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Hochgeehrter Herr
Nachdem sich gestern die Commission1 d. h. die Herrn Dubs u Schenk nebst mir dahin geeinigt hatten dem Bundesrathe vorzuschlagen mich nach Berlin zu schicken2 beauftragte Herr Dubs vor der heutigen Bundesrathssitzung den Herrn Schenk den Antrag der Commission zu stellen. In der Discussion nahmen zuerst die beiden welschen Mitglieder3 in negativem Sinne das Wort, worauf Herr Dubs erklärte dass er die Anschauung die| ser Herrn theile aber gleichwol nichts dagegen habe dass ich nach Berlin gehe, wenn überhaupt jemand hingehen soll.4 Herr Näf5 war abwesend. Ich hoffe Sie werden es billigen dass ich auf die Erklärung des Herrn Dubs erwiederte ich halte an dem Antrag der Commission eine besondere Mission zu veranstalten entschieden fest, werde aber dieselbe un| ter keinen Umständen annehmen nachdem ich mich davon heute überzeugt habe dass die Mehrheit der Behörde dagegen sei. Da Herr Schenk den Vorschlag in Bezug auf meine Person festhielt, so erfolgte die Abstimmung in meinem Austritt u es wurde durch Stichentscheid beschlossen mir die Mission aufzutragen.6 Obschon mein Entschluss| feststand wollte ich mich doch selbst vor Übereilung schützen und bat um eine Frist von einigen Stunden, während welcher ich zu der Überzeugung gelangte, dass die Annahme des Mandates nach solchen Vorgängen für mich eine Unmöglichkeit sei.7
Ich beschränke mich auf diese kurze Notiz u behalte mir mündliche Aufschlüsse vor.
Mit vollster Hochachtung
Ihr
E Welti
Bern 17 Mai 1870.