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Der Geist von Velvet Underground hat eine Aura, die für mich mit Direktheit, Rückhaltlosigkeit in Verbindung steht. Velvet Underground war eine Band, die von Andy Warhol unterstützt wurde und dadurch bei den Aufnahmen unter seiner Schirmherrschaft absolute Narrenfreiheit hatte. Hier eine Kostprobe der Velvet Underground, «Sweet Jane»:
Dieses Wochenende zeigte einige interessante Dinge. Es war reich an Begegnungen und interessanten Diskussionen, obwohl ich den Eindruck hatte, dass ich ein bisschen zu ausschweifend und viel geredet habe. Obwohl die Menschen interessiert zuhörten, könnte das doch wohl eine Geste des Anstands gewesen sein. Doch glaube ich nicht, dass ich die Zeit dieser Menschen verschwendet habe.
Wir gingen mit Joy und ihrem Bruder zu einer Hütte in den Hügeln von West Virginia, die von der christlichen Religionsgemeinschaft besitzt wird, derer Joys Bruder angehört. Beide, Melody und ich, waren ziemlich unwillig, dorthin zu gehen. Nach einer sechs bis siebenstündigen Autofahrt sind wir dann dort endlich angekommen. Mein Gefühl war ein bisschen mulmig, wie immer, wenn es darum geht, einige Leute auf einmal zu begrüssen und kennenzulernen.
Wir traten dann ein und nach einer Weile machte ich den Anfang und stellte mich allen vor. Interessanterweise konnte ich die Namen von allen behalten, als ich sie im stillen noch zwei bis drei Male repetiert habe. […]
Steve Hayes ist einer der Gründerväter der aktuell in Mode gekommenen Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Folgendes Interview fasst in prägnanter Form zusammen, um was es in ACT geht und warum ACT weit über die Grenzen der Psychotherapie hinaus relevant ist. Unten paraphrasiere ich die meines Erachtens wichtigsten Ideen.
Die Neue Deutsche Welle, deren Höhepunkt ich sozusagen noch selbst miterlebt habe in den 80iger Jahren, enthält unzählige lebendige musikalische Schätze. Obwohl kommerziell erfolgreich, strotzt diese Musik nur so von Authentizität, von Spielerei, von Kreativität. Ich bin mir sicher, dass auch heute solche Musik kreiert wird, jedoch im Hintergrundrauschen des Kommerzes, der Retortenbands und von «Voice of [you name the country]» verschwindet. Im folgenden ein paar Kostproben.
Viktor Frankl, Begründer der Logotherapie, beeindruckt durch seine Authentizität, die sowohl im Film als auch im gleichnamigen Buch (s.u.) deutlich spürbar wird. In der modernen Psychotherapie – im Gegensatz zur Logotherapie – ist die Frage nach dem Sinn weitgehend ausgeklammert; man verweist auf andere Disziplinen, wie die Philosophie und die Theologie, die dafür zuständig seien.
Ich bin damit einverstanden, dass die Psychotherapie inhaltlich zur Frage des Sinns keine Stellung nehmen muss, ja vielleicht keine Stellung dazu nehmen darf. Dies schliesst jedoch nicht aus, dass die Frage nach dem Sinn Teil des psychotherapeutischen Prozesses sein soll. Gelingt die Sinnfindung, dann erscheinen die Symptome plötzlich in einem neuen Licht. «Angstexposition, um die Angst weg zu machen» (Symptomorientierung – klassische kognitive Verhaltenstherapie) versus «dem Sinn folgen und dabei Angstgefühle in Kauf nehmen» (d.h. Angstexposition als Nebenprodukt, wobei der Endpunkt nicht bei der Angstfreiheit, sondern bei einem sinnorientierten Leben liegt – Wert- bzw. Sinnorientierung – z.B. Akzeptanz- und Commitment-Therapie).
Nachdem ich zwei Jahre lang in eine katholische Knabenschule gegangen war, in welchem eine gute Note in der Schule mein grösstes Glück war, bestand ich die Aufnahmeprüfung an das kantonale Gymnasium. Berührungen mit dem anderen Geschlecht gab es seit der Primarschule kaum mehr.
Eine Ausnahme bildete ein Tanzabend, den unsere Klasse der Knabenschule mit einer Klasse der gleichnamigen Mädchenschule veranstaltet hatte, weil die Summe aller unserer Alter genau 700 ergab, was äusserst gut zum 700-jährigen Jubiläum der schweizerischen Eidgenossenschaft passte. Ich gehörte zu der Gruppe von Buben, die vorgaben, nichts mit Mädchen zu tun haben zu müssen, wir waren stolz, dass wir über dem Geschlechtstrieb anderer gleichaltriger standen. In meinem Innern flammte aber fast immer Liebe für irgendein Mädchen. Weil es aber während dieser zwei Jahren kaum Gelegenheiten gab, ausser vielleicht noch im Skilager, wo ich lieber mit ein paar anderen Jungen den ganzen Abend Karten gespielt habe, anstatt an den Abschlussabend des Skilagers zu gehen, weil ich davor Angst hatte, Angst, ich könnte mich verlieben oder noch schlimmer, dass sich ein Mädchen in mich verlieben könnte. Dieser Tanzabend mit der anderen Klasse war also dann die einzige Gelegenheit.
Etwa um halbsechs verliess ich das kleine Apartment des International House, in welchem ich nun seit eineinhalb Jahren wohne. Wenn immer ich herunterschreite, um das Haus zu verlassen, benütze ich das Treppenhaus, das in amerikanischen Bauten lediglich als Feuertreppe dient, aus Beton, grau in grau. Als ich mich vor dem Haupteingang befand, sah ich, wie tief die Sonne schon stand, sie war aber immer noch kräftig und der Himmel wolkenlos. Ich fühlte mich seltsam aufgewühlt, ja in erwartender Vorahnung, mit Hoffnung vermischt. Das sind die Tage, an denen sich alles wendet, nicht nur im Gefühl, sondern auch in der Tatsächlichkeit. Eine seltsame Unmittelbarkeit verband mich mit der Welt.
Ohne Titel.
Noch ohne Titel.
Mein Leben hat keinen Titel.
Es gibt keinen Titel für mein Leben.
Das hindert mich nicht, meinem Leben einen Titel zu geben.
Noch ohne Titel. Noch. Noch nicht. Jetzt … Hier …
Musik rauscht in meine Ohren. Nach Mitternacht. Um genau zu sein: 00:57. Alles
schläft. I like.
(verfasst am 18. Dezember 2012)
Ab 1998 befasste ich mich während zwei Jahren intensiv mit dem christlichen Glauben, bzw. der christlichen Bibel. In einem Versuch, meinen eigenen (von keiner Institution vorgegebenen) damaligen Zugang zur Bibel für mich selbst zu ordnen und zusammenzufassen, entstand ein längerer Text, den ich trotz meiner jetzigen Haltung, die am ehesten als agnostisch bezeichnet werden könnte, in vieler Hinsicht immer noch interessant finde. Einiges hat durchaus für mich nach wie vor Gültigkeit.
Der Text strahlt auch eine gewisse jugendlich-naive Begeisterung (im wahrsten Sinne des Wortes) aus, die ich auch tatsächlich hatte. Ich dachte, ich hätte endlich verstanden, um was es in der Bibel eigentlich geht …
Der Leser möge den Text als Anregung und Ausgang für eigene Überlegungen nutzen. Here it is: Hedinger 1999 Die Einheit in der Liebe.
Russ Harris (http://www.actmindfully.com.au/) ist einer der Vertreter der aktuell in Mode gekommenen Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Wenn man sich nicht von der guruhaften Aura von Steve Hayes, einer der Gründerväter von ACT, abschrecken lässt, dann gibt es in ACT ganz viel zu entdecken – zumindest ging es mir so.
Interview mit Russ Harris
Im folgenden Interview bringt Russ Harris wichtige Ideen von ACT auf eine so einfache Art und Weise zum Ausdruck, dass selbst ich das Gefühl habe, sie zu verstehen. Daher denke ich, dass es vielleicht auch anderen so gehen könnte und sie aus eben diesen Ideen möglicherweise interessante Erkenntnisse ziehen könnten.