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Microsoft wird in Zukunft in Azure-Computing-Instanzen anbieten, die auf Chips des britischen Startups Graphcore basieren. Das 2016 gegründete Unternehmen Graphcore hat sich auf das Design von Prozessoren spezialisiert, die von Grund auf für die Verarbeitung von Machine-Learning- beziehungsweise KI-Applikationen konzipiert sind. Graphcore nennt sie "Intelligence Processing Units" (IPUs).
Microsoft will die Graphcore-Chips auch für die interne Entwicklung von KI-Anwendungen benützen, unter anderem im Bereich der Sprachverarbeitung.
Graphcore hat einige hundert Millionen Dollar an Risikokapital angezogen. Auch Microsoft selbst hat eine grössere Summe in das KI-Startup investiert. Bisher zeigte Graphcore aber weder einsatzbereite Prototypen noch Resultate interner Benchmark-Tests.
Dies hat sich nun geändert. Microsoft und Graphcore haben Benchmarks veröffentlicht, die andeuten, dass die IPUs der Briten Konkurrenzprodukten von Intel oder Google ebenbürtig oder überlegen sind, sogar wenn Software verwendet wird, welche für die anderen Plattformen geschrieben wurde. Mit Software, die spezifisch für die Graphcore-IPUs geschrieben wurde, könnten sie noch deutlich effizienter sein.
Die Gretchenfrage wird sein, ob die Graphcore-Chips anderen existierenden KI-Chips genügend weit überlegen sind, um Kunden dazu zu veranlassen, die Arbeit zu investieren um Anwendungen für die neue Plattform umzuschreiben. Um dies zu vereinfachen, hat Graphcore ein Softwareframework namens Poplar veröffentlicht.
Chips, die für das Training von KI-Apps konzipiert wurden, was sehr viel Rechenpower erfordert, dürften in Zukunft hauptsächlich via Cloud-Plattformen genutzt werden. Versionen für die Verarbeitung von KI-Apps dürften dagegen auch Eingang in alle Arten von Endgeräten, von PCs über Smartphones und IP-Kameras bis zu Fahrzeugcomputern, finden. Im Rennen um ihre Entwicklung mischen neben dem Pionier Nvidia
mit. (hjm)