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Das Kölner Hansa-Hochhaus des Architekten Jacob Koerfer, das mit seiner Bauzeit von nur 135 Arbeitstagen lange Zeit das höchste Geschäftshaus Europas blieb, wurde 1925 ähnlich fasziniert als technische Leistung bestaunt wie die Zeppelinluftschiffe. Koerfer schuf damit den Prototyp eines kubischen sachbetonten Funktionsbaus, der noch viele Nachfolger finden sollte. Die Arbeit untersucht das facettenreiche Werk Koerfers, der in den zwanziger Jahren zu den führenden Architekten Deutschlands zählte. Er entwarf und baute vornehmlich Lichtspieltheater, Büro-, Waren- und Hochhäuser, alles traditionslose Bauaufgaben, für die erst eine eigenständige Formensprache gefunden werden musste. Mehrfach als sein eigener Bauherr – ein Novum in der Baugeschichte des 20. Jahrhunderts – errichtete Koerfer in vielen westdeutschen Städten (u.a. Aachen, Dortmund, Düsseldorf, Essen und Köln) zahlreiche Hoch- und Geschäftshäuser, in denen gleichzeitig Lichtspieltheater untergebracht waren, die aufgrund ihrer Innenraumgestaltung und ihrer technischen Einrichtung weit über die Grenzen Deutschlands bekannt wurden. Obwohl der Einfluss Mendelsohns deutlich spürbar wird, fand Jacob Koerfer zu einer individuellen Ausdrucksweise, in der die Synthese von Eleganz und Sachlichkeit das Gedankengut modernen Bauens ins Allgemeinverständliche übersetzt.