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Bericht vom 23.04.2021: Fotovortrag
«Zar Peter der Grosse und
St. Petersburg»
Nach der coronabedingten Pause freute sich unser Präsident sichtlich, eine grössere Schar von Mitgliedern des forum 60 plus wieder einmal zu einem Vortrag begrüssen zu dürfen.
Alles war coronakonform vorbereitet, Abstände und Namensliste, sowie Schutzmasken waren selbstverständlich. Peter Frey bezeichnete diesen Tag als besonders erwähnenswert, denn seit September 2020 fand keine Veranstaltung mehr statt. Auch die Zuhörer*innen genossen es, einander wieder zu sehen.
Wer war der Mann, der diese Vision einer Stadt auf den Inseln im Newa-Delta realisieren liess? Auf der Leinwand im neuen Gemeindesaal Hausen prangt das Reiterstandbild von Peter dem Grossen, hoch zu Ross, als Wahrzeichen von Sankt Petersburg. Die Szene soll Peters Sieg über die Schweden in der Schlacht bei Poltawa darstellen.
Elisabeth Kuhnt als gewiefte Rednerin, trug dazu den ersten Vers von Puschkins «Der eherne Reiter» vor. Peter der Grosse war ein Erneuerer und er hatte die Idee, eine grandiose Hauptstadt nach westlichem Vorbild zu erstellen. Zudem lag diese neue Stadt am Newa-Delta strategisch richtig, um ihm den Zugang zur Ostsee zu sichern.
Peter der Grosse (1672 bis 1725) zielte auf Modernisierung und Expansion. Seine Anregungen holte er sich auf Reisen durch das westliche Europa. Zudem entwickelte er eine Leidenschaft für die Seefahrt, lernte selbst Zimmermann (Operette Zar und Zimmermann) und setzte seine Seetüchtigkeit in der Kriegsführung ein. Als erst 24 jähriger eroberte er mit seiner westlichen Militärtechnik unter andern die osmanische Festung Asow. Seiner Heimat wollte er zu Macht und Grösse verhelfen. Er modernisierte das Heer und die Verwaltung und verbesserte das Schulwesen.
1703 wurden die ersten Pfähle für die Peter-und-Paul-Festung in den sumpfigen Boden getrieben und der Grundstein für die neue Hauptstadt gelegt. Peter der Grosse holte sich aus dem Ausland Architekten (z. B. Domenico Trezzini, einen Schweizer Architekten, im Tessin geboren), Handwerker und Künstler, die seine Pläne umsetzen konnten. Es kümmerte ihn nicht, dass tausende von russischen Bauarbeitern ihr Leben durch Sumpffieber und andere Krankheiten oder Unfälle verloren.
So entstand in Russland das «Venedig des Nordens», eine Stadt von künstlerischer Vollkommenheit und Schönheit mit über 2000 Palästen und Schlössern sowie 600 Brücken. Die drei horizontalen Linien von Fluss und Land entlang der Newa, die Uferlinie und die Häuserlinie machen die Harmonie dieser Stadtplanung sichtbar. Leider gab es immer wieder Überschwemmungen durch Abflussbehinderungen der Newa. Der Adel getraute sich erst nicht so recht, von Moskau nach Sankt Petersburg zu ziehen, aus Furcht vor den Schweden.
1914 endete das Zarenreich und ab 1918 war Moskau wieder Hauptstadt.
Es ist schwierig, die fundierte und umfangreiche Recherche von Elisabeth Kuhnt in einem Bericht zusammenzufassen. Ich verzichte auch auf die biographischen Daten von Peter dem Grossen und die Beschreibung der einzelnen Bauwerke.
Diese Stadt kann man nicht schnell an einem Wochenende besichtigen. Wer schon mal da war, der vergisst nie mehr die weissen Nächte, den Newski-Prospekt, die Blutkirche, den Katharinenpalast mit dem Bernsteinzimmer oder vieles andere.
Herzlichen Dank an Elisabeth Kuhnt für die aufwändige Vorbereitung. Man konnte ihre Begeisterung für diese einzigartige Stadt gut nachvollziehen. Abgerundet wurde der Vortrag durch einen weiteren Vers aus «Der eherne Reiter».
Elisabeth Salchli