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Das Dorf Habstetten bei Bolligen gehörte einstmals den Edlen von Thorberg. Der Burgherr daselbst, Ritter Berchtold, verkaufte es zusammen mit einem Teil des Grauholzwaldes am 9. September 1345 um 2836 Pfund an Bern, das 1386 die seinem Sohne Peter zugefallene Feste Thorberg einnahm und zerstörte. 1376 erwarb Ulrich von Buch, der spätere Mitherr zu Münsingen, die eine Hälfte des Dorfes, der Alt-Schultheiss Cuno von Holz die andere.
Güter zu Habstetten gehörten vor 1325 zum Besitz des Stadtschreibers Peter von Gysenstein, dem Herrn zu Toffen, dessen Gattin Greda ab dem Lene sie aus der Hinterlassenschaft ihrer Eltern Burchard und Gisina Neunhaupt zugefallen waren. Auch Petermann Rieder waren im Jahre 1395 dortige Güter zu eigen.
Dass hier auf dem Hubel schon früher ein kleineres Gebäude gestanden hat, beweist die Jahrzahl 1638 am steinernen Türstutzen im nahegelegenen Holzschopf.
Das Gut «auf dem Hubel» war im Jahre 1670 Eigentum von Gabriel Gross , der 1679 von seinem Vater das Amt des Berner Stadtschreibers übernahm. Er hatte sich mit Maria Bondeli vom Landsitz «Lohn» vermählt, einer Grosstante der berühmten Schriftstellerin und Essayistin Susanna Julie Bondeli. Seine Schwester Anna Esther war mit Johann Stuber verheiratet, dem späteren Besitzer des Schlösschens Rüfenacht. Gabriel hinterliess das Hubel-Gut zu Habstetten 1693 seinem ältesten Sohne Gabriel Gross, dem späteren Staatsschreiber. Drei Monate nach seines Vaters Tode vermählte er sich mit der Tochter des Johann Rudolf Willading, der wegen Unterschlagung von beträchtlichen Geldern seiner Landvogtei Romainmôtier vom Rate suspendiert wurde. Sein einflussreicher Schwiegervater Niklaus Daxelhofer als Venner, Deutschseckelmeister und Twingherr zu Utzigen konnte allerdings die Angelegenheit in Ordnung bringen.
Gabriel Gross schloss dreimal die Ehe und wurde durch seine letzte Frau Anna Euphrosine Stürler mit dem Hauptmann Karl Rudolf Stürler verschwägert, dessen seit kurzem verwitwete Gemahlin zum Schrekken der Bewohner der Kramgasse einen Affen hielt. Diese Kreatur lief frei in den Lauben herum, stillte seine Neugier zuweilen auch in fremden Wohnungen und jagte alt und jung Schrecken ein. Erst durch ein Ratsdekret und unter Androhung des Hundeschlächters musste das Tier schliesslich mit der Wohnung der Hauptmännin vorliebnehmen.
Doch zurück nach Habstetten. Im Jahre 1732 tauschte der Arzt Johann David Wilhelmi das Hubel-Gut mit Inventar und etwa 34 Jucharten Mattland und 21 Jucharten Wald von Grabiel Gross ein. Er hinterliess es 1752 seiner Tochter Johanna Katharina, die drei Jahre zuvor mit dem Hauptmann Benjamin Anton Tillier die Ehe geschlossen hatte. Aus dessen Geltstag kaufte seine Witwe den Landsitz 1760 und überliess ihn sechs Jahre später Johann Rudolf Fischer, dem Oberherrn zu Bremgarten. Dieser willigte jedoch ein, das Gut schon nach zwei Wochen dem Vetter der Johanna Katharina abzutreten, nämlich dem Pfarrherrn und Theologen Samuel Anton Wilhelmi. Gegen eine Bodengülte und Nachgeld tauschte dieser die Campagne Habstetten mit dem steinernen Wohnstock im Jahre 1777 an Hauptmann Carl Ryhiner ab. Derselbe hatte sich mit der Tochter des begüterten Landvogts Johannes Berseth vermählt, einer Cousine der oben schon erwähnten Susanna Julie Bondeli auf dem Buchsi-Gut in Köniz. Carl Ryhiner wurde 1786 zum Landvogt nach Morges gewählt. Hier im Schloss liess er auf einem Kachelofen seinen Landsitz Habstetten abbilden.
Als Oberst der Berner Truppen zu Laupen gab er am 3. März 1798 den Befehl zum Angriff auf die französischen Verbände, ohne Rücksicht auf die Erschöpfung seiner Soldaten, die ihm nicht mehr ihr volles Vertrauen schenkten. Als die Stellung bei Gümmenen aufgegeben wurde, kehrte Ryhiner wie auch der Oberst Karl Ludwig Stettler vom Abschnitt Neuenegg nach Bern zurück, wo beide vor dem Obertor bei der Linde von der aufgebrachten Menge ermordet wurden. 1801 verkaufte Ryhiners Witwe das Herrenhaus «auf dem Hubel» an Susanna Elisabeth Hartmann, eine Tochter des Oberbibliothekars und späteren Landvogts Samuel Engel, dessen Urgrossvater, der Kupferschmied Hyronimus Engel, 1616 als Burger zu Bern aufgenommen worden war. Ihr Bruder Samuel musste 1747 wegen eines Diebstahls von Goldmünzen und seiner sonstigen liederlichen Machenschaften das Land verlassen und starb in Surinam. Susanna Elisabeth Hartmann liess den Herrensitz umbauen und starb hochbetagt im Jahre 1816, und das Hubel-Gut fiel an ihre älteste Tochter Maria Elisabeth, seit 1802 vermählt mit Karl Viktor von Erlach. Dieselbe vermachte 1825 die Campagne Habstetten ihren Geschwistern Sigmund Emanuel Hartmann und Juliana Bucher. Der Erstgenannte war seit 1780 Besitzer von Schloss Thunstetten und zog 1828 nach Solothurn. Schon 1825 hatte er seine ideelle Hälfte am Hubel-Gut seiner Schwester überlassen. Juliana Bueher vermachte es, wie schon bei der Übernahme vereinbart, im Jahre 1827 testamentarisch ihrem damals dreizehnjährigen Neffen Karl Alfred Hartmann. Schon im Jahre 1834 kam das Gut an Salomon Ludwig Jakob von Wattenwyl, den Herrn auf dem Schlösschen Kirchdorf, dessen erste Gattin Mane Antoinette Blanche von Goumoens vier Jahre nach ihrer Hochzeit starb. Der neue Besitzer liess dem siebenachsigen Herrenstock mit seinem vorgezogenen geraden Walmdach noch ein Peristyl anbauen. Anlässlich der Abtretung des väterlichen Schlösschens Kirchdorf war 1831 vereinbart worden, dass er seiner Mutter Maria Katharina Ruf eine jährliche Leibrente von 1250 Pfund ausrichten würde, doch trat er ihr statt dessen 1838 das Hubel-Gut Habstetten ab. Nach ihrem Tode fiel dasselbe wieder an ihn zurück. Nachdem auch er das Zeitliche gesegnet hatte, überliessen seine Witwe zweiter Ehe und deren Stieftochter Marie Louise Isabella von Fischer ihre Erbanteile den Miterben Gerhard von Wattenwyl und dessen Schwager Friedrich Rudolf Albert von Wattenwyl. Der Letztgenannte verkaufte seine Anrechte 1884 an Gerhard, dem das Hubel-Gut nun allein gehörte. Nach seinem Tode blieb die Campagne im Besitz seiner Witwe, die sie im Jahre 1922 ihren vier Kindern schenkte. Die beiden in Lyon lebenden Söhne Salomon Louis Jacques und Auguste Edmond Henry und deren Schwester Jeanne Henriette Olympia Mathenet verzichteten 1940 zugunsten ihrer Schwester Anna Maria Laura von Wattenwyl. Sie hatte vierzig Jahre zuvor mit Johann Konrad von Mandach die Ehe geschlossen, dessen Geschlecht aus Schaffhausen stammt und 1881 in Bern eingebürgert wurde. Die Witwe von Mandach hinterliess 1964 das Hubel-Gut gemeinsam ihren drei Söhnen Johann Konrad Henry, Bernhard Philippe André, Gerard Jacques François von Mandach sowie ihrer Tochter Gabrielle Blanche Madeleine Staehelm-von Mandach. Bei der Erbteilung von 1916 wurde der älteste Sohn Johann Konrad Henry von Mandach alleiniger Besitzer. Seit seinem Tode gehört das heimelige Hubel-Gut in Habstetten seiner charmanten Gattin und ihren fünf Töchtern.
Bibliographie