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Große Teile der Budgets für Klima, Landwirtschaft und Entwicklung werden immer noch für landwirtschaftliche Projekte ausgegeben, die wenig zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen. Nur ein kleiner Teil fließt in Initiativen zur Umgestaltung der Lebensmittelsysteme. Das geht aus einer Bestandsaufnahme der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Both ENDS hervor. Die Organisation fordert daher, dass auf dem bevorstehenden Klimagipfel in Ägypten nicht nur über die Höhe des Klimaschutzgeldes diskutiert wird, sondern auch, wofür dieses Geld ausgegeben wird.
Nahrungsmittelsysteme auf der ganzen Welt sind für bis zu 33% der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Dies liegt vor allem an den globalen Ketten landwirtschaftlicher Produkte, die unter anderem durch den massiven Einsatz von Düngemitteln, lange Transportwege und großflächige Entwaldung einen großen Beitrag zum Klimawandel leisten.
Trotzdem gibt eine Organisation wie der Green Climate Fund (GCF), der die zig Milliarden Klimageld der Vereinten Nationen verwaltet, fast kein Geld für eine weitreichende Nachhaltigkeit der Nahrungsmittelproduktion aus. 80% des Agrarhaushalts fließen in konventionelle Agrarprojekte, wie aus einer Bestandsaufnahme der Agrarausgaben verschiedener Institutionen hervorgeht. Diese Bestandsaufnahme von beiden Seiten, die auf verschiedenen Studien basiert, zeigt auch, dass von den Entwicklungsbudgets der Niederlande und der EU sowie vom Gesamtbudget des UN-Landwirtschaftsfonds (IFAD) nur ein kleiner Teil in Projekte fließt, die wirklich nachhaltige und faire Lebensmittel produzieren nach agrarökologischen Grundsätzen. Dass es auch anders geht, zeigt die Schweiz. Dieses Land gibt 87% seines Entwicklungsbudgets ganz oder teilweise für agrarökologische Projekte aus.
„Geld, das für eine nachhaltige Entwicklung und zur Bekämpfung des Klimawandels gedacht ist, wird für Projekte ausgegeben, die dies nicht oder kaum erreichen“, sagt Stefan Schüller, Policy Officer Nachhaltige Landnutzung an beiden ENDEN. „Die Art und Weise, wie Lebensmittel an vielen Orten der Welt produziert werden, ist eine der Hauptursachen für den Klimawandel und verursacht nicht nur hier, sondern auch in vielen Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas Umweltverschmutzung, Konflikte und soziale Ungleichheit.“
In den kommenden Wochen werden die teilnehmenden Länder auf dem UN-Klimagipfel in Ägypten neue Beträge für die globale Klimapolitik aushandeln. Daan Robben, Spezialist auf dem Gebiet der Klimafinanzierung an beiden ENDEN, fordert, dass bei diesen Verhandlungen nicht nur über die Höhe der Beträge diskutiert wird, sondern auch über deren Ausgaben. „Klimageld, das für den Agrarsektor bestimmt ist, sollte für die Stärkung nachhaltiger, lokaler Arten der Nahrungsmittelproduktion ausgegeben werden, die dem Klimawandel entgegenwirken und gleichzeitig die soziale Ungleichheit verringern. Agrarökologie oder naturnahe Landwirtschaft ist ein gutes Beispiel dafür. Es ist höchste Zeit, dass die Budgets des Grünen Klimafonds und anderer Geldgeber in Zukunft dort landen.“
Dies könne unter anderem dadurch geschehen, dass man genau hinschaut, wie der Klimafonds sein Geld ausgibt, meint Robben. „Wir arbeiten an millionenschweren Projekten. Aber eine Bauernorganisation in Kamerun oder Bolivien kann nicht so viel Geld auf einmal ausgeben. Deshalb plädieren wir für eine innovative Mittelzuweisung. Zum Beispiel durch sogenannte Small Grants Fonds, die über ihre lokalen Netzwerke kleine Beträge verteilen und so große Geldsummen für die agrarökologische Transformation des Ernährungssystems zusammenstellen können. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Bauern und Jugendlichen, die Geld für ihre agrarökologischen Initiativen erhalten, selbst entscheiden, wofür dieses Geld ausgegeben wird.“