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Anmerkung: Die folgenden Gedanken sind meine persönliche Meinung (ich habe einige Jahre in Peru gelebt und dabei einige Kehrseiten der Medaille kennengelernt). Diese muss sich nicht unbedingt mit der Haltung des Vereinsvorstands oder der Vereinsmitglieder decken.
Urs Keller, Webmaster, Ermatingen
Viele Mitglieder unseres Vereins und zahlreiche Sponsoren haben beträchtliche finanzielle Mittel oder unentgeltliche Arbeitszeit zum Bau und Betrieb des Napoleonturms zur Verfügung gestellt.
Dabei deckt der Turm kein Grundbedürfnis unserer Bevölkerung ab, sondern ist ein (sicherlich wertvoller) kulturell-geschichtlich-geografischer "Luxus". Wir können ihn uns aber gut leisten, weil wir Thurgauer in der Regel mit dem Einkommen unserer Erwerbsarbeit unseren Lebensunterhalt ganz gut bestreiten können.
Das ist aber nicht überall auf unserer globalisierten Welt so. Unzählige Arbeiter in der Dritten Welt sind gezwungen, menschenunwürdige und gesundheitsgefährdende Jobs zu Hungerlöhnen anzunehmen, mit denen sie ihre Familien kaum sättigen können. Und diese Arbeitsbedingungen werden oft von Konzernen der Industrieländern diktiert, auch von schweizerischen.
So können Arbeiter in peruanischen Minen mit ihren Löhnen kaum ihre Familien ernähren, haben wegen Staublungen eine Lebenserwartung von vielleicht 40 Jahren, müssen ihre Kindern betteln statt zur Schule schicken, und die Frau siedet die wenigen Kartoffeln in quecksilberverseuchtem Wasser.
Ihr Arbeitgeber ist zum Beispiel der schweizerische Konzern Glencore mit Sitz in Zug.
Nun aber ausführlicher: Der Dokumentarfilm "der Konzern-Report":
Informieren Sie sich auf der Webseite der Konzernverantwortungsinitiative über die Zielsetzungen und Argumente.
Viele Politiker wägen in ihrer Argumentation zwischen zwei Werten ab: dem ethisch-verantwortungsbewussten Handeln und dem Erhalt unserer Arbeitsplätze, das ist ja das "Killerargument" schlechthin...
Wobei ich das gar nicht glaube. Wenn Glencore in Peru etwas bessere Löhne bezahlt und anerkannte Sozial- und Umweltschutzstandards einhält, dann verliert in Zug niemand seine Arbeit. Allenfalls fällt der Gewinn von Glencore etwas tiefer aus, und den Aktionären wird eine etwas tiefere Dividende ausbezahlt. Aber deshalb verlieren diese Aktionäre ihren Job nicht gleich, sie müssen ihre Familien nicht hungern lassen, ihre Kinder nicht betteln schicken und können mit sauberen Trinkwasser ihre Kartoffeln sieden und sogar die WCs spülen...
Vor den Wahlen betont die liberale FdP jeweils, wie "Freiheit und Verantwortung" zusammengehören.
Nach den Wahlen, also jetzt, tönt es anders: "Aus liberaler Sicht ist die Initiative abzulehnen". Sobald man also selbstverantwortliches Handeln überprüfen und einfordern will, sollen Freiheit und Verantwortung plötzlich unvereinbar sein.
So entlarvt sich die FdP selbst: Es geht ihr um die Freiheit, im Namen des Profits möglichst alles tun zu können und zu dürfen... Geld regiert die Welt, nicht die Ethik.