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Die Geschichte von Bianca
Liebes Kopfrauschteam,
Liebe Kopfrausch Community,
mein Name ist Bianca, 26 Jahre alt und ich würde auch sehr gerne meine Geschichte mit euch teilen um anderen Menschen Mut zu machen.
Ich habe ein aufregendes Jahr hinter mir, mit vielen Höhen und Tiefen. Ich leide nicht an Krebs und auch nicht an Alopecia areata. Mein Haarausfall kam aufgrund von Nebenwirkungen von Medikamenten. Ende Juni erkrankte ich, wie sich später herausstellte, an Agranulozytose. Aufgrund einer schweren Rückenoperation nehme ich immer mal wieder seit 12 Jahren, ein stark schmerzlinderndes und fiebersenkendes Mittel (ein Metamizol), gegen starke Rückenschmerzen ein.
Es fühlte sich an, als ob ich eine Mandelentzündung bzw. Grippe bekommen würde. Starke Gliederschmerzen, hohes Fieber und Halsschmerzen waren die Symptome. Nach ein paar Tagen wurde ich ins Krankenhaus eingeliefert und nach kurzer Zeit schien es besser zu werden, aber nach 3 Tagen stieg das Fieber erneut hoch an und ich erreichte mittlerweile eine Temperatur in Höhe von 43°C. In Osnabrück konnten die Ärzte keine genaue Ursache feststellen und verlegten mich in ein anderes Krankenhaus nach Münster.
Über einen längeren Zeitraum gingen die Ärzte vom Pfeifferschem Drüsenfieber aus. Sogar bösartiger Lymphdrüsenkrebs wurde vermutet. Aber dies bestätigte sich nicht. Anhand meines Blutbildes erkannten sie, dass ich kaum noch weiße Blutkörperchen in meinem Körper hatte und sich eine Pilzpneumonie (Lungenentzündung) entwickelt hat. Diese merkte ich allerdings nicht. Ich lag lange Zeit auf der Intensivstation mit Sauerstoffzufuhr. Es kamen jegliche Entzündungen hinzu, da ich kein Immunsystem mehr hatte. Ebenfalls hat sich eine Thrombose in meinem Oberschenkel entwickelt. Nach mehreren Wochen und einigen Eingriffen (Operationen und Knochenmarkspunktierungen) stellte sich heraus, dass ich das Medikament (ein Metamizol) nicht vertragen habe und sich daraufhin mein Immunsystem fast vollständig verabschiedet hat. Für die Ärzte war dies ein Phänomen, weil sie diese Krankheit fast nur aus dem Studium kannten bzw. einzelne Symptome aus der Krebstherapie. In meisten Fällen verläuft diese Krankheit tödlich und ich habe sie besiegt.
Ich musste über einen längeren Zeitraum starke Medikamente einnehmen und nach 2 Monaten fielen mir die Haare nach dem Duschen und Haare kämmen aus. Ich habe Angst bekommen, weil ich darauf nicht vorbereitet war und mir keiner was von möglichen Nebenwirkungen erzählt hat. Nach Rücksprache mit meiner Hausärztin, sollte ich mich darauf einstellen, dass mir einmal ganz die Haare aufgrund der Nebenwirkungen meiner Medikamente ausfallen werden. Nach kurzer Zeit konnte ich die kahlen Stellen mit dem restlichen Haar nicht mehr verdecken. Ich habe mich dazu entschieden, sie komplett abzuschneiden. Ich habe es nicht mehr ertragen zu duschen oder mir die Haare zu kämmen, weil ich immer die Hoffnung hatte, es würde aufhören, aber dies tat es nicht. Es war die richtige Entscheidung, sie komplett abzurasieren, weil ich somit nur einmal „den Schock“ überwinden musste, die Haare zu verlieren.
Letztendlich finde ich mich ohne Haare auch hübsch und konnte mich ganz neu kennenlernen. Ich habe viele verschiedene Mützen und Kopftücher ausprobiert, weil für mich keine Perücke in Frage kam, weil das einfach nicht „ich“ gewesen wäre. Mit den Kopftüchern fühle ich mich sehr wohl, aber auch ohne Haare. Ich habe mich fotografieren lassen, weil ich diesen Moment gerne festhalten wollte. Ich habe keine Angst mehr davor, wenn ich in Zukunft nochmal meine Haare verlieren sollte, weil es ändert sich nur das Äußerliche und nicht die Persönlichkeit. Durch die Unterstützung, der Menschen, die ich liebe, habe ich diese schwere Zeit gut überstanden. Diese Krankheit hätte mir fast mein Leben genommen, aber sie hat mich stärker gemacht und meine Sichtweise auf das Leben verändert.
Liebe Grüsse
Bianca