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Am 10. Oktober 1901 wird Alberto Giacometti in dem kleinen Dorf Borgonovo im Kanton Graubünden geboren. Der Künstler verbringt die ersten Schuljahre im Nachbarort Stampa. Unter Anleitung seines Vaters Giovanni Giacometti malt und modelliert Alberto dort. Kurz vor dem Abschluß seiner Gymnasialzeit,1919, tritt er vorzeitig aus der Lehranstalt aus, um sich von nun an ganz der Kunst zu widmen.
Von 1919 bis 1920 studiert der Künstler an der Genfer Kunstgewerbeschule. Nach anschließendem längeren Italien-Aufenthalt geht Giacometti 1922 nach Paris an die Académie de la Grande Chaumière zu Bourdelle, bei dem er bis 1925 die entscheidende künstlerische Prägung erfährt. Nach archaisierenden Anfängen, die eine elementare Kraft auszeichnet, folgt eine Annäherung an die surrealistische Bewegung, der sich Giacometti 1930 bis 1935 anschließt. 'Objets' und verschiedene literarische Beiträge für die Zeitschriften der Surrealisten, entstehen in dieser Zeit.
Die extreme Überlängung seiner späteren Figuren, deuten sich in den räumlichen Konstruktionen bereits an. Ab 1945 entstehen fragile, fast körperlose Bronzefiguren, deren Zerbrechlichkeit noch verstärkt wird durch einen vergleichsweise kompakten Unterbau, auf den Giacometti die Gestalten setzt. Das Verhältnis zwischen Figur und Raum wird zum Kernpunkt: schreitend oder stehend finden sich die Figuren in Leere und Isoliertheit. In dieser eindringlich-subjektiven Darstellungsweise, lassen sich eine existentielle Ausgesetztheit und Angst welche aus der Unmittelbarkeit des Augenblicks lebt, erahnen. Für viele sind sie Spiegelbild der damaligen geistigen Situation.
Wie die Plastiken, so zeigen auch Giacomettis Zeichnungen und seine Malerei in großer Eindringlichkeit und Sensibilität den verlorenen Menschen in der Leere des Raumes. Formale Charakteristika sind das grafische Liniengeflecht, mit dem Giacometti Volumina aus der Fläche schält, und die fast monochrome Farbigkeit seiner Malerei. Ab 1953 kommen druckgrafische Arbeiten hinzu, die zum Teil auch in Büchern erscheinen. Giacometti lebt während der Kriegsjahre in Genf.
1945 kehrt er wieder nach Paris zurück, wo er bis zu seinem Tod 1966 lebt und arbeitet.
Der Künstler erhält 1961 eden Preis der Carnegie-Stiftung Pittsburgh, 1962 den Großen Preis der Biennale Venedig und 1964 den Guggenheim-Preis für Malerei. Seine unverwechselbaren Arbeiten sind in allen bedeutenden Sammlungen der Welt vertreten und steht dort beispielhaft insbesondere für die Kunst der Mitte des 20. Jahrhunderts.