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Stummfilm von
Alfred Hitchcock
mit Marie Ault, Arthur Chesney, June Tripp, Malcolm Keen, Ivor Novello u.a.
GB 1927, 70', DCP, stumm mit Zwischentafeln (E)
Im Gespräch mit Truffaut bezeichnet Hitchcock «The Lodger» als seinen ersten richtigen Spielfilm. Erzählt wird die mysteriöse Geschichte eines Serienkillers, der im Schutz des Londoner Nebels ausschliesslich blonde Frauen ermordet. Von Angst, Schaulust und medialer Sensationsgier getrieben, beginnt ein Spiel von Verdächtigungen, scheinbarem Wissen und sexueller Anziehung. Dabei interessiert sich Hitchcock nicht in erster Linie für die Suche nach dem Täter – das Publikum erfährt wie nebenbei, wer der Mörder ist. Zum ersten Mal treffen wir hier auf das Thema des gewöhnlichen Mannes, der eines Verbrechens beschuldigt wird, das er nicht begangen hat. Die ZuschauerInnen wissen, dass der Mann unschuldig ist, sie werden Teil des Geheimnisses und erleben so ein starkes Gefühl der Gefahr und der Spannung.
Hitchcock verwischt geschickt Grenzen von Schuld und Unschuld, Faszination und Schrecken. Stilistisch brilliant orientiert er sich am deutschen expressionistischen Film, insbesondere in Bezug auf die Inszenierung des filmischen Raums. Subjektive Befindlichkeiten sindt in räumlicher Architektur dargestellt – das erste Mal treffen wir auf das Motiv der Treppe, einem Kernstück von Hitchcocks Filmkunst.
Zitat Hitchcock: «Ich verliere den Zuschauer nie aus den Augen...»
Cameo-Auftritt: In der Zeitungsredaktion sitzend und unter den Schaulustigen stehend.