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Es scheint, dass einer der übrig gebliebenen Wachttürme zu Mammertshofen in der Gemeinde von Roggwil gehörte.
Reste von Gletschermaterial, von gewaltigen praktisch nicht bearbeiteten Blöcken - einige mit mehr als zwei Meter Länge bilden die Basis. Das Schloss, das auf einem wenig schrägen Abhang steht, wird im Osten und im Süden durch einen Graben geschützt. Es gibt keine Anhaltspunkte, wie tief oder breit dieser früher war. Die mit Zinnen verzierte Umfriedungsmauer, wird von einigen Schiessscharten durchbohrt, und von einer kleinen Türe. Sein Grundriss ist ein unregelmässiges Fünfeck. Die Türe zum Hof, die im Südostwinkel der Mauer liegt, wurde 1852 eingebaut, die Steinbrücke über den Graben in 1802. Diese Brücke hat sicher einen Steg aus Holz oder eine Zugbrücke ersetzt. Der megalithischer Wachtturm, den wir soeben erwähnt haben, steht im Nordwesten des Hofes; am Anfang stand er vermutlich isoliert. Jetzt wird er im Norden und im Westen durch enge Gebäude, die dicht zwischen der Mauer und dem Turm stehen, flankiert. Sein Grundriss ist quadratisch mit 13.5 Metern Seitenlänge. Die Mauern erreichen die gleiche Höhe, auch 13.5 Meter.
Im Gegenteil zu den Resten der Maurerarbeit wird das eckige Aussehen von Bruchsteinen, zum Teil vierkantig zugeschnitten, geprägt. Die Sandsteinstützen der Türen und der Fenster waren auch sorgfältig verarbeitet. Die Dicke der Mauern ist von unterst bis zu oberst 2.8 Meter. Das Erdgeschoss, das kein Tageslicht erhellt, ist durch eine abgerundete Tür erreichbar, die erst später in die Mauer eingebaut wurde. Der alte Eingang, ein erhöhtes Tor befand sich auf der Höhe des dritten Stockwerkes an der Nordseite; es wurde durch ein Stütze unterstützt, der gegen die Westmauer gesetzt wurde. Seine Stütze besteht aus sorgsam verarbeiteten Bruchsteinen aus Sandstein, mit vierkantig geschnittenen Bossenwerke. Zwei Treppen führen zum oberen Stockwerk, die eine von aussen, die andere zwischen der Dicke der Mauern. Dieses Stockwerk wurde ebenfalls mit hervorstehenden Latrinen ausgestattet. Das obere hervorragende Stockwerk aus Holz ist mit einem Walmdach bedeckt; es wird durch unregelmässigen Stützen getragen. Nach Rahn wurde der Turm anfangs des 16. Jahrhunderts errichtet. Die Zimmer im Inneren sind von spätem gotischem Stil.
Das Datum 1655 steht über einigen Türen. Es ist möglich, dass das derzeitige Haus des Landwirtes an der Nordseite der Mauer, Elemente eines alten Behausungskörpers verbirgt. Wie man an der Anordnung der Fenster erkennen kann, waren die Stockwerke früher anders eingeteilt. An der Seite des Hofes sieht man noch die alte Kapelle. Das Wohngebäude mit Giebel im Westen der Umfriedungsmauer datiert vermutlich aus dem 19. Jahrhundert.
Wegen der Maurerarbeit von gewaltigen erratischen Blöcken dachte man lange, dass er eines der ältesten Türme der Ostschweiz war. Jedoch muss die Frage des Alters von Mammertshofen erneut überprüft werden, da schriftliche Quellen über die verschiedenen politischen Ereignissen den Turm von Frauenfeld erwähnen, der nach einer ziemlich ähnlichen Technik gebaut wurde. Dieser sei gegen 1225-1230 errichtet worden. Was hier ganz besonders auffällt, ist es die Vorprofilierung der eckigen Kompositionen. Hinzu kommt auch die Struktur von zwei Fenstern in der Westmauer, das eine unter einem spitzen Sturz , das anderen mit einem gebogenen Sturz. Beide jedoch machen einen regelmässigen Eindruck von Bruchsteinen mit starkem Relief. Forschungsarbeiten, die auf archäologischen Entdeckungen basieren, die in Schlössern der Region von Zürich, sowie Schlössern mit Fenstern und mit ähnlichen eckigen Erscheinungen ausgestattet wurden, lassen den Schluss zu, dass diese Schlösse kaum vor 1230 gebaut worden sein konnten.
Das Schloss von Mammertshofen wurde von Ministeriellen der Sanktgallischen Abtei bewohnt. Da dieses Gebäude vermutlich auf einem abgerodeten Gelände errichtet worden ist, scheint klar zu sein, dass es ein früheres Schloss aus Holz ersetzt hat. Bis heute weiss man nicht, ob die Herrschaften von Mammertshofen sich in allodialen Territorien niedergelassen, und ob sie gleichzeitig ein Abteigebiet verwaltet haben. Um das 13. Jahrhundert, als ein Konflikt den Bischof von Konstanz und den Abt Berchtold von Sankt Gallen entzweite, wählten die Mammertshofen die Seite des Bischofs und nicht die ihres Lehensherren. Das veranlasste den Abt, mit einer Truppe den Angriff auf Mammertshofen zu starten. Er eroberte das Schloss und zwang dessen Eigentümer, von dann an, die Festung zur Verfügung der Abtei zu stellen. Es scheint, dass die Beziehungen zwischen dem Lehensherren und dem Vassalen fruchteten, denn aus Texten erfahren wir, dass Mammertshofen bald die Funktion als Abteimarschall lebenslänglich zugeteilt wurden, was sonst nur den treuesten Anhängern des Abtes anvertraut wurde. Der letzte männliche Vertreter Nachkomme starb 1362 und die Herrschaft gelangte an die Schenk von Castell, ein parallel laufender Zweig der Familie, dessen Erbsitz Unter-Castell in der Nähe von Tâgerwilen war.
Durch Erbe wurden einige andere Familien später Miteigentümer des Schlosses wie die von Bonstetten, von Hettlingen, von Ebersberg und von Rorschach. In 1400 gelang es an Burkart Schenk von Castell, der die Teile von jedem Miteigentümer zurück kaufte und so das Schloss seiner Familie zurück gewann. Während der Appenzeller Kriege kam er mehrmals mit den Sanktgallerischen Bürgern, die Verbündete der aufsässigen Bauern, in die Quere, was 1405 die Sanktgaller dazu brachte, die Festung in Angriff zu nehmen - sie benutzten grosse Geschütze, darunter eines der ersten Pulverkanonen der Stadt um seinen Eigentümer zu zwingen, es ihnen zurück zugeben. Während einiger Zeit gehörte das Schloss einem Sanktgallischen Bürger, dann gelangte es durch eine Hypothek an Schenk von Castell zurück und blieb dort bis 1645. Bereits in 1547 verzichtete der Abt Diethelm von Sankt Gallen auf alle Rechte, die ihm erlaubt hätten, die Hypothek zu tilgen, denn "das wenig bequeme Schloss war von keinem Nutzen für die Abtei". Nachdem Hans Hartmann Schenk und Marquard, Erzbischof von Eichstätt, ihren Sitz verkauft hatten, wurde das Schloss abwechselnd Eigentum der Schulthaiss von Konstanz, Mayr von Baldegg und Orlandi von Bevers entweder durch Kauf oder Erbe. Seit 1916 gehört es der Familie von Planta.
Bibliographie