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Knapp zwanzig Mitglieder der Stadtfreiburger SP erschienen am Montagabend im Saal der Grenette,um Jean-François Steiert als Kandidaten für die Staatsratswahlen vom 6. November zu nominieren. Die Ernennung war Formsache und erfolgte per Akklamation.
2013 kandidierte Steiert als Nachfolger von CVP-Staatsrätin Isabelle Chassot. Obwohl er Jean-Pierre Siggen unterlag, war die Kandidatur für die SP positiv, wie Präsident Jérôme Hayoz erklärte. «Die Kampagne brachte uns Stimmen über das linke Spektrum hinaus.» Bei den eidgenössischen Wahlen im vergangenen Herbst habe Steiert das beste Resultat aller Nationalräte erzielt. Damit sei der 55-Jährige geeignet, um die Stimme der Stadt auf Kantonsebene einzubringen.
Logische Kandidatur
Für Jean-François Steiert ist seine Kandidatur logisch: «Als ich 2013 antrat, habe ich versprochen, dass ich mich auch 2016 zur Verfügung stelle.» Er ändere seine Meinung nur bei ganz guten Argumenten. Steiert machte seine politischen Prioritäten klar: «Um einen Kuchen verteilen zu können, muss er genug gross sein.» Die rechtsbürgerliche Mehrheit in der Kantonsregierung verfolge eine ängstliche Sparpolitik. Steiert forderte insbesondere Investitionen in die Bildung und die Forschung, die soziale Wohlfahrt und die Gesundheit sowie in die sanfte Mobilität. Die Sozialdemokraten müssten allerdings dafür sorgen, dass es der Wirtschaft gut gehe. Erst dann könne die Partei ihre Politik verfolgen.
In der anschliessenden Diskussion erzählte eine Frau, eine Freundin habe sie gefragt, ob zwei Steierts in der Freiburger Politik nicht einer zu viel seien. Sie spielte damit auf Steierts jüngeren Bruder Thierry an, der seit April Stadtpräsident von Freiburg ist. Jean-François Steiert erinnerte daran, dass «Brüdertandems» in der Freiburger Politik eine Tradition hätten. Er nannte Marius und Anton Cottier sowie Urs und Roman Schwaller als Beispiele. Schliesslich sei es der Entscheid der Wähler, ihn zum Nationalrat und seinen Bruder Thierry zum Gemeinderat der Stadt Freiburg zu machen. Zudem hätten die Funktionen des Gemeinderates sowie des Staatsrates wenig Berührungsflächen, meinte Steiert weiter.
Die Kantonalpartei der SP entscheidet am nächsten Mittwoch, welche Kandidaten sie ins Rennen um die Nachfolge von Erwin Jutzet schickt. sos