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Hydrologie: Die Sissle ist ein 18.3 km langer Fluss, dessen Quelle bei Schinznach am Dreierberg auf 647 m.ü.M. liegt. Die Sissle durchfliesst das Fricktal und mündet bei Sisseln auf 290 m.ü.M. in den Rhein. Die Grösse des Einzugsgebiets ist 128 km² gross und die Wasserführung beträgt bei der Mündung rund 2 m³ pro Sekunde. Der grösste Zufluss ist der Bruggbach, mundartlich auch Bruppach genannt, bei Frick, der die Wassermenge der Sissle fast verdoppelt.
Urkundlich überlieferte Namen: Für den Fluss: Sisslen 1327, Sislen 1328, Sisslen, Süsslen 1617, Sisseln Bach 1860. Für den Ort: Sisellen 1327, Sislen 1328.
Etymologie: Da die Sissle ihren Namen sekundär an den Ort Sisseln übertragen hat, können zur Deutung auch die urkundlich überlieferten Namen von Sisseln herangezogen werden. Der Gewässername ist im Gegensatz zum Ortsnamen vordeutsch, also keltisch oder zumindest gallorömisch und hat die Wurzel *sisk = trocken oder dann *sil- = tröpfeln. Dies bedeutet, dass der Fluss früher wenig Wasser führte oder gar austrocknen konnte, was bei dem sprichwörtlich schönen Wetter im Fricktal einleuchtet. Noch heute, speziell in den Jahren 2003 und 2018 kam sie manchmal nur noch tröpfelnd daher.
Es gibt im Berner Seeland einen Ort namens Siselen, der ziemlich sicher mit der Sissle verwandt sein dürfte, jedoch gerne mit lat. 'caesa' = Hecke gedeutet wird, obwohl keine solchen Formen in den historischen Ortsnamen auftauchen. Siselen war seit seiner Gründung immer deutschsprachig, sodass der Ortsname nicht über das Französische Sézelle erklärt werden muss. Sézelle ist ein rein volksetymologischer Name. Kein Zusammenhang besteht hingegen mit Sissach oder Sisikon, die auf einen römischen Siedler namens Sisius bzw. alemannischen namens Siso zurück gehen. Einen Namenszwilling für die Sissle gibt es dafür im italienischen Ligurien mit dem Fluss Sisola, früher Sisula, deren Deutung mir leider nicht bekannt ist, aber durchaus von Interesse wäre.