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Die wichtigsten Zoonosen sind:
Brucellose
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Campylobakteriose
Ursache:
Verursacher der Campylobakteriose sind verschiedenen Arten von Campylobacter (C. jejuni, C. coli etc) mit grosser serologischer Heterogenität. Diese Erkrankung ist fast ebenso häufig anzutreffen wie Salmonellosen. Wie bei diesen spielt bei der Übertragung auch hier das Geflügel (neben anderen Schlachttieren) eine wichtige Rolle.
Vorkommen:
Campylobacter sind bei praktisch allen Haus- und Wildtieren weltweit verbreitet (Darmtrakt). Am häufigsten findet man einen Befall bei Vögeln, Wildenten, Tauben, Truthühnern und Hühnern. Auch bei Schafen, Ziegen, Gold-Hamstern, Katzen und Kaninchen wird man fündig. Oft sind keine Krankheitsanzeichen sichtbar (Dauerausscheider). Auch beim Menschen wird der Erreger noch bis etwa 6 Wochen nach einer Erkrankung ausgeschieden.
Krankheitsverlauf:
Die Erkrankung äussert sich überwiegend mit Durchfall und Fieber, Bauchschmerzen, Müdigkeit und allgemeinem Unwohlsein. Bei etwa 25 % der Erkrankten findet man im Stuhl Blut. Die Inkubationszeit dauert etwa 3 bis 9 Tage. Dabei ist nur eine Infektionsdosis von etwa 500 bis 1000 Keimen nötig. Der Durchfall hält etwa 11 Tage an. Danach klingen die Krankheitssymptome meistens innerhalb von 3 Tagen wieder ab.
Die Krankheitsfälle häufen sich vor allem in den Sommmermonaten. Zur Therapie werden diverse Antibiotika verschrieben. Penicillin und Cephalothin sind wirkungslos.
Technologisch wichtige Eigenschaften:
Die Vermehrung von Campylobacter ist optimal in einem Bereich zwischen 34 und 45 °C. Deshalb sind besonders Vögel prädestiniert als Hauptstandorte. Die Vermehrung setzt je nach Nährboden auch minimale pH-Werte zwischen 5.5 bis 6.4 voraus. Auf Fleisch gilt der letzte Wert.
Campylobacter zeigen bei Kühltemperaturen gute Überlebensfähigkeiten (bei -18 °C mindestens 4 Wochen; bei 4 °C 3 bis 5 Wochen; bei höheren Temperaturen nur wenige Tage). Die Hitzeresistenz ist gering. Temperaturen über 50 °C reichen für eine Inaktivierung. Auch das Räuchern oder Brühen von Wurstwaren reicht für eine Inaktivierung aus.
Gefährdete Lebensmittel:
Campylobacter werden hauptsächlich durch fäkale Kontaminationen übertragen. Damit sind praktisch alle Lebensmittel inkl. Wasser und Milch betroffen. Der Hauptverursacher für Erkrankungen ist wohl verunreinigtes Wasser.
Bei einer unzureichend durchgeführten Schlachtung besteht die Gefahr, dass das Fleisch mit Darminhalt kontaminiert wird. Die Milch kann durch eine Verschmutzung mit Kot im Stall kontaminiert werden. Unpasteurisierte Milch ist von daher problematisch. Auch Eier können auf der Schale kontaminiert sein. Seltener ist eine Kontamination auch des Eiinhaltes.
Listeriose
...(in Vorbereitung)...
Milzbrand (Anthrax)
Bei Haustieren (Schaf, Pferd, Rind, Schwein und Fleischfresser) äussert sich Milzbrand durch eine Blutvergiftung, die unbehandelt meist tödlich endet. Verursacht wird der Milzbrand durch Bacillus anthracis. Zur Behandlung kann ein Immunserum verwendet werden. Beim Menschen tritt die Erkrankung als Milzbrandkarbunkel der Haut, als Lungenmilzbrand (Hadernkrankheit) oder als Darm-Milzbrand in Erscheinung. Zur Behandlung werden Serum, Sulfonamide sowie Penicillin eingestzt. Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt des BAG.
Tuberkulose (TB, Tbc)
Stark ansteckende Erkrankung, die durch den gegen Hitze und Austrocknung sehr widerstandsfähigen Tuberkelbacillus ausgelöst wird. Die Erkrankung erfolgt in Phasen: Zunächst zeigt sich die Erkrankung meist lokalisiert in Bronchien und Darm verbunden mit Drüsenschwellungen. Es folgt das Stadium der "Ausssat" während dem auf dem Blut- und Lymphweg resp. durch Husten (Bronchien) Bacillen verbreitet werden (offene TB). Im dritten Stadium (Organtuberkulose) zeigt sich ein chronisches Krankheitsbild mit Schwankungen zwischen heftigen Entzündungen und Vernarbung. Tuberkulose ist besonders im Säuglings- und Kindesalter bösartig. Abdominal-Typhus entstand früher meist aufgrund dem Genuss roher Milch (Rahm, Butter) von tuberkulosekranken Kühen. Lungentuberkulose (auch Auszehrung, Phthisis oder Schwindsucht genannt) wird meist durch eine direkte Ansteckung verursacht (Mensch, Rind und Schwein).
Zur Vorbeugung ist grösste Reinlichkeit insbesondere gegenüber Patienten mit sogenannter offener Tuberkulose angesagt. Eine gute Ernährung wirkt ebenfalls vorbeugend. Je früher die Infektion erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Die Einführung der TB-Impfung sowie die regelmässig durchgeführten Schirmbildaktionen haben die Tuberkulose in den entwickelten Ländern stark zurückgedrängt.
Yersiniose
Ursache:
Der Erreger der Yersiniose ist Yersinia enterocolitica aus der Familie der Enterobacteriaceen. Es existieren diverse Serotypen, von denen offenbar hauptsächlich drei Typen eine Erkrankung verursachen. Diese Stämme können ein hitzestabiles Enterotoxin bilden, das die Krankheitssymptome verursacht.
Vorkommen:
Das Hauptreservoir für Yersinia enterocolitica ist offenbar das Schwein. Man findet im Darm der Tiere 2 bis 5 % positive Befunde, während im Rachenraum 30 % der Tiere Träger sind. Auch bei Rinder, Hunden, Nagern und Vögeln findet man Yersinia mit deutlich tieferen Werten. Die Tiere erkranken selber nur selten an Yersiniose.
Daneben wurden als wahrscheinlich sekundäre Standorte auch Milch, Eiscrème, Frischfleisch, Geflügel, Crevetten, Austern sowie Trinkwasser identifiziert.
Krankheitsverlauf:
Zur Auslösung einer Infektion sind offenbar sehr hohe Zellzahlen nötig. Die Inkubationszeit ist nicht näher bekannt und unterliegt offenbar grossen Schwankungen. Die Erkrankung äussert sich mit Fieber, heftigen Leibschmerzen und teilweise mit Durchfall.
Technologisch wichtige Eigenschaften:
Yersinien sind wie E. Coli in vielen Substraten überlebensfähig und zeigen dabei nur eine geringe Hitzeresistenz. Die üblichen Pasteurisationsbedingen reichen in der Regel für eine Inaktivierung aus. Auffallend ist die ausgeprägte Psychrothropie. Noch bei 0 bis 5 °C ist eine Vermehrung möglich.
Gefährdete Lebensmittel:
Prinzipiell sind alle vom Tier stammenden Lebensmittel gefährdet, sofern sie ausreichend kontaminiert wurden. Eine Kausalität von Krankheitsausbrüchen konnte schon mit dem Genuss von Rohmilch, Schokolademilch, pasteurisierte Milch und rekonstituierter Trockenmilch nachgewiesen werden. Auch kontaminiertes Schweinefleisch, Geflügel, Krabben und Austern waren schon die Ursache für eine Yersiniose.