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Der bundeseigene Rüstungskonzern Ruag hat laut Medienberichten seinen für das Munitionsgeschäft in Lateinamerika verantwortlichen Manager in die Schweiz zurückberufen. Grund ist ein Lob des Mannes für Brasiliens rechtspopulistischen Staatschef Jair Bolsonaro.
Der «Blick» und die «Tamedia»-Zeitungen berichteten am Samstag unter Berufung auf eine Ruag-Sprecherin, dass dem Manager die Verantwortung für das Lateinamerika-Geschäft per sofort entzogen worden sei. Er solle künftig vorwiegend für Europa tätig sein.
Ruag: Keine Stellung zu politischen Prozessen
Der hochrangige Firmenvertreter hatte sich laut Recherchen des «SonntagsBlicks» anlässlich einer Waffenmesse in Rio de Janeiro positiv zur Politik des umstrittenen Staatschefs geäussert. Die Ruag distanzierte sich daraufhin von den privaten Aussagen des Mitarbeiters, die nicht die Haltung des Managements widerspiegelten und nicht gebilligt worden seien. Ruag beziehe zu politischen Prozessen grundsätzlich keine Stellung, wird die Firmensprecherin zitiert.
Der Ex-Militär Bolsonaro ist seit Anfang Jahr Präsident des grössten südamerikanischen Landes. Er hatte im Wahlkampf versprochen, entschlossen gegen Kriminelle vorzugehen und die Sicherheitslage in Brasilien zu verbessern. Per Dekret lockerte er im Januar die Regeln zum Waffenbesitz, um das «Recht auf Notwehr» zu gewährleisten. Die Lockerung könnte nach Meinung von Kritikern aber auch dazu führen, Gewaltverbrechen im Land weiter anzuheizen.