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Allgemeines
Spargeln, lateinisch "Asparagus" gehören zur Gattung der Liliengewächse. Vor 5000 Jahren wurde der Spargel in China medizinisch genutzt. Vor 4500 Jahren verwendeten ihn die Ägypter. Im 2. Jahrhundert v. Chr. kannten ihn die Griechen und die Römer, wie eine Wandmalerei aus der im Jahre 79 n. Chr. untergegangenen und ab dem Ende des 18. Jahrhunderts wieder ausgegrabenen römischen Stadt Pompeji belegt. Ursprünglich stammt die Pflanze wohl aus Vorderasien. Vermutlich wurde der Spargel von den Römern als Delikatesse nach Mitteleuropa importiert. Er geriet jedoch in Vergessenheit. Erst im 16. Jahrhundert ist der Spargelanbau wieder belegt. Er wurde zu dieser Zeit vornehmlich in Klöstern als Feingemüse kultiviert. Gegen Ende des Mittelalters waren Spargeln in ganz Europa verbreitet. Während des zweiten Weltkrieges wurde der Spargelanbau zu Gunsten von Gemüse mit vermeintlich mehr Nährwert etwas vernachlässigt. Nach dem Krieg nahm die Produktion in Europa stetig zu.
Medizinisches
Spargeln enthalten die Vitamine A, C und E und Folsäure. Sie regen die Nierentätigkeit an und wirken harntreibend. Sie eignen sich daher gut zur Entschlackung und Entwässerung. Die Faserstoffe regen die Verdauung an. Der Vorteil dabei: 100 Gramm Spargeln enthalten nur ca. 20 Kalorien. Für den unangenehmen Geruch nach dem Verzehr sorgt ein Enzym, das die Asparagussäure aufspaltet. Dabei werden die in der Säure eingeschlossenen schwefelhaltigen Verbindungen frei. Die Produktion dieser Abbauprodukte im Urin ist genetisch bedingt. Etwa 40 Prozent der Menschen haben das Gen, welches das Enzym zum Abbau der Asparagussäure aktiviert. Fehlt das Gen, so riecht der Urin normal.
Sorten
Spargeln kann man in drei Hauptsorten unterscheiden:
Bleichspargel (weisser Spargel) wächst ohne Lichteinfluss im Erddamm. Dadurch behält er seine weisse Farbe. Bei der Ernte muss jede Stange im Erddamm sorgfältig freigelegt werden, so dass sie gestochen werden kann. Das macht die Ernte etwas aufwendiger.
Grünspargel (grüner Spargel) wächst oberirdisch. Sobald die Spargel aus dem Boden wächst, erhöht sich durch die Sonneneinstrahlung der Chlorophylgehalt. Dies lässt die Spargel grün verfärben. Dadurch schmeckt sie insgesamt etwas kräftiger und würziger. Bei der Ernte kann der grüne Spargel kurz über dem Boden abgeschnitten werden.
Violettaspargel (violetter Spargel) ist eine italienische Spezialzüchtung. Man kann ihn roh essen, weil er keine Bitterstoffe produziert. So findet er oft in Salaten Verwendung. Violettaspargel gilt als Rarität.
Zurzeit bauen wir in unserem Unternehmen hauptsächlich Bleichspargel und etwas Grünspargel an.
Spargelanbau
Für den Spargelanbau ist sandiger, leicher Boden von Vorteil. Er muss humusreich, wasser- und luftdurchlässig sein. Lehmiger, kompakter Boden würde die Stangen häufiger krumm wachsen lassen.
Spargeln werden als einjährige Wurzelstöcke (Rhizome) geliefert und von uns im April maschinell in den gut vorbereiteten Boden gesetzt. Erst ab dem dritten Standjahr können Spargeln geerntet werden. Im Herbst stirbt jeweils der oberirdische Pflanzenteil ab, der Wurzelstock überwintert im Boden und treibt im Frühjahr wieder aus.
Im ersten und zweiten Standjahr wächst eine 1 bis 1,5 m hohe Staude. Während dieser ersten beiden Jahren der Vegetationsruhe muss die Pflanze Nährstoffe und Kräfte sammeln. Die Kultur muss laufend gepflegt werden.
Im dritten Standjahr wird die Kultur für die Ernte vorbereitet: Im Spätherbst oder Frühling werden mit der Spargeldammfräse Dämme aufgeschichtet, so dass die Spargelsprossen einen möglichst langen Weg durch den Boden ans Tageslicht zurücklegen müssen. Zum Erhalt einer konstanten Temperatur und Bodenfeuchtigkeit werden die Dämme oft mit einer Spezialfolie abgedeckt.
Spargelernte
Die Spargelkultur erfordert viel Handarbeit. Die Ernte beginnt ca. Mitte April, wenn der Boden warm genug ist.
Die Spargelsprossen beginnen im warmen Boden zu wachsen. Es zeigen sich die ersten Köpfe. Jede Reihe muss täglich nach Spargeln abgesucht werden, deren Köpfe aus dem Boden spriessen. Die Erde wird um die Stange herum vorsichtig freigelegt und der Spargel mit einem Spargeleisen sorgsam abgestochen. Anschliessend wird das Loch im Erddamm wieder gefüllt und der Damm mit Folie zugedeckt.
Ca. Mitte Juni ist der letzte Erntetag. Danach lässt man die Triebe auswachsen, damit sich die Pflanze über die Sommer- und Herbstmonate hinweg regenerieren kann. Im Spätherbst werden die Stauden abgefräst und als Mulch auf dem Feld liegen gelassen. Der Wurzelstock geht in den Winterschlaf.