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Legislaturindikator: Sozialhilfequote
Auszug aus dem Legislaturziel 8: [D]er gesellschaftliche Zusammenhalt [kann] nur erhalten bleiben, wenn sich soziale und wirtschaftliche Disparitäten nicht vergrössern. Die Armutsbekämpfung sowie die Stärkung der Familien sind ein wichtiger Bestandteil der Strategie des Bundesrates, um die soziale Kohäsion in der Schweiz zu gewährleisten.
Bedeutung des Indikators: Im System der sozialen Sicherheit der Schweiz bildet die Sozialhilfe das letzte Auffangnetz. Sie greift bei finanzieller Armutssituation ein und sichert mittels bedarfsabhängiger, materieller Unterstützung die Existenz bedürftiger Personen. Darüber hinaus ermöglicht die Sozialhilfe den Fortbestand der wirtschaftlichen und persönlichen Selbständigkeit und unterstützt Bemühungen zur sozialen und beruflichen Reintegration. Die Sozialhilfe leistet somit einen aktiven Beitrag zur Verhinderung von Armut.
Die Sozialhilfequote zeigt den Anteil der Sozialhilfeempfangenden mit mindestens einem Leistungsbezug im jeweiligen Erhebungsjahr an der ständigen Wohnbevölkerung des Vorjahres.
Quantifizierbares Ziel: Die Armut in der Schweiz nimmt bis Ende 2023 ab.
Kommentar
Nach einem vorübergehenden Rückgang ist die Sozialhilfequote zwischen 2008 und 2017 von 2,9% auf 3,3% um 0,4 Prozentpunkte angestiegen. Im Jahr 2018 konnte der erste Rückgang der Sozialhilfequote seit zehn Jahren beobachtet werden, sie beträgt neu 3,2%. 274 200 Personen wurden 2018 mit Sozialhilfeleistungen unterstützt, was 4150 Personen weniger entspricht als im Vorjahr.
Die Risikogruppen für Sozialhilfeabhängigkeit haben sich seit 2005 wenig verändert: Kinder, Ausländerinnen und Ausländer, Einelternfamilien, Geschiedene und Personen ohne nachobligatorische Ausbildung sind nach wie vor einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Unter den Personen ausländischer Staatsangehörigkeit lag der Anteil der Sozialhilfebeziehenden 2018 bei 6,1% und hat somit im Vergleich zu 2005 um 0,5 Prozentpunkte abgenommen. Die Sozialhilfequote der Schweizerinnen und Schweizer ist im gleichen Zeitraum um 0,1 Prozentpunkte auf 2,3% angestiegen.
Das Bildungsniveau spielt beim Weg in die Sozialhilfeabhängigkeit eine wichtige Rolle. So sind Personen ohne nachobligatorische Bildung in der Sozialhilfe übervertreten: Der Anteil dieser Personen ist bei den Sozialhilfeempfängerinnen und -empfängern fast dreimal höher als in der gesamten ständigen Wohnbevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren. Sie machten 2018 mit 46,4% knapp die Hälfte der Sozialhilfebeziehenden aus, während 45,2% eine Berufsbildung oder die Maturitätsschule absolviert und die restlichen 8,3% einen Abschluss auf Tertiärstufe erlangt haben.
Die Haushaltsquote der Sozialhilfe beschreibt den Anteil der Privathaushalte mit Leistungsbezug an allen Privathaushalten. 2018 bezogen 4,1% der Gesamtheit der Haushalte Sozialhilfe. Über diesem Wert lagen die Quoten bei den Einpersonenhaushalten, bei welchen 5,5% aller Fälle Sozialhilfe bezogen. Bei den Einelternfamilien waren 21,7% der Haushalte auf finanzielle Unterstützung der Sozialhilfe angewiesen.