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Waldenburgerbahn
|Kürzel||WB|
|Bahntyp||Schmalspurbahn|
|Betriebseröffnung||1880-11-01|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die als Aktiengesellschaft gegründete WB nahm 1880 den Betrieb auf und bediente die Linie Liestal–Waldenburg, für welche ursprünglich die Centralbahn (SCB) eine Konzession besessen hatte, diese aber – finanziell angeschlagen – nicht nutzte (sogenannte «Wasserfallenbahn» von Liestal nach Oensingen). Bei der WB handelte es sich zur Minimierung der Baukosten um die schmalste Schmalspurbahn der Schweiz (750 mm). Zudem wurde die WB auf dem Trassee der bereits bestehenden Fahrstrasse erbaut. Die Bruttobaukosten betrugen 1880 nur gerade 30'250 Franken pro Kilometer, also deutlich weniger als 10 Prozent des Mittels aller Schweizer Bahnen. Abgesehen von «Tramways» war die WB damit die billigste Bahn in der Schweiz überhaupt. Eine Subvention à fonds perdu von 100'000 Franken, deren Herkunft die Statistik nicht näher erläuterte, wurde 1885 vom Baukonto abgeschrieben.
Die WB diente primär dem Personentransport. Sie war finanziell recht erfolgreich und konnte 1883 bis 1890 jedes Jahr eine Dividende von über 4 Prozent des Aktienkapitalwerts ausrichten. Sprunghaft steigende Betriebskosten führten jedoch 1891 zu einem Rückschlag. Die Ursachen dafür gingen aus der Statistik nicht schlüssig hervor, zumal gleichzeitig ein markanter Personalabbau stattfand, was sich auf der Ausgabenseite eigentlich entlastend ausgewirkt haben müsste. Die finanzielle Lage stabilisierte sich aber rasch. 1896 bis 1916 konnte die WB wieder jedes Jahr eine Dividende auszahlen, die das vorherige Niveau allerdings nicht mehr erreichte. Mit dem Ausbruch des Weltkriegs stiegen die Einnahmen der WB ab 1915 zwar deutlich an, doch noch mehr traf Gleiches für die Betriebsausgaben zu. 1920 musste die WB erstmals in ihrer Geschichte ein negatives Betriebsergebnis ausweisen und einen Passivsaldo vortragen.
Anfang der 1920er-Jahre mussten die Bahnanlagen der WB saniert werden, was erhebliche Kosten verursachte. Die lange diskutierte Elektrifikation (Gleichstrom) kam allerdings erst sehr spät, nämlich 1953. Gleichzeitig wurde neues Rollmaterial beschafft. Dies hatte einen beträchtlichen Aufschwung der Transportvolumina zur Folge.