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Wer länger schläft, ist früher tot
Ausgiebig dösen am Wochenende oder ein Nickerchen am Mittag: Eine neue Studie dürfte passionierten Langschläfern Albträume bescheren.
Zwischen sechs und acht Stunden – das ist die optimale Zeit, die man sich täglich zum Schlafen gönnen sollte. Weniger? Nicht gut! Mehr? Auch nicht, zumindest nicht, wenn man einer aktuellen Studie chinesischer Wissenschaftler, erschienen im «European Heart Journal», Glauben schenken möchte.
Gemeinsam mit seinen Kollegen vom McMaster und Peking Union Medical College analysierte der Doktorand Chuangshi Wang das Schlafverhalten von 116'632 Erwachsenen im Alter zwischen 35 bis 70 Jahren aus 21 Ländern. Durchschnittlich wurden die Daten der Studienteilnehmer über einen Zeitraum von 7.8 Jahren erhoben.
Riskanter Schlaf
Die Erkenntnis: Wer täglich länger als acht Stunden schläft, läuft eher Gefahr, an einem Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken. Dazu gehört beispielsweise bei vier von zehn Probanden ein erhöhtes Schlaganfall-, Herzinfarkt- beziehungsweise ein allgemein steigendes Mortalitätsrisiko.
Auch die während der Studie erlangten Erkenntnisse zum Mittagsschlaf dürften wachrütteln:
«Bei Studienteilnehmern, die einen Mittagsschlaf machten und nachts länger als sechs Stunden schliefen, konnten wir ein erhöhtes Herzkreislauf- beziehungsweise Mortalitätsrisiko feststellen», erklärt Wang. Bei Probanden, die weniger als sechs Stunden pro Nacht ruhten und zusätzlich einen Mittagsschlaf hielten, konnten keine negativen Effekte nachgewiesen werden. «Vermutlich diente ihnen der Mittagsschlaf lediglich dazu, den über Nacht entstandenen Schlafmangel zu kompensieren».
Warum das Ausschlafen ungesund sein soll, darüber können die Forscher nur mutmassen: Nicht auszuschliessen ist, dass sich das erhöhte Schlafbedürfnis aufgrund einer bereits vorhandenen Erkrankung einstellt.
Vorsicht, Schlafmangel!
Aber auch zu wenig Schlaf kann den Blutgefässen des Körpers Schaden zufügen. Wer regelmässig weniger als sechs Stunden am Tag schläft, der muss – im Vergleich zu Normalschläfern – mit einem um 9 Prozent erhöhten Erkrankungsrisiko rechnen.
Zum Vergleich: Von den beobachteten Personen, die sich an die empfohlene Schlafdosis hielten, erlitten lediglich rund 8 Promille eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Fraglich ist, ob die Ergebnisse der Studie dazu beitragen, Gefässerkrankungen in unserem Land vorzubeugen: Gemäss der Schweizerischen Herzstiftung erleidet in der Schweiz alle 30 Minuten ein Mensch einen Hirnschlag. Ein Viertel dieser 16 000 betroffenen Patienten stirbt.Zurück zur Startseite