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(franz. huitres, engl. Oysters, ital.
Ostriche, holl. Austers); dieselben sind unstreitig unter allen als Nahrungsmittel benutzten
Muscheltieren die schmackhaftesten und beliebtesten. Die A. der europäischen Meere, Ostreaedulis, findet sich
von der norwegischen Küste bis in das Mittelmeer; in der Ostsee kann sie des geringen Salzgehaltes wegen nicht gedeihen.
Die nordamerikanische A. ist eine besondere Art, Ostrea virginica; sie kommt längs der Küste vom Mexikanischen Meerbusen
bis zur Mündung des Lorenzo vor.
Die A. sind Zwitter und zwar in der Weise, daß
Eier und Befruchtungskörper in demselben Individuum nicht
zu gleicher Zeit, sondern nacheinander entstehen. Eine ausgewachsene Auster kann 1 bis 2 Millionen
Eier legen. Die A. leben
am liebsten in stillen Meeresbuchten von nicht über 10 m Tiefe. Die Stellen, wo sie in größerer Menge bei einander liegen,
heißen Austernbänke oder Austernbetten. Gewöhnlich bringt man die halb erwachsenen A. in besondere
Bassins (Austernparks), in denen sie sorgfältig gepflegt werden.
Auch haben die Franzosen mit Anlegung neuer Austernbetten (Austernzucht) sehr gute Resultate erzielt. Die Versendung der
A. geschieht in Fässern; in diesen werden sie, mit der hohlen Schale nach unten, so dicht aufeinander
gelegt, daß sie ihre Schalen nicht öffnen können und daher das eingeschlossene Seewasser bei sich behalten müssen, bis
man sie zum Verspeisen öffnet. Die A. werden in Europa nur in den Wintermonaten vom September bis Mai gefischt. Die besten
A. sind die von der nordfranzösischen und englischen Küste, nächstdem die von der Westküste von Schleswig
und von Holland. Unter dem Namen Holsteiner A. kommen alle größeren von den nordischen Küsten in
unsern Handel, während
unter dem Namen Natives kleinere A. von England und Ostende zu uns kommen. In letzterem Orte werden sie nicht gezüchtet
und gemästet, sondern nur in Bassins aufbewahrt; hier ist nur der Stapelplatz für englische A. - Die
Holländer ziehen dagegen junge A. nach der neuen französischen Methode in der Osterschelde. In Italien sind Tarent, Triest
und Venedig Hauptplätze für Austern.
Die deutschen Austernbänke an der Westküste von Schleswig können höchstens 4 bis 5 Millionen Stück
jährlich liefern. In Frankreich wurden 1877: 104354080 Stück A. gefangen, 1878 dagegen 169397046 Stück, letztere im Werte
von 2854564 Franks. Bei diesen Angaben sind jedoch die Erträge von den künstlichen Austernparks nicht inbegriffen, da mit
Einschluß der in diesen gezüchteten A. im Jahre 1878: 640884674 Stück für 22212159 Frks., 1877 dagegen 651882400
Stück für 23293854 Frks. verkauft wurden. In England werden circa 900 bis 1000 Millionen Stück für 4 Millionen Pfd. Sterl.
produziert und verkauft.
Die größten Massen von A. werden jedoch in Nordamerika auf den Markt gebracht, nämlich durchschnittlich 9-12 Milliarden.
Seit 1876 kommen auch amerikanische A. nach Hamburg, 1876 nämlich 39000 Stück, 1877 schon 520000 Stück.
Der Durchschnittswert von A. überhaupt belief sich in Hamburg 1875 auf 6 M. 25 ₰ pr. 100 Stück, 1876 auf 9 M. 19 ₰
und 1877 auf 9 M. 19 ₰ pro 100 Stück. Die Gesamtsumme der in Hamburg importierten A. belief sich im
Jahre 1877 auf 3240000 Stück, 1876 dagegen auf 6658000 Stück. - Einfuhrzoll:S.Tarif im Anh. Nr. 25 r.
dieselben werden, nachdem sie genügend gereinigt sind, zu Pulver gemahlen und teils als Putzpulver
verwendet, teils in Apotheken unter dem Namen präparierte A. (Conchae praeparatae) vorzugsweise zu Zahnpulvern
verwendet;
sie bestehen größtenteils aus kohlensaurem
Kalk, nebst einer geringen Menge einer dem Chitin ähnlichen Substanz.
A. auch gepulvert. - Zollfrei.
als Gesteinsart, ist gelbbrauner oder roter Quarz, mit feinen Sprüngen oder Glimmerschüppchen durchsetzt,
welche ein gelbschimmerndes Ansehen haben. Das Mineral findet sich in größeren Massen besonders am
Ural, in Deutschland dagegen nur an ein paar Stellen, bei Aschaffenburg und bei Mariazell in Steiermark. Der A. nimmt eine
gute Politur an und wurde besonders früher zu größeren und kleineren Kunst- und Schmucksachen, Vasen; Tischplatten, Dosen,
Ohrgehängen u. s. w. verarbeitet. Zu Murano bei Venedig wurde früher der A. auf geheim
gehaltene Weise in
Glas nachgeahmt, und es war dieses Kunstprodukt, obwohl weicher, doch von viel schönerem Ansehen als das
natürliche. Es ist eine braungelbe und zugleich goldglänzende Masse. In unsrer Zeit ist das Rätsel durch die Professoren
Wöhler und Pettenkofer gelöst und ein Verfahren angegeben, das Aventuringlas ebenso schön wie das
alte venezianische darzustellen. Die Flimmer in dem durch
Eisen gefärbten Glasflusse bestehen demnach aus metallischem
Kupfer,
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welches in der geschmolzenen Masse in feinen Kristallenen zerstreut ist. Das Kupfer wird als Oxydul in den Glassatz gegeben
und reduziert sich in demselben zu Metall. Das Glas ist demnach jetzt wohlfeil geworden und wird zu unechtem Schmucke, Hemdenknöpfen,
Bracelets u. s. w. viel verwendet. Auch durch Einwalzen von Glimmerblättchen in die
Glasmasse (gleichviel ob dieselbe farblos oder gefärbt ist) entstehen Massen, welche dann zu Gegenständen geblasen oder
gegossen werden, die gleichfalls den Namen Aventuringlas führen. - Eine neuere Erscheinung ist ferner grünes Aventuringlas,
das 1865 von dem französischen Chemiker Pelouze zuerst dargestellt wurde und seitdem in steigenden Mengen in den französischen
Fabriken von Bijouteriewaren verarbeitet wird.
Hierbei erhält das Glas als wesentlichen Bestandteil einen Zusatz von Chrom (in Form von doppeltchromsaurem Kali); beim Schmelzen
entsteht Chromoxyd, das mit verglast und das Glas grün färbt, was lange bekannt ist. Der besondere Effekt wird aber dadurch
erreicht, daß man mehr Chrom einführt, als verglasen kann; der Überschuß kristallisiert dann in glänzenden
schwarzbraunen Kristallenen und die Masse erhält dadurch ein sehr hübsches Ansehen. Bei Lackarbeiten von ähnlichem Aussehen
spricht man von Aventurinlack; diese werden am schönsten in Japan gefertigt. Bezüglich der Verzollung s.
Achatwaren.