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- - Gebaut nur 1921
- - Wahrscheinlich etwa 50 Exemplare
- - Es sollen noch zwei G1 exisitieren
Montagmorgen: Alfa Romeo G1, 1921
Peter Ruch | 20.11.2023
Wer ein wahrer «petrolhead» sein will, muss einmal einen Alfa Romeo besessen haben, sagte schon Jeremy Clarkson. Wir geben immer am Montagmorgen eine Auswahl, heute: Alfa Romeo G1.
Der Alfa Romeo G1 war der allererste seiner Art und der Marke. Ja, klar, A.L.F.A. wurde schon früher gegründet, und noch vorher gab es die Darraq-Fabrik in Portello; ab 1915 war dann Nicola Romeo mit von der Partie. Der G1 nun war das erste Fahrzeug, das nach dem 1. Weltkrieg neu konstruiert wurde – und den Namen Alfa Romeo (ohne Bindestrich) trug.
Zu einem späteren Zeitpunkt wurde dieser G1 zu einem Spider Corsa umgebaut - ©Courtesy of RM Sotheby's
Die Konstruktion stammte von Giuseppe Merosi, ein gewisser Enzo Ferrari war auch noch irgendwie beteiligt. Aber der 6,3-Liter-Reihensechszylinder mit beachtlichen 70 PS war irgendwie nicht das, was die Welt damals brauchte. Das Benzin war teuer in Italien, die Steuern auf Luxus-Produkte absurd hoch – und obwohl der G1 gleich sein erstes (und einziges Rennen), die Coppa del Garda, gewinnen konnte, war er in Italien unverkäuflich. Es heisst, dass deshalb sämtliche 50 oder 51 oder auch 52 Stück nach Australien verschifft wurden. Radstand, übrigens: doch beachtliche 3,41 Meter.
Für den Heimmarkt waren die G1 zu teuer, deshalb wurden sie nach Australien verschachert - ©Courtesy of RM Sotheby's
Bis vor wenigen Jahren war man allgemein der Überzeugung, dass nur ein einziges G1-Exemplar überlebt hatte, in Neuseeland, eine mächtige Limousine. Dann geschah, quasi über Nacht, eine wundersame Verdopplung, aus dem Nichts tauchte ein zweiter G1 auf, das Fahrzeug, das wir hier zeigen, Chassisnummer 6018. Es soll einst nach Queensland verkauft worden sein, der erste Besitzer ging bakrott, versteckte den Alfa Romeo auf einer Farm - und als Mitarbeiter diesre Farm den Wagen Ende der 40er Jahren fanden, wurde er zum Traktor umgebaut. Irgendwann liess die Hinterachse gehen, danach brauchte man den Motor noch, um eine Wasserpumpe anzutreiben.
1964 wurden die Überreste von einem Alfa-Romeo-Enthusiasten entdeckt, es begann eine 10-jährige Restauration, zu der anscheinend noch Teile eines zweites G1-Exemplars verbaut wurden. Eine Karosserie gab es schon lange nicht mehr, deshalb wurde mit Hilfe des Museums in Arese etwas kreiert, was einst ein Torpedo von Schieppati gewesen sein könnte. Was dann später noch in einen Spider Corsa abgewandelt wurde. Das Fahrzeug war dann anscheinend auch auf grosser Tour durch Australien und die USA, unbemerkt von den Marken-Hütern in Italien, die ewig nur den G1 aus Neuseeland als noch existent in ihren Büchern hatten.
Falls es interessiert: Auf einer Demonstrationsfahrt schaffte der neu erwachte G1 schon Ende der 70er Jahre schon fast 140 km/h. Und der gewaltige Motor erbrachte ein maximales Drehmoment von fast 300 Nm - nicht so schlecht für eine mehr als 100-jährige Maschine. Vor allem aber ist der G1 das erste Modell, das den Namen Alfa Romeo in der korrekten Schreibweise tragen durfte. Allein schon das gereicht ihm zu grosser Ehre.
Der «erste» Alfa Romeo ist schon über 100 Jahre alt - ©Courtesy of RM Sotheby's
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