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Die Bäuerinnen heissen Aïssa, Anne, Amina, Rut, Chathurika und Kathrin und leben im Niger, in der Schweiz, in Tansania, Guatemala und Sri Lanka. Sie arbeiten alle auf ihren eigenen Feldern. Einige von ihnen haben das Land von ihren Vorfahren geerbt, andere haben dafür ihren Beruf gewechselt. Sie alle haben gelernt, die Äcker und Felder zu bestellen und zu erhalten. Auf diese Weise ernähren sie ihre Familien und Gemeinschaften auf gesunde Weise und tragen massgebend zum Haushaltseinkommen bei. Bäuerinnen spielen in der Produktion von Lebensmitteln eine zentrale Rolle. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara etwa, erzeugen sie bis zu 80 Prozent der in ländlichen Gebieten konsumierten Lebensmittel, sie produzieren lokale Sorten wie Gemüse, Früchte, Reis, Weizen und Mais.
Zahlreiche Hindernisse
Die Bäuerinnen und ihre Arbeit sind weitgehend abwesend, wenn am 23. September über Ernährungssysteme diskutiert wird. Dabei gibt es für sie zahlreiche Herausforderungen zu meistern: Mangelnde Anerkennung, fehlende soziale Absicherung, ungenügende Ausbildung, fehlender oder erschwerter Zugang zu Bodenbesitz , Gewalt und Isolation: Die Schwierigkeiten, mit denen sie konfrontiert werden, sind zahlreich. Sie engagieren sich für ihre Gemeinschaft und sind gleichzeitig am stärksten von Unterernährung betroffen. Nahezu 60 Prozent der Menschen, die chronisch unter Hunger leiden, sind Frauen, auch Frauen im ländlichen Raum.
SWISSAID will den Bäuerinnen angesichts dieser Erkenntnisse eine Stimme geben. Wir wollen, dass sie endlich Gehör bei den internationalen Entscheidungsträger:innen erhalten.
Der Bericht mit den Geschichten der sechs Bäuerinnen ist an den UNO Generalsekratär gerichtet und wird am 21. September von SWISSAID dem Leiter der Schweizer Delegation für den Gipfel übergeben. Der Bericht enthält eine Auswahl an Geschichten von verschiedenen Bäuerinnen und den Hindernissen, die sich ihnen in den Weg stellen. Aber vor allem machen die befragten Bäuerinnen Vorschläge für Verbesserungen der Ernährungssysteme. Zu diesen gehört die Förderung der Agroökologie. Denn: Agroökologische Ernährungssysteme stärken die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit der Frauen von teuren Produktionsmitteln und unsicheren internationalen Preisentwicklungen.
Agroökologie jetzt!
Agroökologie ist ein Ansatz, der die Autonomie der Bäuerinnen und Bauern fördert, indem er auf nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken ohne Pestizide und synthetische Düngemittel ausgerichtet ist. Die natürlichen Ressourcen werden so geschont für die künftige Produktion, zahlreiche gesunde Nahrungsmittel werden gleichzeitig angebaut (hohe Agrobiodiversität) und die freie Verwendung von traditionellem Saatgut wird gefördert. So müssen sich die Bäuerinnen und Bauern nicht in die Abhängigkeit von privaten Anbietern begeben. Agroökologische Anbaumethoden verfolgen immer ökologische, soziokulturelle, wirtschaftliche und politische Ziele. Sie haben sich angesichts der Krisen des Klimawandels, des drastischen Verlusts der biologischen Vielfalt und der Armut bewährt. SWISSAID hat dies vor Ort immer wieder erfahren und am Vorabend des Vorgipfels in Rom im Juli dem Bundesrat gegenüber wiederholt.
Agroökologie ist der Schlüssel für die notwendige Transformation der globalen Ernährungssysteme und muss besser unterstützt und ausgebaut werden. Hören Sie nicht auf die Stimmen der Agrarindustrie, sondern auf die Stimmen derjenigen, die die Welt tatsächlich gesund ernähren – die Kleinbäuerinnen und Familienbetriebe.