Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03654.jsonl.gz/102

Geschichte
Über 100 Jahre Papeterie Spichtig

Früher konnte man, wo heute das Haus der Papeterie Spichtig steht, sein Pferd unterstellen und sich einen "kräftigen Schluck Bier" genehmigen. Bis 1855 wurde an dieser Stelle nämlich das Gasthaus zum Ochsen mit Stallungen geführt. Anschliessend, unter der Erwartung vom Brünigbahn-Tourismus, wurde dort das Hotel Adler gebaut. Aber die Gäste blieben aus ....
Anno 1900 gründete Bernhard Spichtig-Müller, der Urgrossvater des heutigen Geschäftsinhabers, die Papeterie Spichtig. Zuerst eingemietet beim Uhrmacher Imfeld, im heutigen Hause des Schuhladens "Box4U", und dann im Haus des Uhrmachers Reinhard, erstand Bernhard Spichtig 1911 das Hotel Adler und zog nach einem entsprechendem Umbau 1912 dort ein. Bernhard Spichtig starb im Alter von 42 Jahren, eine Familie mit vier unmündigen Kindern zurücklassend. Doch die Papeterie wurde weitergeführt: Katharina Spichtig, seine tüchtige Frau, leitete das Unternehmen und veranlasste in den frühen Dreissigern den ersten Umbau wegen Sortimentserweiterung.
1937 übergab die Unternehmerin die Papeterie Spichtig an Sohn Max, der auch trotz Aktivdienst die Firma im Auge behielt. Im Winter 1941/42 wurde das Haus teilweise unterkellert, um so weiteren Raum für die Buchbinderei zu schaffen. 1967 wurde das Ladenlokal abermals bedeutend verändert und die Passage als Trottoirverlängerung erstellt. Am Tag der Arbeit, am 1.Mai 1971 ging das Geschäft in die Hände der dritten Generation, des heutigen Besitzers Max Spichtig-Huser über.
1985 wurde das Geschäftshaus während einem halben Jahr umgebaut, die Ladenfläche wiederum vergrössert und das ganze Geschäft neu eingerichtet. In der Zwischenzeit wurde der Betrieb in einem Provisorium im alten Spritzenhaus weitergeführt, bis dann am 18. September 1985 die Wiedereröffnung gebührend gefeiert wurde.
Schon lange hatte Max Spichtig-Huser mit dem Gedanken gespielt, seinen Laden in Richtung "Obwaldner Bazar" zu erweitern. Im Juli 1996 wurde das alte Gebäude abgerissen und mit dem Neubau gestartet. Am 24. Oktober 1997 konnte dann die "neue" auf 500m² Ladenfläche vergrösserte Papeterie Spichtig feierlich eröffnet werden.
Im Herbst 2001 trat Marcel Spichtig, die vierte Generation, in die Firma ein. 2002 wurde aus der Einzelfirma Max Spichtig-Huser eine Aktiengesellschaft gegründet.
Am 22. August 2005 wurden dann die Lokalitäten der Papeterie Spichtig AG Opfer des Jahrhunderthochwassers von Sarnen. Im Erdgeschoss stand das Wasser auf einer Höhe von 60cm, das Untergeschoss war geflutet, der Schaden immens. Man gab nicht auf. Bereits am 5. September verkaufte man wieder die ersten Artikel in einem Container-Provisorium auf dem Dorfplatz. Dank dem grossen Einsatz aller, war es möglich genau drei Monate später, am 22. November 2005 in den bekannten Räumlichkeiten die Wiedereröffnung zu feiern.
Am 1.1.2013 kam die die Filiale Stans hinzu. Die dortige Papeterie von Matt, welche im Kanton Nidwalden bestens bekannt und 30 Jahre durch Ursula von Matt geführt, wurde infolge ihrer Nachfolgeregelung in die Papeterie Spichtig AG integriert. Die Nidwaldner können somit weiterhin auf Ihre Traditionspapeterie in Stans zählen.