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Prix Chalumeau für Jérôme Laubners Dissertation
Der Absolvent des Doktoratsprogramms Literaturwissenschaft erhält Genfer Preis für Sexualwissenschaften.
Wir gratulieren Jérôme Laubner zum "Prix senior Maurice Chalumeau 2022", mit dem seine im Juni verteidigte Dissertation "Vénus malade, représentations de la vérole et des vérolés dans les discours littéraires et médicaux en France (1495–1633)" geehrt wurde. Mit dem Preis zeichnet das Centre Maurice Chalumeau en sciences des sexualités in Genf (Genève) jährlich eine Schweizer Dissertation im Bereich der Sexualforschung aus.
Jérôme hat seine Arbeit als Cotutelle an der Universität Basel und der Pariser Sorbonne geschrieben und im Juni dieses Jahres verteidigt. Sie befasst sich mit den Darstellungen einer damals neuen Geschlechtskrankheit, der "grossen Pocken" (oder auch "Syphilis"), die ab dem Ende des 15. Jahrhunderts verbreitet wurden. In einem interdisziplinären Ansatz, der Medizingeschichte, Literaturgeschichte, Gender Studies, Sexual- und Emotionsforschung miteinander verbindet, bietet diese Dissertation Schlüssel zum Verständnis erotischer Beziehungen, die damals wie heute von der pathologischen Übertragung bedroht sind, und beleuchtet die Auswirkungen einer sexuell übertragenen Krankheit auf eine christliche Gesellschaft des Ancien Régime. Die Faszination und der Abscheu, die eine so entstellende Krankheit hervorruft, legen nahe, wie sehr das Schreiben über die Pocken ständig in der Spannung zwischen Gabe und Zerstörung der Formen, textueller Komposition und somatischer Verwüstung steht. Das Paradox besteht darin, dass es in den Leser:innen unaufhörlich den Wunsch konstruiert, eine abscheuliche Krankheit zu sehen.
Bild: Allegorie der Grossen Pocken aus dem anonymen Text "Le Triumphe de treshaulte et puissante Dame Verolle", Lyon, F. Juste, 1539 [BnF]