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Die erste Episode der Simpsons hatte noch keinen Couch-Gag. Alles beginnt im Januar 1990, mit Folge 2: Das Möbel wird zum zentralen Teil des Intros. Als sich die Simpsons auf die Couch setzen, spickt Bart heraus und wird zur Zimmerdecke geschleudert.
Mittlerweile gibt es über 550 Episoden der Trickfilm-Serie. Aber etwas weniger Couch-Gags: Oft wurden ältere Gags wiederverwendet, einige Folgen (Spezialfolgen, Folgen mit völlig anderen Einleitungen) haben gar keine Couch-Gags.
In den letzten Jahren vergaben die Simpsons-Macher vermehrt Aufträge an Künstler, um die populäre Sequenz zu gestalten. Wir haben die besten Gast-Beiträge rausgesucht:
Banksy: «MoneyBart», Okt. 2010
Der Street-Art-Künstler Banksy nutzte seinen Couch-Gag, um die Vermarktung der Simpsons anzuprangern. In einer Fabrik in Asien müssen Arbeiter im Akkord Designs für Simpsons-T-Shirts zeichnen, während Kinder die fertigen Muster in Giftbehälter tauchen. Man vermutet, dass Banksys Intro eine Reaktion auf Berichte war, denen zufolge ein Teil der Simpsons-Produktion nach Südkorea ausgelagert werden sollte.
John Kricfalusi: «Bart Stops to Smell the Roosevelts», Okt. 2011
John Kricfalusi wurde in den 1990er-Jahren mit seiner grotesken Trickfilmserie «The Ren & Stimpy Show» bekannt. Die bizarren Abenteuer von Ren Hoëk, einem neurotischen Chihuahua und Stimpson «Stimpy» J. Katzwinkel, einem fetten, einfach strukturierten Kater, wurden schnell zur Kult-Serie. Für die Simpsons hat Kricfalusi seinen unvergleichbaren Stil und Humor nochmal aufleben lassen.
Bill Plympton: «Beware My Cheating Bart», April 2012
Der Regisseur und Animator Bill Plympton aus Portland durfte bereits drei Couch-Gags für die Simpsons animieren. «Gangsters», «Reality Shift» und schliesslich «Beware My Cheating Bart», eine Liebesgeschichte zwischen Homer und seinem Sofa, die das alte Möbel zuerst in eine zwielichtige Bar und dann in den Beinahe-Selbstmord treibt. Plymptons Filme haben ein verhältnismässig hohes Mass an Sex und Gewalt und richten sich eher an ein erwachsenes Publikum.
Robot Chicken Team: «The Fabulous Faker Boy», Mai 2013
Seth Green und Matthew Senreich, das Team hinter der Stop-Motion-Spielzeug-Serie «Robot Chicken», haben ihr Können auch bei den Simpsons unter Beweis gestellt. In der aufwändigen Sequenz, in der sich Homer mit dem Busfahrer Otto ein Wettrennen liefert, steckt viel Handarbeit.
Guillermo del Toro: «Treehouse of Horror XXIV», Okt. 2013
Der mexikanische Kunstfilmer und Horror-Regisseur Guillermo del Toro («Pans Labyrinth») hat für seinen Couch-Gag eine tolle Reise durch die Geschichte des Horrorfilms gemacht – von frühen Zombie-Filmen, zu «Godzilla», «The Shining», Hitchcocks «Die Vögel», bis hin zu all seinen eigenen Produktionen.
Sylvain Chomet: «Diggs», März 2014
Der französische Regisseur Sylvain Chomet («The Triplets of Belleville») hat einen ganz eigenen Animationsstil, für den er bereits dreimal für den Oscar nominiert war. Er entführt die Simpsons aus Springfield nach Frankreich. Und zwar in das Frankreich der US-amerikanischen Stereotypen: Homer isst eimerweise Schnecken, Bart wird zum Foie Gras-Liebhaber und Marge spricht Französisch («Où est Maggie ?!»).
Michał Socha: «What to Expect When Bart's Expecting», April 2014
Der polnische Illustrator und Regisseur Michał Socha ist noch wenig bekannt. Sein animierter Kurzfilm «The Chick» war einer der grossen Festival-Abräumer des Jahres 2009, mit dem er unter anderem beim renommierten Festival von Annecy überzeugte. In seinem Simpsons-Intro wird Homer in seinen eigenen Rachen geschupft, worauf der Zuschauer auf eine mysteriöse Tour durch seinen Körper mitgenommen wird.
Don Hertzfeldt: «Clown in the Dumps», Sept. 2014
Der amerikanische Cartoon-Zeichner Don Hertzfeldt ist bekannt für seinen minimalistischen Stil und übermässige Gewalt in seinen Produktionen. Mit «Rejected» war er 2000 für den Oscar für den besten animierten Kurzfilm nominiert. In seinem Couch-Gag entführt Hertzfeldt die Simpsons ins Jahr 10535 – in eine Welt voller Absurditäten. Bei der Zeitreise-Sequenz lohnt es sich hin und wieder Pause zu drücken.