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Facetten des Monats August 2017

Vera Stierli
Das Unnötige tun
Über die Grenzen, die eine Regel oder Aufgabe definiert, hinauszugehen
Während meines Master-Studiums in Dance Performance am Laban Conservatoire of Music and Dance in London fing mein Research in “Das Unnötige tun” an. „Das Unnötige tun“ bedeutet jede Handlung zu erforschen ausser gerade diese, die einem aufgetragen wurde.
Was passiert zum Beispiel, wenn ich die Aufgabe habe mit dem Ballon zu tanzen, und alles andere mache als mit diesem Ballon zu tanzen?
Ich könnte ihn zum Beispiel auf der anderen Seite des Raums plazieren und dann meinen improvisierten Tanz ganz weit weg vom Ballon ausführen. Gerade weil ich nicht mit dem Ballon tanze, entsteht eine starke Verbindung zu ihm.
Ich fragte mich: Wie weit kann ich mich von der Aufgabe entfernen und immer noch die Aufgabe erfüllen? Mit diesem Erforschen der Grenzen der Improvisationsaufgabe stellte ich fest, dass man nicht den Regeln folgen muss um sie zu erfüllen.
Mit dem „Unnötigen“ tun fördere ich die Flexibilität der Gedanken. Damit strebe ich an, den Geist zu öffnen und über die Grenzen, die eine Regel oder Aufgabe definiert, hinauszugehen. Meine Erkenntnisse nutze ich als Referenzpunkt und Stimulus beim Choreografieren, Unterrichten und bei der Arbeit als Tänzerin, um ein kreatives Umfeld zu fördern und den Geist auf einen kreativen Prozess einzustimmen.