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Gedon,
Lorenz, Architekt und Bildhauer, geb. zu München, [* 2] bildete sich in der Mayrschen Werkstatt daselbst zum Bildhauer und Dekorateur aus und begann seine selbständige künstlerische Thätigkeit 1872 mit dem Bau des Schackschen Palais, dessen Fassade er die Formen der deutschen Spätrenaissance in durchaus malerischer Auffassung gab, welche damals für München vollkommen neu waren. Sein glänzendes dekoratives Geschick, welches nicht nur im Stil der deutschen Renaissance, sondern vornehmlich im Barock- und Rokokostil heimisch war, bewährte sich sodann 1876 bei der Dekoration der Räume für die deutsche Kunstgewerbeausstellung in München, von welcher der Umschwung zu gunsten der deutschen Renaissance datiert, und noch in höherm Grad 1878 bei der architektonischen Gestaltung und Ausschmückung des deutschen Kunstsaals auf der Pariser Weltausstellung.
Auch diese geniale Leistung gab den Anstoß zu einer
Reform in der
Dekoration von Gemäldesälen.
Später war er in gleicher
Weise an der internationalen
Kunstausstellung von 1879, der elektrischen
Ausstellung von 1882 und der
Kunstausstellung von 1883 in
München thätig.
In den
Schlössern und Wagenkammern König
Ludwigs II. von
Bayern
[* 3] hat er gleichfalls verschiedene
Arbeiten dekorativen
Charakters, für das
Innere des
Münchener
Rathauses und für den
Starnberger
See-Dampfer
Bavaria zahlreiche
Holzskulpturen sowie für
Münchener Privathäuser und
-Lokale
Fassaden und Innendekorationen ausgeführt.
Sein Hauptwerk ist
das im Barockstil errichtete Heylsche
Haus in
Worms,
[* 4] wo er auch die Pauluskirche zu einem
Museum umgewandelt hat.
Gedon starb in
München.