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Zwei Begriffe sind im Buddhismus zentral: Nibbana (Befreiung) und Kamma (Lebenskonto). Sie sind eng miteinander verbunden:
Da Buddha die Zusammenhänge des Lebens in Momenten tiefster Versenkung erkannte und sie daraufhin in seinem Leben umsetzte, wurde ihm „Erleuchtung“ (geistiges Erwachen) zuteil. Im Kern handelt es sich bei der Lehre Buddhas (Pali: Dhamma; Thai: Tham) um eine Selbsterlösungs-Lehre (das Christentum hingegen ist eine Erlösungs-Religion). Das Begreifen der Zusammenhänge an sich ist schon die Erlösung. Im Gegensatz zum Hinduismus, wo das „atman“, nämlich das Selbst, als Träger personaler Identität gilt, ist im ursprünglichen Buddhismus die Vorstellung eines „Ichs“ oder eines „Selbst“ bloss eine Illusion. Eine permanente personale Identität wie im Christentum oder im Hinduismus gibt es also nicht, genau so wenig wie ein Absolutes oder eine ewig existierende Seele. Das Individuum ist – wie die gesamte materielle und geistige Welt – in ständiger Veränderung, eingebettet in einen stetig dahin fliessenden Strom. Da sich der Mensch dieser Realität widersetzt, ist er eingebunden in den Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt. Das Ziel des Buddhisten ist die Befreiung aus diesem Kreislauf, das Eingehen ins Nibbana.
Bestimmend ist die Lehre von der Kausalität der Taten (Pali: Kamma; Sanskrit: Karma; Thai: Kam): Alles, was der Mensch tut (in Gedanken, Worten und Werken), hat Auswirkungen auf das Leben bei einer Wiedergeburt. Das Kamma ist die Anhäufung von guten oder schlechten Taten aus früheren Existenzen, wobei die Taten an sich noch nicht entscheidend sind; es kommt immer auf die Absichten an, die hinter den Taten stehen. Da der ursprüngliche Buddhismus die Existenz einer „Seele“ oder eine „Seelenwanderung“ ablehnt, besteht keine Identität zwischen der früheren und der späteren Existenz, sondern nur eine kausale Beziehung zwischen den beiden (im Gegensatz zur Reinkarnationslehre des Hinduismus). Es ist die Kamma-Energie der früheren Existenz, die auf eine spätere Existenz übergeht. Bildlich gesprochen sind die verschiedenen, miteinander verbundenen Existenzen mit rollenden Kugeln zu vergleichen, wobei Richtung und Kraft der einen Kugel Richtung und Kraft der nächsten Kugel bestimmen, wenn die erste die zweite Kugel anstösst. Deshalb kann sich der einzelne Mensch in der Regel auch nicht an seine früheren Existenzen erinnern.
Das Kamma darf aber nicht einfach als eine „Entschuldigung“ für negative Erfahrungen des Individuums und der Gesellschaft missbraucht werden; Buddha verwarf einen karmischen Determinismus; soziale und ökonomische Ungerechtigkeiten müssen beseitigt werden, davon ausgehend, dass der Mensch über einen freien Willen und die Möglichkeit zu ethischem Handeln verfügt. Die Tat des Mörders ist nicht die Konsequenz aus der karmischen Existenz des Ermordeten.