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Frühe und jüngere Neuzeit (1450 bis 1798)
Die frühe Neuzeit (1450 bis 1650)
Die jüngere Neuzeit (1651 bis 1798)
Die aufgeführten Ereignisse sind vorwiegend den Schriftenreihen der Pro Historia Glis entnommen.
Die frühe Neuzeit (1450 bis 1650)
Die jüngere Neuzeit (1651 bis 1798)
Die aufgeführten Ereignisse sind vorwiegend den Schriftenreihen der Pro Historia Glis entnommen.
Georg Supersaxo lässt sich sein Schloss erbauen
In Glis liess er sich um 1480 einen mächtigen wohnturmartigen Quaderbau errichten und in spätgotischem und Renaissance-Stil ausstatten, wovon noch ein heute im Landesmuseum in Zürich befindlicher Kamin zeugt.
Quelle: Georg Supersaxo (1450-1525) – Nr. 07/2001
Der Ort Wiery, in einem ehemaligen Weiher, wird um 1320 ein Wohnturm genannt. Diesen Wohnturm erwarb sich Georg Supersaxo, um 1478 als er die Margareta Lehner aus Glis heiratete… Ein Jahr später baute Supersaxo den östlichen Trakt an. Im Saal des 2. Stockes befand sich der Kamin. Der vom Landesmuseum erworbene Kamin trägt mit dem Supersaxo-Wappen auch die Jahrzahl 1480 (Fig. 4). Supersaxo lebte in diesem Hause bis 1521, dann zog er nach Sitten. Quelle: Kunstdenkmäler Bezirk Brig (S268)
Die Bärgeri – damals hiess sie noch Holzeri – als Wasserleite, die Wasser vom Nesselbach über die Alpen Jungholz und Gotla (Geiggja) nach Wickert / Holzji führt, schriftlich erwähnt.
Auch Ruchloses geschah in der ehrwürdigen Kirche. Der Briger Haudegen Anton Gerwer, ein Parteimann des Jörg auf der Flüe, tötete 1496 den Priester Paul Hofer, der auf der Kanzel seines Amtes waltete.
Im Streit zwischen Georg Supersaxo und Bischof Matthäus Schiner leisteten die linksseitigen Gemeinden des Zendens Brig am 16. Februar 1511 « zu Glis in der Capell uf dem Beinhaus mit ufgeregten henden gegen den Himmel » einen Eid, Schiner als Landesherren anzuerkennen. Äusserst bemerkenswert ist dabei die Erwähnung: «wir die gemeind beder Geschlechter wib und man ». Offensichtlich waren unsere Walliserinnen damals schon lange stimmfähig, da extra vermerkt wird « nach sitten und gewonheit unserer eltern und vorfaren ».
Quelle: Die Geschichte des Gliser Friedhofs Band 2 – Nr. 18/2012
Einen unübertroffenen Höhepunkt in der langen Geschichte der Gräber in Glis und sogar des ganzen Wallis stellt unzweifelhaft die der Heiligen Anna und damit der Heiligen Familie geweihte Kapelle im nördlichen Seitenschiff dar. Sie wurde im Jahr 1518 von Jörg auf der Flüe, latinisiert auch Georg Supersaxo genannt, in Auftrag gegeben.
Quelle: Die Geschichte des Gliser Friedhofs Band 1 – Nr. 17/2011
Um 1519 wurde in Glis eine vollständige Neugestaltung der bisherigen romanischen Kirche begonnen. Der aus Alagna im Prismell (Oberitalien) stammende und im Wallis als bedeutendster Baumeister des 16. Jahrhunderts tätige Ulrich Ruffiner begann Chor, Seitenkapellen und den Nordeingang der Kirche, die Goldene Pforte, im spätgotischen Stil neu zu errichten.
Quelle: Die Geschichte des Gliser Friedhofs Band 1 – Nr. 17/2011
Auf der Karte von Sebastian Münster finden wir Glis
Im Jahre 1578 hielt man in der Wallfahrtskirche Glis die Bundeserneuerung des Wallis mit den Sieben Katholischen Orten der Schweiz ab.
Die Kapelle in Gamsen kann auf eine lange Vorgeschichte zurückblicken. Die Kapelle ist dem hl. Sebastian geweiht. Diese Weihung lässt uns folgern, dass die Kapelle zwischen den Jahren 1620 – 1640 erbaut wurde. Zu dieser Zeit wütete der schwarze Tod und als Dank für den glimpflichen Verlauf der Pestepidemie wurde die Kapelle zu Ehren des Pestheiligen Sebastian gebaut. Vor einiger Zeit stand vor der Kapelle ein Kult- und Opferstein zwischen der Linde und dem Stall, der auf einen heidnischen Kultplatz schliessen lässt. Ein solcher Stein diente schon in vorgeschichtlicher Zeit den Bewohnern der Umgebung als Opferstätte und im Mittelalter übernahmen die Priester diese Stätten und bauten sie in den christlichen Kult ein. Auch die alte Linde könnte als ein Zeichen für einen alten Versammlungsort gedeutet werden. Denn auch in verschiedenen Orten im Oberwallis versammelten sich die Menschen zweimal jährlich unter einer Linde. Schriftlich erwähnt wird sie zum ersten Mal 1652 in einem Geschäftsbrief.
Quelle: Das historische Gamsen Nr. 11/2005 (S17)
In der «Chronik der Wallfahrtskirche U. L. Frau von Glis 1883» (AGVO. J 72) berichtet Franz Josef Jotter darüber: «Kaum war aber die Kirche vollendet, als ihr ernstliche Gefahr von dem sogenannten Holzgraben ob Glis entstand. In Folge von anhaltendem Regen angeschwollen, durchbrach er am 15. Sept. 1640 den Damm ob Glis und wälzte seine alles verheerenden Fluthen durch die Matten hinunter gerade auf die Kirche. Just taufte der Caplan und Titulardomherr Peter Niggel als der Wildbach durch die Seitenthüre in die Kirche stürzte. Zur Verhütung ähnlicher Fälle wurde alsdann dieser Eingang zugemauert.»
Die Pfarrei Glis wurde am 1. September 1642 gegründet. Vorher gehörte Glis zur Pfarrei Naters. Die Gründungsurkunde gibt ausgiebig Auskunft darüber, wieso es zu dieser Loslösung kam. Einige dieser Gründe wurden offenbar bei vielen Pfarreigründungen ins Feld geführt, so z.B. der gefährliche, beschwerliche und weite Weg zur Mutterkirche. Für Glis lautet dieser Passus (im Original auf Latein): “Es wurde dargelegt, dass, weil der Fluss Rotten zwischen diesen beiden Orten Glis und Naters fliesst und mit seinem raschen Lauf zahlreiche Gefahren und Schäden verursachen kann oder zu verursachen pflegt und die Brücken ohnehin keineswegs sicher sind und zu wiederholten Malen durch Überschwemmungen beschädigt worden sind…”. Wie wir wissen, gab es 1640 tatsächlich eine katastrophale Überschwemmung und diese kann mit Fug und Recht als der Auslöser für die Pfarreigründung betrachtet werden.
Glis verdankt dem grossen Stockalper die Erhebung zur Pfarrei. Brig, Brigerbad, Ried-Brig, Termen, Gamsen und Eggerberg gehörten dazu
Auf Initiative von Kaspar Jodok von Stockalper wird die Englisch-Gruss-Kapelle Glis erbaut.
1949 – wird der Altar „MARIA VERKÜNDIGUNG“ von Giorgio Bernardi, Domodossola geschnitzt. Das Altarbild malte Joh. Ludolf, Sitten.
Um die Mitte des 17. Jahrhunderts errichteten die Prismeller Baumeister Peter, Balthasar und Christian Bodmer das heutige Kirchenschiff und die Vorhalle. Treibende Kraft war Kaspar Stockalper, für den die Gebrüder Bodmer auch den Palast und die Sebastianskapelle in Brig bauten.
Quelle: Die Geschichte des Gliser Friedhofs Band 1 – Nr. 17/2011
Die heutige Friedhofkapelle St. Joseph wird erbaut.
Das Zeitalter von Kaspar Jodok Stockalper war das 17. Jahrhundert. ……. Kaspar Jodok Stockalper tat uns den Gefallen, alle seine Transaktionen, aber auch viele seiner Überlegungen und Pläne schriftlich niederzulegen. Die Aufzeichnungen sind nachzulesen in seinen Handels- und Rechnungsbüchern.
Eine erste Durchsicht dieser Akten ergibt, dass Kaspar Jodok Stockalper in Zenhäusern eine Reihe von Nutzbauten (Ställe, Scheunen, Speicher, etc.) besass sowie ausgedehntes Wiesen- und Ackerland. Er hatte dort auch Gärten. Es wird klar, dass diese Gegend damals vorwiegend landwirtschaftlich genutzt wurde. …… Interessant ist nun, dass Stockalper in Zenhäusern systematisch Gewerbebetriebe ansiedelte. Mehrmals vernehmen wir, dass Kaspar Jodok die Wieri ausbessern liess. ……
Die eigenständige Gemeinde Holz bestand bis ins Jahr 1690. Der Zusammenschluss der Gemeinden Holz, Gamsen und GIis erfolgte nicht nur administrativ, sondern auch räumlich und zeremoniell mit dem Bau des Gemeindehauses der nun neu festgelegten Gemeinde GIis auf der Malteserburg. Die drei ehemaligen Gemeinden und neuen Drittel fanden ihren Platz auf dem neuen Wappen, auf dem sie durch die drei Sterne repräsentiert und symbolisiert wurden.
Die ältesten Teile weisen in die Zeit um 1300 als sich die Malteser (Johanniterorden)in Glis niederliessen und wohl auch eine Herberge betrieben. 1691 erwarb die Burgerschaft Glis von den Maltesern die Liegenschaft.
(Schon ein Jahr später hat sie das erworbene Gebäude renoviert und um zwei Stockwerke erhöht)
Die Schützenzunft Glis wird gegründet
Die Burgerschaft Glis gibt sich eigene Burgersatzungen.
Ein Teil des Wohntraktes des ehemaligen Kapuzinerklosters brennt ab. Das Kloster wird danach von Privaten als Wohnraum benutzt, brennt aber 1983 erneut ab. Die Kirche wird 1762 in ein Theater für das Jesuitenkollegium umgebaut. Bis zum Abbruch vor wenigen Jahren war darin ein Kino untergebracht. 1990 wurde daraus die Überbauung Apollo.
Die Saltina bedroht Brig und Glis und hat die gewaltige Pflastermauer gegen Glis durchbrochen. Die Baumgärten sind verwüstet.