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SAPROF (Leitlinie für die Erfassung protektiver Faktoren bei einem Risiko für gewalttätiges Verhalten)
Das SAPROF ist ein Instrument, das zur strukturierten Erfassung von Schutzfaktoren hinsichtlich des Risikos für gewalttätiges Verhalten entwickelt wurde. Basierend auf den Structured-Professional-Judgment (SPJ-)Verfahren, wurde das SAPROF als eine ressourcenorientierte Ergänzung zu den etablierten Prognoseinstrumenten für Straftäter, wie beispielsweise dem HCR-20 oder SVR-20, erstellt. Das soll zu einer ausgewogeneren Einschätzung eines zukünftigen Gewaltrisikos beitragen. Mit dem SAPROF soll eine erhöhte Genauigkeit und Ausgewogenheit bei der Prognose für zukünftiges gewalttätiges Verhalten erzielt werden. Darüber hinaus sollen anhand des dynamischen und ressourcenorientierten Ansatzes der Erfassung von Schutzfaktoren neue Möglichkeiten zu wirksamen und individuellen Behandlungsinterventionen geschaffen werden.
Retrospektive Studien an der Van der Hoeven Klinik in den Niederlanden zeigen gute Ergebnisse zur Interraterreliabilität und eine gute Vorhersagevalidität für ausbleibende Rückfälligkeit mit Gewaltdelikten. Des Weiteren deuten Veränderungen der Schutzfaktoren während der Behandlung an, dass das SAPROF als Hilfe zur ressourcenorientierten Therapieplanung und Veränderungsmessung verwendet werden kann. Der häufige Einsatz des SAPROF in der forensischen Psychiatrie wird von den Anwendern als hilfreich bei der Formulierung von Zielen sowie der Planung von Behandlungsschritten empfunden und bietet eine Hilfestellung beim Austausch über das Risikoniveau.
SAPROF (Leitlinie für die Erfassung protektiver Faktoren bei einem Risiko für gewalttätiges Verhalten)