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Das im Jahre 1915 erstellte Wärterstellwerk in Wildegg ist 1998 ausser Betrieb genommen und durch ein automatisiertes, ab Olten ferngesteuertes elektronisches Stellwerk ersetzt worden. Die SBB beschlossen daraufhin, das alte Stellwerksgebäude abzureissen.
Die für die Abbruchgenehmigung zuständige Gemeinde Möriken-Wildegg wandte sich an die Denkmalpflege. Die Absicht, das Gebäude als technischen Zeitzeugen zu erhalten, stiess zwar auf offene Ohren, jedoch müsste zu diesem Zweck ein Trägerverein gegründet werden.
Drei Enthusiasten aus der näheren Umgebung kamen diese Pläne zu Ohren. Zwei arbeiten selber bei den Bundesbahnen und so waren die notwendigen Informationskanäle schnell hergestellt.
Nach einem Aufruf in der Zeitung meldeten sich ein gutes Dutzend Eisenbahnfreunde, die gewillt waren, selbst Hand anzulegen, um das Wärterstellwerk zu erhalten. Die Vereinsgründung erfolgte am 25.2.2000. Seither wurde das Gebäude nach und nach renoviert, ein Zugang geschaffen und die Umgebung gestaltet. Das Objekt ist mittlerweile auch im Inventar des IKA (Industriekultur am Aabach) aufgenommen worden. Im September 2010 wurde der erste öffentliche Tag der offenen Tür durchgeführt. Eine Führung durch das Gebäude und Vorführung des Hebelstellwerks ist auf Anfrage möglich.
Das Wärterstellwerk diente der zentralisierten Bedienung von Weichen und Signalen im östlichen Bahnhofsareal. Das Hebelwerk der Bauart Jüdel ermöglichte es, die Weichen mittels Kraftübertragung durch Stahlstangen und die Signale durch Stahlseile umzustellen. Zur Sicherung der gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen dem Wärter- und dem Befehlsstellwerk , wie auch mit der Nachbarstation, wurden elektromechanische Blockfelder der Firma Hasler eingebaut. 15 Weichen, 5 Signale und 16 Fahrstrassen konnten durch das Wärterstellwerk bedient werden, das seine Freigaben vom Befehlsstellwerk im Bahnhofsgebäude erhielt.