Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03375.jsonl.gz/2415

Die Modemacherin des 20. Jahrhunderts: Coco Chanel
Ihr Leben ist der Stoff, aus dem Legenden entstehen: Coco Chanel. Die Modedesignerin 1883 wurde als Gabrielle Bonheur Chanel im französischen Saumur an der Loire in ärmliche Verhältnisse geboren.
Aus Scham über ihre uneheliche Herkunft und ihre armen Eltern spann Coco Chanel zahlreiche Geschichten um ihre Jugend.
Chanels Vater war der Hausierer Albert Chanel, die Mutter die Wäscherin Eugénie Jeanne Devolle. Die uneheliche Geburt ignorierend trug der zuständige Beamte den Namen „Chasnel Gabrielle“ in die Geburtsurkunde ein.
Als ihre Mutter starb, erhielt ihr Vater das alleinige Sorgerecht und gab ihre ältere Schwester und die damals erst 12-jährige Chanel als Halbwaise in die Obhut eines von Nonnen geführten Waisenhauses. Ihren Vater sah Gabrielle nie wieder.
Nachdem Chanel ihr 16. Lebensjahr erreicht hatte, wurde sie aus dem katholischen Waisenhaus des Klosters Aubazine entlassen, wo sie unter anderem auch den Beruf der Näherin erlernt hatte. Mit 20 arbeitete sie als Angestellte in einem Aussteuer- und Babyartikelgeschäft und nahm auch privat Schneideraufträge an. Während ihrer Tätigkeit als Angestellte trat Chanel nebenbei auch als Sängerin in dem Varieté Rotonde in Moulins auf. Ihren Spitznamen erhielt sie vermutlich durch zwei ihrer bekanntesten Lieder – Qui qu‘a vu Coco? und Ko-Ko-Ri-Ko.
Etienne Balsan (1880-1953), den Pariser Industriellensohn, lernte sie 1904 in Moulins kennen. Er führte sie in die Pariser Gesellschaft ein und lebte mit Chanel von 1906 bis 1910 in Royallieu bei Compiégne zusammen. Sie fertigte mit seiner finanziellen Unterstützung und in der von ihm gestellten Pariser Wohnung ungewohnte, schlichte und moderne Hutkreationen und erfreute damit Balsans Bekanntenkreis.
Nach Eröffnung ihres Hutateliers 1910 eröffnete sie im gleichen Jahr mit dem Kredit ihres nächsten Geliebten Arthur („Boy“) Capel in der Pariser Rue Cambon ihr erstes Modehaus und nur drei Jahre später im Seebad Deauville eine Boutique (Gründungsdatum Haus Chanel).
Chanels Erfolgsjahre
1915 – besass Chanel Modesalons in Paris und Biarritz. Sie entwarf schlichte und lockere, verspielte Kleider aus Baumwolljersey und kreierte eine neue funktionale Mode.
1916 – beschäftigte sie bereits 300 Näherinnen. Ihre Mode wurde von der amerikanischen Vogue zum „Inbegriff der Eleganz“ erklärt.
1918 – Eröffnung ihres Haute Couture Salons in der 31. Rue Cambon.
1920 – Das „kleine Schwarze“ wurde geboren.
1922 – Chanel N°5 eroberte den Markt (bis heute eines der meistverkauften Parfums der Welt).
1924 – Gründung durch Geschäftspartner der unabhängigen Parfümsparte Parfums Chanel in Neuilly sur Seine.
1936 – wurde ihr Betrieb bestreikt. Mit Kriegsbeginn schloss Chanel kurz entschlossen ihr Unternehmen und alle 4000 Angestellten verloren dadurch ihre Arbeit. Am 5. Februar 1954 eröffnete die inzwischen 71-Jährige nach neun Jahren Pause ihr Modegeschäft in der Rue Cambon mit einer neuen Kollektion. Diese wurde jedoch von der französischen Presse als ein eindeutiges „Fiasko“ bezeichnet.
Am 10. Januar 1971 starb Coco Chanel in ihrer Suite im Pariser Hotel Ritz und bleibt bis zum heutigen Tag eine Legende.
Modezitat:
„Ein Mann kann anziehen, was er will – er bleibt doch nur ein Accessoire der Frau.“
Artikel von: fashionpress.de
Artikelbild: © Time / Getty, Wikimedia, public domain