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Die Praktiken des Alltagslebens – die Ess- und Kleidungskultur, die Arten und Weisen des Wohnens, des Sprechens und Erzählens, des Feierns, des Umgangs mit Technologien, die Bildung von Freundschaften, Familien, Communities und natürlich die Arbeitswelt – sind von immer neuen Dynamiken und Innovationen geprägt. In ihnen kommen aber auch persistente soziale Ungleichheiten zum Ausdruck, also die gruppenspezifische Verteilung von Chancen und Ressourcen (nach race/class/gender usw.) wie Geld und Anerkennung. Strukturelle Ungleichheiten werden in Lebensstil-Praktiken auf immer wieder neue Art und Weise symbolisch-kulturell verarbeitet (Buch: «Proll mit Klasse»), aber auch infrage gestellt. Die Forschung am ISEK-Populäre Kulturen fragt vor diesem Hintergrund z.B. nach Vorstellungen von gerechter Verteilung und Umverteilung im Kontext des Spendens und Crowdfundens (internationaler Projektverbund «Redistributive Imaginaries»), nach Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe angesichts sozialer Prekarität, nach «ethischem Konsum» (Dissertation: Alltägliche Konsumethiken) als Lebensstil oder auch nach Formen und Effekten von zeitgenössischen Protesten (Christine Hämmerling) und Streiks (Olga Reznikova). Sie nimmt die Erfahrungen unterschiedlicher Milieus als Ansatzpunkt, um das Soziale aus der Perspektive alltagskultureller Performanzen und Prozesse neu zu vermessen.