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<h2>SubmittedText<h2><p>Nachdem der Gotthardpass seit Mitte Mai offen ist, erlebten wir an Pfingsten einmal mehr einen Rekordstau am Gotthard. Stausituationen in unbestimmter Länge und Dauer werden nun mindestens an den Wochenenden und über die Sommermonate praktisch täglich die Regel sein, was grundsätzlich unerfreulich ist. Hauptproblem für die Urner Bevölkerung ist aber nicht der Stau auf der Autobahn, sondern das Ausbrechen des Individualverkehrs auf die Kantonsstrasse. Je nach Staulänge verlassen die Automobilisten die Autobahn bereits ab der Ausfahrt Altdorf und fahren dann entlang der Kantonsstrasse durch die Dörfer das Reusstal hinauf bis nach Göschenen, um dann über die Passtrasse in den Süden zu gelangen. Viele der Automobilisten lassen sich dabei durch ihre Navigationssysteme leiten, welche ihnen die Kantonsstrasse oder andere Schleichwege als Alternativen anbieten. Andere verlassen bewusst die Autobahn, um via Kantonsstrasse den Stau zu umfahren. Je länger der Stau auf der Autobahn, umso mehr drängen die Automobilisten auf die Kantonsstrasse, was dann an mehreren neuralgischen Punkten zum Zusammenbruch des Verkehrs auf der Kantonsstrasse führt. Die Kantonsstrasse zwischen Erstfeld und Göschenen ist nebst der Autobahn die einzige Strassenverbindung zwischen Urner Unterland und dem Oberland. Ist auch diese blockiert, funktionieren weder der öV (Buslinie) noch die Rettungs- und Notfalldienste. Selbstredend ist, dass auch die Mobilität der Bevölkerung massiv eingeschränkt ist. Dieses Ausbrechen des N-S Tourismusverkehrs auf die Kantonsstrasse muss besser reguliert werden. Wer in den Süden fahren will, darf zur Stauumfahrung nicht auf die Kantonsstrasse ausweichen, sondern muss auf der Autobahn bleiben. Dasselbe gilt nicht nur am Gotthard, sondern auch an anderen N-S Transversalen, z.B. am San Bernardino. </p><p>Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Was unternimmt der Bund, um bei Stau am Gotthard und bei geöffnetem Pass ein Ausbrechen des N-S Tourismusverkehrs auf die Kantonsstrasse zwecks Stauumfahrung zu verhindern?</p><p>2. Wie kann der Bund die zuständigen Behörden des Kantons Uri unterstützen, um das Funktionieren des öV (Busverkehr), der Rettungs- und Notfalldienste sicherzustellen, wenn die Lenker von PW's und Wohnwagen in Scharen die Autobahn verlassen, um den Stau zu umfahren, was dann zum Kollaps des Verkehrs auf der Kantonsstrasse führt?</p><p>3. Sieht der Bundesrat eine Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, dass die Navigationssysteme der Fahrzeuge so mit Informationen versorgt werden, dass bei Stau die Kantonsstrasse nicht automatisch als Alternative angeboten wird?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./2. Die Vermeidung von Ausweichverkehr ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund und Kantonen. Der Bundesrat setzt sich in seinem Zuständigkeitsbereich dafür ein, Staus auf den Nationalstrassen möglichst zu vermeiden. Auf der Gotthardroute setzt er dabei auf Verkehrsmanagement-Massnahmen, wie die frühzeitige Information der Verkehrsteilnehmenden über erwartete Verkehrsbehinderungen, die Verlängerung von Ein- und Ausfahrten, die Reduktion der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten auf den Zulaufstrecken und die Sperrung von Autobahn-Einfahrten bei hohem Verkehrsaufkommen. Weitere Massnahmen prüft er im Rahmen des Postulats 22.4044 (Verbesserung des Verkehrsmanagements und der Umgang mit Ausweichverkehr).</p><p>3. Der Bundesrat wird die Möglichkeiten zur Vermeidung von Ausweichempfehlungen der Navigationsgeräte auf nicht geeignete Alternativrouten im Rahmen des oben erwähnten Postulats 22.4044 prüfen.</p>