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Bei der Epilepsie handelt es sich um die häufigste chronische Krankheit des zentralen Nervensystems.
Etwa 5% der Bevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens an Krampfanfällen meistens nur vorübergehend. Eine aktive Epilepsie entwickeln hingegen etwa 0.6% in Europa (Weltgesundheitsorganisation). Das Risiko für eine Epilepsie ist in den ersten Lebensjahren und dann erst wieder ab dem 60. Lebensjahr erhöht. Epilepsie ist keine Erbkrankheit, es wird lediglich eine erhöhte Bereitschaft zu Anfällen vererbt (etwa bei 10% der Menschen).
Die typischen Merkmale der Epilepsie sind die immer wiederkehrenden Anfälle in Form von Krämpfen oder unwillkürlichen Bewegungsabläufen sowie Bewusstseinsstörungen. Nicht jedes Wegtreten oder alle unkontrollierten Muskelzuckungen entsprechen einem epileptischen Anfall.
Bei der Entstehung von epileptischen Krampfanfällen kann es sich um krankhafte Entladungen von Nervenzellgruppen oder um eine fehlende Begrenzung der gesteigerten Erregbarkeit von Nervenzellen handeln.
Die Beschwerden äussern sich je nach Form (ob fokal oder generalisiert) verschieden:
Die generalisierten Anfälle werden in verschiedene Formen eingeteilt:
Wie oben beschrieben ist bei den generalisierten Anfällen das ganze Gehirn beteiligt.
Das ist die häufigste Art der generalisierten Anfälle; sie kann jederzeit und überall auftreten.
Nach 10 bis 30 Sekunden setzt die klonische Phase (Dauer ca. 1-2 Min.) ein:
Nach dem Anfall (postiktal ) tauchen die Patienten aus der Bewusstlosigkeit auf, sind orientierungslos und sollten in keinem Fall alleingelassen werden.
Kleinkinder erbrechen oft. Patienten klagen häufig über Kopfschmerzen und/oder schweren Muskelkater.
Der Anfall dauert ca. 2 Minuten, die postikale Phase ca. eine halbe Stunde.
Beim Status epilepticus treten die epileptischen Anfälle in so kurzen Abständen auf, dass sich der Betroffene zwischendurch nicht mehr erholen kann. Ca. 10% der Epilepsie-Kranken erleben irgendwann einen Status epilepticus. Ein Status epilepticus kann in jedem Alter vorkommen; bei manchen Epilepsieformen tritt er häufiger auf als bei andern.
Zur Diagnose einer Epilepsie werden verschiedene Untersuchungen und Abklärungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem:
Die medikamentöse Behandlung soll zur Anfallsverminderung und bestenfalls zur Anfallsfreiheit führen.
Die Wahl der Medikamente (Antileptika) richtet sich nach der Art der Epilepsie und den Begleiterkrankungen der Patienten. Der therapeutische Erfolg zeigt sich in der Anfallsfrequenz. Dafür sind bei einigen Medikamenten regelmässige Blutspiegelkontrollen notwendig.
Je nach Epilepsie und fehlendem Ansprechen auf die Therapie kann ein chirurgischer Eingriff in Betracht gezogen werden (Epilepsiechirurgie).
Unter medikamentöser Behandlung werden viele Betroffene anfallsfrei und können ein normales Leben führen.
Grand-Mal-Anfälle kann das Gehirn lange Zeit kompensieren. Später kann es zu folgenden Defiziten kommen:
Auch Frauen, welche unter Epilepsie leiden, können Kinder bekommen. Jedoch müssen beide Partner den Kinderwunsch mit dem behandelnden Arzt besprechen und die medikamentöse Behandlung muss in die Planung einbezogen werden.
Die medikamentöse Behandlung muss strikt befolgt werden. Ausserdem sollten anfallsauslösende Faktoren vermieden werden z.B: eine Unterzuckerung, extreme Reizung der Seh- und Gehörsinne, psychische und physische Stresssituationen, Alkohol, Drogen, Medikamente, Schlafentzug (zu wenig Schlaf) etc.
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