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Testosteron
Testosteron ist ein Sexualhormon, das bei beiden Geschlechtern vorkommt, sich aber in Konzentration und Wirkungsweise bei Mann und Frau unterscheidet.
Beim Mann wird es zum grössten Teil im Hoden produziert und bestimmt die Ausbildung der männlichen Geschlechtsorgane. Testosteron führt zu einer Zunahme der Muskelmasse und Muskelkraft und fördert das Knochenwachstum und die Knochendichte. Weiter fördert Testosteron die Talgproduktion in der Haut und ist für die männliche Köperbehaarung und den Bartwuchs verantwortlich. Im Knochenmark stimuliert Testosteron die Blutbildung. Die Lust auf Sex (Libido) ist ebenfalls abhängig von diesem Hormon. Bereits ab dem 20. Lebensjahr vermindert sich die Testosteron Produktion um jährlich zirka 1%. Aufgrund des langsamen aber stetigen Rückganges der Testosteronproduktion werden die Symptome eines Testosteronmangels beim Mann oft übersehen. Man geht davon aus, dass ca. 20% der Sechzigjährigen einen zu tiefen Testosteronspiegel haben. Testosteronmangel bei Männern begünstigt den Muskelabbau, erhöht das Sturzrisiko und hat einen negativen Effekt auf die Lebensqualität.
In der T&D Studie, die aktuell am ZAM läuft, wird die Wirkung von Testosteron auf das Sturzrisiko, die Köperzusammensetzung und die Knochenqualität bei Männern im Alter 65+ untersucht.
Bei Frauen beträgt die Gesamtkonzentration an Testosteron ein Bruchteil jener der Männer. Dennoch ist das Hormon für verschiedene Funktionen im weiblichen Körper unerlässlich. Ein Mangel an Androgenen bei der älteren Frau kann zu Einschränkungen in der kognitiven und muskulären Leistungsfähigkeit, zu einer Abnahme der fettfreien Körpermasse und zu gedämpfter Stimmung führen.
Östrogen
Östrogene sind die wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone und werden hauptsächlich in den Eierstöcken gebildet. Sie werden in erster Linie gebraucht für die Entwicklung und Ausbildung der weiblichen Geschlechtsorgane und –merkmale, haben jedoch auch auf viele andere Organe einen wichtigen Effekt. Sie regulieren den Kohlenhydrat- und den Fettstoffwechsel, erhöhen die Knochendichte und reduzieren das Knochenbruchrisiko.
Im ersten Jahr der Menopause reduziert sich die Östrogenkonzentration bei Frauen um durchschnittlich 80%. Damit gehen auch die positiven Effekte des Östrogens weitgehend zurück. Vor allem die Knochendichte nimmt in den ersten Jahren der Menopause stark ab. Dies führt längerfristig zu einem erhöhten Knochenbruchrisiko.
Eine Östrogenersatztherapie bei jungen postmenopausalen Frauen hilft die Knochengesundheit, sowie die positiven Effekte von Östrogen auf die anderen Systeme, zu erhalten, birgt jedoch bei genetischer Vorbelastung andere Risiken (z.B. erhöhtes Risiko für Krebs, Thrombosen und Embolien). In wieweit eine Vitamin D Therapie den Knochenabbau bei jungen postmenopausalen Frauen vermindern kann wird zurzeit in der HyD-O Studie am Zentrum Alter und Mobilität untersucht.
Auch Männer besitzen kleine Mengen an Östrogenen, welche in den Hoden gebildet oder im Fettgewebe aus Testosteron umgewandelt werden.