Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03431.jsonl.gz/728

Energie und Umwelt
Holland lanciert eigenes «Textilbündnis»
Nach Deutschland plant auch Holland ein eigenes «Textilbündnis». Die unterzeichnenden Firmen aus der Textil- und Bekleidungsindustrie sollen sich verpflichten, soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der Textillieferkette zu erreichen.
Nach Deutschland plant nun auch Holland ein eigenes «Textilbündnis». Die Textil- und Bekleidungsindustrie soll sich verpflichten, soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der Textillieferkette zu erreichen, insbesondere in den Ländern Bangladesh, Indien, Pakistan und der Türkei. Eine entsprechende Vereinbarung wurde von einem Komitee aus Regierungsvertretern, Industrieorganisationen, Gewerkschaften und NGOs entworfen. Diese soll in Kraft treten, wenn bis im Sommer 2016 mindestens 35 Firmen, die zusammen rund 30 Prozent der Bekleidungs- und Textilindustrie in Holland ausmachen, die Vereinbarung unterzeichnen und eine Finanzierung zusichern.
Nach Zustandekommen des Bündnisses beginnen die Zielvereinbarungs-prozesse mit den einzelnen Firmen. Das Bündnis richtet sich nach den Empfehlungen der OECD und strebt die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Textilbündnis sowie der European Garment Flagship Initiative an. Die individuell definierten Ziele sollen einmal jährlich von einem Bündnis-Sekretariat überprüft werden, wobei die Vereinbarung vorerst auf 5 Jahre ausgelegt ist. Der europäische Dachverband Euratex geht davon aus, dass ein Zustandekommen des holländischen Textilbündnisses Signalwirkung haben wird und weitere EU Länder rasch folgen werden.
Swiss Textiles begrüsst es sehr, dass international ein Wille zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in der textilen Lieferkette besteht. Es existieren aber schon sehr viele etablierte Textillabels, welche von den Schweizer Textil- und Bekleidungsunternehmen seit Jahren genutzt werden. Statt zusätzliche Labels, Standards und Initiativen zu schaffen, wäre es sowohl für Konsumenten wie auch für Produzenten wünschenswert, dass die Vielfalt und Heterogenität der Labels reduziert würde. Es ist ausserdem zu bezweifeln, dass staatlich finanzierte und politisch motivierte Aktionspläne wie das Textilbündnis eine tatsächliche Verbesserung in den Produktionsländern bewirken. Damit sich bessere Arbeitsbedingungen und höhere Umweltstandards langfristig etablieren können braucht es vor allem die Eigeninitiative der Unternehmen und ein Umdenken bei den Konsumenten, welche die Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit auch honorieren müssen.