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Negerstamm in Centralafrika, zwischen dem Kassai und Sankuru, etwa von 5° 30' bis
6° 30' südl. Br., nach Wißmann gegen 1½ Mill. Köpfe zählend. Sie sind ein Mischvolk der von Südosten eingewanderten Baluba
(s. d.) und der Urbewohner und jetzt mit Ausnahme der Sprache
[* 4] wesentlich von den Baluba verschieden. Sie haben schmale Brüste,
kurze Glieder
[* 5] und geringe Muskelentwicklung. Durch eine Art socialer Revolution um das J. 1860 kam die
jüngere sanftmütige Generation zur Herrschaft und gründete das «Reich der Freundschaft» (Lubuku), in welchem Todesstrafe
und Gottesurteile abgeschafft und gemeinschaftliches Hanfrauchen als Zeichen der Brüderlichkeit eingeführt wurde.
Ehemals bewaffneten sie sich mit Speer und Pfeil, jetzt auch mit Feuergewehren. Sie bauen mit ihren als
Sklavinnen behandelten Frauen alle Feldfrüchte, auch Reis, und treiben Viehzucht.
[* 6] Wißmann und Pogge kamen 1881 als erste Europäer
in ihr Land, das bis dahin weder von arab. noch portug. Händlern
berührt worden war, und wurden auf das gastfreundlichste behandelt. Die Baschilange haben seitdem die Sucht, europ.
Gewächse, Tiere, Kleidung und Hauseinrichtungsgegenstände bei sich einzuführen. Im Häuptling Mukenge besitzen sie einen
König, in Dschingenge dessen mächtigsten Vasall.
*, großer Negerstamm in Äquatorialafrika,
[* 8] dessen Gebiet vom 6.° südl. Br. durchschnitten wird und zwischen
21-25° östl. L. v. Gr. sich hinzieht, von Wißmann 1885 zuerst genauer erforscht. Die Hautfarbe wechselt vom Hellbraun des
Mulatten bis fast zum tiefen Schwarz des Ebenholzes. Die
Männer sehen schwächlich und verkommen aus, während
die Weiber oft gut gewachsene und kräftige Figuren haben. Der übliche Mangel an Bekleidung wird durch eine auffallend kunstvolle
Tättowierung ersetzt, die an die Neuseeländer erinnert.
Die Haartrachten sind sehr verschieden, einige tragen lange Zöpfe und wunderliche Frisuren, eine Abteilung rasiert den Kopf.
Durch Vermischung mit der Urbevölkerung und Einführung von Sklavinnen als Frauen haben die westlichen
Baluba (die Baschilange) einen von ihren östlichen Stammesgenossen vielfach verschiedenen Typus angenommen, auch sind sie infolge
übermäßigen Hanfrauchens erheblich schwächer. Beide Geschlechter sind sehr geschickt im Rudern und Steuern ihrer roh gearbeiteten
Kanoes.
Vielweiberei ist allgemein, die Frauen besorgen alle Feld- und Hausarbeit. Gebaut werden Mais, Maniok, Bohnen,
Bananen. Die Sklaven werden gut behandelt, doch können sie, wie Frauen und Kinder, verkauft werden. Die Bekleidung beschränkt
sich bei den Weibern auf zwei Läppchen vorn und hinter den Hüften, die Männer tragen große Hüfttücher oder Tierfelle,
Hand- und Fußgelenke werden mit schweren Kupfer- und Messingringen geschmückt, den Hals zieren Perlenschnüre.
Als Waffen
[* 9] dienen Bogen,
[* 10] Pfeil, Messer,
[* 11] auch schon Steinschloßgewehre. Die Hütten
[* 12] haben zierlich aus Stroh geflochtene Wände
und Dächer. Die Ortschaften werden meist auf Bodenerhebungen angelegt, die einen weiten Überblick gestatten. Die Baluba glauben
an einen guten u. an einen bösen Geist sowie an eine Bestrafung des Bösen und eine Belohnung des Guten
nach dem Tod. Ihre Begabung ist nicht gering, und bei ihrer Wißbegierde und dem unbegrenzten Vertrauen, welches sie dem Weißen
entgegenbringen, bieten sie der christlichen Mission ein vortreffliches Feld.