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Geschichte des Schiffes
Auf Kiel gelegt wurde die „San Martino“ zusammen mit der „Caprino“ und der etwas grösseren „Monte Brè“ im Spätherbst 1909 auf der Werft von Reinhold F. Holtz in Harburg bei Hamburg, auch „Schlosswerft“ genannt. Diese drei Schiffe wurden nach Lugano geliefert und sollten ab 1910 in Betrieb gehen. Ein viertes Schwesterschiff mit Namen „Vedetta“ folgte im März 1910 vom Bodensee, ein fünftes, leicht grösseres mit Namen „Castagnola“ im August 1910 aus Lauenburg an der Elbe. Verkauf, Lieferung und Spedition erfolgten über das Hamburger Handelshaus Deurer & Kaufmann welches als Makler fungierte.
Eine von lokalen Hoteliers gegründete Schifffahrtsgesellschaft mit dem Namen Società la Vedetta initiierte in der Bucht von Lugano einen Bootsbetrieb. Ihre fünf Schiffe bedienten die Landestellen Cassarate, Cortivo, Grotto Elvezia, San Domenico, Gandria, Grotto Pescatori, Caprino, Cavallino und San Rocco und waren ein vertrautes Bild in der Bucht von Lugano. Am 3. Juli 1944 wurde die private Società la Vedetta aufgelöst und die vier Schiffe (MS „Monte Brè“ wurde bereits 1912 verkauft) in die Società di Navigazione del Lago di Lugano (SNL) integriert. 1952 wurde die „San Martino“ um drei Meter verlängert und die Kabine neu mit 16 Sitzplätzen erstellt. Das Schiff erhielt damit die Grundzüge seines heutigen Aussehens. Gleichzeitig wurde der ursprüngliche Motor, ein 2-Takt Benzinmotor der Motorenfabrik Bremen, durch einen 4 Zylinder Universal Motor ersetzt. Das Schiff wurde fünf Jahre später an Herrn Gustav Wirth nach Eglisau an den Rhein verkauft und verliess den Luganersee am 27. Juli 1957. Da noch kein Gotthard-Strassentunnel vorhanden war erfolgte die Spedition per Eisenbahn.
In Eglisau wurde die „San Martino“ als Fähre und Gesellschaftsboot eingesetzt und befuhr den Rhein zwischen den Kraftwerken Rheinau und Glattfelden. 1974 änderte der neue Besitzer René Wirth den Namen. Aus der „San Martino“ wurde die „Rhenania“. Am 11. Oktober 1989 wechselte das Boot erneut den Besitzer. Schiffsführer und Nautiker Hans Neuhaus und Frau Hedwig Schadegg, Inhaber des Instituts für Hochseenavigation und Herausgeber der Zeitschrift Seemeile, wurden nun die neuen Eigner. Die „Rhenania“ wechselte bald darauf auf den Zürichsee und erhielt den Namen „Christoffel“. Nach zwei Jahren wechselte das Boot seinen Standplatz. Vom rechten Ufer des Zürichsees, dem Gebiet Christoffel bei Herrliberg, übersiedelte das Boot nach Wädenswil, wo es im alten Hafen der Brauerei eine neue Bleibe fand. Im Frühling 1998 erhielt das Schiff mit einem Volvo Penta Dieselmotor sein drittes Antriebsaggregat. Weil im Brauerei Areal in Wädenswil eine Überbauung geplant war, verlegte das Schiff seinen Standplatz erneut und fand eine neue Heimat in Schmerikon am Obersee. Am 1. Januar 2006 wurde die „Christoffel“ verkauft. Frau Hedi Schadegg, Witwe des 2003 verstorbenen Hans Neuhaus, übergab das Schiff an Stefano Butti. Von 2006 bis 2009 erhielt der Oldtimer eine umfassende Renovation, wobei diverse Schalenbleche ersetzt, eine neue Antriebswelle eingepasst, und das Schiff zum Privatboot umfunktioniert wurde.