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Ein alter Mensch ist schwer zu definieren.
Ab wann ist ein Mensch alt? Im Profisport bereits mit 27 Jahren
Und über was genau soll überhaupt geredet werden und mit wem?
Als alter Mensch noch einmal vor Gericht als Kronzeuge eines Geschehens vor rund 50 - 60 Jahren aufzutreten, würde ihn aus seiner "Stille" herausholen, vieles erneut hoch holen, um am Ende vielleicht ein wenig Genugtuung zu verspüren bei einer evtl. Verurteilung?!
Ich glaube nicht, dass eine Anklage per se eine Bewältigung der Vergangenheit darstellt, für mich jedenfalls eher nicht.
Die Stille
Die Stille ist ein Zwitschern der nicht vorhandenen Vögel
Die Stille ist Brandung und Sog des trockenen Meeres
Die Stille ist das Flimmern vor meinen Augen im Dunkeln
Die Stille ist das Trommeln der Tänzer in meinem Ohr
Die Stille ist der Geruch nach Rauch und nach Nebel in den Ruinen an einem Kriegswintermorgen
Die Stille ist das was zwischen Nan und mir war an ihrem Sarg
Die Stille ist nicht was sie ist
Die Stille ist der Nachhall der Reden und der Versprechen
Die Stille ist der Bodensatz aller Worte
Die Stille ist das was übrigbleibt von den Schreien
Die Stille ist die Stille
Die Stille ist meine Zukunft
Erich Fried
Persönlich würde ich mir jedoch mehr Vertrauen in den Kriegs-Nachkriegsfamilien untereinander wünschen, damit die Kriegskinder/Kriegsenkel verstehen, warum manche Dinge geschehen, wie sie geschehen.
(bei mir scheint die Zitierfunktion außer Kraft zu sein)
Kayen: Ein alter Mensch ist schwer zu definieren.
Ab wann ist ein Mensch alt?
Über diese Frage habe ich mir jahrzehntelang Gedanken gemacht. Früher und heute immer noch definiere ich das entweder so:
Alt ist ein Mensch, wenn er deutlich älter ist als ich.
(dies Argument hat den Vorteil, dass ich mich dabei immer noch viel zu jung fühle, um schon dazuzugehören)
oder so:
Alt ist ein Mensch, wenn er nichts Neues mehr lernen will, nur noch in Routinephrasen redet, lieber in Routinetätigkeiten verharrt als sich mal überraschen zu lassen, bei Gesprächen vor allem Vorurteile liefert, über unbequeme Wahrheiten nicht nachzudenken geschweige zu argumentieren bereit ist ...
(solche Menschen kannte ich früher schon, wenn sie gerade Anfang 20 waren)
Alt ist ein Mensch, wenn er deutlich älter ist als ich.
liebe philia, genauso handhabe ich das unbewusst auch....aber manchmal finde ich dann Leute alt - und sie sind vielleicht 1 Jahr jünger als ich. ()
(dies Argument hat den Vorteil, dass ich mich dabei immer noch viel zu jung fühle, um schon dazuzugehören)
Ja... - wir 2 sind jedenfalls ziemlich gleich alt; das finde ich irgendwie beruhigend, denn Du kamst mir nie "alt" oder "älter" vor.
Das mit dem Alter ist eine komische Sache. Und heute sind die meisten Menschen ja viel länger "jung". Ich erschrecke trotzdem, wenn ich Fotos von Gleichaltrigen sehe; die finde ich nämlich meist ziemlich alt.....
Ich will Dir noch schreiben, dass ich erschüttert über Deine Kindheits-/ Jugenderinnerungen bin. Und ich wünsche Dir erst mal viel Kraft.
ciao, mondvogel
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"There is a crack in everything. That's how the light comes in." Leonard Cohen (RIP)
Aber zu der Verantwortung zu stehen, das ist unabhängig vom Alter. Mord verjährt nicht. Es gibt alte Täter und alte Opfer. Da muss m. E. trotzdem alles nach dem Recht gehandhabt werden. Auch im Alter kann ein Täter einsichtig sein bzw. uneinsichtig bleiben und ein Opfer wünscht sich, egal in welchem Alter, dass ihm Wiedergutmachung zuteil wird.
Leider sieht die Realität aber oft nur zu deutlich anders aus.
ja, das ist putzig: iiiiiiiiich bin noch längst nicht alt (egal wie alt ich bin)
Eine weitere Ausnahme mache ich hier noch: Eine Freundin von mir und ihr Mann (wir kennen uns schon fast 25 Jahre) ist, obwohl sie deutlich älter ist als ich, noch läääääängst nicht alt, ihr Mann auch nicht. Es ist wohl wirklich die Flexibilität, die eine Rolle spielt. Bei den beiden ist es allerdings körperlich schon deutlich zu erkennen, dass sie DOCH NICHT MEHR die Jüngsten sind....
a - buhuhuuuuuhh ()
(heute waren wir zusammen)
Vielleicht sollte man einen neuen Thread (wenn Interesse besteht und genügend sinnvolle Texte geschrieben werden) aufmachen: Wann fängt "Alter" an?
(oder gibt es den schon ?) - Ich möchte nämlich hier bestimmt NICHT vom Ernst des Themas ablenken, dafür habe ich selbst auch viel zuviel erlebt.
Dann fällt mir gerade noch ein:
Man kann ja auch vielleicht statt von "Alter" von "Reife" sprechen. Dann sieht nämlich plötzlich alles GANZ ANDERS aus. Es gibt durchaus reife Junge und unreife Alte, obwohl ich hoffe (Optimistin!), umgekehrt sind die Menschen in der Mehrzahl. Vielleicht wäre das ein Vorschlag für einen neuen Thread.
- - - - -
Es gibt noch ein weiteres Kriterium dafür, sich NICHT alt zu fühlen...
Wenn man es selbst als Ü60 noch immer fast täglich schafft, kurz vor dem Mittagessen Süßes zu naschen.
... aber offenbar DOCH nicht mehr weit davon entfernt ist, weil die Mutter einen dafür nicht mehr ausschimpfen kann, weil sie längst nicht mehr lebt, aber ein gutes Alter erreicht hatte.
Dies sehe ich einerseits als ein körperliches, andererseits als ein geistiges Problem an. Nachstehend notiere ich hierzu lediglich zwei Aspekte; vermutlich gibt es hierzu noch mehr zu sagen:
- Körperlich: Wenn Menschen nicht (mehr) auf sich und ihre Gesundheit achten, werden diese relativ früh alt und gebrechlich.
- Geistig: Sofern Menschen nicht (mehr) bereit sind, anderen zuzuhören und über die Gedanken anderer nachzusinnen, sondern ausschließlich ihr Gedankensystem als allein richtig ansehen und anderen überzustülpen trachten, sind sie geistig alt.
Alles Gute!
Gerold
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben.
- Geistig: Sofern Menschen nicht (mehr) bereit sind, anderen zuzuhören und über die Gedanken anderer nachzusinnen, sondern ausschließlich ihr Gedankensystem als allein richtig ansehen und anderen überzustülpen trachten, sind sie geistig alt.
Hi,
wobei dies in jedem Alter zu beobachten ist, nicht nur bei den an Jahren alten . Zuhören ist ebenfalls eine Kunst, die meiner Beobachtung nach nicht so häufig vorkommt, ob bei Jung oder Alt.
Gruß,
Clematis
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Es ist besser, unwissenschaftlich gesund zu werden, als wissenschaftlich krank zu bleiben!
Richtig Clematis, da stimme ich dir vollkommen zu Die Antwort von Gerold halte ich für ein wenig zu oberflächlich.
Aber wann nun das wirkliche Alter anfängt, das ist schwer zu sagen. Jeder Mensch ist anders und auch im Alter trifft das zu. Was ich allerdings feststelle ist, dass Eigenschaften, die man immer schon hatte, sich oft im Alter verstärken. Sowohl die guten wie die schlechten. Nur fallen diese Eigenschaften oft in jungen Jahren noch nicht so auf, weil sie noch nicht so ausgepägt sind.
Das wirkliche Alter ist eigentlich nicht zu definieren. Vielleicht (?) kommt das Alter dann, wenn man wirklich so krank wird, dass man kaum mehr etwas tun kann. Aber selbst dann kann man noch denken, es sei denn, man hat Alzheimer. Vielleicht wird man auch dann alt, wenn man sich nicht mehr viel an dem Leben "da draußen" interessiert.
Also die Frage, wann das Alter anfängt, glaube ich nicht wirklich beantworten zu können.
Schöne Grüße
Werner PS: Übrigens, Clematis, wie geht es dir? Was macht die Gesundheit?
Genau so wie du, Fremder, sehe ich das auch: Geistig und körperlich sind zwei Aspekte. Hinzu kämen dann noch ausgeprägte Charaktereigenschaften sowie Psyche, nicht selten auch der Glaube und womöglich noch mehr.
Und jeder dieser Aspekte muss gesondert "gemessen" werden:
Mal ist Flexibilität das Maß, mal ist es Stabilität, dann wieder Unterscheidungsvermögen...
Zuhören ist m. E. ein extrem wichtiger Faktor.
Nur so erfährt man von Menschen die wahren Geschichten, Beweggründe für ihr Handeln, Vorstellungen...
Wenn man ab und zu eine Zwischenfrage stellt, die echtes Interesse an der gerade vom Gesprächspartner dargelegten Situation erkennen lässt, ansonsten nach Verständnis trachtet, hat man eigentlich sehr gute Karten.
Wichtig ist auch, dass man nicht nur so vorurteilsfrei wie möglich bleibt, sondern diese sehr positive Eigenschaft weiter verfeinert, je älter man wird. Da wundert man sich dann wirklich, wenn man am Ende liebe Freunde hat, die andere als schwierig ansehen und einen vor ihnen gewarnt haben, und das nur weil sie sie - trotz jahrzehntelangen Zusammenkommens - lediglich oberflächlich kennenzulernen bereit gewesen sind. Ich habe von so manchem eine lange Zeit Verbalinjurien einstecken müssen, bis ich dann in sehr intimen und wertvollen Gesprächen erkennen konnte, dass damit gar nicht wirklich ich gemeint war, sondern die betreffende Person es nur nie gelernt hat, sinnvolle Gedanken, mit denen sie mir Gutes tun wollte, auch in entsprechend positive Worte zu fassen.
Es ist halt jeder Mensch wirklich verschieden. Und ich stimme zu, im Alter prägt sich manches noch deutlicher aus. Aber am wichtigsten ist es wirklich, flexibel zu bleiben, weder geistig zu erstarren noch körperlich. Und dass jeder ein Recht auf eine eigene Meinung hat, diese jedoch dem anderen nicht überstülpen darf.
Sollte man diesen Thread nicht vielleicht wirklich unter ein entsprechendes Thema stellen?
Wo fängt Alter an?
Wo fängt Reife an?
Klar ist, das ist nicht von den gelebten Jahren oder Jahrzehnten abhängig, nicht vom Bildungsgrad, nicht vom Geschlecht, nicht von der Menge der Freunde und selbstredend nicht von der Rasse oder dem sozialen Hintergrund. Ich denke da sowohl an Buschvölker in Afrika als auch Indianer in Amerika, Inuit in Polnähe, auch Professoren aus Syrien usw. usw. Überall gibt es wertvolle Menschen jeden Alters, die es lohnt kennenzulernen, richtig kennenzulernen.
Und bestimmt gibt es auch hier im Forum jede Menge an Jahren Fortgeschrittene, deren Gedanken dazu interessant wären. Europäer, Asiaten, vielleicht auch Aborigines uvm. haben dazu sicherlich einges zu sagen.