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Der Bundesrat führt das sogenannte Resettlement-Programm weiter. Von 2024 bis 2025 kann die Schweiz somit wieder bis zu 1600 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aufnehmen. Für diese Personen ist das unentbehrlich, wie eine junge syrische Familie erzählt.
Unzählige Menschen müssen trotz ihrer Flucht aus der Heimat in prekären und unsicheren Verhältnissen leben, etwa in den Nachbarländern. Mit dem Resettlement-Programm des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR kann diesen besonders verletzlichen Geflüchteten geholfen werden.
Resettlement bezeichnet die dauerhafte Neuansiedlung in einem Drittstaat, der ihnen vollen Flüchtlingsschutz gewährt.
Die Schweiz nimmt seit 2013 am Programm teil und so können jährlich etwa 800 Personen in die Schweiz einreisen. Ende 2022 hat die Schweiz das Resettlement-Programm sistiert. Mitte Juni 2023 hat der Bundesrat jedoch entschieden, das Programm in den kommenden zwei Jahren weiterzuführen und die Sistierung aufzuheben, sobald sich die Situation im Schweizer Asylwesen entspannt.
Mit dem Programm entlastet die Schweiz auch Nachbarstaaten von Konfliktländern, die rund 70 Prozent aller Geflüchteten weltweit beherbergen. Diese Staaten sind häufig selbst mit wirtschaftlichen Problemen konfrontiert.
Ein Beispiel ist der Libanon. Hierhin sind Millionen Syrierinnen und Syrer vor dem Krieg geflohen. So auch Abdulrazzak Al Hussein* und seine Frau Alaa*.
Wenn medizinische Versorgung unerschwinglich ist
Abdulrazzak kann im Libanon zwar umgehend als Fliesenleger arbeiten, als die beiden dort ankommen. Syrische Geflüchtete sehen sich aber mit wachsendem Misstrauen konfrontiert. Doch damit nicht genug. Als Alaa 2015 mit ihrem ersten Kind schwanger ist, bleibt ihr eine angemessene medizinische Versorgung verwehrt. Eine solche ist unerschwinglich, und die finanzielle Situation der Familie prekär.
In der Hoffnung, Hilfe zu erhalten, melden sich die werdenden Eltern beim UNHCR und ziehen die Möglichkeit in Betracht, in ein anderes Land zu fliehen. Das Glück bleibt ihnen jedoch verwehrt.
Als die Familie zwei weitere Kinder erhält, wird das Leben im Libanon immer schwieriger. Die Preise explodieren und die libanesische Währung verliert von Tag zu Tag an Wert. Abdulrazzak erinnert sich:
«Die 1ʼ000 US-Dollar, die ich fast jeden Monat verdiente, reichten nicht mehr aus.»Abdulrazzak Al Hussein
Plötzlich kommt Hoffnung auf
Daraufhin beschliesst Alaa, zum UNHCR zurückzukehren. Mit Erfolg: Die junge Familie kann Ende 2020 nach Matran reisen. In der kleinen Gemeinde nahe Freiburg verbringen sie ein halbes Jahr im Haus für Bildung und Integration der Caritas Schweiz. «Zuerst verstanden wir nicht, warum wir nicht sofort eine eigene Wohnung beziehen konnten», erzählt Alaa über die erste Zeit in der Schweiz.
«Im Nachhinein wurde uns klar, wie wertvoll diese Zeit im Haus für Bildung und Integration der Caritas war, um uns an das Leben in der Schweiz zu gewöhnen.»Alaa Al hussein
Heute machen beide viel Fortschritte beim Sprachkurs, haben eine eigene Wohnung und werden von einer Sozialarbeiterin der Caritas im Auftrag des Kantons Freiburg betreut. Alaa ist aktiv auf der Suche nach einem Praktikum und einer Lehrstelle als sozialpädagogische Assistentin. Abdulrazzak wiederum liefert Essen für ein Restaurant aus.
«Die Schulbildung ist für unsere Kinder hier gesichert, das ist äusserst wertvoll»
so Alaa und Abdulrazzak al Hussein.
Alaa und Abdulrazzak schätzen den Respekt, die Menschlichkeit und die Gerechtigkeit, die sie in der Schweiz erleben. Beide lachen, wenn sie über die Herausforderungen ihres neuen Alltags erzählen – über die Schulzeiten, die Kinderbetreuung und ihre Arbeitssuche.
*Namen geändert
Text: Fabrice Boulé
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Titelbild: Symbolbild aus dem Libanon. © Alexandra Wey