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(spr. breu-), François Antoine de, belg. Genremaler, geb. 1816 zu Gent, Schüler
der dortigen Akademie und des Genremalers Ferd. de Braekeleer in Antwerpen, wo er seinen Wohnsitz nahm.
Er malt zierliche, fein gezeichnete Genrebilder, aber auch Blumenstücke von kräftiger, glänzender Färbung, z. B.:
der Verdacht (1842), der alte Gärtner (1857), die Witwe (1860, wofür er die goldne Medaille erhielt), Erinnerung an alte
Zeiten, der spaßhafte Einfall, mütterliche Zärtlichkeit, Kind mit Kätzchen spielend (Museum in Leipzig) und Neid und Mißtrauen.
Er ist Mitglied der Akademie von Amsterdam.
Karl Eduard, Kupferstecher, geb. 22. April 1835 zu Eisenberg (Sachsen-Altenburg),
widmete sich der Modellier- und Ciselierkunst, ging 1851 auf die Akademie in Dresden und wurde 1855 Schüler von Moritz v.
Steinla, wo er zunächst den Kartonstich erlernte. Bei Steinlas Tod (1858) erbte er dessen künstlerischen
Nachlaß, widmete sich nun vorzugsweise der Linienmanier und beteiligte sich zunächst bei den Arnoldschen Blättern nach
den Bildern des Dresdener Museums.
Seine Stiche zeigen eine meisterhafte Auffassung des Ausdrucks, eine treffliche Modellierung der Fleischpartien und eine
sorgfältige Durchbildung. Sehr vorteilhaft bekannt machte er sich besonders durch die Stiche: Tizians
Votivbild der Gesegneten, Franceschinis büßende Magdalena und Murillos heil. Rodriguez. Für
die Wiener Gesellschaft der vervielfältigenden Kunst stach er eine Madonna mit dem Kind nach Beltraffio und vollendete 1878 den
trefflichen Nachstich von Steinlas Sixtinischer Madonna sowie den Stich des Holbeinschen Porträts der Johanna Seymour im
Belvedere zu Wien.
Franz, Genremaler, geb. zu Solothurn,
lebte mehrere Jahre in Nordamerika und kehrte dann wieder in sein
Vaterland zurück. In seinen Bildern ist er entschiedener, oft excentrischer Realist, der ungemein naturwahr, wenn auch eben
nicht poetisch darstellt, aber durch seine Technik stets zu fesseln weiß;
z. B.: Heimkehr spanischer Bauern
vom Markte, das Fischermädchen, das sehr bedeutende, höchst ausdrucksvolle Bild: flutgefangen an der Küste von Irland
u. a. im Museum zu Basel.
Jakob Ludwig, Landschaftsmaler, geb. 1822 zu Neustadt a. d.
Hardt, bezog bei seiner großen Neigung zur Malerei die Akademie in Düsseldorf, wo er Schüler von J. W. (Anmerkung des
Editors: Johann Wilhelm) Schirmer wurde, widmete sich aber später auch unter Steifensand dem landschaftlichen Kupferstich.
Zwei Jahre später trat er in das Frommelsche Atelier in Karlsruhe und stach mehrere von dessen Landschaften aus Tirol und
Italien. Da aber die Thätigkeit der Nachbildung ihm auf die Dauer nicht zusagte, so ging er nach München
und wandte sich unter Rottmann ganz der Landschaftsmalerei zu. 1846 siedelte er nach Frankfurt über und fügte den beiden
bis jetzt von ihm kultivierten Kunstzweigen auch die Lithographie hinzu. Hier erschienen mehrere Rheinlandschaften nach Peter
Becker lithographiert und die Stahlstiche: Ruinen des Klosters Limburg und Schloß zu Heidelberg,
nach Fohr. In der letzten Zeit betrieb er ausschließlich die Malerei und behandelte Motive aus dem bayrischen Hochland,
aus den Rheingegenden und aus Thüringen.
Joseph, Architekt, geb. 28. April 1844 zu Werthenstein im Kanton Luzern,
studierte nach Absolvierung
der Realschule in Luzern
1863-66 auf der Akademie in München die Architektur unter Ludwig Lange (gest. 1868),
machte mit dessen Sohn Emil eine Studienreise durch Oberitalien bis Florenz und bearbeitete in einem kunstwissenschaftlichen
Werk die Architektur des klassischen Altertums und der Renaissance (1872-76, 2 Bde.).
In Gemeinschaft mit Emil Lange brachte er ein Konkurrenzprojekt für das deutsche Reichstagegebäude, führte sein
Projekt eines Schulgebäudes in Luzern
aus und zeichnete für Falkes Prachtwerk «Hellas
und Rom» viele architektonische Illustrationen. 1873-75 war er Professor an der Realschule in Luzern
und ging dann nach
mehr
München, wo er 1878 Professor für Bauzeichnen und Perspektive an der technischen Hochschule wurde.