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Bei 11% Melanompatienten wurde der Sentinel Lymphknoten als negativ abgegeben, obwohl Melanom Metastasen vorhanden gewesen sein müssen. Dies fand eine retrospektive Analyse von Daten einer prospektiv randomisierten Studie heraus.
2451 Patienten mit einem Melanom >1 mm, ohne klinische Hinweise für Lymphnotenmetastasen oder sonstige Metastasen wurden eingeschlossen. Die Originalarbeit ist hier publiziert. Nach weiter Exzision des Melanoms wurde bei allen Patienten eine Sentinel Lymphknoten Biopsie durchgeführt nach vorgängiger Markierung mit Vitalblau und Technetium-99. Alle Patienten mit befallenem Sentinel Lymphknoten wurden zu einer Lymphadenektomie weitergewiesen. Da nach Primärtumor Entfernung keine andere Ursache vorliegen konnte, wurden alle Lymphknotenrezidive ohne Lokalrezidiv als falsch negativer Sentinel Lymphknoten klassifiziert.
Insgesamt war die falsch negativ Rate 10.8%, nach Ausschluss der Lokalrezidive 7.6%.
Verbunden mit falsch negativem Sentinel Lymphknoten war
- eine geringe Tumordicke
- höheres Alter
- geringe lymphovaskuläre Invasion
Patienten mit falsch negativem Sentinel hatten häufiger lokale und intransit Rezidive und signifikant mehr sonstige Metastasen im Rezidiv. Das Gesamtüberleben war gleich wie bei Patienten mit nachgewiesenem Sentinel Lymphknoten Befall.
Die Ursache für falsch negative Sentinel Untersuchungen kann beim Chirurgen oder beim Pathologen liegen. Qualitätsverbesserung auf beiden Seiten ist wichtig. Die falsch negativ Rate von 11% scheint mir recht hoch. Bei auch höheren intransit Metastasen könnte die axilläre Metastasierung natürlich auch erst später aufgetreten sein.