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Vor etwas mehr als 100 Jahren gelang mit der Theorie, dass die Kontinente auf einzelnen Platten liegen und sich bewegen der Durchbruch in der Erforschung von Erdbeben. Die Theorie der Plattentektonik besagt, dass die ca. 30 bis 50 km dicken Krustenplatten (Lithosphärenplatten) angetrieben durch dynamische Prozesse im Erdinnern aufeinander zu oder voneinander wegdriften oder sich aneinander reiben. Wenn sich die Platten dabei verhaken oder verkanten, bauen sich innerhalb des Gesteins Spannungen auf. Werden diese zu stark, kommt es zu einem Bruch und die Spannungen entladen sich in einem tektonischen Erdbeben. Etwa 90% aller Erdbeben gehören zur Gruppe dieser tektonischen Beben.
Die Wichtigkeit des Untergrundes
Dabei wird die freiwerdende Energie in Form von Wellen abgegeben. Die Erde beginnt zu Beben, die zerstörerische Wirkung der Erdbebenwellen nimmt ihren Lauf. Mitentscheidend für das Ausmass der Zerstörung ist dabei nicht allein die Stärke eines Bebens, sondern auch die geologische Beschaffenheit des Untergrunds. So verstärken weiche Lockergesteine die Bodenbewegungen deutlich stärker als harter Fels.
Schweizer Alpenraum mit der höchsten Gefährdung
In der Schweiz bebt die Erde bis zu 500-mal im Jahr. Die meisten Beben können nur mit sensiblen Messgeräten registriert werden. Regelmässig kommt es aber auch zu mittelstarken, deutlich spürbaren Erdbeben. Die hiesige Erdbebengefahr resultiert aus dem Aufeinanderprallen der eurasischen und der afrikanischen Lithosphärenplatten. Der geologische Vorgang hat im Verlauf der letzten 100 Millionen Jahre zur Entstehung des Gebirges geführt. Dieser Prozess dauert weiterhin an und ist für die erhöhte Erdbebenaktivität im Schweizer Alpenraum verantwortlich. Das höchste Gefahrenpotenzial besteht im Wallis gefolgt von Basel, Graubünden, dem St. Galler Rheintal und der Zentralschweiz.