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Bulgarien: Investorsuche für Belene
Die Aufforderung zur Auswahl eines strategischen Investors für den Bau von Belene beinhaltet ebenfalls eine Interessensbekundung für die Übernahme eines Minderheitsanteils am Bauprojekt und/oder eine Stromabnahme.
Die bulgarische Regierung hatte den Bau des Kernkraftwerks Belene bereits 2005 genehmigt. Ein Jahr später unterzeichneten die russische Atomstroiexport JSC (ASE) und die NEK ein Abkommen für den Bau von zwei WWER-1000-Einheiten. Belene-1 und -2 sollten den Verlust an nuklearer Stromerzeugungskapazität durch die vorzeitige Abschaltung der Blöcke 1–4 in Kosloduj aufwiegen. Die Stilllegung dieser vier WWER-440-Blöcke bis am 31. Dezember 2006 war eine der Voraussetzungen für die Aufnahme Bulgariens in die EU auf den 1. Januar 2007. Der Bauvertrag zwischen der ASE und der NEK wurde im Herbst 2011 verlängert. Ende März 2012 gab der bulgarische Ministerpräsidenten Bojko Borissow bekannt, Bulgarien verzichte auf Belene zugunsten eines Ausbaus des Standorts Kosloduj um eine Einheit. Die nötige Infrastruktur sei dort bereits vorhanden und das Projekt biete eine grössere Chance, einen strategischen Investor zu finden, begründete er diesen Entscheid. Am Standort Kosloduj stehen zwei WWER-1000-Blöcke in Betrieb.
Die ASE forderte nach dem Projektabbruch von der NEK eine Entschädigung von rund EUR 1,2 Mrd. (CHF 1,3 Mrd.). Der internationale Schiedsgerichtshof ICC entschied im Juni 2016, dass Bulgarien rund die Hälfte dieses geforderten Betrags zahlen müsse. Ende 2016 überwies die NEK den geforderten Betrag und beendigte damit den Streit um das gestoppte Neubauprojekt.
Am 7. Juni 2018 beschloss das bulgarische Parlament, das Belene-Projekt mit Gelder eines strategischen Investors zu finanzieren.