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Das Wichtigste in Kürze
- «Der Fonds wird in einigen Wochen eingeweiht - alles ist bereit», kündigte Niccolò Castelli, Direktor der Ticino Film Commission, am Donnerstag in Solothurn an.
Castelli, der auch Filmemacher ist, räumte ein, dass er Schwierigkeiten hatte, seine Filme ausserhalb der italienischen Schweiz zu vertreiben. Der Fonds soll dies künftig erleichtern.
«Trotz seines Status als Amtssprache in der Schweiz ist Italienisch noch zu oft ein Hindernis für Ideen, Projekte und den Austausch auf nationaler Ebene», sagte er weiter. 730'000 Menschen bezeichnen Italienisch als ihre Muttersprache und rund zwei Millionen Menschen in der Schweiz geben an, Italienisch als Fremdsprache zu sprechen oder zu verstehen.
Castelli fügte als Beispiel den vom Bundesamt für Kultur (BAK) vergebenen Schweizer Filmpreis 2022 an: Nur 10 der 104 Filme, die an der Ausschreibung teilnehmen, haben italienische Untertitel oder Tonspuren. «Da viele Menschen Italienisch sprechen und einen Film auf Italienisch mit Untertiteln sehen können, gäbe es auch genug Markt, um die Produktionen in andere Sprachregionen zu bringen.»
Der neue Fonds wird von der Schweizerischen Autorengesellschaft (SSA), der Schweizerischen Genossenschaft für Urheberrechte an audiovisuellen Werken Suisseimage sowie von Radiotelevisione Svizzera (RSI) unterstützt. Hauptziel ist es, die italienische Sprache im Schweizer Kino zu fördern und den Austausch im Bereich des Kinos zwischen den verschiedenen Sprachregionen zu verstärken. Er soll aber auch zur Verbreitung von Schweizer Produktionen aus der und in die italienischsprachige Schweiz beitragen, was derzeit aufgrund des begrenzten Marktes nicht immer möglich ist.
Der als Pilotprojekt geschaffene Fonds verfügt über ein Anfangsbudget von knapp 100'000 Franken, um beispielsweise die Übersetzung von Drehbüchern aus dem Italienischen in andere Landessprachen, Kosten für italienische Untertitel oder Adaptionen fremdsprachiger Drehbücher für Produktionen auf Italienisch zu decken.
Die Ticino Film Commission plant ausserdem weitere Projekte - eines davon ist «Ticino in film», eine Zusammenarbeit mit der Cinémathèque suisse in Lausanne. Damit sollen Filme gefördert werden, die von ausländischen oder nicht-italienischen Regisseuren im Tessin gedreht wurden. So etwa ist «Le conseguenze dell'amore» von Paolo Sorrentino.