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Der Staatsanwalt Robert Mueller sandte Ende März einen wütenden Brief an Justizminister William Barr über seine Zusammenfassung der Ermittlungen in Russland. Die Washington Post verriet dies am Dienstagabend. Es heißt, Mueller sei „aufgeregt“, weil Barrs ersten Berichten zufolge über die Forschungsergebnisse von Müller kein Zusammenhang bestand.
Dies ist die viel diskutierte Untersuchung von Müller über die Einmischung Russlands bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016. Ende März veröffentlichte Barr eine Zusammenfassung der Ergebnisse, in der er unter anderem feststellte, dass es keine Anzeichen dafür gibt, dass das Trumps-Kampagnenteam mit ihm zusammenarbeitet die Russen Der Präsident kann auch nicht angeklagt werden, weil er den Gerichtsprozess behindert hat.
Diese faktisch richtige Zusammenfassung wurde sowohl von Trump als auch von vielen Medien als vollständige Freilassung des Präsidenten interpretiert. Allerdings hatte Mueller tatsächlich Beweise dafür gefunden, dass Trump versuchte, die Ermittlungen in den Griff zu bekommen. Ob Trump auch ein Gerichtsverfahren behinderte, konnte er Trump weder beschuldigen noch entlassen.
Diese Nuance fehlte in Barrs erster Zusammenfassung, die laut Müller zu „öffentlicher Verwirrung über kritische Teile der Forschungsergebnisse“ führte. In dem Schreiben fordert Müller, dass Barr den Bericht in seiner Gesamtheit veröffentlicht, was inzwischen geschehen ist, allerdings mit einigen lackierten Passagen.
Als der vollständige Bericht mit Ausnahme der von Barr lackierten Passagen Mitte April herauskam, wurde der republikanische Minister stark von den Demokraten kritisiert, die an seiner Unparteilichkeit zweifelten. Barr muss sich am Mittwoch vor einem gerichtlichen Senatsausschuss verantworten.