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In der schnelllebigen Zeit des Internet gibt es wenige vergleichbare Erfolgsgeschichten und noch weniger, denen eine vergleichbare Lebensdauer beschieden ist. Die Rede ist von dem als freie Blogsoftware gestarteten WordPress, das 2013 sein 10-jähriges Bestehen feiert.
Begonnen hat in Wirklichkeit aber alles schon viel früher, nämlich mit dem Open-Source-Projekt b2 von Michel Valdrighi. Dieses basierte auf der Programmiersprache PHP und der Datenbank MySQL und etablierte sich als Alternative zu den dominierenden Plattformen Blogger, GreyMatter, Movable Type und Textpattern. b2 war einfach zu installieren, einfach zu konfigurieren und Entwickler konnten es leicht nach ihren Vorstellungen erweitern. 2002 stellte Valdrighi die Wartung von b2 ein und die auftretenden Sicherheitslücken verlangten dringend nach Updates. Hier traten Matt Mullenberg und Mike Little, selbst Benutzer von b2, auf den Plan. Nach einigen Diskussionen beschlossen sie 2003, das b2-Projekt auf neue Beine zu stellen und entwickelten auf der Codebasis von b2 ihre eigene Blogsoftware unter dem Namen WordPress, den Christine Tremoulet, eine Bekannte von Mullenweg, vorgeschlagen hatte.
Die erste stabile Version erschien dann Anfang 2004. Die ersten Verbesserungen konzentrierten sich auf HTML-Semantik und Webstandards wie XHTML. Weitere Verbesserungen wie eine neue Admin-Oberfläche erfolgten rasch hintereinander. Ein wesentlicher Aspekt war dabei, dass Benutzer ihre Inhalte möglichst rasch online stellen konnten. Dazu bedurfte es einer einfachen Installation mit minimalen Konfigurationsanforderungen, der sogenannten „5-Minuten-Installation“ und eines benutzerfreundlichen WYSIWIG-Editors in der Form von TinyMCE. Dieses Bekenntnis zur Benutzerfreundlichkeit war ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs.
Ein anderer war das Verhalten des damaligen Marktführers Six Apart, Betreiber der damals meistverwendeten Blogging-Software Movable Type. Movable Type hatte 2004 einen Marktanteil von 70% und Benutzer von einzelnen Bloggern bis hin zu großen Medienkonzernen. Im Mai 2004 kündigte Six Apart eine Änderung seiner Lizenzbedingungen an und machte die Benutzung der Software kostenpflichtig. Dies bewirkte eine Massenabwanderung von MT hin zu WordPress und innerhalb eines Monats hatten sich die Downloads von WP von zuvor 8.000 auf über 19.000 mehr als verdoppelt. Dies war die Initialzündung zur weiteren Entwicklung.