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Schindler
Adresse
6030 Ebikon
LU
Architektur
Zusammen mit dem im Südwesten angrenzenden Wohlfahrtsgebäude bildete das Verwaltungsgebäude des Aufzugsherstellers Schindler ein ausgezeichnetes Beispiel der Nachkriegsmoderne in der Schweiz und ist das wohl bedeutendste Industriedenkmal aus jener Zeit im Kanton Luzern – umso bedauerlicher war der Abbruch des Wohlfahrtsgebäudes im Jahr 2016.
Chronologie
Das kontinuierliche Wachstum der Aufzugs- und Elektromotorenfabrik Schindler & Cie. AG zeigte in den Jahren 1950/51, dass der Standort Sentimatt in Luzern bald an seine Grenzen stossen würde. Ein neues Areal in Ebikon erschien für eine Erweiterung optimal, da es zum einen direkten Anschluss an die Bahn und an die Hauptstrasse Luzern-Zug bietet, zum anderen genügend Platz aufwies, um die Firma langfristig zu entwickeln. Zwölf bekannte Architekturbüros wurden zu einem Projektwettbewerb eingeladen. Daraus entstand eine Architektengemeinschaft aus vier Büros unter der Leitung von Roland Rohn. Die ersten Gebäude – ein Bürotrakt und weitläufige Produktionshallen – wurden in den Jahren 1953 bis 1957 erstellt. In den Jahren 1996 bis 2000 wurden die Gebäude der ersten Bauetappe saniert.
Lage
Das rund 200’000 Quadratmeter grosse Firmenareal liegt etwa einen Kilometer nordöstlich von Ebikon. Aus der Lage zwischen den Geleisen und der Hauptstrasse folgte eine Setzung des Bürotrakts entlang der stark frequentierten Zugerstrasse. Die Produktion füllt den dahinterliegenden Bereich.
Beschreibung
Das Verwaltungsgebäude misst gut 240 Meter. Der aussergewöhnlich lange, viergeschossige Riegel wird in der Vertikalen durch vier Erschliessungskerne sowie einen signifikanten, frei vor dem Riegel stehenden, 60 Meter hohen Liftversuchsturm gegliedert. Die Erschliessungskerne überragen den Riegel um ein Geschoss. An den Seiten sind die Türme mit Wandscheiben gefasst, zur Strasse hin verglast und mit leicht auskragenden Flachdächern geschlossen. Der Liftversuchsturm ist massiv ausgeführt, die Strassenfront ist mit einem schmalen, asymmetrisch positionierten Fensterschlitz akzentuiert. An den Seiten befinden sich kleine quadratische Fenster, die die Geschossteilung anzeigen sowie ein weithin sichtbares Firmenlogo. Am oberen Ende des Liftversuchsturms befindet sich eine dreiseitig auskragende, verglaste Kanzel. Das Erdgeschoss des Büro- und Verwaltungstrakts steht auf regelmässig angeordneten, schrägen Stützen. Der Skelettbau ist mit Bandfenstern horizontal gegliedert. Die hell verputzten Stirnseiten der Geschossdecken sowie die mit Backsteinen ausgemauerten Brüstungen unterstützen die horizontale Betonung des langgestreckten Baukörpers. Das Flachdach setzt über einer Hohlkehle an und gewinnt damit Plastizität. Der Eingang befindet sich in der südwestlichen Gebäudeecke und wird durch ein nachträglich eingebrachtes Vordach akzentuiert, das sich unter die Bürogeschosse schiebt. Die nach Nordwesten ausgerichtete Rückseite des Verwaltungsgebäudes umfasst ein Sockelgeschoss, der leichten Neigung des Geländes entsprechend. Sie folgt dem gleichen Gestaltschema wie die Schauseite, wurde jedoch zwischenzeitlich mit Paneelen verkleidet. Die angrenzenden Produktions- und Lagerhallen sind Funktionsbauten und mit Sheddächern gedeckt.
Literatur