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Eine Verengung des Spinalkanals in der Hals- oder Lendenwirbelsäule, Bandscheibenvorfälle und Entzündungen von Gehirn, Rückenmark und Beckennerven können durch Druck oder Beschädigung der Blasen- und Beckenbodennerven zu Störungen der Blasenfunktion und einer Inkontinenz führen.
Eine Spinalkanalstenose oder ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule führen eher zu den Symptomen einer Reizblase: Betroffene Frauen und Männer beklagen meist irritative Beschwerden, so etwa ein häufiger und verstärkter Harndrang, häufiges Wasserlassen am Tage und in der Nacht sowie eine Dranginkontinenz. Bandscheibenvorfälle oder eine Spinalkanalstenose im Lendenwirbelbereich hingegen gehen nur selten mit Reizblasenbeschwerden einher, meist wird hier eine erschwerte Blasenentleerung bis hin zum Harnverhalt diagnostiziert. Auch Vorerkrankungen von Blase und Beckenboden sowie eine mögliche Vergrösserung der Prostata bei Männern sollten abgeklärt und berücksichtigt werden.
Eine Blasenfunktionsstörung bei einer Spinalkanalstenose entwickelt sich meist schleichend über einige Monate. Nicht selten wird die erschwerte Blasenentleerung bei Männern als Folge einer vergrösserten Prostata fehlgedeutet und eine Prostataoperation vorgenommen. Eine Blasenstörung bei Bandscheibenschaden hingegen entwickelt sich hingegen innerhalb von wenigen Stunden und kann zu einem akuten Harnverhalt führen. Meist ist dann die Ableitung des Harns über einen Katheter erforderlich.
Bedarf es einer Operation müssen Blase und Darm in die Therapie einbezogen werden
Meist ist bei Bandscheibenschäden oder verengtem Spinalkanal mit Blasenstörung eine Operation mit Entfernung der beschädigten Bandscheibe bzw. Erweiterung des verengten Spinalkanals notwendig. Bereits unmittelbar nach dem Eingriff sollen die Harnblase und auch der Darm angemessen untersucht und in das Therapiekonzept eingebunden werden. Einfache Massnahmen wie die Behandlungen von Blasenentzündungen, die Bestimmung des Restharns nach der Blasenentleerung oder auch eine medikamentöse Therapie bei Reizblase kann bereits hier erfolgen, idealerweise unter der Supervision durch einen neurourologisch ausgebildeten Arzt. Mit Hilfe einer urodynamische Untersuchungkann die zur Grunde liegende Blasenstörung diagnostiziert und ein entsprechendes Behandlungskonzept erarbeitet werden, das individuell auf die Situation und Prioritäten des Patienten abgestimmt wird.
Therapieoptionen sind Medikamente zur Erleichterung der Blasenentleerung, einen Beckenbodentherapie, der Selbstkatheterismus oder auch die die sakrale Neuromodulation. Je nach Vor- und Begleiterkrankungen kann auch die operative Behandlung einer Blasensenkung bei der Frau oder einer Prostatavergrösserung beim Mann sinnvoll sein.