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Luigi Boccherini (1734-1805)
Luigi Boccherini, geboren 1743 in Lucca, entstammt einer italienischen Künstlerfamilie.
Sein Vater Francesco Leopoldo war Cello- und Kontrabass-Spieler, der den jungen Luigi unterrichtete. Mit 13 Jahren trat das Wunderkind zum ersten Mal öffentlich auf. Zwischen 1757 und 1763 sind mindestens drei Reisen von Vater und Sohn nach Wien bezeugt, in deren Verlauf sie sich als Cello-Kontrabass-Duo am Hofe profilierten.
1765 spielte Boccherini als Cellovirtuose in Cremona und Pavia und konzertierte im Streichquartett in Mailand zusammen mit Pietro Nardini, Filippo Manfredi und Giuseppe Cambini. Dieses Ensemble
gilt als erste professionelle Streichquartettformation der Musikgeschichte und als Experimentierfeld für Boccherini’s frühe Quartettkompositionen, noch bevor Josef Haydn als „Vater des
Streichquartetts“ bezeugt ist.
Nach erfolgreichen Versuchen, sich als Komponist in Paris zu etablieren, übersiedelte der Komponist 1768 jedoch überraschend nach Madrid, wo er 40 Jahre als Hofkompositeur, Cellovirtuose und Musiklehrer des Infanten Don Luis am spanischen Hof in Madrid wirkte. Er sollte Spanien nie mehr verlassen und wurde auch in Madrid begraben. Erst 1927 wurde sein Sarg nach Lucca in seine Heimatstadt überführt.
Mit den 1766 in Paris entstandenen Kammermusikwerken hatte der junge Komponist im hochgradig kommerzialisierten und spezialisierten Pariser Musikleben seinen Platz als erstklassiger Virtuose und Komponist gefunden. Boccherini‘s Wendung von Paris nach Madrid ist unter diesen erfolgreichen Umständen kaum zu erklären. Die Ruhe zum Komponieren die er fern der Musikmetropole fand, wurde erkauft mit wachsender Isolierung. Zwar gingen seine Kompositionen über die Pariser Verleger in die Welt, aber allzuwenig von den kompositorischen Entwicklungen dieser Welt drang zu dem Komponisten im provinziellen Madrid vor. So erklärt sich, dass in seinem Schaffen über fast 40 Jahre hin eine stilistische Entwicklung kaum festzustellen ist.
Sein Hauptinteresse galt der Kammermusik: über 100 Streichquartette und eben so viele Streichquintette, unzählige Klavierquartette, Klaviertrios und Werke für die verschiedensten Besetzungen, auch mit Bläsern, hat er komponiert. „Eleganz, Empfindsamkeit und eine grosse Gesanglichkeit zeichnen viele seiner Werke aus“. Diese Einschätzung bezeugte schon Ernst Ludwig Gerber im „historisch Biographisches Lexikon der Tonkünstler“ von 1790.