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Vorbemerkung:
Grundsätzlich gewährleistet nur eine Matura mit Latein (1) – alternativ ein korrekt attestierter Latinumsabschluss – dass Sie die Voraussetzungen für ein Studium, in welchem Latein verlangt wird, erfüllen und keine Sprachkurse mehr zu besuchen bzw. Sprachprüfungen zu bestehen brauchen. Fragen zum Umfang der in Ihren Studienfächern geforderten Lateinkenntnisse klären Sie, bitte, mit der zuständigen Fachstudienberatung. Gleiches gilt für die Anrechnungsmodalitäten.(2) Die Kurse selbst können nach Rücksprache mit den Dozierenden auch ohne Immatrikulation besucht werden bzw. stehen Auskultanten offen. Wer nicht immatrikuliert ist, kann freilich keine Prüfungen ablegen.
KURSE:
Die Lateinkurse I-III verteilen sich über drei Semester, wobei die Kurse I und III nur im Herbstsemester angeboten werden, der Kurs II nur im Frühjahrssemester. Die Abschlussprüfung eines jeden Kurses muss bestanden sein, damit der nächsthöhere Kurs besucht werden kann. Es wird empfohlen – ist aber nicht obligatorisch –, die Kurse innerhalb von drei aufeinanderfolgenden Semestern zu absolvieren.
Lateinkurs I:
Der gemeinsame Lateinkurs I der Theologischen und der Philosophisch-historischen Fakultät findet nur im Herbstsemester statt und legt die grammatischen Grundlagen anhand eines Lehrbuchs. Die gesamte lateinische Grammatik wird behandelt und ein Grundwortschatz von ungefähr 800 Wörtern gelernt. Die gelesenen Texte stammen mehrheitlich aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert und eignen sich gleichermassen für ein theologisches wie auch ein geisteswissenschaftliches Studium. Sie geben Einblicke vor allem in die antike Welt, ausserdem in Mittelalter und Humanismus.
Lehrmittel (in der jeweils aktuellen Auflage):
Lateinkurs II:
Der Lateinkurs II findet nur im Frühjahrssemester statt und wird doppelt geführt: Sie haben die Wahl zwischen einem von der Theologischen und einem von der Philosophisch-historischen Fakultät angebotenen Kurs. Beide Kurse sind grundsätzlich gleichwertig und werden auch in der jeweils anderen Fakultät anerkannt. Zusammen vermitteln die Lateinkurse I und II so viele Kenntnisse in Morphologie, Syntax und Vokabular, dass damit im Prinzip ein Zugang zu allen lateinischen Texten möglich wird.
Im theologischen Lateinkurs II werden theologische Basistexte (aus Antike, Mittelalter und Neuzeit) gelesen; nur dieser Kurs endet mit der Prüfung des sogenannten "Theologischen Latinum". Der auf das Christliche fokussierende Lateinkurs II der Theologischen Fakultät eignet sich besonders für Studierende der Theologie, der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte; er steht aber grundsätzlich allen Studierenden offen.
Der Lateinkurs II der Philosophisch-historischen Fakultät dient der Repetition und Vertiefung der Grammatik und des Vokabulars sowie der Einführung in die Lektüre von Originaltexten. Grundsätzlich sollen verschiedene Reden Ciceros in Auszügen gelesen und in den weiteren biographischen, historischen und rhetorischen Kontext eingeordnet werden (evtl. anhand von weiteren Originaltexten, vornehmlich von Cicero selber). Auf Wunsch der Teilnehmenden kann statt Auszügen aus verschiedenen Reden auch eine einzige Rede Ciceros im Vordergrund stehen (z.B. eine Catilinaria, die Miloniana, pro Marcello, de imperio Cn. Pompei…). Dieser Kurs bereitet direkt auf den Lateinkurs III vor, nach dessen Absolvierung das schweizweit anerkannte Latinum abgelegt werden kann. Der philosophisch-historische Lateinkurs II eignet sich grundsätzlich für alle Studierenden.
Lateinkurs III:
Der Lateinkurs III schliesst neben Prosa auch Dichtung mit ein. Schwerpunktmässig wird – neben Cicero – vor allem Vergil behandelt. Im Vordergrund steht neben dem grammatisch genauen Übersetzen und Verstehen auch das metrische Lesen der behandelten Texte sowie die Vermittlung eines Basiswissens zum lateinischen Hexameter. Der Lateinkurs III kann auf Wunsch mit einem schweizweit anerkannten Latinum abgeschlossen werden.
PRÜFUNGEN:
Um Prüfungen ablegen zu können, müssen Sie immatrikuliert sein. Der Besuch der entsprechenden universitären Lateinkurse ist nicht unerlässliche Bedingung für das Absolvieren der jeweiligen Prüfung am Ende des Lateinkurses I, II oder III. Diese – ebenso wie auch die Latinumsprüfung – kann auch abgelegt werden, nach Rücksprache mit den Dozierenden bzw. Prüfenden, wenn die Lateinkenntnisse anderswo oder auf eine andere Art und Weise (beispielsweise durch Selbststudium) erworben worden sind. Die Prüfungen am Schluss der Kurse I und II sind jeweils nur die Zugangsvoraussetzung für das nächsthöhere Niveau (Ausnahme: Das "Theologische Latinum" nach dem Ende des theologischen Lateinkurses II). Nach der bestandenen 120-minütigen schriftlichen Prüfung am Schluss des Lateinkurses III kann optional noch eine mündliche Prüfung abgelegt werden, durch welche das schweizweit anerkannte Latinum, dessen Anforderungen sich an denen des Latinum Helveticum orientieren, verliehen wird.
Prüfung Lateinkurs I:
Die Prüfung am Ende des Lateinkurses I dauert 60 Minuten und besteht aus einem kurzen, ins Deutsche zu übersetzenden Prosatext im Schwierigkeitsgrad der leichteren Lehrbuchtexte sowie aus Einzelsätzen zu ausgewählten grammatischen Themen. Hilfsmittel sind nicht erlaubt. Gewichtet werden beide Teile gleich.
Prüfung theol. Lateinkurs II:
Die Prüfung am Ende des theologischen Lateinkurses II dauert 90 Minuten und besteht aus einem 60-80 Wörter umfassenden ins Deutsche zu übersetzenden Prosatext im Schwierigkeitsgrad der Legenda aurea des Jacobus de Voragine, der Vulgata oder des Caesarius von Heisterbach. Dazu sind Grammatikfragen zu ausgewählten Texten zu beantworten, die im Unterricht besprochen worden sind. Hilfsmittel sind nicht erlaubt. Gewichtet werden beide Teile gleich. Als dritte Note wird eine Erfahrungsnote gegeben, welche die Mitarbeit im Kurs beschreibt und nur zählt, wenn sie den Notendurchschnitt nicht senkt. In jedem Fall werden die Noten gleich gewichtet.
Prüfung phil.-hist. Lateinkurs II:
Die Prüfung am Ende des philosophisch-historischen Lateinkurses II dauert 90 Minuten und besteht aus einem kurzen ins Deutsche zu übersetzenden Text (Cicero) sowie aus Grammatikübungen. Gewichtet werden beide Teile gleich. Hilfsmittel sind nicht erlaubt.
Prüfung Lateinkurs III:
Die Prüfung, welche nach dem Lateinkurs III abgelegt werden kann, umfasst eine schriftliche und optional auch eine mündliche Teilprüfung. Wer den schriftlichen Teil besteht, hat den Kurs bestanden und erhält die entsprechenden Kreditpunkte. Auf Wunsch erfolgt dann die Zulassung zur mündlichen Prüfung. Wer auch letztere besteht, bekommt als freie Leistung – ohne zusätzliche Kreditpunkte – das schweizweit anerkannte Latinum verliehen, dessen Anforderungen sich an denen des Latinum Helveticum orientieren. Für die Latinumsnote wird der schriftliche Teil doppelt, der mündliche Teil einfach gewichtet. Beide Teile müssen mindestens mit der Note "genügend" beurteilt worden sein, damit das Latinum bestanden ist. Da die Latinumsprüfung aus zwei Teilen besteht, die als Einheit betrachtet werden, muss bei Nicht-Bestehen des mündlichen Teils auch der schriftliche Teil wiederholt werden. Freilich ohne dass dadurch die Note und die ECTS-Punkte aus der ursprünglichen schriftlichen Prüfung berührt würden; die zweite schriftliche Prüfung wird einfach mit der zweiten mündlichen Prüfung verrechnet und ergibt zusammen die Note für die freie und separat eingetragene Leistung "Latinum".
Der schriftliche Teil der Prüfung dauert 120 Minuten und besteht aus einer Klausur, bei der ein Text von Cicero von ungefähr 180 Wörtern aus dem Lateinischen ins Deutsche zu übersetzen ist. Hilfsmittel sind nicht erlaubt. An Vokabular wird vorausgesetzt: Das gesamte Lernvokabular des im Lateinkurs I verwendeten Lehrmittels, sowie G. Blochs gesamtes Lernvokabular zu Ciceros Reden (inkl. aller Stammformen der zu lernenden Verben), welches im Lateinkurs II der Philosophisch-historischen Fakultät verwendet und gelernt wird. Alle anderen Wörter werden in der Prüfung angegeben. Die gesamte Grammatik (Morphologie, Syntax) wird vorausgesetzt.
Der mündliche Teil der Prüfung dauert 15 Minuten. Er besteht aus einer im ganzen mehr erklärend-umschreibenden als strikt wörtlichen Übersetzung eines Textes in Hexametern von ca. 15 Versen Länge. Hinzu kommen Fragen zum Text, darüber hinaus auch zum Autor und seinem Werk. Die Fragen zum Text können alle Aspekte der Sprache (Grammatik, Vokabular, Stilfiguren…), die Metrik, sowie literatur- und kulturgeschichtliches Wissen betreffen. Der Text stammt aus einem von Prüfendem und Prüfling vorab definierten Corpus von ca. 400 Versen aus Vergils Aeneis. Er wird der Kandidatin oder dem Kandidaten 15 Minuten vor Prüfungsbeginn zur Vorbereitung ausgehändigt.
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(1) Latein als Schwerpunkt- oder als Grundlagenfach (obligatorisches Latein) wird stets anerkannt. Mit Erfolg besuchte fakultative Lateinkurse können je nach Höhe der Gesamtstundenzahl anerkannt werden – die konkrete Entscheidung im Einzelfall obliegt den entsprechenden Vertretern des gewählten Studienfachs.
(2) Ob die im Rahmen der universitären Lateinkurse erbrachten Leistungen (5 Kreditpunkte pro bestandenem Kurs) voll an Ihr Studium angerechnet werden können, oder nicht, erfragen Sie bei der für Sie zuständigen Studienberatung. Grundsätzlich gelten RSL Art. 9 Abs. 3: "Kreditpunkte für Lateinkurse werden in den Fächern, in denen Lateinkenntnisse Pflicht sind, als Zusatzleistungen extracurricular im Diploma Supplement ausgewiesen. Ausnahmen regeln die Studienpläne. [Fassung vom 30.9.2013]" und RSL Art. 9 Abs. 4: "In den Fächern, in denen keine Lateinpflicht besteht, können die entsprechenden Kreditpunkte an den Wahlbereich angerechnet werden. [Fassung vom 30.9.2013]".