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Im Wahlkampf war das angespannte Verhältnis mit dem mächtigen Nachbarn China ein bestimmendes Thema. Die Kommunistische Partei in Peking zählt Taiwan zum Territorium Chinas, obwohl sie die Insel im Indopazifik bislang nie regierte und Taiwan seit Jahrzehnten eine unabhängige, demokratisch gewählte Regierung hat. Vor der Wahl galt der bisherige Vizepräsident William Lai von der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) als aussichtsreicher Wahlsieger. Präsidentin Tsai Ing-wen durfte nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.
Mit einem Ergebnis wurde am späten Samstagabend Ortszeit gerechnet. Lokale Medien dürften vorher jedoch erste Umfrage-Ergebnisse veröffentlichen. «Ich schätze jede Gelegenheit zu wählen. Das ist Taiwans hart erarbeitete Demokratie», sagte Lai nach seiner Stimmabgabe im südtaiwanischen Tainan. Sein Herausforderer Hou Yu-ih von der konservativen und chinafreundlichen Kuomintang (KMT) sagte, alle müssten sich vereinen, um Taiwans Zukunft entgegenzutreten. Als dritter Präsidentschaftskandidat trat Ko Wen-je von der Volkspartei TPP an.
Die Zahl der Wahllokale mit mehr als 23 Millionen Einwohnern war diesmal mit 17 794 so hoch wie nie, wie die Zentrale Wahlkommission mitgeteilt hatte.