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Mit dem Kauf einer EU-Börse könnte sich die Schweizer Börse aus der aktuellen politischen Umklammerung lösen.
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf gut informierte Kreise berichtet, sind die spanische Bolsas y Mercados Espanoles SA und die österreichische Wiener Börse mögliche Ziele. Eine Transaktion könnte dabei eine vollständige oder teilweise Übernahme beinhalten oder eine Partnerschaft.
Die SIX hat laut Bloomberg seit dem Verkauf der Zahlungseinheit im vergangenen Jahr rund 1 Milliarde Dollar für Akquisitionen auf der hohen Kante. SIX-Chef Jos Dijsselhof hatte zudem vergangenes Wochenende der "NZZ am Sonntag" erklärt, man halte eine Beteiligung an der Firma Worldline, die mehr als 3 Milliarden Franken wert sei. Diese könne gesenkt werden, um Akquisitionen zu finanzieren.
Die SIX und die Wiener Börse lehnten laut Bloomberg eine Stellungnahme ab. Die spanische Börse habe - an einem Feiertag - nicht auf eine entsprechende Anfrage reagiert.
Faustpfand SIX
Die EU hat Ende Juni im Streit um das Rahmenabkommen mit der Schweiz die Börsenäquivalenz der Schweizer Börse auslaufen lassen. Hintergrund der Auseinandersetzung sind die seit 2014 dauernden Verhandlungen zwischen der Schweiz und der EU über ein institutionelles Rahmenabkommen. Die Börsenäquivalenz wurde also als Druckmittel eingesetzt.
Weil die Schweizer Börsenregulierung von der EU nicht mehr als gleichwertig anerkannt wird, ist seither Marktteilnehmern aus der EU der Aktienhandel an der Schweizer Börse verboten. Der Bundesrat hatte mit Gegenmassnahmen reagiert und den Handel von Schweizer Aktien in der EU verboten.
(AWP)