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Ausgangslage
Das Risikogebiet der Ansteckung mit dem Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME-Virus) wurde in der Schweiz auf alle Kantone mit Ausnahmen der Kantone Genf und Tessin ausgeweitet. Während Pfadiaktivitäten hält man sich vermehrt im Lebensraum von Zecken auf, die am häufigsten für die Übertragung des FSME-Virus verantwortlich sind. Wir empfehlen aus diesem Grund allen Teilnehmenden und Leitenden der Pfadi Aargau die FSME-Impfung.
Begriffserklärung
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine virale Erkrankung. Die Symptome treten ungefähr nach 7-14 Tage nach dem Stich einer mit dem Virus infizierten Zecke auf. Die Krankheit kann beim Infizierten Fieber, Müdigkeit, Übelkeit, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit auslösen. Bei einem Drittel der Betroffenen kommt es nach dieser ersten symptomatischen Phase zusätzlich zur Entzündung der Hirnhäute und des Hirngewebes. Dadurch manifestieren sich in der zweiten Krankheitsphase vor allem neurologische Symptome wie Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Lichtsensitivität, Orientierungslosigkeit, Verhaltens-Veränderungen, Benommenheit, Schläfrigkeit, Lähmungserscheinungen, Krampfanfälle und ein Meningismus. In seltenen Fällen kommt es zu einem chronisch progressiven Verlauf der FSME-Virus-Erkrankung, der zu Gedächtnisverlust, Sprachstörungen, Epilepsie, Stimmungsveränderungen, Müdigkeit und Störungen in der Motorischen Aktivität führen kann. Die Anzahl Betroffenen, die an der Infektion des FSME-Virus versterben, liegt je nach Subgruppe des Virus bei 1 – 2 bis 8%.
Die Übertragung des FSME-Virus auf den Menschen geschieht in den häufigsten Fällen durch den Stich einer Zecke, welche als Zwischenwirt fungiert. Der Lebensraum dieser Zecken sind Gebiete, welche an Waldränder, bei Waldlichtungen, oder an Waldwegen liegen sowie Hecken und Weiden mit hohem Gras. Im Falle eines Zeckenstich wird der virale Krankheitserreger sofort übertragen. Dadurch kann auch die unmittelbare Entfernung der Zecke nicht verhindern, dass man mit dem FSME-Virus infiziert wird (was trotzdem unbedingt empfohlen ist, weil dadurch die Übertragung der Borreliose, einer weiteren durch Zecken übertragenen Krankheit, verhindert werden kann!).
Was hat sich verändert
Seit 2016 vermerkt das Bundesamt für Statistik gesamtschweizerisch einen Anstieg der gemeldeten FSME-Fälle. Durch die Erfassung der wahrscheinlichen Zeckenstichorte oder der Wohngemeinde der infizierten Personen konnte beobachtet werden, dass sich die Risikogebiete in den letzten 20 Jahren ausgeweitet haben. Das Gebiet, in dem man in Gefahr ist, durch einen Zeckenstich mit dem FSME-Virus infiziert zu werden, ist grösser geworden.
Empfehlung der Pfadi Aargau
In der ganzen Schweiz (mit der Ausnahme der Kantone Genf und Tessin) besteht ein Risiko an FSME zu erkranken, wenn man sich im Lebensraum der Erreger-tragenden Zecken aufhält. Weil Pfadiaktivitäten zu einem grossen Teil dort stattfinden, wo sich auch die Zecken bevorzugt aufhalten, gehören Pfadfinder*innen zu einer Risikopopulation für die Infektion mit dem FSME-Virus. Aus diesem Grund sieht sich die Pfadi Aargau verantwortlich, das Bewusstsein bei ihren Teilnehmenden für Schutzmassnahmen, welche gegen eine Infektion durch einen Zeckenstich gerichtet sind, zu stärken.
Die zuverlässigste Methode, sich gegen den Virus zu schützen, ist die FSME-Impfung. Die Pfadi Aargau empfiehlt aus diesem Grund allen Teilnehmenden und Leitenden die FSME-Impfung.
Ausgewählte Informationskontaktstellen
Bundesamt für Gesundheit (BAG):
Bundesamt für Gesundheit. Frühsommer-Meningoenzephalitis, 25.05.2019: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/fsme.html