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(grch.),
Glied-, Gelenkbildung, die
Bildung eines künstlichen
Gelenks, wenn das ursprünglich vorhandene
Gelenk durch entzündliche Processe oder feste Verwachsungen verloren gegangen ist, besteht in der Aussägung eines keilförmigen
Knochenstücks (s.
Resektion) und der Ausführung passiver
Bewegungen während der
Heilung der Wunde, um die Verwachsung der
beiden Knochenenden miteinander zu verhüten.
Chester
Allan, der 21. Präsident der
Vereinigten Staaten
[* 7] von
Amerika,
[* 8] geb. zu
Albany in der
GrafschaftFranklin im
Staate Vermont, widmete sich der Advokatur und ließ sich 1851 in Neuyork
[* 9] nieder, wo er 1856 die
republikanische Partei mitbegründen half. Vom Präsidenten Grant wurde er 1872 zur Belohnung seiner der Partei geleisteten
Dienste
[* 10] zum Oberzolldirektor (Collector of Customs) des
Hafens von Neuyork ernannt, aber 1878 von Präsident
Hayes wegen seiner Opposition gegen die Civildienstreform abgesetzt.
Bei dem republikanischen Parteikonvent, der im Juni 1880 in
Chicago den
General James Arthur
Garfield zum Präsidentschaftskandidaten
ernannte, erhielt Arthur die Ernennung zum Vicepräsidenten, um eine einheitliche
Aktion der Partei herbeizuführen. Die
Wahl erfolgte Nachdem
Garfield (s. d.) infolge eines
Attentats gestorben war, trat Arthur die Präsidentschaft an und gestaltete bis Ende 1881 das
von seinem Vorgänger übernommene
Kabinett in seinen Hauptträgern um. Die neuernannten Minister gehörten dem sog. Conklingschen
Flügel der republikanischen Partei an und waren namentlich unbedingte
Anhänger des
Generals Grant. Im
Gegensatz zu den frühern Vicepräsidenten
Tyler (1841) und Andrew Johnson (1865) blieb Arthur wie Millard Fillmore (1850) den
Hauptgrundsätzen seiner Partei treu. Seine Regierung war durch große Ehrlichkeit ausgezeichnet. Nachdem Arthur im
März 1885, von seinen Mitbürgern hochgeachtet, die Regierung niedergelegt hatte, starb er in
Neuyork. -
(lat.), eigentlich
Gelenk,
Glied,
[* 12] Bezeichnung für die einzelnen in sich abgeschlossenen
Teile und
Abschnitte
einer Rede oder
Schrift, für die einzelnen Gegenstände eines Warenlagers u. s. w. In der
Grammatik heißen Artikel die in vielen
Sprachen das
Substantiv begleitenden kleinen pronominalen Worte, die den
Begriff entweder als bestimmten
und bekannten (bestimmter der) oder unbestimmten, unbekannten (unbestimmter Artikel: ein) kennzeichnen. Der bestimmte
Artikel geht aus einem abgeschwächten Demonstrativpronomen hervor, wie im
Deutschen «der», das auch jetzt noch außerdem im
Sinne
von «dieser» gebraucht wird; der der roman.
Sprachen, ital. il, frz. le, ist aus dem
lat. ille (jener) entstanden.
Der unbestimmte Artikel ist das Zahlwort für die Einzahl. Die
Stellung des Artikel ist selbst in nahe verwandten
Sprachen verschieden,
z. B.
Deutsch und
Englisch haben ihn vor dem
Substantiv, die nordgerman. am Ende, z. B. dänisch kong-en «der
König», hus-et «das Haus»; während alle übrigen roman.
Sprachen ihn voranstellen, hat das
Rumänische (Walach.) ihn am Ende, z.B. franz. le moniteur, rum.
monitoru-l. Von den klassischen
Sprachen hat nur das
Griechisch den und zwar nur den bestimmten, das Latein kennt keinen Artikel. Der
Ausdruck«Geschlechtswort» für Artikel erklärt sich aus dem Mißverständnis, als sei der Artikel Zeichen
des grammatischen Geschlechts, während dieses schon dem
Substantiv innewohnt und der Artikel sich im Geschlechte nur nach dem
letztern richtet.
In der
Theologie bezeichnet man mit Artikel die einzelnen Glaubenssätze einer
Kirche oder Konfession, s.
Glaubensartikel, Schmalkaldische
Artikel u. a.
In der Rechtssprache heißen Artikel kurze, in eine gewisse Folgenreihe gebrachte
Sätze, welche thatsächliche
Behauptungen oder auf solche gerichtete Fragen enthalten, z. B. Veweisartikel im frühern
Civilprozeß, Inquisitionsartikel im frühern
Strafprozeß.
(lat.) nennt man einerseits die
Bewegung, durch die bei Erzeugung von
Sprachlauten der
Kehlkopf
[* 13] oder das
Ansatzrohr (Mund- und Nasenhöhle) zur Bearbeitung des Atmungsstroms aus ihrer Ruhelage gebracht werden,
andererseits die willkürliche Regelung, die der Atmungsstrom hierbei erfährt.
Gewöhnlich spricht man nur von Artikulation des
Kehlkopfs
und des Ansatzrohrs, beschränkt also den
Begriff der Artikulation auf die
Hemmungen, die der Luftstrom auf dem Wege durch
Kehlkopf und
Ansatzrohr erfährt (s.
Laut).
(frz.; ital. artigleria; mittelalterlich
Artolarey) hat verschiedene Herleitungen, so vom lat. arcus und telum oder
von ars tollendi, gebräuchlicher aber vom ital. arte und tirare, und bezeichnete schon
vor der Erfindung des Schießpulvers
das gesamte Kriegsmaschinenwesen. Der
Name Artillerie wurde demnächst auf das Gcschützwesen übertragen. Gegenwärtig bedeutet Artillerie die
mit
¶
mehr
Geschützen ausgerüstete und zum Gebrauch derselben bestimmte dritte und jüngste Hauptwaffengattung, die im Verein mit den
beiden andern, der Infanterie und der Kavallerie, den fechtenden Teil der Heere bildet. Artilleristen heißen die dieser Waffengattung
angehörigen Personen. Der Name Artillerie bezeichnet häufig auch lediglich die Mannschaft der Artilleriewaffe und wieder das
gesamte Geschützmaterial andererseits. Das Personal der Artillerie erfüllte bis in die neuere Zeit nicht bloß einen taktischen Zweck,
sondern ihm lag auch die Erzeugung und Verwaltung des gesamten Waffenmaterials ob, welcher Zweig mit dem Namen der technischen
Artillerie belegt wird und neuerdings schärfer von der fechtenden Artillerie getrennt worden ist.
Die fechtende Artillerie, für sich betrachtet, hat vermöge der Verschiedenheiten der Gefechtsschauplätze, auf denen
sie aufzutreten hat, so vielseitige einander widerstreitende Aufgaben zu erfüllen, daß eine weitere Trennung derselben in
verschiedene Zweige nicht umgangen werden konnte. Zunächst ergiebt sich eine Trennung in Land- und See- oder Schiffsartillerie,
wobei indes zu bemerken ist, daß die Schiffsgeschütze in der Regel von Matrosen bedient und von Seeoffizieren
befehligt werden. Die Landartillerie zerfällt in Manövrier- und in Positionsartillerie, je nachdem sie die Bestimmung hat,
im engen Anschluß an die übrigen Truppen und somit aus häufig wechselnden Stellungen oder aus mehr ständigen Positionen
zu fechten.
Die Manövrierartillerie hat ihre hauptsächlichste Bedeutung für den Feldkrieg und wird daher meist als Feldartillerie
bezeichnet. Sie führt leichte Geschütze,
[* 15] deren Lafetteneinrichtung die größte Beweglichkeit in sich schließt und eine
rasche Aufstellung in der Feuerlinie zuläßt. Die Geschütze der Feldartillerie haben eine militärisch geschulte Bespannung;
die Zugkraft ist so reichlich bemessen, daß eine Bewegung in jedem Gelände und in den stärkern Gangarten
noch möglich ist, selbst wenn durch Entbehrungen die Beschaffenheit des Pferdematerials an Güte verloren hat.
Die Bedienungsmannschaften der Feldartillerie müssen in stand gesetzt werden, die Geschütze bei ihren raschen Bewegungen
zu begleiten, zu welchem Zwecke man verschiedene Arten des Transports derselben hat. Das kostspieligste,
aber dem Zwecke rascher Bewegungen am meisten entsprechende Mittel ist das Berittenmachen der Bedienungsmannschaften, wodurch
die reitende Artillerie entsteht. Dem gegenüber steht der Transport derselben auf Fahrzeugen, woraus die fahrende Artillerie entspringt.
Die Feldartillerie ist ähnlich wie die Infanterie und Kavallerie in festgeschlossene taktische Körper
formiert. Die Gliederung beruht auf der Batterie als Einheit, d. h. als dem geringsten Körper von taktischer und administrativer
Selbständigkeit. Die Zahl der Geschütze in einer Batterie beträgt sechs oder acht, in seltenern Fällen auch vier. Außer
den Geschützen führt eine Batterie Munitions-, Vorrats- oder Batteriewagen, Feldschmieden, Packwagen u. s. w.
mit sich.
Eine Batterie zählt auf jedes Geschütz 1-2 Munitionswagen und von den übrigen Fahrzeugen im ganzen etwa 5-9, so daß der
gesamte Körper bei 6 Geschützen 15-33 Fahrzeuge umfaßt. Geschütze wie Fahrzeuge haben in der Regel besondere Einrichtungen
zum Transport der Bedienungsmannschaften. Jedes Fahrzeug ist mit 4-6, seltener mit 8 Pferden bespannt,
und auf ein Geschütz werden 1 Unteroffizier und 6-8 Mann an Bedienung,
außerdem für die ganze Batterie eine angemessene Reserve
an Mannschaften und Pferden gerechnet. Je nach der Art des Transports der Bedienungsmannschaften spricht man von reitenden,
fahrenden, Fuß-, gemischten, Kavalleriebatterien, im allgemeinen aber von Feldbatterien.
Was die Einfügung der Feldartillerie in den Organismus des Heers betrifft (s. Armeekorps), so werden den vorherrschend aus
Infanterie bestehenden taktischen Körpern in der Regel fahrende, den aus Kavallerie gebildeten reitende (oder Kavallerie-)Batterien
zugeteilt; letztere sind dem entsprechend in geringerm Verhältnis (etwa 16-20 Proz.
der gesamten Feldartillerie) vorhanden. Die nur aus Artillerie bestehenden Körper vereinigen beide Gattungen von
Batterien in sich.
Einer Abschaffung der reitenden und ihrem Ersatz durch fahrende ist schon vielfach das Wort geredet worden, doch werden die
Nachteile der erstern (Kostspieligkeit, schwierigere Ausbildung, deutlicheres Ziel gegenüber dem feindlichen
Feuer) durch den Vorteil der andauernden raschen Bewegungen, die die fahrende Artillerie mit ihren schwerer belasteten Geschützen und
Fahrzeugen nicht in gleichem Grade zu leisten vermag, hinreichend ausgeglichen, um die Beibehaltung der reitenden Artillerie zu rechtfertigen.
Abgesehen von den gemeinsamen Verbänden mit den andern Waffen
[* 16] steht die Feldartillerie häufig noch unter
besondern artilleristischen Centralbehörden (in Deutschland
[* 17] unter einer Inspektion der Feldartillerie), deren Einfluß sich
auf Ausbildung und Material bezieht und namentlich im Frieden zur Geltung kommt. Die Feldartillerie ist jetzt ausschließlich
mit gezogenen Kanonen ausgerüstet; vielfach gehen zwei verschiedene Kanonenkaliber nebeneinander.
Das leichtere ist gewöhnlich das 8-Centimeterkanon oder der Vierpfünder mit einem Geschoß
[* 18] von 4 bis 5 kg
Gewicht, das schwerere das 9-10-Centimeterkanon, Sechs-, Acht-, auch Neunpfünder genannt, mit 7-12 kg Geschoßgewicht. In
derselben Batterie ist immer nur eine Geschützgattung vertreten; die reitende Artillerie führt stets das leichte Feldgeschütz,
die fahrende dagegen ist entweder nur mit dem schweren oder zum Teil mit dem einen, zum Teil mit dem andern
Geschütz ausgerüstet und bildet danach leichte oder schwere Batterien.
In Bezug auf die Geschützsysteme der Feldartillerie betrachtet man gegenwärtig den Vorderlader als überwundenen Standpunkt;
es giebt in Europa
[* 19] keine Artillerie mehr, die nicht grundsätzlich wenigstens sich dem Hinterlader
zugewandt hätte. Die Rohre der Feldgeschütze sind aus Bronze
[* 20] oder aus Gußstahl, die Lafetten aus Schmiedeeisen oder Stahl
gefertigt. Als Munition kommen Granaten,
[* 21] Shrapnels und zu geringerm Prozentsatz Spreng- und Brandgranaten sowie Kartätschen
vor. Von den Mannschaften führen die Berittenen und Führer den Kavalleriesäbel und die Pistole oder
den Revolver,
[* 22] die Unberittenen ein Seitengewehr und oft auch ein kurzes Feuergewehr.
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