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Gesamtausgabe
Da Rudolf Steiner sämtliche Vorträge frei gehalten hat, sind von ihm (ausser vereinzelten Notizen und Skizzen) keine handschriftlichen Aufzeichnungen, sondern nur Mitschriften von Zuhörern (v.a. Stenogramme) erhalten. Die gegen 300 Vortragsbände der Gesamtausgabe haben also keine handschriftliche Textgrundlage von R. Steiner selbst, sondern beruhen auf von Herausgebern redigierten Hörermitschriften. Nur ganz wenige Vortragsausgaben hat Rudolf Steiner selbst durchgesehen. Es handelt sich also bei diesen Ausgaben, ähnlich wie bei anderen Editionen von Philosophen (z.B. bei Vorlesungen von Aristoteles oder Hegel) um vom Urheber nicht geschriebene oder redigierte bzw. nicht autorisierte Texte.
Aufbau und Konsolidierung
Neubeginn und Ausweitung
Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg kommt es in Deutschland zu einem Neubeginn und weltweit zu einer Ausweitung anthroposophischer Initiativen, vor allem mit der Gründung von Einrichtungen in den Bereichen Pädagogik, Medizin, Heilpädagogik und Landwirtschaft. Berufsverbände, Periodika und Verlage entstehen neu.
Mitte der 50er-Jahre beginnt die Herausgabe der Rudolf Steiner-Gesamtausgabe durch die Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung. Der Plan zu einer Jubiläumsausgabe zu Rudolf Steiners 100. Geburtstag 1961 war eine Grundlage der heute über 340 Bände zählenden Gesamtausgabe – einer umfassenden Inspirationsquelle für die Erweiterung von Kunst, Wissenschaft und Lebenspraxis durch Anthroposophie.
Ende der 50er-, Anfang der 60er-Jahre zeichnet sich ein Generationenwechsel ab. Mit Guenther Wachsmuth und Albert Steffen sterben 1963 die letzten Gründungsvorstandsmitglieder der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Schon vorher bildet sich der Vorstand am Goetheanum durch die Kooptation neuer Mitglieder um, die medizinische Bewegung, die holländischen und englischen Gesellschaften finden erneut eine Verbindung mit dem Goetheanum. Der internationale Charakter der Gesellschaft wird durch eine Zusammenarbeit mit den Generalsekretären der Landesgesellschaften ausgebaut. An vielen Orten weltweit entstehen kleinere und größere anthroposophische Kulturzentren, Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft bilden ein Forum für Initiativen und Gründungen.
Ende der 60er-Jahre beginnt sich die internationale Bewegung der anthroposophischen Kindergärten zu formieren. Die öffentlich beachtete Gründung des Gemeinschaftskrankenhauses in Herdecke/Ruhr 1969 läutet eine neue Entfaltungsphase ein.
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Rudolf Steiner-Gesamtausgabe:
Dokumentation am Goetheanum
Das Archiv wurde 1919 auf Initiative von Elisabeth Vreede, Isie Mackenzie und Sanne Bruinier in Absprache mit Marie und Rudolf Steiner gegründet. Ursprüngliche Absicht der Initiantinnen war es, die Nachschriften einzelner Zuhörer von damals noch nicht gedruckt vorliegenden Vorträgen Rudolf Steiners zu sammeln, um sie den Mitgliedern der Gesellschaft, die immer zahlreicher nach Dornach kamen, zum Studium zur Verfügung zu stellen. Diese Sammlung bildet den ursprünglichen Kernbestand.
Elisabeth Vreede erzählt, dass Rudolf Steiner wegen dieser ursprünglichen Intention auf ihre Bitte hin selbst dem Archiv den Namen "Rudolf Steiner Archiv am Goetheanum" gab. Der 1922 schon gefasste Beschluss, das Archiv in einem Raum des Goetheanumbaues unterzubringen, war bei Ausbruch des Brandes des 1. Goetheanums noch nicht realisiert worden. Der ursprüngliche Kernbestand des Archivs blieb damit erhalten.
Inzwischen sind die Archivbestände auf ca. 3,5 Millionen Unterlagen, Akten und Sammlungen aus einem Jahrhundert Anthroposophie und Anthroposophische Gesellschaft angewachsen.
Die geschichtliche Entwicklung der Anthroposophischen Gesellschaft hat es mit sich gebracht, dass das literarische und künstlerische Werk Rudolf Steiners von der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung betreut wird. Diese hat dazu das Rudolf Steiner Archiv, Haus Duldeck, eingerichtet und besorgt über den Rudolf Steiner Verlag die Herausgabe von Steiners Werk. Darüber hinaus betreut das Rudolf Steiner Archiv auch den Nachlass von Marie Steiner von Sivers.Der Schwerpunkt des Goetheanum Archiv liegt in seinen Quellendokumenten zur Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft nach Rudolf Steiners Tod am 30. März 1925. Sachlich ergänzen sich jedoch die Bestände dieser beiden grösseren Archive, da auch Akten und Unterlagen aus der Zeit vorher im Goetheanum Archiv lagern.
Neben dem Rudolf Steiner Archiv und dem Goetheanum Archiv arbeiten das Archiv der Albert Steffen Stiftung und das Ita Wegman Archiv am Ort.
Die vier anthroposophischen Zentral-Archive sind autonom und arbeiten in allen sachlichen Fragen zusammen. Sie haben jeweils eigene Zugangsregelungen, stehen aber für Anfragen und nachgewiesene wissenschaftliche Forschungsarbeiten zur Verfügung.