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Bereits der Papyrus «Anonymus Londiniensis» aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., das erste bekannte Dokument, das eine kritische historische Sicht auf die damals etablierten Schulen und Lehrmeinungen darstellt und als erstes Dokument der Medizingeschichte gilt, zeigt, dass schon früh allgemein gültige Lehrmeinungen kritisch hinterfragt und diskutiert wurden.
Über viele Jahrhunderte war die Entwicklung der Medizin eine langsame Evolution, die auch von anhaltenden Phasen des Rückschritts betroffen war. Das Wissen der Antike und des Orients wurde von Generation zu Generation weitergegeben, ging aber im Mittelalter teilweise verloren oder wurde unterdrückt, weil Glauben und Dogmen Wissenschaft und Forschung behinderten.
Spätestens mit dem Zeitalter der Aufklärung begann das Zeitalter der Revolutionen, nicht nur in der Politik. Wenige Jahre nach der Französischen Revolution impfte Karl Jenner 1796 erstmals erfolgreich gegen Kuhpocken, und bereits 1807 wurde im Königreich Bayern die Impfpflicht gegen Pocken eingeführt. 1846 gelang erstmals die Demonstration eines chirurgischen Eingriffs unter Äthernarkose, was eine Welle des Fortschritts in der Chirurgie auslöste. Und im September 1928 entdeckte Alexander Fleming zufällig das Penicillin.
In den folgenden Jahrzehnten revolutionierten Medikamente wie u.a. Diuretika, Antihypertensiva oder Betablocker (Zulassung von Propanolol 1964) die Medizin und gehören heute ebenso zum alltäglichen Behandlungsrepertoire wie z.B. die Computertomographie (erstes marktreifes Gerät 1971, Nobelpreis für Cormack und Hounsfield 1979), die Ultraschalluntersuchung (erste alltagstaugliche Geräte ab Ende der 1970er Jahre) oder die Darstellung und Erweiterung der Herzkranzgefäße mittels Katheter (Andreas Grüntzig in Zürich 1977).
Seitdem hat sich das Innovationstempo in allen Bereichen der Medizin nicht nur gefühlt erhöht. Jahr für Jahr kommen neue Wirkstoffe hinzu, die Indikationen bestehender Wirkstoffe werden erweitert und in vielen Bereichen bewegen wir uns immer mehr auf eine personalisierte Medizin zu. In diesem wachsenden Dickicht an Behandlungsmöglichkeiten und Leitlinien den Überblick zu behalten, wird immer schwieriger und hat neben der zunehmenden Subspezialisierung der einzelnen Fachgebiete auch die Notwendigkeit einer konsequenten Fortbildung zur Folge.
Wir hoffen, Ihnen mit unserem Kongress ein hilfreicher und verlässlicher Partner zu sein und Ihnen mit unseren engagierten Referenten und Partnern neues Wissen zu vermitteln und Raum für einen spannenden Austausch zu bieten. Ganz in der langen Tradition des kritischen Hinterfragens, des Vermittelns und der kollegialen Diskussion.