Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03605.jsonl.gz/1956

Ein wichtiger Zugvogelrastplatz an der Adria-Ostküste soll Bauland werden. Am 16. Januar 2012 soll die Saline von Ulcinj in Montenegro verkauft werden. Damit droht dem global bedeutenden Feuchtgebiet das Aus.
Die Saline Ulcinj ist die größte Lagune Montenegros und wurde seit 1926 zur Salzgewinnung genutzt. Dadurch blieb sie als Feuchtgebiet erhalten, während die meisten anderen Gebiete trockengelegt und überbaut wurden.
Im Rahmen der Privatisierung des einstigen Staatsbetriebs 2005 hat das Unternehmen Eurofond 75 Prozent des Salinenbetriebs vom Staat Montenegro übernommen. Dazu zählt auch das 14,5 Millionen Quadratmeter große Salinengelände. Durch eine Änderung der Vorlage des Raumplans von Montenegro (2005 – 2020) in 2007 wurde das Feuchtgebiet „Saline Ulcinj“ zum potentiellen Bauland.
„Ohne die Möglichkeit zur Rast in der Saline Ulcinj würden viele Zugvögel, vor allem Knäkenten, Sichelstrandläufer und Dünnschnabelbrachvögel ihren bis zu 5 000 Kilometer langen Flug von Eurasien nach Afrika nicht überleben“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer der europaweit tätigen Naturschutzstiftung EuroNatur.
Die montenegrinischen Natur- und Umweltschutzverbände fordern mit einer Petition auf, die Saline zu schützen.
Bild: Dick Daniels (http://carolinabirds.org/) (Wikimedia Commons)