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Die Befürwortung des Frauenstudiums erfolgte vorwiegend auf zwei Schienen: Der naturrechtlich-egalitär geprägte Feminismus, der besagte, dass Frauen und Männer von Natur aus
gleich seien ("Wissenschaft hat kein Geschlecht") oder - insbesondere für das Medizinstudium - die Argumente der bürgerlichen Frauenbewegung mit einem Mix aus biologischer und sozialer
Geschlechterrolle, die die besondere Eignung der Frau für den Arztberuf belegte.
Die Vernehmlassungen zum Frauenstudium enthielten folgende positive Äusserungen:
- Die bestehenden Unterschiede von Mann und Frau sollen nicht unnötig verschärft werden.
- An anderen Universitäten wurden gute Erfahrungen mit dem Frauenstudium erziehlt.
- Durch das Frauenstudium kann der Eifer der männlichen Studierenden angefacht werden.
- Für Unverheiratete ist die Erschliessung neuer Berufe eine Lebensfrage; Frauen soll generell die Möglichkeit geboten werden, sich neue Erwerbsquellen zu erschliessen.
- Die Frauenfrage ist eine geschichtliche Notwendigkeit, unabhängig davon, ob dies dem einzelnen Individuum wünschbar bzw. angenehm ist oder nicht. Die Zulassung der Frauen zum
Studium kann nicht auf Dauer verhindert werden, daher ist es besser, wenn die Fakultät entgegenkommen zeigt, sich aber gewisse Bedingungen vorbehält.
- Es gibt keinen Grund, das Recht der Frau, sich eine Lebensstellung zu erringen, zu beschränken. Die Praxis entscheidet, in welchem Grad die Frau dem einzelnen Fach genügt
oder nicht. "Für mathematische Vorlesungen insbesondere wird ein Zudrang weiblicher Zuhörer nicht stattfinden, uns wenn solche sich zu denselben meldcen, so setzt dies bisher schon einen so
hohen Grad von Fähigkeiten voraus, dass der Geschlechtsunterschied nicht mehr in Betracht kommt."
- Jedem Mitglied der Gesellschaft soll es selbst überlassen sein, seinen Wirkungskreis frei zu wählen.