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Trockener und schneearmer Januar
Der Januar war bis zur Monatsmitte sehr mild und es herrschte Schneemangel. Die zweite Monatshälfte brachte eine markante Abkühlung mit etwas Schnee bis in tiefe Lagen.
Der Januar begann frühlingshaft mild. In den ersten beiden Januartagen lag die Tagesmitteltemperatur gebietsweise 10 bis 13 °C, lokal mit Unterstützung von Föhneffekten sogar 14 bis 16 °C über der Norm 1991–2020. Einige Messstandorte registrierten am 1. oder 2. Januar den mildesten Januartag seit Messbeginn. Wie bereits im letzten Dezemberdrittel 2022, flossen in der ersten Januarhälfte 2023 aus Westen und Südwesten anhaltend milde Luftmassen zur Schweiz.
Sehr wenig Schnee: In mittleren Lagen war der Januar regional extrem schneearm. Ab dem 16. Januar floss zunächst feuchte Polarluft aus dem Nordatlantik nach Mitteleuropa. Sie brachte beidseits der Alpen Schnee bis in tiefe Lagen. Anschliessend führten Strömungen aus Nordwest bis Nordost zunehmend kältere Luft zur Schweiz. Vom 19. bis am 21. Januar bewegten sich die Tiefstwerte in den Alpen und im Jura gebietsweise zwischen -20 und -25 °C. Dank der Kälte konnte sich in den Niederungen der Alpennordseite regional eine dünne Schneedecke 10 Tage oder länger halten.
Viel Sonne im Süden, Hochnebel im Norden: Auf der Alpensüdseite, im Wallis und Engadin gab es ab dem 18. Januar oft viel Sonnenschein, der sich auch im Wallis und im Engadin und ab dem 24. Januar auch in den übrigen Berglagen ausgiebig bemerkbar machte. Dazu trieb der Nordföhn im Süden die Höchstwerte auf 9 bis 11 °C.
Nördlich der Alpen breitete sich ab dem 22. Januar eine zähe Hochnebeldecke aus, die auch in die Alpentäler hineinreichte. In den tiefen Lagen schwankte die Temperatur um den Gefrierpunkt und es wehte oft eine schwache bis mässige Bise. Erst eine Strömungsumstellung auf Nordwest brachte im Norden für die letzten beiden Januartage wieder mehrere Sonnenstunden.
Monatsbilanz Januar 2023
Im landesweiten Mittel lag die Januartemperatur 0,7 °C über der Norm 1991−2020. In den tiefen Lagen beidseits der Alpen lag sie verbreitet 1 bis 2 °C, lokal auch 2 bis 2,5 °C über dem langjährigen Mittel. In den Alpen bewegten sich die Januarwerte meist zwischen 0,8 °C über der Norm und 0,8 °C unter der Norm.
Die Schweiz erhielt im Januar verbreitet deutlich unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen. Vor allem in einem grossen Gebiet vom Wallis über die Zentralalpen und dem Tessin bis nach Graubünden blieben die Werte unter 50 %, lokal auch unter 25 % der Norm. Nur zwischen dem Genfersee und der Region Bern wurden überdurchschnittliche Mengen verzeichnet.
Die Sonnenscheindauer erreichte im Januar verbreitet 60 bis 90 % der Norm. Im Jura und am Alpennordhang blieben die Werte lokal auch unter 50 % der Norm. Im Wallis, auf der Alpensüdseite und im Engadin bewegte sich die Sonnenscheindauer zwischen 90 und 110 % des langjährigen Mittels.
Sehr warmer und niederschlagsarmer Februar
Der Februar präsentierte sich frühlingshaft mild, regional sehr sonnig und bis ins letzte Monatsdrittel ausgesprochen niederschlagsarm. In den Bergen war es lokal der schneeärmste Februar seit Messbeginn.
Die ersten Februartage zeigten sich auf der Alpennordseite mehrheitlich trüb mit wenig Niederschlag. Oberhalb von 700 bis 1000 m fiel Schnee. Auf der Alpensüdseite war der Monatsbeginn sehr mild. Mit kräftigem Nordföhn stiegen die Tageshöchstwerte vom 2. bis am 4. Februar auf 17 bis 20 °C.
Vom 6. bis am 10. Februar floss aus Norden und Nordosten kalte Luft zur Schweiz. Auf den 11. Februar installierte sich ein umfangreiches Hochdruckgebiet über West- und Zentraleuropa. In den Bergen und im Süden gab es eine markante Erwärmung.
Ab dem 16. Februar erfasste die Wärme auch die tiefen Lagen der Alpennordseite mit frühlingshaften Tageshöchstwerten von 15 bis 17 °C. Im Süden erreichten die Höchstwerte 15 bis knapp über 16 °C. Die milden Verhältnisse dauerten bis am 24. Februar.
Am 26. Februar fegte eine kräftige Bise über die Alpennordseite, ausgelöst durch eine starke Nordostströmung zwischen einem Hoch mit Zentrum über Schottland und einem Tief über dem Golf von Genua. Im Westschweizer Mittelland wurden Böenspitzen von 90 bis knapp über 100 km/h gemessen. Auf den Jurahöhen blies die Bise mit 100 bis knapp 150 km/h.
Monatsbilanz Februar 2023
Im landesweiten Mittel stieg die Februartemperatur 2 °C über die Norm. Sie lag auf der Alpensüdseite, in den Alpen und auf den Jurahöhen verbreitet 2 bis 3 °C über dem langjährigen Mittel. In den tiefen Lagen nördlich der Alpen bewegten sich die Februarwerte meist zwischen 1 und 2 °C über der Norm.
Vom 6. bis am 21. Februar fiel in der Schweiz verbreitet kein Niederschlag. Im Wallis und auf der Alpensüdseite blieb es an mehreren, auf der Alpennordseite an einzelnen Messstandorten vom 1. bis am 23. Februar niederschlagsfrei. In zahlreichen Messreihen ab 1959 oder 1961 war es der niederschlagsärmste Februar seit Messbeginn. Auf der Alpensüdseite, im Engadin, im Wallis und in der Westschweiz lagen die Niederschlagsmengen vielerorts unter 10 %, lokal auch unter 5 % der Norm. Einzelne Messstandorte verzeichneten 1 % der Norm oder weniger. In den übrigen Gebieten der Schweiz bewegten sich die Mengen meist zwischen 20 und 50 % des langjährigen Mittels. Die milden Temperaturen und der Niederschlagsmangel führten in den Bergen regional zu einer extremen Schneearmut. Mehrere Messstandorte mit Messbeginn vor rund 60 Jahren verzeichneten den schneeärmsten Februar.
Die Sonnenscheindauer erreichte im Februar verbreitet 120 bis 140 % der Norm. In der Westschweiz stiegen die Werte lokal auf 150 bis 190 % der Norm. Auf der Alpensüdseite hingegen gab es lokal nur 100 bis 110 % des langjährigen Mittels. Die lange sonnige Periode innerhalb der ersten drei Wochen führte in den meisten Gebieten zu einem überdurchschnittlich sonnigen Februar.
Wechselhafter März
Der März brachte milde sonnige Perioden mit frühsommerlichen Temperaturen, Gewitter mit kräftigen Windböen und im Norden auch Schnee bis in tiefe Lagen.
Die ersten Märztage zeigten sich auf der Alpensüdseite und in den Alpen sonnig. Nördlich der Alpen lag hingegen oft eine zähe Hochnebeldecke.
Ab dem 6. März wurde die Witterung tiefdruckbestimmt. Vom 8. bis am 14. März fiel in der Schweiz verbreitet Niederschlag.
Am 13. März stiegen die Tageshöchstwerte nördlich der Alpen auf frühsommerliche Werte. Im Vorfeld einer Kaltfront führte eine Südwestströmung warme Luft zur Schweiz. An rund einem Dutzend Messstandorten gab es Wärmerekorde für die erste Märzhälfte. Als weiteres frühsommerliches Element entluden sich am Abend in der West- und Nordwestschweiz Gewitter mit starken Windböen.
Vom 14. auf den 15. März brachte eine kräftige Nordwestströmung nochmals eine Ladung Neuschnee in den Bergen. Gebietsweise fielen bis 25 cm. Im sonnigen Süden fegte hingegen der Nordföhn mit Böen bis 80 km/h durch die Täler. Vom 15. bis am 22. März setzte sich wieder überall meist sonniges und zunehmend mildes Hochdruckwetter durch.
Turbulentes Monatsende: Ab dem 23. März geriet die Schweiz in turbulente Strömungen. Bis am 28. März wurde die Alpennordseite immer wieder von Schauerstaffeln überquert, oft begleitet von böigem Wind und gebietsweise mit eingelagerten Gewittern. Am 27. März sank die Schneefallgrenze in der heranfliessenden Polarluft erneut bis in tiefe Lagen. Auf der Alpensüdseite blies oft der Nordföhn bei recht sonnigen Verhältnissen.
Am 31. März lag die Schweiz in einer stürmischen Westströmung mit eingelagerten kräftigen Gewittern. Nördlich der Alpen und in Gipfellagen der Alpen erreichten die Böenspitzen zwischen 90 und 120 km/h. Lokal wurden auch Werte zwischen 130 und 140 km/h gemessen.
Monatsbilanz März 2023
Der März 2023 war der sechste Monat in Folge mit überdurchschnittlicher Temperatur. Im landesweiten Mittel brachte der März Temperaturen, die 1,3 °C über der Norm lagen. In einzelnen Bergtälern stiegen die Werte mehr als 2 °C über die Norm, auch nördlich der Alpen gab es lokal um 2 °C über dem langjährigen Mittel. Im Wallis hingegen wurden regional nur 0,4 bis 0,8 °C über der Norm verzeichnet.
Die Niederschlagsmengen erreichten im März auf der Alpennordseite verbreitet mehr als 120 % der Norm, in grösseren Gebieten auch mehr als 140 %. In der Nordostschweiz stiegen die Werte lokal auf 180 bis über 220 %, am westlichen Alpennordhang lokal auf 170 bis 200 % des langjährigen Mittels. Im Wallis lagen die Monatssummen gebietsweise über 300 %, lokal sogar bei knapp 400 % der Norm. Die Alpensüdseite erhielt hingegen erneut verbreitet unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen. Lokal waren es nur knapp 60 % des langjährigen Mittels.
Die Sonnenscheindauer erreichte im März verbreitet 70 bis 90 % der Norm. Auf der Alpensüdseite und in Graubünden stiegen die Werte meist auf 90 bis 110 % des langjährigen Mittels.
Schweizer Karte mit Klimastationen
Tabellen als PDF:
Heizgradtage April 2022 bis März 2023_Heizgrenze 12°C_Raumtemperatur 20°C
Klimadaten im ersten Quartal 2023
Quelle: MeteoSchweiz, Klimabulletins 2023