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8. Mai 1934 bis 25. Februar 2017
– Die Beerdigung findet am Freitag, 17. März 2017 um 14 Uhr in der Friedhofskapelle Uster statt. Im Anschluss gibt es einen kleinen Apero im Dojo Gerbestrasse 5.-
Ceré Gauch wurde am 8. Mai 1934 in Dübendorf ZH geboren, seine Schulzeit verbrachte er in Zürich-Wiedikon, wo sein Vater eine Schreinerei führte. Ceré machte eine Lehre als Möbelschreiner, daneben spielte er leidenschaftlich gerne Saxophon, speziell moderner Jazz interessierte ihn.
Neben der Musik fand Ceré (nach einem ersten Versuch im Kampfsport Boxen) auch zu seiner zweiten Leidenschaft, dem Judo, mit welchem er 1952 begann . Mit gespartem Geld und gemeinsam mit zwei Kollegen unternahm er 1964 eine fantastische und einmalige Reise mit einem „Döschwo“ nach Japan, dem Ursprungsland des Judo. Er traf dort leider etwas später als geplant ein und verpasste die Olympischen Spiele knapp. Das Land und die Leute faszinierten ihn jedoch so sehr, dass er über 1 ½ Jahre dort blieb, trainierte, Judo studierte und seinen 1. Dan im KODOKAN erhielt. Für seinen Lebensunterhalt erteilte er Deutschunterricht. Mittels Autostopp bereiste er das ganze Land und anschliessend auch Korea und kehrte schliesslich mit der transsibirischen Eisenbahn als Schwarzgurtträger wieder in die Schweiz zurück. In Magglingen studierte er während zweier Jahre Sport und schloss mit dem NKES-Diplom erfolgreich ab. Neben seiner beruflichen Tätigkeit war er immer an verschiedenen Orten als Trainer aktiv.
Auf nationaler Ebene leistete Ceré sehr viel und war hoch geachtet. Er war 1967 – 1975 acht Jahre lang Nationaltrainer für den Nachwuchs im Schweizerischen Judoverband sowie Mitglied der technischen Kommission. Unter seiner Leitung wuchsen damals die späteren international erfolgreichen Judokas wie Jürg Röthlisberger (Olympiadritter 1976, Olympiasieger 1980) und Clemens Jehle auf. Als Delegationsleiter für Judo begleitete er unter anderem Frédéric Kyburz und Marcel Burkhard an die Olympischen Spiele 1972 nach München.
1975 erhielten die beiden JCU-Mitglieder Max Etter und Ceré Gauch zusammen mit andern Schweizer Judogrössen von der Eidg. Sportschule Magglingen den Auftrag, das Sportfach Judo im Rahmen von J+S aufzubauen und eine Leiter- und Ausbildungs-Dokumentation zu erstellen.
Als Clubtrainer wirkte Ceré zuerst beim Judo Club Dübendorf, dann holte Peter Ott 1971 den technisch versierten Ceré Gauch als Profitrainer in den Judo Club Uster, wobei Ceré nebenbei vormittags in der ETH-Bibliothek arbeitete. Im Judo Club Uster zahlte sich Cerés grosser Einsatz sehr rasch aus: Die Mitgliederzahl stieg im Laufe der Jahre stetig an und es konnten auch regelmässig Wettkampferfolge gefeiert werden. Hervorzuheben ist sicher Cerés Engagement für das Frauenjudo, welches in Uster zu einem richtigen Boom führte und die Basis legte für unzählige Einzel- und Teamerfolge der Ustemer Judokämpferinnen in den 80iger und 90iger Jahren.
Unter Cerés Leitung brachten es etliche Kämpfer und Kämpferinnen an die Nationale Spitze bis hin zur Weltklasse. Die Gruppe um Gisela Hämmerling, Kathrin Kraus-Ott und Olivier Cantieni holten serienweise Medaillen und Titel an den Schweizermeisterschaften und belegten Spitzenplätze an internationalen Turnieren sowie Europa- und Weltmeisterschaften. Hervorzuheben sind sicher die Bronzemedaille von Gisela Hämmerling bei den Europameisterschaften 1988 sowie die 7. Plätze von Kathrin und Olivier an den Weltmeisterschaften 1987 bzw. 1989. Aufgrund seiner Erfolge wurde Ceré verdienterweise die Ehrenmitgliedschaft im JC Uster verliehen.
Im Training wandte sich Ceré ab 1975 einer neuen Herausforderung zu. Er baute eine spezielle Judogruppe mit hyperaktiven Kindern auf. Zudem trainierte er über Jahre eine Blindengruppe in Zürich und startete 1978 mit einer Gruppe von geistig Behinderten. 1981 studierte er mit einer JCU-Kindergruppe eine Judo-Demonstration ein, diese legendäre Demo-Gruppe trat später regelmässig auf verschiedenen Bühnen und in Kampfsport-Shows unter seiner Leitung auf, was eine tolle Werbung fürs Judo war. Für den Zürcher Kantonalen Judoverband gründete er mit Vreni Rothacher (ehem. Europameisterin) das Nachwuchskader (Shiai-Team), der Vorläufer des heute erfolgreichen Zürcher U15-Kaders.
1991 sammelte Ceré als Vorstandsmitglied der Genossenschaft Trainingscenter Judo Club Uster viele Anteilscheine für unser neues Dojo an der Gerbestrasse 5, investierte viele Fronarbeitsstunden in den Dojobau und legte dank seines handwerklichen Geschicks ein grosses Engagement auch neben den Tatamis an den Tag.
Nach 20 Jahren Tätigkeit als Trainer, Betreuer und Kampfrichter im Spitzensport, suchte er eine neue Herausforderung und wurde 1986 Ressortchef im SJV für den Behindertensport. An der Expo 2002 trat er mit seiner Behindertentruppe erstmals auf, es folgten weitere Auftritte, unter anderem am Plusport-Tag in Magglingen. Im Alter von 72 Jahren wurde er von Special Olympics angefragt, ob er die Betreuung der Judokas an den Sommerspielen 2007 in Shanghai übernehmen könnte. Seine von ihm persönlich gecoachte Schülerin Silvana Probst gewann die Goldmedaille! Es folgten viele Ehrungen, u.a. 2007 auch der Anerkennungspreis / Sportpreis der Stadt Uster.
Ceré leistete grosse Entwicklungsarbeit für den Judo-Sport in der Schweiz. Er gilt als Pionier im Behindertensport. Es erschienen unzählige Reportagen und Artikel in diversen Zeitungen, Zeitschriften und im Internet. Ceré nahm auch an Podiumsgesprächen teil, wurde von Radio- und Fernsehen eingeladen.
Neben all dem sportlichen Engagement gab es im Leben von Cére auch eine private Seite. Seiner ersten Ehe mit Kazue, welcher er in Japan kennen lernte, entstammt sein Sohn Kenji. Im Jahre 2005 heiratete er Katarina. Sie zeigte grosses Verständnis für seine vielfältigen Interessen und unterstützte ihn in allen Belangen. Als sich ca. 5 Jahre vor seinem Tod bei Cére Gleichgewichtsstörungen zeigten, pflegte sie ihn aufopfernd zu Hause. Erst als sie ihn alleine nicht mehr stützen konnte, erfolgte gezwungenermassen der Umzug ins Pflegeheim. Dort verstarb er schliesslich am 25. Februar 2017.
Cére bleibt uns als grosse Persönlichkeit, grossartiger Trainer aber auch als Freund und feiner Mensch in bester Erinnerung.
Im Namen des Vorstandes des Judo Club Uster
Kathrin Kraus-Ott + Oli Cantieni