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Musikstars wie Arturo Toscanini folgten dem Ruf Luzerns, nachdem im Gefolge des politischen Umsturzes in Österreich im Frühjahr 1938 nach den Bayreuther auch die Salzburger Festspiele von der nationalsozialistischen Ideologie vereinnahmt wurden. Dass die Internationalen Musikfestwochen damit nun zu einem Forum für die freie künstlerische Musikausübung wurden, entspricht allerdings eher einem Akt der Selbststilisierung denn den Tatsachen. Dem umtriebigen Stadtpräsidenten und ehemaligen Hotelier Jakob Zimmerli ging es mit der Musikfestwochengründung in erster Linie um die Ankurbelung des schwächelnden Tourismus während der Vorkriegsjahre. So waren der erklärte Antifaschist Arturo Toscanini und der deutsch-jüdische Dirigent Bruno Walter erst nach der Absage Richard Strauss’, des renommierten Komponisten, Dirigenten und ehemaligen Präsidenten der Reichsmusikkammer, engagiert worden. Während des Zweiten Weltkriegs erhielt auch das Scala-Orchester aus dem faschistischen Italien Gelegenheit zu Auftritten. Immerhin, das Kalkül Zimmerlis, der vom renommierten Dirigenten des Orchestre de la Suisse Romande, Ernest Ansermet, und dem einflussreichen Schweizer Konzertagenten Ernst Schulthess unterstützt wurde, ging auf. Seit 1938 haben sich die Internationalen Musikfestwochen bzw. das Lucerne Festival stetig weiterentwickelt und jährlich versammeln sich zahlreiche Gäste zum Musikgenuss auf hohem Niveau.
Das Stadtarchiv vermittelt in seiner Fotogalerie Impressionen des legendären Festkonzerts vom 25. August 1938.