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Heftige Schmerzen, eingeschränkte Mobilität, Schwellung und Rötung sowie Druckempfindlichkeit an einem Gelenk – ein Gichtanfall ist äusserst unangenehm. Die akute Gicht zählt zu den schmerzhaftesten Formen von Rheuma und ist heutzutage auch in der Schweiz weitverbreitet. Sie entwickelt sich über längere Zeit aus einem erhöhten Harnsäurespiegel im Blut. Die Normalwerte für Harnsäure im Blut sind abhängig von Alter und Geschlecht. Bei Werten von mehr als 6 mg Harnsäure pro Deziliter Blut können sich Kristalle bilden, die im Blut zirkulieren und sich in Gelenken und Weichteilen ablagern. Kältere Regionen des Körpers sind das ideale Milieu für eine Kristallbildung. Folglich trifft ein Gichtanfall Gelenke der Extremitäten (Arme und Beine), die weit vom Herzen entfernt sind – etwa beim grossen Zeh oder den Fingern. Der starke Schmerz entsteht durch die Reibung der spitzen Kristalle an den Schleimbeuteln der Gelenke. Ohne Behandlung entwickelt sich daraus eine chronische Gicht, die zahlreiche Gelenke gleichzeitig schädigen und unschöne Gichtknoten bilden kann.
Harnsäure, Fleisch und Alkohol
Durch eine gesteigerte Bildung oder durch eine verminderte Ausscheidung von Harnsäure kommt es zu einem erhöhten Harnsäurespiegel im Blut, im Fachjargon spricht man von einer Hyperurikämie. Bei einem Grossteil der Gicht-Betroffenen ist sie auf eine erbliche Veranlagung zurückzuführen. Harnsäure wird zu 75 Prozent über die Nieren ausgeschieden, sind diese durch Krankheiten wie Diabetes oder die Einnahme von Medikamenten belastet, fördert das eine Entstehung der Stoffwechselkrankheit. Weshalb es letztlich oft zu einem Gichtanfall kommt, liegt an einem erhöhten Konsum von Fleisch und Alkohol. Ein Anfall ereignet sich meistens in der Nacht nach einem üppigen Abendessen. Grund dafür sind sogenannte Purine, das sind die Bausteine der DNA. Der DNA-Strang, der damit gebildet wird, enthält die Erbinformationen. Sie sind im Kern jeder Zelle vorhanden und werden über den Verzehr von Fleisch und Fisch in hohen Mengen zugeführt. Gelangen Purine über die Ernährung und durch die Verdauung in die menschliche Blutbahn, werden sie in Harnsäure umgewandelt, was deren Spiegel ansteigen lässt und die Gicht fördert. Alkohol beschleunigt den Abbau von Purinen zu Harnsäure und vermindert gleichzeitig die Ausscheidung von Harnsäure in den Nieren, weshalb eine Kombination mit hohem Fleisch- oder Fischkonsum oft der endgültige Auslöser eines Gichtanfalls ist.
Deutlich mehr Männer als Frauen betroffen
80 Prozent der Gichtbetroffenen sind männlich. Der erste Anfall ereignet sich meist ab dem 40. Lebensjahr. Frauen sind durch Östrogen besser geschützt, das Hormon fördert die Ausscheidung der Harnsäure. Entsprechend erleiden sie den ersten Anfall durchschnittlich ab dem 60. Lebensjahr, wenn aufgrund der Wechseljahre der Östrogenspiegel sinkt. Zudem essen Männer gemäss Studien rund doppelt so viel Fleisch wie Frauen und sind die grösseren Bierliebhaber – Bier enthält mehr Purine als beispielsweise Wein (siehe Box). Grundsätzlich steigt die Wahrscheinlichkeit, an Gicht zu erkranken, bei allen Menschen mit zunehmendem Alter.