Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03095.jsonl.gz/1334

Motion: Abfall auf die Bahn
Archiv: 22. Februar 2011
Monique Frey fordert die Regierung in einer Motion namens der G/JG-Fraktion auf, gesetzlich zu verankern, dass der Transport der Siedlungsabfälle über grössere Distanzen mit der Bahn in die neu geplante Kehrichtverbrennungsanlage «Renergia» in Perlen (Gemeinde Root) zu erfolgen hat, wenn dies wirtschaftlich tragbar ist und die Umwelt dadurch weniger belastet wird als durch andere Transportmittel.
Ebenso wird er aufgefordert, mit den anderen Kantonen, die Siedlungsabfälle an die «Renergia» in Perlen liefern, zu vereinbaren, dass sie ihrerseits gesetzliche Vorschriften erlassen, damit der Transport der Siedlungsabfälle über grössere Distanzen ebenfalls mit der Bahn abgewickelt wird, wenn dies wirtschaftlich tragbar ist und die Umwelt dadurch weniger belastet wird als durch andere Transportmittel.
Begründung:
Im Gebiet Wagmatt (Perlen, Gemeinde Root) ist der Neubau der Kehrichtverbrennungsanlage «Renergia» als Ersatz für die Anlage in Ibach (Gemeinde Luzern) vorgesehen. Die entsprechenden Planungen mit Machbarkeitsstudien, Standortevaluation und Projektierungsarbeiten für die Anlage sind seit rund drei Jahren im Gang. Diese neue Kehrichtverbrennungsanlage kann jährlich 200 000 Tonnen Abfall verbrennen. Dank der Abwärmenutzung durch die Perlen Papier AG hat das Projekt eine gute Ökobilanz und verspricht eine Reduktion der Luftschadstoffe im Raum Perlen und Root.
Durch die neue Anlage werden im Durchschnitt zirka 80 Lastwagen täglich zur Anlage hin- und von der Anlage wegfahren. Da an Wochenenden kaum Kehricht angeliefert wird, ist an Werktagen mit rund 200 Fahrten (100 Lastwagen) zu rechnen. Der Abtransport der Schlacke mit der Bahn ist laut Information aus dem Bebauungsplan eine «mittelfristige Option». Der Standort ist bereits heute mit Industriegleisen erschlossen. Den Gemeinden beziehungsweise Gemeindeverbänden, welche die Abfallsammlung organisieren, steht also die Möglichkeit offen, auch den Siedlungsabfall per Bahn anzuliefem.
Die Idee, die neue Anlage neben der Perlen Papier AG zu realisieren, beruht auf dem Konzept, dass die grossen Mengen nutzbarer Abwärme, welche die Verbrennungsprozesse ununterbrochen produzieren, in der Papierproduktion zu nutzen. Damit reduziert die Perlen Papier AG den Verbrauch von Heizöl um jährlich rund 40 000 Tonnen und senkt so den CO2-Ausstoss um jährlich rund 90 000 Tonnen. So verhilft die neue Anlage der Perlen Papier AG zu einer grüneren Weste. Diese gute Bilanz kann deutlich verbessert werden, wenn Transporte der Abfälle oder der Schlacke über lange Distanzen mit dem besten verfügbaren Transportsystem für diesen Zweck abgewickelt werden. Sowohl die umliegenden Bewohnerinnen und Bewohner wie auch die Umwelt werden es danken, wenn möglichst viele Lastwagen-Fahrkilometer eingespart und die Siedlungsabfälle per Bahn der Kehrichtverbrennungsanlage angeliefert werden.