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Krampfadern, auch Varizen (von lateinisch varix oder varis) genannt, sind knotenförmige, blau schimmernde, erweiterte Venen, die meist in geschlängelter oder verästelter Form an der Hautoberfläche liegen. Ein Krampfaderleiden wird auch als Varikose bezeichnet.
Sie sind in zwar ca. 90% der Fälle an den Beinen zu finden, grundsätzlich können sich aber in nahezu allen Regionen des Körpers die Venen zu Krampfadern entwickeln. Beispielsweise bilden sich bei Patienten mit einer Leberzirrhose gelegentlich erweiterte Venen unter der Schleimhaut der Speiseröhre. Andere Beispiele Varizen im Bereich der Schamlippen und des Schamhügels.
Varikosen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in Westeuropa. Zwischen 50 und 80% der Bevölkerung weisen Venenveränderungen unterschiedlich starker Ausprägung auf. Etwa 25-50% hiervon leiden an einer leichten Varikose, bei etwa 5-15% ist diese bereits fortgeschritten. Frauen sind 3-mal häufiger von Krampfadern betroffen als Männer. In höherem Alter tritt das Leiden häufiger auf.
Bei etwa 95% der Betroffenen entstehen Krampfadern aus ungeklärter Ursache, vermutlich aufgrund einer angeborenen oder altersbedingten Schwäche der Venenwände und/oder Venenklappen. Dadurch wird der Rücktransport des Bluts von den Füßen zum Herzen erschwert. In diesem Fall spricht man von einem primären Krampfaderleiden oder einer primären Varikose.
Ein sekundäres Krampfaderleiden (sekundäre Varikose) liegt vor, wenn der Blutabfluss im tiefer gelegenen Venensystem beispielsweise durch Thrombosen, Venenklappenschäden infolge von Thrombosen oder Tumoren behindert wird. Es kommt zu Umleitungen des Bluts in die oberflächlichen Venen, die dadurch überbeansprucht werden.
Im Anfangsstadium sind Varizen vorrangig ein kosmetisches Problem, wenn sie sich unschön an der Beinoberfläche abzeichnen. Im nächsten Stadium leiden die Betroffenen unter ersten Beschwerden, wie einem Schwere- oder Müdigkeitsgefühl in den Beinen sowie nächtlichen Wadenkrämpfen. Spätestens dann sind sie keinesfalls mehr nur ein Schönheitsfehler, sondern bedürfen der ärztlichen Untersuchung und ggf. Behandlung. Krampfadern bilden sich nicht von selbst zurück.
Einführung:
Krampfadern (Varizen) sind die bei weitem häufigsten Gefäßerkrankungen. Nach neuesten Schätzungen leiden Schweizweit ca. 2 Mio. Betroffene an Venenkrankheiten, etwa 100000. an chronischen Beingeschwüren (Ulcus cruris). Der Begriff Krampfader stammt aus dem mittelhochdeutschen "Krummader", d.h. krumme, geschlängelte Adern. Eine Krampfader ist aber nicht nur eine geschlängelte, sondern auch eine erweiterte Vene. Eine wesentliche Ursache für dieses Krankheitsbild ist die ererbte Bindegewebsschwäche (Venenschwäche), wodurch die geschwächten Venenwände dem venösen Blutdruck nicht genügend Widerstand entgegen bringen und die Venenklappen nicht mehr schliessen können.
Gefördert wird dieses Leiden vor allem durch Übergewicht, vieles Stehen und Sitzen in gewissen Berufen, Schwangerschaft und Bewegungsarmut. Krampfadern sind nicht nur kosmetisch störend, wie häufig angenommen wird, sondern stellen eine ernstzunehmende medizinische Erkrankung mit möglicherweise schwerwiegenden Folgeerscheinungen dar. Ob lediglich ein kosmetisches Problem oder aber eine Gesundheitsgefährdung vorliegt, kann der Patient nicht selbst entscheiden. Auch das Fehlen oder Vorhandensein von Beschwerden bzw. sichtbaren Krampfadern erlaubt keine Aussage über den Schweregrad einer Varikosis. Besenreiser sind ein möglicher Hinweis für darunterliegende Krampfadern.
Eine Varizenoperation ist wenig komplikationsträchtig aber bei ausgeprägter Varikosis zeitaufwändig. Die oft gehörte Behauptung, operieren nütze nichts, da sowieso erneut Krampfadern entstehen, stimmt nicht. Bei einer Operation werden die erkrankten Venen entfernt, die Neigung zur Krampfaderneubildung lässt sich leider nicht beseitigen. Eine neu auftretende Varikosis erreicht jedoch selten das gleiche Ausmaß wie vor dem Eingriff. Ganz im Gegenteil: eine unbehandelte Varikosis verschlimmert sich mit der Zeit zusehends. Bleibt eine Varikosis zu lange unbehandelt, kann es einerseits zu gefürchteten Folgeschäden und Komplikationen kommen, andererseits kann trotz vollständiger chirurgischer Sanierung eine venöse Stauung zurückbleiben. Generell gilt: Je früher Sie sich für eine fachgerechte Untersuchung und Therapie bei einem dafür ausgebildeten Spezialisten, dem Phlebologen, entscheiden, desto größer sind Ihre Heilungschancen und desto kleiner ist der operative Eingriff.
Dr. (VAK Moskau) med. Vadym Volpov
Facharzt FMH Dermatologie & Venerologie, Phlebologie SGP,
ästhetische Chirurgie (A), Lasermedizin SGML