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Burning - Beoning (2018)
Burning - Beoning (2018)
Oder: The Disappearance of Shin Hae-mi
Der Möchtegern-Schriftsteller Lee Jong-soo (Ah-in Yoo) wird eines Tages auf der Strasse von seiner ehemaligen Klassenkameradin Shin Hae-mi (Jong-seo Jeon) angesprochen. Die beiden haben sich ewig nicht mehr gesehen, doch weiss Hae-mi immer noch, wie sie von Jong-soo ein paar Mal während ihrer Schulzeit gehänselt wurde, während er dies verdrängt zu haben scheint. Da Hae-mi gerade eine Afrikareise plant, bittet sie Jong-soo darum, während ihrer Abwesenheit auf ihre Katze aufzupassen. Er willigt ein.
Ein paar Wochen später ist Hae-mi wieder zurück und bringt zu einem gemeinsamen Essen mit Jong-soo ihre neue Bekanntschaft Ben (Steven Yeun) mit. Den reichen Geschäftsmann hat sie am Flughafen von Nairobi kennengelernt. Fortan beginnen die drei viel Zeit miteinander zu verbringen. In einer Nacht gesteht Ben Jong-soo, dass es sein Hobby ist, leerstehende Gewächshäuser anzuzünden. Von diesen habe es doch eh zu viele in Korea, und die Polizei mache keinen Effort, diese Brände aufzuklären. Als am nächsten Tag plötzlich Hae-mi spurlos verschwindet, beginnt Jong-soo sie zu suchen. Hat vielleicht Ben etwas damit zu tun?
Film-Rating
Wer äusserst langsam erzählte Filme mag, in denen nicht viel passiert, kann hier eigentlich nicht viel falsch machen. Burning tischt ein Mysterium auf, zu dem es keine eindeutige Antwort gibt, stattdessen aber ganz viele lange, immerhin schön gefilmte Passagen, dank denen die 148-minütige Laufzeit ewig scheint.
Der Fachbegriff "Slow Burning Thriller" wird im Englischen für Filme verwendet, die eine spannende Geschichte erzählen, dies jedoch dermassen langsam tun, dass es den Zuschauern vielleicht den Geduldsfaden reissen könnte. Uns ist bei Burning der Geduldsfaden gerissen.
Basieren tut der neuste Film des südkoreanischen Regisseurs Chang-dong Lee auf der Kurzgeschichte "Barn Burning" des japanischen Autors Haruki Murakami. Beschrieben wird diese als mysteriöse Story, in der eigentlich nichts passiert. Die Leser sollen sich das Ganze selber zusammenreimen und auf einen für sie passenden Schluss kommen. Die Frage lautet: Was ist genau mit der weiblichen Figur passiert? Die Unwissenheit der Protagonisten wird so auf die Leser übertragen.
Sowas in filmischer Form umzusetzen, birgt jedoch Gefahren. Klar darf man im Kino auch mal den Kopf benutzen, doch wenn eine Geschichte, in der nichts passiert und es gerade einmal ein Mysterium zu interpretieren gilt, auf eine Monsterlänge von 148 Minuten ausgewallt wird, ist dies problematisch. Zu oft während dieser Laufzeit verliert der Film die Zuschauer mit sehr langweiligen Passagen, von denen viele herausgeschnitten hätten werden können. Vor allem die erste Stunde ist quälend lang. Von der Buchvorlage entfernt sich der Film übrigens dann am Ende. Wer Murakamis Werk kennt, darf so wenigstens gespannt sein, was für einen Schluss die Verfilmung parat hält.
Doch ermüdet das Ganze schon zuvor. Immerhin ist alles schön gefilmt. Eine Szene, in der die beiden männlichen Protagonisten in der Dämmerung einen Joint rauchen, ist schlicht wunderbar zum Ansehen. Burning ist ein Film, in dem man sich verlieren kann; der durchaus ein gewisses "Etwas" besitzt, das zusammen mit dem Ende noch ein bisschen beschäftigt. Doch dabei kommt dem Zuschauer auch wieder in den Sinn, wie man sich hier doch während grossen Teilen gelangweilt hat.
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19.05.2018 / crs
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