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Der französische Handelsreisende Jean-Baptiste Tavernier (1605-1689) unternahm zwischen 1638 und 1668 sechs Reisen, die ihn auf dem Landweg über die Türkei, den Iran, die Mongolei und Indien bis an die Grenzen Chinas und Japans führten. Er reiste als wohlhabender Händler von Edelsteinen und verkehrte mit den reichen Monarchen des Orients. In seiner Heimat brachten ihm die Reisen Ruhm und Bewunderung ein. Zwischen 1676 und 1679 publizierte er in Paris seine Reiseerfahrungen unter dem Titel Les Six Voyages de J.B. Tavernier. Darin beschrieb er nicht nur die Reiserouten, sondern auch die Sitten und Gebräuche der durchquerten Länder. Sein Augenmerk lag dabei auf den Eigenheiten des orientalischen Handels und der Mannigfaltigkeit der wertvollen Edelsteine und Perlen.
Kupferstich auf Frontispiz: Tavernier beim Diamantenhandel mit Ureinwohnern
Kupferstich Seite 143: Vorstellung der 20 besten Diamanten […] die Herr Tavernier bey seiner letzten Rückkunft aus Indien […] dem König verkauft
Einer der berühmtesten und sagenumwobensten Diamanten, der dank Tavernier nach Europa gelangte, ist der „Blaue Tavernier“, später „Hope-Diamant“ oder „Blue Hope“ genannt. Einer Legende zufolge gehörte der 45,5 Karat schwere blaue Diamant zum Auge einer Statue der indischen Göttin Sita. Diese soll wegen des Verlustes den künftigen Eigentümern Unglück prophezeit haben. Allerdings wird diese Hypothese des Fluchs heute in Frage gestellt und als Erfindung abgetan, welche den Wert des Steins in die Höhe treiben sollte.
1669 verkaufte Tavernier den blauen Diamanten zusammen mit ungefähr tausend weiteren an König Louis XIV für 220’000 Livres, was damals einem Gegenwert von 147 kg Gold entsprach. Heute wird der Wert des blauen Diamanten auf etwa 200 bis 250 Millionen Dollar geschätzt. Er befindet sich in der Smithsonian Institution.
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