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© ITER
Die Beteiligung der Schweizer Forschungsgemeinschaft an der internationalen Zusammenarbeit im Bereich der Plasmaphysik und der kontrollierten Kernfusion konzentrierte sich in den vergangenen 25 Jahren auf die europäische Ebene. Durch die Teilnahme am Forschungsprogramm der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) konnte die Schweiz ihre Schlüsselkompetenzen in der Fusionsforschung vertiefen und sich in Europa als wichtiger Partner einen Namen machen. Aus diesem Grund beteiligt sich die Schweiz indirekt an der internationalen Organisation ITER. Diese hat die Aufgabe, ein grundlegendes Experiment durchzuführen, mit dem die Kernfusion als saubere und sichere Energiequelle etabliert werden soll. Die Schweiz ist auch Mitglied von Fusion for Energy, dem gemeinsamen europäischen Unternehmen, das für die Erbringung des europäischen Beitrags zum Projekt ITER zuständig ist.
Das Projekt ITER ist eine internationale Zusammenarbeit zum Bau des ITER-Fusionsreaktors in Cadarache, Frankreich. Mit ITER soll der letzte Entwicklungsschritt von der experimentellen Kernfusion hin zu einer fusionsbasierten Energieproduktion vollzogen werden.
Die internationale ITER-Organisation zählt sieben Mitglieder: die EU, die die 28 EU-Staaten und die Schweiz vertritt, die USA, China, Südkorea, Japan, Russland und Indien. Die Beiträge zum Bau von ITER wurden in elf Teile aufgeteilt. Die EU übernimmt fünf davon und die übrigen Staaten je einen. Die Beiträge werden zum Grossteil von den Mitgliedsländern vorbereitet und der Kernorganisation abgeschlossen geliefert (Sachleistungen). Jedes ITER-Mitglied hat eine «Mitgliedsstelle» mit der Vorbereitung der Sachleistungen und der Auszahlung der Finanzbeiträge an die ITER-Organisation betraut. Die Mitgliedsstelle der EU ist das in Barcelona ansässige europäische gemeinsame Unternehmen Fusion for Energy (F4E). Die Planung zum Bau von ITER und dessen Kosten werden gegenwärtig einer Revision unterzogen, um die im Projekt aufgetretenen Verzögerungen zu berücksichtigen. Die Ergebnisse daraus sollen Mitte 2016 vorliegen.
Schweizer Beteiligung
Die Schweiz ist nicht direkt Mitglied von ITER, sondern sie wird von der EU in den Steuerungsorganen der ITER-Organisation vertreten. Sie ist hingegen Mitglied von Fusion for Energy und beteiligt sich vollständig an der Steuerung dieses Organs und auf diesem Weg auch an der Steuerung des Projekts ITER.
Die Schweiz zahlt den grössten Teil ihrer Finanzbeiträge für das Projekt ITER an die EU im Rahmen des am 5. Dezember 2014 unterzeichneten Abkommens über die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und der EU. Der bis 2014 ausbezahlte Beitrag der Schweiz an den Bau von ITER beträgt 183 Millionen Schweizer Franken. Die ITER-Organisation IO soll letztlich, wenn der Betrieb aufgenommen ist, 1000 Mitarbeitende zählen, während Fusion for Energy rund 400 Angestellte beschäftigt.
Für die Schweizer Beteiligung an ITER und an Fusion for Energy ist das SBFI zuständig. Innerhalb der Bundesverwaltung ist das SBFI zudem für sämtliche Fragen im Zusammenhang mit der Kernfusionsforschung zuständig. Es vertritt die Schweiz insbesondere im Fusion Power Coordinating Committee, dem von der Internationalen Energieagentur (IEA) eingesetzten Ausschuss zur Beobachtung der Fortschritte in der Fusionsforschung auf internationaler Ebene. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Swiss Plasma Center (SPC) der ETH Lausanne, das die Schweiz im Konsortium der europäischen Laboratorien der Fusionsforschung (EUROfusion) vertritt. Die Tätigkeiten dieses Konsortiums werden von der EU im Rahmen des Forschungsprogramms Euratom mitfinanziert.
Der Bau von ITER generiert der Schweizer Industrie bedeutende Aufträge. Das «Swiss ILO Office» ist für die Unterstützung der Beziehungen zwischen den Schweizer Unternehmen und den am Projekt ITER beteiligten Organisationen (IO, Fusion for Energy, usw.) zuständig.
Weiterführende Informationen
Dokumentation
Programme de recherche Fusion thermonucléaire contrôlée (PDF, 6 MB, 07.08.2015)Rapport de synthèse 2014
Programme de recherche Fusion thermonucléaire contrôlée (PDF, 2 MB, 07.08.2015)Rapport de synthèse 2013
Programme de recherche Fusion thermonucléaire contrôlée (PDF, 2 MB, 07.08.2015)Rapport de synthèse 2012
Programme de recherche Fusion thermonucléaire contrôlée (PDF, 1 MB, 07.08.2015)Rapport de synthèse 2011
Programme de recherche Fusion thermonucléaire contrôlée (PDF, 3 MB, 07.08.2015)Rapport de synthèse 2010
Programme de recherche Fusion thermonucléaire contrôlée (PDF, 1 MB, 07.08.2015)Rapport de synthèse 2008
Links
Kontakt
Leiter der Schweizer Delegation im Leitungsausschuss von Fusion for Energy
Leiter Ressort Internationale Forschungsorganisationen
T +41 58 462 34 52
Schweizer Vertreter im Verwaltungs- und Finanzausschuss von Fusion for Energy (AFC)
Wissenschaftlicher Berater Internationale Forschungsorganisationen
T +41 58 462 89 42