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Hydrologisches Jahrbuch 2015: erst Starkregen, dann Dürre!
In Bezug auf die Witterung war das Jahr 2015 von zwei Besonderheiten geprägt: von einem starken Regen und Hochwasser Anfang Mai und von einer Dürreperiode in den Sommermonaten Juli und August sowie in den Sommermonaten. Das berichtet das Hydrologische Jahrbuch der Schweiz 2015 des Bundesamts für Umwelt (BAFU). Das Jahrbuch des BAFU zeigt einmal mehr: Extremwetter ist nicht selten in der Schweiz. Wer in einer gefährdeten Region wohnt, sollte daher auf einen ausreichenden Versicherungsschutz achten.
Regen und Hochwasser Anfang Mai 2015
„Vom 30. April bis 6. Mai fielen im Mittel über die ganze Schweiz rund 100 mm Regen“, heisst es im Hydrologischen Jahrbuch. Zum Vergleich: Laut Website Factfish.com gab es 2014 in der gesamten Schweiz eine durchschnittliche Niederschlagsmenge von 1537 mm. Würde man das Ergebnis der ersten Maiwoche auf ein Jahr hochrechnen, käme man dagegen auf (52 Wochen x 100) 5.200 mm.
„In der Westschweiz und im Unterwallis fielen 90 bis 140 Prozent einer üblichen Mai-Summe von 60 bis 155 mm Niederschlag“ berichtete das Bundesamt für Umwelt am 5. Juni 2015. Die Schweizer Regionen mit den grössten Niederschlägen waren Anfang Mai 2015 das Unterwallis, die Waadtländer Alpen und das Berner Oberland. „Rund um die Dents du Midi und von Les Diablerets bis in die Wildstrubel-Region erhielten höhere Lagen 200 mm Niederschlag und mehr“. Das sind, so das Jahrbuch, „bis zu 140% der üblichen Niederschlagssumme für den ganzen Monat Mai“.
Für einige Gewässer wurden Anfang Mai 2015 neue Monatshöchststände gemessen: etwa „an der Broye, an der Aare bei Murgenthal, an der Birse bei Moutier, an der Gürbe bei Belp, an der Venoge bei Ecublens, an der Veveyse bei Vevey (30-jährliches Hochwasser) sowie am Bieler-, Murten- und Genfersee“.
Die Wetterverhältnisse führten Anfang Mai 2015 auch zu einer Reihe von Hochwasserschäden. So zitierte der Tagesanzeiger am vierten Mai 2015 den Mediensprecher des Kantons Bern Andreas Hofmann mit der Aussage, dass bei der dortigen Kantonspolizei über hundert Meldungen zum Hochwasser eingegangen seien und dass die Meldungen „unter anderem überschwemmte Keller und überflutete Strassen“ betrafen.
Und dann kam die Dürre
Das zweite aussergewöhnliche Wetterereignis des Jahres 2015 war eine Trockenheit im Sommer und Herbst. Ab Ende Juni 2015 sei in weiten Teilen der Schweiz aussergewöhnlich wenig Niederschlag gefallen, heisst es im Hydrologischen Jahrbuch. Und während der Monate August und September habe sich die Niedrigwasser-Situation dann weiter verschärft. Insgesamt lag die Jahrestemperatur 2015 „in den meisten Gebieten der Schweiz 1,0 bis 1,4 Grad über der Norm 1981–2010“, berichtet das Jahrbuch.
Versicherungsschutz prüfen
Aussergewöhnliche Wettervorkommnisse wie 2015 erhöhen auch das Risiko von Hochwasser und Bränden, die Haus und Hausrat bedrohen können. Das sollte insbesondere in Risikoregionen dazu führen, dass man bisweilen seinen Versicherungsschutz überprüft und unter anderem analysiert, inwieweit er auch bei einem Worst-Case-Szenario ausreicht.