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Ablesemikroskop,
bei feinern astron. Meßinstrumenten den Nonius [* 2] (s. d.) vertretender Apparat. Mit der Alhidade (s. d.) ist ein Mikroskop [* 3] fest verbunden, das senkrecht über der Teilung des Kreises steht. Durch das Objektiv wird in seiner Brennebene ein Bild der Teilung erzeugt. Am Mikroskop ist ein Fadenmikrometer [* 4] (s. d.) angebracht, dessen Schraube genau ein- oder zweimal herumgedreht werden muß, damit der im Brennpunkte befindliche Spinnfaden sich gerade vom Bilde des einen Teilstriches zu dem des nächsten bewegt. Die Mikrometertrommel ist so geteilt, daß die Zahlen derselben wachsen, wenn der Faden [* 5] von dem in der Teilung ¶
forlaufend
nachfolgenden Strich sich zum vorangehenden bewegt. Als Indexpunkt der Alhidade ist dann die Stellung des Fadens anzusehen, bei welcher er aus einer im Gesichtsfelde des Mikroskopes angebrachten Marke steht und die Trommel genau auf Null zeigt. Die Teilung der Trommel ist meist so eingerichtet, daß an ihr direkt 1'' abgelesen und die Zehntel derselben noch geschätzt werden können. Ist, wie z. B. bei den größern Meridiankreisen, der Kreis [* 7] von 2' zu 2' geteilt, so hat die Trommel 60 Teile und zwei Umdrehungen derselben bewegen den Spinnfaden um ein 2' betragendes Kreisintervall vorwärts. Soll dann eine bestimmte Stellung des Kreises abgelesen werden, so ermittelt man zunächst, welchem Grad und welcher Minute der der Marke im Sehfelde unmittelbar vorangehende Teilstrich angehört, schraubt hierauf den Mikrometerfaden (gewöhnlich ist dies ein Doppelfaden) auf diesen Teilstrich, liest die Trommel ab und zählt die so erhaltene Zahl von Sekunden und Bruchteilen derselben zu der unmittelbaren Angabe des Teilstriches hinzu.