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Film
Der 40-jährige Schauspieler Günter führt ein relativ normales Leben. Er teilt sich seine Zeit auf zwischen seiner Tochter, der Arbeit am neuen Theaterstück und der Frau des Regisseurs, mit der er eine Affäre hat. Doch die gut geölte Routinemechanik gerät nach einer mysteriösen Begegnung und immer seltsameren Ereignissen aus den Fugen. Normalität ist irgendwann nur noch ein frommer Wunsch. Zugegeben, der Handlungsbeschrieb zu Nr. 10 ist kein Verkaufsargument. Der Trick besteht darin, sich den Film mit möglichst wenig Vorwissen anzusehen – dann taugt er als eine der unverschämtesten, verblüffendsten Erfahrungen des Festivals. Verspielt unterläuft Alex van Warmerdam die Erwartungen, indem er eine scheinbar vertraute Geschichte implodieren lässt und das Publikum damit an die Grenzen dessen führt, was es zu glauben bereit ist. Das Ganze wird garniert mit einem trockenen, schwarzen Humor, den man nicht so leicht wieder vergisst. Alex van Warmerdam, Jahrgang 1952, hat sich eine beachtliche Karriere zwischen Film und Theater aufgebaut – als Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur. Sein erster Film Voyeur (1986), eine schrille Komödie mit absurden Zügen, vereinte bereits alle Merkmale seines zukünftigen Schaffens. Sein Film The Dress (1996) lief am Filmfestival in Venedig, wo er den FIPRESCI-Preis gewann. Die internationale Anerkennung setzte sich fort, insbesondere mit dem verstörenden Borgman (2013), gezeigt in Cannes, und dem vergnüglichen Schneider vs. Bax, der am NIFFF 2016 zu sehen war.