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Die Berner Regionalfluggesellschaft KLM alps/Air Engiadina ist nach ihrer letztjährigen Sanierung zwar auf Kurs. Alle Turbulenzen sind aber noch nicht durchflogen. Um langfristig bestehen zu können, will die Fluggesellschaft markant wachsen.Dieser Inhalt wurde am 06. September 2000 - 14:08 publiziert
Drei Optionen: KLM als Wunschpartner
Zur Diskussion stehen drei Varianten. Erstens prüft die KLM alps/Air Engiadina die Anlehnung an eine Airline-Allianz mit finanzieller Minderheitsbeteiligung des Partners, wie Verwaltungsratspräsident Guy Emmenegger am Mittwoch (06.09.) in Bern sagte.
Wunschpartner sei die niederländische KLM, mit der die Regionalfluggesellschaft bereits seit 1998 kommerziell zusammenarbeitet. Gespräche mit der KLM seien im Gang, sagte Emmenegger. Die KLM, die mit der US-Fluggesellschaft Northwest kooperiert, will mit British Airways zur Nummer eins Europas fusionieren. Der Plan ist aber ins Stocken geraten.
Als zweite Variante erwägt die viertgrösste Schweizer Fluggesellschaft, Investoren zu suchen, um das Wachtum langfristig finanzieren zu können. Neue Zusagen lägen zwar bereits vor, könnten aber noch nicht präsentiert werden, sagte Emmenegger.
Eine letzte Option für die Zukunft der KLM alps/Air Engiadina sei die Übernahme der Kontrolle durch eine einzelne Gesellschaft.
In welche Richtung die KLM alps/Air Engiadina steuern will, soll bis Ende Jahr bekannt gegeben werden.
Verlust halbiert
Ziel der Fluggesellschaft sei es, die "kritische Grösse" von 500'000 Passagieren pro Jahr und zehn Flugzeugen zu erreichen, erklärte Emmenegger weiter. Im ersten Halbjahr 2000 transportierte die Regionalfluggesellschaft KLM alps / Air Engiadina mit ihren fünf Flugzeugen vom Typ Fairchild Dornier rund 73'000 Passagiere; ein Drittel mehr als in der Vorjahresperiode.
Der Gesamtumsatz von 18,2 Mio. Franken übertraf den Wert der ersten sechs Monate 1999 um 43 Prozent und die Budgetvorgaben um 2,4 Prozent. Ausserordentlich erfreulich mit einem Plus von 7 Prozent habe sich der Ertrag pro Passagier (Yield) entwickelt.
Das Ergebnis sei zwar deutlich verbessert worden, habe aber wie bei anderen Fluggesellschaften stark unter dem hohen Dollarkurs und den massiv gestiegenen Treibstoffpreisen gelitten, sagte Emmenegger weiter.
Für dieses Jahr rechnet KLM alps/Air Engiadina mit einem Verlust von 3 Mio. Franken nach einem negativen Ergebnis von 7,4 Mio. Franken im Vorjahr.
Neue Destinationen
Bereits mit der vorhandenen Flotte baut die schwergewichtig auf Geschäftskunden ausgerichtete Fluggesellschaft ihr Angebot aus. Mit Beginn des Winterflugplans am 29. Oktober werden ab Bern-Belp auch Brüssel und Stuttgart angeflogen.
Hinzu kommt am Wochenende ein Anschlussflug nach Genf, von wo neu auch Florenz und ebenfalls Stuttgart bedient werden. Im Visier hat die Gesellschaft auch Düsseldorf und Berlin, wobei es aber schwierig sei ein Fenster in den dichten An- und Abflugplänen zu bekommen.
Vonlanthen übernimmt Leitung
Die Weichen gestellt hat KLM alps/Air Engiadina bei der operativen Führung. Seit 1. September amtet der ehemalige Vizedirektor des Bundesamtes für Zivilluftfahrt, Léon Vonlanthen, als neuer Direktor.
Er hat die Aufgaben des bisherigen Geschäftsführers (CEO), Herbert Smole, und des operativen Leiters (COO), Markus Seiler, übernommen. Smole bleibt im Verwaltungsrat. Seiler war Ende Juni neu in das Aufsichtsgremium gewählt worden.
swissinfo und Agenturen
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