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Das Nördlinger Ries ist weltweit einer der noch sehr gut erhaltenen Einschlagkrater. Das Ries-Ereignis fand vor etwa 14,4 Millionen Jahren statt. Ein Meteorit mit 1,5 Kilometern Durchmesser raste mit 15-50 km/s auf die Erde, formte einen 500 m tiefen Krater mit rund 25 Kilometern Durchmesser. Bis in eine Tiefe von 6 Kilometern wurde das kristalline Grundgebirge zertrümmert. Der oberste Teil des Grundgebirges wurde aufgeworfen, obwohl es unter einer mehrere Hundert Meter mächtigen Schicht mesozoischer Sedimente lag. Die Gesteinstrümmer flogen bis in einen Umkreis von 70 Kilometern; die kleinen glasigen Tektite wurden sogar noch in einer Entfernung von 450 Kilometern gefunden.
Erst seit 1960 ist erwiesen, dass es sich bei der kreisförmigen Struktur tatsächlich um einen Impaktkrater handelt und nicht um eine vulkanische Struktur, wie einst angenommen, aufgrund der gefundenen tuffartigen Gesteine. Bei genauerer Betrachtung entdeckte man die Minerale Stishovit und Coesit, zwei Hochdruckmodifikationen von Quarz, die nur durch einen Impakt entstehen können.
Der tuffähnliche Suevit ist ein Impaktgestein aus thermisch veränderten Sedimenten, erstarrter Schmelze und Hochdruckmineralen. Das poröse Gestein hat gute Dämmeigenschaften und wurde verschiedentlich als Baustein verwendet.
Heute liegt die Ries-Ebene nur noch etwa 120 Meter tiefer als der bewaldete Rand der umgebenden Hochfläche; fällt aber deutlich auf in der hügeligen Landschaft der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Der Krater füllte sich nach dem Meteoriteneinschlag mit Wasser und enthielt lange Jahre einen hochsalinen See.
Stellen Sie sich vor, so ein Ereignis würde sich heute ereignen… was würde das für uns heissen?
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