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Die Swissair Group steckt seit Monaten in der tiefsten Krise ihrer Geschichte.Dieser Inhalt wurde am 17. Juli 2001 - 19:57 publiziert
Nachstehend die wichtigsten Etappen seit Anfang Jahr im Zeitraffer:
23. Januar:
SAirGroup-Konzernchef Philippe Bruggisser wird fristlos entlassen. Verwaltungsrats-Präsident Eric Honegger übernimmt die Konzernleitung, Crossair-Chef Moritz Suter das Fluggeschäft. Beat Schär wird Swissair-Chef.
3. Februar:
Paul Reutlinger, Ex-Chef der belgischen Sabena und Verantwortlicher der französischen Beteiligungen, tritt zurück.
14. Februar:
Marc Rochet wird Reutlinger-Nachfolger.
7. März:
Suter tritt als Fluggeschäftschef zurück.
9. März:
Neun von zehn SAirGroup-Verwaltungsräten erklären den Rücktritt in zwei Etappen bis April 2002. Honegger will noch ein Jahr Präsident, Nestle-Finanzchef Mario Corti über 2002 hinaus im Amt bleiben.
16. März:
Corti löst Honegger als Verwaltungsratspräsident und Konzernchef ab.
2. April:
Corti gibt einen Jahresverlust von 2,9 Milliarden Franken für 2000 bekannt. Tags darauf stürzt die Swissair-Aktie an der Börse ab.
23. April:
Die Swissotel-Kette wird für 410 Millionen Franken an Raffles in Singapur verkauft. Honegger begnügt sich im Streit um Abgangsmodalitäten mit einem Jahresgehalt.
25. April:
Die SAirGroup-Generalversammlung bewilligt eine Sonderprüfung und erteilt einzig Corti die Entlastung fürs Geschäftsjahr 2000. Der Konzern wird in Swissair Group umgetauft. Grossbanken stellen eine Milliarde Franken bereit.
23. Mai:
Finanzchef Georges Schorderet wird durch die von Nestle geholte Texanerin Jacqualyn Fouse ersetzt.
5. Juni:
Das Sparprogramm "Change" soll bis Ende Jahr mindestens 500 Millionen Franken Kosten sparen.
13. Juni:
Protestkundgebung im Flughafen Paris-Orly gegen einen Sanierungsplan für die angeschlagene AOM/Air Liberte (Swissair-Beteiligung 49 Prozent).
15. Juni:
AOM/Air Liberte deponieren die Bilanzen. Die Swissair stellt die finanzielle Unterstützung ein, weil sich die Hauptaktionärin Marine-Wendel nicht an der Sanierung beteiligt.
18. Juni:
Sabena (Swissair-Beteiligung 49,5 Prozent) will 19 Airbusse abbestellen. Ernst & Young wird Swissair-Sonderprüferin, PricewaterhouseCoopers tritt als Revisionsstelle zurück.
19. Juni:
Flightlease zieht sich aus dem Leasinggeschäft für Dritte zurück. Nachlassstundung für AOM/Air Liberte.
29. Juni:
Die Swissair-Beteiligung an der französischen Air Littoral wird von deren Ex-Chef Marc Dufour übernommen.
2. Juli:
Swissair schlägt Belgiens Regierung vor, gemeinsam 305 Millionen Euro in die Sabena einzuschiessen und will sich im Gegenzug von der Verpflichtung zur Beteiligungsaufstockung auf 85 Prozent lösen.
3. Juli:
Die Regierung lehnt ab. Swissair wird auf 529 Millionen Euro bis Ende 2002 oder 354 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Gewerkschafter blockieren in Brüssel eine Swissair-Maschine.
5. Juli:
Sabena verklagt Swissair auf 500 Millionen Euro. Diese bestreitet die Rechtsgrundlage der belgischen Klagen.
12. Juli:
Corti präsentiert das Sanierungsprogramm für die Swissair-Group. Auf einen massiven Stellenabbau wird verzichtet.
17. Juli:
Die belgische Regierung und Swissair Group einigen sich auf eine weitere Finanzspritze von 430 Millionen Euro (650 Millionen Franken), von der die Swissair 60 Prozent übernimmt. Dafür wird sie aus der Verpflichtung entlassen, ihre Beteiligung auf 85 Prozent aufzustocken, muss aber neun von Sabena bestellte Airbus-Flugzeuge übernehmen. Belgien und Sabena ziehen ihre Klagen zurück.
swissinfo und Agenturen
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