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Der Strauss
(Struthio camelus)
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Strausse gelten als Wildtiere. Sie bevorzugen gut überblickbare Landschaften, in denen sie in kleineren oder grösseren Verbänden leben. Diese werden während der Paarungs- und Brutzeit aufgelöst. Ein Hahn und eine oder mehrere Hennen sorgen für die Brut. In sogenannten “Kindergärten” werden die Jungtiere, die auch Tiere von anderen Paaren umfassen können, aufgezogen. Die Mortalitätsrate ist hoch. Nur 15% der Küken vollenden ihr erstes Lebensjahr.
Strausse ernähren sich vorwiegend von Pflanzenteilen, die vom Boden aufgepickt werden. Dazu kommen auch Steine und Sand, die im Muskelmagen die Zerkleinerung der Nahrung fördern. Was gegessen werden kann, will gelernt sein! Küken, die keine Anleitung von ihren Müttern oder Ammen erhalten, können an geschluckten Objekten zu Grunde gehen.
Zu den natürlichen Feinden der Strausse zählen Löwen und Leoparden. Wenn es drauf ankommt, versuchen die bis zu 2.5 Meter grossen Tiere mit bis zu 5 Meter langen und bis zu 70 km/h geschwinden Schritten zu entfliehen. Oder sie schlagen mit ihren kräftigen Füssen zu. Dass sie ihren Kopf in den Sand stecken, um sich zu tarnen, ist eine Mär.
Staubwedel aus Straussenfedern
Diese grössten lebenden Vögel der Erde wurden bereits vor 1900 in weiten Teilen Afrikas ausgerottet. Das menschliche Interesse galt den Federn, die für die Damenwelt nach Europa exportiert wurden. Um die Nachfrage trotz reduzierter Bestände zu befriedigen, wurden ab Mitte des 19. Jahrhundert die ersten Straussenfarmen in Südafrika aufgebaut; durch Kreuzung verschiedener Unterarten des Strausses entstand der “African Black Neck”. Doch der Handel mit Federn kam nach dem 1. Weltkrieg zum Erliegen. Beworben wurde in der Folge das Fleisch und ab 1970 auch das Leder. Das Leder fand in die teure Modebranche Eingang. Anklang fand das Fleisch insbesondere in Europa, das zum Hauptabnehmer wurde, an erster Stelle Deutschland und die Schweiz.
In den späten 1980er Jahre schossen die Straussenfarmen weltweit aus dem Boden. In Europa wird die Straussenhaltung als Teil einer diversifizierten Landwirtschaft angepriesen, die gesunde, ökologisch vertretbare und direkt vermarktbare Nischenprodukte anbietet. Die Mehrzahl der Betriebe überlebte aber nur einige Jahre, da Strausse anspruchsvolle, höchst soziale und eigenständige Lebewesen sind. Während die Einen am Hochleistungsstrauss in Analogie zur Hühnerzucht arbeiten, fordern andere das Verbot der Straussenfarmen. Israel ist im November 2011 mit gutem Beispiel vorangegangen und hat die Straussenfarmen verboten.
Vorkommen: Afrikanische Savannen- und Wüstengebiete südlich der Sahara
Ausgerottet: Arabische Halbinsel, Westasien sowie Gebiete nördlich der Sahara
Population: Unbekannt
Lebensdauer: 14 Monate als Masttier; bis 40 Jahre in Zoos oder freier Wildbahn
Nutzung des Tierkörpers: Fleisch, Leder (Cowboystiefel, Taschen, Gürtel…), Federn (für Staubwedel, in der Computer- und Autoindustrie), Fett, Augen (medizinische Forschung)
Von einem Strauss werden 25 kg Fleisch, 1.5 m2 Leder und 1 kg Federn gewonnen
Fleischproduktion (weltweit 2003 geschätzt): 12.500 Tonnen und 585.000 geschlachtete Tiere
Sehen Sie zum Thema auch die Sendung “Arme Straussenvögel” im Schweizer Fernsehen vom 16.04.2002.
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