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Das zweite Jahr in Folge wurde die Walliser Langzeitpflegeplanung überprüft. Aus diesem Monitoring ging hervor, dass die Ziele des Kantons für die Periode 2016-2020 mehr-heitlich erreicht wurden. In einem neuen Bericht wird auf die wichtigsten Tätigkeits-indikatoren in diesem Sektor eingegangen. Diese Indikatoren zeigen gewisse Tendenzen auf, allen voran einen steigenden Pflegebedarf der Bewohner/innen von Alters- und Pflege-heimen und eine Zunahme an privaten Leis-tungsanbietern im Spitexbereich. Der Kanton wird seine Langzeitpflegeplanung für die Periode 2021-2025 im kommenden Jahr revidieren.
Das Bettenangebot in Alters- und Pflegeheimen (APH) entspricht den Zielen der kantonalen Planung. Nur in der Region Siders wird das festgelegte Minimum nicht erreicht (150 Betten pro 1000 Einwohner im Alter von 80 Jahren und darüber). Durch die Eröffnung des neuen APH Résidence Planzette in Siders (71 Betten) im Frühjahr 2020 wird diese Lücke geschlossen werden können. Im schweizweiten Vergleich gehört das Wallis durch seine Politik der För-derung des Verbleibs zu Hause zu den Kantonen mit der tiefsten Anzahl APH-Betten (180,7 Betten pro 1000 Einwohner im Alter von 80 Jahren und darüber, Schweizer Durchschnitt: 219,9 Betten). Die später in ein Heim eintretenden Walliser Be-tagten weisen dafür einen ansteigenden Pflege-bedarf auf. 2017 benötigten 4 Prozent der Heim-bewohner weniger als 40 Minuten Pflege pro Tag (Schweizer Durchschnitt: 16 Prozent). Zudem werden die Heimbewohner immer älter. Der An-teil der 90-Jährigen und Älteren ist von 20 Pro-zent im Jahr 2000 auf 30 Prozent im Jahr 2017 angestiegen. Über 70 Prozent der Heimbewohner sind Frauen, was sich dadurch erklären lässt, dass diese eine höhere Lebenserwartung haben. Aus-serdem pflegen und betreuen sie häufig ihren Partner zu Hause, so dass dieser nicht in ein Alters- und Pflegeheim eintreten muss.
Die Pflege zu Hause hat sich stark entwickelt. Die Anzahl Pflegestunden pro Einwohner ist von 0,9 im Jahr 2015 auf 1,4 im Jahr 2017 angestiegen, bleibt jedoch weiterhin unter dem Schweizer Durchschnitt (1,9 Stunden pro Einwohner im Jahr 2017). Die Tätigkeit aller Leistungserbringer hat zugenommen, insbesondere im privaten Bereich. Dies lässt sich durch eine zunehmende Anzahl freiberuflicher Pflegefachpersonen und privater Organisationen der Krankenpflege und Hilfe zu Hause (Spitex) erklären. So hat der Anteil Pflege-stunden zu Hause, die von den Sozialmedizi-nischen Zentren (SMZ) erbracht werden, zwi-schen 2011 und 2017 von 93.6 Prozent auf 79.8 Prozent abgenommen, jener der freiberuflichen Pflegefachpersonen hingegen von 6.4 Pro-zent auf 11.1 Prozent und der anderen Spitex-Organisa-tionen von 0 Prozent auf 9 Prozent zu-genommen. Die privaten Leistungserbringer haben eine jüngere Kundschaft: 30 Prozent der Klientinnen und Klienten der anderen Spitex-Organisationen ist unter 65-jährig. Bei den freiberuflichen Pfle-gefachpersonen macht diese Kundschaft gar 38 Prozent aus, bei den SMZ nur 15 Prozent.
Im Gegensatz dazu entwickelt sich die Hilfe zu Hause kaum. Die Stundenzahlen sind seit einigen Jahren stabil. Die Entwicklung der Hilfe und Betreuung zu Hause, insbesondere die Entlastung der betreuenden Angehörigen, stellt für den Kan-ton eine Priorität dar. Das Angebot an Zwi-schenstrukturen muss ebenfalls ausgebaut werden (Kurzaufenthaltsbetten in APH, Plätze in Tages-strukturen). Diese Angebote ergänzen die Hilfe und Pflege zu Hause, damit ältere Men-schen länger in ihrem vertrauten Daheim wohnen bleiben können.
Die Langzeitpflegeplanung wird nächstes Jahr revidiert werden, um die erwartete Bedarfszu-nahme für die Periode 2021-2025 zu decken. Um mehr über die Erwartungen in Erfahrung zu bringen, werden in diesem Hinblick demnächst eine Umfrage bei älteren Menschen und eine Umfrage bei den Fachpersonen Gesundheit lanciert. Zudem wird der Entwurf der Langzeitpflege-planung im Laufe des Jahres 2020 bei allen interessierten Kreisen in die Vernehmlassung ge-schickt.
Der Bericht ist unter www.vs.ch/de/web/ssp/planification-soins-de-longue-duree verfügbar.