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Der Ursprung der Craniosacralen Behandlung liegt in der Cranialen Osteopathie, Einem Teilgebiet der klassischen Osteopathie. Die Osteopathie umfasst noch weitere manuelle Techniken (an Knochen und Gelenken) und die Viszerale Manipulation (Eigenbewegung und Lage der Organe).
Die Craniale Osteopathie wurde von William Garner Sutherland (1873 - 1954) entwickelt. Im Jahr 1900 erlangte Sutherland den Titel Doktor der der Osteopathie. Obwohl damals wie heute Anatomiebücher lehrten, dass die Schädelknochen an Ihren Nähten fast verwachsen sind und keine Bewegung zulassen, war er fasziniert von den Schädelnähten, insbesondere der schuppenartigen Verbindung der Schläfen- und Scheitelbeine.
Denn Sutherland war der Meinung, dass jede Form auch einen Zweck hat, und Betrieb jahrzehntelang Studien. Dabei fand er heraus, dass unterschiedliche Druckanwendungen mit einem selbst entwickelten Helm auf verschiedene Schädelteile körperliche und emotionale Empfindungen auslösten. Die Bewegungen des Schädels ähneln Ebbe und Flut und werden von der inneren Gewebeatmung des Zentralnervensystems hervorgerufen. Diesen „Urpuls des Lebens“ nannte Sutherland den „primär respiratorischen Mechanismus“, welcher die Lungenatmung und alle weiteren Körperfunktionen reguliert. Unter dem Pseudonym Blunt Bone Bill veröffentlichte er seine Ideen, mit denen er bei den meisten seiner osteopathischen Berufskollegen lange Zeit auf Ablehnung stiess. Erst 1946 gelangt es Sutherland auf einem Kongress, mit seinen Forschungen zu überzeugen.
Harold Magoun, ein Schüler von Sutherland, lehrte ab 1964 die Craniale Osteopathie in London und Paris, wo sie ebenfalls einige Zeit brauchte, um sich durchzusetzen und sich zu verbreiten.
Ein weiterer Durchbruch glückte John E. Upledger in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Während einer Operation im Halswirbelbereich kam er in Kontakt mit der Pulsation der Hirn- und Rückenmarkshäute, welche durch den CS-Rhythmus hervorgerufen werden. Von da an beschäftigte er sich intensiv mit der Cranialen Osteopathie. In der Folge konnte die Bewegung der Schädelknochen (im Mikromillimeterbereich) aufgrund der Bewegungen des Craniosacral-Rhythmus (durch Produktion und Resorption des Liquors) wissenschaftlich nachgewiesen werden; so gewannen Forschungsteams vertiefte Einsichten in die Funktionsweise des Körpers. Durch Einbezug der bei der Behandlung auftretenden Emotionen gelang darüber hinaus die Verbindung zur Psychologie - die Craniosacral-Therapie wurde somit zu einer umfassenden neuen Körperpsychotherapie. Es waren John E. Upledger und weitere Osteopathen, die dieses Wissen der Öffentlichkeit zugänglich machten.
Craniosacral-Therapeuten und -Institute in Amerika und Europa bieten diese Behandlungsmethode an, mit zum Teil unterschiedliche Ausrichtung (zum Beispiel eher an Sutherand oder an Uplledger orientiert) und unter den verschiedensten Namen, etwa CranioSacralOsteopathie, Craniosacral-Therapie, Craniosacral-Balancing oder Craniosacral-Behandlung.
(Aus dem Buch von Daniel Agustoni Craniosacral Rhythmus)