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»Es wird immer dringlicher, sich über das Wesen der Toleranz zu verständigen, ist doch dieser Begriff nicht eindeutig. Besonders mißtrauisch macht er uns, weil die Religionen erst auf die Toleranz kamen, als sie ohnmächtig wurden, nicht, als sie mächtig waren, von der Intoleranz ihrer verschiedenen Richtungen ganz zu schweigen. Die geoffenbarten Religionen wandten die Toleranz - wenn sie sie überhaupt anwandten - ihrem Wortsinn nach an. Sie duldeten, waren sie an der Macht, im besten Falle die anderen nur, und weil die Juden nie an der Macht waren, bekam für sie die Toleranz bloß eine passive Bedeutung; sie hatten demütig den Hochmut der anderen, der Christen oder der Mohammedaner, nicht zu dulden, sondern zu erdulden, wie und bis zu welchen Unmenschlichkeiten, braucht hier nicht weiter ausgeführt zu werden.«
Vorwort
Hingeschriebenes, Gedichte, Essays, Reden über Philosophie und Naturwissenschaft, über Gott und Péguy, Die vier Verführungen des Menschen durch den Himmel, über Albert Einstein und vieles mehr.
Autorentext
Friedrich Dürrenmatt wurde 1921 in Konolfingen bei Bern als Sohn eines Pfarrers geboren. Er studierte Philosophie in Bern und Zürich und lebte als Dramatiker, Erzähler, Essayist, Zeichner und Maler in Neuchâtel. Bekannt wurde er mit seinen Kriminalromanen und Erzählungen Der Richter und sein Henker, Der Verdacht, Die Panne und Das Versprechen, weltberühmt mit den Komödien Der Besuch der alten Dame und Die Physiker. Den Abschluss seines umfassenden Werks schuf er mit den Stoffen, worin er Autobiographisches mit Essayistischem verband. Friedrich Dürrenmatt starb 1990 in Neuchâtel.
Klappentext
Hingeschriebenes, Gedichte, Essays, Reden über 'Philosophie und Naturwissenschaft', über 'Gott und Péguy', 'Die vier Verführungen des Menschen durch den Himmel', über Albert Einstein und vieles mehr.