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Gestützt auf die Verordnung über die Sanierung von belasteten Standorten (AltlV) werden diejenigen Standorte mit einer beschränkten Ausdehnung in den kantonalen Kataster eingetragen, bei denen feststeht oder mit grosser Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist, dass sie belastet sind.
Der Kataster wurde im Einklang mit den Gesetzesvorschriften und den Empfehlungen des Bundesamtes für Umwelt und gestützt auf die verfügbaren Daten erstellt. Sein Inhalt widerspiegelt also die Vergangenheit, und die Tatsache, dass eine Parzelle nicht im Kataster der belasteten Standorte aufgeführt ist, garantiert nicht, dass der Standort auch wirklich verschmutzungsfrei ist.
Vor dem Kauf eines Grundstücks oder der Realisierung eines Bauvorhabens – selbst wenn die Parzelle nicht im kantonalen Kataster der belasteten Standorte aufgeführt ist – ist es Sache des Käufers respektive des Bauherren, den Boden und den Untergrund zu untersuchen, falls eine Verschmutzung zu befürchten ist (z.B. falls das Grundstück aufgeschüttet oder für verschmutzungsträchtige Tätigkeiten genutzt wurde).
In der Mitteilung an den Inhaber einer im kantonalen Kataster der belasteten Standorte eingetragenen Liegenschaft erklärt die Dienststelle für Umwelt (DUW), ob es sich um einen Standort handelt, bei dem keine schädliche Einwirkung erwartet wird (Standorte, die nur im Falle eines Bauprojekts zu untersuchen sind), oder ob eine Untersuchung hinsichtlich einer allfälligen Überwachungs- oder Sanierungsbedürftigkeit sowieso vorzunehmen ist.
Aktueller Stand des kantonalen Katasters der belasteten Standorte
Ende April 2019 waren rund 1250 belastete Standorte im kantonalen Kataster aufgeführt, von welchen fast die Hälfte ein Untersuchungsbedarf bezüglich Umweltgefährdung besteht bzw. bestand.
Insgesamt wurden bisher über 500 Voruntersuchungen durchgeführt: dabei erwiesen sich über 250 Standorte als belastet, aber nicht sanierungsbedürftig, während 107 Altlasten saniert wurden bzw. derzeit saniert werden und 120 Standorte noch einer Sanierung harren (in den meisenten Fällen handelt es sich um Schiessanlagen-Kugelfänge).
Der Kataster ist ein sich ständig wandelndes Arbeitsmittel, welches anhand der von der DUW ausgewerteten Untersuchungsberichte und anhand der von den Verantwortlichen eines Sanierungsstandorts gelieferten Erfolgskontrollen laufend aktualisiert wird.
Priorität für die Untersuchung und Sanierung belasteter Standorte der Grossindustrie
Der Schwerpunkt in Sachen belastete Standorte liegt im Wallis gegenwärtig bei der Untersuchung und Sanierung der bereits identifizierten Standorte, insbesondere jener der Chemie- und Aluminiumindustrie. Neben den laufenden Untersuchungen und Sanierungen nach der Entdeckung der Quecksilberverschmutzung in den Böden in der Region Visp sind umfangreiche Sanierungen in Planung oder in Ausführung auf Werksgeländen in Monthey, Evionnaz und Siders, und auf dem Areal der Raffinerie in Collombey. In Visp sind umfangreiche Untersuchungen im Gange auf der gesamten Fläche des Chemie-Werks und ehemaligen Sonderdeponie Gamsenried, um die zu ergreifenden Sanierungsmassnahmen festzulegen.
Seit 10 Jahren wurden bei der Sanierung von belasteten Standorten der Grossindustrie beträchtliche Fortschritte erzielt. 2016 wurden in Monthey die umfassenden Sanierungen der Kanäle der chemischen Industrie, der Sondermülldeponie Pont Rouge und des Klärteichs abgeschlossen. Bei Deponie und Teich gibt es, neben der Überwachung der Grundwasserqualität, noch Zusatzmassnahmen die andauern. Nämlich eine hydraulische Sicherung im Abstrom der beiden Standorte und unterhalb des Teichs auch noch eine Massnahme zur Aktivierung des biologischen Schadstoffabbaus. Die Standorte der früheren Aluminiumelektrolysewerke in Steg und Chippis sind heute saniert und können einer neuen industriellen oder urbanen Nutzung zugeführt werden. In der Region Visp ist fast die Hälfte der stark quecksilberbelasteten Böden auf Wohngebiet durch sauberes Material ersetzt worden.