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Luftaufnahmen von L'Isle
Nachdem sie zu Cossonay, zu Savoyen, zu den Glérens dann zu den Dortans gehörte, fiel die Herrschaft L'Isle von Esaïe de Chandieu, ursprünglich aus Dauphiné, in 1614 dann an einem von diesen Nachkommen, Charles de Chandieu. Der letztere machte eine glänzende Karriere in der Armee von Ludwig XIV. Er wurde Brigadier, Lagermarschall dann zum Leutnant-General ernannt. Nach seiner Ehe mit Catherine de Gaudicher beschloss er, den alten herrschaftlichen Wohnsitz Isle wieder aufzubauen, der am Rand von Venoge angesiedelt ist.
Les deux photos ci-dessus sont de Dmitry Anserov
Er wandte sich zuerst an einen Neuenburger Architekten, Antoine Favre, der mehrere Wiederaufbauprojekte für denselben Ort ausarbeitete. Diese gefielen den Eigentümern nicht, die schliesslich an den Architekten des Königs Ludwig XIV appellierten, Jules Hardouin-Mansart, der seine Pläne in 1694 lieferte. Die Bauarbeiten wurden unter der Leitung von Antoine Favre ausgeführt, mit der Hilfe von Neuenburger Handwerkern. 1696 wurden sie beendet. Nach den Aussenausbauarbeiten folgten die Schaffung eines Französischen Gartens in Terrassenform, von Erdgeschossen, verzierten mit Bassins und die Schaffung von zwei Baumalleen. Unten am Eigentum benutzte man die Gewässer der Venoge, um eine ausgedehnte Wasserfläche mit einem Wasserstrahl aufzustellen, der in der Ecke des Wohnsitzes gesetzt wurde.
Das Schloss blieb in den Händen der Familie von Chandieu bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. In 1810 wurde es an François-Louis Roulet von Neuenburg verkauft dann ging es durch Ehe an die Cornaz de Montet-Cudrefin. Am 20. Januar 1877 wurde das Schloss an die Gemeinde Isle für 170' 000 Fr. verkauft. Sie restaurierte es und liess dort Schulklassen einrichten, zwei Wohnungen und kommunale Räume. Das Gebäude wurde zum historischen Monument im Jahre 1941. Die neuen Restaurierungen (1951-54, 1964-7 und 1987), gaben ihm seinen heutiges Aussehen.
Das Schloss Isle hat einen U-Grundriss, zwischen Hof und Garten, mit einem Haupt-Behausungskörper, wo die Empfangsräume und die Herrenzimmer sind, und die zwei Flügel, die die Diensträume enthalten (Küche, Büro, Kammern der Angestellten), und die sekundären Räume (Archive, Bibliothek, Speicher). Was die gemeinsam benutzen Zimmer betrifft, wurden sie beiderseits über einen Hof angefügt, im Norden des Schlosses.
Das Wohnungsgebäude, das mit einem Mansarden-Dach bedeckt wurde, bietet zwei Hauptfassaden an Hof- und an Gartenseite, mit einem zentralen Vorkörper, der mit einem von den Wappen des Eigentümers geschmückten Giebel. Die Aussenverblendung, die aus Grössenstein (Molasse und Kalkstein) ausgeführt wurde, wird von rechteckigen Tafeln und von Zwischenwänden verziert. Die Buchten sind von rechteckiger Form ausser beim Vorkörper, wo eine leicht reichere Dekoration (Oberlichter, hervorstehende Schlüssel, Zwischenwände) den zentralen Teil hervorhebt, der den Eingang beinhaltet.
Die innere Grundriss sieht regelmässig und symmetrisch aus, das Vorzimmer und der Salon bilden die Achse von einem zum anderen, beide mit Treppe zugänglich, das Esszimmer und die Schlafzimmer. Man beachte, dass die zwei Säle, die auf der Südfassade lagen, ursprünglich in drei Zimmer unterteilt wurden: das eigentliche Zimmer, das Kabinett, wo die Angestellten sich hinlegen konnten, und die Garderobe, wo man die Gewänder ordnete.
Das ursprüngliche Mobiliar ist völlig verschwunden, aber das Gebäude hat seine schöne Ausstrahlung von Holztäfelung, insbesondere im Salon und im Esszimmer, die bemalten Tücher, und die Kamine beibehalten, alles im Stil des 17. Jahrhunderts.
Der grosse Salon des Schlosses, ein prächtiger Saal für Empfänge und Ausstellungen
Besonders zu bemerken, die schöne Eisenarbeiten der Treppe und die beeindruckende Mansarden-Holzarbeit, die in einem perfekten Zustand ist.
Das Schloss Isle ist das erste regionale Beispiel vom Französischen Klassizismus, ein Stil, der sich in Frankreich unter der Herrschaft von Ludwig XIV insbesondere in den Verwirklichungen von Jules Hardouin-Mansart aufblühte. Dieser um Paris und Versailles zunächst angegrenzte architektonische Strom gewann Europa ab den Jahren 1700 und war von beträchtlichen Erfolg gekrönt während des 18. Jahrhunderts. In der französischen Schweiz bildet das Schloss Isle einen wesentlichen Meilenstein in der Ausbreitung dieses Stromes, der sowohl das äussere Aussehen der Gebäude beeinflusste, wie auch die inneren Einrichtungen.
Geboren in Beauvais in 1646 war Jules Hardouin-Mansart der kleine Neffe des Architekten Francois Mansart, bei dem er seine Ausbildung begann. Er erhielt die Aufmerksamkeit von Ludwig XIV, der ihm mit einem Jagdpavillon bei St-Germain-en Laye beauftragte. Ab 1678 führte er die Arbeiten der Vergrösserung des Schlosses von Versailles aus, wo er die Ställe, die Orangerie, das grosse Trianon und die Kapelle entwarf. In 1682 wurde er zum Adel erhoben und zum ersten Architekten des Königs ernannt, dann erhielt er den Titel als Graf von Sagonne und starb in 1708 in Marly. In Paris machte er die Pläne der Invaliden, des Place des Victoires, des Place Vendôme und in der Provinz schulden wir ihn das Rathaus von Lyon und den Place des Etats von Dijon.
- Die Ehefrau von Charles de Chandieu, Catherine de Gaudicher, von Angeviner Noblesse, hätte ausgerufen, als sie zum ersten Mal in Isle angekommen war, und den alten herrschaftlichen Wohnsitz sah: "Ist das alles?": Sie wollte nicht mehr Braut sein, was ihren Ehemann dazu brachte, das Schloss wieder aufbauen zu lassen. Sie hatte Recht zu bleiben: sein Haushalt war beispielhaft. Sie vergütete ihren Ehemann, indem sie ihm 11 Kinder gebar.
- Bei der Einrichtung des Parks vom Schloss wollte Charles de Chandieu bis zur Venoge gehen. Aber ein öffentlicher Weg, der den Fluss entlangfuhr, behinderte ihn daran. Er erhielt, "von den edlen Bürgern des Ortes Isle", die Erlaubnis, dass der Weg auf der anderen Seite führte und liess eine Brücke bauen, die noch heute das Teil vom Wasser im Osten begrenzt. Am anderen Ende des Teiches bestand bereits eine Brücke, die in 1902 abgerissen und durch die derzeitige Brücke ersetzt wurde.Tiré d'un texte d'Isabelle Roland Tevaearai
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Bibliographie