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Ischialgien
Definition
Unter einer Ischialgie versteht man Schmerzen im Versorgungsgebiet des Ischiasnervs bzw. seiner Wurzeln.
Ischialgien
Dabei handelt es sich um Schmerzen, die im unteren Rücken oder im kleinen Becken beginnen und in das Gesäss sowie ins Bein ausstrahlen. Die häufigsten Ursachen liegen im Bereich der Wirbelsäule und sind Bandscheibenvorfälle, die Verengung des Rückenmarkkanals oder das Wirbelgleiten bei einer Wirbelsäulen-Instabilität.
Erkrankungen im kleinen Becken auf der Höhe der Sakralnervenwurzeln oder des Ischiasnervs können ebenfalls Ischialgien hervorrufen. Eine häufige Ursache kann z.B. eine tief reichende Endometriose der Beckenwand mit Beteiligung der Sakralnervenwurzeln oder des Ischiasnervs und seiner Äste sein. Aber auch eine isolierte Endometriose des Ischiasnervs ohne weitere Ausbreitung im kleinen Becken kann eine Ischialgie verursachen. Daher sollte bei Frauen mit chronischen, zyklusabhängigen Ischias- oder Pudendusschmerzen eine Laparoskopie zur Nervendarstellung durchgeführt werden.
Eine weitere Ursache für Ischialgien sind postoperative Verletzungen der Sakralwurzel oder des Ischiasnervs.
Die am häufigsten durchgeführten Operationen, die solche Nervenläsionen hervorrufen können, sind:
- Die Entfernung von Lymphknoten im kleinen Becken bei Krebsoperationen oder die Entfernung der Gebärmutter, der Prostata oder des Mastdarms.
- Das chirurgische Entfernen einer tiefen Endometriose.
- Operationen bei Gebärmutter- oder Blasensenkung sowie bei Darmvorfall.
- Das chirurgische Entfernen von Abszessen im Beckenbereich.
Behandlungsmethode
Die erste und beste therapeutische Option stellt die Behandlung der Ursache von Ischialgien dar. Während chirurgische Therapien von Ischialgien an der Wirbelsäule bekannt und etabliert sind, existieren fast keine chirurgischen Interventionen für Nervenschädigungen im kleinen Becken.
Behandlungmethode für Ischialgien
Die offene Chirurgie per Bauchschnitt und der operative Zugang über das Gesäss sind für Eingriffe am Ischiasnerv und den Sakralnervenwurzeln nicht genügend geeignet. Im Gegensatz dazu bietet die Laparoskopie einen hervorragenden chirurgischen Zugang zu allen Sakralnervenwurzeln und zum Ischiasnerv.
Bei Läsionen, die z.B. durch eine Endometriose, Binde- gewebsverhärtung (Fibrose) bzw. aufgrund von Klammern oder Nähten verursacht wurden, besteht der erste Schritt der Therapie in der chirurgischen Entfernung der Ursache. Sollte dieser Eingriff keine ausreichende Schmerzreduktion bewirken oder während der Operation keine erkennbare Schmerzursache gefunden werden, kann schon während des Eingriffes probeweise eine Elektrode auf den Ischiasnerv bzw. auf die Sakralnervenwurzel implantiert werden (LION-Verfahren). Zeigt sich innerhalb der darauf folgenden mehrtägigen Testphase, dass die Schmerzen unter der als Neuromodulation bezeichneten Therapie deutlich zurückgehen, kann anschliessend ein dauerhafter Nervenmodulator implantiert werden. Damit wird nur die Schmerzweiterleitung der entsprechenden Nerven blockiert. Die Wahrnehmung und die Bewegungsabläufe des restlichen Körpers bleiben erhalten.