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Verfasserangabe bei Artikeln im Internet?
Sollten Sie angeben, wer die Inhalte auf Ihrer Website verfasst? Manchmal ja (aus Gründen der Glaubwürdigkeit) und manchmal nein (wegen der Kürze). Und selten bei mobiler Verwendung.
by Jakob Nielsen (deutsche Übersetzung) - 27.02.2012
Sollten Sie den Autor von Artikeln und anderen Inhalten auf Internetseiten angeben? Oder sollte das Material anonym bleiben und unter der einheitlichen Flagge der entsprechenden Organisation veröffentlicht werden?
Leider gibt es keine allgemeine Antwort auf diese Frage. Aber es gibt eine Anzahl von Kriterien.
Gegen die Verfasserangabe: Lassen Sie Überflüssiges weg
Gründe für das Weglassen der Verfasserangabe:
- Wie immer, wenn Sie für das Internet schreiben, ist eine der Hauptrichtlinien, sich möglichst kurz zu fassen. Die Nutzer verbringen wenig Zeit auf einer Internetseite; Informationen, die nicht genügend Mehrwert bringen, sollten weggelassen werden. Im Durchschnitt lesen die Nutzer nur etwa 120 Worte pro Seitenansicht, und Sie wollen wahrscheinlich vermeiden, dass drei davon lediglich sagen: "von Hans Meier"
- Text für mobilen Einsatz sollten Sie noch stärker kürzen. Selbst wenn einige der folgenden Kriterien Sie dazu tendieren lassen, Verfasserangaben zu verwenden, sollten Sie sie bei der mobilen Version Ihrer Website trotzdem weglassen.
Für die Verfasserangabe: Entwickeln Sie Glaubwürdigkeit
In den folgenden Fällen kann die Verfasserangabe auch ihren Nutzen haben:
- Wenn der Autor berühmt ist - vielleicht sogar berühmt genug, dass die Menschen den Text lesen, um zu erfahren, was er oder sie zu einem aktuellen Thema zu sagen hat. In diesem Fall sollten Sie den Namen des Autors angeben, wenn Sie den Beitrag auf Startseiten, Suchergebnisseiten, Inhaltsverzeichnissen, Tweets etc. verlinken.
- Beachten Sie, dass "berühmt" nicht mit "prominent" gleichzusetzen ist. Anerkannte "Geeks" sind in speziellen Gemeinschaften gut bekannt, aber 99% der Bevölkerung völlig unbekannt. Es kommt nur darauf an, ob der Autor dem Zielpublikum bekannt ist.
- Wenn der Autor einen Ruf oder Status hat, der die Glaubwürdigkeit des Artikels unterstützt. Das klassische Beispiel ist ein Arzt, der über Gesundheitsthemen schreibt. Hier sollte man unbedingt erwähnen, dass der Beitrag von "von Dr. med. Hans Meier" verfasst wurde.
- Wenn der Autor über Erfahrungen verfügt, die ihm eine gewisse Glaubwürdigkeit verleihen. Zum Beispiel sollte der Designer einer Website beim Namen genannt werden, wenn er einen Beitrag verfasst hat, in dem er dieses Design diskutiert.
- Wenn jemand oft über ein Thema schreibt, erkennen treue Leser den Namen wieder und werden sich auch über andere Artikel dieses Verfassers informieren wollen.
- Meinungsbeiträge, Kritiken, politische Kommentare und andere Arten von Inhalten, die ausschliesslich darauf ausgerichtet sind, die Meinung einer Einzelperson zu einem Thema aufzuzeigen, brauchen eine Verfasserangabe, um die Art des Beitrags deutlich zu machen. Je nach Charakter der Website kann auch ein Hinweis erforderlich sein, dass dieser Artikel nicht unbedingt die Position der Organisation darstellt.
- Zu guter Letzt kann es in Intranets eine gute Idee sein, den Verfasser eines Beitrags zu nennen, da das den Mitarbeitern hilft, sich gegenseitig kennen zu lernen und so ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln (mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Beitrag zu Sozialen Medien in Intranets).
Autorenbiografien
Normalerweise ist eine Kurzbiografie des Autors sekundärer Inhalt, der unterhalb des Artikels erscheinen sollte. Manchmal reicht ein Name aber nicht aus, um den Glaubwürdigkeitseffekt eines anerkannten oder erfahrenen Autors auszulösen. In solchen Fällen kann man eine einzeilige Mini-Biografie über den Artikel setzen und so die Nutzer dazu anregen, den Beitrag zu lesen.
Längere Biografien sollten auf sekundären Seiten zugänglich gemacht werden und vom Namen des Autors aus verlinkt werden. Aber Sie sollten den Namen des Autors nicht mit einer E-Mail-Adresse verlinken, aus den folgenden zwei Gründen:
- Es verwirrt die Nutzer, wenn beim Anklicken eines Namens keine neue Seite erscheint, wie man es von einem Weblink erwartet, sondern das E-Mail-Programm sich öffnet. (Das war Platz 4 auf meiner Liste der 10 häufigsten Designfehler von 1999, aber selbst 13 Jahre später taucht dieses fehlerhafte Design noch immer auf.)
- Es ist viel wahrscheinlicher, dass die Nutzer etwas über den Autor lesen wollen, als dass sie ihn direkt kontaktieren wollen. Wo es passt, können Sie Kontaktinformationen am Ende der Biografie hinzufügen.
Wie auch mein Artikel zur Blog-Usability beschreibt, sollten Autorenbiografien ein Porträtfoto enthalten, zumindest wenn Sie eine eigene Internetseite für die Biografie anbieten. Das kann ein normales, statisches Porträtfoto sein oder ein Bild aus dem Leben, auf dem der Autor etwas tut, was mit dem Artikel in Zusammenhang steht (wie zum Beispiel auf dem Traktor sitzen, wenn ein Bauer über Landwirtschaft schreibt).
Zum Schluss sollte die Internetseite zur Biografie des Autors auch Links zu seinen anderen Artikeln auf der Website enthalten, es sei denn, es handelt sich um ein Blog oder eine ähnliche Website, die fast ausschliesslich aus einer Feder stammt.
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