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Elemente
Blutgefäße
(Vasa sanguinis, hierzu Tafel »Blutgefäße«), [* ]
bei den Wirbeltieren die mit dem Herzen direkt verbundenen Gefäßbahnen im Gegensatz zu den Lymphgefäßen (s. d.). Es sind häutige, elastische Röhren, welche alle Organe und Gewebe des Körpers, mit Ausnahme der Knorpel- und der Horngebilde, durchsetzen und Blut enthalten. Man unterscheidet Schlag- oder Pulsadern (Arterien, s. d.), Blutadern (Venen, s. d.) und Haargefäße (Kapillaren, s. d.). Die erstgenannten führen sauerstoffhaltiges Blut vom Herzen aus zu den verschiedenen Organen des Körpers hin und teilen sich dabei in immer feinere Zweige, welche zuletzt in die nur mit dem Mikroskop erkennbaren Haargefäße und durch diese in die feinsten Anfänge der Venen übergehen.
Von letztern wird das für die Ernährung der Gewebe benutzte, an Sauerstoff arme und an Kohlensäure reiche Blut wieder nach dem Herzen geführt. Dieser Kreislauf des Bluts von der linken Herzkammer aus durch die Arterien des Körpers in das Kapillarnetz der Gewebe und aus letzterm durch die Venen zurück nach der rechten Vorkammer heißt der Große oder Körperkreislauf (vgl. Blutbewegung und Tafel »Blutgefäße«, [* ] Fig. 5). Ihm gegenüber steht der Kleine oder Lungenkreislauf [* 1] (Fig. 3). Er führt das dunkle, verbrauchte venöse Blut von der rechten Herzkammer durch die Lungenschlagader in das Kapillarnetz der Lunge, wo das Blut seine Kohlensäure an die Atmungsluft abgibt und Sauerstoff aufnimmt und, hellrot geworden, durch die Lungenvenen zur linken Vorkammer zurückkehrt.
Hiernach enthalten also die Arterien des Kleinen Kreislaufs sauerstoffarmes (venöses), die Venen sauerstoffreiches (arterielles) Blut [* 1] (Fig. 3); letzteres zirkuliert dann vom Herzen in den Arterien des Großen Kreislaufs und kehrt, sauerstoffarm (venös) geworden, in den Venen desselben zurück. Das Strömen des Bluts wird bewirkt durch die Zusammenziehung der Vorkammern und Kammern des Herzens; am Zurückfließen wird das Blut durch die Klappen des Herzens [* 1] (Fig. 1 u. 2) und diejenigen der Venen gehindert.
Indessen bestehen diese Einrichtungen nur bei den Vögeln, Säugetieren und Krokodilen, weil nur bei ihnen die Scheidung des Herzens in vier Räume (s. Herz) vollständig durchgeführt ist. Bei den niedern Wirbeltieren hingegen, wo nur eine Herzkammer und eine, resp. zwei Vorkammern vorhanden sind, ist der Kreislauf ein einfacherer. Bei den Cyklostomen und Fischen geht das venöse Blut aus der Herzkammer durch die Kiemenarterie in die Kiemen und fließt, dort sauerstoffreich geworden, direkt in den Körper, aus dem es in den Venen zur Vorkammer zurückläuft. Hier existiert also noch nicht die Sonderung in Großen und Kleinen Kreislauf. Wo