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Der kleine Mann
Der kleine, hässliche Mann sagte kein Wort zu mir. Mit eiskaltem Blick starrte er mich an. Durchdringend. Seine Mütze saß schief auf seinem Kopf, aber es schien ihn nicht zu stören. Meine Frage, ob etwas sei, beantwortete er mit einem dämlichen Grinsen, welches nicht mehr aus seinem dummen Gesicht verschwand. Er saß zwischen den Osterglocken, als wäre er dazu eingeladen worden. Naja, es waren nicht meine Blumen, also konnte es mir egal sein, was er machte. Aber die Art, wie er mich anstarrte, irritierte mich. Er lies mich nicht aus den Augen, obwohl er keine Mine verzog, sich kein bisschen bewegte. Ich kam mir vor wie ein Briefträger, welcher den Garten durchquert und vom Hund angestarrt wird. Ohne zu kläffen, ohne Mimik. Einfach anwesend. Nicht wissend, ob er mich demnächst anfällt oder ob es ihm egal ist, dass ich da bin. Ich traute dem kleinen, hässlichen Mann nicht über den Weg. Und der Gartenzaun, der uns trennte, wirkte nicht besonders stabil.
Was, wenn er mich angreifen würde? Durfte ich ihn zurückschlagen? Wie würde ich dann dastehen? Ich sehe schon die Schlagzeilen: “Mann verprügelt Gartenzwerg!” Ich beschloss, den kleinen, hässlichen Mann nicht weiter zu beachten und verließ die Kleingartenanlage wieder auf dem Weg, wie ich sie betreten hatte.