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Imrich Lichtenfeld (bzw. Imi Sde-Or) (* 1910 in Budapest, Königreich Ungarn; † 9. Januar 1998 in Netanja, Israel) war der Begründer des Selbstverteidigungssystems Krav Maga.
Aufgewachsen ist Lichtenfeld in Bratislava in der heutigen Slowakei, damals aber noch im Königreich Ungarn. Er war sehr sportlich und gewann Wettkämpfe im Boxen und Ringen. Aber auch als Turner und Tänzer war er erfolgreich. Von seinem Vater, einem Polizisten der die Polizei Bratislavas in Selbstverteidigung unterrichtete, lernte Lichtenfeld Techniken des Jiu Jitsu.
Ende der 1930er Jahre kam es in der Slowakei zu antisemitischen Ausschreitungen. Lichtenfeld stellte aus jüdischen Ringern und Boxern eine Schutztruppe für die jüdische Bevölkerung Bratislavas auf. Während der folgenden Strassenschlachten lernte Lichtenfeld, dass sportliche oder zu kunstvolle Techniken nicht für einen wirklichen Überlebenskampf geeignet sind. Er fing daraufhin an, aus einfachen Grundlagen effektive Methoden für die Nahkampfausbildung zu entwickeln.
1940 musste Lichtenfeld aus der Slowakei fliehen. Nach einer abenteuerlichen Fahrt mit dem alten Flussraddampfer Pentcho und einer Zeit in der britischen Armee, durfte Lichtenfeld 1942 nach Palästina einreisen. Dort hebräisierte er seinen Nachnamen in Imi Sde-Or. Er schloss sich der Untergrundorganisation Hagana an. Dort erteilte er Unterricht in Nahkampf, da die jüdischen Kämpfer meist schlecht bewaffnet waren. Aus diesem Unterricht entwickelte sich das Krav Maga.
Nach der Gründung des Staates Israel (1948) wurde Lichtenfeld Chefausbilder für Leibesertüchtigung und Krav Maga in der israelischen Armee (Zahal). Später adaptierte er Krav Maga für die Bedürfnisse von Polizisten und Zivilisten. Bis zu seinem Tod im Januar 1998 arbeitete er weiter an der Entwicklung des Krav Maga.