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Die Zeitschrift unserer Zunft, welche einmal jährlich mit der Einladung zum Grossen Bott vom Frühling verschickt wird, erscheint dieses Jahr zum 50. Mal. Dieses Jubiläum rechtfertigt einen Blick zurückzuwerfen zu den Anfängen des «Zunftbriefs».
Eigentlich startete der Zunftbrief als «Nullnummer» mit einem sechsseitigen Rundschreiben vom 5. April 1970 an die männlichen und –zum ersten Mal – auch an die weiblichen stimmberechtigten Zunftangehörigen.
Der Zunftbrief berichtete nämlich über die bedeutungsvolle Einführung des Frauenstimmrechts durch das Grosse Bott am 6. Dezember 1969 und lud unter Hinweis auf die verschiedenen Reglementsbestimmungen und den Wortlaut über das Gelübde zum Grossen Bott am 2. Mai 1970, an dem – zum ersten Mal – eine «rege Beteiligung der Frauen» erwartet wurde. Die weiblichen Zunftangehörigen wurden eingeladen, sich persönlich vorzustellen und «zum Wohle der Gesellschaft die ‘Moser-Ente` zu leeren». Der Zunftbrief berichtete u.a. weiter über den Rücktritt von Obmann Eugen Furrer und die Wahl von Frieder Ryser zum neuen Obmann.
Es war dem Vorgesetztenbott ein Anliegen, für zunftinterne Mitteilungen an die Gesellschaftsangehörigen nicht die Presse zu benutzen, sondern das Mittel einer Orientierungsschrift zu wählen, die es immer dann einzusetzen gedachte, wenn die Verhältnisse es erfordern. Das Vorgesetztenbott erhoffte sich damit die Verbindung zwischen der Zunft und ihren Angehörigen zu festigen, insbesondere mit solchen, die im Auslande weilen oder denen es aus anderen Gründen nicht möglich ist, an den Zunftanlässen teilzunehmen.
Der nachfolgende «erste» Zunftbrief vom 25. März 1971 fiel mit zwei Seiten deutlich kürzer aus. Die erste offizielle Nr. 2 der nun auch als «Der Zunftbrief» bezeichnete Postille unserer Gesellschaft erschien 1972 bereits in gedruckter und nicht lediglich vervielfältigter Form und umfasste vier Seiten.
Im Laufe der Zeit wurde der Zunftbrief stets umfangreicher, da Beiträge über die eigentliche Tätigkeit der Behörden der Gesellschaft hinaus veröffentlicht wurden, so z.B. über das Küferhandwerk (Zunftbrief Nr. 24 vom März 1994). Der Zunftbrief Nr. 44 vom April 2014 umfasste stolze 28 Seiten.
Auch wenn es sich bei der vorliegenden Nummer um die 50. Ausgabe des Zunftbriefs handelt, so befinden wir uns erst im 49. Jahr seines Erscheinens. 2014, im Jubiläumsjahr, erschien nämlich mit der Einladung zum Grossen Bott am 6. Dezember 2014 eine Sondernummer des Zunftbriefs über das Zunftjubiläum «Sieben Jahrhunderte Gesellschaft zu Zimmerleuten».
Gestalterisch blieb der Zunftbrief seinen bescheidenen Anfängen treu. Lange Jahre erschien der Zunftbrief lediglich schwarz-weiss. Erst 2005 wurde das Zunftwappen auf der Titelseite farbig gedruckt. Seit der Sondernummer 2014 erscheinen auch die Bilder farbig. Auf die Einführung einer Hochglanzzeitung hat das Vorgesetztenbott vor einigen Jahren hingegen bewusst verzichtet. Auch am Format A 4 wurde bisher nicht gerüttelt, ebenso wenig am Titel.
Wie die Entwicklung zeigt, hat der Zunftbrief als Bindeglied und Kommunikationsmittel zwischen der Gesellschaft zu Zimmerleuten und ihren Angehörigen seit seinem ersten Erscheinen einen festen und anerkannten Platz erhalten, so wie es sich das Vorgesetztenbott 1970 erhofft hat.
Hans Georg Nussbaum, Obmann (2019)