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|Sturmgewehr 57|

Das Sturmgewehr 57, abgekürzt Stgw 57, war das Standardsturmgewehr der Schweizer Armee von der Einführung 1957 bis in die 1990er Jahre. Dieses Sturmgewehr wurde im Jahre 1957 der Schweizer Armee abgegeben und löste den Karabiner ab. Der Sprung vom Karabiner zum Sturmgewehr war sehr gross, da dies die erste automatische Waffe der Schweizer Armee war. Speziell war auch das 24 Schuss Magazin und die Möglichkeit Seriefeuer zu schiessen. Ebenfalls wies diese Waffe zum ersten Mal eine Visierung auf, welche es erlaubte bei Nacht zu zielen. Ferner war dies die erste Waffe mit Zweibeinstütze. Demzufolge musste nicht mehr liegend frei gezielt werden.
Das Stgw 57 ist ein Rückstosslader mit verzögertem, zweiteiligen Massenverschluss, ähnlich dem G3 von Heckler & Koch. Beim Schuss wird der Rücklauf des Verschlusskopfs, und damit das Ausziehen der Patronenhülse, durch zwei einklappbare Rollen bis zum weitgehendem Druckabbau im Lauf verzögert. Es kann wahlweise Einzel- und Dauerfeuer geschossen werden.
Herstellerfirma ist die SIG (Schweizerische Industrie-Gesellschaft), der Konstrukteur hiess Rudolf Amsler. Das Stgw 57 ist schwerer als andere Sturmgewehre, aufwendiger hergestellt (mit Zweibein, Tragegriff, Laufmantel) und damit teurer, es gilt aber als sehr zielgenau und auch im Feuerstoss noch beherrschbar. Es gilt als eines der präzisesten Sturmgewehre der Welt.
Das Stgw 57 wurde in der Schweizer Armee als persönliche Universalwaffe eingesetzt. In der Füsiliergruppe ersetzte es den Karabiner 31, die Maschinenpistole (Suomi oder Hispano, ein Suomi-Nachbau) und das LMG 25 (System Furrer, Kniegelenk). Zudem konnten damit Gewehrgranaten (Hohlladungsgranaten zur Panzerabwehr und Sprenggranaten zur Bekämpfung von weichen Zielen) im Direkt- oder Bogenschuss abgefeuert werden. Zu diesem Zweck musste ein speziell entwickeltes Magazin mit Treibpatronen eingesetzt werden, welches den Verschluss blockierte, die Waffe wurde zum Repetierer. Zum Bogenschuss konnte das Gewehr dank dem Gummikolben direkt auf den Boden aufgesetzt werden. Die Mittelstützen dienten dann nur noch als Zielhilfe. Darauf war eine Distanzskala angebracht, welche erlaubte, mittels Pendel (Schnur mit Sackmesser) die geschätzte Schussdistanz einzupendeln.
Für den Export wurde eine vereinfachte Version unter der Bezeichnung SIG 510 hergestellt mit kürzerem Lauf, verkleinertem Magazin (20 Patronen), ohne Zweibein, sowie Kolben und Vorderschaft aus Holz statt Kunststoff. Von mehreren angebotenen Varianten wurde das SIG 510-4 im NATO-Kaliber 7,62×51 mm an die südamerikanischen Staaten Chile und Bolivien verkauft. Weitere Exporte kamen nicht zu stande.
Technische Daten
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