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In meiner Bachelorthesis untersuchte ich die Medienberichterstattung über italienische Saisonniers in zwei Schweizer Tageszeitungen im Zeitraum von 1965 bis 1975 und 2013 bis 2023.
Die Italiener:innen immigrierten nach dem Zweiten Weltkrieg, primär zwischen 1950 und 1970, in einem grösseren Mass in die Schweiz. Diese Menschen gelangten als zeitlich begrenzte Arbeitskräfte, sogenannte «Saisonniers», in die Schweiz. Die Ausländerrechte waren stets restriktiv formuliert und dienten immer den ökonomischen Interessen.
Es konnte herausgefunden werden, dass die Artikel mehrheitlich eine negative Tonalität haben und über negative Ereignisse berichteten. Es kann aber auch gesagt werden, dass zwischen den beiden Tageszeitungen markante Unterschiede festgestellt werden konnten. Zudem zeigte sich, dass die betroffenen italienischen Saisonniers selten selber zu Wort gekommen sind. Es bestätigte sich die Annahme, dass vorwiegend Drittpersonen über sie sprechen. Es konnte aber auch festgestellt werden, dass die betroffenen italienischen Saisonniers kein Interesse daran haben, sich zu diesem Thema zu äussern.
Täglich wird in den Medien über Migrant:innen berichtet. Je nach Grund des «Weggehens», wird in der Medienberichterstattung in einem anderen Framing erzählt. Häufig entstehen dabei Media Frames durch Selektion, Hervorhebung oder Betonung bestimmter Ausschnitte der Realität durch die Medien. Dabei werden oftmals weltpolitische oder kulturelle Konflikte in den Fokus gerückt. Die individuellen Migrationsgeschichten erhalten in den Medien selten eine Stimme – sie gehen oft in der Masse unter.
Aus diesem Gedanken entstand mein Lehrprojekt «hear our voice». Das Lehrprojekt ist eine multimediale Visualisierung von vier (Migrations-)Portraits. Die einzelnen Portraits bestehen aus Text, Video und Fotografien. Damit soll ein tieferes Eintauchen in das Erlebte ermöglicht werden. Es wurden auf dieser Webseite möglichst unterschiedliche Migrationsgeschichten erzählt, um der Diversität jeder Migration gerecht zu werden.