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In der zweiten Jahreshälfte fehlten zwar die grossen Höhepunkte, doch mit dem Sieg bei den Australian Open und der Rückkehr zur Nummer eins hatte Roger Federer einmal mehr ein hervorragendes Jahr. «Ich bin zufrieden», sagt er zu Recht.
Das Comeback-Jahr 2017 Roger Federers war derart gut, dass es 2018 kaum zu toppen oder nur schon zu egalisieren war. Doch wie der einstige Superstar Pete Sampras einst sagte: «Jedes Jahr mit einem Grand-Slam-Titel ist ein gutes Jahr.» In dem Sinn war Federers am Samstag zu Ende gegangene Saison bereits im Januar gerettet. Überhaupt war der Start grandios. Erst Mitte März, im Final von Indian Wells gegen Juan Martin Del Potro, gab es nach 17 Siegen die erste Niederlage – nachdem Federer drei Matchbälle gehabt hatte.
Nach dem Turniersieg in Rotterdam war der Basler am 19. Februar mit 36 Jahren und 195 Tagen zur ältesten Nummer eins in der Geschichte der ATP geworden. «Das war ein riesiger Moment in meiner Karriere, denn die Nummer eins war ein Traum, von dem ich nicht gedacht hätte, dass ich ihm nochmals nahekommen würde», blickte Federer am Samstagabend zurück. «Es war deshalb eine historische Saison.»
Er gab aber auch zu, dass «die zweite Saisonhälfte hätte besser sein können». Er habe ein paar knappe Matches verloren, die vieles hätten ändern können, zum Beispiel in Wimbledon oder Paris-Bercy. «Das Positive ist: Ich war nahe dran. Das Negative, dass ich es nicht geschafft habe. Das ist ein bisschen enttäuschend.» Wie sehr ihm die Probleme mit der Schlaghand an besseren Resultaten gehindert haben, konnte er nicht mit Sicherheit sagen. «Ich hoffe aber, dass sie nach der Pause definitiv vorüber sind.»
Nach den Ferien beginnt Federer Anfang Dezember in Dubai die Vorbereitung auf die neue Saison, die er am 30. Dezember beim Hopman Cup in Perth startet. Er wird einige wichtige Entscheide treffen müssen bezüglich der Turnierplanung. Er spielt mit dem Gedanken, allenfalls wieder ein paar Turniere auf Sand zu spielen.
So wichtig die Pausen für ihn sind, er hat auch das Gefühl, dass sie nicht zu lange sein sollten. In Schanghai habe er extrem unter Muskelkater gelitten, weil er zuvor «vielleicht nicht genug Tennis gespielt» habe. In Basel und erst recht in London sei es körperlich schon viel besser gegangen.
«Jedes Puzzleteilchen muss stimmen», weiss Federer. «Ich muss im Training ans absolute Limit gehen, oder vielleicht sogar etwas darüber, um in den Matches bereit zu sein.» So werden sich der Basler und sein Team in der Vorbereitung auf die neue Saison viele Fragen stellen. Denn der 37-Jährige fühlt sich noch immer in der Lage, um die grössten Trophäen mitzukämpfen, etwa im Januar in Melbourne, wo er seinen 21. Grand-Slam-Titel anstrebt. (pre/sda)