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Seit seinen Anfängen hat das Internet eine aussergewöhnlich schnelle Entwicklung erlebt und ist heute omnipräsent. Eine Rückblende auf die Ursprünge des Konsumguts des 21. Jahrhunderts schlechthin.
Während des Kalten Kriegs beauftragt das amerikanische Militär ein externes Unternehmen, ein Kommunikationsnetzwerk zu konzipieren, das einer militärischen Attacke standhalten würde. Knapp 10 Jahre später wird 1972 ARPANET (Advanced Research Projects Agency Network) offiziell präsentiert. Es wird zunächst nur von der Armee genutzt, bis man sich 1981 entscheidet, den Vorläufer des Internets auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
In den 1990er-Jahren entsteht der bekannteste Aspekt des Internets, wie wir es heute kennen: das World Wide Web (www), bzw. die Webseiten. Auf diese Sammlung an HTML-Seitenvoller Text, Links und Grafiken, kann mittels einer Adresse zugegriffen werden, die mit http:// beginnt und in der URL-Leiste eingegeben wird. Die Hypertext-Links, welche die einzelnen Seiten untereinander verbinden, stellen eine der grossen Revolutionen jener Zeit dar. Darauf lässt sich auch die Metapher des Spinnennetzes zurückführen, um die Funktionsweise bildlich zu erklären. Dieses Modell gewinnt schnell an Popularität, vor allem auch dank des ersten Internetbrowsers Mosaic von 1993.
Das Web 1.0 konzentriert sich auf die Informationsverteilung. Aus technischer Sicht ist es statisch, was bedeutet, dass Aktualisierungen manuell im Quellcode vorgenommen werden müssen. Die grossen Unternehmen, darunter die Internetgiganten GAFA (Google, Apple, Facebook und Amazon) sind auf der Suche nach einem Mittel, das Hosting der Webseiten rentabel zu machen, dessen Preis kontinuierlich steigt. Es setzt sich schnell ein wirtschaftliches Modell durch, das auf Werbung basiert.
„Wenn Sie das Produkt nicht kaufen, sind das Produkt Sie!“ Tobie Langel, IT-Experte
Seit Beginn des neuen Jahrtausends erfährt das Internet eine Demokratisierung und wird interaktiv: Das Zeitalter des Social Web oder Web 2.0 wird eingeläutet. Das Ziel besteht darin, die Menschen miteinander zu vernetzen, damit sie Informationen teilen und austauschen können. In dieser Landschaft bringt unzählige soziale Netzwerke, Instant-Messenger, Smartphones, Blogs oder andere kollaborative und partizipative Plattformen zu Tage. Die Internetsurfer sind nicht mehr einfach nur Besucher, sondern werden zu aktiven Nutzern und produzieren selbst Inhalte.
Dank dieses radikalen Wandelns beginnen die GAFA, allerlei persönliche Daten über die Konsumenten zu sammeln. Sie wollen diese Informationen in Marktwert für die Werbeinserenten umwandeln, damit diese zielpersonengerechter bei ihren potenziellen Kunden werben können.
Seit 2010 gibt es das sogenannte Semantische Web oder auch Web 3.0. Sein Ziel: Die Kommunikation zwischen einzelnen Geräten zu ermöglichen, ohne dass der Mensch etwas dafür tun muss. Dafür wird eine eigene Sprache für die Maschinen geschaffen: die Metadaten. Sie entsprechen den Zusatzinformationen, mit denen ein Inhalt versehen werden kann, aber vordergründig nicht sichtbar sind, um es allgemein zu beschreiben. Beispielsweise enthält heutzutage ein Foto eine Metadatendatei, worin seine Eigenschaften beschrieben sind (Ort, Datum, Kameramodell etc.).
Dieser Fortschritt zielt darauf ab, die Daten so zu nutzen, dass die Internetdienste auf das individualisierte Profil jeden Benutzers zugeschnitten werden können. Genau hier setzen Unternehmen an, die auf den Umgang mit riesigen Datenmengen (Big Data) spezialisiert sind, welche mittels Webtracking und Metadaten gesammelt wurden. Diese Unternehmen arbeiten Algorithmen aus, mit denen sie die Internetnutzer kategorisieren können. Kurz gesagt besteht ihre Arbeit daraus, eine astronomische Menge an Daten auszuwerten, die à priori gar nicht entschlüsselbar sind, und diese dann dem Meistbietenden weiterzuverkaufen.
Während die Benutzer gerade das Ausmass der Gefahren von Big Data abschätzen und sich Gedanken über die Wichtigkeit der Kontrolle über die eigenen Daten machen, sprechen Internetexperten bereits von der nächsten Etappe, die sich abzeichnet das Web 4.0 oder symbiotisches Web. Es zielt auf die perfekte Kommunikation zwischen Mensch und Maschine ab. Konkret sieht das so aus, dass Geräte mit einer Art künstlichen Intelligenz ausgestattet werden, die ihnen eine gewisse Autonomie bei der Verarbeitung der Inputs und Outputs – sprich bezüglich Erhalt von Daten und die passende ausgehende Antwort darauf – ermöglicht. Ein Pionierbeispieldieses Gebiets ist die Haustechnik: Diese Gebäudespezialität vereint Kontroll-, Automatisierungs- und Steuerungstechnologien für den Wohnraum, so dass beispielweise ein vernetztes Haus seinen Energieverbrauch oder sein Heizverhalten selbständig regelt.
Aufgrund der Verbreitung vernetzter Objekte und der Profilidentifikation der Internetnutzer befindet sich das Internet derzeit in einem grossen Wandel. Vom ursprünglich freien Zugang verändert es sich hin zu einer undurchsichtigen Wolke von Filtern eher mysteriösen Ursprungs. Du surfst nicht mehr in einem neutralen Internet, sondern in einem, das durch deine persönlichen Vorlieben vorgegeben ist. Deine Entscheidungen und Verhaltensweisen werden gespeichert und eingestuft, um dich bei der nächsten Verbindung zu leiten.