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Das Gebäude des Tibet Museums – der Andachtsraum und die Sankt Josefskapelle
Der Andachtsraum und die Sankt Josefskapelle des früheren Château Saint Germain beherbergte am Ende des 19. Jahrhunderts das Institut Saint Joseph, ein Heim für gehör- und sprachbehinderte Kinder. Es wurde von katholischen Ordensfrauen geleitetet, deren Aufgabe es war, den Kindern den Zugang zur Kommunikation und zur Aussenwelt zu ermöglichen.
Als das Institut Saint Joseph um 1920 nach Freiburg zog, wurde der Andachtsraum und die Kapelle durch Privatpersonen erworben. Zeitweise diente die Kapelle als Stau- oder auch als Spielraum für die Kinder des Dorfes.
Die Ausstattung der Kapelle ist von bedeutsamer symbolischer Tragweite. Neben Jesus, Maria und Josef ist auf einem Glasfenster auch der heilige Pankratius dargestellt, welcher zur Heilung und zum Schutz der Herdentiere angerufen wurde. Auf einer Freske ist der Heilige Franziskus dargestellt, der - wie sein tibetischer Zeitgenosse Milarepa - den Vögeln und allen anderen Lebewesen Liebe und Mitgefühl entgegen brachte. Auf einer weiteren Malerei ist die neutestamentarische Geschichte der Heilung des Taubstummen durch Jesus illustriert. Darunter steht « Ephphetha » für : « Öffne dich ! » Dies soll Jesus zu dem taubstummen Jugendlichen gesagt haben, damit dieser die Sprache empfangen konnte.
Indem die Alain Bordier Stiftung das Tibet Museum im Andachtsraum und der Kapelle des Château Saint Germain einrichtete, verfolgte sie die Absicht, die Idee der Öffnung weiter zu führen. Im Geiste des Respektes und der Offenheit bietet sie der Öffentlichkeit einerseits einen Zugang zur Kunst und Philosophie des Buddhismus aus dem Himalaya, und gewährt ihr zugleich den Zutritt zu einem bisher unzugänglichen religiösen Ort. Es ist eine Bereicherung, zwei so unterschiedlich erscheinende Weltanschauungen vereint zu sehen und zu realisieren, dass sie derselben Menschlichkeit entspringen.