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Für das Erreichen längerfristiger persönlicher Ziele braucht es häufig Selbstkontrolle: Die Fähigkeit, kurzfristige Impulse und Bedürfnisse zurückzustellen, Zähne zusammenzubeissen und trotz Widrigkeiten dran zu bleiben. Dabei spielt es eine Rolle, was Menschen über Willenskraft denken. Menschen, die glauben, dass Willenskraft eine limitierte Ressource ist, fällt es schwer bei steter Beanspruchung Selbstkontrolle aufzuwenden. Personen hingegen, die davon überzeugt sind, dass Willenskraft unlimitiert verfügbar ist, können sich auch bei wiederholter Beanspruchung gut selbst kontrollieren. Dieser Einfluss des Denkens auf die Fähigkeit zur Selbstkontrolle konnte in einer Reihe von Experimenten und Längsschnittstudien, meist mit Stichproben von Studierenden, also jungen Erwachsenen, gezeigt werden.
In diesem Projekt wird untersucht, wie sich Vorstellungen über Willenskraft im Erwachsenenalter verändern und welche Auswirkungen es hat, Willenskraft als eine limitierte Ressource anzusehen, wenn sich tatsächliche Einbussen in Ressourcen (z.B. physische Leistungsfähigkeit) im hohen Erwachsenenalter bemerkbar machen. Angenommen wird, dass der Einfluss subjektiver Theorien über Willenskraft auf Selbstregulation, Zielstreben und Wohlbefinden mit höherem Alter zunimmt.
Das Projekt will zu der Grundlagenforschung zu Motivation und Selbstregulation über die Lebensspanne beitragen. Es sollen Mechanismen und Strategien zum Umgang mit altersbedingten Einbussen und Anforderungen im hohen Alter erforscht werden. Damit will dieses Projekt dazu beitragen, Veränderungen in der Motivation besser zu verstehen, die erfolgreichem Altern zugrunde liegen. Damit ist dieses Projekt auch von praktischer Relevanz. Ein Ziel dieses Projekts liegt darin, Interventionen zu Entwickeln, die bei subjektiven Theorien über Willenskraft ansetzen, um erfolgreiche Selbstkontrolle im hohen Alter zu fördern.