Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/192083

<h2>SubmittedText<h2><p>Eine systematische Auswertung der Jahre 2013 bis 2015 hat auf stichhaltige Weise die Auswirkungen zuckerhaltiger Getränke auf das Auftreten von Adipositas aufgezeigt. (1)</p><p>In Europa haben während der vergangenen Jahrzehnte Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen in gleichem Masse zugenommen wie bei Kindern. Weltweit ist die Anzahl der an Übergewicht oder Adipositas leidenden Frauen zwischen 1975 und 2014 von 23 auf 39 Prozent gestiegen, die der Männer von 21 auf 38 Prozent.</p><p>Im selben Zeitraum hat auch der Konsum zuckerhaltiger Getränke (die verschiedene Zuckerarten beinhalten) zugenommen. Diese Entwicklung steht in Verbindung mit einem intensiven Marketing für diese Getränke durch die Industrie.</p><p>Auch die Schweiz ist von diesem Gesundheitsproblem betroffen. Laut dem Schweizerischen Gesundheitsobservatorium (Obsan) sind zurzeit 42 Prozent der Schweizer Bevölkerung übergewichtig oder adipös. Zwischen 1992 und 2012 ist der Anteil übergewichtiger oder adipöser Männer von 38,6 Prozent auf 50,5 Prozent gestiegen. Der Anteil übergewichtiger oder adipöser Frauen ist von 21 Prozent auf 32 Prozent gestiegen.</p><p>Angesichts dieser Entwicklungen haben zahlreiche Länder Massnahmen ergriffen, um den Konsum von zuckerhaltigen Getränken einzuschränken. Dazu zählen die Erhöhung der Preise dieser Produkte, die Verbesserung ihrer Beschriftungen, Kampagnen zur Sensibilisierung der Bevölkerung oder Kombinationen dieser Massnahmen. </p><p>Daher beauftrage ich den Bundesrat, gegenüber den Herstellerinnen zuckerhaltiger Getränke aktiv zu werden, damit sie den Zuckergehalt ihrer Produkte signifikant verringern (auf weniger als 5 Prozent), oder andere Massnahmen vorzulegen, die in der Lage sind, den Zuckergehalt dieser Produkte zu verringern.</p><p>(1) Quelle: Sugar-Sweetened Beverages and Weight Gain in Children and Adults: A Systematic Review from 2013 to 2015 and a Comparison with Previous Studies. Luger M., Lafontan M., Bes-Rastrollo M., Winzer E., Yumuk V., Farpour-Lambert N. (<a href="https://www.karger.com/Article/FullText/484566">https://www.karger.com/Article/FullText/484566</a>).</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Vision der Schweizer Ernährungsstrategie 2017-2024 (<a href="http://www.blv.admin.ch">www.blv.admin.ch</a> &gt; Das BLV &gt; Schweizer Ernährungsstrategie) ist, dass sich alle Menschen für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung entscheiden können. Im Rahmen dieser Strategie des Eidgenössischen Departementes des Innern (EDI) sind im Frühling 2019 Gespräche des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) mit dem Verband Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten geplant. Der Bundesrat hat nicht die Absicht, vor diesen Gesprächen quantifizierte Ziele festzulegen. Wie bereits bei anderen Lebensmitteln (Joghurt, Frühstückszerealien) soll in Zusammenarbeit mit der Industrie geprüft werden, wie der Zuckergehalt in Süssgetränken nach und nach und auf freiwilliger Basis gesenkt werden kann.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.