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Als Clay Jannon seinen Job als Webdesigner verliert, meldet er sich auf eine Stellenanzeige hin bei Mr. Penumbra, der in San Francisco eine alte, verstaubte Buchhandlung betreibt, die rund um die Uhr geöffnet ist.
Clay übernimmt die Nachtschicht, und bald ist ihm klar, dass hier irgendetwas nicht stimmt: Die Kunden kaufen nichts, sondern leihen die Bücher nur aus, drei Stockwerke hohe Regale beherbergen riesige Folianten, die keine Texte beinhalten, sondern nur ellenlange Reihen aus Buchstaben. Nach und nach findet Clay heraus, dass Mr. Penumbra und seine Kunden einem uralten Geheimnis auf der Spur sind. Mit der Unterstützung seiner Freundin Kat und seines ältesten Kumpels Neel, sowie der Weisheit von Mr. Penumbra, macht sich Clay daran, dieses Geheimnis zu lüften. Ein Geheimnis, das bis in die Anfangszeiten des Buchdrucks zurückreicht.
Verloren im Schatten der Regale, falle ich fast von der Leiter. Ich bin jetzt genau auf halber Höhe angelangt. Der Boden der Buchhandlung liegt tief unter mir, die Oberfläche eines Planeten, von dem ich mich weit entfernt habe. Die Regale türmen sich über mir auf, und dort, wo sie enden, ist es dunkel - die Bücher stehen dicht an dicht und lassen kein Licht hindurch. Gut möglich, dass dort auch die Luft dünner ist. Ich glaube, ich habe eine Fledermaus gesehen.
Verzweifelt klammere ich mich fest, eine Hand an der Leiter, die andere am Rand des Regalbretts, sodass meine Knöchel weiss hervortreten. Meine Augen schweifen über eine Reihe von Buchrücken - und da steht es. Das Buch, das ich suche.
Aber fangen wir lieber von vorn an.
Ich heisse Clay Jannon, und mit Papier kam ich damals selten in Berührung.
Die meiste Zeit sass ich am Küchentisch und ging auf meinem Laptop die "Aushilfe gesucht" Anzeigen durch, nur blinkte irgendwann immer ein Browser-Tab auf, lenkte mich ab und verleitete mich dazu, einem Link zu einem langen Zeitschriftenartikel, etwa über genmanipulierte Weintrauben, zu folgen. Einem zu langen, wie ich fand, weshalb ich ihn meiner Leseliste hinzufügte. Dann klickte ich einen anderen Link an, der zu einer Buchrezension führte. Diese Rezension übertrug ich ebenfalls in meine Leseliste und lud mir das erste Kapitel des Buchs herunter - des dritten aus einer Serie über Vampir-Cops. Anschliessend verzog ich mich - die "Aushilfe gesucht"-Anzeigen waren vergessen - ins Wohnzimmer, wo ich mit dem Laptop auf dem Bauch den ganzen Tag las. Ich hatte eine Menge Zeit.
Ich war arbeitslos, eine Folge der grossen Lebensmittelketten-Rezession, die Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts über Amerika hereingebrochen war und bankrotte Fastfood-Ketten und verrammelte Sushi-Imperien hinterlassen hatte.