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Globalisierung, geschichtspolitischer Wandel und Menschenrechte: opferzentrierte Vergangenheitsaufarbeitung durch Wahrheitskommissionen
In der ersten Hälfte der 1980er Jahre entstanden, haben sich Wahrheitskommissionen rasch zu einem weltweit eingesetzten, zentralen Instrument der Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen entwickelt. Bis in die Gegenwart sind in Prozessen der Transition nach Diktaturen oder der Befriedung nach Bürgerkriegen über dreissig Wahrheitskommissionen auf vier Kontinenten eingesetzt worden. Wahrheitskommissionen besassen dabei nicht nur eine vergangenheitspolitische Funktion, sondern wurden auch zu Instanzen der Produktion historischen Wissens. Ihre zuhanden der jeweiligen nationalen Öffentlichkeiten publizierten Berichte waren auch offizielle Darstellungen der jüngsten, von den Brucherfahrungen massiver Repressionsverbrechen geprägten nationalen Vergangenheit. Zeugnisse von Opfern bzw. von Angehörigen von Opfern bildeten die zentrale Grundlage der Berichte. Die Wahrheitskommissionen leisteten damit einen wichtigen Beitrag zu einem allgemeinen geschichtspolitischen Wandel zugunsten der Aufwertung opferzentrierter gesellschaftlicher Erinnerung. Der Beitrag geht der Frage nach den Zusammenhängen zwischen der Globalisierung der Wahrheitskommissionen – im Spannungsfeld zwischen universeller Angleichung der Arbeit dieser Ausschüsse und deren Ausdifferenzierung in den nationalen Aufarbeitungskontexten –, den Menschenrechten als Bestimmungskategorie der Opfer staatlicher Unterdrückungsgewalt und der historiographischen Funktion der Wahrheitskommissionen nach.