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Der Kanton Luzern ist wasserreich, und das Wasserangebot wird auch in Zukunft ausreichend sein. Im Seetal, im Michelsamt und im Surental besteht indes die Gefahr, dass in Trockenzeiten das Wasser zum knappen Gut wird.
Im Kanton Luzern sind 2017 47 Milliarden Liter Wasser verbraucht worden. Ein Viertel davon entfiel auf die Industrie. Drei Viertel des Wassers wurde für die öffentliche Versorgung benötigt; jeder Einwohner liess somit im Durchschnitt pro Tag 225 Liter durch den Hahn laufen, wie der Regierungsrat am Dienstag mitteilte. Die Kantonsregierung beantwortete drei Anfragen aus dem Parlament zum Thema Trockenheit und Wasserversorgung.
Das Wasservorkommen ist bedeutend grösser als der Verbrauch. Das nachhaltig nutzbare Grundwasser, vor allem in den Talschottern von Reuss, Kleiner Emme, Luther und Wigger, bezifferte der Regierungsrat auf 90 Milliarden Liter pro Jahr. Dazu kommen nutzbares Quellwasser, etwa im Westen Luzerns und im Pilatusgebiet, sowie Seewasser, das an vier Stellen gefasst wird.
Luzern sei grundsätzlich ein wasserreicher Kanton, schreibt der Regierungsrat. Die Wasservorkommen seien aber unterschiedlich verteilt. Im nördlichen Kantonsgebiet, im Seetal und der Region Sursee-Mittelland, seien nur wenige ergiebige Wasservorkommen vorhanden. Wegen des Klimawandels stelle dies eine Herausforderung dar. Dabei gehe es neben der Versorgungssicherheit auch um den Schutz der Ressourcen.
Der Regierungsrat will in einem Bericht aufzeigen, wie er diese Herausforderungen meistern will. Der Bericht, dessen Erarbeitung bereits im Gange sei, solle zeigen, mit welchen Massnahmen die Wasserversorgung im Kanton Luzern gesichert werden könne.
Der Regierungsrat geht aber davon aus, dass dank des ergiebigen Grundwasservorkommens auch in absehbarer Zukunft generell keine Wasserknappheit bestehen werde. In der bevölkerungsstarken Agglomeration Luzern sei die Wasserversorgung dank des Vierwaldstättersees langfristig gut abgedeckt.
Wo das Grund- und Seewasser fehlt, dürfte die Wasserverfügbarkeit in Trockenperioden vermehrt eingeschränkt sein. Um dieser Tendenz zu begegnen, seien die Wasserversorgungen besser untereinander zu vernetzen, schreibt der Regierungsrat. Als Beispiel nennt er die regionale Wasserversorgung Aquaregio im Gebiet Sursee-Mittelland. Den Versorgungen, die Zugang zu ergiebigen Wasservorkommen hätten, komme dabei eine Schlüsselrolle zu.
Im letzten Sommer, aber auch 2015 und 2003, haben sich die Folgen der Trockenheit auf die Wasserversorgung bereits gezeigt. Der Grossteil der Bäche im Kanton führte 2018 so wenig Wasser, dass die Landwirte für die Bewässerung kein Wasser mehr entnehmen durften.
Wegen der Wasserknappheit und der hohen Wassertemperaturen waren auch Fische gefährdet. Mit rund 40 Notabfischungen konnten nach Angaben des Regierungsrats 15’000 bis 20’000 Fische vor dem Verenden gerettet werden. In der Landwirtschaft war nicht nur das Wasser, sondern auch das Viehfutter knapp. Der Wald musste während 32 Tagen mit einem Feuerverbot geschützt werden, der Borkenkäfer breitete sich aus.