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Grande Otelo, Nelson Sargento, Suassuna und Candeia wurden geehrt. An den Carioca (Bürger von Rio) und die 450 Jahre der Stadt Rio de Janeiro wurde ebenfalls erinnert.
Von den acht Samba-Schulen, die sich am zweiten und letzten Tag der Paraden der Serie A, im Sambódromo von Rio, präsentierten, waren vier, die grosse Namen der brasilianischen Kultur zum Thema gewählt hatten.
Während die “Alegria da Zona Sul” und die “Estácio de Sá” ihre Ehrungen dem “Carioca” und dem 450-jährigen Bestehen der Stadt entgegenbrachten. “Oxum“ (Gottheit der Afrikaner) war das Thema der “Império da Tijuca“ und die “Acadêmicos do Cubango“ präsentierte den afrikanischen Einfluss in Niterói, der Stadt, in der die Schule zuhause ist.
Im Gegensatz zum ersten Tag der Paraden der Serie A, als die Komponenten einiger Schulen ohne Kostüme aufmarschierten – wie die Unidos de Bangu und die Em Cima da Hora – war dieser Tag geprägt von exzellenten und kreativen Präsentationen. “Império da Tijuca“ und “Acadêmicos de Cubango“ begeisterten die Tribünen, die übrigens dicht besetzt mit Touristen waren. Die Nacht gehörte dann den Musen vom Typ “Tapa-sexo“, die sich durch besonders winzige “Kostümierung“ auszeichneten.
Alegria da Zone Sul
Mit dem Thema “Kari’oca” präsentierte die Schule aus der Südzone die unehrerbietige, ungezwungene Haltung der Bürger von Rio – der Cariocas. Die Unehrerbietigkeit war gleich am Wagen “Abre-Alas“ der Schule zu entdecken, der dem amüsierten Publikum acht übergewichtige Models präsentierte.
“Das ist ein unehrerbietiger Vorschlag unseres Karnevalisten, der demonstrieren soll, dass die Stadt Wunder für jeden Geschmack bereit hält“, sagte Olga, eine der Models. Die Schule präsentierte auch “Alas“, die den “echten Carioca“ ehrten, den Christus auf dem Corcovado, den Fussball und die Strassenverkäufer.
Acadêmicos de Santa Cruz
Mit dem Thema “Der kleine Junge verwandelte sich in den Grossen Otelo” präsentierte die Schule auf der Marquês de Sapucaí die Geschichte des bekannten Künstlers, der im Jahr 2015 einhundert Jahre alt geworden wäre.
Die Perkussions-Gruppe, kostümiert als Charles Chaplin, provozierte Begeisterungsschreie aus dem Publikum, als sie Rauchwolken ausstiess und Samba tanzte. Diese Spezialeffekte ihrer Darbietung wurden von Feuerlöschern produziert, die von Mitgliedern der Schule getragen wurden.
Inocentes de Belford Roxo
Nelson Sargento, dem die Huldigungen der Schule aus Belford Roxo galten, kam zum Parade-Start auf der Sapucaí im Rollstuhl. Während der Parade dann, rührte der traditionelle Mangueira-Anhänger von 91 Jahren das Publikum auf den Tribünen, als er sich mühsam aufrichtete, um die Menschen auf den Tribünen zu grüssen.
“Niemals habe ich erwartet, dass mir jemals im Leben eine solche Ehre zuteil würde“, sagte Nelson, der auf dem letzten Wagen der Schule mitfuhr.
Unidos de Padre Miguel
Die vierte Schule der Serie A, die an diesem Abend in die Marquês de Sapucaí einmarschierte, war die “Unidos de Padre Miguel“, und sie brachte eine weitere Huldigung mit in diese Nacht. In dieser Kreation des Vereins aus der Westzone von Rio, war Ariano Suassuna (ein bekannter brasilianischer Schriftsteller aus dem Nordosten, der Theaterstücke, Romane und Lyrik schrieb) derjenige, dem die Ehrung durch die Schule galt.
Vor einem der allegorischen Wagen mit Tierschädeln als Ausdruck der Misere des Sertão (aus dem der Schriftsteller stammte) hatte man das Model Andreia Martins postiert – ihr “Tapa-sexo“ war gerade mal drei Quadratzentimeter gross!
Império da Tijuca
Ein Thema, das dem afro-brasilianischen Gott “Oxum” gewidmet war. Deshalb marschierte die “Império da Tijuca“ in die Avenida Sapucaí ein, mit dem als “Orixá“ (Gottheit) kostümierten TV-Sternchen Erika Januza, gleich vorne auf dem Abre-Alas-Wagen.
Trotz der allgemeinen Wasserknappheit, benutzte die Schule aus Tijuca einen Wasserfall zu Ehren von “Oxum” – der Karnevalist Junior Pernambucano versicherte jedoch im Interview, dass die 5.000 Liter Wasser des allegorischen Wagens aus dem Abwasser des Clubhauses der Schule stammten.
Renascer de Jacarepaguá
Die Schule aus der Westzone beendete die Ehrungen dieser Nacht mit einer Huldigung des Sambista, Sängers und Komponisten Antônio Candeia Filho.
Die “Renascer” präsentierte Candeias Liebe zur “Portela” und zum Samba. Der illustre Komponist wäre in diesem Jahr achtzig Jahre alt geworden, wenn er noch leben würde. Das Direktorium beklagte die finanziellen Schwierigkeiten der Schule – die man ihrem fröhlichen Auftreten und dem kräftigen Mitsingen aller Teilnehmer beim Themensamba allerdings nicht anmerken konnte.
Acadêmicos do Cubango
Der afrikanische Einfluss auf dem “Morro do Cubango” war das Paraden-Thema der Schule aus Niterói, die sich bunt und luxuriös präsentierte. Mit schönen Kostümen und starken Farben unterstrich die Schule die afrikanische Identität und demonstrierte die Beziehung der Stadt Niterói zum historischen Sklavenhandel.
Die Schule beendete ihre Parade innerhalb einer Zeit von 55 Minuten, und die Teilnehmer feierten den erfolgreichen Durchgang gleich am Ausgang der Avenida.
Estácio de Sá
Als eine der ältesten Samba-Schulen des Landes, brachte die “Estácio de Sá“ die Geschichte von Rio de Janeiro auf die Avenida Marquês de Sapucaí – denn die Stadt feiert in diesem Jahr 2015 ihren 450-jährigen Geburtstag.
Zu Beginn dieser Parade bedeckte eine dichte Rauchwolke das gesamte Geschehen, Ergebnis einer enormen Menge an explodierenden Feuerwerkskörpern, die zum Einmarsch der Schule abgefeuert wurden.