Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03253.jsonl.gz/499

Sicherheitsaspekte die kleinen Vorderräder nach vorne richten, damit der Rollstuhl nicht vornüber kippt Rollstuhl bremsen – falls die Bremsen nicht mehr genügend halten, haben die Reifen möglicherweise zu wenig Luft oder die Bremsen sind verbogen eventuell vorhandene Anti-Kippräder ausklappen Rollstuhl nicht parallel zum Bett positionieren, sondern diagonal Rutschbrett so positionieren, dass es horizontal liegt und nicht schräg über dem Rad zum Schutz der Haut eventuell Radschutz oder kleines Kissen verwenden falls möglich, Bettniveau dem Rollstuhlniveau anpassen Transfer vom Rollstuhl ins Bett 1 Merkpunkte Die Füsse müssen Kontakt zu einer Unterstützungsfläche haben (Fussteile des Rollstuhls, Boden etc.), damit das Gewicht abgegeben werden kann. Das Gewicht des Oberkörpers wird für den Transfer so weit nach vorne verlagert, bis das Gesäss entlastet ist. Der Kopf geht Richtung Bett und das Gesäss Richtung Rollstuhl. Transfer vom Rollstuhl ins Bett 2 Was muss bezüglich der Schultern beachtet werden? Die Schultern sind die Gelenke, die bei Mobilisationen am meisten belastet werden, beim Aufsitzen wie auch beim Transferieren. Darum ist es wichtig, sie soweit wie möglich zu schonen und sich z.B. nicht an den Händen in die Sitzposition hochziehen zu lassen oder sich nicht am Bettgalgen selbst aufzurichten. Wo können Hilfspersonen bei Transfers am besten unterstützen? Hilfspersonen stehen während des Transfers vor dem Rollstuhlfahrer, um bei Gleichgewichtsverlust des Oberkörpers und dadurch entstehender Sturzgefahr sofort reagieren zu können. Dabei sollten sie den Rollstuhlfahrer nicht in seiner Selbständigkeit einschränken, indem sie zu nahe vor ihm stehen. Wichtig Technisch schlecht durchgeführte Transfers bergen eine hohe Verletzungsgefahr, z.B.:
Hautverletzungen Scherkräfte, die Hautrisse verursachen können Abschürfungen Verletzungen der tieferen Hautschichten, die zu Druckstellen führen können Stürze mit gesundheitlichen Folgen Prellungen, Schürfungen, Rissquetschwunden Knochenbrüche Häufig gestellte Fragen Warum soll ich mich
nicht an den Händen in die Sitzposition hochziehen lassen? Diese
Bewegung ist für Sie und für Ihre Hilfspersonen gleichermassen
gesundheitsschädigend – für Sie besteht eine hohe Belastung in den
Schultern, was diese auf lange Sicht schädigen kann, und bei Ihren
Hilfspersonen können Probleme für den Rücken entstehen. Zudem können Sie
bei dieser Art des Aufsitzens nicht selber mithelfen und haben somit
auch keine Kontrolle über die Bewegung. Wenn ich z.B. auf
Reisen Hilfe beim Transfer erhalte, werde ich immer unter den Schultern
gehoben, die danach wehtun. Was kann ich tun? Wenn man gehoben
wird, ist es wichtig, die Schultern nach unten zu drücken, um sie zu
stabilisieren. Können Sie das nicht oder haben Sie bereits
Schulterprobleme, sollten Sie nie unter den Schultern hochgezogen
werden! In solch einem Fall kann ein Transfergurt helfen. Dabei
handelt es sich um einen breiten Gurt mit Hebelaschen, der sehr eng um
die Taille angebracht wird, so dass die Hilfspersonen Sie damit anheben
können und Ihre Schultern nicht beansprucht werden. Zur Autorin: Christa Schwager ist Fachexpertin Bewegung in der Abteilung Pflegeentwicklung und Bildung am Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) in Nottwil/Schweiz, wo sie seit 1994 arbeitet. Sie ist Mitautorin der Standardwerke zu Querschnittlähmung „Paraplegie. Ganzheitliche Rehabilitation" (Hrsg. Guido A. Zäch & Hans Georg Koch) sowie „Pflege von Menschen mit Querschnittlähmung" (Hrsg. Ute Haas). aktualisiert: Dezember 2013
Die Hände wandern am Greifring entlang, treiben mit Druck die Räder nach vorne. Und das Tag für Tag, Jahr um Jahr. So sieht die normale Fortbewegung vieler Rollstuhlfahrer aus, und bei der Hälfte von ihnen verursacht gerade die tägliche Mobilität Schmerzen. Die Ursachen sind vielseitig und meist ist unklar, was der genaue Auslöser ist. Das Forschungsteam der Gruppe «Shoulder Health and Mobility» der Schweizer Paraplegiker-Forschung (SPF) verfolgt den Ansatz, dass die Schulterbelastung während des Rollstuhlfahrens zu hoch ist und somit Verletzungen auslösen kann. In mehreren Studien untersuchten die Wissenschaftler, ob Rollstuhl oder Handbike sich besser eignen, um die Schulterbelastung zu minimieren, und wie die optimale Einstellung des Handbikes aussieht. Im Schnitt leiden fünf von zehn Personen mit einer Querschnittlähmung an Schulterschmerzen. Wie hoch diese Zahl ist, zeigt der Vergleich mit der allgemeinen Bevölkerung, bei der lediglich zwei von zehn Personen von Problemen mit der Schulter berichten. Bei Fussgängern erledigen die grössten und stärksten Muskeln und Gelenke der Beine die Fortbewegung, doch bei Querschnittgelähmten übernehmen die Schultern diese Aufgabe. Es überrascht deshalb nicht, dass Schulterschmerzen häufig auftreten. Oft ist unklar, was die genaue Ursache von Schulterschmerzen ist. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen: Es kann sein, dass die individuelle Anatomie der Schulter Verletzungen begünstigt, dass Bewegungsabläufe nicht optimal ausgeführt werden oder dass durch bestimmte Tätigkeiten eine zu hohe Belastung auf das Schultergelenk wirkt. Welche Forschungsfrage haben sich die Forscher gestellt? Das repetitive Antreiben des Rollstuhls wird häufig als einer der wichtigsten Gründe für Schulterschmerzen genannt. Deshalb wollten die Forscher in einer ersten Studie untersuchen, ob andere Fortbewegungsmittel, wie das Handbike, besser geeignet sind, um längere Distanzen zurückzulegen. Die individuelle Anpassung ist dabei sehr wichtig, da dadurch Bewegungsabläufe optimiert und Belastungen verringert werden. Zur Rollstuhl-Anpassung liegen schon zahlreiche Studien vor, aber Forschung im Bereich Handbike ist noch spärlich. Deshalb wollten die Wissenschaftler in einer zweiten Studie klären, wie man das Handbike einstellen sollte, um die Schulterbelastung möglichst gering zu halten. Wie wird die Schulterbelastung gemessen? An beiden Studien haben insgesamt 26 Rollstuhlfahrer teilgenommen. Während der Tests mit dem Rollstuhl und dem Handbike wurden die Versuchspersonen mit Hilfe verschiedener Geräte analysiert: Die Bewegung ihrer Arme, Hände und Oberkörper wurden mit reflektierenden Markern aufgezeichnet und im dreidimensionalen Raum dargestellt. Die angewendete Kraft wurde mit Sensoren im Handgriff des Handbikes und im Treibring des Rollstuhls gemessen. Damit wird deutlich, bei welchem Fortbewegungsmittel mehr Kraft aufgewendet werden muss. Weiter wurde mit Hilfe eines EMG (Elektromyogramm) analysiert, wann einzelne Muskeln wie stark aktiv sind. Dies gibt die Information, ob gewisse Muskeln zu sehr beansprucht werden und ob das Risiko der Übermüdung und Überbelastung besteht. Mit einer Atemmaske wurde die Atemluft analysiert und der Sauerstoffverbrauch während der Versuche gemessen. Auf diese Weise liess sich feststellen, mit welchem der beiden Geräte die Versuchspersonen effizienter fahren und somit weniger Energie verbrauchen. Alle Resultate wurden in ein Modell eingefügt, mit welchem die Kraft im Schultergelenk und in den einzelnen Muskeln berechnet wird. Dies ist aktuell die genaueste Methode zur Bestimmung der Gelenkbelastung. Versuchsaufbau Rollstuhl oder Handbike In der Vergleichsstudie fuhren die Testpersonen mit dem Rollstuhl und dem Vorspann-Handbike bei gleicher Leistung auf dem Laufband. Beim Vorspannbike wird ein zusätzliches Rad und eine Handkurbel vor den Alltagsrollstuhl gespannt. Die Resultate zeigen, dass die Belastung des Schultergelenks während des Rollstuhlfahrens höher ist. Die Spitzenwerte der Gelenkkraft sind beim Rollstuhlfahren im Vergleich zum Handbikefahren doppelt so hoch. Die höchsten Kräfte treten beim Rollstuhlfahren in der Mitte der Antriebsphase auf, wohingegen beim Handbikefahren die höchsten Kräfte beim Heben der Kurbel gemessen wurden. Auch die Durchschnittswerte der Kräfte über einen ganzen Zyklus (eine Kurbelumdrehung beim Handbike, Antriebs- und Rückführphase beim Rollstuhl) sind beim Handbikefahren tiefer. Kraft im Schultergelenk bei einer Leistung von 55 Watt
Zusätzlich zu den Gelenkkräften sind auch die Muskelkräfte beim Rollstuhlfahren höher. Vor allem die Muskeln der Rotatorenmanschetten,
die das Schultergelenk stabilisieren, werden stärker beansprucht. Bei
längerem Rollstuhlfahren ist somit das Risiko einer Übermüdung dieser
Muskeln höher, was dazu führen kann, dass diese Muskeln das
Schultergelenk nicht mehr optimal stützen und es zu einer Verletzung und
Schmerzen kommt.
Die Studie bestätigt die Resultate anderer
Forschungsgruppen: Das Handbike ist effizienter als der Rollstuhl, das
heisst, man muss für die gleiche Leistung weniger Energie aufwenden.
Die optimale Anpassung des Handbikes
Die Einstellung des Handbikes wurde schon in anderen Studien untersucht. Ziel war dabei nicht die Minimierung der Schulterbelastung, sondern die Maximierung der Leistung. Um eine möglichst hohe Leistung zu erreichen, schlagen diese Studienergebnisse Folgendes vor: Die Kurbel sollte unterhalb der Schulter platziert werden, die optimale Kurbellänge ist 18 cm und die Handgriffe sollten schulterbreit und mit einem Neigungswinkel von 30° platziert werden (Hände 30° nach innen gekippt).
Die Thematik der hier vorgestellten Studien war die Schulterbelastung, deshalb fuhren die Studienteilnehmer in der zweiten Studie bei gleicher Leistung, aber mit unterschiedlichen Einstellungen des Liegebikes. Im Vergleich zum Vorspannbike ist das Liegebike ein eigenständiges Sportgerät, in dem man mit ausgestreckten Beinen und näher zum Boden liegt. Beim Test-Liegebike wurden der Winkel der Rückenlehne (15°, 30°, 45° und 60°) sowie Höhe und Distanz der Kurbelposition variiert.
Die Resultate der Studie zeigen eindeutig, dass die aufrechte Position der Rückenlehne (Winkel der Rückenlehne = 60°) optimal ist. Bei dieser Einstellung ist sowohl die Kraft im Schultergelenk wie auch die Belastung der Schultermuskeln (Rotatorenmanschetten) am geringsten. Je flacher die Rückenlehne eingestellt wird, desto höher ist die Schulterbelastung. Da der Test auf einem Ergometer durchgeführt wurde, konnte der Luftwiderstand nicht berücksichtigt werden. Bei aufrechter Sitzposition steigt dieser Widerstand und verringert somit die Geschwindigkeit, was vor allem für Wettkampfsportler nicht ideal ist. Für Freizeitsportler, bei denen nicht die Geschwindigkeit, sondern die Gesundheit im Vordergrund steht, wird empfohlen, wenn möglich eine aufrechtere Sitzposition einzunehmen.
Die Resultate der Kurbelhöhe zeigen, dass es keinen Unterschied macht, ob die Kurbelachse unterhalb, oberhalb oder auf Schulterhöhe platziert wird. Die Kurbeldistanz ist wiederum ausschlaggebend: wenn die Kurbel näher platziert wird, steigt die Schulterbelastung. Die Kurbel sollte deshalb so eingestellt werden, dass der Ellbogen nur leicht gebeugt (15°), aber zu keinem Zeitpunkt voll durchgestreckt ist.
Fazit
Um das Risiko einer Schulterüberbelastung zu verringern, sollte für lange Strecken ein Handbike dem Rollstuhl vorgezogen werden. Dabei sollte es mit einer aufrechten Sitzposition und einer entfernten Kurbelposition gefahren werden.
Referenz:
Paracontact 1/2013, Schweizer Paraplegiker-Vereinigung aktualisiert: Dezember 2013
Ich bekomme ein Kind – und nun? Der Kinderwunsch ist bei querschnittgelähmten Frauen nicht anders als bei Frauen ohne Behinderung. Jedoch wirft eine Schwangerschaft viele zusätzliche Fragen auf: Worauf muss ich als querschnittgelähmte Frau während meiner Schwangerschaft speziell achten? Wie kann ich mein Kind möglichst selbständig versorgen? Welche Hilfsmittel könnten mir den Alltag mit einem Baby erleichtern? Die folgenden Adressen, Bücher und Dokumente können Antworten zu diesen Fragen bieten. Zudem zeigen kurze Youtube-Videos, welche Tricks in der Babybetreuung sich querschnittgelähmte Frauen ausgedacht haben, um ihr Kind möglichst selbständig versorgen zu können. Foren und Websites http://www.lewu.de/ (auf Deutsch) (zuletzt besucht am 01.10.2014) Informative Website mit Forum für Frauen mit Behinderung und chronischer Erkrankung, die sich rund um die Themen Partnerschaft, Sexualität, Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt und das Leben mit Kindern dreht. http://www.disabledparents.net/ (auf Englisch) (zuletzt besucht am 01.10.2014) Informative Website für beeinträchtigte Elternteile sowie Buch- und Fachartikelempfehlungen. http://www.apparelyzed.com/forums/forum/29-parents-in-wheelchairs/ (auf Englisch) (zuletzt besucht am 01.10.2014) Forum zum Thema „Eltern im Rollstuhl“. http://www.rolli-wegweiser.at/rww/1020.html (auf Deutsch) (zuletzt besucht am 01.10.2014) Zwei querschnittgelähmte Frauen haben sich ihren Kinderwunsch erfüllt und erzählen von ihrer Schwangerschaft. Die Website enthält auch Informationen zum Thema Vaterschaft. http://www.elternclubschweiz.ch/artikel/eltern-mit-behinderung (auf Deutsch) (zuletzt besucht am 01.10.2014) Drei beeinträchtigte Mütter (Hörbehinderung, Sehbehinderung und Multiple Sklerose) berichten aus ihrem Familienalltag. http://www.myhandicap.ch/familie-kinder-ch.html (auf Deutsch) (zuletzt besucht am 01.10.2014) Informative Website zu Themen wie Vater/Mutter mit Handicap, Schwangerschaft bei Querschnittlähmung und Sexualität. Videos Ali puts a Baby in the front car Hochgeladen von parentsinwheelchairs am 15.08.2011 Heruntergeladen von http://www.youtube.com/watch?v=HjxcK_L4MFw&feature=plcp (zuletzt besucht am 01.10.2014) Ali shows us the adapted cot they used for Sarah Hochgeladen von parentsinwheelchairs am 14.04.2011 Heruntergeladen von http://www.youtube.com/watch?v=usEWK7Dir2I (zuletzt besucht am 01.10.2014) Ali shows us the changing table she used Hochgeladen von parentsinwheelchairs am 14.04.2011 Heruntergeladen von http://www.youtube.com/watch?v=hy3pbE0RV1A&¬feature=context-cha (zuletzt besucht am 01.10.2014) Bernie puts Jasper in the car Hochgeladen von Bernadette Nolan am 26.10.2011 Heruntergeladen von http://www.youtube.com/watch?v=GlqyUBNl3ng (zuletzt besucht am 01.10.2014) Jasper's Power Cot Hochgeladen von Bernadette Nolan am 04.11.2011 Heruntergeladen von http://www.youtube.com/watch?v=jjp7gxqVfRE (zuletzt besucht am 01.10.2014) Picking Jasper Up Hochgeladen von Bernadette Nolan am 26.10.2011 Heruntergeladen von http://www.youtube.com/watch?v=g9TIu48Y8-k (zuletzt besucht am 01.10.2014) Picking up Jasper (10 months old) Hochgeladen von Bernadette Nolan am 05.05.2012 Heruntergeladen von http://www.youtube.com/watch?v=3HkxdA9LCx4 (zuletzt besucht am 01.10.2014) Jasper has a shower Hochgeladen von Bernadette Nolan am 11.05.2012 Heruntergeladen von http://www.youtube.com/watch?v=T3ud0dj3Z8E (zuletzt besucht am 01.10.2014) Mutter auf Rädern – Ein Jahr mit Edith Hunkeler und ihrer Tochter Elin Hochgeladen vom Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), Sendung „Reporter“ vom 06.11.2011 Heruntergeladen von http://www.srf.ch/player/tv/reporter/video/mutter-auf-raedern-ein-jahr-mit-edith-hunkeler-und-ihrer-tochter-elin?id=07fad363-7172-4966-846c-c5fa48340931 (zuletzt besucht am 01.10.2014) Bücher & Dokumente The Disabled Woman's Guide to Pregnancy and Birth Rogers, J. (2006). Demos Medical Publishing: New York Ein praktischer Leitfaden zu Schwangerschaft und Geburt für Frauen mit Behinderung. Basierend auf den Erfahrungen von 90 betroffenen Frauen. The Baby Challenge – A handbook on pregnancy for women with a physical disability Campion, M.J. (1990). Routledge: London Informatives Handbuch für Frauen mit körperlicher Behinderung zur Vorbereitung auf die Mutterschaft. Sexualität bei Querschnittlähmung – Antworten auf ihre Fragen Ducharme, S.H. & Gill, K.M. (2006). Huber: Bern Ein Fragenkatalog zu Sexualität, Fruchtbarkeit, Verhütung und sexuell übertragbaren Krankheiten. Inklusive einführender Grundlagen. Spinal Cord Injury and the Family: A new guide Alpert, M.J. & Wisnia, S. (2008). Harvard University Press: Cambridge, Massachusetts Mit Kapiteln zu “Fertility and Pregnancy", “Parenting with SCI" und mehr zu verschiedenen Themen rund um Querschnittlähmung. Lebenswert – Eine behinderte Frau bekommt ein Kind Finger, A. (1992). Fischer: Frankfurt am Main Der bewegende Bericht einer Frau, die als Kind an Polio erkrankte. Über Elternliebe und die mutige Auseinandersetzung mit dem Recht auf ein eigenes Kind trotz Behinderung. Zur Situation körperbehinderter Frauen – Sexualität, Partnerschaft, Mutterschaft [Diplomarbeit] Kück, B. (2005). (ISBN 978-3638444200) Eine Arbeit, welche die Situation von Frauen mit Behinderung darstellt und für die Problematik der Themen Sexualität, Partnerschaft und Mutterschaft bei Frauen mit Behinderung sensibilisieren möchte. Mutterglück trotz körperlicher Behinderung – beschrieben am Beispiel der Querschnittslähmung [Diplomarbeit] Bachmann, A. & Loosli, B. (2002) Eine zusammengefasste Form ist in der Hebammenzeitschrift erschienen und kostenlos im Internet zu finden: http://www.hebamme.ch/x_data/heft_pdf/2004-02-04.pdf (zuletzt besucht am 01.10.2014) Sexuality and Reproductive Health in Adults with Spinal Cord Injury: What You Should Know – A Guide for People with Spinal Cord Injury Paralyzed Veterans of America (2011) Heruntergeladen von http://www.pva.org/atf/cf/%7BCA2A0FFB-6859-4BC1-BC96-6B57F57F0391%7D/WHAT%20YOU%20SHOULD%20KNOW.PDF (zuletzt besucht am 01.10.2014) Für Personen mit Querschnittlähmung. Informativer Leitfaden über Sexualität bei Männern und Frauen mit Querschnittlähmung. Es werden auch Themen wie Schwangerschaft und Geburt behandelt. Sexuality and Reproductive Health in Adults with Spinal Cord Injury: A Clinical Practice Guideline for Health-Care Professionals Paralyzed Veterans of America (2010). The Journal of Spinal Cord Medicine, 33(3), 281-336 Für Gesundheitspersonal, das im Bereich Querschnittlähmung arbeitet. Ein Leitfaden, der informiert, sensibilisiert und für Fragen zum Thema Sexualität öffnen soll. Pregnancy Complicated by Maternal Paraplegia or Tetraplegia as a Result of Spinal Cord Injury and Spina Bifida Demasio, K. & Margriples, U. (1999). Sexuality and Disability, 17(3), 223-32 Mit Informationen über mögliche Komplikationen vor, während und nach der Geburt bei Menschen mit Querschnittlähmung. Zur Autorin: Christa Schwager ist Fachexpertin Bewegung in der Abteilung Pflegeentwicklung und Bildung am Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) in Nottwil/Schweiz, wo sie seit 1994 arbeitet. Sie ist Mitautorin der Standardwerke zu Querschnittlähmung „Paraplegie. Ganzheitliche Rehabilitation" (Hrsg. Guido A. Zäch & Hans Georg Koch) sowie „Pflege von Menschen mit Querschnittlähmung" (Hrsg. Ute Haas). aktualisiert: Oktober 2014
Ein ganzheitlich geplantes und gebautes Wohnumfeld ist ein elementares Bedürfnis und hat grossen Einfluss auf die Lebensqualität. Für Menschen mit Querschnittlähmung sind Abbau und Vermeidung baulicher Schranken essentielle Voraussetzungen für Unabhängigkeit. Der erste Schritt zur Eliminierung baulicher Hindernisse für Querschnittgelähmte ist die Wohnraumabklärung vor Ort. Dabei werden die Bedürfnisse der Person genau ermittelt, die vorhandene Bausubstanz beurteilt und bereits erste Vorschläge für Anpassungen diskutiert. In der Regel finden diese Besprechungen zusammen mit der beratenen Person, ihren Angehörigen, ggf. mit Vertretern der Wohnungsverwaltung, mit Ergotherapeuten sowie mit Fachpersonen aus Architektur- und Hilfsmittelberatung statt. Abklärung der Wohnraumanpassungen vor Ort Individuelle Unterschiede beachten Jede Wohnsituation ist anders, was das Umfeld wie auch die individuellen Bedürfnisse angeht. In einer Mietwohnung sind eventuell ganz andere Lösungen zu finden als in einer Eigentumswohnung oder einem Einfamilienhaus. Auch soziale Kriterien spielen eine grosse Rolle: Ein junger, alleinstehender Mann mit Gehbehinderung hat andere Prioritäten als eine komplett gelähmte Paraplegikerin mit kleinen Kindern. Neben der vorhandenen Bausubstanz, die bei der Wohnraumanpassung beachtet werden muss, sind deshalb persönliche und behinderungsbedingte Aspekte des Bewohners zu berücksichtigen, z.B.: Wie hoch ist der Grad der Selbständigkeit? Welche Tätigkeiten wird der Bewohner wirklich selbständig ausführen können? Lebt er alleine oder mit Angehörigen? Welches sind seine Aufgaben innerhalb der Familie (z.B. Haushaltsführung, Berufstätigkeit)? Wie lange wird er in dieser Wohnung bleiben? Soll die Wohnung auch fürs Alter geeignet sein? Aus diesen Fragen ergibt sich eine Vielzahl an unterschiedlichen Anforderungen an die Wohnraumanpassung. Es ist daher wichtig, die Situation des zukünftigen Bewohners genau zu kennen. Er und alle notwendigen Fachleute müssen frühzeitig einbezogen werden, um die passenden baulichen Massnahmen zu definieren. Dies entspricht dem Ansatz des ganzheitlichen Planens und Bauens. Planung und Kostenermittlung Nach der Wohnraumabklärung vor Ort werden die bestehende Situation und die besprochenen Vorschläge für Anpassungen durch den Berater für hindernisfreies Bauen in einem Protokoll schriftlich festgehalten und wenn nötig mit Skizzen dokumentiert. Bei Mietwohnungen ist zwingend die Zustimmung zum Wohnungsumbau von der Liegenschaftsverwaltung oder vom Eigentümer einzuholen. Ganz wesentlich ist der nächste Schritt: Die notwendigen Kosten für bauliche Anpassungen werden mit Hilfe von Unternehmerofferten ermittelt. Die auszuführenden Arbeiten werden mit den Unternehmern vor Ort besprochen. Mit den Offerten wird ein detaillierter Kostenvoranschlag erstellt. Wichtig ist es, die behinderungsbedingten Kosten (für einfache und zweckmässige Anpassungen) von den übrigen Kosten (für Zusatzwünsche) zu trennen, denn nur erstere werden in der Schweiz von der IV übernommen. Damit bekommen die Kunden eine umfassende Grundlage, um über die Finanzierungsmöglichkeiten für die anstehenden Wohnraumanpassungen zu entscheiden. Häufige Wohnraumanpassungen Die notwendigen Änderungen können je nach Ausgangslage folgendes umfassen (die Auflistung ist nicht abschliessend): Höhendifferenzen Entfernen von Türschwellen oder Erstellen von festen oder mobilen Schwellenrampen Erstellen von rollstuhlgängigen Rampen, Hebebühnen, Deckenliften, Treppenliften oder Aufzügen zum Überwinden grösserer Höhendifferenzen Treppenlift innen Treppenlift aussen Öffnungen Verbreitern oder Auswechseln von Türen Abändern der Öffnungsarten und Beschläge Automatisieren von Türen, Fenstern und Storen Küche Anpassen der Küchenkombination (Unterfahrbarkeit, Erreichbarkeit) Anpassen von Geräten und Armaturen (Bedienbarkeit) Anpassen des Mobiliars (Arbeitsfläche) Höhenverstellbare Küche Sanitärräume Anpassen von Badezimmern, Dusch- und WC-Räumen Ersetzen von Sanitärapparaten Vergrössern der Manövrierflächen Einbauen von bodenbündigen Duschen, Badeliften, Deckenliften und höhenverstellbaren Apparaten Anbringen von Haltestangen und Zusatzgriffen Einsetzen von diversen weiteren Hilfsmitteln (z.B. Duschklappsitz) Unterfahrbares Waschbecken übrige Räume Anpassen der Bewegungsflächen Möblierungsänderungen Einbauen von Deckenliften Verbessern der Erreichbarkeit und Bedienung von Garderoben Anpassen von Parkplätzen und Garagen Deckenlift Elektroinstallationen Anpassen von Schaltern, Steckdosen, Sicherungskasten sowie anderen Bedienelementen für eine bessere Bedienbarkeit Smart Home Installieren von elektronischen Systemen (Umfeldsteuerung mit „James"-Steuergerät, Tablets usw.) für die Steuerung und Fernbedienung von Bauteilen wie Beleuchtung, Aufzug, Storen, Türen, Gegensprechanlage, aber auch von elektronischen Geräten wie TV, Radio, Computer etc. Bodenbeläge Anpassen oder Ersetzen von zu weichen, zu unebenen oder nicht rutschsicheren Bodenbelägen Finanzierungsabklärung Eine Wohnraumanpassung kann nicht ohne die nötigen finanziellen Mittel umgesetzt werden. Um die Finanzierung für einen rollstuhlgängigen Umbau zu regeln, werden von spezialisierten Rehakliniken oftmals Finanzierungsabklärungen angeboten. Dabei leiten die Ergotherapeuten der Klinik die Zusammenstellung der behinderungsbedingten Kosten mit einer schriftlichen Begründung der Wohnraumanpassung und dem Abklärungsprotokoll an die zuständige Versicherung weiter. Betroffene, die nicht stationär in einer Rehaklinik rehabilitiert werden, sind selber für die Finanzierungsabklärung und die Einreichung des Gesuches bei der Versicherung zuständig. Für Personen, die dazu nicht in der Lage sind, bieten Behindertenorganisationen Unterstützung bei der Finanzierungsabklärung und unter Umständen auch finanzielle Hilfe an. Je nach Versicherung kann eine längere Zeit bis zum definitiven Entscheid vergehen. Bei terminlich dringenden Umbauten (z.B. bei Querschnittgelähmten, die nach der Erstrehabilitation nach Hause zurückkehren) müssen deshalb die Baukosten durch Behindertenorganisationen, Stiftungen oder die betroffenen Personen selber vorfinanziert werden. Dadurch können die Umbauten termingerecht vorgenommen und die Handwerker bezahlt werden. Nach positivem Versicherungsentscheid werden die Auslagen natürlich rückerstattet. Ist für einen Betroffenen keine Finanzierung durch die Versicherungen möglich, werden mit Unterstützung von Sozialberatung oder Behindertenorganisationen andere Finanzierungsmöglichkeiten gesucht. Zentrum für hindernisfreies Bauen in der Schweiz Wie jedes Bauprojekt sind auch behinderungsbedingte Wohnraumanpassungen für Querschnittgelähmte sorgfältig zu planen und zu realisieren. Der Beizug von ausgebildeten und mit der Thematik vertrauten Architekten, Bauleitern und Unternehmern ist deshalb unbedingt zu empfehlen. In der Schweiz bietet das Zentrum für hindernisfreies Bauen der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung (SPV) umfassende Beratung und Unterstützung in allen Fragen der Wohnraumanpassung. Weitere Informationen: Schweizer Paraplegiker-Vereinigung, Zentrum für hindernisfreies Bauen, CH-5037 Muhen; URL: http://www.spv.ch/de/was_wir_tun/zentrum_fuer_hindernisfreies_bauen/ Handbuch „Hindernisfreies Bauen", Schweizer Paraplegiker-Stiftung (Hrsg.), ISBN 3-033-00378-8, CHF 50.00; URL: http://www.spv.ch/de/publikationen/hindernisfreies_bauen/ Kostenloser Download „Mindestanforderungen" aus dem Handbuch „Hindernisfreies Bauen"; URL: http://www.spv.ch/__/frontend/handler/document.php?id=756&type=42 Zum Autor: Felix Schärer ist diplomierter Architekt und seit 2005 Bereichsleiter des Zentrums für hindernisfreies Bauen an der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung (SPV). aktualisiert: Juli 2016
Arme und Hände müssen bei Rollstuhlfahrern grösstenteils die Funktionen der Beine übernehmen. Entsprechend wichtig ist es, für sie von Beginn an Sorge zu tragen und sie so gut wie möglich zu fordern und fördern. Aspekte einer optimalen Rehabilitation der oberen Extremitäten: Lagerung der oberen Extremitäten Funktionshand funktionelles Training und Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) funktionelle Elektrostimulation Robotics funktionsverbessernde Operationen Lagerung der oberen Extremitäten Bei Tetraplegikern ist die Lagerung sowohl im Bett als auch im Rollstuhl unmittelbar nach Eintritt der Verletzung von grosser Bedeutung. In Abhängigkeit der Läsionshöhe und dem Innervationsniveau wird ein individuell angepasstes Lagerungssystem definiert. Die Lagerung dient zur Kontraktur- und Schmerzprophylaxe. Funktionshand Die Ausbildung von Funktionshänden ist ein grundlegender Bestandteil der Behandlung bei Tetraplegikern in der Frühphase. Die Lagerung soll die optimale Länge von Muskeln, Sehnen und Bändern bewirken, die den Tenodeseeffekt ermöglichen. Durch die Lagerung wird eine bewusste Verkürzung der Fingerbeugemuskulatur hervorgerufen und wenn möglich eine Flach- oder Krallhand verhindert. Die Funktionshand ermöglicht ein einhändiges Greifen auch ohne vorhandene Fingermuskulatur. Funktionelles Training und Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) Das Erlernen der Arm-Hand-Koordination und der Einsatz der Funktionshand wird durch funktionelles Training während der gesamten Dauer der Erstrehabilitation intensiv gefördert. Fällt eine Funktion weg, werden Ersatzstrategien als Kompensation erarbeitet. Neurologische therapeutische Behandlungskonzepte wie Bobath oder PNF (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation) fliessen ebenfalls in die individuelle Behandlung mit ein. Bobath PNF (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation) Anhand alltäglicher Verrichtungen wie essen, schreiben, Briefe öffnen etc. werden vielfältige Griffe erlernt. Häufig ist auch der Einsatz von mechanischen Hilfsmitteln notwendig, die teilweise individuell hergestellt werden (z.B. von der Ergotherapie oder der Orthopädiewerkstatt) und deren Anwendung intensiv geübt wird. Angepasste Hilfsmittel: Gabel, Löffel, Schlüssel Funktionelle Elektrostimulation Die funktionelle und therapeutische Elektrostimulation (FES) ist eine Technologie, die mit elektrischen Impulsen via Nerv indirekt auf den Muskel einwirkt. Die Elektrostimulation kann unterstützend wirken, um einzelne Muskeln zu kräftigen oder ein neues, funktionelles Gleichgewicht zwischen den beugenden und streckenden Handmuskeln zu erreichen und somit das Greifen möglich zu machen. Funktionelle Elektrostimulation (FES) Robotics Die Robotics, wie z.B. der ArmeoPower oder der ArmeoBoom, bieten eine Ergänzung zum allgemeinen Therapieangebot. Die repetitiven und aufgabenorientierten Therapieübungen sollen eine Wiederherstellung der motorischen Fähigkeiten ermöglichen. Dabei dienen die Geräte lediglich zur Unterstützung, wenn zu wenig Kraft vorhanden ist. Die Robotics erweitern den aktiven Bewegungsraum und trainieren die Kraft und Ausdauer. Die Therapieeinheiten können teilweise selbstständig durchgeführt werden; die Montage und Demontage der Robotics wie auch der Beibehalt physiologischer Bewegungsabläufe erfordern jedoch eine Überwachung durch einen Therapeuten. ArmeoPower (von vorne) ArmeoPower (von hinten) Funktionsverbessernde Operationen Funktionsverluste von Armen und Händen mit direkter Auswirkung auf die Selbständigkeit von Tetraplegikern haben einen hohen Einfluss auf deren Lebensqualität. Durch Operationen ist es möglich, einen Teil der Funktionen wiederherzustellen. Während der Handsprechstunde in einer spezialisierten Klinik überprüft ein interdisziplinäres Team (Tetrahandchirurg, Paraplegiologe, Physio- und Ergotherapeut) die neurologischen, funktionellen und psychologischen Aspekte und operative Möglichkeiten werden vorgeschlagen und diskutiert. Da sich Muskulatur und Sensibilität im ersten Jahr nach dem Trauma jedoch deutlich verändern können, wird eine eventuelle Operation meist erst nach einem Jahr durchgeführt. aktualisiert: Januar 2015
Bei einer Querschnittlähmung ist die Läsionshöhe, also die Stelle, an der das Rückenmark geschädigt ist, von entscheidender Bedeutung: Sie entscheidet über die funktionellen Möglichkeiten, d. h. welche Tätigkeiten Betroffene am Ende der Rehabilitation selbständig erledigen können und für welche sie auf Hilfe angewiesen sind. Davon abhängig ist auch, welche Hilfsmittel sie im Alltag benötigen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick darüber, bei welcher Läsionshöhe welcher Grad der Selbständigkeit gegeben ist in Bezug auf alltägliche Aktivitäten wie Auto fahren, Haushalt, Körperpflege, Essen und Trinken etc. In der letzten Spalte sind mögliche und empfohlene Hilfsmittel sowie evtl. notwendige Massnahmen zur Anpassung der Wohnung und Umgebung der Betroffenen aufgeführt. Selbstverständlich spielen für den Grad der Selbständigkeit noch weitere Faktoren eine Rolle, z.B. das Alter und ob die Lähmung komplett oder inkomplett ist. Daher sind die hier aufgelisteten Angaben, die sich auf komplette Lähmungen beziehen, lediglich als Orientierungshilfe anzusehen. Table_G.pdf aktualisiert: Juli 2014
Haushaltstätigkeiten zu verrichten kann für Menschen mit einer Querschnittlähmung eine grosse Herausforderung sein: kochen, Geschirr spülen, Wäsche waschen und aufhängen, aber auch Packungen öffnen bei nicht intakter Arm-/Handfunktion. Tetraplegiker mit einer kompletten Lähmung auf Läsionshöhe C1-C4 sind dabei vollständig auf Hilfspersonen angewiesen. Personen mit Läsionshöhe C6-C8 können bestimmte Aktivitäten selbstständig durchführen wie einfache Mahlzeiten zubereiten oder leichtere Haushaltsarbeiten. Paraplegiker sind imstande, auch grobe bzw. schwere Haushaltsarbeiten zu erledigen, z.B. staubsaugen, Badezimmer reinigen, Boden nass wischen und Bett neu überziehen. Dies benötigt jedoch viel Energie und Zeitaufwand. Voraussetzung ist immer, dass die Gegenstände erreichbar sind. Hier einige mögliche Hilfsmittel:
rutschfeste Unterlagen für Schüssel und Schneidebrett angepasste, dickere Handgriffe z.B. für Messer oder Kartoffelschäler Schneidebrett oder Tablett mit Ausgleichsack, z.B. zum Transportieren von heissen Töpfen und Pfannen Staubwischer: langer Stab kabelloser Staubsauger oder Staubsaugerroboter Greifzange Servierwagen Schneidebrett mit rutschfester Unterlage und Messer mit dicken Griffen Schneidebrett mit Ausgleichssack Der Wohnraum sollte rollstuhlgerecht angepasst sein: genügend Manövrierfähigkeit unterfahrbares Spülbecken und (wenn möglich) Kochherd Kühlschrank, Gefrierschrank, Backofen und Steamer sollten so montiert
werden, dass alles erreichbar ist, aber auch keine Verbrennungsgefahr
besteht. Tisch oder Küchenabdeckung: richtige Höhe, um Lebensmittel zu
verarbeiten Dunstabzugshaube: Knöpfe auf erreichbare Höhe (evtl. Touchscreen) Kücheneinrichtung: Leichte Gegenstände (z.B. Gewürze) können höher
platziert werden als schwere Gegenstände (z.B. Pfannen). Grundsätzlich
sind Schubladen effizienter als Schränke, weil keine Gegenstände
hervorgeräumt werden müssen, um an die gewünschten Objekte zu gelangen. Die Handgriffe der Küchenkästchen sollten individuell bestimmt werden
in Bezug auf Grösse, Tiefe und Form, damit ein Greifen auch bei
gelähmter Handmuskulatur möglich ist. Die Richtung der Türöffnung – z.B. der Kästchen oder des Kühlschranks –
muss jeweils individuell bestimmt werden. Die Tür der Waschmaschine sollte von vorne geöffnet werden können,
nicht von oben. Ein zu hoher Waschmaschinensockel kann dazu führen, dass
das Fach für das Waschmittel nicht erreichbar ist. Wäscheleine: kurbelbar nach unten oder separates Wäschetrockengestell aufpassen, dass man sich Körperteile mit eingeschränkter (oder keiner)
Empfindung nicht an unisolierten Abflussrohren verbrennt Unterfahrbares Spülbecken Höhenverstellbare Küche aktualisiert: Juli 2014
Rollstuhlfahrer sind heute fast ebenso mobil wie Fussgänger, zumindest in Europa und Nordamerika. Bei Reisen nach Afrika, in gewisse Regionen Zentral- und Südamerikas wie auch in einige Länder Asiens sind Abstriche beim Komfort und bei der Barrierefreiheit zu machen. Diese werden aber nicht selten durch eine ausserordentliche Hilfsbereitschaft der Landesbewohner ausgeglichen. Es bleibt noch häufig die Sprachbarriere, um die hochmotivierten Helfer für zielgerichtete Interventionen anzuleiten. Strasse in Bhaktapur/Nepal
Eine intensive Abklärung über die Rollstuhlgängigkeit der geplanten Verkehrsmittel (und Hotels) gehört zu jeder Reisevorbereitung. Die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung stellt auf ihrer Webseite Merkblätter für viele Situationen zur Verfügung (www.spv.ch/de/publikationen/merkblaetter).
Je nach Verkehrsmittel stellen sich in verschiedenen Teilen der Welt unterschiedliche Probleme.
Daher widmet sich dieser Artikel den Möglichkeiten und Grenzen des Reisens, und zwar nach Verkehrsmitteln gegliedert. Dem Reisen mit dem Flugzeug wird sich in Kürze ein eigener Artikel hier in der Bibliothek widmen. Reisen im Rollstuhl
Der Rollstuhl wird eher selten als Langstreckenverkehrsmittel benutzt. Es gibt aber durchaus Leute, die wochenlang nur mit dem Rollstuhl unterwegs sind: Ein Freund von Dr._Hans (Online-Doktor auf paraforum) ist z.B. entlang der Donau von ihrer Quelle bis nach Budapest gefahren, nur mit Rucksack, Schlafsack und einem bisschen Proviant - sicher etwas für Abenteurer. Es empfiehlt sich, entlang der Strecke Support-Stationen zu definieren, um bei Defekten oder gesundheitlichen Problemen schnell Hilfe organisieren zu können. Ein Handy sollte immer griffbereit sein und genügend Akkukapazität aufweisen (evtl. Outdoor-Ladestation mitnehmen!), weil man auch aus dem Rollstuhl fallen und Hilfe benötigen könnte.
Ausrüstung für schlechtes Wetter ist unabdingbar, von der Regenjacke über einen Plastikschutz für die Füsse bis zu wasserdichten Handschuhen. Ausserdem muss man an entsprechendes Werkzeug und Reifenflickzeug denken, z.B. eine Pumpe bis 8 bar und eine Patrone mit selbstdichtendem Pannenspray zum schnellen, provisorischen Beheben eines platten Reifens. Genügend Licht und Reflektoren am Rollstuhl - falls man in der Nacht auf Strassen fährt - sind genauso notwendig wie Navigationsgeräte, um lange Fahrten in eine Sackgasse zu vermeiden.
Ist man zusammen mit Fussgängern unterwegs, haben diese weniger Mühe, sobald der Weg ansteigt. Falls sie vorausgehen, schmilzt ihr Vorsprung aber wieder, sobald es bergab geht, und man holt die Kollegen im Nu wieder ein. Reisen mit dem Handbike
Das Handbike bietet sich besonders für Ferien an, in denen man zusammen mit Radfahrern unterwegs ist. Es empfiehlt sich, eine genaue Routenwahl vorzunehmen, um nicht plötzlich im Sumpf stecken zu bleiben, falls der Strassenbelag aufhört. Offroad-Handbikes sind etwas für Hartgesottene. Wenn möglich sollte man sich an die ausgeschilderten Radwege halten. Wege entlang von Gewässern verlaufen oft ohne abrupte Steigungen und sind darum angenehmer zu fahren.
Bucht man eine Reise bei einer darauf spezialisierten Organisation, werden das Gepäck und der Rollstuhl bis zum nächsten Hotel transportiert, so dass man sich zum Abendessen wieder in seinem Alltagsrollstuhl bewegen kann. Handbike Reisen mit dem Swiss-Trac Mit dem Swiss-Trac (elektrisches Zuggerät, das vor den Handrollstuhl gespannt wird) lassen sich tolle Touren auf Wanderwegen machen, am besten zusammen mit Familienangehörigen oder Freunden, die auch gerne wandern. Mitteleuropa verfügt über ein gut ausgebautes Netz von Wanderwegen, die problemlos mit dem Swiss-Trac vor dem Rollstuhl befahren werden können. Für die alpinen Wanderwege ist das Gerät jedoch nicht geeignet. Vorschläge für Ausflüge mit dem Swiss-Trac findet man z.B. unter www.swisstractours.ch. Wenn man den Swiss-Trac im Flugzeug mitnehmen möchte, gelten spezielle Vorschriften, die auf einem Merkblatt zusammengestellt sind und zum Download zur Verfügung stehen: www.swisstrac.ch/fileadmin/download/SWT_Infoblatt_Flugtransport.pdf. Swiss-Trac Reisen im Auto Sehr bequem ist man mit dem Auto unterwegs. In vielen Ländern kann man zwar ein Auto mieten, in das ein Rollstuhlfahrer verladen werden kann, doch man findet selten Autovermietungen, die Autos mit Handbedienung anbieten. Es gibt einfache zusammenfaltbare universale Umbaukits, die vorübergehend in einen Mietwagen eingebaut werden, damit man als querschnittgelähmte Person selber fahren kann (z.B. unter www.oasisllc.com/german/phc.htm). So ist es möglich, z.B. die USA oder Kanada zu bereisen, ohne dass man sein eigenes Auto dorthin mitnehmen muss. In Europa gibt es auch Möglichkeiten, bei Behindertenorganisationen bereits behindertengerecht angepasste Mietwagen zu erhalten. Folgender Link führt zu Schweizer Firmen, die solche Fahrzeuge für Selbstfahrer vermieten: www.spv.ch/de/was_wir_tun/weitere_dienstleistungen/auto/mietauto. Angepasstes Auto Die Webseite www.paramap.ch/desktop und die entsprechende App auf dem Mobiltelefon geben Auskunft über Eurokey-Toiletten, Behindertenparkplätze (mit Foto) sowie über rollstuhlgängige Hotels in der Schweiz. Der Service wird in diesem Jahr noch ergänzt mit Informationen über Geldautomaten und Kinderspielplätze. Informationen über barrierefreie Parkplätze und Toiletten in vielen Ländern bietet die Applikation www.wheelmate.com/de. Die Webseite und Applikation wheelmap.org ist ein preisgekrönter Service und die zur Zeit vielleicht beste Webseite mit Informationen über Barrierefreiheit und Zugänglichkeit weltweit. Eurokey für Toiletten, Treppenlifte, Lifte und andere Anlagen Eurokey ist ein Schliesssystem, das in einigen europäischen Ländern verfügbar ist. In der Schweiz existieren mittlerweile über 1.400 Anlagen, die mit einem speziellen Schlüssel, dem Eurokey, benutzt werden können. Die Vorteile sind Sauberkeit, Schutz vor Vandalismus, Barrierefreiheit und die Nutzung unabhängig von Betriebszeiten. Somit werden Selbständigkeit und Unabhängigkeit von Menschen im Rollstuhl sowie deren Teilhabe an der Gesellschaft gefördert. Die Schweizer Behindertenorganisation Pro Infirmis stellt diese Dienstleistung für Menschen mit Behinderung zur Verfügung. Informationen finden sich unter www.proinfirmis.ch/de/subseiten/eurokey-benutzer.html, inkl. Angaben zu Standorten (in Deutschland, Österreich, der Schweiz und der Tschechischen Republik) und Smartphone-Applikationen. Viele Länder haben eigene Schliesssysteme (z.B. England). Bei lokalen Behindertenorganisationen können Informationen dazu eingeholt werden. Reisen mit Tram und Bus In vielen Ländern sind die öffentlichen Verkehrsmittel der Städte seit dem Zweiten Weltkrieg gut auf den Transport von Rollstuhlfahrern eingerichtet. Moderne Trambahnen und Busse sind mit Niederflureinstiegen ausgerüstet, Busse können sich absenken („Kneeling Bus“), so dass man mit einem Rollstuhl einsteigen kann. Bei Bedarf hilft der Fahrer. Bei Trams (und Zügen) besteht die Gefahr, mit den Lenkrädchen in den Spalt zwischen Bahnsteigkante und Fahrzeug zu fallen – wenn möglich sollte man den Rollstuhl kippen. Bei Reisebussen im Ausland empfiehlt es sich, immer ein Sitzkissen und das Handgepäck mit den Toilettenutensilien bei sich zu haben. Den leeren Rollstuhl sollte man besser nicht zerlegen oder zusammenfalten lassen, weil ein falsches Vorgehen dabei die Mechanik beschädigen kann. Besser ist es, den Rollstuhl stehen zu lassen und einfach die Bremsen anzuziehen. So wird auch ein unkontrolliertes Wegrollen des Stuhls verhindert. Bei Bedarf wird er nicht geschoben, sondern hinten angehoben, und falls der Helfer herausfindet, wie man die Bremsen löst, wird er bestimmt auch verstehen, wie sie wieder angezogen werden. Reisen im Zug Wenn in der Schweiz jemand mit einer Ausweiskarte für Reisende mit einer Behinderung (Begleiterkarte) unterwegs ist – wird von den kantonalen Stellen ausgegeben – reist eine Begleitperson gratis mit. In Deutschland ist die Reise für den Rollstuhlfahrer gratis. Wenn man über einen Schwerbehindertenausweis verfügt, bei dem das Merkzeichen B nicht gestrichen ist, kann die Begleitperson ebenfalls kostenlos mitfahren – ausgenommen sind jedoch IC-, EC- und ICE-Züge. Die Mobilitätszentrale erreicht man in Deutschland über die kostenpflichtige Telefonnummer 0049-(0)1805 512 512. Besonders beachten und in die Planung einer Zugreise mit einbeziehen sollte man, dass die Toiletten in den Zügen nicht immer rollstuhlgängig sind. Kurze Umsteigezeiten sind zu vermeiden, um den Anschlusszug nicht zu verpassen. In der Schweiz sind viele Regionalstrecken mit Niederflureinstiegen ausgerüstet, so dass man als Rollstuhlfahrer z.B. das S-Bahn-Netz ohne grosse Schwierigkeiten benutzen kann. Im Fernverkehr hingegen bedarf es an einigen Orten noch der Hilfestellung von Begleitpersonen oder Bahnangestellten. Niederflureinstieg (Quelle: SBB-Broschüre „Barrierefrei unterwegs“) Faltrampe (Quelle: SBB-Broschüre „Barrierefrei unterwegs“) Rollstuhlhublift („Mobilift“) (Quelle: SBB-Broschüre „Barrierefrei unterwegs“) Das SBB Call Center Handicap der Schweizer Bundesbahn (SBB) organisiert die Hilfe auf bestimmten Bahnhöfen, den Stützpunktbahnhöfen. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich vor einer Zugreise dort zu erkundigen und die Reise anzumelden, damit die Hilfspersonen zur Verfügung stehen: über die kostenlose Rufnummer 0041-(0)800 007 102 (6-22 Uhr) oder per E-Mail an <email-pii>. Die „Erweiterte Suche“ des Onlinefahrplans der SBB gibt ebenfalls Auskunft über die Möglichkeiten des selbständigen Ein- und Ausstieges auf dem Netz der SBB. Es wird angezeigt, ob ein Selbsteinstieg möglich ist, ob eine Voranmeldung nötig ist oder ob überhaupt keine Beförderung (ohne Begleitperson) angeboten wird. Ausführliche Informationen gibt es in der Broschüre „Barrierefrei unterwegs“ der SBB: www.sbb.ch/bahnhof-services/reisende-mit-handicap/sbb-call-center-handicap.html (oben rechts unter „Downloads“). Hier kann man auch eine Karte mit den Stützpunktbahnhöfen herunterladen. In anderen Ländern als der Schweiz stehen die entsprechenden Informationen meistens ebenfalls auf den Internetseiten der Anbieter im öffentlichen Nah- und Fernverkehr zu Verfügung. Zum Autor: Dr. med. Hans Georg Koch war 19 Jahre Oberarzt am Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) in Nottwil/Schweiz. Er gab zusammen mit Guido A. Zäch, dem Gründer des SPZ, das Standardwerk zu Querschnittlähmung "Paraplegie. Ganzheitliche Rehabilitation" heraus. Hans Georg Koch ist Mitglied des paraforum-Teams. aktualisiert: Juni 2014
Die Rückenlage gilt als Standardlagerung, doch es gibt Alternativen, die zur Entlastung sinnvoll und unter Umständen sogar notwendig sind.
Warum sind verschiedene Positionen/Lagerungen sinnvoll?
Lange Druckbelastung durch Liegen auf den gleichen Stellen erhöht die Gefahr für Druckstellen.
Seitenlage und Bauchlage eignen sich besonders gut, die vom Sitzen belastete Haut am Gesäss vollkommen zu entlasten; ebenso werden die Fersen entlastet.
Verschiedene Lagerungen können Kontrakturen (Verkürzungen der Muskeln, Sehnen oder Bänder) verhindern.
Gelenke aus der abgewinkelten Haltung im Sitzen (Hüfte, Knie) wieder durchzustrecken, verhindert Bewegungseinschränkungen.
Zu langes Liegen in derselben Haltung erhöht Körperspannungen (Spastik, Spasmen).
Warum sollte das Kopfteil im Bett nicht stark bzw. nur kurz angehoben werden?
Beim Anheben des Kopfteils rutscht die Person nach unten und es entstehen Scherkräfte auf die Haut am Gesäss – die Haut wird dabei stark belastet und es können Druckstellen entstehen.
Langes Sitzen im Bett erhöht den Druck auf das Steissbein und die Sitzbeinhöcker, was dort zu Druckstellen führen kann.
Worauf sollte bei der Matratzenwahl geachtet werden?
Die Matratze muss den Bedürfnissen angepasst sein.
massgebliche Kriterien: Hautsituation, Schmerz, Unterstützungsmöglichkeit von Drittpersonen für Lagerungswechsel (v.a. nachts)
Je weicher eine Matratze ist, desto schwieriger wird das Bewegen und Mobilisieren.
Die Matratze braucht einen stabilen Rand für genügend Sicherheit bei Transfers.
Wichtig
Bei allen Lagerungen ist es wichtig, die Wirkung auf die Haut zu kontrollieren. Besonders gefährdete Hautareale sind die Stellen, an denen die Haut dicht über dem Knochen liegt:
Gesäss
Steissbein
Hüftknochen
Beckenknochen
Fuss
Fersen
Fussknöchel
Zehen (Bauchlage)
Knie (Bauchlage)
Ellenbogen
Entlastende Lagerungen Seitenlage
Ziele:
Entlastung gefährdeter Hautstellen
Entspannung
Merkpunkte:
so wenig Lagerungsmaterial wie möglich - so viel wie nötig
auf entspannte Körperhaltung achten
Lagerungsintervall:
bis zu mehreren Stunden
Geeignetes Material:
Lagerungsschlange
Kissen
Handtücher
Seitenlage Bauchlage Ziele: Entlastung gefährdeter Hautstellen Entspannung Verhinderung von Kontrakturen (Muskelverkürzungen) Merkpunkte: auf gefährdete Hautstellen achten (Beckenkamm, Knie, Zehen etc.) bei Tetraplegikern Atmung beachten Lagerungsintervall: bis zu mehreren Stunden Geeignetes Material: Lagerungsschlange Kissen Handtücher Bauchlage (von der Seite) Bauchlage (von oben) Froschlagerung/Schneidersitz Ziel: Reduktion von Spasmen/Spastik Merkpunkte: Beine gut unterstützen, damit keine zusätzliche Spannung entsteht Oberkörper leicht erhöhen entspannt zusätzlich; Achtung Scherkräfte - Druckstellengefahr! auf gefährdete Hautstellen achten (Fersen, Füsse, Gesäss etc.) Lagerungsintervall: halbe Stunde bis ca. zwei Stunden Geeignetes Material: Lagerungsschlange Kissen Handtücher Froschlagerung/Schneidersitz Dehnlagerung Ziel: Regulierung der Körperspannung Merkpunkte: Oberkörper liegt gegengleich zu den gebeugten Beinen Lagerungsintervall: jede Seite 5-10 Minuten vorbereitend für Körperpflege, Mobilisation etc. Geeignetes Material: evtl. kleines Kissen zwischen die Knie Dehnlagerung Zur Autorin: Christa Schwager ist Fachexpertin Bewegung in der Abteilung Pflegeentwicklung und Bildung am Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) in Nottwil/Schweiz, wo sie seit 1994 arbeitet. Sie ist Mitautorin der Standardwerke zu Querschnittlähmung "Paraplegie. Ganzheitliche Rehabilitation" (Hrsg. Guido A. Zäch & Hans Georg Koch) sowie "Pflege von Menschen mit Querschnittlähmung" (Hrsg. Ute Haas). aktualisiert: Dezember 2013
Besonderheiten der Hautsituation bei einer Querschnittlähmung Die Gefahr einer Austrocknung der Haut in den gelähmten Körperteilen ist grösser, weil die Funktion der Hautdrüsen gestört ist. Bei Tetraplegikern kann es zu vegetativem Schwitzen (als Zeichen einer Fehlfunktion im Körper) kommen, da das temperaturregulierende Schwitzen fehlt. Aufgrund der fehlenden oder eingeschränkten Sensibilität ist die Verletzungsgefahr durch mechanische oder chemische Reize (Verbrennungen, Erfrierungen etc.) erhöht. Was ist bei der Hautpflege zu beachten? Waschlotionen und Seife gut mit klarem Wasser nachspülen, da sonst die Haut zusätzlich austrocknet. Jede Waschlotion entfettet die Haut und der natürliche Säureschutz der Haut wird gestört. Eine pH-neutrale Flüssigseife hilft bei der schnelleren Regeneration des natürlichen Säureschutzmantels der Haut. Bodylotion nicht unmittelbar nach der Körperwäsche auftragen, sondern zeitversetzt eincremen. Normale Haut muss nicht jeden Tag eingecremt werden. Die Intimpflege wird täglich durchgeführt. Bei einem Dauerkatheter oder bei Intimpilz muss die Intimpflege zweimal täglich durchgeführt werden (morgens und abends). Die Haut braucht in den Sommermonaten einen speziellen Schutz – Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden. Nagelpflege Eine sorgfältige Nagelpflege ist sehr wichtig. Nagelpilz und eingewachsene Zehennägel werden bei querschnittgelähmten Menschen oft beobachtet. Es empfiehlt sich, regelmässig eine Fusspflege durchführen zu lassen. Hautkontrolle und Entlastung Um Druckstellen, Rötungen und Hautveränderungen wie Hautpilze frühzeitig zu entdecken, ist es wichtig, regelmässige Hautkontrollen durchzuführen. Aufgrund der fehlenden Sensibilität fallen Veränderungen meist sehr spät auf. Umso wichtiger ist es deswegen, sehr achtsam zu sein, um schnell reagieren zu können. Zum Durchführen der Hautkontrolle siehe das Kapitel zu Druckstellen/Dekubitus. Häufig gestellte Fragen Wäre es besser, spezielle Hautpflegeprodukte zu verwenden? Spezielle
Hautprodukte sind nur selten nötig. Bei der Auswahl der
Körperpflegelotionen sind eher fetthaltige Bodylotionen zu empfehlen. Bei grosser Empfindlichkeit eignen sich als Waschlotion:
Lactacyd Derma Pruri-med Der-med Was kann ich tun, wenn ich sehr stark schwitze? Regelmässige Körperpflege und gutes Abtrocknen der Haut sind wichtig. Besprechen Sie das Thema mit Ihrem Hausarzt. Zur Autorin: Karin Gläsche ist Wund- und Stomaexpertin in der Abteilung Pflegeentwicklung und Bildung am Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) in Nottwil/Schweiz, wo sie seit 1999 arbeitet. Sie ist Mitautorin des Standardwerks zu Querschnittlähmung "Paraplegie. Ganzheitliche Rehabilitation" (Hrsg. Guido A. Zäch & Hans Georg Koch). aktualisiert: Dezember 2013