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Das erste Sameparlament wurde am 9. Oktober 1989 in Karasjok vom damaligen König Olav eröffnet. Seit damals wird jedes vierte Jahr, im Zusammenhang mit der norwegischen Parlamentwahls, auch eine Wahl für das vom Volke gewähltes Organ der Samen, abgehalten.
- Der ganze Prozess um die Gründung des Sameparlamentes gab den Leute Vertrauen in sich selbst, ihre Fähigkeiten und Kräfte, was sehr positiv war, sagt der erste Präsident des Sameparlamentes und erster Leiter für das permanente UNO-Forum für Urvolkfragen.
Das Sameparlament hat eine beratende Rolle gegenüber norwegischen Behörden und sein Arbeitbereich umfaßt Angelegen, die das Sameparlament für das Volk der Samen relevant hält.
Mehr registrierte Samen
Für die Sameparlamentswahl wurde eine besondere Volkswählerliste gegründet.
Es wird angenommen, dass zwischen 40 000 und 65 000 Samen in Norwegen leben, die genaue Anzahl ist nicht bekannt. In den letzten 20 Jahren haben sich aber immer mehr Norweger von samischer Herkunft registrieren lassen: vor der heurigen Wahl waren 13 890 Samen bei der Samenvolkswählerliste registriert, eine Erhöhung von 10 Prozent im Vergleich zur vorigen Wahl. Die Erhöhung war besonders deutlich in Süd-Norwegen, wo der Aufschwung der Stimmberichtigten 30 % war.
Was macht das Sameparlament?
Das Ziel des Sameparlamentes ist es, für die Anerkennung der grundlegenden Rechte der Samen zu arbeiten. Sie sollen samische Kultur, Sprache und das Gesellschaftsleben betreuen und bestärken. Das Finnmarkgesetz (Finnmarksloven) berechtigt Samen und andere Personen aus Finnmark (nördlichstes Provinz Norwegens) auf Land und Wasser in der Finnmark. Ein Gebiet größer als Dänemark wurde von staatlicher an regionale Kontrolle überwiesen.
- Dies ist ein wichtiges Ereignis, auch im globalen Maßstab, verkündigte der ehemalige Sameparlamentspräsident.
Berater anderer Urbevölkerungen
Zusammen mit anderen samischen Institutionen arbeitet das Sameparlament dafür, die Rechte anderer Urvölker zu stärken. Norwegische Samen sind oft Vorbilder für die Ansprüche und Wünsche anderer Urvölker. Samen waren auch dabei, als die ILO-Konvention 169 über Rechte indigener Völker verabschiedet wurde.
- Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen dem Sameparlament und der globalen Rolle der Samen. Ein Teil der Arbeit wurde schon vor der Gründung des Sameparlamentes kanalisiert, aber dieselben Personen stehen dahinter. Wir können stolz auf die Arbeit der Samen hierzulande sein. Sie sind sowohl Beispiele als auch Ratgeber für andere Urvölker in deren Kampf.
Internationale Arbeit
Die internationale Arbeit des Sameparlamentes ist dreifach. Erstens arbeiten sie dafür, die Menschenrechte der Urbevölkerungen zu stärken. Zweitens arbeiten sie damit, Umweltstandards zu entwickeln, die die materiellen Grundlagen der Samen und anderer Urbevölkerungen sichern. Nicht zuletzt arbeiten sie für eine Entwicklung der Nordgebiete, die die Kultur und die Gesellschaft der Samen und anderer Urbevölkerungen stärkt.
Nicht die Lösung, aber ein Anfang
Für Ole-Henrik Magga ist das Sameparlament nicht die Lösung, weder für Samen noch andere Urbevölkerungen, aber ein Anfang, mit wem man auf eine andere Weise arbeitet.
- Das Sameparlament ist ein etabliertes Werkzeug, womit man sich Behörden und Regierung gegenüber verhalten kann. Obwohl dies nicht die einzige Organiserungsmöglichkeit ist, blicken viele auf das Sameparlament und dessen Hintergedanken. Dies Modell eignet sich am Besten für diejenigen die in einer Majoritätsbevölkerung demografisch integriert leben, betont er.