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"Einer der teuersten Fehler bei der Auswahl eines ETF ist es, die Entscheidung ausschliesslich auf die Verwaltungsgebühr zu stützen", sagt Nima Pouyan, Head Invesco ETF Switzerland & Liechtenstein. Obwohl diese natürlich ein nicht zu vernachlässigender Faktor sei, sollte sie nie für sich allein betrachtet werden. Um die tatsächlichen Kosten eines ETF-Engagements zu ermitteln, sei es hilfreich, zu prüfen, wie genau dieser seinen Referenzindex repliziert. "Der Tracking Error zeigt die Schwankung der täglichen Renditen des ETF gegenüber denjenigen des Index. Zeigt er an einem Tag eine Outperformance und am nächsten eine Underperformance, oder ist er stabiler? Dies könnte (positive oder negative) finanzielle Folgen haben, wenn ein ETF gekauft oder verkauft wird", erklärt Pouyan.
Ausserdem sollte die Differenz zwischen der ETF- und der Index-Rendite im Laufe der Zeit verglichen werden, die sogenannte Trackingdifferenz. Sie liefert genauere Angaben darüber, wie viel das Fondsengagement tatsächlich kostet. "Perfektes Tracking zeigt sich darin, dass die Trackingdifferenz der Indexrendite abzüglich der laufenden Gebühren entspricht", sagt der ETF-Spezialist. Die meisten ETFs bleiben jedoch um mehr oder – in einigen Fällen – weniger als die laufenden Gebühren hinter dem Index zurück. Für Pouyan stellt sich die Frage, wie ETFs ihre Performance gegenüber dem Index verbessern und diesen abzüglich aller Kosten sogar übertreffen können. Er weist darauf hin, dass bei der Strukturierung selbst einfacher passiver Produkte ein ETF-Anbieter verschiedene Instrumente nutzen könne, welche jedoch teilweise davon abhängig seien, ob der Index physisch oder synthetisch repliziert wird.
Performancesteigerung bei physischer Replikation
Bei einer vollständigen physischen Replikation investiert der ETF in alle Indextitel und vollzieht eine Neugewichtung, wenn sich die Gewichtung im Index ändert. Diese Methode funktioniert laut Pouyan am besten, wenn der Index eine geringe Anzahl Titel umfasst, die sich einfach handeln lassen, und wenn der Index sich nicht zu oft verändert. Wenn ein Index allerdings zu viele Titel umfasse oder einige davon illiquid seien, könne der ETF mit der Sampling-Methode nur einen Teil der enthaltenen Werte replizieren.
Performancesteigerung bei synthetischer Replikation
Die zweite mögliche Methode ist eine synthetische Replikation. Statt alle Indextitel zu halten, nutzt der ETF Swap-Geschäfte zur Generierung der Indexrendite. "Beim Invesco S&P 500 UCITS ETF beispielsweise investiert der Fonds in einen Korb hochwertiger Wertpapiere, die jedoch nicht notwendigerweise denjenigen im Index entsprechen. Beim Swap tauscht der ETF die Rendite der Wertpapiere im Korb gegen die Indexrendite. Das Kontrahentenrisiko kann minimiert werden, indem über bis zu fünf Kontrahenten hinweg diversifiziert und die Swaps zurückgesetzt werden, sofern die strengen Bedingungen erfüllt sind sowie strengere Grenzwerte als die UCITS-Richtlinien festgelegt werden", erklärt Nima Pouyan.
Nebst einer Alternative zur physischen Replikation, wenn der Index zu viele Titel umfasst oder diese illiquid sind, biete die synthetische Replikation weitere potenzielle Vorteile, die sogar in Bezug auf den am häufigsten replizierten Index der Welt – den S&P 500 – hilfreich sein können.
Invesco an der Finanz’19: Stand S.16, Weitere Informationen finden Sie hier.