Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03228.jsonl.gz/1442

Der ich unter Menschen nicht leben kann. Auf der Suche nach Ingeborg Bachmann
Regie: Peter Hamm
Mitw.: Hans Werner Henze, Uwe Johnson, Martin Walser, Peter Hamm, Hans Weigel, Henry Kissinger, Max Frisch, Walter Höllerer, Maria Teofili, Reinhard Baumgart u.a.
Der 2019 verstorbene Autor, Lyriker und Filmemacher Peter Hamm, bekannt für seine einfühlsamen Porträts über Robert Walser, Fernando Pessoa, Heinrich Böll, Peter Handke und Hans Werner Henze, lernte die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann 1956 anlässlich seiner ersten Lesung bei der Gruppe 47 kennen und war mit ihr bis zu ihrem frühen Tod am 17. Oktober 1973 befreundet. Sein vielbeachteter Dokumentarfilm ist sieben Jahre nach Bachmanns Tod entstanden, als noch viele Zeitzeug:innen lebten, und gibt deshalb einen wertvollen Einblick in das wechselhafte Leben der grossen Autorin. Neben Archivmaterial, das Bachmann bei Lesungen und in ihrem geliebten Rom zeigt, gelang es Hamm, zahlreiche Weggefährt:innen und Freund:innen vor der Kamera zu versammeln. Etwa den Komponisten Hans Werner Henze, mit dem sie nicht nur eine innige Freundschaft, sondern auch eine Arbeitsbeziehung verband, Autoren wie Uwe Johnson, der seine Trauer in seiner vier Tage nach ihrer Beisetzung begonnenen Erzählung «Eine Reise nach Klagenfurt» verarbeitete, Martin Walser und Hans Weigel, mit dem sie eine frühe Liebesbeziehung hatte und der die junge Autorin förderte, aber auch den ehemaligen amerikanischen Aussenminister Henry Kissinger, der sie zur Harvard Summer School in die USA einlud, ihren Lektor Reinhard Baumgart, ihre römische Haushälterin und Vertraute Maria Teofili, die Freundin Heidi Auer, die sie mit Medikamenten versorgte, und den Arzt, der sie zuletzt im Krankenhaus in Rom behandelte. Auch Max Frisch, der sich kaum öffentlich über Ingeborg Bachmann äusserte, kommt zu Wort. Nicht nur die Zeitzeug:innen sind illuster, sondern auch die Schauplätze. Wir sehen ihre früheren Wohnungen in der Via Giulia in Rom, in der Ungar- und Beatrixgasse in Wien, in der Leopoldstrasse in München und in der Kirchgasse in Zürich, in der sie mit Frisch lebte. Der verstorbene deutsche Starkritiker Marcel Reich-Ranicki lobte Peter Hamms Film als «aussergewöhnliches, einzigartiges Dokument». Wir zeigen den einmaligen, kaum je zu sehenden Dokumentarfilm anlässlich von Ingeborg Bachmanns 50. Todestag und des Starts von Margarethe von Trottas Film «Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste», in dem einige von Hamm befragten Weggefährten vorkommen.