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Feinstaub - Definition, Gefahren & Auswirkung
Luftverschmutzung ist das grösste umweltbedingte Gesundheitsrisiko für die Menschen in Europa. Schlechte Luft ist tödlich und deshalb zeigt uns kein anderes Thema so eindrücklich: Luftqualität ist Lebensqualität. Feinstaub ist heutzutage in aller Munde und das nicht nur sprichwörtlich.
Was ist Feinstaub?
Feinstaub, auch Partikelverschmutzung genannt, ist ein Oberbegriff für ein Sammelsurium aus Partikeln und Tröpfchen in der Luft, das aus einer Vielzahl von Bestandteilen wie organischen Verbindungen, Metallen, Säuren, Erde und Staub besteht.[1] Einige dieser Partikel kann man mit blossem Auge erkennen, z. B. den Staub, der in der Luft schwebt, wenn Sonnenlicht in einen Raum fällt. Andere Arten von Feinstaub sind jedoch so klein, dass man sie nur unter dem Mikroskop erkennen kann.
Da Partikelgrösse und Form sehr stark variieren können, braucht es eine Definition, die diesem Umstand Rechnung trägt. Mit Particulate Matter (Kürzel: PM; übersetzt aus dem engl. für Feinstaub) wird deshalb die Gesamtheit aller Partikel bezeichnet.
Man unterscheidet zwischen primärem und sekundärem Feinstaub
Der Begriff Feinstaub umfasst zum einen den primär emittierten und zum anderen den sekundär gebildeten Feinstaub. Primärer Feinstaub wird unmittelbar an der Quelle freigesetzt, wie zum Beispiel durch Strassenverkehr, bei industriellen und gewerblichen Produktionsprozessen. Als sekundärer Feinstaub werden hingegen Partikel bezeichnet, die durch gasförmige Vorläufersubstanzen aus Kraftwerken, Land-und Forstwirtschaft und Industrie entstehen. Neben der Herkunft der Feinstaubpartikel wird auch nach der Grösse der Partikel differenziert und nach Kategorien eingeteilt. Die unterschiedlichen Partikelgrössen werden als PM10 oder PM2.5 bezeichnet. Diese Zahlen geben den aerodynamischen Durchmesser der Partikel an. So bezieht sich PM10 auf Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von weniger als 10 Mikrometern, während PM2.5 sich auf Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von weniger als 2.5 Mikrometern bezieht. Daher wird PM10 auch als Grobfraktion und PM2.5 als Feinfraktion kategorisiert.
Wie kann Feinstaub meine Gesundheit beeinträchtigen?
In Bezug auf die gesundheitlichen Risiken sind kleinere Partikel für die menschliche Gesundheit gefährlicher als die gröberen. Denn je kleiner die eingeatmeten Feinstaubpartikel sind, umso tiefer gelangen sie in die Lunge. D.h. Partikel in der Grössenordnung von PM2.5 können tief in die Atemwege eindringen. So kann die Belastung von Feinstaub kurzfristige gesundheitliche Auswirkungen wie Reizungen der Augen, der Nase, des Rachens und der Lunge, Husten, Niesen und Kurzatmigkeit verursachen. Eine andauernde Aussetzung wirkt sich negativ auf die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System aus.
Stellt Feinstaub auch ein Problem in Innenräumen dar?
Eine Vielzahl von Substanzen kann die Luftqualität im Zuhause beeinträchtigen – in der Stadt sowie auf dem Land. Ein Teil der Feinstaubpartikel in Innenräumen stammt aus dem Freien, insbesondere PM2.5. Diese Partikel gelangen durch Türen, Fenster und undichte Stellen in der Gebäudestruktur in Innenräume. Sie können auch aus Quellen in Innenräumen stammen. Zu diesen gehören viele bekannte Allergene, wie Pollen, Schimmelsporen und Hausstaubmilben. Auch bei Aktivitäten in Innenräumen entstehen Partikel, z. B. beim Rauchen von Tabak, beim Kochen und beim Verbrennen von Holz, Kerzen oder Weihrauch. Auch können diese schädlichen Partikeln aus Quellen wie Haushaltsreinigungsmitteln und Lufterfrischern stammen.
Gibt es Möglichkeiten die Feinstaubbelastung zuhause zu verringern?
Leistungsstarke Luftreiniger können dazu beitragen, einige dieser Stoffe aus der Raumluft zu entfernen. Aber ihre Fähigkeit dies zu tun, hängt von ihrer Filtertechnologie ab.
Kann ein Luftreiniger tatsächlich so kleine Partikel herausfiltern? Welche Luftfiltertechnologie ist gegen Feinstaub geeignet?
Die gängigste Art von Luftreinigern zur Beseitigung von Schadstoffen aus Verkehr, Industrie und anderen PM2.5-Quellen sind Luftreiniger mit HEPA-Filter. Der Begriff HEPA steht für High Efficiency Particulate Air – zu Deutsch etwa: Luftfilter mit hoher Wirksamkeit gegen Teilchen. Die Filter sind genormt und werden in die Filterklassen 1-17 eingeteilt. Je höher die Zahl, desto höher ist das Filtervermögen kleinster Teilchen. Der HEPA-Filter der Filterklasse H13 ist in der Lage Partikel bis zu einer Grösse von 0.3 Mikrometern zu 99.97% aus der Raumluft zu beseitigen, was die problematische PM2.5-Kategorie mehr als abdeckt.
Heisst das, dass Luftreiniger mit HEPA-Filter effektiv Feinstaub entfernt?
Nicht ganz. HEPA-Filter sind nur ein Teil der Gleichung. Wie bereits zu Beginn erwähnt, geht es auch um die Beseitigung der Begleitgase. HEPA-Filter entfernen Partikel aus der Raumluft, jedoch keine Gase.
Wie entfernt man also die begleitenden gasförmigen Schadstoffe?
Feinstaub besteht nicht nur aus Partikeln, sondern auch aus Gasen, die adsorbiert werden müssen, wenn die Luft durch den Filter gesogen wird. Die Adsorption von Gasen kann nur ein Aktivkohlefilter leisten, der vor oder hinter dem HEPA-Filter angebracht ist.
Wo erhalte ich Auskunft über die Feinstaubbelastung in meiner Umgebung?
Das Nationale Beobachtungsnetz für Luftfremdstoffe (NABEL) sowie kantonale und städtische Messnetze geben Auskunft über die aktuelle Belastung durch Feinstaub.