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In Hogganvik (nähe Mandal) im äussersten Süden Norwegens wurde vor wenigen Tagen ein Stein mit einer Runeninschrift im älteren Futhark entdeckt. Mit 63 Zeichen gehört sie zu den längsten Inschriften aus dieser Periode; nur noch der Stein von Tune hat eine vergleichbare Länge. Anzeichen dafür, dass es sich um eine Fälschung handeln könnte (was man stets in Betracht ziehen muss), scheint es bisher nicht zu geben. In der Presse liest man von einer Datierung um 400, was vermutlich rein auf den Formen der Runenzeichen beruht (vgl. das alte e mit gerader Verbindung zwischen den Stäben).
Über die Lesung wissen wir noch nicht sehr viel. Dank einigen aufgetauchten Fotos steht aber ausser Frage, dass die Inschrift aus vier linksläufigen Zeilen besteht. Die längste steht oben am Stein, entlang der Kante. Zwei der unteren Zeilen beginnen mit ek ‘ich’. Besonders auffällig ist das Auftreten einer p-Rune in der vierten Zeile, da diese Rune ansonsten in der älteren Zeit meines Wissens nur in Futhark-Inschriften vorkommt. Das –p– war im Germanischen ein ausgesprochen seltener Laut.
Das bisher beste Bild:
In der Zeile 1 lässt sich fast nichts erkennen. Die Zeile zwei könnte eknaudigastiR lauten (was auch in der Presse so wiedergegeben wurde), also ‘Ich, Notgast (Personenname)’. In der Zeile drei sehe ich ekeraf…, in der vierten aarpaa...
Das ist aber alles ganz unsicher, und man muss vorerst schlicht und einfach abwarten, bis bessere Abbildungen bzw. Berichte der norwegischen Runologen vorliegen.
Updates folgen!