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Portraitüber Philip Kovce in der BZ – Foto Ralph Boes:
Ausschnitt:
Wie würde man sich verhalten, wenn man das Grundeinkommen bekäme? 90 Prozent der Befragten einer Studie antworteten, sie würden in etwa so weitermachen wie bisher; 10 Prozent sagten, sie nähmen eine Auszeit. Was würden die Mitmenschen tun, wenn sie das Grundeinkommen bekämen? 80 Prozent der Befragten vermuteten, die anderen würden in der Hängematte liegen, nur 20 Prozent trauten ihren Mitmenschen zu, damit umgehen zu können. «Unser doppeltes Menschenbild lässt sich nicht besser auf den Punkt bringen», sagt Kovce: «Jeder traut es sich selbst zu, aber den anderen nicht.»
Und wer zahlt’s? Das wird Kovce immer zuerst gefragt. «Man kann alles finanzieren, wenn man es denn will», hält er dagegen. Die Frage laute vielmehr: Können wir es leisten, ist der Mensch dazu in der Lage? Die Unsterblichkeit wäre finanzierbar, doch leisten könnten wir sie nicht. Das Grundeinkommen könnten wir laut Kovce finanzieren und leisten. Aber zuerst gelte es abzuklären, «ob wir das bedingungslose Grundeinkommen wirklich wollen – also auch wollen, dass die anderen es erhalten».
Natürlich sei ihm klar, dass die Grundeinkommens-Initiative vorerst keine Mehrheit erreichen werde. Doch allein schon, dass man hier «diesen Diskurs in dieser Ernsthaftigkeit führt, ist eine Dienstleistung für das Weltgeschehen». Darum sei jeder Tag, um den der Abstimmungstermin sich verzögere, ein gewonnener Tag für die Sache. «Es kann gar nicht genug Tage vorher geben, denn sie bereiten das Nachher vor.»
Den Aphorismenband von Philip Kovce gibt es hier: Futurum Verlag