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Empfehlungen der europäischen Wissenschaftsakademien zu Biosicherheit
Vor dem Hintergrund von Experimenten mit dem Influenza-Virus H5N1, auch als Vogelgrippe bekannt, empfiehlt ein Synthesebericht des European Academies Science Advisory Council (EASAC) Massnahmen an die Adresse der Forschenden, der Forschungsinstitutionen und -förderer sowie nationalstaatlicher Akteure zur Gewährleistung der Sicherheit der Bevölkerung vor gefährlichen biologischen Agenzien.
Durch experimentelle Veränderungen einzelner Gene können Organismen zusätzliche Funktionen erhalten ("gain of function"), was beispielsweise bei der Erforschung von Krankheitserregern und der Entwicklung entsprechender Arzneimittel von Nutzen ist. Solche Laborarbeiten gelangten in der jüngeren Vergangenheit infolge von Experimenten zur Vogelgrippe (Influenza-A-Virus H5N1) ins Blickfeld öffentlichen Interesses. Diese Untersuchungen, die auf ein besseres Verständnis zur Übertragbarkeit dieses Virus zielten, waren kontrovers, da sie Bedenken hinsichtlich ihrer Sicherheit und ihres Missbrauchspotentials auslösten. In Abwägung der bekannten Elemente äussert sich der EASAC-Bericht deshalb zu kritischen Aspekten wie der Nutzen-Risiko-Abwägung von solchen Forschungsarbeiten, der Verantwortung und Selbstregulierung der Wissenschaft, der Rolle von Beratungsgremien sowie der Veröffentlichung sensitiver Informationen.
Als Verband nationaler Wissenschaftsakademien der EU-Mitgliedstaaten, der Schweiz und Norwegens berät EASAC die politischen EU-Gremien zu Themen mit wissenschaftlicher Relevanz. Die von den Akademien der Wissenschaften Schweiz nominierte Biosicherheitsexpertin Ursula Jenal arbeitete am hier vorliegenden EASAC-Bericht als Autorin mit.
ISBN: 978-3-8047-3481-4
Jahr: 2015