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Amerika im 19. Jahrhundert, zahlreiche Siedler ziehen in den Westen, versuchen eine neue Heimat zu finden und eine Existenz aufzubauen, so auch die Familie Goodenough. Fünfzig Obstbäume müssen angepflanzt werden, damit man sich in seiner Heimat sicher sein kann, von Gesetzes wegen nicht wieder abgewiesen zu werden. Also hat der Vater James Goodenough nur ein Ziel, er will genügend Apfelbäume sein Eigen nennen. Aber der Schwarze Sumpf Ohios ist kein Gebiet, das es einem Apfelfarmer leicht macht, zudem fordert das Sumpffieber jeden Sommer mit voller Härte alle Menschen gerade dann zur Bettlägerigkeit heraus, wenn es am meisten zu tun gäbe und die Ernte beginnt. Auch Kinder hat die Familie in gewisser Regelmässigkeit verloren und die Ehefrau ist davon überzeugt, dass solch ein Verlust ihren Mann nicht so hart trifft, wie der Verlust einer seiner Apfelbäume. Während die Mutter Sadie heimlich Trost beim Hochprozentigen Applejack sucht, ist ihr Mann immer versessener dabei, seine Bäume zu veredeln und von Kochobstäpfeln auf Tafelobst umzusatteln. James und Sadie werden im Überlebenskampf ihres Daseins in der Einsamkeit immer extremer und hassen einander richtiggehend. Es kommt zu einem schlimmen Unfall, bei welchem sie beide ihr Leben verlieren. Die restlichen Kinder der Goodenoughs müssen ihren Weg finden. Robin hat die Liebe seines Vaters zu den Bäumen geerbt, er reist in die Ferne und landet in Kalifornien, um die Mammutbäume zu sehen und sich so einen Lebenstraum zu erfüllen. Er begegnet zuerst dem Goldrausch, welcher ihm nichts anhaben kann und dann einem Baumforscher, der sein Leben für immer verändert, William Lobb. Robin lernt von William etliches über Bäume, Samen und die Natur und darüber, wie man damit Geld verdienen kann. Robin gibt sein Geld selten aus, bis er auf eine Prostituierte trifft, die sein Herz erobert. An seine Heimat denkt Robin immer wieder mit Wehmut, besonders an seine kleine Schwester Martha muss er oft denken, hat zahlreiche Briefe heimgesendet und nie eine Antwort erhalten. Wird er seine Schwester je wieder sehen??
Fazit: Bäume oder der Sinn des Lebens.
Nach der Lektüre dieses Romanes weiss man genau, die Redwoods und die Sequoien sind zwar aus derselben Familie, stellen aber eine andere Gattung und Art dar. Auf jeden Fall wird man sich in diesem historischen Familienroman bewusst, wie wichtig Bäume für das Überleben der Menschen waren und es immer noch sind. Die historisch belegten Protagonisten des Romanes, wie diejenige des faszinierenden William Lobb, gehen und unter die Haut. Der Kampf, um Setzlinge oder Samen heil über den Ozean zu bringen und gut zu verkaufen, etwa an die Engländer, ist eindrücklich beschrieben. Eine schicksalshafte Migrationsfamiliengeschichte in einer harten Zeit und entfesselter Natur lässt und daran denken, wie klein wir Menschen doch sind. Ein bewegender Roman, ich schmecke jedem Apfel sogleich intensiver nach, betrachte jeden Baum eindringlicher, welch ein Buch!
Meine Wertung: 8/10
Tracy Chevalier / Der Ruf der Bäume
Verlag: Knaus, Seiten: 320
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