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Samothrake,
Insel im Ägeischen Meer, 40 km von der thrakischen Küste entfernt, der Mündung des Hebros gegenüber, mit dem 1600 m hohen Berg Saoke (heute Phengari), ist von ovaler Gestalt, 177 qkm (3,2 QM.) groß, besteht aus kristallinischen und darübergelagerten jüngern Gesteinen und war im Altertum wenig fruchtbar. Sie soll nach Herodot von Pelasgern, nach andern von Dardanos mit Arkadiern und Troern kolonisiert worden sein. In der politischen Geschichte hat sie nie Bedeutung gewonnen.
In der Schlacht bei Salamis kämpften ihre Bewohner auf seiten der Perser, später waren sie tributpflichtige Bundesgenossen der Athener. Während der Kämpfe in Makedonien war die Insel eine Art von Asyl. Zu Sullas Zeit ward ihr an Weihgeschenken reicher Tempel [* 2] von Seeräubern geplündert. Berühmtheit erlangte S. durch seinen Mysterienkultus, welcher in die ältesten Zeiten zurückreicht und dem eleusinischen an Ansehen gleichstand. Jetzt gehört die seit 1457 türkische Insel (Samathraki, türk. Semadrek) zum Wilajet Dschesair. Die alte Stadt S. lag auf der Nordküste; landeinwärts davon nach Süden liegt der heutige Hauptort Kastro, mit 2500 Einw. Die Ausgrabungen A. Conzes haben in der alten Stadt namentlich die Reste eines dorischen Marmortempels und eines Rundbaues aus dem 3. Jahrh. v. Chr. aufgedeckt.
Vgl. Conze, Archäologische Untersuchungen auf S. (mit Hauser und Benndorf, Wien [* 3] 1875 u. 1880).