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Dieser 12. Juni 2011 verändert das Leben von Evelyne Genoud komplett. Mit starken Kopfschmerzen geht sie zum Arzt. Diagnose: Zecken-Hirnhautentzündung! Sie verliert ihre Arbeit, kann nicht mehr schlafen, und die starken Kopfschmerzen treiben sie in die Verzweiflung. Da bei ihr nicht nur die Hirnhaut, sondern das ganze Hirn von der Erkrankung betroffen ist, leidet Evelyne Genoud auch unter Gleichgewichtsstörungen, Epilepsien sowie Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen. Auf dem linken Auge hat sie noch eine Sehkraft von 60 Prozent, längere Autofahrten kann sie nicht mehr bewältigen. Mehr als eine halbe Stunde lesen oder TV schauen liegen nicht drin, sonst bekommt die Mutter von zwei erwachsenen Töchtern gleich wieder eine Kopfweh-Attacke. Um ihre Schmerzen zu lindern, schluckt die 43-Jährige einen Medikamenten-Cocktail. Ein einziges starkes Schmerzmittel vermag die Symptome nicht zu senken. Nicht nur einmal war sie nahe daran, ihr Leben der starken Schmerzen wegen zu beenden.
Bei der FSME, der Frühsommer-Meningoenzephalitits, handelt es sich um eine Virusinfektion. Typischerweise verläuft die Infektion in zwei Phasen: In der ersten Phase treten bei einem Teil der Betroffenen ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Gelenkschmerzen auf. Nach einer kurzen beschwerdefreien Zeit kommt es bei 5 bis 15 Prozent der Betroffenen zu einer Hirnhautentzündung. Die Symptome sind Nackensteifigkkeit, starke Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations-, Sprechsowie Gehstörungen. Beim Fortschreiten der Krankheit können Lähmungen und Bewusstseinsstörungen bis zum Koma auftreten. In ein bis drei Prozent der Fälle verläuft eine FSME tödlich. Therapien gibt es keine, einzig die Linderung der Symptome steht im Vordergrund. Einen wirksamen Schutz vor dieser gefährlichen Krankheit bietet nur die Impfung.
Eine aktuelle Umfrage, die im Auftrag der Pharmaunternehmen Baxter und Novartis bei über 5600 Personen durchgeführt wurde, zeigt klar, dass sich Schweizer und Schweizerinnen nicht ausreichend mit den notwendigen drei Impfosen vor der gefährliche Zecken-Hirnhautentzündung schützen. Nur gerade 13 Prozent beziehungsweise 18 Prozent geben an, sich zwei- respektive dreimal geimpft zu haben. 71 Prozent der geimpften Personen haben keine weitere Impfung geplant. Für eine Grundimmunisierung sind aber drei Impfungen notwendig. Laut BAG gewährt die dritte Impfung einen Langzeitschutz von mindestens zehn Jahren. Eine Auffrisch-Impfung wird alle zehn Jahre empfohlen. Eine einzige Impfdosis bietet keinen ausreichenden Schutz.
Die Lyme-Borreliose, die andere durch Zecken übertragbare Krankheit, wird durch Bakterien ausgelöst. In der Schweiz sind 5 bis 30, je nach Ort sogar bis zu 50 Prozent der Zecken mit diesem Bakterium infiziert. Kurz nach der Infektion kann bei einigen Betroffenen eine handtellergrosse Rötung, die wandert, festgestellt werden. Bei einem Teil der Erkrankten kann es nach Wochen bis sogar Jahren zu einer zweiten Krankheitsphase kommen, die Gelenke, das Nervensystem, die Haut und selten das Herz befallen. Gegen die Lyme-Borreliose gibt es keine Impfung, sie kann mit Antibiotika behandelt werden. Am besten schützt man sich mit ausreichender Bekleidung und guten Schuhen gegen die kleinen Biester.