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1.1.2019: Japans Zeitenwende
Akihito wird als erster japanischer Kaiser seit 1817 vorzeitig zurücktreten. Diesen Wunsch deutete er in einer Fernsehrede im August 2016 an (Asienspiegel berichtete). Es war eine Botschaft an die Regierung, sich mit den entsprechenden gesetzlichen Anpassungen zu befassen.
Denn das Gesetz über die kaiserliche Familie kennt keine Regelung für diesen Fall. Die Amtszeit eines japanischen Kaisers endet seit Beginn der Meiji-Zeit 1868 jeweils mit dessen Tod. Seither beschäftigt sich eine von Premier Abe berufene Kommission mit dieser delikaten Aufgabe (Asienspiegel berichtete).
Stichdatum 1.1.2019
In der Öffentlichkeit wird seit einiger Zeit spekuliert, wann genau das Ende von Akihito Ära sein wird. Der Tenno selber deutete auf das Jahr 2018 hin. Dann soll spätestens Schluss sein. Nun scheint es so, dass die Regierung auf den 1.1.2019 als Stichdatum für den Thronwechsel hinarbeitet, wie die Yomiuri Shimbun berichtet. Die Medien berufen sich auf interne Quellen. Noch ist jedoch nichts bestätigt.
Der gewählte Zeitpunkt würde Sinn machen, gerade bezüglich der japanischen Zeitrechnung, die sich ganz nach der Amtszeit eines Kaisers richtet und bis heute im Alltag gebräuchlich ist (Asienspiegel berichtete). So wäre 2018 das runde Jahr «Heisei 30». Heisei (kann als «Friede überall» übersetzt werden) ist die Äradevise der Kaiserzeit Akihitos und die Zahl steht für dessen Amtsjahre.
Erste vorbereitete Zeitenwende
Mit dem 1.1.2019 würde somit erstmals überhaupt in der modernen Geschichte Japans ein sorgfältig geplanter Ärawechsel über die Bühne gehen. Denn bislang war es üblich, dass noch am Todestag eines Kaisers die neue Ära überstürzt verkündet werden musste, zuletzt geschehen am 7. Januar 1989. So entspricht der 7. Januar 1989 noch dem Jahr «Showa 64», während der 8. Januar 1989 das Jahr «Heisei 1» ist (Asienspiegel berichtete).
Ein vorbereiteter Wechsel zum Jahresbeginn wäre gerade im heutigen technisch-digitalen Zeitalter ein Segen für alle Informatiker. Den Behörden bliebe ebenfalls genügend Vorbereitungszeit. Nebenbei wäre eine spontane Umrechnung vom gregorianischen zum japanischen Kalender oder umgekehrt dann für jedermann vergleichsweise einfach (Asienspiegel berichtete).
Gesetz in den nächsten Monaten
Zudem könnte die Äradevise vom neuen Kaiser Naruhito auf diese Weise in Ruhe im ersten Halbjahr 2018 verkündet werden. Noch muss aber das neue Abdankungs-Gesetz vorgestellt und vom Parlament abgesegnet werden. Über die Details wird spekuliert. Es geht dabei vor allem um die Frage, ob man nur Akihito oder allen künftigen Kaisern die Abdankung ermöglichen möchte (Asienspiegel berichtete). Man rechnet damit, dass noch in diesem Frühjahr alle Details geklärt sein werden.
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