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Alle 2 bis 7 Jahre tritt das Klimaphänomen El Niño auf. In diesem Jahr ist es so stark wie kaum jemals zuvor: In Zentral- und Südamerika wie auch im südlichen und östlichen Afrika und im Pazifik führt El Niño zu lebensbedrohlichen Dürren.
In Teilen von Äthiopien und Somalia herrscht eine so grosse Not, dass Dorfbewohner ihre Dörfer verlassen müssen. Viele Kinder können darum auch nicht mehr zur Schule gehen. Die 11-jährige Beshadu aus Äthiopien verpasst jede Woche 2 Schultage, weil sie für ihre Familie Wasser holen muss. «Der Fluss Awash ist 20 Kilometer entfernt. Wir wandern 8 Stunden für zwei Kanister voll Wasser. Unsere Esel tragen diese dann nach Hause. Das Wasser reicht aber gerade mal für zwei Tage.» So geht es nicht nur Beshadu, rund ein Viertel ihrer Klassenkameraden verbringen momentan ihre Zeit mit Wasserholen statt in der Schule.
Sean Kerrigan, der Nationaldirektor von World Vision Äthiopien, warnt: «Allein auf dem afrikanischen Kontinent leben mindestens 7 Millionen Menschen wegen El Niño ohne sauberes Wasser. » Die Anzahl Menschen, die anderweitig von El Niño betroffen sind, ist noch viel höher. «Es fehlt auch an Essen, aber die derzeitige Wasserknappheit ist ebenso katastrophal, zumal der Mensch länger ohne Nahrung als ohne Wasser auskommen kann. Da El Niño in verschiedenen Regionen auch zu Überschwemmungen führt, wird vielerorts der Ausbruch von Krankheiten beschleunigt. Das Zika-Virus ist nur ein Beispiel dafür.»
So sieht die Situation in den verschiedenen Ländern aus:
Äthiopien
Die Regierung hat erklärt, dass rund 6 Millionen Menschen dringend Wasser und hygienische Hilfe brauchen. World Vision verteilt in Zusammenarbeit mit der Regierung Trinkwasser für fast 500 000 Menschen.
Simbabwe
Im ganzen Land ist das Wasser rationiert. 15 000 Bohrlöcher sind ausgetrocknet.
Lesotho
Die sehnlichst erwarteten Regenfälle sind seit 2 Monaten überfällig. Einige Flüsse sind komplett ausgetrocknet. Das Gesundheitsministerium berichtet, dass ältere Menschen an Dehydrierung gestorben seien.
Südafrika
2,7 Millionen Haushalte sind von Wasserknappheit betroffen – sogar in Spitälern fehlt es an Wasser. 7 von 9 Provinzen des Landes haben den Notstand ausgerufen.
Honduras
Die Bevölkerung gräbt eigenhändig Brunnen, um Wasser zu finden. Kinder haben Durchfall und die Menschen stehen sogar mitten in der Nacht an den wenigen Brunnen für Wasser an.
Papua New Guinea
Wasservorräte sind verschmutzt, weil die Menschen selber Löcher graben, um Wasser zu finden. Viele Schulen sind aufgrund des Wassermangels geschlossen. Ein Typhus- und Cholera-Ausbruch hat schon 30 Menschenleben gefordert.
World Vision reagiert in über 15 Ländern auf die Krisensituation sowohl mit langfristiger Entwicklungszusammenarbeit als auch mit Not- und Katastrophenhilfe.