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Wege aus der alljährlichen Herbstdepression
Veröffentlicht am 08.10.2020
Wenn sich der Sommer seinem Ende neigt, werden die Tage kürzer, während die Zeit der Dunkelheit zunimmt. Bei manchen Menschen schlägt das die Stimmung nieder, die von Lustlosigkeit sowie von verminderter Leistungsfähigkeit und Motivationslosigkeit geprägt ist. Schlapp, schläfrig, lustlos und desinteressiert sind die Attribute, die diese Gefühlslage am besten beschreiben, die manchmal in eine Herbstdepression münden kann.
Die typischen Symptome einer Herbstdepression
Rund 13 Prozent der Bevölkerung in Mitteleuropa leidet nach einer Studie der Universität Wien unter einer leichten Form der Saisonal Abhängigen Depression (SAD), die sich bei rund vier Prozent zu einer schweren Depression auswächst. Im Volksmund wird sie als Herbstdepression bezeichnet, weil sie insbesondere dann auftritt, wenn die Tage im Herbst allmählich kühler und kürzer werden. Bei einer Herbstdepression handelt es sich um eine Reaktion auf den Wechsel der Jahreszeiten. Insoweit ist sie nicht zu verwechseln ist mit einer Depression im medizinischen Sinne. Im Gegensatz zu dieser treten bei der Herbstdepression untypische Symptome auf, zum Beispiel ein erhöhtes Schlafbedürfnis, ein verstärkter Appetit auf Süsswaren und eine damit verbundene Gewichtszunahme. Als Herbst- oder auch Winterdepression wird sie erst dann bezeichnet, wenn Sie diese Gefühlslage seit mindestens zwei Jahren hintereinander begleitet. Zu den typischen Symptomen einer Herbstdepression gehören unter anderem Freudlosigkeit, Interessenlosigkeit und Antriebslosigkeit. Diese Stimmungslage kann von körperlichen Beschwerden flankiert werden, zum Beispiel von Magen- und Rückenschmerzen.
Die Herbstdepression und ihre Ursachen
Experten vermuten, dass die reduzierte Intensität der Sonneneinstrahlung ursächlich für eine Herbstdepression ist. Das fehlende natürliche Licht wirkt sich unter anderem auf die Bildung von Melatonin aus. Dabei handelt es sich um ein Hormon, das an der Regulierung des Schlaf- und Wachrhythmus beteiligt ist. In der dunklen Jahreszeit wird vermehrt Melatonin ausgeschüttet, sodass sich manche Menschen schlapp, schläfrig und müde fühlen. Gleichzeitig kommt es zu einem Serotoninmangel, was sich unter anderem durch Tagesmüdigkeit, Antriebslosigkeit, schlechte Laune, vermehrte Ängstlichkeit und eine verstärkte Schmerzwahrnehmung äussern kann. Eine zu geringe Konzentration des Neurotransmitters Serotonin konnte in Studien bei depressiven Patienten nachgewiesen werden.
Leistungsschwankungen akzeptieren
Sofern Sie der Wechsel der Jahreszeiten belastet, sollten Sie entsprechende Vorkehrungen treffen. Wer unter Frust und Dauermüdigkeit leidet, ist im Berufsleben für Verbesserungsvorschläge, Neuerungen und Projektideen kaum zu begeistern. Deshalb kann es sinnvoll sein, während der Herbstdepression einige Tage Urlaub zu nehmen, die Sie vielleicht in der Sonne verbringen können. Ist das nicht möglich, bietet es sich an, anfallende Arbeiten nach Tagesform einzuteilen. Legen Sie Arbeiten, die eine hohe Konzentration erfordern, auf die Tageszeit, in der Sie wach und fit sind. Stellt sich Leistungsabfall ein, beschäftigen Sie sich mit Routineaufgaben.
Bewerbungen auslassen
Sofern Sie unter einer Herbstdepression leiden und sich bewerben möchten, schieben Sie den Bewerbungsprozess für einige Wochen oder Tage auf. Personaler können zwischen den Zeilen lesen, ob Sie es mit einem Bewerber zu tun haben, der in seiner Mitte ruht oder nicht. Verzichten Sie deshalb auf Bewerbungen, wenn Sie sich in einem Stimmungstief befinden. Auf keinen Fall sollten Sie sich zu Höchstleistungen und guter Laune zwingen. Kümmern Sie sich stattdessen um sich und sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Biorhythmus baldmöglichst wieder einpendelt.
Was Sie tun können, um eine Herbstdepression zu vermeiden
Sofern Sie beim Übergang vom Sommer zum Herbst zu einer Herbstdepression neigen, sollten Sie entsprechende vorbeugende Massnahmen treffen. Tanken Sie Tageslicht, so oft und so lange wie möglich. Halten Sie sich möglichst oft an der frischen Luft auf. Gehen Sie spazieren, lassen Sie Ihr Auto stehen, wenn Sie kürzere Wege auch zu Fuss erledigen können. Dadurch erhöht sich der Serotoningehalt im Körper, was sich stimmungsaufhellend auswirken kann. Diese Vorgehensweise wird auch als Lichttherapie bezeichnet, die Sie zum Beispiel auch mithilfe einer Farblichttherapie unterstützen können. Sofern diese Massnahmen keine Wirkung zeigen, sollten Sie sich an einen Arzt wenden und sich gegebenenfalls für eine medikamentöse Behandlung der Herbstdepression entscheiden. Bewegung im Freien, regelmässiger Sport und die Pflege von sozialen Kontakten helfen ausserdem durch die Ausschüttung von Glückshormonen, besser durch die Herbsttage zu kommen.