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Der Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses und Milliardär Moshe Kantor steht auf der Sanktionsliste Grossbritanniens gegen Russland. Nach Auffassung der Regierung in London ist Kantor als grösster Anteilseigner des russischen Chemie- und Düngemittelkonzerns Akron in einem für Russland wirtschaftlich und strategisch wichtigen Bereich tätig und profitiert von der Unterstützung der russischen Regierung. Grossbritannien begründete die Massnahme auch mit der Nähe Kantors zu Präsident Wladimir Putin.
Der Europäische Jüdische Kongress reagierte am Mittwochabend bestürzt und rief zu einer Rücknahme der Entscheidung auf. Kantor lebe seit mehr als drei Jahrzehnten in Westeuropa und setze sich für Europas jüdische Gemeinden sowie für den Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ein. Zahlreiche Regierungen und Staatschefs hätten Kantor dafür mit höchsten Auszeichnungen geehrt. Auf Geschäftstätigkeiten des Philantropen ging die Pressemitteilung nicht ein.
Zusammen mit dem 68-jährigen Kantor hatte die britische Regierung sieben weitere einflussreiche Persönlichkeiten in die Sanktionsliste aufgenommen. Der in Moskau geborene Wjatscheslaw Moshe Kantor baute nach dem Ende der Sowjetunion das Mineraldüngerunternehmen Azot in Nowgorod zu einem der führenden Agrarkonzerne Russlands, Akron, um. Kontakte in den Staatsapparat des damaligen Präsidenten Boris Jelzin liessen ihn in die Wirtschaftselite aufsteigen. 2005 rief er das World Holocaust Forum ins Leben. Seit 2007 ist Kantor Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses.
KNA/bju/cdt