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«Doctor Strange in the Multiverse of Madness»: Das Interview mit Benedict Cumberbatch
Wir sprachen mit dem Marvel-Star über die turbulente Produktionsphase des zweiten Doctor-Strange-Filmes, darüber, was den Erfolg des MCU ausmacht und über Stranges vernarbte Hände.
Doctor Strange hat von seinem Unfall im ersten Teil immer noch diese Narben an seinen Händen. Müssen diese jeden Morgen neu aufgemalt werden oder gibt es Tage, in denen du Narben-Handschuhe tragen darfst?
(Lacht). Narben-Handschuhe, das wäre wirklich praktisch. Früher haben wir jede Narbe einzelne wie eine Prothese angemacht. Da diese aus Latex gemacht wurden, lösten sich diese von der Hand, wann immer ich etwas aufheben wollte und wurden zudem immer gleich schwarz, wenn etwas Dreck draufkam. Heute malen wir sie auf und verstärken sie ein bisschen in der Postproduktion.
Ursprünglich sollte «In the Multiverse of Madness» vor Spider-Man: No Way Home in die Kinos kommen, jetzt ist es umgekehrt. War das für dich mit Schwierigkeiten verbunden, da du ja in beiden Filmen eine wichtige Rolle spielst?
Das genaue Gegenteil war der Fall, es war fantastisch. «No Way Home» war für mich ein Warm-up-Auftritt für «Doctor Strange 2» - und was für ein Warm-up das war! Ich konnte in dem Spider-Man-Film etwas aufgleisen, was ich in «In the Multiverse of Madness» vertiefen konnte. 2016 lernten wir Strange als Egomanen kennen, der zu einem Superhelden wurde und sich am Ende um seine Mitmenschen sorgte. Doch in «No Way Home» fiel er wieder zurück in seine ursprüngliche arrogante Denkweise, weshalb er dann auch Dinge entfesselte, die er nicht kontrollieren konnte.
Also eine Erinnerung an seine Schwächen.
Genau. In «No Way Home» war dies nicht nur seine Arroganz, sondern auch wie schlecht er darin ist, Menschen zu lesen. Er realisiert nicht, dass er mit Peter Parker einen Teenager vor sich hat, der auf der Suche nach seiner Identität ist. Strange machte dann Dinge, die ein schlechter Onkel machen würde, der einem Kind ein Spielzeug gibt und ihm dieses dann wieder wegnimmt. Am Ende ist er dann schockiert, dass dieser Teenager mit seinen Entscheidungen deutlich erwachsener ist als er selbst.
Und äussert sich nun das im neuen Film?
Es gibt viele Dinge an Strange, die er nicht abzuschütteln vermag und das verfolgt ihn auch in diesem Film - hier wird das nicht an einem Zauber gezeigt, sondern an anderen Dingen, die ich natürlich nicht verraten kann. Dass wir die problematischen Seiten von Strange in «No Way Home» wieder in das MCU hineinbringen konnten, war ein Geschenk. In «Multiverse of Madness» arbeiten wir jetzt noch weiter heraus, was für eine Person dieser Stephen Strange genau ist.
Das Skript musste dann jedoch wegen dieser Startdatenänderung angepasst werden.
Das stimmt. Wir haben mit der Produktion begonnen und hatten noch keinen passenden dritten Akt. Das war schon angsteinflössend, denn du arbeitest auf etwas hin, das noch gar nicht existiert. Aber dank der Crew mit Regisseur Sam Raimi und den Co-Stars Elizabeth Olsen, Benedict Wong, Xochitl Gomez und Chiwetel Ejiofor fühlte man sich immer unterstützt. Es war herausfordernd, aber wir konnten so viele Ideen ausprobieren. Ich mag das. Es gibt nichts Schlimmeres als ein Drehtag, an dem es kein Problem zu lösen gibt.
Warum denkst du, dass Marvel-Filme so erfolgreich sind?
Es sind moderne Sagen. Und auch wenn die Figuren Götter, Monster, Zauberer, Hexen, Teenager oder Doktoren sind, sehen wir immer auch etwas von uns in ihnen. Weil sie Fehler machen und verletzlich sind, werden sie für uns menschlich. Und es hat diese Verführung, dass es diese alternative Realität ist, in die du wie in einer TV-Serie immer wieder eintauchen kannst und dort alles auf eine Art vertraut wirkt. Die Filme sind actionreich, witzig und fantasiereich. Das ist eine sehr starke Kombination.