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Portugiesische Rebsorten in der DIVO-Selektion 2020
Die DIVO-Selektion 2020 bietet portugiesische Weine aus wohlbekannten Rebsorten wie Touriga Nacional, aber auch aus höchst raren und fast unbekannten Varietäten wie Galego Dourado. Die wichtigsten aus unserer Selektion 2020 werden nachfolgend in alphabetischer Reihenfolge vorgestellt, mit Angaben zu ihrer Herkunft, ihrer Verbreitung und den DIVO-Weinen, in denen sie zu finden sind.
Galego Dourado
Diese sehr seltene weisse Rebsorte (2010 waren nur 10 ha nachgewiesen) wurde von José da Mota Capitão, dem Gründer und Besitzer der Kellerei Herdade do Portocarro, vor dem Verschwinden gerettet. Bis heute ist er der einzige, der einen reinsortigen Wein aus Galega Dourado produziert. Die Rebsorte wurde im Alentejo in den 1920er und 1930er Jahren unter dem Druck der Militärdiktatur zunehmend aufgegeben und durch Weizenfelder ersetzt. Diese Rebsorte stammt wahrscheinlich aus der Region von Carcavelos und Colares in der Nähe von Lissabon, wo sie traditionell in Assemblagen für alkoholverstärkte Süssweine verwendet wurde. Aus ihr gekelterte Weine sind in der Regel rund, füllig und aromatisch.
Geronimo 2018, Partage, Parcela Unica
Península de Setúbal, Herdade do Portocarro
(Galego Dourado 60 %, Sercial 40 %)
Galego Dourado 2017, Partage, Parcela Unica
Península de Setúbal, Herdade do Portocarro
(Galego Dourado 100 %)
Jaén = Mencía
Der DNA-Test zeigt, dass die Rebsorte Jaén vom Dão, die früher als einheimisch angesehen wurde, nicht mit dem Jaén Tinto übereinstimmt, einer alten, fast verschwundenen Rotweinsorte aus dem Süden Spaniens. Dafür ist sie identisch mit der Mencía, einer Rebsorte aus dem Bierzo in der Provinz León im Nordwesten Spaniens. Es ist wahrscheinlich, dass die Mencía von Pilgern auf der Rückreise von Santiago de Compostela in die Region Dão eingeführt wurde. Die Mencía hat übrigens nicht das geringste mit Cabernet Sauvignon oder Grenache zu tun, wie bisweilen vermutet wird.
Die aus ihr gekelterten Weine sind sehr farbkräftig, fruchtig und geprägt von Himbeeraromen. Im Gaumen präsentieren sie sich wegen der schwachen Säure der Sorte ausnehmend weich. Sie eignen sich bestens für Assemblagen, besonders vorteilhaft ist eine Verbindung mit Touriga Nacional.
Terras de Tavares Reserva 2007
Dão DOC, João Tavares de Pina
(Jaén Tinto 50 %, Touriga Nacional 35 %, Rufete 15 %)
Sercial
Die Sercial ist eine weisse Rebsorte, die vor allem bekannt ist für ihre trockenen Weissweine von der Insel Madeira. Ursprünglich stammt sie aber vermutlich aus der Umgebung von Bucelas unweit von Lissabon, wo sie traditionellerweise unter dem Namen Esgana Cão kultiviert wird, was «Hunde-Würger» bedeutet – eine Anspielung auf ihre ausnehmend hohe Säure. Man darf die Sercial nicht mit der Cercial (oder Cerceal) aus dem Dão verwechseln. Sie ist kaum verbreitet und wurde gemäss der Statistik von 2010 nur auf 70 ha angebaut. Die Kellerei Herdade do Portocarro ist die einzige, die diese Rebsorte reinsortig vinifiziert. Die Weine besitzen eine verrückte Säure, die an Riesling erinnert, zu der die Sercial allerdings keinerlei Verbindung hat. Die Aromatik der Sercial-Weine lässt ebenfalls an grosse deutsche Rieslinggewächse denken; sie besitzen auch genauso viel Säure und sind ebenso komplex wie diese.
Sercial, Partage, Parcela Unica 2017
Península de Setúbal, Herdade do Portocarro
(Sercial 100 %)
Síria
Die Síria ist eine uralte weisse Rebsorte, die auf der ganzen iberischen Halbinsel verbreitet ist, und zwar unter zahlreichen Synonymen (Códega, Doña Blanca, Malvasia Castellana, Roupeiro usw.). Sie war bereits im Mittelalter bekannt als Rebsorte, die der Abillo ähnelt. Ihr Herkunftsort könnte sich in der Umgebung von Pinhel befinden, im Distrikt von Guarda im Nordosten von Portugal. Sie könnte ein Eltern- oder Grosselternteil der Cayetana Blanca sein, einer ebenfalls sehr alten und weit verbreiteten Rebsorte.
Die aus Síria gekelterten Weine bieten Aromen von Linden-, Akazien- und Orangenblüten, sie weisen eine mittlere Säure auf und verlangen nach einer präzisen Vinifikation, denn sie sind delikat und anfällig für Oxydation.
Rufia Orange 2018
Dão DOC, João Tavares de Pina
(Síria 28 %, Bical 24 %, Cerceal Branco 18 %, Encruzado 18 %, Malvasia 12 %)
Touriga Franca
Trotz ihres Namens «französische Touriga», stammt diese Rotweinsorte nicht aus dem Hexagon, sondern sehr viel wahrscheinlicher aus der Douroregion, wo sie zur Assemblage der Portweine gehört. Der DNA-Test hat gezeigt, dass sie ein natürliches Kind von Touriga Nacional und der uralten Sorte Marufo ist; Letztere ist unter ihren zahlreichen Synonymen (Brujidera, Moravia Dulce, Mourisco Tinto usw.) auf der ganzen iberischen Halbinsel verbreitet.
Die Touriga Franca ist mit fast 9000 Hektaren die am meisten angepflanzte Sorte am Douro. Sie ergibt weniger konzentrierte Weine als die Touriga Nacional, ist aber sehr fein, von mittlerer Fülle und mit intensiven Aromen von roten Früchten, Veilchen und getrockneten Kräutern. Man findet sie auch in den Regionen Trás-os-Montes, Lissabon, Tejo, Alentejo und Setúbal sowie in Kalifornien und Australien.
Beira Douro Touriga Franca/Touriga Nacional 2016
Cap Wine/Sofia Valente
(Touriga Franca, Touriga Nacional)
Quinta Beira Douro Vinhas Velhas 2014
Cap Wine/Sofia Valente
(Touriga Franca, Touriga Nacional)
Cavalo Maluco 2008
Península de Setúbal, Herdade do Portocarro
(Touriga Franca 60 %, Touriga Nacional 30 %, Petit Verdot 10 %)
Reserva, Douro DOC 2014
Odisseia Wines
(Touriga Nacional 40 %, Touriga Franca 30 %, Tinta Roriz 30 %)
Douro DOC 2017
Odisseia Wines
(Touriga Franca 40 %, Tinta Roriz 40 %, Touriga Nacional 20 %)
Touriga Nacional
Die Touriga Nacional ist vor allem dafür bekannt, mit gegen 7300 Hektaren die grundlegende Rotweinsorte für die Produktion der Portweine im Douro zu sein, nach der Touriga Franca mit fast 9000 Hektaren. Früher war die Touriga Nacional auch im Dão weit verbreitet, wo sie zu trockenen Rotweinen verarbeitet wurde. Heute wird sie in zahlreichen Regionen Portugals angebaut (Bairrada, Tejo, Lissabon, Halbinsel Setúbal, Alentejo und Algarve), aber auch in Spanien, im Priorat, in Australien und in Kalifornien.
Ursprünglich stammt die Touriga Nacional zweifellos aus dem Dão, wo sie erstmals 1822 schriftlich erwähnt wurde. Ihr Name soll übrigens vom Dorf Tourgio im Dão abstammen.
Der DNA-Test hat aufgezeigt, dass die Touriga Franca, die ebenfalls für die Produktion von Portwein verwendet wird, ein natürliches Kind von Touriga Nacional und der alten, sehr verbreiteten Sorte Marufo ist.
Die aus ihr gekelterten Weine sind farbkräftig, konzentriert, tanninreich und fruchtig, mit Aromen von Bergamotte, Rosmarin, Rosen und Veilchen.
Terras de Tavares Reserva 2007
Dão DOC, João Tavares de Pina
(Jaén 50 %, Touriga Nacional 35 %, Rufete 15 %)
Herdade do Portocarro 2011
Partage Touriga Nacional, Península de Setúbal, Herdade do Portocarro
(Touriga Nacional 100 %)
Reserva, Douro DOC 2014
Odisseia Wines
(Touriga Nacional 40 %, Touriga Franca 30 %, Tinta Roriz 30 %)
Quinta Beira Douro Vinhas Velhas 2014
Cap Wine/Sofia Valente
(Touriga Franca, Touriga Nacional)
Cavalo Maluco 2008
Península de Setúbal, Herdade do Portocarro
(Touriga Franca 60 %, Touriga Nacional 20 %, Petit Verdot 10 %)
Quinta do Quevedo
Tous les vins rouges
Viosinho
Die Viosinho ist eine alte weisse Rebsorte vom Douro, die mit Lado, Tinta Francisca und Tinto Cão verwandt sein könnte. Wenig produktiv und sehr frühreif, ergibt sie frische, aromatische Weine von guter Struktur, die an Sauvignon Blanc erinnern. Sie wird hauptsächlich in alten Weinbergen ihrer Heimatregion Douro kultiviert sowie in Trás-os-Montes; insgesamt bedeckt sie rund 100 Hektaren. Die Viosinho wird in der Regel zusammen mit anderen lokalen Rebsorten wie Rabigato und Gouveio in Assemblagen verwendet, für trockene Weisse wie auch für weisse Portweine.
Reserva Branco 2017
Odisseia Wines, Douro DOC
(Viosinho 40 %, Codega (Côdega) 30 %, Rabigato 30 %)
Oscar’s White 2018
Quinta do Quevedo
(Rabigato 37 %, Verdelho 32 %, Viosinho 31 %)
White Port
Porto DOC, Quinta do Quevedo