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Die US-Investmentbank Morgan Stanley fühlt sich offenbar finanziell wieder für Aktienrückkäufe gerüstet. Das Kreditinstitut könnte die US-Notenbank Fed bereits im Januar um eine Genehmigung bitten, schrieb das «Wall Street Journal» (WSJ) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Sollte die Fed dies erlauben, könnte die Bank zum ersten Mal seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Herbst 2008 eigene Papiere erwerben. Eine Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen. Die US-Banken müssen sich seit 2009 Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen von der Fed genehmigen lassen.
Zeichen der Rückkehr zur Normalität
Sollte die US-Notenbank dies Morgan Stanley erlauben, wäre es ein weiteres Zeichen für die Rückkehr zur Normalität in der Finanzbranche. Vor der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers gehörten Aktienrückkäufe und stetig steigende Dividenden zur Tagesordnung bei den Banken, um die Investoren bei Laune zu halten.
In der Finanzkrise wurden die Aktienrückkäufe gestoppt und die direkte Ausschüttung an die Anteilseigner eingedampft, um das Geld im Haus zu halten. Wegen der niedrigen Bewertung der Aktie sei bei Morgan Stanley der Rückkauf von eigenen Anteilen wahrscheinlicher als eine Dividendenerhöhung.
Vertrauensbeweis der Aufseher
Die Genehmigung eines Aktienrückkaufs wäre zudem ein Vertrauensbeweis der Aufseher in den seit 2010 amtierenden Vorstandschef James Gorman. Dieser baut die Bank, die mit zu den grössten Verlierern der Krise zählt und zuletzt deutlich an Bedeutung verloren hat, derzeit im grossen Stil um. Zuletzt hatte er gesagt, dass es an der Zeit sei, Kapital an die seit einiger Zeit leidenden Aktionäre auszuschütten.
Die Morgan-Stanley-Aktie kostete zuletzt mit rund 17 Dollar zirka zwei Drittel weniger als Anfang 2008. Das Papier entwickelte sich damit zum Beispiel deutlich schlechter als die Aktie des Konkurrenten Goldman Sachs.
(vst/muv/awp)