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Die aktuelle Monatsgrafik thematisiert explizit belastende Symptome, über die nur ungern gesprochen wird: Blasenstörungen / -schwäche, Darmstörungen und sexuelle Störungen. Wie häufig werden diese Symptome von Registerteilnehmenden, bezogen auf die Faktoren Geschlecht, Alter und MS-Verlaufsform genannt? Für diese Analyse wurden 1803 Datensätze aus der Hauptbefragung des MS Registers analysiert.
Klares Ranking
Die Grafik zeigt auf einen Blick, dass Blasenstörungen / -schwäche, Darmstörungen und sexuelle Störungen bei Registerteilnehmenden keine seltenen Phänomene sind. Dabei lässt sich deutlich erkennen, dass Blasenstörungen mit insgesamt 591 Nennungen am häufigsten vorkommen. Das bedeutet, dass insgesamt 35% aller Registerteilnehmenden unter diesen Beschwerden leiden. Zieht man einen Vergleich zwischen den MS-Verlaufsformen, so sieht man, dass diese Symptome bei den progredienten Verlaufsformen mit 59% deutlich häufiger vorkommen, als bei der schubförmigen MS mit 25%. Dieser klare Unterschied zeigt sich auch im Altersunterschied. Personen mit einer progredienten MS, welche an Blasenstörungen leiden, sind im Durchschnitt 10 Jahre älter als Personen mit einer schubförmigen MS aus dieser Gruppe. Auch mit Blick auf das Geschlecht gibt es einen klaren Trend: Frauen leiden mit 69% viel häufiger an diesen Beschwerden, als Männer mit 31%.
Das zweithäufigste Symptom innerhalb dieser Gruppe sind Darmstörungen, welche von insgesamt 402 Personen, also von 24% aller Betroffenen genannt wurden. Auch hier sind Personen mit einer progredienten Verlaufsform mit 40% im Durchschnitt häufiger betroffen und 10 Jahre älter, im Vergleich zu 17% bei Personen mit einer schubförmigen MS. Das Verhältnis zwischen Frauen und Männern ist hier identisch wie bei den Blasenstörungen (69% Frauen vs. 31% Männer).
Das dritthäufigste Symptom, welches hier genauer unter die Lupe genommen wurde, sind sexuelle Störungen, welche von knapp einem Fünftel aller Registerteilnehmenden (N=326) angegeben wurde. Interessanterweise ist hier der Unterschied zwischen den Verlaufsformen gegensätzlich und es gab hier mit 38% mehr Nennungen bei Personen mit einer schubförmigen MS, im Vergleich zu 30% bei Registerteilnehmenden mit einer progredienten Verlaufsform. Das Geschlecht ergab hier praktisch keine Differenz. Sexuelle Störungen wurden von Frauen mit 51%, praktisch gleich häufig genannt, wie von Männern, mit 49%.
Tabus zum Thema machen
Diese Daten zeigen auf, dass Beschwerden wie Blasenstörungen, Darmstörungen und sexuelle Störungen bei MS-Betroffenen relativ häufig vorkommen können. Eine frühere Arbeit des MS Registers hat auch gezeigt, dass speziell Darmstörungen ein oftmals unterschätztes Symptom mit einem hohen Verlust an Lebensqualität darstellen.
Die Thematisierung dieser Symptome ist deshalb wichtig, da diese den Lebensalltag und das Wohlbefinden stark beeinträchtigen können und in unserer Gesellschaft häufig ein Tabuthema darstellen, über das man nicht gerne redet.
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