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Seit 2006 wird die Schlauchmagenoperation standardmässig durchgeführt. Es handelt sich um ein relativ junges Operationsverfahren, weshalb Langzeitergebnisse noch nicht vorliegen. Wir selber bieten diese Methode seit 2007 an. Die kurz- und mittelfristigen Resultate sind ausgezeichnet, so dass die Schlauchmagenoperation eine sehr vielversprechende Alternative zu den anderen chirurgischen Verfahren darstellt.
Bei diesem Eingriff, der laparoskopisch vorgenommen wird, wird das Magenvolumen von normal ca.1000-1500ml auf ca. 60-120ml reduziert, indem der äussere Magenanteil entfernt wird (vgl. Bild). Der Restmagen sieht dann aus wie ein Schlauch, der von der Speiseröhre bis zum Magenausgang reicht. Es handelt sich um ein restriktives Verfahren. Die Nahrungsaufnahme verringert sich massiv und das Sättigungsgefühl ist sehr rasch erreicht, was sich positiv auf die Kalorienaufnahme auswirkt. Der grosse Vorteil gegenüber dem Magenband ist das Fehlen einer engen Stelle im obersten Magenanteil. Die Nahrung wird also nicht einfach auf- und zurückgehalten sondern fliesst ungehindert in den (sehr kleinen) Schlauchmagen. Durch die massive Verkleinerung desselben kommt es aber zu einem sehr raschen Sättigungsgefühl. Durch eine Schlauchmagenoperation verringert sich die Portionengrösse der Nahrung massiv. Anfänglich genügen für ein "Sättigungsgefühl" 1-2 EL an Nahrung, mittel-und langfristig beträgt die Nahrungsaufnahme ca. 1/4 bis 1/3 einer normalen Restaurantportion.
Zusätzlich wird durch die Entfernung eines grossen Magenanteils (v.a. des obersten Anteiles, des sog. Magenfundus) die Produktion eines appetitanregenden Hormons reduziert. Es handelt sich um das. sog. Ghrelin (Growth Hormone Release Inducing), einem "Hungerhormon", welches vorwiegend im Magen gebildet wird. Bei Hunger steigt der Ghrelinspiegel im Blut an, was den Appetit anregt. Nach dem Essen sinkt der Wert wieder ab.
Durch die ausgedehnte Magenverkleinerung verringert sich die Ghrelinproduktion. Dies hat den positiven Effekt, dass sich das Hungergefühl insgesamt verringert und sich ein schnelleres Sättigungsgefühl einstellt. Diese „Hungerhormon“-Theorie wird aber immer wieder in Frage gestellt. Ob und wie dieses Hormon tatsächlich zur Gewichtsreduktion im Rahmen einer Schlauchmagenoperation beiträgt, ist seit längerer Zeit Gegenstand heftiger Diskussionen.
Die Schlauchmagenoperation hat, ein erfahrenes bariatrisches Operationsteam vorausgesetzt, eine sehr geringe Komplikationsrate. Der Eingriff dauert 45-60 Minuten. Falls nötig, kann ein Schlauchmagen in einen Magenbypass, einen Mini-Gastric-Bypass oder einen sog. Duodenal-Switch umgewandelt werden (z.b. bei sekundärer Gewichtszunahme).
Die Schlauchmagenoperation als solche kann aber nicht rückgängig gemacht werden, weil der grösste Teil des Magens bei dem Eingriff entfernt wird.
Wie bei allen chirurgischen Verfahren zur Gewichtsreduktion sind regelmässige ärztliche Nachkontrollen unerlässlich. Ferner müssen gewisse Ernährungsvorschriften eingehalten werden. Es sollten insbesondere nur geringe Mengen an Kalorien in „flüssiger“ Form gegessen und getrunken werden (zuckerhaltige Getränke, Schokolade, Eiscrème etc.), da diese praktisch ohne Einschränkung durch den Schlauchmagen in den Dünndarm gelangen und dort verstoffwechselt werden. Dies kann dann zu einem erneuten Gewichtsanstieg führen. Für Menschen, die ihren Süssigkeitskonsum nicht oder nicht langfristig drastisch einzuschränken bereit sind, ist die Schlauchmagenoperation keine sinnvolle und erfolgversprechende Therapieoption. Wer seine Schlauchmagen überlisten will, kann und wird dies auch tun!
Der Spitalaufenthalt nach einer Schlauchmagenoperation beträgt normalerweise zwei bis drei Tage. Die Kostengutsprache für die Operation wird von der Krankenkasse erteilt, sofern die Bedingungen gemäss Krankenleistungsverordnung erfüllt sind (BMI über 35, erfolglose Gewichtsreduktionsversuche während insgesamt mindestens zwei Jahren unter ärztlicher Anleitung und Kontrolle usw.).