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Marie Baeriswyl-Hayoz kam am 20. September 1923 als ältestes von zehn Kindern der Eheleute Franz und Louise Hayoz-Lehmann in Geretsried zur Welt. 1926 zog die Familie in die «Kurschür», wo die Eltern den Hof der Pfarrei Überstorf pachteten. Schon früh half sie auf dem elterlichen Hof mit. 1941 verunglückte der Vater bei einem Unfall tödlich, und die Mutter war allein verantwortlich für die zehn Kinder, von denen bereits drei in jungen Jahren starben.
Die damals achtzehnjährige Marie musste in der Folge noch stärker in Haus und Hof mitarbeiten. An die gewünschte Berufsausbildung zur Köchin war nicht mehr zu denken. Zur Aufbesserung der Haushaltskasse und für etwas Sackgeld arbeitete sie als Serviertochter im Restaurant Schlüssel in Überstorf. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann Philipp kennen. Im Mai 1948 heirateten die beiden und zogen auf den elterlichen Hof im Lohweg, den sie schon bald selber bewirtschafteten. Dem Ehepaar wurden zwei Söhne und fünf Töchter geschenkt.
Der Alltag war bestimmt von harter Arbeit und der Sorge um die Familie. Erst 1952 wurde der Hof ans Stromnetz angeschlossen. Viele Jahre fuhr Marie Baeriswyl-Hayoz mit dem Töffli zur sonntäglichen Frühmesse in die Kirche. Gar stolz war sie, als sich Philipp Mitte der 1960er-Jahre ein eigenes Auto leisten konnte. Sie bedauerte es, dass der abgelegene Hof den Kindern einen langen Schulweg abverlangte. 1985 übernahm Sohn Marcel mit seiner Frau Rose-Marie den Hof. Marie und Philipp Baeriswyl-Hayoz blieben im Haus wohnen und halfen weiterhin nach Kräften mit.
Zur goldenen Hochzeit 1998 reiste das Ehepaar mit dem Vinzenzverein eine Woche ins Wallis. Ansonsten beschränkten sich die beiden zeitlebens auf Tagesausflüge und Wallfahrten. Marie Baeriswyl-Hayoz pflegte freundschaftliche Kontakte zu Pfarrer Lorenz Hayoz, einem Bruder ihres Vaters, und zur Pfarrhaushälterin Anna Schmutz. Sie war eine fleissige Gottesdienstbesucherin, fromme Beterin und Marienverehrerin.
2006 starb ihr Mann nach einem arbeitsreichen Leben. Sie kümmerte sich weiter um ihren Garten und die Arbeit im Haus. Blumen waren ihre grosse Leidenschaft. Bis das Augenlicht nachliess, beschenkte sie die Familie mit selbst gestrickten Socken. Im Dezember 2010 ist sie ins Pflegeheim Auried in Flamatt umgezogen.
Marie Baeriswyl-Hayoz war eine treu sorgende Ehefrau, Mutter und Grossmutter von zehn Gross-und dreizehn Urgrosskindern, die sie stets mit kleinen Geschenken verwöhnte. Ein schwerer Schicksalsschlag war der Tod ihres Sohnes Josef Ende Januar 2014. Marie Baeriswyl-Hayoz ist am Montagabend, 17. März 2014, im 91. Lebensjahr im Kreise ihrer Kinder von ihren Altersbeschwerden erlöst worden.