Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03308.jsonl.gz/1764

Die «Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene» (DGKH) hat mehrmals an den Nutzen des Gurgelns erinnert, um Erkältungen vorzubeugen oder sie zu verkürzen. Es sei eine «bisher vernachlässigte Präventionsreserve», schreibt die DGKH. Angesichts der Erkältungswelle hier der aktualisierte Erkenntnisstand und die Empfehlungen:
- Vorbeugendes Gurgeln (möglichst dreimal täglich) mit sogenannter hypertoner Kochsalzlösung kann die Dauer einer Grippe signifikant verkürzen und die Zahl der Haushaltsmitglieder, die sich anstecken, etwa um einen Drittel senken.
Rezept zur Herstellung einer hypertonen Kochsalzlösung: 20 Gramm Salz in einem Liter Wasser drei Minuten kochen, abkühlen lassen und damit gurgeln. Jeweils frisch zubereiten.
- Gurgeln mit grünem Tee reduzierte in Studien die Anzahl der Personen, die an Grippe erkrankten, etwa um einen Drittel, verglichen mit Menschen, die bloss mit Wasser oder gar nicht gurgelten. Salbeitee ist ebenfalls geeignet (circa drei Gramm Salbeiblätter mit 150 Milliliter kochendem Wasser aufbrühen und zehn Minuten ziehen lassen).
- Verdünnte PVP-Jod-Lösung (0,5-prozentige oder einprozentige Lösung), eine Minute lang als Mundspülung angewendet, hat eine noch stärkere Wirkung gegen Sars-CoV-2. Der Virusgehalt im Speichel von Infizierten war danach mehrere Stunden lang tiefer.
- Geeignet zum Gurgeln sind auch Mundwasser mit ätherischen Ölen, zum Beispiel «Listerine» (ob mit oder ohne Alkohol spielt keine Rolle). Möglichst dreimal täglich gurgeln und zusätzlich nach geselligen Zusammenkünften oder gemeinsamem Essen. Sie sind auch für Personen, die kein Jod vertragen, eine gute Ausweichmöglichkeit.
- Ein Nasenspray mit der aus Rotalgen gewonnenen Substanz Carragelose (zum Beispiel Algovir®) verminderte sowohl die Anzahl der Patienten mit Erkältungssymptomen als auch die Dauer der Erkältung mit Schnupfen-, Grippe- oder Coronaviren. Möglichst dreimal täglich anwenden, ausserdem nach dem gemeinsamen Essen oder nach geselligem Beisammensein. Eine Alternative ist ein Nasenspray mit hypertoner Kochsalzlösung (Rezept siehe oben).
- Noch wirksamer als Carragelose sei vermutlich ein Nasenspray mit 0,23-prozentiger PVP-Jod-Lösung.
Rezept zur Herstellung der 0,23-prozentigen Lösung: Einen Teelöffel Betadine® desinfizierendes Gurgelkonzentrat in 100 Milliliter lauwarmem Trinkwasser verdünnen.
- Wer mit einer Covid-kranken Person ungeschützt Kontakt hatte, dem empfehlen die Fachleute der DGKH 14 Tage lang mit einem Mundwasser auf Basis ätherischer Öle zu gurgeln und ausserdem einen Nasenspray mit 1,25-prozentiger PVP-Jodlösung anzuwenden.
Rezept zur Herstellung der 1,25-prozentigen Lösung: Drei Teelöffel Betadine® desinfizierendes Gurgelkonzentrat in 100 Milliliter lauwarmem Trinkwasser verdünnen.
Wer – zum Beispiel wegen einer Allergie oder einer Schilddrüsenerkrankung – kein Jod verträgt und auch keine Allergie gegen Chlor hat, kann auf einen Nasenspray mit Hypochlorit ausweichen.
- Kinder sind etwa ab dem Schulalter mit einiger Übung in der Lage, zu gurgeln. Für sie eignen sich Aroniasaft, Salbeitee oder grüner Tee.
Die ausführliche Empfehlung der DGKH ist hier nachzulesen. Ein anderer, dort nicht erwähnter Tipp sind Nasenspülungen bei Schnupfen. Solche Spülungen mit hypertoner Kochsalzlösung schwemmen ebenfalls Viren heraus, beseitigen Schleim und unterstützen den natürlichen Selbstreinigungsmechanismus der Schleimhäute. In diesem Video (unten auf der Website) wird gezeigt, wie es geht. Eine andere Variante ist das Spülen mittels Nasendusche, hier unter dem Stichwort «Therapie» abgebildet und beschrieben.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
_____________________
Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.