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| Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat

18. Buch
20. Wie bei den Israeliten das Königtum auf die Zeit der Richter folgte.
Bald nachher und während der Regierung der zuletztgenannten Könige ging bei den Israeliten die Zeit der Richter zu Ende und nahm das Königtum mit König Saul seinen Anfang zu den Zeiten des Propheten Samuel. Von da ab beginnt bei den Latinern die Stammreihe jener Könige, die man als Silvier zubenennt; von des Äneas’ Sohne Silvius an, der zuerst diesen Namen trug, führten nämlich die Könige zwei Namen, ihren eigenen und als Beinamen den von Silvius, wie geraume Zeit später die Nachfolger des Cäsar Augustus Cäsaren beigenannt worden sind. Auf Saul, der vierzig Jahre regierte und so gänzlich verworfen wurde, daß nicht einmal sein Stamm das Königtum festhalten sollte, und nach dessen Tode folgte David im Königtum. Die Athener hatten damals nach dem Hingang des Kodrus keine Könige mehr, sondern ein Beamtentum zur Verwaltung ihres Freistaates. Nach David, der ebenfalls vierzig Jahre regierte, war dessen Sohn Salomon König der Israeliten, und er erbaute den berühmten Tempel in Jerusalem. Zu seiner Zeit ward bei den Latinern Alba gegründet, und nach dieser Stadt nannten sich fortan die Könige Albanerkönige, nicht mehr Latinerkönige, obwohl sie Könige von Latium waren. Auf Salomon folgte sein Sohn Roboam, unter dem sich das Volk in zwei Reiche spaltete, und es hatte nun jeder Reichsteil seine eigenen Könige.