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Rating Watch Länder: China vor Abstufung?
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Dieter Haas
Die erstaunlich positiven Finanzmärkte sorgten für sinkende Kreditrisikoprämien. Bei den fundamentalen Ratings blieb es verhältnismässig ruhig, auch wenn der Trend eher in Richtung Herabstufungen zeigt.
Bei den fundamentalen Ratings geriet in den vergangenen Wochen einzig China in den Fokus der Ratingagenturen. S&P droht dem Land mit einer Herabstufung der gegenwärtigen Bonität AA-. Begründet wurde dies mit einem langsamer als erwartet voranschreitenden Reformprozess. Fitch bestätigte im April die Einstufungen für die Schweiz und Deutschland. Beide Länder werden nach wie vor als Triple-A-Schuldner betrachtet. Zudem wird der Ausblick als stabil angesehen. Fitch stellte dabei unserem Land ein besonderes Lob aus. So übertreffe die Schweiz ihre AAA-Konkurrenten in den meisten von ihr gemessenen Rating-Indikatoren. Somit dürfte die Maximalnote bis auf Weiteres gesichert sein.
Bei den Kreditrisikoprämien zeigte der Trend bis zum 20. April, mit Ausnahme der südlichen Länder Europas, mehrheitlich nach unten. Die Fortsetzung der Erholung an den Finanzmärkten wirkte sich positiv aus. Gegen Ende des zweiten Quartals ist im Vorfeld der Entscheidung Grossbritanniens über den Verbleib in der EU mit einer Zunahme der Volatilität zu rechnen. Die Nervosität eines negativen Entscheids hat in den vergangenen Wochen weiter zugenommen, abzulesen an den steigenden Kreditrisikoprämien des Vereinigten Königreiches (siehe Grafik). Mittlerweile weist Grossbritannien von den Triple-A-Nationen den höchsten Wert bei den Credit Spreads auf. Er liegt mehr als doppelt so hoch wie derjenige Deutschlands, der gegenwärtigen Nummer 1 in der Rangliste.