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Der amselgrosse, goldgelbe Pirol ist nicht nur einer der farbenprächtigsten Vögel unserer Region, sein Ruf, mit dem er trotz der Tarnung seine Anwesenheit verrät, ist einmalig in unseren Wäldern. Momentan befindet sich der Pirol in seinem Winterquartier in Südostafrika, wo er sich zusammen mit afrikanischen Pirolarten in Baumsavannen und Galeriewäldern aufhält. Als einziger der neun Pirolarten Afrikas kommt unser Pirol zwischen Mai und Juli zum Brüten nach Europa.
In der Schweiz hält er sich gerne in insektenreichen Laubwaldgebieten auf, oftmals mit angrenzenden, blütenreichen Wiesen. Jährlich brüten bei uns 1000-2000 Pirolpaare. Das Weibchen baut ganz alleine ein kunstvolles Nest in eine Astgabel. Es legt 3-4 Eier, aus welchen nach ca. 15 Tagen Brutdauer die Jungen schlüpfen.
Neben den zahlreichen Insekten hat der Pirol eine besondere Vorliebe für Kirschen, die zu seinen Grundnahrungsmitteln zählen. Kirschen werden auch an die Jungen verfüttert, wenn Insekten infolge kühler Witterung knapp werden. Die Kirschen sind auch massgeblich für die gelbe Farbe des Pirols verantwortlich. Die Früchte beinhalten Karotinoide, welche zum Gelbton des Gefieders beitragen.
Der Pirol wurde bisher auf der Roten Liste (noch) nicht als bedroht eingestuft, leidet aber unter dem Rückgang von Lebensräumen in der Schweiz und in Afrika. Die Erhaltung und Förderung insektenreicher Wälder mit alten Bäumen im Rahmen des naturnahen Waldbaus für die Biodiversität in Europa sowie der Schutz insbesondere von Eichen- und Auenwäldern sind wichtige Schutzmassnahmen für den Pirol.