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Der Ethnologe und Journalist David Signer legt nach seiner vielbeachteten ethnologischen Untersuchung «Die Ökonomie der Hexerei» den Roman «Keine Chance in Mori» vor. Signer, der viele Jahre in Afrika gelebt und sich auf die dortige Kultur und Denkweise eingelassen hat, erzählt die Geschichte vom Identitätswechsel des Protagonisten.
Gleich zu Anfang erfahren wir, dass der Theaterregisseur Serge seine Geliebte Kathrin «nie mehr wiedersehen» wird. Sie begleitet ihn zum Flughafen Kloten, von wo aus er nach Afrika, mitten «ins Herz der Finsternis», fliegt. Dort soll er Kathrins abhanden gekommenen Bruder, seinen Freund Maximilian, finden und in die Schweiz zurückbringen. Der Versuch scheitert fürchterlich. Immer tiefer verstrickt sich Serge in die magische Theorie des Fetischeurs Tiegnouma, einer schillernden Figur, die Serge zu beschützen, aber auch zu manipulieren versteht (und unverkennbar Züge des Zauberers Coulibaly aus Signers autobiografisch geprägtem Buch zur «Ökonomie der Hexerei» trägt).
Serge begibt sich, auf Tiegnoumas Anraten hin, auf die umständliche Reise nach Mori, wo sich Maximilians Spuren verlieren. Er hat in Mori keine Chance; weder kann er dort überleben - er hat eine schlimme Krankheit aufgelesen und muss dringend ins Spital -, noch findet er dort das feine, von der Schiene gesprungene Herrensöhnchen Maximilian.
Dennoch endet Signers Roman nicht in einer Katastrophe, sondern - so viel sei hier noch verraten - mit Serges Bleiben in Afrika: «Was hatte er eigentlich noch in der Schweiz verloren, fragte er sich. Nichts, weil alles. Nichts mehr zu suchen dort. Hier hingegen ... Er blickte aus dem Fenster, die Strassenlaterne flackerte. Irgendwo da draussen, in der afrikanischen Nacht, dachte er, das wahre, wilde Leben! Was hatte er denn aus dieser Geschichte gerettet? Einsichten? Ach was. Er wusste eher weniger als mehr. Aber neue Aussichten.»