Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03288.jsonl.gz/2423

Dragica Rajčić Holzner, eine schweizerisch-kroatische Autorin, erhielt den diesjährigen Schweizer Literaturpreis für ihr Buch „Glück“. Der Preis wird an den Literaturtagen in Solothurn am 12. Mai dieses Jahres verliehen.
Das preisgekrönte Buch bricht sprachliche Normen und narrative Standarde auf – Wörter nehmen unbekannte Formen an, Sätze werden falsch platziert und Geschichten werden ständig überprüft. Die Geschichte folgt Ana Jagoda, die aus dem Dorf Glück nach Chicago gezogen ist, wo sie im „Frauenirrhaus“ lebt, einer Einrichtung für Frauen, die ein Trauma erlitten haben. Durch die Geschichte erinnert sich Ana an ihr Dorf, den Missbrauch, den Frauen darin durchgemacht haben, und an die Väter und Ehemänner, die Frauen missbraucht haben. Obwohl das „Richtige“, das richtige Gefühl, niemals vollständig durch eine Geschichte vermittelt werden kann, möchte Ana ihre Geschichte in der Hoffnung vermitteln, dass das Teilen ihr und ihren Vorfahren hilft, ihren eigenen Geschichten zu finden.
Dragica Rajčić Holzner wurde 1959 in Split geboren. Nach dem Abitur lebte sie in Australien, von wo sie 1978 in die Schweiz zog. In der Schweiz arbeitete sie als Putzfrau und Pflegerin in Altersheimen. Danach kehrte sie nach Kroatien zurück und arbeitete als Journalistin. Während des Krieges kehrte sie in die Schweiz zurück, wo sie bis heute lebt und als soziokulturelle Animatorin und preisgekrönte Schriftstellerin arbeitet.
Das Debüt der Autorin, Halbgedichte einer Gastfrau, wurde 1986 veröffentlicht. Seitdem hat die Autorin insgesamt 11 Werke veröffentlicht, und das letzte Buch, Liebe um Liebe, wurde 2020 veröffentlicht.