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Einjähriger Beifuss - Artemisia annua
Artemisia annua (syn. Artemisia chamomilla)
VORKOMMEN
Das Verbreitungsgebiet des Einjährigen Beifuss erstreckt sich von China
über Nord-Indien und Irak bis nach Südosteuropa mit Rumänien, Bulgarien
und Albanien. In Süd- und Mitteleuropa ist diese Art als Neophyt
eingebürgert. Die Pflanze wächst auf mehr oder weniger trockenen,
warmen, nährstoffreichen Böden.
Die Pflanze gedeiht sehr gut in meinem Garten und sein Duft ist für jeden Besucher etwas Besonderes.
MERKMALE
Die krautige Pflanze ist einjährig, woher das botanische Artepitheton annua, von lat. annus = das Jahr stammt. Artemisia annua wird 0,4 bis fast 2 m hoch. Auffällig ist der aromatische Duft. Der Stängel ist meist völlig kahl. Die Laubblätter sind fiederspaltig. Die in einem nickenden und rispigen Gesamtblütenstand angeordneten gelbgrünen und körbchenförmigen Teilblütenstände enthalten wenige gelbe Röhrenblüten. Die Pflanze blüht im August und September.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Artemisia-annua-Kraut (syn. Herba Artemisiae Annuae), die getrockneten, oberirdischen Teile.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Artemisia-annua-Kraut enthält ätherisches Öl mit der Hauptkomponente
Artemisiaketon, im weitern wurden α- und β-Pinen, Camphen, Myrcen und
Sabinen gefunden. Flüchtige Sesquiterpene wurden nachgewiesen,
(β-Caryophyllen, Germacren D, β-Cadinen und Nootkaton).
Das Sesquiterpenlacton Artemisinin kommt nur in den grünen Teilen der Pflanze vor. Die Konzentration ist kurz vor der Blüte am höchsten und beträgt bis zu 0,1 % berechnet auf das Trockengewicht. Weitere Sesquiterpenderivate der Droge sind unter anderem das Arteannuin B und Arteannuinsäure.
Im Weiteren wurden methoxylierte Flavonoide (Artemetin, Chrysosplenetin, Eupatorin) beschrieben.
PHARMAKOLOGIE
Artemether ist ein vom Artemisinin abgeleiteter halbsynthetischer
Arzneistoff zur Behandlung der durch Plasmodium falciparum verursachten
Malaria. Der Wirkstoff Artemether wurde 1997 von der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) in die Liste der unentbehrlichen
Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation aufgenommen.
Artemether wird durch Partialsynthese von aus Artemisia annua gewonnenem Dihydroartemisinin mit Methanol in saurem Medium dargestellt.
Artemether hat eine gegenüber Artemisinin deutlich verbesserte Bioverfügbarkeit. Wie alle Artemisinin-Derivate wirkt es über eine endogene Peroxidgruppe, die in infizierten Erythrozyten vermutlich für die Plasmodien toxische Radikale bildet. Die Resorption des lipidlöslichen Stoffes wird bei oraler Gabe durch eine möglichst fettreiche Mahlzeit erleichtert. Problematisch ist die relativ kurze Halbwertszeit von etwa zwei Stunden. Artemether wird in der Leber durch das Enzym Cytochrom P450 3A4 metabolisiert.
Der Schwerpunkt für die Anwendung von Artemether ist die Behandlung der unkomplizierten Malaria tropica, insbesondere bei Plasmodien, die gegen andere Arzneistoffe wie Chloroquin resistent sind. Die Weltgesundheitsorganisation rät von der Verwendung als Monosubstanz ab, um die Gefahr der Resistenzbildung gegen Artemisinin-Derivate zu vermindern.
Artemether wird versuchsweise in der Krebstherapie eingesetzt.
ANWENDUNG
Das in der Pflanze gebildete Artemisinin wird von der traditionellen
chinesischen Medizin schon lange erfolgreich als Mittel gegen Malaria
eingesetzt.
Auf Artemether beruht die aktuell von der WHO empfohlene Therapie gegen Malaria, die aus einem Kombinationspräparat (ACT) aus Artemether und Lumefantrin besteht (Handelsnamen Coartem, Riamet; Hersteller Novartis).
Eine wachstumshemmende Wirkung dieses klinisch wichtigsten Bestandteils und anderer Inhaltsstoffe auf verschiedene Tumorzellen ist nachgewiesen.
Grossflächige klinische Studien liegen jedoch noch nicht vor. Nach Einschätzung einer unabhängigen Expertengruppe reicht der Kenntnisstand im Moment nicht aus, um Artemisia annua bei Krebserkrankungen ausserhalb von klinischen Studien anzuwenden.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Nur nach Absprache mit dem Arzt verwenden.
STATUS
- Kommission E: - keine Bearbeitung
- ESCOP: - keine Bearbeitung
- HMPC: - keine Bearbeitung
- Klinische Studien: positiv
EINJÄHRIGER BEIFUSS IM GARTEN
Der Einjährige Beifuss kommt mit fast allen Bodenarten zurecht, am
liebsten hat er aber sandige, kalkhaltige und trockenen Böden. Er liebt
die Wärme und dementsprechend einen sonnigen Standort. Geben sie der
Staude genug Wasser, Staunässe verträgt die Pflanze nicht.
Der Einjährige Beifuss kann aus Samen gezogen werden, am besten geeignet für den Anbau im Garten sind Jungpflanzen aus der Gärtnerei. Einmal angesiedelt wird sich die stark riechende Pflanze selber aussäen.
SONSTIGES
In der traditionellen chinesischen Medizin wird darüber hinaus auch von
Erfolgen bei der Behandlung weiterer Krankheiten berichtet.
Der Einjährige Beifuss duftet wunderbar und gehört in jeden Kräutergarten.
Letzte Änderung: 01.01.2017 / © W. Arnold