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In vielen Supermärkten dieser Welt findet man sie in den Regalen: Die weltberühmte Schweizer Schokolade. Die Schweiz hat weltweit die höchste Schokoladenproduktion sowie den höchsten Konsum pro Kopf. Insgesamt werden jährlich 180’000 Tonnen produziert und über 10 kg gegessen.
Der Schokolade werden diverse gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt. Dazu gehören erhöhte Glücksgefühle, einen leistungssteigernden Effekt oder eine positive Auswirkung auf den Kreislauf. So positiv alles klingen mag, gibt es zweifellos auch eine dunkle Seite rund um diese süsse Versuchung. Beim Betrachten einer Tafel Schokolade habe ich mich gefragt woher die Rohstoffe zur Produktion von Schokolade kommen und wie die Arbeitsbedingungen in den Anbauregionen wohl aussehen.
Der grösste Teil des benötigten Kakaos stammt oft von Bauern aus der Elfenbeinküste oder Ghana. Der Handel mit der Kakaofrucht macht in diesen Ländern einen erheblichen Teil des Bruttoinlandprodukts aus. Hunderttausende Menschen arbeiten auf Plantagen und sind von der Ernte abhängig.
Übersicht der Anbauproduktion weltweit
Der Verdienst von 50 Cents pro Tag reicht den Bauern nicht, um die eigene Familie zu ernähren oder Arbeitskräfte einzustellen. Aus diesem Grund sind diese oft gezwungen, Kinder für die Arbeit auf den Plantagen einzusetzen. Unglücklicherweise fällt die grosse Kakaoernte mit dem Schuljahrbeginn zusammen. Somit verpassen die Kinder diesen. Grundsätzlich ist Kinderarbeit in den genannten westafrikanischen Ländern verboten. Neben der strengen körperlichen Arbeit kommen die Kinder tagtäglich in Kontakt mit extrem giftigen Chemikalien. Die Gesundheit dieser Kinder wird somit langfristig geschädigt. Aufgrund der Arbeiten auf der Plantage können sie zudem nicht in die Schule. Von den Kakaobauern sind nur die wenigsten überhaupt in der Lage, ihren Namen zu schreiben. In den Anbauregionen gibt es unzählige Bauern, welche ihre Plantagen unabhängig voneinander betreiben. Dies bedeutet, dass sie gegenüber den grossen Abnehmern keine Verhandlungsmacht haben und nur einen kleinen Bruchteil des Endpreises erhalten. Ein weiteres Problem stellt die fehlende Infrastruktur dar. Die erhobenen Steuern auf dem Kakaoexport fliessen kaum in den Anbau zurück. Hinzu kommt, dass die Dörfer weder Zugang zu einem Trinkwassersystem noch zu Stromversorgung haben. Weiter sind oftmals die Strassen in schlechtem Zustand und nicht ganzjährlich befahrbar. Ein weiterer zentraler Aspekt ist der Klimawandel. Die unregelmässigen Niederschläge stellen die Bauern vor grosse Probleme. Regnet es zu wenig, wachsen nur einzelne Früchte. Regnet es zu viel, befallen Krankheiten die Bäume. Die einzige Lösung scheinen oftmals nur giftige Chemikalien zu sein.
Viele Wissenschaftler befürchten, dass die Kakaoplantagen dem Klimawandel zum Opfer fallen und somit die Bauern ihre Existenzgrundlage verlieren würden. Forscher arbeiten an der Entwicklung von Bäumen, welche resistent gegen Schädlinge und Krankheiten infolge des Klimawandels sind. Schliesslich können Bauern nur mit gesunden Bäumen überleben. Weiter existieren in den betroffenen Ländern bereits vereinzelte Nachhaltigkeitsinitiativen. Diese setzen sich zum Ziel, die örtlichen Bauern über den nachhaltigen Anbau aufzuklären. Somit sollen die Plantagen aufgeforstet und der Boden fruchtbar gemacht werden. Fest steht, dass unbedingt etwas geändert werden muss. So können auch wir als Käufer von Schokolade unseren Teil zur Verbesserung der allgemeinen Situation beitragen. Dies indem wir nur Produkte mit einer Zertifizierung kaufen. Der Absatz von zertifizierter Schokolade beträgt momentan nur etwa 5%.
Quellen:
https://www.eda.admin.ch/aboutswitzerland/de/home/gesellschaft/schweizer-kueche/schokolade.html
http://www.faz.net/aktuell/wissen/kakao-anbau-die-dunkle-seite-der-schokolade-14555526.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kakao-in-ghana-der-klimawandel-bedroht-die-ernte-a-1059187.html
https://www.businessinsider.de/wie-viel-kinderarbeit-steckt-in-einer-tafel-schokolade-2016-1
https://www.publiceye.ch/de/themen-hintergruende/konsum/schokolade/soziale-und-oekologische-probleme/
http://www.deutschlandfunk.de/fairer-handel-harte-arbeitsbedingungen-auf-afrikanischen.772.de.html?dram:article_id=272481
https://www.test.de/Schokolade-Wie-nachhaltig-ist-der-Kakao-4634521-0/