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Der Verkehr in der Schweiz verursachte 2015 volkswirtschaftliche Kosten von rund 90 Milliarden Franken. Dies sind 4% mehr als noch im Jahr 2010. Die grössten Zunahmen verzeichneten die Luftfahrt (+14%) und der Schienenverkehr (+12%). Vergleichsweise stabil blieben dagegen die Kosten des motorisierten Strassenverkehrs (+2%). Dieser ist für vier Fünftel der gesamten Verkehrskosten verantwortlich. Keine der verschiedenen Nutzergruppen des Verkehrs hat die von ihr verursachten Kosten vollumfänglich selbst getragen. Dies zeigen die neusten Zahlen zu den Kosten und zur Finanzierung des Verkehrs des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Der motorisierte Verkehr zu Land, in der Luft und zu Wasser verursachte in der Schweiz 2015 volkswirtschaftliche Kosten von gesamthaft 89,7 Milliarden Franken. Das entsprach etwa 11 000 Franken pro Kopf der Bevölkerung. Drei Viertel der Kosten entfielen auf den Personenverkehr, ein Viertel auf den Güterverkehr.
Teuerster Verkehrsträger war mit einem Kostenanteil von 80% die Strasse – auf dieser wurde aber auch mit Abstand am meisten Verkehr abgewickelt. Die Kostenanteile des Schienenverkehrs (12%), des Luftverkehrs (7%) und der Schifffahrt (0,4%) lagen deutlich tiefer.
Verglichen mit dem Jahr 2010 sind die Verkehrskosten gesamthaft um 4% angestiegen. Stark nach oben ging es beim Luftverkehr (+14%) wie auch beim Schienenverkehr (+12%), wohingegen sich die Kosten des motorisierten Strassenverkehrs nur leicht anhoben (+2%). Wachstumstreiber im Luftverkehr waren die gestiegenen Passagierzahlen (+27%), im Schienenbereich waren es die umfangreichen Investitionen.
Über alle Verkehrsträger hinweg betrachtet, bildeten die Aufwendungen für die Verkehrsmittel mit 59% den mit Abstand grössten Kostenblock. Der Unterhalt und der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur waren 2015 für 17% der Gesamtkosten verantwortlich, die Verkehrsunfälle für 12% und die verkehrsbedingten Umwelt- und Gesundheitsschäden für 13%.
Die Allgemeinheit zahlt mit
Bezahlt respektive getragen werden die Kosten nicht nur von den Nutzenden selbst, sondern auch vom Staat und von der Allgemeinheit, das heisst von unbeteiligten Personen, die unter den negativen Auswirkungen des Verkehrs zu leiden haben. Den höchsten Anteil an Nutzerfinanzierung konnte mit 86% die Strasse verzeichnen. Gleichwohl entstanden der Allgemeinheit durch den Strassenverkehr im Jahr 2015 Kosten in Höhe von 8,6 Milliarden Franken – zurückzuführen auf Unfälle sowie verkehrsbedingte Umwelt- und Gesundheitsschäden. Somit belastete der Strassenverkehr die Allgemeinheit fast vier Mal so stark wie alle anderen Verkehrsträger zusammen.
Der Schienenverkehr wird zur Sicherstellung einer flächendeckenden Grundversorgung und mit dem Ziel, die Verkehrsströme von der Strasse auf die Schiene zu verlagern, staatlich unterstützt. Bund, Kantone und Gemeinden übernahmen dabei 2015 mit 4,7 Milliarden Franken annähernd so hohe Kosten wie die Fahrgäste selbst (5,0 Mrd.). Im Fünfjahresvergleich konnte der Staat seinen Finanzierungsanteil jedoch um 2 Prozentpunkte auf 43% senken, was im Gegenzug zu einem Anstieg der Nutzerfinanzierung auf 46% führte. Im Luftverkehr kamen die Passagiere über die Ticketpreise für 81% der Gesamtkosten auf. Die verbleibenden 1,1 Milliarden Franken mussten von der Allgemeinheit getragen werden – überwiegend in Form von Umweltschäden.
26 Milliarden Franken für die Personenwagen
Allein 26,1 Milliarden Franken gaben Herr und Frau Schweizer 2015 für die Anschaffung, den Betrieb und den Unterhalt der Personenwagen aus. Das entsprach durchschnittlich 46 Rappen für jeden in der Schweiz zurückgelegten Fahrzeugkilometer. Werden die von den Personenwagen verursachten Infrastruktur- und Unfallkosten sowie die Umwelt- und Gesundheitsschäden noch dazugezählt, ergeben sich Gesamtkosten von 79 Rappen pro Autokilometer. 2010 hatte dieser Wert noch 85 Rappen betragen. Der Rückgang ist in erster Linie tieferen Unfallkosten zu verdanken.
Starker Kostenanstieg bei den Lieferwagen
Durch den Güterverkehr entstanden im Jahr 2015 Gesamtkosten von 20,9 Milliarden Franken, wovon der Strassenverkehr 18,6 Milliarden und der Schienenverkehr 2,2 Milliarden verursachte. Auffallend ist, dass sich der Verkehr mit leichten Strassengüterfahrzeugen – meist Lieferwagen – seit 2010 um 18% verteuerte, während die Kosten des schweren Güterverkehrs mit Lastwagen und Sattelschleppern in etwa gleich blieben (+1%). Grund dafür ist die starke Verkehrszunahme im Lieferwagenbereich.
Günstige Transporte auf dem Rhein
Für das Jahr 2015 wurden erstmals auch die Kosten der Güterschifffahrt auf dem Rhein berechnet. Diese beliefen sich auf 144 Millionen Franken. Aufgrund der grossen Tonnagen und der tiefen Infrastrukturkosten lagen die Kilometerkosten der Rheinschifffahrt mit 7 Rappen pro Gütertonne weit tiefer als bei Transporten per Schiene (17 Rappen) oder mit schweren Strassengüterfahrzeugen (55 Rappen). Allerdings sind Rheinschiffe nur für Transporte im Import- und Exportbereich einsetzbar.
Klimaschäden: Strasse übertrifft Luftverkehr
Zu den verkehrsbedingten Umwelt- und Gesundheitskosten von Total 11,8 Milliarden Franken trug der motorisierte Strassenverkehr mit 89% bzw. 9,5 Milliarden Franken den Löwenanteil bei. 3,3 Milliarden Franken davon waren auf die Luftschadstoffemissionen des Strassenverkehrs zurückzuführen, weitere 2,2 Milliarden auf den Lärm und 1,6 Milliarden auf Klimafolgekosten aufgrund von Treibhausgasemissionen. Die Klimakosten des Strassenverkehrs waren damit in absoluten Zahlen rund doppelt so hoch wie jene des Luftverkehrs (0,8 Mrd.). Anteilsmässig fielen die Klimaschäden im Luftverkehr jedoch weitaus stärker ins Gewicht (13% gegenüber 3% im Strassenverkehr).
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