Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03358.jsonl.gz/789

Wie bei so manchem technischen Wurf der deutschen Rüstungsindustrie im zweiten Weltkrieg war auch die Me 262 gleichsam ihr eigener ärgster Feind. Nicht nur die Abschüsse in der Start- und Landephase (welche übrigens zur Schaffung spezieller Flugplatz-Schutzgeschwader mit Fw 190 D geführt haben) sondern vor allem die für diese Technologie in den Kinderschuhen stehende metallurgische und aerodynamische Entwicklung dezimiertie die Zahl der im Einsatz stehenden Strahljäger massiv.
Das Triebwerk musste in der Landephase langsamst in seiner Drehzahl gesenkt werden, da ansonsten ein Strömungsabriss im innern der Turbine zum Totalsausfall führte. Dieses Verhalten resultierte in kompletter Wehrlosigkeit, da auch an ein rasches Ausweichen mit reduzierter Tourenzahl nicht zu denken war, geschweige denn von einer plötzlichen Erhöhung der Umdrehungen.
Weiterhin kam die durchschnittliche Laufzeit eines Jumo-Triebwerks auf nur zwanzig Betriebsstunden. Danach waren die Elemente der Brennkammer und des Kompressors auf Grund der hohen Temperaturenwicklungen ausgebrannt. Ein erlebbares und eindrückliches Stück dieser Pionierphase habe ich im Flugzeugmuseum Dübendorf gesehen, wo ein eben besagtes Triebwerk gelagert ist (der Pilot ist zu Ende des Krieges in der Schweiz gelandet).
Leider ist mir zu Ohren gekommen, dass die Motorenausstellung mit eben diesem Triebwerk nicht mehr öffenlich zugänglich sei.
"Ein fundamentaler Grundsatz für die kleinen Armeen besteht darin, immer in Massen zu handeln; durch seine Anwendung allein können sie einige bedeutende Unternehmen vollbringen, indem sie darauf verzichten, alles zu decken und nur das Hauptziel anpeilen." (Jomini, 1779-1869)