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Panorama-Karte vom Walensee: 1. Weesen, 2. Amden, 3. Betlis.
Fidus war überzeugt, obwohl noch kein einziger Bau nach seinen Entwürfen erstellt worden war, dass gleich drei seiner Tempel und dazu eine Kapelle, ein Bautypus, mit dem er sich nie beschäftigt hatte, erichtet würden. An Selbstbewusstsein mangelte es ihm jedenfalls nicht. Allerdings auch an Blauäugigkeit.
Im Sommer 1903 reiste Fidus in die Schweiz, um sich vor Ort ein Bild seiner zukünftigen Wirkungsstätte zu machen. Bei dieser Gelegenheit zeigte ihm Josua Klein, der für die Kosten der Bauten aufkommen wollte, die Standorte, die er für sie vorgesehen hatte. In seinen Kleinen Lebenserinnerungen hält Fidus fest:
Z. B. sollte der würfelförmig aus dem heiligen Wasser steigende Tempel der Erde unten am See vor einer kleinen Strandspitze "Bätlis" des sonst steil abfallenden Ufers aufragen. Der "Tempel der eisernen Krone" sollte, meinem Entwurfe gemäß an einer Berglehne unter Amden liegen, der Tempel der Tat, ähnlich entsprechend, an einer hohen, steilen Bergkanzel, die nach Weesen hinunter "drohte". Auf der sanft ansteigenden aber Abhang umdröhten Bergstraße von Weesen herauf sollte ich auf halber Höhe auf dem Felsvorsprunge eine Ausruh- und Andachtskapelle bauen!
Offenbar hatte Fidus nichts gegen die von Klein gewählten Standorte einzuwenden. Obwohl wahrscheinlich auch ihm damals nicht klar war, ob sie Teil der Kolonie sein sollten, die Josua Klein in Amden aufzubauen versprach, zukünftige Wallfahrsorte oder touristische Attraktionen.
Unklar ist auch, wenn auch kaum anzunehmen, ob der Auswahl der Bauten und ihrem Bezug untereinander ein Programm zugrunde lag.
Insgesamt liest sich der Plan des Vorhabens eigenartig: Fidus soll in Amden die Möglichkeit geboten werden, seinen persönlichen Traum monumentaler Tempelkunst zu verwirklichen. Ohne jede Verpflichtung oder Gegenleistung.
Letzte Änderung: 26. September 2020.