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Vor mehr als 29 Jahren erzählte mir ein guter Freund von seinen Ansichten über den Erretter. Wir arbeiteten beide als Kellner in einem vornehmen Restaurant in Denver. Mein Freund Tony arbeitete immer während der Semesterferien in diesem Restaurant, um den Unterhalt für seine junge Familie zu verdienen.
Tony hatte im Kreise der Kollegen einen guten Ruf. Er arbeitete hart, war zuverlässig und lebte nach strengen moralischen Grundsätzen. Im Gespräch mit Kollegen verteidigte er oft seine Glaubensansichten und seinen Lebenswandel. Er war offen und optimistisch, niemals abweisend, und ganz offensichtlich fühlte er sich sehr wohl mit den Entscheidungen, die er in seinem Leben getroffen hatte. Nachdem ich ihm einige Fragen zu seinen Glaubensansichten gestellt hatte, lud er mich zu sich nach Hause zu einem Gespräch ein. Er sagte mir, dass die Missionare meine Fragen besser beantworten könnten. Diese Einladung hat mein Leben verändert.
Tony hat vor kurzem beschrieben, wie viel Freude er verspürte, als er mir vor so vielen Jahren vom Evangelium erzählte. Ich kann gar nicht sagen, wie viele Segnungen ich deshalb empfangen habe, weil Tony bereit war, mir Zeugnis zu geben.
Wir hören häufig Ansprachen über die Freude, die wir verspüren, wenn wir eine Seele zu Christus bringen. Diese Freude rührt daher, dass der Heilige Geist eine Verbindung zwischen unseren Erfahrungen und denen desjenigen herstellt, der im Begriff ist, den Erlöser kennenzulernen. Dieses Band der Liebe gehört zu den großartigen Wundern bei der Verkündigung des Evangeliums. Wenn wir das Evangelium verkünden, vervielfachen sich diese Freude und die Segnungen immer und immer wieder.
Wahre Freude lässt sich als „Zustand des Glücklichseins, der rechtschaffenem Leben entspringt“, beschreiben.1 Die Freude, die wir dem Evangelium verdanken, hält länger an als jedes weltliche Vergnügen. Diese Freude kann uns niemand mehr nehmen.2
Der Heiland bezeichnet sich selbst als die Quelle der Freude und verbindet dies unmissverständlich mit dem Halten seiner Gebote, mit seiner Liebe zu uns und mit der Liebe, die wir füreinander empfinden. „Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.“3
Die wahre christliche Freude beruht auf der Nächstenliebe, die das einzige tragfähige Motiv für Missionsarbeit darstellt. Elder John K. Carmack sagte über diese Liebe, sie sei etwas, was man weder kaufen noch erzwingen kann. „Wir wissen, ‚jede Seele ist frei … dass jeder ungezwungen sei, hat freien Willen Gott gegeben‘.“4,5 Er beschreibt sie als eine vereinende Liebe, die mit unserem Zeugnis verknüpft ist.
Ich kann meine Liebe zum Heiland, der die Quelle meiner Freude ist, zum Ausdruck bringen, indem ich anderen vom Evangelium erzähle. Die Liebe muss immer die Motivation für die Missionsarbeit sein.
Wenn der Zweck des Erdenlebens ist, dass alle Menschen Freude haben, dann sollten auch alle dazu eingeladen werden, zu Christus zu kommen.6
Weil diese Freude, die der Einladung zu Christus folgt, sich zwischen demjenigen, der die Einladung ausspricht, und dem, der sie annimmt, vervielfacht, gehört sie vielleicht zu den stärksten Kräften, die auf dieser Welt Gutes bewirken. Sie ist in der Tat das einzig passende Geschenk, das man aus wahrer Freundschaft und Liebe machen kann. Wenn man andere zu Christus einlädt und ihnen dadurch das Tor zu ewigen Segnungen öffnet, handelt man wahrhaft christlich und beweist Nächstenliebe. Wie könnte man da der Aufforderung des Herrn, andere zu Christus einzuladen, nicht folgen?7
Meine Freude als jemand, der zu Christus eingeladen wurde, wächst nicht nur weiterhin, sondern vervielfacht sich auch mit jedem Zeugnis, das ich gebe, und jeder Einladung, die ich ausspreche. Ich möchte auch Sie bitten, jemandem mit einer einfachen Einladung ein Segen zu sein.
Anmerkungen:
1. Schriftenführer, „Freude“
2. Siehe Johannes 16:22
3. Johannes 15:10-12
4. „O wisse, jede Seel ist frei“, Gesangbuch, Nr. 159
5. John K. Carmack, „In Liebe und im Zeugnis vereint“, Liahona, Juli 2001, Seite 92
6. Siehe 2 Nephi 2:22-25
7. Siehe LuB 20:59