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Hiroshige & Kunisada. Faszinierende Farbholzschnitte
Die Ausstellung im Kabinett besteht aus drei sich ergänzenden Teilen, beginnend mit einer Auswahl von Drucken aus Hiroshiges 53 Stationen der Tōkaidō von 1851 (Kichizo Edition), worin die Landschaften Japans poetisch und metaphorisch eingefangen werden. Kunisadas 53 Stationen der Tōkaidō von 1852 sind Portraits von Kabukischauspielern in ihren Rollen. Die Hintergründe der Blätter referenzieren Hiroshiges Werke und zeigen den fliessenden Übergang zwischen den verschiedenen Genres und den spielerischen Elementen der Druckkunst. Nach dem Tode der beiden Künstler und dem Ende der Edō-Zeit, brach die Meiji-Zeit an, gezeichnet durch die Öffnung Japans und die Zunahme westlicher Einflüsse im Land. Die veränderte Politik, Gesellschaft und Kunst drückt sich auch in den Farbholzschnitten dieser Zeit aus, welche den Abschluss der Ausstellung bilden, und eine Brücke zwischen dem feudalen Japan und dem damals neuen Japan schlägt.
UTAGAWA Hiroshige (歌川広重, 1797-1858) war ein Künstler aus Edō und beeinflusste die Landschaftsdrucke (meisho-e) massgeblich. Von den Illustrationen japanischer Reiseführer inspiriert, kreierte Hiroshige eine Fülle an Drucken und Serien zu den Sehenswürdigkeiten Japans. Ebenso gestaltete er diverse Serien zu schönen Frauen (bijin-ga) und Vögel-Blumen-Bildern (kachō-e). Zu seinen bekanntesten Serien gehören Die Hundert berühmten Ansichten von Edō, Die 53 Stationen der Tōkaidō (mehrere Editionen) und Die berühmten Restaurants von Edō. Hiroshige schuf auch surimono (private Auftragsarbeiten für Glückwunschdrucke) und arbeitete mit anderen Künstlern zusammen, wie zum Beispiel Kunisada.
UTAGAWA Kunisada (歌川国貞, 1786-1865) war ein Künstler aus Edō, vor allem bekannt für seine Bilder schöner Frauen (bijin-ga) und Portraits von Kabukischauspielern (yakusha-e). Er galt als der beliebteste Künstler seiner Zeit und produzierte eine beeindruckende Zahl an Illustrationen. Sein Repertoire war breit gefächert, so produzierte er ebenso eifrig Sumōbilder (sumō-e), Illustrationen zum Genji Monogatari (Die Geschichte des Prinzen Genji), sowie surimono und erotische Bilder (shunga). Eine der bekanntesten und in verschiedenen Editionen erschienene Serie ist Die 53 Stationen de Tōkaidō in Form von Portraits zelebrierter Kabukischauspieler.
Diese Ausstellung ist die erste von drei Ausstellungen, welche 2014 zum 150-jährigen Bestehen Diplomatischer Beziehungen zwischen Japan und der Schweiz mit Objekten aus der Sammlung des Museums für Völkerkunde Burgdorf realisiert werden. Am 16.10.2014 eröffnet im Schloss Burgdorf die Ausstellung ‚Entdeckerlust – Burgdorfer in Ostasien‘ und am 20.11.2014 eröffnet im Kulturzentrum der japanischen Botschaft (JICC) in Bern die Ausstellung ‚Collecting Japan - nihon o yobiyoseru‘.
Die Ausstellung wurde kuratiert von Marie-Anne Pinheiro und Rebeca Gomez Morilla.
Ein eBook ist in Planung und wird voraussichtlich im Sommer/Herbst 2014 erhältlich sein.
Hiroshige & Kunisada. Faszinierende Farbholzschnitte
In Zusammenarbeit mit dem Trägerverein Museum für Völkerkunde Burgdorf und dem Interessensverein Völkerkundesammlung Burgdorf zeigt das Museum Franz Gertsch im Kabinett faszinierende Farbholzschnitte aus Japan, unter anderem von Hiroshige und Kunisada. Die Werke aus der Sammlung vom Museum für Völkerkunde Burgdorf werden zum ersten Mal ausgestellt.
Vernissage "Hiroshige & Kunisada. Faszinierende Farbholzschnitte"
Einführung für Lehrpersonen
Kuratorenführung "Hiroshige & Kunisada. Faszinierende Farbholzschnitte"
Japanische Teezeremonie