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Der Begründer des Geschlechtes
Im Jahr 1991 feierten wir 700 Jahre Schweizerische Eidgenossenschaft und gleichzeitig 800 Jahre Bern. Aus diesem Anlass trafen sich am 8. September 1991 in Amsoldingen sehr viele aus der Familie Indermühle in ihrem Heimatort Amsoldingen. August Indermühle, wohnhaft in Amsoldingen, verfasste für diesen Anlass eine kurze Zusammenfassung des Lebens des Begründers des Geschlechtes Indermühle.
Heinrich Indermühle, Urahne des Geschlechts
Alt Notar Christian Indermühle, wohnhaft gewesen in der Hirseren Amsoldingen, forschte in weitläufigen Untersuchungen nach seinen Vorfahren, bis hin zum Ur-Ahnen „Heinrich“. Notar Christian Indermühle verstarb 1893. Seine Ermittlungen sind in einem handschriftlichen Dossier im Archiv der Burgergemeinde Amsoldingen erhalten. Für den Zeitraum von 1565 bis 1888 sind sämtliche Indermühle darin aufgeführt. Für später dient der Burgerrodel.
Heinrich kam als „Heinricus“ wahrscheinlich während der damaligen Reformation von Norden her zugewandert. Erwiesen ist, dass er ab 1558 in Bern und Lausanne Theologie studierte. Ab 1561 war er Lateinschulmeister in Thun. Am 20. März 1562 unterschrieb er die Schlusssätze der Reformation unter dem Namen Heinricus, Emilius. 1565 wurde Heinrich Indermühle als Pfarrer nach Amsoldingen gewählt.
Nun die Frage: Woher der Geschlechtsname Indermühle? Die Probstei Amsoldingen war bereits aufgelöst, das Stiftsgebäude verkauft. Das Pfarrhaus wurde erst 1680 erbaut. Irgendwo musste Heinrich Unterschlupf haben. Könnte das in der neben der Kirche liegenden Mühle gewesen sein, also in der Mühle? Sehr viele Geschlechtsnamen sind von Wohnort oder Beruf abgeleitet, zB Bühler, Müller, Schmied. Warum nicht auch Indermühle?
Pfarrer Heinrich Indermühle wirkte von 1565 bis 1597, also 32 Jahre in Amsoldingen. 1570 begann er das erste Kirchenbuch zu schreiben. Er schrieb 72 Seiten und taufte 790 Kinder. Sein Ableben ist unklar, eventuell 1597 mit Amtsende. Heinrich heiratete Anna Küngisen, Predikantin, die Tochter des damaligen Statthalters. Die Eheleute hatten mehrere Kinder: Tochter Susanne 1572, die Söhne Huldreich Ulrich (Ueli) und Heinrich sind nachgewiesen. Heinrich studierte ebenfalls Theologie in Bern. 1589 wurde er Lateinlehrer in Thun, 1590 kam er als Pfarrhelfer nach Unterseen, 1595 als Pfarrer nach Diemtigen und 1599 nach Erlenbach. 1608 gab er den gesitlichen Stand auf, um sich in Amsoldingen der Landwirtschaft zu widmen. Seine Ehefrau war Barbara Zmutt von Zwieselberg.
August Indermühle Amsoldingen 1991