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02.
2015
Machts nicht kompliziert
Dass ich kein Freund von Liga-Abstockungen bin, habe ich schon klar gemacht, als die NLA und NLB der Frauen vor einigen Jahren auf acht Teams reduziert wurden. Ich schrieb damals:
«In der Waschküche meines Wohnblocks wurde ein Trockengebläse installiert, auf dass der aufgehängten Wäsche die Nässe schnell entzogen werde. Mangels Blaskraft des Geräts bleibt aber die Hälfte des Raums unbeblasen, sprich die im „falschen" Teil des Raums aufgehängte Wäsche entsprechend lange feucht.
Meine Nachbarin brachte diesen Umstand der Verwaltung zur Kenntnis, die prompt und lösungsorientiert zur Tat schritt: Wer jetzt denkt, dass ein leistungsstärkeres Gerät angeschafft worden wäre, liegt natürlich falsch. Nein: Im vom Gebläse nicht erfassten Teil des Raums wurden kurzerhand die Wäscheleinen demontiert... Nach dem Motto: Was nicht aufgehängt werden kann, kann auch nicht feucht bleiben.
Eine ähnlich begeisternde Art dieser Form der Problembeseitigung kennen auch Sportverbände. Zum Beispiel Swiss Unihockey, das die NLA der Frauen von zehn auf acht Teams reduziert hat, nachdem in den letzten Jahren öfters eine oder zwei Mannschaften abgeschlagen am Ende der Tabelle lagen. Die NLB folgt nach dieser Saison. Eine Reduktion ist definitiv einfacher als die Anstrengungen im Nachwuchsbereich zu intensivieren, um eine grössere Anzahl Spitzenspielerinnen hervor zu bringen. Die Quittung wird später folgen - weniger Regionen finden in der Nationalliga Platz, womit auch die Anziehung für den Nachwuchs und das Medieninteresse in diesen Landesteilen sinkt.»
Mittlerweile scheinen auch andere erkannt zu haben, dass man den damals begangenen Fehler korrigieren und die Ligen wieder aufstocken muss. Nicht zuletzt, um auf einen vernünftigen Modus mit genug Playoffspielen zu kommen. Auch die Einführung des Superfinals macht das notwendig - nur zwei Playoff-Halbfinalserien sind einfach zu dürftig.
Am Cupfinal-Wochenende wird nun über eine Aufstockung der besonderen Art abgestimmt. Die NLA und NLB sollen zur 16 Teams umfassenden „Nationalliga" zusammengelegt werden, die NLB würde verschwinden. Nach 15 Quali-Spielen soll es dann ein kompliziertes Zwischenrunden-System geben: Zwei Trennstriche nach Rang 4 und 12, die ersten vier, die mittleren acht und die letzten vier Teams sollen untereinander um die Rangierungen kämpfen, bevor es zu Best-of-7-Playoffs (Viertel und Halbfinal) und Best-of-3-Playouts kommt.
Bei allem Respekt für die Stossrichtung dieser Idee: Man erinnere sich an die unsägliche Masterround bei den Männern, die von den Zuschauern überhaupt nicht goutiert wurde. Warum sollte man zu einem derart erfolglosen Modell zurückkehren wollen? Ich bin kein Freund von solchen Trennstrichen, Zwischenrunden (womöglich noch mit halbierten, geviertelten oder gelöschten Punkten) und ähnlichen Konstrukten. Belassen wir den Modus simpel und für alle - Zuschauer und Medien - verständlich. Das Rezept für die nötige Aufstockung ist einfach: Die gleiche Ligastruktur wie bei den Männern mit je zwölf Teams in der NLA und NLB sowie Playoff-Viertelfinals Best-of-7.
Das eigentliche Problem liegt ja ohnehin ganz woanders. Um aus dem Nähkästchen zu plaudern: Für die Sommercamps von unihockey.ch haben sich bis heute schon über 100 Junioren angemeldet. Ganze zwei davon sind weiblich. Ändert sich im Nachwuchsbereich nichts, ist der Modus in der höchsten Liga langfristig völlig wurscht.