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Das Zürcher Unterland gehört zu den Risikogebieten für die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSM). Wir möchten ihnen deshalb nahelegen, ihren Impfstatus zu überprüfen und sich bei ungenügendem Schutz impfen zu lassen. Zu beachten ist jedoch, dass die FSME-Impfung nicht vor Borreliose schützt. Deshalb gilt bei Aufenthalten im Garten, Wiesen und Wäldern stets lange Kleidung zu tragen und sich regelmässig auf Zecken zu untersuchen.
Übertragung
Das FSME-Virus hält sich in den Speicheldrüsen von infizierten Zecken auf und gelangt bei einem Zeckenstich direkt in die Blutbahn des Menschen. Zecken sind sehr robuste Tiere und sind bei Temperaturen über 7 Grad aktiv. Daher sind Übertragungen auch im Herbst und in warmen Wintern möglich.
Symptome
Eine Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) verläuft in etwa 70-90% der Fälle asymptomatisch. Sie ist durch ihren zweiphasigen Krankheitsverlauf gekennzeichnet. In der frühen Phase, die 4-6 Tage dauert, kommt es zu Grippe-ähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf-, Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Es können gelegentlich auch neurologische Symptome wie Sehstörungen auftreten. Danach folgt eine kurze, asymptomatische Phase, mit der für den grössten Teil der Patienten (70-80%) die Erkrankung abgeschlossen ist.
20-30% der Infizierten machen die zweite Phase der Erkrankung durch, in der das zentrale Nervensystem befallen wird. Es entstehen gefährliche Entzündungsreaktionen des Nervensystems mit einer Gehirn- und/oder Hirnhautentzündung. Diese werden von hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit, Schwindel, Sprech-, Gehstörungen und sowie Lähmungserscheinungen begleitet. In zirka 10% der Fälle mit einer zweiten Phase kann sich zusätzlich eine Entzündung des Rückenmarks oder der Spinalnervenwurzeln entwickeln, die Folgeschäden verursacht oder in 1-2% tödlich endet.
Komplikationen
In 20-30 % der schweren Verläufe muss mit bleibenden Schäden und Beschwerden gerechnet werden. Dazu gehören Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel, Hör- und Sehverschlechterung, emotionale Labilität, Störungen der Bewegungsmotorik, Gedächtnisstörungen und Lähmungen. Von Langzeitschäden sind vor allem Erwachsene betroffen. Die Krankheit verläuft bei Kindern meist gutartig und ohne Folgeschäden. Kinder unter 6 Jahren sind nur sehr selten betroffen. Etwa 1% der Betroffenen sterben an den Folgen des Befalls des Nervensystems.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt in ärztlicher Behandlung anhand eines Nachweises von IgM- und IgG-Antikörpern im Serum frühestens 2 Wochen nach Infektion
Medikamentöse Therapie
Bis heute existiert noch keine antivirale Therapie. Deshalb kann die Infektion nur symptomatisch behandelt werden.
Impfung (Zeckenimpfung)
Um sich vor FSME-Viren zu schützen, kann man sich impfen lassen. Die Zeckenimpfung ist vor allem für Personen angezeigt, die in Endemiegebieten wohnen oder sich dort aufhalten. Kinder bis zum 6. Lebensjahr müssen nicht geimpft werden, da sie kaum an einer FSME-Infektion erkranken.
Eine Impfung erst nach dem Stich bringt keinen Nutzen, da das Immunsystem mind. 7 Tage benötigt um einen Schutz aufzubauen. Aktuell wird sogar davon abgeraten, weil eine Impfung unmittelbar nach einer Infektion die Blutresultate verfälscht.
(Quelle: PharmaWiki)