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London, 06. August 2012 Brasilien hat am Montag (6.) erstmalig bei Olympischen Spielen eine Goldmedaille im Kunstturnen geholt. Der 22-jährige Arthur Zanetti deklassierte im Finale an den Ringen durch eine fehlerfreie Präsentation die Konkurrenz und durfte dadurch anschliessend das umjubelte historische Edelmetall in Empfang nehmen.
Es ist die neue Generation brasilianischer Kunstturner, die in London 2012 für Aufregung sorgt. Während die „Urgesteine“ in der artistischen Sportgymnastik mit schwachen Leistungen bereits in der Qualifikation scheiterten, waren es Sergio Sasaki und Arthur Zanetti, die in den Endkampf um Gold, Silber und Bronze einziehen konnten. Zuvor war Doppelweltmeister Diego Hypólito am Boden genauso frühzeitig ausgeschieden wie die Mannschaft der Frauen mit Hypólitos Schwester Daniele und Daiane dos Santos.
Konnte Sasaki sich durch einen ehrbaren 10. Rang im 24-köpfigen Mehrkampf-Finale lediglich den Respekt der Zuschauer verdienen, sorgte Zanetti hingegen für die Sensation und das zweite Gold für Brasilien bei diensen olympischen Spielen. Im acht Teilnehmer umfassenden Feld räumte er das Finale an den Ringen sprichwörtlich von hinten auf. Als letzter Starter verdrängte er nach einer optimalen Übung, die mit 15.900 Punkten belohnt wurde, den bis dato führenden Chinesen Yibing Chen (15.800 Punkte) auf Silber, der Italiener Matteo Morandi (15.733 Punkte) rutschte auf Bronze ab.
„Ich bin überglücklich, das erste Gold für mein Land im Kunstturnen geholt zu haben. Ich habe sehr hart gearbeitet, um diese Medaille zu bekommen“ so Zanetti direkt nach dem Wettkampf in einer ersten Reaktion. Seiner Aussage nach hatte er die Präsentationen der Konkurrenten nur flüchtig verfolgt und sich ganz auf seinen Auftritt konzentriert. So liess er sich auch nicht durch die Führung des Chinesen Chen beeindrucken. Dieser ist immerhin Olympiasieger, dreifacher Weltmeister und war absoluter Favorit auf Gold in dieser Disziplin.
Die Qualifikation hatte Zanetti noch auf dem vierten Platz abschlossen. In seiner jungen Karriere hatte der aus São Caetano do Sul stammende Brasilianer bereits viel erreicht. 2009 wurde er Vierter bei den Weltmeisterschaften, im Januar 2012 holte er bei einem vorolympischen Testwettkampf bereits Gold. Und nur zwei Monate zuvor hatte er sich bei den Weltmeisterschaften in Tokio das Ticket für die olympischen Spiele gesichert – allerdings auf Rang 2 hinter seinem größten Konkurrenten Yibing Chen.
„Ich wollte diese Medaille unbedingt gewinnen. Und zwar nicht nur für mich, sondern für das Kunstturnen, für alle Vereine, damit es ganz Brasilien die Türen öffnet. Ich erwarte, dass sich das Turnen nun verändert und zwar weil es sich verändern muss“ so der frischgebackene Olympiasieger über die möglichen Auswirkungen seines Erfolges im größten Land Südamerikas.