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Die Datenbasis des Stellenmarkt-Monitor setzt sich aus vier komplementären Erhebungsreihen zusammen: der Presseerhebung (1), der Erhebung von Internet-Stellenportalen (2), der Erhebung von Unternehmens-Webseiten (3) und der Unternehmensbefragung (4). Insbesondere für explikative Analysen werden zudem Daten aus externen Quellen aufbereitet (5).
Eine detaillierte Darstellung der Berechung des 'Adecco Swiss Job Market Index' findet sich hier.
Aufbau und zeitlicher Ablauf der regelmässigen Monitoring-Erhebungen
1. Presseerhebung
Die Presserhebung erfasst Stelleninserate ab 1950 (Deutschschweiz), respektive ab 2001 (ganze Schweiz) und wird jährlich fortgeschrieben. Die Erhebung, die sich jeweils auf die in der zweiten Märzwoche erschienen Inserate bezieht, erfolgt in drei Schritten:
1. Pflege des Pressepanels
Voraussetzung für die Auszählung und Erhebung der Inserate ist die regelmässige Pflege des Pressepanels. Das repräsentative Pressesample ist nach Auflagekategorie (3 Kategorien) und Erscheinungsregion (7 Regionen) geschichtet und wird entsprechend den Veränderungen in der Presselandschaft (Zeitungsauflösungen, Neulancierungen, Fusionen) jährlich aktualisiert. Dabei werden alle Zeitungstitel mit einer Auflage ab 75‘000 einbezogen, während die zahlreichen kleinen und mittelgrossen Zeitungen und Anzeiger durch eine Zufallsstichprobe vertreten sind. Das Pressesample umfasst rund 90 Titel.
2. Auszählung der Stelleninserate
Alle in der Stichwoche in den berücksichtigten Pressetiteln erscheinenden Stelleninserate (Stellenangebote) werden gezählt und deren Anzahl gemäss der Auswahlwahrscheinlichkeit auf den gesamten Stelleninseratemarkt hochgerechnet. Für den ‚Adecco Swiss Job Market Index‘ erfolgen analoge Inseratezählungen zusätzlich im Juni, September und Dezember.
3. Erfassung und Vercodung
Jährlich wird der vollständige Text von 650 (bis 2000 500) Stelleninseraten erfasst. Bei den erfassten Inseraten handelt es sich um eine Zufallstichprobe, die proportional zum jeweiligen Inserteaufkommen auf die einzelnen Zeitungstitel verteilt wird. Die wichtigsten Angaben zum personalsuchenden Betrieb, der ausgeschriebenen Stelle und den Anforderungen an die Stellenbewerber werden mittels standardisierter Verfahren manuell codiert. Die derart in einer Datenbank erfassten Informationen bilden die Grundlage für statistische Auswertungen. Da in einem Teil der Inserate mehrere Stellen ausgeschrieben werden, ist die Zahl erfasster Stellenangebote grösser als die Inseratezahl. Im Durchschnitt über die Jahre 1950 bis 2000 handelt es sich dabei um rund 660 Stellen im Jahr, ab 2001 sind es rund 900.
2. Internet-Stellenportale
Die ausgeschriebenen Stellen auf den Internet-Stellenportalen werden seit 2006 erfasst. Wiederum sind drei Schritte zu unterscheiden:
1. Identifizierung der wichtigen Stellenportale
Die für die Ausschreibung offener Stellen meistgenutzten Internet-Stellenportale werden anhand der jährlichen Unternehmens-befragung (siehe unten) identifiziert. Danach decken die in der Stellenmarkt-Monitor-Erhebung berücksichtigten 12 Stellen-portale rund 95% der in diesem Medium ausgeschriebenen Stellen ab.
2. Auszählung der Stellenauschreibungen
Alle in der Stichwoche im März in den berücksichtigten Stellenportalen ausgeschriebenen Stellen werden gezählt. Berücksichtigt werden alle Ausschreibungen, die nicht älter als eine Woche sind. Auch bei auf den Stellenportalen erfolgen für den ‚Adecco Swiss Job Market Index‘ analoge Auszählungen im Juni, September und Dezember.
3. Erfassung und Vercodung
Von den auf den Stellenportalen ausgezählten Angeboten werden jährlich rund 1400 (bis 2009: 450) ausgeschriebene Stellen vollständig erfasst und detailliert vercodet. Die Zufallsstichprobe wird proportional zum Inserateaufkommen auf die Stellenportale verteilt.
3. Unternehmens-Webseiten
Seit 2001 werden die Stellenangebote auf unternehmenseigenen Webseiten erfasst. Dabei sind vier Schritte zu unterscheiden:
1. Pflege des Firmenpanels
Ein für die Schweiz repräsentatives Firmenpanel (aus dem Betriebs- und Unternehmensregister des BfS), das im Startjahr 2001 1000 Schweizer Betriebe umfasste, wird jährlich aktualisiert (Geschäftsauflösungen, Neugründungen). Das Firmenpanel ist proportional nach Branchen und disproportional nach Grössenklassen geschichtet, so dass die zahlenmässig wenigen, aber für den Stellenmarkt besonders wichtigen grossen und ganz grossen Unternehmen zuverlässig erfasst werden. Durch eine entsprechende Gewichtung wird diese Disproportionalität bei der Auswertung ausgeglichen. Die in dieser Stichprobe berücksichtigten Firmen bilden die Grundlage sowohl für die Erhebung der Unternehmens-Webseiten, als auch für die Unternehmensbefragung. .
2. Identifikation von Firmen mit eigener Internetseite
Anhand der Unternehmensbefragung sowie ergänzender Recherchen direkt im Internet werden zunächst die www-Adressen jener Firmen innerhalb des repräsentativen Panels bestimmt, die über einen eigenen Internet-Auftritt verfügen. Das Firmenpanel umfasst unterdessen gut 1500 Firmen, wovon etwa 1300 eine eigene Internet-Seite betreiben.
3. Auszählen der Stellenangebote
Alle Stellenangebote auf den so identifizierten Internet-Seiten der Unternehmen werden ausgezählt. Erhebungsperiode ist wiederum die zweite Märzwoche. Ebenfals analog zur Presse und den Stellenportalen erfolgen für den ‚Adecco Swiss Job Market Index‘ zusätzliche Auszähungen im Juni, September und Dezember.
4. Erfassung und Vercodung
In derselben Art und Weise wie bei den anderen Auschreibungsmedien werden auch hier die Stellenausschreibungen im Volltext erfasst und vercodet. Wo sich mehr als 8 Stellenangebote auf einer einzelnen Firmenseite finden, wird eine Zufallsstichprobe erfasst, was bei der Auswertung durch eine entsprechend angepasste Gewichtung berücksichtigt wird. Pro Jahr werden so im Durchschnitt gut 1800 (bis 2009: 750) Stellenausschreibungen erfasst, die sich auf rund 700 verschiedenen Unternehmens-Webseiten mit mindestens einem Stellenangebot verteilen.
4. Unternehmensbefragung
Die ebenfalls jährlich durchgeführte Unternehmensbefragung verfolgt drei Zwecke: Erstens dient sie der Abschätzung der relativen Bedeutung der einzelnen Rekrutierungskanäle (Presse, Unternehmens-Webseiten, Internet-Stellenportale) für die Unternehmen. Damit lässt sich unter anderem der Anteil der Doppel- und Mehrfachinserierungen abschätzen, womit eine Grundlage für kombinierte Auswertungen der Stellenangebote aus Internet und Presse geschaffen wird. Zweitens erlaubt die Unternehmensbefragung die Identifizierung der relevanten Internet-Stellenportalen und drittens liefert sie Informationen für die Pflege des Firmenpanels (erloschene Firmen, Veränderung der Unternehmensgrösse usw.) und für die Interneterhebung (www-Adressen). Das Vorgehen umfasst wiederum zwei Schritte, wobei der erste - die Pflege des Firmenpanels - mit dem ersten Punkt der Erhebung der Unternehmes-Webseiten identisch ist.
Die Pflege des Firmenpanels ist Voraussetzung für den zweiten Schritt: die Durchführung der Befragung. Bei der jährlichen Umfrage erhalten alle im aktualisierten Firmenpanel berücksichtigten Betriebe jeweils Anfang Januar einen kurzen Fragebogen zugestellt. Dieser wird möglichst knapp gehalten, um den Arbeitsaufwand für die Unternehmen gering zu halten und somit eine möglichst gute Stichprobenausschöpfung zu erzielen. Mit 75 Prozent bei der Erstbefragung im Jahr 2001 und jeweils rund 60% bei den folgenden Befragungen liegt diese für eine Unternehmensbefragung denn auch ausgesprochen hoch.
5. Zusätzliche Daten aus externen Quellen
Für vertiefende Analysen und zu Validierungszwecken werden zusätzlich zu den eigenen Erhebungen externe Daten erfasst und aufbereitet. Dazu gehören:
- Angaben zur Entwicklung der Inserierungspreise im gesamten Untersuchungszeitraum (seit 1950), die es ermöglichen, die allgemeine wie auch die zeitungsspezifische Preisentwicklung nachzuzeichnen wie auch den Preis der erhobenen Inserate approximativ zu bestimmen.
- Indikatoren zur branchenspezifischen Diffusion der Computertechnologie als einer für die betriebliche Qualifikationsnachfrage speziell relevanten technologischen Entwicklung.
- Indikatoren zur branchenspezifischen Produktivitätsentwicklung seit 1960, die sich als grobe Messgrössen für das Tempo des technologisch-organisatorischen Wandels verwenden lassen.
- Harmonisierte Indikatoren zu den Qualifikationsanforderungen und zum Segmentierungsgrad unterschiedlicher Berufe auf der Basis der Volkszählungen 1960 bis 2000.