Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/129101

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, alle fünf Jahre einen Bericht über die Belastung, den Stress und die Überbelastung bei der Arbeit und die daraus entstehenden direkten und indirekten Kosten für die Schweizer Volkswirtschaft zu veröffentlichen. Auf der Grundlage dieses Berichtes werden Bundesrat und Parlament geeignete Präventionsmassnahmen festlegen, die umzusetzen sein werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Neuere Studien haben gezeigt, dass sich etwa ein Drittel der Arbeitnehmenden oft oder sehr oft bei der Arbeit gestresst fühlt. Diese Zahl ist seit 1999 gestiegen, und Studien in den Nachbarländern zeigen ein ähnliches Bild. Demnach ist Stress zusammen mit muskuloskelettalen Beschwerden eine der häufigsten gesundheitlichen Belastungen, die in Zusammenhang mit der Arbeit stehen. Die Gesundheitsschutzbehörden nehmen das Thema ernst, verfolgen die Situation, untersuchen die Ursachen und Auswirkungen und entwickeln Massnahmen, um den Gesundheitsschutz in den Betrieben zu fördern.</p><p>Als Kompetenzzentrum des Bundes führt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) regelmässig nationale Erhebungen zu Arbeitsbedingungen und gesundheitlichen Belastungen durch. Es tut dies in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Statistik und der European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions (Eurofound). Seit 2002 werden spezifische Fragen zur Arbeitsbelastung in die Schweizerische Gesundheitsbefragung integriert. Diese Fragen betreffen sowohl physische wie psychische Belastungen. Zudem nimmt die Schweiz regelmässig am European Working Conditions Survey teil. Diese beiden Befragungen werden alle fünf Jahre durchgeführt.</p><p>Die Erfassung der betrieblichen und volkswirtschaftlichen Kosten einzelner Belastungsfaktoren bei der Arbeit ist aufwendig und schwierig. Ein Reportingsystem, das zuverlässige Schätzungen ermöglicht, gibt es einzig in Bezug auf Berufsunfälle. Die Ursachen des Stressgefühls sind vielfältig und die Auswirkungen auf die Gesundheit und Produktivität unterschiedlich. Stress führt nicht nur zu Erschöpfungsdepressionen (dem sogenannten Burnout), sondern auch zu psychosomatischen Störungen wie Magen-Darm- oder Herz-Kreislauf-Beschwerden. Stress ist zudem ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung und Chronifizierung muskuloskelettaler Beschwerden wie Rückenschmerzen. Der verursachende Anteil von Stress bei solchen Gesundheitsproblemen kann nur grob eingeschätzt werden, dies gilt auch für die Beurteilung der Produktivitätseinbusse. Das Seco ist aktuell dabei abzuklären, ob neue Zahlen zu den Kosten der durch die Arbeit verursachten Gesundheitsstörungen erhoben werden können. Gegebenenfalls wäre eine Publikation im Jahr 2013 vorgesehen.</p><p>Der Bundesrat ist der Meinung, dass das Monitoring von Stress am Arbeitsplatz durch die umfassenden und regelmässigen Studien zu den gesundheitlichen Risiken am Arbeitsplatz ausreichend abgedeckt ist. Zudem erlaubt die integrierte Herangehensweise den Vergleich zwischen verschiedenen Belastungsfaktoren und die Kombination mehrerer Faktoren, was für die Definition von Prioritäten besonders nützlich ist. Eine zusätzliche Auswertung würde keinen Mehrwert bringen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.