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Titel
Blasinstrumente,
Tonwerkzeuge, bei denen die in einer
Röhre enthaltene Luftsäule der klingende Körper ist, der durch
eingeblasene Luft zum
Ansprechen gebracht wird. Gemeinhin versteht man unter
Blasinstrumente nur die mit dem Munde angeblasenen Orchesterinstrumente,
indem man die durch
Klaviatur
[* 3] gespielten (orgelartigen)
Blasinstrumente mit Bälgen besser als besondere Gruppe rechnet.
Nach dem
Stoffe, aus dem sie hergestellt werden, zerfallen die
in Holz- und Metallinstrumente, jene auch Rohr-, diese Blech(Messing-)instrumente
genannt.
I. Die Holzinstrumente teilen sich ein 1) in solche mit Lippenpfeifenmundstück, bei denen die Spaltung des gegen eine scharfe Kante des Mundstücks gerichteten Luftstroms die Intonation bewirkt; hierher gehört die Flöte;
2) in solche mit Zungenpfeifenmundstück, bei denen die Intonation entsteht, indem der Atem Rohrblättchen, die auf eine Röhre aufgesetzt sind, zum Erzittern bringt, wodurch die Luftsäule des Röhreninstruments in intermittierende Schwingungen versetzt wird. Hier unterscheidet man a. Instrumente mit einfachem Rohrblatt, das an dem schnabelförmigen Mundstücke (s. Schnabel) so befestigt ist, daß das freie obere Ende auf die festen Wandungen seines Spaltes vibrierend aufschlägt und so dem Atem den Zugang zur Röhre abwechselnd öffnet und schließt.
Hierher gehören: Klarinette, Bassethorn, Bathyphon und Saxophon (s. Sax);
blasinstrumente
Instrumente mit doppeltem
Rohrblatt, d. h. zwei Rohrblättern, die aneinander liegend auf einem Metallröhrchen so aufgesetzt
sind, daß sie beim Anblasen gegeneinander schwingen und den
Spalt zwischen ihnen abwechselnd öffnen und schließen.
Hierher gehören: Schalmei, Oboe, Fagott, Englischhorn, Dudelsack und Sarrusophon;
ferner die längst außer Gebrauch gekommenen Krummhörner.
Bei den frühern Instrumenten dieser Art wurde das doppelte Rohrblatt nicht wie jetzt in den Mund genommen, sondern stand in einem Kessel oder einer Kapsel, in deren Spalt man blies, ohne das Rohrblatt mit den Lippen zu berühren, sodaß erst die zusammengepreßte Luft es zum Erzittern brachte.
II. Die Blechinstrumente werden durch sog. Kesselmundstücke von Metall (Messing) angeblasen; das Horn und seine Arten durch trichterförmige, die Trompeten, Posaunen und die diesen nachgebildeten durch glockenförmige Kessel mit sehr kleinem und unten weiterm Luftloche; die Lippen fungieren dabei als membranöse Zungen. Es sind vor allen zu nennen: Horn, Trompete und Posaune. Die Instrumentationskunst der frühern Periode benutzte die bisher angeführten Blechinstrumente in einer durch das Wesen des Instruments selbst beschränkten Weise, indem man nur die in der Luftsäule des Instruments liegenden harmonischen Naturtöne anwenden konnte. Je gespannter die Lippenstellung beim Anblasen ist, desto höher der Ton dieser natürlichen Tonreihe.
Deren tiefster Ton läßt sich bei Instrumenten mit enger Mensur (s. d.) schlecht erzeugen, man nennt diese daher Halbinstrumente. Bei den Ganzinstrumenten ist die Mensur weiter, man gewinnt den tiefsten Ton leicht, dafür fehlt es aber an den höchsten. Je nach der Höhe des tiefsten oder Eigentones gestaltet sich die Reihe der Naturtöne verschieden; daher die verschiedenen Stimmungen. Für jede Tonart bedurfte es also eines besondern Instruments, dessen Röhre die dem Tone entsprechende Länge hatte. Durch die Erfindung, Bögen (Krummbögen, Krummbügel, Setzstücke), d. h. Röhrenstücke, in das Rohr des Instruments einzuschalten, kann man das Rohr verlängern und damit dessen Eigenton oder die Stimmung des Instruments vertiefen. Bei der Posaune sind diese Bögen hufeisenförmig so eingerichtet, daß man sie heraus- und hineinschieben kann, und waren so schon im Anfang des 16. Jahrh. im Gebrauch. Man wandte sie auch bei den Trompeten ¶
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(Zugtrompeten) an; hier und bei den Hörnern gebrauchte man aber lieber den Krummbogen, d. h. ein im Kreis [* 5] gebogenes Stück Röhre, das, in das Instrument eingeschaltet, dessen Stimmung um so tiefer macht, je größer die Länge des Einsatzstücks ist. Somit konnte man durch Einschalten von zwölf verschieden langen Krummbögen dasselbe Instrument für alle zwölf Stimmungen der chromatischen Tonleiter gebrauchen. Solche Hörner und Trompeten nannte man Inventionshörner und Inventionstrompeten.
Die Anwendung der Krummbögen war schon im 17. Jahrh. gebräuchlich. Um 1800 beseitigte man
die umständlichen Krummbögen dadurch, daß man das bei Holz
blasinstrumenten schon angewendete Princip der Tonlöcher und
Klappen auf die Blechinstrumente übernahm.
Blasinstrumente mit Kesselmundstück wurden schon früher nicht nur von
Blech, sondern auch von Holz,
[* 6] Horn u. s. w. gefertigt. Aus letztern Stoffen war der Zinken (s. d.) mit Tonlöchern. Als man nun
die Tonlöcher auf die Blechinstrumente übertrug, brachte man Klappen (s. d.) an, um jene decken zu können. An deren Stelle
traten im zweiten Jahrzehnt des 19. Jahrh. die Ventile, eine Erfindung Stölzels, der sie zuerst am Waldhorn
anbrachte.
Dadurch ward es möglich, die Reihe der chromatischen Töne innerhalb des natürlichen Umfangs der Blech
blasinstrumente auszuführen,
freilich auf Kosten des schmetternden Klanges, der den Naturtönen dieser Instrumente eigen ist. Derartige Blech
blasinstrumente
sind außer Ventiltrompeten und -Hörnern noch Cornet à pistons, Tuba,
[* 7] Bombardon u. s. w. Holzinstrumente
mit messingenem Kesselmundstück sind außer den Zinken der dem Baßzinken nächst verwandte Serpent, das Englisch-Baßhorn,
die Ophikleide (auch von Blech) u. a. Im 19. Jahrh. wurden bezüglich dieser, vornehmlich
in den Militärkapellen gebrauchten
Blasinstrumente die mannigfachsten Versuche gemacht, deren Ergebnisse
aber, wie Helikon, Bathyphon, Euphon, Phonikon u. s. w. vorübergehende Erscheinungen geblieben sind.
Blasĭus, der Heilige, Bischof von Sebaste in Kappadocien, ward 316 unter Licinius hingerichtet. Weil er einen Knaben, der eine Gräte verschluckt hatte, vor dem Ersticken gerettet haben soll, wird er als einer der Vierzehn Nothelfer gegen Halsweh angerufen. Der 3. Febr. ist sein Gedächtnistag.