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Subsidiarität
Im Verhältnis zu Leistungen Dritter sind finanzielle Opferhilfeleistungen subsidiär. Die Opferhilfe erbringt somit nur dann finanzielle Leistungen, wenn und soweit kein anderer für die Kosten bzw. den Schaden aufkommt. Der Grundsatz der Subsidiarität gilt für alle Ansprüche auf finanzielle Hilfe.
Im Opferhilfeverfahren muss das Opfer deshalb glaubhaft machen, dass es keine oder nur ungenügende Leistungen des Täters oder anderer Dritter (insb. Versicherungen) erhalten kann.
Sozialversicherungsleistungen gehen vor
Da eine Straftat als Unfall gilt, sind Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Heilungskosten, Therapiekosten, Bestattungskosten, Taggelder) oder der Krankenversicherung anzurechnen. Für einen Versorgungsschaden Hinterbliebener sind die in den verschiedenen Sozialversicherungsgesetzen statuierten Ansprüche auf Hinterlassenenrenten von Bedeutung. Zu prüfen ist auch, ob das Opfer einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen hat.
Verhältnis zur Sozialhilfe
Nicht subsidiär ist die Opferhilfe grundsätzlich zu Leistungen der Sozialhilfe, soll dem Opfer der Gang zur Sozialhilfe gerade erspart werden. Die Opferhilfe geht der Sozialhilfe jedoch nicht in jedem Fall vor. So hat das Bundesgericht betreffend Fremdplatzierungskosten eines Kindes entschieden, dass im Bereich der zivilrechtlichen Kindesschutzmassnahmen weder bezüglich Zuständigkeit noch bezüglich Finanzierung eine von der Opferhilfe zu füllende Lücke besteht.