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«Nein, dieses Zitat stammt nicht von Rudolf Steiner, es lässt sich in der Rudolf Steiner Gesamtausgabe […] nirgends nachweisen», teilte David Hoffmann vom Rudolf Steiner Archiv auf Anfrage von Keystone-SDA mit. Der Archivleiter bezeichnet das vermeintliche Zitat als «plakative und effekthascherische Überschrift über impfkritischen Artikeln». Tatsächlich führt eine Google-Suche nach dem Steiner zugeschriebenen Satz nur zu entsprechenden Online-Portalen.
Hoffmann schreibt, dass «Steiners Auffassungen und Einstellungen zur Impfthematik ganz unterschiedlich» gewesen seien. So habe er sich gegen Pocken impfen lassen, wie aus einem Manuskript einer Mitarbeiterin hervorgehe.
In einem internen Vortrag soll Rudolf Steiner zwar geäussert haben, dass «durch die Impfung der Seele die Hinneigung zur Spiritualität ausgetrieben» werde, so der Steiner-Experte. Von der Zerstörung der Seele ist aber auch dort nicht die Rede.
Auf die Frage, wie die Anthroposophie über die Impfung als Schutzmittel gegen Epidemien urteile, soll Rudolf Steiner im Jahr 1921 geantwortet haben: «Es kann in manchen Fällen gezeigt werden, dass ein solcher Erfolg, wie er erzielt werden soll durch die Impfung - also zum Beispiel durch die Blatternimpfung - ja auch tatsächlich erreicht worden ist. Es besteht immerhin die Tatsache, dass die Infektionskrankheiten weitgehend eingeschränkt worden sind durch die mehr äusserlichen, mehr hygienischen Massregeln, die ja notwendig geworden sind, und durch die Schutzimpfung.»
Auch wenn nicht alle Impfungen wirkungsvoll seien, so müsse man «doch durchaus die Wirksamkeit dieses Prinzips zugestehen», so Rudolf Steiner (Gesamtausgabe 75, Dornach 2010, S. 188f.)