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Geboren 1918. Zuerst zur Aussprache des Namens: Man spricht den Namen so aus als würde er «Coindet» geschrieben. Der Name entstammt einem waadtländischen Dialekt, daher gelten hier nicht die üblichen französischen Ausspracheregeln. Es gibt aber auch im Französischen einige Worte, wo die gleiche Aussprache gilt. In der Romandie hat man damit keine Probleme und kennt die paar Ausnahmen bei der Aussprache. Mehr Probleme hatten da die Seebacher Hausfrauen in den 1950er Jahren, zumeist noch ohne Französisch-Kenntnisse aufgewachsen. Sie nannten den Metzger kurzerhand «Göndet», wohl in der irrigen Meinung, er wäre ein Bündner! Die Coendets stammen ursprünglich jedoch aus Mézières bei Moudon (zu Deutsch: Milden) VD.
Das Verkaufslokal lag an der Schaffhauserstrasse 514. Er führte die Metzgerei von 1937-1988, also satte 51 Jahre lang! Die Schwester des Metzgers bediente zwischendurch auch die Kasse und die Charcuterie. Dieser Metzger mietete voM Wirt der alten Post, Emil Frei-Kuster, das ehemalige Elefantenhaus als Sägemehllager und zwar noch bis kurz nach 1950. Danach erstellte er einen eigenen Schuppen hinter seinem Haus. Das Buchenholz-Sägemehl benötigte Ernst Coendet für seine Rauchkammer im Dachgeschoss, wo er Würste räucherte. Eine Spezialität, welche er noch an die Frohsinn-Wirtefamilie Westreicher lieferte, war das geräucherte Euter. Dieses war aber auch im Laden fast jederzeit erhältlich. Heutige Menschen können sich kaum mehr vorstellen, dass man früher so etwas ass.
Ernst Coendet war 1935 auch mit dabei als Gründungsmitglied der Segelfluggruppe Dübendorf, welche sich später in Segelfluggruppe Lägern umbenannte und bis 1964 den kleinen Flugplatz Dällikon betrieb. Ernst Coendet war auch mit dabei, als die Segelfluggruppe in Örlikon (!) in der Gegend der Grenze zu Schwamendingen in den späten 1930er Jahren erste Flugversuche mit einem Schulgleiter des Typs Zögling 31 unternahm und zwar auch als Pilot.
Coendet besitzt noch ein im Elektrohof Rümlang gefundenes Hufeisen eines so genannten Hunnenrösslis (Kosakenpferd) aus dem Jahre 1799. Genau die gleichen Hufeisen fanden frühe Bewohner des Bühls, doch konnte die OGS bis heute keinen Seebacher mehr finden, welcher noch eines besitzt. Vermutlich landeten sie nach dem Tode des Vorbesitzers in einer Schuttmulde. Dies zeigt, wie wichtig es wäre, solche Dinge noch zu Lebzeiten ans Landesmuseum oder dereinst einmal an das Ortsmuseum Seebach weiterzugeben, wo sie eigentlich auch hin gehörten.
In den 1950er Jahren war es auch bei Coendet üblich, dass die Hausfrauen noch ein Metzgerbüechli führten, wo alle Einkäufe eingetragen und einmal im Monat eine Akontozahlung erfolgte, nicht selten mit Restsaldo. Abgesehen von ein paar wenigen, besonders hartnäckigen Fällen ist er mit dieser Zahlweise stets gut gefahren und konnte Kunden binden, die sonst je nach Wind woanders eingekauft hätten.
Quellen: - Ernst Coendet - OGS-eigene - «Furttaler», 28.5.2010, Bericht von Ernst Coendet