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Laos, 16.01.2017
Um von Nordthailand nach Laos, beziehungsweise Luang Prabang zu kommen, gibt es drei Möglichkeiten: relativ teuer fliegen, günstig 17 Stunden am Stück Bus fahren oder innerhalb von zwei Tagen per Slowboat auf dem Mekong zu fahren. Ich habe mich für die Variante im Boot entschieden, welche ich nicht bereue. Hier möchte ich dir die Infos geben, wie du dies selbst organisieren kannst. Es gäbe auch die Möglichkeit, dass ziemlich die ganze Fahrt von Chiang Mai nach Luang Prabang organisiert ist, jedoch ist es noch das grössere Abenteuer, dies auf eigene Faust zu unternehmen.
Hier gibt es zwei Möglichkeiten, entweder buchst du in Chiang Mai einen Bus nach Chiang Rai und nimmst von Chiang Rai dann den Bus bis nach Houayxay. Der lädt dich an der Grenze ab und nach den ganzen Formalitäten kannst du wieder einsteigen und bis nach Houayxay fahren. Ich habe das leider nicht so gemacht.
Wir buchten einen Minibus (Abholung im Hostel um 9 Uhr) bis nach Chiang Khong (400 THB), was noch zu Thailand gehört. Was jedoch cool war, dass der Bus beim weissen Tempel in Chiang Rai einen kurzen Stopp machte, damit wir diesen auch noch gesehen haben. Übrigens wirst du da wahrscheinlich mit Reisenden im selben Minibus sitzen, welche die ganze Tour gebucht haben. Diese steigen dann in Chiang Khong (Ankunft um ca. 16 Uhr) bei einem Hotel aus, wo sie übernachten. Ich wollte jedoch noch am selben Abend über die Grenze. Dafür konnten wir in diesem Hotel ein weiteres Ticket für einen Minibus bis nach Houayxay kaufen (200 THB). Wenn die dir sagen, dass du Geld bei Ihnen wechseln musst, stimmt das nicht, an der Grenze kannst du dein Visa in USD, THB oder Kip bezahlen. Sowieso kannst du alles in Laos mit diesen Währungen bezahlen, manchmal wird sogar Euro akzeptiert.
Mit dem Minibus fährst du dann bis zur Grenzstelle von Thailand, wo du den Ausreisestempel erhältst. Dann musst du mit einem Bus über die Freundschaftsbrücke fahren. Dazu musst du dir ein Ticket (20-25 THB, je nach Uhrzeit) kaufen. Über die Brücke zu gehen ist nicht erlaubt und es wäre auch eine ziemliche Strecke hinzulegen.
Als Schweizer braucht es für bis zu 15 Tage Aufenthalt kein Visum. Jedoch musst du 1 Dollar Stempelgebühr bezahlen, wenn du unter der Woche von 16-8 Uhr oder am Wochenende einreist.
Schon bei der Einreise wirst du merken, dass hier alles etwas ruhiger und gemütlicher vorgeht als in Thailand. Die Laoten machen sich keinen Stress. Nach dem du dann deinen Stempel oder Visum im Pass hast, geht es mit einem TukTuk mit höchstens 30 kmh ins kleine Städtchen Houayxay. Schliesslich kamen wir um ca. 18:30 Uhr total müde an. Ich übernachtete da im Oudomsin Hotel (13 USD), welches für eine Nacht ganz ok war.
Ach ja, du kannst den Weg von Chiang Khong nach Houayxay natürlich auch per TukTuk zurücklegen, ich weiss jedoch nicht, ob man so günstiger kommt.
Das Ticket kannst du dir entweder direkt am Hafen (220'000 Kip), bei einem "Reisebüro" oder im Hotel erwerben. Wir machten das über unser Hotel, obwohl wir da 240'000 Kip pro Person bezahlten. Jedoch wurden uns gute Plätze, vorne im Boot und Abholung versprochen. Das mit der Abholung am nächsten Morgen um 9:30 Uhr hat geklappt, das mit den guten reservierten Plätzen nicht. Mehr dazu später...
Bevor wir ins Boot stiegen, deckten wir uns noch mit Proviant ein. Dies ist nicht sehr schwierig, da es direkt am Hafen eine grosse Auswahl gibt. Die Laoten machen auch sehr leckere Sandwiches. Eingedeckt mit Getränken und Essen für den ganzen Tag (auf dem Boot werden zwar Getränke, Instantnoodle und Chips verkauft, jedoch etwas teurer) stiegen wir um ca. 10 Uhr aufs Boot. Die Schuhe werden abgezogen und in einem Plastiksack mitgetragen und das Gepäck wird im Bauch des Bootes verstaut. Nun zu den reservierten Plätzen... Hier gilt die Regel, je früher, desto bessere Plätze. Denn es gibt keine Nummerierung und jeder setzt sich einfach da hin wo er möchte. Die beliebteste Plätze sind vorne im Boot, da der Motor hinten ist und man da sein eigenes Wort fast nicht mehr versteht. Deshalb der 1. Tipp, früh aufstehen lohnt sich!! Wenn man zu zweit unterwegs ist, kann jemand auch die Plätze besetzen und der andere geht Proviant einkaufen. Die Sitze sind meistens ausrangierte Autositze. Am 2. Tag gab es aber fast nur Holzbänke. Meistens wird es auch sehr eng, da Autositze in Asien bekanntlich nicht sehr breit sind und natürlich möglichst viele Passagiere aufs Boot passen sollen.
2. Tipp zu den Plätzen: Die Autositze sind nicht befestigt, das hat den Vorteil, dass man diese auch ein bisschen verschieben kann und so zu mehr Beinfreiheit kommen kann. Muss man nur hoffen, die, die nachher hinter dir Platz nehmen beschweren sich nicht oder rutschen selbst etwas nach hinten..
Geplante Abfahrt war um 11:30 Uhr. Da jedoch eine Gruppe etwas länger hat, um über die Grenze zu kommen (deshalb lieber am Abend vorher die Grenze passieren), tuckerten wir erst um ca. 12 Uhr los. Die Fahrt nach Pakbeng dauert ca. 6 Stunden.
3. Tipp: Genügend Musik, Lesestoff oder sonstige Unterhaltung mitnehmen. Auch ein Reisekissen und Ohrenpax ist keine schlechte Idee.
Ach ja, auf dem Boot gibt es auch 2 Toiletten, sogar WC-Papier war vorhanden. Trotzdem würde ich empfehlen, mindestens ein paar Papiertaschentücher mitzunehmen, nur so für den Fall... Auch Sonnencreme empfehle ich mindestens einzupacken. Wenn man auf der linken Seite sitzt, kann es schnell einen einseitigen Sonnenbrand kommen.
Etwas vor 18 Uhr, genau um Sonnenuntergang sind wir in Pakbeng angekommen. Dort warten auch schon haufenweise kleine Kinder, welche betteln und Kinder und Erwachsene, welche einem sehr aufdringlich eine Unterkunft anbieten wollen. Wir sind einfach mal durch die Massen hindurch gelaufen und sind durch die Strasse gelaufen. Wir haben uns 3 verschiedene Zimmer in unterschiedlichen Guesthouses angeschaut und uns dann für das Pakbeng Guesthouse (6 Dollar!!!! für ein grosses Doppelbett für 2 Personen) entschieden. Etwas im Voraus zu buchen ist nicht nötig, das Angebot ist kleiner als die Nachfrage und so kann man das Zimmer auch direkt anschauen und den Preis verhandeln (üblich ist zwischen 50-70'000 Kip)
Wir haben dann noch was gegessen und uns in die Happy Bar gesetzt, bevor wir ins Bett gingen.
Da wir und auch alle anderen wussten, wie das mit den Plätzen funktioniert, sind wir um 7 Uhr aufgestanden. Laut Plan sollte das Boot um 9:30 Uhr abfahren. Wir haben dann gefrühstückt (genug Zeit einplanen, wie schon erwähnt, Laoten haben keinen Stress..) und uns wieder Sandwiches machen lassen, bevor wir wieder ins Boot stiegen. Das Boot war schon deutlich voller als am Tag zuvor als wir um ca. 8 Uhr eingestiegen sind. Wir hatten ein anderes Boot und dies hatte fast nur Holzbänke. Weiter hinten im Boot gab es noch ein paar Autositze. Wir entschieden uns für die Autositze, wo es zwar etwas lauter war, jedoch um Einiges bequemer für die angekündigte 7-stündige Fahrt. Wir sind ziemlich pünktlich los und sind dann gegen 17 Uhr ca. 10 km von Luang Prabang am Hafen angekommen. Ich weiss nicht, ob man das Arbeitsbeschaffung nennt, aber Luang Prabang direkt hätte eigentlich auch einen Hafen im Zentrum. So mussten jedoch alle schon früher raus und noch ein TukTuk für je 20'000 Kip bis in die Stadt nehmen. Dieses lädt einem dann bei der Strasse, wo der Nachtmarkt stattfindet aus.
Ich würde jederzeit wieder die Variante mit dem Boot wählen. Es ist relativ gemütlich und spannend das Geschehen am Ufer zu beobachten. Immer wieder sieht man Kühe oder Büffel am Ufer, manchmal sogar Elefanten. Zwischendurch gibt es immer wieder kurze Stopps für Einheimische oder man lädt irgendwo was ab oder auf. Langweilig war es mir nie wirklich. Wenn es jedoch regnen würde, weiss ich nicht, wie angenehm es dann im Boot ist.
Das Einzige, was ich anders machen würde, wäre von Chiang Mai über Chiang Rai direkt nach Houayxay ein Bus zu nehmen. Vielleicht gäbe es sogar ein Direktbus von Chiang Mai nach Houayxay, das weiss ich jedoch nicht.
Ach ja, es gäbe auch noch ein Schnellboot, welche die Strecke in einem Tag zurücklegt. Dies würde ich jedoch nicht empfehlen, da im Mekong auch immer wieder Felsen vorkommen und dies sehr gefährlich werden kann. Die Passagiere auf den Schnellbooten müssen auch einen Helm tragen...