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Manifeste und Streitschriften von Intellektuellen fallen heute nicht mehr so auf. Es kann ja jeder auf Facebook oder Youtube seine Statements abgeben. In den Fünfziger- und Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts lösten sie oft gesellschaftliche Debatten aus. Das betraf auch das Thema Architektur und Stadtentwicklung. «Achtung: die Schweiz» lautete ein damals aufrüttelnder Titel, und der Satz, der sehr oft zitiert wurde, war eine Aufforderung: «Im Ernst: gründen wir eine Stadt.» Der Text wurde 1955 von dem Architekten und Schriftsteller Max Frisch (1911 – 1991), dem Soziologen Lucius Burckhardt (1925 – 2003) und dem Historiker und Publizisten Markus Kutter (1925 – 2005) veröffentlicht. In der Streitschrift kritisierten die drei Autoren die zunehmende Zersiedelung und «Amerikanisierung» der Landschaft. Der Aufruf von Frisch, Burckhardt und Kutter, eine Urbanisierungsdebatte in der Schweiz zu führen und auch Utopien für Architektur und Städtebau zu entwickeln, kommt uns heute wieder sehr vertraut vor. Auf den folgenden Seiten stellen wir Beiträge, Projekte und Ideen vor, die uns hier weiterhelfen können. Es geht um Sanierungsprojekte, die Renaissance von genossenschaftlichem Wohnen, beispielsweise im Rahmen von Baugruppen, oder die Möglichkeiten von Baugesetz-Tauschbörse.
Das Hintergrundsbild bildet den Publikumspreis des nationalen Architekturwettbewerbs Arc-Award 2015 ab: Silver House von marchwell Valentino Marchisella Architekten AG ETH SIA.