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Wie bereits erwähnt, erwirbt der Aktionär durch den Kauf der Aktie eine Beteiligung an einem Unternehmen. Als Teilhaber profitiert er vom erzielten Resultat und beteiligt sich auch am zukünftigen Geschäftsgang sowie der erwarteten Rendite.
Sich an der Rendite des Unternehmens zu beteiligen bedeutet aber nicht, dass dem Aktionär der gesamte Gewinn ausgeschüttet wird. Rein theoretisch gehört der Reingewinn einer Gesellschaft allen Aktionären. Die operative Geschäftsleitung kontrolliert aber die Verwendung des Gewinnes und kann dem Vorstand eines Unternehmens vorschlagen, den Reingewinn auf zwei Arten zu verwenden:
- Als Barbetrag an die Aktionäre in Form einer Dividende auszahlen.
- Den Reingewinn wieder in das Unternehmen investieren
Sehen wir uns die Dividende näher an.
Durch die Teilausschüttung des Reingewinns in Form einer Dividende erhält der Aktionär einen Ertrag für seine Investition. Die Dividende ist mit dem Zins eines Sparkontos vergleichbar. Allerdings wird der Betrag der Dividende und die Häufigkeit nicht garantiert. Die Dividende kann vom Unternehmen nach eigenem Ermessen erhöht, gekürzt oder ganz gestrichen werden.
Beispielsweise weist ein Unternehmen nach Abzug von Steuern und Darlehenszinsen einen Reingewinn von USD 50 Mio. auf. Nehmen wir an, dass das Unternehmen USD 20 Mio. an die Aktionäre als Dividende ausschüttet und USD 30 Mio. wieder investiert.
Die ausgeschüttete Dividende, welche die Aktionäre erhalten, ist proportional zur Beteiligung am Unternehmen. Wenn das Unternehmen 20 Mio. Aktien ausgegeben hat, wirft in unserem Beispiel jede Aktie eine Dividende von USD 1 ab.
Besitzt ein Aktionär eine Beteiligung von 2% am Unternehmen (400'000 Aktien), erhält er USD 400'000. Ein anderer Aktionär im Besitze von 100 Aktien erhält somit USD 100.
Traditionellerweise wurde wegen der Dividendenausschüttung in Aktien investiert. Ältere, gut etablierte Unternehmen in traditionellen Branchen zahlten den grössten Anteil ihres Gewinns an die Aktionäre aus.
Solche Unternehmen haben in der Regel eine grosse Anzahl an Aktionären, welche die Aktie aufgrund der regelmässigen Rendite schätzen. Pensionskassen, Lebensversicherungen und Pensionäre brauchen diese Rendite. Eine Kürzung würden sie ablehnen. Gut etablierte Unternehmen können normalerweise einen stabilen Cashflow ausweisen. Somit steigen die Dividendenzahlungen ungefähr parallel zum allgemeinen Wirtschaftswachstum.
Eine stabile, sichere, eigenkapitalreiche Firma mit guter Bonität kann ausserdem weiteres Kapital mühelos zu sehr günstigen Bedingungen bzw. Zinsen beschaffen.
Expandierende Unternehmen behalten ihre Gewinne jedoch zurück. Welchen Vorteil hat das für die Aktionäre?