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Positionierung der Sozialen Arbeit im Gesundheitswesen im Rahmen von SwissDRG und integrierter Versorgung
Eine empirische Mixed-Methods-Analyse
Die vorliegende empirische Analyse untersucht die Positionierung der Sozialen Arbeit im Gesundheitswesen im Rahmen von zwei wichtigen gesundheitspolitischen Massnahmen, namentlich SwissDRG und integrierte Versorgung. Die Soziale Arbeit im Gesundheitswesen hat die eigene Positionierung etwas verschlafen, was sich darin zeigt, dass die Leistungen der Spitalsozialarbeit nicht kostenrelevant abgerechnet werden können und die Soziale Arbeit nicht als Gesundheitsberuf anerkannt ist. Daher drängt sich folgende Forschungsfrage auf: Wie kann sich die Soziale Arbeit im Rahmen der gesundheitspolitischen Massnahmen SwissDRG und integrierte Versorgung positionieren?
Diese Frage wurde mittels eines sequenziellen Mixed-Methods-Design bearbeitet. Im ersten Schritt wurde im Rahmen von Fokusgruppen die Frage bearbeitet mit dem Ziel, explorativ Thesen zum Thema zu generieren. Im zweiten Schritt wurde eine quantitative Befragung aller Leitungspersonen von Sozialdiensten der Deutschschweizer Akutspitäler durchgeführt, mit dem Ziel, die qualitativ generierten Thesen zu quantifizieren. Für die Positionierung der Sozialen Arbeit im Gesundheitswesen ist die Definition folgender Schritte wichtig: Definition der Aufgabengebiete der Sozialen Arbeit im Gesundheitswesen («Produkt»), Bestimmung der angestrebten Soll-Position, die Bestimmung der Zielgruppen, die Ausarbeitung von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der Sozialen Arbeit im Gesundheitswesen, sowie Strategien zur Hervorhebung der eigenen Stärken in den Augen der Zielgruppen.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Befragten die Soziale Arbeit im Gesundheitswesen in einer koordinierenden Rolle sehen. Sie ist eine Schnittstellenprofession. Ihre grosse Stärke ist die vermittelnde Rolle. Als grosse Schwäche sehen die Befragten die Tatsache, dass sich die Soziale Arbeit unter ihrem Wert verkauft. Ihr fehlen insbesondere Fakten und Zahlen in Form von Wirkungsnachweisen, die im ökonomisch dominierten Diskurs gefordert werden.
Je nach Zielgruppe unterscheiden sich die Strategien, wie es die Soziale Arbeit schaffen kann, ihre Stärken hervorzuheben, sich also zu positionieren: Im interprofessionellen Kontext sind die interprofessionelle Ausbildung, die interprofessionelle Projektarbeit sowie die Vernetzungsarbeit zwischen den Fachverbänden zu erwähnen. Bei den Kostenträgern sind vielmehr Zahlen und Fakten gefragt, die in Form von Wirksamkeitsnachweisen (zum Beispiel in Form eines Social Impact Bonds) erbracht werden können. Die Zielgruppen der Politik und Öffentlichkeit sind durch Lobbying zu erreichen, wobei die gezielte Zusammenstellung und Weitergabe von Informationen an die Öffentlichkeit und an die Politikerinnen und Politiker als Mittel der Wahl zu betrachten ist. Letztlich soll mit der Positionierung erreicht werden, dass die Soziale Arbeit als Gesundheitsberuf anerkannt wird, die eigenen Leistungen kostenrelevant über die Tarifsysteme abrechnen kann und sie die Anerkennung als Schnittstellen- und Vernetzungsprofession erhält – in der Öffentlichkeit, in der Politik, bei den Kostenträgerinnen und -trägern und im interprofessionellen Team.