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Zürich, den 25. September 1871
Ewr. Hochwohlgeboren,
geschätztes Schreiben vom 23. d. Mts. ist mir gestern zugekommen & ich beeile mich, nachdem ich mittlerweile zu einer kleinen Abwesenheit von Zürich genöthigt war, dasselbe in nachfolgender Weise zu beantworten.
Die vorbereitenden Schritte zu der Bildung der Gesellschaft für Ausführung der Gotthardbahn, beziehungsweise zu der Beschaffung des für den Bau dieser Bahn über die staatlichen Subventionen hinaus erforderlichen Kapitales sind zur Stunde sehr weit gediehen. Schon seit längerer Zeit sind uns von verschiedenen Finanzgruppen, ohne daß wir an dieselben gelangt wären, Anerbietungen für das ganze Baukapital von 102 Millionen Franken, dessen wir noch benöthigt sind, gemacht worden. Der «Ausschuß der Gotthardvereinigung» wird sich morgen versammeln, um zwischen diesen Anerbieten zu wählen & übermorgen wird die Spezialkommission des Schweizerischen Bundesrathes für die Angelegenheit der Gotthardbahn zusammentreten, um ihr Votum über die | von dem Ausschusse getroffene Wahl abzugeben.
Es ist aus Ihrem geschätzten Schreiben nicht mit Gewißheit ersichtlich, ob Ihre verehrliche Firma bei einem der an uns gelangten Anerbieten direct oder indirect betheiligt sei. Sollten Sie, wenn dieß nicht der Fall wäre, oder wenn Sie sich zuvor bei einem der Anerbieten betheiligt hätten, dasselbe aber nicht angenommen worden wäre, den Wunsch hegen, an der Finanzcombination, für welche sich die Gotthardvereinigung & der Schweizerische Bundesrath erklärt haben werden, indirect zu partizipiren, so wollen Sie sich hierüber mit gefälliger Beförderung gegen mich aussprechen. Ich werde dann eingedenk der freundlichen Gesinnung, welche Sie für unsere Gotthardunternehmung von jeher hegten, darauf hinzuwirken suchen, daß Ihrem Wunsche entsprochen werde, selbstverständlich übrigens ohne eine Gewähr dafür übernehmen zu können, daß mir dieß auch wirklich gelingen werde.
Genehmigen Sie die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung. 1
Herren Dörtenbach & Cie
Stuttgart.