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Inhaltsverzeichnis
Was sind Zecken?
Zecken sind Spinnentiere, die sich in zwei Familien aufteilen. Die Lederzecken, welche in den Tropen verbreitet sind und die Schildzecken. Die Schildzecken haben Ihren Namen von ihrem typischen schildartigen Rücken und gehören zu den meist verbreiteten Zecken in unserer Region, der sogenannte Holzbock (Ixodes ricinus).
Holzbock Weibchen - hungrig
Die Zeckensaison ist im Frühling und Herbst, bei Idealtemperaturen um die 17°C bis 20°C. Bei diesen Temperaturen fühlt sich nicht nur der beheimatete Holzbock in unserer Region wohl, sondern auch andere Zeckenarten, wie die Auwald Zecke (Dermacentor reticulatus) und die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). Die braune Hundezwecke hat die unangenehme Art, sich in Wohnungen und Häusern zu vermehren und übersteht zudem den Winter.
Auwald Zecke
Die meisten Zeckenarten bevorzugen die Waldregionen, Parkanlagen, aber auch den heimischen Garten. Ihr Lebensraum ist meist im dichten Unterholz.
Wie entwickelt sich eine Zecke?
Der Lebenszyklus der Zecke umfasst vier Stadien: Ei, Larve, Nymphe und geschlechtsreife Zecke. Vom Ei bis zur Zecke können mehrere Jahre vergehen. Damit die Zecke das nächste Entwicklungsstadium erreicht, benötigt sie eine Blutmahlzeit. Bevorzugte Wirte für Larven sind Mäuse, Hasen aber auch Vögel. Nymphe und erwachsene Zecken befallen Wildtiere Hunde und Menschen.
Gerade der Holzbock ist bei der Wahl des Wirtes nicht wählerisch. Das Weibchen kann bis zu 200-fache an Körpergewicht zunehmen bei mehrtägigen Blutmahlzeiten. Danach folgt die Häutung bzw. die Eiablage, die hundert bis tausend von Eiern beinhalten kann.
Zecken bevorzugen kleinere Pflanzen und befinden sich nicht höher als einen Meter vom Boden. Auf den Pflanzen gehen sie in Warte Position bis sich ein „Opfer“ nähert. Sie erkennen ihre „Opfer“ an Duftstoffen und deren Wärme. Sobald ein „Opfer“ sich ihr nähert, springt sie auf und klammert sich fest. Die meisten Zecken wandern noch eine Weile auf ihrem „Opfer“ rum, bis sie eine geeignete Stelle gefunden haben. „Lieblingsstellen“ bei Hunden sind Schenkel- und Ellenbogenfalte, Ohrränder, Schnauze und zwischen den Zehen.
Zecken übertragen Krankheiten
Ein Zeckenstich wird meist nicht registriert, da er schmerzlos ist. Die Problematik besteht darin, dass die Zecken beim Blut saugen Krankheitserreger übertragen können. Die bekanntesten Krankheiten sind: Borreliose, Babesiose oder Ehrlichiose.
Borreliose
Das Bakterium Borrelia burgdorferi wurde im Jahr 1982 entdeckt. Die Krankheit ist heutzutage in ganz Europa verbreitet und wird gefürchtet. Die Infektionsrate liegt schätzungsweise bei 50% der infizierten Zecken. Man schätzt, dass sich jeder dritte Hund in seinem Leben infiziert und Antikörper bildet. Bei Hunden ist die Infektion meist symptomlos. Bricht die Borreliose jedoch nach circa zwei bis fünf Monaten aus, kann Apathie, Fieber und Lahmheit auftreten, in schweren Fällen können Nierenschäden vorkommen.
Babesiose (Hundemalaria)
Babesia canis ist ein einzelliger Parasit, der in die roten Blutzellen eindringt und sich dort vermehrt. Die Blutzellen verenden und es entstehen Entzündungs- und Abwehrreaktionen. Betroffene Hunde zeigen Fieber, Blutarmut und Schwächeerscheinungen. Blasse und gelbe Schleimhäute und dunkelroter bis brauner Urin sind sichtbar. Hier ist der Gang zum Tierarzt sofort erforderlich. Die Auwald Zecke und die braune Hundezecke gelten als Überträger dieser Krankheit. Die Beheimatung dieser Zeckenarten in unseren Regionen ist nur im beschränkten Ausmass erfolgt, kann aber in Regionen mit milden Klima auftauchen.
Anaplasmose
Das Bakterium Anaplasma phagocytophilum befällt die weissen Blutzellen und vermehrt sich dort. Die Übertragung dieser Krankheit erfolgt durch den heimischen Holzbock. Krankheitsanzeichen sich unteranderem: hohes Fieber, Teilnahmslosigkeit, Gewichtsverlust, Durchfall und Erbrechen, Gelenkentzündungen, sowie zentralnervöse Störungen.
Ehrlichiose
Das Bakterium Ehrlichia canis wird von der braunen Hundezecke übertragen. Diese ist im Mittelmeerraum und Portugal, sowie in der Schweiz ansässig. Die Ehrlichia canis befallen die weissen Blutzellen und vermehren sich dort. Ist der Hund erkrankt zeigt er Abgeschlagenheit und Fieber. Des Weiteren kann eine erhöhte Neigung zur Blutung, wie Nasenbluten auftreten.
Frühsommer – Meningoenzephalitis (FSME)
Der Holzbock überträgt die Frühsommer – Meningoenzephalitis (FSME). Eine Erkrankung beim Hund erfolgt meist nur, wenn andere schwächende Faktoren hinzukommen. Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen, hohes Fieber, Abgeschlagenheit und / oder Übererregung sind Anzeichen dieser Krankheit.
FSME - Verbreitung Deutschland
FSME - Verbreitung Schweiz
Entfernung von Zecken
Die regionalen Zecken bohren Ihren Kopf in die Haut des „Opfers“. Eine natürliche Verstärkung zur Fixierung auf der Haut, festigt zudem die Verankerung beim „Opfer“. Diese natürliche Verstärkung ist so stark, dass sie nicht einfach zu entfernen ist. Ein Entfernen mit Öl oder Alkohol hat zur Folge, dass die Zecke ihren Magen- und Speicheldrüseninhalt in der Stichwunde entleert. Dies erhöht die Übertragung von Krankheitserregern. Auf diese „veraltete“ Entfernungsmethode sollte verzichtet werden. Die ideale Entfernung einer Zecke erfolgt mit einer Zeckenzange. Die Zecke mit der Zeckenzange hautnah fixieren und leicht hin und her drehen. Mit dieser Drehbewegung löst man die o.g. natürliche Verankerung. Jetzt die Zecke senkrecht herausziehen. Die Zecke sollte sofort nach Sichtung entfernt werden, so dass die Übertragung von Erregern verhindert bzw. minimiert wird. Umso länger eine Zecke Blut saugt umso mehr überträgt sie Erreger. Bleibt der Zeckenkopf bei der Entfernung stecken, kann es zu einer kleinen Entzündung kommen.
Es empfiehlt sich, besonders in der Zeckenzeit, den Hund nach jedem Waldspaziergang nach Zecken zu überprüfen.
Quelle: Novartis