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Stetten und Tüllingen, die direkten Nachbarorte Riehens, sind heute Ortsteile der Grossen Kreisstadt Lörrach. Tüllingens Anschluss wurde 1935 durch die nationalsozialistische Regierung angeordnet, während Stetten die Eingemeindung selbst anstrebte. Im 19. Jahrhundert, im Zuge der Industrialisierung, platzierte Lörrach die Wohnungen seiner Arbeiter auf dem Grenzgebiet zu Stetten. In den 1860er-Jahren bot die kleine Gemeinde der benachbarten Stadt die Eingemeindung der mit Problemen kämpfenden Arbeitersiedlung Neu-Stetten an. Lörrach willigte aber nur bei einer Eingemeindung ganz Stettens ein, zu der Stetten 1908 bereit war. Die Grenze zwischen Stetten und Riehen war lange durch einen nicht überbauten Landgürtel markiert, der das Zusammenwachsen der Gemeinden verhindern sollte. Mit der Entstehung der Überbauung Stetten Süd zu Beginn des 21. Jahrhunderts kamen sich die Gemeinden näher. Die frühere Abgrenzung konnte nun der Nachbarschaftspflege weichen, wie sich dies in der Planung des Gebiets im Stettenfeld abzeichnete. Die Verbindungen Riehens zu Tüllingen sind vielfältig. Wie in Inzlingen, so sind auch in Tüllingen die komplizierten Besitzverhältnisse der Tüllinger und Riehener Rebbauern verbindendes Element. Heute zeugt der grenzüberschreitende Weinpfad von der Verbundenheit der Gemeinden Riehen, Weil und Lörrach.
Autorin / Autor: Arlette Schnyder | Zuletzt aktualisiert am 6.1.2023
Raith, Michael: Gemeindekunde Riehen. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Riehen 1988. S. 33–34.
Schnyder, Arlette: Heimatgeschichten und Ansichten. In: Schnyder, Arlette et al. (Hg.): Riehen – ein Portrait. Basel 2010. S. 12–39, hier S. 37–38.