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Der Buchmarkt bietet zwei Sammlungen von Porträtfotografien von Bluesmusikern an, beide Ende der 1990er Jahre unter dem Titel Legenden des Blues veröffentlicht. Zudem passt auf beide Werke dieselbe Beschreibung des Inhalts: Monochrome Fotografien von Bluesmusikern. Aber: beide Bildersammlungen enthalten vollkommen andere Bilder, und es werden andere Personen darin dargestellt. Das wirft die Frage auf, wer denn eigentlich den Aufstieg zu Status der Legende schafft. Hier also eine Besprechung der beiden Werke, die auch in der näher rückenden Weihnachtssaison ihren Weg unter den einen oder anderen Baum finden könnten. Eine Diashow zeigt einige der ausdrucksvollen Aufnahmen.
Der Reiseführer von Steve Cheseborough ist kürzlich in seiner dritten, erweiterten Auflage erschienen. An seinem bewährten Layout hat sich nichts geändert. Für jeden, der eine Reise ins Delta plant, ist er unverzichtbar. Die bluesnews Redaktion konnte sich vor ein paar Jahren davon persönlich überzeugen. Wer ihn noch nicht kennt, soll ihn sich unbedingt ansehen, für alle, die schon damit gereist sind: Das Buch ist überarbeitet worden, Adressen et cetera sind aktualisiert worden, was ja gerade bei einem Reisführer äusserst wichtig ist.
Als Delta im Sinne des Blues ist nicht etwa das eigentliche Flussdelta des Mississippi gemeint. Es bezeichnet in etwa die Gegend zwischen Memphis im Norden und Vicksburg im Süden, im Westen entlang dem Mississippi. Die wichtigsten Orte im Delta sind Bentonia, Clarksdale, Cleveland, Greenville, Greenwood, Helena, Itta Bena, Jackson, Memphis, Rosedale, Tupelo und Vicksburg.
Passend zu unserem Artikel Blues Masters from the Past: Big Bill Broonzy heute die Rezension einer Biographie des grossen Bluesers.
Dieses Werk ist eine Art Autobiographie Big Bill Broonzys. Der unter diesem Namen in die Geschichte des Blues eingegangene William Broonzy (1893-1958) verfasste seine Memoiren sehr früh, will sagen zu einem Zeitpunkt, da Country Blues ausser von einigen Enthusiasten wie Alan Lomax oder von europäischen «Spinnern» wie Horst Lippmann, Fritz Rau und wohl auch Claude Nobbs kaum als Kunstform wahrgenommen wurde. Country Blues war eine Musikform, die viele Leute spielten und hörten, aber als musikalisches Genre von eigenem Charakter und künstlerischem Anspruch wurde es ebensowenig angenommen wie Hip-Hop zu Beginn der 80er Jahre.
Der Brite Paul Oliver ist ein bekannter Autor der Bluesliteratur. Von ihm stammen Werke wie The Story of the Blues von 1998 oder Blues Fell This Morning: Meaning in the Blues von 1990. 2005 erschien sein jüngstes Werk Broadcasting the Blues: Black Blues in the Segregation Era. Sein Einstieg in die Blues-Schriftstellerei war der hier vorliegende Band Conversation with the Blues, der erstmals 1965 (damals mit begleitender LP) erschien und heute als zweite Edition beim prestigeträchtigen Verlag Cambridge University Press erschienen ist. Der Band kostet auch bei Amazon die eindrucksvolle Summe von $100.-, was auch herunter gesetzt auf $92,40 noch eine schöne Stange Geld ist.
Was kriegt man dafür? Eine Neuauflage von 1965? Die Verantwortlichen beim Verlag scheinen in dem Werk einiges gesehen zu haben, das sich lohnt, erneut aufzulegen und das diesen Preis rechtfertigt. Aber was?
Braucht jemand noch ein Weihnachtsgeschenk? Hat jemand Lust, sich selbst ein wenig zu verwöhnen? Oder sucht Ihr ein Buch, dass man sich auch am 25. Dezember noch mit vollem Bauch gerne zu Gemüte führt?
Dafür gibt es jetzt The B.B. King Treasures, Unterlagen und Interviews, Erinnerungen und Memorabilien aus 60 Jahren B.B. King. Das Buch ist im Wesentlichen aufgezogen wie eine Biographie, die einzelnen Kapitel zeichnen den Lebensweg des King of the Blues nach, und dabei erfährt man allerhand. So erfahren wir, dass der junge Riley B. King nicht in Indianola geboren wurde, sondern dort lediglich aufwuchs. Geboren wurde er in Itta Bena. Er schildert sein Verhältnis zu seinem geliebten Lehrer und männlichen Vorbild, Luther Henson, von dem B.B. annimmt, dass dieser seine Persönlichkeit entscheidend beeinflusst habe. Wir erfahren Details über seine frühe Radiokarriere in Memphis.
Richard Koechli ist ein sorgfältiger Mann, das war unlängst schon bei der Rezension seiner CD Laid Back festzustellen. Diesmal geht es um ein Buch, das er verfasst hat, den Gitarrenkurs Slide Guitar Styles im hierfür einschlägig bekannten AMA-Verlag (publiziert 1997). Ausgehend von der Begeisterung für Koechlis CD wollte bluesnews wissen, wie er sich denn als Lehrer macht, denn auch als solcher ist er kein Unbekannter: Sascha Koch von Biscuit Jack gibt Koechli als «Impuls-Geber» an. Wenn also - man vergebe den Kalauer - schon der Koch vom Koechli lernt, wie ist es dann, mit einem von ihm verfassten Lehrbuch zu arbeiten?
Richard Köchli - Slide Guitar Styles - Brühl: AMA-Verlag, 1997 - 241 S., CD - ISBN 3-927190-90-X