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05.06.2018 Dijon
Erst muss ich ein paar berufliche Sachen erledigen, denn ich habe ein paar unangenehme Schreiben erhalten, auf die ich sofort reagieren muss. Danach fahre ich in die Stadt und parkiere meinen Scooter auf der Place du Theatre. Das Wetter ist bedeckt und kühl. Ich besuche die die Eglise Saint-Michel, wo in einem kunstvollen Sarkophag aus Silber die Ueberreste der Saint-Elisabeth de la Trinité aufbewahrt werden. Ich laufe an der La Nef (eine ehemalige Kirche Saint-Etienne, die jetzt als Kulturzentrum fungiert) zum neoklassizistischen Theatre. Nun laufe ich zur Place de la Liberation. Im Touristenbüro kaufe ich die Anleitung für den Stadtrund „Parcours de la Chouette“. Als nächstes besuche ich die Eglise Notre-Dame de Dijon. Links und rechts vom Altar sind die Wände mit Votivtafeln gepackt. Ein neuerer Wandteppich hängt unterhalb der Orgelbalustrade. Draussen muss ich etwas suchen, bis ich die kleine Eule, die Wahrzeigen von Dijon ist finde. Ein fast abgegriffenes Relief an einer Ecke der Kirche. Es muss mit der linken Hand berührt werden, um Glück zu bringen. Danach betrachte ich das Maison Millière (1483), ein stattliches Steinhaus ohne Fachwerk. Gleich daneben ist die Senfmanufaktur „La Moutarderie Edmond Fallot“. Ich darf hineinschauen und mir die grosse Senfpresse sowie die (sehr teuren) verschiedenen Senfe ansehen. Ein weiteres herrschaftliches Stadthaus ist L'Hotel de Vogüé mit seinem grossen Innenhof. Ueberall hat es mittelalterliche Fachwerkhäuser, so auch ein besonders schönes Exemplar an der Ecke Rue Verrerie und Rue Chaudronnerie. Noch einmal komme ich zur Place du Theatre und zur Place des Ducs, ein lauschiges, momentan aber durch Bauarbeiten nebenan gestörtes Plätzchen hinter dem Palais des Ducs et des Etats de Bourgogne. Ich komme wieder vorne beim Palais des Ducs et des Etats de Bourgogne heraus und erreiche das mittelalterliche Palais de Justice mit seinem enormen, steilen Giebel. In dieser Gegend sind die „Hotels Particuliers“, die Stadthäuser der reichen Bürger. Rund um die Place Jean Macé hat es wieder schöne Fachwerkhäuser. Weil ich die falsche Strasse hinunterlaufe, gelange ich zur „Maison rouge“, einem Steinhaus mit roten Fenstern. Die Place des Cordeliers finde ich trotzdem noch und laufe zum ehemaligen Bernhardinerinnenkloster „Couvet des Bernadines“ in der Rue Saint-Anne. Nun komme ich zur kleinen Place Emile Zola, wo die Stühle der Cafés rund um einen Springbrunnen stehen. Die Eglise Saint-Jean wird nicht mehr als Kirche benutzt, sie ist jetzt ein Theater. Ein sehr schönes Fachwerkhaus mit einer Konditorei im Erdgeschoss ist das Maison Catin de Richemont, gleich neben der Maison sans toit (wobei dieses einfach ein Flachdach hat). Gegenüber ist das leider sehr verlotterte Geburtshause von Jacques Benigne Bossuet, einem verehrten Bischof. Ich komme nun zur Cathedrale Saint-Bénigne, wo ich von einer freundlichen Deutsch-Rumänin ein Ticket für den Besuch der Krypta kaufe. Die Krypta ist sehr eindrücklich, mit vielen schönen Säulen. Ursprünglich war dies das Parterre der ersten Kirche aus dem 11. Jahrhundert, das jahrelang verschüttet war. Sogar das Grab von Saint-Bénigne wurde wieder hergestellt. Auf der modernen Place Darcy wird man von einem kleinen Triumphbogen erwartet. Schöne, hohe Stadthäuser aus dem 19. Jahrhundert stehen rund um den Platz. Gegenüber liegt der Jardin Darcy, ein Stadtpark zu Ehren des ehemaligen Stadtingenieurs Henry Darcy, der um 1840 die erste Wasserversorgung der Stadt gebaut hatte. Ein leuchtendes Weiss hat die reichverzierte Fassade der Poste Grangier. Ich gelange nun zur Rue Bannelier, unweit des Marktes, bereits gepackt mit Marktständen. Die Jugendstil-Markthalle „Les Halles“ ist noch voll in Betrieb, es gibt allerlei Spezereien zu kaufen. Die Place François Rude, benannt nach dem Bildhauer, ist wiederum von historischen Häusern gesäumt. In der Mitte steht ein uraltes Karussell. Eine weitere schöne Fassade sieht man beim Hotel Aubriot (13. Jhdt.) und daneben der Maison Maillard. Ich gelange nun wieder zur Eglise Notre-Dame. Hier mache ich einen Abstecher, den Rundweg Rousseau. Die Rue Jean-Jacques Rousseau hinauflaufend gelange ich zum Tour Saint-Nicolas, dem einsamen Ueberbleibsel der St. Niklauskirche. An der Ecke Rue Jean-Jacques Rousseau/Rue Dietsch steht ein weiteres schönes Fachwerkhaus. Ich besuche noch den modernen Place de la République, in dessen Mitte ein Springbrunnen mit der Statue des Präsidenten Sadi Carnot steht. Ueberall sieht man elektrische Busse mit einer unsäglich hässlichen Carosserie. Ich laufe die Rue Vannerie mit ihren protzigen Stadthäusern herunter, besuche die Place Garibaldi mit einem riesigen Wandbild und einer Garibaldi-Büste und die Maison des Cariatides. Nun ist der Stadtrundgang zu Ende. Leider sind heute alle Museen geschlossen. So laufe ich noch einmal zur Place des Cordelliers und ins Quartier Saint-Anne, doch auch das Museum der Sakralkunst ist geschlossen. So habe ich genug Zeit, um den langen Weg bis zur Chartreuse de Champmol zu laufen. Vom ehemaligen Kartäuserkloster ist nur noch ein Torhäuschen übriggeblieben. Doch von der ehemaligen Kirche stehen noch der Treppenturm, eine Kapelle an der Stelle der ehemaligen Kirche, doch vollständig im Umbau, somit unzugänglich. Die Anlage ist heute eine psychiatrische Klinik. Im Innenhof steht der Brunnen „Le Puits de Moise“, wo auf einer Säule mitten im Brunnen die von Claus Sluter von 1395-1405 erschaffenen Statuen alttestamentarischer Figuren stehen: Moses, Jesaja, Daniel, Zacharias, Jeremias und David. Das Brunnenwasser gärt in unglaublichem Schmutz vor sich hin. Im kleinen Museum wird gerade eine Retrospektive von Pierre Merlier (1931-2017), abgehalten. Der Holzbildhauer hat witzige Menschengestalten geschaffen. Auf dem Rückweg komme ich durch den botanischen Garten „Jardin des Sciences de l'Arquebuse“. Eine Lautsprecherdurchsage aus einem Wagen einer Bewachungsfirma komplementiert mich aber aus dem Garten. Eigentlich wäre er öffentlich zugänglich. Offenbar wird er für Instandstellungsarbeiten geräumt. Noch einmal laufe ich zur Cathédrale Saint-Bénigne, die von der unterdessen hervorgekommenen Sonne angestrahlt wird. Dasselbe gilt für die Eglise Saint-Philibert. Noch einmal komme ich zur Place Darcy. Ich laufe die Rue de la Liberte hinunter und finde noch einmal eine Zeile von drei aneinandergebauten Fachwerkhäusern mit steilen Giebeln an der Ecke Rue de la Liberte/Rue des Godrans. Ueber die Place Francois Rude und der Place de la Liberation kehre ich zur Place du Theatre zurück, wo mein Töffli parkiert ist. Den Heimweg finde ich problemlos. Am Abend kaufe ich noch im riesigen, nahegelegenen Centre Commercial etwas zum Essen. Die Springerin ist in diesem riesigen Carrefour mit Inline-Skates unterwegs.