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Wie viel von den 1,25 Mrd. Dollar des Bankenvergleichs sollen für Anwaltshonorare aufgewendet werden? Der zuständige Richter Edward Korman versuchte am Freitag (05.01.) mit einem Hearing in New York diese Frage zu klären; ein Entscheid fiel noch nicht.
Die Anhörung vor dem zuständigen Bundesbezirks-Gericht im Stadtteil Brooklyn dauerte rund zwei Stunden. Sie fand nach Angaben von Teilnehmern in einer entspannten Atmosphäre statt. Wann Richter Korman einen Entscheid fällen wird, blieb offen.
Zu der Anhörung waren rund ein Dutzend Anwälte, Vertreter des Jüdischen Weltkongresses und von Opferorganisationen erschienen. Anwesend waren unter anderem die Opferanwälte Burt Neuborne, Robert Swift und Ed Fagan. Nicht anwesend war Fagans wohl bekanntester Mandant, der Schweizer Ex-Wachmann Christoph Meili.
Risiko belohnen
Die Anwälte und Korman suchten nach einem gangbaren Mechanismus, die Honorare aufzuteilen. Bei Sammmel-Klagen gingen Anwälte in der Regel ein Risiko ein, sagte Korman. Sie würden nur bezahlt, wenn sie gewinnen. «Dieses Risiko muss belohnt werden», sagte Korman weiter. Er bezeichnete es aber als schwierig, festzusetzen, wieviel jeder Anwalt zur Lösung beigetragen habe.
Als mögliche Form schlug Fagan Einzelgespräche vor, in denen jeder Anwalt seinen Beitrag darlegen würde. Die anwesenden Anwälte stimmten dem zu. Offen blieb, ob Korman jeden Anwalt einzeln oder im Beisein von Kläger-Hauptanwalt Burt Neuborne befragen soll.
Erste Reaktionen
Mit den Worten «ein guter erster Schritt, einen öffentlichen Kampf zwischen Anwälten um die Honorare zu verhindern», beschrieb Fagan die Anhörung. «Wir werden auf diese Geldverteilung sicher mit Stolz zurück blicken», sagte Neuborne. «Kein Anwalt wird einen Penny bekommen, den er nicht verdient hat.»
Langer Streit
Seit Abschluss des Banken-Vergleichs im August 1998 streiten Anwälte, Sammelkläger und der Jüdische Weltkongress (WJC) um die Höhe der Anwalts-Honorare. Die Honorare für die Bearbeitung der Sammelklagen werden aus der Vergleichssumme von 1,25 Mrd. Dollar gespiesen. Der für den Vergleich zuständige Richter Korman muss über die Höhe der Entschädigung entscheiden.
WJC-Exekutivdirektor Elan Steinberg schätzte letzten November die Anwalts-Forderungen gesamthaft auf über 25 Mio. Dollar, rund 2 Prozent der Vergleichssumme, was völlig überrissen sei. Burt Neuborne nahm demgegenüber an, dass die Forderungen insgesamt nicht einmal 1 Prozent der 1,25 Mrd. Dollar ausmachen. Nach Angaben von Fagan haben sich die Beteiligten mit dem Gericht auf eine Obergrenze von 1,8 Prozent der Vergleichssumme, oder 22,5 Mio. Dollar, geeinigt. «Wir Anwälte haben freiwillig diesem Ansatz zugestimmt. Es ist eine der tiefsten Summen in der Geschichte.»
12 Mio. Dollar Honorar
Zehn Anwälte, darunter Fagan und Swift, hatten im November 1999 beim Gericht 12 Mio. Dollar Honorar gefordert - für insgesamt 22'665 Stunden Arbeit. Mehrere Anwaltskanzleien verzichteten auf ein Honorar, andere wollen Spesen-Entschädigungen. Mel Weiss beantragte Gebühren in Millionenhöhe, die er für gemeinnützige Zwecke spenden will.
«Ohne diese Anwälte wäre nie etwas passiert», hatte Rabbi Morris Shmidenman vom World Council of Orthodoxy vor Beginn der Anhörung erklärt. Es sei unfair, die Anwälte überrissener Forderungen zu bezichtigen. «Ihnen steht eine angemessene Entschädigung zu.»
swissinfo und Agenturen