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Jiu-Jitsu soll die Möglichkeit bieten, sich selber auf jegliche Arten von Angriffen zu verteidigen. Dabei soll es keine Rolle spielen, ob dieser Angreifer bewaffnet ist oder nicht. Es soll nicht nur die Stärkung des Körpers im Vordergrund stehen, das Training soll die Möglichkeit bieten, durch Stärkung des Selbstbewusstseins und Charakters einen Konflikt auch friedlich zu lösen.
Der Ursprung der Selbstverteidung geht sehr weit zurück, welchen ich hier nicht komplett ausleuchten möchte. Ich beginne im 8. Jahrhundert. Zu dieser Zeit trugen die Krieger schwere Rüstungen, der eigentliche waffenlose Kampf wurde hauptsächlich durch Haltegriffe umgesetzt. Um den Gegner ausschalten zu können, wurden die bestehenden Techniken durch Tritt- und Schlagtechniken ergänzt, welche auf die Stellen abzielten, welche nicht durch die Rüstung bedeckt wurden. Diese zusätzlichen Elemente, welche durch die chinesischen Kampfkünste geprägt waren, ergaben den Namen "Kumi uchi". In der Literatur wird dieses System als erstes Jiu- Jitsu- System bezeichnet.
Das Studium der Techniken der verschiedenen Ju-Jitsu-Stile (vor allem der Wurftechniken der Kito-Ryu) brachte Kanō Jigorō auf die Idee, ein eigenes Jiu-Jitsu-System zu schaffen. Dieses System bestand neben dem Nage Waza aus Bodentechniken, sowie Schlag-, Tritt- und Stosstechniken. Kanō selektierte dabei alle Techniken aus, welche dem von ihm gefundenen obersten Prinzip „möglichst wirksamer Gebrauch von geistiger und körperlicher Energie“ widersprachen. Dass er dabei aber alle „bösen“ Techniken entfernt hätte, die geeignet sind, einen Menschen ernsthaft zu verletzen oder zu töten, ist ein weitverbreiteter Irrtum. Spätestens beim Studium der Katas wie Kimeno-Kata oder der Kodokan Goshin-Jitsu tritt dieser Irrtum offen zutage.
1884 war der Entwicklungsprozess des von Kanō gelehrten Kampfstils so weit fortgeschritten, dass Kanō damit begann, die Prinzipien des neuen Kampfsystems in der Satzung des Kōdōkan-Dōjōs festzuhalten. Kanō Jigorō deklarierte mit den folgenden Worten sein neues Kampfsystem und begründete damit Judo.
„Durch das Vereinen all der Vorteile, die ich verschiedenen Schulen des Jiu-Jitsu entnommen habe, und durch das Hinzufügen meiner eigenen Techniken habe ich ein neues System der Körperertüchtigung, des mentalen Trainings und des Wettkampfs gefunden. Dieses System nenne ich Kōdōkan-Jūdō.“