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Oh, welch ein Glück gibt es sie, die Süsswasser-Zuchtperlen. Diese Schönheiten, die aus einem nichtssagenden Etwas zu einer Pracht und Vollkommenheit heranwachsen und die so vielfältig wie Blätter an Bäumen sind.
Komm mit, wir gehen gemeinsam auf Entdeckungsreise. Ich erzähle dir, was ich über diese grossartigen Perlen weiss.
Hyriopsis cumingii
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Nein, keine Angst, du bist nicht in einem Sprachkurs.
Hyriopsis cumingii ist der Name der Auster in der Süsswasser-Zuchtperlen heranwachsen.
Der Name Süsswasser-Zuchtperle sagt schon, dass diese Perlen in Süsswasser wachsen und dass sie gezüchtet werden. Die meisten Süsswasser-Zuchtperlen wachsen in China auf Perlen-Farmen.
Die Mutter-Austern der Süsswasser-Zuchtperlen heissen hyriopsis cumingii. Sie werden bis zu 30 cm gross, was enorm ist. Allerdings müssen sie auch so gross sein, denn sie beherbergen viele zukünftige Perlen. Diese Austern sind viel grösser als z.B. die Akyoa-Auster, die in der Regel nur eine heranwachsende Perle zur Untermiete hat. Die Form der hyriopsis cumingii ist am ehesten mit einem abgerundeten Dreieck zu vergleichen.
Was muss passieren, damit es überhaupt zu einer Perle kommen kann?
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Die Süsswasser-Zuchtperle wächst in der Regel ohne Kern. (Es gibt Ausnahmen, über die spreche ich weiter unten.)
Es wird eine sogenannte Mutter-Auster benötigt und wir wissen bereits, dass die im Falle von Süsswasser-Zuchtperlen hyriopsis cumingii heisst.
Diese Auster wird von ausgewiesenen Experten leicht geöffnet und „befruchtet“. Dieser Vorgang wird Operation genannt.
Du kannst dir das so vorstellen:
Ein zuvor aus einer anderen Auster gewonnenes Gewebestückchen – das nichtssagende Etwas, über das ich im ersten Satz spreche – wird in winzige Teilchen geschnitten. Diese kleinen Gewebestückchen werden in die leicht geöffnete Mutter-Auster eingesetzt. Bis zu 25 Gewebestückchen können pro Austern-Seite platziert werden. Das bedeutet, im besten Fall entstehen in dieser Auster 50 Perlen. Damit wird nochmals klarer, weshalb die hyriopsis cumingii so gross sein muss.
Die befruchteten oder operierten Austern werden an Schnüren befestigt in einem Süsswasser-Gewässer aufgehängt. Sie werden drei Jahre lang gepflegt. In dieser Zeit bildet sich im Idealfall das, was wir alle möchten: Die Perle. Das Perlmutt umschliesst das eingepflanzte Gewebestückchen.
Die Auster braucht jetzt viel Pflege
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Was bedeutet das?
Während der Wachstumszeit im Süsswasser wird in regelmässigen Abständen kontrolliert, ob die Auster verschlossen ist. Eine geöffnete Auster würde darauf hinweisen, dass die Befruchtung misslungen ist und keine Perlen heranwachsen. Diese Austern werden entfernt. Die geschlossenen Austern werden von Zeit zu Zeit von Parasiten befreit. Nichts soll dem Wachstum der Perlen im Wege stehen.
Die gründliche Pflege ist auch vor dem Hintergrund wichtig, dass sich jeder Perlenzüchter eine grösstmögliche Ernte sichern möchte. In Forschung und Entwicklung steckt viel Arbeit, Zeit und Geld. Deshalb ist es wichtig, dass die Mutter-Austern gehegt und gepflegt werden, damit die Erträge nicht ausbleiben.
Es vergehen 3 Jahre. Jahre der Pflege und des Wachstums.
Danach werden die Perlen geerntet.
Hierfür kommen wieder Fachleute zum Einsatz, denn die Ernte erfolgt möglichst rasch und schonend für die Auster.
Die Auster wird so weit wie nötig aber so wenig wie möglich geöffnet und die Perlen werden entnommen.
Zwei weitere Ernten ohne erneute Befruchtung
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Die Auster kann bis zu zwei weitere Male Perlen hervorbringen. Eine erneute Befruchtung/Operation ist nach der ersten nicht nötig. Durch das erste Befruchten haben sich Perlensäcke gebildet. Der Wachstumsprozess ist in Gang gesetzt, so dass ohne weiteren Eingriff von aussen neue Perlen wachsen können.
Nach der ersten Ernte kommt die hyriopsis cumingii bis zur nächsten Ernte zurück ins Wasser. Der Kreislauf beginnt von neuem.
Und was für sagenhafte Wunder da heranwachsen können. Schau dir das an.
Ich gerate auch nach Jahren der Liebe zu Perlen immer wieder in Begeisterung.
Die Farbe
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Die meisten natürlichen Süsswasser-Zuchtperlen haben Farbenspiele zwischen Weiss, Rosa, Crème oder Hell- bis Dunkel-Orange. Es sind Farb-Schattierungen. Wenn dir eine pinkig rosarote Perlenkette begegnet, dann weisst du, dass deren Farbe nicht natürlich ist. Das gleiche gilt für alle anderen Farben bei Süsswasser-Zuchtperlen.
Viele Süsswasser-Zuchtperlen werden nach der Ernte gefärbt.
Ich habe mich lange Zeit gewundert, weshalb ich keine schönen grauen Süsswasser-Zuchtperlen finden konnte. Sie hatten keinen Glanz und waren voller Einschlüsse. Einschlüsse nennt man die kleineren und grösseren „Macken“, die die Perlenoberfläche haben kann.
Als ich die Perlenhändlerinnen meines Vertrauens kennenlernte, erfuhr ich, dass überwiegend Perlen minderer Qualität zum Einfärben gegeben werden. An der Qualität der Perle kann der Einfärbeprozess nichts ändern. Stumpf bleibt stumpf und Einschluss bleibt Einschluss egal, welche Farbe der Perle gegeben wird.
Um eine gute Qualität beim Einfärben zu erhalten, ist es enorm wichtig, dass qualitativ hochwertige Perlen eingefärbt werden.
Ich bin in der glücklichen Lage, dass meine Händlerinnen auf Qualität setzen. Wenn ich gefärbte Perlen kaufe, achte ich ganz besonders auf Glanz und möglichst hochwertige Oberfläche.
Süsswasser-Zucht-Perlen mit Kern
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Mittlerweile gibt es auch Süsswasser-Zucht-Perlen mit Kern. Das Experimentieren und Forschen auf diesem Gebiet nimmt zum Glück kein Ende.
Erst seit relativ kurzer Zeit ist es gelungen, der hyriopsis cumingii einen Kern einzupflanzen und erfolgreich eine runde Perle zu züchten.
Ganz besonders möchte ich hier die Ming-Perle erwähnen. Sie ist mein Liebling unter den Süsswasser-Zuchtperlen mit Kern. Ihr ist ein eigener Blog-Beitrag gewidmet.
Formen von Süsswasser-Zucht-Perlen
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Vielfältige Formen wachsen in der hyriopsis cumingii heran. Die beliebteste und hochwertigste ist die runde Form, die leider eher selten ist. Viel öfter wachsen Formen wie Reiskörner (rice), Kartoffeln (potatoe) oder Ovale. Manche Perlen sind halbrund oder barock. Barock bedeutet, dass die Perle nicht rund und auch nicht symmetrisch gewachsen ist.
Einschlüsse kommen recht häufig vor.
Kommst du drauf, was mit den grössten Einschluss-Stellen passiert?
Genau, der Bohrer wird angesetzt und das Bohrloch, durch das später der Knüpffaden gezogen wird, wird gebohrt.
Gut gelöst, nicht wahr?
Glücksfall Süsswasser-Zucht-Perle
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Die meisten von uns Perlenliebhaberinnen können wahrscheinlich nicht einfach losziehen und nach Herzenslust die ganz Grossen wie Golden Pearls, Thaiti-Perlen oder Südsee-Perlen kaufen.
Für uns sind Süsswasser-Zuchtperlen ein Glücksfall.
In meinen Kursen kann ich diese Perlen guten Gewissens zu fairen Preisen anbieten.
Ich kann dir versichern, dass du dir ein kleines Wunder aus diesen Perlen erschaffen kannst. Du findest auch in meinem Shop Perlenketten aus Süsswasser-Zuchtperlen.
Sie sind für mich auf keinen Fall „untere Klasse“. Im Gegenteil. Ich freue mich an ihrer Vielfalt und ihrer Erschwinglichkeit. Meine Freude daran ist nicht getrübt, weil sie keine der offiziellen „Königinnen“ sind. Ich bestimme, was sie mir bedeuten.
Und für dich ist es ganz genauso. Was deine Perlen dir bedeuten, entscheidest nur du allein. Es ist wie im richtigen Leben, nicht der Name und das Aussen zählen. Es zählt das, was du einer Perle an persönlicher Bedeutung zumisst.
Möchtest du wissen, wie es sich anfühlt, mit Perlen zu „arbeiten“, aus Perlen ein traumhaftes Schmuckstück herzustellen?
Dann lege ich dir meine Perlenknüpf-Kurse wärmstens ans Herz.
Und wenn du Fragen zu diesem Artikel hast, melde dich sehr gerne. Das geht ganz einfach über die Kommentarfunktion. Ich antworte dir gerne und so schnell ich kann.
Wir sehen uns, herzlichst,
Christine
Meine Perlenliebe begann schon sehr früh. Wenn du magst, kannst du es hier nachlesen.