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Familie Meister staunte nicht schlecht, als sie von der Post in einem Schreiben darauf hingewiesen wurde, dass ihr Briefkasten nicht der Norm entspreche und zudem am falschen Standort montiert wurde. Sofern sie den Briefkasten nicht innert Frist ersetzen und versetzen, würde der Postbote künftig keine Briefe und Pakete mehr ausliefern.
Wer keinen normierten Briefkasten montiert und/oder den falschen Standort wählt, läuft Gefahr, dass ihm keine Post mehr zugestellt wird. Die Schweiz verfügt tatsächlich über Vorschriften und Regeln bezüglich Standort und Mass der Briefkästen. Die Normen finden sich im Postgesetz und der dazugehörenden Postverordnung.
Was ist genau geregelt
Einerseits enthalten Gesetz und Verordnung Vorgaben zum Standort des Briefkastens. Diese Vorgaben betreffen vor allem Einfamilienhäuser, Doppel-Einfamilienhäuser und Reihen-Einfamilienhäuser. Der Hauseigentümer muss dafür besorgt sein, dass der Briefkasten an der Grundstücksgrenze zu nächsten vom Pöstler benutzten Strasse liegt. Eigentümer von Mehrfamilien- und Geschäftshäusern dürfen die Briefkästen am Haupteingang montieren. Die Briefkastenanlage muss aber frei zugänglich und von der Strasse her gut erreichbar sein (z.B. nicht hinter einer verschlossenen Türe). Zudem regeln die Vorgaben die Grösse und das Material des Briefkastens. So muss ein Briefkasten über ein Brieffach mit Einwurföffnung und ein Ablagefach („Milchkasten“) verfügen und den vorgeschriebenen Massen entsprechen. Die Post begründet die Praxis damit, dass so eine möglichst reibungslose und zeitsparende Postzustellung sichergestellt ist. Bei immer mehr Briefkästen aber gleichzeitig einer abnehmenden Zahl von Briefen, müssten die Kosten eng kalkuliert werden. Wer sich nicht an Auflagen der Post halten will, muss damit rechnen, dass die Postzustellung eingestellt wird.
Wer schlichtet im Streitfall
Können sich Eigentümer und Post bezüglich des Standorts oder dem Briefkastenmodell nicht einigen, kann sich der Eigentümer an die PostCom wenden. Die PostCom beurteilt Streitigkeiten im Zusammenhang mit Briefkästen und Briefkastenanlagen.
Muss der Vorname an den Briefkasten
Die Postverordnung legt fest, dass der Briefkasten mit vollständiger und gut lesbarer Anschrift zu be-schriften ist. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass der Vorname zwingend ausgeschrieben werden muss. Je nach Fall kann der ausgeschriebene Vorname aber eine Hilfe für den Postboten und damit im Interesse der Postkunden sein.
Webseite: https://www.hev-schweiz.ch/