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Stell dir vor, du lebst in einem wundervollen Schloss mit vielen Räumen. Aber du bewegst dich immer in den gleichen Zimmern. Manche Zimmer kennst du aus deiner Kindheit. Aber du hast eine schlechte Erinnerung an deine Zeit in diesem Zimmer. Bei anderen Zimmern hat irgendjemand ein Schild daran gehängt: „Eintritt verboten“. In wieder andere möchtest du gar nicht eintreten, weil dir die Tür nicht gefällt, oder du kannst nicht eintreten, weil du den Schlüssel nicht finden kannst. Alle Freunde und Bekannte beneiden dich um dieses herrliche Schloss, weil sie die Vielzahl der Zimmer und Möglichkeiten sehen. Und du selber findest es mühsam, eintönig, beengend, weil du dich immer in den gleichen Räumen aufhältst.
Viele von uns leben so ihr Leben: Erlebnisse der Kindheit bestimmen darüber, was wir heute machen oder nicht machen. Verbote und Gebote von Eltern, Lehrern und anderen „Respektspersonen“ werden zu Wahrheiten für uns. Diese sind die Grundlage dafür, wie wir über uns und unsere Fähigkeiten denken. Darüber, wie wir glauben, dass wir unser Leben zu leben haben. Sie wirken auf unser Tun, auch wenn wir schon lange erwachsen und ausgezogen sind und unser eigenes Leben leben. Wir erfüllen die Erwartungen von Partner/Partnerin, Arbeitgeber, Freunden und Familie und wissen oft nicht, zu was alles wir fähig sind.
Manche Menschen wachen erst auf, wenn sie ein Burnout, einen Herzinfarkt oder eine andere schwere Krankheit haben. Sie fragen sich „War das schon alles? Es muss doch noch viel mehr geben im Leben.“