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Biodiesel wird durch eine chemische Umwandlung von pflanzlichen oder tierischen Fetten und Ölen mit einwertigen Alkoholen wie Methanol oder Ethanol gewonnen. Bei dieser sogenannten Umesterung entsteht Methylester und Glycerin. Das Glycerin wird anschliessend abgetrennt, der Methylester als Diesel weiterverwendet. Der Brennstoff kann mit herkömmlichem Diesel auf Erdölbasis in jedem Verhältnis gemischt werden. Die Mischung wird mit dem Buchstaben B und einer Zahl zwischen 1 und 100 angegeben. Die Zahl entspricht dem Anteil Biodiesel. B10 erhält also als Beispiel 10% Biodiesel und 90% fossilen Diesel, B100 ist reiner Biodiesel.
Tiefere Emissionen
Gegenüber Mineralöldiesel hat Biodiesel einige Vorteile: So sind die zur Herstellung verwendeten Rohstoffe regenerativ, die Emissionen liegen ebenfalls deutlich tiefer. Er erhält ausserdem weniger Schwefel und kein Benzol.
Wird er in herkömmlichen Dieselfahrzeugen verwendet, darf sein Anteil nicht zu hoch sein. Beträgt er mehr bei 7%, muss der Motor biodieselfest sein – ansonsten ist es möglich, dass Schläuche und Dichtungen zersetzt werden.
Für kalte Umgebungen ist Biodiesel nicht ideal: Bei frostigen Temperaturen wird er dickflüssiger als fossiler Diesel. Damit das Fahrzeug trotzdem anspringt, muss mindestens 20–30% Erdöldiesel hinzugemischt werden.
Umstrittene Produktion
Die Verwendung von pflanzlichen Ölen für die Dieselproduktion ist umstritten. Gegner argumentieren, dass die Produktion der Biobrennstoffe zu Lasten der Nahrungsmittelproduktion geht, was wiederum die Lebensmittel verteuert. Zum Teil wird auch billiges Palmöl aus den Tropen verwendet, was die Abholzung des Regenwalds fördert – die Einfuhr von Palmöl-Diesel ist allerdings in der Schweiz nicht erlaubt.
Zunehmend werden daher Altöle, zum Beispiel benutztes Frittierfett aus Gastrobetrieben, für die Biodieselproduktion benutzt. Untersucht wird auch die Verwendung von Abfallfetten aus der Pouletverarbeitung sowie von Pflanzen, die nicht in direkter Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion stehen – zum Beispiel Algen oder die Samen der Jatropha-Pflanze, die in landwirtschaftlich schlecht nutzbaren Gebieten wächst.
(Bild: pixelio.de; Andreas Morlok)