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In einem Notfall, z.B. bei Verletzungen oder einen plötzlicher Erkrankung, ist es besonders wichtig, ruhig zu bleiben und sofort den Tierarzt zu informieren. Daneben kannst du selbst mit entsprechenden Erste Hilfe-Massnahmen, eine Verschlimmerung bis zur tierärztlichen Behandlung verhindern.
1.
Annäherung
Gehe langsam und vorsichtig an das verletzte Tier heran, so dass es nicht erschrickt. Denn in seiner Angst könnte es dich beissen oder kratzen oder schlimmer noch, versuchen zu fliehen. Und achte vor der Berührung unbedingt auf die folgenden Punkte
2. Kontrolle der wichtigsten Funktionen
Wenn dein Tier einen Unfall hatte,
musst du als Erstes sicherstellen, dass es normal atmen kann. Kontrolliere bei
Atemproblemen seine Mundhöhle und Rachen - entferne evt. Erbochenes oder
Verschlucktes und ziehe seine Zunge auf die Seite, falls es bewusstlos ist
Atmung: atmete es normal, schnell oder schwach
* Wegen
dieser Spanne,
ist es wichtig, die Normalwerte deines eigenen Tieres
in gesundem Zustand zu kennen.
Denn nur dann erkennst du im Krankheitsfall, wie stark die Werte vom Normalwert abweichen
Öffne das Maul mit den Händen oder noch besser mit zwei Stoffschlingen (ein verängstiges Tier könnte aus Reflex zubeissen) und versuche den Fremdkörper mit der Hand oder einer Pinzette herauszuziehen. Gelingt dies nicht sofort, so versuche es nicht selbst weiter, sondern überlasse es dem Tierarzt, damit du es nicht noch zusätzlich verletzt.
Auch wenn dein Tier nach einem Unfall (schwerer Schlag/Sturz) völlig fit aussieht und sich auch ganz normal verhält, solltest du es unbedingt deinem Tierarzt zeigen. Ganz besonders, wenn es plötzlich anfängt durch das leicht geöffnete Maul zu atmen. Denn dieses könnte auf einen Zwerchfellriss hindeuten, bei dem die Eingeweide durch den Riss gelangen und auf die Lunge drücken und nur durch ein Röntgenbild festgestellt werden kann.
Herzfrequenz und
Puls: Als nächstes solltest du die Herzfrequenz und den Puls kontrollieren.
Die Atemfrequenz erkennst du am besten, wenn das Tier auf der Seite liegt. Zähle dann, wie oft sich der Brustkorb innerhalb von 15 Sekunden hebt und nimm den Wert mit 4 mal
Den Puls kann du an der Innenseite des hinteren Oberschenkels
fühlen (am besten mit dem Zeige- und Mittelfinger).
Den Herzschlag selbst ertastest du bei dem liegenden Tier an der linken
Brustseite in Höhe des Ellbogengelenkes
Temperatur: Als nächstes solltest du schauen,
ob dein Tier eine normale Temperatur aufweist
Alles darüber ist Fieber und darunter Untertemperatur. Ein Tier im (medizinischen) Schock fühlt sich z.B. überall kalt an. In dem Fall musst du dein Tier warm halten, indem du es in eine Decke einwickelst (unbedingt auch von unten gegen die Kälte schützen) und es an einen warmen Ort bringst, sofern sie sich tragen lässt.
Schleimhäute: Schau dir seine Schleimhäute
an und drücke kurz z.B. auf das Zahnfleisch
Verletzungen: Taste
den Körper nach Wunden, schmerzhaften Partien oder Schwellungen ab und bewege
vorsichtig die Gliedmassen.
Harn- und Kotabsatz: Nach einem Unfall unbedingt beobachten, denn das Fehlen von diesen könnte auf innere Verletzungen hinweisen
3. Erste Hilfe Massnahmen
Beatmung
Atmet dein Tier nicht mehr alleine, dann musst du es über die Schnauze beatmen. Je nach Grösse der Katze 12 bis 20 mal pro Minute, bei kleineren Kätzchen sind mehr Atemzüge in der Minute notwendig.
Herzmassage
Bei Herzstillstand ist eine Herzmassage angesagt: Den Brustkorb 1 Sekunde komprimieren - 1 Sekunde Pause - 1 Sekunde komprimieren - 1 Sekunde Pause - ... Die Herzmassage auch während dem Transport zum Tierarzt weiterführen
Transport
Der anschliessende Transport zum Tierarzt ist möglichst zu zweit und vor allem schnell und schonend vorzunehmen. Dabei sollte beruhigend auf das Tier eingesprochen und für eine sichere und bequeme Lagerung gesorgt werden. Verletzte Gliedmassen sind weich und stabil zu lagern.
4.
Informationen für den Tierarzt
Alle Beobachtungen sollten dem Tierarzt so exakt wie möglich mitgeteilt werden, so z.B. wie der Unfall passiert ist bzw. der Krankheitsverlauf war und ob dir am Verhalten Veränderungen aufgefallen sind, wie z.B. Unruhe, Appetitlosigkeit, Passivität, Aggressivität, Unsauberkeit oder auch Probleme beim Absetzen von Kot oder Urin.
5.
Notfall-Nummer
Sollte dein Tier ausserhalb der Sprechstunden-Zeiten ernsthaft erkranken, rufe trotzdem bei deinem Tierarzt an, falls du nicht schon eine Notfallnummer hast. Viele Tierärzte hinterlassen nämlich auf dem Anrufbeantworter die Nummer des Notarztes. Oder schaue im Telefonbuch oder in der regionalen Tageszeitung nach.
In Basel ist dies z.B. die Notfall-Nummer: Tel. 061 921 66 66, welche 7*24 Stunden erreichbar ist. Oder aber auch die Kleintierklinik Kasa in Lörrach.