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Auch die Frauen schiessen 60 Schuss

|Die Frauen schiessen an der Indoor-SM

(hier ein Bild von 2017) neu ebenfalls
60 Schuss in der Qualifikation.
05.12.2017 - Der Internationale Schiesssportverband (ISSF) erhöht auf den 1. Januar 2018 die Schusszahlen in den Frauen- sowie den Juniorinnen-Disziplinen und gleicht sie den Schusszahlen der Männer an. Der SSV übernimmt diese Anpassung in gewissen Wettkämpfen. So werden an den Schweizermeisterschaften 10m Anfang März in Bern die Frauen und Juniorinnen mit der Luftpistole und dem Luftgewehr wie die Männer eine Qualifikation über 60 Schuss bestreiten.
Das Internationale Olympische Komitee und der Internationale Schiesssportverband ISSF streben mit der Agenda 2020 die Gleichstellung der Geschlechter an. Deshalb wurde für die Olympischen Spiele 2020 in Tokyo das Schiesssportprogramm angepasst. Die reinen Männerdisziplinen Pistole 50m und Gewehr 50m liegend werden aus dem Wettkampfkalender gestrichen. Stattdessen werden neu Mixed-Wettkämpfe mit dem Luftgewehr und der Luftpistole durchgeführt (wir berichteten). Der Anspruch auf Gleichstellung der Geschlechter geht aber weiter. Die ISSF hat am 22. November beschlossen, auch die Schiessprogramme der einzelnen Disziplinen anzugleichen. Konkret bedeutet dies, dass die Juniorinnen (17- bis 20-Jährige) und die Frauen mit der Luftpistole und dem Luftgewehr ab dem 1. Januar 2018 genau wie die Männer eine Qualifikation mit 60 statt wie bis anhin mit 40 Schuss bestreiten werden. Dasselbe Prinzip wird auch im Dreistellungswettkampf Gewehr 50m und Gewehr 300m angewendet. Die Schusszahlen werden hier ebenfalls erhöht. Statt wie bis anhin in jeder Stellung (kniend, liegend, stehend) 20 Schuss abzugeben, sind es neu 40 Schuss. Der Dreistellungswettkampf 3x20 wird damit wie bei den Männern zu einem Wettkampf 3x40. Diese Änderung betrifft die Frauen- und die Juniorinnen-Kategorie Gewehr 50m, sowie die Frauen-Kategorie Gewehr 300m (in der auch die Juniorinnen starten). Das bedeutet, dass ab dem neuen Jahr alle internationalen Wettkämpfe der Frauen und Männer nach demselben Modus ablaufen.
Dieser Beschluss der ISSF hat Auswirkungen auf die Schweiz: An den Einzel-Schweizermeisterschaften 10m in Bern (2. bis 4. März 2018) werden die Frauen und Juniorinnen mit der Luftpistole und dem Luftgewehr wie die Männer in der Qualifikation ein Programm mit 60 Schuss absolvieren. Bei den Jugendlichen (unter 17 Jahren) sowie in den Kategorien Senioren, Veteranen und Seniorveteranen bleiben die jetzigen Programme mit 40 Schuss bestehen. Keinen Einfluss hat die Anpassung der Schusszahlen auf die Dezentralisierten Matchmeisterschaften (DMM), die Qualifikation für die Schweizermeisterschaften. Hier werden die Schusszahlen nicht geändert.
Outdoor: Umsetzung ist noch offen
Wie die Erhöhung der Schusszahlen an den Schweizermeisterschaften 25/50/300m outdoor in Thun (2. bis 9. September 2018) gehandhabt wird, ist noch offen. Der SSV wird sich rechtzeitig dazu äussern und alle Schützinnen und Schützen orientieren. Auf die Dezentralen Matchmeisterschaften outdoor hat die Reglementsänderung der ISSF aber keinen Einfluss. Die Schusszahlen bleiben unverändert.
Angepasst werden die Schusszahlen in allen Bewerben im Rahmen der Shooting Masters-Serie (ab 2018). Nicht betroffen vom Reglementswechsel sind alle Wettkämpfe, die nach den Regeln des SSV (RSpS) geschossen werden (Formationswettkämpfe wie Gruppen-, Mannschafts-, Sektionsmeisterschaften usw.). Hier bleiben die bisherigen Schusszahlen bestehen. Die Abteilungen Gewehr 10/50m, Pistole und Gewehr 300m sowie die Arbeitsgruppe Technik im SSV werden für die SSV-Wettkämpfe im Einzelfall prüfen, wo die Erhöhung der Schusszahlen zur Anwendung kommt oder nicht.
Keine Finals in nicht-olympischen Disziplinen
Eine Anpassung gibt es zudem bei den zwei Disziplinen, die nicht mehr zum olympischen Programm gehören: Die Wettkämpfe Pistole 50m sowie Gewehr 50m liegend Männer und Junioren werden künftig – wie bei allen anderen nicht-olympischen Disziplinen – nach der Qualifikation beendet sein. Die bis anhin üblichen ISSF-Finals werden nicht mehr durchgeführt.