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Das Geneva Open ist am Freitag um ein kleines Desaster herumgekommen. Nach den Absagen der beiden Topgesetzten Fabio Fognini und Daniil Medwedew konnte Alexander Zverev als Ersatz verkündet werden. Stan Wawrinka ist somit am Heimturnier nicht allein auf weiter Flur.
Sollte der wie Zverev in den letzten Wochen strauchelnde Grigor Dimitrov in Genf die Qualifikation überstehen, bekämen die Zuschauer an dem am Sonntag beginnenden ATP-250-Turnier im Parc Eaux-Vives die beiden Sieger der letzten zwei ATP-Finals sowie mit Wawrinka einen dreifachen Grand-Slam-Sieger zu sehen – etwas, was auf dieser Turnierstufe nicht üblich ist.
Das eigentliche Aushängeschild des Turniers am Ufer des Lac Léman ist freilich Lokalmatador Wawrinka (ATP 29). Der Lausanner geniesst als Setznummer 2 in der 1. Runde ein Freilos, sein erster Gegner wird der Sieger der Partie zwischen Feliciano Lopez (ATP 106) und einem Qualifikanten sein, möglicherweise Grigor Dimitrov. Der Bulgare trainierte am Freitag in Genf unter den Augen von Coach Andre Agassi und trifft in seinem ersten Qualifikationsspiel auf Marc-Andrea Hüsler.
Zverevs Glück
Dass das Geneva Open im Kalender unmittelbar vor dem French Open liegt, hat Vor- und Nachteile, wie sich zuletzt wieder zeigte. Die in dieser Woche in Rom tätig gewesenen Fognini und Medwedew entschieden sich zugunsten der Regeneration zu einer Absage, andersrum bemühten sich Dimitrov und Zverev kurzfristig um eine Teilnahme zwecks Matchpraxis. Im Zuge der Absagen der beiden Topspieler ermöglichte es ein Passus in den Regularien der ATP den Organisatoren, Zverev noch einzuladen. Für den Deutschen, der sich in einem Rechtsstreit mit seinem ehemaligen Management befindet und sportlich zuletzt schwächelte, ist es die erste Aufwartung in Genf. Sein Bruder Mischa Zverev stand 2017 im Final, den er gegen Stan Wawrinka verlor.
Wawrinkas Weg zum dritten Triumph am Heimturnier nach 2016 und 2017 ist schon vor dem möglichen Final gegen den Topgesetzten Zverev kein leichter. In seiner Tableauhälfte figurieren unter anderem die südamerikanischen Sandspezialisten Cristian Garin (ATP 35) und Juan Ignacio Londero (ATP 73). Der 22-jährige Chilene Garin, der die Turniere von Houston und München gewonnen hat, ist mit Roger Federer, Novak Djokovic und Dominic Thiem einer von vier Spielern, die 2019 zwei Titel gewonnen haben.