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Bei Hitze- und Dürreereignissen hat die Zusammenarbeit bisher zu wenig gut geklappt. Das sagen Forschende der Universität Zürich nach der Analyse von acht Extremereignissen auf drei Kontinenten in den letzten zwanzig Jahren.
Wenn jeder nur für sich schaut, werden die Auswirkungen von Extremereignissen noch schlimmer. Laura Niggli, Erstautorin der Studie des Geografischen Instituts, erklärte am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA das Problem am Beispiel Wasser in der Schweiz.
Wasser werde in diversen Sektoren gebraucht, etwa zum Abkühlen in Atomkraftwerken, zum Bewässern in der Landwirtschaft, als Trinkwasser oder in Flüssen wie dem Rhein für den Transport.
«Wenn die Landwirtschaft, die Industrie oder die Stromproduktion weiter oben das knappe Wasser abzweigen, fehlt es unten für den Transport von Futtermitteln oder Energieträgern über die Flüsse in die Schweiz», sagte Niggli. Hier brauche es eine bessere Zusammenarbeit statt einer Priorisierung des eigenen Bedarfs.
Extremereignisse würden in Zukunft vermehrt auftreten, schrieben die Forschenden in ihrer Studie. Entsprechend müssten sich die Verantwortlichen darauf vorbereiten und zusammen Massnahmen planen. Dass die Schäden, etwa für die Wirtschaft, gross sind, zeige das Beispiele der Buschbrände in Australien 2019/2020. Die Verluste betrugen rund 100 Milliarden US-Dollar.
«Aufgrund der Brände und der Rauchentwicklung mussten die Menschen zuhause bleiben. Das war für die Gesundheit wichtig, hatte aber gleichzeitig extreme ökonomische Auswirkungen», erklärte Niggli. Nicht zu unterschätzen sei auch, dass die Schulen geschlossen blieben und das Freizeitgestaltungsangebot eingeschränkt wurde, was der Lernentwicklung der Kinder schadete.
Im aktuellen Sommer zeige sich in weiten Teilen Europas, wie die Kombination von Rekordtemperaturen und Dürreperioden verschiedenen Sektoren schade. Betroffen seien etwa das Gesundheitssystem, die Lebensmittelproduktion, die Energieversorgung oder die Wirtschaft.
«Gleichzeitige Wetterextreme sind potenziell in der Lage, ganze gesellschaftlich relevante Systeme, etwa den Welthandel, zu destabilisieren», betonte Niggli.
Die getroffenen Massnahmen kämen meist zu spät. Die Forschenden fanden auch Anzeichen dafür, dass die Massnahmen negative Auswirkungen auf andere Sektoren hatten, wie die Ökosysteme oder die Kultur. Die Risikobewertung muss gemäss der Studie nicht mehr einzeln unterteilt werden, sondern systematisch die Verflechtung der Sektoren und der Systeme berücksichtigen. (sda)