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Unsere bevorzugte Vorgehensweise in der Vermögensverwaltung besteht in der Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Wir versuchen, so objektiv und Fakten basiert wie möglich, die Erfolgswahrscheinlichkeit unserer Anlagetätigkeit für die Kunden zu optimieren. Dabei ist der wichtigste Erfolgsfaktor im Management von Aktienvermögen das Faktor-Investing (auch "style investing" genannt).
Wie verhalten sich eigentlich faktorbasierte Anlagestrategien während Markteinbrüchen, wie wir sie zuletzt im März gesehen haben? Respektive wie könnte ein Portfolio positioniert sein, damit es von einer Erholung möglichst profitieren kann.
Die amerikanische Analysefirma Style Analytics hat dazu eine detaillierte Studie verfasst. Dazu haben sie die drei letzten grossen globalen Markteinbrüche (Black Monday 1987, Platzen der Tech Bubble, Globale Finanzkrise "GFC") analysiert und dabei festgestellt, dass die aktuelle Krise mit der Globalen Finanzkrise die höchsten Korrelationen bezüglich der Faktorrenditen aufweist. Allerdings war die Zeitdauer der Finanzkrise viel länger als der aktuelle Einbruch seit Covid-19, welcher jüngst die globale Wirtschaft lahmgelegt hat. Während der Globalen Finanzkrise hat der US Markt in 16 Monaten rund 50% verloren, in der aktuellen Krise hat der S&P 500 vom 19. Februar bis zum 23 März rund 34% verloren. Aktuell (Ende April 20) haben wir von den Tiefständen wieder 25% zugelegt. Die Daten für Europa oder die Schwellenmärkte sehen ähnlich aus. Für die weitere Diskussion konzentrieren wir uns auf Europa.
Die Style Analyse der vergangenen Markteinbrüchen und der Covid Krise bis zum Tiefpunkt im März zeigt, dass typische Substanz ("Value") und Rendite-Faktoren ("Yield"), farblich hellblau und dunkelblau, eine deutliche Minderperformance aufweisen, während die Faktoren mit Fokus auf tiefer Volatilität ("low vol") und Bilanzqualität ("quality"), in den Farben rot und violett, eine Outperformance aufweisen.