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Im Hinblick darauf gab die Europäische Kommission zwei Tage zuvor bekannt, einen Euratom-Kredit über US$ 585 Mio. für die Fertigstellung der Kernkraftwerksblöcke Chmelniz-ki-2 und Rowno-4 bewilligt zu haben. Bereits am 7. Dezember kündigte die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung EBRD ein entsprechendes Darlehen über US$ 215 Mio. an.
Die beiden Blöcke sind zu rund 80% gebaut. Die Kosten für die Fertigstellung werden mit US$ 1,48 Mrd. beziffert. Generalunternehmer ist ein von Framatome angeführtes Konsortium. Gemäss EU-Kommission wird das Projekt die Modernisierung des Stromsektors positiv beeinflussen und den technischen und finanziellen Weg aufzeigen, wie die Sicherheit der anderen Kernkraftwerke des Landes verbessert werden kann. Die EBRD stützte ihren Entscheid zugunsten des Kredits auf Experten, die zum Schluss kamen, dass das Projekt im Vergleich zu anderen Stromerzeugungs-Optionen höchstwahrscheinlich ?am günstigsten und wirtschaftlich am wenigsten riskant? sei. Einer unabhängigen Überprüfung zufolge würden die vorgeschlagenen Nachrüstmassnahmen die Sicherheit auf ein Niveau bringen, das im Rahmen der westlichen Bewilligungspraxis akzeptabel sei. Chmelnizki-2 und Rowno-4 sollen nacheinander fertiggebaut und in den Jahren 2002 oder 2003 respektive 2004 oder 2005 in Betrieb genommen werden.
Vor der Tschernobyl-Abschaltung verfügte Präsident Leonid Kutschma die Bildung einer neuen Sicherheitsbehörde, die von anderen Regierungsstellen unabhängig operieren wird. Offiziellen Angaben zufolge ist dies ein lange erwarteter Schritt, nachdem während Jahren immer wieder versucht wurde, die nukleare Industrie und Aufsicht zu reorganisieren. Damit werde auch eine der wichtigsten Bedingungen des Westens für eine kräftigere finanzielle Unterstützung des ukrainischen Nuklearsektors erfüllt. So knüpfen die EBRD und die EU-Kommission ihre Beiträge an Chmelnizki-2 und Rowno-4 unter anderem an die Bedingung, dass das Aufsichtssystem reformiert wird.
Das neue State Nuclear Regulatory Committee of Ukraine wird die Aufsichtstätigkeit von zwei bisher dafür zuständigen Behörden - dem Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen und dam staatlichen Inspektorat für nukleare Sicherheit - übernehmen. Wadim Grischtschenko wurde zum Vorsitzenden der neuen Institution ernannt und löst Oleksandr Smyschljajew als Chef der nuklearen Aufsicht des Landes ab. Gemäss Kutschma erfüllt die Reorganisation auch die internationalen Anforderungen an die Ukraine im Zusammenhang mit dem Übereinkommen über die nukleare Sicherheit sowie dem Gemeinsamen Übereinkommen über die Sicherheit der Behandlung abgebrannter Brennelemente und die Sicherheit der Behandlung radioaktiver Abfälle.
Quelle
M.S. nach NucNet, 7., 13. und 15. Dezember sowie Foratom, Mitteilung vom 13. Dezember 2000
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