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Hauptfluss des Kt. Zug, der aus dem Ägerisee ca. 16 km weit durch das Lorzentobel und durch die Baarer Ebene in den Zugersee fliesst, diesen bei Cham verlässt und nach ca. 11 km in die Reuss mündet. Der Fluss wurde schon in röm. Zeit gewerblich genutzt (Mühle bei Hagendorn/Cham). Vom MA an sind an der L. viele, z.T. jahrhundertelang bestehende Gewerbebetriebe bezeugt (die Papierfabrik Cham geht z.B. auf die Papiermühle von 1657 zurück). Im 19. Jh. war die L. ein Hauptfaktor für die Industrialisierung im Kanton. An ihrem Lauf entstanden v.a. Textilfabriken sowie seit dem späten 19. Jh. Elektrizitätswerke, u.a. im Lorzentobel, dessen Quellen für die Zuger und Zürcher Wasserversorgung erschlossen wurden. Das Tobel bildete bis zum Brückenbau 1906-10 ein Verkehrshindernis zwischen den Berg- und Talgebieten des Kantons. Schon 1591/92 griff Jost Knopflis Lorzeabtiefung in Cham in die Flusslandschaft ein, die im 19. und 20. Jh. durch Kanalbauten und Verbauungen tiefgreifend umgestaltet wurde. Diese dienten der Energieerzeugung und sollten verheerende Überschwemmungen wie jene von 1861, 1910 und 1934 verhindern. Die grosse Korrektion in den 1970er Jahren legte die L. zwischen Baar und Zugersee in ein neues Bett und benutzte einen Teil des alten Laufes als Autobahntrassee. Seit 1995 vermittelt der Industriepfad L. die Fluss- und Wirtschaftsgeschichte.
Literatur
– Zuger Njbl., 1993 (Themenheft "Wasser")
Autorin/Autor: Renato Morosoli