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Während der Aktivdienstzeit hatte sich nämlich Willy Messmer mit Herz und Seele der Aufgabe des Seilbahnbaus verschrieben. Dem Offizier der Genietruppen wurde das Kommando der ersten Seilbahnkompagnie der Schweizer Armee übertragen. In der Zeit von 1942 bis 194 7 wurden unter seiner Aufsicht über 150 km Seilbahnen in allen Teilen der Schweiz gebaut. Im Auftrag des Geniechefs der Armee beteiligte er sich an der Entwicklung von 70 modernen Seilbahneinheiten, deren feldmässigen Bau er befehligte. Und als der Krieg zu Ende war, wurde ihm die Einlagerung und Liquidation der nicht mehr benutzten Seilbahneinrichtungen der Truppen übertragen.
Dabei hatte Willy Messmer im väterlichen Betrieb den Beruf eines Maurers erlernt. Als junger Berufsmann besuchte er in den Wintermonaten als Tagesschüler die baufachlichen Weiterbildungskurse an der Gewerbeschule in St. Gallen, aus denen später die Polierschule hervorging. Sein Wunsch nach einem ausgedehnten Auslandaufenthalt scheiterte am Ausbruch der Kriegswirren im Jahre 1939. Von eben diesem Zeitpunkt an nahm ihn das Militär voll in seine Dienste, zumal der Kriegsausbruch und die Mobilisie- rung der Wehrmänner die private Bautätigkeit jäh veröden liessen.
Unter dem Druck des Vaters, dass er das von ihm aufgebaute Geschäft verkaufen werde, aber auch dem weisen Rat seines militärischen Freundes, Oberst Alfred Oehler, folgend, kehrte Willy schliesslich doch auf den Bau zurück. Eine fast abenteuerlich anmutende Epoche der Bewährung in heiklen Lebenslagen, aber auch eine Tätigkeit, bei der viel Selbstsicherheit und eine grosse Lebens – und Führungserfahrung gesammelt werden konnten, war vorbei. Ein neuer Abschnitt mit neuen Aufgaben im Leben des Unternehmers Willy Messmer nahm seinen Anfang.
Die gelernte Rotkreuz-Krankenschwester Lisbeth Messmer, die dem alten thurgauischen Geschlecht der Fehr aus Schönenberg an der Thur entstammt, war bereits 1942 Willy Messmers Gattin geworden. Sie sorgte sich nicht nur um das traute Heim und eine traditionell christliche Erziehung der drei Kinder – zweier Buben und einer Tochter-, sondern sie gab auch den unternehmerischen Bemühungen ihres Mannes einen starken Rückhalt und half im Geschäft als versierte Bürokraft bei der Erledigung von Buchhaltungsarbeiten sowie im Lohn- und Abrechnungswesen tüchtig mit.
Im Baubetrieb eröffnete sich Willy Messmer ein weites Aktionsfeld, das er mit Tatendrang und Entschlossenheit anging. Als einer der ersten erkannte er die Vorteile des Einsatzes von Maschinen auf dem Bau. Er beschaffie sich u. a. einen Grabenbagger und widmete sich während Jahren der Verkabelung von Telefonfreileitungen. Zugleich nahm er sich aber auch in zunehmendem Masse der ihm näherliegenden Hochbauaufgaben an. Im Einzugsgebiet seines Baugeschäftes erstellte er Wohnungen, Einfamilienhäuser und selbst Industriebauten, die er nicht nur nach den Plänen von Architekten ausführte. Nicht selten nahm er die Projektierung und Detailplanung selbst an die Hand.
Als im Jahre 1964 sein Bruder Kurt Messmer ins Baugeschäft eintrat, konnte man sich auch neuen Bauaufgaben und einem erweiterten Tätigkeitsgebiet zuwenden. Der Betrieb entwickelte sich zusehends.
Im Zusammenhang mit dem Bau von Gewässerschutzanlagen galt es, Kanalisationen zu erstellen und beträchtliche Erdmassen zu bewegen. Die Lösung dieser Aufgaben zwang zu weiterer Mechanisierung und zur Anschaffung leistungsfähiger Erdbaumaschinen. Doch die Diversifikation des Leistungsangebotes musste bedächtig betrieben werden und auf die ländlichen Bedürfnisse ausgerichtet bleiben. Dank vorsichtiger Unternehmensführung wuchs allmählich ein solid fundierter, mittelgrosser Baubetrieb heran, der in guten Zeiten bis zu 100 Arbeitskräfte beschäftigte.
Im Jahre 1963 verliess Willy Messmer mit seiner Familie das väterliche Haus in Riedt und liess sich in Sulgen nieder, wo er sich ein eigenes Heim erbaute. Wenige Jahre später wurde auch das Baugeschäft an den neuen Wohnort verpflanzt. Im Jahre 1967 ergab sich nämlich der Glücksfall, den Baubetrieb von Ingenieur Ernst Billeter übernehmen zu können und den Geschäftssitz, dessen räumliche Verhältnisse und verkehrsmässige Bedingungen den Ansprüchen eines wachsenden Betriebes nicht mehr zu genügen vermochten, von Riedt ebenfalls nach Sulgen zu verlegen.