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Damals ging es so langsam herum, dass sich Melissa Etheridge als lesbisch geoutet hatte und mit der langjährigen Nummer 1 des Damen-Tennis, Martina Navratilova zusammenleben sollte.
In der Tat lesen sich die Texte ihres 4. Albums als die Geschichte einer Selbstbefreiung aus traditionellen Verboten, Erziehungsstrickmustern und Hemmungen. Besonders treffend ist ihr das in dem Song "The Silent Legacy" (Das stille Erbe) gelungen, der sich mit den unausgesprochenen moralischen Regeln auseinandersetzt, die uns alle bis heute unbarmherzig piesacken. Musikalisch aber bieten die Songs nichts Neues: Das bekannte Repertoire an Gitarrenakkorden wird leicht variiert abgespult, die Gitarrenriffs werden vielen Melissa Etheridge-Kennern bekannt vorkommen. Von einem gleichzeitigen Ausbruch aus musikalischen Strickmustern ist also bei "Yes I am" nichts zu spüren; die Arrangements sind eher noch glatter geworden, ganz im Gegensatz zu dem bewußt bruchstückhaft gehaltenen Layout des Beihefts.
Was bleibt sind ein paar eingängige Songs wie "I'm The Only One", "Come To My Window", "All American Girl" und die Hoffnung auf ein musikalisches Outing, das den leidenschaftlichen, kraftvollen Texten zu wünschen wäre.
Dennoch 5 solide Sterne.