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Rudolf Welter (1911-2000) sass als Vertreter der sozialdemokratischen Partei im Zürcher Kantonsrat (1951-1960) und im Nationalrat (1956-1979). Zudem war er von 1960-1974 Stadtrat in Zürich und während Jahrzehnten auch im Vorstand des Konsumvereins Zürich. 2011 sind aus seinem Nachlass Filmrollen ins Sozialarchiv gelangt: Welter war offensichtlich leidenschaftlicher Filmer (Format Normal 8), denn neben den rein privaten Aufnahmen dokumentierte er in den 1960er und 1970er Jahren viele Ausflugsreisen der politischen Gremien, denen er angehörte. Die Aufnahmen sind zwar wenig spektakulär. Sie sind aber trotzdem aufschlussreich, weil sie die Spezies Politiker abseits ihres natürliches Habitats dokumentieren, nämlich fern der Heimat, ohne Beobachtung durch die Presse und die Wähler. Die Volksvertreter (und spärlichen Volksvertreterinnen) absolvieren bei den Ausflügen in der Schweiz oder ins benachbarte Ausland den schon beinahe rituellen Ablauf von Postauto- oder Zugfahrt, Besichtung von Baudenkmälern, Empfängen durch Trachtengruppen und den omnipräsenten Apéros. Neben den Polit-Filmen hat Welter auch zeitgeschichtlich Interessantes wie die Zürcher "Seegfrörni" 1963 oder rein Privates wie seinen Kater "Cäsi" festgehalten.