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Kaum eine andere Stadt in den USA steht so sehr für Glamour, Luxus und kulturelle Vielfalt wie Los Angeles. Doch die Stadt der Engel hat bis heute auch mit Armut und Kriminalität zu kämpfen.
Lange interessierte sich niemand für die hügelige Gegend an der Westküste der USA. Zwar beanspruchte im Jahre 1542 der spanische Entdecker Juan Rodriguez Cabrillo das Land für sich, liess es aber unbesiedelt. Mehr als 200 Jahre später kamen schliesslich ein paar Mönche und gründeten einen Orden, um die Macht der katholischen Kirche zu erweitern. Als jemand im Jahre 1848 Gold entdeckte, wurde der bekannte Goldrausch ausgelöst.
Innerhalb von wenigen Jahrzehnten wuchs Los Angeles von wenigen hundert Bewohnern auf mehr als 100’000 Menschen an. Die Eröffnung der Eisenbahnlinie 1869 sorgte schliesslich für eine wahre Bevölkerungsexplosion. Heute leben mehr als 14 Millionen Menschen im Ballungsgebiet von Los Angeles. Damit zählt die Stadt nach New York zur zweitgrössten Metropole der USA.
Goldgrube an der Westküste
Es zeigte sich, dass die Goldschätze im Boden Kaliforniens weitaus geringer waren als vermutet. Hinzu kam, dass die vielen ethnischen Gruppen und Religionen bis heute für reichlich Konfliktstoff sorgen. Von Glamour und Luxus keine Spur. Doch mit dem technischen Fortschritt kamen die ersten Filme und damit die Filmindustrie in die Stadt.
Im Jahre 1910 entdeckten die ersten Filmproduzenten den damals recht unspektakulären Stadtteil Hollywood, um dort Filmaufnahmen zu machen. Innerhalb von fünf Jahren siedelten sich dort 16 Filmstudios an und Amerikas Traumfabrik war geboren. Hauptgrund war vor allem das warme Klima und das bessere Tageslicht. Da die Lichttechnik noch nicht besonders ausgefeilt war, musste man sich noch auf die Sonne verlassen. Heute haben unter anderem die Filmstudios 20th Century Fox, DreamWorks SKG, Paramount Pictures, The Walt Disney Company und Warner Bros. ihre Hauptsitze in Hollywood.
Was Los Angeles einzigartig macht
Los Angeles ist eine Stadt, die unter chaotischen Verhältnissen gewachsen ist und gegensätzlicher nicht sein könnte. Zum einen verkörpert sie mit ihren symbolträchtigen Orten, wie dem Walk of Fame, dem Rodeo Drive, dem Mulholland Drive und dem Venice Beach den glanzvollen amerikanischen Traum. Auf der anderen Seite sind Armut, Umweltverschmutzung, Drogenhandel und Kriminalität kaum in den Griff zu bekommen. Niemand würde in Los Angeles auf die Idee kommen, nachts am Strand spazieren zu gehen. Die Gefahr überfallen zu werden, ist viel zu gross.
Besonders Europäer, die zum ersten Mal in Los Angeles sind, sind überrascht über die augenscheinlichen Ungleichheiten, die in der Millionenmetropole vorherrschen. Doch gleichzeitig gilt Kalifornien als eine der liberalsten Staaten der USA und nirgendswo anders zeigt sich der amerikanische Geist deutlicher als in L.A - nämlich dass der Individualismus und die Selbstverwirklichung über allem steht.
Glamour, Stars und Happy End
Seit den 1920er Jahren vergeht keine Woche in der nicht ein neuer Hollywoodstreifen in die Kinos kommt. Und da auch die Filmstars gerne in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen, hat Los Angeles zahlenmässig vermutlich die meisten prominenten Einwohner weltweit. Dazu gehören unter anderem Brad Pitt mit Ehefrau Angelina Jolie, Sänger Justin Bieber, Jodie Foster, Madonna, Robert de Niro und viele mehr. Die meisten von ihnen wohnen übrigens in der von L.A. vollständig umgebenen Stadt Beverly Hills, die anders als oft vermutet kein Stadtteil wie Bel Air oder Hollywood ist. Das warme Klima, die viele Sonne und die Palmenstrände sorgen seit jeher für das berühmte kalifornische Lebensgefühl. Vielleicht ist so zu erklären, dass es bis heute vergleichsweise nur wenige Hollywoodfilme ohne Happy End gibt.
Dieser Artikel ist zuerst in unserer Schwesterpublikation «World's Luxury Guide» erschienen.