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Allium cepa
ZENTRALE BEGRIFFE
Gefangen im grauen, kleinen, dämmrigen, uninteressanten Alltag. Strebt schwärmerisch zu fernen Ufern, in ein besseres Jenseits. Träumt, nahe am Wasser zu sein (Tränenfluss!) oder sich auf stürmischer See zu befinden.
Fruchtlose Versuche, die Dinge im Alltag auf die Reihe zu kriegen. Alltägliche Kleinigkeiten wie Kaffee oder blühende Pflanzen verursachen Beschwerden (Allergien!)
Kann nicht lesen, schreiben, lernen. Befindet sich in einem unbeschreiblichen Aufruhr. Fühlt sich zerrissen, verwirrt, verrückt.
Fühlt sich durch Beschwerden bedroht: Schnupfen macht melancholisch, Angst bei Bauchschmerzen treibt ihn um, Schmerzen zielen ins Innere.
Worauf richtet sich der Fokus der inneren Aufmerksamkeit?
Allium cepa wird sich immer in einer grossen Spannung befinden zwischen den Einzelheiten des Alltags und dem Schweifen in eine geistige Welt. Er fühlt sich zerrissen zwischen hier und dort, Nähe und Ferne, Realität und Sehnsucht.
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Die Themenliste umfasst eine inhaltlich gruppierte Sammlung von Original Prüfungssymptomen
Wie zeigt sich das Leiden des Patienten? (Sekundäre Psora)
Wie kompensiert er sein Leiden? (Egotrophie, Egolyse, Alterolyse)
Wie lautet die eigentliche Hypothese „nach Masi“? (Primäre Psora)
Hier finden Sie spannende Interpretationen von einzelnen Themen oder Symptomen
Lesen Sie mehr zur Substanz
1. Geisteskrankheit
Zwiebeln steigen mit ihrer Schärfe in den Kopf und greifen das Gehirn an, und wenn jemand zuviel von ihnen isst, können sie tatsächlich Geisteskrankheit und Verrücktheit verursachen.A 2
Wenn viele davon roh gegessen werden, machen sie einen Menschen verrückt wegen ihres Aromas, das in den Kopf steigt.A 3
Ich fand etwas Angreifendes in den Zwiebeln, und stellte fest, dass die Meinung von Spigelius wohlbegründet war, wonach ein zu freier und fortgesetzter Verzehr Störungen des Gehirns verursacht.A 5
A 1, 12, 13
2. Geistige Verwirrung
Nachmittags, nach Wein und Kaffee, war er völlig verwirrt und geistesabwesend, durch viel Geschäftigkeit, er vergass und verdrehte alles, in grösster Verwirrung.A 9
Verwirrung im Kopf, mit Schnupfen.A 14
Sie [die Zwiebeln] belasten den Kopf und die Augen, also sollten sie von denjenigen gemieden werden, welche studieren und einen feuchten, schwachen Kopf (...) haben.A 25
Unmittelbares Aufstossen, dann Verwirrung im Kopf, vor allem in der Stirn, und Blähung des Abdomens; danach Stuhldrang, aber nur Abgang von Wind, mit schwachem Gefühl in den Gliedern, und abends freier Auswurf von Schleim; die Blähung hielt bis am nächsten Tag an und endete mit Durchfall, wobei alle anderen Beschwerden ebenfalls verschwanden. A 298
Kopf verwirrt, vor allem in der Stirn, nach erneutem Aufstossen. A 16
Verwirrung im Kopf nachdem es vom Magen in den Hals aufgestossen ist. A 17
A 18, 20
3. Macht Fehler beim Buchstabieren einer Fremdsprache.A 10
4. Buchstaben
Während er beim Lesen schläfrig wird, erscheinen ihm die Buchstaben sehr klein.A 105
Macht Fehler beim Buchstabieren einer Fremdsprache.A 10
5. Lesen und Schreiben
Macht Fehler in der Rechtschreibung. He 1.6
Während er beim Lesen schläfrig wird, erscheinen ihm die Buchstaben sehr klein.A 105
Schmerz in der Mitte der linken Speiche, < Schreiben, > vom Reiben. He 32.10
Zittern der rechten Hand, er kann kaum schreiben. He 32.16
Schmerzhaftes Angegriffensein des linken Unterarms, vor allem im Radius, beim Aufstützen des Arms beim Schreiben.A 440
6. Bei Schnupfen, Zittern der Hände abends.A 142
Zittern der rechten Hand, er kann kaum schreiben. He 32.16
7. Wenn zu viele [Zwiebeln] gegessen werden, lässt der Zwiebelsaft die Sinne schwinden, aufgrund ihrer grossen Hitze und Schärfe, und sie greifen heftig den Magen an. A 4
8. Distanz und Nähe
Ein helles Blenden in der Distanz und Dämmerlicht in der Nähe.A 108
Geräusche in den Ohren, Summen und Brausen; Geräusche scheinen aus einer Entfernung zu kommen. He 6.1
Bei Schläfrigkeit scheinen nahe Gegenstände weit weg zu sein.A 503
9. Geschäftigkeit
Nachmittags, nach Wein und Kaffee, war er völlig verwirrt und geistesabwesend, durch viel Geschäftigkeit, er vergass und verdrehte alles, in grösster Verwirrung.A 9
Arbeitende Menschen nehmen am Morgen Zwiebeln mit Brot und Salz für die schlechte Luft, "as they do treacle", aber Müssiggänger werden verrückt, melancholisch und schläfrig durch ihren Gebrauch.A 12
10. Unerklärliche Angst
Unbeschreibliche Angst, treibt ihn hierhin und dorthin, voller Verzweiflung, mit starker Kolik.A 6
Gesichtsausdruck voller Angst und Verzweiflung bei Schmerzen im Bauch.A 147
Ass ein paar kleine Zwiebeln; nach vier Stunden unerklärliche Angst; ging umher, und warf sich zuletzt voller Befürchtungen aufs Bett (...)A 284
He 1.3
11. Der ganze Körper ist in einen Aufruhr versetzt, den zu beschreiben der Prüfer nicht in der Lage ist. A 472
12. Schwäche, Müdigkeit, Apathie
Gefühl von Leere, Schwäche im Magen. He 17.5
Gefühl von Schwäche und Wärme in Blase und Harnröhre. He 21.5
Aufgrund einer Schwäche in den Hüften kann er den Koitus nicht beenden, trotz zwei oder drei wiederholten Versuchen.A 376
Apathisch, morgens. He 1.1
Flackern und Blenden vor den Augen (...) zusammen mit einer solchen allgemeinen Schwäche, dass sie sich hinlegen musste; nach Zwiebelschneiden.A 107
Wenn er abends Zwiebeln isst, wird er schläfrig, seine Augen schwer; am nächsten Morgen hat er einen normalen und befriedigenden Stuhlgang.A 320
In allen Gliedern, vor allem in den Armen, wund, als wären sie überall aufgekratzt, mit müdem Gefühl darin.A 426
Schwächegefühl in den Gliedern, mit Blähungsbeschwerden.A 430
Tödliche Schwäche nach reichlichem Urinieren.A 473
A 35, He 32.9, 33.2, 34.2, 3, 36.1, 2
13. Völle und Schwere im Kopf, als ob er eingebunden wäre, mit Flackern vor den Augen.A 40
14. Augen, Sehen
Schmerzen in den Augen, als ob sie herausgerissen würden, als ob das Auge lose hinten an einem Faden hängen würde, und als ob man mit einem Finger hineinbohren und es herausholen könnte. A 97
Als ob Rauch in den Augen, unter den Oberlidern wäre.A 87
Dumpfheit der Augen mit Abneigung gegen Licht. He 5.3
Flackern und Blenden vor den Augen; alles tanzt hierhin und dorthin; dabei Völle und Schwere im Kopf, als ob er gebunden wäre; der ganze Kopf wird heiss und fühlt sich geschwollen und schwer an auf dem Scheitel, zusammen mit einer solchen allgemeinen Schwäche, dass sie sich hinlegen musste; nach Zwiebelschneiden.A 107
Ein helles Blenden in der Distanz und Dämmerlicht in der Nähe.A 108
Die Augen sind lichtempfindlich, vor allem das linke.A 109
Trübe Sicht bei Kerzenlicht.A 110
A 40
15. Wasser
Anhaltende Träume von Kämpfen, Schlachten, Abgründen, Stürmen auf hoher See, mit Schwierigkeiten, die Küste wieder zu erreichen, von tiefen Gräben/Brunnen [wells] und dem Versuch, aus diesen wieder hinauszukommen.A 513
Träume, nahe am Wasser zu sein, zwei Nächte hintereinander.A 514
Drückender Kopfschmerz mit Gefühl, als sei der ganze Kopf in warmes Wasser eingehüllt. He 3.17
Abends, beim Gehen auf der Strasse, vermehrtes Tropfen aus der Nase, sehr ungewöhnlich, aus beiden Nasenlöchern, ohne das Gefühl von Schnupfen.A 129
Reichliche wässrige Absonderungen aus der Nase und Tränen der Augen.A 130
Fliessschnupfen mit Heraustropfen von klarem Wasser auf der rechten Seite wie bei ihm üblich, hielt nicht nur zwölf Stunden an wie gewöhnlich, sondern viele Tage, in Folge eines kalten Bades; er verschwand innerhalb weniger Stunden nach Cepa.A 147
Kaltes Wasser bessert Zahnschmerzen.A 164, 165
Äusserliche Rötung und Jucken der Haut. Ein leichtes fressendes Jucken hier und da, dazu kleine rote Punkte, welche nicht sehr gut beschrieben oder gesehen werden können; ein unbestimmtes Verlangen, gerieben oder gewaschen zu werden, abends, schlimmer beim Stillsitzen nach Gehen im Freien. A 475
A 145, He 37.6
16. Anhaltende Träume von Kämpfen, Schlachten (...)A 513
17. Anhaltende Träume von Kämpfen, Schlachten, Abgründen, Stürmen auf hoher See, mit Schwierigkeiten, die Küste wieder zu erreichen, von tiefen Gräben/Brunnen [wells] und dem Versuch, aus diesen wieder hinauszukommen.A 513
18. Vergebliche Versuche
Anhaltende Träume von Kämpfen, Schlachten, Abgründen, Stürmen auf hoher See, mit Schwierigkeiten, die Küste wieder zu erreichen, von tiefen Gräben/Brunnen [wells] und dem Versuch, aus diesen wieder hinauszukommen.A 513
Aufgrund einer Schwäche in den Hüften kann er den Koitus nicht beenden, trotz zwei oder drei wiederholten Versuchen.A 376
19. Fäden
Schmerzen in den Augen, als ob sie herausgerissen würden, als ob das Auge lose hinten an einem Faden hängen würde und als ob man mit einem Finger hineinbohren und es herausholen könnte.A 97
Gefühl, als ob das Auge an einem Faden hinge oder zerrissen sei. He 5.9
Schmerz im linken Oberkiefer wie ein Faden in einem Nerv, welcher von oben nach unten und von der Mitte zur Seite geht, tief im Knochen.A 148
Beim Gehen, ein plötzlicher brennender oder kitzelnd schneidender Schmerz, ein Schmerz wie ein Faden, im Hypogastrium, von beiden Seiten nach innen zur Mitte und nach oben.A 272
Fadenförmiger Schmerz: über dem rechten Auge zur Nasenwurzel; von der Wange zum Auge. He 5.22
Schmerzen bewegen sich von tief innen im Kopf zu den Ohren, wie dicke Fäden, etwa einen Finger lang, verharren an bestimmten Stellen von der Grösse einer Erbse bis zu einer Haselnuss.A 112
20. Nadeln und Messer
Stiche wie von Nadeln in der Stirn.A 49
Nadelstiche in den Augenbrauen.A 94
Nadelstiche in den Armen.A 436
Stiche wie von Nadeln in der Haut, vor allem am Kopf, an der Stirn, in den Augenbrauen, im Hals und am rechten Arm.A 477
Heftige Schmerzen, wie Schnitte mit sehr kleinen Messern (...)A 277
Eiterung unter dem linken Daumennagel nach einem Nadelstich (...) He 32.20
21. Elektrische Schläge
Wie elektrische Schläge durch den Kopf.A 41
Drückender Kopfschmerz über den Augen, geht häufig durch den Kopf wie ein elektrischer Schlag.A 48
22. Zerrissen, herausgerissen
Gefühl, als ob das Auge an einem Faden hinge oder zerrissen sei. He 5.9
Schmerzen in den Augen, als ob sie herausgerissen würden, als ob das Auge lose hinten an einem Faden hängen würde und als ob man mit einem Finger hineinbohren und es herausholen könnte.A 97
Schmerz, als ob der Kehlkopf beim Husten zerrissen würde. He 25.3
Heftige katarrhalische Kehlkopfentzündung; heiserer Husten schien den Kehlkopf zu zersprengen und zu zerreissen, verursacht Tränen der Augen usw. He 25.8
Starker Kehlkopfhusten, der den Patienten zwingt, den Kehlkopf zu packen, Gefühl, als ob der Husten ihn zerreissen würde. He 27.2
(...) der Husten erzeugt einen rohen, zerspaltenden Schmerz im Kehlkopf, so heftig und so stark, dass er den Patienten wegen der Beschwerden zum Zusammenkauern zwingt, und ihn jede Anstrengung machen lässt, den Husten zu unterdrücken. He 27.3
Das allerheftigste Niesen, als ob sie in Stücke gerissen würde, sobald sie einen Schritt aus dem Bett macht.A 136
23. Schmerzen, Krankheit
Befürchtet, sie würde wahnsinnig vor Schmerzen in vereiterten Fingern. He 1.4
Schmerzen mit wunden Fingern, lassen ihn ausser sich geraten.A 7
Sehr melancholisch bei Katarrh.A 8, He 1.2
Im Kindbett, Panaritien an einigen Fingern mit roten Streifen den Arm hinauf; Schmerzen treiben zur Verzweiflung. He 24.1
Hüstelt und ängstigt sich bis er nicht mehr atmen kann. He 26.2
Chronische traumatische Neuritis; der Schmerz ist heftig und erschöpft den Patienten.He 36.4
24. Kaffee
Nachmittags, nach Wein und Kaffee, war er völlig verwirrt und geistesabwesend, durch viel Geschäftigkeit, er vergass und verdrehte alles, in grösster Verwirrung.A 9
Eine halbe Stunde nach Kaffeetrinken Nachmittags kehrten die Schmerzen in den Därmen noch schlimmer zurück, am meisten in der linken Leistengegend, eher drückend als brennend, aber mit Hitze im Abdomen.A 266
Nach Kaffeetrinken Reizung im linken Oberlide, macht häufiges Reiben nötig, schlimmer im warmen Zimmer, verschwindet im Freien.A 89
Gerösteter Kaffee beseitigt den Zwiebelgeruch des Atems. He 48.2
25. Schmerzen gehen ins Innere
Stiche über die ganze linke Stirn, äusserlich; sie ziehen ins Ohr, in den Oberkiefer und die Zähne der gleichen Seite, abends.A 50
Schmerzen tief im Kopf, stechen zum Ohr.A 59
Ziehende Schmerzen in der linken Wange, gehen ins Innere des linken Auges, besser in der kalten Luft.A 98
Kopfschmerz von beiden Seiten des Kopfes nach unten und nach innen, zur Mitte hin.He 3.9
Unter dem linken Ohr eine harte Schwellung von der Grösse einer Haselnuss, erstrecken sich von oberhalb des Kieferwinkels zum Ohr, von dort geht der Schmerz ins Innere des Ohres, vor allem bei Druck.A 115
A 113, 114, 116, 118, 126, 150-152, 196
26. Kahlheit
Prickelnder Schweiss auf dem kahlen Scheitel nach jeder Mahlzeit. He 4.5
Haarausfall. He 4.6
Bei Haarausfall liess Hippokrates die kahlen Stellen mit Zwiebeln einreiben.A 64
A 65-69
27. Seit der Zwiebelernte vor vier Jahren, erlebten ein Bruder und eine Schwester — beide in ihren Dreissigern — zum ersten Mal einen Schnupfen, welcher zur gleichen Zeit jedes Jahr wiederkehrte und zwei bis drei Wochen anhielt; sie mussten jeden Morgen zwanzig bis dreissigmal schwer niesen, und mussten Pfirsiche meiden aufgrund ihrer rauhen Haut, ebenso wie alle blühenden Bäume und Pflanzen.A 135
28. Jauchige Flüssigkeit aus der Nase beim Singen. He 7.17
29. Zu lange Zähne im Schlaf
Während des Schlafs, Gefühl als ob die hinteren Zähne zu lang wären, mit einigem Schmerz, verschwindet beim Aufstehen; zwei Nächte.A 168
Während des Schlafs fühlen sich die Zähne zu lang an.A 517
30. Wehtun wie ein grosser Kloss auf Zungenwurzel, hartem Gaumen, Öffnung der Eustachischen Röhre, erstreckt sich zum Ohr. He 12.1
31. Schlucken
Schmerz in der Brust, als wäre Essen hinter dem Brustbein steckengeblieben. He 28.1
Schmerz im Hals unter dem Kehlkopf, wie nach Verschlucken eines zu grossen Bissen, oder wie geschwollen; die Schmerzen erstrecken sich ständig ins Ohr (...)A 196
Schmerz wie von einem Kloss im Hals, welcher wund ist, aber nur beim Schlucken und Hochheben der Zunge.A 198
Bei chronischen Beschwerden beim Schlucken wie ein „Kloss im Hals“, brachte sie einen Schleimklumpen heraus und war danach erleichtert.A 199
32. Vermehrter Appetit, vermehrter Durst
Sie [die Zwiebeln] verursachen einen Appetit, der sofort verschwindet, wenn er zu essen beginnt; Speisen ekeln ihn.A 217
Priestern war ihr Gebrauch untersagt, da dadurch Durst entsteht.A 218
Der Appetit ist angeregt, sogar bis zu Wolfshunger.A 216
Heftiger Durst mit Magenschmerzen und Blähung.A 220
A 214, 215, 219
33. Schmerz in der linken Seite des Abdomens, als ob er sich selbst an diese Stelle geboxt hätte.A 271
34. Glut
Brennende Glut oder eisiges Gefühl, wie auseinander getrieben, mit einem konfusen Gefühl in der rechten Seite des Abdomens (...)A 273
Eine warme oder eisige Empfindung, als ob eine Glut von innen gegen das Abdomen schlage, in der rechten Seite, und über den äusseren und oberen Teil beider Oberschenkel; am Abend des ersten Tages von neun bis zehn. Später wiederholt. Das Gefühl war, als ob eine glühende Hitze einem entgegenschlägt, aber ohne solche Hitze, nur mit Wärme.A 274
35. Blähung
Gefühl, als ob das Abdomen stark geschwollen wäre, mit scharfen Schmerzen und Beklemmung der Atmung, vor und nach Diarrhö.A 302
Das Abdomen ist vor dem Essen aufgebläht, so dass die Kleider zu eng schienen.A 305
Der untere Bauch ist sehr schwer, als ob er zusammengepresst wäre, vor und beim Stehen; verschwand nach dem Baden.A 307
Heftiger Durst mit Magenschmerzen und Blähung.A 220
36. Kaltes Kriechen
Im After, und an hervortretenden Hämorrhoiden, ein kaltes Kriechen, wie ein kühler Wurm, mehr auf der linken Seite.A 340
Kaltes Kriechen den Rücken entlang. A 481
37. Sexualität
Steigert Beischlaf und weckt das sexuelle Verlangen.A 368
Nach Geschlechtsverkehr, Schmerz in Blase und Prostata. He 22.3
Schmerz in der Schamgegend. He 22.9
Schmerz in der Gebärmuttergegend. He 23.1
Aufgrund einer Schwäche in den Hüften kann er den Koitus nicht beenden, trotz zwei oder drei wiederholten Versuchen.A 376
Der Saft, vermischt mit Wein, bringt die Menses hervor.A 381
Erektionen mit schmerzhafter Spannung, ohne sexuelles Verlangen, am Morgen.He 22.2
Ein sehr angenehmes Wärmegefühl in der Urethra, ohne Erektionen oder sexuelles Verlangen.A 350
A 369-385, He 22.1
38. Schwärmerische Träume
Wer schöne Träume haben will, muss vor dem Schlafengehen rohe Zwiebeln essen, ohne Abendessen. A 512
Ruheloser Schlaf mit schwärmerischen Träumen. A 515
In dieser Phase leidet Allium cepa vor allem an seiner körperlichen Symptomatik. Er wird seine Beschwerden als unerträglich und bedrohlich schildern. Dabei mag es für den Aussenstehenden nur schwer nachvollziehbar sein, warum dem Patienten sein Zustand so gefährlich scheint. Das Streben in eine ferne geistige Welt rächt sich im Unverständnis für den eigenen Körper und dessen Reaktionen, deshalb kann er seinen inneren Aufruhr nicht in verständlicher Art und Weise schildern Th 11.
Auch über seine Desorientiertheit im Alltag wird Allium cepa klagen. Er kriegt seinen Haushalt, seine Einkäufe, sein Familienleben, seine Arbeit kaum geregelt. Jede Verrichtung treibt ihn in grösste Verwirrung Th 9.
Wir können uns auch vorstellen, dass sein Bericht sich vor allem durch Abschweifung und Verwirrtheit auszeichnet, dass er beim Erzählen vom Hundertsten ins Tausendste gerät.
Denkbar ist z.B. jemand, der sich durch familiäre Strukturen an Fortkommen und Ausbildung gehindert fühlt, eine Frau, die sich heftig sträubt gegen das "Verdummende" der Hausarbeit, ein Kind, das sich weigert, trainierendes Lernen zu absolvieren und stattdessen nur Neues erforschen will.
Egotrophie
Wenn Allium cepa versucht, seinen Vollkommenheitsanspruch zu realisieren, wird er wortgewandt von seinen Sehnsüchten, von Reisen, Träumen, spirituellen Erfahrungen usw. berichten. Er hat etwas Schwärmerisches an sich und interessiert sich vor allem für ferne Welten. Diese scheinen ihm attraktiv und in leuchtenden Farben, alles was sich direkt vor seiner Nase befindet, kommt ihm dagegen dämmrig grau vor Th 8.
Für seine körperlichen Beschwerden zeigt er wenig Interesse, eher noch versucht er, weitschweifige Erklärungen zu finden, warum dieses Symptom sich auf jene Art darstelle, welchen Zusammenhang es mit der geistigen Ebene habe, usw.
In der Kompensation des Verlust-Erlebens versucht er den Überblick zu behalten, indem er sich auf ein kleines Detail konzentriert. Er sucht nach einfachen Strukturen und nahe liegenden Lösungen, um zu verschleiern, dass die Vielfalt des alltäglichen Geschehens ihn im Grunde überfordert.
Eine weitere Möglichkeit bestände in dem Versuch, dem öden Alltagskram durch rituelle Abläufe eine überhöhte Bedeutung zu verleihen oder selbst in den einfachsten Handlungen einen tieferen Sinn zu entdecken.
Egolyse
Da sich die alltäglichen Strukturen schliesslich als stärker erweisen als alle Sehnsüchte, kann Allium cepa resignieren und nur noch Apathie empfinden. Seine Glieder fühlen sich schwer an, er fühlt eine tödliche Schwäche Th 12.
Denkbar ist auch, dass er sich in seine Schwärmereien so weit verirrt, bis er den Weg zurück von "drüben" nicht mehr findet und in einer wirklichen Geisteskrankheit landet.
Alterolyse
Schiebt Allium cepa die Verantwortung für sein Leiden den anderen Menschen zu, so beschuldigt er sie, dass sie ihn in engen und unerfreulichen Strukturen festhalten. Er ärgert sich über alles, was seinem Drang in die Ferne im Wege steht: Der Unrat, den die andern hinterlassen und über den er stolpert, rote Verkehrsampeln, die sein Fortkommen behindern oder Termine, die ihn zeitlich einengen.
Welche „Conditio humana“ lehnt er ab? Wo wünscht er sich Vollkommenheit?
Allium cepa lehnt ab, in einer Situation gefangen zu sein. Dies betrifft allem voran das Eingesperrtsein im jetzigen Dasein und in einem begrenzten Körper. Der Alltag scheint ihm grau, dämmrig, klein und uninteressant. Er weigert sich, das Naheliegende zu erkennen Th 8 — stattdessen strebt er schwärmerisch zu fremden Ufern Th 38, in die Ferne, in ein besseres Jenseits.
Wo erlebt er deshalb ein Nichtgenügen, einen Verlust?
Folglich kommt Allium cepa mit dem Alltag nicht mehr zurecht. Jede Geschäftigkeit führt in tiefe Verwirrung Th 9, sie endet in fruchtlosen Versuchen, die Dinge auf die Reihe zu kriegen Th 18. Er kann nicht mehr lesen und schreiben Th 5, nicht mehr lernen oder studieren Th 2, 7. Er gerät in einen körperlichen Aufruhr, den er nicht beschreiben kann Th 11. Letztlich endet dieser Zustand in einer grossen Verwirrung Th 2 und gar im Wahnsinn Th 1 — die Ver-Rücktheit ist dabei lediglich eine Steigerung der ersehnten Ent-Rücktheit. Allium cepa sehnt sich wahrscheinlich eher nach einer fernen Geliebten als nach einer realen Beziehung, er kann den Koitus nicht mehr vollziehen Th 37.
Da er ablehnt, sich von einer Situation gefangen nehmen zu lassen, verliert er auch den Halt, den ganz alltägliche Strukturen bieten können. Er fühlt sich zerrissen Th 22, alles tanzt vor seinen Augen umher Th 14. In seinen Träumen befindet er sich in stürmischer See und kann keine sichere Küste erreichen Th 15.
Was empfindet er infolge der Ablehnung als Bedrohung oder als Strafe?
Wenn der Körper sich durch Schmerz und Krankheit deutlich in Erinnerung ruft, empfindet Allium cepa dies als grösste Bedrohung: Er fürchtet, vor Schmerzen wahnsinnig zu werden, das geringste Symptom treibt ihn zur Verzweiflung, selbst ein Schnupfen lässt seine Hände zittern und macht ihn melancholisch Th 6, 23. Eine unerklärliche Angst treibt ihn bei Bauchschmerzen hierhin und dorthin Th 10. Jeder Schmerz scheint in sein innerstes Wesen zu zielen und ihn dort anzugreifen Th 25.
Wie könnte sich ein bewusster Umgang mit der Grundproblematik darstellen?
Wenn er erkennt, dass sein Leiden aus der Polarität zwischen dem Eingebundensein in das alltägliche Dasein und einem übertriebenen materiellen oder geistigen Fernweh entspringt, wird er durch die Verbindung dieser beiden Extreme neue Erfahrungen machen. So könnte er z.B. als schwärmerischer Geschichtenerzähler den Alltag anderer Menschen aufhellen, indem er in leuchtenden Farben von fernen Welten berichtet.
Dass wir beim Buchstabieren einer Fremdsprache Fehler machen Th 3, ist weitaus verständlicher als wenn uns dies in der Muttersprache passiert. Gerade darum gibt das Symptom einen wichtigen Hinweis auf die ursprüngliche Empfindlichkeit, auf die primäre Psora von Allium cepa: Er möchte in die Ferne schweifen, er sehnt sich nach dem Fremden, Jenseitigen und wird genau an dem Punkt parodiert. Das Schicksal führt ihm vor Augen, dass es auch dort Kleinigkeiten geben dürfte, die er nicht beherrscht, dass er deshalb auch dort kein Glück finden würde.
Wenn er beim Lesen schläfrig wird, erscheinen ihm die Buchstaben sehr klein Th 4: Er wünscht sich in die Ferne — einzuschlafen bedeutet ja ebenfalls ein Abdriften, ein Wegschweifen — das Naheliegende kommt ihm klein und unbedeutend vor. Noch wörtlicher berichtet dies das Symptom "Bei Schläfrigkeit scheinen nahe Gegenstände weit weg zu sein" Th 8.
Das Problem der Ferne, die Allium cepa so viel attraktiver scheint als das, was er vor der Nase hat, findet sich auch im Symptom „Er sieht in der Ferne ein helles Blenden (die Erleuchtung, das Anziehende), in der Nähe ist ihm dagegen alles dämmrig Th 8.
In den Augen Th 14 hat er Schmerzen, als ob sie herausgerissen würden, als ob das Auge lose hinten an einem Faden hängen würde und man es mit einem Finger herausholen könnte. Er wird somit an dem Sinnesorgan bestraft, mit dem der Mensch am weitesten in die Ferne schweifen kann.
Das Symptom lässt aber noch eine weitere Assoziation zu, nämlich an eine Puppe oder — zusammen mit den anderen Fadensymptomen Th 19 — an eine Marionette. Dies illustriert ebenfalls, dass Allium cepa das Eingesperrtsein in diesen Körper ablehnt, das Inkarniertsein, und damit auch die Tatsache, dass er ein abhängiges Geschöpf ist.
Noch deutlicher wird dies, wenn ihm beim Singen eine jauchige Flüssigkeit aus der Nase kommt Th 28. Das Singen ist symbolisch der Ruf des Geschöpfs nach seinem Schöpfer DDS, diese Tatsache stinkt Allium cepa gewaltig.
Der Kopf selber ist ihm voll und schwer, als ob er eingebunden wäre, dabei hat er ein Flackern vor den Augen Th 13. Es scheint, als wäre ihm eine Bandage angelegt und die Sicht gestört, um das Abschweifen der Gedanken zu verhindern.
Dass Allium cepa Probleme hat mit seiner Körperlichkeit, mit diesem Gefangensein in einer festen Struktur, zeigt sich auch in den ganzen Verdauungsproblemen: Er hat zwar einen gesteigerten Appetit, der aber schwindet, sobald er zu essen beginnt Th 32 — auch hier ist die Vorstellung attraktiver als der konkrete Vorgang! Er hat im Schlaf das Gefühl, als ob die hinteren Zähne zu lang seien Th 29, d.h. sie stellen eher Hindernisse dar als Werkzeuge zur Nahrungsaufnahme. Er hat ein Klossgefühl auf der Zungenwurzel Th 30, das Essen bleibt hinter dem Brustbein stecken Th 31 und er leidet unter zahlreichen Blähungen Th 35.
Für sein Streben nach der geistigen Welt steht auch der prickelnde Schweiss auf dem kahlen Scheitel Th 26: Es kitzelt ihn an der Stelle der Erleuchtung, der Tonsur.
Das Wasser Th 15 ist klinisch ein zentrales Thema von Allium cepa, vor allem durch die reichlichen wässerigen Absonderungen aus Augen und Nase. Aber auch in den Träumen spiegelt sich das Thema. Die Wasser sind die Quelle aller Möglichkeiten des Seins; sie sind Ursprung und Grab aller Dinge im Universum; das Undifferenzierte; das Nichtmanifeste; die erste Form der Materie LdtS. Einerseits träumt Allium cepa, nahe am Wasser zu sein. d.h. nahe an der Schwelle zur Manifestation. Andererseits hat er diese Schwelle überschritten und findet sich in Stürmen auf hoher See. Er kann keinen Halt finden in der materiellen Welt, er sehnt sich nach einer fernen, sicheren Küste. Diese zu erreichen bereitet ihm jedoch grosse Schwierigkeiten, da er mit dem Handeln bzw. mit der Bewältigung naheliegender Aufgaben nicht zurecht kommt.
Vom Problem der Inkarniertheit her lässt sich auch das Symptom erklären, dass er Kopfschmerzen hat mit dem Gefühl, als sei der ganze Kopf in warmes Wasser eingehüllt Th 15. Die Erinnerung an die Geborgenheit im Uterus ist für die meisten Menschen durchaus angenehm, Allium cepa bereitet sie aufgrund seiner Ablehnung aber Kopfschmerzen!
Das Verlangen, gerieben oder gewaschen zu werden Th 15, spiegelt hingegen das Bedürfnis, sich seines Daseins im Körper zu versichern. Umgekehrt fühlt sich die Haut der Arme an wie wund, als wären sie überall aufgekratzt Th 12, er könnte aus der Haut fahren, möchte dieses Körpergefängnis überwinden. In die gleiche Richtung geht das Symptom „wie geschnitten mit sehr kleinen Messern“ Th 20.
Die anhaltenden Träume von Kämpfen und Schlachten Th 16 zeigen wohl in einem ganz allgemeinem Sinn die Auseinandersetzung mit der Materie, dem Naheliegenden, den Hindernissen, welche er ablehnt.
Der Kaffee bewirkt bei Allium cepa, dass Schmerzen wiederkehren und er sich häufig reiben muss Th 24. Der Muntermacher zwingt ihn zurück ins Körperbewusstsein.
Seit der Zwiebelernte vor vier Jahren erlebten ein Bruder und eine Schwester (...) einen Schnupfen, welcher zur gleichen Zeit jedes Jahr wiederkehrte (...) Sie mussten Pfirsiche meiden aufgrund ihrer rauhen Haut, ebenso alle blühenden Bäume und Pflanzen Th 27. Dieses Symptom veranschaulicht, wie einfache, alltägliche Reize ihn nachhaltig aus dem Gleichgewicht bringen.
Differentialdiagnostisch kommen folgende Mittel in Frage: Muriaticum acidum (Probleme des Alltags), Antimonium crudum (Sehnsucht nach der fernen Geliebten) MMH, Phellandrium (Marionettengefühl), Paris und Aethusa (Spannung zwischen „oben und unten“), Kalium carbonicum (Ablehnung der Körperlichkeit) MMH.
ZUR SUBSTANZ
Allium cepa, die Küchenzwiebel (Familie: Amaryllidaceae)
Die Arzneimittelprüfung wurde mit der verdünnten Tinktur aus der roten Connecticut-Zwiebel durchgeführt He.
ANMERKUNGEN
Die Pflanzensignatur der Zwiebel – unten das solide alltägliche, weltweit vorkommende Nahrungsmittel, oben auf einem langen Stengel eine riesige, weisse, vollkommen runde Kugelblüte – veranschaulicht die Sehnsucht von Allium cepa: Weit ab von der Erde will er aufgehen und in einer geistigen Welt Erfüllung finden.
Einen weiteren Zugang über die Signatur sehen wir in der Symbolik der Zwiebel. Sie gilt durch das Abstreifen der Häute, um zum Kern zu gelangen, unter anderem als Bild der Offenbarung LdtS. Gerade dieses schichtweise abgetragen, bzw. vom Leben gerieben werden, um zur Vollkommenheit zu gelangen, will Allium cepa nicht.
Als hilfreiches Hausmittel kennt man die Zwiebel seit undenklicher Zeit für allerlei Erkrankungen wie Ohrenweh, Halsweh, Schnupfen, Husten, Insektenstiche, Rheumatismus usw. Im Aberglauben schützt die Zwiebel in verschiedensten Anwendungen vor Krankheit und vor dem Bösen HdA.
QUELLEN
Überarbeitung im Rahmen der Arzneimittelstudiengruppe Lörrach, April 2002
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He
LdtS
HdA
MMH
Bild
|Allen T.F., The Encyclopedia of pure Materia Medica, New Delhi 1988, Band 1|
Hering Constantin, The Guiding Symptoms of our Materia Medica, New Delhi 1989, Band 4
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Esther Ostermünchner