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Esther Hieplers Œuvre umspannt die unterschiedlichsten Medien; sie arbeitet unter anderem mit Performance, Fotografie, Video, Installation, Malerei oder Zeichnung. In frühen Videoarbeiten lotet Hiepler mit farbigem Papier die Möglichkeit von Bildkompositionen und Bildraum aus oder sammelt in einer Serie von Fotografien sieben Jahre lang weisse, im urbanen Raum gefundene Flächen.
Dieses Wiedererkennen und Neukomponieren von Motiven zieht sich wie ein roter Faden durch Hieplers vielfältiges Werk; so taucht der gelbe Kreis erstmalig 2012 in Zusammenhang mit einem von der Künstlerin hergestellten Löwenzahnlikör auf, bevor er nach einem Auftritt als Performance-Requisit 2018 in einem grossen Aquarell in einer reduzierten Landschaft als Sonne wiederauftritt. Überhaupt ist die Pflanzenwelt immer wieder Thema in Hieplers Arbeit: Mal abstrakt in Form floral anmutender Ornamente, mal handfester als Likör. Zentral in Hieplers Werken ist nebst Grundfragen der Komposition die Thematik der Rhythmisierung. In den Tropfenschlaufen spinnt die Künstlerin herunterrinnende Tusche über das Blatt zu feinen Fäden; die Linien auf einer grossen, querformatigen Arbeit erinnern an eine Musikstück-Notation, deren Notenlinien sich plötzlich verknoten und verselbständigen – vielleicht eine Reminiszenz an eine frühe Performance, bei der zwei Personen mit ihren Körpern und wenigen Requisiten ein elaboriertes Schlagzeug-Stück aufführten?