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Nicht Lara Gut-Behrami, nicht Corinne Suter, sondern Jasmine Flury beschert der Schweiz an der alpinen Ski-WM die erste Goldmedaille.
Flury siegte vier Hundertstel vor der Österreicherin Nina Ortlieb und zwölf Hundertstel vor der Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Suter, die trotz der Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung zum dritten Mal in Folge an Weltmeisterschaften auf das Abfahrtspodest fuhr.
Lara Gut-Behrami musste sich, benachteiligt durch die langsamer werdende Piste aufgrund der steigenden Temperaturen, mit Platz 9 abfinden. Auch die italienische Topfavoritin Sofia Goggia wartet weiter auf ihr erstes WM-Gold. Die vierfache Saisonsiegerin fädelte an einem Tor ein und schied ohne zu stürzen aus. Ilka Stuhec, eine weitere Mitfavoritin, wurde Sechste. Priska Nufer (11.) und Joana Hählen (17.) klassierten sich in dem mit 29 Fahrerinnen kleinen Starterfeld ausserhalb der Top Ten.
Nach einer 32-jährigen Durststrecke in WM-Abfahrten triumphierte zum zweiten Mal in Folge eine Schweizerin in der Königsdisziplin. 2021 waren Suter und Gut-Behrami in Cortina d'Ampezzo Erste und Dritte. Zugleich schraubten die Abfahrerinnen mit dem Doppelpodest die Ausbeute von Swiss-Ski an den Titelkämpfen in Méribel und Courchevel auf drei Medaillen hoch.
Flury, die im Weltcup erst einmal zuvorderst stand (2017 in St. Moritz), ist die zweite Weltmeisterin aus Graubünden nach der Churerin Yvonne Rüegg. Diese triumphierte 1960 in Squaw Valley (USA) im Riesenslalom.
"Es fühlt sich noch nicht real an. Es war eine super Fahrt, aber dass das für den Weltmeistertitel reicht und Corinne Suter auch noch Dritte wird, ist unfassbar", sagte die Davoserin im SRF-Interview. "Ein Traum war ein WM-Titel immer. Aber nachdem ich 2021 das Potenzial nicht ausschöpfen konnte ... ich weiss nicht. Dass alles so perfekt aufgehen könnte wie heute, hätte ich nicht gedacht. Ich hatte einen schnellen Ski und fühlte mich gut. Schon im Training am Freitag hatte ich wieder mega Spass am Fahren", so die von den Emotionen überwältigte und nach Worten ringende Flury.
Auch Corinne Suter vergoss Tränen der Freude. "Ich wollte nicht weinen, aber es ist unmöglich. Nach diesen letzten Wochen ist dieser 3. Platz unglaublich. Ich möchte mich bei allen bedanken, die mir im Hintergrund beistehen. Ohne sie wäre das nicht möglich gewesen", sagte Suter. Die Schwyzerin befand sich nach einem heftigen Sturz am 19. Januar in Cortina im Wettlauf gegen die Zeit. Im Super-G war sie am Mittwoch als Zwanzigste noch chancenlos. Auch in den drei Abfahrtstrainings gehörte sie nicht zu den Schnellsten.