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- Der frühere Direktor des Schweizer Fernsehens, Peter Schellenberg, ist im Alter von 81 Jahren gestorben.
- Ab 1988 war der Zürcher 16 Jahre im Amt – so lange wie keiner seiner Vorgänger.
- Schellenberg baute das damalige SF- und DRS-Programm um und schuf mehrere neue Sendungen.
SRG-Mediensprecher Edi Estermann bestätigte am Samstagabend den Hinschied der prägenden Figur der Schweizer Medienlandschaft. Zuvor hatte die «NZZ am Sonntag» über den Todesfall berichtet.
Der Moderator und TV-Journalist Schellenberg leitete das Schweizer Fernsehen als Direktor von 1988 bis 2003. Keiner seiner Vorgänger war so lange im Amt, und keiner baute SF DRS so gründlich um wie er. Mit einem Gespür für TV-Trends verpasste der gelernte Speditionskaufmann dem öffentlich-rechtlichen Sender ein neues Erscheinungsbild und modernisierte den Sender durch für die Schweiz noch ungewohnte Sendungsformate.
«Schälli», wie er von Kollegen genannt wurde, setzte mit Sendungen wie «10vor10» auf Infotainment. Komplexe Sachverhalte sollten attraktiv und unterhaltend an die Zuschauerinnen und Zuschauer gebracht werden. Livesendungen oder eigenproduzierte Soaps brachten die notwendige Publikumsnähe, um im Kampf gegen die Privatsender zu bestehen.
«Lüthi und Blanc» und «Viktors Programm»
Schellenberg führte unter anderem den Infokanal ein und setzte auf Eigenproduktionen wie «Viktors Programm» und «Lüthi und Blanc». Auch die langjährige Sendung «Sternstunde Philosophie» wurde unter seiner Ägide ins Leben gerufen. Und die tiefgreifende Strukturreform von 1992 brachte den notwendigen unternehmerischen Handlungsspielraum.
In seiner Amtszeit vervielfachte sich die Zahl der Konkurrenzsender auf rund 50, SF DRS konnte jedoch dank des Modernisierungsschubs den hohen Marktanteil von 42 Prozent halten. In der Zeit Schellenbergs vervierfachte sich das Budget von SF DRS auf rund eine halbe Milliarde Franken.
Seine einsame Stellung im Schweizer TV-Markt verdankte Schellenberg allerdings auch der SRG-freundlichen Politik. Promotoren sprachregionaler und nationaler Privatsender kämpften in den 1990er Jahren vergeblich für liberalere Werbegesetze oder um einen Anteil am Gebührenkuchen.
Als Fotograf gearbeitet
Der 1940 in Zürich geborene Schellenberg hatte vor seiner Karriere als TV-Direktor nach seiner kaufmännischen Lehre als freier Journalist und Fotograf gearbeitet. 1964 stiess er zum Schweizer Fernsehen.
Er machte mehrere Auftragsfilme, unter anderem für die deutsche Bundeswehr und Hilfswerke, leitete mehrere Sendungen im Schweizer Fernsehen («Antenne», «CH», «DRS-aktuell») und hatte verschiedene Stabsfunktionen in der Fernsehdirektion (Programmreferat, Programmplanung, Pressedienst). Schellenbergs Nachfolgerin in der Fernsehdirektion wurde Ingrid Deltenre.
Nach der Pensionierung lebte Schellenberg in Zürich und Marseille. Er hinterlässt eine Frau und zwei Söhne.