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Die London Bullion Market Association oder LBMA
Die London Bullion Market Association oder LBMA in der Übersicht
Definition und Historie der LBMA
Der London Bullion Market gehört zu den wichtigsten Handelsplätzen der Welt für Edelmetalle in Barrenform. Wurde Gold früher vor allem im niederländischen Amsterdam gehandelt, verlagerte sich der internationale Gold- und Silberhandel seit 1684 immer mehr nach London. Schon seit 1897 wurden am London Bullion Market tagtäglich der Silberpreis und seit 1919 auch der Goldpreis zweimal pro Tag festgelegt. 1987 schließlich wurde die London Bullion Market Association (LBMA) gegründet, die seitdem als Regulierungsbehörde für den physischen Edelmetallmarkt auftritt.
Zuvor kam diese Aufgabe der Bank of England zu. Mehr als 600 Tonnen Gold sowie 3000 Tonnen Feinsilber werden heute an einem einzigen Tag am London Bullion Market gehandelt. Für die Transaktionen gelten Mindestvolumina von 1.000 Unzen Feingold oder 50.000 Unzen Silber. Der ausserbörsliche Edelmetallhandel (OTC) findet hier überwiegend zwischen Herstellern und Produzenten, internationalen Banken und Großhändlern sowie institutionellen Investoren statt.
Die Mitglieder der LBMA
Zur LBMA gehören mehr als 145 Unternehmen aus über 30 Nationen. Grundlage für die Aufnahme in der LBMA ist die aktive Teilnahme am Londoner Markt. Zudem müssen die Mitglieder seit mindestens 5 Jahren am Markt aktiv sein und seit mindestens drei Jahren Barren herstellen. Im sogenannten „Clearing“ werden die Transaktionen abgewickelt. Verantwortlich dafür sind mehrere Grossbanken, die in der London Precious Metals Clearing (LPMCL) zusammengefasst sind. Aktuell (November 2022) hat das Gremium folgende Mitglieder:
- HSBC Bank
- ICBC Standard Bank
- J.P. Morgan Chase Bank
- UBS AG
Jährliche LBMA-Umfrage zum Goldpreis
Einmal im Jahr befragt die London Bullion Market Association Analysten zur voraussichtlichen Tradingrange und zum Durchschnittspreis für die gehandelten Edelmetalle im kommenden Jahr. Wer dem realen Preis am nächsten kommt, erhält als Belohnung einen Goldbarren. In seinen Seminaren und im Rahmen der Jahreskonferenz sorgt die LBMA für einen regelmäßigen Austausch und die Wissenserweiterung unter den Marktteilnehmern.
Good Delivery Standard Barren
Die elektronische Handelsplattform AURUM erlaubt Goldgeschäfte, die Mitglieder untereinander oder mit ihren Kunden eigenverantwortlich durchführen. Das Risiko liegt deshalb vollständig bei ihnen. Für den Handel zugelassen sind aber ausschließlich Gold- und Silberbarren, die bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen. Diese sogenannten Good-Delivery Barren sind Standardbarren der LBMA und haben ein hohes Gewicht und eine hohe Feinheit.
Ein solchermaßen zertifizierter Goldbarren hat einen Feingehalt von 995 ‰ und wiegt 400 Feinunzen. Das entspricht in etwa 12,44 Kilogramm, wobei eine Schwankungsbreite von 350 bis zu 430 Feinunzen erlaubt ist. Bei Silberbarren muss die Feinheit mindestens 999 ‰ erreichen.
Zudem müssen bei einem Good Delivery Standard Barren Hersteller, Feinheit, Barrennummer sowie Produktionsjahr und Monat eingestanzt sein. Anhand der Nummer kann jeder Barren eindeutig identifiziert werden. Der Hersteller trägt dies in ein Verzeichnis ein.
Barren mit Good-Delivery-Status, was übersetzt „in guter Auslieferung“ bedeutet, sind weltweit anerkannt und werden global gehandelt.
Bedingungen für eine LBMA Anerkennung
Prägeanstalten weltweit können die LBMA Zertifizierung nur erhalten, wenn sie den Good Delivery Standard für ihre Edelmetall-Barren nachweisen können. Mit dem Gütesiegel LBMA zertifiziert kann die Gesellschaft für eine gleichbleibende Qualität der Edelmetall-Barren sorgen.
Auf der Good-Delivery-List stehen für die Schweiz folgende fünf Produzenten, die LBMA zertifiziert sind:
- Argor-Heraeus SA
- Metalor Technologies SA
- Pamp SA
- PX Pr̩ecinox SA
- Valcambi SA
Das Goldfixing
Zweimal pro Tag wird am London Bullion Market das sogenannte Goldfixing durchgeführt. Ziel ist es, so viele Transaktionen wie möglich zum Festpreis abwickeln zu können. Das Fixing findet von Montag bis Freitag jeweils vormittags um 10:30 Uhr UTC (11:30 Uhr MEZ) und nachmittags um 15:00 Uhr UTC (16:00 Uhr MEZ) statt. Die Sitzungen werden unter jährlich rotierendem Vorsitz in der Barclays Bank abgehalten.
Dazu kommen Vertreter der folgenden Banken zusammen, allesamt Mitglieder der London Bullion Market Association. Namentlich sind das diese Geldhäuser: Bank of Nova Scotia ScotiaMocatta, Barclays Bank, Deutsche Bank London, HSBC Bank USA, NA London Branch sowie die französische Société Générale.
Aufgrund zunehmender Kritik wegen mangelnder Transparenz wurden die Auktionen ab dem 20. März 2015 umgestellt. Seither wird der Goldpreis von den Beteiligten unter Aufsicht der ICE Benchmark Administration (IBA) elektronisch ermittelt.
Hier erfahren Sie, was Sie bei der Einfuhr von Gold in die Schweiz beachten müssen.
Das Silberfixing wurde 2014 eingestellt
Mehr als 100 Jahre lang, genaugenommen von 1897 bis 2014, gab es in London auch einen Preisfindungsprozess für Silber. Das Fixing fand einmal täglich unter dem Vorsitz der Bank of Nova Scotia-ScotiaMocatta, gemeinsam mit der Deutschen Bank sowie der HSBC USA statt. Das Abwickeln des Geschäftes nach der Preisfestsetzung erfolgte durch sogenannte Clearinggesellschaften. Das Silberfixing wurde aber zum 14. August 2014 eingestellt.
Falls Sie wissen wollen, wie Sie Silber kaufen ohne Mehrwertsteuer, erfahren Sie auf den Seiten der OrSuisse alles dazu. Dort finden Sie auch wertvolle Tipps für eine sichere und diskrete Lagerung von Gold- oder Silberbarren oder anderen Wertgegenständen.
Zusammenfassung
- Der London Bullion Market ist einer der wichtigsten globalen Handelsplätzen für Edelmetalle in Barrenform.
- Die London Bullion Market Association (LBMA) wurde 1987 als Regulierungsbehörde für den physischen Edelmetallmarkt gegründet.
- Zur LBMA gehören mehr als 145 Unternehmen aus über 30 Nationen.
- Good-Delivery-Barren sind Standardbarren der LBMA mit hohem Gewicht und eine hoher Feinheit.
- Um eine LBMA-Zertifizierung für ihre Edelmetall-Barren zu erhalten, müssen Prägeanstalten etliche Kriterien erfüllen.
- Das sogenannte Goldfixing wird am London Bullion Market zweimal pro Tag durchgeführt.