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Für ein Ausrufezeichen sorgte Sarina Jenzer bei den Weltcupwettkämpfen in Laufen (BL). Mit einem achten Rang über die Mitteldistanz erzielte die auf Position 33 der Weltrangliste platzierte Huttwilerin das mit Abstand beste internationale Saisonresultat.
Wie sonst kaum ist die öffentliche Aufmerksamkeit für den Orientierungslaufsport so gross wie während der Weltcup-Wettkampfserie in der Schweiz. Die Einheimischen haben den Vorteil des gewohnten Geländes und nutzen es, das Schweizer Fernsehen überträgt während Stunden direkt und gleichzeitig stattfindende nationale Wettkämpfe für die Breite bringen beachtliche Zuschauerkulissen in die Zielarenen. Es ist das ideale Schaufenster für die oft im Hintergrund ihre Spitzenleistungen vollbringenden Ausdauerathletinnen und -athleten, welche mit Karte und Kompass quer im Wald oder in verwinkelten Altstadtgassen in hohem Tempo unterwegs sind.
Diese ausserordentliche Gelegenheit genutzt hat Sarina Jenzer. In ihrer bereits achten Weltcupsaison gelang ihr zum Auftakt dieser Schweizerserie von drei Wettkämpfen über die Mitteldistanz ein ausgezeichneter achter Platz. Es ist dies seit einem fünften Rang über die Langdistanz in Arosa im Jahr 2015 das beste Weltcupresultat und ähnlich wertvoll einzustufen wie der siebte Rang an den Europameisterschaften im Tessin über die Sprintdistanz im vergangenen Jahr.
Nach einer entschlossen gelaufenen und entsprechend schnellen Startphase mit Zwischenrang sechs nach zwei Dritteln des Rennens kosteten ihr gleich zwei kleine Unaufmerksamkeit zu Posten 13 (von 17) sogar den fünften Schlussrang. «Ich las die Karte voraus, um einen bevorstehenden Routenwahlentscheid zu fällen und verpasste so unterwegs die richtige Abzweigung. Beim Anlaufen des Postens im diffusen Grün selber konnte ich dann etwas später die Richtung nicht sauber halten und machte einen Umweg», analysierte Jenzer ihr Missgeschick. Alleine auf dieser Teilstrecke verlor sie 80 Sekunden auf die Streckenbestzeit der schwedischen Siegerin Tove Alexandersson, was ihr den möglichen fünften Rang in der Endabrechnung gekostet hat.
An den Weltmeisterschaften in Dänemark im nächsten Jahr steht der Knock-Out-Sprint als Premiere auf dem Programm. Entsprechend gering sind die Erfahrungen, welche die Weltspitze bisher mit dem neuen Format sammeln konnte. Analog der bekannten Sprintdisziplin im Skilanglauf absolvieren die OL-Läufer zwischen Qualifikation und Finallauf in höchstem Tempo einen Viertel- und einen Halbfinal, stehts mit einer Siegerzeit von sieben bis zehn Minuten. Zusammen mit dem viermaligen Ein- und Auslaufen legen die Besten an einem solchen Wettkampftag nicht weniger als eine Halbmarathondistanz zurück. Alles andere als ein Sprint also und entsprechend hoch die physischen Anforderungen. Sarina qualifizierte sich problemlos für die Viertelfinals, scheiterte dann aber wegen einer kurzen Unaufmerksamkeit in dieser zweiten Runde knapp. «Ich wählte schon zu Beginn eine falsche Route und musste einen grösseren Umweg in Kauf nehmen.» Dank eines beherzten zweiten Teils kam sie nochmals bis auf drei Sekunden an den dritten Platz heran, welcher die Qualifikation für das Halbfinale der besten 18 berechtigt hätte. Am Schluss resultierte der 25 Platz in dieser neuen Wettkampfform.
Beim abschliessenden Sprint in der Altstadt von Laufen belegte Sarina Jenzer ihre beeindruckende läuferische Herbstform mit vielen schnellen Abschnittszeiten, welche im Normalfall für einen weiteren Platz unter den besten Zehn genügen würden. Hätten und würden: Bereits zu Posten 5 unterlief der angehenden Ernährungsberaterin in den verwinkelten Gassen ein ärgerlicher Kartenlesefehler. «Ich verwechselte nach einem schmalen Durchgang zwei Quergassen und wusste lange nicht mehr, wo genau ich mich befand.» Alleine auf dieser Teilstrecke verlor Jenzer mehr als 70 Sekunden auf die besten. Im Ziel betrug der Rückstand auf die überlegene Seriensiegerin Tove Alexandersson genau zwei Minuten, auf den drittklassierten Schweizer Shootingstar Simone Aebersold 77 Sekunden. Jenzer wurde mit dieser Leistung 27., ein Beleg für die enorme Leistungsdichte an der Weltspitze.
Dank solider Selektionsläufe Anfang September und dem 41. Zwischenrang im Gesamtweltcup wird Sarina Jenzer Mitte Oktober nach China reisen können, wo gleich zwei Leckerbissen auf dem Programm stehen: Vom 20.-23. Oktober finden in Wuhan die Militärweltmeisterschaften (CISM) statt, eine Megaevent mit 12'000 Athletinnen und Athleten, welche sich in 24 Sportarten messen werden. Vom 27.-29. Oktober schliesslich findet die Weltcupsaison in Guangzhou mit den Finalläufen über die Mitteldistanz, dem Sprint- und einer Mixed-Sprint-Staffel ihren Abschluss.
Parallel zu den Weltcupläufen fanden zwei Nationale Wettkämpfe statt. Für die besten Resultate der Huttwiler sorgten Ernst Kläy bei den Herren 70 mit einem ausgezeichneten dritten Platz über die Mitteldistanz. Der Kartenaufnehmer der OL-Gruppe Huttwil liess dabei nicht weniger als 42 Teilnehmer hinter sich. Tanja Häfeli lief im ausgesprochen schwer belaufbaren Brislachallmet im Laufental auf den fünften Rang über die Langdistanz im Feld der Damen Elite, welches von Simone Niggli dominiert wurde.