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Verschnaufpause
Zwischen zwei Niederschlagsphasen sorgte heute ein Zwischenhoch für einen vorübergehend ruhigeren Wettercharakter. Vor allem im Westen und Süden war für längere Zeit die Sonne zu sehen, im Osten und besonders den Alpen entlang machte sie sich allerdings rar und dort reichte es auch noch für ein paar Schneeflocken.
Zwischenhoch-Einfluss
Nach dem aktiven Rückseitenwetter in labil geschichteter und hochreichend kalter Luft am Montag dehnte sich in der Nacht auf Dienstag ein Höhenrücken vom Ostatlantik zum Kontinent aus, im Bodenfeld verlagerte sich ein Hochdruckgebiet nach Südwesteuropa. Dieses dehnte sich im Tagesverlauf weiter zum Alpenraum aus und sorgte von Westen her für eine Abtrocknung in den höheren Schichten. Gleichzeitig zog ein kleinräumiges Bodentief von Norddeutschland unter Abschwächung Richtung Tschechien. An seiner Südwestflanke wurden in der noch feuchtlabilen und hochreichend kalten Luft vom Schwarzwald bis zu den östlichen Alpen bis gegen Mittag noch Schauer ausgelöst. Entsprechend waren die Wetterverhältnisse zwischen dem Osten und den übrigen Landesteilen recht unterschiedlich ausgeprägt. Das Tief sorgte in der Nordostschweiz auch für erhöhte Windgeschwindigkeiten im Vergleich zum übrigen Flachland.
Hochnebelartige Bewölkung
Da vom Vortag in den unteren Schichten viel Feuchte zurückgeblieben war, begann der Dienstag in weiten Teilen der Schweiz mit ausgedehnter Restbewölkung. In der zweiten Nachthälfte vermochte aber der Hocheinfluss von Westen her bereits erste Löcher zu reissen, insbesondere im westlichen und zentralen Mittelland sowie im Rhonetal, kurzzeitig sogar auch im östlichen Mittelland. Entsprechend sanken im Westen die Temperaturen deutlicher unter Null Grad als in den übrigen Gebieten. In den frühen Morgenstunden dehnte sich allerdings die hochnebelartige Bewölkung wieder aus und bedeckte am Morgen weite Teile der Alpennordseite mit Ausnahme des westlichen Mittellandes. Aber auch im Westen hatte die Sonne zunächst Mühe, sich ganz durchzusetzen, da die Feuchte unter der Inversion bzw. Sperrschicht gefangen war und sich die Wolken zum Teil wieder darunter ausbreiten konnten.
Wolkenlos und sehr trocken war es dank etwas Nordwind von Beginn weg im Mittel- und Südtessin; die relative Luftfeuchtigkeit betrug dort 15 bis 20%. Aber auch auf der übrigen Alpensüdseite, im Wallis sowie im Engadin setzte sich am Morgen die Sonne zunehmend durch.
Um die Mittagszeit zeigten sich auch im östlichen Mittelland grössere Wolkenlücken. Dies war vermutlich darauf zurückzuführen, dass dort durch die gelegentlichen schwachen Schneeschauer am Vormittag der Feuchtegehalt in der hochnebelartigen Bewölkung stetig zurückging.
Die Obergrenze der feuchten Schicht lag im Westen bei rund 2500 müM., im Osten gegen etwa 3000 müM. Dank der noch etwas zunehmenden Subsidenz (abtrocknende Wirkung des Hochs) konnte sich die Bewölkung im Laufe des Nachmittags auch im übrigen Flachland noch etwas auflockern.
Am Nachmittag gab es dann auch in der Nordwestschweiz und im zentralen Mittelland grössere Wolkenlücken, aber so ganz vermochte sich die Sonne nicht durchzusetzen. In den Staugebieten insbesondere am östlichen Alpennordhang blieb die Bewölkung meist dicht, am zentralen Alpennordhang vermochte sie sich erst im Laufe des Nachmittags aufzulockern bzw. in Stratocumuli umzuwandeln.
Neuschnee und Gesamtschnee am Dienstagmorgen
Das aktive Rückseitenwetter vom Vortag und der Nacht brachte bis am frühen Dienstagmorgen auf der Alpennordseite lokal 0 bis 10 cm Neuschnee. Aufgrund der Höhenkaltluft war aber der Niederschlag konvektiver Art bzw. kam als Schneeschauer daher, sodass die Mengen lokal sehr unterschiedlich ausfielen. In den tiefsten Lagen fiel der Niederschlag zeitweise auch als Schneeregen, und mit den leicht positiven Temperaturen schmolz insbesondere im Westen und Nordwesten der wenige Schnee in den Niederungen zum Teil wieder dahin. Den Voralpen und Alpen entlang gab es am Montag teils länger anhaltende Schneefälle, die zwar in der Nacht auf Dienstag nachliessen, aber bis am Dienstag früh noch als einzelne Schauer registriert wurden. So kamen innerhalb von 24 Stunden vor allem am zentralen und östlichen Alpennordhang 20 bis 40 cm Neuschnee zusammen. Im Vergleich mit dem langjährigen Mittel liegen die aktuellen Gesamtschneehöhen insbesondere am zentralen Alpennordhang momentan deutlich über dem Mittel.
Am Dienstag gab es am Vormittag noch gelegentlich ein paar Schneeflocken, vor allem in den östlichen Landesteilen, mengenmässig war dies allerdings vernachlässigbar.
Gebietsweise windig
Während heute der Wind in den meisten Gebieten kein Thema war, blies er insbesondere am Bodensee und teils auch in der übrigen Nordostschweiz tagsüber mässig aus Südwesten und erreichte Böenspitzen zwischen 25 und 30 Knoten, also 45 bis 55 km/h. Verantwortlich dafür war das bereits eingangs erwähnte kleine Tief, das nordöstlich der Schweiz vorbeizog und zu einem sogenannten «Leitplankeneffekt» führte. Dieser entsteht, wenn eine Luftmasse auf ein Hindernis trifft bzw. an diesem vorbeigleiten muss (in diesem Fall an den östlichen Voralpen und Alpen) und damit die Strömung durch die Verengung beschleunigt wird (ähnlich wie beim Düseneffekt).
Über dem Alpenhauptkamm wehte ein mässiger bis zeitweise starker Nordwestwind, in den oberen Tälern des Tessins vermochte sich der Nordwind zu halten, während er sich weiter südlich etwas abschwächte.
In der Höhe sehr kalt
Mit der Auflockerung bzw. teilweisen Auflösung der Restbewölkung von Westen her kühlte es bereits in der zweiten Nachthälfte im westlichen und zentralen Mittelland auf -3 bis -8 Grad ab. Im Osten hingegen wurde es mit 0 bis -3 Grad weniger kalt. Tagsüber stiegen die Temperaturen in Abhängigkeit der Sonnenscheindauer im Westen bis gegen 4 Grad, im Osten verharrten sie bei 2; im Tessin gab es auch dank etwas Nordwind bis 9 Grad. In der Höhe blieb es ganztags kalt; auf dem Jungfraujoch auf 3570 müM. beispielsweise verharrte die Temperatur trotz voller Sonneneinstrahlung bei rund -24 Grad.
Ausblick
Mit einer starken bis stürmischen Nordwestströmung über den Alpen gelangt in den kommenden Tagen sehr feuchte und am Donnerstag und Freitag vorübergehend deutlich mildere Luft zu uns. Bereits in der Nacht auf Mittwoch setzt Niederschlag ein, der mit kurzen Unterbrechungen und mit vorübergehend ansteigender Schneefallgrenze bis am Freitagnachmittag anhält und teils grössere Regen- und Neuschneemengen bringt. Entsprechend sind auf unserer Homepage Warnungen und auch Warnausblicke für Schnee, Regen und Wind aktiv.