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Mitten in Kriens wird ab 2022 ein 38'000 m2 grosses Gelände frei, denn die Andritz Hydro AG und die Marty Korrosionsschutz AG verlagern ihre Produktion an einen anderen Standort. Es ist das letzte grosse zusammenhängende Industrieareal im Zentrum. Hier soll Raum zum Wohnen, Arbeiten und Sein entstehen – Raum für ein neues Stück Stadt.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts zählt Kriens rund 2000 Einwohner. Der Krienbach, der durch das Tal zwischen Pilatus und Sonnenberg fliesst, wird gefürchtet, weil er immer wieder für schwere Überschwemmungen sorgt. Unternehmer aus Luzern wissen aber die Wasserkraft des Gebirgsbachs zu nutzen: Unter ihnen der Goldschmied August Bell, der 1845 am Krienbach eine Pferdehaarflechterei gründet. Zehn Jahre später baut Bell die hauseigene Reparaturabteilung zur Bell Maschinenfabrik aus.
Unter der Leitung von August Bells Sohn Theodor wird die Bell Maschinenfabrik international bekannt: In Kriens werden Papiermaschinen, Wasserräder, Turbinen, Seilbahnen oder Stahlteile für Eisenbahnbrücken produziert und in alle Welt exportiert.
1959 wird Bell an die Zürcher Maschinenfabrik Escher Wyss verkauft, die 1967 wiederum im Winterthurer Sulzer-Konzern aufgeht. 1996 wird die Sulzer Hydro AG vom österreichischen Andritz-Konzern übernommen.
2015 gibt die Andritz Hydro AG bekannt, dass sie ihre Produktionsstätten aus dem Zentrum von Kriens verlegen wird. Dadurch wird ab 2022 ein grosser Teil des Geländes für eine neue Nutzung frei. Ihren Verwaltungssitz wird die Andritz Hydro auf dem Areal behalten.
Mitte 2017 erwirbt die Logis Suisse AG das Areal der ehemaligen Bell Maschinenfabrik. In Kooperation mit der Stadt Kriens plant die neue Grundeigentümerin, das Areal zu entwickeln und eine Umzonung zu erwirken, die ein Projekt mit gemischter Nutzung zulässt. Der neu entstehende Stadtteil soll abwechslungsreich gestaltet sein und Platz für Menschen mit vielfältigen Ansprüchen an Wohnen und Arbeiten bieten.
Mit der Projektentwicklung des Gesamtareals hat die Logis Suisse die Steiner AG beauftragt. Es ist geplant, rund zwei Drittel der Nutzfläche für die Logis Suisse und regionale Wohnbaugenossenschaften zu entwickeln. Etwa ein Drittel der Nutzfläche soll durch die Steiner AG für Dritte entwickelt werden.
Weitere Informationen zur Eigentümerin und zur Projektentwicklerin finden Sie hier.
In einem mehrjährigen Entwicklungs- und Planungsprozess wird das Bell-Areal vom Industrieareal zu einem Stadtteil mit Wohn- und neuen Arbeitsnutzungen weiterentwickelt. Dabei sollen aber auch Elemente der industriellen Vergangenheit bestehen bleiben.
Kommen Sie mit auf einen virtuellen Rundgang durch das Bell-Areal und erhalten Sie einen Einblick in die Produktionshallen, in denen seit über 150 Jahren geschweisst und geschraubt wird. Dank verschiedenen Zwischennutzungen wird auf dem Areal heute auch gesungen, Fahrzeuge werden wüstentauglich gemacht und Fasnachtswagen erhalten den letzten Schliff.