Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03590.jsonl.gz/644

Sr. Bertha Bauer war von 1893 bis 1898 Oberin der Diakonissengemeinschaft Riehen. Von 1900 bis 1918 arbeitete sie am Empfang und im Büro der Klinik Sonnenhalde in Riehen.
Tochter des Johann Balthasar Bauer (Verwaltungsbeamter, Domänendirektor) und der Franziska Karoline Luise, geborene Münch.
Bertha Bauer kam am 14. Februar 1843 in Wertheim am Main (im damaligen Grossherzogtum Baden) zur Welt. Sie war die dritte Tochter des fürstlich-löwensteinischen Domänendirektors (Bezeichnung für den Direktor der Provinzialbehörde) Balthasar Bauer. Nach dem Tod des Vaters zog die 18 Jahre alte Bauer 1861 zu ihrer verheirateten Schwester nach Basel. Drei Jahre später trat sie im bayerischen Schweinfurth eine Stelle als Haushälterin und Krankenpflegerin an. 1869 siedelte Bauer zu einer befreundeten Familie nach London über. Dort lernte sie den deutschen Pfarrer Theodor Fliedner (1844–1934) kennen, den späteren Vorsteher der Diakonissengemeinschaft Riehen. Fliedner vermittelte ihr eine Stelle als Lehrerin an einer deutschen Schule in Exeter, wo sie vier Jahre lang unterrichtete.
1876 kehrte Bauer mit dem Wunsch, Diakonisse zu werden, nach Basel zurück. Am 14. Oktober 1876 wurde sie in die Diakonissengemeinschaft Riehen aufgenommen und 1879 von Theodor Fliedner eingesegnet.
Sr. Bertha Bauer leitete in den kommenden Jahren die Mägdeherberge in Genf, arbeitete in der Armenapotheke in Lausanne und als Krankenschwester in Neapel.
Im Dezember 1892 trat sie in Riehen als Nachfolgerin von Sr. Hanna Kirchhofer (1835–1894) das Amt der Oberin bei der Diakonissengemeinschaft an. Am 22. Januar 1893 wurde sie ins Amt eingesegnet. Sr. Bertha Bauer war nicht lange Leiterin der Diakonissengemeinschaft: Bereits 1897 beantragte sie ihren Rücktritt. Sr. Helene Claus-Auberlen (1854–1946) übernahm 1898 das Oberinnenamt.
Sr. Bertha Bauer verschrieb sich auch nach ihrem Rücktritt der diakonischen Lebensführung und leistete ihren Dienst zuerst im Kinderspital in Brugg und von 1900 bis 1918 in der Klinik Sonnenhalde in Riehen. Nachdem sie in den Ruhestand getreten war und sich ihre physische und psychische Verfassung verschlechtert hatte, bezog sie schliesslich selbst ein Zimmer in der Sonnenhalde.
Sr. Bertha Bauer starb am 30. Juli 1926 in Riehen. Sie ist auf dem Gottesacker Riehen bestattet.
Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 8.5.2022
Nekrolog von Bertha Bauer.
Nachruf von Bertha Bauer: STA LA 1926 07 30.