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Deutschland, 1825 datiert
Kupferstich, koloriert, auf Holz aufgezogen, zersägt; Rückseiten mit gemustertem Buntpapier beklebt
H. 10 cm, B. 11,1 cm
Inv. 1915.311.
Jahrhundertelang hatte die Darstellung von vier Kontinenten eines der wichtigsten Bildthemen der profanen Ikonographie gestellt. Zusammen mit den 4 Elementen und den 4 Jahreszeiten fügten sie sich dem klassischen Viererkanon gut ein. Die Entdeckung des fünften Kontinents zu Beginn des 17. Jahrhunderts durch holländische Segler, zwang zur Ausweitung dieser kanonischen Vierzahl. Lange noch als NeuHolland bezeichnet, war dieser Kontinent 1825, als das kleine Puzzle entstand, immer noch weitgehend unbekannt (erst seit 1817 offiziell „Australien“).
Unter den Karten fällt die des fünften Kontinentes in einigen Aspekten heraus. Einige Beschriftungen zeigen den Zwiespalt zwischen altüberliefertem „Wissen“ und neueren Forschungen an. So ist erstaunlicherweise auf der Karte von Australien/Südindien der Verlauf von James Cooks dritter Reise in den Pazifik eingetragen, während Einträge dieser Art sonst auf allen anderen Karten fehlen.
Nahe der Insel Hawai, damals noch als Sandwichinseln bezeichnet, liest man: „Hier wurde Cap. Cook d. 14. Febr. (1)779 ermordet.“ Der Grund für diesen aussergewöhnlichen Eintrag mag in der auch ein halbes Jahrhundert später immer noch ungebrochenen Popularität dieses Entdeckungsreisenden gelegen haben, andererseits aber auch in den dramatischen Umständen seines Todes, der ihn im Kampf mit Eingeborenen ereilte. Seine Verdienste um die Erforschung der Südsee machen den Hinweis auf ihn auf dieser Karte besonders sinnvoll. Andererseits findet sich südöstlich von Australien (noch als Neu-Holland bezeichnet) die Inschrift „Gegenfüssler von Nürnberg“ bzw. Paris – ein Hinweis, dass auch die populäre Vorstellung der Antipoden, die jeweils auf der entgegengesetzten Seite der Erdkugel leben, noch präsent war.