Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03568.jsonl.gz/1092

Alphabetisierung und Einkommensförderung für ländliche Gemeinschaften
Das dünn besiedelte Gebiet des Ferlo im Nordosten von Senegal umfasst 70 000 Quadratkilometer und gehört zu den ärmsten Regionen des Landes. Es mangelt an sozialer Infrastruktur wie Schulen, Gesundheitsversorgung, Strassen oder Elektrizität. Hier leben vorwiegend nomadisierende Viehzüchterfamilien der Peul-Gemeinschaft, die an die klimatischen Verhältnisse der Gegend angepasst sind. Doch auch ihre Lebensgrundlagen sind inzwischen bedroht. Die spärlich fallenden Niederschläge erlauben kaum landwirtschaftliche Aktivitäten und die lokale Bevölkerung lebt überwiegend von der Viehzucht und vom Kleinhandel. Das Projekt arbeitet mit den Mitgliedern von neun lokalen Basisorganisationen sowie Viehzüchtervereinigungen und den im Projektgebiet ansässigen Behörden zusammen. HEKS unterstützt die Basisorganisationen dabei, die Lebensumstände der lokalen Bevölkerung durch verschiedene Ansätze zu verbessern.
Projektteilnehmende:
Zu den Projektteilnehmenden zählen Mitglieder der unterstützten Basisorganisationen, rund 7 000 Menschen, sowie die im Projektgebiet ansässigen Behörden und Entscheidungsträger:innen, rund 200 Personen. 80 Prozent der am Projekt beteiligten Personen sind Frauen.
Indirekt im Projekt einbezogen, sind die Einwohner:innen der fünf Gemeinden, in denen das Projekt interveniert. Dies sind rund 100 000 Personen.
Ziele:
Das Hauptziel des Projektes besteht darin, die Lebensumstände der lokalen Bevölkerung zu verbessern. Dies sowohl in ökonomischer Hinsicht, durch die Erhöhung ihrer Einkommen, als auch durch strukturelle Verbesserungen, die eine nachhaltige und faire Nutzung der natürlichen Ressourcen sicherstellen. Drei Unterziele sollen dazu beitragen: Die Zivilgesellschaft im Ferlo setzt sich für den Erhalt der natürlichen Ressourcen und für bessere öffentliche Dienstleistungen im Projektgebiet ein. Ein nachhaltiges Management der natürlichen Ressourcen im Projektgebiet ermöglicht einen fairen und konfliktfreien Zugang für alle Nutzergruppen. Das ökonomische Potenzial im Projektgebiet ist besser auszuschöpfen, um so den Zugang zum Arbeitsmarkt für junge Menschen zu verbessern sowie die Einkommen der Frauen zu erhöhen.
Aktivitäten:
Die Projektteilnehmenden werden dazu animiert, die lokale Entwicklung ihrer Dorfgemeinschaften selbst in die Hand zu nehmen und ihre Interessen gegenüber Entscheidungsträgern geltend zu machen. Die Sicherung des Zugangs und die faire Nutzung lebenswichtiger natürlichen Ressourcen wie Weideland und Wasser stehen dabei im Vordergrund.
Um der hohen strukturellen Arbeitslosigkeit, die vor allem junge Leute zur (Arbeits-)Migration zwingt, entgegenzuwirken, bietet das Projekt zudem Alphabetisierungskurse an, und unterstützt junge Menschen bei der Berufsbildung und der anschliessenden Integration in den lokalen Arbeitsmarkt. Insbesondere Frauen werden dabei zu unterstützt, sich durch alternative Aktivitäten neue Einkommensquellen zu erschliessen. So etwa durch den Aufbau von Molkereien, wo Milch zu Joghurt und Käse verarbeitet wird, oder durch Weiterbildungen und Kurse in der Verarbeitung und Vermarktung anderer lokaler Produkte.