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«Obama hat die Menschen im Land enttäuscht»
Julia Soderlund lebt seit Januar 2012 in der Schweiz. Vom republikanischen Präsidentschaftskandidaten ist sie zwar wenig begeistert, wird aber im November doch Romney wählen.
Julia Sonderlund
Lausanne, 34 Jahre alt, aus Kalifornien, seit Januar 2012 in der Schweiz, Kommunikationsdirektorin bei Philipp Morris.
Soderlund ist zwar wenig begeistert von den republikanischen Präsidentschaftskandidaten, wird aber im November doch Romney wählen. «Seine Stärke ist, dass er auf die Wirtschaft fokussiert, und das ist bei diesen Wahlen das wichtigste Thema.» Ihr bevorzugter Kandidat wäre Mitch Daniels gewesen, der Gouverneur von Indiana, der allerdings gar nicht angetreten ist.
Wenn Romney sich nicht ablenken lasse und weiter auf die Wirtschaft konzentriere, könne er gewinnen, glaubt Soderlund, die zuvor in Kalifornien Kommunikationsberaterin für die republikanische Partei war. «Obama hat die Menschen im Land enttäuscht, Linke wie Rechte.» Regulierungen seien bis zu einem gewissen Grad in Ordnung, aber die USA habe zu viel davon. «Unser Fokus muss darauf liegen, der Privatwirtschaft zu Wachstum zu verhelfen und den Staat so weit wie möglich aus dem Leben des Einzelnen herauszuhalten.»
Soderlund ist mit einem Nachkommen schwedischer Einwanderer verheiratet und sich bewusst, dass dieses Land einen starken Staat hat und dennoch wohlhabend ist und gut funktioniert. «Schweden hat eine sehr viel homogenere Gesellschaft, Kalifornien allein ist viel vielfältiger. Nicht jedes System ist für jede Gesellschaft gleichermassen geeignet.»
Auch sie glaubt, die Polarisierung zwischen den Parteien in den USA wirke nach aussen schlimmer, als sie tatsächlich ist. «Klar sind wir nicht immer einer Meinung, aber letztlich funktioniert die Zusammenarbeit im politischen Alltag gar nicht so schlecht.»