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An jenem Sonntag in Niederwalluf sah ich
Zwei junge Männer, sie spielten Schach.
Sie sassen auf einer Terrasse, vielleicht drei Meter
Über dem Strassenpflaster; und um sie zu sehen, schaute ich
An dem Gekreuzigten vorbei, der mir im Blick stand.
Er ragte, aus dem roten Sandstein der Gegend gemeisselt,
Fast höher in den reinblauen Himmel als die Männer sassen.
Oben über dem Schachbrett, das ich nicht sah,
So konzentriert und weltenfern die zwei wie das Antlitz
Jesu, sein Kopf auf die linke Schulter gesunken.
O Schmerz! dachte ich ironisch und pathetisch.
Ein Bild der Schönheit und Würde: der Kopf
Mit der Dornenkrone vor den zwei Köpfen der Spieler,
Die zwischen den Zügen, wünschte ich ihnen,
Am Glas eines weissen, kühlen Weines nippten
(Aus der Gegend auch wie der rote Stein des Gekreuzigten).
Ich blieb für einen Augen-Blick stehen und freute mich,
Dass ich weder die Aufmerksamkeit der Schachspieler
Noch die Aufmerksamkeit Jesu erweckte;
Ein jeder hatte zu tun mit sich selber, wie ich mit mir grad nicht.