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Seit ihren Anfängen entwickelte sich die Europäische Union (EU) zur bedeutendsten Partnerin der Schweiz – sowohl aufgrund des politischen und wirtschaftlichen Gewichts der EU als auch wegen der geografischen und kulturellen Nähe. Mit Ausnahme von Liechtenstein sind alle Nachbarländer der Schweiz Mitgliedstaaten der EU. Eine konstruktive und enge Zusammenarbeit mit dieser ist deshalb essenziell, um beispielsweise Probleme im grenzüberschreitenden Verkehr, im Asyl-, Sicherheits- oder Umweltbereich zu lösen. Grundlage der Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU bilden bilaterale Abkommen. Dieser bilaterale Weg hat seinen Ursprung im Freihandelsabkommen von 1972 und wurde seit den 1990er-Jahren kontinuierlich ausgebaut.
Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Vorgänger der EU eine Gemeinschaft geschaffen, welche den Frieden unter den europäischen Ländern nachhaltig sichern und die wirtschaftlichen Beziehungen ausbauen sollte. Auch die Schweiz richtete ihre Aussenpolitik auf eine vertiefte europäische Wirtschaftszusammenarbeit aus, weshalb sie 1948 gemeinsam mit weiteren Staaten die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ins Leben rief.
Als Gegengewicht zur EU, aber vor allem als Antriebskraft für die Förderung von Wachstum und Wohlstand, gründeten die Schweiz und sechs weitere europäische Staaten 1960 die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA) mit dem Ziel, Zölle auf Industrieprodukte abzubauen. Kurz darauf traten indes mehrere EFTA-Staaten der EU bei. Auch die Schweiz wollte ihre Wirtschaftsbeziehungen ausbauen und vertraglich absichern, weshalb sie mit der EU 1972 ein Freihandelsabkommen für Industriegüter abschloss. Dieses schaffte die Zölle auf gewisse Produkte ab und bildet bis heute die Grundlage für die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU.
1989 schlug die EU das Konzept eines Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) vor, welches den übrigen EFTA-Staaten eine weitgehende Teilnahme am Europäischen Binnenmarkt ermöglichen sollte. Die Schweizer Regierung unterzeichnete das EWR-Abkommen 1992. Der EWR-Beitritt wurde anschliessend jedoch von 50,3% des Schweizer Stimmvolks sowie von 18 der 26 Kantone abgelehnt. In der Folge gestaltete die Schweiz ihre Beziehungen mit der EU auf der Basis einer Reihe bilateraler Abkommen. Dieser bilaterale Weg wurde in zwei entscheidenden Schritten 1999 und 2004 – den Bilateralen I und II – ausgebaut. Sie schaffen einen weitgehenden gegenseitigen Marktzugang und sind Grundlage für eine enge sektorielle Kooperation in vielen Bereichen. Inzwischen haben die Schweiz und die EU rund 20 Hauptabkommen und über 100 weitere Abkommen abgeschlossen.