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Mediencommuniqué | 16.02.2010
Mehr Solidarität in Krisenzeiten!
Justitia et Pax Europa zum Europäischen Jahr 2010 gegen Armut und soziale Ausgrenzung
Das Jahr 2010 wurde zum “Europäischen Jahr des Kampfes gegen Armut und soziale Ausgrenzung” ausgerufen. Aus diesem Anlass richtet Justitia et Pax Europa einen Aufruf an alle europäischen Nationen. Wir müssen erkennen, dass unsere einzige Chance, eine langfristige Antwort auf die aktuellen Krisen zu finden, in dem erneuten Bemühen um globale Solidarität und Kooperation liegt.
Die aktuellen Krisen stellen eine eindringliche Mahnung dar hinsichtlich des zerstörerischen Potentials eines unregulierten Wirtschaftswachstums sowie in Bezug auf Entwicklungsmodelle, die es versäumen, Ungleichheit und soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt zu stellen.
Die Konferenz der Europäischen Justitia et Pax Kommissionen appelliert deshalb an alle europäischen Staaten, im „Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung“ folgende Schritte zu unternehmen.
• Ergreifung von wirkungsvolleren Maßnahmen zum Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung aufgrund der Erkenntnis, dass dies für die Zukunft aller Nationen mindestens so wichtig ist wie der Schutz des Finanzsystems.
• Einführung eines Systems von Normen und Richtlinien zur Sicherstellung, dass wirtschaftliche und finanzielle Aktivitäten nicht zum Nachteil menschlicher Entwicklung durchgeführt werden, nicht im Widerspruch zu unseren Verpflichtungen hinsichtlich internationaler Solidarität stehen und die Menschenrechte nicht verletzen.
• Förderung von wirtschaftlicher Transparenz durch Einführung von Standards oder Bezeichnungen für Unternehmen, die sich den o.g. Normen und Richtlinien verpflichten, auch im Banken- und Finanzdienstleistungssektor (z.B. die Pflicht transnationaler Konzerne, ihre Steuerabgaben nach Produktionsstandorten auszuweisen).
• Einführung einer Steuer auf Finanztransaktionen zur Gewinnung von Mitteln für die Entwicklungshilfe und zur Finanzierung globaler öffentlicher Güter.
• Unterstützung einer Entwicklungspolitik, die menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen in allen Ländern fördert (Bsp. CH: Erhöhung der Entwicklungshilfebeiträge auf 0,5%).
• Abschaffung von unfairen Bedingungen für Entwicklung und Handel, wie sie die Schweiz teilweise in bilateralen Handelsabkommen zu lasten von Entwicklungsländern durchzusetzen versucht.
• Verstärkte Bemühungen in Europa zur Begrenzung von Ursachen und Folgen des Klimawandels. Ferner Unterstützung von Entwicklungsländern bei ihren Anstrengungen, mit den Folgen des Klimawandels fertig zu werden, durch die Bereitstellung von finanziellen und technischen Ressourcen.
Die Erklärung im Wortlaut und weitere Informationen unter:
www.juspax-eu.org und www.juspax.ch
Kontakt: Wolfgang Bürgstein, Tel. 031 381 59 57, 078 824 44 18;
Die Konferenz der Europäischen Justitia et Pax Kommissionen (Justitia et Pax Europa oder CEJPC) ist ein europäischer Zusammenschluss von 29 nationalen Justitia et Pax Kommissionen. Jede wurde
von der jeweiligen katholischen Bischofskonferenz des Landes eingerichtet oder anerkannt. Das Sekretariat der CEJPC befindet sich gegenwärtig in Paris (Frankreich).