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| Apologeten, Frühchristliche - An Autolykus (Ad Autolycum)

Zweites Buch: Widersinnigkeit des Heldentums und Erhabenheit der christlichen Wahrheit
24. Herrlichkeit des Paradieses.
Gott hatte also aus der Erde hervorsprossen lassen jeglichen Baum, lieblich zu schauen und gut zum Essen. Anfänglich nämlich waren bloß die am dritten Tage erschaffenen Pflanzen und Samen und Kräuter vorhanden. Die Gewächse im Paradiese aber wurden mit ausgezeichneter Schönheit und größtem Wohlgeschmacke erschaffen, da dieses ja auch eine von Gott gemachte Pflanzung genannt ist. Und zwar besaß die übrigen Pflanzen auch die Erde von gleicher Art, die zwei Bäume aber, den des Lebens und den der Erkenntnis, hatte die übrige Erde nicht, sondern diese befanden sich einzig im Paradies. Daß aber das Paradies zur Erde gehört habe und auf der Erde gepflanzt war, sagt die Hl. Schrift „Und Gott pflanzte das Paradies in Eden gegen Morgen und setzte den Menschen dahin; und Gott ließ hervorsprießen aus der Erde jeglichen Baum, lieblich zum Ansehen und gut zum Essen“. Durch die Worte also „aus der Erde“ und „gegen Morgen“ lehrt uns die Hl. Schrift deutlich, daß das Paradies unter diesem Himmel sich befunden habe, unter welchem die Erde und der Morgen sich befindet. Das hebräische WortEden aber bedeutet Wonne. Ferner gibt sie an, daß ein Fluß von Eden ausging, um das Paradies zu bewässern und sich von dort in vier Hauptströme teilte, von denen zwei, genannt Phison und Geon, die östlichen Gegenden bewässern, namentlich der Geon, der das ganze Land Äthiopien umfließt und in Ägypten unter dem Namen Nil wieder zutage kommen soll. Die anderen zwei Flüsse sind bei uns wohlbekannt, der Euphrat und Tigris nämlich; denn diese befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft unseres Landes. Als nun Gott den Menschen, wie gesagt, ins [S. 55] Paradies gesetzt, um es zu bebauen und zu bewachen, gebot er ihm von allen Früchten zu essen, offenbar auch vorn Baume des Lebens; nur vom Baume der Erkenntnis gebot er ihm, nicht zu kosten. Gott versetzte ihn aber von der Erde weg, aus der er war gemacht worden, ins Paradies und gab ihm den Antrieb zur Weiterbildung, damit er dort fortschreite und vollkommen werde, ja sogar als Gott bezeichnet und im Besitz ewigen Lebens zum Himmel hinaufsteige. Der Mensch war nämlich als Mittelding erschaffen, weder als bestimmt sterblich noch als bestimmt unsterblich, sondern fähig für beides. So stand auch sein Wohnort, das Paradies, in Bezug auf Schönheit, zwischen Himmel und Erde in der Mitte. Der Ausdruck „um es zu bebauen“ aber bedeutet keine andere Tätigkeit als die, das Gebot Gottes zu beobachten, damit er nicht durch Ungehorsam sich ins Verderben stürze, wie er es wirklich durch die Sünde getan hat.