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Die Information aus Rio betreffend Golfanlage ist äusserst knapp. Und wenn etwas bis zu uns dringt, ist es meist negativ. Wie etwa die Proteste gegen die Anlage, welche dieser Tage erneut aufgeflammt sind.
Zuerst gab es Occupy Wall Street, dann Occupy Starbucks und jetzt gibt es eine neue Bewegung: Occupy Golf. Die Protestgruppe, die sich in einem Camp in der Nähe des Golfplatzes versammelt hat, moniert in erster Linie ökologische und wirtschaftliche Themen, welche sie beim Bau des neuen Olympia Golfplatzes stören.
«Wir sind nicht grundsätzlich gegen den Golfsport,» erklärte Carlos Franca, ein 55jähriger Journalist, die Aktion seiner Gesinnungsfreunde, «wir kritisieren bloss, dass der Platz hier in Barra da Tijuca, einem sehr trockenen und geschützten Gebiet gebaut wird und täglich 5 Millionen Liter Wasser für den Platz verbraucht werden.» Andere regen sich darüber auf, dass es keinerlei demokratische Entscheidung über den Bau des Golfplatzes gegeben habe und die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt in das Projekt involviert worden war. Kein Wunder, gibt es auch Korruptions-Vorwürfe gegen die Initianten und Investoren, unter ihnen den 84jährigen Immobilien-Milliardär Pasquale Mauro. Trotz einer gesetzlichen Limitierung der Immobilien auf 6 Stockwerke soll Mauro die Bewilligung für die Errichtung von 23 Luxuswohnungstürme mit 22 Etagen erhalten haben.
«Man muss die Golfanlage in einem grösseren Zusammenhang sehen,» relativiert Fernando Walcacer, Umweltprofessor an der Uni Rio de Janeiro, «Liegenschaften-Entwickler hatten das Gelände schon lange im Auge, die Olympischen Spiele haben ihnen nun in die Hände gespielt.»
Dass auch in Rio nur eine kleine Schicht von den Spielen und deren finanziellen Vorteilen profitieren werden, überrascht nicht weiter.
Piero Schäfer