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Fluffies und wie man sie erkenntBei Gebrauchshunderassen wie den Corgis ist neben einem korrekten Körperbau ein wetterfestes doppeltes Haarkleid von grosser Wichtigkeit. Sie benötigen ein harsches Deckhaar, das Regen und Schnee abweist, und eine dichte Unterwolle, um sie warm zu halten. Wenn das Deckhaar zu lang ist, verfangen sich Zweige und Gras darin, wenn der Hund in rauem Gelände arbeitet und wenn es weich und seidig ist, bleibt der Schnee daran hängen und formt sich zu Bällen in den Achselhöhlen und zwischen den Pfoten und bei Regen wird der Hund bis auf die Haut nass. Das ist der Grund, warum ein "fluffy" Fell, oder ein Langhaarfell wie es bei Schäferhunden genannt wird, bei den Corgis genau wie bei den deutschen Schäferhunden ein disqualifizierender Fehler ist.
Wie aber erkennt man einen Fluffy im Ausstellungsring? Die ersten verräterischen Anzeichen dafür sind, Fahnen hinter den Ohren, an den Beinen, an der Rute sowie buschige Hosen. Dieses längere, weichere Haar ist leicht gewellt. Bei einigen Hunden ist das alles, was man sieht. Das genügt aber, um den Hund zu disqualifizieren und ihm ein "ungenügend" zu geben. Das Deckhaar wird sich weich und seidig anfühlen. Bei den deutschen Schäferhunden sagt man, dass langhaarige Hunde keine Unterwolle haben, das trifft bei den Corgis jedoch nicht zu - ein Fluffy kann ein doppeltes Fell haben oder auch nicht. Ein Corgi ohne Unterwolle ist leicht zu erkennen, darf aber nicht mit einem abgehaarten Corgi im Sommer verwechselt werden. Wenn der Corgi ein doppeltes Haarkleid hat, ist die Länge und Struktur des Deckhaares entscheidend. Bei einigen ist das Deckhaar so lang, dass es sich auf dem Rücken beinahe scheitelt, während andere nur etwas längeres als ideales Haar haben. Und bei beiden findet man die Fahnen hinter den Ohren. Im Zweifelsfall kann man das Fell hinter den Ohren und hinten an den Beinen studieren und falls man dort Anzeichen vom Gebrauch eines Trimmmessers oder einer Schere entdeckt, ist der Fall klar und der Hund muss disqualifiziert werden.
Die ideale Länge des Deckhaars bei einem Corgi liegt zwischen 3-6 cm, wobei Kragen und Hosen immer etwas länger sind als beim Rest des Körpers. Um aber das Ganze noch komplizierter zu machen, gibt es den von den Engländern so genannte "glamour coat", der aber nicht mit einem Fluffy verwechselt werden darf. Das Deckhaar bei einem "glamour" Fell wird etwas länger sein und der Kragen voller, aber die Haarstruktur muss korrekt sein und hinter den Ohren und bei den Hosen darf es ABSOLUT keine Anzeichen von Kräuselung geben. Das Haarkleid darf auch nicht so üppig sein, dass es die freie Bewegung des Hundes in rauem Gelände behindert.
Um einen Fluffy zu erkennen, ist es vielleicht hilfreich, wenn man den geschichtlichen Hintergrund kennt. Man glaubt, dass vor sehr langer Zeit der Welsh Collie in die Corgis eingekreuzt wurde, und dass das Fluffy-Gen von daher rührt. Es ist ein recessives Gen und darum schwieriger wegzuzüchten. Wenn man beim Anblick eines Corgis denkt, dass sein Haarkleid mehr passend wäre für einen Sheltie oder einen Collie, dann ist es definitiv ein Fluffy. Das Haarkleid eines Shetland Sheepdogs kann man erkennen, auch wenn der Hund völlig abgehaart ist, an der Kräuselung der Fahnen hinter den Ohren, und so wird ein Corgi mit wenig Fluff erscheinen, während andere im Haarkleid genau wie ein Collie aussehen.
Anne Indergaard, Norwegen
Pembroke Züchterin und FCI-Richterin.
Übersetzung ANo
Anmerkung: Das Fell eines "fluffy" Pembrokes unterscheidet sich in der Struktur von dem eines "fluffy" Cardigans. Der Pembroke hat ein weicheres, seidiges Fell, während es beim Cardigan mehr ein Langstockhaar mit rauerem Deckhaar ist, aber auch beim Cardigan bilden sich Schneebälle und er trocknet nur langsam.
ANo