Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03285.jsonl.gz/185

Präsident Wades Wiederwahl im Senegal ist nicht sicher – doch sein Denkmal steht.
Rund 30 Millionen Franken kostete das «Monument de la Renaissance africaine» den Staat. Es steht auf einem vulkanischen Hügel in einer Ecke Dakars, die noch nicht überbaut ist. Und es ist höher als New Yorks Freiheitsstatue (ohne Sockel).
Abdoulaye Wade, der früher langjährige Oppositionskandidat, ist seit 2000 Präsident Senegals. Trotz der Beschränkung auf zwei Amtszeiten will er auch bei den Wahlen im nächsten Februar als 85jähriger wieder antreten.
Das Monument ist eine Bronze-Skulptur in bester sozialistischer Tradition, welche die junge afrikanische Familie zeigt, zur Sonne, zur Freiheit guckend.
Interessant ist, welche Staatschefs bei der Einweihung der Statue dabei waren:
Etwas überspitzt lässt sich sagen, dass nur Nachbarn, Diktatoren und Kleptokraten bei der Einweihung anwesend waren. Und Ellen Johnson-Sirleaf, aber das ist ja fast eine Nachbarin. Und einige unwichtige Inselrepubliken.
Doch was macht der Nordkoreaner an einer afrikanischen Schurken-Party? Ganz einfach – eine nordkoreanische Firma hat das Monument gebaut. Die können das.
Im Gegensatz zu New York kann man in Dakar den Kopf der Statue mit einem Lift besuchen. Der Eintritt kostet für ausländische Besucher 20 Franken. Davon gehen 35% direkt an Abdoulaye Wade – schliesslich war die Statue ja seine Idee.