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Bern den 9 Sept. 1853.
Mein lieber Freund!
Sage den Ängstlichen, sie sollen ohne Sorge seyn wegen unsrer Betheiligung contra Lukmanier . Das Gesuch ist so gegen das Gesetz u gegen die Natur unsrer Stellung, daß es ohne alle Discussion in einer Minute abgewiesen wurde.1 Gar lächerlich nehmen sich die Oestr. Kanonen aus, die die Bahn im Rheinthal beherrschen, weil diese Strecke gerade schon definitiv concedirt ist.2
Für die General Versammlung3 habe ich die Vollmacht mit Substitutionsrecht an Rüttimann geschickt, weil es sich unter anderm um Deine Wahl handelt u ich annahm, daß Du Dir nicht selbst stimmen werdest. So eben erhalte ich von ihm die Nachricht, daß er der Versammlung nicht beiwohnen, jedoch meine Vollmacht einem Bekannten4 indoßiren werde.
Um wieder auf die Lukmanier Bahn zu kommen, so scheint die Sache im guten Zuge zu seyn; daher der vielfache Zorn, der auch die Berner Zeitung zu quasi inhibitorischen Artikeln veranlaßte. Wenn Tessin so verrückt seyn sollte, seine ganze Zukunft zu verkennen5, so finde ich man sollte gleich wohl bis an den Lucmanier u von Piemont bis an den Langensee bauen; dadurch entsteht eine vis major6 für Tessin, später concediren zu müßen.
Ich wünsche Dir glückliche Geschäfte in der nächsten General-Versammlung u grüße Dich herzlich
Dein
J. Furrer
Brändli7 kann wieder im Zimmer marschiren, jedoch muß dieses noch längere Zeit mit steifem Verband geschehen, so daß er das Bein nicht biegen, sondern nur nachschleppen darf.