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Aufgewachsen als Tochter des Landwirts Jakob Meili, der in Pfyn einen Bauernhof bewirtschaftete, nebenamtlich als Bauernsekretär und von 1920–1943 als Nationalrat BGB wirkte. Frieda Rüdin-Meili half nach der Schulzeit dem Vater auf dem von ihm gegründeten Sekretariat, einer Anlaufstelle für die Landwirte des Kantons, absolvierte dann die Soziale Frauenschule in Zürich, um anschliessend ihr Wissen der Fachstelle des Vaters zur Verfügung zu stellen. Sie erkannte das Bedürfnis der Bäuerinnen nach mehr Kontakt untereinander und nach Möglichkeiten der Weiterbildung. So gab sie den Anstoss zum ersten Bäuerinnentag im Thurgau, der 1929 in der reformierten Kirche in Weinfelden stattfand. 1934 wurde die Frauenkommission des Thurgauischen Landwirtschaftlichen Kantonalverbandes gegründet, deren Präsidentin Frieda Rüdin-Meili ab Gründung bis 1964 blieb. 1935 heiratete sie den Pfyner Landwirt Martin Rüdin und bekam drei Kinder. Auch als Bäuerin und Mutter engagierte sie sich weiter für die Sache der Bäuerinnen im Kanton mittels verschiedenster dezentraler Kursangebote und der beliebten Bäuerinnentage. Sie argumentierte in der Verbandszeitschrift „Thurgauer Bauer“ 1958 zurückhaltend geschickt für das Frauenstimmrecht als Sache der Gerechtigkeit.
Kontextualisierung
Als Bauerntochter und Bauersfrau kannte Frieda Rüdin-Meili die Situation der Bauernfamilien im Kanton sehr gut. Sie erkannte die Wichtigkeit von Vernetzung und Bildung der Bäuerinnen, für diese selbst, aber auch für den einzelnen Betrieb und letztlich für die ganze Gesellschaft. In einem gegenüber dem Frauenstimmrecht sehr ablehnenden politischen Kontext agierte sie umsichtig und massvoll.
Weitere Informationen
Nachlass im ThurgauerFrauenArchiv F 1’8, 2/4
Bommeli, Elisabeth: Zum Gedenken an Frieda Rüdin-Meili (1901–1987), in: Thurgauer Zeitung, 18.12.1987, S. 12.