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Batumi Tower: Ein Wolkenkratzer mit integriertem Riesenrad
Es war ein kontroverses Projekt, das 2012 fertiggestellt wurde: Der Batumi Tower in der gleichnamigen Hafenstadt in Georgien. Das Bauwerk ist weniger durch seine Höhe ein Blickfang, als vielmehr durch ein Riesenrad, das direkt in die Fassade integriert ist.
Quelle: Андрей Бобровский wikimedia CC BY 3.0
Rund 40 Millionen georgische Lari wurden in den markanten Wolkenkratzer in Batumi investiert.
200 Meter hoch ist der Batumi-Tower, für dessen Bau 40 Millionen georgische Lari investiert wurden. Bei seiner Fertigstellung vor acht Jahren war das Bauwerk der welterste Wolkenkratzer, der ein Riesenrad in der Fassade aufwies. Die acht Kabinen der Konstruktion hängen rund 100 Meter über dem Boden, bieten Platz für etwa 40 Personen und ermöglichen einen weitläufigen Panoramablick über die georgische Hafenstadt Batumi.
Wind-Tunnel-Tests und Erdbebenzone
Die Integrierung des Riesenrades in die Fassade stellten die Architekten und Ingenieure beim Design des Gebäudes vor grosse Herausforderungen. Unter anderem wurden Wind-Tunnel-Tests durchgeführt, um die Statik des Bauwerks zu überprüfen. Problematisch war auch der gewählte Standort: Dieser befand sich direkt in einer moderaten Erdbebenzone.
Da sich der Boden unter dem Gebäude während einem Beben verflüssigt, mussten auch hier entsprechende Strategien entwickelt werden. Die Konstruktion stand aber allgemein unter keinem guten Stern: Pläne, wonach eine technische Universität eröffnet und im Tower untergebracht werden sollte, scheiterten, nachdem viele kritisierten, dass das Gebäude nicht als Bildungseinrichtung geeignet sei. Zudem kam die geplante Kooperation mit einer amerikanischen Partneruniversität nie zustande, was für das Projekt schlussendlich das Ende bedeutete.
Für 25 Millionen Dollar verkauft
Daraufhin wurde der Tower sich selbst überlassen und stand ganze zwei Jahre lang leer. Schlussendlich wurde das Wahrzeichen 2015 für rund 25 Millionen US-Dollar an die Firma Batumi Tower Ltd. verkauft. Das Unternehmen wurde laut einem Bericht des georgischen Newsportals «Agenda.ge» einzig und allein dafür gegründet, um das Gebäude zu einem Hotel umzubauen. Daraufhin wurde ein riesiges Projekt für die geplante Umfunktionierung entwickelt.
Quelle: Sarah Murray wikimedia CC BY-SA 2.0
Bei seiner Fertigstellung war das Bauwerk der welterste Wolkenkratzer, der mit einem integrierten Riesenrad in der Fassade aufwarten konnte.
Quelle: Андрей Бобровский wikimedia CC BY 3.0_2
Ursprünglich sollte im Batumi Tower eine neu gegrundete technische Universität einziehen.
Das neue Projekt sah den Bau eines riesigen Hotel- und Wohnkomplex vor. Im Wolkenkratzer sollte dafür ein neues 5-Sterne-Hotel angesiedelt und im Umkreis des Gebäudes unter anderem ein Casino, ein Spa- und Fitnesszentrum, Schwimmbäder und Restaurants gebaut werden. In einigen Etagen des Towers sollten zudem Wohnungen eingebaut werden, die später verkauft werden sollten.
Der ursprüngliche Entwurf für den Batumi Tower stammte von David Gogichaishvili. Der georgische Architekt beteiligte sich laut einem Bericht des Newsportals «georgiatoday.ge» auch an der Entwicklung des neuen Hotel-Komplexes. Ob das Riesenrad auch in das Konzept des neuen Hotels integriert ist, ist unklar.
Artikelserie: Besondere Orte
Mit der Serie «Besondere Orte» stellen wir in loser Folge spektakuläre oder besonders bemerkenswerte Plätze, Bauten und Geschichten auf der ganzen Welt vor.