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Das Wichtigste in Kürze
- Vom 21. März an soll der Ableger des ESC über acht Folgen hinweg in den USA stattfinden.
«And finally...Alaska! Twelve Points!», so oder so ähnlich könnte es bald heissen, wenn der Eurovision Song Contest (ESC) zum ersten Mal in die Vereinigten Staaten expandiert.
Vom 21. März an soll der Ableger des seit 1956 in Europa ausgestrahlten Spektakels über acht Folgen hinweg in den USA als American Song Contest (ASC) neue Fans finden. Auf fünf Vorrunden folgen zwei Halbfinals und das Finale am 9. Mai. Die Kraft der Musik. Es gibt in Fanzirkeln zwar leise Zweifel, ob sich die Bandbreite des Windmaschinen-Spektakels mit trommelnden Omis aus Moldawien, finnischen Monstern und geigenden Norwegern auch auf die popkulturell einheitlicheren USA übertragen lassen - aber Co-Moderatorin Kelly Clarkson erinnerte in einem Pressegespräch daran, dass auch der ESC mit dem Gedanken startete, die teils verfeindeten Länder des Kontinents ein Jahrzehnt nach dem Zweiten Weltkrieg mit Musik zu einen.
«Die Menschen müssen einfach ein bisschen aufgemuntert werden, weil die Welt im Moment so düster ist», sagte die Sängerin, die einst selbst in der ersten Staffel von «American Idol», der US-Version von «Deutschland sucht den Superstar», zum Star wurde, der Entertainment-Seite «The Wrap». «Wir sind in diesem Land schon seit einiger Zeit ziemlich zerstritten, aber wir sind uns alle ähnlicher, als wir denken», meinte sie. Clarkson wird zusammen mit Rapper Snoop Dogg durch die Sendungen führen.
56 Acts nehmen teil, je einer für die 50 Bundesstaaten, hinzu kommen der District of Columbia mit der Hauptstadt Washington und die fünf Territorien Amerikanisch-Samoa, Guam, die Nördlichen Marianen, Puerto Rico und die Amerikanischen Jungferninseln. Wie auch beim Original vergibt jedes dieser Gebiete unabhängig von seiner Grösse die gleiche Punktzahl.
Noch hat Sender NBC nicht genau erläutert, wie Abstimmung und Punktevergabe angesichts grosser Zeitunterschiede organisiert werden sollen: Guam liegt zehn Stunden vor der mittleren Greenwich-Zeit, Amerikanisch-Samoa elf Stunden dahinter - und auch das US-Festland von Maine bis Kalifornien umfasst bereits vier Zeitzonen.Stars und NewcomerKlar ist dafür bereits, wer antritt. Unter den Teilnehmenden sind schon bei der Premierenauflage auch einige bekanntere Namen, darunter Macy Gray («I Try») aus Ohio, Songwriterin Jewel für Alaska und Soft-Pop-Veteran Michael Bolton, der für Connecticut singt.
Dazu kommen viele Newcomer, die sich zum ersten Mal einem grossen Publikum präsentieren, teils passend zu ihrem Heimatstaat: Aus Nashville, Tennessee, stammt Country-Sänger Tyler Braden, für New York tritt mit Enisa eine Künstlerin an, die laut NBC-Webseite «zeitgemässen Soul-Pop mit Einflüssen aus dem Mittleren Osten» liefert.
Der Sender räumt bis zum Finale am 9. Mai - dem Montag vor dem ersten Halbfinale des europäischen ESC - acht Wochen lang den besten Sendeplatz frei und scheint sich auch sonst viel vom Konzept zu erhoffen: Eine grosse Werbung war während der Halbzeitshow des Football-Finales Super Bowl geschaltet.
Die erste Live-Vorrunde am Montag (Dienstagmorgen deutscher Zeit) mit elf Teilnehmenden wird nun zeigen, ob sich das Konzept tatsächlich auf die Vereinigten Staaten übertragen lässt. Zuschauer im deutschsprachigen Raum können sich ab 29. März immer dienstagsabends eine Woche später ein Bild vom ASC auf Servus TV verschaffen.