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Die Einschätzungen der Bevölkerung zu verschiedenen Aspekten des Stadtlebens in Zürich unterscheiden sich zwischen den Quartieren. Grosse Unterschiede zeigen sich etwa bei der Zufriedenheit mit der Ruhe im Quartier und mit der Zusammensetzung der Quartierbevölkerung. Auch die Einstellungen zur Entwicklung der Stadt und zu baulichen Veränderungen variieren. Dies zeigt die quartierspezifische Auswertung der Bevölkerungsbefragung 2015 der Stadtentwicklung Zürich.
Die Stadtentwicklung Zürich hat ausgewählte Ergebnisse der repräsentativen Bevölkerungsbefragung 2015 quartierweise aufbereitet. Der Bericht «Fokus Quartiere» ermöglicht einen Vergleich von subjektiven Einschätzungen sowohl zwischen den Quartieren als auch mit gesamtstädtischen Resultaten.
Unterschiedliche Beurteilung des Wandels
Ein Schwerpunkt der Bevölkerungsbefragung 2015 lag bei Fragen zur allgemeinen Entwicklung der Stadt und zu den baulichen Veränderungen. Die diesbezüglichen Aussagen der Befragten wurden zu zwei Indizes «Dynamik beibehalten» und «Bestehende Qualität erhalten» zusammengefasst. Der Index «Dynamik beibehalten» bildet eine Grundhaltung in Bezug auf die Entwicklung ab: Befragte mit einer eher positiven Grundhaltung sind überwiegend der Meinung, Zürich entwickle sich in eine gute Richtung und könnte sich auch noch dynamischer entwickeln. Zudem begrüssen sie die Schaffung von mehr Wohnraum und finden, die Stadt sei durch die Bautätigkeiten der letzten Jahre schöner und lebenswerter geworden. Der Anteil der Befragten mit einer solchen Grundhaltung ist am grössten in den Quartieren Kreis 1 / Enge und Fluntern. Am kleinsten ist er in den Quartieren Höngg und Hottingen / Hirslanden. Männer, 18- bis 39-Jährige und Personen mit eher hohem sozialen Status sind in dieser Gruppe überdurchschnittlich häufig vertreten.
Der Index «Bestehende Qualität erhalten» weist auf den Anspruch der Stadtzürcher Bevölkerung bezüglich Qualitätsanforderungen bei baulichen Veränderungen hin. Befragte, die sich dafür aussprechen, die bestehenden Qualitäten zu erhalten, befürworten mehrheitlich, dass Quartiere und Freiräume so bleiben sollen, wie sie sind. Ausserdem hat den meisten von ihnen Zürich früher besser gefallen, und sie finden viele Neubauten und Renovationen zu luxuriös. Die höchsten Anteile dieser Befragten finden sich in den Quartieren Hard, Saatlen / Schwamendingen und Hirzenbach, die tiefsten Anteile in den Quartieren Oberstrass, Alt-Wiedikon, Unterstrass, Fluntern und Kreis 1 / Enge. Unter den Befragten in dieser Gruppe sind überdurchschnittlich viele Frauen, Befragte über sechzig Jahren und Personen mit einem eher tiefen sozialen Status.
Zufriedenheit mit der Ruhe ist in zentrumsnahen Quartieren geringer
Mit der Ruhe in ihrem Quartier ist eine Mehrheit der Befragten (gesamtstädtischer Schnitt 72 %) zufrieden. Schlüsselt man die Zufriedenheit aber nach Quartieren auf, zeigen sich Unterschiede von Anteilen zwischen 46 und 87 Prozent. Am grössten sind die Anteile von Personen, die mit der Ruhe im Quartier zufrieden sind, in den Quartieren Fluntern, Witikon und Hottingen / Hirslanden. Die drei Quartiere mit der geringsten Zufriedenheit sind Werd / Langstrasse, Kreis 5, Kreis 1 / Enge.
Zusammensetzung der Quartierbevölkerung wird unterschiedlich bewertet
Im gesamtstädtischen Schnitt sind 73 Prozent der Befragten zufrieden mit der Zusammensetzung der Quartierbevölkerung. Im Quartiervergleich schwankt dieser Anteil allerdings zwischen 52 und 88 Prozent. Am meisten zufriedene Personen gibt es in den Quartieren Oberstrass, Albisrieden und Höngg. Hingegen sind in den Quartieren Seebach, Hirzenbach und Affoltern vergleichsweise wenige Personen glücklich mit der Zusammensetzung der Quartierbevölkerung.
Resultate für den Kreis 3