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Gunvor im Kongo: Neues Dokument zeigt Firmenverantwortung für verdächtige Zahlungen
Zürich, 15. September 2017
Bis zur Publikation des Public-Eye-Berichts „Gunvor im Kongo“ letzten Dienstag hat Gunvor jegliche Verantwortung für dubiose Zahlungen abgestritten, die im Zusammenhang mit den 2,2 Milliarden Dollar schweren Öldeals des Unternehmens mit der Republik Kongo geleistet wurden. Ein Schreiben der Bundesanwaltschaft, das die Parteien des seit 2012 laufenden Strafverfahrens diesen Juni erhalten haben, belegt nun, dass das Gunvor-Management verdächtige Zahlungen von insgesamt 31,9 Millionen Dollar intern genehmigt hat. Weiter heisst es darin, dass Gunvor die vorgenommenen Zahlungen auch gegenüber der Credit Suisse, welche die Konten der Mittelsmänner betreute, bestätigt hat. Eine der Zahlungen wurde von nicht weniger als sechs Gunvor-Angestellten abgesegnet. Diese Fakten widersprechen der Behauptung des Unternehmens, die fraglichen Überweisungen habe ein einzelner Mitarbeiter hinter dem Rücken seiner Vorgesetzten getätigt, weshalb man sich 2012 von diesem getrennt habe.
Kurz nachdem Gunvor über die bevorstehende Public Eye-Publikation informiert wurde, informierte der Rohstoffriese seinerseits die Nachrichtenagentur Reuters darüber, dass die Bundesanwaltschaft wegen „Organisationsmängeln“ nun auch gegen das Unternehmen ermittelt. Bezüglich eines Videos von 2014, das einen zweiten Gunvor-Mitarbeiter bei einem Bestechungsversuch zeigte, sprach das Unternehmen wiederum von „unerwünschtem individuellem Verhalten“. Ähnliches hatte Gunvor allerdings auch schon vor dem zweiten Korruptionsversuch behauptet. Zudem versicherte die Firma, seither ihre Compliance-Abteilung auf „Weltklasse“-Niveau verbessert zu haben. Dem Schreiben der Bundesanwaltschaft ist überdies zu entnehmen, dass die Anklage Gunvors gegen ihren Ex-Mitarbeiter wegen Betrugs suspendiert wurde. Die Ermittlungen der Justiz konzentrieren sich nun also auf Gunvor.