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Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
Die Untersuchung widmete sich den toten Körpern von Ordensleuten als einem Corpus bisher wenig erforschter, visueller, materialer und textlicher Quellenbestände in lokalen italienischen Ordensbeständen. Das Nachleben des toten Körpers wird dabei als «religiöses Objekt» in seiner materiellen Beschaffenheit betrachtet, das zugleich die «materiale Welt» übersteigt. Untersucht werden erstens die zeitgenössischen Mentalitäten und Praktiken, die den betreffenden toten Körper mit religiöser Bedeutung aufluden, und zweitens die umfassenderen historischen Verschiebungen in der Art und Weise, in der religiöse Gemeinschaften mit dem Körper verstorbener Ordensleute umgingen, die im Geruch der Heiligkeit verstorben waren. Die Langzeit- und vergleichende Perspektive erlaubt es aufzuzeigen, wie sich erstens die Bedeutung des «religiösen» Körpers vor dem historischen und geographischen Hintergrund verschiebt, und wie zweitens die Strategien der Zuschreibung einer religiösen Bedeutung des toten Körpers in verschiedenen Strömungen innerhalb des Katholizismus unterschiedlich Gestalt annahmen.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts veränderte sich der Umgang mit dem Tod und den Toten in erheblichem Umfang: Dies ging einher mit veränderten Auffassungen über Hygiene, neuen medizinischen Kenntnisse, sinkenden Sterblichkeitsraten und wechselnden Ansichten über Mortalität. Die vorliegende Untersuchung nach der Zuschreibung religiöser Bedeutung an tote Körper ist ein Beitrag zu einer materialhistorisch und religionshistorisch unterlegten Kulturgeschichte des Körpers.