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Mehr als 50 Frauen werfen US-Komiker Bill Cosby sexuellen Missbrauch vor. Der 78-Jährige bestreitet die Taten vehement. Nun muss er erstmals vor Gericht erscheinen.
Nach monatelangem Schweigen zu den Missbrauchsvorwürfen gegen ihn muss Bill Cosby am Dienstag erstmals öffentlich vor Gericht erscheinen. Bei der vorbereitenden Anhörung vor einem Gericht in Norristown im US-Bundesstaat Pennsylvania will Richterin Elizabeth McHugh feststellen, ob genügend Beweise vorliegen, um einen Prozess gegen den 78-Jährigen zu eröffnen.
Dass Cosby bei dem Termin selbst das Wort ergreift, gilt als äusserst unwahrscheinlich. Über seine Anwälte hat der Entertainer die Vorwürfe bislang zurückweisen lassen.
Es geht um einen Fall aus dem Jahr 2004: Eine frühere Universitätsangestellte wirft Cosby vor, ihr damals Tabletten verabreicht und sie dann in seinem Haus sexuell belästigt zu haben. Der Übergriff soll laut Bezirksstaatsanwalt Kevin Steele im Haus des Schauspielers bei Philadelphia stattgefunden haben. Die Frau habe Cosby damals als «Mentor und Freund» vertraut.
2006 hatten sich beide Seiten schon einmal aussergerichtlich geeinigt, dann rollte Steele den Fall 2015 jedoch noch einmal auf. Die frühere Universitätsangestellte ist inzwischen 43 Jahre alt und lebt wieder in ihrer kanadischen Heimat. Cosby stimmt einer Millionenkaution zu und musste daher nicht in Haft.
Insgesamt werfen mehr als 50 Frauen Cosby sexuellen Missbrauch vor. Die mutmasslichen Fälle liegen teils vier Jahrzehnte zurück. Dutzende Frauen haben gegen Cosby Zivilverfahren angestrengt. Doch der Fall in Pennsylvania ist bislang das einzige Strafverfahren. Bei Prozess und Verurteilung drohen dem Schauspieler zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe von 25'000 Dollar.
gam/dpa