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Moselfahrt aus Liebeskummer
"Vielgenannt - kaum bekannt: das ist noch immer das Los des Flusses und der Landschaft. Man spricht den Namen der Mosel rasch und geläufig, zugehörig und vereinend mit dem des Rheines aus. Aber es liegt nur eine Gewohnheit, eine Oberflächlichkeit, eine wirklich falsche Vorstellung darin. Die Mosel liegt abseits. Auch ihre Schönheit, ihre Reize sind abseits. Fast könnte man sagen: fremd. Fein zart unmerklich ist ihr Zauber, den dennoch jeder Empfindende an sich erfährt. Er ist sanft aber sehr eigen. Er ist stark aber verhalten. Er ist eindringlich aber stille. Er ist licht aber gedämpft. Er ist tief aber ungewöhnlich. Er ist bestimmt aber nicht handgreiflich. Er ist unvergesslich aber leicht ..."
Rudolf Binding
Rudolf Georg Binding (geb. 13. August 1867 in Basel; gest. 4. August 1938 in Starnberg) war ein deutscher Schriftsteller.
Binding kam aus wohlhabenden Verhältnissen. Sein Vater Karl Binding entstammte einer traditionsreichen Anwaltsfamilie und war Ehrenbürger von Leipzig. 1867 in der Schweiz geboren, zog er mit seiner Familie um das Jahr 1870 herum nach Freiburg im Breisgau, um dann ins - nun wieder deutsche - Strassburg zu ziehen. Doch auch hier sollte es sie nicht lange halten und so zogen sie 1873 nach Leipzig, wo Rudolf auch zur Schule ging. Er studierte Rechtswissenschaften und Medizin in Heidelberg, Tübingen und Berlin. Im Ersten Weltkrieg war Binding Rittmeister und später Stabsoffizier. 1928 bekam er im Zuge der Olympischen Spiele in Amsterdam, die silberne Medaille für sein Werk Reitvorschrift (von 1912 bis 1948 wurden auch Medaillen für künstlerische Verdienste vergeben). Er war Ehrendoktor der Universität Frankfurt/Main.
Philip Schröder (Hrsg.)