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George H. W. Bush war von 1989 bis 1993 Präsident der Vereinigten Staaten. Am Freitagabend ist er im Alter von 94 Jahren gestorben. Der amtierende US-Präsident will
US-Präsident Donald Trump nimmt am Staatsbegräbnis für den verstorbenen Präsidenten George H. W. Bush teil. «Der Präsident wird Mittwoch, den 5. Dezember, zu einem Nationalen Trauertag bestimmen», teilte Trump-Sprecherin Sarah Sanders am Samstag mit.
Donald Trump und First Lady Melania Trump würden an der Trauerfeier in der Nationalen Kathedrale in Washington teilnehmen. Die staatlichen Trauerfeierlichkeiten sollen sich über mehrere Tage erstrecken.
Es gibt auch kritische Stimmen, wie die des Investigativ-Journalisten Glenn Greenwald. Er erinnerte in einem Tweet an die fragwürdigen Begnadigungen des US-Präsidenten und zitiert einen Sonderermittler zur Iran-Contra-Affäre. Bushs Begnadigungen zeigten:
Der ehemalige US-Präsident George H. W. Bush ist im Alter von 94 Jahren verstorben. Das teilte seine Familie am späten Freitag mit. Eine Todesursache nannte sie nicht, doch litt Bush an einer Parkinson-Erkrankung.
Seine Geschwister und er müssten voller Trauer mitteilen, «dass unser lieber Vater nach 94 ausserordentlichen Jahren gestorben ist», erklärte Bushs Sohn und späterer Nachfolger an der Staatsspitze, George W. Bush, via Twitter. Der Verstorbene sei «der beste Vater gewesen, den ein Sohn oder eine Tochter sich wünschen konnte».
Nach Angaben des Sprechers der Familie, Jim McGrath, starb Bush bei sich zu Hause in Houston im Kreise seiner Angehörigen und engen Freunde. Er starb nur knapp acht Monate nach seiner Frau Barbara.
Die beiden waren 73 Jahre verheiratet, hatten sechs Kinder – eine Tochter starb noch vor ihrem vierten Geburtstag an Leukämie – und 17 Enkelkinder. Barbara stand stets an Bushs Seite, vor allem nach seiner bitteren Wahlniederlage nach nur einer Amtszeit.
Als Präsident war der Republikaner ein pragmatischer Aussenpolitiker, der durch den turbulenten, aber grösstenteils friedlichen Zusammenbruch der Sowjetunion nach dem Mauerfall 1989 navigierte. In Deutschland ist ihm als grossem Fürsprecher der Wiedervereinigung Nachruhm sicher.
1990 rief er eine «neue Weltordnung» aus und vertrieb mit Mandat der Vereinten Nationen irakische Truppen aus Kuwait.
Der hoch dekorierte Kriegspilot, ehemalige CIA-Chef und langjährige Vize-Präsident unter Ronald Reagan verbrachte nur vier Jahre im Weissen Haus. Eine schwache Wirtschaft, verbunden mit dem Bruch seines früheren Wahlversprechens, keine Steuern zu erhöhen, verhinderte seine Wiederwahl – stattdessen wurde 1993 der 22 Jahre jüngere Demokrat Bill Clinton Präsident.
In den Jahren nach seiner Präsidentschaft wandte sich Bush mehr und mehr wohltätigen Zwecken zu. Nach der Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean im Jahr 2004 und dem verheerenden Erdbeben in Haiti 2010 sammelte er gemeinsam mit Clinton Geld für die Opfer. Im vergangenen Jahr setzte er sich gemeinsam mit Clinton, Barack Obama und Jimmy Carter für die Hurrikan-Opfer in Texas ein.
Die Vorliebe des Verstorbenen für Stabilität und internationalen Konsens steht in scharfem Kontrast zum Vorgehen des aktuellen Amtsträgers Donald Trump – den Bush sen. als Anhänger derselben Partei nicht wählte.
Präsident Trump lobte in einer ersten Reaktion die «unerschütterliche Führung» des Verstorbenen. Mit seiner «grundlegenden Glaubwürdigkeit, seinem entwaffnenden Witz und seinem unerschütterlichen Einsatz für Glauben, Familie und sein Land» habe Bush «Generationen von Amerikanern» inspiriert.
Bushs direkter Nachfolger Clinton erklärte, er sei «zutiefst dankbar für jede Minute», die er mit Präsident Bush verbracht habe und werde diese Freundschaft stets als «eines der grössten Geschenke in meinem Leben» erachten.
Der demokratische Ex-Präsident Barack Obama zeigte sich bestürzt über den Tod von George H. W. Bush. Amerika habe einen «Patrioten und bescheidenen Diener» verloren, hiess es in einer Erklärung von Barack und Michelle Obama. «
Während unsere Herzen heute schwer sind, sind sie auch voller Dankbarkeit.» Bush hinterlasse ein Vermächtnis, das niemals erreicht werden könne, «auch wenn er gewollt hätte, dass wir alle es versuchen».
Auch weltweit war die Anteilnahme am Tod von Bush gross. Der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow nannte Bush einen «echten Partner», mit dem er in einer «dramatischen Zeit» zusammengearbeitet habe. «Das Ergebnis war die Beendigung des Kaltes Krieges und des Rüstungswettlaufs», sagte der 87-Jährige der Agentur Interfax.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hob hervor, Bush habe die Allianz mit Europa immer unterstützt. Die britische Premierministerin Theresa May schrieb auf Twitter, Bush sei ein echter Freund Grossbritanniens gewesen. Sein staatsmännisches Können, seine Weisheit und seine Freundschaft werde man sehr vermissen.
Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Bush als einen «wahren Freund» Deutschlands. «Ohne das Vertrauen und die Freundschaft der Vereinigten Staaten und ihres Präsidenten wäre die deutsche Einheit nicht möglich gewesen.»
George H. W. Bush war der angesehene Patriarch einer politischen Dynastie. Sein Sohn George W. Bush verbrachte zwei Amtszeiten im Weissen Haus und sein Sohn Jeb war Gouverneur im US-Bundesstaat Florida.
Der Sarg mit dem 41. US-Präsident dürfte zunächst im Kapitol in Washington aufgebahrt werden. Die Modalitäten der Trauerfeierlichkeiten sollen nach Angaben des Sprechers McGrath später bekanntgegeben werden. (viw/sda/afp/dpa)