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Entsammeln – nicht leicht gemacht
Deakzession am Beispiel des Verkehrshauses der Schweiz
In einem Museum ist häufig nur der kleinste Teil einer Sammlung jeweils ausgestellt. Das Meiste befindet sich im Depot. Vermehrt ist im Museum des 21. Jahrhunderts beim Sammeln das Planen, Ordnen und Erhalten angesagt; die Verwendung eines Sammlungsleitbildes ist dazu unabdingbar. Basis und Voraussetzung für die Entwicklung der Sammlung bildet ein ausformuliertes und regelmässig überprüftes Sammlungskonzept: Es erlaubt, eine Sammlung konzis zu erweitern, den Bestand zu bereinigen oder Donationen begründet abzulehnen.
Die Bestandsbereinigung nennt man De-Akzession und bezeichnet damit den gegenteiligen Vorgang von Sammeln, das Entfernen von Objekten aus der Kernsammlung eines Museums. Dies kann in der Form von langfristigem Ausleihen, Weitergeben, Zurückgeben, Verschenken, Verkaufen, Tauschen, für den Verbrauch frei geben oder Liquidieren geschehen. Um zu entscheiden, ob ein Einzelobjekt oder ganze Objektgruppen in die Kernsammlung gehören oder nicht, ist ein einheitlicher Kriterienkatalog notwendig. Er enthält im Verkehrshaus Luzern folgende Kriterien: Historischer Wert, Bedeutung für das Verkehrshaus, Zustand und – mit mehreren Beurteilungspunkten – das Kriterium «Bedeutung des Objektes in seinem Umfeld».
Ergibt die Prüfung anhand der Bewertungskriterien, dass ein Objekt ganz aus dem Museumsumfeld entlassen werden soll, bleiben nur die Rückgabe an den Vorbesitzer, der Verkauf oder die endgültige Vernichtung. Mit einem konzentrierten Sammlungsbestand lässt sich zwar Geld sparen, aber der Aufwand für die Deakzession ist hoch. Ziel des komplexen Verfahrens unter Einhaltung der «Ethischen Richtlinien» von ICOM ist es, die leichtfertige Deakzession von Sammlungsgut zu verhindern, da Museumssammlungen dauerhaften Charakter haben müssen.
Bild: Verkehrshaus der Schweiz, Luzern
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