Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03276.jsonl.gz/1405

Christian Assemblies International (CAI)
Die Gemeinschaft entstammt einer australischen Missionsarbeit. Scott Williams aus der pfingstlerischen missionarischen Bewegung „Pentecost Revival Centre“ kam 1976 in die Bundesrepublik Deutschland und gründete ein eigenes Projekt mit dem Namen „Christian Assemblies Europe“ (zunächst Revival Centres International), um im Geist von Markus 16:15-20 zu missionieren.
Die erste Gemeinde entstand in Starnberg in der Nähe von München. Die Missionsarbeit weitete sich in den 80er Jahren über ganz Europa aus und reichte schliesslich von Mitteleuropa über Grossbritannien und Skandinavien bis in die Sowjetunion. In den 90er Jahren kamen Projekte in Nordamerika und Australien dazu. Heute sind die „Christian Assemblies“ in 15 Ländern auf drei Kontinenten vertreten.
Seit dem Jahr 2006 wurden Vorwürfe von Seiten ehemaliger Mitglieder laut, insbesondere gegenüber Scott Williams. So sei zu viel Zeit und Geld in Immobilien investiert worden. 2009 wurde gar gegen Williams ermittelt, zu einem Abschluss des Verfahrens kam es aber nicht, weil Williams krankheitshalber verhandlungsunfähig war. Im Jahr 2015 verstarb Scott Williams.
Die „Christian Assemblies“ verstehen sich als Pfingstgemeinde. Die wörtlich verstandene Bibel ist genauso wichtig wie die Busse, die Erwachsenentaufe und die Taufe im Heiligen Geistes. Das Zeichen für die Geistestaufe ist das Reden in Zungen. Charakteristisch ist die betont familiäre Atmosphäre in den Hauskreisen, in denen sich die Mitglieder jeweils sonntags um 13.30 Uhr und mittwochs um 18.45 Uhr treffen.
Die „Christian Assemblies“ geben sich in kulturellen Fragen konservativ, so meinen sie zu ihrem Musikstil: „Verglichen mit dem recht ‚charismatischen‘ Anbetungsstil, wie man ihn heute vielerorts vorfindet, sind wir eher konservativ und halten uns an die ‚alten Pfade‘ unserer Vorväter.“
Feste wie Weihnachten werden als unbiblisch abgelehnt.
Daneben werden Britisch-Israel-Theorien vertreten, die davon ausgehen, dass die germanischen und vor allem die angelsächsischen Völker Nachkommen der Stämme Israels sind. So soll die Volksbezeichnung der Dänen auf den Stamm Dan zurückgehen, die der Goten auf Gad, die Bezeichnung Sachsen auf Isaak und der Terminus Jüten auf den Begriff Juden. Da die Germanen von Israeliten abstammten, sei auch der Auftrag Gottes an Israel aus dem Alten Testament auf die angelsächsischen Völker übergegangen: „Die Seiten der Geschichte bezeugen, daß die israelitischen Nationen – Großbritannien und das Commonwealth, Amerika und Kanada – nicht nur Freiheit in die Welt brachten und von Gott benutzt wurden, andere Völker aus Tyrannei und Unterdrückung zu befreien, sondern zu diesem Zweck auch göttlichen Beistand und Schutz genossen.“ (http://www.cai.org/de/bibelstudien/die-rolle-der-englischsprechenden-welt)
Versammlungen finden mittwochs und sonntags statt, wobei gemeinsame Freizeitveranstaltungen, Ausflüge, Urlaubsreisen, Summer Camps und grössere internationale Treffen regelmässig gemeinsam geplant und durchgeführt werden.
An die Öffentlichkeit tritt die Gemeinschaft vor allem mit Flugblättern und Flyern, in denen die Wiederkehr von Jesus Christus und die Notwendigkeit der Busse, Wiedergeburt und Heiligung erklärt wird.
Ab dem Jahr 2006 wurden Vorwürfe gegen die Gemeinschaft laut, z.B. dass zu viel Zeit und Geld in Immobilien investiert worden sei.
Die CAI vertreten z.T. politisch rechte Positionen, etwa wenn sie sich gegen Multikulturalismus wenden: „Die Modernisten haben es zugelassen, daß eine gottlose Lehre das ehemalige Britische Empire überflutet hat: ‚Multikulturalismus‘. Gott verbietet diese Philosophie. Gott schuf die Erde und hat uns unsere Länder zugewiesen.“ (http://www.cai.org/de/bibelstudien/die-alten-pfade-christliche-geschichte-moderne-verzerrungen-und-politische-korrektheit)
Ums Jahr 2000 herum zählte die Gemeinschaft in Europa ca. 600 Mitglieder. Nach Abgängen im Zusammenhang mit den Debatten um die Gemeinschaft im Jahr 2006 dürften es heute deutlich weniger sein.
In der Schweiz existieren zurzeit keine Gemeinden der Christian Assemblies International.