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Bastien Mangeat ist 1976 in Genf zur Welt gekommen. An der dortigen naturwissenschaftlichen Fakultät hat er sein Biologiestudium absolviert. In seiner Diplomarbeit wandte er sich den molekularen Mechanismen zu, die während der ersten Infektionsstadien einer Zelle durch das AIDS-Virus ablaufen. Nachdem er das Diplom in medizinischer Biologie erlangt hatte, schloss er seine Dissertation am Labor von Professor Trono ab, in der Abteilung für Mikrobiologie und Molekularmedizin an der Medizinischen Fakultät in Genf.
Gegenwärtig sind weltweit mehr als 30 Millionen Personen vom AIDS-Virus (HIV) infiziert. Doch der Körper des Menschen ist nicht ganz wehrlos. Seit einigen Jahren ist bekannt, dass unsere weissen Blutkörperchen über ein Protein namens APOBEC3G verfügen, welches in der Lage ist, die Reproduktion dieses Virus zu blockieren. Der genaue Wirkungsmechanismus von APOBEC3G blieb indes bis vor kurzem unbekannt. Die Untersuchung von Bastien Mangeat hat aufgedeckt, dass dieses Protein als "Saboteur" wirkt, der genau in jenem Moment in die Viren eindringt, wenn sie sich zu vermehren suchen. Während des kritischen Momentes im Lebenszyklus des Virus, wenn es um die Kopie seines genetischen Materials geht, schleust es dort eine Menge an Fehlinformationen ein. Dadurch werden die viralen Gene deaktiviert und die Vermehrung des HIV wird damit gestoppt. Unsere Studie hat ausserdem gezeigt dass APOBEC3G uns vor einer grossen Zahl anderer Retroviren schützt, so dass es als Barriere gegen die Verbreitung neuer Krankheitserreger beim Menschen wirkt. Leider hat das AIDS-Virus mithilfe eines von ihm hergestellten Moleküls namens Vif ein extrem wirksames Gegenmittel entwickelt.
Dieses haftet sich an APOBEC3G und zerstört es. Wenn dieser Schutzschild des menschlichen Körpers erst einmal ausgeschaltet ist, kann sich das Virus ungehindert vermehren. Dank des besseren Verständnisses des erbarmungslosen Kriegs zwischen APOBEC3G und dem HIV ist es möglich, neue therapeutische Strategien in der Behandlung von AIDS zu entwickeln. Ein Medikament, das in der Lage wäre, die Verbindung von Vif zu APOBEC3G zu blockieren, würde dieses in die Lage versetzen, seine anti-virale Wirkung voll zu entfalten und damit die Vermehrung des nach wie vor stets tödlichen Virus nachhaltig zu stören.
Photo: La photo représente deux cellules humaines dont la protéine anti-virale APOBEC3G a été marquée à l’aide d’une molécule verte fluorescente. Le signal bleu au centre des cellules indique le noyau.
Die diesjährige Jury unter dem Präsidium der SANW-Sektion Experimentelle Biologie und Jean-Marc Neuhaus, Professor am Biochemischen Labor der Universität Neuenburg, sezt sich folgendermassen zusammen: