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ya Füssen
Arigia Wolgmut, für einmal nicht wenig verlegen, einerseits abgewiesen, andererseits doch hoch gelobt, jedoch nur mit den Augen als ästhetisches Objekt verzehrt, der Fleischeslust beraubt, meinte zu Vladidir, er müsse wohl Vegetarier sein, wenn er so zart besaitet sei und nicht wie die anderen Männer in ihr Fleisch beisse, sie nicht begehre, sondern weg weise. Er benehme sich wie eine scheue Raupe, die sich nicht an den Blumenkohl heran machen wolle. Er verderbe dem Blumenkohl die Freude an seinem Dasein, wenn er nicht wie ein kleines Ungeziefer in diesen hinein krieche, um ihn mit den Füssen zu kitzeln und an seinen zahlreichen Hälse zu kraulen.
Sie sei sicher äussert hübsch, versetzte Vladidir, ihre Läufer brächten ihn aber nicht zum Laufen. Für Wladimir hingegen liefe er weit. Damit sei bewiesen, dass er kein Vegetarier sei und bei den Leisten Wladimirs durchaus auf sein Fleisch komme. Er wisse die Schönheiten der Erde zu würdigen, auch wenn er in Arigia eher ein Schattengewächs sehe, das sein Fleisch und seine Fleischeslust nicht zu wecken vermöge. Sie sei ihm ein Falter, Wladimir jedoch ein Schmetterling. Er gehe jedoch mit Arigia einig, dass Fleisch zu verachten ein Fehler der Vegetarier sei, und zwar der grösste.
Arigia Wolgmut stiess sich nun an der Sprache, die Vladidir benützte. Diese passe ganz zu seinen Strümpfen, welche er über seine starken Beine gezogen habe. Feinmaschig wie die Überzeugung der Vegetarier, ohne Halt aber für das Wesentliche, das bei ihm hervor drücke, das Wesentliche im Leben, das er mit einer Frau teilen müsse.
Auf seinem Trip mache der Vegetarier das Leben zu einem Altersfriedhof, wo über zahnlose Münder verkochtes Kraut und matschiger Brei dem müden Körper zugeführt werde, um diesem doch noch etwas Kraft einzuflössen.
Ja, er, Vladidir, solle lieber etwas Fleisch zu sich nehmen. Das war die einhellige Meinung im Lokal und man beschied ganz allgemein, dass das Thema nun zu Tode geredet sei.
Doch Vladidir liess nicht locker und wandte ein, Vegetarismus sei zusätzlich schädlich für die Natur. Der Städter, der vegetarisch lebe, bestehe auf einer Frische der eingekauften Nahrungsmittel, wie sie unter natürlichen Bedingungen nur auf dem allerkürzesten Weg vom Feld oder Garten in die Stadtküche gewährt werden könne. Der lange Weg aber über die verzwickten Verteilkanäle der Verkaufsgeschäfte von der Landschaft hinein in die Stadt führe zu einem enormen Energieaufwand, welcher der Frische von Gemüse, Obst und Früchte bös zusetze und deren Biowert deutlich mindere.
Es sei wahnsinnig, was beim Transport alles kaputt gehe, und für Menschen wie ihn kaum auszuhalten, wenn er daran denke, wie viel Leid den transportierten Gütern angetan werde, bis sie schliesslich unter dem Label „frisch“ in der Stadt ankommen. Berge von Abfall, Berge von Abfall hinterlasse dieser Transport, von den toten Tieren gar nicht zu reden, welche dem Vegetarismus geopfert werden, damit das Gemüse rein von Fleisch sei.