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Im Christentum wie im Islam spielt der Begriff des Friedens eine zentrale Rolle. Gleichzeitig gibt es in beiden Religionen Gewalt legitimierende Traditionen und Schrifttexte, die in vielfältigen literarischen und historischen Zusammenhängen stehen. Phänomene religiös legitimierter Gewalt müssen ausserdem in einem breiteren Kontext sozialer und politischer Faktoren analysiert werden. Umfassend verstanden beruht Frieden nicht nur auf der notwendigen Einschränkung von Gewalt, sondern auch auf der Förderung von Gerechtigkeit und ist somit eng mit menschenrechtlichen Anliegen verbunden. Wie wird Frieden in aktuellen Diskussionen in beiden Religionen verstanden? Welche methodischen Möglichkeiten gibt es, mit Ambivalenzen zwischen Gewaltlegitimierung und Gewaltüberwindung umzugehen? Abschliessend wird anhand von Beispielen aus dem Bosnienkrieg und dem Palästinakonflikt erörtert, wie sich religiöse Vorstellungen sowohl auf die Konfliktgenese als auch auf Versöhnungsprozesse auswirken.