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Feedback oder Kritik?
„Ich weiss nicht, was ich gesagt habe,
bevor ich die Antwort meines Gegenübers gehört habe.“
Paul Watzlawick
Feedback ist eine Gesprächsform, die aus zwei Komponenten besteht: dem „Geben“ und dem „Empfangen“. Es geht darum, anderen zu sagen, wie ich sie sehe, beziehungsweise zu lernen, wie andere mich sehen.
Rückmeldungen, Meinungen und Bewertungen führen oft zu Verbesserungen. Fehler werden erst durch Feedback erkannt und doch hatte ich ein Hassliebe-Verhältnis zum Feedback. Hilfreiche Information empfand ich als angenehm, aber das Wort Kritik, insbesondere sogenannte „konstruktive Kritik“, gab mir doch gleich dieses negative Bauchgefühl.
Es scheint so, dass wir leichter und häufiger dazu fähig sind, konstruktive Kritik als positives Feedback zu geben. In der Theorie sind wir uns darüber im Klaren, dass ohne Feedback fast gar nichts geht. Wir wollen dazugehören, beitragen und anerkannt werden. Wir wollen uns entwickeln, lernen und effektiver werden. Da wir jedoch, wenn wir unser eigenes Verhalten analysieren, ein blindes Auge haben, benötigen wir die Rückmeldung der Welt um uns.
Und doch, wenn jemand uns fragt, „Möchtest Du mein Feedback?“ mögen wir eher hören „Möchtest Du meine Beurteilung über Dich?“ und würden vielleicht am liebsten mit „Nein“ antworten.
Laut den Autoren Douglas Stone und Sheila Heen, in ihrem Buch „Thanks for the Feedback: The Science and Art of Receiving Feedback Well“ gibt es drei Arten von Feedback:
Anerkennung: Wenn wir Anerkennung suchen, dann hungern wir nach Bestätigung, wollen gesehen werden und fühlen, dass wir wichtig sind.
Coaching: Wenn wir Coaching suchen, dann wollen wir etwas lernen, wachsen und unterstützt werden in unserer Entwicklung.
Beurteilung: Wenn wir Beurteilung suchen, dann wollen wir mehr Klarheit, Information, Realität teilen und erkennen, wo wir im Vergleich zu anderen stehen.
Wenn wir uns bewusst werden, dass es diese drei Kategorien von Feedback gibt, dann fällt es uns leichter, inhaltsvoller zu kommunizieren. Wenn wir dem Gegenüber klar machen, was wir von ihm wollen, erhalten wir eher das Erwünschte. Umgekehrt gilt: wenn uns jemand um Feedback bittet und wir ihn fragen, was er denn genau sucht, können wir entsprechend zielorientierter antworten.
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Mit positivem Feedback können wir alle leicht umgehen. Da fällt es mir immer leicht, mit einem grossem Schmunzeln zusätzlich zu motivieren: „Sprich nur weiter, hör nicht auf!“ Es tut uns gut, wenn wir gelobt werden. Somit bleibt nur die Frage:
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„Wem gebe ich heute positives Feedback?“
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Wie gehen wir mit Kritik um?
Ich denke, die erste Reaktion für die meisten von uns ist bei Kritik, uns zu verteidigen oder schlimmer noch zurückzuschlagen. Obwohl Kritik vielleicht schmerzt und demoralisieren kann, liegt es an uns, wie wir damit umgehen. Kritik kann sehr positiv gesehen werden: sie ist ehrlich, meistens gut gemeint und gibt Ansporn, Dinge besser zu tun. Sie gibt uns die Möglichkeit, uns weiterzuentwickeln.
Die erste Reaktion
Wenn ich kritisiert werde, dann, obgleich ich es nicht zugeben möchte, werde ich ärgerlich und spüre den Drang, mich zu verteidigen. Seit ich mir angewöhnt habe, erst einmal tief Luft zu holen und eine Sekunde nachzudenken, gehe ich die Sache logischer an, die negative Emotion weicht der Überlegung, ich frage mich: „wie gehe ich mit der Kritik um?“ und reagiere daraufhin wesentlich gelassener.
Negatives liegt im Auge des Betrachters
Auch in der Kritik lässt sich Positives finden, ist es doch ein Vorschlag für Verbesserung. Zum Beispiel: „Du schreibst immer über das gleiche und deine Artikel sind langweilig zu lesen und Zeitverschwendung…“ schmerzt jeden Autor, kann jedoch übersetzt werden zu: „Ich muss mehr Abwechslung in meine Artikel bringen, einen Weg finden, alte Kamellen mit anderen Augen zu sehen…“
Dank dem Kritiker
Selbst wenn es weh tut, es ungerecht scheint, ist es immer richtig, dem Kritiker zu danken. Vielleicht hat er/sie nur einen schlechten Tag, ist von Haus aus negativ oder benutzt die Kritik um sich selbst besser zu fühlen. Tatsächlich mag der Dank den Wind aus den Segeln nehmen.
Aus der Kritik lernen
Das ist manchmal schwierig, vor allem wenn man glaubt, dass man eh Recht hat und schon weiss, wie etwas geht. Niemand hat jedoch immer Recht, und: was, wenn ich falsch liege? Eventuell hat der Kritiker doch Recht….
Die Sache, nicht die Person
Wir haben die Tendenz, alles persönlich zu nehmen, es als Attacke auf uns selbst zu fühlen. Doch meistens geht es um ein Verhalten, und zwar um ein bestimmtes, welches der andere als nicht so gut empfindet. „Von dir lasse ich mir das nicht gefallen…“ hilft nicht weiter, kann auch nicht als gut überlegte Antwort interpretiert werden. Es gibt keinen Grund, sich auf dieses Niveau herabzulassen. Im Gegenteil, in ruhiger Art zu reagieren, führt dazu, dass die anderen erkennen, dass man sich hinterfragt und mit sich und der Kritik im Klaren ist. Man fühlt sich zudem viel besser danach. Persönliche Angriffe als solche zu erkennen und darüber zu stehen macht uns stark. Wir fühlen uns gut.
Kritik entweder mit heiterer Gelassenheit oder gelassener Heiterkeit zu verarbeiten geht dann, wenn man sie nicht persönlich nimmt, nur das Verhalten analysiert, das Positive in der Kritik findet, dem Kritiker dankt und bereit ist, über sich zu reflektieren.
Nicht vergessen, Feedback ist eine Meinung, was man daraus macht, liegt an einem selbst.
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„Dankbarkeit ist Pflicht.“
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Immanuel Kant
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