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Red Allens Karriere als Musiker begann bei seinem Vater. Red Allen Senior lebte 1877 – 1952 und spielte mit seiner Brass-Band um die
Jahrhundertwende in New Orleans bei Strassenparaden (Umzüge bei Festen und Beerdigungen). Der Sohn war seit dem achten Lebensjahr als Schüler seines
Vaters mit dabei. Mitglieder dieser Brass-Band waren auch die späteren Bandleader King Oliver, Sidney Bechet und Louis Armstrong.
Im ersten Teil des Abends hören wir Musik von Red Allen’s New York Orchestra aus den Jahren 1929/30.
Nach der Pause werden in Aufnahmen aus den späten 50er Jahren berühmte Musiker wie Tyree Glenn, J.C. Higginbotham, tb, Coleman Hawkins, ts, sowie die Schlagzeuger George Wettling und Cozy Cole zu hören sein. Red Allen gilt nach Louis Armstrong als bedeutendster Trompeter der klassischen Periode.
Nach dem Vortrag von René Schmutz im Juni mit der geglückten Kombination von hervorragenden Musikbeispielen - analog von den Original-LPs vorgeführt - und der Präsentation der graphisch wegweisenden Plattenhüllen - können wir uns jetzt die Geschichte als Film anschauen. Vor allem Alfred Lion, seine Frau und Frank (Francis) Wolff sind zu sehen und hören. Dazu kommen viele Musiker, die oftmals ihren Karrieredurchbruch hier erlebten, sowie Kritiker und Jazzautoren aus aller Welt zu Wort, und historische Bilder werden mit bekannten Musikausschnitten, vornehmlich aus den Rudy van Gelder Studios, untermalt. Als Ergänzung folgen einige Live-Aufnahmen des Konzertes zu Ehren von Alfred Lion am 22. Februar 1985 in der Town Hall, New York, wo sich zwei Dutzend begeisterte Alumni der Plattenmarke und der alte Firmenchef versammelten.
Vic Dickenson war ein führender Swing-Posaunist, spielte aber auch Dixieland und konnte sich den unterschiedlichsten Stilrichtungen anpassen und trat
auch als Begleiter von Sängern und Sängerinnen hervor.
Als Jugendlicher spielte er in einer lokalen Band, nachdem ihm sein älterer Bruder eine Posaune zukommen ließ. 1922 zog seine Familie nach Columbus (Ohio), wo er als Posaunist und Vokalist in lokalen Bands mitwirkte, bis er 1929 Mitglied in der Territory Band von Speed Webb wurde. Seine ersten Aufnahme machte er als Sänger bei Luis Russell (Honey That Reminds Me) 1930
Die weiteren Stationen seiner Karriere stellt der Referent an seinem Vortrag vor.
Die Aufnahmen des zweiten Teils über den Trompeter Henry „Red“ Allen sind aus den Jahren 1957 – 1960. In dieser Zeit war Red Allen hauptsächlich in New York, Chicago und Boston tätig. Als Mitglied der Kid Ory Band unternahm er 1959 seine erste Europa-Tournee. Ihr folgten in den sechziger Jahren zwei Besuche in England. Das heutige Musikprogramm beginnt mit den Dixiecats, bei denen unter anderen Musiker wie Tyree Glenn, „The Lion“ Smith, Arvell Shaw und Zutty Singleton dabei waren. Im Anschluss an diese Aufnahmen hören wir Red Allen mit der Kid-Ory-Band aus den Jahren 1957-1960.
Präsentation von Jazz-Schallplatten auf Schelllack, 3. Folge
Als ich vor 65 Jahren mit dem Velo von Albisrieden an die Badenerstrasse 68 zum Radio-Geschäft Bech fuhr, um einmal mehr einige 78er Jazz-Schallplatten zu kaufen, klemmte ich die zerbrechlichen Scheiben immer auf den Gepäckträger und fuhr dann wieder mit dem Einkauf nach Hause. Der Verkehr war damals noch nicht so dicht, so dass ein möglicher Zusammenstoss mit Sturzfolge vom Velo, und dem Verlust aller neu erworbenen Schellack-Platten glücklicherweise nie vorkam! Ich wünsche viel Vergnügen beim Hören dieser heutzutage rar gewordenen Tonträger.
Auf den musikalischen Spuren von Lorraine Gordon
Lorraine Gordon war in 1. Ehe mit Alfred Lion (Blue Note Records) verheiratet und in 2. Ehe mit Max Gordon (Besitzer des Village Vanguard, New York).
Es ist nicht abwegig, sich wieder einmal mit Archie Shepp, geb. 24. Mai 1937, zu befassen. Mit seinem kräftigen, beissenden Tenorsaxofonspiel und mit
den von ihm gewählten Musikstücken versuchte Archie Shepp ein Bild der unterdrückten afroamerikanischen Bevölkerung aufzuzeigen und gleichzeitig eine
unterstützende Botschaft zu vermitteln. Wir befinden uns wohlvermerkt in den Bürgerrechtsunruhen der sechziger- und siebziger-Jahre, (wobei wir heute gar
nicht mehr so weit davon entfernt sind).
Der Furor von Archie Shepp findet sich in Stücken wie “On This Night” (If that great day would come), “Rufus” (Swung his face at last through the wind, and then his neck snapped), “Funeral' “ein Stück, welches Shepp seinem hinterrücks erschossenen Freund widmet). Zu erwähnen ist natürlich auch seine grossartige Komposition zur blutigen Niederschlagung des Häftlingsaufstands in Attica 1971. Shepp hat aber auch seinem Mentor John Coltrane Stücke gewidmet, und wir finden in seinem Werk aber auch Balladen, mit seinem vor kurzem verstorbenen Lieblingspianisten Horace Parlan.
Und zu vergessen ist auch nicht das Duo mit Max Roach am 30. August 1979 am Jazz Festival Willisau.
Red Allens Vorgänger und Lehrmeister war King Oliver. Als Einstieg hören wir Red Allen mit King Oliver in einer New York Session aus den Jahren 1929-1930. Nach der Pause spielt Henry Red Allen in neuerer Formation Jazztitel, die im Jahr 1961 aufgenommen wurden.
In den 1980 Jahren wurde über Radio BBC 2 eine Serie, genannt «Jazz Classics in Stereo», ausgestrahlt. In den Jahren vorher war es dem australischen Toningenieur Robert Parker
gelungen, ein System zum Herausziehen von Stereo Signalen aus frühen Mono-Schallplatten zu entwickeln. Er hatte selber solche gesammelt seit er 12 war, und mit Hilfe von
Brian Rust, John R. T. Davies und Tony Baldwin standen ihm eine Menge sehr sorgfältig aufbewahrte 78-er zur Verfügung. BBC Records übertrug die Tonspur von jeder Sendung auf eine
Reihe LPs mit ausführlichen discographischen Notizen.
Heute beginnen wir mit «New Orleans», wobei aber nur fünf von 16 Aufnahmen tatsächlich in der Stadt gemacht wurden. Dafür erleben wir neben den grossen Namen einige wenig bekannte Musiker und Bands wie Papa Celestin’s Original Tuxedo Jazz Orchestra, Louis Dumaine’s Jazzola Eight, Jones & Collins Astoria Hot Eight und Monk Hazel & His Bienville Roof Orchestra.
Im zweiten Set geht es nach Chicago, wo fast alle Aufnahmen auch gemacht wurden. Wieder sind einige unbekannte Gruppen dabei, wie Carmichael’s Collegians, Mound City Blue Blowers, Ruben «River» Reeves & His River Boys, J. C. Cobb & His Grains Of Corn und die Dixieland Jug Blowers.
In den Monaten Mai und Juli 1938 trafen sich Jelly Roll Morton und Alan Lomax regelmäßig in der Library of Congress in Washington D.C., wobei es zu den Aufnahmen der
sogenannten „Library of Congress Recordings“ kam.
Alan Lomax, 1915 – 2002, war ein US-amerikanischer Folklore- und Musikforscher. Lomax widmete seine Karriere vollständig dem Sammeln volkstümlicher Musik überall auf der Welt, insbesondere aber im Süden der Vereinigten Staaten. Seine Tonaufnahmen gelten als Schätze der amerikanischen und internationalen Kultur.
Jelly Roll Morton, 1885 – 1941, war ein US- amerikanischer Pianist, Komponist und Bandleader. Er gilt als einer der einflussreichen Jazzmusiker seiner Zeit. Die Behauptung hingegen, Morton sei rückblickend nicht nur als ein hervorragender Musiker, sondern darüber hinaus auch als der erste Jazz-Historiker anzusehen, geht zu weit. Heute Abend gibt es Musik und Fotos aus der Discography von 1923 – 1940, dazu werde ich Zitate aus dem Interview Lomax / JRM lesen.
Die Gastgeber unseres Clublokals im Restaurant "Zur Rote Buech" verwöhnen uns wieder mit ihrem klassischen Weihnachtsmenu.
|ab 19:00 Uhr||Apéro mit Weisswein, Orangensaft oder Mineralwasser|
|Vorspeise||Kleiner gemischter Salat|
|Hauptgang||Geschnittenes Rindfleisch Stroganoff mit Butterreis|
|Dessert||Caramel Köpfli|
|Vegetarier||bestellen à la carte, auch für andere Gerichte|
|Preis||Fr.48.-- pro Person|
|Beitrag aus Kasse||Fr.20.-- für Mitglieder und Gastreferenten|
|Anmeldung||Bis 4. Dezember an René Schmutz|