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Lipödem - Eine krankhafte Fettverteilungsstörung
Was ist ein Lipödem?
Das Lipödem (griechisch: Lipos = Fett / Ödem = Schwellung, Geschwulst) ist eine chronische und meist fortschreitende Erkrankung bei Frauen, die durch eine Fettverteilungsstörung gekennzeichnet ist. Diese entsteht durch eine symmetrische Unterhaut-Fettgewebsvermehrung überwiegend der Beine, in bis zu 50% sind auch die Oberarme betroffen. Zusätzlich besteht hier die Neigung zur Wassereinlagerung und damit Gewebsschwellung, sowie zu Blutergüssen bei nur leichtem Stoßen. Häufig geht das Lipödem mit einer deutlichen Berührungsempfindlichkeit und Schmerzen einher.
Patientinnen haben sehr oft einen langen Leidensweg und fühlen sich in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt. Dies ist einerseits die Folge des dysproportionierten Aussehens, d.h. des Missverhältnisses zwischen sehr schlankem Oberkörper und voluminösen, kräftigen Beinen und teils Oberarmen. Andererseits leiden die Betroffenen - insbesondere bei warmem Wetter, nach längerem Stehen beziehungsweise Sitzen, sowie am Abend - aufgrund der Bein-Ödeme an einem Spannungsgefühl mit ausgeprägter Berührungs- und Druckschmerzhaftigkeit.
Wann und bei wem tritt ein Lipödem auf?
Die Erkrankung tritt ausschließlich bei Frauen auf. Das Lipödem beginnt in der Regel nach der Pubertät oder während einer Schwangerschaft, bzw. verschlechtert sich in ihrem Verlauf. Der genaue Auslöser ist nicht bekannt, hormonelle Einflüsse sind offensichtlich. Oftmals sind innerhalb einer Familie mehrere Lipödem-Fälle zu beobachten, von einer genetisch bedingten Krankheit ist daher auszugehen.
Wie kann ich die Erkrankung erkennen?
Besonders auffällig - insbesondere bei normalgewichtigen jungen Frauen - ist ein Missverhältnis zwischen einem schlankem Oberkörper und einer sehr kräftigen unteren Körperhälfte. Die Beine wirken so, als würden sie zu einem anderen Körper gehören. Unterschiedliche Kleidungsgrößen sind daher keine Seltenheit - Bluse Gr. 36/38 und Hose Gr. 40/42 oder mehr. Das Lipödem kann daher klar von der Adipositas (Übergewicht) und aufgrund des Beschwerdebilds auch eindeutig von einer rein ästhetisch störenden Körperform (z.B. Reithose) abgegrenzt werden.
Die Veränderungen treten immer symmetrisch auf. Sie können vom Becken bis zu den Sprunggelenken reichen, aber auch nur Ober- oder Unterschenkel bzw. Ober- und Unterarm betreffen. Die Fettvermehrung kann sich gleichmäßig über das ganze Bein verteilen, so genanntes „Säulenbein". Die Füße sind in der Regel völlig frei von Schwellungen. Bei unbehandelten Patienten ist im Laufe der Jahre eine langsame, kontinuierliche Zunahme der Problematik zu beobachten. Das Haut- und Bindegewebe wird insgesamt schlaffer und weicher, die Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe kommen daher noch stärker zum Ausdruck. Das eiweißreiche Ödem führt zu einer Gewebsveränderung, die eine Schädigung des Lymphgefäßsystems mit vermindertem Lymphfluß zur Folge hat. Aus dem Lipödem ist dann ein sekundäres Lipo-Lymphödem entstanden. Bei diesem fortgeschrittenen Krankheitsbild sind dann typischerweise auch Schwellungen an den Fußrücken zu erkennen. Eine ursächliche Behandlung ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich.
Die drei Schweregrade
Klinisch kann das Lipödem in drei Stadien eingeteilt werden:
|Stadium 1:||Hautoberfläche relativ glatt („Orangenhaut“), verdickte Fettschicht, feinknotige Fettstruktur|
|Stadium 2:||Hautoberfläche uneben ("Matratzenphänomen", Dellenbildung), grobknotige Fettstruktur|
|Stadium 3:||Große, deformierende Haut- und Fettlappen/–wülste, Gewebe derb und hart tastbar - Übergang zur Elefantiasis|
Wie ist das Lipödem zu behandeln?
Ein Lipödem kann nur unwesentlich durch Diäten oder vermehrte sportliche Aktivitäten günstig beeinflußt werden. Prinzipiell sollte natürlich zusätzlich bestehendes Übergewicht reduziert, eine Gewichtszunahme vermieden beziehungsweise Normalgewicht angestrebt werden. Übergewicht ist ein zusätzlicher Risikofaktor für den Übergang in ein Lipo-Lymphödem.
Um die Symptome des Lipödems zu lindern, können Manuelle Lymphdrainagen und das regelmäßige Tragen von Kompressionsstrumpfhosen (Kl. II – III) helfen. Um die Beschwerden dauerhaft zu lindern, hat sich die operative Verringerung des Fettgewebes in Form einer Fettabsaugung (Liposuktion) in Tumeszenz-Lokalanästhesie mit feinen vibrierenden Kanülen bewährt. Bei dieser Technik werden bis zu 75% des Fettgewebes in den betroffenen Arealen abgesaugt und dabei die Lymphgefäße weitestgehend geschont. Klinische Untersuchungen (8 Jahre Nachbeobachtungszeit) ergaben bei allen Patientinnen eine deutliche Verbesserung in Bezug auf Körperform, Beschwerden und Lebensqualität. Diese Empfehlungen finden sich in der aktuellen Leitlinie: PDF
Was passiert bei einer Fettabsaugung?
Die Liposuktion in Tumeszenz-Lokalanästhesie unter Einsatz der schonenden Vibrationskanülen-Technik ist ein risikoarmes, operatives Verfahren zur dauerhaften, schmerzlosen Entfernung von überschüssigem Fettgewebe. Die vibrierende Kanüle schüttelt und rüttelt die Fettzellen unter Unterdruck regelrecht aus dem Bindegewebe, ohne dieses oder die begleitenden Lymphbahnen, Gefäße und Nerven nachhaltig zu schädigen. Eine genaue Beschreibung der Technik und des Ablaufs finden sich unter dem Menüpunkt: Körperformung / Liposuktion
Erste Behandlungsresultate sind bereits 24 Stunden nach dem Eingriff deutlich sichtbar. Man kann erkennen, wie es „in etwa“ später einmal aussehen wird. Die Fettzellen, die in zu großer Anzahl oder übermäßiger Größe beim Lipödem angelegt sind, wurden entfernt und wachsen auch nicht mehr nach. Zwei Tage nach der OP entwickelt sich im Rahmen der Wundheilung erneut ein geringer Schwellungszustand. Eine begleitende Behandlung mit Manueller Lymphdrainage bzw. das konsequente Tragen von Mieder / und evtl. Kompressionsstrümpfen unterstützen den Heilungsprozess in den ersten Wochen. Das Langzeitergebnis ist frühestens nach 6 Monaten zu beurteilen. Der vollständige Wundheilungsvorgang ist erst nach einem weiteren Jahr abgeschlossen. Eine Verminderung der Beschwerden, die Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität und auch der ästhetischen Körperform sind jedoch schon nach wenigen Wochen zu verzeichnen. Eine große Erleichterung!
Die Leitlinie - Lipödem
der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie – AWMF-Leitlinien-Registernummer: 037/012

Informationsbroschüre Lipödem
der "Vereinigung Lipödem Schweiz" – Informationsbroschüre Lipödem

Das LipödemZentrum Zentralschweiz
Das LipödemZentrum Zentralschweiz bietet seinen Patientinnen das gesamte diagnostische Spektrum mit modernster technischer Ausstattung in der Hirslanden Klinik Meggen unter einem Dach an. Die konservativen Behandlungsmöglichkeiten umfassen dabei die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE), die Apparative Intermittierende Kompression (AIK) sowie die individuell angemessene Kompressionskleidung in flachgestrickter Nahtware.
Die Versorgung erfolgt durch speziell ausgebildete und erfahrene Fachkräfte. Die operative Therapie mittels vibrations-assistierter Liposuktion in Tumeszenz-Lokalanästhesie findet in den Operationssälen der Hirslanden Klinik Meggen, unter Einsatz von höchster fachlicher Kompetenz und unter stationären Bedingungen statt.
Erfahren Sie, durch einen Klick auf den nachfolgenden Link, welche diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten es für Sie gibt: LipödemZentrum Zentralschweiz
Video: Das Lipödem - Eine unbekannte Frauenkrankheit
Der Dokumentarfilm „Das Lipödem - eine unbekannte Frauenkrankheit“ entstand im Jahr 2018 auf Initiative von Lipödem-Patientinnen mit dem Ziel, andere Betroffene und deren Familien, Ärzte sowie die Öffentlichkeit zu informieren. Der Film soll darüber aufklären, was das Lipödem ausmacht und welche Behandlungsmöglichkeiten – konservativ und operativ - in der heutigen Zeit zur Verfügung stehen.
Vorher- / Nachher-Bildergalerie
Die folgenden Bilder zeigen Ihnen die Vorher- / Nachher-Dokumentation einiger meiner Patienten. Gerne werde ich Ihnen in unserem persönlichen Beratungsgespräch weitere beispielhafte Vorher- / Nachher-Bilder zeigen.
Patient 1
Patient 2
Patient 3
Patient 4
Patient 5
Patient 6
Patient 7
Patient 8
Patient 9
Patient 10
Patient 1
Patient 2
Patient 3