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Kalte und warme Winde
Auf der Vorderseite eines umfangreichen Tiefs mit Kern über dem Nordatlantik befand sich die Schweiz heute nach wie vor in einer südlichen bis südwestlichen Strömung. So wurde weiterhin feuchte Luft zur Alpensüdseite geführt und sorgte dort für Bewölkung und Niederschläge im Millimeterbereich. Auf der Alpennordseite wurde die Luft mit Föhneinfluss etwas abgetrocknet.
Hochnebel
Der heutige Tag startete vielerorts bewölkt, das Mittelland erwachte unter einer Hochnebeldecke. Lokal gab es auch Nebel. Im Laufe des Tages erfolgte dann aber ein rascher Übergang zu meist sonnigem Wetter, einzig im zentralen Mittelland blieb der tiefe Hochnebel etwas hartnäckiger liegen.
Möhlinjet
Die Obergrenze des Kaltluftsees und damit des Hochnebels im Mittelland lag in rund 800 Metern. Bei dieser Obergrenze ist der Jura eine Barriere zwischen dem Hochnebel im Mittelland und der Nordwestschweiz. Eine höhere Obergrenze sorgt auch im Raum Basel häufig für Hochnebel. Da gab es heute früh jedoch nur lokal etwas Nebel und eine zähe Dunstschicht. Nicht unschuldig daran war der sogenannte Möhlinjet. Dies ist ein Wind, welcher aus dem Mittelland kommend via Fricktal über Möhlin und dann dem Rhein entlang in Richtung Basel weht. Angetrieben wird er durch den Kaltluftsee im Mittelland. Die schwere kalte Luft möchte absinken und sucht sich dafür am Jura die tiefste Stelle. Dadurch entsteht der Möhlinjet, welcher in Möhlin aus Ost bis Südost weht und der Nebelbildung entgegen wirkt.
Veranschaulicht kann dieses Phänomen anhand der obenstehenden Grafik werden. Sie zeigt die Windgeschwindigkeit und die Temperatur für Basel, Möhlin und die Mittellandstation Buchs. So lange der Temperaturunterschied zwischen dem Kaltluftsee im Mittelland und der Luftmasse am Juranordfuss gross genug ist, weht als Ausgleich der Möhlinjet. Die Messwerte oben sind nur bedingt repräsentativ, da sie die Temperatur auf 2 Meter Höhe wiedergeben.
Föhnstatistik
Die auffallend häufigen Föhnlagen in letzter Zeit haben die heutige Bloggerin dazu bewogen, die Föhnstunden von 2018 mit der Vergangenheit zu vergleichen. Die folgende Tabelle zeigt die registrierten Föhnstunden (entspricht der Anzahl Stunden mit Föhn) monatsweise seit 1981 für die Station Vaduz.
In der untersten Zeile ist das laufende 2018 ersichtlich. Hier muss beachtet werden, dass nur Daten bis gestern, 8. November eingeflossen sind. Jedoch hatte Vaduz in den ersten acht Novembertagen bereits 42 Stunden mit Föhn registriert, im langjährigen Mittel sind es für den gesamten November nur 37.3 Stunden. 2018 gab es einige Monate mit mehr Föhnstunden als im langjährigen Mittel. Diese sind in der Tabelle rot markiert. Im März und im April wurde sogar das Monatsmaximum überschritten. So haben wir 2018 mit 543.7 Föhnstunden (gilt für Vaduz, an anderen Föhnstationen ist die Datengrundlage jedoch ähnlich) bereits ein föhnreiches Jahr gehabt. In den restlichen gut 1.5 Monaten hat das 2018 noch die Chance, gar das Jahresmaximum von 592 Föhnstunden aus dem Jahr 2000 zu übertreffen.