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Im vergangenen Jahr erschien Irène Speisers Erzählung „Meerespassagen» (Stroemfeld Verlag). Obschon sie mit ihrer Familie schon lange in Europa lebt, fühlt sich die namenlose Protagonistin der Erzählung Meerespassagen noch immer mit New York verbunden, wo sie einmal gewohnt hat. Eine Barmizwa bei Freunden bietet nach Jahren wieder Anlass, den Atlantik zu überqueren. Mit ihrem kleinen Sohn besucht sie für einige Tage die Stadt, doch das zunächst freudige Wiedersehen wird unerwartet von einer schrecklichen Neuigkeit überschattet.
Von Irène Speiser sind in den letzten Jahren mehrere Bücher erschienen. Unter ihnen „New York. 26 Proben» und „Hausauflösung» (Stroemfeld Verlag). Letzteres war dem deutschen Nachrichtenmagazin „Der Spiegel» Anlass für ein Interview mit der Autorin. „Hausauflösung» hebt an mit dem Prozess des Ausräumens, den Lücken im Regal, den herumstehenden Kartons. Immer wieder drängen Erinnerungsfetzen an einzelne Begebenheiten in den Vordergrund. Historische Fotos und neuere Bilder geben Anlass, sich Personen und ihre Geschichte zu vergegenwärtigen. Die jüdische Großmutter aus Worms, Granny genannt (1902-1998), war Bratschistin in einem Damen-Quartett, bevor sie sich für die Bildhauerei entschied. Sie heiratete 1922 in die Schweiz, wo sie – mit einer Unterbrechung während des Zweiten Weltkriegs – über 70 Jahre lang lebte.
Irène Speiser stammt aus Zürich, sie wuchs in Brüssel auf und studierte in Zürich Französisch, Russisch und Musik. Von 1983 bis 2003 lebte sie in New York, in den Jahren 1983-1994 war sie freie Mitarbeiterin beim Feuilleton der Neuen Zürcher Zeitung. Gleichzeitig Mitarbeit bei Rundfunkstationen und fotografischen Zeitschriften. Seit 1980 Publikation von Lyrik und Essays in diversen Literaturzeitschriften wie Spektrum, Sprache im technischen Zeitalter, neue deutsche literatur, drehpunkt und entwürfe. Veröffentlichung von zwei Gedichtbänden. Irène Speiser lebt in Basel.