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ist nachher streckenweise mit Eiern völlig überdeckt. Der Gressling (Gobio fluviatilis; «Grundeli» der Fischer) ist ein kleiner verbreiteter Uferbewohner. Die Barbe (Barbus fluviatilis) findet sich nur spärlich am Seedamm bei Rapperswil. Die Schleie (Tinca vulgaris) ist in pflanzenbewachsenen Uferstrecken verbreitet. Der Karpfen endlich ist ebenfalls ein bekannter Seebewohner, wird aber wenig gefangen. Von der Ufernähe bis in grosse Tiefen hält sich überall die Trüsche (Lota vulgaris) auf.
Sie gehört zur Familie der Schellfische und ist ein Allesfresser, doch ist sie bei den Fischern berüchtigt, weil sie mit Vorliebe andern laichenden Fischen folgt und auf den Laichplätzen durch Vertilgen unzähliger Eier grossen Schaden anrichtet. Die Trüsche zieht im Januar den grossen Tiefen des Sees zu, um dort bis gegen Ende Februar ihre Eier abzulegen. Unter Ufersteinen lebt in kleinen Exemplaren die Groppe (Cottus gobio). Die Familie der Percoidei oder Barsche ist vertreten durch den Flussbarsch (Perca fluviatilis), als klein Egli, später Rechlig genannt. Er liebt sonst im Allgemeinen die Ufernähe, hat sich aber im Zürichsee überall hin verbreitet, denn er findet im offenen Wasser als Raubfisch reichlich Nahrung.
Endlich ist noch ein Fisch zu erwähnen, der erst vor einigen Jahren durch Entweichen aus einem Aufzuchtteich in den Zürichsee eingewandert ist. Es ist der gemeine Sonnenfisch (Eupomotis aureus), ein Aquarien-Zierfisch aus der Familie der Centrarchidae, aus Nordamerika stammend, und mit den Barschen verwandt. Anfänglich fand er sich nur auf einer bestimmten Strecke des rechten Ufers, hat sich nun aber dem ganzen rechten Ufer entlang ausgebreitet, und ist auch schon ans linke Ufer hinüber gewandert. So hübsch der kleine Fisch zum Anschauen ist, dürfte er für den See eine Acquisition von zweifelhaftem Wert sein, wenn er sich stark vermehren sollte; denn als Nutzfisch ist er zu klein, während er als Räuber den jungen Uferfischen gefährlich werden müsste.
[Prof. Dr. J. Heuscher.]
C. Die Grundfauna gliedert sich nach den Bezirken eines Sees in: 1) littorale Fauna und 2) Tiefenfauna. Die Grenze zwischen der littoralen Region und der Tiefenregion befindet sich in unsern Seen in einer Tiefe von etwa 25 m. Die Fauna der littoralen Region hat infolge der Anpassung an die vegetabile Umgebung, sowie an Licht- und Temperaturschwankungen, an Wellenbewegung und Wasserstandsdifferenzen etwas andre Zusammensetzung als die Tiefenfauna, welche den genannten Einflüssen gar nicht oder nur in geringem Grad ausgesetzt ist.
Die Formen der littoralen Fauna sind folgende:
1. Arthropoden. a) Insekten: Die uferbewohnende Insektenwelt der schweizerischen Seen ist im allgemeinen bekannt. Diejenige des Zürichsees weicht nicht wesentlich von der andrer grösserer Seen ab. Weniger bekannt sind b) die Hydracarinen (Wassermilben). Von diesen leben im Zürichsee Eylais extendens, Diplodontus despiciens, Arrhenurus securiformis, und A. albator, Brachypoda versicolor, Limnesia undulata und L. maculata, Piona conglobata, P. longipalpis, P. nodata und P. disparilis, Atax crassipes und A. ypsilophorus. c) Krustazeen (Krebse) der Littoralzone sind wie die Insekten an pflanzenbewachsenen Ufern unsrer Seen ziemlich übereinstimmend. Erwähnenswert mag sein das Vorkommen von: Cypris ornata (neben 4 andern allgemeiner verbreiteten Cypriden), Asellus aquaticus und Astacus fluviatilis.
2. Mollusca. Von Mollusken sind laut Verzeichnis von Prof. Dr. Heuscher im Zürichsee littoral nachgewiesen: a) Lamellibranchiata: Unio cosentaneus, U. batavus var. legitimus, U. plana, U. amnicus; Anodonta Charpentieri, A. piscinalis, A. anatina und A. ventricosa; Cyclas carneum var. major und var. rivale, C. lacustre var. brochomianeum. b) Gastropoda: Succinia putris var. maxima und var. similis, S. Pfeifferi var. major, S. oblonga;
Limnaea palustris var. turricola, var. curta, var. corva;
L. truncatula, L. peregra var. buccinea, L. ovata var. ovum und var. ampullacea, L. lagotis var. vulgaris, L. auricularia und var. acronica, var. compacta, var. ventricosa, var. canalis, var. acuta, var. Hartmanni, var. Mommardi, var. papillaris, var. apressa;
L. stagnalis und var. minor;
Planorbis contortus, P. marginatus und var. complanatus, P. carinatus und var. intermedius, P. vorticulus var. acies, P. complanatus var. fontanus, P. nitidus;
Ancylus fluviatilis, A. lacustris;
Physa hypnosum und Ph. fontinalis.
3. Vermes (Würmer). a) Annelida: Lumbriculus variegatus, Tubifex rivulorum, Embolocephalus velutinus und E. plicatus, Limnodrilus Claparedianus und L. Hofmeisteri, Chaetogaster diastrophus und Ch. diaphanus, Nais elinguis, N. appendiculata und N. barbata, Stylaria lacustris, Slavinia appendiculata, Dero digitata, Aeolosoma Lemprichii, Ae. quaternarum, Pristina longiseta, Psammoryctes barbatus, Ophidonais serpentina, Allurus tetraëdrus, Nephelis vulgaris, Aulastoma gulo, Clepsine bioculata, Piscicola geometra und P. piscium. Alcyonella spec., Plumatella repens. b) Nematodes: Gordius aquaticus, Ascaris spec. c) Platodes: Tetrastemma lacustris.
4. Cœlenterata: Hydra fusca.
In naher Beziehung zur littoralen Fauna steht die Tiefenfauna. Vom Ufer aus ist ein Teil, der sich den Lebensbedingungen grösserer Tiefe anzupassen vermocht hat, auch dorthin gewandert. Die bis in bedeutende Tiefen im Zürichsee angetroffenen Formen sind folgende:
1. Arthropoda. a) Insecta: Chironomus plumosus, Tanypus ornatus, Corethra plumicornis. Nach den Untersuchungen von Prof. Heuscher über die Ernährung grundbewohnender Fische müssen zeitweise ungeheure Mengen von Individuen dieser Gattungen am Grund existieren. b) Hydrocarina: Hygrobates longipalpis und Pachygaster insignitus var. ruber. c) Crustea: Gammarus pulex, Niphargus puteanus var. Forelii und Lymnicythere Sancti Patricii.
2. Mollusca. a) Gastropoda: Bythinia tentaculata, Valvata antiqua, V. piscinalis var. contorta und V. cristata. b) Lamellibranchiata: 8 Pisidienarten.
3. Vermes. a) Annulata: Lumbriculus, Saenuris velutina, Fredericella sultana. b) Nematodes: Mermis aquatilis. c) Platodes: Caryophyllaeus spec., Plagiostoma Lemani und P. quadrioculatum, Otomesostoma Morgiense, Mesostoma spec., Microstoma lineare und M. giganteum, Stenostoma leucops, Dendrocoelum lacteum. Sowohl die Zahl der Arten der Tiefenfauna als auch die Individuenzahl nimmt mit zunehmender Tiefe ab.
D. Das Zooplankton. Die Organismen, welche einen See bevölkern, kann man trennen nach der Region des Sees, in der sie leben, in 1) Bewohner des Ufers, 2) Bewohner der Tiefenzone und 3) Bewohner des offenen Wassers. Die Gesamtheit der Organismen der letztgenannten Zone (mit Ausnahme der Fische) bezeichnet man als Plankton. Feste Stützpunkte zum Ausruhen gibt es in dieser Zone nicht, ihre Bewohner müssen daher zeitlebens schweben oder schwimmen und mit den Strömungen treiben. Eine wesentliche Eigenbewegung fehlt ihnen. Das Plankton gliedert sich in zwei Unterabteilungen: das Phytoplankton, bestehend aus pflanzlichen Organismen, und das Zooplankton, bestehend aus tierischen Organismen. Die wissenschaftlich gezogene Grenze zwischen Zoo- und Phytoplankton ist mehr oder weniger willkürlich, indem z. B. die Dinoflagellaten und die Euflagellaten bald zu der einen, bald zu der andern Gruppe gesellt werden.
Im Zooplankton des Zürichsees sind in den letzten 25 Jahren folgende Arten aufgefunden worden: Protozoa: Ceratium hirundinella, Peridinium cinctum und P. tabulatum, Glenodinium pusillum, Dinobryon cylindricum var. divergens, D. sertularia var. divergens, D. thyrsoideum und D. elongatum var. undulatum, Mallomonas dubio, Uroglena volvox, Coleps viridis, Acanthocystis turfacea, Codonella cratera, Epistylis anastatica, Amphileptus meleagris, Difflugia spec., Vorticella convallaria und V. nebulifera.
Rotatoria: Anuraea cochlearis, Monostyla lunaris, Anuraea aculeata, Notholca longispina, Polyarthra platyptera, Triarthra longiseta, Asplanchna priodonta, Synchaeta pectinata, Conochilus volvox und C. unicornis, Hudsonella pigmaea, Gastropus stylifer, Bipalpus vesiculosus, Mastigocerca capucina, Anapus testudo, Floscularia mutabilis.
Entomostraca. a) Cladocera: Daphnia longispina var. hyalina und var. cucullata, Hyalodaphnia Kahlbergensis, ¶
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Bythotrephes longimanus, Diaphanosoma brachyurum, Leptodora hyalina Lilljeborg, Bosmina longispina, Bosmina longirostris, Sida crystallina, Scapholebris mucronata, Alona guttata, Simocephalus vetulus. b) Copepoda: Cyclops strenuus und C. Leuckarti, Diaptomus gracilis und D. laciniatus.
Die Grosszahl der Individuen lebt in den obern Wasserschichten. Eine Abnahme der Artenzahl ist bis in eine Tiefe von 30 m nicht zu bemerken. Viele Arten haben aber nur untergeordnete Bedeutung für das Zooplankton des Zürichsees. Die ganze Reihe der erwähnten Protozoa, mit Ausschluss der Euflagellaten und Dinoflagellaten, tritt vereinzelt und nur zu bestimmten Jahreszeiten auf. Von grösserer Bedeutung für die Zusammensetzung des Zooplanktons sind die Rotatoria.
Einzelne ihrer Arten treten oft in sehr grosser Individuenzahl auf. Am häufigsten begegnet man folgenden Arten: Notholea longispina, Anurea cochlearis und A. aculeata, Polyarthra platyptera, Triarthra longiseta, Asplanchna priodonta. Alle diese Arten (exkl. Asplanchna) haben ihre Maximalentwicklung in den Sommermonaten und ihr Minimum im Winter. Sie kommen im Zürichsee das ganze Jahr hindurch vor, ihre Individuenzahl schwankt jedoch so sehr, dass man oft Mühe hat, einzelne zu fangen, während sie zu andern Jahreszeiten zu Tausenden ins Netz geraten.
Anuraea aculeata wurde bis zum Jahr 1898 im Zürichsee nie beobachtet, seit dieser Zeit ist dieses Rotatorium ein ständiger, wenn auch nicht häufiger Plankton geworden. Die übrigen Arten der Rotatorien (exkl. die 6 speziell erwähnten) spielen heute quantitativ im Zooplankton keine wesentliche Rolle. Manche von ihnen, darunter besonders auch Conochilus volvox sind nach den Beobachtungen von Prof. Heuscher in frühern Jahren (1886-1890) regelmässig und in Menge aufgetreten und hernach vollständig verschwunden. An Stelle von Conochilus volvox wurde später (1907) Conochilus unicornis von W. Bally vereinzelt gefangen. Die grössten Planktontiere gehören zur Gruppe der Krebse (Entomostraca). Diese bilden im Zürichsee wie in andern Seen die Hauptmenge des Zooplanktons, nicht an Individuenzahl, wohl aber an Gewichtsmasse.
Von diesen sind unter den Cladoceren die häufigsten: Daphnia longispina var. hyalina, Hyalodaphnia Kahlbergensis, Bosmina longispina, Lepiodora hyalina. Die Daphnia longispina var. hyalina des Zürichsees hat im Gegensatz zu Hyalodaphnia Kahlbergensis und Bosmina longispina eine konstante eigenartige Form. Sie wurde deshalb auch von Burckhardt (Revue suisse de Zoologie T. 7. 1899: Studien über d. Zooplankt. der grössern Seen der Schweiz u. ihrer Grenzgebiete) als besondre Form (forma turicensis) aufgestellt und beschrieben.
Die Hyalodaphnia Kahlbergensis, in Form und Grösse sehr variabel, wurde zum erstenmal von Prof. Heuscher im Dezember 1899 im Zürichsee gefunden. Schon ein Jahr später war sie ziemlich zahlreich und ist seither nie mehr aus der Reihe der Planktonten verschwunden; zeitweise bildet sie sogar die Hauptmenge des Krustazeenplanktons. Ihre Maximalentwicklung besitzt sie im September, zu welcher Zeit dann auch die Eier dieser Art in ungezählter Menge auf der Seeoberfläche schwimmen.
Bosmina longispina, eine Cladocere, von der Burckhardt etwa 30 Varietäten unterscheidet, ist ein konstanter Bewohner des Sees, allerdings mit Differenzen in der Individuenzahl. Leptodora hyalina, ein Riese unter den Planktontieren (bis 12 mm lang), tritt im Zürichsee im Vergleich mit den oben genannten Krustazeen in geringer Menge auf, ihre Maximalentwicklung hat sie in den Sommermonaten, im Winter scheint sie vollständig zu verschwinden. Bemerkenswert ist die riesige Muskelentwicklung, sowie die ausserordentliche Durchsichtigkeit dieses Tieres; beides Anpassung an das Leben im offenen Wasser, Schutzmittel gegen Feinde. Die übrigen Cladoceren treten in geringer Zahl und nicht regelmässig allgemein verbreitet im Plankton auf.
Von den Copepoden sind die wichtigsten Cyclops strenuus und Diaptomus gracilis. Jener ist ein ständiger Gast im Plankton. Seine Maximalzahl erreicht er in den Sommermonaten. Weniger häufig trifft man den Diaptomus gracilis, jedoch verschwindet auch er niemals ganz. Diaptomus laciniatus wurde 1899 von Prof. Heuscher zum erstenmal und seither öfters im Zürichsee gefunden. Er scheint jedoch nicht allgemein im See verbreitet zu sein; über die Art und Weise seines Auftretens fehlen genauere Daten.
Die Entomostraken halten sich im allgemeinen tagsüber in grössern Tiefen auf, gegen Abend kommen dann die lichtscheuen Tiere in die obern Regionen hinauf. Vereinzelt kommen Rotatorien (Notholca longispina, Anuraea cochlearis, Hudsonella pigmaea) und Entomostraken (Leptodora hyalina, Bythotrephes longimanus, Cyclops strenuus) noch bis in eine Tiefe von 50-80 m vor.
Die Zusammensetzung des Zooplanktons erfährt im Laufe eines Jahres bedeutenden Wechsel sowohl in der Individuenzahl als auch in den vorherrschenden Arten; die grössten Differenzen sind bedingt durch den Wechsel der Jahreszeiten. Ausser dem jährlichen Wechsel hat das Zooplankton des Zürichsees, wie die mehr als 20jährigen Beobachtungen von Prof. Heuscher nachweisen, auch im Laufe von Dezennien ganz bedeutende Veränderungen erfahren:
1) «Arten, die vorher nicht vorhanden, wenigstens nie gesehen worden waren, treten auf, können sogar eine Zeit lang dominieren und sich unter Umständen jahrelang halten. - 2) Umgekehrt verschwinden Arten vollständig, die früher regelmässige und bedeutsame Glieder der Planktonfauna waren. - 3) Formen, die zwar als Planktonmitglieder eines Sees bekannt waren, die aber in verschwindend geringer Anzahl auftraten, mehren sich plötzlich in verblüffender Weise.»
Nur wenige kosmopolitische Arten aus den Gruppen der Rotatorien (Notholca longispina, Anuraea cochlearis, Triarthra longiseta), der Cladoceren (Daphnia longispina, Leptodora hyalina, Bosmina longispina) und der Copepoden (Cyclops strenuus, Diaptomus gracilis) kehren regelmässig im Zooplankton des Zürichsees wieder und bilden so dessen Grundstock. Die übrigen Formen sind in ihrem Erscheinen einem bald raschen, bald langsamen Wechsel unterworfen.
[H. Heuscher jun.]
13. Schiffahrt.
Das erste Dampfschiff auf dem Zürichsee, die «Minerva», begann seine Fahrten am Den Betrieb führte in den ersten Jahren die «Dampfschiffgesellschaft für den Zürich- und Walensee». Die guten Geschäfte, die diese Gesellschaft machte (schon im Jahre 1837 beförderte sie 41076 Personen) riefen eine Konkurrenzgesellschaft ins Leben, die drei Schraubendampfer, «Taube», «Schwalbe» und «Lerche», und einen Raddampfer, «Biene», erstellen liess. Da nun beide Gesellschaften nicht rentierten, fusionierten sie im Jahre 1867. Hierauf folgte jedenfalls die Blütezeit der Dampfschiffahrt auf dem Zürichsee, denn der Verkehr wuchs immer mehr, und Eisenbahnen führten noch keine dem Ufer entlang. So entschloss man sich, den prächtigen Salondampfer «Helvetia» für 1500 Personen erbauen zu lassen. Aber mit der Eröffnung der linksufrigen Zürichseebahn nahm der Betrieb sehr ab, obschon die Verwaltung der Nordostbahn den ganzen Schiffspark im Jahre 1874 übernommen hatte. Immerhin wurden mit den 6 Schiffen überall Querfahrten und am rechten Ufer Längsfahrten unterhalten. Da kam als zweiter Schlag die Erstellung der rechtsufrigen Zürichseebahn. Nun wurden ¶