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Fleurop & Tulpen
Haben Sie gewusst, dass die Tulpe in der Schweiz die beliebteste Frühlingsblume ist? Sie hat Menschen schon früh in ihren Bann gezogen, hat sie fasziniert … aber teilweise auch ruiniert. Um sie ranken sich die wildesten Geschichten.
Tulpen? Sehen wie osmanische Turbane aus …Tulpen sind nach den Rosen die meistverkauften Schnittblumen weltweit. Und auch Sie kürten die Tulpe bei einer unserer Umfragen zur beliebtesten Frühlingsblume. Das hat sicher damit zu tun, dass es mittlerweile unglaublich viele Sorten dieser traumhaft schönen Spezies gibt.
So wunderbar bunt wie die Tulpen, ist auch die Geschichte ihres Namens. In der heutigen Türkei heissen diese Blumen nämlich "lale". Gleichwohl nannte sie 1555 der österreichische Botschafter, der am Hof des türkischen Sultans weilte, in einem Brief nach Wien "tulipa ". Was war geschehen? Man vermutet, dass es ein sprachliches Missverständnis war. Der Botschafter sprach ja kein Türkisch, und die diplomatische Sprache war damals Französisch. Also bediente er sich eines Dolmetschers. Vermutlich hat dieser die Blume "tülbend-lalesi" genannt, wie sie allerdings nur im Volksmund hiess. Als "tülband" bezeichnete man im osmanischen Reich nämlich den türkischen Turban, der unserer Tulpe verblüffend ähnlich sah. So kam der Name "tulipa" (auf Deutsch "Tulpe") nach Europa und wurde in den meisten der uns bekannten Sprachen übernommen.
Apropos "lale": Dieses Wort setzt sich in der damaligen türkischen Schrift aus den gleichen Buchstaben zusammen wie der Name Allah. Kein Wunder, tauchte die Tulpe in der osmanischen Kunst häufig auf und wurde auch symbolhaft verwendet.
Tulpen-Hits
Rangsucht gegen Poesie bei den Tulpennamen
Über das Ursprungsland der Tulpe rätselt man ebenfalls. Man vermutet, dass sie aus Persien, dem Schwarzmeer-Gebiet oder vom Balkan stammt, wo es eine wild blühende Tulpenart gab.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gelangte die Wildtulpe nach Konstantinopel, wo man sie züchtete und wo sie in der Gartenkultur schon bald einen bedeutenden Platz einnahm.
Nun erst wurde sie auch in Mittel- und Westeuropa bekannt. Im niederländischen Leiden wurde sie zwar zuerst nur zu wissenschaftlichen Zwecken angepflanzt,
und der Verkauf wurde verboten. Aber schon bald wurden einige Exemplare gestohlen, und damit geriet der Frühlingsblüher auf den freien Markt.
Daraufhin verbreiteten sich die "Wunderzwiebeln" im übrigen Europa.
Übrigens: Die Wertschätzung für Tulpen drückte sich damals oft auch in ihrer Benennung aus. So fanden sich in den Niederlanden zahlreiche Tulpen mit Namensbestandteilen wie "Admiral" und "General", was der höchsten gesellschaftlichen Position entsprach. In der Türkei des 17. Jahrhunderts hingegen gab man sich poetisch. Dort hiessen besonders schöne Tulpen "Die mir das Herz verbrennt", "Glücksstern", "Licht der Gedanken" oder "Gesicht der Geliebten". Wunderbar!
Tausche mein ganzes Hab und Gut gegen eine Tulpenzwiebel
Die Tulpe ist eine der wenigen Blumen, die immer wieder Begeisterung auslöst. Denn schon als sie im 16. Jh. nach Konstantinopel kam,
war die Bewunderung so gross, dass ein regelrechter Tulpenwahn ausbrach. Damit verbunden war ein schwunghafter Handel mit Tulpenzwiebeln,
der die Preise in astronomische Höhe trieb. Das Gleiche passierte einige Zeit später in den Niederlanden. Denn auch dort waren Aristokraten
und reiche Bürger von diesen Frühlingsblühern so hingerissen, dass sie horrende Preise dafür zahlten.
So wurden 1637 für eine Zwiebel der rot-weiss gestreiften Sorte "Semper Augustus" z. B. 30'000 Gulden bezahlt. Und das, obwohl das durchschnittliche Jahreseinkommen bei etwa 150 Gulden lag und die teuersten Häuser an einer Amsterdamer Gracht rund 10'000 Gulden kosteten. Wer nicht genügend Bargeld hatte, bezahlte auch mal in "Naturalien". Denn von einer Zwiebel der Sorte "Viceroy" ist überliefert, dass man folgende Güter an Zahlung gab: 120 Scheffel Weizen, 240 Scheffel Roggen, vier fette Ochsen, acht fette Schweine, zwölf fette Schafe, zwei Fässer Wein, vier Fuder Bier, zwei Fässer Butter, 1000 Pfund Käse, ein Bett, einen Anzug und einen silbernen Trinkbecher. Nimmt einen fast Wunder, wie der Haushalt NACH diesem Tausch ausgesehen haben mag (schmunzel).
Zum Glück sind Tulpen bei uns günstiger!
Von Wunderkammern und Liebhaberzirkeln
Schon von Wunderkammern gehört? Dort waren einst auch Tulpenzwiebeln und Bilder von Tulpen zu finden. Wunderkammern waren in der Spätrenaissance sowie im Barock Sammlungen von Fürsten und vermögenden Bürgern. Und präsentiert wurde da ein Kunterbunt von Kunstwerken sowie raren und wertvollen Dingen wie z. B. Silber- und Goldschmiedearbeiten, Tierpräparate, Strausseneier, Narwalzähne, Elfenbeinschnitzereien, Literatur über Alchimie sowie … Tulpenzwiebeln. Solche Wunderkammern gab’s auch in den Niederlanden.
Zudem gründete man – der Tulpe zu Ehren – exklusive Zirkel von Tulpenliebhabern. Dazu zählten Gelehrte, gebildete und wohlhabende Bürger sowie Adelige.
Damals waren Tulpen eben nicht nur neu, sondern auch exotisch, exklusiv und aufregend. Und was heute die Rolex am Handgelenk oder die Designer-Handtasche am Arm ist, war damals die Tulpe am Revers. Um ihre Begeisterung zu pflegen, legten Tulpenliebhaber private Gärten an und besuchten sich gegenseitig, um Erfahrungen auszutauschen und die neuesten Tulpen des jeweils andern in Augenschein zu nehmen. Es wurden Tulpenzwiebeln getauscht … und leider auch geklaut. Denn da Tulpen kostbar waren und Ansehen verschafften, half man – wenn es um besonders schöne Exemplare ging – manchmal auch etwas nach.
Unsere ganz und gar aussergewöhnlichen Tulpen hätten es locker in eine Wunderkammer geschafft.
Von den nicht ganz so unschuldigen Tulpenmädchen eines Grafen
Als Markgraf Carl-Wilhelm von Baden-Durlach 1715 sein Schloss und die neue Stadt „Carols Ruhe“ (heute Karlsruhe) gründete, hatte er zwei grosse Leidenschaften:
Frauen und Blumen. Kein Wunder also, blühte in seinen Gartenanlagen ein ganzes Meer von Blumen … und unterhielt er an seinem Hof ein ganzes Heer von attraktiven
ungen Mädchen (es sind 144 Namen überliefert). Diese waren offiziell als Tänzerinnen und Sängerinnen tätig, dann aber auch für die Bedienung des Markgrafen bei
Tisch und als „weibliche Leibwache“. Wie aber wurden daraus die „Tulpenmädchen“?
Tatsache ist, dass der Markgraf Tulpen ganz besonders liebte und seine Gärten voller Tulpen waren. Natürlich hielt er sich auch mit seinen Sängerinnen darin auf und nannte sie, wenn er mit Bekannten über sie sprach, spasseshalber auch „meine Tulpenmädchen“. So kam es zu dieser Bezeichnung. Und man könnte ja nun vermuten, dass alles ganz unschuldig war und die jungen Frauen tatsächlich „nur“ Sängerinnen waren. Tja, könnte man. Hätte es da nicht eine nachweisbare Anzahl unehelicher Kinder an seinem Hof gegeben, die allesamt auf den Namen Carl oder Carline getauft wurden.
Tulpen gefallen nicht nur Grafen und Tulpenmädchen.
Welcher Tulpentyp sind Sie?
Bei den Recherchen zu diesem Newsletter stiessen wir im ostschweizerischen Tübach auf die Tulpen-Produzentin Heidi Kröni, für die Tulpen eine Herzensangelegenheit sind. "Man kann schon fast sagen, ich sei tulpensüchtig", sagt sie lachend. Nun, sie hat die Erfahrung gemacht, dass die Wahl der Tulpen viel mit dem eigenen Charakter zu tun hat. Hier erfahren Sie, welcher Tulpentyp Sie sind:
Sie sind natürlich und lieben es klassisch: Vermutlich gefallen Ihnen einfache Tulpen, die in der Vase gerade bleiben. Diese sind alles andere als schlicht und machen Lust auf den Frühling.
Sie inszenieren sich gerne und mögen es üppig: Dann könnten Sie sich zu gefüllten Tulpen hingezogen fühlen, die durch die prächtige Fülle ihrer Blütenblätter begeistern.
Sie mögen Abwechslung und gehen das Leben schwungvoll an: Eventuell liegen Sie mit extravaganten Papageien- oder eleganten lilienblütigen Tulpen richtig, weil sich diese in der Vase praktisch täglich verändern.
Sie sind etwas "flippig" und probieren gerne Neues aus: Versuchen Sie es mit gefüllten gefransten Tulpen. Diese begeistern durch ihre Fülle sowie die eigenartig gefransten Blütenblätter, die wie mit feinen Kristallen von Raureif gesäumt wirken.
Hokuspokus! Mit "MyBouquet" zaubern Sie Tulpen in die Vase
Kennen Sie die Zaubervase von www.fleurop.ch? Dank ihr kann man - auf den Stiel genau - die gewünschte Anzahl Tulpen bestellen und sieht erst noch, wie sich diese in einer Vase machen.
Und so funktioniert's: Klicken Sie im Webshop auf die im Suchfilter platzierte Funktion MyBouquet und geben Sie mit einem Regler stückweise bis zu 75 Tulpen in die virtuelle Vase!
Die Tulpen haben wir übrigens nicht nur gewählt, weil sie die beliebtesten Frühlingsblumen sind. Vielmehr ging aus einer Umfrage hervor, dass Sie sich diese auch für MyBouquet wünschen. Sie belegte bei der Umfrage sogar den ersten Platz, zusammen mit den von Ihnen meistgenannten Farben Weiss, Gelb, Rosa, Violett und Rot. Genau diese finden Sie im MyBouquet-Angebot. Kurz: Viel Spass beim Bestellen!
Pflegetipps für Tulpen finden Sie HIER.
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Tulpen - farbenprächtig, kapriziös und absolut charmant
Dass Tulpen nach wie vor so viele Menschen begeistern, hat mit ihrer unglaublichen Vielfalt an Blütenformen, -grössen und -farben zu tun. Hier einige Pflege-Tipps:
Im Fachgeschäft werden Tulpen immer so angeboten, dass die Blütenfarbe an der Knospe zu erkennen ist. Achten Sie darauf. Denn das ist eine wichtige Voraussetzung, damit sie schön aufblüht.
Vor dem Einstellen sollte man Tulpen mit einem scharfen Messer (nie Schere!) schräg anschneiden. Wenn sich die Schnittflächen im Wasser nach einigen Tagen verfärben, schneiden Sie die Stiele einfach wieder an.
Stellen Sie sie in kühles Wasser ein und fügen Sie Frischhaltemittel hinzu. Achtung: Tulpen verbrauchen viel Wasser! Am besten stellen Sie die Frühlingsboten in eine Glasvase. Die ist nicht nur elegant, sondern lässt sie auch den Wasserstand erkennen, und Sie können rechtzeitig frisches Wasser nachgiessen. Trübt sich das Vasenwasser, muss es ausgetauscht werden.
Wählen Sie einen möglichst kühlen, zugfreien Standort.
Tulpen sind kapriziös und haben ein Eigenleben. Wenn Sie deshalb einen reinen Tulpenstrauss in eine kurze runde Vase einstellen, fördert dies das malerische Biegen der Tulpenstiele. In hohen schlanken Vasen hingegen bleiben die Stiele eher gerade. Papageientulpen wachsen nie gerade, ganz egal, in welcher Vase sie stehen.
Übrigens: Tulpen wachsen in der Vase weiter, andere Schnittblumen nicht.
Tulpen-Hits
Warum wachsen Tulpen in der Vase weiter?
Auch schon bemerkt, dass Tulpen in einem gemischten Strauss schon nach einem Tag in der Vase beginnen, über die andern Blumen hinauszuwachsen? Sie sind dabei sogar übereifrig. Denn schon nach drei bis vier Tagen thronen sie hoch über dem Rest des Strausses. Was ist da geschehen? In der Pflanzenwelt gibt es u.a. das Prinzip des Zellstreckungswachstums. In einer ersten Phase bildet die Pflanze zwar die für das Wachstum wichtigen Zellen durch Zellteilung aus, aber danach wächst sie nur noch durch Streckung der Zellen. Diese wachsen, weil sie immer mehr Wasser in ihrem Inneren aufnehmen und sich dabei der Länge nach ausdehnen. Was die Tulpe nun von andern Schnittblumen unterscheidet ist, dass ihre Zellen so "gierig" nach Wachstum sind. Das bewirkt, dass sie durch die Aufnahme von Wasser aus der Vase selbst als Schnittblume noch einige Tage weiterwächst.
Weshalb schliessen Tulpen nachts ihre Blüten?
Dafür, dass Tulpen nachts oder im Schatten ihre Blüten schliessen, ist nicht geringeres Licht, sondern mangelnde Wärme verantwortlich. Denn wenn es um die Tulpe kälter wird, beginnt die Aussenseite des Blütenblattbodens zu wachsen. Als Folge wölben sich die Blütenblätter nach innen und die Blüte schliesst sich. Mit zunehmender Wärme hingegen wächst die Innenseite des Blütenblattes und die Blütenblätter wölben sich nach aussen. An sehr warmen Tagen öffnen sich Tulpen sogar so weit, dass die Blütenblätter überhängen. Botaniker nennen diese durch Temperaturreize ausgelöste Bewegungen "Thermonastie". Sie wiederholt sich während der Blütezeit dutzende Male.
Übrigens: Auch das Aufblühen einer Tulpenknospe ist hauptsächlich von der Temperatur abhängig. Denn wenn geschlossene Tulpen in ca. 30 Grad warmem Wasser stehen, öffnen sie ihre Blüten viel rascher als in kaltem Wasser.