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Bezirksspital Lachen
Adresse
8853 Lachen
SZ
Architektur
Das Bezirksspital Lachen birgt das erste Schweizer Notspital – eine unterirdische Operationseinheit – und setzte auch architektonisch Massstäbe. Den komplexen technischen Anforderungen und dem grossen Volumen wurde mit einer fein differenzierten architektonischen Ausformulierung entgegnet. Die Sichtbetonelemente besitzen eine verblüffende Leichtigkeit.
Chronologie
Das erste Bezirksspital für die March wurde 1912 errichtet, 1931 folgte ein Tuberkulosehaus und 1955 eine erste Erweiterung des Spitalbaus. 1963 ersuchte die Spitalkommission vier Architektenteams um Entwürfe für einen umfassenden Neubau. Beauftragt wurde die Architektengruppe Müller-Leuzinger-Butti. In den Jahren 1965 bis 1967 konnte Rolf Leuzinger den Bau realisieren. In der Zwischenzeit wuchs das Spitalareal weiter. Ein Erweiterungsbau wurde im Stil des Bestands umgesetzt, die anderen weichen stark ab und verunklären den Baukomplex. In den Jahren 2016/17 wurden das Dach und die Fassaden des Leuzinger-Baus saniert.
Lage
Das Bezirksspital befindet sich am südöstlichen Rand von Lachen direkt neben der Autobahnausfahrt. Im Südwesten grenzt das Spitalareal an die stark befahrene Oberdorfstrasse. Im Südosten führt der Spitalweg entlang, im Nordwesten die Bachtelstrasse. Den Kopfbau bildet bis heute das zur Oberdorfstrasse orientierte Gebäude von 1912, die Erweiterungen sind dahinter platziert. Dadurch bildet sich ein ruhiger Innenhof zwischen den verschiedenen Trakten. Der Komplex ist über den Parkplatz im Südwesten und über die Bachtelstrasse – dort befindet sich auch der Helikopterlandeplatz – erschlossen. Beide Zugangsbereiche sind als Hof ausgeformt.
Beschreibung
Der flach gedeckte Leuzinger-Bau ist T-förmig angeordnet. Er setzt sich aus einem fünfgeschossigen Bettentrakt und einem dreigeschossigen Behandlungstrakt zusammen. An der Schnittstelle der beiden Trakte befindet sich die Erschliessung. Die Sichtbeton-Fassaden wurden weiss gestrichen. Der Behandlungstrakt zeichnet sich durch Bandfenster aus, die an der Südwestfassade ursprünglich zu weiten Teilen als schmales, horizontales Oberlichtband ausgebildet waren und später auf Brüstungshöhe herabgesetzt wurden. Das Obergeschoss springt leicht vor, der Trakt besass in der ursprünglichen Form einen fast schwebenden Charakter. Dem Bettentrakt sind gestuft ausgebildete Sichtbeton-Wandscheiben vorgesetzt, die das Thema Fensteröffnung-Oberlichtband aufnehmen. Die durchgehenden, horizontalen Einschnitte formen eine kammartige Struktur. Die schmale Südwestseite zeichnet sich durch weit auskragende Balkone aus. Das kleine Dachgeschoss nimmt nur einen Teil der Fläche ein und trägt zur harmonischen Höhenstaffelung des Baukomplexes bei, der in einem Aufzugsturm gipfelt.
Literatur