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Verblutende Kampfstiere gehören auf den Balearen ab sofort der Vergangenheit an. In einer historischen Abstimmung hat das Parlament der spanischen Mittelmeerinseln ein neues Tierschutzgesetz angenommen. Ein entscheidender Architekt des neuen Gesetzes war die Fondation Franz Weber.
Um 15:00 Uhr heute durften die Tierfreunde jubeln. Mit 33:19 Stimmen bei zwei Enthaltungen hat das Balearische Parlament soeben ein neues, umfassendes Tierschutzgesetz klar angenommen. Am Entwurf des neuen Gesetzes hat die Fondation Franz Weber (FFW) entscheidend mitgewirkt. Mit dessen Annahme wird der Stierkampf auf den Inseln vor der iberischen Mittelmeerküste als dritter autonomer Provinz Spaniens (nach den Kanarischen Inseln und Katalonien) nun faktisch verunmöglicht.
Auf Druck der Stierkampflobby hatte zuvor im Oktober 2016 das Verfassungsgericht der spanischen Zentralregierung entschieden, dass Provinzen keine Stierkampf-Verbote erlassen dürften, wie dies zum Beispiel Katalonien getan hatte. In der Folge wurde ein ähnlicher Gesetzesentwurf für die Balearen ausgesetzt und mithilfe der FFW entsprechend überarbeitet.
Denn besagtes Urteil des spanischen Verfassungsgerichtes untersagt autonomen Provinzen und Gemeinden zwar den Erlass von Stierkampf-Verboten, anerkennt hingegen deren Befugnis, Stierkampfanlässe zu regulieren und Schutzbestimmungen für Stiere und das Publikum zu erlassen. Nun hat die Balearische Provinzregierung soeben dem angepassten Gesetz zugestimmt, das verfassungskonform ist, den Stierkampf fortan aber dennoch unterbindet.
Möglich wurde die Defacto-Abschaffung der «Corrida» durch ein Korsett neuer Vorschriften und Einschränkungen, zu deren Erlass die Balearen befugt sind. Die FFW und der Tierärzteverein AVATMA standen bei der Erarbeitung der neuen Gesetzesvorlage ständig beratend zur Seite. Sie beinhaltet u.a. strengste Vorschriften zu Haltung, Alter und Transport der Tiere. Bei einer Maximaldauer von einer halben Stunde sind nur drei Stiere pro Vorstellung erlaubt. Spitze Gegenstände und andere Instrumente, die den Stieren Schmerzen zufügen könnten, sind in der Arena verboten.
FFW-Präsidentin Vera Weber freut sich: «Nie wieder wird ein ‘Matador’, also ein ‘Töter’, auf den Balearen einem Stier den Todesstoss versetzen. Denn vielmehr wurde heute auf den Mittelmeerinseln dem Stierkampf selber der Todesstoss versetzt!» Und Leonardo Anselmi, Direktor der Fondation Franz Weber für Iberien und Lateinamerika, betont: «Damit haben wir auch einen Präzedenzfall geschaffen. Gemeinden und weitere Provinzen können dieses Regelwerk nun einfach übernehmen und damit dem Stierkampf auf ihrem Boden ebenfalls ganz legal ein Ende bereiten.»