Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03614.jsonl.gz/1529

Analkrebs ist eine vergleichsweise seltene Krebsart. Dabei entwickelt sich im Analkanal ein bösartiger Tumor. Die Symptome, zum Beispiel Blut im Stuhl, sind oft unspezifisch und können auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten. Oft sind beim Analkarzinom humane Papillomviren (HPV) beteiligt.
Bei Menschen mit Analkrebs bildet sich im Analkanal ein bösartiger Tumor. Dieser Analkanal entspricht einem wenige Zentimeter langen Abschnitt, der den Darm mit dem After verbindet. Synonyme für den Analkrebs sind die Begriffe Analkarzinom, Analkanalkarzinom oder kloagogenes Karzinom.
Manchmal bildet sich der Krebs auch an jener Stelle, an der der Analkanal in die Haut des Afters übergeht. Diesen Krebs nennen Ärztinnen und Ärzte Analrandkarzinom. Zwar fällt der Analkrebs in die Gruppe der Dickdarmtumoren, besitzt aber einige andere Eigenschaften als der Mastdarm- oder Dickdarmkrebs.
Zwischen einem Anal- und Dickdarmkarzinom gibt es einige Verschiedenheiten. Zunächst gehen die zwei Krebsarten meist von unterschiedlichen Zelltypen aus. Eine Pathologin oder ein Pathologe kann diese Unterschiede gut unter dem Mikroskop erkennen.
Analkrebszellen besitzen meist die Eigenschaften eines sogenannten Plattenepithelkarzinoms (einer Hautkrebsart). Der Krebs geht in der Regel von den Haut- oder Schleimhautzellen aus. Die Mehrzahl der Menschen mit Analkrebs hat ein Plattenepithelkarzinom. Auch der Analrandkrebs ist medizinisch gesehen ein bösartiger Hauttumor. Der Dickdarmkrebs hat seinen Ursprung dagegen hauptsächlich im Drüsengewebe. Er zählt daher zur Gruppe der Adenokarzinomen.
Analkrebs ist im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen wie Brust-, Prostata-, Darm- oder Lungenkrebs eine seltene Krebsart. Nur schätzungsweise 200 Menschen erkranken in der Schweiz pro Jahr daran. Das Analkarzinom macht weniger als ein Prozent aller Krebserkrankungen aus. Analkrebs trifft Frauen deutlich häufiger als Männer: 70 Prozent gegenüber 30 Prozent. Etwa die Hälfte aller Betroffenen ist bei der Diagnose 50 bis 69 Jahre alt. Etwa 40 Prozent sind 70 Jahre und älter.
Analkrebs gehört zu den selteneren Krebserkrankungen, die aber häufig auch ohne Operation geheilt werden können. Wichtig sind hierfür eine umfassende Abklärung und Behandlung durch Spezialistinnen und Spezialisten, die Betroffene mit solchen Tumoren regelmässig sehen. Am USZ bieten wir im Rahmen unseres Darmtumorzentrums beste Voraussetzungen um Betroffene nach modernsten Erkenntnissen behandeln zu können.
Die wichtigste Ursache für den Analkrebs sind Viren, er gilt deshalb als chronische Viren-Infektion. Verantwortlich für diese Krebserkrankung sind humane Papillomviren (HPV). Bei den meisten Menschen lässt sich das Analkarzinom auf die Infektion mit HP-Viren zurückführen. Die Ansteckung geschieht in der Regel beim Geschlechtsverkehr. Die HPV-Infektion zählt zu den Geschlechtskrankheiten oder engl. Sexually Transmitted Diseases (STD).
Es gibt verschiedene Arten von humanen Papillomviren, die unterschiedlich aggressiv und gefährlich sind:
Neben solchen chronischen Infektionen im Analbereich spielen noch andere Risikofaktoren eine Rolle. Beispiele sind:
Im Gegensatz zum Darmkrebs scheinen beim Analkarzinom weder der Lebensstil noch bestehende Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) beteiligt zu sein. Beim Darmkrebs gelten eine ungesunde Ernährungsweise mit viel Fett und wenig Ballaststoffen, aber auch Darmpolypen als Risikofaktoren.
Analkrebs ist nicht ganz einfach zu erkennen, weil die Symptome eher unspezifisch sind und auch bei anderen (weitaus harmloseren) Krankheiten vorkommen können. Dazu gehören zum Beispiel Hämorrhoiden, unter denen viele Menschen leiden. Auch eine Analfissur kann mit ähnlichen Symptomen einhergehen.
Folgende Anzeichen können auf einen Analkrebs hindeuten:
Hinter diesen Symptomen muss nicht zwangsläufig Analkrebs stecken. Scheuen Sie sich nicht, zeitnah Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt aufzusuchen, wenn Sie solche Beschwerden bei sich feststellen. Sie oder er kann herausfinden, was tatsächlich dahintersteckt.
Ganz allgemein gilt: Je früher Ärztinnen und Ärzte den Krebs entdecken, desto besser lässt er sich behandeln und desto höher sind auch die Heilungschancen.
Am Anfang der Diagnostik steht immer das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu Ihrer Krankengeschichte (Anamnese). Ihre Antworten auf folgende (und andere) Fragen liefern ihm schon erste Anhaltspunkte, was die Ursache der Beschwerden sein könnte:
Falls der Verdacht auf Analkrebs besteht, folgen weitere Untersuchungen. Dazu gehören unter anderem:
Steht die Diagnose Analkrebs, bestimmen wir die Ausbreitung und das Stadium des Tumors. „Staging“ ist der englische Fachbegriff dafür. Für die Behandlung ist es nämlich enorm wichtig, ob der Krebs noch lokal begrenzt ist oder sich schon auf die Lymphknoten oder andere Organe ausgebreitet hat. International gebräuchlich ist die sogenannte TNM-Klassifikation:
Folgende Untersuchungen helfen uns bei der Stadieneinteilung:
Beim Analkrebs sind oft humane Papillomviren am Werk. Und mit diesen können Sie sich beim Sex anstecken. Einen hundertprozentigen Schutz vor der Ansteckung gibt es jedoch nicht. Bis zu einem gewissen Mass können Sie durch folgende Massnahmen vorbeugen:
Daneben gibt es einige Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung. Ziel ist es, eine mögliche Krebserkrankung möglichst rechtzeitig zu finden. Einem Krebs vorbeugen können diese Untersuchungen jedoch nicht. In der Schweiz können Bürger ab dem 50. Lebensjahr am Darmkrebsscreening teilnehmen. Dieses Programm umfasst einen Blut-im-Stuhl-Test alle zwei Jahre oder eine Darmspiegelung alle zehn Jahre. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür. Im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung lässt sich auch ein Analkrebs aufspüren. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder Ihre Krankenversicherung, welche Untersuchung für Sie in Frage kommt und ab welchem Alter Sie diese in Anspruch nehmen können. Am USZ bieten wir Ihnen eine Spezialsprechstunde zur Früherkennung von Analkrebs an (HPV-Sprechstunde).
Der Verlauf von Analkrebs ist in vielen Fällen positiv und die Prognose fällt günstig aus. Je früher wir das Analkarzinom diagnostizieren, desto besser sind auch die Heilungsaussichten. Umgekehrt gilt: Ist der Tumor schon weiter fortgeschritten, verschlechtert sich die Prognose. Wenn der bösartige Tumor noch lokal begrenzt ist und nicht gestreut hat, ist Analkrebs in vielen Fällen durch die richtige Behandlung heilbar. Meist setzen wir auf eine Operation, Chemotherapie und Bestrahlung.
Nach einer Krebsbehandlung ist immer eine regelmässige Nachsorge wichtig. Wir versuchen, die Folgen der Krebserkrankung und -behandlung zu lindern sowie einen Rückfall (rezidiv) rechtzeitig zu erkennen. Am Anfang sind engmaschigere Kontrollen alle drei Monate ratsam. Danach dehnen sich die Zeitintervalle immer weiter aus.
Auch eine Rehabilitation (kurz Reha) kann für Betroffene mit Analkrebs hilfreich sein. Das gilt besonders nach einer Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung, die einige körperliche und seelische Spuren hinterlassen kann. Manche leiden unter einer Stuhlinkontinenz, haben einen künstlichen Darmausgang oder kämpfen mit den Folgen der Strahlentherapie.
In der Reha lernen Sie, im Alltag und Beruf besser mit der Krebserkrankung und möglichen Einschränkungen zurechtzukommen. Ziel ist es, die Lebensqualität so gut wie möglich wiederherzustellen.
Es besteht auch die Möglichkeit einer begleitenden komplementärmedizinischen Behandlung.
Es gibt verschiedene Strategien zur Behandlung von Analkrebs. Meist kombinieren wir mehrere Therapien miteinander, um deren Schlagkraft zu erhöhen. Welche Behandlungen sie wählen, hängt vom Stadium der Krebserkrankung, aber auch von Ihrem Alter, Gesundheitszustand und Ihren persönlichen Wünschen ab. Folgende Behandlungen stehen bei Analkrebs zur Verfügung.