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Autor: Carole Schneuwly
2008 geht die zweite Dreijahres-Periode seit Einführung der mehrjährigen Kulturförderbeiträge des Kantons Freiburg zu Ende. Staatsrätin Isabelle Chassot zeigte sich am Freitag vor den Medien zufrieden mit der Entwicklung des Instruments: «Die Beiträge haben das Freiburger Kulturschaffen gestärkt, sei es im Kanton, in der Schweiz oder im Ausland.»
Die acht Truppen und Institutionen, die in der Periode 2006 bis 2008 zusammen 1,845 Millionen Franken erhalten haben, hätten die Erwartungen erfüllt und die künstlerischen Ziele erreicht. Der Staatsrat habe daher, gestützt auf die Evaluation durch das Amt für Kultur, die Kommission für kulturelle Angelegenheiten und unabhängige Fachleute, entschieden, alle bisherigen Verträge zu erneuern. Neu kommt die Tanzcompagnie Drift dazu, die einen doppelten Sitz in Freiburg und in Zürich unterhält und damit als erste Truppe in der Schweiz Subventionen von zwei Kantonen bekommt.
Geld für neun Partner
Insgesamt belaufen sich die Mehrjahres-Schaffensbeiträge in den Jahren 2009 bis 2011 auf 1,995 Millionen Franken pro Jahr. Davon profitieren fünf professionelle Truppen und vier Kulturveranstalter: das Théâtre des Osses (1,1 Millionen Franken, bisher 1 Million), die Freiburger Oper (160 000 Franken), das Internationale Bollwerkfestival (150 000 Franken), die Compagnie Fabienne Berger (130 000 Franken), die Compagnie Da Motus (130 000 Franken), der Espace Nuithonie mit dem Programm «Résidanse» (100 000 Franken), die Kunsthalle Fri-Art (95 000 Franken), das Vokalensemble Orlando (100 000 Franken, bisher 80 000) und neu die Compagnie Drift (30 000 Franken).
Mit den Erhöhungen für das Théâtre des Osses und das Vokalensemble Orlando will der Kanton gemäss Isabelle Chassot dazu beitragen, dass diese ihre Produktionen besser verbreiten können. Dies entspreche dem Schwerpunkt der kantonalen Kulturförderung, wie man ihn für die kommenden drei Jahre definiert habe (siehe Kasten).
Erfolgreiches Schulangebot
Das 2003 eingeführte Programm «Kultur und Schule» wird fortgeführt, wie die Staatsrätin weiter bekannt gab. Ziel ist, Schülerinnen und Schülern des Kantons während der Schulzeit den Besuch von Darbietungen Freiburger Kulturschaffender zu ermöglichen. Dazu kommt die Teilnahme an Ausstellungen und Ateliers der Freiburger Museen. Diese Aktivitäten werden allein im Jahr 2008 mit 140 000 Franken unterstützt.
Professionelles Schaffen
Gemäss kantonalem Kulturgesetz liegt primär die Förderung des professionellen Kulturschaffens in der Verantwortung des Staates, während die Gemeinden für das nichtberufliche Schaffen sowie für Veranstaltungen und Infrastrukturen zuständig sind. Um seinem Auftrag besser gerecht zu werden, hat der Kanton 2002 die mehrjährigen Verträge eingeführt. Seit 2007 vereint er unter dem Begriff «Mehrjahres-Schaffensbeiträge» zwei Kategorien: die professionellen Kulturschaffenden (früher: «Partnerschaftsverträge») und die Kulturveranstalter (früher: «erneuerbare Schaffensbeiträge»).
Bedingungen für den Erhalt von Mehrjahresbeiträgen sind der Sitz und die kulturelle Aktivität im Kanton, die Bedeutung der Aktivität für das kulturelle Leben des Kantons, eine ständige Administration sowie Eigenmittel, die mehr als die Hälfte des Budgets decken.