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20:00 Hermann Nitsch (AUT), Heiliggeistkirche Bern
22:00 Buriers (UK), Dampfzentrale Bern
23:30 Zola Jesus (USA), Dampfzentrale Bern
danach: Trillion Tapeman (DJ-Set)
Heiliggeistkirche Bern
Hermann Nitsch (*1938) ist der wichtigste Vertreter des Wiener Aktionismus, einer in den 1960er-Jahren entstandenen radikalen Kunstbewegung. Nitschs drastische, manchmal über mehrere Tage dauernde Aktionen, die er mit dem eigens gegründeten Orgien-Mysterien-Theater in seinem Schloss in der Nähe von Wien veranstaltete, brachten ihn zu zweifelhafter Berühmtheit, in aufgeschlossenen Kunstkreisen gilt er aber bis heute als Ikone. Sowohl Marina Abramović als auch Christoph Schlingensief beriefen sich auf seine Arbeiten. Die Malerei ist sein konstantestes Betätigungsfeld: Seine sogenannten Schüttbilder brachten ihn an die wichtigsten Kunsthäuser der Welt und sind in permanenten Ausstellungen im Centre Pompidou, der Tate Britain und dem Museum Of Modern Art zu sehen. Weniger bekannt ist Hermann Nitsch als Komponist symphonischer Werke und für seine eigens vorgetragenen Orgelkonzerte.
Dampfzentrale Bern
Trotz ihrer in Operngesang geschulten Stimme landete Zola Jesus in der Popmusik, dort jedoch in der dunklen Abteilung. Dass sie mit Fever Ray tourte, ist ihrer Musik unschwer anzuhören, auch die kanadischen Austra liegen musikalisch nah an Zola Jesus’ elegischen, hymnenhaften Popsongs voller theatralischer Intensität. Als wichtigste Einflüsse nennt sie hingegen Diamanda Galás, Swans und Throbbing Gristle, also Exponenten der musikalischen Extreme. Die New Yorker Legende Foetus adaptierte Stücke von Zola Jesus für ein Streichensemble und 2014 erschien ein Album der Sängerin bei Mute Records (Depeche Mode, Laibach, Nick Cave, New Order). Für ihr neues Werk «Okovi» ist sie hingegen wieder in den Schoss von Sacred Bones zurückgekehrt, wo auch David Lynch oder John Carpenter ihre Platten veröffentlichen.
Buriers (die anfangs noch A Band Of Buriers hiessen) sind eine Ausnahmeerscheinung in der britischen Singer/Songwriter- und Alternative Folk-Szene. Parallelen zu Leonard Cohen sind nicht von der Hand zu weisen, sowohl in musikalischer als auch in gesanglicher Hinsicht. Die Band um den Sänger und Gitarristen James P. Honey und den Cellisten Jamie Romain zeichnet sich durch brillant arrangierte Songs aus, die ein gewisses Mass an Pathos zulassen, jedoch immer in Verbindung mit intelligentem (britischem) Humor. Wenig erstaunlich, dass sie mit anderen Exoten der britischen Neo Folk-Szene wie Micah P. Hinson, Alasdair Roberts und Patrick Wolf die Bühne teilten. Besonders ist, dass Honeys zweites Standbein in der Alternativ Rap-Szene immer wieder deutlich durchdrückt. «Anti-rap alternative folk» steht auf ihrem wundervollen Album «Filth». Die Verbindung in beide Szenen ist das, was Buriers so einzigartig macht.