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3.1. Grundsätze
Wenn es die besondere Situation im Einzelfall rechtfertigt, kann die wirtschaftliche Hilfe auch auf andere Weise erbracht werden. Darunter fallen Direktzahlungen an Dritte und die Abgabe von Naturalien und Gutscheinen. Diese Massnahmen bedürfen einer konkreten Begründung der Notwendigkeit im Einzelfall. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die anspruchsberechtigte Person keine Gewähr für die zweckentsprechende Verwendung der Sozialhilfeleistungen bietet. Bestimmte Personengruppen generell von der bargeldlosen Überweisung oder generell von Geldleistungen auszuschliessen ist nicht statthaft.
3.2. Gutscheine
Besondere Umstände, die eine Abgabe von Gutscheinen erlauben, liegen in der Regel nur bei einmaligen Leistungen vor. Häufigste Beispiele sind
- Mahlzeitengutscheine
- Gutscheine für die Übernachtung in einer Notschlafstelle
- Einkaufsgutscheine (z.B. Migros, Coop, Volg) als kurzfristige Hilfeleistung im Rahmen der Notfallhilfe (siehe auch Kapitel "Notfallhilfe") oder am Anfang der Abklärungsphase, um einer akuten Notlage zu begegnen.
3.3. Sachleistungen
Die Abgabe von Sachleistungen wie Kleider, Möbel oder Lebensmittel ist im Rahmen der wirtschaftlichen Hilfe bedeutungslos geworden. Neben der Tatsache, dass die Abgabe von Sachleistungen anstelle von Geldzahlungen sehr rasch diskriminierend wirken kann und mit dem Grundsatz der Dispositionsfreiheit der Betroffenen in Widerspruch steht, rechtfertigt sich eine solche auch aus ökonomischer Sicht kaum, müssten hierfür doch Infrastrukturen wie Lagerräume unterhalten und finanziert werden. Eine Bedeutung kommt der Abgabe von Sachleistungen lediglich noch in der Nothilfe zu.
3.4. Direktüberweisung an Dritte (ohne Kostengutsprache)
Auch eine Direktüberweisung an Dritte setzt voraus, dass die zweckentsprechende Verwendung der Mittel durch die betroffene Person nicht gewährleistet ist. Dies ist immer dann der Fall, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die betroffene Person Schwierigkeiten mit der Einteilung der Mittel hat oder nur eingeschränkt in der Lage ist, die notwendigen Anschaffungen von den wünschenswerten zu unterscheiden. Ein konkreter Anhaltspunkt ist beispielsweise dann gegeben, wenn die betroffene Person selber darlegt, dass sie Schwierigkeiten dieser Art hat oder wenn sie schon einmal Mittel zweckentfremdet hat. In der Praxis dürfte eine Direktüberweisung am häufigsten bei Mietzinsen oder bei Rechnungen für medizinische Leistungen vorkommen.
3.5. Kostengutsprachen zur Sicherung Leistungen Dritter
Ebenfalls um eine Form der wirtschaftlichen Hilfe handelt es sich bei Kostengutsprachen des Sozialdienstes für die Leistungen Dritter. Sowohl direkte Kostengutsprachen wie auch subsidiäre Kostengutsprachen werden bei Fälligkeit vom Sozialdienst direkt an den Leistungserbringer überwiesen.