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Der Herr liebte die Seinen «bis ans Ende», lesen wir in Johannes 13,1. Aber wie weit war diese Liebe in die Herzen der Jünger eingedrungen? Das wahre Licht macht die Herzen immer offenbar.
Vers 21 sagt uns, dass «Jesus … im Geist erschüttert wurde». Warum das? «Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich überliefern.» Einer von den Jüngern, die Jesus liebte, die Er, berufen und ausgesandt, einer, der seinen Worten zugehört hatte, würde Ihn überliefern!
Als die Jünger dies hörten, «blickten sie einander an» (V. 22). Wird das Problem dadurch gelöst? Nein, gewiss nicht. Von einem zum anderen blicken, bringt keinerlei Lösung.
In 1. Mose 42,1 finden wir den gleichen Ausdruck. Als Jakob und seine Familien unter der Hungersnot litten, sahen Jakobs Söhne «einander an». Sie hatten kein Getreide mehr, fast nichts zu essen, wenig, um den Kindern zu geben.
Geschieht dies nicht oft in den örtlichen Versammlungen? Es ist wenig da, um die Seele zu nähren. Sehen wir dann einander an, um geistliche Nahrung zu bekommen? So werden wir enttäuscht. Ich kann nicht sehen, was in meines Bruders Herz oder Gewissen ist, ob er etwas hat, um die Seele zu nähren, oder nicht. Ebenso wenig kann er sehen, was in meinem Herzen ist.
Vielleicht gibt es Schwierigkeiten, Probleme oder Sünde in der Versammlung. Erwarten wir die Lösung dieser Probleme darin, dass wir einander anblicken?
In Vers 23 unseres Kapitels lesen wir: «Einer aber von seinen Jüngern, den Jesus liebte, lag zu Tisch in dem Schoss Jesu.» Das war ein guter Platz, um sich da aufzuhalten! Wenn ich geistliche Nahrung oder Antwort auf meine Probleme haben möchte, sollte ich sie nicht von meinen Brüdern erwarten, sondern vom Herrn. Ich muss da sein, wo der Herr mich zu haben wünscht – nahe an seinem Herzen. Ich muss seiner Liebe bewusst sein.
In Johannes 11 kam die Liebe Jesu zweimal in Verbindung mit Prüfungen zum Ausdruck: «Jesus aber liebte Martha und ihre Schwester und Lazarus» (V. 5). Kostbare Gewissheit angesichts der Prüfung, die bald über sie kommen sollte: der Tod des Lazarus. Und in Vers 3 lesen wir: «Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank.» Die Schwestern waren absolut überzeugt von der Liebe Jesu.
So sollten wir für Nahrung, für die Lösung von Problemen und in Prüfungen auf Christus blicken – im Bewusstsein seiner Liebe für uns.
«Diesem nun winkt Simon Petrus, damit er frage, wer es wohl sei, von dem er rede. Jener aber, sich an die Brust Jesu lehnend, spricht zu ihm: Herr, wer ist es?» (Joh 13,24.25). Wunderbarer Platz! – In der Tat, diesen Platz suchen wir auf, wenn wir beten. Der Herr beantwortet die Frage in Vers 26: «Der ist es, dem ich den Bissen … geben werde.»
Welch ein Kontrast in der Szene, die vor uns ist! Im gleichen Raum – ein Jünger im Schoss Jesu, und auf der anderen Seite ist alles dunkel; Satan fährt in Judas.
Auch in Johannes 19,26 sehen wir die Liebe Jesu:
«Jesus sah die Mutter und den Jünger, den er liebte, dabeistehen …» Hier war Jesus am Kreuz. Die Liebe Jesu ist immer und überall: am Krankenbett, in der Prüfung, am Tisch, am Kreuz; Er liebte uns sogar bis zum Tod.
In Johannes 20,2 wird wiederum erwähnt: «der Jünger, den Jesus lieb hatte.» Hier sehen wir ein leeres Grab. Tod und Satan waren besiegt, und die Sünde gesühnt. Jesu Liebe offenbarte sich in der Auferstehung – im Sieg über den Tod.
In Johannes 21,6 finden wir die Liebe Jesu in Verbindung mit Umständen. Die Jünger hatten die ganze Nacht gefischt, ohne Resultat. Nun sagt der Herr: «Werft das Netz auf der rechten Seite des Schiffes aus, und ihr werdet finden …»
So finden wir die Liebe Jesu für die Seinen zu jeder Zeit und in allen Umständen – «bis ans Ende». Möchten wir es empfinden und erfassen, dass wir Jünger sind, «die Jesus liebt».