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Der Juli war der sechstwärmste seit Messbeginn. Die Temperatur auf 3000 m fiel nur an einem Tag kurz in den negativen Bereich. Sonst lag sie meist zwischen 5 und 10 °C, zeitweise sogar bei 15 °C. Die milden Temperaturen trieben die Schneeschmelze weiter voran. Lawinenunfälle wurden keine gemeldet.
Die rekordträchtige Hitzewelle, welche die Schweiz Ende Juni fest im Griff hatte, dauerte bis am Montag, 1. Juli weiter an. Erst in der Nacht auf den 2. Juli wurde diese durch kräftige Gewitter beendet.
In der Folge war der Juli von Tagesgangwetter geprägt. Dabei war es oft sonnig und mild. Die Nullgradgrenze lag im Hochgebirge. Auf 3000 m lag die Tageshöchsttemperatur meist zwischen 5 und 10 °C (Abbildung 1). Am Abend gab es häufig Schauer oder Gewitter. Vereinzelt brachten die Gewitter auf den höchsten Gipfeln des Hochgebirges etwas Neuschnee.
Das Tagesgangwetter wurde am Sonntag, 14. Juli vom Durchzug eines Kaltlufttropfens für zwei Tage unterbrochen. Dieser brachte eine kurzfristige Abkühlung und Niederschläge mit sich. So fiel oberhalb von 2500 bis 3000 m im südlichen Wallis 20 bis 40 cm, im Aletschgebiet und im Engadin 10 bis 20 cm Schnee (Abbildung 2).
Vom 20. bis am 26. Juli lag die Schweiz erneut im Einfluss einer Hitzewelle. Die Nullgradgrenze stieg dabei am Höhepunkt der Hitzewelle auf knapp 5000 m an. Die Tageshöchsttemperatur auf 3000 m erreichte, wie bereits während der Hitzewelle Ende Juni, bemerkenswerte 15 °C (Abbildung 1). Im Westen war die Juli-Hitzewelle noch markanter als jene im Juni, im Osten hingegen war die Junihitze intensiver (Klimabulletin Juli Meteoschweiz).
Der Aufzug einer Kaltfront beendete in der Nacht auf Samstag, 27. Juli die Hitzewelle. Die Kaltfront brachte kräftige gewittrige Niederschläge mit sich. Die intensivsten Niederschläge fielen am Alpennordhang, im Prättigau und im Tessin mit 50 bis 70 mm Regen. Die Schneefallgrenze lag zwischen 3000 und 3500 m. Nur auf den höchsten Gipfeln im Wallis und im Berner Oberland blieb etwas Schnee liegen.
Das Monatsende war wechselhaft.
Trotz der Rekordschneeschmelze im Juni lag Anfang Juli in der Höhe immer noch viel Schnee. Das einzige langjährige Messfeld in hohen Lagen auf dem Weissfluhjoch (2536 m, Davos, GR) aperte am 8. Juli 2019 aus. Obwohl Anfang Juni dort noch Rekordschneehöhen gemessen worden waren, war dies nur 2 Tage später als im 30-jährigen Durchschnitt.
Dank des vielen Schnees im Hochgebirge waren die Verhältnisse für Hochtouren zunächst meist günstig. Mit den anhaltend milden Temperaturen schritt die Schneeschmelze jedoch weiter fort. So wurden Spaltenzonen zunehmend freigelegt und an steilen Flanken kam vermehrt Blankeis zum Vorschein. Die Juli Schneeschmelze wird anhand eines Bildvergleichs eindrücklich illustriert (Abbildung 4).
Nachdem Anfang Juli noch rund ein Viertel der Messfelder an den automatischen Messstationen zwischen 2000 und 3000 m schneebedeckt waren, waren Ende Juli alle Messfelder schneefrei (Abbildung 5).
Nichtsdestotrotz waren in der Höhe an Schattenhängen und in Mulden auch Ende Juli immer noch zahlreiche Schneefelder zu sehen (Abbildung 6).
Im Juli wurde dem SLF kein Lawinenunfall gemeldet.
Im Juli wurde kein situationsbezogenes Lawinenbulletin publiziert. Im Sommer und im Herbst publiziert das SLF nur bei grossen Schneefällen Lawinenbulletins. Auch wenn das SLF kein Lawinenbulletin publiziert, sollte die Lawinensituation auch im Sommer beachtet werden. Sie können sich via Push-Alert, SMS oder RSS-Feed über die Herausgabe eines Bulletins informieren lassen.
Der nächste Monatsbericht erscheint Anfang September.