Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03604.jsonl.gz/2646

In dieser Wochenberichtsperiode waren viele Lawinenunfälle zu beklagen. Sechs Personen starben in Lawinen. Inneralpin brachen die Lawinen meist im Altschnee an. Teilweise war aber auch der Triebschnee, welcher mit der Bise entstand, das Hauptproblem. Am Alpennord- und am Alpensüdhang und allgemein an Sonnenhängen entwickelte sich die Situation aber im Wochenverlauf günstig.
Nach dem Wintereinbruch der letzten Wochenberichtsperiode zeigte sich in dieser Periode wieder oft die Sonne. Im Nordosten wurde diese aber vorerst noch verdeckt. Anhaltende Feuchtezufuhr führte weiterhin zu einem schwachen Nordstau, welcher sich in einer zähen Bewölkung und etwas Neuschnee (Abbildung 1) zeigte.
Ein anderes Bild zeigte sich derweil im Westen und Süden: dort schien mehrheitlich die Sonne (Abbildung 2).
Nach einer Phase mit wenig Wind, kam am Freitagabend eine starke Bise auf, welche bis Montag anhielt. Diese war in der Höhe markant, aber auch in den westlichen Voralpen und im Jura.
Die Sonne schien meist fast ungetrübt vom Himmel. Auf 2000 m lagen die Temperaturen um 0 °C und der Wind blies schwach bis mässig aus nördlichen Richtungen.
Während sich in der vergangen Wochenberichtsperiode eher wenig Anzeichen für Altschneebrüche zeigten, nahmen Brüche in tieferen Schichten der Schneedecke in dieser Wochenberichtsperiode deutlich zu. Verschiedene Schwachschichten spielten dabei eine Rolle:
Video: Lawinenauslösung im oberen Leidbachtal (Nordwesthang, 2800 m, Davos, GR) am 23. März: Die Lawine brach am Übergang zum Altschnee an. Ein Schneeprofil, welches am Folgetag am Anriss erstellt wurde, zeigte aufbauend umgewandelte Schichten an der Altschneeoberfläche.
Im oberen Anrissbereich lag zudem Triebschnee, wie in der Nahaufnahme gut ersichtlich ist.
Der mitgerissene Snowboarder wurde ganz verschüttet. Er konnte aber von seinen Kameraden rasch geborgen werden und kam mit dem Schrecken davon.
Das Video oben zeigt den Rutschblock, welcher zum oben beschriebenen Profil gehört.
Einmal mehr zeigte sich leider auch, wie gefährlich Lawinenauslösungen im Altschnee sind. In dieser Wochenberichtsperiode kamen bei fünf Lawinenunfällen sechs Personen ums Leben. Soweit bis dahin bekannt, brachen die meisten dieser Lawinen im Altschnee an (Tabelle 1).
|Zeitpunkt||Kanton||Ort||Höhe||Expo||Aktivität||gestorben||Schwachschicht|
|20.03.2021||VS||Hérémence||2570||N||Variante||1||Altschnee, mitten in der Schneedecke|
|21.03.2021||VS||Ayent||2600||SE||Tour||1||unbekannt|
|21.03.2021||VS||Mont-Noble||2450||NNW||Variante||1||Kombination Triebschnee, Altschnee|
|23.03.2021||VS||Anniviers||3460||W||Tour||1||Altschnee, über der Kruste mit dem Saharastaub|
|23.03.2021||UR||Andermatt||2100||NE||Variante||2||Altschnee, an der Oberfläche vor dem Schneefall|
Tab. 1: Tödliche Lawinenunfälle von dieser Wochenberichtsperiode und mutmassliche Schwachschichten.
Mit der Bise wurde ab dem Freitag Schnee verfrachtet. Ausgeprägt war dies einerseits in der Höhe, anderseits aber auch in den westlichen Voralpen und im Jura, wo noch viel lockerer und damit verfrachtbarer Schnee lag. Vor allem am Samstag und Sonntag wurden Lawinenauslösungen im frischen Triebschnee gemeldet (Abbildung 5).
In der Folge nahm die Auslösebereitschaft der Triebschneeansammlungen langsam ab.
Am Freitag, 19. März war die Lawinengefahr noch verbreitet erheblich und dies verbreitet auch in allen Expositionen. In der Folge nahm die Lawinengefahr vor allem am zentralen und östlichen Alpennordhang und auch im Süden ab. Am zentralen und östlichen Alpennordhang war die Überdeckung des schwachen Altschneeoberfläche mit 1.5 bis 2 m Neuschnee so mächtig, dass kaum mehr Lawinen in dieser Schwachschicht ausgelöst werden konnten. Am westlichen Alpennordhang blieb die Lawinengefahr mit der Bise vorerst noch erheblich, nahm dann im Wochenverlauf aber auch ab. In den inneralpinen Gebieten blieb die Lawinengefahr im Zusammenhang mit Altschneeproblem bis zum Ende dieser Wochenberichtsperiode erheblich, wobei die Gefahrenstellen vor allem an Nordhängen oberhalb von 2000 bis 2400 m zu finden waren.
In dieser Wochenberichtsperiode wurden sehr viele Lawinen durch Personen ausgelöst (Abbildung 6).
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.