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Muss ein Kind die obligatorische Schule in der Amtssprache besuchen?
Das kommt darauf an, wo Ihr Kind wohnt. Denn die Kantone dürfen für ihr Hoheitsgebiet die Amtssprachen bestimmen. Aufgrund dieses so genannten Territorialitätsprinzips können sie die in der Bundesverfassung verankerte Sprachenfreiheit einschränken. Damit darf ein Kanton beispielsweise festlegen, dass die Grundschulen in seinem Hoheitsgebiet den obligatorischen Unterricht auf Deutsch, Französisch, Italienisch oder Rätoromanisch anbieten müssen. Muss der Kanton zusätzlich die sprachliche Einheit und den damit verbundenen sozialen Zusammenhalt schützen, darf er sogar Privatschulen in die Pflicht nehmen: Der Kanton darf damit grundsätzlich auch diesen vorschreiben, die schulpflichtigen Kinder in der Amtssprache zu unterrichten. Dies gilt vor allem im Fall des Italienischen und des Rätoromanischen, da die Bundesverfassung die entsprechenden Sprachen besonders schützt.
In Kantonen mit zwei oder mehr Amtssprachen ist der Fall etwas komplizierter. Wohnen Sie und Ihr Kind in einem mehrsprachigen Kanton, aber in einer einsprachigen Gemeinde, muss die Schule an Ihrem Wohnort den Unterricht zwar nicht in beiden Amtssprachen anbieten. Sie dürfen aber Ihr Kind grundsätzlich in eine andere Gemeinde zur Schule schicken, damit es vom Unterricht in der zweiten Amtssprache profitieren kann. Hingegen müssen Sie die allfälligen Mehrkosten übernehmen. Das können beispielsweise die Kosten sein, welche die Schule in der Nachbargemeinde für den extraterritorialen Unterricht in Rechnung stellt.