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Pfarrer August Berz verstorben
Der ehemalige Pfarrer von Ins, ein Sprachvirtuose und Bücherkenner, verstarb am 24. Juni im Alter von 101 Jahren in Wettingen AG.
August Berz war Priester, Prediger, Herausgeber und Übersetzer. Er hatte den Weltkatechismus der katholischen Kirche und Werke grosser Theologen, etwa von Yves Congar und Carlo Martini, aber auch von Johannes Paul II. übersetzt. Unzählige Literatursammlungen hat er herausgegeben. Er war über 75 Jahre lang Priester der katholischen Kirche und Mentor vieler Theologiestudierender.
Bescheidenheit und Weisheit sagte man ihm nach. Ihm, der Italienisch, Französisch, Spanisch, Englisch und Latein fliessend in Wort und Schrift beherrschte.
Am 29. Dezember 1918 in Wettingen geboren, studierte er in Luzern und Fribourg Theologie. Nach dem Doktorat war er Regens am Salesianum und Dozent für Katechetik an der Universität in Fribourg. Zwischen 1980 und 1989 war er Pfarrer in Ins, anschliessend bis 2007 priesterlicher Mitarbeiter.
Zu seinem 100. Geburtstag im vergangenen Jahr, schrieb Kardinal Kurt Koch in einem Brief an August Berz: «Wie die Freude das Vorzeichen des Evangeliums ist, so ist es auch, lieber August, das Vorzeichen Deines Lebens und Wirkens, Du hast immer die Freude des Evangeliums, das Du verkündet und in den Sakramenten gefeiert hast, auch gelebt: als Vikar und Katechet, indem Dir die Weitergabe des Glaubens an die kommende Generation ein Herzensanliegen gewesen ist und dann während den 25 Jahren Deines Wirkens als Regens im Salesianum in Fribourg, indem Du viele Theologiestudierende begleitet und auf den kirchlichen und speziell priesterlichen Dienst vorbereitet hast.
Anschliessend bist Du bereit gewesen, ins Bistum Basel zurückzukehren und Dich in Ins als Pfarrer zur Verfügung zu stellen. Während diesen verschiedenen Aufgaben hast Du auch immer grosse Übersetzungsarbeit geleistet. Du hast viele theologische Beiträge und Schriften übersetzt, wobei Du Deine reichen Sprachkenntnisse anwenden konntest. Du hast diese keineswegs leichte Aufgabe des Übersetzens bewusst auf Dich genommen, um auch theologisch auf dem Laufenden zu sein. Dein Vorgänger im Salesianum hat Dich deshalb mit Recht als ‹Goldenen Theologen› bezeichnet. Dies ist natürlich nicht quantitativ gemeint, denn die ‹Goldenen Jubiläen› hast Du schon längst hinter Dich gebracht.
Es ist viel mehr qualitativ gemeint, dass Dein theologisches Denken den Menschen Gold wert ist. Deine Theologie spricht die Menschen deshalb an, weil sie spüren, dass sie von einer tiefen Spiritualität geprägt ist und den Menschen helfen will, mit Gott zu leben, Titel von verschiedenster Deiner Bücher wie ‹Mit Gott ins heute›, ‹Als Christ in den Tag› und ‹Mit Gott durch das Leben› bezeugen, worum es Dir in Deinem priesterlichen und theologischen Wirken gegangen ist und geht.»
August Berz war inzwischen der älteste Priester des Bistums Basel. Seit fünf Jahren lebte er wieder in Wettingen in seinem Elternhaus. Zuletzt in einem Pflegeheim.
Nun ist er am Mittwochabend, 24. Juni, «friedlich eingeschlafen», wie aus seinem Bekanntenkreis zu erfahren ist. Die Bestattung fand am 30. Juni in Wettingen statt.
Andreas Krummenacher
Zu seinem 90. Geburtstag hat ihn die damalige «pfarrblatt»-Redaktorin Angelika Boesch besucht. Die Schilderung dieser Begegnung lesen Sie hier als PDF: «Ohne Wandlung kein Leben», «pfarrblatt» Nr. 8/2009
Das Thuner Projekt «und» - das Generationentandem besuchte und interviewte August Berz vor drei Jahren:
- Pfarrblatt / Angelus