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Herr Lipp, Sie wurden 1947 geboren. Was zeichnet Ihre Generation im Vergleich zu früheren oder späteren aus?
Das soziale Spannungsfeld der Gesellschaftsumbrüche nach 1968, in das wir als junge Studenten aus meist konservativ geprägtem Umfeld hineingerieten.
Sie entschieden sich für eine Karriere an der Universität. Was war Ihre prägendste Erfahrung an der UZH?
a) Die akademische Freiheit alter Schule unter Professor Zenker, der es – als alter Freund von Konrad Lorenz – einem jungen Verhaltensforscher erlaubte, sich eine akademische Karriere als Anatom aufzubauen und gleichzeitig den Beziehungen von Gehirn und Verhalten ausserhalb des Labors nachzuspüren, und zwar am Beispiel von Tauben, Mäusen und Fledermäusen.
b) Meine Berufung zum Extraordinarius durch den damaligen Regierungsrat Gilgen, gegen den Willen der Berufungskommission und Fakultät, vielleicht trotz oder wegen eines respektlosen Briefes an die Erziehungsdirektion....
Was war für Sie der Höhepunkt Ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit?
Es gab keine eigentlichen Höhepunkte. Highlights waren periodische Publikationserfolge in wissenschaftlichen Top-Journals.
Welche Themen werden Sie in Zukunft weiter verfolgen?
Die Suche nach dem «Heiligen Gral» der Navigationsbiologie, einem biologischen GPS System, das es Zugvögeln und Brieftauben erlaubt, ihre grossräumige geografische Position aufgrund lokaler Informationen zu bestimmen und daraus einen Zielkurs zu berechnen, dem sie über Kontinente und Meere folgen.
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