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Gemäss einer Umfrage von Actares hat kein Unternehmen im Swiss Market Index eine wirksame Nachhaltigkeitskomponente für die Vergütung der Geschäftsleitung. Actares wird diesen Mangel auch in Zukunft ansprechen.
Anfang 2016 fragte Actares, eine Organisation von verantwortungsbewussten Aktionären, alle Unternehmen, die 2016 dem Swiss Market Index (SMI) angehörten: “Bezieht das Unternehmen Nachhaltigkeitskriterien in die Berechnung der Vergütung von Mitgliedern der Geschäftsleitung mit ein?” Actares interessierte sich auch dafür, wie genau solche Kriterien sich auf die Vergütungen auswirken.
Von den 21 (*) angefragten Unternehmen antworteten zehn:
- Fünf Unternehmen (Nestlé, Novartis, SGS, Swiss Re und Zurich) gaben an, dass Aspekte der Nachhaltigkeit oder ESG-Faktoren (environmental, social, governance) in die Bewertung einfliessen, die der Vergütung zugrunde liegt. In der Regel passiert dies als Teil einer qualitativen Beurteilung der Führungsleistung, die sich auf kurzfristige Boni auswirkt.
- Drei Unternehmen (ABB, Givaudan und Swatch Group) berufen sich darauf, dass Nachhaltigkeit ein integraler Teil des Geschäftsmodells und damit auch der Tätigkeit von Führungskräften sei und dadurch - wenn auch nur indirekt - bei der Festsetzung von variablen Vergütungsanteilen mitberücksichtigt werde. Swatch Group argumentierte gar, ein Vergütungsanreiz für nachhaltige Geschäftsführung sei eher ein Eingeständnis, dass eine Funktion mit der falschen Person besetzt sei.
Um Anreize für nachhaltiges Verhalten zu fördern, lassen die Actares-Kriterien für die Abstimmung an Generalversammlungen 2016 (Abschnitt B.3.) eine flexiblere Gestaltung von Boni zu - bei nachgewiesener Erfüllung von Nachhaltigkeitszielen:
“Am Zuteilungsdatum (grant date) dürfen variable Vergütungskomponenten kumuliert die Hälfte der fixen Komponente nicht übersteigen. Sofern die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitszielen die Festlegung der variablen Komponente wesentlich beeinflusst und dies nachweisbar dokumentiert ist, dürfen die variablen Komponenten die gleichen Werte wie die fixen Komponenten erreichen.”
Damit Nachhaltigkeitsziele die Vergütung “wesentlich” beeinflussen können, fordert Actares, dass sie umsetzbar, messbar und zeitlich definiert seien. Keine der Antworten auf die Umfrage von Actares erlaubt jedoch den Rückschluss, dass dies bei einem der Unternehmen der Fall ist. Wenn Nachhaltigkeit nur eine von mehreren Komponenten eines qualitativen Kriteriums ist, wie lässt sich dann erkennen, welche Rolle sie tatsächlich spielt? Dies gilt erst recht, wenn Nachhaltigkeit nur ein indirektes Kriterium ist.
Dem oben wiedergegebenen Argument von Swatch Group kann Actares nicht zustimmen: Wenn Vergütungen überhaupt variable Bestandteile enthalten und damit Anreize setzen für eine gute Geschäftsführung, dann ist es nur folgerichtig, solche Anreize auch für Nachhaltigkeit zu schaffen. Mit einer neuen Anfrage zum Thema Nachhaltigkeit und Vergütungen wird Actares auch künftig an diesem Thema dranbleiben.
(*) Im Jahr 2016 waren insgesamt 21 statt 20 Unternehmen Mitglied des SMI, weil die Aktien von Transocean Anfang Jahr dekotiert wurden und Swiss Life noch während des Jahres den Platz von Transocean einnahm.