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Meine Schwester und ich
„Meine Schwester und ich“ ist die Bühnenversion des gleichnamigen Stummfilmlustspiels aus dem Jahr 1929. Dem Stummfilm liegt das französische Bühnenstück „Ma soeur et moi“ von Louis Verneuil und Georges Berr zugrunde, das 1928 erschienen ist.
Mit der Premiere von „Meine Schwester und ich" am 26. März 1930 am Komödienhaus am Schiffbauerdamm begann für Ralph Benatzky ein äusserst erfolgreiches Jahr. Während sich das Stück auf seinen Weg durch die Theater machte und bis Ende Jahr weitere Premieren in Breslau, Dresden, Wiesbaden, Bochum, Brünn, St. Gallen, Schweidnitz, Düsseldorf, Freiburg, Glauchau, Göttingen, Hanau, Heidelberg, Kassel, Remscheid, Stralsund, Wuppertal, Prag, Bremerhaven, Greifswald, Karlsruhe, Köln, Köslin, Magdeburg, Oberhausen, Sondershausen, Bochum, Hamborm, Brünn sah, heiratete er in London seine dritte Frau Melanie Hoffmann. Danach machte er sich an die Komposition des „Weissen Rössls“, das ab dem 8. November im grossen Schauspielhaus an der Friedrichstrasse loswieherte.
„Meine Schwester und ich“ ist heute nach dem „Weissen Rössl“ das am zweit häufigsten gespielte Stück von Ralph Benatzky. Danach sah es zuerst nicht aus. Noch drei Tage vor der Premiere notierte Benatzky in sein Tagebuch: „Leider wird das Stück kein Erfolg und es ist trostlos zu sehen, wie trotz vieler Anstrengungen und Korrekturen mit sehenden Augen dem unvermeidlichen Zusammenbruch eines Stücks entgegengegangen wird.“
Umso erfreuter schrieb er nach der erfolgreichen Premiere am 29. März 1930: „Nach Wochen fürchterlicher Kräche, grosser Verzweiflung am Stück und der Darstellung, nach Aufgabe jeglicher Hoffnung, entwickelte sich die Premiere, die Presse und die Stimmung über das Stück Berlin zu einem Riesenerfolg, wie ich ihn noch nie in dieser bedingungslosen Anerkennung hatte. Mir schien es, als würde ich jetzt erst, da ich sozusagen vom Chanson abrückte, als Operettenkomponist voll genommen und gewertet. Enthusiastische Presse mit Epitheta wie ‚das graziöseste Werk seit der Fledermaus‘ [...] reichten sich die Hände zu einem restlos begeisterten Anerkennungstanz.“
Handlung
Wenn andere Operetten kurz vor der Hochzeit enden, so beginnt dieses Stück mit dem darauf folgenden Scheidungsprozess zwischen der Prinzessin Saint Labiche und ihrem Bibliothekar, dem Musikwissenschaftler Dr. Roger Fleuriot. In einer Rückblende wird die Liebesgeschichte des Paares erzählt, die nur deshalb zu einer Heirat geführt hatte, weil sich die Prinzessin als bürgerliche Schuhverkäuferin verkleidet hatte.
Als sich die neue Ehefrau nach der Heirat als regelrechte Prinzessin entpuppt, fühlt sich Fleuriot verständlicherweise betrogen und reicht die Scheidung ein. Schliesslich kann er überhaupt nichts anfangen mit adeligem Firlefanz wie Polo- und Golfspielen oder langen Kuraufenthalten in Luxushotels. Gesellschaftliche Anlässe, Diners und Empfänge sind ihm zuwider und Bedienstete, die ihm überallhin nachlaufen, kann er nicht ausstehen. Diese Ehe scheint chancenlos - oder gibt es doch noch einen Funken Hoffnung?
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