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2012 wurden insgesamt 219’464 palästinensische Patienten aus dem Westjordanland in israelischen Krankenhäusern medizinisch behandelt, 21’270 davon Kinder, gibt der Bericht der Koordinierungsstelle für Aktivitäten in den Palästinensergebieten (COGAT – Coordinator of Government Activities in the Territories) an. Die Zahlen beinhalten Angehörige, die die Patienten begleiteten.
Seit 2008 ist die Zahl enorm angestiegen: 2008 wurde 144‘838 Palästinenser aus dem Westjordanland in Israel behandelt und 197‘113 im Jahr 2011.
COGAT untersteht dem israelischen Verteidigungsministerium und ist zuständig ist für die Umsetzung der Regierungsaktivitäten in Judäa und Samaria und vis-à-vis dem Gazastreifen. Der COGAT Bericht erklärt, dass „die Zivilverwaltung durch ihr Gesundheitsdepartement HDCA (Health Department of the Civil Administration) eng mit dem palästinensischen Gesundheitsministerium zusammenarbeitet, um die medizinischen Bedürfnisse der palästinensischen Bevölkerung in ganz Judäa und Samaria zu unterstützen. Das HDCA leitet alle Angelegenheiten im Zusammenhang mit der israelisch-palästinensischen Gesundheitskoordination, vorrangig der Transfer von palästinensischen Patienten in Spitäler in Israel.“
Das HDCA arbeite daran, eine medizinische Fachausbildung von Palästinensern durch die Förderung von Medizinkonferenzen und Ausbildung des palästinensischen medizinischen Personals in israelischen Spitälern zu ermöglichen. Ausbildungsseminare werden mehrmals jährlich durchgeführt, eine gemeinsame Initiative des HDCA und der Palästinensischen Autonomiebehörde PA. 2012 investierte die Zivilverwaltung zwei Millionen NIS (ca. 660‘000 Sfr oder 422‘065 EUR) für die Ausbildung palästinensischer Ärzte, Krankenpfleger und Sanitäter in Israel. Zudem stellte die Zivilverwaltung ein Budget zur Finanzierung lebensrettender Massnahmen bei Patienten bereit, die weder von palästinensischen Krankenversicherungen noch von der UNRWA gedeckt werden und auch von den Patienten nicht privat bezahlen werden können. So wurden lebensrettende Massnahmen für 20 palästinensische Kinder durchgeführt (u.a. Knochenmarkstransplantation, Nierentransplantation, Pränataldiagnose).
Aus dem Gazastreifen kamen 2012 16‘553 Palästinenser zur medizinischen Behandlung in Krankenhäuser in Israel und in der Region Judäa und Samaria.
Erst im Mai besuchte der PA-Gesundheitsminister Dr. Hanni Abadeen das Hadassah Ein Kerem Spital in Jerusalem. Dieser Besuch war ein Novum. Dr. Abadeen stattete palästinensischen Patienten, die im Krankenhaus zur Behandlung sind, einen Besuch ab und verteilte Geschenke. „Wir sind hier, um einen Weg für weitere Zusammenarbeit zu finden,“ sagte er. Dr. Yuval Weiss, Direktor des Spitals, sagte, „Wir haben die Zusammenarbeit mit den Palästinensern begonnen. Wir bilden nun Ärzteteams des Krankenhauses in Beit Jala im südlichen Westjordanland aus, behandeln Kinder mit Krebs. Wir haben etwa 60 palästinensische Ärzte im Praktikum und Fachärzte, die nach Ende ihre Arbeit in die PA-Gebiete zurückkehren.“
Das Gesundheitsdepartement der Zivilverwaltung werde seine enge Zusammenarbeit mit seinen palästinensischen Amtskollegen und den internationalen Organisationen in Judäa und Samaria 2013 fortführen, um die Gesundheitsversorgung zugunsten aller Bewohner in der Region weiter zu fördern, heisst es im Bericht.
Weitere Informationen:
COGAT-Bericht: Health in Judea and Samaria: General Overview 2012
Überraschender PA-Gesundheitsminister (29.05.2013, audiatur-online)