Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/70988

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Preise für Krebsmedikamente haben eine aussergewöhnliche Höhe erreicht. Ein Ende der Preisspirale ist nicht abzusehen: </p><p>Eine palliative Chemotherapie gegen Darmkrebs während zwölf Monaten kostet rund 100 000 Franken. Allein die eingesetzten 24 Ampullen des Medikaments Avastin kosten rund 55 000 Franken. </p><p>Eine Chemotherapie gegen Brustkrebs während zwölf Monaten kostet rund 60 000 Franken. Notwendig sind 17 Ampullen des Medikaments Herceptin; Stückpreis 3500 Franken.</p><p>Die zulässigen Preise werden staatlich festgesetzt. Zuständig ist das Eidgenössische Departement des Innern. </p><p>Nach den geltenden Vorschriften des Bundesrates werden die festgelegten hohen Preise auch dann nicht geändert, wenn sich der Medikamentenumsatz vervielfacht hat, was grundlegenden ökonomischen Prinzipien widerspricht. Beispielsweise hat sich der Umsatz von Herceptin innert wenigen Jahren versiebenfacht, ohne dass der Preis von 3500 Franken pro Ampulle reduziert worden wäre. </p><p>Die Grundlagen der staatlichen Preisfestsetzung sind intransparent und nicht nachvollziehbar. Höchstens 30 bis 35 Prozent der Kosten eines Medikaments entfallen auf Herstellungs- und Forschungsaufwendungen. Die meisten innovativen Medikamente werden von den grossen Firmen bei KMU eingekauft. In der staatlichen Preisfestsetzung werden für 15 Jahre Innovationszuschläge zuerkannt, deren reale Grundlage nicht erkennbar ist. </p><p>Von fachärztlicher Seite wird darauf hingewiesen, dass die ausserordentlich hohen Preise der Krebsmedikamente mehr und mehr dazu führen, dass Fortschritte in der Onkologie nicht mehr der ganzen Bevölkerung zugute kommen. Ich teile diese Meinung. Ausserdem führen die hohen Preise dazu, dass die klinischen Studien an den Spitälern zunehmend kommerziell getrieben sind. </p><p>Von Herstellerseite wird geltend gemacht, die geforderten hohen Preise müssten von Staat und Gesellschaft akzeptiert werden, weil Krebs eine gefährliche Krankheit sei. Diese Sichtweise muss hinterfragt werden. </p><p>Der Bundesrat wird eingeladen: </p><p>1. die Ursachen für die hohen Preise für Krebsmedikamente, insbesondere im Verfahren der staatlichen Preisfestsetzung, zu analysieren;</p><p>2. geeignete Massnahmen zur wirksamen Preisdämpfung zu erarbeiten und</p><p>3. dem Parlament darüber möglichst bald Bericht zu erstatten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der Problematik der Preisentwicklung bei Medikamenten im Bereich der Onkologie (Onkologika) bewusst. Eine Analyse der Aufwendungen der Herstellerfirmen dieser Medikamente und eine umfassende Kosten-Nutzen-Betrachtung von medikamentösen onkologischen Therapien ist notwendig. Je nach Ergebnis dieser Analyse werden allfällige Massnahmen zur Preisdämpfung zu prüfen sein.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.