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Die 3 Wasserverbünde von Adetswil
Bis ins 19. Jahrhundert hatte jeder Hof seinen eigenen Brunnen für Haushalt und Vieh. Mit der Industrialisierung bekamen Wasserrechte erhöhte Bedeutung. In den Dorfkernen begann man sich zu Wasserverbünden, den späteren Brunnen-Genossenschaften zusammenzuschliessen. So bildeten sich in Adetswil um 1850 die 3 Brunnen-Genossenschaften «Auf Webers Platz», «Oberdorf» und «Unterdorf». Das Wasser ab der Röhre war für die Menschen bestimmt, der Trog diente der Viehtränke und das Wasser des Trogabflusses wurde für Reinigungsarbeiten genutzt. Wasseranschluss bekamen die meisten Haushalte erst im 20. Jh. Der Dorfbrunnen wurde beim Eindunkeln von einer Petrollampe beleuchtet und war stets auch gesellschaftlicher Treffpunkt.
Eines der ältesten erhalten gebliebenen Dokumente der Genossenschaft Unterdorf ist der Plan für die Hausanschlüsse der Wasserversorgung von 1895. Das Wasser stammt aus den Quellen im Chatzetöbeli, Lenacher, Veruch und Bürgweidli.
1984 richtete ein heftiges Unwetter im Unterdorf Adetswil grosse Überschwemmungsschäden an. Nach der Sanierung der Dorfbäche veranstaltete die Genossenschaft 1987 ein grosses Brunnenfest. Richard Meyer bot im Programmheft einen historischen Rückblick auf Adetswil und die Brunnengenossenschaft[1].
Im Juni 1995 feierte die Brunnen-Genossenschaft den Baubeginn des Leitungsnetzes vor 100 Jahren, mit dem das Quellwasser in die Haushaltungen geleitet wird; Sit 100 Johr s’Wasser im Huus. Gefeiert wurde mit einer Aufführung des Männerchors, mit Alphorn- und Jodlerklängen des «Echo vom Hornet» aus Gossau und einem eigens für das Fest komponierten Fahnenmarsch, den der Musikverein unter der Leitung von Markus Waldner ertönen liess. Den Höhepunkt bildete aber die Enthüllung einer eigenen Fahne mit dem Dorfbrunnen durch den Genossenschaftspräsidenten Walter Egli.[2] [3]
«Oberdorf» mit seinem Brunnen am Beginn der Rosinlistrasse bedient 2023 noch vier Haushalte. Der Brunnen «Auf Webers Platz» musste der Verkehrsinsel weichen und steht nun daneben an der Verzweigung Engelstein- / Stapfetenstrasse: „Kein Trinkwasser“. Der noch bedeutenden Genossenschaft «Unterdorf» mit seinem Dorfbrunnen sind ca. 40 Haushalte angeschlossen.
Liselotte Forster ist den Anfängen der Brunnengenossenschaften Adetswil nachgegangen und hat die Geschichte 1992 anlässlich des Präsidiumswechsels von Emil Heusser an Walter Egli im ZO publiziert.[4]
40 Jahre Vorstandstätigkeit von Walter Egli, Adetswil Unterdorf
Das Engagement für die Brunnengenossenschaft begann bei Walter Egli 1965 mit der Übernahme der Rechnungsrevision von seinem Vorgänger Hartwing Egg. Als Grosskind des Bäretswiler Schuhmachers Robert Egli (*1873), der sein Geschäft an der Bahnhofstrasse hatte (dort, wo heute die Tiefgarage der Mehrzweckhalle steht), war er mit der Gegend bestens vertraut. 1967 konnte Walter Egli das Restaurant Freieck aus der Erbgemeinschaft käuflich erwerben. Damit war der Anschluss an das Wasser der Brunnengenossenschaft Unterdorf für ihn existentiell. Als Quästor war er 1982 bis 1991 für die Finanzen zuständig und organisierte 1987 beim Brunnenfest die Festwirtschaft. Und als Präsident, dessen Amt er 1992 von Emil Heusser übernahm, veröffentlichte er 2006 seine Erinnerungen zur 40-järigen Vorstandstätigkeit.[5] [6]
Unter seiner Führung wurde zwischen Juli 1999 und Nov. 2000 das Reservoir saniert.
Sein Nachfolger als Präsident der Brunnengenossenschaft ist Johannes Heusser, Sohn des früheren Präsidenten Emil Heusser.
Einzelnachweise
[1]Richard Meyer: Brunnenfest 1987. 1987, Programmheft
[2]Roland Schwarz: Zürcher Oberländer. 27. Juni 1995, Seit 100 Jahren fliesst Wasser in die Häuser
[3]Walter Egli: Brunnenfest: Ansprachen und Ablauf. 24./25. Juni 1995, Unterlagen
[4]Liselotte Forster: Zürcher Oberländer. 6. März 1992, Die Wasserversorgung im Fluss der Zeit
[5]Walter Egli: Brunnengenossenschaft Unterdorf Adetswil. 2005, 40 Jahre Vorstandstätigkeit
[6]David Kilchör: regio R4. Zürcher Oberland Medien AG 25. Okt. 2012, Schlussstrich nach 46 Jahren in der Brunnengenossenschaft