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Kinder
Fieber bei Kleinkindern und Babys
Natürlich ist Fieber auch bei Kindern eine effektive Reaktion des Körpers, um Krankheiten zu überwinden. Darüber hinaus hilft es, eine stabilere Gesundheit zu veranlagen. So ist etwa nachgewiesen, dass fieberhafte Infekte in der frühen Kindheit vor Allergien schützen. Bei Kindern sieht die Einteilung wie folgt aus:
- 36,5 bis 37,5°C: normale Körpertemperatur eines gesunden Kindes
- 37,6 bis 38,0°C: erhöhte Temperatur
- Ab 38°C: Fieber
- Ab 39°C: hohes Fieber
Ursachen bei Kindern und Babys
Im Kindesalter veranlassen den Organismus am häufigsten Infektionskrankheiten zur Fieberbildung. Meist handelt es sich um harmlose, grippale Luftwegs-, Rachen- oder Ohreninfekte. Fieber kann aber auch durch Überwärmung oder Hitzestau entstehen. Beim Säugling etwa durch zu warme Decken oder Kleidung in geheizten Räumen oder Schlaf in der Sonne. Liegt Durchfall oder Erbrechen vor, kann Austrocknung drohen, die ebenfalls zum Anstieg der Körpertemperatur führt. Dann ist der Flüssigkeitsbedarf deutlich erhöht, sodass ausreichend Flüssigkeit zugeführt werden muss. Auch bei Kindern kann es, ähnlich wie bei Erwachsenen, zu psychogen verursachtem Fieber kommen, etwa vor einer Reise, nach einem Geburtstag oder bei schulischen Belastungssituationen. Diese Art von Fieber steigt jedoch in der Regel nicht hoch an und muss nicht organisch behandelt werden.
Behandlung bei Kleinkindern und Babys
Bei Babys unter drei Monaten sollte bei Fieber ein Arzt aufgesucht werden.
Solange ein Kind nicht mehr als 39 Grad Fieber hat oder zu Fieberkrämpfen neigt, sind fiebersenkende Mittel in der Regel nicht angezeigt. Willi Frey empfiehlt: «Gerade bei Kindern sollte man Ruhe bewahren. Vermehrte Zuwendung und Mitgefühl sind wohl gescheiter als der übertriebene Einsatz von Fieberzäpfchen. Wadenwickel mit Essig oder ätherische Öle wie Pfefferminze, Bergamotte oder Zitrone sind leicht fiebersenkend und verbessern den Allgemeinzustand. Das Fieber lässt sich auch leicht mit homöopathischen Zäpfchen senken, diese verbessern auch den allgemeinen Zustand des Kindes. Auf reichliche Flüssigkeitszufuhr ist zu achten. Mit einem kühlen Frotteewaschlappen kann man das Gesicht, den Hals und den Oberkörper der Kinder regelmässig abreiben.»
Die besten Experten in der Beurteilung des Zustandes eines Kindes sind immer in erster Linie die Eltern. Wenn es «ihnen nicht gefällt», sollten sie seine Bewegungen, Augen, Mimik, Nasenflügel und Atmung beobachten. Wenn die Zunge trocken ist, die Augen dunkle Ränder haben und sich Stirn, Nacken, Leib und Gliedmassen auffällig warm anfühlen, sollte eine korrekte Fiebermessung durchgeführt werden (siehe Tabelle). Manche Eltern verabreichen bei einer Temperatur von 38,5 Grad Celsius schnell medikamentöse Zäpfchen oder lassen ihren Kindern Antibiotika verschreiben. Dadurch lernt der Organismus aber nicht den eigenen Umgang mit Krankheiten. Es fehlt ihm dann die «Übung», mit gesundheitlichen Anforderungen selbst fertigzuwerden.
Fieberkrämpfe bei Kleinkindern und Babys
Fieberkrämpfe kommen in den ersten Lebensjahren eines Kindes vor. Schätzungsweise zwei bis vier Prozent aller Kinder sind davon betroffen. Das kindliche Gehirn reagiert aufgrund seiner Unreife auf Temperaturerhöhungen noch wesentlich empfindlicher, die Krampfschwelle ist im Kindesalter niedriger. Die Ursache für dieses Phänomen ist nicht eindeutig geklärt. Es wird vermutet, dass die Abwehrreaktion des Körpers der Grund für die Krämpfe ist. Abwehrstoffe schütten Botenstoffe aus, die einerseits Fieber auslösen und gleichzeitig zu einer kurzen Veränderung des Gehirn-Stoffwechsels führen. Kommt es zu einem fieberbedingten Krampfanfall, sollte das Kind in die stabile Seitenlage gebracht werden, für den Fall, dass es erbricht, und der Kopf mit einem Kissen gestützt werden. Falls dem Kind nicht schon früher vom Arzt ein krampflösendes Medikament verschrieben wurde, der Fieberkrampf länger als fünf Minuten andauert und das Kind jünger als 18 Monate ist, muss der Notarzt gerufen werden. Bei spontanem Ende eines Krampfes sollte unverzüglich der Kinderarzt aufgesucht werden.
Text Ariane Kroll