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Aufgebaut sind die Kalkalpen aus einer Reihe von schlingenförmig übereinandergeschobenen Falten, die ein horizontales Ausmass
von bis zu 10 km haben können und dann als grossartige tektonische Vorgänge sich enthüllen. Besonders hervorragende Beispiele,
hierfür sind in der
O.-Schweiz das Gebiet des
Rätikon und die sog.
Glarner Doppelfalte, in derW.-Schweiz
die Falten der
Dent deMorcles-Dent du
Midi,
Diablerets, des
Wildhorns, Wildstrubels u. a. Vergl. den Art.
Alpen und die verschiedenen
Einzelartikel.
Die krystallinen Zentralmassive der
Alpen werden auch auf der S.-Seite, d. h. der Innenseite des Gebirges, von einer ähnlichen
Sedimentzone, den südlichen Kalkalpen begleitet. Diese sind aber viel weniger mannigfach gefaltet, durch
die Eruptivmassen um
Lugano gestört, durch Verwitterung stark reduziert und zum Teil unter die Poebene versenkt.
(Kt. Uri).
2887 m. Hoher Felsturm, bildet den sö. Abschluss des vom Kleinen
Ruchen gegen den
Hüfigletscher ziehenden
scharfen
Kammes und fällt hier gegenüber der
Hüfihütte des S. A. C. mit mächtiger Steilwand ab.
Der Ausdruck
Schye oder
Scheye bezeichnet im Volksmund so viel als Zaunpfahl oder Zaunlatte (wie solche zur Umfriedigung von Alpweiden
und
Alpwegen verwendet zu werden pflegen);
Kalkschyen also = Kalklatten.
Aehnliche Bezeichnungen sind
Hagstäcken, Seeschyen
etc.
Benannt nach einem am
W.-Hang 30 m unter dem aus
Verrucano aufgebauten Gipfelpunkt durchziehenden Band von Lochseitenkalk (Malm), das sich mit seiner
leuchtend hellgrauen
Farbe scharf von den bis zum
Durnachthal und
Sernfthal hinunter ziehenden dunkeln Eocänschiefern abhebt.
Das Dach dieses ein kleines Karrenfeld tragenden Bandes besteht aus einer 10-30 cm mächtigen Schicht Rötidolomit, worauf
der eben erwähnte Verrucano folgt.
(Kt. Bern,
Amtsbez. Aarberg).
464 m. Gem. und grosses Pfarrdorf, am O.-Rand des Grossen
Mooses und nahe der
kanalisierten
Aare, an der Strasse
Lyss-Murten. Station der Linie
Lausanne-Payerne-Lyss. Postbureau, Telegraph, Telephon. 157
Häuser, 848 reform.
Ew. Gemeinsame Kirchgemeinde mit
Niederried. Landwirtschaft (Runkelrüben und Tabak). Käserei,
Mühle. In den letztvergangenen
Jahren sind bei Kallnach öfters Schiessübungen für Artillerie veranstaltet worden.
Das Dorf war bis zur Reformation zur Kirchgemeinde
Kerzers eingepfarrt und wurde 1530 von dieser losgelöst.
Mitten im Dorf sprudeln zwei wasserreiche Quellen, deren eine sofort eine
Säge treibt. Beide sind vielleicht schon von den
Römern zu Badezwecken verwendet worden. Im benachbarten
Wald finden sich Grabhügel, von denen 1877 zwei von Dr. Fellenberg
geöffnet worden sind, aber nur eine Lanzenspitze enthielten. Bei
Niederried hat man ein in seiner Art
einzig dastehendes schönes Nephritbeil gefunden.
Westl. vom Dorf liegt im Grossen
Moos ein weites Gräberfeld, das etwa aus dem Jahr 350 n. Chr. stammt und im N. und W. von
einem kleinen Wall umgeben ist. Hier hat man auf einem Raum von nur 4 m Durchmesser zahlreiche gut erhaltene
Skelete gefunden, die dicht nebeneinander lagen und zum Teil mit langen und dünnen Ziegelsteinen zugedeckt waren. Daneben
lagen zahlreiche kleine römische Münzen aus der genannten Zeit und Glasscherben, sowie eine Gürtelschnalle
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mehr
aus silberbeschlagenem Eisen und ein Eisenschwert. Die etwa 30 cm dicke Schuttschicht über den Skeleten enthielt Scherben
von Fensterglas römischen Ursprungs. Spätere Nachgrabungen werden hier sicherlich noch wertvolle Funde zu Tage fördern.
Die durch das Grosse Moos ziehende Römerstrasse von Murten nach Petinesca führte w. an Kallnach vorbei. Im
Mittelalter wohnten in Kallnach die wahrscheinlich früh erloschenen Edeln gleichen Namens, von deren Burg keine Ueberreste
mehr sichtbar sind. Schöne kleine Kirche im gotischen Stil, deren einst von den Städten Bern
und Nidau gestifteten vier Glasgemälde
heute im schweizerischen Landesmuseum zu Zürich
sich befinden.