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Dass sogar die Regierung Bush langsam auf einen Klimaschutzkurs einschwenkt, nützt den Produzenten von Bioethanol in den USA derzeit recht wenig. Der Ethanolpreis ist in den letzten Monaten aufgrund eines Überangebots um 30% gefallen. Der Preis für den Hauptgrundstoff Getreide ist dagegen gestiegen. Das schmälert nicht nur die Gewinne der Ethanolproduzenten; einige bringt es an den Rand des Ruins.
Das jedoch könnte für Konzerne wie Archer-Daniels-Midland (ADM), einen der grössten Ethanolhersteller in den USA, von Vorteil sein. ADM und andere grosse Ethanolunternehmen könnten zwar gezwungen sein, ihre Produktion zurückzufahren, aber sie werden den Sturm wahrscheinlich überstehen. Kleineren Produzenten könnte es schlechter ergehen, sie könnten von grösseren geschluckt werden.
Der Abschwung zeigt das Vertrauen dieser Industrie auf die
politische Unterstützung aus Washington durch Steuergutschriften für Ethanolproduzenten und Zölle auf importiertes Ethanol. Aufgrund des angespannten und unberechenbaren weltweiten Ölmarkts forciert die Bush-Administration Ethanol als Ergänzung und Ersatz für Benzin. In der anstehenden Energiegesetzgebung versuchen Ethanolunternehmen durchzusetzen, dass die Raffinerien mehr Biosprit abnehmen müssen. Die Nahrungsmittelindustrie hingegen will den Gesetzgeber dazu bringen, sich zurückzuziehen.
Die Vergabe von Fördermitteln für die Ethanolproduktion hat aufgrund der erhöhten Nachfrage nach Getreide indirekt zur Erhöhung der Lebensmittelpreise geführt. «Wahrscheinlich wird es noch schlimmer, bevor es wieder besser wird», meint Brain Bolster, Vice President Investment Banking bei Goldman Sachs. Langfristig sieht er die Zukunft der
Ethanolindustrie aber optimistisch.