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Seit einigen Jahren wird Cloud Computing als der neue Mega-trend gepriesen. Doch unter dem Überbegriff Cloud Computing verstehen viele die unterschiedlichsten Dinge, dennoch sollte man von einigen grundsätzlichen Gemeinsamkeiten aller Could-Computing-Produkte und -Angebote ausgehen. Cloud Computing umschreibt die Möglichkeit, verschiedene IT-Komponenten nach Bedarf zur Verfügung zu stellen. Dies kann Rechenleistung, Memory, Speicherplatz, Netzwerk und Security-Funktionalität oder auch Software sein. Diese Komponenten werden abstrahiert oder besser bekannt virtualisiert.
Der Ansatz des Cloud Computing besteht darin, dass diese IT-Komponenten nicht mehr in einem eigenen Rechenzentrum einer bestimmten Firma installiert, konfiguriert, betrieben und verwaltet werden müssen, sondern dynamisch und nach Aufwand und Bedarf angefordert und genutzt werden können.
Could Computing wird meistens in die drei generelle Service-Modelle Infrastructure as a Service (IaaS) Plattform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS) unterteilt. Eine Studie von IDC zeigt, dass bei allen drei Service-Modellen des Cloud Computing ein starkes Wachstum besteht, und sich gemäss Vorhersage auch keine Abflachung oder Trendwende abzeichnet. Für IaaS ist das schnellste Wachstum prognostiziert, weil die Nachfrage nach Server und Storage steigt, da auch viele Firmen ihre Investitionen zugunsten von Cloud-Angeboten reduzieren wollen.
Eine Studie der Enterprise Strategy Group (ESG) zeigt zudem auf, dass im Jahr 2012 bereits 30 Prozent der Unternehmen in der einen oder anderen Form IaaS nutzten, verglichen mit 19 Prozent im Jahr 2011. Die Studie fand auch heraus, dass weitere 55 Prozent eine Nutzung von IaaS in Betracht ziehen oder bereits konkrete Pläne haben, verglichen mit 44 Prozent im Jahr 2011.
Das Modell IaaS bietet eine abstrahierte und meist virtualisierte Nutzung von Hardware-Ressourcen wie Server, Storage, Netwerk und Backup. Basierend auf einer IaaS-Umgebung bauen sich Endkunden ihre eigenen Data Center mit Compute-, Storage- und Netzwerk-Leistungen. Für die Wahl, die Installation und den Betrieb der darauf laufenden Betriebssysteme und das Funktionieren und Zusammenspiel der darauf basierenden Software-Lösungen muss der Kunde selber besorgt sein. Die Abgrenzung der Verantwortung verläuft also meistens zwischen der Virtualisierung und dem Betriebssystem, wobei dieses bei einigen IaaS-Angeboten als Template mitgeliefert wird.
Es gibt viele verschiedene öffentliche Angebote für IaaS. Weltweit wahrscheinlich einer der bekanntesten Anbieter ist Amazon mit seinen Angeboten Elastic Cloud Computing (EC2) für Rechenleistung oder Simple Storage Service (S3) für Objekt-basierenden Storage. In der Schweiz bietet beispielsweise Swisscom mit Angeboten wie Dynamic Computing oder Dynamic Storage entsprechende IaaS-Lösungen an.
Bei diesen Angeboten erhält der Kunde die Möglichkeit, virtuelle Hosts, SAN, NAS oder Object Storage – meist über ein Self-Service-Webinterface – zu beantragen und innerhalb von wenigen Minuten zur Verfügung gestellt zu bekommen. Dabei können über ein paar Parameter die entsprechenden Konfigurationsbedürfnisse wie Anzahl virtuelle CPUs, Memory und Storage-Mengen und -Klassen angegeben werden. Je nach Service können auch der Standort, die Security-Bedürfnisse oder Zugriffsprotokolle auf den Storage-Service eingestellt werden.
Je nach Angebot ist zudem wählbar, ob und welches Betriebssystem gleich in einer Basiskonfiguration installiert werden soll. Die OS sind dabei aus einem vordefinierten Service-Katalog abrufbar.
Um Server-Instanzen persistent zu halten – also auch nach Beenden der angefragten Compute- und Memory Leistung zur Verfügung zu haben – ist es ausserdem zwingend nötig, immer eine entsprechende Storage-Kapazität mit zu konfigurieren, die dann zur Speicherung der Instanz genutzt wird.