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Im Rahmen der Themenwoche «Fasnachtsfieber» erklärt Telebasel die klassischen Fasnachtskostüme. Waggis, Pierrot und Ueli sind nur ein paar der traditionellen Kostüme an der Basler Fasnacht.
Während die Cliquen am Cortège jeweils die zum Sujet passenden Zugskostüme tragen, schlüpfen die Aktiven am Morgestraich oder am Fasnachtsdienstag gerne in die Klassiker.
Die Figuren haben sich in Europa mit der Entwicklung des Theaters und der Fasnacht herausgebildet, aber auch immer wieder verändert. Das Aussehen der Kostüme ist auch vom gesellschaftlichen Wandel geprägt. Mit steigendem Wohlstand, zum Beispiel nach dem Zweiten Weltkrieg, wurden die Stoffe edler und aufeinander abgestimmt.
Die klassischen Figuren im Überblick
Altfrank
Diese Figur verkörpert einen Edelmann zur Zeit des Spätbarocks. Deshalb hat das Kostüm seine Ursprünge auch in der barocken Bürgerkleidung, welche wiederum auf Militäruniformen des frühen 17. Jahrhunderts zurückgeht.
Das Kostüm besteht aus einem samtenen Frack mit Messingknöpfen, darunter ein Gilet und dazu Kniebundhosen aus Samt. Ausserdem trägt der Altfrank weisse Kniestrümpfe. Ein weiteres Merkmal sind die Schnallenschuhe. Die Larve zeichnet sich durch eine Perücke mit weissen Haarrollen und einem Zopf aus.
(Bild: Keystone)
Alti Dante
Dabei handelt es sich eigentlich um die Karikatur einer vornehmen Dame. Die Figur entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Das Kostüm besteht aus einem eleganten Kleid oder einem Rock und dazu passender taillierter Jacke.
Die Larve ist geprägt durch eine spitze Nase und durch ein spitzes Kinn. Als Kopfbedeckung trägt die Alti Dante meistens einen Biedermeierhut mit Blumen, Federn und anderer Dekoration. Die Figur trägt zudem ein Ridicule (Handtäschchen in Beutelform), Handschuhe und einen Schirm. Die Figur ist sehr beliebt, weil das Kostüm meist auch aus alten Kleidern zusammengestellt werden konnte.
(Bild: Keystone)
Blätzlibajass
Es ist sicher eines der aufwändigsten Kostüme. Es ist nämlich mit Stücken verschiedener Stoffe versehen. Der Name stammt wahrscheinlich vom französischen «Paillasse», eine Figur der comédie italienne.
Das ganze Kostüm gibt es sowohl als Ein- wie auch als Zweiteiler. Weiteres wichtiges Merkmal ist der kegelförmige Spitzhut und die eher spitze Nase. In der Regel ist die Perücke aus Bast.
(Bild: Keystone)
Domino
Aus einem einzigen Kleidungsstück entstand mit dem Domino eine für Basel klassische Fasnachtsfigur. Als ein «weiter, schwarzer oder farbiger Überwurf mit Kapuze» wird das Kostüm beschrieben.
Dazu kommt die gewöhnliche weisse Larve oder Halblarve, mit einem strengen Gesichtsausdruck. Den Domino gibt es auch als knielangen Mantel ohne Kapuze und mit Ärmeln. Im Verlauf der Zeit haben sich auch andere Merkmale herausgebildet. So zum Beispiel Pluderhosen, Strümpfe, ein Filzhut oder eine Halskrause. So sieht die Figur eher wie ein Pierrot oder Harlekin aus.
(Bild: Keystone)
Dummpeter
Der Ursprung dieser Figur lässt sich nicht genau bestimmen, könnte ihre Wurzeln jedoch in Deutschland haben. Das Kostüm aber erinnert stark an die Rokokozeit. Vor allem die weisse Perücke mit Haarrollen, das Rüschenhemd, die Manschetten, die knielangen Hosen, Schleifen und die Schnallenschuhe.
Mit dem Streifen- und Blümchen-Muster und den Pastelltönen sind allerdings auch Anzeichen der Biedermeierzeit zu finden. Vor allem aber die ungleichen Strümpfe und der Staubwedel deuten auf eine eher niedrigere Herkunft hin. Ein weiteres Merkmal ist der krönchenartige Hut mit Rüschen.
(Bild: Keystone)
Harlekin
Der Harlekin ist eine Figur aus der Commedia dell’arte und zwar ein sogenannter «Arlecchino». Anfänglich präsentierte sich das Kostüm eher schlicht. Im Laufe der Zeit modifizierte es sich. So wurden die Bluse und die Hosen enger. Ausserdem verlor der Harlekin seine groben Züge, wurde eleganter, aber auch trauriger.
Ende des 16. Jahrhunderts sah man ihn vor allem mit einem dreifarbigen Rautenmuster aus grün, rot und gelb. An der Basler Fasnacht ist der Harlekin vor allem mit einer Halskrause, dem Zweispitz, knielangen Pluderhosen, Pompons und des öfteren mit einem Cape anzutreffen.
(Bild: Keystone)
Pierrot
Die Figur wurde im frühen 19. Jahrhundert vom Pantomimen Jean-Gaspard Deburau in Paris geprägt. Wichtige Merkmale sind das Käppchen und die melancholisch verträumte Art.
Das Kostüm ist farbig und besteht aus einem weiten Oberteil und Hosen. Wichtig: Die Pfauenfeder auf dem Hütchen, die Pompons und die Halskrause. Ausserdem zeichnet sich die Larve durch eine dichte Perücke aus Bast aus.
(Bild: Keystone)
Ueli
Diese Figur hat den mittelalterlichen Hofnarr zum Vorbild, dessen Attribute auch das Kostüm prägen. Dieses ist zweifarbig. Weitere Elemente sind Kappe, Stoffhörner, Kragen, weites Oberteil, knielange Hosen und Schnabelschuhe. Das ganze Kostüm ist an den zackenförmigen Säumen mit Glöckchen versehen.
(Bild: Keystone)
Waggis
Der Waggis ist die Karikatur eines elsässischen Bauern aus dem 19. Jahrhundert. Der Name ist vermutlich eine Abwandlung des Wortes «Vagabund».
Im Laufe der Zeit wurde die Figur immer wieder verändert. Die Larve nahm zunehmend groteske Züge an und vor allem die Nase wurde immer grösser. Das Kostüm entspricht der Tracht der Bauern aus der damaligen Zeit. Wichtige Merkmale sind eine blaue Bluse, eine Zipfelmütze, weisse Hosen, Holzschuhe, ein weisser Kragen, ein buntes Halstuch. Den Waggis gibt es heute aber in verschiedenen Farben.
(Bild: Keystone)
Themenwoche «Fasnachtsfieber»
Wollen Sie mehr über die «drey scheenschte Dääg» erfahren? Die Telebasel Themenwoche «Fasnachtsfieber» gibt eine Woche lang Einblicke hinter die Kulissen der Basler Fasnacht. Vom 4. bis 8. Februar 2019 in den Telebasel News um 18:30 Uhr und ab 19 Uhr stündlich, sowie im Telebasel Report am 6. Februar 2019 ab 19:40 Uhr stündlich und in einer Spezialsendung am 9. Februar 2019 ab 19:15 Uhr stündlich. Dazu laufend interessante Themen auf telebasel.ch.