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Die gemeinnützige Alfred Escher-Stiftung wurde 2006 errichtet. Ihr Zweck besteht darin, die historisch-kritische Forschung zu Eschers Leben und Werk zu fördern und die Forschungsergebnisse an ein breites Publikum zu vermitteln. Ein zentrales Element bei der Erfüllung dieser Aufgabe ist die Publikation der Korrespondenz Alfred Eschers.
Bereits vor der Gründung der Stiftung, im Frühjahr 2006, erschien aus Anlass des 150-Jahr-Jubiläums der Schweizerischen Kreditanstalt (heute Credit Suisse) die breit angelegte und umfangreiche vierbändige Escher-Biographie «Alfred Escher, 1819–1882 – Der Aufbruch zur modernen Schweiz» von Joseph Jung, Verlag NZZ Libro, Zürich. Diese Publikation stützt sich erstmals systematisch auf die Briefe von und an Escher und wertet diese entsprechend ihrer Konzeption aus. Einzelne Briefe werden transkribiert, andere paraphrasiert wiedergegeben. Eine gekürzte einbändige Fassung mit dem Titel «Alfred Escher (1819–1882). Aufstieg, Macht, Tragik», ebenfalls von Joseph Jung, ist erstmals 2007 erschienen und liegt seit 2009 in der vierten, erweiterten Auflage vor (Verlag NZZ Libro, Zürich).
Die systematischen Transkriptionsarbeiten im Hinblick auf die vollständige und umfassende digitale Edition der Briefe von und an Alfred Escher wurden von der Alfred Escher-Stiftung 2008 aufgenommen.
Die Publikation der Korrespondenz Eschers erfolgt im Rahmen eines multimedialen Editionsprojekts. Die Briefe werden als gedruckte Reihe und online als digitale Edition publiziert. Beide Editionen basieren auf denselben XML-Dokumenten. Die Datenstrukturen der verschiedenen Dokumente sind – in Zusammenarbeit mit der Firma swissedit (Satz wissenschaftlicher Editionen und Publikationen) – namentlich von der Computerlinguistin Ute Recker-Hamm massgeblich definiert worden.
In der gedruckten Editionsreihe, die unter der Herausgeberschaft und wissenschaftlichen Leitung von Professor Joseph Jung erstellt wird, sind bisher drei Bände im Verlag NZZ Libro in Zürich erschienen; Band 4 ist in Drucklegung.
Im August 2010 präsentierte die Alfred Escher-Stiftung einem Kreis von Experten und Vertretern von Bibliotheken und Archiven an einem Symposium in Zürich das Projekt der digitalen Briefedition. In der Folge erstellte die Stiftung ein Konzept mit einer Grobspezifikation. Darin sind die Erkenntnisse des Symposiums ebenso eingeflossen wie die Projektionen von Patrick Sahle (Cologne Center for eHumanities, Universität Köln), in denen dieser Möglichkeiten von und Erwartungen an digitale Briefeditionen aus editionstheoretischer Sicht generisch aufzeigt.
Im Januar 2011 veranstaltete die Alfred Escher-Stiftung gemeinsam mit Editionsspezialisten an der Universität Köln einen Workshop zur kritischen Diskussion des bestehenden Konzepts. Die sich auf die Ergebnisse in Köln abstützende Detailspezifikation der Edition wird regelmässig von externen Experten kritisch begutachtet. Die Umsetzung der Spezifikationen erfolgt sowohl auf inhaltlicher als auch auf technischer Ebene durch die Alfred Escher-Stiftung. Sie wird unterstützt durch Ute Recker-Hamm, Peter Cicman, Julian Grote, Marco Hauri, Ingo Hofmann und Alexander Wirth. Im Verlauf des Projekts finden regelmässig Überprüfungen durch Vertreter verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen, von Archiven und Bibliotheken sowie durch Editionsspezialisten statt (Sounding Boards, Testimonials). Diese kritischen Auseinandersetzungen werden ausgewertet und fliessen in die Umsetzung ein.
Am 21. Februar 2012 waren 501 Briefe von und an Alfred Escher aus dem Zeitraum von 1831 bis 1848 online geschaltet. In den kommenden Jahren wird der Datenbestand der digitalen Edition sukzessive ausgebaut; ebenso werden technische Erweiterungen und Optimierungen verschiedenster Art durchgeführt. Der Abschluss des Projekts mit der erfolgten Aufschaltung aller rund 4500 Briefe von und an Alfred Escher ist bis 2015 geplant.