Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/189473

<h2>SubmittedText<h2><p>Ich habe zwar Verständnis für die Politik der SBB, was die Unterhaltsarbeiten an der Infrastruktur betrifft: Mit Streckensperrungen und Totalsperrungen spart das Unternehmen Zeit und Geld. Ich störe mich hingegen an der Planung dieser Arbeiten und am Umstand, dass mehrere Streckenabschnitte zugleich und für längere Zeit betroffen sind.</p><p>Als Beispiel seien die Arbeiten zwischen Romont und Chénens/FR auf der Fernverkehrsachse Genf-Zürich genannt. Ein Gleis wird zwischen dem 8. September und dem 11. November 2018 dauerhaft gesperrt. Diese Sperrung wird für Reisende von Bulle und aus dem Greyerzerland eine drastische Qualitätseinbusse des Verkehrsangebots Richtung Lausanne zur Folge haben. Auch Richtung Freiburg und Bern werden sich die Reisezeiten und die Angebotsdichte für Reisende aus dieser Region zum Schlechten ändern. Wer die S40 des Regionalexpressnetzes Freiburg benützt, wird erleben, dass die Züge durch Busse ersetzt und die Fahrpläne völlig umgestaltet werden - mit dem Ergebnis, dass die planmässigen Anschlüsse in Freiburg und Romont verpasst werden. Die Folgen sind nicht nur für die Fahrgäste der SBB und andere Pendlerinnen und Pendler ausgesprochen negativ, sondern auch für die Studierenden, Schülerinnen und Schüler, deren Studien- und Schulbetrieb dann ebenfalls wieder voll eingesetzt haben wird. Hinzu kommt, dass die Ersatzangebote nicht ausreichen, um die Nachfrage zu befriedigen, und dass auf den langen Strecken kein Bahnersatz durch Busse möglich ist, da die Ein- und Ausfallstrassen der Agglomerationen zu den Hauptverkehrszeiten völlig verstopft sind.</p><p>Die SBB begehen aber eine noch gravierendere Planungssünde: Die für diesen Herbst 2018 vorgesehenen Arbeiten an dieser Linie, dem Rückgrat des Netzes, sollen weniger als zwei Wochen nach dem Ende einer siebenwöchigen Totalsperrung auf derselben Linie beginnen ... zwischen Puidoux und Lausanne! Deshalb ist zu befürchten, dass diese Abfolge von Störungen dem öffentlichen Verkehr eine langanhaltende Attraktivitätseinbusse beschert - von Juli bis November 2018! Zweifellos werden viele Leute wieder zum motorisierten Individualverkehr zurückwechseln und so die Anstrengungen der Bundes- und Kantonsbehörden zunichtemachen, die Benützung des öffentlichen Verkehrs zu fördern.</p><p>Ich bitte den Bundesrat, darüber zu informieren, ob es möglich ist, die vorgesehenen Arbeiten an der Strecke Romont-Chénens hinauszuschieben, und zwar um mindestens ein Jahr, wie dies der Staatsrat des Kantons Freiburg verlangt.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat Verständnis für den Unmut wegen der Unannehmlichkeiten, die während der Arbeiten an der Bahnlinie Romont-Chénens zwischen dem 8. September und 11. November 2018 entstehen. Das Bauprogramm basiert auf einem operativen Entscheid der SBB. Die Arbeiten lassen sich nach Aussage der SBB nicht aufschieben. Sie sind für die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs unabdingbar, und in Lussy (Bahnhof Romont) werden zudem neue Gleise für den Güterverkehr gebaut. Dadurch kommt es zu Einschränkungen des Bahnangebotes zwischen Romont und Freiburg. Der Kanton Freiburg wurde im Mai 2017 über die Reduzierung der Bahnkapazität informiert und dann erneut am 6. Juli 2017 bei einer Baustellenpräsentation. Das Detailkonzept wurde Ende Februar 2018 vorgestellt. Der Kanton Freiburg hat am 25. Mai 2018 offiziell um Aufschiebung dieser Arbeiten ersucht.</p><p>2019 ist ein stark befrachtetes Jahr, in dem keine grossen Baustellen mehr hinzugefügt werden können. Nach dem Streckenunterbruch vom 23. Mai bis zum 15. September auf der Broye-Linie zwischen Moudon und Palézieux wird die Strecke zwischen Palézieux und Vauderens vom 16. September bis zum 7. Oktober und zwischen Puidoux und Palézieux vom 9. Oktober bis zum 10. November total gesperrt. Auch in den Jahren danach sind wichtige Arbeiten geplant.</p><p>Mehrere Ersatzvarianten wurden untersucht; drei davon wurden den Bahnunternehmen TPF und SBB im Beisein eines Kantonsvertreters vorgestellt. Die Bahnunternehmen haben sich für eine dieser Varianten ausgesprochen. Der Kanton hat sich nicht dazu geäussert.</p>  Antwort des Bundesrates.