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Republik Slowenien.
Hauptstadt: Ljubljana (Leibach) – auch die Stadt des Jože Plečnik genannt - hat ca.
300'000 Einwohner. Fläche Sloweniens: 20'253 km2. Einwohner: ca. 2 Mio.
Der kleine Staat glänzt mit
starken Wirtschaftsdaten. Die Infrastruktur ist nahezu perfekt, der
Bildungsstand hoch, der Fleiss sprichwörtlich.Es ist die Identität eines
Staates, den es so nie gab. Zumindest nicht in den letzten 1000 Jahren. Das
heutige Slowenien war Provinz der k. u. k. Monarchie, dann Provinz des
Königreichs Jugoslawien, später Teilrepublik von Titos Jugoslawien. Heute ist
Slowenien das Musterländle unter den neuen EU-Mitgliedern.
Geographie und generelles
Klima

Slowenien -
ein zauberhaftes Land
Slowenien wird überwiegend von Gebirgen eingenommen. Im Nordwesten hat das Land
mit den Julischen Alpen und den Karawanken Anteil an den Südlichen Kalkalpen.
Höchster Berg des Landes ist der 2 863 m hohe Triglav in den Julischen Alpen.
Nach Süden geht das Hochgebirge in Gebirgszüge und Hochplateaus des Dinarischen
Gebirges über.
In den Küstenstädten Sloweniens
herrscht ein mediterranes Klima, während das Klima in den Bergen im Norden durch
strenge Winter und regenreiche Sommer geprägt ist. Das Hochland, wo auch die
Hauptstadt Ljubljana liegt, besitzt ein gemässigtes kontinentales Klima mit
warmen bis heissen Sommern und kalten Wintern. Sloweniens Fläche besteht zur
Hälfte aus Wald, der andere Teil sind Wiesen, Äcker und Weingärten. Nicht zu
Unrecht wird dieses Land das "Grüne Herz Europas" genannt.
Aus der Geschichte des
Weinbaus in Slowenien
Die früher zu Jugoslawien gehörende Republik Slowenien hat seit der
Unabhängigkeit im Jahre 1991im Weinbau eine beachtliche
Entwicklung aufzuweisen. Trotzdem sind die Einflüsse der historischen und langen
Zugehörigkeit zu Österreich-Ungarn heute noch zu spüren.
Die Tradition des Weinbaus in
Slowenien lässt sich aber mehr als 2400 Jahre zurückverfolgen. Die vermutlich
ersten Rebstöcke pflanzten, von der Apenninenhalbinsel kommend, die Kelten.

Rathaus
Ljubljana
Die römische Besiedlung beschleunigte die Entwicklung, vor allem in der Gegend
von Poetovium (Ptuj/Pettau). Weinbau und Kellerwirtschaft erreichten schon
damals ein erstaunliches Niveau. Die Qualität pannonischer Weine wurde bereits
von den römischen Schriftstellern Strabo und Dio Cassius gelobt. Plinius der
Ältere erwähnte den Anbau im Karstgebiet und bezeichnete diese Weine als
Lebenselixier. Nach der Ansiedlung der Slawen im 6. Jh. kam die Weinkultur
beinahe zum Erliegen. Bücher aus dem Mittelalter geben Zeugnis davon, dass Weine
aus Slowenien am Hof in Wien sowie bei den Erzbischöfen in Salzburg sehr
geschätzt waren. Die Kirche und ihre Orden sorgten für einen erneuten Aufschwung
ab dem 11. Jahrhundert.
Nach der Reblausplage, der auch
hier grosse Rebflächen zum Opfer fielen, kam der Weinbau nur langsam wieder in
Schwung. Seit etwa 10 Jahren erlebt Slowenien einen Aufschwung.
Kellermodernisierung, gutes Flaschendesign und Anpassung an neue Standards
führten zu Erfolgen bei der Produktion international anerkannter Weine.
Das Weinbau-Klima und die
Rebsorten in Slowenien
Die klimatischen Verhältnisse
sind von Alpen-, Kontinental- und Mittelmeer-Klima geprägt. Nach kurzen, starken
Regengüssen im Frühjahr folgt ein warmer Sommer und ein langer, zumeist sonniger
Herbst, was eine späte Lese und damit auch entsprechend reife Weine ermöglicht.

Borut
Ambrozic - Direktor eines Weininstituts
Die Rebfläche beträgt 33.000 ha
geeignete Weinbauflächen, davon sind 26.000 ha im Ertrag. Jährlich werden rund 1
Million Hektoliter Wein produziert. Weissweine werden aus Chardonnay, Beli
Burgundec (auch Beli Pinot = Weisser Burgunder), Chardonnay, Laski Rizling
(Welschriesling), Malvazija (Malvasier), Sauvignon Blanc, Tokaj (Tocai Friulano),
Ranina (Bouvier), Renski Rizling (Rheinriesling), Rizvanec (Müller-Thurgau),
Sivi Pinot (Grauer Burgunder), Sipon (Furmint) und Traminec (Traminer)
produziert.
Rotweine werden aus Cabernet
Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Modra Frankinja (Blaufränkisch), Modra
Porotugalka (Blauer Portugieser), Modri Pinot (Pinot Noir) und Refosk gewonnen.
Die Weinbauregionen in
Slowenien
Es gibt die drei
Weinbau-Regionen

||-
Untergebiet Maribor (Marburg)

-
Untergebiet Ljutomer-Ormož (Luttenberg-Friedau)
-
Untergebiet Radgona Kapela

||-
Untergebiet Bela Krajina

||-
Untergebiet Goriška Brda (Görzer Hügel)

-
Untergebiet Vipavatal (Wippachtal)
-
Untergebiet Kras (Karst)
-
Untergebiet Koper

Podravje
Die grösste und bedeutendste
ist die im Osten liegende, an Österreich und Ungarn angrenzende Region
Podravje (Drauland) zwischen den Flüssen Mura (Mur) und Drava (Drau) mit dem
Weinbau-Zentrum Maribor (Marburg). Sie gliedert sich in die Weinbau-Gebiete
Prekmurske Gorice, Radgona-Kapela (an die Südsteiermark angrenzend),
Ljutomer-Ormoz (Luttenburg-Friedau), Srednje Slovenske Gorice (mittlere
Windische Bühel) und Haloze (Kollos). Die Weine aus der Podravje-Region gehören
zu den angesehensten in Slowenien; die Region ist besonders für ihre Spätlesen
bekannt.
Hier werden vor allem
Weissweine erzeugt, die vom Stil her ähnlich jenen aus nördlichen Ländern sind.
Der bekannteste davon ist der Sipon (Furmint), aus der gleichnamigen Sorte. Als
Vorzeigebetrieb gilt Radgonske Gorice (300 ha Rebfläche), wo ausgezeichnete
Weiss- und Schaumweine produziert werden. Hier die Adresse:
Radgonske Gorice
Gornja Radgona, p.o.
Jurkoviceva 5-9
9250 Gornja Radgona
phone: +386 69 61-321
fax: +386 69 61-039
Interessante Klein-Klimazonen
in der Region Podravje liegen um Jerusalem (Kog, Lahonci), Svecina (Witschen) an
der österreichischen Grenze, Plitvicki vrh bei Radgona (Radkersburg) und
Meranovo am Bahern bei Maribor.
In Meranovo besass einst der
österreichische Erzherzog Johann (1782-1859) ein grosses Grundstück. Hier
liess sich der grosse Weinbau-Förderer ein Haus bauen und von französischen
Önologen einen Weingarten anpflanzen. Er gründete auch die erste
„Steiermärkische Landes-Obst- und Weinbauschule“ in der Nähe von Maribor. Johann
war das 13. Kind von Kaiser Leopold II. und Maria-Luise. Seit seinem Tod heisst
dieses Gut Meranovo, benannt nach Meran in Südtirol, wo der Erzherzog im Schloss
Schenna begraben liegt. Auf dem Gut Meranovo dominieren noch immer die Weine,
die Erzherzog Johann vorwiegend aus den Weinregionen Rhein und Mosel eingeführt
hatte. Sie gewinnen regelmässig Preise bei lokalen und internationalen
Weinmessen.
Posavje
Die zweite Region Posavje (Save-Gebiet) im Sava-Tal grenzt im Süden der
Region Podravje an und liegt entlang der Grenze zu Kroatien. Diese ist
unterteilt in die die Weinbau-Gebiete Smarja-Virstajn, Bizelsko-Sremic,
Dolenjska (Unterkrain) und Bela Krajina (weisse Krain). Hier werden vorwiegend
Weiss- und Rosé-Weine produziert, am bekanntesten ist die Rosé-Cuvée Cvicek.
Primorje
Die dritte Region Primorje
(Adria-Küstenland) liegt im Westen an der italienischen Grenze mit dem am meist
entwickelten Weinbau-Gebiet Goriska Brda (Görzer Hügelland). Die italienischen Colli Orientali, DOC Collio, was "östliche Hügel"
bedeutet" gehören eigentlich nach ampelographischer Betrachtungsweise dank
der einheitlichen geologischen und klimatischen Umgebung ebenfalls zu der slowenischen
Sub-Region Goriska (=Görz) Brda (= Hügel).
Der Name Primorje stammt aus
dem slowenischen Wort "Am Meer", obwohl nur ein kleiner Teil dieser Region an
der Küste liegt. Der zeitweise beissende Nordostwind "Bora" beeinflusst das
Weinbauklima sehr. Der "Bora" ist nicht nur ein sehr kalter Wind, der einen
Windkältefaktor von minus 25 o C erzeugen kann, er ist auch sehr
heftig mit Windböen bis zu 200 km/h und trocknet den Boden aus. Zwischen der
letzten September- und der ersten Oktoberwoche herrschen oft starke Gewitter. Dies macht
eine spätere Lesen - wie in Podravje - praktisch unmöglich, da die Trauben
faulen würden (es gibt eine bemerkenswerte Ausnahme von dieser Regel, die
Pikolit-Rebe). Dieser Nachteil wird aber durch einen raschen Frühjahresbeginn
und heisse Sommer etwas ausgeglichen.
Weitere Unter-Gebiete der
Region Primorje sind Vipavatal (Wippachtal) und das Gebiet rund um Koper an der
Adria. Rund um Koper wird vorwiegend
Rotwein aus der Rebsorte Refosk erzeugt. Die Genossenschaft Vinakoper an der
Adriaküste ist einer der grössten Betriebe der Region (500 ha).
In der Primorje einheimische weisse Sorten
sind Rebula (Ribolla), Pinela, Pikolit und Zelen.
Teil von Primorje ist Kras (ital.
Carso, dt. Karst). Der dort bekannteste Wein ist wohl der berühmte Rotwein Kraski Teran.
Neu wird er nur noch unter der Bezeichnung Kras Teran geführt. Der Kras Teran könnte ein Nachfolger des von Plinius dem Älteren (23-79) erwähnten
antiken Weines Pucinum sein. Der ursprungsgeschützte Name „Kras Teran“
darf in Slowenien nur für Weine eines 750 ha grossen Bereichs mit dem
speziellen, eisenhaltigen Bodentyp "Teran" verwendet werden. Diesen gibt es nur
in der Weinbau-Region Kras und zu einem kleinen Teil (ca. 15 ha) im angrenzenden
italienischen DOC-Bereich Carso in der Region Friaul-Julisch-Venetien.
Grundsätzlich neigen die Weine
des Primorje dazu, trocken und mineralisch zu sein, mit niedriger Säure und
feinem Bouquet. Sowohl Rot- als auch Weissweine tendieren zu kräftigeren Farben
als jene von anderen Regionen. Primorje ist übrigens das einzige slowenische
Weinanbaugebiet, in dem Rotweine 50 % der Produktion ausmachen; überall sonst
dominiert der Weisswein.
Die Wein-Qualitätsstufen in
Slowenien
Die slowenischen Wein-Qualitätsstufen sind Namizno Vino (Tafelwein), Dezelno
Vino (Landwein, wie Vin de Pays oder Vino da Tavola), Kakovostno Vino (ZKGP,
Qualitätswein) und Vrhunsko Vino (Spitzenwein). Weitere Bezeichnungen sind
Izboro (Auslese), Suhi Jagodni Izboro (Trockenbeerenauslese); Ledeno Vino
(Eiswein) und Arhivsko Vino (Archivwein, lagerfähig). Die Abstufungen im
Süßegrad sind suho (trocken), polsuho (halbtrocken), polsladko (halbsüß) und
sladko (süß). In Vorbereitung auf den EU-Beitritt wurde die Bezeichnung „Priznano
Tradicionalno Poimenovanje“ (erlaubte territoriale Bezeichnung) kreiert.
In vieler Hinsicht ist der Weinbau von den angrenzenden EU-Staaten beinflusst (Italien und
Österreich). Auch wenn der Grossteil der Weine von
Genossenschaftskellereien ausgebaut wird, hat sich doch schon eine steigende
Anzahl Privatwinzern etabliert, die vorwiegend exportieren.
Maribor - Stadt mit der ältesten
Rebe der Welt
Maribor (Marburg an der Drau), mit ca. 115.000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt Sloweniens, ist ein
römisch-katholischer Bischofssitz und beherbergt eine Universität. Schon vor
1254 hatte Maribor die Stadtrechte erhalten. Das Gebiet befindet sich an der
Westgrenze der Podravje-Region. Das Maribor-Gebiet ist bekannt für seine edlen
und aromatischen Weissweine: Der Laski rizling reift besonders gut, und der
Renski rizling soll der Höhepunkt der Weissweine von Maribor sein. Bei den
Rotweinen dürfte der Modri Pinot, der als erster von Erzherzog Johann eingeführt
wurde, führend sein. Der meistgeschätzte Cuvée dieses Gebietes soll der
Mariborcan aus Renski rizling, Laski rizling, Sauvignon und Traminec sein.
Der deutschsprachige
Bevölkerungsanteil betrug vor dem 2. Weltkrieg etwa 25%. Bis zum Ende des Ersten
Weltkrieges lag er noch etwa bei 80 % und dominierte das öffentliche Leben auch
der Nachbardörfer, die mit der Stadt Marburg eine deutsche Sprachinsel bildeten.
Maribors Burg zählt zu den
vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Die heutige Burg, in der das Regionalmuseum untergebracht ist, wurde zwischen
1478 und 1780 gebaut. Die ursprüngliche Burg stand auf dem Pyramidenberg und
wurde erstmals 1164 erwähnt.
Zahlreiche Gässchen sowie die Uferpromenade laden zu einem gemütlichen
Spaziergang ein. Das Stadtleben wird durch
viele Kunstgalerien bereichert, und das Maribor-Theater hat mit sehr
erfolgreichen Produktionen zum Ansehen der Stadt im In- und Ausland beigetragen.
Seit vielen Jahren findet in Maribor jeden Oktober das Borstnik-Festival statt,
ein grösseres Theatertreffen slowenischer und internationaler Ensembles.

Lentfestival - Maribor
Jeden Juni findet das zweiwöchige Lent-Festival statt (genannt nach dem am
Drau-Ufer gelegenen Stadtbezirk Lent), mit hunderten von Musik-, Theater- und
Kleinkunst-Veranstaltungen. Hier eine Video-Show der Veranstaltung,
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Jeweils im Januar trägt das am
Stadtrand gelegene Ski-Gebiet Mariborsko Pohorje den Damen-Slalom und den
Damen-Riesenslalom des Weltcups aus.
Die angeblich älteste
Weinrebe der Welt ( Rebsorte Zametna crnina) befindet sich in Maribor. 400 Jahre oder mehr
liefert die Strata trta, die „alte Rebe“, angeblich schon Wein. Feierlich werden
zwischen 35 und 55 kg Trauben jeweils Anfang Oktober geerntet. Die daraus
gewonnenen ca. 50 l Wein werden in winzigen Phiolen von Stadtbesuchern gekostet. Die alte
Rebe stellt ausserdem Ausgangspunkt und/oder Ziel aller Weinstrassen, die durch
die Umgebung führen, dar.
Maribor ist von Weingärten
umgeben wie kaum ein anderer Hauptort. Unter dem Stadtzentrum befindet sich ein
200 Jahre alter, riesiger Weinkeller - die Vina mit mehr als 450'000 Flaschen - und am Lent erwartet Sie auch eine interessante Vinothek in einem alten Wasserturm.
Als Wanderlehrer gründete der
deutsche Ampelograph Hermann Goethe (1837-1911) im Jahre 1872 die Obst- und
Weinbauschule Marburg, die er zu einer Musteranstalt
ausbaute. Maribor ist ohne Zweifel die Weinhauptstadt Sloweniens.
Hinweis: Wir haben die Beiträge nach bestem Wissen
erstellt. Sollten Sie dennoch in unseren Beschreibungen Fehler finden, danken
wir für jeden Hinweis.
Kennen Sie den Weinführer -
und Winzerführer Schweiz.
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