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Mehr als die Hälfte seines Arbeitslebens verbringt der aus grossbürgerlicher Familie stammende Schaffhauser Hermann Peyer (1874–1923) fern seiner Heimatstadt. Er betätigt sich als Praxisarzt in Port Elizabeth, als Eisenbahnarzt in Namibia, als Rotkreuz-Arzt in Montenegro und wird zu Beginn des Ersten Weltkriegs Chef des dortigen Militärsanitätsdienstes. Dazwischen wirkt er als Kurarzt in Mürren, das von illustren Gästen aus der englischen Gesellschaft besucht wird. Peyer erlebt den Burenkrieg in Südafrika, den Deutsch-Namibischen Krieg in Deutsch-Südwestafrika und die Belagerung von Skutari durch Montenegro im Ersten Balkankrieg, manchmal ferner, manchmal näher und einmal unmittelbar am Ort des Geschehens. Er trifft Einheimische, Engländer und Deutsche, hohe Kolonialbeamte, Offiziere, Ärzte und den montenegrinischen König mit seiner Entourage. Er begegnet schwarzen Kriegsgefangenen beim Eisenbahnbau und in Konzentrationslagern, montenegrinischen Soldaten im Kampf und der englischen Elite in Mürren. Er ist beteiligt an den ersten Diamantenfunden in Namibia und betätigt sich dort auch als Farmer. In über dreihundert Briefen und Karten berichtet Peyer von seiner Arbeit, seinen Eindrücken, Begegnungen und Erlebnissen nach Hause. Diese faszinierenden Quellen zur Kolonial-, Militär-, Medizin- und Tourismusgeschichte geben, ergänzt durch Tagebücher, Akten und Fotografien Peyers und eingebettet in den geschichtlichen Zusammenhang, Einblick in das Leben eines aussergewöhnlichen Arztes in bewegter Zeit.