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Forscher haben neue Erkenntnisse zu den Badewannen des Herodes (37 v.Chr.-4 n.Chr.) geschöpft. Als in den letzten Jahrzehnten zwei luxuriöse Alabasterwannen in seinen Palästen in Israel ausgegraben wurden, war man sicher, dass sie aus Ägypten stammten, der besten Alabasterquelle der antiken Welt. Die jetzt veröffentlichte Studie der Universität Bar Ilan strafte diese Annahme nun Lügen. Der für seinen anspruchsvollen Geschmack bekannte König nutzte im heutigen Zentralisrael abgebauten Stein, wie die Universität am Dienstagabend mitteilte. Die Studie wurde jetzt in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht.
Das Fehlen antiker Kalzit-Alabaster-Steinbrüche in der südlichen Levante (dem heutigen Israel und den Palästinensischen Gebieten) führte laut den Forschern zur Annahme, dass alle in der Levante gefundenen Kalzit-Alabaster-Gefässe aus Ägypten stammten. Der Fund eines Alabaster-Steinbruchs in einer Höhle nahe der zentralisraelischen Stadt Beit Schemesch habe diese Hypothese jedoch in Frage gestellt.
Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer multidisziplinären Studie die chemische Zusammensetzung des Alabasters aus Israel. Gleiche Untersuchungen nahmen sie an Proben antiker und moderner Alabastersteine aus Ägypten vor. Vier teils erstmals angewandte Analysemethoden kamen demnach „zu konsistenten Ergebnissen, die den israelischen vom ägyptischen Kalzit-Alabaster zum ersten Mal eindeutig unterscheiden“, erläuterte Amnon Albeck vom Institut für Archäologie der Universität.
Die gleichen Methoden wurden dann auf die königlichen Wannen angewandt, wobei sie sich „in jeder Hinsicht als ‚israelisch'“ erwiesen. Die Tatsache, dass beide Badewannen eindeutig in Israel und nicht in Ägypten abgebaut wurden, sei eine besondere Überraschung gewesen, so der an der Studie beteiligte Archäologe Aren Maeir. Dies bedeute, dass Herodes einheimische Produkte verwendet habe und die Kalzit-Alabaster-Industrie in seiner Zeit „ausreichend entwickelt und von hoher Qualität war, um den luxuriösen Ansprüchen von Herodes, einem der besten Baumeister unter den Königen dieser Zeit, gerecht zu werden“.
Die Forscher kündigten an, ihre Untersuchungen auf weitere Funde aus Alabaster auszuweiten, deren Herkunft bisher ebenfalls in Ägypten vermutet wird. Damit solle „ein grösseres und umfassenderes Bild der lokalen Industrie in der Antike“ ermöglicht werden, das für die Interpretation archäologischer Funde von Bedeutung sei.
KNA/akr/sky