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Rund 600 000 fliegende Abfallobjekte umkreisen die Erde und gefährden Satelliten und sogar die Internationale Raumstation ISS. Ingenieurin Muriel Richard-Noca hat ein System zur Entsorgung des gefährlichen Weltraumschrotts mitentwickelt. Ihr Bewusstsein für die Problematik sei durch die Erfahrung mit Swiss Cube geschärft worden, sagt sie.Der erste Schweizer Hoch-schulsatellit war 2009 von der indischen Raketenbasis Sriharikota ins All geschossen worden, auch Richard-Noca war damals noch an der EPFL in Lausanne tätig. «Weil in der Umlaufbahn von Swiss Cube einige Monate vorher eine Kollision zweier grosser Satelliten stattgefunden hatte, bekamen wir plötzlich Warnungen der U.S. Airforce vor potenziellen Zusammenstössen mit den Trümmerteilen.»Die Französin Richard-Noca ist eine Pionierin der Schweizer Raumfahrt: Sie studierte am California Institute of Technology, war beim Mars-Programm der NASA dabei und ist Co-Gründerin und leitende Ingenieurin von Clear Space. Die Firma wird inzwischen von der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) unterstützt und soll 2025 die erste Mission im Weltall ausführen. Geplant ist ein unbemanntes Raumschiff, das gezielt ein zuvor ausgewähltes Stück Schrott packt, danach mit dem Abfall zusammen in die Atmosphäre eintritt und verglüht. «Clear Space stützt sich auf ihre Experten, Ingenieure, Forscher und ihr weltweites Netzwerk von Branchenspezialisten und entwickelt eine Technologie, die eine sichere und nachhaltige Beseitigung von Weltraummüll ermöglicht», sagt Richard-Noca.86 Millionen Euro ist der Vertrag mit der ESA wert. Die erste Mission soll ein 112 Kilogramm schweres Teil einer Vega-Trägerrakete aus der Umlaufbahn entfernen, das in der Grösse einem kleinen Satelliten gleicht. Und auch Swiss Cube werde eines Tages wieder abgeholt werden müssen, sagt Richard-Noca. «Wir werden nahe genug heranfliegen und ein Foto machen, um sicherzugehen, dass wir nichts anderes einfangen. Dann werden wir mit unserem ‹Pac-Man›-System zugreifen.» Die Zahl der neu gestarteten Satelliten nimmt stark zu. Gleichzeitig stellt die zunehmende Menge an Trümmern im Weltraum eine Bedrohung für die Sicherheit der Raumfahrt dar. Es ist deshalb klar, dass die Aufgabe von Richard-Noca und Clear Space in Zukunft noch wichtiger wird.