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Italien - Wein in den Regionen
Weinbauregion Aostatal
Die Bewohner des Aostatals haben ihre Weine «geschaffen», indem sie den Bergen durch die Anlage von Terrassierungen, die sich an den Felsen klammern und über den Abhängen unten im Tal «schweben», den Boden förmlich entrissen haben. Die charakteristisch schmeckenden Rotweine, Roséweine und Weissweine sind stark an diesen Boden gebunden, so dass der grösste Teil von ihnen die Anerkennung als Wein mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung - wie «Vino Vallée d'Aoste» - erhalten hat. Neben diesen Weinen gibt es die Tafelweine, die «Vins du pays» genannt werden und vielleicht weniger «vornehm» sein mögen, die jedoch nicht weniger geschätzt werden. Ursprünge und «Vaterschaft» des Weinanbaus in den Bergen verlieren sich in den Jahrhunderten zwischen Episoden aus der Geschichte und Erzählungen, die mündlich von einer Generation an die nächste weitergegeben wurden. Gewiss ist die seit jeher bestehende Sorgfalt für die Weinherstellung, die als ein sozial bedeutender Augenblick erlebt wurde und zu einem Teil der Kultur dieses Volkes, das den Bergen so viel «entreissen» und so viel von ihnen «ernten» musste, geworden ist.
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Weinbauregion Friaul
Die Region Friaul - Julisch Venetien ist berühmt für ihre Weinerzeugung, die auf viele Jahrhunderte v. Chr. zurückgeht. Der Weinstock wurde in diesen Gebieten von der griechischen Welt aus eingeführt, und zwar um das Jahr 1000 v. Chr. herum. Doch gewiss wurde der Weinanbau in der römischen Zeit weiterentwickelt und nach technischen Kriterien geführt, vor allem was die Weinherstellung anbetrifft.
Plinius der Ältere (23-79 n. Chr.) schreibt z. Bsp. in seinem Werk Naturalis Historia, das aus siebenunddreissig Büchern bestand und dem römischen Kaiser Titus gewidmet war, dass der Wein Pucinum als reich an therapeutischen Eigenschaften angesehen wurde, so dass Augusta Giulia ihre sechsundachzig Jahre diesem Wein zuschrieb, hergestellt «im Golf des Adriatischen Meeres, nicht weit entfernt von dem steinigen Hügel der Quelle des Timavo, wo die Meeresbrise wenige Amphoren reifen lässt».
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Weinbauregion Kalabrien
Der Weinanbau in Kalabrien geht auf weit entfernte Zeiten zurück und ist das Ergebnis zweier Kulturen, die, was den internen Teil der Region anbelangt, an die italischen Völker (mit einem sehr primitiven Weinbau) und, soweit es die Küstengebiete betrifft, an die griechischen Bevölkerungen gebunden sind, die dem Sektor den Anstoss gaben. Bereits im Jahre 744 v.Chr., Datum der Gründung von Reggio seitens der Griechen, blühte der Weinbau und zu dem aktiven Weinmarkt Sibari kamen bald weitere, wie z. Bsp. Crotone und Locri. Dass der Weinstock eine wichtige wirtschaftliche Investition darstellte, bezeugt auch die von den Tafeln von Eraclea wiedergegebene Tatsache, dass die Pacht für mit Weinstöcken bepflanzte Böden im Vergleich zu anderen Böden der gleichen Qualität, die mit anderen Pflanzen kultiviert wurden, sechsmal höher war. Über die in jener Zeitepoche erzeugten Weine weiss man leider fast nichts; Theokrit zufolge stellte man in Biblia oder Biblina Weine her, und es wurde ein guter Wein geschätzt, den man aus einer Rebsorte gewann, die aus Thrakien stammte.
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Weinbauregion Latium
In dieser Region wurde der Weinstock bereits in den Jahrhunderten vor der Entstehung Roms (753 v. Chr.) kultiviert, obwohl in jenen Zeiten die Viehzucht überwog und der Wein vor allem für die Gaben an Jupiter und für heilige Opfer verwendet wurde. Zu Zeiten von Romulus und Remus begannen ihn die verschiedenen Stämme zu kosten. Auf den vulkanischen Hügeln der Castelli romani fand der Weinstock (mit dem Olivenbaum) seinen idealen Standort und er wird von den Dichtern Tibull, Horaz und Catull und auch in der Naturalis Historia von Plinius dem Älteren erwähnt. Doch es handelte sich um einen wenig geschätzten Wein, da der Anbau und die Verarbeitung auf sehr einfache Weise erfolgten. Erst im Hohen Mittelalter, im 12. Jh., entwickelt das Latium eine Kultur des Weinbaus und der Weinerzeugung. Und erst im Jahre 1406 (zur Zeit des Papstes Gregor XII.) wurden die Normen zur Regelung der Weinerzeugung in den «Statuti dell'agricoltura» (Statute der Landwirtschaft) kodifiziert. Weinbau und Weinerzeugung durchlebten im Latium wechselhafte Phasen. Ein entschiedener Aufschwung und ein frischer, innovativer Wind kamen mit der Einnahme Roms durch die Piemonteser (1871).
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Weinbauregion Ligurien
Wenn auch die Weinproduktion in Ligurien heute vorwiegend vor Ort verbraucht wird (wir erinnern an den Albarola oder den Ancellotta) und in dieser Region kein Wein mit grossem Namen (wenn man die begrenzte Produktion der Cinque Terre ausschliesst) hergestellt wird, ist es doch gleichzeitig wahr, dass einige ligurische Weine bereits in dem Brief erwähnt wurden, den Sante Lancerio, der im 16. Jh. lebte, an den Kardinal Guido Ascanio Sforza schrieb. Ein Brief, der von der Natur und der Qualität der Weine handelte und der als Frühdruck der italienischen önologischen Literatur angesehen werden kann. Dieser Brief liefert zum ersten Mal eine sachbezogene Bewertung bezüglich der einzelnen Erzeugnisse, ihres äusseren Anblicks, ihres Buketts, ihres Geschmacks, ihres Nachgeschmacks und auch ihres Alkoholgehalts, ihrer Haltbarkeit, ihres Verhaltens beim Transport und ihrer Eignung zu den einzelnen Speisen, zu den verschiedenen Tageszeiten, zu denen der Wein getrunken werden sollte, zu den verschiedenen Jahreszeiten und zu den verschiedenen physiologischen Umständen.
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Weinbauregion Piemont
Die Berühmtheit des Piemont in Bezug auf seinen Wein hat sehr alte Ursprünge. Die Griechen sollen als Erste Qualitätsweine in diese Region gebracht haben: von den Küsten des östlichen Mittelmeers kamen sie mit ihren Schiffen voller Weinamphoren in den ligurischen Häfen an. Von hier aus drangen sie ins Hinterland vor, um schliesslich das Piemont zu erreichen. Die mitgebrachten Ableger und Stecklinge dienten der Anlage der ersten Weingärten. Bereits zur Römerzeit blühte der Weinanbau: Plinius der Ältere zitiert in seiner Enzyklopedie Naturalis Historia die Verwendung in dieser Gegend von Holzfässern als Behälter für Wein. Der Einfall der Gallier in Italien ist, glaubt man Ariosto, u.a. der besonderen Köstlichkeit und dem Ruhm, den die piemontesischen Weine bereits zur Römerzeit genossen, zuzuschreiben. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches und mit den Einfällen der Barbaren erlitt der Weinanbau nicht wenige Verwüstungen. Trotzdem blieb er stets ziemlich effizient und breitete sich in Friedenszeiten weiterhin aus. Die Ausbreitung des Weins dauerte auch nach dem Jahre Tausend an und viele Hügelgebiete der Gemeinden Alba, Asti, Bra, Cherasco und Monforte waren von Weingärten bedeckt. Das Produkt war dermassen wichtig, dass im Laufe des 13. Jh. in jenen Gebieten die Traubenqualität durch Ernteverbote vor dem 29. September geschützt und ausserdem der Weinverkauf in den osterie streng reglementiert wurde. Diese Regelungen sind in den Ernteverordnungen der damaligen Zeit aufgeführt.
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Weinbauregion Sardinien
Der Weinstock wird auf dieser Insel seit undenklichen Zeiten angebaut; manch einer behauptet, dass er von den Phöniziern eingeführt wurde, andere meinen, er sei eine einheimische Pflanze. Als sicher gilt, dass die erste massive Einwanderung auf die Insel die phönizische war, gefolgt von den griechischen Siedlern, die vor dem 7. Jh. v. Chr. kamen: die beiden Völker begannen alsbald mit der Vermarktung des Weins entlang der Mittelmeerküsten. Als die Karthager auf der Insel einfielen, beschädigten sie – sowohl als Repressalie als auch zum Schutz der Weine ihrer Heimat – eine Vielzahl der mit Weinstöcken angebauten Felder und sie legten eine rigorose Beschränkung auf. Mit der Zeit jedoch förderten dieselben Eindringlinge für den eigenen Bedarf den Anbau der Trauben. Während des Römischen Reiches bestand seitens der Besetzer ein gewisses Interesse am lokalen Wein; trotzdem privilegierten sie den Anbau von Weizen - zum Nachteil des Weinstocks, der nichtsdestotrotz weiterhin präsent war, dank der Qualität seiner Erzeugnisse sogar mehr als in anderen Provinzen und Regionen.
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Weinbauregion Sizilien
Sizilien ist eine der grössten Regionen mit Weinbau und Weinerzeugung des Mittelmeers und es weist aufgrund der vielen besonders für den Anbau des Weinstocks berufenen Gebiete eine breite Palette an önologischen Erzeugnissen auf. Weinbau und Weinerzeugung waren auf dieser Insel bereits im zweiten Jahrtausend v. Chr. vorhanden, noch vor der Landung der griechischen Ansiedler also, denen jedoch der Verdienst zusteht, die Anbautechnik verbessert zu haben. Der sizilianische Wein, der noch heute ein grundlegendes Erzeunis für die Inselwirtschaft ist, stellte seit der Antike ein wichtiges Element für die Entwicklung des Exports dar. Es fehlte jedoch auch nicht ein Zeitraum grosser Krise: zwischen dem 3. und 2. Jh. v. Chr. wurde aus der exportierenden Insel eine importierende Insel, und zwar infolge der mit der römischen Besetzung verbundenen Kriege und der kulturellen Transformation, die nach den agrarpolitischen Entscheidungen Roms zu einer Bevorzugung des Getreides im Vergleich zum Weinstock führte. Sizilien wurde so zu einer «Kornkammer» des Römischen Reiches.
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Weinbauregion Toskana
Aber wenn auch dieses grundlegende Werk von Andrea Bacci sicherlich umfassend ist und ein breites Panorama der Weinherstellung einschliesst, verfasste doch mitten im 17. Jh. ein anderer Arzt und Naturforscher, Francesco Redi (1626-1698) aus Arezzo, ein Werk über die toskanischen Weine. Ditirambo di Bacco in Toscana ist eine Art Katalog der toskanischen Weine mit einer Anklagerede gegen den Tee, den Kaffee, das Wasser, den Obstwein, die Cervogia (das Bier wurde mit einem alten, aus dem französischen abgeleiteten Ausdruck bezeichnet) usw. usw. Nachdem er verschiedene, in anderen italienischen Regionen hergestellte Weine kritisiert hat, schreibt Redi: «Ma frattanto qui sull'Arno / io di Pescia il Buriano, / il Trebbiano, il Colombano / mi tracanno a piena mano: / egli è il vero oro potabile / che mandar suole in esilio / ogni male irrimediabile». Und im Folgenden verherrlicht er die Malvasia, aber auch «il Topazio pigiato in Lamporecchio» und alle Weine der florentinischen und toskanischen Hügel. Bei der Preisung der Malvasia der Medici richtet er sich mit folgenden Versen an den Grossherzog der Toskana Cosimo III. (1642-1723): «... La Malvagia ... colmane per me quella gran cappa là... A tue virtudi il Cielo / quaggiù promette eternità di gloria...». Und abschliessend preist er den Chianti als alten / majestätischen / gebieterischen Wein, der jedweden Kummer und Schmerz vertreibt, so wie ihn der ...brilliante Carmignano Jupiter nicht die Götterspeise neiden lässt.
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Weinbauregion Trentino
Die Herstellung von Wein - vor allem von Weissweinen - ist sowohl im Trentino als auch in Südtirol eine der wichtigsten Tätigkeiten. Die Gründe dafür liegen auch in der Geschichte: Bereits der römische Kaiser Augustus zeigte offene Begeisterung für diese Weine und Plinius der Ältere erinnert in seiner Naturalis Historia daran, dass die Angewohnheit der Aufbewahrung von Wein in Holzfässern, die mit Weidenringen gebunden werden, von den Einwohnern des Trentino eingeführt worden war, wie einige in der Nähe von Bozen aufgefundene Teste belegen. Kaiser Diokletian erliess dann im Jahre 92 n. Chr. ein Edikt, mit dem er den Weinanbau in den jenseits von Norditalien gelegenen äusseren Provinzen verbot. Das Trentino Alto Adige war sofort in der Lage, in die vom Verbot getroffenen Gebiete zu exportieren, und dieser Export setzte sich auch dann fort, als der Weinstock bereits wieder in den Donau- und Moseltälern blühte. Im Mittelalter ging der Weinbau ebenso wie andere Tätigkeiten an einige Mönchsorden über, insbesondere an die Benediktiner und die Dominikaner. So erwarben die wichtigsten Klöster Bayerns und Schwabens bedeutende Flächen mit Weinbergen im Trentino und sie hielten ihr Eigentum bis zur napoleonischen Enteignung.
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Weinbauregion Umbrien
Umbrien stellt neben dem berühmten Wein von Montefalco (siehe dort) auch viele andere Weine her, die sich gut mit seiner so schmackhaften wie naturreinen Küche, die die Jahrhunderte überdauert hat, verbinden. Rotweine und Weissweine, die die beiden grossen Bereiche vertreten, in die man diese Küche aufteilen kann: Fleisch und Süsswasserfische. Unter den Rotweinen erinnern wir an den Wein von den Colli Altotiberini (auch in der Version Rosé), der hergestellt wird mit den Rebsorten Sangiovese, Merlot, Toskanischer Trebbiano (und/oder Malvasia). Er wird in verschiedenen Gemeinden der Provinz Perugia erzeugt, ist trocken und passt gut zu Gerichten wie den mazzafegati, den dicken Bohnen mit Speckschwarten usw. usw.
Im gleichen Gebiet wird auch der Sangiovese Colli Martani erzeugt, der zu 85% streng aus der Rebsorte Sangiovese bestehen muss; ein sehr angenehmer, trockener Wein; der junge Wein ist leicht bitter, fruchtig, zart grasig. Für diesen Wein ist eine Lagerung von einem Jahr erforderlich, zwei Jahre für die Auslese. Er passt ausgezeichnet zu den in der ganzen Region verbreiteten Braten am Spiess.
Der Wein der Colli Perugini, den man auch in der Provinz Terni erzeugt, wird vorwiegend mit der Rebsorte Sangiovese hergestellt, zu der man die Sorten Montepulciano oder Barbera oder Merlot hinzufügt. Dieser körperreiche Wein wird empfohlen zu Wildgerichten. Die Lagerung - von drei Jahren - ist nur für die Auslese vorgesehen.
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