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Cori 'Coco' Gauff ist die jüngste Viertelfinalistin in Roland Garros seit 15 Jahren. Die 17-jährige Amerikanerin scheint fast zwei Jahre nach ihrem Exploit in Wimbledon endgültig abzuheben – mit schnellen Beinen und solidem Kopf.
Als Teenager mit ein paar ziemlich grossen Träumen stellt sich Cori Gauff auf Instagram vor. Der Teenager, der am Montag als jüngste Amerikanerin seit Venus Williams 1997 den Viertelfinal eines Grand-Slam-Turniers erreicht hat, weiss seit vielen Jahren schon, wohin sie der Weg führen soll. Als sie drei Jahre alt war, erkannten ihre Eltern ihr athletisches Potenzial, wird erzählt. Und vier Jahre später zog die Familie von Atalanta nach Florida, um bessere Trainingsmöglichkeiten zu haben.
Mit beachtlichem Tempo klettert Cori Gauff seither die Tennis-Hierarchie hoch. 2018 gewann sie in Paris den Junioren-Titel als 14-Jährige und viertjüngste Spielerin nach Martina Hingis, Gabriela Sabatini und Jennifer Capriati. Ein gutes Jahr später erreichte sie als jüngste Spielerin der Profiära über die Qualifikation das Hauptfeld in Wimbledon und überstand drei Runden, die erste gegen ihr Idol Venus Williams. Im Juni 2019 gewann sie ihren ersten WTA-Titel in Linz als Lucky Loser, womit sie sich in den Top 10 der jüngsten Turniersiegerinnen einreihte.
Neun Siege in Folge
Auch wenn oder vielleicht gerade weil ihre Erfolge in Zusammenhang mit dem Alter stehen, misst sie diesem wenig Bedeutung zu. «Auf dem Court ist meinen Gegnerinnen egal wie alt ich bin. Sie wollen mich bloss schlagen und ich sie.» Seit Beginn der Sandsaison ist sie deutlich öfter die Siegerin. Die Tunesierin Ons Jabeur, der Gauff im Achtelfinal nur vier Games überliess, sowie die beiden Top-10-Spielerinnen Karolina Pliskova und Iga Swiatek waren die einzigen, die sie seit Anfang April stoppen konnten.
Den zweiten Turniersieg ihrer Karriere erreichte Gauff kurz vor dem French Open in Parma. In Paris hat die Weltranglisten-25. ihre aktuelle Erfolgsserie auf neun Siege ausgebaut. Den zehnten plant sie für Mittwoch gegen die Tschechin Barbora Krejcikova, die in der Weltrangliste acht Plätze hinter ihr liegt.
Den europäischen Sand gewohnt
Dass Cori Gauff, die lieber Coco genannt wird, um sich phonetisch etwas von ihrem Vater Corey zu distanzieren, auf Sand ihren ersten Major-Viertelfinal erreicht hat, überrascht nur auf den ersten Blick. Im Gegensatz zu anderen Amerikanerinnen fühlt sie sich auf dieser Unterlage zu Hause. Seit sie zehn Jahre alt war, arbeitet sie regelmässig in Frankreich in der Tennis-Akademie von Patrick Mouratoglou, dem Coach von Serena Williams. «Auf Sand geht es darum, sich gut zu bewegen. Dann kommt alles von selber», meint Gauff.
Die Beinarbeit ist eine der Fähigkeiten, die ganz besonders beeindrucken bei der ehemaligen Nummer 1 der Juniorinnen. Sie bewegt sich schnell und mit Leichtigkeit. Zudem ist sie bemerkenswert abgeklärt und reif für ihr junges Alter – auf und neben dem Platz. «Man kann sagen, ich mache Fortschritte. Ich spiele intelligenter und finde mich professioneller», analysierte sie ihre Leistungen in Paris im Vergleich zu früheren Turnieren.
Der Kopf muss mit den Beinen mithalten – das gilt ganz speziell für Gauff, die spätestens seit ihrem Coup gegen Venus Williams in Wimbledon in den USA unter permanenter Beobachtung steht. Der Druck, der auf ihr lastet, ist beachtlich. Von ihr wird nichts anderes erwartet, als in die Fussstapfen von Serena Williams zu treten.