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Es hat mittlerweile System im Weissen Haus: Trump brüllt unüberlegt Anschuldigungen in die Welt hinaus, diese stellen sich dann relativ schnell als falsch heraus, worauf Sean Spicer und Kellyane Conway die Sache wieder einigermassen gerade biegen müssen.
Seinen letzten richtigen Wutausbruch hatte Trump vor Wochenfrist, als er Obama beschuldigte, seine Telefone abgehört zu haben. Wir erinnern uns:
Bis gestern hätte das Justiz-Departement nun belegen müssen, dass Obama das wirklich getan hat. Doch es wurden keine Belege gefunden.
So lag es gestern also wieder an Sean Spicer, den Schlamassel auszubaden. Trump habe das mit dem Abhören, «Wire Tapping», gar nicht so wörtlich gemeint, erklärte Spicer im Medienzentrum des Weissen Hauses. Deswegen habe er «Wire Tapping» auch in Anführungszeichen gesetzt.
Trump habe eigentlich die breite Überwachung und andere Aktivitäten gemeint, die während den Wahlen im Jahr 2016 stattgefunden hätten, so Spicer. Es sei auch kein Angriff gegen Obama persönlich gewesen, sondern gegen die Obama-Administration.
Dass Trump Obama einen «kranken Typen» genannt hatte, ging bei Spicers Erklärung freilich vergessen.
Eine «alternative Erklärung» für das Wort «Wire Tapping» lieferte auch Kellyane Conway. Bei den Vorwürfen gegen die Obama-Administration sei es viel mehr um «Überwachung allgemein» gegangen, sagte Trumps Top-Beraterin im TV-Interview mit «CNN».
Ob sie wisse, dass der Trump Tower wirklich abgehört wurde, wollte der Moderator wissen. «Es gibt viele Wege einander zu überwachen», antwortete Conway ausweichend und wies darauf hin, dass sogar Mikrowellen plötzlich zur Überwachungskamera werden können. (cma)