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Davon erzähle ich sehr gerne!
Mein kleines, süsses Häuschen an der Pracha Santi, mitten im Lebensstrudel des Quartiers Nong Bua, steht an einer Einbahnstrasse und ist natürlich nur gemietet und nicht gekauft, da ich nach der Scheidung nicht mehr bereit bin, einen grösseren Betrag nach Thailand zu überweisen.
Aber eins nach dem anderen.
Meine Exfrau, welche sich während der Scheidung in einer Machtposition wähnte, bestand darauf, dass ich die Möbel, welche ich in gütlicher Einvernahme mitnehmen konnte innerhalb eines Monats nach der Scheidung abhole, und ich fürchtete, dass sie sie verkauft, verschenkt oder mir verweigert, wenn ich diesen Zeitrahmen nicht einhalte. So habe ich mich zuerst in Nong Khai nach einem Haus umgesehen, das ich mieten könnte. In Frage kam für mich ein Reihenhaus, das unten ein Geschäft hat, welches ich weitervermieten kann, da ich es mag, wenn ein bisschen was los ist. Oder auch einfach ein Haus mit kleinem Umschwung, aber nicht zu gross, weil ich ja jetzt alleine lebe und die Hälfte der Zeit in der Schweiz verbringe.
Weniger in Frage kam ein modernes Condo, weil ich im Leben noch nie in einem Hochhaus gelebt habe und mir diese auch zu anonym vorkommen und zudem mit drei Zimmer, die ich brauche, recht teuer sind, oder ein Einfamilienhaus in einer abgesperrten Ueberbauung, weil ich mich als Single zwischen Familien deplaziert vorgekommen wäre.
In Nong Khai habe ich verschiedene Objekte zwischen 7000 und 10'000 Baht/Monat angeschaut, wurde aber nicht fündig, sodass ich nach Udon Thani ging.
Udon Thani hat für mich auch den Vorteil, dass meine Tochter, die ich gemäss Scheidungskonvention wöchentlich treffen kann, dort regelmässig verkehrt, weil ihre Halbschwester dort studiert und ihre Mutter - meine Exfrau - ein Condo im Lumpinigebiet besitzt.
Somit konzentrierte ich meine Suche auf den Nong Bua- Distrikt.
Ich mietete ein Motocy und fuhr den ganzen Tag auf der Suche nach einem Mietobjekt durch die Gassen. Natürlich meldetet ich mich auch bei verschiedenen Liegenschaftsverwaltungen und Agenturen, welche Inserate aufgeschaltet hatten, aber das war jedesmal eine Enttäuschung: es hiess immer, dass das Objekt, für das ich mich meldete, jetzt gerade vermietet worden sei. So ein Pech! sagten die attraktiven Mitarbeiterinnen jeweils am Telefon. Eine junge Frau war mir jeweils mit diesem oder jenem ein bisschen behilflich, und als wir einmal in Richtung Busbahnhof unterwegs waren, wies sie mich auf ein Plakat hin, auf dem stand, dass die Firma Remax verschiedene Objekte zu vermieten habe.
Ich kenne Remax von der Schweiz her und bin denen gegenüber eher kritisch eingestellt, aber quasi meiner Begleitung zuliebe, die ich sehr gut mochte, ging ich mit ihr in das Büro.
Die Leiterin der Filiale entpuppte sich als taffe junge Frau, welche fünf Jahre in London gearbeitet hat und die Gepflogenheiten von Westlern wie ich durchaus richtig einzuschätzen vermag. In Anbetracht des Zeitdrucks, unter dem ich stand, empfahl sie mir ein leerstehenden Einfamilienhaus an einer Seitensoi der Pracha Santi, wo es genug Platz hatte, so viele Möbel einzustellen, wie ich wollte, und das zu einem vernünftigen Preis.
Und so bin ich in die Strasse namens Pracha Santi gekommen, allerdings noch nicht in der jetzige Destination.
Die Pracha Santi aber ist eine ungemein lebendige Strasse, und wenn ich sie mit dem Roller durchfahre, komme ich an einen Big C und einem Makro vorbei, ohne Strassenseite wechseln zu müssen, weil ich mich im Kreis bewegen kann.