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Das «International Journal of Sports Medicine» veröffentlichte eine Studie, welche während zwei Jahren Häufigkeit und Art der Verletzungen untersuchte, die sich die Teilnehmenden an Rennen der Enduro World Series zugezogen hatten. An Fällen fehlte es den Forschenden nicht.
Dass Enduro-Rennen gefährlich sind, braucht nicht weiter ausgeführt zu werden. Dennoch bietet die Statistik interessante Erkenntnisse: Insgesamt 2010 Teilnehmende zählten die Enduro Series in den Saisons 2017 und 2018. 188 von ihnen verletzten sich mindestens einmal. Gut die Hälfte dieser Verletzungen (57 %) zog eine Zwangspause nach sich. Wie sehr die Rennsituation das Risiko erhöht, zeigt folgeneder Vergleich: 1000 Rennstunden führten im Durchschnitt zu 38 Verletzungen, 1000 Stunden Training auf der Rennstrecke hingegen nur zu 3.6 Blessuren. Knapp ein Drittel der Mountainbiker verletzten sich am einzigen EWS-Rennen, an dem sie teilnahmen, die Hälfte aller registrierten Gehirnerschütterungen betrafen solche «Einmal-Starter» – was aber nicht heisst, dass sie danach nicht mehr fahren konnten. Die durchschnittliche Zeitspanne, bis sich die Fahrer wieder aufs Rad setzten betrug 12.3 Tage, die Hälfte aller Verletzten war spätestens fünf Tage nach dem Unfall wieder auf den Trails unterwegs.
Je langsamer, desto gefährlicher
Interessant ist auch, wo die Enduro Racer stürzten: Am meisten körperliche Schäden erlitten sie in einer Kombination von steilen, felsigen oder erdigen Abschnitten, in denen sie mit tiefer Geschwindigkeit unterwegs waren. Knapp 40 Prozent der Verletzten beendeten das Rennen trotz Sturz. 11 Männer und eine Frau erlitten während eines EWS-Rennens eine Gehirnerschütterung. Vier von ihnen fuhren das Rennen danach noch zu Ende. Die Geschichte von Lorraine Truong zeigt, wie gross die Gefahr von bleibenden Schäden dabei ist.
Am häufigsten verletzten sich die Enduristen an der Schulter, an zweiter Stelle kommen ex aequo Kopf und Hand gefolgt vom unteren Beinbereich. Am häufigsten sind Schürfungen und Fleischwunden, auf sie folgen alle Arten von Prellungen und an dritter Stelle Knochenbrüche. Hier zeigt sich, dass auch leichte Verletzungen in die Statistik eingingen, die keine Sportpause nach sich zogen. Die Frakturen hatten die längste Bike-Abstinenz zur Folge hatten. Schulter- und Schlüsselbeinbrüche trugen den EWS-Rennfahrern während den Saison 2017 und 2018 insgesamt 442 Tage Zwangspause ein.
Zuletzt ein Blick auf die Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Rund 10 Prozent aller, die eine EWS-Startnummer lösten, waren Frauen. Von den 188 registrierten Verletzungen gingen deren 24 auf Frauen zurück, sie verletzten sich also minim überproportional (12 Prozent), allerdings waren ihre Blessuren laut den Forschenden deutlich weniger schwer als jene ihrer Kollegen (weniger Verletzungstage). Die U21-Fahrerinnen (19 Personen) und die Masters-Damen (28) blieben gemäss Studie in den beiden Saisons sogar komplett verletzungsfrei.