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Eine Luftdruckprognose hat ergeben:
Im November wird erwartet, dass der Luftdruck über weite Teile von Osteuropa bis Grönland überdurchschnittlich sein wird. Für Mitteleuropa spielt noch eine schwache negative Druckabweichung über Westeuropa eine Rolle. Dabei wird überdurchschnittlich häufig Wind aus südlichen Richtungen auftreten. Dies hat einige Föhnlagen und allgemein deutlich übernormale Temperaturen zur Folge. Einzelne Kälteeinbrüche sind durchaus möglich, wirklich Winter wird es aber voraussichtlich nicht. Die NAO (Mass für die Westdrift vom Atlantik her) wird unterdurchschnittlich sein, was auf eher geringe Niederschläge und weniger stürmisches Wetter schliessen lässt.
Im Dezember sollte sich nach diesen Berechnungen die Verhältnisse über dem Nordatlantik umkehren. Im Bereich um Island wird ein unterdurchschnittlicher Luftdruck erwartet, um die Azoren ein überdurchschnittlicher. Dieses Muster bedeutet, dass die Westdrift (NAO) stärker ist, als üblich. Irgendwo in Europa wird der Monat dann mild, windig und verregnet. Da die positive Druckabweichung der Azoren relativ weit im Norden positioniert ist, wird die Schweiz seltener unter den Einfluss dieses Westwindes gelangen. Zudem wird ein Mittelmeertief erwartet, was die Chancen auf winterliche Abschnitte deutlich erhöht. Mittelmeertiefs setzten nähnlich den Ostwind in Gang, der den Winter bringt, unter Umständen sogar eisige Kälte. In Anbetracht des oben gezeigten Luftdruckmusters erwarte ich ein Wechsel zwischen relativ milden Westwindlagen, „langweiligen“ Nebellagen, und aber auch winterlichen Abschnitten. In Summe wären hier ein durchschnittlich feuchter und temperierter Dezember zu erwarten.
Glaubt man dieser Berechnung, müsste sich im Januar eine komplette Umstellung des Zirkulationsmusters vollziehen. Die Westdrift würde sich über längere Zeit von östlichen Winden abgelöst werden. Im Winter hat dies massive Auswirkungen auf die Witterung: Aus Osten wird Kaltluft herangeführt und es gibt starke Fröste. Auch Schnee ist dann immer wieder zu erwarten.
Fazit: Nach dieser Prognose scheinen die Winterfans vorerst genug auf ihre Kosten zu kommen. Zwar wird der Dezember eher normal und nasskalt, sind doch auch ab und zu winterliche Abschnitte zu erwarten. Im Januar würden sich dann pünktlich zum Hochwinter tiefe Temperaturen und eine anhaltende Schneedecke einstellen. Allerdings sind die Vorhersagen mit Vorsicht zu betrachten: Das allgemeine Zirkulationsmuster hat sich mit dem Klimawandel leicht verändert. Ich bin mir nicht sicher, wie stark die lange zurückliegenden Jahre die Prognose verfälschen. Ein eisig kalter Januar ist vor sechs Jahren zuletzt aufgetreten und schient mir nur deswegen schon unwahrscheinlich. Doch wer weiss? Vielleicht wird dieser Winter endlich wieder einmal seinem Namen gerecht? Schlussendlich sind die Ergebnisse der bisherigen Prognosen immer verschieden gewesen, weshalb ich bei meinen Prognosen vorsichtig sein würde.
Ungeachtet der gezeigten Berchnung haben sich sonst folgende Tendenzen ergeben:
Der November wird wahrscheinlich mild. Nachtfröste sind eher selten und ein bedeutender Wintereinbruch ist nicht zu erwarten.
Die Dezemberprognose bereitet derzeit Schwierigkeiten. Es gibt sowohl Anzeichen für einen kalten, als auch für einen milden Dezember.
Auch im Januar bleibt noch vieles offen.
Für den Februar hat sich eine schwache Tendenz zu unterdurchschnittlichen Temperaturen ergeben. Die Unsicherheit ist aber gross.
Daraus lässt sich leider keine Tendenz für den Winter herauslesen.
UPDATE 21.11.2015
Der NAO-Index (Nordatlantische Oszillation) ist ein Mass für die Stärke der Westdrift. Ist er positiv, wird Mitteleuropa tendenziell mehr von Westwind und damit feuchtem und im Winter mildem Wetter geprägt, ist er negativ, ist es eher trocken-kalt oder es gibt Chancen auf Schnee. Die Idee ist naheliegend, eine statistische Prognose aus diesen Werten zu errechnet. Der mittlere Oktoberwert war positiv und der mittlere Novemberwert wird wohl auch im positiven Bereich zu liegen kommen. Daraus lassen sich gewisse Tendenzen ableiten:
Der Dezember wird voraussichtlich milder als normal. Sowohl der Median als auch der Mittelwert der 10 Vergleichsjahre lagen bei +0.5 K Abweichung zum üblichen Monatsmittel. In sieben von zehn Jahren war die Abweichung positiv.
Ähnlich sieht es für den Januar aus. Die mittlere Abweichung liegt bei +0.7 K, allerdings war die Temperatur nur noch in 6 von 10 Jahren überdurchschnittlich.
Auch der Februar wird nach dieser Prognose eher mild ausfallen. Die Abweichung liegt bei +0.6 K und in 7 von 10 Jahren war die Temperatur überdurchschnittlich.
Fazit aus dieser Prognose: Auch wenn die Ausgangswerte nicht ganz sicher sind, ist ein tendenziell milder Winter zu erwarten. Ein kalter Winter ist aber noch lange nicht ausgeschlossen und die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest ein Monat zu kalt wird liegt immerhin bei 70%.
Zusammen mit meinen anderen Prognosen ist der jetzige Stand:
Dezember: mild und eher nass
Januar: unsicher, eher mild
Februar: unsicher