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Freundeskreis Indien / Shantimalai Trust
Unter dem Namen eines Hilfswerkes für eine Region in Südindien besteht ein Kreis von Anhängern des offensichtlich als Meister oder Guru handelnden Paares Amma/ Appa, der aber auch als religiöse Gruppierung mit neohinduistischem Hintergrund bezeichnet werden kann. Es ist in Indien durchaus nicht ungewöhnlich, ja steuerrechtlich sogar sehr günstig und üblich, dass sich eine religiöse Vereinigung oder ein weltanschauliches Zentrum (Ashram) karitativ betätigt und dazu eine eigene Organisation gründet, die Gelder auch aus dem Westen zu erhalten versucht. Wurzelnd in der monistischen Mystik des Ramana Maharshi (1879–1950) (s.u.) und immer noch in grösster Verehrung für ihn engagiert sich das Paar Appa (Hugo Maier) und Amma (Tamil für «Vater und Mutter») gleichzeitig spirituell und sozial. Appa/Amma stehen in ihrer eigenen Sicht in christlicher Tradition und setzen mit synkretistischer Kombinationsfreude bedenkenlos christliche und hinduistische Begriffe gleich, z.B. «Arunachala-Maria».
Arunachala ist der bekannte heilige Berg bei Tiruvannamalai in Tamil Nadu, den Ramana Maharshi als besonders intensive Form göttlicher Gegenwart, als eine Art grosses Shiva-Lingam, verehrte. Auch Shiva, der grosse Gott, die tanzende göttliche Macht Südindiens, wird ohne weiteres mit dem biblischen Gott gleichgesetzt. Es entspricht auch hinduistischer Vorstellung, wenn das Paar Appa/ Amma zum Guru-Paar wird, mit entsprechender göttlicher Würde: «Seid ewig in Amma/Appa, in dem Einen umarmt». Wenn sich die Organisation als Hilfswerk deklariert und nicht als religiöse Gruppe, dann stellt sich die Frage, ob die Organisation nicht bewusst mit der Ahnungslosigkeit hilfsbereiter Zeitgenossen spielt.