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Salix glabra Scopoli 1772 -- Kahle Weide
Kompakter Kleinstrauch: Leuchtend in Blüte und glänzend im Blattwerk
Zweige und Blätter der kahlen Weide sind völlig unbehaart, also kahl - daher der Name. Sie wächst strauchförmig zu einer Endhöhe von 80 bis 150 cm und ihre Zweige sind gelbgrün bis rötlichbraun gefärbt, je nach Typ. Kurz nach dem Blattaustrieb im Mai beginnt die Blütezeit, wobei die Staubfäden der männlichen Kätzchen kurz vor dem Aufblühen rot gefärbt sind, bei Vollblüte sind sie dann leuchtend gelb. (Lautenschlager, 1994)
Die kahle Weide wächst in der Natur auf basenreichen Standorten (Kalk, Dolomit) in Geröllhalden und Hochstaudenfluren der montanten bis subalpinen Stufe.
Lange Zeit waren Vorkommen dieser Wildart in der Schweiz unklar. Robert Buser (1883) vermutete, dass sie vielleicht nahe der Landesgrenze in Graubünden oder im Tessin noch gefunden werden könnte. Noch 1910 wurde mit Nachdruck behauptet (Hegi, 1910): "In der Schweiz fehlt sie [S. glabra] überhaupt gänzlich." Erst 38 Jahre später konnte durch Thommen und Rechinger (1948) ein Fund für das südliche Tessin verzeichnet werden.
Noch immer ist Salix glabra in der ganzen Schweiz stark gefährdet. Aktuell soll gerade mal noch jener von Thommen/Rechinger entdeckte Naturstandort im südlichen Tessin existieren.
Im Garten stellt Salix glabra keine speziellen Bedingungen an den pH-Wert des Bodens. Sie bevorzugt aber - im Gegensatz zu vielen ihrer Weiden-Kollegen - einen eher trockenen Standort.
Eintrag erstellt: 12.05.2010/züm - Letzte Aktualisierung: 17.06.2016/züm