Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/85907

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht vorzulegen und insbesondere folgende Fragestellungen zu beantworten: </p><p>1. Welche Position nehmen die Schweizer Väter (auch im internationalen Vergleich) bezüglich Verteilung von Erwerbs- und Nichterwerbsarbeit zwischen den Geschlechtern und bezüglich relevanter gesundheitlicher, sozialer und ökonomischer Indikatoren ein? </p><p>2. Wie wirkt sich vermehrte teilzeitliche Erwerbstätigkeit von Männern mit Kindern unter 15 Jahren auf Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarktpartizipation, Erwerbsquote, Gesundheitsausgaben und demografische Entwicklung der Schweiz aus? Es ist eine Kosten-Nutzen-Analyse vorzunehmen. </p><p>3. Welche Faktoren verhindern eine stärkere Beteiligung der Männer im häuslich-familiären Bereich? Welche Änderungen in der Wirtschafts- und Familienpolitik, im Sozialversicherungs- und Steuersystem sind nötig, um ein stärkeres Engagement der Männer im häuslich-familiären Bereich zu ermöglichen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Postulat verlangt einen Bericht, welcher die Beteiligung der Väter im häuslich-familiären Bereich beleuchtet und die gesellschaftlichen Auswirkungen vermehrter Teilzeiterwerbstätigkeit von Vätern aufzeigt. Mit dieser Thematik haben sich bereits verschiedene vom Bundesamt für Statistik (BFS) in den vergangenen Jahren publizierte Studien eingehend beschäftigt: "Rollenteilung im Haushalt" (Sozialberichterstattung Schweiz - Dritter statistischer Bericht; BFS 2003); "Familienarbeit, Erwerbsmuster und Arbeitsteilung im Haushalt" (Informationen aus der Demografie; BFS 2005); "Arbeitsplatz Haushalt: Zeitaufwand für Haus- und Familienarbeit und deren monetäre Bewertung" (BFS Aktuell; 2006).</p><p>Gemäss Volkszählung 2000 bildet das häufigste Erwerbsmuster bei Paaren Teilzeitarbeit der Frau und Vollzeitarbeit des Mannes (33 Prozent), das zweithäufigste Vollzeitarbeit des Mannes und Nichterwerbstätigkeit der Frau (28 Prozent). Der Anteil teilzeiterwerbstätiger Männer hat in den vergangenen 15 Jahren nur wenig zugenommen und ist noch heute klein (12 Prozent; SAKE 2007). Diese Zahlen widerspiegeln den weiterhin sehr deutlichen geschlechterspezifischen Unterschied im Arbeitsmarktverhalten. Diese nach wie vor traditionell geprägte Rollenteilung scheint heute für viele Familien einen gangbaren Kompromiss zwischen den Anforderungen des Berufs- und Familienlebens darzustellen.</p><p>Die Wahl eines Familienmodells ist eine private, von jedem Paar individuell zu beantwortende Frage. Die Gesellschaft hat die Aufgabe, mit der Schaffung möglichst günstiger Rahmenbedingungen für die Familien auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern. Allerdings verändern sich die Rollenverständnisse im Verhältnis von Frau und Mann nur langsam. Entsprechende Bewusstseinsprozesse können durch Öffentlichkeitsarbeit zusätzlich gefördert werden. Es sei hier an die Kampagnen "Fairplay-at-home" und "Fairplay-at-work" des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann erinnert.</p><p>Neben den erwähnten, privaten Gründen spielt die nach wie vor mangelnde Bereitschaft der Wirtschaft eine wichtige Rolle, familienfreundliche Massnahmen wie beispielsweise vermehrte Schaffung von Teilzeitstellen und Jobsharing sowie Einführung von Jahresarbeitszeit gezielt anzubieten. Information und Sensibilisierung auch der Wirtschaft kann und soll einen Kulturwandel bewirken. Seitens des Bundes ist das Seco in diesem Bereich seit einigen Jahren aktiv. Zu erwähnen ist beispielsweise das in Zusammenarbeit mit den Verbänden der Arbeitgebenden erarbeitete KMU-Handbuch "Beruf und Familie". Im Rahmen dieser Sensibilisierung soll dem Abbau von Hürden, mit welchen sich Männer konfrontiert sehen, die Teilzeit arbeiten möchten, inskünftig besonderes Gewicht zukommen.</p><p>Der Bundesrat setzt seine Schwerpunkte zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei der Förderung flexibler Arbeitszeitmodelle auf betrieblicher Ebene, bei der Förderung familienergänzender Kinderbetreuung sowie bei der Reform der Familienbesteuerung. Er erachtet es deshalb - auch eingedenk der limitierten Ressourcen in der Bundesverwaltung - als nicht zielführend, einen Bericht zur Bedeutung aktiver Vaterschaft zu erstellen.</p><p>Der Bundesrat beantragt somit Ablehnung des Postulats, da die massgebenden Fakten bekannt und durch Studien belegt sind. Ein weiterer Bericht würde zu keinen neuen, für die politische Arbeit wesentlichen Erkenntnissen führen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.