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Die Leistungsfähigkeit der Post wird durch neue Konkurrenten gefördert, nicht geschwächt. Selbstverständlich werden Stellen abgebaut, die Löhne differenziert, bestimmte Leistungen reduziert, wenn die Post fitter wird. Aber gleichzeitig werden neue Stellen geschaffen, bloss nicht beim derzeitigen Monopolisten, sondern bei der Konkurrenz. Damit ist auch klar, weshalb die Gewerkschaften keine Freude daran haben, denn sie werden an Einfluss verlieren. Aber Gewerkschaften waren mit ihrer Politik selten für das volks- wirtschaftliche Gesamtwohl oder um die Schaffung neuer Arbeits- plätze bemüht; Gewerkschaften kämpfen leider nur für die Privilegen derjenigen, die schon einen Arbeitsplatz haben und für die, die ihre Mitglieder sind. Eine generelle Wachstumsstrategie durch die Befreiung der Märkte werden sie daher nicht unterstützen, selbst wenn als Resultat ein dynamischerer und gewachsener Postmarkt resultieren würde.
Gleichzeitig mit der Marktöffnung werden neue Dienstleistungen geschaffen und bestehende Dienstleistungen differenziert; die Leistungspalette nimmt zu, nicht ab; Dienstleistungen mit höherer Wertschöpfung werden geschaffen, die Rentabilität nimmt zu und es werden Mittel für neue Investitionen frei.
Die Qualität der Dienstleistungen wird nur durch Wettbewerb verbessert. Es ist ein moderner Irrglaube, dass man meint, man könne Qualität von Produkten oder Dienstleistungen durch Gesetze, Verordnungen, Regulierungen und Standardisierungen vorschreiben. Unternehmer sind Leute, die sich selber unter Druck setzen und zum Nutzen des Kunden Neues und Besseres schaffen. Solches muss ihnen nicht vorgeschrieben werden! Dieses Verhalten jedoch ist nicht unbedingt von einem Monopolisten zu erwarten, der in einem geschützten Markt sein Gärtchen pflegt.
Innovative Lösungen werden nur durch Wettbewerb gefördert, nicht durch Regulierung und Standardisierung
Die Kundenzufriedenheit steigt, weil eine echte Wahl möglich wird.
Nur die Marktöffnung im Inland erlaubt ein Teilnahme am liberalisierten Postmarkt in Europe. Die derzeitige Trittbrettfahrer-Mentalität, wo die Post im Inland geschützt ist und gleichzeitig in den liberalisierten Märkten des Auslandes die Rosinen pickt, wird auf die Dauer von den anderen Postbetreibern in Europa nicht toleriert werden. Zu recht, wie wir meinen!
Es ist nicht Aufgabe des Staates Arbeitsplatze zu erhalten, und seien es die Arbeitsplätze bei der Post. Historisch gesehen war der Postdienst primär für den Staat (und ganz früher war dieser Staat der Fürst und der Adel) wichtig, weil er wissen musste, wo seine Untertanen wohnen, damit er ihnen die Steuerrechnung oder andere öffentliche Dokumente zustellen kann. Das ist heute schon lange kein Argument mehr. Auch ohne Post würde der Staat heute jedem locker seine Steuerformulare und die Abstimmungsunterlagen zustellen können. Dazu braucht es keine Post. Die Post wird heute von Privatkunden getragen. Somit sollen auch diese sagen können, welche Art von Post sie haben wollen.