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«Die Klarinette muss wie ein Örgeli laufen», meint Walter Grimm. In seiner Werkstatt werden wir Zeuge, wie er einer Klarinette neue Pölsterchen einsetzt. «Damit eine Klappe luftdicht schliesst, müssen abgenutzte Polster ab und zu ersetzt werden.»
Die Klarinette hat einen würzigen Ton, der das Herz berührt. Der klare Ton mit einem leichten Seidenfaden ist weder spitzig noch dumpf, aber etwas kernig.
Walter Grimm arbeitet mit einer Lupe, weil die Einzelteile sehr fein sind. Auf seinem Pult steht ein Hilfsmittel, das an «Aladin und die Wunderlampe» erinnert: eine kleine Öllampe mit einem brennenden Docht. Über der Flamme wird der Klebstoff erwärmt, damit das Polster vor dem Andrücken korrekt ausgerichtet werden kann.
Die breite Klangfarbe einer Klarinette
Feuer und Flamme ist auch der Instrumenten-Reparateur selber. Beschreibt er den Klang der Klarinette als Instrument in der Volksmusik, wird seine Sprache so blumig wie wenn ein Weinkenner eine Kostprobe beschreibt.
In der Volksmusik seien die Töne einer Klarinette nicht «spitzig, sondern würzig und etwas kernig». Anders beim Blasorchester: Da produziere die Klarinette als Ausgleich zu Fagott und Querflöte ein weicheres Klangbild.