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Ausgehend vom Paradigmenwechsel der (negativen) Robinsonade, den William Golding 1954 mit «Herr der Fliegen» begründet hat, untersucht die Autorin eskalierende Inselszenarien der aktuellen Jugendliteratur. Im Spannungsfeld von Robinsonade, Utopie und Dystopie werden die Wechselwirkungen von Isolation, Eskalation, Identität und Kollektiv dargestellt und in Auslöser, Indikatoren und Formen der Eskalation differenziert.
In den dargestellten Texten stehen «insula amoena» und «insula terribilis» – zivilisiert und wild – einander antagonistisch gegenüber. Die Entscheidung zugunsten des «beast within» wird durch psychische und physische Degeneration der Figuren deutlich und durch die textimmanente Tabula rasa begründet. Dabei wird dem romantischen Verständnis des wilden Kindes, dessen Urzustand mit dem Naturzustand der Insel korrespondiert, eine Absage erteilt, es weicht einem barbarischen Menschenbild. Die jugendliterarische Insel ist so kein Ort mehr der Utopie, sondern der Eskalation.