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Das heutige Gebäude ist aus ursprünglich drei Häusern zusammengewachsen, von denen Teile bis ins 13. Jahrhundert zurück datiert werden können. Es war einst Hospiz der Stadt Zürich und im Besitz des Predigerklosters. Während der Reformation (1519 bis 1531) durch Huldrych Zwingli (1484 bis 1531) zogen die Orden weg von Zürich und die Klöster gingen in Privatbesitz über.
Ab ca. 1530 wurde das Haus „Gasthof zum Schermesser im Niederdorf“ genannt. Die Bezeichnung „Gasthof“ lässt die Annahme zu, dass in diesem Haus bereits damals einfache Übernachtungsmöglichkeiten bestanden haben. Erst 1703 erhielt es die Bezeichnung „Gasthof zum Hirschen“ und ist somit eines der ältesten Hotels in Zürich.
Hier wurde 1916 das Dadaistische Manifest von Hugo Ball und seinen Künstlerkollegen geschrieben. Diese Bewegung dehnte sich bis nach Berlin, München und New York aus.
Die Kleinkunst nahm in Zürich mit dem politischen Kabarett „Die Pfeffermühle“ (1933 bis 1936) von Erika und Klaus Mann, sowie Therese Giehse ihren Anfang.
Die Bühne des „Hirschens“ war die Spielstätte des berühmten Cabaret Cornichon (1934 bis 1948), dass von Otto Weissert, Walter Lesch, Emil Hegetschweiler und Alois Carigiet gegründet und später durch Max Werner Lenz, Elsie Attenhofer, Voli Geiler, Margrit Rainer, Heinrich Gretler, Zarli Carigiet, Karl Meier und Alfred Rasser ergänzt wurde.
Das Cabaret Fédéral (1949 bis 1953) trat ebenfalls hier mit Lukas Ammann, Zarli Carigiet, Stephanie Glaser, Cesar Keiser, Margrit Läubli und Walo Lüönd auf.
Später dann, Anfang der Sechzigerjahre bis 1997 wurde der Saal für Livekonzerte genutzt. Darunter auch Grössen wie Pink Floyd, Ozzy Osbourne mit Black Sabbath, The Lords und The Kings, welche den Saal zum Beben gebracht haben.
Über alte Steine, erhellt von Kerzen, führt der Weg in einen spätmittelalterlichen Raum, den man über einen verglasten Sodbrunnen von 1340 betritt. Der Brunnen wird noch heute von Grundwasser gespiesen und ist funktionstüchtig. Der sakral anmutende Gewölbekeller wurde in der Vergangenheit vielfältig genutzt, mal als Schmiede, mal als Pferdestall oder als Lagerraum. Von letzterem Zeugen Haken an der Decke, die dazu dienten, Stangen durchzuziehen und alles aufzuhängen, was vor unliebsamen Nagern in Sicherheit gebracht werden musste.
Und seit 2002 beheimatet der Gewölbekeller unsere Weinschenke.
Hier wähnt man sich fast mit Martin Luther, Michelangelo, Paracelsus und Leonardo Da Vinci am Tisch, doch sind dies nur Träumereien, wenn man mit lieben Freunden bei einem Glas Wein und ein paar Bissen in ein philosophisches Gespräch vertieft ist und die positiven Energien dieses Ortes auf sich wirken lässt.
Die Weinschenke des Hirschens ist ein unvergesslicher Ort, an dem Menschen Mystik, Ruhe und Emotionen erleben dürfen. Mitten im Herzen der Altstadt, und doch fern von Trubel, Hektik und Lärm.