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Scalettapass
Die Geschichte des Scalettapasses ist eng verknüpft mit derjenigen des benachbarten Flüelapasses. Die beiden Übergänge standen in scharfer Konkurrenz, der Hauptstreitpunkt war die Unterhaltspflicht und die Offenhaltung im Winter. Das Oberengadin und das Prättigau favorisierten den Scaletta-, Susch verständlicherweise den Flüelapass . In Davos waren die Meinungen geteilt. Die Salz- und Kornsäumer zogen den Flüelapass vor, die Weinsäumer den Scaletta.
Wenig komfortabel waren die Wegverhältnisse. Um 1740 schrieb der Bündner Pfarrer Sererhard: «Vom dürren Boden passirt man an den Berg Scaletta, das heisst so viel als ein Steglein, und führet diesen Nammen, weil er auf der einten Seiten gäch hinauf und auf der andern Seiten gäch hinab zu besteigen, als wann man über eine Stiegen auf- und abstiege. Winterszeit schwebt man auf diesem Berg in steter Gefahr der Schnee- Lauwinnen...»(S. 160). In diesen steilen Flanken ist die Lawinengefahr tatsächlich eine Bedrohung: 1771 kamen bei der Kehre im Schafboden bei der Alp Funtauna 10 Mann und 12 Pferde in einer Lawine ums Leben. Nach dem Bau der Schutzhütten 1765 nahm man einen Anlauf, den Weg zu verbessern. Eine zweite Verbesserung erfolgte 1808. Unternehmer war Meister Joseph Verguth aus dem Montafon.
Mit dem Bau der Kunststrasse durch das Prättigau (1842-1860) begann der Rückgang das Saumverkehrs über Scaletta- und Flüelapass: Die Gerichte Klosters und Castels, also das innere Prättigau, waren nicht mehr auf Saumtransporte angewiesen. Mit dem Bau der Strasse über den Flüelapass (1866/67) ging die Säumerei und damit der Warentransit über den Scalettapass zu Ende.