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| Cassian († 430/35) - Von den Einrichtungen der Klöster (De institutis coenobiorum et de octo principalium vitiorum remediis)

Drittes Buch: Von dem vorgeschriebenen Officium des Tages.
6. Durch Einführung der Matutin (Prim) wurde von den Obern Nichts an der alten Ordnung des Psalmengebetes geändert.
[Forts. v. [S. 52] ] Auch Das dürfen wir nicht unerwähnt lassen, daß unsere Oberen, welche eben diese Matutin dem Gebete glaubten hinzufügen zu müssen, an dem alten Brauch des Psalmengebetes Nichts geändert, sondern in derselben Ordnung wie früher in den nächtlichen Versammlungen stets die Feier des Gebetes abgehalten haben. Denn die Lobpsalmen, welche sie in diesem Lande zu der Matutin (= Laudes) ausgewählt haben, singt man ähnlich auch heute noch am Schlusse der Nachtwachen, die man nach dem Hahnenruf vor Anbruch der Morgenröthe zu schließen pflegt. Diese Gesänge sind folgende: der 148. Psalm, der mit den Worten beginnt: „Lobet den Herrn vom Himmel her“, und die folgenden; der 50. Psalm aber, der 62. und der 89. sind, wie wir wissen, für diese neue Andacht (Prim) bestimmt. Endlich wird in Italien noch heute nach Absingung der Psalmen der Matutin der 50. Psalm in allen Kirchen gesungen, was ohne Zweifel sich aus dieser Veränderung herleitet.