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Autor: Miro Zbinden
Es ist so weit: Weihnachten steht vor der Tür und wir befinden uns wieder einmal mittendrin in der Adventszeit. Die Tage werden immer kürzer und kälter, stressige Weihnachtseinkäufe müssen geplant werden, überflüssige Besuche bei unbeliebten Verwandten stehen an …, der Advent stresst! Für viele Erwachsene und Jugendliche hat die vorweihnachtliche Zeit bereits jeglichen Zauber verloren. Anders sehen dies glücklicherweise die meisten Kinder; sie freuen sich auf die aussergewöhnlichen Tage und fiebern schon jetzt dem «Samichlaus» entgegen. Doch was wäre der «Samichlaus» schon ohne seinen treuen Begleiter namens «Schmutzli»? Und woher stammt dieser eigentlich?
Nun, während der Nikolaus in allen überlieferten Quellen eine positiv besetzte Rolle spielt, steht sein Begleiter lange Zeit als negatives Pendant zu ihm. Hier zeigt sich der in der christlichen Religion weit verbreitete Gegensatz zwischen Gut und Böse sehr deutlich. Die Begleitergestalt des Nikolaus hat ihren Ursprung in einem spätmittelalterlichen Kinderschreck: Er kursierte während dem 16./17. Jahrhundert auf Flugblättern, die die Kinder zur Frömmigkeit mahnten und als ergänzendes Mittel der elterlichen Erziehung galt. Am weitesten verbreitet war damals der Kinderfresser, der, unserem heutigen Schmutzli gleich, einen grossen Sack auf dem Rücken trug, in den er die Kinder zu stecken versuchte. Mit dem kleinen Unterschied, dass der Kinderfresser seine ungehorsamen Opfer verputzte, während der Schmutzli ihnen «nur» mit Verschleppung droht und vor Schlägen mit seiner Rute warnt.
Im Wandel der Zeit verbesserte sich der Ruf des Nikolausbegleiters um einiges: Während der Nikolaus in vielen reformierten Gegenden vom Christkind abgelöst wurde, kam der Schmutzli meist ungeschoren davon. Vielerorts wurde er sogar zu einer omnipotenten Figur, die sowohl beschenken als auch bestrafen durfte, und darüber hinaus kann eine Vermischung von Nikolaus und Schmutzli in einigen Quellen nachgewiesen werden. Der Wandel des Schmutzlis ist beachtlich: Von der bei Kindern verhassten und äusserst zwielichtigen Gestalt avancierte er zum gern gesehenen Gast in kinderreichen Haushalten, der nicht mehr nur mit seiner Rute droht, sondern auch Mandarinen, Nüsse und Lebkuchen verteilt. Auch wenn die Bezeichnung für ihn von Land zu Land unterschiedlich ist; seine Aufgabe ist überall dieselbe. Er ist der Bote der Adventszeit und verkürzt uns das Warten auf die geliebten/verhassten Festtage.