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Google - wie könnte es anders sein? - warnt vor den Folgen der Übernahme von Yahoo durch Microsoft, während Banker im Solde von Yahoo versuchen, den Preis hochzudrücken.
Microsoft-Chef Steve Ballmer schrieb am Freitag einen Brief: "Liebe Yahoo, lasst Euch durch uns kaufen, das wäre am besten für alle," lautete ungefähr dessen Inhalt. Daraufhin telefonierte Google-Chef Eric Schmidt dem Boss von Yahoo, Jerry Yang, wie die 'New York Times' zu berichten weiss. Schmidt an Yang: "Lasst uns eine Partnerschaft bilden, damit ihr nicht gekauft werden könnt."
Und Google-Chefjurist David Drummond wurde ganz im Google-Stil in einem Blogeintrag
grundsätzlich. Das Übernahmeangebot von Microsoft werfe "verstörende Fragen" ("troubling questions") auf. Es gehe um die Prinzipien des Internets, nämlich um "Offenheit und Innovation". Und überhaupt: Ob Microsoft mit der Übernahme von Yahoo wohl seine unfaire Praktiken auf das Internet ausdehnen könne? Drummond weist ausserdem daraufhin, dass Microsoft und Yahoo gemeinsam einen "überwältigenden"
Marktanteil bei E-Mail- und Instant-Messaging-Benützern hätten.
Natürlich konnte da Microsofts Chef-Jurist nicht schweigen. Google beherrsche den Markt bei den Suchanfragen, hielt er (richtig) in einem Statement von diesem Sonntag fest. Und ausserdem sei Microsoft natürlich der Offenheit, der Innovation und - hier kommt er auf Googles wunden Punkt zu sprechen - dem Datenschutz im Internet verpflichtet.
"Darfs äs bitzeli meh sii?"
Unterdessen beeilen sich die Interessenvertreter von Yahoo, den Preis für den wankenden Internet-Riesen hochzutreiben. Die wichtigen Zeitungen wie etwa das 'Wall Street Journal' werden mit Argumenten gefüttert, warum Yahoo mehr als die gebotenen 44 Milliarden Dollar wert sei und Banker im Solde von Yahoo sowie angeblich selbst Top-Google-Leute versuchten gemäss der 'New York Times' potentielle andere Interessenten wie Murdochs News Corp. zu einem höheren Gegenangebot zu bewegen.
Ausserdem ist jetzt herausgekommen, dass Yahoo offenbar Verhandlungen mit Google über das Outsourcing des Geschäfts mit Suchwort-Anzeigen von Yahoo in Europa geführt hat. Denn Yahoo verdient mit Textanzeigen, die an Suchworte verknüpft sind, wesentlich weniger Geld als Google. Eine Allianz zwischen Google und Yahoo würde Yahoos Einnahmen und damit den Börsenwert steigern, was den Preis, den Microsoft zu bezahlen hätte, in die Höhe treiben würde.
Sie würde aber auch Googles eigene Argumentation ad absurdum führen. Wenn Google für Yahoo Suchwort-Werbung verkaufen würde, wo sonst könnte man denn sonst noch solche kaufen? Und wer hätte dann eine Monopol-Stellung im Internet, vor der Google so sehr warnt? (Christoph Hugenschmidt)