Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/243200

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht aufzuzeigen, wie die Hunderttausende Labortiere, die jedes Jahr bei der Zucht von Versuchstieren entstehen und überzählig sind, nachhaltig reduziert werden können.</p><p>Zudem solle geprüft werden wie die Erhebung und Entwicklung dieser Tierzahlen jährlich, realistisch, zeitnah und für die Öffentlichkeit nachvollziehbar werden kann.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bund weist in seiner jährlich veröffentlichten Statistik aus, wie viele Tiere in Tierversuchen eingesetzt wurden (Art. 20a und 36 Tierschutzgesetz, SR 455; <a href="http://www.blv.admin.ch">www.blv.admin.ch</a> &gt; Tiere &gt; Publikationen &gt; Statistiken und Berichte &gt; Tierschutz &gt; Tierversuche &gt; Tierversuchsstatistik). Zusätzlich publiziert der Bund bereits heute, ohne rechtliche Verpflichtung, wie viele Tiere in Schweizer Versuchstierhaltungen gezüchtet und aus dem Ausland importiert werden (Art. 145 Tierschutzverordnung [TSchV], SR 455.1; Zugang wie oben erwähnt &gt; Versuchstierhaltungen). Daraus lässt sich ableiten, wie viele Tiere gezüchtet, aber nicht in Tierversuchen eingesetzt werden. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die Tierversuchsstatistik bereits umfassend und von guter Qualität ist. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) prüft überdies eine Anpassung der TSchV, damit zukünftig zusätzlich ausgewiesen kann, wie viele gezüchtete Tiere, die nicht in Tierversuchen eingesetzt werden, jährlich euthanasiert werden. So würde der Öffentlichkeit eine Angabe über das Schicksal der nicht in Versuchen eingesetzten Tiere zur Verfügung stehen.</p><p>Die Forschung ist auf genetische Modelle angewiesen, und die Zucht dieser Tiere unterliegt den Regeln der Vererbung. Deshalb werden sich gezüchtete Tiere, die nicht in einem Tierversuch eingesetzt werden können, in einem gewissen Umfang nicht vermeiden lassen. Es sind bereits konkrete Bestrebungen im Gang, um die Anzahl dieser Tiere stark zu vermindern. So können beispielsweise folgende Projekte erwähnt werden:</p><p>- Projekt des Swiss 3R Competence Centre (3RCC) zur Entwicklung einer Software Lösung für eine bessere Planung und Organisation von Zuchten und damit zu einer Reduktion der Tierzahlen: Ein erster Teil kann bereits genutzt werden (<a href="http://www.ltk.uzh.ch">www.ltk.uzh.ch</a>);</p><p>- Projekt "animatch" zur Vermittlung von gezüchteten Tieren, die nicht in Tierversuchen eingesetzt wurden, an andere Forschende: Diese Lösung ist bereits online (<a href="http://www.animatch.eu">www.animatch.eu</a>) und kann genutzt werden.</p><p>Das BLV hat seit 2018 drei Symposien zu den sogenannten 3R-Prinzipien (Replace, Reduce, Refine, d.h. Ersatz und Reduktion von Tierversuchen sowie Verringerung der Belastungen für Versuchstiere) mit internationaler Beteiligung über Alternativen zu CO2 zur Euthanasie von Labortieren organisiert. Vor diesem Hintergrund konnte das BLV im Mai 2021 der Universität Zürich den Forschungsauftrag "Das Leben von Tieren humaner beenden" vergeben. Dabei werden mögliche CO2-Alternativen zur Euthanasie von Labortieren erforscht, die weniger (oder kein) Leiden hervorrufen, bevor das Tier das Bewusstsein verliert. Umfassende Ergebnisse sind im Jahr 2025 zu erwarten. Weitere Erkenntnisse sind im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 79 "Advancing 3R - Tiere, Forschung und Gesellschaft" zu erwarten, in dessen Rahmen im Sommer 2021 erste Ausschreibungen erfolgt sind.</p><p>Angesichts dieser bereits bestehenden und geplanten Aktivitäten erübrigt sich aus Sicht des Bundesrates ein zusätzlicher Bericht.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.