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Als in der Nacht auf Freitag eine amerikanische Raumsonde sanft auf der Mondoberfläche landete, dürfte sich darüber ein Schweizer besonders gefreut haben. Der Erfolg der Firma Intuitive Machines ist auch ein bisschen das Verdienst von Thomas Zurbuchen. Als ehemaliger Nasa-Forschungsleiter ist der Berner massgeblich für einen Strategiewechsel der US-Raumfahrtbehörde verantwortlich.
Fortan sollen auch private Unternehmen den Mond erforschen und dabei mit der Nasa zusammenarbeiten. Doch die Landeversuche von gleich drei verschiedenen Unternehmen scheiterten, die Strategie wurde infrage gestellt. Nun sorgt Intuitive Machines für die erste Landung einer privaten Firma auf dem Mond - und für die erste amerikanische seit über fünfzig Jahren.
Der Lander Odysseus wurde mit einer Rakete von Elon Musks Firma SpaceX in den Orbit katapultiert. Die Nasa braucht die privaten Unternehmen für ihren Plan, wieder Menschen auf den Mond zu befördern und dort eine permanente Basis zu errichten, die als eine Art Basecamp für eine Marsmission dienen soll.
Solche Aufträge sind für Privatunternehmen ein lukratives Business. Sie sind aber nicht der einzige Grund, warum es sie zum Mond zieht. Auf dem Erdtrabanten werden wichtige Rohstoffe vermutet. Neben wertvollen Metallen, die etwa für die Herstellung von Handys wichtig sind, auch seltene Erden und das Gas Helium-3, das die Kernfusion (saubere Atomenergie) in grossem Stil ermöglichen könnte und auf der Erde äusserst selten ist.
Mit der erfolgreichen Landung von Odysseus sollte deshalb eine Frage in den Vordergrund rücken: Wem gehört der Mond? Kann dort jeder, der will, Bergbau betreiben? Ist es wie damals im Wilden Westen: Jene Schürfer, die zuerst dort sind, werden reich? Oder findet eine Spezies, die fähig ist, ihren Planeten zu verlassen, doch klügere und gerechtere Ansätze?
Natürlich hat sich Thomas Zurbuchen darüber schon Gedanken gemacht. In einem Interview mit dieser Zeitung formuliert er zwei Regeln: Erstens: Man darf auf dem Mond Bergbauaktivitäten durchführen, aber andere, die das auch wollen, nicht stören. Zweitens brauchen wir eine Art Nationalparks auf dem Mond, um ihn für künftige Generationen zu bewahren.
Klingt nach dem Anfang einer langen Diskussion. (aargauerzeitung.ch)