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Beim Volk der Kaiserpinguine gibt es die Tradition, dass jedes Mitglied der Kommune sein Herzenslied ausfindig machen muss, damit er in der Paarungssaison zur Sache kommen kann. Memphis (Stimme von Hugh Jackman) und Norma Jean (Stimme von Nicole Kidman) haben sich so gefunden und als die Frauen auf Futtersuche gehen, bleibt der Mann beim Ei und brütet es aus. Auf eine Sache muss der Pinguinvater aber aufpassen. Er darf das Ei niemals, niemals, niemals fallen lassen. Und genau das passiert Memphis.
Als die Jungen schlüpfen, hat Memphis' Kleiner Verspätung. Als der dann aber doch noch rauskommt, fällt eins sofort auf. Der kleine Mumble (Stimme von Elijah Wood) hat ganz nervöse Füsse und steppt komisch durch den Schnee. Als er alt genug ist, sein Herzenslied zu finden, kommt ausserdem eine weitere "Abnormalität" ans Tageslicht. Mumble kann nicht singen. Und somit hat er auch kaum eine Chance, einen Partner für die Paarungssaison zu finden.
Vom Volk verstossen, macht sich Mumble auf den Weg, sein Talent irgendwo anders einzusetzen. Als er auf ein paar kurrlige und fremde Pinguine (u.a. stimmlich verstärkt durch Robin Williams) trifft, erlebt er zum ersten Mal, was es heisst, Freunde zu haben. Die Amigos bringen den Kaiserpinguin zu ihrem Guru (Lovelace, der ebenfalls von Robin Williams gesprochen wird), der scheinbar alles weiss und Ratschläge erteilt.
Lovelace hat ausserdem so ein Plastikding um den Hals, das er von einem mysteriösen Ort (nach den Gründen der See-Elefanten) gefunden hat. Dorthin will nun Mumble mit seinen Kumpels. Einmal, um die Wesen zu sehen, welche diese geheimnisvollen Plastikdinger ihr Eigen nennen und ausserdem um diese Kreaturen zu bitten, den Pinguinen doch nicht allen Fisch weg zu essen. Denn neben all den Sing-Problemen beschäftigt das Volk der Pinguine vor allem eins: Hunger.
Nachdem 2006 Le Marche de l'Empereur mit dem Oscar als beste Dokumentation ausgezeichnet wurde, konnten die Pinguine mit Happy Feet ein Jahr später bereits den nächsten Goldjungen einfahren. Dieses Mal in der Sparte "Bester animierter Film". Die Konkurrenten Cars und Monster House gingen leider leer aus. Nach Ansicht diese sogenannten Pinguin-Spasses darf man über die Auszeichnung schon ein bisschen den Kopf schütteln.
Die Geschichte des Filmes scheint nur ein Vorwand zu sein, um möglichst viele bekannte Stimmen und Songs in knapp zwei Stunden Laufzeit rein zu pressen. Denn die Reise von Mumble ist weder gross interessant, noch wird sie so richtig spannend. Ein paar Szenen ziehen ein bisschen an, aber Seehund-Action und Wal-Tennis alleine genügen halt nicht. Der Rest ist recht belanglos und schleppt sich durch die animierte Landschaft.
Womit wir beim Thema wären. Die Animation von Happy Feet ist gelungen. Schöne Landschaften, herzige Pinguine und gefährliche Raubtiere zeigen auf, dass da wirklich Leute am Werk waren, die ihr Handwerk verstehen. Allerdings ist es sehr schwierig, die Pinguin-Charaktere auseinander zu halten, wenn man nicht grad die Stimme dahinter erkennt.
Überhaupt, die Stimmen sind mehrheitlich sehr gut und vor allem Robin Williams hält einmal mehr als einziger Sprecher den Humorlevel schön hoch oben. Nicole Kidman hingegen hat mir überhaupt nicht gefallen, da sie ihren Text meist haucht, anstatt ihn zu sprechen. Elijah Wood und Hugh Jackman waren warscheinlich unterfordert, denn stimmlich kommt von ihnen nichts Grosses, obwohl der Kerl aus X-Men 3 gesangstechnisch durchaus gefällt. Übrigens hatte der Crocodile Hunter in Happy Feet seinen letzten (wenn auch nur stimmlichen) Auftritt vor seinem Tod.
Fazit: Happy Feet hat ein paar fetzige Songs und gute Animationen zu bieten. Mehr leider nicht. Die Geschichte ist langweilig, die Figuren (diejenigen von Robin Williams ausgenommen) ebenso und "herzig" alleine reicht halt nicht. Im Gegensatz zu den ebenfalls Oscar-Nominierten Cars und Monster House ist Happy Feet mit grossem Abstand der Schlechteste.
Die DVD kommt als 2-Disc-Special-Edition auf den Markt und hat demnach einiges an Bonusmaterial zu bieten. Unter anderem wird einem vorgeführt, wie die Pinguine in Happy Feet zum Steppen gebracht werden. Das wird einmal durch den verantwortlichen Choreographen spezifisch erläutert, findet aber auch im ausführlicheren Blick hinter die Kulissen Erwähnung. Dort gibts ausserdem noch mehr Infos zur Machart und diversen Produktionsstufen des Films. Drei Musikvideos haben sie auch noch draufgepackt, davon ist eins sogar von Schauspielerin Brittany Murphy, deren Mimik während des Videos aber eher belustigend wirkt. Ein kleiner Spanischunterricht und der Trailer zum Film lassen den vermeintlichen Höhepunkt noch übrig. Nämlich ein Cartoon der Looney Tunes! Doch wer hier Bugs Bunny, Daffy Duck oder gar Marvin the Martian erwartet, wird enttäuscht. Stattdessen gibts einen alten und harmlosen Film über eine kleine Eule, die gerne S(w)ingt.
Über Bild und Ton gibt es nichts Negatives zu berichten. Die Songs knallen (oder schmachten) schön klar durch die Boxen und die Bilder machen auch in den dunkleren Szenen einen klaren Eindruck.
Dani Maurer [muri]
Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!
Wenn sich viele berühmte Schauspieler treffen um kleinen niedlichen Pinguinen ihre Stimmen zu leihen, dann ist das sehenswert. Und wenn die Stars dann auch noch singen und die Pinguine dazu tänzeln, dann muss der Film doch einfach atemberaubend sein, oder? Falsch!
Happy Feet hat zwar wunderschöne Bilder, aber die Tanzeinlagen und Singereien nerven nach einiger Zeit. Die Story ist Prinzip dünn wie Papier und die Handlungsstränge sind dermassen in die Länge gezogen, dass man irgendwann den Überblick verliert. Ausserdem sind die Charaktere auch sehr unübersichtlich gestaltet und man fragt sich mitten im Film, wer denn nun wer ist.
Fazit: Wenn wir Tanzeinlagen sehen wollen, schauen wir lieber "Lord of the Dance" und wenn wir Pinguine in Animationsfilmen sehen wollen, lieber "Surf's Up". Happy Feet allerdings kann ruhig im Regal verstauben.