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Fidel Castro ist heute in den Medien, wenngleich ohne sein Zutun. Er wird nichts mehr ausrichten können. Ich starre auf das Bild des Alten, der Count Dooku aus Star Wars ähnelt, und mein Gedächtnis klöppelt unermüdlich an der Spitze der Erinnerungen.
„Wintersachen brauche ich keine mitzunehmen, es ist ja ein tropisches Land!“ Katja strahlt übers ganze Gesicht. Wir denken an einen schneeweißen Strand, von Palmen gesäumt und vom türkisblauen Ozean gestreichelt. Jemand seufzt sehnsüchtig. Keine von uns rechnet damit, irgendwann in ein tropisches Land reisen zu können. Wir begreifen noch nicht, dass wir frei sind. Es ist nicht lange her.
„Aber Seife! Seife ist dort Mangelware, schwer zu kriegen. Ich habe fünf Stück aufgetrieben, von der besten Sorte, parfümiert. Hier, seht ihr?“ Wir schnuppern an den in steifes Papier eingewickelten Klötzchen. „Das sollte doch für die erste Zeit reichen, oder?“ Auf einmal legt sich ein Schatten über Katjas Gesicht, sie blickt wehmütig in die Runde. Was kommt auf sie zu? Wir trösten sie, lassen Freude und Neid nur so sprudeln und verschweigen unsere Sorge um die Freundin. Keine von uns erwartet, sie je wiederzusehen.
Hochsommer liegt drückend über Moskau. Wir haben gerade die Uni abgeschlossen.
Katja, aufgewachsen in Murmansk hinter dem Polarkreis, heiratet nächste Woche ihren Raul und verreist nach Kuba. Es ist 1991.
Was ist aus dir geworden, Katja?
La historia me absolverá (Die Geschichte wird mich freisprechen)
Castros Plädoyer vor Gericht am 16. Oktober 1953 wegen des von ihm organisierten Angriffs auf die Moncada-Kaserne