Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03573.jsonl.gz/1837

Dieses Getränk ist Tau, der leicht und lind vom Himmel fällt
Aus der Sung-Dynastie
Wann die Geschichte des Tees begann, weiss man nicht so genau, in China wird der Teestrauch seit ca. 5000 Jahren angebaut.
Grüner und schwarzer Tee werden aus demselben Teestrauch gewonnen.
Botaniker unterscheiden zwei Pflanzen, den chinesischen Teestrauch Camellia sinensis und den assamischen Teestrauch Camellia assamica. Einige Botaniker vertreten jedoch die Ansicht, es gebe nur eine Art, nämlich die Camellia sinensis in zwei Varietäten.
Die Camelia sinensis wächst bis zu vier Meter hoch und hat schmale, zarte Blätter. Die Camellia assamica kann 15-20 Meter hoch werden und hat derbere, breitere Blätter. In der Plantage werden die Pflanzen auf ein bis eineinhalb Meter gestutzt um die Ernte der Blätter zu erleichtern. Die Blätter werden nach der Ernte unterschiedlich verarbeitet.
Grüntee
Um grünen Tee zu erhalten, muss die Oxidation verhindert werden.
In China werden die Blätter nach dem Pflücken in grossen Pfannen oder in Metalltrommeln über Feuer getrocknet. Dies dauert nur einige Minuten, verhindert jedoch das oxidieren der Blätter. Anschliessend werden die Blätter geknetet und dann 8 – 12 Stunden getrocknet und ev. aromatisiert.
Die grüne Farbe wird bei dieser Methode fast erhalten. Der chinesische Grüntee ergibt oft einen orangefarbenen Aufguss.
In Japan wird die Oxidation mit Hilfe von Wasserdampf unterbunden. Dampf verhindert schneller eine Oxidation, so dass das Blattgrün erhalten bleibt. Japanische Grüntees haben desshalb eine hellere und intensivere grüne Farbe und auch sein Aufguss ist grünlich bis gelb.
Schwarztee
In China wird der Tee, den wir Schwarztee nennen “Roter Tee” genannt. Um Schwarztee zu erhalten, müssen die Teeblätter oxidieren. Nach dem trocknen, welken und rollen, werden die Blätter auf grossen Gittern ausgebreitet. Im vorhandenen feuchtwarmen Klima laufen komplexe biochemische Reaktionen ab. Die Gerbstoffe im Blatt lösen sich auf, es bilden sich ätherische Öle und das Blatt nimmt seine typische Farbe an. Darauf werden die Teeblätter nochmals getrocknet und ev. aromatisiert.
Oolong-Tee
Bei dieser Spezialität werden die Teeblätter kurz anoxidiert. Er gilt als halboxidierter Tee. Wobei es grosse Unterschiede gibt. Von nur ganz leicht oxidierten bis fast ganz oxidiertem Oolong. Von den Inhaltsstoffen her gleicht er dem grünen Tee, der Geschmack jedoch variert je nach dem Oxidationsgrad. Er hat einen “weichen” Geschmack und ergibt einen hellgelben bis grün-braunen Aufguss.
Weisser Tee
Weisser Tee wird nach uralter Methode von Hand hergestellt, dabei werden die Blätter getrocknet und die Blattränder oxidieren leicht. Um diesen Tee zu erhalten, werden die Knospen und ersten Blätter gepflückt welche mit feinen silbrig-weissen Härchen bedeckt sind. Daher auch der Name „Weisser Tee“.
Pu-erh Tee
Diese Spezialität wird in China schwarzer Tee genannt, nach der Farbe seines Aufgusses. Zuerst werden die Blätter getrocknet, dann bei hoher Luftfeuchtigkeit gelagert wo er fermentiert. Pu-er ist der einzige fermentierte Tee. Die Nachreife kann bis zu 20 Jahren dauern. Pu-erh wird manchmal auch als post-fermentierter Tee bezeichnet.
Alle Tees welche aus dem Teestrauch Camellia sinensis gewonnen werden, enthalten Koffein. Mit der Art der Zubereitung kann der Koffeingehalt beeinflusst werden. Während der ersten ein bis zwei Ziehminuten lösst sich das Koffein, erst ab der dritten Minute werden die Gerbstoffe freigegeben. Um den Grüntee koffeinarm zu erhalten, können zwei Aufgüsse gemacht werden. Den ersten Aufguss, der zwischen 30 Sekunden und 2 Minuten gezogen hat, wird fortgeschüttet. Im zweiten Aufguss ist dann weniger Koffein enthalten. Grüntee kann bis zu 4 mal aufgegossen werden:
Der erste Aufguss für den Geschmack. Der zweite Aufguss für den Genuss. Der dritte Aufguss für das Auge. Der vierte Aufguss für die Entspannung
Chinesische Volksweisheit
Schwarztee hingegen der 3-4 Minuten gezogen hat regt an, wenn er länger zieht, regt er dank den freiwerdenden Gerbsäuren weniger an.
Zubereitung von Tee
Bei ganz feinen und kostbaren Teesorten lohnt es sich den Tee abzuwiegen, als Faustregel gilt jedoch: Ein Teelöffel Teeblätter pro Tasse und einen für die Kanne. Es ist besser den Tee zu stark anzusetzen und ihn dann zu verdünnen, zu schwacher Tee kann nicht mehr verbessert werden. Grosse Blätter brauchen länger zum Ziehen, klein geschnittene Blätter oder Pulvertee ist schneller fertig.
Das verwendete Wasser sollte immer frisch und kalkarm sein. Hartes Wasser verändert den Geschmack und macht den (Grün)Tee bitter. Ist das Wasser zu hart, kann ein Wasserfilter helfen.
Teewasser muss kurz sprudelnd kochen. Um die richtige Aufgusstemperatur für Grüntee zu erhalten muss das Wasser zuerst etwas abkühlen. Nach etwa 5 Minuten ist das Wasser auf 80°C abgekühlt.
Schwarztee kann direkt mit kochendem Wasser übergossen werden.
Vor der Teezubereitung sollten die Kanne und die Teetassen mit heissem Wasser ausgespült werden. Grüntee darf nicht zu lange ziehen (30 sec. – 2 Min.) sonst wird er bitter. Schwarz- und Oolongtee 3-7 Min. Die Teeblätter müssen ganz mit Wasser bedeckt sein. Nach der Ziehzeit wird der Tee gefiltert und kann serviert werden.
Das Teegeschirr sollte nur für Tee verwendet werden, mit der Zeit setzt sich ein Belag ab, der Patina genannt wird. Über die Geschmacksverbesserung dank Patima wird noch gestritten.
Metallgefässe wie Kupfer oder Messing eignen sich nicht als Teegeschirr, weil die Gerbstoffe die Metalle angreifen. Dadurch wird der Teegeschmack verdorben. Als Ausnahme von dieser Regel gelten Silberkannen. Gusseiserne Kannen sollten innen emailliert sein.
Es reicht, das Teegeschirr nur mit heissem oder kaltem Wasser auszuspülen. Spülmittel verdirbt den Geschmack.
Die Teeblätter brauchen beim Ziehen genügend Platz um sich auszudehnen, um das volle Aroma entfalten zu können. Das Teesieb muss daher genügend gross sein.
Wie die einzelnen Grün- und Schwarzteesorten zubereitet werden sehen sie in unserem Shop bei den jeweiligen Tees.
Rotbuschtee
Die Geschichte des Rotbuschtees ist nicht so alt wie die von Schwarz- und Grüntee. Man weiss nicht genau wie alt der Rooibos ist, auch nicht wann genau die Menschen in Südafrika begannen, ihn als Tee zuzubereiten. 1904 wurde damit begonnen, Rotbuschtee zu handeln.
Lateinisch heisst der Rooibos „Aspalathus linearis“, und gehört zu den Leguminosen wie etwa Bohnen oder Klee. Rooibos wächst nur in Südafrika. Er ist ein ein bis eineinhalb Meter hoher Strauch mit langen Trieben. An den Ruten hat es viele dünne, beblätterte Seitenästchen, was den Strauch buschig macht. Die Blätter erinnern an Kiefernnadeln und die gelben Blüten an Ginster. Im Sommer bis Frühherbst werden die Zweige geerntet. Darauf werden die Zweige in 4 mm lange Stücke geschnitten und gequetscht, dann mit Wasser angefeuchtet und zu Haufen aufgeschüttet. Dort fermentierten sie dann während 8-24 Stunden. Die grünen Rotbuschzweige werden dabei rotbraun. Während der Fermentation entwickelt sich auch das fruchtige Aroma. Nach der Fermentation wird der Rooibos getrocknet und ev. aromatisiert.
Rotbuschtee hat einen rotbraunen Aufguss welcher an einen Sonnenuntergang in Süafrika erinnert.
Zubereitung von Rotbuschtee
Wie beim grünen Tee, sind auch beim Rotbuschtee mehrere Aufgüsse möglich. Es gibt verschiedene Zubereitungsarten: Ca. 1 Esslöffel Rotbuschtee mit 1 Liter Wasser aufkochen und nachher absieben oder zuerst das Wasser erhitzen dann über den Tee giessen, nach 2-3 Minuten absieben. Auch eine längere Ziehdauer verdirbt den Geschmack nicht. Beim Filter ist darauf zu achten, dass er feinmaschig ist, da sonst die feinen Nadeln durch das Sieb schlüpfen.
Rotbuschtee hat eine eigene, zuckerfreie Süsse, daher kann er bestens, ohne nachzusüssen, getrunken werden. Er schmeckt auch kalt, pur oder mit Fruchtsaft gemischt. Mit Rotbuschtee kann man sogar kochen.
Da er kein Koffein enthält, eignet er sich als Getränk für jedes Alter und kann auch in grossen Mengen getrunken werden.