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Wohlstand setzt sich aus immateriellem und materiellem Wohlstand zusammen. Im Rahmen politischer Entscheidungen und Wirkungsweisen wird meist nur der materielle Wohlstand bzw. das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (BIP/Kopf) als Indikator für materiellen Wohlstand berücksichtigt. Dabei wird übersehen, dass mit dem BIP nur monetär bewertete Transaktionen, also der Austausch von Waren und Dienstleistungen gegen Geld, erfasst werden können. Gefängnisse, Unfallbeseitigung oder Umweltschäden. Im Gegenzug werden aber manche Aktivitäten, für die kein Markt besteht, werden in dieser Masszahl per Definition nicht erfasst. Dazu gehören etwa unbezahlte Haus- und Familienarbeit, Schwarzarbeit, ehrenamtliche Tätigkeiten und externe Effekte.
Im BIP werden aber auch Leistungen erfasst, welche nicht unbedingt den Wohlstand steigern. Zu nennen sind hier Faktoren nicht erfasst, welche den Wohlstand steigern
(z. B. Freizeit oder unentgeltliche Leistungen). Die Aussagekraft des BIP bezüglich Wohlstand und Lebensqualität der Menschen in einer Volkswirtschaft ist daher ungenau. (Aus Axel Reichlmeier: Was ist eigentlich das Bruttoinlandsprodukt? made im aargau, 10. Mai 2008, Seite 22).
Um der Vielschichtigkeit von Wohlstand Rechnung zu tragen, wird daher zu dessen Messung eine Ergänzung des BIP durch ökologische (z. B. Umweltqualität) und gesellschaftliche (z. B. Freizeit, Verteilungsgerechtigkeit) Wohlstandsindikatoren gefordert. Am einfachsten wäre es, wenn in der Schweiz das bereits gut eingeführte Messsystem der Nachhaltigkeit mit seinen ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Indikatoren standardisiert würde. Die Entwicklung der Nachhaltigkeitsindikatoren sollte dann wie das BIP für die Schweiz und die Kantone regelmässig publiziert werden. Letztlich interessiert die Bevölkerung mehr, wie sich ihr Lebensstandard in den verschiedenen Messkategorien entwickelt als eine BIP-Zahl, die kaum Bezug hat zu ihrer Lebenswirklichkeit.