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Sprunger hatte sich vor zehn Tagen an der Athletissima in Lausanne mit einem Wert von 54,29 bis auf vier Hundertstel dem Rekord von Anita Protti aus dem Jahr 1991 angenähert. In Marokko hingegen, wo das Thermometer am Abend noch 29 Grad Celsius anzeigte, kam die Schweizer Rekordhalterin über 200 und 400 m nicht richtig auf Touren. Erst nach der zehnten Hürde überzeugte Sprunger mit einem starken Finish und lief noch in den 4. Rang vor. Der Rückstand auf die siegreiche Tschechin Zuzana Hejnova betrug eine Sekunde.
Der Endspurt war wichtig, denn Sprunger kämpft noch um Punkte für die Final-Qualifikation. Das Finale in Brüssel bestreiten die besten acht Läuferinnen der Saison. Die Schweizerin belegt den 3. Zwischenrang.
Die 400-m-Hürdenläufe der Frauen wurden in zwei Serien ausgetragen. Wenige Minuten vor Sprunger hatte Petra Fontanive die Bahnrunde in 55,35 Sekunden absolviert. Damit kam auch die Zürcherin nicht ganz an ihre Leistungen von Genf und Luzern heran, wo Zeiten unter 55 Sekunden resultiert hatten.
Die Highlights blieben auch aus internationaler Sicht rar. Der Amerikaner Ryan Crouser lancierte zwar den Abend mit einem Stoss der Kugel auf 22,47 m. Jamaikas Doppel-Olympiasiegerin Elaine Thompson setzte sich über 100 m in 10,87 nur knapp vor Marie-Josée Ta Lou von der Elfenbeinküste durch. Für kurze Zeit verwandelte sich das Stadion gleichwohl in einen Hexenkessel. Der Marokkaner Soufiane El Bakkali gewann über 3000 m Steeple klar vor drei Kenianern. Hätte El Bakkali auf der Schlussrunde nicht ständig dem Publikum zugewinkt, wäre Conseslus Kipruto seine eher bescheidene Jahres-Weltbestleistung los geworden. In 8:05,12 Minuten lief El Bakkali gleichwohl eine persönliche Bestzeit. Dieser Wert macht ihn aber noch nicht zum WM-Favoriten. Zum Abschluss des Meetings gewann der Marokkaner Abdelaati Iguider ausserhalb der Diamond-League-Wertung einen mässig besetzten 3000-m-Lauf.
Caster Semenya trat über 400 m an. So richtig aufschlussreich war der Auftritt der 800-m-Dominatorin nicht. Die Südafrikanerin ging das Rennen sehr verhalten an und war nach 100 m klar Letzte. Gegen Ende des Laufes kam sie wieder näher heran und wurde in 51,53 Siebente. Experten hatten erwartet, dass die intersexuelle Athletin nahe an die 50 Sekunden laufen würde. Ob Semenya wirklich alles aus sich herausholte, blieb fraglich.
(SDA)