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Die Ausstellung von Mathis Altmann (*1987) in der Salle Poma des Kunsthaus Pasquart ist eine Fortsetzung jener im unabhängigen Ausstellungsraum La Salle de bains in Lyon, der sich von der Salle Poma vor allem hinsichtlich seiner Grösse abhebt: Er misst knapp 20 m2. Die Arbeiten, die schon durch ihre Miniaturisierung und hypnotischen Effekte Aufmerksamkeit erregen, werden hier in einem radikal veränderten Grössenverhältnis erfahrbar.
Mathis Altmanns Arbeit beruht auf einer kritischen Beobachtung der Physiognomie heutiger Metropolen, allen voran Berlin. Der Künstler liess sich dort vor ein paar Jahren nieder, gerade als diese symbolträchtige Stadt der Alternativkultur einen Beschleunigungsprozess der Gentrifizierung und Vereinheitlichung von Lebensstilen erlebte, ausgelöst durch städtische Sanierungspläne. Altmann erforscht, vor dem Hintergrund des steigenden Einflusses des Kapitalismus, persönliche und kollektive Nutzungen von Räumen im Arbeits-, Wohn- und Freizeitbereich und verweist auf unsere Verwirrung zwischen Verlangen und Moral. Dies äussert sich in den mal rauen, mal glatten Formen seiner Assemblagen von Objekt, Bild und Text. Sie entleihen Theorien der Wirtschaftslehre und sind gespickt mit Verweisen auf Mode, Architektur und Undergroundkultur.
Kuratorin: Julie Portier, La Salle de bains, Lyon
Die Ausstellung wird unterstützt von Pro Helvetia