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Geschichte von Merishausen
Im Jahre 846 wurde Merishausen von Graf Liutolt von der Scheer bei Sigmaringen an der Donau "die Huben seiner Eigenkirche zu Morinishusun dem Kloster St. Gallen zusammen mit einer Hube Land in Berslingen" vergabt. Dies ist auch gleichzeitig die urkundliche Ersterwähnung von Merishausen.
Ab seiner Gründung im Jahr 1050 erwarb auch das Klosters Allerheiligen Grundeigentum im Durachtal. Zur Aufbewahrung von Korn und Futter wurde die am Fusse des Längenberges gelegene Abtscheune erstellt und im Jahre 1588 mitten ins Tal verlegt und vergrössert.
Der erste Landkauf des Spitals geht auf das Jahr 1273 zurück. In den folgenden Jahrhunderten namen die Erwerbungen derart zu, dass im Jahre 1724 der Spitalbesitz 430 Jucharten Ackerland umfasste. Nach der "Offnung" Gesetz vom Jahre 1470 setzten das Kloster und das Spital zur Überwachung von Land und Leuten gemeinsam einen Vogt ein. Dieser übte zusammen mit einigen freien Dorfmännern zugleich die niedere Gerichtsbarkeit aus.
Nach der Reformation im 16. Jahrhundert wurde Merishausen vom letzten Abt des Klosters zu Allerheiligen an die Stadt Schaffhausen abgetreten. Die ganze Landschaft wurd in 10 Obervogteien eingeteilt. Merishausen gehörte mit Bargen zur sieten Vogtei. Der Obervogt, der über diesen Bezirk die Aufsicht führte, war Mitglied des kleinen Rates und hatte seinen Sitz in Schaffhausen.
Eine schwere Last für die Merishauser bildeten die Fronfuhren. Aus den Waldungen der Stadt mussten unsere Bauern das Holz gegen geringe Entschädigung in die Stadt führen. Auch Strassen und Gemeindebauten wurden im Frondienst erstellt. Eine starke Einschränkung für unsere Bauern bildeten auch die strengen Vorschriften über den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten.
In solchen Zeiten musste denn auch die Auswanderungspropaganda zu Anfang des 18. Jahrhunderts auf günstigen Boden fallen. Hans Jerg Wehrner betrieb nach seiner Rückkehr aus Pennsylvanien Werbearbeit. Dies bewirkte, dass in der Zeit von 1738 bis 1751 aus unserem Dorf 54 Personen nach Pennsylvanien und Carolina auswanderten. Noch einmal, in den 50er und 70er Jahren des 19. Jahrhunderts nahm die Auswanderung zu. Die Einwohnerzahl unseres Dorfes hatte von 1799 bis 1836 von 674 auf 961 Personen zugenommen. Bedingt durch die Schliessung der Grenze in Bargen nach Baden und die Zerstückelung der Grundstücke durch Erbteilungen führten zu einer armseligen Zeit. Über 300 Personen sind dann auch in den Jahren 1842 bis 1882 nach Amerika ausgewandert.
Im Jahre 1839 schliesslich kaufte sich die Gemeinde von der Stadt Schaffhausen los. Von da an war die Spaltung der Bevölkerung in eine städtische Oberschicht und eine landschaftliche Untertanenschaft für immer aufgehoben.
1872 gründete eine hiesige Bauerngesellschaft eine Spar- und Leihkasse, welche dann im Jahre 1876 an die Gemeinde überging. Infolge der zunehmenden Konkurrenz wurde die Bank 1997 von der Spar- und Leihkasse Thayngen übernommen, wird aber als Agentur Merishausen weitergeführt.
Seit dem 11. Juli 1921 fährt das Postauto ins Durachtal. Tags zuvor hatte die Postkutsche ihre letzte Fahrt gemacht.
Folgende Gemeindepräsidenten amteten seit 1842
Max Seiler 1842 - 1851
Merishausen - Woher kommt der Name?
Der Name "Merishausen" stammt von den Alemannen ab und zwar kann er vom Namen eines Stammvaters oder Sippenvorstehers abgeleitet worden sein. Die älteste Schreibweise lautet "Morinishusum" was bedeutet "bei den Häusern des Morin oder Maurin". Ob Morin (der kleine Mohr) ein Alemanne, ein Kelte oder gar ein Südländer war, lässt sich nicht mehr feststellen.
Merishausen - Das Gemeindewappen
Erst seit Mitte des Jahres 1949 leuchtet der gelbe, sechszackige Stern auf blauem Grund im Merishauser Wappenschild. Im Rahmen der Bereinigung der Schaffhauser Gemeindewappen in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts beschlossden die Merishauser, anstelle der Pflugschar, welche seit mehr als 150 Jahren das Wappenzeichen der Gemeinde darstellte, dieses Symbol zu übernehmen.