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Der Einfluss des Bildungsniveaus in der Liebe?
Stelle Dir einmal folgendes Szenario vor: Du kommst aus einer Akademikerfamilie, Deine Eltern haben einen hohen Bildungsabschluss und arbeiten als Lehrer, Juristen oder in der freien Wirtschaft. In Deiner Kindheit hast Du ein Instrument gelernt, es war normal, dass am Morgen zunächst eine überregionale Tageszeitung gelesen und über die Nachrichten des Tages diskutiert wurde. Natürlich hast auch Du das Matura absolviert und später ein Studium aufgenommen. Nun hast Du einen gut bezahlten Job und alles könnte wunderbar sein - wenn Du nicht den falschen Mann lieben würdest. "Falsch" deshalb, weil er LKW-Fahrer ist oder als einfacher Arbeiter angestellt ist, mit Theater, Kunst und Kultur nichts anfangen kann und sich in Gesellschaft Deiner Eltern und Freunde sichtlich unwohl fühlt.
"Kind, der passt doch nicht zu dir!" Diesen Spruch hörst Du nicht zum ersten Mal von Deinen besorgten Eltern und Du fragst Dich langsam ernsthaft, ob Deine Beziehung diese Belastungsprobe bestehen kann.
Gleich und gleich gesellt sich gern?
Darüber, ob Partner das gleiche Bildungsniveau aufweisen sollten, damit sie eine gemeinsame Zukunft haben, herrscht auch unter Experten keine Einigkeit. Grundsätzlich ist es aber so, dass Beziehungen zwischen Paaren, die eher ähnliche Ansichten, Hobbys und Prioritäten haben, langfristig besser funktionieren. Das heisst, Gegensätze ziehen sich zwar an, doch diese Anziehungskraft geht schnell verloren, wenn zwei Menschen zu unterschiedlich sind. Wahrscheinlich hast Du ähnliche Erfahrungen bereits selbst gemacht, denn auch seine Freunde sucht man sich, manchmal auch unbewusst, nach diesem Prinzip aus. Sie müssen nicht immer gleicher Meinung sein, aber in den wichtigsten Punkten sollte man sich schon einig sein, damit die Freundschaft Bestand hat.
Verdient die Frau weniger ist das selten ein Problem
In der Realität ist es häufig so, dass Partnerschaften in denen die Frau ein niedrigeres Bildungsniveau hat als der Mann eher funktionieren als umgekehrt. Das liegt sicher auch an der Gesellschaft. Wenn die Frau zu Hause bleibt, sich um Haushalt und Erziehung kümmert, so ist das immer noch in den Augen der meisten Menschen der Normalzustand und es interessiert niemanden, ob die Dame nun studiert oder nicht einmal eine Ausbildung beendet hat - solange der Mann das Geld verdient und die Familie ernährt. Hier wird also mit zweierlei Mass gemessen. Das ist nicht fair, aber leider Fakt.
Tipp: Eigene Prioritäten setzen und für die Beziehung kämpfen
Es ist nicht so, dass Beziehungen zwischen einer hoch gebildeten Frau und einem einfachen Arbeiter grundsätzlich scheitern müssen. Aber beide Partner sind gezwungen möglicherweise mehr an sich und an der Partnerschaft arbeiten als andere. Wichtig ist, dass der Mann sich nicht über sein Einkommen definiert und es einfach hinnimmt, dass er nun einmal einem weniger gut bezahltem Job nachgeht als die Frau. Die Arbeitsleistung an sich wird dadurch ja nicht weniger wichtig. Ein Handwerker wird genauso gebraucht wie Lehrer oder Bankangestellte und braucht sich für seine Tätigkeit nicht zu schämen. Wenn Neid und ein geringes Selbstwertgefühl in solchen Beziehungen keine Rolle spielen, dann können sie auch Bestand haben.
Bildquelle: CHENA / pixabay.com