Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03349.jsonl.gz/757

Die Elite-Frauen und Männer der Mountainbike-Nationalmannschaft flankiert der beiden Nationaltrainer Edi Telser und Bruno Diethelm. Foto ©Mathias Nägeli
In vier Monaten finden in Lenzerheide die Mountainbike-Weltmeisterschaften in den Disziplinen Cross Country und Downhill statt. Der nationale Radsportverband Swiss Cycling gibt das Kernziel bekannt: den Nummer-1-Status in der olympischen Disziplin Cross Country zu bestätigen.
Seit der Pionierzeit gehört die Schweiz in der Kerndisziplin Cross Country zur Weltspitze, im 21. Jahrhundert ist sie gar zur Nummer eins avanciert. Im Jahr 2016 triumphierte Nino Schurter an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, ein Jahr darauf sorgten die Schweizer an den Weltmeisterschaften in Cairns als Kollektiv für den vorläufigen Höhepunkt: Jolanda Neff und Nino Schurter liessen sich bei der Elite Gold umhängen, Sina Frei reüssierte in der U-23-Kategorie, in der gemischten Staffel hielt das Ensemble die Konkurrenz auf Distanz. Viel besser als im australischen Bundesstaat Queensland lässt sich nicht abschneiden.
«Heimrennen auf höchster Stufe sind wichtig»
Was die Veranstalterrolle anbelangt, trat die Schweiz während langer Zeit lediglich sporadisch in Erscheinung. Im Jahr 2011 fanden die Weltmeisterschaften in Champéry statt, 2013 wurden in Bern Europameisterschafts-Medaillen vergeben. «Für unsere Sportart ist es elementar, dass unsere Athleten regelmässig auf höchster Stufe Heimrennen bestreiten können», sagt Thomas Peter.
Vor diesem Hintergrund warb der Sportchef von Swiss Cycling beim Weltverband UCI für ein Vierjahrespaket. Dreimal Weltcup, und dann, wenn genügend Erfahrungswerte vorhanden sind, Weltmeisterschaften – logischerweise alles am gleichen Ort. Der Plan überzeugte die UCI-Funktionäre, in der landesinternen Ausmarchung hatte sich die Bewerbung der Lenzerheide gegenüber jener aus Gstaad durchgesetzt.
Von 70 auf 250 Stellenprozente
Im Jahr 2015 fanden auf dem Bündner Hochplateau die ersten Weltcuprennen statt. In den Folgejahren stiegen die Zuschauerzahlen an. Peter erwähnt die «Parallelmassnahmen», die dem Verband ermöglicht hätten, kompetitiv zu bleiben. Aufgrund der öffentlichen Fördergelder, die durch den Zuschlag für die Weltmeisterschaften 2018 ausgelöst wurden, konnte in den letzten Jahren unter anderem die Trainersituation professionalisiert werden. «Im Jahr 2011 wies Swiss Cycling im Bereich Mountainbike 70 Stellenprozente aus, heute sind es 250», sagt der 39-jährige Berner Oberländer.
Das Faible der Schweiz für junge Sportarten ist ebenso bekannt wie der Fakt, dass die Schweizer nicht selten den Anschluss verlieren, sobald eine Sparte salonfähig wird und die grösseren Nationen ihre Bemühungen intensivieren. Cross Country ist längst keine Trendsportart mehr. Die Leistungsdichte wird immer höher, ebenso die Anzahl der an der Weltspitze präsenten Landesverbände. «Bei den Frauen hat es sogar schon Wettkämpfe gegeben, in denen sich Athletinnen aus zehn verschiedenen Nationen unter den besten zehn klassierten. Wir gehören trotz der mittlerweile fast globalen Verbreitung immer noch zu den Besten. Darauf dürfen wir schon ein bisschen stolz sein», hält Peter fest.
Zwischen Heimvorteil und Druck
An den Mountainbike-Weltmeisterschaften in Lenzerheide, vom 5. bis 9. September 2018, besteht das Ziel von Swiss Cycling darin, den Nummer-1-Status zu bestätigen. Mehrfach werden die helvetischen Spitzenathleten vor Beginn der Titelkämpfe auf der WM-Strecke trainieren, denn schliesslich soll der Heimvorteil bestmöglich genutzt werden.
Zusätzlich motiviert müsse trotz vieler guter Ergebnisse in der jüngeren Vergangenheit niemand werden, meint Peter. «Im letzten Jahr fanden die Weltmeisterschaften auf der anderen Seite der Erdkugel statt. Für unsere Fahrer ist der Anreiz wesentlich höher, wenn sie vor Heimpublikum antreten können.» Gleichzeitig warnt der Sportchef vor einer zu hohen Erwartungshaltung: «Die Begehrlichkeiten von Fans, Medien und Sponsoren werden sich auf ungewohnt hohem Level bewegen, der selbst auferlegte Druck wird höher sein als bei früheren Grossanlässen. Diese Faktoren dürfen nicht unterschätzt werden.»
Ehe die Titelkämpfe in Lenzerheide eröffnet werden, stehen noch sechs Weltcup-rennen und die Europameisterschaften von Anfang August in Glasgow auf dem Programm. Für die Athleten gilt, sich aufzudrängen, die Normen zu erfüllen. «Wir werden uns bei der Selektion an den Leistungen und nicht an der Anzahl der Quotenplätze orientieren», hält Peter fest. Maximal darf die Schweiz pro Geschlecht und Kategorie sieben Athleten nominieren. Wobei Neff und Schurter nicht in dieses Kontingent fallen. Als Titelverteidiger profitieren sie von persönlichen Startplätzen.
Bike-Game: Swiss Cycling Hero
Nicht nur die Athleten treten kräftig in die Pedale. Am 4. Mai hat Swiss Cycling das webbasierte Game «Swiss Cycling Hero» lanciert; es kann auf verschiedenen Geräten via Browser gespielt werden. Der Spieler versucht, seinen Mountainbiker des Schweizer Nationalteams so schnell wie möglich über den Trail zu bringen. Beschleunigt er zu schnell, geht ihm die Energie aus – es gilt, die Kräfte einzuteilen. Den Top Ten winken jeweils Ende Monat attraktive Preise rund um den Radsport und die Partner von Swiss Cycling.
Anfang September, vor Beginn der Weltmeisterschaften in Lenzerheide, wird das Erscheinungsbild des Spiels an jenes der WM-Strecke angepasst – an den Titelkämpfen lässt sich auf diese Weise auch virtuell teilnehmen. Hier gehts zum Spiel: www.swiss-cycling-hero.ch
Profi auf dem Mountainbike – Novize beim Gamen: Lars Forster testet das Swiss Cycling Hero Game.
www.swiss-cycling.ch