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Das Innere
Der ruhige, weitgehend symmetrisch angelegte Kirchenraum wird von einer leicht gewölbten Holzbalkendecke überspannt, die insgesamt dem Verlauf des äusseren Satteldaches folgt. Im Zusammenklang mit den ebenfalls hölzernen Sitzbänken, welche auch die Mittelachse des Kirchenschiffs einnehmen, entsteht dadurch ein gezielt heimeliger Eindruck, dem damals ein Grossteil der Bevölkerung besonders zugeneigt war, nachdem der Zweite Weltkrieg die Brutalität von Moderne und Technik offenkundig gemacht hatte. Auch die doppelten Wandleuchten an ihren gekringelten Messingträgern könnten geradeso gut an einem lieblichen Wohnhauseingang zu finden sein.
Der eingezogene Chor ist am Scheitel geschlossen, erhält aber von Südwesten her Seitenlicht, das durch das hohe Fenster fast die gesamte Mauerhöhe einnimmt und den Chorraum scheinbar indirekt belichtet.
Der Kirchenraum verfügt über 200 feste und 40 bewegliche Sitzplätze. Eine Sakristei mit weiteren 40 möglichen Plätzen schliesst sich an und ist mit einer öffnungsbaren Faltwand abgesondert, weitere 60 Plätze befinden sich auf der Empore. Im Untergeschoss, das talseitig zu ebener Erde zugänglich ist, sind nebst Garderoben, Toiletten, Stuhlmagazin und einer Teeküche ein Gemeindesaal mit kleiner Bühne und ein Unterrichtszimmer untergebracht; beide sind ebenfalls durch eine Faltwand verbunden, die eine differenzierte und den wechselnden Bedürfnissen angepasste Benutzung ermöglichen.
Wandgemälde
Ursprünglich war das Innere mit einem Wandbild der Geburt Christi vom Kunstmaler A. Gloor in Paris geschmückt. Das umstrittene Werk ist heute jedoch nicht mehr zu sehen. An seine Stelle trat anlässlich der Innenrenovation 1993/94 ein neues Wandgemälde im Chor, das von der Luzerner Künstlerin Irma Ineichen (*1929) geschaffen wurde. Sie entschied sich für eine Verbindung der symbolischen Darstellung sowohl der vier Elemente als auch der vier Evangelisten, wie sie dem Text des alttestamentlichen Propheten Ezechiel entsprechen, der das babylonische Weltbild erstmals in die jüdische Tradition übertrug: «Ich sah, wie ein gewaltiger Wind kam und eine grosse Wolke und loderndes Feuer und inmitten des Feuers blinkendes Erz. Und inmitten der vier Elemente waren vier lebende Wesen; ihre Gesichter sahen so aus: vorne ein Menschengesicht, auf der rechten Seite ein Löwengesicht, auf der linken Seite ein Stiergesicht und hinten ein Adlergesicht.» Entsprechend steht das Löwengesicht in der roten Flamme für Feuer und den Evangelisten Markus, der Adlerkopf im Dunkelblau für Wasser und den Evangelisten Johannes, die Menschenfigur im hellblauen Windwirbel für Luft und den Evangelisten Matthäus, und schliesslich der Stierkopf im bräunlichen Acker für das Element Erde und den Evangelisten Lukas. Im Gemälde sollen sich somit die vier Elemente für den irdischen Bereich und die vier Evangelisten, die auch für Christus und seine Lebensstationen stehen, vereinigen.
Die Künstlerin schreibt ausserdem zu ihrem Werk: «Die vier Formen mit den Silberzeichen sollen einen Rhythmus ergeben, der über die Wand gleitet und bei wechselndem, natürlichem und künstlichem Licht hier und dort oder an mehreren Stellen aufleuchtet. Ein gelbes Dreieck soll, über den Kirchenraum hinweg, von der Wand neben der Orgelempore zum rechten Rand der Chorwand führend, eine Verbindung schaffen zum Chorraum, wo der Rhythmus vom Wandbild aufgenommen wird.»
Orgel
Zunächst wurde die kleine Hausorgel, die bis anhin für Gottesdienste in Muri benutzt worden war, in die neue Kirche übernommen. Erst zehn Jahre nach der Einweihung der Kirche wurde bei Metzler in Dietikon eine neue Orgel bestellt, die im Juni 1967 eingebaut werden konnte. Im selben Jahr brachten Sammlungen und ein eigens veranstalteter Orgelbazar im November noch eine Menge an Spendengeldern ein; auch von katholischer Seite wurden grosszügige Beiträge geleistet. Das Instrument verfügt über zwei Manuale und 14 Register.