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Eine neue Studie von Claus Wedekind von der Universität Lausanne zeigt, dass die Reaktionen von Äschenlarven auf Hormone geschlechterspezifisch sind.
Im Rahmen der Untersuchung wurden Äschenlarven einer ökologisch relevanten Konzentration eines künstlichen Hormons ausgesetzt, dass in der kontrazeptiven Pille eingesetzt wird. Dieses Hormon wird regelmässig in Bächen und Flüssen in der ganzen Schweiz nachgewiesen.
Sowohl männliche als auch weibliche Larven reagierten stark auf die chemische Verschmutzung. Ihre Reaktion war aber sehr unterschiedlich: am Anfang der Entwicklung werden bei Männchen über 400 Gene beinflusst, bei Weibchen lediglich 15. Beim Schlüpfen kehrt der Effekt aber und sinkt bei Männchen stark, während bei Weibchen über 20'000 Gene beinflusst werden. Gegen Ende der Dottersackphase sind es immerhin noch 10'000, bei Männchen verschwindet der Effekt nahezu komplett.
Diese Effekte können Auswirkungen auf die Laichpopulation der Äschen haben. Wenn die Mortalitäten geschlechtsspezifisch unterschiedlich sind, kann dies dazu führen dass auf den Laichplätzen viel mehr Weibchen als Männchen vorhanden sind. Tatsächlich konnten die Wissenschaftler feststellen, dass es mehr Weibchen als Männchen gab. Dies lag aber nicht daran, dass sich Männchen bei Zugabe von Hormonen zu Weibchen entwickeln würden. Geschlechtsumwandlungen konnten bei den Versuchstieren keine nachgewiesen werden.