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Wie können wir die Biodiversität auf den Europäischen Landwirtschaftsbetrieben so messen, dass die Ergebnisse für die Landwirte aussagekräftig, wissenschaftliche glaubwürdig und erschwinglich sind? Zwei neue Studien beantworten diese Fragen.
Zunächst wurden VertreterInnen von Interessengruppen (Landwirtschaftsverbände, Naturschutz, Verwaltung, KonsumentInnen) gefragt, von welchen Biodiversitätsindikatoren sie den höchsten Mehrwert für ihre Zwecke erwarten (im Sinn von „value for money"). Sie priorisierten Informationen über Lebensräume, Pflanzenarten und die landwirtschaftliche Praxis. Gleich an zweiter Stellen standen Indikatoren über Wildbienen, Regenwürmer und Spinnen als Artengruppen, welche wichtige Ökosystemdienstleistungen erbringen. Zusammen stellen sie ein minimales Set an Biodiversitätsindikatoren dar, welche sich in ihrem Informationsgehalt ergänzen und die grössere Veränderungen in der Agro-Biodiversität sichtbar machen können.
WissenschaftlerInnen der Europäischen Forschungsprojekte "Indikatoren für Biodiversität in biologischen und extensiven Landwirtschaftssystemen (BIOBIO, geleitet von Agroscope))" und „Aufbau eines Europäischen Biodiversitätsobservatoriums (EU BON)" berechneten Kostenschätzungen für neun Umsetzungsvarianten eines Agro-Biodiversitätsmonitorings. Sie folgern, dass ein kontinentales Monitoring nur einen bescheidenen Anteil des Budgets der der Gemeinsamen Agrarpolitik (2014-2020) beanspruchen würde.
Die Kostenschätzungen ergaben, dass die Monitoringvarianten 0.01 - 0.74% des gesamten Budgets der GAP in Anspruch nehmen würden bzw. 0.04 - 2.48% desjenigen Anteils des GAP-Budgets, der ausdrücklich für die Erreichung von Umweltzielen eingesetzt wird. Dieser Anteil macht 30% der GAP-Ausgaben aus (mehr als 120 Milliarden Euro) und eine Investition in die Überprüfung der Wirkung dieser Ausgaben erscheint sinnvoll. Die Wissenschaftler legen den Grundstein für ein Agro-Biodiversitätsmonitoring für die einzelnen Mitgliedsländer, die zu einem kohärenten Europäischen Gesamtbild zusammengefügt werden können.
„In der Schweiz werden rund 10% des Agrarlandes als Biodiversitätsförderflächen bewirtschaftet. Die Studien bestätigen dass wir mit den Agrar-Umweltindikatoren und mit ALL-EMA auf einem guten Weg sind und dass das Geld für diese Programme gut investiert ist. Es ist wichtig, dass die Landwirte ihre Leistungen für die Biodiversitätsförderung auch ausweisen können" sagt Felix Herzog, Leiter des EU-Projektes BIOBIO und Mitautor der Studien.
Die Studien wurden im Journal of Applied Ecology und im Journal of Environmental Management veröffentlicht.