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Die Semikastration (auch Orchiektomie auch Ablatio testis), die Entfernung eines der beiden Hoden, ist die erste Behandlungsmassnahme nach der Diagnose eines Hodenkrebses. Die Fertilität (Fruchtbarkeit) des Patienten wird durch die Entfernung eines Hodens in der Regel nicht eingeschränkt. Trotzdem wird zu einer Samenspende vor dem Eingriff geraten. Wichtig ist ausserdem eine Messung des Testosteronspiegels vor der ersten OP. So kann im Fall eines (seltenen) beidseitigen Auftretens der normale Spiegel wieder eingestellt werden. Anschliessend folgt in Abhängigkeit vom Stadium eine Strahlen- oder eine Chemotherapie. Nach einer operativen Hodenentfernung kann eine Hodenprothese eingesetzt werden. Häufig wird auch eine retroperitoneale Lymphadenektomie durchgeführt, bei der zusätzlich zum Hoden noch die Lymphkonten im Bauchraum entfernt werden. Einerseits werden dadurch bereits vorhandene Mikrometastasen in den Lymphknoten beseitigt. Andererseits wird dem Tumor damit die weitere Verbreitungsgrundlage entzogen.
Bei einem bestehenden Hodentumor besteht die Gefahr von Krebsvorstufen (testikuläre intraepitheliale Neoplasie) auch im kontralateralen Hoden. Da die häufige postoperative Chemotherapie die Krebsvorstufe in 7% heilt, wird eine Hodenbiopsie der Gegenseite erst nach Abschluss einer eventuellen Chemotherapie empfohlen. Nach der Chemotherapie kann eine testikuläre intraepitheliale Neoplasie durch eine Bestrahlung des Hodens geheilt werden.