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Inhaltsverzeichnis
Ausgangslage
Am 17. November 2010 hat der Regierungsrat gestützt auf § 7 Abs. 2 des Gesetzes über die Pädagogische Hochschule vom 25. Oktober 1999 (PHG; LS 414.41) die Verordnung über das besondere Aufnahmeverfahren für die Studiengänge für Quereinsteigende beschlossen. Die Pädagogische Hochschule hat Quereinstieg-Studiengänge für die verschiedenen Stufen ausgearbeitet und ein besonderes Aufnahmeverfahren für den ersten, am 1. März 2011 beginnenden Quereinstieg-Studiengang («Fast Track Primarstufe») durchgeführt.
Gemäss § 18 Abs. 2 PHG legt der Bildungsrat für die gemäss § 7 Abs. 2 PHG zugelassenen Studierenden die Ausbildungsgänge fest.
Gemäss § 16 Abs. 1 PHG legt der Bildungsrat die Unterrichtsfächer gemäss dem Lehrplan der Volksschule fest. Er bezeichnet die für eine breite Lehrbefähigung notwendigen obligatorischen und frei wählbaren Fächer der Primarstufe. Für die Sekundarstufe I legt der Bildungsrat gemäss § 17 Abs. 3 PHG die Fächerkombinationen von vier Unterrichtsfächern gemäss dem Lehrplan der Volksschule fest. Er kann ein fünftes Fach als Zusatzfach obligatorisch erklären.
Fächerprofil Primarstufe
Der Bildungsrat hat am 31.10.2000 die für die Lehrbefähigung an der Primarschule notwendigen Fächer auf sieben festgesetzt, wovon vier obligatorisch und drei wählbar sind. Nach dem Beschluss des Bildungsrates vom 27. Februar 2006, ein obligatorisches Fach Religion und Kultur zu schaffen, wurde dieses als achtes, frei wählbares Fach hinzugefügt.
Fächerprofil Regelstudiengänge Primarstufe
Vier obligatorische Fächer:
- Deutsch
- Mathematik
- Mensch und Umwelt (früher «Realien»)
- Französisch oder Englisch
Drei Wahlpflichtfächer
2. Fremdsprache
- Bewegung und Sport
- Bildnerisches Gestalten
- Musik
- Werken nichttextil
- Werken textil
Als weiteres Fach kann gewählt werden
- Religion und Kultur
Das Fächerprofil wurde mit Ausnahme der Ergänzung durch «Religion und Kultur» seither nicht mehr verändert. Eine Lehrperson kann damit mehr als zwei Drittel der Lektionen einer Klasse abdecken. Die Möglichkeit, sich nach der Diplomierung berufsbegleitend (und mit verhältnismässig kleinem Aufwand) für weitere Fächer zu qualifizieren, wird von vielen Lehrpersonen wahrgenommen.
Zu Diskussionen hat in der Vergangenheit das Fremdsprachobligatorium geführt, da die Studierenden teilweise einen erheblichen Aufwand leisten müssen, um die geforderten Kompetenzen (Niveau C1, d.h. «Advanced» bzw. «DALF C1») zu erreichen.
Demnach sind für die Quereinstieg-Studiengänge Primarstufe im Wesentlichen die gleichen Profile anzubieten. Allerdings soll für die Quereinsteigenden keine Fremdsprache obligatorisch erklärt werden, da es die kurze Dauer des Studiums nicht zulässt, sich hier von Grund auf die erforderlichen Kompetenzen zu erwerben. Studierende, die über die geforderten Sprachkompetenzen verfügen, wählen die betreffende Fremdsprache als Wahlpflichtfach.
Um trotzdem insgesamt sieben oder acht Fächer abdecken zu können, wird Religion und Kultur für die Quereinsteiger-Studiengänge Primarstufe als Wahlpflichtfach geführt und die Quereinsteigenden müssen sich für vier oder fünf Fächer aus dem Katalog der Wahlpflichtfächer entscheiden. Auf diese Weise bleibt es weiterhin möglich, dass Quereinsteigende beispielsweise Sport und textiles Werken abwählen können.
Damit ergibt sich folgendes Fächerprofil:
Fächerprofil Quereinstieg-Studiengänge Primarstufe
Drei obligatorische Fächer
- Deutsch
- Mathematik
- Mensch und Umwelt (früher «Realien»)
Vier oder fünf Wahlpflichtfächer
- Französisch
- Englisch
- Bewegung und Sport
- Bildnerisches Gestalten
- Musik
- Werken nichttextil
- Werken textil
- Religion und Kultur
Fächerprofil Sekundarstufe I
Anders als auf der Primarstufe wurden die Fächerprofile auf der Sekundarstufe seit 2000 durch den Bildungsrat mehrmals geändert. Grund dafür waren einerseits die Änderung der Anerkennungsreglemente der EDK, welche ein fünftes Fach verunmöglichten, andererseits die Tatsache, dass sich das Obligatorium, eine Fremdsprache zu wählen, nicht bewährte. Viele Studierende hatten grosse Schwierigkeiten, die erforderlichen Fremdsprachkompetenzen auf Niveau C2 (Proficiency, DALF C2) zu erreichen.
Momentan gelten die folgenden Profile:
|Profil 1||Profil 2||Profil 3|
|Wahlschritt A: 2 Fächer||Natur & Technik und Deutsch oder Mathematik||Französisch od. Englisch od. Italienisch und Deutsch oder Mathematik||Französisch od. Englisch od. Italienisch und Französisch od. Englisch od. Italienisch|
|Wahlschritt B: 1 oder 2 Fächer||Geographie Geschichte Hauswirtschaft Religion und Kultur||Geographie Geschichte Hauswirtschaft Religion und Kultur||Geographie Geschichte Hauswirtschaft Religion und Kultur|
|Wahlschritt C: Falls bei B nur 1 Fach gewählt, zusätzlich 1 weiteres Fach||Bewegung und Sport Bildnerisches Gestalten Musik Werken Werken textil||Bewegung und Sport Bildnerisches Gestalten Musik Werken Werken textil||Bewegung und Sport Bildnerisches Gestalten Musik Werken Werken textil|
Im Schulfeld der Sekundarstufe I befinden sich zurzeit je nach Abschlussjahr verschiedene Typen von Lehrpersonen. Es sind dies Sekundarlehrpersonen mit sprachlich-historischem oder mathematisch-naturwissenschaftlichem Profil, ferner breit ausgebildete Sekundarlehrpersonen für die Niveaus B und C der Sekundarstufe I (ehemalige Reallehrpersonen) und schliesslich fundiert ausgebildete Lehrpersonen in einem Fach (Sport, Hauswirtschaft, Werken textil etc.) mit Zusatzqualifikationen in weiteren Fächern.
Wegen der kurzen Ausbildungszeit in den Quereinsteigenden-Programmen sowie auf Grund beschränkter Teilnehmendenzahlen ist für diese Studiengänge eine begrenzte Auswahl von Fächern und Profilen festzulegen.
- Das Profil 1 umfasst mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer sowie ein musischhandlungsorientiertes Fach nach Wahl.
- Das Profil 2 umfasst sprachlich-historische Fächer sowie ein musischhandlungsorientiertes Fach nach Wahl.
Mit den beiden Profilen können zwei Lehrpersonen Sek I zusammen ca. 80% des Unterrichts an einer Klasse abdecken. Es soll dabei ermöglicht werden, dass Quereinsteigende ihr Profil berufsbegleitend mit kantonalen Ergänzungsstudien je nach Anforderungen ihrer Stelle weiter ergänzen. Dies gilt bspw. für den Umfang der Fremdsprachenausbildung, wo eine Ergänzung mit einer 2. Fremdsprache sinnvoll ist. Beide Profile sind auf die mögliche Übernahme der Klassenlehrpersonenfunktion angelegt.