Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03481.jsonl.gz/223

VSM/ASAM Mitglied Jörg Fritsch hat sich kundig gemacht und berichtet von folgender Literatur:
Albrecht von Haller und andere haben über das Stampfen von Gerste berichtet, aber nichts genaus dazu mitgeteilt. Wildhaber beschreibt das Stampfen des nassen Getreides.
Robert Wildhaber beschreibt in seiner Arbeit «Gerstenmörser, Gerstenstampfe und Gerstenwalze» die verschiedene Vorrichtungen und Techniken für die Verarbeitung der Gerste. Das Schälen der Spelzgerste war weit verbreitet. Eine sehr schonende Methode war das Netzen und anschliessende Stampfen der Gerste. Durch das Netzen quellen die Spelzen und die Fruchtschale auf und lassen sich dann besser entfernen, wenn die Körner während dem Stampfen aneinander reiben. Anschliessend werden die Körner getrocknet und gereinigt. Dieser Vorgang wird noch 2-mal wiederholt. So bleibt die wertvolle Aleuronschicht praktisch intakt, während Spelzen und Fruchtschale fast vollständig entfernt werden. Andere Methoden, wie trockenstampfen oder abschmirgeln sind deutlich weniger schonend.
Tschiffeli (1761, S. 958): «Sehr viel Gersten wird nicht zu Mehl gemacht, sondern nachdem sie von der Hülsen gesäubert ist, in einer Stampfe-Mühle nur gebrochen, und von unsern Landleuten auf verschiedene Weise gekocht, als nährhafte und recht gesunde Speise genossen. Den Melch-Kühen des Tags etliche handvoll Gersten, mit etwas Salz vermischet, dargereicht, verschaffet ihnen viele und kräftige Milch. Es ist meines Erachtens das beste Gelecke, womit man diese nützlichen Thier erfrischen kan.»
https://www.researchgate.net/profile/Peer_Schilperoord/publication/272165457_Kulturpflanzen_in_der_Schweiz_-_Gerste/links/58d0dc93a6fdcc344b0d7886/Kulturpflanzen-in-der-Schweiz-Gerste.pdf
Danke für die Recherche.