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Wie in der Einleitung erwähnt, hatte Playcraft Toys den Produzenten von Thunderball zum Filmstart einen Aston Martin DB5 in James-Bond-Ausführung zugesagt. Der Chefkonstrukteur von Corgi, Marcel van Cleemput (bekannt als Autor des „Great Book of Corgi“), hatte nicht sehr viel Zeit, dieses ambitionierte Projekt umzusetzen – das Modell sollte zum Weihnachtsgeschäft 1965 im Handel sein.
Van Cleemput benutzte das bereits seit 1962 unter der Nummer 218 bei Corgi verfügbare Modell des Aston Martin DB4 als Ausgangsbasis. Die bei diesem Modell damals neue zu öffnende Motorhaube mit dem darunter dargestellten Motor fiel den James-Bond-Spezifikationen zum Opfer; das DB5-Modell verfügte dafür über einige bemerkenswerte Extras wie die ausfahrbaren MGs und Rammbügel in der Frontpartie, den ausfahrbaren kugelsicheren Schild vor der Heckscheibe und, wohl das faszinierendste und innovativste Extra, einen funktionierenden Schleudersitz. (Der funktionierte so gut, dass Corgi dem Modell gleich zwei Figuren des auf dem Beifahrersitz platzierten Gangsters beilegte; mit dem Erscheinen des Nachfolgemodells gab es diese auch zum Nachkaufen. Viele dieser Figuren dürften in Staubsaugern in Kinderzimmern verschwunden sein.)
Dieses unter der Nummer 261 verkaufte Modell wies einige Fehler im Vergleich mit dem Original-Filmauto auf; der wohl eindrücklichste und sofort erkennbare war die goldene Farbe. In den James-Bond-Filmen war dieser DB5, der inzwischen in neun Bond-Filmen zu sehen war (zuletzt ganz aktuell in „No Time To Die“; „Keine Zeit zu sterben“, 2021), immer silbern, auch auf der Schachtel war das Modell in Silber dargestellt. Als Grund für die abweichende Farbgebung wird in der Literatur übereinstimmend genannt, dass Corgi das silberne Modell als „unfertig“ empfand; es habe ausgesehen wie ein roher Zinkguss, der überhaupt nicht lackiert war. Die goldene Farbe wurde auch mit dem Bezug auf den Film, in dem das Auto seinen ersten Auftritt hatte („Goldfinger“), begründet.
Kleinere Fehler sind dem Ursprung des Autos, das ja auf der Form des Aston Martin DB4 basierte, geschuldet: Es gab nur eine Tankklappe links hinten (der DB5 hatte sie beidseitig), es gab angedeutete Blinker unter den Frontscheinwerfern (hinter denen aber die Maschinengewehre lagen), und es gab eine prominent zweigeteilte Rückleuchten-Einheit.
In einer zweiten Auflage der Nr. 261 verschwanden die Frontblinker; die Rückleuchteneinheit wurde geglättet. Den korrekten zweiten Tankdeckel gab es aber erst beim Nachfolgemodell (s. u.).
Das Modell wurde zu einem enormen Erfolg. Noch im Erscheinungsjahr 1965 erhielt es die Auzeichnungen „Toy of the Year“ und „Best Boys Toy“, und die Verkaufszahlen übertrafen alle Erwartungen: Knapp vier Millionen Exemplare wurden bis 1969 verkauft. Erst das Batmobil übertraf diese Zahl mit 4,9 Millionen Stück bis 1979.

Diesem Angebot bei Ebay konnte ich nicht widerstehen …
Im Dezember 1966 wurde das ausschliesslich mit Sportwagen bestückte „All Winners“ Gift Set No. 46 modifiziert: Statt des Jaguar E-Type wurde der Aston Martin DB5 No. 261 in das Set aufgenommen, das in dieser Version die Nummer 45 erhielt. Die beim separat erhältlichen Modell in der Schachtel enthaltenen „Secret Instructions“ wurden auch dem Geschenkset beigelegt. Von diesem Set wurden nur ca. 9000 Stück verkauft; bei Auktionen werden in near mint condition dafür Preise um £3000.00 bezahlt. Hier eine Abbildung aus dem Katalog 09/1966:
Im interim catalogue 1967-68 (Abb. links) wurden erstmals der Toyota 2000 GT aus dem Film „You Only Live Twice“ und eine übearbeitete Version des Aston Martin DB5 vorgestellt bzw. angekündigt. Mit dem Vermerk available now, aber ohne Abbildung, war weiterhin der DB5 Nr. 261 aufgeführt. Im Katalog 1969 (Abb. rechts) wurden dann beide Modelle regulär gezeigt, Nr. 261 tauchte nicht mehr auf.
Diese überarbeitete Version des James-Bond-DB5 brachte einige Änderungen zum Vorgängermodell: Der Massstab war jetzt nicht mehr 1:46, sondern 1:43, wodurch das Modell 5 mm grösser wurde. Dieser DB5 hatte jetzt korrekt zwei Tankdeckel, und die Farbe wurde auf ein vorbildgerechtes Silber geändert.
Die wichtigsten Neuerungen waren zwei zusätzliche, aus den Bond-Filmen bekannte Funktionen: Schneidklingen an den Hinterrädern und drehbare Nummernschilder. Das Modell wurde mit drei kompletten Sätzen der aus „Goldfinger“ bekannten britischen, schweizerischen und französischen Kennzeichen geliefert.

Auch dieses Modell findet man noch in absolut neuwertigem Zustand.
Auf diesen beiden Bildern erkennt man alle wichtigen Neuerungen dieses Modells: Schneidklingen hinten, drehbare Nummernschilder und den zusätzlichen Tankdeckel rechts. Die ausfahrbaren Klingen (die sich mit den Rädern mitdrehen) finde ich nicht optimal gelungen: Das Rot ist etwas aufdringlich, und sie sind sehr (zu) gross. (Sehr gut gemacht sind sie bei einem viel späteren Modell, dem → DB5 in 1:36 „Thunderball“ aus der Serie „The Director’s Cut“.)
Es gibt nur eine nennenswerte Änderung während der Produktionszeit dieses Modells: Anfangs, das heisst, 1968/69, waren Kühlergrill und Stossstangen silbern, danach (s. Abb. oben) golden.
Literatur/Links:
Copyright © 2023 und verantwortlich für den Inhalt:
Erste Veröffentlichung am 6. April 2023, letzte Bearbeitung am 18. Mai 2023.
Adresse dieser Seite: https://www.corgi-sammler.ch/mod_tv/tv_bond-db5.html