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Basierend auf dem Buch "Das Kapital im 21. Jahrhundert" des französischen Wirtschaftswissenschaftlers Thomas Piketty hat Regisseur Justin Pemberton einen Dokumentarfilm gedreht, der etliche namhafte Denker wie Faiza Shaheen, Gillian Tett und Joseph Stiglitz interviewt, um Pikettys These auf filmische Weise zu interpretieren. Denn die Anhäufung des Kapitals bedeutet nicht unbedingt sozialen Fortschritt, so Piketty.
Seit der Französischen Revolution über zwei Weltkriege hinweg bis hin zum Internetzeitalter werden Freiheit, soziale Gleichheit und Brüderlichkeit (Liberté, egalité, fraternité) eingefordert, dabei hat es diese im Zeitalter des Kapitalismus eigentlich bisher nur eine kurze Phase wirklich gegeben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg brach eine kurze Periode der Gleichberechtigung heran, in der sich auch die vielzitierte Mittelklasse ein Stückchen vom Kuchen holen konnte. Es wurde wieder an die Sozialgesetzgebung der Zwischenkriegszeit – die durch lange Arbeitskämpfe erreicht wurde – angeknüpft und der Wohlstand verbreitete sich vor allem deswegen, weil Produzenten zu Konsumenten wurden. Aber die Kampfansage von Ronald Reagan und Maggie Thatcher in den Achtzigern, bedeutete vor allem eines: die Rückeroberung des Terrains durch die Konzerne.
"Make America great again" lautete die Losung von Ronald Reagan, denn er wandte sich vor allem gegen jene Länder, die den Krieg verloren hatten: Deutschland, Japan. Dass diese Länder die USA wirtschaftlich eingeholt hatten, sollte durch die Einsparung des Wohlfahrtsstaates wieder wettgemacht werden. Amerika wieder konkurrenzfähig zu machen, bedeutete, Arme besteuern, aber eine Steuerminderung der Konzerne und der Reichen. Die Folge waren Müllfahrerstreiks, streikende Lehrergewerkschaften, Airtrafficstrikers. Aber wie schon der von Michael Douglas so süffisant verkörperte Börsianer Gordon Gekko in "Wall Street" es ausdrückte: "Greed works". Die Ära der Yuppies brach an und "Labour isn’t working" wurde zu einer weitverbreiteten Propaganda.
Mit Hilfe von unzähligen Zeitdokumenten und ungesehenem Filmmaterial, Interviews mit Faiza Shaheen, Gillian Tett und Joseph Stiglitz sowie Francis Fukuyma u. a. und atemberaubenden Zahlenspielen, zeigt der vorliegende Dokumentarfilm, dass Pikettys These längst eine bedrohliche Dimension erreicht hat und dass nur durch eine Kontrolle des Kapitals und die Überwindung des Kapitalismus durch demokratischere und partizipativere Mittel das Überleben der Menschheit auch im 21. Jahrhundert gesichert werden kann. Die Statistiken sprechen leider eine allzu deutliche Sprache.