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In Zeiten der Covid-19-Pandemie läuft die Suche nach einem Impfstoff gegen die neuartige Lungenkrankheit auf Hochtouren. Gegen das Coronavirus gibt es aktuell noch keine Impfung, allerdings gegen viele andere Krankheiten. Trotzdem ist knapp jedes zehnte Kleinkind noch nicht vollständig gegen Infektionskrankheiten wie Masern, Diphtherie und Polio geimpft.
Während die Welt verzweifelt auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus wartet, breitet sich die Pandemie weiter aus. Aus Sicherheitsgründen haben viele Regierungen deshalb beschlossen, Massenimpfkampagnen zur Immunisierung vorerst zu unterbrechen. Nach der letzten Zählung hatten die meisten Länder Impfkampagnen gegen Polio ausgesetzt, und 25 Länder hatten Massenimpfkampagnen gegen Masern verschoben. Millionen von Kindern laufen Gefahr, lebensrettende Impfstoffe gegen Masern, Diphtherie und Polio zu verpassen. Dies könnte in naher Zukunft zu verheerenden Ausbrüchen führen.
Bereits vor Covid-19 gab es weltweit mehr als 13 Millionen Kinder unter einem Jahr, die noch nie eine Impfung erhalten haben. Viele von ihnen leben in Ländern mit schwachem Gesundheitswesen. Laut einer UNICEF-Analyse haben zwischen 2010 und 2018 schätzungsweise 182 Millionen Kinder die erste Dosis des Masernimpfstoffs verpasst, das sind durchschnittlich 20,3 Millionen Kinder pro Jahr. Die weltweite Durchimpfungsrate der ersten Masern-Dosis beträgt nur 86 Prozent und liegt damit weit unter den 95 Prozent, die zur Verhinderung von Masern-Ausbrüchen erforderlich sind. In einigen Fällen erschweren Konflikte die Bereitstellung von Impfstoffen. In anderen Fällen lassen Eltern ihre Kinder nicht impfen, weil Fehlinformationen zu Misstrauen geführt haben. Dies hatte 2019 weltweit alarmierende Masern-Ausbrüche zur Folge, auch in Ländern mit hohem Einkommen wie den USA, Grossbritannien und Frankreich.
Nun besteht die Gefahr, dass es aufgrund der Pausierung von Massenimpfkampagnen zu noch verheerenderen Ausbrüchen kommt. UNICEF ruft Regierungen deshalb dazu auf, Impfdienste – unter Gewährleistung der Sicherheit der Gesundheitsfachleute – aufrechtzuerhalten und mit der Planung zur Nachholung der verpassten Impfungen zu beginnen.
UNICEF-Sprecherin Marixie Mercado berichtet heute in Genf
Wir sind noch weit davon entfernt, umfassende Fakten zu getöteten und verletzten Kindern nennen zu können. Partner berichten, dass bei der Explosion vor genau einer Woche schätzungsweise 1.000 Kinder verletzt wurden.
Pandemie hat Auswirkungen auf Nahrungsmittelversorgung – mit tödlichen Folgen
Eine am Montag veröffentlichte Analyse rechnet vor, dass in diesem Jahr bis zu 10 000 zusätzliche Kinder pro Monat an Unterernährung sterben könnten. Dies aufgrund der sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie.