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Animismus,
das von G. E.
Stahl (s. d.) zu Anfang des 18. Jahrh. aufgestellte
System in der
Medizin, wonach die vernünftige Seele (anima) als das Princip des Lebens betrachtet wird. Die
Krankheiten, lehrte
Stahl, seien Reaktionen der Seele gegen die Krankheitsursachen, d. h.
innerliche
Bewegungen, welche die Seele im Kampfe mit jenen
Ursachen ausführe, und die
ärztliche Behandlung müsse sich daher
darauf beschränken, die der Einwirkung entgegenstehenden Hindernisse wegzuräumen
und sie im Kampfe gegen die Krankheitsursachen
zu unterstützen. Die
Anhänger
Stahls wurden
Animisten genannt. Sein entschiedenster Gegner war Friedr. Hoffmann (s. d.).
- In der neuern anthropol. Forschung ist
Animismus als
Ausdruck für die bei allen Naturvölkern beobachtete
Neigung eingeführt worden, die ihnen mechanisch unerklärlichen Wirkungen der Dinge sich durch
Annahme seelischer Kräfte
oder handelnder Persönlichkeiten in den Dingen begreiflich zu machen.