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Sie richteten am Donnerstag in einem Brief die Bitte an US-Präsident Joe Biden, sich im Kongress für die Freigabe von Bundesmitteln einzusetzen. "Um wettbewerbsfähig zu sein und die Widerstandsfähigkeit kritischer Lieferketten zu stärken, glauben wir, dass die USA Anreize für den Bau neuer und modernisierter Halbleiterfabriken schaffen und in Forschungskapazitäten investieren müssen", heisst es in dem Schreiben. Zu den Absendern gehören neben der US-Handelskammer und Branchenverbänden auch der Autobauer General Motors, der Baumaschinenhersteller Caterpillar und der Medizintechnikkonzern Medtronic. Einen ähnlichen Brief hatte vergangene Woche bereits ein Gruppe von Chipherstellern geschickt.
Der US-Kongress hatte im vergangenen Jahr Subventionen für die Chipforschung und den Bau von Fabriken genehmigt. Die dafür benötigten Mittel müssen aber noch freigegeben werden. Zusätzlich zur Finanzierung der Förderprogramme fordern die Wirtschaftsverbände steuerliche Anreize für Chipfabriken, deren Bau oft mehrere Milliarden Dollar verschlingt.
In den USA war zuletzt die Autoproduktion massiv durch den Chipmangel gestört. General Motors musste die Produktion in mehreren Werken drosseln und die Bänder teils anhalten. Auch Ford ist betroffen. Beide Autokonzerne haben zudem angekündigt, halbfertige Autos zwischenzuparken, bis die benötigen Chips geliefert werden. General Motors befürchtet, dass der Halbleitermangel das operative Ergebnis in diesem Jahr um bis zu zwei Milliarden Dollar schmälern könnte.
Weltweit ist kaum ein Autohersteller nicht von der Chipkrise betroffen. Lediglich Toyota konnte die Auswirkungen bisher durch eine kluge Bevorratung in Grenzen halten.
Ein weltweiter Verteilungskampf um Chips
Der Grossteil der Chips kommt heute aus Asien, wo grosse Auftragsfertiger wie Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) und Samsung Electronics die Produktion für Hunderte von verschiedenen Chipfirmen übernehmen. Sowohl TSMC als auch Samsung planen in den nächsten Jahren neue Chipfabriken in den USA, die von dem Förderprogramm profitieren könnten. Zu dem Engpass ist es gekommen, weil die Autobauer ihre Produktion zu Beginn der Corona-Pandemie heruntergefahren haben und sich die Chiphersteller daraufhin auf ihre sehr viel grössere Kundschaft aus der Unterhaltungselektronik und Telekommunikation konzentrierte.
Auch in Europa nehmen deshalb Rufe nach Fördermitteln für den Bau von Chipkapazitäten zu. Der deutsche Verband der Automobilindustrie sprach sich dafür aus, auf europäischer Ebene bei Schlüsseltechnologien wie Computerchips ein Gegengewicht zu Asien zu bilden. VDA-Chefin Hildegard Müller verwies dazu unlängst auf die für die Elektromobilität entscheidende Versorgung mit Batteriezellen, bei der durch entsprechende Initiativen bereits einiges in die Wege geleitet worden sei. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet in Europa mit hohen Investitionen in die Chipbranche, idealerweise rund 50 Milliarden Euro, von denen der Staat einen Teil tragen werde. Experten bezweifeln allerdings, ob der Chipmangel dadurch kurzfristig gelöst werden kann.
(Reuters)