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Vor 25 Jahre wurde das Karfreitagsabkommen unterzeichnet. Das Abkommen sollte Nordirland Ruhe und Frieden gewähren, nach dem sich pro-irische Republikaner und pro-britische Unionistinnen über Jahrzehnte bekämpft hatten. Während die Republikaner:innen die Wiedervereinigung Nordirlands mit Irland anstreben, verteidigen Unionist:innen den Verblieb Nordirlands im Vereinigten Königreich. Das Karfreitagsabkommen sollte die gewaltbeladenen Phase des Konfliktes zwischen Unionist:innen und Republikaner:inn
en beenden.
Obwohl die Gewalteskalationen im Norden abgenommen haben, bleibt die politische Lage aber weiterhin angespannt, und der Brexit hat erneut Öl ins Feuer des nordirischen Konflikts gegossen: Was geschieht mit dem Norden Irlands, wenn Grossbritannien aus der EU austritt? Was geschieht mit der Zollfreiheit zwischen Nordirland und Irland? Diese Fragen sollten durch das sogenannten «nordirischen Protokoll» des Brexit-Abkommens geklärt werden. Das Protokoll sieht vor, dass nach dem Brexit zwischen dem zum Vereinigten Königreich gehörenden Nordirland und dem EU-Mitglied Irland keine Zollkontrollen eingeführt werden; denn es wird befürchtet, dass solche Zollkontrollen das Karfreitagsabkommen und damit den Frieden gefährden könnten. Das würde aber dazu führen, dass es zwischen Nordirland und dem restlichen Grossbritannien Zollkontrollen geben sollte; dies ist ein Dorn im Auge der nordirischen pro-britischen Unionist:innen. Sie befürchten, dass sich Nordirland dadurch von Grossbritannien abwendet.
Dan Murphy ist Vertreter für Westbelfast der Irish republic and socialist party, einer pro-irischen linken Partei. Durch die Diskussionen rund um Brexit ist für ihn nun auch das Thema der Wiedervereinigung Nordirlands mit Irland wieder auf dem Tisch. «Ich glaube, dass es innerhalb der nächsten 5 bis 10 Jahre ein Referendum geben wird, und ich bin fest davon überzeugt, dass wir dieses Referendum gewinnen können», meint der Ire.