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Die höhere Berufsbildung baut auf der beruflichen Grundbildung auf und stellt den berufsbildenden Bereich der Tertiärstufe (Tertiär B) dar. Sie vermittelt Qualifikationen, die zum Ausüben einer anspruchs- und verantwortungsvollen Berufstätigkeit erforderlich sind.
Berufsleuten mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder einem gleichwertigen Abschluss auf Sekundarstufe II ermöglicht die höhere Berufsbildung eine Spezialisierung und Vertiefung des Fachwissens. Zudem können Qualifikationen im Bereich der Unternehmensführung erlangt werden.
Die höhere Berufsbildung umfasst die eidgenössischen Prüfungen sowie die Bildungsgänge an höheren Fachschulen (HF).
Eidgenössische Prüfungen
Die eidgenössischen Prüfungen umfassen:
- Die eidgenössische Berufsprüfung: Sie wird mit einem eidgenössischen Fachausweis (z.B. HR-Fachfrau mit eidgenössischem Fachausweis) abgeschlossen. Der Fachausweis ist in der Regel eine Zulassungsbedingung für die höhere Fachprüfung.
- Die höhere Fachprüfung: Erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen einer höheren Fachprüfung erhalten ein eidgenössisches Diplom (z.B. "Einkaufsleiterin mit eidgenössischem Diplom", "Diplomierter Steuerexperte" oder "Malermeisterin").
Berufs- oder Branchenverbände sorgen als Prüfungsträger dafür, dass die Abschlüsse der eidgenössischen Prüfungen einen direkten Bezug zur beruflichen Praxis und zum Arbeitsmarkt haben. Eine Prüfungsordnung regelt die Zulassungsbedingungen für die einzelnen Prüfungen, das Berufsprofil, die zu erreichenden Kompetenzen, das Qualifikationsverfahren sowie den entsprechenden gesetzlich geschützten Titel. Die Prüfungsträger reichen dem SBFI die Prüfungsordnungen zur Genehmigung ein.
Vorbereitungskurse vom Bund finanziert
Zur Vorbereitung auf die eidgenössischen Prüfungen können berufsbegleitende Kurse besucht werden. Seit dem 1. Januar 2018 werden Absolventinnen und Absolventen von solchen Vorbereitungskursen direkt vom Bund finanziell unterstützt (subjektorientierte Finanzierung). Um Bundesbeiträge zu erhalten, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Die Unterstützung kann direkt beim Bund beantragt werden.
Bildungsgänge an Höheren Fachschulen (HF)
Bei der Ausbildung von Fach- und Führungspersonen spielen die höheren Fachschulen eine wichtige Rolle. Die Bildungsgänge der höheren Fachschulen sind breiter ausgerichtet als die eidgenössischen Prüfungen und fördern insbesondere die Fähigkeit zum methodischen und vernetzten Denken. Absolventinnen und Absolventen von HF-Bildungsgängen schliessen die Ausbildung mit einem Diplom HF (z.B. dipl. Betriebswirtschafterin HF) ab.
Zudem führen einige höhere Fachschulen zur weiteren Vertiefung auch Nachdiplomstudien NDS HF. Für die Zulassung wird ein Abschluss auf Tertiärstufe vorausgesetzt. Absolventinnen und Absolventen dürfen den entsprechenden Titel tragen (z.B. "dipl. Hotelmanager NDS HF").
Subventionierung durch einheitliche Kantonsbeiträge
Die Subventionierung der HF-Bildungsgänge wird in der "Interkantonalen Vereinbarung über Beiträge an die Bildungsgänge der höheren Fachschulen" (HFSV) vom 22. März 2012 (SAR 400.510) geregelt. Die HFSV legt national einheitliche Kriterien für eine Subventionierung sowie einheitliche Kantonsbeiträge je nach HF-Fachrichtung fest. Die Studierenden können sich in der ganzen Schweiz frei für einen Bildungsgang entscheiden, sofern sich dieser auf dem HFSV-Anhang befindet. Für Nachdiplomstudien werden keine HFSV-Beiträge ausbezahlt.