Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03273.jsonl.gz/3383

D’Gschicht vom Äscheputtel
«Bäumli rüttle Dich und schüttle Dich, wirf Gold und Silber über mich!»
Einem reichen Kaufmann starb seine Frau sehr früh und er blieb mit seiner Tochter allein zurück. Als er erneut heiratete, brachte seine neue Gemahlin zwei Töchter in die Ehe mit. Diese waren sehr verwöhnte, ungezogene Mädchen, die ihre Stiefschwester hänselten und demütigten, sie durfte nur noch in alten, zerschlissenen Kleidern herum laufen und musste alle schmutzigen Arbeiten verrichten. Sie wurde von allen nur «Äscheputtel» gerufen.
Als der Vater zu einer neuen Reise aufbrach, wünschten sich die beiden Stiefschwestern von ihm Gold und Edelsteine, aber Äscheputtel wollte nur einen Haselzweig. Der Vater brachte ihr den Haselzweig mit und sie pflanzte ihn aufs Grab ihrer Mutter. Mit ihren Tränen begossen, wuchs daraus ein richtiges Bäumchen hervor, der alle ihre Wünsche erfüllen konnte.
Alle Jungfrauen des Königreichs waren zum grossen Hofball geladen. Um Äscheputtel vom Ball abzuhalten, schüttete die Stiefmutter Asche in die Linsen und trug ihr auf, die Linsen sauber heraus zu lesen. Mit Hilfe der Täubchen gelang dies Äscheputtel im Handumdrehen. Und das Bäumchen auf Mutters Grab verhalf ihr zu einem prächtigen goldig-silbernen Ballkleid und so gelang es ihr, doch noch unerkannt doch zum Hofball zu gehen. Der Prinz verliebte sich sofort in sie. Kurz vor Mitternacht, musste Äscheputtel aber wieder zurück sein, doch in der Eile verlor sie einen ihrer Schuhe. Der Prinz fand ihn und zog damit durchs ganze Königreich, denn nur diejenige, die in diesen Schuh passte, durfte seine Braut sein. So kam er auch zum Haus von Äscheputtel und ihren Stiefschwestern.
Die Stiefschwestern und ihre Mutter versuchten mit verschiedenen Tricks, den Prinz zu täuschen und sich selbst als die gesuchte Tänzerin auszugeben. Doch die Täubchen verrieten ihre bösen Absichten und der Prinz erkannte den Betrug. Nun blieb nur noch Äscheputtel übrig. Als der Prinz sie den Schuh probieren liess, passte dieser wie angegossen. Endlich hatte er seine schöne Tänzerin gefunden und so konnte er die richtige Braut nach Hause führen. Und so lebten sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage.
Das Märli eignet sich für Menschen von 4 bis 104 Jahren.