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Die Welt trauert um Zsa Zsa Gabor – Porträt einer Hollywood-Diva
Sie verkörperte wohl jede Facette einer wahren Hollywood-Diva – «Femme Fatale» im Eheleben, Sex-Ikone auf der Leinwand und bissig-frech in der Öffentlichkeit. Im Alter von 99 Jahren ist sie nun verstorben, die Erinnerung an sie wird weiter überdauern.
Zsa Zsa Gabor lebte das Schauspiel – vor allem in Ihrer Lebensrolle als Hollywood-Diva. «Ich verdiene Aufmerksamkeit nicht durch mein Talent, sondern nur dadurch wer ich bin», soll sie gesagt haben. 1917 in Ungarn geboren, begann ihre Karriere im zarten Alter von 19 Jahren mit der Wahl zur «Miss Ungarn». Über das Karriere-Sprungbrett Theater gelangte sie in den 1940er Jahren an den Ort, an dem sie beinahe 80 Jahre ihres Lebens verbringen würde: Hollywood.
Zwischen Scheidungen und Schauspiel
I am a marvelous housekeeper. Every time I leave a man I keep his house.
In Duzenden kleineren Filmen und Fernsehproduktionen war Gabor zu sehen, unter anderem in «Moulin Rouge» als Sängerin Jane Avril. Sie schien die Leinwände regelrecht zu erobern – zumindest im Hintergrund. Kaum eine ihrer Rollen verhalf ihr nämlich zu wirklich grossem Ruhm. Ihr Privatleben hingegen schon: Regelmässige Eskapaden, zahlreiche Liebschaften und neun verschiedene Ehemänner säumten ihren Lebensweg. Stets schaffte sie es, sich einen neuen Millionär zu angeln und so für ihren teuren Lifestyle zu sorgen – stets umgeben von einer Aura aus Champagner und Diamanten.
Zsa Zsa und ihre Ehemänner
1938 bis 1941: Burhan Asaf Belge, türkischer Diplomat
1942 bis 1947: Conrad Nicholson Hilton, Hilton-Hotel-Gründer
1949 bis 1954: George Sanders, Schauspieler
1964 bis 1966: Herbert Hunter, Finanzberater
1966 bis 1967: Joshua S. Cosden, texanischer Geschäftsmann
1975 bis 1976: Jack W. Ryan, Designer und Miterfinder der Barbie-Puppe
1977 bis 1982: Michael O’Hara, Anwalt
1982: Filipe de Alba (Bild), spanischer Graf
seit 1986: Frédéric Prinz von Anhalt
Besonders viele Gerüchte aber rankten – und ranken sich noch immer – sich um ihre zahlreichen Liebschaften: Ex-Präsident John F. Kennedy, «King of Rock» Elvis Presley und Schauspieler Henry Fonda sollen der ungarischen Schönheit unter anderem Avancen gemacht haben – vergeblich, versteht sich. Zumindest wenn man der Diva selbst glaubt. Erfolgreich sei lediglich das Werben von Sänger Frank Sinatra gewesen. Für Zsa Zsa Gabor gehörten Flirt und Liebschaften zum Leben dazu. Alltag eben, wie Scheidungen, Feiern und Diamantschmuck.
«How many husbands have I had? You mean apart from my own?»
In Stein gemeisselt: Ewige Erinnerung in der Hall of Fame
Erfolg – den verschaffte sich die gebürtige Ungarin schon von ganz allein. Ihre Bekanntheit steigerte auch den Erfolg ihrer beruflichen Tätigkeit. So gehen zwei besondere Auszeichnungen auf das Konto der Grosstante von It-Girl Paris Hilton: Im Jahr 1958 bekam sie bei den «Golden Globe Awards» den speziellen «Special Achievement Award» als glamouröseste Schauspielerin überreicht. Für ihr Lebenswerk also, könnte man sagen. Kurz später dann die Verewigung: als Stern auf dem «Hollywood Walk of Fame».
Tatsächlich sorgte Zsa Zsa aber auch schon selbst zu ihren Lebzeiten für ihr Vermächtnis: Drei autobiografische Werke – mit aussagekräftigen Titeln wie «How to Catch a Man, How to Keep a Man, How to Get Rid of a Man» – wurden veröffentlicht und geben heute exklusive Einblicke in ihr Leben.
Am Ende wurde es ruhig um sie
Ein schmerzhaftes Ende für ein so glamouröses Leben: Bei einem Autounfall auf dem Sunset Boulevard in Los Angeles im Jahr 2002 wurde die Schauspielerin schwer verletzt und teilweise gelähmt. Es folgte ein Schlaganfall 2005 und eine schwere Hüftfraktur nach einem Sturz aus dem Bett, infolgedessen auch ein Teil des Beines amputiert werden musste. Es wurde ruhig um die einst so präsente Diva. Sie starb am 18. Dezember 2016 an den Folgen eines Herzinfarktes, im Beisein von Ehemann Nummer neun, Prinz Frédéric von Anhalt.
«To be loved is a strength. To love is a weakness.»