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Als Finanzkapital bezeichne ich in Anlehnung an Rudolf Hilferding eine Konzentration des Kapitals bei Kreditinstituten und Investmentgesellschaften, die so ihre Macht- und Kontrollmöglichkeiten ausbauen. Es handelt sich um eine spezifische Form der von K. Marx postulierten Kapitalkonzentration, in welcher sich die Kapitalisten gegenseitig aufkaufen, bis es schlussendlich nur noch ganz wenige Kapitalisten gibt.
Einer neueren Theorie zufolge entsteht ein Finanz(markt)kapitalismus, in welchem die durch Finanzmärkte ausgeübte Kontrolle abstrakt und anonym ist. Diese Kontrolle erscheint nicht als Herrschaft einer durch Personen besetzten Klasse von Kapitalisten, sondern als durch anonyme und globale Marktkräfte vermittelte Macht. Im Finanz(markt)kapitalismus werden Profite nicht mehr vor allem durch Mehrwertabschöpfungen gemacht, sondern durch Spekulationen auf zukünftige Gewinne.
Der Finanz(markt)kapitalismus ist eine politökonomische Umdeutung des Finanzkapitals, die quasi empirisch belegt, dass die Mehrwerttheorie von K. Marx bei der Beschreibung der Kapitalprozesse keine entscheidende Rolle spielt. Die grossen Kapitalien beruhen - je aktuell - nicht auf bereits abgeschöpftem Mehrwert, sondern auf Finanzkonstruktionen, die sich dann und wann als Finanzblasen erweisen.