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Am Freitag, 8. September 2017, um 6:49 Uhr (MEZ) hat sich im Pazifischen Ozean rund 70 km südwestlich der mexikanischen Küste (Region Chiapas) ein Erdbeben mit einer Magnitude von 8.1 ereignet. Laut dem amerikanischen Geologischen Institut (US Geological Survey) lag der Ursprung des Bebens in einer Tiefe von 70 km. Das Beben wurde in weiten Teilen Mexikos, Guatemalas, El Salvador, Belize und Honduras verspürt. Aufgrund der Stärke und der Tiefe des Bebens sowie der Distanz des Epizentrums zur Küste ist in den Küstengebieten Mexikos und Guatemalas mit grossen Schäden zu rechnen. Auch im Landesinnern Mexikos und Guatemalas sind verbreitet Schäden zu erwarten. Mexiko und andere zentralamerikanische Länder sind immer wieder von grossen Erdbeben betroffen. Im Umkreis von 250 km um das aktuelle Beben ereigneten sich in den letzten hundert Jahren acht weitere Beben mit einer Magnitude grösser als 7.0. Das letzte zerstörerische Beben in Mexiko ereignete sich im Jahr 1985 mit einer Magnitude von 8. Damals waren über 10‘000 Todesfälle zu beklagen.
Das Erdbeben vom Freitagmorgen löste auch eine Tsunamiwarnung aus. Die bisher gemessenen Tsunamiwellen an der Küste Mexikos betrugen bis zu einem Meter (www.tsunami.gov). Das schliesst jedoch nicht aus, dass es an Orten ohne Messinstrumente nicht noch grössere Wellen gegeben haben könnte.
An der Küste Mexikos schiebt sich die Cocos-Platte unter die nordamerikanische Platte. Diese relative Bewegung der beiden Platten führt zu grossen Spannungen, die sich immer wieder in Form von Erdbeben entladen. Das aktuelle Beben wird nach bisherigen Auswertungen als Abschiebung auf einer steil einfallenden Bruchfläche klassifiziert (USGS, https://earthquake.usgs.gov/). Zusammen mit der Tiefe des Bebens deutet dies darauf hin, dass das Beben nicht direkt auf der Grenze zwischen Cocos- und nordamerikanischer Platte lag, sondern in grösserer Tiefe innerhalb der Cocos-Platte verursacht wurde.
Das Erdbeben in Mexiko wurde auch in der Schweiz von den Messstationen des SED registriert. Dies führte dazu, dass für ein kleines Erdbeben bei Göschenen (UR) um 07:46 Uhr mit einer Magnitude von 1.6 zuerst eine Magnitude von 3.0 automatisch berechnet wurde. Kurz darauf wurde dieser Fehlalarm infolge der manuellen Auswertung auf eine Magnitude von 1.6 korrigiert. Für die zu hohe Einschätzung der automatischen Berechnung sind Wellen des Bebens in Mexiko verantwortlich, die auch eine Stunde nach dem Beben in Zentralamerika in der Schweiz immer noch registriert wurden. Dadurch wurden die zeitgleich registrierten Ausschläge des Bebens bei Göschenen als zu gross bestimmt.
Bild links: Intensitätskarte des Bebens in Mexiko mit einer Magnitude von 8.1 (USGS). An der Küste Mexikos erreichten die Erschütterungen eine maximale Intensität von VIII bis IX. Das Beben führte aber auch im Landesinnern von Mexiko und in Guatemala zu starken Erschütterungen. Bild rechts: Wellenformen des Magnitude 1.6 Göschenen Bebens überlagert von Oberflächenwellen des Magnitude 8.1 Mexiko-Bebens. Diese Überlagerung hat zu einer falschen automatischen Magnitudenbestimmung (Magnitude 3) für das Göschenen Beben geführt.