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Junge Eltern für eine moderne Familienpolitik
In den letzten 10 Jahren sind 25 Anläufe für die Einführung eines Eltern- oder Vaterschaftsurlaubes im Parlament gescheitert.
Am 1. September 2015 hat die ständerätliche Kommission für Soziales und Gesundheit die Verhandlungen über eine parlamentarische Initiative von Martin Candinas (CVP) zur Einführung eines zweiwöchigen Vaterschaftsurlaubes finanziert über die Erwerbsersatzordnung EO sistiert.
Die ständerätliche Kommission hat nun auch diesen sehr bescheidenen Vorschlag auf den St. Nimmerleinstag verschoben, obwohl eine Mehrheit der Bevölkerung heute klar eine Lösung verlangt. Eine Studie von Travail.Suisse hat gezeigt, dass 80% der Befragten den Vaterschaftsurlaub befürworten.
Die Unterzeichnenden dieser Petition fordern neu gewählte auf, die Verzögerungstaktik endlich aufzugeben. Das neue Parlament muss die Einführung eines flexiblen Elternschaftsurlaubes, oder mindestens eines bezahlten Vaterschaftsurlaubes, zuoberst auf seine Traktandenliste setzen. Bereits heute unterstreichen die vielen, bereits existierenden Lösungen in grösseren Unternehmen, dass umsetzbare Modelle existieren.
Diese Petition soll am 30. November, dem ersten Sitzungstag des neuen Parlaments, der neu gewählten Präsidentin des Nationalrates übergeben werden.
Eine moderne Schweiz ist eine Schweiz mit Elternzeit!
Einen gemeinsamen, von der familienform unabhängige Elternzeit unmittelbar um die Geburt (oder Adoption) eines Kindes
Eine flexibel anwendbare, von der familienform unabhängige Elternzeit im Laufe der ersten Lebensjahre jedes Kindes
Die heutige Regelung, die ausschliesslich eine Auszeit für die Mutter vorsieht ist gleichstellungspolitisch problematisch. Eine gleichberechtigte Elternzeit schafft erst die Voraussetzungen für ein partnerschaftliches Familienmodell.
Alle internationalen Studien zeigen klar, dass die ersten Lebensmonate für die Beziehung beider Elternteile zum Kind entscheidend sind.
Wir beobachten schon heute die Entwicklung einer Zweiklassengesellschaften: Immer mehr Väter mit guten Löhnen leisten sich die privat finanzierte Elternzeit – die grosse Mehrheit mit mittleren oder tiefen Löhne hat aber schlicht nicht die Mittel dazu.
Gleichzeitig verhandeln grosse Unternehmen teils mehr oder weniger grosszügige Lösungen mit ihren Mitarbeiter_innen. Angestellte kleiner Firmen gehen leer aus. Das schafft eine stossende Ungleichheit zwischen den Arbeitnehmer_innen, aber auch zwischen KMUs und Grossbetrieben.
Die Schweiz ist ein Entwicklungsland – zumindest, was die Familienpolitik angeht. Nach wie vor fehlt in unserem Land, was im übrigen Europa längst selbstverständlich ist: Eine Elternzeit für beide Elternteile. Das Parlament wird in den kommenden Monaten die Motion Candinas 14.415 behandeln. Sie fordert einen absolut minimalistischen Vaterschaftsurlaub von zwei Wochen. Doch bereits dieser Vorschlag droht zu scheitern. Das Parlament politisiert damit völlig an den Realitäten von jungen Eltern in diesem Land vorbei. Darum reden jetzt wir: Junge Eltern, ihr Umfeld und ihre Freundinnen und Freunde. Wir reden nicht davon wie es gestern war. Wir wissen, was es heute heisst Kinder zu bekommen und grosszuziehen.
Wir wissen aus eigener Erfahrung wie schwierig es ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Und wir wissen, welche Hindernisse es auf dem Weg zu einem gleichberechtigten Familienleben zu überwinden gilt.
Mit der Gründung des Plattform „Initiative junge Eltern für eine moderne Familienpolitik: Elternzeit jetzt!!“ wollen wir all jenen eine Stimme geben, die unsere Forderung teilen. Wir möchten eine Plattform bieten für junge Eltern und weitere Einzelpersonen und Organisationen, die nicht länger gewillt sind, die Untätigkeit des Parlaments in dieser Sache einfach so hinzunehmen.
ein überparteiliches Komitee von Junge Eltern im Nationalrat: Aline Trede, 31, Nationalrätin Grüne, Mutter eines dreijährigen Sohnes; Rebecca Ruiz, 33, Nationalrätin SP, Mutter einer zweijährigen Tochter; Bastien Girod, 34, Nationalrat Grüne, Vater einer zehn Monate alten Tochter; Cédric Wermuth, 29, Nationalrat SP, Vater einer sechs Monate alten Tochter.