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Es wird angenommen, dass neu gelernte Gedächtnisinhalte im Schlaf spontan reaktiviert werden und dadurch zu einer Stärkung dieser Gedächtnisinhalte führt. Im Tiermodell konnten die Reaktivierung von Gedächtnisspuren im Schlaf bereits erfasst werden. Im Menschen konnte bisher die Relevanz von Reaktivierungsprozesse nur indirekt über sogenannte cueing-Studien gezeigt werden. Hier werden zuvor gelernter Inhalte im Schlaf präsentiert um Reaktivierungen auszulösen und die Gedächtnisleistung zu verbessern. Trotz dieser ersten, indirekten Befunde fehlen jedoch unmittelbare Beweise für die spontane Reaktivierung von Gedächtnisinhalte im Menschen.
Das Ziel dieses Projekts ist es durch die Kombination multivariater Techniken, die es erlauben zu erfassen wie Informationen im Gehirn repräsentiert und verarbeitet werden, und dem cueing von Gedächtnisinhalten im Schlaf spontane Reaktivierungen im Menschen zu erfassen. Das Cueing wird verwendet werden um die Reaktivierung von Gedächtnisspuren mit Hilfe von elektroenzephalographischen Aufnahmen und multivariaten Methoden zu bestimmen. Daraufhin soll dieser neuronale ‚Fingerabdruck’ verwendet werden um spontane Reaktivierungsprozesse im Schlaf zu entdecken.
Die Resultate dieses Projekts sollen unseren Wissensstand über die Mechanismen von Gedächtnisprozessen im Schlaf stark verbessern. Aus anwendungsbezogener Perspektive (schulisches, klinisches Umfeld) ist ein besseres Verständnis der schlafbezogenen Gedächtnis-mechanismen von besonderer Bedeutung.