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Brutalismus in London: Parkhaus „Welbeck Street“ vor dem Ende
Wie andere Bauten des Brutalismus polarisiert auch das „Welbeck Street“-Parkhaus in London. Für die einen ein hässlicher Klotz, für die anderen ein Architekturkleinod wird es demnächst abgerissen - trotz engagierter Fürsprecher.
Mitten in London, nördlich der Oxfordstreet, befindet sich ein brutalistisches Highlight: das „Welbeck Street“-Parkhaus. Markenzeichen ist seine auffällige Fassade, die aus lauter Polygonen besteht. Der Bau ist zwischen 1968 und 1971 für die nahegelegene Filiale der Warenhauskette Debenhams errichtet worden und stammt aus der Feder der Eric Perry Architects.
Seine Tage sind gezählt: Nachdem die Shiva-Hotelkette das Parkhaus vor rund zwei Jahren für eine Million Pfund gekauft hat, wird es nun abgebrochen und macht einem neuen Luxushotel Platz. Architekturfreunde und Organisationen wie die Twentieth Century Society, die sich für die Rettung erhaltenswerter Bauten ab 1914 engagiert, hatten erfolglos versucht Bauherren und Behörden umzustimmen. Auch der Vorschlag, die Fassade zu erhalten und für das neue Hotel zu verwenden, stiess auf taube Ohren, wie das Design-Newsportal Dezeen berichtete. Gegenteilig dürfte die Kommission für historische Gebäude und Monumente von England den Fall gesehen haben: Das Parkhaus findet sich nich auft ihrer Liste schützenswerter Bauten.
Mit seinem Schicksal steht das Parkhaus nicht alleine: In jüngster Zeit sind in London auch andere brutalistische Bauten von der Bildfläche verschwunden, etwa die Wohnüberbauung „Robin Hood Gardens“ von Alison und Peter Smithson oder die „Pimlico School“ von John Bancroft. Weiteren Bauten droht laut der Datenbank www.sosbrutalism.org der Abbruch. Dies gilt für das „Macadam Building“ des Londoner King’s College von Troup, Steele & Scott sowie Jefferiss Mathews, aber auch für das von Corbusiers Wohnmaschine inspirierte „Allbrook House“ und die dazugehörige Bibliothek von Howell, Killick, Partridge and Amis. (mai)