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| Hilarius von Poitiers († 367) - Abhandlungen über die Psalmen.

Vorrede zu dem Buche der Psalmen
12.
Das aber dieses der Sabbat der Sabbate sey, zeigt die Zahl Sieben durch Sieben zum Siebenfachen vermehrt an; welche jedoch durch die Zahl Acht, weil derselbe Tag der erste ist, welcher der achte ist, nach der Fülle des Evangeliums im letzten Sabbate beigefügt, vervollständiget wird. Und zwar wurde dieser Sabbat der Sabbate von den Aposteln mit einer so großen Gewissenhaftigkeit gefeiert, daß während dieser Tage der Ouinquagesima keiner weder auf die Erde sich Hinwarf und anbetete,1 noch durch Fasten die Feierlichkeit dieser geistigen Seligkeit störte; und eben dasselbe ist auch äußerlich an den Sonntagen eingeführt, [S. 329] welche über die Zahl des Sabbates hinaus nach der Fülle der Lehre des Evangeliums hinzukommen. Denn obwohl dem siebenten Tage der Name und die Beobachtung des Sabbates zugetheilt ist; so erfreuen doch wir uns erst am achten Tage, welcher eben auch der erste ist, der Feierlichkeit des vollkommenen Sabbates.
1: So sagt Tertullian in seiner Schrift: Von der Krone des Kriegers, § 3. „Am Sonntage halten wir das Fasten für unerlaubt, oder auch das Anbeten auf den Knieen; derselben Freiheit erfreuen wir uns auch von Ostern bis Pfingsten,“ Vergl. auch des Hieronymus Brief 54, an Marcella.