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Majúskel
(lat.), alte Bezeichnung der großen Buchstaben (literae majusculae) im Gegensatz zu den kleinen (literae minusculae). In den ältesten lateinischen Handschriften finden sich gerade wie in den Steininschriften aus der Zeit des Kaisers Augustus nur große Buchstaben gebraucht, die alle die gleiche Höhe haben. Neben dieser Kapitalschrift kam früher auch schon die Uncialschrift in Gebrauch, in der einzelne Buchstaben eine mehr abgerundete Form haben und über oder unter die Zeilen reichen, ferner die altrömische Kursivschrift, in der bereits die Buchstaben miteinander verbunden sind.
Aus der letztern
Schriftart entwickelte sich, unter Aufgabe der unbequemen
Majúskel, die Minuskelschrift des
Mittelalters. Der
Gebrauch der
Majúskel wurde hierdurch in der Hauptsache auf die Anfangsbuchstaben der
Wörter eingeschränkt, man
pflegte durch große Anfangsbuchstaben im spätern
Mittelalter einzelne
Wörter, besonders
Eigennamen, hervorzuheben, und diese
Sitte wurde auch nach dem Aufkommen des Buchdrucks beibehalten. Vgl.
Paläographie. In der
Buchdruckerkunst wird der Unterschied
zwischen und
Minuskel jetzt im allgemeinen durch
Versalien und
Gemeine bezeichnet.