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7. Europa-Kriterium Basel 1952
Von Kurt Kaiser
Wer jemals in der Organisation von Rennen involviert war, weiss, dass die Arbeiten für das nächste Rennen beginnt, kaum dass das Rennen durchgeführt wurde. So hat der VC Riehen noch im 1951 die Eingabe an den SRB vorgenommen, dass das Europa-Kriterium, Ausgabe 1952, am 7.9.1952, durchführen zu können. Der Termin, vom ersten September-Wochenende, war inzwischen gegeben. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren und Fahrerverpflichtungen wurden getätigt. Reichlich spät informiert der SRB, dass an diesem Tag der ‚Grand Prix Suisse‘, in Zürich stattfinden müsse. Angeblich sollen vom Verband Äusserungen ausgegangen sein, dass der VCR das Europa-Kriterium nur durchführt, um Geld zu verdienen, während der ‚Grand Prix Suisse‘ ideellen Zwecke diene. Die Animositäten bestanden offenbar schon damals mit dem zürichlastigen Verband.
Die Vereinsversammlung beschliesst, in jedem Fall das Kriterium durchzuführen, allenfalls auch mit weniger bekannten Namen, falls die ‚Grossen‘ anderweitige Verpflichtungen haben.
Dank dem entgegenkommen eines holländischen Veranstalters, der sein Rennen verschob, konnte das Kriterium auf Sonntag, 31. August 1962 angesetzt werden. Fausto Coppi musste wegen eines Sturzes kurzfristig absagen. Ob man nicht mit Bartali verhandeln könne? Unabkömmlich oder zu teuer? Kontakt wurde mit Fiorenzo Magni aufgenommen. Am Renntag präsentierte sich die Startliste mit Fahrern von 7 Nationen. Der Radsportkenner kommt bei diesen Namen ins Schwärmen. Viele Geschichten aus einer Blütezeit des Radsportes. Einfach unglaublich und sensationell. 14 Fahrer haben die eine Woche vorher ausgetragene WM in Luxembourg gefahren, wovon auch die vier Erstplatzierten!
Die Überrundungsprämie wurde durch 4 Basler Sportfreunde verdoppelt. Mit dem Betrag vom Vorjahr, beträgt diese Fr. 2‘000.-.
Als Vorrennen findet wiederum das 3. Metzger-Ausläufer-Rennen statt.
Nach einem Gewitterregen am Samstag regnete es am Renntag bis in den späten Vormittag. Danach hellte es auf und das Rennen konnte bei guten Bedingungen durchgeführt werden. Vor dem Rennen gab es einige Aufregung. Louison Bobet wurde vom Begleitmotorrad angefahren und musste im Sanitätszelt verarztet werden. Dadurch verzögerte sich der Start um ¼ Stunde. Das Rennen bestritt Bobet auf dem Ersatzvelo von Ferdi Kübler.
Ferdi Kübler ging von Beginn an auf’s Ganze. War die Fr. 2‘000.- Prämie der grosse Ansporn? Schon nach der Hälfte des Rennens führte Kübler die Rangliste, mit 21 Punkten, an, vor Flückiger 13 P., Impanis und Kamber 8 P., Schär 7 P., Clerici 7 P. In der 48. Runde dann doch ein entscheidender Vorstoss von Kübler und Schulte. In der Verfolgung Schär, Zbinden, Stettler und Born. Später stösst noch Lafranchi, Spühler und Hörmann zur Spitze vor. Die Spitzengruppe konnte knapp einen Vorsprung von etwas mehr als 30 Sek. ins Ziel retten. Die Gruppe dürfte wohl die Fr. 2000.- Prämie eingeheimst und unter sich verteilt haben.
In Abwesenheit von Walter Kiefer gewann E. Brosi vor G. Moncecchi das Ausläufer Rennen. Zu vermerken wäre, dass sich unter den Fahrern auch ein gewisser Franz Pina (6.) am Rennen beteiligte.
Die Presse schreibt: Ferdi Kübler überlegener Sieger am Basler Europa Kriterium. Er gewann fünf von zehn Wertungen. Erfolgreicher Fluchtversuch im letzten Viertel des Rennens. Trotz heftigem Wind sehr schnelles Rennen. Wieder rund 18‘000 Zuschauer an der prächtigen Schwarzwaldallee-Rundstrecke. Vereinsintern werden 14‘000 zahlende Zuschauer gemeldet. Ganz zufrieden war man nicht. Das schlechte Wetter bis am Morgen des Renntages beeinflusste das Zuschauerinteresse. Die Erwartungshaltung im VCR sehr hoch.
In der Manöverkritik nach dem Rennen wurde bekannt, dass einige Zuschauer sich Zutritt mit Billets vom Vorjahr verschafften. Eine Frau hat an der Peter Roth-Strasse Harassen gegen Entgeld herausgegeben.
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