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Der Schriftsteller Christoph Hein
Von allem Anfang an
Kultur
Hein - Schriftsteller, Essayist und Dramatiker - wird in den Achtzigerjahren fast über Nacht bekannt. Seine Erzählung "Der fremde Freund" macht in Ost wie West Furore: In der Bundesrepublik erscheint sie unter dem Titel "Drachenblut". Der Autor erzählt emotionslos sezierend die Geschichte einer DDR-Ärztin. Zu Hause im spießigen Ambiente eines Plattenbaus, ist sie erfolgreich im Beruf, aber bindungsunfähig. Das trifft den Zeitgeist. Das Buch wird in 22 Sprachen übersetzt. Für die einen ist es Sinnbild für das politische Verstummen einer ganzen Generation im Osten, für die anderen trifft das Kultbuch aus der DDR das "No Future"-Gefühl im Westen.
Auch in den folgenden Jahren erweist sich Hein als Chronist brüchiger Schicksale. So in den Romanen "Horns Ende" und "Der Tangospieler", nach der Wende wieder in seinem Buch "Napoleonspiel". Er selbst bezeichnete sich stets als einen "Chronisten ohne Botschaft".
Christoph Hein, Pfarrersohn und Absolvent der philosophischen Fakultät, macht sich nicht nur als Erzähler, sondern auch als Dramatiker einen Namen. Von seinen Stücken vor der Wende wird vor allem "Die Ritter der Tafelrunde" bekannt: eine klarsichtige, kaum verhüllte Parabel auf das greise und moralisch verkommene Politbüro der Honecker-Ära.
Hein zählt zu den aufmüpfigsten der Schriftsteller, die in der DDR ausharren. Auf dem letzten Schriftstellerkongress wendet er sich scharf gegen die politische Zensur und düpiert so öffentlich Erich Honecker. Gleichzeitig setzt er bis zuletzt auf Veränderungen. Noch auf der großen Alexanderplatz-Kundgebung im November '89 fordert er einen reformierten Sozialismus. Später verwirft er diese Hoffnung als illusionär.
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