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Am Samstag vor einer Woche hat ein ausserordentlicher Mensch und Fussballer seine besondere Karriere beendet – als Ersatzspieler, in einem wegen Corona leeren Stadion – still und leise. Gelson Fernandes war bis zum Schluss der absolute Teamplayer, der mit seiner positiven Ausstrahlung und seiner Auffassung vom Spiel und dessen Teamwork in jeder Mannschaft seinen Einfluss hatte – und das vollkommen zurecht.
Gelson ist auf den Kapverden in ärmlichen Verhältnissen geboren, kommt aber schon als kleiner Junge in die Schweiz. Seine Mama putzt, der Papa nimmt jede Gelegenheitsarbeit an, bis er schliesslich im Tourbillon beim FC Sion Platzwart wird. Der Sohn spielt mit 17 zum ersten Mal in der obersten Schweizer Liga und wechselt früh ins Ausland. Er ist ungeduldig, will die Welt sehen und vorwärts kommen. Bei Manchester City kann er sich nicht ganz durchsetzen, St. Etienne stellt kurz nach seinem Kauf fest, dass sie kein Geld haben und verleiht ihn in drei Jahren dreimal. Er spielt in drei Jahren in drei verschiedenen Clubs, wird zum Wandervogel und doch nie flatterhaft. Er sucht in jeder Mannschaft, seine Rolle und findet sie auch – und die nimmt er mit einer positiven Ausstrahlung an, die absolut vorbildhaft und ansteckend war und ist. Bei Rennes in Frankreich und dann vor allem in Deutschland bei Freiburg und Frankfurt findet er die früher fehlende Beständigkeit. Heute ist Fernandes der Spieler, der als Erster in diesem Jahrhundert in vier der Topligen Europas ein Tor geschossen hat. Er ist 67-facher Nationalspieler und spricht sieben Sprachen. Im Nationalteam ist stets auf ihn Verlass, und er akzeptiert klaglos seine Rolle in der zweiten Reihe – erst hinter Gökhan Inler und Valon Behrami, dann hinter Granit Xhaka. An der WM 2014 spielt er in den Gruppenspielen keine einzige Minute, dann wurde er in der 60. Minute im Achtelnfinal gegen Argentinien eingewechselt und spielte einen hervorragenden Match, der erst in den letzten zwei Minuten der Verlängerung verloren ging. Der Spieler, der immer wieder vergeblich auf seinen Namen wartete, wenn der Trainer die Startaufstellung bekannt gab, war dennoch Mitglied im Mannschaftsrat. Die Kollegen wussten warum, und Fernandes sagt:
“Ich habe den Jungs elf Jahre geholfen, ich habe sie mitentwickelt. Für mich war das ein Traum.”
Und er meint es genau so, wie er es sagt, Das ist die bemerkenswerteste Eigenschaft dieses Mannes. Er lebt Teamwork aus Überzeugung und mit Begeisterung, und seine Freude und Begeisterung sind ansteckend.
Nun ist Gelson Fernandes zurück im Wallis und glücklich darüber. Er macht seinen Master im Sportmanagement fertig. Und er wird weiter Mannschaften besser machen. Glücklich der Verein, welcher diesen Mann zu sich holen kann. In welcher Funktion auch immer. Er wird sein Bestes geben und in vielerlei Hinsicht immer einer der Besten bleiben.
Danke Gelson! Sie waren und bleiben mir eine Inspiration. Immer wieder.