Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/166065

<h2>SubmittedText<h2><p>Ist der Bundesrat bereit, den nationalen Zusammenhalt zu stärken, indem er eine Liste der bestehenden Aktivitäten erstellt, die mit dem Ziel, die Sprachkenntnisse in den Landessprachen zu verbessern, verknüpft werden können?</p><p>Könnte der Bundesrat prüfen, welche Rahmenbedingungen er schaffen könnte, um dieses Ziel zu erreichen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Mehrsprachigkeit ist ein Wesensmerkmal der Schweiz. In unserem Land sind verschiedene Sprachen und Kulturen zu Hause, und diese Mehrsprachigkeit stellt eine Bereicherung dar, denn sie bietet jedem Einzelnen die Möglichkeit, grundlegende sprachliche und kulturelle Kompetenzen zu entwickeln. Der Bundesrat setzt sich deshalb für die Förderung und Stärkung der Mehrsprachigkeit ein.</p><p>Eine ganze Reihe von Massnahmen des Bundes, die in der folgenden Liste genannt sind, wirkt im Sinne der Interpellation.</p><p>- Im Bereich der Armee: Die Armee unternimmt grosse Anstrengungen zur Stärkung der Mehrsprachigkeit (Möglichkeit, die Rekrutenschule bzw. das Abverdienen in einem anderen Sprachraum zu absolvieren; Mehrsprachigkeit bei höheren Stäben, Betriebsdetachementen und spezialisierten Formationen). Wie der Bundesrat bereits in seiner Antwort auf die Interpellation 14.4020 erläutert hat, ist er der Meinung, dass keine zusätzlichen Massnahmen für die Förderung der Mehrsprachigkeit in der Armee nötig sind. Er ist der Ansicht, dass solche Sprachkurse während der Rekrutenschule beträchtliche Ressourcen (Sprachlehrer, Unterrichtsmaterialien usw.) erfordern und auf Kosten militärisch einsatzrelevanter Ausbildungen gehen würden.</p><p>- Im Bereich der Kinder- und Jugendförderung: Im Kinder- und Jugendförderungsgesetz (KJFG; SR 446.1) für ausserschulische Aktivitäten bestehen für die Vergabe von Finanzhilfen bereits Vorgaben betreffend Mehrsprachigkeit. Bei der Beurteilung von Finanzhilfen für die Betriebsstruktur und regelmässige Aktivitäten (Art. 7 Abs. 2 KJFG) wird honoriert, wenn eine Organisation mehrsprachige Kommunikation betreibt oder über verschiedene Sprachregionen tätig ist. Mehrsprachigkeit wird ebenfalls positiv berücksichtigt bei Finanzhilfen für die Aus- und Weiterbildung (Art. 9 KJFG) und für Projekteingaben (Art. 8, 10 und 11 KJFG). Des Weiteren ist für den Abschluss von Leistungsverträgen mit Dachverbänden von Kinder- und Jugendorganisationen Voraussetzung, dass die Dachverbände in allen Sprachregionen der Schweiz tätig sind (Art. 7 Abs. 1 KJFG). Im Rahmen des KJFG werden zudem auch mehrere Organisationen unterstützt, die Sprachaustauschprogramme durchführen, z. B. Intermundo oder AFS.</p><p>- Im Bereich der Förderung der Landessprachen und der Verständigung: Mit dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die Landessprachen und die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften (SpG; SR 441.1) im Jahr 2010 hat der Bund sein Engagement für die Förderung der Landessprachen verstärkt (Unterstützung der mehrsprachigen Kantone; eines wissenschaftlichen Kompetenzzentrums für Mehrsprachigkeit; von Organisationen, die in der Verständigungsförderung tätig sind; des schulischen Austauschs; von innovativen Projekten im Sprachenunterricht; der italienischen und rätoromanischen Sprache). Zu diesem Zweck werden bedeutende finanzielle Mittel eingesetzt (13,1 Millionen Franken pro Jahr, Stand 2015).</p><p>- In der Kulturbotschaft 2016-2020 setzt der Bundesrat zudem die Priorität auf die Förderung der Landessprachen als zentrales Element für den gesellschaftlichen Zusammenhalt (BBl 2015 581ff.). Er entschied, den Schwerpunkt auf folgende Massnahmen zu legen: Förderung des schulischen Austauschs, Förderung der italienischen Sprache und Kultur ausserhalb des traditionellen Sprachgebiets sowie Förderung des kulturellen Austauschs.</p><p>In diesem Sinne ist der Bundesrat der Ansicht, dass die Kulturbotschaft 2016-2020 den wichtigsten Rahmen für die Umsetzung der Massnahmen zur Verbesserung der Sprachkompetenzen darstellt und sich als geeignetes Instrument erweist.</p>  Antwort des Bundesrates.