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Ab wann gilt Traden als gewerbsmässig?
Wenn ich als privater, professioneller Wertschriftenhändler tätig sein möchte, soll ich das als Privater machen oder soll ich dazu eine GmbH gründen? T.F.
Wenn Sie für Ihr Vorhaben eine GmbH gründen, was durchaus möglich ist, hätte das für Sie den Pluspunkt, dass mögliche Verluste auf Ihren Wertschriftengeschäften vom Gewinn der Gesellschaft in Abzug gebracht werden dürften. Gleichzeitig müssten Sie als professioneller Wertschriftenhändler jedoch sämtliche Gewinne auf Ihren Anlagen über Ihre Firma versteuern – ebenso die Dividenden.
Als Privatanleger, der von den Steuerbehörden nicht als professioneller Wertschriftenhändler eingestuft wird, was ich immer noch für die beste Lösung halte, können Sie allfällige Verluste zwar nicht abziehen. Dafür aber sind Kursgewinne steuerfrei. Dividenden und Zinsen indes müssen wie üblich versteuert werden.
Wie hart die Steuerämter bei der Anwendung der Kriterien in der Praxis tatsächlich sind, kann ich nicht sagen.
Wenn man lieber verhindern will, dass man als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler eingestuft wird, sollte man die Wertschriften, die man abstösst, jeweils wenigstens während eines halben Jahres gehalten haben. Weiter sollte das gesamte Volumen aller Transaktionen pro Jahr nur maximal das Fünffache des Wertschriften- und Guthabenbestands zum Anfang der Steuerperiode ausmachen und Ihre Börsengeschäfte sollten nicht fremdfinanziert sein. Weiter dürfen Ihre Kapitalgewinne pro Jahr die Hälfte Ihres Reineinkommens nicht übersteigen und Derivate sollten lediglich als Absicherung für Ihr Portfolio genutzt werden.
Wie hart die Steuerämter bei der Anwendung der Kriterien in der Praxis tatsächlich sind, kann ich nicht sagen. Wenn Sie indes zumindest einige der Kriterien zur möglichen Einstufung als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler erfüllen, also zum Beispiel täglich intensiv mit Derivaten handeln und dazu auch Fremdkapital nutzen, wäre das für mich ein Alarmsignal und ich würde die steuerlichen Konsequenzen der Tradingaktivitäten genau prüfen.
Die Gründung einer GmbH bringt aus meiner Sicht nicht wirklich die Lösung. Allerdings kann ich Ihnen Ihre Frage nicht abschliessend beantworten und empfehle Ihnen, die genauen steuerlichen Folgen direkt mit den Steuerbehörden Ihres Wohnkantons oder mit einem Treuhänder beziehungsweise einem auf die Versteuerung von Firmen spezialisierten Steuerexperten im Detail abzuklären. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass Sie später seitens der Steuerbehörden mit unangenehmen Überraschungen konfrontiert werden.
Auch würde ich genau abklären, ob es sich für Sie wirklich lohnt, wenn Sie professionell, also im steuerlichen Sinne gewerbsmässig traden oder ob Sie unter Abwägung aller eingegangen Risiken und möglichen Steuerfolgen unter dem Strich allenfalls besser fahren, wenn Sie nur gelegentlich traden und streng darauf achten, dass Sie die Kriterien zur Einstufung als gewerbsmässiger Händler sicher nicht erfüllen.