Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03337.jsonl.gz/2012

Leyla wollte immer nur eins: Tanzen. Doch nach einem Unfall muss sie das Bolschoi-Theater in Moskau verlassen. Altay ist Psychiater. Nachdem sich seine grosse Liebe umgebracht hat, lässt er keinen Mann mehr an sich heran. Altay und Leyla führen eine Scheinehe, um ihre Familien ruhig zu stellen. Als die beiden mit Mitte zwanzig in Berlin von vorne anfangen, tritt Jonoun in ihr Leben. Olga Grjasnowa erzählt von zwei Frauen und einem Mann, die von der Liebe träumen, aber auch nicht wissen, wie man mit der Liebe lebt. Eine rasante Dreiecksgeschichte und ein ungeheuer direkt erzählter Roman über Glück und Unglück in einer Zeit, da alles möglich scheint.
Olga Grjasnowa, geboren 1984 in Baku, Aserbaidschan, wuchs im Kaukasus auf. Längere Auslandsaufenthalte in Polen, Russland und Israel. Absolventin des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. 2011 erhielt sie das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung. Derzeit studiert sie Tanzwissenschaften an der FU Berlin. Für ihren vielbeachteten Debütroman Der Russe ist einer, der Birken liebt wurde sie zuletzt 2012 mit dem Klaus-Michael Kühne-Preis und Anna Seghers-Preis ausgezeichnet.
Ist eine Ehe tatsächlich juristisch unscharf? Olga Grjasnowa meint ja und denkt dabei an besondere Eheschließungen wie beispielsweise die der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften oder Ehen zwischen Deutschen und Nicht-EU-Bürgern. Doch eigentlich handelt Grjasnowas zweiter Roman viel weniger von den juristischen als von den emotionalen Unschärfen einer Ehe. Die Balletttänzerin Leyla... Ist eine Ehe tatsächlich juristisch unscharf? Olga Grjasnowa meint ja und denkt dabei an besondere Eheschließungen wie beispielsweise die der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften oder Ehen zwischen Deutschen und Nicht-EU-Bürgern. Doch eigentlich handelt Grjasnowas zweiter Roman viel weniger von den juristischen als von den emotionalen Unschärfen einer Ehe. Die Balletttänzerin Leyla und der Arzt Altay, beide aus Aserbaidschan, begannen in Berlin einen Neuanfang. Sie sind miteinander verheiratet, um ihre Familien ruhigzustellen, betrachten ihre Partnerschaft aber eher als Zweck- denn als Liebesgemeinschaft. Beide haben homosexuelle Neigungen und lieben Abenteuer, Altay lebt diese mit Männern aus, Leyla mit Frauen. Eine Frau, die es Leyla besonders angetan hat ist Jonoun. Die Barkeeperin ist in Berlin noch nicht wirklich angekommen und findet in der Wohnung der Eheleute Unterschlupf. Schon bald wird die scheinbare Harmonie durcheinandergebracht. Altay ist wütend, Jonoun provoziert und Leyla flüchtet: in die Stadt ihrer Familie, nach Baku. Als Altay und Jonoun erfahren, dass Leyla in jenem Baku wegen Teilnahme an einem illegalen Autorennen ins Gefängnis gesteckt wurde, machen sie sich ebenfalls auf den Weg... Olga Grjasnowa hat auch diesmal wieder einen Roman über ihre Generation geschrieben. Eine Generation, der scheinbar alle Grenzen offen stehen, die sich austoben kann aber dennoch irgendwie unglücklich und stets auf der Suche ist. Auf der Suche nach Halt, nach körperlicher Nähe, nach Stabilität aber auch nach Abenteuern. All das wird oft nicht gefunden und wenn doch, dann bleibt es ein zerbrechlicher Zustand und von kurzer Dauer. In diesem Sinne sind die drei Hauptfiguren perfekte Vertreter ihrer Generation. Sie sind schwer greifbar; immer, wenn man als Leser das Gefühl hat, einen von ihnen besser kennengelernt zu haben, passiert etwas Unvorhergesehenes und die Richtung wird gewechselt. Die Autorin hat sich mittlerweile zu einem wichtigen und ernsthaften Sprachrohr für junge Leute entwickelt. Gewitzt, klug, charmant und lakonisch behandelt sie die Probleme und Fragen der heutigen Zeit, wie Identität, Heimat, Liebe, Orientierungsschwierigkeiten, Zukunfts- und Bindungsangst.