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Mit sonnigen Tagen nahm die Lawinengefahr nach der Sturmperiode der vergangenen Wochenberichtsperiode rasch ab. Inneralpin und teils auch in anderen Gebieten wurden aber vermehrt Lawinen tief im Altschnee ausgelöst. Zum Wochenstart brachte das Sturmtief «Sabine» vor allem viel Wind, später auch Neuschnee und damit verbunden einen Anstieg der Lawinengefahr.
Von Freitag, 07.02. bis Sonntag, 09.02. war es abgesehen von einigen hohen Wolkenfeldern meist sonnig. Auf 2000 m war es mit 0 bis +4 Grad im Norden und etwa 0 Grad im Süden recht mild. Der Wind blies mehrheitlich schwach bis mässig.
Bei diesem ruhigen Wetter nahm die Lawinengefahr ab. Die Verbindung des Triebschnees zur darunterliegenden Kruste war günstig und der Triebschnee setzte sich rasch. Es wurden kaum mehr Lawinenauslösungen im Triebschnee beobachtet. Im Nachhinein beurteilt hätte die Lawinengefahr schon am Freitag als mässig (Stufe 2) beurteilt werden können.
Entgegen der Beruhigung des Triebschneeproblems gab es aber ab Freitag wieder Meldungen von teils grossen Lawinen, die im Altschnee anbrachen. Typisch für Altschneelawinen, waren die Gefahrenstellen kaum erkennbar, nicht sehr zahlreich aber von gefährlicher Grösse. Einmal mehr wurde eindrücklich klar, dass Altschneelawinen sehr gefährlich sein können. Glücklicherweise wurde niemand schlimmer verletzt (Abbildungen 2 und 3).
Diese Lawinen brachen meist in den Schichten an, die sich in der langen Trockenperiode im Januar an der Schneeoberfläche gebildet hatten. Diese Schwachschicht war inzwischen überdeckt von verschieden Triebschneeschichten und der markanten Kruste, welche sich in der letzten Wochenberichtsperiode mit dem Regen gebildet hatte (Abbildungen 4 und 5). Am heikelsten waren Höhenlagen von etwa 2500 bis 3000 m. Unterhalb von etwa 2500 m war die Regenkruste mehrere Zentimeter dick und recht stabil, so dass in diesen Höhenlagen keine Brüche im Altschnee gemeldet wurden, obwohl auch dort unterhalb der Kruste schwache Schichten vorhanden waren.
In der Nacht auf Montag, 10.02. erreichte das Sturmtief «Sabine» die Alpen. Das vorherrschende Element am Montag, 10.02. und Dienstag, 11.02. war der Wind, welcher vor allem im Westen und Norden oft stürmisch blies und sowohl den Neuschnee als auch den Altschnee verfrachtete (Abbildung 6). Das Tessin war vor den stärksten Winden abgeschattet, dort blies der Westwind zeitweise mässig. Weitere Informationen zum Sturmtief «Sabine» sind auch in einem Beitrag der MeteoSchweiz beschrieben.
Mit dem Sturm setzte auch Niederschlag ein. Am Montag war der Schwerpunkt des Niederschlags vor allem im Westen, wobei die Schneefallgrenze von rund 2500 m auf etwa 1800 sank und damit deutlich höher lag als erwartet. Erst am Dienstag sank die Schneefallgrenze in tiefe Lagen. Die Neuschneemengen blieben am Montag und Dienstag vorerst unter den Erwartungen, weshalb im Lawinenbulletin am Morgen teils Anpassungen vorgenommen werden mussten. So wurde zum Beispiel die am Abend des 10.02. prognostizierte Stufe 4 (gross) für das westliche Unterwallis am Morgen des 11.02. auf Stufe 3 (erheblich) korrigiert, weil sowohl die gefallenen als auch die prognostizierten Neuschneemengen deutlich geringer waren als zuvor angenommen (Abbildung 7).
Am Mittwoch, 12.02. verlagerte sich der Schwerpunkt des Niederschlags nach Osten. In der Summe fielen vom Montag bis Mittwoch gebietsweise im Unterwallis und am östlichen Alpennordhang 40 bis 60 cm Schnee oberhalb von etwa 2400 m im Westen und oberhalb von etwa 1800 m im Osten. In vielen Gebieten, zum Beispiel am westlichen Alpennordhang oder in Südbünden, fiel nur sehr wenig oder gar kein Schnee (Abbildung 8).
Nachdem der Wind am Mittwoch etwas nachgelassen hatte, wurde er am Donnerstag wieder stärker, wieder aus Südwest. In der Höhe blies er vor allem ganz im Westen, am nördlichen Alpenkamm, gebietsweise aber auch am Alpenhauptkamm stark. In den Alpentälern des Nordens kam starker Föhn auf. Vor allem in Kamm- und Passlagen wurde der meist noch lockere Neuschnee, der am Wochenanfang gefallen war, verfrachtet (Abbildung 9).
In dieser Berichtsperiode ereigneten sich drei Lawinenunfälle, wobei vier Personen erfasst wurden, siehe Karte und Tabelle der aktuellen Lawinenunfälle. Alle Personen kamen unverletzt oder mit leichten Verletzungen davon.
Die bisher drei Lawinenopfer lagen deutlich unter dem Durchschnitt der letzten 20 Jahre (Abbildung 10). Die Anzahl erfasster Personen lag mit 78 erfassten Personen aber nur leicht unter dem Durchschnitt (Abbildung 11). Das deutete darauf hin, dass viele Lawinen glimpflich ausgingen und diese aber trotzdem fleissig dem Lawinenwarndienst des SLF gemeldet wurden – vielen Dank.
Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns noch die traurige Nachricht, dass es am Donnerstag, 13.02. am Simplon (VS) einen Lawinenunfall mit zwei Todesopfern gab. Diese Opfer waren in den hier erwähnten Statistiken noch nicht erfasst. Details zu diesem Unfall waren noch keine bekannt.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.