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Im Jahr 1860 publiziert Benjamin Kurtz ein Gebetbuch für die Lutheraner, indem ein Gebet in der Zeit der Pandemie zu finden ist. Das Gebet lautet unter anderem:
Gott…stopp die tobende Pest und sag dem zerstörenden Engel: “Es ist genug,” dass wir keine Angst vor dem Terror bei Nacht haben, noch vor dem Pfeil, der bei Tag fliegt; Weder für die Pest, die in der Dunkelheit wandelt, noch für die Zerstörung, die am Mittag verschwendet wird. Aber mit Ruhe in unseren Gedanken und Freude in unseren Herzen können wir dir alle unsere Tage treu und fröhlich dienen und unser verschontes Leben widmen, das wir haben bat um deine Hände und unsere Gesundheit und jede Barmherzigkeit zu deiner Ehre und Herrlichkeit durch die Kraft und Gerechtigkeit deines lieben Sohnes, unseres barmherzigsten Vermittlers, Jesus Christus. Amen.
Dieses Gebet hat Benjamin Kurtz in der Zeit der 1855-1860 Pest verfasst, inder; über 10 Millionen Menschen lediglich in Indien ums Leben gekommen waren. Wir begreifen den Hintergrund, der Benjamin Kurtz bewegt hat so ein starkes Gebet mit derartiger Tonalität niederzuschreiben „Gott…stopp die tobende Pest und sag dem zerstörenden Engel: Es ist genug“.
Der erste Teil des Gebets schreibt er vom Psalm 91 ab. Das Psalmgebet gilt als ein gutes Gebet in der Zeit der Pandemie. „Denn er rettet dich aus der Schlinge des Jägers und aus der Pest des Verderbens“(Vers 4). „Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fürchten, noch vor dem Pfeil, der am Tag dahinfliegt, nicht vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die wütet am Mittag“.
Am Beginn der Covid-19 Pandemie wurde mir dieses Psalmgebet von verschiedenen Seiten als geeignet für diese Corona- Krisenzeit empfohlen. Anscheinend gebrauchen viele Leute dieses Psalmgebet in Krisenzeiten und finden es wirksam. Der Verfasser schreibt aus dem tiefsten Herzen. Es ist fast ein Befehl an Gott.
Immer wieder erleben wir Situationen im Leben, wo normal beten uns nicht mehr wirksam scheint. Dann brauchen wir einen Ort zu befehlen, schreien, weinen, klagen und stürmen.
Wenn wir die verheerende Auswirkung des Coronavirus auf der ganzen Welt betrachten, wollen wir den Himmel bestürmen: Viele Menschen sind am Coronavirus erkrankt, tausende Menschen sind bereits verstorben, grosse finanzielle Belastungen auf der ganzen Welt werden befürchtet, die Auswirkungen vom Lockdown sind unberechenbar, die Zukunft ist ungewiss. Was auch Viele von uns stört; seit Jesus von den Toten auferstanden ist, ist es noch nie in der Weltgeschichte passiert, dass Kirchen in der Karwoche und über Ostern zu schliessen sind und Gottesdienste privat zu feiern sind ohne die Gemeinde in der Kirche. Wie können wir nun beten, dass Gott uns gut versteht und erhört? Fangen wir mit dem Gebet von Benjamin Kurtz an: Gott…stopp diese Coronavirus Pandemie. Sag dem zerstörenden Engel: Es ist genug.
Gebet zum Empfehlen: Psalm 91.
Kenneth Ekeugo, leitender Priester.