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Die entgrenzte Welt, in der die stärkere Macht, Rasse, Religion oder einfach die grössere Masse regiert, ist keine friedlichere Welt, vielmehr ein Kampfplatz, auf dem der Stärkere gewinnt und der Schwächere untergeht.
Keine Rede mehr von Gleichgewicht der Kräfte. Wenn die Regel heisst «The winner takes all», dann verschwindet nicht nur die Sicherheit des Einzelnen, sondern auch die Vielfalt der Kulturen, der gesellschaftlichen Formen, wie es Huxley in «Brave New World» oder Orwell in «1984» vorgezeichnet haben.
Sogar in der geistigen Welt, in der Schlagbäume eigentlich nichts zu suchen haben, gibt es Grenzen, die man kennen muss, bevor man zu neuen Ufern aufbricht. Denn: Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt, sagte einst der kluge Ludwig Wittgenstein.
Der entgrenzte Mensch ist vielleicht doch kein Wunsch-traum. Eher ein Albtraum.
Albertino Steiner, St. Margrethen