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Heute vor 222 Jahren wurde der Schweizer Franken zu zehn Batzen oder einhundert Rappen eingeführt. Die Erfolgsgeschichte begann auf Befehl der Franzosen und ging einher mit Neuerungen wie zum Beispiel einer einheitlichen Zeitmessung. Aus heutiger Sicht würde man sagen, dass da den Schweizern ein paar sinnvolle Modernisierungen auferlegt wurden.
Aber eben: Die Helvetik war ein Befehl Napoleons und traf bei den Schweizern auf wenig Gegenliebe. Rund fünf Jahre nach der Ausrufung der Helvetischen Republik war ihr Ende besiegelt. Zahlreiche Neuerungen wurden rückgängig gemacht. Viele Kantone wechselten zurück zu anderen Währungen.
Erst gut fünfzig Jahre nach der ersten Einführung wurde der Franken definitiv die nationale Währung unseres Landes. Zu Beginn blieb er jedoch weitgehend ein Anhängsel des französischen Franc.
Seit dem ersten Weltkrieg aber hat der Schweizer Franken gegenüber allen wichtigen Währungen massiv an Wert zugelegt. Musste man 1914 noch über 5 Franken für einen Dollar hinlegen, kann man ihn heute für weniger als einen Franken haben. Das britische Pfund kostete damals sogar 25 Franken und hat heute noch einen Wert von etwa Fr. 1.30. Aufgrund «politischer Klugheit und glücklicher Umstände» ist die Schweiz zu einem stabilen Staatswesen gewachsen und wurde so zu einem Ort, an dem «eine der erfolgreichsten und stärksten Währungen der Welt» (Baltensperger) entstehen konnte.
Mir scheint dies auch eine typisch schweizerische Geschichte zu sein. Entwicklungen können noch so klug und zeitgemäss sein, wenn sie von fremden Herren diktiert werden, finden sie keine Zustimmung. Herr und Frau Schweizer nehmen sich lieber fünfzig Jahre Zeit, um eine gute Idee zu der ihrigen zu machen. Dann aber machen sie Ernst damit und machen daraus eine Erfolgsgeschichte.