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| Cyrill von Jerusalem († 387) - Katechesen an die Täuflinge (Procatechesis et Catecheses ad illuminandos)

IX. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über das Wort „Schöpfer Himmels und der Erde, alles Sichtbaren und Unsichtbaren".
10.
Was ist also notwendig? Ist es notwendig, den Herrn zu lästern oder ihn anzubeten? Noch nicht spreche ich von den unsichtbaren Werken seiner Weisheit. [S. 141] Betrachte den Frühling und die Blumen aller Art, welche aus gleichen Verhältnissen heraus sich so verschieden gestalten! Betrachte das lebhafte Rot der Rose und das blendende Weiß der Lilie! Das eine wie das andere entsteht doch aus dem einen Regen und aus der gleichen Erde. Wer ist es nun, der schöpferisch die Verschiedenheit wirkt? Betrachte die Weisheit! Aus ein und demselben Baume wird das schützende Laubdach, werden die verschiedenen Früchte. Einer ist der Künstler. Von ein und demselben Weinstock wird ein Teil zu Brennholz, ein anderer zu Sprossen, ein anderer zu Blättern, ein anderer zu Ranken, ein anderer zu Trauben. Bewundere auch die dicken Knotenringe des Rohres, welche der Künstler gemacht hat! Aus ein und derselben Erde gehen hervor die kriechenden Tiere, die wilden und die zahmen Tiere, die Bäume, die Nahrungsmittel, Gold, Silber, Erz, Eisen, Stein. Die Natur des Wassers ist zwar eine, aber aus ihm stammen Fische und Vögel, damit die einen im Wasser schwimmen, die Vögel in der Luft fliegen.