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Feb
16
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Bonnie tauchte mit einem ziemlich gut aussehenden Jüngelchen im Studio auf. An ihr hingegen war der Zahn der Zeit nicht spurlos vorübergegangen. Ich dachte nur: Uijuijui, wie kriegen wir den alten Schrubber nur hin?
Wir besprachen die Songs, sie war unsicher. Dies passte ihr nicht und das ging auch nicht und alles, wo “Devil” oder “Hell” drin vorkam, war schon mal ganz daneben.
“Mensch, Bonnie”, meinte ich zu ihr, “jetzt hast du jahrelang deine Rockmusik gemacht, aber vielleicht musst du einfach ein bisschen kommerzieller werden.” Es war zwecklos. Was immer Luis oder ich ihr sagten, das war tausendmal unwichtiger als die Meinung von diesem Kerl an ihrer Seite. Also schnappte ich mir den Knaben vorm Klo und brachte ihn erstmal auf Spur: “Du, mach der Lady mal klar, dass sie das jetzt singen soll.”
Dieter Bohlen (der hier wie Kinski oft genug vertreten sein wird, um eine eigene Kategorie zu erhalten), in “Nichts als die Wahrheit”, über seine Erfahrungen mit Bonnie Tyler, die er Anfang der 1990er produzierte.
Die Aufforderung zum Schluss bringt auch schön auf den Punkt, was die Musik für den Kerl letztlich darstellt; Business, das irgendwie erledigt werden muss …
Die Szene erinnert mich an einen Dialog, den ich einst mit dem selbst ernannten Musikproduzenten D. hatte;
“Mensch, D.”, meinte ich zu ihm, “jetzt hast du jahrelang deine Flopmusik gemacht, hast fünfstellige Summen verballert, bevor du überhaupt je was veröffentlicht hast, aber vielleicht musst du einfach ein bisschen kommerzieller werden.” Es war zwecklos. Was immer ich ihm sagte, das war tausendmal unwichtiger als die Meinung von diesem Kerl in ihm drin, auch genannt das Verlierer-Syndrom.
Nur die Szene vor dem stillen Örtchen, die gabs bei uns beiden nie.
Kann mir schliesslich auch völlig wurscht sein, wieviele musikalische Bruchlandungen der gute D. in seinem Leben noch so hinlegt …