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IBM-CEO Sam Palmisano, der normalerweise das eher gesetzte und zurückhaltende Image von IBM perfekt repräsentiert, hat in einem Interview mit dem 'Wall Street Journal' eine uncharakteristische, heftige Breitsseite gegen Hewlett-Packard abgefeuert.
Unter anderem kritisierte Palmisano die Entlassung von Mark Hurd durch HP – allerdings nicht, dass Hurd entlassen wurde, sondern wie die Sache gehandhabt wurde. Vor allem die bis zu 35-Millionen Dollar schwere Abgangsentschädigung für den EX-CEO, die diesen nicht daran hinderte, einen Monat später beim Rivalen Oracle anzuheuern
, sei sicher nicht im Interesse der Investoren gewesen.
Die Hauptkritik Palmisanos galt allerdings den Investitionen in Forschung und Entwicklung. Über Konkurrenten wie HP, so sein geringschätziges Urteil, die ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung stark reduziert hätten, mache er sich gar keine Sorgen. Und er setzte hinzu: "Es war Hurd, der all die Forschungsgelder gestrichen hat." HP sei früher ein sehr innovatives Unternehmen gewesen, aber nun hinter die Spitze der technologischen Entwicklung zurückgefallen. Darum müsse HP sich Innovationen durch Übernahmen beschaffen und dafür, wie beispielsweise im Falle von 3Par
, einen überhöhten Preis bezahlen. "HP hatte gar keine andere Wahl."
HP gab laut 'Wall Street Journal' im Geschäftsjahr 2005, in dem Hurd das Ruder übernahm, noch 3,5 Milliarden Dollar beziehungsweise 4 Prozent des Umsatzes für Forschung und Entwicklung aus. Zuletzt waren es 2,8 Milliarden Dollar, 2,5 Prozent des Umsatzes. Bei IBM liegt der Anteil bei rund 6 Prozent.
Respekt drückte Palmisano dagegen gegenüber Oracle aus. Oracle mache ihm wirklich Sorgen und werde langfristig die grösste Bedrohung für IBM werden. Das ist übrigens genau das gleiche, was auch Oracle-Chef Larry Ellison vorschwebt.
Der Grund für Palmisanos Sorgen: "Oracle investiert." (hjm)