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Aus der Basler Bibliographie. Rom im April 1493. Die Drucker Eucharius Silber und Stephan Planck sind eiligst dabei, einen schier unglaublichen Brief zu drucken! Während der angebliche Autor des Briefes, ein gewisser Christoph Columbus, für die Menschen (noch) ein Unbekannter ist, gleicht der Inhalt einer Weltsensation: Die Entdeckung einer neuen Welt!
Die erste Entdeckungsfahrt des Christoph Columbus ist eine der bekanntesten Expeditionen der Geschichte. Nach zahllosen Anläufen, Geld für sein Unterfangen zu finden, gelingt es Columbus 1492 das spanische Königshaus zu überzeugen, ihm Schiffe zu geben, um nach Westen zu segeln. Das Ziel: Indien. Nachdem Land gesichtet worden war, betrat Columbus am 12. Oktober 1492 auf einer der Bahamainseln die «Neue Welt». Weitere Entdeckungen folgten, ebenso erste Kontakte mit der indigenen Bevölkerung. Am 16. Januar begibt sich Columbus schliesslich auf die Heimreise mit seinen noch zwei verbliebenen Schiffen: der Nina und der Pinta. Sein Flaggschiff, die Santa Maria, war auf Grund gelaufen. Während der Rückfahrt verlieren sich die beiden Schiffe in einem Sturm aus den Augen. Columbus landet schliesslich am 15. März 1493 in Palos, am selben Tag legt auch die Pinta just im selben Hafen an. Seine Entdeckung verbreitet sich wie ein Lauffeuer! Dafür sorgt auch der sogenannte Columbus-Brief. Die aktuelle Forschung interpretiert den Brief als einen Rechenschaftsbericht von Columbus, den er dem spanischen Schatzmeister vorlegte. Neben der lateinischen Übersetzung von Leandro di Cosco existieren noch weitere Drucke in verschiedenen Sprachen, was auf ein reges Interesse auf Seiten der Leser deuten kann. Kein Wunder, bei dieser Entdeckung!
Der in der UB Basel aufbewahrte sogenannte «Basler-Columbusbrief» wurde höchst wahrscheinlich hier am Rheinknie gedruckt, kurz nachdem erste Abzüge von Rom über die Alpen kamen. Der Basler Druck wird aktuell auf Ende April oder Anfang Mai 1493 datiert und enthält erstmals mehrere Holzschnitte – und diese zeigen die ersten Bilder von der neuen Welt! Bedenkt man, dass Columbus erst am 15. März 1493 in Palos an Land ging, erstaunt die unglaublich schnelle Verbreitung des Briefes!
Ebenfalls bemerkenswert sind die Holzschnitte. Sie zeigen unter anderem die Landung von Columbus, das Idealbild eines hochseetauglichen Schiffes, eine Karte mit den entdeckten Inseln und die erste Siedlung der Europäer auf Haiti. Aber die Bilder sind weit mehr als eine nette Illustration. Sie sollen das geschriebene Wort über ein anderes Medium erweitern und die unglaubliche Neuigkeit zugleich bestätigen. Es verdient somit besondere Beachtung, welche Momente aus dem Bericht illustriert worden sind. Selbstverständlich sprechen die Holzschnitte eine europäische Bildersprache, da der „Künstler“ nicht bei der Expedition dabei war. Auch daher ist ein genauer Blick darauf lohnenswert, denn der Holzschneider zeigt uns eben, wie ein Idealschiff aussah, keinesfalls ein Abbild der Santa Maria. Ebenso müssen die Ureinwohner in der Vorstellung nackt sein. Wer die Bilder anfertigte ist leider unbekannt, nichtsdestotrotz zeigen sie das erste Abbild des amerikanischen Kontinents!
Wohl ins Reich der Legenden gehört eine andere Version, wieso Columbus den Brief schrieb. Sie lautet wie folgt: Nachdem der Sturm die beiden Schiffe auf der Heimreise auseinandertrieb, packte Columbus die Angst, dass der Kapitän der Pinta zuerst in Spanien ankommen und von der Entdeckung berichten könnte. Daher verfasste Christoph Columbus den besagten Brief, versiegelte diesen und warf ihn in einem Fass über Bord. Nun, es kam bekanntlich anders.
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