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Geteilte Meinungen über den Verzicht der SCL Tigers auf einen weiteren Ausländer
Was wäre mit den SCL Tigers, wenn sie immer mit zwei Ausländern gespielt hätten? Wären sie damit in ihren Bemühungen um den Wiederaufstieg weiter, als sie dies jetzt sind? Der Entscheid, vorerst auf das Engagement eines weiteren Ausländers zu verzichten, sorgt für geteilte Meinungen.
Tomas Kurka für den verletzten Juraj Kolnik, Kévin Hecquefeuille für die beiden ungenügenden Kurka und Josef Straka, Bengt-Ake Gustafsson und Peter Andersson für Tomas Tamfal und Urs Bärtschi als Verantwortliche an der Bande – die SCL Tigers hatten an der Personalfront bisher so einiges zu tun. Doch jetzt dies: Vorerst kein zusätzlicher Ausländer! Gut oder schlecht?
Die Argumente dafür
Die SCL Tigers verloren diverse Spiele, unter anderem drei gegen den jeweiligen Tabellenletzten, weil die Einstellung des Teams ungenügend war. Ein knackiger Kanadier als Leader und Reisser hätte da eventuell Gegensteuer geben können.
Die Verantwortlichen der SCL Tigers schürten im Sommer bei den Fans grosse Hoffnungen und verkauften damit trotz des Abstiegs in die NLB jede Menge Saisonabonnemente. Viele Abo-Käufer fühlen sich verschaukelt, wenn nun viele Spiele mit nur einem, oder gar keinem Ausländer bestritten werden.
Nach vielen Saisons mit mehr Niederlagen als Siegen sowie meistens hintersten Ranglisten-Plätzen wünschen sich viele Zuschauer wenigstens in der zweithöchsten Spielklasse vorwiegend gewonnene Spiele und Klassierungen in den vordersten Rängen. Sie sehen diesen Wunsch durch den Verzicht auf ein Ausländer-Duo in Frage gestellt.
Es kursiert auch die nicht ganz unberechtigte Ansicht, dass eine Mannschaft, deren Abstieg in die NLB kaum ein halbes Jahr zurück liegt, zum jetzigen Zeitpunkt vor allem Siege benötigt, um vom Verlierer- zum Siegerteam zu mutieren. Andernfalls sei die für einen Aufstieg nötige Mentalität im Frühling, wenn es wichtig wird, in Frage gestellt.
Die Argumente dagegen
Die SCL Tigers sind nicht unter Druck, und auch wenn etwas Geld für personelle Ergänzungen vorhanden ist, macht es wenig Sinn, diese zu einem Zeitpunkt zu verschwenden, an dem noch nicht ersichtlich ist, an welchen Ecken dann Ergänzungen nötig werden, wenn es wichtig wird.
Leader und Reisser bringen es mit sich, dass sich deren Teammitglieder oftmals hinter diesen verstecken, und ihre Verantwortung an diese abtreten. Derzeit haben die Tiger keinen ausländischen Reisser. Deshalb müssen die Schweizer ran und können sich entwickeln. Zum Zeitpunkt, an dem es wichtig wird, ist es wichtig, dass der Erfolg nicht nur von einem Spieler abhängt.
In der jetzigen Konstellation können die SCL Tigers ihrer Rolle als Ausbildungsklub trotz ihrer hohen Ambitionen nachleben. Die Nachwuchskräfte entwickeln sich bestens. Das Nachrüsten im Kader zu einem derart frühen Zeitpunkt raubt vor allem den jungen Spielern die Einsatzmöglichkeit.
Mit der richtigen Einstellung könnten die SCL Tigers derzeit an der Spitze der NLB stehen. Dass sie dies nicht tun, liegt nicht an fehlenden Ausländern, sondern an ihrer allzu oft gelebten, mangelhaften Berufseinstellung. Der Verantwortlichen muss es gelingen, diese Einstellung zu ändern. Dies sollte nach Möglichkeit ohne weitere Hilfe von aussen gelingen. Denn nur dann hat diese Mannschaft, zum geeigneten Zeitpunkt geschickt verstärkt, im Frühjahr eine reelle Chance, in ihrem Bestreben um den Aufstieg eine Chance zu haben.
Tatsächlich haben die zahlreichen Fans nach dem Abstieg und nach der überwältigenden Anzahl Abo-Käufen zu gut, dass sie ein Team zu sehen bekommen, das gute Leistungen zeigt und vorwiegend gewinnt. Doch wenn von einem Team gesagt werden kann, dass es genügend Potential hat, um bei seriöser Berufsauffassung an der Spitze der NLB zu stehen, so haben die für die Zusammenstellung der Mannschaft verantwortlichen Leute letztendlich vieles richtig gemacht. Für den Rest sind – vorerst – die Akteure auf dem Eis verantwortlich.