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Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien
Kontrolltheorie (siehe auch genereal Theory of crime)
Gottfredson und Hirschi (1990) haben die Annahmen: - dV aus Eigeninteresse - dV zur Bedürfnisbefriedigung - Mensch handelt rational - Kosten-Nutzen-Kalkulation VOR Handeln
Verhalten = F [Belohnung xp (Belohnung) - Sanktion x p(Sanktion)] Kriminelles Verhalten hat die Eigenschaft, dass es einen sofortigen bzw. kurzfristigen Nutzen verspricht, dem allerdings langfristig hohe Kosten gegenüberstehen.
Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien
Kontrolltheorie (siehe auch genereal Theory of crime)
- In der Aussagepsychologie
= Verhalten wird versucht zu kontrollieren wg. Glaubwürdigkeit
Rigides und gehemmtes Aussageverhalten. Keine signifikanten Unterschiede im Non- und paraverbalen Merkmalen.
Darstellungen von Lügnern sind kürzer weniger detailreich. Wahre Aussagen haben mehr indirekt handlungsbezogene Schilderungen und weisen weniger spontane Korrekturen und seltener Hinweise auf eigene Erinnerungslücken auf
Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien
Kontrolltheorie (siehe auch genereal Theory of crime)
- Persönliche Bedingungen + Kritik
Selbstkontrolle: Def. Die Fähigkeit, auf unmittelbare und aufwandlose Befriedigung zu verzichten, wenn langfristige negative Effekte folgen. Bei geringer Selbstkontrolle werden: - Kurzzeitfolgen hoch bewertet, die Langzeitfolgen bagatellisiert. - Sie leben risikoreicher, - höhere Ich-Zentrierung, - geringe Empathiefähigkeit, - geringer Frustrationstoleranz, - hohe Impulsivität und - weniger Ausdauer in Beruf. Selbstkontrolle entsteht aus der Wechselwirkung von Veranlagung und Erziehung. Erfolgreiche Erziehung 1. Beaufsichtigung des kindlichen Verhaltens 2. Die Fähigkeit, dissoziales Verhalten bei seinem Auftreten zu erkennen, und 3. ein effektives Bestrafen des dissozialen Verhaltens Beeinflussende Faktoren sind Merkmale der Familie und individuelle Merkmale des Kindes dV steigt in der Jugend, da Bedürfnisse bedeutsamer werden und sich Optionen für dV erhöhen; Mädchen werden stärker bewacht und haben eine angeborene von Jungs unterschiedliche Selbstkontrolle. Kritik: Selbstkontrolle als vages Trait, oder summarisches Konzept verschiedener Traits. Ihr Ursprung, Aufbau, Struktur und Entwicklung und ihre Rolle für die Handlungssteuerung kaum konkretisiert.
Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien
Kontrolltheorie (siehe auch genereal Theory of crime)
General Theory of Crime
Kontroll-These: Kriminalität als Verhalten aus Eigeninteresse und zur Bedürfnisbefriedigung, daher Selbstkontrolle (Trait) als zentrales Merkmal, was durch situative Bedingungen und individuelle Merkmale moderiert wird Rational-Choice-These: Mensch als rationales Wesen und Kosten- Nutzen eigener Handlung kalkuliert Verhalten = F[Belohnung × p(Belohnung) − Sanktion × p(Sanktion)] Pro und Kontra General Theory of Crime (Gottfredson & Hirschi, 1990) Kontra: keine klare Definition von Selbstkontrolle, keine entwicklungspsychologische Erklärungen, kann doch nicht alles erklären Pro: Einführung von Traits-States Ansatz, Einflussreichste Theorie, Selbstkontrolle empirisch der stärkste Prädiktor für Kriminalität,
Soziologische und sozialstrukturelle Kriminalitätstheorien
Pro und Kontra Sozial-kognitive Lerntheorie zur Aggression
Kontra: ähnliche Voraussetzung wie General‐Theory Pro: • Banduras Sozial-kognitive Lerntheorie diente als Grundlage der meisten integrativen Theorien zur Erklärung von Devianz Die Verhaltensveränderung in Banduras Modell beeinflusste ebenfalls die kognitiv-behavioralen Therapiemethoden, die wiederum die am meisten verwendeten und am besten validierten Behandlungsmethode für Straftäter darstellen
Psychologische Ansätze zur Aggression Psychodynamisches Aggressionsmodell
Nach Freud folgt der Zunahme von Triebenergie die „Unlust“ und mit Verringerung der Triebenergie der „Lustgewinn“. Energien können nicht vernichtet werden, sondern nur „abgeführt“ werden. Daraus folgt Verhalten wie Sport oder Beobachtung von aggressiven Verhalten anderer (Katharsis). Freud nimmt zwei Triebenergien an, Eros = Sexualtrieb für die Erhaltung und Thanatos = Aggressions- oder Todestrieb für Zerstörung. Kritik Empirisch Bestätigung mangelhaft. Katharsis durch Sport empirisch nicht nachgewiesen.
Psychologische Ansätze zur Aggression Frustrations-Aggressions-Theorie
Enge Anlehnung an Freud, aber Fokus auf beobachtbares Verhalten (behavioristisch 1. Version: Auf Frustration folgt Aggression! Frustration = angeregte Verhaltenssequenz wird unterbrochen. Kritik: durch soziale Kontrolle lässt sich Verhalten nach Frustration vorübergehen unterdrücken und auf ein anderes Ziel lenken.
2. Version Frustration regt unterschiedliche Reaktionen an, Aggression ist nur eine davon und diese ist unwahrscheinlicher, wenn Bestrafung zu erwarten ist. Weitere Überlegungen: Berkowitz 2003: Aggression ist nicht nur eine Folge von Frustration, sondern auch von anderen aversiven Ereignissen. Aversive Erlebnisse führen zu zwei möglichen Reaktionssystemen: Aggression oder Flucht; diese Reaktionssysteme beinhalten emotionale, kognitive und motorische Komponenten. Lernerfahrung und situative Einflüsse entscheiden darüber, welche Reaktionssystem aktiviert wird, und erst dann erfolgt eine Folgenabschätzung!
Geen (1190) Frustration steigert generell das Erregungsniveau, was die Wahrscheinlichkeit dominanter Reaktionen erhöht, insbesondere dann, wenn diese gut erlernt, durch Situation naheliegend und mit aggressiven Verhalten assoziiert sind.
Psychologische Ansätze zur Aggression Behavioristische Lerntheorie
Verstärkungs- und Bestrafungsbedingungen bestimmen das Auftreten von dV. Positive Erfahrung durch dV (Anerkennung der Gruppe) oder das Beenden von aversiven Erlebnissen (Ende von Unterdrückung) führt zur positiven Verstärkung. Bleibt die Verstärkung aus, kommt es zur Löschung. Sanktionen führen nicht unbedingt zur Löschung, vielmehr zu Diskriminationslernen („wann ist die Luft rein“). Zudem erfolgt die Bestrafung zeitlich viel zu verzögert und hat daher nur noch geringe Wirksamkeit. Beute hingegen verspricht eine direkte und unmittelbare Belohnung. Kritik: keine Berücksichtigung von kognitiven Prozessen. Prinzipien des Lernens durch Verstärkung und Bestrafung finden sich in zahlreichen neuen Theorien.