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Festungskarten: Geheime schweizerische Militärkarten 1888–1952
Neuerscheinung (lieferbar ab 16. Mai 2016)
Martin Rickenbacher, «Festungskarten: Geheime schweizerische Militärkarten 1888–1952», Murten; Cartographica Helvetica (52), 2016.
63 Seiten mit 57 teils farbigen Abbildungen, Format A4, broschiert, CHF 25.00, inkl. Versandkosten (nicht über den Buchhandel erhältlich).
Inhalt
Weil von den Geschützen der geheimen Schweizer Festungen keine direkte Sichtverbindung zum überwiegenden Teil möglicher Ziele bestand, wurden indirekte Schiessverfahren entwickelt, bei denen die geometrische Beziehung zwischen Geschütz und Ziel anhand genauer Karten ermittelt werden musste. Daraus wurden die sogenannten Schiesselemente berechnet, die beim Richten am Geschütz einzustellen waren, um ein bestimmtes Ziel zu beschiessen. Der Topographische Atlas der Schweiz 1:50 000 (Siegfriedkarte) genügte dazu nicht. Für den überwiegenden Teil der Festungskarten wurde daher der Massstab 1:10 000 gewählt.
1891 wurde mit der Kartierung von Festungsgebieten begonnen. An den Original-Aufnahmen waren gegen 150 Topographen beteiligt. Sie folgten der Messtischmethode und setzten terrestrische Photogrammetrie (Bildmessung) ein. Im Ersten Weltkrieg konnte das «Vermessungs-Detachement St. Gotthard» dank der inzwischen erfolgten Entwicklung leistungsfähiger Auswertegeräte die Kartierungsleistung unter Einsatz der Stereophotogrammetrie um ein Mehrfaches steigern.
Im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs entstand um Sargans das vierte grosse Festungskartenwerk. Bei etwa einem halben Dutzend sogenannter «Grenzwerke» überwog der ausländische Anteil an der zu kartierenden Fläche gegenüber dem schweizerischen deutlich. Als Grundlagen wurden hier neben vorhandenen ausländischen Karten auch Luftbilder verwendet, die von der Landestopographie erst wenige Wochen vor Kriegsausbruch aufgenommen worden waren.
Anfang der 1950er Jahre wurde der Schiesskartendienst der Landestopographie als Folge der sogenannten «Sparexpertise» aufgelöst und die Produktion der Festungskarten, die in jenem Zeitpunkt etwa 7,5% der Landesfläche abdeckten, eingestellt. Somit hatte diese spezielle Phase der schweizerischen Kartographiegeschichte etwa sechseinhalb Jahrzehnte gedauert. Das als «geheim» klassifizierte Kartenmaterial, das von bester Qualität war, wurde erst 2009 entklassifiziert.
Bestelladresse Verlag Cartographica Helvetica Untere Längmatt 9, 3280 Murten Fax: 026 670 10 50 Mail: <email-pii> www.kartengeschichte.ch