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Wie viele englische Siedlungen ist auch Exeter eine römische Gründung und liegt an einem wichtigen Flussübergang. Die Kelten benutzten den Ort bereits, um den Fluss zu überqueren und ihr Vieh auf den umliegenden fruchtbaren Hügeln weiden zu lassen. Doch erst die Römer bauten hier dauerhafte Besiedelungen. Zuerst war hier eine Befestigungsanlage (50 – 75 nach Christus) der zweiten Augusta Legion. Um das Jahr 80 wurde dann die Stadt Isca Dumnoniorum gebaut. Danach besetzten Sachsen, Dänen und später die Normannen die befestigte Stadt. Exeter war 1068, zwei Jahre nach der Invasion, die letzte sächsische Stadt, die von William the Conqueror noch nicht eingenommen wurde. Hier versteckte sich auch Gytha, die Mutter des letzten Sachsenkönigs Harold. Im Winter 1068 belagerte William Exeter und die Stadt musste nach 18 Tagen aufgeben. Bevor der Übergabe an die Normannen wurde aber noch dafür gesorgt, dass Gytha und ihr Gefolge heimlich die Stadt verlassen und nach Nordengland in Sicherheit gelangen konnten.
Schon zu sächsischer Zeit war Exeter Bischofssitz mit einer Kathedrale. Die heutige Kathedrale mit ihren massiven normannischen Doppeltürmen wurde zwischen 1270 und 1360 gebaut. Eines der ganz wenigen sakralen Bauwerke dieser Grössenordnung, welche in so kurzer Zeit und in einem Baustil vollendet wurde. Rund um den Platz vor der Kathedrale befinden sich sehr gut erhaltene Häuser aus dem 15. Jh. Ein weiteres sehenswertes Gebäude im Stadtzentrum ist die Guildhall (Haus der Zünfte), welche seit 1160 dort zu Hause ist. Die Guildhall wurde im 15. Jh. umgebaut.
Exeter war im Mittelalter eine der erfolgreichsten Handelsstädte Englands. Dank seiner Nähe zum Meer und der Schifffahrt auf dem Fluss Exe war Exeter ein blühender Hafen und Warenumschlagplatz. Diese Prosperität dauerte bis ins Jahr 1290, als Lady Isabel, die Gräfin von Devon, drei Kilometer südlich der Stadt ein Wehr im Fluss Exe bauen liess - was natürlich die Schifffahrt negativ beeinflusste. Dies führte zu einem der längsten Rechtsstreite der Geschichte Englands, welcher erst knapp 300 Jahr später zu Gunsten der Stadt entschieden wurde. Das Wehr musste geschliffen werden. Doch der Handel hatte über die Jahrhunderte durch diese Beeinträchtigung sehr stark gelitten. Deshalb gab die Stadt im Jahre 1567 den Auftrag zum Bau des ersten Schiffkanals von England. Der 9 km lange Kanal brachte dann auch wirklich wieder mehr Handel nach Exeter, der Hafen erlangte aber nie mehr denselben Status wie im Mittelalter. Heute wird der Wasserweg nur noch von der Freizeitschifffahrt genutzt.
Im Zeiten Weltkrieg wurde Exeter 1942 von der Luftwaffe stark zerbombt. Doch obwohl vieles nicht wieder in originalem Stil restauriert werden konnte, weist Exeter nach wie vor eine der schönsten Altstädte Englands auf. Die Universität Exeter, gegründet in der zweiten Hälfte des 20. Jh., ist eine der neueren Grossbritanniens. Hier studieren ca. 12'000 Studenten.
Exeter ist die Hauptstadt des Counties Devon und liegt in einem der landschaftlich schönsten Gebiete der Insel. In weniger als einer Fahrstunde ist man in Cornwall, die Nordküste Devons gehört zu den spektakulärsten von England. Mystische Plätze wie Tintagel (Artus Burg?) oder Dartmore sind in unmittelbarer Nähe. Mit dem Zug ist man in 3 Stunden in London.