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Grüner Star
Von Prof. Dr. med. W. Bernauer
Grüner Star oder Glaukom ist eine Erkrankung, die durch zeitweise oder ständige Erhöhung des Augeninnendruckes und dadurch beeinträchtigte Druchblutung des Sehnervs gekennzeichnet ist. Ohne Behandlung kommt es zur Schädigung des Sehnervs mit Abnahme des Sehvermögens und Gesichtsfeldausfällen bis hin zur Erblindung.
Grüner Star oder Glaukom ist eine Erkrankung, die durch zeitweise oder ständige Erhöhung des Augeninnendruckes und dadurch beeinträchtigte Druchblutung des Sehnervs gekennzeichnet ist. Ohne Behandlung kommt es zur Schädigung des Sehnervs mit Abnahme des Sehvermögens und Gesichtsfeldausfällen bis hin zur Erblindung. Ziel jeder Glaukombehandlung ist die Erhaltung der Funkton des Sehnervs (Nervus opticus), der die Seheindrücke vom Auge zum Gehirn leitet. Im Gehirn wird die Information in ein Bild umgesetzt; d.h. in das, was wir „sehen“.
Erhöhter Augeninnendruck ist als das erste Stadium der Glaukomerkrankung zu betrachten. Ohne Behandlung droht die Erblindung.
Normalerweise ist dies nicht möglich. Das Glaukom ist in den allermeisten Fällen völlig schmerzfrei. Es führt erst im fortgeschrittenen Stadium zu einer für den Betroffenen erkennbaren Sehverschlechterung. Daher bleibt es der Untersuchung des Augenarztes vorbehalten, ein Glaukom zu diagnostizieren.
Bei plötzlich auftretenden starken Augenschmerzen sollten Sie sofort einen Augenarzt aufsuchen, es könnte sich dabei um das sehr seltene Winkelblockglaukom (Glaukomanfall) handeln, das sofort vom Facharzt behandelt werden muss. An Wochenenden und ausserhalb der Sprechstunden sollten Sie sich an den augenärztlichen Notdienst wenden!
Zur Diagnose eines Glaukoms stehen uns mehrere Methoden zur Verfügung. Im Folgenden werden die wichtigsten Untersuchungen beschrieben, die wir durchführen können.
Die Messung des Augeninnendrucks
Hier stehen uns zwei häufig verwendete Methoden zur Verfügung: Entweder wird der Druck mit einem feinen Luftstrahl oder mit einem sogenannten Tonometer gemessen. Das Tonometer ist ein kleines Messgerät, das vom Augenarzt sanft auf das Auge gedrückt wird. Beide Methoden sind absolut schmerzfrei. - Die Druckmessung liefert uns einen Wert für den Augeninnendruck. Die Bewertung dieser Ergebnisse ist nicht ganz einfach und sollte dem Augenarzt überlassen werden. Ein erhöhter Druck bedeutet nicht in jedem Fall eine Erkrankung und bei manchen Patienten liegt auch bei normalen Druckwerten ein Glaukom vor.
Die Messung des Gesichtsfeldes
bei unbewegtem Auge
Das Gesichtsfeld ist der Bereich, den Sie visuell wahrnehmen können. Bei der Glaukomerkrankung wird dieser Bereich zunehmend eingeschränkt. (Abb. 1 bis 3). Dieser schleichende Vorgang wird von den Betroffenen meist nicht registriert. Wir können mit Hilfe eines als Perimeter bezeichneten Messgerätes Form und Grösse des Gesichtsfeldes feststellen. Dabei muss der Patient auf eine Vielzahl von Lichtsignalen reagieren. Diese Untersuchung dauert zwischen 5 und 30 Minuten. - Die Messung des Gesichtsfeldes gibt uns genaue Auskunft über den Stand der Glaukomerkrankung. Anhand von wiederholten, in längeren zeitlichen Abständen vorgenommenen Gesichtsfeldmessungen lässt sich der Verlauf der Krankheit verfolgen. Im günstigsten Fall ist das Gesichtsfeld unverändert.
Untersuchung des Sehnervs
Durch den Sehnerv werden die Sinneseindrücke vom Auge zum Gehirn geleitet, er tritt hinten aus dem Auge aus. Man nennt diese Stelle die Papille oder den Sehnervenkopf. Er kann von uns mit dem sogenannten Ophthalmoskop oder einer vergrössernden Lupe untersucht werden. Oft wird hierzu die Pupille mit Augentropfen erweitert. Bitte beachten Sie, dass dies vorübergehend zu einer Sehverschlechterung führt, so dass Sie für einige Stunden nicht selber Auto fahren dürfen. - Die Untersuchung des Augenhintergrundes zeigt uns, ob schon ein Sehnervenschaden durch Glaukom oder eine andere Erkrankung erkennbar ist. Gelegentlich zeigt sich hier ein Schaden sogar schon vor einer Veränderung des Gesichtsfelds. Daher ist die Beurteilung des Sehnervs ein sehr wichtiger Bestandteil der augenärztlichen Untersuchung.
Vom Glaukom sind zwei von hundert aller über Vierzigjährigen betroffen. Mit zunehmendem Alter wird die Krankheit häufiger.
Es ist bekannt, dass die Anlage zum Glaukom erblich ist. Wenn einer Ihrer Blutsverwandten betroffen ist, sollten Sie unbedingt Ihren Augeninnendruck regelmässig vom Augenarzt kontrollieren lassen (mindestens einmal pro Jahr). Starke Kurzsichtigkeit begünstigt Häufigkeit und Schwere der Glaukomerkrankung. Auch bei an Diabetes und an Gefässkrankheiten leidenden Menschen kommt das Glaukom häufiger vor.
Jede Form des Nikotinkonsums stellt bei drohendem oder etabliertem Glaukom eine zusätzliche Gefahr dar, weil Nikotin die Blutgefässe verengt und deshalb die Durchblutung in wichtigen Bereichen des Auges verschlechtert.
Auch bestimmte Medikamente haben Einfluss auf den Augeninnendruck. So erkranken Patienten, die wegen Rheuma oder Allergien über längere Zeit Kortison-Präparate einnehmen müssen, etwas häufiger an Glaukom.
Nicht zuletzt kann ein Glaukom auch die Folge einer anderen Erkrankung oder sogar einer Augenverletzung sein.
Das Auge vermittelt etwa 40% aller unserer Sinneseindrücke. Sein Aufbau ähnelt ein wenig dem einer Foto-Kamera: Die vordere Begrenzung des Auges ist die durchsichtige Hornhaut, dahinter ist die farbige Regenbogenhaut (Iris) zu erkennen. Hinter dieser liegt die Augenlinse. Sie wird umspült von dem Kammerwasser, einer farblosen Flüssigkeit, die ständig neu produziert wird und durch die Pupille in die vordere Augenkammer zwischen Iris und Hornhaut gelangt. Von dort wird sie normalerweise aus dem Auge abgeleitet.
Diese Flüssigkeit ist für den Augeninnendruck verantwortlich. Wenn die Ableitung des Kammerwassers gestört ist, kommt es zu einer schädlichen Erhöhung des Augeninnendrucks. Über den Glaskörper wird der erhöhte Augeninnendruck an den hinteren Augenbereich, die Netzhaut und den Sehnerv weitergegeben. Dadurch können in diesem Bereich die wertvollen Sehnervenzellen geschädigt werden und es kommt zu einem schleichenden Gesichtsfeldausfall, der von den Betroffenen in vielen Fällen nicht bemerkt wird.
In den meisten Fällen genügen Augentropfen. Das Wichtigste ist dabei die regelmässige Anwendung gemäss unserer Anleitung. Auch eine Lasertherapie oder eine Operation kann zu einem späteren Zeitpunkt nützlich sein.
Das Ziel der Behandlung ist eine wirksame Senkung des Augeninnendrucks und damit der Schutz vor Schaden an Sehnerv und Gesichtsfeld.
Eine regelmässige Anwendung der verordneten Medikamente ist von grosser Wichtigkeit. Bitte nehmen Sie diese Tropfen nach Vorschrift des Arztes. Wenn Sie mehrere Medikamente einträufeln müssen, dann warten Sie bitte einige Minuten zwischen den Anwendungen. So können alle Tropfen ihre Wirkung entfalten. Damit Augentropfen optimal wirken können, gehen Sie bitte folgendermassen vor:
Gewöhnen Sie sich an, Ihre Tropfen immer zur gleichen Zeit anzuwenden. Vielleicht geht es einfacher, wenn Sie das Tropfen immer in Zusammenhang mit einer anderen regelmässigen Tätigkeit, wie zum Beispiel vor dem Frühstücken und nach dem Abendessen durchführen.
Zum Tropfen ziehen Sie bitte das Unterlid leicht herab, neigen den Kopf etwas nach hinten und geben den Tropfen in das herabgezogene Unterlied. Versuchen Sie jetzt bitte nicht zu kneifen, damit der Wirkstoff nicht aus dem Auge gedrückt wird, sondern halten Sie die Augen am besten für 2-3 Minuten geschlossen.
Halten Sie bitte nach dem Tropfen für ein bis zwei Minuten den Tränen-Nasengang zu, damit das Medikament besser einwirken kann.
Eine Operation muss dann erwogen werden, wenn durch eine Behandlung mit Augentropfen und Tabletten keine genügende Drucksenkung erzielt werden kann. Sie wird Ihnen vor allem dann vorgeschlagen, wenn eine Verschlechterung des Gesichtsfeldes und der Untersuchungsresultate am Sehnerv vorliegen.
Die am häufigsten durchgeführte Glaukomoperation ist die Trabekulektomie. Daneben werden auch verwandte Eingriffe durchgeführt, bei denen das Auge nicht vollständig eröffnet wird.
Anhand einer Skizze oder eines Modells wird Ihnen der Augenarzt erklären, wie die Bindehaut eröffnet wird, wie der Abflussweg durch die Lederhaut hergestellt wird und wie die Wunde verschlossen wird.
In der Regel wird durch diese Operation der Augendruck deutlich gesenkt, wodurch der Sehnerv keinen weiteren Schaden nehmen sollte. Die medikamentöse Therapie kann in der Regel reduziert oder ganz beendet werden.