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der beste am Asowschen
Meere. Die Zahl der einlaufenden fremden Schiffe
[* 2] betrug (1889) 248, der russ.
Küstenfahrer 963. Die Hauptgegenstände der Ausfuhr sind Getreide,
[* 3]
Wolle,
Häute,
Salz.
[* 4]
(spr. bérretzk),Stadt mit eigenem
Statut im ungar.
KomitatHáromszék in Siebenbürgen,
unweit der moldauischen Grenze, oberhalb des Passes von
Ojtoz (586 m), hat (1880) 3033 magyar. und rumän.
E., Post und
Telegraph.
[* 6]
im weitern
Sinne die Fähigkeit, sich richtig, fließend und eindringlich in Worten auszudrücken, im
engern die Kunst, in mündlicher
Darstellung auf Überzeugung und Willen anderer zu wirken und gewisse
Gesinnungen in ihnen zu erwecken (s.
Redekunst).
Sie kann als Überredungskunst glänzen, die wahre aber will überzeugen.
Man teilt die ein in geistliche (s. Homiletik) und weltliche, letztere wieder wesentlich in gerichtliche
und politische Beredsamkeit, auf welche beide
Arten sich die Rhetorik (s. d.) der Alten vorzüglich bezog.
Einige südl.
Berge liefern einen
Wein, der dem Tokaier nur wenig nachsteht. Die Hauptprodukte des
Ackerbaues
sind: Weizen, Roggen, Hafer,
[* 8] Gerste
[* 9] und Kartoffeln, ferner
Tabak,
[* 10] Hanf und Flachs sowie Brenn-und
Bauholz. Die Viehzucht
[* 11] liefert
namentlich Schweine
[* 12] und Hornvieh. Die Karpatenwälder sind noch immer ein reiches Jagdgebiet:
Bären,
Rehe, Füchse,
Wölfe,
Wildschweine, auch Auerwild
u. dgl. Die
Flüsse,
[* 13] insbesondere die
Theiß mit ihren Zuflüssen Borsava und
Latorcza, und die
Sümpfe sind reich an Fischen und
Wasservögeln.
Früher lieferten die
BergwerkeGold,
[* 14] jetzt nur Eisenerze, Porzellanerde und besonders
Alaun,
[* 15] der hier in großen Fabriken verarbeitet
wird. Das
Komitat zerfällt außer den
Städten mit geregeltem Magistrat
Beregszász und Munkács in die 5 Stuhlbezirke:
Oberland (Felvidéki járás) mit dem Amtssitz Jlosva,
Mezö Kászony, Munkács, Szolyva, Theißthaler
Bezirk (Tiszaháti járás)
mit dem Amtssitz
Beregszász. Sitz der Komitatsbehörden ist die Stadt Munkács (s. d.).
(spr.-ßahß), ehedem
Lampertshaus (eine deutsche Gründung), Stadt mit geordnetem Magistrat im ungar.
KomitatBereg, am Fuße einer einzelnen aus der Ebene sich erhebenden und mit
Wein bepflanzten Gebirgskette
aus trachytischen Gesteinen und an der Linie Szerencs-Királyháza der
Ungar.
Staatsbahnen,
[* 16] hat (1890) 8078 meist magyar.
E., Post,
Telegraph, berühmte Alaungewinnung und Mühlsteinbrüche.
und Bereicherungsklage. Die Klage auf Herausgabe der Bereicherung,
d. i. der Vermögensvermehrung, welche
dem Beklagten aus dem Vermögen des Klägers zugeflossen ist, ohne daß ein
Grund besteht, welcher diese
Bereicherung rechtfertigt. Z. A hat etwas geschenkt erhalten oder in einer Erbschaft vorgefunden, das er nun für sein Eigentum
halten durfte;
er hat es verkauft und den Preis erhalten.
Jetzt findet sich, daß der Schenkgeber oder
Erblasser nicht Eigentümer
war;
der wirkliche Eigentümer kann die Sache vom
Käufer nach manchen Gesetzen nur abfordern, wenn er ihm den gezahlten Preis
erstattet;
von A kann er die Sache nicht mehr abfordern,
denn er hat sie nicht
mehr.
SollA den Preis behalten dürfen, den er, wenn auch in gutem
Glauben, doch aus fremdem Vermögen
gewonnen hat? Ein anderes
Beispiel: A hat eine arme Verwandte ausgestattet, damit sie heiraten kann. Nun stirbt ihr Bräutigam.
Gegeben hat A die
Ausstattung, aber nur als
Ausstattung, für die Zwecke der
Ehe. Ferner: A hat
Geld gezahlt, aber sein
Gläubiger war, ohne daß er etwas davon erfahren hat, entmündigt;
A ist also von seiner Schuld nicht befreit.
Für Fälle
dieser und ähnlicher Art hat der Erfindungsgeist der
Römer
[* 17] die
Kondiktionen eingeführt. Als einzelne
Arten derselben werden
genannt: Condictio causa data causa non secuta, Rückforderung des unter einer dem Nehmer erklärten,
aber nicht zutreffenden, oder später weggefallenen
Voraussetzung Gegebenen;
Condiction indebiti, Rückforderung dessen, was
in der irrtümlichen
Annahme, der Geber schulde, gegeben ist;
Condiction ob turpem causa, Rückforderung dessen, was zu einem
unsittlichen Zweck gegeben ist;
Condictio
ex injusta causa, Rückforderung dessen, was der Nehmer durch unerlaubte Handlung
erworben hat;
die subsidiäre Condictio sine causa geht auf die Bereicherung, welche der Beklagte aus
dem klägerischen Vermögen erhalten hat und ohne rechtfertigenden
Grund behält.
Die deutsche Praxis begnügte sich dabei
nicht; sie führte eine weitere Klage aus nützlicher Verwendung ein, welche im
Preuß. Allg.
LandrechtAufnahme gefunden hat;
sie ist praktisch besonders für den Fall, daß jemand, der sich als zahlungsunfähig erweist, von mir
gekauft oder sonst mit mir in eigenem
Namen, aber für fremde
Rechnung kontrahiert hat. Was er von mir erhielt, ist in dem
Nutzen des andern verwendet, ohne daß dieser wieder vom Mittelmann kaufte. Z. Bereicherung der Ehemann
kaufte und verwendete die
Ware in dem Nutzen der allein zahlungsfähigen
Ehefrau. Hier darf ich, was der Ehemann zu zahlen
hat, von der
Ehefrau aus der nützlichen Verwendung fordern, soweit diese bereichert ist.
Ein wichtiger Fall der Bereicherungsklage ist durch die Deutsche Wechselordnung (Art. 83) gegeben. Wenn ein Wechsel durch
Verjährung oder Präjudizierung (Unterlassung der rechtzeitigen Protesterhebung) die Wechselkraft verloren hat, so kann
der legitimierte Inhaber des Wechsels, dem ein
Anspruch aus dem Wechsel zugestanden haben würde, wenn er nicht verjährt
oder präjudiziert wäre, den
Aussteller oder den
Acceptanten, aber nicht die
Indossanten, auf denjenigen Betrag in
Anspruch
nehmen, um welchen sie sich mit dem Schaden des Inhabers bereichern würden.
Aussteller und
Acceptanten
sollen durch die Verjährung oder sonstige Versäumnis nichts gewinnen, was ihnen nach dem materiellen
Recht nicht gebührt.
So liegt die Sache z. B., wenn A dem
B einDarlehn gegeben, B darüber einen eigenen Wechsel ausgestellt hat und
der Wechsel verjährt ist; dadurch ist das
Darlehn nicht
¶
mehr
verloren. Ebenso wenn der eigene Wechsel über den Kaufpreis von Ware ausgestellt ist, oder wenn der Aussteller den Wechsel
über den Betrag einer Forderung an den Bezogenen gezogen hat und der Wechsel in seiner Hand
[* 19] verjährt, ebenso aber auch,
wenn in diesem Falle der Aussteller den Wechsel begeben, die Valuta erhalten hat und der Wechsel in den
Händen eines dritten Wechselinhabers seine Wechselkraft verloren hat. In diesem Falle kann der Wechselinhaber jedenfalls
den Acceptanten in Anspruch nehmen, der seine Schuld ohne Entgelt durch das Erlöschen des Anspruchs aus dem Wechsel los geworden
ist, möglicherweise auch den Aussteller, wenn dieser nicht durch die Annahme des Accepts seine Forderung
an den Acceptanten verloren hat. Der Wechsel muß beigebracht oder amortisiert werden.