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Die SP musste sich in den letzten Jahren vielfach vorwerfen lassen, die Partei würde die Arbeiter nicht mehr vertreten.
Doch jetzt zeigen zwei SP-nahe Wissenschaftler, Line Rennwald und Adrian Zimmermann, dass der Vorwurf bezüglich Wahlen zutrifft. Die beiden analysierten, wie sich das Wahlverhalten der Arbeiter zwischen 1971 und 2011 entwickelt hat. Wer sind Arbeiter? In der Studie werden sie als Lohnabhängige definiert, die in «einer technischen Arbeitslogik tätig sind und eine qualifizierte, semi- oder nicht qualifizierte Tätigkeit ausüben».
Eigentlich profitieren Büzer kaum von der SVP-Wirtschaftspolitik
Der Anteil der Arbeiter, die SP wählten, lag anno 1975 bei 38 Prozent. Im Jahr 2011 waren es noch 16 Prozent. Im gleichen Jahr wählten dafür 40 Prozent der Arbeiter die SVP. 1975 waren es nur acht Prozent gewesen. Damit ist der Schluss eindeutig: Heute ist die SVP die eigentliche Arbeiterpartei.
Die Aussagen basieren auf den Umfragedaten von zehn eidgenössischen Wahlen. In einem Beitrag für die Reihe «Social Change in Switzerland» zeigen die beiden Wissenschaftler, dass die SVP ab Mitte der 1990er-Jahre in den Arbeiterschichten ein Vakuum füllte.
Die Studie belegt, dass der Inhaltswandel der Parteien entscheidend war für die Verschiebung der Arbeiterstimmen von der SP zur SVP. Letztere konzentrierte sich auf die Migrations- und Europapolitik. Für die Autoren überraschend: Der SVP-Diskurs stiess bei breiten Arbeiterschichten auf Gehör – obwohl sie von der Wirtschafts- und Sozialpolitik der Volkspartei kaum profitierten.Publiziert am 08.02.2016 | Aktualisiert am 08.02.2016