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1 Hochverehrter Herr & Freund!
Besten Dank für Ihre beiden verehrlichen Schreiben vom 12. & 142 dieses Monates.
Die Ansicht des Hrn. Sch., daß die Aushingabe eines Theiles der Caution3 an die G.B.gesellschaft, um ihr bis zu erfolgter Reconstruction die Fortführung der Bauten zu ermöglichen, der Zustimmung der Bundesversammlung bedürfe, ist mir unverständlich. Alles, was auf die Caution Bezug hat, ist in dem internationalen Vertrage in die Hand des Bundesrathes gelegt.4 Dieser Vertrag ist durch die Bundesversammlung genehmigt worden. Ein anderer Anhaltspunct für eine Einmischung der Bundesversammlung in die Cautionsmaterie ist mir nicht bekannt. Hr. Sch., mit dem ich bei meiner letzten | Anwesenheit in Bern über die Sache sprach, äußerte damals keine solche Bedenken. Ohne Zweifel ist er mittlerweile von übelwollender Seite beeinflußt worden!
Daß Chenevière5 in Rom dafür gewirkt hat, daß die G.B.gesellschaft fallen gelassen werde, verwundert mich nicht. Sie erinnern sich gewiß, daß ich Ihnen wiederholt sagte, ich sei überzeugt davon, daß die Comanditäre von Favre in der Hoffnung, damit ein gutes Geschäft zu machen, auf den Ruin der Gesellschaft hinarbeiten.
Das in Aussicht genommene Arrangement mit Glarus kann darum auf die Unterhandlungen mit den anderen Betheiligten nicht ungünstig influiren, weil Glarus viel größere Leistungen als alle andern übernimmt & man also jedem sagen kann, wenn er sich zu den gleichen Verpflichtungen verstehe wie Glarus, so werde man ihn auch gleich halten.6
Ich hoffe um die Mitte der Woche für ein | Paar Stunden nach Bern kommen zu können. Ich sollte über eine ganze Reihe von Puncten mit Ihnen & Hrn. Anderwert conferiren. Darf ich Sie bitten, letztern schönstens von mir zu grüßen & ihm zu sagen, daß ich hoffe, ihm demnächst mündliche Mittheilungen über die Verhandlungen mit Glarus & über die Situation am rechten Zürichsee Ufer machen zu können.7
Herzlich
Ihr
Dr A Escher
Zürich
14 Mai 1877.