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Rauchende Asthmatiker aufgepasst!
An der Studie der Universität Kyoto nahmen 181 Asthmatiker teil, davon 118 Nie-, 40 Ex- sowie 23 Raucher. Um herauszufinden, wie sich S. aureus auf die Erkrankung auswirkt, quantifizierten die Wissenschaftler IgE gegen das Bakterium sowie gegen gängige inhalative Allergene (z. B. Pollen) im Serum der Teilnehmer. Auch die Konzentration der Entzündungszellen im Blut sowie spirometrische Daten gingen in die Analyse ein. Sechs Monate später wurde der Asthma-Schweregrad anhand der Behandlungsstufen des fünfstufigen Therapieschemas objektiviert.
Bezüglich der Prävalenz relevanter Komorbiditäten (z. B. allergische Rhinitis) sowie der Sensibilisierungsraten gegenüber den inhalativen Allergenen unterschieden sich die drei Studienkollektive nicht. Allerdings waren die (Ex-)Konsumenten signifikant häufiger gegen die Bakterientoxine sensibilisiert als die Abstinenten (35 % vs. 65 % vs. 31 %). Die Analyse der Asthma-Patienten mit anhaltendem oder ehemaligem Nikotinabusus ergab, dass die S.-aureus-allergisierten Raucher im Vergleich zu den nicht sensibilisierten Rauchern höhere Gesamt-IgE-Spiegel sowie höhere Level spezifischer IgE gegen allgemeine Allergene aufwiesen. Die eosinophile Immunreaktion und die Einschränkung der Atemfunktion waren durch S. aureus Typ B deutlicher ausgeprägt, der Asthma-Schweregrad durch Typ A.
Die Autoren schlussfolgern: Rauchen fördert bei Asthmatikern die prognostisch ungünstige Allergisierung gegen bakterielle Enterotoxine. Mögliche Gründe könnten eine überschiessende proinflammatorische Reaktion der Bronchialepithelien gegenüber Mikroorganismen sowie die verstärkte bakterielle Kolonialisation der Atemwege sein. Eine wirksame «Desensibilisierung» findet gemäss der Studienergebnisse erst nach etwa dreijähriger Nikotinabstinenz statt.
Nagasaki T et al. Ann Allergy Asthma Immunol 2017; 119: 408–414.