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Oscar Wilde war ein irischer Schriftsteller, der vor allem für seinen scharfen Witz, seine literarischen Fähigkeiten und seine extravagante Persönlichkeit bekannt ist. Geboren am 16. Oktober 1854 in Dublin, Irland, wuchs Wilde in einer wohlhabenden und gebildeten Familie auf. Er war ein brillanter Student am Trinity College in Dublin und später am Magdalen College in Oxford, wo er sich durch seine außergewöhnlichen Leistungen in den klassischen Fächern und seine bemerkenswerte Persönlichkeit hervortat.
Wilde zog nach seinem Abschluss nach London und begann seine Laufbahn zunächst als Dichter, wobei sein frühes Werk oft von Themen wie Schönheit und Ästhetik geprägt war. Mit der Zeit etablierte er sich als einer der bekanntesten Dramatiker des viktorianischen Londons. Seine Bühnenwerke, darunter “Die Bedeutung, Ernst zu sein” und “Lady Windermeres Fächer”, waren für ihren scharfsinnigen Witz und ihre Gesellschaftskritik bekannt. Wilde war auch ein prominenter Vertreter des Ästhetizismus, einer Bewegung, die die Schönheit über alles andere stellte und oft mit dem Motto “Kunst um der Kunst willen” in Verbindung gebracht wird.
Zusätzlich zu seiner dramatischen Arbeit veröffentlichte Wilde auch den Roman “Das Bildnis des Dorian Gray”, der seine Ansichten über Kunst, Moral und Schönheit zum Ausdruck bringt und bis heute als sein literarisches Meisterwerk gilt.
Privat war Wilde für seine spitzzüngige Konversation und seinen extravaganten Kleidungsstil bekannt. Er heiratete Constance Lloyd mit der er zwei Söhne hatte, jedoch war seine sexuelle Orientierung Gegenstand intensiver Spekulation und letztlich auch der Grund für seinen Fall. Wilde hatte eine Affäre mit Lord Alfred Douglas, was zu seiner Verurteilung wegen “grob unzüchtiger Handlungen” führte, da Homosexualität zu dieser Zeit illegal war. Wilde wurde zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilt, eine Erfahrung, die seine Gesundheit und seinen Geist schwer beschädigte.
Nach seiner Freilassung im Jahr 1897 verbrachte Wilde seine letzten Jahre in Frankreich in Armut und unter dem Pseudonym “Sebastian Melmoth”. Er starb am 30. November 1900 in Paris.
Absinth und Oscar Wilde
Absinth war ein integraler Bestandteil der Bohème- und Künstlerkreise im späten 19. Jahrhundert, insbesondere in Paris, wo Wilde seine letzten Jahre verbrachte. Es war die Zeit der “Belle Époque”, in der Absinth als das Getränk der Wahl für viele Schriftsteller, Künstler und Intellektuelle galt. Wilde selbst war bekannt dafür, dass er dem Absinth nicht abgeneigt war und häufig Pariser Cafés besuchte, in denen das Getränk serviert wurde.
Oscar Wilde äußerte sich sogar über die Effekte des Absinths, und eines seiner berühmtesten Zitate über das Getränk lautet: “Nach dem ersten Glas sieht man die Dinge, wie man wünscht, dass sie wären. Nach dem zweiten sieht man die Dinge, wie sie nicht sind. Schließlich sieht man die Dinge, wie sie wirklich sind, und das ist das Schrecklichste auf der Welt.” Dieses Zitat spiegelt Wildes Wertschätzung für die transformativen und möglicherweise trügerischen Qualitäten des Absinths wider.
Absinth war berühmt dafür, eine Reihe von psychoaktiven Effekten zu haben, die aufgrund des Thujon-Gehalts in der Wermut-Pflanze, einer der Hauptzutaten des Absinths, vermutet wurden. Wilde, der bekannt war für seinen Hang zu hedonistischem Lebensstil und seine Liebe zu allem Dekadenten und Außergewöhnlichen, hätte sicherlich das kulturelle Ritual und die Ästhetik, die mit dem Trinken von Absinth verbunden waren, geschätzt.
Während seiner Zeit in Paris dürfte Wilde Zeuge der wachsenden Popularität des Absinths und der kulturellen Mystik gewesen sein, die ihn umgab. Trotz der Legenden, die sich um Wilde und Absinth ranken, gibt es jedoch wenig konkrete Beweise dafür, dass sein Absinthkonsum einen direkten Einfluss auf seine Werke oder seinen Untergang hatte. Was unbestreitbar bleibt, ist, dass Absinth ein fester Bestandteil der Welt war, in der Wilde lebte und arbeitete, und dass er, wie viele seiner Zeitgenossen, der Verführung dieses geheimnisvollen Getränks erlag.
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