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Mit der Verleihung des Zürcher «Stadttalers» ehrte Stadtpräsidentin Corine Mauch gestern Abend den bedeutenden Kunstsammler Werner Merzbacher für sein aussergewöhnliches Wirken in und für die Zürcher Kunstinstitutionen. Sie übergab ihm die Ehrenmedaille anlässlich einer kleinen Feier in den Ausstellungsräumen für die Sammlung Merzbacher im Kunsthaus Zürich.
Werner Merzbacher wurde am 11. Juni 1928 im deutschen Öhringen (bei Heilbronn) geboren. 1939 gelangte er mit einem Transport jüdischer Kinder in die Schweiz. Seine Eltern wurden im März 1943 im Konzentrationslager Majdanek ermordet. Werner Merzbacher kam zunächst in Zürich unter. Da ihm in der Schweiz auch nach Kriegsende die Einbürgerung verwehrt wurde, wanderte er 1949 in die USA aus. Später brachte ihn seine berufliche Tätigkeit in die Schweiz zurück.
Merzbachers Engagement für die Kunst in Zürich hat viele Facetten. So wirkte er ehrenamtlich in der Sammlungskommission des Kunsthauses mit. Seit 2012 ist er ebenfalls ehrenamtlich Stiftungsrat der Stiftung für konstruktive, konkrete und konzeptuelle Kunst (Trägerin des Museums Haus Konstruktiv).
Zusammen mit seiner Ehefrau Gabrielle Merzbacher-Mayer begann er in den 1960er Jahren die «Werner und Gabrielle Merzbacher-Sammlung» aufzubauen. Deren Schwerpunkt liegt auf der Farbe und insbesondere der fauvistischen und expressionistischen Malerei des frühen 20. Jahrhunderts. Sie enthält daneben auch einzigartige Werke der russischen Avantgarde und reicht bis in die Gegenwart. Aus dieser international renommierten Sammlung hat Werner Merzbacher dem Kunsthaus Zürich anlässlich der Eröffnung des Erweiterungsbaus 65 Werke für zwanzig Jahre als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt, darunter auch den «Pixelwald Turicum» (2021) von Pipilotti Rist.