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“Madame Liu und deine Schwester warden Dich auf dem Flughafen abholen. In diesen Tagen wird sie dich begleiten. Don’t bother her too much.” “ Hi, Papa.” Als ich in Bangkok ankam, war Madame Liu mit ihrem Limosine dort. Sie versuchte mir anzulaecheln, “ Welcome to Bangkok.” Sie liess mich wissen, dass sie von meinem Vater beauftragt ist, sich um uns in diesen Tagen zu kuemmern. Sie ist fuer unsere Sicherheit verantwortlich. Ich werde dort gebracht, wo ich es mir wuenschen.
Der Tagesablauf war nicht viel zu wuenschen. Meine Schwester betimmte, was wir wir unternehmen wollten: Shopping und Massage. Heute wurde Aromaterapie angesagt und morgen Thai Massage. Madame Liu holte uns ab und brachte uns wieder zum Hotel. Wir wurden ueberall chauffeurt, wo wir gingen. Von einem kuenstlichen Ort zu einem anderen. Ich sah Kaufhaus Siam Paragon, Kaufhaus Central. Ich sah Hermes, Gucci und Chanel. Wir assen im italiensischen Restaurant und beim Sushi-Spezialist. Ich fragte mich, weshalb bin ich ueber den halben Globus gereist? Fremdheitsgefuehl wurde in dieser Fernreise ausgelassen. Ich blieb immer in der Sicherheitszone – innen und aussen. Meine Denkweise und mein Weltbild wurden nie in Frage gestellt. Die fremde Luft des Thailand, wo ich mich so gerne aufhalte, konnte ich nur zwischen Ein – und Aussteigen des Limosine schnuppern. Der Geruch von Bus-Abgas von Ess-Staende und von Menschen-Menge in einem tropischen Land war wie eine Dissonanz dieser “angenehmen und sicheren” Reise. Vielleicht bin ich deswegen hier her kommen wollen. Die Inkohaerenz einer realen unverschoenerten Welt richtig zu erleben. Madame Liu verschmaehte diese typische Alltaeglichkeit. Sie schimpfte ueber die Thai Korruption, ueber die Politik und ueber die sozialen Unruhe in einem so genannten “das Land des Laechelns” Ja, die Thais laecheln nicht mehr so spontan und herzlich. In ihrem Gesicht wurde das Wort “Kummer” gross geschrieben. Das Benzin kostet knapp eine Franken pro Liter, das Preisniveua gleicht den taiwanesischen, obwohl die meisten Thais nur ein Fuenftel vom taiwanesischen.Lohn beziehen. In Augen von Madame Liu ist Thailand ein Land ohne Hoffnung, das weltweit einzige korrupte Land ausser Taiwan. “Ihr habt das Problem in Europa nicht. Dort ist es alles besser!” “Was haben europaeische Touristen in Thailand zu suchen, wenn Europa das irdische Paradies sei?” fragte ich sie. Madame Liu schwieg und wir stiegen in einem top trendigen verglassten neuen Kaufhaus ein.
Siam Paragon
Sie wollte mir einen Top-Teashop in Bangkok zeigen, wo die Thai-Prinzesin auch besucht. Das Teehaus in einem vornehmenen Kaufhaus intergriert waren von zwei Verkauferinnen besetzt. Wir sahen nur Kung-Fu Geschirr im Schaufenster. Ein Haus, das mit Chinoiserie ausgestattet und vermarktet ist. Die Verkauferinnen sprachen spaerlich Englisch, nur Thai. Ich schaute mir genau die Sortiment an. Nur Top-Oolongs aus Fujian und Guangdong. Selbst Madame Liu war beeindruckt von dem verlangten Preis. Ich war neugierig und wollte degustiert warden. Madame Liu war nicht begeistert, weil sie sich zum Kaufen verpflichtet fuehlte. Wir wurden degustiert. Die Thai-Verkaeuferin bereitete den Tee in Zhuni-Yixing-Kanne zu. Zuerst wurden wir Rougui serviert. Der Rougui duftete beim trockenen Blatt leicht lieblich und karamelisiert. Die Blaetter waren jedoch gruen und zerbroeselt. Der Tee dufte bitter und zusammenziehend schmecken, weil das Welken fehlerhaft war – dachte ich. Gleich sah ich die zusammengezogenen Gesichter meiner zwei Begleiterinen. Dann kam Da Hongpao. Er schmeckte nicht aussergewoehnlich, obwohl der Preis uns ein anderes Geschmack versprach. Der 10 Jahre alte Shuixian schmeckte nur nach Karamel – wegen der Roestung. Der Geschmackswandel eines gelagerten Oolongs fehlte im Aufguss komplett. Was sagte dieser Tee mir? Was erzaehlte er mir von der Realitaet hinter diesem noblen Fassade? Mein Gesicht zeigte meine Reserviertheit. Zum Schluss wurde mir eine gruene Tasse serviert. Ich bewunderte die schoenen vollstaendigen Blatt. Die Verkaeuferin erwiderte mir ein katzhaftes Laecheln: “ This is Yun Wu!” “Yun Wu?” Ich trank langsam, der bittere Geschmack kann von ihrer Aussage nicht getaeuscht warden:”No! This is Kuding CHA!” Ihr Gesicht wurde rasch rot. Wir standen auf und verliessen den Laden. “Dieser Laden ist ein Betrug.” “ Das kann doch nicht sein. Das ist ein sehr bekannter Laden in einem sehr bekannten Kaufhaus wie Siam Paragon…”
Ong’s Tea
Ground Fl., Siam Paragon Rama I Rd.,
Bangkok 10330
Tel: +66-2610-7516