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Vierlivier
aus Bulletin 67/2012, von Peter Zobrist
Unter den Motorfahrern im Militär redet man vom Vierlivier und meint damit einen Allrad-Lastwagen (4 x 4).
Dieser Typ Fahrzeug, – speziell der 5CM, – hat es mir besonders angetan, unter anderem, weil ich selber damit gefahren bin. Nach der Pensionierung habe ich die lang herumgetragene Idee, das Modell eines Vierlivier zu bauen, realisiert. Für mich naheliegend war die Verwendung von Stokys-Teilen, weil ich schon in der Jugend mit Stokys baute.
Ich habe folgende Anforderungen aufgestellt: All-rad-Antrieb mit Differentialgetrieben im Verteiler-Getriebe und in den Achsen, Funkfernsteuerung, grosse Räder.
Der 5CM hätte Planetenantrieb in der Vorderachse. Dies konnte ich mit den beschränkten fertigungs-technischen Möglichkeiten nicht realisieren. Die erste Version meines Modells war an der Jubiläumsausstellung im Technorama zu sehen. Mittler-weile habe ich die Achsen überarbeitet und eine Seilwinde angefügt.
Das Fzg ist für Langholztransporte eingerichtet, der Anhänger ist nicht abgebildet. Auf dem Chassis hinten links befindet sich die Seilwinde. Sie wird via Verteilergetriebe vom Fahrmotor angetrieben. Während meiner Tätigkeit bei Saurer, Arbon hatte ich u.a. die Aufgabe, die Seilwinden der abzuliefernden Fzg (2DM) zu testen.
Die Kabine ist aus Gewichtsgründen mit Karton verkleidet. Die Scheinwerfer sind Landescheinwerfer aus dem Flugzeugmodellbau.
Von links nach rechts sind im Bild 3 zu erkennen: Servo für die Lenkung, Vorderachse mit Differentialgetriebe, Gelenkwellen, Verteilergetriebe mit Differentialgetriebe (im hellen Kunststoff-Zahnrad), aussen am Chassis die Batteriehalter, Gelenkwellen, Hinterachse mit Differential-Getriebe. Die Differentialgetriebe stammen von
Fischertechnik. Die Diff’s von Stokys sind für den vorhandenen Platz (3-Loch in der Breite) zu gross. Die Räder nahm ich von einem ausgeschlachteten Modellauto, sie haben Kugellager. Die gelbe Platte oberhalb der Vorderachse ist der Träger für den Fahrmotor-Servo, die Motorsteuerung und den Funkempfänger.
Wer den Vierlivier kennt, sagt sofort, dass die Antriebsgelenke dort nicht sichtbar sind. Diese Lösung konnte ich nicht realisieren. Ich verwendete ungern die STOKYS-Gelenke. Sie bringen optisch durch die Grösse einiges, da sie aber zu lang für die 3-Loch-Bügel sind, musste ich den Bügel auf-schneiden und mit Unterlagscheiben Platz schaffen. Nachdem STOKYS erfreulicherweise neue schlanke Gelenke auf den Markt gebracht hat, ist der Ersatz der Gelenke natürlich auf meiner Pendenzenliste.
Die Räder mit den Kugellagern sind auf einen hohlen Achsträger von 8 mm Durchmesser aufgesteckt. Durch den Achsträger führt die Antriebs-welle. Man sieht auf dem Foto sehr gut, wie das Fischertechnik-Differentialgetriebe perfekt in den Raum passt, der von den 3-Loch-Bügeln gebildet wird. Ich hatte vor einiger Zeit das Vergnügen, mit einem Vierlivier im Basler Jura einige Kilometer zu fahren und dabei den speziellen Ablauf der Gangschaltung (4 Gänge und Schnellgang) wieder zu üben.
Das Originalfahrzeug ist heute am ehesten bei speziellen Fahrzeugtreffen oder in Museen (z.B. Saurer-Museum in Arbon (TG), FBW-Museum in Wetzikon, Militär-Museum Full-Reuenthal, Militär-Museum im Zeughaus in Schaffhausen) anzutreffen.
Die Firma Saurer hat von diesem Grundmodell einen Prototyp mit 3 Achsen und einem V8-Dieselmotor gebaut. Ein solches Fahrzeug steht in einem Schuppen in Full-Reuenthal. Das Fahrzeug sollte auf einem Tiefganganhänger schwere Panzer ziehen. Saurer kam bei der Evaluation aber nicht zum Zug, es wurden Schlepper aus England beschafft.