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Demenz ist eine typische Erkrankung für den älteren Bevölkerungsteil. In den entwickelten Ländern werden rund 15 Prozent aller Menschen über 65 Jahre als demenzkrank eingestuft. Für die Schweiz liegen allerdings keine repräsentativen und flächendeckenden Daten zur Demenzerkrankungen vor.
Gemäss den Schätzungen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) steigt die Anzahl der Demenzkranken allerdings von Jahr zu Jahr. Allerdings ergab eine Studie in «The Lancet» mit über 7’500 Teilnehmenden über 65 Jahren, dass der Anteil an Demenzpatienten in England während den vergangenen 20 Jahren gesunken ist. Dies ist eine potenziell gute Nachricht für eine alternde Bevölkerung.
Mögliche Gründe für den Rückgang an Demenz in England
Grundsätzlich gibt es (noch) keine wissenschaftliche Erklärung für einen rückläufigen Trend. Als mögliche Gründe werden unter anderem regelmässige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung sowie ein aktiver Geist genannt.
So kann ein höheres Bildungsniveau etwa den Ausbruch einer Demenz zeitlich verzögern, weil ein mental aktiver Lebensstil die Menge der so genannten «kognitiven Reserve» erhöht, auf welche das Gehirn im Alter wie auf eine Art Bankkonto zurückgreift. Eine andere Theorie besagt, dass die gezielte Behandlung von Arterien-Erkrankungen ebenfalls das Risiko von Demenz mindert.
Prävention von Demenz
Die meisten Ursachen für Demenz lassen sich nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht eindeutig verhindern. Neben einer guten medizinischen Versorgung kann vor allem ein gesunder Lebenswandel einige Arten von Demenz verhindern.
Oft werden folgende Massnahmen und Verhaltensweisen empfohlen:
- Regelmässige Kontrolle des Blutdrucks
- Ausreichend Bewegung
- Ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse
- Über- und Untergewicht vermeiden
- Tabak vermeiden
- Alkohol nur in ganz geringen Mengen oder ganz vermeiden (bei alkoholbedingter Demenz)
- Das Risiko einer Kopfverletzung mindern durch das Tragen von Schutzausrüstung (um traumatische Demenz zu vermeiden)
- Kein risikoreiches Sexualverhalten (um infektionsbezogene Demenzen zu vermeiden)
- Ausreichend B-Vitamine einnehmen und im Zweifelsfall einen Bluttest zur Ermittlung des Bedarfs beim Arzt machen lassen (zur Vermeidung einer Vitaminmangeldemenz)
- Schilddrüsen-Funktion abklären lassen (zur Vermeidung von hormonbedingter Demenz)
Fazit: Wer geistig aktiv ist und seinen Körper fit hält, kann einen mentalen Rückgang verhindern und einen Gedächtnisverlust reduzieren oder wenigstens hinauszögern.
Wie wird Demenz diagnostiziert?
Um eine genaue Diagnose erstellen zu können, wird jeder Arzt danach fragen, wann die ersten Gedächtnisprobleme aufgetreten sind und wie schnell sie sich verschlimmert haben. In Kombination mit dem Alter eines Patienten erleichtern diese Informationen dem Arzt die Diagnose.
Denn wenn …
- die Person schon älter ist und seit mehreren Jahren ständig ein schlechteres Gedächtnis sowie andere Probleme hat, dann ist das ein mögliches Indiz für die Alzheimer-Krankheit.
- sich die Symptome schnell verschlimmern, dann kann die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit die Demenz ausgelöst haben.
- die Person früheren Schlaganfall erlitten hat oder ein höheres Schlaganfallrisiko vorliegt, wird der Arzt die vaskuläre Demenz als zugrundeliegende Ursache betrachten.
Allerdings ist die genaue Ursache der Demenz bei jedem Menschen oft schwer zu bestimmen. Um eine Demenz zu diagnostizieren, werden oft die folgenden Punkte abgeklärt:
- Hat die betroffene Person Schwierigkeiten beim Verstehen oder Verwenden von Sprache?
- Ist der Patient noch in der Lage, eine gezielte Handlung oder eine bestimmte Abfolge von motorischen Aktivitäten auszuführen?
- Erkennt die Person vertrauten Objekte oder Personen?
- Kann der Patient komplexe Aufgaben (z.B. Planen, Organisieren) bewältigen?
- Hat der Patient betreffend Gedächtnis und Aufmerksamkeit Schwierigkeiten?
Ein häufig verwendetes Werkzeug zur Demenz-Diagnose ist das so genannte «Mini Mental State Exam». Dieser Kurz-Test besteht aus elf Modulen, die unter anderem aus der Frage nach dem aktuellen Datum oder einfache mathematische Aufgaben beinhalten. Je mehr richtige Antworten eine Person gibt, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Demenz.
Allenfalls können zusätzlich Labortests die möglichen Ursachen von Demenz eingrenzen. Solche Tests sind beispielsweise Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT) Scans, Positronen-Emissions-Tomographie (PET), Bluttests oder Lumbalpunktion.