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Sorgen um einen Freund / eine Freundin
Ansprechen und Nachfragen: Geht es einem Freund oder einer Freundin schlecht und du machst dir Sorgen, so versuche, sie/ihn anzusprechen:
- Zum Beispiel: «Ich habe den Eindruck, es geht dir nicht so gut.»
Du kannst, wenn keine Reaktion erfolgt, auch nachfragen.
- Zum Beispiel: «Magst du erzählen was dich bedrückt?»
Das braucht wohl etwas Mut und die Kraft, eine allfällige Zurückweisung zu ertragen.
Angst um die Person: Wenn du Angst hast, dass er/sie sich etwas antun könnte, so kannst du ihn/sie auch darauf ansprechen. Offen und gerade heraus.
- Zum Beispiel: «Ich mache mir Sorgen um dich und frage mich manchmal, ob du dich mit dem Gedanken beschäftigst, dich zu töten.»
Die Erfahrung zeigt: Menschen mit Suizidgedanken möchten weiterleben und es ist hilfreich, wenn sie auf ihre Gedanken angesprochen werden. Das schafft die Möglichkeit, sich auszusprechen. Es stimmt übrigens nicht, dass man jemanden erst recht auf die Idee bringt, sich umzubringen, wenn man ihn darauf anspricht. Das Ansprechen von Suizidgedanken hilft zudem, eigene Phantasien und Ängste zu klären.
Stellung beziehen, nicht bewerten: Es ist hilfreich, wenn du das Vorhaben nicht bewertest oder verurteilst, aber trotzdem Stellung beziehst.
- Zum Beispiel: «Ich verstehe, dass du dich verzweifelt und hoffnungslos fühlst in dieser Situation. Ich sehe, was dich belastet. Ich möchte dir aber helfen, am Leben zu bleiben, damit eine Veränderung überhaupt möglich ist.»
Aussagen ernst nehmen: Suizidale Äusserungen sind ernst zu nehmen. Es stimmt nicht, dass Menschen, die mehrmals von Suizid sprechen, sich nichts antun.
Zuhören als wichtigste Hilfe: Interessiertes Zuhören ist fast immer die erste und wichtigste Hilfe. Du ermöglichst so, dass der betroffene Mensch erste Entlastung findet.
Sorge mit andern teilen: Sei dir bewusst, dass du die Probleme eines andern Menschen nicht lösen kannst. Teile deine Sorge um den Menschen mit anderen Personen. Hole dir wenn irgend möglich Unterstützung bei Verwandten, Freunden oder Freundinnen oder bei professionellen Helfern/Helferinnen des suizidgefährdeten Menschen oder bei Telefon 147. Der Schutz des Lebens geht einer freundschaftlichen Verschwiegenheit vor.
Fachliche Hilfe: Suizidalität hat viele Ursachen. Motiviere die suizidgefährdete Person, sich durch Fachleute helfen zu lassen. Nimm selber mit Fachleuten Kontakt auf, wenn du Fragen hast, dich unsicher fühlst oder wenn dringend Hilfe nötig ist. Die Nummer 147 steht dir gratis rund um die Uhr zur Verfügung.