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Umbrien stellt neben dem berühmten Wein von Montefalco (siehe dort) auch viele andere Weine her, die sich gut mit seiner so schmackhaften wie naturreinen Küche, die die Jahrhunderte überdauert hat, verbinden. Rotweine und Weissweine, die die beiden grossen Bereiche vertreten, in die man diese Küche aufteilen kann: Fleisch und Süsswasserfische.
Unter den Rotweinen erinnern wir an den Wein von den Colli Altotiberini (auch in der Version Rosé), der hergestellt wird mit den Rebsorten Sangiovese, Merlot, Toskanischer Trebbiano (und/oder Malvasia). Er wird in verschiedenen Gemeinden der Provinz Perugia erzeugt, ist trocken und passt gut zu Gerichten wie den mazzafegati, den dicken Bohnen mit Speckschwarten usw. usw.
Im gleichen Gebiet wird auch der Sangiovese Colli Martani erzeugt, der zu 85% streng aus der Rebsorte Sangiovese bestehen muss; ein sehr angenehmer, trockener Wein; der junge Wein ist leicht bitter, fruchtig, zart grasig. Für diesen Wein ist eine Lagerung von einem Jahr erforderlich, zwei Jahre für die Auslese. Er passt ausgezeichnet zu den in der ganzen Region verbreiteten Braten am Spiess.
Der Wein der Colli Perugini, den man auch in der Provinz Terni erzeugt, wird vorwiegend mit der Rebsorte Sangiovese hergestellt, zu der man die Sorten Montepulciano oder Barbera oder Merlot hinzufügt. Dieser körperreiche Wein wird empfohlen zu Wildgerichten. Die Lagerung - von drei Jahren - ist nur für die Auslese vorgesehen.
Es gibt dann noch den Rotwein von den Colli del Trasimeno, der mit den Rebsorten Sangiovese und zu höchstens 40% mit den Sorten Trebbiano, Ciliegiolo oder Malvasia del Chianti hergestellt wird. Dieser trockene und körperreiche Wein wird ausser zu Wildbret und verschiedenen Braten häufig zu gegrilltem Aal (der - den Experten zufolge - niemals einen Weisswein verlangt!) serviert.
Schliesslich wollen wir noch den Torgiano rosso erwähnen. Er wird mit der Rebsorte Sangiovese, die mit ein wenig Toskanischem Trebbiano oder Canaiolo vermischt wird, hergestellt. Dieser trockene, nicht sehr körperreiche Wein wird zu den berühmten gobbi und zu Käse empfohlen.
Der bekannteste unter den Weissweinen ist sicherlich der Orvieto, der vorwiegend mit den Rebsorten Toskanischer Trebbiano, Grechetto, Malvasia und Verdello hergestellt wird. Man erzeugt ihn in verschiedenen Gemeinden in der Provinz Terni. Die Sorte classico wird mit Trauben hergestellt, die aus den Gemeinden mit der ältesten Tradition, die links und rechts des Flusses Paglia liegen und deren Mittelpunkt Orvieto ist, stammen. Es handelt sich um einen trockenen Wein mit leicht bitterem Nachgeschmack. Es gibt auch eine liebliche Sorte (abboccato) mit fruchtigem Geschmack. Natürlich passt dieser Wein sowohl in der trockenen als auch in der lieblichen Version zu Fisch und Antipasti im allgemeinen.
Wenn auch dieser Wein der bekannteste ist, dürfen wir nicht den Wein von den Colli Altotiberini vergessen. Er ist trocken und angenehm im Geschmack und wird zu mindestens 75% mit den Rebsorten Toskanischer Trebbiano und Malvasia del Chianti hergestellt.
Auch die Colli Martani erzeugen einen Weisswein. Er wird fast ausschliesslich mit der Rebsorte Grechetto hergestellt und er kann trocken sein oder leicht lieblich, fruchtig, mit einem leicht bitteren Nachgeschmack.
Von den Colli Martani Trebbiano stammt der in der Farbe gelb-grünliche, ein wenig säuerliche und sehr charakteristische Wein, der mit Trauben der Rebsorte Toskanischer Trebbiano (der Trebbiano aus Spoleto ist zu maximal 15% zugelassen) hergestellt wird und oft zu Fischsuppe serviert wird.
Wir erinnern ausserdem an den Wein von den Colli perugini - ein Weisswein, der in verschiedenen Gemeinden der Provinz Perugia vorwiegend mit den Rebsorten Toskanischer Trebbiano (60/80%), Malvasia del Chianti und weisser Verdicchio hergestellt wird. Die Verwendung dieses leicht fruchtigen und ziemlich trockenen Weins ist in der ganzen Region sehr verbreitet.
Zum Schluss der Weisswein von den Colli del Trasimeno, der ebenfalls vorwiegend mit den Rebsorten Toskanischer Trebbiano unter Zugabe von Malvasia und Verdicchio hergestellt wird. Er ist trocken und man trinkt ihn häufig zu in der Pfanne zubereitetem Fisch, zu Mollusken und zu frischem Käse.
Quelle: emmeti.it
Wein von Montefalco
Im Historischen Archiv der Gemeinde Montefalco werden zahlreiche Urkunden aufbewahrt, die die Sorgfalt bezeugen, mit der sich die Winzer von Montefalco in Zeiten, als man sicher noch nicht von Qualitätsbezeichnungen für Wachstum und Lage sprach, dem mit Weinstöcken bepflanzten Feld widmeten. Die Gesetze der Gemeinde beginnen übrigens ab dem 15. Jh. damit, Weinstock und Wein auf irgendeine Weise zu schützen. Ein bezeichnendes Beispiel dafür ist der folgende Auszug: «Ein jeder, der vorgefunden wird, wie er unreife oder reife Trauben schneidet und der keinen eigenen oder gepachteten oder zu bearbeitenden Weinstock hat, sei bestraft, als wäre er in jemands Weingarten eingedrungen und hätte Trauben gepflückt, und ein jeder, der vorgefunden wird, wie er eine Gabel oder Stake oder ähnliche Dinge, die zum Pflücken der Trauben geeignet sind, bei sich hat, sei bestraft, als hätte er Trauben gepflückt». Darüber hinaus wurde bereits ab dem Jahr 1540 das Datum für den Beginn der Erntevorgänge mit einem Gemeindeerlass festgesetzt.
Heute rühmen sich die Weine von Montefalco, insbesondere der Sagrantino (in trockener Version und Likörversion) der Anerkennung der Denominazione d'origine controllata e garantita (Garantierte kontrollierte Herkunftsbezeichnung), einer Art superdoc, die nur wenige italienische Weingebiete aufweisen können. Die Ordnungsvorschriften für die Herstellung sehen vor, dass reine uve sagrantine verwendet werden: Trauben, die mit aller Wahrscheinlichkeit die gleichen sind, von denen Plinius der Ältere sprach, wobei er sie nach damaligem Sprachgebrauch Itriola nannte. Es gibt, um die Wahrheit zu sagen, auch eine Hypothese, der zufolge das Erscheinen dieser Rebsorte in Montefalco auf die Ankunft eines Franziskanermönches, der sie aus seinem (unbekannten) Herkunftsland mitgebracht habe, zurückzuführen sei. Und der Name sei zurückzuführen auf die Sakramente, da diese Rebsorte aufgrund ihrer Süsse von den Mönchen angebaut wurde, die sie in den religiösen Ritualen verwendeten. Gewiss ist jedoch - abgesehen von dieser Annahme - die althergebrachte Angewohnheit der Einwohner von Montefalco, diese Trauben anzubauen und den aus ihnen gewonnenen Wein zu trinken.
Heute umfasst das Hügelgebiet, das von der Erzeugung des Montefalco Sagrantino docg betroffen ist, neben dem Gebiet der Gemeinde, die ihm den Namen schenkt, auch die Gebiete von Bevagna, Castel Ritaldi, Giano dell'Umbria und Gualdo Cattaneo. Die von den Ordnungsvorschriften für beide Versionen des Montefalco Sagrantino vorgesehene Mindestlagerung beträgt dreissig Monate, mindestens zwölf davon in Holzfässern, bevor sie in den Handel gebracht werden. Dieser Wein ist sehr süffig und muss mindestens 13 Vol.-% Alkohol in der trockenen Version und 14 Vol.-% in der Likörversion haben. Diese zweite Version ergibt sich aus einem traditionellen Dörrprozess, der dieser Sorte (die Sagrantino-Trauben sind besonders lederartig und verdörren monatelang ohne zu verfaulen) entspricht: während die verdörrten Beeren die flüssige Komponente freisetzen, verdichten sie optimal die Zuckerkomponente.
Quelle: emmeti.it
Umbrien/Gastronomie/Wein wurde von Italien.ch mit Punkten bewertet