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Zum Gedenken an Tom Dorrance
Denken wie ein Pferd
Am 11. Juni hat sich der Todestag eines Mannes, der den Umgang mit Pferden revolutioniert hat, zum 15. Mal gejährt. Grund genug, Tom Dorrance ein wenig zu beleuchten. Wer war der Mann, der stets betont hat, dass er nicht Menschen mit Problempferden hilft, sondern Pferden mit Menschenproblemen? Und wie viel davon lebt heute weiter? WESTERNER fragte eine, die es wissen muss, Tom’s Frau Margaret Dorrance.
Ich war wohl kaum je so nervös in meinem Leben wie an jenem Freitagabend im Juni. Einen halben Tag davor hatte ich Tom Dorrances Webmaster angefragt für Bilder für diesen Artikel, und ob es vielleicht möglich wäre, seiner Frau ein paar Fragen zu stellen. Binnen weniger Stunden schrieb mir Margaret Dorrance persönlich: Natürlich, ich solle doch um 2.00 Uhr anrufen, oder ob mir eine andere Zeit lieber wäre? Und so sass ich da, eine Stunde vor dem Termin, und kritzelte verzweifelt Fragen auf den Block. Was fragt man die Frau eines Mannes, der die Pferdewelt verändert hat wie kein zweiter, von dem ich Geschichten kannte, die mir Gänsehaut geben? Konnte nicht alles zu banal sein, was ich frage? Oder zu tief, zu persönlich?
Anders als die Anderen
Meine Angst war unbegründet. Margaret Dorrance lächelte nur, als ich ihr meine Gedanken offenbarte, und sagte «you will be all right». Trotz kratzender Telefonleitung spürte ich Freundlichkeit und Wohlwollen, und so plauderten wir zuerst über Toms Ursprünge. Er wurde 1910 in Oregon geboren, war das sechste von acht Kindern, der Jüngste von vier Söhnen und wuchs auf der elterlichen Ranch auf. Die Familie züchtete Rinder. Die Kinder halfen früh mit, auch beim Zureiten der Pferde. «Ich weiss nicht genau, wann er damit angefangen hat, aber er machte es anders als seine Brüder. Tom mochte nicht, wenn Pferde bockten», erzählt Margaret Dorrance. «Er streichelte sie ständig. Seine Brüder sagten ihm «Du wirst sie ruinieren», aber er tat es trotzdem.»
Sybille Kloser
Faszination Wanderritten: Hans Schmutz gibt Tipps
Ritte über weite Distanzen sollten lange im voraus geplant und vorbereitet werden
Aimé Félix Tschiffely ritt 1925 vom argentinischen Buenos Aires 16‘000 km nach Washington DC in den USA. Innerhalb von gut drei Jahren, verteilt auf 500 Reittage bewältigte der Schweizer Lehrer und Schriftsteller diesen herausragenden Fernritt, welcher in die Geschichte einging. Auch heute übt das Wanderreiten auf viele Pferdebegeisterte eine grosse Faszination aus.
Die Basis ist entscheidend
Für Hans Schmutz beginnt das Wanderreiten, ja nicht mal dessen erste Planung schon viel früher, nämlich beim täglichen Umgang mit seinen Pferden. «Ich achte darauf, stets gut gelaunt und gelassen zu meinen Pferden in den Stall zu gehen. Für mich ist ein Pferd ein Kumpel. Es soll sich auf mich und das Halfter in der Hand freuen, wie ein Hund, dessen Herrchen mit der Hundeleine daherkommt. Ich will, dass mir meine Pferde überall hin folgen, aus freiem Willen und ohne Druck. Das ist eigentlich meine ganze Philosophie, der Umgang mit dem Pferd muss stimmen, es soll eine Bindung da sein», erklärt Hans Schmutz. Er nimmt sich sehr viel Zeit für seine Pferde und betont, dass es sich dabei um die Beziehung zum Pferd und nicht einstudierte Zirkustricks handelt. Sein Motto, dem er stets treu bleibt, lautet: «So lieb wie möglich und nur so streng wie notwendig zum Pferd sein. Aber niemals soll ein Pferd verhätschelt oder vermenschlicht werden. Ich will in jeder Situation das Alphatier sein».
Sicherheit zu Hause trainieren
Vieles, gerade die Verkehrs- und Gelände-Sicherheit, die ein gutes Wanderreitpferd vorweisen soll, kann zu Hause in aller Ruhe trainiert und in den Alltag integriert werden: «Ein Pferd kann auch im heimischen Stall mit vielerlei Geräuschen, Bodenbeschaffenheiten und weiteren Einflüssen konfrontiert werden. So kann auch mal ein Ausritt ins nächste Dorf, vielleicht sogar in eine Stadt unternommen werden. Oder vielleicht ist eine Wasserquerung möglich. Geröll oder ein kleiner Abhang, Engstellen oder schmale Pfade sollen, wenn irgendwie möglich, im Vorfeld thematisiert werden. Ich behaupte, dass 70% der Vorbereitung zu einem Wanderritt aus Vertrauen und Verbindung zum Pferd bestehen. Selbst wenn mein Pferd vor etwas scheut, will ich, dass es bei mir bleibt und schlussendlich meine Sicherheit übernimmt».
Karin Rohrer
Pioniere der einzigen, echten Schweizer Pferderasse –
Heidi Gurtner und Hansruedi Arn
Der Urfreiberger ist wieder präsent
Seit 1994 kämpfen Heidi Gurtner und Hansruedi Arn mit viel Herzblut, um den Erhalt des Ur-Typs und der Urgenetik in der Freibergerrasse und für die Erhaltung einer breiten genetischen Basis. Auslöser für ihr Engagement, war eine Stute, die Heidi Gurtner mit einem so genannten «Reinen Hengst» belegen wollte. Wir machen hier einen historischen Rückblick auf einige bewegten Momente.
Im Jahr 1997 verabschiedete sich der Bund aus der Freibergerzucht, was zur Gründung des Schweizerischen Freiberger Zuchtverbands (SFZV) im Jahre 1997 als privater Zuchtverband führte. Ebenfalls im Jahr 1996 wurde auf Initiative Heidi Gurtners die Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Original-Freiberger (IGOFM) gegründet, mit der Zielsetzung, die so genannten reinen Hengstlinien und Stutenstämme zu erhalten. Die in ihrer Zeit Verantwortlichen der IGOFM wollten gemeinsam mit dem SFZV dieses Ziel erreichen, anstatt damals schon, wie ihnen von Fachleuten geraten, einen selbständigen und anerkannten Zuchtverband zu gründen. 1997 einigten sich die beteiligten Partner SFZV, IGOFM, Pro Specie Rara und das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) darauf, dass als Stichjahr das Jahr 1950 gelten solle. Alle zuvor geborenen Pferde und deren Nachkommen gelten zu 100% reinrassig. Verbunden mit dem Wissen, dass auch da noch geringe Fremdblutanteile vorhanden waren, jedoch in anderer Konstellation der Founderhengste (Kaltblüter, Halbblüter). Das Ziel der IGOFM fokussierte sich vor allem gegen die massiven Einkreuzungen von Warm- und Vollblütern in die Rasse ab dem Jahr 1959 (Founder Doktryner, OX etc.). Die IGOFM hatte wenig Erfolg, denn ihr Antrag auf 0,0 Prozent Fremdblut für einen so genannten Originalfreiberger wurde abgelehnt. Damals schon wurde in Fachkreisen behauptet, der Erhalt der Ur-Rasse sei nur noch möglich bis zu einem Fremdblutanteil von zwei Prozent, obwohl bekannt war, dass zu der Zeit noch mehr als 2000 Stuten und etwa dreißig Hengste vom alten Schlag in der Zucht standen, und eben daher diese Zweiprozenttheorie unzutreffend war, damals wie heute. Man darf nochmals darauf aufmerksam machen, dass seiner Zeit die Przewalski-Pferdepopulation nur noch dreizehn zuchtfähige Pferde zählte; heute dagegen sind es wieder über 1500 Individuen ohne irgendwelche Anzeichen von Inzuchtdepressionen.
Rainer Winkler
Summer of Reining mit $ 80'000 Added Money
SVAG CS Classic
und CS Maturity
Vom 2. bis 7. Juli 2018 werden in Givrins wieder die Tore offenstehen. Mit über US $ 80’000 Added Money ist dieses Turnier der höchstdotierte Reining-Event in der Schweiz. Zuschauer und Teilnehmer erwartet wieder hochstehender Sport und eine entspannte Zeit auf der CS Ranch im waadtländischen Givrins.
Es werden gleich zwei CRI’s stattfinden. Sie zählen als Qualifikation für die Weltreiterspiele 2018 sowie die FEI Europameisterschaften der Young und Junior Rider 2018. Die Resultate der regulären NRHA Show zählen für die NRHA Switzerland Highpoint Wertung 2018 sowie als Qualifikation für die NRHA European Affiliate Championships 2019.
Ranch Riding, Naturtrail, Sort n’ Rope, Horsemans Work
Topspine Cowhorseday und Europ’s Greatest Horseman
Im Bernischen Zauggenried auf der Reitanlage Mooshof werden am 21. und 22. Juli 2018 wieder die Rinder getrieben und das Lasso geschwungen. Eine gute Stimmung und viel Country-Feeling ist vorprogrammiert.
Am Samstag steht der Teamwettbewerb im Vordergrund. Geritten wird in Gruppen zu drei Reitern. Jedes Team bekommt drei Rinder zugeteilt und absolviert mit ihnen verschiedene Aufgaben. Dabei kommt es nicht nur auf das Einhalten der vorgesehenen Zeit an, die Richter werden auch für die Ausführung Punkte vergeben.
Am Samstagabend gibt es Live-Musik und Festbetrieb.
Vorschau auf das Symposium Pferde 2018
Ohne Huf kein Pferd
Am 2. und 3. November 2018 wird an der Vetsuisse Fakultät der Universität Zürich der Huf im Mittelpunkt stehen. Während sich die Fachtagung am Freitag an Berufsleute richtet, ist die Publikumsveranstaltung vom Samstag, 23. November 2018 offen für jede und jeden Pferdeinteressierten.
In verschiedenen Workshops werden brennende Themen rund um den Huf behandelt unter der Berücksichtigung von biomechanische Fakten und neusten Erkenntnissen aus der Wissenschaft. Wie etwa was die Kriterien eines guten Beschlags sind und warum es so anspruchsvoll ist, was die Kriterien eines guten Barhufs sind, oder Alternativbeschläge und deren Auswahlkriterien unter Berücksichtigung der Biomechanik.