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Doch die schwierigen verfassungsrechtlichen Probleme, wie grundrechtliche Freiheit zu sichern, föderale Einung zu bewerkstelligen, demokratische Legitimation zu aktivieren ist, erledigten sich ganz einfach, wenn der Staat sich überhaupt jedweder Regelung enthielte, die Sprache sich selber regelte und die Schreibenden unter sich den Konsens über die Regeln herstellten […]. In diesem kulturanarchischen Verfahren, an Freiheitlichkeit überlegen jedwedem Verfahren der Demokratie, hat sich Jahrhunderte hindurch die deutsche Sprache entwickelt: im tagtäglichen, offenen Plebiszit, an dem alle mitwirken, die des Wortes mächtig sind und die deutsche Schriftsprache beherrschen. Die unsichtbare Hand, die Adam Smith im Marktgeschehen walten sah, leitet auch das Sprachgeschehen und bringt, alles in allem, vernünftige, verständigungsförderliche Normen hervor. Die Selbstregulierung der Sprachgemeinschaft ermöglicht Tradition und Evolution, Eigenwilligkeit und Anpassung. Sie weiß autonome Durchsetzungsmittel auf ihrer Seite: Kommunikationsbedürfnisse und Isolierungsfurcht.
Tolle idee, aber leider die übliche verwechslung von sprache und schreibung (stichwort schichtenmodell). Es gibt keine amtliche sprache, aber eine amtliche rechtschreibung.