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Die Strecke auf der Interstate 80 hätte uns von Oregon direkt nach Utah und Salt Lake City geführt. Doch nicht immer ist der kürzeste Weg der schönste. In Battle Mountain bogen wir in den Süden ab. Einmal mehr staunten wir über die Weite und darüber, wie wenig Menschen wir zu Gesicht bekamen. Die Nacht verbrachten wir auf einem Parkplatz, den wir mit zwei Truckfahrern teilten.
Am nächsten Morgen wunderschönes Wetter. Doch bitterkalt. Das bewies auch der Wassersack, den ich draussen hängen liess – er war steinhart gefroren! (Damit war das Thema Waschen auch erledigt!) Während Brigitta das Frühstück zubereitete, machte ich auf dem Parkplatz meine morgendlichen Gymnastik-Übungen – man muss ja etwas für die Fitness tun! Bald roch es nach Kaffee. Gibt es etwas Schöneres, als an einem kalten Morgen einen heissen Kaffee zu trinken? Ja, sich danach auf die Weiterreise zu machen!
Eine halbe Stunde später erreichten wir Austin, ein Wildwest-Dorf mit 350 Einwohnern. Hier stiessen wir auf den Highway 50, der in Kalifornien, am Pazifik, beginnt und in Maryland, an der Ostküste, endet. Der Abschnitt, der durch Nevada führt, wurde 1986 vom LIFE-Magazin zur Loneliest Road Amerikas gekürt und hat, wie die Route 66, Kult-Status. Nomen est Omen: In den nächsten Stunden begegneten uns kaum Fahrzeuge.
PS: In der Nähe von Austin hat Anson Phelpes Stokes, Minen-, Eisenbahn- und Bank-Magnat, 1896 einen dreistöckigen Turm bauen lassen. Inspiriert wurde er von einem Turm in der Nähe von Rom! Es gibt also nicht nur spleenige Engländer!
(Geschrieben in Salt Lake City, Utah)