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Schattenmedikamente PharmaWikiNeben den behördlich registrierten Arzneimitteln existiert eine weitere Gruppe von Heilmitteln, welche wir als „Schattenmedikamente“ bezeichnen. Sie sind in den offiziellen Produktelisten nicht enthalten, werden nicht von einem Unternehmen betreut und nicht beworben.Schattenmedikamente
Die von den Behörden zugelassenen Arzneimittel sind gut mit Patienten- und Fachinformationen sowie mit wissenschaftlichen Untersuchungen dokumentiert. Sie haben einen Markennamen und werden von einem Unternehmen betreut, beworben und vertrieben. Sie sind in Apotheken und Drogerien erhältlich und können beim Grosshandel oder direkt bei der Firma bestellt werden.
Neben diesen offiziellen Arzneimitteln existiert eine weitere Gruppe von Medikamenten, welche wir als „Schattenmedikamente“ bezeichnen.
Es sind Arzneimittel ohne behördliche Zulassung, die nicht in den offiziellen Listen der zugelassenen Mittel auftauchen.
Im Folgenden sind einige Beispiele aufgeführt:
- Ein Timololgel für die Behandlung eines Hämangioms.
- Migränemittel mit Mutterkornalkaloiden.
- Kombinierte Schmerzmittel mit Propyphenazon.
- Spasmo-Canulase®-Imitate für Verdauungsbeschwerden.
- Vitaminpräparate für die Behandlung einer zystischen Fibrose.
- Riboflavin-Kapseln für die Vorbeugung einer Migräne.
Es handelt sich um Arzneimittel und Wirkstoffe, die nicht oder nicht mehr im Handel verfügbar sind, um experimentelle und Off-Label-Therapien und Produkte, die nur im Ausland verfügbar sind.
Sie werden zum Beispiel in Apotheken als Magistralrezepturen zubereitet oder aus dem Ausland importiert. Sie erfüllen eine wichtige Funktion für die Behandlung von Beschwerden, für welche keine registrierten Medikamente zur Verfügung stehen (siehe auch unter Magistralrezepturen).
Zu ihren Nachteilen gehören, dass oft keine ausreichenden oder leicht zugänglichen Informationen für die Fachpersonen und Patienten vorliegen. Auch fehlt eine Standardisierung bezüglich der Herstellung, was zu vielen Varianten führt.
Tipp: Im PharmaWiki finden Sie zahlreichen Monographien zu den „Schattenmedikamenten“.
Auch die illegal hergestellten und zum Beispiel über das Internet bestellten ausländischen Medikamente können zu dieser Gruppe gezählt werden. Sie werden nicht über die offiziellen Vertriebskanäle wie Apotheken und Drogerien verkauft, sondern von den Kundinnen und Kunden beschafft. Dazu gehören beispielsweise Potenzmittel wie die Phosphodiesterase-5-Hemmer, also zum Beispiel Sildenafil und Tadalafil. Bei diesen Mitteln fehlt die behördliche und ärztliche Kontrolle und die Produktequalität ist unklar. Man weiss beispielsweise nicht, ob der Wirkstoff tatsächlich im Medikament enthalten ist oder ob es verunreinigt ist.
Schliesslich können auch die selbst hergestellten DIY-Medikamente zu den Schattenmedikamenten gerechnet werden.siehe auchAutor
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.