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Roustabouts, das sind Handlanger, Deckmatrosen, Zirkusarbeiter, harte, zähe Burschen, die immer unterwegs und sich für keinen Drecksjob zu schade sind. Kein geringerer als Elvis Presley hat diesen Beruf einst besungen. 1979 haben fünf wilde Rocker aus Long Island, New York, diese Berufsbezeichnung als Namen für ihre Band gewählt und mit Karacho losgelegt. Unter ihnen war in den ersten Jahren auch der Sänger und Schlagzeuger Gary Setzer, der Bruder des – später weltberühmten – Stray Cats-Gitarristen Brian Setzer.
Dann ging die Post ab
Es dauerte nicht lange, bis sich die wilde Truppe Gehör verschafft hatte. Bereits nach kurzer Zeit wurden sie von Danny Fields gemanagt, der – unter anderem – auch die legendären Underground-Bands «The Ramones», «The MC5» und «The Stooges» unter Vertrag hatte. Dann ging die Post ab: «The Roustabouts» spielten in allen angesagten Clubs und Hallen der US-Ostküste, ihre Konzerte waren hart, schweisstreibend, laut; echter, rauer, fadengerader amerikanischer Rock’n’Roll.
Sie wurden eine Stamm-Band in Manhattans stilprägendem Punk Rock-Club «CBGBs». Kurz darauf verliess Setzer die Band. An seiner Stelle übernahm «Mister» Neal Hooper das Gesangsmikrophon.
In Basel fädelte derweil der Atlantis-Wirt Eddie Cassini einen Deal mit der «Balair» ein. Ein Band-Austausch zwischen Basel und New York sollte in Gang kommen. Die Fluggesellschaft übernahm dabei die Reisespesen, das Atlantis sorgte dafür, dass die Bands aus dem «Big Apple» in der Schweiz auftreten konnten.
Sturm auf der Atlantis-Bühne
Die erste Band, die 1987 im Rahmen dieses Deals in die Schweiz kam, waren dann eben «The Roustabouts». Ihre Auftritte am Klosterberg eroberten das Basler Rock-Publikum vor dreissig Jahren im Sturm. Wie ein Tornado fegten sie zunächst über die –tis-Bühne und danach durch die Clubs der Schweiz.
Zwei Jahre später waren sie wieder in Basel – und tourten anschliessend durch Deutschland: Frankfurt, Hamburg, Berlin. Und genau zwei Tage vor dem Mauerfall rockten sie die DDR.
Dann fiel die Gang auseinander. Sänger Neal, Bassist Tommy «Boom Boom» Dee, Gitarrist «Loud» Lee Tobia, Drummer «Crazy» Louie Maiello und Gitarrist «The Notorious» Dale Powers gingen fortan getrennte Wege.
Dale Powers blieb in Basel, spielte in der Schweiz in diversen Bands, arbeitete mit grossem Engagement in Aufnahmestudios, zudem spezialisierte er sich auf das Instandsetzen alter US-amerikanischer Motorräder und Autos. Heute ist er ein echter Rock'n'Roll-Dinosaurier, einer mit Treibstoff im Blut, einer, wie es nur ganz wenige gibt.
«The Professor»
In den letzten Jahren tourte er fleissig – unter dem Künstlernamen «The Professor» – durch Europa. Mit seiner grossartigen «Dirty Rhythm & Blues Show», einer virtuosen Einmann-Bombe, die jedes Haus zum Einstürzen bringt, mit explosiver Musik und jeder Menge subversivem Humor. Dieses Projekt hat auch am Rheinknie eine treue Fan-Gemeinschaft.
Wieder vereint!
Und nun hat Dale Powers es geschafft. Nach unzähligen Telefonen und einer epischen Mail-Schlacht ist die Band wieder vereint, was durchaus ein kleines Wunder darstellt. Unter dem Namen «Roustabout Survivors» werden sie nochmals durch die Lande ziehen, in Originalbesetzung, und dreckigen, schweisstreibenden Rock'n'Roll zelebrieren, leider ohne Lee Tobia, der vor einigen Jahren das Zeitliche gesegnet hat.
Fast pünktlich zum 70. Geburtstag des Atlantis werden sie ihre kleine Tournee diesen Freitag (5. Mai) am Klosterberg eröffnen. Ein Pflichttermin für alle Rock’n’Roller, eine Affiche der Superlative! Am Tag darauf treten sie in der Bar King in Neuchatel auf, am 11. Mai im Slow Club in Freiburg (DE), am 13. in der Musigbar Grenchen.
barfi.ch kann da nur eine Empfehlung abgeben: Hingehen!!!
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