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Am Mittwoch, 25. November 2009 lief der zweite Teil der Twilight- Saga „New Moon“ in den Schweizer Kinos an. Entgegen meiner Erwartung war der Kinosaal nicht voll von kreischenden, hysterischen Teenagergirls, die sich vorsorglich einen Platz in der vordersten Reihe ergattert hatten, um ja kein Fetzchen des Hauptdarstellers zu verpassen, sondern in den Polstersessel räkelten sich zahlreiche Zuschauerinnen im Alter von 20 bis 50 Jahren. Das männliche Publikum war nur spärlich vertreten.
Meine Sitznachbarin zur Rechten, die 19-jährige Leandra, hatte schon alle Bücher der Twilight-Saga von Stephenie Meyer verschlungen. Den Film nehme sie nicht allzu ernst. Es seien inkompetente Schauspieler, aber die Umsetzung des Buchs interessiere sie.
Erfolg als Gütesiegel
Die 45-jährige Larissa und ihre Freundin, die 47-jährige Federica, haben sich, weil sie nicht so begeistert von futuristischen, zerstörischen Filmen sind, gegen „2012“ und für „New Moon“ entschieden. Federica meint, wenn der Film in Amerika so erfolgreich war („New Moon“ spielte am ersten Kinotag in Nordamerika so viel Geld ein, wie kein Film zuvor!), dann müsse er ihr doch sicher auch gefallen.
Die 23-jährige Clara gibt offen zu, dass sie eigentlich nur wegen dem gottähnlichen Hauptdarsteller Edward Cullen alias Robert Pattinson hier sei. Die Handlung des Films sei ihr ziemlich egal, so lange Pattinson oft genug auf der Leinwand erscheine.
Worum geht’s eigentlich?
Man nehme ein paar muskelbepackte Jungs, deren Oberteile abhanden gekommen zu sein scheinen, ein Mädchen mit Hang zur Depression und einen bleichen Vampir mit rauchiger Stimme. Das mische man mit einer wunderschönen, abwechslungsreichen Landschaft, würze es mit ein paar Spezialeffekten und schmecke es mit passender sentimentaler Musik ab: fertig ist der Traumfilm aller weiblichen Teenager: „New Moon“.
Die Handlung ist schnell erzählt: Bella (Kristen Stewart) wird von ihrem Freund, dem Vampir Edward Cullen (Robert Pattinson), aufgrund zu grosser Gegensätze verlassen, flüchtet sich in die starken Armen des Indianers Jacob Black (Taylor Lautner), um dann nach mehreren Erlebnissen, unter anderem mit Wölfen, selbstgebauten Motorrädern und Klippensprüngen ins Meer zu ihrem Vampir zurückzukehren.
Eine zu banale Handlung, die nur dank stimmungsvoller Landschaft und authentischer Filmmusik und – naja okay, ich gebs ja zu – doch ziemlich hübschen Darstellern, während der gut zwei Stunden Spielzeit auszuhalten ist.
Viele belanglose Dialoge, gegenseitig ins Ohr gesäuselt, und typische Teenagerprobleme machen, dass ich mich zu alt fühle für diesen Film. Wie geht es da den anderen, die doppelt so viele Jahre zählen wie ich?
Im falschen Film?
Federica hat sich während des Films bestens amüsiert: „Erstaunlich, wie allein das Auftreten Pattinsons ein Raunen durch den Kinosaal auslösen kann. Das Anhimmeln für diesen dürren Bleichling kann ich einfach nicht so ganz nachvollziehen.“ Larissa ergänzt, dass der Film wohl besser für ihre 13-jährige Tochter geeignet sei.
Mein Fazit: solange man nicht weiblich, im Alter bis zu vierzehn oder totaler Vampirfan ist, hat man in diesem Film nichts verloren! Naja, der Anblick des charismatischen Pattinsons mit seinen zerstrubbelten Haaren lohnt sich ja, ehrlich gesagt, schon.