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Im Alltag entschliesst man sich für einen Haarschnitt, wenn man das Gefühl hat, die Haare seien zu lang, um sie weiter tragen zu können. Der Begriff hat eine sehr ähnliche Bedeutung im ökonomischen Kontext: Stellt sich heraus, dass ein Staat oder ein Unternehmen zu hohe Schulden hat, um diese weiter bedienen zu können, kommt es vor, dass Schuldner und alle Kreditgeber sich auf einen Haircut einigen. Dabei werden sämtliche Schulden um den gleichen Prozentsatz reduziert. Wichtig ist, dass alle Kreditoren freiwillig mitmachen, denn nur so kann sichergestellt werden, dass der Debitor nicht in Konkurs geht und der verbleibende Teil der Schulden zurückbezahlt wird. So einigten sich zum Beispiel 2012 alle privaten Gläubiger darauf, die griechischen Staatsanleihen in ihrem Besitz um die Hälfte ihres Wertes zu kürzen.
Elias Steiner
Doktorand Internationale Ökonomie
unilu.ch/elias-steiner