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Der St. Galler Klosterplan ist die früheste Darstellung eines Klosterbezirks aus dem Mittelalter. Gezeichnet wurde er vermutlich zwischen 819 und 830 im Kloster Reichenau für das unter Abt Gozbert aufstrebende Kloster St. Gallen. Ausgrabungen aus den 1960er-Jahren legen jedoch nahe, dass der Bauplan zumindest im Bereich der Klosterkirche nie vollständig umgesetzt wurde. Die Hausgrundrisse, Feuerstellen und Pflästerungen, die während den Grabungen vor drei Jahren gefunden wurden, stimmen jedoch mit dem Gotzbert-Plan teilweise überein.
Der Plan hat eine Grösse von 112 auf 78 Zentimeter, er besteht aus fünf zusammengenähten Pergamenten, und er ist mit roter Tinte gezeichnet. Das Original befindet sich im Besitz der Stiftsbibliothek St. Gallen und wird dort unter der Bezeichnung «Codex 1092» aufbewahrt. Ausgestellt ist ein Faksimile.
Auch für die Öffentlichkeit war es stets möglich, einen Klosterplan als Faksimile zu kaufen. Die letzte, 1952 vom Historischen Verein des Kantons St. Gallen herausgegebene Version, ist inzwischen vergriffen. Nun hat die Stiftsbibliothek ein neues Werk vorgelegt: ein Faksimile des Klosterplans zusammen mit einem Begleitheft. Am Donnerstagabend wurde es im Musiksaal des Stiftsgebäudes präsentiert.