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Unter dem Restless-Legs-Syndrom, RLS (unruhige Beine) versteht man unangenehme Gefühlsstörungen in den unteren Extremitäten mit unwillkürlichen Bewegungen. Die Symptome treten vorwiegend in Ruhe (Sitzen oder Liegen) auf und bessern sich durch Bewegung (aufstehen, laufen). Dadurch besteht ein regelrechter Drang, sich zu bewegen.
Es ist eine chronisch verlaufende Erkrankung, die meist nur durch gezielte Befragung des Arztes erkannt werden kann. Neurologisch (die Nerven betreffend) findet man keine Befunde.
Ursachen
Als Ursache vermutet man eine vererbte Veranlagung zum Restless-Legs-Syndrom. Bei der Vererbung spielen Veränderungen an den Chromosomen 9, 12 und 14 eine Rolle.
Diskutiert wird auch eine Störung des Dopamin -Stoffwechsels, die für das RLS mitverantwortlich gemacht wird.
Folgende Faktoren gelten als Auslöser der Beschwerden
Verschlimmerung der Beschwerden in Ruhe, vorübergehende Besserung durch Bewegung
Verschlimmerung der Beschwerden am Abend und in der Nacht
Periodische Beinbewegungen im Schlaf
Unwillkürliche Bewegungen im Wachzustand und im Schlaf
Missempfindungen in den Beinen
Beschwerden verschlimmern sich mit dem Alter
Die Beschwerden werden beschrieben als:
Anfallsartige, ruckartige Zuckungen in der Einschlafphase
Kribbeln
Ziehen, Reissen
Spannen, Krämpfe
Eher seltener als Schmerz (eher bei älteren Menschen)
Schwere, müde Beine, Beinschwäche; die Schwäche kann durch herumgehen überwunden werden. Dies unterscheidet das Symptom zu Gefässerkrankungen (Raucherbein ), wo der Betroffene durch die Beschwerden gezwungen wird, stehen zu bleiben (Schaufensterkrankheit).
Psychosozialer Stress (Ängste, familiäre und Partner-Probleme) durch die Schlafstörungen
Verminderung der Lebensqualität
Diagnose (Untersuchung)
Als einziges Diagnose mittel bleibt die intensive und genaue Befragung des Patienten und dessen Familienmitglieder. Durch gezieltes Fragen nach Art und Auftreten der Beschwerden kann der Arzt die Diagnose stellen.
Laboruntersuchungen und neurologische Tests (Elektrophysiologie) helfen, andere Krankheiten (z.B. Polyneurophatien, Schilddrüsenunterfunktion, Parkinson, Rheumatoide Arthritis, Gefässerkrankungen (Raucherbein)) auszuschliessen.
Therapie (Behandlung)
Restless-Legs-Syndrom: Es stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung
Die meisten Betroffenen benötigen keine Behandlung, da sie sich mit den Beschwerden arrangieren können und in ihrer Lebensqualität nicht gross eingeschränkt sind.
Bei etwa 1-3% der Betroffenen sind die Beschwerden so stark, dass sie behandelt werden müssen. Heilen kann man das Restless-Legs-Syndrom nicht.
Zuerst muss, falls vorhanden, eine zugrundeliegende Erkrankung behandelt werden. Bei vorübergehenden Symptomen, etwa bei einer Schwangerschaft, wird von einer medikamentösen Behandlung abgeraten. Die Beschwerden benötigen aber in der Regel eine Dauertherapie.