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Kernenergie 23.05.2011 01:06

Trotz der Ereignisse in Japan haben diverse Länder ihre Entschlossenheit bekräftigt, ihre Kernkraftprogramme
fortzusetzen oder sogar auszuweiten. Tian Jiashu, der Direktor für nukleare Sicherheit im chinesischen Umweltschutz-Ministerium, sagte in einem Interview, das am 26. 3. 11 in der Online-Ausgabe von People’s Daily erschien, »daß China Vertrauen in die Sicherheit seiner Nukleartechnik hätte und die Pläne, die einheimische Nuklearindustrie weiter auszubauen, wegen der Krise in Japan nicht aufgeben werde. ›Wir werden nicht aufhören zu essen, weil wir Angst vor dem Kochen haben‹, sagte Tian. Der Baubeginn für einen vielversprechenden Demonstrations-Hochtemperaturreaktor in Rongcheng in der Provinz Shandon war für April geplant; dieser besteht aus zwei gasgekühlten 250-MW-Kugelhaufen-Reaktoren. Rußlands Wissenschaftler warnen, daß das Aufgeben der Kernenergie tödlich wäre. Free Press zitiert den Programmdirektor des Instituts für strategische Planungen und Prognosen, Sergej Bojarkin, der sich für die Entwicklung der Kernfusion und von Schnellen Brütern vom Typ BN-800 einsetzt. ›Wir trauern um die Opfer von Tschernobyl und Fukushima, aber wir dürfen nicht vergessen, daß wir tagtäglich Opfer des gegenwärtigen Systems der Energieproduktion werden. Jeden Tag werden giftige Abfälle aus Wärmekraftwerken freigesetzt, die nicht nur die Umwelt schädigen - sie kommen tagtäglich über die Nahrungsmittelketten in die Mahlzeiten auf unseren Tisch und zerstören unseren Körper.‹ Yun Choul-ho, der Präsident des südkoreanischen Instituts für nukleare Sicherheit, erklärte: ›Wir glauben, daß es derzeit keine Alternative zur Kernkraft gibt, und daß wir stattdessen die Gelegenheit nutzen können, um unsere nukleare Sicherheit zu überprüfen und den Export von Nukleartechnik auszuweiten.‹ Die Vorstellung, es gebe ›alte‹ Kernkraftwerke, ist in Frankreich, wo seit Jahrzehnten 85 % des elektrischen Stroms aus Kernkraftwerken kommen, umstritten. Deutsche Politiker hatten die Schließung des Kernkraftwerks im französischen Fessenheim an der deutsch-französischen Grenze im Elsaß, das seit 1977 in Betrieb ist, gefordert. Der frühere Vorstandsvorsitzende der Electricité de France, Pierre Gadonneix, erklärte, daß ›die älteren Kernkraftwerke in Frankreich die sichersten seien, weil sie alle 10 Jahre neu ausgerüstet würden. Nicht die Länge der Betriebszeit mache ein Kraftwerk sicher, sondern die Konstruktion und die Investitionen, die darin vorgenommen würden.‹ Das Parlament des Kanton Aargaus beschloß, die drei Kernkraftwerke des Kantons trotz der kernkraftfeindlichen Psychose weiterlaufen zu lassen. Im Aargau stehen 3 der 5 Kernkraftwerke der Schweiz, die 50 % des elektrischen Stroms in der Schweiz liefern; die übrigen 50 % kommen aus Wasserkraftwerken. Italien hat ein einjähriges Moratorium auf seine Kernkraftpläne verfügt. Dort intervenierte die bekannte Astrophysikerin Margherita Hack, nach der der 1995 entdeckte Asteriod 8558-Hack benannt wurde, energisch und erklärte in einem Fernsehinterview, die Italiener sollten sich weniger Sorgen um die Gefahren machen, die von Kernkraftwerken ausgehen, als um die Gefahr, die vom Vesuv ausgehe, der eines Tages mit mathematischer Sicherheit ausbrechen werde. Vulkanologen warnen, daß innerhalb eines Radius von 7 km um diesen Vulkan 1 Million Menschen leben, die im Fall eines Ausbruchs innerhalb der ersten 15 Minuten sterben könnten. Wie inzwischen hinlänglich bekannt, hat Deutschland beschlossen, die älteren Kernkraftwerke sofort zu schließen und am Ziel des völligen Ausstiegs festzuhalten. Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl verurteilte am 25. 3. in einem Interview mit der Bild-Zeitung Angela Merkels Entscheidung; Kohl, der offenbar für einen größeren Teil der Parteibasis in der CDU spricht, forderte, die Realität nicht aus den Augen zu verlieren: ›Die Kernenergienutzung in Deutschland ist durch das Unglück in Japan nicht gefährlicher geworden, als sie es vorher gewesen ist..... Wenn das Land, dessen Kernkraftwerke zu den sichersten der Welt gehören und dessen Ingenieurskunst in der ganzen Welt bewundert und geachtet wird, überhastet ausstiege, würde dies die Welt sogar gefährlicher machen‹.« 1
Wie Strategic Alert ausführt, sind die Vorgänge in Japan kein ›Atomproblem‹ und auch kein lokales Phänomen, sondern hängen mit Verschiebungen im ganzen Sonnensystem und darüber hinaus zusammen, die Folgen für die Erde haben. Besonders betroffen ist der ›Pazifische Feuerring‹, der sich ungefähr von Neuseeland über Japan nach Alaska und wieder südlich nach Kalifornien und weiter bis Chile erstreckt. Am 22. 2. 2011 wurde Christ Church in Neuseeland von einem Erdbeben der Stärke 6,3 auf der Richterskala völlig zerstört, darauf folgten am 27. 2. ein Beben der Stärke 8,8 in China und darauf das in Japan mit der Stärke 9,0. Wie ein neuer Film von unserem politischen Aktionskomitee LPAC zeigt, befinden wir uns in einer Periode intensiver Sonnenaktivität, die voraussichtlich bis 2013 andauern wird. Dies bedeutet eine Periode hoher Instabilität, in der es zu einer Veränderung des Magnetfelds kommen wird, so daß in der ganzen Pazifikregion eine erhöhte Gefahr durch die Folgen kosmischer Strahlung aus der Sonnenaktivität besteht. In dem Video wird über mögliche Zusammenhänge zwischen Erdbeben und örtlich nahen elektromagnetischen Erscheinungen berichtet; derartige Zusammentreffen wurden im Laufe der Zeit vielfach beobachtet und studiert. Die Existenz dieser Phänomene ist belegt, doch die Erklärung ist bisher noch ein Rätsel. Es muß daher mehr darüber geforscht werden, damit wir die Zusammenhänge zwischen unserer Galaxis, unserem Sonnensystem und unserem Planeten besser verstehen. Dies gilt besonders für den 62-Millionen-Jahre-Zyklus der Wanderung unseres Sonnensystems durch die Galaxis.
Der erste Schritt zur Lösung eines Problems besteht darin, es richtig zu definieren bzw. die richtigen Fragen zu stellen. Genau das, so Strategic Alert ferner, wollten die Hintermänner der Medien verhindern, indem sie die Angst vor angeblichen Gefahren der Kerntechnik schüren - obwohl bei Kernreaktoren nur ein Bruchteil der Kräfte im Spiel ist wie bei solchen Naturphänomenen. Dies unterstreicht umso dringlicher, daß das ›grüne‹ Paradigma mit seinem Hauptziel einer drastischen Verringerung der Weltbevölkerung unbedingt abzulehnen ist. Wir brauchen breit angelegte Forschungsprojekte zu den Ursachen von Erdbeben und Tsunamis, damit wir sie vorhersehen und ihre Folgen beherrschen können, statt Geld für ›grüne Energie‹ und CO2-Reduktion zu vergeuden. In der Vergangenheit der Erde fielen die großen sogenannten Massenenextinktionen von Arten, wie das Aussterben der Dinosaurier oder das der Perm-Trias-Periode, mit erhöhtem Vulkanismus und anderer tektonischer Aktivität zusammen. Tierarten sind dann möglicherweise zum Aussterben verurteilt, doch der Mensch ist als einzige Gattung fähig, die Gefahr zu besiegen, indem er die dabei wirkenden physikalischen Prinzipien erforscht und die richtigen Gegenmaßnahmen ergreift. Die entscheidende Frage ist: Wie funktioniert unsere Galaxis? Wie funktioniert unser Sonnensystem? Wie stellen wir es an, daß der Mensch den Weltraum erforscht und herausfindet, was eigentlich auf dem Mond vorgeht? Dann werden wir auch einige andere Dinge herausfinden, die bestimmen, was wir hier auf der Erde erleben. Wir müssen in den Weltraum hinaus und die Ursachen herausfinden.« 2
Was die Lage in Indien betrifft, so soll dort die Kernkraftwerksleistung einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zufolge 3 bis 2032 von heute 4,7 auf rund 63 Gigawatt steigen; 40 Gigawatt gingen auf die Zusammenarbeit mit internationalen Konzernen zurück. So rechnen sich Unternehmen in Rußland, Frankreich und Amerika große Marktchancen aus. Dabei ist das Programm nicht erst seit der Katastrophe von Japan umstritten: In Jaitapur, am Arabischen Meer zwischen der Millionenstadt Mumbai und dem Urlaubsparadies Goa gelegen, will Indien für rund 13 Milliarden $ mit dem französischen Konzern Areva den größten Atommeiler des Subkontinents bauen. Die Anlage soll 6 Reaktoren mit einer Gesamtleistung von 9900 Megawatt umfassen. Jaitapur gilt aber als Gebiet mit mittelstarken Erdbeben; 1993 wurde dort ein Beben der Stärke 6,3 gemessen.
Wir fügen abschließend noch einmal die Worte von Jürgen Hambrecht an, der bis vor kurzem Chef der BASF war und der der einzige Industrievertreter in der Ethik-Kommission ist, der für die Kernkraft wirbt: »Wir können doch nicht einfach aussteigen und uns den Strom aus dem Ausland holen, der dort mit Kernkraft erzeugt wird und uns dabei wohlfühlen.« 4
1 Strategic Alert Jahrgang 25, Nr.13 vom 30. März 2011
2 Strategic Alert Jahrgang 25, Nr. 12 vom 23. März 2011
Das Video ›The Rim of Fire‹ finden Sie auf der homepage
http://www.larouchepac.com/node/17749
Die deutsche Fassung des Filmes ist auf der Webseite www.bueso.de unter
http://www.bueso.de/node/9710 zu finden.
3 Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 73 vom 28. 3. 11 / Seite 15
Bestechung soll Indiens Atomprogramm vorangetrieben haben 4http://www.faz.net/s/Rub469C43057F8C437CACC2DE9ED41B7950/Doc~E81DFE01AC7574E8FB913B9AB2EA656C6~ATpl~Ecommon~Scontent.html