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Situation
Der Unternehmer will Mehrkosten anmelden, die aus einer Verschiebung von Arbeiten entstehen und einer daraus resultierenden Teuerung.
Kommentar
Bauherren ändern im Vertrag die Norm SIA 118 häufig ab, indem sie die Teuerungsabrechnung ausschliessen. Der Unternehmer muss die von ihm erwarteten Aufschläge für die Lohnkosten und die Beschaffungspreise für Material abschätzen und diese in seine Preise einrechnen. Der Unternehmer hat dabei nur die erwarteten Kostenänderungen innerhalb der Plan-Bauzeit zu berücksichtigen.
Verschiebt der Bauherr die Ausführungszeit in einen späteren Zeitraum, kann dem Unternehmer dadurch ein Mehraufwand entstehen. Dieser entspricht der Differenz zwischen den Lohnkosten und Beschaffungspreisen, welche während der Planbauzeit angefallen wären, und denen, die effektiv während der Ist-Bauzeit angefallen sind. Im Gegensatz zu einer Teuerungsabrechnung nach der Norm SIA 118, welche die Kostenänderungen zwischen dem Stichtag und dem Ausführungszeitpunkt bestimmt, sind hier die tatsächlichen Mehrkosten geltend zu machen.
Auch trotz einer vertraglichen Vereinbarung, wie zum Beispiel „Preise bleiben fest bis Bauzeitende“, hat der Unternehmer Anspruch auf den Ausgleich seiner Mehraufwendungen, wenn die Umstände erst nach Vertragsabschluss entstanden sind und nicht einzurechnen waren. Der Anspruch ist mit der bauherrenseitigen Fristverschiebung begründet und ist keine vertragliche Teuerungsabrechnung.
Achtung
Wenn Einflüsse des Bauherren auf den geplanten Bauablauf vorliegen, müssen die Einflüsse, die eine vertragsgerechte Ausführung verhindern, angemeldet werden.
In Verträgen gibt es auch Abreden, welche generell eine Preissteigerung ausschliessen. Im Einzelfall sind diese Regelungen juristisch zu prüfen.