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Durchbruch beim Einsatz von Nukleartechnik zur Bekämpfung von Moskitos dank Drohnen
Die Studie, die in der Zeitschrift Science Robotics veröffentlicht wurde, testete den Einsatz einer Drohne zur Freisetzung steriler Moskitos als Teil der Sterile Insect Technique (SIT) – einer Form der Insekten-Geburtskontrolle, die seit Jahrzehnten erfolgreich zur Bekämpfung landwirtschaftlicher Schädlinge wie der Mittelmeerfruchtfliege und der Tsetsefliege eingesetzt wird. Wissenschafter haben in den letzten Jahren daran gearbeitet, die Methode auch für Moskitos zu entwickeln.
Bei der SIT-Methode werden in Aufzuchten gehaltene männliche Insekten mit Gammastrahlen unfruchtbar gemacht, und dann zur Paarung mit wildlebenden Weibchen freigesetzt. Da diese keine Nachkommen produzieren, nimmt die Insektenpopulation mit der Zeit ab. Diese Methode erfordert die gleichmässige Freisetzung einer grossen Anzahl von sterilen männlichen Insekten in guter Kondition, damit sie mit ihren wilden Gegenstücken konkurrieren können. Der Drohnen-Prototyp, der 2018 in Brasilien getestet wurde, kann bis zu 50’000 sterile Moskitos pro Flug aufnehmen und sie ohne Qualitätsverlust innerhalb von 10 Minuten auf 20 Hektar Land freisetzen. Mit ihren langen, zerbrechlichen Beinen und zarten Flügeln können Moskitos leicht durch andere Luftfreisetzungsmethoden – mit beispielsweise Flugzeugen und Gyrocoptern, wie sie bei anderen Insekten benutzt werden – beschädigt werden. Bisher wurden stattdessen sterile männliche Moskitos durch kostspielige, arbeitsintensive und zeitraubende Bodenfreisetzungen verbreitet. «Die Gebiete, die zum Beispiel mit einem 10-minütigen Drohnenflug abgedeckt werden, würden zwei Stunden und die doppelte Menge an Personal benötigen, wenn sie am Boden durchgeführt würden», erklärte der Hauptautor Jeremy Bouyer, ein medizinischer Entomologe beim Joint Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO)/IAEA Programme for Nuclear Techniques in Food and Agriculture. «Wir rechnen mit einer erheblichen Senkung der Betriebskosten bei gleichzeitiger Erhaltung der Qualität des sterilen Insekts», so Bouyer weiter.
Laut IAEO stellt das Studienergebnis einen wichtigen Schritt in Richtung eines grossangelegten Einsatzes dieser Methode zur Bekämpfung der Überträger von Dengue, Gelbfieber und Zika dar.