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Praxis für körperzentrierte Therapien und Traumatherapie
Ganzheitliche körperzentrierte und achtsamkeitsbasierte Therapien sowie Gruppenangebote nach dem Prinzip der Salutogenese (Adonovsky 1997). Anstatt die Ursprünge der Krankheit zu verfolgen, setzt sich die Salutogenese mit den Ursprüngen der Gesundheit auseinander. Was braucht es, um gesund zu sein, zu bleiben oder zu werden?
Der Mensch, der den Berg versetzte,
war derselbe, der anfing,
Steine wegzutragen.
Chinesische Weisheit (1)
Meine Haltung ist komplementärtherapeutisch: Ich beziehe sowohl die funktionelle Ebene (Handhabbarkeit), die seelische Ebene (Sinnhaftigkeit) wie auch die geistige Ebene (Verstehbarkeit) mit ein. Wie können Körperfunktionen für den Einzelnen handhabbar unterstützt werden? Was braucht die Seele im Gegenzug, um Sinn darin zu sehen? Wie können die zu leistenden Veränderungen als Erweiterung des lebendigen Daseins (nicht als Bürde) wahrgenommen werden? Was braucht es, um auf der geistigen Ebene zu verstehen? Wo ist es möglich, den Verstand in den Dienst von Körper und Seele treten zu lassen (anstatt umgekehrt)

Die drei Dimensionen und Einflussfaktoren zum Verbundenheitsgefühl (=Kohärenz)
Moderne körperzentrierte Therapien sowie Körperpsychotherapie beeinhalten Wahrnehmungsprozesse. Wahrgenommen wird mit dem Körper. Die Reize werden zum Gehirn geleitet, dort verarbeitet, bewertet und allenfalls als neue Impulse zurück in den Körper geleitet, wo es dann zu Reaktionen kommen kann. So ist z.B. das Gefühl von Nervosität häufig an einen flauen Magen und an fahrige Bewegungen gekoppelt. Ohne das Wahrnehmen dieser Phänomene wäre es für den Einzelnenen schwer zu erkennen, was er fühlt und noch schwieriger, die durch die Nervosität verursachten Gefahren erkennen zu können und oder die Nervosität zu reduzieren.
Körperwahrnehmungsprozesse können in zwei Richtungen genutzt werden:
Selektion der Wahrnehmung
Zu viele Reize können den Organismus stressen, vorallem wenn dadurch ständig kognitive Bewertungsprozesse ausgelöst werden, die dann eine Eigendynamik führen. In diesem Fall hilft Reizreduktion durch Selektion der Sinneswahrnehmung, Verlangsamung von Handlungsabläufen und das bewusste Unterbrechen von ständigen Bewertungsprozessen (Gedankenkreisen).
Erweiterung der Wahrnehmung
Sind zu wenig Reize vorhanden oder werden sie durch andere störende Einflüsse nicht wahrgenommen, so kann mit der Zeit eine innere Leere entstehen, welche oft mit einem Gefühl der Sinnlosigkeit gekoppelt ist. Manchmal stören jedoch auch unbewusste seelische Aspekte die Wahrnehmung im Hier und Jetzt. Werden nun neue passende Reize stimuliert oder werden bereits vorhandene Wahrnehmungskanäle neu miteinander verknüpft, so können Bewusstseinsprozesse im körperlichen, seelischen oder geistigen Bereich gefördert werden.
Welche Wahrnehmungskanäle benutzen Sie in Ihrem Alltag?
Dein Körper, dein Zuhause
Für viele Menschen ist das Erleben von körperlicher und seelischer Integrität, von Ruhe, Frieden und Akzeptanz in und mit ihrem Körper eine tiefgreifende und erfüllende Erfahrung. Krankheit, Stress, älter werden oder psychische Belastungssituationen machen es mitunter schwierig, den Körper als Quelle der Regeneration erfahren zu können. Wenn der Körper mit seinen Bedürfnissen fremd geworden ist oder Betroffene von den (unerwünschten) Symptomen, die der Körper produziert, absorbiert sind, dann ist das Erlernen und Verbessern von Selbstfürsorge durch Körperwahrnehmung und Achtsamkeit ein sinnvoller Weg.
Wer sich nicht spürt, sich von körperlichen Empfindungen distanziert, negiert häufig auch bedürftige und schwache Seiten an sich. Nur Stärke will gespürt werden. Wer sich hingegen von (negativen) körperlichen Erlebnissen absorbieren lässt, also zu viel spürt, ist seinen Empfindungen (und damit verbundenen Emotionen) ausgeliefert und bleibt vom Erleben seiner starken Seiten abgeschnitten.
Körperzentriere Therapien bieten in beiden Fällen Chancen, positives körperliches Erleben sowohl im nonverbalem wie im verbalen Bereich zu ermöglichen, negatives Körpererleben zu relativieren, zu integrieren und zu bewältigen. Die eigenen Ressourcen werden gestärkt bzw. erweitert. Die Auseinandersetzung mit dem Selbst über die Körperwahrnehmung kann auch zu tragfähigeren und erfüllteren Beziehungen und zur Versöhnung mit der eigenen Lebensgeschichte führen.