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Novak Djokovic hat abseits des Platzes nur wenig Respekt für Nick Kyrgios übrig. Dieser kann mit der Kritik nicht viel anfangen. Der «Bad Boy» des Tennis lobt dafür Roger Federer in den Himmel.
In den letzten Monaten hat sich die Fehde zwischen Nick Kyrgios und Novak Djokovic zugespitzt. Vor dem Start der Australian Open schoss der Serbe Giftpfeile in Richtung des Australiers und meinte: «Abseits des Platzes habe ich nur wenig Respekt vor ihm.»
Nach dem souveränen Dreisatzerfolg über Frederico Ferreira Silva in der Startrunde nahm Kyrgios in der Pressekonferenz Stellung zu den Vorwürfen seines Erzfeinds: «Für mich ist das ein seltsamer Fall, denn ich habe seine Kommentare gelesen», so die Weltnummer 45. «Ich denke, es würde für mich einen Sinn ergeben, wenn er sagen würde: ‹Ich respektiere den Kerl auf dem Platz nicht, weil er mit einigen meiner Mätzchen auf dem Platz nicht einverstanden ist.›» Bei ihren Matches seien aus seiner Sicht aber keine solchen Sachen passiert.
Der fehlende Respekt ausserhalb des Platzes verstört Kyrgios: «Ich habe das Gefühl, dass ich die Dinge während der Pandemie extrem gut angegangen bin.» Der 25-Jährige hat etwa während der Corona-Krise Essen an Leute verteilt. Er sei dabei immer extrem vorsichtig vorgegangen, um das Virus an niemanden weiterzugeben. Auch aktuell spende er Essenspakete an Menschen. Zudem setzte er viel Energie für seine Stiftung («NKFoundation») ein. Schon im Vorjahr bei den Buschfeuern in seiner Heimat kämpfte Kyrgios an vorderster Front um Spendengelder. Sein Fazit: «Ich tue viel ausserhalb des Platzes.»
Für die Vorwürfe seines Konkurrenten hat er deshalb nicht viel übrig: «Er ist ein sehr seltsamer Kerl – Novak eben. Ein verdammt guter Tennisspieler, aber leider auch jemand, der während einer globalen Pandemie mit freiem Oberkörper feiert. Ich weiss nicht, ob ich mich also von diesem Typ belehren lassen muss. Denn schlimmer kann es ja für mich nicht mehr werden.»
Die «Big 3» im Vergleich
Von einem Journalisten wird der Australier noch aufgefordert, Djokovic, Nadal und Federer zu vergleichen. Zunächst lobt er die «Big 3» – «alle drei sind auf ihre Weise grossartig» – ehe dann seine tatsächliche Meinung mehr zum Vorschein kommt. Während Novak bezüglich Dominanz der Beste sei, sei für ihn «Roger der Grösste aller Zeiten (GOAT)»: «Mit seinen Fähigkeiten, der Art und Weise, wie er spielt – es ist makellos.»
Und weiter: «Nadal und Djokovic kommen vom Talent her nicht mal in die Nähe von Roger», bilanziert er. Er glaube dafür nicht, dass jemand jemals so dominant wie Rafa auf Sand werden könne. «Roger ist der Grösste aller Zeiten, aber nicht der Grösste dieser Ära, weil seine Bilanz gegen Rafa nicht grossartig ist», meint Kyrgios.
Er habe gegen sie alle gespielt, die Ausgangslage sei aufgrund der Spielstile jeweils halt unterschiedlich. Aber Kyrgios erlebt nur bei einem Konkurrenten die Höchststrafe: «Roger gibt dir manchmal das Gefühl, dass du wirklich schlecht im Tennis bist.»