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Marderfelle.
Die Felle dieser kleinen Raubtiere, nahe Verwandte des vorzüglichsten Pelzträgers, des Zobels, gehören ebenfalls dem edlern Pelzwerk an. Die beiden bekanntesten Arten, die auf dem ganzen europäischen Kontinent wie in Asien lebend, sind der Stein- oder Hausmarder (Mustela foina) und der Baum- oder Edelmarder (M. martes). Während der erste seinen Aufenthalt mehr in der Nähe menschlicher Wohnungen oder vielmehr Geflügelhöfe, in Gemäuern, Holz- und Steinhaufen nimmt, wohnt der letzere ^[richtig: letztere] nur in Wäldern und schlägt sein Quartier gern in hohlen Bäumen auf.
Der Baummarder galt früher als der höchst gewertete von beiden und es wurden die Felle mit 30 Mk. pro Stück bezahlt, die des Steinmarders nur mit 10-15 Mk., wie aber der Preis sich nach Mode und Bedarf fortwährend ändert, so stehen heute beide Gattungen ungefähr in gleichem Wert d. i. 10-20 Mk. Wie alle Pelztiere hat auch der Marder seinen den Jahreszeiten entsprechenden Haarwechsel und sein Fell hat nur mitten im Winter den vollen Wert. Die Farbe des Edelmarders ist heller oder dunkler braun, und die ¶
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Felle nehmen mit der Dunkelheit der Farbe an Wert zu, weil sie dann dem Zobel an Färbung sich nähern. Die Kehle ist
dottergelb, Beine und Schwanz schwärzlich. Länge ohne den 24 cm langen Schwanz 43 cm. Die schönsten
Edelmarder liefert Norwegen, die nächstbesten Schottland; dann kommen der Qualität nach Italien, Schweden,
Norddeutschland, die Schweiz und die bayrische Hochebene, die Tatarei, Rußland, die Türkei und Ungarn. Die Baum
marderfelle
gehen häufig als Zobel, und was nicht von Natur hierzu dunkel genug gefärbt ist, färbt man nach.
Steinmarder sind viel häufiger als vorige und kommen in Menge zu Markte, gewöhnlich in Bündeln von 40 Stück. Die Färbung ist ein helleres, rötliches Braun, mit aschgrauem Flaumhaar, Kehle weiß, Kopf kastanienbraun, der übrige Körper graubraun. Länge von Körper und Schwanz etwas geringer als beim vorigen, das Haar auch gröber. Die schönsten und größten Steinmarder kommen aus Ungarn und der Türkei, den Ländern, wo die Edelmarder gerade am wenigsten schön sind.
Sonst bringen Rußland, Polen, Deutschland bedeutende Quantitäten davon in den Handel. Öfter werden die Felle ohne die langhaarigen
Schwänze, auch wohl ohne die Beine verkauft, und diese Abfallstücke besonders verwendet. Auch mit Steinmardern wird häufig
Zobelfärberei getrieben. Die
Marderfelle bilden ein leichtes, warmes und angenehmes Pelzwerk, das seine
Liebhaber in verschiednen Ländern findet; namentlich aber wissen die Russen die Edelmarder gebührend zu schätzen. Die Steinmarder
werden in der Regel in Fallen gefangen, die Baummarder größtenteils geschossen. Alle in Deutschland gemachte Beute aber
zieht sich aus der ursprünglichen Vereinzelung durch Zwischenhandel an dem großen Pelzmarkte Leipzig
zusammen. - Die Nordamerikaner haben ein verwandtes Pelztier, die Mustela canadensis, welches großartige Tribute an Fellen
liefern muß, die auch an den europäischen Markt kommen.
Dem Sprachgebrauche des Handels folgend, der diese Ware nicht zu den Mardern zählt, sondern durchweg als amerikanische Zobel
bezeichnet, soll dieselbe beim Zobel mit besprochen werden. Eine andre fremde Art ist noch der tatarische
Marder (Mustela sibirica), dessen Felle unter dem Namen Kalinken, Kalinsky, Kulonki in den Handel kommen. Das iltisähnliche
Tier ist nur im russischen Asien in Bergwäldern zu Hause und stellenweise häufig. Seine Farbe ist gelbrötlich, unterhalb
heller, der dichtbehaarte Schweif dunkler, Länge 24-28 cm, Schweif 14 cm.
Das Haar hat nur 2½ cm Länge. Die Russen selbst finden an diesem Pelzwerk seiner hellen Farbe wegen wenig Gefallen und es
ist daher im Handel nicht teuer (etwa 1 Rbl. pro Stück). Man verbraucht es zu Pelzfuttern, färbt es auch dunkel. Die Schweife
für sich sind 1½-2 Mk, wert und geben vorzügliche Malerpinsel. -
Marderfelle sind zollfrei; Waren
daraus werden gem. Tarif im Anh. Nr. 28 a und b verzollt.