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Übersicht
Seit dem 23. Mai 2016 ist ein für das tschetschenische Volk wichtiges Archiv online – das Video-Archiv der beiden Kriege zwischen 1994 und 2006: www.chechenarchive.org
. Die für die Öffentlichkeit zugängliche Datenbank enthält zentrale Informationen – die sensiblen Videos werden nur auf Anfrage und nach sorgfältiger Prüfung gezeigt.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker, unterstützt von FriedensFrauen Weltweit und Reporter ohne Grenzen Schweiz, hat 1270 Videosequenzen, die von Menschenrechtsaktivisten aufgenommen und in die Schweiz in Sicherheit gebracht wurden, systematisch aufgearbeitet. Das Archiv ist eine wichtige Grundlage für die juristische und historische Aufarbeitung der Kriegsverbrechen sowie gegen die Straflosigkeit und das Vergessen.
Das Tschetschenienarchiv wurde von der international renommierten Menschenrechtsaktivistin Zainap Gashaeva gegründet, deren Organisation „Echo of War“ seit Beginn des ersten Tschetschenienkrieg im 1994 hunderte von Stunden ungeschnittenes Filmmaterial angesammelt hat. Als im Jahr 1999 die sogenannte "Anti-Terroroperation" startete, wurden diese wertvollen Videos versteckt, das Risiko für Material und Besitzerin war zu gross. Seit 2003 wurden die Medien ausser Landes geschafft und der Gesellschaft
für bedrohte Völker übergeben.
Der Verein Chechen Archive, bestehend aus der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), FriedensFrauen Weltweit und Reporter ohne Grenzen Schweiz restaurierte, analysierte und digitalisierte diese Videos und schuf damit ein umfassendes Archiv und zugleich ein beklemmendes Zeugnis dieser Kriege.
Neben der Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen oder Zeugenaussagen enthält das Tschetschenienarchiv einmalige Berichte über historische, soziale und politische Ereignisse. Die Dokumente können sowohl von Forschern, Anwälten, Journalisten und Nichtregierungsorganisationen als auch von der tschetschenischen und russischen Bevölkerung, welche nur einen beschränkten Zugang zu unabhängigen Informationen über die Tschetschenienkriege hat, eingesehen werden.
(Mai 2016)