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Madeira
Madeira – Insel der Blumen – wurde im 15th Jahrhundert von portugiesischen Seefahrern während einer «Erkundungsreise» entlang der Westafrikanischen Küste zufällig entdeckt. Das heisst, zuerst fand man die vorgelagerte Insel Porto Santos und erst ein Jahr darauf Madeira. Es wird gesagt, dass die ersten Seeleute welche Madeira sahen, ihr den Namen Madeira gaben, weil die Insel vollständig bewaldet war (auf Portugiesisch bedeutet Madeira «Holz»). Das portugiesische Königreich hat daraufhin Porto Santos und Madeira um 1419 für sich proklamiert und 1425 mit dessen Besiedelung begonnen. In den darauffolgenden Generationen wurden viele der überwiegenden Lorbeerwälder gerodet und der Boden für den Anbau von Früchten, Gemüse und Zuckerrohr verwendet, heutzutage sieht man zudem auch viel Eukalyptus. Da es im Norden aus den Bergen genug Wasser gibt, im Süden hingegen das Wasser eher knapp war, baute man schon bald weitreichende Wasserversogungskanäle, die sogenannten «Levadas». Diese Wasserkanäle werden bis heute zur Agrarbewässerung genutzt, erstrecken sich über eine Länge von fast 2000km und sind von unschätzbarem Wert für die Insel. Zuckerrohr sieht man dieser Tage immer weniger, hingegen sind die Madeira Bananen weltbekannt und schmecken hervorragend. Die steilen Abhänge wurden mit Vulkansteinen terrassiert und der dabei gewonnene Boden für Rebbau und Bananen Plantagen verwendet.
Fischfang und Fischzucht, Agrarwirtschaft und vor allem Tourismus bilden heutzutage die wesentliche Lebensgrundlage Madeiras. Die Insel ist durch ein sehr gut ausgebautes Strassennetz mit vielen Tunneln erschlossen. Mit einem Mietauto kann man die verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Insel gut besuchen, der öffentliche Verkehr hingegen ist ausserhalb der Zentren eher schlecht ausgebaut.
Madeira muss man zu Fuss zu entdecken. Wir machen verschiedene Wanderungen entlang der Levadas und erfreuen uns immer wieder an der üppigen Vegetation. Einen speziellen Punkt haben wir zufällig in Ponta do Pargo, dem westlichsten Punkt mit Leuchtturm, gefunden. 261km südwestlich vom Punto do Pargo, mitten im Meer, liegt der seit 1995 definierte neue Nullpunkt der schweizerischen Landesvermessung. 2018 hat nun die schweizerische Landesvermessung beim Leuchtturm Punto do Pargo eine kleine Infotafel angebracht, siehe: Dokumente zum Nullpunkt LV95 (swissinfopool.com). Punto do Pargo bietet zudem einen «atemberaubenden» Ausblick über 200m hohe Klippen hinaus auf den Atlantik.
Ebenfalls sehenswert ist Porto Moniz, ein kleiner Touristen- und Fischerort nordwestlich an der vulkanischen Küste von Madeira. Bekannt ist Porto Moniz für seine durch Vulkangestein gebildeten Meerwasser Pools in welchen man baden kann, sofern die Brandung das zulässt. Die Gegend von Funchal, Santa Cruz und Machico im Südosten und Osten der Insel ist stark besiedelt und belebt. Wer es wie wir gerne etwas ruhiger hat, sollte sich eher in den Südwesten oder Norden Madeira’s begeben. In der Inselmitte erheben sich die Berge bis auf über 1800m, bei der Inselgrösse von 57km x 22km ist das eine beträchtliche Höhe und einige Bergstrassen sind deshalb ganz schön steil…
Wie schon gesagt ist Madeira auch bekannt durch seine unglaubliche Vegetation. Der immergrüne Lorbeerwald wurde 1999 zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt und fast 10% der Flora ist endemisch (über 125 Pflanzen), kommen also nur auf Madeira vor. Unsere Wanderungen führten uns durch tropische Wälder gefüllt mit verschiedenen Farnen und Flechtenarten, zu Bergquellen und Wasserfällen, über Weiden mit wunderbaren Blumen und uns unbekannten Orchideen, durch Rebbauhänge und Bananenplantagen oder entlang rauer und steiler Meeresklippen. Eine wunderbare Insel die wir allen nur wärmstens empfehlen können.