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Ist die Werbung noch zu retten?
»Menschen lesen keine Anzeigen. Sie lesen, was sie interessiert. Und manchmal ist es eine Anzeige.« Howard Luck Gossage
Ob Social Media, Content Marketing oder Amplification: Vor 50 Jahren nahm Howard Luck Gossage nahezu alles vorweg, was heute Kommunikationsexperten bewegt. Wie visionär Gossage war, konnte man im deutschsprachigen Raum zuerst erfahren. Denn 1967 erschien »Ist die Werbung noch zu retten?« Das Buch präsentierte die intelligentesten Essays und kreativsten Kampagnen des Amerikaners. Etwa jene für die Tankstellenkette Fina, die Gossage mit rosa Luft bewarb (kein Scherz). Oder jene für die australische Airline Qantas, bei der er ein Känguru verloste (auch kein Scherz).
Jahrelang inspirierte »Ist die Werbung noch zu retten?« die besten Werber in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Danach war das Buch heillos vergriffen. Doch nun - gerade rechtzeitig zum 100. Geburtstag von Gossage - können Sie es endlich wieder lesen. Und damit verhindern, dass das Werbegenie 50 Jahre später immer noch recht hat: »Die meiste Werbung löst so viel aus wie der Rülpser eines Schmetterlings«, schrieb Gossage. Vor allem aber: »Einen Werber Verantwortung zu lehren, ist wie einem Achtjährigen zu erklären, dass Sex mehr Spass macht als ein Schoko-Eis.«
Howard Luck Gossage
Howard Luck Gossage (geb. 1917) war Kampfpilot im Zweiten Weltkrieg und begann seine Werberkarriere im jugendlichen Alter von 36 Jahren. 1957 gründete er in San Francisco seine eigene Agentur.
Gossage war - für einen Werber doch eher unüblich - mit diversen Geistesgrössen seiner Zeit befreundet und machte den Medienphilosophen Marshall McLuhan bekannt (»The medium is the message«). Viel zu früh starb der »Sokrates von San Francisco« 1969 an Leukämie.