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Schützenverein Wülflingen
Vor rund 150 Jahren, um genau zu sein 1864, wurde der Schützenverein Wülflingen gegründet. Dieses Jubiläum wird 2014 mit einem grossen Anlass gefeiert. Ein Schiessen in allen Disziplinen ist selbstverständlich mit dabei.
1864 gründeten zwölf Gründungsmitglieder die „Schützengesellschaft der Gemeinde Wülflingen“. Der Verein funktionierte von Anfang an. Bereits ein Jahr später organisierten die Wülflinger Schützen ein Sektionsschiessen. Der Wettkampf fand im Niederfeld statt. Folgende Distanzen wurden geschossen: mit dem Infanteriegewehr auf 400 Schritte, jenes der Jäger auf 500 Schritte und das der Stutzerschützen auf 600 Schritte. Der Tageskommandant Schwarz rühmte den Festverlauf und der Festredner J. Müller erntete grossen Beifall. 1874 wurde eine erste Vereinsfahne eingeweiht, welche die Frauen und Töchter der Schützen mit Eigenleistungen erwirtschaftet hatten. 1892 trennten sich dreizehn Schützen vom Verein und gründeten den neuen Verein „Feldschützengesellschaft Wülflingen“ bei. Ein Bezirksschiessen fand im Jahr 1907 im Schweikhof mit 32 Sektionen und 854 Schützen statt. Dafür wurden 75 Scheiben aufgestellt und eine Festhütte mit Gasbeleuchtung aufgebaut.
1913 wurde ein grosses Ziel erreicht. Ein 300m-Schiessstand für den Verein wurde gebaut. Ob die Gemeinde Wülflingen die Kosten übernommen hat, ist weiss man nicht. Für die 1935 gegründete Pistolensektion erstellte man 1951 eine Pistolenschiessanlage. 1954 kam es zur Wiedervereinigung der beiden Vereine „Schützengesellschaft der Gemeinde Wülflingen“ und „Feldschützengesellschaft Wülflingen“ unter dem neuen Namen „Schützenverein Wülflingen“. Nach dem grossartigen Fest zur 100-Jahr-Feier nahm man 1971 wieder eine grosse Organisation in Angriff: Das 22. Zürcher Kleinkaliber-Schützenfest. Es fand im Schlosstal gegenüber dem neuen Standort der Fachschule Hard statt. Der Erfolg war gross. Der Reingewinn ermöglichte dem Schützenverein Wülflingen 1974 und 1975 den Bau einer eigenen 50m-Pistolen- und Kleinkaliber-Schiessanlage mit acht Laufscheiben und einer Schützenstube. 1984 passierte die grosse Katastrophe. Am 26. November 1984, in der Nacht zwischen ein und zwei Uhr, brachen Eindringlinge die beiden Schiessanlagen auf und zündete sie an. Beide Anlagen waren zerstört und mussten neu aufgebaut werden. Die Verbitterung bei den Vereinsmitgliedern war gross. Es war nicht nur der materielle Schaden, der zu beklagen war. Auch eine Vielzahl schöner Wappenscheiben und andere Preistrophäen waren für immer verloren. Bis im heimischen Stand wieder geschossen werden konnte, genossen die Wülflinger Schützen Gastrecht bei den Standschützen in Neftenbach.
Bei den Neubauten, die sofort in Angriff genommen wurden, konnten einige Anpassungen vorgenommen werden. Unter anderem erweiterte man die 50m-Anlage auf 10 Laufscheiben. Am 3. Juni 1985 konnten die neu aufgebauten Einrichtungen wieder in Betrieb genommen werden. 1990 erhielt der 300m-Stand zehn Scheiben mit elektronischer Trefferanzeige.
1997 konnte wieder einmal eine neue Fahne geweiht werden. Im Jahr 2006 verfügte die Stadt wegen den Lärmbelästigungen die Schliessung des 300m-Stands. Im Herbst 2006 fand ein emotionales Standausschiessen statt. Als Ersatz für die Obligatorium-Schützen stand die Grossanlage Ohrbühl zur Verfügung. Für das Vereinstraining und für die Jungschützenausbildung können die Wülflinger die Gemeindeschiessanlage Seuzach-Hettlingen „Witerig“ benützen. Als definitiven Schlusspunkt der Schiessanlage Wülflingen soll 2013 mit einem Kostenaufwand von 330‘000 Franken der Kugelfang der 300m-Anlage entgiftet werden. Nach wie vor bildet aber die vereinseigene Kleinkaliber- und Pistolen-Schiessanlage mit der Schützenstube das Vereinszentrum der Wülflinger Schützen. Viele gemütliche Anlässe sind in dieser Anlage und vor allem in der Schützenstube gefeiert worden. Immer hat eine gute Seele die Bewirtung und Betreuung in und um das Schützenzentrum übernommen. Lange Jahre war es die ehemalige Taggenberg-Wirtin Hedy Hauser.