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Traprain Law (GB)
Der spätrömische Hacksilberhort von Traprain Law in Schottland
Im Jahr 1919 wurde in Traprain Law (Schottland), nördlich der Grenzen des Imperium Romanum, ein Hort von rund 25 kg sogenanntem Hacksilber aus hauptsächlich spätrömischen Silbergefässen entdeckt. Mit Hacksilber werden Gefässe und Gegenstände bezeichnet, die zur Edelmetallgewinnung willentlich zerteilt worden sind. Grössere Ensembles sind bisher allein aus Gebieten ausserhalb des Imperium Romanum bekannt geworden, von Schottland abgesehen insbesondere in Irland, Norddeutschland und Skandinavien. Traprain Law stellt aber den bei weitem grössten und schwersten Fund dar. Nur hier sind ganze oder nahezu vollständige Gefässe enthalten.
Auf Initiative von Kenneth Painter (früher British Museum London) und Fraser Hunter (National Museums Scotland) konkretisierte sich unter Beteiligung von Annemarie Kaufmann-Heinimann (Univ. Basel) und Max Martin (früher Univ. München) ab 2006 das Projekt einer Neubearbeitung dieses spektakulären Hacksilberhorts. Die Genannten zogen weitere Spezialistinnen und Spezialisten des spätantiken Silbers bei, namentlich François Baratte (Paris IV-Sorbonne), Martin Guggisberg (Univ. Basel), Stefanie Martin-Kilcher (bis 2010 Univ. Bern) und Sonja Marzinzik (British Museum London). Darüber hinaus sind, auch für technische und naturwissenschaftliche Analysen, weitere Fachleute beteiligt.
Im Jahr 2009 organisierten Kenneth Painter und Fraser Hunter eine internationale Tagung über Hacksilberhorte; die Akten befinden sich derzeit im Druck.
Die neue Edition und Bearbeitung des Fundes von Traprain Law wird sich auf die Gefässe und Gegenstände mit all ihren inhärenten Fragestellungen - von der zeitlichen Stellung und Herkunft bis zu den Funktionen und Hintergründen ihres Gebrauchs und schliesslich ihres Fundorts – konzentrieren. Das Ensemble gibt neue Einsichten in die Entwicklungen des spätantiken Britannien und seiner nördlichen Randgebiete.