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Aus dem Buch die 1% Methode von James Clear* bin ich auf 2 wesentliche Dinge gekommen, wenn es um das Thema Ziele geht.
Erstens: Wenn man täglich nur um 1% besser wird als am Tag davor, ist man am Ende des Jahres 37 mal besser als zuvor. 37-faches improvement! Geil! Aber... Moment mal...
Für alle, die jetzt gerade ihren Taschenrechner zücken - ja... Das stimmt wirklich. Die Rechnung dazu ist 1,01^365 = 37,78.
Wer jetzt gerade gezweifelt hat ist in guter Gesellschaft. Warum beginnen wir zu zweifeln, wenn wir lesen, dass 1% tägliche Verbesserung am Ende doch 3778% ergibt? Weil wir Menschen unfassbar schlecht darin sind, exponentiell zu denken.
Unsere Unfähigkeit exponentiell zu denken, verursacht ein weiteres Problem. Wir sehen nicht, was auf uns zukommen wird, wenn wir beginnen uns Schritt für Schritt zu verbessern. Man kann es das "Tal der Enttäuschung" nennen.
Wir erwarten eine lineare Entwicklung, wobei in Wirklichkeit eine Exponentielle entsteht. Das Tal der Enttäuschung ist die unbequeme Differenz, die daraus entsteht. Das müssen wir überwinden, wenn wir die Vorteile des exponentiellen Wachstums genießen wollen.
Im Übrigen geht das Tal der Enttäuschung auch in die andere Richtung... Wenn ich mich jeden Tag 1% mehr gehen lassen, 1% mehr locker lasse... Bin ich nach einem Jahr bei 0,025 %. Also praktisch bei 0. Am Ende, am Boden. Der Weg zum Verlust der ersten 50% geht dabei viel schneller als erwartet. Bereits nach 68 Tagen hat man die Hälfte verloren (0,99^68 = 0,504).
Das Zweite was ich aus diesem Buch über Ziele gelernt habe ist, dass man die eigene Flugrichtung immer wieder prüfen sollte. Das lebhafte Beispiel ist ein Flugzeug, das seine Spitze beim Start leicht in die falsche Richtung lenkt (3°) und dann anstatt in New York City in Washington D.C. rauskommt.
Das Flugzeug ist einfach im Autopilot geflogen und hat darauf vertraut, dass es passt. So kann es mit schlechten Gewohnheiten gehen, wenn wir nicht regelmäßig prüfen, ob unsere Gewohnheiten viel Gutes über einen langen Zeitraum für uns tun, oder viel Schlechtes über einen langen Zeitraum.
Abhilfe: Immer wieder überprüfen ob die Dinge, die wir automatisch täglich tun, uns gut tun oder schlecht tun.
Dafür können Sie einmal kurz überlegen, welche Aktionen Sie zu diesem Artikel geführt hat. Ist es eine Gewohnheit gewesen? Tut Sie Ihnen auf lange Sicht gut oder nicht? Möchten Sie daran etwas ändern?
Zusammengefasst aus verhaltenspsychologischer Sicht:
Wer hat's geschrieben?
Julie Simstich, Expertin für Verhaltenspsychologie
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