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Gichtarthropathie kombiniert mit einer Hallux valgus Deformität
Der Patient stellte sich mit seit zirka fünf Jahren kontinuierlich zunehmenden Beschwerden auf Höhe des Grosszehengrundgelenkes in der Sprechstunde vor. In dieser Zeit kam es ebenfalls zu einer Hallux valgus Deformität mit Pseudoexostose an typischer Stelle. Die Hauptproblematik bestand darin, dass es dem Patienten nicht mehr möglich war, normales Schuhwerk inklusive Arbeitsschuhe bzw. Skistiefel ohne Schmerzen zu tragen.
Klinisch zeigte sich ein flüssiges, hinkfreies Gangbild. Zehen- und Fersenstand waren beidseits durchführbar. Im Bereich des Grosszehengrundgelenkes zeigte sich zusätzlich zur Hallux valgus Deformität eine ausgeprägte Verdickung medial. Im Seitenvergleich war die Beweglichkeit im Grosszehengrundgelenk links deutlich eingeschränkt. Weiterhin berichtet der Patient über eine dezente Überempfindlichkeit am medialen Grosszehenrand.
Typische Symptome einer Gicht, wie z. B. Nachtschmerzen oder akute starke Schmerzattacken, die über Tage anhalten, wurden vom Patienten verneint. Die Verschattung im Röntgenbild erhärtete jedoch den Verdacht einer Gicht im Grosszehengrundgelenk. Gicht ist eine Stoffwechselstörung, bei welcher überschüssige Harnsäure nicht vom Körper ausgeschieden werden kann. Inder Folge kommt es zu Ablagerung in Gelenken in Form von Kristallen, die wiederum zu einer Entzündungsreaktion führen.
Aufgrund der guten Beweglichkeit und der relativen Schmerzfreiheit wurde wie geplant eine Hallux valgus Korrektur mittels Os metatarsale 1 Osteotomie Typ SCARF und eine Grundgliedosteotomie Typ AKIN durchgeführt. Postoperativ zeigte sich klinisch wie radiologisch eine schöne Stellung der Grosszehe. Aufgrund der Kapselrekonstruktion wurde zusätzlich eine temporäre Kirschnerdrahtfixation durchgeführt. Der Patient wurde am zweiten postoperativen Tag entlassen. Die mikroskopische Untersuchung entsprach der Verdachtsdiagnose: Es handelte sich um zahlreiche Gichttophi.
Nach 3 Wochen wurde der Kirschnerdraht entfernt. Er erhielt nach der Operation einen Spezialschuh für insgesamt 4 Wochen, in dem eine Vollbelastung möglich war, der den Vorfuss jedoch entlastet.Vier Wochen postoperativ erfolgte eine klinische und radiologische Verlaufskontrolle. Seither trägt der Patient normales Schuhwerk.
Der Patient ist mit dem Operationsergebnis bereits zufrieden.