Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03348.jsonl.gz/2150

Saisonbericht 2022
«Fünf Schritte vorwärts, drei zurück» und das gleich zweimal, so kann man meine Saison 2022 beschreiben.
Zur Saisonvorbereitung weilte ich 10 Wochen im Läufermekka Iten in Kenia und absolvierte ein super Trainingslager. Für die Lauftrainings konnte ich mich der Trainingsgruppe des Europarekordhalters über die 10 Km, Julien Wanders anschliessen. Beim Velofahren trainierte ich mit einem kenianischen Veloteam unter anderem auf den Schotterstrassen der Umgebung und in meiner Unterkunft bestritt ich die Schwimmeinheiten. Der Schwerpunkt lag allerdings auf dem Laufen und da wurde ich richtig schnell. Ganz besondere Spass machte mir, dass ich kenianischen Schülern das Schwimmen näherbringen konnte. Die kannten das Schwimmen nur aus dem Schulbuch und waren erstaunt, dass das Wasser im Pool bleibt! Leider erkrankte ich am Ende der Zeit an einem Magenvirus, der mich 10 Tage im Bett hielt und ich kaum den Rückflug antreten konnte. Danach war ich gesundheitlich so geschwächt, dass ich während drei Monaten mein Training nur langsam wieder aufbauen konnte.
Zu meiner Aufmunterung war es mir eine besondere Ehre, dass ich zum Start der Saison von der Schweizer Armee zum Spitzensport-Zeitsoldaten befördert wurde, was mit einer Teilanstellung bei der Armee verbunden ist. Bedenkt man, dass in der Schweiz nur 9 Sommerathleten pro Olympiazyklus dafür ausgesucht werden, ist das eine ganz besondere Auszeichnung und Unterstützung.
Meine erste sportliche Standortbestimmung machte ich dann anfangs April bei der 10 km Schweizermeisterschaft in Vétroz. Ich war noch nicht fit, holte aber mit einer passablen Zeit von 29:58 die Bronzemedaille. Einen Monat später startete ich in Lausanne über 5 km. Mit einer couragierten Herangehensweise lief ich mit einer super Zeit von 13:57,2 hinter dem Äthiopier Gadisa Shumie auf Rang 2. Dies ist die zweitbeste je von einem Schweizer gelaufene Zeit über diese Strecke und sie zeigte mir, dass ich wieder leistungsfähig war.
Meine gute Form konnte ich gleich 10 Tag später, beim ersten Europacuprennen der Saison in Carole, Italien mit einem souveränen Sieg bestätigen. Kurz danach belegte ich Ende Mai bei meinem ersten Weltcup-Triathlon 2022 in Arzachena den guten 5. Platz.
Mit grossen Erwartungen reiste ich dann an die CISM-Militär-Weltmeisterschaften nach Aguilas, Spanien. Hier holte ich meinen ersten Weltmeistertitel im Einzelrennen über die Olympische Distanz. Als Fünfter kam ich aus dem Wasser, machte Druck auf dem Rad und konnte dann meine Stärke im Laufen ausspielen und mit gutem Vorsprung den Titel für die Schweiz sichern. Am Folgetag holten wir mit dem Schweizer Team den 2. Rang im Teamwettkampf.
Anfang Juli reisten wir nach Hamburg ans World Triathlon Championship Series Rennen. Im Einzelwettkampf kam ich nach einem Missgeschick in der Wechselzone nur auf den 35. Platz. Dies enttäuschende Resultat entsprach nicht meinen Erwartungen. Der Teamwettkampf gelang mir dann besser. Ich übergab mit nur einer halben Sekunde Rückstand als Zweiter und mit grossem Vorsprung auf die nachfolgenden Athletinnen an meine Teamkollegin. Das Schweizer Team belegte am Schluss den hervorragenden 4. Rang. Beim nächsten Einzelrennen über die Olympische Distanz am Weltcup Triathlon in Pontevedra, Spanien lief es mir wieder besser und ich belegte den 3. Platz.
Mit der Erwartung auf eine Medaille fuhr ich dann nach München an die European Championships. Beim Einzelwettkampf fühlte ich auf der Laufstrecke, dass mir die Kraft für schnelle 10 km fehlte, und ich belegte am Schluss nur den enttäuschenden 22. Platz. Am Folgetag fand der Teamwettkampf statt. Da jeder Athlet nur 300 m schwimmen, 7 Km Rad fahren und 1.9 km laufen muss, hatte ich genug Kraft, um eine Spitzenleistung abzuliefern. Als erster übergab ich mit 4 Sek. Vorsprung auf den Zweiten, Portugal und 16 Sek. auf den Dritten, Frankreich an Cathia Schär. Am Ende sicherten wir die Bronzemedaille für die Schweiz. Ende August belegte ich beim Weltcup-Triathlon in Bergen den 12. Platz.
Danach fühlte ich mich im Training teilweise schwach und schlapp. Schliesslich diagnostizierte ein Sportarzt das Pfeiffersche Drüsenfieber. Ich musste sofort mit dem Training stoppen und meine Saison abbrechen. Seit Ende Oktober sind meine Blutwerte nun wieder gut, ich fühle mich auch im Training besser und kann an einem Leistungsaufbau arbeiten.
Die Saison 2022 brachte mir einige schöne Erlebnisse und Erfolge, aber ich musste auch Rückschläge verkraften und verarbeiten. Um so mehr weiss ich die Unterstützung in meinem Umfeld zu schätzen – dazu gehöhren meine verlässlichen Sponsoren, Partner und Gönner wie auch Freunde und Familie, auf die mich verlassen kann und die mich tatkräftig unterstützen.
Ganz herzlichen Dank und ich hoffe, ich kann es mit schönen Momenten und Erfolgen zurückgeben.
Mit sportlichen Grüssen
Max
Bitte vormerken: Freitag, 24. Februar 2023
Partnertreffen mit Max in der St. Peter at Sunset Event-Location in Kestenholz mit anschliesendem Konzert von Nick Mellow.