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Lebensgeschichten... Wer sind die Mitglieder von Projekt Emmanuel? Wie leben Behinderte in Äthiopien? Was sind ihre Herausforderungen und was begeistert sie? Männer und Frauen von Projekt Emmanuel geben Einblick in ihren Alltag.
Tesfaye Asele: er wurde als Bruder von 2 Schwestern vor 26 Jahren in der Stadt Soddo geboren. Seine Mutter starb, als er 7 jährig war. Sein Vater wollte nicht erneut heiraten. So vermisst Tesfaye Asele die Lieber seiner Mutter. Das Leben war sehr hart und herausfordernd nach dem Tod seiner Mutter – besonders für den wegen Polio gelähmten Jungen Tesfaye. Seine Vision ist es, Arbeitsmöglichkeiten für viele andere Behinderte zu schaffen, auch träumt er davon, eine eigene Unterkunft aufzubauen. Er arbeitet als Strassenverkäufer bei Emmanuel.
Birhanu Simon: er wurde in Soddo geboren, als viertes Kind einer grossen Familie (er hat 5 Brüder und 3 Schwestern). Er erkrankte an Kinderlähmung (Polio) und wurde gelähmt. Seine Eltern leben noch, seine Mutter ist Hausfrau, sein Vater Bauer. Birhanu hat 10 Jahre die Schule besucht, jedoch nach Abschluss (das war vor 4 Jahren…) keine Arbeit gefunden – weil er behindert ist. Nun arbeitet Birhanu Simon in der Werkstatt bei Emmanuel und ist nicht mehr vom Unterhalt seiner Eltern abhängig. Seine Vision ist es, anderen behinderten Menschen zu helfen, damit sie Arbeit finden, statt auf der Strasse zu leben und betteln zu müssen. Er will seine Fähigkeiten weiterentwickeln, speziell zur Herstellung von Rollstühlen und handangetriebenen Velos für Behinderte. Und dann andere Behinderte ausbilden, die noch auf der Strasse betteln, weil sie keine Arbeit haben.
Dawit Mena: er wurde im Städtchen Gunumo in Wolayita Region geboren. Er ist 28 Jahre alt, hat 4 Brüder und 2 Schwestern. Seine Eltern waren Bauern auf dem Land, sein Vater starb jedoch vor 2 Jahren.Weil er an Polio erkrankte, konnte er erst mit 12 Jahren in die Schule gehen, es gab keine Schule in der Nähe seiner Familie. Seine Vision ist es, in seinem Heimatdorf eine Schule zu bauen. Ebenso gehören Transportmöglichkeiten für Behinderte und Unterkünfte für Obdachlose zu seinen grossen Anliegen. Er arbeitet als Strassenverkäufer bei Emmanuel. Heute kann er sich selbst versorgen und seine Mutter unterstützen.
Almaz Daka: sie wurde im abgelegenen Dorf Humbo im Wolayita Distrikt geboren. Sie ist heute 25 Jahre alt und infolge Polio gelähmt. Sie hat eine Schwester und einen Bruder. Ihr Vater starb, als sie 9 jährig war, und ihre Mutter konnte sich nicht um alle drei Kinder kümmern. Ihre Mutter ging mit ihren drei Kindern auf die Strasse : betteln. Später wurden Almaz‘ Bruder und ihre Schwester von zwei Familien aufgenommen. Aber die behinderte Almaz liess man mit ihrer Mutter zusammen auf der Strasse, wo das Leben sehr herausfordernd war. Auch ihre Mutter verstarb vor einem Jahr. Almaz war allein. Inzwischen ist Almaz zur Emmanuel Gruppe gestossen und arbeitet ebenfalls im Coiffeursaloon. Sie ist glücklich- sie ist keine obdachlose Bettlerin mehr. Ihre Vision ist es, anderen behinderten Menschen zu helfen. Sie will keine mehr auf den Strassen betteln sehen, wie sie es einst zu tun gezwungen war. Heute hat sie ein glückliches Leben.
Bazinesh Ermias: sie wurde in Areka, einem Dorf in Wolayita geboren. Sie ist 19 Jahre alt und leidet seit Kindheit an Polio. Sie hat 2 Brüder und eine Schwester. Ihre Eltern leben noch, aber sie ignorierten ihre behinderte Tochter komplett. So zog Bazinesh Ermias allein nach Soddo, wo sie anfänglich ganz allein auf sich selbst gestellt war. Sie hatte keine Angehörigen, die sie unterstützen, oder für ihren Lebensunterhalt aufkamen. Schliesslich erfuhr sie von Projekt Emmanuel und schloss sich der Gruppe an. Melese, der Leiter, half ihr, eine Unterkunft zu finden. Zuerst konnte sie die Nächte in einem Kiosk verbringen, der tagsüber in Betrieb war, schliesslich fand Melese ein günstiges Zimmer für Bazinesh und hilft ihr, die Mietzinse zu bezahlen. Ihre Vision ist es, behinderten Frauen auf der Strasse zu helfen. Denn sie weiss nur zu genau, wie viele behinderte Mädchen vergewaltigt werden, sich aus der Not heraus prostituieren, schwanger werden und Kinder kriegen, die sie dann – ohne Unterkunft und Einkommen, als alleinerziehende Mütter kaum versorgen können. Bazinesh will solchen Geschichten in ihrer Stadt ein Ende machen. Heute ist sie glückliche Mitarbeiterin im Coiffeursaloon bei Emmanuel.
Asrat Dana: wurde im Bezirk Soddo geboren, er ist 24 Jahre alt und wegen Polio gelähmt. Er hat 4 Brüder und 2 Schwestern, sein Vater starb, als er 14 jährig war. Seine Mutter arbeitet als Taglöhnerin. Nach dem Tod seines Vaters begann Asrat Dana auf den Strassen zu betteln. Heute ist er Mitglied von Emmanuel und arbeitet als Strassenverkäufer. Seine Vision ist es, der Gesellschaft zu zeigen, dass behindert zu sein nicht heisst, unfähig zu sein. Dass Behinderte fähig sind, selbst zu arbeiten, ihr Leben in die Hand zu nehmen und ihr Schicksal zu verändern.
Tesfaye Gensa: er ist 22 Jahre alt und wurde in der Stadt Soddo geboren. Er leidet seit Kindheit an Kinderlähmung. Er hat 3 Brüder und 4 Schwestern, seine Eltern sind Bauern auf dem Land. Seine Vision ist es, sich um Waisenkinder ohne Angehörige zu kümmern. Tesfaye Gensa arbeitet als Strassenverkäufer bei Emmanuel.
Aselefech Juna: sie wurde in Soddo, Wolayita geboren. Sie ist 29 Jahre alt, ist seit Kindheit wegen Polio gelähmt. Sie hat 3 Brüder und 1 Schwester. Ihre Eltern leben noch, aber können sie nicht unterstützen und für ihren Lebenunterhalt sorgen. Ihr Vater ist Handwerker. Aselefech möchte heiraten und ein Kind haben – und ihr Kind in eine gute Schule schicken. Sie ist Mitarbeiterin im Coiffeursaloon bei Emmanuel.
Zerihun - jahrelang versteckt und verachtet - bei Emmanuel findet er Wertschätzung und Gemeinschaft
ZERIHUN: Ausschnitt aus einem Mail von Melese Eyob Heramo -Soddo November 2015 Ich möchte die Geschichte eines behinderten jungen Mannes mit dir teilen, den ich hier in Soddo bei sich zuhause besucht habe. Er heisst Zerihun, ist 28 Jahre alt. Seit dem Alter von 12 Jahren hat er sein Zuhause nicht mehr verlassen, dies über ca 16 Jahre hinweg. Seine Familie schämte sich für ihn und verbot ihm, die Hütte zu verlassen. Deshalb liess er sich seine Haare nie schneiden und sah verwahrlost aus. Er besass damals keinen Rollstuhl, so konnte er nirgend wohin gehen. Er ist der einzige Sohn dieser Familie. Ich erzählte ihm meine eigene Lebensgeschichte und dann beteten wir gemeinsam für seine Lebenssituation. Wir von „Emmanuel“ schenkten ihm einen Rollstuhl, und er ist überglücklich darüber! Gerne möchte er ein kleines Geschäft aufziehen, was eine gute Sache ist. Er hat mehr als 16 Jahre in der Dunkelheit seiner Hütte gesessen, und nun möchte er ans Licht kommen. Ich war so glücklich, dass ich ihn kennengelernt habe.
Anmerkung der Redaktion: Melese s eigene Lebensgeschichte: siehe Melese, ein junger Mann mit Vision.
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