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Ferienanlage auf Manda Island, Kenia
Die Anlage liegt an einer flussähnlichen Mündung in der Nähe von Lamu, einer Stadt von 15'000 Einwohnern, an der Küste des Indischen Ozeans.
Lamu ist durch einen Meerarm vom Festland getrennt und hat keine Zufahrtsstrasse. Der Verkehr und die Versorgung wird mit Schiffen, grossenteils noch Segelfrachter, aufrecht erhalten. Esel sind die Transportmittel in den engen Gassen von Lamu und der näheren Umgebung.
Für die Ferienanlage wurden die örtlichen traditionellen Baumaterialien verwendet. Mit porösem Kalkstein, der in der Nähe aus Gruben gewonnen wird, können mehrgeschossige Bauten errichtet werden. Für die Decken wird ein Holzrost mit Mörtel bedeckt. Das Dach besteht aus einem leichten Gerüst aus Mangrovenhölzern, das mit Palmzweigen eingedeckt wird. Da die Temperatur fast nie unter 20°C sinkt - wir befinden uns am Äquator - erübrigen sich Fenster oder ein Kälteschutz. Gegen die senkrecht stehende Sonne bietet das Palmdach hinreichend Schutz und Dämmung. Mit einer leichten Brise lebt es sich recht behaglich unter den grossen Dächern und zwischen dem soliden Mauerwerk, das einen ausreichenen Temperaturausgleich bewirkt.
Bis vor einiger Zeit wurde der Kalkmörtel für die Bauwerke an Ort mit einfachsten Mitteln hergestellt. Mangrovenzweige und Kalksteinbrocken wurden geschichtet und in Brand gesetzt. Heute sind die Mangrovenwälder unter Schutz gestellt.
Der Holzrost der Decken erlaubt eine Überspannung von etwa 3 Metern. Grössere Räume müssen mit massiven Holzbalken oder armierten Unterzügen ergänzt werden.
Die Feriensiedlung auf Manda Island ist geprägt durch den einfachen konstruktiven Aufbau der Bauten. Halle und Langhaus, ein Turm mit gedeckter Terrasse und Aussicht über die Bäume auf das Wasser sind archaische Typen, die viel Spielraum für die Nutzung erlauben. Die Bauherrschaft legte Wert darauf, dass die Bauten zwischen die vorhandenen Bäume gestellt wurden. Die schattigen Schirme der Thorntrees prägen das Bild auf Manda Island. Bäume und Bauwerke ergänzen sich und bieten viele Möglichkeiten des Aufenthalts bei verschiedener Witterung.
2004-2006 unter Mitarbeit von Peter Zimmerli und Bauing. Fritz Wolf