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1237 setzt die schriftliche Überlieferung zur Liegenschaft ein, als das Grundstück vom Kloster St. Alban an Heinrich Bretere und seine Ehefrau im Erbrecht verliehen wurde. "1282 übertrug Domkaplan Heinrich das Anwesen zu einem Jahreszins der Äbtissin und dem Konvent Olsberg im unteren Fricktal."1 Nachdem der „Olsperg Hofe“ im Erdbeben 1356 stark beschädigt und im 15. Jahrhundert zeitweise fremd vermietet und mehrfach gepfändet wurde, diente er bis ins mittlere 16. Jahrhundert dem Zisterzienserkloster als städtische Niederlassung. 1557 verkaufte die Männerzisterze Lützel, welche die Oberaufsicht über das Kloster Olsberg führte, „das Huss und Hoffstatt sampt dem Garten dahinter“ an den Lohnherrn Diebold Beck. Gerold Wachter, seit 1581 neuer Besitzer der mittlerweile „Zum Leopard“ benannten Liegenschaft, führte die beiden bestehenden Häuser baulich zusammen. In einer Urkunde von 1680 erscheint das Anwesen erstmals auch unter dem Namen „Zum Tiger“. 1711 wurde vom Kaufhausverwalter Andreas Faesch, der die Liegenschaft ein Jahr zuvor erwarb, im hinteren Teil seines Grundstücks ein Stallgebäude errichtet. Der wohlhabende Bandfabrikant Achilles Weiss-Ochs erwarb 1752 das Haus "Zum Leopard" und liess es wahrscheinlich durch Samuel Werenfels im neuesten Stil umbauen. Sein Schwiegersohn, der Tuchhändler Daniel Iselin-Weiss, erweiterte 1792 die Parzelle gegen Süden um einen von der Rittergasse zum Hohenfirstenhof führenden Durchgang.
In der Absicht, für sein Anwesen das Brunnrecht zu erlangen, erwarb Iselin am 29. November 1794 den Bärenfelserhof am Stapfelberg 7/9, den er bereits 17 Tage später ohne Brunnen wieder verkaufte. 1825 ging die Liegenschaft samt der barocken Ausstattung an den Bankier Johann Jakob Merian-Burckhardt über, der das Stallgebäude umbauen liess. Bauliche Veränderungen am Wohnhaus sind anhand von Plänen erstmals für das Jahr 1861 bezeugt. Alfred Merian-Thurneysen liess durch Johann Jakob Stehlin d.J. die Einfahrt aus der rechten Hälfte in die Mitte des Hauses versetzen und mit dem Eingang zusammenlegen. Diese Massnahmen und zusätzliche Veränderungen führten zu einer strengeren Gliederung der Fassade. Das Innere des südlichen Gebäudeteils erfuhr eine neue Unterteilung, wobei die hintere Stiege zur Haupttreppe ausgebaut wurde. Ein nächster tief greifender Umbau erfolgte 1917; der südliche Gebäudeteil wurde unterkellert. Der nördliche, rückseitig bis anhin zweigeschossige Hausteil wurde um ein Stockwerk erhöht. Dabei wurde die Hoffassade über dem Erdgeschoss neu aufgeführt und das Innere des ersten Obergeschosses gänzlich umgebaut. Zudem musste der alte Dachstuhl aus dem 14. oder frühen 15. Jahrhundert einem neuen Dach weichen, dessen strassenseitige Neigung derjenigen des südlichen Hausteils angepasst wurde. Seit 1961 werden die Parterreräume der linken Hauspartie von der in der Nachbarliegenschaft domizilierten Privatbank genutzt. Das zweite Ober- und das Dachgeschoss dienen als eine separate Wohneinheit. Die ehemalige Stallung und Remise mit Heubühne wurden 1982 beziehungsweise 1991 zu Mehrzweckräumen ausgebaut.
Die Parzelle des Olsbergerhofs reicht von der Rittergasse her bis zum Hohenfirstenhof, hat also keinen direkten Zugang zum Rheinbord. An die beiden Vorderhäuser schliesst ein Hof mit Garten an, dessen Hinterseite vom ehemaligen Stallgebäude eingenommen wird. Eine Mauer grenzt den Hof von demjenigen des links benachbarten Rotbergerhofs ab.
Die beiden Vordergebäude bilden den Kern der dreigeschossigen Liegenschaft; sie wurden im späten 16. Jahrhundert zusammengefasst. Eine klassizistische, blaugraue Fassade mit acht Fensterachsen wurde 1861 gegeben. Bei der gleichzeitigen Versetzung der Einfahrt in die Mittelachse fügte Stehlin der nüchternen Gliederung im Erdgeschoss eine durchlaufende Bandrustika hinzu. Eine von zwei liegenden Raubkatzen flankierte, mit Blumen dekorierte Schriftkartusche ziert den Bereich über dem Eingangsportal. Satteldächer von mit gleicher Traufhöhe aber unterschiedlich hohem First schliessen die Baukörper ab. An die südliche Wand grenzt der zweistöckige, einst zum Hohenfirstenhof führende Gang, dessen Front der Hauptfassade ebenfalls 1861 angepasst wurde; er stösst heute, ohne sich fortzusetzen, an den Südflügel. Die beiden Vorderhäuser sind in ihrem Volumen recht unterschiedlich. So ragt der linke Teil um einige Meter weiter in den Hof hinein. Der rechte Hausteil wird im Hof von einem zweigeschossigen Waschhaus- und Küchenflügel teilweise überschnitten. Ein länglicher, wohl in der Mitte des 18. Jahrhunderts errichteter Fachwerkbau mit einer obergeschossigen Laube setzt diesen in gleicher Höhe und Tiefe gegen den Rhein hin fort. Sein ebenerdiger Raum hinter einem Lattenverschlag wird vermutlich seit jeher zur Lagerung von Holz und ähnlichem gedient haben.
Das alte Stall- und Remisengebäude am Ende des Gartens ist ein für seine Bestimmung recht elegantes Bauwerk. Er wurde 1752 an Stelle eines Vorgängerbaus errichtet.
1 Nagel, Anne; Möhle, Martin; Meles, Brigitte: "Die Altstadt von Grossbasel 1 - Profanbauten", Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Bern 2006, S. 176