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Gemeinde für Christus
Andere Namen:
1909 Freies Blaues Kreuz vom Kanton Bern
1914 Evangelischer Brüderverein
2009 Gemeinde für Christus
Die Gründungsgeschichte der Gemeinde für Christus geht zurück auf Fritz Berger (1868-1950), einen ehemaligen Wagner und von der Alkoholsucht befreiten Blaukreuzversammlungsleiter.
1909 löste er sich von bestehenden Organisationen und gründete die Gemeinde «Freies Blaues Kreuz des Kantons Bern». 1914 erfolgte der Wechsel auf den Namen «Evangelischer Brüderverein». Dem Evangelischen Brüderverein wurde zum Teil vorgeworfen einen Hang zur Sondergruppe zu haben. Mitte der 60er Jahre entstanden Spannungen zwischen der konservativen Leitung und einer offeneren Strömung. Die offenere Richtung schloss sich 1967 zur «Vereinigung freier Missionsgemeinden» zusammen. Insbesondere seit dem Jahr 2000 ist die Gemeindeleitung bemüht, die Gemeinde auf einer gesunden biblischen Grundlage zu führen. 2009 erfolgte der Namenswechsel auf «Gemeinde für Christus». Noch heute befinden sich etwas mehr als die Hälfte aller Gemeinden im Kanton Bern.
Seit den 1920er Jahren wurden in Süddeutschland regelmässige Kontakte gepflegt, aus denen auch dort lokale Gemeinden entstanden. 1946 kam es zur Gründung der dortigen selbständigen Gemeinde.
Die Gründung der äusseren Mission 1954 führte in der Gemeinde für Christus zu einer intensiven Missionsarbeit vor allem in Papua-Neuguinea, aber auch in anderen Ländern.
Die Lehre der Gemeinde wurde stark geprägt von den persönlichen Erfahrungen des Gründers Fritz Bergers. Geknechtet in Sünde und Alkoholabhängigkeit erlebte er durch Jesus Christus Loslösung davon. Diese Erfahrung wurde Grundlage seiner Verkündigung: Aus Sündern sollen Gerechte werden; diese erleben Befreiung von der Macht der Sünde und sollen als Befreite leben.
Durch das Betonen der Freiheit in Christus wurde der Gemeinde oft ein Perfektionismus vorgeworfen, der jedoch zu keinem Zeitpunkt offizielle Lehrmeinung war.
Die Gemeinde für Christus verkündigt die christlichen Heilstatsachen, Bekehrung, Wiedergeburt und praktische Heiligung.
Die lokalen Gemeinden versammeln sich regelmässig zu Sonntagsgottesdiensten, sowie Bibel- und Gebetstunden unter der Woche.
Durch das Jahr hindurch trifft sich die Gemeinde auch zu überregionalen Konferenzen.
Die Gemeinde ist nach Schweizerischem Recht als Verein organisiert. Das oberste Organ ist der Brüderrat, der sich grösstenteils aus den Ältesten der lokalen Gemeinden zusammensetzt. Ein Komitee von ca. 12 Mitgliedern hat die operative Leitung der Gemeinde inne. Die Gemeinde wird zentral geleitet. So werden die Prediger gesamtschweizerisch eingeteilt.
Die Gemeinde finanziert sich ausschliesslich über freiwillige Spenden oder Kollekten ihrer Mitglieder.
Die Gemeinde führt ein ausgedehntes Missionswerk in verschiedenen Ländern und eine Schriftenmission. Ebenfalls werden in der Schweiz mehrere Altersheime geführt.
Die Gemeinde für Christus unterhält verschiedene freundschaftliche Beziehungen zu Werken und Gemeinschaften, meist konservativer Prägung.
Die Gemeinde ist jedoch nicht Mitglied in übergeordneten Organisationen weder in der Evangelischen Allianz noch im ökumenischen Rat der Kirchen.
In der Schweiz unterhält die Gemeinde ca. 100 Versammlungsorte. Die deutsche Gemeinde ca. 25 Versammlungsorte. In Österreich besteht ebenfalls eine kleine Missionsarbeit.
Die Gemeinde für Christus unterhält keine Mitgliederlisten und kennt ihre genaue Anzahl Mitglieder nicht. Gemäss ihrer Definition ist Mitglied, wer wiedergeboren ist, sich mit der Gemeinde für Christus identifiziert und regelmässig aktiv am Gemeindeleben einer ihrer lokalen Gemeinden teilnimmt.