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Das Schweizerische Arbeitsrecht sieht in Art. 335b OR explizit eine Probezeit vor.
Dauer der Probezeit im Arbeitsrecht
Das OR legt in Abs. 1 des oben genannten Artikels OR 335b auch gleich die Dauer der Probezeit für den Fall fest, in welchem der Arbeitsvertrag nichts anderes festlegt. In diesem Fall ist die Probezeit 1 Monat.
Wird der Mitarbeiter während der Probezeit krank, hat er einen Unfall oder leistet er obligatorischen Militär- oder Zivildienst, so verlängert sich die Probezeit automatisch um die Zeit der Abwesenheit.
Probezeit – Abänderung im Arbeitsvertrag möglich und üblich
Diese im OR festgelegte reguläre Probezeit von einem Monat für unbefristete Arbeitsverträge ist nun aber nicht zwingend, was bedeutet, dass sie abgeändert werden kann.
Auch für diese Möglichkeit der Abänderung hält das OR mit Art. 335b Abs. 2 eine Bestimmung bereit: Danach ist es möglich, durch schriftliche Abrede abweichende Vereinbarungen zu treffen. Allerdings nur in Grenzen:
- Die Probezeit kann mittels Arbeitsvertrag ganz ausgeschlossen oder z.B. auf eine oder zwei Wochen verkürzt werden,
- Die Probezeit kann auf bis zu drei Monate verlängert werden.
Zur Maximalen Dauer der Probezeit von drei Monaten
Die Maximaldauer von drei Monaten bezieht sich auf das Arbeitsverhältnis und nicht auf den Arbeitsvertrag. Darum kann die Probezeit auch nicht verlängert werden:
- durch den Abschluss eines neuen Vertrages nach z.B. 2 Monaten;
- durch das Zuweisen einer neuen Funktion ;
- durch Kettenarbeitsverträge;
- für Lehrlinge, die nach der Lehre fest angestellt werden.
Man könnte jetzt erwarten, dass auch dann keine Probezeit vereinbart werden düfte, wenn ein Teporär-Arbeitnehmer nach Abschluss des Temporärarbeitsverhältnisses eine Festanstellung beim Einsatzunternehmen bekommt. Hier war das Bundesgericht aber in einem Entscheid aus dem Jahr 2003 (BGE 129 III 124, in französischer Sprache) anderer Meinung (jedenfalls wenn der Temporärarbeiter vorher über eine Temporärfirma bei der Unternehmung gearbeitet hat). Als Begründung sieht das Bundesgericht im Wesentlichen, dass die Vertragsparteien beim Arbeitsvertrag nicht die gleichen sind wie beim beendeten Temporärvertrag.
Abänderung der regulären Kündigungsfrist und Kündigungsfrist während der Probezeit
Das Bundesgericht hat übrigens noch eine interessante Praxis zum Ausschluss der Probezeit entwickelt, die sich vor allem Unternehmen und Personalverantwortliche gut ansehen sollten: Das Bundesgericht hat nämlich festgehalten, dass eine schriftlich festgehaltene Abweichung von der ordentlichen regulären Kündigungsfrist im Arbeitsvertrag (diese ist in OR 335c geregelt) die kürzere Kündigungsfrist von sieben Tagen während der Probezeit ausschliesst, sofern nicht explizit ein Vorbehalt für die Probezeit angebracht wird.
So wirkt die Probezeit im Arbeitsrecht
Die Probezeit hat gemäss OR 335b Abs. 1 zuerst einmal die Wirkung, dass der abgeschlossene Arbeitsvertrag während dieser Probezeit jederzeit mit einer Kündigungsfrist von sieben Tagen gekündigt werden kann.
Eine weitere – im konkreten Fall für den Arbeitgeber sehr wichtige – Wirkung ist, dass er während der Probezeit auch dann kündigen kann, wenn der Mitarbeiter infolge Krankheit oder Unfall arbeitsunfähig ist – und sogar dann, wenn eine Arbeitnehmerin schwanger ist. Grund ist, dass die Kündigungs-Sperrfristen für den Arbeitgeber erst nach Ablauf der Probezeit gelten (vgl. Art. 336c Abs. 1 OR).
Probezeit und Lehrvertrag
Beim Lehrvertrag gelten zum Teil abweichende Bestimmungen.