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EU-Finanzminister haben eine am 1. Juli 2005 in Kraft getretene Richtlinie zur grenzüberschreitenden Besteuerung von Zinserträgen erlassen.
In dieser Richtlinie haben sich 24 EU-Mitgliedsstaaten verpflichtet, die Besteuerung von Zinserträgen durch einen automatischen Informationsaustausch zwischen den Steuerbehörden in dem Land zu gewährleisten, das Steuerresidenz des Investors ist. Die restlichen drei EU-Mitgliedsstaaten - Österreich, Belgien und Luxemburg - sind nicht verpflichtet, solche Informationen automatisch bereitzustellen, obwohl sie berechtigt sind, sie bei den anderen 24 EU-Mitgliedsstaaten anzufragen. Stattdessen wird von ihnen das „Quellenabzugssystem“ angewendet. Es ist wie folgt aufgebaut:
Zinszahlungen wurden vom 1. Juli 2005 bis 30. Juni 2008 (inkl.) in Höhe von 15 %, vom 1. Juli 2008 bis 30. Juni 2011 mit 20% und seit dem 1. Juli 2011 mit 35% besteuert.
Die Schweiz und die Europäische Union ihrerseits haben die Vereinbarung über Besteuerung von Zinserträgen gleichfalls unterzeichnet. Sie gründet sich auf der oben erwähnten Richtlinie und ist am 1. Juli 2005 in Kraft getreten. Deren ausschlaggebendes Moment besteht in der Neuregelung des Abzugs der Steuer auf die Zinsen, die den in den EU-Staaten steuerpflichtigen Personen ausgezahlt werden. Aus diesem Grund sind Bürger der EU-Staaten, die ein Bankkonto bei einer Schweizer Bank haben, verpflichtet, dem genannten Abzug zuzustimmen oder in den freiwilligen Informationsaustausch, d.h. in die Benachrichtigung der Steuerbehörde ihres Landes über ihre persönlichen Einkünfte, einzuwilligen. Bei einer solchen Zustimmung wird der automatische Informationsaustausch durch das „Quellenabzugssystem“ ersetzt. Mit einer solchen Struktur wird die Schweiz in die Lage versetzt, einerseits die genannte EU-Richtlinie nicht zu verletzen und andererseits das Bankgeheimnis zu wahren.
Mit der EU-Richtlinie wird die Besteuerung von Zinserträgen ausschließlich der natürlichen Personen geregelt, die ihr Einkommen in einem der EU-Staaten beziehen und dabei Steuerverbindlichkeiten gegenüber einem anderen EU-Staat haben. Für juristische Person gilt diese Verordnung nicht.
75% aller einbehaltenen Steuern werden von der Schweiz in die EU-Länder der Steuerzahler überwiesen, während 25% als Ausgleich für ihren Aufwand von ihr beibehalten werden. So betrug 2010 der Bruttobetrag der Steuerabführungen 432 000 000 Schweizer Franken, von dem 324 000 000 Schweizer Franken an die Residenzstaaten der Steuerzahler überwiesen wurden.