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Füegs gebautes Werk ist schmal, die Zahl seiner Projekte gross, schreibt der Stadtwanderer.
Franz Füeg, das ist der mit den leuchtenden Wänden, sprich Piuskirche in Meggen. Ein Architekt reduziert auf einen einzigen Bau. Doch in seiner Monographie ist ein Lebenswerk zu entdecken.
Die Piuskirche in Meggen, die ist ein Architektenwallfahrtsort, alle sind wir einmal im Leben dort gewesen und haben die leuchtenden Wände bewundert. Der Architekt Franz Füeg (1921-2019) ist dieses Hauptwerk. Was weiss ich sonst von ihm? Wenig. Doch, dass er in Lausanne Professor war. Was noch?
Mir ist geholfen worden, denn Christoph Allenspach hat mit Füegs Hilfe und unter seiner Aufsicht das Lebenswerk zusammengetragen und in einem Buch gebündelt. Leider erlebte Füeg es nicht mehr, er starb mit 98 kurz vor dessen Erscheinen. Ich las das Buch wie Füegs Testament.
Füeg macht eine Zeichnerlehre, geht ans Technikum Burgdorf, lässt die Schule fahren, denn er will in die Praxis. Die findet er unter anderem in Holland, genauer im zerbombten Rotterdam. Wieder in der Schweiz arbeitet er bei verschiedenen Architekten und eröffnet 1953 mit 32 sein eigenes Büro in Solothurn. Er ist drei Jahre lang Chefredaktor der Zeitschrift «Bauen + Wohnen», wo er sein Beziehungsnetz ausbaut. 1962 gewinnt er den Wettbewerb für die Piuskirche, die ihn international bekannt macht. In Lausanne ist er von 1971 bis 1987 Entwurfsprofessor, wo in den Jahren nach 68 «sein Verhältnis zu den Studierenden schwierig» war. Er zügelt nach Zollikon und zieht sich 1999 aus dem Berufsleben zurück. Er betreibt «Forschung und Publikationen zur Numismatik des späten römischen Reiches und von Byzanz». Er kriegt Preise, wird Ehrenmitglied des BDA, doctor honoris causa der ETH und erhält den Price of the International Association of Professional Numismatist. Eine exemplarische Karriere oder eine Schweizergeschichte aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Integrales Denken nannte er seine Entwurfsmethode, er wandte sich gegen die technokratische Eindimensionalität, mit der die Systematiker und Rationalisierer die Architektur zu industrialisieren versuchten. Man müsse alle Bedürfnisse und Einflüsse ...
Ein bekannter Unbekannter
Franz Füeg, das ist der mit den leuchtenden Wänden, sprich Piuskirche in Meggen. Ein Architekt reduziert auf einen einzigen Bau. Doch in seiner Monographie ist ein Lebenswerk zu entdecken.