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Ethos veröffentlicht heute einen Rückblick auf die Generalversammlungen 2019 und eine Übersicht über die Vergütungen 2018 der Führungsinstanzen der börsenkotierten Unternehmen des SPI. Der Druck der Aktionäre auf diese Unternehmen bleibt nach wie vor hoch: an 8 Generalversammlungen wurde eine Rekordzahl von 15 Verwaltungsratsanträgen von den Aktionären abgelehnt. Die durchschnittliche Vergütung der CEOs der SMI-Unternehmen liegt bei CHF 7.1 Millionen, 5% über dem Schnitt des Vorjahres.
An den Generalversammlungen 2019 blieb das Niveau des Dissens, im Vergleich zu 2018, relativ stabil, wobei beinahe 13% der Anträge mit weniger als 90% Ja-Stimmen von den Aktionären angenommen wurden. Die Vergütungen bleiben das umstrittenste Thema mit einer durchschnittlichen Zustimmungsquote an den Generalversammlungen von 89.2% für die Konsultativabstimmungen über die Vergütungsberichte. Diese Konsultativabstimmungen werden von zahlreichen Unternehmen parallel zu den von der Verordnung gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Aktiengesellschaften (VegüV) vorgesehenen verbindlichen Abstimmungen über die Vergütungen durchgeführt. Die verbindlichen Abstimmungen sind nach wie vor weniger umstritten als die Konsultativabstimmungen. Die Vergütungen der Verwaltungsratsmitglieder werden im Durchschnitt von 94.5% der Aktionäre genehmigt, während die durchschnittliche Zustimmungsquote für die Vergütungen der Geschäftsleitungsmitglieder 93.6% beträgt.
Die Studie untersucht auch die Abstimmungsergebnisse bei Unternehmen mit einem Aktionär, der mehr als ein Drittel der Stimmrechte hält (Ankeraktionär). Bei diesen Unternehmen stellt Ethos fest, dass 22 Anträge von den Minderheitsaktionären nicht angenommen worden wären, wenn von der Stimme des Ankeraktionärs abgesehen wird. Im Allgemeinen handelt es sich dabei um die Ablehnung der Wiederwahl von Verwaltungsratsmitgliedern aufgrund mangelnder Unabhängigkeit des Verwaltungsrats.
Die Ethos Stiftung hat im Rahmen von 218 Schweizer Generalversammlungen (davon 14 ausserordentliche Generalversammlungen) Stimmempfehlungen gemäss ihren Richtlinien abgegeben. Insgesamt empfahl Ethos in 80.5% der Fälle, die Anträge des Verwaltungsrats anzunehmen, lehnte aber 50% der Konsultativabstimmungen über die Vergütungsberichte und 17% der Wiederwahlen von Verwaltungsratsmitgliedern ab.
Leicht steigende Vergütungen im SMI
Die Vergütungen 2018 blieben insgesamt ziemlich stabil, wobei die Tendenzen je nach Grösse und Tätigkeitsbereich des Unternehmens stark kontrastieren. Die Vergütungen der CEOs der SMI-Unternehmen stiegen um 5% auf CHF 7.1 Millionen, während eine Abnahme von 10% auf 3.4 Millionen bei den CEOs der 27 Unternehmen im SMIM Index festgestellt werden konnte. Ähnliche Variationen waren bei den anderen Mitgliedern der Geschäftsleitung zu beobachten.
Die Studie behandelt auch die Entwicklung der Vergütungen während der letzten zehn Jahre nach Sektoren. Zwischen 2009 und 2018 blieben die Gesamtvergütungen der Verwaltungsratsmitglieder und der Geschäftsleitungen der hundert grössten börsenkotierten Unternehmen der Schweiz stabil, mit unterschiedlichen Entwicklungen bei den Finanzunternehmen und den Unternehmen anderer Sektoren. Bei den Finanzunternehmen sanken die Vergütungen im Jahr 2011, bevor sie zwischen 2012 und 2015 stark zunahmen und sich schliesslich im Laufe der letzten drei Jahre stabilisierten. Bei den in anderen Sektoren tätigen Unternehmen stiegen die Vergütungen bis 2015 regelmässig, bevor sie in den letzten drei Jahren um 10% zurückgingen und 2018 ihr Niveau von 2009 wieder erreichten (Seite 20 der Ethos Studie).
Diese Stabilisierung der Vergütungen bei den Finanzunternehmen und der in den anderen Sektoren beobachtete Rückgang sind eng mit der Umsetzung der VegüV verbunden. Diese ermöglicht den Aktionären fortan eine bessere Kontrolle bezüglich der den Führungsinstanzen ausbezahlten Vergütungen.
Ethos stellt mit Genugtuung eine allmähliche Verbesserung der Vergütungsstruktur fest. Immer mehr Unternehmen führen nämlich Vergütungspläne mit über mehrere Jahre gemessenen Leistungskriterien ein. Diese Vergütungen, die vom Erreichen langfristiger Leistungsziele abhängen, ermöglichen eine bessere Abstimmung der Interessen der Geschäftsleitung mit denjenigen der Aktionäre. Im Jahr 2009 besassen nur 16% der hundert grössten Unternehmen solche Vergütungspläne während 2018 50% dieser Unternehmen solche Pläne eingeführt hatten.