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Volkstanz
Definition
Volkstänze, auch Folkloretänze genannt, umfassen traditionelle Tänze aus der Schweiz sowie aus ausländischen Kulturen. Traditionelle Schrittfolgen werden heute auch mit modernen Choreografien ergänzt.
Herkunft
Volkstänze wurden seit jeher in allen Kulturen zur jeweiligen Volksmusik des Landes oder der Region getanzt. Häufig erzählen Volkstänze eine Geschichte, dabei geht es um alltägliche Dinge, wie zum Beispiel die Arbeit verschiedener Handwerksberufe, um Brautschau oder Brautwerbung. Andere Tänze sind einfach nach der Art der Musik, der Melodie oder dem Takt benannt. Bekannte Volkstänze sind beispielsweise der Flamenco aus Spanien, der irisch-schottische Irish Dance, Line Dance aus Nordamerika und das in Europa seit kürzerer Zeit bekannte Capoeira aus Südamerika. Zu den alpenländischen Volkstänzen gehören die Polka, die Mazurka und der Ländler, der auch in der Schweiz häufig getanzt wird. Mit der Verdrängung der originalen Volksmusik durch Popmusik und der Kommerzialisierung von Volksfesten werden traditionelle Volkstänze immer weniger ausgeübt. Sie werden oft nur noch in regionalen Gruppen oder bei speziellen Tanzveranstaltungen sowie für Touristen oder bei Brauchtumsveranstaltungen getanzt.
Heute wird Volkstanz auch in Kursen für meist ältere Personen angeboten, die Freude an der Bewegung und am gesellschaftlichen Gruppenerlebnis haben.
Grundlagen
Der Volkstanz ist eine einfach zu erlernende Tanzform, der meistens als Paar- oder Gruppentanz ausgeübt wird. Die traditionelle Musik und das Gruppenerlebnis fördern den Spass an der Bewegung. Auf eine heitere und unkomplizierte Art trainiert man beim Tanzen Beweglichkeit und Ausdauer. Durch verschiedene Tanzfiguren, Schrittkombinationen und Tanzfolgen werden auch das Gleichgewicht, die Koordination und das Gedächtnis geschult sowie die Konzentration gefördert.
Verwendete Technik
Im Gegensatz zu den Standardtänzen sind die Bewegungsabläufe bei Volkstänzen nicht ganz so strikt festgelegt. Volkstänze bestehen meistens aus verschiedenen Tanzfiguren, Schritten und Tanzfolgen, die grösstenteils relativ einfach, mitunter aber auch etwas komplexer sind. Beim Volkstanz sind folgende häufige Tanzformen zu unterscheiden:
- Paartanz: Der Paartanz wird zu zweit als Paar getanzt und beinhaltet häufig Armfiguren.
- Kreistanz: Beim Kreistanz, auch Rundtanz genannt, stellen sich die Tänzer nebeneinander im Kreis auf und fassen sich an den Händen oder an den Schultern. Es gibt auch Paartänze, bei denen sich die Paare synchron auf einer Kreisbahn bewegen.
- Reihentanz: Beim Reihentanz wird in einer Reihe oder Linie getanzt, wie beispielsweise beim amerikanischen Line Dance. Oft halten sich die Tänzer dabei an den Händen gefasst.
- Kegeltanz: Der Kegeltanz ist ein Paartanz, bei dem zwei Paare und ein fünfter Tänzer sich nach einem Kegel formieren.
- Quadrille: Die Quadrille ist ein Kontratanz (gegenüber tanzend), aus dem später der Cancan entstand. Bei der Quadrille stehen sich jeweils acht Personen (vier Paare) im Quadrat gegenüber.
In der Schweiz ist der Ländlertanz oder Ländler einer der bekanntesten Volkstänze. Die Tanzschritte des Ländlers werden häufig improvisiert, begleitet wird das Tanzen häufig von Jodeln, Klatschen oder Stampfen. Dabei führen die Paare Tanzfiguren aus, die oft recht kompliziert sein können.
Eine eigene Gruppe bilden jene Tänzerinnen und Tänzer, die das Bödälä ausüben. Die Eigenheit dieser traditionellen Tanzart besteht im ausdrucksstarken, rhythmischen Stampfen der Füsse auf dem Boden. Die dadurch erzeugten Töne dienen der Ländlermusik als perkussive Begleitung.