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Donnerstag, 09.08.2012 / 11:19
HP schreibt 8 Milliarden Dollar in den Wind
Wolken über HPs Service-Business. Und für EDS wurde wahrscheinlich zu viel bezahlt. Die Börse kümmerts aber nicht mehr.
HP hat gestern einen riesigen Abschreiber auf den immateriellen Wert ("Goodwill") seines Service-Bereichs angekündigt. Der IT-Riese will diesen in der nächsten Quartalsrechnung um rund 8 Milliarden Dollar nach unten korrigieren. Ausserdem sollen im dritten Quartal Restrukturierungskosten von 1,5 bis 1,7 Milliarden Dollar verbucht werden. Bisher wurde eine Milliarde Dollar veranschlagt. Unter dem Strich wird deshalb laut Hewlett-Packard im dritten Quartal vor Steuern ein Rekordverlust von 8,5 bis 8,85 Milliarden Dollar verbucht werden müssen.
Die Börseninvestoren scheinen dies allerdings innerlich schon längst vorweggenommen zu haben. Der Kurs der HP-Aktie fiel gestern zunächst nicht. Im Gegenteil, weil HP gleichzeitig seine Gewinnerwartung abgesehen von den Sonderkosten von etwa 1,87 auf 1,97 Milliarden Dollar
erhöht hatte, stieg der Kurs sogar etwas an.
HP begründet den Acht-Milliarden-Dollar-Abschreiber nur sehr generell mit dem in letzter Zeit gesunkenen Kurs der eigenen Aktien, sowie "Marktbedingungen und Business-Trends im Servicegeschäft." Das 'Wall Street Journal' interpretiert den Abschreiber als Eingeständnis, dass der Preis von 13,9 Milliarden Dollar, den HP 2008 für die Übernahme von EDS
bezahlt hat, viel zu hoch war. HP hatte EDS vor allem übernommen, um an grosse, lukrative Outsourcing-Deals zu kommen. Die Zahl solcher Megadeals hat in den letzten Jahren aber tendenziell eher abgenommen. Zudem sind die Preise im Outsourcing-Geschäft und im Servicebusiness allgemein unter Druck geraten, unter anderem aufgrund der zunehmenden Automatisierung im IT-Infrastrukturbereich, dem Trend zum Cloud-Computing und dem Preiskampf mit den grossen, vor alllem indischen, Offshore-Anbietern. (hjm)