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“der rote Ziegelstein”,
das Markenzeichen und tägliche Handwerkszeug des deutschen Juristen...
Die Gesetzessammlung mit dem typischen roten Einband – genannt „Schönfelder“ – wurde von Dr. Heinrich Schönfelder im Jahre 1931 unter dem damaligen Begriff „Deutsche Reichsgesetze“ begründet und ist in Deutschland weit verbreitet.
Die ersten Auflagen des „Schönfelder“ erschienen als gebundene Bücher. Ab der 4. Auflage im Jahre 1935 erschien der „Schönfelder“ als Loseblattsammlung, da die Zahl der Gesetzesänderungen häufige Aktualisierungen nötig macht, die in Form von Nachlieferungen erscheinen.
Ab der 7. Auflage (1936) enthielt die Gesetzes-Sammlung unter der Nummer 1 das Parteiprogramm der NSDAP und in den Nummern 2 bis 19 das nationalsozialistische Verfassungsrecht. Die Ordnungsnummern 1 bis 19 waren also den Gesetzen der NS-Diktatur vorbehalten, Heinrich Schönfelder selbst war Mitglied der NSDAP. Daher wurde das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) vom 18. August 1896 im „Schönfelder“ erst als Nr. 20 gekennzeichnet.
Nach dem 2. Weltkrieg erhielt das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vom 23.Mai 1949 die Nummer 1.
Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) ist im „Schönfelder“ unverändert als Nr. 20 geführt.
Unter dem Titel „Deutsche Gesetze“ wird die Gesetzessammlung bis heute als Loseblatt-Sammlung weitergeführt und ist allgemein als „Schönfelder“ bekannt. Die 13. Auflage von 1943 wurde noch von Heinrich Schönfelder betreut. Seit der 14. Auflage von 1947 wird die Gesetzessammlung vom Verlag C.H. Beck fortgeführt.
Inhaltlich sind im „Schönfelder“ neben dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) die Zivilprozessordnung (ZPO), das Handelsgesetzbuch (HGB), das Strafgesetzbuch (StGB) sowie etwa 100 weitere Gesetze enthalten. Die Sammlung umfasst rund 4.000 Seiten und ist in folgende Abschnitte gegliedert:
Der Schönfelder ist eine reine Textsammlung, er enthält also keine inhaltsbezogenen Kommentare zu den einzelnen Vorschriften, sondern nur formelle Anmerkungen zu Gesetzesänderungen sowie vereinzelte systematische Verweise. Er ist daher kein Gesetzeskommentar. Seit 2002 gibt es einen Ergänzungsband mit einer Zahl weiterer, vor allem in der rechtsanwaltlichen Praxis benötigter Gesetzestexte. Nach der deutschen Wiedervereinigung erschien der „Schönfelder II“ mit Texten von Zivil-, Wirtschafts- und Justizgesetzen, die vor allem in Bezug auf die frühere DDR von Bedeutung sind.
Kanzlei für Deutsches Recht
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