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Der Westen Tokyos
Shinjuku und Shibuya, zwei pulsierende Zentren im westlichen Teil Tokios, die über die Yamanote-Bahnlinie nur einen kurzen Abstand voneinander trennt, erlebten ihren Aufschwung erst nach dem grossen Kanto-Erdbeben im Jahr 1923. Die Entwicklung erhielt zusätzlichen Schub durch die Inbetriebnahme der Tokyu-Toyoko-Linie im Jahr 1932, welche die Metropole mit Yokohama verknüpfte. Obwohl dieser Bereich Tokios eine vergleichsweise junge Stadtgeschichte aufweist, sind dort dennoch Erzählungen aus vergangenen Zeiten verankert. So erinnert die Geschichte von Hachiko, dem loyalen Hund, der zwischen 1923 und 1935 täglich am Bahnhof Shibuya auf die Heimkehr seines verstorbenen Besitzers wartete, oder die Geschichte des Yoyogi-Parks, der nach der amerikanischen Besetzung von 1945 bis 1964 als Washington Heights bekannt war und während der Olympischen Spiele 1964 ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit rückte. In diesem Stadtteil wird das zeitgenössische Tokio mit seiner dynamischen, lebendigen und sich ständig verändernden Atmosphäre spürbar, was auch einen prägenden Einfluss auf die traditionelleren Unterhaltungsviertel im nördlichen und zentralen Tokio ausübt. Schöne Hotels finden Sie in Tokyo speziell in diesem Viertel viele. Tokyo sollte auch immer Teil einer Japan Rundreise oder Gruppenreise sein.
Highlight 1: Der Meiji-Jingu-Schrein
Der Meiji-Jingu-Schrein stellt für die Einwohner Tokios eine Oase der Ruhe und des Grüns mitten im urbanen Trubel dar. Ein Spaziergang durch das umfangreiche Gelände, welches sich mit seinen über 120.000 Bäumen ausbreitet, ist ebenso erhellend wie entspannend. Hier können Besucher in die Geschichte der kaiserlichen Familie eintauchen, indem sie die ausgestellten Artefakte in den Museen betrachten und sich mit dem Shinto-Brauchtum vertraut machen.
Der ursprünglich im Jahr 1920 erbaute Schrein musste nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg im Jahr 1958 rekonstruiert werden. Kontrovers diskutiert wurde die erneute Widmung an Kaiser Meiji, der nach dem Krieg auf seinen göttlichen Status verzichtet hatte. Im angeschlossenen Schatzhaus sowie im Erweiterungsbau können Besucher verschiedene Ausstellungsstücke aus dem kaiserlichen Besitz bewundern, darunter traditionelle Kimonos, feinste Lackarbeiten und Möbelstücke.
Eine beeindruckende Sehenswürdigkeit am Schrein ist die Wand aus Sake-Fässern, die trotz ihrer Leere eine tiefe symbolische Bedeutung tragen. Sake dient traditionell als Medium, um die Kommunikation mit den Göttern zu erleichtern. In den ältesten Schriften Japans wird Sake mit den Kanji für "Gott" und "Wein" dargestellt. Mit etwas Glück können Besucher vor Ort Zeuge einer traditionellen Shinto-Hochzeit werden, wobei es geboten ist, mit angemessenem Respekt und Abstand das Geschehen zu beobachten.
Highlight 2: Shinjuku
In West-Shinjuku, unmittelbar westlich des Bahnhofs, konzentrieren sich zahlreiche Bürohochhäuser und einige der wertvollsten Grundstücke der Stadt. Täglich strömen etwa 250'000 Menschen in dieses Viertel zur Arbeit, was zu einem regen Menschenstrom führt. Viele der Hochhäuser, darunter Hotels und Bürogebäude, bieten in den oberen Stockwerken Restaurants an, von denen aus sich ein eindrucksvoller Blick über die Metropole bietet. Im Jahr 1960 wurde Shinjuku von der Regierung zum "zweiten Herzen" der Stadt erklärt, und als das Rathaus 1991 in Kenzo Tanges imposanten 47-stöckigen Komplex umsiedelte, begann man das Gebiet als "neues Zentrum" zu bezeichnen.
Ost-Shinjuku hingegen ist bekannt für sein pulsierendes Nachtleben, eine Tradition, die bis in die Edo-Zeit zurückreicht, als der Ort als erste Übernachtungsstation auf der alten Tokaido-Strasse nach Kyoto diente. Mit der Eröffnung des Bahnhofs Shinjuku im 19. Jahrhundert richtete sich das Unterhaltungsangebot hauptsächlich an Pendler auf dem Weg in die Vororte. Das Herzstück des Vergnügungsbereichs bilden die kleinen Bars rund um Golden Gai und das Rotlichtviertel Kabukicho. Erst mit Einbruch der Dunkelheit, wenn die Neonlichter beide Seiten des Viertels erhellen, entfaltet sich der wahre Charme von Ost-Shinjuku, der sich am besten bei einem abendlichen Spaziergang erkunden lässt.
Highlight 3: Roppongi
Roppongi hat sich als Tokyos Spielplatz für Erwachsene einen Namen gemacht. Früher für sein rauschendes Nachtleben bekannt, hat sich das Viertel durch den Zuzug grosser Kunstgalerien und umfangreicher Bauprojekte gewandelt. Heute steht Roppongi für ein reichhaltiges Kulturangebot, vielfältige Einkaufsmöglichkeiten, ein breites Unterhaltungsspektrum und eine lebendige Clubszene.
Highlight 4: Shibuya-Kreuzung
Würden Reisende nach einem ikonischen Bild Tokyos gefragt, stünde die pulsierende Shibuya-Kreuzung oft an oberster Stelle. Bekannt als "Shibuya Scramble", liegt sie vor der Shibuya-Station, einem wichtigen Knotenpunkt, durch den täglich etwa 2,4 Millionen Menschen strömen. In den Stosszeiten wechseln mehr als 2500 Passanten aus allen Richtungen die Strassenseiten, sobald das Signal auf Grün springt. Die Kreuzung ist ein beliebter Treffpunkt für Japans Jugendkultur und die zahlreichen Werbetafeln, leuchtenden Lichter und riesigen Bildschirme, auf denen unentwegt Werbespots laufen, haben sie zu einem Wahrzeichen der Stadt gemacht. In den Cafés und Restaurants, die einen Blick auf das Treiben bieten, herrscht oft ein ebenso geschäftiges Kommen und Gehen wie auf der Kreuzung selbst. Zahlreiche Besucher streben danach, einen der begehrten Plätze am Fenster zu ergattern, um das Schauspiel der Kreuzung für die Ewigkeit festzuhalten.
Highlight 5: Harajuku
Im Jahre 1964, als Harajuku die Olympischen Spiele mit seinem Bahnhof bediente, entwickelte sich das Viertel zu einem magnetischen Anziehungspunkt für die jungen und kreativen Köpfe Tokios. Dieses Flair ist bis heute erhalten geblieben; Harajuku bleibt ein pulsierendes Modemekka, das von hochwertigen Designerläden bis zu günstigen Geschäften alles bietet. Die berühmte Takeshita-dori, eine schmale Strasse in der Nähe des Bahnhofs, ist der Hotspot für Teenager-Mode und spiegelt das breite Preisspektrum von preiswert bis exklusiv wider. Nur einen kurzen Spaziergang vom Bahnhof Harajuku entfernt, stösst man auf Abzweigungen, die zum Togo-Schrein führen. Dieser ist Admiral Togo Heihachiro gewidmet, dem legendären Marinekommandanten, der während des Russisch-Japanischen Krieges in der Schlacht von Tsushima siegte – ein historischer Wendepunkt, der Japan zum ersten asiatischen Land machte, das eine westliche Macht besiegte.
Das Zentrum Tokyos
Das Gebiet nördlich und westlich des Sumida-Flusses ist seit jeher das pulsierende Zentrum der Stadt, seitdem der Shogun Ieyasu Tokugawa dort seine Festung und die Hauptstadt errichtete, auf deren Gelände sich derzeit der Kaiserpalast befindet. Als Ieyasu Tokugawa im Jahr 1590 seinen militärischen Stützpunkt in dieses damals sumpfige und von Marschland umgebene Gebiet verlegte, begann die Transformation des Ortes, der heute als Ginza bekannt ist. Durch Trockenlegung wurde es zu einem Magneten für Händler und Geschäftsleute. Mehrfach wurde das Areal durch Katastrophen wie den grossen Brand von 1872, das verheerende Grosse Kanto-Erdbeben im Jahr 1923 und die Bombardements des Zweiten Weltkriegs heimgesucht. Die Geschäftsviertel Hibiya und das weltoffene Marunouchi, wo sich auch das Tokyo International Forum befindet, bezeugen die fortwährende Bedeutung dieses Stadtteils.
Highlight 1: Ginza
In Sachen Shopping übertrifft Tokyo andere Metropolen bei weitem. Hier wechseln sich kleine Geschäfte, die traditionelles Kunsthandwerk anbieten, mit angesagten Galerien und opulenten Einkaufszentren und Kaufhäusern ab und schaffen so ein einzigartiges Shoppingerlebnis. Ginza, mit seinen von Bäumen flankierten Boulevards und weitläufigen Fussgängerzonen, strahlt eine Weltoffenheit aus, die in anderen Teilen Tokyos ihresgleichen sucht. Nach einem grossen Brand im Jahr 1872, bei dem das Viertel fast vollständig zerstört wurde, gab der kaiserliche Hof den Auftrag, Ginza in moderner Ziegelbauweise wieder aufzubauen. Heute beherbergt das Viertel einige der exquisitesten Boutiquen und Einkaufszentren sowie die elegantesten Restaurants der Stadt. In der Chuo-dori, auch bekannt als "Brands Street", reihen sich die prestigeträchtigsten Geschäfte aneinander, darunter etablierte Kaufhäuser wie Matsuya und Designer-Boutiquen von Weltklasse-Marken.
Highlight 2: Kaiserpalast
Der kaiserliche Palast in Tokio, Sitz der japanischen Kaiserfamilie, erhebt sich als zeitgenössisches Schloss im pulsierenden Kern der Metropole. Als Sinnbild der Beständigkeit in einer Stadt des Wandels verknüpft der Palast mit seinen Gärten auf eindrucksvolle Weise Japans historisches Erbe mit der Gegenwart. Nachdem die Meiji-Restauration im Jahre 1868 die kaiserliche Macht zurück nach Tokio brachte, übernahm die Kaiserfamilie die ehemalige Residenz der Tokugawa-Shogune, die Burg Edo. Obwohl die ursprünglichen Hauptgebäude dieser Epoche nicht mehr existieren, erzählen die erhaltenen Gräben, Mauern, Tore und Wachhäuser weiterhin von der wehrhaften Historie. Der Grossteil des Palastareals fiel den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs zum Opfer, doch die Wiederherstellung erfolgte getreu dem ursprünglichen Erscheinungsbild.
Der Norden Tokyos
Die Stadtteile Asakusa und Ueno im Norden Tokios sind Zeugen der Vergangenheit der sogenannten Shitamachi, des traditionellen Unterstadtviertels von Tokyo, das in der Edo-Zeit das pulsierende Herz der Stadtkultur war und häufig Motiv der bekannten Ukiyo-e Holzschnitte. Nach dem verheerenden Meireki-Brand im Jahr 1657 entwickelte sich das Rotlichtviertel Yoshiwara in der Nähe von Asakusa, in dem Anfang des 19. Jahrhunderts über 9'000 Frauen lebten und arbeiteten. Ueno hingegen war Schauplatz einer der entscheidenden Schlachten des Jahres 1868, in der der Meiji-Emperor Mutsuhito das Tokugawa-Shogunat stürzte. 1876 war dann die Gründung des Ueno-Parks, der ältesten Parkanlage Japans.
Highlight 1: Ueno-Park
Der Ueno-Park ist Heimat von ungefähr 1000 Kirschbäumen und zieht jährlich über zwei Millionen Besucher an, die zum traditionellen Hanami, dem Kirschblütenfest, strömen. Angesichts seiner üppigen Grünanlagen, die in unzähligen traditionellen Holzschnitten und Erzählungen verewigt wurden, überrascht es kaum, dass der Ueno-Park als eine der malerischsten Oasen in Tokio gilt. Der Park ist nicht nur für seine flüchtige botanische Pracht bekannt, sondern beherbergt ebenso zahlreiche bleibende Sehenswürdigkeiten, die von zeitgenössischen Kunstgalerien bis hin zu besinnlichen Tempeln reichen.
Highlight 2: Senso-ji Tempel
Tokios ehrwürdiger Senso-ji, im Volksmund auch als Asakusa Kannon bekannt, gilt als der heiligste und älteste Tempel der Stadt. Die beeindruckende Architektur der Tempelanlage zieht zwar viele Besucher an, doch es ist das lebendige Treiben und die tief verwurzelten Bräuche der Gläubigen, die diesem Ort seine einzigartige Atmosphäre verleihen. Über die Jahrhunderte wuchs der Ruf des Senso-ji, der durch die grosszügige Landgabe von Shogun Ieyasu Tokugawa weiter an Bedeutung gewann. Auch das nahegelegene Vergnügungsviertel Yoshiwara, das sich nach dem grossen Meireki-Brand von 1657 etablierte, trug zur steigenden Popularität des Tempels bei. Obwohl die Hauptgebäude des Senso-ji das grosse Kanto-Erdbeben von 1923 überstanden, wurden sie im Zweiten Weltkrieg zerstört und sind in ihrer heutigen Form Rekonstruktionen, die jedoch dem historischen Edo-Design treu bleiben.
Das Highlight der Bucht von Tokyo
Der gewaltige Toyosu-Fischmarkt, der grösste seiner Art weltweit, bildet das schlagende Herz des japanischen Kulinarikerbes. Täglich wechseln hier etwa 1200 Tonnen Fisch und Meeresgetier den Besitzer. Der Markt zieht nicht nur professionelle Käufer an, sondern auch Scharen von Besuchern, die in die lebhafte Marktstimmung eintauchen und einige der besten Meeresfrüchte verkosten wollen, die man finden kann. Nach langem Warten und mehreren Verzögerungen wurde der hochmoderne Markt 2018 im Bezirk Toyosu eröffnet und löste damit den traditionellen Tsukiji-Markt ab. Im Vergleich zu Tsukiji präsentiert sich Toyosu aufgeräumter und strukturierter, was die früheren Konflikte zwischen den Händlern und den Schaulustigen entschärft hat. Hier spielte auch die Einhaltung von Verhaltensweisen der Reisenden eine grosse Rolle. Von einer Aussichtsplattform aus kann man die spektakuläre Thunfisch-Auktion mitverfolgen, die frühmorgens startet und in der prachtvolle Exemplare zur Schau gestellt werden. Direkt am Markt einkaufen können Besucher zwar nicht, aber viele Sushi-Meister bieten dort Sushi von unschlagbarer Frische an.