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Die Konzentration der Gase, die den Treibhauseffekt verursachen, hat 2008 ein Rekordniveau erreicht: Die Messungen für Kohlendioxid, Methan und Salpetergas stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent und übertrafen alle bis auf 1750 zurückreichenden Werte.
Dies teilte die UNO-Organisation für Meteorologie (WMO) am 23. November in Genf mit. Die Werte stammen von rund 200 Wetterstationen auf der ganzen Welt. „Wir sind mit dem pessimistischsten Szenario konfrontiert, das der UNO-Klimarat heraufbeschworen hat“, sagte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud am Montag in Genf. „Diese Beobachtungen verstärken die Notwendigkeit, so rasch wie möglich Massnahmen zu ergreifen um gegen den Treibhauseffekt anzukämpfen.“ Je länger die Gesellschaft warte, desto verheerender würden die Auswirkungen und desto höher werden die Kosten für die Anpassungen an die Folgen des Klimawandels ausfallen, sagte er.
Die Konzentration an Kohlendioxid (CO2) lag gemäss der UNO-Organisation im vergangenen Jahr bei 385,2 ppm (parts per million – Anzahl Gasmoleküle pro Million Trockenluftmoleküle). Dies sind 2,0 ppm mehr als 2007. In den 90er Jahren lag die Zunahme noch bei durchschnittlich 1,5 ppm pro Jahr. CO2 gilt als Hauptversursacher für die Klimaerwärmung: Es trug seit 1750 zu mehr als zwei Dritteln zum Treibhauseffekt bei. Vor 1750 – und damit auch vor Beginn der Industrialisierung – hatten sich die Werte nur leicht verändert und lagen bei durchschnittlich 280 ppm. Eine Verdoppelung der Treibhausgaskonzentration bis 2050 wird nach Berechnungen des UNO-Klimarats zu einer Klimaerwärmung von ungefähr fünf Grad Celsius führen. Angesichts dieser Voraussage sagte Jarraud: „Es wäre bereits ein gutes Resultat, wenn wir unterhalb der 400 ppm bleiben könnten.“
Die Konzentration von Methan (CH4) ist zu 18 Prozent verantwortlich für den Treibhauseffekt. Sie stieg im vergangenen Jahr um 7 ppb (parts per billion – Anzahl Gasmoleküle pro Milliarde Trockenluftmoleküle) und liegt nun bei 1797 ppb. Vor der Industrialisierung lagen die Werte bei ungefähr 700 ppb. Methan kommt zwar in kleineren Mengen in der Atmosphäre vor als CO2, wirkt sich aber 21-mal stärker auf den Treibhauseffekt aus. Knapp zwei Drittel des Methangas-Ausstosses verursachen Lebewesen: Der Mensch durch die Nutzung von fossilen Brennstoffen oder die Verbrennung von Abfällen und Biomasse, Wiederkäuer durch den Aussstoss von Verdauungsgasen oder die Reispflanze, die besonders viel Methan absondert.
Hohe Ziele für Kopenhagen dringend
An der Weltklimakonferenz in Kopenhagen soll die Latte für ein Klimaabkommen so hoch wie möglich gelegt werde, verlangte Michel Jarraud. Er erwarte vom Treffen weder einen totalen Erfolg noch einen Flop. „In Kopenhagen müssen wir so weit wie möglich gehen“, sagte der Chef der UNO- Spezialorganisation am Montag vor den Medien in Genf mit Verweis auf die Rekordmenge an Treibhausgasen in der Atomsphäre. Die Weltklimakonfernz findet zwischen dem 7. und 18. Dezember statt und soll ein Nachfolgeabkommen für das auslaufende Kyoto-Protokoll verabschieden. Je weniger amibitiös die Resultate in Kopenhagen ausfielen, desto höher seien dann die Kosten für die Anpassungen an die Folgen des Klimawandels. Dies gelte vor allem für die ärmeren Länder, sagte Jarraud.