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Noch bis zum 14. September 2012 zeigt eine Ausstellung in der Villa Stucki an der Seftigenstrasse 11 in Bern Karikaturen des verschwundenen sri-lankischen Journalisten Prageeth Ekneligoda.
Die aktuelle Situation Sri Lankas ist geprägt durch Menschenrechtsverletzungen und deren Straflosigkeit. Menschen, die eine kritische Haltung gegenüber Staat und Regierung vertreten, sind oft bedroht von gewaltsamem Verschwinden, willkürlicher Inhaftierung, Folter und Mord.
Ekneligodas Karikaturen ermöglichen einen Blick auf die komplexe politische Realität der südasiatischen Insel, die bei uns eher für Traumstrände und Teeproduktion bekannt ist.
Der sri-lankische Journalist und Karikaturist Prageeth Eknaligoda wird seit mehr als zwei Jahren vermisst. Er verschwand spurlos am 24. Januar 2010 auf dem Heimweg nach Homagama in der Nähe der Hauptstadt Colombo. Der Regierungskritiker hatte im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen am 26. Januar 2010 eine Analyse beider Präsidentschaftskandidaten publiziert, die zum Vorteil des Oppositionskandidaten Sarath Fonseka ausfiel.
Prageeth Eknaligoda hatte in den Tagen vor seinem Verschwinden einem Freund anvertraut, dass er glaube, beobachtet zu werden. Nachdem er am 24. Januar abends nicht nach Hause zurückkehrte, versuchte seine Ehefrau Sandya Eknaligoda am nächsten Tag die Polizei einzuschalten. Zwei Wochen lang weigerten sich die Polizisten, in dem Fall zu ermitteln oder eine Anzeige von Sandya Eknaligoda entgegenzunehmen. Sie vermuteten, dass es sich nur um eine konstruierte Geschichte handle. Später gaben die Beamten Sandya Eknaligoda gegenüber an, die Protokolle zum Fall ihres Ehemanns verloren zu haben.
Sandya Eknaligoda hat inzwischen eine Untersuchung beantragt, in dem sie die Unabhängigkeit der Ermittlungen bezüglich des Verschwindens ihres Ehemannes in Frage stellt. Zudem hat sie eine Kampagne ins Leben gestartet, mit der sie dafür sorgen will, dass der Fall von Prageeth Eknaligoda und weiteren Opfern des «Verschwindenlassens» aufgeklärt wird.
Als «Verschwindenlassen» wird eine Form von staatlicher Gewalt bezeichnet, bei der eine Person – oft durch Geheimdienste – festgenommen und in Haft gehalten wird, ohne dass diese Festnahme offiziell zugegeben und der Aufenthaltsort der Person bekanntgegeben wird. Angehörige bekommen keinerlei Informationen über die Verschwundenen und werden über deren Schicksal im Ungewissen gelassen. «Verschwindenlassen» ist meistens mit Folter verbunden, weil die in die Verschleppung verwickelten Personen und Organe keinem Gericht und keiner Behörde gegenüber Rechenschaft ablegen müssen.
Obwohl die «Uno-Konvention zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen» seit Dezember 2010 in Kraft ist, wird diese Art von Menschenrechtsverletzung immer noch weltweit praktiziert.
Seit 1980 sind mehr als 50 000 Fälle bekannt, in denen Menschen «verschwunden» sind. Diese Zahlen stellen aber vermutlich nur die Spitze des Eisbergs dar, die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein. Die Schweiz hat die Konvention im Januar 2011 unterzeichnet, die Ratifizierung steht jedoch zur Zeit noch aus.
Amnesty International führt eine Kampagne durch gegen das Verschwindenlassen und eine Briefaktion für Prageeth Eknaligoda.
Ausserdem:
Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.
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Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
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