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Fünfmal fehlte der Zürcherin Heidrich und der Bernerin Vergé-Dépré im Entscheidungssatz nur ein Punkt zum Sieg. Stattdessen nutzten die als Nummer 9 gesetzten routinierten Spanierinnen die zweite Gelegenheit, um ihre dritte EM-Medaille nach Bronze 2012 und Silber 2013 einzufahren.
Dabei zeigten Heidrich/Vergé-Dépré in der entscheidenden Phase der Partie ein starkes Comeback. 7:10 lagen sie im dritten Satz zurück, als Vergé-Dépré wegen eines Kopftreffers während mehrerer Minuten medizinisch behandelt werden musste. Danach kämpften sich die Schweizerinnen erfolgreich zurück und standen sie mehrmals nahe am Sieg. Es war das vierte Mal in Folge, dass sie über drei Sätze gehen mussten.
Die erste Chance auf eine Medaille hatten Heidrich/Vergé-Dépré am Vormittag mit der Halbfinal-Niederlage gegen das polnische Duo Kinga Wojtasik/Katarzyna Kociolek vergeben. Beim 21:18, 18:21, 8:15 starteten die Schweizerinnen stark ins Tiebreak und gingen 4:2 in Führung. Danach aber zogen sie eine Schwächephase ein, wodurch sie immer mehr in Rücklage gerieten. Zugleich gelang den als Nummer 4 gesetzten Polinnen in der entscheidenden Phase alles.
Mit den beiden Niederlagen nach dem überraschenden Halbfinal-Vorstoss verpassten Heidrich/Vergé-Dépré den grössten gemeinsamen Erfolg – sie spielen seit der Saison 2017 zusammen. Dennoch können sie die EM mit etwas Abstand als Erfolg verbuchen. Einerseits fiel Heidrich im vergangenen Jahr wegen eines Bandscheibenvorfalls lange verletzt aus, andererseits war das Duo 2019 auf internationaler Ebene nie besser als im 9. Rang klassiert.
4. Plätze setzte es in der laufenden Saison auch für Nina Betschart und Tanja Hüberli an der WM in Hamburg und am Major-Turnier in Gstaad ab. Die letzte Schweizer EM-Medaille gab es 2018 in den Niederlanden. Die in Moskau in den Sechzehntelfinals ausgeschiedenen Betschart/Hüberli erreichten damals gar den Final, welchen sie aber in Den Haag gegen das einheimische Duo Sanne Keizer/Madelein Meppelink in zwei Sätzen verloren.
Als strahlende Siegerinnen gingen an den diesjährigen Titelkämpfen die Lettinnen Tina Graudina und Anastasija Kravcenoka hervor. Das im Teilnehmerfeld lediglich an 20. Stelle geführte Duo setzte sich im Final gegen Wojtasik/Kociolek 22:20, 21:19 durch.
(SDA)