Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03115.jsonl.gz/2179

... so wird das Wetter im November
Der November sieht schöner aus, als er wirklich ist. Es wird noch einmal beinahe sommerlich. Umso kälter sind die Nächte: Es sind jähe Wetterstürze zu erwarten. Mancher Tag, der vielversprechend begonnen hat, endet mit Sturm und Regen. Es ist sehr windig.
Und das sagt die Bauernregel im November: «St. Martins Sommer währt nicht lange.»
Eine warme Periode im November wird auch als Martini-Sommer bezeichnet. Der Begriff geht der Legende nach auf den heiligen Martin zurück, der nach dem Besuch eines neu gegründeten Klosters im französischen Tours unerwartet gestorben war. Als sein Leichnam auf der Loire in die Stadt transportiert wurde, erfolgte ein starker Wärmeeinbruch. Die Natur begann neu zu blühen, und die Wiesen ergrünten wie im Frühling. Dieses «Wunder» wurde dem heiligen Martin zugeschrieben, dessen Namenstag die katholische Kirche am 11. November feiert.
Föhn bringt milden November
Der November begann mit viel Sonnenschein. Nachdem das Hochdruckgebiet sich langsam abgebaut hatte, setzte am 4. November eine milde Südwestströmung ein, die eine Föhnlage verursachte. Dabei stieg die Tagesmaximum-Temperatur in den Föhntälern der Ostalpen auf knapp 20 Grad.
Ein von der Nordsee über Norddeutschland hinweg ziehendes Tiefdruckgebiet steuerte am 6. November eine Kaltfront über unser Land und brachte feuchte Polarluft. Dabei sank die Schneefallgrenze auf 800 bis 900 Meter hinunter. In den Alpen fielen oberhalb von 1200 Meter teilweise 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee. Eine weitere Kaltfront aus Nordwesten brachte am 11. November erneut Schneefall bis gegen 600 Meter hinunter.
Ein Hochdruckgebiet sorgte am 14. November für eine Bisenlage mit Hochnebel. Vom 15. November an geriet der Alpenraum zunehmend in den Einfluss einer kräftigen West- bis Südwestströmung. Dabei wurden den Voralpen entlang am 17. November Böenspitzen von 90 km/h verzeichnet.
Ab dem 20. November baute sich in der milden Südwestströmung über den Alpen eine kräftige Föhnlage auf. Am 21. November erreichte der stürmische Föhn in den Föhntälern verbreitet 100 bis 120 km/h, in exponierten Lagen auch 140 km/h.
Nach Angaben von MeteoSchweiz stieg die Tagesmaximum-Temperatur am Alpennordrand während der intensivsten Föhnphase am 21. und 22. auf 19 bis über 20 Grad. Am 23. und 24. November hielten sich die Tagesmaxima in den Föhntälern immer noch bei 17 bis knapp 20 Grad. Ab dem 26. November dehnte sich wieder ein Hochdruckgebiet von England nach Mitteleuropa aus. Die aufkommende Bise sorgte über der Alpennordseite für Hochnebel mit einer Obergrenze zwischen 900 und 1300 Meter.
Zum Bild: Die Föhnlage vom 21. November aus der Luft fotografiert. Der Föhn strömt über die Alpen. Beim Absinken der Luftmassen werden die Wolken aufgelöst und es entsteht ein Föhnfenster. Im Vordergrund ist der Zürichsee sichtbar, in der klaren Fernsicht sind dahinter der Zugersee, Vierwaldstättersee, Sarnersee und Lungernsee zu sehen.
Foto: Andreas Walker
Wie sagte der Arzt und Alchemist Paracelsus so treffend: «Nichts ist ohn Gift.