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Joachim Krause wurde in Fulda (D) geboren. Im Rahmen des A-Kirchen-Musikstudiums mit anschliessendem Solistendiplom an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg i.Br. studierte er von 1977 bis 1983 Chor- und Orchesterleitung. Ein Studium in Paris und Hospitanzen bei verschiedenen Dirigenten vervollständigten seine Ausbildung. Seit 1984 ist er Musikdirektor an der Heiliggeist-Kirche in Basel und seit 1986 Dirigent des Basler Bach-Chors. 1988 gründete er das Kammerorchester Concertino Basel, das er bis 2000 leitete. Zudem war er 1995-1999 Leiter des Kammerchores Vocapella Basel. Im April 1996 übernahm Joachim Krause den traditionsreichen Gemischten Chor Zürich, 2001 gründete er das Ensemble 14, ein Kammerensemble für moderne Musik, und seit 2002 ist er musikalischer Leiter des Vocalensembles I Sestini, das sich als Schwerpunkt mit der Musik von Claudio Monteverdi beschäftigt. Sein besonderes Interesse gilt der Musik unserer Zeit. Er realisierte Uraufführungen zahlreicher Oratorien, Musiktheater, Orchester- und Orgelwerke.
Pressebericht zu J. Krause: BaZ-20161210-JoachimKrause.
Mehr Informationen finden Sie auf der Website von Joachim Krause.
Im April 1975 übernahm Räto Tschupp (1929 – 2002) die künstlerische Leitung des Gemischten Chors Zürich. Am 26. Oktober 1975 dirigierte er das erste Konzert des Chores mit Werken von Christoph Willibald Gluck und Anton Bruckner. Auch die folgenden Karfreitagskonzerte hinterliessen einen nachhaltigen Eindruck. Das Herbstkonzert 1976 wurde innerhalb der Sinfoniekonzerte der Tonhalle-Gesellschaft durchgeführt. Mit Werken von Antonio Vivaldi und Leoš Janáček zeigte Räto Tschupp, wie weit die Zusammenarbeit zwischen Dirigent und Chor in der kurzen Zeit vorangeschritten war. Es gab hervorragende Kritikerworte. Unter ihm kamen an den Karfreitagskonzerten für den Chor ungewohntere Werke zur Aufführung, wie das „Requiem“ von Mozart, die „Missa Solemnis No. 2 in d-Moll“ von Cherubini oder das „Deutsche Requiem“ von Brahms. Daneben hat es Räto Tschupp verstanden, von allem Anfang an in seiner Tätigkeit mit dem Gemischten Chor die Programme der Herbstkonzerte „abseits vom bekannten Wege“ zu gestalten. Es ist ihm gelungen, dem Konzertpublikum mehrere Perlen der Musikliteratur zu präsentieren, die kaum bekannt waren und die auch von unseren Chorfreunden mit grossem Genuss und betonter Freude aufgenommen wurden.
1957 gründete Räto Tschupp ein eigenes Kammerorchester, die Camerata Zürich. Über 40 Jahre stand er diesem Ensemble künstlerisch inspirierend vor. Während 12 Jahren dirigierte er das Aargauer Symphonie-Orchester. Besondere programmliche Impulse vermittelte Tschupp dem Berner Musikstudio von Radio DRS während der 7 Jahre seiner Leitung. Als Präsident der Zürcher Ortsgruppe der IGNM, der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik, der Pro Musica, als Vorstandsmitglied des Schweizer Tonkünstlervereins und als unerschrockener Präsident der Musikkommission der Stadt Zürich hat Räto Tschupp zugunsten des Musiklebens gewirkt.
Erich Schmid (1907 – 2000) war von 1949-1957 Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters und leitete in dieser Funktion gleichzeitig den Gemischten Chor. Unter Schmids Leitung begann ein neuer Aufschwung, der an den Chor wachsende Ansprüche stellte. So trat er allein 1951 mit fünf Einstudierungen in insgesamt sieben Konzerten auf. Im Jahr 1953 waren es sogar acht Konzerte. Unter den Aufführungen der Jahre bis 1963 sind die selten aufgeführten Werke erwährenswert: Haydns „Missa Sanctae Caeciliae“, das „Te Deum“ von Zoltan Kodaly und die Neueinstudierung der 8. Sinfonie von Gustav Mahler zu dessen 100. Geburtstag im Jahr 1960. In Strassburg führte der Gemischte Chor unter Erich Schmid „Das Jahr“ von Willy Burkhard auf. Im Juni 1967 wirkte der Chor unter der Leitung von Otto Klemperer in der Aufführung der 2. Sinfonie von Gustav Mahler mit. In Prag wurde 1969 mit Schmid das „Deutsche Requiem“ von Brahms aufgeführt, in Rom 1971 Bachs h-Moll-Messe, sein Abschiedskonzert mit dem Gemischten Chor fand mit der Erstaufführung von „Golgotha“ in Salzburg statt.
Das Wirken von Erich Schmid in unserem Chor war stets geprägt von grossem Respekt vor dem Werk, konsequenter Forderungen an die Sängerinnen und Sänger, gepaart mit einer sprichwörtlichen Liebenswürdigkeit.
Volkmar Andreae (1879 – 1962) begann seine langjährige Tätigkeit mit dem Gemischten Chor Zürich mit seinem Manuskriptwerk „Charons Nachen“ in einer begeisternden Aufführung. Auch andere musikalische Vereine, Gesellschaften und Organisationen sicherten sich die künstlerischen Fähigkeiten und das organisatorische Geschick Andreaes:
1904 wurde er zum Direktor des Männerchors Zürich gewählt; 1905 amtete er als Dirigent des Festchors am Eidgenössischen Sängerfest in Zürich; 1906 erfolgte die Wahl zum Dirigenten der Tonhallegesellschaft als Nachfolger von Dr. Friedrich Hegar; 1913 wurde er Dirigent des Studentengesangvereins Zürich und damit Universitätsmusikdirektor der Universität Zürich (bis 1917); 1914 erfolgte seine Ernennung zum Doctor honoris causa der Philosophischen Fakultät I der Universität Zürich; 1914 auch die Wahl zum Direktor des Zürcher Konservatoriums für Musik als Nachfolger von Dr. Friedrich Hegar. Unter ihm wurden am Karfreitagskonzert hauptsächlich die grossen Passionen Bachs, die h-Moll-Messe Bachs und die Missa solemnis von Beethoven aufgeführt. Mit Andreae erfolgten auch Auslandreisen des Gemischten Chors, so 1911 mit der Matthäus-Passion in Mailand (italienische Erstaufführung), 1927 in der Mailänder Scala mit der Missa solemnis von Beethoven, 1929 wiederum mit der Matthäus-Passion. 1920 gastierte der Chor mit ihm in Genf und Lausanne mit Bachs Kantate „Gloria in excelsis Deo“ und Beethovens 9. Sinfonie. Anlässlich der Weltausstellung 1937 in Paris führte der Gemischte Chor das Requiem von Giuseppe Verdi auf.
Als sich Hegar zu Beginn des 20. Jahrhunderts infolge der Vermehrung der Instrumentalkonzerte der Tonhallegesellschaft anderweitig zu entlasten wünschte, wurde die Vorbereitung und Durchführung des Herbstkonzertes 1900 interimistisch Hermann Suter (1870 – 1926) übertragen. Suter hatte mit der Aufführung des „Judas Makkabäus“ von Händel einen so grossen Erfolg, dass er nach dem endgültigen Rücktritt Hegars im Juni 1901 zum Direktor ernannt wurde. Aber er leitete den Gemischten Chor nur in drei Konzerten, da die Basler den bedeutenden Musiker und Dirigenten schon im nächsten Jahr als Kapellmeister der Musikgesellschaft und Direktor des gemischten „Basler Gesangvereins“ und des Männerchors „Basler Liedertafel“ beriefen.
Als Friedrich Hegar (1841 – 1927) 1863 als Konzertmeister des Orchestervereins bestellt wurde, leitete er das Ensemble, seinem Titel gemäss, vom ersten Geigenpult aus. Zwei Jahre später wurde er Kapellmeister, was den Übergang zum Dirigentenstab einleitete, und Leiter des Gemischten Chors Zürich. Als Kapellmeister des Orchestervereins und der ihn ablösenden, 1867 gegründeten Tonhallegesellschaft drückte er dem musikalischen Leben Zürichs in den letzten Dezennien des 19. Jahrhunderts seinen Stempel auf. Unermüdlich trat er für Verbesserungen in der Musikerausbildung und in der Aufführungspraxis ein. Er führte das erste Tonhalle-Orchester aus der Zeit, da Laien mit ihren Instrumenten noch aktiv teilnahmen, in die Zeit der professionellen Darbietung.
Am 20. Oktober 1895 wurde die neue Tonhalle am Alpenquai eingeweiht durch ein Festkonzert unter der Leitung von Friedrich Hegar. Der Gemischte Chor wirkte im „Triumphlied“ von Johannes Brahms für achtstimmigen Chor, Bariton und Orchester und in der 9. Sinfonie Beethovens mit.
Eduard Munzinger war Komponist und Dirigent und leitete den Gemischten Chor Zürich in den Gründungsjahren.
Louis Fichtelberger war Kapellmeister am Zürcher Aktientheater und leitete den Gemischtern Chor Zürich in den Gründungsjahren.