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Knapp einen Monat nach seiner Abschiebung aus Australien bricht Novak Djokovic sein Schweigen. Er bestätigt: Ich bin nicht gegen das Coronavirus geimpft. Aber er sei auch keine Impfgegner. Australiens Regierung hatte dem Tennisspieler das Visum entzogen, weil für die Einreise eine Impfung Voraussetzung ist.
Djokovic hatte eine Covid-19-Infektion Mitte Dezember für eine Befreiung von der Impfpflicht geltend gemacht. Abgeschoben wurde der 34-Jährige nicht deshalb, sondern weil das Bundesgericht es als erwiesen betrachtete, dass er als «Ikone für Impfgegner» betrachtet wird und damit eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit in Australien darstelle.
Entgegen Gerüchten der letzten Wochen will sich der 20-fache Grand-Slam-Sieger auch weiterhin nicht impfen lassen, wie er im Gespräch mit dem britischen TV-Sender BBC bestätigt. Auf die Frage, ob er auf eine Teilnahme bei den French Open und in Wimbledon verzichten werde, sollte dafür eine Impfung Voraussetzung sein, antwortete er: «Ja, das ist der Preis, den ich gewillt bin zu bezahlen. Meine Prinzipien sind wichtiger als jede Trophäe.» Er sei nicht gegen die Impfung, aber für die freie Wahl, ob jemand seinem Körper eine fremde Substanz zuführen wolle.
Novak Djokovic sagte, er anerkenne die globalen Bemühungen in der Bekämpfung der Pandemie und dass «die halbe Welt» geimpft sei. Doch als Athlet habe er eine spezielle Beziehung zu seinem Körper. Das betreffe seine Ernährung, den Schlaf und medizinische Eingriffe. Djokovic glaubt an die Selbstheilungskräfte des Körpers.
Deshalb schob er eine Operation am rechten Ellbogen ein Jahr vor sich her, bis er sich 2018 in der Schweiz zum ersten Mal in seinem Leben unters Messer legte. In den Tagen danach brach er mehrmals in Tränen aus, wie er dem «Daily Telegraph» erzählte: «Immer, wenn ich daran dachte, kam es mir vor, als hätte ich versagt.»
Djokovic hielt gegenüber der «BBC» fest, dass er nicht ausschliessen wolle, sich in der Zukunft doch noch impfen zu lassen. «Denn wir alle wollen, dass die Pandemie endet und suchen kollektiv nach Wegen dafür.»
Djokovic war am 16. Dezember positiv auf das Coronavirus getestet worden. Zwei Tage später gab er der französischen Sportzeitung «L’Equipe» im Wissen um den Befund ein Interview, ohne den Journalisten davon in Kenntnis zu setzen. Das bezeichnete der 34-Jährige als «Fehleinschätzung». Zudem hatte es Djokovic unterlassen, in seiner Reisedeklaration anzugeben, dass er vor seiner Einreise in Australien von Serbien nach Spanien geflogen war. Er war am 4. Januar von Malaga über Dubai nach Melbourne gereist.
Ausgestellt worden war der positive Covid-19-Befund vom 16. Dezember vom Institute of Public Health of Serbia, wie auch ein negativer Befund vier Tage später. Der Zeitpunkt kam Djokovic zumindest gelegen, was Spekulationen befeuerte, der Befund sei gefälscht, zumal es Unregelmässigkeiten im automatisch generierten Code gegeben habe, wie der «Spiegel» berichtete. Djokovic sagte dazu: «Ich verstehe diese Kritik. Aber niemand ist glücklich, wenn er Covid bekommt. Millionen Menschen leiden darunter. Ich nehme das sehr ernst.»
Auch zum Prozess vor dem australischen Bundesgericht, der zu seiner Abschiebung führte, äusserte sich Djokovic. Er sei im Zuge des Prozesses nie gefragt worden, wie seine Haltung dazu sei. Er sei bereit gewesen, auf seine Teilnahme an den Australian Open zu verzichten, wenn von ihm eine Impfung verlangt worden wäre. «Ich bin sehr traurig und enttäuscht darüber, wie meine Reise nach Australien endete.» Dass er in Australien als Ikone für Impfgegner wahrgenommen werde, könne er nicht beeinflussen, sagte Djokovic.
Mit neun Titeln ist Djokovic Rekordsieger in Melbourne und wäre Titelverteidiger gewesen. In Abwesenheit des Serben feierte Rafael Nadal seinen 21. Grand-Slam-Titel, einer mehr als Djokovic und Roger Federer. Der Spanier ist damit alleiniger Rekordhalter bei den Männern.
Congratulations to @RafaelNadal for 21st GS. Amazing achievement. Always impressive fighting spirit that prevailed another time. Enhorabuena 👏🏆👍 @Medwed33 gave it his all out there and played with the passion and determination we have come to expect from him. pic.twitter.com/DsOvK8idNc— Novak Djokovic (@DjokerNole) January 30, 2022
Ein Schwimmtraining hat sie bereits absolviert, als Nicola Spirig morgens um 9 Uhr ausgewählte Journalisten zum Video-Chat begrüsst. Ihre Tage sind durchgeplant, müssen es sein. Denn die Triathlon-Olympiasiegerin von 2012 hat ein letztes, grosses Projekt im Auge, bevor sie ihre Karriere beendet. Spirig will es als erste Frau schaffen, einen Ironman-Triathlon in weniger als acht Stunden zu absolvieren.