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Jahresbericht 2018 der Abwasserreinigungsanlagen im Wallis - Verbesserter Stickstoffabbau, zu hoher Fremdwasseranteil
Aus dem Jahresbericht 2018 zur Abwasserreinigung geht hervor, dass sich die Leistungsbilanz der Walliser Abwasserreinigungsanlagen (ARA) in gewissen Bereichen verbessert hat. Es besteht noch Handlungsbedarf hinsichtlich der Verbesserung der Phosphorbehandlung und der Begrenzung der negativen Auswirkungen einiger ARA-Einleitungen auf die Gewässerqualität. Um die Fremdwassermengen zu senken, muss der Anschluss von Privatgrundstücken an das öffentliche Sauberwasserkanalisationsnetz gemäss den gesetzlichen Anforderungen erfolgen.
Die Stickstoff-Reinigungsbilanz der entsprechenden Abwasserreinigungsanlagen hat sich im Jahr 2018 verbessert, diejenige für den Kohlenstoff hat sich leicht verschlechtert. Wie im letzten Jahr ist jedoch die für die gute Wasserqualität des Genfersees wichtige Phosphor-Reinigungsleistung ungenügend. Ursache ist insbesondere eine länger anhaltende Überschreitung der Einleitungsanforderungen bei der regionalen ARA Visp. Die vom Anlageninhaber umgesetzten Massnahmen haben seit Ende April 2019 zu einer merklichen Verbesserung der Situation geführt.
Um die Auswirkungen auf die Gewässerqualität zu ermitteln, wird jedes Jahr ober- und unterhalb einiger ARA-Einleitungen eine Probenahmekampagne durchgeführt. Diese zeigte, dass die Einleitungen von 43 der total 59 überwachten ARA gesetzeskonform sind. Dank gezielter kantonaler Subventionen werden Lösungen für neun nicht-konforme ARA umgesetzt oder sind in Planung; bei sieben besteht noch Handlungsbedarf.
Starke Niederschläge im Jahr 2018 beeinflussten ebenfalls die Abwasseranlagen. Eine Überflutung durch die Navisence im Val d'Anniviers schnitt 90% der Kanalisationen von der ARA ab. Die ARA St-Niklaus wurde durch ein Hochwasserereignis der Matter-Vispa überflutet. Gleichzeitig zu den Reparaturarbeiten mussten aufgrund dieser Ereignisse provisorische Massnahmen zur Abwasserbehandlung ergriffen werden.
Im Wallis ist über die Hälfte des Abwassers, das zu den kommunalen ARA gelangt, unverschmutzt (Wasser aus Brunnen, Quellen, Drainagen, Lecks im Kanalisationsnetz, Regen, Schneeschmelze usw.), stört den ARA-Betrieb und verringert die Reinigungsleistung. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Menge dieses Fremdwassers zugenommen, obwohl sie um mindestens die Hälfte reduziert werden sollte.
Die Gemeinden bemühen sich um die Erneuerung der Kanalisationsnetze und den Aufbau eines öffentlichen Trennsystems. Der Anschluss von Privatgrundstücken an das öffentliche Sauberwasserkanalisationsnetz muss schrittweise den gesetzlichen Anforderungen angepasst werden. Nur in Zusammenarbeit mit den Privatpersonen wird die Trennung der kommunalen Entwässerungsnetze in Anwendung des Generellen Entwässerungsplans (GEP) Verbesserungen bei der ARA ermöglichen. 18% der Gemeinden müssen ihren GEP-Bericht allerdings noch fertigstellen.
Die kürzlich eingeführte Sackgebühr im Unterwallis hat im Durchschnitt zu keiner merklichen Veränderung der von den ARA zurückgehaltenen Abfallmengen geführt.
Der vollständige Bericht ist unter der Adresse www.vs.ch/abwasser verfügbar. Tweet