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Sébastien Buemi wurde im Formel-E-Rennen in Bern Dritter. Der Franzose Jean-Eric Verge siegte vor dem Neuseeländer Mitch Evans. Vergne hat mit dem Sieg auch seinen Vorsprung im Gesamt-Klassement ausgebaut.
Lange hatte Buemi in der Formel E unten durch müssen. In neun Rennen hatte er sich vergeblich um eine Klassierung unter den ersten drei bemüht. Oft hatte er dabei das Wettkampfglück nicht auf seiner Seite gehabt.
Vor vier Wochen in Berlin, wo er vor zwei Jahren den bisher letzten seiner zwölf Siege in der Formel E errungen hatte, klappte es dann endlich mit einem Ergebnis, das seiner Klasse entspricht. Buemi wurde Zweiter.
Und nun, in Bern, holte der Romand vor heimischer Kulisse nach, was er im vergangenen Jahr in Zürich mit Rang 5 verpasst hatte. «Das Ganze war ziemlich emotional für mich», sagte der erleichterte Buemi nach seinem Podestplatz. «Ich wollte keine Fehler machen und unbedingt aufs Podium kommen.» Dass er ohne Makel blieb, war vor allem in der Schlussphase nicht selbstverständlich, als der Regen einsetzte und die Strecke in eine Rutschbahn verwandelte.
Vielbeschäftigter Mann
Er hoffe, in den nächsten Tagen nun etwas zur Ruhe zu kommen, sagte Buemi weiter, und Zeit für sich und für die Familie zu haben. Zeit, die ihm als «Kämpfer verschiedenen Fronten» im Normalfall fehlt. Buemi, der vor einer Woche in einem Toyota mit dem Spanier Fernando Alonso und dem Japaner Kazuki Nakajima zum zweiten Mal hintereinander den 24-Stunden-Klassiker in Le Mans gewonnen und sich ebenfalls zum zweiten Mal den Titel in der Langstrecken-WM gesichert hat, ist nach wie vor auch als Testfahrer für die Formel-1-Equipen von Red Bull und Toro Rosso tätig.
Buemis Formel-1-Karriere im zweiten Team der Roten Bullen hatte vor acht Jahren nach drei Saisons geendet. Der Waadtländer musste Platz machen für Jean-Eric Vergne. In der Formel E ist Vergne, der ebenfalls drei Jahre bei Toro Rosso engagiert war, drauf und dran, seinen Meistertitel erfolgreich zu verteidigen. Mit seinem dritten Sieg in der laufenden Saison baute er seinen Vorsprung als Führender in der Gesamtwertung deutlich aus. Vor dem Finale von Mitte Juli mit zwei Rennen in New York hat Vergne 32 Punkte mehr auf dem Konto als sein erster Verfolger, sein deutscher Teamkollege André Lotterer.
Das Rennen in Bern musste zwei Mal gestartet werden. Beim ersten Anlauf war es wenige Sekunden nach dem Start zu einer Kollision mit mehreren Autos gekommen. Ort des Zwischenfalls war die enge Schikane nach der Start-/Zielgeraden – jene Passage, die schon im Vorfeld nicht nur bei den Fahrern für Unverständnis gesorgt hatte. Die Karambolage ausgelöst hatte der Deutsche Maximilian Günther, der seinem Landsmann Pascal Wehrlein ins Heck gefahren war.