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Ich hatte den Ball gerade noch erwischt, da hörte ich einen lauten Knall und mein linker Fuss fing höllisch an zu schmerzen. Mit Hilfe meiner Teamkollegin humpelte ich vom Spielfeld. Ich konnte den Fuss nicht mehr richtig belasten. Zuerst dachten wir alle an einen Bänderriss – eine typische Verletzung bei Volleyballern. Aber das konnte es nicht sein; ich war nicht seitlich abgeknickt. Da das Spiel noch 40 Minuten dauerte, lagerte ich den Fuss hoch und kühlte ihn mit Eis. Nach dem Spiel legte mir der Trainer einen Verband an und fuhr mich nach Hause. Ich wollte, falls es notwendig wäre, erst am darauffolgenden Tag zum Arzt gehen.
Gerissen, meinte mein Hausarzt am nächsten Vormittag. Nicht etwa eines der Seitenbänder, sondern die Achillessehne. Er hatte mein Sprunggelenk abgetastet und einige Zentimeter über der Ferse eine kleine Delle gespürt. Ein paar zusätzliche, ziemlich einfache Tests bestätigten seine Vermutung: Zum einen sollte ich mich auf die Zehen stellen, was ich nicht mehr konnte. Zum anderen hätte ich in einer sitzenden Position die Zehen nach unten biegen sollen, was ebenfalls nicht ging. Ich sei im typischen Alter für einen Achillessehnenriss, erklärte mir der Arzt. Bei der Mehrheit der Patienten trete diese Verletzung zwischen 40 und 50 Jahren auf. Typischerweise gehe einem Achillessehnenriss bereits eine chronische Überlastung über mehrere Jahre voraus. Die Sehne sei dann entsprechend geschwächt und eine jähe Bewegung, vor allem eine plötzliche Beschleunigung oder ein abruptes Abstoppen, wie sie beim Volleyball stattfindet, könne dann den Riss verursachen.
Um das Ausmass der Ruptur zu lokalisieren, ordnete der Hausarzt eine MRI an. Diese zeigte eine komplette Ruptur der Sehne mit einer ausgedehnten Lücke zwischen den beiden Enden. Angesichts dieses Untersuchungsbefundes war die Operation der Achillessehne angezeigt. Eine rein konservative Behandlung mit einer Schiene und einem Spezialschuh kommt eher bei dicht aneinander liegenden Sehnenstümpfen in Frage. Mit meinem Einverständnis meldete mich der Hausarzt bei einem Kollegen, einem Facharzt für Orthopädische Chirurgie, an. Der Riss sollte innerhalb einer Woche operiert werden.
Bereits drei Tage nach dem verhängnisvollen Volleyballmatch trat ich in die Klinik ein und wurde noch gleichentags nach ein paar vorbereitenden Untersuchungen vom Arzt operiert. Mit einer Unterschenkel-Gipsschiene wurde mein Fuss vorerst ruhig gestellt. Neuerdings sei man dazu übergegangen, erklärte mit der Orthopäde bei der ersten Visite und während er die Operationswunde überprüfte, den Fuss bereits einige Tage nach der Operation wieder leicht zu belasten. Die Gipsschiene musste ich also nur die ersten beiden Tage nach der Operation tragen. Am ersten Tag durfte ich den geschienten Fuss noch nicht belasten und musste mit Gehstöcken gehen. Am zweiten Tag erhielt ich vor dem Klinikaustritt einen Spezialschuh mit einer erhöhten Ferse sowie einer unbiegsamen Sohle. Diesen sollte ich während mindestens sechs Wochen tragen. Der Keil, der die Ferse erhöhte, wurde unter ärztlicher Kontrolle sukzessive gegen schmälere ausgetauscht, bis der Fuss wieder horizontal auf den Boden aufgesetzt werden konnte.
Nach drei Wochen fing ich mit der verordneten Physiotherapie an, um die ursprüngliche Beweglichkeit und Kraft wiederzuerlangen. Parallel zur Physiotherapie und meinem Heimübungsprogramm wurde die Fussstellung durch die Senkung der Ferseneinlage immer wieder verändert, bis ich zuletzt flach auftreten konnte. Ich war erstaunt, dass ich bereits nach drei Monaten wieder mit leichtem Joggen beginnen durfte, auch wenn ich mich bei der Belastung zu Beginn noch ein wenig unsicher fühlte. Aber die Sehne war gut verheilt und nach fünf Monaten bin ich wieder ins Volleyballtraining gegangen.
Dieser Bericht hat illustrativen Charakter. Er basiert auf medizinischen Fakten und dient der Patientenaufklärung. Die dargestellten Personen sind frei erfunden.