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Gut-Behrami nennt diese Weltmeisterschaft etwas Besonderes. Mit der Rückkehr nach Savoyen sind die Erinnerungen zurück an ihre erste WM-Teilnahme. Damals, in Val d'Isère, war sie 17 Jahre alt. Val d'Isère liegt in der Luftlinie nur gerade 32 Kilometer von Méribel entfernt, "im Tal nebenan", wie Gut-Behrami sagt.
Sie nennt die Weltmeisterschaft vor 14 Jahren auch eine "intensive Zeit". "Ich habe alles erlebt." Da war der sportliche Erfolg mit den zweiten Plätzen in der Abfahrt und in der Kombination, da waren aber auch gesundheitliche Probleme. Eine Magen-Darm-Grippe und Fieber hatten ihr zu schaffen gemacht. Wegen den Beschwerden musste sie auf den Einsatz im Team-Wettkampf verzichten.
Mit dem Gewinn der zwei Silbermedaillen hatte sich Gut-Behrami als neues Juwel im Schweizer Skirennsport endgültig einen Namen gemacht. Vergleiche mit den ganz Grossen wurden gezogen, als grösstes Talent seit der Österreicherin Annemarie Moser-Pröll wurde sie gepriesen.
Aus dem Talent wurde eine der erfolgreichsten Alpinen überhaupt. Die letzte Lücke in ihrem imposanten Palmares schloss Gut-Behrami im vergangenen Winter mit dem Olympiasieg im Super-G. In der Saison zuvor an der WM in Cortina d'Ampezzo hatte sie sich mit den Siegen im Super-G und im Riesenslalom ihre ersten zwei WM-Titel gesichert.
Zuversicht ist auch für die Rückkehr in die französischen Alpen angebracht. Gut-Behramis Form stimmt, weitere Einträge in der Erfolgsbilanz könnten in den kommenden anderthalb Wochen dazu kommen. Nach dem Super-G, in dem sie mit Corinne Suter, Michelle Gisin, Jasmine Flury und Joana Hählen das Schweizer Quintett bildet, folgen in der Abfahrt am Samstag und im Riesenslalom am übernächsten Donnerstag weitere Möglichkeiten. "In den letzten Rennen habe ich mich gut gefühlt. Ich bin gefahren, wie es mir das vorgestellt habe. Ich hoffe, dass ich an der WM noch zulegen kann."
Die freien Tage vor der Anreise nach Méribel hat Gut-Behrami genutzt, um nach einem intensiven Januar die Batterien wieder aufzuladen. "Ich spürte ein wenig die Müdigkeit. Auch musste ich wegen dem Knie auf die Zähne beissen. Es ist zwar nichts Schlimmes, aber wenn die Belastung immer hoch ist und wenig Zeit zum Erholen bleibt, ist etwas Ruhe auch vom Kopf her wichtig." Über das erwähnte Knie liess sie in ihrer per Mail verschickten Botschaft nichts Genaueres verlauten.
Jede WM habe ihre eigene Geschichte, sagte Gut-Behrami auch noch. Dass sich ihre Geschichte der WM vor zwei Jahren wiederholen lässt, erachtet sie als schwierig. "Ich will einfach zeigen, was ich kann, und auch ein bisschen geniessen." Die Erinnerungen an ihre erste WM könnten dabei hilfreich sein.
(sda)