Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03516.jsonl.gz/1956

Sowohl Hilfestellungen wie auch Hilfsmittel zum Essen und Trinken sind vielfältig und sollten individuell den jeweiligen Schwierigkeiten angepasst werden.
In der Regel bietet eine aufrechte Körperhaltung mit einem leicht nach vorne geneigtem Kopf die besten Voraussetzungen zum Schlucken. Weiter können kleine Schluckportionen, ein konsequentes Abwarten bis der Mund leer ist, Aufforderung zu kräftigem Husten und Nachschlucken oder auch Unterstützen des Abhustens die Sicherheit des Schluckens verbessern. Wird die Stimme nach dem Schlucken gurgelig, feucht oder nass, ist dies ein Hinweis, dass Material "in den falschen Hals", also in den Kehlkopf gelangt ist. Das Risiko des Eindringens von Getränken oder Speiseteilen in die Luftröhre ist hier gross. Die Stimmkontrolle (/a/ oder /m/ singen) kann eingesetzt werden, um zu kontrollieren, ob ein Abhusten notwendig ist. Dies macht besonders bei stillen Aspirationen Sinn, da der Hustenstoss nicht wie beim Gesunden reflektorisch ausgelöst wird.
Ist das Tablettenschlucken ein Problem, können diese mit Joghurt, Apfelmus oder einem Lebensmittel mit ähnlich breiiger Konsistenz eingenommen werden. Da die breiige Konsistenz weniger schnell fliesst, kann die Tablette in der Regel einfacher geschluckt werden als mit Wasser. Sprechen Sie mit dem Apotheker oder Ihrem Arzt, wenn Medikamente Schwierigkeiten bereiten.
Bei Hinweisen auf Aspirationen soll das Abhusten insbesondere bei Patienten mit abgeschwächtem Hustenstoss unterstützt werden, indem mit Druck gegen Bauch oder Brustkorb der Ausatemdruck erhöht wird. Wird bei schwachem Hustenstoss wie üblich auf den Rücken geklopft, wird das Aspirat noch tiefer in die Atemwege bewegt.
Es kann hilfreich sein, die Patienten aus der vertikalen in eine horizontale Lage zu bringen, damit nicht gegen die Schwerkraft abgehustet werden muss.
Eine Technik, die besonders im Notfall bei akuter Atemnot infolge Aspiration von fester Kost angewendet werden kann, ist das sogenannte «Heimlich-Manöver». Dabei wird die betroffene Person von hinten mit beiden Armen umfasst und die Ausatmung oder die Hustenstösse mit möglichst kräftiger Kompression des Brustkorbes unterstützt.
Eine Demonstration des Heimlich-Manövers in englischer Sprache finden Sie hier.