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Viele berühmte Rockbands stammen aus den USA oder Grossbritannien. Doch auch Schweizer Formationen, insbesondere Krokus, hatten internationalen Erfolg. Was braucht es um auch im Ausland durchzustarten?
Ein Gastbeitrag von Marc Schneeberger
Die Geschichte der Rockmusik ist per se eine englische Geschichte. Die Musikrichtung entstand Mitte des 20. Jahrhunderts in England und den USA aus der Kombination von Rock’n’Roll und Elementen des Blues und weiteren Stilen.
Bekannte Rockbands wie die Beatles, Led Zeppelin oder die Eagles stammen alle aus dem englischsprachigen Raum. Einige von ihnen schafften den Durchbruch im eigenen Land und andere mussten dafür ins Ausland gehen (wie zum Beispiel die Beatles nach Deutschland oder Led Zeppelin nach Nordamerika).
Eine Gemeinsamkeit ihrer Musik sind die englischen Songtexte. Da sich Englisch ab dem 19. Jahrhundert zur Weltsprache entwickelte, waren die gesungenen Worte solcher Rockgruppen für den Grossteil der Weltbevölkerung zu verstehen.
Universelle Musikbranche
Hatten deshalb Rockbands aus nicht englischsprachigen Regionen Probleme mit der Sprachbarriere oder dem Erfolg?
Die Rock-Historie der 60er- und 70er-Jahre mit Bands wie den Scorpions oder The Rattles beweist das Gegenteil. Es machte keinen Unterschied, dass sie nicht aus England oder den USA kamen und auch ihr Englisch hatte in den Songs keinen störenden Akzent. «Die Musikwelt ist inzwischen so globalisiert, dass die Herkunft einer Band keine Rolle mehr spielt», erzählt Dominic Dillier vom SRF Rock Special.
Dass auch in der Schweiz das Potenzial für erfolgreiche Rockbands vorhanden ist, zeigten in der Vergangenheit Musikergruppen wie Les Sauterelles oder Krokus. Letztere haben ihre Wurzeln wie die Basement Saints in Solothurn und begannen ebenso als Vorgruppe. Nach der Gründung im Jahr 1975 durchlebten Krokus eine zweijährige Phase voller progressiver Musik und Besetzungswechseln bevor sie 1980 mit dem Album Metal Rendez-Vous den internationalen Durchbruch in Nordamerika schafften.
Erfolgsrezept
Neben der Tatsache, dass Krokus und die Basement Saints beide aus Solothurn stammen, lassen sich auch noch andere Parallelen zwischen den zwei Bands ziehen. Beide zeichnen sich durch einen geradlinigen, harten Rock-Stil aus und begannen als träumende Jungs in irgendeinem verstaubten Probelokal.
Doch was braucht es danach, um die Karriereleiter hinaufzuklettern? «Es ist für junge Bands heutzutage viel schwieriger Erfolg zu haben, weil es mehr Konkurrenz gibt», erklärte Chris von Rohr von Krokus in der Sendung «Tagesgespräch» von Radio SRF am 24. Oktober 2016. Da sich das Genre der Rockmusik nun bereits über mehrere Jahrzehnte in der Schweizer Musikszene etabliert habe, gehe es nicht mehr darum die Musik neu zu erfinden, sondern vielmehr darum wie man sie persönlich interpretiere und dann auf der Bühne rüberbringe, sagte von Rohr weiter.
Schwieriger denn je
Das haben auch die Basement Saints verstanden und kreierten so einen typischen 70er-Jahre-Rocksound mit einer persönlichen und unverkennbaren Note. Dass es Talent und Wille braucht um durchzustarten, ist klar. Eine junge Band wie die Basement Saints benötigt aber in der heutigen, vor Talent strotzenden Musikwelt mehr als nur dies. Es erfordert auch das nötige Glück, mit der eigenen Musik zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, denn der Aufstieg in den Rockolymp ist steiniger als je zuvor.
Damit sollten sich die drei Solothurner aber gar nicht beschäftigen, sondern sich voll und ganz auf das Wichtigste konzentrieren: die Musik. Denn all diese Voraussetzungen nützen nur etwas, wenn das Herzstück der ganzen Unternehmung vorhanden ist: Die Liebe zur Rockmusik!