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Tidjane Thiam wollte zuletzt Schweizer werden. Dann brach die Spionage-Affäre aus, nun ist Thiam weg. Bei der CS, und bald auch aus der Schweiz.
Walde&Partner, die Edelvermittlerin von Luxus-Immobilien, hat Thiams Villa in Herrliberg an der Zürcher Goldküste zum Verkauf ausgeschrieben.
Sie liegt in der Preiskategorie von 12 bis 16 Millionen, hat einen Pool, eine attraktive Architektur mit Bauhaus-Anlehnung, einen gepflegten Garten und ein wenig Sicht auf den See.
Die Walde-Verkäuferin wollte auf Anfrage nichts zum Verkäufer sagen. Thiam wurde kürzlich vom Papst in eine Gruppe von Beratern gehievt, die über eine «fairere» Wirtschaft nachdenkt.
In Paris hat Thiam ein gutes VR-Mandat, in Afrika ist er auf Friedensmission. Alles weit weg von der Schweiz.
Die Immobilie mit grosser Sonnenterrasse, breiter Garage und lauschiger Laube gehörte dem Chef von Roland Berger in der Schweiz.
Der fand 2015 in Thiam den gesuchten Käufer, als dieser bei der CS als neuer CEO anheuerte.
Damals liess sich Thiam im „Blick“ als stolzer Hausherr ablichten. Er sei gekommen, um zu bleiben, so der neue Spitzen-Banker.
Die Villa führte ins Unglück.
Kurz, nachdem Thiam das Prunkstück erworben hatte, kaufte sich Iqbal Khan das Haus daneben. Der von Thiam in die Konzernleitung der CS gehievte Khan machte daraus in 2 Jahren einen «Bunker».
Dieser überragte Thiams Villa. Dessen Partnerin fand das nicht lustig und liess vom Gärtner Bäume als Sichtschutz zur Khan-Immobilie pflanzen.
Das wiederum geriet Frau Khan in den falschen Hals. An einem Apero in der Villa Thiam kam es vor zwei Jahren zur Eruption.
Die beiden Frauen gerieten sich in die Haare, Thiam stellte sich schützend vor seine Partnerin, Iqbal Khan tat das Gleiche mit seiner.
Die beiden fochten ein Duell aus. Thiam soll dabei Khan bedroht haben, der ging zur Polizei, um die Äusserungen seines Chefs zu protokollieren.
Im Sommer sprang Khan bei der CS von Bord – ohne Auflagen. Kurz darauf kündigte ihn Erzrivalin UBS als neuen Spitzenmann an.
Höchste Zeit für eine Überwachung. Thiams rechts Hand liess Khan beschatten.
Als die Observierung aufflog, kams zum Knall. Der Vertraute von Thiam musste gehen, ein paar Monate später war auch Thiam an der Reihe.
Der Streit um Bäume war zu einem der grösseren Beben in der globalen Finanz-Gemeinschaft gewachsen.
Jetzt ist die Villa mit Umschwung zu haben.
Gleich hinter ihr residiert ein anderer langjähriger CS-Manager; Thiam sah sich also von Unterstellten «umzingelt».
Wenn also ein Banker der neue Besitzer werden sollte, dann vielleicht besser einer von der Konkurrenz.