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Information Independent Commission of Experts Switzerland-Second World War (ICE) (UEK)
Info UEK/CIE/ICE ( deutsch français italiano english): ________________________
Generelle Informationen:
Enthält die Korrespondenz zwischen dem "Joodsche Raad voor Amsterdam" (JR) und Saly Mayer. Der JR bemüht sich, einen Palästina-Austausch zu Stande zu bringen. Vorschläge für Palästina-Zertifikate werden vom JR in Amsterdam an die Schweiz. Gesandtschaft in Berlin weitergeleitet. Kontakte zwischen Gertrude van Tijn und Ernst Prodolliet: er scheint sich für den Palästina-Austausch engagiert zu haben. Brief von Saly Mayer (SM) an JR, 2.8.1943: vom Joint in Lissabon stehe für holländische Fälle kein Kredit zur Verfügung. Die Liste wird in Jerusalem zusammengestellt. Dort werden auch Änderungen vorgenommen.
Bericht über die Wirkung von Pal. Zertifikaten und Papieren in Holland, Genf, 10.5.1944: die Deutschen verbreiteten in Westerbork die Nachricht, dass es den Leuten in Bergen-Belsen gut gehe und dass jeder, der irgendein Papier besitze, vor allem ein Zertifikat und in Westerbork interniert ist, sich nach Bergen-Belsen melden kann. "Wenn die Leute aber keine Fremdenpässe haben, so wird ihnen das Zertifikat insoferne eine Erleichterung sein, als sie damit nach Bergen-Belsen weiterkommen können [...] was für den Moment viel besser ist, wie nach Polen deportiert zu werden.
Korrespondenz mit dem "Joodsche Coordinatie Commissie" 1944:
Die Kommission (M.H. Gans) bittet Saly Mayer um Unterstützungszahlungen für untergetauchte Juden in den Niederlanden und für niederländische Juden in Lagern. Das Kommitte wird von der niederländischen Regierung finanziell unterstützt.
LÖSEGELD: Brief der Kommission an Saly Mayer, 26.10.1944: "Es ist uns jetzt angeboten worden wenigstens 500 Leute für tausend Franken pro Person aus Bergen-Belsen und eventuell auch aus Lagern freizulassen. Da wir zu wissen glauben, dass Sie sich auch mit derartigen Unterhandlungen beschäftigen, brauchen wir Ihnen keine nähere Einzelheiten auf schriftlichem Wege mitzuteilen. Wir haben den Eindruck dass es gut wäre, dass wir den Zwischenpersonen gegenüber separat unterhandeln, weil sie sich an uns gewandt haben und weil unserer Meinung nach die Möglichkeit auf einen Erfolg dadurch nicht kleiner sondern grösser wird." Frage an Mayer, ob der Joint eine Bankgarantie für Fr. 500'000 leisten könne. Die Kommission findet es untragbar, dass die niederländische Regierung beginnt, Leute loszukaufen, deshalb wendet sie sich an den Joint. Bei den Schweizer Behörden wurden Schritte unternommen, alle in Bergen-Belsen internierten Holländer in der Schweiz zuzulassen. (Brief von Gans an Mayer, 19.12.1944) Das Komittee plant eine Hilfséquipe nach Polen (Juli 44).
Wiederkehr:
In einem Brief von Gertrud van Tijn (JR) an Saly Mayer vom 31.7.1942 steht folgendes zu Wiederkehr: "Ich werde die Frage der Visen ausführlich mit Dr. Wiederkehr besprechen, der doch wahrscheinlich bald einmal wieder hierher kommen wird. [... ] Sollte Dr. Wiederkehr, Zürich, Bahnhofstrasse, noch in der Schweiz sein, wenn Du diesen Brief erhältst, setze Dich bitte mit ihm in Verbindung."
Gertrud van Tijn
geb. 4.7.1891 in Braunschweig organisiert im Sommer 1940 die Ausreise ihrer Tochter in die USA sie verzichtete zunächst auf die Auswanderung in die USA im Interesse ihrer Arbeit sie befindet sich im Oktober 43 in Westerbork im August 44 wird sie nach Bergen-Belsen gebracht, kann dann mit dem ersten Palästina-Austausch ausreisen Danach geht sie in die USA und gemäss einer Notiz des Foreign Service (USA) an Mayer (15.2.1945) möchte sie in die Schweiz, um bei der Rettung der holländischen Juden aus deutschen Lagern behilflich zu sein.
- Einreisegesuch in die Schweiz: Verband Schweiz. Israelit. Armenpflegen (Präsident: Saly Mayer) an das Emigrantenbureau, 4.12.1942: "Frau Van Tijn gehört zu den Fällen, von welchen wir Ihnen gesprochen haben, dass sie es verdienen, auf Grund ihrer selbstlosen Tätigkeit auf dem Gebiete der Flüchtlingshilfe unserer Hilfe teilhaftig zu werden. Wir sind von ihr ersucht worden, die Einreise nach der Schweiz nachzusuchen, damit sie der drohenden Gefahr der Deportierung entgehen kann. Obschon sie der Ausreiseschwierigkeiten bewusst ist, ist sie der Meinung, dass ihr die Einreiseerlaubnis immerhin einen gewissen Schutz bieten würde." - Antwort des Emigrantenbureaus, 16.12.1942: "... müssen Ihnen zu unserem Bedauern nach Rücksprache mit Herrn Dr. Düby mitteilen, dass es unumgänglich notwendig ist, einen Kanton zu nennen, in welchem die Ausländerin Aufnahme finden soll." - SM versucht über den Verband Schweiz. Israel. Armenpflegen eine Einreisebewilligung eines Kantons zu erhalten. - Am 4.2.1943 teilt Gertrud SM mit, dass auf dem Schweizerischen Konsulat in Amsterdam ein Schweizer Visum für sie bereit liege. Obwohl sie kaum die Erlaubnis erhalten dürfte auszureisen, scheint ihr das Visum sehr wertvoll. - Am 9.6.1943 verlängert die Frepo die Einreisebewilligung für Gertrud van Tijn bis zum 31.Juli.
Film 12
Brief des Generals van Tricht (Gesandtschaft der Niederlande) an Oberrabbiner Dr. T. Lewenstein, 10.5.1943: "Herr Katz sagte mir einen monatlichen Beitrag von mindestens Fr. 1000.- zu und hat diesen Betrag seit Ende November 1942 regelmässig entrichtet. So entstand der sogenannte "Fonds Katz", woraus die Kosten bestritten werden für eine kleine Zahl Staatenlose, Alle Juden." die Beträge von Katz würden hingegen nicht ausreichen, daher Bitte um Unterstützung. (weitere Unterlagen von Nathan Katz)
Im folgenden geht es um die Repatriierung von staatenlosen holländischen Flüchtlingen und die Unterstützung durch den Katz Fonds.
- Kautionsangelegenheit I. Pol(l)ak: die Ausreisebewilligung hat die Familie vom Befehlshaber der Sicherheitspolizei erhalten, Juni 43/ gleichzeitig auch die Familie E. Seligmann-Heilner, Fribourg ). Gertrud van Tijn setzt sich dafür ein, dass das Geld vom holländischen Joint-Budjet bereitgestellt wird. (Kontaktmann zudem: Julius Orlow, Sihlquai 266 Zürich), VSJF setzt sich für die Familie Polak ein. - Rapport der Fam. I. Polak, den Haag, während des Krieges (14. Mai bis zur Auswanderung 17.9.1943): "Dr. Bühler (ein guter Bekannter von Herrn Seligmann in Stuttgart, der bei der Bosch A.G. eine hohe Position hat) ist eigentlich der Mann der in Hauptsache für unsere Ausreise gesorgt hat. [...] Nur der persönlichen Intervention von Dr. Harster in Berlin ist es zu verdanken, dass wir die Ausreise bekommen haben, ...."