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Bei ausgedehnter Nekrose dieser Region kann es zu einer Fehlfunktion oder gar zu einem Abriss des Papillarmuskels kommen. Dadurch resultiert eine akute und schwere Mitralinsuffizienz. Der Patient verspürt eine rasch auftretende Atemnot und entwickelt im Anschluss das Vollbild des Linksherzversagens mit Lungenödem und Kreislaufkollaps. Der Nachweis einer schweren Mitralinsuffizienz innerhalb der ersten zwei Wochen nach Myokardinfarkt ist typisch für das Krankheitsbild, die Diagnose wird mittels Auskultation und Echokardiographie gestellt. Dennoch ist eine Herzkatheteruntersuchung notwendig, um das Ausmass der koronaren Herzkrankheit zu beurteilen. Ähnlich wie die anderen Infarktkomplikationen ist das Auftreten einer akuten Mitralinsuffizienz lebensbedrohlich, und ohne chirurgische Therapie verstirbt die Mehrzahl der Patienten innerhalb der ersten Tage nach dem Auftreten dieser Komplikation.
Nach intensivmedizinischer Stabilisierung besteht die Therapie im notfallmässigen Ersatz der Mitralklappe unter Erhaltung des subvalvulären Apparates. In Einzelfällen und bei genügend starker Gewebequalität kann eine Naht des abgerissenen Papillarmuskels erfolgreich sein. Das operative Risiko ist hoch und die Sterblichkeit liegt bei etwa 20 innert 30 Tage. Entscheidend für die Verbesserung der Resultate sind die rasche Diagnosestellung und operative Therapie.