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geb. --.--.----
Amitriptylin und Amiodaron beeinflussen sich gegenseitig
Kombination vermeiden
Risiko
Erhöhtes Risiko für ventrikuläre Rhythmusstörungen
Mechanismus
Amitriptylin wird über diverse CYP-Isoenzyme (CYP2D6, CYP2C19 sowie als Nebenwege CYP3A4, CYP2C9 und CYP1A2) verstoffwechselt. P-gp ist am Transport beteiligt. Amiodaron ist ein potenter Inhibitor von CYP3A4, CYP2C9 und CYP2D6 und kann zudem P-gp hemmen. Es kann somit zu einer erhöhten Amitriptylin-Exposition kommen. Ausserdem verlängern beide Arzneistoffe die QT-Zeit im EKG, sodass es diesbezüglich zu additiven Effekten kommen kann.
Effekt
Durch die additive Verlängerung der QT-Zeit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von kardialen unerwünschten Wirkungen wie Arrhythmien, Torsades de pointes oder Herzstillstand. Die Kombination wurde in pharmakokinetischen Studien nicht untersucht. Unter möglicherweise erhöhten Amitriptylin-Konzentrationen kann es verstärkt zu ZNS-depressiven Effekten, anticholinergen Nebenwirkungen, Hypotonie und einer Krampfschwellensenkung kommen.
Empfehlung
Die Kombination sollte vermieden werden. Ist eine gleichzeitige Gabe unumgänglich, sind regelmässige EKG-Kontrollen der QT-Zeit und Kontrollen der Herzfrequenz notwendig. Elektrolytkonzentrationen (insb. Kalium) sind zu überwachen. Eine Dosisanpassung sollte patientenindividuell erwogen werden. Aufgrund der langen Halbwertszeit von Amiodaron (20-100 Tage) kann die Interaktion auch lange nach Absetzen des Antiarrhythmikums noch auftreten.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018