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Moore leben vom Wasser und müssen einen stetigen Wasserüberschuss aufweisen. Auf den Klimawandel reagieren sie sehr sensibel. Im Rahmen des Pilotprojekts wurde eine Methode entwickelt, mit der die Gebiete identifiziert werden können, die für den Wasserhaushalt der Moore massgebend sind. Dies schafft die Grundlage, um angemessene Pflege- und Schutzzonen festzulegen.
Pilotprojekt zur Anpassung an den Klimawandel «Erhaltung der Wasserressourcen im Einzugsgebiet von Moorbiotopen»
Ausgangslage
In der Schweiz sind Moorbiotope von nationaler Bedeutung streng geschützt. Damit sie nicht austrocknen, müssen sie einen Wasserüberschuss aufweisen und ausreichend mit Oberflächen- und Grundwasser versorgt sein. Auf Veränderungen des Klimas reagieren sie sehr empfindlich. Um zu verhindern, dass der Wasserhaushalt der Moore infolge des Klimawandels beeinträchtigt wird, sind Massnahmen notwendig. Bislang fehlte eine Methode, mit der die massgebenden Gebiete für die Wasserversorgung der Moore identifiziert werden können.
Ziele
Die Kantone, die für den Schutz der Moore zuständig sind, benötigen ein Hilfsmittel, damit sie auch unter veränderten Klimabedingungen für eine ausreichende Wasserversorgung der Moore sorgen können. Das Projekt bezweckte, eine einfach anzuwendende Methode zu entwickeln, mit der sich die Einzugsgebiete bestimmen lassen, die für den Wasserhaushalt der Moore massgebend sind. Die Kantone erhalten damit eine Grundlage, um einerseits gemäss dem Vorsorgeprinzip Schutzzonen festzulegen und andererseits Pflegezonen zu definieren, in denen Massnahmen zur Verhinderung einer Austrocknung der Feuchtgebiete getroffen werden sollen.
Vorgehen
- Erstellen der Wasserbilanz eines Moors in zwei biogeographischen Regionen der Schweiz
- Entwickeln einer Methode zur Charakterisierung der Wassereinzugsgebiete, Festlegen relevanter Indikatoren für die Wasserversorgung
- Test der Methode an 28 Standorten in der Schweiz (kartographische Darstellung der massgebenden Wassereinzugsgebiete und der Pflege- und Schutzzonen)
- Formulieren von Empfehlungen für den Einsatz der Methode und zur Integration angemessener Pflege- und Schutzzonen in bestehende Planungs- und Schutzinstrumente (Teilrichtpläne, Wasserbaupläne etc.)
- Bereitstellen der Ergebnisse und aller entwickelten Tools auf der Webplattform des Projekts
Ergebnisse
Das Projekt hat gezeigt, dass die meisten Moore in der Schweiz durch Grundwasser gespeist werden. Anthropogene Veränderungen ihrer Umgebung bis in eine Entfernung von mindestens 200 Metern – insbesondere entwässernde Strukturelemente – weisen einen signifikanten Zusammenhang auf mit der Austrocknung und/oder Eutrophierung, die in einem für die verschiedenen biogeographischen Regionen der Schweiz repräsentativen Stichprobenmoor gemessen wurden.
Die GIS-Tools (Geographisches Informationssystem) und das Vorgehen für die Bestimmung der massgebenden Wassereinzugsgebiete der Moore werden an die Kantone weitergegeben. Anhand dieses Vorgehens können die wichtigsten anthropogen bedingten Störungen des Wasserhaushalts identifiziert werden. Weiter lässt sich die Reihenfolge der Prioritäten für Pflegemassnahmen für die verschiedenen Standorte eines Kantons festlegen.
Die Webplattform des Projekts ist eine Art «Toolbox». Sie wird mit den neuen Kenntnissen und Erfahrungen, die sich durch die Umsetzung der im Rahmen des Projekts erarbeiteten Grundsätze ergeben, weiterentwickelt werden.
Fazit
Die Kantone verfügen über eine plausible Methode zur Bestimmung der Wasserversorgungsgebiete, die in der Umgebung der Moore zu erhalten sind. Nach dem Vorsorgeprinzip müsste für alle in diesen Gebieten geplanten Bauten und Anlagen eine Studie durchgeführt werden, um ihre möglichen Auswirkungen auf den Wasserhaushalt der betroffenen Moore zu ermitteln. Ausserdem wird es möglich sein, konkrete Massnahmen zur Wiederherstellung der hydrologischen Bedingungen, die für die Erhaltung geschützter Moorflächen nötig sind, zu identifizieren.
Auf die Entwicklung eines spezifischen Umsetzungsinstruments wurde verzichtet. Die Ergebnisse können je nach Bedarf der einzelnen Kantone in verschiedene Umsetzungswege integriert werden. Das Beispiel der Synergie, die mit dem Projekt der Ausarbeitung eines kantonalen Sachplans für die 104 Hochmoore des Kantons Bern entstanden ist, zeigt dies gut.
Projektträger: LIN'eco
Pilotgebiet: Schweiz (Moorbiotope von nationaler Bedeutung)
Laufzeit: 2014 - 2016
Begleitung: Bundesamt für Umwelt
Letzte Änderung 13.10.2017