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Weg-Wort vom 25. März 2021
Es lebte ein Bauer, der bekannt dafür war, dass er Mais von allerbester Qualität anbaute. Regelmässig gewann er Preise für sein hervorragendes Getreide. Eines Tages kam ein Reporter der regionalen Zeitung zu ihm, um ihn zu interviewen und das Erfolgsgeheimnis aus ihm herauszulocken.
Völlig erstaunt war der Journalist, als er erfuhr, dass der Landwirt seinen selbst gezüchteten Saatmais regelmässig mit seinen Nachbarn teilte. Ungläubig fragte der Zeitungsmann ihn: „Wie kommen Sie dazu, Ihre kostbaren Samen an die Konkurrenten weiterzugeben, wo diese doch jedes Jahr im Wettbewerb um den besten Mais gegen Sie antreten?“
„Schauen Sie“, antwortete der Bauer, „wahrscheinlich ist Ihnen nicht bewusst, dass der Wind die Pollen aus dem Mais der ganzen Umgebung aufnimmt und über alle Felder verteilt. Würden meine Nachbarn minderwertigen Mais anbauen, würde durch die Bestäubung die Qualität meines Saatguts stetig abnehmen. Will ich guten Mais züchten, dann muss ich dafür sorgen, dass auch meine Nachbarn guten Mais anbauen.“
Diese Geschichte gefällt mir, denn sie wirft ein anderes Licht auf das Bestreben, besonders zu sein und unter den anderen herauszuragen. Sogar in der Natur ist nicht alles nur Konkurrenz und Verdrängung, erstaunlich oft entdecken wir dort Kooperation und Unterstützung. Der Landwirt hat eingesehen, dass es ihn auf lange Sicht weiterbringt, wenn er seine Nachbarn am Erfolg teilhaben lässt. So ist es mit dem Glück: Es wird grösser, wenn wir uns am Glück des anderen mitfreuen können und wir uns gegenseitig unterstützen.