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Die Stänzler: Ein Markenzeichen der BMG.
Die Basler Mittwoch-Gesellschaft wurde im Dezember 1907 als reine Männerclique von sieben Tambouren im Restaurant Muffler an der Steinentorstrasse in Basel gegründet. Schon früh setzte sie sich für die Nachwuchsförderung ein und gründete 1909 die erste Junge Garde Basels. Der langjährige Leiter ihrer Trommelschule, der Tambouren-Instruktor Joseph Wintzer, entwickelte für die BMG eine eigene Trommelnotation, die Hieroglyphen, welche noch heute bei zahlreichen Tambourencorps verwendet werden.
Nebst den alljährlichen Fasnachtsaktivitäten bilden die Stänzler ein Markenzeichen der BMG. Für die Fasnacht 1922 liess man zum Sujet "Piatzkommandomisere" als Fasnachtskostüme Stänzler-Uniformen anfertigen, die danach als Vereinsuniformen getragen werden konnten und übernimmt auch Uniformen der ehemaligen Basler Standeskompanie aus dem 18. und 19. Jahrhundert, mit denen sie noch heute an nationale und internationale Veranstaltungen eingeladen wird und Basel vertritt.
Nach dem Abzug der Franzosen 1804 machte der Kanton von seinem Recht Gebrauch, stehendes Militär gernäss Artikel IX der Bundesakte von 1803 zu unterhalten. Die Truppe erhielt, wie in verschiedenen anderen Schweizer Kantonen auch, die Bezeichnung "Standeskompanie" und war im Volksmund rasch als die "Stänzler" bekannt.
Als Unterkunft wurde den Basler Standeskompagnie die Gebäude der ehemaligen Stadtgarnison im einstigen Steinenkloster zugewiesen. Die Aufgaben der "Stänzler" war vor allem der Sicherheitsdienst in der Stadt. Dieser bestand aus der Überwachung der öffentlichen Gebäude und der Stadttore, auch Polizeidienste und Hilfeleistung bei Brandausbruch fielen in die Verantwortlichkeit der Stänzler. Sie fungierten zugleich als Nachtwächter, Objektschutz, Fremdenpolizei und Feuerwehr. U.a. waren die Stänzler auch für die Regelung des Verkehrs in der damals sehr engen Eisengasse zuständig.
Das triste und monotone Leben als Standessoldat wurde durch Hohn und Spott noch bitterer. Stänzler galten allesamt als rüpelhaft, trunksüchtig und liederlich. Es hiess, dass man einen Stänzlertrupp im Anmarsch stets an der vorauseilenden Alkoholfahne erkennen konnte.
Während den Trennungswirren 1830/33 kamen die Stänzler zum Kampfeinsatz. Die zur damaligen Zeit zu einem grossen Teil aus Baselbieter bestehenden Stänzler fochten am 3. August 1833 im Gefecht um die Griengrube oberhalb PraUein - die immer wieder genannte Hülftenschanze war nicht umkämpft, sondern wurde ohne Gefecht eingenommen. Die Stänzler trugen die Hauptlast des Kampfes, die Miliz sah oft nur zu, dementsprechend gross waren die Verluste.
Nach der Niederlage des 3. August 1833 musste die Standeskompanie im Herbst auf eidgenössischen Befehl hin aufgelöst werden. Am gleichen Tag als die eidgenössischen "Friedenstruppen" Basel verliessen wurde mit der Neuorganisation einer Truppe begonnen.
Die nunmehr "Standestruppe" genannte Stadtwache hatte ihre Quartiere weiterhin im alten Steinenkloster. Überliefert ist, dass die Truppe morgens "wenn es das Wetter leiden mocht"(!) zum Drill ausrückte um nach zwei Stunden wieder in die Kaserne zurückzukehren.
Das nahende Ende des Korps zeichnete sich in den 1840er Jahren ab, als die Desertationen überhand nahmen. Allein im Jahr 1845 hatten über 14% der Mannschaft die Standestruppen illegal verlassen um sich als Soldaten in fremden Armeen zu verdingen. Zwischen Februar und November 1855 machten sich alleine 73 Mann (von Total rund 200 Mann) davon. Die Krönung boten jene Stänzler, die bei St. Johann zur Torwache eingeteilt waren, ihre Wachschicht jedoch dazu nutzten allesamt nach Frankreich abzuhauen nachdem sie das Tor verschlossen und den Schlüssel in den Stadtgaben geworfen hatten.
Am 14. Juni 1856 kam es dann zur endgültigen Auflösung der Basler Standestruppen. Einige bewährte Stänzler wurden vom Basler Polizeikorps übernommen.
Eine längere, detaillierte Geschichte der Stänzler finden sie unter Geschichte.
Einige Höhepunkte ihrer Auftritte bilden die Teilnahme an der Landesausstellung 1939, der EXPO 1964, dem Carnaval d'Eté in St-Ouen Paris 1969, am Münchner Oktoberfest 1994, 2003 und 2010 oder am Cannstatter Volksfest in Stuttgart 2006. Dazu zählen Auftritte in Basel, etwa der Eröffnung der Grün 80, an offiziellen Anlässen der Basler Regierung, als Basler Delegation an verschiedenen Schützenfesten sowie an der 450 Jahr- und an der 500 Jahr-Feier des Eintritt Basels in die Eidgenossenschaft 1951 und 2001. Im 2014 haben die Stänzler auch den Sprung über den Teich gewagt und mit einer Delegation an der Steuben-Parade in New York teilgenommen.
Aufgrund verschiedener Recherchen können wir jedoch mit Sicherheit feststellen, dass die Stänzler-Uniformen der BMG mitnichten an die der Stänzler, also der ehemaligen Standeskompagnie (1804 - 1833) angelehnt sind.
Die Uniformen der BMG sind der Uniform der Basler Standestruppen ( 1833 - 1856) nachempfunden. Genauer gesagt den Uniformen der Artilleriekompagnie des Stadtregiments der Basler Miliz. Zeitlich etwa den 1830er Jahren zuzuordnen.