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41 cm.
Yoruba
Nigeria
Textil, Glasperlen
Nachlass René David (1928-2015), Zürich.
Musée International du Golfe de Guinée, Togo (2005-2011).
Ohne Sockel / without base
1,000.00 CHF
2,000.00 CHF
Jeder traditionelle Yoruba-König besitzt eine Kollektion von Perlenkronen, die er von seinen Vorgängern geerbt hat und die er zu bestimmten Gelegenheiten trägt.
Darüber hinaus erhält er als Zeichen seiner Herrschaft zu seiner Thronbesteigung auch neue Kronen. Die Perlenkrone (adenla) der Yoruba-Herrscher ist eine hohe, spitze Konstruktion aus Palmrippen (pako), die mit Maisstärke (eko) fixierte Schichten aus weissem Tuch bedecken. Das Tuch ist vollständig mit vielfarbigen Perlenbändern bestickt. Jede Krone zieren ein oder (meist) mehrere menschliche Gesichter im Basrelief. Auf der Spitze sitzt eine Vogelfigur aus Perlen und an den Seiten sind oft kleine Vögel befestigt. Am unteren Rand der Krone hängt ein Schleier aus Perlenschnüren, die das Gesicht des Trägers verbergen.
Die Perlenkrone mit dem Schleier verwandelt einen Yoruba-König von einem menschlichen in einen sakralen Herrscher, der zum Schutz der Gemeinschaft seiner Untertanen mit kosmischen Kräften kämpfen kann. Wenn er seine Krone trägt, ist das Gesicht des Herrschers mehr oder weniger hinter dem Perlenschleier versteckt. Seine menschlichen Züge verschwinden. Die Krone bestätigt ihn als göttliches Wesen.
Die Vogelfigur auf der Kronenspitze wird häufig als Pfau identifiziert (okin), der als König der Vögel gilt. Er und die anderen Vögel an den Seiten verweisen auf die starken weiblichen Mächte, die den Herrscher beschützen und mit denen er zusammenarbeiten muss, damit „die Mütter“ (awon iya wa) sich nicht in destruktive Hexen (aje) verwandeln und seine erfolgreiche Regierung bedrohen.
Weiterführende Literatur:
Beier, Ulli (1982). Yoruba Beaded Crowns. London: Ethnographica.