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Wintertriathlon war vor 20 Jahren in Trend - heute ist es praktisch gestorben.
Nachdem die Internationale Triathlon Union bereits 1997 die ersten Wintertriathlon-Weltmeisterschaften austrug, fand im Januar 1999 in Schwarzsee die Schweizer Premiere statt: Bei der ersten Schweizer Meisterschaft standen 8 km Laufen, 17,4 km auf dem Bike und 12,6 km auf den Langlaufski auf dem Programm. So unbekannt die Sportart, so prominent waren die damaligen Sieger: Bei den Frauen gewann Chantal Daucourt, mehrmalige Mountainbike-Europameisterin, bei den Herren schwang Christoph Mauch obenaus, der Triathlet, der nur wenige Monate zuvor beim Ironman Hawaii den sensationellen 4. Rang belegt hatte.
Was danach geschah
Im Alpenland Schweiz wurde der noch kaum bekannten Sportart ähnlich wie dem grossen Bruder Triathlon eine grosse Zukunft vorausgesagt. Und tatsächlich erlebte Wintertriathlon um die Jahrtausendwende über einige Jahre einen (Mini-)Boom. Neben Weltmeisterschaften gab es Europameisterschaften, eine Weltcup-Serie und die Schweiz war mit zahlreichen Athleten vorne dabei. Karin Möbes (Weltmeisterin 1998 und 2000, Weltcup-Siegerin 2000), Othmar Brügger (Silber bei der Heim-WM 2004) und Christoph Mauch (WM-Silber 2000, 2003 und 2004) hiessen die erfolgreichsten Eidgenossen. Zweimal wurden die Weltmeister in der Schweiz gekürt, 2001 in Lenzerheide und 2004 in Wildhaus.
Auch Breitensportler begeisterten sich zunehmend für das winterliche Pendant des Triathlons. Red Bull erkannte das Potenzial als Erster und unterstützte über Jahre das bekannteste Schweizer Rennen, den Red Bull Snowman in Lenzerheide. Bis zu 400 Sportlerinnen und Sportler kämpften beim Snowman auf rutschiger Unterlage in den drei Disziplinen, die einzelnen Strecken konnten dabei alleine oder im Team absolviert werden.
Der triathletische Höhenflug in den Bergen hielt dennoch nicht lange an, immer mehr Rennen mussten wegen Schneemangels oder finanzieller Probleme abgesagt werden, die Teilnehmerfelder dünnten aus. Und medial kam die Sportart überhaupt nie in Fahrt. 2009 fanden in Schwanden die letzten Schweizer Meisterschaften statt (Othmar Brügger und Renata Bucher hiessen die Sieger), 2012 ebenfalls in Schwanden der allerletzte Wintertriathlon auf Schweizer Boden. WM-Titel gibt es zwar bis heute zu gewinnen, sie werden seit 2015 aber nur noch im Zweijahresrhythmus vergeben.