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Regelmässig wird zur 2000-Watt-Gesellschaft die Frage gestellt, ob es für die 2000-Watt-Gesellschaft nicht auch Verzicht braucht. In einer “Alles-ist-möglich”-Gesellschaft ist alles, was nur schon den Eindruck erweckt, es könnte eine sanfte Einschränkung des Schlaraffen-Landes geben, mit dem Ruch des Moralisierens verbunden – und solches, wird dann behauptet, sei ohne Akzeptanz in diesem Land.
Darum ist in vielen Aussagen zur 2000-Watt-Gesellschaft regelmässig zu lesen oder zu hören, die 2000-Watt-Gesellschaft sei mit heute verfügbaren technischen (Effizienz-)Möglichkeiten zu erreichen und sei auch zu finanzieren.
Aus meiner Sicht ist dies eine der Möglichkeiten, um die 2000-Watt-Gesellschaft zu erreichen. Weil allerdings ein erheblicher Teil der Effizienzgewinne durch die gesteigerten Ansprüche gerade wieder kompensiert wird, dürfte dieser Weg durchaus Sysiphos-Qualitäten haben.
Ich schlage deshalb vor, das Thema 2000-Watt-Gesellschaft nicht aussschliesslich aus Effizienzsicht zu betrachten, sondern auch andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen.
Das beginnt bei den Begriffen. Allein schon die Verwendung des Wortes “Verzicht” suggeriert, dass es ein wie auch immer geartetes Recht gibt, eine gegenwärtige Verhaltensweise weiter zu kultivieren.
Es gibt Ueberlegungen Richtung “ökologischer Fussabdruck“, die darauf hinweisen, dass der durchschnittliche Schweizer, die durchschnittliche Schweizerin diesen Planeten übermässig beansprucht. Dazu auch eine Aussage aus dem Nachhaltigkeitsmonitoring MONET des Bundes: Statt von den Zinsen zu leben, zehrt die Schweiz vom Kapital zukünftiger Generationen und anderer Länder. Erweitert wird dies durch den “Ökologischen Schuldentag”, der Erkenntnis vom globalen Leben auf Pump: Seit dem 6. Oktober 2007 sind alle weltweit verfügbaren natürlichen Ressourcen, die unsere Erde in diesem einen Jahr regenerieren kann, ausgeschöpft. Ausgebeutete Rohstoffe können nicht mehr auf natürliche Weise ersetzt, Müll, den wir erzeugen, nicht mehr abgebaut werden. Treibhausgase, die wir jetzt noch in die Atmosphäre blasen, kann das Ökosystem Erde nicht mehr ausgleichen. – ein Zitat aus einer Greenpeace-Medienmitteilung.
Verzicht scheint mir ein nicht angemessener Begriff zu sein, wenn es um die Reduktion übermässiger Ansprüche geht. Es ist davon auszugehen, dass es nötig sein wird, auch liebgewordene Gewohnheiten in Frage zu stellen, wenn zukünftige Generationen eine Überlebensmöglichkeiten auf diesem Planeten haben sollen. Dazu auch der Hinweis auf eine Abhandlung eine Ethikers: Abschied nehmen von der Verschwendung.
Das Wuppertal-Institut beschäftigt sich schon länger mit Fragen der Suffizienz, insbesondere auch den Sprachregelungen dazu. Dies tönt dann so: Masshalten, von nichts zuviel wollen, damit für anderes, das man ebenfalls braucht, noch Platz bleibt! Aus 2kwblog.umweltnetz.ch