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Nach einem Bericht der "New York Times" machte sich eine Gruppe von Pfizer-Mitarbeitern kurz nach dem Ausbruch der Meningitis-Epidemie auf den Weg nach Nigeria. Dort hätten sie in Kano aus den langen Schlangen vor den örtlichen Krankenhäusern, Kinder für die Behandlung mit dem bisher ungetesteten Antibiotikum Trovan ausgesucht.
Es sei aber bereits bekannt gewesen, dass das Medikament lebensbedrohliche Nebenwirkungen habe, hieß es in der Klage. Der Konzern habe bewusst die Notlage von Familien und Kindern ausgenutzt.
"Pfizer nutzte die Möglichkeit, die sich durch die Krise in Nigeria ergab, um etwas zu erreichen, was sonst nirgendwo möglich ist - nämlich schnell und unkompliziert ein möglicherweise gefährliches Medikament an Kindern zu testen", heißt es in der Klage weiter. Von Pfizer gab es zunächst keine Stellungnahme.
Das Antibiotikum Trovan kam 1998 auf den US-Markt. Die US-Arzneimittelbehörde FDA warnte jedoch schon bald vor Nebenwirkungen wie Leberschäden und empfahl, Trovan nur bei äußerst schweren Erkrankungen einzunehmen. Die Verschreibung an Kinder wurde zu keinem Zeitpunkt zugelassen, schreibt die "New York Times". (Spiegel online, 30. August 2001)