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Vom Sportler zum Modedesigner – Fred Perry
Tischtennisweltmeister, Wimbledonsieger, Modemacher! Das passt nicht zusammen? Tut es doch, Modemacher Fred Perry war für mehrere seiner Talente weltberühmt. Der 1909 als Frederick John Perry geborne Brite stammte aus der Arbeiterklasse.
1929 wurde Perry Tischtennisweltmeister, in den Jahren danach verschrieb er sich dem Tennissport. Bald konnte er sich zum ersten Mal für das namhafte Wimbledonturnier qualifizieren, das er in seiner Karriere insgesamt dreimal gewann.
1933 ging Perry auch als Sieger des Davis Cups hervor. Darauffolgend zog der Sportler in die USA. 1940 kam Fred Perry zum ersten Mal mit der Modewelt in Berührung, als er in Kooperation das erste Schweissband entwarf, getragen am Handgelenk.
1947 kehrte Perry nach England zurück. Inzwischen fand er wenig Gefallen an den typisch armeegrünen Shirts der Wimbledonspieler, weshalb er neue Polohemden für die Spieler anfertigen liess – in schlichtem Weiss und schmalem Schnitt, mit kurzen Ärmeln und kurzer Knopfleiste am Kragen. Die Spieler zeigten sich begeistert von der neuartigen Sportkleidung und schlugen vor, die Hemden mit einem Logo zu versehen. Perry wählte hierfür – nachdem ihm von einem Pfeifenlogo abgeraten worden war – den für Wimbledon charakteristischen Lorbeerkranz, der bis heute das Logo der Marke Fred Perry ist.
Schon bald wurde das Poloshirt auch abseits des Tennisplatzes zum Gewinner, aufgrund der grossen Nachfrage bot es Fred Perry bald in verschiedenen Farben und Modellen an. Auch die subkulturelle Mod-Bewegung Grossbritanniens entdeckte das Shirt für sich und kombinierte dadurch Sportbekleidung in die Streetwear. Jahre später kleideten sich jedoch auch nationale radikale Gruppen in der Marke mit dem symbolträchtigen Lorbeerkranz – Fred Perry wehrte sich zeitlebens dagegen, mit diesen Szenen assoziiert zu werden.
Nachdem es anschliessend um das Label stiller geworden war, erfreute es sich in den 1980ern neuer Beliebtheit. Jahre später verhalfen ihm auch britische Stars wie Ewan McGregor und Moby zu neuer Popularität.
Raf Simons entwarf eine exklusive Kollektion für das Label, auch Amy Winehouse designte für Fred Perry eine Poloshirtrange. Damit zeigte die inzwischen verstorbene Soulsängerin nicht nur die weiterhin bestehende – auch nationale – Wichtigkeit der britischen Marke, sondern auch, dass sich die Polohemden nicht nur elegant und „brav“ zeigen müssen, sondern auch etwas wilder und unangepasster interpretiert werden können.
Fred Perry selbst verstarb 1995. Inzwischen gehört das Label einer japanischen Korporation und bietet längst nicht mehr nur Poloshirts, sondern u. a. auch Mäntel, Hosen, Accessoires, Taschen und Schuhe. Eines hat sich jedoch nicht geändert: das gut sichtbare Lorbeerkranzlogo.
Artikel von: fashionpress.de
Artikelbild: © 360b – Shutterstock.com