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Worum geht es?
Neue Gentechnik-Verfahren unter Verwendung von Nukleasen (Gen-Scheren) wie CRISPR/Cas9 erlauben es, bei Versuchstieren gezielter und schneller als bisher zusätzliche DNA einzubauen oder Gene stillzulegen. Damit sollen unter anderem menschliche Krankheiten an Tieren simuliert („Tierversuchsmodelle“) oder Funktionen von Genen untersucht werden. Inzwischen bieten Firmen an, 'kundenspezifisch' gentechnisch veränderte Mäuse und Ratten besonders kostengünstig und innerhalb weniger Monate zu liefern.
Was ist problematisch?
Ein unmittelbarer medizinischer bzw. therapeutischer Nutzen ist mit vielen dieser Tierversuche nicht verbunden. So haben „Tierversuchsmodelle“, in den meisten Fällen die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllt. Trotzdem steigen die Tierversuchszahlen mit gentechnisch veränderten Tieren in den letzten 20 Jahren weltweit kontinuierlich. 2007 wurde in der Schweiz erstmals die Zahl von 100’000 gentechnisch veränderter Versuchstiere pro Jahr überschritten. Zwischen 2004 und 2015 hat sich ihre Zahl nahezu verdoppelt. Alleine in den vergangenen 10 Jahren hat sich der Anteil der gentechnisch veränderten Tiere verdoppelt. Im vergangenen Jahr waren es 174'891 Tiere, hauptsächlich Nagetiere.
Die Schweizer Liga gegen Tierversuche und für die Rechte des Tieres LSCV kritisiert, bei den vom BLV veröffentlichten Zahlen würden Millionen von toten Tieren aus der Statistik geschummelt. Vor allem bei den gentechnisch veränderten Tieren gibt es laut LSCV eine hohe Fehlerrate. Diese Tiere sind für die Experimente unbrauchbar. Sie werden aussortiert und getötet. Um ein brauchbares Versuchstier zu erhalten, müssen 100-500 Tiere auf Vorrat gehalten werden. Die LSCV fordert, dass diese Tiere auch in die Statistik aufgenommen werden.
Beim zunehmenden Einsatz von gentechnisch veränderten Versuchstieren spielen auch kommerzielle Erwartungen eine bedeutsame Rolle: Entsprechende Gentechnik-Tiere können patentiert und verkauft werden. Damit wird ein zusätzlicher wirtschaftlicher Anreiz geschaffen, immer mehr Tierversuche durchzuführen, um die gentechnisch veränderten Tiere möglichst gewinnbringend zu vermarkten.
Weitere Informationen:
In vielen Fällen scheinen kommerzielle Interessen gegenüber der medizinischen Notwendigkeit deutlich zu überwiegen. Patentanträge auf gentechnisch veränderte Tiere sind ein klares Zeichen dafür, dass Konzerne und Investoren bereit sind, aus dem Tierleid auch ein Geschäft zu machen. Trotz aller ethischen Vorbehalte erteilte das Europäische Patentamt (EPA) bereits rund tausend Patente auf Gentechnik-Tiere und deren Verwendungen. Zuletzt hatte das EPA sogar Einsprüche gegen die Patentierung gentechnisch veränderter Schimpansen zurückgewiesen.
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