Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03529.jsonl.gz/2442

Das Projekt
In einem aktuellen Projekt evaluieren Planerinnen und Planer des Vereins die Möglichkeiten für eine Wasserversorgung des Massai-Internat der Ilkeek Are Primary School (kurz IAPS) in Kenia. Die Schule liegt in der Nähe von Suswa, rund 120 km westlich der Hauptstadt Nairobi. Die dort lebenden Massai legen als Halbnomaden in den regenarmen Monaten grosse Distanzen zurück, um genügend Futter für ihr Vieh zu finden. Für diese Zeiten ist das Internat die einzige Möglichkeit der Massai-Kinder in der Nähe einer Schule zu wohnen. Das Wetterphänomen El Nino verschärft die Problematik der Wasserversorgung in den letzten Jahren zunehmend: Von Juli bis Oktober fehlt es in der Gegend massiv an Wasser. Und wenn es nach langer Zeit regnet, gleicht der Regen einer Sturzflut und kann vom ausgetrockneten Boden nicht aufgenommen werden.
Begleiten die Massai-Kinder ihre Eltern bei der Futtersuche wird die Distanz zur Schule zu gross. So verpassten sie früher einen Grossteil der Schule und erhielten am Schluss keinen vollwertigen Abschluss. Das ist nicht nur bedauerlich, sondern hat fatale Folgen für die Bevölkerung, denn ohne Schulabschluss erhalten die Kinder keine vollständigen Bürgerrechte. Diese werden nur dann erworben, wenn die achtjährige Schulpflicht erfolgreich abgeschlossen wird.
Zusammen mit dem Lions Club Münster-Landois und dem Lions Club Thika Chania Falls in Kenia haben die Massai Eltern deshalb die Tagesschule zu einem Internat ausgebaut. Diese Umwandlung erlaubt den Massai-Kindern, in der Schule zu bleiben, wenn die Eltern weiterziehen. Sie können ganzjährig die Schule besuchen, lernen und die Abschlussprüfungen erfolgreich absolvieren.
Die Herausforderung
Heute gehen an die 700 Kinder an der IAPS zur Schule – langfristig sollen es um die 1000 sein. Allerdings gefährdet die lokale Trinkwasserversorgung den Internatsbetrieb. In den regenarmen Monaten hat es zu wenig Wasser für die Versorgung. Der Lions Club befasst sich mit dieser Problematik und war auf der Suche nach einem Partner mit dem nötigen technischen Fachwissen, um die Grundlagen für eine funktionierende Wasserversorgung zu schaffen. Über Kontakte kam eine Anfrage an IngOG+, den Lions Club mit Ingenieursdienstleistungen in der Planung und Durchführung zu unterstützen. Im Fokus steht die Prüfung der verschiedenen Möglichkeiten, die Wasserversorgung langfristig und nachhaltig zu lösen. Anschliessend erfolgt die Detailplanung.
Eine diskutierte Lösung ist der Anschluss an eine im Bau befindliche Hauptwasserleitung der Weltbank. Allerdings muss neben der technischen Lösung auch berücksichtigt werden, dass eine funktionierende Wasserleitung Begehrlichkeiten bei Nachbarn weckt und daraus resultierende politische Spannungen das Projekt gefährden könnten. Zudem muss geklärt sein, wer die Wasserleitung nach der Inbetriebnahme unterhält. Denn das Thema der langfristigen Nutzbarkeit steht bei IngOG+ mindestens genauso hoch in der Priorität wie der Zugang zum Wasser.
Brunnen und Ausbau der Regenwasserfassung sind weitere Ansätze. Wenn Grundwasser vorhanden ist, wäre die Gewinnung einfacher, als der Anschluss an eine nahe gelegene Wasserleitung. Allenfalls könnte das Wasser vom nahe gelegenen Vulkan Mount Suswa hinunter zur Schule geführt werden. Die erhöhte Lage des Mount Suswa bietet sich dafür an. Für eine professionelle Planung fehlen aktuell die notwendigen Daten. IngOG+ plant deshalb für Q1 2020 eine erste Reise zum Internat in Kenia.
Unsere Unterstützung
Im Rahmen unserer Mentoring-Partnerschaft unterstützen wir den Verein mit dem Know-how unserer Experten aus dem Bereich Trinkwasser. Vor dem Erstbesuch in Kenia, helfen wir den Ingenieuren des Vereins dabei, die wichtigen und richtigen Fragen zu sammeln. Diese ermöglichen ihnen im Anschluss die notwendigen Abklärungen vorzunehmen.
Die jahrelange Entwicklungszusammenarbeit der Rapp Gruppe mit den lokalen Bauern in Magunguli (Tansania) und die dabei projektierte und begleitete Realisierung einer Bewässerungsanlage dient uns dabei zusätzlich als Erfahrungsquelle.
Unsere finanzielle Unterstützung des Vereins ermöglicht es den Ingenieuren, Projekte vor der Zusage zu evaluieren. Erst wenn ein Projekt die Grundbedürfnisse der Menschen vor Ort nachhaltig verbessert, erhält es eine Zusage für die Unterstützung. Erst ab diesem Zeitpunkt startet das Fundraising. Für die Abklärungen im Vorfeld muss IngOG+ selber aufkommen. Finanzielle Spenden an den Verein sind neben der freiwilligen Mitarbeit deshalb herzlich willkommen.
Im Einsatz bei IngOG+
Unsere Verkehrsplanerin Anne-Kathrin Bodenbender ist seit 2008 Mitglied bei IngOG+ und war bei Projekten in Argentinien vor Ort im Einsatz. Wir haben bei ihr nachgefragt, was ihr Engagement im Verein für sie und ihr Verhältnis zum Planerberuf bedeutet.