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Gestern haben sich statt im Appenzellerland im Fürstenland und Thurgau kräftige Gewitter entwickelt, die lokal, wie in Amriswil, 30 mm Starkregen in einer Stunde brachten.
Die heutige Lage scheint auf den Wetterkarten nicht gross anders zu sein als die gestrige. Ein Kaltlufttropfen über Südfrankreich ist näher als gestern, sollte uns aber kaum beeinflussen. Der grösste Unterschied stellt die Feuchtigkeit dar. Gestern lagen die Taupunkte einige Grade tiefer, also war die Luft trockener. Dies kompensiert wahrscheinlich die niedrigeren Temperaturen, wie auch die äquivalentpotentielle Temperatur zeigt, die identisch ist mit gestern. Somit entwickeln sich auch heute rund 1000 J/Kg MLCAPE, wobei die CIN geringer ist als gestern. Die CIN wie ist der Deckel über der energiereichen Luft am Boden, der verhindert, dass sich Gewitter bilden. Daher ging es gestern erst so spät los. Ein wenig CIN ist trotzdem vorhanden, sodass sich die Energie etwas ansammeln kann. Damit werden sich im Verlauf des Nachmittags zuerst den Voralpen entlang, später auch teilweise im Flachland Gewitter entwickeln, unterstützt von leichter Divergenz auf 300 hPa. Bei erhöhter Windscherung von 10 bis 15 m/s zwischen 0 und 6 Kilometern Höhe dürften sich die Gewitter heute besser organisieren, womit Hagel um 1 bis 2 Zentimeter und Sturmböen bis 80 Km/h etwas wahrscheinlicher werden. Das Risiko für Starkregen bleibt weiterhin bestehen.
Fazit: Ich erwarte, dass sich den Voralpen entlang im Verlauf des Nachmittags die ersten Gewitter bilden, die zahlreicher werden und möglicherweise am Abend und in der ersten Nachthälfte ins Thurgau hinaus ziehen. Es besteht dabei lokal die Gefahr von Starkregen bis zu 40 mm in einer Stunde mit Überflutungen, sowie Hagel um 1 bis maximal zwei Zentimeter und Sturmböen bis 80 Km/h. Nach Mitternacht zerfallen die Gewitter.