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Als Potenzial (von lat. potentia = Stärke, Macht) werden Entwicklungsmöglichkeiten resp. noch nicht ausgeschöpfte Fähigkeiten zur Entwicklung bezeichnet. Dabei entstehen Potenziale aus der biographischen Verbindung von vererbten Dispositionen und bereits erfolgten Lernprozessen. Aus Potenzialen können – bei entsprechender Erfahrung, Förderung von aussen und innerer Beteiligung (Motivation/ Volition) – (Hoch-)Leistungen oder bestimmte Verhaltensweisen (z.B. Leistungsfreude, Leistungswille) entstehen. Potenziale sind deshalb in einem gewissen Rahmen dynamisch und veränderbar.
Die Potenzialanalyse misst den aktuellen Entwicklungsstand im Sinn einer Momentaufnahme. Darunter wird eine strukturierte Untersuchung auf das Vorhandsein bestimmter Fähigkeiten (Stärken und Schwächen) verstanden, um Ausgangspunkte zur Förderung zu finden. Die Potenzialanalyse nutzt dazu verschiedene Erfassungsmöglichkeiten: Dazu gehören sowohl Messinstrumente, die das Kind selber ausfüllt, wie solche, bei denen die Einschätzung von Eltern, Lehrpersonen oder sonstigen Fachpersonen erforderlich ist, aber auch Testverfahren, die einzelne Fähigkeitsbereiche zu erfassen vermögen. Das Ziel besteht immer in der Abschätzung eines Ist-Zustandes oder in der Vorhersage dessen, was möglich oder wahrscheinlich ist.
Eine schulische Entsprechung mag in den zunehmenden Schulentwicklungen gesehen werden, in denen versucht wird, etwa anhand von Lernstandanalysen, mittels Entwicklungsportfolios oder durch lernprozessbegleitende Lernberatung mit den Lernenden zusammen Potenziale für eine vertiefte Förderung ihrer Begabungspotenziale zu entdecken. (→ Pädagogische Diagnostik)