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Ohne Gegenmassnahmen wird der Klimawandel nach einem Bericht der britischen Regierung wirtschaftliche Schäden anrichten, die mit den Folgen der beiden Weltkriege vergleichbar wären. Sie fordert konsequentes Handeln.
Der Autor des 700-seitigen Berichts und Wirtschaftsexperte der Regierung, Sir Nicholas Stern, erklärte, die Emissionen jetzt zu drosseln, würde jährlich ein Prozent des weltweiten BIP kosten. «Das ist machbar», sagte er, «wir können wachsen und grün sein.»
Warnung vor schwerwiegenden Folgen
Den Klimawandel zu ignorieren, so Stern, werde dem Wirtschaftswachstum letztlich jedoch schaden. Dann bestünden in diesem und dem nächsten Jahrhundert Risiken für Wirtschaft und Sozialwesen «ähnlich denen, die mit den Weltkriegen und der Wirtschaftskrise in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Verbindung gebracht werden».
Blair sagte, in der Wissenschaft bestehe Konsens darüber, dass sich die Erde erwärme und dass dafür die überwiegend die Treibhausgase verantwortlich seien. Sollte die Wissenschaft Recht behalten, seien die Folgen für den Planeten verheerend. Die Katastrophe werde sich noch «zu unseren Lebzeiten» ereignen.
Ehrgeizige Ziele für Klimaschutz verkündet
Der britische Finanzminister Gordon Brown, der den Bericht in Auftrag gegeben hatte, sagte, sein Land werde sich an die Spitze des internationalen Kampfs gegen den Klimawandel setzen und eine sowohl wachstumsfreundliche als auch umweltfreundliche Wirtschaft etablieren.
Europa müsse seinen Kohlendioxid-Ausstoss bis 2020 um 30 Prozent und bis 2050 um 60 Prozent senken. Im Rahmen des Kyoto-Abkommens aus dem Jahr 1997 hatten sich 35 Industriestaaten bis 2012 verpflichtet, die Emissionen um durchschnittlich fünf Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Mehrere bedeutende Produzenten von Treibhausgas wie die USA traten dem Abkommen nicht bei.
Uno: Wenig Erfolg bei Reduzierung
Nach Zahlen der Vereinten Nationen, die heute in Bonn publiziert wurden, ging der Kohlendioxidausstoss in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten nur in wenigen Industriestaaten zurück. Deutschland drosselte die Emissionen von 1990 bis 2004 demnach um 17 Prozent, Grossbritannien um 14 Prozent und Frankreich um knapp ein Prozent.
Von 2000 bis 2004 wurde in 41 Industriestaaten insgesamt ein Anstieg um 2,4 Prozent verzeichnet. Insbesondere ehemalige Sowjetrepubliken, deren Wirtschaft sich seit dem Niedergang in den Neunzigerjahren erholt habe, sind nach Einschätzung der Vereinten Nationen dafür verantwortlich. (raa/ap)
Kommentar VFSN: Das Thema "Wirtschaft" aus einer etwas globareren Sicht als üblich. Da auch der Flugverkehr sehr global ist, müsste diese Erkenntnisse in die nächste Studie über den wirtschaftlichen Nutzen des Flugverkehrs einfliessen...