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Rund 15% von Brasiliens Bevölkerung leben innerhalb eines 200-Kilometer-Kreises um die Stadt São Paulo herum – ein Kreis, der 88 Stadtbezirke erfasst. Vier davon, die so genannten ABCD-Städte, mit je über 1 Million Einwohner, sind: Santo André, São Bernardo, São Caetano und Diadema, in denen viele von São Paulos Industrien angesiedelt sind. Mehr als 70 Städte im Bundesstaat São Paulo haben jeweils mehr als 50.000 Einwohner und sind alle mit der Metropole durch asphaltierte Strassen und einige auch durch die Eisenbahn verbunden.
ÁGUAS DE LINDÓIA
Liegt 172 km nördlich von São Paulo, auf einer Höhe von 904 Metern. Tourismus, Kongresse und Veranstaltungen grosser Firmen füllen die exzellente Hotelstruktur – eine der grössten des Bundesstaates. Die Mineralquellen der Stadt, und das angeschossene Balneário Municipal, empfangen Besucher während des ganzen Jahres – besonders Senioren. Das Mineralwasser wird, mit oder ohne Sprudel und in Flaschen abgefüllt, in alle Himmelsrichtungen des Landes verschickt und ist das berühmteste Wasser in Brasilien überhaupt. Der Morro Pelado ist die höchste Erhebung der Gegend – 1.400 Meter.
AMERICANA
Liegt 132 km von São Paulo. Ist eine interessante Stadt, weil sie von konföderierten Flüchtlingen aus dem Süden der USA, nach dem dortigen Bürgerkrieg, gegründet wurde:
Die meisten der ersten Siedler sind zwar bald in die USA zurückgekehrt, doch einige blieben und haben dem Ort ihre Lebensart gegeben. Ein Besuch des örtlichen Friedhofs enthüllt eine ungewöhnliche Anzahl amerikanischer Vornamen.
Ist eine bedeutende Pilgerstätte, 183 km von São Paulo entfernt, fast an der Grenze zum Nachbarstaat Rio de Janeiro. Jeden 12. Oktober im Jahr, dem Tag der Nossa Senhora Aparecida, der Schutzheiligen Brasiliens, nimmt die kleine Stadt etwa 200.000 Pilger aus allen Teilen des Landes auf, die zur Heiligen Messe in der Basilika strömen. Diese, einer der grössten katholischen Tempel des Landes, mit einem Fassungsvermögen von 45.000 Personen, bietet an diesem Tag mehrere Messen hintereinander, um den Ansturm zu fassen. An normalen Wochenenden werden verschiedene Messen zu unterschiedlichen Zeiten abgehalten, und besonders an den Sonntagen ist hier viel Betrieb. Die alte Basilica Velha de Nossa Senhora Aparecida, von 1888, wurde inzwischen restauriert und ist sehenswert.
Ein anderes schönes Wochenend-Resort, liegt 67 km nördlich von São Paulo, in 800 Metern Höhe: Schöne Wanderungen zum nahe gelegenen Pedra Grande (1.500 m hoch), der auch den Drachenfliegern als Absprungrampe dient. Die Bevölkerung baut hier in grossem Umfang Erdbeeren an, die in der Hauptstadt reissend Absatz finden.
Liegt am äussersten Nordostzipfel des Bundesstaates São Paulo, 308 km von der Hauptstadt entfernt, aber nur 145 km von Rio de Janeiro. Der Ort wurde schon einmal in Zusammenhang mit dem Nationalpark Serra da Bocaina (Rio de Janeiro) erwähnt, denn er liegt in dessen Einzugsgebiet. Ausser diesen Attraktionen der Natur, gibt es hier historische Remineszensen aus der Zeit des Kaffee-Booms – die gute „rote Erde“, von der in unserem Text „Aus der Geschichte“ die Rede ist, befindet sich genau in diesem Gebiet! So kann man hier, und im Nachbarort São José do Barreiro, verschiedene antike Fazendas aus der Zeit des Kaffee-Zyklus besichtigen – und im Ort selbst einige sehr interessante historische Gebäude aus dieser Zeit.
Liegt 261 km von der Hauptstadt entfernt – ein Zentrum des so genannten „Abenteuer-Tourismus“ (wie ihn die Brasilianer verstehen). Die Attraktion ist hier der Rio Jacaré-Pepira mit seinen unzähligen Wasserfällen und Stromschnellen, die man hier entweder im Rafting, mit einem Schlauchboot, heruntergleiten kann oder als Bóia-Cross, innerhalb eines Gummi-Pneus. Es ist schön, hier durch die gepflegte Landschaft zu gleiten – die Ufer sind dicht mit Wald bestanden. Die Route geht über 6 km (3 Stunden) und führt abwechselnd durch ruhiges und dann wieder durch reissendes Wasser. Darüber hinaus kann man Reit-Touren machen – in Wasserfällen baden – Rappel belegen und noch einige andere Sachen. Ausserdem ist die Gegend sehr schön für Wanderungen!
98 km entfernt, durch den Highway Via Anhanguera mit der Hauptstadt verbunden – ist als Kaffee-Handelszentrum, Sitz des Landwirtschafts-Instituts und Mittelpunkt schnell wachsender multinationaler Industriezweige, der drittgrösste Industrie-Pol des Landes, eine wichtige Stadt. Sie hat auch einen Flughafen (Viracopos) von internationaler Bedeutung – als Ausweich-Flughafen für schlechtes Wetter in São Paulo, oft in Anspruch genommen. Die Stadt hat viel Sehenswertes für den Besucher.
Ist ein regelrechter Gebirgsort auf 1.625 Metern Höhe, in der Serra da Mantiqueira – 181 km von São Paulo. Sehr schön entlang eines Taleinschnittes gelegen – mit kalt-trockenem Klima im Winter (Mai bis September) und kühlen Temperaturen im Sommer. Der Pedra do Baú-Gipfel ist 1.950 m hoch, der Pico do Itapeva 2.030 m, der Imbirí ebenfalls stolze 1.950 m und diese Gipfel vermitteln einen wunderbaren Blick auf das Tal des Rio Paraíba.
Auf den Morro do Elefante, kann man in einem Sessellift fahren – die Crioulos-Grotte und der Stadtwald mit Wasserfällen und kristallklaren Flüssen ist ebenfalls sehenswert. Die Stadt ist fast im ganzen Land bekannt wegen ihrer niedrigen Temperaturen während des Winters (Juli) und der vielen Touristen, die die Stadt in diesem Monat überlaufen, denn dann findet hier das so genannte Festival de Inverno statt – das Winterfest, während dem hier klassische Musik geboten wird, mit nationalen und internationalen Künstlern und Orchestern. Daneben werden Workshops für Nachwuchs-Musiker abgehalten.
Ein Ausflugs-Tipp ist die Fahrt mit der alten Dampfeisenbahn, die vom Bahnhof Emílio Ribas, im Stadtteil Capivari bis zum Bahnhof von Santo Antônio do Pinhal fährt und auf dieser Strecke den höchsten, von Schienen überwundenen Gipfel im Land überquert – den Alto do Lageado (1.743 m). Die Fahrt dauert zirka 2,5 Stunden und sollte rechtzeitig vorreserviert werden.
Viele weitere Ausflüge und auch sportliche Aktivitäten bleiben zum Selbstentdecken offen. Campos do Jordão ist von São Paulo über die Via Dutra in 3 Stunden und von Rio aus in 6-7 Stunden zu erreichen.
Diesen kleinen Ort der Künstler, auf 775 Metern Höhe, nur 28 km von São Paulo entfernt – in südlicher Richtung – sollten Sie sich unbedingt gönnen, wenn Sie in der Hauptstadt sind! Er ist im ganzen Land wegen seiner Antiquariate, Kunstgalerien und der Fabriken rustikaler Möbel bekannt – aber vor allem, wegen seiner unzähligen Maler, Bildhauer und anderer Künstler, die sich hier in einer riesigen Arbeits- und Wohngemeinschaft niedergelassen haben. An den Sonntagen quellen die Strassen und Plätze über von Touristen, welche die Feira de Artes e Artesanato im Zentrum belagern – es ist für Autoverkehr gesperrt. Vorzugsweise sollte man an einem Samstag hierher kommen – alle Geschäfte sind noch offen, und das Klima ist dann wesentlich ruhiger!
Ist eine kleine Kolonie, die von Schweizern am 14. April 1888 gegründet wurde. Zu klein, um auf einer Landkarte zu erscheinen, liegt sie zwischen den Städten Campinas und Indaiatuba – zirka 100 km von der Hauptstadt São Paulo entfernt. Die Einwanderer waren bereits im Jahr 1854 nach Brasilien gekommen – in einer Gruppe von zirka 500 Personen, um auf den Kaffee-Plantagen von Jundiaí und Campinas zu arbeiten.
Die Gründung einer Kolonie wurde möglich durch den Ankauf des Sítio Capivari Mirim (Grundstück mit Wohnsitz), welches die Familien Wolf, Ambiel, Amstalden und Bannwart erwarben. Am Anfang waren sie 34 Personen – als man anhand der 100-Jahrfeier (1988) eine Zählung der Nachkommen vornahm, stellte man fest, dass sich die Gründer über fünf Generationen auf 8.199 Personen vermehrt hatten! Eine echte Schweizer Leistung! Die ersten beiden Generationen lebten von der Landwirtschaft – die nachfolgenden verteilten sich auf die unterschiedlichsten Aktivitäten. Die Hälfte der Nachkommen lebt heute in den Städten Indaiatuba und Campinas und hat mehr oder weniger frequenten Kontakt mit der Kolonie. Alle andern sind in alle Winde zerstoben. Man findet Nachkommen der Kolonisten in 101 verschiedenen Orten des Bundesstaates, des Landes und im Ausland. In der Kolonie Helvetia selbst leben heute noch 324 der Nachkommen – auf grösseren und kleinen Grundstücken – viele davon sind nur Wochenend-Häuschen. Die Gemeinschaft hat drei für sie wichtige gesellschaftliche Mittelpunkte: die Schule, die Kirche und der Schützenverein – die gehören seit Jahrhunderten zur Tradition.
Die HelvetianerInnen freuen sich immer, wenn sie Besuch bekommen – natürlich noch mehr, wenn es Besucher aus ihrer Heimat sind! Also, warum fahren Sie nicht mal vorbei, wenn Sie schon in São Paulo sind – ist doch nur ein Katzensprung bis nach Helvetia!!
Anmerkung: Wir organisieren für Sie auch einen kürzeren oder längeren Aufenthalt in Helvetia. Fragen Sie uns, wir beraten Sie gerne.
Ist tatsächlich das, was man aus dem Namen heraushört: eine Kolonie holländischer Emigranten – sie liegt 155 km nördlich von der Hauptstadt, auf einer Höhe von 642 Metern, und ist als „Blumenstadt“ bekannt, die 35% aller Blumen des Landes liefert – und die einzigen Tulpen Brasiliens! Die Familien kamen, im Vergleich mit anderen Einwanderern aus Europa, erst relativ spät nach Brasilien – nach dem Zweiten Weltkrieg. Wie überall in diesen von Europäern kolonisierten Orten, kann man auch in diesem besondere Köstlichkeiten für den anspruchsvollen Appetit entdecken. Die lokale „Expoflora“ im Monat September, ist eine einzige Augenwaide an Blüten und Blumen und herrlichen Pflanzen-Arrangements – besonders die Orchideen-Spezies verschlagen dem Besucher die Sprache! Darüber hinaus veranstalten die Bürger von Holambra Musik-Festivals, Festivals für typische Gerichte, Kunsthandwerks-Märkte, und das Heimat-Museum präsentiert einen interessanten Überblick der Emigranten-Historie.
Die Stadt mit dem winzigen Namen und dem landesweiten Ruf, eine „Stadt der Riesen“ zu sein, liegt 100 km nordwestlich von São Paulo. Niemand weiss die Gigantomanie des Ortes zu erklären, aber Bemerkungen wie „stell‘ dir vor, gestern hab‘ ich einen Mann aus Itú kennen gelernt“, oder „ich hab‘ dir Zäpfchen aus Itú mitgebracht“, lösen unter den Zuhörern landesweit die vom Erzähler oder der Erzählerin beabsichtigten Lachsalven aus. Die Bürger von Itú wiederum, vielleicht um dem originellen Marketing, das in diesem Ruf steckt, zu entsprechen, leisten sich tatsächlich einige wohlgemeinte Gigantismen: die öffentlichen Telefone in Itú sind so hoch angebracht, dass der normal grosse Brasilianer eine Leiter braucht, um den Hörer und die Wählscheibe zu erreichen, in einem King-Size-Hotelbett, in Itú, fühlt sich der Normal-Tourist total verloren, die Theken an Bars und in Geschäften sind für die Normalstatur eines Brasilianers viel zu hoch, die Parkbänke in Itú scheinen in ihrer ungeheuren Grösse eher für Elefanten-Hintern geformt! Mit Humor und ein bisschen mehr Einsatz und Aufwand entspricht man hier einem Ruf, der vielleicht ursprünglich nicht nur als Kompliment gedacht war – man hat es jedoch verstanden, ihn als Kompliment zu vermarkten!
Senhor Steiner, ein Deutscher aus der vierten Generation, serviert in seiner Steiner Bar do Alemão ein Filet Mignon à Parmegiana, das Gäste aus den Nachbarstädten hier herlockt und an Sonntagen Menschenschlangen vor seinem Lokal provoziert – es hat die Grösse eines Abtritt-Deckels und wiegt nicht unter 750 Gramm! Herr Steiner hat deshalb auch seine Teller und das Besteck entsprechend vergrössert, und seine für Normaltouristen zu hohen Stühle haben ein Trittbrett.
Liegt 310 km weit von der Hauptstadt entfernt, in nördlicher Richtung. Die Stadt hat sich zum grössten Zucker- und Alkohol-Produzenten der Welt entwickelt – die Zuckerrohr-Plantagen bedecken den gesamten Distrikt. Fängt an, sich auch auf dem Gebiet des Exports organischer Produkte bestens zu entwickeln. Hat eine geschäfts-touristische Infrastruktur und ein Nachtleben vergleichbar mit einer Grossstadt.
Das Haus des brasilianischen Malers Candido Portinari befindet sich 30 km entfernt, in dem Flecken Brodóski – hier hat der Künstler seine Kindheit und Jugend verbracht. Die geführte Tour zeigt Frescos und Temperas religiöser Themen, Möbel der Familie und das Atelier des Malers, in dem bedeutenden Werke entstanden, wie zum Beispiel die 21 Ölgemälde der Igreja Matriz de Bom Jesus de Cana Verde, in der Nachbarschaft Batatais.
Eine Leinwand, die der Künstler 1942 seiner Dorfkirche zum Geschenk machte, ist vor dem Haus, in der Kirche Capela de Santo Antônio zu sehen.
Ist ein winziger Ort im Nordosten von São Paulo, 174 km weit entfernt, in der Serra da Mantiqueira, auf 1.080 Metern Höhe gelegen, mit einer sehr guten touristischen Infrastruktur und zahlreichen komfortablen Pousadas. Gebirgszüge, mit Araukarien bestanden, prägen die schöne Landschaft. Der kleine Ort ist eine gute Alternative, wenn das 26 km entfernte Campos do Jordão wieder einmal übervoll ist. Die alte Strasse SP-050 ist sehr kurvenreich, und Tiere überqueren allenthalben die Piste – aber die Anfahrt allein (von São Paulo aus) ist schon ein Erlebnis. Über die SP-123, die Rodovia Floriano Rodrigues Pinheiro, ist die Anfahrt länger und sicherer. Der Pico Agudo, den die Drachenflieger als Rampe benutzen, ist 8 km entfernt – 5 km davon Erdpiste.
Liegt 280 km von São Paulo entfernt, in der Nachbarschaft von Bananal. Dieses und die meisten umliegenden Städtchen wurden während des brasilianischen Kaffee-Booms, am Anfang des 19. Jahrhunderts, gegründet. In der Region finden sich einige der interessantesten und detailgetreu renovierten Fazendas aus dieser Zeit – eine davon ist die Fazenda Pau D’Alho vom Ende des 17. Jahrhunderts, mit der typischen ländlichen Architektur der Epoche. Ihr Besitzer war João Ferreira de Souza, der Gründer von São José do Barreiro. 1822 stieg er in die Kaffee-Produktion ein. Selbst der Kaiser Dom Pedro I. hat die Fazenda besucht und wurde dort mit einem üppigen Bankett empfangen. 1968 wurden die gesamten Gebäude unter Denkmalschutz gestellt und vor kurzer Zeit ist der gesamte Komplex in allen Details fein säuberlich renoviert worden, so dass er inzwischen als Musterexemplar aus der Kaffeezeit gilt. Auch im Ort selbst sollte man nicht versäumen, den Friedhof aus der Kolonialzeit zu besichtigen und die zahlreichen antiken Gebäude rund um den Platz im Zentrum. Besonders schön sind die Kirche und die alte Apotheke!
Liegt 152 km von der Hauptstadt, in der Serra da Mantiqueira auf 925 Metern Höhe: Eine hübsche kleine Stadt zur Erholung vom Stress – hier kann man mit Pferdewagen die Landschaft in und um den Ort erleben – an den Wochenenden und in Ferienzeiten wird es allerdings recht voll. Viele First-Class-Hotels, ein Freibad und einen kleinen Zoo gibt es hier – der ebenso bekannte Nachbarort Aguas de Lindóia ist 21 km entfernt: Schon der Name sagt es – hier gibt es Mineralquellen, deren Wasser in alle Teile Brasiliens versandt werden. Mineralquellen im Zentrum und viele Geschäfte mit warmer Wäsche und Artikeln aus Leder.
Dies sind nur einige wenige Beispiele aus der enormen Vielfalt von Städtchen des paulistanischen Hinterlandes, die jeweils ganz unterschiedliche Reize besitzen, aber eins gemeinsam haben: die beste touristische Service-Struktur Brasiliens!