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Kunst- und Kulturförderung wird bei der Schweizerischen Post grossgeschrieben. Diana Pavlicek, Leiterin der Kunstsammlung, erklärt, wie Firmenkunst Zeitgeschichte spiegelt, wie sie die Sammlung in Zeiten des Umbruchs neu ausrichtet und innovative Wege in der Vermittlung geht.
20. Jahrhundert
Anders als Schulhäuser wurden Postämter in der Schweiz nach 1920 nicht regulär mit Wandbildern oder Dekorationen ausgestattet. Die nachfolgend vorgestellten Werke von Coghuf, Judith Müller, Elsbeth Gysi und Rolf Meyer gehören zu den wenigen Gemälden in eigentlichen Schalterräumen.
Die deutschsprachige Designelite kritisierte in den 1940er und 1950er Jahren amerikanisches Autodesign. Apologeten wie Max Bill sahen in den üppigen Blech- und Chromformen aus Detroit vor allem eines: sinnlose modische Spielereien, um die Käufer zu verführen. Dabei folgte das Automobildesign auf beiden Seiten des Atlantiks schon früh den Prinzipien der Moderne.
1935 baute die sozialdemokratisch regierte Stadt Biel dem amerikanischen Autohersteller General Motors eine Fabrikanlage im Stil des Neuen Bauens. Das mehrmals erweiterte, 1975 stillgelegte GM-Montagewerk ist ein Symbol konträrer Ideologien.
Auf der Suche nach historischen Schweizer Tankstellen mäandert man zwischen publizierten Quellen, Archiven, Befragungen von Denkmalpflegeämtern und Informationen von Erdölfirmen; meistens bleibt es jedoch bei enttäuschenden Ergebnissen. Die Tankstelle scheint in der Architekturforschung auf wenig Interesse gestossen zu sein.
Garagen und Parkhäuser begleiten die Geschichte des Automobils seit seiner Erfindung Ende des 19.Jahrhunderts und prägen das Gesicht unserer Städte und Landschaften bis heute. Sie zeugen von architekturhistorischen Entwicklungen ebenso wie von der gesellschaftlichen Bedeutung des wichtigsten Verkehrsmittels des 20. Jahrhunderts.
Die Bauwirtschaft und die Automobilindustrie haben die kleine Schweiz seit
den 1950er Jahren radikal umgestaltet. Während ein beispielloser Bauboom einsetzte, übertraf das Auto die Bedeutung des Bauens sogar noch: Es wurde zur wichtigsten Erfindung des 20.Jahrhunderts. Als Sinnbild der Moderne regte das Auto bereits
die avantgardistische Architekturtheorie der 1920er Jahre an.
In den 1960er Jahren entstand nahe dem Museum der Abegg-Stiftung das private Wohnhaus des Ehepaars Abegg im Stil des oberitalienischen Barock. Ihre Villa wurde eigens zur Aufnahme historischer Bauteile, Wandverkleidungen, Möbel und Kunstwerke konzipiert. Die unverändert erhaltene Einrichtung zeigt, wie Kunstsammler noch im späten 20.Jahrhundert in thematisch gestalteten Period Rooms lebten.
Im Gegensatz zu den städtischen Kinos stiessen die Landkinos bis anhin auf wenig Beachtung. In den Zürcher Landgemeinden wurden über 30 Filmtheater gegründet, davon ein Dutzend zwischen 1940 und 1960. Krisenerprobt, halten heute neun Kinos ihre Türen für das Filmpublikum geöffnet.
Das Kino startet in Zürich als kuriose Attraktion eines Schaubudenbesitzers mit Filmdarbietungen im reisenden Zelt und wird ab 1907 in bestehenden Altliegenschaften sesshaft. Das neue Massenmedium des Films gerät in Konflikt mit den rigiden Moralvorstellungen der Belle Epoque. Trotzdem entwickelt sich ab 1911 eine eigenständige Gebäudetypologie.