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Kann man Klavier spielen lernen ohne Noten lesen zu müssen? Wie geht das überhaupt? Antworten auf diese Fragen findest du in diesem Blogartikel.
Wofür sind Noten gut?
Erhaltung der Musik
Noten sind die Anleitung zu einem Klavierstück, so wie das Drehbuch die Anleitung ist zum Film oder das Rezept eine Anleitung ist zum Kuchen-backen. Über Noten wird traditionellerweise die Information verewigt, wie ein Musikstück gespielt wird. Noten verdanken wir die Tatsache, dass wir heutzutage wissen, wie die fünfte von Beethoven zu spielen ist. Ohne Noten müssten Kompositionen eines Komponisten nach seinem Tod entweder von Person zu Person «weitergereicht» werden oder sie kämen mit ins Grab.
Koordinationshilfe
Noten erlauben dir aber nicht nur, unabhängig von einer anderen Person ein neues Stück zu erlernen. Noten erleichtern auch das Erlernen der Koordination zwischen der linken und der rechten Hand. Sie sind eine visuelle Hilfe, um die nötigen Verbindungen im motorischen Teil des Gehirns zu etablieren, die es braucht, damit du mit beiden Hände gleichzeitig spielen kannst.
Um genau zu verstehen, wie das «unabhängige» Spiel der rechten und der linken Hand funktioniert, empfehle ich diesen Artikel zu lesen:
Gedächtnisstütze
Wenn du ein Stück auswendig lernst, dann geht das ohne Noten über drei Kanäle:
- übers Gehör: die Erinnerung daran, wie die Melodie klingt
- übers Muskelgedächtnis: «die Hände wissen noch wie’s geht»
- visuell: über «Bilder» der Griffe auf der Klaviatur
Noten bieten einen zusätzlichen, vierten Kanal, um ein Stück auswendig zu lernen – visuell übers Notenbild. Den Unterschied kannst du dir so vorstellen: Wie einfach ist es, als Schauspieler einen Dialog zu erlernen für ein Theaterstück, wenn man ein Skript vor sich hat? Wie viel mühsamer ist es ohne ein Skript?
Wie geht Klavier spielen ohne Noten?
Wenn man vom Spielen ohne Noten spricht, können natürlich verschiedene Situationen gemeint sein. Ein Stück kannst du folgendermassen lernen:
- nach einer anderen visuellen Anleitung: z.B von einem Video oder von einer anderen Person live
- nach Gehör: durch Ausprobieren der Tasten bis es gleich klingt
- nach einem Leadsheet: falls du Noten Lesen kannst, aber nicht stur nach Noten spielen willst
Leadsheets: Klavier Spielen Lernen mit aber ohne Noten
Ein Leadsheet ist typischerweise ein Blatt, das dir zu einem Musikstück das Minimum an Information liefert, damit du das Stück spielen kannst. Es gibt dir keine exakte Notation vor, sondern die minimale Struktur, damit das Stück durchs Interpretieren wiedererkannt werden kann.
Meist beinhalten Lead Sheets:
- Hauptmelodie, mit oder ohne Text, oft rhythmisch vereinfacht und ohne Wiederholungen
- Akkorde, inkl. der Information, in welchem Takt die Akkorde wechseln
- Meta-Information: Taktart, Tempo und ggf. weitere technische oder stilistische Anweisungen
- Aufbau: z.B. Intro, Strophe 1, Strophe 2, Refrain, Bridge, Strophe 3, Refrain, Outro
Der Vorteil von Leadsheets
Leadsheets vereinen das Beste beider Welten: Sie nutzen die Noten-Schreibweise nur für das Nötigste und bieten die Information, die du brauchst, um das Stück selbst zu interpretieren – ohne dich unnötig einzuschränken.
Wenn du lernen willst, Stücke nach Akkorden zu spielen, dann mach mit bei der KlavierKranich Akkorde Challenge:
Wie du mit Leadsheets arbeiten kannst
Obwohl die Hauptmelodie meist in Noten aufgeschrieben ist, ist es nicht zwingend nötig das Notenlesen zu beherrschen. Wenn du die Melodie gut kennst und sie nach Gehör nachsummen kannst, dann kannst du die passenden Klaviertasten auch mithilfe der Tonart schnell nach Gehör finden (mehr dazu hier).
Alternativ kannst du auch die Notenhöhe lesen, ohne den Rhythmus lesen zu können. Lernen die Notenhöhe (ohne den Rhythmus) zu lesen, kannst du buchstäblich innert einer Stunde. Schau dir dazu diesen Artikel an.
Wenn du autodidaktisch Noten lesen lernen willst, mit Rhythmus und allem, dann empfehle ich dir dieses kleine Büchlein als Nachschlagewerk: Noten Lesen Lernen Pocketguide.
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