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Verabschiedet an der an der Jahresversammlung vom 23. Feburar 2020 verabschiedet und modifiziert an der Delegiertenversammlung der JUSO Schweiz vom 24. April 2021.
Geschlechtergerechte Sprache
Geschlechtergerechte Sprache dient dazu, alle Geschlechter gleichermassen anzusprechen und sichtbar zu machen. Nicht alle Menschen identifizieren sich mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht. Es gibt trans, cis und inter Menschen. Diese identifizieren sich entweder binär als Mann oder Frau und*oder als nicht-binär, genderfluid und*oder agender.
Die Aufzählung ist nicht abschliessend. Wir versuchen wenn immer möglich, eine möglichst breite Geschlechtervielfalt zu repräsentieren. Die JUSO Schweiz hat sich für die Verwendung des Gender-Sternchen (Pfleger*innen, Bauarbeiter*in, Mitarbeiter*innen) entschieden. Der Stern verweist demnach auf breite und variable Geschlechtsidentitäten jenseits des binären «Frau-Mann» Schemas.
Kurzer "Genderglossar"
cis Person = identifiziert sich mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht
trans Person = identifiziert sich nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht
inter Person = ist ein Mensch, dessen Körper biologische Merkmale aufweist, die den binären Kategorien, die allgemein zur Unterscheidung von «weiblichen» und «männlichen» Körpern verwendet werden, nicht oder nur teilweise entsprechen.
binäre Person = sieht sich entweder als Mann oder Frau (unabhängig ob trans, inter, cis).
nicht binär = dies ist ein oft mehrfach verwendeter Begriff; er beschreibt einerseits als Sammelbegriff grundsätzlich Personen die sich selbst zwischen und*oder ausserhalb der Kategorien Mann und Frau sehen, kann aber auch als Identitätsbezeichnung verwendet werden.
genderfluid = nicht binäre Menschen die ihre Geschlechtsidentität als "flüssig" zwischen den Geschlechtern (zB. Mann und Frau) wahrnehmen
agender Menschen = Personen welche Geschlechterkategorien für sich selbst ablehnen.
Es gibt jedoch einige offene Punkte in der geschlechtergerechten Schreibweise, welche hiermit für den Moment geklärt werden sollen, da Sprache ein ständiger Prozess ist und nicht in Stein gemeisselt ist::
- Wann immer möglich und sinnvoll verwenden wir die Kurzform mit Gender-Sternchen. Wir ziehen dies der geschlechterneutralen Form vor. («Arbeitnehmer*innen» nicht: «Arbeitnehmende) Ausser es handelt sich um einen festen Begriff wie «Besitzende».
Begründung: Diese Form lässt explizit Platz für alle Personen zwischen und ausserhalb dem binären Geschlechtermodell. Die geschlechtsneutralen Formen werden immer noch stark mit Männern assoziiert.
- Mann und Frau werden nicht mit dem Genderstern am Schluss geschrieben.
Begründung: Es ist wichtig die angesprochenen Personengruppen zu benennen statt mit zu meinen. (z.B. Personen die als Männer gelesen werden, Menschen die menstruieren, FLINTA-Personen die von Sexismus betroffen sind...)
=> FLINTA = Frauen, Lesben, inter, nichtbinär, trans, agender/asexuell
weitere Infos: https://missy-magazine.de/blog/2018/05/11/stars-und-sternchen/
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- trans, inter und cis werden als Adjektive benutzt und fix nicht als Präfixe Vorsilben) benutzt.
- «jemand» wird zurzeit als geschlechtsneutral wahrgenommen und kann in Texten verwendet werden genauso wie der Ausdruck «jemensch».
Begründung: Das Wort „man“ kann etymologisch auf "Mann" zurückgeführt werden, wird zurzeit aber ebenfalls als geschlechtsneutral wahrgenommen. Aufgrund der erhöhten Zugänglichkeit von Texten darf es neben dem synonym brauchbaren "mensch" weiterhin verwendet werden.
- Auch negative Begriffe werden gegendert («Kapitalist*in» statt «Kapitalist»)
Begründung: Negative Begriffe werden von manchen Menschen nicht gegendert, um zu zeigen, dass es eben mehr Kapitalisten gibt als Kapitalistinnen. Um diesen Gedanken weiterzuziehen, müsste dann aber auch deklariert werden, dass die meisten Kapitalisten weisse, alte Männer sind. Wir sehen es als wichtiger an, politische Forderungen zu stellen, um unsere Kämpfe zu verbinden, als dies an einem Wort festzumachen. Zudem, auch Frauen können Abzockerinnen sein -> Martullo Blocher ;).
- Das generische Maskulinum wird in keiner Form akzeptiert!
Es werden keine Texte im generischen Maskulinum verfasst. Der Gebrauch von geschlechtergerechter Sprachen kann nicht durch eine Fussnote am Ende des Textes ersetzt werden. Klassisches Beispiel:
"Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt. Es sind jedoch beide/alle Geschlechter mit gemeint"
Begründung: Wir wollen in der JUSO Schweiz die Sichtbarkeit aller Geschlechter fördern und dies ist nur möglich, wenn wir konstant und ständig gendern.
Diese Regeln gelten ab sofort für sämtliche schriftliche Kommunikationsformen (Flyer, Transparente, E-Mails, Websites, Social Media, Medienmitteilungen etc.). Sie werden umgesetzt bei neuen Produkten oder bei der laufenden Überarbeitung.