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So ein Tag, so märchenhaft wie heute - es ist überwältigend schön! Rayyan hat es geschafft, er hat bei seinem erst vierten Start alle geschlagen.
Unser Rayyan, der vom ersten Tag seines Lebens an mit Widerwärtigkeiten zu kämpfen hatte. Der als frisch geborenes Fohlen nicht begriffen hatte, wie man trinkt - den Claudia zunächst buchstäblich mit der Flasche grossgezogen hat.
Unser Rayyan, der schon in der ersten Woche sich so unglücklich am Bein verletzt hat, dass er mit Mutter Ramajana für ein paar Tage ins Tierspital musste.
Unser Rayyan, der als Zwei- und Dreijähriger nur je einen Start absolvieren konnte und von Hufabszess über Blockaden im Rücken und einem sich selbst zugefügten Schlag ans linke Vorderbein nahezu alles hatte, was ein Rennpferd davon abhalten kann, Rennen zu laufen...
Philipp Schärer liess Rayyan wie vor zwei Wochen an der Spitze galoppieren. Schon vor dem Start war er weniger nervös als beim ersten Rennen 2008, ein gutes Omen.
Diesmal kam früher einer (Amigo Rapido) an seine Seite. Durch den letzten Bogen verschärfte Philipp mit Rayyan das Tempo. In der Zielgerade zog Amigo Rapido vorbei. Wie würde Rayyan reagieren? Aufstecken und die anderen vorbei lassen? Mit Nichten! Rayyan kämpfte sich mit Philipp wieder heran und an Amigo Rapido vorbei. Diesmal gab er die Spitze nicht wieder ab. "Er macht das, was der Reiter von ihm verlangt. Wenn er mal vorne ist, wird er schon bequem", erklärte Philipp auf dem Weg zu Siegerehrung.
Dass wir dieses Wort (Siegerehrung) im Zusammenhang mit Rayyan brauchen dürfen, ist einfach genial. Unsere Gefühle sind nicht in Worte zu fassen. Manches Allegra-Auge blieb nicht trocken...
Rayyan hat mit diesem Sieg beinahe seinen Mutter Ramajana kopiert - sie gewann in Allegra-Farben ebenfalls als Vierjährige beim 5. Lebensstart (Rayyan beim 4.) im Juni 2002, Rayyan im April...
Rayyan (Philipp Schärer) führt das Feld eine Runde vor Schluss an... (Fotos: Hitsch Mettler)
...und gewinnt am Ende vor Montefiori (links in Pink) - der absolute Wahnsinn!
Es tut gut zu sehen, dass Geduld sich im Rennsport durchaus auszahlen kann. Dass Rayyan spätreif sein würde, wussten wir von allem Anfang an. Karin Suter-Weber hat auch stets genau danach gehandelt. Sie hat Rayyan immer wieder behutsam aufgebaut, ihm alle Zeit gelassen, die er brauchte.
Wir danken Karin, ihrer Crew und natürlich Philipp (der Rayyan ein- und zum Sieg geritten hat) an dieser Stelle ganz herzlich.
Dank gebührt auch dem Chiropraktiker Hans-Peter Siegenthaler und der Physiotherapeutin Anja Junghanns, Veterinär Theo Tschanz und dem Hufschmied Rainer Stöckli.
Sie alle haben einen Super-Job gemacht, chapeau!
Rayyan bedeutet übrigens soviel wie "Hüter des Glücks" - wir sind stolz auf unseren "Kleinen", der das Glück hoffentlich nun nicht mehr los lässt...!
Die Freude war (und ist) natürlich riiiiiesig!
Nein, Rayyan hat keinen Stern - nur die Nase angeschlagen...