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Seit jeher haftete den Schmieden wegen ihrer Arbeit mit Glut, Feuer und glühendem Metall stets etwas Magisches und Unheimliches an. In alten Zeiten glaubte man, der Stahl liege tief in der Erde am Eingang zur Hölle verborgen und nur Eingeweihte könnten ihn bergen und bearbeiten. Deshalb verbinden sich auf der ganzen Welt zahlreiche Mythen und Sagen mit Schmieden; am bekanntesten ist wohl Wieland der Schmid aus den deutschen Heldensagen.
Das Schmiedehandwerk wurde schon in der Bronzezeit ausgeübt. Vor allem als Waffen-, Werkzeug- und Gerätehersteller wurden Schmiede geschätzt und gesucht. Im ländlichen Raum war der Schmied noch im späten 20. Jahrhundert ein unverzichtbarer und vielseitiger Handwerker mit breitem Spektrum, sei es als Beschlagschmied für Wagen und Ackergeräte, als Huf-, Waffen- oder Kunstschmied, Schlosser, Werkzeughersteller, Kupferschmied oder Harnischmacher.
In Zürich wurde unter der Führung des Ritters Rudolf Brun 1336 der herrschende Rat gestürzt und durch eine Regierung aus Zunftmeistern und Adligen ersetzt. Eine der Zünfte war die Zunft zur Schmiden, in der die Schmiede mit anderen verwandten Berufszweigen zusammengeschlossen waren.
An die Herrschaft der Zünfte erinnert das Sechseläuten, das seit mehr als hundert Jahren am dritten Montag im April durchgeführt wird. Die Schmidezünfter führen auf Stangen die Symbole der verschiedenen Handwerker mit, die einst in ihrer Zunft zusammengefasst waren.
Heute haben die Schmiede ihre grosse Bedeutung für die Gemeinschaft weitgehend verloren; die Gegenstände, die sie herstellten, werden industriell produziert. Nur an Mittelaltermärkten oder in Bauerndörfern findet man hin und wieder einen Schmied, der wie früher auf dem Amboss das glühende Metall in Form hämmert.
Vermutlich mögen sich viele Zollikerinnen und Zolliker an die Schmiede erinnern, die an der letzten Chilbi durch Gemeinderat und Schmidenzünfter Sascha Ullmann betrieben wurde, und manch einer wird unter seiner kundigen Anleitung den Hammer geschwungen haben. Der Kunstschmied Leonardo Benazzi stellte die mobile Schmiede vor rund neun Jahren mit dem Gedanken her, das Schmiedehandwerk an verschiedenen Anlässen vorzuführen und wieder populärer zu machen.
Am 14. April ist die Schmiede wieder in Zollikon auf dem Dorfplatz im Einsatz. Sascha Ullmann und sein Zunft-Kollege Daniel Burkhard lassen die Funken sprühen und zeigen zwischen 8 und 12 Uhr Interessierten, wie man fachgerecht den Schmiedehammer schwingt.