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Das Pasquarttor, 1412 bassgarttor, 1619 Pasgertthor, abgebrochen 1836, stand auf der nördlichen Seite der Stadtschüss und schloss die Mühlebrücke seewärts ab.
Es gehörte mit dem Nidautor zur 2. Stadterweiterung über die Schüss, kurz vor 1341, die als “Äussere Neuenstadt” das Gebiet der späteren Nidau-, Markt- und Collègegasse sowie den westlichen Teil der Dufourstrasse ( der früheren Hintergasse) umfasste.
Nachdem der neue Stadtteil bereits 1354 von einer Feuersbrunst heimgesucht worden war, wurden die in Mitleidenschaft gezogenen Häuser sofort wieder aufgebaut.
Bei der Anlage des Pasquarttores, versehen mit Spitzhelm und Windfahne, das neben einem Vortor, einer Fallbrücke auch eine Zollstube aufwies, wurde die Ringmauer von der Burg bis an die Mühlebrücke herabgeführt und das Areal der Burg so direkt in das städtische Verteidigungskonzept einbezogen. Bis auf die Höhe der Mühlebrücke war die Stadtschüss schiffbar, ihr Bett mit Palisaden verstärkt und mit einem Grendel versehen, d.h. mit einem hölzernen Gitter, das die Stadt gegen den Eintritt von See her sicherte.
Zahlreich sind die Nachrichten über Ausgaben betreffs den Unterhalt des Pasquarttores, so 1390 für das Seil beim Grendel und das Schloss vom Türlin, 1399 für Reparaturen am Pasquarttor das neu verputzt wurde. 1400-1402 sind Ausgaben für die Brücke und die Treppen im Tor dokumentiert. 1439 für die Reparatur des Grendels. 1467 erfolgte die Erneuerung der Fallbrücke, 1469 wurde der Turm neu gedeckt, zudem wurden eine neue Helmstange und Steine für das Vortor durch die Zunftleute zum Wald geliefert.
Bei der Ausbesserung der Ringmauern, Türme und Tore wurde 1471 auch das Pasquarttor durch den Werkmeister Peter Hugi eimal mehr restauriert, wobei Hugi gleichzeitig als Torwart auf Lebenszeit angestellt wurde.
1615/1619 Verding mit Peter Hans Tütsch wegen dem Zollhaus, 1704 wurde die Glocke des Paquarttor von Bendicht Witzig erstellt, vor 1780 der Helm durch ein Satteldach ersetzt. 1817 ist zu vernehmen, dass dem Rotgerber Bloesch für jährlich 1 Louis d’or, das Pasquarttor verliehen werden soll.
1825 bot die Baumwollspinnerei dem Rat an, das Pasquarttor abzureissen, wenn sie die Steine zum Bauen behalten könne.
15.07.1836 Beginn des Abbruchs wegen der 1835 nach Plänen von J.A. Watt in Angriff genommenen, viel umstrittenen neuen Seestrasse Biel-Neuenstadt, die wegen des bald zunehmenden Durchgangverkehrs, Solothurn-Neuenburg, zudem den Abbruch des Zeitglockenturms, die Zurücksetzung der Plattform der Stadtkirche an der Untergasse, sowie eine tiefgreifende Neugestaltung der Mühlebrücke bedingte.
Text: Biel Stadtgeschichtliches Lexikon
Werner und Marcus Bourquin