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Das Konto des Sektors der Umweltgüter und -dienstleistungen erfasst die wirtschaftliche Bedeutung (z.B. Produktion, Wertschöpfung, Beschäftigte, Ausfuhren) aller wirtschaftlichen Tätigkeiten zur Produktion von Gütern und Dienstleistungen, die dem Schutz der Umwelt oder dem Erhalt der natürlichen Ressourcen dienen.
Die Bruttowertschöpfung des Umweltsektors belief sich im Jahr 2020 auf 23,2 Milliarden Franken. Die Aktivitäten im Zusammenhang mit Energiesparmassnahmen, die Isolierarbeiten und den Bau von zertifizierten Gebäuden mit niedrigem Energieverbrauch umfassen, machten davon 35% aus, jene für die Abfall- und für die Abwasserwirtschaft 23%, so wie auch jene für die Erzeugung erneuerbarer Energie. Die Aktivitäten im Bereich Boden- und Gewässerschutz, die hauptsächlich dem Biolandbau zuzuschreiben sind, generierten 4% der Bruttowertschöpfung des Umweltsektors.
Von den 23,2 Milliarden Franken Bruttowertschöpfung des Umweltsektors im Jahr 2020 entfielen 29% auf das Bauwesen, 18% auf die Branche Energie- und Wasserversorgung sowie Abfall- und Abwasserwirtschaft, 17% auf die Industrie, 12% auf die öffentliche Verwaltung, 9% auf die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen und 6% auf den Primärsektor. Der Rückgang der Bruttowertschöpfung in den letzten Jahren ist weitestgehend eine Folge der Abnahme der Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Bau von zertifizierten Gebäuden mit niedrigem Energieverbrauch.
Zwischen 2000 und 2020 hat sich die Bruttowertschöpfung des Umweltsektors mehr als verdoppelt, wobei sich ihr Anteil am Bruttoinlandprodukt (BIP) von 2,3% auf 3,3% erhöht hat. Die Bruttowertschöpfung im Bereich Umweltschutz ist um 39% gestiegen. Diejenige im Bereich Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen hat sich verdreifacht, was hauptsächlich auf die höhere Bruttowertschöpfung der Aktivitäten im Zusammenhang mit der Erzeugung erneuerbarer Energie und der energetischen Sanierung des Gebäudeparks zurückzuführen ist – wenn auch in den letzten Jahren ein Rückgang zu beobachten ist. Der Umweltsektor scheint die Krise im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie besser überstanden zu haben als andere Wirtschaftszweige. So stieg seine Wertschöpfung gemäss provisorischer Schätzung zwischen 2019 und 2020 um 0,9%, während das BIP um 2,9% zurückging.
Die Beschäftigung im Umweltsektor belief sich im Jahr 2020 auf 164 000 Vollzeitäquivalente. Die Aktivitäten im Zusammenhang mit Energiesparmassnahmen, die Isolierarbeiten und den Bau von zertifizierten Gebäuden mit niedrigem Energieverbrauch umfassen, machten davon 39% aus, jene für die Abfall- und Abwasserwirtschaft 21% und jene für die Erzeugung erneuerbarer Energie 11%. Auf die Aktivitäten im Bereich Boden- und Gewässerschutz, die hauptsächlich dem Biolandbau zuzuschreiben sind, entfielen ebenfalls 11% der Beschäftigten des Umweltsektors.
Von den 164 000 Vollzeitäquivalente im Umweltsektor im Jahr 2020 entfielen 38% auf das Bauwesen, 17% auf den Primärsektor, 14% auf die Industrie, 10% auf die Branche Energie- und Wasserversorgung sowie Abfall- und Abwasserwirtschaft, 9% auf die öffentliche Verwaltung und 8% auf die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. Der Rückgang der Beschäftigung in den letzten Jahren ist weitestgehend eine Folge der Abnahme der Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Bau von zertifizierten Gebäuden mit niedrigem Energieverbrauch.
Zwischen 2000 und 2020 hat sich die Beschäftigung im Umweltsektor mehr als verdoppelt, wobei ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung von 2,2% auf 4% angestiegen ist. Diese Entwicklung ist auf die höhere Beschäftigung im Bereich Umweltschutz (+30%) und insbesondere auf den Anstieg der Beschäftigung in der Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen zurückzuführen (+279%). Letztere ergibt sich vor allem aus dem Beschäftigungswachstum im Zusammenhang mit der Erzeugung erneuerbarer Energie und der energetischen Sanierung des Gebäudeparks, wenn auch in den letzten Jahren ein Rückgang zu beobachten ist.
Weiterführende Informationen
Tabellen
Daten
Medienmitteilungen
Publikationen
Methodologie
Die Daten zum Umweltsektor stammen aus den monetären Konten der Umweltgesamtrechnung, die vom Bundesamt für Statistik (BFS) erstellt wird.
Die Methodik wurde vom Statistischen Amt der Europäischen Union (EUROSTAT) auf Grundlage des System of Environmental and Economic Accounting (SEEA) der UNO entwickelt.
Der Umweltsektor (Environmental Goods and Services Sector – EGSS) entspricht nicht einer Branche oder einem Wirtschaftssektor der Allgemeinen Systematik der Wirtschaftszweige (NOGA). Er umfasst Unternehmen aus verschiedenen Branchen, deren EGSS-Aktivitäten in der Regel nur einen Teil ihrer Aktivitäten ausmachen.
Berücksichtigt sind Aktivitäten, die
- den Umweltschutz fördern, indem sie zur Vermeidung, Verminderung oder Beseitigung von Verschmutzungen oder sonstigen Beeinträchtigungen der Umwelt beitragen (z.B. Abfallwirtschaft sowie Bereitstellung der damit verbundenen Güter, Ausrüstungen, Infrastruktur und Dienstleistungen);
- eine schonende Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen begünstigen, um deren Vorräte zu erhalten oder aufzustocken (z.B. Erzeugung erneuerbarer Energie sowie Bereitstellung der damit verbundenen Güter, Ausrüstungen, Infrastruktur und Dienstleistungen).
Ebenfalls berücksichtigt ist die Herstellung von Gütern, die speziell dafür konzipiert wurden, sauberer bzw. ressourcensparender zu sein als Güter mit gleichem Verwendungszweck. Hierzu zählen etwa der Bau von zertifizierten Gebäuden mit niedrigem Energieverbrauch, Geräte mit hoher Energieeffizienz sowie Produkte, die aus der Biolandwirtschaft bzw. der nachhaltigen Forstwirtschaft stammen.
Folgende Aktivitäten gehören nicht zum Umweltsektor:
- Öffentlicher Verkehr – er wird nicht per se als Umweltaktivität betrachtet, auch wenn er durchaus zum Umweltschutz sowie zur Schonung der natürlichen Ressourcen beiträgt, wenn er den motorisierten Individualverkehr ersetzt;
- Vertrieb und Vermarktung von Umweltgütern und -dienstleistungen – diese Aktivitäten sind nicht primär auf den Umweltschutz und die Schonung der natürlichen Ressourcen ausgerichtet;
- Herstellung von Produkten auf Grundlage von Sekundärrohstoffen (z.B. Recyclingpapier) – sie reicht nicht aus, um den Einsatz der natürlichen Ressourcen noch weiter zu reduzieren, als dies mittels Rückgewinnung von Wertstoffen aus Abfallströmen bereits geschieht;
- umweltverträgliche Herstellung von Nicht-Umweltgütern und -dienstleistungen (z.B. Herstellung von Brot mit grünem Strom, Biomehl oder biologisch abbaubarer Verpackung);
- Nicht-Umweltaktivitäten, die einen Umweltbezug aufweisen bzw. deren Produktionsprozess mit der Umwelt in Verbindung steht (z.B. Trinkwasserversorgung, Sand- und Kiesgewinnung);
- Aktivitäten, die sich positiv auf die Umwelt auswirken, aber in erster Linie anderen Zwecken als dem Umweltschutz dienen (z.B. Gewährleistung bzw. Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeitenden am Arbeitsplatz, Schutz der Infrastruktur vor Natur- und Technologierisiken, Wasser- oder Luftreinigung aus technischen Gründen in der Industrie).
Ergebnisse liegen für den Produktionswert, die Bruttowertschöpfung und die Anzahl Beschäftigte vor. Die Exporte werden zu einem späteren Zeitpunkt berechnet.
Links
Grundlagen und Erhebungen