Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03565.jsonl.gz/1640

Bis 1805 verlor sich der Bach in einem Trichter (emposieu) am Fuss der
Felsen des
Col des Roches und trieb hier die s. Z. berühmten
unterirdischen
Mühlen des
Col des Roches. Zur Zeit der Schneeschmelze oder bei lange anhaltendem Regen füllt sich das Bachbett
rasch mit Hochwasser, das häufig die ganze Umgegend überflutete. Um diesem Uebelstande zu begegnen,
schlug man durch den
Col des Roches einen 1805 vollendeten 300 m langen
Tunnel, der den
Wassern einen Abzug durch die
Schlucht
der
Rançonnière zum
Doubs öffnete.
Die dazu nötigen Gelder waren auf dem
Wege einer allgemeinen Sammlung beschafft worden. Die Wasserverhältnisse
der Gegend besserten sich, und die sumpfigen Niederungen wurden allmählig dem Anbau gewonnen. Ueberschwemmungen aber traten
auch seither immer wieder von Zeit zu Zeit auf. Die beträchtlichste war die vom die die tiefer gelegenen
Gassen
von
Le Locle überflutete und die Ortschaft ihrer ganzen Länge nach in zwei getrennte Hälften spaltete.
Die seither unternommenen Schutzbauten haben mehr als 600000 Franken gekostet.
Sein 66 km2 umfassendes
Einzugsgebiet hängt also indirekt mit dem der
Areuse zusammen.
Das
Wasser des Bied wird durch den Torf
stark braun gefärbt, und diese Färbung tritt, allerdings in gemildertem Masse, in der
Noiraigue wieder auf, deren Wasserquantum
übrigens ein grösseres ist, als dem Bied allein zukommt. 1864 unternahm Desor, die Zeitdauer des unterirdischen
Laufes dadurch
zu bestimmen, dass er in den Trichter des
Voisinage Stärkelösung goss und dann deren Anwesenheit in
der Quelle der
Noiraigue mit Hilfe der bekannten Jodreaktion nachzuweisen versuchte.
Das Ergebnis war aber ein nur sehr unbestimmtes,
wie auch ein ähnlicher, 1901 unternommener Versuch mit Fluorescin erfolglos geblieben ist.
entspringt im Thälchen vonRiaux,
stürzt sich über eine hohe Felswand, nimmt an deren Fusse die Sourde und die
Wasser des
Baches von
La Vaux auf, durchfliesst
Môtiers, wo er eine
Säge treibt, und mündet unterhalb des Dorfes in 740 m von rechts in die
Areuse.
(Pointedu) (Kt. Neuenburg,
Bez. Boudry).
Alluvionskegel der
Areuse im
Neuenburgersee. Sein mit mächtigen alten
Bäumen
bestandener Ostrand bildet einen prachtvollen
Hintergrund für die Bucht von
Auvernier. Hier liegt das Landgut
Le Bied, wo 1740 die
erste Buntweberei im Kanton Neuenburg
entstand und wo 1831 Generalleutnant von Zastrow, preuss. Gouverneur des Fürstentums, starb. 1813 lebte
hier während des Sommers die Prinzessin von Anhalt-Bernburg-Schauenburg mit ihren zwei Töchtern und
ihrem kleinen Hofhalt, und 1814 besuchte König Wilhem III. von Preusen ^[richtig: Preussen] das hier von der Familie de
Luze für die Verwundeten der Verbündeten eingerichteten Militärspital.
Alimentaire(Kt. Waadt,
Bez. Yverdon).
Alter Orbelauf, vor deren Einmündung in den
Neuenburgersee, zieht sich sw.
Yverdon auf eine
Länge von 7,5 km hin. Dient heute als Abzugskanal für die Hochwasser der
Orbe und ist gleichsam die
Fortsetzung des alten Kanales von
Entreroches. Oestlich von ihm und ganz in seiner Nähe des Ostkanal; w. von ihm das erst
seit wenigen Jahren gegrabene neue
Bett der
Orbe.
die Zihl bis zum See zu begleiten. Zwei Drittel des Amtsbezirkes liegen an den Jurahängen, deren unterer Teil, bis 500 m Höhe,
mit Reben von ziemlich gutem Ertrag bestanden ist, während die höheren Gegenden Nadelholzwald und Alpweiden tragen und,
besonders zwischen Biel und Magglingen, mit zahlreichen erratischen Blöcken übersäet sind. Die malerischste
Stelle des Bezirkes u. zugleich eine der schönsten Landschaften des Jura überhaupt bildet der Durchbruch der Schüss, die
Taubenlochschlucht der Bieler, der sich auf eine Strecke von 4 km von Frinvillier bis Bözingen zieht.
Die tief in die Jurakalke eingeschnittene Kluse wird in ihrer ganzen Länge begleitet von der Kantonsstrasse,
der Eisenbahnlinie Basel-Biel und einem 1889 eröffnetem Fussweg, der zum Teil in die Kalke und Tuffe eingehauen ist. Die Schlucht
wird jährlich von ungefähr 70000 Fremden besucht. Oestlich von dieser jurassischen Via Mala ziehen sich die Waldungen der
ersten Jurakette weiter, nur hie und da unterbrochen von einigen senkrechten Felswänden, trockenen Wiesen
und Lichtungen, von denen aus, wie z. B. bei Magglingen und Leubringen, der Blick auf die ganze Alpenkette vom Mont Blanc bis
zum Säntis schweift.
Das bedeutendste fliessende Gewässer ist die Schüss (Suze), die in der Taubenlochschlucht mehrere Turbinen treibt und damit
der Zahnradbahn Biel-Magglingen, der Gemeinde Bözingen, der Jura-Simplon-Bahn und einer Drahtzieherei Kraft
und Licht liefert. Nachdem sie bei Bözingen den Jura verlassen, fliesst die nun kanalisierte Schüss durch die Ebene bis Mett,
von wo sie sich nach SW. wendet. Ein geradliniger Abzugskanal für die Hochwasser des Flusses durchschneidet den unteren
Stadtteil von Biel und mündet w. vom Bahnhof in den Bielersee.
Im Allgemeinen ist der Amtsbezirk Biel recht fruchtbar, die unproduktiven Flächen sind an Raum beschränkt
und der Ackerbau blüht. Doch lebt der grössere Teil der Bevölkerung von der stark entwickelten Industrie. In erster Linie
kommt in Betracht die Uhrenindustrie; zu nennen sind ferner Eisen- und Messinggiessereien, Maschinenfabriken aller Art, Velofabriken,
Stahlfedern-, Piano-, Cement- und Möbelfabriken, Steinschleifereien für die Uhrenindustrie. Grosse Eisenbahn-Reparaturwerkstätten
etc.
Das Klima ist ein verhältnismässig mildes u. gesundes. Seines klaren Himmels und seiner reinen Luft wegen ist Magglingen
mit Recht berühmt, während die Ebene im Frühjahr, Herbst u. Winter oft lange Tage im Nebel steckt.
Die bemerkenswerte Lage von Biel musste auf die Entwicklung der Stadt naturgemäss einen grossen Einfluss ausüben. 1870: 8113 Ew.;
1880: 11623 Ew.;
1888: 15407 Ew.;
1900, mit Einschluss der weitausgedehnten u. ohne Zweifel in naher Zukunft mit der
Stadt zu einem einzigen Gemeinwesen vereinigten Nachbargemeinden: über 30000 Ew. Mit vollem Recht nennen deshalb die unternehmungslustigen,
intelligenten, arbeits- und fortschrittsliebenden Bieler ihre Stadt die «Zukunftsstadt».
Biel ist die zweitgrösste Stadt
des Kantons Bern
und zugleich eines der wichtigsten Handels- und Industriecentren der Schweiz überhaupt.
Biel ist eine Stadtanlage von hohem Alter, und die an
¶