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1847 beschlossen die radikal-liberalen Kräfte eine Kommission zur Revision des Bundesvertrags (Vorläufer der Bundesverfassung) zusammenzustellen. Als die Kommission im Februar 1848 ihre Arbeit aufnahm, herrschte folgende Ausgangslage: der Sonderbund war geschlagen, die Parlamente und Regierungen der meisten Kantone waren von radikal-liberalen Kräften dominiert. In der Kommission waren alle Kantone vertreten ausser Appenzell-Innerrhoden und Neuenburg.
Ulrich Ochsenbein (geb. vermutlich 11. November 1811 in Schwarzenegg BE; † 3. November 1890 in Port BE) war Offizier auf der Seite der radikal-liberalen und Anführer des zweiten Freischarenzugs. Ochsenbein war als Präsident der Verfassungskommission für die Ausarbeitung der Bundesverfassung zuständig. Er vertrat den Kanton Bern in der Bundesrevisionskommission.
Er gehörte zu den Befürwortern des Zweikammersystems nach amerikanischem Vorbild und der Einführung des demokratischen Prinzips auf Bundesebene. Laut Ochsenbein sollten die Kompetenzen des Bundes die Infrastruktur (Strassen, Eisenbahnen und Flusskorrekturen) und Hochschulen (Errichtung einer Universität und einer polytechnischen Hochschule) umfassen. Er befürwortete auch die bewaffnete Neutralität.
Im November 1848 wurde Ochsenbein Bundesrat. Er übernahm das Militärdepartement und unter ihm entstand das Bundesgesetz über die Militärorganisation, welches die Truppenordnung und den militärischen Unterricht regelte.
Aufgrund eines andauernden Streites mit Jakob Stämpfli, ebenfalls aus der radikal-liberalen Fraktion, war er der erste Bundestrat, der nicht wiedergewählt wurde.
Nachdem er sich dem französischen Heer angeschlossen hatte und ein Jahr später wieder freigestellt wurde kam er zurück nach Nidau, wo er sich ein Landgut kaufte. Er betätigte sich als Landwirt, Sachbuchautor und aktives Mitglied der Ökonomischen Gesellschaft. 1878 versucht Ochsenbein wieder in die Schweizer Politik zurückzukehren, was ihm aber nicht gelang.
Wilhelm Matthias Naeff (geb. 19. Februar 1802 in Altstätten SG; † 21.Januar 1881 in Muri bei Bern) war Jurist mit einer Anwaltspraxis. Als Regierungsrat in St. Gallen reformierte er den Strafvollzug, baute das Strassennetz aus und erkannte die Bedeutung der Eisenbahn.
Naeff vertrat den Kanton St. Gallen in der Bundesrevisionskommission. Er war sehr aktiv und setzte sich vor allem für die Schaffung eines gemeinsamen Schweizer Wirtschaftraumes ein. Er war überzeugt, dass nur eine geschlossen auftretende Schweiz vorteilhafte Handelsverträge mit anderen Staaten aushandeln könne.
Er wurde im November 1848 zum Bundesrat gewählt. Während seiner 27 Jahre dauernden Amtszeit war er ein Mal Bundespräsident. Er schuf ein dichtes Postnetz in der Schweiz und hat den Postverkehr mit dem Ausland verbunden. Der Aufbau eines Telegrafennetzes geht ebenfalls auf ihn zurück.
Daniel-Henri Druey (geb. 12. April 1799 in Faoug VD; † 29. März 1855 in Bern) war Rechtsanwalt und Philosoph. Er leitet auch die Zeitung «Nouvelliste Vaudoise», die liberal-radikale Zeitung der Waadt, und wurde später in den Grossen Rat gewählt. Er vertrat den Kanton Waadt in der Bundesrevisionskommission und war der französische Redaktor. Er wollte eine souveräne Schweiz, dass die Bundesversammlung auf dem Kopfzahlprinzip die Bevölkerung repräsentieren sollte. Er forderte einen einheitlichen Schweizer Wirtschaftsraum mit Aussenzöllen und die Abschaffung von Binnenzöllen. Die Vereinheitlichung von Geld, Mass und Gewicht aber auch eine zentralisierte Post war ihm ebenfalls ein Anliegen. Zusammen mit Ochsenbein, Munzinger und Kern spielte er eine wichtige Rolle bei der Installation der Volksinitiative.
Nachdem die Bundesverfassung in Kraft trat, wollte sich Druey aus der Bundespolitik zurückziehen, wurde dann aber überredet und zum Bundesrat gewählt. Druey war für das Justiz- und Polizeidepartement und später auch für das Finanzdepartement zuständig. Während seine Amtszeit beschäftige er sich intensiv mit der Flüchtlingspolitik, wo er heikle Situationen meisterte. Mitte März 1855 erlitt er einen Schlaganfall und starb im Amt.
Friedrich Frey-Herosé (geb. 12. Oktober 1801 in Lindau im Bodensee DE; † 22. September 1873 in Bern) war Unternehmer, aber auch Generalstabchef im Sonderbundskrieg auf der radikal-liberalen Seite. Politisch aktiv wurde Frey-Herosé erst mit 33 Jahren, nachdem sein Onkel gestorben war und er als Nachfolger in den Aargauer Grossen Rat gewählt wurde. Er vertrat den Aargau in der Bundesrevisionskommission. Ihm war das Thema Bildung wichtig, es sollten kompetente Lehrer vom Bund einheitlich ausgebildet werden. Er baute auch das Lehrerseminar im ehemaligen Kloster Wettingen auf.
Nach seiner Wahl in den Bundesrat übernahm er das Handels- und Zolldepartement, wo er die Abschaffung des veralteten Zollsystems mit einem Gewirr aus verschiedenen Binnenzöllen vorantrieb. Er schuf ein gesamtschweizerisches Aussenzollmodell. Auch schloss er mit zahlreichen Staaten verschiedene Handelsabkommen ab. Als Vertreter der Regierung eröffnete er die polytechnische Hochschule (heutige ETH Zürich). Nach zwanzig Jahren trat er aus dem Bundesrat aus und blieb bis zu seinem Tod Nationalrat.
Josef Munzinger (geb. 11. November 1791 in Olten; † 6.Februar 1855 in Bern) war ein Kaufmann aber auch Revolutionär. Er führte den Sturz der konservativen Regierung in Solothurn an. Nachdem er in Olten für die Fabrik seines Vaters arbeitete, wurde er politisch aktiv und schliesslich in den Grossen Rat gewählt. Munzinger war Mitglied einer Kommission, die den Entwurf einer «Bundesurkunde für die Schweizer Eidgenossenschaft» verfasste. Diese wurde zwar nicht umgesetzt, diente 1848 dann aber als Diskussionsgrundlage für die Bundesrevisionskommission.
In der Bundesrevisionskommission vertrat er den Kanton Solothurn. Für ihn war wichtig, dass sich der Bund nicht in Religion und Konfession einmischt, das sollten die Kantone regeln. Der Bund sollte einzig die Religionsfreiheit garantieren. Zusammen mit Ulrich Ochsenbein setzte er sich dafür ein, dass nur der Bund für die Aussenpolitik zuständig ist. Munzinger war mit Ochsenbein, Kern Druey zusammen massgebend daran beteiligt, dass das Instrument der Volksinitiative in die neue Bundesverfassung aufgenommen wurde.
1848 wurde er zum Bundesrat gewählt und ein Mal auch Bundespräsident. Sein Hauptverdienst als Bundesrat ist die Währungsreform. 1852 werden die Kantonsmünzen eingeschmolzen und der Schweizer Franken gepresst. Munzinger stirbt kurz nach seiner Wiederwahl zum Bundesrat.
Jonas Furrer (geb. 3. März 1805 in Winterthur ZH; † 25. Juli 1861 in Bad Ragaz SG) war einer der besten Anwälte in Zürich und Präsident des Grossen Rates. Die Konservativen entmachteten im Züriputsch von 1829 die Liberalen und der radikal-liberale Furrer verlor seinen Ratssitz. 1842 holte er ihn sich zurück und wurde sogar Bürgermeister von Zürich.
Furrer vertrat den Kanton Zürich in der Bundesrevisionskommission. Er machte sich für einen einheitlichen Schweizer Wirtschaftsraum und eine zentralisierte Post stark und setzte sich für die Neutralität der Schweiz ein.
Als der fertige Verfassungsentwurf den Kantonen vorgestellt wurde, sorgte Furrer dafür, dass der Kanton Zürich diesen annimmt. Im November 1848 wurde Furrer zum Bundesrat gewählt und wurde er der erste Bundespräsident. Insgesamt war er vier Mal Bundespräsident. Als Bundesrat beschäftiget sich Furrer vor allem mit der Asyl- und Flüchtlingspolitik, betrieb eine konsequente Neutralitätspolitik und bemühte sich um die Unabhängigkeit der Schweiz. Er starb 1861 im Amt.
Melchior Diethelm (geb. 4. Dezember 1800 in Schübelbach SZ; † 7. Juni 1873 in Lachen SZ) war Arzt und Mitglied der radikal-liberalen Ärzte. Er vertrat den Kanton Schwyz in der Bundesrevisionskommission.
Während den Bundesrevisionssitzungen kam es in Schwyz zu einem konservativen Umschwung, und er verlor alle politischen Ämter im Kanton. Erfolglos versuchte er noch seine politische Stellung in seinem Kanton zu retten. Als er nach Bern in die Revisionssitzung zurückkehrte, wurde die zukünftige Staatsform und Behördenarchitektur der Schweiz diskutiert. Am Schluss der Sitzung meldete sich Diethelm zu Wort und schlug das Zweikammersystem nach amerikanischem Vorbild vor. Damit alle Mitglieder den Vorschlag überdenken konnten, wurde die Sitzung auf den nächsten Tag verschoben. Dies war entscheidend für die Einführung des Zweikammersystems.
Karl Spitteler (geb. 23. Juli 1809 in Basel; † 9. Januar 1878 in Liestal BL) war Obergerichtsschreiber, dann Statthalter und schlussendlich Landschreiber des Bezirks Liestal. Nach einem Wechsel wurde er Mitglied der Bundesrevisionskommission, obwohl er anfangs nur Stellvertreter eines anderen Kandidaten war. Er vertrat den Kanton Basel-Land. Die Schaffung eines Schweizer Wirtschaftsraums, einheitliche Zölle und indirekte Steuern waren für ihn wichtige Themen. Nach seiner Tätigkeit in der Bundesrevisionskommission wurde er eidgenössischer Staatskassier. Diesen Posten gab er später ab, um sich seinem Tuchgeschäft zu widmen.
Jakob Robert Steiger (geb. 7.Juni 1801 in Geuensee LU; † 5. April 1862 in Luzern) war Arzt und setzte sich als Mitglied des Grossen Rates für radikal-liberale Anliegen ein. Bei den Freischarenzügen, welche von den Radikal-Liberalen angeführt wurden, um die konservative Regierung in Luzern zu stürzen, wurde er inhaftier und zum Tode verurteilt. Er konnte fliehen und wurde in Zürich jubelnd aufgenommen. Nach dem Sturz der konservativen Regierung konnte er zurück nach Luzern.
Er vertrat seinen Kanton in der Bundesrevisionskommission. Ein gemeinsamer Schweizer Wirtschaftraum mit Aussenzöllen, eine einheitliche Währung sowie ein einheitliches Mass- und Gewichtsystem waren ihm wichtige Anliegen. Ebenso setzte er sich für die Zentralisierung der Post ein. Er unterstützte Ochsenbeins dabei die Mehrheit für das Zweikammersystem zu gewinnen. 1852 wurde er Nationalrat, seine Kandidatur zum Bundesrat blieb erfolglos.
Giacomo Luvini-Perseghini (geb. 23. Februar 1795 in Lugano; † 24. Mai 1862 in Lugano) war nach seiner Militärkarriere Tessiner Grossrat und wurde später Stadtpräsident von Lugano. Im Tessin war er der führende radikal-liberale Politiker. Er vertrat das Tessin in der Bundesrevisionskommission. Er wollte alle Klöster aufheben. Sein Hauptanliegen war jedoch, dass Bunderäte eine maximal dreijährige Amtsdauer haben und nur zwei Mal wiedergewählt werden können. Im neuen Bundesstaat war er zuerst Nationalrat, dann Ständerat und schliesslich wieder Nationalrat.
Jean-François-Marcellin Bussard (geb. 11.März 1800 in Gruyères-Epagny FR; † 4.April 1853 in Freiburg) war Jurist und später Professor für Natur- und Zivilrecht. Nach der Kapitulation Freiburgs im Sonderbundskrieg wurde Bussard von den Radikal-liberalen zum ersten Tagsatzungsabgeordneten gewählt und kurz darauf zum Mitglied der Bundesrevisionskommission, wo er den Kanton Freiburg vertrat. Als aktives Mitglied setzte er sich stark für die Gründung eidgenössischer Hochschulen ein. Nach der Einführung der Bundesverfassung war er bis zu seinem Tod Nationalrat.
Johann Konrad Kern (11.Juni 1808 in Berlingen TG; † 14. April 1888 in Zürich) war Jurist und später wurde er in den Thurgauer Grossrat gewählt. In der Bundesrevisionskommission war er Vertreter des Kantons Thurgau, zudem wurde er zum deutschen Redaktor gewählt. Er war zuerst gegen das Zweikammersystem und verfasste sogar einen eigenen Vorschlag, welcher abgelehnt wurde. Schliesslich stimmte er dann aber doch für das Zweikammersystem.
Nach der Einführung der Bundesverfassung beteiligte er sich an der Gründung der Thurgauer Kantonsschule zog sich dann aber aus der kantonalen Politik zurück. Er wurde Mitglied des Nationalrats und des Ständerats. Danach war er Schweizer Gesandter in Paris. Als Diplomat zeichnete er sich mehrmals als Friedensstifter aus.
Johann Georg Böschenstein (geb. 3.November 1804 in Stein am Rhein SH; † 14.Mai 1885 in Stein am Rhein SH) war Inhaber eines Geschäfts und wurde 1835 zum Oberrichter ernannt. Er vertrat den Kanton Schaffhausen in der Bundesrevisionskommission. Böschenstein setzte sich engagiert für die Abschaffung von Binnenzöllen ein. Er war von der Notwendigkeit eines gemeinsamen Schweizer Wirtschaftsraumes ohne innere Handelshemmnisse überzeugt. Auch sollte es eine Niederlassungsfreiheit geben, aber keine Schutz- und Kampfzölle. Böschenstein war einer der wenigen Gegner des Zweikammersystems.
Johann Konrad Oertli (geb. 26. November in Teufen AR; † 21.Juli 1861 in Teufen AR) war Arzt und radikal-liberaler Politiker im Kanton Appenzell Ausserrhoden. Bevor er Mitglied der Bundesrevisionskommission wurde, bekleidete er verschiedenste Ämter in der kantonalen Politik. Da der Kanton Appenzell Ausserrhoden noch nicht entschieden hatte, ob er an der Bundesrevisionskommission teilnehmen wollten, nahm Oertli erst mit zweiwöchiger Verspätung an den Sitzungen teil. Oertli informierte seinen Kanton regelmässig über den Stand der Beratungen und Entscheide. Der Verfassungsentwurf wurde von Appenzell Ausserrhoden zuerst abgelehnt, man wollte ihn sogar bekämpfen. Dank Oertlis Überzeugungskraft stimmte der Kanton der neuen Bundesverfassung schlussendlich zu. Im neuen Bundesstaat war er zuerst Ständerat und später Nationalrat.
Caspar Jenny (geb. 14. Juni 1821 in Ennenda GL; † 29.Februar in Ennenda GL) war Arbeiter in einer Fabrik, bevor er in die Politik ging und Landammann wurde. Jenny bewegt sich im radikal-liberalen Umfeld. Er vertrat den Kanton Glarus in der Bundesrevisionskommission. Er befürwortete eine einheitliche Währung, einen gemeinsamen Schweizer Wirtschaftsraum mit Aussenzöllen und die Abschaffung von Binnenzöllen. Auch fordert er ein durch den Bund garantiertes Freiheitsrecht. Er wurde der erste Glarner Nationalrat im neuen Bundesstaat.
Louis Rilliet (geb. 17. Januar 1794 in Genf; † 16. Dezember 1856 in Genf) absolvierte die Militärakademie und stieg rasch in höhere militärische Positionen auf. Er wurde Mitglied der provisorischen, liberal-radikalen Regierung und dann Genfer Staatstrat. Rilliet vertrat den Kanton Genf in der Bundesrevisionskommission. Sein Rivale James Fazy wollte ihn mit einem machiavellistischen Manöver aus der Genfer Regierung entfernen, was ihm auch gelang. Rilliet bleibt dennoch in der Bundesrevisionskommission, auch wenn er in seiner Heimat politisch machtlos war. Er war ein Befürworter des Zweikammersystems.
Louis Wyrsch (geb. 2. Februar 1793 in Bellinzona TI; † 21.April 1858 in Ennetbürgen NW) war ein Militärkommandant, unter anderem im holländischen Militärdienst. Seine liberale Offenheit zeichnete ihn aus. Als er von Holland in die Schweiz zurück nach Nidwalden kam, wurde er dort mehrfach Landammann. Er vertrat den Kanton Nidwalden in der Bundesrevisionskommission und befürwortete das Zweikammersystem. Er wurde später als Ständerat vorgeschlagen, was er aber ablehnte
Michel Alois (geb. 10. Juli 1816 in Kerns OW; † 9. Januar 1872 in Sarnen OW) war Landesbauherr in Obwalden. Nach dem Sonderbundskrieg wurde der radikal-liberale Obwaldner Landammann. Er vertrat seinen Kanton in der Bundesrevisionskommission, durfte anfangs noch nicht abstimmen, aber mitdiskutieren. Erst später bekam er von seinem Kanton die Erlaubnis zum Abstimmen. Eines seiner wichtigsten Anliegen war die Existenzgarantie für Klöster, damit die katholisch-konservativen Kantonen den Verfassungsentwurf annehmen. Er war einer der wenigen Gegner des Zweikammersystems. Bis zu seinem Tod amtete er als Oberstgerichtspräsident in Obwalden.
Franz Jauch (geb. 22.Januar 1807 in Altdorf UR; † 18. August 1867 in Altdorf UR) war Landfürsprecher und hatte eine Bierbrauerei, später eröffnete er einen lithografischen Betrieb. 1834 gehörte Jauch zum Führungskreis einer liberalen Oppositionsbewegung. Er vertrat den Kanton Uri in der Bundesrevisionskommission. Er verteidigt vor allem die Interessen seines Kantons und befürwortet das Zweikammersystem, nachdem ihn Diethelm davon überzeugt hatte. Später war er erster Urner Bundesrichter und bis zu seinem Tod eidgenössischer Posthalter.
Franz Kaspar Zen Ruffinen (geb. 2. April 1803 in Leuk VS; † 18. September 1861 in Sitten VS) war Advokat und Notar. Als einer der wenigen radikal-liberalen Vertreter im Kanton Wallis war er nach dem Sonderbundskrieg Regierungs- und Staatsrat. Am Anfang der Bundesrevisionssitzungen fehlte der Kanton Wallis, weil der Walliser Vertreter, Regierungsrat Maurice Barman, aufgrund der politischen Situation im Kanton kaum anwesend sein konnte. Ab März nahm Zen Ruffinen für den Kanton Wallis an den Sitzungen teil. Er meldete sich kaum zu Wort, stimmte aber für das Zweikammersystem.
Franz Müller (geb. 30. Januar 1801 in Zug; † 7. Juni 1861 in Zug) war Zuger Stadt- und Kantonsrat und gehört zur liberalen Minderheit. Sein persönlicher Schwerpunkt war das Thema Verkehrsinfrastruktur. Er vertrat den Kanton Zug in der Bundesrevisionskommission. Er beteiligte sich selten an grossen Debatten, vermutlich, weil er Vertreter eines kleinen, wirtschaftlich schwachen ehemaligen Sonderbundskantons war. Bei der entscheidenden Abstimmung sagte er Ja zum Zweikammersystem.
Raget Abys (16. März 1790 in Chur GR; † 16. September 1861 in Bern) war Kaufmann und Leiter eines Handelshauses. Später wurde er aufgrund seiner militärischen Fähigkeiten im Sonderbundkrieg auf der Seite der Liberal-radikalen zum eidgenössischen Oberkriegskommissär, diesen Posten behielt er bis zu seinem Tod.
Er vertrat den Kanton Graubünden in der Bundesrevisionskommission. Er war nicht sehr aktiv an den Revisionssitzungen, er setzte sich vor allem für militärische Fragen ein sowie für Themen, die seinen Kanton betrafen. Er war für das Zweikammersystem.
Anfänglich vertrat Johann Georg Fürstenberger den Kanton Basel-Stadt in der Bundesrevisionskommission. Als dieser schwer erkrankte wurde er durch Felix Sarasin abgelöst.
Felix Sarasin (geb. 7. Oktober 1797 in Basel; † 21.Januar 1862 in Basel) war Unternehmer. Als die konservative Basler Stadtregierung abtreten mussten, wurde er als Radikal-liberaler Bürgermeister. Für Fürstenberger und Sarasin war vor allem die Niederlassungsfreiheit wichtig, ausserdem sollte Basel-Stadt ein eigenständiger Kanton bleiben. Beide lehnten eine Totalrevision der Bundesverfassung ab, ihrer Meinung nach genügte eine Teilrevision. Sarasin befürwortete das Zweikammersystem und war schlussendlich mit dem Verfassungsentwurf zufrieden