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Artur Beul wurde 1915 in Einsiedeln geboren und verbrachte dort zusammen mit seiner Mutter (Louise Treichler, 1881-1944) und seiner Grossmutter seine Jugendzeit. Sein Vater (Hermann Beul, 1878-1918) starb, als Artur zwei Jahre alt war. Nach der Klosterschule in Einsiedeln studierte Beul an der Universität Freiburg und schloss an der Universität Zürich sein Studium als Mittelschullehrer ab. Da kurz danach der Krieg ausbrach, musste der junge Lehrer Stellvertretungen übernehmen; zuerst 1940 in Willerzell am Sihlsee. Weil es kaum Lieder für die Jugend gab, schrieb Beul kurzerhand selber Lieder mit eingängigen Melodien und kindgemässen Texten. So entstanden u.a. «Übre Gotthard flüged Bräme» und «Stägeli uf, Stägeli ab». Beuls allererstes Lied indes entstand bereits einige Jahre früher: Als Achtzehnjähriger schrieb er «Am Himmel staht es Sternli», das eines seiner bekanntesten Lieder geworden ist. Beim Komponieren kamen Beul seine Musikkenntnisse zugute, die er zuvor am Konservatorium in Zürich erworben hatte.
Da lernte er eines Tages das Gesangtrio Geschwister Schmid kennen, die in Einsiedeln einige Ferientage verbrachten. Die jungen Sänger, die damals noch zur Schule gingen, fanden seine Lieder genau passend für sie. Sie schlugen dem jungen Artur Beul vor, er solle doch seinen Lehrerberuf an den Nagel hängen und mit ihnen als Komponist und Begleiter am Klavier auf Konzerttournéen gehen. Das Trio Schmid und Artur Beul blieben zehn Jahre zusammen und waren überaus erfolgreich. Gegen achtzig Lieder wurden auf Schallplatten aufgenommen.
Doch dann erhielt das Trio Schmid eine Einladung in die USA, was die Trennung von ihrem Komponisten zur Folge hatte. Beul hatte inzwischen in Zollikon ein Haus gebaut und arbeitete auch für andere Interpreten wie das Duo Marthely Mumenthaler – Vrenely Pfyl, für Vico Torriani, Lys Assia («Regenpfeifer sing dein Lied») und Hans Albers («Sag wie heisst du, süsse Kleine?»). Auch lernte er in dieser Zeit die deutsche Lili Marleen-Interpretin Lale Andersen kennen, die er 1949 heiratete. Auch für sie komponierte er zahlreiche Lieder, darunter eines ihrer Lieblingslieder «In unsrem Garten blühen Rosen».
Als Lale Andersen 1972 starb, profitierte Beul von dem Talent seiner Vorfahren, die Kunstmaler gewesen waren: Er zog für zehn Jahre nach Südfrankreich. In Cannes malte er Bilder vom Hafen und der Provence und verkaufte sie an Touristen. Nach zehn Jahren kehrte Beul in die Schweiz zurück. Bald lernte er seine jetzige Frau Pat Gysin kennen, die beim Radio als Gestalterin und Ansagerin arbeitete.
Neben gegen 2000 Liedern komponierte Beul die Mittelmeersuite für Orchester, mehrere Märsche, eine kleine Singmesse sowie unzählige Instrumentalstücke. Sein grösster Erfolg war «Nach em Räge schint d’Sunne», das 1945 von Marthely Mumenthaler und Vrenely Pfyl aufgenommen wurde. In den USA wurde das Lied unter dem Titel «When A Swiss Boy Goes Calling To A Swiss Miss In June» von den Andrews Sisters gesungen und lag ein halbes Jahr an der Spitze der Hitliste – Beul war der erste Schweizer Hit gelungen, der zu internationalem Ruhm gelangte.
Auf seinen 80. Geburtstag erschienen Artur Beuls Erinnerungen als Buch. Es heisst gleich wie sein Welterfolg: «Nach Regen scheint Sonne». Artur Beul lebt seit sechzig Jahren in Zollikon bei Zürich. Seit seinem 90. Geburtstag, am 9. Dezember 2005, hat er sich definitiv von der Bühne verabschiedet. Vorher trat er ab und zu noch in Altersheimen auf. Doch ab und zu kam es dennoch vor, dass er sich heimlich ans Klavier setzte und ein bis zwei von seinen bekannten Lieder spielte, nur um zu schauen, ob die Finger das noch mitmachen. Und das taten sie nach wie vor, bis im Dezember 2007, als wäre die Zeit irgendwo in den 50er Jahren stehen geblieben.
Seit Januar 2008 ging es Artur Beul körperlich zunehmend schlechter. Er war immer mehr auf den Rollstuhl angewiesen, und im Spätsommer darauf vermochten seine Hände die noch unzähligen Ideen nicht mehr auf’s Papier bringen. Er lebte fortan in einem Heim in Küsnacht. Im Dezember 2008 verstarb schliesslich seine 2. Frau Pat. Trotz dieser vielen Schlicksalsschläge meisterte Artur den Alltag tapfer und mit viel Zuversicht.
Am 9. Januar 2010 verstarb Artur Beul, einen Monat nach seinem 94. Geburtstag, in Küsnacht bei Zürich. Auf seinen Wunsch wurde er in seinem Heimatort Lachen beerdigt.
Text: Adrian Michael, Zollikon. Bearbeitung und Ergänzungen: Ralph Aebi, Wetzikon.
Die Künstlerfamilie Beul
Beitrag im Zolliker Jahrheft 2005
Wer gerne eine ausführlichere Biografie lesen möchte, findet eine Alternative im folgenden Text von Adrian Michael*. Er schrieb ihn für das Zolliker Jahrheft 2005, anlässlich des 90. Geburtstages von Artur Beul.
Der Text liegt als PDF-Datei vor: Hier klicken!
*Das Copyright für diesen Artikel liegt beim Verfasser.
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