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Die US-Starturnerin Simone Biles wird ihrer Leidenschaft nicht müde. Die 22-Jährige schrieb während mehreren Übungen an diesem Wochenende erneut Geschichte.
Als erste Turnerin der Geschichte stand die fünffache Olympia-Siegerin bei der Bodenübung einen «Triple-Double» – also einen gehockten Doppelsalto mit dreifacher Schraube – in einem Wettkampf. Schon in der Qualifikation bei den US-Kunstturnmeisterschaften stand sie den Sprung erstmals, allerdings noch mit Abzügen. Am späten Sonntagabend gelang ihr die Neuheit beinahe in Perfektion.
Erst wenn Biles dieses «Triple-Double» genannte Element auch bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart im Oktober turnt, wird es künftig im Regelwerk des Turn-Weltverbandes FIG auch ihren Namen erhalten.
«Ich wollte sehen, wie das aussieht», sagte Biles. Überschwänglicher reagierten ihre Teamkolleginnen. «Sie macht Sachen, von denen ich nie gedacht hätte, dass die Leute sie machen könnten», sagte die 16-jährige Sunisa Lee. «Es ist ein Riesen-Ding. Niemand hat das zuvor bei den Frauen je geschafft, und sie macht es auch noch besser als die meisten Männer», lobte US-Cheftrainer Tom Forster.
Biles gewann mit 29,400 Punkten (bei den US-Meisterschaften kommen zwei Übungen in die Wertung) nicht nur überlegen den Titel am Boden, sondern holte nach Clara Schroth (1945 bis 1952) als zweite Turnerin den sechsten US-Titel im Mehrkampf.
Bereits am Samstag hatte Biles der Turnwelt ein neues Kunststück gezeigt: Der Abgang vom Schwebebalken in einem doppelt gedrehten Doppelsalto.
Biles nutzte die Aufmerksamkeit in Kansas auch wieder, um auf die Missstände im US-Turnverband aufmerksam zu machen. Ihrer Meinung nach haben die Verantwortlichen den früheren Verbandsarzt Larry Nassar geschützt, obwohl er insgesamt 265 Sportlerinnen sexuell missbraucht hat.
(abu/ohe/sda)