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„PKD“ bedeutet "Polyzystic Kidney Disease", zu deutsch: polyzystische Nierenerkrankung. Die Krankheit äußert sich durch Bildung von Nierenzysten (Bläschen), die mit Flüssigkeit gefüllt sind und Gesundes Nierengewebe verdrängen. Die Krankheit beschränkt sich nicht nur auf Katzen. Auch beim Menschen, bei Schweinen, Hunden, Schafen, Rindern, Ratten und Mäusen sind solche Krankheitsbilder bekannt. Das Wichtige daran ist, dass die Erkrankung mit den Erbanlagen weitergegeben wird. Das krankmachende Gen wird dominant vererbt, sodass viele Nachkommen betroffen sind. Die Erkrankung tritt besonders häufig bei Perserkatzen auf. Trotzdem wird PKD auch bei den Rassen Exotic Shorthair, Maine Coon, British Shorthair, Kartäuser und Norwegische Waldkatze beobachtet, alles Rassen, bei denen Perserkatzen zum Erreichen bestimmter Merkmale eingekreuzt wurden. Eine Züchtung mit Katzen, die diese Erbanlagen tragen, ist als sogenannte Qualzucht strafbar.
Proben
Blut, Mundschleimhautabstrich
Wer sich eine teure Rassekatze zulegt, möchte natürlich nicht, dass das Tier einen versteckten Mangel in sich trägt. Daher ist die Vorlage der Bescheinigung über die PKD-Freiheit der Elterntiere die einzige Sicherheit, bzw. wenn die Katze älter als 10 Monate ist, deren PKD-Freiheit, um die Erkrankung auszuschliessen. Züchter, die keine Bescheinigungen vorweisen können, sind entweder nicht genügend über die PKD-Problematik informiert oder nicht seriös.
Selbst sehr grosse Zysten müssen weder zum Ausbruch der Erkrankung (Nierenfunktionsstörung) noch zu einer Einschränkung der Lebensqualität führen. Ob Symptome auftreten, hängt hauptsächlich von der Geschwindigkeit ab, mit der sich die Zysten in den Nieren vergrössern. Das funktionierende Nierengewebe wird verdrängt und beschädigt. Besonders bei Katzen mit PKD, aber auch bei älteren Katzen kann eine jährliche Überprüfung der Nierenfunktion und damit das rechtzeitige Erkennen von Veränderungen und Einleitung von therapeutischen Massnahmen zu einer Steigerung der Lebenserwartung führen. Die Funktion der Nieren lässt allmählich immer mehr nach, es entsteht eine chronische Niereninsuffizienz bis hin zum Nierenversagen.
Die Symptome der Erkrankung sind:
· die Katze trinkt mehr
· das Haarkleid wird struppig
· die Katze wird dünner
· vermehrter Harnabsatz
· vermehrter Durst
· die Katze riecht aus dem Mund
· die Katze erbricht, hauptsächlich nachts
· die Katze wirkt abwesend, ist in der Nacht aber unruhig
· die Katze hat keinen Appetit
· Vergrößerter Bauchumfang
PKD ist nicht Heilbar und verläuft chronisch. Die Zysten wachsen gewöhnlich sehr langsam, und deswegen zeigen sich die Krankheitsanzeichen erst in relativ hohen Alter. Dennoch kann sich PKD in jedem Alter manifestieren, bei Katzen zeigen sich meistens die Symptome um den 7. bis 8. Lebensjahr des Tieres an. Man kann die Geschwindigkeit der Krankheitsentwicklung bei den Katzen auf keiner Weise voraussagen. Die Behandlung der Erkrankung hat zum Ziel, das Fortschreiten zu verlangsamen. Die wichtigste Säule der Behandlung ist die Umstellung der Ernährung auf eine spezielle Nierendiät. Eine weitere Maßnahme ist die Reduktion der Proteinausscheidung über den Urin. Auch homöopathische Medikamente können hilfreich sein.
Bei akut erkrankten Katzen, die nicht mehr fressen und/oder erbrechen, wird zunächst versucht durch Infusionen und Medikamentengaben die Tiere zu stabilisieren. Danach ist ebenfalls eine Umstellung auf eine Nierendiät erforderlich. Ansonsten können die Katzen ein mehr oder weniger normales Leben ohne nennenswerte Einschränkungen der Lebensqualität führen.
Erblichkeit der PKD
PKD ist das Ergebnis einer dominant vererbten Genabnormalität. Zum Erwerb eines mutierten Gens genügt ein positiver Elternteil. Das mutierte (PKD verursachende) Allel wird mit „P" und das normale gesunde Allel mit „N" bezeichnet. Im Falle einer Kreuzung von Kranken N/P und Gesunden N/N hat jeder Abkömmling 50 % Wahrscheinlichkeit das abnormale Allel von dem betroffenen Elternteil zu vererben und wird also selbst krank (N/P). Er hat ebenfalls 50 % Wahrscheinlichkeit, dass er ein normales Allel vererbt und wird gesund sein a/a. Falls zwei positive Katzen gekreuzt werden, wird
50 % der jungen Katzen im Wurf positiv (N/P) und nur 25 % negativ (N/N) sein, und 25 % vererben das defekte Gen von beiden Eltern (P/P).
Potenzielle Genotypen
|n/n||Die Katze ist gesund und kann keinen PKD betroffenen Nachwuchs produzieren.|
|n/PKD||Die Katze ist von PKD betroffen und gibt das betroffene Allel mit der Mutation zu 50% an den Nachwuchs weiter.|
|PKD/PKD||Die Katze ist von PKD betroffen und gibt das betroffene Allel mit der Mutation zu 100% an den Nachwuchs weiter.|
Empfehlungen
Betroffene Tiere (n/PKD oder PKD/PKD) sollten nicht für die Zucht verwendet werden