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Der Arc jurassien zeichnet sich durch seine wirtschaftlichen Exporttätigkeiten aus und trägt wesentlich zur Exportkapazität der Schweiz und zum nationalen Wohlstand bei. Das Gebiet sieht sich aber konfrontiert mit einer im nationalen Vergleich erhöhten Arbeitslosenrate. Das Projekt hat das Ziel, die wirtschaftliche Entwicklung im Gebiet des Arc jurassien zu stärken, indem der Konsum von Gütern und Dienstleistungen aus der Region gefördert wird. Das Projekt stützt sich dabei auf neuere Untersuchungen im Bereich Präsenzwirtschaft, die aufzeigen, dass die wirtschaftliche Entwicklung eines Gebiets nicht nur von dessen Fähigkeit abhängt, Güter und Dienstleistungen zu exportieren, sondern auch von dessen Fähigkeit, Einkünfte von Personen oder Unternehmen, die sich «vor Ort» befinden, binden zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, werden u.a. vier Teilprojekte realisiert. Das Projekt wird im Rahmen des Pilotprogramms Handlungsräume Wirtschaft (PHR Wirtschaft) umgesetzt, welches das wirtschaftliche Gewicht der Handlungsräume, wie sie im Raumkonzept Schweiz beschrieben sind, thematisiert.
Ziele und erwartete Wirkungen
Das Projekt PHR Wirtschaft im Arc jurassien will die Entwicklung der Präsenzwirtschaft fördern und damit das Ausmass der Einkünfte, die im Gebiet gebunden werden, erhöhen. Das Projekt interveniert auf verschiedenen Wirkungsebenen, die sich je nach betroffenem Zielpublikum unterscheiden:
Unternehmen, die im Export tätig sind (v. a. Industrieunternehmen):
- sie profitieren von einem attraktiven wirtschaftlichen Umfeld mit lokalen Anbietern von Waren und Dienstleistungen;
- sie können Einsparungen tätigen in der Produktionskette (kurze Transportwege dank der geographischen Nähe der Dienstleister);
- sie verringern die Transaktionskosten zwischen Exportfirmen und lokalen Anbietern von Waren und Dienstleistungen (die geographischen Nähe begünstigt den Austausch, eine gemeinsame Wirtschaftskultur und eine bessere Kenntnis der Bedürfnisse und Erwartungen).
Die lokalen Anbieter von Produkten und Dienstleistungen:
- sie erweitern ihr Netzwerk innerhalb der Region;
- sie vervielfachen ihre zwischenunternehmerischen Initiativen und die Partnerschaften zwischen Öffentlichen und Privaten.
Die öffentlichen Körperschaften (Gemeinden, Regionen, Kantone):
- sie regen die Ansiedelung von neuen Anbietern von Produkten und Dienstleistungen an, die einen Bezug zu den Bedürfnissen des Gebiets haben.
Tätigkeiten im Projekt
Das Projekt basiert auf zwei Interventions-Achsen, die sich gegenseitig fördern. Die beiden Achsen werden wie folgt umgesetzt:
Achse 1: Realisieren einer Wirtschaftsdiagnose und Ausarbeiten einer Gebietsstrategie bezüglich Präsenzwirtschaft auf Ebene des Arc jurassien
In Zusammenarbeit mit der Haute école de gestion Arc bestand die erste Etappe darin, eine Wirtschaftsdiagnose der Gemeinden im Réseau des villes de l’Arc jurassien (RVAJ) durchzuführen. Das Dokument hat es insbesondere ermöglicht, die verschiedenen Einkommensarten im Gebiet zu benennen, und andererseits die Hebel für politische Aktionen zu identifizieren, die die Gemeinden mobilisieren können.
In einer zweiten Etappe wird es darum gehen, eine Gebietsstrategie bezüglich Präsenzwirtschaft im Arc jurassien zu entwickeln. Dies soll über ein innovatives Governance-System erfolgen, das gleichzeitig die regionalen Wirtschaftsförderungsverbände, die Gemeinden und die Kantone des Handlungsraums einbindet. Diese Strategie wird spezifische und konkrete Massnahmen definieren in Themengebieten/-bereichen, die für das Gebiet als prioritär erachtet werden. Des Weiteren wird sie Anwendungen auf Ebene der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit vorschlagen.
Achse 2: Umsetzen von vier Teil-Pilotprojekten, die sich über das gesamte Gebiet des Arc jurassien erstrecken und das gemeinsame Ziel verfolgen, das Angebot der Unternehmen zu begünstigen.
- Teilprojekt 1: Das Angebot an lokalen Produkten und Dienstleistungen fördern (getragen von der Fondation Rurale Interjurassienne (FRIJ).
Das Teilprojekt zielt darauf ab, Ausgaben für regionale Produkte und Dienstleistungen im Arc jurassien zu begünstigen. Im Fokus steht die arbeitstätige Bevölkerung, die via Unternehmen angesprochen wird. Das Teilprojekt erstreckt sich über zwei Achsen: die Förderung des bestehenden kommerziellen Angebots der Region und die Förderung des kommerziellen Angebots via Partnerunternehmen.
- Teilprojekt 2: Den lokalen Anteil der Ausgaben der Industrie im Bereich Dienstleistungen erhöhen - getragen von der Chambre d'économie publique du Jura bernois (CEP).
Das Teilprojekt untersucht, inwiefern die lokalen Industrieunternehmen Anbieter berücksichtigen, die ausserhalb des Handlungsraums tätig sind, obwohl die gewünschten Leistungen auch innerhalb des Gebiets des Arc jurassien verfügbar wären.
- Teilprojekt 3: Neue Arbeitsformen fördern - getragen vom Réseau Urbain Neuchâtelois (RUN).
Das Teilprojekt verfolgt das Ziel, die Entwicklung von neuen Arbeitsformen (Homeoffice, Coworking) im Arc jurassien zu fördern. Dies soll durch die Identifizierung von dauerhaften, gemeinsam genutzten Arbeitsplatzmodellen erreicht werden. Letztliches Ziel ist die Realisierung eines Pilotprojekts zur Förderung gemeinsam genutzter Arbeitsplatzmodelle im städtischen Umfeld. Dabei sollen Synergien mit lokalen Akteurinnen und Akteuren, besonders aus dem Bereich Restauration, genutzt werden.
- Teilprojekt 4: Die Bildung neuer lokaler Märkte erleichtern - getragen von der Association Ecoparc.
Das Teilprojekt zielt darauf ab, ein gesamthaftes und abgestimmtes Management der Zonen wirtschaftlicher Aktivität einzuführen, das es einerseits ermöglichen würde, die Zusammenarbeit unter den Unternehmen zu fördern und anderseits Synergien mit den lokalen Körperschaften und der lokalen Bevölkerung zu nutzen.
Erwarteter Mehrwert für den Handlungsraum gemäss Raumkonzept
Die Entwicklung der Präsenzwirtschaft ermöglicht es, die Dynamik der Gebiete im städtischen Umfeld oder auch in ländlichen Gebieten anzustossen und die Beziehung Stadt-Land zu stärken.
Die vier Teilprojekte werden zudem wertvolle Informationen über die Rahmenbedingungen liefern, die es der produktiven Wirtschaft ermöglichen wird, am Ball zu bleiben und sich auf Stufe Handlungsraum weiter zu entwickeln. Sie liefern auch Hinweise zur Relevanz, die dem Entwickeln von kantonsübergreifenden Projekten im Bereich Präsenzwirtschaft zukommt.
Schliesslich zielt das Projekt auch darauf ab, das Verständnis für die wirtschaftlichen Entwicklungshebel im Handlungsraum zu fördern. Diesbezüglich gilt die Präsenzwirtschaft als innovativer Ansatz, um Wertschöpfung auf Stufe eines Gebiets zu generieren. Sie gilt nicht nur als kompatibel mit der auf externe Märkte ausgerichteten Wirtschaft, sie ermöglicht es auch, die exportorientierten Unternehmen zu stärken, indem deren Konkurrenzvorteile ausgebaut werden.
Involvierte Akteure
Arcjurassien.ch / Réseau des Villes de l’Arc jurassien (RVAJ): Verantwortliche für das Projekt
Association pour le développement des activités économiques de la Vallée de Joux: Partner
Association pour le développement du nord vaudois: Partner
Association réseau urbain neuchâtelois: Partner
Chambre d’économie publique du Jura bernois: Partner
Fondation Rurale Inter jurassienne: Partner
Association régionale Jura-Bienne: Partner
Association Ecoparc: Partner
PHR Wirtschaft
Das Pilotprogramm Handlungsräume Wirtschaft (PHR Wirtschaft) widmet sich der wirtschaftlichen Bedeutung der im Raumkonzept Schweiz definierten Handlungsräume. Über stadt-land-übergreifende wirtschaftsorientierte Projekte sollen Erkenntnisse zur Bedeutung der Handlungsräume aus wirtschaftlicher Sicht gewonnen werden. Das Pilotprogramm wird im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) umgesetzt.
Handlungsräume gemäss Raumkonzept Schweiz
Das PHR Wirtschaft ist eine gemeinsame Massnahme der «Agglomerationspolitik des Bundes 2016+» (AggloPol) und der «Politik des Bundes für die ländlichen Räume und Berggebiete» (P-LRB), mit deren Umsetzung der Bundesrat das ARE und das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) im Februar 2015 beauftragt hat. Es ist somit eine Massnahme zur kohärenten Raumentwicklung. In den sechs Handlungsräumen Metropolitanraum Zürich, Métropole lémanique, Hauptstadtregion Schweiz, Trinationaler Metropolitanraum Basel, Luzern und Jurabogen werden im Rahmen des PHR Wirtschaft konkrete Projekte durchgeführt.
Das PHR Wirtschaft wird im Rahmen der NRP umgesetzt und fokussiert daher auf wirtschaftliche Zielsetzungen.
Neben dem Ziel, Impulse für die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Region zu liefern, will das PHR Wirtschaft anhand konkreter Projekte prüfen, welche Bedeutung wirtschaftliche Fragestellungen in den skizzierten Handlungsräumen haben. Die Projekte sollen der Frage nachgehen, welche Herausforderungen und Aufgaben in den Handlungsräumen des Raumkonzepts Schweiz besonders gut bewältigt werden können.
Zudem sollen die Schnittstellen zu anderen Themenbereichen angegangen werden. Der Nutzen des PHR Wirtschaft muss mehrheitlich den ländlichen Räumen, Berggebieten und den Grenzregionen zugutekommen (Fördergebiet der NRP).
Kontakt beim SECO: Sabine Kollbrunner (<email-pii>, 058 462 22 64), Cyril Lyner (<email-pii>, 058 464 73 50). Kontakt beim ARE. Alessia Daouk (<email-pii>, 058 463 39 38)