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Das Hornquartett ist wohl in bezug auf Tonumfang sowie Modulationsfähigkeit in Klang und Dynamik und von seiner Möglichkeit her, sich mit anderen Instrumenten klanglich zu vermischen, die vielseitigste Gruppierung innerhalb des Bläserregisters im Orchester. Im Unisono einmalig homogen, im harmonischen Quartettsatz mit unerreichbarer Geschmeidigkeit Akzente setzend und im Tutti unüberhörbar, ist das Hornregister zu einem Grundpfeiler der Kompositionweise vieler Tonsetzer geworden. Sehr früh hat sich ja auch die vierfache Besetzung gegenüber der paarigen Verwendung der übrigen Orchesterinstrumente durchgesetzt.
Schumann hat mit seinem Konzertstück für vier Hörner und Orchester Massstäbe gesetzt. Das lange Zeit wegen seiner technischen Schwierigkeiten als „unspielbar“ bezeichnete Stück wurde allerdings früher sehr selten aufgeführt. Merkwürdigerweise fand Schumann kaum Nachahmer. Stücke für vier Hörner und Orchester sind, trotz einiger neuerer Kompositionen, eine Rarität. a quattro ist für mich die Realisierung eines lange gehegten Wunsches, für diese Kombination zu schreiben. Interessanterweise ist es innerhalb meines Werkkataloges jenes Stück, das unmittelbar auf Azur folgt, ein Hornquartett, das ich zum 50. Geburtstag des Leipziger Hornquartetts geschrieben habe und das am 17. November 2001 im Alten Rathaus Leipzig durch die Widmungsträger uraufgeführt wurde. Ein Zufall des Terminkalenders?
Vom Hornquartett, das „im Herzen“ des Orchesters wirkt, wurden in a quattro Klangperspektiven entworfen, die von jenem aufgenommen, reflektiert und beantwortet werden. Die Bläsergruppe entspricht dabei der Besetzung des Schumannschen Konzertstücks und bildet streckenweise ein „Concertino“, das mit den Solisten dialogisiert und sich mit ihnen vermischt. Kontrastierende Holzbläser und Schlagzeuginterventionen erweitern und kommentieren die von der Horngruppe geprägten melodischen und harmonischen Elemente.