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Die europäischen Jäger sind aufgrund des kürzlichen Ausbruchs der afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Schwarzwild in Belgien sehr besorgt. Die infizierten Tiere wurden in der Gemeinde Étalle in der Provinz Luxemburg der Wallonischen Region entdeckt. Dies sind die ersten gemeldeten Fälle dieser problematischen Erkrankung in Westeuropa. Sie ist jetzt in zehn Ländern der Europäischen Union präsent.
Derzeit ist unklar, wie die Krankheit sich nach Belgien ausgebreitet hat. Die Behörden haben frühzeitig ein Gebiet um die Krankheitsausbrüche festgelegt, das für die Öffentlichkeit, einschliesslich Jäger, gesperrt wurde. Seit Anfang Oktober 2018 planen die Behörden weitere Schritte, abhängig von der Entwicklung der Krankheit. Klar ist jedoch, dass Monitoring und Biosicherheit jetzt verstärkt werden müssen. Alle Interessengruppen und besonders die Jäger haben eine entscheidende Rolle zu spielen, um jegliche ungewöhnliche Aktivität an die zuständigen Behörden zu melden. Sie werden auch gebeten, in ihren eigenen Gegenden wachsam zu bleiben und strenge Biosicherheitsmassnahmen zu ergreifen, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Alle, die in die oder innerhalb der betroffenen Regionen reisen, wie Saisonarbeiter und Berufskraftfahrer im Güterverkehr, sollten Massnahmen ergreifen, um die Ausbreitung der Krankheit zu stoppen.
Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC), der Zusammenschluss der Verbände für Jagd und Wildtiererhaltung in der EU (FACE) und die Jagdverbände in Belgien sowie den Nachbarländern arbeiten jetzt mit verschiedenen Partnern zusammen, um sicherzustellen, dass Jäger eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung der Ausbreitung dieser Krankheit spielen.
Der CIC und FACE rufen die Behörden dazu auf, die folgenden Massnahmen als Reaktion auf ASP-Ausbrüche zu ergreifen:
- Die notwendigen Schwarzwildbewirtschaftungsmassnahmen müssen in Abstimmung mit wichtigen Interessengruppen etabliert und umgesetzt werden.
- Jäger sollten von den regionalen, nationalen und EU-Behörden unterstützt werden. Dies sollte die notwendige Ausrüstung für Jäger (z.B. Schalldämpfer und Nachtsichtgeräte), Biosicherheitsmassnahmen und andere Bewirtschaftungsmassnahmen (z.B. für das Auffinden von Kadavern) beinhalten.
- Nötig ist ein rasches Handeln, welches die in anderen EU-Ländern gesammelten Erfahrungen sowie die von CIC, FACE und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) organisierten Schulungen zur Rolle der Jäger beim Monitoring von Wildtierkrankheiten berücksichtigt.
Derzeit ist trotz beträchtlicher Forschungstätigkeiten keine Behandlung oder Impfung gegen ASP bekannt. Obwohl die Erkrankung Menschen nicht befällt, kann sie alle Aspekte der Jagd und der Wildtierbewirtschaftung dort, wo sie auftritt, beeinträchtigen. Dies hat sich in Osteuropa und den Balkanstaaten gezeigt, wo sie eine grosse Bandbreite an Problemen für Bauern, Jäger, Wildtierbewirtschafter und die mehrere Milliarden Euro umfassende Schweinefleischbranche verursacht.
Foto: Markus P. Stähli