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Erbaut vor 1812 bzw. erstmals bezeugt 1248 (Gebrüder Walter und Konrad von Adliswil, Müller); während Jahrhunderten im Besitz der Familie Nägeli von Kilchberg (Belege 1630, 1634, 1793), auch noch im 19. Jahrhundert: 1813 Johannes Nägeli, 1822 Rudolf Nägeli; dann 1825 Heinrich Hafner, 1841 Gebrüder Johann und Kaspar Hafner, 1853-1877 Kaspar Hafner, (letzter) Müller; 1895 und 1897 «schlechter Unterhalt», «baufällig»; 1908–1964 im Besitz der Spinnerei Adliswil (Nutzung als Wohnhaus), dann Verkauf an Kanton Zürich; 1965 Abbruch für Bau HVS.
Die Besitzer der 1248 urkundlich zum erstenmal genannten Mühle waren Waltherus de Adeloswile (Walter von Adliswil), genannt Wala, und sein Bruder Conrad, die Müller. 1490 wird Hans Cluntz (Kunz) erwähnt. Später besassen die eine ehehafte bildende Mühle Jahrhunderte hindurch die von Kilchberg stammenden Nägeli. Sie werden 1630, 1634 (in diesem Jahre als Wiedertäufer) und 1793 als Müller zu Adliswil genannt, besassen die Mühle aber vermutlich schon lange vor 1630. Diese muss eine grosse Bedeutung besessen haben, sonst könnte man sich das Vorkommen des Mühlrades im Gemeindewappen nicht gut erklären. Zwischen den Bauern und dem Müller bestand kein rechtes Vertrauensverhältnis; jene betrachteten diesen als einen, der sich gleich den Zöllnern des Neuen Testamentes auf Kosten seiner Kunden bereicherte. Auch standen die Müller des Dorfes in schadem Wettstreit mit denen der Stadt. Im 1. Band der Zürcher Stadtbücher, Seite 5, heisst es vom Jahre 1314, «das Zimmerholz aus dem Sihlwald ist für den Gebrauch in der Stadt bestimmt; davon soll nach aussen nichts abgegeben werden, am allerwenigsten den Müllern in dem an der Sihl gelegenen Adliswil, die imstande wären, dem blühenden Mühlengewerbe in der Stadt Eintrag zu tun». In der Adliswiler Mühle liessen vor allem auch die Bauern von Kilchberg und Oberleimbach ihr Getreide mahlen. In den 1870er Jahren stellte sie den Betrieb endgültig ein.
Neben der obern oder «Nägeli-Mühle» bestand einst noch die «niedere» oder untere Mühle. Von ihrem Dasein zeugt nur eine Urkunde vom 12. Juli 1407. An diesem Tage verkaufte nämlich Heintz Keller von Ermendrut, genannt H. von Cappel, Bürger Zürichs, nebst der «niedern» Mühlestatt auch zwei Jucharten Acker und den Werd dabei, alles zu Adliswil nid der Kilchen (Kilchberg) aneinander gelegen, stossen oben an den Weg, der da geht in die Au und an den Eschibach. Inhaber dieser Mühle waren die Schwarzenbach. Sie werden in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zum letztenmal als Müller zu Adliswil erwähnt. Vielleicht fiel diese Mühle der Überschwemmmung durch die Sihl vom 10. Juli 1762 zum Opfer; berichten doch die Akten, dass an diesem Tage u. a. Teile der Adliswiler Brücke und einige Mühlen mit fortgerissen wurden.