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Biologen der Universitäten Wien und Zürich haben herausgefunden, dass Nähe auch unter Schimpansen von Charakterzügen abhängt. In jahrelanger Beobachtung stellten sie fest, dass Tiere mit ähnlichen Persönlichkeitsmerkmalen besonders engen Körperkontakt hatten – ein Verhalten, das als Freundschaft interpretiert wird.
Unter nicht verwandten Tieren bevorzugten die geselligsten und mutigsten die Gesellschaft von Exemplaren mit den gleichen Eigenschaften. Und schüchterne Schimpansen verbrachten die meiste Zeit mit ähnlich scheuen Artgenossen, wie im Fachjournal «Evolution and Human Behaviour» zu lesen ist. Diese Vorlieben haben laut den Wissenschaftlern grosse Vorteile: Wenn die befreundeten Schimpansen ähnliche Verhaltensmuster zeigten, funktioniere die Zusammenarbeit zwischen den Tieren besser.
Die Resultate entsprechen auch dem «Ähnlichkeits-Effekt» bei Menschen, die ihre Freunde gern unter ihresgleichen auswählten – also solchen, die ähnlich extrovertiert, freundlich und mutig seien wie sie selbst. Die Forscher vermuten, dass diese Vorliebe noch von den letzten gemeinsamen Vorfahren von Schimpanse und Homo sapiens stammt – und damit ein evolutionäres Erbe ist.