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I’m sorry, honey, but toys don’t last forever.
Schon einmal etwas von Spielzeugfurcht gehört? Dieser Angstzustand ist nicht zu verwechseln mit Spielzeugphobie, der Furcht vor Spielzeug. Vielmehr beschreibt er die Ängste von Spielwaren, die ausgedient haben. Dieses Schicksal scheint dem Cowboy Woody in «Toy Story 2» zu drohen. «Woody’s been shelved,» stellt Mr. Potato Head entsetzt fest, nachdem Woody von Andys Mutter auf ein Gestell gelegt wurde, weil ihm eine Naht geplatzt ist. Doch noch ist das Leben von Woody nicht vorbei.
Vielmehr versucht die Mutter von Andy am nächsten Tag einige andere Spielwaren zu verkaufen. Dazu gehört auch der Pinguin Wheezy, dessen Quietscher nicht mehr funktioniert. Woody (Stimme von Tom Hanks) lässt seinen Freund jedoch nicht so einfach im Stich und versucht ihn zu retten. Dabei wird er aber von einem Spielzeugsammler (Wayne Knight) entführt. Das lassen sich die Freunde von Woody nicht gefallen. Buzz Lightyear (Tim Allen), Rex (Wallace Shawn), Mr. Potato Head (Don Rickles), Hamm (John Ratzenberger) und Slinky Dog (Jim Varney) brechen zu einer halsbrecherischen Befreiungsmission quer durch die Stadt auf.
Ziemlich verwirrt findet sich Woody derweil in einem Glaskasten in einem dunklen Zimmer wieder. Dort befinden sich auch noch das jodelnde Cowgirl Jessie (Joan Cusack), der Goldsucher Stinky Pete (Kelsey Grammer) sowie das Pferd Bullseye. Woody vervollständigt diese Sammlung von Spielwaren, die aus einer beliebten Fernsehserie aus den 50er-Jahren stammen. Der Spielwarensammler möchte sie teuer an eine Museum in Japan verkaufen. Darüber freut sich Jessie, die von dem Mädchen, dem sie gehörte, einfach ausgesetzt wurde. Auch Stinky Pete kann es kaum erwarten, ausgestellt zu werden. Doch Woody hat zunächst noch einen Einwand: Er gehört Andy.
Die Filmemacher von Pixar zeichnen sich dadurch aus, dass sie stets neue Ideen umsetzen und sich nicht einfach auf einfallslose Fortsetzungen beschränken. «Toy Story 2» war bisher die einzige Ausnahme dieser Regel. Die Eigenwilligkeit von und die Einfälle in dieser Fortsetzung lassen wenigstens erhoffen, dass auch «Toy Story 3» sowie die Fortsetzungen von «Cars» und «Monsters, Inc.» nicht einfach platte Kopien der ersten Geschichte sein werden. Drehbuchautor Andrew Stanton und seine Mitarbeiter entwickelten die Figuren weiter und erzählen vor allem eine kurzweilige Geschichte voller kurioser Details.
Pixar stellt vor allem immer wieder unter Beweis, dass Animationsfilme nicht einfach Kinderfilme sind. Nicht zuletzt durch die zahlreichen Anspielungen auf andere Filme, von «Star Wars» und «Star Trek» über «Starship Troopers» bis hin zu «Jurassic Park», und auf Eigenschaften der Spielzeugindustrie («And this is the Buzz Lightyear aisle. Back in 1995, short-sighted retailers did not order enough dolls to meet demand.») bieten die Filmemacher ausreichend Humor für älteren Generationen. Aber auch in der Geschichte der Kinder, die älter werden und irgendwann keine Verwendung für ihr Spielzeug mehr haben, können sich Erwachsene wiedererkennen.
«Toy Story 2» überzeugt zusätzlich durch eine stilsichere und temporeiche Inszenierung, in der geschickt zwischen den beiden Gruppen hin- und hergewechselt wird. Besonders amüsant ist der Besuch der Rettungstruppe in einem Spielzeugladen, in dem Rex zunächst eine Anleitung für ein Computerspiel findet und sich beklagt, dass es Erpressung sei, wenn man dieses Heft kaufen muss, um das Spiel zu lösen, und Buzz später auf einen besonders hartnäckigen Artgenossen trifft. Der andere Buzz Lightyear ist derart davon überzeugt, dass er ein Space Ranger ist, dass sich unser Buzz leicht irritiert wundert: «Tell me I wasn’t this delusional!»
Stellt sich eigentlich nur noch die Frage, wieso sich Woody nicht daran erinnern kann, schon andere Besitzer vor Andy gehabt zu haben? Schliesslich ist er ein Spielzeug aus den 50er-Jahren und, wie die Mutter an einer Stelle erklärt, ein «old family toy». Entweder wurde der selbstbewusste Cowboy ein wenig zu oft geschüttelt oder dann haben Spielwaren einfach ein schlechtes Langzeitgedächtnis.
Die Bild- und Tonqualität der Blu-ray-Disc sind hervorragend. Als Bonusmaterial sind ungefähr 27 Minuten neue Beiträge, ein Audiokommentar sowie die Extras von den bisherigen DVDs enthalten. Die kurzen neuen Beiträge zeigen einen weiteren Ausschnitt von Buzz Lightyear auf einer NASA-Mission, drei animierte Seuquenzen über die Produktion (angeblich wurde einmal fast der ganze Film gelöscht und nur durch das Backup einer jungen Mutter gerettet) und ein von Pixar nach dem Vorbild des Studio Ghibli produziertes Zoetrop wird vorgestellt. Der längste Beitrag ist eine berührende Hommage an Joe Ranft, der 2005 während den Dreharbeiten von «Cars» ums Leben gekommen ist.
Der Audiokommentar mit Regisseur John Lasseter, Stanton, Co-Regisseur und Cutter Lee Unkrich und Co-Regisseur Ash Brannon ist faszinierend. Sie weisen auf unzählige Details hin, etwa wie der Eindruck von Staub erzeugt wurde oder auf die auf einem Ast kriechende Schmetterlingsraupe Heimlich aus «A Bug’s Life». Sie erklären auch in einer Szene, in der sich hinter Buzz Lightyear eine Weltkugel dreht und pompöse Musik erklingt, dass die Fassung internationalisiert wurde, indem die amerikanische Flagge und die Nationalhymne der USA ersetzt wurde.
Bewertung:
Bild-/Tonqualität (Blu-ray):
Bonusmaterial (Blu-ray):
(Bilder: © Walt Disney Studios Home Entertainment/Pixar Animation Studios)
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