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Den Rücktritt von Thabo Sefolosha vermeldete am Mittwoch die NZZ. Sein Karriereende hat der 36-Jährige demnach in einem Basketball-Podcast aus Südafrika bestätigt, als er auf seinen – bis dahin nicht offiziellen – Ruhestand angesprochen wurde. Mit Sefolosha hängt ein Pionier seine Schuhe an den Nagel. Der Waadtländer, der 2006 gedraftet wurde, schaffte mit 22 Jahren als erster Schweizer den Sprung in die NBA.
Der Rummel-Markt des US-Sports war dem damals 22-Jährigen so fremd, dass er sich anfänglich von ihm überraschen liess. Sefolosha erschien am Abend des Drafts mit der Kopfbedeckung der Philadelphia 76ers zum Interview mit ESPN. Er hatte nicht mitgekriegt, dass er inzwischen bereits einer neuen Organisation angehörte: den Chicago Bulls.
Mit Durant auf dem Cover
Seine ersten internationalen Erfahrungen hatte Sefolosha in Frankreich und Italien gesammelt. Nach dem NBA-Draft und zwei Jahren bei Chicago zog es den Romand weiter nach Oklahoma. Mit den City Thunder erlebte er zwischen 2009 und 2014 die erfolgreichste Zeit seiner Karriere.
Der Westschweizer erarbeitete sich den Ruf als einer der besten Defensivspieler der Liga. Ein Jahr später führte Sefoloshas Weg mit Oklahoma bis in den NBA-Final, der gegen Miami Heat zwar klar verloren ging, an Sefoloshas Renommee allerdings nichts änderte. Vor allem teamintern wurden seine Dienste geschätzt. So sehr, dass ihn Teamkollege Kevin Durant in Eigeninitiative für ein gemeinsames Cover der Sports Illustrated aufbot.
Eine Nacht bleibt in Erinnerung
Nach 3 Saisons bei Atlanta spielte Sefolosha von 2017 bis 2019 für Utah. Neben dem Court lernten die USA eine andere Seite kennen, die von seinem südafrikanischen Vater geprägte. «Ich wurde von den Freiheitssongs Südafrikas erzogen», schrieb Sefolosha 2020 in einem Essay über seinen Umgang mit Rassismus. In Erinnerung blieb aus dieser Zeit insbesondere eine verhängnisvolle Nacht in New York, in der der Schweizer bei einer Polizeikontrolle einen Beinbruch erlitt.
Im April 2015 war Sefolosha vor einem New Yorker Nachtklub von der Polizei attackiert und verletzt worden. Zwischen geparkten Autos zerrten ihn vier Polizisten zu Boden. Statt in einem aussergerichtlichen Vergleich eine Teilschuld einzuräumen, klagte der Schweizer die Stadtverwaltung New York Citys an. Der Defensivkünstler ging zum Angriff über. Er gewann den Prozess, wodurch er für einen Teil der US-Bevölkerung zum modernen Bürgerrechtler wurde.
Seine letzte Karrierestation waren die Houston Rockets, wo Sefolosha mit dem 2. NBA-Schweizer Clint Capela zusammenspielte. Auf das Saisonfinale in einer Basketball-Blase in Disney World Orlando verzichtete Sefolosha indes.