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Mike Shiva
Mike Shiva wurde 1964 als Michel Wehner in Basel geboren und wuchs auch dort auf. Seine Eltern waren Wirte, sein Grossvater mütterlicherseits war Zirkusartist, weshalb sich Mike Shiva mit dem Zirkus besonders verbunden fühlt. Mike Shiva war Einzelkind und beschreibt seine Kindheit als glücklich.
Obwohl Mike Shiva nach eigenen Angaben nicht religiös erzogen wurde, besuchte er als Schüler gerne Kirchen und meditierte dort. Eine Zeitlang hatte er auch den Wunsch, Theologie zu studieren und Priester zu werden. In der Schule war Mike Shiva nach eigenen Angaben kein Musterschüler, aber gut im Rechnen.
Schon in seiner Schulzeit entdeckte Mike Shiva sein Talent zur Hypnose und wurde darin von einem seiner Lehrer unterstützt, der selbst nebenbei als Bühnenmagier tätig war. Dieser Lehrer hat Mike Shiva offenbar erlaubt, seine Hypnose-Künste in der Schule auszuprobieren und einzuüben. Daraufhin hat sich Mike Shiva bei grösseren Veranstaltungen und den Medien als Massenhypnotiseur angedient und wurde angesichts seines jugendlichen Alters gerne genommen. So kam Mike Shiva zum Ruf des „jüngsten Massenhypnotiseurs der Welt“.
Daraufhin hat Mike Shiva in Basel eine Praxis eröffnet, in welcher er Kartenlegen praktiziert und Hypnosebehandlungen durchgeführt hat.
Seinen Geistnamen erklärt Mike Shiva so: „Klingt doch schön und speziell, oder? Zum Namenswechsel entschied ich mich damals aus diversen privaten Gründen. Nun ja, Shiva – denken die Leute -, das hat was mit Indien und mit dem Gott Shiva zu tun. Aber nein, mit der indischen Kultur und dem Hinduismus verbindet mich nichts. Wenn schon, wäre mir der friedfertige Buddhismus näher.“ (Mike Shiva, Ich – Mike Shiva. Die Wahrheit über die „Wahrheit“, 2018, s. 10).
Für ein paar Jahre bot Mike Shiva in der Folge in verschiedenen Radios Wahrsageshows an. Mit der Zeit kamen Auftritte in deutschen Fernsehstationen dazu. Schliesslich gründete Mike Shiva in Thun ein eigenes Studio, von wo aus er sein „Mike Shiva TV“ ausstrahlte. Später zog das Studio von Thun nach Basel um, und der Sender wurde in „Shiva TV“ umbenannt. Im Jahr 2014 verkaufte Mike Shiva sein TV an die Zuger Firma Emaco AG, blieb aber bis 2016 bei Shiva TV angestellt. Im Jahr 2016 trennte sich Mike Shiva von Shiva TV und gründete eine neue Firma unter dem alten Namen Mike Shiva TV, mit welcher Shiva heute Beratungen über Webcam anbietet.
Zu seinen Talenten äussert sich Mike Shiva so: „Die Hypnoseshows und meine Fernsehauftritte zeigen, dass ich sicher ein gewisses Feeling für Shows habe. Ich bin aber auch ein guter Geschäftsmann. Die Kombination meiner drei Talente – Business, Show und Spiritualität – ist einmalig, so dass man sagen kann: That’s Shiva!“ (Shiva, Ich, s. 53)
Mike Shiva sieht sich nicht in einer bestimmten Tradition: „Es gibt eine Orakeltradition, zum Beispiel Pythia, die berühmte Wahrsagerin aus der griechischen Antike. Aber die bedeutet mir nichts, denn ich beziehe mich auf keine Tradition. Ich bin Mike Shiva, das genügt.“ (Shiva, Ich, s. 33)
Andererseits verweist Mike Shiva darauf, dass er das Kartenlegen und auch die Vorlage für seine eigenen Karten bei einer Bekannten der Familie kennengelernt hat, welche er Tante Olga nennt und die offenbar italienische Roma war und als Wahrsagerin und Kartenlegerin wirkte.
Mike Shiva ist nach eigener Aussage nicht Mitglied einer Kirche oder Religion, kann aber Christentum und Buddhismus Positives abgewinnen: „Ich befolge unter anderem die Gebote des Christentums, aber nicht nur diese, denn es sind ja noch andere wegweisende Gebote der Weisheit überliefert. … Obwohl ich die christliche Botschaft faszinierend finde, bezeichne ich mich trotzdem nicht als einen in der Kirche organisierten Christen. Und auch wenn ich den Buddhismus, wie ich ihn zum Beispiel in Thailand finde, als sanfter und respektvoller finde als gewisse Strömungen im Christentum, die alles verteufeln, kann ich mich auch nicht vollkommen mit ihm vereinen.“ (Shiva, Ich, s. 46).
Gott sieht Mike Shiva als Urquelle, als Ursprung unseres Seins, der in allen Menschen lebt, die damit alle Kinder Gottes und Teil von Gott sind. Gott muss nicht im Aussen gesucht werden, sondern im eigenen Inneren. (Shiva, Ich s. 112, s. 174)
Die Existenz von Engeln ist für Mike Shiva nicht fraglich, er schränkt aber ein: „Ich habe mit keinem eine spezifische Verbindung. Ich kommuniziere auch nicht mit ihnen und bin auch kein Medium.“ (Shiva s. 173)
Mit der Lehre von Geistführern, wie sie etwa von Pascal Voggenhuber vertreten wird, kann Mike Shiva offenbar nichts anfangen: „Ich habe auch nicht sogenannte Geistführer, die mich in der Lebensgestaltung orientieren.“ (Shiva, Ich, s. 174)
Der Lehre der Reinkarnation steht Mike Shiva positiv gegenüber (Shiva, Ich, s. 209).
Im Unterschied zu zahlreichen anderen Wahrsagern ist Mike Shiva der Meinung, dass sich die Zukunft verändern lässt, so dass negative Prognosen nicht zwingend eintreffen müssen, sondern durch geeignete Massnahmen verhindert werden können (Shiva, Ich, s. 73).
Im Übrigen steht Mike Shiva den Ideen des Positiven Denkens nahe, so vertritt er etwa das Gesetz der Resonanz, nach welchem gute Gedanken und Handlungen günstige Ereignisse anziehen (Shiva, Ich, s. 175).
Sich auf das Positive zu konzentrieren, war Mike Shiva offenbar schon immer ein Anliegen: „Ich habe von klein auf einen extremen Trieb gehabt, immer positive Sachen zu sagen, denn selber ertrage ich Negativitäten schlecht. Wenn jemand mit mir privat zusammensitzt und mich stundenlang mit Klagen und Gestöhn belästigt, ermüdet mich das. Ausserdem schafft das Gejammer einen tristen Groove.“ (Shiva, Ich, s. 108)
Konsequenterweise rät Shiva, sich eher nicht mit Negativem wie dem Tod zu beschäftigen: „Ich persönlich schaue positiv in die Zukunft und lasse mir mein Herz dadurch nicht betrüben. Denn ich finde das Thema auch absolut nicht attraktiv. Deshalb soll man sein Herz und Gemüt nicht mit negativen Gedanken belasten. Und ausserdem denke ich nicht – wie viele sagen -, man müsse sich zur rechten Zeit mit Alter und Tod auseinandersetzen. Deshalb mein Rat: Geniesst doch den Moment und das Leben und tragt Sorge, dass es noch lange so bleibt! Solche Einsichten vermitteln mir meine innere Weisheit und Spiritualität.“ (Shiva, Ich s. 61f.)
Mike Shiva beschreibt seinen Auftrag so: „Folgendes ist meine Mission: Ich schaue in die Karten und vermittle den Menschen Wahrheiten“ (Shiva, Ich, s. 17).
Shiva sieht sich in erster Linie als Wahrsager: „Meine primäre Motivation ist nicht die Hilfe, sondern dem Kunden die Wahrheit über seine Situation zu eröffnen und die notwendige, wahre Zukunftsentwicklung zu ergründen. Schliesslich bin ich ja ein Wahrsager.“ (Shiva, Ich, s. 74) „Ich sage als Wahrsager schlicht und einfach die Wahrheit.“ (Shiva, Ich, s. 84)
Dass er seiner Kundschaft Gutes tut, davon ist Mike Shiva aber dennoch überzeugt: „Da eine Begegnung mit mir eine positive ist, geht es den Leuten nach dem Besuch bei mir gut. … Ich möchte kein Heiler im klassischen Sinn sein, aber ich weiss, dass meine Aussagen eine heilende Wirkung entfalten.“ (Shiva, Ich s. 31) „Wenn die Leute meinen Rat befolgen, geht es ihnen automatisch gut.“ (Shiva, Ich, s. 32)
Besonders wichtig ist Mike Shiva seine Energieübertragung, die er bei Veranstaltungen oder bei Fernsehauftritten durchführt: „Ich garantiere dir hundertprozentig, dass du Liebe, positive Energie, Kraft und Frieden und ein Mitgefühl mit den Menschen erlebst und dass diese Schwingungen lange anhalten. Ich wünschte mir, alle Menschen würden da mitziehen, zugungsten eines allumfassenden Friedens auf Erden.“ (Shiva, Ich, s. 111)
Shiva meint, er könnte diese Sessions „zu einer Religion umfunktionieren“. „Ich würde das gar nicht so abwegig finden, weil ich überzeugt bin, dass ich so noch mehr Leute ansprechen könnte, um sie auf lockere und entspannte Art und Weise zum Guten, zum Licht und zum Göttlichen zu führen. Aber ich bin nicht der Typ, der Lust hat, solch eine Organisation aufzubauen.“ (Shiva, Ich, s. 115)
Shiva räumt ein, dass er „Anhänger“ habe, die ihn – wohl scherzhaft, wie er vermutet – als „Guru“ betiteln würden. Shiva weist darauf hin, dass der Terminus Guru ja Lehrer bedeutet und meint: „Von mir aus kann man mich Guru nennen.“ (Shiva, Ich, s. 115)
Jenseitskontakte, wie sie etwa Pascal Voggenhuber oder Dolly Röschli anbieten resp. angeboten haben, hält Mike Shiva für „Humbug“ (Shiva, Ich, s. 15).
Bei seiner Kundschaft erlebt Mike Shiva ganz unterschiedliche Motive: Neugierde, den Wunsch nach Kenntnis der Zukunft, Probleme und Lebenskrisen (Mike Shiva, Ich, s. 96).
Mike Shiva betont, dass auch gut situierte Personen zu seiner Kundschaft zählen: „Unter meine Kunden mischen sich auch Geschäftsleute. Ich betreue also nicht, wie Kritiker oft böswillig sagen, nur arme und verzweifelte Menschen … Es handelt sich oft um geplante Millionenprojekte, wo sich CEOs aus Wirtschaft und Hochfinanz von meinen Erkenntnissen inspirieren lassen wollen.“ (Shiva, Ich, s. 32)
Mike Shiva wurde immer wieder dafür kritisiert, an der Not von Ratsuchenden Geld zu verdienen, indem er diese über kostenpflichtige Telefonnummern berät.