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Der Auftritt dauerte zwar nur fünf Minuten, doch diese hatten es in sich. Der neue Pressesprecher des Weissen Hauses machte bei seinem ersten Auftritt bereits mehrere Aussagen, die angezweifelt werden.
Sean Spicer, Donald Trumps Pressesprecher, hatte am Samstagabend, als er vor die Presse trat, eigentlich nur ein Thema auf dem Programm: Die Anzahl Zuschauer bei der Inauguration. Dabei setzte er zu einem Frontalangriff auf die Presse an und ignorierte die weltweiten Proteste konsequent.
Gemäss Spicer sollen die Medien die Zuschauerzahlen bei der Inauguration deutlich heruntergespielt haben. Es seien viel mehr Zuschauer bei Trumps Antrittsrede gewesen, als die Medien verbreitet hätten. «Das war das grösste Publikum, das je bei einer Inauguration anwesend war», behauptete Spicer sogar.
Er attackierte unter anderem die Luftaufnahmen, welche diverse Medien verbreitet hatten. Bei Trumps Antrittsrede sei zum ersten Mal Plastik auf das Gras im Zuschauerbereich gelegt worden. Deswegen seien die nicht besetzten Flächen deutlich sichtbarer hervorgetreten. Das Foto von Trumps Vereidigung sei absichtlich so ausgeschnitten, dass es die Wahrheit verzerre, sagte Spicer und sprach von einem «schändlichen» Vorgang. Er drohte den Journalisten, er werde sie zur Rechenschaft ziehen.
Fakt ist: Auch bei Obamas Inauguration im Jahr 2013 wurde Plastik verwendet, um das Gras zu schützen.
Die britische Premierministerin Theresa May wird nach Angaben der US-Regierung in der kommenden Woche den neuen Präsidenten Donald Trump in Washington treffen. Laut Trumps Sprecher wird sie der erste ausländische Staatsgast im Weissen Haus sein.
Sprecher Sean Spicer kündigte zudem am Samstag bei der ersten Presseunterrichtung der neuen US-Führung ein Treffen Trumps mit seinem mexikanischen Kollegen Enrique Peña Nieto am 31. Januar an. Das hätten Trump und Peña Nieto bei einem Telefonat vereinbart, sagte er. Bei dem Treffen werde es um Handelsfragen und die Themen Einwanderung und Sicherheit gehen.
Weiter teilte Sprecher Spicer mit, dass Trump auch mit dem kanadischen Regierungschef Justin Trudeau gesprochen habe und dass den nächsten Tagen weitere Treffen vereinbart würden. (sda/afp/reu)
Um zu belegen, dass bei Trumps Inauguration mehr Leute als bei Obama vor Ort waren, nannte Spicer auch Zahlen der Metro in Washington D.C. «Wir wissen, dass gestern 420'000 Personen die Metro in D.C. benutzt haben, bei Obamas letzter Inauguration waren es nur 317'000», sagte Spicer.
Gemäss den offiziellen Zahlen der Metro in Washington wurden gestern jedoch rund 570'000 Passagiere gezählt. Sogar noch mehr als von Trumps Pressesprecher angegeben. Weitaus mehr Personen nutzten aber die Metro bei Obamas zweiter Inauguration im Jahr 2013. Damals wurden 782'000 Personen gezählt.
Die Behörden in Washington geben keine offiziellen Zahlen zu Teilnehmern an der Amtseinführung heraus. Auf Fernsehbildern war jedoch deutlich zu sehen, dass die Fläche zwischen dem Kapitol, dem Sitz des US-Kongresses, und dem Washington Monument nicht vollständig mit Menschen gefüllt war. Vergleichsbilder zeigten zudem, dass weniger Menschen anwesend waren als bei der Amtseinführung von Trumps Vorgänger Barack Obama.
Fragen beantwortet Spicer keine, er kündigte aber an, dass das Weisse Haus in Zukunft vor allem direkt zu den Leuten sprechen werde, nicht über die Medien. Will heissen über Soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook.
Auch Donald Trump kritisierte die Medien am zweiten Tag seiner Amtszeit scharf. Er befinde sich in einem Krieg mit den Medien, sagte der US-Präsident bei einem Treffen mit CIA-Vertretern. Journalisten gehörten «zu den unehrlichsten Menschen auf dem Planeten».
Keine Stellung nahmen Trump und Spicer zu den weltweiten Protesten, bei denen am Samstag über zwei Millionen Menschen teilgenommen hatten.
Auf Twitter lösten die Äusserungen Spicers vielfach empörte Reaktionen aus. Er mache sich lächerlich und sei kein Pressesprecher, sondern ein Propagandaminister, monierten Nutzer. Andere sahen in den Äusserungen einen Versuch, von den Protesten gegen Trumps Politik abzulenken.
Jaw meet floor— Glenn Thrush (@GlennThrush) 21. Januar 2017
I've run out of adjectives.— Chuck Todd (@chucktodd) 21. Januar 2017
This is called a statement you're told to make by the President. And you know the President is watching.— Ari Fleischer (@AriFleischer) 21. Januar 2017
Sean Spicer lacks the guts or integrity to refuse orders to go out and lie. He is a failure in this job on his first full day.— Brian Fallon (@brianefallon) 21. Januar 2017
(cma/sda)
Er ist 37 Jahre jung, mit einem Mann verheiratet und hat einen nicht ganz einfachen Namen: Pete Buttigieg will US-Präsident werden. Der vermeintliche Aussenseiter ist derzeit der «heisseste» Bewerber bei den Demokraten.
Muss man sich diesen Namen wirklich merken? Schon beim Lesen bereitet er Mühe, vom Reden ganz zu schweigen. But-i-tschitsch – so ungefähr wird der Nachname von Pete Buttigieg ausgesprochen. Ende Januar hatte der 37-jährige Bürgermeister der Stadt South Bend im Bundesstaat Indiana sein Interesse an einer Kandidatur für die US-Präsidentschaft angekündigt.
Besonders ernst nahm man ihn nicht. Was sollte ein junger Provinzpolitiker im ohnehin überfüllten, mit bekannten Gesichtern bestückten …