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Die meisten Frauen vertragen Hormontherapien sehr gut. Bei der einfachen Hormontherapie verabreichen wir Tabletten oder Spritzen mit tiefen Dosierungen.
Eine „Überstimulation“ der Eierstöcke ist bei der einfachen Hormontherapie extrem selten. Es werden nur tiefe Dosierungen verwendet, so dass maximal zwei Eibläschen heranreifen. Regelmässige Ultraschallkontrollen unterstützen die individuelle Dosierung der Medikamente.
Nach bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen treten bei der Hormontherapie keine Spätfolgen auf - wie zum Beispiel ein erhöhtes Krebsrisiko oder ein früheren Eintritt der Wechseljahre. Bei kinderlosen Frauen scheint jedoch generell das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs etwas erhöht zu sein.
Mehrlinge und Frühgeburten
Aufgrund der hormonelle Stimulation können mehrere Eibläschen heranwachsen und reifen. Das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft besteht. Mit einer individuell angepassten Therapie sowie engmaschigen Ultraschallkontrollen versuchen wir, Mehrlingsschwangerschaften zu verhindern.
Ausnahmen bilden die Therapien IVF und ICSI: Hier führt man bewusst das Heranreifen mehrer Eibläschen herbei, da die Eizellen entnommen und im Labor befruchtet werden. Im Anschluss werden in der Regel zwei Embryonen transferiert. So können maximal Zwillinge geboren werden.
Risiken und Komplikationen bei einer IVF Therapie
In seltenen Fällen kann es bei der Einnahme von Eizellen zu Blutungen, Verletzungen der Nachbarorgane oder Infektionen kommen.
Im Laufe der IVF- oder ICSI-Therapie können Schmerzen oder ein „Völlegefühl“ im Unterbauch auftreten. Vor allem am Abend vor der Eizellentnahme und an den darauf folgenden Tagen können vermehrt Schmerzen auftreten.
Sprechen die Eierstöcke sehr stark auf die Stimulation an, kann es in seltenen Fällen zu einer „Überstimulation“ kommen - dem sogenannten Ovariellen Hyperstimulationssyndrom (OHHS). Meist kann OHHS ambulant behandelt werden. In seltenen Fällen sind eine stationäre Aufnahme und eine Infusionstherapie nötig. Indem man die Hormontherapie individuell auf die Patientin abstimmt und die Wirkung kontrolliert, vermeidet man in der Regel eine Überstimulation.
Gesundheit der Kindes
Seit der Einführung der künstlichen Befruchtung führt man parallel Untersuchungen und Studien zur kindlichen Gesundheit durch. Einige kleine Studien weisen auf ein möglicherweise erhöhtes Fehlbildungsrisiko nach ICSI-Behandlung hin. Zurzeit zeigen Langzeitstudien keine grösseren Auswirkungen auf die Fehlbildungsrate bei Kindern nach ICSI-Behandlung. Man vermutet, dass das Alter der Eltern einen viel grösseren Einfluss auf die Gesundheit das Kindes hat.
Liegt ein männliches Fruchtbarkeitsproblem vor, kann es an einen männlichen Nachkommen weitergegeben werden.
Psychischer Stress
Paare, die auf ein Kind warten, stehen oft unter hohem Druck. Jedes Mal, wenn bei der Frau die Regel einsetzt, macht sich Enttäuschung breit.
Psychischer Stress kann die Eizellreifung stören und die Samenqualität vermindern. Eine Kinderwunschbehandlung kann den Stress der Partner noch erhöhen.
Wir raten dem Paar, offen über Ihren Kinderwunsch und Ihre Beziehung zu sprechen. Psychologische Betreuung, aber auch begleitende alternative Therapien wie Akupunktur oder Entspannungtechniken können hilfreich sein.
Wichtig und beruhigend für Sie zu wissen ist:
Selbst wenn weder hormonelle noch organischen Störungen vorliegen, konnte eine psychische Blockade wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden!
Psychische Probleme sind eher die Folge als die Ursache von Kinderlosigkeit.
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