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Der Morgen begann mit einer Enttäuschung. Ich war daran, einen Beitrag für den Blog zu schreiben, als das Computernetzwerk streikte. Der Beitrag war weg. Entmutigt ging ich in mein Zimmer und betete. Innerlich plante ich um. Ich begann mit Übungen für meinen Körper und nahm mein Notizbuch hervor. Dann fuhr ich weiter mit einer Skizze meiner Predigten und Vorträge in den nächsten Monaten.
Mitten in der Beschäftigung wurde ich von meinem Sohn unterbrochen. Er verstand eine Matheaufgabe nicht. Ich versuchte ihm zu erklären, wie er die Lösung anpeilen könnte. Vergeblich. Ich fragte nach: "Was verstehst du nicht?" Er zeigte mir auf eine Ziffer und meinte: "Da muss eine Null stehen." Ich schüttelte den Kopf und nahm den zweiten Anlauf. Etwas ausführlicher. Ich merkte, dass er es noch nicht verstanden hatte. Erneut fragte ich: "Was verstehst du nicht?" Er zeigte wieder auf die Ziffer und wiederholte: "Hier muss eine Null stehen." Ich spürte den Ärger und betete. Dann begann ich vorne – mit einer anderen Strategie. Ich merkte, dass er noch immer bei seiner Null steckte. Er kam aus seiner Sackgasse nicht heraus, weil er auf seiner vorgefassten Idee beharrte. Ich liess ihn ein Blatt Papier holen und unternahm den nächsten Versuch. Wieder fruchtete es nicht. Innerlich wandte ich mich erneut an meinen himmlischen Vater. Plötzlich kam mir eine Idee. "Du willst hier unbedingt eine Null haben stehen, stimmt's?" Er nickte. "Und jetzt denkst du, dass du es nie verstehen wirst?" Er nickte wieder. Bekümmert schaute er mich an. "Ja, das schaffe ich nicht." Ich stimmte ihm zu. "Wenn du dich in deine eigene Idee verbeisst, dann klappt es wirklich nicht. Du wirst es nicht schaffen." (Viele Schüler, die in Mathematik scheitern und abhängen, bleiben genau bei diesem Punkt hängen.)
"Möchtest du einen anderen Weg gehen?" Zögernd nickt mein Sprössling. Das Vertrauen, aus dem eigenen Weg mit dem eigenen Gesetz auszusteigen, scheint nicht viel versprechend. Es ist angenehmer, im eigenen Vorgehen zu verharren. Der neue Weg ist unsicher. Er wird Widerstand und Anstrengung mit sich bringen. "Es geht also nicht darum, dass du dein eigenes Gesetz dem Gesetz Gottes überstülpst." Verwundert schaut er mich an. Ich merke, wie sich in mir ein weiter Raum auftut. Ich habe selbst mit Gottes Hilfe ein inneres Hindernis übersteigen können. "In der Mathematik gilt es, Gottes Gesetz zu entdecken. Wir können ihn bitten, dass er uns sein Gesetz zeigt." Er lächelt. Ich glaube, er hat eine Idee bekommen von einer anderen Vorgehensweise. Mathematik bedeutet, Gottes Gesetzen auf die Spur zu kommen. Es ist nicht das Gesetz des Vaters oder des Lehrers. Es geht um eine objektive Grösse, die Gott in seine Schöpfung hineingelegt hat. Wir müssen uns den Zahlen unterstellen, die auf dem Blatt geschrieben sind. Natürlich weiss ich, dass die Hirnreife des Kindes einen bestimmten Entwicklungsstand erreicht haben muss, damit es die Aufgabe überhaupt angehen kann. Eine zweite, sehr wichtige Komponente ist jedoch der Eigenwille des Kindes. Möchte es sich den Vorgaben Gottes unterstellen?
Ich habe mich sehr oft gefragt, wie wir gerade in den exakten Wissenschaften den Blick des Kindes auf die Grösse Gottes lenken können. In der Biologie oder der Astronomie fällt uns das leichter. Es geht um angewandte Aufgabenstellungen. Für mich war es ein Erlebnis, in einer rein denklogischen Aufgabe den Gottesbezug herstellen zu können. Halleluja!