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Atheris squamigera
Atheris squamigera
Blattgrüne Buschviper (Hallowell, 1856)
Der flache Kopf mit den grossen Augen und senkrecht geschlitzten Pupillen setzt sich deutlich vom Hals ab. Sie besitzt zwischen 8 und 12 Oberlippenschilde, und 9 bis 13 Unterlippenschilde. 15 bis 23 Reihen stark gekielter Schuppen umgeben die Körpermitte. Die Bauchschilde schwanken von 148 bis 175, und die Schwanzschilde zwischen 40 und 65.
Die Färbungen sind von grün, gelbgrün, gelblich bis rot, blau und grau, uni oder mit 30 bis 35 Querbinden oder paarigen Flecken. Der Unterkiefer ist gelblich und die Schwanzspitze weisslich. Die Bauchfärbung entspricht der Rücken und Seitenfärbung. Die adulte Färbung wird mit ca. 4 Monaten erreicht.
Länge: 50 bis selten 80 cm
Lebensraum
Das Verbreitungsgebiet von Atheris squamigera erstreckt sich von Nigeria im Westen durch weite Teile Zentralafrikas bis in den Westen Kenias und Tansanias im Osten. Im Süden lebt sie bis in den Norden von Angola. Atheris squamigera kommt bis auf 1800 Meter über Meer vor. Je nach Herkunft sind die Habitate sehr Unterschiedlich. Zum einen gehören Tieflandregenwälder dazu, zum anderen auch offenere Wälder und Bergwälder. In der Höhe wird es vor allem Nachts bedeutend kälter als im Flachland. Sie ist vorwiegend Nachtaktiv, frisst jedoch auch ohne Probleme Tagsüber, zumindest in der Terrarienhaltung. Ihre Nahrung besteht aus Mäusen, Fröschen, Eidechsen und kleinen Vögel. Mit ihrem sehr ausgeprägten Greifschwanz ist sie Ideal an das Buschwerk angepasst.
Haltung und Zucht
Die Afrikanische Buschviper benötigt ein Mittelgrosses Regenwald-Terrarium, mit einer Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60%. Genug starke Kletteräste und eine reichliche Bepflanzung, die gleichzeitig auch als Versteckmöglichkeiten dienen, sollte nicht fehlen. Wir besprühen die Terrarien einmal Wöchentlich recht ausgiebig. Bei 12 bis 14-stündiger Beleuchtung im Sommer sollten die Tagestemperaturen zwischen 24 und höchstens 28° C (besser nicht über 26°C) und die Nachttemperaturen zwischen 17 und 21° C sein. Im Winter gehen die Nachttemperaturen bei uns bis auf 12°C herunter. Überhaupt ist es Wichtig eine gute Nachtabsenkung zu erreichen. Als Bodengrund verwenden wir Torfersatz. Ein grösseres Wasserbecken sollte nicht fehlen. Wie viele Schlangen in gemässigten Klimas wird vermutlich aus Atheris squamigera das ganze Jahr Paaren. Mittlerweilen haben wir mehrere Weibchen die alle einzeln gehalten werden. Zwischendurch setzen wir ein Männchen für mehrere Wochen, Monate dazu. Die Männchen werden immer wieder mal separat gesetzt.
NZ 2010
Am 10.02.2010 konnten wir den ersten Erfolg verbuchen, 11 kleine squamigera's sind geboren.
Die Aufzucht der kleinen erfolgt während den ersten Wochen in 2er oder 3er Gruppen. Die Terrarien sind mit vielen Klettermöglichkeiten, Korkrinden als Ablagen und Moos eingerichtet. Wichtig ist eine hohe Luftfeuchtigkeit bei den Jungen. Wir waren überrascht wie Gierig und Problemlos die kleinen nach der ersten Häutung selbständig Mäusebabys gefressen haben. Nur ein Tier welches so klein war, so dass ich keine Mäuse in entsprechender grösse hatte, musste ich zwei mal mit Rinderherz stopfen. Danach konnte ich mit den kleinsten Mäusen auch bei diesem Tier erfolgreich Füttern. Die Vorgehensweise ist wie bei Bothriechis schlegelii, man ärgert sie mit anstupsen der Maus am Körper oder Schwanzende. Vorteilhaft ist wenn man das Füttern bei den Babys auf die Nacht verlegt. Nachtaktive Tiere fressen in der Nacht einfach besser.
NZ 2011
Am 28.03.2011 waren neben einer Todgeburt 5 lebende Babys im Terrarium und das Weibchen war noch immer dick. Wir haben die 5 Babys herausgeholt und noch einen Tag zugewartet. Am abend vom 29.03.2011 konnten wir neben einem weiteren toten Baby noch 11 gesunde kleine squamigera's bergen. 16 kleine Racker für einen Wurf ist nicht schlecht. Das kleinste Baby war nach der geburt 2,1 Gramm schwer, das schwerste lag bei 3,3 Gramm. Die meisten jedoch waren um die 2,8 bis 3,2 Gramm schwer. Das leichteste Baby war jedoch mit 18cm gleich lang wie die Artgenossen mit 2,8 Gramm. Mit 20,5 cm länge war ein Tier welches 3,2 Gramm auf die Waage brachte das längste. Die Durchschnittslänge lag bei 19cm.
Am 20.04.2011, also rund 22 bis 23 Tage später habe ich das erste mal Futter in form von frischgeborenen Mäusen angeboten. 8 Tiere, also die hälfte des Wurfes haben selbständig gefressen. Am 03.05.2011 habe ich ein weiteres mal probiert und bis auf das kleinste, resp. das leichteste haben alle Babys selbständig gefressen. Das kleinste Baby habe ich danach mit Rinderherz gestopft. Ihr seht, bei einigen Tieren vergingen über einen Monat bis sie das erste mal selbständig gefressen haben. Da die kleinen sich nach der Geburt zuerst mal Häuten und noch eine ganze Zeit von der Reserve des Eidotters leben, bereitet das überhaupt keine Probleme. Die weiteren Abstände für die Futtergabe wurden so verringert, dass sie alle ca. 10 Tage Futter bekommen haben. Kommen sie nicht ins Häuten fressen sie recht Gierig und jede Woche. Doch da Mäusebabys nicht unbedingt die Nahrung ist, die die kleinen in der Natur finden, würde ich nicht wöchentlich Mäuse Füttern da der Eiweissgehalt dann zu hoch wird. Alle 10 bis 14 Tage reicht aus um Gesunde und Vitale Tiere zu bekommen. Die Nachzuchten von 2010 die wir behalten haben sind ordentlich gewachsen und haben sich prächtig entwickelt.
Nachzuchten 2013
Am 20.05.2013, wir waren in den Ferien, hat uns ein Weibchen 21 Junge geworfen, resp. hat unsere Ferienvertrettung gefunden. Es ist nicht anzunehmen dass alle Babys am selben Tag geboren sind. Die kleinen waren zwischen 2,4 und 3,3 Gramm schwer. Das zweite Weibchen hat uns zwischen dem 10. und 16.10.2013 12 Babys geboren. Am 10.06. war es noch eins, am 11.06. sind 8 geboren und am 16.06. nochmals 3 Tiere.
Giftwirkungen und Symptome, die bei einem Vollbiss eintreten können:
Autopharmakologische Gifteffekte
- Übelkeit
- Schwitzen
Lokale Gifteffekte
- Lokale Schmerzen und Schwellung
- regionale Lymphadenopathie
Andere Symptome und Befunde
- wechselnder Bewusstseinszustand
- Sehstörungen
- schmerzhafte Atmung
Leider habe ich keine zuverlässige klinische Daten über Bissunfälle mit Atheris gefunden. Laut Trutnau gab es einen Todesfall in Afrika. Nach dessen Beschreib müsste das Gift hämotoxisch sein und Hämostasestörungen bewirken.
Antivenin
Zur Zeit gibt es noch kein Antivenin
Eine Atheris squamigera, die im Alter von 2 Jahren gestorben ist. Zum einen sieht man dass sie Trächtig war, (von einem 1 1/2 jährigen Männchen) und zum anderen sieht man, das sie viel zu viel Fett hat, was durch zu häufiges Füttern kommt.
Im ersten Jahr kann man die kleinen noch Wöchentlich mit je einem frischgeborenem Mäusschen füttern, danach sollte man die Fütterungsintervalle vergrössern. Auch eine zu frühe Verpaarung sollte man verhindern, indem man gleichgeschlechtliche Tiere zusammen haltet oder sie getrennt aufzieht bis sie mindestens 3 bis 4 Jahre alt sind.