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Charles Darwin ist einer der bedeutendsten Denker der westlichen Welt. Seine Evolutionstheorie, die heute das vorherrschende Paradigma in der Biologie für die Erklärung der Entstehung und Entwicklung des Lebens ist, hat die theologische Welt erschüttert, da sie den biblischen Schöpfungsglauben in Frage stellt. Darwins oft zitierter Satz, dass der Unterschied zwischen Menschen und anderen Tieren eine Frage des Grades und nicht der Art ist, stellt eine fundamentale Herausforderung für die Art und Weise dar, wie wir über andere Tiere denken und wie wir sie behandeln. Tatsächlich können wir Darwin sogar den Gedanken zuschreiben, dass auch Menschen Tiere sind.
Zur Ehrung von Charles Darwins Geburtstag am 12. Februar, der jährlich als internationaler Darwin-Tag gefeiert wird, widmen wir diesen Beitrag seiner bemerkenswerten Arbeit, die die Grenzen zwischen Menschen und Tieren verschwimmen liess.
Nicht nur Menschen sind emotional
Darwins Ansicht nach sind viele der körperlichen, emotionalen und verhaltensmässigen Unterschiede zwischen Menschen und anderen Tieren nur graduell, nicht grundsätzlich. Die Verhaltensweisen, die er bei Tieren beobachtete, führten ihn zum Schluss, dass Menschen und andere Tiere starke Ähnlichkeiten aufweisen, was Emotionen, Instinkte, Kommunikation und Argumentation betreffen. In The Expression of Emotions in Man and Animals („Der Ausdruck von Emotionen bei Mensch und Tier“) hielt er seine Beobachtungen zu den unterschiedlichen Verhaltensmerkmalen fest. Er untersuchte eine Vielzahl von Emotionen, darunter Trauer, Angst, Verzweiflung, Hingabe, zärtliche Gefühle, schlechte Laune, Wut und Überraschung sowohl bei Menschen als auch bei anderen Tieren. Bemerkenswerte Ähnlichkeiten bei der Äusserung dieser Emotionen über Laute, Gesten und Mimik fallen Darwin auf. Er war deshalb der Meinung — obwohl wir natürlich nicht in die Köpfe anderer Tiere schauen können —, dass auch andere Tiere Emotionen empfinden.
Eine Antwort liegt in unserer DNA
Darwins bedeutendster Beitrag ist die Idee, dass wir mit allen Arten Ähnlichkeiten teilen — im Hinblick auf die physischen Merkmale, die er dazumal beobachten konnte. Heute, mit Hilfe moderner wissenschaftlicher Technologien, verstehen wir, dass diese Ähnlichkeiten auf der Ebene der DNA und der Gene liegen. Die moderne Wissenschaft stützt vor allem die Idee, dass unsere Verwandtschaft noch enger ist, als Darwin es damals hätte beweisen können. In der Tat können wir mit Fug und Recht behaupten, dass andere Tiere unsere "Verwandten" sind, und dieses Verständnis führt zu einer eingehenderen Untersuchung der Verwandtschaftstheorie und ihrer Auswirkungen auf unser moralisches Verhalten gegenüber Tieren.
Darwin betonte unsere gemeinsame Abstammung, und dies wurde in der Folge auch von der modernen Wissenschaft unterstützt. Dieser Gedanke stellt die falschen Dichotomien und Dualismen in Frage, die wir Menschen gerne in unserer Beziehung zu anderen Arten aufstellen. Darwins Theorie stellt in all ihren Formen die Vorstellung einer festen Artengrenze in Frage — und die Wissenschaft zeigt, dass diese viel fliessender ist, als manche von uns glauben mögen.
Quellen und weitere Informationen:
Darwin Day
Yarri, D. und S. S. Stober (2013): Darwin on the Treatment of Animals: His Thoughts Then and His Influence Now, Journal of Arts and Humanities, Vol. 2, No. 2
Beckermann, A. (2010): Darwin — What if Man is Only an Animal, After All?, dialectica Vol. 64, No. 4, pp. 467-482.