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Neuer HCD-Vertrag für Paschoud
Dem Comeback von Claude Paschoud steht nichts mehr im Weg. Der HCD-Verteidiger hat am Donnerstag einen neuen Vertrag für ein Jahr erhalten. Nach vierjähriger Leidenszeit fühlt sich der 28-jährige Davoser wieder bereit für die hohen Belastungen im Spitzensport.
DZ: Claude Paschoud, erinnern Sie sich an den 16. November 2018?
Claude Paschoud: Oh ja, ganz genau. Ich wurde damals im Heimspiel gegen Lausanne nach einem Schuss vom Puck am Ohr getroffen. Tags darauf bestritt ich mit dem HCD noch das Auswärtsspiel in Biel. Doch dann bekam ich akute gesundheitliche Probleme. Ich litt an Gleichgewichtsstörungen und heftigen Kopfschmerzen als Folge einer Hirner-schütterung.
Die Verletzung war allerdings gravierender als «nur» eine Hirnerschütterung. Gleich mehrere Comeback-Versuche mussten Sie danach über Jahre wieder abbrechen…
Das war leider so, weil die Symptome wie Kopfschmerzen oder Geräusch- und Lichtempfindlichkeit zurückkehrten – sei es allein wegen der Belastung oder nach einem Körpercheck.
In der Saison 2020/21 absolvierten Sie zwischen dem 10. November und dem 21. Dezember 2020 zwölf Meisterschaftsspiele. Danach mussten Sie wieder bis zu den Playoffs im Frühling 2022 pausieren. Da gaben Sie dann überraschend in zwei Viertelfinalpartien gegen die Rapperswil-Jona Lakers sowie in einem Halbfinalspiel gegen den EV Zug Ihr Comeback – und zwar ein überzeugendes.
Ich trainierte schon während der Qualifikation, fühlte mich aber noch nicht gut genug für Ernstkämpfe. In den Playoffs kehrte ich ins Team zurück, als Magnus Nygren gegen «Rappi» vier Spielsperren kassierte. Ich war allerdings nach der mehr als 15-monatigen Pause noch nicht in der Lage, jeden Match im Zwei-Tage-Rhythmus zu bestreiten. Das hätte sowohl körperlich als auch medizinisch keinen Sinn gemacht. Für mich waren diese Playoff-Einsätze gleichwohl von grosser Bedeutung. In Anbetracht der Umstände durften sich meine Leistungen sehen lassen. Und ich erhielt die Zuversicht, dass ein richtiges Comeback auf die neue Saison möglich würde, wenn ich hart an mir arbeiten würde. Die drei Partien gaben mir auch extrem viel Energie.
Sie absolvierten in den letzten Monaten das komplette Sommertraining und auch sämtliche Test- und Champions-League-Spiele mit dem HCD. Waren Sie stets beschwerdefrei?
In der Tat: Es ging immer gut.
Seit dem 17. November 2018 bestritten Sie in mittlerweile fast vier Jahren insgesamt gerade mal 45 Meisterschaftsspiele mit dem HCD. Gab es in dieser für Sie sehr schwierigen Zeit Phasen, in denen Sie an Rücktritt dachten?
Ja, solche gab es während der ganzen Zeit immer wieder. Mehrmals kamen Zweifel auf, ob ich den Anschluss nochmals schaffen könnte. Dennoch machte ich stets weiter. Und meine Leidenschaft für das Eishockey war immer vorhanden. Ich klammerte mich an kleine Fortschritte, die mich jeweils weiter trieben. Nur so war es möglich, dass ich jetzt wieder so weit bin. Die letzten sechs Wochen zeigten mir, dass ich wieder belastbar und bereit für die Meisterschaft bin.
Ihr letzter Vertrag mit dem HCD lief im Frühling 2022 aus. Einen neuen für diese Saison erhielten Sie erst diese Woche. Die Testspiele mussten sie mit einem Try-out-Vertrag, also auf Probe, absolvieren. Hat Sie dieses Vorgehen des HCD enttäuscht?
Nein. Nach den Ereignissen in den letzten vier Jahren wäre es seitens des HCD unprofessionell gewesen, wenn er mich gleich mit einem neuen fixen Vertrag ausgestattet hätte. Ich wollte es mir selber beweisen und für mich in den Test- und Champions-Hockey-Spielen herausfinden, ob ich überhaupt wieder genug belastbar fürs Spitzeneishockey bin.
Was sind nun Ihre persönlichen Saisonziele?
Wichtig ist für mich, Woche für Woche Konstanz in meine Leistungen zu bringen, mein Spiel zu finden und mich wieder weiterzuentwickeln. Ich möchte defensiv einen soliden Part und Ver-antwortung übernehmen, Ruhe und Stabilität in die Defensive bringen. Ich bin nicht derjenige, der 30 Tore schiessen muss.
Was trauen Sie dem HCD zu?
Wir haben eine sehr gute Mannschaft. Wenn wir unser Spiel spielen, sind wir nur sehr schwer zu bezwingen. Wir sind bereit für den nächsten Schritt. Die Liga ist allerdings sehr ausgeglichen. Es gibt viele Teams, die sich ungefähr auf gleichem Niveau bewegen. Deshalb wird es nicht einfach, aber ich bin optimistisch.
Davos startet mit einem «Romand»-Wochenende. Am Freitagabend spielt der HCD in Genf gegen Servette, 24 Stunden später gastiert Lausanne in Davos.
Servette gehört für mich aufgrund seiner Transfers in der Meisterschaft zu den Geheimfavoriten. Auch die Lausanner verfügen über ein sehr gutes Kader. Sie befinden sich auf Augenhöhe mit uns.