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Im fünften und letzten Umgang arbeitete sich Fuchs, der mit der Mannschaft am Freitag bereits Gold gewonnen hatte, trotz eines Abwurfs wieder in die Medaillenränge vor. In Rotterdam 2019 war er Europameister geworden, nachdem der Brite Ben Maher auf Explosion noch vier Strafpunkte einfing. In Norddeutschland nun rückte Fuchs als Zuschauer von Position 4 auf Platz 2 vor - einzig Thieme verteilte keine Geschenke.
Der Schweizer Titelverteidiger war aus der Defensive in den Finaldurchgang der Top 12 gestartet. Der Führende nach den drei Prüfungen bis und mit Freitag musste am Sonntag im vierten Umgang einen Abwurf an einem Oxer hinnehmen. Die vier Strafpunkte warfen Fuchs mit dem Total von 5,31 in den 4. Zwischenrang zurück - hinter Thieme (2,84), Peder Fredricson/Catch Me Not (4,46) und Ioli Mytilineou/Levis (4,64).
Auch im letzten Umgang deutete zunächst wenig auf eine Medaille hin. Erneut fiel eine Stange, diesmal beim Einsprung in die Dreifach-Kombination. Aber der Vierbeiner Levis verweigerte der Griechin Mytilineou, und Fredricson fiel nach einem Fehler samt Zeitüberschreitung hinter Fuchs zurück. Auch der Schlussreiter Thieme musste zittern, nachdem seine Stute beim gleichen Hindernis wie Leone Jei eine Stange abgeworfen hatte. Den Rest des Parcours absolvierte der Deutsche mit Chakaria wieder ohne Probleme: Sieg mit 6,84 Strafpunkten vor Fuchs (9,31) und dem Schweden Fredricson (9,46).
Ein Medaillen-Garant
Martin Fuchs ist ein Medaillen-Garant. Einzig bei den Olympischen Spielen klappte es bislang nicht. Den Einstand bei einem Elite-Championat gab er als 23-Jähriger an den EM in Aachen 2015. Er holte ebenso Team-Bronze wie zwei Jahre später in Göteborg. 2018 flog er aus den USA mit der WM-Silbermedaille aus dem Einzel im Gepäck nach Hause, 2019 wurde er Europameister. Nun kommen von Riesenbeck Gold und Silber hinzu, obwohl der erst neunjährige Wallach Leone Jei erstmals ein Championat bestritt. Der Vierbeiner war bereits vor der Verletzung von Clooney als EM-Pferd vorgesehen gewesen.
Maddox, der Wallach unter Steve Guerdat, baute bei seinem Championats-Debüt ab. Im letzten Umgang der Top 12 verweigerte er zweimal, womit das Paar in den 11. Rang zurückfiel.
Spät erfolgreich
Der 46-jährige Thieme ist spät in der Weltelite aufgetaucht. Zu seinem zuvor spektakulärsten Erfolg gehört der Rekord von vier Siegen bei den «Eine-Million-Dollar-Springen» in den USA, zuletzt im Frühjahr. Olympia und EM seien «aber noch mal eine ganz andere Nummer», sagte er. Dass er in Tokio dabei war und nun in Riesenbeck zum Nationalteam gehörte, hat er Chakaria zu verdanken. «Man braucht dafür ein aussergewöhnliches Pferd», sagte Thieme. «Das hatte ich vorher nicht.»