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In Deutschland, Österreich als auch in der Schweiz gibt es unterschiedliche Dialekte. Wir haben uns darauf spezialisiert, die Besten im Bereich des Schweizerdeutschen zu sein und lerne unter anderem das sogenannte „Baseldytsch“ oder auf Hochdeutsch Baseldeutsch genannt. Der Ursprung dieses Dialekts ist die Stadt Basel in der Schweiz.
In diesem Artikel werden wir dir etwas mehr über diesen besonderen Dialekt beibringen. Sowohl den Ursprung, auf was du achten musst, die speziellen und wichtigsten Wörter und wo die Unterschiede zu den anderen Dialekten liegen.
Eigenheiten des Baseldytsch
Ursprünglich ist Baseldeutsch ein Dialekt der Stadt Basel und Umgebung. Dieser deutsch/schweizerische Dialekt ist dem Niederalemannischen zugeordnet, zumindest in seiner klassischen Form. Jedoch ist diese Mundart auch im Hochalemannischen verbreitet.
Das traditionelle Baseldeutsch wird heute kaum noch gesprochen. Es wurde durch den modernen „Alltags-Baseldeutsch“ mehr oder weniger ersetzt. Ein kleiner Teil der Basler Bevölkerung ,allen voran die ältere Generation, spricht noch das alte Baseldeutsch. Dennoch sind tatsächlich alle Baslerinnen und Basler in der Lage, das alte Baseldeutsch zu verstehen oder sogar zu sprechen.
Geschichtlicher Hintergrund
Allerdings war der Sprachgebrauch schon immer von dem sozialen Stratum abhängig. Das bedeutet so fern, dass das heute als „altes oder korrektes“ Baseldeutsch betrachtet wird, entspricht der Mundart, wie es im 19.Jahrhundert in den vornehmeren Kreisen (dem Daig) gesprochen worden ist. In den sozial unteren Kreisen (zum Beispiel die Rheingasse) wurde nie in dieser Form gesprochen.
Heutzutage dominiert das sogenannte „Alltags-Baseldeutsch“, welches nicht nur in der Stadt an sich, sondern auch in der näheren Umgebung gesprochen wird. Das Alltags-Baseldeutsch dient als anhaltende Annäherung zwischen dem traditionellen Stadt-Baseldeutsch und den baseldeutschen Dialekten im Baselbiet, Fricktal, Laufental und dem Schwarzbubenland. Was auf den Ursprung der massiven Zuwanderung Ende des 19.Jahrhunderts und Anfang des 20.Jahrhunderts zurückgeht.
Das moderne Baseldeutsch
Das moderne Baseldeutsch (Baaseldütsch) liegt näher an dem Hochalemannischen als das altmodische Baseldeutsch (Baaseldytsch). Genauso wie die Dialekte im Baselbiet, Fricktal, Laufental und Schwarzbubenland, die ebenfalls dem Hochalemenischen angehören.
Was sind Muster im Baseldeutsch?
Es gibt unterschiedliche Muster und Merkmale im Baseldeutsch. Allein schon die Unterschiede zwischen dem traditionellen Baseldytsch und dem „Alltags-Baseldeutsch“. Diese typischen Merkmale finden sie in dem altbekannten Stadt-Baseldeutsch:
- Eine Vokaldehnung in offener Silbe, das bedeutet vor einfachem Mitlauent. Ansonsten hochalemannisch verbreitet.
- Eine Verkürzung von historischem Langvokal vor Fortismitlaut unter Beibehaltung von dessen geschlossener Anordnung. Beispiele dafür sind Lyt, dytsch, bysse und schlyffe (was auf Hochdeutsch so viel heisst wie: Leute, deutsch, beissen und schleifen).
- Eine Entrundung von mittelhochdeutsch: Beispiele sind Basel: scheen und Zürich: schöön (schön). Daher wird es auch Baaseldytsch genannt, im Unterschied zum modernen Baaseldütsch.
- Ein langes /u/: wird zusammengefasst artikuliert
- Ein unverschobenes bemühtes KH (Beispiel Chind). Diese sind verbreiteter als in andere Dialekten.
- Eine Lenisierung: Verschlusslaute im Wortanlaut werden meist lenesiert. Beispiele dafür sind „Dyybli“ (Täubchen). Also ein stimmloses kurzes d.
- Ein /r/ wird in den meisten Stellungen nicht als „Zäpfchen-r“, sondern als „ch“ ausgesprochen
- Aus dem Suffix -lich wird ein -lig realisiert
- Das Suffix der Zahlwörter von 20 bis 90. Es wird wie eine Schriftsprache realisiert. Beispiele dafür sind dryssig und fuffzig.
- Und zu Guter Letzt: Das Zahlwort 1000 wird mit einem Diphthong ausgesprochen. Beispiel dafür ist „dausig“.
Worauf müssen Sie achten?
Wie ich es Dir schon den vorherigen Absätzen beschrieben habe, gibt es im Baseldeutsch zwei Unterschiede. Einmal das traditionelle Baseldeutsch (Baaseldytsch) und das moderne „Alltags-Baseldeutsch“ (Baaseldütsch). Da die Unterschiede sehr wohl auffallen, sind hier einige Beispiele wie sie beide „Sprachen“ auseinander halten können.
- Der erste Unterschied sind die praktisch verschwundenen Entrundungen. Statt dem e, i und ei sind es jetzt ö, ü und öi. Beispiele dafür sind: dürftig statt dirftig, dörft statt derft, Füür statt Fyyr und nöi statt nei. Deswegen heißt es auch heute Baaseldütsch im Gegenstück zu dem klassischen Baaseldytsch. Jedoch gibt es auch weniger aufgerundete Wörter wie zum „miese“ oder seltener „müese“.
- Das Fortis k oder ch das Lenis g im Anlaut ersetzt. Beispiele dafür sind „klaineri oder auch chlaineri“ im Alltags-Baseldeutsch und „glaineri“ im traditionellen Stadt-Baseldeutsch.
- Das r wird nicht mehr als ch gesprochen. Beispiele dafür sind: Alltags-Baseldütsch „Bilder“ und im traditionellen Stadt-Baseldeutsch „Bildch“.
- Zum Schluss ist noch die Integration von ursprünglichen Baseldeutsch-fremden Wörtern wie „Grüezi“ in Form von „Griezi“.
Was sind spezielle Wörter?
Es gibt eine Menge spezieller Wörter im Baseldytsch. Einige Beispiele haben sie ja bereits in den vorherigen Zeilen kennengelernt. Einige Modelle sind:
- Die Bläddscherhalle (Pissoir)
- Der Pfanneschmegger (ein ungebetener Gast)
- Faarteblaan (Fahrplan)
- Gigernillis (Krimskrams)
- Schwaissbropäller (Füße)
- Dänggbyybeli (Kopf)
- Fangyyse (Ehering)
- Dilldapp (Dummkopf)
- Fazeneetli (Taschentuch)
- Saggladäärne (Taschenlampe)
- Fliegeschlyffi (eine Glatze)
- Schnuggermysli (eine Polizistin)
- Drottwaaramsle (eine Prostituierte)
Was sind die wichtigsten Wörter?
Ich vermute mal neben den „speziellen“ Wörtern, gibt es natürlich auch Wörter, die sehr wichtig bei einem Besuch in Basel erscheinen können. Diese Vorbilder sind:
- Ein Schwööbli (Ein Brötchen)
- Eine Dittistubbe (Ein Puppenhaus)
- Eine Büggse (Ein Herrenanzug)
- Eine Gäägsnasse (Ein nerviges, eingebildetes, junges Mädchen)
- Eine Gellerettli (Eine Armbanduhr)
- Ein Gläpper (Eine Ohrfeige)
- Ein Schugger (Ein Polizist)
- Ein Haafekääs (Unsinn oder ein Schmipfwort für „Scheiße“ oder „Bullshit“)
- Ein Käpseliwasser (Ein Sprudelwasser oder Minerallwasser mit Kohlensäure im Glas)
- Ein Rossbollemississippi (Der Rhein)
Es gibt natürlich noch viele weitere Wörter. In unserem Schweizerdeutsch Online Kurs haben wir uns unter anderem auch auf Baseldeutsch spezialisiert und du wirst in den Genuss von weiteren Begriffen kommen.
Unterschiede zu anderen Dialekten
Natürlich gibt es auch Unterschiede zwischen allen möglichen Schweizerdeutsch Dialekten. Deswegen gibt es auch Unterschiede zum Baseldeutsch. Diese sind in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt: Einmal im Niederalemannischen (Baseldeutsch und elsässische Dialekte), im Hochalemannischen (wird in Sundgus, Vorarlbergs und Lichtenstein) und im Höchstalemannischen (Wallis und Walsersiedlungen, Berner Oberland und das Schwarzenburgerland).
Weitere Unterschiede sind der Vokalismus (Bewahrung des mittelhochdeutschen Monophthonge und Diphthonge), der Konsonantismus, die Betonungen, die Endungen und die Grammatik. Auch Wortschätze und Wortbildungen können eine Menge ausmachen.
Wird das klassische Stadt-Baseldeutsch entmachtet?
Von einen „Aussterben“ des klassischen Stadt-Baseldeutsch kann nicht die Rede sein. Die Basler und Baslerinnen gehen mit ihrer Sprache selbstgewiss um. So werden die schriftlichen Formen des guten, alten Stadt-Baseldeutsch praktisch an jedem Ort der Stadt zu finden sein. Beispiele dafür sind Speisekarten, Werbeslogans oder Zeitungen. Ein besonderes Highlight hat das klassische Stadt-Baseldeutsch qn der Basler-Fasnacht, wo immer speziell darauf geachtet wird, so gut wie möglich nicht vom „reinen“ Baseldeutsch abzuweichen. Schau dir dazu am besten Mal einen Schnitzelbank an, dort wirst du auf sehr reines Baseldyytsch stossen.
Das moderne Alltagsbaseldeutsch formt die verbale Umgangssprache und wird überwiegend auch im lokalen Fernsehen und den Radiostationen von Gebrauch gemacht.
Baseldeutsch im Schweizer-Film
Vor allem in den in Zürich produzierten Schweizer Dialektfilm diente Baseldytsch eine Zeit lang zur Markierung des Schurken. Dieser Stereotyp kommt vor allem in den Filmen wie Jä-Soo! von 1935, Missbrauchten Liebesbriefen von 1940, Landamman Stauffacher von 1941, Uli der Pächter von 1955 und in Bäckerei Zürrer von 1957 vor.
Auch in Dokumentarfilmen, wie Peperoni und der Fernsehserie Motel aus den 1980ern kommt der Basler Dialekt vor.
Willst du noch mehr?
Hat dieser Artikel Ihnen zugesagt? Hast Du Interesse gefunden sich mit diesem Dialekt auseinander zu setzen? Ich hoffe sehr, dass wir dir mit diesem kleinen Ratgeber etwas Aufmerksamkeit schenken konnten. Jetzt gilt es das Wissen zum Beispiel in unserem Onlinekurs zu festigen und wer weiß, vielleicht können sie bei ihrem nächsten Baselbesuch sogar in Gesprächen mitwirken und weiterbilden.
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