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Moderator: markus.gnaedinger
Er und seine KollegInnen haben 80 Fälle zusammengestellt, in denen die PatientInnen weniger (2/3) oder mehr/andere (1/3) Medizin wollten, als die betreuenden HausärztInnen. Meist kam es dabei recht gut heraus.
Schade ist, dass man nicht weiss, ob diese Fallserien prospektiv gesammelt worden sind, und ob wirklich auch alle negativ herausgekommenen Fälle (z.B. Arztwechsel, Todesfall, bleibender Schaden) in die Serie eingeflossen sind.
Ich selber hatte in letzter Zeit mehrfach probleme mit Patienten aus dem Balkan, die sich wegen einer Diskushernie mit Wurzelkompression hätten operieren lassen sollen. Der Grund zur Verweigerung war jeweils: "Der Arzt kann mir keine Garantie geben, dass es nachher besser wird." und: "Ich habe Angst vor diesem Eingriff". Der eine Patient bezieht inzwischen eine IV-Rente, seine Symptome haben sich inzwischen deutlich ausgeweitet. Der andere Fall ist noch frisch, so dass ich den Outcome noch nicht weiss.
Lesen Sie unter: http://www.primary-care.ch/pdf_d/2012/2012-01/2012-01-307.PDF
Mit männlichen Patienten aus dem Balkan mache ich ehr ähnliche Erfahrungen. Sie haben grosse Angst vor Rückenoperationen und meiden diese auch bei klaren Indikationskriterien. Der Out come bei meinen so gelagerten Fällen ist weniger negativ. Einer hat 10 Jahre weiter gearbeitet, er konnte an seinem Arbeitsplatz im Tiefbau eine etwas führende Rolle übernehmen und war so weniger belastet. 10 jahre später wurde sein Job gestrichen und er wurde Vollinvalide. Ein anderer Fall ist bei mir auch noch zu frisch.