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Die von Schweizer Jesuiten in Zürich herausgegebene Zeitschrift Orientierung
erschien von 1936 bis 2009. Aus einem zuerst polykopierten, im Oktober 1944 zum ersten Mal gedruckten internen Informationsdienst für Mitarbeiter der katholischen Presse - herausgegeben vom "Apologetischen Institut des Schweizerischen Katholischen Volksvereins" (Luzern) - hervorgegangen, zielte sie von Anfang an auf eine zweifache Leserschaft: auf Leser, die im katholischen Milieu verwurzelt waren und an den Reformbewegungen innerhalb der Kirche seit den vierziger Jahren Anteil hatten, und auf ein Publikum, das aus beruflichen Gründen an theologischen, philosophischen und gesellschaftlichen Grundfragen interessiert war .
Diese doppelte Zielsetzung führte mit Beginn des 11. Jahrgangs 1947 zu einem Namenswechsel: Trug sie als Mitteilungsdienst des in Zürich beheimateten "Apologetischen Instituts des Katholischen Volksvereins", des späteren "Instituts für Weltanschauliche Fragen" den Titel "Apologetische Blätter" in unterschiedlichen Variationen, erhielt sie damals den Namen Orientierung
. Sie erreichte den Höhepunkt ihrer Verbreitung im Jahrzehnt nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965).
Mit der Erosion des Milieukatholizismus und dem Funktionswandel von Religion in der modernen bzw. postmodernen Gesellschaft verlor die Orientierung
einen Teil ihrer bisherigen Leserschaft. Sie hielt an ihrer "Redaktionspolitik" fest, dass die grundlegenden Fragen des Menschen und der Gesellschaft nicht "marktförmig", sondern nur im Diskurs behandelt werden können. Aus diesem Grunde sah sie es als ihre Aufgabe an, sich im plural gewordenen Katholizismus einzubringen. Sie versuchte weiterhin, ihr inhaltliches und formales Profil durch die Art und Weise, wie Autoren Fragestellungen einbringen und Themen darstellen, zu wahren. Demgegenüber trat die formale Gestaltung durch bestimmte redaktionelle Formen (Rubriken, literarische Gattungen) zurück. Die Orientierung
informierte über theologische, philosophische und literarische Vorgänge sowie gesellschaftlich-politische Entwicklungen. Besondere Aufmerksamkeit fand der Dialog mit den anderen christlichen Konfessionen und mit den Religionen, die Auseinandersetzung mit Zeitfragen sowie die weltweit geforderte Solidarität angesichts der fortdauernden Bedrohung durch Krieg, Armut und durch die Verletzung der Menschenrechte.
Die Orientierung
erschien zweimal monatlich mit einem Umfang von zwölf Seiten, im Juli, August und Dezember mit je einer Nummer von sechzehn Seiten. Jeder Jahrgang wurde mit einem Autoren-, Personen- und Sachverzeichnis abgeschlossen. Ihr Bestand wurde in Form eines Archives digitalisiert und auf diesem Internetportal zugänglich gemacht. Hinweis: Von den einzelnen Nummern sind PDF-Dateien mit dem gesamten Text verfügbar. Auf der Inhaltsübersicht der Nummer finden Sie den neuen Link jeweils rechts oben. Ein Verzeichnis aller PDF-Dateien ist hier.