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Hallux valgus
«Hallux» ist das lateinische Wort für «grosse Zehe», «valgus» bedeutet «krumm, nach innen gewölbt». Wenn man im Alltag vom Hallux spricht, meint man diese Abknickung der grossen Zehe ...
Hallux valgus
Beim Hallux valgus kommt es zu einer zunehmenden Fehlstellung der Grosszehe im Grosszehengrundgelenk, ebenso zur Ausbildung von Überbeinen, zu Schmerzen im Schuh sowie Druckproblemen zwischen der ersten und zweiten Zehe.
Häufig liegt eine familiäre Belastung vor. Die Ursache der Fehlstellung ist nicht ein zu kleines Schuhwerk, sondern eine Bindegewebe-/ Muskulalurschwäche, was zu einer Verbreiterung des Vorfusses führt. Aufgrund der vorliegenden Fehlstellung kann nicht mehr jedes Schuhwerk getragen werden.
Diagnostik
Die Diagnostik besteht in der klinischen Untersuchung und der Röntgenabklärung, wobei diesbezüglich belastete Aufnahmen als Standard gelten.
Therapie
Die heutige operative Therapie der Hallux-valgus-Fehlstellung wird sehr differenziert indiziert, indem verschiedene Winkel beurteilt werden:
- Intermetatarsal-Winkel zwischen erstem und zweitem Mittelfussknochen
- Eigentlicher Hallux-valgus-Winkel zwischen erstem Mittelfussknochen und Grundglied der Grosszehe
- Interphalangeal-Winkel zwischen Grund- und Endglied der Grosszehe
- Distaler Gelenkswinkel zwischen Gelenkslinie und zweitem MittelFussstrahl
Für den Entscheid, welche Operationstechnik durchgeführt werden soll, spielen auch die Stabilität und die Abnützung im Gelenk des ersten Strahls eine Rolle. Bei Instabilität des ersten Strahls ist eine korrigierende Versteifung des Lisfranc-Gelenkes (modifizierte Lapidus-Operation) zu bevorzugen.
Unter Berücksichtigung dieser Aspekte wird entschieden, ob die Korrektur der Fehlstellung proximal (körpernah), retrokapital (hinter dem Köpfchen des ersten Mittelfussknochens) und/oder auf Höhe des Grundgliedes erfolgt. Bei bereits vorgeschrittener Arthrose und Einsteifung des Gelenks kann auch eine korrigierende Versteifung des Grosszehengrundgelenkes zum Erfolg führen (Grosszehengrundgelenks-Arlhrodese).
Nach Ausschöpfen der konservativen Massnahmen wie Schuhanpassung, Einlagenversorgung oder Physiotherapie kommen operntive Eingriffe in Frage. Möglich sind eine modifizierte Lapidus-Operation, eine Basis-Osteotomie, eine Relrokapital-Osteotomie (Ghevron- oder Scarf-Osteotomie), eine Osteotomie der Grundphalanx (Akin-Osteotomie) oder eine Grosszehengrundgelenks-Arthrodese. Bei der Cheilektomie als gelenkserhaltende Methode werden nur die Überbeine abgetragen, um die Beweglichkeit und die Belastungsfahigkeit zu verbessern.
Nachbehandlung
Bei allen versteifenden Operationen ist mit einer Entlastung in einem Vorfussentlasltungsschuh über sechs bis acht Wochen zu rechnen. Bei den Achsenkorrektur-Eingriffen (Osteotomien) kann in der Regel eine Vollbelastung nach Wundheilung im Halluxschuh erlaubt werden .