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7 Nominationen – kein Oscar
Gerry Conlon wurde in den 1970er-Jahren als Teil der «Guildford Four» in Irland zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Ihm wurde die Mittäterschaft bei einem Terroranschlag der IRA unterstellt.
Die Ermittler fanden bald heraus, dass Conlon unschuldig war. Dennoch drängten sie auf eine Verurteilung und liessen dafür entlastende Beweise verschwinden.
Auf dieser wahren Begebenheit beruht der Film von Jim Sheridan aus dem Jahr 1993. Der irische Regisseur schuf ein berührendes Gefängnisdrama über einen der grössten Justizskandale in der britischen Geschichte.
Mit Daniel Day-Lewis in der Hauptrolle fand Sheridan einen Darsteller, der sich dieser Vater-Sohn-Geschichte mit Haut und Haaren verschrieben hatte. Siebenmal war der Film für den Oscar nominiert, darunter in den wichtigsten Kategorien für den Besten Film, Beste Regie und Bester Hauptdarsteller.
Sheridans Film ging dennoch leer aus. Gewonnen hatten andere Schwergewichte der Filmgeschichte wie «Schindler’s Liste», «Remains of The Day» oder «The Piano».
Verfälschte Wahrheit?
Wie oft bei Verfilmungen von wahren Geschichten kam auch hier der Vorwurf auf, der Film vereinfache die Wahrheit. Insbesondere aus Grossbritannien verlautete die Kritik, der Film entstelle die Realität durch grobe Vereinfachungen.
Der ausführende Produzent Gabriel Byrne distanzierte sich später tatsächlich von Sheridans Film; dieser hätte sich zu viele künstlerische Freiheiten erlaubt, so seine Meinung. Sheridan, der auch das Drehbuch verfasst hatte, verschmelze etwa mehrere Nebenfiguren aus der Buchvorlage in einer Figur.
Der Prozess gegen die «Guildford Four» fand im Film zusammen mit weiteren Mitangeklagten statt. Tatsächlich wurden separate Verfahren geführt. Auch teilte Gerry Conlon nie eine Zelle mit seinem Vater Giuseppe, wie es im Film dargestellt wird.
Dennoch: Das Resultat blieb dasselbe. Elf Menschen, darunter Gerry Conlon und sein Vater, wurden zu Unrecht verurteilt und sassen bis zu 15 Jahre unschuldig im Gefängnis.
Herausragende Schauspieler
Was den Film ausmacht, ist nicht nur die kraftvoll erzählte Geschichte. Hauptdarsteller Day-Lewis, Nebendarsteller Pete Postlethwaite und Nebendarstellerin Emma Thompson – sie alle wurden für einen Oscar nominiert.
Bereits zum zweiten Mal arbeitete Regisseur Jim Sheridan mit Daniel Day-Lewis zusammen (nach «My Left Foot» im Jahr 1990). Beide sprachen von einer besonderen Verbindung, die durch eine starke politische Haltung genährt wurde. «In The Name of The Father» vereint Politthriller, Gefängnisdrama, Dokumentarfilm und - in homöopathischen Dosen - auch Komödie in einem.
Ein Potpourri, das leicht hätte scheitern können. Jim Sheridan und seiner Crew ist ein herausragendes Stück Filmgeschichte vor dem Hintergrund des Nordirlandkonflikts gelungen.