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- Polio-Impfung
Die Kinderlähmung (Poliomyelitis, kurz Polio) kann bei Kindern zu Muskellähmungen führen. Ist die Atemmuskulatur betroffen, muss das Kind künstlich beatmet werden. Manchmal sind auch Gliedmassen betroffen, die in der Folge geschwächt oder gelähmt sind. Der erste Polio-Impfstoff wurde im Jahre 1955 zugelassen. In der Folge sank die Anzahl Polio-Fälle kontinuierlich. In der Schweiz trat der letzte Fall im Jahre 1982 auf. Im Jahre 2002 erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO Europa als frei von Polioviren. In Afrika und Asien treten aber immer noch Fälle von Poliomyelitis auf.
In der Schweiz wird der Polioimpfstoff meist in einer Fünffach-Kombinationsimpfung verabreicht (gemeinsam mit demjenigen gegen Diphterie, Starrkrampf, Keuchhusten und Haemophilus influenzae)
- Masern
Masern werden durch Viren übertragen. Die Erkrankung ist sehr ansteckend, sie verursacht meist hohes Fieber. Oft verläuft die Krankheit ohne weitere Komplikationen. Aber nicht immer: Bei 1 von 1'000 bis 2'000 Patienten ruft die Erkrankung eine Entzündung des Gehirns hervor. Diese Entzündung kann zu bleibenden Schäden führen (verminderte geistige Entwicklung) und gar zum Tod.
In der Schweiz gab es letztmals im Jahre 2007/2008 einen Ausbruch von Masern. Von den knapp 2'500 Erkrankten mussten 187 ins Spital eingewiesen werden. 109 litten an einer Lungenentzündung, sechs an einer Entzündung des Gehirns (Stand April 2008).
- HIV
Seit Jahrzehnten versuchen Forscherinnen und Forscher, eine Impfung gegen das HI-Virus zu entwickeln, den Erreger der Aids-Erkrankung. Bislang erfolglos. Das Virus stellt sich als extrem wendig heraus. Es verändert immer wieder wichtige Proteine auf seiner Oberfläche, der «Steckbrief» des Immunsystems wird damit wirkungslos. Zudem gibt es zwei Arten des Erregers (HIV-1 und HIV-2) sowie mindestens zehn Subtypen von HIV-1. Mit dieser Vielfalt stellt das Virus die Wissenschaft vor grosse Probleme, die Entwicklung eines Impfstoffes ist sehr schwierig. Ob es jemals einen hochwirksamen Impfstoff geben wird, ist unklar. Forschende wären schon mit einer Schutzwirkung von 60 Prozent zufrieden.
Positionen für oder gegen Impfungen
Pro
- Impfungen wurden über Jahrzehnte millionenfach mit klinischem Erfolg eingesetzt und gehören damit zu den effektivsten Mitteln der Medizin. Darin sind sich die allermeisten Fachleute einig.
- Impfungen sind der Hauptgrund dafür, dass viele so genannte Kinderkrankheiten in der Schweiz praktisch nicht mehr vorkommen. Verschiedene Statistiken belegen, dass die Einführung von Impfungen gewisse Infektionskrankheiten massiv reduziert haben. Die oft tödlichen Pocken konnten sogar weltweit ausgerottet werden.
- Auch Impfungen können unerwünschte Wirkungen haben; schwere unerwünschte Wirkungen treten aber sehr selten auf, d.h. in etwa 1 von 100'000 Fällen. Der zu erwartende Nutzen ist somit viel grösser als der potentielle Schaden.
- Die aktuell empfohlenen Impfstoffe für die Routineimpfungen enthalten weder Quecksilber noch Aluminium.
- Einige Argumente gegen das Impfen sind längst überholt - etwa dieses, dass die Masernimpfung zu Autismus oder Multipler Sklerose führen könne. Solche möglichen Zusammenhänge wurden mehrfach widerlegt.
Contra
- Es gibt zu wenig Daten über die langfristigen Auswirkungen von Impfungen.
- Impfungen können in seltenen Fällen zu schweren unerwünschten Wirkungen führen.
- Bei der Hepatitis B-Impfung wird beispielsweise untersucht, ob es einen Zusammenhang mit dem Guillain-Barré-Syndrom, mit Nervenentzündungen (Neuritiden) oder mit Multipler Sklerose geben könnte.
- Impfstoffe enthalten zum Teil Spuren von Aluminum oder Quecksilber, die als Zusatzsoffe dienen. Quecksilber wirkt potentiell toxisch auf Nervenzellen, Aluminium führt gelengentlich an der Einstichstelle zu Hautirritationen.
- Bei der Masernerkrankung ist es besser, wenn das Kind die Masern durchmacht, weil es danach ein Leben lang geschützt ist. Das Erleben einer Kinderkrankheit stärkt das Selbstbewusstsein des Kindes und entspricht in den Augen der Impfskeptiker einem natürlichen Prozess. Die Masern können nach Meinung gewisser Ärzte auch homöopathisch behandelt werden.
- Eine hundertprozentige Sicherheit von Impfstoffen kann niemand garantieren. In der Vergangenheit kam es vereinzelt zu Fehlern bei der Impfstoff-Herstellung sowie zu Fehleinschätzungen im Rahmen ihrer Zulassung.
Um eine Entscheidung Pro oder Contra Impfungen treffen zu können, muss man sich auf die Fakten konzentrieren. Zum Beispiel: In der ganzen Kontroverse ums Impfen geht oft vergessen, dass das Thema, wie dies oft dargestellt wird, für viele eigentlich gar nicht so umstritten ist. Der allergrösste Teil der Impfexperten und Schweizer Ärztinnen und Ärzte rät den Eltern, ihre Kinder zu impfen. Über 90 Prozent der Eltern folgen den Ratschlägen seitens der Experten aus Ärzteschaft und Gesundheitsbehörden.