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Kürzlich hat ZüriToday gefragt, wie man «Monopoly» denn korrekt ausspricht. Ein eindeutiges Resultat gab es nicht und vermutlich hätte es die ewige Frage um die korrekte Aussprache nie gegeben, wenn das M-Spiel immer noch «Landlord’s Game» oder zu Deutsch «Vermieter-Spiel» heissen würde. Aber nun herrscht regelmässig Uneinigkeit, wenn es darum geht, ob man denn nun kurz Mono-Poly oder verbunden Monooopoly sagt.
Ein Blick in die Vergangenheit und die Geschichte des Spiels verrät: Es kam schon früher zu Debatten, allerdings in anderem Zusammenhang. Monopoly sollte ursprünglich nicht dafür stehen, mit Immobilien ein Vermögen anzuhäufen und andere in die Pleite zu treiben, sondern für das genaue Gegenteil: Der Erfinderin schwebte ein antikapitalistisches Brettspiel vor, das nicht den maximalen Gewinn zum Ziel hat, sondern das Gemeinwohl.
Gemeinwohl interessierte nicht
Denn das war es, was der Amerikanerin Lizzie Magie eigentlich am Herzen lag: Sie wollte ein Gesellschaftsspiel, das die Menschen ganz nebenbei mit den Prinzipien einer Solidargemeinschaft in Berührung brachte. «Ihr erklärtes Ziel war, das Übel der Geldvermehrung auf Kosten anderer zu zeigen», so ihre Biographin Mary Pilon. Laut Patentschrift erfand Lizzie die Ursprungsversion des Spiels im Jahr 1904.
Interessant ist nun, dass ausgerechnet die andere, heutige Version, sich so erfolgreich durchsetzen konnte. «The Landlord's Game» verbreitete sich mehr und mehr und es stellte sich schnell heraus: Die Gemeinwohlvariante machte den Leuten einfach weniger Spass, als das Spiel mit dem «Raubtierkapitalismus». Die ursprüngliche Idee geriet in Vergessenheit.
Gewinne in Milliardenhöhe
Die Geschichte um Verbreitung und Erfolg des Spiels ist unübersichtlich. Denn es kam ein arbeitsloser Vertreter namens Charles Darrow ins Spiel, der Lizzies Erfindung als seine eigene ausgab. Er hatte das Spiel bei Bekannten kennengelernt, änderte es leicht ab und verkaufte ab 1933 erste Versionen des heutigen «Monopoly».
Darrow verdiente sich eine goldene Nase, als er 1935 vom amerikanischen Spielehersteller Parker Brothers aufgekauft wurde. Und die clevere Firma schnappte sich damals auch gleich noch das Patent von Lizzie Magie. Die mittlerweile ältere Dame bekam 500 Dollar für ihre Rechte an einem Spiel, das im Laufe der kommenden Jahrzehnte, Gewinne in Milliardenhöhe erwirtschaften sollte – und das nicht in Spielgeld. Wie ironisch für eine Geschichte, deren Idee doch einmal eine ganz andere war.
Praktisch jedes Wohnhaus der Welt besitzt das Spiel
Zu einem internationalen Klassiker wurde das Spiel, als zahlreiche nationale Versionen davon weltweit umgesetzt wurden. Mehr als 250 Millionen Stück sind seither verkauft worden, und etwa fünfeinhalb Milliarden Monopoly-Häuschen wurden bisher produziert. Eine Zahl, die in etwa einem Monopoly-Spiel für jedes reale Wohnhaus auf der Welt entspricht.
Es ist weltweit eines der erfolgreichsten Brettspiele und wird nach Angaben des Verlags Hasbro in 37 Sprachen und über 103 Ländern verkauft.
Als Vorbild für das mit einem Zylinder ausgestattete Monopoly-Maskottchen, dem Mister Monopoly, diente der aus Mannheim stammende deutsch-amerikanische Bankier Otto Hermann Kahn. Die Schweizer Version verwendet Namen von Strassen und Plätzen mit Angabe des Ortes.
So ist die teuerste Immobilie der Paradeplatz in Zürich, der billigste der Churer Kornplatz. Das Schweizer Spielmaterial der Grundversion, also Brett und Karten, ist durchgehend auf Deutsch und Französisch. Daneben gibt es viele Spezial-Versionen wie Monopoly Zürich, Mega-Monopoly Schweiz oder Monopoly Junior.