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Dies sind zwei der Schlussfolgerungen, die die Autoren der Arbeit "A Nuclear Solution to Climate Change?", publiziert im Wissenschaftsmagazin "Science", ziehen. In ihrem Szenario gehen sie davon aus, dass die Kernenergie im Jahre 2050 einen Drittel des Weltenergiebedarfs decken muss, damit der Ausstoss an Kohlendioxid die international festgelegten Ziele nicht übersteigt.
Die Grundannahmen der Autoren gehen davon aus, dass sowohl die Weltbevölkerung als auch der durchschnittliche Pro-Kopf-Energieverbrauch bis ins Jahr 2050 um 50% ansteigen werden. Damit errechnen sie bei einer Weltbevölkerung von neun Milliarden einen dannzumaligen Weltenergieverbrauch von 900 Exajoules (gegenüber 400 Exajoules heute), der mit weniger CO2-Ausstoss gedeckt werden muss. Die Autoren schlagen nun vor, je einen Drittel des Energiebedarfs mit fossiler Energie, erneuerbarer Energie (inklusive "dekarbonisierten" fossilen Energieträgern) und Kernenergie zu decken. Die Kernenergie müsste dann jährlich 3300 Gigawattjahre Strom oder mehr als 50% des Weltbedarfs produzieren.
Um dies zu erreichen, müssten im Jahr 2050 weltweit rund 4000 Kernkraftwerke in Betrieb sein - das heisst, in den kommenden 50 Jahren müsste im Durchschnitt jede Woche mindestens ein neues Werk ans Netz gehen. Zum Vergleich: Die Atomstromproduktion würde damit weltweit pro Kopf die Hälfte des heute in Frankreich realisierten Niveaus erreichen. Dies wäre nach der Ansicht der Autoren möglich, wenn die Kernenergie starke Unterstützung durch die Regierungen und die Bevölkerung erhielte und wenn grosse industrielle Ressourcen auf dieses Ziels ausgerichtet würden.
Die Autoren bemerken, dass im Bereich der Reaktorsicherheit grosse Fortschritte gemacht wurden. So sei das Risiko eines Unfalls mit Kernschaden in einem amerikanischen Reaktor heute um den Faktor 100 geringer als vor 20 Jahren. Neue Reaktorkonzepte, die vermehrt auf passiven Sicherheitssystemen basieren, erhöhten die Sicherheit weiter. Damit neue Kernkraftwerke aber gegenüber Gas-Kombikraftwerken voll konkurrenzfähig werden, sei eine CO2-Steuer, aber auch eine Änderung der Bewilligungsgesetzgebung nötig, um kürzere Planungs- und Bauzeiten zu ermöglichen. Vorderhand sei es wichtig, die gegenwärtigen Kernenergie-Forschungsprogramme zu erhalten und zu intensivieren, damit sichere und günstige neue Kernkraftwerke gebaut werden können, wenn die Zeit dafür reif ist.
Quelle
M.E. und H.R. nach Sailor et al., "A Nuclear Solution to Climate Change?", Science, 19. Mai 2000