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Das Übereinkommen von Paris fordert die Staaten auf, eine langfristige Klimastrategie zu erarbeiten. Die Strategie für die Schweiz zeigt auf, wie das Ziel von Netto-Null Treibhausgasemissionen bis 2050 erreicht werden kann.
Der Bundesrat hat die langfristige Klimastrategie der Schweiz am 27. Januar 2021 verabschiedet und deren Eingabe beim UNO-Klimasekretariat gutgeheissen. Damit kommt die Schweiz dem Übereinkommen von Paris (Artikel 4.19) nach, das alle Staaten zur Erarbeitung von Klimastrategien für den Zeithorizont bis 2050 aufruft.
Ziele und Inhalte der langfristigen Klimastrategie
Ausgangspunkt für die langfristige Klimastrategie ist das Netto-Null-Ziel für 2050, das der Bundesrat im August 2019 beschlossen hat. Die langfristige Klimastrategie ist ein wichtiger Schritt in Richtung dieses Netto-Null-Ziels. Sie formuliert zunächst zehn strategische Grundsätze, die das klimapolitische Handeln der Schweiz in den kommenden Jahren anleiten und prägen sollen. Anschliessend zeigt die Strategie für die Teilbereiche Gebäude, Industrie, Verkehr, internationale Luftfahrt, Landwirtschaft und Ernährung, Abfall, synthetische Gase sowie Finanzmarkt mögliche Klimaziele und Emissionsentwicklungen (sog. Emissionspfade) auf.
Sie stützt sich weitgehend auf die Energieperspektiven 2050+ des Bundesamtes für Energie, die Ende November 2020 veröffentlicht wurden. Die Energieperspektiven 2050+ illustrieren anhand verschiedener Szenarien Emissionspfade in Richtung Netto-Null, die dafür notwendigen technologischen Entwicklungen und die Rolle von Technologien, die der Atmosphäre dauerhaft Treibhausgase entziehen (sog. Negativemissionstechnologien, NET).
Die langfristige Klimastrategie zeigt, dass die Schweiz ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 im Vergleich zu 1990 um rund 90 Prozent vermindern kann. Die verbleibenden Emissionen müssen mit Negativemissionstechnologien ausgeglichen werden. Der Bundesrat hat sich im Herbst 2020 in seinem Antwortbericht zum Postulat Thorens Goumaz (18.4211) erstmals ausführlich zur möglichen Rolle von Negativemissionstechnologien in der langfristigen Klimapolitik der Schweiz geäussert und Handlungsoptionen skizziert.
Strategien anderer Länder
Die Schweiz bewegt sich mit ihrer langfristigen Klimastrategie im Gleichschritt mit einer wachsenden Anzahl Staaten, die ebenfalls solche Strategien erarbeitet haben. Die EU möchte beispielsweise bis 2050 klimaneutral werden. Dieses Ziel steht im Zentrum des «European Green Deal», den die Europäische Kommission am 11. Dezember 2019 präsentiert hat. Verschiedene weitere Länder, unter anderem Dänemark, Deutschland, Finnland Frankreich, Grossbritannien, Japan, Kanada, die Niederlande, Norwegen, Schweden, Spanien, Südafrika, Südkorea, Österreich und die USA, haben langfristige Klimastrategien beim UNO-Klimasekretariat eingereicht. Die meisten Staaten bekräftigen darin die Ambition einer weitgehenden bis vollständigen Abkehr von fossilen Energien wie Erdöl, Erdgas oder Kohle oder von Netto-Null-Emissionen bis spätestens Mitte des Jahrhunderts. Einige Staaten haben diese Zielsetzungen auch bereits gesetzlich verankert. Norwegen möchte beispielsweise 2030 klimaneutral sein, Schweden im Jahr 2045 und Frankreich, Grossbritannien oder Neuseeland spätestens 2050.
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Letzte Änderung 26.01.2021