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Tschechen unterhandelte, zog sich in demonstrativer Weise auf seine Güter zurück und verlangte und erhielt auch im September seine Entlassung. Heftig entbrannte der Kampf zwischen Auersperg und dem Ministerium Potocki 1870, dessen Intrigen zur Beseitigung der ihm nicht gewogenen verfassungstreuen Vertreter des Großgrundbesitzes in Böhmen [* 1] er im Reichsrat enthüllte, und das er auch sonst mit Energie bekämpfte. Nach Berufung seines jüngern Bruders, Adolf (s. Auersperg 3), an die Spitze des Ministeriums 1871 und 1873 wieder zum Präsidenten des Herrenhauses und 1872 auch zum Oberstlandmarschall des böhmischen Landtags ernannt, unterstützte er mit seinem Einfluß die Politik des Ministeriums, nahm aber nach dessen Rücktritt 1879 seine Entlassung als Präsident des Herrenhauses und 1883 auch als böhmischer Oberstlandmarschall.
3) Adolf, Fürst, Bruder des vorigen, geb. wurde, nachdem er eine treffliche Erziehung genossen und sich durch Reisen weitergebildet hatte, Offizier und stieg bis zum Major in dem Dragonerregiment Prinz Eugen, nahm 1860 seinen Abschied und lebte der Verwaltung seiner Güter. Die neue Ära Österreichs rief ihn 1867 auf die politische Bühne, indem er, von der verfassungstreuen Partei der böhmischen Grundbesitzer gewählt und von der Regierung zu dem ebenso schwierigen wie wichtigen Amt eines böhmischen Landtagsmarschalls berufen, drei Jahre lang die oft so stürmischen Verhandlungen des böhmischen Landtags mit einer Parteilosigkeit, Umsicht und Energie leitete, die selbst seinen Gegnern Achtung abnötigten. Im März 1870 kam Auersperg als Landespräsident nach Salzburg, [* 2] wo er nicht bloß durch seine kraftvolle und dabei wohlwollende Amtsführung allgemeine Liebe sich erwarb, sondern auch durch sein rückhaltloses und mutiges Eintreten für die Verfassung und für die Aufrechterhaltung der Reichseinheit eine politisch höchst bedeutende Rolle spielte, namentlich als gegen Ende 1871 das Ministerium Hohenwart-Schäffle beides zugleich durch die Konzessionen an die Tschechen zu Grunde zu richten drohte.
Der Sturz des Hohenwart-Schäffleschen Ministeriums brachte Auersperg an die Spitze der cisleithanischen Regierung, die er mit vielfachen Schwierigkeiten in streng verfassungsmäßigem Sinn führte. Die dornenvollste Aufgabe, die sich das Ministerium Auersperg aufgeladen, war die Durchführung des Ausgleichs mit Ungarn, [* 3] der, nach langwierigen Verhandlungen 1877 endlich durch die persönliche Intervention des Kaisers zu stande gebracht, nun das Ministerium mit der Majorität des Reichsrats in Konflikt brachte, welche die großen Zugeständnisse an Ungarn und die Erhöhung der Zölle nicht genehmigen wollte. Auersperg bot deswegen seine Entlassung an; dieselbe wurde aber vom Monarchen nicht genehmigt, und es gelang Auersperg im Juni 1878 endlich, auch die letzten Punkte des Ausgleichs gegen die Opposition der meisten Verfassungstreuen mit Hilfe der Polen u. a. zur Annahme zu bringen. Da die Verfassungspartei ihn aber auch in der Orientpolitik im Stiche ließ, forderte von neuem seine Entlassung, erhielt sie Mitte Februar 1879 und wurde zum Präsidenten des obersten Rechnungshofs ernannt. Er starb auf Schloß Goldegg bei St. Pölten.