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Bayern Münchens Verteidiger Lucas Hérnandez droht eine sechsmonatige Haftstrafe in Spanien. Dies weil der französische Nationalspieler 2017 eine gerichtliche Verfügung missachtet hat.
Der heute 25-jährige Fussball-Profi wurde im Februar 2017 verhaftet, nachdem seine damalige Freundin nach einem Streit ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Hérnandez sei beim Vorfall angetrunken gewesen, hiess es. Beide Parteien wurden zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt und ein gegenseitiges Kontaktverbot ausgesprochen.
Das Paar versöhnte sich offenbar trotz des Kontaktverbots, heiratete sogar und fuhr wenige Monate später auch gemeinsam in die Ferien. Nach der Rückkehr am Flughafen Madrid – zum Zeitpunkt des Vorfalls war Hernandez Spieler von Atlético – wurde Hérnandez festgenommen. Da die Verfügung seiner Partnerin (und heutigen Ehefrau) nicht offiziell zugestellt worden war, wurde sie hingegen nicht verhaftet.
Bewährung oder Geldstrafe nicht möglich
In Spanien gelten Kontaktsperren auch im Falle einer Versöhnung, wie der «Bayerische Rundfunk» erläutert. So soll verhindert werden, dass Betroffene von häuslicher Gewalt unter Druck in eine Versöhnung einwilligen.
Im Dezember 2019 wurde Hérnandez für die Missachtung der behördlichen Anweisung von einem Madrider Gericht zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt. Da es sich nicht um seine erste Straftat handelte, konnte das Gericht seine Strafe nicht umwandeln, wie es seine Anwälte beabsichtigten. Eine offenbar beantragte Abweisung des Urteils sei ebenso abgelehnt worden, wie die «Sportschau» meldet.
Nicht unwahrscheinlich also, dass Hérnandez nun seine Zeit im Gefängnis absitzen muss. Er muss am 19. Oktober vor Gericht in Madrid erscheinen und hat dann zehn Tage Zeit, sich freiwillig für den Gefängnisaufenthalt zu melden. Hérnandez, für den Bayern München im Sommer 2019 stolze 80 Millionen Euro hinblätterte, will gemäss seinen Anwälten gegen das Urteil Berufung einlegen.