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Amnesty International (AI) ist empört und schockiert über die Hinrichtung der jungen Frau. Ihr Anwalt war über die bevorstehende Exekution nicht informiert worden, obwohl das Gesetz vorschreibt, dass Anwälte mindestens 48 Stunden vor der Hinrichtung informiert werden müssen. Delara Darabi wurde hingerichtet, obwohl ihr am 19. April 2009 ein zweimonatiger Aufschub gewährt worden war.
Zur Tatzeit minderjährig
Vor fünf Jahren sollen Delara Darabi und ein 19-jähriger Mann namens Amir Hossein in das Haus einer älteren Verwandten eingebrochen sein und die Frau dabei getötet haben. Delara Darabi gestand zunächst den Mord, zog aber später ihr Geständnis zurück. Sie gab an, von Amir Hossein gebeten worden zu sein, die Verantwortung für das Verbrechen zu übernehmen, um ihn vor der Hinrichtung zu bewahren, da er davon ausging, dass sie als Minderjährige nicht zum Tode verurteilt werden könnte.
Delara Darabi wurde von der Abteilung 10 des Allgemeinen Gerichts in der im Norden Irans gelegenen Stadt Rasht zum Tode verurteilt. Nachdem der Oberste Gerichtshof «Mängel» in dem Verfahren festgestellt hatte, ordnete er eine Neuverhandlung an. Nach zwei Verhandlungstagen im Januar und im Juni 2006 erging von der Abteilung 107 desselben Gerichts in Rasht erneut ein Todesurteil gegen sie, das anschliessend im Februar 2007 vom Obersten Gerichtshof bestätigt wurde. Das Todesurteil kann somit nun jederzeit vollstreckt werden.
Amnesty International hatte sich dafür eingesetzt, dass die Todesstrafe für Delara Darabi in eine Gefängnisstrafe umgewandelt werden und ihr das Recht auf einen neuen Prozess gewährt werden sollte, der internationalen Normen entsprechen würde.
Es handelt sich um die 140. Hinrichtung diesen Jahres im Iran. 2008 wurden acht minderjährige Straftäter hingerichtet.