Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03255.jsonl.gz/1555

3.8 km
Publiziert: 26 Mai 2013
Wenn Pierrot seine Zähne verliert, der Teufel seinen Schwanz einklemmt und die Tuba ein Baby bekommt, dann hat der berühmte Clown Dimitri unweigerlich seine Finger im Spiel.
Verscio ist Dimitri. Dimitri ist Verscio. Ein symbiotisches Verhältnis, das den kleinen Pedemonter Ort und den grossen Clown seit mehr als 40 Jahren verbindet. 1971 gründete er dort zusammen mit seiner Frau Gunda das Teatro Dimitri. „Ein Zufall“, erklärt der Artist. Er suchte geeignete Räumlichkeiten für ein eigenes Theater und fand sie in Verscio. Bekanntlich blieb es aber nicht dabei. Nur vier Jahre später gründete er die Theaterschule Dimitri, an der er Improvisation und Clownerie unterrichtet. Mit seinen Schülern stellte er 1978 die Compagnia Teatro Dimitri auf die Beine, die bis heute 27 Produktionen verwirklicht hat und regelmässig durch die Lande tingelt. Seine wahre Leidenschaft ist aber seit jeher das komische Theater. „Der Clown ist in mir erwacht, als ich sieben Jahre alt war“, verrät er in seiner Autobiographie „Dimitri – Der Clown in mir“. Dank eines Zirkusbesuches in Locarno. Die magische Welt der Manege lässt den gelernten Töpfer bekanntlich nie mehr los.
Die Figur des Clowns zieht sich wie ein roter Faden durch Dimitris Leben. Es ist daher nicht erstaunlich, dass aus den Verwaltungsräumen des Theaters und der Schule ein Museum wurde, ein Museum, das den Clown ehrt. Die Sammlung des Museo Comico ist eine Art Farbsinfonie in vier Teilen. Die in leuchtendem Orange gehaltene Elefantenausstellung zeugt von der Sympathie, die Dimitri den Dickhäutern entgegenbringt. Das Bordeauxrot bringt im zweiten Raum das Trompetengold der Blasinstrumente, das Holz der Streich-, Zupf- und Schlaginstrumente und die reiche Flötenkollektion wunderbar zur Geltung. Ein dunkles Grün kontrastiert im dritten Raum mit den roten Wämsern und dem weissen Puder der klassischen Clowns, während ein tiefes Lila im letzten Ausstellungsraum die Masken und filmischen Projektionen der grossen Nummern von Grock, Andreff, Rivel und Dimitri hervorhebt. Einen Besuch wert ist auch der Parco del Clown. Auf dem 2009 erworbenen Nachbargrundstück des Theaters stehen inzwischen zehn Clownskulpturen bekannter Künstler wie Paul Gugelmann, Luca Marcionelli, Alexander Zschokke, Friedrich Reinhard Brüderlin und Dimitri selbst.
Zurzeit tourt der 77-Jährige Künstler mit dem Stück Highlights durch Deutschland, das Fürstentum Liechtenstein und selbstverständlich durch die Schweiz und präsentiert die schönsten Szenen aus seinen in den letzten 55 Jahren entstandenen drei Soloprogrammen Porteur, Teatro und Ritratto. In der neu zusammengestellten Theaterkomposition ertönen liebgewonnene Melodien aus kuriosen und klassischen Musikinstrumenten, spielt der Homme Orchestre auf, fliegen Pingpongbälle durch die Luft, verliert Pierrot seine Zähne, bekommt die Tuba ein Baby, klemmt der Teufel seinen Schwanz ein – und die Probleme mit dem legendären Liegestuhl bleiben auch weiterhin ungelöst. Morgen Dienstag, 28. Mai, tritt der Künstler mit seinem heiter-herzerwärmenden Potpourri aus mehr als fünf Jahrzehnten um 20.30 Uhr im Teatro Dimitri in Verscio auf. Alles Clown oder was?
Preis
CHF 30.-/35.-/40.- Erwachsene CHF 22.- Studenten (ab 14 J.) CHF 12.- Kinder (bis 14 J.)
Dimitri Clown: 28. Mai um 20.30 Uhr