Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03431.jsonl.gz/2780

Nordmende, Bremen
Nordmende Globetrotter Variante 4.601, orange, 1965/66

überarbeitet am 16.9.2010

Als erster einer ganzen Reihe portabler Kofferradios, Urahnen der modernen "Weltempfänger", brachte Nordmende 1964 den "Globetrotter" zunächst in der "grünen und im Folgejahr in der Version mit orangener Bandspreizskalenbeschriftung auf den Markt.
Beim Nordmende Globetrotter handelt es sich um einen Einfachsuper, der neben dem Lang- und Mittelwellenband und UKW über 11 gespreizte Kurzwellenbänder verfügt. Die Anzeige erfolgt - dem Alter des Geräts entsprechend - nur analog, allerdings mit einer von 0 - 100 skalierten und nicht mit Eichmarken versehenen Linearskala, das Aufsuchen einer Frequenz wird so zum Rätselraten, wenn die Position einer einmal gefundenen Frequenz auf der Logskala allerdings im Notizbuch festgehalten wird, findet sich die gewünschte Station beim nächsten Versuch einfacher.
Der Globetrotter ist ein unter der Kunstlederverkleidung in
einem Holzgehäuse aufgebauter Kofferempfänger, die Frontplatte
misst 31 x 10,5 cm, das Gerät ist 21 cm hoch und bringt 3,8 kg auf die Waage.
Auf der Frontplatte finden sich links unterhalb der Teleskopantenne
die Drehregler für Höhen und Bässe und der mit dem Einschalter kombinierte
Lautstärkerregler. Beim Eindrücken des obersten Klangreglers zeigt das
unmittelbar daneben liegende S-Meter die Batteriestärke an, beim Eindrücken
des darunter gelegenen Bassreglers wird die Skalenbeleuchtung aktiviert.
An der Unterseite, der Deckel wird von zwei Schrauben fixiert und muss zum Batteriewechsel ganz abgenommen werden, findet sich das Fach für 5 UM-1 Batterien, es kann ein 7,5 V-Netzteil angeschlossen werden. Unter einer Abdeckung an der Geräteunterseite findet sich eine Reihe Steckkontakte, über einen Autoeinschub konnte der Globetrotter in Autos in eine Halterung eingesteckt und in diesem Fall mit 6 oder 12 V Bordspannung betrieben werden, ein direkter Netzanschluss fehlt.
Der praktische Betrieb bringt keine Herausforderungen mit sich: am Lautstärkeregler
einschalten, mit der Taste BANDS die gespreizten KW-Bereiche anwählen,
mit dem oberen Drehknopf drehen bis im Sichtfensterchen das 49 m-Band angezeigt
wirde, das Pausenzeichen der deutschen Welle auf 6075 suchen - fertig. Schwächen
machen sich hier bemerkbar, indem man zur Stationsidentifikation ganz aufs
Gehör angewiesen ist; an welcher Stelle der 0 - 100 Linearskala die deutsche
Welle zu finden ist, sagt einem das Gerät nicht. Ist eine Station allerdings
einmal identifiziert, kann die Position der Frequenz auf der Logskala abgelesen
und in einem Notizbuch festgehalten werden, beim nächsten Mal gestaltet sich
die Sendersuche einfacher.
Zusammenfassend war der Nordmende Globetrotter in der Mitte der sechziger Jahre ein erstzunehmender Reiseempfänger, heute ist er eher ein Liebhaber- oder Sammlergerät. Aufgrund des guten Klangs kommt beim Hören der starken internationalen Auslandsdienste Freude auf. Wer die Belegung der Kurzwellenbänder nicht im Kopf hat, wird sich mit der Sendersuche resp. Identifikation schwer tun, er sollte eher nach einem Gerät mit digitaler Frequenzanzeige Ausschau halten.
© Martin Bösch 13.5.2008