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Akazien Ostafrika - Artenbeschreibung
Wenn der Begriff Akazie fällt, denken die meisten an die weit ausladenden Schirmakazien. Doch, die Vielfalt reicht weit über diese hinaus. Akazien gehören zur Unterfamilie Mimosideae in der Familie der Hülsenfrüchte (Leguminosae). Sie kommen in Strauchform oder als grosse Bäume mit meist schirmförmiger Krone vor. In Afrika existieren 132 Arten, in Ostafrika 62.
Sie spielen eine wichtige Rolle im Naturhaushalt als Nahrungslieferant für grosse und kleine Lebewesen. Wie bei allen Hülsenfrüchtlern leben Bakterien in Bläschen an den Wurzeln, die Stickstoff im Boden fixieren und damit Böden fruchtbar machen. Die Winzigkeit der Blättchen bei den meisten Arten reduziert die Verdunstung. Oft sieht man am Stamm und an den Ästen grün durchschimmern. Dies ist Chlorophyll. Somit ist die Oberfläche, um Photosynthese zu betreiben, stark vergrössert. Die Bäume aber auch Sträucher bieten vielen Tieren Unterschlupf. Die verschiedenen Akazienarten stellen verschiedene Ansprüche an die Umwelt.
Akazien können, wenn sie durch Dürre und Überfressen unter Stress kommen, Blausäure produzieren, die auf Tiere tödlich wirken kann. Es geht sogar so weit, dass die Bäume sich untereinander chemisch verständigen, wenn die Giftproduktion ausgelöst werden soll.
Der offizielle wissenschaftiliche Name der afrikanischen Akazien ist Vachellia. Acacia ist gerichtlich denjenigen in Australien zugesprochen worden.
Fotos von Elvira Wolfer
Flachkronen Akazie
(Vachellia abyssinica) sind gut zu sehen im Nakuru Nationalpark sowie auf dem Weg in die Masai Mara und nach Bogoria. Die Blüten sind weisse Bällchen und der Stamm ist fast schwarz.
Warte ein bisschen Akazie
(Vachellia brevispica) und wenn man sich mal auf einer Fusspirsch in den kleinen Dornen verhängt, weiss man warum. Der Strauch oder Baum wird bis 7 m hoch und kommt vom Meeresspiegel bis 1.800 m vor. Die Blüten sind weisse Bällchen.
Flötenakazien
(Vachellia drepanolobium) sind niedrige Büsche im Grossen Grabenbruch, der Masai Mara und Serengeti. Bläst der Wind in die Löcher der für Ameisen ausgebildeten Gallen, so produzieren sie einen Pfeifton, was ihnen den Namen gab. Die Blüten sind weisse Bällchen und die Früchte sichelförmige, braune Hülsen.
Spinnen und Raubkäfer wiederum ernähren sich von den Ameisen.
Flussakazie
(Vachellia eliatior) wachsen entlang von Flüssen. Viele
Insekten- und Vogelarten haben hier Futter und ein Zuhause. Die Blüten sind weisse Bällchen. Die stattlichen Bäume mit der dunklen, gefurchten Rinde sind am besten im Samburu Nationalreservat zu sehen.
Kirks Akazie
(Vachellia kirkii) kommt in Kenia um Nairobi, in Norduganda sowie Nordtansania vor. Oft kann sie an der papierigen, gelblichen Rinde erkannt werden.
Hakendorn Akazie
(Senegalia mellifera) hat grössere Blätter als die meisten anderen einheimischen Akazien, woran sie leicht zu erkennen ist. Wild- und domestizierte Tiere mögen deren Blätter, Blüten, Samen und kleinen Äste. Diese meist strauchförmige Akazie ist weit verbreitet in trockenen Gebieten. Die paarigen Dornen sehen aus wie Katzenkrallen und haben ihr auch den Namen “Wait-a-bit thorn” (wart ein bisschen Busch) eingetragen. Wer mal mit seinen Kleidern dran hängen blieb, versteht die Namengebung. Der Name mellifera heisst “Honig tragend” und weisst darauf hin, dass Bienen hier viel Nektar gewinnen, weswegen in Gebieten, wo sie wächst Akazienhonig produziert wird. Für die Bienen werden hohle Baumstämme aufgehängt.
Ägyptische Akazie
(Vachellia nilotica subalata). Diese Unterart ist endemisch in Kenia und Tansania. Die Hülsen sind flacher und breiter. Bricht man sie auseinander, kommt ein wohlriechender Saft raus. Die reifen Hülsen sind braun.
Ägyptische Akazie
(Vachellia nilotica indica) haben charakteristische, bohnenförmige Hülsen, ohne die sie nicht leicht zu identifizieren sind. Mit runderen und mehr eingeschnittenen “Bohnen”, die von Indien eingeführte Unterart indica. Anzutreffen im Baringo District, hier am Bogoria See.
Ägyptische Akazie
Drei-Dorn Akazie
(Vachellia senegal senegal) haben 3 Dornen; die beiden äusseren sind nach oben gebogen und der mittlere nach unten. Es braucht etwas Zeit darin verfangene Kleidung wieder zu befreien….. Blätter und Hülsenfrüchte sind reich an Protein. Weit verbreitet im tropischen Afrika.
Weiss-Dorn Akazie
(Vachellia seyal fistula) haben auffällige, bis 8 cm lange, weisse Dornen. Einige bilden ähnlich der Flötenakazie (siehe Hell’s Gate) Gallen aus, in denen Ameisen leben und die Akazie verteidigen. Die hellgelben Blüten dienen Bienen als Nahrungsquelle. Im Laikipia und Meru Gebiet trifft man auf die Unterart fistula. Die braune Farbe kommt von Pilzen, die die Rinde überziehen.
Die Nominatform (Vachellia seyal seyal) in der Masai Mara ohne Gallen.
Schirmakazie
(Vachellia tortilis) sind sicherlich das Afrikabild, durch ihre grossen Schirme, die Wurzeln und Stamm Schatten spenden. Sie haben nebst kleinen, gebogenen Dornen 3-8 cm lange, helle Dornen, die auch Schuhsohlen durchstechen. Diese verschiedenartigen Dornen sollen verhindern, dass Giraffen zu viel auf einmal abfressen. Die Früchte sind spiralförmige Hülsen und werden von Tieren gerne gefressen. Schirmakazien kommen in vielen Gegenden Afrikas vor.
Gelbrindenakazie
(Vachellia xanthophloea) ist der Hauptbaum in Nakuru und Naivasha. Sie wachsen, wo ein relativ hoher Grundwasserspiegel besteht. Der Name Fieberakazie hat 2 Hintergründe: wo sie vorkommen, gedeihen die Malariamücken ebenfalls, die Fieber hervorrufen, zum anderen werden zermahlene Rinde und Wurzel als Vorbeugung oder Heilung gegen Malariafieber genutzt. Akazien geben einen harzähnlichen Saft ab, der von verschiedenen Tieren gerne genommen wird.
Apfelringakazie
(Faidherbia albida), eine der höchsten Akazien im tropischen und subtropischen Afrika. Die Früchte sehen wie getrocknete Apfelscheiben aus und werden von Pavianen und anderen Tieren sehr geschätzt. Die Blüten sind gelbliche Würstchen. Sie kommt in Kenia und Tansania vor.