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Dass es sich um Boris Beckers, 50, heruntergekommene Villa handelt, habe er nicht gewusst, sagt «Jesus Bruder Bauchi» zu «Bild». Seit neun Tagen besetzt der Hippie-Guru mit ein paar Anhängern das 218 000 Quadratmeter grosse Anwesen in der Nähe des mallorquinischen Dörfchens Artà.
Ein Einheimischer habe Bauchi den Tipp mit der Finca im Hinterland gegeben. «Ich fühlte mich sofort willkommen», sagt Bauchi, der mit bürgerlichem Namen Georg Berres heisst. «Das ist ein echter Rohdiamant, der geschliffen werden muss.»
Liebe und Hochzeit mit der adoptierten Schwester
Wer aber ist der Mann, der sich mit seinem «Intergalaktischen Hilfs- und Rettungskommando» bei Becker niedergelassen hat? Zuletzt lebte der Deutsche in Würselen in Nordrhein-Westfalen. Der Guru wuchs in einem Reihenhaus in Düren auf. Berres Vater arbeitete bei einer Teppichfirma, die Mutter war Hausfrau.
Als Jüngling machte Berres das Fachabitur, später absolvierte er eine Lehre als Schreiner. Bis hierhin alles ganz normal. Im Jahr 1991 adoptierten die Familie ein Mädchen aus Kroatien. Später verliebte sich der Guru in seine Adoptiv-Schwester und heiratete sie sogar, um sie vor der Abschiebung zu retten. Das Schicksal meinte es nicht gut mit den beiden. Die Liebe zerbrach.
Bauchi heiratet zwei weitere Male - und lässt sich scheiden.
Auch beruflich kann sich Bauchi nicht wirklich festlegen. Nach einer Umschulung zum Webdesigner eröffnet er ein Tattoo-Studio, endet am Schluss aber als Hartz-IV-Empfänger. Während drei Jahren lebt der Guru vom Staat.
Nach seinem 30. Geburtstag erkrankt der Hippie. Elf Wochen verbringt er in einer Psychiatrie, wo er sich einer Therapie gegen Depressionen, Burn-out und dem Boderline-Syndrom unterzieht. Im Jahr 2013 reist Bauchi nach Mallorca. Zu dieser Zeit besitzt er weder ein Konto noch eine Krankenversicherung.
Seit langer Zeit fühlt er sich in Beckers Gammel-Villa wieder irgendwo heimisch. Hier will er für seine Anhänger und sich ein schönes Daheim schaffen. «Ich hoffe, dass noch mehr Leute zu mir kommen.»
Angst vor dem Gesetz oder einem Rausschmiss hat Bauchi nicht. Laut dem spanischen Gesetz haben es Hausbesetzer leicht auf der Insel. Sollte dennoch die Polizei irgendwann vor der Haustüre stehen, wollen Bauchi und seine Kumpanen friedlich weiterziehen.
Ob und was Boris Becker selber von den Hausbesetzern hält, ist nicht bekannt. Auf Anfrage der «Bild» wollte sich der der angeblich verschuldete Ex-Tennisstar nicht äussern. Einzig bekannt ist, dass Becker schon lange versucht, die heruntergekommene Finca zu verkaufen - ohne Erfolg.