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Ernennung zur «korrespondierenden Akademikerin» der Crusca
Prof. Dr. Angela Ferrari ist neu «korrespondierende Akademikerin» der prestigeträchtigen italienischen Sprachgesellschaft «Accademia della Crusca»
Die Accademia della Crusca
Die Accademia della Crusca, mit Sitz in Firenze, in der prächtigen Villa Medicea di Castello, ist eine der prestigeträchtigsten Sprachgesellschaften in Italien und weltweit. Das Kollegium der Hochschullehrer besteht aus 89 Akademikern, unterteilt in ordentliche Akademiker und korrespondierende Akademiker.
Zur Geschichte
Die Accademia della Crusca wurde zwischen 1582 und 1583 in Florenz gegründet, auf Initiative von fünf florentinischen Literaten (Giovan Battista Deti, Anton Francesco Grazzini, Bernardo Canigiani, Bernardo Zanchini, Bastiano de' Rossi), denen sich bald Lionardo Salviati anschloss. Letzterer stellte ein richtiges kulturelles Programm auf, unter anderem zur Kodifizierung der Sprache. Aus den angeregten Sitzungen der Gelehrten, die sich scherzhaft «crusconi» (Kleieflocken) nannten, entstand der Name "Accademia della Crusca", welcher die «Reinigungsarbeit» der Sprache symbolisieren sollte. Das Ziel war, „die Spreu vom Weizen trennen“, die italienische Sprache zu wahren und zu fördern. Ein Vers von Petrarca wurde zum Motto der Gesellschaft: "il più bel fior ne coglie" («sie/er pflückt die schönste Blume»).
Seit ihrer Gründung hat die Accademia italienische und ausländische Forscher aus verschiedenen Forschungsbereichen aufgenommen: Grammatiker und Philologen, Schriftsteller und Poeten (Tassoni, Maffei, Maggi, Monti, Leopardi, Manzoni, Carducci, etc.), Wissenschaftler (Galilei, Redi, Torricelli, Malpighi), Historiker (Muratori, Botta, Capponi), Philosophen (Voltaire, Rosmini), Juristen und Staatsmänner (Witte, Gladstone).
Die Accademia della Crusca heute
Heutzutage verfolgt die Accademia della Crusca folgende Ziele:
- Durch ihre Kompetenzzentren und in Zusammenarbeit mit den Universitäten die Forschungstätigkeit und die Ausbildung von neuen Forschern im Bereich der italienischen Linguistik und Philologie fördern;
- Die Aneignung und Diffusion in der italienischen Gesellschaft und insbesondere in der Schule, der historischen Kenntnisse über die italienische Sprache und des kritischen Bewusstseins der aktuellen Evolution, im Rahmen des interlinguistischen Austauschs der heutigen Welt;
- Die Zusammenarbeit mit den wichtigsten sinnesverwandten Institutionen anderer Länder und mit den Behörden Italiens und der europäischen Union, für eine Politik des Plurilinguismus unseres Kontinents.
Curriculum Vitae von Angela Ferrari
Angela Ferrari ist Ordinaria für italienische Sprachwissenschaft an der Universität Basel. Von 2006 bis 2008 war sie Präsidentin der Società Internazionale di Linguistica e Filologia Italiana, und von 2011 bis 2015 Vize-Präsidentin des Schweizer Collegium Romanicum. Sie ist Mitglied in verschiedenen Kommissionen des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, als Expertin für romanische Sprachen. Sie ist Gutachterin für das Ministero dell’Istruzione, dell’Università e della Ricerca della Repubblica italiana (MIUR), sowie für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).
Seit 2003 hat sie vier Kollektiv-Forschungsprojekte des SNF geleitet und zwei internationale Kollektiv-Projekte ko-geleitet: ein Doktoratsprojekt in Zusammenarbeit mit der Università Torino und dem University College of London und ein Projekt mit kulturell-linguistischem Charakter mit der Università di Firenze.
Sie ko-leitet die Zeitschrift Lingua e stile und die Reihe Saperi umani des Verlags dell’Orso. Sie ist Mitglied in wissenschaftlichen Kommissionen verschiedener italienischen Zeitschriften, darunter Studi Italiani di Linguistica Teorica e Applicata.
Der Schwerpunkt ihrer Forschungsinteressen liegt im Bereich der Textlinguistik, der Varietätenlinguistik und der Didaktik des Italienischen L1. Was die Textlinguistik betrifft, ist ihre Studienperspektive grundsätzlich theoretisch und konzentriert sich auf die Interaktion zwischen Grammatik und Textualität. Was die Varietätenlinguistik betrifft, hat sie sich, nebst der Sprache der Zeitungen und der Mathematik, mit dem institutionellen Italienisch der Schweiz beschäftigt, in Zusammenarbeit mit der Bundeskanzlei Bern, Abteilung Italienisch. Die Forschung in der Didaktik des Italienisch L1 betrifft vor allem die Erlernung der textuellen Dimension des Geschriebenen.