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Berechnungen des WWF zufolge sterben zurzeit zwischen 3 und 130 Arten aus – jeden Tag. Diese Zahl ist unter Fachleuten nicht unumstritten. Einig sind sie sich darin, dass auf der Erde ein Massensterben vor sich geht. Techniken der Synthetischen Biologie und der Reproduktionsmedizin könnten helfen, ausgestorbene Arten zu rekonstruieren.
Schätzungen zufolge leben auf der Erde rund fünf Millionen Arten (die Differenzen zwischen den verschiedenen Schätzungen hat eine Spannbreite von plus/minus 3 Millionen). Dabei sind nur 1.5 Millionen Arten bestimmt und benannt. Alle 10 Jahre sterben zwischen 0.01 und 1 % der Arten aus.1
Angesichts der neusten Techniken, die uns die Molekularbiologie zur Verfügung stellt, drängt sich die Frage auf, ob eine Rekonstruktion einiger dieser Arten machbar wäre, indem erhaltene – z.B. gefrorene – Exemplare mithilfe noch lebender naher Verwandter geklont würden – und ob ein solches Unterfangen sinnvoll wäre.
In erster Linie müsste dazu das Genom der ausgestorbenen Art zur Verfügung stehen. Sodann müsste dieses Genom extrahiert und Abschnitt für Abschnitt im Labor wieder zusammengefügt werden. Beschädigte und fehlende Sequenzen müssten dabei ergänzt werden. Schliesslich müsste das Genom in eine Keimzelle einer lebenden nahen verwandten Leihmutter transferiert werden. Diese Keimzelle müsste sich in der Leihmutter zu einem Embryo vermehren und entwickeln können und auch nach der Geburt lebensfähig bleiben.
Wäre ein derart entwickeltes Tier erst einmal auf der Welt, wäre es alles andere als sicher, dass es überleben und aufgezogen werden könnte. Ausserdem müsste eine Mindestanzahl dieser Tiere mit ausreichender genetischer Vielfalt hergestellt werden, damit sich überhaupt eine ausgeglichene und existenzfähige neue Population bilden könnte. Bis jetzt kamen sämtliche solcher Versuche nicht einmal in die Nähe eines erfolgreichen Abschlusses. Zwei der bekanntesten Beispiele solcher Versuche befassten sich mit der Rekonstruktion der Wandertaube, einer ausgestorbenen nordamerikanische Taubenart, sowie mit dem Burcado, einer Ziegenart aus den Pyrenäen (siehe Abbildung).2,3
Ausgestorbene Arten können nicht auf natürlichem Weg zurückgeholt werden. Wenn überhaupt möglich, hängt die Rekonstruktion in hohem Mass von molekularbiologischen Techniken, insbesondere der Herstellung langer DNA-Stränge, sowie von reproduktionsmedizinischen Methoden ab. Die Ergebnisse dieser Techniken werden Tiere sein, die mehr oder weniger stark durch die Physiologie ihrer lebenden, nahe verwandten Leihmütter mitgeprägt sein werden.
Bis jetzt gibt es in der Schweiz auf diesem Gebiet keine Forschungsprojekte.
Sollte es jemals möglich sein, lebensfähige Individuen ausgestorbener Arten herzustellen und zu züchten, müsste abgeklärt werden, ob sie sich in der Umwelt behaupten und sich vermehren können. Denn die Tatsache, dass sie ausgestorben sind, weist darauf hin, dass die für ihr Überleben notwendigen Umweltbedingungen nicht mehr gegeben sind. Auch zeigen aktuelle Daten, dass die Lebensfähigkeit – sofern überhaupt vorhanden – stark eingeschränkt ist und solche Individuen in der für sie neuen Umwelt schwerlich wettbewerbsfähig wären.4 Ein Überleben ist deshalb allenfalls in Zoologischen Gärten denkbar.
Stiftung für die genetische Rettung ausgestorbener Arten
Die „Long Now Foundation“ setzt sich für die Rettung bedrohter und ausgestorbener Arten ein und propagiert dazu die Verwendung von Methoden aus der Gentechnik und der Synthetischen Biologie (in Englisch).
Das zweite Leben – Artikel über das Mammut im Bund
Der Bund beschreibt zwei verschiedene Forschungsansätze zur Wiederbelebung des Mammuts (2014).
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