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03.10.2022
Woche 39, 2022
Insights
Bestseller:
Unsere Bestseller der letzten Woche in Gold waren der Gold Maple Leaf 1oz und der Goldbarren 100 g. Bei Silber eroberte sich der Silber Philharmoniker den ersten Platz zurück.
Frequenz:
Die Frequenz ist in der letzten Woche um 1.5% gestiegen.
Ankauf vs. Verkauf:
In der letzten Woche sahen wir das Verkauf- zu Ankaufverhältnis bei 1:28. Das heisst, es wurden 28-mal mehr Anlageprodukte von Kunden gekauft als verkauft.
Edelmetalle
Die Märkte für Vermögenswerte erlebten in der letzten Woche einige ihrer heftigsten Ausschläge, als ein weithin belächelter Mini-Haushalt des britischen Finanzministers Kwasi Kwarteng einen starken Ausverkauf am Markt für britische Staatsanleihen (Gilt) und am britischen Pfund (GBP) auslöste.
Der Ausverkauf war so stark, dass das britische Pfund (GBP) zeitweise unter USD 1.04 fiel. Das waren -8% an einem Handelstag, während die 10-jährigen britischen GILTS bis zum 27. September auf über 4.5% stiegen, was einem Anstieg von 1.4 % in nur fünf Handelstagen entspricht. Die Bank of England (BOE), die durch die wilden Bewegungen in die Enge getrieben wurde, hat seitdem mit einer Notmassnahme eingegriffen und kaufte britische Staatsanleihen "in dem Umfang, der notwendig ist", um zu verhindern, was die BOE als Dysfunktion der Märkte bezeichnete, die "ein wesentliches Risiko für die Finanzstabilität des Vereinigten Königreichs" darstellt.
Edelmetalle, Aktien, Kryptowährungen und Rohstoffe wurden alle von dem Ausverkauf erfasst, wobei mehrere Märkte um mehrere Prozentpunkte fielen, bevor sie sich nach dem Eingreifen der BOE (vorerst) stabilisierten. Die Edelmetalle verhielten sich im Vergleich zu anderen Anlageklassen stabiler, was wiederum ein positives Zeichen für die Anlageklasse „Gold“ ist. Gold schloss die Woche bei USD 1,660.- respektive CHF 1,623.- was einen Anstieg von 0.5 % gleichkommt.
Während die Nachrichten aus dem Vereinigten Königreich die Schlagzeilen an den Finanzmärkten dominierten, gab es auch andere Zahlen in der Eurozone, die für Schlagzeilen sorgten. Der Consumer Price Index (CPI) in Deutschland und in Europa hat nun die 10 erreicht, wie die folgende Übersicht zeigt.
Die US-Anleiherenditen steigen derweil weiter an, während die Renditekurve ein Niveau erreichte, dass zuletzt Anfang 2000 zu beobachten war, als der Goldpreis unter USD 300.- und CHF 400.- pro Unze lag. Der US-Dollar steigt weiter und notierte letzte Woche zeitweise bei 114 Punkten damit hat der US-Dollar im Jahresvergleich um fast 20%, und gegenüber dem Tiefpunkt der Finanzkrise im Jahr 2008 um 60% zugelegt.
Der Anstieg der Anleiherenditen und der rasante Dollaranstieg wirken sich natürlich weiterhin auf den Edelmetallmarkt aus, wobei Silber in der letzten Woche einen Teil seiner hart erkämpften Gewinne wieder abgeben musste. Trotzdem konnte das Metall mit minimalen Gewinnen die Woche bei USD 19.41.-pro Unze und in Schweizerfranken bei CHF 18.80 abschliessen, was einem Plus von 1.8% entspricht.
Auch wenn es verständlich ist, dass einige das Vertrauen in Gold etwas verloren haben, sollte man sich darüber bewusst sein, dass es eben nicht klar ist, ob die Inflation wirklich so schnell sinken wird, wie die Märkte es erwarten. Untersuchungen der Bank of America zeigen, dass es seit 1980 durchschnittlich 10 Jahre dauert, bis die Inflation auf 2% zurückgeht - sobald sie in einer fortgeschrittenen Volkswirtschaft 5% erreichte. Ein Niveau, dass in den meisten Industrieländern heute bereits überschritten wurde, während das Inflation Nowcasting-Modell der Federal Reserve von Cleveland die Inflation immer noch deutlich über 4% sieht.
Im Vergleich zu den meisten anderen Anlageklassen, von Aktien bis hin zu langfristigen Anleihen und insbesondere Kryptowährungen, erzielte Gold im Jahr 2022 eine Outperformance. Die Schwäche von Gold im Jahr 2022 ist fast ausschliesslich auf den US-Dollar zurückzuführen, da das Edelmetall in GBP (+16,1 % YTD), EUR (+8,4 % YTD), YEN (+14,7 % YTD) und einer Reihe anderer Währungen starke Kursgewinne verzeichnete.
Während die höhere Inflation dem Gold Rückenwind verschaffte, sah sich das gelbe Metall mit sehr starkem Gegenwind konfrontiert, der vor allem in der Stärke des USD und den steigenden Nominal- und Realzinsen zum Ausdruck kam.
Aktienmärkte
Amerikanische Märkte:
Die amerikanischen Aktienmärkte durften vergangene Woche ein wenig abkühlen. Die Volatilität liess spürbar nach, jedoch verzeichnete der US500 ein Minus von 2.3% und schloss die vergangene Woche direkt auf seiner wichtigen Unterstützung von 3600 Punkten. Wie sich die Märkte in der grössten Wirtschaft der Welt weiter verhalten werden, ist nicht klar, was man jedoch mit Sicherheit sagen kann, ist, dass die Unterstützung von 3600 Punkten ein wichtiges Level zum Halten ist. Zu erwarten ist, dass der Index kurzzeitig unter die Grenze rutschen könnte, sich aber rasch erholen müsste, um den weiteren Abverkauf zu verhindern. Die Welt schaut gespannt auf den US500, ein signifikanter Abverkauf unter 3600 Punkten würde auch in der globalen Wirtschaft einiges an Panik schüren und dazu führen, dass auch andere Märkte den Abverkauf fortsetzen würden.
Europäische Märkte:
Sowie der US500 sitz auch der DE40 auf seiner wichtigen Unterstützung von 12000 Punkten. Mit einem Abverkauf von knapp 3% sitze der DE40 vergangene Woche bereits mehrere Male unter seiner Unterstützung von 12000 Punkten, konnte sich aber bisher halten. Gespannt schauen die deutschen Märkte in die USA, der US500 scheint momentan den Takt für die globalen Märkte anzugeben. Trotz der schlechten CPI-Daten der EU und von Deutschland selbst, schien der Index sich verhältnismäßig schonend abzuverkaufen. Mit einem Verlust von 2.8% ist das nichts immer Vergleich zum Abverkauf nach der Veröffentlichung der CPI-Daten der USA, damals fiel der DE40 Index um knapp 7% innert einer Woche. Wohlgemerkt, die CPI-Daten der EU und Deutschland stellen jene der USA in den Schatten. Es bleibt spannend an den Märkten.
Krypto
Auch Kryptowährungen hatten eine schonende Woche in diesem Bärenmarkt. Mit Schwingungen von Rund 10% konnten sich Bitcoin im Bereich seiner Unterstützung von 19000 USD halten, der Coin scheint jedoch nach oben limitiert zu sein, die Grenze von 20500 USD wirkt als psychologische Barriere und verhindert das die Währung stärker ansteigen kann. Die Konsolidierung könnte als Indiz gelten, das der Krypto-Markt sein Tief erreicht haben könnte. Aber auch die Kryptos sind vom US500 Index abgängig, die Korrelation zwischen den Märkten ist in der vergangenen Woche präziser geworden, dies zeigt das auch der Krypto-Markt unsicher ist wie sich die globale Rezession ausspielen könnte.