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Die Reizung der den
Luftwegen angehörenden sensibeln
Äste des
Nervus vagus und die dadurch ausgelösten reflektorischen Hustenstöße
können aber auch von andrer Seite herkommen, so z. B. kann eine Reizung
der dem
Magen
[* 11] angehörenden
Fasern des
Nervus vagus auf die Lungenäste desselben überstrahlen (sogen. Magenhusten). In der
überwiegenden
Mehrzahl der
Fälle ist der Husten Zeichen eines bestehenden
Katarrhs der
Luftwege oder einer Kehlkopferkrankung,
einer
Lungen- oder
Brustfellentzündung.
Das Haar
[* 23] wird dann zuerst »gefacht«, d. h.
auf eine aus dünnen Leisten bestehende Horde gebracht und mit dem Fachbogen, einer 1,9 bis 2 m langen,
krummen Stange, deren Enden mittels einer Darmsaite verbunden sind, dadurch bearbeitet, daß man die Saite mit dem sogen. Knopfholz
in Vibration setzt und gegen die Haare führt, wodurch diese kräftig auseinander geschnellt werden. Hierauf
teilt man das Haar in zwei Teile, bearbeitet jedes »Fach« nochmals mit dem Fachbogen und formt daraus eine lockere, gleichmäßige
Schicht von regelmäßig dreieckiger Form mit ausgebauchten Seiten.
Diese wird mit dem Fachsieb bearbeitet, indem man dasselbe behutsam auf das gefachte Haar stellt und nach allen Seiten hin
sanft drückt und reibt; dann schichtet man etwa 2-3 PaarFache mit gut geleimtem Papier (Filzkern) übereinander,
schlägt das Ganze in befeuchtete Leinwand und bearbeitet es durch Drücken und Reiben mit den Händen. Hat man die Fache umgelegt
und die Operation wiederholt, so werden je zwei Fache durch Umschlagen der Kanten so miteinander vereinigt,
daß sie eine große, kegelförmige Mütze bilden, und hierauf wird mittels Filzen und Walken eine bedeutende Verdichtung des
Stoffes herbeigeführt.
Dann formt man den Hut, indem man den Rand aufwärts biegt und die Spitze des Kegels so oft ein- und auswärts stülpt, bis sie
als ein flaches, kreisförmiges Stück erscheint, welches von einer Anzahl konzentrischer Ringe oder Falten
umgeben ist. Der so »in den Kranz geschlagene« Hut wird wiederholt gewalkt, bis eine kreisrunde, völlig ebene Fläche, dem
Boden des Hutes entsprechend, gebildet ist. Dann wird die Krempe gebildet und der fertige Hut gewaschen, gefärbt, mit Schellacklösung
gesteift und appretiert.
Häufig plattiert (überzieht) man schlechteres Haar mit feinerm. In neuerer Zeit benutzt man eine Haarblasmaschine zur Reinigung
des Rohmaterials, außerdem Fachmaschinen und Walkmaschinen und erzielt mit denselben befriedigende Resultate. Man hat auch
anstatt der Bildung der einzelnen Hutfache durch den Fachbogen das Material, meist Schafwolle, als bandförmiges Vlies von
einem Krempelcylinder unter ein Walzensystem gebracht, bei welchem ein Doppelkegel, auf vier konischen Walzen ruhend, sich
um seine horizontale Achse dreht.
Während des Drehens wickelt sich das Band
[* 24] in sich kreuzenden Lagen und der an den verschiedenen Stellen verlangten Filzdicke
entsprechend auf den Doppelkegel und bildet, indem es denselben einhüllt, ein flockiges Gewirr und nach
dem Durchschneiden in der Mitte zwei Fache, die nun auf Drahtgestelle gelegt werden und unter kupfernen Deckeln zum Filzen
gelangen. Die cylinderförmigen seidenen Hüte bestehen aus einem Gestell von Filz, Pappe, Holzspänen etc., welches mit seidenem
Felbel überzogen wird. An die Felbelhüte schließen sich die Fabrikate aus Tuch- und andern Woll- oder
Baumwollstoffen an.
Die mechanischen oder Gibushüte werden aus einem feinen schwarzen, dichten Tibetstoff oder Atlas
[* 25] gefertigt
und so mit einem Mechanismus versehen, daß sie sich platt zusammenklappen und durch einen Druck wieder ausspannen lassen,
ohne dabei Falten zu bekommen.
Nächst den Filz- und Seidenhüten finden die Strohhüte die ausgedehnteste Anwendung. Die echten Panamahüte
kommen aus Granada
[* 26] und Ecuador
[* 27] und werden aus den Blätterrippen der dort heimischen palmenähnlichen Carludovica palmata geflochten.
Die Blätter werden zu diesem Zweckvor der Entfaltung von Rippen und gröbern Fasern befreit, einen Tag lang der Sonne
[* 28] ausgesetzt
und in kochendes Wasser getaucht, bis sie weiß werden. Dann läßt man sie an einem schattigen Orte trocknen,
wobei sie noch vollständiger bleichen und zum Spalten und Flechten
[* 29] geeigneter werden.
Diese Panamahüte zeichnen sich durch große Elastizität und Haltbarkeit aus, kommen indes jetzt nur noch wenig in den Handel,
seitdem man auf dem Schwarzwald aus den importierten Blättern der CarludovicaHüte billiger und von gefälligerer
Form als die aus Costarica fertigt. Es finden sich übrigens im Handel auch Panamahüte, sogen. Manilahüte, die mit Seide
[* 30] genäht,
aber viel weniger haltbar als die echten Panamahüte sind. Die Maracaibo-, Chile- und die amerikanischen Palmhüte sind
ebenfalls wenig haltbar.
Weiteres s. Strohflechterei. Strohhüte, welche aus Strohbändern zusammengenäht werden, glättete man früher nur mit einem
Bügeleisen; später preßte man den Hut mit einem sechsteiligen Kegel mittels Keile in eine Form, jetzt aber wendet man hierzu
Wasserdruck von 8-10 Atmosphären an. Man bringt den Hut in eine entsprechend gearbeitete Zinnform, legt
in denselben einen Kautschukbeutel von entsprechender Größe und bedeckt dann die Form mit einer schweren Platte, durch welche
das Wasser in den Beutel
[* 31] tritt.
Kulturgeschichtliches. Die Sitte, den Kopf zu bedecken, findet sich schon im Altertum. Die Griechen trugen,
jedoch nur bei einem längern Aufenthalt im Freien, Hüte oder Kappen, die sich auf drei Formen reduzieren lassen:
1) eine Kappe von Fell oder von Rindsleder, halbkugelförmig, vielleicht unter dem Kinn mit Riemen befestigt;
2) der mehr halbeiförmige oder konische Pilos (lat. pileus,
[* 18]
Fig. 1), ein nur mit schmaler
Krempe versehener Hut, z. B. der Schiffer und
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