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Der Libellen-Schmetterlingshaft Libelloides coccajus (Neuropterida: Neuroptera: Ascalaphidae) im Kanton Aargau: aktuelles Vorkommen und Empfehlungen zum Artenschutz
Schlegel, J.; Krüsi, B.O. (2012). Der Libellen-Schmetterlingshaft Libelloides coccajus (Neuropterida: Neuroptera: Ascalaphidae) im Kanton Aargau: aktuelles Vorkommen und Empfehlungen zum Artenschutz: The Owly Sulphur Libelloides coccajus in the canton of Aargau: actual distribution and recommendations for species conservation. Mitteilungen der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft, 85(3-4), 177-199. Peer reviewed.;
Eine umfassende Bestandeserhebung des Libellen-Schmetterlingshafts (Libelloides coccajus) im Kanton Aargau hat ergeben, dass von 22 ehemaligen Nachweisen derzeit nur noch zwei regionale Vorkommen vital sind. Beim einen Vorkommen scheint es sich um eine isolierte Population zu handeln, das zweite Verbreitungszentrum besteht aus drei Teilvorkommen in einem Radius von wenigen hundert Metern, wobei zwei davon als sehr klein eingestuft wurden. Inwiefern diese drei Populationen im Sinne einer Metapopulation miteinander in Verbindung stehen, konnte nicht eruiert werden, scheint aber aufgrund ihrer Nähe als wahrscheinlich. Eine Analyse der aktuellen Nutzung der Flächen hat
ergeben, dass der Schnittzeitpunkt derzeit vermutlich ein entscheidendes Überlebenskriterium für L. coccajus darstellt. Durch einen frühesten Schnittzeit-punkt in den für die Eiablage genutzten Habitaten ab dem 1. August kann sichergestellt werden, dass nur ein sehr geringer Teil der Eigelege der Mahd zum Opfer fällt. Eine Analyse der Karten von 1880 bis 2006 hat für die 22 untersuchten ehemaligen Vorkommen von L. coccajus gezeigt, dass der Übergang von Reben zu Grünland die häufigste Veränderung war, während eine Verwaldung nur selten und eine Überbauung nie festgestellt wurde. Eine künftige Schutzstrategie für L. coccajus sollte sich primär auf eine Anpassung der Nutzungsform konzentrieren. Durch einen späten Schnitt in momentan genutzten sowie in räumlich naheliegenden, potenziellen Eiablagehabitaten könnte die Art mit relativ geringem Aufwand gefördert werden.