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Multimilliardär Warren Buffett schreibt seinen Aktionären einmal im Jahr einen Brief. Von dieser Idee inspiriert, hat nun Bill Gates den Partnern seiner Stiftung einen zwanzigseitigen Bericht zur aktuellen Lage geschickt. Darin war zu lesen, dass seine Wohltätigkeitsorganisation in diesem Jahr so viel Geld wie nie ausgeben will, obwohl das Vermögen durch den Einbruch der Aktienmärkte geschrumpft ist. Dennoch stehe die Bill & Melinda-Gates-Stiftung besser da als vergleichbare Organisationen und manch grosser Investmentfonds. Die Höhe des Gesamtvermögens gab Gates nicht bekannt, aber aus dem ausgewiesenen Verlust lässt sich auf eine Summe von 30 bis 31 Mrd Dollar rückschliessen.
«Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal sagen würde, 20% Minus seien ganz annehmbar, aber damit geht es uns besser als vielen anderen Stiftungen, denn 2008 fielen zahlreiche Asset-Klassen um weit mehr als diesen Prozentsatz», schreibt Gates. Er will seine Ausgaben dieses Jahr auf 3,8 Mrd Dollar (Vorjahr: 3,3 Mrd ) steigern.
Gates' Glaube an den Fortschritt
Derzeit verlieren wohltätige Stiftungen und gemeinnützige Organisationen viel Geld, während die Nachfrage nach deren Unterstützung steigt. Gates Brief klingt optimistisch und zeigt seine unerschütterliche Überzeugung, dass technologischer Fortschritt und harte Arbeit die Lebensverhältnisse der Menschen verbessern können. Er verweist auf die Fortschritte in der Medizin und hofft, dass innerhalb der nächsten sechs Jahre ein wirksames Mittel zum Schutz gegen Aids gefunden wird. «Die Rezession ändert nichts an den Stiftungszielen, es wird nur deutlich schwerer, sie innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens zu erreichen», sagt Gates. Es sei unbedingt nötig, weiterhin Geld in die Hand zu nehmen, «sonst stehen wir am Ende des Abschwungs vor noch grösserer Ungleichheit».