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Das kleine Weiße
Bei milden Temperaturen greifen wir gern zum T-Shirt. Es sieht zur Jeans nicht nur lässig aus – es ist auch einfach sehr gemütlich. Und weil es aus Baumwolle ist, trägt es sich wunderbar leicht auf der Haut. So simpel das T-Shirt auch aussehen mag – seine Geschichte lässt sich nicht mit einem Satz zusammenfassen.
Einfach mal zur Schere greifen
Ende des 19. Jahrhunderts trugen amerikanische Bauarbeiter unter ihrer Arbeitskleidung Ganzkörperunterwäsche. Das waren Overalls aus Wolle, die vorn zum Knöpfen waren. Im Sommer, wenn die Wäsche zu warm wurde, griffen sie anstelle der Glättekelle zur Schere: Kurzerhand schnitten die Arbeiter ihre sogenannten „unions suits“ in der Mitte durch und kürzten die Ärmel.
Amerikanische Textilhersteller wie Fruit of the Loom oder Hanes erkannten in den sehr laienhaften Verbesserungen der Arbeiter einen Trend. Und sie begannen damit, Zweiteiler aus Baumwolle zu produzieren: lange Unterhosen und dazu ein knopfloses, kurzärmeliges Hemd, das sie als „Junggesellenunterhemd“ bezeichneten.
Im Laufe der Zeit erkannte auch die US-Armee den Vorteil der neuen Baumwollartikel. Im Vergleich zu der schweren Wollkleidung waren sie leicht und luftig. Außerdem konnten sie das T-Shirt auch als Handtuch verwenden. Die Vorteile lagen also auf der Hand und das „tee“ wurde Teil der offiziellen Uniform der Armee.
Eine Jugend rebelliert
Nach dem Zweiten Weltkrieg behielten die Soldaten die weißen T-Shirts in ihrer Freizeit an und verhalfen ihm so zu zunehmender Bekanntheit. Dennoch war es weiterhin verpönt, sich im Alltag mit einem weißen T-Shirt zu zeigen. Es galt immer noch als Unterhemd und mit einem solchen gehe man nicht auf die Straße – so die öffentliche Meinung. Die Jugend der 1950er Jahre sah das anders. Das weiße T-Shirt war Symbol einer Jugendkultur, die sich gegen konservative Konventionen stellte. Neue Schauspielertypen wie James Dean oder Marlon Brando begannen auch außerhalb ihrer Drehs, das „kleine Weiße“ selbstbewusst und lässig zur Jeans zu tragen; Elvis Presley posierte auf der Bühne in weißem T-Shirt und Muhammad Ali zeigte sich damit im Boxring. Spätestens jetzt schaffte es das weiße T-Shirt ins Rampenlicht der Mode.
Wissen Sie eigentlich, wie das T-Shirt zu seinem Namen gekommen ist? Nein? Dann breiten Sie es doch einfach mal vor sich aus: Was sehen Sie? Genau! Der Schnitt des T-Shirts ähnelt dem Buchstaben „T“. Deshalb heißt es T-Shirt.
So einfach und doch so erstaunlich ist seine Geschichte.