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Die Anklageschrift soll den Angeschuldigten zugleich in den Stand setzen, sich auf seine Verteidigung gehörig vorzubereiten.
Die Anklageschrift wird dem Angeschuldigten durch den Vorsitzenden des Gerichts mitgeteilt. Der Angeschuldigte hat sich binnen
einer ihm gesetzten Frist zu erklären, ob er noch die Vornahme einzelner Beweiserhebungen oder, falls
eine Voruntersuchung nicht stattgefunden, die Einleitung einer solchen beantragen, oder ob er Einwendungen gegen die Eröffnung vorbringen
wolle. Der Beschluß des Gerichts über die Eröffnung kann sodann folgenden Inhalt haben:
2) Das Gericht beschließt, daß das Verfahren vorläufig einzustellen sei. Dies geschieht dann, wenn der Angeschuldigte nach
der That geisteskrank geworden, oder wenn er abwesend ist und es sich um eine That handelt, bei welcher die Hauptverhandlung
in Abwesenheit des Angeschuldigten nicht stattfinden kann.
3) Der Gerichtsbeschluß geht dahin, daß das Hauptverfahren nicht zu eröffnen sei, aus thatsächlichen
oder aus rechtlichen Gründen. In diesem Fall ist ein etwa erlassener Haftbefehl aufzuheben, auch ist der Angeschuldigte, wenn
eine Voruntersuchung stattgefunden hat, außer Verfolgung zu setzen.
4) Es wird auf Eröffnung erkannt. Dies geschieht dann, wenn der Angeschuldigte einer strafbaren Handlung »hinreichend
verdächtig« ist. Der Beschluß muß ebendiese Handlung unter Hervorhebung ihrer gesetzlichen Merkmale, das anzuwendende Strafverfahren
und das Gericht bezeichnen, vor welchem die Hauptverhandlung stattfinden soll. Dieser Beschluß kann von dem Angeschuldigten
nicht angefochten werden, während die Staatsanwaltschaft den ablehnenden Beschluß (3) vermittelst sofortiger Beschwerde
anfechten kann.
Der Beschluß über die Eröffnung erfolgt in Schöffengerichtssachen durch den Amtsrichter, in Land- und Schwurgerichtssachen
durch die zuständige Strafkammer und in Reichsgerichtssachen durch den ersten Strafsenat des Reichsgerichts. Nach der österreichischen
Strafprozeßordnung findet eine gerichtliche Entscheidung über die Zulässigkeit der Anklage nur auf Verlangen des Angeschuldigten
statt. Das Gericht, welches diese Entscheidung fällt, ist verschieden von demjenigen, welches die Hauptverhandlung
abhält. Nach englischem Recht entscheidet über die Eröffnung in Schwurgerichtssachen die Anklagejury (s. d.). Nach französischem
Recht hat die Anklagekammer des Appellhofs (Chambre des mises en accusation) diese Funktion.