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Eine eidgenössische Volksinitiative, kurz Initiative genannt, ist ein politisches Instrument, das den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern ermöglicht, die Schweizer Bundesverfassung zu ändern. Werden innerhalb von 18 Monaten für ein Anliegen 100'000 gültige Unterschriften gesammelt, wird in der Schweiz über das entsprechende Anliegen abgestimmt.
Eine Initiative unterschreiben dürfen nur stimmberechtigte Personen. Stimmberechtigt sind alle volljährigen Schweizerinnen und Schweizer. Ausländer und Personen unter 18 Jahren dürfen also nicht unterschreiben.
Sammeln auf öffentlichem Boden ist grundsätzlich erlaubt. Dafür braucht es keine Bewilligung. Für einen Stand oder ähnliches ist eine Bewilligung nötig. Für das Sammeln auf privatem Grund ist das Einverständnis des Eigentümers notwendig (z.B. Einkaufszentren, etc.) In Bahnhöfen ist das Sammeln unter gewissen Auflagen gestattet.
Sammeln dürfen alle Personen. Dafür musst du weder volljährig noch Schweizerin oder Schweizer sein.
Nein. Es ist zwar verboten, jemanden fürs Unterschreiben zu bezahlen. Das wäre Bestechung. Es ist jedoch legal und üblich, jemanden fürs Unterschriften Sammeln zu bezahlen.
Anfänger reden häufig zu viel. Sie denken, die Leute unterschreiben nur, wenn man ihnen lange und breit erklärt, worum es geht. Das ist falsch.
Die meisten Leute wollen gar nicht lange reden. Häufig reichen ein oder zwei Sätze um die Leute bereits zu einer Unterschrift zu bewegen. Rede also nicht lange und frage schon im dritten Satz: "Möchte Sie unterschreiben?" und strecke das Klemmbrett mit Kugelschreiber entgegen. Wenn die Leute noch mehr wissen wollen, sagen sie es dann schon.
Gehe dort sammeln, wo es viele Leute hat, die Zeit haben und gut drauf sind.
Sprich die Leute an. Warte nicht, bis sie von sich aus auf dich zu kommen, denn das wird nicht passieren. Je mehr Leute du ansprichst, desto mehr Unterschriften wirst du sammeln. Also: warte nicht auf die sympatischste Person, sprich einfach die nächste an. Man weiss nie.
Frage eine Freundin oder einen Freund, gemeinsam sammeln zu gehen. Alleine braucht es oft grosse Überwindung, fremde Menschen anzusprechen. Zu zweit fühlt man sich gerade viel selbstbewusster.
Wichtig ist, dass du direkt sagst, dass du für eine Initiative sammelst. Dann wissen die Leute, dass du ihnen keine Mitgliedschaft verkaufen willst. Das Wort eidgenössisch hilft, dass die Leute sofort wissen, dass sie unterschreiben können, auch wenn sie nicht vom Ort selber sind.
"Guten Tag. Auch unterschreiben für die Kinder ohne Tabak Initiative?"
Komme zügig zum Punkt. Oft reicht ein Satz, der das Anliegen kurz erläutert, damit die Person einen Bauchentscheid fällen kann.
"Es geht darum, dass keine Tabakwerbung gemacht werden darf, dort wo Kinder und Jugendliche erreicht werden, also beispielsweise an Festivals."
Nachdem du das Anliegen in dieser Kürze erläutert hast, argumentiere und erkläre nicht mehr weiter! Frage direkt, ob die Person gerne unterschreiben möchte. Viele Leute wollen gar nicht unter Argumenten begraben werden. Sie haben sich ihre Meinung schon ganz am Anfang gebildet. Falls sie mehr Infos wollen, werden sie von sich aus fragen. Ist die Person unschlüssig, hilft es oft auch zu erklären, wofür die Unterschrift überhaupt ist:
"Mit Ihrer Unterschrift ist noch nichts entschieden. Es geht nur darum, dass darüber abgestimmt wird. Sie können vor der Abstimmung das Abstimmungsbüchlein im Detail durchlesen und sich alles nochmals in Ruhe überlegen."
Wenn du mit einer Person 3 Minuten diskutierst, gehen in dieser Zeit 10 Personen vorbei, die direkt unterschrieben hätten. Merke: Jemanden überzeugen zu wollen lohnt sich also nicht. Versuche nicht einen Gegner umzustimmen. Verweise auf die Webseite der Initiative und verabschiede dich freundlich.
Mit etwas Übung lassen sich pro Stunde gut 20 Unterschriften sammeln. Wenn du dir also vorgenommen hast, 3 Stunden zu sammeln, dann mache nach 60 Unterschriften Feierabend.
Zuoberst hast du den Bogen der Gemeinde, in der du sammelst (z.B. 3000 Bern). Direkt darunter die Bögen der 5-6 wichtigsten umliegenden Gemeinden (z.B. Köniz, Ostermundigen, etc.) Bevor du die nächste Person ansprichst, halte deinen Daumen beim nächsten leeren Bogen. So verlierst du nicht viel Zeit mit Blättern.
Sammle mit mehreren Klemmbrettern und sprich gezielt Gruppen an. Mit drei Klemmbrettern bist du bis zu drei mal so effizient. Du musst alles nur einmal erklären. Und wenn eine Person der Gruppe unterschreibt, unterschreiben die anderen meistens auch gleich.