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KÜNSTLER BIOGRAFIEN
Lilian Beidler, geboren 1982, studierte zunächst Contemporary Arts Practice an der Hochschule der Künste Bern; 2015 schloss sie ihr Zweitstudium «Performance Making» an der Goldsmiths University of London ab. Sie tritt als Performerin, Musikerin und Gastlektorin auf. 2015 erhielt sie den Anerkennungspreis Musik des Kantons Bern. Neben ihrer Arbeit in der Kunstvermittlung unterrichtet sie seit 2017 am Departement Sound Arts der HKB Bern. «Lilian Beidler bewegt sich als Performerin dort, wo das Leben stattfindet, oftmals auch ausserhalb des traditionellen Konzertsaals, im öffentlichen Raum. Dabei spielt sie mit der Herausforderung, die meist beiläufige Wahrnehmungshaltung der Passanten für kurze Zeit zu unterbrechen und Inseln intensiver Konzentration zu schaffen. Auf diese Weise verbindet sie ihre Kunst mit der Welt. Ihre Projekte strahlen aus in Richtung Politik, interkulturelle Kommunikation und wissenschaftlich-soziologische Forschung.» (Cécile Olshausen)
Wojtek Blecharz, geboren 1981 im polnischen Gdynia, schloss 2006 sein Studium an der Frederic Chopin Music Akademie in Warschau mit Auszeichnung ab. 2015 erhielt er ein PhD-Stipendium für Komposition an der University of California San Diego. Seit 2012 kuratiert Blecharz das Instalakcje music festival an Warschaus Nowy Theater, mit dem er nicht-konzertante Formate wie Klanginstallationen, performative Installationen, Musikvideos und musiktheatralische Arbeiten zeigt. Als Komponist schrieb Blecharz u.a. Opern-Installationen wie «Transcryptum» (2013, Auftrag der Nationaloper Warschau) und «Park-Opera» (2016). 2012 erhielt er bei den Darmstädter Ferienkursen einen Stipendienpreis. Blecharz komponierte bisher u.a. für das Forbidden City Chamber Orchestra (Peking), das Klangforum Wien, das Royal String Quartet (Warschau), Aviva Endean (Melbourne), das International Contemporary Ensemble (New York), Musiques Nouvelles (Brüssel) und das Collegium Novum Zürich.
Leo Collin, geboren 1990, ist ein französisch-algerischer Musiker. Er studierte Komposition in Genf, Freiburg und Zürich, musikalische Aufführungspraxis/-leitung in Lyon sowie angewandte Kunst in Marseille und Besançon. Seine Arbeiten wurden bereits an wichtigen Häusern wie dem Schauspielhaus Zürich, dem Deutschen Theater Berlin, an der Gessnerallee Zürich, dem Centre 104 in Paris sowie der Scène Nationale Perpignan aufgeführt. Er arbeitete u.a. mit dem Ensemble Intercontemporain, den Métaboles, Musicatreize United, Lucilin of Luxembourg zusammen. Als Interpret trat er beispielsweise am Centre National de la Danse Pantin auf, an der Comédie Genève und an der Oper Freiburg im Breisgau auf. Leo Collin lebt und arbeitet in Zürich.
Andreas Eduardo Frank, geboren 1987 in Nürnberg, ist Komponist, Medienkünstler und Performer. Er studierte an der Hochschule für Musik Würzburg sowie am elektronischen Studio der Hochschule für Musik Basel. Sein Oeuvre ist vielseitig und geprägt durch die enge Kooperation mit anderen jungen Musiker*innen und Künstler*innen auf internationaler Ebene. Andreas Eduardo Frank arbeitet in seinen Werken an der Schnittstelle zwischen real und virtuell, zwischen Musik, Performance, Video und Theater. Seinen Stücken geht meist eine poetische Überidee voran, die sich auf komische bis nihilistische Weise in der Musik kontextualisiert. Zahlreiche Aufführungen seiner Werke fanden im europäischen Raum, in Asien und in Amerika statt. Er wurde mehrfach für sein Schaffen ausgezeichnet und ist künstlerischer Leiter des Ensemble Lemniscate. Am Festival Neue Musik Rümlingen wirkte Andreas Eduardo Frank erstmals im Jahr 2017 im Rahmen der Produktion «SCREEN SHARING. come into my inhabitable world» von Brigitta Muntendorf mit.
Emilio Guim, geboren 1981, studierte Jazz-Fusion am Musicians Institute in Los Angeles, sowie Toningenieur an der Los Angeles Recording School. Sein Bachelor-Studium in Jazz Performance und Komposition schloss er an der York University in Toronto ab. An der Hochschule Luzern absolvierte er den Master Music and Art. Sein Hauptinstrument ist die elektrische Gitarre. Neben Komposition und Performance interessiert er sich für MaxMSP Programmierung, Sound Design, Freie Improvisation und Musik für Tanztheater. Seine eigenen Stücke wie auch diejenigen von anderen Komponisten konnte er bei verschiedenen Festivals präsentieren, etwa bei den Donaueschinger Musiktagen, KlangBasel, PAM! Festival Uster, Alpentöne und Ecuador International Jazz Festival. Emilio Guim veröffentlichte zahlreiche Rock-, Jazz- und Avantgarde-Alben. Er hat Musik für Film und Fernsehen geschrieben, ging auf Tournee mit seinen verschiedenen Ensembles wie Ensemble of Nomads (zeitgenössische Musik), Lila Ensemble (improvisierte Musik und Tanz) und Lullaby North (Jazz-Fusion), und unterrichtete fünf Jahre an der Elite Musikakademie in Toronto.
Leo Hofmann, geboren 1986, kreiert, komponiert und spielt Musiktheater, Performances, Hörspiele und Installationen. Er arbeitet mit Stimme, Elektronik und Bewegung, untersucht die Medialität von Musik, das Visuelle im Musizieren und das Körperliche im Klang. Seit Abschluss des Master-Studiums «Contemporary Arts Practice» an der Hochschule der Künste Bern erhielt er diverse Auszeichnungen und Förderungen, darunter die Residenz «Studio Roma» des Istituto Svizzero, den «Giga-Hertz Förderpreis für elektronische Musik» des ZKM Karlsruhe, den Schweizer Performancepreis, sowie die Künstlerresidenz «Villa Aurora» in Los Angeles. Seine Stücke wurden internationalen Festivals und Häusern gezeigt, u. a. am SPOR Festival Aarhus, im Gare du Nord Basel, in der Elbphilharmonie Hamburg, am Goethe-Institut Nairobi, an den Darmstädter Ferienkursen und im Zürcher Cabaret Voltaire. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Regisseur Benjamin van Bebber, mit dem er wiederholt Arbeiten auf Kampnagel Hamburg, im Ballhaus Ost Berlin und im Studio Naxos Frankfurt/M vorstellte. Seine mehrfach ausgezeichneten Hörspiele liefen u. a. auf Radio WDR 3, SWR 2, SRF 2, Ö 1 und Deutschlandradio Kultur. Seine Klanginstallationen wurden u.a. im Kunstquartier Bethanien Berlin, im Casa da Música Porto, im e-werk Freiburg sowie im Centre Pasquart in Biel ausgestellt.
Demetre Gamsachurdia, geboren 1988, ist Schweizer Pianist und Komponist georgischer Abstammung. Mit zwölf Jahren begann er bereits seine erste Sinfonie mit dem Titel «Kaukasus» zu komponieren. Als Mitbegründer des Delirium Ensembles, hat Gamsachurdia diesem zahlreiche Kompositionen gewidmet, die Elemente aus den Bereichen Ambient Music, Noise, Trash, Heavy Metal, Filmmusik, Ethno und dem klassischem Repertoire der Moderne verwenden. Basierend auf der traditionellen georgischen Vokalpolyphonie ist die Musik von Gamsachurdia von Stimmungen und Vibrationen geprägt, die einen vollständig in Frequenz und Zeit einzutauchen lassen. Als Pianist spielt Demetre Gamsachurdia oft Uraufführungen u.a. Werke von Lukas Langlotz, Yair Klartag, Anda Kryeziu, Caspar Johannes Walter, William Dougherty und Benjamin Helmer.
DELIRIUM-EDITION: organisation for tomorrow’s art
Eine Plattform, die seit Anfang 2016 international KünstlerInnen aus allen Sparten mit dem gemeinsamen Ziel verbindet, aktuelle Kunst einem breiteren, jüngeren Publikum zugänglich und attraktiv zu präsentieren und näher zu bringen. Die Idee der Delirium-Edition: organisation for tomorrow’s art ist, dass jedes unserer Projekte eine Suche nach einem neuen Konzept der Aufführung ist. Ein Rahmen, der die ZuhörerInnen bzw. ZuschauerInnen auf mehreren Sinnesebenen anspricht und sie nicht nur in der Position des Empfängers lässt. Sie erhalten die Möglichkeit, die musikalischen sowie szenischen Ebenen gewissermassen zu «steuern». Dadurch wird es nie zwei gleiche Aufführungen geben, wie sich auch unsere Emotionen nie wiederholen können!
www.deliriumedition.org
DELIRIUM ENSEMBLE
Das Delirium Ensemble ist Teil der Delirium-Edition: organisation for tomorrow’s art-Struktur. Das Ensemble besteht aus Mitgliedern von sehr unterschiedlichen Hintergründen, die sich über Kontinente und kulturelle Grenzen erstrecken. Es wurde zwischen 2014 und 2016 von Wiktor Kociuban, Direktor, Dirigent und Cellist, zusammen mit dem Pianisten und Komponisten Demetre Gamsachurdia gegründet. Das Delirium Ensemble basiert auf Prinzipien der Gruppenarbeit und präsentiert zusammen mit seinem Dirigenten einen einheitlichen Körper. Es tritt in variablen Formationen auf: von Duos (2.0) über kleine Gruppen (4.0-10.0) bis zu großen Ensembles. Jedes Mitglied ist sehr aktiv im Prozess der Projektrealisierung und ist an der Projekterstellung sowie den Organisationsprozessen beteiligt.
www.deliriumedition.org/deliriumensemble-de/
Tobias Krebs, geboren 1993, ist Komponist und klassischer Gitarrist. Nachdem er 2012-17 an der Hochschule für Musik Basel bei Michel Roth Komposition und bei Stephan Schmidt Gitarre studiert hatte, führte er seine Studien am Det Jyske Musikkonservatorium in Aarhus bei Simon Steen-Andersen, Niels Rønsholdt (beide Komposition) und bei Frederik Munk Larsen (Gitarre) fort. Die kompositorischen Arbeiten von Tobias Krebs umfassen insbesondere Stücke für verschiedene Soloinstrumente, für kleine und grössere Instrumentalensembles, für Chor, Orchester sowie musiktheatralische Werke. Seine Kompositionen wurden unter anderem aufgeführt vom Zürcher Kammerorchester, vom ensemble recherche, vom ensemble proton bern, vom Ensemble Phoenix Basel, vom Calvino Trio, vom Gyre Ensemble und vom Gitarrenvirtuosen und Spezialisten für zeitgenössische Musik, Pablo Márquez.
Anda Kryeziu, geboren 1993, ist Komponistin und Interpretin zeitgenössischer Musik mit Wurzeln im Kosovo. Sie studierte Klavier bei Konstantin Lifschitz und Komposition bei Dieter Ammann, an der Hochschule der Künste Bern und an der Hochschule Luzern. Kryeziu führte ihr Kompositionsstudium bei Caspar Johannes Walter in Basel und bei Daniel Ott in Berlin fort. 2019 gewann sie den ersten Preis der Balkan Composers Competition 2019. Stipendien erhielt sie von der Contemporary Arts Alliance Berlin und von der Akademie Musiktheater Heute der Deutsche Bank Stiftung. Als Interpretin konzertiert in verschiedenen europäischen Ländern. Ihre Musik wurde von Ensembles wie KNM Berlin, Asamisimasa Oslo, von Soyuz21, dem Ensemble Phoenix Basel und Oerknal (Niederlande) aufgeführt. Anda Kryeziu interessiert sich in ihrem Arbeiten vor allem für Instrumentalmusik mit oder ohne Elektronik, Multimedia, Musiktheater und klanginstallative Arbeiten. Derzeit beschäftigt sich Kryeziu schwerpunktmässig mit elektroakustischer Komposition an der Hochschule für Musik Berlin bei Wolfgang Heiniger.
Lara Stanic, geboren in Belgrad, ist Musikerin, Performance- und Medienkünstlerin. Sie lebt und arbeitet in der Schweiz. Lara Stanic studierte Querflöte mit Lehrdiplom an der Zürcher Hochschule der Künste und machte ihr Konzertdiplom an der Hochschule für Musik und Theater in Bern/Biel. Anschliessend erarb sie ein «Offenes Musikdiplom» mit Schwerpunkt Neues Musiktheater und Performancekunst sowie ein Diplom «Musik und Medienkunst» an der Hochschule der Künste Bern. Lara Stanic entwickelt eigene Bühnenperformances, Klanginstallationen und Hörspiele und komponiert für Instrumentalensembles, Tanz und Theater. Die Verbindung von elektronischen und digitalen Medien mit dem Körper des Musikers sowie die Konzert- und Interpretensituation sind häufige Themen ihrer Performances. In ihren Experimenten mit Elektronik versucht sie, der Technik verspielte, poetische Wirkung abzugewinnen.
Ule Troxler
Zone expérimentale Ensemble des Masterstudiengangs für Zeitgenössische Musik an der Musikhochschule Basel/Schweiz ist eine Gruppe von Studierenden, die sich gleichermassen als aussergewöhnliche Künstlerpersönlichkeiten wie virtuose Spieler(innen) auszeichnen. zone expérimentale ist kein klassisches Ensemble, sondern stellt einen Rahmen für Entdeckungen dar – für die Spieler(innen) wie auch für das Publikum. Der Fokus liegt dabei auf dem Entdecken von unterschiedlichen Möglichkeiten musikalischen Ausdrucks in zeitgenössischer Musik, aber auch von Werken der Mütter und Väter unserer heutigen Musik. So wechseln sich Kammermusikprogramme mit Installationen oder auch improvisatorischen Arbeiten ab. Die Programme der Gruppe sind weit gefächert und spannen den Bogen von Einzelwerken hin zu grösser angelegten Ensemblestücken von bis zu 16 Spieler(inne)n.