Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03159.jsonl.gz/1578

- Tunesiens Ex-Langzeitherrscher Zine el Abidine Ben Ali ist im Exil gestorben.
- Er starb im Alter von 83 Jahren in der saudischen Hafenstadt Dschidda an den Folgen gesundheitlicher Probleme, wie sein Anwalt Mounir Ben Salha am Donnerstag erklärte.
- Ben Ali war der erste Herrscher, der im Zuge der arabischen Aufstände 2011 gestürzt wurde.
Mehr als 20 Jahre herrschte Zine el Abidine Ben Ali in Tunesien. Dann fegten ihn die arabischen Aufstände 2011 als ersten Herrscher der Region aus dem Amt. Er floh damals nach Saudi-Arabien ins Exil. Dort war er in der vergangenen Woche in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Der Gesundheitszustand des 83-Jährigen sei kritisch, aber stabil, erklärte sein Anwalt danach.
Dutzende Millionen Franken in Schweiz blockiert
Nach dem Ausbruch der Revolution im Jahr 2011 hat die Schweiz rund 60 Millionen Franken blockiert, die dem Clan um den verstorbenen tunesischen Ex-Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali zugerechnet werden. Nur ein kleiner Teil des Geldes ist seither nach Tunesien zurückgeflossen.
Tunesien war das Land in dem die arabischen Aufstände ausbrachen. Lange hatte Ben Ali es nach Amtsantritt geschafft, auf internationaler Bühne den Ruf eines skrupellosen Diktators zu vermeiden. Er galt als wirtschaftlicher Reformer. Unter ihm hatte Tunesien in Nordafrika den Ruf, mit den gut ausgebildeten Frauen und dem Wirtschaftswachstum ein Vorzeigemodell zu sein.
Arabischer Frühling wurde Ben Ali zum Verhängnis
Allerdings entzündeten sich nach dem Tod eines Gemüsehändlers in der Kleinstadt Sidi Bouzid im Dezember 2010 massive Proteste. Diese fegten Ben Ali schliesslich nach mehr als 20 Jahren an der Macht aus dem Amt. Er floh am 14. Januar 2011 nach Saudi-Arabien. Kaum etwas wurde seitdem über das Leben der Familie im Exil öffentlich bekannt.
Tunesien war nach seinem Sturz das einzige Land der Region, das den Übergang in die Demokratie schaffte. Demnächst wird in einer Stichwahl ein neuer Präsident bestimmt. Allerdings leidet das Land unter starken wirtschaftlichen Problemen.