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Zusammenfassung von Christine Simon der Seiten 16-23
Music learning and development
Je besser Lehrpersonen und Eltern über die musikalische Entwicklung von Kindern Bescheid wissen, umso besser können sie Kinder bei ihrer musikalischen Entwicklung fördern und unterstützen.
Da jedoch das Lernen und die Entwicklung von Kindern eng mit der Psychologie oder der Anatomie zusammenhängen und verschiedene Komponenten wie zum Beispiel das soziale Umfeld einen Einfluss darauf haben, gibt es bis heute noch keine Theorie, die das Lernen und die Entwicklung von Kindern vollständig beschreibt. Deshalb gibt es auch auf die Frage, wie Kinder ihre musikalischen Fertigkeiten entwickeln, verschiedene Antworten und der Frage wird anhand von Forschungen immer noch nachgegangen.
Hierbei werden vor allem drei Fragen gestellt, zu denen es zum Teil immer noch verschiedene Meinungen gibt:
- Ist das Kind in seiner musikalischen Entwicklung ein aktiver oder ein passiver Mitarbeiter?
- Hängt die Musikalität eines Kindes von der Erziehung und Förderung ab, oder ist sie von Natur aus angeboren?
- Ist die musikalische Entwicklung ein gleichmässiger, ununterbrochener Prozess, oder gibt es da sprunghafte Veränderungen?
Man geht davon aus, dass das Kind, mit Ausnahme der frühesten Musikentwicklung, ein aktiver Mitgestalter seiner musikalischen Entwicklung ist.
Zudem gehen die meisten Forscher davon aus, dass die musikalische Entwicklung nicht in einer durchzogenen Linie verläuft, sondern in mehreren Abschnitten. Zum Beispiel erleben viele Kinder beim Erlernen von Musik plötzlich ein „Aha-Erlebnis“, das sie wieder einen Schritt weiter bringt.
Um zu erkennen, ob die musikalische Entwicklung natürlich ist oder eher von der Erziehung abhängt, werden in der Forschung verschiedene Experimente durchgeführt. So ist herausgefunden worden, dass Kinder bereits vor der Geburt auf Musik, Klänge und Geräusche ihrer Umwelt reagieren. So lässt laute Musik bei Kindern, die noch im Bauch der Mutter sind, ihren Puls erhöhen, während ruhige Musik Kinder zu beruhigen scheint.
Man hat beobachtet, dass Musik bei neugeborenen Kindern, die an Koliken oder Unwohlsein leiden, einen positiven, beruhigenden Effekt hat und sie oft aufhören zu schreien.
Um die Sensibilität für Musik bei neugeborenen Kindern zu testen, hat man verschiedene Methoden entwickelt. Zum einen werden auf der Kopfhaut des Kindes Elektroden befestigt, mit deren Hilfe die Reizleitungen des Gehirns gemessen werden können.
Auch führt man Tests durch, bei denen Kindern zwei Klänge abgespielt werden, von denen der eine oft wiederholt wird und der andere nur wenige Male abgespielt wird. Man kann beobachten, dass die wiederholten Klänge mit der Zeit auf die Kinder vertraut wirken und sie deshalb nicht mehr so stark auf diese Klänge reagieren. Bei einer anderen Methode verwendet man spezielle Schnuller, mit denen das Kind selbst regulieren kann, wann es einen Stimulus hören will, indem es mehr an dem Schnuller saugt.
Allgemein ist es für Musiklehrpersonen oder Eltern wichtig, dass sie sich bewusst sind, wie stark Musik Kinder vor und nach ihrer Geburt beeinflussen kann.
Es ist bei der musikalischen Erziehung auch wichtig zu sehen, dass die musikalische Fähigkeit einer Person von ihrer Umwelt, von ihren Mitmenschen oder von einem Selbsturteil über die eigenen musikalischen Fähigkeiten stark beeinflusst werden kann. Denn auf diese Weise können Lehrpersonen oder Eltern einem Kind auch helfen, von einer eventuellen Idee der eigenen „Unmusikalität“ loszukommen.