Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03660.jsonl.gz/1243

John Maynard Keynes ist einer der bekanntesten Ökonomen des 20. Jahrhunderts. Doch er hätte ebenso als Investor in die Geschichtsbücher eingehen können. Nicht weil er besonders erfolgreich war, sondern weil er innovativ war und am eigenen Portfolio erfuhr, was heute noch gilt: die Finanzmärkte sind kom-petitiv. Prof. Dr. Claudio Loderer, OLZ-Gründungspartner und Verwaltungsrat, würdigte in seiner Key-Note-Speech Keynes wichtigste Erkenntnisse als Vermögensverwalter. Keynes verwaltete den Stiftungsfonds des Kings College an der Universität Cambridge, dessen Vermögen zunächst überwiegend in Ländereien und Hypotheken angelegt war. Innovativ, aber durchschnittlich. Als einer der ersten begann Keynes zu Beginn des 20. Jahrhunderts
War Keynes ein guter Investor?
Vermögenswerte in Aktien umzuschichten, unter anderem weil er Bedenken bezüglich der Liquidität von Immobilienanlagen hatte. Keynes Anlageansatz basierte weitgehend auf «Trial and Error». Er glaubte nicht an Markteffizienz. Er wählte zuerst einen Top-Down-Ansatz, realisierte aber bald, dass Markt-Timing nicht funktioniert und wechselte dann zu einem Bottom-up-Ansatz mit wenigen Titeln und einer Buy-and-Hold-Strategie. Insider-Informationen aus seinem grossen Netzwerk in der Londoner City trugen vermutlich wesentlich dazu bei (was ja damals legal war), dass Keynes mit einer jährlichen Rendite von 14,4 % (1924–1945) auch für die damalige Zeit überdurchschnittlich erfolgreich investierte (UK Equity Index 9 %). Leider stutzten seine mässig erfolgreichen Rohstoffkontrakte und seine komplett erfolglosen Währungstrades seine Gesamtbilanz als Investor auf Durchschnittlichkeit zurück. Deshalb bleibt uns Keynes heute vor allem als grosser Ökonom in Erinnerung.