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Vigier Beton Berner Oberland
Der erste kommerzielle Kiesabbau auf dem Land der Burgergemeinde Wimmis erfolgte 1963 durch die Gebrüder Bettschen. Ab 1975 bis 2010 erfolgte der Kiesabbau durch die Kieswerk Steinigand AG (Kiestag), seit 2011 infolge Namensänderung der Kiestag durch die Vigier Beton Berner Oberland. Die Erträge aus dem Kiesabbau sind, nebst den Mietzins- einnahmen, die grösste Einnahmequelle der Burgergemeinde Wimmis.
Vigier Beton Berner Oberland gehört der Vigier-Gruppe an. Neben Kiesabbau betreibt die Vigier Beton Berner Oberland auch ein eigenes Transportunternehmen. Auf dem Gelände Steinigand sind ausserdem die AVAG, (AG für Abfallverwertung), die SOGES (Sortiergesellschaft) und die BOAG (Betonpumpen Oberland / Aaretal AG) angesiedelt.
Kiesabbau
Das Abbaugebiet befindet sich entlang der Kander, an der Hauptstrasse zwischen Spiezwiler und Wimmis. Kies ist einer der wichtigsten Rohstoffe der Schweiz. Kaum ein Bauwerk kommt heute ohne Kies oder Beton aus. Kiesgruben liefern den Baustoff und nehmen zudem Aushubmaterial entgegen. Sie haben eine zentrale Bedeutung im Kreislauf von Bau- und Deponiestoffen.
Vorgehen beim Kiesabbau
Aufbereitung des Materials
Das Material gelangt über ein Förderband zur Vorwaschanlage. Von hier wird es zum Kieswerk weiter transportiert, wo es nochmals gewaschen und in die verschiedenen Korngrössen (auch Komponenten genannt) ausgesiebt und in Silos gelagert wird. Ein Teil des Materials wird gebrochen und als Splitt verwendet. Ungefähr 1/3 des Materials wird beim Kieswerk durch einen Pneulader, 2/3 des Materials mittels Förderband auf die Lastwagen geladen.
Verwendung
Geologie
Der Abbau befindet sich auf dem ehemaligen Talboden, der von der Kander bis zu ihrer direkten Einleitung in den Thunersee im Jahre 1713 durchflossen und aufgeschottert wurde. Seither hat sich die Kander am ehemaligen östlichen Talrand eingetieft und eine markante Terrasse erodiert. Mit der Tieferlegung der Kander ist auch der Grundwasserspiegel grossräumig abgesenkt worden, was den heutigen Trockenabbau von Material überhaupt erst ermöglicht hat.
Die aufgeschlossenen Schichten in der Grube umfassen zwei Einheiten: Eine untere, schräg geschichtete und eine obere, horizontal geschichtete. Beide Schichten werden durch sandige Schotter dominiert. An der Schichtgrenze treten häufig Findlinge auf.
Die schräg geschichteten Schotter sind Ablagerungen der Kander, als sie in einen alten, höher als heute gestauten Thunersee mündete. Man kann diese Ablagerungen flussabwärts bis zur Kanderschlucht durch den Strättlihügel verfolgen. Diese Schotter sind sicher älter als die vorletzte Eiszeit.
Die horizontal geschichteten Schotter sind Ablagerungen der Kander nach der letzten Eiszeit bis 1713. Zwischen diesen Ablagerungen gibt es also eine Schichtlücke: Die Ablagerungen der letzten und der vorletzten Eiszeit fehlen.
Nur die vorhandenen Findlinge belegen die ehemalige Gletscherbedeckung des Kandertals: Die Gesteinsarten der zum Vorschein kommenden Findlinge sind Leitgesteine aus dem Kander- und dem Gasterntal die hierher transportiert wurden.
Was passiert mit der Kiesgrube?
In früheren Jahren wurde die Kiesgrube Steinigand durch die Deponie von nicht wiederverwertbaren Abfällen aufgefüllt. Heute werden nach Beendigung einer Kiesabbauetappe die Gruben mit Aushubmaterial — zum Beispiel von Baustellen oder Altschotter von Bahnbaustellen — aufgefüllt und anschliessend rekultiviert. Für die Burgergemeinde entstehen so wieder landwirtschaftlich voll nutzbare Flächen.
Renaturierung Aubächli
Im Zusammenhang mit der Wiederherstellung des Abbaugebietes wurde das Aubächli renaturiert. Links und rechts des unteren Bachlaufs wurden Tümpel geschaffen, die von Gelbbauchunken besiedelt wurden. Der Bachlauf selber wurde mit Steinen und Wurzelstöcken naturnah gestaltet. Der Dolenkrebs und die Groppe haben hier einen neuen Lebensraum erhalten.
Die Stiftung Landschaft und Kies bezweckt die Wahrung der Interessen von Landschaft und Natur beim Abbau von Steinen und Erden. Die Kiestag AG ist Gründungsmitglied dieser Stiftung. Weitere Informationen erhalten Sie über den Link zur Stiftung Landschaft und Kies.