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Zum ersten Mal darf Nordmazedonien an einem grossen, internationalen Turnier teilnehmen. Als Aussenseiter startete es in die Europameisterschaft 2020 und nach 18 Minuten schien sich die Unterlegenheit zu bestätigen. Doch dann sorgte Goran Pandev, Champions-League-Sieger mit Inter Mailand, für die Überraschung. Der 37-Jährige erzielte das erste Tor der jungen Nation an einer internationalen Endrunde und glich die Führung der Österreicher aus.
Pandev, geboren 1983, ist älter als das Land, für welches er spielt. Nordmazedonien erlangte erst 1991 die Unabhängigkeit von Jugoslawien. Seine Nationalmannschaftskarriere begann zehn Jahre später. Der Kapitän ist zweifelsohne der beste Fussballer des Landes – doch sein Einfluss reicht über seine Leistungen auf dem Rasen hinaus.
In seiner Heimat ist Goran Pandev eine Ikone. Sein ehemaliger Mitspieler Georgi Hristov bezeichnet ihn gegenüber dem «Guardian» als «Mann ohne Tadel.» Goran Pandev hat in Nordmazedonien eine eigene Talentakademie. Diese gründete er, weil die Jugendarbeit bei seinem ersten Verein Belasica schlecht war und er etwas für die Förderung des nordmazedonischen Nachwuchs tun wollte. Die Akademija Pandev bekam in der Folge auch eine Herrenmannschaft und stieg in die erste nordmazedonische Liga auf. Mit Marjan Radeski steht einer der Spieler aus Pandevs Talentschmiede an der EM im Kader der nordmazedonischen Nationalmannschaft.
Der ehemalige Stürmer von Inter Mailand ist etwa für die Hälfte des jährlichen Budgets des Klubs verantwortlich. Damit konnte die Akademija Pandev eine Infrastruktur bauen, die alle anderen nordmazedonischen Klubs übertrifft. Vielleicht wird der Rekordspieler nach seiner Karriere mal an die Seitenlinie wechseln, doch noch ist daran nicht zu denken. Sein Land braucht seine Tore auch im für einen Fussballer hohen Alter.
In der ersten Austragung der Nations League 2018/19 konnte sich Nordmazedonien in der Liga D gegen Teams wie Armenien, Gibraltar und Georgien durchsetzen und sich so für die EM im Jahr 2021 qualifizieren. Das entscheidende Tor im Playoff-Final erzielte natürlich Pandev. Auch zum überraschenden Sieg in der WM-Qualifikation im März gegen Deutschland trug er einen Treffer bei.
Nun hat er eine weitere Marke für die Fussballnationalmannschaft Nordmazedoniens gesetzt. An der EM will das kleine Land als krasser Aussenseiter für Überraschungen sorgen. Gegen Österreich ist dies beim 1:3 nicht gelungen, zwei Möglichkeiten bleiben noch. Sie treffen noch auf die Ukraine und die Niederlande.
(nih)