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Nach Grimsvötn's Universe präsentierte Luzius Schuler sein zweites Projekt auf der Bühne vor dem beeflat-Publikum. Kein Pop sondern Experimental-Jazz als Trio, Woodlander, und als Quintett: Woodlander Extended. Von Sven Sommer
Als Jazzbanause, der dieses Genre vor allem in den Hintergrund von Altstadtkeller-Apéros kategorisiert, ist es ein Ding der offensichtlichen Unmöglichkeit, sich als das Gegenteil auszugeben, deshalb: Ich habe keine grosse Ahnung von Jazz. Die Unterhaltungsform «Livekonzert» zeichnet sich auch im Jazz durch die üblichen Elemente aus: Eine Bühne, ein Act, eine Bar und ein Publikum, das zum grössten Teil eine Viertelstunde zu spät eintrifft, wodurch der Konzertbeginn entsprechend auf später verlegt wird. Die gereihten Stühle und Sofas sind gut gefüllt als der Gastgeber des Abends angekündigt wird und sogleich loslegt.
Woodlander Extended spielen keinen Lift-Jazz, sondern Experimental, bei welchem – noch ausgeprägter als im klassischen Jazz – zwar jedes Instrument einzeln mit seinem Spiel um die Aufmerksamkeit des gespannten Publikums buhlt, sich jedoch daraus trotzdem eine klangliche Einheit, ein Ganzes bildet. Was mit sich bringt, dass man sich während der Stücke viel einfacher (weil abwechselnd) auf die einzelnen Musiker fokussieren kann. Hierbei zeigte sich dann das Talent und die Leidenschaft, Professionalität und die musikalische Bildung der ganzen Band. Woodlander, das Basis-Trio, besteht aus Trompete, Schlagzeug und Luzius Schuler am Flügel.
Nach einigen Songs expandierte die Band um Bassklarinette und Violine und Luzius Schuler griff das erste Mal zum Mikro, um das nächste Stück anzukündigen. «Ludmilla», so der Name dieses Stücks, und Ludmilla sei eine Dampflok. Das Konzept war also klar. Das Schlagzeug bildet mit der in kurzen zeitlichen Abständen angeblasenen Trompete einen wiederkehrenden und schneller werdenden Rhythmus, die übrigen Instrumente runden das Ganze so ab, dass auch die Ohren des Jazz-Anfängers langsam eine Lokomotive vor dem geistigen Auge sehen. Auch das Stück «Auren», lässt den Titel des Stücks nachvollziehbar erscheinen. Es ist eine Art jazzige Version der vier Jahreszeiten von Vivaldi. Nicht dass die Noten die selben wären, jedoch ist das Konzept, verschiedene Teile des Stücks, die «Auren», instrumental darzustellen, ähnlich.
Die Musik ist nicht immer einfach zu verdauen, bringt jedoch Tiefe und Vielfalt mit sich, was sie sehr interessant zum Zuhören macht. Luzius Schuler bedankt sich voller Freude, es hat ihm sichtlich Spass bereitet. Das Publikum applaudiert, will eine Zugabe und erhält sie auch. Ein genreübergreifendes Zeichen, dass das Konzert ein Erfolg war.
Fotos: Sam Buchli