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Im Kampf gegen Ebola hat US-Präsident Barack Obama militärische Hilfe angekündigt. Notwendig seien Ausstattung und Personal, um Isolierstationen und Geräte für Helfer einrichten zu können, die aus aller Welt in das Krisengebiet reisen, sagte der US-Präsident.
Wenn die USA und andere Länder nicht rasch mehr Hilfen leisteten, könnte der gefährliche Erreger möglicherweise mutieren und leichter übertragbar werden. Ein Übergreifen auf die Vereinigten Staaten sei auf kürzere Sicht aber unwahrscheinlich, sagte Obama in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Senders NBC.
Das britische Militär will gemeinsam mit Fachleuten ein Ebola-Behandlungszentrum mit 62 Betten in Sierra Leone einrichten. Noch in dieser Woche sollten Experten an den künftigen Standort nahe der Hauptstadt Freetown reisen, teilte die Regierung am Montag in London mit.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind allein in den drei am schwersten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone bereits mehr als 2000 Menschen an Ebola gestorben. Die WHO ging in ihrer letzten Ebola-Prognose von 20'000 Fällen aus, was bei einer Mortalitätsrate von 50 Prozent zu 10'000 Toten führen könne.
Der deutsche Epidemie-Experte René Gottschalk forderte die Lieferung kompletter Spitäler. «Man muss ganze Hospitäler dort hinschaffen oder ein Hospitalschiff vor der Küste vor Anker gehen lassen», sagte der Sprecher eines Epidemie-Arbeitskreises beim Robert-Koch-Institut der «Frankfurter Rundschau».
Jedes mobile Spital, das Europa habe, sei «1000 Mal besser als die afrikanischen Hospitäler. Wir müssten natürlich Personal mit runter schicken und Labore».
Die Entsendung von medizinischen Experten in die betroffenen Gebiete war auch Thema an einer Krisensitzung der Afrikanischen Union (AU) im äthiopischen Addis Abeba. Die geplante Mission soll Beobachtern zufolge bis zu 200 Mann stark sein und rund 25 Millionen Dollar kosten.
Bisher hatten die Pläne kaum Unterstützung gefunden, lediglich Malawi hatte in der vergangenen Woche die Entsendung von 28 Experten versprochen.
Die Chefin der AU-Kommission, Nkosazana Dlamini-Zuma, warnte vor zu weitgehenden Massnahmen, deren Folgen schlimmer sein könnten als die Auswirkungen der Krankheit selbst. Die Bekämpfung der Epidemie dürfe «nicht zur Isolierung oder Stigmatisierung von Opfern, Gemeinden und Ländern führen», sagte sie.
Zuvor hatte schon die UNO vor einer akuten Lebensmittelknappheit und steigenden Preisen in den besonders betroffenen Regionen gewarnt.
In Sierra Leone sollen bei der geplanten Ausgangssperre vom 19. bis 21. September Teams der Behörden von Tür zu Tür gehen, um Ebola-Kranke zu finden. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen kritisierte dies scharf: Es mangle an erfahrenen Helfern für ein solches Screening, aber auch an Ebola-Zentren im Land, in denen aufgespürte Verdachtsfälle untersucht werden könnten.
Eine solche Ausgangssperre könnte zu Unruhen führen, warnte am Montag der in Sierra Leona tätige deutsche Ordensbruder Lothar Wagner. «Viele Menschen leben von einem Tag zum anderen. Sie müssen aus dem Haus kommen, um sich ihr tägliches Brot zu verdienen.»
Unterdessen haben Wissenschaftler an Affen erfolgreich einen experimentellen Impfstoff gegen Ebola getestet. Der Impfstoff habe den Makaken bei Versuchen «kurzfristig einen vollkommenen Schutz und langfristig einen teilweisen Schutz» verliehen, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Medicine» vom Sonntag.
Affen, die nach acht Wochen eine Auffrischungsimpfung erhielten, hätten sogar eine «dauerhafte» Immunisierung aufgewiesen. Der Impfstoff soll nun auch am Menschen getestet werden, erste Ergebnisse dürften bis Jahresende vorliegen. (sda/dpa/afp)