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Rest In Peace B.B. King
Neben Albert King und Freddie King war er der letzte noch lebende der „drei Kings des elektrischen Blues“: B.B. King, 1925 im Süden Mississippis geboren, war der König der Könige des Blues. Früh hatte sich der junge Riley B. King nach Memphis durchgeschlagen und feierte in den 50er-Jahren erste Erfolge. Schon bald stand „B.B.“ nicht mehr bloss für „Blues Boy“, sondern für „Beale Street Blues Boy“. Im Laufe seiner Karriere veröffentlichte der einflussreiche Blues-Gitarrist und –Sänger 43 Studio- sowie 16 Live-Alben, die mit 15 Grammys ausgezeichnet wurden. B.B. beeinflusste mehrere Generationen von schwarzen und weissen Rock- und Bluesgrössen, darunter Jimi Hendrix, John Mayall, Peter Green, Eric Clapton oder Mick Taylor. Noch heute bezeichnet Carlos Santana das über 50-jährige Live-Epos „Live At The Regal“ als das perfekte Blues-Album schlechthin. B.B.‘s Titel „The Thrill Is Gone“ wird als grösster Blues-Track aller Zeiten gehandelt. Der Gitarrist taufte seine Gibson „Lucille“, spielte niemals Akkorde und war durch sein individuelles Vibrato unverkennbar. B.B. King wurde von T-Bone Walker, dem Pionier der elektrischen Gitarre, inspiriert und lehnte es ab, akustische Gitarren zu spielen. Der anpassungsfähige und weltoffene B.B. erkannte die Zeichen der Zeit und vermarktete sich stets hervorragend. Sein Manager Sid Seidenberg sorgte dafür, dass er als einer der ersten schwarzen Musiker in weissen Clubs spielte. Dadurch interessierten sich ab der zweiten Hälfte der 60er-Jahre immer mehr weisse Jugendliche für den Blues. Durch die Zusammenarbeit mit dem innovativen Produzenten Bill Szymczyk feierte B.B. mit den Alben „Live & Well“ und „Completely Well“ (beide 1969) grandiose Erfolge. Szymczyk setzte erstmals im Blues Streicher ein und stellte damit die Plattenindustrie auf den Kopf. Im selben Jahr spielte King im Vorprogramm der Rolling Stones. Für den Stones-Bassisten Bill Wyman „die beste Tour, die wie je machten“. B.B.’s einzigartige Dynamik und der gewaltige Sound seiner Band waren eine Offenbarung für die Briten. 1971 folgte Kings erste Übersee-Tour und „B.B. In London“, eine Platte, die mit Beatles-Drummer Ringo Starr, Peter Green und Alexis Korner entstand. Mit über 60 Jahren ging es nochmals richtig los: Kings ergreifendes Duett mit U2 („When Love Comes To Town“ von 1988) und eine viermonatige Welt-Tournee wirkten wie eine Frischzellenkur auf den unermüdlich Tourenden. Im Jahre 2000 nahm B.B. mit Eric Clapton das Grammy-gekrönte Album „Riding With The King“ auf. B.B. King war ein Realist, der die Geschichte seines Lebens voll tiefer Emotionen erzählte. Der Blues war ein Katalysator, in dem blinder Zorn, Erniedrigung und Ohnmacht ein Ventil fand, so beschrieb er es selbst. Letzten Oktober bestritt der scheinbar Unsterbliche einen letzten Auftritt in Chicago. Im neunzigsten Lebensjahr verstarb B.B. King am 14. Mai 2015 in Las Vegas.