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Kürzlich habe ich folgenden Tweet gelesen:
Wenn ich mal von den Konferenzen abstrahiere verstehe ich das so, dass Höchstleistung nicht immer erstrebenswert sein muss. Damit bin ich absolut einverstanden, denn wer will denn schon beurteilen können, in welcher Richtung „besser“ ist. Für mich ist es wichtig, dass einer etwas kann, z.B. Fahrradfahren. Ich erwarte keine akrobatische Leistungen, es sei denn, er will im Zirkus auftreten.
Ein paar Tweets oberhalb twitterte jemand dieses Plakat:
Das bedeutet, dass wir immer am Limit unserer Fähigkeiten laufen sollten, um darüber hinaus zu wachsen. Wir sollen einander zu noch mehr animieren, um „besser“ zu werden. Ist es wirklich das, was wir zur Bewältigung unserer komplexen Welt benötigen? Immer besser, schneller, höher, schöner, mehr, mehr? Für mich ist das Quatsch!
Komplexes Problemlösen und Modellbildung
Natürlich kann eine Sprache immer besser beherrscht werden. Sogar die Beherrschung der Muttersprache kann optimiert werden. Ich erachte dies aber als Verschwendung der eigenen Ressourcen. Die Fähigkeit, sich auch schriftlich fehlerfrei ausdrücken zu können, genügt vollauf. Es ist vielleicht nützlicher, eine zweite Sprache zu lernen, anstatt alle Finessen der Muttersprache zu kennen (es sei denn, man betätigt sich als Dichter oder so).
Ich lege mehr Wert auf die Beherrschung komplexen Problemlösens und Modellbildung komplexer Situationen. Gerade diese beiden Fähigkeiten werden kaum irgendwo gefördert und sind bei den meisten denn auch spärlich vorhanden. Stattdessen wird an unseren Bildungsinstitutionen bloss Wissen vermittelt, wohlweislich, dass dieses Wissen vielleicht bereits an der Diplomprüfung veraltet sein wird. Wissen kann heute im Web nachgesehen werden, auch das Wissen, wo und wie man Wissen findet.