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Das Projekt BLANCHE NEIGE zeichnet sich durch sieben identische polygonale Gebäude mit sechs gleichen Seiten aus. Durch dieses System bildet der Ort einen räumlichen Filter zwischen der Avenue de la Provence und dem Vallée de la Jeunesse. Unter dem Gesichtspunkt der Morphologie scheint das Projekt im Quartier eine zentrale Position einzunehmen. Mit seiner Identität kompensiert es die kaum vorhandene Beziehung oder Kontinuität zu den benachbarten Gebäuden oder Häuserblöcken. Die Aussenräume haben keine Hierarchie, lassen sich aber problemlos anpassen. Jedes Gebäude hat seinen Aussenbereich, seine Ausstattung und seine Pflanzen. Das gezeigte Bild vermittelt einen guten Eindruck davon, wie die Wohngegend bei der vorhergesehenen Dichte aussieht. Weil das Parkhaus praktisch die ganze unterirdische Fläche einnimmt, ist unklar, ob eine Bepflanzung mit Bäumen überhaupt möglich ist. Zu beachten ist, dass sich nicht alle Gebäude entlang der Avenue de Provence an den allgemeinen Flächennutzungsplan halten. Eine Überprüfung ist erforderlich, damit ein Flächennutzungsplan vermieden werden kann.
Die Gebäudeform sieht drei Wohnungen pro Stockwerk vor, wobei jede Wohnung Aussicht auf mindestens zwei Seiten hat. Dadurch haben alle Wohnungen die gleiche Ausgangslage bezüglich Abständen, Aussicht, Lärm und Beeinträchtigungen. Aufgrund der Morphologie werden trotz hoher Gebäudedichte unschöne Konfrontationen mit Nachbarsgebäuden vermieden. Die Treppenhäuser werden auf ein Minimum reduziert, um die Beziehung zu den Fassaden aller Wohneinheiten zu optimieren. Die Typologie sieht 1- bis 4-Zimmer-Wohnungen mit gleichem Grundriss vor. Allerdings wird zwischen den STWE- und Mietwohnungen nur wenig differenziert.
Das Projekt präsentiert sich in wirtschaftlicher Hinsicht gegenüber dem Durchschnitt der analysierten Projekte gut, mit Ausnahme der irrationalen Kosten für das Parkhaus. Geplant sind 118 Wohnungen in sieben Gebäuden. Das Verhältnis NF/BGF und die Konzeption der Technik sind korrekt.
Einige Schlafzimmer der Mietwohnungen haben Aussicht auf die Avenue de Provence und sind damit dem Lärm ausgesetzt.
Hinsichtlich der nachhaltigen Entwicklung und vor allem der starken Verdichtung handelt es sich im Verhältnis zu den analysierten Projekten um ein durchschnittliches Projekt.
Allerdings wird die Verdichtung zulasten der Grünflächen und des Wasserhaushalts gewonnen. Letzterer wird aufgrund der grossen gepflasterten oder über dem Fundament befindlichen Flächen (rund 65 % der Parzelle) beeinträchtigt. Das Projekt muss daher bedeutende Retentionsvolumen vorsehen.
Aus energetischer Sicht bleibt die allgemeine thermische Leistung des Projektes verglichen mit anderen analysierten Projekten im Durchschnitt. Bedingung ist jedoch, dass aufgrund der Form und Stellung der Gebäude in Bezug auf die solaren Gewinne keine Ungleichheiten entstehen.
Da die Fernwärmeleitung als Energievektor für die Wärmeproduktion, das heisst für alle Posten (Bau – Ersetzung – Abriss – Heizung – Warmwasser Dual-Flow-Lüftung), gewählt wurde, braucht das Projekt etwa 50 kWh/m2.a (Primärenergie) und gibt über 11 kg CO2 pro m2 und pro Jahr ab.
Die Hauptqualität des Projektes liegt demnach in der starken Identität der neuen Siedlung. Diese resultiert aus der geschickten Synthese zwischen der Morphologie der Umgebung und den vorgeschlagenen Wohnungstypen als Folge der vom Programm verlangten Verdichtung. Zu bedauern sind die geringe Durchlässigkeit des Bodens wegen des komplexen und irrational geplanten Parkhauses. Aufgrund der Argumente zur Lärmreduktion kommen wir zum Schluss, dass eine Verkehrsberuhigung der Avenue de Provence und die Dual-Flow-Lüftung eher zu einer besseren Lärmumgebung führen als die Architektur.