Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03093.jsonl.gz/1602

Ansatz von Wasserhosen am Bodensee
Auf der Rückseite einer Kaltfront hat sich in der Nacht auf Montag ein Ausläufer des Azorenhochs zu den Alpen ausgedehnt. Während das Hoch in der Westschweiz bereits am frühen Morgen für sonniges Wetter sorgte, zogen über dem Bodensee die letzten Schauerzellen vorbei.
Allgemeine Lage und Entwicklung
Auf der Rückseite einer schwach aktiven Kaltfront hat sich in der Nacht auf Montag ein Ausläufer des Azorenhochs zum Alpenraum ausgedehnt. Der zunehmende Hocheinfluss sorgte allmählich für die Abtrocknung der Atmosphäre und für die Bildung von mehreren unterschiedlich starken Inversionen, die die Bildung von konvektiven Zellen allmählich verhinderten. Allerdings blieb die Feuchtigkeit unterhalb der Inversion gefangen, und wurde entweder mit der herrschenden Nordwestströmung gegen den Alpennordhang gedrückt, oder blieb in Form von hochnebelartigen Wolkenfeldern über dem östlichen Mittelland liegen.
Umwandlung der Schichtwolken in Quellwolken
Wenige Stunden nach dem Sonnenaufgang vermochte die Sonneneinstrahlung den grössten Teil der Schichtwolken am Alpennordhang und im östlichen Mittelland aufzulösen. Die Schichtung der Atmosphäre unterhalb der Inversion auf 3000 Metern blieb allerdings sehr labil, sodass die Quellbewölkung sich sehr rasch bilden konnte.
Von der Westschweiz bis zur Region Zürich lag die Basis der Quellwolken ziemlich einheitlich um 1600 Meter. In der Ostschweiz und in der Region Bodensee wies die tiefere Wolkenbasis auf einen leicht anderes Feuchtigkeitsprofil als in den übrigen Region hin. Dieser Unterschied kam wahrscheinlich auch der Grund der etwas länger andauernden Regenfälle in diesem Gebiet. Die letzten Schauerzellen waren nämlich erst um 8 Uhr über der Ostschweiz von Nordwesten her gezogen.
Lake Effekt
Auf Grund von den Radarbildern ist ausserdem anzunehmen, dass das zusätzliche Feuchteangebot des Bodensees zu einer Verstärkung der Schaueraktivität beigetragen hat. Beim Durchzug der letzten Schauerzellen zwischen 4 und 6 Uhr am frühen Morgen zeigen die Radarbilder eine plötzliche Verstärkung der konvektiven Zellen genau über dem östlichen Teil des Bodensees. Wie bereits bei anderen Gelegenheiten beobachtet (Blogbeiträge vom 10. August 2016 und vom 20. September 2017) hat sich der bekannte Bodensee Lake Effekt eindrücklich in Erinnerung gerufen. Die verstärkte Konvektion führte zudem zur Bildung von Ansätzen von Wasserhosen, die meisterhaft vom Fotograph und Wissenschaftsjournalist Andreas Walker(http://www.meteobild.ch/ ) festgehalten wurden.
In Bregenz und Umgebung führt der Lake Effekt gelegentlich zu stärkeren Regen- oder Schneefällen. Auch im jetzigen Fall ergab die Niederschlagsabschätzung des Radars etwa 25 mm in 2 Stunden für das Gebiet rund um Bregenz und nur 1 bis 6 mm in den Gebieten, wo kein Lake Effekt festgestellt werden konnte.
Blütezeit in den Alpen
Einige Wochen nach der Frühlingsblüte in den Niederungen zeigt die Bergflora ihre Schätze.