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Der schwedische Hüne Jacob de la Rose ist Gottérons fünfter Ausländer für die kommende Saison. Der 26-jährige Zweitrunden-Draft soll das Spiel der Freiburger noch physischer machen.
«Er besitzt genau das Profil, das ich gesucht hatte. Er ist ein Fighter, der immer hundert Prozent gibt, ein erfahrener Teamplayer, den man überall einsetzen kann», kommentierte Gottérons Trainer und Sportchef Christian Dubé am Mittwochnachmittag die Verpflichtung von Jacob de la Rose.
Schwierige Jahre in der NHL
Noch vor ein paar Jahren hätte der schwedische Stürmer sicher nicht gedacht, dass er im besten Eishockeyalter von 26 Jahren einen Vertrag in der Schweiz unterschreiben würde. Als 18-Jähriger wurde Jacob de la Rose 2013 in der zweiten Runde an 34. Stelle von den Montreal Canadiens gedraftet. Ein Jahr später gab er für die Kanadier – für die damals auch der heutige Gottéron-Spieler David Desharnais auflief – sein NHL-Debüt. Für den Stürmer mit den Gardemassen von 189 Zentimetern und 95 Kilogramm war alles angerichtet für eine lange Karriere in der besten Liga der Welt.
De la Rose kam aber nie richtig auf Touren, pendelte zwischen der NHL und der zweitklassigen AHL hin und her. 2018 kamen gesundheitliche Probleme hinzu. Im Vorbereitungscamp von Montreal hatte er mit Herzproblemen zu kämpfen, verpasste den Saisonstart und wurde nach Detroit transferiert. Dort wurde er 2019 während eines Spiels in New York wegen zu schnellen Herzschlags ins Spital gebracht. Wenig später wurden die Herzprobleme durch einen chirurgischen Eingriff behoben.
Aufwärts mit seiner Karriere ging es aber auch danach nicht. Von Detroit wurde er nach St. Louis transferiert. Nach einer Saison mit nur 13 Einsätzen und einem einzigen Skorerpunkt zog er 2021 fürs Erste einen Schlussstrich unter seine NHL-Karriere. Seine Bilanz: 259 Spiele, 13 Tore, 25 Assists. «Er hat gemerkt, dass es in der NHL für ihn schwierig ist, zu den Top-6-Stürmern eines Teams zu gehören. Deshalb kam er zurück nach Europa, um neuen Anlauf zu holen», sagt Dubé.
Kein Skorer
De la Rose ging zurück nach Schweden, wo er in dieser Saison bei Färjestad BK nach 41 Spielen bei 6 Toren, 9 Assists und einer Plus-1-Bilanz steht. Es ist der definitive Beweis: Der grosse Skorer ist De la Rose nicht. «Den habe ich auch nicht gesucht. Er ist nicht der offensive Spektakel-Stürmer, aber einer, der jedem Team guttut. Er holte 2018 mit Schweden den WM-Titel und spielte dieses Jahr an den Olympischen Spielen – das zeigt, dass er etwas draufhat.» Dubé vergleicht De la Rose mit Zürichs schwedischem Stürmer Marcus Krueger.
Intensität, Härte und bei Bedarf ein gnadenloses Forechecking wird De la Rose bestimmt ins Team bringen. Dubé traut ihm in Freiburg aber auch eine etwas offensivere Rolle zu als bei seinen letzten Teams. «Er wird in allen wichtigen Situationen spielen – auch im Powerplay. Er wird sicher nicht 50 Skorerpunkte holen, aber auch nicht bloss 10.»
Vier sehr gute Center
Der schwedische Neuzugang ist bei Gottéron als Center vorgesehen. Selbst wenn Neuzugang Christoph Bertschy als Flügel aufläuft, hat Freiburg mit Jacob de la Rose, David Desharnais, Samuel Walser und Sandro Schmid damit nun vier richtig gute Center im Kader. Gönnt sich Dubé also den Luxus, mit De la Rose einen Ausländer als Center der vierten Linie auflaufen zu lassen? «Glauben Sie wirklich, Jacob ist für die vierte Linie vorgesehen?», antwortet Dubé mit einer Gegenfrage. Stellt sich also die Frage, wer dann? Desharnais sicher nicht. Der in dieser Saison sehr stark spielende Walser also? Oder das aufstrebende Eigengewächs Schmid? «Wir werden nächstes Jahr ganz einfach mit vier guten Offensivlinien spielen. Ich kann nicht oft genug betonen, wie wichtig im Eishockey die Mittelachse ist, deshalb bin ich froh, dass wir in Sachen Center nun wirklich gut aufgestellt sind.»
«Wir sind komplett»
Mit Jacob de la Rose hat Gottéron nun 13 Stürmer unter Vertrag. Wie viele Plätze bleiben für nächste Saison in Freiburgs Sturmkader noch? «Null! Wir sind komplett», sagt Dubé. Und das gilt nicht nur für den Sturm, sondern für das das gesamte Kader. Das bedeutet dann auch, dass Jérémie Kamerzin, Timo Haussener und Jordann Bougro, deren Verträge auslaufen, sich neue Clubs suchen müssen. Auch Yannick Herren, der zurzeit an Lugano ausgeliehen ist, nächste Saison aber eigentlich in Freiburg unter Vertrag steht, spielt in Dubés Plänen keine Rolle mehr. «Er muss sich einen neuen Club suchen», sagt Dubé trocken. Für mehr Breite dürften allenfalls noch Junioren suchen, die wie bereits in dieser Saison bei Bedarf auch an andere Clubs ausgeliehen werden können.
Nicht vergessen werden darf im Zusammenhang mit dieser Thematik, dass nächste Saison sechs Ausländer eingesetzt werden dürfen, sollte in dieser Saison eine Mannschaft aus der Swiss League aufsteigen (was sehr wahrscheinlich ist). «Im Moment lässt das Budget die Verpflichtung eines sechsten Ausländers aber nicht zu», sagt Dubé. Was aber nicht heisst, dass sich das nicht spätestens im Verlauf der nächsten Saison noch ändern kann.