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von Sachsen, geb. gest. in Dresden, veröffentlichte seit 1829 teils anonym, teils unter dem Pseudonym
Amalie Heiter eine große Zahl von Lustspielen und Familiendramen, unter denen einige, wie: »Der Oheim«,
»Die Fürstenbraut«, »Das Fräulein vom Lande«, »Der Landwirt«, »Der
Majoratserbe«, auf vielen deutschen Bühnen mit Beifall aufgeführt worden sind. Von äußerster Einfachheit
in der Komposition, ohne die Würze des Effekts und selbst ohne die des Kontrastes, üben sie durch die sorgfältige Charakterzeichnung,
durch die Feinheit einzelner Züge und die milde und harmonische Anschauung aller Lebensverhältnisse eine angenehm unterhaltende
Wirkung aus.
Sie erschienen unter dem Titel: »Originalbeiträge zur deutschen Schaubühne« (Leipz.
1836-44, 7 Bde.; neue vollständige, auf Veranlassung des Königs Johann durch R. Waldmüller-Duboc besorgte Ausgabe, das. 1873, 6 Bde.).
Die musikalischen Kompositionen sind nicht im Druck erschienen. Von ihren Operetten wurde »Die Siegesfahne« im Dresdener Hoftheater
gegeben, die andern gelangten nur im Privatzirkel der königlichen Familie zur Aufführung.
Vgl. Fürstenau,
Die musikalischen Beschäftigungen der Prinzessin Amalia (Dresd. 1874);
Waldmüller, Aus den Memoiren einer Fürstentochter (das.
1882).
4) Marie Amalia, Gemahlin Ludwig Philipps, Königs der Franzosen, Tochter des Königs Ferdinand I. (IV.) beider Sizilien, geb.
vermählte sich mit Ludwig Philipp, Herzog von Orléans, obwohl derselbe damals ein Verbannter
war und kaum hoffen durfte, jemals in sein Vaterland zurückzukehren, geschweige den dortigen Thron einnehmen zu können.
Sie lebte mit dem Gatten in glücklicher Ehe, ohne sich in die politischen Angelegenheiten zu mischen. Nach dem Sturz ihrer
Familie im Februar 1848 floh sie mit ihrem Gemahl nach England und starb, seit 1850 verwitwet, in
Claremont bei London.
5) Königin von Griechenland, geb. Tochter des Großherzogs August von Oldenburg, ward mit dem König Otto von
Griechenland vermählt, erlangte durch ihre Schönheit und Willenskraft in Griechenland großen Einfluß,
bemühte sich auch, ihren Gemahl zu thatkräftigem Unternehmungsgeist anzuspornen, vermochte aber auf die Dauer den wankenden
Thron nicht zu halten, um so weniger, da sie keinen Erben gebar und über die Wahl eines Nachfolgers mit ihrem Gemahl in Streit
geriet, indem sie einem Oldenburger Prinzen, nicht einem Wittelsbacher die Krone zuwenden wollte. Nach Ottos
Vertreibung (1862) lebte sie mit ihm in Bamberg, wo sie, seit 1867 Witwe, starb.
vonBena, angesehener Lehrer der Theologie zu Paris und bedeutender Vertreter des Pantheismus, gebürtig von
Bena bei Chartres. Sein von seinem Schüler David von Dinant (s. d.) weiter ausgebildetes System beruht auf
der substantiellen Einheit des Kreatürlichen mit dem Göttlichen, welches nur in irdisch-sinnlicher Form erscheint (was das
Abendmahl versinnbildlicht). Die Menschwerdung, in Christo noch unvollkommen, ward in Amalrich und den Seinigen vollendet. Es bedarf
keiner äußern Kirche, keines äußern Gottesdienstes. Alles, was der Gottesmensch thut, ist rein und ohne
Sünde etc. Amalrich wurde von der Universität Paris und von Innocenz III. verdammt (1207), widerrief und starb 1209. Eine Synode zu
Paris aber verurteilte seine Anhänger zum Feuertod und ließ selbst Amalrichs ausgegrabene Gebeine verbrennen.
Pomponio, ital. Maler,
geb. 1505 zu San Vito in Friaul, starb 1584 daselbst. Ohne ein besonderes
Genie zu sein, beweist der Künstler in seinen Schöpfungen ein fleißiges Nachahmen seines Lehrers Pordenone, dessen grandiose
Art in der Formengebung allerdings bei dem Schüler bisweilen übertrieben und nur äußerlich erfaßt erscheint. Auch scheint
ihm Tizian als Vorbild gedient zu haben. 1533 und 1534 malte er im Dom zu San Vito mehrere große Heiligenfiguren,
im Stadthaus zu Ceneda biblische und römische Geschichtsbilder. Trotz mannigfacher Verstöße gegen die Richtigkeit der Zeichnung
und trotz der Mängel des Kolorits sind seine Gemälde in Santa Maria de' Battuti zu San Vito als verdienstlich anzuerkennen;
andre Arbeiten von ihm sind in Prodolone und im Dom von Udine. -
Auch sein Bruder Girolamo und seine Tochter Quintilia widmeten sich der Kunst; jener lieferte kunstreiche Miniaturen, diese
auch plastische Werke.
in der griech. Mythologie die »Nährerin« des Zeus, nach einigen eine Ziege, welche den neugebornen Gott auf
Kreta säugte und dafür unter die Sterne versetzt wurde (Capella), nach andern eine Nymphe, die ihn mit
der Milch einer Ziege aufnährte und von dem kretischen König Melisseus abstammen sollte. Zeus gab das eine ihrer Hörner den
Töchtern des Melisseus mit dem Versprechen, sie würden jederzeit darin finden, was sie wünschten. So
ward das Horn der Nährziege (cornu Amaltheae oder copiae) zum Sinnbild des Überflusses (Füllhorn). Der Name Amalthea diente auch
öfters als Titel von Sammelwerken etc.
im Altertum Name des Gebirgszugs in Syrien, welcher sich vom Taurus nach S. längs des Golfs von Alexandrette (Issos)
hinzieht, über 2000 m Höhe erreicht und im SW. mit dem schroff abfallenden, 1600 m hohen Vorgebirge Ras
el Chanzyr (Promontorium Rhosicum) endet. Sein jetziger Name ist Gjaur Dagh. Über ihn führen zwei berühmte Pässe, die Pylae
Amanides, nordöstlich vom alten Issos, und die Pylae Syriae (jetzt Paß von Bailan genannt), im S. von Alexandrette, welche
die einzige Verbindung zwischen Syrien und Kleinasien bilden. Durch den letztern Paß drangen im Altertum
Alexander d. Gr., im Mittelalter die Kreuzfahrer in Syrien ein.
(spr. amangwilähr, jetzt Amanweiler), Schlacht bei, in Frankreich übliche Bezeichnung der Schlacht bei
Gravelotte nach dem Dorf Amanvillers zwischen St.-Privat und Gravelotte, wo das 4. französische Korps
(L'Admirault) stand.
Hafenstadt an der Südseeseite des zentralamerikan. Freistaats Honduras, auf der Insel Tigre in der Fonsecabai
(auch Golf von Amapola genannt) gelegen, ein erst 1838 gegründeter Ort mit 1000 Einw., der, seitdem er zum Freihafen erklärt
worden, sich schnell gehoben hat und bei seinem gesunden Klima und vorzüglichen, für die größten Schiffe
zugänglichen Hafen einer bedeutenden Zukunft entgegengeht. Er bringt Farb- und Schmuckhölzer, Tabak, Sassaparille, edle Metalle
etc. aus Honduras sowie Indigo aus San Salvador zur Ausfuhr.