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Seit dem Jahr 2009 gilt das Gelasium in der Erdgeschichte nicht mehr als jüngster Abschnitt des Pliozäns, sondern als ältester Abschnitt des Pleistozäns. Geprägt ist das Pleistozän vor allem durch den Wechsel von Kalt- und Warmzeiten. Nach der Elbe-Kaltzeit, im Alpenraum Günz-Kaltzeit genannt, Elster-/Mindel- und Saale-/Riss-Kaltzeit wird das Pleistozän am Ende der letzten (Weichsel-/Würm-)Kaltzeit vom Holozän abgelöst, der Zeit, in der wir heute leben.
Die Menschheitsgeschichte umfasst die Zeitspanne von den im Herbst 2013 in Afrika ans Tageslicht gebrachten Gattung des „Homo naledi“ bis etwa vor 2,5 Mio Jahren. Die Entwicklung menschlicher Gesellschaftsformen hat sich nicht einheitlich vollzogen, sondern in mannigfaltigen zeitlichen, räumlichen und kulturspezifischen Abstufungen.
Der „Homo naledi“ hatte einen grazilen Körperbau und ein orangenkleines Hirn: Er hat noch einiges vom Affen und ähnelt doch stark uns modernen Menschen.
Das südafrikanische Wort „Naledi“ kann man auch als „aufgehender Stern“ übersetzen. Entdeckt wurden Überreste dieser bisher unbekannten Art in einer gleichnamigen Höhle. Wie alt die Fossilien von mindestens 15 Individuen sind, ist noch nicht genau geklärt.
Für die Bergung der Fossilien waren besonders schlanke Helfer nötig: Denn die Knochenreste lagen in einer abgelegenen Kammer, die nur über eine sehr schmale Rinne zugänglich waren. Wegen des abgelegenen Fundorts nehmen die Forscher an, dass die Toten einst bewusst dort platziert wurden. Eine Überraschung: Denn dass Verstorbene bestattet werden, galt bislang als Ritual, das erst der moderne Mensch (Homo sapiens) einführte.
Während des letzten Kältemaximums vor ca. 25’000 bis 20’000 Jahren glich Europa bis in das Gebiet des heutigen Südfrankreichs einer baumlosen Tundra. Die Temperaturen lagen um 5 bis 13 °C niedriger als heute. Der Meeresspiegel lag etwa 120 m tiefer. Die Alpen waren mit ihren bis zu 3’000 m dicken Eisschilden teilweise bis nach Mitteleuropa vergletschert. Im Süden galt dasselbe und aus dem heutigen Spanien waren beispielsweise die Pyrenäen mit Eis überzogen. Der Raum zwischen dem nördlichen Eisschild und den Alpen war wie heute in Sibirien von Permafrostböden gekennzeichnet.
Vor etwa 12’700–11’700 – in der Jüngeren Dryas – sanken die Temperaturen nochmals um bis zu 15 Grad unter das heutige Niveau ab. Zu dieser Zeit waren die Höhlen- und die Kleinkunst (Venusfiguren) des Cro-Magnon-Menschen bereits im Niedergang begriffen. Es herrschte ein grosser Mangel an Nahrung und die Bevölkerungsdichte ging allmählich zurück.
Erst mit dem Einzug der neolithischen Wirtschaftsweise in Mitteleuropa wurden die wildbeuterisch lebenden Cro-Magnon- oder Neanterthaler-Menschen, die im nacheiszeitlichen Mesolithikum genetisch noch fortbestanden, durch eingewanderte neue Populationen abgelöst, was durch Untersuchungen der mtDNA (mitochondriale DNA) plausibel gemacht werden kann.
Demzufolge entstammen die spätglazialen und holozänen europäischen Wildbeuter des Mesolithikums überwiegend der Haplogruppe U, während bei frühneolithischen wie auch heutigen europäischen Menschen die Haplogruppe H dominiert.
Angenommene Wanderung der Haplogruppen des Y-Chromosoms (väterliche Linie). Bedeutende Anteile für Europa: die Haplogruppe „I“ (mit heute bis zu 30 %) sowie die häufigste Gruppe „R“ (mit „R1a“ und „R1b“) mit Anteilen von 50 % und mehr.
Als für die Menschheitsgeschichte insgesamt wegweisende Stationen hervorzuheben sind die fortgeschrittene
- „Die Beherrschung des Feuers war ein entscheidender Wendepunkt in der Evolution des Menschen“, sagt Studienleiter Michael Chazan von der University of Toronto. „Denn dieser Schritt berührte alle Elemente der menschlichen Gesellschaft.“ Wenn sich eine Gruppe um das Lagerfeuer versammle und ihre Nahrung teile, sei dies ein wichtiger Teil dessen, was uns menschlich mache.
- Der Übergang zur Sesshaftigkeit mit Ausbildung städtischer Zentren etwa 7500 vor unserer Zeitrechnung
- Seit den Amerikareisen von Christoph Kolumbus zum Ende des 15. Jahrhunderts bildeten europäische Mächte Kolonialreiche in Übersee. So zunächst Spanien und Portugal, bald auch die Niederlande, Grossbritannien und Frankreich. Kolonialismus ging mit der europäischen Expansion einher. Am Wettlauf um die koloniale Aufteilung Afrikas im 19. Jahrhundert waren schließlich auch Belgien, Italien und Deutschland beteiligt.
- Mit der ersten industriellen Revolution um 1784 fanden vor allem tiefgreifende und dauerhafte Umgestaltungen der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse statt. Gleichzeitig wurden beispielsweise die Wasser- oder Dampfkraft erfunden.
- Die zweite industrielle Revolution ist seit etwa 1870 mit dem Aufstieg neuer Führungssektoren insbesondere der chemischen Industrie und der Elektrotechnik zusammen. 1891 gelang die erste Fernübertragung von heute in der Energietechnik üblichen Dreiphasenwechselstrom mit der Drehstromübertragung Lauffen–Frankfurt über 176 km.
- Die dritte Industrierevulotion um 1970 (auch digitale Industrierevolution genannt) fällt mit der Zeit der Massenproduktion bzw. Auslagerung von Arbeitsplätze in Billiglohnländer zusammen.
- Die vierte Industrierevolution um 2016 auf Basis von Cyber Physischen Systemen ist die Zeit mit intelligenter, vernetzter Produkion. (Smart Grid, E-Health usw.)
- Erfahrung der beiden Weltkriege sowie die beschleunigte Globalisierung im Gegenwartshorizont sind weitere wichtige Fakturen.
Die multipolare und vielfältige vernetzte heutige Welt – in die der Begriff Weltgesellschaft Einzug gehalten hat – begünstigt eine Abkehr von herkömmlichen Darstellungsweisen der Menschheitsgeschichte aus eurozentrischer Perspektive.