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In der Schweiz wurden im vergangen Jahr laut dem Jahresbericht der Stiftung Auto Recycling Schweiz rund 290’000 Fahrzeuge ausser Betrieb gesetzt. Von diesen meist alten oder verunfallten Fahrzeugen wurden knapp 165’000 exportiert. Oft ist es auch so, dass eine Reparatur gar nicht notwendig ist, weil es in diesen Ländern keine Motorfahrzeugkontrollen gibt oder dort eine Reparatur viel günstiger bewerkstelligt werden kann. Bezahlt ein Fahrzeughalter einerseits Geld für das Entsorgen in der Schweiz kann ein Export andererseits durchaus noch einen Erlös generieren.
Über die letzten zwei Jahrzehnte machten Exporte nach Afrika rund die Hälfte des Volumens aus. Wie aus der untenstehenden Grafik ersichtlich haben sich diese aber innerhalb der letzten fünf Jahre auf zirka einen Drittel reduziert. Im gleichen Zeitraum haben sich die Exporte in den Balkanraum auf knapp einen Drittel des Gesamtvolumens verdreifacht. Die restlichen 35-40% des Exportvolumens teilen sich West- und Osteuropa (siehe Tabelle unten).
Gemessen am ausserbetriebgesetzten Fahrzeugbestand nehmen die Exporte einen immer grösser werdenden Anteil an: Lag dieser bei der Jahrtausendwende noch um gut 25%, ist dieser in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und lag Ende 2019 bei 56%.
Neben der Attraktivität des Exports sind es auch die tiefen Schrottpreise die es den hiesigen Autoverwertern zunehmend schwierig machen an ausser Betrieb gesetzte Fahrzeuge zu kommen. Hat früher der Altmetallverkauf eine Einnahmequelle neben dem Ersatzteilverkauf bedeutet, ist dieser heutzutage komplett weggebrochen. Des Weiteren sind die Margen im Ersatzteilverkauf durch online bestellbare Billigprodukte aus Niedriglohnländern unter Druck.
Abzüglich der exportierten Fahrzeuge standen 2019 dem Recycling-Kreislauf , welcher aus Betriebsphase, Autoverwerter, Shredderwerk, Stahlwerk, Fahrzeughersteller, Autoimport und Neuwagenverkauf besteht, laut Statistik gut 126’000 Fahrzeuge zur Verfügung. Von diesen wurden jedoch nur knapp die Hälfte dem Wertekreislauf zugeführt. Der Verbleib der anderen Hälfte ist nicht genau bekannt und es wird vermutet, dass einige davon in den Export gelangten ohne in der Statistik aufzutauchen, abgemeldet auf Schrottplätzen stehen oder ein Dasein in irgendeiner Garage fröhnen um eines Tages wieder den Weg auf die Strasse zu finden.
In der heutigen unsicheren Pandemie-Zeit werden aber Fahrzeuge wieder länger gehalten und vermehrt repariert. Davon hat die Nachfrage nach Occasionsersatzteilen profitiert. Ein Autoverwerter der Spenderautos schlachtet kommt schnell auf Lagerbestände von zehntausenden funktionsgeprüften Ersatzteilen, von Kotflügel und Stossstangen über Motoren und Getriebe bis hin zu Seitenspiegeln und Scheinwerfern welche dann von Karosseriebetrieben, freien Garagen sowie von Privatleuten gekauft werden. Dies gilt auch für Restauratoren von Oldtimern, Youngtimern und Liebhaberfahrzeugen für welche das Lager von Autoverwertern oftmals eine letzte Anlaufstelle ist um an gesuchte Originalteile heranzukommen.