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Die Biologie an der ETH war nicht von Anfang an ein monolithischer Block wie die Chemie oder die Physik. Sie hat ihre Wurzeln in der Abteilung für Naturwissenschaften, die bereits 1866 gegründet wurde und ursprünglich den Auftrag der Fachlehrerausbildung hatte. Seit 1932 wurde die Fachlehrerausbildung nicht mehr prioritär gesetzt und so entstand die Abteilung X für Naturwissenschaften. Die Abteilungen waren allgemein durch die angebotenen Studiengänge ausgewiesen; bis in die 80er Jahre waren dies in der Abteilung X die Bereiche A (Biologie), B (Molekularwissenschaften und Umweltphysik) und C (Erdwissenschaften). Die klassischen biologischen Disziplinen waren die Botanik und die Zoologie.
Bis 1937 galt ein Übereinkommen zwischen der ETH und der Universität Zürich, wonach die Ausbildung in Zoologie im Kontakt mit den Medizinern an der Universität, in Botanik dagegen an der ETH im Kontakt mit den Forst- und Agrarwissenschaftlern sowie den Pharmazeuten erfolgte. Die Kündigung des Vertrags durch den Schweizerischen Schulrat führte 1938 zur Gründung eines Instituts für Zoologie an der ETH, das eine genetische Ausrichtung hatte. Dieses Institut wurde 1977 wieder aufgehoben, leider ohne dass eine erneute Übereinkunft mit der Universität getroffen wurde (Die fatalen Folgen dieser Entscheidung für die Lehre in den zoologischen Grundlagen traten erst richtig deutlich hervor, als die letzten Vertreter dieses Instituts um die Jahrtausendwende in den Ruhestand gingen).
Andererseits erlebten die 60er und erst recht die 70er Jahre, in denen der rasante Anstieg der Anzahl der Studierenden und Doktorierenden auf das heutige hohe Niveau erfolgte, zahlreiche Neugründungen von biologischen Instituten. Während in den 50er Jahren lediglich vier Institute (Allgemeine Botanik, Spezielle Botanik, Zoologie, Entomologie) existierten, waren es 1980 elf, namentlich die Institute für Allgemeine Botanik, Spezielle Botanik, Bodenkunde, Entomologie, Mikrobiologie, Verhaltenswissenschaften, Gewässerschutz und Wassertechnologie, Zellbiologie sowie Toxikologie (gemeinsam mit der Universität Zürich), das Geobotanische Institut (Stiftung Rübel) sowie der Lehrstuhl für Biotechnik, der sich aus der Mikrobiologie abgezweigt hatte und der später den Kern des Instituts für Biotechnologie darstellen sollte.
Im Bereich B (Molekularwissenschaften und Umweltphysik) fanden sich die Institute für Biochemie, für Molekularbiologie und Biophysik, für Kristallographie und für Atmosphärenphysik.
(Die Institute des Bereichs C Erdwissenschaften brauchen hier nicht weiter erwähnt werden, denn ihre weitere Entwicklung verlief unabhängig von derjenigen der Institute des heutigen Departements Biologie).
Die Mikrobiologie (Bakteriologie) war an der ETH ursprünglich eine rein landwirtschaftliche Disziplin und die Biochemie war an der Abteilung für Chemie angesiedelt. Die Heranführung der beiden Disziplinen und ihrer Institute an die Abteilung für Naturwissenschaften erfolgte durch die Einführung des Studiengangs Biochemie und Mikrobiologie im Jahre 1962, der sich innerhalb der Abteilung X grossen Zustroms erfreute.
©
2005
ETHistory 1855-2005
| Last update:
6.4.2005 |
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