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Der Sturm «Florence» hat die US-Ostküste weiter fest im Griff. «Florence» setzte sich am Wochenende über dem Osten des Staates North Carolina fest und brachte schwere Regenfälle, Überschwemmungen und Sturmfluten. Laut US-Medien kamen 13 Menschen ums Leben.
«Florence» schwächte sich zwar in der Nacht zum Sonntag weiter ab und erreichte noch Windstärken von bis zu 64 Stundenkilometer. Die Gefahr bestand jedoch in den extremen Niederschlägen im Zuge des Sturms.
Die Behörden warnten vor «gigantischen Regenfällen» noch bis Montag. Über einigen Gebieten seien bereits 60 Zentimeter Regen gefallen, etwa ebenso viel sei noch zu erwarten, sagte Steve Goldstein von der US-Wetterbehörde NOAA. Der Sturm bewege sich nur «langsam, nahezu stationär» vorwärts. Das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) warnte vor weiteren "katastrophalen Überschwemmungen sowie Tornados.
Die Behörden in North Carolina bestätigten zunächst acht Todesfälle, darunter drei Todesopfer durch Springfluten und Überschwemmungen auf Strassen. Unter den Opfern waren eine Mutter und ihr Baby, die getötet wurden, als ein Baum auf ihr Haus stürzte.
In South Carolina starb nach Angaben von Gouverneur Henry McMaster eine 61-Jährige Frau, die mit ihrem Auto gegen einen umgestürzten Baum prallte. Nach Angaben von US-Medien kamen in den beiden Bundesstaaten bislang insgesamt 13 Menschen ums Leben.
«Jahrtausend-Ereignis»
North Carolinas Gouverneur Roy Cooper sprach von einem «Jahrtausend-Ereignis». Er warnte die Bürger eindringlich davor, in die Überschwemmungsgebiete zurückzukehren. «Das Wasser steigt überall stark an - auch dort, wo es normalerweise keine Überschwemmungen gibt.» Sämtliche Strassen des Bundesstaates seien von Überschwemmungen bedroht.
In Teilen des Bundesstaats brach die Stromversorgung zusammen, mehr als 800'000 Menschen waren betroffen. 21'000 Menschen wurden in Notunterkünften untergebracht.
In der Küstenstadt New Bern in North Carolina traten gleich zwei Flüsse bis zu drei Meter hoch über die Ufer und überschwemmten Teile der Stadt. 4200 Häuser seien beschädigt worden, sagte Bürgermeister Dana Outlaw dem Sender CNN. Hunderte Einwohner seien aus überfluteten Häusern gerettet worden.
Der pensionierte Richter Charles Rucker aus New Bern hatte sein neues Haus in der Stadt gerade vor fünf Tagen bezogen, als «Florence» über die Stadt zog. «Es war, als wenn ein Schnellzug durchs Wohnzimmer rast», schilderte er. «So etwas habe ich noch nie erlebt, ich hatte wirklich Angst.» Die Türen vieler Häuser wurden vom Sturm so stark beschädigt, dass sie aussahen als wären sie eingetreten worden.
Das US-Militär kündigte an, rund 200 Soldaten sowie 100 Lastwagen samt Ausrüstung in die betroffenen Gebiete zu schicken, um die Arbeit der örtlichen Einsatzkräfte zu unterstützen.
Trump kündigt Besuch an
US-Präsident Donald Trump will sich in der kommenden Woche persönlich ein Bild von der Lage machen. Er werde «Mitte kommender Woche» in die betroffene Region reisen, sobald klar sei, dass sein Besuch kein Hindernis für Rettungs- und Hilfsmassnahmen darstelle, sagte seine Sprecherin Sarah Sanders.
Trump lobte via Twitter den Einsatz der Rettungskräfte. «Nicht einfach, sehr gefährlich, unglaubliches Talent. Amerika ist stolz auf euch», schrieb er. Den Hinterbliebenen sprach er seine Anteilnahme aus.
Tausende Menschen waren in den vergangenen Tagen vor dem anrückenden Sturm von der Küste geflüchtet. In North und South Carolina, Georgia, Maryland und Virginia sowie der Hauptstadt Washington hatten die Behörden den Notstand ausgerufen. Insgesamt 1.7 Millionen Menschen waren aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. (sda/afp)