Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03563.jsonl.gz/2637

Auch in Japan ist der Hund seit eh und je ein treuer Begleiter des Menschen, was durch Knochenfunde aus der Zeit vor rund 10‘000 Jahren bezeugt werden kann. Anders wie bei uns in der Schweiz und unserer näheren Umgebung war der Vierbeiner in Japan aber nicht nur als Bewacher und Jagdhund im Einsatz, sondern wurde auch als Fleischlieferant gebraucht. Hunde hatten in der japanischen Kultur zwar nicht so einen hohen Stellenwert wie zum Beispiel Katzen, einzelne Hunderassen wurden aber sogar als Schosshund gehalten und somit hatten diese Vierbeiner einen festen Platz als Haustiere und Hofhunde.
Die Zielscheiben der Jagd – trauriges Schicksal für Strassenhunde
Neben den glücklichen Hunden, die eine Aufgabe, ein Zuhause und auch einen Namen hatten, gab es aber überall in den japanischen Städten auch viele Strassenhunde, die als dreckige Kreaturen galten und verachtet wurden. Da die Hunde auf den Strassen viel Dreck machten und als Plage empfunden wurden, gab es in regelmässigen Abständen so genannte Inugari. Bei diesen Hundejagden kamen sehr viele der Strassenhunde direkt ums Leben oder starben an Folgeverletzungen. Später wurden diese Vierbeiner dann wieder beliebter in der Gesellschaft und fanden in Hundekämpfen ihren Einsatz. Praktisch jeden zweiten Tag fand einer dieser Hundekämpfe statt, bei denen zwei grosse Rudel, bestehend aus den besten Kampfhunden des Landes, aufeinander losgehetzt wurden, so dass ein Getümmel entstand, das einem Schlachtfeld gleich kam. Die siegenden Hunde wurden auf Sänften herumgetragen wie Könige, deren brutale Schlachten die Menschen unterhielten und belustigten. Im 14. bis 15. Jahrhundert wurde der Hund zuerst als Partner in der Falkenjagd eingesetzt aber später wiederum selber zur Zielscheibe der menschlichen Gewalt an speziellen Hundejagden. Das Schiessen vom Pferd herab auf unberechenbare, bewegliche Ziele, was in diesem Fall die Hunde darstellten, war ohne Zweifel eine effektive Einübung für die Jagd auf Wildtiere und den Krieg und zugleich aus der Sicht der Beteiligten und der Zuschauer ein vergnüglicher gesellschaftlicher Anlass. Bei den Jagden ging es darum, die vielen beteiligten Hunde in einer bestimmten Reihenfolge zu töten und dabei so schnell als möglich zu sein. Diese schrecklichen Jagdanlässe verschwanden erst im 19. Jahrhundert endlich grossflächig von der Bildfläche.
Hundemenü mal anders – Der Hund als kulinarische Delikatesse
Wir verstehen unter einem Hundemenü ein gesundes, tolles Futter für unseren Hund. In anderen Kulturen, wie zum Beispiel in vielen östlichen Ländern, versteht man darunter aber das Hundefleisch selbst, dass für uns Menschen zum Verzehr zubereitet wird. Hunde wurden zu früheren Zeiten oft als Opfergaben oder als Grundnahrung genutzt, da diese Tiere in Vielzahl vorhanden waren und sich im Gegensatz zu Vieh, die Nahrung selber in den Strassen zusammensuchten. Im 19. Jahrhundert wurden sogar in Deutschland in vielen Restaurants verschiedene Hundegerichte angeboten, welche als besondere Delikatesse galten. Beliebte Gerichte waren zum Beispiel geschnetzelte Hundeleber, Schulterfilet oder Hundekeule. Ein Verbot des Konsums von Hundefleisch wurde bis jetzt nur in wenigen Ländern ausgearbeitet und durchgesetzt, so ist zum Beispiel in der Schweiz seit 2005, in Österreich seit 2004 und in Deutschland erst seit 2010 der Konsum des Fleisches verboten.
Hachik? – Ein japanischer Hund als Treuesymbol
Aber Japan hat nicht nur von traurigen Hundeschicksalen zu berichten, sondern auch von positiven. So ist Hachik? einer der bekanntesten Hunde im asiatischen Raum und gilt auch heute noch als Inbegriff für Treue. Der japanische Akita-Inu holte sein Herrchen jeden Morgen um die gleiche Zeit vom Bahnhof in Shibuya ab. Als sein Besitzer starb, wurde der Hund an Verwandte gegeben, doch der treue Vierbeiner ging weiterhin jeden Tag um dieselbe Zeit an diesen Bahnhof und wartete auf seinen Menschen. Das machte der Hund ganze 10 Jahre lang, bis er schliesslich auch verstarb. In diesen vielen Jahren wurde er anfangs abschätzig betrachtet und war am Bahnhof nicht gern gesehen, doch mit der Zeit brachten ihm die Menschen Mitgefühl entgegen und richteten ihm sogar einen gemütlichen Platz ein, wo er von da an täglich wartete. Die Achtung vor Hachik? hatte ihren Höhepunkt im Jahr 1934 in der Errichtung einer Bronzestatue an der Westseite des Bahnhofs, bei deren Einweihungszeremonie Hachik? höchstpersönlich anwesend war. Nach seinem Tod wurde der Akita ausgestopft und steht seitdem im Nationalmuseum in Tokio.