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Heute brachte uns Föhn Temperaturen über 20°C, was in Anbetracht der vergangenen kalten Wochen doch schon sehr warm anmutet. Nun wird das Wetter aber wieder interessanter – für den Normalbürger dürfte das mit „schlechter“ zu bezeichnen sein.
Derzeit liegt ein Trog über dem Nordatlantik, auf dessen Vorderseite die Schweiz in einer südwestlichen Höhenströmung liegt. Dabei kam es zu Föhn, der sich aber bald zurückziehen wird. Der Föhn hat heute die Luft stark ausgetrocknet, sodass sich keine Gewitter bilden konnten. Morgen Freitag wirkt er aber nur noch in den innersten Alpentälern, sodass die Luft im Mittelland mit dem Südwestwind angefeuchtet wird. Der Tag startet teilweise sonnig, sodass sich die nur mässig warme Luft ein wenig aufheizt. Dabei entwickelt sich etwas Labilität mit rund 500 J/Kg Mixed-Layer-CAPE.
Unterstützt von Divergenz auf 300 hPa am Rande eines Starkwindbandes entwickeln sich am Nachmittag wahrscheinlich im Mittelland du am Rande der Voralpen Gewitter. In den Voralpen und Alpen liegt teilweise noch Schnee, der die Gewitterentwicklung bremst. So ziehen Gewitter primär durch das Mittelland. Die Windscherung zwischen dem Boden und 6 Kilometern Höhe ist mit 10 m/s mässig ausgeprägt. So sind die Zellen nicht ganz ortsfest, sondern ziehen von Südwesten nach Nordosten. Schwere Gewitter oder Superzellen sind bei dieser Lage nicht zu erwarten. Allerdings können die schwach organisierten Gewitterzellen örtlich grössere Regenmengen bis zu 25 mm in einer Stunde bringen und zu kleineren Problemen führen. Kleiner Hagel um einen Zentimeter Korngrösse ist auch möglich, wohingegen Sturmböen unwahrscheinlich sind.
Nach Sonnenuntergang fallen die Gewitter wieder in sich zusammen, bevor die Gewittertätigkeit am Samstag erneut auflebt. Die Höhenwinde sind dann schwächer, was dazu führt, dass die Gewitter länger ortsfest bleiben und das Überflutungsrisiko etwas ansteigt. Grosses Unwetterpotential sehe ich dabei aber nicht.