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Die Präsidentin Liberias stellt sich zur Wiederwahl.
«Monkey still working, let Baboon wait small», das grosse Werbebanner an der Broad Street in Monrovia irritiert. Erst recht im Zusammenhang mit dem Wahlkampf. Die Erklärung: Der Affe, das schlaue Tier, symbolisiert die Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf. Der dumme Pavian (Baboon) hingegen ist die Opposition.
Sie sei noch nicht fertig mit ihrer Arbeit, begründet die Präsidentin ihre erneute Kandidatur. Ursprünglich hatte «Ma Ellen», wie sie auch genannt wird, eine zweite Amtsperiode ausgeschlossen. Die Arbeit wird ihr bei einer Wiederwahl nicht ausgehen.
Ellen Johnson-Sirleaf hat einiges erreicht in den letzten sechs Jahren – Liberia begann nach langen Bürgerkriegen praktisch bei null. So wurde etwa beim Strassenbau vorwärts gemacht. Im Bergbau-Sektor konnten wieder Unternehmen angesiedelt werden. Und auch die Korruption will Ma Ellen reduziert haben.
Weiterhin ist das Land aber auf die Unterstützung der UNO für Polizeiaufgaben, Sicherheit und vieles mehr angewiesen. Der Grossteil der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Und der Präsidentin wird vorgeworfen, zu viel Macht in sich zu vereinen – ganz zu schweigen von der Korruption…
Die Harvard-Absolventin geniesst im Ausland hohes Ansehen. In Liberia ist sie, auch weil sie früher den Rebellenführer Charles Taylor unterstützt hatte, umstrittener. Generell scheinen die Leute, mit denen ich gesprochen habe, nicht unzufrieden mit Johnson-Sirleaf. Doch sie würden gerne schnellere Fortschritte sehen. Oder wie Taxifahrer John Flomo meint: «Ich hatte sie gewählt, sie hat es nicht schlecht gemacht. Aber jetzt geb ich trotzdem mal jemand anderem eine Chance.» Er wird im Oktober einen Pavian wählen.
Marktgelände, soeben fertiggestellt für ein Umsiedlungsprojekt.
8. August 2011, Adjen Kotoku, Ghana.
Der Teufel im Polo-Shirt*
Was bisher geschah: unser Held kriegt kein Visum für Nigeria. Doch eine Zufallsbekanntschaft könnte mit beruflichen Beziehungen doch noch dafür sorgen.
Ein Unternehmensberater im Polo-Shirt bietet mir also an, über Unternehmensberatung in Nigeria zu berichten. Das lasse sich gut verkaufen in Finanzmedien. Ob ich mir das vorstellen könne? Positive oder negative Berichterstattung, sei egal. Mit seinen Kontakten würde er mir eventuell weiterhelfen können. „Wie ich (nicht) nach Nigeria gelangte – Teil 9“ weiterlesen
Wie früher in Ghanas Zeitungen geworben wurde.
Die hier präsentierten Anzeigen sind gut 60 Jahre alt. Diverse Produkte gibt es aber immer noch. So etwa die «Blue Band» Margarine. Sie kommt einfach nicht mehr in einer Konservendose daher. Auch die Sunlight Seife tut weiterhin ihren Dienst.
Die Ov(om)altine gehört heute nicht mehr zum Strassenbild, es gibt Milo – von Nestlé. Und besonders schade finde ich, dass es «Atwood Jaundice Bitters» nicht mehr gibt. Ich hätte schon immer mal gerne ein Krokodil besiegt.
Zu den Bildern…
Erschienen in den ghanaischen Zeitungen «Ghana Evening News» und «Ashanti Pioneer».
(Bilder: lemapress)
Paul versucht Tomaten loszuwerden während der Erntezeit im Voltadelta.
Dawa, Ghana, 26. August 2011.
Ende der Odyssee
Was bisher geschah: unser Held möchte eine Aufenthaltsbewilligung in Ghana, dafür braucht er eine Arbeitserlaubnis. Doch eigentlich will er nach Nigeria. Unterdessen hat sich das Innenministerium eingeschaltet.
Der stellvertretende Innenminister habe mich geschickt, erzähle ich der Frau in grün von der Immigrationsbehörde stolz und werfe aus dem Handgelenk locker das Couvert mit den Dokumenten auf das Pult.
Sie schaut sich nochmals alles an.
Dann schaut sie mich an. „Wie ich (nicht) nach Nigeria gelangte – Teil 8“ weiterlesen