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Der Papiersaal befindet sich im obersten Stock des letzten, stehen gelassenen Relikts der ehemaligen Sihl Papierfabrik in Zürich. Inmitten der modernen Überbauung von Sihlcity, erinnert das alte Backsteingebäude aus dem Jahr 1885 an ein Jahrhundert erfolgreicher mechanischer Papierproduktion in der Schweiz.
Im Parterre (heute Restuarant Rüsterei) des Gebäudes standen grosse Leim-, Klimatisier- und Kalander-Maschinen, die das Papier so behandelten, dass es auf Rollen per Lift in die beiden oberen Etagen gehievt werden konnte.
Im ersten und zweiten Stock (heute Papiersaal Weiss und Papiersaal Rot) wurde das Papier in Handarbeit weiterverarbeitet. Eine Schneidmaschine erzeugte die gewünschten Formate. Diese Formatbogen wurden dann von Hand sortiert und gezählt (wichtig bei Noten- und Passpapier), mit Linien oder Wasserzeichen versehen.
Nach der Stillegung der Papiermaschinen (1976) war die Ausrüsterei noch bis 1990 in Betrieb. Ab 1995 wurde das Gebäude, wie fast das ganze Areal der Sihlpapier einer Umnutzung unterzogen. Parkplätze, Gebäude und Hallen wurden nach Verkauf der Maschinen an Externe vermietet. Der Letzte offizieller Mieter war ein Künstler.
Als der letzte Mieter ausgezogen war, wurde das Gebäude von den Dadaisten eingenommen und in ein Dadahaus umgewandelt. Theater, Aktionskunst und ein Dadakaffeehaus wurden unter grosser Medienpräsenz in Betrieb genommen. Mit dem Bauherr wurde nach einem halben Jahr eine Einigung erzielt und die Dadaisten zogen mehr oder weniger friedlich weiter. Wandmalereien und Fensterbilder sind Zeugen dieser vorerst letzten kulturellen Eroberung.