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Grundwasser
Die Schweiz ist so reich an Wasser, dass sie das "Wasserschloss Europas" genannt wird. Schätzungsweise ein Fünftel der Schweizer Wasservorräte sind Grundwasser. siehe auch: Grundwasser beim Bundesamt für Umwelt.
Bis ins 19. Jahrhundert glaubte man, das Grundwasser ruhe im Boden. Heute weiss man, dass Grundwasser dynamisch ist. Je nach der Beschaffenheit des Untergrundes legt das Grundwasser zwischen einigen Zentimetern (engporiges Lockergestein) und mehreren hundert Metern pro Tag (Risse und Spalten im Festgestein) zurück.
Geologisch-hydrologische Übersicht
Die Geologie des Thurgaus ist geprägt von flachliegenden Festgesteinen der Oberen Süsswassermolasse (OSM) und den in stark unterschiedlicher Mächtigkeit darüber abgelagerten Lockergesteine des Quartär. Im Hinterthurgau dominiert eine durch zahlreiche Nagelfluhbänke bedingte Schichtrippenlandschaft. Das übrige Kantonsgebiet ist geprägt durch eine typische Glaziallandschaft mit starker Talbildung und dazwischen liegenden Hochgebieten. Der Felsuntergrund besteht vorwiegend aus horizontal gelagerten Sandstein- und Mergelschichten der OSM. Die grossen Talzüge sind teilweise stark glazial übertieft und gefüllt mit mächtigen, vorwiegend kaltzeitlichen Lockergesteinen.
Für die Grundwassernutzung im Kanton Thurgau von besonderer Bedeutung sind die eiszeitlichen Flussablagerungen, d.h. die Schottervorkommen in Tälern und auf Hochflächen (z.B. Seerücken, Stammerberg, Bischofsberg). Diese Schotter resp. Kiese mit unterschiedlichem Sandgehalt sind dank ihrer guten Durchlässigkeit besonders prädestiniert, das durch die Versickerung von Niederschlags- und Flusswasser gespeiste Grundwasser zu speichern und weiter zu leiten. Das Schottergrundwasser kann je nach den örtlichen hydrogeologischen Verhältnissen in Filterbrunnen an die Oberfläche gepumpt oder in frei auslaufenden Quellen gefasst und so für öffentliche oder private Wasserversorgungen genutzt werden.
Weniger bedeutend für die Wassernutzung sind Festgesteine der Oberen Süsswassermolasse oder Gebiete mit Moränenablagerungen. Wegen meist schlechter Durchlässigkeit und Speicherfähigkeit treten hier lediglich Quellen mit geringer bis mässiger Ergiebigkeit auf. Sie sind für die Wasserversorgung von Einzelsiedlungen wichtig und liefern oft auch für öffentliche Wasserversorgungen einen willkommenen und meist kostengünstigen Anteil.