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HR GIGER
Schweiz, 5.2.1940 - 12.5.2014
Malerei, Airbrush, Grafik, Objektkunst
HR GIGERS Einflüsse leiten sich auch durch die Freundschaft zu Vertretern der Wiener Schule des Phantastischen Realismus wie Ernst Fuchs her. Eine grosse Affinität hatte GIGER auch zu den Arbeiten des deutschen Outsiders Friedrich Schröder-Sonnenstern; zum Werk von Franz Ringel, zu demjenigen von Joe Coleman und vor allem zu dem vom Basler Walter Wegmüller, zu welchem ihn auch eine enge Freundschaft verband.
Schon seine ersten Tuschezeichnungen mit dem Titel «Atomkinder» und die knochigen Möbelstücke die er entwarf deuteten auf das spezielle Interesse am makber-erotischen hin. 1962 fand eine erste Ausstellung in Basel statt.
Ein wiederkehrendes Thema seiner Werke ist der von ihm geprägte Begriff des Biomechanoiden, der im Lebendigen primär das Mechanische betont.
Ab 1966 entstanden die ersten Gemälde, die meisten davon in Öl. Als GIGER 1972 die Spritzpistole (Airbrush) für sich entdeckte, wurde dies seine bevorzugte Malweise. In den folgenden 20 Jahren entstanden etwa 600 Gemälde, einige davon mit Dimensionen von über vier Metern.
Anfangs der neunziger Jahre gab HR GIGER die Malerei auf, um sich ganz dem dreidimensionalen Schaffen zu widmen. Später folgten grafische Arbeiten, Lithografien und Siebdrucke.
In den sechziger Jahren schuf HR GIGER aus Polyester erstmals Skulpturen. Später entstanden auch Objekte aus Bronze, Aluminium und anderen Materialien. In den neunziger Jahren kreierte er für seinen Zodiacbrunnen die zwölf Tierkreiszeichen als Biomechanoiden.
Daneben entwarf er Möbelstücke oder auch ganze Inneneinrichtungen, wie zum Beispiel die der GIGER-Bar in Chur und diejenige im MUSEUM HR GIGER in Gruyère. Seine bekanntesten Möbelstücke dürften die für den Film «Dune entworfenen Harkonnen-Stühle sein. Auch GIGERS Entwürfe für Plattencovers sind mehrfach ausgezeichnet worden: so wählte das renommierte Musikmagazin «Rolling Stone» die Cover für Debbie Harrys LP «Koo Koo» und für Emerson, Lake and Palmers «Brain Salad Surgery» unter die hundert besten der Musikgeschichte.
Für seine visuellen Effekte im Film «Alien» erhielt GIGER 1980 einen Oscar. Im Laufe der Jahre folgten Filme wie «Poltergeist II» und «Alien III», an deren Realisierung er massgeblich beteiligt war. Für den Film «Species» entwarf er eine ausserirdische Schönheit und eine fantastische Eisenbahn.
Über HR GIGER erschienen zahlreiche Publikationen, die teilweise bis ins Japanische übersetzt wurden.
1998 erschien GIGERS erster illustrierter Roman mit dem Namen «The Mystery of San Gottardo», eine Mischung aus Filmskript, Comicbuch und schwarzer Komödie.
Im gleichen Jahr öffnete das MUSEUM HR GIGER im 400 Jahre alten Schloss Saint-Germain in Gruyères seine Tore. Das Museum beherbergt die wichtigsten Bilder und Skulpturen des Künstlers von 1960 bis heute. Im obersten Stockwerk des Schlosses befinden sich GIGERS eigene Sammlung der fantastischen Kunst sowie die Museumsgalerie, in welcher regelmässig auch andere Künstler ausgestellt werden.
Mehrere Filme wurden über HR GIGER gedreht, seine Werke wurden und werden in Galerien und Museen auf der ganzen Welt ausgestellt. Dreizehnmal waren seine Arbeiten an der ART Basel zu sehen. 1994 erhielt er den Anerkennungspreis des Kantons Graubünden.
HR GIGER fand mit seinen Bildwelten und aussergewöhnlichen Motiven international grosse Beachtung und feierte zahlreiche Erfolge – in der Heimat kam ihm kaum die gebührende Anerkennung zu. Ein Schicksal, dass er mit anderen Schweizer Künstlern teilt.
HR GIGER ist im Alter von 74 Jahren am 12. Mai 2014 an den Folgen eines Sturzes in Zürich gestorben.