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Im Süden lag Anfang Dezember erst sehr wenig Schnee. Ab Samstag, 3. Dezember schneite es dort bis in mittlere Lagen ein (Abbildung 1). Am Montag, 5. Dezember griffen die Niederschläge auch auf die nördlichen Gebiete über und endeten am Montagabend.
Insgesamt fiel vom Samstagmorgen bis Montagabend im Simplongebiet und im westlichsten Tessin 80 bis 120 cm, im übrigen nördlichen und mittleren Tessin sowie im südlichen Goms 60 bis 80 cm Schnee. Am übrigen Alpenhauptkamm vom Gebiet Saas über das Gotthardgebiet bis ins Berninagebiet sowie im Sotto Ceneri und im Oberengadin fielen 30 bis 50 cm, am übrigen zentralen Alpennordhang, am östlichen Alpennordhang und im übrigen Mittelbünden fielen 15 bis 30 cm Schnee, sonst weniger (Abbildung 2).
Die Schneefallgrenze lag bei 1000 m, stieg am Samstag, 4. Dezember gebietsweise auf rund 1500 m und sank am 5. Dezember teils unter 1000 m (Abbildung 3). Im Süden fiel erstmals in dieser Saison ergiebig Schnee bis in mittlere Lagen (Abbildung 1). Der Südwind wehte im Süden während der Schneefälle nur schwach bis mässig. Im Norden blies er, mit Föhntendenz, in der Höhe besonders am Wochenende 3./4. Dezember zeitweise stark. Am 5. Dezember drehte der Wind auf West und blies im Westen und Norden meist mässig, sonst schwach bis mässig.
Der Wind verfrachtete im Süden in Kammlagen und im Hochgebirge den Neuschnee. Im Norden wurde der teils lockere, oberflächennahe Altschnee verfrachtet und es entstanden dort eher kleine Triebschneeansammlungen. Neu- und Triebschnee fielen im Süden verbreitet auf eine sehr dünne, aber eher ungünstige Altschneedecke. Besonders an Schattenhängen oberhalb von rund 2200 m bestand diese aus aufbauend umgewandelten, lockeren Schichten. Zudem wurde teils Oberflächenreif eingeschneit.
Ausgehend von einer recht günstigen Situation mit wenig Schnee stieg die Lawinengefahr deutlich an, im Süden und gebietsweise am Alpenhauptkamm auf die Stufe 3 (erheblich). Die Gefahr ging dort vor allem vom Neuschnee aus. Dieser kam in der Höhe zwar auf einer sehr dünnen, aber schwachen Altschneedecke zu liegen (Abbildung 4). In dieser Phase lösten sich einige mittelgrosse bis grosse spontane Lawinen. Am 5. Dezember wurden zur Sicherung der Skigebiete teils gute Sprengerfolge erreicht.
In den übrigen Gebieten ging die Gefahr vom frischen Triebschnee aus, welcher auf der dünnen, aber schwachen Altschneedecke (vgl. letzter AvaBlog) ebenfalls leicht auslösbar war. Diese Gefahrenstellen waren aber seltener als in den neuschneereichen Gebieten im Süden (Abbildung 5). Im Norden stand die Gefahr von durch Personen ausgelösten kleinen Lawinen im Vordergrund (Bildstrecke).
Am 3. und am 5. Dezember wurde jeweils ein Lawinenbulletin in Textform publiziert. Ab dem 6. Dezember erscheint das Lawinenbulletin mit der Gefahrenkarte.
Lawinenunfälle
Vereinzelt wurden kleine, durch Personen ausgelöste Lawinen gemeldet. Am Samstag, 3. Dezember ereignete sich am Piz Radönt (Susch, GR) an einem Nordosthang auf rund 3000 m ein tödlicher Lawinenunfall.
AvaBlog
Der Lawinenwarndienst schreibt ab diesem Winter ganzjährig situationsbezogene Blogs. Dieser unregelmässig erscheinende AvaBlog erscheint auf deutsch und französisch und ersetzt das Format des Wochenberichtes, der bisher in der Hauptsaison jeweils donnerstags erschienen ist. Mehr Informationen dazu findest du hier.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.