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Die Kirchen
Die älteste Kirche in Brig-Glis ist die Wallfahrtskirche «Unsere lieben Frau auf dem Glisacker». Erst seit 1957 gibt es die Herz-Jesu-Pfarrei in Brig, welche am 27. September 1970 auch eine eigene neue Kirche einweihen konnte. Etwas mehr als ein Jahr später beschlossen die Gemeinden Brig, Glis und Brigerbad ihre Fusion. Damit haben die katholischen Pfarreien und die Gemeinden genau den gegenteiligen, wenn auch erklärbaren Weg beschritten. Die Kirche in Brig entstand auf Plänen der Architekten Jean und Nadine Tscherrig aus Genf. Die Gestaltung orientiert sich stark am ökumenischen Gedanken des 2. Vatikanischen Konzils unter Papst Johannes XXIII. Das «Zelt Gottes» wurde an einer Stelle in der unteren Burgschaft aufgeschlagen, wo früher ein mittelalterlicher Salzturm stand. Dessen Abbruch wurde in einem Urnengang der Bevölkerung beschlossen. Es gibt in Brig aber auch eine reformierte Kirche durch den Umbau des «Simplontunnelspitals» (1918).
Das Gotteshaus in Glis ist eines der ältesten im Kanton Wallis. Der Ursprung geht auf das frühe 7. Jahrhundert n. Chr. zurück. Im Laufe der Jahrhunderte folgten mehrere Neu- und Umbauten, weshalb sich mehrere Baustile vereinen (Romanik, Gotik, Barock). Die heutige Gestalt durch den Neubau einer mächtigen Pfeilerbasilika angrenzend zum romanischen Turm geht auf Kaspar Stockalper zurück. Die Arbeiten wurden zwischen 1648 und 1668 von den Baumeistern des Stockalperschlosses, den Gebrüdern Bodmer, ausgeführt. Zuvor hatten sich die Ortschaften Brig, Glis, Ried-Brig, Termen, Brigerbad und Eggerberg im Jahr 1642 wohl auch auf Betreiben des Grossen Stockalpers von der Pfarrei Naters getrennt und eine eigene Pfarrei gegründet. Nach der Bildung der Pfarrei Brig wurde auch ein eigener Friedhof errichtet, während die früheren Briger Generationen in Glis beerdigt wurden. Seit der Fusion der Gemeinden verfügt Brig-Glis deshalb über zwei Friedhöfe und die Beerdigungen finden auf Wunsch der Verstorbenen oder ihrer Angehörigen entweder in Brig oder in Glis statt. Die Trennung der Pfarreien und die Fusion der Gemeinden haben damit zu einer etwas eigenartigen Situation, wenn auch zu keinen eigentlichen Problemen geführt. Angesichts der Grösse der beiden Pfarreien, von denen jede die Grösse anderer Dorfpfarreien übersteigt, ist diese Lösung aus seelsorgerischer Sicht auch verständlich. Die drei Hauptkirchen in Brig-Glis, zu denen sich noch weitere Kirchen und Kapellen gesellen, werden sehr gut unterhalten. Kein Gotteshaus ist dem baulichen Verfall ausgesetzt; der Tatbeweis für einen immer noch tief verankerten Volksglauben.