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Die Gründung
Die Gründung unter dem Namen „Schweizerischer Verband für Berufsreiter und Reitschulbesitzer SVBR“ erfolgte im Jahr 1954 in einem sehr kleinen Rahmen an der Städtischen Reitschule Bern. Dr. iur. Gaston Delaquis, Leiter dieses Institutes, wurde als erster Präsident gewählt. Weitere Gründungsmitglieder waren Fritz Bieri (Zug), Constantin und Raymond Léchot (Biel), Heinrich Morf (Burgdorf) und Ernst Weier (Elgg).
Die Entwicklung
Am Anfang bestand der SVBR aus 20 Mitgliedern. Die Anzahl stieg konstant, im Jahr 2009 betrug sie 340.
Die relativ kleine Zahl widerspiegelt in keiner Weise die Stellung und den Einfluss des Verbandes. Nach der Aufhebung der Kavallerie am 5. Dezember 1972 übernahm der SVBR die berufsmässige Ausbildung im Pferdewesen. Am 1.4.1978 wurde der erste Vertrag mit dem Bundesamt für Landwirtschaft geschlossen. Damit wurde dem SVBR im „Reglement über die Berufslehre und die Lehrlingsprüfung“ offiziell die Verantwortung für die Ausbildung und Prüfung der Pferdepfleger, Bereiter und Rennreiter übertragen. Dieses erste Reglement wurde durch Beschluss des Bundesamtes für Landwirtschaft vom 4.3.1988 ersetzt, das neue Reglement ist am 1.4.1988 in Kraft getreten.
Das erste „Ausbildungsprogramm für Pferdepfleger, Bereiter und Rennreiter“ entstand 1982, es wurde ersetzt durch das am 19.10.92 vom Bundesamt für Landwirtschaft genehmigte, gültig ab 1.1.1993. Seit dem 1.1.2000 untersteht die Überwachung der Berufsbildung dem Bundesamt für Berufsbildung und Technologie, siehe unten „Die Wende“.
Als erster Präsident der Ausbildungskommission fungierte Claude Henry von 1982 bis 1995, dann wurde diese Verantwortung Markus Rhyn übertragen.
Der SVBR organisierte nebst der reglementarischen Ausbildung Spezialkurse, zum Beispiel für die Lehrlinge im 3. Lehrjahr im Hinblick auf die Lehrabschlussprüfung oder von in- und ausländischen Spitzentrainern geleitete Kurse zwecks Vorbereitung auf gehobene Qualifikation zum Dressur- oder Springtrainer.
Die Ausbildung zum eidgenössisch diplomierten Reitlehrer
Bereits 1965/66, also noch vor der Abschaffung der Kavallerie, organisierte der SVBR die ersten beiden Kurse für diplomierte Reitlehrer. Die Gesamtverantwortung lag beim Vize-Präsidenten der EMPFA, Oberst Louis Dégallier, Roland de Weck oblag die Dressurausbildung, Paul Weier war für die das Springen und das Geländereiten verantwortlich. Letzterer hat ab dem dritten Kurs die Gesamtleitung der Reitlehrerkurse übernommen.
Nach bestandener Prüfung erfolgte jeweils eine Inspektion des Betriebes der Diplomierten durch den Präsidenten SVBR Raymond Clavel sowie den nachmaligen Ausbildungschef Claude Henry, sie entschieden über die Berechtigung zur Ausbildung von Lehrlingen.
Das Reiter-Brevet
Das Reiter-Brevet wurde 1981 durch den SVBR eingeführt, vorerst unter der Bezeichnung Bronze-Test und Silber-Test, denen 1986 der Gold-Test beigefügt wurde, nachdem Versuche in den Jahren 1984/85 positive Resultate ergeben hatten.
Bei der Reorganisation des Schweizerischen Zentralverbandes für Pferdesport wurde dem Schweizerischen Reit- und Fahrsportverband nicht zuletzt wegen der Nicht-FEI-Disziplinen ein viertes Departement „Breitensport“ angegliedert, an welches der SVBR das Brevet abgetreten hat, derweil die Silber- und Gold-Tests beim SVBR respektive den betreffenden Fachverbänden blieben.
Mitgliedschaft in anderen Organisationen
Im Jahr 1989 erfolgte der Beitritt zum Schweiz. Verband für Pferdesport, um direkt Einfluss nehmen zu können auf die Gestaltung und die Anforderungen der Lizenzprüfungen, des Reiter-Brevets u.ä.
Der SVBR war auch Gründungsmitglied der International Group for Equestrian Qualifications IGEQ. Diese Gruppe hat sich 1992 die Aufgabe gegeben, in den angeschlossenen Ländern die Ausbildungsstandards der Pferdepfleger, Bereiter und Reitlehrer zu erfassen, zu vergleichen und, in einem gewissen Masse, zu vereinheitlichen. Damit soll diesen Berufsleuten zum Beispiel die Suche einer entsprechenden Stelle im Ausland erleichtert werden. Die Ausbildung wird in einem „Pass“ festgehalten, sodass der Inhaber sich jederzeit über seine Ausbildung und seine Qualifikation ausweisen kann.
Die Wende
Im Jahr 2000 wurde gemäss Verfügung des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie BBT die gesamte berufliche Ausbildung, nicht nur die der Pferdeberufe, auf eine neue Basis gestellt, unter der Bezeichnung „Organisation der Arbeitswelt OdA“.
Auf ausdrückliche Anordnung des BBT durfte der SVBR in dieser neuen Vereinigung nicht die Federführung übernehmen, es musste neu die „OdA Pferdeberufe“ ins Leben gerufen werden, mit anderen Verantwortlichen und neuen Statuten und Reglementen für die Ausbildung. Im Jahr 2005 wurden die Statuten dieser neuen Organisation genehmigt. Damit war der SVBR seiner grundlegenden Aufgabe beraubt, er durfte lediglich noch die bereits vorgesehenen und organisierten Kurse und Lehrabschlussprüfungen durchführen.
Mit professioneller Beratung hat sich der SVBR 2009 neu strukturiert unter dem Namen SWISS Horse Professionals. Seine Einwirkung und Mitarbeit im Rahmen der Ausbildung im Pferdewesen sind zum Zeitpunkt der Abfassung dieser Chronik (Mai 2010) noch nicht definiert, Verhandlungen mit den zuständigen Instanzen sind im Gang.
Die Präsidenten
|1954 - 1963||Dr. iur. Gaston Delaquis|
|1964 - 1965||Gérard Haccius|
|1966 - 1991||Raymond Clave|
|1992 - 2010||Hermann Mäder|
|2010 - 2013||Herbert Brunner|
|2013 - 2014||Ernst Vögeli|
|2015 - heute||Martin H. Richner|
Die Generalsekretäre
|1954 - 1991||Raymond Léchot|
|1992 - 2013||Kurt Blickenstorfer|
|2013 - 2015||Urs Schneider|
|2016 - heute||Andrea Litscher|