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Die Ukraine-Krise hat den Italienerinnen und Italiener ihre Abhängigkeit von Energiequellen aus dem Ausland in Erinnerung gerufen. Erdgas spielt in Italien eine grosse Rolle aber die Eigenproduktion ging in den letzten dreissig Jahren deutlich zurück. 1980 förderte Italien noch die Hälfte des Gasverbrauchs selber, seither hat sich der Verbrauch verdoppelt während die Eigenproduktion auf ein Fünftel eingebrochen ist. Neue Ölfelder wie das von Tempa Rossa in der Basilicata werden nichts daran ändern, denn sie bieten wenig Erdgas. Tempa Rossa kann 230'000 Kubikmeter pro Jahr beisteuern, der Jahresverbrauch Italiens liegt bei 80'000'000'000 Kubikmeter pro Jahr. Mit dem Erdgas wird in Italien nicht nur geheizt oder gekocht, sondern auch ein erheblicher Teil der Elektrizität gewonnen. Nun will Italien sogar notgedrungen Kohlekraftwerke reaktvieren.
Für die energetische Selbstversorgung ist Italien ausgesprochen vom Süden abhängig. Der allergrösste Teil der eigenen Windenergie wird im Süden produziert, nicht viel besser sieht es mit der Sonnenenergie aus. Sogar bei den Stauseen hält der Süden gut mit dem Alpenraum mit, der volumenmässig grösste Stausee Italiens ist der Lago di Monte Cotugno in der Basilicata.
Italiens Grundproblem ist die Abhängigkeit von den fossilen Brennstoffen und die schleppende ökologische Transition. Das Ministerium für den ökologischen Übergang hat kürzlich nach jahrelangen Verzögerungen den Plan für den Übergang zu nachhaltiger Energie vorgelegt. Der Plan legt die Gebiete fest, in denen die Prospektion, Exploration und der Abbau von Kohlenwasserstoffen in Italien erlaubt sind. Wenn Sie jetzt glauben, ich hätte mich verschrieben: Nein, es ist leider wirklich so, dass das Ministerium für den ökologischen Übergang in seinem Plan für den Übergang zu nachhaltiger Energie Gebiete für den Abbau von Kohlenwasserstoffen festlegt.
In der Zwischenzeit ist in Italien der Einsatz von Elektroauto eingeschränkt. Die Versorgung in den Ortschaften ist landesweit nicht schlecht, aber Ladestationen sind auf den Autobahnen wenn überhaupt im Norden des Landes zu finden. Gleichzeitig zirkulieren auf YouTube Filme über einen schlecht unterhaltenen Windpark direkt neben dem Ölfeld von Tempa Rossa. Italien hat noch ein langer Weg vor sich bis es das wahre energetische Potential Lukaniens entdeckt haben wird.