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Schriftliche Anfrage betreffend Lärmimmissionen und Luftbelastung im Misox
Session
: 01.06.2001
In der letzten Zeit hat der leichte sowie der schwere motorisierte Verkehr auf der Achse der A 13 stets zugenommen. Der Schwerverkehr hat in den Jahren 1998 2000 um 5 % zugenommen. Eine Ausnahme bildet das erste Quartal 2001, in dem der Verkehr wegen der häufigen Schneefälle auf der Strecke Thusis Lostallo abgenommen hat.
In der Zeit von Ende Frühling und Anfang Sommer (vor allem während der Wochenenden von Ostern, Auffahrt und Pfingsten sowie in den Monaten Juni, Juli und August) sind die kilometerlangen Schlangen auf dieser Stecke ein vertrautes Bild geworden. Am vergangenen Auffahrtswochenende haben die Staus zeitweise eine Länge von sieben (7) Kilometern erreicht. Im Vergleich zum Jahr 2000 beträgt die Zunahme des Verkehrs sechzehntausend Fahrzeuge (mehr als 25 % gegenüber dem letzten Jahr). Diese Situation verursacht grosse Besorgnis bei der Bevölkerung der Dörfer entlang der Achse der A 13 im Misox (vor allem Mesocco), und von verschiedenen Seiten werden Überprüfungs -und Interventionsforderungen laut, um die Luftbelastung auf ein Minimum zu reduzieren. Grosse Sorge bereiten der Bevölkerung insbesondere die Lärmimmissionen und die Luftbelastung.
Angesichts dieser Situation wird die Regierung ersucht, folgende Fragen zu beantworten:
1. Welche Messungen sind bis heute vorgenommen worden und welche sind geplant zwecks permanenter Überprüfung der Lärmimmissionen und der Luftbelastung im Misox?
2. Sind infrastrukturelle Eingriffe oder andere kurzfristige bzw. mittelfristige Massnahmen vorgesehen?
Chur, 1. Juni 2001
Namen: Righetti, Zarro, Noi, Cahannes, Luzio, Peretti, Zanolari
Session: 01.06.2001
Vorstoss: dt SchriftlicheAnfrage
Antwort der Regierung
Die Resultate der automatischen Verkehrszähler zeigen für den Zeitraum um Auffahrt 2001 tatsächlich eine deutliche Zunahme. Vergleicht man aber die Verkehrsentwicklung über die Festtage Ostern, Auffahrt und Pfingsten am Beispiel des automatischen Zählers in Roveredo über den Zeitraum der letzten sechs Jahre, so kann nicht von einer generellen, jährlichen Zunahme des Verkehrs gesprochen werden. Die Anzahl Fahrzeuge für die Osterperiode 2001 liegt beispielsweise deutlich unter den Werten der zwei Vorjahre. Auch an Pfingsten 2001 kann nicht von aussergewöhnlichen Frequenzen gesprochen werden. Generell lässt sich feststellen, dass das Verkehrsaufkommen an diesen Festtagen sehr stark von den Wetterverhältnissen und den Stauprognosen für die Gotthardachse abhängt. Der Extremwert an Auffahrt 2001 dürfte wohl zum grössten Teil durch den Lastwagenstau auf der A2 und die diesbezügliche Berichterstattung durch die Medien verursacht worden sein.
1. Die Schadstoffbelastung der Luft wird in Roveredo seit 1992 in unmittelbarer Nähe der A13 kontinuierlich gemessen. Die Auswertung erfolgt jährlich im Bericht „Lufthygienische Untersuchungen im Kanton Graubünden“ des Amtes für Umwelt Graubünden, der u.a. jeweils allen Gemeinden und Grossräten zugestellt wird. Ein Vergleich der Stickoxidbelastung der letzten Jahre zeigt einen rückläufigen Trend, der vor allem der Wirkung der Abgasvorschriften für Motorfahrzeuge zu verdanken ist.
Die Überwachung der Lärmbelastung erfolgt über das Messen der Verkehrsfrequenzen mit bereits seit Jahren betriebenen automatischen Zählstellen in Roveredo und San Bernardino. Ein spezielles mehrjähriges Lärm-Monitoring für die A13 wird noch in diesem Jahr im Domleschg aufgebaut. Die Resultate werden auch für die Entwicklung im Misox Rückschlüsse zulassen.
2. Die Verkehrsbelastung bzw. Verkehrskapazität auf der A13 als Verursacherin der Lärm- und Luftemissionen darf grundsätzlich nicht durch bauliche Massnahmen reduziert werden. Gemäss Bundesverfassung ist andererseits aber auch eine Erhöhung der alpenquerenden Strassenkapazitäten verboten. Dank der noch mehr als 10 Jahre dauernden baulichen Sanierung der A13, insbesondere in den kommenden Jahren auch des San Bernardino Tunnels, ist mittelfristig mit spürbaren Behinderungen des Transitverkehrs zu rechnen. Es ist anzunehmen, dass dies die Verkehrsentwicklung im einschränkenden Sinne beeinflussen wird. Zudem ist die Strassenanlage nicht für den Schwerverkehr geeignet, was eine wesentliche Verkehrsumlagerung z.B. vom Gotthard auf die San Bernardino-Route verhindert.
Bei der Projektierung und der Realisierung der laufenden Ausbau- und Sanierungsarbeiten wird die Einhaltung der massgeblichen Grenzwerte gemäss geltender Umweltschutzgesetzgebung berücksichtigt.
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