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Cambon
(spr. kangbóng), Joseph, Mitglied des franz. Nationalkonvents, geb. zu Montpellier, [* 3] war Inhaber eines Fabrikgeschäfts, als er von seinen Mitbürgern zum Deputierten in die Gesetzgebende Versammlung und sodann in den Konvent gewählt ward. Er beschäftigte sich hier vorzugsweise mit dem Finanzwesen und veranlaßte die Veröffentlichung der Staatsschulden sowie die Vermehrung der Assignaten. Er bekämpfte die Ausschweifungen der Pariser Gemeinde und Marats und Robespierres Umtriebe und ward insbesondere der Schrecken der betrügerischen Zahlmeister und Armeekommissare.
Wiewohl er für die Hinrichtung des Königs ohne Appellation an das Volk stimmte, so widersetzte er sich doch der Errichtung des Revolutionstribunals. Seit April 1793 Mitglied des Wohlfahrtsausschusses, trat er hier den Exzessen der Pariser Sektionen mit Entschiedenheit entgegen, verteidigte 19. April die Girondisten mit eigner Aufopferung, erstattete im Juli einen Bericht über die Lage des Staats und die Thätigkeit des Wohlfahrtsausschusses und im März 1794 einen andern über den Zustand und die Verwaltung der Finanzen, wobei er das Raubsystem der Terroristen und die Verschleuderung der öffentlichen Gelder durch die Kommissare schonungslos aufdeckte.
Auch legte er das große Buch der öffentlichen Schuld an. Robespierre mißfällig und von ihm 8. Thermidor 1794 heftig angegriffen, hatte er eine große Zahl Gleichgesinnter auf seiner Seite, deren Verbindung den Sturz Robespierres zur Folge hatte. Dagegen warf er sich als Verteidiger der angeklagten Mitglieder der Ausschüsse, Billaud-Varennes, Collot, d'Herbois u. a., auf und ward deshalb von Tallien als Mitschuldiger derselben angeklagt. Er entging der Verhaftung, indem er sich verbarg, und lebte seitdem zurückgezogen auf einem Landgut bei Montpellier. 1815 in die Kammer gewählt, ward er nach der zweiten Restauration als Königsmörder verbannt. Er starb in St.-Josse en Node bei Brüssel. [* 4]