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Laufende Projekte der Kulturgeographie
Deconstructing steppe imaginaries in Russian and Soviet artistic and scientific literature from 1890 to 1960
Der Begriff der Steppe stellt im russischen Kulturraum eine zentrale Idee dar, welche nicht nur einen spezifischen Naturraum beschreibt, sondern ebenfalls Identitätsbildung, kulturelle Anschauungen, politische Rationalitäten und sogar geopolitisches Denken beeinflusst.
Dieses Projekt untersucht Repräsentationen der Steppe Eurasiens in künstlerischer und wissenschaftlicher Literatur sowjetischen und russischen Ursprungs zwischen 1890 und 1960. Es geht davon aus, dass "Steppe" nicht nur einen spezifischen Naturraum beschreibt, sondern auch einen Schlüsselbegriff darstellt, welcher Identitätsbildung, kulturelle Anschauungen, politische Rationalitäten und sogar geopolitisches Denken beeinflusst. Bisherige Forschung hat gezeigt, dass die Steppe eine zentrale Idee für die russische politische Geschichte bis zum 19. Jahrhundert darstellt. Hingegen liegen für das 20. Jahrhundert, während dessen die Steppen durch Landerschliessung, Bewässerungsentwicklung und industrielle Landwirtschaft grossräumig umgestaltet wurden, sehr wenige Erkenntnisse vor.
Das vorliegende Projekt versucht, diese Forschungslücke zu schliessen. Es untersucht erstens die kulturelle Entstehung der Idee der Steppe in der russischen und sowjetischen Literatur zwischen 1890 und 1960, zweitens den Zusammenhang zwischen Steppenbildern in der Literatur und der grossräumigen Umgestaltung der Steppenlandschaften im imperialen Russland und der Sowjetunion, und drittens die Bedeutung des Steppenbegriffs als Symbol für russische und sowjetische Staatsbildungsprozesse und nationale Identitäten im 20. Jahrhundert.
Für diese Untersuchung werden künstlerische und wissenschaftliche Texte des Zeitraums 1890-1960 in russischer Sprache untersucht. Das vorliegende Projekt leistet damit einen Beitrag zu den Forschungsfeldern politische und historische Geographie, russische und sowjetische Geschichte und Literaturkritik..
Safeguarding Democracy: Contests of Values and Interests Case Studies of South Africa and Switzerland
Wie werden demokratische Werte in Südafrika und in der Schweiz verhandelt?
2. Projektphase 2014-2018
Das Projekt untersucht wie Werte in unterschiedlichen sozialen und politischen Kontexten verhandelt werden und fragt nach der Bedeutung dieser Werte für die Wissensproduktion, die Policy-Entwicklung und vor allem für die Sicherstellung der Demokratie in Südafrika und in der Schweiz. Im Vordergrund liegt die Auseinandersetzung mit den Werten die unsere Demokratien untermauern aber auch die Bedrohungen die sich aus alltäglichen Konflikten in der Gesellschaft ergeben.
Die Fragestellungen beschäftigen sich mit dem Wandel der Werte, der in den jeweiligen Gesellschaften vonstatten ging bzw. geht: Gibt es nicht-verhandelbare Werte als Schlüsselelemente einer Demokratie? Inwiefern werden schweizerische und südafrikanische Demokratien ihren vorangetriebenen demokratischen Werten gerecht?
Die Forschung fokussiert auf Dynamiken in der Verhandlung und Interpretation von Werten, welche sich zwischen Staat und verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen abzeichnen. Die Forderungen und Ansprüche die durch diese Interaktionen entstehen sollen so zum Vorschein gebracht werden. Die empirische Untersuchung wird sich auf die zwei folgenden Hauptfelder stützen: Soziale Bewegungen, Migration und die Medien, sowie Menschenrechte von Frauen und geschlechtsspezifische Gewalt.
CulturalBase: Social Platform on Cultural Heritage and European Identities
Die soziale Plattform CulturalBase will einige der Diskussionspunkte und Kontroversen zum Thema Kultur, spezifisch zu Erbe und europäischen Identitäten, identifizieren und analysieren.
Seit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts erfuhr die Kultur eine profunde Mutation, durch welche sich ihre Position und Rolle in den sozialen Dynamiken veränderten. Während sie zuvor auf eine reine Überbau-Position beschränkt war, konstituiert sie jetzt eine essentielle Basis der heutigen Gesellschaft. Im Kontext der kulturellen Digitalisierung und Globalisierung änderte sich das ganze kulturelle Ökosystem, welches die Beziehung zwischen kultureller Identität, kulturellem Erbe und kulturellem Ausdruck radikal veränderte – und gleichzeitig intensivierte. Diese Transformation ging sowohl auf der Ebene des professionellen kulturellen Sektors, als auch der Gesellschaft als Ganzes vonstatten.
Die neuen Herausforderungen und das neue Potential der Kultur, wobei drei Pfeiler – kulturelle Identität, kulturelle Herkunft und kultureller Ausdruck – verflochten sind, werden als die Arbeit des Projekts CulturalBase entlang der folgenden drei Achsen angesehen:
- kulturelles Gedächtnis
- kulturelle Inklusion
- kulturelle Kreativität
Diese Achsen wurden zur Untersuchung der Debatten betreffend Erbe in den Institutionen und Praktiken des kulturellen Gedächtnisses geschaffen; wie sich der Fokus auf Vielfalt und Inklusion auf die Praktiken von Gedächtnis-Institutionen, einschliesslich auf Akteure und Netzwerke auswirkt; was diese Rekonfigurationen zu neuen oder post-national orientierten Narrativen über Identität und europäische Werte hinzuträgt; und wie Erbe, kulturelle Diversität und Kreativität im Kontext der grossen kulturellen Veränderungen, wie derjenigen der Digitalisierung und kulturellen Globalisierung, zusammenhängen.
Das Projekt dauert 24 Monate, vom Mai 2015 bis zum Mai 2017. Prof. Dr. Doris Wastl-Walter ist Mitglied des scientific board dieses Projektes.
RELATE CENTRE OF EXCELLENCE: Bordering, Identities, and Transnationalization
Realtionale und territoriale Politik der Grenzschaffung, Identitäten und Transnationalismen.
Das RELATE Centre of Excellence bringt HumangeographInnen der Universitäten Oulu und Tampere zusammen, um theoretische und empirische Themen zu zeitgenössischen Grenzschaffungspraktiken und Formen politischer Vertretungen zu studieren.
Das Projekt dauert von 2014 bis 2019. Prof. Dr. Doris Wastl-Walter ist Mitglied des scientific board dieses Projektes.