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Schlechter Schlaf – ein Frühsymptom für Alzheimer?
Als bekannte Risikofaktoren für die Alzheimer-Erkrankung gelten zu wenig geistige und körperliche Aktivität. Neu könnte schlechter Schlaf dazukommen.
Studie mit 100 Probanden
Im Rahmen einer aktuellen Untersuchung mit 100 geistig gesunden Probanden im Alter von 45-80 Jahren fanden Forscher in Pittsburgh heraus, dass häufige Schlafunterbrechungen nachts (Arousals) mit deutlich vermehrt Amyloid-Plaques im Gehirn einhergehen. Die Amyloid-Ablagerungen spielen eine wichtige Rolle bei der Alzheimer-Erkrankung.
Dr. Yoo-Lyu aus St. Louis liess Teilnehmer zwei Wochen lang Aktigrafie- und Schlaftagebücher führen um die Bewegungsmuster wie den Tag-Nacht-Rhythmus, den Schlaf sowie dessen Unterbrechungen zu erfassen und gleichzeitig die subjektive Schlafqualität zu vergleichen.
Die Teilnehmer verbrachten im Durchschnitt 8 Stunden im Bett, schliefen davon durchschnittlich 6,5 Stunden. Alle Teilnehmer wurden zusätzlich dank einer Bildgebung durch PET mit einem speziellen Marker untersucht, der die Amyloid-Last im Gehirn darstellt. Diese wurde mit Beta-Amyloid-Proteinen im Nervenwasser (Liquor) verglichen.
Zum Ergebnis
Je häufiger die Teilnehmer nachts erwachten (teilweise mehr als 5 x pro Stunde), desto mehr Amyloid konnte im Gehirn nachgewiesen werden. Bisher ist unklar, wie der Zusammenhang zu erklären ist. Die Schlafunterbrechungen könnten ein Frühsymptom der beginnenden Alzheimer-Demenz sein. Möglich ist jedoch auch, dass die Schlafstörungen mit Arousals die Alzheimer-Entwicklung beschleunigen.
Weitere Forschungen sind deshalb notwendig.
Chrisitan Neumann
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie
Schlafspezialist