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Die Versorgungslage im Gazastreifen war schon vor Kriegsbeginn sehr schlecht. Etwa 1,3 Millionen Menschen waren zuvor auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Lage der Bevölkerung, die schon vorher vielfach mit Armut, Unterernährung und schlechter ärztlicher Versorgung zu kämpfen hatten, hat sich durch die Kämpfe der islamistischen Hamas und Israels Armee nun noch verschlimmert. Fast die Hälfte der 2,2 Millionen Menschen im Gazastreifen sind Kinder.
UNRWA habe den Verbrauch mit dem knapp werdenden Treibstoff bereits deutlich reduziert. «Was muss mehr unterstützt werden? Bäckereien? Lebenserhaltende Geräte in Krankenhäusern? Wasserwerke? Sie alle müssen funktionieren», sagte Lazzarini. Die Hilfsgüter von einigen Dutzend Lastwagen, die bisher im Gazastreifen ankamen, würden inzwischen von den eigentlichen Problemen ablenken. «Diese paar Lastwagen sind nichts mehr als Krümel, die für zwei Millionen Menschen keinen Unterschied machen werden.»
Auch die UNRWA-Mitarbeiter stünden unter immer grösseren Belastungen, sagte Lazzarini. Bisher seien 53 von ihnen getötet worden. 15 dieser Todesfälle seien an einem einzigen Tag bestätigt worden. Ein UN-Kollege sei auf dem Weg zur Bäckerei getötet worden und hinterlasse sechs Kinder.
Lazzarini forderte eine humanitäre Feuerpause, um die notleidende Bevölkerung besser zu versorgen. «Was wir brauchen, ist ein bedeutender und ununterbrochener Fluss von Hilfe.»