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Die Menschen mussten also wissen, wann welche Pflanzen, Früchte, Samen, Nüsse und Wurzeln abgeerntet werden konnten und wo diese zu finden waren.
Während der Eiszeit war dieses Wissen sehr wertvoll. Denn es gab noch keine üppigen Wälder, dafür aber weite Tundren.
Das Sammelgut entsprach natürlich in erster Linie den örtlichen und den klimatischen Gegebenheiten. Menschen die am Meer lebten, lernten schnell, welche Algenarten, Muschelarten, Meerestiere und Fischarten besonders bekömmlich waren.
In den Tundren waren es vor allem Wurzeln, Wildgemüse, Vogeleier, Insekten, Gräser und Samen, die man sammelte. Als die Wälder sich immer mehr Richtung Norden ausbreiteten, brachten sie auch neue Nahrungsressourcen mit, wie zum Beispiel Blätter, Blattsprossen, Beeren, Honig, Pilze, Nüsse und Baumsamen. Der Mensch verdankt es dem glücklichen Umstand, dass sein Organismus sowohl pflanzliche-, wie auch tierische Nahrung verwerten kann und hat somit den Zugang zu einem reichen Nahrungsangebot.
Heilkunde
Nebst dem Sammeln von Nahrung, machte es sich der Mensch früh zur Aufgabe, Heilmittel zu sammeln. Die Menschen während der Steinzeit mussten erwiesenermassen ein umfangreiches Wissen über die Heilkünste gehabt haben, denn sie führten bereits erfolgreich Schädeloperationen durch. Solche Operationen bedürfen einer peniblen Nachsorge und daher ein ausgereiftes Wissen über die Wundbehandlung. Denn eine Infektion hätte sonst tödliche Folgen gehabt, wie es im Mittelalter oft der Fall war. In der jüngeren Altsteinzeit haben viele Menschen solch einen Eingriff überlebt, was von diesem Fachwissen zeugt.
Eine Sammlerin oder ein Sammler, musste also nicht nur die essbaren Pflanzen und anwendbaren Heilpflanzen kennen, sondern sie oder er musste auch über Giftpflanzen genau Bescheid wissen. Denn in der Steinzeit war der Clan auf jedes Mitglied angewiesen. Jeder Mensch war wertvoll. Daher war es wichtig, jede unnötige Gefahr zu vermeiden, indem man sie frühzeitig erkannte.
In der Gegenwart pflegen wir zu sagen: “Wissen ist Macht!” Vielleicht hätten unsere Ahnen uns widersprochen mit:” Wissen bedeutet Überleben!”
Frau = Jägerin und Sammlerin
Mann = Jäger und Sammler
Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass Frauen nur Sammlerinnen waren, belegen inzwischen Knochenfunde, dass manche Frauen ebenso auf Grosswildjagd gingen, wie ihre männlichen Gefährten. Männer gingen sicher auch auf Sammeltour. Schlichtweg, man tat das, was man eben am Besten konnte. Denn in kleinen Gruppen war der gezielte Einsatz der natürlichen Begabungen und Veranlagungen der Menschen eine äusserst wichtige Ressource.
Das Kleine Einmaleins des Jagens lernten die Kinder bei der Kleintierjagd bei ihren Müttern. Denn die Jäger konnten es sich sicher nicht leisten, einen unerfahrenen Grünschnabel mitzuschleppen, der ihnen mit seiner Unerfahrenheit eine lange geplante und überlebenswichtige Jagd gefährdete. Das elementare Grundwissen, was einen guten Jäger ausmachte, lernten die Kinder wahrscheinlich schon bei der Kleintierjagd.
Beim Sammeln wurden die Kinder vermutlich auch schon sehr früh miteinbezogen, damit sie möglichst früh lernten, was essbar war, wo und zu welcher Jahreszeit man fündig wurde.
Genau wie bei unseren Ahnen, ist der Sammeltrieb beim heutigen Menschen noch immer sehr aktiv. Doch anstatt Nahrung und Heilmittel sammelt der Mensch heute alles Mögliche und Unmögliche. Zwar lebt der moderne Mensch nun in einer hochtechnisierten Zivilisation, doch seine alten Instinkte sickern immer wieder durch. Wir sind, was wir sind; Die Nachfahren unserer Vorfahren.