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Schon am Nachmittag berichteten mehrere Medien, darunter auch Blick, laufend über ihren sich verschlechternden Gesundheitszustand – und dass hochrangige Mitglieder der königlichen Familie, darunter Prinz Charles und seine Söhne, Prinz William und Prinz Harry, nach Balmoral gereist waren, um bei der Königin zu sein.
Die Moderatoren und Reporter des öffentlich-rechtlichen Senders des Vereinigten Königreichs erschienen am Donnerstag in schwarzer Kleidung auf dem Bildschirm, da die Sorge um den Gesundheitszustand von Königin Elisabeth II. zunahm. Dies war einer der ersten Schritte auf einer Liste von strengen Protokollen, die Medienorganisationen wie die BBC im Falle des Todes der Königin befolgen müssen.
Die Nachrichtensprecher der BBC trugen am Donnerstag Schwarz, und das reguläre Programm wurde für den größten Teil des Nachmittags unterbrochen, um Platz für eine Sondersendung zu machen.
In der SRF-Tagesschau-Hauptausgabe, startend um 19:30 Uhr, wurde die Todesnachricht erst nicht von der Moderatorin Cornelia Bösch verkündet, sondern vorderhand nur als Laufschriftnachricht in einen anderen Beitrag eingeblendet. Erst gegen 19:36 wurde die Nachricht auch im Programm angesprochen und der Versuch einer Liveschaltung zu London-Korrespondent Michael Gerber unternommen, die aber scheiterte und erst später umgesetzt werden konnte. Später dann folgte eine Sondersendung zum einem der zweifellos weltweit relevantesten Ereignisse des Jahres – sass Queen Elizabeth II. doch seit dem 6. Februar 952 auf dem britischen Thron, über 70 Jahre und damit viel länger als sämtliche ihrer Vorgängerinnen und Vorgänger.
Während viele der grossen britischen Nachrichtensender seit Jahren strenge Pläne zur Vorbereitung auf den Tod der Königin haben, gehören die Protokolle der BBC, die seit Jahrzehnten geprobt werden, wohl zu den strengsten von allen. Im Rahmen der «Operation London Bridge» – einem Plan, der genau festlegt, wie der Tod der Königin den Regierungsbeamten, den Medien und der Öffentlichkeit mitgeteilt wird – werde die Nachricht genau in dem Moment an die Medien weitergegeben, in dem ein Lakai in Trauerkleidung das Gelände des Buckingham Palastes überquere, um ein schwarz umrandetes Schild an den Toren anzubringen, wie der Guardian vor fünf Jahren berichtete. Und genau so geschah es.
Schwarze Kleidung auf den Redaktionen und Trauermusik im Radio
Die drei britischen öffentlich-rechtlichen Hauptkanäle – BBC 1, 2 und 4 – werden unterbrochen, ebenso wie die Radiosender, die bei der Bekanntgabe der Nachricht melancholische Lieder spielen werden. Alle Radiosender, auch die Krankenhaussender, Wiedergabelisten mit «Mood 2;- oder Mood 1-Liedern – «traurig» und «am traurigsten» – vorbereitet, auf die die Teams im Falle einer plötzlichen nationalen Trauer zurückgreifen können.
Sogar Mitarbeitenden der britischen Zeitung The Telegraph wurden angewiesen, im Falle des Todes der Königin einige Tage lang schwarze Kleidung im Büro zu tragen, weiss das Magazin Fortune. Und weiter: Sowohl die britische Regierung als auch die Website der königlichen Familie werden nach Angaben von Politico, das Kopien von geheimen Plänen für die Zeit nach dem Tod der Königin im vergangenen Jahr erhalten hat, in einen Trauerzustand verfallen. Die Website der Regierung und ihre Social-Media-Seiten wurden mit schwarzen Bannern versehen, während die Website der königlichen Familie zu einer schwarzen Warteseite wechselte, auf der eine Erklärung zum Tod der Königin angezeigt wird. Auf Twitter ist es den Regierungsstellen verboten sein, nicht wesentliche Inhalte zu posten, und auch Retweets werden verboten. In den folgenden 10 Tagen herrscht in Grossbritannien nun Staatstrauer – die Regierungsgeschäfte ruhen.
Nachrufe in unzähligen Zeitungen, Magazinen, auf TV-Kanälen und Online-Plattformen, sowie Berichte über ihr Beerdigung sowie die offizielle Krönung ihres Nachfolgers King Charles III. werden in den nächsten Tagen und Wochen die weltweiten News beherrschen.