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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><p>- Erachtet er es als bedrohlich für die Existenz vieler KMU, dass - gemäss Prognos-Studie - bei einem Drittel aller KMU die Eigenkapitaldecke unter 20 Prozent gesunken ist?</p><p>- Ist er der Meinung, dass zur Sicherung der Existenz der KMU, und damit zahlreicher Arbeitsplätze, ein zusätzlicher qualifizierter Beratungsaufwand notwendig ist?</p><p>- Ist er gewillt, zusammen mit Partnern aus Staat (Bundesamt für Wirtschaft und Arbeit, BWA, und kantonale Amtsstellen) und der Privatwirtschaft (Gewerbeverbände, Treuhand- und Advokaturbranche und Banken) Massnahmen zu initiieren und umzusetzen, die das Ziel verfolgen, die qualifizierte Beratung der KMU in betriebswirtschaftlichen Belangen zu verbessern?</p><p>- Teilt er die Meinung, dass koordinierte Unterstützung und verstärkte Beratung nicht nur taugliche Mittel zur Sicherung von Arbeitsplätzen in KMU sind, sondern auch mithelfen können, die z. T. unbefriedigende Zusammenarbeit zwischen Banken und KMU zu versachlichen und zu verbessern?</p><p>- Ist im Programm der "Task Force KMU" die Thematik "Verstärkung der betriebswirtschaftlichen Beratung" enthalten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das BWA hat 1998 zuhanden der Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates eine breit angelegte Umfrage bei rund 35 000 KMU durchführen lassen. Der daraus resultierende und vom Interpellanten erwähnte Bericht "Die Zusammenarbeit der kleinen und mittleren Unternehmen mit den Banken" hat unter anderem ergeben, dass mindestens 44 000 KMU, das entspricht etwa 15 Prozent der rund 300 000 KMU in der Schweiz, sanierungsbedürftig sind. Diese 44 000 Unternehmen gehören zu den unterkapitalisierten Firmen mit weniger als 20 Prozent Eigenkapital.</p><p>Der erwähnte Bericht gibt ein repräsentatives Bild über die Situation im Bereich der Finanzierung der KMU in der Schweiz wieder. Er liefert jedoch keinen schlüssigen Beweis dafür, dass die schwierige finanzielle Lage vieler KMU auf einen Mangel an betriebswirtschaftlichen Kenntnissen zurückzuführen ist. Vielmehr ist die Entwicklung vor dem Hintergrund der langen wirtschaftlichen Stagnationsphase Anfang der neunziger Jahre zu beurteilen.</p><p>Der Bundesrat beantwortet im einzelnen die Fragen wie folgt:</p><p>1. Eine Eigenkapitalquote von unter 20 Prozent ist nicht grundsätzlich als bedrohlich einzuschätzen. Für die zukünftige Existenz eines Unternehmens sind beispielsweise Faktoren wie die Innovationskraft oder die Managment-Kapazitäten von ebenso grosser Bedeutung. So kann die Lage für ein Unternehmen mit einem neuen, innovativen Produkt und einer Eigenkapitalquote von 15 Prozent als sehr gut, diejenige eines Betriebes mit einer herkömmlichen Produktepalette und einer Quote von 25 Prozent als sehr bedrohlich analysiert werden.</p><p>Die Situation jedes einzelnen Unternehmens muss daher individuell beurteilt werden, ein generelles Urteil ist nicht möglich. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass mit einer länger dauernden Erholung der konjunkturellen Lage sich die Möglichkeit für die KMU verbessern wird, Gewinne zu erwirtschaften und somit in der Folge Eigenkapital zu bilden.</p><p>2. Die Globalisierung der Wirtschaft und die damit verbundene zunehmende Komplexität stellen an jedes Unternehmen und insbesondere an das Management höhere Anforderungen. Eine der Möglichkeiten, wie ein kleines oder mittleres Unternehmen auf die neuen Anforderungen reagieren kann, ist die Beanspruchung einer qualifizierten Beratungsdienstleistung.</p><p>Der Bundesrat kann jedoch nicht beurteilen, ob die Ursache für die schwierige wirtschaftliche Situation vieler KMU auf einer ungenügenden Leistung des Managements beruht, und deshalb ein zusätzlicher qualifizierter Beratungsaufwand zur Sicherung der Existenz dieser Unternehmen erforderlich ist.</p><p>3. Der Bundesrat ist grundsätzlich bereit, im Rahmen seiner Möglichkeiten partnerschaftliche Initiativen und Massnahmen zu unterstützen, die auf eine Stärkung der Stellung kleiner und mittlerer Unternehmen abzielen. An dieser Stelle ist die Initiative des Schweizerischen Gewerbeverbandes (SGV) "Pecopp" zu erwähnen. Mit Hilfe einer Methode zur raschen Beurteilung der Führungs- und Finanzsituation werden die Unternehmen analysiert und im Dialog mit den Banken durch einen externen Experten beraten und unterstützt.</p><p>4. Der Bundesrat stellt mit Genugtuung fest, dass zur Verbesserung des Verhältnisses zwischen den Banken und den KMU ein konstruktiver Dialog eingesetzt hat. Dieser Dialog ist Voraussetzung dafür, dass die zur Verbesserung der Zusammenarbeit notwendige Vertrauensbasis gefestigt wird. Der Bundesrat ist bestrebt, diesen konstruktiven, sachlichen Dialog zu fördern.</p><p>5. Die noch am Anfang ihrer Tätigkeit stehende "Task Force KMU" soll als Anlaufstelle des Bundes für die Anliegen der KMU dienen. Der Bundesrat verfolgt damit das Ziel, die zahlreichen Massnahmen zur Förderung der KMU auf Bundesebene zu koordinieren. Die "Task Force KMU" soll sich zudem als Kompetenzzentrum in spezifischen KMU-relevanten Fragen etablieren. Sie wird - nach der ersten Aufbauphase - in das gut funktionierende Netz von internen und externen Spezialisten integriert. In diesem Sinne wird sich die "Task Force KMU" auch mit dem Thema einer verstärkten betriebswirtschaftlichen Beratung befassen.</p>  Antwort des Bundesrates.