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Alle möchten mit uns reden, damit wir über sie schreiben, damit alle über sie reden. Der Chief Executive Officer will mit uns reden, dito der Chief Marketing Officer, der Chief Technology Officer, der Country Manager genauso wie der Head of Business Development, der Evangelist redet immer sehr viel, beim Head of Technology Consulting verstehen wir nur Bahnhof während wir den Head of Product Management and Communication Mobile Services SME nur zu gut verstehen, denn wir merken, dass wir in der heissen Luft, die er absondert, zwar vielleicht ein Proletenfilet braten könnten, aber nie und nimmer eine Story draus wird. Manchmal will auch der triviale Geschäftsleiter mit uns reden, das Mitglied der Geschäftsleitung, das Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung ("ist schon lange bei uns und wir gaben ihm in den letzten fünf Jahren einen schönen Titel statt einer Lohnerhöhung"), auch der Geschäftsführer und wenn er aus dem Osten kommt, dann ist es der Vorstand oder der Sprecher des Vorstands, der eben sprechen will, damit wir schreiben. Über ihn und das Gesprochene.
Und wer spricht über den Supporter? Niemand! Kein Schwein spricht über das arme Schwein, das den lieben langen Tag die hilflosen User vor den Verbrechen des Chief Technology Officers, den Lügen des Chief Marketing Officers und den Bugs, die der völlig verkaterte Chief Development Officer in die Software eingebaut hat, rettet. Kein Schwein spricht über den Supporter, weil der Supporter nicht mit uns sprechen darf, dabei hätte er doch so dies und das zu erzählen über verzweifelte und stinksaure User, die den Supporter, das arme Schwein, schon rein präventiv erst mal bedrohen, wenn er nur schon das Telefon abnimmt.
Wir schreiben eben nie über die wirklich wichtigen Dinge, wie zum Beispiel das neue "R2.1 Type6 COM Express Basic-Modul mit Intel® Core™-Prozessor der 3. Generation" , von dem die Welt genauso dringend erfahren müsste, denn es hat "hohe Performance und exzellente Grafikfunktionalität." Armer Supporter, armes R2.1, arme Agentur rosarot, denn wir ignorieren schamlos, dass AD.M "sich seit 2010 der Kreation des perfekten Polos" verschreibt und die "Eigenschaften der Männlichkeit beziehungsweise die Bedürfnisse des Mannes von heute: Klar, einfach, auf das Wesentliche reduziert und hochwertig" kennt.
Vielleicht verstehen Sie, dass wir auch die "Studie von Coop zur Schweizer Grill-Nation" unterschlagen haben, denn wir wurden schon von der heissen Luft des Head of Product Management and Communication Mobile Services SME gegrillt und seien Sie uns nicht böse, weil wir die Augen vor der Tatsache verschlossen haben, dass "Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein am Mittwoch, 19. Juni 2013, den Fürstlichen Kommerzienrat Dr. Peter Ritter und Helma Ritter zur Ordensverleihung auf Schloss Vaduz empfangen" hat.
Und was ist mit den Supportern? Während Herr und Frau Ritter vom Fürstlichen Kommerzienrat nun ordensgeschmückt vom Schloss Vaduz sprengen, bekommen die Supporter eine Fahne, wie uns - und nicht nur uns, sondern an genau 932 andere Medien (von Herrn B. von seniorweb.ch
bis zu [email protected]
) - der "PIO" d
es Stab Infra Bat 1 verdienstvollerweise mitgeteilt hat. Das Stab Infra Bat 1 ist nämlich sowas wie die Support-Abteilung der Schweizer Armee lesen wir in der Medienmitteilung mit dem schönen, Supporter-gerechten Titel "Unterstützen ist unser Auftrag".
Die Armee weiss eben noch wie man Supporter motiviert, denn "unter der Führung des Bataillonskommandanten, Oberstleutnant Fritz Friedli, welcher das Bataillon per 1. Januar 2013 übernehmen durfte, fand am Montag, 17. Juni 2013, auf dem Gelände des Armeelogistikcenter Hinwil (ALC-H) die Fahnenübernahme des Infrastrukturbataillon 1 (Infra Bat 1) statt."
Nimm dir ein Vorbild, Branche! So eine Fahnenübergabe am Montag, mit darauf folgender Pressemitteilung (wichtig: Offener Verteiler, damit es die Kollegen vom FGG 2, von der NSA und vom Tempora nicht unnötig schwer haben) motiviert doch die Supporter ungemein. Denn: "Unterstützen ist unser Auftrag."
(Christoph Hugenschmidt)