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Dies ist für all die Frauen, die schon zu mir sagten: «Okay, ich hab's jetzt mit Männern probiert. Bringt's nicht. Eigentlich möchte ich lieber lesbisch werden.» Die Frage: «Und? Spürst du das auch woanders als bloss im Kopf?», beantworteten sie allerdings zuverlässig mit: «Nein.» Liebe kopflastige Möchtegern-Lesben, dann probiert's doch mal mit Beatrice Eli. Sie könnte eventuell helfen. Weil ihre Musik auch in andere Körperregionen fährt.
Beatrice Eli kommt aus Schweden, ist vor wenigen Tagen 28 geworden, sieht aus wie eine Kreuzung aus der berühmtesten Schwedin unserer Tage, nämlich Lisbeth Salander (das Girl mit dem Dragon Tattoo), und der frühen Madonna. Letztere ist auch ihr Idol, und deshalb heisst ihr erstes Album gleich wie Madonnas Bond-Song «Die Another Day». Und bis sie also stirbt, an einem andern Tag, ganz weit weg, singt Beatrice Eli Pop mit explizit lesbischem Inhalt.
Das ist jetzt kein subkutaner Elite-Frickler-Pop, sondern die gutgelaunte Subversion via Party-Pop, Elektro-Pop, Mainstream-Pop mit einem druckvollen Punk-Einschlag. Das hört man einmal und dann, im inneren Ohr, immer wieder. 12 Nummern lang auf «Die Another Day» und zum 13. Mal mit «Conqueror» ihrer grossartigen Single von 2012, wo sie zeigt, dass ihre Stimme auch die nachtschattigen Balladen bewältigt.
Wer Beatrice Eli besonders ärgern will, sagt, ihre Coming-Out-Hymne «Girls» sei die Hipster-Variante von Katy Perrys «I Kissed a Girl». «Hau mir bloss ab mit ‹I Kissed a Girl›!», sagt sie gerne, und dass dies zwar ein guter Popsong sei, aber inhaltlich total doof, weil darin doch bloss eine halb verklemmte Tusse zuhause ihrem Freund erzählen würde, dass sie an einer Party betrunken einmal ein Mädchen geküsst habe.
Beatrice Eli dagegen denkt immer und überall an nichts anderes als an ihre «Girls», hat Sexfantasien («my head between her legs») und feiert – launig masturbierend – eine «party in my pants», vom Morgen bis am Abend. Und würde Beatrice Eli die gleiche Sprache sprechen wie Beatrice Egli, so würde sie gewiss Florian Asts «Sex» adaptieren. Die Dutzenden von Frauennamen, die in «Sex» vorkommen, müssten für sie ein Festessen sein.