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Namibia 2007
Am späteren Nachmittag fahren wir mit Postauto und Bahn zum Flughafen Zürich - Kloten. Da wir unser Gepäck wie immer schon am Vorabend eingecheckt haben beginnt unser Urlaub schon nach den Abschliessen der Wohnungstüre. Unser Flug führt uns zuerst nach Frankfurt. Nach einem Aufenthalt von nicht ganz zwei Stunden sitzen wir bereits am Bord unserer Maschine nach Windhoek.
Am frühen Vormittag landen wir pünktlich auf dem Internationalen Flughafen von Windhoek. Nach der Passkontrolle sind wir sehr gespannt auf unseren Führer für die nächsten 15 Tage. Am Ausgang steht dann auch schon ein junger Bursche mit einer Tafel in der Hand auf der Hiltebrand geschrieben steht. Wir melden uns bei ihm und er stellt sich als Steven bei uns vor. Wir verstauen unser Gepäck im Auto und fahren ins Hotel Safari Court in Windhoek. Wir beziehen unser Zimmer, duschen und legen uns einen kurzen Moment hin, denn um 14.00 Uhr geht es schon wieder los mit einer Rundfahrt durch Windhoek. Wir besuchen den Bahnhof, die Christuskirche, den Tintenpalast und die alte Feste. Nach drei Stunden sind wir wieder zurück im Hotel, trinken schnell ein Windhoek Lager (gebraut nach deutschem Reinheitsgebot von 1516), gehen dann duschen und machen uns fürs Nachtessen fertig.
Solche Lokomotiven wurden von der deutschen Schutztruppe zum Schutz der Personen- und Güterzüge eingesetzt.
Von Windhoek geht es nun gegen Süden. Auf dem Weg fahren wir durch Reobot. Ursprünglich lebten hier ab 1844 Swartbooi mit dem Missionar Heinrich Kleinschmidt. Die Siedlung wurde sowohl aus dem Norden von den Herero, als auch aus den Süden durch die Nama unter Führung von Jan Jonker Afrikaner, häufig angegriffen. Die Swartbooi haben dann die Siedlung 1864 aufgegeben. Vier Jahre später liessen sich Baster (Mischlinge) in Reobot nieder und bauten die Mission wieder auf. Von 1885 bis zur Unabhängigkeit Namibias war das Gebiet um Rebot ziemlich autonom. Nach der Unabhängigkeit wurden die von Südafrika erlassenen Gesetze ausserkraft gesetzt und das Gebiet wieder Namibia angegliedert. Südlich von Reobot haben wir den Wendekreis des Steinbocks überquert. Über Mariental fahren wir weiter Richtung Keetmanshoop. Vor Keetmanshoop machen wir noch einen Halt beim Köcherbaum Wald.
Der Köcherbaum oder kokerboom ist eine der interessantesten Pflanzen der sehr heissen Region von Namibia und des nordwestlichen Teiles der südafrikanischen Kapprovinz. In Wirklichkeit ist es kein Baum sondern ein Aloe mit botanischem Namen Aloe dichotoma. Frühere einheimische Buschleute und Hottentotten hölten die faserigen, schwammigen Äste aus, um sie als Köcher für ihre Pfeile zu gebrauchen. Der Köcherbaum wird bis neun Meter hoch und hat eine wachsartige, glatte Rinde. er pflanzt sich durch Samen fort. Im Alter von 20 bis 30 Jahren blüht der Köcherbaum zu ersten mal. Die hellgelben verästelten Blüten werden bis zu 30 Zentimeter lang. Blütezeit ist im Juni und Juli.
Vom Köcherbaumwald sind wir weiter Richtung Keetmanshoop gefahren. Auf einmal hat Steven scharf gebremst, die Türe aufgerissen und uns zum sofortigen verlassen des Autos aufgefordert. Kurze Zeit später haben dann auch wir gemerkt um was es hier geht. Etwa 20 Meter vor uns stand ein Gepardweibchen. Ich würde lügen wenn ich behaupten würde ich hätte nicht einwenig weiche Knie bekommen. Steven hat uns erklärt, das der Mensch ein viel zu grosses Beutetier für einen Geparden darstelle und dieser wenn er nicht in die Enge getrieben wird nie einen Menschen angreifen würde. Wir haben das Steven geglaubt und gehofft, dass der Gepard das auch weiss. Nach diesem eindrücklichen Erlebnis sind wir nach Keetmanshoop ins Hotel gefahren. Kurz vor der Ankunft hat es dann zu regnen begonnen und hat für namibische Verhältnisse zwei Stunden geschüttet (Zum Thema Regen werde ich am Ende des Berichts noch einmal zurückkommen).
Auf dem Weg von Keetmanshoop zum Fish River Canyon fährt man durch die Ausläufer der Kalahari-Wüste. Noch vor den Fish River Canyon liegt der Naute-Dam. Der 1972 eingeweihte Dam staut den Löwenfluss. Die Staumauer ist 37 Meter hoch und 470 Meter lang. Da die Schleusen nicht ganz dicht sind sammelt sich unterhalb der Staumauer permanent Wasser, dadurch gibt es da auch eine immer grüne Oase in der sehr viele Vogelarten leben.
Vom Naute Dam sind wir dann zum zweitgrössten Canyon der Welt gefahren. Der gigantische Canyon des Fish River ist bis zu 27 km breit und bis zu 549 m tief. Die Länge wird meistens mit 161 km angegeben doch gehen die Meinungen auseinander. Vom Hauptausichtspunkt und von etwas westlichgelegenen Hiker's Point hat man einen eindruckvollen Blick hinab auf die Hell's Bend, das imposanteste Beispiel des gewundenen Canyonlaufs. Auf der 30 Minuten dauernden Wanderung vom Hauptaussichtspunkt zum Hiker's Point bewegt man sich sehr nahe am Rande des Canyon.
Am späteren Nachmittag haben wir uns dann im Canyon Roadhouse eingerichtet. Kurz vor dem dunkelwerden sind wir noch zum Wasserloch in der Nähe gewandert um ev. noch einige Tiere beobachten zu können. Aber ausser einem Springbock gab es leider nichts zu sehen und so sind wir dann zu Abendessen und dann nach einem kurzen Barbesuch ins Bett.
Canyon Roadhouse
Das heutige Etappenziel heisst Lüderitz die ehemalige Hochburg der Diamantenfunde in Namibia. Auf dem Weg nach Lüderitz trifft man auf die Ortschaft Aus. In der Nähe von Aus an der Strasse nach Rosh Pinah befindet sich ein ehemaliges Kriegsgefangenenlager. In diesem Lager in dem es im Sommer extrem heiss und im Winter sogar mal schneien kann waren 1552 deutsche Kriegsgefangene untergebracht, nachden sich die Deutschen am 9. Juli 1915 der südafrikanischen Übermacht ergeben mussten.
Kurz nach Aus erreichen wir Garub. In dieser Umgebung leben die legendären Wüstenpferde. Der Ursprung dieser Pferde ist immer noch nicht klar. Eine Theorie besagt, dass die Tiere von einem Frachter stammen der südlich der Oranjemündung gestrandet ist. Eine zweite besagt, dass die Tiere aus der Zucht von Baron von Wolf vom Schloss Duwisib stammen. Gegen beide Theorien spricht die Tatsache, dass Pferde von alleine selten solch grossen Wanderungen unternehmen.Die wahrscheinlichste Theorie ist die, dass die Pferde sowohl von der deutschen Schutztruppe wie auch von der südafrikanischen Armee stammen. Nach dieser langen Zeit in der diese Pferde isoliert in der Gegend von Garub leben, sprechen Experten von einer eigenen Pferderasse.
Von Garub bis nach Lüderitz geht es nun stetig bergab, müssen wir doch einen Höhenunterschied von 1400 m überwinden. Kurz vor Lüderitz sehen wir dann Kolmannskop das ehemalige Hauptquartier während dem Diamantenrausch. Auf den letzten Kilometern warnen Strassenschilder vor Sand- (nicht Schnee-) verwehungen. Bei der Ankunft in Lüderitz sieht man als erstes die Felsenkirche die im neugotischen Stiel erbaut ist.
Von der Felsenkirche hat man einen schönen Blick auf Lüderitz und vor allem auf unser Hotel in das wir jetzt für zwei Tage fahren.
Am Nachmittag fahren wir raus zum Diaz-Point. Das Diaz-Kreuz ist eine Nachahmung da das Original abhanden gekommen ist. Auf einer vorgelagerten Insel gibt es eine recht grosse Robbenklonie. Da der Wind sehr heftig bläst (ich musste Lydia festbinden) kürzen wir unseren Aufenthalt ab und fahren zurück zum Hotel.
Heute lassen wir uns in die Zeit des Diamantenrausches zurück versetzen. Im April 1908 fand der Arbeiter Zacharias Lewala beim Sand von den Eisenbahnschienen schaufeln einen sonderbaren Stein, den er sofort seinem Aufseher brachte. August Stauch liess den Stein sofort überprüfen. Als dann feststand, dass es sich um einen Diamanten handelte, wurde strikte Geheimhaltung vereinbart. In den folgenden Monaten steckte Stauch mehrere Claims ab, übernahm schon bestehende und trieb Kapital auf. Als dann der grosse Diamantenrausch, mit Proklamierung des Sperrgebiets, anfing war Strauch mit seiner Kolonialen Bergbau Gesellschaft bestens vorbereitet. Hauptquartier wurde Kolmanskop.
Die in Kolmannskop stehenden Herrenhäuser wurden alle mit Materialien aus Deutschland gebaut. Ab 1911 gab es elektrischen Strom. In einer Eisfabrik wurde Stangeneis hergestellt, das jeder Haushalt gratis bekam. Im Krankenhaus stand der erste Röntgenapparat auf dem afrikanischen Kontinent. 1920 verkaufte Stauch seine Gesellschaft an die CDM. Das Kasino, einschliesslich Kegelbahn wurde 1927-28 mit wiederum aus Deutschland importierten Materialien gebaut. Als 1929 die grösseren Diamanten bei Oranjemund gefunden wurden, begann der Abstieg von Kolmanskop. 1938 wurden die Förderanlagen stillgelegt. 1944 die Verwaltung nach Oranjemund verlegt und 1956 verliess der letzte Einwohner Kolmanskop. Seit dieser Zeit fällt die Stadt im wahrsten Sinne des Wortes der "Verwüstung" anheim.
Den Nachmittag verbringen wir dann in Lüderitz das eigentlich offiziell Lüderizerbucht heisst. Die neugestaltete Waterfront kann nicht mit der in Kapstadt verglichen werden. Die Läden und Restaurants sind mal belegt mal nicht. Auch sind sehr wenige Leute da. Einzig der Aussichtsturm lässt einen schönen Blick über die Stadt und den Hafen zu.
Unser Ziel heute ist Maltahöhe. Von Lüderitz führt der Weg auf der selben Strasse wider zurück bis Aus. Da die heutige Strecke eher kurz ist machen wir bei Garub noch einmal einen Halt bei den Wüstenpferden. Auch dieses mal hatten wir Glück und es sind einige zum Wasserloch gekommen. Von Aus zweigt die Strasse dann ab nach Hermelinshausen und von da Richtung Maltahöhe. Entgegen unserem Programm fahren wir aber nicht zum Hotel Maltahöhe sondern zur Gästefarm La Valle Tranquille. Auf der Farm werden wir dann auch sofort von der Besitzerin begrüsst. Nachdem wir alle verfügbaren Zimmer angeschaut haben mussten wir uns entscheiden wo wir übernachten wollen. Da es noch sehr heiss ist beschliessen wir uns am und im Pool etwas abzukühlen.
Gegen 18.00 Uhr machen wir eine Wanderung über die 13000 ha grosse Farm. Auf diesem Ausflug werden wir von Maria begleitet die uns die Pflanzen die da wachsen erklärt. Interessant wird es immer dann, wenn sie die Namen in ihrer Sprache erklärt. Die verwendeten Klicklaute, die alle eine Bedeutung haben, tönen für unsere Ohren sehr lustig. Zurück beim Farmhaus war es dann schon Zeit fürs Abendessen. Nach einem köstlichen Mahl sind wir noch bis beinahe Mitternacht zusammen gesessen und haben über Gott und die Welt diskutiert.
Auch der heutige Tag hat nicht sehr viel mit unserem Programm gemeinsam. Nachdem wir uns von den Leuten auf La Valle Tranquille verabschiedet haben, sind wir zum Schloss Duwisib gefahren.
Das Schloss wurde im neuromanischen, wilhelminischen Stil erbaut. Hansheinrich Baron von Wolf, Offizier der deutschen Schutztruppe, und seine reiche amerikanische Frau Jayta kauften die Farm 1907. Das Schloss wurde in den Jahre 1908-09 von Architekten Wilhelm Sander gebaut. Die Baumaterialien wurden mit Ochsenkarren von Lüderitz nach Schloss Duwisib gebracht. Nach dem Zukauf von mehreren Farmen ist das Anwesen auf eine Grösse von 55000 ha angewachsen. Von Wolf züchtete Rinder, Schafe und vorallem Pferde. 1914 traten die Wolfs eine Reise nach England an als sie die Nachricht vom Ausbruch des ersten Weltkriegs erreichte. Von Wolf meldete sich als Offizier bei der deutschen Armee und fiel 1916 bei der Schlacht an der Somme. Seine Frau ist nie mehr nach Namibia zurückgekehrt.
Vom Schloss Duwisib geht es durch die Namib-Wüste in Richtung Sesriem (sechs Riemen à 5 m ergibt die Tiefe des Canyon) und Sossusvlei. Da wir zeitlich sehr früh sind beschliessen wir uns etwas zu essen zu kaufen und noch in den Sesriem Canyon zu fahren. Die Temperatur auf den Parkplatz ist gegen 40° C, aber je tiefer wir in den Canyon eintauchen um so kühler wird es.
Auf einem leicht erhöhten Felsvorsprung machen wir dann Mittagspause. Das Mittagessen besteht aus kalten Wienerwürstel und Crackers. Steven und ich haben dann noch eine kurze Klettertour (Lydia wollte nicht mitkommen) gemacht und dann sind wir wieder aus dem Canyon raus und sind zu unserer Lodge gefahren. Die restlichen Stunden bis zum Nachtessen haben wir mit schwimmen im Pool und mit lesen verbracht. Auch hat sich hier wieder einmal gezeigt, viele Touristen gleich schlechtes Essen.
4.30 Uhr. Der Wecker schellt gnadenlos. Aber da wir heute ins Sossusvlei wollen müssen wir sehr früh aus den Betten. Steven ist der Meinung, dass wir bei Toröffnung bereits da sein müssen, nur dann hätten wir die gute Beleuchtung und die Temperaturen seien noch nicht so hoch. Nach einem kurzen Frühstück, dem fassen des Lunchpacketes fahren wir dann los. Kurz vor Sonnenaufgang sind wir dann am Eingangstor und vor uns ist wirklich nur ein Auto. Pünktlich zum Sonnenaufgang wird das Tor geöffnet. Nach einigen Kilometern sehen wir die ersten Dünen.
Auf dem Weg zum Vlei fahren wir nun 65 km den verschiedenen Dünen nach. Am Ende der Teerstrasse müssen normale Personenwagen abgestellt werden. Von hier aus muss man entweder zu Fuss oder mit einem 4 x 4 Shuttle zum Vlei fahren. Da wir aber ja mit einem 4 x 4 Fahrzeug und einem Fahrer der Spitzenklasse unterwegs sind fahren wir direkt zum Vlei.
Das Vlei ist eine meist trockene Lehmpfanne. Das letzte mal hatte es Wasser in der Regensaison 2006 bis zum Vlei, normalerweise reicht das Wasser bis max. zum 2 x 4 Parkplatz.
Im Vlei angekommen sind Lydia und Steven auf die eine Düne geklettert um einen Blick über das Vlei zu werfen. Anschliessen haben wir unter Kameldornbäumen unser Picknick eingenommen.
Am frühen Nachmittag sind wir dann zur Lodge zurückgefahren und haben versucht den am Morgen verpassten Schlaf noch nachzuholen.
Auf dem Weg nach Swakopmund machen wir halt um einen Blick in den Kuisep - Canyon zu werfen. Der Canyon wird von einem Labyrint von Trockenflüssen zerschnitten. Jahrelang gibt es kein Wasser im Canyon. Nur nach schweren Niederschlägen im Hochland verwandelt sich der Kuisep in einen reissenden Fluss. Von einem Aussichtspunkt hatten wir das grosse Glück eine Herde der seltenen Bergzebras zu sehen.
"Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste" Diesen Ausspruch haben die beiden deutschen Geologen Henno Martin und Hermann Korn in die Tat umgesetzt. Sie flüchteten mit ihrem Hund Otto für zweieinhalb Jahre in die Wüste und lebten hauptsächlich im Kuisep Canyon. Zitat von Henno Martin: "Mein Freund Korn und ich waren der Meinung, dies sei nicht unser Krieg. Wir hatten ihn lange vorher kommen sehen und hatten aus diesen Grunde Europa verlassen. Wir wollten keinen Teil haben am Selbstmord zivilisierter Völker." Korn wurde aus Vitaminmangel Krank und Martin brachte ihn auf die Farm eines Bekannten. Er selber kehrte mit Hund Otto ins Versteck zurück. Am Abend des zweiten Tages tauchte dann aber die Polizei im Versteck auf. Freunde hatten Hermann Korn davon überzeugt, dass Martin nicht alleine überleben kann. Die Regierung zeigte Verständnis und die beiden wurden nicht interniert. Kurz vor Kriegsende fingen die Beiden an als Geologen für die Regierung zu arbeiten. Hermann Korn verunglückte 1946 mit dem Auto tödlich. Henno Martin lebte zuerst in Kapstadt kehrte dann aber nach Deutschland zurück, wo er in Göttingen einen Lehrstuhl für Geologie innehatte. Er verstarb 1997.
Kurz vor Swakopmund treffen wir dann auf die ersten Welwitschia - Pflanzen. Die ledrigen und bis zu drei Meter langen Blättern sind meistens eingerollt. Diese Pflanzen sollen über 2000 Jahre alt sein. Da es weibliche und männliche Pflanzen gibt aber die Betäubung nicht durch fliegende Insekten bewerkstelligt wird, bleibt die ganze Arbeit an einem Käfer hängen der wie wild zwischen den Pflanzen hin und her rennt.
Vorbei an der so genannten Mondlandschaft wo immer wieder Kinofilme gedreht werden erreichen wir dann am späteren Nachmittag Swakopmund. Zum Nachtessen sind wir dann zusammen mit Steven und seinem Bruder Karl ins nahe gelegene Restaurant The Tug (der Schleppkahn) gegangen und haben uns mit Kingklipp die Bäuche voll geschlagen.
Um halb Sieben ist Tagwache denn unser Ausflug nach Walvis Bay startet früh. Da wir einen Segelausflug zur Robbenkolonie machen der drei bis vier Stunden dauert, müssen wir um viertel vor neun Uhr schon im 80 km entfernten Walvis Bay sein.
Da es an diesem Morgen sehr kalt ist, sind wir um unsere Windjacken sehr froh. Am Bord des 45' Katamarans werden und auch sofort Wolldecken verteilt. Marko hat während der ganzen Tour uns mit sehr vielen Informationen über Austern, Robben, Delphinen und Pelikanen eingedeckt. Die Robbenkolonie auf Pelican Point ist von der Grösse und vom stinken her sehr eindrücklich. Zum Abschluss gab es dann Austern und Sekt und noch andere Häppchen. Die namibischen Austern sind im Vergleich zu denen die wir hier kennen richtig fest im Biss. Sie werden nicht nur Roh gegessen sondern auch zum Beispiel mit Käse überbacken.
Gegen halb drei Uhr sind wir zurück im Hotel in Swakopmund. Da uns der Trip doch ziemlich geschlaucht hat und wir am Abend bei Stevens Vater zum Barbecue eingeladen sind beschliessen wir uns einwenig hinzulegen damit wir die lange Nacht überstehen können. Um fünf Uhr holt uns Steven dann ab und wir fahren wieder nach Walvis Bay. Auf dem Weg nach Walvis Bay fahren wir noch schnell nach Langstrand, um uns das Haus in dem Angelina Jolie und Brad Pitt gewohnt haben, anzuschauen. Dann haben wir in Walvis Bay noch wichtige Sachen eingekauft (Cola, Bier, etc.) und sind dann zu Stevens Vater gefahren. Die beiden Brüder von Steven haben dann auch schon alles vorbereitet. Wir wurden von der ganzen Familie herzlich begrüsst. Nachdem die Glut dann richtig schön war, haben Steven und Karl mit dem Grillieren begonnen. Neben Fleisch gab es auch noch Wurst und Pilze die mit Kräuterbutter gefüllt waren.
Unser heutiges Etappenziel heisst Twyfelfontain. Der Skeletküste entlang geht es zuerst nach Henties Bay. Henties Bay ist ein sehr beliebter Ferienort in dem immer mehr Einwohner aus Windhoek sich ein Ferien Domizil kaufen. Da auch hier Platz im Überfluss vorhanden ist, sind die einzelnen Parzellen zum Teil so gross, dass sich die Besitzer auch gleich einen Helikopterlandeplatz einrichten. Heute aber ausserhalb der Saison die über Weihnachten und Neujahr stattfindet ist der Ort ausgestorben.
Vorbei am Brandbergmassiv fahren wir weiter nach Uis. Der ehemalige Bergbauort scheint ausgestorben zu sein. Früher wurde in der Mine in der Nähe Zinn und Wolfram abgebaut. Durch den Zerfall der Preise auf dem Weltmarkt musste die Mine stillgelegt werden.
Auf dem Weg von Uis zur Twyfelfontein Lodge besuchen wir noch die Orgelpfeifen und die Felsgravuren. Die Orelpfeifen sind Basaltsäulen die in einem Flussbett stehen und bis zu 5 Meter hoch sind. Sie sind über 100 Mio. Jahre alt.
In Twyfelfontein sind über 2000 bis zu 6000 Jahre alte Felsgravuren vorhanden. Es wird angenommen, dass diese wenige Millimeter tiefen Gravuren mit Quarzstein in den roten Sandstein geritzt wurden. Es gibt da Orixantilopen und Steinböcke, sowie Giraffen, Nashörner, Strausse und Zebras zu sehen.
Auf dem Weg zum Etoscha Nationalpark besichtigen wir noch den versteinerten Wald. Auf dem unter Denkmalschutz stehenden Gelände liegen Duzende versteinerter Stämme herum. Sie sind etwa 300 Mio. Jahre alt. Sie waren einst unter Sand begraben der verhinderte, dass das Holz vermodern konnte. Jede einzeln Zelle wurde durch Kieselsäure konserviert und der Baum versteinerte. Wind und Regen haben die Bäume schliesslich wieder freigelegt.
Nun ist es soweit. Einer der Hauptgründe für die Reise nach Namibia war ganz klar, dass wir den Etoscha Nationalpark besuchen wollen. Vom versteinerten Wald fahren wir jetzt direkt zum Anderson Gate um von Südwesten in den Park zu fahren. Vom Eingang fahren wir direkt zur Okaukuejo Lodge, einer staatlichen Lodge im Park, wo wir unser Zimmer beziehen und ein erstes mal ans Wasserloch das zur Lodge gehört gehen. Am Nachmittag gehen wir dann ein erstes Mal auf Pirschfahrt. Wir merken sofort, dass das nicht mit Pirschfahrten in Tansania zu vergleichen ist. Da Namibia ein sehr trockenes Land ist, hat der Staat am Südrand der Etoschapfanne viele künstliche Wasserlöcher angelegt und damit fährt man dann auf einer Pirschfahrt einfach diesen Wasserlöchern nach und hat eine praktisch 100%ige Sicherheit Tiere zu sehen. Einzig in der Regenzeit wandern viele Tiere nordwärts.
Nach dem Nachtessen gehen wir noch einmal ans Wasserloch bei der Lodge. Dieses Wasserloch ist Nachts beleuchtet. An diesem Abend konnten wir Giraffen und
Spitzmaul-Nashörner sehen.
Am heutigen Tag durchqueren wir den Etoscha Nationalpark von West nach Ost. Auf dem Weg fahren wir zu verschiedenen Wasserlöchern wo wir auch immer wieder verschiedene Tiere antreffen. Einzig Elefanten treffen wir keine. Steven meint, dass sie eventuell bereits nordwärts gezogen sind, da es im Norden bereits geregnet hat. Doch dann bald am Ende des Tages haben wir sie dann doch noch angetroffen. Am späteren Nachmittag verlassen wir am von Lindequist Gate den Park wieder. Beim Abendessen in der Etosha Aoba Lodge sind dann Springböcke, Kudus und Steinböcke am Wasserloch zum trinken gekommen.
Ab heute nehmen wir Kurs auf Windhoek. Von der Etosha Aoba Lodge geht es weiter nach Otjiwarongo. Unterwegs machen wir noch einen Stopp beim Otjikotosee. Dieser kreisrunde See ist durch den Einbruch einer riesigen Dolomithöhle entstanden. Berühmt ist der See aber 1915 geworden. In diesem Jahr haben die deutschen Schutztruppen auf ihrem Rückzug vor den südafrikanischen Truppen einen grossen Teil ihrer Ausrüstung und Waffen in diesem See versenkt, um sie nicht in die Hände ihrer Gegner geben zu müssen. Einige Stücke wurden vom Underwater Club Windhoek in Zusammenarbeit mit dem Staatsmuseum geborgen. Ein grosser Teil der Ausrüstung inkl. eines sagenumworbenen Tresor unbekannten Inhalts liegen immer noch auf dem Grund in 55 Meter Tiefe.
Nachdem wir den Otjikotosee verlassen haben machen wir noch einen Abstecher zum Hoba - Meteoriten. 1920 fand der Jäger Jacob Brits diesen Meteoriten rein zufällig. Er wunderte sich über das massive Teil, brach ein Stück ab und lies es untersuchen. Das Resultat 80 % Eisen und 20 % Nickel. Der Meteorit ist 80'000 Jahre alt und hat ein Gewicht von 50 Tonnen. Da wir schon am frühen Nachmittag in der Otjibamba Lodge, einer ehemaligen Rinderfarm, ankommen machen Lydia und ich noch eine längere Wanderung über das eingezäunte Farmgebiet. Unterwegs treffen wir Gnus, Zebras, Springböcke und Giraffen. Da unsere Wanderung sehr anstrengend war, hatte ich dann beim Nachtessen mit meinem 400 gr Steak auch keine Probleme.
Heute geht es zurück nach Windhoek wo wir uns dann noch drei Tage von dieser schönen Rundreise durch Namibia erholen wollen. Von Otjiwarongo geht es zuerst nach Okahandja wo wir den örtlichen Holzmarkt besuchen. Auf diesem Markt wird kein Bauholz verkauft, sondern Schmuck, Tiere, Masken und Gebrauchsgegenstände aus Holz. Anschliessend fahren wir zu Stevens Mutter die ganz in der Nähe ein Kaffeehaus besitzt. Direkt vorbei am Busen von Namibia geht es das letzte Stück noch bis Windhoek. Steven bringt uns direkt ins Hotel Villa Verdi. Nun heisst es von Steven Abschied zu nehmen. Nach 15 Tagen, in denen er uns so vieles über sein Heimatland, über die Pflanzen- und Tierwelt erzählt hat, fällt uns der Abschied doch ziemlich schwer.
Am Morgen des 19. sind wir dann vom Hotel in die Stadt gegangen und haben zufällig da Steven noch einmal getroffen.Er war mit einem deutschen Touristen unterwegs dem das Geld und seine ganzen Ausweise gestohlen wurden. Auch für solche Fälle scheint Steven der richtige Mann zu sein. Am Abend kam dann das was wirklich nicht hätte sein müssen. Auf dem Weg vom Nachtessen ins Zimmer ist Lydia in einer dunklen Ecke über eine hölzerne Giraffe gestolpert und heftig mit dem Rücken auf dem Boden aufgeschlagen. Wir haben dann versucht mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln den Schmerz etwas zu lindern. Am andern Morgen wollte sie trotz grosser Schmerzen noch einmal in die Stadt. Jeder Gehsteigabsatz war eine mittlere Katastrophe. Zurück im Hotel haben wir uns dann so gemütlich wie möglich eingerichtet. An den nicht schmerzenden Stellen Kissen hingepackt damit auf den andern kein Druck entsteht der Schmerzen erzeugen kann. Die Abklärungen in der Schweiz haben dann ergeben, dass Lydia sich bei dem Sturz einen Riss im Beckenknochen zugezogen hat.
Nach einer fast schlaflosen Nacht und einem langen Tag sind wir dann um 17.00 Uhr abgeholt worden. Nach der einstündigen Fahrt zu Flughafen haben wir eingecheckt und waren eine Stunde später schon auf dem Weg nach Frankfurt. Dank der bereits gesammelten Erfahrung mit Kissen unterlegen konnten wir es Lydia einigermassen angenehm machen.
Landung am frühen Morgen in Frankfurt. Nach zwei Stunden Aufenthalt weiterflug nach Zürich - Kloten. Nach der Passkontrolle und dem Abholen des Gepäcks fahren wir mit dem Taxi nach Hause.
Zum Schluss möchte ich mich noch, bei allen die zu dieser erlebnisreichen Reise beigetragen haben, herzlich bedanken. Es sind dies:
Lydia, die ein weiteres Mal eine solche Reise mitgemacht hat.
Steven, der uns 15 Tage unfallfrei durch Namibia gefahren hat
Dagmar, die alles vor Ort organisiert hat
Ahmed vom Reisebüro Ferienplan in Affoltern am Albis für die gesammte Organisation.
Einige Bilder aus Windhoek
Christuskirche
Independence Avenue
Weitere Bilder findet ihr in der Fotogalerie
Am Anfang meines Reiseberichts habe ich versprochen noch einmal auf das Thema Regen in Namibia zurück zu kommen. Nachfolgend der Leitartikel aus der Allgemeinen Zeitung (Älteste Tageszeitung Namibias - Nachrichten von A bis Z auf gut Deutsch) vom Mittwoch, 21. November 2007:
Regenfreude im Landes-Osten
Heftige Regenfälle und Gewitter sind gestern am späten Nachmittag über Windhoek gezogen. Bis Redaktionsschluss lagen noch keine genauen Messungen vor, allerdings durften sich schon am Vortag grosse Teile Namibias über den lang ersehnten Regen freuen. Besonders feucht wurde es dabei im Umland von Gobabis: Zwar konnte das Windhoeker Wetteramt gestern noch keine genauen Mengen nennen. Friedrich Nauhaus von der Wildfarm Karachab meldete der AZ aber gestern den ersten grösseren Regen von "zwischen 25 und 40 Millimetern". Allerdings habe der Regen in Richtung Grenze zu Botswana abgenommen, dort sei viel weniger Niederschlag gefallen. Zudem sei es gestern sehr bewölkt gewesen und der Wind habe aus der richtigen Richtung geweht, "um weiteren Regen zu bringen". Nach Angaben des Wetteramtes hat es zudem in Grootfontein 1,5 mm geregnet. Auf der Farm Heinsdorf etwa 18 Kilometer südlich des Ortes, freut sich Ulrike Menne über 4,5 Millimeter in der Nacht zu gestern. Im Laufe des Tages seien dann bei bedecktem Himmel weitere 3 mm leichter Nieselregen hinzugekommen.
Weniger rosig sah es hingegen im Süden des Landes aus: Auf der Klein-Aus-Vista-Lodge nahe Aus sei "kein einziger Tropfen gefallen", sagte Eigentümer Piet Swiegers gestern Mittag im AZ-Gespräch. Allerdings sehe er Regen-Potenzial und hoffe auf einigen Niederschlag in der zweiten gestrigen Tageshälfte.
Auf der Farm Onduno westlich von Windhoek waren gestern morgen nur wenige Tropfen gemessen worden. "Dieses bisschen war nicht messenswert, aber nicht weit von unserer Farm hat es bei einem Bekannten zwischen vier und sechs Millimeter gegeben", berichtete Farmerin Christa Garbade gestern im AZ -Gespräch. In Windhoek wurden nach Angaben von Anwohnern zwischen 8 und 12 Millimeter gemessen.
Das Wetteramt teilte gestern mit, dass vereinzelte Niederschläge bis heute im ganzen Land erwartet werden - nur der Südwesten soll offenbar erneut vom Regensegen nichts abbekommen.