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Céline Burnand. Retour à Helwan – La Maison des vivants
12.09.2021 – 21.11.2021
Das Photoforum freut sich, die Einzelausstellung Retour à Helwan – La Maison des vivants [Rückkehr nach Helwan – Das Haus der Lebendigen] von Céline Burnand, einer in Kairo lebenden Schweizer Künstlerin, zu präsentieren.
Ihre künstlerische Praxis ist inspiriert von ihrer Ausbildung in bildender Kunst sowie in visueller Anthropologie und Literatur. Häufig sind ihre Arbeiten eine Untersuchung und neigen dazu, eine bestehende visuelle Darstellung zu rekonstruieren oder wiederherzustellen. Ursprünglich wurde ihre Forschung durch das Schicksal und das Werk von Aby Warburg inspiriert, „einem deutschen Intellektuellen, der die ästhetische Herangehensweise an die Kunstgeschichte durch seine Suche nach einer ‚Diagnose‘ des westlichen Menschen, der um die Heilung seiner Widersprüche kämpft, revolutionierte“. Er verbrachte fünf Jahre wegen einer Psychose in einer Privatklinik und schuf zwei unvollendete Projekte, den Mnemosyne-Atlas, „etwa vierzig Leinwände, auf denen Tausende von Fotografien zu ikonografischen Themen seiner Forschungen befestigt sind“, und seine immense Bibliothek, „in der die Werke nach dem Prinzip des ‚guten Nachbarn‘ geordnet sind, wonach die Lösung des Problems nicht in dem Buch zu finden ist, das man sucht, sondern in dem, das daneben liegt“.
In derselben Logik der Infragestellung eines westlichen, kartesianischen, christlichen und neokolonialen Erbes stellt Céline Burnand einerseits ihr Familienarchiv und ihr visuelles Erbe in Frage, andererseits verfolgt sie seit 2013 die Figur der Schlange in verschiedenen soziokulturellen Kontexten (die religiöse Zeremonie von San Domenico in den Abruzzen (Italien) oder im Rahmen des Sufi-Festes von Rifa’i in Ägypten) und konzentriert sich dabei auf die subversive Kraft dieses Symbols bei der Wiederherstellung der Beziehung zum anderen, insbesondere durch kollaborative Praktiken.