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Hans Schärer / Aldo Walker
Die beiden verstorbenen Künstler Hans Schärer und Aldo Walker gehören unumstritten zu den wichtigsten Vertretern der Zentralschweiz. Eine nur einmalige Zusammenarbeit, dieser sehr unterschiedlich agierenden Malern, ist für die Galerie Anton Meier in Genf entstanden. Im KKLB sind zwei dieser seltenen Werke aus dieser Ausstellung von 1978.
Hans Schärer wurde am 26. Dezember 1927 in Bern geboren und wuchs in den bürgerlichen Verhältnissen einer Ärztefamilie auf. Nach der Trennung der Eltern lebte er mit seiner älteren Schwester bei der Mutter in Burgdorf. 1945 bis 1948 absolvierte er die Ecole de Commerce in Lausanne; danach beschloss er, den vorgezeichneten Lebensweg zu verlassen und Maler zu werden. Nach einigen Monaten im Süden Frankreichs weilte er 1949 bis 1956 in Paris und erhielt wesentliche Einflüsse für seinen autodidaktischen Werdegang. 1951 hatte er erste Ausstellungen, unter anderem bei der Galerie Aleby in Stockholm. 1956 kehrte er in die Schweiz zurück, heiratete die Grafikerin Marion Bucher und zog in das Chauffeurhaus einer Villa mit grossem Park am See in St. Niklausen. 1958 erhielt er das Eidgenössische Kunststipendium und den Anerkennungspreis der Stadt Luzern, 1958, 1961 und 1962 Stipendien der Kiefer-Hablitzel-Stiftung.
In St. Niklausen fand Hans Schärer den idealen Ort zum Arbeiten wie auch zum Leben mit seiner Frau Marion und vier Söhnen. Wichtiger als eine steile Karriere im öffentlichen Kunstbetrieb war ihm fortan die Wahrhaftigkeit in der Entwicklung seiner malerischen, musikalischen und literarischen Poesie. 1981 war er auf der Biennale in São Paulo, Brasilien vertreten; 1982 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Luzern. Im selben Jahr zeigte das Aargauer Kunstmuseum Aarau seine erste Retrospektive. Hans Schärers Werke hängen in zahlreichen Schweizer Galerien, Kunsthäusern und Museen, ferner stellte er in Italien, Deutschland, Dänemark, Holland und weiteren Ländern aus. Hans Schärer starb am 14. November 1997 in St. Niklausen.
Aldo Walker wird am 6. November 1938 als jüngstes von drei Kindern von Irma Walker-Tordato und Franz Walker in Winterthur geboren. Seit den frühen 1960er Jahren entwirft Aldo Walker als Autodidakt neben seiner Tätigkeit als Elektriker künstlerische Arbeiten und nimmt an Gruppenausstellungen teil. Von seinen ersten ungegenständlichen Malereien ist nichts mehr vorhanden. Zum Teil hat er sie 1964 mit dem Schweissbrenner überarbeitet. Diese Auseinandersetzung mit der Malerei zeigt bereits sein konzeptuelles Interesse an der Frage nach dem Bild. Die erste Einzelausstellung von Aldo Walker erfolgt 1971 in der Galerie Raeber in Luzern, in der er seine ersten Textbilder zeigt. Die auf Schriftzügen basierenden Bilder stehen wie die anderen Arbeiten des Künstlers im Kontext der Konzeptkunst. Er hat sich seit seiner künstlerischen Tätigkeit mit dieser auseinandergesetzt, zuerst in den Schriften von Sol Lewitt. Spätestens in der Ausstellung von Harald Szeemann muss er Joseph Kosuth, einer der wichtigsten Vertreter der amerikanischen «Conceptual Art», direkt kennen gelernt haben.
In den 1980er Jahren wendet er sich wieder der Malerei zu. Seine grossformatigen Bilder zeichnen sich durch einen sehr eigenwilligen Stil aus, der keine Parallele zur „Wilden Malerei“ der damaligen Zeit aufweist. Vielmehr verbindet sich die unpersönliche Handschrift der Linien mit seiner Herkunft aus der Konzeptkunst. Auf der Höhe seines Erfolgs angelangt, erhält er ein Stipendium für das Schweizer Atelier des PS1 in New York. Zudem vertritt er zusammen mit John M. Armleder die Schweiz an der Biennale in Venedig. Zwischen 1986 bis 1998 ist er Dozent an der Höheren Schule für Gestaltung in Zürich. Als er 1989 zudem ins Leitungsteam der Weiterbildungsklasse Visuelle Gestaltung und kurz darauf zum Leiter der Fachklasse Bildende Kunst berufen wird, findet er immer weniger Zeit für das eigene Kunstschaffen. Die Retrospektive im Kunstmuseum Luzern und die Ausstellung „Lettre d’images“ im Helmhaus im gleichen Jahr sind vorerst für die nächsten zehn Jahre seine grössten Ausstellungen. Im Spätsommer 1999 zeigt er ebenfalls im Helmhaus seine letzte grosse Arbeit – eine sechsteilige Fassung des „Morphosyntaktischen Objekts“ als Wandmalerei. Am 17. März 2000 stirbt Aldo Walker in Luzern.