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Schweizer Radio DRS wollte sich Mitte der 1990er-Jahre einerseits vom etwas verstaubten Image des «Staatsradios» lösen und zielgruppenorientierter und agiler auftreten, andererseits im verschärften Wettbewerbsumfeld mit den aufkommenden Privatradios auch die Vielfalt unter seinem Dach in die Waagschale werfen. Etwas, das die meist spartenorientierten Privatradios nicht bieten konnten. Gemäss der Idee, dass Schweizer Radio DRS in seiner Gesamtheit mehr sei, als die Summe seiner Einzelteile, wurde ein Zeichensystem gestaltet, bei dem sowohl im Logo der Dachmarke, wie bei denjenigen der drei Sendeketten immer alle Sender sichtbar waren. Das Logosystem baut auf den für die drei Sendeketten stehenden römischen Ziffern I, II und III auf, welche je nach Verwendung aktiviert oder deaktiviert bzw. aufgehellt erscheinen. Im Zusammenspiel mit einem (relativ) liberales Regelwerk ermöglichte dies den einzelnen Sendeketten und -formaten, eine individuelle, auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten Identität zu pflegen, ohne dass der Gesamtauftritt geschwächt oder durch eine zusätzliches Gruppenmarke verkompliziert werden musste.
Dass die zeichenhaften römischen Ziffern je nach Zielgruppe auch mit einer Klaviertastatur oder Ausschlägen eines Equalizers assoziiert wurden, war dabei durchaus zielführend. Und wenn vereinzelte böse Zungen auch abschätzig vom «Strichcode» sprachen, zeigt sich retrospektiv in dieser Qualifikation gerade der hohe Weidererkennungswert des auf das Wesentliche reduzierten, dialektischen Zeichensystems.
Das Erscheinungsbild wurde mit dem Corporate Design Preis Schweiz ausgezeichnet. Es wurde bis 2011 verwendet und dann mit der Umbenennung der Sender im Zuge der Umsetzung der neuen Konzernstruktur (Design-)Geschichte.