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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Digitalisierung durchdrängt alle Branchen, so auch die Bauwirtschaft. Die klassische 2D-Planung wird aufgrund des technologischen Wandels durch die Planung in 3D ersetzt. Das sogenannte Building Information Modeling (BIM, deutsch: Gebäudedatenmodellierung) ist dabei der zentrale Baustein auf dem Weg hin zum digitalisierten Bauen. Die Vorteile dieser Technologie sind vielseitig und ermöglichen grosse Effizienzgewinne, bessere Datenqualität sowie auch eine höhere Energieeffizienz der Gebäude. Davon kann nicht nur die gesamte Wertschöpfungskette, sondern auch die CO2-Bilanz der Schweiz profitieren. Ein Blick in das benachbarte Ausland zeigt, dass das Potenzial des digitalisierten Bauens sehr hoch eingeschätzt wird. So wird z. B. in Frankreich die Planung mit BIM bei öffentlichen Bauten ab 2 Millionen Franken obligatorisch. In der Schweiz hingegen sucht man im Rahmen der Strategie Digitale Schweiz des Bundesrates vergeblich nach Hinweisen zum digitalen Bauen. Der Bundesrat wird darum gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass digitales Bauen für den öffentlichen und privaten Sektor enormes Potenzial besitzt und darum im Rahmen der Strategie Digitale Schweiz berücksichtigt werden sollte? Welche Kriterien müssten dafür erfüllt werden?</p><p>2. Wieweit wird im öffentlichen Beschaffungswesen bereits auf BIM-Standards gesetzt?</p><p>3. Wie will er die Gefahr minimieren, dass die bereits bestehenden kantonalen Unterschiede in der Baubranche z. B. betreffend Baubegriffe beim digitalen Bauen ein Hindernis für eine rasche technologische Entwicklung und den flächendeckenden Einsatz darstellen?</p><p>4. Welche notwendigen Voraussetzungen müssen im Bereich der Bildung, des Beschaffungswesens oder der Energie- und Umweltpolitik geschaffen werden, damit die Digitalisierung der Baubranche vorangetrieben werden kann?</p><p>5. Wie beurteilt er eine Planung auf Basis BIM für den Betrieb (Logistik/Unterhalt)?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. In der Strategie Digitale Schweiz werden die Leitlinien für die übergeordnete Digitalpolitik des Bundes vorgegeben: Sie ist eine Dachstrategie und kein Instrument zur Förderung spezifischer Technologien. Deshalb erwähnt die Strategie Technologien wie das vom Interpellanten angesprochene Building Information Modeling nicht.</p><p>Um die digitale Transformation im Planungs-, Bau- und Immobilienwesen zu koordinieren und voranzutreiben, arbeitet der Bund - vertreten durch die Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren - mit der Bauwirtschaft und den privaten professionellen Bauherrschaften zusammen. Bezogen auf den Lebenszyklus von Immobilien scheint das Wertschöpfungspotenzial von BIM beachtlich, auch wenn entsprechende Analysen von ausgeführten Projekten in der Schweiz oder vergleichbaren Projekten aus dem Ausland noch nicht vorliegen.</p><p>2. Der Begriff BIM-Standards wird sowohl im technischen wie auch im umgangssprachlichen Sinn von Planungs- und Bauprozessen verwendet. Diese Mehrdeutigkeit ist bezeichnend für den Themenbereich BIM, der sich in Entwicklung befindet. BIM-Standards im technischen Sinn bestehen und werden angewandt. Im Übrigen wird projektbezogen die Anwendung der bestmöglichen verfügbaren Lösung angestrebt. </p><p>Im öffentlichen Beschaffungswesen finden BIM-Standards also - sofern verfügbar, zweckmässig und zielführend - Anwendung bzw. werden im Rahmen von konkreten Projekten entwickelt.</p><p>3. Das Baurecht ist in der Schweiz kantonal geregelt. Die Interkantonale Vereinbarung vom 22. September 2005 über die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB) vereinheitlicht die wichtigsten Baubegriffe, damit in allen Kantonen die entsprechenden Begriffe gleich verstanden werden. Die Vereinbarung ist in 16 Kantonen in Kraft. Weitere Kantone bereiten den Beitritt vor. Diese Entwicklung ist auch angesichts der Option von digitalen Baueingaben sehr erfreulich.</p><p>Das digitale Bauen/BIM an sich ist von diesem Problemkreis wenig betroffen, da Unterschiede in der projektbezogenen Planungs- und Bauterminologie rasch bereinigt werden können.</p><p>4. Bildung</p><p>Im Bereich der Bildung zeichnet sich die Berufsbildung in der Schweiz besonders durch den direkten Bezug zur Arbeitswelt aus. Alle Berufsbilder werden laufend überprüft und an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes angepasst. Zudem erarbeiten Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt 2017 in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten der Wissenschaft eine Grundlage für die strategische Weiterentwicklung der Berufsbildung, in welcher auch die Herausforderungen durch die Digitalisierung aufgegriffen werden.</p><p>Die Entwicklung und Gestaltung von neuen Aus- und Weiterbildungsangeboten im Hochschulbereich liegt in der Autonomie der einzelnen Hochschulen. Sie können den Bedarf sowie die inhaltliche und praktische Relevanz von neuen Aus- und Weiterbildungsgängen am besten beurteilen und ihr Angebot entsprechend ausrichten.</p><p>Beschaffungswesen</p><p>Das Beschaffungsrecht des Bundes bietet in der Ausgestaltung der Vergabeverfahren und in der operativen Umsetzung weitgehende Handlungs- und Gestaltungsfreiheiten. So bestehen bereits heute die Voraussetzungen, um die Anliegen des Interpellanten in den öffentlichen Beschaffungsverfahren berücksichtigen zu können.</p><p>Energie- und Umweltpolitik</p><p>Wichtigstes Element ist die Abschätzung energetischer und ökologischer Auswirkungen eines zukünftigen Bauwerks entlang seiner gesamten Nutzungsdauer bereits in der Planungsphase. Die dazu erforderlichen ökologischen Hintergrunddaten stehen in digitaler Form (Datenbanken) zur Verfügung und können in die sich entwickelnden Plattformen des BIM direkt eingebunden werden.</p><p>5. BIM erlaubt es den Beteiligten, bereits während des Planungs- und Bauprozesses die Bedürfnisse des Betriebs abzubilden und zu optimieren. Diese Möglichkeit stellt einen der wesentlichen Vorteile des digitalen Bauens/BIM gegenüber den konventionellen Prozessen dar.</p><p>Das Planen des Betriebs der Liegenschaften auf der Grundlage von BIM-Datenmodellen steht jedoch sowohl im In- wie auch im Ausland erst am Anfang: Aus- und Weiterbildung der involvierten Personen sowie der Aufbau von entsprechender Hard- und Softwareinfrastruktur sind die grossen Herausforderungen, die im Anschluss an die mit BIM realisierten Bauprojekte in Angriff genommen werden.</p>  Antwort des Bundesrates.