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Anfahrt und Transport
Aus Süden erreicht man den Yellowstone Nationalpark über den Grand Teton Nationalpark auf der US-191 N. Aus Norden (Glacier) führt die US-89 S zum Park. Von Westen erreicht man den Nationalpark über die US-20 E und die US-191 S und aus Osten führt die US-14 W in den Park hinein.
Innerhalb vom Park gibt es keine öffentlichen Transportmittel. Die Hauptverbindungsstrasse bildet eine 8, an der alle Sehenswürdigkeiten liegen. Diese sind alle sehr gut erschlossen und überall hat es ausreichend dimensionierte Parkplätze.
Das riesige Parkgebiet (entspricht immerhin fast 1/4 der Schweiz) lässt sich grob in 4 Bereiche einteilen. Im Süden befindet sich die Seenlandschaft, der Westen ist geprägt von Geysieren und heissen Quellen, im Osten befinden sich die Bisonweiden und die Yellowstone-Schlucht und im Norden findet man terassenförmige Quellen.
Sehenswürdigkeiten im …
… Süden
Dieser See ist einer der grossen Seen im Süden des Yellowstone Nationalparks. Es besteht eine Flussverbindung zum Shoshone Lake, welche als eine sehr empfehlenswerte Kajaktour bekannt ist.
Der Shoshone Lake ist einer der grössten Seen Nordamerikas, welcher nur zu Fuss oder mit dem Kajak erreichbar ist. Vom Parkplatz des DeLacy Creek an der US-191 führt ein schöner Wanderweg zu diesem idyllisch gelegenen See.
Distanz: 9.7km Hin- und Rückweg
- West Thumb Geysier Basin ***
Am Westufer des Yellowstone Lakes können malerische, heisse Quellen über einen hölzernen Rundweg besichtigt werden. Es sind sogar Quellen zu sehen die sich im See selber direkt unter der Wasseroberfläche befinden.
Distanz: 1km Rundweg
- Grant Village Visitor Center **
Dieses Besucherzentrum bietet interessante Informationen speziell zu den Waldbränden im Yellowstone Nationalpark. Zudem lohnt sich ein Besuch des Zentrums auch wegen der Aussicht auf den Yellowstone Lake.
… Westen
- Old Faithful und Upper Geyser Basin ****
Der wohl berühmteste Geysir des Yellowstone Nationalpark ist der Old Faithful. Dieser spuckt regelmässig etwa alle 90 Minuten eine hohe Säule Dampf und Wasser aus. Die geschätzten Eruptionszeiten werden einige Stunden im Voraus bekannt gegeben und das Spektakel kann bequem direkt vom Besucherzentrum aus bewundert werden. Zudem ist im Besucherzentrum einfach und verständlich erklärt, wie die Geysiere und Quellen entstehen und funktionieren.
Rund um den Old Faithful können auf einem Rundweg viele weitere Geysire und blubbernde Quellen besichtigt werden. Die interessantesten Aspekte und vielen Rekorde sind bei den Geysieren selber jeweils auf einer Tafel nachzulesen. Der Rundweg ist absolut lohnend.
Distanz: ca. 7km Wegnetz
- Grand Prismatic Spring im Midway Geyser Basin *****
Die Region des Midway Geysir Basin bietet die wohl spektakulärste Quelle des Nationalparks, die Grand Prismatic Spring. Diese war auch für mich eines der grossen Highlights. Die Quelle liegt direkt an der Hauptstrasse und ist zum einen vom dazugehörigen Parkplatz über einen kurzen Holzsteg erschlossen.
Zum anderen hat man vom westlich gelegenen Hügel die beste Sich von oben. Diese Aussichtsplattform ist über einen Wanderweg vom nächsten Parkplatz weiter südlich an der Strasse zu erreichen. Der Wanderweg ist leider schlecht ausgeschildert. Meistens ist jedoch sowohl der Parkplatz als auch der Wanderweg durch das hohe Touristenaufkommen gut erkennbar.
Distanz: 2.5km Hin- und Rückweg
Dieses Becken ist flächenmässig das Grösste und beinhaltet eine grosse Anzahl an Geysieren und heissen Quellen, die aber etwas weniger spektakulär sind als diejenigen der anderen Gebiete.
Besonders zu empfehlen sind zum einen der Firehole Lake Drive, eine Panoramastrasse, die an einigen sehr eindrücklichen Geysiren vorbei führt.
Zum anderen lohnt sich der kurze Rundweg beim Fountain Paint Pot. Die blubbernden Schlammlöcher sind eine amüsante Abwechslung zu den dampfenden Geysieren und Quellen.
Die Geysiere dieses Gebietes sind mitunter die aktivsten im gesamten Nationalpark. Mehrere Rundwege führen zu den einzelnen Highlights. Die Ranger bieten zudem mehrmals täglich lohnenswerte Führungen an.
Distanz: ca. 4.8km Wegnetz
… Osten
Dieses Tal ist das Gebiet der gigantischen Bisons. Die Tiere können in der hügeligen Graslandschaft aus nächster Nähe und direkt vom Auto aus beobachtet werden. Aus Sicherheitsgründen solltest du aber nicht zu nahe an die Tiere heran gehen. Behalte also immer Abstand!
Dass es hier Bisons zu sehen gibt ist weitum bekannt. Du wirst also bestimmt nicht alleine dort sein. Da die Bisons vor allem gegen Abend immer wieder die Strasse queren um zum Fluss zu gelangen müssen die Autos auch immer wieder anhalten. Es bildet sich somit ein Stau durch das gesamte Tal. Für die rund 10km benötigte ich ganze 2 Stunden und für die Rückfahrt nochmals fast so lange. Die Zeit hat sich aber vollkommen gelohnt und es wurde nie langweilig.
Die beste Zeit für einen Besuch ist der späte Nachmittag bis zum Sonnenuntergang. Aufgrund des Staus solltest du nicht zu spät losfahren. Ich war bei meiner ersten Durchquerung etwas früh dran und bin dann einfach nochmals durch gefahren, so eindrücklich war es. Umkehren kannst du jederzeit bei einem der vielen Ausstellplätze.
Diese Schlucht wurde durch den Yellowstone River tief in den Felsen gewaschen und die unterschiedlichen Gesteinsschichten der vergangenen Jahrmillionen wurden freigelegt. Zwei grosse Wasserfälle liegen eindrücklich im malerischen Canyon und können von mehreren Aussichtspunkten aus bewundert werden, welche mit Wanderwegen untereinander verbunden sind.
Der Upper Fall selber ist vom dazugehörigen Parkplatz über einen kurzen, aber steilen Weg erschlossen. Die Aussichtssplattform befindet sich direkt an der Abbruchkante.
Auch der Lower Fall ist direkt vom dazugehörigen Parkplatz über einen steilen Zustieg erschlossen und man kann ebenfalls direkt an der Abbruchkante die tosenden Wassermassen bewundern.
Vom Artist Point hat man zudem eine herrliche Sicht auf den Lower Fall und die ausgewaschene Schlucht.
… Norden
Das Wasser dieser Quellen fliesst über eine weisse Terrassenlandschaft, welche durch hölzerne Rundwege bestens erschlossen ist. Solltest du sowieso hier durch fahren lohnt sich ein kurzer Stopp. Extra hierher fahren lohnt sich aber aus meiner Sicht nicht, da bieten die anderen Regionen mehr.
Distanz: ca. 2km Wegnetz
Unterkunft
Im Yellowstone Nationalpark stehen insgesamt zwölf Campingplätze zur Verfügung. Fünf davon können nur über eine vorgängige Reservation gebucht werden (Madison, Canyon Village, Fishing Bridge, Grant Village, Bridge Bay), entweder über das Internet oder direkt vor Ort. Diese Campingplätze sind auch untereinander vernetzt. Falls du also im Park bist und noch keine Reservation hast, aber dennoch auf einem der Plätze stellen möchtest, empfehle ich dir, dich beim nächstgelegenen Camping nach kurzfristig verfügbaren oder frei gewordenen Plätze zu erkundigen.
Die restlichen Campingplätze funktionieren nach dem First-come-first-serve-Prinzip. Zum Zeitpunkt meines Besuchs, also im Hochsommer, musste man für diese Plätze sehr früh aufstehen, da sie bereits sehr früh am Morgen wieder voll waren. Ich habe die Erfahrung gemacht dass der Campingplatz am Lewis Lake gute Chancen bietet, auch noch während dem Vormittag einen Platz zu ergattern.
Kostenpflichtige Duschen und Waschsalons stehen bei den Campingplätzen Grant Village, Fishing Bridge und Canyon Bridge zur Verfügung.
Ich selber war zuerst auf dem Lewis Lake Campground. Der Campingplatz funktioniert nach dem First-come-first-serve-Prinzip und liegt ruhig vom Wald umgeben am schönen Lewis Lake. Dieser Standort ist ideal gelegen für die Besichtigung des Süd-, Südwest- und Südostteils des Parks, also für die Geysire und die Landschaft um die Seen.
Infrastruktur:
Trinkwasser, Trockentoiletten
Später für die Besichtigung des Westens und Ostens war ich auf dem Madison Campground. Ich konnte bereits im Süden beim Grant Village Campingplatz eine Reservation für diesen Campingplatz tätigen. Der Campingplatz selber liegt idyllisch auf einer kleinen Anhöhe neben dem Madison Fluss. Obschon die über 200 Stellplätze relativ nahe beieinander liegen bieten sie ausreichend Platz. Dieser Standort ist ein idealer Ausgangspunkt für die Besichtigung der westlichen und östlichen Sehenswürdigkeiten wie das Norris Geyser Basin, die Yellowstone Falls und das Hayden Valley, aber auch die Geysire im Südwesten wären von hier aus gut erreichbar.
Infrastruktur:
Trinkwasser, WC, Dumping Station
Essen und Trinken
Restaurants und Shops gibt es beim Grant Village und im Canyon Village. Zusätzliche Restaurants befinden sich beim Lake Village und beim Old Faithful.
Die wenigen Shops bieten nur eine beschränkte Auswahl an Lebensmitteln an. Du solltest deine Essensvorräte deshalb vor dem Besuch des Yellowstone Nationalparks grosszügig auffüllen.
Fototipp
Für den Besuch der Geysire und heissen Quelle im Yellowstone Nationalpark ist ein Polfilter absolut Pflicht. Dieser filtert nicht nur die lästigen Spiegelungen an den Wasseroberflächen heraus, sondern lässt auch die bunten Farben intensiver wirken.
Dasselbe gilt natürlich auch für die Sonnenbrille. Hast du ein Modell mit polarisierten Gläsern, kannst du wunderbar in die Quellen „hinein“ schauen.
Programmvorschlag
Bereits für die Anfahrt zum (und Weiterfahrt vom) Yellowstone Nationalpark wird mindestens ein ganzer, zum Teil sogar zwei Tage, benötigt, egal aus welcher Richtung man her kommt. Das solltest du mit berücksichtigen.
Für die Geysire im Südwesten des Parks, vom Old Faithfull bis hinauf zum Norris Geysir Basin, empfehle ich dir mindestens 2 Tage einzuplanen, damit du auch alles in Ruhe besichtigen kannst. Der Osten mit dem Yellowstone Canyon und den Bisons im Hayden Valley nimmt ein weiterer Tag in Anspruch.
Für den Besuch des Parks sind also etwa 3 bis 4 Tage das absolute Minimum. Diese Zeitspanne ist gerade ausreichend, um die vielfältigen Regionen und Sehenswürdigkeiten des Parks knapp kennenzulernen.
Der Nationalpark ist aber riesig und du kannst dich hier auch über einen längeren Zeitraum ohne Probleme beschäftigen. Ich war insgesamt 6 volle Tage im Nationalpark selber und empfand das gerade als richtig.
Spezielles
Schwarzbären und Grizzlys kommen auch im Yellowstone Nationalpark vor. Während meinem Aufenthalt bin ich einem Bären auf dem Lewis Lake Campingplatz begegnet (siehe Bericht). Bären sind grundsätzlich scheue Tiere und ich habe auf den Wanderungen keine weiteren Tiere gesehen. Ein unbeabsichtigtes Aufeinandertreffen (auch auf einer Wanderung) ist aber nie auszuschliessen. Ich rate dir deshalb, immer einen Bärenspray griffbereit zu haben.
Ich selber war ohne Bärenspray unterwegs. Ich habe mich immer geachtet dass ich genügend Lärm mache um die Bären auf mich aufmerksam zu machen. Zudem war ich immer Achtsam und nur auf gut frequentierten Wanderwegen unterwegs. Das alleine ist natürlich keine Garantie, dass man nicht doch einmal auf einen Bären trifft. Im Nachhinein würde ich deshalb wohl das nächste Mal einen Bärenspray kaufen wenn ich weiss, dass ich länger im Bärengebiet unterwegs sein werde. Ich glaube zwar nicht dass es dadurch viel Sicherer ist, denn die Verhaltensregeln sollten dann immer noch gleich beachtet werden. Aber es würde einem selber wohl ein sichereres Gefühl geben (ähnlich einem Lawinenverschüttungs-Suchgerät für Skitourengänger).
Beachte zudem dass du im Bärengebiet dein Essen immer entsprechend verstaust. Im Gegensatz zum Yosemite Nationalpark, wo die Bären gelernt haben in Autos einzubrechen und du deshalb immer alles in Bärenboxen verstauen musst, ist das hier nicht der Fall. Du solltest aber trotzdem alles, was duftet, immer in deinem Auto verstauen und nichts auf dem Campingplatz herumliegen lassen. Selbstverständlich solltest du auch auf deinen Wanderungen nichts wegwerfen.
Links
Yellostone Nationalpark
Alle erwähnten Orte findest du auch auf meiner Karte
Mein Bericht: