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Kein "Triple Play" aber "Betty"
Swisscom versucht weiterhin, sich als Player im TV-Markt zu etablieren. Mit "Betty TV" vermarktet Swisscom ab Anfang 2006 exklusiv in der Schweiz eine interaktive TV-Fernbedienung. Diese ist über Funk mit dem Telefonieanschluss verbunden, von wo aus die Signale dann zum Inhalte-Anbieter (Sender oder Werbefenster) gehen.
"Betty TV" (Foto) hat einen Display und zusätzliche Auswahl- und Abstimmungstasten. Somit kann man mit der Fernbedienung in der Hand an Abstimmungen und Spielen teilnehmen und natürlich auch einkaufen.
Mit "Betty TV" versucht Swisscom weiterhin die Marke Bluewin als künftigen Fernseh-Anbieter zu positionieren. Da der TV-Markt in der Schweiz weitgehend verteilt ist, muss sich Swisscom einen "Mehrwert" ausdenken, um die künftigen TV-Kunden vom Kabelanschluss und der Satellitenschüssel wegzulocken. "Interaktivität" wird ein solcher Mehrwert von IP-TV sein. Oder wie es Swisscom-Sprecher Sepp Huber ausdrückt: "Der 'Couch-Potato' wartet nicht auf Internet-Fernsehen."
Solange Swisscom, respektive Bluewin und deren Software-Lieferant Microsoft technisch nicht in der Lage sind, TV über die Kupferdrähte anzubieten, muten die Bemühungen von Swisscom aber etwas gezwungen an. Huber nennt als Start-Termin für das Swisscom-eigene TV-Angebot weiterhin wolkig "2006".
Im Hintergrund steht das Wettrennen zwischen Cablecom und Swisscom, als "Triple Player" den Kunden alle Kommunikationsdienste (Telefonie, Internet, TV) über einen Anschluss zu verkaufen. Cablecom und einige lokale TV-Kabel-Dienstleister sind zur Zeit die einzigen, die ihren Kunden echtes "Triple Play" verkaufen können. (Christoph Hugenschmidt)