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Endlich ist der Winter vorbei, die Pflanzen und Bäume ergrünen und die Tagestemperaturen steigen. Mancher Imker wird diesen Moment sehnsüchtig erwartet. Am 19. März habe ich einen ersten Blick in die Magazinbeuten geworfen und den Futtervorrat kontrolliert. Waben habe ich keine gezogen, das Brutnest unangetastet gelassen und nur einen Blick von oben in die Beute geworfen. Den natürlichen Varroafall habe ich ebenfalls kontrolliert. Die Scha-densschwelle von 1 Milbe pro Woche ist bei keinem Volk überschritten worden. Ansonsten waren bis jetzt keine weiteren Arbeiten an den Völkern nötig. Jetzt im April achte ich darauf, dass der natürliche Totenfall höchstens bei einer Milbe pro Tag liegt. Ist dieser Wert höher, merke ich mir diese Völker vor, um mit ihnen Ableger zu bilden.
Jetzt aber stehen wir in den Startlöchern. An einem warmen, sonnigen Tag kontrolliere ich die Völker. Bevor ich die Völker öffne, kontrolliere ich, ob die Bienen Pollen eintragen. Daran erkenne ich, ob die Völker weiselrichtig sind und Brut vorhanden ist. Völker, die weisellos sind, aber noch nicht buckelbrütig, vereine ich mit anderen Völkern. Dies funktioniert im Frühling ohne Probleme. Dazu benutze ich ein Zeitungspapier, das an mehreren Orten eingeschnitten wurde. Ich setze es auf ein weiselrichtiges Volk und lege das zweite Magazin oben auf.
Während dieser ersten Kontrolle, setze ich die Brutwaben in die Mitte des Magazins. Pollenbretter, die noch nicht entfernt worden sind, nehme ich heraus, ebenso überschüssige Futterwaben und verschimmelte Brutwaben. Jedes Volk sollte über 2 Futterwaben verfügen. An das Brutnest setze ich je nach Volksstärke 1 bis 2 Baurahmen, damit ich den ersten Drohnen-schnitt später durchführen kann. Die Drohnenbrut benötigt 24 Tage um zu schlüpfen. Sobald die Wabe viel verdeckelte Brut enthält, kann diese ausgeschnitten werden. Mit dreimaligem Entnehmen der Drohnenbrut kann der Varroabefall um ca. 40% gesenkt werden. Dazu kommt: Der Varroabefall kann ohne Chemie gesenkt werden. Die Völkerverluste in diesem Frühling sollten vielen Imkern zu denken geben und sie veranlassen, ihr Konzept zur Varroabekämpfung zu überdenken. Ich habe mit dem Drohnenschnitt und der kompletten Brutentnahme im Hochsommer gute Erfahrungen gemacht. Achtung: Futterwaben aus toten Völkern bitte nicht mehr weiterverwenden, sondern einschmelzen und entsorgen.
Damit die Völker nicht in Schwarmstimmung geraten, ist es wichtig, für genügend Platz zu sorgen. Die Raumerweiterung erfolgt selten zu früh, aber meistens zu spät. Anfangs bis Mitte April können ausgebaute Waben (besonders wichtig bei schwachen Völkern) zugehängt werden, später kann mit Mittelwänden ergänzt werden. Wichtig ist es, dass die Bienen bauen können. Jedes Volk sollte so viel Waben wie möglich ausbauen können. Wer auf Naturbau setzt, sollte unbedingt gedrahtete Rähmchen benutzen, da die Waben sonst leicht brechen. Ableger sollten nicht zu früh gebildet werden, da sie sonst das Wirtschaftsvolk zu stark schwächen. Im Mai haben wir dazu noch genügend Zeit. Ich wünsche allen einen guten Start in die neue Bienensaison.
Bernarda Oggier
April 2015