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01.07.2012 Ein globaler Blick auf die HIV/Aids-Epidemie
UNGASS-Bericht. Ende Juni 2001 trafen sich in New York die Staats- und Regierungsvertreter für die Sondersitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNGASS) zu HIV/Aids, und sie bekräftigten öffentlich ihr Engagement für die Überwindung dieser Infektionskrankheit und der Menschenrechtskrise, die sie begleitet.
Es ging um die Konkretisierung der Millennium Development Goals (MDG) bezüglich HIV/Aids, die am Millenniumsgipfel im September 2000 in New York beschlossen worden waren. Die Deklaration von 2001 wurde gefolgt von zwei anderen Deklarationen in den Jahren 2006 und 2011, welche deren Ziele komplettiert und aktualisiert hatten, namentlich den allgemeinen Zugang zu HIV-Prävention, Behandlung, Betreuung und Unterstützung erheblich zu intensivieren (siehe www.unaids.org/fr/aboutunaids/unitednationsdeclarationsandgoals).
Mit der Annahme der Verpflichtungserklärung zu HIV/Aids von 2001 verpflichteten sich die Mitgliedstaaten auch, regelmässig Berichte über Aktivitäten im Kampf gegen HIV an die Generalversammlung der Vereinten Nationen einzureichen. UNAIDS hat die Verantwortung für die Überwachung dieses Monitoringprozesses, sammelt die Berichte der Mitgliedstaaten und liefert einen umfassenden Bericht an die UNO-Generalversammlung. Jeder Mitgliedstaat ist verpflichtet, dem UNAIDS-Sekretariat alle zwei Jahre einen Tätigkeitsbericht einzureichen.
In der Tat ist es notwendig, das Ausmass der Epidemie und die Bemühungen zu ihrer Eindämmung regelmässig zu messen und zu quantifizieren. Der UNGASS-Bericht eines jeden Staates muss daher aus mehreren Elementen bestehen. Einerseits aus einem aussagekräftigen Bericht nach einem definierten Format, andererseits aus einer Reihe von Indikatoren – Begleitindikatoren und Resultate aus Fragebögen, welche durch die zuständigen Behörden und entsprechende Nichtregierungsorganisationen ausgefüllt werden. Die deskriptiven nationalen Berichte konzentrieren sich auf Entwicklungen im Bereich in den letzten zwei Jahren (verfügbar unter www.unaids.org/fr/dataanalysis/monitoringcountryprogress/progressreports/2012countries).
Der Schweizer Länderbericht (verfügbar unter: http://www.bag.admin.ch/hiv_aids/05464/12750/index.html?lang=de) liefert eine zusammenfassende Darstellung des Zustands der HIV/Aids-Epidemie in unserem Land sowie die nationale Antwort darauf. Der Bericht beschreibt zudem die Best Practices und die erfolgreichsten Erfahrungen auf dem Gebiet der Prävention wie auch die Herausforderungen, die bleiben.
Dieser globale Prozess wurde ergänzt durch einen regionalen europäischen Prozess nach der Erklärung von Dublin von 2004 über die Partnerschaft zur Bekämpfung von HIV/Aids in Europa und Zentralasien. Diese Deklaration hat auch regionale Verpflichtungen definiert, deren Überwachung dem European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) anvertraut wurden. In dem aktuellen UNGASS-Bericht wurde viel Wert darauf gelegt, die Indikatoren von UNGASS und Dublin besser zu koordinieren, um Doppelspurigkeiten zu vermeiden.
Interessant sind solche Länderberichte, selbst wenn ihre Qualität oft sehr uneinheitlich ist, weil sie es ermöglichen, sehr rasch einen Überblick über die Situation in einem bestimmten Land zu erhalten, während der globale UNAIDS-Bericht (erhältlich unter www.unaids.org/fr/resources/presscentre/featurestories/2012/june/20120611unga/) darauf abzielt, eine weltweite Sicht vom Stand der Epidemie geben zu können.
Kontakt
Luciano Ruggia, Sektion Prävention und Promotion, <email-pii>