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Die Reisekrankheit ist keine Krankheit, sondern eine normale Reaktion auf widersprüchliche Bewegungsreize, die den Organismus überfordern. Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich liegt der Reisekrankheit ein Sinneskonflikt zugrunde, der durch zwei oder mehrere Sinneseindrücke ausgelöst wird. Die über das Gleichgewichtsorgan im Innenohr wahrgenommenen Bewegungen werden an das Gehirn weitergeleitet und stehen dort im Konflikt mit den über die Augen vermittelten Eindrücken. Somit kommt es zur Störung der inneren Balance und zum Auftreten der Reisekrankheit.
Jeder Mensch mit einem gesunden Gleichgewichtsorgan kann eine Reisekrankheit entwickeln. Es gibt aber grosse Unterschiede in der individuellen Empfänglichkeit. Säuglinge entwickeln keine Reisekrankheit. Hingegen sind Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren besonders gefährdet. Ältere Menschen wiederum sind weniger betroffen. Frauen leiden häufiger unter der Reisekrankheit, besonders im Rahmen der Menstruation oder bei einer Schwangerschaft. Personen mit Migräne sind anfälliger sowie Passagiere mit vorbestehenden psychischen Leiden (wie z.B. Angsterkrankung). Turbulenzen können das Auftreten der Reisekrankheit begünstigen.
Als Vorstufe treten Müdigkeit, Gähnen, Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und ein erhöhtes Schlafbedürfnis auf. Die eigentliche Reisekrankheit äussert sich akut in Beschwerden wie Schwindel, Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen, Kaltschweissigkeit, Blässe, Speichelfluss, Herzklopfen, Wärme- und Kältegefühl sowie Hyperventilation.
Als Vorbeugung einer Reisekrankheit können Sie um einen Sitzplatz in der Nähe der Tragflächen bitten, denn dort sind die Bewegungen des Flugzeuges am wenigsten spürbar. Wenn das nicht möglich ist, sichern Sie sich einen Fensterplatz. So können Sie tagsüber einen Punkt am Horizont fixieren und dadurch dem Gleichgewichtssinn einen Bezugspunkt geben. Die Übelkeit lässt dann nach. Fliegen Sie nicht mit leerem Magen, denn das fördert die Reisekrankheit. Stattdessen empfehlen wir leichte Kost vor und während des Fluges. Verzichten Sie auf übermässigen Konsum von Kaffee, schwarzem Tee, Alkohol, fetthaltigen und scharfen Speisen sowie Nikotin. Auf eine genügende Trinkmenge sollte geachtet werden.
Medikamente zur Vorbeugung sollten 30-60 Minuten vor Beginn der Reise eingenommen werden um eine ausreichende Wirkung zu erzielen. Die Kontraindikationen und Dosierungen müssen beachtet werden. So gibt es sowohl Reisekaugummis als auch diverse Präparate in Tablettenform; die Anwendung kann während eines Langstreckenfluges entsprechend den Vorgaben wiederholt werden. Als pflanzliches Produkt kann auch ein Ingwerpräparat gegen die Übelkeit eingesetzt werden; entweder in Form von Tabletten oder als Tee vor dem Abflug.