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Das Autogene Training ist ein einfach zu erlernendes Entspannungsverfahren. Es wurde von dem Psychiater Prof. J.H. Schultz entwickelt.
Zu seiner Zeit arbeiteten viele Psychiater mit Hypnose. Schultz erkannte, dass seine Klienten in der Hypnose oft ein angenehmes Schwere- und Wärmegefühl in den Armen und Beinen erlebten, welches als entspannend empfunden wurde.
Aus dieser Erkenntnis heraus, entwickelte Schultz das selbsthypnotische Entspannungsverfahren genannt Autogenes Training. Mit diesem selbsthypnotischen (autosuggestiven) Verfahren, gab er seinen Klienten die Möglichkeit, sich selber in einen Entspannungszustand zu versetzen.
Schultz nannte das Autogene Training die „legitime Tochter der Hypnose“, da es sich bei diesem Verfahren um eine Form von Selbsthypnose handelt.
Durch das Wiederholen von bestimmten positiven Suggestionen (Autosuggestion) erreicht der Übende eine tiefe Entspannung.
Kostenübernahme der Krankenkassen
Die meisten Kassen übernehmen einen Teil der Kosten für das Autogenen Training über die Zusatzversicherung.
Bitte klären Sie die Kostenübernahme mit Ihrer Krankenkasse ab.
Das Autogene Training, kurz AT genannt, ist das bester erforschte Entspannungsverfahren. Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit des AT (siehe unten).
Durch das tägliche Üben des Autogenen Trainings harmonisiert sich der Hormonspiegel, welcher unser Nervensystem steuert. Dadurch löst sich die innere Anspannung. Es kommt zur inneren Ruhe und Gelassenheit was sich in körperlicher und psychischer Gesundung zeigt.
Das Autogene Training besteht aus der Grund-, der Mittel- und der Oberstufe.
Die Grundstufe besteht aus den 6 Entspannungsformeln. Prof. Schultz bemerkte, dass seine Patienten ihre Gliedmassen in der Entspannung als Schweregefühl wahrnahmen. Aus dieser Erfahrung entwickelte er die erste Formel, nämlich die Schwere-Formel.
Danach entwickelte er 5 weitere Formeln zur Selbstentspannung.
Tägliches Üben lohnt sich
Die besten Erfolge werden erzielt, wenn man sich auch tagsüber ein paar Minuten Zeit nimmt für die Übungen. Die Übungen können überall durchgeführt werden. Vorzugsweise im Sitzen, ausnahmsweise auch im Stehen oder zum Einschlafen im Liegen.
Diese paar Minuten des Übens tagsüber sind wichtig, um ein Überschiessen der Hormone wie Adrenalin und Cortisol zu vermeiden bzw. vermindern.
Die Mittelstufe eignet sich weniger für die Gruppenarbeit. Darum führe ich die Mittelstufe nur in Einzelsitzung (ca. 1 Std.) durch.
Grundsätzlich reicht aber die Grundstufe um eine innere Ruhe und Entspannung herbei zu führen.
Zweck der Mittelstufe
In der Mittelstufe führt sich der Klient mittels der sechs Formeln selber in die Entspannung. In diesem Zustand leite ich Ihn an, aus seinem Unterbewussten seinen persönlichen Leitsatz aufsteigen zu lassen.
Die Mittelstufe nannte Schultz „formelhafte Vorsatzbildung“. Dieser Leitsatz wird in eine kurze Formel verpackt, so dass man sie täglich wiederholen kann, wo immer man ist.
Dieser Leitsatz kann hilfreich sein um persönliche Ziele erreichen, Vorbereitung auf Prüfungen oder Überwindung von Schüchternheit usw.
Wie die Mittelstufe des Autogenen Trainings eignet sich auch die Oberstufe nicht für Gruppenarbeit, da sich dabei sehr persönliche Dinge zeigen können, die man nicht mit jedermann teilen möchte.
Die Oberstufe können bei mir in Einzelsitzungen besucht werden. Dabei geht es um die Wahrnehmung innerer Bilder und deren Eigenschaften.
Ziel der Oberstufe
Die Oberstufe des AT führt zur Selbsterkenntnis und dem Erkennen und Lösen von alten, einschränkenden Verhaltens- oder Denkmuster in denen Ängste und Blockaden begründet sind.
Übersichtsarbeit · Review Article

Autogenes Training – Qualitative Meta-Analyse kontrollierter klinischer Studien und Beziehungen zur Naturheilkunde
Stetter F. · Kupper S.
Forsch Komplementärmed 1998;5:211–223
Autogenic Training – Qualitative Meta-Analysis of Controlled Clinical Studies and Relation to NaturopathyAutogenic training is a relaxation technique based on autosuggestions and practice in the perception of ‘natural’ relaxating processes of the body with an increasing calm basic attitude. The psycho-physiological changes that occur after periodical exercises can be explained by a plausible model which has been empirically proved in many of its aspects. With regard to methodological aspects the present study deals with the qualitative meta-analysis of 64 controlled clinical studies from 1952 to 1997. The clinical effect of autogenic training on the main symptoms as exclusive or at least central psychotherapeutic intervention (partly in combination with a somatic basic therapy) was evaluated. It was proved that autogenic training has positive effects on psychosomatic disorders (hypertension, asthma, intestinal diseases, ‘vegetative dystonia’, glaucoma, atopic eczema), on preparation for childbirth, sleep disorders and anxiety disorders. A positive effect can also be expected in case of headaches and Raynaud’s disease, however, other relaxation techniques seem to be superior in these cases. Moreover, positive effects on the mood (e. g. depressive symptoms) and the general subjective condition (e. g. ‘quality of life’) have been proved by many studies. Hence indications can be derived according to the basic rules of evidence-based medicine. Nevertheless there are contraindications, for instance regarding exogenous, acute schizophrenic or affective psychosis. Beyond that the preparedness to therapy of many patients can be improved if the therapeutic offers are enlarged by autogenic training as a ‘low level’ offer. Autogenic training is an effective and useful component of preventive, rehabilitative or therapeutic interventions and can last but not least be part of therapeutic interventions which include naturopathy.