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Faustregel zum Schätzen der Punktzahl
Die Faustregel, Trumpfkarten x 2 plus jedes weitere As 11 Punkte, bewährt sich in
der Regel. Das heisst, die Trümpfe zählen 62 Punkte x 2 = 124 plus 3 (Asse) x 11 =
33, ergibt ein Total von 157 Punkten. Diese Regel kann jedoch nicht immer
angewendet werden. Hat man zum Beispiel von Trumpf König, Ober (Dame), 8, 7
und 6, beträgt die geschätzte Punktzahl nicht nur 14, sondern zirka 40 Punkte. Man
sollte sich immer wieder daran erinnern, dass es viel einfacher ist, leicht offensiv zu
spielen. Es hat auch keinen Sinn, erst am Schluss seine Punktzahl erreichen zu
wollen, denn vielleicht hat ein Mitspieler am Schluss nur noch Trümpfe und so kann
man dadurch stichlos ausgehen.
Da der Differenzler als fairste Jassart bezeichnet wird, sollte man sich auch
dementsprechend verhalten. Es zahlt sich in der Regel nicht aus, wenn man seinen
Mitspielern die gute Ausgangslage absichtlich «vermiest». Vielleicht ist man
am nächsten Turnier in der gleichen Lage und dankbar, wenn fair gespielt wird!
Im Grunde genommen ist es verpönt, wenn man bei Spielbeginn das Nell oder
Trumpfas absticht. Eine Regel dafür besteht jedoch nicht, aber trotzdem ist es
eine gewisse «Ehrensache» unter den Jassern. Man bedenke, dass mit dem Nell
eine Punktzahl von zirka 28 und dem Trumpfas eine solche von 25 einkalkuliert
wurde.
Normalerweise ist es nicht ratsam, das Spiel mit Trumpf zu eröffnen. Die
Mitspieler werden so ihrer Stechmöglichkeiten beraubt. In den meisten Fällen
sind grosse Differenzen die Folge. Selbstverständlich nimmt man jedoch seinen
Vorteil wahr. Bei einem Nullerspiel mit 2 Trümpfen ist es eher vorteilhaft, mit
Trumpf zu eröffnen, damit man am Schluss nicht noch den letzten Trumpf besitzt.
Beim Schätzen der Punktzahl sollte man auch die Situation seiner Mitspieler
berücksichtigen.
Hat man genügend Punkte, besitzt aber von einer Farbe noch Ober (Dame) und
die 6, lohnt es sich in den meisten Fällen, ein Risiko einzugehen und zuerst den
Ober (Dame) zu spielen.
Sticht man jemandem einen Stich ab, mit dem er offensichtlich gerechnet hat,
kann ohne weiteres eine «gefährliche» Karte ausgespielt werden. In der Regel
wird sie gestochen!
Es ist wichtig, dass man auf die geschätzte Punktzahl spielt. Schätzt man zu tief,
muss man immer «tauchen» und ist zuletzt nur noch im Besitze von Stechkarten.
Es sei darum nochmals erwähnt, dass es einfacher ist, offensiv zu spielen.
Vorteilhaft ist es, wenn man die gelaufenen Punkte seiner Gegner mitzählt und
weiss, wie viele Trümpfe bereits gespielt worden sind. Die eigenen Punkte dürfen
immer nachgezählt werden.
Zu Beginn eines Spiels ist nicht leicht zu beurteilen, ob zu viele oder zu wenig
Punkte geschätzt worden sind. Wird am Anfang jedoch frisch drauflos gestochen,
kann man annehmen, die Ansage sei eher zu hoch oder optimal. Sticht der
Trumpfbanner (Zehner) einen fetten Stich von 25 Punkten, wurde in der Regel
mehr als 157 Punkte geschätzt. Da muss man sich vorsehen, dass man auf seine
Punktzahl kommt. Wenn alle «tauchen», ist die Ansage zu tief. Es kann aber
auch sein, dass ein Spieler viele Trümpfe hat, einige Stiche laufen lässt und zuletzt
den Rest erspielen will.
Nun hoffen wir, dass du nach diesen Differenzler-Jass-Tipps den Schritt an unsere
Jassturniere regelmässig wagen wirst. Bei uns sind alle Neueinsteiger und weniger
geübte Differenzler-JasserInnen herzlich willkommen. Denke daran: Es ist noch kein
Meister vom Himmel gefallen!
In diesem Sinne hoffen wir, dich bald in einer unserer Sektionen bei Jassanlässen
begrüssen zu dürfen.