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Bollettino della Società degli Alpinisti Tridentini
Die S. A. T. blickt wohl mit gemischten Gefühlen auf das Jahr 1911 zurück. Nicht nur sind ihre Versuche, sich gegenüber der Sektion Bremen D. & Ö.A.V. im alleinigen Besitz des Baugrundes auf der Bocca di Brenta, wo sie das Rifugio Tosa besitzt und gerne erweitern möchte, zu behaupten, gescheitert, es ist ihr auch durch Verfügung des k. k. Finanzministeriums in Innsbruck das für die Erweiterung der Tosahütte nötige Wasser abgeschnitten worden, d.h. die Erlaubnis zur Anlage einer neuen Zuleitung auf dem Gebiet der Gemeinde Molveno versagt worden, und es sieht so aus, als ob dies durch Druck von oben und unter dem Einfluß des iiber-starken und volens nolens für den Pangermanismus tätigen D. & O. A. V. geschehen sei. Die bezüglichen Akten und Korrespondenzen sind in den Nummern 2 und 3 des Bollettino abgedruckt und sind ein interessanter Beitrag zum Sujet: Tripelallianz und Nationalismus. Ein anderes Unglück, das die S. A. T. betraf, ist die Zerstörung durch Feuer seines Albergo-Rifugio Venezia auf dem Passo di Fedaja und ein drittes der Tod ihres Ehrenmitgliedes Paolo Lioy. Die S. A. T. hat sich durch diese Schicksalsschläge nicht zu sehr anfechten lassen, und die Cronaca Alpina sowohl als die Einzel-aufsätze im Bollettino berichten von eifriger alpiner Tätigkeit in den Bergen des Trentino und dessen nächster Umgebung. So lesen wir von der Ausbreitung des Skisports im Trentino, speziell von Winterbesteigungen in der Brenta-Gruppe, von Übungsfeldern für die Trentinerjugend, speziell von der Kletterschule am Sasso del Vescovo und am Campaniletto Marchi, am Punto Spurio und ähnlichen Felsgebilden. Ähnlichen Zwecken dient das fortgesetzte Verzeichnis der Itinerarien im Trentino, dem alpinen Wintersport die Beschreibung von Besteigungen der Cima Telegrafo im Dezember und des Monte Baldo zu Ostern. Höher hinauf geht das Streben der Società universitaria S. A. T. In einer sogenannten Kletterwoche ( settimana alpinistica ) wurden die Dolomiten durchstreift, wobei verschiedene Pässe überschritten und unter anderen die Marmolata erstiegen wurde. Kühneres leisteten zwei Mitglieder der S. U. S. A. T., welche von einem Zeltlager in der „ Busa dei Sfulmini " aus einen Versuch auf den Campanile Alto di Brenta machten, dessen „ Sentinella " bewältigten, den Campanile Basso über die Nordwand, die Tosa in einer Mondnacht erstiegen und die erste Besteigung des Campanile Alto über die Ostwand vollführten. Zu den eigenen Errungenschaften rechnen die Trentiner bei ihrer in Kongreßreden und ähnlichen Gelegenheiten immer betonten „ entente cordiale " mit den italienischen Kollegen ( die nördlich des Brenner betrachten sie umgekehrt als „ Erbfeind " ) die Eröffnung des Rifugio Ombretta der Sektion Venezia C.A.I. Die S. A. T. wehrt sich eben ihrer Haut, so gut sie kann. Die Wissenschaft wurde gepflegt durch Gletscherbeobachtungen, die aber noch nicht viele Resultate gezeitigt haben.
Redaktion.