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Wildkamele:
Das zweihöckrige Wildkamel oder Khavtgai (Camelus ferus) ist die einzige, echte Wildform unter den Gross- bzw. Altweltkamelen. Sämtliche anderen Kamele in Zoos, Zirkussen und Privathaltung aber auch in allen Wüstengebieten der Welt sind domestizierte Nutztiere. Sie werden schon seit 3000-4000 Jahren vom Menschen gezüchtet. Von den einhöckrigen Kamelen, den Dromedaren, existiert nicht mal eine bekannte Wildform. Die in Australien wild lebenden Dromedare sind verwilderte Nachfahren der im 19. Jahrhundert dorthin eingeführten Arbeitstiere aus Pakistan / Indien bzw. Gran Canaria.
Neben einigen typischen körperlichen Merkmalen, welche sie deutlich von den im selben Gebiet gehaltenen Trampeltieren oder Hauskamelen unterscheidet, besitzen sie auch das Wesen eines echten Wildtiers. Sie lassen sich zwar einigermassen zähmen aber ein Umgang wie mit einem domestizierten Tier (Halftern, Reiten, Melken usw) ist in der Regel nicht möglich. Letztlich unterscheiden sie sich auch im Erbgut deutlich von den ihnen am ähnlichsten Verwandten, den Trampeltieren.
Das äussere Erscheinungsbild ähnelt einem Trampeltier, jedoch sind die Khavtgais zierlicher und meist etwas kleiner. Am markantesten sind die sehr kleinen, weit auseinanderstehenden und sehr spitzen Höcker. Im Gegensatz zu ihren Verwandten haben sie niemals hängende Höcker. Des weiteren unterscheiden sie sich durch flachere Schädel und durch eine eher abfallende Rückenlinie. Das Haarkleid hat eine komplett andere Struktur, es ist zwar ebenso dicht und warm aber kürzer als bei Trampeltieren. Hinsichtlich der Farbe sind Khavtgai wie alle Wildtiere optimal an ihren Lebensraum angepasst und zeigen eine sandgelbe Grundfarbe mit dunkleren Bereichen an bestimmten Körperstellen (z.B. Höckerspitzen). Die Farben Hell-, Rot- und Dunkelbraun, Schwarz, Grau, Weiss oder gar Gescheckt, wie es bei den Hauskamelformen Trampeltier und Dromedar üblich ist, existieren bei den Wildkamelen nicht.
Wildkamele werden zur Zeit weltweit in keiner Einrichtung von Menschen gehalten, lediglich in der südlichen Mongolei besteht ein Forschungsgehege mit ca. 20 Exemplaren.
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