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Haus Hörnlistrasse 1/Oberer Deutweg 41
Das Arbeiterhaus liegt an der Ecke Hörnlistrasse/Oberer Deutweg. Es wurde 1893 gebaut (Architekten Walter Hoffmann). Bauherr war der Fabrikdirektor Huldreich Graf, dem eine Zementfabrik gehörte. Er hatte dieses Haus als reine Geldanlage gebaut. Das Gebäude lehnt sich dem Stil des damaligen genossenschaftlichen Bauens an, obwohl die Fassade einem etwas höheren Wohnstandart entspricht.
Das Sechsfamilienhaus im Mattenbachquartier hätte eigentlich abgebrochen werden sollen. Mit dem Eingang des Baugesuches und dem Ersuchen um eine Abbruchbewilligung wurde dann aber die Einzigartigkeit des Wohnhauses entdeckt. Das Haus, das heute als Arbeiterhaus bezeichnet wird, war ein Spekulationsobjekt, das 1893 der Zementfabrikant Huldreich Graf nicht für seine Arbeiter erstellen liess. Nicht nur die Fassade hebt sich vom damaligen Baustandart ab, sondern auch die Innenausstattung.
In allen sechs Dreizimmerwohnungen des Hauses sind Täferungen, Wandschränke, Bodenbeläge und Türflügel samt den gemaserten Wohnungstüren mit gravierten Glasabschlüssen in bester Ausführung erstellt und heute noch im Original erhalten.
Statt Abbruch erfolgte 2003 eine Renovation durch den Architekten Beat Schwengeler.
Es wurde eine Zentralheizung eingebaut und zeitgemässe Küchen- und Badezimmereinrichtungen in die Räume hineingestellt. Dabei wurde streng darauf geachtet, die Ursprünglichkeit zu erhalten. Auch auf Details wurde dabei geachtet. So blieben auch die reich verzierten Zementböden, die noch auf den Bauherr und Zementfabrikant Graf hinweisen, selbstverständlich erhalten.
Im Haus wohnten nach der Entstehungszeit Facharbeiter wie Giesser, Dreher und Spengler, später in den 1920er-Jahren waren es Tramchauffeure, die die Nähe zum Tramdepot an der Tösstalstrasse gesucht hatten.
2008 erhielt das renovierte Arbeiterhaus von der Konferenz der Schweizerischen Denkmalpflegerinnen und Denkmalpflegern (KSD) den erstmals verliehenen Denkmalpreis. Die Erhaltung dieses an sich bescheidenen Hauses ist umso wertvoller, da es als Baudenkmal eine überregionale Ausstrahlung entwickelt. Möglich wurde das Projekt durch den Ankauf der Liegenschaft durch den Heimatschutz unter Kostenbeteiligung der Stadt Winterthur, der kantonalen Denkmalpflege sowie der Paul-Schiller-Stiftung.