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The Lost Leonardo
Regie: Andreas Koefoed
Mitw.: Dianne Modestini, Evan Beard, Alexander Parish, Robert Simon, Robert K. Wittman, Jerry Saltz, Martin Kemp, Frank Zöllner, Yves Bouvier, Stéphane Lacroix, Luke Syson u.a.
Der Kunstdetektiv Alexander Parish entdeckt 2005 bei einer Auktion in New Orleans ein stark beschädigtes Gemälde, das als «Kopie nach Leonardo» deklariert ist. Könnte dieses Gemälde ein sogenannter «Sleeper» sein und möglicherweise aus der Werkstatt da Vincis oder sogar vom Meister selbst stammen? Zusammen mit einem Kunsthändler ersteigert er das Bild für 1175 Dollar und übergibt es der renommierten Restauratorin Dianne Modestini, die aufgrund von Indizien zur Überzeugung kommt, dass es sich tatsächlich um den verschollenen «Salvator Mundi» von Leonardo da Vinci handelt. Dies ist nur der Anfang einer der unglaublichsten Geschichten in der Kunstwelt der letzten Jahre, Kunstkrimi und Farce zugleich, die die Abgründe des Kunstbetriebs spiegelt und auch als Parabel auf unsere Zeit gelesen werden kann. Sie endet damit, dass ein Gemälde von umstrittener Zuschreibung 2017 bei einer Auktion von Christie’s für 450 Millionen Dollar an den saudischen Kronprinzen versteigert wird – und danach aus der Öffentlichkeit verschwindet. Der dänische Dokumentarfilmregisseur und Soziologe Andreas Koefoed beleuchtet in «The Lost Leonardo», wie Geldgier und Geltungssucht, aber auch das Wunschdenken von Fachleuten und Kunstliebhaber:innen bei der Wahrheitsfindung mitmischen. Gaby Sikorski schreibt im Filmdienst: «Der Film von Andreas Koefoed ist schlicht grandios. (…) Die Frage, ob das Gemälde echt ist oder nicht, ob es von da Vinci persönlich gemalt oder nur bearbeitet wurde, ist letztlich zweitrangig. Koefoed zeichnet vielmehr die Verflechtungen des globalen Kunstmarkts nach und bezieht daraus den Stoff für einen intensiven Diskurs, der spannende Fragen aufwirft: Wer bestimmt den Marktwert von Kunst? Welchen Rang hat Kunst in der öffentlichen Wahrnehmung? Was ist überhaupt Kunst? Und wem gehört sie? (…) Der Werdegang eines alten, ziemlich heruntergekommenen Gemäldes von einem unbeachteten Porträt zum Gegenstand weltweiten Interesses ist nicht nur abenteuerlich, sondern er stellt eine pervertierte Geschäftswelt bloss, die sich im Kunstmarkt in ihrer vielleicht reinsten Form präsentiert – Kapitalismus in Vollendung.»