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Der Trimaran von BMW Oracle hat sich am Sonntag bereits am zweiten Cup Rennen wie schon am Freitag als das Sieger-Segelboot erwiesen. Der Segel-Pott in der Best-of-3-Serie im America's Cup geht nach 15 Jahren zurück nach Amerika.
Nach der Niederlage vom letzten Freitag hatte Alinghi-Boss Ernesto Bertarelli geschworen, noch nicht aufgegeben zu haben. Und doch kam er am Sonntag mit mehr als fünfeinhalb Minuten Verspätung auf BMW Oracle im Ziel an: Sein Katamaran blieb ohne Chance.
Die Amerikaner bringen nun den 1995 verlorenen Cup, den "Auld Mug" wieder in die USA zurück. Der Triumph der Crew von Teamgründer Larry Ellison bedeutete den 28. Sieg eines US-Teams in diesem wichtigsten Segel-Wettbewerb der Welt.
Zwar konnte das Rennen am Sonntag pünklich gestartet werden - fünf Minuten vor dem Ablauf des möglichen Zeitfensters, um 16 Uhr 25. Doch wie schon am Freitag erhielt Alinghi ein Kreismanöver zur Strafe, weil er sich vor dem Start noch in der Pre-Start-Zone befand. Dieses Handicap inklusive einem Rückstand beim Start schränkten die Chancen schon zu Beginn stark ein.
Zu Beginn war Bertarelli am Steuer, die zu segelnde Strecke betrug 74 km. Nach 15 Minuten übernahm der französische Mehrrumpf-Profi Loick Peyron das Steuer und Alinghi übernahm die Führung.
Die Entscheidung in dieser Wettfahrt fiel kurz vor der ersten Wende-Marke. Oracle-Steuermann James Spithill taktierte hervorragend und brachte seinen Trimaran in eine ausgezeichnete Ausgangsposition. Ohne Zusatzmanöver konnte er die Boje passieren und die gesamte Geschwindigkeit mitnehmen.
Von da an war das Rennen gelaufen: BMW Oracle konnte den Vorsprung stark ausbauen. Um 18 Uhr betrug er bereits rund 1900 Meter, zehn Minuten später zwei Kilometer.
Erfolgsdekade zu Ende
Um 18 Uhr 32 glitt BMW Oracle nach zwei Stunden 7 Minuten Fahrt als erster durchs Ziel - mit einem Vorsprung von 5 Minuten 24 Sekunden auf Alinghi.
Die Erfolgsdekade von Alinghi dürfte damit zu Ende sein. Bertarelli hatte den America's Cup nach 152 Jahren nach Europa gebracht - ein historisches Ereignis in Seglerkreisen. Und: Er verteidigte ihn 2007 in Valencia nochmals gegen den US-Milliardär Larry Ellison.
Es folgten Jahre von Prozessen und Anklagen, und als Resultat folgte der Entscheid, den nächsten Wettkampf mit Segelbooten zu führen, die mehr als einen Rumpf besitzen (Zweirumpf-Boote: Katamaran; Dreirumpf-Boote: Trimaran). Und hier hatte BMW Oracle offenbar mit dem Trimaran die bessere Konstruktion.
Riesen-Segel als Hauptwaffe
Nach dem Debakel vom Freitag, wo Alinghi mit über 15 Minuten Rückstand auf BMW Oracle die Ziellinie überquerte, war allgemein mit einer weiteren deutlichen Schlappe des Titelverteidigers
gerechnet worden.
"Wir können zwar in einer Nacht kein neues Segel konstruieren, doch wir haben einige Mittel, um Alinghi 5 besser zu konfigurieren", sagte Alinghi-Boss Ernesto Bertarelli noch am Samstag.
In der Tat war das Schweizer Syndikat am Sonntag zu mehr Gegenwehr fähig, aber letztlich war das gigantische Flügelsegel von BMW Oracle die entscheidende Waffe in diesem America's-Cup-Duell.
Heimlicher Sieger ist der frühere Alinghi-Skipper Russel Coutts. Der Neuseeländer konnte nun bei BMW Oracle seine Ungeschlagenheit wahren. Er hat sämtliche 15 Regatten, an denen er an Bord war, auch gewonnen.
swissinfo.ch und Agenturen
America's Cup
Mythos: Der America's Cup ist die berühmteste und älteste Segelsport-Trophäe der Welt. Er wird an den Sieger mehrerer Regatten zwischen dem Titelverteidiger und einem Herausforderer vergeben.
Amerika: 1851 in England durchgeführt, ging der erste Sieg nach Amerika zum Yacht Club New York, der die Trophäe bis 1983 während 132 Jahren erfolgreich verteidigte.
Alinghi: Das Schweizer Syndikat holte die Trophäe 2003 mit dem Sieg gegen Team Neuseeland erstmals nach Europa und verteidigte sie 2007 in Valencia, Spanien – erneut gegen die Neuseeländer.