Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03214.jsonl.gz/2066

Unter den ersten nachweisbaren Stahlschmidts in Herscheid befindet sich mein Vorfahr Jacobus Stahlschmidt, der vor 1700 geboren worden sein muss. Er lebt in Herscheid-Verse, wo es zu der Zeit einen Kirchenhammer gibt, der gemäss Verzeichnis der Osemundreidemeister aus dem Jahr 1675 des Drosten Johann Leopold von Neuhoff, Johann Wever zur Verse gehört, aber vom Herrn Pastor gebraucht wird1.
Von 1665 – 1695 ist Degenhard Pollmann Pastor in Herscheid, der am 7. Juni 1637 in Reppinghausen im Kirchspiel Müllenbach, Kreis Gummersbach, geboren worden ist und 1657 in Giessen studiert hat. Er gehört jenem Geschlecht an, von dem von Steinen sagt, dass ihm seit undenklichen Zeiten der grösste Teil aller Ländereien gehörte, die auf dem Hofe Reppinghausen liegen2. Degenhards Vater ist Kaspar Pollmann, Reidemeister, Eisenkaufmann und Gemeindevorsteher daselbst und seine Mutter Anna Catharina Röwenstrunk, die Tochter des Pastors Hermann Röwenstrunk zu Kierspe. Von 1695 – 1727 bekleidet Degenhards Sohn Johann Hermann Pollmann das Pastorenamt in Herscheid und nach dessen Tod wird sein Bruder, der Prediger Wilhelm Degenhard Pollmann ordiniert und amtet von 1727 – 1739 als Pastor, nachdem er von 1707 – 1727 bereits Vikar gewesen ist3. Siehe auch Pollmann im Kapitel “Johann Georg” unter “Plettenberger”.
Wie im Kapitel “Jost Henrich” erwähnt, heiratet mein Urgrossvater Peter Friedrich Stahlschmidt die Himmelmerterin Caroline Stahlschmidt.
Carolines Grossvater Johan Peter Stahlschmidt zieht im Jahre 1830 mit seiner aus Himmelmert gebürtigen und zur Zeit der Heirat auf dem Hechtenberge lebenden Frau Catharina Margarethe Schröder, die ihm zwischen 1806 und 1823 acht Kinder schenkt, von Herscheid-Hoellmecke nach Himmelmert. Catharina Margarethe Schröder wird in Himmelmert im Kotten im Spieker geboren und ist eine Enkelin von Anna Elisabeth Wever (siehe Punkt 1.5.2 in der Anlage), die dem bekannten märkischen Richter- und Reidemeistergeschlecht entstammt, dessen Begründer Jakobus Wever 1360 in Breckerfeld geboren wird. Anna Elisabeth Wevers Ururgrossvater ist Anton vom Habbel, der 1596 als Antonius Habbelius Herschedensis Markanus an der Hohen Schule zu Herborn immatrikuliert und später mit Sibylla von den Berken aus der berühmten Rönsahler Richterfamilie verheiratet ist. Mit einem Klick auf Testament_Wever_Habbel öffnet sich dasjenige von Anna Elisabeth Wevers Urgrosseltern.
In Himmelmert kauft Johann Peter “Gesters Gut” (siehe Plan im Plettenberg-Lexikon von Horst Hassel) von Peter Diedrich Stahlschmidt, einem Bruder meines Ururgrossvaters Wilhelm4. Ob die beiden Vertragspartner von einem verwandtschaftlichen Verhältnis zueinander wissen, lässt sich leider nicht feststellen.
Unten folgen Fotos vom Gesters Gut in Himmelmert aus den 50er Jahren und vom Anwesen in Herscheid-Hoelmecke
Carolines Vorfahren können nur bis zu Jacobus Stahlschmidt zurückverfolgt werden, der 1763 in Herscheid-Verse verstorben ist. Da es in Herscheid keine Kirchenbuch-Aufzeichnungen vor 1733 gibt, ist das Geburtsdatum seines Sohnes Antonius, 22. 5. 1717, aufgrund des Alters bei der Eheschliessung errechnet worden. Man kann davon ausgehen, dass Jacobus bereits vor 1717 in Verse lebt.
Der nachstehende Eintrag ins Zivilstandsregister der Gemeinde Ebbe bezeugt die Geburt meines Ururgrossvaters Peter Diedrich Stahlschmidt am 6. März 1812.
Peter Diedrich heiratet am 17. August 1839 Maria Catharina Lohmann vom Hochstein bei Herscheid. Ihre Mutter ist Maria Catharina Uerpmann, die am 24. Juni 1775 das Licht der Welt auf dem Stammsitz der Familie Uerpmann, dem Uerp, erblickt (siehe Foto oben). Es handelt sich hierbei um ein ehemaliges Kirchengut und eines der ältesten Bauernhäuser in Herscheid, das Ende der siebziger Jahre dem Bau der Umgehungsstrasse zum Opfer fällt.Fussnoten
- D. Woeste, Der Osemund, Ein Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte des Märkischen Sauerlandes und zur Geschichte des Eisens [↩]
- P. von Gebhardt, Geschichte der Familie Brockhaus aus Unna in Westfalen [↩]
- W. Däumer, Die Geschichte der Gemeinde Herscheid, Plettenberg 1958 [↩]
- H. Hassel, Plettenberg-Lexikon [↩]