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Gründungsdatum: April 1972
Fläche: 71.525 Hektar
Ökosystem: Cerrado mit Übergang in Atlantischen Regenwald
Relief: Serra-Plateaus mit Höhen zwischen 500 und 1.496 Metern.
Aktivitäten: Wanderungen, Überquerungen, Rappel, Cascading, Canyoning, Ausritte, Birdwatching, Foto-Trekking und Umwelterziehung.
Ort: Bundesstaat Minas Gerais – Delfinópolis, São Roque de Minas und Sacramento
Der Park liegt im Südwesten des Bundesstaates Minas Gerais und umfasst die Munizipien von São Roque de Minas, Sacramento und Delfinópolis, und er präsentiert zwei bedeutende Gebirgszüge: die Serra das Sete Voltas und die Serra da Canastra, mit Höhen zwischen 500 und 1.496m. Mit einer Fläche von 71.525 Hektar befindet er sich auf der Wasserscheide zwischen den grossen Becken des Rio Paraná und des Rio São Francisco, er besitzt ein weites Bewässerungsnetz, das von kleineren Flüssen gebildet wird und, vor allem, von zahllosen Quellen.
Früher mal bewohnt von den Cataguazes (Indianern), wurde dieses Gebiet schon vom Anfang der Kolonisation an für die Landwirtschaft der Einwanderer genutzt. Im Lauf von vier Jahrhunderten hat die Viehzucht dem Grün dieser Landschaft und bedeutenden Quellen, wie der des “Alten Chico“ gewaltig zugesetzt.
Die Bedeutung jenes Stroms ist unbestritten. Er präsentiert als geopolitisches Charakteristikum die Verbindung des Südostens mit dem Nordosten Brasiliens, deshalb nennt man ihn auch den “brasilianischen Nil“ oder “Fluss der nationalen Integration“ – er ist der einzige grosse Strom, der in seiner Gesamtheit brasilianisch ist – wirtschaftlich hängt das Leben von 15 Millionen Menschen von ihm ab! Sein hydrografisches Becken durchquert drei der fünf brasilianischen Bio-Regionen und erstreckt sich über eine Fläche von 640.000 Quadratkilometer. Vergleichbar mit Italien, Holland, Ungarn, Schweiz und England zusammen!
Im 19. Jahrhundert bereiste Saint Hilaire, der erste Naturwissenschaftler, der auf eine offizielle Einladung hin Brasilien besuchte, die Serra da Canastra und hob ihre landschaftlichen Schönheiten hervor – besonders bewunderte er den Wasserfall “Casca D’Anta“.
In der Absicht, die lokale Bevölkerung über die Risiken der ambientalen Zerstörung aufzuklären, die jene Region bedrohte, stellten sich Journalisten aus Minas Gerais in den 70er Jahren an die Spitze einer siegreichen Kampagne, welche der Gründung des Nationalparks vorausging. Im Jahr 1996 wurde er dann für den Start einer “Nationalen Politik des Ökotourismus“ auserwählt, wurde zum Symbol jener Aktivitäten in den Schutzgebiets-Einheiten unseres Landes.
Der Name “Serra da Canastra“ entstand durch die Ähnlichkeit jenes immensen Plateaus mit einer Truhe (Canastra – baú) – wenn man es von weitem betrachtet. In dieser Gebirgsformation entspringen unzählige Gewässer, Nebenflüsse des Rio São Francisco, die auf den Höhen des Parks Natur-Pools von aussergewöhnlicher Schönheit bilden und jedes Jahr eine grosse Zahl von Besuchern anziehen, deren Wunsch es ist, unvergessliche Momente in einer fantastischen Naturkulisse zu geniessen. Das Fehlen von Baumriesen, kombiniert mit den Kontrasten des Reliefs, erlaubt dem Besucher überraschend eindrucksvolle Panoramablicke über den Park und die angrenzende Region.
Vorherrschend die typische Übergangsvegetation zwischen Cerrado und Atlantischem Regenwald. Die Pflanzendecken der Region setzen sich, in ihrem grösseren Teil, aus “Campos“ und “Campos Rupestres“ zusammen – zum kleineren Teil aus “Cerrado“ und Galeriewäldern. Auf den Campos kann man verschiedene Graminea-Arten unterscheiden, die zeitweise die Szene mit ihrem bunten Blütenstand verschönern. Die Canelas-de-ema (Vellozia squamata), Arnicas-do-campo (Prairie arnica), Bromelien, Lilien und Orchideen sind Pflanzen, die auf Höhen über 800m vorherrschen – wo sich die “Campos rupestres“ erstrecken.
Die Tiere sind eine besondere Attraktion des Parks. Sie pflegen in den ersten Morgenstunden und am Spätnachmittag auf Nahrungssuche unterwegs zu sein, und mit ein bisschen Glück kann der Besucher sie in ihrem Habitat beobachten – besonders im höher gelegenen Teil des Parks. Relativ leicht ist es, auf einer Wanderung zwei bedrohten Spezies zu begegnen: dem Grossen Ameisenbären (Tamanduá bandeira) und dem Mähnenwolf (Lobo guará). Andere Spezies im Parkbereich sind: Tatu-canastra (Gürteltier), Tatu-galinha (Dasypus novemcinctus), Tatupeba (Euphractus sexcinctus), Veado-campeiro (Ozotoceros bezoarticus), Lontra (Otter) und der Cachorro-do-mato (Cerdocyon thous – Waldhund).
Unter den Vögeln: Seriema (Rotfussseriema – Cariama cristata), Ema (Strauss), Perdiz (Rhynchotus rufescens), Codorna (Coturnix coturnix), Tucanaçu (Ramphastos toco), Canário-da-terra (Sicalis flaveola brasiliense) und vor allem die Gavião (Família: Accipitridae und Falconidae).
Der Park befindet sich ausserdem auch auf der Route einer Wandervogelart, zurzeit wird er besonders von Beobachtern der Tauchente aufgesucht – einer seltenen und endemischen Spezies (exklusiv in diesem Park).
Die monatlichen Mittelwerte variieren zwischen 17°C im kühlsten Monat, und um die 23°C in den wärmeren Monaten. Die Niederschlagsmenge liegt zwischen 1.300mm und 1.700mm pro Jahr – der Winter drückt sich in einer Trockenperiode aus. Beste Zeit für Besuche ist zwischen April und Oktober.
Die Quelle des Rio São Francisco
Sie befindet sich im Plateau der Serra da Canastra, nur 6,5km vom Parkeingang São Roque de Minas – nach 2.714km ergiesst sich der Fluss in den Atlantischen Ozean, zwischen den Bundesstaaten Sergipe und Alagoas.
Wasserfall Casca D’Anta
Oberhalb dieses Falls, wenige Kilometer von der Quelle des São Francisco, kann der Besucher schon einige kleinere Fälle bewundern und sich in verschiedenen Natur-Pools erfrischen. Dann, an der grossen Felswand des Plateaus, stürzt der Fluss in freiem Fall 186 Meter in die Tiefe – der bedeutendste Wasserfall der gesamten Region: der “Casca D’Anta“.
Trail des Casca D’Anta
Dieser interessanteste Wanderweg des Parks führt zum oberen Teil des Wasserfalls gleichen Namens. Vom Eingang “Casca D’Anta“ wandert man 4 Kilometer (zirka 2 Stunden), durchquert den Galeriewald, welcher den “Alten Chico“ umgibt, danach einen Teil des Cerrado, charakteristisch für den Park. Von oben hat man einen herrlichen Blick aus den Fels “Canastra“ und “Babilônia“.
Cachoeira dos Rolinhos
Der zweitgrösste Wasserfall des Parks, der “Rolinhos“, stürzt in Kaskaden herab und bildet die “Lagoa Azul“ (Blaue Lagune) – mit transparentem Wasser und gut zum Baden geeignet. Man erreicht ihn über einen Pfad, der von der Hauptstrasse abzweigt – eine Wanderung von 15 Minuten.
Garagem de Pedras
Ruinen einer antiken Fazenda (Plantage) der Region – im höher gelegenen Abschnitt des Parks hat man einen Gesamtüberblick auf die Fazenda Cândidos zwischen den Felsen von Canastra und Babilônia. Der ideale Ort, um die Geografie des Nationalparks zu begreifen – von oben.
Cachoeiras Capão Forro
Fünf Wasserfälle – der grösste mit 80m Höhe – ideal für ein erfrischendes Bad nach der Wanderung. Sie befinden sich in der Nähe des Haupteingangs – ein leicht zu begehender Pfad von zirka 10 Minuten führt hin. Dort kann man auch Rappel und Cascading praktizieren.
Parque Ecológico Cachoeira do Cerradão
In Privatbesitz ausserhalb der Parkgrenze – hier kann man verschiedene Arten nativer Fauna und Flora kennenlernen – ausserdem gibt es hier eine “Tirolesa“ (eine Art Drahtseil-Lift) von 30m Länge, der mit einem Sturz in den Natur-Pool endet.
- Keine Zigarettenkippen auf den Boden oder ins Gras werfen, um keine Brände zu verursachen!
- Keinerlei Abfall im Innern des Parks zurücklassen!
- Keine Pflanzen, Blumen oder Früchte sammeln!
- Die Tiere nicht belästigen (sie sind die besonderen Schönheiten des Parks)!
- Nicht schneller als 30km/Std fahren!
- Die Markierungen und Hinweise beachten!
- Sich auf den angegebenen Pfaden und Wegen halten!
- Den Park so verlassen, wie Sie ihn angetroffen haben – damit Ihre Nachkommen das Privileg haben, ihn genauso kennen und schätzen zu lernen, wie Sie!