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Eine letzte Border Control, Abschied von den weissen Dünen und ein Vogelparadies ohne Vögel prägten die Tage, bis wir in der grössten Stadt New Mexicos ankamen, wo extreme Waldbrandgefahr herrschte. Es folgten Schlangen, Petroglyphen, Fische und Blumen.
stadt oder land, that’s the question
Das Hotelfrühstück war sehr gut, aber wir vermissten den Peppered Bacon von Tucson. Gestern Abend hatten wir für heute einen Stadtbummel geplant, weshalb wir etwas später dran waren als sonst. «Stadt oder nochmals Park?», war die grosse Frage während des Essens. Trotz der vielen Argumente, die gegen den Park und für die Stadt sprachen, siegten die weissen Dünen. Diesmal fuhr ich und bei der Border Control fragte mich eine sehr nette Frau, ob wir Amerikaner seien. Nein, wir seien Touristen aus der Schweiz. Echt aus der Schweiz? Sie fragte wie der Mann gestern nach einem Visum und als ich die ESTA erwähnte, meinte sie «top!» und wünschte eine gute Fahrt.
Im Visitor Center erfuhren wir in einem interessanten Film, wie die Gipsdünen entstanden waren. Vor ungefähr 12'000 Jahren war das Tularosa-Becken von grossen Seen, Bächen, Grasland und eiszeitlichen Säugetieren geprägt. Durch die Klimaerwärmung hatten der Regen und die Schneeschmelze Gips aus den umliegenden Berge gelöst und in das Becken getragen. Die Seen waren verdampft und Selenitkristalle hatten sich gebildet, die durch die starken Winde aufgebrochen und nach Osten transportiert worden waren. Besonders spannend fand ich die Tatsache, dass im Verlauf der Jahrtausende auch die Tiere eine weisse Farbe angenommen hatten. Und tatsächlich hatte ich das Glück, eine kleine weisse Echse zu entdecken, die in die Büsche verschwand, bevor Reiner oder ich die Kamera zücken konnten.
Sieben Kilometer hinter dem Parkeingang führte ein Holzsteg über das Dünenfeld. Entlang der Promenade informierten viele Tafeln die Besucher über die Gegend und die Tiere, die in der rauen Umgebung lebten. Nicht nur Kinder, sondern auch wir Erwachsene hatten Spass daran, Tierspuren den entsprechenden Tieren zuzuordnen und waren stolz, wenn wir richtig getippt hatten.
Zum Mittagessen hatten wir uns in Las Cruces im Sprouts wie so oft mit Salaten eingedeckt, die wir an einem der zahlreichen Picknickplätze einnahmen. Ein Bus mit der Aufschrift «Baptiste Church» traf ein und eine Horde Jugendlicher stieg aus. Jeder fasste ein Lunchpaket und als sie fertig gegessen hatten, erklommen sie die Dünen, um herumzutollen. Die Betreuer setzten sich derweilen zusammen und plauderten angeregt miteinander. Wir hielten uns noch eine Weile im Park auf. Leider hatte ich Mühe, die Dünen zu besteigen, mein Knie streikte. Aber auf dem feinen, weichen Sand zu fahren, brachte mir unglaublich viel Spass. Wenn mir das jemand vor den Ferien gesagt hätte, hätte ich ihm den Vogel gezeigt.