Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03650.jsonl.gz/1930

Planung
Motion Daniel Leupi und André Odermatt
Am 20. September 2006 reichen die damaligen Gemeinderäte Daniel Leupi (Grüne) und André Odermatt (SP) eine Motion ein, welche den Stadtrat auffordert, dem Gemeinderat eine Weisung zu unterbreiten, die zur Realisierung einer Velostation beim Bahnhof Stadelhofen führt. Am 26. Februar 2009 ändert der Gemeinderat die Motion, so dass die Benutzung der Velostation kostenpflichtig sein müsse.
Machbarkeitsstudie und Antrag auf Inventarentlassung
Aufgrund des Vorstosses der Gemeinderäte Leupi und Odermatt stösst AXA Winterthur den Planungsprozess an und beauftragt das Büro Calatrava Valls SA mit einer Machbarkeitsstudie. Ziel der Studie ist ein Neubau, der eine städtebaulich intelligente Antwort auf das Veloproblem bietet und den Zugang zum Bahnhof Stadelhofen verbessert.
Basierend auf dieser Machbarkeitsstudie stellt AXA Winterthur am 08. März 2013 dem Stadtrat den Antrag, das «Haus zum Falken» aus dem Inventar zu entlassen.
Bericht des Stadtrats und Stadtratsbeschluss
In Erfüllung der Motion Leupi/Odermatt prüft der Stadtrat verschiedene Standorte im Raum Stadelhofen und fasst diese zusammen. Der Bericht des Stadtrats zeigt, dass das Grundstück an der Kreuzbühlstrasse 1, 1a und 3 der einzige Standort mit dem notwendigen Potenzial für zusätzliche Veloabstellplätze beziehungsweise eine Velostation ist.
Basierend auf der Evaluation der möglichen Standorte einer Velostation sowie der Machbarkeitsstudie des Büros Calatrava Valls SA beschliesst der Stadtrat am 21. Mai 2014, dass das «Haus zum Falken» nicht unter Denkmalschutz gestellt und aus dem Inventar entlassen wird, sofern auf dem Grundstück eine Velostation entsteht.
Velopolitik der Stadt Zürich
Der Gemeinderat verabschiedet Ende 2013 den Masterplan Velo mit dem die Stadt sich zum Ziel setzt, die Zahl der Velofahrten bis 2025 zu verdoppeln. Neben dem Ausbau des Veloroutennetzes sollen Velostationen – auch beim Bahnhof Stadelhofen – zur Zielerreichung beitragen. Auch der kommunale Verkehrsplan der Stadt Zürich weist aus, dass am Bahnhof Stadelhofen eine Velostation zu errichten ist.
Zudem haben die Stadtzürcher Stimmbürger am 14. Juni 2015 den Gegenvorschlag des Stadtrats zur sogenannten Veloinitiative angenommen. Der Gegenvorschlag beinhaltet ein Budget über 20 Jahre von insgesamt CHF 30 Millionen für die Erstellung von Velostationen und die Verbesserung der Veloinfrastruktur. Die geplante Velostation im «Haus zum Falken» fügt sich entsprechend nahtlos in die Velopolitik der Stadt Zürich ein.
Ausbau Bahnhof Stadelhofen
Die Pendlerströme am Bahnhof Stadelhofen werden weiter zunehmen, insbesondere vor dem Hintergrund des geplanten Ausbaus des Bahnhofs im Jahre 2030. Der Neubau des «Haus zum Falken» hängt nicht direkt mit dem Ausbau des Bahnhofs zusammen, doch ergeben sich wertvolle Synergien. So verbessert der Neubau nicht nur die Zugänglichkeit zum Bahnhof Stadelhofen, sondern eröffnet auch die Möglichkeit für weitere Zugänge zum Bahnhof.
Rückblick
1819: Das «Haus zum Falken» entsteht
Das «Haus zum Falken» wird als Wohnbau ausserhalb der Stadtmauern erbaut.
1830: Verstädterung des Quartiers
Nach der Schleifung der Stadtmauer erfolgen städtebauliche Veränderungen, während deren das Quartier urbanisiert wird.
1884: Das «Haus zum Falken» wird erweitert
Anbau an der Südseite, in dem der Fotograf Louis Zipfel sein Fotoatelier einrichtete.
1894 – 1898: Bahnhof Stadelhofen entsteht
1894 eröffnet die rechtsufrige Zürichsee-Bahn ihre Bahnstrecke von Rapperswil nach Zürich. Das neoklassizistische Bahnhofsgebäude entsteht.
1945 und 1970: Das «Haus zum Falken» wird umgebaut
Grossflächige Umbauten wie die besonders augenfälligen Veränderungen und Anbauten des Erdgeschosses formen eine endgültige Abweichung vom historischen Erscheinungsbild.
1985 – 1992: Neuer Bahnhof Stadelhofen
Mit dem von Architekt Santiago Calatrava entworfenen Bau erhält der Bahnhof Stadelhofen ein neues Gesicht.
2017: Das Café Mandarin schliesst
Das Ehepaar Karrer, das seit drei Jahrzehnten das Café Mandarin führt, geht in Pension.