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Luana Meier
Ja, tatsächlich. Und die einen oder anderen erinnern sich bestimmt noch an diesen Vorfall, bei dem doch eigentlich nur der Boden hätte renoviert werden sollen.
Das Gebäude des heutigen Singsaals der Kantonsschule Küsnacht war ursprünglich (vor über sechshundert Jahren) ein Priesterhaus. Ein paar Jahre später (1411) wurde dieses Gebäude durch den Teil, welcher parallel zum Bach steht, erweitert. Wie sich diese Gebäude in den folgenden Jahrhunderten entwickelt haben, ist weniger bekannt. Klar ist jedoch, dass das Grundstück mit allen Bauten im Jahre 1832 offiziell als Schule eingeweiht wurde. Das diese Schule in dieser Zeit zu so einem grossen Erfolg wurde, ist erstaunlich, denn gerade im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts hielten viele Eltern schulische Bildung für überflüssig. Mit der Zeit wurden mehr und mehr Lehrer eingestellt und Schüler aufgenommen, bis die Schule dann im Jahre 1982 ihr 150-jähriges Jubiläum feierte. Wenige Jahre später (1987) wurden die Schulgebäude dann komplett restauriert und noch einmal einige Jahre später (2018) sollte der Boden im Singsaal wieder renoviert werden. Niemand ahnte, dass unter dem Boden ein schrecklicher Fund auf sie warten würde. Skelette von mindestens vierzig Frauen, Männern und auch Kindern kamen zum Vorschein. Die ETH führte Analysen durch und kam zum Schluss, dass die mittelalterlichen Skelette aus dem 9. bis 11. Jahrhundert stammen. Da der Singsaal, unter welchem die Skelette gefunden wurden, direkt neben einer Kirche steht, wurde vermutet, dass zu der Zeit, aus der die Funde stammen, neben der Kirche ein Friedhof gewesen war. Die Kirche wurde scheinbar im selben Zeitraum erbaut, aus dem die Skelette stammen. Zum Erstaunen der Archäologen und Archäologinnen waren sie noch aussergewöhnlich gut erhalten. Sie seien deswegen sehr wichtige Fundstücke. Es wurde unter anderem versucht, herauszufinden, wie die Verstorbenen begraben wurden. Waren die Schulterknochen beispielsweise näher beisammen, konnte man davon ausgehen, dass der Leichnam in Tücher gewickelt begraben wurde. Die Renovation wurde jetzt natürlich schon lange beendet und das Thema ist so gut wie abgeschlossen. Dennoch ist unklar, ob wirklich alle Skelette gefunden und entfernt wurden oder ob wir unsere schönen Lieder vielleicht noch immer über dutzenden Knochengerüsten proben.