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Lori Hersberger wurde in den 1990er-Jahren mit raumgreifenden Installationen bekannt, in denen er Skulptur, Malerei und Lichtkunst in attraktiven Settings mit schillernden, von Popkultur-Referenzen durchsetzten Oberflächenreizen zusammenführte. Spätestens seit seiner Einladung zur Biennale di Venezia 1999, wo er seine schwimmende Teppichinstallation Archaic Modern Suite im Arsenale zeigte, geniesst er auch international Aufmerksamkeit.
Lori Hersberger, der als Jugendlicher in Basel ein Punk-Fanzine (FUCK, 1980) herausgegeben hatte, studierte von 1991 bis 1995 Video und Bildhauerei an der Schule für Gestaltung in Basel. Nach frühen, aus Samples montierten Soundcollagen begann er, nach einem ähnlichen Verfahren Videos zu montieren, treibende Loops aus gefundenen, oft exzessiven Sequenzen aus Mafiafilmen, Actionthrillern und B-Movies. In den frühen 2000er-Jahren erweiterte er seine Installationen um eigenwillige Neuinterpretationen malerischer Tendenzen von Hard Edge, Minimal und Pop Art in lichten, oft wandfüllenden Flecken-, Punkt- und Linienkompositionen in Tagesleuchtfarben.
Das Verhältnis von Glamour und Zerstörung, das Hersberger seit Beginn seiner künstlerischen Karriere umkreist, ist auch Thema der Arbeiten aus der Sammlung der Mobiliar. Instant Karma (2015) etwa wirkt wie das Relikt eines Gewaltausbruchs – doch auch wenn die spiegelpolierte Edelstahlbox heftige Dellen aufweist, trägt sie keinen einzigen Kratzer. Das ist kein Zufall. Die Verformung entstand durch Vakuumieren. Auch bei Momentum (2015) und dem goldgelb spiegelpolierten Totem (2018) aus Chromstahl führte das kontrollierte Absaugen der Luft aus dem Hohlraum zu nicht kontrollierbaren Faltenwürfen und Knicken in der Oberfläche, in denen sich die Welt vielfach spiegelt. Die Verbundglasscheiben-Installation Have A Break (2018) wiederum inszeniert die Schönheit der Destruktion in einem gezielten Akt des künstlerischen Vandalismus.
Lori Hersberger begreift Kunst immer als ein räumliches Ereignis. Mit seiner undogmatischen Wahl von Materialen und seinen Verschränkungen von Skulptur, Malerei, Video und Installation befragt er die Mechanismen der Wahrnehmung in einer sich beständig verändernden visuellen Kultur.
Lori Hersberger, 1962 in Basel (CHE) geboren, lebt und arbeitet in Zürich (CHE).
Tätigkeitsbereiche: Installation, Skulptur, Video, Malerei, Lichtkunst, Performance