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Die Charakteristik des traditionellen Bauens lässt sich mit den Begriffen Materialgerechtigkeit, Erneuerbarkeit, Dauerhaftigkeit und Formschönheit umschreiben. Ein wichtiger Grundsatz ist die Verwendung lokal verfügbarer Baumaterialien sowie die sorgfältige Auswahl der Hölzer im Wald und ihre materialgerechte Verarbeitung.
Die regionale Vielfalt schweizerischer Bauernhäuser – auf kleinem Raum existieren eine beachtliche Zahl verschiedener, so genannter Hauslandschaften mit jeweils eigenständiger Geschichte und verschiedenen Bauformen – ist eine Folge der örtlich vorhandenen Ressourcen: So sind Blockbauten vor allem in nadelholzreichen Gebieten verbreitet, Ständerbau und Fachwerk in Regionen mit Eichenmischwald, Steinbauten dort, wo wenig brauchbares Bauholz zur Verfügung steht. Älteste, noch heute bestehende Wohnhäuser in Blockbau entstanden im 12. und 13. Jahrhundert.
Holz bildet in den Alpen und Voralpen das am häufigsten verwendete Baumaterial. Doch selbst in typischen Steinbauregionen, wie etwa dem Tessin oder der West- und Nordwestschweiz, ist Holz für Dachkonstruktion und Innenausbau unentbehrlich. Auch haben sich in südlichen Alpentälern kleine «Inseln» mit einer alten Holzbautradition herausgebildet.
Für landwirtschaftliche Bauten wird Holz in jüngerer Zeit wieder vermehrt angewendet, und auch im privaten, nicht ländlichen Hausbau erlebt die Holzarchitektur eine eigentliche Renaissance.
Bild: Archiv Schweizerische Bauernhausforschung, Zug