Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03505.jsonl.gz/1392

Völlig überwältigt ging Ashleigh Barty in die Knie, nach der Erfüllung ihres grosses Kindheitstraumes flossen die Tränen – und doch hatte sie noch Kraft für eine waghalsige Kletterpartie. Nach ihrem ersten Wimbledonsieg kraxelte die Australierin auf die Tribüne in ihre Box, herzte ihren Erfolgstrainer Craig Tyzzer innig, dann nahm sie auf dem «heiligen Rasen» strahlend die Venus Rosewater Dish entgegen.
«Das ist unglaublich», sagte die Weltranglisten-Erste sichtlich gerührt und hatte die Lacher auf ihrer Seite, als sie erzählte, dass sie sich vor lauter Emotionen schon gar nicht mehr an den Matchball erinnern könne. Vor Aufregung habe sie «letzte Nacht nicht viel geschlafen», sagte Barty.
41 Jahre nach Cawley
Besonders emotional für Barty war, dass sie sich ein halbes Jahrhundert nach der historischen Premiere ihres grossen Vorbilds Evonne Goolagong Cawley die Krone in Wimbledon aufsetzte. «Ich hoffe, ich habe Evonne stolz gemacht», sagte sie und brach erneut in Tränen aus.
1971 hatte Goolagong Cawley als erste Nachfahrin der Aborigines, der australischen Ureinwohner, in Wimbledon triumphiert. Auch die 25-jährige Barty hat indigene Wurzeln – und um an die denkwürdige Premiere ihrer Landsfrau zu erinnern, trug sie im gesamten Turnier ein Outfit, das dem ihres Vorbilds vor 50 Jahren nachempfunden war. 1980 siegte Goolagong Cawley nochmals an der Church Road – bis Samstag sollte nie mehr eine Australierin den Final erreichen.