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Bakth Singh - ein herausfordernder Diener Gottes
Bakht Singh gehört zu den herausfordernsten Christen im 20. Jahrhundert. Er wurde 97 Jahre alt. Er besass nur seine Kleider, seine Bibel und ein Bett. Er soll in Indien an der Gründung von Hunderten von Gemeinden beteiligt gewesen sein. An seine Beerdigung kamen über 600'000 Menschen.
hg.Singh wurde 1903 im indischen Punyab (dem späteren Pakistan) geboren. Sein Vater war ein reicher Bauunternehmer und liess seinen Sohn als Sikh erziehen. Mit 12 wurde er mit einem 15 jährigen Mädchen verheiratet. Das Massaker von Amritsar (1919) verstärkte nicht nur bei ihm den Hass auf die Briten und damit auf alle Christen.
Dennoch begann er später ein Maschinenbau-Studium in London, dem er im Anschluss noch ein Landwirtschaftstechnik-Studium anschloss. Er passte sich immer mehr dem westlichen Lebensstil an und gab seine religiöse Tradition auf. Nach dem Besuch eines christlichen Gottesdienstes in Kanada wollte Singh mehr von Christus wissen. Er begann die Bibel zu lesen, erkannte seine Sünde, dass Jesus für ihn gestorben war, bekehrte sich und liess 1932 taufen. In der folge sah er sich berufen, Gott als Prediger und Evangelist in Indien zu dienen. Seine Frau verliess ihn, als er Christ wurde.
Während über 50 Jahren evangelisiert Singh in Indien und machte er Vortragsreisen in Asien, Amerika und Europa. Singh polarisierte die Christen in seiner Zeit durch seinen radikalen Lebenswandel. Er war ein Mann des Gebets, der Armut und arbeitete ausserhalb von Kirchen und Denominationen.
Am 17.September 2000 starb Singh in Indien. In den Tagen von seinem Tod bis zu seiner Beerdigung erwiesen ihm über 600'000 Menschen die letzte Ehre.
Seine Arbeitsweise wird wie folgt charakterisiert (Aufstellung gemäss Wikipedia - Stichwort Bakht Singh):
Bakht Singh hat selbst nie ein Buch geschrieben. Es sind aber von ihm viele Predigten und Aussagen erhalten. Im Buch "Das Geheimnis erlebter Erweckung", (Schwengeler Verlag 1979) werden einige markante Aussagen von Bakth Singh wiedergegeben, die zeigen, dass er wirklich ein herausfordernder Christ war, der uns auch heute noch einiges zu sagen hat:
Im Kapitel "Die Frage der Verschwendung", Seite 10, wird über ihn geschrieben:
"Früher trug ich immer eine Menge Kleingeld bei mir, denn ich hatte die Gewohnheit, jedem, der mich um Geld bat, etwas zu geben. Als ich einmal, wie üblich, eine Münze aus der Tasche holen wollte, merkte ich, dass Gott zu mir sprach: "Das ist nicht dein, sondern Mein Geld; wer bist du, dass du so mit Meinem Geld umgehst?" Von dem Tag an war ich entschlossen, keinen Pfennig mehr auszugeben, ohne Gott um Erlaubnis zu fragen. Auch deine zeit und dein Geld gehörten Gott. Ich betrachte das Geld nie als mir gehörend und kaufe auch nie etwas, es sei denn ich habe die Gewissheit erlangt, dass Gott mit dieser Ausgabe einverstanden ist..."
In seiner direkten Art brandmarkte er christliche Führer, die sich Macht und Ruhm sichern wollen. Er war ein klarer Verfechter, dass ein Mann Gottes nie um Spenden bitten solle, weil Gott in der Lage sei rechtzeitig genug zu geben. Er glaubte, dass wenn ein Mann sich die grundlegendsten Dinge des Lebens leisten kann, er auch genug Geld hat, eine Bibel zu kaufen und dies auch tun sollte.
Ob Bakth Singh in allen Bereichen zu den richtigen Entscheidungen und Haltungen gekommen ist, ist wie immer auch eine Frage von Zeit und Ortes des Wirkens. Unbestritten ist, dass er sein ganzes Vertrauen auf Gott setzte und Gott diesen Mann in aussergewöhnlicher Weise brauchte.
In diesem Sinn ist die Auseinandersetzung mit seiner Radikalität eine gesunde Herausforderung, wieder einmal jene "christlichen" Sachverhalte im eigenen Leben zu hinterfragen, die vielleicht gar nicht so christlich oder biblisch sind und sich mehr aus dem bequemen Kontext unserer Wohlstands-Gesellschaft ergeben haben.
|- 10.12.2019 17:04|