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Roman
332 Seiten, gebunden
Bei einer Kunstauktion im Moskauer Puschkin-Museum lernen sich Yana und Victor kennen. Die junge ukrainische Übersetzerin und der fanatische Schweizer Kunstsammler und Unternehmer verlieben sich einander. Voller Vorfreude zieht Yana zu Victor in die Schweiz. Dort soll sich endlich ihr Traum erfüllen: vom Glück in Liebe, Beruf und Familienleben – und vom Ankommen in der neuen Heimat. Doch statt Vertrautheit und Ruhe zu finden, droht Yana in der Schweiz die Fremde zu bleiben …
In einem beschaulichen Schweizer Örtchen tobt der Kampf zwischen hohen Erwartungen und herben Enttäuschungen. Mittendrin die Exotin Yana, die ihr Lebensglück nicht aufgeben will.
I
1
Yana mochte die Bronzefigur nicht, aber sie liebte ihren Besitzer. Victor saß auf seinem alten Schaukelpferd. Wie Pfeiler ragten seine Knie in die Höhe. Die Ameisenkönigin hatte er so auf die Kommode gestellt, dass die kühlen, vergoldeten Augen im schräg einfallenden Licht der Februarsonne in seinem Kinderzimmer Blitze warfen. Erhaben thronte die schmale Figur über allem, sparsam bemalt, umrahmt von Blattwerk. Ihr kantiger Kopf wurde getragen von einem bleistiftdünnen Hals. Die Königin war halb Mensch, halb Ameise, eine Riesin mit einem tiefen Dekolleté und einem Umhang, der von einem Gürtel notdürftig geschlossen wurde. Auf ihren erhobenen Händen balancierte sie zwei Ameisenmännlein. Das Männlein in ihrer Rechten trug auf seinem Haupt eine weltliche, die Figur in der Linken eine päpstliche Krone. Das alles spielte in einem auf dem Eichensockel angedeuteten Wald, wo sich zu Füßen der Königin eine Heerschar von Arbeiterinnen auf dem Laubboden abmühte.
Man müsste diese Szene malen, dachte Yana: der CEO mit der gebügelten Hose und den gespreizten Beinen auf dem Schaukelpferd vor der Skulptur mit den goldenen Augen – ein Stillleben. Auch wenn das Werk sie irritierte – sie genoss die Stille und Weite der Villa. Vics einstiges Kinderzimmer im Turm des Gebäudes war größer als ihre Wohnung in Moskau, ganz zu schweigen vom winzigen, dunklen Raum in Schabo, den sie mit ihrer Zwillingsschwester Ewa geteilt hatte. Mehr als ein Kajütenbett, ein Tischchen für die Hausaufgaben, ein schmaler, wackeliger Schrank und der kleine, blaue Zauberteppich
Und jetzt? Ihr kamen bereits wieder Zweifel, wenn sie an ihren Prinzen dachte. Pack deinen Koffer, hatte Vic ihr vor dem Galaabend im Puschkin-Museum gesagt. Verabschie- de dich von überflüssigen Dingen. Du gehörst zu mir. Sie hatte noch kaum etwas über ihn gewusst, außer dass er sich für alles interessierte, was von Belang war, und Belangloses mit einem einzigen Satz erledigen konnte. Und sie war seinem Charme im Nu erlegen. Nur für ihn hatte sie ihr Haar zu einem Kranz geflochten und die silbrigen Traubenanhänger ins Ohr gesteckt, ihren einzigen Schmuck. Wenn sie kerzengerade dastand, war ihre Haltung jener der Königin nicht unähnlich. Doch sie gehörte nicht zur Gilde, die in den Festsaal geströmt war. Sie trug keine Markenuhr. Die gesamte nationale A-Elite hatte sich an diesem Freitag versammelt. Die Oligarchengattin Balbukina hatte Victor so heftig geküsst, als sei er ein alter Bekannter. Ihr giftgrünes Bleistiftkleid war der Blickfang des Abends gewesen. Auch Yana hatte Grün getragen, dezentes, klassisches Lindgrün. Viel mehr hatte sie nicht in ihrem Kleiderschrank. Zum ersten Mal in ihrem Leben hatte sie ihr Tageshoroskop gelesen. Sie denken über sich selber nach. Und das bringt Ihnen neue Erkenntnisse, nämlich, dass Sie nicht nur das schönste und schlauste Wesen auf Gottes Erden sind, sondern im ganzen Universum. Wenn es nur einen Bruchteil so einfach wäre! Wie viele hier würden die Nase rümpfen? Ukrainerin erschleicht Schweizer Pass. In welchem Puff hast du sie aufgegabelt,
Vic? Brauchst du täglich dreimal Sex und frisches Holz vor der Hütte? Wie willst du mit der reden: Kuh macht muh, nicht kikeriki, Swiss Kuh? Sie kannte diese Sprüche von angetrunkenen Touristen. Zu allem Elend war Victor ein Prominenter. „Liebesglück im Osten“ würden sie in den Zeitungen titeln. „Dolmetscherin mit berückend blauen Augen bezaubert Schweizer Unternehmer.“ Sie gab sich einen Ruck. Konnte Victor und ihr das Geschwätz nicht egal sein? Legal war ohnehin alles. Vics Junggesellenwoh- nung verfügte über mehr als die vorgeschriebenen zwei separaten Räume, Nasszelle und Küche.
Feiner Kuchengeruch stieg vom Erdgeschoß nach oben. Seit der Ankunft im Flughafen hatte sie nichts mehr gegessen. Der erste Gedanke in der neuen Heimat war: Ich sterbe vor Hunger. Im Duty-free-Shop war sie an allen Parfums vorbei zum nächsten Stand mit Süßigkeiten gerast und hatte sich eine Toblerone erstanden, um sich für das Treffen mit Victors Mutter zu stärken. Mehr als einmal hatte sie sich den Empfang in den schlimmsten Farben ausgemalt. In dieses überwältigend schöne Tal, dieses überwältigend große, noble Haus, in diese überwältigend wohlhabende, im Leben eingerichtete Familie brachte ihr einziger Sohn eine überwältigend einfache, mit den Sitten des Landes und der Gesellschaft nicht vertraute, mittellose Übersetzerin, die keinen Dunst von Kunst hatte. Zum Schreien war das. Würde die Mama sich nicht in wenigen Minuten breitbeinig vor Vic stellen und ihn gründlich durchschütteln? Würde er, der gesellschaftliche Vorzeigesohn, sich dann wehren und für seine Liebe einstehen?
Victor blieb reglos in seine Plastik versunken. Eine halbe Million hatte er in die Beweise investiert. Der Wert der Königin stieg mit jeder Expertise, die das Werk als echt auswies. Nicht eine um 1950 in Berlin versteigerte
Kopie war in seinem Besitz, wie Neider vermutet hatten, sondern eine von Meister Rutzki neu geschaffene Figur. In Moskau, wo Kunst aus ganz Europa in den Sälen stand und an den Wänden hing, hatte man ihm die Absolution erteilt. Yana hatte den Segen vom Russischen ins Deutsche übersetzt.
„Ist es nicht hundertmal netter, mit Meisterwerken im eigenen Haus zu leben als mit Aktienzertifikaten?“, rief er in die Stille. „Ich danke Gott, dass ich zu diesem Werk gekommen bin. Es überstrahlt alles, was ich bis jetzt erreicht habe.“
Und das ist nicht wenig, ergänzte Yana in Gedanken. Seit die Königin ihm gehörte, galoppierte sein ohnehin bewegtes Leben mit ihm davon. Anfangs Jahr hatte er einen Kurs in Körpersprache besucht, hatte er ihr auf dem Flug erzählt: So behalten Sie die Oberhand. Es ging um klare Zeichen. Gelang der Auftritt, war der Rest ein Kinderspiel. Stärke gepaart mit Leidenschaft. Keine Magengeschwüre, keine feuchten Hände. Manche zitterten, wenn er einen Raum betrat. Einige hielten ihn wohl für verrückt. Vic konnte das Leben feiern.
Abrupt erhob er sich vom Schaukelpferd und trat ans offene Fenster. „Mit dir an meiner Seite wird alles noch einfacher!“
Er war groß und kräftig gebaut, fast einen Kopf grö- ßer als sie. Ein Windstoß brachte ihn nicht aus der Fassung. Seine buschigen Augenbrauen standen für Ehrgeiz und Willen. Am lebendigsten aber waren seine strahlend schwarzblauen Augen und seine dunkle Stimme. Vic verbrachte doppelt so viel Zeit mit der Morgentoilette als sie. Das Leben um ihn herum verlangte Tag für Tag perfekte Auftritte. Allein die Rasur kostete ihn eine Viertelstunde. Jede seiner Bewegungen wirkte überlegt und überlegen. Vielleicht, weil er sich an allem so unverstellt
freuen konnte, selbst an ihr, der kleinen Dolmetscherin, die sich mit allem schwer tat, sich vor jedem neuen Wort fürchtete, das auf sie zukam, als gelte es, die Silben beim Übersetzen auf einer Höhe zu überspringen, die sie noch nie geschafft hatte. Das gefüllte Champagnerglas hieß im Schweizerdeutschen Cüpli, eine schwer übersetzbare Verkleinerungsform – sogar für eine Dolmetscherin, die Russisch, Ukrainisch und Deutsch als Muttersprache hatte. Auch Namen konnte man nicht übersetzen. In Moskau hatte ihr Victor einige beigebracht: Rivella, Toblerone, Ovomaltine, Ricola, Kägi-Fret, Zweifel Chips, Kultprodukte aus der Schweiz, Aromat, die unschlagbare Gewürzmischung von Knorr, ohne die der Prinz nie ins Ausland reiste. Auch Victor war eine unschlagbare Mischung. Den meisten Menschen fiel es schwer, von ihm nicht begeistert zu sein. Er hatte kein vollkommenes Gesicht, aber eines, in dem sich keine Katastrophen und keinerlei Zweifel eingenistet hatten.
„Ja, viel einfacher“, wiederholte er.
„Wie weiß ich denn, dass du der Richtige bist?“, fragte sie ihn neckisch.
„Ich bin der Richtige, Punkt.“
„Und wann ist einer der Richtige?“
„Wenn er sie hundertprozentig ergänzt.“
„Und wenn sie fast nichts hat und fast alles zu ergänzen ist?
„Ach, tu nicht so bescheiden. Du bist wunderbar, Yana.
Und ich gebe dir alles, was ich habe.“
„Ich bin anstrengend.“
„Du bist entzückend!“
„Du verwechselst mich mit einer andern.“
„Es gibt keine andere, da kannst du lang suchen!“ Seine Begegnungen mit dem anderen Geschlecht seien
bis vor ein paar Wochen unspektakulär verlaufen, hatte er ihr gestanden. Er habe niemandem falsche Hoffnungen machen
wollen. Wenn sich eine an ihn hängte. hatte er sie abgeschüttelt, nicht grob, aber entschieden.
Sie gab sich geschlagen. Um Luft zu bekommen, öffnete sie den obersten Knopf ihres Jeanshemds. „Fass es nur nicht als Freipass auf“, sagte sie ihm im Spaß.
Längst hatte sie begriffen, dass es kein Zurück gab. Er hatte einen Zeitzünder betätigt, der ihre bis anhin tief im Innern schlummernde Leidenschaft mit Schweizer Präzi- sion ins Freie gesprengt hatte. Sie genoss seine Anflüge von Extravaganz. Vic war ein reicher Mann. Daran war nichts Böses. Das Edle, Große, Ganze war ihm wichtig. Sie versuchte, sich alles zu merken, was er sagte, wie er es sagte, sie entwickelte ein Extragedächtnis für seine Gesten, seine Mimik, seine Haltung, die Kraft, mit der er die Dinge anpackte. Alles kam ihr wichtig vor, richtig, wenn sie es mit ihrem ei- genen Gebaren verglich, ihrer mickrigen Lebenserfahrung. Immerhin konnte sie sich in jeder Situation konzentrieren. Die Arbeit gab ihr Schutz. Sie musste übersetzen – und die andern mussten ihr zuhören. Von den Satzzeichen mochte sie das laute Ausrufezeichen am wenigsten. Victor liebte es, was sie bisweilen irritierte. In der Dolmetscherschule hatten sie sogar das Schweigen geübt. Sie hatte eine alte Lehrerin gehabt, vor der sie große Ehrfurcht hatte. Man trug eine Verantwortung für jedes Wort und für jede Pause.
Mit den Fingerkuppen fuhr sie über sein Handgelenk. Ja, sie ergänzten einander. Victor war schneller und lauter als sie, aber er nahm sie ernst, er überfiel sie nicht mit Küssen und war nicht öffentlich zärtlich. Dass er ihr mehrmals gelbe Rosen gekauft hatte, konnte sie ihm verzeihen. Gelb galt in ihrer Heimat als Zeichen des Abschieds und der Trauer.
(S. 7–12)
Neue Heimat in der Sprache
Markus Ramseier erhielt 2014 für das nach 30 Jahren fertiggestetellte siebenbändige Baselbieter «Orts- und Flurnamenbuch» den Kulturpreis seines Kantons, und es verwundert nicht, dass auch sein Schreiben stark vom Umgang mit Sprache geprägt ist. Sein Erstling «Mäandertal» von 1994 ist der Roman eines Flurnamenforschers, dem die Landschaft so sehr zur Sprache wird, dass er sich schliesslich im Labyrinth seines eigenen Denkens verliert, und im jüngsten Buch, dem Roman «In einer unmöblierten Nacht», sind es die Wörter, die im Alltag einer in die Schweiz immigrierten jungen Frau den Grad ihrer Integration anzeigen.
Yana, 27, Ukrainerin aus Schabo mit Schweizer Vorfahren, «Elfensilhouette und Schmollmund», wird, nachdem sie ihm in Moskau zur «Königin», einer immens wertvollen Plastik, verholfen hat, vom Schweizer Entkalkungs-Industriellen und Kunstsammler Victor Muff nach Klöttingen in dessen Villa Augenweide «importiert». Sie arbeitet für ihn als Übersetzerin, träumt von «Liebe auf dem Küchentisch» und davon, «in diesem Land aufzugehen wie ein Gugelhopf, mit einem süssen Rosinchen mitten im Bauch». Victor heiratet sie zwar, erweist sich aber als impotent und begnügt sich damit, sie an Vernissagen als attraktive Trophäe herumzureichen. Yana spielt mit, freut sich am grossen Garten und an den Immigrantenkindern, die sie in der Villa unterrichtet. Und mit der Zeit sind ihr Wörter wie «süferli», «Tüpfli», «huereguet» und «Hundsverlochete» geläufig. Bald aber zeigen sich Risse im Gebälk. Victor gerät mit den Nachbarn in einen endlosen Streit, das Zusammenleben wird problematischer, und am Ende beschimpft sie Victor als «Bünzli», Tüpflischisser», während er sie «dumme, verwöhnte Kuh» nennt und sicher ist: «Die sogenannt schönen Frauen sind immer die schlimmsten.»
Yana sucht Trost im Wald und bei Förster Camenisch, mit dem sich eine leidenschaftliche Liaison anbahnt. Sie lernt Wörter wie «chüderle», «schmüsele», und «pfüsele» von ihm und kommt schon in der ersten gemeinsamen Nacht zu jenem Rosinchen, das nun nicht die Liebe zu Victor, sondern die endgültige Trennung von ihm besiegelt. Der gehörnte Ehemann ist inzwischen seinerseits nach Schabo emigriert und zum Geliebten von Yanas Cousin Sergej avanciert. Einmal aber treffen sie sich noch in der «Augenweide», und Victor stürzt mit der Statue zusammen die Treppe hinab. Er überlebt, und Yana, die dank dem Förster und ihrem Kind endgültig in der Schweiz angekommen ist, rät ihm: «Werde zum Künstler, zum Lebenskünstler.»
In Ramseiers Romanerstling hiess es 1994: «Das Gehirn ist ein mäandrierender Fluss», und der Satz kommt einem in den Sinn, wenn es von der Hauptfigur des neuen Romans heisst: «Yana hielt die Spannung kaum mehr aus. Wahrscheinlich ist Wahnsinn der ganz normale Zustand der Welt, dachte sie, etwas anderes zu erwarten nur die Folge von Blindheit.»
Tatsächlich wird man den zwei Kontrahenten in diesem Buch wohl nur gerecht, wenn man bereit ist, ihnen als Folge einer schmerzlichen Entwurzelung – bei Victor eine familiäre, bei Yana eine geografische – ein gestörtes, haltloses Verhältnis zum Leben und zur Umwelt zuzugestehen. Sie sind, ohne zu wissen, was das wäre, auf der Suche nach sich selbst und verlieren sich in immer neuen Anfängen. Der «Lebenskünstler», zu dem Yana dem Ex-Ehemann Glück wünscht, ist jedenfalls zynisch gemeint, und ob das Rosinchen des Försters der ruhelosen Immigrantin wirklich zum grossen Glück verhelfen wird, erscheint mindestens zweifelhaft. Wo sie aber angekommen ist, ist die Sprache, und in Wörtern wie «Älplermagrone», «Buurezmorge», «Grümpelturnier oder «Chirsi-Chlüngeli» findet sich vielleicht tatsächlich eine Art Heimat, mit der sich der ganz normale Wahnsinn aushalten liesse.
Charles Linsmayer, NZZ am Sonntag, 29. April 2018
Ein Roman über die Kehrseite der Idylle
Ob es mit den beiden noch lange so weitergeht, fragt man sich immer wieder. So leicht sie sich ineinander verliebt haben, so langsam und zäh verläuft ihre Trennung. Begonnen hat es im Moskauer Puschkin-Museum beim Kauf einer Statue: Er, der Schweizer Geschäftsmann für Entkalkungssysteme, knallharter Investor und Freizeit-Kunstfreund, trifft auf sie, die Dolmetscherin und Übersetzerin aus der Ukraine.
Sie zieht bald zu ihm, wo die beiden nach einer pompösen Heirat in der geerbten Familienvilla leben. Die attraktive, schüchterne Yana und der erfolgreiche Manager Victor bilden ein vielseits bewundertes Paar – doch bald tun sich erste Risse auf.
Kehrseiten des Wohlstands
Denn obwohl sie sich im Paradies Schweiz rasch einlebt, einen Job findet und sich am Klang von Dialektwörtern freut, lernt sie, die Fremde, die Kehrseiten ihrer neuen Heimat kennen. Die Konflikte unter der Oberfläche, das nicht Ausgesprochene, Verdrängte: «Die saubere Schweiz war eine Täuschung», stellt Yana fest. Das erträumte Glück im Wohlstand gerät zu Einsamkeit und Langeweile. Yana sucht das Gespräch, doch sie merkt, dass sie von Victor nicht gehört und nur benutzt wird. Der stets propere Geschäftsmann bekommt seinerseits Ärger, kämpft gegen die Konkurrenz, die Behörden und die Nachbarn.
Yana, die ihr eigenes Leben zu finden beginnt, wird von Victor immer weniger beachtet. Mehr noch: Seine Lebenslügen kommen ans Licht, und seine Persönlichkeit verändert sich. Er wird unberechenbar und aggressiv.
Trotzdem ist sie es, die es immer wieder versucht und ihm Geschenke macht. Doch nicht nur ihre unterschiedliche Herkunft trennt die beiden. Sie flüchtet sich öfter in die nahe Natur und tröstet sich gegen den Hunger mit «Waldschokolade» – während er in Sachen Kunst und Kommerz öfters in den Osten abtaucht.
Ersehnte Liebe
Die Spannung der Geschichte bleibt so erhalten und der zunächst rätselhafte Titel erhält gegen Schluss eine Erklärung. (...) Die Stärken des Romans liegen dort, wo sich Yana in Rückblenden an ihre Kindheit und Jugend unter ärmlichen Verhältnissen am Schwarzen Meer erinnert; ihre Vorfahren waren im 19. Jahrhundert aus der Schweiz eingewandert. Überzeugend sind auch die Passagen, in denen sie über ihre Unsicherheiten und Versagensängste im fremden, reichen Land nachdenkt, über ihre Selbsttäuschungen und Hoffnungen. Die ersehnte Liebe, das erträumte Glück: War das alles nur ein Missverständnis?
Empathie und satirische Töne
In den Selbstreflexionen Yanas versucht Markus Ramseier sich empathisch in seine Protagonistin hineinzuversetzen, was ihm weitgehend gelingt, ähnlich wie in seinem letzten, erfolgreichen Roman «Vogelheu». Die detaillierten Naturschilderungen zeigen zudem, dass er sehr genau hinzuschauen weiss. Sehr erfrischend auch, wie er Anlässe einheimischer Prägung wie Dorffeste, Firmeneröffnungen und Kunstvernissagen beschreibt.
Übrigens spart der in Pratteln lebende Autor – ausgebildeter Sprachwissenschafter, langjähriger Ortsnamenforscher und Zeitungskolumnist – keineswegs mit Nordwetschweizer Lokalkolorit.
Christoph Dieffenbacher, bz Basel, 23. 4. 2018
Ein eindrücklicher Blick von aussen
Der in Pratteln lebende Markus Ramseier erzählt in seinem neuen Roman «In einer unmöblierten Nacht» die Geschichte einer scheinbar idealen Beziehung. Der erfolgreiche Schweizer Geschäftsmann Victor ist ein fanatischer Kunstsammler. Die junge, mausarme Ukrainerin Yana hilft ihm im Moskauer Puschkin-Museum bei einer Expertise als Übersetzerin. Die beiden werden ein Paar und heiraten in der Schweiz. Trotz aller Verschiedenheit der Herkunft scheinen sie ein perfektes Paar zu sein.
Doch Victor entpuppt sich immer mehr als ein von seinen ganz speziellen Dämonen Kunst und Geld Getriebener. Yana, aus deren Sicht der Roman geschrieben ist, entfernt sich immer mehr von ihm, bezeichnet Victor als «Attrappe» und «Kopie». Und da taucht auch schon der Förster Gian auf, das genaue Gegenentwurf von Victor.
In Markus Ramseiers klugem Roman geht es unter anderem auch um die Kommerzialisierung der Kunst und die fatale Selbstverständlichkeit von Luxus in der Schweiz. Der Text ist auch ein eindrücklicher Blick von aussen auf unser Land. Auch auf die Mundart, denn neben schwarzer Schokolade liebt Yana auch diese sehr.
Wolfgang Bortlik, ARENA Literaturinitiative, 9. 5. 2018
Von Fremdheit, Enttäuschung und Hoffnung
Riehen. In seinem neuen Roman „In einer unmöblierten Nacht“ erzählt der in Pratteln lebende Autor Markus Ramseier von einem ungleichen Paar: Die junge ukrainische Übersetzerin Yana lernt im Moskauer Puschkin-Museum den fanatischen Schweizer Kunstsammler und Unternehmer Victor kennen.
Mit Nachnamen heißt er Muff, ist 40, Geschäftsmann, reich, hyperaktiv und weltgewandt. Yana, ist arm, hübsch, gefühlsbetont, gehemmt und fremdelt in der Schweiz, wo sie der Liebe wegen hinzieht. Yana liebt Schokolade, vielleicht ein süßer Trost, und sie sehnt sich nach Liebe. Es ist die Geschichte einer mutigen jungen Frau, und Ramseier erzählt sie aus ihrer Perspektive. Eine Geschichte von Fremdheit, Enttäuschung und Hoffnung.
Dabei ist Yana doch integrationswillig; aber je weiter der Roman fortschreitet, desto weniger klappt es mit dem Familienglück. Da denkt man an das russische Sprichwort, das Ramseier als Motto über seinen Roman stellt: „Es gäbe kein Glück, hätte das Unglück nicht geholfen“.
Bei der Buchpräsentation in der Riehener Literaturinitiative Arena – der Roman ist gerade erst vor zehn Tagen auf dem Buchmarkt erschienen – scheint es, als würde sich Ramseier mit seiner Heldin solidarisieren. Diese wird nicht glücklich in der Villa, die Victor von seiner Mutter geerbt hat, einem „vermöbelten Haus“, das für Yana zum Albtraum wird.
Ramseier zeigt sprachlich sehr fein und stringent in der Handlung, dass Yana innere Kräfte entwickelt, vor allem, als sie den Förster Gian kennenlernt. Da wird sie zum Objekt der Begierde von beiden Seiten. Die Männer: Victor, ein Muss-Mensch, Gian ein Darf-Mensch. Diese schöne, kurze Formel legt Ramseier Yana in den Mund.
Zwei Menschen, die ungleicher nicht sein könnten, stehen sich gegenüber: hier der reiche Macher und Mäzen, dort die kleine Dolmetscherin mit den blauen Augen, die seinem Charme erliegt. Tut sich da ein Idyll auf, eine simple Liebesgeschichte? Ramseier lässt sich viel Zeit für dieses Idyll. Die beiden heiraten, Yana macht das Spiel lange mit, doch dann kommt die Szene „Ladies Dinner“, der Rotarier-Apéro, und man spürt den Widerstand dieser Frau, die wegen ihres Lächelns als geheimnisvoll und unfassbar gilt. Erste Risse tun sich auf.
Für Ramseier, so sagt er im Gespräch mehrfach, ist dieser Victor ein Hochstapler, also eine komplexe Figur. Es geht aber bei dieser Liebesgeschichte im Osten auch um Auswanderung und Rückwanderung. Und gegen Ende merkt man, dass der Held immer dunkler, ja rabenschwarz gezeichnet wird und Yana als Lichtfigur erscheint. Ein Streit der beiden wird zum absoluten Tiefpunkt ihrer Beziehung.
Und jetzt kommt der Roman an die Stelle, wo sich der ungewöhnliche Titel erklärt, denn dieser Satz von der „unmöblierten Nacht“ wird zum Wendepunkt in der Geschichte, die wieder einmal zeigt, wie großartig dieser Schweizer Schriftsteller schreibt, welche interessanten Ideen und gesellschaftlich relevanten Themen er in seinen Romanen verarbeitet. Versüßt wird der Lesegenuss durch die Auflage einer Tafel „Waldschokolade“, die auch auf dem Büchertisch lag, im Aroma charaktervoll, leicht erdig: Die Schokolade zum Roman.
Jürgen Scharf, Die Oberbadische/Markgräfler Tagblatt, 15.5.2018
Rüpel trifft auf Lichtgestalt
Ein reicher Schweizer Unternehmer und Kunstsammler, der in Moskau gerade ein Schnäppchen gemacht hat, angelt sich dort eine ukrainische Dolmetscherin. Eine reine Seele mit schwieriger Vergangenheit, die das Abenteuer wagt, diesem Victor Muff in die Region Basel zu folgen. Doch im neuen Roman des 1955 geborenen Pratteler Schriftstellers Markus Ramseier («Vogelheu», 2013; Kulturpreis des Kantons Basel-Landschaft, 2014) ist sie an den Falschen geraten: an einen sturen, selbstverliebten Bock im Machtrausch, der den ererbten Betrieb für Entkalkungstechnik nur als Plattform benutzt, um sich in der Welt der Kunst in Szene zu setzen.
Wobei «Bock» streng genommen die falsche Bezeichnung für diesen Mann in den besten
Jahren ist. Denn seltsamerweise zeigt Vic, wie er sich rufen lässt, keinerlei körperliche Lust auf seine attraktive Yana – weder vor noch nach der offiziellen Heirat. Demütig
schreibt sich die Ukrainerin dies zunächst selbst zu. Sie ist überzeugt, dass sie und ihr rund um die Uhr mit seinem sozialen Aufstieg beschäftigtes Muttersöhnchen, das ihr «wie ein
wild bewegter und doch beruhigender Bergbach» vorkommt, sich schon noch finden werden. Fleissig eignet sich sich derweil schweizerdeutsche Vokabeln sie «süferli» und «Hundsverlochete»
an, erfreut sich am satten Grün ihrer Umgebund und setzt sich für das Wohl von Migrantenkindern ein.
(...)
Heilsamer Schlüsselblumentee
Zu guter Letzt rät Yana ihm nicht nur zu heilsamem Schlüsselblumentee,
sondern auch: «Weine, schrei dich blau, schrei dich ins Leben. Werde zum Künstler. Zum Lebenskünstler.» Zu jemandem, darf man folgern, wie ihr feinspüriger Förster,
der sie in einer «unmöblierten Nacht» – im Freien – von ihrem Dasein als blosse Vorzeigefrau in einer emotional verstellten Fabrikantenvilla erlöst.
Eine saturierte, geschäftige, in städtischen Kulturkreisen
ebenso wie im dörflichen Vereinsleben verkorkste Schweiz führt Markus Ramseier vor, die einen Berserker wie Victor hofiert, bis der über sein eigenes Ego
stolpert.
Peter Burri, Basler Zeitung, 10. Juli 2018
Einfühlsamer und höchst aktueller Roman
Die Suche einer jungen Frau aus der Ukraine nach dem grossen Glück, dessen scheinbare Verwirklichung - und die herbe Enttäuschung. Zu den vielen Themen dieses einfühlsamen und höchst aktuellen Romans gehören Aufbruch und Migration, Heimat und Verlorenheit, Liebe und Abstossung. Ein Wechselbad der Gefühle, ein Schwanken der Temperaturen von wärmster Zuneigung bis hin zu kaltem Unternehmertum. Die Geschichte von Yana, der "Exotin in der Schweizer Idylle" (Haymon), die Geschichte einer versuchten Integration und der immerwährenden Hoffnung.
Andreas Lang, Allgemeine Lesegesellschaft Basel, 30.5.2018
Ein Wald-Mümpfeli für die Leser
Mit einer Überraschung wartete der Prattler Schriftsteller Markus Ramseier in seiner jüngsten ArenaLesung vom vergangenen Dienstag im Kellertheater der Alten Kanzlei auf: Zu seinem neuen Buch «In einerunmöblierten Nacht», das soeben erschienen ist, brachte er auch gleich die passende Schokolade mit. «Wald-Mümpfeli» heisst sie und hat viel mit der Geschichte zu tun, die Ramseier zu erzählen hat. Und auch mit seinem Sohn Finn, denn dieser ist es, der die Schokolade zum Buch mit geschaffen hat, wie der Vater nicht ohne Stolz er zählt. Geplant habe er das nicht. Die Idee zur BuchSchokolade sei ihm erst sehr spät gekommen.
Mit Schokolade tröstet sich Yana über traurige Momente hinweg. Yana ist eine Ukrainerin, die als Übersetzerin in Moskau den reichen und erfolgreichen Schweizer Geschäftsmann Victor kennenlernt, als sich dieser eine teure Skulptur kaufen will. Yana folgt Victor in die Schweiz, wo die bei den nach kurzer Zeit heiraten.
Ramseier erzählt die Geschichte aus der Perspektive der jungen Frau – was nicht von Anfang an so geplant gewesen sei, wie der Autor zwischen zwei Textpassagen im Gespräch mit ArenaGastgeber Wolfgang Bortlik erzählt. Doch seine Hauptfigur sei immer dunkler, zuletzt tiefschwarz geworden, und so habe er als Gegen part eine Lichtfigur gebraucht in Form eben jener Yana, die in eine für sie völlig fremde Welt gekommen sei und deshalb vieles nicht wisse. Diese Unwissenheit – vielleicht auch Un schuld – überträgt sich auf den Erzähler, der ursprünglich ein Allwissender hätte sein sollen. Mit dieser Verschiebung der Erzählperspektive habe er sich selbst schützen wollen, erklärt Ramseier, denn manchmal brauche er auch Distanz zu seinen Figuren.
Ramseiers neuer Roman handelt von einem Hochstapler und ist eigent lichhochpolitisch. Hochstapelei sei doch eigentlich das Modell, dem wir uns heutzutage ausliefern würden, sagt Ramseier. «Wie gehe ich mit Hochstapelei um?», habe er sich gefragt. Und als die Fassadenhaftigkeit Victors immer deutlicher geworden sei, habe er eine dritte Figur gebraucht, den Förster Gian, einen Bündner Na turburschen, zu dem sich Yana immer mehr hingezogen fühlt. Und da ist sie, die Dreiecksgeschichte, in die Ramseier mehr hineingeschlittert ist als dass er sie wirklich gesucht hätte.
Viel verrät Ramseier nicht über seine Geschichte. Aber genug, um sein Publikum neugierig zu machen. Das zeigt sich nach der Lesung auch am Büchertisch.
Und als Flurnamenforscher, als heimatverbundener Erzähler, hat Ramseier noch eine besondere Pointe. Yana, die Fremde aus der Ukraine, ist so fremd nämlich doch wieder nicht. Denn sie hat Schweizer Wurzeln. Dass Yana gerade aus Schabo stammt, ist kein Zufall. Schabo war ein Dorf von Einwanderern aus der Schweiz. Ramseier kennt Elvira Wolf-Stohler persönlich. Sie ist die Letzte aus der damaligen Schweizer Kolonie, die noch lebt. Sie wurde 1920 in Schabo geboren und lebt heute in einem Altersheim in Pratteln. Diese Verwurzelung auch des Fremden habe er gebraucht, um seine Geschichte erzählen zu können, sagt Ramseier. Und so ist die Reise Yanas in die Schweiz nicht nur die Reise in ein ihr fremdes Land, sondern ein Stück weit auch eine Rückkehr zu ihren Wurzeln.
Ramseier lässt sich viel Zeit, um seine Figuren sich entwickeln zu lassen, um die Umgebung, die Umstände in aller Ruhe und vor allem in vielen Details zu beschreiben. Er versteht es, Situationen zu schaffen, Beklemmung beklemmend wirken zu lassen, Träume frei und leicht, und mit dem Fortgang der Geschichte merkt Yana allmählich, dass hinter der so stolzen, scheinbar unbefleckten, unantastbaren Souveränität und Selbstverständlichkeit ihres zu Beginn so vergötterten Victor nichts steckt.
Plötzlich geht für den Superreichen, den geschätzten Mäzen und geschickten Redner, der es versteht, an jeder Hundsverlochete gute Stim mung zu verbreiten, nicht mehr alles auf. Plötzlich wird Victor von anderen kritisiert. Rechnungen stimmen nicht mehr. Victor verliert sich im Alkohol, wird handgreiflich – und Yana entwickelt sich von der scheuen, armen, ahnungslosen grauen Maus zur selbstbewussten, sinnlichen Frau, die sich nicht mehr alles gefallen lässt. Natürlich nicht so absolut, nicht von schwarz zu weiss. Ramseier erzählt in Zwischentönen. Und er moralisiert nicht. Er lässt die Charaktere und Situationen für sich sprechen und überlässt vieles dem Leser, der Leserin.
Rolf Spriessler-Brander, Riehener Zeitung, 11. Mai 2018
Die Ukrainerin an der «Hundsverlochete»
(...) Markus Ramseier erzählt mit bildkräftiger Sprache eine Geschichte von Liebe, Verlust und Erkenntnis mit unerwartetem Ausgang. (...) In zarten Tönen erzählt Ramseier die Geschichte einer Frau, die in der Schweiz ihr Glück und eine erfüllende Liebe sucht. Schnell lernt die junge Übersetzerin den hiesigen Dialekt. Vor allem die Ü-Wörter wie «hüügerle», «Pflüümli» oder «chüüderle» haben es ihr angetan. Nur der Sinn der «Hundsverlochete» erschliesst sich ihr nicht auf Anhieb, meint sie doch, dass es sich dabei um ein Hundebegräbnis handelt. Die kraftvolle Sprache, gespickt mit Baselbieter Mundartausdrücken, die in einem Glossar erklärt werden, ist eine der Stärken des neuesten Romans von Markus Ramseier.
Heiner Oberer, Volksstimme, 2. Mai 2018
Wie man Blender durchschaut
Wir alle kennen solche Typen: erfolgreich, gewinnend, immer lächelnd. Sie werfen mit grossen Worten und Geld um sich, wickeln charmant jeden um den Finger. Doch irgendwann kommt der Punkt, wo man sie durchschaut. Es ist alles nur Fassade, dahinter steht ein armseliger Mensch. Von jenen, die ihn ertappen, wendet sich der Hochstapler ab und hinterlässt dabei nicht selten eine Spur der Zerstörung.
Victor Muff, schwerreicher Unternehmer und Kunstkenner, wird von allen bewundert. Auch die junge Ukrainerin Yana ist seinem Charme erlegen. Als er sie heiratet und in die Schweiz bringt, erlebt sie das Paradies auf Erden. Denn sie stammt aus ärmlichen Verhältnissen, ist eher unsicher und zweifelt an sich selbst. Nach einiger Zeit tun sich jedoch Risse auf. Victor offenbart krankhafte, unsympathische Charakterzüge und Yana merkt, dass er gefühlskalt ist, gleichzeitig aber süchtig nach Anerkennung – die einzige Form von Zuneigung, die er kennt.
Die Nacht, die alles verändert
Yana entwickelt sich im Verlauf des Romans, wird immer stärker und selbstsicherer, auch in ihrer Liebe. Sie kämpft um Victor, hofft, dass auch bei ihm eine Entwicklung möglich ist. Nach dramatischen Szenen findet sie einen Weg, um mit einem Menschen vom Typ «Blender» umzugehen. Schmerzlos endet das Buch nicht, aber hoffnungsvoll.
Der Gegensatz zwischen Victor und Yana, zwischen Macht und Unsicherheit, zwischen Fassade und Echtheit, spiegelt sich in den Lokalitäten. Erdrückt von der mit kostbaren Möbeln dekorierten Villa, findet Yana ein Stück Freiheit im «unmöblierten» Wald, in der Natur. Eine Nacht, in der auch ein Förster eine Rolle spielt, wird zum Wendepunkt des Romans.
Marc Schaffner, Oberbaselbieter Zeitung, 26. 4. 2018