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* 14.10.1726 in Zwingen
– † 09.03.1794 in Konstanz
Beruf: Priester, Kapitular, Domherr, Fürstbischof von Basel
Amt: Fürstbischof
Heimatort: Zwingen-Laufen
Voller Name: Franz Joseph Sigismund Johann Baptist von Roggenbach
Konfession: römisch-katholisch
Sohn des Franz Joseph Conrad von Roggenbach (Hofrat des Fürstbischofs, Vogt von Zwingen und Laufen) und der Maria Anna Eva, geborene Blarer von Wartensee.
Franz Joseph Sigismund Johann Baptist von Roggenbach wurde auf Schloss Zwingen geboren. Er erhielt seine Schulausbildung am Jesuitenkolleg in Pruntrut und studierte ab 1739 Jura an der Universität Freiburg im Breisgau. Seine Tonsur erhielt er 1741. Da sein Bruder Franz Conrad Joseph Ignaz sein Domherrenamt an von Roggenbach abgetreten hatte, wurde er 1742 zur Aufschwörung beim Basler Domkapitel zugelassen. Kurz darauf bestätigte ihn Bischof Joseph Wilhelm Rinck von Baldenstein als Propst zu Istein (heute Baden-Württemberg). Da von Roggenbach damals erst fünfzehn Jahre alt war, ging es weitere neun Jahre, bis er als Domherr mit Sitz und Stimme ins Basler Domkapitel einziehen konnte. Deshalb führte er zuerst sein Studium fort und studierte ab 1745 zwei Jahre Philosophie an der Universität Würzburg. 1750 erhielt von Roggenbach die Weihe zum Subdiakon sowie die zweite Possess, sodass er Mitglied im Basler Domkapitel werden konnte. Ab 1750 war er Kapitular und ab 1751 Propst in Istein. 1765 wurde er zum Diakon ernannt und erhielt seine Priesterweihe in Pruntrut. 1768 folgte das Cellariat und von 1775 bis 1782 amtete er als Scholaster. Bei der Fürstbischofswahl von 1782 wurde von Roggenbach einstimmig gewählt. Die päpstliche Bestätigung und die Bischofsweihe erhielt er 1783. Roggenbachs Regierungszeit bis zur Französischen Revolution war von diversen Reformen geprägt. Er sanierte den maroden Finanzhaushalt des Fürstbistums, indem er 1882 die Festtage reduzierte, 1783 den Brandschutz neu organisierte, die Schweizer Garde in Pruntrut durch eine lokale Garnison ersetzte und 1786 neue Münzen prägen liess. Seine wichtigste Neuerung war die Schulreform: Er liess 1783 das Schulwesen im Hochstift untersuchen und erliess 1784 Massnahmen gegen die ermittelten Mängel. Zum Beispiel richtete er unentgeltliche, öffentliche Ganzjahresschulen und Prüfungen für angehende Lehrer ein. 1786 gründete er im Ursulinenkloster von Delsberg ein Waisenhaus und regte 1787 eine Reform der Armenfürsorge an: Neu waren die Einwohnergemeinden für die Bedürftigen zuständig. Zudem richtete er in der Ajoie eine Armenkasse ein, die mit Beiträgen des Bischofs, der Stifte, der Klöster und öffentlicher Sammlungen unterhalten wurde. Erste revolutionäre Unruhen konnte von Roggenbach 1791 dank der Unterstützung durch österreichische Truppen abwenden. Als jedoch Frankreich Österreich Ende April 1792 den Krieg erklärte, musste er fliehen. Im November 1792 übernahmen Revolutionäre die Macht im Hochstift und erklärten von Roggenbach offiziell für abgesetzt. Als die Rauracher Republik ausgerufen wurde, floh er im Dezember 1792 erneut und ging nach Konstanz. Von dort aus versuchte er die österreichischen Generäle von der strategischen Bedeutung des Basler Hochstifts zu überzeugen und die französische Besatzung aufzuheben. Eine Allianz mit der Eidgenossenschaft kam für von Roggenbach bis zu seinem Tod 1794 nicht in Frage.
Autorin: Manuela Nipp
Bosshart-Pfluger, Catherine: Roggenbach, Franz Joseph Sigismund von. In: Historisches Lexikon der Schweiz. URL: www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D17057.php, Zugriff: 08.07.2014.
Gatz, Erwin: Roggenbach, Franz Joseph Sigismund Johann Baptist von (RA) (1726–1794). In: Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches. Berlin 1990, S. 386–388.
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Jorio, Marco: Der Untergang des Fürstbistums Basel (1792–1815). Freiburg im Breisgau 1981.
Roggenbach, Max Freiherr von: Franz Josef Sigismund von Roggenbach. In: Chronik der Freiherrlichen Familie von Roggenbach. Freiburg im Breisgau 1888, S. 87–89. URL: daten.digitale-sammlungen.de/~db/0003/bsb00039987/images/index.html?id=00039987&fip=xdsydeayaewqeayaxsewqeayafsdrweayaewqen&no=39&seite=104, Zugriff: 09.07.2014.