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Herzlich willkommen auf unserer Fanpage zum wichtigsten Schachturnier der Schweiz – fswiss-chess-open.ch! Seit 1889 wird jedes Jahr die Swiss Chess Championship der Männer durchgeführt. Einzig während der beiden Weltkriege und 1968 fand keine Schweizer Schachmeisterschaft statt. Bei den Frauen fand die erste Championship 1946 statt und wurde die erste Zeit im Zweijahres Rhythmus ausgetragen. Das änderte sich jedoch schnell und auch die Frauen ermitteln jedes Jahr eine Schweizer Einzelmeisterin.
Die Swiss Chess Championship wird vom Schweizer Schachbund (SSB) ausgetragen. Der Verband ist noch relativ jung und wurde erste 1995 gegründet, als sich die beiden Schachverbände SSV und SASB zusammenschlossen. Über die Jahre gab es immer wieder sinnvolle Ergänzungen und Anpassungen ans Turnierformat. Beispielsweise gibt es mittlerweile vier Klassen in denen Sieger ermittelt werden. Unter anderem einen Senioren Titel.
An der Schweizer Einzelmeisterschaft dürfen auch Spieler mit anderen Nationalitäten teilnehmen. Am Ende des Turniers wird allerdings immer ein(e) Schweizer(in) zum Titelträger ernannt. Sollte ein Spieler oder eine Spielerin aus einem anderen Land mehr Punkte haben, so wird diese Person nicht für den Titel berücksichtigt. 2017 spielte diese Regelung keine Rolle. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren hatte ohnehin ein Schweizer die meisten Punkte auf seinem Konto verbuchen können.
Swiss Chess Championship 2017
2017 wurde die Schweizer Schachmeisterschaft vom 13.7 bis 21.7 in Grächen ausgespielt. Es war bereits das vierte Mal das der kleine Ort aus Wallis der Gastgeber des prestigeträchtigsten Schachturnieres der Schweiz sein durfte (1999, 2009, 2013 und 2017). Bei den Herren krönte sich Yannick Pelletier mit 7,5 Punkten zum Einzelmeister. Bei den Frauen, die gemeinsam mit den Männern spielen aber am Ende eine eigene Siegerin krönen, konnte Lena Georgescu mit beachtlichen 6 Punkten aus neun Aufeinandertreffen gewinnen. Es war der erste Titel der gerade einmal 17 Jahre alten Schweizerin. Sie hat das Potential viele weitere folgen zu lassen.
Für Yannick Pelletier war es nicht der erste Sieg. Ganz im Gegenteil. Der 1976 geborene Schweizer aus Biel, der in Luxemburg sein Leben verbringt, ist seit 2001 ein Großmeister und durfte sich bereits sechs Mal Schweizer Einzelmeister schimpfen. Bereits vor seinem Großmeister Titel gewann er in den Jahren 1995 und 2000 die Championship. Im Jahr 2002, 2010, 2014 und eben 2017 ließ er weitere Titel folgen und war auch andernorts nicht untätig. Beispielsweise gewann er 2005 die Deutsche Schach Bundesliga mit seinem Verein Werder Bremen und führt die Schweizer Nationalmannschaft seit 1996 in allen großen Turnieren an.
Schweizer System Turniere
Die Swiss Chess Championship wird im sogenannten Schweizer System gespielt. Ein speziell entwickeltes Turnierformat, dass zum ersten Mal in Zürich 1895 zum Einsatz kam und dort seinen Namen erhielt. Verglichen mit Round Robin und Eliminierungsformaten bietet das Schweizer System einige Vorteile, die besonders bei größeren Teilnehmerfeldern zum Tragen kommen. Bei der Swiss Chess Championship gingen insgesamt 82 Teilnehmer (Männer und Frauen) ins Rennen um den nationalen Einzeltitel. Es wurden 9 Runden nach dem Schweizer System gespielt.
Bei Round Robin Turnieren spielt jeder Spieler gegen jeden anderen Spieler. Es ist ein sehr faires System und führt dazu, dass sich die besten Spieler des Turniers oben wiederfinden. Bei großen Teilnehmerfeldern ist es allerdings sehr zeitintensiv und schlichtweg nicht einsetzbar. Eliminierungsformate sind hingegen schneller, krönen aber am Ende nicht unbedingt die besten Spieler. Eventuell treffen der beste und zweitbeste Spieler bereits in einer frühen Runde aufeinander. Zudem reicht ein schlechter Tag (Spiel) aus, um aus dem Turnier zu fliegen.
Schweizer System hat besonders bei großen Teilnehmerfeldern seine Vorteile
Ein Schweizer System Turnier hat keine Eliminierungen bzw. KO-Runden. Allerdings spielt auch nicht jeder gegen jeden, wie beim Round Robin. Zu Beginn des Turniers werden Paarungen ausgelost und jeder Spieler kommt zum Einsatz (es sei denn die Teilnehmeranzahl ist ungerade). Danach werden die Paarungen nicht mehr zufällig ermittelt. Stattdessen spielen Spieler mit den gleichen Qualitäten (Resultaten) gegeneinander, wobei niemand zwei Mal auf den gleichen Spieler treffen kann.
Um die Paarungen zu ermitteln gibt es eigens festgelegte Regeln, die dafür sorgen sollen, dass gleichstarke Spieler aufeinandertreffen. Dadurch finden im Laufe eines Turniers viele interessante und spannende Begegnungen statt. In den meisten Fällen geht es gegen einen direkten Konkurrenten für einen Tabellenplatz. Zudem bedeutet eine Niederlage noch nicht das aus und ein schlechter Tag wird nicht zu hoch bewertet. Am Ende gewinnt, wer am meisten Punkte gesammelt hat. Ein Sieg bedeutet 1 Punkt fürs Ranking und ein Unentschieden gibt einen halben Punkt.