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Bern - Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erwartet für dieses Jahr etwa gleich viele neue HIV-Diagnosen wie 2009 - etwa 650. Der letztes Jahr beobachtete Rückgang setze sich 2010 offenbar nicht fort, schreibt das BAG in seinem jüngsten Bulletin.
Im ersten Halbjahr 2010 sind mit 303 praktisch gleich viele neue HIV-Diagnosen gemeldet worden wie im gleichen Zeitraum 2009. Eine Hochrechnung der Quartalszahlen lasse etwa gleich viele Meldungen erwarten wie 2009. Letztes Jahr waren 647 neue Diagnosen gemeldet worden, in den Jahren zuvor jeweils jährlich zwischen 750 und 800.
Auch bei Homosexuellen ist keine definitive Trendwende absehbar. Hier waren die Zahlen der neuen Ansteckungen mit dem HIV (Aids-) Virus 2003 bis 2008 stark angestiegen, 2009 aber zurück gegangen. Die Hochrechnung der Zahlen von 2010 lasse befürchten, dass 2009 lediglich ein vorübergehender Rückgang stattgefunden hat, vergleichbar mit dem Rückgang im Jahr 2003.
Definitiv beurteilen lasse sich die Entwicklung aber erst, wenn ein grösserer Anteil der ärztlichen Ergänzungsmeldungen vorliegt.
Überdurchschnittlich oft werden HIV-Diagnosen bei Männern, die mit Männern Sex haben, aus dem Kanton Zürich gemeldet. Im Kanton Genf ist diese Gruppe eher unterdurchschnittlich vertreten.
Genau umgekehrt ist das Bild bei Migrantinnen und Migranten aus Ländern südlich der Sahara: Hier sind Genf, Waadt und die Romandie insgesamt deutlich stärker betroffen als die Deutschschweizer Kantone.
SDA-ATS