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Das Umgebungsrauschen einer seismischen Station ist die Summe der akustischen Signale im umgebenden Hintergrund. Der Rauschpegel wird nicht nur durch die Nähe des Standorts zu menschlichen Aktivitäten und Infrastruktur, sondern auch durch seine geologische Beschaffenheit, die Temperatur, die Druckstabilität und sogar seinen Abstand zum Meer beeinflusst.Da das CHNet sehr empfindliche Instrumente nutzt, die das Grundrauschen und nicht das Sensorrauschen messen sollen, ist es wichtig, das Umgebungsrauschen auf ein Mindestmass zu begrenzen, um auch schwache seismische Signale nachweisen zu können.
Die Auswahl der Standorte für das SDSNet muss besonders sorgfältig erfolgen, denn das Umgebungsrauschen soll auf den jeweiligen Frequenzen, die von 100 Hz bis 1.000 s reichen, auf ein Mindestmass verringert werden. Es muss jedoch einen Kompromiss geben zwischen der Notwendigkeit, ein geringes Umgebungsrauschen sicherzustellen, und einer Gewähr für den Fortbetrieb historischer, „traditioneller“ Standorte. Zahlreiche Standorte des SDSNet wurden vor Jahrzehnten ausgewählt, als die Sensoren ganz andere Leistungsmerkmale hatten und es in ihrer Nähe viel weniger Infrastruktur gab. Auch wenn an einigen dieser Standorte mittlerweile ein Rauschen vorhanden ist, ist es wichtig, sie weiter zu betreiben, um die Aufzeichnungen über an derselben Stelle auftretende Ereignisse, die Jahrzehnte auseinanderliegen können, zu vergleichen, denn Aufzeichnungen an derselben Stelle können dabei helfen, wiederholt auftretende Ereignisse zu erkennen und die Muster von Seismizität besser zu verstehen. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Auswahl eines Standortes für eine seismische Station ist die Gewährleistung einer angemessenen Sicherheit sowie einer zuverlässigen Stromversorgung und Kommunikation. Bisweilen werden Standorte mit hohem Umgebungsrauschen gewählt, denn es ist wichtig, Erdbeben an einem bestimmten Ort zu messen. So brauchen wir beispielsweise Sensoren in der Nähe von Basel, auch wenn der Rauschpegel dort hoch ist. Um niedrige Rauschpegel über lange Zeiträume gewährleisten zu können (dies ist eine Hauptbedingung für Breitbandsensoren), müssen die Änderungen von Neigung, Temperatur und Druck äusserst niedrig gehalten werden, und die Stationen sollten auf festem Fels eingerichtet werden.
Viele Stationen des SDSNet befinden sich in ehemaligen Militärbunkern und in der Nähe von Talsperren, wo bereits eine hervorragende Infrastruktur existiert, das Niveau bei Sicherheit und Umweltschutz hoch und menschenbedingtes Rauschen häufig gering ist. Natürliche Höhlen und vom Menschen gebaute Tunnel stellen ebenfalls bestens geeignete Standorte dar. Da fester Fels im Alpenvorland mitunter schwierig zu finden ist, werden die Sensoren in 100 bis 150 m tiefen Bohrlöchern oder in flachen Betonkammern platziert.
Die Stationen des SSMNet befinden sich häufig nahe dem Zentrum von Altstädten oder in der Nähe wichtiger Infrastruktur wie Spitäler und Schulen. Diese Sensoren werden ausserhalb von Gebäuden in flachen Betonkammern platziert.
Für jede ins Auge gefasste neue Station werden über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen kontinuierlich Messungen des seismischen Rauschens durchgeführt, und der Standort wird nur genehmigt, wenn die Rauschbedingungen als annehmbar gelten. Im Alpenvorland, wo dicke Schichten von Sedimentablagerungen und menschenbedingtes Rauschen nicht vermieden werden können, ist mit höheren Rauschpegeln zu rechnen.
Die tägliche Leistung des Netzwerks im Hinblick auf die Rauschspektren bei allen kontinuierlich überwachten Stationen des SDSNet und des SSMNet wird täglich aktualisiert und auf den PQLX-Webseiten veröffentlicht. Weitere Informationen über die lokalen Bedingungen an jedem CHNet-Standort können in der Site Characterization Database for Seismic Stations in Switzerland eingesehen werden.