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Der Schiffstransport allein ist Verursacher von etwa 7 Prozent des weltweiten Schwefeldioxid- und 13 Prozent des Stickoxid-Ausstoßes. Schuld sind vor allem immer größer werdende Öltanker, die Produkte durch die ganze Welt schiffen und natürlich Luxus-Kreuzfahrtschiffe, alles mit schwefelhaltigen Schweröl betrieben. Bis jetzt zumindest aus geschäftlicher Sicht kein Problem, doch die Treibstoffpreise steigen stetig, allein in den letzten zwei Jahren haben sie sich verdreifacht. Ein neues System wird dringend notwendig. Dabei wurde eine umweltfreundliche Alternative schon vor fast einhundert Jahren erfunden.
In den 20ern entwickelte der Erfinder Anton Flettner den nach ihm benannten Flettner-Rotor, ein Windantriebssystem für Schiffe, welches sich den sogenannten Magnus-Effekt durch Sog- und Staudruckkräfte zunutze macht. Zwei Frachtschiffe, die “Buckau” und die “Barbara” rüstete er mit Rotoren aus und führte mit beiden erfolgreiche Probefahrten durch. Mit der Buckau segelte er im Mai 1926 sogar über den Atlantik nach New York – und das gegen den Wind. Beide Schiffe bewährten sich auch nach den Tests noch für lange Zeit. Leider setzte Flettner jedoch zur falschen Zeit auf ökologischen Antrieb: Der Ölpreis sank damals drastisch, so dass einfach kein Reiz für erneuerbare Energien entstehen konnte. Der Flettner-Rotor wäre beinahe in Vergessenheit geraten, wenn die beiden Ölkrisen der 70er Jahre die Treibstoffpreise nicht in die Höhe getrieben hätten.
Ein Flettner-Rotor ist ein rotierender Zylinder aus Blech oder Verbundwerkstoffen, welcher als aufragende über 20 Meter hohe Säule auf dem Schiff steht (meist sind mindestens vier Rotoren für ein Schiff nötig). Der Zylinder wird elektrisch und an die herrschende Windgeschwindigkeit angepasst zum rotieren gebracht. Die größeren Endscheiben halten die Strömung am Rohr und verhindern zugleich, dass sich der Wirkungsgrad am Ende des Rotors erheblich verringern kann. Bläst nun der Wind gegen den Zylinder, wird die Luft, weil nun Windrichtung und Drehrichtung des Zylinders zusammenkommen, beschleunigt. Auf der gegenüberliegenden Zylinderseite wird sie dann wieder abgebremst, durch das Be- und Entschleunigen kommt es zu einem Überdruck auf der einen Seite des Zylinders und einem Unterdruck auf der anderen, welche summiert eine quer zur Windströmung gerichtete Kraft bilden und das Schiff vorantreiben. Da die Zylinder sich drehen können, ist es auch vollkommen unwichtig, aus welcher Richtung der Wind kommt – nur bei einer Flaute nützt das natürlich alles nichts.
Flettner-Rotoren könnten den Treibstoffverbrauch um 30 bis 40 Prozent senken. Ab Windstärke 7 kann der dieselelektrische Antrieb der Rotoren sogar abgeschaltet werden. Und natürlich wird ständig weiter geforscht und verbessert: Neue Werkstoffe werden verwendet und zum Beispiel der Schiffsrumpf verbessert, so dass er weniger Widerstand bietet. Entwickler rechnen sogar damit, dass man in fünf Jahren gar keinen Antrieb für die Rotoren benötigen wird.
Umweltfreundlicher Antrieb hin oder her: Ein Wanderurlaub ist noch immer besser für Sie und das Klima, als jede Kreuzfahrt. Dafür muss man sich jedoch die richtigen Schuhe bei Footway kaufen.