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Seit einigen Jahren erhalten Lions- Mitglie der, die unsere Organisation verlassen, eine E-Mail, in der sie gebeten werden, an einer Austrittsumfrage teilzunehmen. Gut ein Drittel aller Befragten füllte diesen Fragebogen bis dato aus. In den letzten fünf Jahren haben 1320 Lions (ohne Todesfälle) die LC im Multi- Distrikt 102 verlassen. Das sind 23 Austritte pro Monat. Damit verschwindet enormes Potenzial, welches zur Unterstützung von Bedürftigen benötigt würde. 20 Prozent der ausgetretenen Mitglieder blieben lediglich drei Jahre im Club. Bei den Frauen ist es sogar mehr als ein Drittel. Fast die Hälfte aller Frauen, welche den LC verlassen, blieben weniger als fünf Jahre. Wir stellen zudem fest, dass jüngere Mitglieder dazu neigen, für kürzere Zeiträume im Lions Club zu bleiben. 15 Prozent aller neuen Mitglieder scheiden innerhalb der ersten drei Jahre aus.
Was war die Motivation, Lion zu werden?
Neben der Motivation, zu dienen, wird häufig auch die berufliche Vernetzung als Grund für den Beitritt zum LC genannt. Erwähnt werden auch die Neugierde, insbesondere nach einer Einladung, sowie das soziale Netzwerk. Entsprechend möchte das Mitglied gerne mit seinen Lions-Freunden zusammen sein. Zudem werden interessante Sitzungen und produktive Meetings erwartet, welche dem Mitglied einen Mehrwert bieten. Jeder Lion sollte demnach das Programm und die langfristige Vision seines Clubs kennen, um sich identifizieren und engagieren zu können. Viele Clubs sind in Bezug auf die Teilnahmebedingungen leider wenig flexibel. Vielleicht erwartet die Lions-Organisation von ihren Mitgliedern zu viel Engagement? Ausgetretene Mitglieder erwähnen zudem auch, dass in einigen Clubs eine schlechte Atmosphäre herrsche, dass es zu Spannungen zwischen den Mitgliedern kam oder dass sich das Mitglied nie in den Club integriert fühlte.
Was kann getan werden?
Ein erheblicher Anteil der Clubs führt nicht genügend Aktivitäten durch. Dies ist eine ernüchternde Feststellung, wenn bedacht wird, dass die Hauptmotivation, ein Lion zu werden, der Dienst am Nächsten ist. Auch der finanzielle Aspekt sollte nicht unterschätzt werden. Hier könnten neue Formen der Finanzierung dienen. Allenfalls wäre ein grundsätzliches Überdenken der Mahlzeitenkosten angebracht.
All diese Punkte, welche von ehemaligen Mitgliedern unserer Organisation genannt wurden, machen auf die unerfüllten Erwartungen in den Lions Clubs aufmerksam. So sollten in jedem unserer Clubs Überlegungen angestellt werden, wie die Mitgliederzufriedenheit verbessert werden kann. Ein zufriedenes Mitglied engagiert sich für den Lions Club, und ein engagiertes Mitglied bleibt im Lions Club. Vielen Dank für euer Engagement in der Mitgliederbindung, denn jedes Lions-Mitglied ist wichtig!
Georges Torti, Koordinator Global Membership Team (GMT) MD102
Ideen, wie unsere Lions motiviert und engagiert halten
• Pflegt die Einführung des Neumitglieds: Es ist ein besonderer Moment für einen Lion
• Die ersten drei Jahre sind «fragil»: Kümmert euch um die Integration der einzelnen Mitglieder
• Gebt jedem Mitglied eine Rolle: Jeder Lion ist wichtig und muss geschätzt werden
• Denkt daran, dass die Rolle des Paten nicht mit der Aufnahme endet
• Schlagt den Mitgliedern vor, einen Teil des Programms mitzugestalten
• Schlagt Teambildungsaktivitäten vor, auch ausserhalb des Programms
• Sprecht mit jedem Mitglied persönlich
• Führt eine Umfrage zur Mitgliederzufriedenheit durch
• Organisiert ein Mentoring «ältere Mitglieder – jüngere Mitglieder»
• Führt ein Austrittsinterview durch, um die Gründe zu verstehen
• Vereinfacht den Übertritt zwischen den LC’s bei Umzügen, neuer Arbeitsstelle usw.