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Platzspitz
Impressionen Platzspitz (Bilder: Baugeschichichtliches Archiv)
Beschreibung
Der Platzspitz ist eine der ältesten und geschichtsträchtigsten Grünanlagen Zürichs. Eine aussergewöhnliche Fülle von Quellenmaterial dokumentiert die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte bis zurück ins Mittelalter. Seit Jahrhunderten ist die Insellage zwischen Sihl und Limmat prägend für Gestalt und Nutzung der Anlage.
Entwicklung
Der Platzspitz hatte im Mittelalter Allmend-Charakter und wurde als natürlich umzäuntes Weideland für die Nutztiere der Stadtbewohner genutzt. Seit dem ausgehenden 14. Jahrhundert diente er zudem als Schützenplatz für Büchsenschützen und als militärischer Exerzierplatz. Das Volk vergnügte sich an den regelmässig durchgeführten, ausgelassenen Schützenfesten.
Durch die Pflanzung einer doppelreihigen Allee entlang von Sihl und Limmat zu Beginn des 18. Jahrhunderts entwickelte sich der Platzspitz zur beliebten und viel begangenen Promenade vor den Toren der barocken Stadt.
1780 legte der Schanzenherr Johann Caspar Fries im Spitz einen spätbarocken Lusthain nach französischem Vorbild an. Aus dieser Zeit stammen mehrere mächtige Platanen.
Mit dem Bau des ersten Bahnhofs auf dem südlichen Teil des Platzspitzes von 1845 bis 1847 wurde die sihlseitige Allee unterbrochen und somit ein Riegel zwischen Stadt und Platzspitz geschoben. Der Schützenplatz wurde ins Sihlhölzli verlegt. In der Folge verödete die Anlage innert weniger Jahre.
Mit der Durchführung der ersten Schweizerischen Landesausstellung 1883 wurde die Anlage im landschaftlichen Stil umgestaltet und mit Kleinbauten geschmückt. Der Musikpavillon ist das letzte Relikt jener Kleinbauten. Von 1884 bis 1898 entstand das Schweizerische Landesmuseum. Die gebäudenahen Parkteile erhielten ihren heutigen, repräsentativen Charakter.
Im Zuge der Limmatregulierung von 1949 bis 1954 wurde die Limmat ausgeräumt und durch ein Dachwehr um zwei Meter aufgestaut. Anstelle der früheren Böschung wurde entlang der Limmat eine Ufermauer gebaut.
Ab Mitte der 1980er-Jahre erlangte der Platzspitz traurige Berühmtheit als «Needle-Park». Die offene Drogenszene verunmöglichte die Nutzung des Platzspitzes als Erholungsanlage. Nach der Schliessung des Parks im Februar 1992 sowie einer umfassenden Sanierung und teilweisen Neugestaltung konnte der Platzspitz im Sommer 1993 tagsüber wieder für das Publikum geöffnet werden, wobei die Nachtschliessung bis heute eine Notwendigkeit ist.
Zurzeit laufen die planerischen Vorbereitungen für die aus Platzmangel notwendig gewordene Erweiterung des Landesmuseums. Das 2002 siegreich aus einem Wettbewerb hervorgegangene Projekt der Architekten Christ & Gantenbein ergänzt die von Gustav Gull erbaute Museumsanlage, sodass für die Besucherinnen und Besucher ein Rundgang durch Alt- und Neubau möglich wird. Zentrales Motiv des Neubaus ist die Brücke, die eine räumliche und optische Beziehung zwischen Park und Museum aufbaut.
Das Wettbewerbsprojekt wurde nach Gesprächen mit Gegnern und Personen aus Fachkreisen überarbeitet: Die Gesamtnutzfläche des Neubaus wurde um ein Drittel reduziert, die integrale Erhaltung des Altbaus inklusive Kunstgewerbeflügel garantiert und die Sichtverbindung resp. Erschliessung zwischen Platzspitzpark und Museumsinnenhof gewährleistet.
Die Baubewilligung der Stadt Zürich vom Juni 2008 ist seit Anfang November 2010 definitiv rechtskräftig, weil das Bundesgericht auf die letzte Beschwerde nicht eingetreten ist.
Nutzung
- Historische Parkanlage mit altem Baumbestand, Spiel- und Liegewiesen, Uferpromenaden
- Pavillon, Sitzbänke
- Spielplatz mit Klettergerät, Wippe, Drehteller, Kinderschaukel, Schach
- Züri WC
Besonderes
Der Platzspitz figuriert im Inventar der schützenswerten Gärten und Anlagen von kommunaler Bedeutung.
Das Denkmal für den Staatsmann, Maler und Dichter Salomon Gessner, errichtet 1790, ist das älteste am ursprünglichen Ort verbliebene Denkmal Zürichs.
Wegbeschrieb
Museumstrasse, Mattensteg, Drahtschmidli-Steg; nördlich vom Hauptbahnhof
Tram 4, 11, 13, 14 oder Bus 46 bis Bahnhofquai/Hauptbahnhof