Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03191.jsonl.gz/912

Herkunft:
Die gewöhnliche Berberitze kommt vor allem in Europa und Asien vor. In Europa ist sie natürlich weit verbreitet, nicht aber auf den britischen Inseln und Skandinavien. Nach Osten findet man sie bis zum Kaukasus. In den Alpen steigt die Berberitze bis auf 2500 Meter ü. Meer.
Wuchs:
Die Berberitze wächst als sommergrüner Strauch. Seine Triebe sind mit Blattdornen bewehrt. Je nach Standort wird der Strauch 1 bis 3 Metern hoch. Die Triebe wachsen steil nach oben und biegen sich dann unter dem Gewicht der Früchte sehr dekorativ nach unten. Die Rinde ist gelbbraun bis grau. Das Holz ist leuchtend gelb.
Verwendung:
Die Berberitze kann als Solitärgebüsch oder aber auch in einer Hecke gepflanzt werden, da sie sehr gut in Form geschnitten werden kann. Mit Ausnahme des Fruchtfleisches und der Samen ist alles, vor allem die Wurzeln giftig und weisen hohe Mengen an Berberin auf.
Bodenansprüche:
In der Literatur werden die Bodenansprüche der Berberitze mit kalkhaltig, trocken bis mäßig feucht beschrieben. Standorte sowohl im Licht als auch im Halbschatten sind geeignet. Auf dem Steinobstzentrum Breitenhof stehen die Berberitzen schon seit über 10 Jahren auf einem sehr kalkreichen und schweren, eher nassen Tonboden und erfreuen sich immer noch bester Gesundheit und Robustheit. Sogar Spätfrosteinbrüche erträgt die Pflanze sehr gut, ohne dass Ernteausfälle zu beklagen wären.
Krankheiten:
Die Berberitze ist Zwischenwirt des Getreideschwarzrosts (Puccinia graminis) und wurde deshalb in Europa stellenweise nahezu ausgerottet. Infizierte Berberitzenblätter zeigen auf der Unterseite orangegelbe bis rostbraune Pusteln, aus denen dann die Sporen des Getreideschwarzrostpilzes vom Wind verbreitet werden. Als man im 18. Jahrhundert begann, den Zusammenhang zwischen der Berberitze und dem Schwarzrost zu erkennen, brach in Frankreich ein heftiger Streit zwischen Bauern und Konfitüre-Kochern aus, die die Bauern des Aberglaubens bezichtigten.
Reifezeitpunkt:
Blüte: Mai bis Juni. Die Blüten sind gelbe, halbkugelig-glockige nektarführende Scheibenblumen. An den langen, hängenden Blütenständen können bis zur 30 Blüten sein. Die Blütenstände befinden sich Endständig an Kurztrieben. Die Berberitze wird vor allem von Insekten bestäubt. Bleibt der Insektenbesuch jedoch aus, berühren beim Verwelken der Blüte die Staubblätter von allein die Narben, dadurch kommt es zur Selbstbestäubung.
Besonderes:
Soll die Berberitze zur Fruchtproduktion benützt werden, sollte sie regelmässig geschnitten werden. Dabei kann genau gleich wie bei den Johannisbeeren vorgegangen werden. Die Berberitze blüht am ein- und mehrjährigem Holz, wobei die Fruchtgrösse im Alter abnimmt. Daher sollten immer die ältesten Triebe auf ca. 10 bis 15 cm lange Zapfen zurückgeschnitten werden, um eine Verjüngung der Triebe zu erzwingen. Die Zapfen treiben wieder sehr gut aus.
Die koreanische Berberitze (Berberis koreana) weisst weniger Blattdornen auf und trägt etwas grössere Früchte als die einheimische Art.
Verwertung:
Die Früchte der Berberitze sind weitgehend frei von Berberin und Berbamin und daher essbar. Sie sind sehr vitaminreich und schmecken säuerlich. Traditionell werden sie in Europa zur Konfitürenbereitung genutzt. Getrocknet können sie wie Rosinen z. B. in Müsli gegessen werden. Die Beeren der Berberitze werden in orientalischen Ländern, vor allem im Iran zum Kochen verwendet. Dort werden sie vor allem zum süß-sauren Würzen von Reis, aber auch zum Fisch und zum Braten verwendet. Allein in der Region Chorasan, dem Zentrum des Anbaugebietes im Nordosten des Iran, werden pro Jahr etwa 4500 Tonnen Früchte geerntet. Die kernlose Sorte ‘Asperma’ wird in dieser Provinz seit etwa 200 Jahren kultiviert. Es sollen aber vermutlich alte Gewöhnliche Berberitzen sein, deren Früchte mit zunehmendem Alter kernlos werden. Rinde und Wurzel wurden früher zum Gelbfärben von Textilien, Leder und Holz benutzt. Das harte Holz wird für Einlege- und Drechselarbeiten verwendet.
Inhaltsstoffe:
Vitamin C, Capsanthin, Gerbsäure, Hyperosid