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Van Aert setzte sich nach 198,9 km von Sorgues nach Malaucène aus einer Ausreissergruppe heraus als Solist durch. Mit einem Rückstand von 1:14 Minuten belegten der Franzose Kenny Elissonde und sein niederländischer Teamkollege Bauke Mollema von Trek-Segafredo die Plätze 2 und 3.
Als Etappen-Vierter führte Leader Tadej Pogacar die Gruppe mit den Favoriten an. Der Vorjahressieger aus Slowenien zeigte erstmals in dieser Tour etwas Schwächen, als ihn der Däne Jonas Vingegaard mit einer Attacke kurz vor der zweiten Überquerung des Ventoux in Schwierigkeiten brachte. In der gut 20 km langen Abfahrt bis ins Ziel konnte Pogacar die Lücke jedoch wieder schliessen.
O'Connor fällt zurück
Weil der bisherige Gesamtzweite Ben O'Connor den Anschluss an die Favoriten-Gruppe verlor, baute Pogacar seine Führung im Gesamtklassement sogar noch aus. Er liegt nun 5:18 Minuten vor dem Kolumbianer Rigoberto Uran. Vingegaard ist neu Gesamtdritter (5:32 zurück). Dahinter folgen Richard Carapaz (5:33) aus Ecuador und der Australier O'Connor (5:58).
Mit seinem bereits vierten Etappensieg an der Frankreich-Rundfahrt wurde Van Aert einmal mehr seinem Ruf als Alleskönner gerecht. Nachdem der dreifache Quer-Weltmeister in den letzten beiden Jahren bei der Tour dreimal bei Massenankünften triumphiert hatte, siegte er nun erstmals in einer Bergetappe.
Van Aert gehörte ursprünglich einer grossen und hochkarätig besetzten Ausreissergruppe mit Weltmeister Julian Alaphilippe und Olympiasieger Greg van Avermaet an, die sich bereits früh vom Feld abgesetzt hatte. Die Entscheidung führte der belgische Meister im 16 km langen, letzten Anstieg des Tages herbei, als er seine letzten Fluchtgefährten schon früh stehen liess.
Nächste Chance für die Sprinter
Nach der doppelten Qual am Mont Ventoux gibt es in der 12. Etappe vom Donnerstag die nächste Chance für die Sprinter. Auf den 159,4 km von Saint-Paul-Trois-Châteaux nach Nîmes ist nur eine Bergwertung der 3. Kategorie zu überwinden, es darf also mit einer weiteren Massenankunft gerechnet werden. Topfavorit ist natürlich Mark Cavendish, der bei dieser Frankreich-Rundfahrt schon drei Etappen gewonnen hat und mit seinem 34. Tagessieg den Uralt-Rekord der belgischen Radsport-Legende Eddy Merckx einstellen könnte.