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Bruchzeichen haben ihren Sinn sowohl im jagdlichen Brauchtum, als auch im praktischen Jagdbetrieb. Brüche werden zur Kommunikation unter Jägern verwendet. Früher gab es keine Mobiltelefone die eine sofortige Benachrichtigung ermöglichte. Um trotzdem den Kameraden Informationen mitteilen zu können, wurden Bruchzeichen eingeführt. Brüche weisen auf ein Geschehen hin. Sie haben die Funktion ein Ereignis genau zu beschreiben. Im jagdlichen Brauchtum verkörpern die Brüche eine ethische und ästhetische Funktion. Die Verständigung der Jäger untereinander mit Hilfe der Bruchzeichen ist auch im Jagdbetrieb unserer Zeit noch von großer Bedeutung.
Bei allen Bruchzeichen und auch allen als Schmuck zu verstehenden Brüchen handelt es sich um abgebrochene Zweige, hauptsächlich einheimische Baumarten wie Eiche, Kiefer, Fichte, Weißtanne und Erle. Brüche werden nie geschnitten!
Der Erlegerbruch / Schützenbruch wird meist mit dem Schweiss (Blut) des erlegten Stückes gefärbt und vom Jagdleiter auf seinem Hut oder Waidblatt mit einem herzlichen Waidmannsheil dem erfolgreichen Schützen überreicht. Dieser nimmt den Bruch mit einem Waidmannsdank entgegen und steckt sich den Bruch an die rechte Seite seines Hutes. Bei einer Nachsuche übergibt der Hundeführer dem Schützen den Bruch. Dieser bricht daraufhin einen Teil seines Bruches ab und gibt ihm dem Hundeführer mit einem "Suchen Heil" für die erfolgreiche Nachsuche zurück. Der Hundeführer bricht wieder einen kleinen Teil des Bruches ab und macht ihn an der Halsung seines Hundes fest. Den Rest des Bruches steckt er sich selber an die rechte Seite seines Hutes.
Ein kleiner Bruch wird dem Wildtier auf die linke Herzseite gelegt. Die gebrochene Spitze zeigt beim männlichen Tier zum Haupt, beim weiblichen Wild zeigt die gewachsene Spitze zum Haupt. Wie der letzte Bissen ist auch dieser Bruch eine lezte Ehrbezeigung.
Er ist armlang und bedeutet "Achtung". Wird er von einem Jäger entdeckt, bedeutet dies für ihn, dass er sich umsehen und suchen soll, wo etwas los ist. Da vom H. eine Signalwirkung ausgehen soll, wird mit dem Waidmesser etwas Rinde abgeschält, damit er besser auffällt. Der befegte Zweig wird gut sichtbar aufgehängt oder auf den Boden gelegt.
Er ist halbarm lang und soll auf etwas hinleiten, z.B. zum Anschuss oder zum gestreckten Wild. Wie der Hauptbruch wird auch der L. befegt. Die gewachsene Spitze zeigt dem Jäger die entsprechende Richtung an.
Mit ihm bezeichnet man die Stelle, an der das Schalenwild den Büchsenschuss erhielt. Die Anbringung des Anschussbruches ist von großer Bedeutung, weil er zum einen das Finden der Pirschzeichen erleichtert und zum ändern die für die Nachsuche wichtige Ausgangsstelle markiert. Er ist wie der Leitbruch halbarm lang, wird jedoch nicht befegt. Das abgebrochene Ende wird senkrecht in den Boden gesteckt und kann daher auch bei Schneefall noch gut gesehen werden.
Wenn am Anschuss die Fährte oder die Schaleneingriffe und die Fluchtrichtung des Wildes angezeigt werden sollen, wird hierzu der unbefegte Bruch verwendet. Ist das Stück männlich, zeigt die mit dem Messer angespitzte Bruchstelle in die Fluchtrichtung, ist es weiblich, zeigt die gewachsene Spitze die Fluchtrichtung an. Um Missverständnisse auszuschließen, wird der Fährtenbruch geäftert, das heisst es wird ein kleinerer Bruch quer hinter den Ende gelegt. Ist die Fluchtrichtung unbekannt bzw. unsicher, werden zwei kleine Querbrüche hinter den Fährtenbruch gelegt.
Er bezeichnet bei Waldjagden den Stand des Schützen. Der Standplatzbruch wird aufrecht in die Erde gesteckt, nachdem ihm die untersten Queräste entfernt worden sind, so dass der Bruch halb kahl ist. Zwischen diesem Bruch, den er unmittelbar vor sich hat, und dem Hauptbruch, der so gelegt wird, dass die gewachsene Spitze die Folge anzeigt, nimmt der Schütze seinen Stand ein. Der Hauptbruch als Folgebruch zeigt dem Schützen somit die Richtung an, in die er sich nach Beendigung des Triebes begeben muss. Dieser Bruch kommt kaum noch zur Anwendung, da man heute hauptsächlich auf Jagdeinrichtungen Platz nimmt.
Mit ihm verständigen sich die Jäger. Er wird verwendet, wenn sich Jäger miteinander zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort verabredet haben. Stößt einer auf dieses Zeichen, so weiß er, dass der andere bereits hier war, jedoch wieder weg musste, ihn aber beim Wartebruch erwartet. Zu diesem Zweck werden zwei abgebrochene armlange und unbefegte Brüche gekreuzt auf den vereinbarten Platz gelegt. Muss der Wartende das Warten aufgeben, entfernt er die Seitenzweige und legt die halbkahlen Brüche gekreuzt so hin, dass der Raum zwischen den beiden Spitzen in die Richtung zeigt, in die er fortgegangen ist. Drei nebeneinander hingelegte Wartebrüche bedeuten Sammelplatz,
Beim Begräbnis eines Jägers tragen die an der Beerdigung teilnehmenden Jäger einen grünen Bruch an der linken Seite des Hutes. Der Trauerbruch wird zudem auch mit der Nadelunterseite nach außen getragen.