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«Radiästhesie heisst Strahlen fühlen, nicht Strahlen denken.»
Nach dem Studium beriet Reinhard Schneider als Physiker einen Elektronik-Konzern und erhielt einen Forschungsauftrag des Bundesministeriums für Inneres zur Mikrophysik. 1969 gründete er ein Ingenieurbüro mit einem Entwicklungslaboratorium für Verfahrens- und Mikrotechnik in Wertheim am Main. Für die Bundeswehr entwickelte er ein Messgerät für radioaktive Strahlung, mit dem die Bundeswehr ausgestattet wurde.
Im Jahre 1981 war er im Auftrag des Bundesministeriums für Jugend, Familie und Gesundheit bei einer Arbeitsgruppe für unkonventionelle Methoden zur Krebsbekämpfung beteiligt.
Schneiders Instrumente
Seit 1949 war Schneiders Hauptforschungsanliegen die Radiästhesie und die Radionik. Er konnte nachweisen, dass ein wellenlängengenaues Erfassen von Mikrowellenfrequenzen mit der Wünschelrute möglich ist. Er nannte es Grifflängentechnik. Daraus entwickelte er, logisch gefolgert, die Abstimmtechnik, mit der es möglich ist, unbekannte, jedoch vorhandene Schwingungen mit einer feinen Kunststoffrute (KR 35) zu erfassen.
Mit der Entwicklung und Herstellung der Lecherantenne erreichte er auf dem Gebiet der Radiästhesie ungeahnte Genauigkeit. Ernst Lecher (1865–1926) war österreichischer Physiker. Er postulierte, dass zwei metallene Parallelleiter in der Lage sind, Frequenzen aufzubauen oder je nach Abstimmung, auch zu senden. Eine Technik, die bei Sendeanlagen heute noch eine grosse Rolle spielt. Mit der schneiderschen Lecherantenne lassen sich Wellenlängen ziemlich genau und vor allem trennscharf radiästhetisch ermitteln. Trennschärfe bedeutet, dass die radiästhetische Reaktion als Signal nur bei sehr genauem Einstellwert erfolgt.
Radiästhesie und Homöopathie
Die Gesellschaft ist grösstenteils, aus Unwissenheit, der Radiästhesie gegenüber skeptisch. Die wissenschaftlich fundierte Erforschung Schneiders war ein grosser Schritt, die Radiästhesie zu legitimieren.
In der Homöopathie spielt genau das eine besonderer Rolle. Im Radiaesthesieverein Deutschland, Fachgruppe medizinische Radiaesthesie, haben die Teilnehmenden intensiv Wellenlängen homöopathischer Mittel festgestellt. Es resoniert die gleiche Wellenlänge und die gleiche Amplitude durch das Potenzieren wie die pathogene Erscheinung.
Als Beispiel sei hier genannt: Fersensporn ist ein schmerzhafter, dornartiger Knochenauswuchs im Fuss. Auf Island gibt es das Gebiet Hekla Lava, wo sich einst vulkanische Lava ausbreitete. Die dort weidenden Schafe haben einen dem Fersensporn vergleichbaren Knochenauswuchs. Und Hekla Lava homöopathisch potenziert ist ein bewährtes Heilmittel für diese Erscheinung. Die Schwingungen sind in den homöopathischen Globuli oder in Wasser eingekoppelt – gewissermassen verankert, vergleichbar einer Information auf einer CD.
Die ausgeprägte Wissenschaftsgläubigkeit in Mitteleuropa hat auf politischer Ebene derzeitig dazu geführt, dass die Homöopathie des grossen Forschers und Arztes Samuel Hahnemann (1755–1843) nicht mehr verfolgt werden soll. Es mag daran liegen, dass die Forschung immer noch nach Inhalten in den Kügelchen wie in der Phytotherapie sucht, also nach biochemischen Grundlagen. In der Homöopathie handelt es sich aber um physikalische Erscheinungen, also Resonanzen.
Schneiders Forschung und Vermittlung
Eine Wissenschaftliche Anerkennung gibt es nicht. Es gibt kein Institut auf der Erde, welches wissenschaftliche Anerkennung zertifiziert. Entscheidend ist Wissen zu schaffen. Das erfolgt bei engagierten Ideenfindern bekanntlich oftmals im Privatbereich.
Hier ist die Gesellschaft gut beraten, über den Zaun zu schauen. Einer dieser Privatwissenschaftler war Reinhard Schneider. Seine Forschungsschwerpunkte waren:
💡 Die Suche nach traditionellen magischen, mystischen Literaturhin- weisen. Er reiste zu Forschungszwecken auch in andere Länder. Die Frage «Was sagt der Volksmund?» war für ihn wichtig.
💡 Was erzeugt den Rutenausschlag?
💡 Eindeutige Arbeits- und Begehungstechniken, reproduzierbare Ar- beitsvorschriften, einfache Regeln und Faustformeln
💡 Standardisierte Grifflängen
💡 Kennzeichnende Resonanzwellenlängen über die Intensitätsbestimmung
💡 Entwicklung der Lecherantenne, mit Magnetstäbchen, Wende- schieber, Abschwächer und Yin-Yang-Schieber. Die Lecherantenne entwickelte er in einer kurzen, langen und einer kreisrunden Version.
Schneider schrieb keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Er hat das Wissen in Seminaren direkt an die Lernenden weitergegeben.
Lecherantenne Typ B2 mit Zubehör:
1 Magnetstab für die Halterung links
2 induktiver Schieber mit Kontaktdraht
3 zwei kapazitive Umkehrschieber
4 Aufsteckhalterung für Stift (map-dowsing)
5 Abschwächer verstellbar
6 Platine vergoldet
7 Peilspitze zum Aufstecken
Foto: Eike Hensch
Die Arbeitsweise
Schneider hat die gezielte Vorgehensweise beim radiästhetischen Arbeiten mit der 5-Finger-Regel postuliert. Es sind standardisierte Arbeitstechniken und dienen als Grundlage zu einer wissenschaftlich vertretbaren Radiästhesie.
1. Aufgabenstellung (welches Werkzeug, welche Grifflänge, welche Einstellungen).
2. Die Arbeits- und Begehungstechnik festlegen (Geradeausschritt, Seitschritt, Scanning, evtl. Spektroide ermitteln).
3. Die Einfallsrichtung muten.
4. Die Intensitätsbestimmung und Polarisation muten (biologische Wirkung).
5. Welche wirksamen Oberwellen schwingen mit.
Reinhard Schneider veranstaltete im deutschsprachigen Raum mehrere internationale Symposien zur modernen Radiästhesie. Vor 20 Jahren verstarb er während eines Seminars vor der Wallfahrtskapelle Liebfrauenbrunn zu Werbachhausen, umgeben von den Teilnehmenden.
Autor
Prof. Eike G. Hensch, D-31582 Nienburg an der Weser
<email-pii> hensch-geomantie.de
Professor für Architektur, Gründungsmitglied RVD e. V., gibt Radiästhesie- und Zeichenseminare. Schneider-Schüler, 1971–1988 rund 20 Seminare von Schneider besucht. Hensch war durch seine Fähigkeit, zeichnen zu können, ein wichtiger Teilnehmer für Schneider.
Im Bronnbacher Kreis mit Schneider wurde immer in der Gruppe gearbeitet. Die Tagungsstätte war im Gasthaus neben der Kirche im baden-württembergischen Bronnbach.
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