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Dieser Transit ist mit einer Sonnenfinsternis vergleichbar. Merkur steht dann zwischen den beiden Himmelskörpern Sonne und Erde. Doch wegen den enormen Distanzen kommt es keineswegs zu einer Sonnenfinsternis.
Merkurtransit vor 13 Jahren, am 7. Mai 2003.
Merkur deckt beim Transit vom 9. Mai 2016 nur 0,6 Prozent der Sonne, bezogen auf den Durchmesser und gar nur 0,004 Prozent bezogen auf die Sonnenfläche, ab.
Der Komet erscheint als sehr dunkler Himmelskörper. Er ist schwärzer als Asphalt. Die letzten Messungen der abgestürzten Sonde «Messenger» am 30. April 2015 zeigen, dass Graphit ihn dunkel erscheinen lässt. Die Merkur-Oberfläche reflektiert lediglich 10,6 Prozent des Sonnenlichts, beim Mond sind es zwölf Prozent.
Der Merkur ist von der Erde aus während des Transits als winziger Punkt (mit Vergrösserung als kleine Scheibe) zu sehen, der innerhalb mehrerer Stunden von Ost nach West (links nach rechts) über die Sonnenscheibe wandert.
Die Bahnneigung von Merkur beträgt 7.00487°. Merkur bewegt sich in rund 88 Tagen einmal um die Sonne. Somit könnte man meinen, dass er viel häufiger vor der Sonne «durchwandern» müsste. Dem ist aber nicht so. Nur wenn sich die Erde in einem der beiden Bahnknoten befindet, lässt sich der Merkurtransit beobachten. So findet der nächste Transit erst im Jahr 2019 statt. Weitere Angaben zum Merkurtransit sind auf verschiedenen Seiten von Wikipedia oder in der Zeitschrift «Orion» 2/16 (Zeitschrift der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft) nachlesbar.
Merkur in der Astrologie
Als Nicht-Astrologe führe ich die Zeitschrift «Horoskop-Praxis» auf, der Folgendes entnommen werden kann: «Merkur steht für Kommunikation, Gespräche, Telefonate, Briefe, kleine Reisen und Beweglichkeit, generell für Austausch mit Ihrer nahen Umwelt. Er symbolisiert Ihre Art zu denken und Kontakt aufzunehmen und sich die verfügbaren Informationen zu beschaffen. Seine Position ist wichtig bei Verhandlungen und Geschäftsabschlüssen.
Merkur durchläuft den Tierkreis gut viermal so schnell wie die Sonne (scheinbar). Dadurch, dass er dreimal die Richtung ändert, braucht er aber ebenfalls ein Jahr, um alle zwölf Zeichen zu durchwandern. Durch die unterschiedliche Verweildauer in den einzelnen Zeichen wirkt sich ein Merkurtransit verschieden lang aus: von einem Tag bis zu mehreren Wochen.»
Merkur ehemals im christlichen Glauben
Im Appenzeller Dialekt heisst Mittwoch «Mecktig». Zu wissen gilt, dass der Dialekt des inneren Landesteils, von Appenzell Innerrhoden, oft kein –r– wiedergibt. So heisst «zBeg goh» so viel wie «zu Berge gehen» oder «Chölche» so viel wie Kirche. Im Wort «Mecktig» steckt «Mekur», also Merkur dahinter. Der mittlere Wochentag Mittwoch ist also im Appenzeller Deutsch Merkur geweiht – dem «dies mercurii*) analog dem italienischen mercoledi oder dem französischen mercredi, usw. Nach Merkur wurde somit der vierte (heute dritte) Wochentag Mittwoch mit «mercurii dies» benannt.
Hans Hürlemann (<email-pii>) schreibt dazu im «Appenzeller Magazin» März 2016 über den Mittwoch (Mecktig): «Der Merkurstag war vorgesehen für jene Heiratswilligen, die sich nicht an das Verbot der vorehelichen Beziehungen gehalten hatten. Sie durften nicht an einem Ehrentag heiraten, sondern eben an einem Tag der Busse und Schande, dem ‚Mecktig’.»
Wer heute auf der Suche nach Tage der Schande ist, findet sie auch an anderen Wochentagen. So erwähnte kürzlich Präsident Obama nach dem Scheitern seiner Waffenreform von einem Tag der Schande. Allerdings fanden auch Ereignisse an einem Mittwoch statt, so die Reichskristallnacht in der Nacht auf Mittwoch, den 9. November 1938.
Merkur in der Mythologie
Merkur ist wenigstens seit den Zeiten der Sumerer (drittes Jahrtausend vor Christus) bekannt. Er wurde manchmal mit zwei verschiedenen Namen bezeichnet, weil er manchmal als Morgen- und als Abendstern zu sehen ist (die Griechen benutzten die Namen Apollo als Morgenstern und Hermes als Abendstern). Die griechischen Astronomen wussten unabhängig davon, dass sich die beiden Namen auf denselben Körper bezogen. Heraklit glaubte sogar, dass Merkur und Venus die Sonne und nicht die Erde umkreisen.
Mercurius (eingedeutscht Merkur) war ein Gott in der römischen Religion. Sein Name geht auf das lateinische Wort merx, Ware, zurück. Er wurde mit dem griechischen Hermes gleichgesetzt. Dessen Herkunft und übrige Eigenschaften wurden auf ihn übertragen. Er gilt als der «Götterbote», Gott der Händler und der Diebe.
Spätantike und frühmittelalterliche Chronisten setzten den germanischen Gott Wodan/Odin mit Merkur gleich, was sich bei der Bezeichnung des Tages zum Beispiel als wednesday im Englischen und onsdag im Schwedischen bis heute nachvollziehen lässt.
Paul Furrer-Bischofberger aus Chur ist Gründungsmitglied der Astronomischen Gesellschaft Graubünden, aufgewachsen in Oberegg (Appenzell-Innerrhoden).