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30.10.2013 / Nanotechnologie
Sind Kleinkinder durch Nano-Silber aus verschiedenen Konsumprodukten gefährdet? Bild: Quadros, M.E. et al., Environ. Sci. Technol.
Gelöste Silberionen wirken auf Bakterien toxisch und töten diese ab. Man spricht von einem Bakterizid. Nano-Silberpartikel geben bei geringerem Materialeinsatz besonders viele Silberionen ab und sind deshalb ein beliebter Zusatz in Konsumprodukten, um dort eine bakterizide Wirkung zu entfalten. Nanosilber wird heute bereits in Zahnpasten, Zahnbürsten, Seifen, Kinderspielzeugen, Textilien oder in der Medizin eingesetzt. Zudem kommt Nanosilber in Wasseraufbereitungsanlagen sowie als Algenbekämpfungsmittel in Schwimmbecken zur Anwendung. Quadros et al. (2013) ermittelten die Exposition von Kindern durch bioverfügbares Silber unter realistischem Gebrauch von Nanotechnologie-basierten Konsumprodukten wie Plüschtiere, Textilprodukte, Brustmilchbehälter, Trinkbecher aus Plastik, Reinigungsmittel oder Luftbefeuchter. Gemessen wurde die Freisetzung von gelöstem bzw. festem Silber in Wasser, Orangensaft, Milchprodukten, Hauttücher, in der Luft sowie in Speichel, Schweiss und Urin. In den flüssigen Medien zeigten Schweiss und Urin die höchsten Werte an Silber. Das Austreten aus Bettdecken in den Schweiss erreichte nach 5 Minuten einen konstanten Wert, wobei nach dem Waschen der Decken weniger Silber zu beobachten war. Textilprodukte, Plüschtiere und Reinigungsmittel setzten am ehesten Silber frei. Die Autoren schliessen, dass der Gehalt an Silber, dem Kinder während einem normalen Gebrauch der Konsumprodukte potentiell ausgesetzt sind, als niedrig bezeichnet werden kann. Diese Aussage wurde durch einen Vergleich mit Toxizitätsstudien bei Einnahme von Nanosilber durch männliche Ratten erhärtet. Daraus wäre ein leichter Leberschaden bei einem 10kg schweren Kind bei einer Kurzzeitexposition von 1230 Milligramm aufgenommenem Nanosilber pro Tag zu befürchten. Die beobachteten Freisetzung von Silber aus den untersuchten Produkten betrug aber nur maximal 18.5 Milligramm Silber. Trotzdem empfehlen die Autoren cytotoxikologische Studien (Schädigung von Gewebe und Zellen) unter Verwendung von niedrigen Dosen von festem und gelöstem Silber.
externer Link: Quadros et al. 2013 (Abstract)