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Vaudoise Assurance
Adresse
1007 Lausanne
VD
Architektur
Weitere Bauphasen
Mit dem eleganten Hauptsitz der Vaudoise Assurance konzipierte Jean Tschumi ein architektonisches Meisterwerk der 1950er-Jahre in Lausanne. Dabei entstand eine stringente und im Detail sehr nuancierte Gestaltung, die nach Transparenz, Leichtigkeit und Offenheit strebt. Geschickt reagieren die verschiedenen Gebäudevolumen auf die anspruchsvolle topografische Situation. Der insbesondere von grossen Libanonzedern durchgrünte Aussenraum setzt mit mehreren modernen Plastiken den Gedanken des Gesamtkunstwerks fort.
Chronologie
Das Gebäude der Vaudoise Assurance wurde zwischen 1951 und 1956 von Jean Tschumi geplant und realisiert. Der Lausanner war als Sieger aus einem geladenen Wettbewerb hervorgegangen, an dem vier lokale Architekturbüros teilgenommen hatten. Tschumi reiste noch 1952 mit Führungskräften der Versicherungsgesellschaft in die USA, um frische Ideen für den Bau einzuholen. Dabei besuchten sie auch das soeben fertiggestellte Lever House in New York City von SOM. 1994 wurden Umbaupläne des Unternehmens publik, die zu einem tiefgreifenden Eingriff geführt und den Bau unwiederbringlich verschandelt hätten. Dies konnte jedoch verhindert werden und Hans Gutscher sanierte das unter Denkmalschutz stehende Gebäude 1998 fachgerecht.
Lage
Das Gebäude der Vaudoise Assurance befindet sich im südlichen Lausanner Quartier Les Cèdres an der Strassenecke der Avenue des Bains im Westen und der Avenue de Cour im Norden. Der in Hanglage errichtete Bau mit Blick auf den Genfersee ist von viel Grünfläche und grossem Baumbestand umgeben, zudem folgen im Osten der Parc de Milan und der botanische Garten. In unmittelbarer Nähe sind weitere Gebäude der Versicherungsgesellschaft vorhanden, sodass sich mit dem südseitigen Ensemble eine campusartige Situation ergibt.
Beschreibung
Der von Tschumi entworfene Hauptsitz der Vaudoise Assurance besteht aus einem fünfgeschossigen Verwaltungsgebäude, einem südwestseitig davon angeordneten viergeschossigen Nebentrakt und einem Personalhaus mit Terrasse. Letzteres befindet sich im Süden des Areals und weist durch die Hanglage bis zu drei Geschosse auf. Die beiden Verwaltungsgebäude stehen in einem stumpfen Winkel zueinander und sind verbunden, das Personalhaus ist abgesetzt. Es handelt sich um Stahlbetonskelettbauten. Der fünfgeschossige Haupttrakt wird von Norden her erschlossen. Der mittig angeordnete Eingangsbereich unter stark auskragendem, stützenlosem Vordach ist der orthogonal geprägten Fassade als kubisches Volumen vorgesetzt. Die Südfassade mit ebenerdigem Kolonnadengang besteht wie die nordseitige Schaufront aus einem Geflecht von Pfeilern und Balken. Durch ihre Plastizität fungieren sie als Brise-soleil-Elemente. Ist die Stirnseite gegen Osten bis auf wenige quadratische Öffnungen geschlossen ausgebildet, so präsentiert sich das westliche Pendant mit rechteckigen Fenstern. Diese werden von kräftigen Betonrahmen unterteilt und sind in Viererfelder regelmässig über die gesamte Fassade angeordnet. Der Personaleingang mit einer Marmorwand ist dezentral an der Ostseite dieser Schmalfront angelegt. Analog zum Eingangsbereich an der Nordfassade tritt er aus der Gebäudeflucht hervor und wird von einem auskragenden Flachdach gedeckt. Dieses dockt am niedrigeren Verwaltungsflügel an, dessen Längsseiten sich durch ein leicht zurückversetztes Sockelgeschoss und einer dreigeschossigen Rasterfassade auszeichnen. Gegen den Park hin ist die Verbindung zum Haupttrakt durch feine Lamellen akzentuiert. An der südlichen, mehrheitlich geschlossenen Stirnseite befindet sich die Einfahrt zur Tiefgarage.
Das inzwischen erweiterte Personalhaus weist eine weniger stringente Fassadengestaltung auf. Die strassenseitige Westseite wird von unterschiedlichen Fensterformaten bestimmt, die südseitige Schmalfront weist eine beinahe geschosshohe Glasfront auf, die gerahmt ist und eine gedeckte Terrasse bietet. Architektonische und vor allem hohe räumliche Qualitäten sind in den parkseitigen Terrassen festzumachen.
Literatur