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Sobald die Bouillon weiter erstarrt und langsam in die tieferen Temperaturen absinkt, gepackt durch die kalte Klammer des Kühlschranks, wird das Fett mit jedem fallenden Grad undurchsichtiger. Zuletzt bietet es sich als eine unansehnliche, matte Schicht, die abweisend und unappetitlich glänzt, zum sofortigen Verzehr nicht mehr an.
In dem durch die Kälte stabilisierten Fett entstehen neue Farbtöne, Flecken, die ungesund wirken, fast eiternd. Verschmutzungen treten hervor.
Durch diese Schicht hindurch zu dringen, in sie einzudringen, das beabsichtigt die Wissenschaft. Sie will wissen, was sich alles an Substanzen in dem Vorliegenden verbergen. Erkaltet lässt sich die Materie besser erkunden.
Insekten erhalten Gesichter. Haare werden sichtbar, Zecken werden auf einmal als etwas Ganzes fassbar. Läuse werden zu putzigen Stofftieren, die sich von einem Haar zum nächsten angeln.
Den ersten Schritt vollführt mit einem Schnitt das Messer. Es tranchiert die Masse, damit auf der entstandenen Schnittfläche die verschiedenen frei gewordenen Schichten abgelesen und untersucht werden können.
In einem weiteren Schritt reizen chemische Mittel das Material, um zu überprüfen, wie es auf die verschiedenen Elemente reagiert. Die Reaktionen werden dokumentiert und sortiert.
In einem weiteren Schritt werden fein abgetrennt Proben unter das Mikroskop gelegt und nach ihrem Inhalt überprüft, studiert, was das Innere des untersuchten Materials zusammen hält, eruiert, wie es zusammen klebt und lebt.
Einen bedeutenden Schritt tiefer in die Materie dringen die verschiedenen Arten von Rastermikroskopen ein. Die kleinsten Gebilde, die sich in der Materie festgemacht haben, werden sichtbar. Blut löst sich in seine Bestandteil auf, Blutkörper lösen sich aus ihrer Flüssigkeit und werden zu Gebilden, welche der Computer in Strichen und Punkten darstellt, bunt eingefärbt nach verschiedenen Regeln, welche das Verständnis dessen, was über den Bildschirm flimmert, verbessert.
Viren nehmen Gestalt an. Haare erhalten Strukturen, aus Flocken werden Bäume. Metalle werden durchsichtig. Milben und Fliegen werden zu Netzwerken. Bakterien lösen sich aus der Masse. Chromosome geben erstmals ihre Form preis. Schimmel, Pulver, Fasern, Proteine enthüllen das, aus was sie gebildet sind, woraus die Natur sie geformt hat. Pollen werden zu Spielbällen der Elementarteilchen. Die Pilze bestehen aus Bruchlandschaften. Die Bausteine der Materie werden sichtbar. Die Materie tut sich auf.
Die Rastermikroskope tasten die Aussenwände der Atome ab. Diese offenbaren eine skurrile Landschaft aus Flächen, Erhöhungen, Strichen und Punkten. Die Bilder wirken, als stammten sie aus Träumen: Bruchstücke, Teilstücke, ohne Farbe, die sich zusammensetzen. Kaum gefasst entschwinden sie in der Traumlandschaft. Der Mensch bemüht sich, diese einzuordnen, wie dann, wenn er aufwacht und die Erinnerungen an den Traum in der ihn umgebenden realen Welt festzumachen versucht.