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Der Basler Jurist Daniel Mitz schlug in seiner Vaterstadt eine erfolgreiche politische Laufbahn ein, die ihn bis zum Bürgermeisteramt führte. Seit 1751 war er Besitzer des Alten Wettsteinhauses in Riehen.
Sohn des Daniel Mitz (1680–1751; Beisitzer am Stadtgericht) und der Agnes, geborene Frey (1684–1758). Heirat 1751 mit Anna Katharina Merian (1735–1805). Drei Töchter und ein Sohn.
Daniel Mitz stammte aus einer ursprünglich in Köln beheimateten Familie, die sich im frühen 17. Jahrhundert in Basel niedergelassen und das hiesige Bürgerrecht erworben hatte. Sein gleichnamiger Vater war Beisitzer am Stadtgericht. Nach dem Besuch des Gymnasiums und dem Grundstudium in den Geisteswissenschaften wechselte er zur juristischen Fakultät, wo er 1745 den Grad eines Lizentiaten der Rechte erwarb. Im gleichen Jahr reiste er nach Frankfurt am Main zur Krönung von Franz Stephan von Lothringen zum Kaiser Franz I. 1746 verfocht er an der Universität Basel die ‹Dissertatio de libertate Helvetica›. Darin postulierte er als erster Basler Jurist die Souveränität der Eidgenossenschaft. Dabei argumentierte er einerseits naturrechtlich mit der ursprünglichen Freiheit der Menschen, anderseits mit der Anerkennung der Souveränität durch den Westfälischen Frieden von 1648. 1747 bewarb sich Mitz für eine Professur in Geschichte, hatte aber wie bereits bei zwei früheren Bewerbungen für andere Lehrstühle keinen Erfolg. Im gleichen Jahr unternahm er eine Reise durch die Schweiz und Frankreich. Dabei hielt er sich mehrere Monate in Paris auf, wo er Jurisprudenz studierte.
Nach seiner Rückkehr schlug Mitz, der zeitlebens als belesener Rechtsgelehrter galt, in seiner Vaterstadt eine Beamten- und Politikerlaufbahn ein. 1750 wurde er in den Vorstand der Schlüsselzunft und damit in den Grossen Rat gewählt. 1751 heiratete er Anna Katharina Merian, Tochter des Kaufmanns Peter Merian, der als Direktor der Kaufmannschaft eines der mächtigsten Ämter in Basel bekleidete. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied des Grossbasler Stadtgerichts.
1760 wurde Mitz in den Kleinen Rat gewählt, der ihn 1773 zum Landvogt in Kleinhüningen bestimmte. 1777 erfolgte seine Wahl zum Oberstzunftmeister und noch im gleichen Jahr zum Bürgermeister – ein Amt, das er bis an sein Lebensende ausübte. Daneben bekleidete er wie damals üblich eine Reihe weiterer öffentlicher Ämter. Zudem wurde er mehrfach zum Gesandten an die eidgenössische Tagsatzung bestimmt und auch sonst mit wichtigen politischen Missionen betraut. 1767 verband er eine Gesandtschaft in die ennetbirgischen Vogteien auf dem Gebiet des heutigen Kantons Tessin mit einer Reise durch Norditalien.
1751 erbte Mitz ein Landgut an der Baselstrasse in Riehen, das Alte Wettsteinhaus, das sein Vater bereits 1700 im Alter von 20 Jahren gekauft hatte. Seinen Wohnsitz behielt er aber in Basel im Haus zum Löwenzorn am Gemsberg, wo er auch aufgewachsen war. In Riehen gab Mitz das 1892 zerstörte Original des heutigen Hofbrunnens, im Hinterhaus den Zylinderofen im Stil Louis XVI und wahrscheinlich auch ein postumes Bildnis des Bürgermeisters Johann Rudolf Wettstein in Auftrag. Wettstein war ein früherer Besitzer des Hauses und zugleich ein Ururgrossvater von Mitz. Auf einem Plan von 1786 ist der Landsitz nicht wie heute nach Wettstein benannt, sondern wird als «Burgermstr. Mitzen [Haus]» bezeichnet.
Nach plötzlichen heftigen Leibesschmerzen während einer Sitzung des Dreizehnerrats starb Daniel Mitz in der folgenden Nacht auf den 30. Juli 1789 und wurde zwei Tage später im Basler Münster begraben. Der Landsitz in Riehen gelangte an seine Witwe Anna Katharina Mitz-Merian und blieb danach bis 1958 im Besitz seiner Nachkommen.
Autorin / Autor: Stefan Hess | Zuletzt aktualisiert am 11.1.2023
Dissertatio de libertate Helvetica, Von der Schweitzer-Freyheit … Basel 1746.
Frey, Lucas: Das Wettsteinhaus. In: Jahrbuch z’Rieche 1962. S. 31–42, hier S. 36–38.
Hess, Stefan: Ein Bild wirft Fragen auf, in: Jahrbuch z’Rieche 2021, S. 90–97.
Freivogel, Ludwig: Stadt und Landschaft Basel in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. 3. Teil. In: Basler Jahrbuch 1903. S. 124–171, hier S. 160–162.
Hess, Stefan: Daniel Mitz. In: Historisches Lexikon der Schweiz. URL: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/019252/2008-01-10/ (24.12.2022)
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