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Franz Bodenmüller v/o Gemmi, 12.03.1935 - 04.05.2015
04.05.2015 - Carole Bodenmüller (Tochter des Verstorbenen)
Nachruf
Dipl. Bau-Ing. ETH
Franz Bodenmüller v/o Gemmi
Kyburger, Suitia
12.03.1935 - 04.05.2015
Das kostbarste Vermächtnis eines Menschen ist die Spur, die seine Liebe in unseren Herzen hinterlässt. Im Sinne dieses Zitats von Albert Schweizer, möchte ich über die Spur und das Leben unseres Vaters berichten.
Franz Bodenmüller wurde am 12. März 1935 als 2. Sohn von Ernst und Margrit Bodenmüller in Visp geboren. Seine Mutter war die Tochter einer Hoteliersfamilie in Fiesch, sein Vater Bauunternehmer in Visp. Zusammen mit seinem älteren Bruder Werner und seinem jüngeren Bruder Arnold verbrachte er eine unbeschwerte Kindheit. Der unerwartete Tod seiner Mutter 1948 war die erste Konfrontation mit den schweren Seiten des Lebens.
Seine schulische Laufbahn verlief gradlinig. Nach der Primarschule in Visp besuchte er die Real in Brig. Die Matura erlangte er 1954 nach dem Besuch des Kollegiums in Schwyz . Sein Studium zum Bauingenieur absolvierte Franz Bodenmüller an der ETH in Zürich. Das Studentenleben wurde bereichert durch den schweizerischen Studentenverein. In Schwyz trat er der Gymnasialverbindung Suitia bei, in Zürich waren es die Kyburger, denen er als Vulgo „Gemmi“ sein Leben lang treu blieb. Bei den Kyburger schätzte er vor allem die gelebte Freundschaft, die weit über das Verbindungsleben hinausging und mit vielen gemeinsamen Besuchen von kulturellen und wissenschaftlichen Veranstaltungen in Zürich und darüber hinaus verbunden war. Immer wieder erzählte er von solchen Anlässen. Nach der Studentenzeit traf man sich bei Kyburgeranlässen und an den Zentralfesten des Schweizerischen Studentenvereins. Papa fühlte sich bei den Kyburger immer wohl und war ein treues und begeistertes Mitglied. In Visp gab es sogar einen Kyburgerstamm, wo sich die Oberwalliser Coleurbrüder regelmässig trafen.
In der Schweizer Armee war er Hauptmann bei den Genietruppen.
Nach seiner 1.Stelle als Bauingenieur bei der Firma Losinger AG trat er in das väterliche Baugeschäft in Visp ein. Dieses führte er mit grossem Engagement weiter. Er sprühte vor Ideen, Energie und Tatendrang. So zeugen noch heute viele Bauwerke im Wallis von seiner Tatkraft.
Neben seinem Beruf engagierte er sich auf für die Oeffentlichkeit. So war er in Visp Burgerrat und Mitglied des Verwaltungsrates vom Spital. Eng verbunden war er auch mit der Schützenzunft. Dieser hielt er bis ins Alter die Treue. Auch des Jassclub am Mittwochabend gehörte während etlichen Jahren zu seinem Alltag.
Das Wichtigste in seinem Leben war aber seine Familie. Der Grundstein dazu wurde am 16. August 1968 gelegt. An diesem Tag heiratete er seine grosse Liebe Hedy Halter. Diese Liebe hielt bis zu seinem Tod. Sie waren bis zu seinem letzten Tag innigst verbunden und immer füreinander da.
Am 16.Oktober 1969 wurde ich, Carole als erste Tochter geboren. Das Glück war mit der Geburt der 2. Tochter Nadia am 12. Januar 1971 komplett.
Wir beide liebten unseren Papa schon als kleine Kinder abgöttisch. Daher hörte er uns in den ersten Lebensjahren des öfteren sagen: „Papa, wir wellä dich heiratu!“ Spielsonntage, Wanderungen in Zeneggen oder im Luzernischen sowie die ersten Skiversuche im Goms sind noch in lebhafter Erinnerung.
Mit Papa machten wir auch die ersten Gourmeterfahrungen. Als Feinschmecker lernte er uns schon als Kinder die verschiedensten Geschmacksnuancen zu unterscheiden und zu schätzen.
In der Jungendzeit wurde er zu unserem Diskussionspartner. Wir sassen z.T. stundenlang am Tisch und redeten. Wir durften mit unserem Fragen und Sorgen immer zu ihm. Papa hatte stets ein offenes Ohr und unterstützte uns in unseren Plänen und Vorhaben. Er war dann aber auch mächtig stolz, wenn wir etwas erreicht haben. Mit nicht minder Stolz hat er uns Töchter an den Traualtar begleitet.
Nach vorübergehender Ruhe im Hause Bodenmüller wurde es plötzlich wieder turbulent. Dies nämlich zu Zeiten, in denen seine 4 Enkelkinder zu Besuch waren. Papa konnte stundenlang mit ihnen spielen und verwöhnte sie nach Strich und Faden. Sein ältester Enkel Yannick verbrachte etliche Ferien bei Umama und Upapa und kam jedes Mal schwärmend nach Hause.
Vor 15 Jahren begann eine schleichende chronische Erkrankung Papa immer mehr in seiner Freiheit einzuschränken. Zunehmende, starke Schmerzen erschwerten sein Leben. Dank seiner lieben Frau Hedy, die ihn umsorgte, Tag und Nacht für ihn da war und alles versuchte, um seine Schmerzen erträglich zu machen, konnte er bis 3 Wochen vor seinem Hinschied in seinem vertrauten Daheim verbringen. Eine schwere Lungenentzündung und der gleichzeitige Unfall von Hedy machten dann einen Spitalaufenthalt für beide unumgänglich. Eine Rückkehr nach Hause sollte ihm nicht mehr vergönnt sein.
Am Montag, dem 4. Mai 2015 durften wir unseren lieben Papa auf seinem letzten Weg begleiten und Gott anvertrauen.
Seine Schritte sind verstummt, doch die Spuren seines Lebens und seiner Liebe sind überall.
(Tochter des Verstorbenen)