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Ein Flaschenhals von riesigem Ausmass, im Bild zentral über ein edles Glas gehalten, das sich mit einer bräunlichen Flüssigkeit füllt. Zu erkennen ist eine flüchtige Handlung, ohne Hinweise, wo sie stattfindet und wer sie ausführt. Die Licht- und Schattenverhältnisse sind klar, überspitzt genau, mit aller Schärfe gesetzt: eine überdeutliche Detailaufnahme. Das Gemälde «Brandy» lädt den Betrachtenden dazu ein, für einmal genauer hinzuschauen. Peter Stämpfli ist ein Meister darin, alltägliche Situationen mit einer grösseren Bedeutung zu versehen, Kompositionselemente bewusst und so klar zu setzen, dass das Dargestellte beinahe wieder ins Abstrakte kippt. Unzufrieden mit der eigenen Auseinandersetzung mit dem Abstrakten Expressionismus findet der Künstler nach seinem Umzug von 1959 nach Paris Inspiration in den Reklamebildern der Metro. Seine Werke aus der damaligen Zeit lassen ihn zu einem Vertreter der Schweizer Pop Art werden.
Katrin Sperry
Jemand giesst Brandy in ein Glas.
Wir sehen diese Person nicht.
Der Brandy schimmert.
Licht und Schatten sind deutlich.
Die Malerei ist sehr klar.
1959 zieht Peter Stämpfli nach Paris.
Dort sieht er Werbung in der Metro.
Die Plakate geben ihm Ideen für seine Bilder,
Ein neuer Stil.