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Während bei den Schweizer Staatsangehörigen eine leichte Abnahme gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen ist, zeigt sich bei den ausländischen Staatsangehörigen eine Zunahme.
Die Zahl der Ausländer hat um 4,5 Prozent zugenommen, die der Schweizer hat im zweiten Jahr in Folge leicht abgenommen (Minus 0,2 Prozent), davor wurde letztmals im Jahr 2004 eine Abnahme der Anzahl Schweizer beobachtet.
Der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung ist damit um 0,8 Prozentpunkte auf 24,5 Prozent gestiegen.
Gegenüber dem Vorjahr sind weniger Geburten und weniger Todesfälle, jedoch mehr Zuzüge und Wegzüge registriert worden.
Mehr Personen sind zugewandert als abgewandert
Das Bevölkerungswachstum resultiert grösstenteils aus dem positiven Wanderungssaldo von 1091 Personen.
Das bedeutet, dass mehr Personen zugewandert als abgewandert sind.
In den Jahren 2020 und 2021 wurden, bedingt durch die Covid-19-Pandemie, zweimal negative Wanderungssaldi verzeichnet.
Dies entgegen den Wanderungsbewegungen in den Jahren vor der Pandemie, mit Ausnahme des Jahres 2018 war der Wanderungssaldo seit 2004 stets im positiven Bereich.
Negativen Wanderungssaldo von Schweizer Staatsangehörigen
Eine monatliche Betrachtungsweise zeigt, dass in zehn der zwölf Monate positive Wanderungssaldi verzeichnet worden sind.
Einzig in den Monaten Juni und August sind mehr Personen weggezogen als zugezogen.
Dabei sind mehr Schweizer (7169 Personen) als Ausländer (6294 Personen) zugezogen, jedoch auch mehr schweizerische (Minus 8059 Personen) als ausländische Personen (Minus 4313 Personen) weggezogen.
Dies führt zu einem negativen Wanderungssaldo von 890 Schweizer Staatsangehörigen und einem positiven Wanderungssaldo von 1981 ausländischen Staatsangehörigen.
Fluchtbewegungen aus der Ukraine
Wobei zu berücksichtigen ist, dass insbesondere die Fluchtbewegungen aus der Ukraine zu diesen Entwicklungen beigetragen haben.
Die Zuzüge aus der Ukraine zeigen sich erstmals im März, haben im April mit 358 registrierten ukrainischen Personen ihren Höhepunkt erreicht und flachen seither wieder ab.
Es ist davon auszugehen, dass sich weitere (noch) nicht registrierte Personen aus der Ukraine in Bern aufhalten.
Insgesamt sind Ende 2022 1183 ukrainische Personen in der Stadt Bern wohnhaft. Dies sind 1028 Personen mehr als Ende des Vorjahres.
Anzahl zugewanderter Familien hat im Jahr 2022 zugenommen
Damit werden die Personen ukrainischer Nationalität zur fünftgrössten Gruppe ausländischer Personen, nach Deutschland (6226), Italien (3959), Spanien (1859) und Portugal (1375).
Nebst dem bedeutenden Einfluss auf das Bevölkerungswachstum hat die Zuwanderung ukrainischer Personen weitere Auswirkungen auf die Stadtberner Bevölkerungsentwicklung.
So hat die Anzahl zugewanderter Familien im Jahr 2022 um nahezu 50 Prozent zugenommen, im April ist erstmals seit September 2017 ein positiver Familienwanderungssaldo registriert worden.
Der Zuzug der Personen im Familienverband hat jedoch nur um 14 Prozent zugenommen.
Bestand der Diplomaten hatte im Jahr 2020 abgenommen
Dies ist damit begründet, dass grösstenteils nicht ganze Familien, sondern Frauen und ihre Kinder aus der Ukraine zugezogen sind.
Unter den aus der Ukraine zugezogenen Personen sind 72 Prozent weiblichen Geschlechts, der Anteil der unter 20-Jährigen beträgt 31 Prozent.
Der Bestand der Diplomaten, des diplomatischen Personals und deren Familienmitglieder (Personen mit EDA-Ausweis) hatte im Jahr 2020 bedingt durch die Covid-19-Pandemie auffällig abgenommen.
Seither hat sich deren Bestand auf diesem Niveau stabilisiert (Ende 2022 1438 Personen).
In Bern ist 2022 keine Übersterblichkeit beobachtet worden
Neben dem Wanderungssaldo hat auch der positive Geburtensaldo von 235 Personen zur Bevölkerungszunahme beigetragen.
Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021 sind dies aber 10,1 Prozent weniger Geburten.
Letztmals wurden im Jahr 2013 mit 1443 weniger Geburten registriert. Auch die Anzahl Todesfälle ist mit 1221 im Vergleich zum Vorjahr rückläufig.
Letztmals wurde im Jahr 1939 mit 1183 Todesfällen eine tiefere Anzahl verzeichnet. In der Stadt Bern ist im Jahr 2022 keine Übersterblichkeit beobachtet worden.