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Ist das Führen eines Blogs ein geeignetes Medium für die Schule?
Um diese Frage zu beantworten, muss zuerst geklärt werden, was ein guter Unterricht ausmacht. Ein guter Unterricht kann als effektives Zusammenspiel zwischen einem guten Lernangebot und einer guten Nutzung dieses Lernangebots bestimmt werden. Zudem ist es wünschenswert, dass der Lerndialog möglichst sichtbar und explizit wird (vgl. Petko 2014, 111).
Unabhängig von den Lernzielen lässt sich die Frage, ob der Blog ein geeignetes Medium im Unterricht ist, nicht beantworten. Bevor ein Medium gewählt wird, muss eine didaktische Analyse durchgeführt werden. Die LP muss sich die Frage stellen, welches Medium sich für einen bestimmten Zweck am besten eignet (vgl. Petko 2014, 112).
Der Blog ist ein geeignetes Mittel, um Wissen zu analysieren, zu bewerten und zu produzieren. Er ist überdies in der Lage, metakognitives Wissen hervorzubringen (vgl. Petko 2014, 113). Der Blog ist also in den Fällen geeignet, in denen diese Art von Aktivitäten und das metakognitive Wissen gefördert werden sollen.
Der Vorteil eines Blogs besteht darin, dass er auf individuelle Lernziele eingehen kann. Dies liegt daran, dass ein Blog keine spezifischen Lerninhalte anbietet, sondern als ein Werkzeug dient, um Inhalte zu erarbeiten (vgl. Petko 2014, 114).
Das Führen eines Blogs kann die Motivation fördern, da das Kompetenz- und das Autonomieerleben unterstützt wird. Ebenfalls fühlen sich die Lernenden sozial eingebunden. Der Blog fördert das Kompetenzerleben, da die Lernenden an ihr individuelles Vorwissen anknüpfen können und sich auf der Stufe der nächsten Entwicklung befinden. Wenn die Lernenden ihr Thema selbständig auswählen können, begünstigt dies das Autonomieerleben. Die Lernenden erhalten die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen Lernwegen zu entscheiden. Die Lernenden fühlen sich sozial eingebunden, da sie den Blog gemeinsam bearbeiten und so online den Kontakt zueinander haben (vgl. Petko 2014, 114f.).
Sich nach einer Lektion nochmals in Erinnerung rufen, was der Gegenstand einer Lektion war und welche Erkenntnisse erarbeitet wurden, ist sehr hilfreich, um das neu erworbene Wissen zu festigen. Die Lernenden aufzufordern, die Lektionen in einem Blog nachzubearbeiten, bietet sich daher als gute Methode an, damit sich die Lernenden die Stunde nochmals vergegenwärtigen. Gerade im Fach «Deutsch» wird dadurch ebenfalls die Schreibkompetenzen gefördert. Der Aufwand für die einzelnen Lernenden ist gering, der Effekt jedoch gross. Positiv am Unterhalten eines Blogs finde ich, dass die Lernenden mit ihrer Arbeit an eine Öffentlichkeit gehen. Sie lernen, sich ihre Arbeit gegenseitig zu zeigen. Auch lernen sie, miteinander im Austausch zu stehen.
Eine Schwierigkeit ist, dass nicht alle das Lesen am Bildschirm als angenehm empfinden. Zudem wird dadurch die Zeit vor dem Computer erhöht. Es stellt sich die Frage, wer die Blog-Beiträge liest, da eine Schulklasse eine grosse Menge an Text produziert. Wenn die LP alle Beiträge lesen muss, bedeutet das für sie einen erheblichen Zeitaufwand. Wenn die LP die Beiträge nicht liest, erhalten die Lernenden den Eindruck, dass sie ins Leere schreiben.
Eine Möglichkeit ist, dass in jeder Stunde nur eine Lernende oder ein Lernender einen Blog-Beitrag schreibt, den die anderen Lernenden kurz kommentieren müssten. Dadurch würden sie sich die Lektion ebenfalls vergegenwärtigen. Einzelne Beiträge und Kommentare könnten im Unterricht besprochen oder gewürdigt werden. Die Lernenden hätten bei der zweiten Variante weniger das Gefühl, dass sie ins Leere schreiben, da die anderen Lernenden mindestens einmal ihren Beitrag lesen würden. Auch die Fülle an Geschriebenen könnte so verringert werden. Aber auch bei einem solchen Vorgehen stellt sich eine ähnliche Problematik, da die LP wahrscheinlich nicht alle Kommentare lesen könnte.
Meines Erachtens bringt das Unterhalten eines Blogs viele positive Effekte mit sich, wenn der Blog in geeigneter Weise eingesetzt wird. Je nach Lernziel kann sich ein Blog sehr gewinnbringend auf die Lernenden auswirken. Der Lerndialog kann durch einen Blog sichtbar gemacht werden. Zudem erhält die LP einen allgemeinen Eindruck von den Lernleistungen der Lernenden.
Flavia
Literatur:
Petko, Dominik. (2014). Einführung in die Mediendidaktik: Lehren und Lernen mit digitalen Medien (Vol. Band 25, Bildungswissen Lehramt). Weinheim: Beltz.