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Unterstützung von AMD, BrightStar, Google, News Corp und Red Hat: Das Hundert-Dollar-Notebook nimmt Gestalt an.
Anfangs dieses Jahres hat Nicholas Negroponte (Bild) am WEF in Davos zum ersten Mal öffentlich
seine Idee für ein äusserst günstiges Notebook vertreten, das an Schulkinder in Entwicklungsländern verteilt werden soll. Im Umfeld eines in Genf stattfindenden Vorbereitungskongresses für den Weltgipfel der Informationsgesellschaft (WSIS) hat Negroponte nun einiges über die Fortschritte des Projektes berichtet.
Ein Bildungs-, kein Laptopprojekt
Negroponte arbeitet schon seit 1968 für das Massachusetts Institute of Technology und war 1989 einer der Mitgründer des Media Lab am MIT. Sein aktuelles Projekt aber, so sagt er nun, "ist das Wichtigste, was ich je in meinem Leben gemacht habe. Die Reaktionen darauf waren unglaublich. Die Idee dahinter ist aber simpel. Das Ganze ist nämlich ein Bildungsprojekt und kein Laptopprojekt. Wenn wir die Ausbildung weltweit verbessern können – vor allem in der ersten Schulstufen – werden wir eine bessere Welt haben."
Inzwischen hat Negroponte auch prominente Unterstützung aus der IT-Industrie erhalten: AMD, BrightStar, Google, News Corp und Red Hat unterstützen das MIT bei der Entwicklung, damit noch innerhalb der nächsten 12 Monate die ersten fünf bis 15 Millionen Testgeräte produziert werden können. Diese Testgeräte sollen über Regierungen an die Kinder verteilt werden. Negroponte hat dafür Kontakte zu den Regierungen von Brasilien, China, Ägypten, Südafrika und Thailand geknüpft.
Lizenzierung an Drittfirmen für Finanzierung
Bis 2007, so Negroponte, sollen 100 bis 150 Millionen der Billig-Laptops produziert werden. Dies ist ein unglaublich ehrgeiziges Ziel. Zum Vergleich: Insgesamt werden dieses Jahr gemäss IDC weltweit etwa 200 Millionen PCs (Desktops und Notebooks) verkauft werden.
Hauptsächlich will Negroponte mit den lokalen Regierungen in Entwicklungsländern zusammenarbeiten. Um die Finanzierung zu sichern, denkt das MIT aber auch daran, das Design der Laptops an Drittfirmen zu lizenzieren. Diese könnten etwas üppiger ausgestattete Modelle für die Märkte in Schwellenländern produzieren. "Diese würden dann vielleicht 200 Dollar kosten, wovon wir je zwanzig bis dreissig Dollar erhalten würden, die wir in die Laptops für die Kinder stecken könnten2, so Negroponte.
Der Laptop zum Aufziehen
Negroponte nannte auch einige detailliertere Spezifikationen für die 100-Dollar-Notebooks. So sollen sie einen 500 Megahertz-Prozessor und 1 GB Speicher enthalten und unter Linux laufen. Das in einer Drucktechnik hergestellte Display soll von Farbe auf Schwarz-Weiss umgestellt werden können, damit es auch im Sonnenlicht lesbar bleibt, und nur etwa 12 Dollar Herstellungskosten verursachen.
Und auch für Gebiete ohne Stromversorgung hat das MIT eine Idee: Die Batterie des Kinder-Laptops soll nicht nur auf konventionelle Weise sondern auch über eine Kurbel an der Seite aufgeladen werden können. (Hans Jörg Maron)