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Die Musikpraxis der Einsiedler Mönche während ihres Exils (1798-1804) am Fallbeispiel Magnificat. Eva-Maria Hamberger
Als am 3. Mai 1798 französische Soldaten in Einsiedeln einmarschierten, mussten sie feststellen, dass ihr eigentliches Ziel – die Benediktinerabtei Maria Einsiedeln – verwaist war. Die letzten Mönche waren nur Stunden zuvor aus der Reichsabtei geflohen. Ihr vorläufiges Ziel, die in Vorarlberg (Österreich) gelegene Propstei Sankt Gerold, sollte für die nächsten Jahre der zentrale geistige und geistliche Stützpunkt der Einsiedler Benediktiner werden.
Ziel der Forschung im Rahmen dieser Dissertation ist es, ausgehend von der Wiederentdeckung einer Musikhandschrift aus der Zeit des Exils in der Bibliothek der Propstei Sankt Gerold aufzuzeigen, wie sich die musikalische Praxis der Einsiedler im Exil darstellte und wie sich diese durch die begrenzten Möglichkeiten im Vergleich zum reichhaltigen Musikleben im Mutterkloster veränderte.
Das Referat möchte diesen Aspekt anhand von Magnificat-Vertonungen beleuchten, welche sowohl vor der Flucht als auch während des Exils entstanden. Ausgewählt wurden hierfür ausschliesslich Kompositionen von Einsiedler Konventualen – schliesslich kann das Kloster auf eine lange Tradition mit zahlreichen bedeutenden Komponisten und Musikern unter den Mönchen zurückblicken.