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20 Aug Damit sich Liebe ereignen kann
Lob ist meist bewertend und kommt in einer Du-Botschaft daher. Sie enthält also eine Wertung über dein Gegenüber: „Du hast dich im Restaurant richtig gut benommen.“ oder „Du hast dich in der Schule wirklich verbessert.“ oder „Das hast du toll gemacht.“ Sie beinhalten immer die Botschaft: „Ich weiss es besser, ich stehe über dir und beurteile dich von oben herab.“ Jesper Juul nennt dies auch die „Definitionsmacht“ der Eltern. Meist beinhaltet diese Botschaft auch eine Absicht, nämlich jene, ein Verhalten zu verändern oder zu verstärken. Das heisst, sie ist höchst manipulativ.
Szenenwechsel: kennst du z. B. die Situation, wenn dir jemand sagt: „Du bist ja eine so gute Mutter.“? Was macht diese Aussage bei dir? Ich meinerseits denke: „Was weisst du schon über mich? Du hast ja keine Ahnung davon, wie ich mich manchmal fühle. Ich habe Tage, da fühle ich mich vollkommen unzulänglich und vollkommen fehl am Platz. Da denke ich, ich mache so ziemlich alles falsch, was falsch zu machen ist. Und wer bist du eigentlich, der da über mich urteilt?“ Und dann kommt mir der Gedanke: „Soll das heissen, ich soll ja weiterhin alles alleine stemmen?“
Deshalb plädiere ich dafür, stattdessen wertschätzende und anerkennende Ich-Botschaften auszusenden, um die Beziehungen zu deinen Familienmitgliedern zu stärken. Mir würde z. B. gut tun, wenn diese aussenstehende Person zu mir sagen würde: „Wow, mich beeindruckt, wie du deinen Familienalltag meisterst. Ich kann mir zwar vorstellen, wie streng so eine Aufgabe ist, jedoch sehe ich deine Kinder, die so voller Energie und Lebensfreude sind, ich denke deshalb, dass sie sehr gut aufgehoben sind.“ Diese Botschaft regt an, um in einen Dialog zu treten, oder? Was ist vor allem aber der grosse Unterschied? Der Betrachter spricht von sich. D. h. ihn beeindruckt das, was er sieht und spürt. Er spricht von seiner Wahrnehmung (Kinder voller Lebensfreude) und von seiner Schlussfolgerung (sie sind vermutlich sehr gut bei dir aufgehoben).
Dem Kind würde es vermutlich gefallen zu hören: „Wow, ich habe gesehen, wie du dich im Restaurant am Tisch mit deinen Autos beschäftigt hast und wie du zwischendurch immer wieder gemalt hast. Dadurch konnten wir Eltern so gute Gespräche führen. Es war so entspannt für mich. Vielen Dank für deine Geduld.“ (z. B.). Oder „Mich dünkt, dir fällt die Schule etwas leichter momentan. Ich höre dich gar nicht klagen zur Zeit. Du wirkst auf mich viel entspannter und zuversichtlicher. Stimmt das?“
Diese Botschaften sprechen von dir und von deiner Wahrnehmung und sind nicht bewertend oder gar manipulativ. Sie sind echt, authentisch und voller echter Anerkennung. So fühlen sich deine Familienmitglieder gesehen und wertvoll.
Und? Was hast du so für Botschaften, die du gerne anders senden würdest?
Die nächsten Daten für dich und deine gelingenden Beziehungen:
25. August + 8. September Online-Workshop „Gelingende (Paar-) Kommunikation“
Sei lieb umarmt, Susanne