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Erinnern Sie sich an Internolix?
Heute wurde bekannt, dass Luigi Carlo de Micco die Mehrheit am praktisch wertlosen einstigen Börsenstar Fantastic übernommen hat. De Micco ist in der Schweiz kein Unbekannter. Im März 2000 ging De Micco mit seiner E-Commerce-Firma Internolix an den deutschen 'Neuer Markt'. Er löste zusammen mit dem Risikokapitalisten 3i etwa 80 Millionen Euro. De Micco versprach damals, seine eigenen Aktien während zwei Jahren nicht zu verkaufen.
Unter anderem Vertriebspartnerschaften mit renommierten Firmen wie Vobis, IBM und Microsoft beeindruckten die Investoren damals sehr. Internolix expandierte nach dem Börsengang ungeheuer rasch, so mit einer Filiale in der Schweiz. Knapp 16 Monate später war der Hype schon vorbei - das Geld war verbrannt, der Personalbestand wurde in kürzester Frist radikal von etwa 120 auf 30 reduziert. De Micco verkaufte seine Aktien an den Porno-Verleger ("Coupé") Klaus Helbert - um die Sperrfrist nicht zu verletzen, in Form von Optionen. Internolix sollte dann zu einem "Medienkonzern" umgebaut werden, ging aber im April 2004 fast konkurs. De Micco selbst schien das Internolix-Abenteuer gut überstanden haben. Er schrieb ein Buch, zügelte nach Monaco und beteiligte sich an verschiedenen Firmen.
In der Pressemitteilung zur geplanten Übernahme von Fantastic durch De Micco erwähnt dieser übrigens seine erfolgreichen vertrieblichen Partnerschaften "auf Vorstandsebene" mit Firmen wie IBM, SAP und Microsoft ausdrücklich als Leistungsausweis.
Homerisches Gelächter
Ein Gesprächspartner, der beim damaligen kurzen Internolix-Abenteuer mit dabei war, antwortet mit geradezu homerischem Gelächter auf die Information, dass De Micco die Mehrheit an Fantastic übernommen habe. "Der hat Internolix in kürzester Zeit in den Boden gerammt", so sein Kurzbeschrieb der geschäftlichen Leistung von De Micco.
Auch sind wir uns nicht ganz sicher, ob Microsoft und IBM tatsächlich so gerne an die damalige Partnerschaft mit Internolix erinnert werden möchten. (Christoph Hugenschmidt)