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Mit der Ratifikation des UNESCO-Übereinkommens zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes am 16. Oktober 2008 hat sich die Schweiz verpflichtet, ein Inventar des immateriellen Kulturerbes in der Schweiz zu erarbeiten, zu führen und periodisch zu aktualisieren.
Wie bei der ersten Inventarisierung im Jahr 2012 arbeiten Bund und Kantone auch bei den periodischen Aktualisierungen des nationalen Inventars zusammen. Der Bund koordiniert das Gesamtvorhaben mit fachlicher Unterstützung der Hochschule Luzern. Die Kantone machen Vorschläge für das Inventar. Dabei greifen die Kantone auch Vorschläge aus der Bevölkerung auf. Eine Steuergruppe diskutiert diese Vorschläge und gibt Empfehlungen zur Auswahl. Der Steuergruppe gehören an Vertreterinnen und Vertreter des Bundes, der Kantone, der Städte, der Schweizerischen UNESCO-Kommission, der Stiftung Pro Helvetia sowie wissenschaftliche Fachpersonen. Die definitive Auswahl wird abschliessend von den Kantonen genehmigt.
Eine erste Fassung des Inventars wurde 2012 unter dem Titel «Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz» publiziert. Sie strebt keine Vollständigkeit an. Die Liste ist in Form einer umfassenden Dokumentation des immateriellen Kulturerbes der Schweiz in Wort, Bild und Ton auf www.lebendige-traditionen.ch zugänglich. Sie umfasst 199 Traditionen (Stand 2022). Diese nationale Liste bildet die Grundlage und Voraussetzung für Nominierungen von lebendigen Traditionen für die UNESCO-Listen des immateriellen Kulturerbes.