Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03163.jsonl.gz/2522

Die wissenschaftlichen Schwerpunkte von Prof. Oberhammer sind das gesamte Zivilverfahrensrecht unter besonderer Berücksichtigung seiner privatrechtlichen, internationalen und historischen Bezüge sowie das Privat- und Wirtschaftsrecht. Prof. Oberhammer publiziert laufend zu einem breiten Spektrum von Themen aus diesen Rechtsgebieten.
Schweizerische Zivilprozessordnung
Heute hat jeder der 26 Kantone eine eigene Zivilprozessordnung. Die schweizerische Zivilprozessordnung, die derzeit in parlamentarischer Behandlung ist, soll hier Rechtseinheit schaffen. Prof. Oberhammer hat mehrere Publikationen zu verschiedenen Aspekten dieses Gesetzgebungsprojekts verfasst. Bei Abschluss der Gesetzgebungsarbeiten wird er einen Kommentar zur neuen Zivilprozessordnung herausgeben.
Urs Hoffmann-Nowotny untersucht in seiner Dissertation die Behandlung sog. doppelrelevanter Tatsachen im schweizerischen Zivilprozessrecht.
Europäisches Zivilverfahrensrecht
Das Europäische Zivilprozessrecht umfasst eine Reihe von Rechtsakten zur grenzüberschreitenden Koordination in der Rechtsdurchsetzung. Die Schweiz ist an das System des Europäischen Zivilverfahrensrechts durch das Lugano-Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen angebunden.
Prof. Oberhammer verfasst eine Kommentierung des gesamten Europäischen Zivilverfahrensrechts, die im Rahmen des renommierten Kommentars «Stein/Jonas» erscheinen wird. Dieses Projekt wird gemeinsam mit der Universität Bonn durchgeführt. Ferner gibt Prof. Oberhammer gemeinsam mit Prof. Dr. Felix Dasser einen Kommentar zum Lugano-Übereinkommen heraus und verfasst laufend Publikationen zu Einzelfragen des Europäischen Zivilverfahrensrechts.
Michael Slonina erforscht in seiner Dissertation die Entwicklung des Exequaturverfahrens, in welchem über die Vollstreckbarkeit ausländischer Gerichtsentscheide entschieden wird.
Internationales Insolvenzrecht
Die Europäische Insolvenzverordnung vereinheitlicht innerhalb der Europäischen Union die Regelungen über grenzüberschreitende Insolvenzverfahren. Diese Verordnung gibt auch über die Grenzen der Europäischen Union hinaus bedeutende Impulse für die Entwicklung des Internationalen Insolvenzrechts. Prof. Oberhammer verfasst gemeinsam mit mehreren anderen Autoren einen Kommentar zu dieser Verordnung. Ferner publiziert er laufend zu Einzelfragen des Internationalen Insolvenzrechts.
Prozessrechtsvergleichung
Mit der grenzüberschreitenden Verflechtung der Rechtsdurchsetzung wächst auch die Bedeutung von rechtsvergleichenden Forschungen über die Grundlagen des Zivilverfahrens im nationalen Recht. Prof. Oberhammer ist an einer Reihe von Projekten beteiligt, in denen diese Grundlagen gemeinsam mit Kollegen aus ganz Europa erforscht werden. Im Rahmen dieser Projekte entstehen gemeinsame Buchpublikationen. Derzeit sind unter anderem ein case book (Fallbuch) zur Prozessrechtsvergleichung sowie eine rechtsvergleichende Untersuchung zu den Urteilswirkungen in Europa in Vorbereitung.
Prozessrechtsgeschichte
Prof. Oberhammer hat eine Reihe von Publikationen zur geschichtlichen Entwicklung des Zivilprozessrechts verfasst. Gemeinsam mit einem internationalen Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern untersucht er vielfältige Fragen im Bereich der Prozessrechtsgeschichte.
Schiedsverfahrensrecht
Prof. Oberhammer forscht laufend zu einem breiten Spektrum von Fragen des Schiedsverfahrensrechts. Unter anderem führte er den Vorsitz in einer Arbeitsgruppe zur Reform des österreichischen Schiedsverfahrensrechts. Er war in dieser Funktion massgeblich an der Ausarbeitung dieses Gesetzgebungsprojekts beteiligt. Das erarbeitete Gesetz trat 2006 in Kraft. Derzeit arbeitet Prof. Oberhammer gemeinsam mit mehreren Kollegen an einem umfassenden Handbuch zum neuen Recht.
Soziales Mietrecht in Europa
Dieses Forschungsprojekt dient einer rechtsvergleichenden Bestandaufnahme über Modelle des sozialen Mietrechts in einer Reihe europäischer Staaten; daraus sollen wiederum Impulse für Reformen der Mieterschutzgesetzgebung gewonnen werden. Das Projekt wird durch den Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank finanziert und in Kooperation mit der Universität Wien durchgeführt.
Prozessrechtsentwicklung in den zentraleuropäischen Reformstaaten
In den zentraleuropäischen Reformstaaten wurde das Zivilverfahrensrecht in den vergangenen Jahren umfassend reformiert. Mehrere Forschungsprojekte von Prof. Oberhammer beschäftigen sich mit diesem Reformprozess. So leitete er eine rechtsvergleichende Untersuchung über die Schiedsgerichtsbarkeit in Zentraleuropa und gab ein Buch über Richterbild und Rechtsreform in Mitteleuropa heraus. Er ist einer der Direktoren des postgradualen Weiterbildungsprogramms «Public and Private Justice» am Inter-University Centre Dubrovnik. Derzeit ist ferner eine Publikation zur neuen bulgarischen Zivilprozessordnung in Vorbereitung.
Sachenrecht
Prof. Oberhammer beschäftigt sich laufend mit sachenrechtlichen Fragestellungen; unter anderem ist er Autor von Kommentierungen im Bereich des Nachbarrechts und des Pfandrechts.
Bereicherungsrecht
Prof. Oberhammer verfasst eine Kommentierung der Bestimmungen des Obligationenrechts zur ungerechtfertigten Bereicherung. Christian Fraefel arbeitet an einer Dissertation zum Thema Bereicherungsrecht und Zwangsvollstreckung.