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Damit hätte er die Mehrheit der 159 Mitgliedsstaaten hinter sich und würde seinen Kontrahenten, den Mexikaner Herminio Blanco, deutlich hinter sich lassen.
EU gespalten
Das offizielle Ergebnis wird am Dienstag bekanntgegeben. Ins Rennen um die Nachfolge des abtretenden WTO-Chefs Pascal Lamy waren neun Kandidaten gestiegen. Der Franzose tritt im August nach zwei Amtszeiten ab.
Brasilianische und mexikanische Diplomaten buhlen weiter um Unterstützung für ihre Kandidaten. Laut «Estado» hat Frankreich seine Stimme Azevêdo versprochen, während sich die USA auf die Seite von Blanco geschlagen haben.
Die EU ist gemäss dem Bericht gespalten. Während die Regierungen der südeuropäischen Staaten Italien, Spanien und Portugal für den brasilianischen Kandidaten sind, unterstützt eine von Grossbritannien angeführte Gruppe den Vertreter Mexikos. Trotz des Vorsprungs Azevêdos schliessen Diplomaten eine Wende in letzter Minute zugunsten von Blanco nicht aus.
Blanco handelte Nafta-Abkommen aus
Azevêdo ist seit 2008 der ständige Vertreter Brasiliens bei der WTO. Zuvor leitete er das Wirtschaftsreferat im brasilianischen Aussenministerium. Blanco (62) war mexikanischer Handelsminister und handelte in den 1990er Jahren das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) sowie das Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union aus.
Hauptaufgabe der WTO ist es, Hemmnisse in den globalen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen abzubauen, um dadurch weltweit mehr Wachstum zu ermöglichen. Die UN-Sonderorganisation mit Sitz in Genf legt im Konsens ihrer Mitgliedstaaten Regeln für den weltweiten Handel fest. Zugleich fungiert sie als oberstes Schiedsgericht in Streitfällen.