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Nothilfe und Wiederaufbau nach Überschwemmungen
ARCHIV – BANGLADESCH:
Im September 2014 trat im Norden Bangladeschs der Fluss «Someswari» wegen sehr starker Regenfälle an verschiedenen Orten über die Ufer. Durch die immensen Überschwemmungen verloren viele Menschen ihr ganzes Hab und Gut. Mit Hilfe der Jugendhilfe Weltweit konnten die Salesianer Don Boscos Soforthilfe leisten und die Bevölkerung schnell mit dem Wichtigsten versorgen. Sie haben ihre Räume kurzfristig als Notunterkünfte bereitgestellt und Lebensmittel, Kleidung sowie Saatgut und Zuchtfische verteilt.
In einer zweiten Phase geht es nun darum, den Wiederaufbau von flutresistenten Häusern anzugehen. Insgesamt müssen 91 Häuser neu aufgebaut werden. Zudem benötigen 32 Häuser einen neuen soliden Boden.
Land/Ort: BANGLADESCH – Utrail
Projektnummer: INC 14-104
Projektziel: Der Wiederaufbau von 91 flutresistenten Häusern in den Dörfern Garaunda, Hariunda, Bhennakanda und Baroipara, die bei der Überschwemmung zerstört wurden.
Projektwirkung: Durch die flutresistente Bauweise der Häuser, kann der Schaden bei zukünftigen Überschwemmungen eingedämmt werden.
Mittelbedarf: 6300 Euro pro Haus und 700 Euro für die Instandsetzung eines Bodens (gesamt 91 Häuser/32 Böden)
Es war die schwerste Überschwemmung, die das Gebiet um Durgapur im Norden Bangladeschs je getroffen hat. Am Morgen des 23. September 2014 trat der Fluss Someswari an drei Stellen über die Ufer und überschwemmte die anliegenden Gebiete. Dabei wurden die Dörfer Garauna, Hariunda und Bhennakanda besonders hart getroffen. Die Wassermassen hinterliessen ein Bild der Verwüstung. Reisfelder wurden mit Sand und Schlamm bedeckt, Häuser wurden zum Teil vollständig zerstört und viele Menschen verloren ihr ganzes Hab und Gut. Anders als bei bisherigen Überschwemmungen kam dieses Mal noch eine starke Strömung hinzu, die alles mit sich riss, was nicht niet- und nagelfest war. Dies wurde auch lokalen Fischzüchtern zum Verhängnis, die in kleinen Teichen Fische züchten. Ihnen wurde der ganze Fischbestand – und somit ihre Lebensgrundlage – weggeschwemmt.
Nothilfe der Salesianer Don Boscos
Angesichts der grossen Not und Verzweiflung der Bevölkerung sind die Salesianer Don Boscos sofort aktiv geworden. Sie haben ihre Räume zu Notunterkünften umfunktioniert und konnten dank Spenden von Partnern und Privatpersonen für den ersten Bedarf an Nahrungsmitteln, Kleidern aufkommen. So konnten bereits Reis, Hülsenfrüchte und Koch-Öl abgegeben werden. Um die Nahrungsmittelsicherheit langfristig zu gewährleisten, musste jedoch mehr gemacht werden. Weil viele Bauern und Fischzüchter ihren gesamten Besitz verloren haben, musste ihnen beim Aufbau einer neuen Existenz geholfen werden. So verteilten die Salesianer neues Saatgut an Bauern und Jungfische an Fischzüchter.
In den von der Überschwemmung betroffenen Dörfern sind insgesamt 91 Häuser eingestürzt. Die Familien haben ihre Unterkünfte so gut es geht mit Bambus repariert, jedoch fehlt das Geld für eine angemessene Reparatur. So leben viele von ihnen immer noch unter halb eingestürzten Dächern. Weil es in Bangladesch auch kein Versicherungssystem gibt, bleibt den von der Überschwemmung betroffenen Menschen oft nur bittere Armut. Denn neben ihren Häusern, hat die Flut mit der Zerstörung der Reisfelder und dem Wegschwemmen der Zuchtfische auch ihre Lebensgrundlage vernichtet.
Wiederaufbau der Häuser
Die 91 eingestürzten Häuser sollen in flutsicherer Bauweise wiederaufgebaut werden. So wird der Boden einen Meter über der Geländeoberfläche aus Walzbeton gebaut. Die Wände werden mit Backsteinen und Zement gemauert und das Dach, bestehend aus Wellblech, sitzt auf einem Stahlkonstrukt, um gegen Stürme resistent zu sein. Damit Nahrungsmittel vor zukünftigen Fluten geschützt sind, besitzen die geplanten Häuser Betonregale, die in 2,5 Metern Höhe angebracht sind. Darin können neben Nahrungsmitteln auch Kleider, Bettwäsche und andere leicht verderbliche Waren gelagert werden.
Neben 91 Häusern, die komplett neu gebaut werden müssen, gibt es noch 32 Häuser, bei denen nur die Böden erneuert und angehoben werden müssen. Die Wände und Dächer dieser Häuser sind bereits sturmsicher gebaut und müssen deshalb nicht erneuert werden.
Miteinbezug der Einwohner und Zeitplan
Für die Koordination des Wiederaufbaus und zur gerechten Verteilung der Hilfe wurden in den Dörfern Komitees gegründet. Die Bauarbeiten werden von qualifizierten und bezahlten Handwerkern geleitet. Die Einwohner helfen jedoch bei den Arbeiten mit, welche keine fachspezifischen Kenntnisse benötigen und leisten so ihren Beitrag.
Da keine richtigen Strassen zu den Dörfern führen, können die Materialien nicht einfach mit einem Lastwagen dahin transportiert werden, sondern müssen mit Traktoren und kleinen Wagen über die Reisfelder zu den Baustellen gebracht werden. Dies kann nur gemacht werden, wenn die Reisfelder trocken sind, was ab ca. Mitte November der Fall ist. Danach muss wegen der neuen Aussaat mit dem Transport der Materialien wiederum vier Monate abgewartet werden.
Das Projekt konnte mit Ihrer Unterstützung erfolgreich abgeschlossen werden. Vielen Dank! Bei Interesse können Sie mit uns in Kontakt treten und Fragen zum Verlauf des Projekts oder zum Abschlussbericht stellen.
Die Don Bosco Jugendhilfe Weltweit unterstützt aktuell andere Projekte in Bangladesch sowie mit dem Schwerpunkt Nothilfe. Helfen auch Sie mit einer Spende, damit das Leben junger Menschen gelingt. Herzlichen Dank für Ihre Grosszügigkeit!