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Der 5. September ist der “Tag Amazoniens“
- Amazonien – Das grösste Reservat für Biodiversifikation der Welt
- Amazonien – Das grösste Biom Brasiliens
- Amazonien – 2.500 Arten von Bäumen
- Amazonien – 30.000 Arten von Pflanzen
- Amazonien – mehr als 4 Millionen Quadratkilometern Fläche
- Amazonien – 49,29% des nationalen Territoriums
Die Regenwaldzerstörung ist innerhalb von zehn Jahren um 80% zurückgegangen – mit bedeutenden Verringerungen in den Jahren 2012 und 2013, gibt das brasilianische Ministerium für Umwelt bekannt.
An diesem 05. September feiern wir den “Tag Amazoniens“, ein Biom, in dem die Abholzung des Regenwaldes in den letzten zehn Jahren um 80% zurückgegangen ist. Der sinkende Rhythmus des Vegetationsverlustes, der im Jahr 2004 begann, wies in den Jahren 2012 und 2013 die niedrigsten registrierten Abholzungsquoten der letzten 26 Jahre aus.
“Es schien unmöglich, die Waldzerstörung zu verringern“, bestätigt die Chefin des Projekts der Abteilung “Políticas para o Combate ao Desmatamento“ (Politik zur Bekämpfung der Waldzerstörung) des Ministeriums für Umwelt (MMA). Sie erzählt, dass die Zerstörung im Jahr 2012 bei 4.571 km2 lag, und im Jahr 2013 bei 3.035 Quadratkilometer zerstörten Waldes. In der Periode 2014-2015 stieg diese Zahl leider wieder auf 5.121 km2.
Sie sagt, dass diese Zahlen im Vergleich zu 1988 besonders signifikant sind, als noch 21.050 km2 abgeholzt wurden, und 1995 sogar 29.059 km2. Dieser Rhythmus hielt sich auf dieser Höhe bis zum Jahr 2004, mit 27.772 km2 Regenwaldvernichtung.
In den Monaten August 2006 und Juli 2009 betrug die Waldabholzung 46.312 km2 – und zwischen August 2010 und Juli 2013 sank die Quote auf 23.832 km2.
Eine Reihe von Massnahmen wurden ergriffen, um eine Verringerung der Regenwaldzerstörung um 80% im brasilianischen Teil Amazoniens zu erreichen – hier ein paar Beispiele:
PPCDam
Der “Aktionsplan zur Verhütung und Kontrolle der Waldzerstörung Amazoniens“ wurde im Jahr 2004 eingeführt, mit klaren Zielen zur Ordnung von Grundbesitz und territorialem Eigentum, zur ambientalen Überwachung und Kontrolle, und zur Förderung erhaltender, produktiver Aktivitäten – mit Aktionen, die insgesamt 17 Ministerien einbezogen.
Kontrolle
Im Jahr 2004 präsentierte das “Überwachungs-System der Waldabholzung Amazoniens in Echtzeit“ (Deter) monatlich Satellitenbilder von entwaldeten Flächen in Amazonien. Diese Informationen wurden dann im Jahr 2012 täglich herausgegeben, mit einer Entdeckungs-Kapazität ab 25 Hektar entwaldeter Fläche. 2015, mit der “Deter Awifs“ Technologie, wird es möglich sein, bereits eine abgeholzte Fläche von nur drei Hektar zu entdecken.
Reservats-Einheiten
Kurz UCs: Es wurden neue UCs mit insgesamt mehr als 50 Millionen Hektar geschaffen, in erster Linie in Expansionsgebieten der Waldzerstörung.
Indio-Territorien
Es wurden mehr als 10 Millionen Hektar an indigenen Territorien demarkiert, die bewiesenermassen wesentlich geringere Abholzungszahlen aufweisen, selbst wenn man sie mit denen von Reservaten zur erhaltenden Nutzung vergleicht.
Politik der Agrar-Kredite
Die Resolution 3545/2008 der Zentralbank hat landwirtschaftliche Finanzierungen innerhalb des Bioms Amazonien reguliert.
Nationale Politik hinsichtlich Klimaveränderung
Das Gesetz 12.187/2009 hat Brasiliens freiwillige Zusage stabilisiert, bis zum Jahr 2020 die Kohlendioxyd-Emissionen zwischen 36,1% und 38,9% zu senken. Allein durch die Verringerung der Waldzerstörung hat das Land bereits 60% dieses Vorhabens erreicht.
Reglementierung der PNMC
Das Dekret 7390/2010 hat eine Reduzierung der Waldzerstörung um 80% im brasilianischen Amazonien festgelegt – im Vergleich mit dem festgestellten Durchschnitt von 1996 und 2005.
Fundo Amazônia – (Fundus Amazonien)
Wurde im Jahr 2008 geschaffen, zur Vorsorge, Kontrolle und Bekämpfung der Waldzerstörung, ausserdem zur Promotion der Erhaltung und der erhaltenden Nutzung des Regenwaldes in Amazonien. Es wurden daraus bereits R$ 869 Millionen (zirka 26 Millionen Euro) in 55 Projekte investiert. Weitere 34 Projekte sind derzeit in Bearbeitung, für die weitere R$ 658 Millionen (zirka 19 Millionen Euro) investiert werden müssen.
Produktivität in der Landwirtschaft
Die Wissenschaft hat sich mit einer Erhöhung der brasilianischen Agrarproduktion beteiligt, indem sie grössere Erntekapazitäten erreicht hat, ohne dafür die bebauten Flächen erweitern zu müssen.
Moratorium der Soja
Die einzelnen Regierungen, Unternehmen, NGOs und die Staatsanwaltschaft haben sich darauf geeinigt, dass Soja, die auf entwaldeten Anbauflächen kultiviert worden ist, ab Juli 2006 weder kommerzialisiert werden darf, noch finanziert wird.
Moratorium für Fleisch
Ab 2009 haben Partnerschaften zwischen den Regierungen, Unternehmen, NGOs und der Staatsanwaltschaft Vereinbarungen ausgehandelt, nach denen der Sektor Viehzucht hinsichtlich ambientaler Auflagen reguliert wird.
Geschützte Zonen
Biologische Reservate, ökologische Stationen, Staats- und Nationalparks, extrativistische Reservate und föderative Reservate zur erhaltenden Entwicklung Amazoniens und Tocantins, sind “Unidades de Conservação (UCs) – (Erhaltungs-Einheiten), die bis Ende des Jahres 2014 vom “Programa de Áreas Protegidas da Amazônia“ (Arpa) finanzielle Zuschüsse in Höhe von R$ 8 Millionen (zirka 2,4 Millionen Euro) erhalten haben.
Die Investitionen sind vorgesehen für Aktivitäten der Unterhaltung jener staatlichen und föderativen Einrichtungen, mit Rücksicht auf die Belange einer jeden Region, mit einem Gesamt von fast sieben Millionen Hektar Regenwald, gab das Ministerium für Umwelt (MMA) an diesem Donnerstag bekannt.
Es ist ausserdem Aufgabe der Arpa, ein System an UCs in ausdrucksstarken Teilen der mehr als vier Millionen Hektar Regenwald zu schaffen und zu erweitern, die ihr vom Ministerium für Landwirtschaftliche Entwicklung (MDA) mittels des Programms “Terra Legal Amazônia“ übergeben worden sind.
Einige Parks der Amazonas-Region
Der “Parque Nacional da Serra do Pardo” befindet sich in einem Gebiet, das man “Terra do Meio” (Erde der Mitte) nennt – im Bundesstaat Pará, im brasilianischen Teil Amazoniens. Gegründet 2005, durch ein Dekret der Präsidentschaft, mit zirka 445.000 Hektar Fläche, ist der Park nach der schönen Bergkette benannt, die sich entlang des Rio Pardo erstreckt.
Der Park beherbergt einen Reichtum der Natur von ungewöhnlicher Bedeutung, mit einer grossen biologischen Vielfalt und endemischen Spezies. Seine Geschichte ist geprägt von verschiedenen Besetzungsphasen Amazoniens im Lauf des 20. Jahrhunderts. In den 1950er Jahren war das Gebiet Arbeitsterrain für Latexsammler, und nach dem Niedergang des Gummipreises wurde es von Invasoren besetzt, die Edelhölzer fällten und später in die Viehzucht investierten.
Der “Parque Nacional Montanhas de Tumucumaque“ ist der grösste Park Brasiliens und eine der grössten geschützten Flächen mit tropischem Regenwald unseres Planeten – mit zirka 3,8 Millionen Hektar. Er wurde am 22. August 2002 gegründet und befindet sich innerhalb eines ganz speziellen Teils des Amazonas-Regenwaldes, mit einzigartigen Charakteristika, die noch kaum bekannt sind. Die Region nennt sich “Escudo das Guianas“ und befindet sich im Nordwesten des Bundesstaates Amapá.
Der “Parque Nacional de Juruena“ – zwischen dem Norden des Bundesstaates Mato Grosso und dem Süden des Bundesstaates Amazonas – hat eine Fläche von 1,9 Millionen Hektar. Er ist der drittgrösste Park Brasiliens, nach dem Nationalpark Tumucumaque (mit 3,9 Millionen Hektar) und dem Nationalpark Jaú (mit 2,3 Millionen Hektar). Die beiden letzten werden bereits vom “Arpa-Programm“ (Areas Protegidas da Amazônia) betreut.