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von Zita Mayer, MSc
Viele Menschen möchten einige Aspekte ihrer Persönlichkeit verändern. So wünscht sich z.B. eine Vielzahl an Erwachsenen einen Zuwachs an Extraversion, emotionaler Stabilität, Gewissenhaftigkeit, oder an Offenheit für Erfahrungen. Wie sieht es jedoch bei moralischen Eigenschaften aus? Eine Forschungsgruppe aus Kalifornien ging dieser Frage kürzlich auf den Grund.
Rund 800 US-amerikanische Studienteilnehmende (= Zielpersonen) wurden gebeten, sich selbst auf insgesamt 21 verschiedenen Persönlichkeitsdimensionen zu bewerten und dabei jeweils auch anzugeben, wie sehr sie sich in diesen Merkmalen gerne verändern möchten. Zusätzlich befragten die Forschenden auch enge Bekannte der Zielpersonen (= Informanten), die ebenfalls gebeten wurden, die Zielpersonen auf diesen Persönlichkeitsdimensionen zu bewerten und dabei auch anzugeben, wie sehr sie sich wünschten, dass sich diese in diesen Eigenschaften veränderten.
Die Resultate zeichneten folgendes Bild: Sowohl die Zielpersonen als auch die Informanten berichteten einen geringeren Wunsch nach Veränderungen in Persönlichkeitseigenschaften, die als «moralisch relevant» bezeichnet werden können. So bestand z.B. ein geringer Wunsch nach Veränderungen in Eigenschaften wie z.B. Ehrlichkeit, Mitgefühl, und Fairness. Ein grösseres Bedürfnis nach Veränderung wurde dagegen bei weniger moralisch relevanten Eigenschaften geäussert, wie z.B. in den Eigenschaften Geselligkeit und Produktivität.
Allgemein strebten die Zielpersonen danach, insbesondere diejenigen nicht moralisch relevanten Eigenschaften zu verbessern, auf denen sie vergleichsweise niedrige Ausprägungen berichteten - ein Wunsch, den auch ihre engen Bekannten teilten, wenn auch meist in einem geringeren Ausmass als die Zielpersonen selbst. Die Veränderungswünsche in moralisch relevanten Eigenschaften hingegen korrespondierten weniger stark mit der Wahrnehmung aktueller Eigenschaftsausprägungen.
Alles in allem suggerieren die Studienbefunde, dass US-amerikanische Erwachsene Veränderungen in moralisch relevanten Persönlichkeitseigenschaften als weniger erstrebenswert erachten – sowohl für sich selbst als auch bei engen Bekannten. Ein Grund dafür könnte darin liegen, dass Menschen eher dazu motiviert sind, diejenigen Aspekte ihrer Persönlichkeit zu verändern, von denen sie sich Zugewinne für ihr eigenes Wohlbefinden versprechen. So kann eine Zunahme an Geselligkeit z.B. positive Konsequenzen für die subjektive Lebensqualität haben. Die geringere Motivation zur Veränderung moralisch relevanter Eigenschaften könnte somit in der - nicht unbedingt zutreffenden - Auffassung gründen, dass diese in erster Linie dem Wohlbefinden anderer und nicht dem eigenen dienen.
Literatur:
Sun, J., & Goodwin, G. P. (2020). Do people want to be more moral? Psychological Science. Advance online publication. https://doi.org/10.1177/0956797619893078
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