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Schmerzen im unteren Rücken und was Sie dagegen tun können
Ein gesundheitliches Problem, von dem wohl viele unter uns betroffen sein dürften, sind Schmerzen im unteren Rücken. Hier einige Fakten, die verdeutlichen, wie verbreitet Schmerzen im unteren Rücken sind:
- 8 von 10 Erwachsenen leiden zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens daran.
- Männer und Frauen sind gleichermassen betroffen.
- Im Jahr 2010 waren Schmerzen im unteren Rücken weltweit für mehr Invaliditätsfälle verantwortlich als jede andere Krankheit.
- Sie sind der häufigste Grund für berufsbedingte Invalidität und einer der wichtigsten Gründe für Fehltage am Arbeitsplatz.
- Im Jahr 2013 gaben fast 3 von 10 Erwachsenen an, in den vorausgegangenen 3 Monaten Schmerzen im unteren Rücken gehabt zu haben.
Gibt es unterschiedliche Arten von Schmerzen im unteren Rücken?
Es gibt zwei Arten von Schmerzen im unteren Rücken.
Akute Schmerzen im unteren Rücken dauern einige Tage bis Wochen an. In der Regel klingen Sie ohne ärztliche Behandlung wieder ab und verursachen keine langfristigen Probleme. Akute Schmerzen im unteren Rücken werden in der Regel hervorgerufen durch plötzliche Verletzungen an den Muskeln oder Bändern, die den Rücken stützen (z. B. durch Stürze oder das Heben schwerer Lasten).
Chronische Schmerzen im unteren Rücken halten 12 Wochen oder länger an, auch nachdem die Ursache der akuten Schmerzen im unteren Rücken behandelt wurde. Bei ungefähr 2 von 10 Personen entwickeln sich akute Schmerzen im unteren Rücken zu chronischen Schmerzen.
Wodurch werden Schmerzen im unteren Rücken hervorgerufen?
Es gibt vielfältige Ursachen und Faktoren, die zur Entstehung von Schmerzen im unteren Rücken führen können. Dazu gehören:
- Zerrungen/Verstauchungen: Zerrungen entstehen durch Überdehnungen oder Risse an Muskeln oder Sehnen (den Geweben, die den Muskel mit dem Knochen verbinden). Verstauchungen entstehen durch Überdehnungen oder Risse an Bändern (Geweben, welche die Knochen eines Gelenks verbinden).
- Bandscheibenverschleiss: Bei diesem Prozess verlieren die Bandscheiben der Wirbelsäule ihre Polsterwirkung.
- Bandscheibenvorfall/Bandscheibenruptur: Ein solches Ereignis tritt auf, wenn die Bandscheiben zusammengedrückt werden und sich dabei nach aussen vorwölben (Vorfall) oder reissen (Ruptur).
- Ischiassyndrom: Solche Schmerzen werden durch Druck auf den Ischiasnerv ausgelöst, der vom Gesäss aus an der Beinrückseite entlang verläuft.
- Spinalkanalstenose: Hierbei ruft eine Verengung des Wirbelkanals Schmerzen und Taubheitsgefühl beim Gehen hervor und kann schliesslich zu einem Gefühlsverlust führen.
- Trauma/Verletzung: Beim Sport oder durch Stürze oder Verkehrsunfälle kann es zu Verletzungen der Muskeln, Sehnen oder Bänder im unteren Rücken kommen. Traumata/Verletzungen können auch zu einem Bandscheibenvorfall oder einer Bandscheibenruptur führen.
- Skelettanomalien: Dazu gehören Rückgratverkrümmungen (in der Fachsprache Skoliose) oder Hohlkreuz (Lordose).
- Grunderkrankungen: Hierzu zählen die Osteoporose (Verlust der Knochendichte und -festigkeit), Endometriose (eine Wucherung von Gebärmuttergewebe ausserhalb der Gebärmutter) und Fibromyalgie (chronische Muskelschmerzen und Erschöpfung).
Welches sind die Risikofaktoren für Schmerzen im unteren Rücken?
- Höheres Alter: Mit zunehmendem Alter nehmen die Knochenfestigkeit und die Eigenspannung (Tonus) sowie die Elastizität der Muskeln ab. Ausserdem verlieren die Bandscheiben der Wirbelsäule ihre Fähigkeit, die Wirbel (die Knochen der Wirbelsäule, die Rückenmark und Nerven schützen und dem Körper Halt geben) gegeneinander abzupolstern.
- Mangelhafte körperliche Kondition: Untrainierte Personen sind anfälliger für Rückenschmerzen. Das liegt daran, dass bei einer schwächeren Rücken- und Bauchmuskulatur die Wirbelsäule möglicherweise nicht ausreichend gestützt wird.
- Übergewicht: Übergewicht oder eine starke Gewichtszunahme innerhalb relativ kurzer Zeit belasten den Rücken zusätzlich.
- Schwere körperliche Arbeit: Ein erhöhtes Risiko von Rückenverletzungen und Rückenschmerzen besteht bei Personen, die aus beruflichen Gründen schwere Lasten schieben, ziehen oder heben müssen.
- Schreibtischarbeit: Ganztägiges Sitzen am Schreibtisch kann zu Rückenschmerzen führen, insbesondere bei Personen mit Haltungsfehlern oder bei Verwendung von Sitzmöbeln, die keine ausreichende Stütze bieten.
- Schwangerschaft: Viele schwangere Frauen leiden an akuten Schmerzen im unteren Rücken. Dies liegt an Veränderungen am Becken und in der Gewichtsverteilung des Körpers. Derartige Schmerzen im unteren Rücken verschwinden in der Regel nach der Geburt.
Wann sollten Sie bei Schmerzen im unteren Rücken zum Arzt gehen?
Geringfügige Rückenschmerzen erfordern nicht unbedingt ein sofortiges ärztliches Eingreifen. In folgenden Fällen sollten Sie sich jedoch an Ihren Arzt wenden:
- Wenn die Schmerzen nach 72 Stunden Selbstbehandlung nicht nachlassen.
- Wenn die Schmerzen zunehmen.
- Wenn Sie ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln bemerken oder sich nur mit Mühe bewegen können.
Schnellstmöglich Ihren Arzt aufsuchen sollten Sie, wenn Ihre Rückenschmerzen durch einen schweren Sturz oder eine Verletzung bedingt sind oder wenn Sie Probleme beim Wasserlassen haben und Kraftlosigkeit, Schmerzen oder Taubheitsgefühl in den Beinen, Fieber oder einen plötzlichen Gewichtsverlust bemerken.
Alexander Schepart, PharmD, MBA, ist Pharmazeut und Senior Medical Manager bei Pfizer Consumer Healthcare.
Vineeth Nair, PharmD, ist Pharmazeut und Postdoktorand bei Pfizer Consumer Healthcare.
PP-PFE-CHE-0100-01 Mrz 2018