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OSA I-II KLASSE
Die Flugkörperschnellboot der OSA I und II-KLASSE wurden von der Sowjetunion gebaut. Es handelt sich um ein sehr schnelles militärisches Wasserfahrzeug, welches mit Seezielraketen bewaffnet ist. Es erschienen zwei Baureihen der OSA-KLASSE; wobei das Modell OSA II-KLASSE über modernere Raketenstartbehälter verfügte. Die Boote der OSA I-KLASSE wurden Anfang der 1960er Jahre in verschiedenen Ländern in Dienst gestellt. Zu diesem Zeitpunkt verkörperten sie die Weltspitze. Trotzdem erfuhren sie erst Bekanntheit und vor allem Beachtung bei der NATO, als Boote der älteren Komar-Klasse der ägyptischen Marine am 21. Oktober 1967 den israelischen Zerstörer Elath versenkten. Boote der OSA I-KLASSE waren Bestandteil der Seestreitkräfte in mehreren Ländern des Warschauer Paktes. Aber auch andere nicht sozialistische Länder stellten Boote dieses Typs in Dienst. Die Boote der verschiedenen Marinen unterschieden sich teilweise in der Bewaffnung und Technik. Insgesamt wurden über 400 Boote der beiden Baureihen OSA I und OSA II-KLASSE hergestellt, von denen der Großteil (etwa 300) bei der sowjetischen Marine verblieb. Zusätzlich wurden rund 120 weitere Einheiten in Lizenz in der Volksrepublik China hergestellt. Zu Kampfeinsätzen der OSA-KLASSE kam es in verschiedenen Kriegen und Konflikten. Zunächst waren die Boote zwar zur Zeit des Sechstagekrieges zwischen Israel, Syrien, Ägypten und Jordanien aktiv, traten aber während des Krieges nicht in Erscheinung. Erst im nachfolgenden und über Jahre andauernden Konflikt (Abnutzungskrieg) kam es im Oktober 1967 zu oben beschriebener Versenkung des israelischen Zerstörers Elath durch ägyptische Schnellboote einer älteren Klasse. Weitere Einsätze fanden im Bangladesch-Krieg zwischen Indien und Pakistan statt. Dort griffen drei indische OSA-Boote im Rahmen der Operation Trident am 3. Dezember 1971 den Hafen von Karatschi an und versenkten die pakistanischen Schiffe PNS Muhafiz und PNS Khyber, die PNS Shajahan wurde schwer beschädigt. Ein weiterer Raid dieser Art fand am 8. Dezember statt und führte neben der Versenkung des panamesischen Frachters Gulf Star zur Beschädigung weiterer Schiffe sowie der Zerstörung des Treibstofflagers. Ein weiteres markantes Ereignis war die Schlacht von Latakia während des Jom-Kippur-Krieges am 7. Oktober 1973. Hierbei versenkten Raketenschnellboote der israelischen Marine insgesamt fünf Schiffe der syrischen Marine, darunter eins der OSA-Klasse und zwei der Komar-Klasse. Zwei Tage später versenkten israelische Raketenschnellboote drei ägyptische Boote der OSA-Klasse in der Schlacht von Baltim. Eine viertes Boot konnte entkommen. Weitere Schnellboote der OSA-Klasse kamen im Iran-Irak-Krieg von 1980 bis 1988 auf irakischer Seite zum Einsatz und stellten eine wichtige Komponente des so genannten Tankerkriegs dar. Die OSA-KLASSE war ein kombiniertes Verdrängungs-Gleitboot mit einem voll geschweißten Schiffbaustahl-Bootskörper. Die Bootsauf- und -einbauten waren vorwiegend aus Aluminium und waren sowohl geschweißt als auch genietet und verschraubt. Zum Antrieb besaß das Boot drei Diesel-Sternmotoren vom Typ JSC Zvezda M503A. Diese Reihensternmotoren hatten sieben Blöcke mit je 6 Zylindern. Sie waren wassergekühlt, besaßen eine Turboladercompoundaufladung und hatten jeweils 4.000 PS (2.942 kW) Leistung. Die maximale Umdrehungszahl lag bei 2.500 Umdrehungen pro Minute. Die Steuerbord- und Backbordmaschine befanden sich im Bugmaschinenraum, die Mittelmaschine war im Heckmaschinenraum untergebracht. Zur Erzeugung der Bordspannung von 220 V Gleichstrom standen drei Hilfsdiesel zur Verfügung; einer im Bugmaschinenraum und zwei im Heckmaschinenraum. Das Boot konnte mit vier zielsuchenden Seezielraketen von Typ Schiff/Schiff-Flugkörper P-15 (SS-N-2A) bestückt werden. Die Reichweite der Raketen betrug bis zu 25 sm (etwa 46 km). Auf der OSA II-KLASSE waren zusätzlich zwei Vierfachstarter für leichte Luftabwehrraketen des Typs Strela-2 (NATO-Bezeichnung SA-N-7 "Grail") installiert. Das Boot besaß je eine automatische Zwillings-30-mm-Schnellfeuerkanone AK-230 auf der Back und auf dem Achterdeck. Sie konnten sowohl über ein optisches Visier als auch per Waffenleitradar gerichtet werden und dienten zum einen als Selbstschutz (Flugabwehr) als auch zur Bekämpfung anderer Schiffseinheiten. Das Boot war in zehn Rumpfkammern (auch Abteilung genannt) unterteilt, von denen drei nicht nebeneinander liegende Kammern geflutet hätten sein können, ohne dass das Boot gesunken wäre. Ein einzelnes Boot der Osa-Klasse wurde 1970 mit einem doppelläufigen 57-mm-Geschütz AK-725, einem 30-mm-Luftabwehrgeschütz vom Typ AK-630/MR-123 und dem Prototyp des Feuerleitradars Bass Tilt ausgerüstet, um diese Konfiguration für die GRISCHA III-KLASSE zu testen. 1975 wurde dieses Boot umgerüstet. Das AK-725 wurde ersetzt durch ein 76-mm-Geschütz AK-176. Dieses Boot diente als Test für die MATKA-KLASSE und NANUCHKA III-KLASSE. Bei beiden Versionen wurde das hintere AK-230 beibehalten.