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Kirchen und Kapellen Flums
St. Justuskirche
Die Justuskirche ist von einer Friedhofmauer umgeben und mit spätgotischer Totenleuchte, historischen Grabplatten und geschmiedeten Grabkreuzen ausgestattet und ist damit wohl das bedeutendste Baudenkmal im Sarganserland. Im Jahre 831 erscheint die Kirche schon im currätischen Reichsurbar als Landeskirche. Das Reichsurbar wird heute mit Bezug auf die St. Justuskirche dahin interpretiert, dass man die „ecclesia plebeia“ (Landeskirche) vor den andern Kirchen und Kapellen herausheben wollte. Man gab ihr den Charakter einer Urpfarrei, wenn nicht für den ganzen Amtsbezirk, so doch für das ganze Sarganserland. Als Pfarrkirche kamen ihr alle Rechte zu: Taufrecht, Begräbnisrecht, Zehntrecht und alle geistlichen Funktionen.
Bei Renovationsarbeiten der Jahre 1932/33 wurden archäologische Grabungen durchgeführt. So konnte der Standort der „ecclesia plebeia“ genau abgelesen werden. Man fand die Reste eines Gutshof, eine Anzahl Gräber aus der Zeit der Völkerwanderungen und die Grundmauern der erwähnten Urkirche.
Dem Nachlass des 1984 verstorbenen Flumsers Dr. Otto Mannhart entnehmen wir zur Geschichte der St. Justus-Kirche folgende Einzelheiten: „Nach der Niederlegung des grössten Teils dieser aus karolingischer Zeit stammenden Anlage kam Ende des 12. Jahrhunderts ein grösserer Bau zur Ausführung. Ein Turm wurde erst kurze Zeit vor Errichtung dieses zweiten Baues der Kirche angegliedert und blieb nun in der nordöstlichen Ecke zwischen Chor und Schiff erhalten. Mitte des 15. Jahrhunderts genügte der kleine Chor dieses der romanischen Bauperiode angehörenden Baues nicht mehr. An seine Stelle wurde der noch bestehende gotische Chor gebaut.
Während Jahrhunderten genügte die Grösse der St. Justus-Kirche, doch im 19. Jahrhhundert nahm die Bevölkerung von Flums rasch zu. Und später wurde aus diesem Grund die St. Laurentius-Kirche gebaut. Nachträglich darf man es als eine glückliche Fügung bezeichnen, dass die Flumser eine neue Kirche bauten, denn so blieb die kunsthistorisch überaus wertvolle Bausubstanz der St. Justus-Kirche unangetastet und dem Sarganserland ein wertvolles Kulturdenkmal aus dem Mittelalter erhalten.
Die Restaurationen von 1654, 1705 und 1869/70 veränderten die Kirche wohl nach dem jeweiligen Geschmack, jedoch nicht derart substantiell, dass sie 1932/33 nicht wieder in den ursprünglichen Zustand hätte zurückversetzt werden können.
Zur besonderen Ausstattung der Kirche gehören die künstlerisch wertvolle Holzdecke mit Rahmenwerk und marmorierten Füllungen, die Fresken im Schiff und im Chor aus der Zeit zwischen 1452 und 1490, ferner das Sakramentshäuschen aus dem Jahre 1488, ein aus dem 17. Jahrhundert stammender Taufstein, eine Kanzel aus Nussbaumholz mit der Jahrzahl 1654 und das Chorgestühl von 1664.
Verschiedene Wappen schaffen den Bezug zu den herrschenden Flumser Geschlechtern und machen deutlich, wie sehr Adel und führende Familien mit der Kirche verbunden waren. Im Turm der St. Justus-Kirche hängen vier Glocken.Die grossen zwei stammen aus dem 18. Jahrhundert und sind mit Ranken, Inschriften und Bildern reich verziert. Die „Armsünder-Glocke“ trägt die Jahrzahl 1553, die vierte kam 1933 dazu.
aus: “Die Gebetsstätten im Sarganserland” von Leo Pfiffner aus dem Jahre 1986
Laurentiuskirche
Schon 1819 hält ein Visitationsbericht fest, dass die Justuskirche zu klein sei .
Das Gerücht geht um, das sich der Grossberg vom Dorf trennen will und eine eigene Kirche bauen will, weil sie 600 Einwohner haben.
30 Jahre lang wollte man die Justuskirche vergrössern. Sie wurde nicht vergrössert, doch nahm man das Projekt wieder auf. Mit der Idee, das Schiff durch zwei kreuzförmige Querschiffe zu erweitern, wäre aber die angestrebte Personenanzahl bei weitem nicht erreicht.
Verschiedene Vorschläge wurden abgewiesen, weil sie entweder das Pfarrhaus oder die Strasse tangierte. Erst um 1850 wurde der Kirchenbaugedanke erneut aufgenommen, als der damalige Bischof sich weigerte in Flums, das Sakrament zu spenden, solange der Grundstein für eine neue Kirche nicht gelegt sei. Dies führte zu Überlegungen für einen neuen Standort. In kurzer Zeit waren die ersten Baupläne für die neue Kirche nach Flums geliefert worden. Der Architekt Felix Wilhelm Kubly formte den Langhausbau mit dreiseitigem Chorabschluss und Chorflankierungen in den „byzantinischen“ Stil um, wollte aber statt einer Kuppel einen Pyramidenhelm auf dem Dach platzieren.
Die Kirche wurde unter Leitung von Carl Reichlin von 1861-1863 ausgeführt, gleichzeitig wie die Kirche in Quarten, welche Kubly baute. Der Grundstein wurde am 09. Mai 1861 von Kommissar A. Zindel gelegt und am 09. August 1863 weihte Bischof Karl Johann Greith von St. Gallen das Gotteshaus in Flums ein.
Im Jahre 1905/1906 erfuhr die Flumser Pfarrkirche eine Verschönerung durch die Renovation. Durch die Umgestaltung des flachgedeckten Raumes, nahm man dem Gotteshaus die Nüchternheit. Die 1945 eingesetzten farbigen Glasfenster gehörten zwar zur guten Qualität, aber passten nicht so recht in den Chor der Pfarrkirche. Die Flumser Bevökerung gewöhnte sich aber in den letzten 30 Jahren an die Glasfenster. 1977 rückte die Fensterfrage wieder in den Vordergrund und man wechselte die Hugentobler-Fenster aus und bauten die ursprünglichen hellen Fenster ein. Doch in den Querachsen des Schiffes sind die Hugentobler-Fenster noch immer erhalten. Im Oktober 1959 erhielt die Laurentiuskirche eine neue Orgel mit 38 Registern und 2567 Pfeifen. Am 22. Oktober 1978 vollzog alt Bischof Josephus Hasler von St. Gallen die feierliche Weihe der Flumser Pfarrkirche.
aus: “Die Gebetsstätten im Sarganserland” von Leo Pfiffner aus dem Jahre 1986
Kapellen
St. Justuskapelle / Seezkapelle
Ausgangs des Dorfes Flums steht bei der Brücke am Weg nach Mels die dem heiligen Justus geweihte Seezkapelle. Kanonikus A. Müller weiss von einer Legende zu berichten: „ Die Kapelle stehe an jener Stelle, wo das Fuhrwerk mit dem Haupte des heiligen Justus, das Bischof Hartmann I. aus Auxerre auf seiner Reise, die er auf Befehl des Kaisers Konrad II. ausgeführt hatte, mitgebracht und dem Kloster Pfäfers zugedacht hatte, nicht mehr weiter fahren konnte und deshalb das Heiligtum in der Pfarrkirche Flums verblieb (ca. 1035). Zur Erinnerung an dieses Ereignis sei dann die Kapelle gebaut worden.
Doch eine zweite Überlieferung, die der Wirklichkeit ein bisschen näher kommt lautet: Die Kapelle sei als Votivkapelle zur Abwehr der Seez-Überschwemmungen errichtet worden. Da die Seez noch keineswegs in einem gradlinigen Bachbett dahinfloss, trat sie oft über die Ufer und richtete auf den Weiden schwere Schäden an.Es entsprach der religiösen Einstellung unserer Vorfahren, dort ein Gotteshaus zu errichten, wo sie glaubten, mit Gebeten und Fürbitten den Naturgewalten entgegenwirken zu können. Eine grössere Renovation mit Höherlegung des kleinen Schiffs erfolgte 1912, und 1944 liess der Flumser Kirchenverwaltungsrat das Kirchlein innen und aussen gründlich restaurieren.
Ein neues Türmchen bekam die ehemalige Schutzkapelle in den Jahren 1983/84. Das Glöcklein innerhalb des Turmes stammt aus dem Jahr 1779 und wurde in Zug gegossen. Es trägt vier Bilder: den Gekreuzigten, Maria, Josef und einen Soldaten mit Schwert und Palme. Die Inschrift lautet: „Sancta Maria, ora pro nobis“.
aus: “Die Gebetsstätten im Sarganserland” von Leo Pfiffner aus dem Jahre 1986
Kapelle St. Antonius, Hochwiese
Die Kapelle St. Anton in der Hochwiese hatte zwei Vorgängerinnen. Als erstes wäre die Katharinakapelle „auf der halben Meil“ im Buchwald von 1575 zu erwähnen. Aus einem Visitationsbericht von 1639 geht hervor, dass die Kapelle durch Räubereien und schlussendlich durch einen Bergsturz zerstört wurde. Im Jahre 1683 begann Leutnant Johann Rudolf Oberlin, Wirt zu Nauws auf der Halbmil mit dem Bau der St. Antoniuskapelle. Der Erbauer starb, als die Kapelle zur Hälfte fertig gestellt war.
Der Landvogt Johann Arnold Heymann von Unterwalden gab dem Landschreiber Johann Rudolf Gallati im Kapuzinerkloster 1683 den Auftrag, die Kapelle fertig zu bauen. Mit Unterstützung von Wohltätern hat er das Werk vollendet. Jedoch wurde am 20. Juni 1691 das Kollaturrecht der Kapelle dem Schloss und der Herrschaft Gräpplang zugesprochen. Im den Jahren 1895/97 wurde die Kapelle grundlegend renoviert. Am 18. April 1967 wurde die Kapelle abgerissen. Ein Strassenkreuz erinnert an die St. Antoniuskapelle. Im Jahr 1964 begann die Architekten Oskar Müller und Albert Rigendinger mit dem Bau der heutigen St. Anton Kapelle.
Diese wurde im Jahr 1966 eingeweiht. In ihr hängt ein schlichtes Bild, das an den heiligen St. Antonius von Padua erinnert. Er gilt als Patron für Brautleute, Ehepaare, Familien, ebenso für Bergleute und gilt als Helfer beim Wiederauffinden verlorener Gegenstände. Die Kapelle besitzt zwei Glöcklein. Das eine ist auf 1684 datiert und es zieren Bilder des hl. Antonius von Padua und der Muttergottes im Strahlenkranz. Das kleinere Glöcklein der beiden trägt das Bild der Muttergottes, die das Jesuskind trägt und auf einer Weltkugel steht. Auf der rechten Seite des Kirchenschiffes thront die Statute der hl. Katharina von Alexandrien.
Quellen:
Die Kirchen und Kapellen des Sarganserlandes, Josef Anton Müller, 1951
Heiligenverehrung in der Kath. Kirchgemeinde Flums Teil 3. Edi Koller, 2005
Zusammenfassung: Miriam Derungs, Kulturbeauftragte Flums
Kapelle St. Jakob
Die Ursprünge der Kapelle St. Jakob auf der leichten Anhöhe oberhalb der Burgruine Gräpplang liegen weitgehend im dunkeln. Bei dieser Kapelle fallen zwei Gebäudeteile besonders auf: das für eine Kapelle verhältnismässig grosse Schiff sowie das kleine, mit einer Rundtonne abgeschlossene romanische Altarhaus, eigentlicher Kern des Kirchleins. Die Kapelle entstand um 1100, wenn nicht schon früher, während das Schiff in die Zeit zwischen 1400 und 1450 zu datieren ist. Das Altarhaus birgt in der Ostwand das Glasgemälde der Madonna mit dem Kind, die älteste Glasmalerei der Schweiz. Im Jahre 1889 kam das Original als einziger noch erhaltener Zeuge romanischer Glasmalerei ins Schweizerische Landesmuseum in Zürich und wurde durch eine Kopie ersetzt.
Dieses Fenster war ursprünglich die einzige Lichtquelle des Altarhauses. Architekt Walter-Sulser aus Chur stellte anlässlich der Teil-Erneuerung des Aussenverputzes fest, dass das langgestreckte Schiff mit dem eingezogenen Chor zum ältesten Baubestand gehört und die Fenster auf eine frühmittelalterliche Anlage schliessen lassen. Grosse Gefahr drohte ihr zur Zeit der Reformation, nachdem sie den Zürichkrieg überstand.
Der Pfarrer und Reformator Martin Mannhart verkündigte hier die neue Lehre und rief zum Abfall vom alten Glauben auf. Er wollte auch den Abriss der Kapelle.Doch der Besitzer der Herrschaft Gräpplang wehrte sich dagegen, bis man dann Pfarrer Mannhart des Landes verwiesen hatte. Im Türmchen, der 1986 saniert wurde, hängen zwei Glöcklein. Das grössere trägt keine Jahreszahl, doch man weiss, dass es aus dem 14. Jahrhundert stammt und eines der ältesten in der Region ist. Das zweite Glöcklein 1724. Es wurden auch archäologische Ausgrabungen getätigt, wo man auf Kindergräber im östlichen Teil und auf ein mittelalterliches Mauerwerk im westlichen Teil stiess. Anscheinend soll neben der Kapelle ein Kloster für Frauen gewesen sein, welche zur Zeit der Reformation aber vertrieben worden sein und dann das Kloster Weesen gegründet haben.
aus: “Die Gebetsstätten im Sarganserland” von Leo Pfiffner aus dem Jahre 1986
Kapelle Maria Lourdes, Clevelau
Die Lourdes-Kapelle in Clevelau besteht schon seit 1885. Sie wurde am 19. Juli Maria Lourdes geweiht. Für die Errichtung einer Kapelle schenkte der spätere Gemeindepräsident Franz Xaver Schmon dem Pfarrer Frei ein Grundstück. Der Bau für die Kapelle kostete 19000 Franken und wurde von einem sehr bekannten Architekten, namens August Hardegger ausgeführt.
Als Pfarrer Frei Rektor an der Galluskirche in Colton bei Washington (USA) war, übertrug er die Maria Lourdes Kapelle dem bischöflichen Ordinariat in Chur. Auf dem Weg nach Clevelau wurden Kreuzwegstationen errichtet. Die Kapelle wurde im Jahr 1937 gründlich renoviert. Unterhalb errichtete man eine Lourdes-Grotte und stattete sie mit einem Bild aus. Seit dem 16. Feburar 1940 besteht eine Stiftung “Maria Lourdes des Kapelle Clevelau”. Der Stiftungsrat zählt drei Mitglieder und der amtierende Pfarrer führte die Stiftung als Präsident an.
Anträge an den Katholischen Administrationsrat um Beiträge für bauliche Verbesserungen wurden stets abgelehnt, weil die Kapelle nicht Eigentum der öffentlichen Kirchgemeinde war. Ab dem Jahr 1970 wollte der Administrationsrat, dass die Stiftung von der Kirchgemeinde Flums übernommen wird, bis dann der Stiftungspräsident Pfarrer Fidelis Scherrer ein Gesuch an die Flumser Kirchgemeinde stellte. Daraufhin beschloss der Flumser Kirchenverwaltungsrat am 14. Februar 1981 einstimmig, auf das Gesuch einzutreten und die Stiftung zu übernehmen. Dies wurde am 13. März 1981 auch von der Kirchgenossenversammlung angenommen. Die Kapelle wurde 1985 nochmals restauriert.
aus: “Die Gebetsstätten im Sarganserland” von Leo Pfiffner aus dem Jahre 1986
Kapelle St. Johannes, Portels
Die Kapelle auf Portels am Kleinberg ist dem Evangelisten Johannes geweiht. Sie bestand wohl schon in vorreformatorischer Zeit. Zur Zeit der Reformation und der Veltliner Kriege wurde ihr kaum mehr Aufmerksamkeit geschenkt, sodass der Landvogt von Sargans am 1. Juni 1570 an der Tagsatzung der Fünf alten Orte sich über den schlechten Zustand der Kapelle St. Johannes beklagte. (Im Visitationsbericht von 1753 wird sie ebenfalls erwähnt) Die gleiche Kritik betraf auch die Heiligkreuz-Kapelle von Mels und die St. Katharina-Kapelle auf Halbmil. Der Landvogt hob jedoch auch hervor, dass in der Bevölkerung Bestrebungen im Gange seien, diese drei Kapellen wieder instand zu stellen.
Einen Monat später erhielten die Abgeordneten von der Tagsatzung den Auftrag, Vollmachten einzuholen, damit die Zierden in diesen Orten wieder hergestellt werden. Auch hier lässt sich feststellen, wie sehr die weltlichen Behörden bestrebt waren, den Katholizismus zu stärken und Kirchen und Kapellen als Zeichen der kirchlichen Erneuerung in neuem Glanz erstehen zu lassen. Die Kapelle auf Portels – der Hof gleichen Namens wird urkundlich erstmals im Jahr 1290 erwähnt – erfuhr 1819 letztmals eine Renovation. Das Kirchlein hatte noch bis 1880 Bestand, dann wurde es abgebrochen und unweit des früheren Standortes 1890 wieder aufgebaut. (Projekt von Architekt Hardegger) In das Türmchen wurden die zwei Glocken der alten Kapelle mit den Jahrzahlen 1715 und 1754 wieder installiert.
Die neue Kapelle, die verschiedene Renovationen erfuhr, (1913, 1949 und 1970) hat ein markantes Vorzeichen. Wahrscheinlich 1913, vor Ausbruch des ersten Weltkrieges, wurden die renovationsbedürftigen Wandmalereien aus Kostengründen übermalt. Der Boden, auf dem die Kapelle steht, gehörte bis 1976 zur Liegenschaft Schiebenstein. Durch die grosszügige Vergabung von deren Besitzern Hans und Albertina Kunz-Schmid gelangte die Kirchgemeinde in den Besitz des Kapellgrundstückes. In den Jahren 1994-96 wurde eine komplette Innenrenovation durchgeführt.
Die Bauleitung hatte Franz Wildhaber, Architekt der Maler- und Restaurierungsarbeiten besorgte das Malergeschäft Alois Bless, Flums unter Mitwirkung von Brigitte und Patrick Maier-Bless. Ihnen ist es zu verdanken, dass die früheren Bemalungen wieder entdeckt und erneuert werden konnten.Die Einweihung durch Pfarrer Albert Thurnherr fand am Sonntag den 14. September 1996 statt. Die St. Johannes-Kapelle auf Portels ist mehr als nur ein Schmuckstück dieses Weilers; sie ist für die Kleinberger Ausdruck ihrer tiefen Verwurzelung in Glaube und Tradition.
Quellen:
Die Gebetsstätten im Sarganserland 1986 von Dr. Leo Pfiffner, Mels
Die einstigen und jetzigen Kapellen der Kirchgemeinde Flums von Ferdinand Stoop, Flums
Edi Koller, Flums
Kapelle St. Bernhard, Oberberg
Der Pfarrer Eisenlohr wollte der wachsende Bevölkerung am Oberberg und den zunehmenden Touristen eine Möglichkeit bieten, den Gottesdienst zu besuchen. Daraufhin sammelte er Gelder und gründete eine Stiftung. So konnte im Jahr 1935 der Bau der Kapelle zu Ehren des hl. Bernhard von Menthon beginnen. Am 10. Mai 1936 wurde das Gotteshaus vom Bischof Aloysius Scheiwiller eingeweiht.
Nach dem zweiten Weltkrieg konnte die Stiftung die Kapelle finanziell nicht mehr unterhalten. Die Kirchgemeinde übernahm am 5. Mai 1963 die Kapelle St. Bernhard.
Der boomende Tourismus bewegte die Kirchgemeinde dazu, den Architekten Hans Burkhard von St. Gallen zu engagieren, eine neue grössere Kapelle zu errichten. Am 8. März 1970 weihte Bischof Josephus Hasler zusammen mit dem Flumser Pfarrer Fidelis Scherrer die neue St. Bernhard Kapelle ein.
Quellen:
Heiligenverehrung in der Kath. Kirchgemeinde Flums Teil 3
Die Kirchen und Kapellen des Sarganserlandes, Josef Anton Müller, 1951
Zusammenfassung Miriam Derungs, Kulturbeauftragte Flum
Friedenskapelle Casella
Die Friedenskapelle bei der Casella am Flumser Grossberg wurde zu Ehren der Königin des Friedens, der Mutter Gottes Maria, erbaut und von Bischof Josephus Meile (1938-1957) feierlich am 26. Oktober 1942 eingeweiht.
Im Jahre 1941 wollte der damalige Pfarrer Josef Eisenlohr bei Casella eine Friedenskapelle errichten. Es war vorgesehen, dass die Kapelle in der gefahrvollen Kriegszeit ein Zeichen des Schutzes bietet und zur „Abwendung von Krieg, Not und Gefahr“ sowie „ein bleibendes Dank- und Ehrenmal für die himmlische Friedenskönigin“ sein soll.
Die Einwohnerzahl am Grossberg nahm zu und die baufällige barocke St. Peterkapelle von 1756 verfügte über zu wenig Platz. Die kleine Kapelle, welche vom einheimischen Egid Brotzer und seinen Nachkommen erbaut wurde, brach man im Jahr 1958 ab. Am selben Ort stellte man ein Bildstock mit einer St. Peter Skulptur hin.
Architekt Burkard, St. Gallen gestaltete die Friedenskapelle sowie die Kapelle St. Bernhard (1970) am Oberberg und St. Anton (1966) in der Hochwiese. Im Chor glänzt goldig und silbrig die Muttergottesstatue, welche aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammt. Das reich geschnitzte, aus dem Wallis stammende Antependium verleiht dem Opfertisch Aufwertung und Würde. Das Antependium ist eine Verkleidung des Altarunterbaus, in dem die Reliquien verschiedener Heiligen sichtbar sind. Ansonsten ist der Kapellenraum schlicht gehalten. Die Figuren des Hl. Rochus und des Hl. Petrus, ein Ölgemälde des reuigen Schächer sowie eine Steinplatte, die an die Beweggründe erinnert sind im Kirchenschiff ausgestellt.
Im Jahre 1975 brachen Diebe in die Friedenskapelle ein und erbeuteten wertvolle Kunstschätze. Als erstes die kostbare Holzstatue „St. Anna selbdritt“, die aus der Mitte des 16. Jahrhundert stammte und nach dem Raub eine Kopie angefertigt wurde. Ebenso wurden zwei goldfarbige Kerzenhalter in Form von Engelsfiguren gestohlen. Die Kunstschätze sind bis heute unauffindbar.
Im Jahre 1991 wurde die Friedenskapelle einer Innenrenovation unterzogen und gleichzeitig eine Heizung eingebaut.
Quellen:
Infoheft 50 Jahre Flumser Friedenskapelle von Edi Koller, Flums
Sarganserländer vom 4. Dezember 1992
Zusammenfassung Miriam Derungs, Kulturbeauftragte Flums