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Die Defizite existierender Modelle sind zahlreich und lassen sich am Beispiel des Systems zur wissenschaftlichen Fundierung politischer Entscheidungen der Europäischen Union (EU) veranschaulichen. Um den Ansprüchen aller Akteure zu genügen, hat die EU die Verfahren des wissenschaftlichen Ausschusses erweitert. Gleichzeitig hat sie aber dessen politischen Einfluss und dessen Kompetenzen zur Unterstützung der Gouvernante-Prozesse verwässert.
Für ein neues Modell, das Wissenschaft und Global Governance besser miteinander verknüpft, definieren die Autoren dieser Studie zwei zentrale Ansprüche: Vor dem Hintergrund steigender Komplexität und Spezialisierung ist (1) eine Plattform notwendig, die es Akteuren mit unterschiedlichen «Sprachen» (jene der Wissenschaft und jene der Praxis) ermöglicht, sich auszutauschen. Ausserdem (2) muss das Modell den unterschiedlichen wissenschaftlichen und politischen Kulturen der internationalen Akteure Raum gewahren. So können Forschende von Anreizen profitieren, die ihrer wissenschaftlichen Kultur entsprechen. Politische Entscheidungsträgerinnen und -träger erhalten ihrerseits Zugang zu wissenschaftlich fundierten Positionen in einer Form, die in ihrer politischen Kultur Geltung hat.