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Oscars 2018 Rückblick: Langwierige Show & Siegeszug eines Wassermanns
The Shape of Water hat in der vergangenen Oscar-Nacht vier Oscars erhalten, darunter den für den Besten Film und für den Besten Regisseur. Abgesehen davon zeichnete sich die Verleihung vor allem durch Ereignislosigkeit aus.
Grosser Gewinner des Abends war Guillermo del Toros Fantasy-Märchen Shape of Water (2017), in dem sich eine stumme Putzfrau in ein Wasserwesen verliebt. Mit 13 Nominierungen ins Rennen gestiegen, holte er nicht nur den Oscar für den Besten Film, sondern auch noch Beste Regie, Beste Filmmusik und Bestes Produktionsdesign. Nur der Kriegsfilm Dunkirk (2017) holte sich mit 3 Stück ähnlich viele Oscars.
Gary Oldman gewann für seine Rolle als ehemaliger britischer Premierminister Winston Churchill in Darkest Hour (2017) den Oscar für den besten Hauptdarsteller und Frances McDormand für die beste Hauptdarstellerin in Three Billboards in Ebbing, Missouri (2017).
Unspektakuläre Show mit zwei starken Dankesreden
McDormand sorgte mit ihrer kraftvollen Dankesrede auch gleich für einen der wenigen speziellen Momente, in der sonst ziemlich unspektakulären Show. Sie forderte alle nominierten Frauen im Publikum auf aufzustehen und machte damit eindrücklich deutlich, wie wenige das es sind. „Ich habe zwei Worte für euch: „Inclusion Rider“, schloss sie ihre Rede ab. Ein Inclusion Rider, ist ein Dokument, das vorschreibt, dass unwichtige Statistenrollen oder Nebenrollen so divers besetzt werden müssen, wie es für die Geschichte des Films tatsächlich realistisch ist. Das zum Beispiel in einer Stadtszene im heutigen New York im Hintergrund nicht nur weisse Männer durchs Bild laufen. Grosse Stars können Inclusion Riders als Bedingung für ihre Mitwirkung an einem Film verlangen und damit aktiv für eine Veränderung eintreten.
Die zweite starke Rede kam von Best Picture Gewinner Guillermo Del Toro: „Und in den letzten 25 Jahren, habe ich in einem ganz speziellen Land gelebt, ein Teil davon befindet sich in Europa, aber ein weiterer Teil ist überall. Weil das grossartige an Kunst und damit unserer Industrie ist, dass sie die Linien im Sand löscht, wenn die Welt uns dazu bringen will sie stattdessen tiefer zu machen.“ Ein deutliches Statement für Kunst als verbindendes Element, das Landes- und andere Grenzen überschreitet und vereint.
Jimmy Kimmel bedankt sich bei Kinofans
Late-Night-Talker und Gastgeber des Abends, Jimmy Kimmel, landete daneben zwar durchaus ein paar gekonnte Pointen, es gelang ihm aber kein herausstechender Moment. Selbst seine Aktion, mit ein paar der Stars eine Kinoverstellung zu crashen und die Besucher zu überraschen, kam nicht so wirklich rüber.
Ansonsten gab es statt grosse Showeinlagen des Moderators diese Jahr zum 90. Oscar-Jubiläum Filmontagen, Filmontagen und nochmal Filmmontagen. Und Filmmontagen können toll sein, aber in einer vierstündigen Show hätten es etwas weniger auch getan. Wenigstens gab es dieses Jahr keine falsche Gewinnankündigung wie letztes Jahr.
Eine starke Song-Perfomance & ein anderer Best Song Gewinner
Den Oscar für Besten Song holte aber „Remember Me“ aus Coco (2017), der auch gleich noch den Oscar für Besten Animationsfilm absahnte.
Alle Oscars Gewinner 2018
- Bester Nebendarsteller: Sam Rockwell – Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
- Bestes Make-Up und Frisuren: Kazuhiro Tsuji, David Malinowski und Lucy Sibbick – Die dunkelste Stunde (Darkest Hour)
- Bestes Kostümdesign: Mark Bridges – Der seidene Faden (Phantom Thread)
- Bester Dokumentarfilm: Ikarus (Icarus) – Bryan Fogel und Dan Cogan
- Bester Tonschnitt: Richard King und Alex Gibson – Dunkirk
- Bester Ton: Mark Weingarten, Gregg Landaker und Gary A. Rizzo – Dunkirk
- Bestes Szenenbild: Paul Denham Austerberry, Shane Vieau und Jeff Melvin – Shape of Water – Das Flüstern des Wassers (The Shape of Water)
- Bester fremdsprachiger Film; Eine fantastische Frau (Una mujer fantástica) – Chile, Regie: Sebastián Lelio
- Beste Nebendarstellerin: Allison Janney – I, Tonya
- Bester animierter Kurzfilm: Dear Basketball – Glen Keane und Kobe Bryant
- Bester Animationsfilm: Coco – Lebendiger als das Leben! (Coco) – Darla K. Anderson und Lee Unkrich
- Beste visuelle Effekte: John Nelson, Gerd Nefzer, Paul Lambert und Richard R. Hoover – Blade Runner 2049
- Bester Schnitt: Lee Smith – Dunkirk
- Bester Dokumentarfilm: Heaven Is a Traffic Jam on the 405 – Frank Stiefel
- Bester Kurzfilm: The Silent Child – Chris Overton und Rachel Shenton
- Bested adaptiertes Drehbuch: James Ivory – Call Me by Your Name
- Bestes Originaldrehbuch: Jordan Peele – Get Out
- Beste Kamera: Roger Deakins – Blade Runner 2049
- Beste FIlmmusik: Alexandre Desplat – Shape of Water – Das Flüstern des Wassers (The Shape of Water)
- Bester FIlmsong: „Remember Me“ aus Coco – Lebendiger als das Leben! (Coco) – Musik und Text: Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez
- Beste Regie: Guillermo del Toro – Shape of Water – Das Flüstern des Wassers (The Shape of Water)
- Bester Hauptdarsteller: Gary Oldman – Die dunkelste Stunde (Darkest Hour)
- Beste Hauptdarstellerin: Frances McDormand – Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
- Bester Film: Shape of Water – Das Flüstern des Wassers (The Shape of Water)