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Weitere Luftansichten von Cham
Wie ein Dokument berichtet ist Cham der älteste Ort im Kanton Zug. Der königliche Hof von Cham stammt ursprünglich von einem Herzoglichen Hof der Alemanne ab, der «curtis charna», welcher der König Ludwig in 858 aufgrund der Bitte seiner Tochter, vom Frauenkonvent in Zürich, zum Geschenk gemacht hat. Dieser Ort scheint in der Protohistorischen Epoche immer bevölkert gewesen zu sein, da man in Cham die Spuren einer befestigten Agglomeration umgeben von einem Graben findet und eine rundliche Aufschüttung von Erde an der Seite. Die Hypothese muss dagegen noch durch archäologischen Untersuchungen bewiesen werden, dass das Schloss Sankt Andreas, welches seinen Ursprung von einem herrschaftlichen Hofes nennt, ein Zufluchtsort der Antike war. Das Schloss und der kleine Ort «Städtli» sind auf einer Landeszunge an der Nordseite des Zuger Sees. Das Städtli formt einen verlängerten Oval ca 120 m auf 160 m und das Schloss befindet sich im Süden der Agglomeration, von dem heute nichts mehr übrig ist. Nur die Nordpartie des Grabens, der das Städtli umgeben hat, ist sichtbar.
Es scheint dass man im XIII Jahrhundert den herrschaftlichen Sitz von Sankt Andreas in ein befestigtes Schloss verwandelt hat, und dass man dort eine solide Mauer als Umwallung und im Inneren verschiedene Gebäude aus Holz und Stein gebaut hat. Ein äussere Graben machte es im Weiteren schwierig, zum Schloss zu gelangen. In dieser Epoche, hat das Werk den Turm nicht eingeschlossen. Die Stadtmauern wurden ca. 1309 fertig gestellt, in jedem Fall vor 1361, in welchem die Agglomeration das Recht zur Markthaltung erhielt. Der wirtschaftliche und politische Aufschwung der Stadt Zug verhinderte die topographische Vergrösserung des Städtli und beschleunigte sogar den Verfall. Mehrmals umgearbeitet, zeigt das Schloss Sankt Andreas einen Grundriss mehr oder weniger rundlich, mit einem gerundeten Winkel im Nordosten. Die primitiven Aussenmauern aus dem Mittelalter, sind immer noch konserviert. In den unteren Etagen, sieht man noch die Findlinge und Steine eines Steinbruchs. Die kleinsten Steine, in Plättchenform, wurden in den horizontalen Verbindungen eingesetzt. Die Fassaden wurden bereits im XVI Jahrhundert verputzt. Die reiche Inneneinrichtung, so auch die herrliche Vertäfelung und Fenster wurden teils konserviert.
Es kann sein, dass das Schloss Sankt Andreas den Herren aus Wolhusen gehörte Die ersten Texte, welche dieses Schloss erwähnen sind aus dem Jahre 1282. Dort steht das «hof ze sant andrese», welches einem gewissen Gottfried de Hünenberg zugesprochen wird. Seit dem XII Jahrhundert, waren die Hünenberger die wichtigsten Herren im ganzen Kanton Zug. Der Name «ze sant andrese» zeigt, dass es eine Kapelle im Äusseren der Stadtmauer gab; das lässt einen vermuten, dass das Heiligtum und das Schloss schon sehr alt sind. In 1309, teilten die Hünenberger ihr grosses Gut auf und das Schloss ging zu Hartmann von Hünenberg über. Nebenbei bemerkt erwähnt dieser Akt der Aufteilung bereits den Markt von Sankt Andreas.
In 1351, erschiennen die Brüder Hartmann und Heinz vor dem Herzog Albert von Österreich und baten die Befestigung von den Waldstätten und Luzern zu verteidigen und in 1370, verkaufte Henri von Hünenberg das Schloss, das Vorschloss und alle Rechte dazu an diesen Herzog. Albert von Österreich gab den Befehl an seinem Pächter, das Schloss vor der Invasion der Gugler zu befestigen und vergrössern. Während des Sempacherkrieges, wurde das Schloss von den Konföderierten eingenommen. Nach dem Transfer der herrschaftlichen Rechte an die Stadt Zug, verfiel es nach und nach in Ruin. Der Kapitän Henri Schönbrunner, von Zug, erhielt es in 1533 und liess es in eine Privatvilla umbauen. Er liess auch die Mauern an der Nordseite zusammenfügen und einen runden Turm anbauen, in welchem sich das Treppenhaus befindet. Verschiedene andere Eigentümer haben die Villa auch renoviert. In 1748, ging sie über zum Lieutenant-Colonel Franz Fidel Landtwing, der dort seinen Familiensitz verlagerte und, in 1755, wichtige Arbeiten zur Renovation und Reparierung durchführte. 1903 kaufte Adelheid Page-Schwerzmann – Witwe des Begründers der Kondensmilch-Fabrikation in Cham, des Amerikaners George Ham Page, die Schlossanlage St. Andreas. Kapelle und Kaplanei gingen in den Besitz der Katholischen Kirchgemeinde Cham-Hünenberg über. Den westlich gelegenen Hirsgarten (öffentliche Badeanstalt) erhielt die Einwohnergemeinde Cham. Schloss und Park samt Nebengebäuden sind heute Privatbesitz einer Erbengemeinschaft aus der Familie von Schulthess Rechberg. Heute ist das Schloss von Sankt Andreas eine Privatvilla.
Bibliographie