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Anfang der 1960er erforschten an der ETH Zürich Thomas Bircher und Jan van Voornveld die Möglichkeiten der neuartigen Kunststoffbauweise für Segelflugzeuge.
Dazu entwarfen sie einen Rumpf mit minimiertem Querschnitt und liegender Position des Piloten. Zur Verringerung des Rumpfquerschnitts verlegten sie den Steuerknüppel an die rechte Bordwand.
Damals war man überzeugt, dass zur Widerstands-Optimierung ein möglichst kleiner Rumpfquerschnitt vorteilhaft wäre. Diese Philosophie hatten z.B. die Polen konsequent beim SZD-19 Zefir und der SZD-24 Foka angewandt. Heute weiss man, dass die geringen Leistungsvorteile die mangelhafte Ergonomie der extrem liegenden Position nicht rechtfertigen.
Um mit dem neuen Rumpf bald in die Luft zu kommen, bekam er den Holzflügel einer Ka 6CR und den Namen "Ka-Bi-Vo", wobei das "Ka" für Kaiser, den Konstrukteur der Ka 6, stand.
In einem nächsten Schritt entstand das erste Schweizer Ganzkunstoff-Segelflugzeug:
Bircher und van Voornveld kombinierten ihren Rumpf, der inzwischen auch ein Einziehfahrwerk bekommen hatte, mit dem Kunststoffflügel, den Wolfgang Hütter für den deutschen Turbinensegler H-30TS entworfen hatte. Da aber der Schweizer Zoll für die Einfuhr der Formen aus Deutschland die horrende Summe von 80.000Fr. haben wollte, liess man den neuen Flügel bei Eugen Hänle in Deutschland fertigen. Hütter verwendete den gleichen Flügel für die Libelle H-301, deren Prototyp Hänle zur selben Zeit für den Schweizer Eugen Aeberli baute.
Das neue Flugzeug nannten sie Hü-Bi-Vo, wobei das "Hü" für Hütter stand. Aus Hü-Bi-Vo wurde dann der Diamant HBV, welcher im September 1964 in Altenrhein mit Thomas Bircher im Cockpit zum ersten Mal flog. Vom Diamant HBV stellten dann die FFA insgesamt 13 Exemplare her, wozu jeweils die Flächen von Eugen Hänle geliefert wurden.
Die Flugleistungen des Diamant HBV entsprachen mit einer besten Gleitzahl 39 denen der Libelle H-301.
Dass man mit dem Diamant HBV trotz seiner Eigenheiten (Sidestick und Pendel-Höhenruder) auch kunstfliegen kann, stellte bei der Schweizermeisterschaft 2005 Peter Hanhart von der SG Bad Ragaz unter Beweis. Im Espoirs-Wettbewerb belegte er mit seinem vorbildlich gepflegten Oldtimer den ehrenvollen 4. Rang.
Technische Daten
|Spannweite||15,0 m|
|Flügelfläche||9,72 m²|
|Profil||Hütter|
|Länge||7,56 m|
|max. Flugmasse||300 kg|
|Höchstgeschwindigkeit VNE||270 km/h|
|beste Gleitzahl||39 bei 100 km/h|
Quellen:
Persönliche Erinnerungen von Thomas Bircher (2010)
Geistmann, Die Entwicklung der Kunststoff-Segelflugzeuge, Stuttgart 1976
Stand, 04-2010