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Beide Bilder – die Braut und die Stadt – stellen eine grosse Gruppe von Gläubigen dar, aber unter verschiedenen Gesichtspunkten, sonst wären es nicht zwei Bilder. Von der Frau des Lammes wird in Kapitel 19,7.8 gesprochen. Sie ist gekleidet in feine Leinwand: die Gerechtigkeiten der Heiligen. Diese Beschreibung zeigt, dass sich die Frau des Lammes aus Heiligen zusammensetzt, gekleidet in die eigenen Werke der Gerechtigkeit.
Aber, obwohl Johannes in Kapitel 19 von der Frau des Lammes hörte, so sah er sie in diesem Augenblick nicht. In Kapitel 21,9 hingegen sprach ein Engel zu Johannes: «Komm her, ich will dir die Braut, die Frau des Lammes, zeigen.» Wenn sie in Kapitel 19 eine Gruppe von Heiligen war, handelt es sich dann in Kapitel 21, nicht um dieselbe Gruppe?
Ferner zeigte ihm der Engel, der Johannes einlud, die Braut, die Frau des Lammes zu sehen, die heilige Stadt, Jerusalem, herabkommend aus dem Himmel von Gott. Johannes schaute nach der Braut aus und sah die Stadt (V. 10). Aber Johannes wurde vom heiligen Engel nicht getäuscht: Die Braut war die Stadt, die er sah.
Zwei verschiedene Charaktere der verherrlichten Heiligen werden durch die beiden Bilder dargestellt:
- Die «Braut» ist ihr Anblick gegenüber dem Lamm;
- die «Stadt» ist ihr Anblick gegenüber der Welt.
Im Bild der «Braut» wird die kollektive Beziehung der verherrlichten Heiligen zu dem Lamm, in der innigen Verbindung der Liebe, gezeigt. In der «Stadt» wird ihre Beziehung, als dem Sitz der Herrschaft über Israel und die Nationen, während des Tausendjährigen Reiches, beleuchtet.
In Kapitel 21,10-27 haben wir Christi wahre Braut und Stadt, während wir in den Kapiteln 17 und 18 die falsche Braut und Stadt vor uns haben. Der Engel zeigt dort Johannes die bekennende Kirche als ausschweifende Frau in ihrer Beziehung zu Christus, und als eine grosse politische und kommerzielle Macht in ihrer Beziehung zur Welt.
So beziehen sich also beide Bilder in Kapitel 21, die Braut und die Stadt, auf die verherrlichten Heiligen, gerade so, wie in Kapitel 17,18 diese Bilder auf Babylon angewendet werden: «Und die Frau, die du sahst, ist die grosse Stadt, die das Königtum hat über die Könige der Erde.»
Aber die heilige Stadt, Jerusalem, wird alle jene umfassen, die während den tausend Jahren mit Christus leben und über die Erde herrschen. Und diese werden die vorkirchlichen Heiligen einschliessen, wie auch die nachkirchlichen Heiligen, von denen in Kapitel 20,4 gesprochen wird. Neben der Braut, der Frau des Lammes, werden auch jene, die zum Hochzeitsmahl des Lammes geladen sind (Off 19,9), an der Regierungsherrlichkeit des Lammes teilhaben, wenn auch nicht in der innigen Zuneigung und bräutlichen Segnung der Kirche. In diesem Licht betrachtet wird die Stadt eine grössere Gruppe von Heiligen umfassen als die Braut.