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In Deutschland hat die Künstlerkeramik beim Manufakturporzellan eine bis in die klassizistische Zeit zurückreichende Tradition. Später haben unter anderen Ernst Barlach in Berlin und Henry van de Velde in Meissen zur Zeitgemässheit der Porzellankunst beigetragen. Aber das Manufakturporzellan ist von seinem Charakter her notgedrungen konservativ und vermag dem schnellen Wechsel der modernen Kunstrichtungen nicht zu folgen. Die Manufakturen ziehen sich deshalb auf kulturhistorisch orientierte Langzeit-Aufgaben zurück. In Meissen lehnt man es sogar ab, das Service und Teller von Henry van de Velde zu reproduzieren, weil es zu industriell sei.Anders die marktorientierten Porzellanfabriken. Die Unternehmen griffen auf Künstler zurück, die ihren Marktwert schon mitbrachten, gleichgültig, ob es Designer von Zigarettenschachteln oder Karosserien waren oder Maler oder Bildhauer. Vorreiter waren die kunstambitionierten Fabriken. So hat Rosenthal mit dem von dem amerikanischen Designer Richard Latham bei Raymond Loewy geschaffenen Service "Form 2000" mit einer Anzahl schöner Teller grosse Publikumserfolge erzielt. Es erhielt im Jahr 1961 den "Premio Internationale Vicenza" und wurde in annähernd zweihundert Dekovarianten herausgebracht sowie durch ein Glasservice und eine Besteckform "2000" ergänzt. 1953 erschien Loewys Buch "Hässlichkeit verkauft sich schlecht" in Deutschland und wurde hier zum Kultbuch des Designs in den sechziger Jahren.Die marktstrategischen Erfolge von Rosenthal, die aus der Zusammenarbeit mit dem Star-Designer Raymond Loewy hervorgingen, führten 1960 zur Einrichtung von "Rosenthal Studio-Häusern" für zeitgenössisches Design, von denen es 1980 weltweit 32 gab. Rosenthal wurde zum Wegbereiter einer neuen Strömung, deren Ziel es war, zeitgenössisches Porzellan mithilfe arrivierter moderner Künstler herauszubringen. Der "ars porcellana rosenthal relief reihe" von 1964 mit Arbeiten von Lucio Fontana, Henry Moore, Victor Vasarely, Fritz Wotruba und anderen Künstlern folgten weitere limitierte Serien. Moderne Künstler wie die Picassotochter Pamela, die unter anderem ein Knochenporzellan-Service für Villeroy & Boch entwarf, wurden zu Verkaufsargumenten und zu Aushängeschildern des künstlerischen Engagements der Unternehmen.Der Kunstbetrieb ausserhalb der Manufakturen rechnete es sich als Verdienst an, auch solche Künstler für das Porzellan zu gewinnen, die sich als Avantgardisten in provokativen Aktionen einen Namen gemacht hatten. Kaufen Sie auf unserer vielseitigen Homepage aus der Schweiz Porzellanfiguren oder Teller aus Porzellan. Vervollständigen Sie so Ihre antike Sammlung oder Ihr Haushaltsgeschirr.