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HEKS-Geschichte
Seit 75 Jahren setzt sich HEKS für notleidende und benachteiligte Menschen ein. Aus der kirchlichen Hilfs- und Wiederaufbauarbeit im kriegszerstörten und bitterarmen Nachkriegseuropa ist im Laufe der Jahrzehnte ein weltweites Engagement für eine menschlichere und gerechtere Welt geworden – und aus HEKS ein professionelles Hilfswerk, das mit seinen Projekten über eine Million Menschen unterstützt.
1945/46
Ein Hilfswerk entsteht
1946-1953
Zwischenkirchliche Wiederaufbauhilfe
1954–1960
Beginn der internationalen Entwicklungshilfe
1961–1969
Grosse Hilfsaktionen
Die Kirchen und Hilfswerke in der Schweiz sammeln mit der Aktion «Brot für Brüder» (später «Brot für alle») innerhalb von zwei Jahren 15,7 Millionen Franken für Entwicklungshilfe-Projekte von HEKS und den evangelischen Missionen. Geplant war eine einmalige Sammlung. Bald erkannte man, dass jedes Jahr kirchliche Mittel nötig sein würden, damit «Solidarität mit Benachteiligten» keine leeren Worte bleiben. Zudem führen Reformierte und Katholiken erstmals eine gemeinsame Hilfsaktion für die Opfer des Biafra-Krieges durch («Joint Church Aid»). Und mit der Unterstützung des «Delta Ministry»-Projekts im US-Staat Mississippi setzt HEKS ein Zeichen für die Gleichberechtigung der AfroamerikanerInnen in den USA.
1970–1979
Katastrophenhilfe und Entwicklungspolitik
HEKS wird politischer, Fragen zu Gerechtigkeit, Asyl, Krieg und Frieden rücken in den Fokus. HEKS verstärkt seine entwicklungspolitische Kommunikation in der Schweiz und stellt sich dezidiert auf die Seite der rassistisch und durch die Apartheid unterdrückten Bevölkerungsgruppen und unterstützt sie ihrem Streben nach Gleichberechtigung in Angola, Simbabwe und Südafrika. HEKS beteiligt sich am Anti-Rassismus-Programm des Ökumenischen Rates der Kirchen und erntet dafür viel Kritik. Nach dem Vietnamkrieg leistet HEKS nach Jahren der Nothilfe auch Wiederaufbauarbeit. Zudem lobbyiert HEKS in der Schweiz für die Aufnahme zusätzlicher Indochina-Flüchtlinge und unterstützt diese in der Schweiz bei der Integration. In diesen Jahren werden Beziehungen zu Hilfswerken, Menschenrechtsgruppen und Basisbewegungen ausgeweitet und so die Entwicklungsarbeit gefördert. Nach Hochwasserkatastrophen in Nordafrika und Osteuropa, Erdbeben in der Türkei und Peru sowie einer Sturmflut in Pakistan baut HEKS zudem einen eigenen Katastrophendienst auf.
1980–1989
Verstärktes Engagement für Flüchtlinge in der Schweiz
1990–1999
Wende in Osteuropa, Balkankrieg, erweitertes Inlandmandat
2000–2010
Nothilfe, Neuausrichtung der Inlandarbeit, Fokussierung
Immer häufiger leistet HEKS nach Naturkatastrophen und in bewaffneten Konflikten Nothilfe. 2005 ist ein Jahr der Katastrophen: HEKS startet ein gross angelegtes Wiederaufbauprojekt in Sri Lanka nach dem Tsunami in Asien und leistet Nothilfe nach Unwetterkatastrophen in Rumänien, Südmexiko, Guatemala, Kaschmir, Niger und im Sudan. In der Schweiz verliert HEKS 2001 das Bundesmandat für die Flüchtlingsbetreuung. Inhaltlich kommt es zu einer Verlagerung in Richtung Rechtshilfe und Integrations- und Arbeitsprojekte für MigrantInnen und sozial Benachteiligte. Es findet eine zunehmende strategische Fokussierung und Professionalisierung statt. Für die Umsetzung der Programme im Ausland werden in allen HEKS-Schwerpunktländern lokale Koordinationsstrukturen eingerichtet. HEKS beginnt Landesprogramme einzuführen mit dem Ziel einer stärkeren inhaltlichen und geografischen Fokussierung der Auslandarbeit. 2004 wird der Verein HEKS in eine Stiftung umgewandelt. Die 2008 lancierte Weihnachtsaktion «Hilfe schenken» wird zu einem bis heute anhaltenden Erfolg.
2010–heute
Flüchtlingsströme, Corona und Fusion mit «Brot für alle»
2015 sind weltweit über 60 Millionen Menschen auf der Flucht, viele von ihnen versuchen auf gefährlichen Wegen nach Europa zu gelangen. HEKS unterstützte die Flüchtlinge in Erstaufnahmeländern wie Libanon und im Nordirak sowie entlang der Flüchtlingsrouten auf dem Balkan, insbesondere in Serbien. 2016 lanciert HEKS die nationale Kampagne «Farbe bekennen»: Eine breite Koalition von Hilfswerken, sozialen Institutionen und Privatpersonen fordert die Politik und die Öffentlichkeit auf zu mehr Solidarität, zu einer konstruktiven Diskussion rund um Flüchtlinge und zu einer menschlichen Asylpolitik. Im Frühling 2020 hebt das neue COVID19-Virus die Welt aus den Fugen. HEKS lanciert innert kurzer Zeit ein gross angelegtes Nothilfe-Programm in der Schweiz und in seinen Projektländern, um jenen Menschen beizustehen, die von der Krise besonders hart getroffen wurden. 2019 beschliessen die Stiftungsräte von HEKS und «Brot für alle» die Fusion der beiden Hilfswerke per 2022.