Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03115.jsonl.gz/2491

Das Corona-Virus und Kinder
Beruhigende Nachrichten von der Corona-Front für Eltern: Kinder sind von uns allen am wenigsten gefährdet. Die Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf und Todesgefahr ist für Säuglinge und Kleinkinder nach den bisherigen Erfahrungen extrem gering. Kinder werden aber genauso wahrscheinlich infiziert wie Erwachsene und können Infektionen genauso weitergeben, zumal sie die Viren deutlich länger als Erwachsene ausscheiden.
Kinder sind nicht immun gegen das Coronavirus
Kinder bringen ständig alle möglichen ansteckenden Krankheiten aus der Schule oder dem Kindergarten nach Hause und trainieren so ihr Immunsystem. COVID-19 scheint aber ein Spezialfall zu sein. Kinder haben zwar genauso wenig Erfahrung mit diesem neuartigen Virus wie Erwachsene, ihr Immunsystem scheint aber besser damit zurechtzukommen, so dass keine oder leichtere Krankheitszeichen zeigen.
Deshalb kann man aber nicht sagen, dass Babys und Kinder immun sind! Im US-Bundesstaat Illinois wurde am 29.3.20 der Tod eines Babys gemeldet, das mit dem Coronavirus infiziert war. Die Todesursache muss noch genau untersucht werden. Dies zeigt aber, dass schwere und schwerste Verläufe nicht ausgeschlossen sind.
Warum genau Kinder weniger anfällig auf das Corona-Virus reagieren, ist noch nicht erforscht, könnte aber Wissenschaftlern entscheidende Ansätze in der Bekämpfung und für die Entwicklung eines Impfstoffes liefern. Eine Vermutung berücksichtigt die Tatsache, dass die Immunabwehr von Kindern anders funktioniert als die von Erwachsenen. Diese haben schon viele Infekte durchgemacht und ihr Immunsystem ist daher auf die Abwehr von einzelnen Erregern trainiert. Das Kinder-Immunsystem ist dagegen noch nicht trainiert und reagiert unspezifisch mit einer starken allgemeinen Reaktion. So kann das Coronavirus in Grenzen gehalten werden.
Kinder erkranken aber seltener
Eine neue Studie aus China liefert Belege dafür, dass Kinder deutlich seltener an einer Coronavirus-Infektion erkranken. In einer Stichprobe von 3.174 Erwachsenen und 745 Kindern, die alle engen Kontakt zu an Corona erkrankten Menschen hatten, wurden nur 1,3 Prozent der Kinder angesteckt (10 Patienten), aber 3,5 Prozent der Erwachsenen (111 Individuen). Damit wurden 2,7 Mal so viele Erwachsenen infiziert, wie Kinder, ein statistisch signifikanter Unterschied.
Die US-amerikanische Seuchenbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) hat die Daten von 44.000 Corona-Patienten ausgewertet. Auch hier waren weniger als ein Prozent Kinder zwischen ein und neun Jahren und nur 1,2 Prozent waren Kinder zwischen neun und 19 Jahren.
In Italien sind bisher rund 300 Kinder positiv auf den Erreger getestet worden. "Es gibt aber bisher in Italien keine Todesfälle und keine schweren Verläufe bei Kindern", sagte Alberto Villani, Präsident des italienischen Kinderarztverbandes.
Kinder erkranken weniger stark
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte mehrfach betont, dass es bei Kindern nur extrem selten zu schweren Verläufen komme. In der o.g. chinesischen Studie wurden die Krankheitsverläufe von zehn Kindern im Alter von zwei Monaten bis 15 Jahren analysiert. Keiner der kleinen Patienten habe Anzeichen einer Lungenentzündung gezeigt. Sieben der zehn Kinder hatten Fieber, allerdings unter 39 Grad Celsius, keines benötigte intensivmedizinische Pflege. Ein Kind zeigte keinerlei Symptome.
Kinder sind sehr ansteckend
Laut WHO Kinder steckten sich meist bei Erwachsenen an, Erwachsene hingegen selten bei Kindern. Das sei ein grosser Unterschied zur saisonalen Grippe, bei der Kinder ein Treiber der Ansteckungswelle sein können.
Dennoch können Kinder sehr ansteckend sein, möglichweise sogar mehr. Das liegt an der trügerischen Situation, dass Kinder keine oder kaum Symptome zeigen. Eine Übertragung des Coronavirus ist auch möglich, wenn (noch) keine Symptome vorhanden sind. Deshalb sollten Kinder die Grosseltern oder andere Risikopersonen mit geschwächtem Immunsystem erst einmal nicht besuchen. Auch Schulschliessungen und Quarantäne-Massnahmen, die viele Eltern derzeit vor grosse Betreuungsprobleme stellen, werden damit eher nachvollziehbar.
Möglicherweise sind Kinder auch nach Abklingen der Symptome noch länger infektiös: Forscher hatten fast zwei Wochen, nachdem die Kinder aufgrund von negativen Atemwegsabstrichen aus der Quarantäne entlassen wurden, in ihrem Stuhl noch Viren nachweisen können. Was jedoch nicht unbedingt auch ein Übertragungsrisiko darstellt, denn ob die Viren im Stuhl noch infektiös sind, wurde bislang nicht nachgewiesen.
Sollten Kinder mit Symptomen getestet werden?
Inzwischen werden Kinder nur dann getestet, wenn sie Krankheitsanzeichen haben oder direkten Kontakt zu einem Infizierten hatten.
Wie kann man sein Kind schützen?
Kindsgi-Kinder sind nicht sehr zuverlässig darin, die Empfehlungen bezüglich des Niesens in die Armbeuge oder des Abstandhaltens einzuhalten. Umso wichtiger ist gründliches Händewaschen - auch bei Kindern der effektivste Schutz gegen Schmierinfektionen. Desinfektionsmittel werden von Hygiene-Fachleuten bei Kindern eher abgelehnt, weil sie die zarte Haut zu sehr angreifen.
Zusätzlich kann man sein Kind durch Spielen an der frischen Luft und Sonne bzw. Tageslicht sowie vitaminreicher Kost mit viel Obst und Gemüse wie gegen alle anderen grippalen Virusinfektionen auch gegen die Corona-Infektion wappnen.
Um Ihr Baby zu schützen, halten Sie möglichst Abstand von Kindern und von Menschen mit Erkältungssymptomen. Nuggi und Schoppenflaschen sollten Sie täglich waschen, auskochen oder im Vaporisator sterilisieren. Der Geschirrspüler wäscht nicht heiss genug und beschädigt durch den aggressiven Reiniger das Material. Wenn der Schnuller auf den Boden gefallen ist, sollten Sie darauf verzichten, ihn abzulecken. Erstens besteht eine erhöhte Kariesgefahr und mögliche Infektionskrankheiten könnten so übertragen werden.
Kann ich mein Kind impfen lassen?
Eine Impfung gegen das neue Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es noch nicht, auch wenn mögliche Impfstoffe schon in der Testphase sind. Experten raten aber vor allem älteren und chronisch kranken Menschen, sich trotzdem impfen zu lassen, beziehungsweise ihren Impfstatus zu prüfen - gegen Keuchhusten, Pneumokokken und auch gegen die reguläre Grippe.
Auch für Kinder sind die Impfungen gegen Keuchhusten und Pneumokokken wichtig. Obwohl sie nicht direkt vor einer Coronavirusinfektion schützen, ist ein geschwächtes Kind, das unter Umständen schon eine Lungeninfektion hatte, sehr viel gefährdeter für einen schweren Verlauf der Virusinfektion. Die Grippeimpfung (gegen Influenza) ist dagegen nur für Kinder mit chronischen Erkrankungen (z.B. Asthma oder Diabetes) angebracht.
Coronavirus - die aktuelle Situation
Die Lage in der Schweiz, in Europa und weltweit in der Corona-Pandemie.
Plötzlich Homeschooling - wie geht das?
Wie Sie dafür sorgen können, dass der Unterricht zu Hause gelingt
Newsticker
WHO räumt mit Corona-Mythen auf | 18.03.2020
Zur Zeit kursieren einige kuriose Mythen über das neuartige Coronavirus, mit denen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrer neuesten Publikation aufräumen will. Hier die Fakten:
- Kaltes Wetter schränkt NICHT die Verbreitung des Coronavirus ein.
- Weder ein heisses Bad, Ganzkörperdesinfektion mit Alkohol oder Chlor, Händetrockner, Spülen der Nase mit Kochsalzlösung, viel Knoblauch im Essen noch Antibiotika können die Viren abtöten.
- Das neuartige Coronavirus kann NICHT durch Mückenstiche übertragen werden. Es handelt sich um ein Atemwegsvirus, das sich hauptsächlich durch Tröpfchen verbreitet, z. B. beim Husten oder Niesen einer infizierten Person.
- Thermoscanner können Personen mit Fieber erkennen. Da es zwei bis zehn Tage dauert, bis mit dem Coronavirus infizierte Menschen krank werden und Fieber bekommen, können Infizierte, die noch kein Fieber haben, nicht durch einen Thermoscanner identifiziert werden.
- Impfstoffe gegen Lungenentzündung wie der Pneumokokken-Impfstoff und der Impfstoff gegen Haemophilus influenza Typ B bieten keinen Schutz gegen das neue Coronavirus. Trotzdem werden diese Impfungen gegen Atemwegserkrankungen zum Schutz der Gesundheit empfohlen.
- Menschen jeden Alters (auch Kinder) können an COVID-19 erkranken. Ältere Menschen und Menschen mit bereits bestehenden Erkrankungen scheinen nur anfälliger für einen schweren Krankheitsverlauf zu sein.
Welche Symptome sind typisch? | 10.03.2020
Die Coronavirus macht derzeit vielen Menschen Angst. Welche Symptome können auf eine Infektion hindeuten und welche nicht?
- Erkältung: Halsschmerzen, danach Schnupfen, Niesen und schleimiger Husten, leicht erhöhte Temperatur, Abgeschlagenheit und leichte bis mässige Kopfschmerzen – das sind die klassischen Symptome einer banalen Erkältung (grippaler Infekt). Und sie sind nicht typisch für eine Infektion mit dem neuen Coronavirus!
- Coronavirus-Infektion: Das Coronavirus (COVID-19) scheint vor allem die unteren Atemwege zu befallen. Hauptsymptome sind Fieber, (trockener) Husten und Atemnot/Kurzatmigkeit. Erkältungssymptome wie Niesen und eine laufende Nase treten nach bisherigen Berichten in der Fachliteratur eher selten auf.
- Grippe: Bei einer echten Grippe (Influenza) kommen zu diesen noch mehr Symptome hinzu: Es besteht neben Husten, evtl. Schnupfen und plötzlich einsetzendem, oft hohem Fieber auch ein starkes Krankheitsgefühl mit Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen und Müdigkeit.
Ein wichtiger Punkt für den gerechtfertigten Verdacht ist nach derzeitigem Stand, ob die Person in stark betroffenen Gebieten war und/oder engen Kontakt mit Personen aus diesen Gebieten oder positiv getesteten Personen hatte. Wenn dies für Sie zutrifft und Sie die oben beschriebenen Symptome an sich bemerken, sollten Sie sich bei einer Gesundheitseinrichtung (Arztpraxis, Notfallambulanz) telefonisch melden. Laufend aktualisierte Informationen zur Situation in der Schweiz
Corona und Schwangerschaft | 08.03.2020
Nach den bisherigen Erfahrungen erkranken Schwangere - wenn überhaupt - dann nur leicht an COVID-19. Insofern reichen die empfohlenen vorbeugenden Massnahmen aus. Beruhigend: Bei der Virusfamilie, zu der das Coronavirus gehört, ist nicht mit einer vorgeburtlichen Schädigung zu rechnen. Auch eine Virus-Übertragung vor, während oder nach der Entbindung ist bisher nicht beobachtet worden. Bisher ist zudem keines der Neugeborenen von infizierten Müttern positiv auf das Coronavirus getestet worden. In Proben von Fruchtwasser oder Muttermilch wurde noch kein Virus nachgewiesen. Beim Stillen wird infizierten Müttern jedoch ein Mundschutz empfohlen. Bei den wenigen Schwangeren, die während der Schwangerschaft positiv auf das Coronavirus getestet wurden, kam es etwas häufiger zu Frühgeburten. Ob diese in unmittelbarer Beziehung zu einer mütterlichen Infektion stehen, ist aber aufgrund der geringen Fallzahl unklar. Idealerweise sind Schwangere gegen Grippe geimpft. Die Grippeimpfung schützt zwar nicht vor COVID-19, aber so können Schwangere nicht zeitgleich an beiden Infektionen erkranken. Ungeimpfte Schwangere sollten sich auch jetzt noch impfen lassen. Zu unseren laufend aktualisierten Infos...
Arbeitsrecht | 28.02.2020
Das Coronavirus breitet sich immer mehr aus (Aktuelle Infos). Früher oder später werden auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit dem Virus konfrontiert sein. Doch wer bezahlt Absenzen aufgrund des Coronavirus? Grundsätzlich gilt der Grundsatz, ohne Arbeit kein Lohn. Davon gibt es aber verschiedene Ausnahmen, in denen der Lohn dennoch geschuldet wird - ganz oder zumindest teilweise. Da geht es um die verspätete Rückkehr aus den Ferien, wenn z.B. Flüge gestrichen wurden, Arbeitsverweigerung wegen Angst vor Ansteckung, Behinderung auf dem Arbeitsweg wegen Ausfällen im ÖV, Betreuung erkrankter Kinder oder bei Schliessung einer Kindertagesstätte oder Schule. Antworten auf diese und andere Fragen ...
Coronavirus | 27.02.2020
Eine erste Auswertung der chinesischen Gesundheitsbehörden deutet darauf hin, dass das neue Coronavirus (Sars-CoV-2) für Kinder wohl kaum schwere Folgen hat. Die Infektion verläuft weitestgehend ohne schwerwiegende Komplikationen. Für die Studie wurden Daten von rund 44000 Menschen mit einer nachgewiesenen Corona-Infektion analysiert – darunter 416 Kinder im Alter von 0 bis 9 Jahren, bei denen es den Autoren zufolge keine Todesfälle gab. Auch für Menschen im Alter 10 und 39 Jahren ist die Gefahr für einen tödlichen Verlauf der Erkrankung mit 0,2 Prozent eher gering. Aus der Analyse geht zudem hervor, dass es bei Frauen mit 1,7 Prozent eine deutlich niedrigere Sterblichkeitsrate als bei Männern (2,8 Prozent) gibt. Ausserdem scheint eine Übertragung des Virus im Mutterleib ersten Erkenntnissen nach nicht stattzufinden. Laufend aktualisierte Infos hier...
Letzte Aktualisierung : 19-03-20, BH