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Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
Das vorliegende Projekt fügt sich in das Forschungsfeld der nordamerikanischen Studien ein, welches Werke über ihren unmittelbaren nationalen Kontext hinaus analysiert. Bei Louise Erdrich, Thomas King, Tomson Highway und James Welch handelt es sich um indigene Autor/innen, in deren Romanen die Grenze zwischen Kanada und Amerika oft überschritten und kritisch hinterfragt wird. Ziel dieser Dissertation ist allerdings nicht, sich unreflektiert in den Trend der transnationalen Studien einzureihen und realitätsfern nationale Grenzen systematisch zu sprengen. Viel mehr soll das Verhältnis zwischen der indigenen Bevölkerung zu den Nationalstaaten und der nationalen Grenzen besser verstanden werden, wobei geschichtliche und legale Dokumente die Analyse der Romane komplementieren sollen.
Unter anderem wird folgenden Leitfragen nachgegangen: Was unterscheidet und verbindet Amerika und Kanada im Bezug auf die indigene Bevölkerung? Wie werden die beiden Nationalstaaten in den Romanen der amerikanischen und kanadischen Schriftsteller/innen dargestellt? Welche Rolle spielt der indigene stammesspezifische Hintergrund der Autoren/innen? Wie wird das Fremde dargestellt und den Leser/innen näher gebracht ohne dabei enteignet zu werden? Wann, wie und wozu werden kulturelle, ethnische, religiöse, sprachliche und gattungsrelevante Grenzen überschritten? Und ebenso wichtig, wann werden diese Grenzen nicht überschritten?
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Das vorliegende Projekt bedient sich einer interdisziplinären Methodik. Dabei werden westliche Theoriemodelle mit indigenen Epistemologien verbunden und sowohl nationale, transnationale, regionale als auch stammesspezifische Eigenschaften in Betracht gezogen. Für ein Schweizer Publikum dürften insbesondere die sprachlichen Grenzüberschreitungen von Interesse sein.