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Alleinerziehende und deren Kinder sind weiterhin stärker von Armut betroffen als Paarhaushalte. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung sind Alleinerziehende aber auch bedeutend häufiger erwerbstätig als Eltern in Paarhaushalten. Für die Armutsreduktion bei diesen Familien ist es zentral, dass ausreichend und bezahlbare Vollzeitbetreuung für die Kinder vorhanden sind.
Kinder alleinerziehender Eltern haben heute ein viel grösseres Armutsrisiko als Kinder in Paarhaushalten. In der Schweiz lebt ähnlich wie in anderen Ländern Europas jedes zweite Kind, für das Sozialhilfe bezogen wird, in einem Einelternhaushalt, meistens mit der Mutter. Der Alleinerziehendenstatus hat sich zudem verbreitet: In der Schweiz liegt der Anteil der Einelternhaushalte je nach Datenquelle bei 6 bis 15 Prozent.
Dieses erhöhte Armutsrisiko steht in einem starken Zusammenhang mit der Geschlechterungleichheit. Alleinerziehende Mütter geraten oft in Armut aufgrund der Doppelbelastung, die sich durch die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit ergibt. Sind nicht genügend oder nur kaum bezahlbare Plätze für die Kinderbetreuung vorhanden, so verstärkt sich diese Problematik noch. Ausserdem übernehmen die Mütter oft einen grösseren Anteil an der Betreuung und dem Unterhalt der Kinder als die Väter. Dazu kommen stark geschlechtsabhängige Bildungs- und Berufschancen, aufgrund derer Frauen auch bei gleicher Qualifikation meist geringere Löhne beziehen.
Diese Erkenntnisse resultieren aus einem Kurzbericht der Wissenschaftlerinnen Laura Bernardi und Ornella Lorenza, die im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunkt LIVES "Überwindung der Verletzbarkeit im Verlauf des Lebens" forschen.
Aktivitäten zur Reduktion des Armutsrisikos bei Alleinerziehenden und deren Kindern sollten gemäss den Autorinnen unbedingt die folgenden Massnahmen beinhalten: Förderung gleicher Berufschancen bei gleichem Lohn, die gemeinsame Erziehung durch Mutter und Vater, sowie die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
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