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Bulk Molding Compound oder Bulk Moulding Compound (BMC) ist ein Faser-Matrix-Halbzeug. Es besteht zumeist aus Kurz-Glasfasern und einem Polyester- oder Vinylesterharz, andere Verstärkungsfasern oder Harzsysteme sind möglich. Naturfasern, als preiswerte Alternative zu Glasfasern, finden zunehmend Verbreitung. BMC wird als formlose, sauerkrautartige Masse in Beuteln oder anderen Gebinden geliefert. Bulk Molding Compound wurde Anfang der 50er Jahre unter dem Handelsnamen Premix bekannt. Gegenüber dem reinen Harz hat BMC höhere Festigkeiten, Steifigkeiten und Temperatureinsatzgrenzen.
Den Durchbruch schaffte BMC 1980 mit der Einführung des Farrel-Mischers, der eine großindustrielle Herstellung ermöglichte. Die ersten BMC-Anwendungen stammten zunächst aus der Elektroindustrie. Später folgte die Automobilindustrie. In letzterer besonders Scheinwerferreflektoren und Zylinderkopfdeckel. 2002 wurden in Europa etwa 18.000 t BMC zu Scheinwerferreflektoren verarbeitet, bis 1989 verarbeitete Citroen die selbe Masse BMC zu Heckklappen.
Verarbeitung BMC wird im Heißpressverfahren verarbeitet, was kurze Taktzeiten ermöglicht. Die BMC Masse wird dazu zentral in ein beheiztes, geteiltes Werkzeug eingelegt. Beim Schließen verteilt sich das BMC im Werkzeug. Durch die kurzen Faserlängen können beim Pressen auch dünne Rippen und Wanddicken gefüllt werden. Es besteht jedoch die Gefahr, dass sich an Engstellen das BMC entmischt. Dies geschieht dann, wenn eine Engstelle mit Fasern verstopft, so dass nur noch das Harz weiterfließen kann. Die einzelnen Verstärkungsfasern orientieren sich in der Regel in Strömungsrichtung, so dass lokal stark orientierte Fasern auftreten können. Dieser Effekt ist oft gewünscht und wird durch Anpassung des Werkzeugs mit Hilfe von Fließ- und Füllsimulationen gezielt beeinflusst.
In Spezialverfahren kann BMC, bei entsprechend kleinen Faserlängen, auch im Spritzgussverfahren verarbeitet werden.