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Bei einem Bungalow handelt es sich um ein eingeschossiges Wohngebäude, und damit besitzt diese Hausform einen unschlagbaren Vorteil gegenüber mehrgeschossigen Wohnhäusern: Davon abgesehen, dass man vielleicht hin und wieder etwas im Keller zu erledigen hat (vorausgesetzt, das Haus besitzt überhaupt einen Keller), muss man keine Treppen steigen.
In den frühen Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts wurden die ersten Bungalows in den USA errichtet und gewannen dort, aber auch bei uns in Europa schnell an Beliebtheit. Eine Renaissance erlebte diese Hausform noch einmal in den 1950er Jahren, danach geriet sie zunehmend aus der Mode. Da in einem Bungalow alle Räume auf einer Ebene angeordnet sind, nehmen sie relativ viel Grundfläche in Anspruch. Die Preise von Baugrundstücken sind jedoch steigend, und für kleinere Grundstücke ist diese Bauweise weniger gut geeignet, da Bungalows mehrheitlich freistehend sind und somit nach allen Seiten Abstandsflächen eingehalten werden müssen. Heute werden Bungalows also kaum mehr gebaut.
Bungalows wurden früher oft der Geschoßbauweise vorgezogen
Wer die Vorteile der eingeschossigen Bauweise nicht missen möchte, wird bei Gebrauchtimmobilien eher Glück haben als bei Neubauten. Natürlich hat man die Möglichkeit, sich einen Neubau seinen Bedürfnissen entsprechend errichten zu lassen, doch sind dabei immer die geltenden Bauvorschriften zu beachten. In den meisten Baugebieten ist eine mehrgeschossige Bauweise verbindlich vorgeschrieben. Da bei Bungalows keine Rücksicht auf die Lastabtragung der Wände aus den oberen Geschossen genommen werden muss, weisen sie häufig unkonventionelle Grundrisse aus, das gilt auch für ältere Wohnhäuser und hat durchaus seinen Reiz. So findet man vor allem unter den Bauten der 1920er Jahre Bungalows mit sehr hellen, großzügigen Wohnräumen, die mit großen Fensterflächen versehen sind. Grundsätzlich sind die Wohnkonzepte der Bauten aus jener Zeit relativ offen.
Ein Haus mit allen Räumen auf einer Ebene
Dass in einem Bungalow alle Räume auf einer Ebene angebracht sind, hat jedoch nicht nur Vorteile, denn je nach Anordnung der Zimmer sind unter Umständen lange Wege zwischen den verschiedenen Bereichen zurückzulegen. Zudem kann man davon ausgehen, dass die Kosten eines Bungalows bei gleicher Wohnfläche höher liegen als bei einem zwei- oder mehrgeschossigen Haus. Dies liegt einmal an der vergleichsweise größeren Dachfläche und den gleichermaßen größeren Abmessungen der Bodenplatte mitsamt den Fundamenten. Außerdem ist das Verhältnis der Außenfläche zum Volumen naturgemäß ungünstiger als bei mehrgeschossiger Bauweise. Dies macht sich in der Energiebilanz des Gebäudes bemerkbar; es müssen im Vergleich größere Flächen gedämmt werden, um einen bestimmten Wärmedämm-Standard zu erreichen.
Perfekt geeignet für Senioren und Menschen mit Gehbehinderung
Im Hinblick darauf, dass Bungalows wie keine andere Bauart dazu geeignet sind, mehrere Generationen unter einem Dach zu beherbergen, wiegen die Vorteile, die sich für Menschen mit Gehbehinderungen, Senioren oder Familien mit Kindern in einem Bungalow bieten, die höheren Kosten jedoch unter Umständen auf. Zudem hat man als Bauherr beim Kauf oder Bau eines Bungalows verschiedene Möglichkeiten, Kosten zu sparen: Kompakte Grundrissformen weisen ein günstigeres Flächen-Volumen-Verhältnis als Bungalows in L-Form auf. Ein Satteldach ist günstiger als ein Flachdach, und bei der Fassade erzielt man mit einem Verputz erhebliche Einsparungen gegenüber einer Verklinkerung. Eine eingeschossige Doppelhaushälfte schließlich fällt günstiger aus als ein freistehender Bungalow, zudem ergeben sich hierbei auch noch Einsparungen bei der Grundstücksgröße.