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Das Geistlich Areal in Schlieren mit den angrenzenden ehemaligen Industriearealen gehört zu den grössten Entwicklungsgebieten der Region. Ehemalige Industrieflächen werden hier zu Wohn- und Gewerbegebieten umgenutzt. Für die Entwicklung solcher Areale stellt sich nicht nur die Frage, was genau aus dem Ort werden soll, sondern auch an welche Qualitäten des industriellen Erbes angeknüpft werden soll.
Wie kann die bislang vor Ort dominierende, industrielle Gewerblichkeit weiterentwickelT und als Identitätsmerkmal in eine adäquate Form der Repräsentation überführt werden?
Für das letzte Baufeld (B4) auf dem Areal ist ein Bürohaus mit Wohnungen geplant. Vorgeschlagen wird ein kompaktes Volumen, welches sich U-förmig zum zukünftigen Park hin öffnet. Am Geistlichplatz entsteht mit einem leicht zurückversetzten Eingang eine übersichtliche und selbstverständliche Adressbildung. Die Position und Ausbildung des Einganges ermöglicht es, mit einer allfälligen Arkadenlösung am Kopf des angrenzenden Baufelds zusammenzuwirken und dem Ort einen adäquaten öffentlichen Auftritt zu verleihen.
Das Herzstück des Neubaus besteht aus der zentral im Erdgeschoss liegenden Piazza. Sie ist direkt mit dem offenen Lichthof verbunden und natürlich belichtet. Die daran angeschlossenen Etagen erhalten mit ihren zum Teil informellen und formellen Treffpunkten und Besprechungszonen eine intensive, räumliche Beziehung und aktive Vernetzung. Im Zusammenspiel mit der Piazza und dem im Südosten positionierten Gastrobereich können verschiedenste Bespielungs- und Nutzungsszenarien umgesetzt werden. Nach Westen, von der Piazza aus ersichtlich, sind die Labore und Werkstätten angeordnet. Als Ort prototypischer Entwicklungen wird hier eine Ideenwerkstatt erlebbar.
Die Bürogeschosse können aufgrund ihrer Dimensionierung und ihrer unterschiedlicher Raumtiefen mit variablen Arbeitsplatztypologien bespielt werden. Während die Flächen auf der Nord- und Südseite doppelseitig mit dazwischen liegender Kombizone funktionieren, sind im Westen Flächen angeordnet, die die klassische Raumtiefe mit Begegnungs- und Sitzungseinrichtungen, oder Open Landscape Büros ergänzen. Die Flächen im Osten entwickeln sich entlang des Lichthofes und agieren wie eine Brücke zwischen den beiden Büroflügeln. Auch sie können die übrigen Flächen mit besonderen Funktionen oder offener Arbeitssituationen ergänzen.
In Anlehnung an robuste und ökonomische Gewerbebauten schlagen wird eine Konstruktion vorgeschlagen, welche mit möglichst wenig Masse auskommt und ein flexibles und sehr belastungsfähiges Konstruktionsprinzip etabliert. Mit dem Einsatz von abgerundeten Hammerkopfstützen werden entlang des äusseren und inneren Perimeters die Traglasten aus Platte und Brüstung optimal in die Stützen eingeleitet. Die dabei entstehende Tektonik der Fassade ruft durch die erkennbare Statik Erinnerungen ingenieurs-technischer und industrieller Bautypologien wach. Die Anmutung des Gebäudes wird durch die feine und schlanke Gliederung der Fassade geprägt.
Structural Engineer: Schnetzer Puskas Ingenieure AG, Zurich
MEP: Ernst Basler + Partner AG, Zurich