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Der ehemalige Schweizer Geheimdienstchef Peter Regli war über die in der Schweiz getätigten Waffengeschäfte Wouter Bassons im Bild. Dies bestätigt ein Zeuge.
Basson sei zwischen 1986 und 1993 rund 15 Mal in der Schweiz gewesen, sagte der Zeuge in einem im «SonntagsBlick» veröffentlichten Interview. Er hatte bei Bassons Besuchen in der Schweiz als Chauffeur gewirkt. Dabei habe er den Südafrikaner mehrmals nach Bern, meistens direkt vor das Bundeshaus gefahren. Regli und Basson hätten sich drei- bis viermal getroffen.
Plutonium-Geschäfte via Schweiz
Als Vermittler zwischen Regli und Basson agierte der inzwischen verstorbene Waffenhändler Jürg Jacomet. Dieser hatte versucht, mit Südafrika ins Geschäft zu kommen. Regli habe dabei, so der Zeuge, als Türöffner gewirkt. Jacomet wollte Südafrika Plutonium verkaufen. Regli sei darüber bestens informiert gewesen.
Jacomet hat gemäss dem Zeugen auch zu anderen Mitgliedern des Schweizer Nachrichtendienstes enge Kontakte unterhalten. Viele dieser Nachrichtendienst-Offiziere befänden sich heute im Ruhestand. Regli hatte im Verlaufe der Untersuchungen immer wieder betont, Basson nur einmal in Bern getroffen zu haben.
Aussagen auf dem Pult von VBS-Chef Schmid
VBS-Informationschef Oswald Sigg bestätigte am Sonntag die Existenz der Zeugenaussagen. Die zweiseitigen Gesprächsnotizen seien umgehend VBS-Vorsteher Samuel Schmid, der Bundesanwaltschaft und der Geschäftsprüfungs-Delegation (GPDel) weiter geleitet worden. Zu die im Interview gemachten Aussagen wollte Sigg keine Stellung beziehen.
Bundesrat Samuel Schmid hatte Anfang November eine Administrativ-Untersuchung über die Verbindungen Reglis zu Südafrika eingeleitet. Abgeklärt werden sollen die Existenz eines angeblichen Chemiewaffen-Geheimabkommens Schweiz-Südafrika, die Beschaffung zweier russischer Fliegerabwehr-Lenkwaffen SA-18 und die Frage von Aktenvernichtungen.
Auch die Geschäftsprüfungs-Delegation der eidgenössischen Räte will die Beziehungen der Schweiz zum Apartheid-Regime Südafrikas neu untersuchen. Sie hat dazu am 12. November eine Ergänzungs-Untersuchung beschlossen.
swissinfo und Agenturen
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