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Die folgende Zusammenfassung basiert auf IAEO-Informationen.
Anlage für die Produktion medizinischer Radionuklide in Charkiw wurde getroffen
Die Ukraine teilte der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) am Montag, 7. März mit, dass erneut eine Nuklearforschungsanlage, in der Radioisotope für medizinische und industrielle Anwendungen hergestellt würden, durch Beschuss in der Stadt Charkiw beschädigt worden sei, so Generaldirektor Grossi. SNRIU habe erklärt, dass der Vorfall nicht zu einer Erhöhung der Strahlungswerte am Standort geführt habe.
Die Anlage des Kharkiv Institute of Physics and Technology (KIPT) im Nordosten der Ukraine wird für Forschung und Entwicklung sowie für die Produktion von Radioisotopen genutzt, die beispielsweise zur Diagnostik und Behandlung von Krankheiten wie Krebs eingesetzt werden. «Da das Kernmaterial in der Anlage stets unterkritisch ist und der Bestand an radioaktivem Material sehr gering ist», sehe sich die IAEO in ihrer Bewertung bestätigt, dass der ihr gemeldete Schaden keine radiologischen Folgen gehabt hätte, so der Generaldirektor.
Für die IAEO ist aber klar, dass «der Vorfall vom Sonntag einmal mehr die Risiken aufzeigt, denen die ukrainischen Nuklearanlagen während des bewaffneten Konflikts ausgesetzt sind, und eine IAEO-Initiative zur Gewährleistung der nuklearen Sicherheit im Land dringlich macht». Dies umso mehr als dass es schon mehrere Vorfälle gegeben habe, die die Sicherheit der ukrainischen Nuklearanlagen gefährdet hätten, sagte Grossi.
Bereits früher wurden verschiedene Anlagen getroffen
Am 27. Februar habe die Ukraine mitgeteilt, dass Raketen das Gelände eines Endlagers für radioaktive Abfälle in der Hauptstadt Kiew getroffen hätten, es aber zu keiner Freisetzung von Radioaktivität gekommen sei. Dies einen Tag nachdem ein elektrischer Transformator in einem ähnlichen Endlager in der Nähe von Charkiw beschädigt worden sei. Als das Gelände am 4. März von den russischen Streitkräften eingenommen worden sei, habe nach ukrainischen Angaben ein Projektil das Ausbildungszentrum des Kernkraftwerks Saporoschje getroffen. Dies habe einen Brand verursacht, der später gelöscht worden sei.
Keine Kommunikation mit Verantwortlichen in Hafenstadt Mariupol möglich
Darüber hinaus erklärte SNRIU gegenüber der IAEO, dass es weiterhin keine Kommunikation mit Unternehmen und Einrichtungen in der östlichen Hafenstadt Mariupol gegeben habe, die Strahlungsquellen der Kategorien 1-3 verwenden würden, darunter auch das dortige Onkologische Zentrum. Gemäss IAEO konnte daher deren Sicherheit nicht bestätigt werden. «Solches radioaktives Material kann Menschen ernsthaft schädigen, wenn es nicht ordnungsgemäss gesichert und verwaltet wird», so die IAEO.
Generaldirektor Grossi würde sogar persönlich aktiv werden
An einer Sitzung des Gouverneursrats der IAEO am 7. März liess Grossi verlauten, dass er sogar selbst nach Tschernobyl reisen würde, um bei beiden Konfliktparteien das Engagement für die Sicherheit aller ukrainischen Kernkraftwerke sicherzustellen. Dort, wo sich 1986 der Reaktorunfall ereignete, werden die nuklearen Anlagen seit dem 24. Februar von russischen Streitkräften kontrolliert. «Die derzeitige Schicht von rund 210 technischen Mitarbeitern und Wachpersonal konnte noch immer nicht rotieren», so SNRIU. Das gleiche Personal sei nun schon seit 12 Tagen vor Ort. Für Grossi nochmals Anlass zu betonen, «wie wichtig es ist, dass sich das Betriebspersonal ausruhen kann, um seine wichtigen Aufgaben sicher und zuverlässig zu erfüllen».
Lieferungen ins Kernkraftwerk Saporoschje nicht möglich
Gemäss IAEO hat SNRIU heute die besorgniserregende Nachricht mitgeteilt, dass es derzeit nicht möglich sei, Ersatzteile oder Medikamente an das Kernkraftwerk Saporoschje zu liefern. Dies einen Tag nachdem die Ukraine mitgeteilt habe, dass die Betriebsleitung unter dem Befehl des Kommandanten der russischen Streitkräfte stehe, die den Standort kontrollieren würden. Laut SNRIU ist das Kraftwerkspersonal jedoch in der Lage, zu rotieren. Grossi habe erneut darauf hingewiesen, dass «die Unterstellung des Betriebspersonals unter die Autorität des russischen Militärbefehlshabers gegen einen unverzichtbaren Pfeiler der nuklearen Sicherheit verstösst».
Zum Status der ukrainischen Kernkraftwerke erklärte SNRIU, acht der 15 Reaktoren des Landes seien in Betrieb, darunter zwei im Kernkraftwerk Saporoschje.
Quelle
B.G. nach IAEO, Medienmitteilung, 7. März 2022
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