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Wie sicher ist der Austausch von Informationen in einer digital vernetzten Welt? Können wir davon ausgehen, dass unsere Informationen vertrauenswürdig behandelt werden? Und wie kann man seine Privatsphäre auf Reisen im Internet schützen?
Geheimes geheim halten
Die Frage bezüglich der Sicherheit von Kommunikationskanälen geht weit zurück in das Alte Ägypten (kryptowissen.de, 2021) und gewann über die letzten Jahrhunderte sukzessive an Bedeutung. So wurden einst Leibeigene dazu missbraucht, um Informationen verschleiert und unbemerkt zu transportieren (wikipedia.org, 2021). Dies, indem ihnen die Haare geschoren und Nachrichten auf die Kopfhaut tätowiert wurden. Nachdem die Haare nachgewachsen waren, schickte man sie zum Empfänger. Später wurden in geschlossenen Gemeinschaften eigene Sprachen und Symbole entwickelt, welche nur einer geringen Zahl von vertrauenswürdigen Personen zugänglich waren (derstandard.at, 2021). Immer mit dem partikularen Ziel, die Informationen nur autorisierten Subjekten zugänglich zu machen. Darauf folgten erste logische Verfahren, welche mathematisch beschreibbar waren und der Begriff der Kryptografie wurde etabliert und geprägt (kryptowissen.de, 2021). Die Zielsetzung blieb die gleiche, nur nahm der Stellenwert im staatlichen und militärischen Umfeld rapide zu, was mit der Entwicklung von zusätzlichen Kommunikationskanälen korrelierte (Telegraphie, Telefonie, Funk, Internet, etc.).
Der Blick über den Tellerrand: Nutzen UND Gefahren des Kommunikationsverhaltens im Internet erkennen
Sie ahnen es bestimmt? Zwischenzeitlich hat sich auch das Kommunikationsverhalten abseits der staatlichen Stellen gleichwohl verändert. Briefe und Karten wurden zu E-Mails, SMS (engl. Smart Message Services) und WhatsApp-Nachrichten. Persönliche Unterhaltungen zu Telefongesprächen und Treffen zu digitalen Konferenzen sowie Facetime-Sitzungen. Obwohl die einzelnen Nachrichten, welche wir mit beinahe Lichtgeschwindigkeit durch die verschiedenen Netzwerke senden, nicht immer von strategischer Bedeutung sind, birgt diese zügellose Kommunikation für jeden von uns unterschiedliche Gefahren. Es ermöglicht die Verfolgung von Dissidenten, die Unterdrückung der Meinungsfreiheit sowie das Ausspionieren und Überwachen von ganzen Bevölkerungsschichten. Glücklicherweise gibt es Staaten, Rechtsstaaten und somit BürgerInnen, welche nicht direkt oder nur teilweise von diesen frevlerischen Handlungen betroffen sind – zu diesen zähle ich mich. Trotzdem sollte sich jede Bürgerin und jeder Bürger damit auseinandersetzen. Aber weshalb? Die Antwort darauf ist wesentlich trivialer als Sie vermutlich denken.
Erstens, damit die Persönlichkeitsrechte und der Datenschutz weiterhin ein hohes Gut in unserer Nation bleiben! Dies ist alles andere als selbstverständlich, da die Europäische Union (EU) zurzeit darüber debattiert, ob kryptografische Verfahren für zivile Anwendungen geschwächt werden sollten (zwecks der Strafverfolgung und Prävention). Zweitens, bewegen wir uns als globalisierte Gesellschaft oftmals ausserhalb der eigenen rechtsstaatlichen Grenzen, sei es für Ferien an idyllischen Plätzen, Studienaufenthalte an interessanten Universitäten oder lediglich für einen Arbeitsauftrag fernab des Hier und Jetzt. So sollten wir alle in der Lage sein, unsere Kommunikationskanäle gezielt auszuwählen und diese mit modernen und angepassten Mitteln zu schützen. Sie ahnen es erneut, klar tun Sie dies! Die Entwicklung einer eigenen Sprache ist nicht vonnöten. Sondern achten Sie lediglich auf die folgenden Dinge, wenn sie sich in einem Gebiet aufhalten, in welchem Ihr Vertrauen gegenüber der dort ansässigen Obrigkeit nur partiell gegeben ist:
Tipps für einen sicheren Umgang mit dem Internet (auf Reisen)
- Versuchen Sie sich nicht allzu fest im Internet zu exponieren (Soziale Medien etc.). Provokante Inhalte könnten Sie auf das Monitoring der entsprechenden Sicherheitsbehörden bringen.
- Halten Sie das Smartphone / mobile Gerät auf dem aktuellen Stand. Ansonsten ist es ein Leichtes, Opfer eines Staatstrojaners zu werden.
- Härten Sie ihre mobilen Geräte. Das heisst, werfen Sie allen unnötigen Ballast ab. Deaktivieren und löschen Sie alles, was Sie schon immer loshaben wollten. Konfigurieren Sie Zugriffsrichtlinien (Kontakte, Standortdaten etc.) rigoros!
- Geben Sie das Smartphone nie aus der Hand und wenn Sie dies trotzdem den Beamten bei der Einreise zeigen müssen, gehen Sie davon aus, dass es kompromittiert wurde. Glauben Sie mir, das geht schneller als Sie denken!
- Gehen Sie davon aus, dass Ihre Passwörter und/oder Pins anderen Personen bekannt sind, da diese leicht mittels Überwachungskameras (oder anderen Technologien) erfasst und rekonstruiert werden können (z. B. wenn Sie das Passwort bei der Grenzkontrolle in der Schlange eingeben).
- Laden Sie keine lokalen Apps/Software herunter (z.B. Touristenführer der Stadt *ABC-City“), welche vielleicht am Flughafen über QR-Codes angeboten werden.
- Nehmen Sie nur Informationen mit, welche für die Reise / den Aufenthalt notwendig sind und schützen Sie diese entsprechend (verschlüsseln).
- Vertrauen Sie keinen Internetzugängen! Nicht dem „Free Wifi“ am Flughafen, nicht dem „Free Wifi ABC-City“, nicht dem Hotel-WLAN (Gehen Sie einfach davon aus, dass der Verkehr mitgelesen wird, ganz bestimmt :D).
- Wenn Sie trotzdem Internetverbindungen nutzen müssen, nur über einen VPN-Service (engl. Virtual Private Network), welcher in einem für Sie vertrauenswürdigen Staat terminiert. Dadurch wird ein Tunnel aufgebaut, welcher es Ihnen erlaubt, die Informationen verschlüsselt in diesen Staat und von dort ins Internet weiterzuleiten.
- Umgehen Sie gezielt die „Staatsfirewall" durch das Verwenden eines anonymitätsfördernden Netzwerkes (oder eben VPN).
Und nun?
Diese Liste ist weder vollständig noch abschliessend und adressiert lediglich einige Basispunkte, welche ich auf meinen Reisen und Abenteuern unter anderen beachte. Sollten Sie sich nun konkreter für Ihre Sicherheit interessieren, bin ich sicher, dass Sie weiterführende Informationen mittels den Suchabfragen „vpn anonymity for ios“ sowie "ios encryption“ und „ios hardening checklist“ bei Google fündig werden. Oder wechseln Sie gleich auf ein Endgerät, welches die Privatsphäre und Anonymität der Benutzer versucht zu schützen. Ich denke unter dem Suchbegriff „smartphone for privacy“ sollten Sie weiterkommen.
Quellen und weitere Informationen
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