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Der Bienengesundheitsdienst untersucht in der Schweiz jedes Jahr ungefähr 20 Fälle, bei denen eine Vergiftung als Ursache für den Tod von Bienen vermutet wird. 2020 wurden dem Dienst 17 Verdachtsfälle gemeldet. Wie der Bienengesundheitsdienst in einer Medienmitteilung schreibt, sind in fünf Fällen Insektizide für die Vergiftungen verantwortlich. In den restlichen zwölf Fällen blieb die Ursache unbekannt. Jedoch wird in der Hälfte der unbekannten Fälle der chronischen Bienen-Paralyse eine bedeutende Rolle zugeschrieben.
Mangelnde Sorgfalt als Hauptgrund
Laut dem Bericht des Bienengesundheitsdienstes ist für einen der fünf bestätigten Vergiftungsfälle ein insektizidhaltiger Ameisenköder verantwortlich, der direkt im Bienenhaus aufgestellt war. In zwei anderen Fällen wiesen Bienen tödliche Mengen an Pflanzenschutzmitteln auf, nachdem die Waben kurz zuvor mit Wasser bespritzt worden waren. Im einen Fall enthielt die verwendete Spritzflasche offenbar Rückstände an bienentoxischen Wirkstoffen. Im anderen Fall konnte nicht geklärt werden, wie die Bienen mit dem giftigen Wirkstoff in Kontakt kamen. In einem vierten Fall wurde ein Insektizid auf einem Spargelfeld entgegen den Sicherheitsauflagen während des Bienenflugs eingesetzt. Der fünfte Fall ereignete sich Ende September, also zu einem Zeitpunkt, an dem Pflanzenschutzmittel nur noch selten eingesetzt werden. Es konnte nicht herausgefunden werden, wo und zu welchem Zweck die Mittel eingesetzt wurden. Allerdings ist einer der gefundenen Wirkstoffe nur zur Anwendung in geschlossenen Gewächshäusern freigegeben.
Sachgerechte Anwendung entscheidend
Die geschilderten Fälle zeigen, wie wichtig ein sorgsamer und sachgerechter Umgang mit Pflanzenschutzmitteln, aber auch Bioziden zum Beispiel beim Reinigen der Bienenstöcke ist. Die bestätigten fünf Vergiftungsfälle hätten bei korrekter und bestimmungsgemässer Anwendung wohl verhindert werden können. Anwendungs- und Gefahrenhinweise auf den Produkten müssen sorgfältig gelesen werden. So lässt sich die Anzahl Bienenvergiftungen zukünftig senken.