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Am 14. April 1977 versandte die damalige SKA (heute Credit Suisse Group) ein Pressecommuniqué. Ausgangslage war eine grosse Krise, die letztlich darauf beruhte, dass die Direktion der Bankfiliale in Chiasso ihre Sorgfaltspflichten und Kompetenzen bei Kreditgeschäften massiv verletzt hatte. Durch die kriminellen Machenschaften in der Filiale Chiasso waren der Grossbank Verluste von rund 2 Milliarden Frankenentstanden.
Damals stellte sich u. a. die Frage, was die Geschäftsleitung gewusst hat. Dieselbe Frage steht heute im Raum, wenn man sich mit einem Kreditgeschäft der Credit Suisse London mit Mosambik auseinandersetzt. Dieses Geschäft soll Gegenstand von Abklärungen der Finma bilden, und es liegen Berichte und Analysen vor, die den Sachverhalt erhellen sollen. Im Wesentlichen geht es darum, dass die CS in Zusammenarbeit mit einer russischen Bank Kreditgeschäfte mit hohen Regierungsvertretern von Mosambik abgeschlossen hat; im Kern ging es um geheime Zahlungen von rund 2 Milliarden Dollar. Die CS gewährte davon eine Kreditsumme von rund 1 Milliarde Dollar.
Der Bericht einer für entsprechende Untersuchungen bekannten, unabhängigen internationalen Firma hält nebst anderem fest, dass die CS offenbar eine Reihe von Bedingungen ursprünglich stellte, die in der Folge übergangen wurden – wie und weshalb auch immer. Dazu zählen, dass die Nationalbank von Mosambik den Kreditvertrag hätte genehmigen müssen, dass ein Gericht das Geschäft hätte überprüfen und dass der Internationale Währungsfonds hätte in Kenntnis gesetzt werden sollen.
Es gibt einen weiteren Aspekt, der mich beschäftigt. Roger Federer, dem Afrika sehr am Herzen liegt, unterhält die Bankbeziehung seiner Stiftung, die sich stark in Afrika engagiert, bei der Credit Suisse. Gemäss Jahresbericht 2016 der Stiftung, der vom Sprachdienst der CS übersetzt wurde, unterstützt die Bank zudem die Stiftung ihres erfolgreichen Markenbotschafters Federer. Für welche CS steht der Tennisprofi als Botschafter ein? Er selbst müsste sich diese grundsätzliche Frage dringend stellen. Immerhin geht es um Afrika, um Entwicklungshilfe und die Sorgfalt der Bank. Der Ball liegt beim fairen Tennisidol.
Die ausführliche Kolumne von Prof. Dr. Monika Roth in der Luzerner Zeitung finden Sie hier.