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Bild
Titel:
Heiden auf der Sonderbriefmarke zur Bundesfeier
Thema: Land
Datum: --.--.1944
Masse: 3,2 x 4,8 cm
Standort: Privatbesitz Hans Sturzenegger, Brugg
Urheber/-in: Rüegg, Oskar
Beschreibung:
Die Briefmarke gehört zu einer Sonderserie, welche anlässlich der Schweizerischen Bundesfeier von 1944 von der Post herausgegeben wurde. Die Marke mit der Aufschrift „Festa Nazionale 1944 Bundesfeier 1944 Fête Nationale“ am oberen und „CONFOEDERATIO HELVETICA“ am unteren Rand zeigt das Ortsbild Heiden mit seinem charakteristischen Kirchturm und den klassizistischen Häusern. Der linke Rand gibt Auskunft über den Wert der Briefmarke in der Höhe von 5 Rappen, wobei der Käufer einen Zuschlag von 5 Rappen zu Gunsten der Bundesfeier als Spende zu bezahlen hatte. Rechts ist das Schweizer Wappen abgebildet. Das Sujet wurde vom Künstler Oskar Rüegg (1896-1987) entworfen, gedruckt wurden die Briefmarken bei der Westschweizer Druckereifirma Courvoisier SA.
Geschichte:
Dass das besondere Ortsbild Heidens gerade im Jahr 1944 Eingang auf eine Schweizer Briefmarke gefunden hat, ist bemerkenswert. Zwar war Heiden seit der Mitte des 19. Jahrhundert zum berühmten Kurort geworden, in welchem sich die gehobene Gesellschaft bei Molken- und Luftkuren erholte und sich vom berühmten Augenarzt Albrecht von Graefe (1828-1870) oder vom Neurologen Heinrich Frenkel (1860-1931) behandeln liess. Mit dem Beginn des ersten Weltkrieges verlor Heiden jedoch seine Bedeutung als Kurort und konnte sich erst nach dem Ende des zweiten Weltkrieges ab 1945 wieder als Ferienort etablieren.
Das charakteristische Dorfprofil entstand nach dem Dorfbrand von 1838, als 129 Gebäude samt der Kirche im Dorfkern Heidens von den Flammen verschlungen wurden. In den zwei nachfolgenden Jahren entstand das Dorf neu, im für die damalige Zeit typischen spätklassizistischen Baustil. Den regionalen Bezug hat der Künstler hergestellt, indem er im Vordergrund der Briefmarke ein Appenzeller Bauernhaus und im Hintergrund die typische Hügellandschaft darstellte.
Die Gestaltung neuer Briefmarken wird seit 1901 als Wettbewerb ausgeschrieben oder einem Künstler direkt in Auftrag gegeben. Der Schweizer Maler und Grafiker Oskar Rüegg hat sich 1944 den Auftrag sichern können. Zu seinen bevorzugten Sujets gehörten Landschaften, Figürliches und Stillleben. Ab 1937 wurden im Ätztiefdruckverfahren durch die Druckerei Courvoisier SA in La Chaux-de-Fonds grosse Sondermarkenserien hergestellt. Die Sonderserie zur Bundesfeier von 1944 stand ganz im Zeichen der politisch-kulturellen Bewegung der geistigen Landesverteidigung. Diese hatte die Stärkung von als schweizerisch deklarierten Werten und die Abwehr der faschistischen, nationalsozialistischen und kommunistischen Totalitarismen zum Ziel. Während des zweiten Weltkrieges zierten vorwiegend nationale Symbole die Schweizer Briefmarken: Helvetia, Tell, Wappen, Trachten, berühmte Schweizer Persönlichkeiten, Krieger und Schlachten, historische Ereignisse, Architektur, Volksbräuche, oder eben Landschaften und Ortsbilder.
Autorin: Kathrin Hoesli, Herisau
Literatur:
Hertsch, Max: Schweizer Briefmarken. Zürich 1973.
Jorio, Marco: Geistige Landesverzeidigung. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 23.11.2006. http://hls-dhs-dss.ch/textes/d/D17426.php (6.1.2011)
Lavanchy, Jean-Claude: Postwertzeichen. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 29.9.2010. http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D46683.php (6.1.2011).
Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft: Oskar Rüegg. In: Sikart, Lexikon und Datenbank zur Kunst in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein, Version vom 7.11.2006. http://www.sikart.ch/KuenstlerInnen.aspx?id=4003703&lng=de (6.1.2011)
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