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Unfall 26.Juni 1942
Der Patrouillenflieger kann sich retten 26.Juni 1942
Aktivdienst der Fl Kp 9 in Thun. Suchübung (kombinierte Funk und Navigationsübung) gegen eine Fokker CV, die auf der Route Solothurn– Biel– Aarberg– Bern– Thun vom Kommandanten der Fliegerabteilung 5 und einem Funker-Offizier geflogen wurde.
Vorerst Überflug einer Zweierpatrouille Me-109 mit Führer Gustav Nipkow von Thun nach Bern-Belp, wo um 14.36 Uhr zur Suchübung gestartet wurde. Die Funkverbindung mit der Bodenstation kam über Burgdorf nicht zustande, sodass Nipkow zusammen mit seinem Patrouillenflieger Fritz Brenzikofer um 14.50 Uhr befehlsgemäss den Rückflug nach Thun aufnahm.
Er wählte den Weg entlang der Emme unter tief hängenden Wolken bis in die gegend von Schüpbach. Hier zweigte er nicht nach rechts in Richtung Konolfingen ab,
sondern setzte den Flug in unveränderter Richtung fort ins obere Emmental.
Da das Tal ansteigt, kamen die beiden Messerschmitt 109 immer näher an die Wolkenuntergrenze. Als der Patrouillenführer merkte, dass er diese Richtung nicht einhalten konnte, kehrte er nicht um,
sondern drehte rechts in direkter Richtung auf Thun, das heisst auf den Schallenberg zu.
Bei diesem Drehen geriet die Maschine in die Wolken:
Der Pilot drückte und kollidierte mit dem ansteigenden Gelände.
Das Flugzeug hängte mit dem rechten Flügel am Boden an und wurde zertrümmert.
Der Patrouillenflieger Brenzikofer erkannte, weil er etwas tiefer flog,
dass ein Durchkommen mit Drücken wegen der aufliegenden Wolken nicht möglich war.
Er stieg durch die Wolken nach oben weg, kam bei 2200 m ü. Meer in den freien Himmel
und konnte später durch ein Wolkenloch wieder absinken und nach Thun zurückkehren.
An diesem Tag war er der tödlichen Falle entkommen,
aber leider blieben ihm nur etwas mehr als zwei Jahre, bis auch ihn das Fliegerschicksal ereilte.
Pilot. Oblt. Gustav Nipkow
Foto: Schweizerisches - Bundesarchiv Bern E 27 / 15902
Die Messerschmitt 109 E-3 vom Piloten Gustav Nipkow,
Ansicht von der rechten Seite mit den grossen Immatrikulationen
Erste Aufschlagspur des rechten Flügels
Schweizerisches Bundes Archiv Bern E 27 / 15902
Aufschlagstelle und Lage des Motors
Schweizerisches Bundes Archiv Bern E 27 / 15902
Rumpfteile Ansicht von unten
Schweizerisches Bundes Archiv Bern E 27 / 15902
Rumpfteile Ansicht von oben
Schweizerisches Bundes Archiv Bern E 27 / 15902
Foto aus Privater Hand
Das Modell ist ein Hasegawa - Bausatz im Massstab 1:48
Das Ausgleichsgewicht wurde von Hanspeter Tschanz am 8.September 2007 gefunden.
Den Original-Unfallbericht habe ich in ein Heft verarbeitet und enthält 30 Seiten inklusive Fotos
und Lageplan und ist zum Preis von 45.Franken bei mir erhältlich.
Foto vom Piloten Gustav Nipkow: Schweizerisches - Bundesarchiv Bern E 27 / 15902
Den Historischen Bericht ist aus dem Buch "Gebrochene Flügel" von Peter Brotschi sowie die Fotos
der Messerschmitt 109 E-3 J-316 wurden von Peter Brotschi zur verfügung gestellt.