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Wenig Niederschlag in den Südalpen
Nicht nur die Wärme blieb nach dem Sommerhalbjahr 2022 weiterhin ein Thema, sondern auch der Niederschlagsmangel. Von November bis Februar gab es in den meisten Gebieten der zentralen und östlichen Alpen zu geringe Niederschlagsmengen im Vergleich zum Durchschnitt der Periode 1991-2020. Nur in Teilen der österreichischen Südalpen wurden normale oder überdurchschnittliche Niederschlagsmengen erreicht. Am wenigsten Niederschlag erhielt das Tessin. In dieser Region war der Februar selbst am trockensten. Vom 6. bis am 21. Februar fiel in der Schweiz verbreitet gar kein Niederschlag. Im Zeitraum November 2022 bis Februar 2023 gab es in den Tälern nördlich des Lago Maggiore (CH) weniger als die Hälfte des normalen Niederschlags. Häufige Hochdrucklagen und weitgehend fehlende Südstaulagen können als Hauptgründe für die im Tessin herrschende Trockenheit bis März angeführt werden.
Sehr wenig Schnee
Die Niederschlagsarmut, gepaart mit milden Temperaturen, erklärt den Umstand, dass über das vergangene Winterhalbjahr bis März in vielen Gebieten sehr wenig Schnee lag.
Das Schneedefizit in den Nordalpen war an tiefer gelegenen Stationen am grössten. Unterhalb von 1700 m ü.M. betrug die mittlere Schneehöhe von Dezember bis Februar nur 34 % des langjährigen Durchschnitts. In Grächen (1605 m ü. M.) entsprach die mittlere Schneehöhe in dieser Zeit sogar nur 4 % des Wertes der Referenzperiode. Zwischen 1700 und 2000 m ü.M. war die Schneedecke im meteorologischen Winter etwa halb so hoch wie im Mittel des Bezugszeitraums 1991-2020.
Oberhalb von 2000 m fiel das Schneedefizit nicht ganz so stark aus, dort waren die Schneehöhen im Mittel bei 63 % des vieljährigen Mittelwertes für Dezember bis Februar bzw. 66% für das gesamte Winterhalbjahr November bis April.
Mitte April gab es nochmals starke Schneefälle, vor allem in den höher gelegenen Regionen der Nordalpen. Die Schneedecke am Ende des Winterhalbjahres im April erreichte zum Teil den Normbereich. Bei Betrachtung des gesamten Winterhalbjahres konnten die Schneefälle das Defizit aber nur stellenweise beheben.