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"Der konjunkturelle Gegenwind nimmt zu, wir sprechen schon eine Weile darüber, und ich denke, dass die Rezession in ein paar Monaten da ist", sagte der Gründer von Doubleline Capital am Montag im CNBC-Interview. "Es ist wirklich nur ein Anstieg der Arbeitslosenquote nötig." Gundlach geht davon aus, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen in diesem Jahr "ein paar Mal" senken wird. Der allgemeine Zustand der Konjunktur sei "eindeutig schwach".
Am Markt indessen wetteten Swap-Händler am Montag darauf, dass eine Fed-Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Mai das wahrscheinlichste Szenario ist. Angesichts wieder wachsender Zuversicht zum US-Bankensektor schwand die Suche nach Sicherheit und die Treasury-Renditen kletterten.
Sollte die Fed die Zinsen im Mai erneut anheben, so Gundlach, würde das zu einer wachsenden Differenz zwischen dem führen, was Anleger für T-Bills bekommen und dem, was man bei einer Bank bekommen kann. Ein solches Szenario würde die "Liquidität im Bankensystem stark schrumpfen lassen" und wäre "kontraproduktiv". Die Folge könnten "einige weitere Probleme mit nicht realisierten Verlusten" sein, so Gundlach.
Vor allem kleinere Banken litten in den vergangenen Wochen unter dem Abzug von Einlagen, da die Kunden nach dem Zusammenbruch mehrerer US-Kreditinstitute Gelder zu grösseren Banken verlagerten. Zu Abflüssen führte aber auch der Umstand, dass die Zinserhöhungen der Fed Anleger dazu veranlasst haben, ihr Geld in höher rentierliche Produkte wie Schatzwechsel und Geldmarktfonds umzuschichten.
BlackRock: Märkte rechnen zu Unrecht mit baldigen Zinssenkungen
Laut BlackRock wird die US-Notenbank hingegen die Zinssätze weiter anheben. Der weltgrösste Vermögensverwalter bevorzugt inflationsgebundene Anleihen - Wertpapiere, die Schutz vor steigenden Preisen bieten -, da er der Ansicht ist, dass die Märkte zu Unrecht mit baldigen Zinssenkungen in den USA rechnen, da die Wirtschaft auf eine Rezession zusteuert. Diesmal ist es anders, denn die Fed habe deutlich gemacht, dass die Probleme im Bankensektor ihren Kampf gegen die Inflation nicht aufhalten werden, schreiben die Strategen des BlackRock Investment Institute in einer Kundenmitteilung.
"Wir sehen keine Zinssenkungen in diesem Jahr - das ist das alte Schema, als die Zentralbanken sich beeilten, die Wirtschaft in der Rezession zu retten", so die Strategen. "Wir sehen eine neue, nuanciertere Phase der Inflationsbekämpfung vor uns: weniger Kampf, aber immer noch keine Zinssenkungen."
Jüngste Wirtschaftsdaten bestätigen die Ansicht von BlackRock, dass die Fed möglicherweise "unterschätzt, wie hartnäckig sich die Inflation aufgrund eines angespannten Arbeitsmarktes erweist". Die Kern-Verbraucherpreise in den USA sind im Februar gestiegen, und eine Untersuchung der New York Fed hat ergeben, dass die Inflation länger anhalten wird als bisher erwartet. "
Wir sind der Meinung, dass die Fed die von den Märkten eingepreisten Zinssenkungen nur dann vornehmen könnte, wenn eine ernstere Kreditkrise eintritt und eine noch tiefere Rezession verursacht, als wir erwarten", so die BlackRock-Strategen. Der Vermögensverwalter behält eine untergewichtete Position in Aktien der Industrieländer bei, um ihre Markteinschätzung widerzuspiegeln, schrieben sie.
(Bloomberg/cash)