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Aston Martin hat zwei Autohändler in der Schweiz verklagt, weil sie Kundengelder in Höhe von umgerechnet knapp 13 Millionen Franken nicht weitergeleitet haben sollen. Konkret richtet sich die Anzeige gegen zwei Vorstandsmitglieder der Firma Nebula Project in Teufen. Gegen diese werde nun ermittelt, schreibt die «FT».
Gegenstand des Konflikts sind Anzahlungen für das Prestigeprojekt von Aston Martin, das Hypercar «Valkyrie». Die Schweizer Firma hätte Gelder in der beklagten Höhe entgegengenommen, aber nicht an den Luxus-Automobilhersteller weitergeleitet. «Valkyrie» ist ein Flaggschiff-Produkt für Aston Martin, mit einer limitierten Auflage von 150 Modellen und 30 weiteren für eine Rennstreckenversion.
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Wo sind die restlichen Gelder?
Aston Martin rechnet dieses Jahr mit Einbussen in Höhe von 19 Millionen Franken. 13 Millionen davon seien die fehlenden Kundengelder. Die verbleibenden 6 Millionen Franken stammen aus einer buchhalterischen Rückstellung aufgrund geänderter geschäftlicher Vereinbarungen, nachdem die Gruppe den von beklagten Direktoren geführten Aston-Martin-Handel in Teufen beendet hatte. «Aston Martin ist fest entschlossen, die betroffenen Kunden zu unterstützen und mit ihnen zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie ihre Fahrzeuge aus dem Valkyrie-Programm wie geplant erhalten», so der Autobauer weiter.
Das Unternehmen hat vier weitere Autohäuser in der Schweiz. Die beiden Direktoren von Project Nebula sind Andreas Baenziger und Florian Kamelger, wie aus den Unterlagen und früheren Pressemitteilungen über das Projekt hervorgeht. Die beiden halfen Aston bei der Finanzierung des Valkyrie im Jahr 2016, indem sie anboten, Schweizer Kundeneinlagen einzuholen, um die Finanzierung der Luxusboliden sicherzustellen.
Im Gegenzug sollte Nebula Provisionen aus den Verkäufen des Valkyrie-Modells sowie von zwei weiteren Autos, die auf der gleichen Technologie basieren, dem Valhalla und dem Vanquish, erhalten. Da Aston den Vertrag nun gekündigt hat, glaubt das Unternehmen, dass es keinen Anteil an den Verkäufen an Nebula zahlen muss, sodass der Autobauer trotz der finanziellen Einbussen in den nächsten zwei Jahren langfristig finanziell besser dasteht. «Es wird erwartet, dass die finanziellen Auswirkungen, die dadurch entstehen, dass wir nicht alle eingezahlten Gelder erhalten haben, durch die Vorteile aus der Beendigung der Nebula-Vereinbarung und den damit verbundenen potenziellen Lizenzzahlungen aufgewogen werden», so Aston.
Der Kunde zahlt die Produktion vor
Das ungewöhnliche Finanzierungsmodell der Finanzierung vor Produktion wurde zu einer Zeit eingeführt, in der Aston mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte und nicht in der Lage war, in das Fahrzeug zu investieren. Dabei sei es das schnellste und teuerste jemals gebaute Strassenauto der Welt.
Während die von den Käufern des Hypercars an Nebula geleisteten Anzahlungen an Aston weitergeleitet wurden, kassierten die Direktoren von Nebula auch weitere Zahlungen von einigen Kunden, die sie eben nicht an den Autobauer weiterleiteten, heisst es in den Gerichtsunterlagen.
Eine Reihe von Aston-Kunden haben sich der Klage angeschlossen. Der Autobauer sagt, dass er die Verkaufsvereinbarungen einhalten wird. Die Auslieferung des Autos soll im September beginnen und bis ins nächste Jahr hinein dauern.
Der Verkauf des Valkyrie sollte eigentlich 2020 beginnen, wurde aber auf Ende des Jahres verschoben, nachdem die Pandemie die Produkttests beeinträchtigt hatte. Der Valhalla-Supersportwagen, der auf der Valkyrie basiert, wird auch im kommenden James-Bond-Film «No Time To Die» auftreten.
(tdr)