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Forscher der Eawag in Dübendorf ZH haben nachgewiesen, dass Rückstände von Medikamenten, Kosmetika oder Putzmitteln durch die Kläranlagen in die Gewässer gelangen. Dort wirken sie sich negativ auf Fische, Kleintiere und Pflanzen aus.
Besonders stark belastet sind Schweizer Gewässer in der Nähe von Kläranlagen mit dem Schmerzmittel Diclofenac und mit zwei Pestiziden. Das hat eine Studie der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) gezeigt.
Täglich kommen laut Eawag rund 30'000 chemische Wirkstoffe in der Schweiz zum Einsatz. Viele davon werden von herkömmlichen Kläranlagen nicht aus dem Abwasser gefiltert und gelangen in die Gewässer.
Dort beeinträchtigen die Mikroverunreinigungen Organismen, wie die Eawag in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Zwischen 2013 und 2014 haben Forschende Wasserproben oberhalb und unterhalb von 24 Kläranlagen und deren Abwassereinleitungen genommen.
Zusätzliche Reinigungsstufe nützt
Die Auswirkungen sind vielfältig: Bei Bachforellen wurde festgestellt, dass sie Gene zur zellulären Entgiftung aktiviert hatten. Bei den Bachflohkrebsen, einem wichtigen Glied der Nahrungskette, mangelte es an Jungtieren und viele wirbellose Organismen liessen sich unterhalb von Abwassereinleitungen nicht mehr auffinden.
Im Zug der Untersuchung nahm die Kläranlage in Herisau eine zusätzliche Reinigungsstufe in Betrieb. Die Forscher stellten fest, dass sich der Zustand der Organismen im anschliessenden Abschnitt der Glatt stark normalisierten. (sda)