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Mit dem Klimawandel ändern sich die Produktionsbedingungen für den Pflanzenbau in der Schweiz. Mit steigenden Temperaturen und abnehmenden Sommerniederschlägen ist mit einer Zunahme an Trockenstress zu rechnen. Bewässerung ist eine naheliegende Möglichkeit, Wasserlimitierungen zu reduzieren und somit die Ertragsstabilität zu erhöhen.
Grundwasser hat eine gute Qualität und ist zum Beispiel im Berner Seeland für die landwirtschaftliche Nutzung leicht verfügbar. Wenn man jedoch davon ausgeht, dass der Wasserbedarf für die Bewässerung bei fortschreitendem Klimawandel ansteigt, stellt sich die Frage, ob es dadurch in Zukunft zu einer Beeinträchtigung der Grundwasserressourcen kommen und zur Verschärfung des Nutzungskonflikts zwischen Trinkwassernutzung und Landwirtschaft kommen kann.
Im Rahmen des Projektes AgriAdapt untersucht Agroscope in Zusammenarbeit mit den Universitäten Bern und Neuenburg, welche Einflüsse landwirtschaftliche Anpassung durch vermehrte Bewässerung im Zusammenspiel mit Klimaänderungen auf das Grundwasservorkommen im Berner Seeland haben können. Modellergebnisse zeigen, dass unter Klimawandel nicht nur Trockenheit, sondern vor allem steigende Temperaturen eine zentrale Rolle als ertragslimitierende Faktoren spielen werden. Somit werden in der Landwirtschaft Anpassungen in der Wahl der Sorten und Kulturen unausweichlich sein.
Geht man davon aus, dass der Anbauzeitraum in Zukunft so bleibt wie er heute ist, würde der Bewässerungsbedarf unter Annahme eines pessimistischen Emissionsszenarios bis zum Ende des Jahrhunderts im Mittel um bis zu 40% zunehmen. Gemäss Modellrechnungen der Universität Neuenburg würde eine landwirtschaftliche Intensivierung durch Ausdehnung der aus Grundwasser bewässerten Flächen unter Klimawandel zu ausgeprägten Schwankungen des Grundwasserspiegels beitragen. Dies kann zu einer Verschärfung von Nutzungskonflikten mit Trinkwassernutzung und Naturschutz beitragen.