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Normative Pädagogik:
Bis ins 20. Jhd. Überwogen Erziehungslehren mit theologischen und später wertphilosophischen Grundlagen. Im 20. Jhd. Wurde es für die Religion schwieriger, Regeln zu formulieren, die von der Gesellschaft vorbehaltlos anerkannt wurden. Bsp: Konformitätserziehung (Auswendiglernen des Katechismus), Disziplinierungmassnahmen, Misstrauen gegenüber der Natur des Kindes.
August Hermann Francke: Gründer einer Schulstadt in der 2500 Menschen lebten. Sein wichtigster Erziehungsansatz lautete, dass menschliches Handeln der Ehre Gottes dienen müsse. Seine Pädagogik war geprägt vom Misstrauen gegenüber der menschlichen Natur und somit auch dem Eigenwille des Kindes.
Die Wertphilosophie war der Versuch, sich gegen den Relativismus und Wertepluralismus des beginnenden 20. Jhd. Zu stellen. Als Methode wurde am ehesten die geisteswissenschaftliche Hermeneutik benutzt. Die Ergebnisse durften jedoch den wertphilosophischen Grundsätzen nicht widersprechen. -> Zwar Fortschritt aber anstatt theologische jetzt philosophische Werte. Max Scheler
Aus wissenschaftstheoretischer Sicht musste die normative Pädagogik daran scheitern, dass es nicht möglich ist, über gültige Werte und Normen zu wissenschaftlichen Aussagen zu gelangen und diese zu beweisen.
Wenn dies trotzdem getan wird, spricht man in der modernen Wissenschaftstheorie vom „naturalistischen Fehlschluss“. Damit ist das Schliessen von deskriptiven auf normative Aussagen gemeint.
Mit der Feststellung dieser Unmöglichkeit äussert die Wissenschaft ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber allen Monopolisierungen von Normen und Werten.
Verschleierung von Werten: Bsp. Pisa: Die methodisch gut abgesicherte Studie sollte rein deskriptiv sein. Trotzdem wurde dem Wert Leistung ein hoher Stellenwert verliehen. Die Studie löste eine gesellschaftliche und bildungspolitische Diskussion über Bildungschancen und Selektion etc. aus.
Harmonisierung der Bildungsstandards: messbares Angebot der öffentlichen Bildungs- und Erziehungsinstitutionen. -> Die Kinder und Jugendlichen werden standardisiert.