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Weitere Luftaufnahmen von la Molière
Auf einem hohen Hügel in der Enklave von Estavayer im freiburgerischen Broye, herrschte das Schloss Molière über die Dörfer von Franex, Murist und Granges-de-Vesin.
Der Turm birgt grosse Ähnlichkeiten in mehrfacher Weise - mit einem anderen der Region: dem Turm St Martin in der Nähe von Chavannes le Chêne. Beide hoch und viereckig, beschützten sie je ein verstärktes Dorf. Heute bleiben keine Häuser, Türen, Zugbrücken und Umfriedungsmauern, die bereits in 1317 in Molière erwähnt wurden, nur einige Wellen im Gelände und die Türme sind die letzten Zeugen des lebhaften Lebens in diesen Orten.
Die zwei Zwillinge waren Teile der ersten aus Stein gebauten Türme im Mittelalter, die aus derselben Periode datieren, wie die Türme von Gourze und von St Tryphon. Allerdings hat Molière sein Pavillongebälk bewahrt, was dazu führte, dass Viollet-le-Duc es im "archäologischen Wörterbuch" als eines der interessantesten Gebäude des 10. Jahrhunderts erwähnte. Vom Gipfel des Turmes von Molière verfügt man über ein grossartiges Panorama, das auf das Schweizer Plateau und den Gipfel des Jura blickt. Die Sicht ist wie zu den Zeiten der Römer, die dort zweifellos einen Wachturm errichteten. Man nennt sie das Auge der Schweiz (Oculus Helvetiae). Paradoxerweise wurde der Turm nicht auf dem höchsten Teil des Hügels gebaut, der sich ein wenig mehr im Süden befindet, der Grund dafür ist strategisch. Auf diesem höheren Punkt konnte man den Turm von Gourze nicht sehen. Aber es war damals notwendig, dass der Turm von Molière mit dem von Gourze kommunizieren konnte, dieser war in Sichtweite vom Turm von St Tryphon in der Nähe von Bex, das vom Wallis her sichtbar war. Dieses Kommunikations- und Alarmsystem setzte sich durch bis zum Ende der Belagerung aus Bern fort.
Die erste Steineinrichtung wurde zweifellos zur Zeit des zweiten Königreichs von Burgund verwirklicht, also gegen das Jahr 900, zum Zeitpunkt, wo die Abteikirche von Payerne ganz nahe gegründet wurde. Im Übrigen trägt die alte Strasse, die das Dorf versorgte, heute noch den Namen "Strasse der Königin Berthe". Von Granges-de-Vesin aus führte dieser malerische hohle Weg zum Fuss des Turmes in 30 Minuten.
In 1513 war die Herrschaft eine Apanage der Greyerzer Grafen, die, stark verschuldet, zum Verkauf gezwungen wurden. Der neue Meister der Orte war ein bestimmter Jacques von Pesmes, der in Legenden als Abgefeimter Schurke gilt. Etwa dreissig Jahre später wurde das Land durch die Stadt Freiburg, damals mit Bern verbündet, erobert, und das Dorf, wie auch das Schloss Molière zerstört. Einzig blieben der Wachtturm und ein Turm an der Mauer nach dem Weggang der Eidgenossen. Folglich wurde der Standort nie wieder besetzt.
Im 19. Jahrhundert erhielten die Einwohner von Murist vom Staat Freiburg die Genehmigung, den kleineren der zwei übrig gebliebenen Türme auseinander zunehmen, um daraus die Steine, die für die Erbauung einer Kur sowie einige Häuser im Dorf notwendig waren, zu nehmen. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts hatte man in der Tat sehr wenig Interesse für diese Zeugen der Vergangenheit; das einzige Interesse an ihr lag als Reserve von Konstruktionsmaterial. Da Molière aus grossen Steinen aus dunklem muschelhaltigem Sandstein, der sehr dauerhaft war, bestand, wurde der Standort wortwörtlich im Laufe der Jahrhunderte für den Wert seiner Steine geplündert. Man findet in jedem Dorf der Umgebung "Steine von Molière" wieder, die den Gebäuden des 16. und 19. Jahrhunderts genommen wurden. Dies erklärt auch, dass das Dorf Molière so gut wie verschwunden ist, und dass ein Steinbruch zu seinen Füssen immer in Betrieb war.
Glücklicherweise wurde die öffentliche Meinung zur Mitte des 20. Jahrhunderts den Wert ihres Kulturgutes bewusst und so wurde der Kanton zur Politikänderung bewegt. Der Turm wurde dann zu einem historischen Monument klassifiziert und wurde mit hohen Kosten durch den Kanton restauriert. Seitdem bietet er erneut den Neugierigen einen Blick auf unsere Region.
"L'Association des Amis de la Tour de la Molière, créée en 2009, gère maintenant la clé pour accéder à la Tour de la Molière (www.tourdelamoliere.ch).
Pour accéder à la Tour, veuillez composer le 079/ 316 62 13 (laisser sonner longtemps svp) qui vous donnera le code à composer sur le boîtier situé à coté de la porte, en échange de vos coordonnées.
Horaire des visites (et d'appels) : tous les jours de 10H00 à 18H00. Visite guidées possibles, avec ou sans organisation d'un apéritif."
(Quelle: La Ville à la Rose/ P.Périsset, Estavayer-le-lac)
Photos de Fabrice Ducrest
Bibliographie