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Der Pico Unis West und der Tocllaraju
Nach den Besteigungen der Punta Ishinca und des Ranrapalca fühlten wir uns so akklimatisiert - waren wir doch bereits seit mehr als einer Woche in einer Höhe zwischen 4900 m ( Hütte ) und 6160 m ( Ranrapalca ) -, dass wir bei der Verlegung des Basislagers um etwa 600 m tiefer, am 1. und 2. August, beträchtliche Lasten zu tragen vermochten. Leider stand uns für weitere Besteigungen aber nur noch eine Woche zur Verfügung. Wir mussten deshalb für Dislozierungen möglichst wenig Zeit verlieren.
Wir hatten ursprünglich vor, unsere Anstrengungen auf den Palcaraju zu konzentrieren, wobei wir ihn von Westen her angehen wollten. Aber hiefür hätten wir einmal mehrere Tage gebraucht, um nur den richtigen Gipfel aus der Vielzahl der Trabanten herauszufinden, und sodann mussten wir erkennen, als wir ihn entdeckt hatten, dass es eine stolze Pyramide mit einem langen Grat ist und mit einem Vorgipfel, der von respektablen Séracs versperrt ist. Wir sahen ein, dass uns für die Besteigung dieses Gipfels zu wenig Zeit blieb, und so schien uns diese Fahrt zu riskiert. Wir zogen vor, einen Berg mit einfacherem und kürzerem Zugang zu wählen. Allerdings: Wären wir direkt ins angrenzende Tal hinübergestiegen, dann hätten wir direkt am Fuss des Ocshapalca das neue Basislager errichten können, um den 5800 m hohen Gipfel anzugehen, diesen Berg, der als eines der letzten Probleme der Cordillera Blanca angesehen wird, ein Berg, um dessen Besteigung sich schon verschiedene Expeditionen bemüht haben und zum Teil kurz unterhalb des Gipfels umkehren mussten. Doch kannten wir über die Zugangsmöglichkeiten zu wenig und wussten nicht, ob unsere Ausrüstung genügen würde. Deshalb entschieden wir uns für die anspruchslosere Besteigung des Pico Urus W, dieses ebenfalls noch unbestiegenen Gipfels auf der Gegenseite des Ishinca-Tals. Vielleicht blieb uns noch Zeit für eine weitere Besteigung. Und einige Tage später sollten wir noch vernehmen, dass eine amerikanische Seilschaft eben im Begriff war, den Ocshapalca anzugehen, dass aber auch sie infolge verschiedener Widerwärtigkeiten das Ziel nicht erreichen konnten!
Der Pico Urus West ist der westliche Gipfel der drei Urus, auf der Nordseite des Ishinca-Tales. Sie erreichen 5400, 5600 und 5500 m. Um den Westgipfel zu erreichen, müssen wir von der Mariscal Castilla-Hütte aus zuerst bis in den Talboden absteigen und auf der Gegenseite wieder hinauf. Am 2. August stellen wir unser neues Basislager auf einer schöngelegenen Wiese in 4300 m Höhe auf, mitten in wohlriechenden Lupinen und im Schütze von mächtigen Granitblöcken, nahe einem Wildbach. Es ist eine paradiesische Gegend, an die wir noch lange zurückdenken werden. Aber wir haben gegenwärtig keine Zeit, sie zu geniessen. Einer unserer Träger ist aus Huares, wo er Nachrichten holte, zurückgekehrt. Schon um 2 Uhr nachmittags brechen wir auf, beladen mit den Zelten und dem nötigen Material, um etwa 500-600 m höher, unter dem Pico Urus Central, ein Zwischenlager zu errichten. Nach mühsamer Kletterei über borstigen, stechenden Rasen stellen wir auf einer Moränenterrasse unter dem vom Urus Süd kommenden Gletscher die Zelte auf. Der Platz ist steinig. Wasser ist keines vorhanden. Aber er bietet das, was der Bergsteiger will: Stille! Und alles Unwesentliche können wir entbehren. Herrlich der Blick beim Mondaufgang auf unsern Berg, auf den Ocshapalca und ins Ishinca-Tal.
Am andern Morgen, im Dämmerlicht, das heisst bald nach 6 Uhr, beginnen wir den Anstieg zwischen Blöcken und über glatte Platten, welche den Fuss des Gletschers säumen. Es ist der fünfte wolkenlose Tag, der sich ankündigt. Nach einem eigentlichen Turnen über wacklige Blöcke hinweg, die bei jedem Schritt in Bewegung zu geraten scheinen, erreichen wir nach einer halben Stunde den Gletscher, schnallen die Steigeisen an, legen das Seil um und gehen im steilen Anstieg über die Eismassen zum Sattel hinauf, der zwischen dem Urus Central und Urus West liegt. Wenig unter dem Sattel nimmt die Neigung ab. Um 9.30 Uhr erreichen wir ihn, auf 5300 m.
Welch ein Ausblick!
Im Norden der Nevado Copa, der Hualcan, der mächtige Huascaran, die höchste Erhebung Perus, der Huandoy und eine ganze Prozession funkelnder Riesen mit zauberhaft wohltönenden Namen. Im Osten zeigt sich greifbar nahe der feingezackte und verwächtete Grat, der zum Urus Central hinaufführt. Trotz seinem abweisenden Aussehen lockt es, ihn anzugehen. Aber wir müssen ihm heute den Rücken kehren, da der Urus West unser Ziel ist, den bisher noch niemand betreten hat. Unser Weg ist gegeben: wir folgen einer verfirnten Rampe, die in der Südflanke unter dem Grat entlangführt, und betreten den Gratkamm, wo er umbiegt und eben ausläuft, bevor er, direkt vor dem Gipfelaufbau, wieder zu einem Sattel abfällt. Passagen verschiedener, aber meist unschwieriger Art folgen sich, und kurz vor 11 Uhr erreicht die erste Seilschaft den Gipfel, bald gefolgt von der zweiten, welcher Georges angehört, der eine beginnende Grippe mit sich schleppt. Wir andern fühlen uns ausgezeichnet, freuen uns ob dem Erfolg und halten lange Rast. Frühere Seilschaften mussten umkehren, ohne den Gipfel erreicht zu haben, da zweifellos der Zustand verschiedener Eispassagen sich von Jahr zu Jahr stark ändert. Anders können wir die Niederlagen nicht erklären; denn heute trafen wir recht gute Verhältnisse an.
Gegen Mittag fliegt ein Flugzeug hoch über uns hinweg. Ist es der Avion der Air France, der uns vor zwei Wochen nach Lima brachte? Er wirkt in dieser ursprünglichen, unberührten Umgebung recht eigenartig, stört die Stille... und doch haben wir es ihm zu danken, dass wir in so kurzer Zeit diese ferne Welt erreicht haben.
Es ist Zeit für den Abstieg. Wir folgen genau der Aufstiegsspur, blicken vom Sattel aus nochmals auf den kühnen Grat, der zum Mittelgipfel führt: fast unschlüssig, was wir tun sollen... Aber es ist zu spät für ein weiteres derartiges Unternehmen! Wir steigen ab.
Am Nachmittag sind wir wieder auf unserm kleinen Zeltplatz. Georges hat mehr Atembeschwerden. Er legt sich hin, während wir auf unsere Träger warten, mit denen wir vereinbart haben, dass sie uns entgegenkommen sollen, um die Zelte und Lasten zurückzutragen. Aber sie zeigen sich nicht. So steigen wir weiter ab, hoffend, sie unterwegs zu treffen. Halbwegs können wir von einer begrasten Rippe aus das Basislager sehen und durch den Feldstecher entdecken, dass die Träger zwischen Felsblöcken ruhen. Zu zweit steigen wir im raschen Tempo weiter ab und stossen um 16.15 Uhr auf Eustaquio, der mit seinem Jagdgewehr einem Wild auflauert. Er ist fröhlich und gratuliert uns, denn er hat uns mit den scharfen Augen eines Indios auf dem Gipfel gesehen. Wir antworten etwas kühl und fragen, weshalb er hier jage, statt unsere Zelte herabzuholen zu helfen? Ehrlich bestürzt antwortet er, sie seien der Meinung gewesen, sie müssten erst anderntags beim Zeltplatz sein. Und ohne zu zögern macht er sich daran, den Grashang hinaufzuklettern und bittet uns nur, Vitaliano zu verständigen, was wir zehn Minuten später, als wir das Lager erreichen, auch tun. Dieser besinnt sich nicht länger, ehe er aufbricht, und zwei Stunden später, bei Einbruch der Dunkelheit, sind beide Träger mit der ganzen Last zurück, eine bewundernswerte Leistung, welche die Opferbereitschaft und Ergebenheit und die Fähigkeit dieser Leute beweist!
Noch ehe es dunkel ist, stellen wir die Zelte auf. Nach dem Abendessen, nachdem meine Kameraden sich zur Ruhe gelegt haben, unternehme ich noch einen kurzen Gang auf die andere Seite des Baches. Auf dem Rückweg höre ich mehrmals hintereinander den Ruf eines Tieres. Ein Puma? Nein! Etwa 80 Schritte vor mir gewahre ich im Licht des Mondes zwei prachtvolle, halbwilde Stiere, einer hell, der andere dunkel, die flink wie Steinböcke umherspringen und dann gegenüber den Zelten brüllend und stampfend anstehen. Ich lege mich auf dem Bachufer platt zu Boden und warte, geängstigt. Der Bach ist gegen 5 m breit und der Übergang in etwa 150 m Entfernung, nahe bei den Tieren. Was soll ich tun? Ich ziehe Schuhe und Strümpfe aus, kremple die Hosen hoch, um den Bach zu durchwaten. Das Wasser ist eiskalt, ziemlich tief und reissend... Die Kameraden in den Zelten wissen nichts von meiner Not... Und nach kurzer Spanne, die mir wie eine Ewigkeit erscheint, sehe ich die immer noch brüllenden Stiere etwa 30 Schritte vor mir talein weg-flüchten, als plötzlich, mir noch näher, ein weiterer, ganz schwarzer Stier sich zeigt. Ungemütlich ist sein Brüllen und Stampfen. Er steht zögernd, um dann, ohne mich zu bemerken, den beiden andern nachzujagen. Ich atme auf, ziehe rasch Strümpfe und Schuhe an, eile zum Steg und zu den Zelten, bevor noch ein vierter Bulle auftaucht. Aber es kommt keiner mehrAusser Atem sinke ich ins Zelt, wo mich Daniel beunruhigt erwartet. Dann lacht er über mein Erlebnis. Ich aber bin von der Aufregung noch ganz benommen; sobald ich wieder ruhiger atme, falle ich in tiefen Schlaf.
Der nächste Morgen bringt Sonntag und Ruhetag und ein unbeschwertes Herumstreifen in diesem paradiesischen Tal. Grosse Wäsche im Wildwasser, Photographieren, Kletterübungen an grossen Felsblöcken, wobei Carlo die Träger mit seiner Technik verblüfft. Georges geht es nicht gut. Von den Stieren ist nichts mehr zu sehen. Am Abend wärmen wir uns an einem grossen Feuer, das wir mit dürren Stämmen entfacht haben, während Apo mit grossem Aufwand und « technischen Geheim verfahren » den Mond zu filmen versucht.
Montag, 5. August. Da alles bis jetzt gut verlaufen ist, entschliessen wir uns, die Besteigung des Tocllaraju, 6030 m, vorzunehmen. Er schliesst mit einem steilen, eisgepanzerten Gipfel das Ishinca-Tal im Nordosten ab. Schon am frühen Morgen treffen wir die Vorbereitungen, denn wir müssen mit vier Tagen rechnen und das Material und die Zelte rund 1000 m bis zum Gletscher, westlich der Gipfelpyramide, hinauftragen. Leider kann Georges nicht mitkommen Er fiebert. Auch Apo hat Grippe und muss ihm Gesellschaft leisten. Wir bedauern, dass sie nicht mit uns die Andenfahrt mit diesem Gipfel beschliessen können.
Gegen 8.30 Uhr brechen wir schwer beladen auf, wobei Eustaquio und Vitaliano von sich aus ein gehöriges Mehrgewicht übernehmen. Mit schweren Schritten nähern wir uns dem Gras- und Schutthang, der zum Gletscher hinaufführt. Das Schönwetter scheint vorüber zu sein. Es geht ein scharfer Windzug, und von den Amazonas her werden schwere, graue Wolken hergetragen, die an den höchsten Gipfeln branden. Der Aufstieg ist ausgesprochen mühsam. Der Atem geht keuchend. Mir rinnt der Schweiss aus allen Poren, und jeder Tritt scheint schwerer. Doch fühlen wir uns schon erleichtert, als wir den Gletscher erreichen, die Steigeisen anschnallen und uns anseilen. Es tut gut, dabei die Last eine Weile ablegen zu können. Ich stelle fest, dass es meinen Kameraden nicht besser geht als mir; zweifellos spielt die Wetterlage etwas mit.
Nach dem kurzen, aber erfrischenden Halt heisst es, die Lasten wieder aufnehmen. Die Träger gehen voraus mit dem Auftrag, an einem geeigneten Platz anzuhalten, nicht zu hoch. Wir folgen ihrer Spur. Sie verschwinden in der Höhe, wo der Hang sich zurücklegt. Als auch wir das Plateau erreichen, schauen wir vergeblich nach ihnen aus, obwohl sich hier Platz bietet, um für eine ganze Armee ein Lager aufzuschlagen. Wo sind denn die zwei? Da wir ohne sie und besonders ohne das Material, das sie mittragen, nicht sein können, bleibt uns nichts anderes übrig, als ebenfalls höher zu steigen. So traversieren wir das ganze Plateau und steigen lange Firnhänge hinauf, bis wir endlich auf die Träger stossen, die in einer windgeschützten Mulde gemütlich ausruhen.
Mittag ist vorbei. Wir richten hier das Lager ein. Das Wetter verspricht nichts Gutes. Ob wir morgen den Aufstieg fortsetzen können? Und wird noch ein weiteres Zwischenlager nötig sein? Die Route, die wir mit dem Feldstecher vom Basislager aus ausgekundschaftet haben, scheint gut zu sein, trotzdem sie eine heikle Eispassage zeigt. Und zudem sehen wir sie nur bis zu einer Schulter des Nordwestgrates. Was folgt nachher? Der Gipfelaufbau, der auf unserer Seite furchtbar steil ist, wird er auf der Gegenseite zugänglicher sein? Und was für ein Terrain werden wir zwischen Sattel und Gipfel treffen? Es ergeben sich viele Fragen, die wir möglichst rasch beantwortet sehen möchten! Der Südgrat, den wir von unserm Lagerplatz aus gut übersehen können, ist gar nicht einladend. Die Westwand kommt für einen Anstieg noch weniger in Betracht.
Wie immer - plötzlich kommt die Nacht. Um 7 Uhr liegen wir verpflegt und wohlverpackt in unsern Schlafsäcken und Zelten. So erwachen wir am andern Morgen ausgeruht, aber enttäuscht:
der Himmel ist dicht verhängt und der Tocllaraju unsichtbar hinter dräuend-schwarzen Wolken. Die Situation ändert sich auch nach Stunden nicht. Es ist der schlechteste Tag, den wir in Peru erleben. Wir schlagen die Zeit tot, indem wir immer wieder hundert Schritte rund um die Zelte tun und wieder auf einen kleinen Eisvorsprung steigen, dem wir den Namen « Belvédère » geben. Und immer die Frage: Wie wird das Wetter morgen sein? Daniel, unser Arzt, steigt ein paar hundert Meter ab, um durch den Feldstecher das Basislager zu visitieren. Er kommt sehr befriedigt zurück: zwischen den Zelten habe er etwas sich bewegen gesehen!
In der folgenden Nacht erwache ich um 2 Uhr und schaue nach dem Wetter aus. Es schneitMorgens 6 Uhr. Alles ist grau und dunkel. Aber nach einer Stunde stehen wir auf und beschliessen, ein Stück weit zu rekognoszieren. Und einem Instinkt folgend rüsten wir uns vollständig aus und nehmen einen ganzen Tagesproviant mit. Wer weissUm halb 9 Uhr verlassen wir das Lager. Bald hebt eine kleine Aufhellung unsere Stimmung. Gleichmässig rücken wir vor und erreichen den Eisabbruch, welcher den Zugang zur Schulter sperrt. Carlo meistert das Hindernis aber glänzend, so dass wir um 11 Uhr schon auf der Schulter stehen. Zu unserer Freude sieht die Fortsetzung gut aus, wenigstens soweit das Nebeltreiben die Sicht freigibt. Dazu ist der Weg durch kleine Bambusstäbe markiert, die eine amerikanische Seilschaft, die von Norden her gekommen ist, vor einigen Wochen zurückgelassen hat. Die Träger verraten uns dies bei unserer Rückkehr.Wir kommen trotz zunehmender Höhe gut vorwärts, da wir trainiert und akklimatisiert sind. Um 13 Uhr stossen wir auf die sehr steile Gipfelkante, erklettern sie von links her. Es scheint, dass dies die einzige Zugangsmöglichkeit ist. Über einen horizontalen Eisriss erreichen wir den Nordostgrat. Carlo müht sich lange an einem äusserst steilen, brüchigen Eishang, sichert an einem von den Amerikanern zurückgelassenen Haken den Nachkommenden und verschwindet dann hinter einem verwächteten Grat. Einer nach dem andern folgt nach. Das Eis bricht wie berstendes Glas. Ab und zu gibt der Nebel freien Blick in die ungeheuren Eisrinnen der Ostflanke, die sich unter uns dehnt. Es ist ein berauschender Aufstieg; aber es wäre nicht ratsam, hier auszugleiten! Noch einige Seillängen, dann endet der Grat, wie plötzlich abgeschnitten - und wir stehen auf dem Gipfel des Tocllaraju ( 6020 m ) und drücken uns die Hand! Es ist unser zweiter, aber leider letzter Sechstausender dieser Fahrt... Es ist 14.15 Uhr. Wir dürfen mit unserer Leistung zufrieden sein. Wer hätte am Morgen zu denken gewagt, dass wir heute den Gipfel erreichen würden? Die Aussicht ist uns versagt, deshalb halten wir nur kurze Rast, essen etwas und machen « Gelegenheitsphotos », um dann auf unsern Spuren wieder abzusteigen. Die ersten Seillängen verlangen dabei grösste Vorsicht. Automatisch fast geht es weiter, trotz einiger delikater Stellen. Aber schon um 17 Uhr sind wir bei den Zelten, von den Trägern freudig begrüsst. Sie schlagen vor, im gleichen Lauf zum Basislager abzusteigen. Wir aber spüren die Müdigkeit, denken an die bald hereinbrechende Nacht, in der es mühsam und riskiert wäre, die Geröll- und Grashänge hinabzugehen. So verbringen wir trotz der scharfen Kälte eine letzte Nacht auf dem Gletscher auf 5000 m Höhe. Es muss mindestens —15° kalt sein.
Auch am andern Tag ist das Aufstehen vor Sonnenaufgang mühsam. Der Himmel ist wieder klar, und die Sonne durchwärmt uns bald und taut auch das Material auf. Um 10 Uhr sind die Zelte zusammengepackt! Nach einem letzten Gang zum « Belvédère » steigen wir rasch ins Tal ab, wo uns Apo ein Mittagessen bereithält. Er fühlt sich wieder gut und bedauert sehr, dass er diese letzte Fahrt nicht hat mitmachen können. Georges dagegen hat zwei böse Tage hinter sich und hofft, mit dem Verlassen der Höhe seine Angina besser ausheilen zu können. Er wird schon morgen mit Daniel absteigen, während wir andern auf die Lastesel warten, um das Lager abzubrechen und das Material zu holen, das noch in der Mariscal Castilla-Hütte geblieben ist.
Samstag, O. August. Das Abenteuer geht zu Ende. Wir verlassen das Ishinca-Tal, und als wir Huaras erreichen, leuchtet die eindrückliche Pyramide der Ranrapalca noch im letzten Abend-sonnenschein.r rT Jean-Jacques Fattoti, Lausanne