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Patellofemorales Schmerzsyndrome mildern
Veröffentlicht am:
11.08.2017 14:10:09
Kategorie : Tipps für Ihre Mobilität
Dieser Artikel ist rein Informativ, er ersetzt keine ärztliche Konsultation und stellt keine Diagnose. Im Zweifelsfall nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Arzt oder Ihrem Spezialisten auf.
Oft treten wenige Minuten nach Beginn einer körperlichen Betätigung Schmerzen auf, die ein paar Stunden nach der Bewegung wieder abklingen ?
Haben Sie Schmerzen beim Absteigen von Treppen oder auf unebenen Wegen ?
Nach langem Sitzen ertragen Sie die gebeugten Knie nicht länger ?
All diese Symptome können auf ein verbreitetes Problem mit den Knien hindeuten : auf das Patellofemorale Schmerzssyndrom.
In aller Regel treten Schmerzen bei einem plötzlichen Bewegungswechsel auf oder wenn die Bewegung in Dauer und Intensität gesteigert wird.
Die häufigsten Anzeichen für ein Patellofemorales Schmerzssyndrom sind :
Die Schmerzen werden stärker beim Beugen des Knies (Flexion). Sie treten auf um die Kniescheibe herum und darunter.
Eine kurze unvollständige Liste :
- im Sitzen (im Auto, am Tisch, im Büro)
Sie spüren ein Unwohlsein und haben das Bedürfnis, die Beine auszustrecken.
- beim Treppenauf- und –absteigen.
Besonders beim Absteigen der Treppen nehmen die Schmerzen zu
- beim Sport.
Sportarten mit Beinwiderstand wie Running, Wandern, Radfahren etc werden sehr beschwerlich.
Ursache des patellofemoralen Schmerzssyndroms
Das Knie besteht aus mehreren Sehnen.
Bei einem gut funktionierenden Knie nehmen die Sehnen Kräfte auf und geben sie im geeigneten Moment weiter. Das ist Bewegung.
Die Sehnen sind vergleichbar mit Gummibändern. Sie können problemlos um 5 % ihrer Länge gedehnt werden. Darüber hinaus treten Probleme auf. Wie bei Gummibändern lassen im Alter die Dehnfähigkeit und die Widerstandsfähigkeit nach.
Die Kniescheibe bzw. die Patella ist eine Drehscheibe, auf der die Sehnen sich andocken. Sie ist die Verbindung von Oberschenkelbein und Schienbein, um das Knie zu strecken oder zu beugen.
Die Spannungen auf die Andockstellen der Sehnen an der Kniescheibe sowie auch der verstärkte Druck auf die Gelenke führen häufig dazu, dass Schmerzen entstehen.
Im Verlauf der Zeit kann dies zu einer altersbedingten Abnutzung der Knorpelschicht und damit zu Arthrose führen.
Je stärker Sie in der Ruhestellung (z.B. im Sitzen) das Knie beugen, desto mehr wird die Kniescheibe im Gelenk gepresst. Schon diese Haltung kann Schmerzen verursachen und dazu führen, dass Sie das Bedürfnis verspüren, das Bein zu strecken.
In der Bewegung, beim Gehen, konstatieren wir dasselbe Prinzip, nur verstärkt. Ist das Knie gebeugt, wird die Kniescheibe in das Gelenk gedrückt. Wenn darauf Gewicht wirkt (z.B. beim Skifahren), wird erheblicher Druck auf die Kniescheibe ausgeübt.
D.h. je stärker Sie Ihr Knie in gebeugter Haltung beanspruchen, desto mehr wird die Kniescheibe in das Gelenk gedrückt, welches bereits gereizt ist.
Als Beispiel :
[Die Kräfte, die auf die Kniescheibe wirken, variieren zwischen 0,5fach beim Gehen und 3,3fach beim Treppensteigen und sogar 20fach bei bestimmten anderen Sportarten *]
Die Ursachen für Knieschmerzen sind vielfältig. Im Folgenden eine kleine, nicht vollständige Liste :
- Muskelschwäche
- Muskelungleichgewicht
- anatomische Fehlbildung der Kniescheibe
- Unfallfolgen
- Bewegungsart
Morphologische Eigenheiten wie die Ausrichtung der Knie (x-Beine, O-Beine) sind ebenfalls in Betracht zu ziehen.
Was kann ich tun, um meine Schmerzen zu mildern ?
Gute Krankengymnastik ist sehr wichtig. Sie erfordert Geduld.
Schritt 1 :
Identifizieren der Schmerzursache.
Lokalisieren der schmerzhaften Stelle.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Schmerzen und bestimmten Bewegungen oder bestehen die Schmerzen auch in Ruhehaltung ?
Schritt 2 :
Entlasten Sie den Druck, die Ursache Ihrer Schmerzen. Vermeiden Sie möglichst schmerzhafte Bewegungen und entlasten Sie Ihre Gelenke.
Das bedeutet nicht, keinen Sport mehr zu treiben, aber Sie sollten die Sportart wechseln, damit Ihre Gelenke sich erholen können. Kraulen (schwimmen) ist eine gesunde gelenkschonenden Sportalternative.
Schritt 3 :
Exzellente Ergebnisse erzielt man durch die Kräftigung bestimmter Muskelgruppen sowie durch Muskeldehnung.
Das Ziel ist es, die Stabilität der Kniescheibe zu erhöhen und die Gelenkigkeit zu fördern.
Beim Dehnen übertreiben Sie NIE, führen Sie die Übungen nach Ihren Möglichkeiten aus.
Es ist davon abzuraten, bei Dehnungsübungen zu forcieren, denn das kann zur Verschlimmerung Ihrer Beschwerden führen. Dehnen Sie Ihre Muskeln sanft und regelmäßig.
Wir zeigen Ihnen einige Übungen, die Sie durchführen können :
Das Ziel dieser Übung ist die Dehnung der Oberschenkel-Vorderseite, des Quadrizeps, um der Kniescheibe ihre Beweglichkeit zu geben.
- Legen Sie sich auf den Bauch
- Beugen Sie ein Bein und fassen Sie an Ihr Fußgelenk
- Ziehen Sie das Bein an das Gesäß
- Achten Sie dabei darauf, Ihr Becken gut an den Boden zu drücken und nicht dabei ins Hohlkreuz zu gehen
- Wiederholen Sie die Übung mit dem anderen Bein.
Das Ziel dieser Übung ist die gezielte Stärkung des Quadizeps (Oberschenkelmuskel).
- Machen Sie einen großen Schritt nach vorn
- Beugen Sie beide Knie (N. 1)
- Bewahren Sie das Gleichgewicht. Knie und Hüfte dürfen nicht gedreht sein
- Halten Sie den Rücken gerade und aufrecht
- Das vordere Knie darf nicht über die Linie der Zehen hinausreichen. (N.2)
- Richten Sie sich auf und kontrollieren Sie dabei die Bewegung und die Achsen
- Wiederholen Sie die Übung auf der anderen Seite.
Das Ziel dieser Übung ist die Stärkung der Gesäßmuskulatur und der Oberschenkelflexoren.
- Legen Sie sich auf den Rücken
- Winkeln Sie die Beine an und stellen Sie die Füße auf den Boden
- Heben Sie das Becken an. (Abb.1)
- Stabilisieren Sie Ihre Haltung und heben Sie abwechselnd einen Fuß, und dann den anderen, als ob Sie laufen wollten. Dabei ist es wichtig, dass das Becken stabil bleibt und sich nicht zu der einen und der anderen Seite bewegt.
Schritt 4 :
Es kann empfehlenswert sein, zusätzlich eine aktive Knieorthese zu tragen, um die Spannungen auf die Andockstellen der Sehnen zu mindern. Die Knieführungsorthese führt die Kniescheibe im Gelenk und entlastet. Wir stellen zwei Modelle zur Behandlung eines femoropatellaren Schmerzsyndroms vor.
Die Reaction®
Dank der einzigartigen Kreuzstruktur der Führungszügel federt diese Knieorthese Stöße ab und verteilt die Stoßkräfte gleichmäßig auf das gesamte Knie, was günstig auf die Schmerzmilderung wirkt. Wenn Sie das Knie beugen, dehnen sich die dehnbaren Zugzügel, federn so die Stöße ab und verteilen die Kräfte auf den Bereich unterhalb der schmerzhaften Zone. Wird das Knie gestreckt, geben die vertikalen Zügel die aufgenommene Kraft ab, um so den Bewegungsablauf zu unterstützen.
Die Knieorthese Reaction® ist ausgestattet mit einem zweiachsigen flexiblen Gelenk, kann anatomisch angepasst werden und hat eine Stützfunktion. Sie erhöht die Stabilität Ihres Knies.
Die GenuTrain P3
P3 steht für : « permanent patella protection » (permanente Patella Protektion), denn sie bietet der Kniescheibe Gleitschutz bei all ihren Bewegungen. Die Knieorthese GenuTrain P3 ist ideal für Sport.
Durch die Aktiv-Bandage wird die Regenerationsphase stimuliert und beschleunigt, vor Überbelastung geschützt und weitere Verletzungen verhindert.
Auf diese Weise können Sie Ihr Trainingsprogramm schneller wieder aufnehmen. Dank der 3D-Trikotage passt sich diese Knieorthese perfekt Ihren Formen an und ihre Beweglichkeit lässt Ihnen vollkommene Bewegungsfreiheit.
Eine weitere Alternative zur Entlastung von Spannungen auf die Kniescheibe besteht darin, die Bein-Achse durch maßangefertigte orthopädische Einlegesohlen zu beeinflussen.
Orthopädische Einlagen nach Mass
Die orthopädischen Einlegesohlen sind speziell nach den Maßen Ihrer Füße angefertigt und bieten einen hohen Tragekomfort im Alltag.
Sie wirken unterstützend, fördern den Abstoß und beeinflussen die Bein-Achse, was letztendlich die Spannung auf die Kniescheibe lindert.
* Revue médicale suisse |Mieux comprendre le syndrome fémoro-patellaire pour mieux le traiter www.revmed.ch | Juillet 2014