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Filmkritik: Geschwister-Geschwafel75e Festival de Cannes 2022
«Wenn die kommt, bin ich raus!»: Der Schriftsteller Louis (Melvil Poupaud) und seine Schwester, die Schauspielerin Alice (Marion Cotillard), sind sich seit Jahren spinnefeind. Einziges Verbindungsglied ist ihr jüngster Bruder Fidèle (Benjamin Siksou), der es aber auch nicht schafft, den Frieden zwischen den beiden wieder zurechtzubiegen. Louis führt zusammen mit seiner Frau Faunia (Golshifteh Farahani) ein Aussteigerleben in einer abgelegenen Berghütte und feiert mit wütenden Enthüllungsromanen über seine Schwester grosse Erfolge. Diese wiederum ist eine gefeierte Bühnendarstellerin und weigert sich, über die «Schmutzromane» ihres Bruders öffentlich zu sprechen.
Doch dann erschüttert ein tragisches Ereignis die Familie: Bei einem Unfall werden beide Eltern der Geschwister schwer verletzt und landen im Koma. So ist auch Louis gezwungen, nach Lille zurückzukehren, wo der Rest der Familie wohnt. Und auch wenn sowohl Bruder als auch Schwester alles versuchen, damit sie sich im Spital nicht über den Weg laufen, so ist doch die Konfrontation der beiden früher oder später unvermeidlich.