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Die Struktur der Plastik beruht auf einer einfachen Holzständerbauweise. Dies ist eine der ältesten und einfachsten Varianten des Hausbaus. Durch die Dimensionen von Tür- und Fensteröffnungen und die Holzmaserung im Beton zeigt sich die Hauskonstruktion dem Rezipienten bei näherer Betrachtung. In der plastischen Umsetzung ist der Ständerbau gegenüber der Realität leicht vergrössert und die einzelnen Wände sind einem Paravent ähnlich aufgeklappt. Dadurch entrückt aus manchen Perspektiven das Sujet gänzlich und die Raumskulptur ist nur noch begehbar und nicht mehr betretbar, d.h. der Betrachter ist im Aussen eingeschlossen. Bewegt sich der Betrachter, ändert sich die Räumlichkeit der Plastik stetig; die Strukturen überlagern und verdichten sich und weiten sich aus, das abstrakte Formenspiel tritt in den Vordergrund und wird vom Bild des Ständerbaus überlagert, das Haus wird zur Häuserzeile und verzerrt sich in überzeichneter Perspektive. Das Motiv des Freilegens, wie es bereits durch das Zeigen des Ständerbaus als Skelett der Wand aufgegriffen ist, wird in der Oberflächenbeschaffenheit der Plastik weitergeführt. Trägt die eine Seite die Holzmaserung der Schalung, ist die andere geschliffen und poliert und zeigt dadurch das Innere des Betons. In wechselseitigem Aufeinandertreffen wird das Verhältnis der Oberflächen zur materiellen Beschaffenheit befragt.
Klinikgelände, frei zugänglich