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Yumi Ito (vocals)
Yves Theiler (piano)
Yumi Ito wurde 1990 in Basel geboren und wuchs in einer japanisch-polnischen Musikerfamilie auf. Bereits als Dreijährige begann sie mit dem Klavier und debütierte fünf Jahre später mit dem Zürcher Kammerorchester in der Tonhalle und spielte den 2. Satz aus Mozarts Klavierkonzert Nr. 13, KV 415. Howard Griffith, der damalige künstlerische Leiter des ZKO und bekannt auch für seine Jugendförderung, hatte sie entdeckt. Mit dreizehn begann Yumi mit klassischem Gesangsunterricht bei ihrer Mutter, Margo Cadias, dem jedoch ein Jazzstudium folgte. «Ich kam zum Jazz, weil ich so Freude hatte an den Tensions, den ‚schrägen‘ Akkorden und dem Improvisieren.» Unterricht und Workshops bei Grössen wie Lisette Spinnler, Gretchen Parlato, Theo Bleckmann, Becca Stevens, Marianne Racine, Efrat Alony und Bobby McFerrin gehörten dazu. Ihren Bachelor of Arts Degree in Jazz Vocal Performance schloss sie 2015 an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) ab, mit anschliessendem Master an der Hochschule für Musik Basel (Jazzcampus).
Mit 24 nahm Yumi ihr erstes Album zusammen mit Yves Theiler, Gabriel Dalvit und Yuri Goloubev in London auf, tourte als Solistin mit der ETH Big Band durch Japan und begann für ihr Duo mit dem Pianisten Yves Theiler zu komponieren. Sie gewann als erste Sängerin und einzige Vertreterin der Schweiz, Polens und Japans ein Stipendium von Siena Jazz und wurde 2015 von der Montreux Jazz Vocal Competition (Jury-Präsident: Al Jarreau) ausgezeichnet. Beim Offbeat Festival präsentiert sie ihre neue CD zusammen mit Yves Theiler am Klavier.
«Intertwined» – Yumi Ito Group
Tobias Preisig (violin)
Stefan Rusconi (Kirchenorgel)
Die Kirche als Ort zieht einen in Bann, ob kleine Dorfkirche oder Notre Dame, ob man als Tourist, Gläubiger oder Ketzer diese betritt. Das Gefühl der Ergriffenheit verstärkt sich, wenn auf einmal die Orgel laut und stark erklingt und das Gebäude erfüllt: Eine Art der Verzauberung wird spürbar – faszinierend, mächtig und auch bedrohlich. Der zweifache Echo Jazz Gewinner Stefan Rusconi (org) und Tobias Preisig (vio) haben ebenfalls eine Kirche betreten und sich von dem Ort inspirieren und überwältigen lassen. In einer 5 Nächte dauernden Aufnahmesession ist ein neuer, ganz anderer musikalischer Zauber entstanden, der geheime Räume öffnet und Zeit spürbar dehnt. Auf ihrer Platte «Levitation» bauen sich die Klänge langsam, beinahe vorsichtig, auf: ein intim wirkendes Zusammenspiel von Orgel und Geige entsteht, detailreich und organisch im wahrsten Sinne des Wortes und zugleich hörbar kraftvoll. Durch aufwendige Mikrophonierung wird das Innerste der Instrumente nach aussen gekehrt, ohne dass diese sich selbst und ihre Vertrautheit verlieren. Die oftmals leise gespielte Geige wird durch die mit zusätzlichem Hall versehene installierte Verstärkung seltsam übergross und bekommt eine faszinierend klare Haltung.
Vor dem inneren Auge entstehen Bilder aus alten, magisch verhexten Stummfilmsequenzen. Gedanken an eine Kinoorgel, die sich am Klangbild der romantischen Orgel orientierte, sind nicht fern.
«Levitation» – Preisig/Rusconi / «Drifting» – Tobias Preisig / «Live in Europe» – Rusconi & Fred Frith