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Heilpflanzen
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Nahrungsmittel als Medizin? Oder doch eher Lebensmittel als gesunde Ernährung?
Der Unterschied zwischen pflanzlicher Nahrung und pflanzlicher Medizin ist eigentlich sehr subjektiv. Es gibt einen grossen Bereich der Überschneidung mit beiden Kategorien. Wenn Sie an alle Pflanzen denken, die wir konsumieren, von Nahrungsmitteln auf der einen Seite bis zur Medizin auf der anderen Seite, werden Sie sehen, was ich meine. Auf der Nahrungsseite wären Pflanzen wie Kartoffeln und Karotten – potentiell medizinisch, mild und sicher. Das andere Ende des Spektrums enthält Arzneipflanzen wie Schlafmohn und Fingerhut, die Quelle für Digitalisate – definitiv keine Nahrung, sondern eindeutig ernste Medizin.
Der graue Bereich befindet sich in der Mitte. Nehmen Sie Echinacea. Keiner von uns würde in Betracht ziehen eine Echinacea-Suppe zu kochen. Aber Sie könnten es. Wie wäre es mit Petersilie? In einem Salat zum Beispiel. Als Saft zur Behandlung von Ödemen, und schon handelt es sich um ein Medikament.
Die Wahrheit ist, dass pflanzliche Arzneimittel ungefähr die gleichen chemischen Bestandteile haben wie Nahrungspflanzen. Pflanzliche Arzneimittel werden nur aus Pflanzen ausgewählt, die höhere Wirkstoffkonzentrationen aufweisen, so dass sie einfacher zu verwenden sind.
In der europäischen Kräutermedizin gibt es keine grossen Überschneidungen zwischen Nahrungspflanzen und pflanzlichen Arzneimitteln. Lebensmittel, die Sie essen und Gewürze lassen das Essen besser schmecken. In der Kräutermedizin verwenden Sie eine Tinktur. Die asiatischen medizinischen Systeme unterscheiden jedoch nicht zwischen den beiden. Das Essen ist Kräutermedizin. In jeder Mahlzeit werden Heilkräuter verwendet.
Die komplexen Küchen Chinas und Indiens begannen vor Tausenden von Jahren. Heilkräuter wurden automatisch der Nahrung hinzugeführt. Nach und nach entwickelten sich komplizierte Mischungen von natürlichen Lebensmittelzutaten, pflanzlichen Arzneimitteln und Aromen zu einem schmackhaften Essen, das die Seele erwärmt, den Körper heilt und den Gaumen erfreut.
Zum Beispiel beginnt das indische Essen normalerweise mit einer Kombination aus „Masala“, Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und anderen verschiedenen Gewürzen, die aufgrund ihrer medizinischen Wirkungen und ihres Geschmacks ausgewählt werden. Da viele dieser Kräuter Blähungen verursachen können, werden zusätzliche Kräuter wie Fenchel und Koriandersamen hinzugefügt. Ingwer und Senf beschleunigen beispielsweise den Verdauungsprozess, so dass die Mahlzeit effizient verarbeitet und durch den Verdauungstrakt transportiert wird.
Insbesondere die Familie der Möhren und Petersilie ist eine grosse Quelle von essbaren Pflanzen und gut schmeckenden Medikamenten. Diese Pflanzen wachsen auf der ganzen Welt und werden in einer Vielzahl von Kulturen verwendet. Diese Gruppe von Pflanzenarzneimitteln weist eine ungewöhnliche Chemie auf, so dass sie in den Küchen und in Medizinkästen vieler einheimischer medizinischer Systeme Zuhause sind. Die Samen sind typischerweise der medizinische Teil, es werden jedoch, je nach Pflanze verschiedene Teile verwendet. Einige bekannte Mitglieder dieser Familie gehören Petersilie, Koriander, Fenchel, Anis, Kreuzkümmel und Dill.
Grundwissen für uns, um Ihnen bei Autoimmunerkrankungen, Diabetes usw. weiterhelfen zu können. So erfahren Sie in unserer Sprechstunde oder in einer Online-eMail-Beratung, was für Sie die gesündeste Ernährung ist.
Ob das tatsächlich Medizin ist? Sprechen wir doch besser von einer gesunden abwechslungsreichen Ernährung, die uns gesund macht und gesund bleiben lässt.
Dabei berücksichtigen wir auch Nahrungsergänzungen, die nicht, wie wir immer meinen heilend sind. Auf ein paar wenige sind wir vielleicht angewiesen, aber nicht auf das ganze XXXXL-Sortiment, das wir auf zahlreichen Internetseiten finden. Die Werbung für solche Produkte ist immer sehr blumig. Zu blumig!
Eine in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) häufig verwendete Arzneipflanze – Evodia rutaecarpa – enthält Substanzen, die Herzrhythmusstörungen auslösen können. Das haben Forschende an den Universitäten Basel, Wien und Utrecht herausgefunden.
Extrakte der Pflanze Evodia rutaecarpa (Stinkeschenfrüchte) werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin bei vielfältigen Beschwerden eingesetzt, so etwa bei Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie bei menstruellen Beschwerden und Geschwüren im Mundbereich.
Forschende um Prof. Dr. Matthias Hamburger vom Departement Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Basel untersuchten die Wirkung von Evodia-Extrakten in Zusammenarbeit mit Pharmakologen und Toxikologen der Universität Wien. Die in Basel aus der Pflanze isolierten Naturstoffe Dehydroevodiamin (DHE) und Hortiamin erwiesen sich als sehr potente Hemmstoffe von Kaliumkanälen im Herzmuskel. Werden diese Kanäle blockiert, verändern sich die Erregungsabläufe im Herzmuskel, was schwere Herzrhythmusstörungen – sogenannte Torsade de pointes (TdP) – und Kammerflimmern auslösen und zum plötzlichen Herztod führen kann.
Wirkung im Tierversuch bestätigt.
Anmerkung: Natürlich mussten wieder für die Forschung Hunde vergiftet werden. Hund und Mensch kann man nicht vergleichen. So oder so ist grösste Vorsicht angebracht, denn fast alle TCM-Kräuter sind sehr oft mit Schwermetallen (u.a. Blei) belastet, wie wir bereits berichtet haben: https://www.schmerzexperten.ch/vorsicht-chinesische-und-ayurvedische-kraeuter-koennen-schwermetalle-enthalten/