Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03230.jsonl.gz/2905

Geburtenstatistik: Viele Frühgeburten in der Schweiz
In der Schweiz kommen besonders viele Kinder zu früh auf die Welt, wie eine jetzt veröffentlichte Studie des Bundesamtes für Statistik (BFS) über die Neugeborenen in Schweizer Spitälern zeigt. Im ausgewerteten Jahr 2004 wurden 72.125 Spitalgeburten registriert. Sie teilten sich auf in 90 % Termingeburten, 9 % Frühgeburten und 1 % übertragene Geburten. Von den Mehrlingen (3,5 % aller Kinder) kamen nur 39 % am geplanten Termin zur Welt, 61 % waren Frühgeburten. Die Schweiz hat damit eine der höchsten Frühgeborenenraten in Europa. Mit 9 % Frühgeborenen unter der 37. Schwangerschaftswoche steht sie an zweiter Stelle hinter Österreich (gefolgt von Deutschland und den Niederlanden). Die wichtigsten Gründe für die hohe Frühgeburtenrate vermutet Patrick Schwab vom Bundesamt für Statistik beim "relativ hohen Durchschnittsalter der Gebärenden" und in der "hohen Mehrlingsrate".
Die grosse Mehrzahl der Kinder kommt glücklicherweise gesund und ohne Komplikationen zur Welt. 2,8 % der Kinder wiesen eine kleinere oder grössere Fehlbildung auf. Die wichtigsten davon waren Fehlbildungen des Herzens bei einem auf 224 und Fehlbildungen des Harnleiters bei einem auf 629 Säuglingen. Über die Anzahl schwerer Geburtsgebrechen liegen nach Auskunft von Patrick Schwab keine Prozentzahlen vor. Die häufigste Komplikation während oder kurz nach der Geburt sei die allerdings häufig harmlos verlaufende Neugeborenengelbsucht (Ikterus) bei 7 % der Kinder. Eine Atemnot während der Geburt oder in der ersten Lebenszeit trat bei 3,5 % der Lebendgeborenen auf. Weitere Komplikationen verteilten sich auf unterschiedlichste Ursachen.
Der Geburtszeitpunkt wird deutlich von der Medizin beeinflusst. An den Wochenenden kommen weniger Kinder zur Welt als an den übrigen Wochentagen, zwischen acht und neun Uhr morgens mehr als zu den übrigen Tageszeiten. Diese Häufung ist durch geplante Kaiserschnitt-Geburten bedingt. Die Kaiserschnitt-Rate in den Schweizer Spitälern beläuft sich mittlerweile auf 29 %. Bei der Gruppe der 35- bis 39-jährigen Frauen wurden gar 37 % mit Kaiserschnitt entbunden.
Die Daten über die Neugeborenen in Schweizer Spitälern 2004 stammen aus der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser BFS, welche soziodemografische, administrative und medizinische Daten der in Schweizer Spitälern behandelten Patientinnen und Patienten erfasst. Dazu gehören auch die Spitalgeburten: 97,5 % der in der Schweiz lebend geborenen Kinder werden im Spital geboren. Die Hausgeburten sowie Geburten in Geburtshäusern werden in dieser Statistik nicht erfasst.
Stand: 07/07, BH