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SB-2 Pelikan
Im Winter 1941 wurde mit dem Bau des Spezial-Flugzeuges SB-2 begonnen, einem "Langsam Flugzeug“ mit Flugeigenschaften ähnlich der deutschen Fieseler Fi 156 Storch, aber für wesentlich grössere Zuladung und mit stärkerem Motor.
Das Konzept SB-2 war ausgelegt für Einsätze in gebirgigen Gegenden, wo Langsamflugeigenschaften, extrem kurze Start- und Landestrecken und sehr gute Steigleistung erforderlich sind. Der Auftrag zum Bau wurde vom Eidg. Luftamt (heute Bundesamt für Zivilluftfahrt) erteilt. Entwurf und Berechnungen führten das Studienbüro für Flugzeugstatik und Flugzeugbau an der Eidg. Techn. Hochschule in Zürich durch. Als Hauptverantwortliche zeichneten die Herren Prof. E. Amstutz und lng. H. Belart. Die Arbeiten gingen jedoch nur schleppend voran, da sich durch kriegsbedingte Absenzen des Konstruktionspersonals die Ablieferungen der Bauunterlagen stark verzögerten.
Am 28. April 1944 wurde die SB-2 mit dem Kennzeichen HB-AEP immatrikuliert, und am 20. Mai konnte eine provisorische Verkehrsbewilligung für die Abnahme und das Einfliegen erteilt werden. Der Erstflug mit Flugkapitän Ernst Nyffenegger fand am 30. Mai 1944 statt. Nach eingehender Erprobung kam die SB-2, jetzt auf den Namen Pelikan getauft, zur Alpar AG in Bern. Das Flugzeug eignete sich speziell für Passagiertransporte, konnte aber ebenso gut für die Luftfotografie, Krankentransporte, Vermessung, Frachtflüge und Einsätze in der Landwirtschaft verwendet werden.
Ein besonderer Versuch mit der SB-2 Pelikan wurde im November 1947 im Zermattertal durchgeführt: Initiant war der Propagandachef der Seiler-Hotels in Zermatt, der schon lange eine direkte Luftverbindung zu den Verkehrsflughäfen des Unterlandes wünschte. Am 5. November landete die Pelikan zum ersten Mal im "Schali", einem speziell hergerichteten Platz von 300 x 30 m, zwischen Randa und Täsch, 7 km unterhalb Zermatt. Obschon die Versuche erfolgreich verliefen, wurde das Experiment abgebrochen.
Der SB-2 Pelikan hatte einen Sternmotor der Marke Pratt & Whitney Canada Wasp Junior mit einer Startleistung von 446 PS (333 KW).
Das „Aus“ für die SB-2 kam am 13. Juni 1948 anlässlich eines Flugtages bei Kirchberg BE. Eine nicht markierte Querrinne riss der Pelikan das Bugrad weg und führte zu einem Überschlag. Eine Reparatur kam nicht mehr in Frage.
Aufbau
Die SB-2 wurde in Gemischtbauweise hergestellt. Der Rumpf mit dem Pratt & Whitney Sternmotor und dem doppelten Leitwerk bestand aus Leichtmetall. Der zweiteilige Holzflügel wurde als Doppelflügel gebaut, das heisst: Hauptflügel und Verwindungs- und Landeklappen waren durch einen Schlitz voneinander getrennt (Junkers Doppelflügel, Ju 52). Das Bugrad und das Hauptfahrwerk besassen Federstreben mit Öldämpfung und konnten auch harte Landestösse auffangen.
Technische Daten
Ein Sternmotor Pratt & Whitney Wasp Junior mit einer Startleistung von 446 PS
|Spannweite||15,50 m|
|Länge||9,90 m|
|Höhe||3,20|
|Flügelfläche||29,10 m2|
|Leergewicht||1600 kg|
|Startgewicht||2400 kg|
|Maximalgeschwindigkeit||230 km/h|
|Reisegeschwindigkeit||200 km/h|
|Steigleistung||5.7 m/sec|
|Gipfelhöhe||6300 m|
|Startstrecke||110 m|
|Landestrecke||100 m|