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Die Glutenintoleranz (Zöliakie) ist eine Autoimmunreaktion auf Gluten, einem Bestandteil in verschiedenen Getreidesorten.
In der Schweiz sind ungefähr ein Prozent der Bevölkerung von einer Zöliakie betroffen. Bei Personen mit einer Zöliakie führt Gluten (Klebereiweiss in verschiedenen Getreidesorten) zu einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut. Wird eine glutenfreie Ernährung eingehalten, ist in der Regel ein beschwerdefreies Leben möglich.
Personen mit einer Zöliakie haben eine genetische Vorbelastung (Prädisposition). Dadurch führt bei ihnen die Zufuhr von Gluten zu einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut. Gluten ist ein Sammelbegriff für Klebereiweisse in verschiedenen Getreidesorten (Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer, Emmer, Grünkern, Kamut, Einkorn und Triticale). Die Schädigung führt zum Abbau der Dünndarmzotten, wodurch sich die Oberfläche des Darms verkleinert. Nährstoffe (Kohlenhydrate, Fette, Eiweisse, Vitamine und Mineralstoffe) können dadurch schlechter aufgenommen werden und stehen dem Körper nicht mehr ausreichend zur Verfügung. Diese Nährstoffdefizite können im Laufe der Erkrankung Mangelerscheinungen (z.B. Eisenmangel) und entsprechende Folgen (z.B. Blutarmut) auslösen.
Die Symptome einer Zöliakie zeichnen sich durch ihre Vielfältigkeit und ihre unterschiedliche Ausprägung aus. Es gibt auch Formen der Zöliakie, bei der keine oder nur wenige bemerkbare Symptome auftreten.
Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Durchfall, Blähbauch, Wachstumsstillstand, Entwicklungsverzögerung, Weinerlichkeit und Gereiztheit.
Müdigkeit/ Erschöpfung, Blutarmut, Eisenmangel und andere Mangelzustände, Durchfall oder Verstopfung, wiederkehrende Bauchschmerzen, Knochenschmerzen, Gewichts- und Kraftverlust, verminderte Leistungsfähigkeit, Konzentrationsprobleme, depressive Verstimmungen, Unfruchtbarkeit und Frühgeburten bei Frauen.
Bei einem Verdacht auf Zöliakie sollten die spezifischen Zöliakie-Antikörper im Blut (Anti-Tissue-Transglutaminase IgA und IgG, Anti-Endomysium IgA und IgG und Anti-Gliadin IgA und Anti-Gliadin IgG) gemessen werden. Eine weitere diagnostische Untersuchung ist in der Regel eine Dünndarmspiegelung mit Gewebeentnahme (Biopsie).
Die Menge Zöliakie-spezifischer Antikörper im Blut ist ernährungsabhängig und reduziert sich bei Einhaltung einer glutenfreien Ernährung. Deshalb ist es wichtig, die glutenfreie Ernährung erst nach gesicherter Diagnose zu beginnen. Andernfalls wäre diese erschwert oder unmöglich.
Zöliakie tritt gehäuft auch mit anderen Erkrankungen auf, zum Beispiel: Diabetes mellitus Typ 1, rheumatoide Arthritis, Trisomie 21. Als Folge einer (längere Zeit) nicht entdeckten Zöliakie kann bei Betroffenen zusätzlich eine Laktoseintoleranz oder Osteoporose auftreten.
Die einzige bekannte Therapie der Zöliakie ist eine lebenslange, glutenfreie Ernährung. Zöliakiebetroffene können unter Vermeidung von Gluten in der Regel beschwerdefrei und gesund leben.
Für Zöliakiebetroffene gelten deshalb folgende Punkte: