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Nach Gregory BatesonIn steckt in der Information ein Unterschied. Ich kann einen Hund streicheln oder ihm einen Tritt geben. Dieser Unterschied macht einen weiteren Unterschied, nämlich im Verhalten des Hundes.
Gregory Bateson ist einer der Mitbegründer der kybernetischen Systemtheorie. Kommunikation ist für ihn der Austausch von Information. Als Information bezeichnet er "den Unterschied, der den Unterschied macht" und illustriert das Gemeinte mit folgenden Beispiel:
Man kann einem Hund einen Tritt geben, dass der Hund wegfliegt, oder man kann ihm einen Tritt geben, dass er wegrennt. Im ersten Fall gibt man die Energie, die den Hund bewegt, im zweiten Fall leistet der Hund seine Bewegung selbst, das heisst, man hat ihm nur Information gegeben, die bewirkt, dass er seine eigene Energie verwendet. Im ersten Fall muss der Hund nichts verstehen, im zweiten Fall muss er verstehen, was ich meine. Er muss also nicht nur seine eigene Energie aufwenden, sondern auch noch interpretieren, wie er das tun soll.
G. Bateson war ein Psychiater, der sich mit regelmässig mit den führenden Ingenieurwissenschaftern der USA getroffen hat (Macy Konferenz). Er hat sehr viele technische Konzepte für die Sozialwissenschaften nutzbar gemacht, insbesondere das sogenannte systemische Denken geht auf ihn zurück.
Der Unterschied, der den Unterschied macht, lese ich als Unterschied im sekundären Energiekreis, der den Unterschied im primären Energiekreis macht. In Abhängigkeit davon, ob der Steuerstrom fliesst oder nicht fliesst, fliesst der Kraftstrom oder eben nicht. (Hinweis: Ich habe diese technologische Interpretation bisher weder bei G. Bateson selbst noch bei seinen Lesern gefunden. Ich lese G. Bateson's Beispiel so, weil ich ihn durch die Brille "Kommunikation in der Systemtheorie" lese.)
Auch G. Bateson hat in der Kommunikationstheorie Meilensteine gesetzt. G. Bateson stellte in Anlehnung an Bertrand Russel fest, dass in jede Mitteilung eine Objekt und eine Beziehungsebene hat. Das interpretierende System kann auf beiden Ebenen antworten, deshalb entscheidet das interpretierende System, was die Bedeutung der Information ist.
G. Bateson nannte eine spezifische Kommunikationssituation, die er als Psychiater oft wiederkennen konnte "Double bind". Der Interpret interpretiert dabei eine Information auf beiden Ebenen, was manchmal gut geht, oft aber zu Komplikationen führt: Nehmen wir an, eine Frau fragt Ihren Mann: "Diese Suppe ist nach einem ganz neuen Rezept - schmeckt sie dir?" Wenn sie ihm schmeckt, kann er ohne weiteres "ja" sagen, und sie wird sich freuen. Schmeckt sie ihm aber nicht, und es ist ihm ausserdem gleichgültig, sie zu enttäuschen, kann er ohne weiteres verneinen. Problematisch ist aber die (statistisch viel häufigere Situation), dass er die Suppe scheusslich findet, seine Frau aber nicht kränken will. Auf der sogenannten Objektebene (also was den Gegenstand Suppe betrifft) müsste seine Antwort "nein" lauten. Auf der Beziehungsebene müsste er "ja" sagen, denn er will sie ja nicht verletzen. Was sagt er also? (...) "schmeckt interessant", in der Hoffnung, dass seine Frau ihn richtig versteht.
G. Bateson hat die Grundlage für viele psychologistische Interpretationen von Kommunikation geliefert. Seine eigene Argumentation ist systemtheoretisch direkt nachvollziehbar, da er aber nie theoretisch, sondern immer praktisch - meistens als Psychiater - argumentierte, muss der Leser die Systeme selbst erkennen. Viele, die seine Konzepte übernommen haben, sind selbst theorielos geblieben. Sein wohl bekanntester Schüler ist wohl P. Watzlawick.