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4. Personengesellschaften – Einfache Gesellschaft, Kollektiv- und Kommanditgesellschaft
Die drei Personengesellschaften einfache Gesellschaft, Kollektiv- und Kommanditgesellschaft haben kein Grundkapital, das erhöht oder reduziert werden könnte. Als Haftungsbasis gilt in diesen Fällen das Vermögen der Gesellschafter, die unbegrenzt oder für einen bestimmten Betrag (Kommanditsumme) haften.
Tritt einer dieser Gesellschafter aus, verkleinert sich sein Vermögen oder wird die Kommanditsumme reduziert, so vermindert sich damit auch die Haftungsbasis zu Gunsten der Gläubiger. Der Austritt eines Gesellschafters wirkt also wie die Reduzierung des Grundkapitals oder der Aktiven.
Bei der einfachen Gesellschaft sind die Gesellschafter durch die abgeschlossenen Verträge immer unmittelbar selbst verpflichtet; ihr Austritt ändert daran nichts. Sie haften weiterhin gestützt auf die ursprüngliche Vertragsverpflichtung.
Bei der Kollektiv- und Kommanditgesellschaft haftet der Gesellschafter weiterhin solidarisch mit seinem ganzen Vermögen (resp. mit der ursprünglich vereinbarten [höheren] Kommanditsumme) für alle Verbindlichkeiten der Gesellschaft, die vor seinem Austritt (resp. vor Herabsetzung der Kommanditsumme) entstanden sind (Art. 576 OR). Diese Mithaftung dauert maximal fünf Jahre ab der Veröffentlichung seines Ausscheidens oder ab Eintritt der Fälligkeit (Art. 591 OR); das gilt auch, wenn die entsprechende Forderung später verjähren würde.
Fällt ein Gesellschafter in Konkurs, reduziert sich die Haftungsbasis zu Gunsten der Gläubiger ebenfalls. Bei Dauerschuldverhältnissen (z.B. einem langjährigen Darlehensvertrag) kann darin ein wichtiger Grund liegen, um das Vertragsverhältnis vorzeitig aufzulösen.