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Für viele Studierende endet der akademische Lebensweg nach dem Masterstudium, darauf folgt in vielen Fällen der Berufseinstieg bzw. die Ausweitung bisheriger beruflicher Tätigkeiten auf eine Vollzeitstelle oder Ähnliches. Somit stellt die Masterarbeit für einen beträchtlichen Teil der Studierenden die letzte Hürde im Studium – und eben auch im gesamten akademischen Werdegang – dar. Ein wichtiger Aspekt bei der Planung und dem Verfassen der Masterarbeit ist die Zeitplanung.
Die Wahl der richtigen Betreuerin bzw. des richtigen Betreuers
Wie das Schreiben einer umfangreichen wissenschaftlichen Arbeit angegangen und umgesetzt werden sollte, ist Studierenden im Masterstudium bereits ansatzweise aus dem vorangegangenen Bachelorstudium bekannt, in dessen Rahmen mit der Bachelorarbeit ebenfalls eine solche wissenschaftliche Ausarbeitung verfasst werden musste. Die allgemeinen Vorgaben, anhand derer der Zeitplan für die Masterarbeit grob festzumachen ist, sind daher nicht neu:
- Abgabe einer wissenschaftlichen Arbeit zu einem vorgegebenen oder selbst gewählten, in jedem Fall vor Beginn der Ausarbeitung mit einer Betreuerin oder einem Betreuer abgestimmten Thema.
- Erstellung der Arbeit in einem begrenzten Zeitraum, der auch Einfluss auf die Zeitplanung für die Masterarbeit nimmt.
- Berücksichtigung des für die Masterarbeit vorgegebenen Mindest- sowie Maximalumfangs.
- Verfassen der Masterarbeit am Ende des zugrunde liegenden Studiums, als letzte Prüfung vor dem erfolgreichen Studienabschluss und somit Schlusspunkt des Studiums.
So weit sind die groben Rahmenbedingungen also bereits im Vorhinein der Ausarbeitung bekannt. Dennoch sollte die Masterarbeit als zweite umfangreiche wissenschaftliche Arbeit nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Hierfür gibt es mehrere Gründe. Anders als das Bachelorstudium ist das Masterstudium ein postgraduales Studium, also ein Studium, das nur begonnen werden kann, wenn zuvor bereits ein – meist grundständiges – Studium erfolgreich beendet wurde. Somit werden bestimmte Kenntnisse – etwa im Hinblick auf wissenschaftliches Arbeiten und das Anfertigen wissenschaftlicher Arbeiten – im Masterstudium schon zu Studienbeginn vorausgesetzt.
Dies hat auch Auswirkungen auf die Anforderungen an die Masterarbeit – sie sind oft höher als die Anforderungen an die Bachelorarbeit. Deshalb wird im Falle der Masterarbeit beispielsweise oft ein grösserer Umfang gefordert, etwa rund 80 Seiten für eine Masterarbeit, während es rund 60 Seiten für eine Bachelorarbeit gewesen sein können. Die konkret geforderte Seitenanzahl variiert dabei je nach Fachgebiet und Universität bzw. Fachhochschule, an der die Arbeit verfasst wird.
Doch nicht nur der Umfang ist bei einer Masterarbeit im Regelfall grösser als bei einer Bachelorarbeit – auch die qualitätsbezogenen Ansprüche sind es, etwa in Bezug auf das wissenschaftliche Arbeiten und die Korrektheit beim wissenschaftlichen Arbeiten, hier insbesondere hinsichtlich der Quellenarbeit. Und auch inhaltlich verlangt die Masterarbeit oftmals ein höheres Niveau, beispielsweise tiefergehende Ausführungen und mehr Gründlichkeit sowie stärkeres Reflektieren bei der Recherche als im Falle der Bachelorarbeit.
Daher ist für das Verfassen einer Masterarbeit in den meisten Fällen mehr Zeit erforderlich, was im Rahmen der Zeitplanung zu berücksichtigen ist – sodass das von dem Erstellen der Bachelorarbeit bekannte Vorgehen nicht eins zu eins übernommen bzw. in exakt der gleichen Form wiederholt werden kann. Dies gilt aber natürlich nicht in jedem erdenklichen Fall und hängt auch davon ab, wie genau die Masterarbeit inhaltlich aufgebaut ist und in welchem Fachgebiet sie verfasst wird. Einige Knackpunkte und wesentliche Einflussfaktoren auf die Zeitplanung beim Schreiben der Masterarbeit werden nachfolgend erklärt.
Vorgehen bei der Zeitplanung für die Masterarbeit
Der Zeitplan für die Masterarbeit ist am besten auf Grundlage der einzelnen Teile, die die Arbeit umfassen muss, zu definieren – indem vorab eingeschätzt wird, wie viel Zeit für die separaten Teile jeweils eingeplant werden sollte. So beginnt der Prozess des Erstellens der Masterarbeit mit der Themenfindung und der Absprache sowie ggf. Präzisierung der gewählten Themenstellung mit einer Betreuerin bzw. einem Betreuer der Arbeit. Dieser erste Schritt ist im Regelfall noch nicht Teil des tatsächlichen Verfahrens. Erst mit der offiziellen Anmeldung des Themas der Masterarbeit, etwa beim Prüfungsamt der Hochschule, beginnt auch der offizielle Bearbeitungszeitraum der Masterarbeit, sodass also die Frist für die Bearbeitung erst ab diesem Zeitpunkt läuft. Trotzdem sollte auch dieser erste Schritt des Verfahrens im Zeitplan berücksichtigt werden, denn auch wenn er nicht Teil einer offiziell laufenden Frist ist, wird dafür dennoch Zeit benötigt – was beispielsweise für arbeitende Studierende relevant ist, die neben dem Studium auch ihre beruflichen Verpflichtungen koordinieren müssen.
Hinweis
Zu bedenken ist, dass das Exposé ggf. erst von der Betreuerin oder dem Betreuer begutachtet und abgesegnet werden muss, bevor weitergearbeitet werden kann – sodass eventuell Leerlauf entsteht. Diese Zeit kann genutzt werden, indem etwa erste Recherchen für den unverzichtbaren Theorieteil der Masterarbeit durchgeführt werden.
Wenn die Masterarbeit offiziell angemeldet wurde, können erste Inhalte erstellt werden. So sind häufig eine vorläufige Gliederung und möglicherweise einige Seiten der Arbeit sowie eine erste Literaturübersicht zu verfassen. Von einer ersten ein- bis zweiseitigen Grobgliederung bis hin zu einem umfangreichen Exposé mit zweistelliger Seitenzahl und einer mehrseitigen Literaturliste können unterschiedliche Inhalte zuerst gefordert werden. Hier gilt es, sich über die individuellen Anforderungen der Universität oder Fachhochschule bzw. der Fakultät oder des Fachbereiches zu informieren und diese zu berücksichtigen. Wenn die Anforderungen an ein erstes Exposé bekannt sind, ist es möglich, die hierfür erforderliche Zeit zu planen und im Zeitplan für die Masterarbeit zu integrieren.
Was das eigentliche Schreiben der Masterarbeit angeht, so muss hierbei nicht chronologisch vorgegangen werden. Oftmals ist es leichter und auch zielführender, die Einleitung der Arbeit und das eingangs erläuterte geplante Vorgehen erst am Ende zu verfassen – oder diese einleitenden Abschnitte zumindest am Ende noch einmal gründlich anzupassen. Deshalb ist es oft sinnvoll, nach dem Exposé zunächst den Theorieteil der Masterarbeit zu planen. Hier stellen sich Fragen wie:
- Wie viele Seiten soll der Theorieteil der Masterarbeit umfassen?
- Wie viele Seiten können pro Tag geschrieben werden?
- Welche Begriffe sind am wichtigsten und müssen unbedingt in diesem Grundlagenteil definiert werden?
Wichtig ist, dass nur jene Begriffe im Theorieteil erläutert werden, die für das Kernthema der Masterarbeit tatsächlich relevant sind und somit im praktischen Teil der Arbeit erneut aufgegriffen werden. Je mehr Text für die Beantwortung der Fragestellung der Masterarbeit eigentlich nicht notwendig ist, umso mehr muss im Rahmen des Korrekturlesens – spätestens jedoch nach einer ersten Durchsicht der Betreuungsperson – gekürzt werden. Dies kostet Zeit, die vermutlich im Zeitplan für die Masterarbeit nicht berücksichtigt wurde, da sie ungeplant hinzukommt. Um möglichst entspannt auf unvorhergesehene Verzögerungen reagieren zu können, sollten im Zeitplan Pufferzeiten enthalten sein, die eine gewisse Flexibilität ermöglichen. Dies ist insbesondere bei empirischen Arbeiten sowie Forschungsarbeiten relevant, wie im Folgenden genauer erläutert wird.
Gewähltes Vorgehen und Methodik
Wie lange es dauert, eine Masterarbeit zu schreiben, hängt zu einem wesentlichen Teil auch davon ab, was genau die Arbeit beinhaltet – also welches Vorgehen gewählt wird und inwieweit selbst geforscht oder empirisch gearbeitet wird. Empirische Erhebungen und statistische Auswertungen erhöhen die für eine wissenschaftliche Arbeit benötigte Zeit beträchtlich. So müssen je nach Ausgestaltung der Erhebung etwa Probandinnen bzw. Probanden gefunden, Fragebogen ausgearbeitet, Befragungen durchgeführt und ausgewertet sowie Analysen und Interpretationen verfasst werden. Auch eigene Forschung ist oft zeitaufwendig und schlecht planbar, da neuartige Erkenntnisse nicht in festgelegten Zeiträumen erzielt werden können. Wird hingegen nur analytisch gearbeitet, ist der Schreibprozess deutlich besser planbar und insgesamt in den meisten Fällen auch kürzer. Unabhängig von dem Vorgehen und der Methodik sind auch die letzten Abschnitte der Masterarbeit im Zeitplan zu berücksichtigen, die immer eine Art Fazit bzw. Zusammenfassung sowie häufig auch einen Ausblick umfassen sollten.
Betreuungsverhältnis
Auch das Betreuungsverhältnis ist ein wesentlicher Faktor, der Einfluss auf die Zeitplanung für die Masterarbeit nimmt und daher bedacht werden sollte. Relevante Fragen sind hier etwa:
- Dürfen bzw. müssen einzelne Textabschnitte zwischendurch zur Korrektur an die Betreuungsperson gesendet werden? Wenn ja, so müssen Aufgaben geplant werden, die in der Wartezeit, in der die Betreuungsperson die übermittelten Seiten liest, erledigt werden können.
- Ist bekannt, dass die Professorin bzw. der Professor oft Kritik äussert und Änderungswünsche hat – oder gilt sie bzw. er als vergleichsweise unkompliziert im Rahmen der Betreuung? Wenn die Betreuungsperson tendenziell kompliziert ist, dann müssen Pufferzeiten für die Einarbeitung der Korrekturwünsche definiert werden.
- Gibt es Seminare oder andere Veranstaltungen für betreute Studierende, die besucht werden müssen? Für derartige Veranstaltungen ist oft eine gewisse Vorbereitung erforderlich – und natürlich ist physische Anwesenheit Pflicht, um einen guten Eindruck bei der betreuenden Person zu machen.
Das Beantworten dieser Fragen hilft dabei, das Betreuungsverhältnis und dessen Einfluss auf die Zeitplanung für die Masterarbeit einschätzen zu können. Auf dieser Basis kann der Zeitplan entsprechend angepasst werden, was insbesondere bei aus dem Betreuungsverhältnis resultierenden Zeitverlängerungen wichtig ist.
Selbstorganisation
Bei der Selbstorganisation im Rahmen des Schreibens der Masterarbeit können unterstützend vorgefertigte Methoden für die persönliche Zeitplanung herangezogen werden. Vor allem, wenn Studierenden bewusst ist, dass sie Probleme mit der Selbstdisziplin, dem Einhalten von Zeitplänen sowie dem Erreichen selbst definierter Ziele haben, können ihnen in Bezug auf den Zeitplan für die Masterarbeit bestimmte bewährte Herangehensweisen bzw. bestehende Methoden für die individuelle Zeitplanung helfen. Ein simples Beispiel sind Tages- oder Wochenpläne, in denen einzelne Aufgaben auch priorisiert werden können – und deren Erfüllung etwa Voraussetzung für darauffolgende Freizeitaktivitäten sein kann. Neben dieser einfachen Methode gibt es aber auch andere Hilfen bei der Zeitplanung und Aufgabenerfüllung, die mit wenig Aufwand in den Alltag beim Schreiben der Masterarbeit integriert werden können. Populäre und gern genutzte Beispiele sind:
- ABC-Analyse,
- ALPEN-Methode,
- Pareto-Prinzip (80-zu-20-Regel).
Endkorrektur und Pufferzeiträume
Endkorrektur und Pufferzeiträume
Hinweis
Je mehr Personen sich an dem Korrekturlesen beteiligen, umso mehr Zeit muss dafür eingeplant werden. Neben der Zeit für das Lesen selbst ist auch die Zeit einzuplanen, welche die bzw. der Verfassende der Masterarbeit für das Einarbeiten der Korrekturen der einzelnen Personen braucht.
Zwar nimmt das Schreiben der Masterarbeit selbst die meiste Zeit in Anspruch, aber auch die Endkontrolle ist wichtig und benötigt einige Zeit. Es sollte zudem erwogen werden, die Masterarbeit ergänzend zur eigenen Korrektur von mindestens einer weiteren Person lesen zu lassen – idealerweise sollte eine Person die inhaltliche Kohärenz und Sinnhaftigkeit des Textes prüfen und eine weitere Person die Rechtschreibung und Grammatik der Arbeit verbessern. Beides kann für Studierende in vielen Fällen eine bedeutsame Hilfe sein.
Darüber hinaus sind auch für die Finalisierung und Aufbereitung der Datei, bspw. den PDF-Export mit hochschulseitig vorgegebenen Voreinstellungen, sowie einen eventuellen Druck und die professionelle Bindung der Masterarbeit Zeiträume einzuplanen. Um nicht am Ende in Stress zu verfallen oder ins Schwitzen zu geraten, sollten zudem – wie bereits erwähnt wurde – Pufferzeiträume eingeplant werden. Diese können entweder nur am Ende der Bearbeitungszeit oder aber auch jeweils nach einzelnen Zwischenschritten – etwa der Fertigstellung einzelner Kapitel – definiert werden.
Wichtige Schritte im Zeitplan für die Masterarbeit
- Einplanen von mehr Zeit als für die Bachelorarbeit
(Berücksichtigung der gesteigerten Anforderungen an eine Masterarbeit)
- Absprache und Anmeldung des Themas der Masterarbeit
(Finden einer Betreuungsperson und einer konkreten Themenstellung)
- Erstellung eines Exposés für die Masterarbeit
(Mindestens Anlegen einer Grobgliederung, ggf. erste Seiten, Literatursichtung)
- Verfassen der einzelnen Kapitel der Masterarbeit
(Einschätzen der benötigten Zeitdauer je Kapitel anhand der Vorgehensweise)
- Selbstorganisation und Disziplin im Schreibprozess
(Beachtung der Erreichbarkeit von Zielen, Schaffen von Anreizen)
- Endkontrolle zur Qualitätssicherung, Pufferzeiträume zur Absicherung
(Ggf. Hinzuziehen von Korrekturlesenden, Einräumen von Pufferzeiten)