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11 Jahre nach dem Tsunami
Genau 11 Jahre ist es her, als am 11. März 2011 ein gewaltiges Erdbeben vor der Nordostküste Japans einen verheerenden Tsunami auslöste, der zu einem Super-GAU im AKW Fukushima 1 führte. Entlang der Küste der Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima hinterliess die Naturkatastrophe die grössten Schäden. Insgesamt 19’747 Menschen starben. 2556 gelten bis heute offiziell als vermisst. 122’005 Häuser wurden komplett zerstört. 241 Gemeinden in 10 Präfekturen waren von der Katastrophe direkt betroffen.
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In den vergangenen 11 Jahren wurde bezüglich Wiederaufbau viel geleistet. Die Wiederaufbaubehörde publiziert hierzu alljährlich einen Bericht. Demnach leben heute noch 39’000 Menschen an einem anderen Ort als vor dem 11. März 2011. 1000 sind weiterhin in einem temporären Haus wohnhaft, das nach der Katastrophe errichtet wurde. Damals wurden 316’000 Menschen auf diese Weise untergebracht (Asienspiegel berichtete).
Der harte Wiederaufbau
Bezüglich der Infrastruktur sind die Zahlen eindrücklich. Knapp 50’000 neue Wohneinheiten sind im Rahmen des Wiederaufbauplans entstanden. Ganze Wohnquartiere wurden dabei höher gelegt, neue Zentren für die Gemeinden erschaffen, Schulen, Krankenhäuser wiederaufgebaut. Der Wiederaufbau von 570 Kilometern Strassen ist diesbezüglich sogar vollendet. Auch sämtliche Bahnlinien, darunter die wichtige JR-Jōban-Linie, sind vollständig hergestellt. Selbst in Futaba, wo das havarierte AKW zuhause ist, soll ein Gebiet um den Bahnhof herum in diesem Jahr wieder offiziell bewohnbar werden. Dabei bleibt die Frage, wie gross die Bereitschaft zur Rückkehr ist. Einst lebten in diesem Quartier 4376 Menschen. Die Behörden hoffen, dass in den nächsten 5 Jahren zumindest 2000 Bewohner zurückkehren.
Eine der sichtbarsten Hinterlassenschaften des Wiederaufbaus sind die Schutzmauern und Dämme, die entweder neu errichtet oder verstärkt wurden. Es ist eines der grössten Infrastrukturprojekte in der Geschichte Japans. Die Schutzmauern, die nicht zusammenhängend sind, werden eine Gesamtlänge von 433 Kilometer erreichen.
Ungelöste AKW-Probleme
Viel ist geschehen und dennoch sind Herausforderungen weiterhin riesig. Zwar sind Produktionsstätten in den drei betroffenen Präfekturen wieder auf dem Niveau von 2010. Doch die Fischerei hat sich in diesen Regionen bis heute nicht erholt.
Die Aufräum- und Rückbauarbeiten im zerstörten Atomkraftwerk werden das Land über Jahrzehnte hinaus beschäftigen. Die Liste der Probleme im AKW Fukushima 1 ist lang: Dazu gehören die vollständige Bergung sämtlicher Brennstäbe aus den Reaktoren, der Umgang mit dem über Jahre zwischengelagerten Kühlwasser, das nicht vollständig dekontaminiert werden kann und nun trotz internationaler Kritik ab Frühling 2023 stufenweise ins Meer geleitet werden soll. Auch die Frage nach einem Endlager für die abgetragene, verseuchte Erde bleibt ungeklärt.
Der weiche Wiederaufbau
Die baldige Vollendung der grossen Infrastrukturprojekte in den Küstengebieten ist zweifellos ein Meilenstein. Yoshihiro Murai, der Gouverneur der Präfektur Miyagi, bezeichnet dieses Kapitel in einem Interview als den «harten Wiederaufbau». Er hoffe, dass sich der Fokus nun mehr auf den «weichen Wiederaufbau» verlegen kann. Er meint damit die fortlaufende Betreuung der Menschen, die unter den Folgen leiden, wie auch die Wiederbelebung der Gemeinden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil sind die Bemühungen, die Erinnerungen an diese Katastrophe nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
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