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Mysteriöses Signal stammt nicht von Proxima Centauri
Ein mysteriöses Signal, das von Proxima Centauri zu kommen schien, machte 2020 Schlagzeilen. Nach einer elf Monate dauernden Untersuchung nun die Ernüchterung: Die vom berühmten Parkes Radioteleskop in Australien aufgefangenen Schallwellen sind irdischen Ursprungs.
Ein mysteriöses Signal, das von Proxima Centauri zu kommen schien, machte 2020 Schlagzeilen. Nach einer elf Monate dauernden Untersuchung nun die Ernüchterung: Die vom berühmten Parkes Radioteleskop in Australien aufgefangenen Schallwellen sind irdischen Ursprungs.
Das BLC1 getaufte Radiosignal sei durch die Verzerrung terrestrischer Funksignale entstanden, sagt Sofia Sheikh, Astronomin an der University of California Berkeley und Ko-Autorin zweier am Montag in «Nature Astronomy» veröffentlichten Studien.
Ganz nutzlos sei die aufwendige Untersuchung dennoch nicht gewesen, lautet das Fazit: Im Verlauf des Verifizierungsprozesses wurden Checklisten und Prüfalgorithmen optimiert, so dass künftige ähnliche Untersuchungen leichter vonstatten gehen.
Solche Trockenübungen seien wirklich wertvoll, sagt der Astronom Jason Wright von der Pennsylvania State University. «Wir brauchen diese Signal-Kandidaten, um zu lernen, wie wir damit umgehen - wie wir überprüfen können, ob sie ausserirdisch oder menschlich sind».
Die Entdeckung von 2020 erfolgte im Rahmen des SETI-Projekts Breakthrough Listen, das seit 2016 Technosignaturen aufspürt: Das sind Radiosignale, die extraterrestrischen Ursprungs sein könnten. BLC1 - zu deutsch Breakthrough Listen Candidate 1 - war der erste Anwärter für einen akustischen Nachweis ausserirdischen Lebens.
Das Projekt Breakthrough Listen soll zehn Jahre dauern. Ziel ist es unter anderem, eine Million erdnahe Sternensysteme, die hundert nächsten Galaxien und das galaktische Zentrum nach Anzeichen extraterrestrischer Intelligenz zu scannen. Alle erlangten Teleskopdaten sind Open Data und die verwendete Software Open Source.
Der Entdecker war ein Praktikant
Der scheinbare Ursprung des Signal-Kandidaten, Proxima Centauri, ist der Stern, welcher der Sonne am nächsten liegt - nur 4,2 Lichtjahre entfernt. Für die SETI-Forschung (Search for Extraterrestrial Intelligence) ist er von besonderem Interesse, da er zwei Planeten hat, von denen einer Wasser führen könnte - Grundbedingung für Leben.
Das mysteriöse Signal wurde erstmals im vergangenen Jahr von Shane Smith, einem Studenten des Hillsdale College in Michigan, entdeckt, der als Forschungspraktikant bei Breakthrough Listen arbeitete.
Die vom 64-Meter-Parkes Radioteleskop gelieferten Daten umfassten mehr als 4 Millionen Signale aus der Umgebung von Proxima Centauri. Smith entdeckte ein Signal in der Nähe von 982 Megahertz, das vom Stern selbst zu stammen schien, etwa 5 Stunden lang anhielt und alle Grundkriterien erfüllte.
*Fachpublikationslink doi: https://doi.org/10.1038/d41586-021-02931-7