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GESCHICHTEN
aus dem Leben
IT`S A LONG WAY-
Ein Gast aus dem CHAI erzählt:
Ich heisse Maria*, bin in Ecuador geboren und habe zwei Kinder: ein sieben-
jähriges Mädchen und ein Baby das erst acht Monate alt ist. Ich lebe seit 2005 in Spanien. Dort fand ich auch Arbeit und alles war gut. Dann bot mir jemand ein
Haus an, das ich innert 30 Jahren abbezahlen könne. Deshalb begann ich regelmässig bezahlter Arbeit nachzugehen. Plötzlich stiegen die Hypothekarzinsen derart stark an, dass ich sie nicht mehr begleichen konnte. Ich vermietete Zimmer, um dennoch bezahlen zu können. Dann ging die Firma, in der ich arbeitete, Konkurs, und ich verlor meine Arbeitsstelle. So kam es, dass alles Einkommen, das ich erwirtschaften konnte, für die Wohnung und die Nebenkosten drauf ging. Einige Zeit konnten wir von unseren Vorräten leben.
In dieser Zeit hatte das ältere meiner Kinder einen schweren Unfall, der ihr fast das Leben gekostet hätte. Es fehlt ihr jetzt ein Knöchelchen in der rechten Stirnhälfte, aber Gott sei Dank geht es ihr wieder gut. Ich war alleinerziehend und machte eine Ausbildung in der Altenpflege, um Arbeit zu finden. Aber die Mühe war vergeblich - ich fand keine Arbeit. Später fand ich, im Stundenlohn und nur an den Wochenenden, Arbeit in einer Konditorei. Dann wurde ich wegrationalisiert.
Ich lernte meinen Ehemann kennen, er arbeitete im Unterhalt eines Hotels. Kurze Zeit nach unserer Hochzeit verlor er allerdings ebenfalls seine Arbeit. So waren wir beide arbeitslos und hörten auf, den Hypothekarkredit zurück zu zahlen. Jetzt nahm mir die Bank das Haus weg, aber ich musste weiterfahren, die Schulden zurückzubezahlen. Mein Haus wurde versteigert, aber das Geld reichte nicht zur Schuldensanierung aus. Deshalb hat man mir auch meine Wohnung weggenommen.
Wie bereits erwähnt habe ich ein Baby im Alter von acht Monaten. Ihn musste ich zusammen mit meinem Ehemann in Spanien zurücklassen. Meine sieben-jährige Tochter habe ich vor einigen Monaten zu meiner Mutter nach Ecuador geschickt.
Ich habe mich entschieden, nach Zürich zu kommen, um hier zu versuchen Arbeit zu finden und hoffe, meiner Familie und mir dadurch eine bessere Zukunft aufbauen zu können. Denn Spanien steckt in der Wirtschaftskrise. Es ist sehr schwierig dort eine Arbeitsstelle zu finden.
Für die Reise in die Schweiz habe ich etwas Geld bekommen, doch kannte ich niemanden hier in Zürich. Ich war alleine. Mein einziger Freund ist Gott, und ich denke, solange ich Gott habe, fehlt mir nichts. Ich bin Gott sehr dankbar. Im Flughafen habe ich mit einer jungen Frau gesprochen, sie sagte mir, ihr Mann arbeite in Zürich. Durch ihn erfuhr ich vom Chrischtehüsli. Momentan darf ich bei den Mutter Theresa Schwestern in Zürich wohnen.
Es ist schwierig für mich, getrennt von meinen Kindern und meinem Ehemann zu sein. Nacht für Nacht weine ich um sie und träume von ihnen. Ich bitte Gott täglich mich zu führen. Ich bitte ihn, mir eine Arbeit zu geben, damit ich wieder zusammen mit meiner Familie sein kann. Ich mache mir viele Sorgen um meine Familie in Spanien. Das Thema „Wohnen“ sehe ich sehr schwierig, aber nicht unmöglich. Ich glaube, dass alle Anstrengungen und Opfer ihre Früchte tragen werden.
Ich bitte Gott mich zu führen und mich in Kontakt mit der richtigen Person zu bringen, die uns eine Wohnung vermieten kann. Denn in Spanien bin ich dabei, alles zu verlieren. Die Bank hat mich gebeten die letzten acht Jahre abzubezahlen, denn wir haben nur die Zinsen des Hauses bezahlt.
* Name geändert!