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In 5. Mose 11,10-15 wird das Land Ägypten dem Land Kanaan gegenübergestellt. Dieser Vergleich ist sehr interessant. Wenn wir ein wenig darüber nachdenken, werden wir manche geistliche Belehrung für unser Leben darin finden.
Das Land, wohin du kommst, um es in Besitz zu nehmen, ist nicht wie das Land Ägypten, von wo ihr ausgezogen seid, wo du deine Saat sätest und mit deinem Fuss wässertest, wie einen Gemüsegarten; sondern das Land, wohin ihr hinüberzieht, um es in Besitz zu nehmen, ist ein Land mit Bergen und Tälern; vom Regen des Himmels trinkt es Wasser; ein Land, auf das der Herr, dein Gott, achthat: Beständig sind die Augen des Herrn, deines Gottes, darauf gerichtet, vom Anfang des Jahres bis zum Ende des Jahres.
Und es wird geschehen, wenn ihr fleissig auf meine Gebote hört, die ich euch heute gebiete, den Herrn, euren Gott, zu lieben und ihm zu dienen mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele, so werde ich den Regen eures Landes geben zu seiner Zeit, den Frühregen und den Spätregen, damit du dein Getreide und deinen Most und dein Öl einsammelst; und ich werde deinem Vieh Kraut geben auf deinem Feld, und du wirst essen und satt werden.
Zuerst wird das Land Ägypten beschrieben. Dieses Land kann man mit dem Leben eines Menschen vergleichen, der keine Beziehung zu Gott hat. Als Erstes fällt die Tatsache auf, dass die Bewohner in diesem Land auf ihren Feldern alles selbst machen müssen. Sie müssen selbst säen. Sie müssen auch selbst für die Bewässerung sorgen, indem sie das Wasser mit Fusspumpen vom Nil auf ihre Felder pumpen. Es gibt keinen Gott, der ihnen zu Hilfe kommt. Zweitens ist es bemerkenswert, dass dieses Land – wie es in Vers 10 beschrieben wird – trotz aller Mühe, keine Frucht bringt. Jedenfalls liest man hier nichts davon.
Wie ganz anders ist das Land Kanaan, zu dem die Israeliten unterwegs waren! Dieses Land kann man mit dem Leben eines Menschen vergleichen, der an den Herrn Jesus glaubt und deshalb zu den Erlösten zählt. Im Land Kanaan gibt es – wie im echten Leben auch – Berge und Täler. Es ist nicht so flach wie das Land Ägypten. Es braucht deshalb mehr Anstrengung, um es zu bearbeiten. So kann auch im Leben eines Christen manche Schwierigkeit vorhanden sein. Oft muss er gegen den Strom schwimmen. Aber wie schön ist es, dass der Herr auf dieses Land achthat! Ja, Er blickt vom Anfang bis zum Ende des Jahres mit Interesse auf dieses Land.
Daraus können wir ableiten, dass der Herr Jesus von der ganzen Zeitspanne unseres Lebens mit Ihm – von der Bekehrung bis zum Moment, an dem Er uns heimholt – Kenntnis nimmt. Er sieht alles und hat auf alles acht, auch wenn wir es manchmal nicht so empfinden. In 2. Chronika 16,9 heisst es: «Die Augen des Herrn durchlaufen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist.»
In Vers 13 werden die Israeliten aufgefordert, fleissig auf die Gebote des Herrn zu hören. Wenn sie es tun, wird Er ihnen zur rechten Zeit Regen geben. Daraus erkennen wir für uns, dass wir den Segen des Herrn empfangen, wenn wir auf das Wort Gottes achten und von Herzen das tun möchten, was Er uns sagt. Wir müssen nicht selbst für die Bewässerung sorgen. Nein, der Herr schenkt uns den Regen zur rechten Zeit, damit die Saat aufgehen und die Frucht gedeihen kann. Es ist nicht unsere Anstrengung, sondern sein Wirken, das in unserem Leben Frucht für Gott hervorbringt.
Was ist das für eine Frucht, die das Land Kanaan erzeugt? Gott spricht von Getreide, Most und Öl.
- Das Getreide redet davon, dass der Herr Jesus die Nahrung des neuen Lebens ist. Er möchte, dass wir Glaubende uns von Ihm, dem Brot des Lebens, ernähren und satt werden. Er stillt alle unsere geistlichen Bedürfnisse.
- Der Most ist ein Bild der Freude (Rich 9,13). Wer sich mit dem Herrn Jesus beschäftigt, dessen Herz wird eine tiefe Freude erfüllen.
- Das Öl weist auf den Heiligen Geist hin und zeigt uns, wie Er wirkt (Lk 4,18). Er sorgt dafür, dass sich die Frucht des Geistes im Leben des Glaubenden entfalten kann. «Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit» (Gal 5,22.23).
Wie stark unterscheiden sich doch die beiden Länder Ägypten und Kanaan! Ebenso gross ist der Unterschied zwischen einem Menschen, der eine lebendige Beziehung zu Gott pflegt, und einem, der nur das Leben in der Welt kennt.