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Das Dengue-Fieber ist eine virale Infektionskrankheit. Überträger sind Mücken, die in verschiedenen tropischen und subtropischen Gebieten vorkommen. Die Erkrankung heilt in der Mehrzahl der Fälle komplikationslos; gelegentlich kommt es jedoch zu einer gefährlichen Verlaufsform, dem Dengue-hämorrhagischen Fieber.
Die Häufigkeit hat in den letzten Jahrzehnten beachtlich zugenommen. Gemäss Schätzungen der WHO sind jährlich über 50 Millionen Menschen weltweit betroffen; vornehmlich in Gebieten Südasiens und Lateinamerikas.
Europäische Länder sind keine Endemiegebiete (mehr), doch wurden vor 1930 insbesondere im Mittelmeerraum Krankheitsausbrüche registriert – teils beachtlichen Ausmasses. Eingeschleppte Fälle gibt es auch heute immer wieder; zwischen 2001 und 2007 war Thailand das häufigste „Infektionsland“ für europäische Touristen, 2008 wurde über eine ausgedehnte Epidemie in Vietnam berichtet.
fortwährendes oder wiederholtes Vorkommen einer Krankheit in einem geographisch begrenzten Gebiet (Endemiegebiet). Der Krankheitserreger ist in dieser Region dauernd vorhanden. Adjektiv: endemisch.
Gehäuftes Vorkommen einer Krankheit in einem begrenzten Gebiet während einer bestimmten Zeit (geographisch und zeitlich limitiert). Adjektiv: epidemisch.
Der Körper ist Umwelteinflüssen ausgesetzt, z.B. Krankheitserregern, Schadstoffen irgendwelcher Art oder Strahlung.
Spontane Blutung in die Haut, in innere Organe und aus Körperöffnungen, aufgrund einer Gerinnungsstörung und Schädigung von Blutgefässen. Adjektiv: hämorrhagisch.
Der Oberbegriff „Virales Hämorrhagische Fieber“ umfasst eine Gruppe von fieberhaften, hauptsächlich tropischen Infektionskrankheiten, die mit einer Hämorrhagie einhergehen. Sie werden hervorgerufen durch Viren unterschiedlicher Art.
Erhebliche Funktionseinschränkung oder Versagen von zwei oder mehr lebenswichtigen Organen; kann zum Tod führen.
Als Krankheitserreger kommen vier verschiedene Typen von Flaviviren in Frage, die durch den Stich von Tigermücken in Menschen gelangen.
Die schwarz-weiss gestreiften Tigermücken stechen hauptsächlich tagsüber und am frühen Abend. Sie brüten in kleinen sauberen Wasserreservoirs von Astlöchern; ferner in Töpfen, Dosen und weggeworfenen Autopneus, in denen sich Wasser angesammelt hat.
Oft bleibt es bei einer leichten grippeähnlichen Erkrankung, oder es treten gar keine Symptome auf.
2 bis 14 Tage nach dem Mückenstich treten akut hohes Fieber sowie allgemeines Krankheitsgefühl auf, ausserdem Kopf-, ausgeprägte Glieder- und Muskelschmerzen, evt. auch eine Bindehautentzündung. Bezeichnend, aber nicht immer vorhanden, sind langsamer Puls und ein Hautausschlag. Nach einigen Tagen lassen die Symptome nach, doch können Müdigkeit und Gliederschmerzen noch mehrere Wochen andauern. Geringfügige Blutungen in die Haut oder aus der Nase sind selbst bei gutartigem Verlauf möglich.
Selten, aber gefürchtet sind das Dengue-hämorrhagische Fieber (DHF) und das so genannte Dengue-Schocksyndrom. Charakterisiert für diese sind: Blutungen und erhöhte Durchlässigkeit der Wand von kleinen Blutgefässen evt. auch schwere Gerinnungsstörungen und Zeichen einer Hirnentzündung. Des Weiteren sind Leber-, Nieren- und Herzschädigungen möglich.
Ein solcher Verlauf tritt überwiegend bei Kindern auf und bei erneuter Dengue-Erkrankung, wenn die Infektion mit einem anderen Typ der oben angesprochenen Flavivirus-Familie erfolgte. Die Sterblichkeit reicht dann bis zu 30%.
Die besondere Gefahr liegt in der beträchtlichen Blutungsbereitschaft bei schwerem Krankheitsverlauf, verbunden mit Gefässschädigungen. Deshalb sollen bei Verdacht auf Dengue-Fieber vorsichtshalber keine Acetylsalicylsäure-Präparate eingenommen werden. Diese Medikamente erhöhen die Blutungsneigung.
Bei einer fieberhaften Erkrankung in tropischen und subtropischen Gebieten oder bis etwa drei Wochen nach Rückkehr ist grundsätzlich an eine Tropenkrankheit zu denken. Der Arztbesuch muss besonders dann rasch erfolgen, wenn ein hämorrhagisches Fieber im Bereich des Möglichen liegt (Reiseroute in einem Endemie- oder Epidemiegebiet).
Zur Diagnosestellung sind Blutuntersuchungen nötig. Labors, die entsprechende Analysen durchführen, müssen strenge Sicherheitsauflagen erfüllen (Hochsicherheitslabors).
Wenn sich der Verdacht bestätigt, werden Patienten wegen der potentiellen Gefährlichkeit der Krankheit auf einer Isolierstation behandelt, Kontaktpersonen untersucht und gegebenenfalls auch isoliert.
Da es sich um eine virale Erkrankung handelt können nur die Symptome therapiert werden, in erster Linie also Fieber, Schmerzen, Flüssigkeits-, Mineralien- und Blutverlust oder Gerinnungsstörungen.
Es gibt keine Impfung, weshalb der Expositionsprophylaxe besonders grosse Bedeutung zukommt. Das bedeutet: