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Die Finanzkrise enthüllte, dass die britischen und US-amerikanischen Volkswirtschaften nicht auf dem Triumph des freien Marktes und der Unterwerfung der Arbeiterschaft unter dessen Disziplin basierten, sondern auf einer Korrumpierung des Marktes, welche die Menschen in die Lage versetzte, die harten Arbeitsmarktbedingungen zu ignorieren, indem sie von ungedeckten Hauskrediten und - in geringerem Ausmass – Kreditkarten lebten. Der Markt war korrumpiert worden, weil die Sekundärmärkte der ungedeckten Kredite von Händlern abhingen, die nicht wussten, was in den Paketen war, die sie kauften und verkauften. Dabei hängt das Funktionieren von Märkten weitgehend von Marktteilnehmern ab, die über qualitativ hochwertige Informationen verfügen.
Der Grundstein für diese Entwicklung wurde in den 1970er-Jahren gelegt, als die Klasse des global, kurzfristig orientierten Kapitals die Führung übernommen hatte. Arbeiterklassen waren nie fähig, sich selbst oberhalb der Ebene des Nationalstaats zu organisieren. Die globale Arbeiterklasse existiert weder als globale, ja noch nicht einmal als europäische Einheit. Dies ist der Vorteil der globalen Finanzklasse. Sie kann global operieren und tut es auch, so und deshalb war sie in der Lage, in eine derart dominierende Position zu gelangen.
Dies erklärt auch, weshalb sie noch jetzt in dieser Position verbleibt. Der Beinahe-Kollaps des Finanzsystems hat die globale Finanz nicht von ihrer strategischen Rolle verdrängt, die sie in der Weltwirtschaft besetzt. Sie war deshalb in der Lage, erfolgreich staatliche Unterstützung in einem Ausmass zu verlangen, das kein anderer Wirtschaftssektor je fordern könnte. Die Tatsache, dass das Angebot dieser staatlichen Unterstützung alle Regeln der neoliberalen Wirtschaft und Politik bricht, beweist nur die subsidiäre Rolle von Ideen und Ideologien bei der Aufrechterhaltung von Regimes. (Aus Colin Crouch: „Die Finanzkrise: Eine neue Chance für die Arbeiterbewegung? Noch nicht…, Rote Revue 4/2009, Seite 21-22)