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Anlässlich des 200. Todestags von Napoleon zeigt ein Video den Entstehungsprozess der viel beachteten Publikation über die finanziellen Aspekte des «Franzoseneinfalls» in der Schweiz. Realisiert wurde das Video vom Luzerner Filmemacher Till Gmür.
Ein Autorenteam der Universität Luzern hat im Juni 2020 das Buch «Napoleons reiche Beute» über den Raub des Berner Staatsschatzes durch Frankreich im Jahr 1798 veröffentlicht. Dieses beleuchtet eine lange vernachlässigte Perspektive auf den «Franzoseneinfall» in die alte Eidgenossenschaft und ermöglicht dadurch einen neuen Blick auf eine prägende Zeit der Schweizer Geschichte.
Langfristige finanzpolitische Konsequenzen
Als Vermittler der Mediationsakte von 1803 nimmt der polarisierende französische Feldherr und spätere Kaiser Napoleon Bonaparte eine herausragende Rolle für die moderne Schweiz ein. Für seine Feldzüge in Europa sowie in Ägypten und im Nahen Osten benötigte Frankreich grosse Mengen an finanziellen Mitteln. Das Autorenteam um Prof. Dr. Christoph Schalteger, Thomas Studer, Laura Zell und Michele Salvi zeigt in ihrer Publikation auf, dass nebst geostrategischen Gründen auch handfeste finanzielle Interessen für den französischen Einmarsch in Bern und in der Schweiz ausschlaggebend waren.
Darüber hinaus berechnete die Forschungsgruppe die langfristigen finanzpolitischen Konsequenzen des Raubes für den Kanton Bern. Anhand von einem Szenario, basierend auf einer konservativen Anlegestrategie, wurde der heutige Wert des geraubten Berner Staatsschatzes berechnet.
623 Milliarden Schweizer Franken
Dabei kam heraus, dass der Schatz in der heutigen Zeit einen Wert von rund 623 Milliarden Schweizer Franken hätte. Eine Summe, die es dem Kanton Bern erlauben würde, die nächsten 115 Jahre auf die Erhebung von Steuern zu verzichten. Das Buch und seine Thematik ist seit seiner Veröffentlichung bei der Leserschaft auf grosses Interesse gestossen und fand breite mediale Aufmerksamkeit. Eine Im Rahmen der Veröffentlichung geplante Vernissage konnte pandemiebedingt nicht stattfinden. Anstelle dessen hatte man sich dazu entschieden, mit allen Beteiligten ein Video zum Entstehungsprozess und den wichtigsten Forschungsergebnissen des Buches zu drehen.