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Die Behandlung von Brustkrebs erfordert eine genaue Kenntnis der Art und Weise, wie sich Krebszellen im Körper ausbreiten und wie das Immunsystem auf sie reagiert. Die Ergebnisse von zwei aktuellen Forschungsstudien am CCCZ könnten dazu beitragen, die Behandlung von Brustkrebspatientinnen zu verbessern.
Jährlich erkranken in der Schweiz 6500 Frauen an Brustkrebs [1]. Am Comprehensive Cancer Center Zürich (CCCZ) arbeiten zahlreiche Forschungsgruppen daran bessere diagnostische und therapeutische Konzepte gegen Brustkrebs zu entwickeln. Zwei aktuelle Studien haben nun wichtige Erkenntnisse geliefert. Die erste Studie zeigt, dass sich Krebszellen im Haupttumor von denen in Metastasen grundlegend unterscheiden. Dies ermöglichet eine Identifizierung von Hochrisiko-Krebszelltypen, die einen Einfluss auf die Prognose Patientinnen haben können. Die zweite Studie verdeutlicht, dass Tumore je nach Immunumgebung unterschiedlich auf Immuntherapien reagieren können.
Unterschiede zwischen Haupttumor und Metastasen
Wissenschaftler in der Arbeitsgruppe von Bernd Bodenmiller (Departement für Quantitative Biomedizin, Universität Zürich) fanden heraus, dass es grosse Unterschiede in der Zusammensetzung der Krebszellen im Haupttumor im Vergleich zu den Metastasen gibt. Dies bedeutet, dass die Eigenschaften der Krebszellen, die sich im Körper ausbreiten (Metastasen), oft nicht genau dem klinischen Krankheitsbild des primären Tumors entsprechen. Die Forschenden identifizierten zudem bestimmte Eigenschaften von Krebszellen in Lymphknotenmetastasen, die mit dem Risiko der Patientinnen zusammenhängen. Überraschenderweise zeigte sich, dass die Eigenschaften im Haupttumor, die normalerweise als risikoreich angesehen werden, nicht so stark mit dem Überleben in Verbindung stehen, wie die Eigenschaften der Metastasen.
Diese Ergebnisse könnten Ärztinnen und Ärzten helfen, Hochrisiko-Krebszellentypen zu identifizieren, die mit aktuellen Methoden nicht erfasst werden können, und somit bessere Entscheidungen zur Prognose und Behandlung von Brustkrebspatientinnen zu treffen.
Identifizierung geeigneter Kandidatinnen für Immuntherapien
Eine weitere Studie befasste sich mit der Immunantwort des Körpers auf Brusttumore. Die Immun-Checkpoint-Therapie ist eine vielversprechende Behandlungsoption für Brustkrebs, aber sie ist noch nicht für alle Patientinnen zugelassen. Immun-Checkpoint-Therapien blockieren bestimmte Moleküle, die von Krebszellen verwendet werden, um das Immunsystem auszutricksen und sich vor Angriffen von Immunzellen zu schützen. Die Therapien ermöglichen den T-Immunzellen aktiv zu werden und die Krebszellen anzugreifen.
Um herauszufinden, welche Patientinnen von einer Immun-Checkpoint-Therapie profitieren, analysierten die Forschenden die Immunumgebungen von Brusttumoren auf Einzelzellebene.
Sie stellten fest, dass Tumore mit erschöpften, also nicht mehr handlungsfähigen T-Immunzellen, eine spezielle Immunumgebung aufweisen.
Diese Tumore hatten eine entzündliche Umgebung, und es gab Hinweise auf erhöhte Signale, die das Immunsystem steuern. Die Tumore zeigten zudem erhöhte Mengen eines spezifischen Moleküls auf den Tumorzellen und T-Zellen. Dadurch können geeignete Kandidatinnen für die Immuncheckpoint Immuntherapie wesentlich einfacher identifiziert werden.
1Nationale Krebsregistrierungsstelle