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Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten gewerbsmässigen Betrug, Geldwäscherei, qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung, Misswirtschaft und Urkundenfälschung vor. Sie sollen zwischen 2006 bis 2010 Teil eines Devisenhandelssystems gewesen sein, mit dem 127 Kunden getäuscht und um Millionenbeträge gebracht wurden.
Unter den Angeklagten ist die ehemalige Lebensgefährtin jenes Mannes, der laut Staatsanwaltschaft die Fäden zog, selber aber nicht Teil des Prozesses ist. Der 64-jährige Deutsche flüchtete 1999 aus einem deutschen Gefängnis, wo er wegen Vermögensdelikten einsass, zusammen mit der Angeklagten über Spanien nach Frankreich.
Mit ihr als Strohfrau betätigte er sich fortan unter falscher Identität im Finanz-, Devisen- und Immobiliengeschäft. 2006 liess er im Kanton Zug eine Devisenhandelsfirma gründen, die er laut Anklageschrift von Frankreich aus leitete.
Schneekanone am Mittelmeer
Den Kunden gab er vor, mit einem ausgeklügelten Devisenhandelssystem ohne Risiko ihr Geld zu vermehren. Denn dies geschehe nicht etwa durch Spekulation, die Renditen kämen von den Kommissionen, die die Banken pro gehandeltes Kapital auszahlten.
So warben er und mutmasslich auch die Beschuldigten Kunden an, darunter etwa einen ehemaligen österreichischen Weltklasse-Skispringer, die ihnen Beträge zwischen 10'000 Euro und 2 Millionen Franken anvertrauten. Dabei habe dem Kopf des Systems sein Image als erfolgreicher Geschäftsmann geholfen, das er durch seinen luxuriösen Lebensstil pflegte.
Dazu gehörten eine Villa am Meer und rauschende Partys. Zum Geburtstag seiner Tochter bestellte er aus Österreich eine Schneekanone, damit das Mädchen in Frankreich Skifahren konnte. All dies finanzierte er durch unrechtmässig erworbenes Geld. Er habe 5,5 Millionen Franken Kommissionen eingenommen, die er teilweise für die Miete seiner Villa bei Monaco, Yacht-Mieten und Hotelkosten verwendete.
«Wie Schnee an der Sonne»
Derweil wuchsen die beim Devisenhandel eingesetzten Kundengelder nicht etwa wie angepriesen durch die Handelskommissionen, sondern schmolzen laut Anklageschrift «wie Schnee an der Sonne». Grund dafür war, dass die Gebühren für die Kursdifferenz zwischen Kauf- und Verkauf weitaus höher waren, als die zugesicherte Kommission.
Die fünf Männer, die sich vor dem Zuger Strafgericht verantworten müssen, waren als Händler, Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsident für die Firma in Zug tätig. Sie bezogen dafür teilweise fürstliche Gehälter. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Gehilfenschaft zum gewerbsmässigen Betrug vor. Sie hätten gesehen, dass die Kunden Verluste erlitten und nichts dagegen unternommen. Der Frau wirft sie unter anderem Geldwäscherei vor.
Für den Prozess, der aus Platzgründen nicht im Gerichtsgebäude, sondern im Burgbachsaal im Zuger Stadtzentrum stattfindet, sind zwölf Verhandlungstage vorgesehen. Die Staatsanwaltschaft hält ihr Plädoyer voraussichtlich am Donnerstag.