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Eine Entführung in Paraguay und ein Thriller um ein typisches Thema Greenes Der 'Honorarkonsul', Charley Fortnum, ist über sechzig Jahre alt und Alkoholiker. Er liebt seine junge Frau, die er aus einem Bordell freigekauft hat, abgöttisch. Versehentlich wird er von paraguayischen Rebellen entführt, weil sie ihn für den amerikanischen Botschafter halten. Mit seiner Freilassung wollen sie die Freiheit von verhafteten Gesinnungsgenossen erpressen. Die Desperados führt ein ehemaliger Priester an, der mit dem Arzt Eduardo Plarr befreundet ist. Plarr, der kühle und scheinbar skrupellose Sympathisant, hat ein Verhältnis mit Clara, der jungen Frau des Honorarkonsuls. Als Kontaktmann zu den Kidnappern kämpft er jedoch um das Leben Charley Fortnums.
Portrait
Graham Greene wurde am 2. Oktober 1904 in Berkhampstead, Hertfordshire, geboren. Sein Grossonkel war der Autor der 'Schatzinsel', Robert Louis Stevenson. Da Greene der Sohn des örtlichen Schuldirektors war, behandelten seine Mitschüler ihn als Aussenseiter. Er entwickelte einen Hang zum Einzelgängertum, gegen den auch seine beiden Brüder nichts tun konnten. Nach Beendigung der Schule ging Greene nach Oxford und studierte am Balliol College Neuere Geschichte. Seine erste Anstellung war ein Redakteursposten bei der Times in London, danach fand er eine Stelle als Filmkritiker beim Spectator. Die grossen Reisen, die er unternahm – u.a. nach Westafrika und Asien – wurden auch zum Fundus für seine schriftstellerische Tätigkeit. Ein entscheidender Schritt war 1934 sein Übertritt zum Katholizismus. Sein erster Roman, 'The Man Within' (1929, dt. 'Zwiespalt der Seele'), beschreibt bereits den Konflikt zwischen Gut und Böse, der im Zentrum von Graham Greenes Werk steht. Man findet ihn in den Kriminalgeschichten wie in den psychologisch ausgerichteten Romanen. Als 1940 'The Power and the Glory' (dt. 'Die Kraft und die Herrlichkeit') erschien, erhielt Greene dafür den Hawthorne-Preis. Viele halten es für sein vielleicht bestes Werk. Zweimal leitete er Verlage, Mitte der vierziger Jahre Eyre & Spottiswoode und Anfang der sechziger Jahre Bodley Head. Am 3. April 1991 starb Graham Greene in Genf. Er wurde mehrmals als heisser Kandidat für den Literatur-Nobelpreis gehandelt und zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts.