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Wieviel müssen wir uns eigentlich bewegen bzw. anstrengen, um tatsächlich gesundheitlichen Nutzen zu erfahren?
Das Wesentliche vorab: jegliche körperliche Anstrengung ist besser als keine!
Aus grossen Studien wissen wir folgendes: schon 20 Minuten rasches Spazieren täglich, mässig anstrengendes Radfahren von 45 Minuten oder Schwimmen von 30 Minuten zweimal pro Woche oder ein 45 Minuten langer anstrengender Lauf in der Woche bewirken auf Dauer eine Senkung von Blutdruck, Puls und Blutzucker.
Trotz des positiven Einflusses ist dieses Mass an Betätigung alleine nicht ausreichend, um langzeitig eine Gewichtszunahme zu verhindern, wenn nicht zusätzlich auch auf die Ernährung geachtet wird.
Maximale Gesundheitsvorteile mit einer Reduktion des Sterberisikos an Herzkrankheiten, Schlaganfällen und Krebs von über 30% und einer Verminderung der Gesamtsterblichkeit von 24%, zeigt sich erst ab ca. dem dreifachen an körperlicher Anstrengung - also ingesamt ca. 2 1/2 Stunden mäßig bis anstrengende Aktivitäten. Es kann dann mit einer Verbesserung der Lebensqualität und einer Lebensverlängerung von 3 bis 5 Jahren gerechnet werden, wenn sonst nichts anders gemacht wird.
Bewegung vermindert weiters die Entwicklung von Osteoporose und daraus resultierenden Knochenbrüchen, inklusive Schenkelhalsbrüchen. Diese bergen wegen der verbundenen Komplikationen ein hohes Risiko.
Auch die psychische Lebensqualität verbessert sich: körperliche Anstrengung lindert durch den Abbau der Stresshormone Adrenalin und Cortisol Ängstlichkeit und Stress unmittelbar: Die Freisetzung von Glücklichkeitshormonen, Endorphinen, führt zum ‘runner’s high’.
Regelmässige körperliche Anstrengung hat zudem eine anhaltende Wirkung auf die Gemütslage durch die Vorbeugung gegen Depression. Der antidepressive Effekt beginnt sich nach 3-4 Wochen einzustellen und ist laut Forschung ab 6 Wochen am größten - und ebenso intensiv und nachhaltend wie jener, der durch Antidepressiva erzielt werden kann, Medikamenten die zur Behandlung von Depression verschrieben werden (allerdings ohne die unerwünschten Nebeneffekte).
Erhaltung von Kraft, Muskelmasse und Gleichgewichtsinn durch regelmäßige körperliche Aktivität führen auch in höherem Lebensalter zu einer klaren Verbesserung der Lebensqualität.