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Häufige Fragen
Häufige Fragen
Hier finden Sie die Antworten auf folgende Fragen:
Streifung
- Was ist eine Streifung?
- Welches sind die Symptome einer Streifung?
- Was ist die Ursache dieser Durchblutungsstörung im Gehirn?
- Welche Katastrophe droht nach einer Streifung?
- Was ist das richtige Verhalten beim Auftreten einer Streifung?
- Welche Massnahmen verhindern das Auftreten eines Schlaganfalls nach einer Streifung?
- Gibt es Präventivmassnahmen?
Schlaganfall
- Was sind die Ursachen eines Schlaganfalls?
- Was sind die Symptome eines Schlaganfalls?
- Was ist zu tun bei einem Schlaganfall?
- Der Patient wird nach einem Schlaganfall in ein Spital gebracht. Welche Schritte werden nun eingeleitet?
- Was sind die Folgen eines Schlaganfalls?
- Was versteht man unter dem Begriff interventionelle Neuroradiologie?
Streifung
Was ist eine Streifung?
Eine Streifung, auch Transiente Ischämische Attacke (TIA) genannt, ist die Folge einer plötzlich auftretenden, jedoch vorübergehenden Durchblutungsstörung eines Hirnareals. Die dort lokalisierten Nervenzellen erhalten keinen Sauerstoff und keine Energieträger mehr und stellen ihre Funktion ein. Je nachdem, welches Hirnareal betroffen ist, treten unterschiedliche Symptome auf: Die Symptome einer Streifung sind identisch mit denjenigen eines Schlaganfalls (Hirnschlag). Sie dauern bei einer Streifung weniger als 24 Stunden, meist weniger als 30 Minuten; Bei einem Schlaganfall halten sie jedoch mindestens 24 Stunden an.
Welches sind die Symptome einer Streifung?
- Seh- und Sprachstörungen, undeutliches Sprechen
- Gefühlsstörung oder Schwäche in einer Gesichtshälfte
- Gefühlsstörung oder Schwäche in einem Arm, einem Bein oder einer Körperseite
Weitere Symptome können Doppelbilder sein, Ungeschicklichkeiten oder Koordinationsstörungen von Armen und Beinen sowie Gangstörungen. Ein alleiniger Schwindel ist meist nicht Ausdruck einer TIA, im Zusammenhang mit den anderen genannten Problemen kann es aber auch Zeichen einer TIA sein.
Die Symptome dauern bei einer Streifung weniger als 24 Stunden, meist weniger als 30 Minuten.
Was ist die Ursache dieser Durchblutungsstörung im Gehirn?
Die Hirndurchblutungsstörung entsteht durch ein Blutgerinnsel, welches eine das Gehirn mit Blut versorgende Hirnarterie verschliesst. Das Blutgerinnsel wird in einer grösseren Arterie oder dem Herz gebildet und mit dem Blutstrom ins Hirn geschwemmt. Zudem können Erkrankungen auch kleine, das Hirn versorgende Arterien verschliessen. Bei etwa jedem 5. Patienten bleibt die Ursache der Streifung unklar, was jedoch keinen Nachteil für die Prognose bedeutet. Die übliche Ursache einer Erkrankung der das Hirn versorgenden Arterien ist die Arteriosklerose, die meist auch andere Arterien des Körpers (Herzkranzgefässe, Beinarterien usw.) befällt. Die Arteriosklerose entsteht durch sogenannte vaskuläre Risikofaktoren, wobei Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und Diabetes mellitus die wichtigsten sind.
Abb. 1 Abb. 2
Abb. 1: Die häufigsten Ursachen einer Streifung:
a: Blutgerinnsel, welches im linken Herzohr durch Vorhof-flimmern entstanden ist (Hirnembolie aus dem Herz, 25 %)
b–d: Arterienverkalkung und -verstopfung (Arteriosklerose, 30 %)
b: Einengung der Hauptschlagader, der sog. Aorta (Aortensklerose, 8 %)
c: Einengung oder Verschluss der Halsschlagader, der sog. Arteria carotis interna (Karotisstenose oder -verschluss, 12 %)
d: Einengung oder Verschluss einer im Schädel befind-lichen Hirnarterie (10 %)
e: Verkalkung und Einengung oder Verschluss einer kleinen Hirnarterie (Arteriolosklerose, 30 %)
Abb. 2: Angiographie der Hirnarterien, die eine Verengung der linken Halsschlagader zeigt
Welche Katastrophe droht nach einer Streifung?
Folgen nach 48 Stunden
Ohne Behandlung erleidet jeder 20. Patient in den ersten 48 Stunden nach einer Streifung einen Schlaganfall. Eine rasche medizinische Versorgung nach einer Streifung ist deshalb unerlässlich!
Folgen nach 3 Monaten
In den ersten 3 Monaten nach einer Streifung tritt bei jedem 4. Patienten ein Schlaganfall, eine erneute Streifung oder ein Herzinfarkt auf, oder er wird wegen Herzproblemen ins Spital eingeliefert oder er verstirbt. Eine rasche medizinische Versorgung nach einer Streifung ist deshalb unerlässlich!
Was ist das richtige Verhalten beim Auftreten einer Streifung?
Richtiges Verhalten beim Auftreten eines Schlaganfalls - jede Sekunde zählt
Eine notfallmässige Abklärung und sofort anschliessende Präventivmassnahmen senken das Risiko eines Schlaganfalls um 80%!
- Gehen Sie sofort zum Arzt oder rufen Sie über die Notrufnummer 144 eine Ambulanz.
- Berichten Sie über die erlittenen Symptome, auch wenn diese bereits abgeklungen sind.
- Bestehen Sie darauf, dass Sie in ein Akutspital oder bevorzugt direkt in ein Spital mit einer spezialisierten «Stroke Unit» (Schlaganfall-Zentrum) eingeliefert werden.
An der Klinik Hirslanden ist die «Stroke Unit» 365 Tage / 24 Stunden über die Telefonnummer 044 387 35 35 erreichbar.
Das richtige Verhalten anhand eines Patientenbeispiels
Samstagmorgen, das Rentnerehepaar Ursula und Peter M. sitzen gemütlich beim gemeinsamen Frühstück. Plötzlich fällt der am Vortag 80 Jahre alt gewordenen Ursula das Messer aus der rechten Hand. Peter blickt seine Ursula erstaunt an und stellt mit Schrecken fest, dass nicht nur ihre Hand schlaff herunterhängt, sondern auch ihr Mund schief ist. Ihm wird die Situation unheimlich und er alarmiert über die Notfallnummer 144 die Ambulanz. Mit Blaulicht wird Ursula in ein «Comprehensive Stroke Center», eine Spezialabteilung für Patienten mit Streifung, Schlaganfall und anderen Erkrankungen der Hirngefässe, eingeliefert. Dort angekommen, sind Ursulas Symptome schon abgeklungen, worüber sich Peter sehr freut. Anderseits denkt er: «Vielleicht war es doch nicht so schlimm und wir haben der Ambulanz, dem Spital und dem Arzt unnötig viele Umstände gemacht.» Weit gefehlt! Ursula wird vom Arzt untersucht, Blut wird entnommen und ein EKG erstellt; dieses zeigt eine häufige Rhythmusstörung, nämlich ein Vorhofflimmern. Das Ultraschallbild der das Hirn versorgenden Arterien ist normal. Zum Schluss wird ein Kernspintomogramm des Gehirns angefertigt. Der Arzt erklärt dem Ehepaar M., dass die Ursache der Streifung das Vorhofflimmern sei. Dieses habe die Entwicklung eines Blutgerinnsels im Herz ermöglicht. Es müsse deshalb unverzüglich eine Blutverdünnung eingeleitet werden, wodurch das Risiko eines Schlaganfalls massiv verkleinert werde. Dann wendet sich der Arzt Peter zu und gratuliert ihm zu seinem Handeln. Indem er die Ambulanz alarmierte, habe er seine Frau vor Schlimmerem bewahrt. Der Arzt erklärt den beiden Ursache und lauernde Gefahren der Streifung. Ursula und Peter wissen nun, dass sie dank Medikamenten und einigen Änderungen ihrer Lebensgewohnheiten das Risiko eines Schlaganfalls und anderer Katastrophen deutlich reduzieren können.
Welche Massnahmen verhindern das Auftreten eines Schlaganfalls nach einer Streifung?
Medikamentöse Behandlung mit Substanzen
Der sofortige Beginn einer medikamentösen Behandlung mit Substanzen, welche die Bildung von Blutgerinnseln verhindern, ist entscheidend. Dabei handelt es sich entweder um Substanzen welche die Bildung von Blutgerinnseln, die aus Blutplättchen bestehen, hemmen, die sogenannten Blutplättchenhemmer (Acetylsalicylsäure, Dipyridamol oder Clopidogrel). Solche Blutgerinnsel entstehen typischerweise in grossen oder kleinen Arterien, welche das Gehirn versorgen. Anderseits verhindern die eingesetzten Antikoagulantien, dass sich Blutgerinnsel im Herz bilden.
Operativ
Falls die Streifung durch ein Gerinnsel verursacht wurde, dessen Ursprung in einer eingeengten Halsschlagader liegt, sollte diese Einengung in den nächsten 48 Stunden durch eine Operation beseitigt werden. Wichtig ist auch, die oben genannten vaskulären Risikofaktoren durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten günstig zu beeinflussen.
Gibt es Präventivmassnahmen?
Wichtig ist die Umstellung der Lebensgewohnheit.
- Stopp des Rauchens
- Gesunde Ernährung: Vermeidung von gesättigten Fettsäuren und Cholesterin (z.B. tierische Fette, Fleisch, Eier)
- Bewegung und Sport
Trotz dieser Massnahmen ist es oft notwendig, Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes mellitus und erhöhten Cholesterinwerten einzusetzen. Diese Massnahmen bekämpfen die Arteriosklerose und verkleinern auch das Risiko anderer Gefässerkrankungen und eines Herzinfarkts.
Schlaganfall
Was sind die Ursachen eines Schlaganfalls?
Die häufigste Ursache für eine Durchblutungsstörung im Gehirn sind Herzrhythmus-Störungen. Dadurch können Gerinnsel entstehen, die ins Gehirn abgeschwemmt werden und dort ein Gefäss verstopfen. Ursache können aber auch Engstellen in hirnversorgenden Arterien sein. An solchen kann sich ein Gerinnsel bilden oder ein kompletter Arterienverschluss entstehen.
Hauptursachen für einen Schlaganfall sind vor allem:
- Herzrhythmus-Störungen
- Arterienverengungen
Hauptrisikofaktoren für einen Schlaganfall sind:
- Hoher Blutdruck
- Rauchen
- Fettstoffwechselstörungen
- Übergewicht
- Erhöhte Blutfettwerte
- Bewegungsmangel
- Diabetes mellitus
Was sind die Symptome eines Schlaganfalls?
Der Schlaganfall macht sich in der Regel plötzlich bemerkbar. Die Beschwerden sind davon abhängig, welcher Bereich des Gehirns von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten ist.
Häufige, ganz plötzlich auftretende Symptome:
- Lähmung von Gesicht, Arm und Bein einer Körperseite
- Sprachstörungen
- Bewusstseinsstörungen
- Schwindel mit Gangstörungen
- Verwirrtheit
- Sehstörungen: beidseits Gesichtsfeldausfall oder einseitige Sehstörungen
Was ist zu tun bei einem Schlaganfall?
Da ein Schlaganfall schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben kann, ist eine frühzeitige Behandlung sehr wichtig. Werden Symptome eines Schlaganfalls bemerkbar, sollte sofort im Notfallzentrum angerufen und vom Notfallarzt Beratung erfragt werden. Ein rascher Transport in eine entsprechend ausgerüstete Klinik erlaubt eine speditive fachärztliche Abklärung mit Bildgebung zur Diagnostik des verursachenden Problems.
Der Patient wird nach einem Schlaganfall in ein Spital gebracht. Welche Schritte werden nun eingeleitet?
Der sofortige Beginn einer Behandlung mit Medikamenten, welche die Bildung von Blutgerinnseln verhindern, ist entscheidend. Je nach Herkunft der Blutgerinnsel werden die sogenannten Bluplättchenhemmer oder Antikoagulanzien eingesetzt. Falls die Streifung durch ein Gerinnsel verursacht wurde, dessen Ursprung in einer eingeengten Halsschlagader liegt, sollte diese Einengung in den nächsten 48 Stunden durch eine Operation beseitigt werden. Besteht ein Hauptgefässverschluss, muss rasch gehandelt und eine Rekanalisation (Wiedereröffnung) eingeleitet werden, was ein rasches Aufbieten eines multidisziplinären Schlaganfall-Notfallteams bedingt. Die Rekanalisationsbehandlung eines Hauptgefässes wird durch das interventionelle Team der Neuroradiologie an der Klinik Hirslanden innert weniger als einer Stunde nach Eintritt durchgeführt.
Was sind die Folgen eines Schlaganfalls?
Die Folgen eines Schlaganfalls können mit neurologischen Ausfällen von sehr unterschiedlicher Ausprägung einhergehen. Sie können sehr gering sein, sodass der Patient selbständig weiterleben kann; es sind aber auch Ausfälle möglich, die bewirken, dass der Patient lebenslang auf Hilfe angewiesen bleibt.
Was versteht man unter dem Begriff interventionelle Neuroradiologie?
Wenn die verschlossene Arterie und das von ihr versorgte Territorium klein ist, wird ein Hirnschlag durch ein intravenös verabreichtes Medikament behandelt; ein interventionell tätiger Neuroradiologe kommt dann zum Einsatz, wenn eine grosse hirnversorgende Arterie mit mehr als 2 mm Durchmesser verschlossen ist, die mechanisch über den arteriellen Weg eröffnet werden muss. Diesen Teil der Hirnschlag-Behandlung übernimmt der Neuroradiologe, indem er einen sehr kleinen Katheter bis zum Ort des Arterien-Verschlusses vorschiebt und das Blutgerinnsel mit technischen Instrumenten herausholt.