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Über 2000 Lachmöwen sind jeweils im Winter an der Werdinsel zu Besuch, dennoch ist sie in der Schweiz stark gefährdet – woran liegt das?
Im Winter tummeln sich die Lachmöwen an der Limmat und sitzen dicht aneinander gedrängt auf Geländern. Bei dieser grossen Zahl an Möwen würde man gar nicht daran denken, dass die Lachmöwe bei uns eine stark gefährdete Art ist. Denn, sobald der Frühling einkehrt verlassen die meisten Lachmöwen die Schweiz und kehren in ihre Brutgebiete in Osteuropa zurück, wo sie intakte und ungestörte Feuchtgebiete finden können, um ihre Jungen aufzuziehen. Bei uns hingegen hat der Bestand stark abgenommen unter anderem durch das Fehlen geeigneter Brutplätze, Fressfeinde und der Konkurrenz durch die um einiges grössere Mittelmeermöwe.
Lachmöwen brüten gerne in grossen Kolonien auf Inseln oder Schlammbänken, wo sie ihre aus Pflanzenresten zusammengebauten Nester nahe nebeneinander besetzen. Da diese Lebensräume in der Schweiz gefährdet sind, wurden zur Förderung dieser Möwe spezielle Plattformen oder Flosse aufgebaut, welche mit Drahtgittern bespannt sind, damit die stärkere Mittelmeermöwe nicht dort brüten kann oder die Eier oder Jungvögel aus den Nestern stiehlt.
Die Lachmöwe ernährt sich sehr vielseitig, oder anders gesagt, sie ist ein Allesfresser. Sie hat eine Vorliebe für tierische Nahrung und verspeist vor allem Fische, Krebstiere, Insekten, Würmer, Aas und Mäuse, aber auch diversen Abfälle verschmäht sie nicht. Man kann sie dabei beobachten, wie sie mit grossem akrobatischem Geschick Essen bei anderen Wasservögeln stielt. Bei der Nahrungssuche für ihre Jungen scheuen sie keinen Aufwand und suchen in einem Radius von bis zu 10 km nach Futter. Wenn die Brut gelingt, werden die Jungen wiederum im zweiten Lebensjahr geschlechtsreif, sind dann voll ausgefärbt ohne braune Federn im Gefieder und zeigen sich zur Brutzeit mit glänzend schwarzer Kapuze.
Steckbrief
Merkmale
Grauweisse Möwe mit rotem Schnabel und schwarzem Ohrfleck; zur Brutzeit mit schwarzem Kopf
Gesang/Ruf
Lachende Rufe
Zugverhalten
Vorwiegend Wintergäste aus Osteuropa, während lokale Brutvögel am Mittelmeer überwintern
Brutbiologie
Koloniebrüter; eine Brut zwischen Ende April und Juni
Brutbestand Schweiz
560 – 800 Brutpaare, abnehmende Tendenz
Vorkommen Höngg
Im Winter sehr viele Individuen an der Limmat zu sehen