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Korallenstöcke bilden sich durch Kalziumcarbonat-Ausscheidungen organischer Korallpolypen. Insbesondere die leuchtend rote Edelkoralle, die im Mittelmeerraum und im Pazifik vorkommt, wird häufig zu Schmuck verarbeitet. Nach einem Rückgang der Nachfrage, insbesondere in den 70er Jahren, gilt Korallenschmuck heute wieder als chic.
Seit Urzeiten hat sich der Mensch mit Koralle geschmückt. Ihr heutiger Name leitet sich aus dem altgriechischen Wort „corallion“ ab, was soviel wie „Mädchen des Meeres“ (aus altgriechisch „kura“ für Mädchen und „halos“ für Meer) bedeutet. Nicht alle Korallen eignen sich zur Verarbeitung im Schmuckbereich. Ihrer roten Farbe und ihrer Härte wegen gehörte die Königin unter den Korallen, die Edelkoralle, zu allen Zeiten zu einem der beliebtesten Schmuckmaterialien. In vielen Kulturen wurden Edelkorallen gerne auch als Amulett beziehungsweise als Schutzbringer vor Unheil getragen. Die Edelkoralle wächst vorwiegend im Mittelmeerraum sowie im Pazifik, sprich in Japan und Taiwan. Im Mittelmeerraum heute nicht mehr anzutreffen ist die äussert seltene, hellrosa-farbene Engelshaut-Koralle. Edelkorallen wachsen im Mittelmeer in Tiefen von zwei bis 300 und im Pazifik von etwa 350 bis 1500 Metern.
Abbau und Handel kontrolliert aber nicht begrenzt
Weil Korallen, die bis zu 100 und mehr Jahre alt werden können, nur langsam nachwachsen – sprich etwa zwei bis acht Millimeter pro Jahr – sind sie allerdings auch anfällig auf allzu intensive Nutzung. Gemäss einer Statistik des WWF hatten sich die Korallenbestände Italiens, Frankreichs und Spaniens zwischen 1985 und 2001 um 66 Prozent reduziert. 2008 wurde die Edelkoralle daher in das Washingtoner Abkommen für Artenschutz (Cites) mit der Bestimmung aufgenommen, dass der Handel und der Abbau strengen Kontrollvorschriften unterliegen müssen. Handel und Abbau von Edelkorallen wurden durch dieses Abkommen allerdings nicht begrenzt; ein Käufer muss aber nachweisen können, von wo die Koralle stammt. Letztes Jahr erfolgte ein Antrag auf vollständigen Schutz der Roten Koralle, der von der 2010 in Qatar tagenden Weltartenschutzkonferenz jedoch abgelehnt worden war. Nachdem die Koralle vor rund 40 Jahren zwischenzeitlich kaum noch nachgefragt wurde, gehört sie heute wieder zu den sehr beliebten Schmuckmaterialien. Insbesondere der chinesische Markt fragt heute sehr viel Koralle nach, wodurch sich die Handelspreise im letzten Jahr um rund dreissig Prozent erhöht haben.
Klassiker der Schmuckverarbeitung
In seiner Konsistenz ist Koralle mit Kalkstein vergleichbar und dementsprechend ein zähes Material. Mit Diamantwerkzeug sind spanende Arbeitsschritte aber durchaus möglich. Koralle reagiert allerdings sehr empfindlich auf Hitze und Spannung, sodass das Material beim Schneiden permanent unter fliessendem Wasser gekühlt werden sollte, um zu verhindern, dass sich in der Oberfläche feine Risse bilden. Tückisch kann zudem das Schleifen von Koralle sein, da durch die Bearbeitung eingeschlossene Poren zum Vorschein kommen können. Durch das Polieren, etwa durch Kreide oder herkömmliche Edelmetall-Poliermittel, kann der Oberfläche ein mit Glas oder Porzellan vergleichbarer Glanz verliehen werden.