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Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine komplexe Erkrankung des Darms, die sich in auftretenden Entzündungen äußert. Die Schübe werden von unangenehmen Erscheinungen begleitet. Dabei betreffen nicht alle Symptome von Morbus Crohn ausschließlich den Verdauungstrakt. Die Krankheit kann sich darüber hinaus über andere Strukturen des menschlichen Körpers bemerkbar machen. Eine frühzeitig einsetzende Behandlung hilft dabei, einige Beschwerden zu vermeiden oder zu mildern. Somit sollte bereits bei dem ersten Verdacht einer Darmentzündung ein Arzt aufgesucht werden. Weil Morbus Crohn zunächst häufig als Reizdarmsyndrom diagnostiziert wird, empfiehlt sich eine genaue Beobachtung der auftretenden Symptome.
Bauchschmerzen
Bauchschmerzen gehören zu den klassischen Beschwerden, die sich unter Morbus Crohn bemerkbar machen und auf die stattfindenden entzündlichen Prozesse des Darms hinweisen. Einige Patienten vergleichen die Art des Schmerzes mit einem Wundgefühl. Im weiteren Verlauf von Morbus Crohn entstehen unter Umständen Aphten. Aphten stellen kleinere offene Stellen dar, wie sie manchmal auch in der Mundschleimhaut zu finden sind. Eine solche Verletzung des Darms trägt zu den unangenehmen Empfindungen im Bereich des Verdauungstraktes bei. Betroffene leiden vor allem nach dem Essen unter Bauchschmerzen, sobald der Speisebrei den verletzten Darmabschnitt passieren müssen. Schmerzen in Form von Krämpfen weisen auf die Existenz einer Engstelle hin. Bei einer Engstelle können die Nahrungsreste nur langsam fortschreiten. Dementsprechend dehnt sich der Darm direkt vor der Verengung. Darüber hinaus wird von Patienten häufig eine Aufblähung des Bauches wahrgenommen.
Blähungen
In den meisten Fällen sind Engstellen für übermäßige Blähungen verantwortlich. Generell entwickeln sich die Gase durch Darmbakterien, unabhängig davon ob es sich um einen gesunden Menschen handelt oder um eine Person, die unter Morbus Crohn leidet. Aufgrund der Erkrankung sind Betroffene jedoch dazu gezwungen, bestimmte Medikamente einzunehmen, entweder im Rahmen einer Langzeittherapie, oder um einen akuten Schub unter Kontrolle zu bringen. Die dauerhafte Einnahme zerstört wiederum das Gleichgewicht der Bakterien im Verdauungstrakt. Daraus resultiert eine deutliche Zunahme an Gasen in Vergleich zu einem gesunden Darm. Die Blähungen werden häufig durch Schmerzen begleitet, verbessern sich aber, sobald die Gase nach außen dringen.
Durchfall
Durchfall gilt als das typischste Symptom für Morbus Crohn. Bei ungefähr 70 Prozent aller Patienten tritt eine veränderte Stuhlgewohnheit auf. Wird in der Medizin generell erst dann von Durchfall gesprochen, wenn er mindestens dreimal am Tag auftritt und eine flüssige Konsistenz hat, können Patienten mit einer entzündlichen Darmerkrankung zwischen 10 und 20 Stuhlgänge täglich aufweisen. Diese machen sich sowohl tagsüber als auch nachts bemerkbar und erschweren den Alltag bei einem akuten Schub. Darüber hinaus kommt es neben Durchfall häufig zu heftigen Krämpfen im Bereich des Bauches.
Mangelerscheinungen
Häufige Durchfälle zerren nicht nur an der Kraft und werden oft als sehr unangenehm empfunden. Durch den hohen Wasserverlust können zudem Mängel auftreten. Normalerweise werden im Rahmen der Verdauung Nährstoffe und das meiste Wasser aus dem Stuhl entzogen. Durchfälle geben dem Organismus aber nicht die Gelegenheit zur optimalen Verarbeitung der Speisen. Stattdessen verlieren Betroffene große Mengen an Wasser, Mineralien, Spurenelementen und Nährstoffen. Weiterhin entstehen Mängel durch die verminderte Fähigkeit des Darms, die wichtigen Stoffe aufzunehmen. Eine solche Eigenschaft entwickelt sich durch Entzündungen und vernarbtes Gewebe. Patienten leiden nicht selten unter einem Gewichtsverlust. Bei einigen tritt eine Fehlernährung auf. Kinder und Jugendliche, die unter Morbus Crohn leiden, weisen ein erhöhtes Risiko für Wachstumsstörungen auf. Komplikationen während der Entwicklung kommen häufig wegen fehlender Nahrungsbestandteile zustande. Betroffene Minderjährige gelangen später in die Pubertät.
Um Mängel vorzubeugen empfiehlt sich eine bewusste Ernährung. Im Rahmen eines akuten Schubs mit sehr häufigen Durchfällen sollte zudem auf eine ausreichende Wasseraufnahme geachtet werden. Zugunsten des Elektrolyte-Haushalts lässt sich etwas Zucker und Salz ins Getränk hinzufügen. Langfristige Mängel führen zu ernsthaften Beschwerden wie einer Anämie, unter der etwa 80 Prozent aller Menschen mit chronischen Darmerkrankungen leiden. Weitere 75 Prozent weisen einen Vitamin-D-Mangel auf. Regelmäßige Blutuntersuchungen sind bei einer frühzeitigen Erkennung hilfreich.
Fieber
Erhöhte Temperaturen liefern einen Hinweis auf entzündliche Prozesse im Körper. Eine solche Entzündung ist Grundlage von Morbus Crohn. Dementsprechend ist das Auftreten von Fieber im Rahmen der Erkrankung keine Seltenheit. Dabei handelt es sich bei Fieber nicht um einen dauerhaften Zustand. Es macht sich in der Regel dann bemerkbar, wenn ein akuter Schub vorliegt. Darüber hinaus kann ein ausschlagendes Fieberthermometer auch auf einen Abszess deuten. Ein Abszess stellt letztendlich eine Eiteransammlung im Körper dar. Fisteln sind ein häufiges Symptom von Morbus Crohn und sollten behandelt werden. Somit ist es wichtig, dass das Auftreten von Fieber geklärt wird. Abszesse und andere eitrige Angelegenheiten bedürfen einer Therapie.
Fissuren und Fisteln
Fissuren und Fisteln sind beides begleitende Symptome der Krankheit. Wenn Morbus Crohn alle Wandschichten des Darms in Mitleidenschaft zieht, lässt sich die Entwicklung einer Fistel nicht ausschließen. Die Entzündung weitet sich aus und befällt nahegelegenen Gewebe. Auf diese Weise kann es zu einem Durchbruch kommen zwischen Darm und anderen Organen wie Blase und Scheide. Ein erhöhtes Risiko liegt bei einer Engstelle im Verdauungstrakt vor. In der Regel ist eine Fistel sehr schmerzhaft. Eindringende Darmbakterien in andere Regionen lösen manchmal Entzündungen und andere Infektionen aus. Wahrgenommen wird eine Fistel oft erst, sobald Stuhl über die Scheide oder während des Urinierens nach außen dringt. Bei einer Fissur liegt ein Einriss der Darmwand vor. Es kommt zu Juckreiz und Schmerzen. Patienten empfinden Fissuren und Fisteln oft als eine Einschränkung der Lebensqualität.
Darmengstellen
Darmengstellen entwickeln sich häufig, sobald ein akuter Schub von Morbus Crohn abheilt. Die abklingende Entzündung hinterlässt Narben. Sobald das Narbengewebe überhand nimmt, kann der Speisebrei bestimmte Stellen nur noch erschwert passieren, weil die Narben nicht elastisch sind. Der betroffene Abschnitt weist keinerlei Dehnbarkeit auf und trägt nicht zum Weitertransport des Speisebreis bei. Sobald die Verdauung unmöglich ist, muss die Darmengstelle operativ behandelt werden. Betroffene leiden unter Verdauungsbeschwerden, die sich insbesondere in Form von Verstopfungen äußern. Somit gehören neben Durchfällen später auch Schwierigkeiten beim Stuhlgang zu den Symptomen von Morbus Crohn. Weil die akuten Entzündungen die Undurchlässigkeit und Dichte des betroffenen Darmabschnitts reduzieren, können die entzündlichen Prozesse auf andere Teile des Verdauungstraktes übergreifen. Es entsteht ein so genannter Konglomerattumor.
Symptome abseits des Verdauungstraktes
Nicht alle Symptome von Morbus Crohn vereinen sich auf Magen und Darm. Stattdessen können die Beschwerden auch andere Körperstrukturen wie Augen und Gelenke treffen.
Morbus Crohn ist nicht nur für Entzündungen des Darms verantwortlich. Weil die entzündlichen Botenstoffe durch Blutbahn und Lymphe transportiert werden, ist das Auftreten von Entzündungen an anderen Stellen nicht unüblich. Diese offenbaren sich jedoch nur phasenweise. Dabei machen die Botenstoffe selbst vor den Augen nicht Halt: Hornhaut- und Regenbogenhautentzündungen gehören zu weiteren Symptomen bei Morbus Crohn. Unter der Erkrankung kann es zudem zu allgemeinen Hautveränderungen kommen. So zeigen sich zum Beispiel schmerzhafte, rötliche Knoten als eins der Symptome. Diese können über den gesamten Körper verteilt auftreten, bevorzugen jedoch oft die Region der Schienbeine. Die meisten Symptome, welche sich dezentral vom Verdauungstrakt bilden, weisen darauf hin, dass die Erkrankung schwerwiegendere Züge annimmt. Sie gelten nicht als klassische Symptome zur Erstdiagnose.