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Anhänger der Lehre Buddhas können sich diesen künftig auf das Display ihres Mobiltelefons holen und um Rat fragen. Die Augmented-Reality-Kulisse zeigt den Buddha, der im Schneidersitz in der realen Umgebung sitzt, die von der Kamera des Geräts aufgenommen wurde. Der auf der Basis Künstlicher Intelligenz (KI) geschaffene virtuelle Buddha, oder besser seine Software, ist von Religions- und Computerwissenschaftlern der Universität Kyoto entwickelt worden. Er hat rund 1.000 Lehren aus buddhistischen Texten wie Sutta Nipata und Dhammapada auswendig gelernt. Die soll der Avatar auf beliebig formulierte Fragen preisgeben, natürlich nicht alle, sondern genau die, die zur jeweiligen Frage passt.
Das klappt im derzeitigen Stadium noch nicht wirklich. Der "Buddhabot" gibt manchmal unverständliche oder unpassende Antworten. "Schärfen Sie Ihre Beobachtungen und erforschen Sie die verschiedenen Gründe für den Untergang. Nur dann können Sie Glück erfahren", ist sein Rat, wenn er gefragt wird, was Glück bedeutet. Antworten könnten irreführend und sogar gefährlich sein, sagt Seiji Kumagai, ein Entwickler der Software an der Universität Kyoto. Und der Experte warnt, dass die Software in ihrer derzeitigen Form "Menschen auf den falschen Weg lenken" könnte.
Die Forscher sind jedoch sicher, dass weiteres Training den virtuellen Buddha zu einem gefragten Ratgeber machen wird - derzeit ist er der Öffentlichkeit noch nicht zugänglich. Er soll auch als therapeutische Ablenkung von "der zunehmend stressigen realen Welt" dienen, von der Covid-19-Pandemie bis zum Krieg in der Ukraine, so Kumagai. "Unser Ziel ist es, dass die Menschen solch alte Weisheiten auf ihr Leben in dieser modernen Gesellschaft anwenden und nach Wegen suchen, glücklicher zu werden", fügt er hinzu.