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Das Ziel bleibt, einen gemeinsamen Weg möglich zu machen
Februar 18, 2020
Am vierten Treffen einer Studiengruppe von Methodist/innen aus dem Bischofsgebiet von Bischof Patrick Streiff sichteten die Mitglieder die Antworten auf ein Schreiben an Kirchenverantwortliche in den Ländern. Ausserdem befassten sie sich mit neuen Entwicklungen in der weltweiten Methodistenkirche. Diese könnten mit dazu beitragen, dass das Ziel eines gemeinsamen Weges im Bischofsgebiet erreicht werden kann.
Am 7. und 8. Februar hat sich die Studiengruppe zum vierten Mal getroffen. Diese sucht für das Bischofsgebiet (Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa) von Bischof Patrick Streiff Rahmenbedingungen für einen gemeinsamen weiteren Weg abzustecken. Im Hintergrund stehen Auseinandersetzungen über die Einschätzung von praktizierter Homosexualität in den zugehörigen Ländern Mittel- und Südeuropas und in Nordafrika.
Entscheidung provozierte Trennlinien
Im Februar 2019 hatte die Generalkonferenz, das oberste legislative Gremium der weltweiten United Methodist Church UMC), sich mit knapper Mehrheit für die Umsetzung des «Traditional Plan» entschieden. Dieser bekräftigt eine klar traditionelle Überzeugung über Homosexualität und sieht stärkere Strafbestimmungen gegen Zuwiderhandlungen vor. Im Bischofsgebiet von Bischof Patrick Streiff zeigte sich eine dem Abstimmungsergebnis in den USA vergleichbare Trennlinie: Ein Teil der Methodist/innen in den 16 zugehörigen Ländern begrüsste diese Entscheidung. Ein anderer Teil war nicht bereit, diese Entscheidung mitzutragen.
Entscheidungsträger angefragt
Im März 2019 war aus diesem Grund durch Verantwortliche aus den einzelnen Ländern eine Studiengruppe eingesetzt worden. An ihrem Treffen im August hatte diese die Kirchenvorstände in den einzelnen Jährlichen Konferenzen (Synoden) in einem Schreiben um eine Stellungnahme gebeten. Sie wurden gefragt, ob sie bereit wären, prioritär eine gemeinsame Lösung im Rahmen der bestehenden Zentralkonferenz zu suchen, auch wenn dies zu einem längeren Prozess führen sollte.
In ihrem Treffen Anfang Februar lagen der Studiengruppe die Antworten vor. Einige Vorstände signalisierten Bereitschaft zu einem solchen Prozess. Andere sahen aufgrund der Entscheidung für den «Traditional Plan» die Voraussetzungen dafür nicht gegeben.
Neue Entwicklungen in der weltweiten Methodistenkirche
Allerdings haben sich inzwischen durch einen Mediationsprozess, der eine Trennung der weltweiten Methodistenkirche bringen könnte, die Rahmenbedingungen verändert. Im Mai wird eine weitere Tagung der Generalkonferenz über diesen Vorschlag entscheiden. Sollte er angenommen werden, würde das kirchenrechtlich die Möglichkeit bieten, sich entweder in zwei methodistische Kirchen aufzuteilen oder einen weiteren gemeinsamen Weg zu gehen trotz unterschiedlicher Einschätzung der Homosexualität.
Ziel erneut bekräftigt
«Es ist gut möglich, dass die Delegierten der Generalkonferenz sich für diese Mediationslösung entscheiden», sagte Bischof Patrick Streiff. Die Studiengruppe habe darum unabhängig von den sich verändernden Rahmenbedingungen bekräftigt, am ursprünglichen Auftrag weiterarbeiten zu wollen: Die Mitglieder wollen «nach Wegen suchen, damit so viele Länder und Jährliche Konferenzen wie möglich einen gemeinsamen Weg in der Zentralkonferenz finden», heisst es im Schreiben der Studiengruppe, in dem sie von ihrer Arbeitet berichtet.
Dafür wird die Studiengruppe dem Anfang März 2020 in Wien tagenden Exekutivkomitee der Zentralkonferenz berichten und nächste Schritte vorschlagen. Dieses soll dann noch vor Ende Jahr Vorlagen für Beschlüsse an alle Delegierten der Zentralkonferenz im März 2021 versenden.
Wie weit trägt der Wille zur Zusammenarbeit?
«Die Auseinandersetzungen, die durch die Entscheide der Generalkonferenz unter uns aufgebrochen sind, haben unsere langjährige Zusammengehörigkeit tief erschüttert», sagte Bischof Patrick Streiff. «Die intensiven Gespräche fordern uns heraus, ob wir die Verbundenheit miteinander und den Willen zur Zusammenarbeit bewusst erneuern können und welche Länder diesen gemeinsamen Weg trotz unserer Unterschiede mitgehen werden.»