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Die Moschee – Ein Ort des Friedens
Das arabische Wort für “Moschee” lautet “Masjid“, was auf Deutsch heisst: “Ort der Niederwerfung”. Mit “Niederwerfung” ist jene Haltung im islamischen Gebet gemeint, in welcher der Gläubige mit seiner Stirn (sowie Händen, Knien und Füssen) den Boden berührt, als Zeichen seiner vollkommenen Hingabe an den Willen Gottes. Somit ist eine Moschee ein Gotteshaus, gebaut mit der Absicht, einen würdevollen Rahmen für das gemeinsamen Gebet der Muslime (ein Wort, das auf Deutsch: “Gottergebene” heisst) einer Ortschaft zu bieten.
In der Moschee treffen sich die Muslime hauptsächlich zu den vorgeschriebenen Gebetszeiten, also fünf Mal täglich, d. h. vor Sonnenuntergang, Mittags, nachmittags, nach dem Sonnenuntergang und abends, insbesondere aber auch zum Freitagsgebet. Der Freitag ist ein heiliger Tag für die Muslime. Zum Freitagsgebet versammeln sich die Muslime, Männer und Frauen, am frühen Nachmittag in der Moschee, um der Predigt eines Imams zuzuhören, der ihnen moralische und spirituelle Lehren vermittelt. Anschliessend an die Predigt findet anstelle des Mittagsgebet ein gemeinsames Gebet statt.
Über den Sinn einer Moschee sagte das derzeitige Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Hadhrat Mirza Masroor Ahmadatba, in London anlässlich der Eröffnung der grössten Moschee Westeuropas (Baitul Futuh Moschee in London):
“Der Islam lehrt uns, stets aufmerksam zu sein hinsichtlich Gottes, Der unser Schöpfer ist und das Gedanken Seiner immer frisch in unseren Herzen zu halten und mit seiner Schöpfung liebenswürdig, herzlich, harmonisch und tolerant umzugehen. Dies ist die Gesamtsumme der Lehre, die uns durch Muhammad, den Heiligen Propheten des Islams, Segen und Frieden Allahs seien auf ihm, gegeben wurde. Wenn also dies die Lehre dieser Religion ist, wie können dann Slogans des Hasses von den Spitzen Seiner Moscheen gerufen werden, wenn jene doch als Orte der Anbetung für Seine Gefolgsleute gedacht sind? Ein wahrer Muslim kann niemals seine Stimme hasserfüllt gegen seine Mitbürger erheben, noch gegen die herrschende Autorität oder Regierung der jeweiligen Zeit. Wie ich bereits sagte, ist der Mensch für zwei Zwecke geschaffen worden, und diese sind, dass der Mensch den Einen und Einzigen Gott verehren und sich freundlich gegenüber Gottes Schöpfung verhalten sollte. Um diese beiden Ziele zu erfüllen, werden Moscheen gebaut.“
Ausserhalb der Gebetszeiten können sich die Muslime in der Moschee auch versammeln, um wichtige religiöse Fragen zu besprechen. So ist die Moschee auch der Ort, an dem sich die jungen bzw. älteren Männer, Frauen und Kinder versammeln, um sich weiter zu bilden. Sie erlernen hier zum Beispiel die islamischen Gebete, den Heiligen Koran zu lesen oder religiöses Wissen zu erlangen.
Aber nicht nur Muslime dürfen eine Moschee betreten. Jeder Mensch, ob Mann oder Frau, der in einer unserer Moscheen beten, meditieren oder sich ausruhen möchte, ist herzlich willkommen. Regelmässig werden in unseren Moscheen auch öffentliche Veranstaltungen durchgeführt, etwa “Interreligiöse Dialoge”, zu denen Pfarrer und Geistliche anderer Religionen eingeladen werden, oder es finden Informationsveranstaltungen statt. Etwa anlässlich des “Tages der Offenen Moschee”.
Die Architektur
Die Ahmadiyya Muslim Jamaat strebt einfache aber funktionale Moscheen an. Prunkvolle Moscheen mit einer überwältigenden Fassade aber mit leeren Gebetsräumen sind nicht Sinn der Sache. Im Gegenteil, wir möchten bescheidene Moscheen errichten, welche sich aber gleichzeitig im jeweiligen Stadtbild einfügen. Grundsätzlich wird die Moschee gen Mekka ausgerichtet, d. h. für die Bundesrepublik gilt eine südöstliche Ausrichtung.
Gemäss der Mitgliederzahl der Muslime, welche in unmittelbarer Nähe zur zukünftigen Moschee leben, wird die Moscheegrösse bestimmt. Als Grundausstattung einer Moschee gelten zwei Gebetsräume mit gekoppelten Sanitärbereichen, getrennte Eingangsbereiche für Frauen und Männer und einem Technikraum. Je nach Bedarf kann die Moschee auf folgende Räumlichkeiten erweitert werden: Büro- und Verwaltungsräume, Bibliothek, Küche und Wohnung für den Hausmeister oder den Imam.
Entsprechend der Grundstücksgrösse bauen wir unsere Moscheen ein- oder zweigeschossig. Minarett und Kuppel haben einen rein symbolischen Charakter und dienen der Erkennung der Moschee. Es wird kein Gebetsruf vom Minarett ausgerufen und die Höhe des Minaretts variiert zwischen 10 und 17 Metern. Benötigte Parkplätze werden auf dem Grundstück angeboten.
Beim Gebet wenden sich die Gläubigen zur Kaaba hin, die in Mekka liegt. Grundsätzlich sollte die Moschee ein Ort sein, auf den jener Vers des Heiligen Korans zutrifft, der sich auf die Kaaba, das erste Gotteshaus der Menschheit, bezieht:
“Wer es betritt, hat Frieden” (3:98)
In diesem Sinne ist jede rechtschaffen erbaute und von wahren Muslimen besuchte Moschee ein Ort des Friedens.