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Ilona, eine hervorragende Oberkellnerin (Kati Outinen), ist verheiratet mit Lauri, einem Tramchauffeur (Kari Väänänen). Dann wird das Restaurant, in dem sie arbeitet, verkauft. Und bald darauf wird auch Lauri entlassen. Beide machen sich auf Arbeitssuche, aber wir befinden uns im Finnland der Neunzigerjahre: Von den fünf Millionen Einwohnern ist eine halbe Million arbeitslos. Da begegnet Ilona ihrer früheren Chefin (Elina Salo), die sich langweilt. Zusammen trinken sie diverse Cocktails und schmieden Pläne.
Matti Pellonpää, der Lieblingsschauspieler des Regisseurs, sollte die Hauptrolle spielen. Doch er starb wenige Wochen vor Drehbeginn. Daraufhin schrieb Kaurismäki das Drehbuch so um, dass Ilona die Hauptfigur wurde und Lauri die zweitwichtigste. In einer Szene betrachtet Ilona ein Foto ihres verstorbenen Sohnes – es ist ein Kinderbild von Pellonpää. Kaurismäki schrieb DRIFTING CLOUDS, weil niemand sonst das Thema Arbeitslosigkeit behandeln wollte. Das Schöne an dem Film ist, dass seine Figuren einander im Elend nicht zerfleischen, sondern sich gegenseitig helfen. «Es ist ein Film über Solidarität», sagte der Regisseur. «Ein Begriff, der aus dem allgemeinen Sprachgebrauch zu verschwinden droht.»
Thomas Bodmer