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Das Phänomen, dass das Geschäftsjahr 2010 in vielen Branchen weit besser herauskam, als alle Marktteilnehmer anfänglich erwartet hatten, ist auch im Schweizer Busmarkt festzustellen. Nach dem absoluten Rekordjahr 2008, als 813 Busse (629 Linien- und 184 Reisebusse) neu in Betrieb genommen wurden, erwartete keiner in der Branche, dass dies so weitergeht. Zudem wirkte sich die Wirtschaftskrise negativ auf den Absatz aus. Vieles hängt bei den Linienbussen von der finanziellen Verfassung der Städte und Gemeinden ab, welche Busse im öffentlichen Personenverkehr betreiben. 2009 musste sich die Branche denn auch mit einem Rückgang der Immatrikulationen von Bussen von 37 Prozent abfinden.
Ein Blick auf die Zulassungsstatistik für die Jahre 2010 und 2009 zeigt nun allerdings, dass die Verkäufe neuer Busse im vergangenen Jahr nur noch geringfügig zurückgingen. Das heisst: Die Busverkäufer konnten das Absatzniveau zumindest halten.
Anders die Reisebusse: Nach dem Rückgang der Verkäufe von Reisebussen um mehr als die Hälfte im Jahr 2009 erholte sich der Absatz 2010 wieder deutlich, wurden doch 23 Prozent mehr Reisebusse in Dienst gestellt. Mit 55 verkauften Bussen der Marken Mercedes-Benz und Setra konnte die zum Daimler-Konzern gehörende EvoBus AG ihren Marktanteil von 42 auf 54 Prozent erhöhen. Die restlichen 47 Reisebusse verteilen sich auf acht verschiedene Hersteller. Mit 19 verkauften Bussen liegt Bova/VDL auf Rang zwei, gefolgt von VanHool/EOS mit neun verkauften Einheiten. Diese Zahlen zeigen, dass Busreisen nach wie vor gefragt sind. Der hohe Komfort und die Mobilität machen den Bus zum idealen Reisemittel.
Linienbusse: 7 Prozent im Minus
Mit 405 neu in Verkehr gesetzten Linienbussen wurde 2010 der Vorjahresabsatz um 7 Prozent unterschritten. Marktführer EvoBu musste eine Einbusse von 10 Prozent hinnehmen. Zulegen konnten dagegen der einheimische Hersteller Carrosserie Hess mit 82 verkauften Fahrzeugen sowie Irisbus/Iveco, die 2010 doppelt so viele Busse verkauften wie im Jahr zuvor.
Die Verkäufe im Sektor Linienbusse hängen jeweils stark von grösseren Bestellungen einzelner Städte oder Gemeinden ab; diese Orders wiederum basieren auf dem Mobilitätsverhalten der Bevölkerung. Je attraktiver der Öffentliche Verkehr ist, desto höher sind die Fahrgastzahlen. Ersetzt eine grössere Stadt ihre Flotte an Linienbussen, so beeinflusst dies die Statistik massgeblich, wie dies bei den Grossaufträgen der Städte Genf und Zürich in den vergangenen Jahren der Fall war. In diesem und im nächsten Jahr stehen verschiedene Beschaffungen der Schweizerischen Post beziehungsweise durch PostAuto Schweiz an.
Umweltschutz im Mittelpunkt
Unzählige Busse verkehren täglich in meist dicht besiedelten Ballungszentren. Deshalb spielt die permanente Reduktion der Emissionen eine wichtige Rolle. Die Bushersteller unternehmen unvermindert grosse Anstrengungen, um möglichst umweltfreundliche Motoren zu entwickeln.
Verschiedene Hersteller bieten heute Busse in der Version EEV (Enhanced Environmentally Friendly Vehicle) an; dies ist die höchste, freiwillig eingehaltene Abgasstufe. In einigen Städten sind auch Hybridbusse (Diesel- und Elektromotor) unterwegs, die beim Anhalten und Wegfahren an den Haltestellen elektrisch angetrieben werden und somit keine Emissionen verursachen.