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Die geknüpften Formen, die beim Teppich als Knoten (vgl. Fig. 19 und 20) bezeichnet werden, sind in Wirklichkeit eigentlich nur Schlingen. Ihren festen Sitz erhalten sie erst durch die auf sie niedergeschlagenen Schüsse.
Zur leichteren Verständlichkeit können z. B. die Knoten As 1 und As 3 asymmetrischer Knoten nach links, As 2 und As 4 asymmetrischer Knoten nach rechts genannt werden.
Vor- und Nachteile dieser beiden Knotenformen: Der symmetrische Knoten hält besser, mit dem asymmetrischen Knoten lassen sich die Konturen, durch die einzeln hervortretenden Florenden, fliessender gestalten.
Strukturuntersuchungen müssen an mehreren Stellen vorgenommen werden, weil manchmal bei Knüpferzeugnissen mit asymmetrischem Knoten die erste und letzte Reihe (es können auch mehrere sein) im symmetrischen Knoten geknüpft werden. Dies kann auch für die äussersten Knoten an den Seiten gelten, wie z. B. bei Knüpfgeweben der Tekke- Turkmenen. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass der symmetrische Knoten beide Kettfäden umschlingt und deshalb besser hält.
Um die Knotenform festzustellen, legt man den Teppich am besten so aus, dass sein Knüpfbeginn gegen den Betrachter gerichtet ist. Der Flor neigt sich immer nach unten zum Knüpfbeginn hin. Vom Motiv her darf der Knüpf-beginn nie bestimmt werden, denn bei vielen türkischen Gebetsteppichen und auch manchmal bei turkmenischen Tschuvals und Torbas ist der Knüpfbeginn oben, d. h. die Muster werden auf dem Kopf stehend geknüpft.
Parallel zu einer Schussreihe biegt man nun den Teppich nach hinten. Werden beide Kettfäden durch den in der Schussrichtung verlaufenden Florfadenteil verdeckt und kommen die Florenden miteinander zwischen diesen beiden Kettfäden hervor, so hat man den symmetrischen oder Gör-desknoten vor sich. Tritt ein Florfadenende aus der Mitte des Knotens hervor, während das andere links oder rechts neben dem Knoten erscheint, so handelt es sich um den asymmetrischen oder Sehneknoten.
Erweist sich obige Methode als schwierig, so biegt man den Teppich parallel zu den Kettfäden nach hinten und betrachtet eine Stelle zwischen zwei Knotenreihen. Sind auf beiden Seiten die , Kett-fäden vom Knüpffaden umschlungen, dann handelt es sich um den symmetrischen Knoten. Ist die Kette nur auf einer Seite vom Florfaden umschlun-gen und tritt auf der anderen Seite der Florfaden, die Kette verdeckend, senkrecht hervor, dann ist der Knoten asymmetrisch. Leichtes Anfeuchten des Knotens erleichtert das Erkennen seiner Form.
Bei enger Knüpfung und starker Staffelung der Kettfäden sind die Knoten nur schwierig zu erkennen. Wenn man keinen Knoten herausziehen will, kann man versuchen, an den Seiten-, Ober und Unterkanten Einsicht in die äusseren Kno-tenreihen zu erlangen. Dabei ist aber Vorsicht geboten, da sich manchmal, wie schon erwähnt, bei asymmetrischer Knüpfung am Rande symme-trische Knoten befinden.
Helfen alle diese Methoden nichts, so sucht man eine schadhafte Stelle, bei der der Flor - wie häufig bei alten Teppichen - mehr oder weniger abgenutzt ist. Erkennt man den Knoten noch immer nicht, so geht man an dieser Stelle wieder wie oben be-schrieben vor.
Liegen die Kettfäden im Knoten flach neben-einander (Sy 1, As 1 und As 2), so bilden diese auf der Teppichrückseite zwei gleiche kleine Buckel.

Durch die Staffelung der Kettfäden wird in der Breite eine höhere Knotenzahl erreicht. Jeder zweite Buckel eines Knotens ist dann in einer Längsrille sichtbar (Sy 2, Sy 3, As 3 und As 4). Sind die Kettfäden stark gestaffelt, über ca. 60 Grad, dann erscheint auf der Rückseite nur noch ein Buckel jedes Knotens. Dies muss beim Zählen der Knoten berücksichtigt werden.
Mit der Bidjar- und Kirman-Bindung kann eine Schichtung von fast 90 Grad erreicht werden. In der Breite sind dann doppelt so viele Knoten wie bei der Bindung mit flach liegender Kette. Auf die Knotenzahl in der Höhe hat die Schichtung keinen Einfluss. Entscheidend dafür sind die Dicke der Schuss- und Florfäden, die Anzahl der eingelegten Schüsse und wie stark diese auf die Knotenreihen niedergeschlagen werden.
Warum Schichtung der Kettfäden? Grund dafür ist nicht nur die feinere Knüpfung, die damit ermö- glicht wird, sondern der grosse Vorteil, dass die Knotenzahl in der Breite etwa gleich gross ist wie in der Länge. Auf diese Weise behalten die Muster die gleiche Form, ob sie nun längs oder quer liegen. Auch die Bordüren sind ringsum gleich breit. In Manufakturen werden die Teppiche auf in Quadrate aufgeteiltes Papier vorgezeichnet. Hier muss die Anzahl Knoten pro Dezimeter in beiden Richtungen etwa gleich gross sein, da sonst z. B. ein Kreis zu einer Ellipse wird.
Die gleiche Wirkung lässt sich auch bei ungeschichteter Kette erzielen, doch müssen dann extrem viele und dicke Schüsse eingetragen wer-den. Dies hat aber eine lockere Knüpfung zur Folge. Ein weiterer Vorteil der Schichtung der Kette besteht darin, dass beim asymmetrischen Knoten der vom Knüpffaden umschlungene Kettfaden oben liegt. Bei starker Abnützung der Oberfläche kommen die vom Florfaden nicht umschlungenen Kettfaden nicht zum Vorschein. Bei den Knoten As I und As 2 ist dies aber der Fall.
Bei starker Schichtung schliesslich erlauben die aus dem Grundgewebe dicht hervorstehenden Florenden bei beiden Knotenarten subtilste Zei-chnung.
Die Florenden des symmetrischen Knotens treten zusammen zwischen zwei Kettfäden hervor und haben bei schmalem Zwischenschuss eine lei-chte, bei breitem Zwischenschuss eine starke Neigung zum Teppichanfang hin. Der Knoten Sy 1 neigt sich parallel zu den Kettfäden nach unten. Bei Schichtung der Kettfaden neigt sich der Flor nach links unten (Sy 2) oder nach rechts unten (Sy 3).
Der asymmetrische Knoten, dessen Florenden einzeln hervortreten, umschlingt nur einen Kett-faden völlig, den zweiten umfasst er nur seitlich und unten. Ist der zweite Kettfaden der rechte oder linke eines Kettfadenpaares, dann hat der Flor eine Neigung nach links (As I und As 3) oder rechts (As 2 oder As 4) unten zum Knüpfbeginn hin.
Schliesslich ist auch die Florhöhe zu beachten: In Bergregionen findet sich eher hoher, im Flachland eher niedriger Flor. Zum Teil ist dieses Merkmal auch geeignet für eine Altersbestimmung; so hat z.B. Kirman ab ca. 1900 höheren Flor (europä- ischer und amerikanischer Einfluss).
Die Haltbarkeit eines Teppichs hängt nicht so sehr von der Feinheit der Knüpfung ab, obwohl dies allgemein angenommen wird. Entscheidend sind Qualität und Ausgewogenheit der Kett-, Schuss- und Knüpffäden zueinander und zur Knüpfdichte.