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Fatima, die Tochter des Propheten Muhammad, ist innerhalb des Islam ohne Zweifel die in höchstem Maße religiös verehrte Frauengestalt. Das Werk bietet erstmals einen ihrer Bedeutung angemessenen historischen Überblick: Vom Beginn des Islam bis zur Gegenwart wird das Fatima-Bild großer innerislamischer Strömungen - Sunniten, Zwölfer, Siebener und extremer Schiiten sowie Sufis - vorgestellt. Disparate Vorstellungen, beispielsweise vom armen Flüchtling in Medina, der Empfängerin zahlreicher Lichtwunder, der göttlichen Königin oder dem Vorbild für die iranische Revolutionärin, werden in ihrem historischen Umfeld greifbar. Ergänzung findet dieser Überblick durch die Betrachtung der Fatima gewidmeten Formen religiöser Praxis: Wallfahrten, Feste und Magie. Religionshistorische Vergleiche mit einflussgebenden Größen wie Maria, Venus oder Isis lassen die Eigentümlichkeit der islamischen Fatima-Verehrung hervortreten. Ausgehend von der Rolle der Prophetentochter leistet das Werk darüber hinaus einen Beitrag zur systematischen religionswissenschaftlichen Auseinandersetzung mit anthropomorphen und insbesondere weiblichen Größen, auch angesichts einer Konkurrenzsituation mit einem transzendenten Gottesbild.
1., Aufl. 377 Seiten 13 Abb. Paperback, 24 x 17 cm, 700 g Harrassowitz Verlag, 2002