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Die Suche nach dem unberührten, friedlichen und gesunden Naturidyll war das zentrale Reisemotiv im 19. Jahrhundert. Die städtische Bevölkerung Europas sah in der Natur und im Landleben einen Gegenentwurf zu ihrer Alltagswelt, die durch Industrialisierung und Verstädterung zusehends unwirtlich wurde.
Reisen als Flucht vor dem Alltag. Dieses Motiv beherrschte bereits die Reisenden des frühen 19. Jahrhunderts auf den Spuren der romantischen Literatur, welche die unberührte Natur und freiheitliche Gesellschaft der Schweiz idealisierte. Neben dem Besuch von Naturlandschaften und historischen Stätten erhofften sie sich ein Eintauchen in Stimmungen und Atmosphären, die zu Tagträumerei und Vergnügen Anlass boten. Die Sehnsucht nach der idyllischen, unberührten Natur und nach ihren freien, unverdorbenen Bewohnern war auch eine Reaktion auf die zunehmende Reglementierung der modernen Gesellschaft.
Rieder und Moose waren wichtige Lieferanten von Stallstreue. In Meggen teilte ein Streuebrief von 1650 jedem Bauern mit Allmendrecht ein Stück Ried zu, auf dem er die Streue für sein Vieh mähen konnte. Für dieses Nutzungsrecht hatte er einen Zins zu zahlen, der sich nach der Zahl seiner Kühe bemass.
Nicht nur in feucht-schattigen Wald- und Waldrandgebieten, sondern auch entlang der See- und Flussufer fanden sich vor der Zeit der grossen Uferverbauungen und Meliorationen grosse Flächen von Streuwiesen, deren Riedgräser von den Bauern als Streue für den Stall gemäht wurden. An den Seen nutzte man auch das Schilf zur Streue. Wald- und Wiesenstreue war oft in grösseren Mengen vorhanden als das bei der Kornernte anfallende Stroh. Mit der Einführung der Sommerstallfütterung stieg im 19. Jahrhundert der Bedarf nach Streue. Dank der Eisenbahn konnte er mit Strohimporten aus dem Ausland gedeckt werden.