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Ein alter Schreiner und seine Frau, die in der Antike mit einem Esel nach Bethlehem reisen, ziehen irgendwie nicht mehr. Hier die gepimpte Weihnachtsgeschichte für den Medien-Guru von heute.
Josef war ein einfacher Hipster, der mit seiner Frau Maria in einem Block in der Agglomeration von Nazareth wohnte. Maria war emanzipiert und arbeitete neben ihrem Wirtschafts-Studium Teilzeit bei einer Bank. Sie lernte gerade für eine wichtige Prüfung, als ihr auf Tinder ein Engel erschien.
Als Maria Josef einen positiven Schwangerschaftstest zeigte, war dieser zunächst skeptisch. Dann aber tröstete er sich mit dem Gedanken, dass er das Auto bekommen würde, falls das Kind nicht von ihm ist.
Acht Monate später, an einem Throwback-Thursday, erreichte ein neuer Trend Nazareth. Nach «Planking» und der «Ice Bucket Challenge» kam nun «Volkszählung». Es sollten nun alle Leute dahingehen, ein Selfie an ihrem Geburtsort knipsen und es mit #myHometown auf Instagram stellen. Josef und Maria beschlossen, dass ihnen ein bisschen Ferien wohl ganz gut tun würden und deshalb suchten sie über Airbnb eine Unterkunft in Bethlehem, Josephs Geburtsort.
Das Meiste war bereits ausgebucht, doch nach ein paar Minuten Suche hatten sie Glück. Sie buchten ein lauschiges Appartement, das relativ nahe am Stadtzentrum gelegen und nicht allzu teuer war.
Maria bekam jedoch Zweifel: «Oh Josef, keine Fluggesellschaft der Welt würde eine hochschwangere Frau wie mich mitnehmen! Und mit dem Auto dauert die Reise so lange!» Josef aber wischte ihre Bedenken beiseite: «Nur ein Esel würde die Strasse nehmen! Seit kurzem ist der Tempelberg-Basistunnel für die Eisenbahn geöffnet, wir werden im Null-Komma-Nichts in Bethlehem sein.»
In Bethlehem angekommen trauten sie ihren Augen nicht! Die Wohnung entsprach in keinster Weise dem, was auf der Webseite angepriesenen wurde. Statt eines geräumigen Doppelbetts fanden sie nur eine kleine Krippe vor. Überall lag Stroh und der Stromkasten schien auch kaputt zu sein. Im Wohnzimmer hatten sich bereits Kühe und Schafe eingerichtet und auf allen Radiosendern lief nur «Last Christmas» von Wham!.
Ausgerechnet in dieser Atmosphäre bekam Maria die Wehen. Dummerweise hatten Joseph und Maria die ganze Fahrt über auf ihren Mobiltelefonen «Candy Crush» gespielt, so dass der Akku leer war. Ihren Steckdosen-Adapter hatten sie auch zuhause vergessen und so waren sie ziemlich aufgeschmissen.
Irgendwie gelang es Josef mit Hilfe eines Youtube-Tutorials trotzdem, die Geburt an Stelle einer Hebamme durchzuführen.
Also zückten die vorbeigehenden Hirte ... äh ... Tierwirte mit Fachrichtung Schäferei ihre Smartphones und teilten Josefs Facebook-Status, so dass sich die Nachricht von Jesus Geburt viral im Netz verbreitete.
Im Morgenland erreichte die Kunde von der Geburt Jesu derweil die drei Diktatoren Kaspar, Melchior und Balthasar. «Dieses Wunder muss ich mit eigenen Augen sehen!» sprach Melchior und zückte sein iPhone. Nachdem sie sich das Baby-Album auf Josephs Facebook-Seite angesehen hatten, wollten sie dem Kind ein Geschenk machen. Die Adresse war schnell gefunden, denn sie folgten der Ein-Stern-Bewertung, die Josef der Wohnung gegeben hatte.
Wieder zuhause dachten alle an das fantastische Konzert zurück und malten sich die Wunder aus, die das Neugeborene noch bewirken sollte. Plötzlich stutzte Josef und sagte: «Wir müssen nochmal zurück!» Maria fragte erstaunt: «Wieso?»