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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
3. Kapitel: Ausführung des Weltplanes
2.
Möge man also aufhören zu sagen, daß die Welt von einem andern gemacht sei: Gott plante sie in seinem Geiste, und was er geplant hatte, das wurde. Denn unmöglich konnte ein anderer es im Geiste planen und ein anderer es machen, was von jenem im Geiste geplant war. Nun hatte er aber nach den Häretikern entweder eine ewige oder eine zeitliche Welt nur im Sinne, was beides unglaublich ist. Wenn er aber eine ewige Welt, eine geistige, unsichtbare geplant hätte, dann wäre auch eine solche geworden. Wenn sie aber einmal so geworden ist, wie sie ist, dann hatte er auch eine solche geplant, oder in der Vorsehung des Vaters wollte er, daß sie gemäß seiner geistigen Idee zusammengesetzt, veränderlich und vergänglich wäre. Da sie nun aber so ist, wie der Vater sie bei sich gebildet hatte, so ist die Schöpfung würdig des Vaters. Wenn daher jemand das, was der Vater des Weltalls in seinem Geiste geplant und vorausgebildet hat, so, wie es geschaffen wurde, als die Frucht eines Fehltritts und das Erzeugnis der Unwissenheit bezeichnet, so ist das eine große Gotteslästerung. Nach ihnen hätte der Allvater gemäß seines geistigen Planes Kinder des Fehltritts und Früchte der Unwissenheit gezeugt — denn das ist geworden, was er geplant hatte.