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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Sechstes Buch
VIII. Kapitel
70.
1. Freilich sagen manche, der Weise sei überzeugt, daß manches unbegreiflich sei; das hat zur Folge, daß er auch davon einen klaren Begriff hat, nämlich den, daß das Unbegreifliche unbegreiflich sei.
2. Das ist aber ein Gedanke, der keinen besonderen Wert hat und sich bei solchen findet, die nur einen geringen Scharfblick haben; denn solche Leute bezeichnen es als sicher, daß einiges unbegreiflich sei. Jener Gnostiker aber, von dem ich spreche, begreift selbst das, was den übrigen unbegreiflich zu sein scheint, weil er glaubt, daß dem Sohne Gottes nichts unbegreiflich ist und daher auch nicht von seiner Lehre ausgeschlossen bleibt. Denn derjenige, der aus Liebe zu uns litt, dürfte uns doch nichts von dem vorenthalten, was zur Lehre der Erkenntnis gehört.
3. Dieser Glaube wird also zu einem unerschütterlichen Beweis, da von dem durch Gott Überlieferten die Wahrheit nicht zu trennen ist.
4. "Wenn aber jemand auch nach reicher Lebenserfahrung Verlangen trägt", so ist es der Schüler der Weisheit, der "das [S. 285] Vergangene kennt und das Zukünftige zu erschließen weiß; er versteht sich auf künstlich geformte Aussprüche und auf die Lösung von Rätseln; Zeichen und Wunder erkennt er im voraus, und er weiß, was das Ende von kurzen und langen Zeiträumen sein wird."1
1: Weish. 8,8.