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Frage: Ich besitze 400 Novartis-Aktien, die einfach nicht vom Fleck kommen. Bezahlt hatte ich vor langer Zeit 60 Franken, und nun sind sie wieder etwa gleich viel wert. Soll ich alle Aktien verkaufen und stattdessen eine Lindt & Sprüngli-Aktie für 44500 Franken kaufen? Lindt & Sprüngli ist ja in diesem Jahr schon um circa 40 Prozent gestiegen.
A. C., via E-Mail
Antwort: Stellen Sie sich vor, Sie verkaufen sämtliche Novartis-Aktien, ein paar Wochen später dankt Novartis-General Daniel Vasella ab, und der Aktien-Kurs springt in die Höhe. Vielleicht ist das mehr Wunschdenken als Realität, doch auszuschliessen ist dieses Szenario nicht. Tatsache ist, dass Vasellas Leistungsausweis - gemessen am Aktienkurs - miserabel ist. Das hat weniger mit der wirtschaftlichen Potenz des Pharmariesen als mit der Person von Vasella zu tun. Über den Mann wird mehr schlecht als recht geschrieben. Er ist ein Manager, der als operativer Chef und auch als Verwaltungsratspräsident firmiert. Zu viel Macht ist ungesund. Das sagen sich auch die Anleger. Das verpönte Doppelmandat ist mit ein Grund, weshalb die Novartis-Aktie nicht vom Fleck kommt.
Nach meiner Einschätzung ist Novartis ein gesundes Unternehmen. Das Gewinnpotenzial ist vorhanden. Der Kurs ist nicht überbewertet. Bei Lindt & Sprüngli ist die Aktie hingegen eher zu hoch bewertet. Es scheint, dass etliche Investoren die Aktie verkaufen und die Gewinne ins Trockene bringen. Es ist gefährlich, eine Aktie zu kaufen, die über Jahre enorme Kurssteigerungen verzeichnete. Diesen Zug haben Sie - und übrigens auch ich - verpasst.
Für mich stellt sich noch die Frage, ob Sie mit den 400 Novartis-Aktien im Wert von 24000 Franken nicht ein Klumpenrisiko tragen. Haben Sie gesamthaft Aktien im Wert von 100000 Franken im Portefeuille, so sind die 400 Novartis-Aktien definitiv zu viel. Dann sollten Sie mindestens die Hälfte verkaufen und das Geld in eine andere Branche investieren. Bei einem Depotwert von einer Million Franken kann man hingegen sehr wohl 24000 Franken in eine einzelne Aktie investieren.
So oder so warne ich davor, in einzelne Aktien zu investieren. Ich schwöre auf börsenkotierte Indexfonds, sogenannte ETF.
Erschienen im BLICK am 7. November 2007
Nachtrag: Am Tag, als dieser Artikel erschien, erhielt ich ein Telefon von Martin Werfeli, CEO der Ringier-Gruppe. Er sagte mir alle Schande. Der Titel zeuge von einer unbeschreiblichen Arroganz und Frechheit. Einen Monat später flatterte die Kündigung ins Haus - angeblich aus Rationalisierungsgründen.