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Die schönsten Wörter werden auch am häufigsten überstrapaziert, zum Beispiel Liebe, Resilienz, Inklusion und Synästhesie. Warum? Vielleicht, weil wir anfänglich von der Tatsache fasziniert sind, dass nur wenige Buchstaben unendlich große und komplexe Konzepte einfangen.
Allerdings besteht das Problem, ein Wort so oft zu verwenden, dass man Gefahr läuft, es zu missbrauchen. Dies führt dazu, dass all seine schillernden Facetten verloren gehen und nur eine leere Worthülse zurückbleibt.
Lass uns heute über Synästhesie sprechen und beginnen wir mit der wissenschaftlichen Definition:
ein rhetorisches Stilmittel, meist mit metaphorischer Bedeutung, dass zwei Wörter oder zwei Unterhaltungsstränge miteinander assoziiert, die sich auf unterschiedliche Sinneseindrücke beziehen.
Wir machen das jeden Tag, beispielsweise wenn wir eine Farbe als warm oder kalt beschreiben, eine Stimme als rau bezeichnen oder sagen, ein Geruch sei süß.
Die Fähigkeit, mehrere Sinne gleichzeitig zu gebrauchen, wurde für lange Zeit als eine Wahnform betrachtet, wie das Beispiel von Van Gogh zeigt. Beim Klavierunterricht wurde ihm bewusst, dass er Töne als Farben wahrnahm. Aus diesem Grund jagte ihm sein Klavierlehrer fort und sagte seinem Bruder man solle ihn einsperren. Van Gogh hatte zwar viele psychische Probleme, aber sein Photismus war sicherlich keine Form des Wahnsinns. Vielmehr eröffnete es ihm eine neue Dimension in der Kunst, die er auf wunderbare Art und Weise in seinem Werk „Sternennacht“ zum Ausdruck brachte.
Obwohl das sensorische Zusammenspiel zugegebenermaßen ein Kurzschluss zwischen den Sinnen ist, muss man nicht den Verstand verlieren, um synästhetisch sein zu können. Das können wir mit Gewissheit sagen, denn auch Phytagoras, der sehr wohl einen klaren Kopf hatte, assoziierte seine geliebten Zahlen mit Klängen. Auch die Literatur zeigt, wie Petrarca, Leopardi, Foscolo, Pascoli, D’Annunzio, die Hermetiker Ungaretti und Quasimodo bis hin zum provokanten Pasolini mit seiner beschreibenden und sozialen Poesie, in ihren Meisterwerken die Synästhesie verwendeten.
Was ist heute aus der Synästhesie geworden?
Denken wir nur an die berühmten Musikvideos. Früher hörte man sich ein Lied nur mit dem Gehör an. Heutzutage hört man auch mit den Augen zu, und während Bilder uns die Bedeutung der Texte noch stärker vermitteln, lernen wir, Emotionen mit Klängen, Formen und Farben zu verbinden. Habt ihr auch schon mal gesagt: „Wir hören voneinander noch“, meinten damit aber eine E-Mail?“
Der Betrieb CasaGin, stellt ethische und nachhaltige Bekleidung ‚made in Italy‘ her. Sie haben Hauspantoffeln aus recycelter Wolle entwickelt, die nach natürlichem Vanilleextrakt duften, um so für mehr Komfort und Wohlbefinden zu sorgen. Es ist klar, dass die Technologie noch ihre Grenzen hat, zum Beispiel wenn es um den Geruch geht, da dieser der einzige Sinn ist, der nur von Menschen und nicht von Maschinen oder Geräten verarbeitet werden kann.
Die Synästhesie ist eine mentale Erfahrung multisensorischer Art, die wir selbst unter den schwierigsten Umständen anwenden können. Kosten wir jede Gelegenheit aus und genießen wir das was wir essen. Halten wir inne und riechen an dem Aroma unseres Kaffees oder an den vertrauten Duft unseres Kindes. Lassen wir uns nicht die Gelegenheit entgehen, unsere Großeltern zu umarmen. Füllen wir den Tag mit angenehmen Klängen, beispielsweise mit einem ‚Danke‘ oder ‚Entschuldigung‘. Schauen wir tief in unser Innerstes hinein, gehen wir auf Entdeckungsreise und wir werden wunderschöne Dinge finden!
Für Cocuma Caffè gehört Synästhesie zum Alltag. Der Gründer Fabio Fornaro benutzt beim Zubereiten eines Espresso mit La Marzocco Leva S, den Tastsinn und nicht den Sehsinn. Noch bevor der Kaffee herunterkommt, weiß er allein vom Berühren des Hebels, ob er die Kaffeebohnen korrekt gemahlen hat (um den Kaffee zum richtigen Zeitpunkt zu extrahieren). Aber auch Marco, der für die Röstung zuständig ist, erkennt den gerösteten Kaffee anhand der Knackgeräusche, die die Bohnen zu Beginn und in den darauffolgenden Minuten machen. Wenn ihr uns in der Rösterei besuchen möchtet, werdet ihr mit eigenen Augen all die Liebe sehen, die wir für die Umwelt haben. Ihr werdet das Knistern von brennendem Holz hören und den Duft von frisch gerösteten Kaffee riechen. Ihr werdet eine Tasse Espresso genießen, die nach allen Regeln der Kunst zubereitet wurde und ihr werdet unser herzliches Willkommen spüren, mit dem wir all unsere Freunde begrüßen.
Falls ihr es aber doch nicht schafft bei uns vorbeizukommen, dann taucht in die Philosophie von Cocuma ein, die sich durch die Qualität des Kaffees, die Nachhaltigkeit der ganzen Produktion und den solidarischen Handel zeigt, der nicht nur für faire Löhne sorgt, sondern auch Würde verleiht.
Jemand wird sagen wir seien verrückt, solch ein tugendhaftes System aufbauen zu wollen, doch dieser Kurzschluss der Sinne ist für uns gleichbedeutend mit Lebensqualität. Wenn ihr auch wie wir ein bisschen synästhetisch seid, dann werdet ihr das bei eurer nächsten Tasse von Cocuma Caffè spüren.