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Trotz der früh angesetzten Zeit für das Konzert am Sonntag um 16.30 Uhr, dem Siebner Märt und des herrlichen Wetters mussten für das Konzert des Bläserensembles Primavera unter dem Motto «Ladies’ Night» für die vielen Zuhörer noch weitere Stühle aufgestellt werden. Organisator war die Kulturgruppe Begägnig am Sey.
Als erstes kam «Sextett op. 40, c-Moll» für Bläserquintett und Klavier der Pariser Komponistin Louise Farrenc (1804-1875) zu Gehör, am Klavier Stefan Zindel. Wie Martin Winiger, Klarinette, der durch das Programm führte, hervorhob, sei sie unter allen Komponisten die erste gewesen, die Werke für Bläserquintett und Klavier geschrieben habe. In den drei Sätzen verwob sich die Musik wie das Gewebe eines Teppichs. Im ersten Satz farbenfroh mit unterschiedlich dicker Wolle, die markante Strukturen ergab, im zweiten Satz zart harmonisch gleich einem pastellfarbenen Seidenteppich und der dritte Satz war geprägt von filigranen Klängen eines ornamentreichen Orientteppichs. Aus dem 20. Jahrhundert und aus den USA folgte «Island Prelude» (1989) für Oboe und Bläserquintett von Joane Towers (1938), Oboe, Christoph Bürgi. Man konnte sich in der vielschichtigen Musik leicht eine abgeschiedene Insel vorstellen, dem Wetter, der Brandung und den Winden ausgesetzt, sie tönte aber auch nach Ferieninsel im Sonnenschein mit Lärm, Hektik und Menschenmassen.
Frauen von Musik ausgeschlossen
Kein leichtes Leben hatte die Französin Mélanie Bonis, Pseudonym Mel Bonis (1858-1937), von der «Scènes de la foret» für Flöte, Horn und Piano zu hören war. Musikalisch sehr begabt wurde sie von ihren Eltern gezwungen, die Musik abzubrechen und einen 22 Jahre älteren, verwitweten Industriellen mit fünf Kindern zu heiraten. Dazu gebar sie noch weitere drei Kinder. Erst als alle Kinder gross waren, kam sie zur Musik zurück. Ihr tiefgründiges Werk, dargeboten von Stefan Zindel, Klavier, Katja Marty Knobel, Flöte und Heiner Wanner, Horn, entführte die Fantasie in den Wald mit Lichtspielen im Blätterdach, plätscherndem Bächlein, Sommergezwitscher und Spinnweben wie Winterruhe mit Schnee und Eiszapfen. Den Schluss machte «Concerto pour quintette» für Bläserquintett und Klavier von Claude Arrieu (1903- 1990), ebenfalls Französin. Ihre Musik war verspielt und luftig, im zweiten Satz auch forsch und flattrig wie ein Vogelschwarm. Der dritte Satz zeichnete einen Spannungsbogen von dynamischen zu getragenen Klängen.
March-Anzeiger und Höfner Volksblatt
Autor
Höfner Volksblatt & March Anzeiger
Kategorie
- Musik
Publiziert am
Webcode
www.schwyzkultur.ch/VtCfKi