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Kaum ein anderes Werk der metaphysischen Literatur des 20. Jahrhunderts hat einen so großen Einfluss ausgeübt wie das durch die Schriftstellerin Jane Roberts in Trance übermittelte Seth-Material.
Waren es in den Achtziger- und Neunzigerjahren vor allem Titel wie GESPRÄCHE MIT SETH, DIE NATUR DER PERSÖNLICHEN REALITÄT oder INDIVIDUUM UND MASSENSCHICKSAL, die im Zentrum des Interesses der Seth-Leser und -Leserinnen standen, so hat sich in den letzten Jahren der Fokus immer stärker auf das Material verschoben, das außerhalb der offiziellen Buchsitzungen, in welchen Seth durch Jane ihrem Ehemann Robert F. Butts die Bücher diktierte, entstand.
Oft wurden hierbei, wie in den späteren Büchern, Themen behandelt, die für die Menschheit allgemein gelten. Häufig sprach Seth an diesen Kursabenden oder Klassensitzungen aber auch ganz gezielt über die Fragen und Probleme einzelner Teilnehmer und Teilnehmerinnen, wobei Seths Antworten in vielen Fällen auf die Allgemeinheit übertragen werden können, da es sich in der Regel um Themen handelt, welche die meisten Menschen beschäftigen.
Die insgesamt vier Bände der FRÜHEN KLASSENSITZUNGEN stellen ein weiteres wichtiges Bindeglied für ein umfassendes Bild des Seth-Phänomens und der Person von Jane Roberts dar.
LESEPROBE
ASW-KLASSE, 5. MAI 1970, DIENSTAG
„LEBEN UND VITALITÄT SIND VOLLER FREUDE UND ES MACHT KEINEN UNTERSCHIED, OB IHR EINEN KÖRPER HABT ODER NICHT.“
Ihr wählt tatsächlich eure Umwelt und eure Lebensumstände aus. Und vor diesem Leben habt ihr bereits jene Herausforderungen in die Wege geleitet, auf die ihr treffen werdet. Aber ihr seid auch mit einem freien Willen ausgerüstet, und es gibt keine Bestrafung, außer für jene von euch, die sich entscheiden, sich selbst zu bestrafen. Es gibt so gesagt keine Bestrafung. Euer Verständnis wächst, und wenn ihr tötet, dann ist es notwendig, dass ihr lernt, was es heißt, ein Opfer zu sein, und so werdet ihr zu einem Opfer, wenn ihr euch dafür entscheidet. Ihr könnt tatsächlich auch auf andere Weise lernen, was es heißt, ein Opfer zu sein. Ihr müsst lernen, wie ihr euer Bewusstsein gebrauchen könnt.
Vorher wurde gesagt, dass alle dabei sind, sich selbst zu suchen, und wie unsere regulären Schüler wissen, gibt es nur einen einzigen Ort, wo man suchen muss, und hierbei beginnt ihr bei euch selbst. Alles-Was-Ist ist weder männlich noch weiblich, und es tut mir leid, falls ich damit jemanden ärgere. Alles-Was-Ist ist wirklich Energie, und doch ist alle Energie personifiziert, so dass ihr es also nicht einfach mit einer unpersönlichen Energie, sondern viel mehr mit einer Persönlichkeit zu tun habt, so wie der Begriff üblicherweise angewandt wird. Aber ihr begreift noch nicht, was Persönlichkeit bedeutet, und sobald ihr versteht, was ihr selbst seid, werdet ihr eine schwache Ahnung von Allem-Was-Ist haben, und ihr werdet Alles-Was-Ist in euch finden.
Ihr werdet Alles-Was-Ist auch in einem Blatt und auch in einer Blume finden. Aber nur, wenn ihr zu verstehen versucht, was ein Blatt und was eine Blume ist. Wenn ihr glaubt, dass ein Blatt ein Stück physische Materie ohne Bewusstsein ist, ohne Pracht, dann werdet ihr von ihm nichts erfahren. Aber wenn ihr realisiert, dass ein Blatt ein Teil von Allem-Was-Ist ist, dann werdet ihr auch erkennen, was Teilnahme bedeutet.
Viele dieser Dinge habe ich schon zuvor auf meine eigene Weise gesagt, und ich werde sie zweifellos erneut sagen – nicht nur durch dieses physische Abbild. Denn wenn dieses physische Abbild den Übergang in andere Realitäten vollzieht, dann werde ich durch eine andere Form sprechen, so wie ihr alle durch andere Formen gesprochen habt. Ich erinnere mich an die Formen, durch die ich gesprochen habe und ihr tut es nicht, aber schaut es so an: Das Kind, das ihr in diesem Leben wart, unterscheidet sich sehr von der Person, die ihr jetzt seid, und doch habt ihr durch jene Form gesprochen.
Ihr habt alle sieben Jahre eine andere Form. Die Atome und Moleküle eures Körpers haben sich vollständig verändert. Es gibt in eurem jetzigen Körper auch nicht den kleinsten Überrest, der vor acht Jahren noch in ihm war. Eure Formen sind völlig neu und unterschiedlich, und doch sehe ich, dass ihr auf sehr wirksame Weise weitermacht, und es scheint euch nicht zu stören. Schaut euch unseren Freund hier drüben an (Doug). Es stört ihn nicht. Und wenn ihr also eure physische Form durch die Jahre hindurch verändert, ohne es zu wissen, warum sollte es euch dann überraschen, dass ihr irgendwann einmal die gegenwärtige Form, die ihr als die eure betrachtet, für eine andere aufgebt? Denn so wie ich durch den Körper einer Frau spreche, so haben auch die drei hier anwesenden Männer durch die Körper von Frauen gesprochen, als jene Körper ihre eigenen waren, und die Frauen haben als Männer gesprochen.
Es gibt keinen Weg zur Wahrheit. Keinen Weg, auf dem die Antworten wie Straßenschilder auftauchen, denen ihr nur folgen müsst. Der Weg zur Wahrheit ist kein Weg, er ist eine Reihe von Stufen in euch selbst; ewig wunderbar und ewig neu.