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Weiche Wüste
Ich empfinde ein Gefühl der Freude als ich bei meinen Grosseltern ankomme. Diese Aufregung ausserhalb des Hauses zu schlafen, ist für mich immer speziell ausser bei meinen Grosseltern, dort fühle ich mich sicher. Am Abend, nachdem wir ein Moment vor dem Fernsehen gelegen haben, ist es Zeit ins Bett zu gehen. In dem kleinen Zimmer finden wir die Betten schon vorbereitet. Der Raum ist nur mit zwei Einzelbetten möbliert. Ich schlüpfe in die Laken und wickele mich in die weiche Daune ein. Ein angenehmer Geruch von frischer Wäsche umgibt mich. Uns umgibt nur das Licht der Deckenlampe, das meine Grossmutter ausmacht, als sie uns gute Nacht wünscht.
Jetzt ist es ganz dunkel. Das warme gelbe Licht der Strassenlaternen gleitet durch die Vorhänge, die hinter meinem Kopf hängen. Ich erkenne die eingebauten Schränke, die bis zur Decke reichen. Sie sind mit Blumenmotiven geschmückt. Ich höre die Atmung meines Bruders, der auf dem Bett am Boden liegt. Mein Bett ist höher gelegen, sodass das Bett meines Bruders unter mein Bett verstaut werden kann. Die ganze Wohnung ist mit orientalischen Teppichen am Boden geschmückt. Gegen meinen Rücken fühle ich die kalte Wand. Die Tür befindet sich an meinen Füssen, daran erkenne ich Tüten, die eine unregelmässige und schwarze Masse bilden.
Als ich am Morgen aufwache wird das Licht stärker, da die Sonne die Strassenlaternen ablöst. Zum Glück werden die Sonnenstrahlen durch die Vorhänge gemildert. Ich höre meine Grossmutter, die das Frühstück in der Küche daneben vorbereitet. Ein Geruch von geröstetem Brot wird dem Geruch der Wäsche hinzugefügt. Mein Bruder schläft noch. Ich bleibe eine Weile in der dicken Decke eingewickelt, bevor ich aufstehe.
Basel, 2019