zu den schnellst wachsenden Sportarten der Welt. Bis 2026 werden 40% der Spieler weiblich sein. Auch für diese Entwicklung sind Turniere von grosser Bedeutung. Beispiel: Bevor das englische Frauen-Team 2014 die Rugby-Weltmeisterschaft für sich entschieden hatte, fanden sich gemäss des Team-Managers Charly Ward kaum Nachwuchsspielerinnen.
Dass das englische Frauenteam die Rugby-WM für sich entscheiden konnte, ist vermutlich auch der Tatsache geschuldet, dass sie Vollzeit-Verträge haben und sich dadurch verstärkt auf den Sport konzentrieren können. Verglichen mit den männlichen Rugby-Spielern ist das Salär allerdings noch sehr bescheiden. Der höchstdotierte Vertrag soll 37’000 US-Dollar pro Jahr wert sein, während das Männer-Rugby Team 30’000 US-Dollar pro Spiel kassiert.