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Heute machen wir ein Gedankenspiel. Sie sind Mathematiker bei einer grossen Pensionskasse und Franz Meier (65) schlägt Ihnen einen Deal vor. Er gibt Ihnen 1'000'000 Franken und Sie sollen ihm dann bis zu seinem Tod eine Rente bezahlen. Er fragt Sie, wie hoch die Rente sein würde, die Sie ihm jährlich zahlen werden. Wie bei Pensionskassen üblich ohne garantierte Teuerungsanpassung. Diese Vorgabe vereinfacht Ihre Berechnung, denn Prognosen über die Teuerung sind bekanntlich äusserst schwierig. Aber die Aufgabe bleibt anspruchsvoll, denn eine einmal gesprochene PK-Rente ist lebenslang mindestens in der ursprünglichen Höhe zu bezahlen, auch wenn sich die Rahmenbedingungen über die Jahre verändern sollten.
Wie lange lebt so ein Schweizer Rentner?
Sie fragen sich zunächst einmal, wie alt Franz Meier werden könnte und ziehen dazu statistische Grundlagen herbei. Wie hoch ist die Lebenserwartung eines heute 65-jährigen Mannes in der Schweiz? Die individuelle Gesundheit des künftigen Pensionärs interessiert Sie nicht. Neben ihm beziehen viele andere Menschen in Ihrer Pensionskasse eine Rente, weshalb sich deren Lebenserwartung einem Durchschnittswert annähern wird.
Im Moment gehen Statistiker davon aus, dass die Lebenserwartung für einen heute 65-jährigen Mann gut 21 Jahre beträgt. In dieser Prognose ist ein weiterer Anstieg der Lebenszeit in gleichem Ausmass wie in den letzten Jahrzehnten inbegriffen, zum Beispiel durch eine weitere Verbesserung der Gesundheitsversorgung oder die zunehmende Popularität des Freizeit-Sports auch im Alter.
Also scheint das Problem gelöst zu sein: 1'000'000 Franken dividiert durch die Anzahl der erwarteten jährlichen Rententranchen inkl. Sicherheitsmarge (22) macht eine jährliche Rente von ca. 45'500 Franken. Der entsprechende Umwandlungssatz wäre dann bei 4.55%. Das scheint Ihnen und Franz Meier zu tief? - Richtig, denn es fehlt noch der jährliche Ertrag, welches das eingesetzte Kapital während der Laufzeit der Rente abwirft: der sogenannte technische Zins.
Langjährige Anlage-Erträge: Der Blick in die Glaskugel
Wie hoch wird dieser in den nächsten Jahrzehnten wohl sein? - Das ist die zweite schwierige Frage nach der Prognose der Lebenserwartung. Reicht dazu ein Blick auf die Anlageerträge in der Vergangenheit oder hat Mike Shiva mit der Glaskugelmethode zuverlässigere Werte parat? Die Pensionskassen stehen hier vor einer schwierigen Aufgabe. Wer kann es ihnen verübeln, wenn sie Annahmen treffen, die auf der möglichst sicheren Seite liegen, sprich: dass sie einen möglichst tiefen technischen Zins wählen. Es geht wie beschrieben um Garantien, die jahrzehntelange Auswirkungen haben. Als Faustregel gilt: Eine Reduktion des technischen Zinses um 1% hat eine Verminderung des Umwandlungssatzes um ca. 0.6% zur Folge. Seit Jahren kennen die Erträge von risikoarmen Anlagen nur eine Richtung: nach unten. Pensionskassen senken deshalb den technischen Zins für Neurentner laufend. So hat beispielsweise die Pensionskasse des Bundes per Januar 2015 eine Senkung von 3.5% auf 2.75% vorgenommen. Im aktuellen Anlageumfeld, in welchem die Zinsen auf Guthaben bei vielen Banken gegen Null tendieren, ist dieser Zins immer noch eine anspruchsvolle Zielgrösse.
Für die Mindestvorsorge in der 2. Säule, das sogenannte Obligatorium, ist aktuell ein stark überhöhter Umwandlungssatz von 6.8% vorgeschrieben. Dazu wäre bei der aktuellen Lebenserwartung ein technischer Zins von satten 4.6% erforderlich. Unter der Annahme eines realistischeren technischen Zinses von 2.5% reduziert sich der Umwandlungssatz auf gegen 5.5%. Darin inbegriffen ist auch die Finanzierung einer Ehegattenrente in der Höhe von 60% der ursprünglichen Rente, die bei Ableben von Franz Meier an seine Frau Ursula weiter ausgerichtet wird.
Die Politik des Umwandlungssatzes
Der versicherungsmathematisch korrekte Umwandlungssatz für Franz Meier würde also 5.5% betragen. Im aktuellen vorsorgepolitischen Umfeld ist dieser aber nur schwer durchsetzbar. Daher (und weil sich Ihre Pensionskasse immer noch in guter finanzieller Verfassung befindet) bieten Sie ihm einen Rente an, welche auf einem Umwandlungssatz von 6.0% basiert. Franz Meier entscheidet sich, nur die Hälfte seines Alterskapitals in Form einer Rente von jährlich 30'000 Franken zu beziehen. Die restlichen 500'000 Franken seines PK-Guthabens wird er als einmalige Auszahlung bei seiner Pensionierung beziehen (sogenannte Teil-Kapitaloption, mehr dazu hier)
Kunden der PREVAS Sammelstiftung haben die Möglichkeit, Einfluss auf die Festlegung des Umwandlungssatzes ihres Anschlusses zu nehmen. Hier kann auch das Verhältnis Rentner zu Aktive, der Deckungsgrad des Vorsorgewerkes oder die Branche der Firma mit berücksichtigt werden. Also fast wie bei einer eigenen Pensionskasse.