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Eidgenössisches Departement des Innern (EDI)
Bundesamt für Gesundheit (BAG)
Reaktorunfall in Japan
Link vorhanden „Eidgenössisches Departement des Innern (EDI) Bundesamt für Gesundheit (BAG) – Japan, vom 19.03.2011“ (bag.admin.ch/themen/strahlung/11680/index.html?lang=de)
Auf dieser Seite finden Sie Antworten zu häufigen Fragen zum Reaktorunfall in Japan
- Sind aufgrund des Reaktorunfalls in Japan gesundheitliche Konsequenzen in der Schweiz zu befürchten?
- Welche Strahlenschutzmassnahmen sind in der Schweiz erforderlich?
- Ist es sinnvoll, Jodtabletten einzunehmen?
- Ist eine Einreise aus Japan in die Schweiz aus Gründen des Strahlenschutzes unproblematisch?
- Ich möchte nach Japan reisen. Was muss ich beachten?
- Gibt es Einschränkungen für die Einfuhr von Lebensmitteln aus Japan?
- Welche Strahlenbelastung ist in der Schweiz zu erwarten?
- Wie wird festgestellt, ob die radioaktiven Stoffe auch die Schweiz erreichen?
- Wie kann die radioaktive Strahlung zu uns gelangen?
- Was ist das Gefährliche an radioaktiven Stoffen für den Menschen?
- Wie lange dauert es, bis die radioaktiven Stoffe in die Schweiz gelangen könnten?
- Was ist eine Kontamination?
- Was ist eine Strahlendosis?
- Welche radioaktiven Stoffe können bei dem Reaktorunfall in Japan austreten?
- Ist dieser Unfall vergleichbar mit Tschernobyl?
- Wo kann ich mich über die aktuellen Ereignisse informieren?
- Gibt es eine Infoline?
Nach aktuellem Kenntnisstand sind keine direkten gesundheitlichen Konsequenzen für die Bevölkerung der Schweiz zu erwarten.
In der Schweiz sind derzeit keine Strahlenschutzmassnahmen erforderlich.
Es gibt keinen Grund für die Menschen in der Schweiz, Jodtabletten zu sich zu nehmen. Die Einnahme von Jodtabletten kommt nur als Notfallmaßnahme im Falle erhöhter Radiojodkonzentration in Frage. Vor der unnötigen Einnahme der Jodtabletten wird abgeraten.
Auch das Kaufen von Jodtabletten ist nicht erforderlich. Die Schweiz verfügt über genügend Jodtabletten, die im Notfall sehr schnell an die ganze Bevölkerung verteilt werden können.
Weitere Informationen zum Thema Jodtabletten finden Sie unter:
Derzeit gibt es keinen Anlass, besondere Strahlenschutzmaßnahmen bei der Einreise in die Schweiz vorzunehmen. Insbesondere besteht für Personen, die sich nie innerhalb der Evakuierungszone aufgehalten haben, kein Verdacht auf eine radioaktive Kontamination. Einreisende, die sich in der evakuierten Zone aufgehalten haben, sind aufgefordert, sich beim BAG unter der Nummer 031 322 96 14 zu melden.
Wir bitten Sie die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) zu beachten:
Nein, es gibt keine Einschränkungen für die Einfuhr von Lebensmitteln aus Japan. Für Lebensmittel, die in Europa auf den Markt gebracht werden, sind Grenzwerte hinsichtlich der radioaktiven Kontamination einzuhalten. Das BAG wird Informationen über die täglichen Lebensmittelimporte aus Japan von der Oberzolldirektion erhalten. Die Abteilung Lebensmittelsicherheit wird diese Informationen aus Sicht des Gesundheitsschutzes genau bewerten und gegebenenfalls die nötigen Massnahmen ergreifen.
Da noch keine genauen Informationen zu den freigesetzten Radioaktivitätsmengen vorliegen, ist es zurzeit nicht möglich, eine allfällige Strahlenbelastung für die Schweiz zu berechnen.
Weil die Konzentration der radioaktiven Stoffe in der Luft aufgrund der starken Verdünnung mit zunehmender Entfernung zum Unfallort kontinuierlich abnimmt, ist jedoch nicht mit direkten Auswirkungen auf die Bevölkerung zu rechnen.
Die sehr empfindlichen Messsysteme zur Überwachung der Radioaktivität der Luft, werden laufend durch das BAG ausgewertet. Bei einer ungewöhnlichen Erhöhung der Radioaktivitätskonzentrationen wird das BAG unverzüglich informieren.
In die Atmosphäre freigesetzte radioaktive Stoffe werden mit dem Wind verteilt. Auf dem weiten Transportweg werden diese stark verdünnt.
Allenfalls könnten kontaminierte Produkte in die Schweiz gelangen.
Radioaktive Stoffe führen zu einer inneren Bestrahlung wenn sie in den Körper gelangen (z.B. durch Mund, Haut oder Einatmen) oder zu einer äusseren Bestrahlung wenn sie sich in der Luft bzw. am Boden befinden.
Die Dauer des Transportes radioaktiver Stoffe von Japan in die Schweiz hängt von den meteorologischen Verhältnissen ab, würde aber mehrere Tage betragen.
Unter Kontamination versteht man eine oberflächliche «Verschmutzung» (z.B. von Gegenständen, Personen, Boden) mit radioaktiven Substanzen.
Die gängig gebrauchte Einheit für eine Strahlendosis ist Millisievert (mSv). Wie hoch die Dosis aus einer Strahlenexposition ausfallen wird, hängt von vielen Faktoren ab: Dauer, Intensität und Art der Strahlung, Empfindlichkeit des exponierten Körpergewebes und Art der Bestrahlung (externe oder Einnahmen via verstrahlter Luft oder Lebensmittel). Eine Strahlendosis bedeutet immer eine Erhöhung des Risikos an Strahlenfolgen, vorwiegend Krebs, zu erkranken. Nach heutigen Kenntnissen führt eine Dosis von 1000 mSv zu einer Erhöhung des Krebsrisikos von ca. 5%. Der Dosisgrenzwert für die Strahlung aus künstlichen, nicht medizinischen Strahlenquellen, für die Bevölkerung in der Schweiz beträgt 1mSv / Jahr. Das Strahlenrisiko ist dabei vernachlässigbar klein. Zum Vergleich: eine typische medizinische Computertomograph-Untersuchung beträgt 10mSv, die mittlere Dosis der Schweizer Bevölkerung (künstliche und natürliche Quellen) beträgt ca. 5 mSv / Jahr.
Edelgase (Krypton, Xenon u.a.), leicht flüchtige Stoffe wie Jod und Cäsium sowie weniger flüchtige Stoffe wie Strontium, Uran und Plutonium, welche an Staubteilchen gebunden sind.
Die aktuelle Situation in Japan ist nicht mit der Situation in Tschernobyl 1986 zu vergleichen. In Tschernobyl hat der Reaktor gebrannt und große Mengen von radioaktiven Stoffen wurden sehr weit in große Höhen geschleudert und haben sich dann über die gesamte Nordhalbkugel verteilt.
Link vorhanden „Eidgenössisches Departement des Innern (EDI) Bundesamt für Gesundheit (BAG)“ (bag.admin.ch/themen/strahlung/11680/index.html?lang=de)
Ja, wenn Sie noch weitere Fragen haben, können Sie sich unter der folgenden Nummer an unsere Infoline wenden: 031 322 97 28