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Maggiathal
(Kt. Tessin, Bez. Valle Maggia und Locarno). Das Val Maggia ist fast ausschliesslich im Gneis eingeschnitten. B. Studer (Geologie der Schweiz) hat schon darauf aufmerksam gemacht, dass nördl. der Linie Crana-Brione, welche etwas nördl. Maggia in fast genau west-östl. Richtung streicht, die Gneismassen wenig aufgerichtet oder beinahe horizontal liegen, während sie von Maggia bis Locarno in Gestalt von Absonderungsplatten sehr steil stehen und meistens gegen NW. streichen. Daraus ergibt sich eine komplizierte Struktur, welche Fr. Rolle in seinem Beitrag zur geologischen Karte der Schweiz (Lief. 23) auf Tafel VIII angedeutet hat.
Die flach liegenden Gneise des oberen
Maggiathales sind nach den neuesten Untersuchungen von Dr. E. Gutzwiller
variable, sog. sedimentäre Gneise, welche mit aplitischen bis pegmatitischen Materialien injiziert sind, mit anderen Worten,
alte Sedimente, welche metamorphosiert sind und Nachschübe von einem sauren Intrusionsherd erhalten haben. Im südl.
Maggiathal
sind auch ähnliche Gneise vorhanden, die zwischen
Maggia und
Locarno Injektionen in grösseren Massen
und
Gängen vielfach erkennen lassen. Es sind in dieser Beziehung das
Maggiathal und das Verzascathal vom übrigen Tessin
(Riviera)
verschieden, denn diese Gebiete weisen sauren zweiglimmerigen, sog. Tessinergneis auf. Westl.
Locarno endlich, ganz am S.-Ende
des
Val
Maggia, trifft man den Ausgangspunkt der Zone von Ivrea, welche basische Gesteine, sogenannte pietre
verdi, oder amphibolitische Gesteine, die in den sedimentären Gneisen eingeklemmt sind, charakterisieren. Weissliche Marmore
kommen dort bei
Ascona am
Langensee im Kontakt mit der Amphibolitzone zum Vorschein.
[Dr. Ls. Rollier.]