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Seit der Klosteraufhebung von 1841 befinden sich die Archivalien des Klosters Muri an verschiedenen Standorten. Der grösste Teil des Archivs wurde ins Staatsarchiv Aargau überführt. Was die Mönche damals mitnehmen konnten, befindet sich heute in Sarnen und Gries. Es existiert bisher kein Überblicksverzeichnis aller Archivbestände des Klosters Muri. Für die Materialien im Staatsarchiv Aargau ist immer noch das Verzeichnis von Walther Merz (1935) ausschlaggebend. In den beiden Abteilungen des Klosterarchivs sind verschiedene Verzeichnisse zu einzelnen Beständen in Gebrauch, doch existiert kein Gesamtverzeichnis. Mit dem Programm ICA-AtoM, basierend auf den Standards des Internationalen Archivrats (ICA), werden im Moment die Bestände des Stiftsarchivs Muri-Gries online erschlossen.
Abteilung Sarnen: Bestandesübersicht
Altes Archiv
P. Martin Kiem hat in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts jene Archivalien gründlich erschlossen, die von den Mönchen nach der Klosteraufhebung nach Sarnen und schliesslich nach Gries transportiert worden waren. Die Archivalien, insgesamt ca. 10–15 Laufmeter, sind also vor 1841 entstanden und stammen vor allem aus dem 18. Jahrhundert und der Zeit der Helvetik. Die ältesten Dokumente stammen aus dem 16. Jahrhundert. In der Hauptsache handelt es sich um Urkundenabschriften, Korrespondenzen und Verwaltungsschriftgut. Der Bestand ist aber sehr vielfältig: er enthält auch einige wenige Originalurkunden und Tagebücher der Mönche. Je nach Interesse auch als Geschichtsforschender hat P. Martin Kiem für viele einzelne Dokumente eine Detailerschliessung vorgenommen und teilweise auch ganze Textinhalte transkribiert. Diese hat er in seinem 1901 abgeschlossenen Archivverzeichnis aufgenommen.
Die Archivalien zum Alten Archiv wechselten oft den Standort, je nachdem wo sie gerade gebraucht wurden. Im Moment sind die meisten Dokumente in Sarnen, wo sie nach dem Verzeichnis von P. Martin Kiem elektronisch erschlossen und in alterungsbeständige Behältnisse umgelagert werden. Das Archivverzeichnis von P. Martin Kiem ist bereits vollständig transkribiert und im Archivverzeichnis abrufbar. Der Abgleich des vorhandenen Bestandes mit dem Verzeichnis ist in Bearbeitung.
Nachlässe
Der zweitgrösste Bestand des Sarner Archives bilden mit ca. 25 Laufmetern die Nachlässe. Folgende Aufzählung soll einen Überblick über die Personen geben, von denen die grösseren (Teil-) Nachlässe stammen:
Patres: P. Rupert Amschwand, P. Martin Kiem, Abtprimas Bernard Kälin, P. Adelhelm Rast, P. Emmanuel Scherrer. Andere: Friedrich Emmanuel Hurter.
Neues Archiv
Der grösste Bestand des Sarner Archivs setzt sich aus jenen Objekten zusammen, die sich keinem der anderen Bestände zuordnen lassen (ca. 20–30 Laufmeter) sowie dem neuen Verwaltungsarchiv (ca. 15 Laufmeter), das bisher nicht in das Grobverzeichnis aufgenommen werden konnte.
Planarchiv
Insgesamt 440 Pläne vor allem zu den Bauten in Sarnen wurden bisher erschlossen.
Fotoarchiv
Das Fotoarchiv umfasst ca. 5–6 Laufmeter. Die ältesten Fotografien reichen bis in die 1870er Jahre zurück.
Schularchiv
Zum Schularchiv gehören diverse Materialien, die von den Patres für den Schulunterricht angefertigt worden waren, Bauakten zu den Gebäuden der Schule, sowie ca. 5 Laufmeter Rektoratsarchiv. Der Bestand des Schularchives hat durch seine Verteilung auf verschiedene Schulgebäude im Jahrhunderthochwasser von 2005 Schaden genommen. Ein Teil der Archivalien wurde vernichtet.
Subsilvaner Archiv
Das Subsilvaner Archiv ist das Archiv der Sarner Studentenverbindung. Es umfasst ca. 12 Laufmeter und wird von den Mitgliedern des Vereins betreut.
Trägerschaft: Benediktinerkloster Muri-Gries
Leitung und Kontakt:
P. Beda Szukics
Benediktinerkollegium
Brünigstr. 177
6060 Sarnen
E-Mail: <email-pii>
P. Plazidus Hungerbühler
Grieser Platz 21
39100 Bozen/Bolzano
Italien
E-Mail: <email-pii>