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Antoniusstatue in der Kirche von St.German
Die Antoniusbruderschaft in St. German ist eine im Spätmittelalter entstandene Gemeinschaft, die seit jeher das Ziel hatte, in Not geratenen Mitmenschen zu helfen.
Namhafte Historiker sind der Meinung, die Gründung der Bruderschaft könnte zusammenfallen mit der Gründung der Kaplaneipfründe in St. German im Pestjahr anno 1361.
In dieser Zeit (13./14. Jahrhundert) ist der Heilige Antonius von Ägypten zum eigentlichen Star unter den Heiligen aufgerückt. Als einzige der zahlreichen Bruderschaften aus der Pestzeit hat sich die Bruderschaft in St. German erstaunlicherweise bis auf den heutigen Tag erhalten.
Antonius der Grosse: Mönchsvater. Antonius wurde um 251/252 in Kome in Mittelägypten geboren und war der Sohn wohlhabender christlicher Eltern.
Als er bei einem Gottesdienst den Satz aus dem Matthäusevangelium hörte: „Wenn du vollkommen sein willst, verkaufe alles, was Du hast, und gib es den Armen“, veränderte dies sein Leben.
Er entschloss sich zur radikalen Christusnachfolge, verkaufte allen Besitz und wurde Einsiedler in der ägyptischen Wüste. Antonius starb im Alter von 105 Jahren.
Sein Freund Athanasius hat seine Lebensbeschreibung verfasst, die die Begeisterung für das monastische Leben auch in den Westen trug. Im Abendland wurde Antonius besonders ab dem Spätmittelalter äusserst populär.
Antonius der Grosse
Logo der Bruderschaft
Im Logo der Bruderschaft , geschaffen vom ortsansässigen Künstler Andreas Henzen, erkennt man den Heiligen mit seinen Attributen T-Stab, Antoniusglöcklein und Schwein.
An Stelle der Bibel trägt der St. Germaner Antonius ein Brot, das in der Tradition der Bruderschaft eine wichtige Rolle spielt. Der Künstler hat dem Heiligen die obligate Bibel nicht einfach weggenommen, sondern in seine Hirtentasche gesteckt!
Das „Bruderhaus“: Die Antoniusbruderschaft hatte ihre Hochblüte zu einer Zeit, als es noch keine Banken gab. Die Bruderschaft war damals relativ reich, besass sie doch eigene Rebberge und Äcker und offensichtlich auch ein stattliches Kapital, welches sie zinsbringend anzulegen wusste.
Die Bruderschaft besass bis Mitte Fünfzigerjahre des 20. Jahrhunderts auch ein eigenes Haus, das dann leider an eine Privatperson verkauft wurde.
Inzwischen haben sich die Zeiten geändert:
Antoniusbrüder müssen nicht mehr Bank spielen und gehören eher in die Kategorie der mausarmen Körperschaften; das Bruderschaftskapital darf nämlich laut Statuten den Betrag von Fr. 3000.- nicht überschreiten.
Das „Bruderhaus“
„Schwii-Toni“ oder „Eschil-Toni“?
Verwirrend, sogar für Antonius-Brüder oder –Schwestern, ist die Tatsache, dass die katholische Kirche zwei Heilige mit dem Namen Antonius verehrt. Obwohl die beiden Heiligen unterschiedlicher nicht sein könnten, geographisch nicht einmal auf demselben Kontinent und zeitlich etwa 1000 Jahre auseinander liegen, kommt es immer wieder zu Verwechslungen.
Der Grund dafür ist natürlich der Name, aber auch der Beliebtheits- und Bekanntheitsgrad der beiden Heiligen. Im Wallis findet man fast keine Kirche, in der nicht mindestens einer der beiden dargestellt ist.
Antonius von Padua
Antonius von Padua – „Eschil-Toni“ (13. Juni)
Patron der Armen, Liebenden, Ehe, Bäcker, Bergleute, Reisenden; für glückliche Entbindung, das Wiederfinden verlorener Dinge; gegen Unfruchtbarkeit, Fieber, teuflische Mächte, Viehkrankheiten.
Antonius von Padua wurde im 12. Jahrhundert in Portugal geboren und lebte nach dem Eintritt in den Franziskanerorden in Italien.
Die wichtigsten Kennzeichen des als Franziskaner, mit Mönchskutte also, dargestellten Heiligen sind Buch, Lilie, Kreuz und das Jesuskind. Häufig werden auch Fische und ein Esel mit ihm abgebildet, weshalb er im Volksmund auch „Eschil-Toni“, wegen seines jugendlichen Alters auch Antonius „där Hibsche“ oder wegen des Jesuskinds auf dem Arm „Kinds-Toni“ genannt wird.
Er ist es also, der einem angeblich beim Suchen hilft, wenn man einen Gegenstand verloren hat.
Antonius der Grosse – „Schwii-Toni“ (17. Januar)
Patron der Haustiere, besonders der Schweine, der Bürsten-, Korb- und Handschuhmacher, Weber, Metzger, Zuckerbäcker, Totengräber; Beschützer gegen Feuersnot, gegen Pest und ansteckende Krankheiten.
Er wird dargestellt als greiser Mönch mit Buch und Stab, der als Krücke das Antoniuskreuz trägt, mit Schwein, Untieren und Dämonen.
Antonius der Grosse, Antonius der Einsiedler, Antonius der Weise („där Gschiide“) wie er auch genannt wird, lebte im 3. und 4. Jahrhundert in Ägypten als Eremit und Mönchsvater.
Der Heilige wird etwas despektierlich, aber liebevoll, „Schwii-Toni“ genannt, weil die Antonitermönche, die als grosse Wohltäter galten, ihre mit einem Glöckchen markierten Schweine frei laufen lassen durften.
In Brig nennt man diesen Heiligen auch „z’Ross-Toni“, weil an diesem Tag die Pferde aus der Region gesegnet werden.
Antonius der Grosse