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Diese Kapelle aus dem XIX. Jahrhundert wurde von den Jesuiten errichtet und diente als reformierte Kultstätte. Anschliessend wurde sie umgebaut, um von den Patienten des Hôpital de la Broye genutzt werden zu können.
1826 beschloss der Jesuitenorden, der im XVIII. Jahrhundert verboten worden war und im darauffolgenden Jahrhundert wiederhergestellt wurde, in Estavayer-le-Lac ein Noviziat zu gründen. Die Gläubigen kauften Gebäude, um ein Internat einzurichten, und bauten eine Kirche, die Sankt Vinzenz gewidmet wurde. Bei der Vertreibung der Jesuiten im Jahr 1847 aus der Schweiz ging ihr Besitz an den Staat Freiburg über, der ihn loswerden wollte. Man schlug vor, die Kirche des Noviziats der neuen protestantischen Gemeinde zu überlassen. Angesichts des Widerstands von mehreren Seiten verkaufte der Staat die Gebäude an einen Neuenburger Notar, der sie der protestantischen Gemeinde zur Verfügung stellte. Von 1854 bis 1937 fanden hier evangelische Gottesdienste statt. Anschliessend wurden alle Gebäude Eigentum des Gemeindeverbands des Broyebezirks, der bereits 1870 das Hospice de la Broye gegründet hatte.
In der Kapelle steht die Orgel der Jesuiten, die 1808 in Aarau gebaut wurde. Ein Gemälde zeigt die Aussicht vom Petersdom in Rom. Die Bänke im Schiff, das Chorgestühl und der Leidensweg aus Massivholz stammen aus dem Freiburger Kollegium St. Michael. Die Kuppel ist mit Fresken verziert, die vor einem mit Engelchen bevölkerten Himmel das Monogramm IHS darstellen, das Wappen des Jesuitenordens.
1970 fanden Restaurierungsarbeiten statt. Zwei Türen verbinden den Chor mit dem Spital, sie ermöglichen den Patienten direkten Zugang zur Kapelle, ohne Umweg durchs Freie. Um den Chorbereich besser zur Geltung zu bringen, wurde die Orgel auf der Tribüne platziert, an die Seiten wurden zwei Statuen geschoben, die den Heiligen Johannes und die Heilige Maria zeigen.
Die bunten Kirchenfenster wurden 1983 von Théodore Strawinsky (Rosa mystica und Stella matutina) und Bernard Viglino (Altes und Neues Testament) realisiert.
Die Restaurierung im XX. Jahrhundert wurde vom Anstaltsgeistlichen des Spitals finanziert, der zu diesem Zweck in den umliegenden Dörfern Altpapier sammelte, ein Teil seiner Mittel stammte aus dem Vermächtnis seiner Gouvernante.