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Gestern Abend als ich im Restaurant, welches dem Hostel zugehörig ist, am lesen war, hörte ich plötzlich Schweizerdeutsch. Ich sah zwei ältere Herren, welche sich bei einem Bier unterhielten. Ich entschied mich sie anzusprechen und mit ihnen zu plaudern. Sie waren sehr erfreut und erzählten über ihre Beweggründe für den Wegzug aus der Schweiz. Beide wohnen in Altersresidenzen und lassen es sich in Thailand gut gehen. Es war erfreulich wieder einmal in Schweizerdeutsch mit jemanden zu sprechen (abgesehen vom Telefonieren).
Heute habe ich, eher per Zufall einen Tempel besucht. Auf dem Gelände des Wat Chedi Luang steht eine grosse Pagode, welche vor einigen Jahren durch ein Erdbeben beschädigt wurde. Als ich um die Pagode lief, sah ich ein Schild mit der Aufschrift: Chat with a monk. Ich entschied mich dazu näher zu treten. Sogleich wurde ich eingeladen mich zu setzen und mit den angehenden Mönchen (also mit den Novizen) zu sprechen. Dies sei für sie eine gute Übung um Englisch zu lernen und etwas über fremde Kulturen zu lernen. Für mich war es eine gute Gelegenheit etwas über den Buddhismus zu erfahren. Mein Gespräch begann mit etwa fünf Novizen, aber mit der Zeit intensivierte sich mit einem Novizen das Gespräch. Über eine Stunde sprach ich mit ihm. Er erzählte mir von seinen Plänen studieren zu gehen. Ich wusste nicht, dass buddhistische Mönche selbst entscheiden können wann und wie sie austreten wollen. Es ist ihnen sogar erlaubt bis zu drei Mal ein Mönch zu werden. Aber beim dritten Mal gilt man schon als schlechter Mensch. So erfuhr ich auch, dass Boward (gesprochen Bo-wand) einen Bruder hat, welcher auch Mönch war, aber nun in den USA mit seiner Frau lebt.
Er erklärte mir auch, dass es für buddhistische Mönche 227 Regeln gäbe, die zu befolgen seien. Er kenne sie aber noch nicht alle, da er erst in zwei Jahren (mit 20 Jahren) zu einem Mönch wird. Sofern er dann bereit dazu ist. Wichtig seien aber vor allem vier Regeln:
- nicht töten
- nicht stehlen
- nicht lügen
- keinen Geschlechtsverkehr
Wenn man gegen eine dieser Regeln verstösst, auch wenn man nicht erwischt wird, muss man selbst als Mönch aufhören, da ein Mönch niemals einer dieser vier Regeln brechen würde. Auch bei den anderen Regeln, gilt immer die Selbstkontrolle.
Buddhistische Mönche dürfen Fleisch essen. Jedoch verzichten sie auf: Pferde, Elefanten, Tiger, Löwen, Schlagen, Hunde, Leoparden etc. Diese Tiere seien entweder heilig oder gefährlich und dürfen somit nicht gegessen werden. Und natürlich essen sie auch kein Menschenfleisch wusste mir Boward zu berichten. Aha.
Er erzählte mir noch einiges über sein Leben und wie gerne er im Tempel lebt, aber trotzdem seine Ausbildung vorantreiben möchte. Es war wirklich sehr spannend und lehrreich.
Ein bisschen kitschig war schon, als plötzlich ein Vogel zu uns flog und sich füttern liess.