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Kairo ist eine der grössten Städte Afrikas mit einem der niedrigsten Grünflächenanteile der Welt. Noch vor einigen Jahrzehnten war Kairo voller Vegetation. Das Wohnquartier «Garden City» liegt an privilegierter Lage am Ufer des Nils und wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut. Hier, inmitten einer 6000 m2 grossen grünen Parzelle, befindet sich die Villa Harari.
Die «graue Stadt» Kairo ist eine der grössten Metropolen Afrikas mit einem der niedrigsten Grünflächenanteile der Welt: Gegenwärtig wird der Anteil Grün in den privilegierten Quartieren auf weniger als einen Quadratmeter pro Kopf und in den Arbeitervierteln auf nicht mehr als einen Fussabdruck geschätzt. Zum Vergleich sind es weltweit im Durchschnitt 16 m2. Vor einigen Jahrzehnten war Kairo eine Stadt voller Vegetation.
Im Herzen der Garden City
Die zentral am Ufer des Nils gelegene «Garden City» ist ein privilegiertes Wohnquartier, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut wurde. Die Aufteilung der Grundstücke ist bewusst konzentrisch angeordnet und basiert auf den Idealen der britischen Gartenstadt-Bewegung. Die Gartenstadt ist ursprünglich ein in England entworfenes Modell der planmässigen Stadtentwicklung als Reaktion auf die schlechten Wohn- und Lebensverhältnisse sowie die steigenden Grundstückspreise in den stark gewachsenen Großstädten.
Im Herzen dieses Quartiers befindet sich die 1920 erbaute Villa Harari inmitten einer 6000 m2 grossen grünen Parzelle. Der denkmalgeschützte Jugendstilbau aus dem 20. Jahrhundert liegt in einem der letzten Gärten, die von der Geschichte dieses Quartiers zeugen, und steht unter nationalem Denkmalschutz. Die Villa wurde vom italienisch-ägyptischen Bankier Elie Nessim Mosseri gebaut, der auch Vizepräsident der jüdischen Gemeinde von Kairo war. Als Elie Mosseri 1940 starb, erbte seine Tochter Denise die Villa. Nach ihrer Scheidung in den frühen 1950er-Jahren zog sie mit ihrem neuen Ehemann Max Victor Harari (daher der neue Name der Villa), einem berühmten Polospieler, nach Paris. Sie vermietete die Villa der amerikanischen Regierung, die sie zu ihrer Botschaftsresidenz machte, bis die Schweizer Regierung sie 1967 gekauft hat.
Instandsetzung
Seit 2011 ist in der Villa die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA untergebracht. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA möchte nun seine verschiedenen Vertretungen in Kairo (diplomatische und konsularische Vertretung, DEZA, Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS und Pro Helvetia) an diesem Standort zusammenführen. Das Gebäude muss instandgesetzt werden. Trotz des regelmässigen Unterhalts weist es Setzungs- oder Bewegungsrisse auf, seine Struktur muss zwingend verstärkt werden. Sowohl die Aussenhülle als auch das Dach müssen vollständig saniert werden. Das Gleiche gilt für den Innenbereich, der vollständig erneuert werden soll. Die meisten technischen Anlagen sind veraltet und müssen ersetzt werden.
Grüne Oase
Als grüne Oase im Herzen eines dichten Siedlungsraums ist der grosse Garten ein Pluspunkt dieses Standorts. Der Standort beinhaltet zwei unterschiedliche Teile; einen im «englischen Stil» und einen geometrischen Teil. Beide Teile werden instandgesetzt und aufgewertet.
Durch die Instandsetzung der Villa und des Gartens soll die Villa Harari als letzter Zeitzeuge der Garten City erhalten bleiben und die Stadt begrünen.
Das Planungsteam ist am Fertigstellen des Vorprojekts. Es ist vorgesehen, dass die Bauarbeiten Anfang 2022 starten. Die Arbeiten dauern voraussichtlich zwei Jahre.
Letzte Änderung 07.09.2020