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Joseph Wackenthaler (1795–1869) wurde in Sélestat im Elsass geboren und war ab 1819 Kapellmeister am Münster In Strassburg, ab 1833 auch Organist. Sein Vater (Joseph Wackenthaler 1767–1828) war Gründer einer Dynastie von Musikern. Zwei seiner Söhne (François Charles und François Louis) und sein Neffe Nicolas-Joseph Wackenthaler waren Organisten in Sélestat. Ein dritter Sohn François Xavier Joseph war ein sehr erfolgreicher Organist in Haguenau und später in Paris, wo er der erste Professor für Orgelspiel an der Niedermeyer-Schule war.
Joseph Wackenthalers Ruf als Interpret ist besonders seiner genialen Improvisierkunst zuzuschreiben und seiner Fähigkeit, sein Orgelspiel den liturgischen Erfordernissen anzupassen. Er veröffentlichte viele kleinere Orgelkompositionen in Sammlungen für den Unterricht, zusammen mit Orgelstücken deutscher Komponisten. Im umfangreichen Orgelwerk Joseph Wackenthalers nehmen drei grössere und anspruchsvollere Stücke einen besonderen Platz ein.
- Fantaisie et fugue en Fa mineur
- Prélude et fugue an Ut mineur
- Prélude et fugue en Ut majeur
Diese Werke wurden möglicherweise für Einweihungskonzerte neuer Orgeln oder für Wettbewerbe komponiert. Auffallend sind die strengen Formen der Fuge und die teilweise virtuose Behandlung des Pedals. Die drei Kompositionen stammen aus der Zeit vor 1849, in der Joseph Wackenthaler Organist am Strassburger Münster war.
Klangbeispiel
Aufnahmen: Ref. Kirche Rothrist 2013
«Fantaisie et fugue en Fa mineur» ist ist die erste der «Trois grandes compositions pour orgue» des elsässischen Komponisten. Vor allem die Fuge erinnert stark an die Orgelwerke von Felix Mendelssohn Bartholdy.