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Der Ausdruck „Schwarzer Schwan“ stammt ursprünglich aus der Finanzwelt und wurde von dem Buch „Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse“ des Autors Nassim Nicholas Taleb geprägt.
In diesem Kontext bezieht sich ein „Schwarzer Schwan“ auf ein unerwartetes Ereignis mit einer grossen Auswirkung, das im Nachhinein oft als vorhersehbar angesehen wird.
Im Juli 2023 beschleicht mich angesichts der Schlagzeilen die böse Ahnung, der „Schwarze Schwan sei zur Regel geworden und der „Weisse“ inzwischen die Ausnahme.
Frankreich-Krawalle, Aufstieg der AfD, Inflation, Brexit-Desaster, Ukraine-Krieg, China, Demographie, Klimaereignisse, „Das grösste Massensterben seit 66 Millionen Jahren“, AI, Wagner-Revolte, Plastikmüll, Atomkraftwerk Saporischschja, Schweizer Panzer in Italien, Trump-Wahlkampf – you name it.
Denn das sind in der Tat Ereignisse und Entwicklungen, die entweder unvorhergesehen oder mit erheblichen Auswirkungen verbunden sind.
Es sind Hinweise darauf, dass die Komplexität und Unsicherheit in der heutigen Welt zugenommen haben, und dass wir uns mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert sehen, die wir zuvor nicht in diesem Masse erwartet haben.
Ich habe nicht den Eindruck, dass die Schweizer Politik Fähigkeiten zeigt, sich den komplexen Herausforderungen zu stellen und entsprechende Handlungsmuster zu entwickeln:
- Frühwarnsysteme und Risikobewertung: Die Politik sollte daran arbeiten, Frühwarnsysteme und Risikobewertungen zu entwickeln, um potenzielle „Schwarze Schwäne“ zu identifizieren und ihre Wahrscheinlichkeit und Auswirkungen zu verstehen. Dies kann die Vorbereitung und Reaktionsfähigkeit verbessern.
- Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Politische Institutionen und Systeme sollten flexibel genug sein, um auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren zu können. Dies kann eine schnelle Anpassung von Gesetzen, Richtlinien und Ressourcen bedeuten, um auf die neuen Herausforderungen zu reagieren.
- Krisenmanagement: In einer Krise sollten politische Entscheidungsträger eine klare und koordinierte Reaktionsstrategie entwickeln. Dies beinhaltet die Kommunikation mit der Bevölkerung, die Mobilisierung von Ressourcen, die Zusammenarbeit mit relevanten Akteuren und die Priorisierung von Massnahmen zur Minimierung der Schäden.
- Langfristige Vorsorge: Politik sollte nicht nur auf akute Krisen reagieren, sondern auch langfristige Vorsorgemassnahmen treffen. Dies umfasst Investitionen in Forschung und Entwicklung, um auf potenzielle Risiken und Herausforderungen vorbereitet zu sein, sowie die Förderung von Resilienz und Nachhaltigkeit in verschiedenen Bereichen wie Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft.
- Lernen aus Erfahrungen: Nach einem „Schwarzen Schwan“ ist es wichtig, aus den Erfahrungen zu lernen und die Politik und Praktiken entsprechend anzupassen. Dies kann die Überprüfung von Notfallplänen, die Stärkung der institutionellen Kapazitäten und die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren umfassen.
Doch ich will mich hier nicht an einem Wolkenkuckucksheim abarbeiten. Deshalb ganz nüchtern: Unser politisches System kann das alles nicht leisten.
PS: Die Ausnahme – Bundesrätin Amherd. Sie will, als Folge des Ukraine-Kriegs ,die schweizerische Sicherheitspolitik neu planen und eine Beteiligung der Schweiz am „European Sky Shield“ vorantreiben.
Allein – das Vorhaben ist zum Scheitern verurteilt.