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Julia Jarmoschewitsch wohnt mit ihrer Mutter und ihren jüngeren Brüdern Konstantin und Anton zusammen. Leider hat sie keine Ahnung, was Familienglück oder Harmonie bedeuten.
Trübe Gedanken über ihr unglückliches Leben plagen sie: das Schamgefühl für ihren alkoholsüchtigen Vater, welcher wegen Diebstahls im Gefängnis sitzt; die Leiden ihrer mit vier Kindern allein gebliebenen Mutter; kein Geld, weder fürs Essen noch für Kleidung; Wohnen in einem nicht fertig gebauten Haus ohne Elektrizität und Wasser, statt Glas mit Zellophan und Lappen bedeckte Fenster und eine Tür ohne Schloss. So ist ihr Dasein.
Ihr Vater, der als Bauer tätig war, hat mit dem Bau ihres Häuschen angefangen, aber es nicht beendet. Er erkrankte an Leberzirrhose, begann zu trinken und zu stehlen. Klar, dass er dann einmal bei einem Diebstahl erwischt wurde und ins Gefängnis kam.
Jedes Mal, wenn Julia nach Hause kommt, erstarrt sie vor Entsetzen: fast nichts ist vom Dach übrig, wenn sie die Tür abschliessen will, benutzt sie einen Stock, da sie kein Türschloss haben. Die Nachbarn geben ihnen Wasser, da sie keine eigene Wasserleitung haben und Holz, um den Ofen zu heizen. Wegen der schlechten Heizung zieht der Rauch ins Zimmer, so dass die Wände mit Russ bedeckt sind. Die Küche ist gleichzeitig ihr Wohnraum, sie schlafen auf Metallbetten mit alten feuchten Matratzen ohne Bettwäsche…
„Auch wenn das Leben hart ist, habe ich noch Träume“, meint sie. Julias sehnlichster Wunsch ist es, Kleider zu entwerfen und in einem Atelier zu verkaufen, denn das Schneidern ist ihre Leidenschaft, es liegt ihr im Blut. „Ich möchte die Leute glücklich sehen“, sagt sie. „Aber zuerst muss man unser Zuhause fertig stellen und in Ordnung bringen“.