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Katharina von Medici aus der thatsächlichen Leitung verdrängen. Die Unzuverlässigkeit der deutschen
Protestanten, deren
Hilfe er suchte, die Umwerbung der kath. Partei, Hoffnungen, die
Spanien
[* 2] ihm auf Obernavarra erweckte, und die Haltlosigkeit
seiner sinnlichen, leicht beweglichen Natur bewirkten, daß er Anfang 1562 offen zu den Guisen übertrat, während seine
Gemahlin am
Calvinismus innerlich und politisch festhielt. Im ersten Hugenottenkriege führte Anton das kath.
Heer mit
Franz Guise und Montmorency; vor Rouen
[* 3] verwundet, starb er 17. Nov., von allen Parteien mißachtet. Sein Sohn
Heinrich IV. wurde 1589 König von
Frankreich. -
Diese ohne Vorwissen seines Hauses geschlossene und lange verheimlichte
Ehe wurde der
Anlaß zu erbitterten Erbstreitigkeiten.
Nach dem
Testament vom J. 1706 sollte das Land ungeteilt bleiben und von den drei
SöhnenBernhards, unter
Leitung des ältesten Ernst
Ludwig, gemeinsam regiert werden. Dieser aber strebte danach, seinem Geschlechte die alleinige
Erbfolge zu sichern. Dagegen suchte seinen Erbanspruch und die Gleichberechtigung seiner bürgerlichen Gemahlin und ihrer
Kinder, die von den sächs.
Herzögen von der Erbfolge ausgeschlossen werden sollten, zu verfechten.
Endlich erlangte nach dem
Tode seines ältesten
Bruders 1724 eine kaiserl.
Verfügung, die dessen Primogenitur-Erbfolgegesetz
auf seinen ältesten Sohn beschränkte und Anton Ulrichs Gemahlin mit ihren
Kindern in den Reichsfürstenstand erhob (1727).
KaiserKarl VII. erklärte aber auf das Drängen seiner Verwandten die von
Karl VI. verfügte
Standeserhöhung
der Gemahlin Anton Ulrichs für ungültig, und
KaiserFranz I.
Stephan bestätigte diese Erklärung auch seinerseits (1744). Philippine
starb 1744, und lebte seitdem meist in
Frankfurt
[* 9] a. M. bei seinen
Kindern.
Endlich rief ihn derTod seines zweiten
BrudersFriedrich Wilhelm 1746 nach
Meiningen
[* 10] zurück, wo er nun die
Alleinherrschaft übernahm. 1747 verwickelte ihn seine Rücksichtslosigkeit und Hartnäckigkeit in den sog.
Wasunger
Krieg (s.
Wasungen) mit Gotha.
[* 11] 1750 vermählte sich ebenbürtig mit Charlotte
Amalie von Hessen-Philippsthal, die ihm
noch acht
Kinder schenkte. So wurde er der Stammvater des neuen meiningenschen Fürstenhauses. Er war
ein Fürst von guten
Anlagen, gründlicher
Bildung, starkem Selbstbewußtsein, festem Rechtsgefühl und großer Selbständigkeit.
Er starb in
Frankfurt.
Giacomo,Kardinal-StaatssekretärPius' IX., geb. in
Sonnino, einem Räuberort an der neapolit.
Grenze des damaligen Kirchenstaates, aus armer, später von
Pius IX. in den erblichen Grafenstand erhobener
Familie, zeichnete sich als
Schüler des
Großen Seminars in
Rom
[* 12] so aus, daß Papst
Gregor XVI. ihn, nachdem er die Priesterweihe
empfangen, in seine Nähe zog und zur staatsmännischen Laufbahn bestimmte. 1830 zum Prälaten erhoben, war Antonelli als
Assessor bei dem obersten
Staatsgerichtshof, später als Delegat in Orvieto, Viterbo und Macerata thätig
und wurde 1841 zum
Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern, 1844 zum zweiten Schatzmeister und 1845 zum Großschatzmeister
(Finanzminister) ernannt.
Bisher ein eifriger
Vertreter des weltlichen und geistlichen
Despotismus, schwenkte Antonelli, als
Pius IX. Papst wurde, zu den
Liberalen hinüber und erwarb sich dadurch die Gunst des neuen Herrschers, auf den er durch seine
Geschmeidigkeit, hinter
der sich ein energischer Charakter verbarg, einen zunehmenden Einfluß gewann. 1847 zum Kardinal erhoben, trat in den ersten
Ministerrat, mit dessen
BildungPius IX. seine
Reformen eröffnete. Seit Anfang Mai 1848 Präsident eines
liberalen Ministeriums, mußte er, als er plötzlich die nationalen Bestrebungen fallen ließ und sich für
Österreich
[* 13] erklärte,
dem drohenden Unwillen der radikalen röm.
Bevölkerung
[* 14] weichen und die Leitung der öffentlichen Angelegenheiten einem
Kabinett
Mamiani überlassen, blieb aber trotzdem der Ratgeber des Papstes und der eigentliche Leiter der päpstl.
Politik. Auf seinen
Rat floh der Papst im Nov. 1848 nach Gaeta, er selbst folgte ihm und erhielt die Würde eines
Staatssekretärs.
Nach der Rückkehr nach
Rom im April 1850 wurde er nicht bloß der oberste, sondern der einzige
Chef des Staatswesens und leitete
fortan die päpstl. Politik imSinne der strengsten politischen und kirchlichen Reaktion. Den
Untergang
des Kirchenstaates (1870) vermochte auch seine diplomat. Gewandtheit nicht aufzuhalten. Antonelli starb in
Rom, nachdem er schon länger seinen Einfluß auf
Pius IX. an die
Jesuiten verloren hatte. Er hinterließ ein Vermögen von
mehr als 100 Mill.
Lire, von dem seine angebliche Tochter, die Gräfin Lambertini, in einem skandalösen
Prozesse 1877 ihren Anteil beanspruchte, aber erfolglos, da der
Beweis ihrer
Abstammung als nicht erbracht erklärt wurde.
daMessina,
[* 15] eigentlich Antonello d'Antonio, ital.
Maler, geb. im Anfang des 15. Jahrh. Nachdem er in
Rom seine
Ausbildung erlangt hatte, ließ er sich um 1473 in
Venedig
[* 16] nieder und soll unter den venet. Künstlern
die
Technik der
Ölmalerei verbreitet haben, welche er, wie es heißt, dem Jan
van Eyck abgelernt hatte. Antonello starb um 1493 in
Venedig. Das ganze Leben und Wirken
A.s ist in Dunkel gehüllt, so ersichtlich seine
¶
mehr
Bedeutung und sein Einfluß ist. Von seinen Bildern sind die bedeutendsten: Christus, in der Londoner Nationalgalerie;