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Schilddrüsenentzündung: Fieber, Schwellungen, Rötung der Schilddrüse
Die Thyreoiditis ist eine Entzündung der Schilddrüse, die verschiedene Ursachen haben kann. Je nach Ursache der Entzündung ist auch der Verlauf der Erkrankung verschieden.
Es wir unterschieden zwischen der akuten, subakuten (Thyreoiditis de Quervain) und der chronischen Schilddrüsenentzündung (Hashimoto-Thyreoiditis). Eine Sonderform ist die Riedel- Struma .
Die Schilddrüse ist ein Organ mit einem Gewicht von etwa 30 Gramm und besteht aus zwei Lappen seitlich des Kehlkopfes, die über einen Mittelteil verbunden sind. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Bildung zweier Hormone (T4 und T3), die an fast allen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt sind. Für die Produktion dieser Hormone braucht die Schilddrüse Jod.
Ursachen
Akute Thyreoiditis
Die akute Form wird durch eine Infektion mit Bakterien ausgelöst. Auch im Anschluss an eine Bestrahlung oder nach Verletzungen der Schilddrüse kann eine akute Schilddrüsenentzündung auftreten.
Thyreoiditis de Quervain (subakute Form)
Diese Form der Schilddrüsenentzündung wird durch eine Virusinfektion verursacht. Sie wird häufig nach einer Virfusinfektion der Atemwege beobachtet. Meistens sind Frauen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr betroffen. Meist heilt die Thyreoiditis de Quervain von allein ohne bleibende Schäden aus.
Hashimoto-Thyreoiditis (chronische Form)
Hier ist die Ursache eine Autoimmunerkrankung. Durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems werden Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe gebildet. Es kommt zu chronischen Entzündungen in der Schilddrüse und zur Zerstörung von Schilddrüsengewebe. Die Folge ist eine bleibende Funktionsstörung der Schilddrüse in Form einer Schilddrüsenunterfunktion .
Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer; auch ein gehäuftes Auftreten in der Schwangerschaft wird beobachtet.
Riedel-Struma (eisenharte-Struma)
Das ist eine sehr seltene Form der Schilddrüsenentzündung. Es kommt zu einem Umbau des Schilddrüsengewebes. Durch Einlagerung von sehr festen Bindegewebe wird die Schilddrüse "eisenhart".
Symptome (Beschwerden)
Akute Thyreoiditis
Die Beschwerden treten plötzlich innerhalb von Stunden auf:
Geschwollene, schmerzhafte Schilddrüse mit Ausstrahlung der Schmerzen zum Ohr und Unterkiefer
Zu Beginn besteht oft eine Schilddrüsenüberfunktion , später normalisiert sich die Funktion wieder
Hashimoto-Thyreoiditis
Diese Form der Schilddrüsenentzündung verläuft ohne unmittelbare Beschwerden wie Fieber, Schmerzen oder Schwellung der Schilddrüse. Sie macht sich erst nach Jahren durch die Funktionsstörung der Schilddrüse bemerkbar. Zu Beginn der Erkrankung steht meist eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreidose), die im späteren Verlauf in eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreidose) übergeht. In 70% der Fälle entwickelt sich durch die Unterfunktion ein Kropf, der auf die Halsorgane drücken kann und so Schluck- und Atembeschwerden verursacht.
Riedel-Struma
Die verhärtete Schilddrüse kann die Luftröhre einengen und zu Atembeschwerden führen.
Diagnose (Untersuchung)
Krankengeschichte und Symptome
Körperliche Untersuchung (Abtasten der Schilddrüse am Hals)
Blutentnahme zur Bestimmung der Schilddrüsenhormone
Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse
Ev. Gewebeentnahme (Punktion) mit anschliessender feingeweblicher Untersuchung
Nachweis der Antikörper im Blut bei der chronischen Form
Kontrastmitteluntersuchung der Schilddrüse (Schilddrüsen- Szintigraphie)
Therapie (Behandlung)
Die akute bakterielle Thyreoiditis wird mit Antibiotika behandelt. Haben sich Abszesse (Eiteransammlungen) in der Schilddrüse gebildet, so müssen diese allenfalls punktiert oder chirurgisch entfernt werden.
Die subakute und die chronische Schilddrüsentzündung wird symptomatisch behandelt. Gegen die Entzündung werden entzündungshemmende Medikamente eingesetzt. Je nach Beschwerden können auch andere Medikamente notwendig werden. Die subakute Thyreoiditis heilt in der Regel ohne bleibende Schäden der Schilddrüse innerhalb von Wochen bis Monaten aus.
Bei der chronischen Thyreoiditis kommt es früher oder später zu einer Unterfunktion der Schilddrüse, die eine lebenslange Hormonbehandlung erforderlich macht. Dabei muss der Hormonspiegel im Blut regelmässig kontrolliert werden.