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Unter dem Begriff „Haaraufbau“ versteht man den biologischen Zusammenschluss aller Bestandteile und Schichten des Haars. Diese sorgen dafür, dass das Haar biegsam und dennoch widerstandsfähig ist. Nur, wenn alle Schichten des Haares intakt sind und ein Haar alle Bestandteile aufweist, kann es gesund sein und bleiben – unabhängig vom jeweiligen Haartyp.
Bestandteile eines Haars
Ein Haar besteht aus der Haarzwiebel, der Haarwurzel (verankert im sog. Haarfollikel) und dem Haarschaft. Letzterer ist jener Teil, der aus der Kopfhaut wächst und für uns sichtbar ist. Die Haarzwiebel und die Haarwurzel befinden sich im Inneren – von dort wird das Haar mit Nährstoffen versorgt. Beim Haarschaft unterscheidet man drei Arten:
- Haupthaar am Kopf, im Gesicht (Bart), Nasen- und Ohrenhaare, Wimpern, Augenbrauen und Schambehaarung.
- Wollhaar: Alle restlichen menschlichen Haare bezeichnet man als Wollhaar.
- Flaumhaar: Diese Behaarung findet sich beim Fetus.
Haarschichten des Haars: Cuticula, Cotex, Medulla
Wie bereits erwähnt nennt man den sichtbaren Teil „Haarschaft“. Umgangssprachlich wird dieser als „Haar“ bezeichnet. Der Haarschaft besteht aus drei verschiedenen Schichten. Jede Schicht hat eine spezielle Aufgabe und ist deshalb unverzichtbar für ein gesundes Haar:
Cuticula: die äußere Schicht
Die äußere Schicht wird auch Schuppenschicht genannt. Sie besteht aus abgestorbenen und verhornten Zellen. Liegen diese flach auf, so ist das Haar gesund. Man erkennt diesen Zustand am Schimmern der Haare. Stehen sie ab, dann ist das Haar angegriffen. Das kann aufgrund verschiedener innerer und äußerer Einflüsse passieren. Der Glanz verschwindet und das Haar wird brüchig. Die äußere Schicht ist besonders hart und widerstandsfähig, es kann aber trotzdem passieren, dass sie beim zu heftigen Kämmen oder Bürsten verletzt wird.
Cortex oder Haarrinde als zweite Schutzschicht
Die Faserschicht macht den größten Teil des Haares aus. Chemische Prozesse, die zum Stylen und Frisieren der Haare wichtig sind (beispielsweise Kolorationen oder Dauerwellen) finden in dieser Haarschicht statt. Der Cortex besteht vorrangig aus Keratinfasern. Wenn die Cuticula und der Cortex verletzt wurden, was beispielsweise durch zu viel Reibung oder chemische Eingriffe wie Haarefärben passieren kann, liegt das Haarmark ungeschützt frei. So kann es abbrechen bzw. an der kaputten Stelle bildet sich Spliss.
Medulla: Haarmark im Inneren
Diese Schicht der Haare wird auch als der Kern oder als Mark bezeichnet. Es befindet sich im sogenannten Haarkanal im Inneren des Haares. Bei sehr dünnem Haar kann es vorkommen, dass das Haarmark komplett fehlt.
Die einzelnen Bestandteile der Haare
Betrachtet man ein Haar aus der biochemischen Perspektive, so kann man verschiedene Komponenten benennen, aus denen ein Haar besteht:
- Keratin: Ein gesundes Haar besteht aus ca. 80% Keratin. Dabei handelt es sich um verschiedene Eiweiße. Die Eiweiße im Haar sind sehr widerstandsfähig – kleine Lücken im Keratin können aber dennoch durch Dauerwellen, Färbungen oder UV-Strahlen entstehen. Dann verliert das Haar an Kraft und Geschmeidigkeit.
- Wasser: Ca. 10-15% des Haares entfallen auf Wasser.
- Der Rest besteht aus Farbpigmenten, Mineralien und Fetten. Farbpigmente in den Haarfollikeln bestimmen die Haarfarbe. Dunkelhaarige Menschen haben mehr Pigmente im Haar als beispielsweise Blondinen. Wenn die Zellen kein oder nur weniger Melanin herstellen, dann entsteht weißes Haar, welches zusammen mit pigmentiertem Haar als grau erscheint.
Es ist von essenzieller Bedeutung, dass alle Komponenten in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen – nur so kann gesundes Haar wachsen und bestehen.
Funktionen des Haars
Der Haaraufbau hängt mit den biologischen Funktionen für unseren Körper zusammen. Haare sollen uns vor Kälte, Hitze und UV-Strahlen schützen. Die dünnen Härchen an den Augen oder in der Nase schützen vor Fremdkörpern und sind somit wesentlich für unsere Gesundheit. Zudem erfüllen Haare seit hunderten von Jahren einen ästhetischen Zweck. Vor allem eine volle Haarpracht wird als jugendlich und somit attraktiv wahrgenommen.