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Ende Dezember 2022 schloss das letzte Restaurant im Dorf Wernetshausen. Ein Blick zurück.
ib. Margrit Heusser sitzt in ihrer Stube und stöbert in Fotos und Unterlagen, die das, in ihren Augen, schönste Haus von Wernetshausen betreffen. Obwohl sie eingeheiratet ist, bedeuten ihr die Geschichte und das Schicksal dieses Hauses sehr viel.
Historisch belegt gab es ab 1825 fünf wechselnde Besitzer, bis 1843 mit Jakob Heusser (kein Verwandter) stabilere Zeiten anbrachen. Als Weinschenke Heusser wird das Haus in der Wasserrechte-Dokumentation aufgeführt. Der Weinausschank schien damals wichtiger gewesen zu sein als die Dreherei im Erdgeschoss, zumindest was das öffentliche Ansehen betraf. Rund fünfunddreissig Jahre war die Weinschenke zum Bachtel im Besitz von Jakob Heusser. Danach erwarben die Gebrüder Jakob und Albert Graf die Liegenschaft. Sie erstellten den Weiher, ein grosses Wasserrad für die Werkstatt und eine Kegelbahn.
1890 erwarb Johann Heinrich Heusser die Liegenschaft und seither ist sie im Besitz der Familie. Er baute im Untergeschoss die Wagnerei und für das Wasserrad eine Pelton-Turbine mit drei Pferdestärken. Neben der Wagnerei wurde bald die Herstellung von Skis, Schlitten und anderen Gegenständen das Hauptgeschäft. 1920 übernahm Sohn Hermann Senior das Geschäft, bis 1953 Hermann Junior, der Ehemann von Margrit, übernahm. Nun folgte der Wechsel – das Gastgewerbe löste das Gewerbe mit dem Holz ab. Einige Umbauten und Renovationen wurden durchgeführt und eine neue Kegelbahn gebaut. Ein ausführlicher Bericht zu dieser Zeit erschien im Februar 1997 in dieser Zeitung. Er kann auf www.wernetshausen.ch nachgelesen werden.
Margrit (geborene Schrepfer) kam 1952 vom Sennenberg, Gemeinde Wald, als Serviertochter in die Wirtschaft, wurde Ehefrau von Hermann/Hermi Heusser und war während vierzig Jahren mit Leib und Seele Wirtin. Ältere Wernetshauserinnen erinnern sich noch an ihre Rösti mit Geschnetzeltem, die über das Dorf hinaus bekannt und beliebt war. 1990, als Hermi siebzig Jahre alt wurde, beschlossen sie, die Wirtschaft zu verpachten und zogen ins Nachbarhaus. Immer noch nah, aber nicht mehr zuständig, nahm Margrit all die Jahre regen Anteil. Sie fieberte bei Grossanlässen mit, freute sich, wenn bei schönem Wetter der Garten gut besucht war und plauderte gerne mit Gästen, die bei ihr vorbeischauten.
Vor zehn Jahren wurden die zwei Wohnungen über dem Restaurant renoviert. In der Küche, vor allem bei den elektrischen Installationen, kam es in den letzten Jahren immer öfter zu Problemen. Trotz aufwendiger Reparaturen war es nicht mehr möglich, mit den heute gebräuchlichen elektrischen Geräten störungsfrei zu arbeiten. Die Spannungen, die sich aus dieser Situation ergaben, wurden der heute fast neunzigjährigen Margrit zu viel. So entschloss sie sich, zusammen mit ihren Kindern, sehr schweren Herzens das Restaurant zu schliessen. Wie schwierig dieser Schritt für sie war, erkennt man daran, dass sie erst jetzt bereit ist, darüber zu berichten.
Sie brauchte auch einige Monate Zeit, um herauszufinden, wie es mit der Liegenschaft weitergehen soll. Der Entschluss ist nun gefasst: Das Haus wird verkauft. Interessentinnen melden sich bitte direkt bei: PFP Hefele & Partner AG, Pfäffikon ZH, Telefon 044 929 60 00, Andreas U. Hefele, <email-pii>