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herstellen ließ, begründet, 1810 aufgelöst wurde. Die 25 Stiftsdörfer der
Abtei gehörten seit 1838 der Prinzessin Marianne
der
Niederlande,
[* 2] der geschiedenen Gemahlin des Prinzen
Albrecht von
Preußen,
[* 3] die, nachdem das ehemalige Schloß und die Klostergebäude 1817 abgebrannt
waren, nach
Plänen von Schinkel durch Martius auf dem nahen Hartheberge ein großartiges Schloß in got.
Stil sowie unterhalb desselben eine evang.
Kirche erbauen ließ. Seit ihrem
Tode (1883) ist ihr Sohn, Prinz
Albrecht von
Preußen,
Besitzer des Schlosses und des 1876 gegründeten
Nassau-Oranien-NiederländischenFideikommisses, zu dem die Herrschaften Camenz, Seitenberg
und Schnallenstein gehören.
lucida (lat.,
d. i. lichte Kammer) ist ein (1809) vom Engländer
Wollaston erfundenes optisches Hilfsmittel
zum Landschaftszeichnen, das aber aus keinem kammerähnlichen Raume besteht, wie man aus seinem
Namen schließen könnte,
sondern aus einem kleinen, vierseitigen Glasprisma, dessen Winkel
[* 9] nach der Reihe 90, 67½, 135 und 67½°
betragen (s. beistehende
Skizze). Man hält dasselbe so, daß die eine, e m, der beiden einen rechten Winkel einschließenden
Flächen zuoberst und horizontal liegt, die andere,
m n, aber vertikal und den abzubildenden Gegenständen zugekehrt steht;
sieht man nun lotrecht hinunter auf die
Eckee der obern
Fläche e m, indem man das
Auge
[* 10] a jener
Ecke sehr nahe bringt, so erblickt
man die
Bilder der Gegenstände auf einem unter dem Prisma
[* 11] befindlichen Papier.
Dies kommt von der auf den beiden geneigten
Flächen e r und r n des Prismas durch
totale Reflexion bei
v und w erfolgten zweimaligen Spiegelung
[* 12] nach aufwärts in die eine halbe
Pupille des
Auges a, während man zugleich neben
der
Ecke e vorbei mit der andern halben
Pupille nach einem horizontalen Papier und der
Spitze eines Zeichenstiftes direkt hinsieht.
Da hierher auch das Spiegelbild b' des Objekts b projiciert wird, so läßt sich dieses
Bild nachzeichnen.
Kurzsichtige müssen sich dabei eines konkaven, vor die vertikale, den Gegenständen zugewendeten
Flächem n gestellten, Fernsichtige
eines konvexen, unterhalb des Prismas, an der Fassung desselben angebrachten
Glases bedienen. Um das
Auge nicht zu ermüden,
wendet man farbige Zwischengläser an.
Mittels seiner Fassung ist das Prisma an einem horizontalen
Arme festgemacht, der von
einer kleinen vertikalen
Säule ausgeht: eine Schraubenzwinge dient dazu, das
Instrument an den Tisch anzuschrauben.
Auch bei Mikroskopen und
Fernrohren läßt sich die Camera lucida anbringen, um die vergrößert gesehenen
Bilder nachzuzeichnen.
Man giebt dem Prisma in solchen Fällen die Form eines rechtwinklig-gleichschenkligen Prismas, das nur eine sehr geringe
Länge und
Breite
[* 13] hat; die Spiegelung geschieht dann an der innern Hypotenusenfläche infolge der dort eintretenden totalen
Reflexion.
[* 14]
Schon vor
Wollaston hatte
Sömmerring (1808) eine Camera lucida mittels eines sehr kleinen, unter 45°
gegen den Horizont
[* 15] geneigten Stahlspiegelchens konstruiert, bei welchem der Strahlengang ähnlich war wie bei den total reflektierenden
Prismen.
nuntĭi (lat.), Kammerboten, in der fränk.
Verfassung, ebenso wie Königsboten (Missi dominici) für einen bestimmten Fall beauftragte
Stellvertreter des Königs.
Die
Bezeichnung Camerae nuntii begegnet
nur für zwei schwäb.
Große (Erchanger und Berchtold), die urkundlich Pfalzgrafen
genannt werden und Anfang des 10. Jahrh. den Versuch machten, die herzogl.
Gewalt
an sich zu bringen.
obscūra (lat.,
d. i. dunkle Kammer). Bringt man in dem Fensterladen eines verdunkelten Raumes eine kleine
Öffnung an, so entstehen auf der gegenüberliegenden weißen
Wand umgekehrte
Bilder der vor dem Fenster
befindlichen beleuchteten Gegenstände, indem, wie die
[* 1]
Figur zeigt, das von A nach allen Seiten ausgehende
Licht
[* 16] durch die Öffnung hindurch nur eine bestimmte
Stellea derWand beleuchten kann. Ebenso gelangt das Licht von B nur nach
b. Hierbei kreuzen sich die Verbindungslinien
A a,
B b in der Öffnung.
Dieses einfache Experiment, das einen überraschenden Anblick bietet, wurde von Joh. Bapt.
Porta (1558) angestellt. Durch eine kleine Öffnung entstehen scharfe, aber lichtschwache
Bilder.
Porta verwendete später eine
große Öffnung, die er mit einer Linse deckte, die nun gleichwohl die von einem Punkt ausgehenden
Strahlen
wieder in einem Punkte sammelt, wobei aber allerdings nur in gewissen Entfernungen liegende Objekte auf der
Wand zur scharfen
Abbildung gelangen. Rob.
Hooke hat (1679) eine tragbare konstruiert, die zum Nachzeichnen verwendet werden konnte. Dieselbe
wird gegenwärtig durch die
Camera lucida (s. d.) ersetzt. Auch dasAuge ist, wie
Kepler erkannte, im wesentlichen
eine Das
Auge des Nautilus stellt eine Portasche
Camera ohne Linse vor. Die findet in verbesserter Form Anwendung in der
Photographie und heißt dann photographische
Camera (s.
Photographie).
Die pantoskopischc
Camera oder der
Panoramenapparat ist eine zuerst von dem deutschen Kupferstecher Martens
in
Paris
[* 17] angegebene photogr.
Camera, die sich während der
Aufnahme drehen läßt, sodaß die einzelnen
Teile einer Landschaft
nach und nach in das
Gesichtsfeld des
Apparats treten, wodurch es möglich wird, ein ganzes
Panorama auf einer einzigen Platte
aufzunehmen.Die im
Handel befindlichen photogr. Panoramenbilder nach Schweizerlandschaften sind in dieser
Weise gefertigt.