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Die zivile Nutzung der Kernenergie begann Mitte der 1950er Jahre. US Präsident Dwight D. Eisenhower skizzierte 1953 seine Vision einer friedlichen Nutzung der Kernenergie in seiner Rede «Atoms for Peace» vor den Vereinten Nationen. Daraufhin wurde im Jahr 1957 die Internationale Atomenergieorganisation (IAEA) gegründet. Die Schweiz war Gründungsmitglied.
In den 1970er bis Anfang der 1980er Jahre wurde in der Schweiz und im restlichen Westeuropa die Kernenergie ausgebaut. Gleichzeitig gewann die Anti-Atomkraft-Bewegung an Bedeutung besonders nach den Unfällen von Three Mile Island 1979 und Tschernobyl 1986.
Der Reaktorunfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Dai-ichi im März 2011, ausgelöst durch ein Erdbeben und einen Tsunami, hat in vielen Ländern erneut Diskussionen um die Kernenergienutzung ausgelöst. Neben der Schweiz hat auch Deutschland aufgrund der Ereignisse in Japan den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Spanien und Belgien planen den Ausstieg aus der Kernenergie bis 2030. Die Schweiz setzt sich weiterhin für einen hohen nationalen und internationalen Sicherheitsstandard ein und will die technische nukleare Kompetenz erhalten, um weiterhin urteilsfähig zu bleiben.
Am stärksten setzen heute Frankreich, die Slowakei und Ungarn auf Kernenergie. 70 Prozent des in Frankreich produzierten Stroms wird von Kernkraftwerken erzeugt. In der Slowakei und Ungarn ist es knapp über die Hälfte der nationalen Stromproduktion.
Weltweit sind rund 440 Kernkraftwerke in 32 Ländern in Betrieb. Ihre Zahl stagniert, die installierte Leistung nimmt jedoch zu und betrug Ende 2019 über 390 GW. Der aus Kernenergie produzierte Anteil der weltweiten Stromproduktion beträgt 10 Prozent.
Mehr als die Hälfte der weltweit in Betrieb stehenden Reaktoren sind älter als 30 Jahre und werden in den nächsten Jahren stillgelegt. Die Internationale Atomenergie-Agentur IAEA geht davon aus, dass die nukleare Stromproduktion bis zum Jahr 2050 weiter ansteigt. Aktuell werden in verschiedenen Ländern 53 Reaktoren neu gebaut. 118 Reaktoren sind in Planung. Ein grosser Teil davon befindet sich in China, Indien und Russland.
Das Bundesamt für Energie vertritt die Schweiz in internationalen Organisationen:
- Einsitz in den Leitungsausschüssen der Internationale Energieagentur (IEA), der Nuklear-Energie Agentur der OECD (NEA), der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) und deren Experten-Kommissionen, Teilnahme an internationalen Konferenzen;
- Mitwirkung an multilateralen Verhandlungen auf dem Gebiet der Energiepolitik, insbesondere in der friedlichen Anwendung der Nuklearenergie (IAEA, NEA), der Nichtverbreitung der Nuklearwaffen, der Erarbeitung einer multilateralen Strategie zur Überprüfung von möglichen Abrüstungsaktivitäten der Kernwaffenstaaten und der nuklearen Exportkontrolle;
- Mitwirkung an bilateralen Verhandlungen und in bilateralen Kommissionen, z.B. in der Commission Franco-Suisse de Sûreté des Installations Nucléaires(CFS),der Deutsch-Schweizerischen Kommission für die Sicherheit kerntechnischer Einrichtungen (DSK) und der Commissione Italo-Svizzera (CIS) der italienischen Aufsichtsbehörde für nukleare Sicherheit und Strahlenschutz ISIN.