Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03374.jsonl.gz/1094

Der Name Textilien stammt aus dem Lateinischen “texere” und bedeutet soviel, wie “flechten”. Es verwundert kaum, denn das Flechten gehört zu den ältesten Textiltechniken, lange bevor der erste Webrahmen gebaut wurde.
Die Kunst rund um das Flechten hat vor allem einen funktionellen Nutzen. Seit Tausenden von Jahren ist praktisch in jedem Haushalt auf der Erde ein Korb oder sonst ein geflochtener Gebrauchsgegenstand anzutreffen. Das Flechten haben die Menschen mit grosser Wahrscheinlichkeit von der Tier- und Pflanzenwelt abgeschaut. Wenn man sich beispielsweise ein einfaches Vogelnest ansieht, kann man sich gut vorstellen, dass diese Konstruktion die Menschen vor Jahrtausenden inspiriert haben könnte. Weltweit wird mit allen möglichen Materialien geflochten. Meist sind es zähere, biegsame Pflanzenfasern oder Zweige, mit welchen ein Flechtwerk hergestellt wird.
In der Schweiz stellten die ersten sesshaften Menschen die Grundkonstruktionen ihrer Hüttenwände aus geflochtenen Zweigen her, die sie nachfolgend mit einer Mischung aus Lehm und Viehdung verputzten. Diese Konstruktionsart übernahmen einige nachfolgende Völkergruppen, wie beispielsweise die Kelten und Germanen.
In Westeuropa werden Gartenzäune noch heute mit Zweigen geflochten. Flechtzäune aus Holz halten auch bei uns in Mitteleuropa wieder Einzug in die Gärten.
Zum Flechten verwendeten die Menschen früher Materialen, die in ihrer Nähe wuchsen. Für kleine Körbe und Matten nutzten sie Gräser, Baumbast, Schilf, Binsen oder Stroh. Für geflochtene Gebrauchsmaterialien, die hohen Belastungen standhalten mussten, nutzte man Spaltholz (Eiche, Esche, Kastanie) oder dickere, elastische Weiden- oder Haselzweige für robuste Körbe und Rückentragen. Auch aus Rinde (Zeder, Birke, Weide) wurden Körbe hergestellt.
Textile Flechtarbeiten
Die textilen Flechtarbeiten eignen sich besonders zur Herstellung schmaler Textilien, wie Gürtel oder zum Einfassen von Textilien. Wenn sehr viele Fäden verflochten werden, erinnert das Flechtwerk an ein Webgut. In der einfachen Flechttechnik werden die Fäden diagonal in eine Richtung geflochten. Bei mehrfarbigen Flechtarbeiten werden die Stränge immer wieder neu gruppiert, um den gewünschten Effekt zu erzielen.
Links
Berufsverband der Schweizer Korbflechter und Korbflechterinnen
Die Interessengemeinschaft der Korbflechterei Schweiz (IGK) ist ein Zusammenschluss der Berufskorbflechter und Berufskorbflechterinnen und anderen an der Korbflechterei interessierten Personen.
IGK SCHWEIZ
www.korbflechten.ch