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Herstellungsort unbekannt, 16. Jh.
Vorbesitzer: Zunft zu Schuhmachern, Basel
Eisen
Inv. 1888.42.
Sieben Zünfte besassen ihr Zunfthaus an der Freien Strasse, darunter auch die Zunft zu Schuhmachern. Sie war eine gespaltene Zunft und bildete mit der Zunft zu Gerbern eine Vollzunft. Kurz vor dem Erdbeben im Jahre 1356 kauften die Schuhmacher an der Freien Strasse 52 ein Haus. Talwärts wurden später die Rebleute direkte Nachbarn. In der Mitte des 16. Jahrhunderts erhielt das Zunfthaus jenes Aussehen, das es mit wenigen Veränderungen durch Christoph Riggenbach im 19. Jahrhundert, bis zum Abbruch im Jahre 1897 bewahren sollte. Das traufständige Gebäude wies zwei Geschosse auf. Durch ein Portal mit Segmentbogen betrat man das Erdgeschoss. Zwei grosse Fenster, die fast bis zum Boden reichten, liessen viel Licht eindringen. Der Zunftsaal im Obergeschoss besass zur Freien Strasse hin drei dreiteilige gotische Staffelfenster. Eine grosse Aufzugsgaube mit Walmdach durchbrach die Traufe. Im Jahre 1895 verkaufte die Zunft das Haus der Basler Actienbrauerei. Schon beim Verkauf war bekannt, dass es wegen der Korrektion der Freien Strasse abgerissen werden sollte. Im Jahre 1897 fiel es der Spitzhacke zum Opfer.
Einige wenige Bauteile überlebten den Abbruch: Zwei Fensterpfeiler aus bemaltem Sandstein mit dem Zunftwappen und der Jahreszahl 1556 und der Schlussstein eines Türbogens aus rotem Sandstein mit Wappenschild, der von einem Löwen gehalten wird. Dieser Schlussstein wurde der Zunft im Jahre 1990 als Dauerleihgabe übergeben und in der Zunftstube am Stapfelberg 4 aufgestellt. Als weiterer Gegen
stand überlebte die eiserne Wetterfahne den Abbruch. Die Fahnen-stange ist im unteren Drittel gedreht, die Spitze ist lanzettförmig ausgeschmiedet. Auf dem eisernen Fahnenblatt wird sich einst das auf-gemalte Zunftwappen befunden haben. An der fliegenden Fahnenseite ist das aus Eisenblech geschnittene Wappenbild der Schuhmachernzunft angefügt, ein aufrechter Löwe, der einen Schnabelschuh in der Pranke hält. Die Wetterfahne stammt angeblich vom Dach des Zunfthauses. Es könnte sich allerdings auch um die Wetterfahne eines Zunftzeltes handeln, besassen doch ursprünglich alle Zünfte in Basel Zelte. Die Zelte schlug man bei wichtigen Anlässen, etwa bei grossen Schützenfesten, auf der Schützenmatte auf. Im Feld dienten sie als Kriegszelte.