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In einer breit angelegten Umfrage wurden in den letzten Monaten rund 1400 junge Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren in der deutsch-französisch-schweizerischen Region Basel gefragt, wie sie das Leben im Dreiland wahrnehmen. In Auftrag gegeben wurde diese Umfrage vom Basler Präsidialdepartement, dessen Vorsteherin Elisabeth Ackermann aktuelle Präsidentin der Oberrheinkonferenz ist
Auffallend ist, dass sich die jungen Menschen mehrheitlich als Europäerinnen und Europäer verstehen, während die Identität als Bewohner der Oberrheinregion weitaus weniger ausgeprägt ist. Am deutlichsten äussert sich die Identifizierung als Europäer bei den Deutschen (77 Prozent), während die Schweizer (66 Prozent) sich hier etwas zurückhaltender zeigen.
Schweizer wollen eher nicht im Ausland arbeiten
Der grenzüberschreitende freie Personenverkehr wird in allen drei Ländern deutlich als Chance (54 Prozent) oder gar als Notwendigkeit (37 Prozent) erachtet. Die Schweizer sind hier ein bisschen skeptischer als die deutschen und französischen Nachbarn. Den grössten Handlungsbedarf orten die jungen Erwachsenen ohne markante länderspezifische Unterschiede beim Umweltschutz (56 Prozent), bei der Mobilität (45 Prozent) und der Bildung (37 Prozent). Auffallend ist aber, dass das Thema Flüchtlinge die Franzosen weit weniger stark bewegt (13 Prozent) als die Deutschen (34 Prozent) und die Schweizer (33 Prozent).
Grenzübertritte für Ausflüge oder Einkäufe
Bei der Wahl der Verkehrsmittel zur Grenzüberfahrt steht in allen drei Ländern das Auto deutlich an der Spitze (88 Prozent), gefolgt vom Zug (29 Prozent) und dem Tram (17 Prozent). Das grenzüberschreitende Angebot im öffentlichen Verkehr wird aber mehrheitlich (53) und ohne auffallende länderspezifische Unterschiede als gut oder sehr gut bewertet. 33 Prozent erachten das Angebot allerdings für ausbaufähig. Wenn die jungen Bewohner die Grenze überschreiten, dann tun sie dies erster Linie für Ausflüge (43 Prozent) und zum Einkaufen (41 Prozent). Letzteres ist besonders bei den Schweizern (55 Prozent) beliebt.
So durchlässig wie die geografischen Grenzen sind die Sprachgrenzen zwischen Französisch und Deutsch bei weitem nicht. Gut oder fliessend spricht in allen drei Ländern nur eine Minderheit die Fremdsprache Französisch oder Deutsch. Die Schweizer (29 Prozent) und Franzosen (27 Prozent) stehen hier aber weit besser da als die Deutschen, die nur einen Wert von 10 Prozent aufweisen.
Sprachliche Barrieren
Hier sehen die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann und Claudine Ganter, Conseillère régionale Grand Est und Präsidentin des Oberrheinrats Handlungsbedarf. Die gegenseitige Verständigung habe nachweislich einen direkten Einfluss auf die Ausgestaltung der Grenzerfahrungen im Dreiland, heisst es in der Medienmitteilung zur Umfrage.