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Simon Ammann wiegt 58 Kilogramm. Bei einer Körpergrösse von 1,73 Metern beträgt sein Body-Mass-Index 19,4. Das bedeutet, dass der Toggenburger mit kürzeren Ski abfliegen muss. Eine Regel der FIS, die Magersucht im Skisprungzirkus verhindern soll, legt fest: Wessen BMI unter 21 liegt, der muss mit kürzeren Latten auf die Schanze. Und wer im Physik-Unterricht aufgepasst hat, weiss: Kürzere Ski bedeuten weniger Tragfläche, wodurch die Flugphase verkürzt wird.
Deschwanden: Untergrenze statt Strafe
Nur: Der Regel wird mittels Technik ein Strich durch die Rechnung gemacht. Moderne Bindungen und flexiblere Ski gleichen die mangelnde Länge weitgehend aus. Die Folge: Die Springer nehmen die Strafe in Kauf und werden wieder leichter.
Gregor Deschwanden begegnet dieser Entwicklung kritisch. Sein Vorschlag lautet, diese Strafe zu streichen und stattdessen eine BMI-Untergrenze einzuführen: Wer den von der WHO als Grenzwert für Untergewicht angegebenen BMI von 18,5 unterbietet, wird nicht zum Wettkampf zugelassen.
BMI 21 ist für einen Skispringer eher hoch.
Auch Ammann begrüsst die Diskussion: «2010 bin ich mit einer Skilänge von 2,53 m gesprungen, jetzt sind es noch 2,40 m. Das ist eine Welt und wirklich spürbar.» Als dramatisch würde er die Gewichts-Situation indes nicht bezeichnen: «BMI 21 ist für einen Skispringer eher hoch. Wenn man ständig trainiert und sich gesund ernährt, kann man problemlos leichter sein.» Natürlich müsse man die Entwicklung im Auge behalten.
Die FIS hat bereits Gespräche über neue Regeln aufgenommen. Eines steht fest: Auf keinen Fall will man wieder dastehen wie in den 1990er-Jahren, als diverse Springer der Weltelite augenscheinlich stark untergewichtig waren.