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Das Werk Light (dt. Licht, leicht) wird in einem verdunkelten Raum mit annähernd quadratischem Grundriss präsentiert. Vier über unseren Köpfen in den Raumecken installierte Diaprojektoren strahlen eine Glühbirne an, die von der Mitte des Raums herabhängt.
Das lose Kabelende macht deutlich, dass diese nicht an den Stromkreis angeschlossen ist. Metallschablonen mit den ausgestanzten Formen von Glühbirnen, mit denen die Projektoren ausgestattet sind, machen es möglich, dass nicht nur die weiss bemalte Birne so präzise wie möglich beleuchtet wird, sondern auch, dass an der in der jeweiligen Lichtachse liegenden Wand ihre (negativen, weil hell mit Licht „gezeichneten“) Umrisslinien wie eine Aura entstehen.
Das leise Surren der in die Kodak-Carousels integrierten Ventilatoren trägt weiter zur magischen Wirkung dieser Arbeit bei. Light wird erst – als Kunstwerk – sichtbar, wenn man erkennt, dass hier durch einen gedanklichen Kurzschluss die Umkehrung von Sender und Empfänger, von Quelle und Ziel stattfindet. Die vom energetischen Aufwand her absurde vierfache Beleuchtung einer einzigen Glühbirne weist mit Nachdruck auf die primordiale Wichtigkeit des Lichts beim Wahrnehmen von Kunst hin. Ceal Floyer stellt sich in allen ihren Werken die Frage: Wie kann man mit den minimalsten Mitteln auf die Grundlagen und Grenzen der optischen Wahrnehmung verweisen? Durch unauffällige Umkehrungen, subtilen Illusionismus und sinnige Absurditäten, wie sie auch in Light zur Anwendung kommen, zwingt uns die englische Künstlerin, die Strategien unserer Wahrnehmung zu hinterfragen. B.F.