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Ruanda
Der Völkermord an der Tutsi-Bevölkerung (1994) ist fast 30 Jahre her, seine Folgen sind in Ruanda jedoch noch immer spürbar. Handicap International (HI) hilft den Opfern dabei, ihr psychisches Leid zu verarbeiten und fördert unter anderem die Inklusion von Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft.
Theaterstück von Kindern gegen sexuelle Gewalt - HI Ruanda | © W. Huyghe / HI
Laufende Aktivitäten
HI führt Massnahmen zur psychischen Gesundheit für Menschen aus Ruanda durch, die unter mentalen Problemen leiden. Wir fördern die Inklusion und den Schutz schutzbedürftiger Menschen, einschliesslich Menschen mit psychischen Problemen und Rehabilitationsbedarf in Flüchtlingslagern.
Wir helfen gefährdeten Kindern, insbesondere Kindern mit Behinderung, durch inklusive Bildungsprojekte. Wir arbeiten mit dem Bildungsministerium zusammen, um den Zugang zu Bildung für alle Kinder zu gewährleisten, indem wir beispielsweise Lehrer ausbilden und Gebäude für Kinder mit Behinderung zugänglich machen. Wir setzen uns dafür ein, dass der Schutz von Kindern in Ruanda gestärkt wird – vor allem, um Kinder vor sexueller Gewalt zu schützen. Wir fördern die schulische Inklusion von jungen Mädchen, Teenagern und Frauen, die Opfer von Konflikten in der Region Grands Lacs sind, um ihnen eine Schul- oder Berufsausbildung ermöglichen zu können.
Darüber hinaus führt HI Massnahmen zur Verbesserung der Prävention und Behandlung von Epilepsie, insbesondere für Mütter und Kinder, durch. Dies geschieht durch die Lieferung von Anti-Epileptika an Krankenhäuser und die Schulung von medizinischem Fachpersonal in der Prävention und Behandlung von Epilepsie.
HI möchte ausserdem qualitativ hochwertige und zugängliche Reha-Leistungen bereitstellen. Wir unterstützen zu diesem Zweck die „Rwanda Occupational Therapy Association“ und helfen bei der Verbesserung der Ausbildung von Ergotherapeut*innen.
Wir befürworten und unterstützen die Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft, damit sie Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung, Sport usw. erhalten – insbesondere auf kommunaler Ebene. HI bietet ruandischen Behindertenorganisationen Unterstützung an, um Massnahmen durchzuführen, die die Rechte und gesellschaftliche Beteiligung von Menschen mit Behinderung stärken.
Hintergrund
Obwohl die Erinnerung an den Völkermord und seine Folgen noch immer lebendig ist, hat das Land seit 1994 ein rasches Wachstum erlebt. Das Bruttoinlandsprodukt ist gestiegen und Armut und Ungleichheit wurden verringert.
Der Völkermord an der Tutsi-Bevölkerung in Ruanda wurde zwischen April und Juli 1994 verübt. Innerhalb von 100 Tagen verloren mehr als 800.000 Menschen ihr Leben. Fast drei Jahrzehnte später hat das Land bedeutende Fortschritte zu verzeichnen: Nach Angaben der Weltbank lag das durchschnittliche BIP-Wachstum zwischen 2001 und 2015 bei etwa 8 % pro Jahr, die Armut ist gesunken und die Ungleichheiten wurden verringert.
Defizite gibt es allerdings weiterhin vor allem beim Schutz und der sozialen Inklusion von Menschen mit Behinderung und besonders schutzbedürftigen Personen. Tatsächlich ist es so, dass trotz des wirtschaftlichen Wachstums und der Weiterentwicklung der Grundversorgung (z.B. Gesundheitsversorgung, Zugang zu Wohnraum und Bildung) in Ruanda sehr viele Menschen in wirtschaftlicher, psychologischer und sozialer Hinsicht immer noch sehr bedürftig sind.
Anzahl der HI-Mitarbeiter*innen: 118
Eröffnungsdatum des Programms: 1994