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Die Begriffe „Schaumverödung, Microschaumverödung, Mikroschaumverödung, Schaumsklerosierung, Microschaumsklerosierung und Foamtherapie“ bedeuten alle dieselbe Therapie Methode.
Prinzipiell verursachen alle Verödungstherapien (Sklerosierungstherapie) eine Entzündungsreaktion der Venenwand. Ein nach der Verödungstherapie straff angelegter Kompressionsverband führt zu einer „Verklebung“ der Veneninnenwand mit anschliessend langsamen Abbau der ehemaligen Krampfader.
Das rein flüssige Verödungsmittel wird nach der Injektion in die Krampfader durch das strömende venöse Blut verdünnt und mit dem Blut abtransportiert. Im Gegensatz dazu verdrängen die Schaumpräparationen der Verödungsmittel das venöse Blut in den Krampfadern. In der zuvor blutgefüllten Krampfader wird im günstigsten Fall eine „Blutleere“ erzeugt. Das Verödungsmittel als Schaumform und dadurch hoher Viskosität, führt in den blutleeren Krampfader zu einem besseren, längeren und intensiveren Kontakt mit der Venenwand (=Endothel) und deshalb stärkerem Therapieeffekt.
Die Renaissance der Schaumverödung- eine nicht wirklich neue Methode
Die Methode der Schaumverödung ist unter Venen Spezialisten (Phlebologe) seit langem bekannt. Die Verwendung von Schaumpräparaten zur Verödung von Krampfadern geht auf das Jahr 1944 zurück.
In der Anfangsphase wurde mittels Injektion vor dem Verödungsmittel eine Luftblase in die blutgefüllte Krampfader injiziert. Die Luftblase verdrängte das Venenblut in der Krampfader (= „Air bloc“ Technik). Anschliessend wurde das Verödungsmittel in die blutleere Krampfadern injiziert, mit dem Effekt von einem längeren und intensiveren Kontakt mit der Venenwand. Das unverdünnte Verödungsmittel führte zu einer stärkeren Entzündung der Veneninnenwand und der Erfolg der Sklerosierungstherapie war besser. Diese Erkenntnis wurde in den folgenden Jahren optimiert. Ein mit grossen Luftblasen erzeugter Schaum wurde durch das kräftige Schütteln des mit Sklerosierungsmittel gefüllten Fläschchens erzeugt. Dieser Schaum („Grobschaum“) war jedoch nur sehr kurz stabil und zerfiel sehr rasch in seine ursprünglich flüssige Form. Die weiteren Erprobungen führten zum Erfolg. Mit zwei Spritzen wird Luft mit dem Verödungsmittel intensiv verwirbelt und ein mit kleinen homogenen Blasen durchsetzter stabiler „Mikroschaum“ erzeugt. Der effektivste Schaum entsteht bei einem Mischungsverhältnis von einem Teil Verödungsmittel und 4 -5 Teilen Luft („1:4 bis 1:5“).
Im Gegensatz zur flüssigen Form ist das Verödungsmittel in Schaumform deutlich visköser (= zähflüssiger). Der stabile Mikroschaum verbleibt während längerer Zeit in Kontakt mit der Venenwand und fliesst nur langsam ab. Je nach Grösse der Krampfader kann die Schaumwirkung durch eine höhere Konzentration vom Verödungsmittel noch erhöht werden.
Dieser Fortschritt führte um die Jahrtausendwende zu einer berechtigten und sehr nützlichen Renaissance der Verödungstherapie.
Wann kommt die Schaumsklerotherapie zur Anwendung (=Indikation)?
Die Schaumverödung eignet sich hauptsächlich zur Therapie von Krampfadern, bei welchen grössere Füllungsquellen mit der Farbultraschall Untersuchung ausgeschlossen wurden. Am häufigsten ist diese Voraussetzung bei den sogenannten Rezidiv Krampfadern (=erneut auftretende Krampfadern nach einer Therapie) gegeben. Bei diesen wiederauftretenden Krampfadern wurde entweder durch eine Operation, einer endovenösen Katheter- oder einer Kleber Therapie die ursprüngliche Füllungsquellen bereits ausgeschaltet.
Bei erstmalig auftretenden grösseren Krampfadern sind in den häufigsten Fällen Füllungsquellen auffindbar. Zur Erzielung eines guten Resultats müssen diese primär ausgeschaltet /mittherapiert werden. Ansonsten werden bei alleiniger Schaumverödung die Ergebnisse enttäuschend sein.
Ein weiterer und in den letzten Jahren häufig angewendeter Fortschritt in der Therapie vom Krampfaderleiden ist die Kombination von einem Ultraschallbild und der Schaumverödung. Gezielt und sehr effizient werden klinisch nicht sichtbare Krampfadern und kleinere Füllungsquellen ambulant therapiert. Erneute operative Eingriffe können sodann in vielen Fällen vermieden werden.
Mögliche Nebenwirkungen
Bei sachgemässer Anwendung sind Nebenwirkungen sowohl mit flüssigen Verödungsmitteln als auch in deren Schaumform selten (kurzandauernde Sehstörungen = Flimmersehen, Migräne, Allergie, Beinvenenthrombose, ausgeprägte Thrombophlebitis = überschiessende Verödungsreaktion, Nekrose= Hautläsion mit narbiger Abheilung).
Sehr häufig entsteht im Bereich der verödeten Venen eine Blutansammlung in den nicht verklebten Venenabschnitten. Um das Risiko einer länger andauernden braunen Hautverfärbung zu verringern, müssen diese Stellen sptäestens nach vier Wochen mit einer feinen Nadel angestochen,- und das verbleibende koagulierte/ thrombosierte Blut ausgedrückt werden.
Schmerzen während der Schauminjektion sind im Vergleich zum reinen Verödungsmittel deutlich geringer.
In seltenen Fällen rekanalisieren die verödeten Venenanteile (Wiedereröffnung). In diesen Fällen kann problemlos eine zweite oder dritte Sklerosierung durchgeführt werden. Eine Alternative ist die Entferung der grösseren Krampfader mit der Phlebectomie (Häckelmethode).
Die Schaumverödung – Behandlung von Krampfadern (Abbildungen)
Grosse, wiederauftretende Krampfadern (=Seitenäste) nach einer Krampfader Operation (= Rezidiv Varikose). Gut sichtbar sind die Krampfadern im Stehen (Abbildung 1). Die Farbultraschall Untersuchung (FKDS) zeigt keine grösseren Füllungsquellen. Optimale Voraussetzung für eine erfolgreiche ambulante Schaumverödung.
Schaumverödung (Abbildung 2) – das Verödungsmittel wird beim liegenden Patient in Schaumform in die grossen Krampfadern inijziert. Der visköse Schaum verdrängt das venöse Blut in den Krampfadern.
Der visköse Schaum verteilt sich in die Seitenäste und erzeugt in der Venenwand eine starke Entzündungsreaktion.
Ultraschall kontrolliert kann die Nadelspitze (rote Pfeilspitzen) exakt in klinisch nicht sichtbare grössere Füllungsquellen platziert werden (Abbildung 3a). Bei korrekter Platzierung wird das Verödungsmittel in Form vom Mikroschaum über die Nadel oder einen dünnen Katheter in die Krampfader injiziert.
Der stabile, visköse (zähflüssige) Mikroschaum verbleibt während längerer Zeit in Kontakt mit der Venenwand und fliesst nur langsam ab. Sehr gut sichtbar ist der sofortige starke Effekt der Schaumverödung (Abbildung 3b und 3c). Nach wenigen Sekunden sind die Venenwände durch die starke Entzündungsreaktion zerstört und die ehemalige Krampfader nicht mehr sichtbar.
Die verödeten Krampfadern werden zur gezielten Druckausübung mit Rundtupfern auf der Haut versehen. Danach folgt ein straffer Kompressionsverband (Abbildung 5).
Drei Tage nach der Schaumverödung Kontrolle im Stehen (Abbildung 6). Noch sichtbar sind wenige thrombosierte ehemalige Krampfader Seitenäste. Diese Venenabschnitte (Veneninnenwände) wurden durch die Schaumverödung und den Kompressionsverband nicht vollständig miteinander verklebt.
Mittels feinen Stichinzisionen werden thrombosierte, nicht verklebte Venenabschnitte vom koagulierten Blut befreit. Damit wird einerseits eine länger andauernde Braunverfärbung (Hyperpigmentation) verhindert und andererseits das Resultat verbessert. Vollständiger Abbau und nicht mehr sichtbare Krampfadern und Rückgang oberflächlicher Blutergüsse sind innerhalb vier bis sechs Wochen die Regel (Abbildung 7).
Dr. med. Bruno P. Schwarzenbach 2. Februar 2015
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