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Muntelier/Murten Die Neuenburger Vergangenheit lässt die Ruetschi Technology noch heute nicht ganz los. Auf dem Parkplatz des Firmengebäudes in Muntelier herrschte in der letzten Juliwoche Leere. Betriebsferien. «Unsere Leute in Yverdon kommen zum Teil aus der Uhrenindustrie», sagt Heidi Ruetschi, Verwaltungsrätin. Und diese kennen Uhrmacherferien.
Die Firma Ruetschi Technology stellt mikromechanische Produkte für Hightech-Industrien her. In Muntelier für die Medizinaltechnik, in Yverdon für die Uhren- oder Autoindustrie. Alles begann 1960 als Einzelfirma in La Chaux-de-Fonds. Charles Ruetschi war zuvor Ingenieur und Schweissfachmann bei der Brown Boveri in Baden gewesen. Da erhielt das Unternehmen eine Anfrage aus La Chaux-de-Fonds, um Stifte auf Zifferblätter zu schweissen. Vorher waren diese immer gelötet worden. Ruetschi hatte die technische Lösung und arbeitete fortan drei Tage pro Woche in La Chaux-de-Fonds und drei Tage bei der Brown Boveri. «Vor die Wahl gestellt, entschied sich mein Mann für La Chaux-de-Fonds, wo er die Schweissmaschine patentierte und eine eigene Firma gründete», so Heidi Ruetschi. «Das Verfahren wird noch heute weltweit angewandt.» Charles Ruetschi verliess aber den Kanton Neuenburg 1972, weil er in La Chaux-de-Fonds kein Land kaufen konnte und weil er durch den Uhren-Boom auch kaum Mechaniker fand.
In Yverdon fand Ruetschi Raum und Personal bei der kriselnden Firma Hermes. Als später die Medizinaltechnik dazukam, siedelte sich die Firma in Murten an. «Hauptgrund war, dass wir mit Kindern in einen zweisprachigen Kanton ziehen wollten», sagt Heidi Ruetschi. Das Problem war, dass Ruetschis vier Jahre lang kein Land fanden. 1991 ergab sich dann aber die Gelegenheit für den Firmenneubau in Muntelier.uh