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Kurt Krause
Kurt Krause (*22. Dezember 1917 in Falkensee; † 26. Oktober 2000) war ein deutscher Kinounternehmer.
Geschichte
Kurt Krause wuchs in Falkensee in Brandenburg auf und machte 1937 sein Abitur, danach eine Ausbildung und 1938 ein Studium zum Hochfrequenztechniker. Nach einem Lehrgang an der Filmakademie Potsdam-Babelsberg erhielt er am 23. Dezember 1939 das Diplom der Reichsfilmkammer zur Leitung eines Lichtspieltheaters.
Am 31.5.1935 kontrollierte Kurt Krause zum ersten Mal die Eintrittskarten am ersten Spieltag des elterlichen CAPITOL-Kinos in Berlin-Finkenkrug (Falkensee). Neben der Schule und dem Studium lernte Kurt Krause den Kinobetrieb dort von der Pieke auf. Nach Kriegsteilnahme und Gefangenschaft kam Kurt Krause nach Alfeld, da sein ehemaliger Berliner Arbeitgeber dorthin übergesiedelt war. Als die britischen Besatzer für ein Kino jemanden mit einem Vorführschein suchten, fanden Sie Kurt Krause. Da sich die Briten vor Eröffnung des Kinos aus dem Projekt zurückzogen, machte sich Kurt Krause nun selbständig.
Am 2.6.1949 eröffnete Kurt Krause sein erstes Kino, die SCHAUBURG in Alfeld mit 375 Plätzen. In Holzminden eröffnete Kurt Krause im Hillebrechtschen Saal in der Niederen Strasse als zweites Kino der Stadt am 22.12.1949 das CAPITOL mit 300 Plätzen.
Als in Göttingen die Sparkasse einen Betreiber für ein Kino in ihrem Neubau suchte, mussten sich die Bankdirektoren außerhalb von Göttingen umschauen, da alle ortsansässigen Kinobetreiber abwinken. Am 31.März 1951 eröffnete Kurt Krause das Lichtspielhaus DIE KRONE in Göttingen, das er fortan als Tageskino mit 7 Vorstellungen täglich führte. Am 1.7.1955 übernahm Kurt Krause das Göttinger STERNTHEATER von Joachim Bernau. Am 4.11.1955 eröffnete Kurt Krause das CAPITOL in Peine.
Am 12. Juli 1957 eröffnete Kurt Krause in Hildesheim das UNION-THEATER am Silberfund auf der Marienburger Höhe (Südstadt) mit 518 Plätzen. Am 20.12.1957 eröffnete das CITY in der Schuhstrasse in Hildesheim mit 432 Plätzen. Am 25.12.1955 eröffnete benachbart zum Göttinger STERNTHEATER das STERNCHEN.
1961 wurde der Kinomann Krause kurzzeitig auch Filmproduzent. Damals gründete das Göttinger Kinounternehmer-Paar Charlotte und Kurt Krause zusammen mit Alwin Woesthoff vom Deutschen Theater die Gottinga-Filmgesellschaft (GFG). Mit niedrigem Budget sollten Filme aus einer Hand (Buch, Regie) hergestellt werden. Der erste und letzte Film der GFG KALAMITÄTEN mit Darstellern des Deutschen Theaters (Buch+Regie: Alwin Woesthoff) war dann auch einer der letzten Produktionen vor Schließung der Göttinger Filmateliers im Dezember 1961.
Die Kinokette von Kurt Krause expandierte in den nächsten Jahren weiter: Vom 1.11.1964 bis 31.11.1976 betrieb Kurt Krause das Göttinger CENTRAL, das PALAST-THEATER in Celle vom 10.2.1967 bis November 1976. In den 70er Jahren wurde trotz allgegenwärtiger Kinokrise weiter expandiert: Aus der Konkursmasse des ehemaligen Göttinger Kinobetreibers Ernst Heidelberg mietete Kurt Krause ab 27. April 1973 das traditionsreiche CAPITOL in der Prinzenstrasse, Göttingens zweitgrößtes Kino. Am 17.10.1975 übernahm Kurt Krause vom insolventen Verleih Neue Filmkunst das Göttinger CINEMA. Am 31.10.1975 folgte die Übernahme des Göttinger STUDIOS FÜR FILMKUNST (LUPE). Am 1.8.1976 übernahm Kurt Krause die Göttinger Kinos DIE KURBEL, ROYAL und SAVOY vom Uslarer Kinobetreiber Klaus-Peter Schulz. Das CASINO wurde vorerst geschlossen. Ende August 1976 schloss sich zum letzten Mal der Vorhang im traditionsreichen Kino DIE KRONE. Der Vermieter, die Sparkasse, brauchte die Räumlichkeiten zukünftig selber. Im letzten Jahr des Kinobetriebes liefen TAM-TAM-Pornofilme, die danach im ROYAL gezeigt wurden.
Im März 1979 eröffnete der Göttinger Kinobetreiber Kurt Krause (er führte zu diesem Zeitpunkt neun Kinos in Göttingen) in Hannover das GOETHEHAUS am Steintor neu. In Hildesheim entstand aus dem ehemaligen CITY das CITY-KINO-CENTER mit 3 Sälen. Ende 1980 und Anfang 1981 ergänzte Kurt Krause sein STUDIO FÜR FILMKUNST im Induna-Centrum in Göttingen um zwei Kinosäle mit je 56 Plätzen. Ende Februar 1986 eröffnete das nun dreigeteilte CAPITOL in der Prinzenstrasse nach dreijähriger Unterbrechung wegen Umbau.
Im Sommer 1986 übergab Kurt Krause seine Göttinger Kinos an den Hannoveraner Hans-Joachim Flebbe und zog sich aus dem aktiven Kinogeschäft aus Altergründen zurück. Das Stern-Theater hatte er für 10 Jahre an Flebbe verpachtet und verlängerte diesen Vertrag 1996 nicht, da er nach der Eröffnung des Cinemaxx am Bahnhof die Schließung des Sterntheaters befürchtete. Flebbe mit seiner Cinemaxx-Gruppe wollte nur einen Pachtvetrag für 5 Jahre eingehen, Krause lehnte dies ab. Er übernahm deshalb 1996 im Alter von 78 Jahren den Spielbetrieb wieder selbst.
Mit dreiundachtzig Jahren starb Kurt Krause am 26.10.2000.