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Tätigkeitsfelder
Theoretisch ausgerichtete Linguist/innen (Allgemeine Sprachwissenschaft, Computerlinguistik) sind in den klassischen Arbeitsbereichen der Geisteswissenschaften wie Medien, Bibliotheken, Dokumentationsstellen, Kultur, Erwachsenenbildung oder Öffentlichkeitsarbeit zu finden. Anwendungsorientierte Linguist/innen (Übersetzen, Dolmetschen, Sprachtechnologie) kommen vermehrt auch in der Privatwirtschaft zum Einsatz.
Private Dienstleistungen
Übersetzer/innen sind für die schriftliche Übertragung von allgemeinen, Fach- (z.B. Wirtschaft, Recht, Technik) oder literarischen Texten zuständig. Sie arbeiten für Übersetzungsagenturen oder über interne Sprachdienste für nationale und internationale Unternehmen, Organisationen, Behörden, Stiftungen, Verlage usw.
An Konferenzen übertragen Simultandolmetschende mündliche Äusserungen fortlaufend in eine andere Sprache. Als Konsekutivdolmetschende halten sie gesprochene Texte (schriftlich) fest und geben die Übersetzung zeitlich versetzt wieder. Gelegentlich sitzen sie zwischen zwei Parteien und übersetzen mehr oder weniger Satz für Satz als Flüsterdolmetscherinnen.
Gebärdensprachdolmetscher werden in allen Kommunikationssituationen eingesetzt und leisten einen Beitrag zur Integration von Hörbehinderten.
Computerlinguistik
Das spezialisierte Wissen der Computerlinguist/innen kommt in erster Linie in der Softwarebranche zum Tragen. So entwickeln sie maschinelle Übersetzungssysteme und entwickeln Programme, die den Zugang zu technischen Systemen und Datenbanken mittels der natürlichen Sprache statt mit formalen Abfragesprachen ermöglichen. Sie befassen sich u.a. auch mit dem automatischen Generieren von allgemein verständlichen Texten wie z.B. Börsen- und Wetterberichten aus Rohdaten oder dem Erzeugen technischer Dokumentationen aus formalen Gerätebeschreibungen.
Technische Dokumentation
Die technische Entwicklung führt zu einem zunehmenden Bedarf an verständlichen Bedienungsanleitungen. Viele technische Geräte, Maschinen und Software sind ohne Bedienungshinweise nutzlos. Technische Redaktoren und Redaktorinnen verfügen sowohl über präzise sprachlich-kommunikative Fähigkeiten als auch über einen ausgeprägten technischen Sachverstand. Neben Bedienungsanleitungen erstellen sie Produktkataloge, Aufbau- und Wartungsanleitungen sowie Schulungsunterlagen.
Öffentliche Verwaltung
Um vergleichende sprachwissenschaftliche Studien durchzuführen, müssen sich Studierende der Allgemeinen Linguistik mit ausgefallenen – auch nicht-indogermanischen – Sprachen befassen und sich teilweise entsprechende Sprachkenntnisse aneignen. Im Umgang mit Migrantinnen und Migranten zum Beispiel sind die Behörden zuweilen auf entsprechende Sprachspezialist/innen angewiesen. So ermittelt beispielsweise der sprachliche Dienst des Bundes mittels Sprachanalysen die Herkunft von Asylsuchenden.
Weitere Tätigkeitsfelder
Im Gegensatz zu den anwendungsorientierten, werden in den theoretischen Studienrichtungen keine beruflich direkt verwertbare Fachkenntnisse vermittelt. Der Transfer der wissenschaftlichen Kenntnisse in die berufliche Praxis stellt eine besondere Herausforderung dar. Für Absolvent/innen der allgemeinen Linguistik sind deshalb die Forschung und Lehre an den Hochschulen wie auch damit verbundene Funktionen im Bereich Information und Dokumentation besonders wichtige Tätigkeitsfelder.
Berufe, Funktionen
Eine Auswahl von Berufen und Funktionen, in denen Abgänger/innen sprachwissenschaftlicher Studienrichtungen arbeiten:
- Computerlinguist/in
- Fachübersetzer/in FH (MA)
- Fremdsprachenlehrer/in
- Gebärdensprachdolmetscher/in FH (BA)
- Journalist/in
- Konferenzdolmetscher/in FH (MA)
- Korrektor/in (BP)
- Moderator/in bei Radio/Fernsehen
- Redaktor/in
- Sprach- und Literaturwissenschaftler/in (Philologe/-login)
- Übersetzer/in
- Wissenschaftliche/r Bibliothekar/in