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Unter gewissen Voraussetzungen können Opfer von der Entschädigungsstelle des Kantons, in welchem die Straftat verübt wurde, eine Entschädigung und/oder Genugtuung beanspruchen.
Diese finanziellen Leistungen werden nur erbracht, wenn kein anderer Kostenträger (z. B. TäterIn, Haftpflichversicherungen oder Sozialversicherungen) dafür aufkommt.
Eine Entschädigung kann für den durch die Straftat erlittenen Schaden beansprucht werden. Wenn das Opfer sofortige finanzielle Hilfe benötigt und die Folgen der Straftat kurzfristig nicht mit hinreichender Sicherheit festzustellen sind, ist auch ein Entschädigungsvorschuss möglich. Ob eine Entschädigung ausgerichtet wir, hängt von den finanziellen Verhältnissen des Opfers ab. Entschädigungen werden nur an Personen ausgerichtet, deren anrechenbares Einkommen und Vermögen unter einer bestimmten Grenze liegt.
Genugtuungen (Schmerzensgeld) werden ausgerichtet, wenn das Opfer von der Tat schwer betroffen ist und wenn es die besonderen Umstände rechtfertigen. Das Einkommen und Vermögen spielen für die Genugtuung keine Rolle.
Es besteht eine Einreichungsfrist von 5 Jahren: Ein Gesuch zur Entschädigung oder Genugtuung muss spätestens 5 Jahre nach der Straftat bei der Entschädigungsbehörde des Kantons, in welchem die Straftat verübt wurde eingereicht werden. Andernfalls verfällt dieses Recht. Neu gelten zu Gunsten des Opfers Sonderregelungen bei schweren Straftaten, wenn Kinder unter 16 Jahre Opfer wurden und bei Durchführung eines Strafverfahrens.