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Die Comédie de Genève ist eine neue Theaterfabrik mit Bahnanschluss. Der explosive ‹Rapport Langhoff› hat dafür vor bald 35 Jahren den Grundstein gelegt.
‹Salle des pas perdus›, Wandelhalle, hätte man den Raum wohl früher genannt, und die Schritte könnten sich darin tatsächlich verlieren: 116 Meter lang und gut fünf Meter breit ist die Raumschicht, die sich über die ganze Länge der Nouvelle Comédie, des neuen Schauspielhauses in Genf, erstreckt. Auf der einen Seite ist sie vollständig verglast, auf der anderen Seite fasst feiner Sichtbeton den Raum, und die ebenfalls aus Beton gegossene Decke zeigt ein gestuftes Auf und Ab. Als Vestibül verbindet die Halle die dem Publikum zugänglichen Teile des Gebäudes miteinander: die Billettkassen, das Restaurant und natürlich das Foyer der Theatersäle. Und sie ist das grosse Fenster des Theaters zur Stadt.
###Media_3### Der Architekt Laurent Gravier vergleicht die Halle mit einem Wintergarten; der Raum ist unbeheizt, und seine Fassade – die Hauptfassade des Theaters – ist nur einfach verglast. «Im Raumprogramm war diese Halle gar nicht vorgesehen», blickt der Architekt zurück. Heute ist sie – nachts in rotes Licht getaucht – die Visitenkarte der Comédie de Genève. Gravier und Sara Martin Camara hatten 2009 mit ihrem Büro Fres Architectes in Paris den Wettbewerb für den Theaterneubau gegen fast achtzig Konkurrenten gewonnen.
Laurent Gravier nennt das Theater eine «Usine à spectacles», eine Schauspielfabrik, und entsprechend rationell ist das Gebäude organisiert. Für die Zuschauerinnen ist das lichtdurchflutete lange Vestibül das Rückgrat des Hauses. Quer dazu, zwischen den beiden Längsfassaden, ist das Foyer aufgespannt. Dessen Hauptzugang liegt auf der oberen Ebene. Eine lange, multifunktionale Theke durchmisst den Raum, Türen führen in die beiden Theatersäle: in den 500-plätzigen Hauptsaal und in die Galerie der 200-plätzigen Blackbox der ‹Salle modulable›. Die Hauptebene des Foyers liegt jedoch ein Geschoss tiefer, verbunden mit einer breiten Tre...