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Projekt
SAKK 39/10
Automatisch geschlossen · 2012 bis 2014
Driessen Christoph, Hitz Felicitas
Art
Reichweite
Bereiche
Status
Start
Ende
Finanzierungsart
Studiendesign
Schlagwörter (Tags)
Kurzbeschreibung/Zielsetzung
Patient/innen dieser Studie leiden an einer bösartigen Er-krankung des Knochenmarkes, dem Multiplen Myelom (MM) und die Erkrankung spricht nicht mehr auf die Stan-dardtherapie (Lenalidomid (Revlimid®)/ Dexamethason) an. Nach Therapieversagen sind derzeit keine Medikamen-te bekannt, die der Behandlung zu erneuter Wirksamkeit verhelfen können.
Diese Studie soll nun untersuchen, ob durch die Kombina-tion der Standardtherapie mit Nelfinavir ein erneutes An-sprechen erreicht werden kann. Nelfinavir ist eine gut un-tersuchte Substanz, die in hohen Dosen bei HIV-Infektion verabreicht wird. Nelfinavir hat einerseits selber abtötende Wirkung auf Tumorzellen, andererseits verändert es die Zellen so, dass ein Wiederansprechen auf Lenalidomide erwartet werden darf. Dieser Mechanismus konnte für Pa-tient/innen mit Bauchspeicheldrüsentumor und Weichteil-tumoren nachgewiesen werden.
Sicherheitsanalysen von Patient/innen mit neu diagnosti-ziertem MM, die im Rahmen einer Studie eine Lenalidomid-Erhaltungstherapie erhalten haben, ergaben eine erhöhte Rate an Zweit-Tumoren (Sekundärmalignome), d.h. solide Tumore, hämatologische Neoplasien. Diese Sekun-därmalignome sind bei Studien zur Erstlinientherapie und anschliessender Lenalidomid-Erhaltungstherapie aufgetre-ten.
Die Studie SAKK 39/10 hat eine andere Ausgangssituation: Die zu behandelnden Patient/innen haben ein refrak-tär/rezidiviertes MM. Sie erhielten vor der Studie vier Be-handlungszyklen Lenalidomid/Dexamethason. Sie waren in keiner Erhaltungstherapie.
Die Patient/innen der Studie SAKK 39/10 brauchen eine neue Substanz, um das Fortschreiten ihrer Erkrankung aufzuhalten. Weitere Behandlungsoptionen für Lenalidomid-refraktäre Patient/innen sind dringend notwendig. Nelfinavir ist eine bekannte und gut untersuchte Substanz, die die Wirksamkeit zurückbringen könnte.