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Wissenschaftliches
Juckreiz ist bei Hund und Katze ein recht häufig gesehenes Problem. Abhängig von der Ursache kann die Beseitigung sehr einfach (zB bei einem Flohbefall) oder aber hürdenreich, frustrierend, teuer und unbefriedigend sein. Insbesondere eine Atopie, bei welcher Allergene über die Atemwege oder die Haut aufgenommen werden und der Körper mit einer Überreaktion des Abwehrsystems antwortet, kann eine Diagnose (zB Haut- oder Bluttests) aufwändig und eine auf die Ursache zielende Therapie (Desensibilisierung) frustrierend sein.
Kortison ist ein Begriff, der den meisten Menschen geläufig ist. Streng genommen handelt es sich hierbei um ein von der Nebennierenrinde produziertes Hormon ("Kortex" = Rinde), welches eine ganze Reihe von Wirkungen hat - es ist ein Stresshormon, welches in den Stoffwechsel eingreift, den Wasserhaushalt beeinflusst und Entzündungen hemmt. Im Körper wird die Hormonproduktion über einen fein austarierten Regelkreis den aktuellsten Bedürfnissen angepasst.
Wegen seiner diversen medizinisch nutzbaren Qualitäten nimmt Kortison (respektive in der Regel die synthetischen Verwandten wie Prednisolon und Dexamethason) in der Medizin eine zentrale medikamentelle Rolle ein. Seine Qualitäten können absolut lebensrettend sein - beispielsweise bei einer allergischen Kehlkopfschwellung, welche zum Erstickungstod führen würde. Wie alle Medikamente hat aber auch Kortison seine Schattenseiten - insbesondere beim Menschen sind Hautprobleme, Wassereinlagerungen, Gewichtszunahmen, erhöhtes Thromboserisiko und viele weitere Nebenwirkungen gefürchtet. Hunde und insbesondere Katzen scheinen deutlich weniger anfällig auf entsprechende Nebenwirkungen zu sein.
Die chronische Gabe von Prednisolon hat bei Lou zu einer (glücklicherweise reversiblen) Hautverkalkung geführt. Nach Ausschleichen des Präparates hat sich die Haut sehr schnell wieder erholt - glücklicherweise scheint das alternativ eingesetzte Medikament bei Lou ebenfalls effizient den Juckreiz zu unterdrücken und wird gut vertragen. Da Lou ein kleiner Hund ist, ist der sehr viel höhere Preis dieses Medikamentes gegenüber dem Kortison für die Besitzer verkraftbar.
Bei Atopien kann die ursächliche Therapie mittels regelmässigen Desensibilisierungs-Injektionen frustrierend verlaufen - viele Hunde brauchen daneben trotzdem Medikamente zur Unterdrückung des Juckreizes. Kortison kann hier, wenn nur in geringen Dosen und über kurze Zeit eingesetzt, durchaus ein segensreiches Medikament darstellen.