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Vom Grand Canyon aus ging es in den Süden nach Phoenix und
Tuscon, um uns in der wärmenden Sonne des südlichen Arizonas aufzuwärmen,
bevor es wieder in den Norden und die Kälte von Colorado zum Skifahren
gehen sollte. Es wurde nichts mit Sonne tanken und in Shorts herumhängen,
es war regnerisch und viel zu kalt. Doch gab es auf dem Weg in den Süden
doch noch einige Sehenswürdigkeiten, die wir uns zu Gemüte führten.
Vor Phoenix besuchten wir die experimentelle Wohnsiedlung "Arcosanti" von
Paolo Soleri, die eine neue Wohnkultur in der Wüste sein sollte. Das ganze
ist schon ziemlich heruntergekommen und nicht allzu interessant. In
Phoenix hängten wir den ganzen Tag im Kinko's (Kopierladen, in dem man den
eigenen Laptop via Modem anschliessen und kostenlos 24 Stunden lang
herumsurfen kann), beantworteten mails und surften herum. Wir brauchten
einfach mal eine Pause, um all die bisher gesammelten Eindrücke zu
verarbeiten.
Von Phoenix ging es weiter in den Süden nach Tuscon, nach der
vermeintlichen Suche nach Wärme und Sonne. Unterwegs machten wir einen
Abstecher in den Saguaro NP, der voll von Kakteen ist, die bis zu 15m hoch
und 200 Jahre alt werden können.
Danach besuchten wir den einzigen noch bestehenden Abschusssilo einer
Titan II Rakete. Die Amis hatten zwischen 1952 und 1982, 54 solcher Silos
im Betrieb, welche alle auf ein Ziel in der damaligen UDSSR ausgerichtet
waren.
Das warme und trockene Klima rund um Tuscon bewegt viele Airlines, ihre
nicht mehr benötigten Flugzeuge hier in der Wüste abzustellen und
zwischenzulagern. Der grösste Flugzeugpark ist der der US Air Force, wo
mehr als 20'000 Flugzeuge auf einem riesigen Areal herumstehen. Von Tuscon
aus ging es Richtung Osten via Chiricahua NP zum White Sand Dunes NM.
Weiss sind diese Dünen, weil sie nicht wie alle anderen aus Quarzsand
bestehen, sondern aus Gipssand und daher wirklich schneeweiss sind. Im
Space Museum von Alamogordo konnten wir uns noch die Geschichte der
Raumfahrt vom Sputnik bis zur aktuellen internationalen Raumsstation vor
Augen führen.
Von hier aus ging es rauf nach Norden, Richtung Albuquerque. Im National
Atomic Museum konnten wir die gesamte Entstehungsgeschichte der Atombombe
durchgehen. Vor Santa Fe hielt uns noch ein geflissentlicher Gesetzeshüter
auf und meinte, wir seien wohl ein bisschen zu schnell unterwegs. Nachdem
ihm Petr den internationalen Führerschein entgegenhielt, kam nur noch "Oh
shit" über seine Lippen und er liess uns unbehelligt weiterfahren.
Als nächstes Ziel stand der Great Sand Dunes NP auf dem Plan. Insgeheim
erhofften wir uns hier ein wenig Saharafeeling, mit Wärme und Dachzelt
ausklappen zwischen den Dünen. Doch es kam anders. Auf 2500 Metern Höhe
sank die Temperatur in der Nacht auf -15°C
und wir krochen schon um 6:30 tiefgefroren aus dem Schlafsack und machten
einen Aufwärmjogginglauf die Dünen rauf. Von dort bot sich uns eine
herrliche Rundsicht auf die umliegenden Viertausender. Im Visitor Center
erfuhren wir, dass es ganz in der Nähe heisse Quellen hat. Nichts wie hin
ins warme Wasser! Statt der geplanten Stunde suhlten wir uns über zwei
Stunden im fast 40°C warmen Wasser, ach wie herrlich. Ziemlich aufgeweicht
entstiegen wir dieser herrlichen Oase und fuhren so schnell es der Landy
und die Geschwindigkeitslimiten erlaubten, nach Beaver Creek, fand doch
dort am Wochenende, die Herren Worldcup Abfahrt und der Super-G statt und
das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
Wir verbrachten die Nacht wieder mal auf dem Wal Mart Parkplatz in Avon
und fuhren am Morgen mit dem Skibus rauf Richtung Beaver Creek. Beaver
Creek ist ein nobles Retortendorf im Stil eines österreichischen
Dörfchens, doch auch ein Swiss-Stübli ist vorhanden. Dort angekommen
wurden wir in einen weiteren Skibus verfrachtet und in den Zielraum der
Abfahrt gebracht, alles perfekt organisiert, doch kaum mehr als 200
Zuschauer hatten sich im Zielraum versammelt. Natürlich packten wir unsere
kleine Schweizerflagge (merci Susanne und Ruedi!) aus und unterstützten
die Schweizer Abfahrer aus Leibeskräften. Im Zielraum fanden sich noch
weitere Schweizer Fans ein, u.a. Kurt mit seiner Frau Elsbeth die bei
Glenwood Springs zwei Restaurants führen und uns zur Weihnachtsfeier des
lokalen Schweizerclubs einluden. Neben uns stehend, trafen wir Bettina und
Stefan aus Langenthal, die sich auf einer einjährigen Hochzeitsreise
befinden und hier für drei Wochen Skiurlaub einlegen.
Unsere laute Unterstützung wurde mehr als belohnt: In der Abfahrt wurde
Didier Cuche fünfter und tags darauf gewann er den Super-G, Marco Büchel (LIE)
wurde zweiter und Didier Defago vierter.
Nach dem Rennen schmuggelten wir uns in den Pressebereich rein und konnten
noch ein paar Worte mit Didier Cuche wechseln.
Das wärs soweit, wir werden die nächsten 2 Wochen die Gegend hier in Vail,
Beaver Creek, Breckenridge, Keystone und Arapahoe Basin unsicher machen
und werden dann im nächsten Reisebericht unsere Erlebnisse in den Rockies
präsentieren, see yaaa!
P.S. Wen es interessiert, hier ist der Link
zu den Skiorten: www.snow.com