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Kategorie: Lesezeichen
Der Wissenschaftsphilosoph Paul Feyerabend hat 1975 den westlichen „Rationalismus“ einer ätzenden Kritik unterzogen und die Grenze zwischen Wissenschaft und Mythos niedergerissen. Sein „Anything goes“ gilt seither als Parole „der“ Postmoderne – obwohl Feyerabends Kritik der Esoterik viel näher stand als der Dekonstruktion.
1979 im Iran und 1980 in Polen bedrohen zwei Revolutionen die alten Mächte – im Iran stürzt der Shah, in Polen aber verhängt die Armee das Kriegsrecht. Der Journalist und Dokumentarfilmer Andreas Hoessli hat über diese Ereignisse einen Film gedreht, der sich einfachen Erklärungen verweigert.
Der kürzlich verstorbene Philosoph Michael Serres verfasste in seinen letzten Lebensjahren eine Reihe von heiteren Streitschriften. Darunter eine, die das Nörgeln an der Gegenwart und die Verklärung der Vergangenheit grandios zerlegt.
Der Film „Die Kommissarin“ (1967) war zwanzig Jahre lang verboten. Die Thematisierung jüdischen Lebens und Sterbens sowie die unorthodoxe Darstellung der Bürgerkriegszeit passten nicht ins sowjetische Geschichtsnarrativ. Die Figur der Kommissarin ist heute noch kontrovers.
T.C. Boyles LSD-Roman „Das Licht“ sagt mehr über unsere Gegenwart als über die 1960er-Jahre, in denen er spielt. Boyle entwirft ein scharf gestelltes Bild neurochemischer Optimierungstechniken, marktförmiger Leistungssteigerung, kommerzialisierter Selbst- und Sinnsuche und von Kreativität als gesellschaftlicher Ressource.
Die Idee einer gemeinsamen Währung war gut gemeint. Der Euro sollte die Wohlstandsdifferenzen zwischen den nördlichen und südlichen Ländern Europas ausgleichen und die politische Integration vorantreiben. Doch wie der Ökonom Ashoka Mody in seinem Buch „Eurotragedy“ argumentiert, ist das Gegenteil eingetreten.
Léopold Sédar Senghor and Aimé Césaire are important founding fathers of Négritude, a literary and political movement opposing the exoticization of Africa. With their philosophical project, they aimed at liberating colonial and colonized thinking – in Africa and in Europe.
Der Philosoph Hans Blumenberg entwarf 1986 in seiner Studie „Lebenszeit und Weltzeit“ eine Diagnose des modernen Zeitverständnisses und zugleich eine Pathologie des Konservativen – vor der er allerdings selbst nicht ganz gefeit war. Die anhaltende Prominenz Blumenbergs erfordert eine kritische Relektüre.
Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Das Fest der Nächstenliebe bewegt noch immer dazu, auch an jene zu denken, denen es schlechter geht. Doch hinter den rührenden Bildern der Spendenwerbung verschwinden Schwache und Verlierer leicht. Von ihnen erzählen die Geschichten von Heinz Strunk.
Gender Studies gelten als rotes Tuch: als eine angebliche Pseudo-Wissenschaft, die „entlarvt“ werden müsse. Doch diese Kritik entlarvt sich selbst, weil sie an das intellektuelle Potential z.B. der Geschlechtergeschichte nicht heranreicht. Das zeigt schon ein „klassischer“ Aufsatz von 1976.
Georg Genoux hat in den letzten zwanzig Jahren in Moskau, Sofia und Kiev Theater gemacht. Jetzt ist er wieder in Deutschland und schreibt Tagebuch über sein neues Projekt. Dabei zeigt er fast wie nebenbei, wie unterschiedlich fremd man sein kann.
Zwei Bücher – ein jüngst erschienenes und ein schon älteres – erzählen von Familien, die aus Osteuropa nach England oder nach Amerika emigrierten. Sie machen Geschichten der Migration und des Ankommens sichtbar, die keine vorherrschenden Klischees bedienen.