Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03341.jsonl.gz/422

Neulich schaute ich den Film «JFK – Tatort Dallas» von Regisseur Oliver Stone, der 1992 mit zwei Oscars prämiert worden ist. Die Story beruht auf wahren Begebenheiten rund um den Mordanschlag an US-Präsident John F. Kennedy von 1963. Das Drehbuch konzentriert sich jedoch auf die umstrittene These, der Schütze Lee Harvey Oswald sei kein Einzeltäter gewesen.
Hauptdarsteller Kevin Costner spielt Jim Garrison souverän. Garrison war damaliger Bezirksstaatsanwalt von New Orleans, der die Untersuchung einer möglichen Verschwörung gegen Kennedy anstiess. Im dreieinhalbstündigen Film wird der Zuschauer in eine hochkomplexe Handlung mitgenommen. Die Geschichte wird dabei so detailliert aufgerollt, dass man das Gefühl bekommt, direkt teil der Ereignisse zu sein.
Garrison erhob die einzige öffentliche Anklage im Fall des Kennedy-Mordes. Während 1969 die Untersuchung noch lief, waren 81 Prozent der Amerikaner überzeugt, dass der Schütze unmöglich alleine gehandelt habe. Laut einem Bericht von NBC News aus dem Jahr 2017 glauben weiterhin mehr als 60 Prozent der US-Bevölkerung nicht an die behördliche Einordnung der Geschichte, die von einem Einzeltäter ausgeht.
Als der Film veröffentlicht worden ist, wurde Stone mit Vorwürfen konfrontiert, der offiziellen Version keinen Raum zu geben und nur den Hinweisen nachzugehen, die vor Gericht nicht bewiesen werden konnten. Die Akten des amerikanischen Sonderausschusses für Attentate sind bis 2029 unter Verschluss. Vielleicht werden dann die offenen Fragen um Kennedys Tod beantwortet. (jk)