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| Augustinus (354-430) - Bekenntnisse (Confessiones)

Elftes Buch
16. Welche Zeit kann man messen und welche nicht?
Und dennoch, o Herr, nehmen wir Zeitabschnitte wahr, vergleichen sie miteinander und erklären dann die einen für länger, die anderen für kürzer. Wir berechnen auch, um wieviel diese Zeit kürzer ist als jene, und antworten, sie sei doppelt oder dreimal so lang als jene, oder beide seien gleich lang. Aber wir messen die Zeiten nur, wenn wir sie, indem sie vorübergehen, wahrnehmen und messen. Wer aber kann die vergangenen Zeiten messen, die nicht mehr sind, oder die zukünftigen, die noch nicht sind? Keiner, oder er müßte behaupten, messen zu können, was nicht ist. Wenn also die Zeit vorübergeht, kann man sie wahrnehmen und messen; ist sie aber einmal vorübergegangen, so kann man dies nicht, weil dann die Zeit nicht mehr ist.