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Der Nationalrat ist gegen die schrittweise Einführung der 36-Stunden-Woche. Er hat die Initiative der Gewerkschaften "für eine kürzere Arbeitszeit" mit 93 zu 50 Stimmen abgelehnt. Gescheitert ist auch ein indirekter Gegenvorschlag zur Begrenzung der wöchentlichen Höchst-Arbeitszeit auf 48 Stunden.
Nach langer Debatte hat die Grosse Kammer am Donnerstag (08.03.) die Initiative des Gewerkschaftsbundes "für eine kürzere Arbeitszeit" verworfen. Dies vor dem Hintergrund der gleichentags vom Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) veröffentlichten Zahlen zum Rekordwachstum der Schweizer Wirtschaft im vergangenen Jahr von 3,4%.
Mit dem Bundesrat hielt die bürgerliche Ratsmehrheit fest, dass die Festlegung der Arbeitszeit Sache der Sozialpartner bleiben müsse. Die geforderte starre und massive Arbeitszeitverkürzung werde letztlich die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft schwächen und damit langfristig zum Verlust von Arbeitsplätzen führen.
Die Linke wies vergeblich darauf hin, dass die Arbeitszeit in der Schweiz im europäischen Vergleich überdurchschnittlich hoch sei und der zunehmende Stress nach einer Reduktion rufe. Beispiele im Ausland zeigten, dass eine Verkürzung der Arbeitszeit sehr wohl Arbeitsplätze schaffen könne.
Die im November 1999 mit rund 108'000 gültigen Unterschriften eingereichte Initiative fordert eine maximale Jahresarbeitszeit von 1'872 Stunden, was einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 36 gegenüber heute 42 Stunden entspricht. Inklusive Überzeit darf zudem die wöchentliche Höchstarbeitszeit 48 Stunden nicht überschreiten.
Bis das Ziel erreicht ist, soll die Arbeitszeit jedes Jahr um 52 Stunden reduziert werden. Löhne unter 7'600 Franken würden nicht gekürzt. Betriebe, die rascher vorangehen, soll der Bund finanziell unterstützen.
Der Termin für die Volksabstimmung steht noch nicht fest.
swissinfo und Agenturen