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In unserer Gegend zog im 8. Jahrhundert nach Christus das Christentum ein. Das Kloster Moutier-Grandval wurde zum Brennpunkt der neuen Lehre. Die kleine Dorfsiedlung Laupersdorf erhielt bald eine Kultstätte, wo die Taufe gespendet und die heilige Messe gefeiert wurde. Die Kirche in Laupersdorf stand von jeher am gleichen Orte, nämlich auf der aussichtsreichen Anhöhe beim alten Friedhof nördlich des Dorfes, am Fusse des Sonnenberges der zweiten Jurakette. Mit der Urkunde aus dem Lateran von 1179 nimmt Papst Alexander III. das Chorherrenstift Moutier-Grandval in seinen Schutz und bestätigt dessen Besitzungen. In dieser Urkunde werden auch die Kirche und der Hof zu „Loppestorf“ erwähnt.
Die eigentliche Kirchgemeinde existiert seit dem 6. Januar 1893, nachdem eine Änderung der Kantonsverfassung am 23. Oktober 1887 vorgenommen wurde. Neben den Einwohner- und Bürgergemeinden gab es nun auch Kirchgemeinden. Der Kirchgemeinde obliegt die Erfüllung der weltlichen Bedürfnisse der Pfarrei im Rahmen der Gemeindeordnung, wobei der Kirchgemeinderat die Kirchgemeinde leitet. Die Hauptaufgaben sind die Verwaltung der Gelder und Güter, die Bereitstellung der finanziellen Mittel und Personelles.
Die Gemeinde Laupersdorf zählt 1815 Einwohnerinnen und Einwohner, davon gehören 993 der römisch-katholischen Kirchgemeinde an. Seit 2012 gehört die Pfarrei Laupersdorf dem Pastoralraum Dünnernthal an.
Die Pfarrkirche St. Martin wurde in den Jahren 1859/1860 nach den Plänen des Solothurner Architekten Alfred Zschokke erbaut. Die Einsegnung der neu erbauten Kirche nahm am 30. Juli 1865 Bischof Eugenius Lachat vor. Die alte Kirche auf dem alten Friedhof wurde 1860 abgebrochen. In den Jahren 1953 bis 1959 wurde die Kirche St. Martin renoviert und innen umfassend neugestaltet und modernisiert.
Die Altarbilder sowie auch die Bilder der Kreuzwegstationen schuf der Tessiner Maler Ottorino Olgiati. Die Kirchenfenster sind das Werk des Berner Künstlers Leo Steck. Der Altar, ein Kunstwerk des Zuger Bildhauers Rickenbacher, ist aus Solothurner Stein gearbeitet. Vom August 1994 bis September 1996 wurde die Kirche innen renoviert und im ersten Quartal 1996 eine neue Kirchenorgel eingebaut. 2008 erfolgten eine Aussenrenovierung und eine Neugestaltung der Umgebung. 2015/16 wurde die unter Denkmalschutz stehende Kirche innen umfassend renoviert. Das auch unter Denkmalschutz stehende Pfarrhaus, ein Pisoni-Bau aus dem Jahr 1791 wurde im Jahr 2017 von der Kirchgemeinde an eine ortsansässige Familie verkauft.
Im Weiler Höngen steht die über 300 Jahre alte St. Jakobs-Kapelle, die im Besitz des Kultusvereins Höngen ist. An aussichtsreicher Lage steht in Höngen seit 1938 das Erholungsheim der Spitalschwestern des Bürgerspitals Solothurn.
Im Gemeindezentrum Laupersdorf, 1986 erbaut, gehören der Pfarreisaal, die Küche und das Office im Stockwerkeigentum der Kirchgemeinde.
Einen Besuch wert ist die Lourdes-Grotte mit einem Kreuzweg mit 14 Bildstöcken, die im Jahr 1954 von Männern der Lourdes-Grotten-Vereinigung errichtet wurde. Jedes Jahr in der Advents- und Weihnachtszeit lockt der Lichterweg Hunderte von Besucherinnen und Besuchern an.
Das runde Dutzend Wegkreuze (Holz- und Steinkreuze) auf dem Dorfgebiet von Laupersdorf wurde anlässlich von Pest, Unglück, aber auch als Dankes- und Erinnerungskreuze errichtet.
Die wichtigsten Anlässe im Kirchenjahr sind Gottesdienste für die Kleinen (Chinderfiir), Palmen binden für den Palmsonntag, die Erstkommunion, der Bittgang an Auffahrt mit dem Gottesdienst im Vorhof des Gemeindezentrums, die Prozession an Fronleichnam zu den von Dorfbewohnern mit viel Liebe hergerichteten prachtvollen Altären im Dorfkern, der Gottesdient und das Pfarrei-Picknick an Maria Himmelfahrt in der Lourdes-Grotte, die Firmung, das ökumenische Erntedankfest mit Trachtenleuten und Jodlerclub im Herbst, Roratefeiern in der Adventszeit, das Adventskonzert in der Kirche St. Martin und die feierlichen Festtags-Gottesdienste an Weihnachten, Ostern und Pfingsten.
Ein Pfarreirat bereitet zusammen mit der Leitung des Pastoralraumes Dünnernthal die Gottesdienste und kirchlichen Anlässe vor. Mit der Pfarrei verbunden sind auch die Vereine und Organisationen Cäcilienverein (Kirchenchor), gegründet 1886, die Pfadfinder St. Martin, der Kultusverein Höngen, die Frauengemeinschaft und die Minis.
Quelle: Aufnahmen von Tobias Jakob
Kapelle Höngen