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Buchhandlung Vogel, Familienunternehmen
Marktgasse 41
8400 Winterthur
Die Angehörigen der Buchhändlerfamilie Vogel waren engagierte Winterthurer Persönlichkeit gewesen. Sie führten die Buchhandlung Vogel seit 1911 als führendes Bücherhaus und waren aus der Marktgasse nicht wegzudenken.
Wolfgang Vogel sen. ging zu seinem Vater in die Buchhändler-Lehre und eignete sich diesen Beruf voll und ganz an. Er besuchte zwischen den beiden Weltkriegen die Buchhändlerschule in Leipzig und legte den Weg dorthin auf dem Velo zurück. Fachlich wohlausgerüstet kam er heim und übernahm von seinem Vater 1951 die Buchhandlung an der Marktgasse. Die Gunst der Umstände erlaubte ihm in den sechziger Jahren, das Geschäft zu erweitern und auch eine Galerie zu eröffnen. Wolfgang Vogel trug viel zum literarischen Leben Winterthurs bei. Er wirkte auch als Verleger mit der Herausgabe von Werken vorwiegend mit lokalem und regionalem Bezug. Lange Jahre wirkte er im Vorstand der Literarischen Vereinigung Winterthur. Vogel war eines der Gründermitglieder des Theatervereins, wo er sich vordergründig für den Neubau des Theaters einsetzte.
Den Grundstein zur Buchhandlung Vogel hatte 1867 Salomon Bleuler-Hausherr (1829-1886) gelegt. Er gründet zusammen mit seinem Jugendfreund Friedrich Albert Lange (1828-1875) im Gemsberg die Firma Bleuler-Hausherr & Cie., Verlag und Buchhandlung. 1877 übernahm Gottlieb Ziegler-Bleuler (1828-1898), Pfarrer und Politiker, die Druckerei samt dem Landboten von seinem Schwager Salomon Bleuler und im Jahre 1886 trat er sie an seine sechs Töchter ab, die sie als Kollektivgesellschaft Geschwister Ziegler weiterführten. Die Buchhandlung erwarb Moritz Kieschke aus Kottbus, der zuvor Geschäftsführer war. Vom Gemsberg zog er an die Marktgasse, zuerst ins Haus „Zur goldenen Traube“ und später in den „Tiergarten“ an der Marktgasse 43. Nach dem Konkurs von Kieschke übernahm der Zürcher J. Meier-Mehrat das Geschäft. 1911 kam die Buchhandlung zur Familie Vogel. Buchhändler Adolf Vogel (26.01.1880-16.01.1963) aus Böblingen bei Stuttgart übernahm das Steuer und führte das Unternehmen innovativ in die Zukunft. Erst verlegte er das Ladengeschäft in die Nachbarliegenschaft „Weisses Haus“ Marktgasse 41, ehemals Wirtschaft „Zum ruche Bode“ der Familie Bachmann. Diese Liegenschaft konnte er später käuflich erwerben und im Jahr 1965 konnte auch die Liegenschaft Marktgasse 43 gekauft werden.
1951 übernahm Wolfgang Vogel (08.03.1909-31.12.1988) das väterliche Geschäft in zweiter Generation. 1965 bis 1967 wurde die Buchhandlung grosszügig ausgebaut und die Galerie "Im Weissen Haus" angegliedert. 1989 übernahm die dritte und leider letzte Generation das Traditionshaus. Wolfgang Vogel jun. und Schwester Christine Geiser-Vogel übernahmen die Geschäftsführung.
Per 1. Juni 2008 ging die Buchhandlung in den Besitz des deutschen Grossbuchhändlers Thalia GmbH über. Unter dem Doppelnamen Vogel-Thalia wurde das Geschäft weitergeführt. Per 15. Februar 2015 wurde die Buchhandlung Orell Füssli AG am oberen Ende der Marktgasse geschlossen. Die ehemalige Vogel-Buchhandlung wird neu unter dem neuen Namen „Orell Füssli Thalia AG“ an der Marktgasse 41 weitergeführt. Somit ist der Name Vogel aus dem Firmennamen erloschen und nur noch Geschichte.