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Der Managing Partner von Redalpine über seine Vorstellungen von einem erfolgreichen Team, die notwendigen Fähigkeiten von Gründern und weshalb das Team oftmals wichtiger ist als die Idee.
Interview: Matthias Mirbeth
Was verstehen Sie unter „convincing founders/managers“, wie Sie es auf Ihrer Homepage beschreiben?
Ein überzeugendes Team kann seine Geschäftsidee und sich selbst gegenüber Redalpine Venture Partners sehr gut verkaufen. Die Gründer müssen glaubwürdig und wie Winner wirken. Ihr Energielevel muss von einem kaum zu löschendes Feuer für die Umsetzung ihrer Vision genährt sein. Wenn jemand ein künftiger Winner ist, hat er in er Regel bereits in jungen Jahren überdurchschnittliche Leistungen gezeigt in wirtschaftlichen Projekten, im Sport, als Musiker oder im Verein. Was man unter einem überzeugenden Gründerteam versteht, lässt sich jedoch nicht zu 100 Prozent in Worte fassen, ebenso wenig wie die Definition eines überzeugenden Lebenspartners. Wenn er eines Tages vor einem steht, spürt man es.
Welche Kriterien müssen junge Managementteams erfüllen, um von Ihnen unterstützt zu werden?
Es müssen mindestens bereits zwei überdurchschnittlich erfolgsträchtige Leute im Kernteam vorhanden und zu 100 Prozent für das Startup verfügbar sein. Wir müssen daran glauben, das genau diese Leute die richtigen sind, um die Idee innerhalb von drei bis fünf Jahren im Markt umzusetzen bis zum erfolgreichen Verkauf der Firma zum mehrfachen Wert. Die fehlenden ein bis zwei Teammitglieder helfen wir später gerne rekrutieren.
Wie sieht denn ein typisches Team bei Ihnen aus? Gibt es das überhaupt?
Typisch ist vielleicht, dass in der Mehrheit der Fälle im Gründerteam mindestens ein Nichtschweizer dabei ist. Macintosh-Evangelist und Garage.com-Gründer Guy Kawasaki hat im Jahr 2000 mal definiert, dass er in keinen Typen investiere, der ein Ziegenbärtchen, Schuhe von Prada und einen starken Duft trage sowie ein deutsches Sportauto fahre. Bei nur einer dieser Sünden drücke er auch mal ein Auge zu.
Gibt es eine gewisse Mindest-Teamgrösse?
Wie gesagt mindestens zwei gute Leute im Kernteam, meist ein Techi, der nahe bei der Technik bleiben wird und einer, der auch sehr gut verkaufen kann und wirtschaftliche Zusammenhänge versteht. So wie einst bei Apple Steve Wozniak und Steve Jobs.
Haben Selfmademen keine Chance?
Wenn unter Selfmademen Menschen mit fehlender formeller Hochschulausbildung gemeint sind, so ist dies bei uns kein grundsätzlicher Hinderungsgrund. In forschungsnahen Themen wie Biotechnologie wäre ein Nichtakademiker als CEO wohl nicht so eine gute Idee, bei einem Internet-Startup wäre es mir persönlich egal.
Wenn sie grosses Wachstumspotential in einer jungen Unternehmung sehen würden, deren Teamstruktur jedoch nicht mit ihrer Teamphilosophie übereinstimmt, würden sie dann auf eine Finanzierung verzichten?
Selbstverständlich. Das Team macht mehr als 50 Prozent der Erfolgschancen aus, mehr als die Technologie, Markt und Geschäftsmodell. Es ist in der Venture-Capital-Branche eine gängige Überzeugung, dass ein Topteam eine mittelmässige Idee zum Erfolg bringen kann, ein mittelmässiges Team aber niemals eine Topidee.