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„Weisse Waren“: Commodity Racism und bürgerlicher Haushaltskult in der Schweiz der 1930er Jahre
In ihrem wegweisenden Werk Imperial Leather arbeitet Anne McClintock heraus, wie die Konsumkultur die grossflächige Zirkulation kolonialer Vorstellungen, Konzepte und Bilder im spätviktorianischen Grossbritannien möglich machte und einen neuen Typus des Rassismus hervorbrachte: den commodity racism. Durch die aufkommende Konsumkultur erreichte dieser breite Schichten der Bevölkerung und verknüpfte bestehende Vorstellungen von Waren, Besitz, Genuss, Status, Zivilisation, Rasse, Moderne und Geschlecht auf neue Weise.
Der Beitrag fragt nach den Zusammenhängen zwischen dem Warenrassismus und der Veränderung von Geschlechternormen in der Schweiz. Er fokussiert auf Werbung in der Zwischenkriegszeit und zeigt, wie dabei Bilder der Schweizerin hervorgebracht werden, die sich durch ihre Arbeit als Hausfrau an der Reproduktion einer weissen Zivilisation beteiligen konnte. Die intellektuelle und affektive Einbindung der Schweizer Hausfrau vermittels der Konsumkultur in ein koloniales Imaginäres stellt, so die These, ein bedeutsames Element der spezifischen Geschlechterordnung dar, die sich seit anfangs des 20. Jahrhunderts in der Schweiz formierte.