Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03538.jsonl.gz/1231

Geometrie des FI: Erfahrungen vertiefen
Flexible Interviews können mit beliebigen Gegenständen und mit Personen jeglichen Alters durchgeführt werden.
Erinnern Sie das Dreieck: Interviewende—Forschungsgegenstand—Interviewte als Grundstruktur in einer bestimmten Situation (vgl. Joos-Marti und Looser-Inauen, 2017).
Am Anfang ist es normal, dass man sich in der einen oder andern Ecke des Dreiecks „verliert“, man bleibt bei sich hängen, man verliert sich in den Gedanken des Andern, oder man ist mit dem Inhalt oder dem Forschungsgegenstand verstrickt. Es kann auch vorkommen, dass das Verhältnis zwischen der Situation und dem flexiblen Interview nicht stimmt.
In diesem Feld können die Kompetenzen aufgebaut und erweitert werden. Die Fachliteratur ist vielfältig. Die Forschungstradition ist komplex und reichhaltig.
Die Masterarbeit Bedeutsame integrative Förderdiagnostik und adaptive Fördertätigkeit (Sprache, Mathematik, siehe Bild) von Regula Joos-Marti und Regula Looser-Inauen (2017) zeigt, wie das Flexible Interview im Unterricht mit ganzen Klassen zur Anwendung kommen kann. Entscheiden Sie sich für exemplarische Lernprozesse. So lernen Sie verschiedene Themen, die Differenzierung der Methode und zu guter Letzt den Nutzen des Flexiblen Interviews für den Unterricht kennen.
Vertiefung ereignet sich auch im Schreiben über Erfahrungen mit der Methode der kritischen Exploration. Die Schreibstile des Positivismus stellen psychopädagogische und soziale Gegenstände reduktionistisch und zu wenig authentisch dar (z.B. Hertling, 2020). Piaget verfasste Kurzportraits, um die Facetten der kindlichen Entwicklung darzustellen. Lawrence-Lightfoot & Hoffmann Davis (2002, S. 13-14) haben das Portrait als Methode weiterentwickelt: "Portraiture is a method framed by the traditions and values of the phenomenological paradigm, sharing many of the techniques, standards, and goals of ethnography. But it pushes against the constraints of those traditions and pracitces in its explicit effort to combine empirical and aesthetic description, in its focus on the convergence of narrative and analysis, in its goal of speaking to broader audiences beyond the academy (thus linking inquiry to public discourse and social transformation), in its standard of authenticity rather than reliability and validity (the traditional standards of quantitative and qualitative inquiry), and in its explicit recognition of the use of the self as the primary research instrument for documenting and interpreting the perspectives and experiences of the people and the cultures being studied." Ähnlich wie in den Fallportraits von Oliver Sacks et al. (1991) oder Nicola Cuomo (1989) erscheinen Psychologinnen und Pädagoginnen als forschende Akteurinnen, welche einen Fall in konkreten Situationen schildern und gleichzeitig analysieren.