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Rüümu
[Säubern der Wiesen]
Rüümu
Im Frühjahr, wenn der Schnee geschmolzen war, begann die Arbeit auf dem Feld mit dem Rüümmu, das heisst, die meisten Wiesen mussten gesäubert werden. Der Winter hatte auch dort seine Spuren hinterlassen. Wenn die Matten in Lawinengebieten oder am Waldrand lagen, dauerten die Arbeiten länger. Dazu brauchte man einen Rechen und einen Riggchoorb, Tschiffra. Auf den Grundstücken, über die Lawinen hinweggegangen waren, lagen meistens kleinere Steine, Geröll mit Holz vermischt. Da die Rüümmeta nicht weggetragen wurden, errichtete man oft auf den Wiesen selbst in unmittelbarer Nähe von Sträuchern oder Steinen eine Stelle, Rüümmhüüffe genannt, wo man diese jedes Jahr aufschichtete. In extremen Fällen musste man für das Saubermachen sogar einen Stallbesen benutzen. In Gebieten am Waldrand beschränkte sich das Rüümmu auf das Zusammenrechen der Zweige und das Entfernen der Äste, die der Wind von den Bäumen gerissen hatte. Die grösseren Äste konnten als Brennholz verwendet werden. Lagen die Wiesen in offenem Gelände, war die Arbeit schneller erledigt. Hatte man den Mist im Herbst angetan, wurden auch die ausgetrockneten Mistreste abgrächchut und gleichzeitg auch die Maarche, die Grenzzeichen (kleine, dünne Holzpfähle oder Ästchen), wieder eingeschlagen, damit sie im Sommer beim Mähen leichter gefunden wurden.