Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03584.jsonl.gz/2794

Die Lambert Familie gehörte zu den wichtigsten Bankiersfamilien des 20. Jahrhunderts. Sie wurde in den belgischen Adel aufgenommen.
Samuel Lambert (1806-1875) kam aus einer französisch-jüdischen Familie. Er zog mit seiner Frau nach Belgien. Dort leitete er gemeinsam mit seinem Schwiegervater Lazare Richtenberger die belgische Niederlassung der französischen Rothschild Bank. Lazare Richtenberger unterhielt gute Beziehungen zum belgischen Königshaus. Samuel gründete auch eine eigene Bank, die Banque Lambert. Nach Samuels Tod übernahm sein Sohn Léon Lambert (1851-1919) das Geschäft. Léon heiratete in die Rothschild Familie. Seine Töchter heirateten in die Familien Stern und Goldschmidt-Rothschild. Dadurch waren die Lamberts mit drei der wichtigsten jüdischen Bankiersfamilien verbunden. Léon Lamberts Schwester heiratete den deutsch-jüdischen Einwanderer Raphaël de Bauer, der zu einem bedeutenden Bankier in Belgien wurde. Bauer hatte geschäftlichen Kontakt zu den jüdischen Bankiersfamilien Bischoffsheim, Hirsch, Stern und Montefiore.
Léon Lambert war der persönliche Bankier des belgischen Königs Leopold II. und wurde vom König zum Baron geadelt. Seine Nachkommen tragen seither den Titel eines Barons.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stieg die Banque Lambert zu den führenden Banken Belgiens auf. 1975 fusionierte sie mit der Banque de Bruxelles. Die belgische Bank wurde 1871 von dem belgischen Familienzweig der deutsch-jüdischen Oppenheim Familie gegründet. Auch die Bankiersfamilie Stern war in der Führung der Bank vertreten. Die Banque de Bruxelles war 1972 die zweitgrösste belgische Bank und die Lambert Familie besass 10 Prozent der Anteile. Durch die Fusion entstand die BBL, die 1998 von der niederländischen Grossbank ING erworben wurde.
1972 gründete die Lambert Familie die Groupe Bruxelles Lambert (GBL). Diese ist eine der wichtigsten Beteiligungsgesellschaften Europas. Die Holding ist Hauptaktionär mehrerer Grosskonzerne. Sie besitzt zwar die Konzerne nicht ganz, ist aber bei fast allen der grösste Aktionär und platziert GBL-Mitarbeiter in den Aufsichtsräten der Konzerne. Die GBL hält derzeit folgende Anteile:
- Umicore (18 Prozent). Umicore ist eines der grössten belgischen Unternehmen. Der Konzern ist in der Verarbeitung und Recycling von Edel- und Nichtedelmetallen tätig. Die GBL ist der mit Abstand grösste Aktionär des Unternehmens.
- LafargeHolcim (7,6 Prozent). Der Baustoffkonzern ist der weltweit grösste Zementproduzent und gehört zu den grössten Unternehmen der Schweiz. Die GBL ist der grösste Aktionär des Unternehmens.
- Adidas (6,8 Prozent). Das deutsche Unternehmen ist einer der umsatzstärksten Bekleidungskonzerne der Welt. Die GBL ist der grösste Aktionär des Unternehmens.
- Imerys (54 Prozent Anteil und 67 Prozent Stimmrechte). Der französische Bergbaukonzern wurde 1880 von der Rothschild Familie gegründet.
- Pernod Ricard (7,6 Prozent). Das französische Unternehmen gehört zu den weltweit grössten Alkoholkonzernen. Die Alkoholindustrie macht ein Grossteil ihres Geldes mit Süchtigen. Die GBL ist der grösste Aktionär des Unternehmens neben der französischen Milliardärsfamilie Ricard, die das Unternehmen gegründet hatte.
- GEA (8,5 Prozent). Der deutsche Technologiekonzern erbringt Dienstleistungen für die Nahrungsmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie. Das Unternehmen war ursprünglich ein Metall- und Bergbaukonzern, der 1881 von der deutschen Merton Familie gegründet wurde. Die Mertons waren britisch-jüdische Einwanderer, die mit deutschen Geschäftspartnern das Unternehmen aufbauten. Die GBL ist der zweitgrösste Aktionär der GEA. Der grösste Aktionär ist derzeit der Staatsfonds der Königsfamilie von Kuwait.
- SGS (18,9 Prozent). Das schweizerische Unternehmen gehört zu den weltweit führenden Warenprüfkonzernen. Die GBL ist der mit Abstand grösste Aktionär des Unternehmens. Auch die deutsche Unternehmerfamilie Finck gehört zu den Hauptaktionären.
- Webhelp (61,4 Prozent). Das französische Unternehmen berät Grosskonzerne bezüglich Outsourcing.
- Mowi (5,8 Prozent). Das norwegische Unternehmen ist der weltweit grösste Lachsproduzent.
- Ontex (20 Prozent). Das belgische Unternehmen ist ein führender Windelkonzern.
- Parques Reunidos (23 Prozent). Das spanische Unternehmen betreibt über 60 Vergnügungsparks in verschiedenen Ländern.
(Quelle)
Inzwischen befindet sich die GBL im Besitz der Familien Desmarais und Frère. Die Desmarais Familie gehört zu den reichsten und mächtigsten Familien Kanadas. Die Frère Familie gehört zu den reichsten und mächtigsten Familien Belgiens. Die beiden Familien sind in der Führung der mit der GBL verbundenen Unternehmen vertreten.
Die GBL investierte lange Zeit in die Öl- und Gasindustrie. Die GBL war früher Hauptaktionär des belgischen Ölkonzerns Petrofina. 1999 fusionierte Petrofina mit dem französischen Ölkonzern Total, einer der grössten Öl- und Gaskonzerne der Welt. Bis 2013 war GBL einer der Hauptaktionäre von Total. GBL war früher Hauptaktionär des französischen Energiekonzerns Engie, ebenfalls einer der weltweit grössten Öl- und Gaskonzerne. GBL war schon zuvor Hauptaktionär des belgischen Energieunternehmens Tractebel, das zu den Vorläufern von Engie gehörte.
Die GBL war von 2001 bis 2006 am deutschen Medienkonzern Bertelsmann beteiligt und besass 25 Prozent des Unternehmens. Bertelsmann ist einer der grössten Medienkonzerne der Welt und wird von der deutschen Milliardärsfamilie Mohn kontrolliert.
1976 schloss sich die amerikanische Abteilung der GBL mit einer US-amerikanischen Investmentbank zusammen, die auf die Familien Drexel und Harriman zurückging, die früher zu den mächtigsten Bankiers der USA gehörten. Durch die Fusion entstand Drexel Burnham Lambert, die zu 26 Prozent der GBL gehörte. Drexel Burnham Lambert stieg innerhalb weniger Jahre zu einer der fünf grössten Investmentbanken der USA auf. Sie war bekannt für ihre „aggressive Unternehmenskultur“ und war an vielen Übernahmen grosser Unternehmen beteiligt. 1990 ging die Bank Konkurs.
Baron Leon Lambert (1928-1987) war Partner der Investmentbank Drexel Burnham Lambert. Auf seiner Beerdigung hielten David Rockefeller und Henry Kissinger Lobreden. (Quelle) Die beiden gehörten zu den wichtigsten Akteuren der US-Elite. Leon Lambert war in Vorständen vieler Unternehmen. Er gehörte zum Lenkungsausschuss der Bilderbergtreffen (Quelle).
Baron Philippe Lambert (1930-2011) war Präsident der GBL und kannte dadurch die Frère Familie. Er war Direktor und Anteilseigner der britischen Investmentgesellschaft RIT Capital Partners, die vom britischen Baron Jacob Rothschild gegründet wurde und ein Grossteil von dessen Vermögen verwaltet. (Quelle)
Henri Lambert (1887-1933) heiratete in die österreichische Unternehmerfamilie Reininghaus.
Die Tochter von Baron Philippe (1930-2011) und Marion Lambert beging Selbstmord, kurz nachdem sie sich entschlossen hatte, rechtlich gegen Vincent Meyer (ein Enkel des Bankiers André Meyer) vorzugehen, der sie im Alter von 12 bis 14 sexuell missbraucht hatte. Vincent Meyer wurde nicht verurteilt, wie es halt üblich ist bei elitären Kreisen. Die Mutter der Tochter, Marion Lambert, wurde nicht nur von der Justiz enttäuscht, die Meyer ungeschoren davon kommen liess, sondern auch von ihrem Bekanntenkreis, der High Society, die sich nicht von Meyer abwandte und ihn teilweise auch in Schutz nahm. Baronin Liliane de Rothschild höchstpersönlich bat Marion Lambert, die Sache ruhen zu lassen. (Quelle: 1 und 2)
Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.