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Polit. Gem. ZH, Bez. Winterthur. Dorf am Südrand der Thurebene an der Grenze zum Kt. Thurgau. Die Weiler Feldi und Herten gehören zur Gem. Altikon. 1257 Ellinkon. 1634 321 Einw.; 1709 300; 1850 441; 1900 358; 1950 437; 2000 742. Das ma. Dorf wird um 1300 in den Quellen fassbar. Das Haus Habsburg verfügte hier über einen Kelnhof, eine Mühle und über die niedere und hohe Gerichtsbarkeit. Die hohe Gerichtsbarkeit erstreckte sich auf die Grafschaft Kyburg und die Landgrafschaft Thurgau. Der Ellikerbach bildete die Verwaltungsgrenze. Durch Verpfändung des Landgerichts Thurgau an die Reichsstadt Konstanz 1417 und der Grafschaft Kyburg an Zürich 1424 und 1452 geriet das Dorf erstmals unter zwei versch. Obrigkeiten. Dieser Rechtszustand wurde mit der Eroberung des Thurgaus durch die Eidgenossen 1460 zementiert und blieb bis 1798 bestehen. 1361 hatten die Habsburger die niedere Gerichtsbarkeit und die Vogtei über E. an Egli von Goldenberg verliehen. Bis zum Aussterben der männl. Linie 1569 behielt das Haus Goldenberg dieses Lehen, das anschliessend von Zürich erworben wurde. Damit verfügte die Stadt im lokalen Kräftespiel um das Dorf mit der ganzen niederen und der halben hohen Gerichtsbarkeit über die stärkste Position.
Die archäologisch noch nicht erforschte Kirche E. ist um 1400 in den Schriftquellen als Filiale der Pfarrei Gachnang fassbar. 1470 erhielt E. einen Helfer und nach der Reformation 1529 einen Prädikanten, der formell dem kath. Gachnang unterstand und dort wohnen musste. Erst 1651 einigte sich Zürich mit dem Bf. von Konstanz und dem Einsiedler Gerichtsherrn von Gachnang über die völlige Lösung E.s von der kath. Pfarrei. Zur Kirchgemeinde gehörte bis 1853 auch der ref. Bevölkerungsteil von Uesslingen.
1798 setzten die Einwohner E.s als Freiheitsbaum eine Platane, die seit 1947 geschützt ist. 1851 erfolgte der Anschluss ans Kantonsstrassennetz, 1866 der Bau der Gemeindestrasse zum Bahnhof Islikon. 1888 wurde u.a. von Auguste Forel und Eugen Bleuler eine sog. Anstalt zur Heilung von Gewohnheitstrinkern gegründet, die heute Forel-Klinik heisst. Ende des 18. Jh. kam textile Heimindustrie auf. Die beiden Mühlenkomplexe von E. veranschaulichen den Übergang zur industriellen Produktion. Die wohlhabende Müllerdynastie Egg, die 1630 die Gewerbebauten erwarb, richtete 1803 eine mechan. Baumwollspinnerei ein, die 1876 einging und deren Bauten 1897-1972 eine Kartonfabrik beherbergten. 1850 wies die bäuerlich geprägte Gemeinde neben 100 Landwirten nur 16 Fabrikarbeiter auf. 1942-45 wurden Güterzusammenlegung und Melioration durchgeführt, 1965 ein Zonenplan erstellt. Die ausgeschiedenen Bauzonen wurden bei der Revision der Ortsplanung 1984 redimensioniert, weil die Bauerwartungen sich nicht erfüllt hatten. E. hat sich zur nichtstädt. Wegpendlergemeinde gewandelt.
Literatur
– B. Schneider, E., 1989
Autorin/Autor: Martin Illi