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Wenn sich Kinder an einem Gegenstand verschlucken, versuchen sie, den Fremdkörper durch Husten oder Würgen loszuwerden. Sie fassen sich an den Hals und können nicht mehr sprechen. Durch die Blockierung der Atemwege kann es zu einem pfeifenden Geräusch beim Ein- und Ausatmen, zu Sauerstoffmangel, Blässe im Gesicht und Blauverfärbung der Lippen kommen. Für Anne Kipp, eidg. dipl. Apothekerin, ein Ernstfall: «Das Kind hat in dem Moment Atemnot und grosse Angst. Es handelt sich um eine lebensgefährliche Situation, die zu Bewusstlosigkeit oder zum Tod führen kann.»
So handeln Sie im Notfall richtig bei Erstickungsgefahr
Wichtig ist es, keine Angst zu haben, etwas Falsches zu tun. Ein Kind mit blockierten Atemwegen braucht schleunigst Hilfe. Beruhigen Sie das Kleinkind und fordern Sie es zum Husten auf. Man kann mit dem Kind mithusten, um es zu unterstützen. Kann der Fremdkörper nicht entfernt werden, alarmieren Sie den Notruf 144 und stellen Sie das Telefon auf Lautsprecher.
Kinder unter einem Jahr
Wenn das Baby oder Kleinkind bei Bewusstsein ist, jedoch nicht mehr effektiv hustet, legen Sie es mit dem Bauch auf Ihren Unterarm, sodass der Kopf am tiefsten Punkt ist und die Atemwege frei sind. Stützen Sie den Kopf und geben Sie mit der flachen Hand fünf kräftige Schläge zwischen die Schulterblätter des Kindes. Sind die Atemwege immer noch nicht frei, legt man das Baby auf den Rücken und gibt fünf Herzdruckmassagen mit zwei Fingern auf die Mitte des Brustkorbs, etwa auf Höhe der Brustwarzen. Anne Kipp betont: «Führt dies nicht zum Erfolg und das Baby verliert das Bewusstsein, muss man mit den Wiederbelebungsmassnahmen (Atemwege freimachen, beatmen, Herz-Druckmassage) beginnen. Zu dem Zeitpunkt muss der Notruf bereits alarmiert sein und Anweisungen erteilen, die man unbedingt befolgen sollte.»
Kinder über einem Jahr
Sorgen Sie dafür, dass der Oberkörper nach vorne gebeugt ist, und geben Sie fünf kräftige Schläge auf den Rücken zwischen die Schulterblätter. In den meisten Fällen lässt sich der Gegenstand durch die Schläge lösen. Wenn nicht, wendet man das Heimlich-Manöver an. Bei diesem handelt es sich um kräftige Kompressionen des Oberbauchs. Wenn alles nicht funktioniert und das Kind bewusstlos wird, müssen der Notruf 144 gewählt und sofort Wiederbelebungsmassnahmen eingeleitet werden, im Idealfall wird die Arbeit aufgeteilt. Anne Kipp betont: «In Situationen mit Atemnot bleibt nicht viel Zeit. Es ist elementar zu wissen, wie man richtig handelt», erklärt die Expertin.
Für den Ernstfall üben
Anne Kipp empfiehlt allen Eltern einen Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kleinkinder. Diese werden bei verschiedenen Anbietern durchgeführt, auch dem Schweizerischen Roten Kreuz. Zudem rät die Apothekerin: «Widerfährt dem eigenen Kind ein Notfall, werden unsere Urängste geweckt. Dann ruhig zu bleiben, ist fast unmöglich. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig Unterstützung über den Notruf zu holen. Das schafft Klarheit und hilft, auch im Ausnahmezustand ruhig zu bleiben.» Nach einem Ereignis mit Verschlucken sollte in jedem Fall eine Ärztin oder ein Arzt einen Check-up machen.