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Wie viele wissen, hat die Schweizerische Akademie für medizinische Wissenschaften (SAMW) trotz Einspruchs von namhaften Institutionen wie des Berufsverbandes der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) eine Richtlinie herausgegeben, die von den Ärzten nicht in ihr Standesrecht übernommen wurde.
Unter dem nicht eingrenzbaren Begriff von «unerträglichem Leiden» soll nach den SAMW Richtlinien die Beihilfe zum Suizid durch Ärzte ausgeweitet werden. Dabei wurde der Geltungsbereich auf Kinder und Jugendliche jeden Alters sowie auf geistig und psychisch Kranke und mehrfach Behinderte erweitert.
Jedes Jahr sterben mehr Menschen durch Suizid als durch Gewalttaten, Verkehrsunfälle und illegale Drogen. Um die Öffentlichkeit auf die Verdrängung des Problems aufmerksam zu machen, wird seit 2003 alljährlich der Welttag der Suizidprävention veranstaltet. Der Widerspruch ist offensichtlich: Auf der einen Seite soll der Suizid präventiv verhindert werden, auf der anderen lässt man die Suizidbeihilfe bei der Präventionsfrage aussen vor. Es stellte sich die Frage: Gibt es einen «guten» (in Anführungs- und Schlusszeichen) bzw. gerechtfertigten Suizid, für welchen sich die Organisationen für Suizidbeihilfe stark machen, und einen «schlechten», präventiv zu verhindernden, welchen die staatlichen Präventionsbemühungen verhindern wollen?
Die Akzeptanz der ersteren wird mit den Begriffen «selbstbestimmt» und «unerträglichen Leiden» bzw. «Autonomie» propagiert. Die letzteren sollen unbedingt vermieden werden, weil genau jene Gründe, welche für die Suizidbeihilfe als Rechtfertigung angeführt werden, hier in Frage gestellt werden: Selbstbestimmung und Autonomie, weshalb fürsorgliche und präventive Massnahmen zu treffen sind. Warum geschieht dies nicht auch bei der Suizidbeihilfe? Jeder Suizid wird selbstverfügt und vom Suizidenten wegen subjektiv als nicht weiter tragbar eingeschätzten Leiden und Belastungen gewählt. In den meisten Fällen ist er auch geplant. Sozialpsychologische Faktoren, die bei allen Suiziden als freiheitsmindernde Faktoren angeführt werden können, gehören auch zum sogenannten Bilanzsuizid im Alter.
Jeder Suizid ist immer eine Art subjektiver Bilanz mit tödlichem Ausgang. Noch einmal: Warum sollen die einen Suizide aus den genannten Gründen präventiv vermieden, die anderen vereinsmässig organisiert und legitimiert werden? Die zuerst propagierten, engen Grenzen für die Suizidhilfe haben sich, wie man sieht, als vollkommene Illusion und bewusste Täuschung herausgestellt: Die schiefe Ebene, vor der von Anfang an gewarnt wurde, hat sich als eine tatsächliche erwiesen trotz aller gegenteiligen Behauptungen.
Menschliches Leben ist aus christlicher Sicht verdanktes Leben, Gabe Gottes. Leiden an abnehmenden Lebenskräften im Alter, an Krankheiten und im Sterben gehören zur Geschöpflichkeit (Kontingenz) des Menschen. Sie sollen so gut wie möglich gelindert werden. Nach christlicher Lehre haben auch Leiden eine besondere Bedeutung im Heilsplan Gottes mit den betroffenen Menschen.
Das Wohl des Kranken kann nicht in der Auslöschung seiner Existenz liegen. Die Sorge für die Kranken muss aus christlicher Sicht über allem stehen, denn Gesundheit und Krankheit sind «relational». Sie hängen «von den zwischenmenschlichen Beziehungen ab und brauchen Vertrauen, Freundschaft und Solidarität (Papst Franziskus).» Und dies muss in unserem Kontext in einem Ausmass geschehen, dass kein Mensch auf den Gedanken kommt, sein Leben wegzuwerfen. Papst Franziskus erinnert in seiner diesjährigen Botschaft zum Welttag der Kranken daran, dass unser Leben «weder Besitz noch Privateigentum» ist und sich deshalb jeder Manipulation entzieht. «Das Leben ist eine Gabe Gottes; der heilige Paulus mahnt: ‘Was hast du, das du nicht empfangen hättest?’ (1 Kor 4,7)». Der Papst erwartet von uns eine allumfassende und gratis verschenkte Nächstenliebe. Mutter Teresa ist für ihn eine Verkörperung dieser Liebe. Sie «hilft uns zu verstehen, dass das einzige Kriterium des Handelns die allen umsonst geschenkte Liebe sein muss!»
Mit den besten Segenswünschen und im Namen der Schweizer Bischofskonferenz.
Wie viele wissen, hat die Schweizerische Akademie für medizinische Wissenschaften (SAMW) trotz Einspruchs von namhaften Institutionen wie des Berufsverbandes der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) eine Richtlinie herausgegeben, die von den Ärzten nicht in ihr Standesrecht übernommen wurde.