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Methodisches Vorgehen
Methodisches Vorgehen: Modul Berichterstattungsqualität Die Berichterstattungsqualität wird anhand einer Inhaltsanalyse von 49 ausgewählten Medientiteln gemessen.
Aus der Gesamtberichterstattung der Medientitel im Untersuchungsjahr 2019 wird eine repräsentative Stichprobe von 18 559 Beiträgen gezogen. Jeder Beitrag wird von geschulten Codiererinnen und Codierern nach wissenschaftlichen Konventionen codiert (keine automatisierte Qualitätsbewertung). Um den Zeitvergleich zu gewährleisten, wurden die Verfahren zur Stichprobenziehung und Codierung der Beiträge seit der ersten Ausgabe im Jahr 2016 nicht verändert. Für das Untersuchungsjahr 2015 flossen damals insgesamt 18 365 Medienbeiträge aus insgesamt 43 Medientiteln in die Analyse ein, für das Untersuchungsjahr 2017 20 931 Beiträge aus 50 Medientiteln.
Die vier Qualitätsdimensionen werden mit verschiedenen «Codes» operationalisiert: Die Qualitätsdimension der Relevanz wird mit den Indikatoren Beitragsrelevanz und Akteursrelevanz gemessen, die Einordnungsleistung mit den Indikatoren Themenorientierung und Interpretationsleistung und die Professionalität mit den Indikatoren Sachlichkeit, Quellentransparenz und Eigenleistung. Die Vielfalt der Medientitel wird anhand der beiden Indikatoren inhaltliche Vielfalt und geografische Vielfalt bestimmt, welche jeweils die statistischen Verteilungen der Codes über alle Beiträge hinweg erfassen. Die Codierung der Medienqualität wird ihrerseits durch einen Qualitätssicherungsprozess begleitet, so dass eine transparente und intersubjektiv nachvollziehbare Qualitätsmessung gewährleistet ist.
Die Indikatoren werden zu Scores für die Qualitätsdimensionen verrechnet. Pro Medientitel wird ein Score für die Berichterstattungsqualität gebildet. Die Skala reicht von 0 (minimale Qualität) bis 100 (maximale Qualität).
Modul Qualitätswahrnehmung Die Qualitätswahrnehmung wird – wie bereits in den vorherigen Berichten aus den Jahren 2016 und 2018 – anhand einer Onlinebefragung gemessen. Mit der Durchführung wurde das Marktforschungsinstitut GfK Switzerland beauftragt. Vom 21. Februar bis zum 9. März 2020 wurden 2 159 repräsentativ ausgewählte Personen aus der Deutschschweiz und der Suisse romande befragt, wie sie die ausgewählten 49 Medientitel in Bezug auf Qualität und Vertrauen einschätzen. Um Veränderungen über die Zeit festzustellen, wurde die Befragung auf die gleiche Weise wie in den Vorjahren durchgeführt. Auch wenn es sich um eine Onlinebefragung handelt, ist die Bevölkerungsstichprobe repräsentativ für die Deutschschweiz und die Suisse romande, da inzwischen mehr als 93 % der Bevölkerung Onlinezugang haben.
Da man nur Dinge bewerten kann, die man auch kennt, geben die Teilnehmer zunächst an, welche der 49 Medientitel ihnen bekannt sind. Die Befragten geben anschliessend nur zu jenen Titeln Qualitätsurteile und Bewertungen ab, die sie gut kennen.
Die Qualität der Berichterstattung wird – deckungsgleich mit dem Modul Berichterstattungsqualität – anhand von vier Dimensionen operationalisiert: Relevanz, Vielfalt, Professionalität und Einordnungsleistung. Zum Beispiel: Kennt ein Teilnehmer die Sendung Echo der Zeit, kreuzt er auf einer fünfstelligen Skala an, wie schwach oder stark er einzelnen Aussagen zustimmt, darunter: «Echo der Zeit stellt gesellschaftlich bedeutende Themen ins Zentrum der Berichterstattung » (Relevanz), «...berichtet über viele unterschiedliche Themen» (Vielfalt), «...ordnet Ereignisse in grössere Zusammenhänge ein» (Einordnungsleistung) und «...trennt klar zwischen Nachrichten und Meinungen» (Professionalität). Um die Lesbarkeit zu vereinfachen, werden die Ergebnisse zu Scores für die Qualitätsdimensionen verrechnet. Pro Medientitel wird ein Score für die Qualitätswahrnehmung des Publikums gebildet. Die Skala reicht von 0 (minimale Qualität) bis 100 (maximale Qualität).
Verrechnung der zwei Methoden In den vorherigen MQR aus den Jahren 2016 und 2018 konnte gezeigt werden, dass die Ergebnisse der beiden Methoden Inhaltsanalyse und repräsentative Befragung in hohem Masse korrelieren. Dies bedeutet, die inhaltsanalytisch erfassten Qualitätswerte decken sich stark mit den davon unabhängig erhobenen Befragungsdaten. Die hohe Korrelation zeigt sich auch im aktuellen MQR-20. Vor diesem Hintergrund ist es möglich, die jeweiligen Scores aus den beiden Erhebungsmethoden zu einem Gesamtscore zusammenzufassen. Die Verrechnung erfolgt durch eine Mittelwertbildung aus dem Score der Inhaltsanalyse und dem Score der Befragung. Die Skala reicht auch hier von 0 (minimale Qualität) bis 100 (maximale Qualität). Damit wird die Qualität eines Titels anhand eines einzigen Scores erfassbar. Darüber hinaus wurden nach dem gleichen Berechnungsschema zusammengefasste Scores für die vier Qualitätsdimensionen gebildet.