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|Bernd Glemser|

Eine erfreuliche, aber dennoch kuriose Geschichte trug sich 1989 zu: Es erfolgte nämlich die Berufung des jungen Pianisten zum damals jüngsten Professor Deutschlands. Bernd Glemser, der noch selbst immer Student beim russischen Pädagogen Vitalji Margulis war, musste daher als Student der Musikhochschule in Freiburg exmatrikuliert werden, erhielt jedoch den tröstlichen Bescheid, seine noch ausstehenden Examina innerhalb von 2 Jahren ablegen zu dürfen...
Mit einer aussergewöhnlichen Bandbreite des Repertoires, das vom Barock bis zur Moderne reicht, zählt Bernd Glemser heute zur internationalen Pianistenelite. Die leidenschaftliche Virtuosität seines Spiels - gepaart mit geistvoller Eleganz - fasziniert das Publikum inzwischen von Chile bis China, wo er 1996 als erster Künstler aus dem Westen live im Fernsehen spielte („natürlich” das 1. Klavierkonzert von Tschajkowsky). Die bisher erschienenen 33 CD-Aufnahmen erhielten fast ausnahmslos Auszeichnungen durch die Fachpresse, so zuletzt die Einspielung der 4 Scherzi und Balladen von Chopin Recording of the Month February 2011 durch Robert Cummings (GB, USA, AUS, NZ).
Eine grosse Affinität empfindet der Pianist für das Werk von Sergej Rachmaninov. So scheint es fast folgerichtig, dass Bernd Glemser von Wolfgang Sawallisch nach Philadelphia eingeladen wurde, um Rachmaninovs 3. Klavierkonzert zu spielen. Das Orchester, das schon dem Komponisten zu dessen eigenen Schallplatten-Aufnahmen zur Seite stand, feierte seinen 100. Geburtstag. Hollywood, mit der gleichen „Vorliebe“, hat im neuen Film „Spiderman 3” dessen 2. Konzert in Ausschnitten von Bernd Glemser spielen lassen.
Zusätzlich zu seinen vielen Auszeichnungen erhielt Bernd Glemser 1992 den Andor Foldes Preis und 1993 in Zürich den Europäischen Pianisten-Preis. Im November 2006 ist ihm der Kunstpreis der Stadt Würzburg überreicht worden.
2003 erfolgte - durch den (damaligen) Bundespräsidenten Rau - die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.