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Im Rahmen seiner Masterarbeit untersuchte Stefan Heer Erfolgsfaktoren der Innovation aus einer psychologischer Perspektive.
Welche Faktoren zu erfolgreichen Innovationen führen, wird in der Theorie und in der Praxis intensiv beforscht. Während die Forschungszugänge auf struktureller und methodischer Ebene zahlreich sind, schweigt sich die Literatur weitgehend darüber aus, was Innovation in ihren Akteuren auslöst und wie diese umgekehrt den Entstehungsprozess von Innovation beeinflussen. Dieser Forschungszugang wird „die menschliche Seite der Innovation“ genannt. Für die vorliegende Arbeit befragte der Autor Akteure aus Entwicklung und Produktmanagement von Innovationsleadern aus der Medizinaltechnik, Telekommunikation, Energieversorgung, Uhrenindustrie und der Webtechnologie. Das Methodische Vorgehen richtet sich nach der Grounded Theory. Das Resultat sind die folgenden drei Faktoren, die erklären, wie Innovation auf ihre Akteure wirkt und wie dies den Innovationsprozess wechselwirkend beeinflusst:
1. Unsicherheit: Innovieren bedeutet, dem Kunden Unsicherheiten abzunehmen, und diese in der Organisation zu bearbeiten. Unsicherheiten sollen nicht vermieden, sondern individuell und kollektiv bearbeitet werden. Das hat zur Folge, dass die individuelle Unsicherheit steigt. Organisationen tendieren dazu, Unsicherheiten zu absorbieren, weil diese bestehende Routinen, und somit den Erfolg gefährden. Wenn jedoch Unsicherheiten zu stark absorbiert werden, limitiert dies das Innovationspotenzial.
2. Sensemaking: Unsicherheit ist einfacher aufrecht zu erhalten, wenn das Ziel oder das Vorgehen in den Augen der Akteure Sinn macht. Sinn entsteht dann, wenn genügend Energie in die Erzeugung einer Geschichte investiert wird, die vermittelt, wie die Unsicherheiten überwunden werden sollen, um schlussendlich das Ziel zu erreichen. Diese absichtsvolle Investition wird Sensemaking genannt.
3. Formalisierungsgrad: Innovation passiert dort, wo Sensemaking gegenüber der Unsicherheit überwiegt. Eine strategische Investition in Sensemaking, damit für Akteure gemeinsamer Sinn entstehen kann, ist erfolgskritisch. Der Formalisierungsgrad ist ein Modell für Führungskräfte im Innovationsumfeld, um eine strategische Balance zu finden zwischen strukturierendem Einwirken auf die Akteure und dem Gewähren von Autonomie.
Eine Konklusion der Arbeit ist, dass die strategische Auslotung und Annäherung an die optimale Balance zwischen Steuerung und Autonomie für Innovationen erfolgskritisch ist. Ein Ergebnis der Arbeit sind Leitfragen für den Transfer in den Arbeitsalltag: Sie beleuchten verschiedene Dimensionen, wann und wie Methoden der menschlichen Seite der Innovation zur Anwendung kommen können.
(die gesamte Arbeit kann beim Autor bezogen werden)