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Durch die Globalisierung ist die Welt kleiner geworden, dennoch legen Lebensmittel mehrere Kilometer weiter zurück als noch vor einigen Jahrzehnten, bevor sie in unseren Regalen landen. Produkte mit kurzer Lieferkette" stellen eine positive Antwort auf dieses scheinbare Paradoxon mit schädlichen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft dar.
Während sich das Phänomen der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Integration zwischen verschiedenen Gebieten der Welt allmählich in der Realität, in der wir leben, durchgesetzt hat, hat die moderne Handelspolitik Produzenten und Konsumenten geografisch immer weiter voneinander entfernt. Getreide, Obst und Gemüse werden oft an einem Ort geerntet, an einem anderen gewaschen und verarbeitet, in einer Anlage an einem anderen Ort verpackt und schließlich an den Großhandel geliefert. Erst nach langen logistischen Reisen können sie endlich in unseren Supermärkten erscheinen. Diese Dynamik hat zu einem schwindelerregenden Anstieg der Zahl der Fahrzeuge geführt, die für den Transport von Lebensmitteln eingesetzt werden: Riesige Handelsschiffe fahren täglich zwischen den internationalen Häfen und riesige Lastwagen mit Anhängern verstopfen unsere Autobahnen. All dies führt zu erheblichen Umweltauswirkungen, nicht nur in Bezug auf die CO2-Emissionen, die erste Ursache für die fortschreitende globale Erwärmung des Planeten, die inzwischen von der wissenschaftlichen Gemeinschaft als eindeutig definiert wurde (IPCC 2013), sondern auch in Bezug auf die Ausbreitung von Schadstoffen, den Energieverbrauch, den zunehmenden Verkehr usw. Um einige Zahlen zu nennen: Bereits im Jahr 2011 verbrauchte der Verkehrssektor mehr als die Hälfte aller weltweit produzierten und verwendeten Kraftstoffe auf Erdölbasis und trug damit etwa 22,6 % zu den Kohlendioxidemissionen (entspricht etwa 6,5 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr) und 27 % zu den Emissionen aller Treibhausgase bei (IEA, 2011). In Europa legen die wichtigsten Lebensmittel durchschnittlich 2.000 km zurück, bevor sie auf unseren Tischen landen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Je länger die Strecke ist, die Lebensmittel zurücklegen, bevor sie auf unseren Tisch kommen, desto größer sind die negativen Folgen für Umwelt und Gesellschaft. Wenn es sich also nicht um ein exotisches Lebensmittel handelt, das in unseren Breitengraden nicht angebaut werden kann, ist die Entscheidung für lokale Produkte, die in der Nähe der Orte verkauft werden, an denen sie produziert werden, definitiv die beste Option.
In einer immer kleiner werdenden Welt bleiben wir nah an unseren Produzenten, was auch für unseren Planeten eine logische Entscheidung ist.
Albedo Bettini, MSc en Géociences de l'Environnement, UNI Lausanne.