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Der Ausdruck Ego ist allen hinlänglich bekannt. Ein Egoist denkt nur an sich, es gibt Menschen, denen man vorwirft, sie seinen auf einem Ego-Trip etc. Wie unschwer zu erkennen ist, haben wir diesen Ausdruck negativ besetzt. Es gibt aber auch die andere Seite: ein Kind muss sein Ego entwickeln. Ein Erwachsener der ein zu wenig entwickeltes Ego hat, kann von allen manipuliert werden, er kann sich nicht durchsetzen, um zwei Varianten aufzuzählen. Ein Ego ist also nicht einfach nur schlecht, es braucht wie so oft die Balance zwischen einem zu stark ausgeprägten Ego und einem unterentwickelten Ego. In der gesunden Balance finden wir die Menschen mit einer guten bis hohen Sozialkompetenz. Den Begriff Ego können wir auch durch den Ausdruck Selbstwertgefühl ersetzen. Es gibt Menschen mit einem übersteigerten, oder mit einem guten oder mit einem schlechten Selbstwertgefühl und selbstverständlich viele Mischformen davon. Es gibt auch Menschen, die zu mir kommen und sagen, sie hätten gar keinen Selbstwert. Meist entstand dieses Defizit in der Kindheit durch ganz unterschiedliche Faktoren: die Eltern machten das Kind immer klein, es machte nie etwas richtig, respektive immer alles falsch oder für das Kind entstand zum Beispiel das Gefühl, weniger wert zu sein als sein Geschwisterchen. Es gibt noch viele andere Gründe, die beiden aufgelisteten sind aber recht repräsentativ und stehen ziemlich zuoberst auf der Liste. Eine ganz traurige Bilanz in Bezug auf das Selbstwertgefühl entsteht bei sexuellem Missbrauch bei Kindern. Nebst allen körperlichen und seelischen Schäden, die dem Kind widerfahren, entsteht immer ein total gestörtes Selbstwertgefühl.
Ein gestörtes Selbstwertgefühl zeigt sich im Gefühl weniger wert zu sein als sein Gegenüber. Weniger wahr genommen zu werden als die andern, weniger gehört zu werden, weniger wichtig zu sein. Unter Umständen kann jemand deshalb in die Offensive gehen und bluffen, aufschneiden damit niemand sein Defizit, seine Unsicherheit wahrnimmt. Viel häufiger aber entspricht sein Verhalten dem geringschätzigen Selbstwert, den jemand von sich selbst hat. Das heisst, er stellt sich von der Wertigkeit her automatisch unter sein Gegenüber. Blitzschnell fühlt er sich in der Ohnmacht, in der Opferrolle und seinem Gegenüber unterlegen. Das hat zur Folge, dass sein Gegner ein Täter wird. (Ausführlich und mit Skizze im Buch „Die Akasha-Chronik“ St. 64 und ff.)
Die gestörte Selbsteinschätzung einer Person, lässt jedes Gegenüber über ihm erscheinen. Was immer sie tut, wem immer sie begegnet, sie wird immer wieder mit demselben Thema konfrontiert: Die andern sind mehr Wert, sie behandeln mich als weniger Wert oder weniger wissend und ich kann machen was ich will, ich kann mich anstrengen wie ich will, immer bleibe ich vom Gefühl her unter den andern. So ist es auch, denn Sie selbst machen mit Ihrer eigenen Selbsteinschätzung ein Ungleichgewicht zwischen sich und einem jeweiligen Gegenüber (es kann auch die ganze Welt sein). Wer diesen Mechanismus erkennt, kann aussteigen, denn er muss nicht mehr warten oder erwarten, dass die andern ihn anders behandeln oder wahrnehmen. Er kann augenblicklich und in jeder Situation für sich die Verantwortung für seine Schwingung oder sein Selbstwertgefühl übernehmen.
Unabhängig wie dramatisch oder traumatisierend die Kindheit oder sonstige Erfahrungen waren, Sie können aus dieser destruktiven Spirale aussteigen, indem Sie sich bewusst werden, dass jede Seele, unabhängig, was sie ist oder scheint, gleichwertig ist. Es genügt, dass Sie das wissen! Ich höre förmlich die Einwände, die andern müssen auch diese Einstellung haben, sonst funktioniert es nicht. Blödsinn! Sie alleine haben die Verantwortung für Ihre Schwingung und Ihre Wertigkeit. Wenn Sie dieselbe Einstellung von den andern erwarten, macht Sie das schon wieder abhängig, denn Sie sind angewiesen, wie jemand sich verhält.
Nun gehen wir einen Schritt weiter. Jedes Mal wenn Sie in einer Situation in dieses schlechte Gefühl (meist ein sehr vertrautes) hinabrutschen, sehen Sie in Gedanken blitzschnell eine Wippe vor sich: Sie sitzen auf der einen Seite der Wippe und Ihr Gegenüber auf der andern Wippenseite – die Wippe ist in einem wunderbaren Gleichgewicht. Sie alleine haben die Verantwortung, dass sie im Gleichgewicht bleibt. Sobald Sie sich weniger Wert fühlen, geht die Wippe hinunter. Sofort müssen oder können Sie aktiv werden und ausbalancieren.
Indem Sie die Aufmerksamkeit auf sich lenken, das heisst bei sich bleiben, können Sie aktiv sein (Sie steigen aus dem Gefühl von Ohnmacht aus) und gleichzeitig arbeiten Sie an ihrer Energie. Das ist das anvisierte Ziel bei diesem Wippenspiel. Sie verändern sofort Ihre Schwingung, wenn Sie aus dem Ungleichgewicht ins Gleichgewicht wechseln. Sie tun Ihrem Gegenspieler gleichzeitig etwas Gutes, denn Sie bieten ihm die Gleichwertigkeit an. Anstatt dass er ein Täter (über Ihnen) sein muss, darf er das Gleichgewicht erfahren. Dies wird solange in allen möglichen Situationen geübt, bis es eine Selbstverständlichkeit ist und Sie sich aus dem Gefühl von Opfer sein, von weniger Wert sein, herausentwickelt haben und es für Sie kein Thema mehr ist. Sie gehen mit Ihrem neuen Selbstwertgefühl anders auf die Leute zu und ziehen automatisch gleichwertige harmonische Situationen an. Sie verändern und gestalten die Situationen mit! (Gesetz der Resonanz)
Nun schliessen wir das Thema ab, indem wir zum Ausdruck Ego oder zum gesunden Selbstwertgefühl zurückkommen. Durch viele, viele Erdenerfahrungen hindurch haben wir uns mit diesem Thema beschäftigt. Je reifer und bewusster die Seele dabei wurde, desto mehr war sie bestrebt, die Balance zu finden zwischen einem übermässigen Ego und einem unterentwickelten Ego, zwischen Macht und Ohnmacht. Nun gehen wir noch einen Schritt weiter. Indem uns bewusst ist, dass jeder von uns in der Gleichwertigkeit ist und wir dieses Gefühl auch anstreben und umsetzen, ist dies für uns eine wichtige Erkenntnis und ein Gewinn, gleichzeitig ist dies aber auch für alle andern ein Gewinn. Gleichwertigkeit erkennen für alles was lebt – sich miteingeschlossen – heisst, im Fliessenlassen sein, im Bewusstsein von Licht und Liebe sein. Wer heimfindet in das Wissen, dass alles Leben einen einzigen Ursprung hat und alles Leben der Ausdruck der Schöpferkraft ist, der hat sein Ego überwunden. Indem er für sich die Verantwortung für seine Schwingung übernimmt und in der Gleichwertigkeit ist, ist er in der Liebe mit allem und allen. Dies wiederum kommt allem Leben zugute, Mensch, Tier und Natur.
Sie sind Mitschöpfer geworden, indem Sie für sich Liebe und Gleichwertigkeit erkennen, tragen Sie diese Schwingung hinaus in die Welt und geben so Impulse für alle Lebewesen von Gleichwertigkeit und Liebe.
Mengiarda Darms, im Mai 2010
[ Reproduktion erlaubt, sofern Quellenangabe ]
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