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«Treffenliche schöne Biecher»
Hans Ungnads Büchergeschenk und die Universitätsbibliothek Basel im 16. Jahrhundert (mit einem Ausblick auf spätere Geschenke)
Im Nachlass der Basler Amerbach-Familie auf der Universitätsbibliothek Basel sind Briefe des österreichischen Adligen Hans Ungnad (1493-1564) enthalten. Ungnad gehörte zum engsten Führungskreis am damaligen österreichischen Hof und spielte in den Türkenkriegen eine zentrale Rolle. Als Protestant verliess er 1555 Österreich und zog nach Württemberg, wo er mit seinem Vermögen in Urach eine Druckerei gründete, um die slawische Bevölkerung im Süden der habsburgischen Erblande (besonders Slowenien und Kroatien) sowie auf dem gesamten Balkan - und womöglich auch die türkischen Besatzer - mit protestantischen Schriften zu missionieren. Die Druckerei Ungnads besitzt deshalb für die südslawische Kultur- und Konfessionsgeschichte grosse Bedeutung.
Aus dieser Zeit stammen Ungnads Kontakte nach Basel und zu dessen damals prominentesten Gelehrten, Bonifacius Amerbach. Ungnad beabsichtigte, in Basel Wohnsitz zu nehmen und mit Hilfe der Basler Buchdrucker und Buchhändler der Balkan- und Italienmission mehr Schub zu verleihen. Um die Basler für sein Vorhaben - das nur durch seinen Tod vereitelt wurde - günstig zu stimmen, liess er der Universität eine Reihe von Drucken aus seiner Uracher Offizin zukommen. Dabei handelt es sich um das früheste belegbare grössere Privatgeschenk in der Geschichte der Universitätsbibliothek.
Der vorliegende Band ist die Begleitpublikation zu einer Ausstellung, die vom 26. August bis zum 5. November 2005 in der Universitätsbibliothek Basel gezeigt wird und die das Buchgeschenk Ungnads in die Basler Bibliotheksgeschichte des 16. Jahrhunderts einbindet. Kurz bevor das Geschenk Ungnads in Basel ankam, hatte die Universitätsbibliothek bedeutende Ausbauschritte erfahren: 1558/59 richtete man am Rheinsprung erstmals ein eigenes Bibliotheksgebäude ein (heute nicht mehr vorhanden), 1559 erhielt die Universitätsbibliothek umfangreichen Zuwachs aus den Beständen säkularisierter Stadtklöster, und 1559 verfasste Heinrich Pantaleon den ersten Bibliothekskatalog. Zahlreiche Beiträge zu späteren Donationen runden das Bild einer lange Zeit durch Schenkungen alimentierten Bibliothek ab.
Ausstellung und Begleitpublikation liefern einen Beitrag zur frühen Basler Buch- und Bibliotheksgeschichte sowie zur südslawischen Kirchen- und Reformationsgeschichte des 16. Jahrhunderts und erinnern damit an eine Zeit, in der Basel ein Zentrum des Reformations-Buchdrucks war.
Bevorstehende Veranstaltungen
Bibliographische Angaben
|Seitenanzahl||150 arabisch|
|Abbildungen||61 s/w, 24 farbig|
|Tabellen||2|
|Format||22.5 x 28 cm|
|Bindung||Buch, Broschiert|
|ISBN||978-3-7965-2162-1|
|Erscheinungsdatum||26.08.2005|