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Mitgefühl bedeutet, dass Sie im Kontakt mit Ihrem Kind Ihre eigenen (!) Gefühle wahrnehmen - und nicht etwa dem weit verbreiteten Missverständnis unterliegen, Sie könnten die Gefühle Ihres Kindes wahrnehmen. Diese können Sie nämlich bloss aufgrund seiner gezeigten Emotionen erahnen. Mitgefühl ist zudem von Mitleid zu unterscheiden.
Mitgefühl als Erziehungskompetenz
Mitgefühl ist eine wichtige Erziehungskompetenz, vor allem wenn es darum geht das Kind wirklich trösten zu können. Dann sollten Sie nämlich nicht etwa mit dem Kind leiden, also mitleiden, sondern ruhig bleiben und dabei versuchen, Ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen. Nur so können Sie dem Kind die nötige Geborgenheit und Gelassenheit vermitteln, die es wieder beruhigen. Wenn Sie hingegen selbst zu leiden beginnen, können Sie dem Kind nicht wirklich helfen, da Sie ja vor allem mit sich selbst beschäftigt sind.
Die grosse Schwierigkeit liegt darin, dass die meisten Erwachsenen verlernt haben, ihre eigenen Gefühle wie Freude, Wut, Angst, Trauer und Schmerzen, wahrzunehmen. Als Eltern haben Sie die grosse Chance, sich wieder vermehrt um Ihre Gefühlswelt zu kümmern. Denn eine weitere wichtige Erziehungskompetenz ist das Gespür, das Sie brauchen um zum Beispiel für sich entscheiden zu können, ob die im "Zweimalzwei der Erziehung" gemachten Aussagen für Sie überhaupt stimmen.
Mitgefühl heisst auch, dass Sie das Kind nach seinen Gefühlen fragen ("Bist Dur traurig?"). So zeigen Sie Interesse an ihm und können Ihre Vermutung, die Sie aufgrund seiner Emotionen (zum Beispiel Tränen) haben, verifizieren. Dadurch lernt das Kind zudem, seine Gefühle zu benennen, während es Ihnen die Möglichkeit gibt, sich selbst nach Ihren eigenen Gefühlen zu fragen.
Weiterführende Themen
Übergeordnetes Prinzip
Selbstvertrauen (erstes Grundprinzip der Erziehung)