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An einem Sommerabend, als ich mit meinen Corgis Bronwen und Sable einen Spaziergang machte, geschah etwas Unerwartetes.
Wir waren seit ungefähr einer halben Stunde unterwegs und befanden uns auf dem Heimweg über eine grosse Weide. Die beiden Hündinnen suchten im hohen Gras eifrig nach wirklichen und imaginären Lebewesen, die das Herz von Hunden auf dem Land erfreuen. Plötzlich war mir bewusst, dass mir anstatt zwei, drei Tiere folgten.
Der Neuankömmling war ein Fuchs. Er war so nah, dass ich ihn genau betrachten konnte. Am interessantesten war sein Kopf mit den aufrechten Ohren, die hellen Bernsteinaugen und eleganten Knurrhaare; sein Fell war ein verwaschenes Rot und sein Schwanz, obwohl ziemlich buschig, hatte keinen weissen Spitz. Er war ein hübscher Kerl und in bester Verfassung.
Nachdem er mich zuerst während mehreren Minuten kühl gemustert hatte, trottete der Fuchs zur nächsten Hecke und setzte sich. Bronwen hielt inne; sie war verwirrt und verärgert, sie sträubte die Haare auf dem Rücken.
"Ist dieser Fremde ein Hund?", schien sie sich zu fragen.
"Falls dem so ist, dürfen sich fremde Hunde nicht auf 'meinen' Weiden tummeln und müssen vertrieben werden."
Aber der Fuchs liess sich nicht vertreiben. Jedes Mal, wenn Bronwen auf ihn zu rannte, wich er ihr geschickt aus und kehrte mit freundlichen Avancen zurück. Schliesslich lenkte sie ein, und Fuchs und Corgi begannen miteinander zu spielen. Auf und ab und im Kreis herum jagten sie sich mit grossem Vergnügen.
Als Bronwen müde geworden war, stoppte sie das Spiel und kehrte zu mir zurück, wo ich mit Sable wartete. Sie legte sich hin, völlig ausser Atem und ganz aufgeregt. Der Fuchs legte sich in geringer Entfernung ebenfalls hin. Von Zeit zu Zeit setzte er sich auf und starrte zu uns hinüber. "Warum spielst DU nicht mit dem Fuchs?", fragte ich Sable, die fast vor Neugier platzte. Mit dieser Aufforderung ging sie zu ihm, stellte sich vor und das Spiel begann von Neuem.
Nun begann es dunkel zu werden und ich konnte nicht länger bleiben.
Ich ging langsam auf das Gattertor zu, das zur nächsten Weide führte. Sable kam zurück und ihr Spielkamerad verschwand durch eine Hecke. Als wir das Tor erreichten, wartete er auf der anderen Seite und schaute uns durch die Stäbe an.
Beide Hündinnen rannten auf ihn zu und die wilde Jagd dauerte an, bis wir fast zu Hause waren.
Wir verliessen ihn, eine hübsche Silhouette im Halbdunkel. Er folgte uns mit den Augen und wartete; offensichtlich hoffte er, dass die Hündinnen zurückkehren und weiter spielen würden.
Ich nehme an, dass es sich um einen jungen männlichen Fuchs handelte, der noch nie mit einem Jäger Bekanntschaft gemacht hatte, denn er zeigte keine Angst weder vor mir noch vor meinen Hunden. Seine Zutraulichkeit war bezaubernd. Die Corgis ihrerseits erlebten die Begegnung mit ihrem wilden Vetter mit der grössten Selbstverständlichkeit.
Für mich war es ein faszinierendes und spannendes Erlebnis, das ich nie vergessen werde.
Text: Beryl Smith
Welsh Corgi League Handbook 1961
Übersetzung: ANo