Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03527.jsonl.gz/3042

Januar 2015
Je nach Region, Tradition und Religion fällt das Neujahr auf unterschiedliche Daten. Beispiele dafür sind das jüdische Fest Rosch ha-Schana, der 1. Muharram der Muslime oder auch das chinesische Neujahr.
1582 wurde der Gregorianische Kalender eingeführt. Seither hat sich im Westen der 1. Januar sukzessive als Beginn des zivilen Jahres etabliert. Mit der weltweiten Übernahme des Gregorianischen Kalenders (19. – 20. Jh.) wurde die Feier des Neujahrs am 1. Januar zum Standard.
Inzwischen ist es üblich, sich am Silvesterabend mit der Familie oder mit Freunden zum Festessen zu treffen, Mitternacht und den Jahreswechsel abzuwarten, um einander zu umarmen und ein gutes Neujahr zu wünschen. Landauf, landab werden Events, Spektakel und Feste organisiert.
In der Schweiz wird am Tag nach dem Neujahrstag der Berchtoldstag gefeiert (2. Januar). In dreizehn Kantonen gilt er als Feiertag.
Februar 2015
Sein Ursprung ist unklar. Manche vermuten einen Zusammenhang mit den Fruchtbarkeitsfesten zur gleichen Jahreszeit in der griechisch-römischen Kultur. Ob die Geschichte eines heiligen Valentin, der in den ersten Jahrhunderten des Christentums den Märtyrertod erlitten habe, Legende oder Realität ist, ist nach wie vor umstritten. Gegen Ende des Mittelalters wird der Valentinstag, namentlich in England, zum Tag der Liebenden. An jenem Tag werden mit Herzen verzierte Liebesbotschaften ausgetauscht. Heute steht das Fest der Liebenden hoch im Kurs: kostbarer Moment der Zweisamkeit des Paares für die einen, Geschäftemacherei für die anderen.
März 2015
April 2015
Mai 2015
Damals forderte die Arbeiterbewegung in den USA den Achtstundentag. Einige Arbeitgeber gingen auf die Forderung ein, andere nicht. Es folgten Streiks und Demonstrationen; namentlich ab dem 1. Mai 1886 in Chicago, wo die Auseinandersetzung mit den Ordnungskräften am 4. Mai schliesslich in einem Blutbad endete. In Erinnerung an diese Ereignisse beschloss die Zweite Sozialistische Internationale 1889, den 1. Mai als Demonstrationstag für den Achtstundentag einzuführen. Dem Aufruf folgte schon 1890 die Arbeiterschaft zahlreicher Länder. Auf Anstoss der UdSSR wurde der Tag der Arbeit nach dem Ersten Weltkrieg in vielen Ländern ein arbeitsfreier Tag.
Der heute von der Linken und den Gewerkschaften gefeierte 1. Mai bleibt nach wie vor ein Tag der Demonstrationen und der sozialen Forderungen.
Der Gedenktag wurde 1985 vom Europäischen Rat eingeführt. Er erinnert an die Erklärung vom 9. Mai 1950 (auch «Schuhman-Erklärung» genannt), die als Gründungstext des europäischen Einigungsprozesses gilt. In seiner als historisch zu bezeichnenden Rede in Paris plädierte Robert Schuman, damals französischer Aussenminister, für eine neue Form der politischen Zusammenarbeit in Europa, die künftig jeden Krieg unter den Nationen des Kontinents verunmöglichen sollte. Ihm schwebte die Gründung einer europäischen Institution zur gemeinsamen Verwaltung der Kohle- und Stahlproduktion vor. Ein Jahr später, am 18. April 1951, wird der Vertrag von Paris unterzeichnet. Mit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (auch als «Montanunion» bekannt) wird der Grundstein für die heutige Europäische Union gelegt.
Seit 1986 wird an diesem Tag den Bürgerinnen und Bürgern mit Informationsveranstaltungen und Events vermittelt, wie die europäischen Institutionen funktionieren. In mehreren europäischen Ländern, vor allem aber in Belgien und Frankreich, werden Führungen, Konzerte, Ausstellungen, Vorträge und spielerische Aktivitäten organisiert.
Bei den Griechen und später bei den Römern ehrte ein religiöses Frühlingsfest die Mutterfigur. Im Mittelalter existierten da und dort Muttertagsfeiern in unterschiedlicher Form.
In seiner heutigen Form ist der Tag zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA entstanden (Mother’s Day) und hat sich danach in zahlreichen Ländern verbreitet. Ganz allgemein gesagt, feiern an diesem Festtag Kinder wie Erwachsene ihre Mutter – meist indem sie ihr etwas schenken (in der Schule gefertigte Bastelarbeit, Blumen usw.).
Juni 2015
Juli 2015
August 2015
Die Waldstätten, drei autonome Bergländer in der Region des Vierwaldstättersees, beschliessen angesichts der Herrschaft der mächtigen Habsburger, ihren Bund zu erneuern. Anfang August unterzeichnen sie einen Pakt. Es ist nicht das erste, aber das älteste auf uns gekommene Abkommen zwischen Uri, Schwyz und Unterwalden. Es gilt als Gründungsakt der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Sechshundert Jahre später legen die Behörden den Nationalfeiertag auf den 1. August. Dieser wird heute mit Höhenfeuern, Lampionumzügen, Feuerwerk und politischen Reden gefeiert.
September 2015
Als in den 1790er Jahren revolutionäre Bewegungen auf die Schweiz übergriffen, schlug der Kanton Bern zur Stärkung des innereidgenössischen Zusammenhalts die Schaffung eines gemeinsamen Festes für Katholiken und Protestanten vor. Offiziell eingeführt wurde der Bettag erst 1832. Einzig der Kanton Genf scherte aus und feiert noch heute den Bettag an einem Donnerstag, zehn Tage vor dem Rest der Schweiz.
Oktober 2015
Gegen Ende der 1990er Jahre wurde das angelsächsische Halloween-Fest nach Europa exportiert. Das Fest, ein eigentliches gesellschaftliches Phänomen, das inzwischen etwas an Attraktivität eingebüsst hat, hatte von Anfang an eine stark merkantile Note. Das ursprünglich vermutlich keltische Fest wurde mit dem christlichen Kult in Verbindung gebracht: Halloween geht auf das englische All Hallows’ Eve (Vorabend von Allerheiligen) zurück.
Am Abend des 31. Oktober gehen Kinder, als Gespenst, Skelett oder Vampir verkleidet, von Tür zu Tür und bitten um Süssigkeiten. Dabei rufen sie laut: «Trick or treat!» («Schabernack oder Bonbons!»). Ihren Weg beleuchten ausgehöhlte Kürbisse (früher Rüben) mit geschnitzten Gespenstergesichtern, in denen eine Kerze brennt.
November 2015
Dezember 2015
Fest des heiligen Nikolaus, Patron der Kinder. Seine Geschichte ist reich an Legenden. Nach Erlangen der Bischofswürde im 4. Jahrhundert in Myra (Süden der heutigen Türkei) wurden ihm mehrere Wunder zugeschrieben: So habe er drei Knaben auferweckt, die ein Metzger getötet und in ein Salzfass gelegt hatte; oder auch drei Töchtern eines verarmten Vaters drei Nächte hintereinander als Mitgift je eine Goldkugel ins Zimmer geworfen, damit sie heiraten konnten. Seither gilt er in der katholischen Kirche als Beschützer der Kinder. Je nach Region kommt dem Fest des heiligen Nikolaus (in der Deutschschweiz Samichlaus) mehr oder weniger Bedeutung zu. Lange blieb es ausschliesslich den Katholiken vorbehalten, da die Protestanten keine Heiligenverehrung kennen. Im Mittelalter entsteht die Legende, der heilige Nikolaus steige in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember durch den Kamin ins Haus, um an brave Kinder Süssigkeiten und Geschenke zu verteilen. Jüngeren Datums ist die Tradition des Schmutzli (Knecht Ruprecht in Deutschland) – der Gegenspieler des Samichlaus, der unartige Kinder mit der Fitze züchtigt.
Vermutlich ist der heilige Nikolaus als weltliche Figur wieder neu auf der Bildfläche erschienen: als Weihnachtsmann, der eng an vornehmlich nordische Traditionen anknüpft, wie sein von Rentieren gezogener Schlitten zeigt. Mit den europäischen Emigranten gelangte er in die USA, wo er zu seiner roten Kleidung kam. Mit dem Völkergemisch und der Kommerzialisierung von Weihnachten ist eine vielgestaltige Figur uniform geworden: Heute trägt der Samichlaus oft ein rotes Gewand mit Kapuze und er hat seine Mitra verloren, während der Weihnachtsmann sich zuweilen auf einen Bischofsstab stützt.
In der Schweiz ist der heilige Nikolaus der Schutzpatron von Kanton und Stadt Fribourg. Dort wird ihm jedes Jahr ein Hochfest ausgerichtet. Am Gedenktag verteilt er den Kindern biscômes, eine Lebkuchenspezialität der Romandie, sowie Erdnüsse, Clementinen, Schokolade usw.
Nicht unerwähnt bleibe, dass in manchen Regionen andere Figuren an Weihnachten oder Neujahr Geschenke oder Zaubersprüche verteilen: Tante Arie in der Ajoie, die Chauchevieille (Nachtmahr) im Kanton Waadt oder auch die Hexe Befana im Tessin und in Italien.