Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03275.jsonl.gz/159

Zwei Faktoren führten zur Entstehung des Rheinfalls:
1. Der Felsuntergrund. Dieser ist viel älter als der Rheinfall selbst.
2. Die bedeutend jüngeren geologischen Vorgänge während des Eiszeitalters.
Die Rheinfallbildung im Eiszeitalter
Als Folge einer allgemeinen Temperatursenkung setzten vor rund 500'000 Jahren die ersten Gletschervorstösse ins Mittelland ein und gestalteten die heutige Landschaft aus.
1. Ursprünglicher Rheinlauf
Bis zum Beginn der Riss-Eiszeit (vor ca. 200'000 Jahren) floss der Rhein von Schaffhausen in westlicher Richtung durch den Klettgau. Dieses frühere Rheintal wurde wieder mit Alpenschotter aufgefüllt.
2. Erste Änderung des Rheinlaufs
Während der Riss-Eiszeit (vor ca. 120'000 Jahren) wurde der Rhein bei Schaffhausen nach Süden abgelenkt und bildete die risszeitliche Rheinrinne. Der Beckenabfluss heute entspricht dieser Rinne, die wieder mit Schotter aufgefüllt wurde.
3. Zweite Änderung des Rheinlaufs und Entstehung des Rheinfalls
Während der letzten Eiszeit, der so genannten Würmeiszeit, wurde der Rhein im weiten Bogen gegen Süden abgedrängt und erreichte oberhalb des Falles sein heutiges Bett auf hartem Malmkalk. Beim Übergang von den harten Malmkalken zur leicht abtragbaren, risszeitlichen Schotterrinne entstand der Rheinfall vor rund 15'000 Jahren. Die Rheinfallfelsen bilden die Überreste der ursprünglich steil abfallenden Kalksteinflanke.
Quelle: Franz Hofmann, Geologie und Entstehungsgeschichte des Rheinfalls, in: Neujahrsblatt der Naturforschenden Gesellschaft Schaffhausen Nr. 39/1987
Illustrationen: Typografik Schaffhauser Nachrichten