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Tate Modern-Schau zu Steve McQueen: Die Kunst des HinsehensSchreiben Sie einen Kommentar
Rund 20 Jahre, nachdem McQueen 1999 den begehrten Turner-Preis gewann, und sechs Jahre nach seinem Oscar-Triumph für den Film «12 Years a Slave» sei es zeitgemäss, die Karriere des heute 50-jährigen Künstlers in seiner «ganzen Breite und Tiefe» zu beleuchten, sagte Tate-Chefin Frances Morris. Die Schau «Steve McQueen» wird am Donnerstag eröffnet und läuft bis zum 11. Mai.
McQueens poetische Ausdruckskraft, seine kompromisslose Suche nach Wahrheit und seine Sensibilität im Umgang mit dem sozio-politischen Umfeld machten ihn zu einem der aussergewöhnlichsten Künstler der Gegenwart, so Morris. Insgesamt sind 14 Werke unterschiedlicher Länge zu sehen, von denen viele einen Bezug zu McQueens karibischer Abstammung haben.
Die Themen Migration, Rassismus, Identität, Körper und Hautfarbe, Selbstwahrnehmung und Interaktion bestimmen die Schau. Im Mittelpunkt steht der sieben-minütige Videofilm «Static», den McQueen im Helikopter von der Freiheitsstatue in New York drehte. Die frappierenden Nahaufnahmen - sie enthüllen ein Vogelnest in der Achselhöhe der Statue - vermischen sich mit ständiger Kamerabewegung und dem Rotorengeräusch des Helikopters, um so den Eindruck von Dauerhaftigkeit und Stabilität zu schwächen.
«Ich wollte für die Statue wie eine irritierende Fliege sein», sagte der Künstler dazu. Auch die übrigen Filme, darunter «Western Deep» über die tiefste Goldmine Südafrikas, das in einem Pariser Hotelzimmer aufgenommene Selbst-Video «Illuminer», sowie «Charlotte», «7th November» und «Ashes» laden laut Tate zum genauen und wiederholten Hinschauen ein.