Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03314.jsonl.gz/629

Amarube Viadukt
Beim Amarube-Viadukt handelt es sich um eine Eisenbahnbrücke in der Stadt Kami in der Hyogo Präfektur. Die Brücke selbst befindet sich im Stadtteil Mikata und gehört zur Sanin Main Line der JR West zwischen den Stationen Yoroi und Amarube.
Die ursprüngliche Stahlbockbrücke (auch Gerüstpfeilerviadukt) wurde 1912 eröffnet und am 12. August 2010 durch die heutige Stahlbetonbrücke ersetzt.
Hintergrund
Die Bauarbeiten an der ursprünglichen Brücke begannen im Dezember 1709. Den Dienst nahm die Brücke jedoch erst am 1. März 1912 auf. Sie war 310,59 m lang bei einer Höhe von 41,45 m. Dieser Brückenbauprojekt war nach dem Bau des Tokan-Tunnels das schwierigste Projekt auf der San'in Main Line Nach der Fertigstellung war die Bahnverbindung von Kyōto nach Izumo abgeschlossen. Über 90 Jahre nach seiner Fertigstellung blieb sie Japans grösste Stahlbockbrücke und hatte auch einen grossen historischen Wert als eine der frühe Eisenbahnstrukturen.
Unfall
Am 28. Dezember 1986 um 13:25 Uhr kam es zu einem folgenschweren Unfall durch menschliches Versagen und war zugleich der erste Unfall seit der Eröffnung 74 Jahre zuvor. Obwohl die Warngeräte eine Windgeschwindigkeit von 25 m/s zeigten, wurde dem out-of-service Miyabi Zug die Überfahrt der Brücke nicht verweigert und es kam zu einer Entgleisung wobei sieben Wagons aus den Geleisen geworfen und in die Tiefe stürzten. Nur die Lokomotive, aufgrund des Gewichtes, blieb auf den Geleisen. Die Wagons landeten auf dem Areal einer Fischverarbeitungs- anlage und es gab insgesamt 5 Todesopfer zu beklagen.
Nach diesem Unfall überprüfte die Japan National Railways ihre Praktik und beschloss den Zugsbetrieb zu stoppen, sobald die Windgeschwindigkeiten 20 m/s überschritten.
Neuer Brückenbau
Die ersten Pläne für den Ersatz der alten Brücke waren bereits in den 1970er Jahren entstanden, jedoch aufgrund finanzieller Überlegungen wieder verworfen. Die neue, vorgespannte Betonbrücke auf der Südseite der ursprünglichen Struktur wurde gebaut, um den Zügen die Querung auch in Windverhältnissen von bis zu 30 m/s zu ermöglichen. Die Arbeiten an der neuen Brücke begannen im Frühjahr 2007.
Am 27. Mai 2007 fand eine Zeremonie statt, die den Baubeginn markierte. Die neue Brücke wurde am 12. August 2010 in Betrieb genommen, ist 310,6 m lang und 41,5 m hoch.