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Anspruch
Personenkreis
Der Anspruch muss primär durch die leiblichen Eltern geltend gemacht werden. Sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, können aber auch folgende Personen die Familienzulagen anmelden:
- Adoptiveltern
- Stiefeltern, sofern das Kind mit ihnen im gleichen Haushalt lebt
- Grosseltern, sofern sie zum überwiegenden Teil für den Unterhalt aufkommen
- Geschwister, sofern sie zum überwiegenden Teil für den Unterhalt aufkommen
- Pflegeeltern, sofern das Kind zur dauernden unentgeltlichen Pflege aufgenommen wurde
Anspruchskonkurrenz
Erfüllen mehrere Personen die Voraussetzungen, richtet sich der Anspruch nach der folgenden Reihenfolge:
- Die erwerbstätige Person.
- Die Person, die das Sorgerecht hat oder bis zur Mündigkeit hatte.
- Die Person, bei der das Kind lebt oder bis zur Mündigkeit lebte.
- Die Person, die im Wohnsitzkanton des Kindes arbeitet.
- Die Person, die das höhere Einkommen als Arbeitnehmende/Arbeitnehmender erzielt.
- Die Person, die das höhere Einkommen als Selbständigerwerbende/Selbständigerwerbender erzielt.
Eine provisorische Prüfung der Erstanspruchsberechtigung können Sie hier vornehmen.
Mindesteinkommen
Anspruch auf Familienzulagen haben Selbstständigerwerbende, die einen AHV-pflichtigen Lohn von mindestens dem halben jährlichen Betrag der minimalen vollen Altersrente der AHV (CHF 7'110 pro Jahr bzw. CHF 592 pro Monat, gültig ab 01.01.2019) erzielen.
Erzielen Sie voraussichtlich im gesamten Jahr ein AHV-pflichtiges Einkommen (Reingewinn) unter dem Mindesteinkommen von CHF 7'110.00, dann melden Sie diesen Umstand umgehend Ihrer Familienausgleichskasse. So können rückwirkende Korrekturen oder Falschzahlungen verhindert werden.
Änderungen melden
Wenn Familienzulagen ausgerichtet werden, müssen Sie der Familienausgleichskasse jede Änderung, welche die Anspruchsvoraussetzungen beeinflusst, schriftlich melden. Um allfällige Falschzahlungen zu verhindern, muss dies rasch geschehen. Folgende Beispiele können zu Anpassungen der Familienzulagen führen:
- Austritte – Auflösung des Arbeitsverhältnisses
- Zivilstandsänderungen – auch freiwillige Trennungen
- Obhut- oder Sorgerechtswechsel
- Adressänderungen
- Einkommensveränderungen der Elternteile
- Erwerbsaufnahme der Elternteile
- Krankheit/Unfall/unbezahlter Urlaub über 3 Monate
- Ausbildungsunterbruch oder -abbruch vom Kind
- Einkommen vom Kind über CHF 2'370 pro Monat
- Todesfall
Berechnung
Ansätze
Die Familienzulagen im Kanton Basel-Stadt betragen monatlich
- CHF 275 für Kinder bis 16 Jahre (Kinderzulagen);
- CHF 325 für Kinder in Ausbildung von 16 bis 25 Jahre (Ausbildungszulagen).
Ist das Kind erwerbsunfähig, besteht Anspruch auf Kinderzulagen in der Höhe von CHF 200. bis zum 20. Altersjahr.
Werden die Familienzulagen während des ganzen Monats bezogen, werden immer die vollen Beträge ausbezahlt. Bei einer Teilzeitbeschäftigung (z.B. 50%) werden CHF 275 bzw. CHF 325 Familienzulagen pro Monat und Kind ausgerichtet.
Bei Ein- und Austritten während eines Monats, werden die Zulagen pro rata ausgerichtet. Die Tagessätze betragen:
- CHF 9.15 bei Kinderzulagen
- CHF 10.85 bei Ausbildungszulagen
Die Monatszulage wird durch 30 Tage geteilt und mit der Anzahl der Kalendertage multipliziert. Ein Monat entspricht dabei immer 30 Tagen.
Was gilt als Ausbildung
Die Ausbildung muss mindestens 4 Wochen dauern und systematisch auf ein Bildungsziel ausgerichtet sein. Dabei muss der Ausbildungsaufwand mindestens 20 Stunden pro Woche ausmachen. Während der Ausbildung muss sich das Kind zeitlich überwiegend dem Ausbildungsziel widmen. Dies gilt z.B. für folgende Ausbildungen (Aufzählung ist nicht abschliessend):
- Schulunterricht
- Lehre
- Studium
- Fernstudium
- Sprachaufenthalt
- Etc.
Es besteht kein Anspruch auf Familienzulagen, wenn das Kind während der Ausbildung ein Brutto-Erwerbseinkommen von CHF 2'370 pro Monat bzw. CHF 28'440 pro Jahr und mehr verdient.
Differenzzulage
Arbeiten die bezugsberechtigten Personen in zwei verschiedenen Kantonen mit unterschiedlichen Ansätzen, so hat die zweitanspruchsberechtigte Person Anspruch auf den Differenzbetrag, um den der Anspruch im anderen Kanton höher ist. Dieser Zweitanspruch wird Differenzzulage genannt.
Beispiel:
- Eine Familie mit einem Kind lebt im Kanton Aargau.
- Der Kindsvater arbeitet im Wohnkanton vom Kind und ist somit der Erstanspruchsberechtige.
- Die Kinderzulage im Kanton Aargau beträgt CHF 200 pro Monat.
- Die Kindsmutter arbeitet im Kanton Basel-Stadt und ist somit die Zweitanspruchsberechtigte. Sie hat im Kanton Basel-Stadt Anspruch auf eine Differenzzulage von CHF 75 pro Monat.
Anmeldung
Neuanmeldung (Erstanspruch)
Bitte reichen Sie die Anmeldung zum Bezug von Familienzulagen bei Ihrer Familienausgleichskasse ein.
Die Familienausgleichskasse bewilligt einen allfälligen Anspruch auf Familienzulagen mit einem Zulagenentscheid. Dieser Entscheid bildet die Grundlage zur Ausrichtung der Familienzulagen, welche direkt mit Ihren AHV/IV/EO-Beiträgen verrechnet werden.
Differenzzulage beantragen (Zweitanspruch)
Arbeiten Sie im Kanton Basel-Stadt, verdienen mehr als CHF 592 pro Monat bzw. CHF 7'110 pro Jahr und ist der andere Elternteil ausserhalb des Kantons Basel-Stadt für den Bezug der Kinder- oder Ausbildungszulage erstanspruchsberechtigt?
Dann melden Sie sich für den Bezug von Differenzzulagen direkt bei Ihrer zuständigen Familienausgleichskasse an.
Gesuch um Drittauszahlung
Werden bereits zugesprochene Familienzulagen nicht für die Bedürfnisse des Kindes verwendet, so kann das Kind bzw. der gesetzliche Vertreter verlangen, dass ihm/ihr die Familienzulagen ausgerichtet werden. Verwenden Sie dazu das Gesuch um Drittauszahlung.
Die Tatsache, dass die Familienzulagen der Person, die das Kind betreut, nicht ausgerichtet werden, ist glaubhaft zu machen. Nebst dem Gesuch um Drittauszahlung von Familienzulagen sind folgende Dokumente einzureichen:
- eine Bestätigung der Alimenteninkassostelle, wonach die Unterhaltsbeiträge für das Kind/die Kinder nicht rechtzeitig und/oder nicht vollständig bezahlt werden oder
- Kontoauszüge, aus denen hervorgeht, dass die Zahlungen nicht rechtzeitig und/oder nicht vollständig eingehen.
Internationale Bestimmungen
Kinder im Ausland
Die Ausrichtung von Kinder- und Ausbildungszulagen für Kinder mit Wohnsitz im Ausland ist möglich, wenn zwischenstaatliche Vereinbarungen dies vorsehen.
Bei Kindern, welche die Schweiz zu Ausbildungszwecken verlassen, werden während höchstens fünf Jahren Ausbildungszulagen ausgerichtet.
Bilaterales Freizügigkeitsabkommen Schweiz – EU/EFTA
Unter das Freizügigkeitsabkommen fallen Staatsangehörige der Schweiz und der EU-Staaten sowie Flüchtlinge oder Staatenlose, die im Gebiet der Schweiz oder der Europäischen Gemeinschaft arbeiten. Das Freizügigkeitsabkommen ist nicht anwendbar bei Kindern von Drittstaatsangehörigen mit Wohnsitz in der EU oder bei Kindern von Staatsangehörigen der EU oder Schweiz mit Wohnsitz ausserhalb der EU.
Prüfen Sie anhand der nachfolgenden Tabelle, ob die Voraussetzungen für den Anspruch auf Familienzulagen erfüllt sind:
Erläuterung Erstanspruch
Sofern eine anspruchsberechtigte Person im Wohnsitzland der Kinder einer Erwerbstätigkeit nachgeht oder sich in gleichgestellten Verhältnissen befindet, besteht in diesem Land der Erstanspruch auf Familienzulagen. Sind beide Elternteile in verschiedenen Staaten erwerbstätig, so müssen die Zulagen in erster Linie in jenem Land geltend gemacht werden, in dem die Kinder wohnen – sofern ein Elternteil im Wohnsitzland der Kinder arbeitet.
Empfehlung zum Zweitanspruch (*Differenzzulagen)
Sind die im Wohnsitzland der Kinder bezogenen Zulagen kleiner als die Zulagen aus der Schweiz, besteht Anspruch auf so genannte Differenzzulagen. Beantragen Sie diese einmal jährlich und erst nach Ablauf eines ganzen Kalenderjahres.
Senden Sie uns dazu eine Bestätigung (z.B. Formular E 411, attestation destinée à l'organisme étranger usw.) der auszahlenden Behörde vom Wohnsitzland. Diese Bestätigung muss detaillierte Angaben über die betroffenen Personen, die bezogenen Leistungen pro Kind und Zeitspanne enthalten.