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Vorträge, Konzerte und Ausstellungen sind diese Woche in Rimini geplant, wo Fellini am 20. Januar 1920 als Sohn eines Handelsvertreters für Kaffee und Käse das Licht der Welt erblickte. "Fellini ist ein Gigant in der Filmgeschichte. Er ist weiterhin mit seinem Talent Inspirationsquelle für Regisseure und Schauspieler auf der ganzen Welt", sagte der italienische Kulturminister Dario Franceschini vor Beginn der Feierlichkeiten.
Regen Besucherzustrom meldet dieser Tage die Mitte Dezember eingeweihte Ausstellung "Fellini 100 - Genio immortale". Die mit Musik und Stimmen untermalte Ausstellung im Schloss Sismondo - einst Residenz der Herrscherfamilie Malatesta - ist eine Mischung aus Videoinstallationen, Filmausschnitten, Interviews, Fotos, Fellini-Zeichnungen sowie Plakaten und Kostümen.
Drei Themenblöcke
Die Ausstellung kann bis 15. März besichtigt werden. Wie ein Filmset organisiert, beschäftigt sie sich mit drei zentralen Themen: Zum einen mit der Geschichte Italiens von den zwanziger und dreissiger Jahren über die Nachkriegszeit bis in die achtziger Jahre, erzählt vor dem Hintergrund von Fellinis Filmen.
Der zweite Ausstellungsabschnitt ist Fellinis Weggefährten gewidmet, darunter seiner Frau und Schauspielerin Giulietta Masina, die der armen und naiv-liebenswürdigen Gelsomina in "La Strada" (1954) die starken menschlichen Züge verliehen hat. Der dritte Teil der Ausstellung beleuchtet das Projekt des neuen Fellini-Museums in Rimini, das Ende 2020 der Öffentlichkeit zugänglich sein wird.
Am Dienstag beginnt im Theater "Lo Spazio" in Rom die Aufführung "Reise mit Fellini". Regisseur und Schauspieler Francesco Sala spielt Fellini, der über sich und seine unsterbliche Kunst berichtet. Die Show wird in den nächsten Monaten auch ins Ausland ziehen und in Budapest, Amsterdam und Warschau gezeigt.
Höhepunkt Fellini-Museum
Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die Ende 2020 geplante Einweihung eines Fellini-Museums in Rimini im Schloss Sismondo. Zwölf Millionen Euro werden in das Projekt investiert. Material aus Fellinis Sammlungen und digitale Archive sollen im Museum untergebracht und Sets und Bühnenbilder aus Fellinis Filmen wieder aufgebaut werden.
Fellini wurde mit insgesamt fünf Oscars ausgezeichnet. Den ersten erhielt er 1956 für "La Strada", den Film, der ihn und seine Frau, die Schauspielerin Giulietta Masina, international berühmt machte. Im Jahr darauf gewann er den Oscar für "Nächte der Cabiria", 1963 für "8 1/2" und zehn Jahre später für "Amarcord". 1993 nahm Fellini in Hollywood den Oscar für sein Lebenswerk entgegen. Er starb am 31. Oktober 1993 in Rom.