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Bislang unbekannte Handschrift Bachs entdeckt
Der Bach-Forscher Peter Wollny hat im Schütz-Haus Weissenfels eine unbekannte Handschrift Johann Sebastian Bachs entdeckt. Die um 1740 entstandene Abschrift einer Messe Gasparinis bietet Einblicke in Bachs Beschäftigung mit dem Stile antico.
Die Quelle enthalte eindeutige Indizien dafür, dass Bach Gasparinis Werk in den beiden Leipziger Hauptkirchen St. Thomas und St. Nikolai mehrfach aufgeführt habe, schreibt das Bach-Archiv Leipzig. Die Handschrift wird bis zum 14. Juli 2013 im Schütz-Haus Weissenfels ausgestellt.
Francesco Gasparini schuf Opern, Kammerkantaten und Kirchenstücke. Als eines seiner berühmtesten Werke gilt die 1705 in Venedig entstandene «Missa canonica» für vierstimmigen Chor und Basso continuo, die der aufgefundenen Abschrift zugrundeliegt.
Die Weissenfelser Handschrift umfasst insgesamt 13 Stimmhefte (4 Singstimmen, 4 Stimmen für Streicher und Oboen, 4 Stimmen für Zink und Posaunen sowie eine Orgelstimme).
Der Stimmensatz belegt, dass Bach die reine Vokalbesetzung des Originals gemäss der in Leipzig üblichen Praxis um Streich- und Blasinstrumente erweiterte und sich bei seiner Aufführung auf die Teile Kyrie und Gloria beschränkte.