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Die christliche Theologie, insbesondere die systematische, hat größere Schwierigkeitendamit, sich dem Phänomen Trans*identität zu nähern. Das zeigt sich schon daran, dass zwar Debatten über lesbische, schwule und queere Menschen im Allgemeinen geführt werden, die deutschsprachige protestantische Theologie transidente Individuen jedoch vernachlässigt. In meinem Artikel erläutere ich die begrifflichen Schwierigkeiten, die zu dieser Vernachlässigung führen. Meine These ist, dass einerseits die Verbindung von Sexualität und Sünde einen Grund dafür darstellt. Andererseits haben diese Schwierigkeiten auch mit dem Phänomen selbst zu tun, das auch ein gendertheoretisch informiertes theologisches Sprechen in Schwierigkeiten bringt. In einem weiteren Teil erläutere ich grundlegende Prinzipien einer nicht diskriminierenden theologischen Ethik, die in der Lage sein soll, mit Trans*identität umzugehen. Die Begriffe Individualität und Liebe spielen dabei eine fundamentale Rolle. Zusammen mit einer analytischen Verwendung des Begriffs der Sünde können sie als Ressourcen der theologischen Tradition verstanden werden, die eine Verantwortungsethik theologischen wie säkularen Zuschnitts mit diesem Fokus bereichern.