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Die herrlichste Alpweide der Schweiz, wie sie Emile Javel bezeichnete, hat eine Reihe von Romantikern inspiriert. Verschiedene Texte, verfasst u.a. von Javel und Rambert, trugen zur Entwicklung der umgebenden Dörfer bei (Salvan, Finhaut, Champex), mit einer Vorliebe für Salanfe.
Die Alp Salanfe ist Ausgangspunkt zahlreicher Bergtouren. Das erste Hôtel de la Dent du Midi öffnet seine Türen 1898 und empfängt die durch den Charme von Salanfe faszinierten Touristen.
Es verwundert nicht, dass nach dem Verkauf des Barberine-Tals an eine Französisch-Schweizerische Firma zu Beginn des 20.Jahrhunderts sich Stimmen erheben, die diese „herrliche Arena“ schützen wollen. In der Ausgabe vom 20. September 1913 der ‚Semaine littéraire’ verlangt Louis Debarge für das Gebiet Vallon de Van – Salanfe gar die Gründung eines Nationalparks wie jener in Graubünden.
Aber zurück zur täglichen Realität dieses Fleckens vom Paradies: Im Besitz von vier Bürgergemeinden (Vérossaz, Massongex, St.Maurice und Evionnaz) durchlebt Salanfe bewegte Zeiten. Ein Akt von 1870 erlaubt es der Gemeinde Evionnaz, sich die Rechte über Salanfe zu sichern. Dies ermöglichte den Verkauf der Wasserkraft mit der Option, auf Salanfe einen Stausee zu bauen. Dieser Verkauf führt zu einer riesigen Polemik zwischen den Gemeinden Evionnaz und Salvan, welch Letztere Salanfe ebenfalls für sich beansprucht, später zusätzlich mit den Gemeinden Vérossaz, Massongex und St.Maurice, die beim Bau eines Stausees ihre zu jener Zeit enorm wichtigen Alpweiden verlieren würden.
Schliesslich wurden durch die Presse der Romandie auch die nötigen Eingriffe in die Natur thematisiert, was bis zu einer Polemik im Schweizer Ständerat führte. Vor allem würde der Stausee-Bau den Wasserfall „Pissevache“ trockenlegen, berühmtes Naturschauspiel am Eingang des Wallis. Der Einsatz der Naturschützer war schliesslich nicht ganz umsonst und sicherte der „Pissevache“ zumindest eine vertretbare Restwassermenge. 1947 wurde die Salanfe AG gegründet, deren Aktienkapital von 18 Mio CHF je zur Hälfte den Gründerinnen EOS und Lonza gehört.
Die Elektrizitätsgesellschaft EOS wurde mit dem Bau der Staumauer beauftragt. Für die Flutung der Alpebene wurden Enteignungen von Grund und Gebäuden notwendig. Die Konzessionsdauer wurde auf 80 Jahre festgelegt, ab dem Datum der Inbetriebnahme der ersten Turbine am 1. Januar 1953.
Die Staukote liegt auf 1925 m Höhe. Die Staumauer mit ihrer Höhe von 52 m schafft ein Rückhaltevolumen von 40 Mio m3.