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Autoritäre Erziehung kann Fettleibigkeit begünstigen
Forscher an der Universität Montreal haben herausgefunden, dass autoritäre Erziehung mit ein Grund für Fettleibigkeit bei Kindern sein kann. Das kanadische Forscherteam untersuchte für diesen Befund 37'000 Kinder.
Sechs- bis elfjährige Kinder haben ein um 37 Prozent höheres Risiko für Fettleibigkeit, wenn sie autoritär erzogen werden. Foto: D. Anschutz, Photodisc, Thinkstock
Bis dato haben Wissenschaftler vor allem untersucht, welchen Einfluss das Essen oder der Medienkonsum auf das Gewicht haben. Forscher aus Kanada fokussierten nun in einer neuen Studie auf die Erziehung. Dieser Studie zufolge sind autoritär erzogene Kinder dicker als autoritativ erzogene, berichtete das Onlinemagazin Time.com Ende März.
Eltern wurden befragt: Wie autoritär erziehen Sie?
Das Forscherteam um Studienautorin Lisa Kakinami von der Universität Montreal untersuchte , welchen Einfluss die Eltern auf das Gewicht der Kinder haben, ohne dabei die Ernährung in den Vordergrund zu rücken. Dabei analysierten sie mehr als 37'000 Kinder bis elf Jahre in Kanada – genauer genommen das Verhalten der Eltern gegenüber den Kindern, indem sie die Eltern befragten: Wie sie reagieren, wenn die Kinder etwas Unerlaubtes machen und wie, wenn sie etwas Gutes machen.
Aus den Befragungen ergaben sich vier Hauptgruppen von Erziehungsmethoden. Unter die Lupe nahmen die Forscher allerdings nur zwei: die autoritäre Erziehung und die autoritative (die Eltern setzten Regeln, aber erklären sie im Gegensatz zur autoritären Erziehung. Ausserdem drücken die Eltern ab und an ein Auge zu, wenn Regeln gebrochen werden).
Autoritäre Erziehung erhöht das Risiko der Fettleibigkeit um einen Drittel
Laut Kakinami haben zwei- bis fünfjährige Kinder ein um 30 Prozent höheres Risiko für Fettleibigkeit, wenn sie autoritär erzogen werden. Bei Sechs- bis Elfjährigen sind es sogar 37 Prozent.
Die kanadischen Forscher untersuchten hingegen nicht, was die genauen Zusammenhänge zwischen autoritärer Erziehung und Fettleibigkeit sind. Dazu befragte das Online-Magazine Time.com Forscher für Kinderheilkunde der Universität von Colorado. Gemäss diesen ist das Verbieten von z.B. Süssigkeiten kontraproduktiv, denn Verbote fördern das Verlangen nur noch mehr.
Studienautorin Kakinami vermutet aber auch, dass die fehlende Liebenswürdigkeit in einer autoritären Eltern-Kind-Beziehung dazu führen kann. Natürlich sei dies, resümiert sie zum Schluss, aber nur eine Komponente von vielen, die zur Fettleibigkeit eines Kindes führen kann.