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Beschreibung
Nachdem die Bedrohung durch das Osmanische Reich nach der berühmten Schlacht am Kahlen Berg 1683 vor Wien abgewandt war, entdecke man die osmanische Lebenskultur – und plötzlich wurde alles «schick», was einen «türkischen» Anstrich hatte: man trank Kaffee, ass Croissants (dem türkischen Halbmond nachempfunden) und auch in der Mode waren türkische Accessoires äusserst beliebt. Komponisten verwendeten gerne osmanische Instrumente, um die Musik der Janitscharen zu kopieren. Das ist eine Art Marschmusik und unter anderem erkennbar am charakteristischen Rhythmus. Wenn sie für Orchester gesetzt wurde, kamen normalerweise besondere Schlaginstrumente zum Einsatz, die sich in der Musik der Wiener Klassik ansonsten nicht finden, typischerweise Basstrommel, Triangel und Zimbeln, ähnlich den heutigen Becken. Diese Instrumente wurden tatsächlich in der türkischen Militärmusik benutzt, so dass zumindest die Instrumentierung der Janitscharen-Musik authentisch war. Oft wurde noch die Piccoloflöte hinzugefügt, deren penetranter Ton gut zur Freiluftatmosphäre der Musik passt. Man kennt diese Besetzung aus Mozarts «Entführung aus dem Serail» oder Haydns «Militärsinfonie».
Dieser «türkische» Einfluss ist auch in den ersten beiden Kompositionen der Barockmeister Lully und Fux deutlich zu hören. Mit einer «Taksim» wird übergeleitet zu einer Komposition eines «echten» Türken aus der Barockzeit, dem äusserst musisch begabten Sultan Selim III, der nicht nur komponierte, sondern auch dichtete. Die folgenden vier Kompositionen von Burhan Öçal präsentieren im wahrsten Sinne des Wortes den «Crossover» zwischen westlicher und östlicher Musik und verbinden die Traditionen der beiden Kulturen in heutiger Sichtweise.
Jean-Baptiste Lully Marche pour la cérémonie des Turques
Johann Joseph Fux Turcaria K 331
Sultan Selim III Suzi Dilara Pesrev
Burhan Öçal Cariye, Yarım Kalan Aşk, Old Istanbul, Dance of Rhythm