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Die Anbaufläche für Sojabohnen in Südamerika hat sich einer Analyse zufolge seit dem Jahr 2000 von 26'400 auf 55'100 Quadratkilometer verdoppelt. Fast immer sei das mit der Zerstörung von Natur verbunden gewesen, berichten Forschende in der Fachzeitschrift «Nature Sustainability».
Die schnellste Ausweitung fand demnach im brasilianischen Amazonasgebiet statt, wo sich die Anbaufläche für Soja von 4000 auf 46'000 Quadratkilometer mehr als verzehnfacht hat.
Die Forschenden hatten Satellitendaten und die Ergebnisse von Untersuchungen vor Ort kombiniert, um auf die für den Soja-Anbau genutzte Fläche in der Region in den Jahren von 2000 bis 2019 schliessen zu können. Ursprünglich seien viele der Waldflächen für die Viehzucht umgewandelt worden. Im Kampf um eine Begrenzung der Entwaldung müsse der indirekte Einfluss der Soja-Expansion über die Verdrängung von Weideland oder anderen Landnutzungen berücksichtigt werden.
Die weltweite Sojaproduktion werde Prognosen zufolge bis 2050 um 50 Prozent zunehmen, was eine zusätzliche Anbaufläche von 20 Millionen Hektar erfordere - ein Grossteil davon werde voraussichtlich in Südamerika entstehen. «Um die kurzfristigen Bedürfnisse der Gesellschaft mit langfristiger Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen, sind Innovationen sowohl im Bereich des Naturschutzes als auch in der Landwirtschaft erforderlich», so die Forschenden.
Gemäss WWF importierte die Schweiz zwischen 2015 und 2019 durchschnittlich 332’000 Tonnen Soja pro Jahr. Ungefähr 80 Prozent davon wird als Futtermittel verwendet. Diese Importe sind gemäss des Soja Netzwerks zu mindestens 93 bis 96 Prozent nach einem Standard zertifiziert und stammen mehrheitlich aus Europa. (aeg/sda/dpa)