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Als im Jahre 1910 die portugiesische Monarchie fiel, erklärten die Republikaner den Abbau des Analphabetentums von 75 % zur Priorität.
Portugal ist nach Frankreich und der Schweiz die drittälteste Republik in Europa.
Portugals 100 Jahre als Republik sind geprägt von einem chaotischen Beginn, einer Diktatur, gefolgt von einer Demokratie, die durch die Nelkenrevolution ihren Anfang nahm.
Portugal ist heute von der Wirtschaftskrise gezeichnet und überwiegend demoralisiert.
Die Feiern zur 100-Jahr-Feier sollen einen neuen Wind beschwören. Eineinhalb Jahre sollen die Festivitäten in Form von Konzerten, kulturellen Initiativen, Ausstellungen dauern und je nachdem nüchterne oder nostalgische Rückblicke auf die Republik liefern, die die morsche Monarchie abgelöst hat.
Francisco Sarsfield Cabral, Mitglied der nationalen Kommission beschreibt Portugal im Jahre 1910 als ein armes, rückständiges und gedemütigtes Land.
Durch das englische Ultimatum von 1890, wurde von Portugal der Abzug aus den verbindenden Gebieten zwischen Angola und Moçambique verlangt.
Das Nachgeben löste eine Entsetzen in der Bevölkerung und einen Vertrauensschwund in die Monarchie aus.
Bereits im Jahr 1891 war eine erste republikanische Revolte gescheitert.
Die wirtschaftlichen und sozialen Probleme forcierten den republikanischen Gedanken, gefördert durch den starken Einfluss von Freimaurern und dem Geheimbund Carbonária.
Durch ein Attentat starben Anfang 1908 König Carlos und Kronprinz Luís Filipe. Luís Filipes jüngerer Bruder, Manuel II., bestieg mit nur 18 Jahren den Thron, war jedoch mit den Problemen des Landes überfordert.
Manuel II, aus der 1640 angetretenen Bragança-Dynastie flüchtete nach England, nachdem es zu Kämpfen zwischen aufständischen, vom Volk unterstützten Truppen und dem loyalem Militär in Lissabon kam.
Am 5. Oktober 1910 wurde im Rathaus der Hauptstadt die Republik proklamiert
Es begann eine turbulente „Erste Republik“, die knapp 16 Jahre währte und 45 Regierungen erlebte.
Durch einen Militärputsch im Jahre 1926 folgte eine 48 Jahre andauernde faschistoide Diktatur, die mit dem Sturz von Salazars Nachfolger Caetano 1974 endete.
Historiker diagnostizieren, dass die Republik das Land nie richtig erobern konnte.
Die Erwartungen an die Republik der ärmeren Bevölkerungen blieben weitgehend unerfüllt.
Positiv werden jedoch Fortschritte im sozialen und kulturellen Bereich und die Impulse durch die Gründung der Universitäten in Lissabon und Porto gesehen.
Republikaner ziehen aus den ersten 100 Jahren ein Fazit und wertvolle Lehren für die nächsten Jahre. Doch auch der Gedanke einer Monarchie ist in Portugal noch lebendig.
So mancher sieht in einer neuen Monarchie den Ausweg aus der derzeitigen Krise.
Eine Anhängerschaft der Monarchie wünscht sich ein Referendum über die Staatsform.
Ein Thronaspirant, Dom Duarte de Bragança steht bereit.