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Aus der Hand der Gred Ennelin Hagendörni und ihres Bruders, Oberstzunftmeister Junker Hug zer Sunnen, erwarb im Jahre 1420 die Witwe des Junkers Petermann Sevogel "Huß, Hofstatt und garten, gelegen in der vorstatt ze Eschemerthor und ouch zwuschent Eschemerthor und Chünen Thor (St. Albanschwibbogen), uf dem graben, so man nennet zer Sunnen". Das Haus lag gegenüber der Domprobstei und neben deren Zehntenscheunen und wahrte auch unter den nachfolgenden Besitzern von Grünenberg und von Hattstatt den Charakter eines Adelssitzes. Die Liegenschaft gelangte in verschiedene Besitztümer, so diejenigen von Conrad Stubenweg, Johann Harder und Thoman Schöni, schliesslich in das Eigentum Heinrichs, des letzten der mächtigen Grafen von Thierstein, der sie offenbar bis zu seinem Tod (1519) bewohnte.
1556 brannte das Haus nieder, und der Schaden wurde auf etwa 4000 Gulden geschätzt. Niclaus Rispach liess den Sitz wieder aufbauen und verkaufte ihn 1559 samt dem anliegenden Haus zum Colmar für 3200 Gulden an Niclaus Camuglio, einen Refugianten aus Genua, der die beiden Häuser nach sieben Jahren an Erbschenk Gedeon von Ostheim um 2200 "guter frantzösischer gwichtiger Sonnenkronen" weiterverkaufte. 1579 wurde der Geschichte des Hauses ein bedeutungsvoller Akzent gesetzt: Christoffel Bechem verkauft den Adelssitz im Namen des Grafen von Ostheim in den Besitz Graf Friedrichs von Württemberg und Mümpelgart (Montbéliard), der nach einem fürstlichen Absteigequartier in unserer Stadt Umschau gehalten hatte. Nach dem Tod des regierenden deutschen Reichsfürsten übernahm dessen Sohn, Ludwig Friedrich, das Anwesen. Er galt als genügsamer Herrscher, der sich lieber um die Jagd als um Amtsgeschäfte kümmerte. Diese übergab er Johann Wilhelm Gelderich von Sigmarshofen, der 1620 für seine treuen Dienste den ganzen Basler Besitz zu St. Alban geschenkt bekam, mit der Auflage, das Haus habe bis auf ewige Zeiten den Namen Württembergerhof zu tragen.
Mit der Übernahme des Württembergerhofs durch den zeitweiligen Mieter Johann Rudolf Burckhardt im Jahre 1666 verblasst der adlige Einfluss, der das Gesicht des Hauses geprägt hat; Handelsleute und Fabrikanten wohnten von da an im Herrensitz. Der Ruf, den der jeweilige neue Besitzer in der Stadt genoss, war allerdings wenig rühmlich, spielte doch der reiche Salzherr Burckhardt während der 1691er Revolution als Anhänger der Malcontenten (der Aufständischen) eine klägliche Rolle und entkam nur knapp dem Schafott.
Mit dem Einzug des wohlhabenden, bau- und lebensfreudigen Marcus Weis-Leissler anno 1738 verband sich eine völlige Neugestaltung des Württembergerhofs: die stattliche Liegenschaft wurde zu einem "Hôtel entre cour et jardin" umgebaut. Der Trakt am St. Albangraben wurde abgebrochen, und der Mittelbau mit der kunstvollen spätgotischen Treppe (heute im Kunstmuseum) erhielt auf beiden Seiten schmale Flügel, die hufeisenförmig einen Hof umschlossen. Dem Anwesen wurde also wieder neuer Glanz verliehen. Achilles Weiss-Ochs, der einzige Sohn des Hausherrn, übernahm 1768 den Sitz; seine Aufmerksamkeit galt dem Innenausbau und der Erweiterung der Parkanlagen bis zur Malzgasse. Der tiefe Weiher im vorderen Garten wurde mit einem phantastischen, mit Glöckchen behängten chinesischen Pavillon überdacht (heute in der Solitude) und im hinteren Teil des Gartens gar ein landwirtschaftlicher Betrieb, eine "Meierei", eingerichtet. Die bauliche Entwicklung führte Bandfabrikant Johann Rudolf Forcart-Weis, einer der hervorragendsten Basler seiner Zeit, zu einer grossartigen Vollendung. Er berief für die Ausgestaltung den berühmten Pariser Tausendkünstler Aubert Parent, der das als Rebgelände genutzte Hinterland zu einem französisch-englischen Garten mit Gehölzen, Felsgrotten, Einsiedelei, schwebender Brücke, römischen Steinen und Säulen aus Augst und Volieren mit Fasanen und Kanarienvögeln verwandelte. 150 Geladene, darunter viele europäische Berühmtheiten, bewunderten 1795 Basels neue Sehenswürdigkeit, das "entzückendste 18.-Jahrhundert-Palais der Schweiz", anlässlich eines Gartenfestes.
1932 schlug dem schönen, seit 1926 in Staatsbesitz befindlichen Württembergerhof die Stunde; das Anwesen war von den Erben des Achilles Forcart-Iselin (Johann Rudolf Forcart-von Gentschick und Adolf Sarasin-Forcart einerseits und Daniel Burckhardt-Forcart andererseits) rechtlich schon 1844 und im Jahr 1900 durch den Bau der Dufourstrasse auch praktisch getrennt worden. An seiner Stelle entstand das Kunstmuseum, womit der "Boden fernerhin Basler Kunst- und Kulturstätte bleibt". Daniel Burckhardt-Werthemann, der freisinnige Stadthistoriker und letzte Bewohner der Liegenschaft, widmete ihr ein verständnisvolles Abschiedswort: "In einer volkreichen Stadt ein Stilleben zu führen, ist für das Geschlecht unseres harten Jahrhunderts zum unstatthaften Luxus geworden. Wir wollen ihn nicht beklagen". Und Stadtpoet und Kunstmaler Emil Beurmann doppelte nach: "Die Basler Eigenart ist hin. Das Fremde, das war stärker als Basler Geist und Basler Sinn. Wer baut hier? Und wer spukt dann drin? Bei Gott, zwei Württemberger. Und das find ich noch ärger!"
Quelle: Meier 1968