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Der Sommer kann eine ungünstige Zeit für das Fotografieren sein. Tagsüber ist das Licht normalerweise viel zu hart für die meisten Landschaftsfotografien. Um die beste Chance auf großartige Bilder zu haben, muss man entweder sehr früh am Morgen fotografieren oder sehr spät am Abend. Ich mache meine Aufnahmen am liebsten in den frühen Morgenstunden.
Der Morgen ist ruhig, sogar in einer Stadt. Es sind weniger Menschen unterwegs, es ist wenig los. Das Licht ist wunderschön, und manchmal gibt es Frühnebel. Außerdem hört man all die Geräusche von Vögeln, Tieren und Insekten, die den Tag beginnen.
Was das Planen meiner Landschaftsaufnahmen am frühen Morgen angeht: Ich plane nicht, zumindest nicht auf die Art und Weise, wie viele Landschaftsfotografen das tun. Ich prüfe nie, von welchem Punkt in der Landschaft aus die Sonne aufgehen wird und zu welcher Zeit das Licht auf eine bestimmte Stelle treffen wird. Ich mag es, spontan zu sein und in Bewegung zu bleiben, und wenn ich plötzlich etwas sehe, dann mache ich ein Foto.
Warum ich dann auf den Verschluss auf meiner α7R III oder α7R IV klicke, ist schwer zu beschreiben. Ich sehe mich immer um und beobachte, ich registriere die Richtung des Lichts oder eine Besonderheit in der Landschaft, vielleicht eine Führungslinie oder einen einsamen Baum. Ich laufe herum und beobachte die Umgebung, und plötzlich passiert etwas, das meine Fantasie entfacht, und ich bleibe stehen und mache eine Aufnahme.
Da ich nie genau weiß, welche Bilder ich machen werde, habe ich immer eine Auswahl an Objektiven dabei, damit ich auf alles vorbereitet bin. Das eine Objektiv, das immer in meiner Kameratasche zu finden ist, ist das FE 24–105 mm f/4 G OSS. Die Leistung ist so gut, und es funktioniert perfekt für so viele Bilder, die ich fotografiere.
Normalerweise habe ich auch das Objektiv FE 16–35 mm f/4 ZA OSS dabei. Wenn ich nur leichte Ausrüstung mitnehmen möchte, aber ein Teleobjektiv benötige, verwende ich das FE 70–300 mm f/4.5-5.6 G OSS. Das ist ein großartiges, leistungsstarkes Telezoom-Objektiv für seinen Preis, aber was es wirklich zum Gewinner macht, sind die Größe und das Gewicht.
Wenn das Gewicht keine Rolle spielt, nehme ich an Objektiven noch das FE 12–24 mm f/2.8 GM, das 70–200 mm f/2.8 GM OSS anstelle des FE 70–300 mm f/4.5-5.6 G OSS und natürlich das FE 200–600 mm f/5.6-6.3 G OSS mit.
Ein Vorteil bei allen Sony Kameras: Der Dynamikumfang ist fantastisch. Bei Aufnahmen mit meiner DSLR-Kamera vor ein paar Jahren verwendete ich immer Belichtungsreihen und führte die Bilder dann in Adobe Photoshop zusammen, um den Dynamikumfang zu maximieren. Inzwischen muss ich das kaum mehr tun. Ich belichte gerne das Highlight, und dann habe ich die Möglichkeit, die Schattenbereiche heller zu machen, um Details wiederherzustellen.
Ich achte auf das Histogramm und außerdem darauf, dass ich die Belichtung für den Dynamikumfang der Kamera maximal ausnutze, indem ich den JPEG-Stil in der Kamera auf „Neutral“ und dann den Kontrast auf die niedrigste Einstellung setze. Ich versuche, ein möglichst kontrastarmes Bild zu bekommen, damit ich alle Highlights und Schattendetails sehen kann, die ich beim Bearbeiten der RAW-Datei habe. Was ich während der Aufnahme durch den Sucher oder auf dem rückwärtigen Bildschirm sehe, sieht überhaupt nicht wie das finale bearbeitete Bild aus. Aber es hilft, die bestmögliche RAW-Datei für die Bearbeitung zu bekommen.
Manchmal dauert es ein paar Tage oder sogar Wochen, bis ich die Bilder bearbeite, nachdem ich sie aufgenommen habe. Also versuche ich, mich zu erinnern, wie die Szene aussah, wie sich der Moment anfühlte und sogar, wie die Umgebung war, die Temperatur, das Wetter – all diese Details haben Einfluss darauf, wie ich meine Bilder bearbeite.
Wenn es beispielsweise ein Tag war, an dem mir kalt und ich bereits von der Wanderung erschöpft war, gebe ich dem Bild vielleicht einen etwas kälteren Blauton. Wenn die Umgebung warm war und ich mich darin gut fühlte, dann würde meine Bearbeitung das widerspiegeln. Das Entscheidende ist, es nicht zu übertreiben.
Aber um ehrlich zu sein: Für die Aufnahmen am frühen Morgen aufzustehen, ist für mich immer schwierig. Es ist die Belohnung, für die ich es tue. Wenn ich mit Fotos zurückkomme, die mich wirklich begeistern, dann ist das jede Mühe wert.
„Teil des Augenblicks zu sein und die spektakuläre Schönheit der Natur zu sehen, kann ein beeindruckendes und intimes Erlebnis sein. Ich hoffe, ich kann andere an dieser Reise teilhaben lassen, indem ich meine Bilder teile.“