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Sobczaks Praxis verbindet Malerei, Video und Performancekunst. In seiner performativen Arbeit – häufig in Zusammenarbeit mit dem in Deutschland lebenden Künstler Nicholas Grafia, dessen Arbeit von seinem philippinischen und afroamerikanischen Hintergrund geprägt ist – verwendet Sobczak avantgardistische Konzepte des polnischen Theaters der Nachkriegszeit (z. B. von Tadeusz Kantor) für seine zeitgenössischen Überlegungen zu Queerness in einer Zeit politischer Radikalisierung.
Seine Gemälde sind gleichermaßen von Theatralik durchdrungen, komplexe Figurationen werden in dichten Tableaus inszeniert, die oft auf den Kompositionen von Gemälden des 19. Jahrhunderts basieren und Themen der Populärkultur gegenübergestellt werden. Sobczaks zentrales Projekt ist es, zeitgenössische Historienbilder zu schaffen, indem er seine Gemälde mit Darstellungen herausragender Protagonisten des LGBTQ-Aktivismus, queerer und emanzipatorischer gegenkultureller Milieus und Widerstandsbewegungen bevölkert, in fantasievoller Gesellschaft mit provokant phantasmatischen Charakteren und Kreaturen, die Sobczaks genuine Vision einer transgressiven Utopie darstellen. Gleichzeitig spiegeln sich diese neuen visionären Gemeinschaften in den verzerrten Bildern einer Unterwelt regressiver und zweideutiger politischer Erzählungen wider, die in manieristischen und höllischen Inszenierungen dargestellt werden.
Mikołaj Sobczak (geb. 1989) absolvierte die Akademie der Schönen Künste Warschau (PL) im Studio für räumliche Aktivitäten, gefolgt von einem Stipendium an der Universität der Künste Berlin (DE) und studierte auch an der Kunstakademie Münster (DE). Er ist außerdem Resident Artist an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam (NL) und arbeitet mit Video, Malerei und Keramik, oft auch mit performativen, kollaborativen Aktionen.
Zu seinen jüngsten Ausstellungen gehören Ausstellungen in der Kunsthalle Münster (DE), im Haus der Kulturen der Welt (Berlin), im MUDAM (Luxemburg), im Museum für Moderne Kunst (Warschau) und im Museum Ludwig (Köln).
In seiner Arbeit konzentriert sich Sobczak auf politische Themen und Geschichtspolitik. Indem er die Perspektive und das Leben marginalisierter Subjekte in den Vordergrund stellt, entwickelt er Erzählungen und spürt die Gründe für aktuelle globale und soziale Probleme auf.