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Der Produzent Michel Merkt wird im kommenden August mit dem Locarno Festival Preis für "Bester Produzent" (Raimondo Rezzonico) ausgezeichnet. Seit fünfzehn Jahren ehrt das Locarno Festival unabhängige internationale Produzentinnen und Produzenten. Nach Mike Medavoy, Christine Vachon und David Linde – um nur einige Namen zu nennen – geht der Preis 2017 in die Schweiz: Michel Merkt hat mit grossem Geschick zum Erfolg von internationalen Produktionen beigetragen und die Schweiz ins internationale Scheinwerferlicht gebracht.
Der gebürtige Genfer Michel Merkt kam dank seiner Arbeit für die Fernsehsendung Le Journal des sorties von Canal+ zur Filmproduktion. 2008 zeichnete er für die Episode Person to Person von Wim Wenders im Kurzfilm 8 erstmals als Koproduzent. Seither ging seine Karriere stetig bergauf. Vielen ist Michel Merkt durch die Koproduktion von Maps to the Stars von David Cronenberg bekannt, die er an der Seite des berühmten französischen Produzenten Saïd Ben Saïd und des Schauspielers und Produzenten Martin Katz produzierte. Das feine Gespür von Michel Merkt zeigt sich weiter darin, dass er an der vergangenen Ausgabe des Filmfestivals von Cannes mit nicht weniger als acht Spielfilmen vertreten war, darunter Elle von Paul Verhoeven. Das Drama wurde mit dem César 2017 für den besten Film ausgezeichnet, gleichzeitig erhielt Isabelle Huppert die Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin und wurde in dieser Kategorie zudem für einen Academy Award nominiert. Ebenfalls in Cannes selektioniert war der französisch-schweizerische Animationsfilm Ma vie de Courgette des Wallisers Claude Barras, den Merkt in Koproduktion mit Max Karli und Pauline Gygax von Rita Productions produzierte. Der Film wurde ebenfalls für die Oscars nominiert und mit dem César 2017 für den besten Animationsfilm ausgezeichnet. Juste la fin du monde von Xavier Dolan erhielt den grossen Preis der Jury und den ökumenischen Preis in Cannes 2016 und besticht durch eine hervorragenden Besetzung mit Nathalie Baye, Vincent Cassel, Marion Cotillard und Léa Seydoux. Merkt hat mit vielen weiteren Leinwandgrössen zusammengearbeitet und The Assignment von Walter Hill mit Sigourney Weaver und Michelle Rodriguez produziert.
Mit dem Preis will das Locarno Festival nicht nur die untrügliche Intuition eines herausragenden Homme de cinéma würdigen, sondern auch die Intelligenz eines Produzenten, der mit seinen Werken ein Berufsbild der Filmindustrie neu zeichnet. Für ihn ist der Produzent jene Figur, die «dem Regisseur die Arbeit leichter macht, indem er seine Visionen und Ideen auf die Leinwand bringt und ihm ein Publikum verschafft.» Merkt sieht in der Teamarbeit den effizientesten Weg und erwartet von der Filmproduktion, dass sie «neue Visionen vermittelt, neue Kulturen sichtbar macht», ohne dabei das Ziel aus den Augen zu verlieren: «das, was das Publikum will.»
Carlo Chatrian, künstlerischer Leiter des Locarno Festivals, begründet die Wahl folgendermassen: «Von David Cronenberg über Walter Hill, Xavier Dolan oder Philippe Garrel bis hin zu zwei Kinoereignissen der jüngsten Saison, Ma vie de Courgette und Toni Erdmann: Innerhalb weniger Jahre hat Michel Merkt in der unabhängigen internationalen Filmszene einen Spitzenplatz eingenommen. Was mir an ihm besonders gut gefällt, ist seine Fähigkeit, uns immer wieder zu überraschen und die Grenzen des Genres oder jene von Nationen, die andere Produzenten oft auszeichnen, zu sprengen. Seine Neugier und sein unbestrittenes Flair machen aus ihm einen Meilenstein im aktuellen Filmgeschäft.»
Der Locarno Festival Preis für "Bester Produzent" (Raimondo Rezzonico) wird von der Gemeinde Minusio seit 2002 alljährlich an einen grossen Produzenten des unabhängigen Films vergeben. Der Preis wurde nach dem ehemaligen Präsidenten des Festivals, Raimondo Rezzonico (im Amt von 1980 bis 1999), benannt.
Das 70. Locarno Festival findet vom 2. bis 12. August 2017 statt.