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Naturgefahrenprozesse...
... kurz erklärt. Detailliertere Ausführungen zu den einzelnen Prozessen finden Sie in den Faktenblättern.
Abbildung 1: Dynamisches Hochwasser des Grossbachs im Gross, Einsiedeln, im Juli 2007. Foto: AWN.
Als Überschwemmung oder Überflutung wird die vorübergehende Bedeckung einer Landfläche ausserhalb des Gewässerbettes (Bach, Fluss, See) mit Wasser bezeichnet. Fliessendes Wasser kann seitlich (Ufererosion) und in die Tiefe erodieren, wodurch Geschiebemassen mobilisiert werden. In steilen Gerinnen können daraus Murgänge entstehen. Hochwasserprozesse sind häufig mit anderen Gefahrenarten verbunden, etwa mit Ufererosion oder der Ablagerung von Feststoffen (Geschiebe, Holz).
- Faktenblatt Hochwasser und Murgänge (in Vorbereitung)
Bei Sturzprozessen bewegen sich Steine und Blöcke stürzend, springend und rollend hangabwärts. Dabei werden bis kurz vor dem Stillstand relativ hohe Geschwindigkeiten erreicht. Sturzprozesse entstehen meist durch Absturz von Steinen und Blöcken aus dem Felsverband, aber auch sekundär durch die Mobilisierung solcher aus dem Lockergestein.
Je nach Grösse und Volumen der Sturzkörper unterscheidet man zwischen Steinschlag (Ø < 0.5 m), Blockschlag (Ø > 0.5 m) und Felssturz (gesamtes Abbruchvolumen mehrere Kubikmeter bis Zehntausende oder gar Hunderttausende von Kubikmetern. Bergstürze sind ausserordentlich voluminöse Grossereignisse (Abbruchvolumen > 1 Million Kubikmeter) und treten im Alpenraum äusserst selten ein. Der Bergsturz von Goldau vom 2. September 1806 ist ein klassisches Beispiel und der letzte, rein natürlich entstandene Bergsturz in der Schweiz.
- Faktenblatt Sturzprozesse (in Vorbereitung)
Rutschungen sind hangabwärts gerichtete, gleitende Bewegungen von Hangbereichen aus Lockergestein und/oder Fels. Sie sind das Ergebnis eines Scherbruchs im Untergrund und treten in der Regel an mässig bis steil geneigten Hängen und Böschungen auf. Charakteristisch für Rutschungen ist die Ausbildung einer oder mehrerer Gleitflächen.
Bei Rutschungen spielt das Wasser im Untergrund meist eine wichtige Rolle. Auch natürliche oder künstliche Terrainveränderungen können eine Rutschung auslösen.
Rutschgebiete sind im Kanton Schwyz aufgrund des verbreitet rutschanfälligen, lehmigen und nassen Untergrundes verbreitet. Viele davon sind alt und heute relativ ruhig, können aber bei ungünstigen Bedingungen wieder aktiviert werden.
Es wird zwischen permanenten und spontanen Rutschungen unterschieden. Daneben gibt es auch Hangmuren („Schlipfe“).Abbildung 4: Verschüttetensuche mit Lawinensonde und Lawinenhund in einem Lawinenschuttkegel. Foto: AWN.
Schnee kann in Form von Lawinen und Gleitschneeprozessen erhebliche Gefahren mit sich bringen. Eine Lawine entsteht durch das Abgleiten der Schneedecke in geneigtem Gelände. Dabei können sich kleine, harmlose Schneerutsche (bis 100 m3) aber auch sehr grosse Tallawinen mit zerstörerischer Kraft bilden (> 100‘000 m3). Es wird unterschieden zwischen Schneebrett-, Lockerschnee- und Gleitschneelawinen.
Gleitschneeprozesse sind meist subtiler als Lawinen, sollten aber auch nicht unterschätzt werden. Im Vergleich zu Lawinen, wo die Bewegung innerhalb der Schneedecke beginnt, rutscht bei Gleitschnee die Schneedecke auf dem Boden ab. Der abgleitende feuchte und schwere Schnee kann grosse Kräfte entwickeln und Personen verletzen.Abbildungen 5 und 6: Orthofoto 2010 und kleine Reliefkarte mit Dolinen im Karstgebiet der Silberen im Muotatal. Quelle: Bundesamt für Landestopografie.
Absenkungs- und Einsturzphänomene sind im Zusammenhang mit der Auslaugung eines löslichen Untergrundes (Gips, Rauwacke) oder infolge unterirdischer Hohlräume (Karsthohlräume) zu beachten. Typische Erscheinungsformen sind Dolinen.
- Faktenblatt Absenkungs- und Einsturzphänomene (in Vorbereitung)
Aus einem Gefahrenprozess kann ein anderer hervorgehen. Es können Prozessverknüpfungen entstehen, deren Auswirkungen wesentlich weiter reichen können, als der initiale Gefahrenprozess.