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Der Zinseszins-Effekt kommt zustande, wenn die Zinsen einer Geldanlage bei der Zinsauszahlung nicht abgezogen, sondern wieder zur Anlage addiert werden.
Die ausgezahlten Zinsen werden daher zusammen mit dem bereits angesparten Geldbetrag weiter verzinst. Der dadurch entstehende Effekt wird gemeinhin unterschätzt.
Beispiel: Das Anfangskapital betrage 1000 Schweizer Franken, die Verzinsung grosszügige 5 Prozent. In 50 Jahren ergibt sich damit ohne Zinseszins ein Endbetrag von 3'500 Franken, also ein Zinsgewinn von 2'500 Franken (50 x 1000 Franken x 5%).
Mit Zinseszins allerdings ergibt sich ein Endbetrag von 11'467.40 Franken, das ist ein Zinsgewinn von 10'467.40 Franken – mehr als viermal mehr als ohne Zinseszins.
Zinseszinsen: Exponentielles Wachstum
Der Zinseszins-Effekt ist ein klassisches Beispiel für exponentielles Wachstum. Ein berühmtes Gedankenexperiment des Moralphilosophen Richard Price aus dem Jahr 1772 verdeutlicht das: Wäre ein Penny im Jahr 0 zu jährlich 5% angelegt worden, wäre dieser bereits zu seiner Zeit mehr wert gewesen als «150 Erden ganz aus Gold».
In der Folge ist oft die Geschichte vom fiktiven «Josephspfennig» erzählt worden, der sich im Lauf der Jahrhunderte zu einer astronomischen Summe vermehrt, um die exponentielle Wirkung der Zinseszinsen zu verdeutlichen.
Zinseszins in der Praxis
Was bedeutet das nun aber in der Praxis? Wenn Sie ab Ihrem 25. Lebensjahr jeden Monat 500 Franken «auf die Seite legen», summiert sich Ihr Anlagevermögen bis zu Ihrem 65. Lebensjahr bei einer durchschnittlichen jährlichen Verzinsung von 1 Prozent auf rund 295'000 Franken mit einem Zinsgewinn von rund 55'000 Franken. Bei einer Verzinsung von 2 Prozent jährlich kämen Sie auf rund 366'000 Franken – davon stolze 126'000 Franken als Zinsgewinn.
Wenn Sie von einer Anlage mit einer Rendite von durchschnittlich 3.5 Prozent ausgehen, verfügen Sie schliesslich nach 40 Jahren sogar über rund 517'000 Franken. Dann wären Sie immerhin bereits Semi-Millionär.
Zinseszins selber rechnen
moneyland.ch hat den führenden Zinseszins-Rechner der Schweiz programmiert. Damit können Sie ganz einfach selbst den Zinseszins in Abhängigkeit zum Startbetrag, zur Höhe und Art der weiteren Einzahlungen, zur Laufzeit sowie zum Zinssatz ausrechnen.
Möglichst langfristig anlegen
Für Sie als Sparer oder Anleger sind folgende Faustregeln wichtig:
Erstens sollten Sie so lange wie möglich sparen. Das heisst möglichst früh anfangen und möglichst spät aufhören. Der Zinseszins-Effekt nimmt mit jedem Jahr an Wirkung zu – die letzten Jahre sind also die ertragreichsten.
Zweitens: Achten Sie darauf, dass Sie eine möglichst ertragreiche und gleichzeitig sichere und kostengünstige Anlageform finden. 1 Prozent Zinsunterschied kann über die Jahre Tausende von Franken ausmachen. Das gilt natürlich auch für die Kosten: 1 Prozent Mehrkosten pro Jahr bedeutet jährlich 1 Prozent weniger Zins.
Sparkonten, Kassenobligationen und Säule 3a
Für Schweizerinnen und Schweizer mit geringem Risiko-Appetit stehen verschiedene Sparformen zur Verfügung, darunter die klassischen Sparkonten, Kassenobligationen und Sparkonten der freiwilligen Vorsorge 3a. Die Zinssätze sind zwar momentan tief.
Trotzdem lohnt sich ein Vergleich, da bereits ein kleiner Zinsunterschied über die Jahre ein Vermögen ausmachen kann. Die umfassendsten Finanzvergleiche der Schweiz auf moneyland.ch berücksichtigen das Zinseszins-Sparpotenzial für die gewählte Anzahl Jahre. Ein Vergleich und Wechsel ist ohne Aufwand sowie vollständig kostenlos zu bewerkstelligen.
Ihre Moneyland-Redaktion