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B wie BMI (Body-Mass-Index)
Die BMI Formel - Körpergewicht in kg / Körpergröße² (in m) - wird verwendet um für jeden Athleten die maximale Skilänge individuell festzulegen. Laut Reglement muss ein Athlet mindestens einen BMI von 21 aufweisen (gewogen mit Anzug und Schuhen) um die maximale Skilänge von 145 % der Körpergröße springen zu dürfen. Liegt der BMI eines Springers unter 21 wird muss er mit dementsprechend kürzeren Skier springen oder er wird disqualifiziert. Beispiel: Ein Athlet ist 1,80 m groß und wiegt 65 kg. BMI: 65 / 1,80² = 20,06-
C wie Continental Cup
Der Continental Cup ist eine internationale Wettkampfserie unterhalb des Weltcups und wird oft auch als die "Zweite Liga" des Skispringens bezeichnet. Startberechtigt im Continental Cup sind Springer - die bereits Weltcup-, Grand Prix- oder Continental Cup Punkte erzielt haben; - die bei FIS Cup Wettkämpfen aus der vergangenen Saison oder der laufenden Saison mindestens einen FIS Cup Punkt erreicht haben. Die Anzahl der Teilnehmer wird periodisch anhand der Continental Rangliste (CRL) berechnet.
D wie Disqualifikation
Ein Wettkämpfer muss durch die Jury sanktioniert werden, wenn er gegen die IWO-Bestimmungen verstösst oder die Wettkampfregeln und die Weisungen der Jury nicht befolgt. Gründe für eine Disqualifikation sind zum Beispiel:
- Verletzungen des Reglements betreffend der Ausrüstung,
- Nicht rechtzeitiges Erscheinen zum Start,
- Start vor der Schanzenfreigabe,
- Überschreiten der Startzeit,
- Verstosse gegen die Verpflichtungen der Wettkämpfer.
Wird ein Springer disqualifiziert erhält er für den betreffenden Sprung des jeweiligen Durchgangs als Gesamtnote Null Punkte.
F wie Flugkurve
Abhängig von Technik, Kraft und Körpergewicht unterscheiden sich die Flugkurven der Skispringer. Grösster Einfluss haben die Anfahrtsgeschwindigkeit und der aktuelle Wind. Die Flugkurve allein erlaubt daher keine Rückschlüsse auf die Weite.
G wie Gate-Faktor
Seit Sommer 2009 kann die Jury während eines Wettkampf- oder Qualifikationsdurchgangs die Anlauflänge verändern ohne dass dadurch ein Neustart notwendig wird. Dies dient dazu, der Jury die Möglichkeit zu geben besser auf sich verändernde Bedingungen reagieren zu können. Auch die Trainer können die Anlauflänge für ihre Springer verändern, im Gegensatz zur Jury dürfen sie jedoch die Anlauflänge nur verkürzen, was vor allem der Sicherheit dienen soll. Um die Veränderung der Anlauflänge zu kompensieren, bekommen die nachfolgenden Springer, je nachdem ob verlängert oder verkürzt wurde, Punkte abgezogen oder addiert. Diese Punkte werden anhand einer speziellen Formel berechnet, die an jede Schanze individuell angepasst wird.
H wie Haltungsnoten
Fünf Punktrichter aus verschiedenen Ländern vergeben maximal 20 Punkte für einen Sprung. Sie beurteilen die Flugphase und vor allem die Landung. Wen kein "Telemark" gelingt (siehe auch unter T), werden bis zu vier Punkte abgezogen. Wer in der Luft mit den Armen rudert, kriegt 0,5 bis fünf Punkte weniger. Ein Sturz kostet gar bis zu 10 Punkte.
J wie Jury
Die Jury besteht aus dem technischen Delegierten (TD) sowie dem TD-Assistenten des Internationalen Skiverbandes (FIS) sowie dem Rennleiter. Sie legt vor dem Wettkampf die "Jury-Weite" fest, die von Schanzengrösse und -profil abhängt. Wenn ein Springer 95 Prozent der "Jury-Weite" erreicht, entscheidet die Jury, ob der Anlauf verkürzt und der Durchgang neu gestartet werden muss. Sie entscheidet zudem, bei welchen Wetterverhältnissen ein Wettkampf verschoben, respektive unterbrochen wird.
K wie Kalkulationspunkt
Der Kalkulationspunkt jeder Schanze ist die Grundlage für die Weitenpunktzahl. Liegt dieser bei 120 Metern (K 120), dann bekommt ein Springer für diese Weite 60 Punkte. Für jeden Meter mehr gibt es 1,8 Punkte mehr, umgekehrt entsprechend weniger.
L wie Landung
Besonders gute Haltungsnoten gibt es, wenn der Flug und die Landung fliessend ineinander übergehen. Das ist bei Landegeschwindigkeiten von über 100 km/h gar nicht so einfach. Denn auf den Körper des Skispringers wirken Kräfte, die dem Drei- bis Vierfachen seines Körpergewichtes entsprechen. Die Landung gilt nur dann als gestanden, wenn der Springer bis zu der vorher festgelegten "Sturzgrenze" den Boden nur mit den Skiern berührt. Das heisst: er darf sich nicht mit den Händen abstützen.
M wie Mattenspringen
Seit 1994 veranstaltet die FIS den Sommer Grand-Prix - das Skispringen auf Matten. Dabei besteht die Anlaufspur aus bewässertem Keramik. Gelandet wird auf Kunststoffmatten. Ursprünglich wurde das Mattenspringen im Jahre 1954 in der damaligen DDR entwickelt, damit die Skispringer auch im Sommer optimal trainieren konnten. In der Schweiz gibt es in Einsiedeln und Kandersteg eine so genannt Mattenschanze. Hinzu kommen noch ein paar Kinderschanzen, die ebenfalls mit Matten ausgelegt sind.
N wie Nachtspringen
Während der letzten Jahre ist die Anzahl von Nachtspringen unter Flutlicht gestiegen. Ein Vorteil dieser Bewerbe sind die oftmals ruhigeren Windbedingungen am späten Nachmittag oder frühen Abend. In Engelberg wurde bereits 2004 im Rahmen des Continental Cup ein Nachtspringen durchgeführt. Ab 2016 können nun auch auf der Titlis-Schanze dank der neuen Flutlichtanlage Nachtspringen ausgetragen werden.
P wie Punktzahl
Gewertet wird jeder Durchgang. Dabei wird die beste und die schlechteste Richterwertung der insgesamt fünf Haltungsnoten (siehe auch unter H) gestrichen. Der Durchschnitt der drei mittleren Wertungen zur Weitenpunktzahl (vergleiche mit K) addiert.
Q wie Qualifikation
Am Qualifikationsdurchgang für den ersten Wertungsdurchgang müssen im Weltcup bis auf die Top 10 der Weltcup-Gesamtwertung alle Wettkämpfer teilnehmen. Nur 50 Springer werden für das Teilnehmerfeld zugelassen. Es gibt hier allerdings eine Ausnahme. Athleten, die 90 Prozent der Qualifikations-Höchstweite geschafft haben, dann aber gestürzt sind, finden ebenfalls Aufnahme im Hauptfeld. Somit kann es schon mal vorkommen, dass an einem Wettkampf 51 oder mehr Springer am Start sind.
R wie Rückenwind
Was nur wenige wissen: Rückenwind ist unter Skispringern unbeliebt, da er die Athleten nach unter drückt. In Engelberg herrscht nicht selten Rückenwind, weshalb die Trainer dem Windmesser jeweils grösste Aufmerksamkeit schenken. Topspringer können aber auch mit Rückenwind umgehen und springen trotzdem starke Weiten.
S wie Schanzentisch
Hier geht es um Sieg oder Niederlage. Denn nur wer optimal vom Schanzentisch abspringt, kann grosse Weiten erzielen. Dabei kommt aus auf Technik, Sprungkraft und optimales Timing an. Die Neigung des Schanzentisches beträgt in der Regel zwischen 10,5 bis 11,0 Grad.
T wie Telemark
Eine Form der Landung, bei der ein Fuss in etwa eine Schuhlänge vor den anderen gesetzt und das hintere Knie gebeugt wird. Sie wurde 1883 in der norwegischen Provinz Telemark entwickelt und bringt den Springern hohe Haltungsnoten. So kann es passieren, dass nicht der Springer gewinnt, der am weitesten geflogen ist, sondern der mit der korrektesten Landung.
V wie V-Stil
Jan Bokloev war der erste Skispringer, der 1989 seine Ski in der Luft zu einem V spreizte. Mit dieser neuen, anfangs sehr umstrittenen Technik gewann der Schwede auf Anhieb den Gesamt-Weltcup im Winter 1989/90. Der Schweizer Stefan Zünd war dann jener Skispringer, der den V-Stil perfektionierte und damit in der Weltelite Fuss fassen konnte. Die Folge von Bokloev's-Sieg: Der V-Stil löste sehr schnell den klassischen Parallel-Stil ab.
W wie Weitenmessung
Die Sprungweite wird mit digitalen Kameras gemessen und per Computer ausgewertet. Dieses System, welches erst vor wenigen Jahren die Weiten-Richter ablöste, ermöglicht eine sehr exakte Weitenmessung. Führend auf diesem Gebiet ist Swiss Timing, welche auch in Engelberg für die Weitenmessung und Auswertung verantwortlich ist.
Z wie Zeitlimit
Der Start beim Skispringen ist in drei verschiedenen Phasen unterteilt, welche von einer Ampel angezeigt werden. Die Rot-Phase steht den Springern für ihre Sprungvorbereitung zur Verfügung. Bei Gelb müssen die Athleten auf dem Balken Platz nehmen. Nach frühestens 20 Sekunden schaltet die Ampel auf Grün um. Für das Verlassen des Startbalkens stehen dem Athleten 10 Sekunden zur Verfügung.