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Erst gab es am Walliser Alpenhauptkamm und im Tessin Neuschnee, während es im Norden meist sonnig war und Frühlingsverhältnisse herrschten. Dann war der Norden von wechselhaftem, teils winterlich anmutendem Aprilwetter geprägt, während es im Westen und Süden oft sonnig war. Es gab also beides - Winter und Frühling.
Freitag, 31.03. und Samstag, 01.04.: oft sonnig, verbreitet günstige, frühlingshafte Tourenbedingungen
Nach einer klaren Nacht mit guter Abstrahlung herrschten am Freitag mehrheitlich günstige Lawinenverhältnisse. Nur im Simplongebiet und im nördlichen Tessin war es stark bewölkt.
In der Nacht auf Samstag war die Abstrahlung verbreitet durch hohe Wolkenfelder reduziert. Am Alpensüdhang und in den nördlich angrenzenden Gebieten gab es sogar kaum Abstrahlung. Tagsüber war es am Alpenhauptkamm vom Goms bis ins Berninagebiet oft bewölkt mit einzelnen Aufhellungen. In den übrigen Gebieten war es teilweise sonnig mit einzelnen schwachen Schauern im Tagesverlauf, allerdings ohne messbare Niederschlagsmengen. Im Norden kühlte es markant ab, auf 2000 m fielen die Temperaturen von rund +9 °C auf +1 °C.
Sonntag, 02.04.: Schnee im Süden
Die Nacht auf Sonntag war in Graubünden überraschend klar mit recht guter Abstrahlung. In den übrigen Gebieten war die Nacht mehrheitlich bedeckt. Tagsüber war es im Nordosten recht sonnig mit Quellwolken im Tagesverlauf. In den übrigen Gebieten war es stark bewölkt mit einzelnen Aufhellungen. Am Walliser Alpenhauptkamm und im nördlichen Tessin fiel oberhalb von rund 1500 m Schnee, gebietsweise mit ergiebigen Neuschneemengen (vgl. Abbildung 2).
Montag, 03.04.: Meist sonnig, Quellwolken und Schauer am Nachmittag
Der Montag zeigte typisches Aprilwetter: Nach einer mehrheitlich klaren zweiten Nachthälfte war es am Vormittag in den Bergen meist sonnig. Dann bildeten sich vermehrt Quellwolken und gegen Abend gab es einzelne Schauer.
Dienstag, 04.04. bis Donnerstag. 06.04.: Im Westen und Süden meist sonnig, im Nordosten meist bewölkt und etwas Niederschlag, recht kühl
Im Westen und Süden war es abgesehen von einigen Quellwolken im Tagesverlauf jeweils meist sonnig. Die Nacht auf Dienstag war teilweise klar, die Nacht auf Mittwoch meist bedeckt mit Schauern, die Nacht auf Donnerstag meist klar.
Etwas anders präsentierte sich das Wetter in den nordöstlichen Gebieten. Am Alpennordhang vom Berner Oberland bis ins Alpsteingebiet und in Graubünden war es am Dienstag nach einer trüben Nacht meist bedeckt und in schauerartigen Niederschlägen fielen oberhalb von rund 2000 m am zentralen und östlichen Alpennordhang, in Nord- und Mittelbünden 5 bis 10 cm Schnee, lokal auch mehr (24h-Radarsumme). In diesen Gebieten blieb es auch am Mittwoch bedeckt und im Berner Oberland fielen in Schauern 5 bis 15 cm Schnee (24h-Radarsumme). Die Schneefallgrenze sank auf 1400 m. Erst am Donnerstag gab es im Tagesverlauf einzelne Aufhellungen.
In solchen Wetterlagen mit Schauern, ist sowohl die Niederschlagsprognose als auch die Niederschlagsmessung eine Herausforderung. Es ist schwer zu prognostizieren, wo die Schauer genau liegen und wieviel Niederschlag sie bringen. Im Lawinenbulletin wird deshalb die regionale Prognose der Neuschneemengen bewusst sehr allgemein gehalten. Aber auch die Messung des Niederschlags ist schwierig. Schauer können durch die "Maschen" des Niederschlagsmessnetzes fallen und so unbemerkt bleiben. Am besten können sie mit dem Niederschlagsradar registriert werden, weil dieser eine flächige Abdeckung bringt. Teilweise werden aber die Niederschlagsmengen im Radarsignal unterschätzt, insbesondere wenn die Niederschläge nicht hoch hinauf reichen und so dem Radar entgehen.
Anfangs dieser Wochenberichtsperiode herrschten typische Frühlingsverhältnisse mit mehrheitlich geringer und mässiger Lawinengefahr am Morgen und einem Anstieg der Gefahr von nassen Lawinen im Tagesverlauf. Am Freitag wurde für nasse Lawinen im Tagesverlauf eine erhebliche Lawinengefahr prognostiziert (Gefahrenverlauf), was sich im Nachhinein nicht bestätigte. Zwar war es mit +9 °C auf 2000 m im Norden sehr mild, aber der Wind (Südföhn) und die hohen Wolken wirkten sich kühlend auf die Schneedecke aus und es gab kaum Lawinenaktivität. Dieses Beispiel zeigt, wie schwierig die Prognose der Nassschneelawinengefahr ist. Da liegt der Tourengeher im Vorteil: durch das Beobachten der Schneedecke (Aufweichen, Einsinktiefe) und von Lawinenabgängen kann die Gefahr von nassen Lawinen draussen im Gelände in der Regel gut beurteilt werden.
Inneralpin wurde noch vor möglichen Lawinenauslösungen im schwachen Altschnee gewarnt. Diese Gefahr ging am Samstag von mässig auf gering zurück, wobei der Wortlaut in der Gefahrenbeschreibung sehr ähnlich blieb (vgl. Abbildung 3).
Am Sonntag und auch in den folgenden Tagen herrschte in den südlichen Niederschlagsgebieten meist eine mässige Gefahr von trockenen Lawinen, am Montag in den Hauptniederschlagsgebieten von Zermatt bis ins Binntal eine erhebliche Gefahr. Obwohl die Niederschlagsmengen vor allem an der Grenze zu Italien mit teilweise über 50 cm sehr hoch waren, war der Anstieg der Lawinengefahr eher verhalten. Einerseits waren die Winde während dem Schneefall in diesem Gebiet meist nur mässig, anderseits dürfte die Verbindung vom Neuschnee zum Altschnee eher günstig gewesen sein. Die höchste Lawinenaktivität meldete der Regionalbeobachter vom Simplonpass am Sonntagnachmittag mit drei mittleren und unzähligen kleinen spontanen Lawinen. Die Erfolge der Bergbahnen beim Sprengen am Montagmorgen waren nur mässig und meist nur oberflächlich. Am Montag wurden zwei Lawinenauslösungen durch Tourenfahrer gemeldet: im nördlichen Simplongebiet, VS wurde eine Lawine von einer Person ausgelöst, die nicht erfasst wurde (Bildgalerie); am Mont Mort (Grosser St. Bernhard, VS) lösten zwei Tourenfahrer zwei Lawinen aus, wurden erfasst, blieben aber unverletzt (vgl. Abbildung 4).
In den übrigen Regionen war die Gefahr von trockenen Lawinen vorwiegend gering. Allerdings wurde im Zusammenhang mit der Schaueraktivität im Lawinenbulletin eine Zunahme der Gefahrenstellen mit der Höhe erwähnt.
Der Anstieg der Gefahr von nassen Lawinen im Tagesverlauf war nur klein und wurde mit mässiger Gefahr eingeschätzt. Die Aktivität von nassen Lawinen blieb während der ganzen Wochenberichtsperiode klein.
Obwohl die Temperaturen in dieser Wochenberichtsperiode ab dem Samstag eher kühl waren, aperten die mittleren Lagen zunehmend aus. Auch höher gelegene Talböden wie das Engadin, Davos oder das Goms waren zum Ende dieser Wochenberichtsperiode weitgehend schneefrei (vgl. Abbildung 5 und 6).
Abgesehen vom oben erwähnten Lawinenunfall am Mont Mort (vgl. Abbildung 4) wurden in dieser Wochenberichtsperiode keine Unfälle verzeichnet. Eine erste Zwischenbilanz zeigt, dass bisher weniger Lawinenunfälle registriert wurden als normal um diese Jahreszeit (vgl. Tabelle 1). Die definitive Statistik wird aber erst am 30.09.2017 zum Ende des hydrologischen Jahres gemacht.
Tab. 1: Der Stand der Lawinenunfälle am 06.04.2017 zeigt, dass sowohl die Anzahl der Personenlawinen als auch die Anzahl der erfassten Personen rund 25% unter dem Mittelwert der letzten 10 Jahre lagen. Bei den Todesopfern war der Unterschied sogar noch deutlicher.
| aktuelle Zahl || Mittel letzte 10 Jahre || Vergleich zu letzten 10 Jahren |
| Anzahl Personenlawinen ||82||111||74%|
| Anzahl erfasste Personen ||130||172||76%|
| Anzahl Lawinenopfer ||7||18||39%|
Mögliche Gründe für diese unterdurchschnittlichen Werte zu finden ist schwierig und in einer möglichen Interpretation der Werte ist Vorsicht angebracht, weil diese in kurzer Zeit ändern können. Drei Gründe sind möglich:
Das SLF ist durchaus auch interessiert an Überlegungen der Wochenberichts-Leserschaft zu diesem Thema. Feedback kann am besten an <email-pii> gesendet werden.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.