Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/159399

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bau einer zweiten Gotthard-Strassenröhre würde grosse Landflächen benötigen. Dies verdient angesichts der knappen Platzverhältnisse in den Kantonen Tessin und Uri besondere Beachtung. In seiner Antwort auf die Interpellation 13.4053 spricht der Bundesrat von 2,7 Millionen Kubikmetern Ausbruchmaterial. Er machte jedoch zu den Deponieflächen noch keine Angaben.</p><p>Die Publikation des generellen Projekts wird laut Angaben des Bundesamtes für Strassen im Jahr 2016 erwartet. Da bereits seit 2012 die Arbeiten am Vorprojekt (Ausschreibung für die Stelle eines Projektleiters für den zweiten Gotthard-Autobahntunnel durch das Astra) laufen und im April 2013 Aufträge für die Planung und die Projektierung der zweiten Tunnelröhre ausgeschrieben wurden, kann davon ausgegangen werden, dass Angaben zu folgenden grundlegenden Fragen nun vorliegen: </p><p>1. Von wie vielen Kubikmetern Ausbruchmaterial (lose) muss laut Bundesrat ausgegangen werden? Was wäre das Gewicht des gesamten Ausbruchmaterials?</p><p>2. Welche Schritte wurden seit der Antwort auf die Interpellation 13.4053 zur rechtzeitigen Sicherung der nötigen Deponie- und Installationsflächen für den Bau einer zweiten Gotthardröhre unternommen?</p><p>3. Zieht der Bundesrat eine Nutzung von zum Teil bereits renaturierten Landflächen der Installationsplätze des Gotthard-Basistunnels, insbesondere in Amsteg und Erstfeld (Rynächt) im Kanton Uri und im Raum Pollegio und Bodio im Kanton Tessin, in Betracht? </p><p>4. Wo sieht er weitere mögliche Deponieflächen für Ausbruchmaterial in den gotthardnahen Kantonen (insbesondere auch im Kanton Schwyz) sowie im Mittelland? </p><p>5. Wie lange würde die Fläche für die Baustelleninstallationen sowie für die Deponien benötigt?</p><p>6. Welche Pläne bestehen zur Handhabung des Ausbruchmaterials und für den generellen Baustellenverkehr (Zulieferungen)?</p><p>7. Wie viele Zug- oder Lastwagenfahrten sind für den Abtransport des Ausbruchmaterials zu erwarten? </p><p>8. Inwiefern sind im oberen Reusstal und in der Leventina durch die Baustelle Beeinträchtigungen für den Regionalverkehr auf der Schiene oder für die Zufahrt auf der Strasse zu erwarten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Durch den Bau der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels fallen gemäss aktuellem Kenntnisstand rund 2,3 Millionen Kubikmeter festes Ausbruchmaterial an, was rund 3,8 Millionen Kubikmetern Ausbruchmaterial lose bzw. rund 6,3 Millionen Tonnen Ausbruchmaterial entspricht.</p><p>2. Für die Ablagerung des Ausbruchmaterials ist im Kanton Uri die Renaturierung von Flachwasserzonen des Reussdeltas beim Urnersee vorgesehen (sogenannte Seeschüttung III). Als Folgeprojekt der bereits realisierten Seeschüttung I (Ausbruchmaterial der N4, Umfahrung Flüelen, und Gotthard-Basistunnel) und der geplanten Seeschüttung II (Material der Tunnelprojekte am Axen) hat der Kanton Uri eine Machbarkeitsstudie für die Seeschüttung III erarbeitet.</p><p>Im Kanton Tessin ist infolge vorhandener Reservevolumina bei der Buzza di Biasca (auch Alptransit-Deponie) eine Terrainschüttung vorgesehen. Geplant sind zudem Auffüllungen bei alten Steinbrüchen in Bodio-Pollegio und diverse Auffüllungen im Raum Airolo. Als Option wird zudem die Renaturierung von Flachwasserzonen im Lago Ceresio geprüft.</p><p>3. Wie in Antwort 2 erwähnt, wird die Alptransit-Deponie Buzza di Biasca wieder aktiviert. Hierzu können teilweise bereits vorhandene Infrastrukturen eingesetzt werden. Ansonsten werden keine renaturierten Flächen aus dem Gotthard-Basistunnel tangiert.</p><p>4. Vergleiche Antwort 2: In den übrigen Kantonen sind keine Materialdeponien vorgesehen.</p><p>5. Die Dauer der verschiedenen Flächennutzungen ist abhängig vom Bauprogramm, vom Rückbau der Installationen und von den anschliessenden Renaturierungsphasen. Nach aktueller Planung dürfte die Flächenbeanspruchung für Deponien von etwa 2020 bis 2026 dauern.</p><p>6. Mit der Materialbewirtschaftung wird das Ziel verfolgt, möglichst viel Ausbruchmaterial wiederzuverwerten und damit die Umweltbelastungen zu minimieren. Der Transport des Ausbruchmaterials erfolgt in Portalnähe per Förderbänder, zu den Deponiestandorten per Bahn. Als dienlich erweist sich der stark reduzierte Bahnverkehr auf der SBB-Bergstrecke nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels; dies ermöglicht Abtransporte und Zulieferungen auf der Bahn und erlaubt es auch, den bestehenden SBB-Scheiteltunnel für Materialtransporte per Bahn zwischen Airolo und Göschenen zu nutzen. Generell erfolgt der sonstige Baustellenverkehr per Lastwagen, wobei grosse Anlieferungen (Zement, Stahl) per Bahn geplant sind.</p><p>7. Es sind jeweils maximal 10 Züge pro Tag zwischen den Verladestandorten in Göschenen und Airolo sowie zu den Deponiestandorten in Flüelen und Pollegio erforderlich.</p><p>8. Die Trassenkapazitäten wurden mit den SBB intensiv geprüft. Es sind keine Einschränkungen im Bahnbetrieb zu erwarten. Ebenso sind mit dem gewählten Logistikkonzept keine Einschränkungen auf der Strasse zu erwarten.</p>  Antwort des Bundesrates.