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Eine Gefässverengung (Stenose) kann nicht nur die Gefässe im Herzen, Gehirn oder den Beinen, sondern auch im Bereich des Bauchs betreffen. So können sich zum Beispiel die Nieren- und Darmarterien verengen oder sogar ganz verschliessen. Alles über die Ursachen, Symptome und Behandlungen bei einer Nierenarterienstenose und Darmarterienstenose finden Sie hier.
Die arterielle Verschlusskrankheit betrifft oft die Gefässe der Beine, des Herzens oder des Gehirns. Aber in sehr seltenen Fällen können sich auch in den Darm- und Nierengefässen Engstellen bilden (Nierenarterienstenose / Mesenterialarterienstenose). Den arteriellen Verschlusskrankheiten gemeinsam ist, dass sich in der Regel Ablagerungen an den Arterienwänden bilden, die sogenannten Plaques. Aufgrund dieser Arterienverkalkung (Arteriosklerose) verengt sich das Gefäss zunehmend, verhärtet sich und wird dadurch weniger elastisch. Der Blutfluss in der betroffenen Region wird immer weiter eingeschränkt. Schliesslich kann sich das Gefäss teilweise oder sogar ganz verschliessen. In der betroffenen Region erhält das Organ, das normalerweise über diese Arterien versorgt wird, zu wenig Blut – und damit zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe. Es funktioniert dadurch nicht mehr so, wie es eigentlich sollte.
Der Körper verfügt in der Regel über zwei Nieren, die jeweils über mindestens eine Nierenarterie mit sauerstoff- und nährstoffreichem Blut versorgt werden. Nierenarterienstenose heisst das Krankheitsbild, wenn eine Niere aufgrund der Gefässverengung nicht mehr richtig durchblutet wird (Ischämie). Und das hat Folgen. Denn die Niere ist wesentlich an der Regulierung des Blutdruckes beteiligt, indem sie bestimmte Hormone ausschüttet. Bei einer verengten Nierenarterie setzt die Niere Hormone frei, die den Blutdruck erhöhen. Und dieser Bluthochdruck kann, insbesondere am Herzen, wiederum Schäden verursachen oder sogar Ursache für einen Schlaganfall sein. Ausserdem nimmt das Nierengewebe selber Schaden und die Entgiftungsfunktion des Organs nimmt immer weiter ab. Verschliesst sich die Nierenarterie komplett, etwa durch ein Blutgerinnsel (Thrombus), ist ein Niereninfarkt die Folge. Dies führt zu einem sofortigen Verlust der Nierenfunktion der betroffenen Niere. Man muss daher den Engpass oder den Verschluss im Gefäss schnell beseitigen. Langfristig gilt es, den Bluthochdruck zu behandeln, um Folgeschäden zu verhindern.
Bei der Einengung einer Darmarterie erhält der Darm nicht mehr ausreichend Blut für seine Verdauungsarbeit. Der Körper hat zwar Möglichkeiten, die unterversorgten Darmabschnitte über Umgehungskreisläufe mit der Zeit wieder mit Blut zu versorgen – dennoch können Betroffene unter Schmerzen nach der Nahrungsaufnahme und Gewichtsverlust leiden (Angina intestinalis).
Bei einer Nierenarterienstenose sind verschiedene Ursachen möglich. Die wichtigsten sind:
Natürlich kann die Arterienverkalkung auch die Darmarterien betreffen und zu Verengungen oder Verschlüssen führen.
Die Folge einer Nierenarterienstenose ist in vielen Fällen ein Bluthochdruck (Hypertonie). Ein Bluthochdruck bleibt oft längere Zeit unbemerkt, weil er kaum oder keine Beschwerden verursacht. Für eine Nierenarterienstenose als Grund des Bluthochdrucks sprechen:
Sind mehrere Darmgefässe verengt, erleben Betroffene oft folgende Symptome:
Am Anfang der Diagnose steht immer das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zur Krankengeschichte, die Anamnese. Unter anderem werden folgende Fragen gestellt:
Dann folgt eine körperliche Untersuchung, bei der wir die Bauchregion auf Veränderungen hin abtasten. Wir prüfen zum Beispiel, ob Sie bei Druck Schmerzen empfinden und wo diese genau lokalisiert sind. Ausserdem hören wir den Bauch mit einem Stethoskop ab. Auffällige Geräusche lassen sich so feststellen. Auch eine Blutdruckmessung und Blutuntersuchung liefern uns wichtige Hinweise auf die Ursache der Beschwerden.
Dazu kommen bildgebende Verfahren in der Diagnostik einer arteriellen Versschlusskrankheit in der Bauchregion. Einige Beispiele:
Bei verengten Darmarterien kommen manchmal noch weitere Untersuchungen zum Einsatz, zum Beispiel eine Darm- und Magenspiegelung, Stuhluntersuchung oder ein Bauchultraschall. Oft liefern diese Untersuchungen jedoch unauffällige Ergebnisse.
Ein häufiger Grund für eine Verengung der Nierenarterien ist die Arteriosklerose. Auch bei verengten Darmarterien spielt sie manchmal eine Rolle. Sie könnten der Gefässverkalkung bis zu einem gewissen Mass vorbeugen, indem Sie die Risikofaktoren dafür minimieren oder ausschalten. Einige Tipps:
Wenn Sie einige dieser Tipps beherzigen, können Sie Ihre Gefässe schützen. Gegen manche Risikofaktoren können Sie jedoch selbst nichts ausrichten, zum Beispiel die Gene oder das Alter.
Der Verlauf und die Prognose bei einer Nierenarterienstenose beziehungsweise verengten Darmgefässen sind gut, wenn Sie frühzeitig ärztlichen Rat einholen, damit die Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt werden kann. Denn ohne Therapie schreitet die Erkrankung weiter fort und kann Schäden im gesamten Körper anrichten – nicht nur in den Nieren und im Darm. Verschliessen sich die Arterien in der Niere oder im Darm ganz, drohen ernsthafte Folgeschäden. Die Organe funktionieren aufgrund der fehlenden Durchblutung nicht mehr – Niereninfarkt und Darminfarkt können gefährliche Folgen sein.
Wenn Sie darauf achten, dass Ihre Risikofaktoren gut kontrolliert sind (kompletter Rauchstopp, Behandlung des Bluthochdrucks, der Blutfette und der Zuckerkrankheit), können Sie auch selbst einen wichtigen Beitrag leisten, um Ihre Arterien lange gesund zu erhalten.
Die Therapie hängt davon ab, wie viele und wie stark die Darmgefässe beziehungsweise die Nierenarterien verengt sind und wie intensiv die Beschwerden ausfallen. Bei einem operativen Eingriff wird vom Institut für Anästhesiologie das individuell auf Sie angepasste Anästhesie-Verfahren ausgewählt.
Verengte Darmgefässe und Nierenarterien können wir mit verschiedenen Methoden behandeln, die individuell auf Sie zugeschnitten werden. Die wichtigsten Therapien sind: