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Las Vegas - Zion / Bryce N.P. - Salt Lake City
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21. Woche: 28. März bis 3. April 2005
Montag (Ostermontag); Den heutigen Tag verbrachten wir mit einem Bummel über den endlos langen Las Vegas Boulevard ("Strip"). Wir gingen vom "Stratosphere Tower" am nördlichen Ende bis hinunter zum "Luxor" und wieder zurück. Wir genossen es, in die zum Teil originellen Casinos hinein zu schauen, besonders das "New York New York" und das "Paris" waren architektonisch sehr kunstvoll angelegt. Die Zeit verging viel zu schnell und bald dunkelte es ein. Beim "Mirage" konnten wir den "Ausbruch eines Vulkans" miterleben. Die Piratenschlacht im "Treasure Island" ersparten wir uns, da es inzwischen schon recht kühl geworden war. Es war spät, als wir den Campingplatz erreichten.
Dienstag; Bei der Fremont Street winkte uns der weltbekannte
Neon-Cowboy zum Abschied. Wir erledigten unterwegs im Fed Ex Kinko's unsere
Computerarbeit und fuhren danach weiter Richtung Norden. Unser nächstes Ziel;
der Valley of Fire State Park.
Am Westufer des Lake Mead, 52 Meilen nördlich von Las Vegas erstreckt sich das Valley of Fire mit seinen im Sonnenlicht glühenden roten Sandsteinfelsen. Mehrere Wanderwege führen in das Sandsteinlabyrinth hinein, vorbei an prähistorischen Felsenmalereien der Indianer.
Nach circa einer Stunde Fahrt erreichten wir den Valley of Fire State Park. Wir waren etwas spät dran, um den ganzen Park heute noch anzuschauen, so beschlossen wir im Park eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen, was einmal mehr nicht so einfach war. Auf dem "Atlatl Rock" Campground fanden wir zum Glück noch einen Platz direkt neben den roten Felsen. Es blieb noch genug Zeit für einen kleinen Spaziergang, um die nähere Umgebung zu erkundigen. Wir liefen zum "Arch Rock" der sehr fotogen und vor allem bei Hochzeitsgesellschaften, die extra von Las Vegas hierher fahren, sehr beliebt ist. Danach stiegen wir mehrere Treppen hoch zum "Atlatl Rock", wo sehr gut erhaltene prähistorische Felsenzeichnungen zu sehen sind. In der Abendsonne leuchteten die roten Felsen noch farbiger.
Mittwoch; Heute nahmen wir uns die verschiedenen Wanderwege in das Felsenlabyrinth vor. Als erstes gingen wir auf einem sandigen Weg zum "Mouse's Tank", wo das Gelb der Blumen einen wunderschönen Kontrast zu den roten Felsen und dem knutschblauen Himmel bildete. Wir sahen einige Eidechsen, die sich am Wegesrand sonnten. Beim Visitor Center konnten wir eine Schar "schlauer" Spatzen beobachten, welche von einem Auto zum anderen flogen, um die Mücken und Schmetterlinge vom Kühlergrill zu picken.
Vom Visitor Center aus führt ein fantastischer Scenic Drive mitten durch die einmalige Landschaft. Vom Aussichtspunkt "Rainbow Vista" hatten wir einen herrlichen Blick über das Tal. Von dort aus gelangt man auf einem ebenfalls schönen Wanderweg zum "Fire Canyon Overlook". Hier lagen uns die roten Felsen buchstäblich vor den Füssen. Danach fuhren wir bis zum Ende des Scenic Drives. Dort befindet sich ein weiterer Wanderweg, der um den "White Dom" herumführt. Bevor wir den Park verliessen, besichtigten wir noch einige Ruinen von früheren Besiedelungen und eigenartige Felsenformationen. Wir sahen unterwegs immer wieder blühende Kakteen, was für uns ein unbeschreiblich schöner Anblick war.
Am späten Nachmittag verliessen wir den einmaligen Park und
fuhren bis Mesquite.
Donnerstag; Nach kurzer Fahrt gelangten wir in den Staat Utah. Im Visitor Center von St. George holten wir uns erst mal einige Informationen über die Nationalparks, welche wir besuchen wollten.
Als erstes war der Zion N.P. an der Reihe.
Der Zion N.P. erstreckt sich über die gewaltige Canyon Landschaft des Virgin Rivers. Vom Südeingang bei Springdale führt die Parkstrasse an den Bergformationen Watchman (1'995 m.ü.M.) und West Temple (2'380 m.ü.M.) vorbei, flussaufwärts durch das tief eingeschnittene Tal des Virgin Rivers. Nach der Abzweigung des Mount Carmel Hyw beginnt der 7.5 Meilen lange Zion Canyon Scenic Drive, auf dem seit ein paar Jahren Shuttle Busse verkehren, die es einem ermöglichen, den Park ohne Auto zu besuchen.
Wir erreichten die Ortschaft Springdale am frühen Mittag. Die Schilder "Parkplatz voll" vor dem Eingang zum Park liessen nichts Gutes vermuten. Bevor wir in den Park gelangten, standen wir erst mal an. Beim Eingang teilte man uns mit, dass der von uns anvisierte Campingplatz "Watchman Campground" bereits für die nächsten Tage ausgebucht war und nur noch der South Basic-Camping (leider ohne Strom) einige wenige Plätze hätte! Wir fuhren gleich wieder hinaus und blieben in Springdale, eine halbe Meile ausserhalb des Parks. Wir konnten unser Motorhome auf dem Campingplatz stehen lassen, denn die Gratis Shuttle Busse hielten gleich vor dem Eingang. Wenigstens hatten wir für heute einen kurzen ersten Eindruck von den gewaltigen Bergen bekommen.
Freitag; Angel's Landing Trail. Beim dritten Anlauf endlich geschafft!
Schon bei den Besuchen im Jahre 1983 und 1997 wollten wir unbedingt dort hinauf. Das erste Mal hatten wir zu wenig Zeit und beim zweiten Mal hatten wir unseren Hund Daisy mit dabei und da man keine Hunde auf die Wanderwege mitnehmen darf, haben wir diese Wanderung einmal mehr verschoben. Nun heute ist es uns gelungen. Der teilweise in die Felsen eingehauene 8 km lange und steile "Angel's Landing Trail" war recht anspruchsvoll.
Der Weg führt in "Zick Zack" Kurven auf ein erstes Plateau, natürlich mit einer grandiosen Aussicht ins Tal. Dort ging es ein Stück geradeaus durch einen Canyon. Und wieder stieg der Weg an. Wir erreichten eine "Terrasse", wo die meisten Leute umkehren. Wer das letzte Teilstück, den Aufstieg zum "Angel's Landing" überwinden möchte, muss schwindelfrei sein. Wir waren mehr am Klettern als am Wandern! Teilweise auf allen Vieren und uns an Ketten haltend, erreichten wir dann eine halbe Stunde später den Gipfel.
Nachdem ein freundlicher Wanderer für uns das obligate "Gipfelfoto" gemacht hatte,
machten wir uns auf den Rückweg. Man muss sich schon sehr konzentrieren, denn rechts und links geht es
ein paar hundert Meter senkrecht
hinunter. Ein Fehltritt und man sieht
die "Engel fliegen". Wir brauchten viel Zeit, auch weil immer mehr Wanderer uns
entgegen kletterten. Nach einer Stunde waren wir wieder auf der Terrasse! Den
restlichen Weg hatten wir bald geschafft. Weil wir noch gut in der Zeit waren, nahmen wir den Shuttle Bus bis zur
hintersten Haltestelle. Als wir das letzte Mal hier waren, nannte man diesen
Teil des Parks "Gateaway to the Narrow", heute hat man das Ganze umbenannt
in "Temple of Sinawava"! Der 1.3 Meilen lange Weg, entlang des Rivers, endete bei einer
engen Schlucht, wo man wasserfeste Schuhe
bräuchte, um weiter zu gehen, denn der Fluss führte momentan ziemlich viel Wasser.
Wir waren dann aber doch froh, als wir unsere müden Beine auf dem Rückweg im Schuttle Bus ausstrecken konnten.
Samstag; Höher als Angel's Landing!
Eigentlich war heute eine Flachwanderung geplant, aber Hans entschied sich im Shuttle Bus spontan, den Aufstieg zum 1'984 m.ü.M gelegenen Observation Point zu bewältigen. Demzufolge stiegen wir bei der "Weeping Rock" Haltestelle aus, wo der East Mesa Trail beginnt. Am Anfang ging es recht steil bergan, bis wir eine erste Anhöhe erklommen hatten. Dann aber folgte das Abenteuer. Wir standen plötzlich vor einem Wildbach. Da vor uns einige Wanderer die Schuhe auszogen und tapfer durch das kalte Wasser stapften, entschlossen wir uns, auch weiter zu gehen und machten es ihnen nach. Wir erreichten bald ein zweites Plateau, wo wir die schönsten Blumenarrangements in den Felsen bestaunen konnten.
Je mehr wir an Höhe gewannen, desto atemberaubender wurde die Aussicht ins Tal. Bald waren wir auf der Höhe der Schneeberge, die wir in der Ferne sehen konnten. Hie und da sahen wir einige Schneereste am Wegrand liegen.
Endlich, nach drei Stunden, hatten wir den Gipfel erreicht und die Anstrengung hat sich wieder einmal mehr als gelohnt. Unter uns lag der Zion Canyon in seiner ganzen Länge. Die Shuttlebusse sahen aus wie Spielzeugautos. Wir erblickten gegenüber den markanten Felsen "Angel's Landing", der immerhin auch eine beachtliche Höhe von 1'750 m.ü.M. aufweist! Mit dem Fernglas konnten wir die Wanderer erkennen, die dem Grat entlang kraxelten.
Wir genossen die Mittagsrast in luftiger Höhe und machten uns danach an den Abstieg. Nach einer Stunde kamen wir wieder zu der Stelle, wo wir "kalte Füsse" bekamen. Das Wasser des Wildbaches war auch trotz ganztägigem Sonnenschein nicht ein Grad wärmer geworden! Während des Abstiegs schauten wir nochmals zurück, kaum zu glauben, das wir dort oben waren. Den kurzen Weg zum Wasserfall gingen wir trotz müden Beinen auch noch.
Sonntag; Dem Fluss entlang!
Um unsere Beine ein wenig zu schonen, war heute nun die "Flachwanderung" an der Reihe. Wir nahmen den Shuttle Bus und fuhren bis zur hintersten Haltestelle. Von dort aus spazierten wir dem Virgin River entlang zurück. Der Weg war schmal und teilweise weggeschwemmt, so dass wir stellenweise auf der Strasse gehen mussten. Da die Strasse im hinteren Teil für den Verkehr gesperrt ist, waren ja nur die Shuttlebusse unterwegs. Heute nahmen wir es sehr gemütlich.
Bei der Zion Lodge war der Weg zu Ende, von hier an war nur noch
der Pferdeweg vorhanden. Wir stiegen zu den "Emerald Pools" hinauf und gingen
bis zum Fusse des Wasserfalls. Anstatt den selben Weg wieder zurück zu gehen,
wanderten wir zur "Grotto Haltestelle". Dort bestiegen wir den Shuttlebus, der
uns wieder nach Hause brachte.
Wir haben vier herrliche Tage hier in diesem schönen Nationalpark verbracht.
22. Woche: 4. bis 10. April 2005
Montag: Als wir wegfahren wollten, bemerkten wir, dass einer der beiden Hinterreifen ein bisschen "flach" aussah". Gott sei Dank haben wir hinten je zwei Räder und so konnten wir zum Reifenservice in Springdale fahren. Der Reifen war ganz, aber das Ventil war gebrochen, nach einer halben Stunde konnten wir schon wieder weiterfahren. Bei der Canyon Junction (Zion N.P.) bogen wir ab auf die Mount Carmel Scenic Road, die in Spitzkehren hinauf zum 1.3 Meilen langen, engen und unbeleuchteten Tunnel führt. Um den Tunnel zu durchqueren, bestehen Vorschriften über die maximale Höhe und Breite der Motorhomes. Weil wir mit unserem Camper in der Mitte der Fahrbahn fahren mussten, wurde der Gegenverkehr angehalten. Nach dem Tunnel änderte sich die Landschaft schlagartig. Wildromantische Schluchten und Hügel mit eigenartigen Formen und Schattierungen, wie zum Beispiel der "Checkerboard Mesa", welche uns immer wieder zum Anhalten und Fotografieren zwangen.
Wir hatten inzwischen ziemlich an Höhe gewonnen und erreichten den Dixie National Forest, der auf einem Hochtal liegt. Hier beginnt die Scenic Road Nr.12, die entlang des Grand Staircase-Escalante Monument in die Boulder Mountains führt. Die Campingplätze hier oben waren alle noch geschlossen. Durch den Red Canyon ging es weiter Richtung Bryce Canyon Nationalpark.
Nach der Abzweigung in den Bryce Canyon lag beidseits der Strasse immer mehr Schnee.
Wir waren uns nicht mehr
so sicher, ob wir die richtige Entscheidung getroffen haben, den Bryce Canyon zu
besuchen, der ja auf 2'400 m.ü.M. liegt. Doch versuchen wollten wir es auf jeden
Fall. Beim Visitor Center erkundigten wir uns und nachdem man uns versichert hatte,
dass der Scenic Drive und die Aussichtspunkte zugänglich und schneefrei seien, fuhren wir in
den Park hinein. Da es schon später Nachmittag war, kümmerten wir uns zuerst um
einen Übernachtungsplatz. Der North Campground war zwar offen, aber leider nur
eine Loop war vom Schnee befreit.
Dienstag; Ui, es hatte über Nacht geschneit, allerdings nicht viel, aber schon 2 cm können für unseren Camper ein kleines Problem sein. So warteten wir erst mal die Sonne ab, die dann auch tatsächlich den Schnee rund um unseren Camper langsam zum Schmelzen brachte. Das war auch gut so, denn sonst hätten wir nochmals eine Nacht bleiben müssen, ob das allerdings die Batterie durchgemacht hätte? Wir mussten nämlich erst mal den Generator anschmeissen, was wir nur im Notfall machten, um die Wasserpumpe und Heizung gangbar zu machen. Nach einer guten Stunde war die Batterie wieder aufgeladen und auch die Strasse schien befahrbar zu sein.
Dann ging es sehr vorsichtig, im Schritttempo durch das
Waldsträsschen hinunter zur Parkstrasse, dort konnten wir erst mal durchatmen.
Die Parkstrasse ist ca.30 km lang und endet am "Rainbow Point" (2'748 m.ü.M.).
Da sich die Ausfahrten zu den Aussichtsplätzen alle auf der gegenüberliegenden
Strassenseite befanden,
fuhren wir zuerst mal bis zum Rainbow Point und rollten das Ganze von hinten
auf.
Bryce Canyon im Schnee!
Die bizarren Steinformationen des Bryce Canyon gehören zu den schönsten Landschaften des nordamerikanischen Kontinents. Der Nationalpark liegt am östlichen Rand des Coloradoplateaus, einer vor rund 60 Mio. Jahren aus Meeresablagerungen entstandenen Hochebene. Die Paiute Indianer, nannten den Ort; "Rote Felsen, die wie Menschen in einem schalenförmigen Canyon stehen". Mit den Mormonen kamen um 1870 die ersten weissen Siedler in dieses Gebiet.
Wir hielten an jedem Aussichtspunkt an, um die einmaligen, originellen Felsenformationen zu bestaunen. Bis jetzt hatten wir den Bryce Canyon nur im Sommer besucht, was natürlich auch seine Vorteile hatte, da sämtliche Wanderwege zugänglich waren. Jetzt, im Winter war nur der Queens Garden Trail begehbar und so beschlossen wir, diese Wanderung hinunter in das Felsenlabyrinth zu wagen, um doch noch einen "Blick hinter die Kulissen" zu werfen. Es sah toll aus, mit einiger Fantasie konnte man in den einzelnen Türmen bestimmte Figuren erkennen, wie z.B. Queen Victoria, welche auf einem Sockel stand.
Der Weg war stellenweise sehr matschig und als wir wieder den Rim erreichten, war Schuhputzen im Schnee angesagt. Trotz der Kälte und des Schnees waren sehr viele Leute unterwegs. Wir konnten uns fast nicht satt sehen an der einmalig schönen Felsenlandschaft.
Es war schon später Nachmittag, viel mehr konnten wir nicht unternehmen, ausserdem
wollten wir nicht noch einmal im Schnee campieren, deshalb suchten wir uns eine Übernachtungsmöglichkeit
in Cannonville.
Mittwoch; Scenic Byway 12. (Utah's First All-American Road)
Wir nahmen uns heute den ganzen Tag Zeit für die schöne Aussichtsstrasse, die uns seit dem Red Canyon begleitete. Wir kamen durch die Ortschaft Escalante und befanden uns danach auf einem sehr schönen Hochplateau der Boulder Mountains. Viele so genannte View Points luden zum Anhalten ein.
Wir überquerten bei prächtigem Frühlingswetter zwei Pässe (2'400 und 2'760 m.ü.M.)
bevor wir den kleinen Ort Torrey erreichten, wo der Scenic Byway 12 endete.
Torrey liegt ein paar Meilen vor dem Capitol Reef Nationalpark und wir
beschlossen, erst morgen in den Park hinein zu fahren.
Donnerstag; Capitol Reef Nationalpark
Etwa 100 km nordöstlich vom Bryce Canyon befindet sich das Capitol Reef, ein bunt gebändertes Sandsteinriff, dass über dem Fremont River aufragt. Es bildet den eindruckvollsten Abschnitt der rund 160 km langen, in nord-südlicher Richtung verlaufenden "Waterpocket Fold". Diese so genannte geologische Verbiegung der Gesteinsschichten ist eine der grössten ihrer Art in den USA. Die "Falte" besteht aus zahlreichen Schichten von Ablagerungsgestein. Diese ursprünglich horizontalen Schichten wurden von Sedimenten geformt, die sich über hunderttausende von Jahren in Meeren, Gezeitenniederungen, Wüsten und anderer Umgebungen ablagerten. Die Kräfte der Erosion haben Felsendome, Sandsteinkappen und Kamine herausmodelliert.
Wir erreichten den Nationalpark im Laufe des
Vormittags. Beidseits der Strasse befanden sich die einzelnen Aussichtspunkte. Vom "Goosenecks
Overlook" konnten wir den Fluss, 240 Meter tiefer unter uns sehen, der sich
mäanderförmig durch die Schichten gegraben hat.
Die Felsen hatten verschiedene Formen, ein Schloss war zu erkennen, einer glich einem Kamin und viele andere konnten wir mit etwas Fantasie ihren Namen zuordnen.
Vom Visitor Center zweigt eine 15 km lange Scenic Route ab, welche hauptsächlich zu den vielen Wanderwegen im Park führt.
Beim Campingplatz unternahmen wir eine Wanderung, die zum Valley Overlook hinaufführte. Der Weg stieg steil an, wir erreichten einen Canyon, durch den wir auf eine weitere Anhöhe hinaufstiegen.
Als wir von der Wanderung zurückkehrten, schauten wir uns den "Fruita"
Campingplatz näher an. Da aber die besten Plätze bereits besetzt waren,
entschlossen wir uns, weiter zu fahren. Dank der Sommerzeitumstellung am letzten
Wochenende, kann man die Abende wieder länger nutzen. Es war spät, aber noch hell,
als wir den Campingplatz von Hanksville erreichten.
Freitag: Es hatte die ganze Nacht stark gewindet und unser Camper wurde heftig durchgerüttelt. Wir hatten uns in Torrey entschieden, doch noch den kleinen Umweg über den Arches Nationalpark zu machen, obwohl der Park eigentlich nicht an unserer geplanten Route nach Salt Lake City lag. Aber wir waren im Jahre 1983 schon einmal dort und die schön geformten Felsenbrücken- und Bögen sind uns noch in bester Erinnerung.
Arches Nationalpark
Der auf ca. 1'500 m.ü.M. gelegene Arches N.P. erstreckt sich im wüstenhaften, vom Colorado River durchflossenen Südosten des Bundesstaates Utah. Mehrere hundert, zum Teil gigantische Sandsteinbögen, pilzförmige Felsgebirge, hohe Sandsteinwände, spitze Felsnadeln und Felsgrate machen diesen Nationalpark zu einem der Highlights des Südwestens. Die bizarren rostrot leuchtenden Sandsteinformationen sind in erster Linie durch die Arbeit von Wind und Wasser entstanden.
Wir erreichten den Park gegen Mittag.
Schon beim Eingang sahen wir die Tafel "Campground besetzt! Gerne hätten wir
im Park übernachtet. Wir geben zu, dass wir leicht enttäuscht waren,
denn es ist ja noch nicht Saison! Muss man denn immer alles im Voraus
reservieren?
So machten wir uns gleich auf den Scenic Drive, der beim Visitor Center beginnt und zu den schönsten Felsenformationen führt. Gut, hatten wir uns entschieden, heute den Park anzuschauen, denn der Wetterbericht für die nächsten Tage war alles andere als erfreulich. Wir hatten Glück, das Wetter hielt sich tapfer, obwohl manchmal dunkle Wolken aufzogen.
Schon nach kurzer Fahrt hielten wir zum ersten Mal an und Hans machte sich gleich heftig ans Fotografieren. Ein Motiv folgte dem anderen.
Natürlich liessen wir es uns nicht nehmen, noch einmal zur "Delicate Arch"
hinauf zu steigen. Der Weg beginnt bei der "Wolfe Ranch" und führt über ein
Felsplateau zur, wie wir meinen, fotogensten Felsenbrücke des Parks. Wir waren
bei weitem nicht die Einzigen. Es war ein kleines Kunststück, sie ohne Leute, zu fotografieren.
Hingegen waren wir fast alleine auf dem Weg zur "Double Arch", die mit den zwei Bögen sehr speziell aussah. Auf dem Rückweg hielten wir immer wieder an, um jede Brücke und Figur zu bestaunen.
Es war inzwischen Abend geworden und wir mussten uns um eine Übernachtungsmöglichkeit kümmern. Wir fuhren zum nahe gelegenen Ort Moab.
Samstag; Wir hatten uns überlegt, noch einmal in den Park zu fahren, doch wir entschieden uns, weiter zu ziehen, den vor uns liegen ja noch viele Sehenswürdigkeiten. Wir kreuzten bei Green River den Interstate 70 und fuhren auf der Landstrasse Richtung Provo weiter. Unterwegs in der Ortschaft "Price" hielten wir bei ein paar Hotels an und probierten die WiFi Karte aus und siehe da, Hans konnte sich von fünf verschiedenen Anbietern das beste Netz aussuchen und die Mails herunterladen.
Auf dem "Soldiers Summit" (2'748 m.ü.M.) kamen wir wieder mal in den Schnee, jedoch die Strasse war gut befahrbar. Wir erreichten Provo am frühen Nachmittag.
Beim Anmelden im Campingplatz lernte ich Margie aus Salzburg kennen. Es ergab sich sofort ein nettes Gespräch und ich lud sie und ihren Mann Harry spontan zum Kaffee ein. Wir sassen gemütlich bei Kaffee und Kuchen in unserem Camper und sie erzählten uns unter anderem, dass sie früher hier ein paar Jahre gewohnt hatten und wir uns unbedingt "Sundance" anschauen müssten.
Nordöstlich von Provo beginnt die die Sundance Ski Area. Hier betreibt der Hollywoodstar Robert Redford (Der Pferdeflüsterer) eine edle Herberge sowie ein Theater- und Filmförderungsinstitut.
Margie und Harry beschlossen spontan, uns das Resort zu zeigen. Harry besorgte sich von seinem Sohn, der hier in Provo lebt, den Audi Quattro und wir wurden von ihnen in das ca. 14 Meilen entfernte Ski Resort chauffiert. Die Ski Saison war bereits vorbei, doch lag auf den umliegenden Bergen noch viel Schnee. Wir besichtigten zusammen den im Chalet-Stil gebauten Hauskomplex. Das Restaurant war ebenfalls ganz rustikal in Holz gehalten, wie übrigens das ganze Resort. Wie wir erfuhren, legt Robert Redford grossen Wert auf möglichst naturnahe Bauweise.
Wir waren mit der uns offerierten Ausfahrt mehr als glücklich, wir wären nie auf die Idee gekommen, mit unserem Camper hier hinauf zu fahren. Zu unserer grossen Überraschung wurden wir von ihnen zu einem gediegenen Nachtessen in dem schönen Resort eingeladen, obwohl wir uns ja erst seit ein paar Stunden kannten. Diese Grosszügigkeit ist nicht selbstverständlich, wir wissen dies sehr zu schätzen. Dieses Erlebnis zählt bestimmt zu einem der Highlights unserer Reise.
Sonntag; Wir genossen den schön gelegenen Campingplatz und machten am Nachmittag einen Spaziergang dem Fluss entlang. Am Abend luden wir Harry zu uns ein, da seine Frau Margie bereits heute Morgen zurück nach San Diego geflogen ist. Harry hingegen hat hier noch geschäftlich zu tun. Wir hoffen, dass wir sie wieder einmal sehen werden.
23. Woche: 11. bis 13. April 2005
Montag; Bevor wir Provo verliessen, erledigten wir unsere
Computerarbeiten. Der Campingwart war sehr freundlich und hilfsbereit,
als wir uns bei ihm nach dem Strassenzustand weiter nördlich erkundigten, rief
er für uns im Yellowstone Nationalpark an. Leider ist der Park immer noch unter
dem Schnee begraben und vor Mitte Mai wird er nicht zugänglich sein. Somit war
klar, dass wir unsere vorgesehene Route nach Seattle etwas ändern müssen.
Wir machten uns auf den Weg Richtung Salt Lake City. Wir entschlossen uns, nicht den direkten Weg zu nehmen, sondern den Umweg durch den Provo Canyon zu machen. Vorbei an den Bridal Veil Falls ging es Richtung Wasatch Mountain State Park. Wir kamen durch die Ortschaft Midway, wo wir zu unserem Erstaunen ein paar Schweizer Fahnen wehen sahen. Auch die Namen der Hotels, wie zum Beispiel das "Zermatt Resort" oder das "Gasthaus Sternen" erinnerten uns stark an Zuhause. Hier in der Nähe liegt "Park City, wo im Jahre 2002 die Olympischen Winterspiele ausgetragen wurden. Die meisten Campingplätze in dieser schönen Gegend sind noch geschlossen. Hier lag wohl kürzlich noch Schnee. Der Cottonwood Camping war zwar offen, aber leer. Uns war es recht so. Wir nahmen uns einen schönen Platz mit freier Sicht auf die Berge. Wir genossen die Mittagssonne an unserem Picknicktisch und kaum hatten wir uns zum Mittagessen hingesetzt, stellten wir fest, dass wir gar nicht so alleine waren. Nach und nach gesellten sich einige "Chipmunks" und schöne blau gefiederte Vögel dazu.
Am Nachmittag machten wir eine kleine Wanderung durch den Park.
Von einer Anhöhe aus hatten wir eine herrliche Rundsicht auf die Ortschaft
Midway und die Berge.
Als wir beim Nachtessen sassen, sahen wir ein Rudel Rehe, welches friedlich in unserer Nähe graste.
Dienstag; Tour de Suisse, aber zu Fuss!
Es lohnte sich, in diesem schönen State Park noch einmal zu bleiben. Wir unternahmen einen Morgenspaziergang bei schönstem Wetter, der zu einer längeren Wanderung ausartete.
Gleich nach dem State Park kamen wir an einem sehr schön angelegten Golfplatz vorbei. Vom Emmental (Trubschachen) ging es über das Berner Oberland nach Interlaken, dort kehrten wir im "Berggasthaus" ein, bevor wir den Nachhauseweg durch ein Walliser Chaletdorf wählten. Im September finden hier in Midway die "Swiss Days" statt, dann ist eine Woche lang Schweizer Küche angesagt, teilte man uns im Restaurant mit. Wie wir herausgefunden haben, ist "Midway" die Schwesterstadt von Trubschachen. Viele Hauser sind im Schweizer- und Europäischem Stil gebaut.
Mittwoch; Salt Lake City
Es war zweifellos mutig, als Mormonenführer Brigham Young am 24. Juli 1847 mit dem Ausruf "This is the Place" sich mit seinen Gefolgsleuten ausgerechnet hier im eigentlich lebensfeindlichen Hochtal des Jordan River niederliess. Doch sie machten den Boden fruchtbar und heute ist ihre Stadt Salt Lake City, eingebettet zwischen den Gipfeln der Wasatch Range im Osten und dem Grossen Salzsee im Nordwesten, nicht nur das religiöse Zentrum der Mormonen und Hauptstadt des Staates Utah, sondern auch ein wichtiges Handels- und Bankenzentrum des amerikanischen Westens. Die Olympischen Winterspiele fanden hier im Jahre 2002 statt, Wintersport wird hier gross geschrieben.
Wir erreichten die Stadt über den Interstate 80 von Osten her und fuhren gleich auf den KOA Campingplatz, der uns von mehreren Seiten empfohlen wurde. Er liegt nur 2 km vom "Temple Square" und dem State Capitol entfernt. Morgen haben wir uns den ganzen Tag für die Stadt reserviert.
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