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Diego Maradona
Regie: Asif Kapadia
Mitw.: Diego Armando Maradona, Claudia Villafañe, Diego Maradona Jr., Corrado Ferlaino, Cristiana Sinagra, Maria Rosa Maradona, Fernando Signorini u.a.
1984 machte ein Fussballtransfer mit einer Rekordsumme weltweit Schlagzeilen: Der SSC Napoli, Fussballclub der ärmsten Stadt Europas, engagierte den zu jenem Zeitpunkt teuersten Fussballer der Welt: Diego Maradona. 1987 und 1990 führt der Argentinier den Club zu den beiden ersten italienischen Meistertiteln in der Vereinsgeschichte. 1989 gewinnt er mit Neapel auch den UEFA-Pokal. Regisseur Asif Kapadia, der für seinen Dokumentarfilm «Amy» mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, protokolliert mit analytischem Blick den atemberaubenden Aufstieg und den nicht minder spektakulären Niedergang eines begnadeten Fussballers und versucht dabei insbesondere die menschliche Seite zu zeigen. Dies ist zwar nicht der erste Dokumentarfilm über den argentinischen Fussballer, aber Kapadia konnte auf bislang unveröffentlichtes Material zurückgreifen, darunter aus dem Privatarchiv von Diego Armando Maradona. Der eindrückliche Film beleuchtet in einer fesselnden Montage nicht die gesamte Karriere, skizziert aber den Aufstieg des Buben aus den Slums von Buenos Aires zum herausragenden Fussballer; im Fokus stehen vor allem die Jahre Maradonas beim SSC Napoli, in denen die Vergötterung des Fussballers durch die Neapel-Fans ins Unermessliche wächst und Maradona mit Argentinien den WM-Titel gewinnt, wobei er ein legendäres Hand-Tor gegen England erzielt. Neapel ist aber auch der Ort seines tiefen Falls, mit Kokainsucht, Prostituierten, Verbindungen zur Camorra sowie seiner Weigerung, einen unehelichen Sohn anzuerkennen. Darum ist «Diego Maradona» trotz mitreissender Sportaufnahmen nicht nur für Fussballfans interessant. Asif Kapadia gelinge, so schreibt Stefan Volk im Filmbulletin, «ein dramaturgisch fein gesponnenes Porträt, das Maradona in seiner Zeit in Neapel als eine nahezu gespaltene Persönlichkeit interpretiert: fussballerisch genial, gefeiert, verehrt, gleichzeitig aber eine Marionette der Camorra, drogensüchtig, masslos, egozentrisch. Vom eigenen Grössenwahn überfordert». Sein einstiger persönlicher Trainer und Vertrauter Fernando Signorini bringt diese Zerrissenheit des Menschen Maradona prägnant auf den Punkt: «Mit Diego würde ich bis ans Ende der Welt gehen, aber mit Maradona nicht einen Schritt.»