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Diolle ist eine weisse Rebsorte, deren Name vom Weiler Diolly oberhalb von Sion abgeleitet wurde. Erstmals erschien ihr Name – «Jiolaz» in der Dialektform – in einem Dokument aus dem Jahr 1654, das im Archiv des Domkapitels von Sion gefunden wurde. 1744 findet man sie unter der Bezeichnung «Diola» in einem Buch über die Ernte, zusammen mit Humagne und Rèze. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts sind immer mehr Diolle-Stöcke verschwunden.
Am 16. Juni 2013 haben Rebsortenforscher José Vouillamoz und Winzer Didier Joris oberhalb von Chamoson, auf einer Parzelle mit dem Flurnamen Toccan, 300 m2 Diolle angepflanzt. In zwei bis drei Jahren wird man den ersten Wein verkosten können.
Auf die Rebsorte aufmerksam wurde José Vouillamoz, als er die Winzer aufrief, ihm unbestimmte Rebsorten zuzusenden. Der inzwischen verstorbene Germain Héritier aus Savièse brachte ihm Rebzweige und zwei halbe Flaschen des Weins, die er aus den beiden letzten überlebenden Reben kelterte. «Die Reben wuchsen aus einer Stützmauer und der Wein war sehr oxydiert», kommentiert José Vouillamoz. «Trotz allem konnte man Zitrusaromen, eine gute Säure und Struktur erkennen.» Winzer gingen davon aus, dass Diolle ein natürliche Kreuzung aus Fendant und Rèze war. DNA-Analysen beweisen, dass Diolle das Ergebnis einer natürlichen Kreuzung aus Rèze und einer unbekannten, vermutlich vor dem 17. Jahrhundert verschwundenen Sorte ist. So elegen die Analysen die «valaisannité» der Rebsorte. Vouillamoz ist überzeugt, dass man mit den aktuellen Keltertechnikenen einen interessanten Wein aus ihr keltern kann.
Diolle wächst vorläufig nur im Wallis. Um den Weinberg neu zu bepflanzen, bestellte José Vouillamoz Stecklinge bei der Forschungsstation Agroscope ACW in Pully. «Die Stecklinge stammen von den zwei Stöcken von Germain Héritier, die Jean-Laurent Spring, Chef der Abteilung Pflanzenforschung der ACW, vermehrte.»
Eine Bewilligung zum Pflanzen der Diolle wurde beim Amt für Weinbau des Kantons Wallis eingereicht. Auch wenn die Diolle als alte Walliser Sorte gilt, seht sie nicht auf der Liste der offiziell erlaubten Sorten. Alles muss seine Richtigkeit haben: Schliesslich kann man nicht einfach pflanzen was man will!