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Nach dem drittwärmsten Dezember und Januar folgte der zweitwärmste Februar, im Schnitt war der Winter in der Schweiz 0.7 Grad warm. Nur ganz selten lag ein Schäumchen Schnee im Flachland, der Winter fiel dieses Jahr aus. Warum?
Die Antwort findet sich hoch oben über dem Nordpol. Dort, in 10 bis 30 km Höhe, herrscht im Winter der «Polare Stratosphärenwirbel»; er wirbelt im Gegenuhrzeigersinn um den Nordpol herum, ist also ein Westwind. Dieser Wirbel schnürt die kalte Luft am Nordpol ein, sodass sie nicht nach Süden ausbrechen kann.
Der Polare Stratosphärenwirbel bildet sich immer am Ende des Sommers und hält unterschiedlich lange. Manchmal wird er im Winter geschwächt, dann kann die kalte Luft nach Süden ausbrechen, dann wird es bei uns kalt. Diesen Winter aber blieb der Wirbel den ganzen Winter intakt und stark, manchmal sogar aussergewöhnlich stark. Darum fehlten Kaltluftausbrüche diesen Winter fast völlig.
Warum war er stark?
Um den Wirbel aufzubrechen oder zu schwächen, gibt es mehrere Mechanismen: Eine Wetterlage, die den Wirbel schwächen kann, ist das Skandinavien-Hoch und gleichzeitig ein Grönland-Tief. Aber diese Lage suchten wir diesen Winter vergeblich auf der Wetterkarte.
Im Gegenteil, Südskandinavien erlebte ebenfalls einen Schnee-losen Winter. Ganz anders im Norden, quasi unter dem Stratosphärenwirbel: Finnisch Lappland hatte an manchen Orten doppelt soviel Schnee wie sonst. Und Norwegen bekam rund 70% mehr Niederschlag als sonst: Die zahlreichen Weststürme zeigen sich also in der Statistik.
Ozonloch öffnet sich
Und nun im Frühjahr sehen wir eine weitere Folge des ungewöhnlichen Winters: Über dem Nordpol öffnet sich gerade ein Ozonloch.