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Besonderheit der Adoleszenz: verschwommenes Gefühlsleben
Dies zeigt eine Studie des Psychologen Erik Nook von der Harvard University. Sie gibt Aufschluss darüber, wie Emotionen je nach Alter unterschiedlich erlebt werden und warum die Adoleszenz eine besonders sensible Phase in der emotionalen Entwicklung sein kann.
Im Rahmen der Studie führten 143 Testpersonen zwischen fünf und 25 Jahren mit Emotionen verbundene Aufgaben aus. Sie wurden gebeten, 27 Wörter zu definieren, die Emotionen beschreiben. Fünf dieser Begriffe - nur negative - wurden in der nächsten Aufgabe wiederverwendet.
Den Testpersonen wurden rund 20 negative Bilder gezeigt. Sie sollten angeben, in welchem Masse sie die fünf negativen Emotionen beim Betrachten der jeweiligen Bilder empfanden. Die Kinder tendierten dazu, jeweils nur eine Emotion zu empfinden, was zu vereinzelten emotionalen Erlebnissen führte. Die Jugendlichen hingegen spürten zugleich mehrere Emotionen, wobei sie nicht sehr differenziert waren.
Und die Erwachsenen erlebten mehrere Emotionen gleichzeitig und differenzierten sie. Das vermehrt gleichzeitige Erleben von Emotionen bei Jugendlichen kann erklären, warum diese Phase des Lebens verschwommener ist, was die Empfindungen angeht. Möglicherweise fällt es Jugendlichen schwerer, ihre Emotionen zu differenzieren und zu regulieren, was auch das erhöhte Risiko des Auftretens von psychischen Erkrankungen in diesem Alter erklären könnte.
Nook, E. C., Sasse, S. F., Lambert, H. K., McLaughlin, K. A., & Somerville, L. H. (2018). The nonlinear development of emotion differentiation: Granular emotional experience is low in adolescence. Psychological science. doi: 10.1177/0956797618773357