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Der Deutsche Benedikt Doll gewinnt an den Weltmeisterschaften in Hochfilzen überraschend Gold im Sprint über 10 km. Bester des Swiss-Ski-Teams ist Mario Dolder, der als 15. überzeugt.
Der grosse Favorit Martin Fourcade ging gleich mit der Nummer 4 ins Rennen, drehte zwei Strafrunden und öffnete somit die Türe für die Konkurrenz. Niemand rechnete damit, dass der grosse Dominator der letzten Jahre im kurzen Rennen über 10 km überhaupt eine Medaille gewinnen würde. Aber ein Top-Athlet nach dem anderen nutzte die Chance nicht. Trotz Kaiserwetter verfehlten zahlreiche Geschosse das Ziel.
So blieb es letztlich einem Aussenseiter vorbehalten, mit der Nummer 82 Fourcades Bestzeit zu tilgen. Der 26-jährige Benedikt Doll aus dem Schwarzland durchlebte im Ziel allerdings bange Minute. Johannes Thingnes Bö, der vor einem Jahr an den Titelkämpfen in Oslo Fourcade der Grand Slam vermasselt hatte, stellte nach dem zweiten Schiessen nochmals eine Zwischenbestzeit auf. Mit der Nummer 96 - die am Vortag Gabriela Koukalova Gold gebracht hatte - nahm er die Schlussrunde mit 9,3 Sekunden Vorsprung in Angriff. Dem Norweger ging die Puste aus und er verpasste den Sieg um sieben Zehntel. Doll feierte somit zugleich seinen ersten Weltcup-Sieg und Fourcade stand wider Erwarten als Dritter mit überragender Laufbestzeit auf dem Podest.
Während Bö etwas mit dem knappen Ausgang haderte, zeigte sich Fourcade zufrieden mit der Medaille: "Mit zwei Fehlern auf Platz 3, damit hätte ich im Ziel nicht gerechnet. Ich bin wirklich glücklich mit der Medaille."
Dolder und Wiestner in den Top 20
Im Schweizer Team bot sich insbesondere Serafin Wiestner die Chance zum Exploit. Der Bündner, Mario Dolder und Benjamin Weger hatten liegend allesamt mit null begonnen. Wiestner, am Samstag der klare schnellste Langläufer dieses Trios, hätte mit fünf weiteren Treffern wohl noch Fourcade abgefangen. Aber stehend setzte er wie Weger zwei Geschosse auf die Umrandung. Als 18. (1:12 Minuten Rückstand) und 55. (2:04 Rückstand) fielen der Bündner und der Walliser hinter den Basler Dolder (15., 1:04) zurück, der keine Strafrunde drehte - dies gelang nur zehn Athleten im über 100-köpfigen Starterfeld.
Obwohl Dolder ein tolles Resultat ablieferte, war er letztlich nicht ganz zufrieden. "Auf der Schlussrunde ging mir die Kraft aus", sagte er. Vom 7. Zwischenrang nach zwei Schiesseinlagen wurde er noch durchgereicht.
SDA-ATS