Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03520.jsonl.gz/426

'Der Idiot' erschien 1868 als zweiter der grossen Romantragödien Dostojewskijs. Im Mittelpunkt steht Fürst Myschkin, ein tragischer Don Quijote, der als - wahrhaft guter Mensch - über die dünne Kruste wandelt, unter der die Themen der Zeit widerhallen: Russland, die östliche Mystik und Religiosität gegen Industrialisierung, Eisenbahnen und Nihilismus. Myschkin kehrt von einem langen Sanatoriumsaufenthalt nach Petersburg zurück. Schon im Zug lernt er Rogoschin kennen, der ihn in ein Dreiecksverhältnis hineinzieht, aus dem Myschkin sich nicht mehr befreien kann. Am Ende ist Myschkin wie vor dem Sanatoriumsaufenthalt ein 'Idiot', ein heiliger Narr, der dem 19. Jahrhundert und uns einen schwarzen Spiegel vorhält.
Portrait
Fjodor Michailowitsch Dostojewski wurde am 11. November 1821 in Moskau geboren und starb am 9. Februar 1881 in St. Petersburg. Er entstammte einer verarmten Adelsfamilie, sein Vater war Arzt. Nach dem Tod seiner Mutter 1837 liess sich Dostojewski mit seinem Bruder Michail in St. Petersburg nieder, wo er von 1838 bis 1843 an der Militärakademie Bauingenieurwesen studierte. 1844 begann er mit den Arbeiten zu seinem 1846 veröffentlichten Erstlingswerk Arme Leute. Dieser Roman machte ihn zusammen mit Der Doppelgänger, der ebenfalls 1846 erschien, schlagartig berühmt. Zu seinem Hauptwerk zählen unter anderem die Romane Schuld und Sühne aus dem Jahr 1866, Der Idiot (1868) und Die Brüder Karamasow (1880). Dostojewski ist ein zentraler Vertreter des Realismus innerhalb der russischen Literatur und gilt neben Lew Nikolajewitsch Tolstoj als bedeutendster russischer Schriftsteller.