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Neustart auf Schloss Schartenfels
Nach den Betriebsferien ist das Restaurant hoch über Wettingen wieder geöffnet –… Weiterlesen
11. Mai 2022
17:19
Die Villen der Boveris, der Browns (die Langmatt mit ihrer bedeutenden Impressionisten-Sammlung) und des ersten BBC-Finanzchefs Fritz Funk sind Zeugen des wirtschaftlichen Aufbruchs und des Erfolgs eines Unternehmens, das rasch den lokalen Rahmen sprengte und zum Weltkonzern wurde. Das Erreichte mit einem herrschaftlichen Wohnsitz zu illustrieren, sei damals wichtig gewesen, sagt Yann Moor, Präsident der ABB-Wohlfahrtsstiftung. Unter seinen Gästen auch der 89-jährige Edwin Somm, der ab 1989 die ABB Schweiz geführt hat. In einer spontanen Kurzansprache lobte er die BBC-Gründer für ihre Bemühungen rund um die Ausbildung von Facharbeitern, was Teil des Unternehmenserfolgs war.
Zurück zu den Villen. Das Haus der Funks – ebenfalls am Ländliweg – beherbergt heute das Schweizerische Kindermuseum. Aus dem herrschaftlichen Wohnsitz der Boveris (Walter verstarb 1924, seine Frau Victoire 1930) wurde 1943 das BBC-Klubhaus, das heute Teil der ABB-Wohlfahrtsstiftung ist. Gemeinsam ist allen dieser Villen, dass sie am Fin de Siècle durch bedeutende Architekten entworfen und realisiert wurden. Jene der Boveris (wie auch die Langmatt) durch ETH-Professor Karl Moser, der auch für den Hauptbau der Uni Zürich, das Zürcher Kunsthaus oder die Kirchen St. Sebastian in Wettingen und St. Agatha in Baldingen verantwortlich zeichnete.
Das Grundstück, welches sich vom Ländliweg bis hinunter an die Limmat zieht, war riesig und ist riesig geblieben. Der Park umfasst nicht weniger als zwei Hektaren (das sind 2,8 Fussballfelder). Zwischen 1900 und 1904 entstanden zusätzlich zur Villa ein Gartenhaus, ein Ökonomiegebäude und eine gedeckte Reithalle – Bauten, die es heute so nicht mehr gibt.
Seit 1976 unter Denkmalschutz
1908 wurde der Landschaftsgarten um einen Neobarockgarten erweitert, und es entstand der kulturell genutzte Gartensaal sowie ein Badehaus. Nachdem die Villa 1976 unter Denkmalschutz gestellt worden war, erfolgte 1994/95 eine umfangreiche Renovation von Villa, Gartensaal und Badehalle.
Im Rahmen einer Feier zum Jubiläum würdigte Landammann Alex Hürzeler am Donnerstag vor einer Woche die inzwischen 125 Jahre alte Villa als bedeutende Zeitzeugin, aber auch als einen wichtigen «Ort der Inspiration», der allen offensteht. So auch der Regierung, welche hier hin und wieder Sitzungen oder Klausuren abgehalten hat. Als Aargauer Kulturchef habe er sogar einmal ein Staatsdiner ausrichten dürfen. Die belgische Kulturministerin wollte mehr über das Aargauer Kulturgesetz erfahren, welches finanzielle Vergabungen weitgehend dem direkten Einfluss der Politik entzieht.
Hürzeler wies darauf hin, dass hier neben Seminarien und Kulturanlässen auch Hochzeitsfeiern abgehalten oder zumindest Hochzeitsfotos geschossen werden. Und mit einem Schmunzeln: Auch jene seines Regierungskollegen, des früheren Wettinger Gemeindeammanns Markus Dieth.
Amor und die Villa Boveri. Hierzu gab der Badener Stadtammann Markus Schneider einen kleinen Einblick in seine Jugendzeit. Als Primarschüler im Schulhaus Ländli fand er es «cool», durch den Park der Villa zu streifen – nach der Pubertät hier den Schulschatz zu treffen. Schneider wünscht sich, dass noch viele Generationen «von diesem Juwel mitten in der Stadt Baden» profitieren können.
Förderung junger Talente
Die Gartenhalle diente in der Mitte des letzten Jahrhunderts dazu, den «BBC-isten» künstlerische Darbietungen auf höchstem Niveau bieten zu können – ihnen die Schwellenangst vor den grossen Konzertsälen zu nehmen. Inzwischen sei der Stiftung auch die Förderung junger Talente zum wichtigen Anliegen geworden, sagt Geschäftsführerin Dorit Lamprecht. So durfte der Badener Nachwuchspianist Lukas Nigg den Gästen aufspielen, bevor diese den Gartensaal für einen Rundgang durch die Villa verliessen.
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