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Infografik: Wohnformen von Co-Living bis Containerdorf
Die vierköpfige Familie als Standardmodell des Zusammenlebens ist passé. Neue Wohnformen, wie Clusterwohnungen, Mehrgenerationenhäuser oder Co-Living haben sich entwickelt. Eine Map aus der GDI-Studie «Microliving» bietet einen Überblick.
Text und Grafik sind ein Auszug aus der GDI-Studie «Microliving – Urbanes Wohnen im 21. Jahrhundert». Sie steht Ihnen kostenlos als Download zur Verfügung.
Wenn heute für viele das Leben in einer Gemeinschaft eine verheissungsvolle Alternative wird, die soziale Kontakte fördert, Kosten senkt und in der neue Formen von Wohnen und Arbeiten ausprobiert werden können, handelt es sich dabei zumindest teilweise um einen Rückgriff auf vormoderne Lebensmuster. Im Mittelalter gab es beispielsweise keine separaten Räume zum Schlafen, Boarding-Häuser des 19. und 20. Jahrhunderts in den USA bildeten eine Möglichkeit, um den Schritt zwischen der familiären Erziehung und der Unabhängigkeit zu schaffen. Diese Modelle werden durch moderne Technologien, wie beispielsweise Smartphones, wieder praktikabel.
Das «Mapping der Wohnformen» zeigt eine Auswahl an bestehenden Wohnformen, die entlang zweier Dimensionen differenziert werden: Einerseits kann es sich um unfreiwillig oder freiwillig gewählte, andererseits um zurückgezogene oder gemeinschaftliche Wohnformen handeln.
Die X-Achse «Freiwilligkeit» repräsentiert das Spannungsfeld zwischen unfreiwilligem Zwang und freiwilliger Wahl. Etwas überspitzt ausgedrückt sind links jene Beispiele, in denen Leute wohnen müssen – und rechts jene, die dort wohnen wollen. Ein Anteil der Leute, die allein wohnen, wird eher in diese Wohnform gedrängt, zum Beispiel aufgrund des fortgeschrittenen Alters, des Arbeitsorts, der Wohnungsknappheit oder des Mietpreises. Diese Wohnformen werden tendenziell als temporär und defizitär wahrgenommen. Der andere Anteil jedoch wählt ganz bewusst, stolz und selbstbestimmt seine Wohnform.
Die Achse «Gemeinschaft» repräsentiert das Spannungsfeld zwischen zurückgezogener Individualisierung und überzeugter Gemeinschaft. Während gewisse Wohnformen ein isoliertes und zurückgezogenes Wohnen ermöglichen, stellen andere einen einfachen und unkomplizierten Zugang zu einem Kollektiv bereit – manche erfordern ihn geradezu.
Die ganze Studie «Microliving – Urbanes Wohnen im 21. Jahrhundert» ist als PDF verfügbar.