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Chaparral 2J – der Staubsauger
Wir suchen ja nach den schönsten Rennwagen. Da drängt es sich quasi auf, dass wir das auch ins Gegenteil verkehren. Ein dritter Vorschlag: Chaparral 2J.
Leider sind Jim Hall und seine Chaparral ziemlich in Vergessenheit geraten. Viele Autos hat Hall auch nicht gebaut, doch ein jedes war aussergewöhnlich - immer ein Meilenstein der Renngeschichte. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt noch auf seine Geschichte eingehen. Hier präsentieren wir den Chaparral 2J - optisch seine wohl aussergewöhnlichste Konstruktion. Oder war das der 2H (Bild unten)?
Jim Hall, geboren am 23. Juli 1935 in Abilene, Texas, kam aus gutem Haus. Er hatte genug Spaziergeld, um sich gute Rennwagen kaufen zu können, fuhr auch drei Formel-1-Rennen (und gewann doch drei Punkte). Er war studierter Ingenieur, hatte ein Angebot, an der Weiterentwicklung der Corvette zu arbeiten. Doch er wollte lieber eigene Rennwagen bauen - und mit diesen gleich auch die Rennen zu gewinnen.
Chaparral 2J - der letzte Versuch
Hall führte einige sehr entscheidende Änderungen im Rennsport ein. Der Chaparral 2A war 1963 der erste Rennwagen überhaupt mit einem komplett aus Komposit-Materialien gefertigten Monocoque - und der erste mit einem halbautomatischen Getriebe. Der 2E verfügte über einen gewaltigen, verstellbaren Heckflügel, wie ihn die Welt vorher noch nie gesehen hatte. Und der Chaparral 2J, tja, das war dann der erste «sucker car».
Der Chaparral 2J, als Staubsauger bezeichnet war sicher nicht der schönste Rennwagen, aber sicher der effizienteste seiner Zeit. Im Heck waren zwei riesige Ventilatoren eingebaut, die, angetrieben von einem 55 PS starken Zweizylinder, die Luft unter dem Fahrzeug absaugten – das Fahrzeug klebte förmlich am Boden. Um diesen Vakuum-Effekt noch zu verstärken, versah Hall den 2J ausserdem mit Schürzen aus Polycarbonat, welche die Bodenfreiheit konstant auf dem Minimum hielten.
Chaparral 2J - einmal mehr: verboten
Selbstverständlich war der «sucker car» der Konkurrenz wieder weit überlegen – und wurde bald schon von der Rennstrecke verbannt. Ja, der Brabham-Staubsauger arbeitete in der Formel 1 nach dem genau gleichen Prinzip, aber halt erst acht Jahre später. Nachdem sein 2J verboten worden war – Chaparral bewegte sich immer ganz nah am Rand der Reglemente - zog Jim Hall seine Chaparral vom Rennsport zurück.
Nein, wir machen keinen Wettbewerb, welches denn der «aussergewöhnlichste» Rennwagen ist; schon gezeigt haben wir den Cadillac Le Monstre und den Bugatti Type 32. Gerne erwarten wir weitere Vorschläge. Und wir haben da etwas mit den schönsten Rennwagen, hier. Wenn Sie mehr von Chaparral wissen wollen, dann: hier.