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Der Riss ist am 14. Oktober 2011 entdeckt worden, als der Pine-Island-Gletscher von einem tief fliegenden Flugzeug aus vermessen wurde, teilten die Experten mit. Die Spalte ist fast 30 Kilometer lang, im Mittel 80 Meter breit und wachse um fast zwei Meter am Tag. Der Eisberg, der derzeit in der Antarktis entsteht, hat laut NASA eine Grösse von mehr als 890 Quadratkilometern. Der Pine- Island- Gletscher hatte erst 2007 einen riesigen Eisberg «gekalbt». Allerdings haben die regelmässigen Abbrüche wenig mit der globalen Erwärmung zu tun. Das passiere ganz natürlich alle zehn Jahre mal, teilten sie mit.
Die Forscher hatten erstmals Ende September den Riss im Pine-Island-Gletscher gesehen. Die NASA überwacht die Veränderungen des antarktischen Eises von speziell ausgerüsteten Flugzeugen aus. Das ist das Ziel der «IceBridge-Mission» der NASA, bei der die Polarregionen fotografiert und analysiert werden. Damit überbrückt sie die Zeit, in der es für den Zweck keinen Satelliten gibt. 2009 war der Satellit «ICESAT» abgeschaltet worden, sein Nachfolger «ICESAT 2» soll erst 2016 in Betrieb gehen.
Der Pine-Island-Gletscher ist einer der grossen Gletscher der Westantarktis, der vom Hudson-Gebirge aus in die Pine-Island-Bucht in der Amundsen-Sea fliesst. Der Gletscher transportiert jedes Jahr 69 Kubikkilometer Eis, etwa 10% des Westantarktischen Eisschildes ins Meer. Damit ist er der am stärksten abfliessende Gletscher der ganzen Westantarktis. Von 1992 bis 1996 verdünnte sich der Pine-Island-Gletscher um 3,5 ± 0,9 m pro Jahr und hat sich im gleichen Zeitraum um etwa 5 km zurückgezogen. Zwischen 1992 und 1999 wurde nur für den 150 km langen auf Grund aufliegenden Teil des Gletschers seine Verdünnung um bis zu 1,6 m pro Jahr festgestellt.
Als nächstes fliegen die Flugzeuge von «IceBridge» übrigens nach Grönland um das Eis dort zu vermessen. Forschung dieser Art ist wichtig, denn ihre Ergebnisse werden ganz konkrete Vorhersagen über die Zukunft machen, die uns auf diesem Planeten erwartet. Denn so beeindruckend und auch schön die Bilder das der gigantischen Eisspalte am Pine-Island-Gletscher sind: Sie zeigen uns auch, dass die globale Erwärmung real ist und wir uns auf die eine oder andere Weise darauf einstellen müssen.
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