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Von Oaxaca sind wir in einem modernen Nachtbus weitergefahren. Am frühen Morgen haben wir die Stadt San Cristóbal de las Casas im Bundesstaat Chiapas erreicht. Chiapas ist der südlichste Bundesstaat von Mexiko und grenzt im Süden und Osten an Guatemala. Nach einer kurzen Erfrischung haben wir uns gleich wieder auf die Reise gemacht, um den nahen Cañón del Sumidero, eine 15 km lange Schlucht mit einem umliegenden Nationalpark. Die Höhe der Felswände der Schlucht erreichen bis zu 1000 Meter, was wirklich imposant ist. Mit dem Boot sind wir flussabwärts gefahren, und haben dort Krokodile, Vögel und viele andere Tiere sehen können. Zudem gibt es ein paar Höhlen, wo man mit dem Boot reinfahren kann. So sind wir bis ans untere Ende der Schlucht gefahren, welche durch einen Staudamm begrenzt ist. Dort befindet sich ein Kraftwerk, wo das Wasser dessen Turbinen antreibt.
Den Rest der Zeit in San Cristóbal haben wir genutzt, um das die äusserst farbige Stadt zu erkunden. San Cristóbal liegt im hügeligen Hochland von Chiapas, auf 2100 m über Meer. Die Stadt bietet viele farbige Häuser, gemütliche Cafés und Restaurants, coole Street Art, und vieles mehr.
Der 12. Dezember ist ein Feiertag in Mexiko, an diesem Tag wird die heilige Jungfrau Guadalupe gefeiert. Sie soll eine Erscheinung der heiligen Maria im 16. Jahrhundert gewesen sein. Für diese Virgen werden in Mexiko alle Register gezogen. Der Hauptstrasse entlang werden unzählige Essstände aufgebaut, eine Art Luna Park wurde aufgebaut, die Strassen sind geschmückt, und es gibt Prozessionen durch die Strasse, welche in der Kirche auf dem Hügel endet. Ganz gut fand ich die geschmückten Autos, welche jeweils einen Prozessionszug angeführt haben.
Schon bald mussten wir uns aber von San Cris verabschieden. An diesem Punkt gab es einen kompletten Tapetenwechsel, wir fuhren nämlich vom Hochland runter in den Dschungel, nach Palenque. Wir sind bereits um 4 Uhr in der früh losgefahren, denn der Weg geht durch Territorium der Zapatistas, welche sozialistische Werte vertritt. Manchmal errichten diese Strassenblockaden, und deshalb wollen wir dieses Gebiet noch frühmorgens durchqueren um Problemen aus dem Weg zu gehen.
Wir sind jetzt in einem Minivan unterwegs, was uns ein wenig flexibler macht. So konnten wir auf dem Weg noch bei zwei wunderschönen Wasserfällen einen Halt einlegen, bei den Cascadas de Agua Azul und dem Cascada de Misol-Ha.
In Palenque erreichten wir dann auch Maya Territorium. Die Maya Ruinen ist auch der Grund, weshalb die ansonsten nicht wirklich schöne Stadt Palenque eine gewisse Bekanntheit erreicht hat.
Diese Maya Ruinen durften wir am nächsten Tag auch erkunden. Ein Guide hat uns viele Hintergrundinformationen über die Geschichte von diesem Ort gegeben. Der Tempel der Inschriften (Templo de las Inscripciones) und der Palast mit seinem Turm, welcher vermutlich als astronomisches Observatorium gedient hat sind wohl die markantesten Bauten, aber auch sonst gibt es noch viel zu entdecken an diesem Ort.
Der Guide hat uns dann auch noch mitgenommen auf einen Spaziergang durch den Dschungel, welcher rund um die Ruinen wuchert. Im dichten Wald konnten wir dann auch sehen, dass vermutlich nur ein Bruchteil der ehemaligen Maya-Stadt freigelegt ist. An vielen Stellen sind Steinmauern mitten im Dschungel zu sehen.
Palenque war nur ein kurzer Zwischenhalt auf unserer Reise, schon am folgenden Tag ging es dann weiter auf die Halbinsel Yucatán, das Land der Mayas.