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«Reflexive Koedukation» zielt darauf ab, die Lehr-/Lernpraxis in koedukativen Settings zu reflektieren und im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit weiterzuentwickeln (Kreienbaum 2010). Die Literatur zur reflexiven Koedukation bezieht sich in erster Linie auf die Schule, die dabei aufgeworfenen Fragen sind jedoch auch im Kontext der Hochschule relevant: Wie lassen sich Lehr-/Lernkontexte schaffen, die für Mädchen und Jungen gleichermassen förderlich sind? Wie können geschlechterstereotype Verhaltensweisen von Jungen und Mädchen aufgeweicht werden? In der Schweiz hat sich eine Interventionsstudie am Beispiel des Physikunterrichtes diesen Fragen gewidmet (Herzog et al. 1999). Im Rahmen der «reflexiven Koedukation» können Sie in Ihren Lehrveranstaltungen mono- und koedukative Settings bewusst variieren und anschliessend die gemachten Erfahrungen mit Ihren Studierenden besprechen. Wenn Sie Ihren Studierenden punktuell geschlechtergetrennte Arbeitsgruppen vorschlagen, ist es wichtig klarzustellen, dass Sie sich nicht in erster Linie für die Unterschiede zwischen Frauen und Männern interessieren; dies würde tendenziell zur Reproduktion von Geschlechterstereotypen beitragen. Wenn Sie geschlechtergetrennte Lernsettings schaffen, geht es Ihnen vielmehr darum, die Vielfalt von Verhaltensweisen und Rollen innerhalb der einzelnen Gruppe zu fördern.