Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03096.jsonl.gz/585

ist eigentlich die französische Schreibart für
Katechu (s. d.).
Das C. der Apotheken und Parfümisten besteht
jedoch aus Mischungen, welche neben einem Anteil
Katechu oder auch ohne solchen aus verschiedenen adstringierenden absorbierenden
und wohlriechenden Stoffen zusammengesetzt sind und in Form von
Pastillen oder Kügelchen gegen übeln
Geruch aus Mund und hohlen Zähnen verwendet werden.
(brasilianische
Schlangenwurzel.
RadixCaincae); die holzigen Wurzeln einiger Arten
der im heißen Teile Amerikas heimischen, zu den Rubiaceen gehörigen Gattung Chiococca. Die von Ch.
racemosa kommenden heißen westindische
Schlangenwurzel, während die brasilianische von Ch. anguifuga, densifolia und
scandens kommt. Die im ganzen nicht sehr differierenden Wurzeln sind kleinfinger- bis zolldick, stark verästelt und hin
und her gebogen, öfter mit einem ansitzenden Stück der Stämmchen, die Rinde äußerlich graubraun,
runzlig, geringelt, innen dunkelbraun, harzig, das harte
Holz blaßbräunlich. Beim Kauen entwickelt sich ein schwach aromatischer
kaffeeartiger Geruch und ein bitterlich kratzender Geschmack, der durch eine der Wurzel eigentümliche, in farblosen seideglänzenden
Nadeln kristallisierende Säure, die Caincasäure (auch Caincin undCaincabitter genannt) verursacht
wird. Die Wurzel wurde früher mehr als jetzt als kräftig purgierendes und harntreibendes Mittel verwendet. - Zollfrei.
(OleumCajeputi); ein dünnflüssiges, hellgrünes, klares, ätherisches
Öl von starkem
Geruch nach
Kampfer und Rosmarinöl und ähnlichem, anfangs brennendem, dann kühlendem Geschmack, das aus Ostindien hauptsächlich
über Amsterdam in Glasflaschen gefüllt und in Kisten verpackt zu uns gelangt. Es ist ein Destillationsprodukt aus den Blättern,
Zweigspitzen und Früchten des Strauches, Melaleuca Cajeput und wahrscheinlich noch einer oder mehrer
andern Arten dieses zu den Myrtengewächsen gehörigen Geschlechts.
Das
Öl wird für medizinischen Gebrauch gewöhnlich rektifiziert, wodurch dasselbe gewöhnlich farblos erhalten wird; ebenso
durch Schütteln mit verdünnter
Salzsäure. Es kommt auch gefälschtes und völlig nachgekünsteltes
Öl vor, das aus Rosmarinöl,
Terpentinöl und
Kampfer zusammengesetzt und grün gefärbt wird. Eine rasch auszuführende Probe ist das
Zusammenbringen einiger Tropfen des
Öls mit
Jod; mit echtem
Öl entsteht dabei keine Verpuffung, wie sie viele der übrigen
ätherischen
Öle zeigen. Das
Öl wird - auch hin und wieder als beliebtes Hausmittel - gebraucht äußerlich zu Einreibungen
gegen nervöses Kopfweh, Spulwürmer, Koliken, Kinderkrämpfe etc., auf
Baumwolle eingeführt gegen Zahnschmerz, Ohrenleiden, wurde auch gegen Cholera äußerlich und innerlich angewandt. Es
ist sehr passend zur Vertreibung von Motten und überhaupt zur Verhütung von Insektenfraß. Das
Öl ist in Leipzig käuflich
per kg Mk 7.50 grün, Mk 8.25 weiß. - Einfuhrzoll gem. Tarif im Anh. Nr. 5 a.
(SemenCalabar), die Gottesurteilbohne, vom Küstenland Calabar in Westafrika, ist eine neue, höchst
giftige, aber rasch in feste Anwendung gekommene Drogue, die in ihrer Heimat zu einer Art Feuerprobe, d. h.
zur Ermittelung dient, ob ein eines Verbrechens Angeklagter schuldig sei oder nicht. Da das Gift derBohne
rasch und unfehlbar tötet, so muß das zeitweilige Freiausgehen eines solchergestalt Geprüften von einer besondern Veranstaltung
der schwarzen Medizinmänner ausgehen. Die elliptischen, wenig nierenförmigen, schwarz genabelten, mit harter brauner Schale
versehenen, bis 5 cm langen und 2 cm breiten
Bohnen kommen von der etwa 16 cm langen Schotenfrucht eines kletternden
Hülsengewächses, das man Physostigma venenosum genannt hat. Der mehlig hornartige Kern der
Bohne ist geruchlos und hat einen
nur wenig bemerklichen, faden Bohnengeschmack.
¶
mehr
Ebensowenig verdächtig schmeckt das daraus darstellbare AlkaloidPhysostigmin, der eigentliche Giftstoff, welcher farblose,
leicht zersetzliche Kristalle bildet, an der Luft bald rot wird und dessen Salze blau sind. Bei den kleinsten Gaben, bei denen
die tödliche Wirkung nicht mehr eintritt, erfolgt doch eine Zusammenziehung der Pupillen. Durch diese Eigenschaft ist
der Stoff für die Augenheilkunde von besondrer Wichtigkeit geworden, indem er dazu dient, die durch Atropin hervorgebrachte
Pupillenerweiterung wieder aufzuheben. Man benutzt dazu das reine Alkaloid oder ein weingeistiges Extrakt der C. Die Anwendung
geschieht durch Einlegen kleiner Scheibchen von Druckpapier oder Gelatine, denen die Giftsubstanz einverleibt ist, in das
Auge. - Zollfrei.