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Wie bereits gestern sind auch heute Stürme das Thema des MeteoBlogs. Heute werden Stürme wie Joran, Scirocco, lokale Gewitterstürme und Tornados behandelt.
Wetter
Wie bereits gestern sind auch heute Stürme das Thema des MeteoBlogs. Heute werden Stürme wie Joran, Scirocco, lokale Gewitterstürme und Tornados behandelt.
Am Jurasüdfuss, besonders in der Gegend des Neuenburgersees, kann der Joran, ein Fallwind vom Jura her, problemlos Sturmstärke erreichen. Schlimm muss es am 21. und 22. Dezember 1911 gewesen sein, als dieser Sturm einige Wälder total zerstörte. Auf Grund der Schäden - ganze Bäume mit dicken Stämmen wurden gebrochen - muss die Windgeschwindigkeit mindestens 140 km/h betragen haben.
Der Scirocco ist ein Südostwind, welcher gelegentlich auf der Alpensüdseite auftritt. Er ist deutlich gefährlicher als der Nordföhn. Er hat besonders in letzter Zeit oft in Wäldern und am Gebäuden Schäden angerichtet, so bei Sturm Vaia Ende Oktober 2018, dann wieder am 3. Oktober 2020 und zuletzt am 20. Oktober im vergangenen Jahr. Der Scirocco kann auch in den Niederungen der Alpensüdseite Böenspitzen von 120 bis 140 km/h erreichen. Auf einzelnen Gipfeln wurden schon Höchstwerte von über 180 km/h aufgezeichnet, so auf dem Matro ob Bodio in der Leventina.
Gewitterstürme treten zwar nur lokal und kurzzeitig auf, können sich aber verheerend auswirken. Bekannt ist sicher der Sturm von La Chaux-de-Fonds am 24. Juli 2023. Ein sogenannter Downburst verursachte eine Windspitze von 217 km/h. Dies ist die höchste je gemessene Windspitze in der Schweiz in tieferen Lagen. Entsprechend katastrophal waren die Schäden. Aber auch andere Gewitter lösten bereits extrem starke Windböen aus. Zu nennen ist ein Gewitter, welches am 15. Juli 1985 Glarus traf. Dieses Gewitter hatte an der Station Glarus eine Windspitze von 190 km/h zur Folge, eine weitere heftige Windböe wurde anlässlich eines Gewitters am 18. Juli 2005 in Bouveret am Genfersee mit 161 km/h notiert. Da Gewitter eher kleinräumig auftreten, werden viele heftige Windböen nicht von den Messgeräten erfasst.
Noch deutlich seltener als Gewitterstürme treten Tornados auf. Die bisher schlimmsten Tornados der Schweiz betrafen das Vallée de Joux. Die Daten waren der 19. August 1890 und der 26. August 1971. Die beiden Fälle ähnelten einander. In einem nur kleinen Gebiet, in welchem der Tornado jeweils wirkte, wurde der Wald total zerstört. Auch Häuser wurde entweder schwer beschädigt oder total zerstört.
Die Windgeschwindigkeiten in Tornados sind derart hoch, dass sie von den Messgeräten kaum erfasst werden können. Der bisher stärkste Tornado am 3. Mai 1999 über Oklahoma hatte eine Rotationsgeschwindigkeit von 529 km/h (Quelle: www.wetter.net/wetterlexikon unter Eintrag: Fujita-Skala). Dieser Wert wurde mittels Dopplerradar ermittelt. Es ist dies der höchste Wert, welcher weltweit je in Bodennähe registriert wurde. Nur extreme starke Jets erreichen in Tropopausennähe ähnlich hohe Werte. Da, wie bereits erwähnt, die Windgeschwindigkeit mit herkömmlichen Messgeräten nicht ermittelt werden kann, wurde aufgrund der aufgetretenen Schäden eine Skala entwickelt, die sogenannte Fujita-Skala. Die beiden Tornados im Vallée de Joux erreichten auf dieser Skala den Wert F4, was einer Rotationsgeschwindigkeit von 333 bis 418 km/h entspricht.