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- Flüsse sind weltweit mit Antibiotika-Rückständen belastet, zeigt die erste globale Studie dieser Art der britischen York University.
- In 65 Prozent aller Proben wurden die Antibiotika-Grenzwerte überschritten, in extremen Fällen gar um das Dreihundertfache.
- Die grössten Rückstände wurden in Asien und Afrika gefunden; laut den Forschenden ist das Problem aber auch in Europa und den USA verbreitet.
Das Forscherteam hat nach Rückständen von 14 häufig verschriebenen Antibiotika in Flüssen aus 72 verschiedenen Ländern gesucht. In fast zwei Dritteln der Proben wurden Antibiotika gefunden.
Drei Arzneimittel stechen heraus
Gefährliche Verschmutzungsgrade wurden besonders häufig in Asien und Afrika gemessen. Den schlechtesten Wert ermittelten die Forschenden in einem Fluss in Bangladesch: Die Konzentration des Medikaments Metronidazole, das bei Infektionen mit Bakterien und Parasiten eingesetzt wird, überstieg den Sicherheitswert um das Dreihundertfache. Aber auch in Kenia, Ghana, Pakistan und Nigeria seien die gemessenen Rückstände alarmierend.
Der am meisten verbreitete Arzneistoff war Trimethoprim, das beispielsweise bei Blasenentzündungen verschrieben wird. Das Antibiotikum konnte in 43 Prozent der untersuchten Standorte nachgewiesen werden. Das Antibiotikum, das am häufigsten den Grenzwert überschritt, war Ciprofloxacin, das beispielsweise für bestimmte Infektionen der Atemwege oder des Genitaltraktes verwendet wird.
Von der Seine bis zum Mekong
Das Forschungsteam untersuchte 711 verschiedene Standorte, darunter weltbekannte Flüsse wie Chao Phraya, Danube, Mekong, Seine, Themse, Tiber und Tigris. Obwohl die Sicherheitswerte meist in Entwicklungsländern überschritten wurden, sei das Problem laut Studie ein globales.
Alistair Boxall, Professor für Umweltwissenschaften der York University, sagt: «Die Ergebnisse sind augenöffend und besorgniserregend.» Die Verunreinigung der Flüsse könne ein wichtiger Faktor sein für das Problem der Antibiotikarestistenz.
Gefahr der resistenten Keime
Erst im April warnten die UN vor der Gefahr der mikrobakteriellen Restistenz und sprachen von einer «globalen Krise». Laut Bericht kämen bereits heute rund 700'000 Menschen aufgrund arzneimittelresistenter Krankheiten zu Tode. Bis 2050 könnte sich diese Zahl auf zehn Millionen Todesfälle pro Jahr steigern, rechne man mit dem schlimmsten Szenario und falls nichts dagegen unternommen werde.
Auch Alistair Boxall sagt, es sei unbedingt notwendig, in passende Infrastrukturen für Abwasserreinigung zu investieren und bereits verunreinigte Flüsse zu säubern: «Das Problem zu lösen wird eine Mammutaufgabe.»