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Das 1974 von Rudolf Olgiati restaurierte Patrizierhaus steht seit über 300 Jahren an prominenter Lage direkt am Dorfplatz von Malans und erinnert als Bauzeuge an eine der ehemals mächtigsten Familien Graubündens.
Verfügbarkeit
Beschreibung und Geschichte
Die drei um einen Innenhof stehenden Plantahäuser sind ein Ensemble und erinnern als bauliche Zeugen an eine der einflussreichsten Familien Graubündens. Seinen Namen verdankt das Haus Ambrosius von Planta, der es im Jahr 1645 mitten im Dorfkern von Malans erbauen liess. Die «von Planta» sind ein schweizerisches Adelsgeschlecht aus dem Oberengadin. Das Geld verdienten sie als Offiziere vorwiegend in Frankreich und Österreich, aber auch in Spanien, England, Neapel und in den Niederlanden. Ausserdem waren sie die Bankiers ihrer Zeit. Ihre Stammsitze waren Zuoz, Samedan und Chur. Einzelne Linien der Familie bestehen bis heute.
Das mittlere Planta-Haus, in dem sich die Ferienwohnung befindet, wurde nach dem verheerenden Dorfbrand von 1684 von den zwei Söhnen Ambrosius und Gubert von Planta- Wildenberg auf den Resten des Vorgängerbaus erstellt und gilt als „Stammhaus“ der Planta-Wildenberg in Malans. Zusammen mit dem oberen und unteren Plantahaus bildet das Mittlere Plantahaus eine der herausragendsten historischen Baugruppen in Malans und ist mit seiner in weiten Teilen bauzeitlichen Ausstattung, ein Beispiel gehobener Wohnkultur aus dem 17. und 18. Jahrhunderts, sowohl im architektonischen als auch historischen Sinn.
Der Umbau des Patrizierhauses 1974 durch den Bündner Architekten Rudolf Olgiati (1910-1995) war der Versuch, das ehemalige Lebensgefühl im Haus in die Moderne zu übertragen, wobei die Synthese von alt und neu sehr gut gelungen ist. Olgiati war ein Vertreter der «Neuen Sachlichkeit» und einer der ersten, die Mitte der 1950er Jahre die Bedeutung und Wirksamkeit historischer Gestaltungsprinzipien für die Architektur der Moderne entdeckten. Rudolf Olgiatis Arbeit in den zwei oberen Geschossen des Mittleren Plantahauses widerspiegelt beispielhaft den Bündner Regionalismus der Nachkriegsjahre.
Das Planthaus befindet sich in Privatbesitz. Die Wohnung im ersten Stock wird durch die Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet.
- Ein vor wenigen Jahren aufgetauchtes Ölbild aus dem 19. Jahrhundert zeigt die Strassenkreuzung mit dem achteckigen Tränkebrunnen und dem neu erbauten Gartenpavillon des Stammhauses Planta (im Vordergrund rechts).
- Luftbild der drei um einen Innenhof stehenden Plantahäuser aus dem Jahr 2020
Baukulturelle besonderheiten
Die Grundanlage des kompakten Baus geht auf die Zeit der ersten Patrizierhäuser vor dem grossen Dorfbrand 1684 von Malans zurück. Die zwei durch ein schmales Zwischengebäude verbundenen mächtigen Wohnhäuser dominieren den Hauptplatz des Dorfes. Es sind repräsentative Beispiele charakteristischer Bündner Aristokratenhäuser, deren massiver Baukubus durch Rundbogenportale und darüber liegenden schmiedeeisernen Balkone akzentuiert wird. Der räumliche Ausdruck der vorbarocken Architektur Graubündens ist insbesondere in der um 1730 reich stukkierten Sala Terrena (Gartensaal), heute Salotto genannt, und in der ordentlichen Raumhöhe der relativ kleinen Wohnräume in den Obergeschossen spürbar.
Das mittlere Stammhaus, in welchem sich die Ferienwohnung befindet, wurde im 17. Jahrhundert von Ambrosius von Planta erbaut. Ein purifizierender Umbau erfolgte 1972-74 durch Rudolf Olgiati. Tatsächlich kann am umgebauten Plantahaus Olgiatis Bestreben erkannt werden, historische Bauten nicht einfach zu restaurieren, sondern die traditionell geschaffenen Strukturen mit seiner radikalen Sachlichkeit zu verbinden. Durch den Umbau wurde die Anzahl Wohnungen erhöht, indem neben etwas grösseren auch Kleinwohnungen entstanden. Die Wohnungen werden mittels Dacheinschnitten gegen Osten oder Terrassen und Lauben als Aussenräume ergänzt.
Bis heute ist die Wohnung unter anderem mit originalen Olgiati-Möbeln eingerichtet. Das Hauptzimmer hat getäfelte Decken, zum Teil auch Wandtäfer. Einige Zimmer sind überwölbt, genau wie der Gang im ersten und im zweiten Stock. Im Erdgeschoss gibt es einen herrschaftlichen Gartensaal, mit stattlichem Cheminée, Regence-Stukkaturen und prächtigen Kreuzgewölben. Die Fassade wurde bei der Restaurierung nach altem Verfahren weiss gekalkt. Das hohe Satteldach ist mit alten, handgemachten Biberschwanzziegeln eingedeckt. So ist nicht nur im Innern des Hauses, sondern auch aussen der Eindruck bündnerischer Bauweise in ihrer stattlichen Schönheit erhalten geblieben.
Zu erwähnen ist die freie Rekonstruktion des kleinen, geometrischen, spätbarocken Ziergartens im Süden, der Eingang in die ICOMOS Liste historischer Gärten und Anlagen der Schweiz gefunden hat.
Informationen Zur Ferienwohnung
- Grundriss
Die Ferienwohnung mit den hohen Wohnräumen, befindet sich im mittleren Plantahaus, ausgestattet mit historischen Gewölben und Täfern und einem direkten Liftzugang. In der Wohnung dominiert ein einfaches, aber kraftvolles Täfer. Die Öffnung der Südfassade mit der eingezogenen Terrasse erweitert das Wohnen im historischen Haus zu einem modernen Architekturerlebnis.
Der Gartensaal mit der bemerkenswerten Régence-Stukkatur auf dem Gewölbe darf von den Feriengästen genutzt werden. So auch der Gemeinschaftsgarten, der über die Saletta oder die Aussentüre betreten werden kann. Im Keller des Hauses befindet sich eine kleine Sauna zur Mitbenutzung.
Das Plantahaus ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass gewisse funktionelle Details wie Fenster- und Türöffner, Treppenhandläufe und Stufenhöhen nicht der gängigen Norm entsprechen und eine eventuelle Gefahrenquelle bergen können.
Personen: 7 (plus ein Kind bis 2 Jahre)
Zimmer: 2 Doppelzimmer, 1 Zweierzimmer, 1 Einzelzimmer, 1 Zimmer mit Babybett (dieses Zimmer hat eine Verbindungstüre zu einem Doppelzimmer)
Saison: Ganzjährig
Kurzferien: Nebensaison (mind. 3 Nächte)
Höhe: 568 m ü. M.
Haustiere: Auf Anfrage erlaubt
ÖV: Richtung Chur, in Landquart umsteigen auf das Postauto Richtung Bad Ragaz Bahnhof, in Malans Postplatz aussteigen
Parkplatz: öffentlich
Aussenbereich: Eine Loggia, ein kleiner Balkon und ein Barockgarten
WLAN: Ist vorhanden
Heizung: Zentralheizung
Ofen / Cheminée: Zwei Cheminées
Küche: Mokka-Kanne, Geschirrspüler und Waschmaschine vorhanden
Extras: Die Böden sind aus Holz und Stein, weshalb wir gute Hausschuhe empfehlen. Die Sauna und die Waschküche sind zur freien Verfügung (Mitbenutzung mit Hausbewohner)
Lage
Lage
Zur Bündner Herrschaft gehören das Städtchen Maienfeld und die Weinbaudörfer Malans, Jenins und Fläsch. Alle sind klimatisch bevorzugt, weshalb das Gebiet auch als «Garten Graubündens» bezeichnet wird. Die Gemeinde Malans liegt oberhalb der Einmündung der Landquart in den Rhein auf einem Schuttkegel fünf Kilometer südöstlich von Maienfeld.
Geschichte
Malans liegt an den historischen Transitrouten des Rheintals. Im Mittelalter führte die grosse Durchgangsstrasse Deutschland – Italien im Churer Rheintal den gesicherten Hängen entlang. Malans lag nicht nur an dieser wichtigen Verkehrsader, es war zugleich die letzte Station vor der Abzweigung ins Prättigau und war der Umschlagplatz für die lebensnotwendigen Güter in das Seitental. So wurde Malans für lange Zeit zum wichtigsten Marktort. Um 1840 erfolgte der Bau der Verbindungsstrasse nach Landquart. Ab 1859 wurde Graubünden durch die Rheintal-Eisenbahn erschlossen und ab 1890 wurde Malans durch die Rhätische Bahn RhB, Landquart – Davos bedient, aber auch umfahren. Diese Umstände führten um 1864 zur Aufgabe des Wochenmarktes. Malans ist gemäss ISOS (Inventar schützenswerte Ortsbilder der Schweiz) ein Ortsbild von nationaler Bedeutung.
Ausflüge
Die Bündner Herrschaft ist eine Gegend für Ruhe- und Erholungsuchende. Malans bietet jedem etwas, sei es bei einem Spaziergang durch die Rebberge oder bei einem Dorfrundgang mit seinen vielen alten, sehenswerten Häusern und von Mauern eingefriedeten Wingerten. Eine spezielle Attraktion ist die Älplibahn. Oben auf dem Älpli bietet sich eine schöne Aussicht auf Malans und das Churer-Rheintal. Eine beliebte Wanderung führt von Malans über den Fadärastein bis nach Seewis i.P. (Salisweg) oder, mit etwas Ausdauer, bis auf den Vilan.