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Dürrrenast: Verfahren für Fahrverbot wird eingestellt
Seit Jahren wurden von Anwohnervertretern geforderte Verkehrsmassnahmen zur Verminderung des Durchgangsverkehrs im Thuner Dürrenastquartier publiziert. Die Vorschläge werden von andern Quartierbewohnern jedoch als einschneidend wahrgenommen und abgelehnt. Da der Verkehr auf der Waldheim- und der Tannenhofstrasse auch durch die Verkehrslenkung auf dem Migrosparkplatz seit dem Jahr 2000 markant abgenommen hat, zieht die Stadt einen Schlussstrich: Das hängige Verfahren "Verbot für Motorwagen und Motorräder" mit "Zubringerdienst gestattet" wird abgebrochen.
Um den Durchgangsverkehr auf der Waldheimstrasse, der Tannenhofstrasse und dem Postgässli im Thuner Dürrenastquartier zu vermindern, diskutierte und entwickelte die Stadt Thun auf Wunsch von Vertretern der Anwohnerschaft während Jahren mögliche Lösungen. Drei verschiedene Projekte wurden jeweils publiziert, dann aber abgebrochen. Als viertes wurde für die drei Strassen im Abschnitt Frutigenstrasse bis Freiestrasse ein "Verbot für Motorwagen und Motorräder" mit "Zubringerdienst gestattet" öffentlich aufgelegt. Doch auch gegen diese im September 2007 im Thuner Amtsanzeiger publizierte Verkehrsmassnahme gingen insgesamt 14 Beschwerden ein. Kritisiert wurde, dass vor allem Anwohner der Waldheimstrasse, der Tannenhofstrasse und des Postgässli westlich der Freiestrasse, der Freiestrasse selbst und der Feldstrasse ihre Liegenschaften sowie die Migros Dürrenast nur noch über Umwege erreichen könnten.
Dieser Widerstand aus dem Quartier sowie der markante Rückgang des Verkehrs haben nun die Vorsteherin der Direktion Bau und Liegenschaften der Stadt Thun, Gemeinderätin Jolanda Moser, bewogen, das noch hängige Verfahren abzubrechen und einen Schlussstrich zu ziehen.
Migros-Parkplatz: Verkehrslenkung
Bei diesem Entscheid spielt auch eine wesentliche Rolle, dass die auf dem Migros-Parkplatz realisierten Verkehrslenkungsmassnahmen mit Pfosten und Signalisationen den Durchgangsverkehr erheblich reduziert haben: Die im Mai 2008 ermittelten Verkehrswerte liegen mit weniger als 300 Fahrzeugen pro Tag um etwa 40 % unter den ursprünglichen Werten von knapp 500 Fahrzeugen des Jahres 2005. Die heute auf allen drei Quartierstrassen gemessenen Verkehrsfrequenzen liegen weit unter denen von vergleichbaren Quartierstrassen.
Heute sehr niedrige Verkehrsmengen
Auf Grund dieser markant tieferen Verkehrszahlen sowie den bisherigen Verhandlungen und Erfahrungen beurteilen Gemeinderätin Jolanda Moser und das Tiefbauamt das heutige Verkehrsaufkommen auf der Waldheimstrasse, der Tannenhofstrasse und dem Postgässli als sehr niedrig. Die Statistik zeigt, dass sehr wenig motorisierter Durchgangs- und Schleichverkehr herrscht. Vermehrt gehen die Anwohner statt mit dem Fahrzeug zu Fuss oder per Velo einkaufen. Somit ist die am Anfang des ganzen Prozesses stehende Forderung des Verkehrsstrukturplanes Scherzligen-Dürrenast nach einer Reduktion des Durchgangsverkehrs erfüllt.
Im Weitern hat die Vorsteherin - nebst dem Abbruch des Verfahrens - folgendes entschieden:
· Auf der Waldheimstrasse, der Tannenhofstrasse und dem Postgässli - jeweils im Abschnitt Frutigenstrasse bis Freiestrasse - werden keine weiter gehenden Massnahmen geprüft oder umgesetzt.
· Die auf der Waldheimstrasse, der Tannenhofstrasse und dem Postgässli installierten Betonsockel bleiben als "Tempobremser" bestehen.
Bevölkerung mündlich und schriftlich informiert
Die Stadt hat die Beschwerdeführenden, die Anwohnerverteter sowie die weiteren Anwohnenden der involvierten Strassenabschnitte in diesen Tagen mündlich und schriftlich über den Entscheid informiert. Der Abbruch des rechtlichen Verfahrens für die Verkehrsmassnahmen wird im Thuner Amtsanzeiger vom 22. Januar 2009 publiziert.
Auskünfte an die Redaktionen:
- Jolanda Moser, Vorsteherin Bau und Liegenschaften, Tel. 033 225 83 33
- Rolf Maurer, Stadtingenieur, Tel. 033 225 83 52
Thun, 20. Januar 2009