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Filmkritik: Viso kein Visa?76. Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica 2019
Maryam (Mila Al Zahrani) hat es als Frau in ihrem Beruf nicht leicht. Als Ärztin in einer kleinen Klinik in Saudi Arabien wird sie weder von ihren Mitarbeitern noch ihren Patienten so richtig akzeptiert. Hinzu kommt der miserable Zustand der Notfallstation, zu welcher nicht einmal eine geteerte Strasse hinführt. Sie beschliesst, sich auf eine attraktivere Stelle im verhältnismässig offenen Dubai zu bewerben. Am Flughafen angekommen, muss sie jedoch erfahren, dass ihr Reisevisum abgelaufen ist. Ohne die Zustimmung ihres Vaters, der gerade mit seiner Folklore-Musiktruppe auf Tour ist, kann sie es unmöglich verlängern. Ihre letzte Hoffnung ist ein guter Freund ihres Vaters, der in einem Wahlbüro arbeitet. Um überhaupt in sein Büro eingeladen zu werden, muss sie sich jedoch als Kandidatin einer lokalen Wahl aufstellen lassen.
Mit dem Visum klappt es trotz ihrer Bemühungen nicht, doch beschliesst Maryam mit Hilfe ihrer beiden jüngeren Schwestern, die Wahlkampagne dennoch durchzuziehen. Obwohl sie weiss, dass die Teilnahme einer Frau einen regelrechten Skandal bewirken könnte, beharrt sie auf ihrer Kandidatur mit dem Ziel, die Zufahrt zu ihrer Klinik endlich teeren lassen zu können und zeitgleich den Respekt zu gewinnen, der so vielen Frauen in ihrem Lande verwehrt bleibt. So versucht sie aus dem ihr aufgezwungenen Rollenbild auszubrechen und die Ungerechtigkeiten mit lauter Stimme anzusprechen.