Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03427.jsonl.gz/1048

Der Spaziergang verbindet zwei Bauten ausserhalb der Altstadt, die um 1900 aus zwei unterschiedlichen Kapiteln der Gesundheitsförderung hervorgingen. Die Villa Sommerau war das Wohnhaus des Kur- und Bäderarztes Hermann Keller, die Turnhalle die erste Einrichtung für den ganzjährigen Sportbetrieb.
1887 wurde Hermann Keller als Kur- und Badearzt nach Rheinfelden berufen. Hier engagierte sich der junge Arzt einerseits als überzeugter Philanthrop für das Armensolbad. Gleichzeitig erlangte er durch seine Forschungstätigkeit internationales Ansehen und galt schon bald als Kapazität auf dem Gebiet der Balneologie. Ab 1920 propagierte Keller die therapeutische Anwendung von Bädern in der Rheinfelder Sole in Kombination mit einer Trinkkur mit Mineralwasser und bewirkte damit letztlich den Bau der Kurbrunnenanlage. Für die Entwicklung Rheinfeldens als Kurstadt gehört Hermann Keller zu den Schlüsselfiguren. Besichtigt wird auf dem Spaziergang sein Wohnhaus, bei dessen Planung um 1900 er sich von Architekt Karl Moser beraten liess. In der neugotischen Villa Sommerau vermitteln nur noch wenige Teile der historischen Ausstattung einen Eindruck des ursprünglichen Interieurs.
Karl Moser projektierte 1902-03 auch die Turnhalle am Schützenweg. Der markante Bau mit den geschweiften Giebeln steht südlich der Altstadt nur teilweise auf festem Untergrund. Infolge von Bodensenkungen sind immer wieder bauliche Massnahmen zur Stabilisierung notwendig. Trotzdem bewahrt die Halle im Innern als Rarität noch wesentliche Teile der bauzeitlichen Konstruktion und Einrichtung. Die Turnhalle stammt aus einer Zeit, als sich der Schulsport noch nicht als ganzjähriges Fach etabliert hatte. Ihre frühe Entstehung verdankte sie nicht zuletzt ihrer ursprünglichen Doppelfunktion als Versammlungslokal für die Einwohnergemeinde.