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Auf Sandra Torres von der sozialdemokratischen Partei UNE entfielen demnach 30,95 Prozent der Stimmen. Die frühere First Lady räumte ihre Niederlage ein. “Das Volk hat entschieden und wir respektieren das”, sagte sie am Sonntagabend (Ortszeit). “Wir erkennen den Triumph des Kandidaten Morales an.”
Mit nur gut 51 Prozent lag die Wahlbeteiligung deutlich hinter der ersten Runde im September. Damals waren 70,38 Prozent der Guatemalteken zur Wahl gegangen, so viele wie niemals zuvor.
Der politische Newcomer Morales profitierte von dem Verdruss vieler Guatemalteken über die korrupten Politeliten. Ex-Präsident Otto Pérez und seine frühere Stellvertreterin Roxana Baldetti sitzen wegen Schmiergeldvorwürfen in Untersuchungshaft. Sie sollen sich über einen Korruptionsring im Zollwesen bereichert haben.
“Als Präsident habe ich ein Mandat erhalten,” sagte Morales vor seinen Anhängern, als sich sein Erdrutschsieg abzeichnete. “Das Mandat des Volkes von Guatemala lautet, die Korruption zu bekämpfen, die uns aufzehrt.”
Morales galt vor wenigen Monaten noch als chancenloser Aussenseiter im Rennen um das Amt des Staatsoberhauptes in der grössten Volkswirtschaft Mittelamerikas. Überraschend schlug er in der ersten Wahlrunde am 6. September alle 14 Kandidaten deutlich und scheiterte nur knapp an der nötigen 50-Prozent-Grenze, um eine Stichwahl zu verhindern.
Der 46-jährige Wahlsieger steht vor grossen Herausforderungen. Er muss das Vertrauen der knapp 15 Millionen Guatemalteken in die Institutionen des Landes wieder herstellen, die schwere Kriminalität bekämpfen und die Staatseinnahmen in Mittelamerikas grösster Volkswirtschaft erhöhen.
Mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 3478 US-Dollar gehört Guatemala zwar zu den Ländern mit mittlerem Einkommen, allerdings gelten über die Hälfte der Menschen als arm. Die Staatsverschuldung legte zuletzt deutlich zu. Nach Angaben der Weltbank hat das Land mit zwölf Prozent die niedrigste Steuerquote weltweit. Gemessen an der Grösse der Volkswirtschaft sind die öffentlichen Ausgaben nirgendwo so gering wie in Guatemala.
(SDA)