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Oder doch vielleicht ein bisschen?
Im Journal des französischen Rasseklubs (Le Bas Rouge – 2014/2) erschien der Artikel „La robe arlequin chez le Beauceron“. In der Einleitung schreibt der Präsident der Zuchtkommission Guy Armatol, dass die Anzahl der Harlekins stetig mehr wird und der Club deshalb Dr. Marie Abitol der veterinärmedizinischen Schule in Alfort gebeten habe, den aktuellen Stand des Wissens zur Varietät des Harlekins darzustellen. Dies sei deshalb wichtig, so Armatol, weil die Harlekins seit Jahren ein vorzügliches Niveau hätten und sich Zuchtanfänger über die genetischen Grundlagen informieren sollten.
So weit, so gut!
Der Artikel stellt dann dar, welche Resultate bei den unterschiedlichen Verpaarungen zwischen den Farbvarietäten zu erwarten sind. Er zeigt am Ende kurz auf, dass bei homozygoten Merles Schäden an Augen und Gehör sehr wahrscheinlich sind. Und rät stark von einer Verpaarung zweier Harlekins ab.
Das war‘s dann auch schon!
Immerhin 30 Jahre nach dem Verpaarungsverbot von Harlekin x Harlekin in der Schweiz, bemüht sich der französische Rasseklub von solchen Verpaarungen abzuraten.
Doch kein Wort darüber, dass
- auch schon bei heterozygoten Merles bei knapp 40% der untersuchten Tiere Schäden an Gehör und Augen (Merle ocular Dysgenesis (MOD)) festgestellt worden sind
- dass die Wissenschaftler um Clark bereits 2006 eine (unsichtbare) Variante des SILV-Genes nachweisen konnten, das sie deshalb Krypto-Merle nannten und dieses Krypto-Merle die gleichen Schäden verursacht, wie das Merle-Gen.
- dass das kryptische Merle auch die Zucht der schwarz-roten Beaucerons gefährden kann.
Der Französische Rasseklub reagiert so wie bisher immer:
Es kann nicht sein, was nicht sein darf!
So wird Tod geschwiegen und gehofft, dass es niemand merkt.
So geht die Hundezucht mit wehenden Fahnen vor die Hunde.