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17. Jahrhundert
ENTFESSELTE GEWALTEN
Die Chronik des 17. Jahrhunderts mit den berühmten und wichtigen Persönlichkeiten, den grossen Köpfen des 17. Jahrhunderts, die in den hundert Jahren zwischen 1600 und 1699 lebten und wirkten. Zu ihnen zählen etwa Isaac Newton und Georg Friedrich Händel. Berühmte Frauen des 17. Jahrhunderts waren z. B. Maria Sibylla Merian und Friederike Caroline Neuber.
Das 17. Jahrhundert zählt zur (Frühen) Neuzeit und fällt in das Zeitalter des Absolutismus und in die Kunstepoche des Barock. In der ersten Hälfte des Jahrhunderts wird Europa von der Kleinen Eiszeit umklammert und vom Dreissigjährigen Krieg 1618–1648 bestimmt. Der mit dem Prager Fenstersturz 1618 ausgelöste Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten sowie zwischen Habsburgern und Frankreich verwandelt Europa in ein Schlachtfeld, fordert mehrere Millionen Tote und endet erst mit dem über fünf Jahre in Münster und Osnabrück ausgehandelten Westfälischen Frieden von 1648. Für Frankreich ist dieser die Basis für den späteren Aufstieg. Ab 1643 wird das Land über 70 Jahre vom „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. absolutistisch regiert. Der Merkantilismus beherrscht die Wirtschaftspolitik.
Auf der britischen Insel wird 1649 König Karl I. hingerichtet, in einer kurzen republikanischen Periode ist Oliver Cromwell Lordprotektor. In der Glorreichen Revolution von 1688/1689 wird der königliche Absolutismus gestürzt, die Bill of Rights sichert dem britischen Parlament nun seine Rechte gegenüber dem Königtum. Wenige Jahre zuvor belagerten 1683 die Osmanen – letztlich erfolglos – Wien.
In der Wissenschaft zählen das in den Niederlanden entwickelte Mikroskop und das Fernrohr zu den bahnbrechenden Errungenschaften des Jahrhunderts. Zudem wird die Lichtgeschwindigkeit erstmals 1676 von Ole Rømer als endlich bestimmt und 1678 von Christiaan Huygens gemessen.