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Ländliche Entwicklung
& Agrarreform
Kolumbien zeichnet sich historisch durch eine extrem ungleiche Verteilung des Grundbesitzes aus. Die extreme Landkonzentration war und ist eine der wesentlichen Konfliktursachen. Verschiedene Versuche, eine Landreform durchzuführen, sind in den 60er, 80er und 90er Jahre gescheitert. Die Rückgabe geraubter Ländereien und die Verteilung des extrem konzentrierten Grundbesitzes sind eine der wesentlichsten Herausforderungen, um einen nachhaltigen Frieden zu erreichen. Im Friedensabkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und der ehemaligen Guerilla FARC-EP vom November 2016 ist das erste Kapitel denn auch einer integralen Agrarreform gewidmet. Die Umsetzung dieses ersten Kapitels weisst jedoch die grösste Verzögerung auf und bestehende Gesetze wie zur Landrückgabe drohen auszulaufen, ohne dass die Ziele erreicht worden wären.
Stunden, nachdem die Justiz die sofortige Freilassung der drei in der vergangenen Woche festgenommenen sozialen Führer verfügte, sprach einer von ihnen mit VerdadAbierta.com und erläuterte einige der von der Staatsanwaltschaft gegen ihn vorgebrachten Argumente und beharrte auf seiner Unschuld.
Im Dezember 2019 hat die kolumbianische Regierung das Dekret zur Wiederaufnahme der Sprühflüge mit Glyphosat veröffentlicht. Dieses und der Umweltmanagementplan müssen in öffentlichen Anhörungen mit der betroffenen Bevölkerung debattiert werden. Diese Anhörung war wegen Covid19 drei Mal verschoben worden, weil virtuell die Teilnahme der Bevölkerung nicht garantiert werden konnte. Am 19. Dezember 2020 wurde die Anhörung trotz massiver Kritik der sozialen Bewegungen durchgeführt, mit fragwürdigem Ergebnis.
Gibt es Hofnung für Kolumbiens Wälder? Die Untersuchungsbehörden gehen gegen untätige Politiker und Beamte vor und die Regierung präsentiert einen Plan, wie sie zu Netto Null Abholzung 2030 gelangen will.