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Mandelentzündung: Ursachen, Diagnose und Behandlung von entzündeten Mandeln
Eine Mandelentzündung bezeichnen Mediziner auch als Tonsillitis oder Angina tonsillaris. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Gaumenmandeln, die sich rechts und links im Rachen befinden. Eine Entzündung der Mandeln löst in den meisten Fällen Symptome wie Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und teilweise auch Fieber aus. Ausgelöst werden kann eine Mandelentzündung sowohl durch Viren, als auch durch Bakterien. Zudem unterscheiden Mediziner zwischen akuten und chronischen Mandelentzündungen. Die Behandlung einer Mandelentzündung richtet sich nach der Ursache und der Schwere der Symptome.
Entzündung der Mandeln: Was sind die Gaumenmandeln?
Die beiden Gaumenmandeln befinden sich links und rechts zwischen dem hinteren und vorderen Rachenbogen. Sie sind Bestandteil des sogenannten lymphatischen Rachenrings. Dieser wiederum ist ein Teil des Immunsystems und hat die Aufgabe, Keime, die mit der Atemluft in den Mund-Rachen-Raum gelangen, zu bekämpfen.
Die Gaumenmandeln sind etwa ein bis zwei Zentimeter dick und bestehen aus lymphatischem Gewebe. Die Oberfläche ist mit Furchen übersät, den sogenannten Krypten. In diesen sammeln sich zusammen mit geringen Mengen an Speiseresten auch Bakterien an, die das Immunsystem anregen. Die Krypten entleeren sich in regelmäßigen Abständen, um neue Bakterien aufnehmen zu können, wodurch das Immunsystem kontinuierlich herausgefordert wird. Die Ausscheidungen der Krypten bilden teilweise einen weißlichen Belag auf den Mandeln. Hierbei handelt es sich nicht um eine Mandelentzündung.
Ursachen: Wie entsteht eine Mandelentzündung?
Die Frage nach den Ursachen einer Mandelentzündung lässt sich nicht pauschal beantworten, da es unterschiedliche mögliche Auslöser gibt. Zudem kann eine Mandelentzündung selbst das Symptom einer eigenständigen Erkrankung sein.
Ursachen der akuten Mandelentzündung
Eine akute Mandelentzündung kann sowohl durch Viren oder durch Bakterien oder durch eine Superinfektion hervorgerufen werden. Von einer Superinfektion sprechen Mediziner, wenn zu einer viral verursachten Mandelentzündung noch eine bakterielle hinzukommt.
- Bakterielle Mandelentzündungen werden häufig von Streptokokken, seltener von Staphylokokken, Pneumokokken oder Haemophilius Influenza-Bakterien hervorgerufen.
- Virale Mandelentzündungen werden beispielsweise durch das Epstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber), Coronaviren und vor allem bei Kindern RS-Viren hervorgerufen.
Ursachen der chronischen Mandelentzündung
Von einer chronischen Mandelentzündung sprechen Mediziner, wenn die Entzündung über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten besteht. Dabei ist zwischen zwei Formen der chronischen Mandelentzündung zu unterscheiden:
- Rezidivierende Infekte: Hierbei treten immer wieder neue Mandelentzündungen auf.
- Schwelende chronische Mandelentzündungen: Hierbei handelt es sich immer um die gleiche Erkrankung, die aber immer wieder aufflammt.
Symptome der Mandelentzündung: Wie äußert sich die Erkrankung?
Die Symptome bei einer akuten Mandelentzündung treten meist sehr plötzlich auf. Die Symptome einer viralen und einer bakteriellen Mandelentzündung ähneln sich, allerdings können Mediziner anhand eines speziellen Punktesystems bezüglich der Ausprägung der Symptome abschätzen, um welche Form der Mandelentzündung es sich handeln. Als Faustregel gilt für die Symptome bei den beiden Formen der Mandelentzündung folgendes:
Virale Mandelentzündung: Symptome
- Schnupfen
- Husten
- Halsschmerzen
- Schluckbeschwerden
- Ohrenschmerzen (vom Hals ausstrahlend)
- Kopf- und Gliederschmerzen
Bakterielle Mandelentzündung: Symptome
- Halsschmerzen, aber KEIN Husten
- Starkes Krankheitsgefühl
- Fieber über 38 Grad
- Schluckbeschwerden
- Geschwollene und schmerzhafte Lymphknoten am Hals
- Vergrößerte Mandeln
- Belegte Mandeln
- Mundgeruch, verursacht durch den eitrigen Belag auf den Mandeln
Anders sieht die Symptomatik bei einer chronischen Mandelentzündung, also einer Entzündung der Mandeln, die mindestens drei Monate anhält, aus. Die Symptome fallen hier meist deutlich schwächer aus und sind eher geprägt von folgenden Beschwerden:
- Leichte Halsschmerzen
- Kratzen im Hals
- Mundgeruch und/oder schlechter Geschmack im Mund
Allerdings ist es auch möglich, dass eine chronische Mandelentzündung nahezu symptomlos verläuft.
Diagnose: Wie lässt sich eine Mandelentzündung erkennen?
Zunächst erhebt der Arzt die sogenannte Anamnese. Des bedeutet, dass nach den Beschwerden gefragt wird und seit wann diese bestehen. Da die Symptome recht eindeutig sind, steht dann in der Regel bereits die Verdachtsdiagnose. Zusätzlich spiegelt der Arzt den Rachenraum und betrachtet die Mandeln. Zudem werden die Lymphknoten am Hals getastet. Ein Abstrich von den Mandeln ist nur in Ausnahmefällen erforderlich.
Da eine Mandelentzündung auch das Symptom einer anderen zugrundeliegenden Erkrankung sein kann, wird der Arzt bei der Untersuchung abklären, ob eine solche vorliegt. Grunderkrankungen, die eine Mandelentzündung auslösen können, sind zum Beispiel:
- Pfeiffersches Drüsenfieber
- Diphterie
- Scharlach
Besteht der Verdacht auf eine chronische Mandelentzündung, dann wird der Arzt in der Regel eine Blutuntersuchung vornehmen lassen. Auf diese Weise lassen sich Entzündungsparameter nachweisen.
Therapie: Wie wird eine Mandelentzündung behandelt?
Wie die Behandlung einer Mandelentzündung aussieht, hängt von der Ursache der Erkrankung sowie der Schwere der Symptome ab. Ist die Mandelentzündung durch Viren ausgelöst worden, dann erfolgt eine symptomatische Behandlung: Diese umfasst die Gabe von Schmerzmitteln, insbesondere Ibuprofen und Paracetamol, gegen Schmerzen und Fieber. Auf die Einnahme von Acetylsalicylsäure sollte wegen Verringerung der Blutgerinnung verzichtet werden, falls eine Operation unvermeidlich wird. Hausmittel wie Halswickel, Gurgeln mit Salbeitee oder Halsschmerztabletten unterstützen die Therapie.
Wird eine bakterielle Mandelentzündung diagnostiziert, kann ein Antibiotikum verschrieben werden. Ein Antibiotikum ist jedoch gegen eine rein virale Mandelentzündung wirkungslos, da sich mit diesem Medikament keine Viren, sondern nur Bakterien bekämpfen lassen. Zudem ist es wichtig, dass ein Antibiotikum entsprechend den Anweisungen des Arztes und bis zum Ende eingenommen wird.
Bei wiederkehrenden, mit Antibiotika behandelten, Mandelentzündungen kommt eine Mandelentfernung, die sogenannte Tonsillektomie, in Betracht. Als Entscheidungsgrundlage, ob eine Operation angezeigt ist, gilt in der Regel die folgende Faustformel:
- Bei weniger als drei Mandelentzündungen in 12 Monaten: Verzicht auf Operation
- Bei vier bis fünf Mandelentzündungen: Einzelfall abhängige Entscheidung
- Ab sechs Mandelentzündungen pro 12 Monaten: Operation ist in der Regel die Therapieform der Wahl
Prävention: Wie lässt sich einer Mandelentzündung vorbeugen?
Die Entstehung einer Mandelentzündung lässt sich nur bedingt vermeiden. Allerdings trägt eine gesunde Lebensführung zu einer Stärkung des Immunsystems bei, was wiederum das Risiko von Ansteckungen mit Viren und Bakterien verringert. Hierzu zählen:
- Ausgewogene Ernährung
- Verzicht auf Alkohol; zumindest aber moderater Konsum
- Verzicht auf Nikotin; beinhaltet auch das Meiden von Zigarettenrauch
- Regelmäßige Bewegung
- Ausreichend Schlaf
- Vermeidung von Stress, Stressmanagement
Während einer akuten Mandelentzündung können Patienten zu einem möglichst schnellen und komplikationslosen Verlauf beitragen:
- Bettruhe oder zumindest Schonung
- Feuchte Halswickel
- Halsschmerztabletten
- Ausreichend Flüssigkeitszufuhr; Tees, säurearme Säfte, Wasser
- Vermeidung von Zigarettenrauch
- Einnehmen von Medikamenten nach Verordnung