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Der Berner Eduard Kaeser ist Physiker und promovierter Philosoph. Er beschäftigt sich mit Fragen rund um die menschliche Befindlichkeit im technisch-wissenschaftlichen Zeitalter und zur Rolle des Menschen im Netzwerk von Natur und Technik. Damit erfüllt er die Zielsetzung der cogito foundation, die Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften einander näher bringen und das Verständnis für die Denkweise der Naturwissenschaftler fördern will. Kaeser erhält am kommenden Freitag den cogito-Preis für «seine brillanten Darstellungen der Wechselwirkungen zwischen Physik und Philosophie».
Kaesers Bücher und seine Essays in der NZZ fanden ein grosses öffentliches Echo. Sein letztes Buch mit dem Titel «Die Welträtsel sind nicht gelöst» (2017) befasst sich unter anderem mit der Wahrnehmung der Tiere: Da Tiere sich anders orientieren als Menschen – zum Beispiel an Gerüchen oder der Polarisation von Licht – haben sie ein grundlegend anderes «Weltbild». Weitere Themen des Buches sind die Geltung der Naturgesetze oder Maschinen, die sich selbst optimieren und dabei zum Beispiel die globalen Finanzmärkte steuern. Kaesers nächstes Buch wird vom Menschen im Technozän handeln und diesen Herbst erscheinen.
Öffentliche Preisverleihung
Die Preisverleihung findet am, Freitag, 5. Oktober 2018, um 16.30 Uhr in der Aula der Universität Zürich statt. Eduard Kaeser wird ein Referat zum Thema «Naturwissenschaftliche Halbbildung» halten.
Zur Person
Eduard Kaeser wurde 1948 in Bern geboren. Er studierte theoretische Physik, Wissenschaftsgeschichte und Philosophie an der Universität Bern und promovierte in Philosophie an der naturwissenschaftlichen Fakultät über «Fortschritt und Verdrängung». Anschliessend erteilte er Vorlesungen an der Universität Bern und arbeitete an der Koordinationsstelle für Allgemeine Ökologie.
Seine Habilitationsschrift zum Thema «Der Fremde, das Tier, der Automat» konnte er aufgrund des Todes seines betreuenden Professors nicht einreichen. Einen Teil dieser Schrift hat er im Buch «Artfremde Subjekte» verarbeitet. Bis 2012 war er Gymnasiallehrer für Physik und Mathematik. Daneben publizierte er über Themen zwischen Wissenschaft und Philosophie in Magazinen und Zeitungen, u. a. für die «Neue Zürcher Zeitung (NZZ)», «Die Zeit», «Wochenzeitung (WOZ)», «Aargauer Zeitung» und «Berner Bund». In neuerer Zeit konzentriert er sich auf das Thema der Anthropologie im Zeitalter des Künstlichen.
cogito foundation
Ziel der cogito foundation ist es, den Dialog und die Verständigung zwischen Naturwissenschaften/Technik und Geistes-/Sozialwissenschaften zu fördern. Zudem will die Stiftung das Verständnis für die naturwissenschaftliche Denkweise in der Öffentlichkeit fördern und die Bedeutung der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung aufzeigen.
Seit 2002 vergibt die Stiftung alle zwei Jahre den mit 50'000 Franken dotierten cogito-Preis. UZH-Rektor Michael Hengartner gehört dem Stiftungsrat der cogito foundation an.
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