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Wir brauchen eine Industriewende.
Für das Erreichen der Klimaziele in der Industrie spielen erneuerbare Brennstoffe wie etwa Biogas eine wichtige Rolle. Diese Brennstoffe sollen deshalb nicht in Bereichen verschwendet werden, in denen es bessere erneuerbare Alternativen.
Ein relevanter Beitrag für die Klimaziele.
Die Industrie ist für rund einen Fünftel der Schweizer Treibhausgasemissionen verantwortlich (2022). Die Hälfte davon entsteht bei der Energieumwandlung. Die Industrie verbrennt fossile Brennstoffe, wie Erdgas, Schweröl und sogar Kohle, für die Bereitstellung von Prozesswärme, die 55 Prozent des Energieverbrauchs der Industrie ausmacht (2020). Die andere Hälfte der Treibhausgasemissionen aus der Industrie entstehen in den industriellen Prozessen und der Produktenutzung selber. Vor allem in der chemischen, aber auch in der Zementindustrie werden Treibhausgase, wie Kohlendioxid oder Lachgas, als Produkte der chemischen Reaktion freigesetzt.
Die Dekarbonisierung der Industrie ist eine Herausforderung.
Die energiebedingten Treibhausgasemissionen können durch den Ersatz der fossilen Brennstoffe mit erneuerbaren Energieträgern eliminiert werden. Je nach Prozess bieten sich unterschiedliche Energieträger an. Prozesse, die Wärme bis zu rund 200 Grad Celsius erfordern, können mit Wärmepumpen und Solarthermie betrieben werden. Auf dem Markt verfügbar sind bereits industrielle Wärmepumpen mit einem Temperaturniveau bis zu 180 Grad Celsius. Darüber hinaus muss auf den Ersatz der fossilen Brennstoffe mit gleichwertigen erneuerbaren Alternativen, wie Biogas, synthetisches Gas oder auch Strom zurückgegriffen werden. Das Potential dieser Energieträger ist gesamthaft genug gross, um den Wärmebedarf der Industrie zu decken, voausgesetzt, dass sie nicht in anderen Anwendungen aufgebraucht werden. Das inländische Biogaspotential kann mit 6 Terawattstunden pro Jahr rund einen Drittel des Prozesswärmebedarfs abdecken. Der Anteil an direkten Stromheizungen von heute 15 Prozent kann sicher erhöht werden, ist aber durch die maximale Kapazität der Stromleitungen limitiert. Synthetisches Gas aus erneuerbarem Strom hergestellt kann den Rest abdecken. Power-to-Gas-Prozesse haben zwar eine tiefe Effizienz, verwerten aber überschüssigem Strom auf sinnvolle Weise. In anderen Bereichen, wo gute klimafreundliche Alternativen an Stelle von Bio- oder synthetischem Gas bestehen - etwa im Personenverkehr oder bei den Gebäuden - ist es sinnvoller, auf diese alternativen Energieträger umzusteigen, statt das Gas, welches zur Dekarbonisierung der Industrie verwendet werden kann, zu verbrauchen.
Um den Energieverbrauch der Industrie zu dekarbonisieren, ist in erster Linie auch Energieeffizienz gefordert. Die gesteigerte Nutzung von Abwärme und die Optimierung von Prozessen können so die Nachfrage nach Bio- und synthetischem Gas weiter senken.
Negativemissionstechnolgien sind gefragt.
Die Dekarbonisierung der Treibhausgasemissionen aus industriellen Prozessen ist schwieriger zu bewerkstellen. An Hotspots ist die Nutzung von Carbon Capture and Storage (CSS) und auf die Treibhausgase abgestimmte Filter möglich. Ohne Anpassung der Prozesse, wie die veränderte Zusammensetzung von Beton (southpole 2022), einer erhöhter Rezyklierbarkeit und mehr Effizienz in der Nutzung der Produkte wird es kaum möglich sein, die Treibhausgase der industriellen Prozesse wesentlich zu senken. Ein kleiner Teil wird womöglich über Negativemissionstechnologien kompensiert werden müssen.
Die SES sagt:
Die Dekarbonisierung des Energieverbrauchs in der Industrie ist möglich. Jedoch muss dafür die Energieversorgung ganzheitlich betrachtet werden. Die Industrie ist ein Bereich, wo erneuerbare Brennstoffe einen wertvollen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten können. Diese sollen deshalb nicht in Anwendungen verschwendet werden, wo es bessere Alternativen gibt. Hier ist die Politik gefordert. Sie soll die Rahmenbedingungen so setzen, dass für die Industrie der Umstieg auf erneuerbare Alternativen möglich ist. Gleichzeitig braucht es auch politische Massnahmen, die die Industrie zu mehr Energieeffizienz, Prozessoptimierungen und Kreislaufwirtschaftsdenken anregen
Themenwelt Klima
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