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Unser Erfolg: Fünf westafrikanische Länder senken Schwefelstandards
Trotz der verantwortungslosen Haltung der Schweizer Rohstoffhändler, die ihr lukratives Geschäftsmodell nicht aufgeben wollen, hat Public Eye viel erreicht. Unsere Enthüllungen lösten eine Welle der Empörung in Afrika aus und hatten ein weltweites Medienecho. Gemeinsam mit unseren Partnern in Ghana, Nigeria, Mali und der Elfenbeinküste setzen wir uns für griffige Treibstoffstandards ein. Die Regierungen Ghanas hat den nationalen Schwefelstandard nach starken Protesten massiv verbessert und den staatlich erlaubten Schwefelgehalt für Dieselimporte per Juli 2017 um das Sechzigfache gesenkt. Nigeria und drei weitere Länder haben neue Standards angekündigt.
Die Niederlande reagieren
Neben Westafrika hat der „Dirty Diesel“-Report auch in der ARA-Region (Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen), wo die „African Quality“ hauptsächlich produziert wird, einen politischen Prozess in Gang gesetzt.
Am 10. Juli 2018 veröffentlichte das niederländische Umweltinspektorat (ILT) einen Bericht für das Parlament über die Zusammensetzung und Gefährlichkeit von Treibstoffen, die von Amsterdam und Rotterdam nach Westafrika exportiert werden.
Die Untersuchungsbehörde betont die entscheidende Rolle von Rohstoffhandelsfirmen, die aus den laschen westafrikanischen Treibstoffstandards maximale Profite schlagen.
Seit Anfang 2017 untersuchte ILT die Ladung von 44 Tankern mit Destination Westafrika. Gefunden wurde Diesel mit 300 Mal mehr Schwefel und doppelt so viel krebserregenden Kohlenwasserstoffen, als in Europa erlaubt. Benzin enthielt neben schwefelreichen Komponenten ebenfalls krebserregende Substanzen sowie Mangan in einer bis zu 30 Mal über dem europäischen Grenzwert liegenden Konzentration. Der Bericht kommt zum Schluss, dass die beteiligten Firmen sowohl die europäische Regulierung chemischer Stoffe (REACH) wie auch die niederländischen Bestimmungen ignorierten oder gar nicht kannten. Die Umweltinspektoren untersuchten zudem Schiffstreibstoffe und fanden bei zwei Rohstoffhandelsfirmen Produkte, die sie als illegalen Abfall kategorisieren.
Der Direktor des UNO-Umweltprogramms, Erik Solheim, appelliert in seiner Reaktion auf den Bericht aber auch an die aus dieser politischen Unentschlossenheit Kapital schlagenden Unternehmen: „Minderwertige Produkte sollten nicht verkauft werden, auch wenn sie den nationalen Standards entsprechen.“
Auch die Schweiz muss nun ihre Verantwortung wahrnehmen
Mit dieser Untersuchung haben die Niederlande als Standort für Herstellung und Export der gefährlichen Treibstoffe ihre Verantwortung wahrgenommen. Gegenwertig läuft noch eine weitere Untersuchung zur Frage, ob „Dirty Diesel“-Firmen die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen verletzen. In der Schweiz hingegen, wo die beteiligten Rohstoffhandelsfirmen ihren Sitz haben, gab es bislang keinerlei politische Stellungnahme zu diesem Skandal, geschweige denn eine Untersuchung.