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Rund und schwarz sind die Kameras, nicht auf den ersten Blick erkennbar an der Decke angebracht. In den Gängen, im Aufwärmbereich, überall in den Katakomben auf der Anlage der Australian Open. Gesteuert werden sie von einem Kontrollraum aus, erlauben eine Rundumsicht und ein Ranzoomen. Ausschnitte davon erscheinen im Fernsehen. Auch einen Livestream gibt es. Einer davon zeigt am Dienstag, wie Belinda Bencic sich mit Trainer Dimitri Tursunow auf ihren ersten Einsatz vorbereitet.
Ein Entkommen vor den Kameras ist unmöglich. Dabei mag Bencic diese ständige Überwachung nicht, wie sie nach ihrem 6:1, 6:2-Erfolg gegen die Bulgarin Viktoria Tomowa (WTA 91) sagt. Das sei auch der Grund, weshalb sie sich nicht vorstellen könne, sich für eine Fortsetzung der Netflix-Dokumentation «Break Point» zur Verfügung zu stellen, die derzeit eines der dominierenden Themen unter den Spielerinnen und Spielern ist.
Unter ihnen ist der Tenor eindeutig. Die ersten fünf von zehn Episoden seien allenfalls geeignet, ein neues Publikum an den Sport heranzuführen. Wer sich nahe oder sogar innerhalb der Tenniskarawane bewegt, erfährt wenig Neues, oder ist sogar enttäuscht. Wie Belinda Bencic, die sagt: «Ich hatte mir mehr erhofft und dachte, es sei ehrlicher.» Die Geschichten würden immer nach dem gleichen Muster erzählt: «Nervosität, grösstes Spiel meines Lebens. Ich hätte mir etwas mehr Gossip gewünscht.»
Derzeit suchen die Macher nach Protagonisten für eine Fortsetzung. Steht Belinda Bencic zur Verfügung, wenn sie angefragt würde? Schliesslich ist sie Olympiasiegerin, gehört seit Jahren zur erweiterten Weltspitze und ist eines der bekanntesten Gesichter im Frauentennis. Dennoch winkt die bald 26-jährige Schweizerin ab. Sie fühle sich nicht besonders wohl, wenn es überall Kameras habe. «Und ich kann mich dann nicht so gut öffnen.»
Am wohlsten fühlt sie sich auf dem Tennisplatz. In Melbourne setzte sie ihren Siegeslauf, der in der letzten Woche in Adelaide begonnen und mit dem Turniersieg geendet hatte, fort und wehrte sich danach nicht gegen den Eindruck, sie gehöre zu den Anwärterinnen auf den Titel beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres, als sie sagte: «Ich sehe mich nicht als absolute Favoritin, aber als eine derjenigen, die hier gewinnen können.»
Bencic bestreitet in Melbourne ihr 30. Grand-Slam-Turnier, bisher ist der Halbfinalvorstoss bei den US Open 2019 ihr bestes Resultat. In Australien stellt der Achtelfinal 2016 das Bestergebnis dar, in der letzten Saison kam sie bei den vier wichtigsten Turnieren des Jahres nie weiter als in die dritte Runde. Das zu ändern, ist Bencics erklärtes Ziel. Deswegen hat sie auch den Russen Dimitri Tursunow als neuen Trainer geholt, dem sie grosses Vertrauen entgegenbringe, wie sie im Interview mit dieser Zeitung sagte.
Um den von klein auf gehegten Traum vom Grand-Slam-Titel wahr werden zu lassen, müsse sie ihre Komfortzone verlassen, glaubt Bencic. Das beginne beim Training und setze sich beim Aufbrechen von Routinen zwischen den Spielen fort. Tursunows Ziel sei es, Lockerheit zu vermitteln.
Und wenn am Ende dieses Prozesses der erstmalige Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier stehen sollte, spätestens dann wird Belinda Bencic sich auch vor den Kameras und im Blitzlichtgewitter der Fotografen wohlfühlen. (aargauerzeitung.ch)
Olympiastadion in München, 73'132 Zuschauer sind gekommen. Und die meisten sind schon lange vor dem Anpfiff da, denn es gibt etwas zu bestaunen. Nicht nur die eigenen, die Bayern, nein. Der beste Fussballer der Welt präsentiert sich: Diego Armando Maradona. Mit Napoli steht der argentinische Weltmeister im Halbfinal des UEFA-Cups.