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Das Rad des Lernens haben wir im Buch «Das Fieldbook zur Fünften Disziplin» entdeckt. Es unterstützt nicht nur Individuen, sondern auch Teams in der Disziplin Team-Lernen. Nach David A. Kolb, ein amerikanischer Bildungs- und Lernexperte, fühlen sich die meisten Menschen zu ein oder zwei Phasen des Zyklus hingezogen. Welche das sind und was das für ein Team oder eine Gruppe bedeutet, zeigt dieser Blogbeitrag.
Das Rad des Team-Lernens besteht aus vier Phasen:
Jede dieser vier Phasen ist bedeutsam und sollte nicht übersprungen werden. Und jede der vier Phasen benötigt eine spezifische Rolle. Es ist deshalb wichtig, die Rollen innerhalb eines Teams oder Gruppe für die verschiedenen Phasen gut zu besetzen, ihnen Raum zu geben und mit der daraus folgenden Vielfalt gut umzugehen.
In den vier Phasen im Rad des Team-Lernens gibt es diese vier Rollen:
In der Phase der öffentlichen Reflexion spielt die Rolle der Entdeckerin (oder «Divergierende Denker» nach Kolb) einen wesentlichen Part. Menschen mit dieser Rolle sind meisterhaft bei der Problemanalyse. Sie haben ein grosses Talent, Dinge und Situationen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Bei der (öffentlichen) Reflexion sind diese Leute Gold wert. Jedes Mal, wenn jemand die Diskussion beenden und zu einer Lösung kommen will, sagen sie: «Also, man könnte die Sache auch noch anders sehen.»
Wenn genügend Perspektiven beleuchtet sind, übernimmt in der Phase der gemeinsamen Deutung die Rolle der Verknpferin (Assimilierer) das Szepter. Sie leitet Hypothesen ab und legt darum, warum etwas geschieht. Menschen in dieser Rolle sind stark in der Disziplin des Systemdenkens. Sie sind häufig stille Wasser und müssen nicht zum Schweigen gebracht, sondern zum Reden aufgefordert werden.
Wenn es um die gemeinsame Planung geht, tritt die Rolle der Lösungsfinderin («Konvergierende Denker») auf. Wie die Verknüpferin verfügt sie über die Fähigkeit zum Abstrahieren, aber sie experimentiert auch gerne. Menschen in dieser Rolle haben intuitiv das Gefühl, dass sich die Dinge auf einen bestimmten Punkt zubewegen sollten. Sie verstehen sich meisterhaft auf die Analyse von Lösungen. Unter ihrer Schirmherrschaft beginnt die Aktion.
Bei der koordinierten Aktion kommt die Rolle der Macherin (nach Kolb «Anpasser» oder «Akkommodierer») zum Zug. Diese Rolle sorgt dafür, dass die Theorie der Gruppe der Realität angepasst wird, dass die Lösung umgesetzt wird und dass man die Hypothesen des Experiments mit den Fakten vergleicht. Sie sind bereit, die Theorie fallenzulassen, wenn sie nicht zur Realität passt, wodurch ihnen eine wesentliche Bedeutung zukommt.
Wenn ein Team oder eine Gruppe diese Rollen vereint, arbeitet es höchst wirkungsvoll. Und gleichzeitig treiben sich die vier Rollen gegenseitig zum Wahnsinn, ja oftmals verstehen sie sich fast nicht. Während die Macherin versucht, die Sache auf den Punkt zu bringen, hat die Entdeckerin weitere siebzehn verschiedene Ideen, wie man die Sache auch noch betrachten könnte. Die Lösungsfinderin möchte etwas Konkretes tun und die Verknüpferin hat gerade bemerkt, dass es noch weitere Verbindungen zwischen bestimmten Ideen gibt. Die Herausforderung für ein solches Team besteht darin, diese Vielfalt als etwas Positives zu sehen. Denn für den Umgang mit Komplexität ist Vielfalt sehr hilfreich. Ein komplexitätsrobustes Team zeichnet sich dadurch aus, wie geschickt es die unterschiedlichen Rollen besetzen kann. Bei einer Neubesetzung in einem Team gilt es deshalb darauf zu achten, die Rollen geschickt zu besetzen und somit die Mehrperspektive zu sichern.