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Medizinalcannabis in PanamaMirko Berger
Der mittelamerikanische Staat legalisiert Hanf für medizinische Zwecke –
Die Nationalversammlung Panamas verabschiedete am 30. August 2021 eine Gesetzesvorlage, laut derer die regulierte Abgabe von Medizinalhanf geregelt werden soll. Diese muss jetzt nur noch von Präsident Laurentino Cortizo (Revolutionärdemokratische Partei, PRD) unterzeichnet werden.
Der Verband Fundación LUCES Panama sprach dazu vor der Nationalversammlung und befürwortete eine medizinische Freigabe. Die Organisation setzt sich bereits seit 2017 für einen legalen medizinischen Gebrauch im mittelamerikanischen Staat ein. Besonders auf Epilepsie-Erkrankungen möchte die Gruppe aufmerksam machen.
Auch die Aussagen der renommierten Doktorin Sandra Carillo fanden Gehör im Gremium. Sie ist Panamas ausgewiesene Nummer 1, was die Expertise in Sachen Cannabis angeht. In einem Interview äußerte sich die Medizinerin:
»Dieses Gesetz wird die Lebensqualität von Patienten verbessern (…). Manche Epileptiker nehmen zwei oder drei Medikamente ein, und sie wirken immer noch nicht. Medizinisches Cannabis bietet eine Alternative, die ihre Schmerzen und Leiden und die ihrer Familien lindern kann (…). Es gibt viele Einwohner Panamas, die an Krankheiten leiden, die andere Medikamente [außer Hanf] nicht lindern können.«
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Der Präsident der Nationalversammlung Crispiano Adames (PRD) unterstützte ebenfalls die endgültige Fassung des sog. Gesetzes 153. Die Idee: Die Einrichtung eines nationalen Registers für Cannabispatienten sowie die Einführung eines regulierenden Cannabisausschusses, in welchem auch zwei Hanfpatienten vertreten sein sollen. Außerdem sollen sieben Lizenzen an verschiedene Unternehmen ausgegeben werden, die den Import sowie die Produktion von Cannabis auf legalem Wege genehmigen sollen.
Die inländische Produktion soll unter strenger Kontrolle stattfinden. Apotheken, die Cannabisprodukte verkaufen wollen, müssen eine Genehmigung beantragen und eine Inspektion vor Ort durchführen lassen. Vorschriften zum Heimanbau für den Eigenbedarf gibt es bis dato nicht, es ist also davon auszugehen, dass dieser illegal bleibt.
Wie zu erwarten stand, setzen sich rechtsgerichtete Kräfte sowie die Pharma-Lobby innerhalb Panamas gegen das Gesetz ein. So schrieb die konservative Politikerin Mayin Correa von der Cambio Democrático, welche kurz zuvor positiv auf Corona getestet wurde, nach der Verabschiedung des Gesetzes auf Twitter:
»Ich hoffe, die Bürger lesen das heute verabschiedete Gesetz über Cannabis. Ich durfte nicht virtuell abstimmen und habe mit “NEIN” gestimmt. Ich bin nicht mit dem Anbau von Cannabis einverstanden. [Ich gebe trotzdem mein “JA”] zur Einfuhr des Arzneimittels.«
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Vor hoher Kriminalität warnend rief sie Präsident Cortizo dazu auf, von seinem Veto in Bezug auf den neuen Gesetzesentwurf Gebrauch zu machen.