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Suchtverhalten äussert sich in dem Zwang, bestimmte Handlungen wiederholt durchzuführen. So etwa beim Konsum von Drogen, die trotz offensichtlicher negativer Konsequenzen eingenommen werden. Um dieses zwanghafte Verhalten zu verstehen, arbeiten Neurowissenschaftler daran, die Veränderungen im Gehirn zu erforschen, die durch drogenwirksame Substanzen hervorgerufen werden.
Christian Lüschers Forschungsgruppe in Genf hat hierzu vielfältige Beiträge geliefert. So konnten die Forschenden im Gehirn von Labormäusen Andockstellen verschiedener Substanzen an Synapsen von Nervenzellen beschreiben, wodurch auch eine Einteilung von Drogen in verschiedene Klassen vorgenommen werden konnte. Letztlich kommt es bei allen Substanzklassen zu einer Aktivitätsänderung von Dopamin-Nervenzellen im Belohnungssystem des Gehirns. In ihren Arbeiten haben die Genfer Forschenden insbesondere neue licht-aktivierbare Proteine in die Nervenzellen eingeschleust, um auf die Funktionsweise der neuronalen Schaltkreise, in die die Dopamin-Nervenzellen eingebettet sind, besser zu verstehen.
Durch eine Kombination von Pharmakologie und gezielter Lichtstimulation gelang es Lüschers Gruppe, Änderungen, die durch eine Kokain-Gabe hervorgerufen waren, wieder rückgängig zu machen. Die Hoffnung ist, dass eine ähnliche Kombination von Pharmakologie und tiefer Hirnstimulation neue Möglichkeiten für therapeutische Ansätze bei Suchtverhalten eröffnen könnte.
Im Rahmen des alljährlichen Symposiums des Zentrums für Neurowissenschaften Zürich (ZNZ), das am 15. September 2016 an der UZH stattfand, präsentierte Christian Lüscher seine neuesten Forschungsergebnisse in seiner «Koetser Gedenkvorlesung».