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Unter den zahlreichen Gattungen und Untergattungen eignen sich insbesondere vier Kulturbaumwollarten für die Herstellung von Garnen und Stoffen:
- Levante-Baumwolle (Gossypium herbaceum)
- Tree-Cotton (Gossypium arboreum)
- Hochland-Baumwolle (Gossypium hirsutum)
- Sea-Island-Baumwolle (Gossypium barbadense)
Baumwolle wächst vornehmlich in warmen, tropischen und subtropischen Regionen. Der Anbau braucht sehr viel Wasser und ist besonders verbreitet in:
- Ägypten
- südafrikanische Staaten
- Indien und Indonesien
- Süd- und Mittelamerika
- Südstaaten der USA
Die besonderen Eigenschaften der Baumwolle
Die Qualität der Baumwolle hängt von ihrer Stapellänge, also der Länge der einzelnen Samenfäden ab. Je länger die Fäden sind, desto besser lässt sich die Baumwolle verarbeiten und umso hochwertiger wird das Endprodukt. Eine besonders hohe Qualität mit einer Stapellänge über 32 Millimeter bieten:
- Giza- oder Mako-Baumwolle aus Ägypten
- Pima-Baumwolle aus Peru
- Sea-Island-Baumwolle aus den Inselstaaten Barbados, Antigua und Jamaika
Mit 90 Prozent den grössten Anteil der Baumwolle im Welthandel nimmt die Upland-Baumwolle ein. Sie hat eine Stapellänge von 25 bis 30 Millimeter und stammt aus dem Süden der USA, Mexiko und anderen mittelamerikanischen Staaten. Tree-Cotton mit einer kurzen Stapellänge unter 25 Millimeter eignet sich insbesondere für die Herstellung grober Materialien. Das vorwiegend aus Indien und Pakistan stammende Material nimmt den geringsten Anteil an der Baumwoll-Weltproduktion ein.
Die Qualität hängt zudem von der weiteren Verarbeitung ab. Besonders hochwertig ist die gekämmte Baumwolle. Das Kämmen vor dem Spinnen der Wolle entfernt die kurzen Fasern, sodass wiederum nur die längsten Fasern zur weiteren Verarbeitung gelangen.
Unabhängig von der Qualität der Baumwolle sind ihre positiven Eigenschaften. Eine grössere Stapellänge wirkt sich vornehmlich auf die Glätte des Garns und das angenehm weiche Tragegefühl aus. Baumwolle ist:
- robust
- pflegeleicht
- strapazierfähig
- luftdurchlässig
- feuchtigkeitsabsorbierend
- saugfähig
- hautsympathisch
- leicht zu färben
- kochfest
- resistent gegen Laugen und Säuren
Baumwolle zeichnet sich besonders durch ihre hohe Saugfähigkeit aus. Sie nimmt bis zu 65 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit auf. Auch starken Schmutz wie Öle und andere Fette nimmt die Baumwolle leicht auf und gibt sie bei der Reinigung ebenso leicht wieder ab. Eine weitere positive Eigenschaft: Baumwolle allein verursacht grundsätzlich keine Allergien.
Baumwollstoffe sind nicht elastisch? Das stimmt nicht unbedingt!
Als Nachteil der Baumwolle wird oft erwähnt, dass sie zum Knittern neigt und nicht elastisch ist. Das trifft jedoch nicht auf jede Form der Baumwollstoffe zu. Durch spezielle Veredelung kann Baumwolle knitterfrei werden. Ein fest gewebter Baumwollstoff wie Canvas oder Denim ist nicht elastisch und bietet sich daher für die Herstellung von robusten Textilien an. Werden Baumwollstoffe jedoch in Strickverfahren hergestellt, wie Jersey und T-Shirt-Stoffe, bieten sie aufgrund ihrer Verarbeitung eine angenehme Elastizität für die Herstellung von Bekleidung.
Welche Stoffe bestehen aus Baumwolle?
Baumwollstoffe haben abhängig von der Art ihrer Herstellung verschiedene Namen. Zu den bekanntesten zählen:
- Denim, der klassische Stoff für die Herstellung von Jeans
- Canvas als typischer Stoff zur Produktion von Taschen, Möbelbezügen, Vorhängen und Outdoor-Kleidung
- Cord als rippenförmiger Velours-Stoff
- Flanell, das durch Aufrauen angenehm weiche Oberflächen erhält
- Baumwoll-Samt als Velours-Material
- Frottee aus Baumwollschlingen mit besonders hoher Saugfähigkeit
- Damast mit glatten Oberflächen für Bettwäsche oder Tischdecken
- Gabardine als dichtes und weiches Gewebe
- Musselin aus feinen, locker gewebten Garnen
- Baumwollsatin mit angenehm seidigen Oberflächen
- Perkal als Gewebe aus weichen Baumwollfäden
- Jersey als gestrickter Stoff mit hoher Elastizität
- Köper und Twill für robuste Kleidungsstücke
- Renforcé, ein besonders fest gewebter Stoff mit glatten Oberflächen
Neben Stoffen aus reiner Baumwolle finden Sie Baumwoll-Mischfasern. Insbesondere in Verbindung mit synthetischen Fasern erhält die Baumwolle weitere positive Eigenschaften. Elastan etwa sorgt auch bei gewebten Baumwollstoffen für eine angenehme Elastizität. Im Angebot von Weisbrod entdecken Sie ein vielseitiges Angebot an Baumwollstoffen für die Herstellung von Kleidung, Haushaltstextilien und Dekorationen.
Was lässt sich aus Baumwollstoffen nähen?
Dank der vielseitigen Herstellungsverfahren, für die sich Baumwolle eignet, finden Sie Stoffe für viele Verwendungen. Robuste und steife Canvas-Stoffe mit rauen Oberflächen eignen sich hervorragend für eine starke Beanspruchung. Daraus können Sie Taschen oder Möbelbezüge nähen. Auch für dichte Vorhänge eignen sie sich ideal. Für Haushaltstextilien wie Tischdecken oder Trockentücher bietet sich Baumwolle in Köperbindung an. Sie ist nicht elastisch, aber auch nicht zu steif. Elegante Tischwäsche entsteht aus Damast und Renforcé. Ideal für Bettwäsche sind Flanellstoffe, Baumwoll-Biber, Damast und Baumwollsatin.
Für die Herstellung von Kleidung bieten gestrickte Stoffe wie Jersey, T-Shirt- und Sweatshirt-Stoffe optimale Eigenschaften. Cord, Denim und Twill sind eine gute Wahl für feste Kleidungsstücke, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Eine elegante Note unterstreichen Stoffe wie Samt, Gabardine und Jerseystoffe aus dem Sortiment von Weisbrod.