Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03476.jsonl.gz/1320

Am 19. Februar 2015 flimmerte die finale Episode der Sitcom «Two and a Half Men» über die Bildschirme der USA. Danach mussten wir uns zwar noch mit etlichen Wiederholungen herumplagen, aber die Serie war damit definitiv zu Ende.
Nun, fünf Jahre später, wird es Zeit, einmal zu schauen, was aus den Darstellern geworden ist.
Amber Tamblyn spielte Charlie Harpers uneheliche Tochter, von der niemand etwas wusste. In Staffel elf taucht sie erstmals auf und freundet sich im Verlauf der weiteren Serie mit Walden an.
Tamblyn war vor «Two and a Half Men» bereits in vielen Filmen und Serien zu sehen. Zum ganz grossen Durchbruch hatte es aber nie gereicht. Auch nach «Two and a Half Men» blieb das so. In den letzten Jahren trat Tamblyn nur noch wenig in Erscheinung.
Zu tun hat sie aber weiterhin reichlich: Sie schreibt Gedichte, arbeitet am Theater und hat in den letzten drei Jahren zwei Bücher veröffentlicht. Ausserdem hat sie Gefallen daran gefunden, hinter der Kamera zu stehen. Ihr erster Film «Paint It Black», bei dem sie Regie führte und das Drehbuch mitschrieb, erschien 2016.
Rose, die romantisch veranlagte, leicht psychopathische Stalkerin von Charlie. Gespielt wurde sie von Melanie Lynskey.
Nach dem Ende von «Two and a Half Men» ergatterte Lynskey eine tragende Rolle in der HBO-Serie «Togetherness» und war damit sozusagen in den Serien-Olymp aufgestiegen. Leider war dann aber nach zwei Staffeln bereits wieder Schluss. Auch die nächste Serie, «Future-Worm!», bei der sie Synchronsprecherin war, wurde nach einer Staffel abgesetzt.
Seither ist sie immer wieder in Filmen und Serien in grösseren und kleineren Rollen zu sehen. Zuletzt wurde sie für zehn Episoden in der Anthologie-Serie «Castle Rock» engagiert, wartet aber ansonsten noch immer auf den nächsten grossen Hit.
Herb, der liebenswerte Riese, der Alan als Ehemann von Judith beerbt hat und ihn damit von den Alimentenzahlungen erlöste. Darsteller Ryan Stiles machte nach dem Serienende da weiter, wo er zuvor und auch während «Two and a Half Men» tätig war: als Mitglied des Comedy-Formats «Whose Line Is It Anyway?»
Die Serie existiert in den USA seit 1998 und ist eine Improvisations-Comedy-Show, die aus Grossbritannien importiert wurde. Auch in der UK-Edition war Stiles schon dabei.
Ansonsten ist er seit dem Ende von «Two and a Half Men» nur ein einziges Mal in einer Serie zu sehen gewesen: 2019 in einer Folge «American Housewife». Als Darsteller in Filmen war Stiles schon seit 2009 nicht mehr aktiv.
Judith war die kalte, blutsaugende Ex-Ehefrau von Alan, die irgendwie doch immer wieder eine Rolle in dessen Leben spielte. Da Judith nur eine kleine Rolle war, konnte Schauspielerin Marin Hinkle auch während der Laufzeit von «Two and a Half Men» in diversen anderen Serien mitwirken.
So hat sie dann das Ende auch gut verkraftet. Nebst kleineren Engagements hatte sie immer wieder Serienauftritte über mehrere Episoden. 2017 bewies sie dann mit ihrer Rollenwahl für «Marvelous Mrs. Maisel» ein glückliches Händchen. Die Dramakomödie ist nicht nur um einiges anspruchsvoller als «Two and a Half Men», sondern wurde bisher 34 Mal für die Emmys nominiert und durfte 16 davon nach Hause nehmen.
Wer so verkorkst wie Charlie Harper ist, kann nur eine schreckliche Mutter haben. Verkörpert wurde sie von Holland Taylor. Sie hatte schon vor ihrer Zeit bei «Two and a Half Men» eine lange Filmografie vorzuweisen, in der sie immer wieder für mehrere Jahre bei einer Serie unterkam.
Für ihre Rolle in der Serie «The Practice» gewann sie sogar einen Primetime Emmy. So war es dann wohl für Taylor auch kein Problem, nach dem Ende von «Two and a Half Men» eine neue Anstellung zu finden. Seit 2017 gehört sie zur Hauptbesetzung der Serie «Mr Mercedes», einer Stephen-King-Adaption mit Brendan Gleeson in der Hauptrolle.
Die rabiate Haushälterin aus armen Verhältnissen, die sich nie für einen frechen Spruch zu schade war. Conchata Ferrell als Berta war für viele der eigentliche Star der Serie.
Bereits während die Serie noch gedreht wurde, zeigte sich Ferrell immer seltener in der Öffentlichkeit und das änderte sich auch nicht nach deren Ende. Im Fernsehen und Film war die heute 76-Jährige bis heute nur sporadisch zu sehen.
Walden Schmidt war der neue Eigentümer von Charlies Anwesen, nachdem dieser (vermutlich) verstorben war. Ashton Kutcher sprang als Hauptdarsteller ein und kehrte damit nach einem jahrelangen Liebesfilm-Marathon zu seinen Serienwurzeln zurück.
Bereits während seiner Zeit bei «Two and a Half Men» versuchte er sich als seriöser Charakterschauspieler zu etablieren. Dafür suchte er sich ausgerechnet die Rolle des verstorbenen Apple-Übervaters Steve Jobs aus. Der Film floppte und wurde von Kritikern und Zuschauern gleichermassen zerrissen.
Seit 2016 führt er die Besetzung der Sitcom «The Ranch» an, die inzwischen bereits sieben Staffeln umfasst und auf Netflix zu sehen ist. Nebst der Schauspielerei gilt Kutcher als erfolgreicher Unternehmer, der schon früh in erfolgreiche Start-ups wie Foursquare, Skype, Airbnb oder Duolingo investiert hat.
Der Sohn von Alan Harper war nicht der Hellste, aber im Grunde ein liebenswerter Junge. Gespielt wurde er von Angus T. Jones, dessen Ausscheiden aus der Serie ähnlich dramatisch war wie das von Charlie Sheen.
Während seiner Pubertät trat Jones einer Freikirche bei und kam schliesslich zur Einsicht, dass er ein Heuchler sei, da die Rolle des Jake nicht mehr seine Ansichten widerspiegle. 2012 stellte er ein Video online, in dem er «Two and a Half Men» als Dreck bezeichnete und die Leute aufforderte, die Serie nicht mehr zu gucken. Später entschuldigte er sich zwar, wollte aber nicht mehr mitspielen und wurde aus der Serie geschrieben.
Als Schauspieler ist er zuletzt 2016 in Erscheinung getreten. In jüngster Zeit liess Jones nicht mehr viel von sich hören. Aus kirchlichen Gruppierungen soll er sich zurückgezogen und zu einem normalen Leben abseits des Rampenlichts gefunden haben.
Alan Harper, der Bruder von Charlie und ewige Verlierer, der sich meist selbst im Weg steht. Die Rolle machte Jon Cryer zu einem der reichsten Seriendarsteller Hollywoods. Für die elfte Staffel soll Cryer 620'000 Dollar pro Folge erhalten haben.
Nach dem Ende von «Two and a Half Men» hatte Cryer erst etwas Mühe, um sein Schauspielimage als trotteliger Verlierer loszuwerden. Es folgten vereinzelte Auftritte in verschiedenen Serien, unter anderem auch in «The Ranch» an der Seite von Ashton Cutcher.
Ab 2017 arbeitete er auch zwei Jahre als Synchronsprecher für eine Animationsserie. 2019 konnte sich Cryer dann als Darsteller im Serienuniversum von DC etablieren – und zwar ausgerechnet als Bösewicht Lex Luthor. Seither gehört er zum Cast von «Supergirl» und tritt auch immer wieder in den anderen DC-Serien wie «Arrow» oder «Batwoman» auf.
Charlie Harper, der «Held» der Serie, dessen einzige Freizeitbeschäftigungen darin bestanden, Frauen hinterherzusteigen und sich zu betrinken. Im Prinzip musste Charlie Sheen damit einfach sich selbst sein, was er dann 2011 auch bewies: Er rastete öffentlich aus und beleidigte Serienschöpfer Chuck Lorre in einem Interview aufs Übelste.
Dem ging voraus, dass das Studio damit gedroht hatte, die Produktion einzustellen, weil Sheen häufig betrunken war und bereits einige Produzenten intern beleidigt hatte. Schliesslich wurde die Produktion der achten Staffel vorzeitig beendet und Sheen wurde gefeuert. Danach folgten für Sheen wirre Jahre voller Skandale, Alkohol und Kokainsucht.
2015 machte Sheen schliesslich bekannt, dass er seit vier Jahren wisse, dass er HIV-positiv sei. Damit löste er eine regelrechte Angst vor HIV aus, was dazu führte, dass die Suchanfragen zu HIV-Prävention in die Höhe schnellten. Auch der Verkauf von HIV-Tests soll sich vervielfacht haben. Später wurde dies der «Charlie-Sheen-Effekt» genannt: Aus Angst, wie Charlie Sheen zu enden, informierten sich die Leute besser über die HIV-Prävention.
Seit etwa 2017 sagt Sheen von sich selbst, dass er clean sei und nun ein ruhiges und relativ geordnetes Leben führe. An seine Skandale könne er sich nur noch vage erinnern, bereue aber rückblickend, was er getan habe. Inzwischen plant Sheen neue Filmprojekte und eine Autobiographie.
*Korrektur: In einer ersten Version des Artikels stand, dass die letzte Folge am 19. Februar 2018 ausgestrahlt wurde. Dieser Fehler wurde korrigiert. Die letzte Folge wurde 2015 ausgestrahlt.