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Die 1989 im französischen Orléans an der Loire geborene Cécile Lartigau absolvierte zunächst eine Violinausbildung, ehe sie sich 2011 für das Studium der Ondes Martenot entschied, das sie zu Valérie Hartmann-Claverie ans Conservatoire National Supérieur de Paris führte. Ausserdem belegte sie Musikwissenschaften am Conservatoire de Lyon und schloss diesen Studiengang 2017 mit dem Master’s Degree ab. In Verbindung beider Disziplinen beschäftigte sich Lartigau mit der Geschichte ihres Instruments, das 1928 von Maurice Martenot erfunden wurde und ein «Urahn» aller heutigen elektronischen Klangerzeuger ist. Sie entdeckte dabei das älteste klassische Werk für Ondes Martenot, eine Sinfonische Dichtung des griechischen Komponisten Dimitrios Levidis, die sie weltweit zur Aufführung brachte. Intensiv widmet sie sich als Forscherin auch dem Schaffen von John Cage und Sylvano Bussotti. Auf dem Konzertpodium gibt Cécile Lartigau Solorezitale, spielt Kammermusik, tritt mit Orchestern auf und wirkt bei Opernproduktionen mit. So war sie mit Honeggers Jeanne d’Arc au bûcher bei einer von Kazushi Ōno geleiteten Produktion an der Opéra de Lyon zu hören und interpretierte den Ondes-Martenot-Part auch am Theater Perm unter der Stabführung von Teodor Currentzis. Mit Messiaens Turangalîla-Sinfonie stellte sie sich in Ljubljana vor. Zu ihren musikalischen Partnern zählt auch Heiner Goebbels, mit dessen Stück Everything that happened and would happen sie in Manchester, New York, Bochum, St. Petersburg und Wien gastierte. Inspiriert von der Philosophie John Cages, geht es Lartigau um eine Emanzipation des performativen Akts. Deshalb gehört ein Gutteil ihrer künstlerischen Tätigkeit der Improvisation und gemeinsamen Projekten mit Alexandros Markeas, Vincent Lê Quang und Joëlle Léandre. Auf CD hat sie Sylvano Bussottis Pièces de Chair II mit dem E-Mex-Ensemble vorgelegt. Sie spielt auf einem Instrument von Jean-Loup Dierstein.
August 2022