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Die Theorie der Persönlichkeits-System-Interaktionen (PSI-Theorie), die von Julius Kuhl entwickelt wurde, integriert eine Vielzahl wissenschaftlicher Ergebnisse und kann als Grundlage dienen, gelingende Lernprozesse zu gestalten. Dies ist insbesondere bei Lernstörungen von großem Vorteil. Als „Lernstörung“ werden hier alle Faktoren bezeichnet, die verhindern, dass eine vorhandene Begabung in Leistung umgesetzt wird. Dieser Zusammenhang wird unter dem Begriff „erwartungswidrige Schulleistungen“ beforscht. In dieser Forschungstradition werden Intelligenzwerte mit Leistungswerten verglichen und besonders Schüler_innen beachtet, die aufgrund ihres Potentials mehr leisten könnten, es aber nicht tun (Underachiever). Natürlich existiert ein wissenschaftlich anerkannter Zusammenhang zwischen individuellem Potential und Leistung, allerdings sind auch Faktoren wie Selbststeuerungskompetenzen und Motivation ausschlaggebend.
Im Workshop werden Grundlagen der PSI-Theorie aufgezeigt und an Praxisbeispielen wird ent-faltet, wie die PSI-Theorie für den Unterricht (in der Oberstufe) effektiv genutzt werden kann. Dabei wird offensichtlich: Verantwortungsübernahme für individuelle Lernprozesse auf Seiten der Lehrperson und auf Seiten der Schüler_innen ist notwendig. Da nicht alle Lehrpersonen sowohl über Wissen zur PSI-Theorie verfügen als auch deren Umsetzung im konkreten Unterricht intuitiv gelingen kann, werden zudem im Workshop Erfahrungen zu einem Format kollegialer Fortbildung präsentiert