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Grundlagen
Die Julitemperatur lag um 1,3 Grad über der Norm 1991-2020. Vorwiegend hochdruckbestimmtes Wetter brachte in den beiden ersten Monatsdritteln sommerliches Wetter mit zahlreichen Gewittern, Böen und teilweise Hagel. Am 17. Juli brach im Oberwallis ein grösserer Waldbrand aus. Teile des Dorfes Ried-Mörel mussten evakuiert werden. Am 24. Juli führte ein heftiger Gewittersturm zu massiven Schäden in La Chaux-de-Fonds. Eine Person verunfallte tödlich und es gab insgesamt 40 Verletzte. In der Folge kühlte das Wetter aufgrund kühler Polarluft in der Nordschweiz stark ab. Der Juli blieb in der Westschweiz insgesamt deutlich zu trocken. Überdurchschnittliche Regenfälle gab es in der Ostschweiz und in der Südschweiz.
Bis Ende Juni gab es vergleichsweise wenig Meldungen über Hagelschäden (Tabelle 1.5). Etwas zahlreicher waren im Juni die Meldungen über Elementarschäden (Tabelle 1.6).
Pflanzenbau
Gemäss den Angaben der Berichterstatter wurden mengenmässig für das aktuelle Jahr sehr gute Heuerträge gemeldet. Aufgrund des nassen Frühlings verzögerte sich jedoch der erste Schnitt, was v.a. im Talgebiet zu einer mässigen Futterqualität führte. Mit zunehmender Höhe fiel deshalb die Qualität der Raufutterernte besser aus (Tabelle 2.1). Die Gemüseernte lag auch im Juni deutlich tiefer (-13,7 %) als im Vorjahresmonat (Tabelle 2.3). Kumuliert für das erste Semester beträgt der Rückstand auf das Vorjahr 10,6 %. Die Produktion von Kernobst- und Spezialitäten-Branntwein lag im Brennjahr 2021/22 deutlich unter dem jeweiligen Resultat der Vorjahre (Tabelle 2.6).
Milchwirtschaft
Im Monat Mai ging die Milchmenge erstmals nach sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahr zurück und zwar um 1,2 % (Tabelle 3.1). Aufgrund der schwachen Käseproduktion floss die Milch in den letzten Monaten zunehmend in die Produktion von Butter und Dauermilchwaren (Tabelle 3.2). Die Käseproduktion lag im Mai kumuliert um 3,2 % gegenüber dem Vorjahr im Rückstand (Tabelle 3.4).
Viehwirtschaft
Der Milchkuhbestand nahm auch im Juni weiter deutlich ab und lag mit 518 453 Milchkühen um 2,1 % tiefer als im Vorjahr (Tabelle 4.1). Dafür ist der Bestand der anderen Kühe um 3,5 % angestiegen. Im Juni wurden in allen Kategorien – mit Ausnahme der vergleichsweise unbedeutenden Equiden - mehr inländische Tiere geschlachtet als im Vorjahr (Tabelle 4.5). Relativ betrachtet war die Zunahme bei den Schafen mit +20,0 % und bei den Ochsen mit +13,8 % am grössten. Auch die Schlachtgewichte lagen generell leicht höher (Tabelle 4.4). Die Zunahme war mit +2,3 % bei den Ochsen am grössten. Eine Ausnahme bilden die Schweine. Deren Schlachtgewicht lag im Mittel um 1,0 % tiefer als im Vorjahr. Entsprechend nahm die Inlandproduktion von Rindfleisch um 7,2 % zu, jene von Kalbfleisch um 8,0 % (Tabelle 4.7). Die Schweinefleischproduktion sank aufgrund des tieferen Schlachtgewichts um 0,3 %. Die Schaffleischproduktion nahm um 22,2 % zu. Die Produktion von Geflügelfleisch nahm im Juni um 1,1 % zu und lag damit kumuliert im ersten Semester gegenüber dem Vorjahr nur noch um 0,2 % im Rückstand (Tabelle 4.9). Die Eierproduktion war weiterhin tiefer als im Vorjahr. Im Juni betrug die Abnahme 3,9 %, kumuliert für das erste Semester waren es 6,3 % (Tabelle 4.10).
Aussenhandel
Im ersten Semester 2023 haben die Importe von Getreide (-22,6 %), Müllereiprodukten (-3,9 %) und verarbeiteten Produkten auf Getreidebasis (-1.4 %) abgenommen (Tabelle 5.1). Trotz der tieferen Inlandproduktion von Frischgemüse haben im ersten Semester auch die Importe von Frischgemüse um 5,3 % abgenommen (Tabelle 5.2). Im ersten Semester 2023 sind die Käseexporte gegenüber dem Vorjahr um 4,9 % zurückgegangen (Tabelle 5.6). Deutlich angestiegen sind im ersten Semester die Durchschnittspreise, im Import noch stärker als im Export. Die meisten Käsesorten mussten im Juni im Export Einbussen hinnehmen. In absoluten Mengen war der Rückgang beim Emmentaler AOP und beim Switzerland Swiss am grössten (Tabelle 5.8). Die Importe von Produktionsmitteln haben im ersten Semester 2023 ausser beim Saatgut abgenommen (Tabelle 5.15). Die Importpreise waren v.a. beim Dünger stark rückläufig, was ein Grund für die mengenmässige Zunahme der Düngerimporte im Juni um 20,4 % sein könnte.
Preise
Die Preise für Muni, Ochsen und Rinder sind im Juli nochmals leicht angestiegen, jedoch auf tieferem Niveau als in den beiden Vorjahren (Tabelle 6.3). Bei den Verarbeitungstieren RV und VK waren die Preise stabil, lagen jedoch ebenfalls tiefer als in den beiden Vorjahren. Die Preise für Schlachtkälber nahmen im Juli geringfügig zu, ebenfalls auf tieferem Niveau als in den beiden Vorjahren (Tabelle 6.4). Saisongemäss stiegen die Tränkerpreise im Juli weiter an, aber auch hier erreichte das Preisniveau nicht jenes der beiden Vorjahre (Tabelle 6.5). Die Preise für Schlachtschweine verbesserten sich im Juli geringfügig, jene für Jager blieben konstant (Tabelle 6.6). Die Preise für Lämmer und Schlachtschafe blieben im Juli stabil, nur die Preise für Schlachtlämmer stiegen geringfügig an. Das Preisniveau lag generell tiefer als in den beiden Vorjahren. Gemäss dem Bundesamt für Landwirtschaft stiegen die Milchpreise mit Ausnahme des Preises der gewerblichen Käsereien im Juni leicht an. Dabei lag der Preis für Molkereimilch erstmals seit längerer Zeit unter dem Niveau des Vorjahres (Tabelle 6.9). Der Produzentenpreisindex Landwirtschaft lag im Juni nur noch knapp über dem Vorjahresniveau (Tabelle 6.10). V.a. die Schlachtviehpreise ziehen den Index aktuell nach unten. Auf dem Weltmarkt bewegten sich die Preise für Milchprodukte und diverse andere landwirtschaftliche Produkte massiv unter dem Vorjahresniveau (Tabellen 6.21, 6.23 und 6.24). Es gab jedoch auch diverse Ausnahmen wie die Preise für Reis, Kakao, Orangen und Zucker. Deutlich zurückgegangen sind die Preise für Düngemittel, Erdöl und Gas.