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Das sichtbarste Zeichen der Klimaänderung ist das Abschmelzen der Gletscher: Wir sind Zeitzeugen des schnellsten Gletscherschwundes seit Jahrtausenden. Das Gletscherarchiv ist eine alpenweite Fotodokumentation mit Gletschervergleichen. Als Grundlage dient ein Archiv von mehreren tausend historischen Gletscheraufnahmen. Jeweils vom gleichen Standort wie bei dem historischen Bild werden im Sommer die aktuellen Vergleichsfotos gemacht. Auf eindringliche Weise zeigen die Bildvergleiche den Schwund des Gletschereises.
Der Gletscherschwund ist das sichtbarste Anzeichen der weltweiten Klimaerwärmung. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts - dem Beginn der Industrialisierung -
gehen die Alpengletscher mit bislang ungekannter Geschwindigkeit zurück. Sie verloren von 1850 bis 1975 im Mittel etwa ein Drittel ihrer Fläche und die Hälfte ihres Volumens. Seitdem sind weitere 20 bis 30 Prozent des Eisvolumens abgeschmolzen. Der Extremsommer 2003 hat nach ersten Abschätzungen allein fünf bis zehn Prozent der bisher verbliebenen Eisreserven in den Alpen wegschmelzen lassen. Vor allem die strahlungsintensiven und warmen Sommermonate sind für die schwindende Masse und die negative Massenbilanz der Gletscher entscheidend. Wissenschaftler rechnen mit dem Verlust von drei Viertel der heutigen Alpengletscher bis zum Jahr 2050. Gehören wir zur letzten Generation, die die großartigen Eisriesen noch bewundern kann?