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<h2>SubmittedText<h2><p>Gemäss Tierversuchsstatistik des Bundesamtes für Veterinärwesen 2010 wurden in der Schweiz 761 675 Tiere in Tierversuchen verbraucht. Davon wurde etwa die Hälfte der Tiere in Experimenten im Bereich der Grundlagenforschung an den Uni-Spitälern, Universitäten und ETH verwendet.</p><p>Allein der jährliche Unterhalt dieser Tiere dürfte schätzungsweise bei über 130 Millionen Schweizerfranken liegen, Personal- und Versuchskosten nicht eingerechnet.</p><p>Zusammenfassend lässt sich sagen, dass offensichtlich mehrere Hundert Millionen Franken Steuergelder in Tierversuche und Hochschul-Labortierhaltung fliessen, ohne dass dies für die Steuerzahlenden transparent gemacht wird. Stossend daran ist überdies, dass gerade die Labortierhaltung mit ihren Haltungsbedingungen, die im Vergleich zu den gesetzlichen Bestimmungen zur Heimtierhaltung wesentlich schlechter sind, sowie die in der Kritik stehende Zucht gentechnisch veränderter Tiere zur Hauptsache mit Steuergeldern finanziert werden. Hingegen fliesst nur ein begrenzter Anteil von etwa 400 000 Schweizerfranken jährlich in die Förderung von Alternativ- bzw. Ersatzmethoden.</p><p>1. Wie viele Steuergelder fliessen jährlich in Forschungsprojekte der Universitäten, Uni-Spitäler und ETH, in denen Tiere für Tierversuche verwendet werden? Um wie viele und um welche Tiere handelt es sich?</p><p>2. Wie viele dieser Forschungsprojekte sind in der Grundlagenforschung, und wie viele Kosten verursachen diese dem Steuerzahler? Um wie viele und um welche Tiere handelt es sich?</p><p>3. Wie viele Neubau- bzw. Ausbauprojekte der Universitäten, Uni-Spitäler und ETH betreffen Tierzuchten bzw. Tierversuchsstrukturen, und wie hoch sind die Kosten dafür? Wie viele und welche Tiere sind für die Projekte gedacht bzw. eingesetzt?</p><p>4. Wie hoch sind für diese Projekte die Kosten ab Nutzung für Laborpersonal, Laborinfrastruktur, Unterhalt der Labortiere usw.?</p><p>5. Wie viele Labortierhaltungen unterhalten Universitäten, Uni-Spitäler und ETH derzeit, und was kosten diese? Wie viele und welche Tiere sind in den Labortierhaltungen untergebracht?</p><p>6. Wie viele Gelder werden für Alternativ- bzw. Ersatzmethoden zu Tierversuchen jährlich an Universitäten, Uni-Spitälern und ETH investiert?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. In einem Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle ("Tierversuche. Prüfung des Bewilligungsprozesses, der Kosten und der Finanzierung", Februar 2009) wurde gestützt auf eine Auswertung von 39 Forschungsprojekten mit Tierversuchen erstmals eine Kostenabschätzung für Tierhaltungen an den schweizerischen Hochschulen (ETH, Universitäten) vorgenommen. Die Gesamtkosten für Tierhaltungen werden hierbei auf jährlich rund 82 Millionen Franken geschätzt, wovon der Bund durch Direktbeiträge an die beiden ETH und die Universitäten rund 33 Millionen Franken trägt, während die übrigen Kosten durch Kantone (25 Millionen Franken) sowie durch kompetitive Förder- und weitere Drittmittel finanziert werden. Die Tierversuchsstatistik des Bundesamtes für Veterinärwesen weist die Tierversuche nach Institutionsart aus (z. B. Universitäten, Privatwirtschaft), unterscheidet aber nicht nach den Finanzierungsquellen. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 761 675 Tiere eingesetzt, davon 275 252 in öffentlichen Institutionen (Uni-Spitäler, Universitäten und ETH). Mäuse bildeten mit rund 76 Prozent den grössten Anteil, weitere grosse Anteile haben Ratten, Fische, Amphibien und Vögel. Weitere Details zu Art und Anzahl der verwendeten Tiere können der Tierversuchsstatistik direkt entnommen werden (<a href="http://www.tv-statistik.bvet.admin.ch/">www.tv-statistik.bvet.admin.ch/</a>).</p><p>2. An den Universitäten, Uni-Spitälern und ETH wurden Versuchstiere gemäss der Tierversuchsstatistik 2010 fast ausschliesslich in Projekten der Grundlagenforschung (rund 92 Prozent) eingesetzt, was 253 872 Tieren oder etwa einem Drittel - und nicht, wie in der Anfrage aufgeführt, der Hälfte - der im Jahr 2010 in Versuchen eingesetzten Tiere entspricht. Auch hier bildeten Mäuse mit rund 80 Prozent den grössten Anteil. Im Bereich der freien Grundlagenforschung förderte der SNF im Jahr 2008 insgesamt 488 Projekte und im Jahr 2009 521 Projekte, die Tierversuche umfassten (mit Fördermitteln von 74,8 Millionen bzw. 76,2 Millionen Franken). Ein Grossteil dieser Fördermittel (49,7 Millionen im Jahr 2008 und 52,8 Millionen Franken im Jahr 2009) ging an Saläre vornehmlich von Doktorierenden und anderen jungen Forschenden. Der Rest verteilte sich auf Reisekosten, Apparate, Labormaterial sowie Kosten für Tierhaltung und Tierversuche.</p><p>3./4./5. Geplante Investitionen in Tierhaltungen der universitären Hochschulen 2009-2013: ETH 32 Millionen Franken; Universitäten: 33,5 Millionen Franken. Mit der Verordnung vom 1. September 2010 über das elektronische Informationssystem zur Verwaltung der Tierversuche (SR 455.61) hat der Bundesrat die Einführung eines neuen Informationssystems E-Tierversuche beschlossen. Dieses ist derzeit noch im Aufbau (voraussichtliche Inbetriebnahme ab 2013) und wird neben der bisherigen Erfassung der bewilligungspflichtigen Forschungsprojekte mit Tierversuchen zusätzlich auch umfassende Daten zu den Tierhaltungen erfassen, die Auskunft über die neugeschaffenen zusätzlichen Versuchstierplätze und die entsprechenden Betriebskosten (Laborpersonal, Laborinfrastruktur, Unterhalt Labortiere usw.) geben werden. Obwohl alle Labortierhaltungen und Labortierzuchten bewilligungspflichtig sind, erfolgt zurzeit keine zentrale Erfassung der Zahl der bewilligten Labortierhaltungen und der darin gehaltenen Tiere. Diese Informationen werden verfügbar sein, wenn die Entwicklung und Implementierung des Informationssystems E-Tierversuche abgeschlossen ist.</p><p>6. Eine Umfrage über die Verwendung von Gewebekulturen, die heute wichtigste Ersatzmethode zu Tierversuchen, zeigt, dass die Forschung heute oft nach dem Grundsatz von 3R (refine, reduce, replace; auf Deutsch: verbessern, reduzieren, ersetzen) arbeitet. Von 101 im Frühling 2010 vom SNF geförderten Projekten im biomedizinischen Forschungsbereich beinhalten 60 Projekte Arbeiten mit Zellkulturen, 53 sehen Tierversuche vor. Bei einer Mehrheit der 53 Projekte mit Tierversuchen werden beide Ansätze kombiniert oder ergänzend eingesetzt. In der Schweiz fördert die Stiftung Forschung 3R (<a href="http://www.forschung3r.ch">www.forschung3r.ch</a>) die Entwicklung und Validierung von Alternativ- und Ersatzmethoden zu Tierversuchen gemäss den Grundsätzen von 3R. Die Stiftung erhält ihre Mittel zu gleichen Teilen von Bund und Interpharma. 2010 hat die Stiftung Forschungsbeiträge im Umfang von 728 616 Franken ausgerichtet; sieben neuen Projekten wurden im Jahr 2010 Forschungsbeiträge von 660 330 Franken für die gesamte Laufzeit zugesichert. Über Forschung und Innovation im Bereich 3R ausserhalb der Finanzierung durch die Stiftung liegen keine Zahlen vor.</p>  Antwort des Bundesrates.