Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03307.jsonl.gz/1155

Universität
Bern, Historisches Institut, Abteilung für Ältere Schweizergeschichte
Von Juni 2000 bis Oktober 2004 wurde am Historischen Institut der Universität Bern das Forschungsprojekt BeFin - Berner Staatsfinanzen in der Frühneuzeit durchgeführt. Es hatte zum Ziel, Rechnungen zur Bernischen Staatsverwaltung im Archiv zu transkribieren und für eine Auswertung nach analytischen Kriterien vorzubereiten. Ausserdem sollten die gemachten Transkriptionen einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Diese Homepage informiert über kurz über die grundlegenden Ziele des Projekts, stellt Transkriptionen zur Verfügung und verweist auf die im Zusammenhang des Projekts erstellten Publikationen. Weiterführende Angaben sind auch dem Schlussbericht zu entnehmen [download].
Über
die Entwicklung der Staatsfinanzen in der alten Republik Bern ist immer noch
relativ wenig bekannt. Es fehlt vor allem an einer kohärenten, den gesamten
Staatshaushalt durchleuchtenden Untersuchung, welche auch die wachsende wirtschaftliche
und soziale Finanzierungsbasis des entstehenden frühmodernen Stadtstaats erfasst.
Ziel unseres Forschungsprojekts ist es folglich, die Finanzstrukturen der alten Republik Bern zu untersuchen. Ein über drei Jahrhunderte angelegter Vergleich soll die Entwicklungen und den Strukturwandel von den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Finanzverwaltung der mittelalterlichen Stadt zu jenen des frühmodernen Territorialstaats aufzeigen. Die methodischen Grundlagen dazu wurden in einem vom Nationalfonds 1992-1995 unterstützten Projekt erarbeitet. Die Rechnungen werden im Archiv vollständig transkribiert und elektronisch erfasst, um anschliessend nach Kriterien der aktuellen Finanzwissenschaft verbucht und kategorisiert zu werden. Dieses Vorgehen ermöglicht es nicht nur, die in der Frühneuzeit bedeutenden Finanzströme in Naturalien (vor allem Getreide und Wein) zu berücksichtigen, sondern auch, zwischen laufender Rechnung und Investitionen zu unterscheiden. Neben den Rechnungen der Zentrale werden auch jene der einzelnen Ämter untersucht. Die Menge der hauptsächlich im Berner Staatsarchiv sowie in Lausanne und Aarau liegenden Rechnungen und Akten erlaubt im Rahmen eines zeitlich befristeten Forschungsprojekts keine umfassende Untersuchung. Es gilt deshalb, anhand von Querschnitten, die alle 50 Jahre angesetzt werden, Aussagen über die Struktur der Bernischen Staatsfinanzen in der Frühneuzeit zu machen
Nach dem Hinscheiden des ursprünglichen Projektleiters, Prof. Dr. Martin Körner, stand das Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. André Holenstein. Im Rahmen ihrer Dissertationen führten die assoziierten Mitarbeiter Niklaus Bartlome für das 16. Jh. und Stephan Hagnauer für das 17. Jh., sowie Stefan Altorfer für das 18. Jh. Untersuchungen durch. Bis im Sommer 2002 arbeiteten Manuel Bigler, Felix Buchli, Anina Schafroth und Oliver Schihin an der Transkription der Originalquellen mit. Finanziert wurde das Projekt durch einen Beitrag des Bernischen Lotteriefonds.