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Bei Diabetes handelt es sich um eine chronische Stoffwechselerkrankung. Weil der Körper das Stoffwechselhormon Insulin gar nicht mehr oder nicht mehr in genügender Menge produzieren kann, leiden Betroffene unter einem erhöhten Blutzuckerspiegel, der die Gefässe und die Organe schädigt. Bis vor 100 Jahren gab es für Betroffene keine wirksamen Therapien, weshalb die Erkrankung innert kurzer Zeit zum Tod führte. Seit der erstmaligen Isolierung von Insulin brachte die Arzneimittelforschung diverse Verbesserungen hervor, welche die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten massiv verändert haben. Bei adäquater Behandlung und Einhalten der Therapievorgaben können Betroffene heute eine normale Lebenserwartung erreichen. Auch Folgeerkrankungen von Diabetes wie beispielsweise Amputationen, Nierenversagen sowie Erblindung konnten in den letzten 30 Jahren deutlich reduziert werden.
In der Schweiz leidet fast eine halbe Million Menschen an Diabetes. Fachleute unterscheiden dabei hauptsächlich zwei Formen des Diabetes: den relativ seltenen Typ-1-Diabetes (etwa 10 Prozent) sowie den für rund 90 Prozent der Erkrankungen verantwortlichen Typ-2-Diabetes.
Für die Entstehung des Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunkrankheit bestimmend, welche alle insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Der Typ-2-Diabetes gehört zu den sogenannten Zivilisationskrankheiten. Übergewicht und zu wenig körperliche Aktivität sind neben einer starken Vererbung die Hauptrisikofaktoren für den Typ-2-Diabetes.
Seit der Entdeckung des Insulins brachte die Arzneimittelforschung diverse Verbesserungen hervor, welche die Lebensqualität von Diabetes-Patientinnen und -Patienten massiv erhöht haben. 1916 gelang es erstmals, Insulin aus dem Gewebe von tierischen Bauchspeicheldrüsen zu gewinnen. Zwischen den 1930er- und den 1950-Jahren kamen Präparate auf den Markt, die eine verzögerte Insulinabgabe ermöglichten; die Anzahl der täglichen Injektionen konnte so verringert werden. Mittlerweile kann der Wirkstoff biotechnologisch hergestellt werden, weshalb in der Schweiz seit 2015 keine tierischen Insuline mehr auf dem Markt sind. Damit konnten Unverträglichkeiten noch weiter reduziert werden.
Nicht nur das Insulin, auch die zugehörigen Medizinalprodukte wurden stetig weiterentwickelt. Seit den 1980er-Jahren gibt es Insulinpens, welche die Spritzen ersetzen und eine flexiblere Abgabe des Wirkstoffes ermöglichen. Auch erste Insulinpumpen wurden zu dieser Zeit entwickelt. Heute sind die Pumpen nicht nur viel kleiner, sondern weisen auch eine höhere Dosiergenauigkeit auf. Die Bestimmung des Blutzuckerspiegels wurde im Verlaufe der Zeit immer einfacher. Zudem gibt es heute Systeme, welche Insulinpumpen und Sensoren mit einer elektronischen Steuerung kombinieren und so als eine Art «künstliche Bauchspeicheldrüse» fungieren. Diese Innovationen reduzieren die Schwankungen des Blutzuckerspiegels, was den Alltag der Patientinnen und Patienten massiv erleichtert.
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