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VALENCIA
Ist eine Grossstadt im östlichen Teil Spaniens.
Die Hauptstadt der autonomen Region Valencia und der gleichnamigen Provinz liegt rund 320 km südöstlich der Landeshauptstadt Madrid an der Mündung des Turia zum Mittelmeer und ist mit ca. 805.000 Einwohnern die drittgrösste Stadt des Landes.
Im Grossraum Valencia leben rund 1,8 Millionen Menschen.
Valencia liegt an der spanischen Mittelmeerküste, ca. 350 km südlich von Barcelona an der Mündung des Flusses Turia.
Der Fluss selber wurde nach verheerenden Überschwemmungen in den 1950er Jahren (letztmals 1957) aus der Stadt heraus verlegt; das ehemalige Flussbett wurde in einen Park umgewandelt.
Das Klima in Valencia ist vom Mittelmeer geprägt.
Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt 17,8 °C und schwankt dabei zwischen 11,5 °C im Januar sowie 25,5 °C im August.
Im Winter fallen die Temperaturen fast nie unter 4–8 °C, tagsüber kann es 18–25 °C warm werden.
Im Sommer sind bis zu 40 °C möglich, während sie nachts auf angenehme 20–25 °C fallen.
Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt etwas weniger als 470 mm.
Es regnet vor allem im Frühjahr und Herbst, jeweils ca. fünf Tage im Monat.
Die erste Oktoberwoche ist für ihre starken Niederschläge „berühmt“.
Die Sommermonate Juni, Juli und August sind nahezu niederschlagsfrei.
Vom Klima her sehr empfehlenswert sind die Monate April bis Juni sowie Mitte September bis Ende Oktober.
Auch die Wintermonate sind für Mitteleuropäer sehr angenehm.
Die mittlere Wassertemperatur in Valencia liegt von Juni bis Oktober über 20 °C und sie erreicht im August mit 25 °C ihr Maximum.
In den Wintermonaten beträgt die mittlere Wassertemperatur 13–15 °C.
Eine der bedeutendsten urbanistischen Leistungen Spaniens (und Europas) wurde in den 1970er bis 1990er Jahren in Valencia vollbracht: die oben kurz erwähnte Ausgestaltung des ehemaligen Turia- Flussbettes als Park.
Erste Pläne hatten eine Nutzung als Stadtautobahn vorgesehen.
Diese hätte auch hochpreisige Stadtviertel mit Luxuswohnbauten nach sich gezogen.
Eine Bürger Bewegungen kämpfte dagegen unter dem Schlachtruf „El llit del riu és nostre i el volem verd!“ („Das Flussbett ist unser und wir wollen es grün“) – und sie erwies sich als siegreich.
Im Oktober 1981 erhielt der bekannte katalanische Architekt Ricardo Bofill den Auftrag für die Grundsatzplanung des neuen Grossparks.
Eine der grünärmsten Städte Spaniens erhielt so (mit Baubeginn 1985) eine wertvolle „Grüne Lunge“.
Anfang Juli 2006 besuchte Papst Benedikt XVI. die Stadt im Rahmen des V. Weltfamilientreffens.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Lonja de la Seda
Die Seidenbörse (span. Lonja de la Seda; val. Llotja de la Seda) wurde zwischen 1482 und 1533 unter der Leitung des Steinmetzmeisters Pere Compte erbaut und gilt als eines der bedeutendsten Gebäude der profanen Gotik in Europa.
Sie besteht aus vier Teilen: dem Turm, dem Saal Consulado del Mar, dem Orangenbaum-Innenhof und dem Säulensaal. Der gesamte Komplex mit bebauten und unbebauten Zonen ist über 2000 m² gross.
Seit 7. Dezember 1996 zählt die Lonja de la Seda zum UNESCO Weltkulturerbe.
Kathedrale von Valencia
Der Bau der Kathedrale von Valencia begann im Jahre 1262, auf den Grundmauern einer alten Moschee.
Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Gebäude oftmals umgestaltet.
Auffällig sind die Puerta de los Apóstoles, aus dem 14. Jahrhundert, die Puerta del Palau, das älteste Portal der Kathedrale, romanisch mit Einflüssen aus dem Mudéjar, und die Puerta Barroca.
Sehenswert auch der emblematische, an die Kathedrale angebaute, gotische Torre del Miguelete Turm, aus dem 14. Jhd. der als eines der Wahrzeichen der Stadt gilt.
Zudem wird in der Kathedrale von Valencia in einer Seitenkapelle ein Kelch aus Achat als Reliquie aufbewahrt, der von den Gläubigen als Heiliger Kelch ( Heiliger Gral ) verehrt wird.
Er könnte auch Ursprung der Sage um den Heiligen Gral sein.
Experten datieren den mörserförmigen Steinbecher in das 1. Jahrhundert vor Christus.
Vor dem Apostelportal der Kathedrale tagt jeden Donnerstag das Wassergericht, ein einzigartiges öffentliches Verfahren, bei dem u.a. Streitigkeiten unter den Bauern des
La Virgen
Bekannt ist die Stadt durch die jährlich stattfindenden „Fallas“.
Die Fallas sind Feiern der Stadtviertel zu Ehren von Josef, dem Zimmermann. Dabei stellen die einzelnen Stadtviertel übergrosse Figuren aus Holz und Pappmaché aus, die „fallas“.
Die fallas karikieren z.B. herausragende Ereignisse aus dem gesellschaftlichen und politischen Leben auf oftmals recht satirische Art.
Die Fallas beginnen mit Anfang März und erreichen am 16. – 19. März ihren Höhepunkt.
Sie werden mit Umzügen durch die Stadtviertel in traditioneller Tracht, Festessen und Feuerwerken, gefeiert.
Es gibt zwei verschiedene Kategorien von Feuerwerken: das eine sind die mascletàs die täglich um 14 Uhr auf der Plaça de l’Ajuntament stattfinden.
Das andere sind die Castillos de fuegos artificiales die in den vier Nächten vor dem 19. März in den Nachthimmel geschossen werden.
Am 17. und 18. März werden der Virgen de los Desamparados mit Umzügen Blumen dargeboten.
Die Blumen werden vor der Basilika auf der Plaça de la Virgen zu einem 10 m hohen Marienbild zusammengesteckt.
In der Nacht vom 19. zum 20. März werden die fallas-Pappfiguren zu Ehren von St. Josef in einem Akt namens cremà verbrannt.
In der Nacht vom 18. auf den 19. März findet um 1.30 ein grosses Feuerwerk statt, der sogenannte Valencianer nit del foc (span. noche del fuego/Nacht des Feuers).
Im Juli 2006 fand in Valencia das katholische Weltfamilientreffen mit Papst Benedikt XVI. statt, bei dessen Veranstaltungen bis zu 2 Millionen Menschen teilnahmen.
Kulinarische Spezialitäten
Die Küche Ost Spaniens, der Levante, ist vom Reis, lokalen Gemüse und Fischfang geprägt.
So kennen die Valencianer zahlreiche Varianten des traditionellen Reisgerichts Paella, das auf dem offenen Feuer zubereitet wird:
– Paella Valenciana mit Huhn, Kaninchen, Riesenbohnen und grünen Bohnen
– Paella marinera mit Fisch und Meeresfrüchten
– Paella de verduras mit Gemüse
Die Paella ist ein traditionelles Valencianisches Gericht.
Obwohl die spanische Küche sehr regional geprägt ist, hat die Paella in Spanien einen sehr hohen Bekanntheitsgrad.
Da die spanische Küche einen recht regionalen Bezug hat, werden jedoch in den verschiedenen Regionen Spaniens von der traditionellen Paella Valenciana abweichende Versionen zubereitet.
So wird beispielsweise die von den (Zentral-)Katalanen an ihre eigene regionale Küche angepasste Paella mit Huhn und Meeresfrüchten von der überwiegenden Mehrheit der Valencianer abgelehnt.
Der zu verwendende Reis stammt aus dem Anbaugebiet La Albufera, ein See südlich von Valencia. Neben einer einzigartigen Artenvielfalt von Vögeln und Insekten wird dort auch Reis angebaut.
Natürlich gibt es in der Valencianischen Küche auch eine Nudel-Paella. Sie wird Fideuà genannt und basiert auf Fisch und Faden-Nudeln.
Gern gegessen wird auch „Arroz al Horno“ (Reis aus dem Ofen) oder „Arroz a la Banda“ (Reis aus der Pfanne).
Typisch für Valencia ist auch die Horchata, ein Getränk aus Erdmandeln.
Zur Horchata werden Fartons gegessen.
Ebenso typisch ist die Cebada, ein Malzgetränk, das sich aus der Römerzeit erhalten hat.
Hochgelobt wird auch das „Agua de Valencia“, ein Mischgetränk aus spanischem Sekt Cava, frisch gepresstem Orangensaft und anderen Zutaten.
Im Sommer wird gerne „Leche merengada“ gegessen, eine Art Sorbet auf Basis von Milch und Baiser („Merengue“), aromatisiert mit Zitronenschale und Zimt.
Eine Kugel Leche merengada Eis (wahlweise auch Nata (Sahne-Eis) auf Kaffee-Sorbet) wird als „Blanco y Negro“ bezeichnet.
Mit einer Kugel Mantecado (Vanille-Sahne-Eis) wird daraus das für Valencia typische „Nacional“.
In Valencia ist ausserdem für den Serrano-Schinken bekannt.
In der Umgebung Valencias, besonders in nördlicher Richtung, werden die Strassen von Orangenfeldern gesäumt.
Valencia war und ist immer noch ein Zentrum für Zitrusfrüchte, doch immer öfter weichen die Felder in Meer nähe grösseren Baugebieten für Touristen.
Ausserdem kümmert sich häufig die folgende Generation nicht mehr um den Betrieb der Felder, lässt sie verkümmern oder spekuliert auf hohe Grundstückspreise.
Viele Plantagen findet man heute deshalb auch in den angrenzenden Bergen. Viele davon werden noch von Familien betrieben.
Wirtschaft
Ein grosser Arbeitgeber ist nahe Kernkraftwerk Cofrentes sowie das Automobilwerk von Ford in Almussafes 20 km südlich der Stadt.
Letzteres produzierte seit Gründung im Jahr 1976 über neun Millionen Automobile.
Derzeit werden die Modelle Focus und Fiesta sowie der Mazda2 gefertigt.
Das Ford-Werk beschäftigt 7.000 Menschen direkt und sorgt für 21.000 weitere indirekte Arbeitsplätze in Zulieferbetrieben.
Ausserdem wird in der Region auch Reis und ähnliches angebaut.
Bildung
In Valencia gibt es insgesamt über 80.000 Studenten an den zwei Universitäten Universität Valencia und Polytechnische Universität Valencia.
Verkehr und Logistik
Valencia ist aus der Luft über den 8 km vom Stadtzentrum entfernten Flughafen Manises zu erreichen, der aus Deutschland von Ferienfliegern, aber auch im Linienflugverkehr angeflogen wird.
Von dort gibt es eine Metro- und Busverbindung in die Stadt.
Gelegentlich kann die Anreise über den benachbarten Flughafen Alicante jedoch günstiger sein.
Per Eisenbahn ist die Hafenstadt im Fernverkehrsnetz (Grandes Líneas) der spanischen Staatsbahn RENFE mit Alicante, Barcelona und Madrid verbunden.
Im Nahverkehr verbindet die Bahn auf sechs Linien die nähere Umgebung:
Estación de Norte
Der Nordbahnhof (Estación de Norte) befindet sich im Stadtzentrum.
1988 wurde das erste Teilstück der Metro Valencia, der U-Bahn der Stadt eingeweiht.
Im Strassenverkehr ist Valencia in westlicher Richtung über die E-901 (Europastrasse) mit der Landeshauptstadt Madrid verbunden, die gleichzeitig Zubringer zur E-15, einer bedeutenden Nord-Süd-Achse entlang der Küste in Richtung Barcelona, ist.
Im Bau befindet sich derzeit die A-23 Sagunt – Somport (Pyrenäenpass), die Valencia mit Teruel und Saragossa verbinden wird.
Valencia verfügt über einen bedeutenden Seehafen mit Containerterminals, Fähr- und Eisenbahnanschluss.
Öffentlicher Nahverkehr
Die Stadt Valencia verfügt neben ihrer Metro seit 1994 über ein modernes Strassenbahnsystem, das durch Buslinien ergänzt wird.