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Als armutsgefährdet gelten Personen in Haushalten mit einem Einkommen (ohne Vermögen), das deutlich unter dem üblichen Einkommensniveau im betreffenden Land liegt. Armut wird somit als eine Form der Ungleichheit betrachtet: Ob eine Person als armutsgefährdet gilt, hängt also nicht allein von ihrer eigenen wirtschaftlichen Situation ab, sondern auch von der wirtschaftlichen Situation der übrigen Personen im betrachteten Land. Armutsgefährdet zu sein bedeutet demnach, ein deutlich tieferes Einkommen als die Gesamtbevölkerung zu haben, was die Gefahr eines sozialen Ausschlusses birgt.
Die Armutsgefährdungsschwelle wird im Allgemeinen bei 60% (Ansatz der Europäischen Union) oder bei 50% (Ansatz der OECD) des verfügbaren Median-Äquivalenzeinkommens angesetzt.
In der Schweiz liegt die Armutsgefährdungsschwelle für einen Einpersonenhaushalt bei 2506 Franken pro Monat (Wert von 2015, Ansatz der Europäischen Union). Als armutsgefährdet gilt somit eine Person mit einem verfügbaren Einkommen (inkl. fiktive Miete) von weniger als 2506 Franken pro Monat. Für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren liegt dieser Wert bei 5263 Franken pro Monat. Die Armutsgefährdungsschwelle ist nicht identisch mit der vom BFS auf der Grundlage der schweizerischen Normen für Sozialhilfe berechneten absoluten Armutsschwelle.
Siehe Nomenklaturen sowie das Link zum Thema Armut unten in dieser Seite.
Die in der Befragung SILC erhobenen Einkommensdaten beziehen sich auf das vorhergehende Jahr (2014 für SILC 2015). Als arm werden alle Mitglieder eines Haushalts betrachtet, die ein verfügbares Einkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle aufweisen. Bei den Ergebnissen nur für die Schweiz (kein internationaler Vergleich) ist beim verfügbaren Einkommen eine fiktive Miete mitberücksichtigt.