Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03607.jsonl.gz/331

Die Marienkirche im schleswig-holsteinischen Lübeck war im 17. und frühen 18. Jahrhundert eines der wichtigsten kirchenmusikalischen Zentren im deutschsprachigen Raum. Hier wirkten nacheinander Franz Tunder (1614-1667) und Dietrich Buxtehude (1637-1707), deren überlieferte Werke bis heute begeistern.
Buxtehudes siebenteiliger Kantatenzyklus „Membra Jesu nostri“ zählt zu den eindrücklichsten Zeugnissen der musikalischen Meditation des Leidens Christi: Auf Basis von Texten des mittelalterlichen Mystikers Arnulf von Löwen wird in faszinierend schönen Ensemblesätzen und Arien der von Verletzungen gezeichnete Leib Christi vom Kopf abwärts bis zu den Füßen hingebungsvoll betrachtet und geehrt.
Franz Tunders Choralbearbeitung „An Wasserflüssen Babylon“ widmet sich der ersten Strophe des gleichnamigen, auf Psalm 137 basierenden Liedes: Ein von Motiven der Choralweise durchzogener fünfstimmiger Streichersatz begleitet einen Solo-Sopran, der die expressiv und textnah verzierte Liedstrophe in sehr ruhigem Metrum als Klagegesang vorträgt.
Es musizieren in einfacher Vokal- und Instrumentalbesetzung die professionellen Sängerinnen und Sänger der „Cappella Vocale“ sowie die Instrumentalistinnen und Instrumentalisten des „Collegium Instrumentale“ der Kathedrale St.Gallen unter der Leitung von Michael Wersin.