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Das japanische Industrie-Konglomerat Mitsubishi Heavy Industries ist in Verhandlungen über einen Kauf der CRJ-Flugzeuglinie des kanadischen Unternehmens Bombardier. Der Flugzeughersteller hat diesen Sachverhalt inzwischen via Pressemitteilung bestätigt. Darin wird lediglich festgehalten, dass «strategische Möglichkeiten» ausgelotet werden. Mehr hat Bombardier dazu bislang nicht kommentiert; dafür hat auch Mitsubishi die Gespräche bestätigt.
Ob es zum Kauf kommt, ist längst nicht sicher. Dazu müssten ja die Bombardier-Aktionäre grünes Licht geben, und Mitsubishi müsste noch eine Due Diligence durchlaufen. Es zeigt aber, wohin sich Bombardier bewegt: Weg vom klassischen Erbauer von kommerziellen Fluggeräten. Bereits letztes Jahr wurde die C-Series, deren Erstkunde Swiss war, an Airbus verkauft, welche das Flugzeug seitdem A220 nennt. Kürzlich wurde der Verkauf der Turboprop-Sparte an Longview vermeldet. Wird auch der Bereich CRJ (Canadair Regional Jet) verkauft, bedeutet dies den Ausstieg von Bombardier aus dem Geschäft mit kommerziellen Flugzeugen; übrig bliebe im Bereich Luftfahrt nur noch die Sparte Businessjets.
Dem Vernehmen nach sind die Gespräche aber schon weit fortgeschritten und allgemein wird eine Entscheidungsverkündung bereits an der Paris Air Show, welche am 17. Juni beginnt, erwartet.
Bombardier durchläuft eine Reorganisation
Kurz nach Bekanntwerden der Bombardier-Pressemitteilung stiegen die Aktien um 14 Prozent. Dies auch, weil Mitsubishi, welche mit dem Bau des eigenen Regionalflugzeugs MRJ verspätet ist, durchaus hohes Interesse zeigen und damit auch einen vernünftigen Preis bieten dürfte.
Aktuell grösster Konkurrent von Bombardier in der Sparte CRJ ist Embraer. Die brasilianische Gesellschaft, die ein Joint Venture mit dem US-Giganten Boeing (der daran 80 Prozent hält) eingegangen ist, kämpft derzeit mit eigenen Problemen. Darunter etwa, dass das Joint Venture «Boeing Brasil – Commercial» heisst und der Name Embraer darin nicht vorkommt. Bombardier dagegen scheint sich aus dem Passagierflugzeugbau zu verabschieden. Man wird von der Firma mittelfristig wohl vor allem als Bahnproduzent hören...