Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03202.jsonl.gz/1411

(Kropfgans, Beutelgans, Pelecanus L.), Gattung aus der Ordnung der Ruderfüßler und der Familie der Pelikane (Pelecanidae),
Vögel
[* 4] mit gestrecktem Körper, langem, dünnem Hals, kleinem Kopf und einem eigentümlich gestalteten, langen Schnabel. Der Oberschnabel
ist ganz platt, ziemlich gleichmäßig breit, an der Spitze mit krallenförmigem, starkem Haken; der Unterschnabel besitzt
einen sehr weiten, dehnbaren Hautsack, welcher an den dünnen, biegsamen Unterkieferästen, die sich
erst an der Spitze vereinigen, befestigt ist.
1,5 m lang, 2,5 m breit, ist bis auf die braunen Handschwingen
weiß, rosenrot überhaucht, auf der Vorderbrust gelb. Das Auge
[* 6] ist hochrot, die nackte Stelle um dasselbe
gelb, der Schnabel grau, rot und gelb punktiert, der Kehlsack gelbbläulich geädert, der Fuß licht fleischfarben. Der größere
Schopfpelikan (Pelikan crispusL.) ist weiß, graurötlich überflogen mit schwarzem Fittich, am Kopf und Hinterhals mit gekräuselten,
verlängerten Federn; das Auge ist silberweiß, der Schnabeloben graugelblich, der Kropfsack blutrot, bläulich
geädert, der Fuß schwarz.
Der Pelikan bewohnt den größten Teil Afrikas und Südasiens und geht nördlich bis Südungarn; der Schopfpelikan findet sich
am SchwarzenMeer: in Mittel- und Südasien. Der erstere erscheint in Afrika
[* 7] in Gesellschaften von Hunderten und Tausenden, auch
in Südeuropa bildet er noch Scharen von 400-600 Stück, und bisweilen verfliegen sich größere Gesellschaften bis Deutschland.
[* 8] In Südeuropa weilen die Pelikane von Ende April bis Oktober. Sie fischen an und in seichten, salzigen wie süßen Gewässern
und gehen dabei gemeinsam und planmäßig vor, verschlingt auch junge Schwimmvögel und entwickeln eine
außerordentliche Gefräßigkeit.
Sie gehen langsam und wankend, aber ausdauernd, sitzen gern auf Bäumen, fliegen und schwimmen vortrefflich, können aber
nicht tauchen. Wo sie nicht verfolgt werden, sind sie sehr vertrauensselig und benehmen sich wie zahme Vögel; sie sind gutmütig,
klug und werden nur durch ihren Heißhunger kühn. Sie brüten gesellig
auf schwimmenden Inseln u. dgl.
und legen in einem sehr ungefügen Nest 3-5 gefleckte, bläulichweiße Eier,
[* 9] welche mit einer dick aufregenden Kalkkruste bedeckt
sind und von beiden Eltern ausgebrütet werden.
Durch den Kot und die verfaulenden Fische
[* 10] verbreiten diese Brutansiedelungen einen unerträglichen Gestank. Die Araber essen
das Fleisch, sonst werden viele Pelikane als Schautiere gefangen; sie sind leicht zähmbar und lassen
sich ohne Umstände an Ein- und Ausfliegen gewöhnen, pflanzen sich auch bisweilen in der Gefangenschaft fort. Seit alter
Zeit ist der Pelikan Symbol der aufopferndsten Mutterliebe, indem man sagte, er reiße sich die Brust auf und nähre die
Jungen mit seinem Blute. Der Kehlsack dient im Orient als Tabaksbeutel. Über die Familie der Pelikane s. Schwimmvögel.