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Zwei Abfahrten und ein Super-G stehen im Banff-Nationalpark ab Freitag auf dem Programm. Die Wetterprognosen geben den Organisatoren zumindest ein bisschen mehr Zuversicht als in der letzten Woche, in der nur eines der drei Männerrennen durchgeführt werden konnte.
Wie die Schweizer Männer reisten auch die Frauen in nicht Bestbesetzung an. Michelle Gisin, die im Sommer am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt ist, verzichtet auf den Kanada-Abstecher. Nach wie vor gilt es in ihrem Fall, nichts zu überstürzen. Gisin reiste nach dem Slalom in Killington in die Schweiz zurück und plant, am 11./12. Dezember zu den beiden Super-G in St. Moritz wieder anzutreten.
Gut-Behrami erkältet
Die zwei grössten Schweizer Trümpfe sind mit Lara Gut-Behrami und Corinne Suter aber am Start. Beide legten in der letzten Saison eine bestechende Konstanz an den Tag.
Gut-Behrami gewann im vergangenen Winter vier der sechs Super-G im Weltcup, stand nur in einem nicht auf dem Podest und sicherte sich überlegen die Kristallkugel für den Disziplinensieg. Auch in den beiden letzten Weltcup-Abfahrten in Val di Fassa war die Tessinerin die Schnellste, dazu holte sie in Cortina d'Ampezzo WM-Gold im Super-G und -Bronze in der Abfahrt.
Der Einstand in den Olympia-Winter ist Gut-Behrami mit einem 2. Platz im Riesenslalom in Sölden geglückt. Auf dem Rettenbachgletscher bewegte sie sich Ende Oktober auf Augenhöhe mit Mikaela Shiffrin und weit über der restlichen Konkurrenz. Auch beim abgebrochenen Riesenslalom in Killington vermittelte sie ein starkes Bild. Allerdings macht ihr nun seit Längerem eine hartnäckige Erkältung zu schaffen. In den letzten Tagen trainierte Gut-Behrami nicht mit dem Speedteam in Nakiska, sondern in Österreich. Zu ihrem abgespeckten Schnee-Programm gehörten dort auch zwei Slalom-Einheiten.
Corinne Suter schmerzfrei
Suter krönte sich im Februar zur Abfahrtsweltmeisterin und wurde im WM-Super-G Zweite. Sie gewann im Weltcup die Abfahrt in Val d'Isère und fuhr in ihrer Paradedisziplin viermal auf das Podest, einmal mehr als im Super-G.
Die Schwyzerin gibt in Lake Louise ihren Saison-Einstand, nachdem sie sich vor zwei Monaten bei einem Sturz in St. Moritz Knochenprellungen in beiden Schienbein-Plateaus zugezogen hat. Nach fünf Wochen Pause fand sie den Tritt im Training schnell wieder, wirkte auch nicht gehemmt. Speedtrainer Roland Platzer hat überhaupt keine Bedenken: «Es fehlen die internationalen Vergleiche, aber sie macht einen guten Eindruck.» Suter sei vor der Verletzung ausgezeichnet gefahren und habe nun in Nakiska das volle Programm absolviert. Dabei sei sie schmerzfrei geblieben.
Nufer reif fürs Podest?
Zwar fand das Schweizer Team zuletzt in dem knapp zwei Fahrtstunden von Lake Louise gelegenen Nakiska keine idealen Trainingsbedingungen vor aufgrund von Wind, Schnee und Regen. Dennoch sorgt die zweite Garde bei Platzer für Zuversicht.
Priska Nufer traut der Speedtrainer in dieser Saison nach den guten Schritt in der Vorsaison den ersten Podestplatz zu. Joana Hählen hat die verkorkste letzte Saison abgehakt, in der sie nach einem Sturz in Val d'Isère blockiert war. Jasmine Flury gab ein Ausrüsterwechsel einen spürbaren Schub. Die Bündnerin, die bislang ausschliesslich Stöckli-Ski fuhr, ist mit ihrem neuen Fischer-Material deutlich stabiler unterwegs. Sie verspüre eine Extra-Motivation, sagt Flury.
Sofia Goggia der Gradmesser in der Abfahrt
Den Teamleaderinnen Suter und Gut-Behrami wird die zweite Garde kaum das Wasser reichen können; deren härteste Widersacherinnen kommen auf dem Papier aus Italien. Sofia Goggia ist Kugelverteidigerin in der Abfahrt, obwohl ihre Saison im Januar nach vier Siegen in Folge frühzeitig beendet war. Federica Brignone war letzte Saison, wenn auch mit grossem Rückstand, die erste Verfolgerin von Gut-Behrami im Super-G.
Auf Revanche sind derweil die österreichischen Speedfahrerinnen aus. Sie blieben letzte Saison ohne Sieg und schafften nur vier Podestplätze - zu wenig für Tamara Tippler, Ramona Siebenhofer und Co., auch wenn mit Nicole Schmidhofer eine potenzielle Siegfahrerin ab Mitte Dezember aufgrund eines heftigen Sturzes in Val d'Isère nicht mehr dabei war. Bei Schmidhofer ist noch offen, ob sie in Lake Louise nach der komplexen Knieverletzung ihr Comeback gibt oder lediglich die Trainings bestreitet.