Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03326.jsonl.gz/43

Auktionsfund der Woche: Porsche 356 C
Unser Auktionsfund der Woche ist ein 1964er Porsche 356 C. Er wird von RM Sotheby's zwischen dem 28.7. und 4.8. online versteigert. Erwartet werden mindestens 125'000 Dollar.
Es ist etwas mehr als 20 Jahre her, dass sich in Kalifornien die «Outlaw»-Bewegung in Bewegung setzte. Sie ging von Emory Motorsports aus, die Porsche 356 C nicht bloss restaurierte, sondern auch modifizierte, zu Beginn noch ganz brav, eine Gurte über die Motorhaube, schwarze Felgen, Demontage der Stossstangen.
Über die Jahre wurden die «Outlaw» immer heftiger, es gab Motoren mit bis 200 PS, grössere Räder, extreme Tieferlegungen, Spoiler – man konnte zwar immer erkennen, dass es sich bei den Umbauten aus North Hollywood um einen Porsche 356 handelte, doch mit diesen einst als so sportlich erachteten Käfer-Derivaten hatten diese Emory-Fahrzeuge nicht mehr viel zu tun.
Emory Motorsport erfand die Outlaws
Emory Motorsports behielt das Outlaw-Logo aber nicht für sich, sondern ermunterte andere Betriebe, ihre Umbauten ebenfalls so zu bezeichnen, auch wenn es sich um 911er handelte. Einzige Bedingung: luftgekühlt (ja, Emory gehört auch zu den Begründern des gleichnamigen Festivals).
Unterdessen ist die Bewegung so gross, dass sie an den Rennsport Reunion von Porsche eine eigene Gruppe bilden darf (dort dann allerdings als Group G bezeichnet, total glücklich ist man in Stuttgart mit den Outlaws nicht). Nein, Singer gehört da nicht dazu, Canepa ebenfalls nicht, auch der unterdessen bei Porsche in Ungnade gefallene Magnus Walker nicht.
Englischer Outlaw auf Basis der Porsche 356 C
Die «Outlaw» kamen dann irgendwann in Europa an, zuerst natürlich in England. Von dort stammt auch der Umbau, den wir hier vorstellen, ein 64er Porsche 356 C «Outlaw». Den Andy Prill mit einem 616/36-Vierzylinder aus einem Porsche 912 sanft modifizierte. Über die Leistung schweigt man sich aus, aber 1720 cm3 Hubraum, Shasta-Kolben und -Zylinder, Neutek-Nockenwellen, Solex-40-PII-Vergaser und eine Petronix-Zündung sprechen wohl eine deutliche Sprache.
Auf die Hinterräder übertragen wird die Kraft und Herrlichkeit über ein modifiziertes Getriebe. Selbstverständlich wurde auch das Fahrwerk angepasst, Koni-Stossdämpfer, grössere Bremsen. Innen gibt es rote Sitze, ein Mahagoni-Lenkrad von Nardi, einen bis 8000/min reichenden Drehzahlmesser, den Halda Tripmaster.
Dieser Porsche 356 C «Outlaw» wird von RM Sotheby's zwischen dem 28.7. und 4.8. online versteigert. Erwartet werden mindestens 125'000 Dollar, das Fahrzeug befindet sich in den USA.
Galerie