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Anne Zernike – Begegnung mit der ersten Pastorin der Niederlande
7. April 2012 - Die holländischen Mennoniten bringen am 19. Mai eine bewegte Lebensgeschichte nach Sumiswald. Korneel Roosma-de Vries spielt im Saal der Freien Evangelischen Gemeinde Sumiswald das Solo-Theaterstück "Anne Zernike". Es ist das Porträt der ersten Frau, die vor hundert Jahren (1911) von einer Gemeinde in den Niederlanden als Pastorin eingesetzt wurde.
1911 wird Anne Zernike im kleinen friesländischen Dorf Bovenknijpe Pastorin der dortigen Taufgesinntengemeinde. Als Frau in diesem Amt eine Pionierin! 1915 die heiratet sie den Kunstmaler Jan Mankes, gibt ihren Beruf auf und bekommt einen Sohn. 1920 stirbt ihr Mann an Tuberkulose. Als Witwe mit Kind, mit weiter zurückliegender Berufserfahrung und mit einer eher radikalen, linken Einstellung ist der Wiedereinstieg in den Gemeindedienst für Anne zunächst schwierig. Schliesslich wird sie als Pastorin einer Gemeinde für Protestanten, Reformierte, Taufgesinnte, Freikirchliche im neuen Wohnviertel Rotterdam-Vreewijk berufen. Sie baut diese Gemeinde auf, es gehören ihr bald über 400 Mitglieder an.
Ihr Leben und Wirken hält Anne Zernike 1956 in ihren Memoiren fest. Im Solo-Theaterstück begegnet das Publikum ihr – gespielt von Korneel Roosma-de Vries – in ihrer Stube in Rotterdam beim Schreiben der Memoiren und erhält so Einblick in das beweg¬te Leben und Wirken dieser der ersten Frau als Pastorin auf der Kanzel. Korneel Roosma-de Vries hat das Stück selbst aufgrund der Memoiren und weiterer Berichte und Schriftstücke verfasst. Das Stück wird in Sumiswald in Holländisch gespielt, der deutsche Text wird auf der Bühne als Untertitel eingeblendet.
Das Theaterstück wird im Rahmen der Mennonitischen Europäischen Regionalkonferenz MERK 2012 gespielt, die vom 17. – 20. Mai in Sumiswald stattfindet.