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Murray zeigte gegen Djokovic eine ordentliche Leistung – aber nicht mehr. Denn der Schotte musste im mit Spannung erwarteten Showdown nur selten sein bestes Tennis aufbieten. Wer befürchtet hatte, Murray würde dem Marathon-Match gegen Milos Raonic Tribut zahlen müssen, sah sich getäuscht.
Andy verdient es, die Nummer 1 zu sein.
Djokovic nur ein Schatten
Denn Djokovic bot erst (zu) spät ernsthaft Gegenwehr. Der Serbe agierte über weite Phasen fehlerhaft und zögerlich. Er wirkte wie verwandelt nach dem berauschenden Halbfinal-Sieg über Kei Nishikori.
Das Duell der Giganten hielt deshalb nicht, was es versprochen hatte. Spannung kam nie wirklich auf.
Es ist unglaublich schön, das Spiel um die Nummer 1 vor heimischem Publikum zu gewinnen.
Murray nutzte seine 3. Breakchance zur 5:3-Führung im 1. Satz, den er anschliessend ins Trockene servierte. Im 2. Umgang nahm er Djokovic gleich im ersten Game den Aufschlag ab. Das zweite Break realisierte er zum 4:1. Djokovic reihte Fehler an Fehler. Bezeichnend waren zwei Smashes, die er auf klägliche Weise verschlug.
Mit dem Break zum 2:4 sendete er noch einmal ein Lebenszeichen. Djokovic begann plötzlich zu spielen. Murray behielt jedoch die Nerven.
Murray überwintert als Nummer 1
Nach 103 Minuten war der 29-Jährige am Ziel. Murray krönte sein sagenhaftes zweites Halbjahr mit dem Titel in London. Die Bilanz des Schotten lässt sich sehen:
- Murray feiert den 1. Sieg beim Saisonend-Turnier und dies gleich bei seiner ersten Final-Teilnahme.
- Murray baut seine Serie auf 24 Siege hintereinander aus und macht den 5. Turnier-Erfolg de suite perfekt.
- Murray konserviert die Weltranglisten-Spitze, die er vor 2 Wochen erstmals erklomm, zum Jahresende.
- Murray stand 2016 in 3 Grand-Slam-Endspielen: Australian Open (Niederlage gegen Djokovic), French Open (Niederlage gegen Djokovic) und Wimbledon (Sieg gegen Raonic). Zudem gewann er Gold in Rio.
Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 20.11.2016, 19:15 Uhr