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Friedensnobelpreisträger Pérez Esquivel ruft zur Schaffung eines Umweltgerichtshofs auf
An der Tagung zum Thema Versöhnung vom 26. Sept. 2009 im RomeroHaus hat sich Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel für die Schaffung eines Umweltgerichtshofes ausgesprochen.
Für die Idee, die Kompetenzen des Internationalen Strafgerichtshofs auszuweiten mit einem zusätzlichen Statut, welches erlaubt, Umweltkriminalität anzuklagen und zu verurteilen, sucht Adolfo Pérez Esquivel seit Juni 2009 weltweit Unterstützung. Der Grund seiner Reise in die Schweiz war deshalb auch die Weiterreise nach Venedig. Warum das?
Die internationale Akademie für Umweltwissenschaften von Venedig und ihre Präsidenten Adolfo Pérez Esquivel und Antonino Abrami haben eine weltweite Kampagne für die Schaffung eines Europäischen und Internationalen Umweltgerichtshofes lanciert, um Umweltkatastrophen als Verbrechen gegen die Menschheit anklagen zu können. Um Delikte gegen die Umwelt vor ein Gericht bringen zu können, ist es notwendig, die Statuten des bestehenden internationalen Strafgerichtshofes von Den Haag zu erweitern. Dies kann erreicht werden, wenn zwei Drittel der Unterzeichnerstaaten einer solchen Änderung zustimmen.
Zahlreiche Umweltkatastrophen, wie in Tschernobyl, Bhopal oder an anderen Orten bleiben ohne juristische Folgen, obwohl sie das Leben auf dem Planeten beeinträchtigen. Zu den Verursachern (Verantwortlichen) gehören auch die Grosskonzerne, die Erdöl und Mineralien ausbeuten, die Biodiversität zerstören, die Abholzung der ursprünglichen Wälder vorantreiben oder die Wasser verseuchen und unvernünftig gebrauchen.
Die natürlichen Ressourcen sind ein existentielles Gemeingut der Menschheit, welches grosse Gefahr läuft, verschmutzt zu werden und zu verschwinden. Verschiedene Länder leiden deshalb bereits unter Wassermangel. Wasser als existentielles Gut für das Leben auf dem Planeten ist bedroht. Ein wirksamer Internationaler Umweltgerichtshof wäre ein Schutz gegen diese Bedrohungen und entspräche den Bestrebungen von Serpaj für Gerechtigkeit.
(Text: Tildy Hanhart)
Hören Sie Adolfo Pérez Esquivel im RomeroHaus
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