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6. Juli 1901.
sorgt dabei eine nach dem Fluss zurückführende, in der Mitte der Kapalsohle angelegte Ablaufrinne, s. Fig. 1. Die Anlage eines Leerlaufes konnte umgangen werden, da das durchgehende Wasser ausschliesslich für die Turbinenanlage
dient und die Wehranlage den Ablass des Wassers im Kanal gestattet. Umsomehr Sorgfalt musste aber darauf gerichtet werden, Eis vom Kanal völlig fernzuhalten. Zu diesem Zwecke sind am Kanaleingang vier eiserne Böcke ein
gelassen, an die eine schwimmende Eisabweisevorrichtung angehängt werden kann. Vor dem Einfluss in die Turbinenkammern durchströmt das Wasser einen sich über die ganze Kanalbreite erstreckenden, an das Turbinenhaus angebauten Rechen.
Fig. 5 bis 9 auf S. 940 u. 941 geben das quer über den Kanal gebaute Haus wieder. Es enthält fünf Turbinenkammern, von denen zur Zeit vier ausgebaut sind, welche durch je zwei Drehthore abgeschlossen werden können.
XXXXV. Nr
Juli 1901
Die Turbinen, Fig.
Kriens hergestellt.
Abläufe liegenden
und von einem mit Oel gefüllten Behålter von 25 ltr Inhalt vollständig umschlossen. Es befindet sich somit ganz unter Oel, das mittels eingelagerter Kühlschlange
und Saugleitung durch Wasser gekühlt wird. Durch ein in die Welle eingeschnittenes Gewinde ist die Möglichkeit geboten, die Höhe der Welle genau einzu
stellen und das Hauptlager leicht zugänglich zu machen. Oberhalb und unterhalb des Hauptlagers befindet sich je ein Führungslager, darunter ist die durch zwei weitere Lager geführte Welle angekuppelt, auf der die vier Turbinenkränze sitzen. Diese haben drehbare, hydraulisch grösstenteils entlastete Leitradschaufeln, wodurch die Mög. lichkeit einer siche. ren und ausgiebigen Regulirung des gan. zen Systems geboten ist. Die einzelnen Kränze werden mittels drei getrennter Vorrichtungen regulirt. Zunächst bewirkt ein Druckwasserregulator die Regulirung der beiden unteren Kränze. Die
deutscher Ingenienre
Die verschiedenen Tur-
Hauptturbine ist eine bebinenkränze werden in der
sondere Pumpe vorgeseWeise verwendet, dass im
nen; diese Pumpen sind Sommer, wo der Fluss eine
jedoch sämtlich durch eine grosse Wassermenge führt,
Zentralleitung mit einander also wenig gestaut werden
verbunden, sodass sie bekann, und wo geringes Ge
liebig ausser Betrieb gesetzt fälle zur Verfügung steht,
werden können. Die Drucksämtliche Kränze bean
wasseranlage ist mit einem sprucht werden, während im
Windkessel und einem kleiWinter, wo die geringere
nen Kompressor für ErWassermenge ein grösseres Gefälle auszunutzen gestat
neuerung des Luftkissens
im Windkessel ausgestattet. tet, einzelne Kränze voll
Die Turbinenkammern ständig ausser Betrieb ge
können mithülfe einer Kreisetzt werden. Im erstge
selpumpe, die von der Renannten Falle, bei Hoch
gulirtransmission aus wasser, beträgt das nutz
getrieben wird, entleert bare Gefälle 5,8 m, bei Nie
werden. Zu diesem Zweck drigwasser 7,3 m, bei ausser
zieht sich unter allen Kamordentlich niedrigem Was
mern eine durch Ventile ser dagegen 9 m. Die hier
verschlossene Rohrleitung bei noch zur Verfügung
hin. stehende Wassermenge beläuft sich auf 60 cbm/sk,
Das Abwasser der drei
kleineren Turbinen geht reicht also für den Betrieb
durch drei senkrechte von vier Turbinensätzen aus. Ausser den genannten Turbinen sind in einem seitlich
Schächte in einen Kanal, der in die Abschlussmauer des angebauten Untergeschoss auf der rechten Seite des Turbinen
Turbinenhauses eingebaut ist und in den Unterwasserkanal
einmündet. Letzterer ist durch Ausbaggerung im Seeboden hauses ausserhalb des Kanalbereiches noch drei kleinere Tur- hergestellt und schliesst sich mit einer Sohlenbreite von 32 m binen mit senkrechter Achse untergebracht, welche den Wasser- in einer Länge von 450 m bis zu seiner Einmündung in die zufluss durch eine seitlich aus dem Oberwasserkanal abge- Seetiefe an. zweigte Rohrleitung erhalten; s. Fig. 7. Es sind dies zwei
Ueber den grossen Turbinen befinden sich Oeffnungen,
durch welche die einzelnen Teile der Turbinen für Ausbesse1) Schweizer. Pat. 14540/256.
rungen in die darüber liegende Maschinenhalle, deren Grund
an
ܕ
XXXXV. Nr
Juli 1901
riss Fig. I darstellt, mittels eines Laufkranes von 25 t Tragkraft gehoben werden können. Durch einen ausserhalb des Turbinenhauses auf dem rechten Ufer errichteten Drehkran können sowohl von der Seeseite aus als auch auf dem Landwege ankommende Lasten in das Maschinenbaus gehoben werden.
In diesem befinden sich die mit der senkrechten Achse ihres Magnetrades unmittelbar mit der Turbinenachse gekuppelten Dreiphasen-Generatoren, durch welche die von jeder Turbine bei 100 Uml./min gelieferte mechanische Energie von 1300 PS in elektrische von 8000 V Spannung und 40 Per./sk umgewandelt wird, Fig. 14. Das Magnetrad hat 48 mit Spulenwicklung und rechteckigen Polschuhen versehene Pole von ovalem Querschnitt; es ist möglichst nahe am Halslager aufgesetzt, um jedes grössere, durch seitlichen Zug entstehende Moment zu vermeiden. Die Wicklung ist in Sternschaltung ausgeführt. Ihre Spulen sind in Löchern des Armatureisens, dessen äusserer Durchmesser 5520 mm beträgt, eingelagert.
Welle aus angetrieben. Das Magnetsystem dieser Erreger. maschine ist vierpolig mit zwei Spulen ausgeführt, welche für alle Maschinen gemeinsam ihren Strom aus dem Netz zweier unter der Hauptschalttafel angeordneter Nebenschlussmaschinen erhalten. Von diesen für eine Leistung von 100 Amp bei 120 V bestimmten Maschinen dient eine als Reserve. Der von ihnen in die Magnetwicklung der einzelnen Erregermaschinen abgegebene Strom kann für jede dieser letzteren unabhängig von den anderen von der Generator-Schalttafel aus durch Widerstände geregelt werden, die derart konstruirt sind, dass die Belastung dieser beiden Nebenschlussmaschinen unter allen Umständen völlig unverändert bleibt. Wird beim Abschalten eines Generators die Magnetwicklung seiner Erregermaschine von diesem sekundären Erregernetz abgetrennt, so tritt an ihre Stelle ein Ersatzwiderstand. Zu dem Zweck werden Umschalter verwendet, die vermöge ihrer Bauart jeden Stofs vom gemeinsamen Netz abhalten. Auf diese Weise wird ein ausserordentlich ruhiger,
Die Maschinen sind so berechnet, dass sie auch einphasig die volle Belastung von 1300 PS aufgehmen können, sodass beliebige von ihnen vollständig auf das einphasig angeschlossene ausgedehnte Beleuchtungsnetz belastet werden können. Der Spannungsabfall der Generatoren beträgt für dreiphasigen Betrieb bei induktionsloser Belastung 5 vH, dagegen 15 vH bei cos j = 0,77. Dabei ist der Wirkungsgrad 94 vH bezw. 93 vH.
Für einphasigen Betrieb und induktionslose Belastung sind die entsprechenden Grössen 8 vH und 93 vH. Die Maschinen sitzen auf Untergestellen, die eine 2,6 m weite Oeffnung haben, sodass es genügt, das Magnetrad abzuheben, um die einzelnen Teile der unterhalb liegenden Turbinen empornehmen zu können.
Die Generatoren werden je durch eine besondere, neben den einzelnen Maschinen aufgestellte Gleichstrommaschine erregt, die bei 550 Uml./min und 120 V Klemmenspannung einen stärksten Erregerstrom von 230 Amp abgeben kann. Ihre senkrechte Achse wird mittels Winkelgetriebes von
allen Anforderungen genügender Lichtbetrieb erzielt. Die Nachteile, welche mit Verwendung völlig getrennter, sich selbst erregender Erregermaschinen verknüpft sind, werden vermieden; nichtsdestoweniger bleiben die Generatoren elektrisch vollständig unabhängig von einander. Die Regulirung vollzieht sich in einfacher und sicherer Weise, und die dafür erforderlichen Regulir- und Ersatzwiderstände sowie Schaltvorrichtungen nehmen trotz der bedeutenden Erregerströme, die den Generatoren zugeführt werden müssen, ausserordentlich kleine Abmessungen an.
Die in den Generatoren gewonnene elektrische Energie wird durch Kabel, die in geräumigen begehbaren Kanälen auf Isolatoren verlegt sind, zu der am südlichen Ende des Maschinenraumes winkelrecht zu seiner Längsachse erhöht angeordneten Hauptschalttafel, Fig. 15, geführt.
Die Gesamtanordnung der Schaltung ist folgende: Zwei von einander völlig getrennte Systeme von Sammelschienen sind als in sich geschlossene Ringleitungen ausgeführt, die
der