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Tomas Sedlacek präsentiert eine umfassende wirtschafts- und kulturgeschichtliche Tour d’Horizon: Vom Gilgamesch-Epos über die Bibel zur Antike, zur Aufklärung und bis zur Gegenwart.
Seine These ist, dass Wirtschaften seit Menschengedenken immer auch auf Werte wie Vertrauen und Gerechtigkeit setzte. Selbst Adam Smith werde von den Erzliberalen falsch ausgelegt. Der Anfang der skrupellosen Profitmaximierung geht einher mit dem Abspalten der Ökonomie von Philosophie und Theologie zu einer vermeintlich exakten Wissenschaft. Hier rechnet Sedlacek insbesondere mit den mathematikbasierten Modellen ab. Noch Keynes (1883–1946) habe kaum grafische Darstellungen oder Kurven benötigt, während bereits Paul Samuelsons Economics (1948) einem Physikbuch gleiche.
Sedlacek sieht Anzeichen, dass durch die Finanzkrise sozialphilosophisches Denken und die menschliche Natur wieder vermehrt ins Blickfeld der Ökonomen rücken. Wird seine teilweise metaphysische Argumentation an der Wall Street Gehör finden?
Tomas Sedlacek, «Die Ökonomie von Gut und Böse», München, 2012