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Längsentwässerung
Längsentwässerungen dienen dazu, Hangwasser oder von der Wegoberfläche abfliessendes Wasser abzuleiten. Letzteres ist nötig, wenn der Weg über eine Querneigung bergwärts entwässert wird oder wenn das angrenzende Terrain eine ungenügende Wasseraufnahmekapazität aufweist.
Die Längsentwässerung besteht nach Möglichkeit aus offenen Gräben. Für einen ausreichenden Wasserabfluss ist eine kontinuierliche Längsneigung von 3 bis 5 % erforderlich. Die Ableitung des Wassers aus der Längsentwässerung erfolgt in Kurven und Wendepunkten oder über Querabschläge.
Offene Gräben
Die gebräuchlichste Variante der Längsentwässerung sind bergseitig angelegte, offene Gräben. Die Dimensionierung der Gräben ist abhängig von der Einzugsfläche, den Niederschlagsintensitäten, der Längsneigung und den Abständen der Querabschläge. Eine Grabenbreite von 20 bis 30 cm (Schaufelbreite) und eine ebensolche Tiefe reicht in den meisten Fällen aus. Bei instabilem Untergrund und bei Längsneigungen über 15 % sollten die Gräben innen befestigt werden. Im Wanderwegbau haben sich Steinpflästerungen bewährt. Betonelemente und Stahlrinnen sind weniger ästhetisch und werden deshalb zurückhaltend eingesetzt.
Einläufe
Einläufe dienen dazu, das Wasser aus der Längsentwässerung in Querabschläge überzuleiten. Dazu muss der Längsgraben direkt unterhalb des Einlaufs mit einer Kopfwand versehen werden. Kopfwände können aus Steinen erstellt und gegebenenfalls mit Mörtel verfugt werden. Auch senkrecht gestellte, mit Deckel (!) versehene Rohrelemente aus Beton sind zweckmässig. Zum Schutz von Kleintieren sollten die Einläufe keine tiefen Absatzbecken mit stehendem Wasser aufweisen.
Drainagen
Drainagen sind bei Wanderwegen nur in Ausnahmefällen sinnvoll, da sie teuer zu erstellen und aufwändig im Unterhalt sind. Drainagen kommen dann in Frage, wenn aus Sicherheitsgründen keine offenen Gräben realisiert werden können.
Für die Füllung von Drainagegräben (Kiesfilter) sollten saubere, gut abgestufte Kiessande verwendet werden (Kuonen, 1983). Gleichförmiger Kies ist weniger geeignet, weil Feinmaterial in die Zwischenräume eindringen und die Drainage verstopfen kann. Um grössere Wasserzuflüsse abzuleiten, kann auf der Grabensohle ein Sickerrohr verlegt werden. Dabei sind in Abständen von ca. 50m sowie bei Richtungsänderungen und grösseren Einmündungen Schächte für den Unterhalt erforderlich. Die Kiesfilter müssen regelmässig gereinigt und die Leitungen gespült werden.