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Der US-Minister für Innere Sicherheit, Jeh Johnson, begründete die verstärkten Sicherheitsmassnahmen an Flughäfen mit einer veränderten Einschätzung der weltweiten Terrorgefahr. Demnach gibt es Erkenntnisse, wonach Extremisten an der Entwicklung neuer Sprengstoffe arbeiteten, die bei Kontrollen an Flughäfen unerkannt bleiben könnten.
Nach einer Beurteilung der Sicherheitsrisiken habe er die Verkehrssicherheitsbehörde damit beauftragt, die verschärften Vorkehrungen an den ausländischen Flughäfen durchzusetzen, erklärte Johnson. Es gehe um «sichtbare und unsichtbare Massnahmen». «Unnötige Behinderungen» für Flugreisende sollten dabei vermieden werden.
Dschihadisten im Europa-Look
Ein britischer Experte für Sicherheitsfragen an Flughäfen, Philip Baum, sagte in einem Fernseh-Interview, dass vermutlich mehr Kontrollen nach dem Zufallsprinzip vorgenommen würden. Nach Informationen des Senders ABC sollen Schuhe und elektronische Geräte von Passagieren genauer untersucht werden.
Die USA würden «aktuelle und bedeutende Informationen» mit ihren ausländischen Verbündeten teilen und sich mit der Luftfahrtindustrie beraten, teilte das US-Ministerium weiter mit. Zu den betroffenen Flughäfen machte Johnson keine Angaben. Einem Ministeriumsvertreter zufolge handelt es sich aber um Airports innerhalb Europas und im Nahen Osten.
In deutschen Sicherheitskreisen hiess es, die Behörden seien bereits von den US-Partnern über die Erkenntnisse informiert worden. Es gebe eine Reihe von Hinweisen auf Dschihadisten mit europäischem Aussehen und europäischen Pässen, die aus Europa in die USA reisen und dabei Anschläge verüben könnten.
Genügend Sicherheit an Schweizer Flughäfen
Informationen über konkrete Planungen gebe es aber derzeit nicht, hiess es weiter. Bei dem verdächtigen Personenkreis gehe es um Extremisten, die zum Teil aus Syrien, aber auch aus Afghanistan und Pakistan nach Europa zurückgekehrt seien.
Die britischen Behörden reagierten sofort und erhöhten die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen des Landes. Wenn es «glaubwürdige neue Bedrohungen» gebe, müssten weltweit verstärkte Absicherungen des Luftverkehrs erfolgen, sagte Vizeregierungschef Nick Clegg.
Worin die neuen Sicherheitsmassnahmen bestehen, gab er nicht an. Es sei aber «sehr wichtig, dass wir mit unseren amerikanischen Partnern und auch mit anderen Staaten der Welt zusammenarbeiten», sagte Clegg.
In der Schweiz hingegen werden die Sicherheitsmassnahmen an Flughäfen als ausreichend eingeschätzt. Die identifizierten Bedrohungen würden durch die bestehenden Sicherheitsmassnahmen bereits heute abgedeckt, teilte das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) mit. Deshalb seien keine zusätzlichen Massnahmen nötig. Das BAZL verfolge aber die Lage weiterhin aufmerksam.