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Mayaruine in Uxmal
Golfküste, Yukatan, Karibikküste 16.1.2019 - 30.1.2019
Die Fahrt vom Pazifik an den Golf von Mexico ist nichts spektakuläres und dauert 1 ½ Tage. Mein Ziel ist die Lagune von Catemaco, die eingebettet zwischen erloschenen Vulkanen liegt und einiges zu bieten hat. Mit dem Boot gleite ich über die Wellen der nicht tiefen Lagune und erblicke viele Fischer die Netze von Hand auswerfen und damit viele kleinere Fische fangen. Beim umrunden der zwei Inseln kann ich Klammeraffen und Makaken beobachten. Die Klammeraffen sind tolle Artisten, nur am langen Schwanz hangend pflücken sie Früchte und zarte Blätter und turnen elegant durch die Baumkronen. Die Makaken sind eher schwerfällig und sitzen am Boden oder auf einem dicken Ast. Auch der Nationalpark mit Ueberresten aus der Mayazeit, Krokodilen, Schildkröten, Leguanen und grossen roten Papageien ist ein Besuch wert.
Die Weiterfahrt über die MEX180 nach Osten führt über Villahermosa, dann dem Golf von Mexico entlang bis Campeche und weiter zu den Ruinen von Uxmal. Häufiger Regen und starke Wellen im Golf von Mexico begleiten mich. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit wächst der Dschungel neben der Strasse sehr üppig. In den kleinen Dörfern sind wieder viele Tope auf der Strasse und bremsen den Verkehr ab. Dies nutzen wieder viele Strassenverkäufer und Imbissbuden um ihre Waren zu präsentieren und an den Mann beziehungsweise an die Frau zu bringen. Lange, nicht einladende Sandstrände begleiten mich auf der linken Seite, grosse Zuckerrohrfelder rechts. In Uxmal kann ich mit Sabine und Theo wieder auf dem Parkplatz vor den Ruinen Uebernachten damit wir wieder zu den ersten Besuchern am Morgen zählen. Die Anlage ist sehr gepflegt und die Gebäude sind in einem guten Zustand und beeindrucken durch aufwendige Steinmetzarbeiten wie Masken, Schlangenköpfen und Hieroglyphen. Der Gouverneurpalast hat eine Länge von 100m und besitzt 14 Räume und zeigt die grosse Baukunst der Mayas. Nur wenige Gebäude sind ausgegraben und restauriert, vieles schlummert weiter unter und im Dschungel. Die Besucherzahl hält sich in Grenzen da die Mayastadt weit von den Touristenorten entfernt ist.
Unser nächstes Ziel sind die Flamingos in Celestum. Nach kurzer Fahrt erreichen wir wieder den Golf von Mexico und sind schockiert über den Gestank und die Abfallberge in Celestum. Alte Fischernetze, verrostete Motorräder und Autos, Plastik, Hausmüll und tote Hunde liegen in oder am Rande der Lagune wo die Flamingos leben. Im Hochsommer, wenn die Lagune ausgetrocknet ist wird hier Speisesalz abgebaut und verkauft. Dies alles nennt sich stolz "Biosphere Reserve", eine Frechheit. Nichts desto trotz buchten wir bei unserem Campingplatzbesitzer ein Motorrad-Tuck-Tuck. Der Chef persönlich führte uns um die Lagune und erklärt alles Wissenswerte über die roten Vögel und stoppt bei jedem guten Fotoplatz. Auch die Fahrt mit dem Motorrad-Tuck-Tuck war ein Erlebnis, 4 Gäste finden einen Platz und wie das der schwache Motor schaffen soll ist mir ein Rätsel, denn ab und zu blieben wir im Sand stecken, mussten aussteigen und schieben. Die Modellvielfalt und technische Ausstattung dieser Fahrzeuge lies uns staunen und schmunzeln. Nach zwei Tagen ging die Fahrt weiter über Merida nach Izamal. Die meisten Gebäude dieser Stadt sind gelb gestrichen und die Klosterkirche der Franziskaner wurde auf der von den Spaniern zerrstörten Mayapyramide errichtet. Für Stadtrundfahrten warten viele Pferdekutschen auf Gäste, die Pferde sind mit Hüten und Plastikblumen geschmückt zudem tragen sie einen Pferdeapfelfänger wie in Wien. Die Stadt macht einen sauberen und gepflegten Eindruck. Unser nächster Halt Richtung Cancun war eine Cenote, das ist eine Kalksteinhöhle gefüllt mit Süsswasser. Bei den Mayas waren das heilige Quellen und sie dienten als Trinkwasserspeicher. Auch heute wird das Wasser noch genutzt, doch in vielen Höhlen kann gegen kleines Entgelt gebadet werden. Sie sind zwischen 15 und 100 m tief und speichern riesige Mengen kühles Trinkwasser. Ueber schmale Felstreppen können sie erreicht werden und bieten im Sommer eine erfrischende Abkühlung. In der Gegend Yucaton, Belize und Guatemala sind über 10'000 solcher Cenotes bekannt.
In Cancun am Karibischen Meer angekommen sind wir erst mal geschockt. Die Tourismushochburg empfängt uns mit verstockten Strassen, Massen von Einheimischen und Touristen und fast alle Strandzugänge bis ins 140 km südlich gelegene Tulum sind von Hotels und Resorts zugebaut. Auch die Priese sind Top, das 80 Rappen Corona kostet plötzlich Fr. 5.00. Das freie Uebernachten in dieser Gegend ist problematisch und so fahren wir nach einer Nacht weiter nach Tulum. Auch hier sind die Touristen allgegenwärtig aber wir fanden etwas westlich einen Dschungelcamping mit vielen schönen und prachtvollen Vögeln. Am Abend prasselte ein heftiges Gewitter über uns nieder und brachte etwas Abkühlung und am frühen Morgen sah ich die ersten Tukane. In Tulum stand die einzige Mayasiedlung mit direktem Meerzugang. An schönster Lage am Meer sind einige Ruinen übrig geblieben, es ist aber nicht zu vergleichen mit dem was wir bereits gesehen haben. Auch die Parkkosten haben es in sich, Fr. 25.00 soll ich bezahlen um die Steinhaufen zu besichtigen, ein mehrfaches des Eintrittspreises. Nach 5 Minuten Suchfahrt fand ich einen kostenlosen Parkplatz an der Hauptstrasse. Auf dem Fussweg zur Ruinenanlage begegneten mir mehrere Nasenbären auf der Futtersuche. Längere Zeit konnte ich die trolligen Tiere beobachten und fotografieren bevor ich mit Sabine und Theo die Ruinen und den schönen Strand besichtige. Am Nachmittag heisst es dann Abschied nehmen. Nach drei Monaten gemeinsamer Fahrt durch Mexico trennen sich unsere Wege. Wir haben zusammen so viele schöne Stunden erlebt, eindrückliche Naturwunder gesehen und bestaunt, miteinander um die Wette gekocht und so richtig gut gelebt. Ihr werdet mir fehlen. Sabine und Theo fahren weiter nach Süden über Belize, Guatemala, El Salvador nach Panama um dann nach Kolumbien zu verschiffen. Ich fahre nach Cancun zurück.
Die letzten Tage vor meinem Heimaturlaub sind für waschen, aufräumen, Wassertank und WC desinfizieren, verderbliche Lebensmittel aufessen und bei Mercedes Cancun einen Service für meinen treuen Sprinter organisieren reserviert. Die Mercedes Garage anerbot mir dann auch noch einen Abstellplatz für mein Wohnmobil über die Zeit meines Aufenthaltes in der Schweiz. Dankend nahm ich das Angebot an.
Jetzt freue ich mich auf meine Familie, Freunde und die Ski- und Schneeschuhtage im Hochybrig. Ab 8. März bin ich wieder zurück in Mexico um meine Reise Richtung Zentral- und Südamerika fortzusetzen.
Total gefahrene km in 9 Monaten 44'970 ( seit Reisebeginn in Halifax, Canada)