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Zitronensaft. Hammelfleisch steht im Nährwert dem Ochsenfleisch nahe.
Das Fleisch soll zarte Fasern haben, eine schöne dunkelrote Farbe und weißes, festes Fett.
Die besten Stücke, Nierstück und Gigot können auch englisch gebraten werden.
Hals, Brust und Schulter in Ragoutstücke geschnitten geben ein sehr kräftiges Gericht, sog. Irish-Stew.
Die Stücke werden überbraten und lagenweise mit Gelbrüben, Weißrüben, Kartoffeln, Kabis, Lauch, Sellerie, Zwiebeln, Lorbeerblatt, Nelken, Pfefferkörner, Salz in eine gut verschließbare Kasserole gefüllt, dann ⅔ der Höhe Fleischbrühe oder Wasser zugegeben, die Casserole gut zugedeckt und langsam, ohne abzudecken 3½-4 Stunden kochen gelassen.
Zum Anrichten werden Nelken, Pefferkörner ^[richtig: Pfefferkörner] und Lorbeer entfernt.
Mit Salat servieren.
Fortsetzung folgt.
Die Hauswäsche.
(Schluß.)
Viele Wäschestücke werden gestärkt und zwar Blusen, Unterröcke, Schürzen in warmer, Herrenhemdeneinsätze, Kragen, Manschetten in kalter Stärke. -
Die Mode des Wäschestärkens ist noch nicht so alt, als viele vielleicht glauben.
Sie soll am Hofe der «jungfräulichen Königin» Elisabeth von England zuerst aufgekommen sein.
Die Erfinderin war eine Holländerin, Frau Guilheem.
Dieselbe verstand es, durch kunstvoll gesteifte Kragen nebst Tollfalten einen kleinen Fehler an der Büste der hohen Gebieterin zu verdecken.
Die Vornehmen ahmten die Tracht nach, Frau Guilheem ward mit Aufträgen überschüttet und zum Range einer königlichen Oberwäsche-Inspektorin ernannt. - Eine Flamländerin, namens Dinghen van der Plassen, etablierte sich in London als Stärkelehrerin, und eine Zeitlang galt es bei den Damen für höchst fashionabel, in Gegenwart von Besuchen zu stärken, zu glätten und zu plissieren.
Zum Stärken sollte die Wäsche trocken sein, da sie die Stärke so gleichmäßiger annimmt.
Man rechnet etwa ¼ l. Wasser, 1 Löffel Borax, etwas weißes Wachs und 60 gr. gute Stärke auf je 3-4 Hemden, 3 Paar Manschetten und 6 Kragen.
Die Stärke rührt man erst mit etwas kaltem Wasser glatt, gibt sie dann in das Wasser zum übrigen.
Dann taucht man die zu stärkenden Teile ein, drückt sie ein wenig aus und reibt die gestärkten Teile rasch und kräftig in der Hand streifend, auf beiden Seiten durch und rollt sie fest zusammen. So können sie nachts über in ein Tuch geschlagen liegen bleiben, (um das Austrocknen zu verhindern, können sie feucht bedeckt sein).
Zum «Warmstärken» rührt man gute Reisstärke mit etwas Borax mit wenig kaltem Wasser an und läßt unter fortwährendem Rühren kochendes Wasser dazulaufen, bis die Stärke die gewünschte Dicke hat, oder man rührt die Stärke mit kaltem Wasser zu einem dünnen Brei und läßt diesen unter Rühren in kochendes Wasser einlaufen und rührt, bis die Stärke Kleisterdicke hat.
Man verdünnt sie mit lauwarmem (nicht kaltem) Wasser, taucht die Stücke ein, reibt sie in der Hand, damit sich die Stärke gleichmäßig verteilt und trocknet sie.
Dann spritzt man sie mit kaltem Wasser ein, rollt sie zusammen und glättet, sobald die Feuchtigkeit genug durchgezogen ist.
Das Glätten selbst kann man nur durch wiederholte Uebung erlernen.
Als Hauptregel merke man sich, daß man jedes Stück vorher ausstrecke, gerade, glatt und faltenlos auf den Tisch ausbreite und das Glätteisen stets in fadengerader Richtung und zwar etwas rasch und gleichmäßig führe, indem man zu denjenigen Stellen zurückkehrt, welche nicht gut getroffen scheinen.
Wer noch keine Uebung im Glätten hat, tut wohl, es zuerst an Taschentüchern und Handtüchern zu versuchen.
Sollten durch ein falsch geführtes Eisen falsche Falten entstehen, so beeile man sich, die Stelle mit einem feuchten leinenen Bäuschchen zu überfahren und frisch zu bügeln.
Man halte deshalb immer ein kleines Gefäß mit Wasser und einem weißen Leinenläppchen in Bereitschaft. Da das Bügeleisen durch Stehen sich sehr erhitzt, so fährt man, wenn man ein Eisen von neuem zur Hand nimmt, erst einmal über die Unterlage, da sonst vom ersten Strich etwas versengt werden könnte.
Man verweilt auch nie lange mit dem Eisen auf einer Stelle, noch weniger lasse man das Eisen (und sei es auch nur für Augenblicke) auf der Wäsche stehen.
Hemden werden in folgender Reihenfolge der einzelnen Teile gebügelt: a. Goller, b. Hinterrumpfteil, c. Armbündchen (Manschetten), d. Aermel, e. Halsbändchen, f. Vorderrumpf, g. Einsatz (Brust).
Ist das Hemd bis auf die Brust trocken geglättet, so bringt man es in gerade Lage vor sich und legt den Rücken in schmale Falten.
Hierauf bringt man ein doppeltes Flanellstück unter den Einsatz, streckt denselben tüchtig, reibt ihn mit dem feuchten Läppchen start ab und schwächt durch Ueberfahren mit einem trockenen Lappen die dadurch erzeugte Feuchtigkeit wieder ab.
Das alles geht bei einiger Uebung leicht von statten und hilft die Stücke in die richtige Form bringen.
Nun führt man das Eisen mit leichtem Druck über die obere Hälfte des Einsatzes von unten nach oben.
Kleine Falten, die etwa auf dem Oberleinen entstehen, werden mit dem nassen Lappen zerteilt.
Die halbtrockene Fläche wird mit stärkstem Druck trocken gebügelt.
Die durch diesen Druck bewirkte Reibung erzeugt ¶
den schönen Leinenglanz. In gleicher Weise wird die andere Hälfte des Einsatzes fertig gestellt.
Hier muß man vor allem darauf achten, daß dieselbe nicht mehr und nicht weniger gestreckt wird als die obere Hälfte.
Ungleichmäßiges Strecken beim Glätten ist oft die Ursache des «Schlechtsitzens» eines Hemdes.
Um das Zusammenlegen des Hemdes hübsch und gleichmäßig zu bewerkstelligen, empfiehlt es sich, das Halsbändchen zusammenzustecken und die Brustmitte genau in gerade Richtung zur hintern Göllermitte zu bringen.
Der obere Teil des Hemdes wird so weit heruntergezogen, daß das Goller nahe der Rundung gebogen und gelegt werden kann.
Dann faltet man das Hemd links und rechts der Brust und wendet es, um die Aermel derart zu legen, daß die Manschetten über das Hemd hervorstehen.
Ist nach Heraufnahme des Rumpfes das Hemd gelegt, wird das Halsbändchen noch schön aufgerichtet.
Vor dem Aufbewahren der gestärkten und ungestärkten Wäsche ist es ratsam, solche in einem warmen Zimmer auszulegen, damit sie vollständig austrocknen, «ausröschen» kann.
Die Wäsche wird erst, nachdem sie recht verkühlt und getrocknet ist, wieder in Kästen und Kommoden verwahrt, sonst nimmt sie leicht einen moderigen Geruch an und wird eher schadhaft.
Das zuletzt Gewaschene wird zu unterst, das noch im Kasten vorrätige zu oberst gelegt, damit nicht einzelne Stücke fast beständig im Gebrauche sind und andere jahrelang nie zur Verwendung kommen.
Das wären so im Großen und Ganzen die Arbeiten des Waschens, die oft so manche üble Laune verursachen.
Wenn man sich diese Arbeit nicht über den Kopf wachsen läßt, sondern sie von Zeit zu Zeit vornimmt, gehörig einteilt, so wird man sie auch gerne besorgen, und der Spruch Göthe's wird unser Motto sein:
«Immer niedlich, immer heiter.
Immer lieblich, und so weiter,
Stets natürlich, aber klug;
Nun das, dacht' ich, wär genug."
M. H.
Heilkraft der Zitronen.
Mancher würdigt die Zitrone nur als angenehmes Genußmittel und für die Hitze als erfrischendes und niederschlagendes Getränk (d. i. in Verdünnung mit Wasser).
Diese edle südliche Frucht birgt jedoch große, schätzenswerte und vielseitige Heilkräfte in sich und sollte nach dieser Beziehung vielmehr gewürdigt werden.
Als Heilmittel gegen Gicht ist die Zitrone wohl Manchem bekannt, sie dient jedoch, wie aus Folgendem zu sehen ist, noch bei mancherlei Leiden, z. B. gegen Würmer und Hautkrankheiten ist der regelmäßige Genuß der Limonade (aus frischen Zitronen bereitet) von erprobter Wirkung und schadet hier wie auch in andern Fällen niemals.
Selbst gegen Stein-, Leberleiden und Gelbsucht soll sie von wohltätigem Einflüsse sein.
Aber eins der besten Mittel ist sie gegen Skorbut.
Die Matrosen, welche infolge ihrer eigentümlichen Lebens- und Ernährungsweise dieser Krankheit besonders ausgesetzt sind, genießen gern den mehr oder weniger verdünnten Zitronensaft ebenso als Vorbeugungs- wie als Heilmittel gegen dieses lästige Uebel.
Ferner werden Frostbeulen durch Aufkleben von Zitronenscheiben erfolgreich behandelt.
Hühneraugen erweichen durch das gleiche Verfahren in einer Nacht derart, daß sie am andern Morgen mit Leichtigkeit herausgehoben werden können.
Desgleichen sollen Warzen, diese unästhetischen Gäste der äußeren Haut, einer längeren Behandlung mit Zitronensäure weichen.
Ebenso sollen Schuppen auf der Kopfhaut durch kräftiges Einreiben mit Zitrone zum Verschwinden gebracht werden.
Bei Halsleiden ist deren Saft, wenn möglich unverdünnt genommen, von großer Wirkung, sogar ist er ein gutes Vorbeugungsmittel gegen Diphteritis.
Wir haben es hier in der Tat mit einem Volksheilmittel im besten Sinne des Wortes zu tun, das vor allem den Vorzug absoluter Unschädlichkeit aufweist.
Ein beliebtes Nahrungsmittel.
Von J. Engell-Günther.
Von allen Süßwasserfischen ist besonders in Norddeutschland keiner so beliebt, und wird deshalb auch keiner soviel gezüchtet und auf den Markt gebracht, als der Karpfen.
Derselbe ist nicht erst, wie vielfach behauptet wird, im 15. Jahrhundert von England nach Italien und von da nach Deutschland gebracht worden, sondern schon viel früher.
Bereits im 11. Jahrhundert gab es viel Ortsnamen, die mit dem Wort «Karpfen» verbunden sind, und etwas später waren in Sachsen nachweisbar eine Menge von Karpfenteichen vorhanden.
Wegen seiner außerordentlichen Vermehrungsfähigkeit galt dieser Fisch übrigens den alten Römern schon als Sinnbild der Fruchtbarkeit;
und seine Zucht in (vor Raubtieren geschützten) Teichen hat sich immer als sehr lohnend erwiesen.
Von den vielen hunderttausend Eierchen, die jedes Weibchen im Mai und Juni legt, wird nämlich sonst mehr als die Hälfte eine Beute der Hechte, Krebse, Frösche, Molche, Wasserkäfer u.s.w.
Die mit Netzen gefangenen Karpfen sind im Winter leicht in Schnee verpackt zu versenden, da sie erstarren und dann, ins Wasser gebracht wieder munter zu werden pflegen.
Sonst muß ¶