Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/196041

<h2>SubmittedText<h2><p>- Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, Anreize zu schaffen, damit Unternehmen mehr ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über 50 einstellen?</p><p>- Welche Massnahmen schlägt er vor, damit diese Firmen für ihre Verantwortungskultur nicht durch höhere Sozialabgaben "bestraft" werden?</p><p>- Was meint er insbesondere zu:</p><p>a. einer steuerlichen Abzugsfähigkeit der höheren Sozialleistungen?</p><p>b. einer Übernahme der höheren Sozialleistungen durch die ALV?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat legt in der Fachkräfte-Initiative den Fokus auf die Sensibilisierung der Arbeitgeber hinsichtlich des Werts von älteren Arbeitskräften. Bereits heute sind ältere Arbeitskräfte grundsätzlich gut in den Arbeitsmarkt integriert. Die Erwerbstätigenquote von älteren Personen ist im internationalen Vergleich sehr hoch und hat über die letzten 20 Jahre weiter zugenommen. In den vergangenen sieben Jahren, das heisst im Zeitraum der Fachkräfte-Initiative, ist die Erwerbsquote der 55- bis 64-Jährigen von 69,6 Prozent auf 75,0 Prozent gestiegen. Die altersabhängigen Beiträge in der beruflichen Altersvorsorge, die zudem mehrfach im Parlament diskutiert wurden, haben gemäss Studien keinen eindeutig negativen Effekt auf die Beschäftigungschancen von älteren Stellensuchenden. Arbeitgeber und Arbeitnehmende können die Sozialversicherungsbeiträge bereits heute vollständig steuerlich in Abzug bringen. Unternehmen können höhere Beiträge der zweiten Säule zudem durch das Abweichen von automatischen altersbedingten Lohnerhöhungen oder auch durch ein Abflachen der sonstigen Lohnsteigerungen bei älteren Arbeitnehmenden ausgleichen. Der Auftrag der ALV ist die Absicherung der Versicherten gegen das Risiko von Arbeitslosigkeit. Durch die Übernahme von BVG-Beiträgen würde die ALV sich des Risikos Alter annehmen. Die ALV würde Anstellungen und damit Arbeitgeber subventionieren. Die Zielgruppe der Älteren würde einen Vorteil gegenüber anderen Arbeitnehmergruppen erhalten. Der Bundesrat erachtet es als kontraproduktiv, die Anstellung von über 50-Jährigen zu subventionieren, vielmehr ist er bestrebt, grundsätzlich die Lohnnebenkosten tief zu halten.</p>