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Microsoft wollte offenbar die Foto-Plattform Pinterest übernehmen. Verhandlungen zum Kauf seien geführt worden, berichtet die 'Financial Times' (Paywall).
Angaben zum Kaufpreis machten informierte Kreise gegenüber der Zeitung keine, aber Pinterest hat zurzeit einen Börsenwert von 51 Milliarden Dollar.
Der Marktwert von Pinterest ist während der Coronakrise massiv gestiegen. Letzte Woche verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg des Quartalsumsatzes um 76% auf 706 Millionen Dollar und steigerte den Aktienkurs um mehr als 10%. Der steigende Aktienkurs könnte eine finanzielle Hürde für Microsoft darstellen, so die 'FT', obwohl der Marktwert von Pinterest nur etwa 3% der 1,83 Billionen US-Dollar von Microsoft beträgt. Die Gespräche zu einer möglichen Übernahme würden derzeit ruhen.
Der Zukauf von Pinterest wäre für Microsoft die grösste Übernahme der Unternehmensgeschichte. Microsoft hat in den vergangenen Jahren mehrere grosse Akquisitionen getätigt. Auf den Kauf des Karrierenetzwerks LinkedIn für 26 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 folgte das Netzwerk für Softwareentwickler Github, das Online-Spiel Minecraft und das Gaming-Unternehmen Zenimax.
Warum interessieren Keksbilder Microsoft?
Auch am weiteren Einstieg ins Social-Media-Business zeigten die Redmonder mit der möglichen Übernahme des US-Geschäfts von Tiktok Interesse. Pinterest wäre hier der nächste Kandidat, für den Microsoft auch weiterhin ein Kaufangebot erwägen soll. Grundsätzlich sei es aber schwer zu erkennen, "wie Microsoft Gefallen an einer Plattform, die für anspruchsvolle Vision Boards und Keksrezepte bekannt ist, finden könne", kommentiert die 'FT'.
Das Kaufinteresse sei auf den jüngsten Anstieg des Nutzer- und Umsatzwachstums bei Pinterest zurückzuführen. "Wenn der Umsatz weiterhin im gleichen Tempo steigt, könnte der Jahresumsatz bis 2023 um die 4 Milliarden Dollar betragen", so die Zeitung. Auch die Userzahlen sind hoch: Aktuell verzeichnet die Plattform 459 Millionen monatlich aktive Nutzer.
Microsoft benötige auch "mehr Futter für seine Teams und Azure Cloud Computing-Produkte". Möglicherweise suche der Konzern auch nach weiteren Quellen, um Datenanalysedienste zu entwickeln und sein Werbegeschäft aufzubauen. "Aber Pinterest zu kaufen, wäre ein teurer Weg, dies zu tun", schliesst die 'Financial Times' ihren Kommentar.