Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/130958

<h2>SubmittedText<h2><p>Im Jahr 2011 haben die bei der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) gemeldeten Verdachtsfälle markant zugenommen. Diejenigen, bei denen Bestechung, Veruntreuung oder Beteiligung an einer kriminellen Organisation als Vortat vermutet werden, haben sich im Berichtsjahr mehr als verdoppelt. Bei den Verdachtsfällen im Zusammenhang mit kriminellen Organisationen handelt es sich vorwiegend um Fallkomplexe mit Bezug zur italienischen Mafia.</p><p>- Wie beurteilt der Bundesrat diese Entwicklung?</p><p>- Erkennt er Handlungsbedarf?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Es ist richtig, dass die Verdachtsmeldungen an die MROS markant, d. h. um 40 Prozent, zugenommen haben. Das zeigt, dass die Kontrollmechanismen der Finanzintermediäre immer besser zum Tragen kommen. Der Verdacht auf Geldwäscherei, deren Vortaten, organisierte Kriminalität und Terrorismusfinanzierung werden von den Finanzintermediären zunehmend erkannt und gemeldet.</p><p>Die Zunahme erklärt sich auch durch die politischen Ereignisse in Nordafrika im Frühjahr 2011. Als Folge davon wurden mehr Verdachtsmeldungen eingereicht, insbesondere aufgrund von Veruntreuungen von öffentlichen Geldern und Korruption durch frühere Machthaber. Mitverantwortlich für die Zunahme ist auch die Verfolgung grosser und komplexer Fälle im Bereich der organisierten Kriminalität.</p><p>Die Bekämpfung der internationalen Korruption und Geldwäscherei ist eine Priorität für den Bundesrat. Im Rahmen der kriminalstrategischen Priorisierung für die Periode 2012-2015 hat er die Bekämpfung der kriminellen Organisationen aus Italien und Südosteuropa sowie der internationalen Korruption und Geldwäscherei als Schwerpunkte für die Arbeit Bundeskriminalpolizei bezeichnet.</p>