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Dario Fo, der Autor
Dario Fo sagt, seine Fähigkeit zu Fabulieren verdanke er dem familiären Umgang mit Fischern, Bauern und Schmugglern in den Ortschaften seiner Kindheit am Lago Maggiore. Kein Wunder, dass aus dem Sohn eines Eisenbahners und einer Bäuerin ein Schauspieler, Dramatiker, Sänger und Regisseur wurde. Nach dem Studium der Kunst und Architektur in Mailand erlernte er die Bühnenkunst von Regisseuren wie Giorgio Strehler, und er studierte die Schriftsteller Antonio Gramsci, Bertolt Brecht und Vladimir Mayakovsky.
Seine Frau Franca Rame lernte er 1951 kennen. Sie wuchs in einem Wandertheater auf, in dem schon die Säuglinge im Arm der Mutter Shakespeare spielen. Die Ehe mit Franca wurde zu einer beispiellosen produktiven Arbeits- und Lebensgemeinschaft. Sie entwickelten eine neue Theaterform: die volkstümliche, gesellschaftsverändernde Farce. Sie thematisierten gesellschaftliche Machtstrukturen. Aber auch Stücke über die Mafia, Waffenindustrie oder Umweltsünden gehörten zu ihrem Repertoire. Die ganz spezielle Form des Agitationstheaters ermöglichte Auftritte überall. Jeder Marktplatz, jedes Kino oder Theater, jede Fabrikhalle war gut für eine Vorstellung.
Die provokanten Texte führten zu zahlreichen Prozessen. Dario Fo legte sich gerne mit den Mächtigen an. Mehrmals wurde Fo von der Bühne weg verhaftet. Im italienischen Fernsehen hatte er jahrelang Auftrittsverbot. Sein internationaler Durchbruch gelang Fo 1960 mit der Komödie „Erzengel spielen nicht am Flipper“, das zu den bekanntesten seiner rund siebzig Stücke zählt. 1997 wurde ihm der Nobelpreis überreicht. Im Alter von 90 Jahren ist Dario Fo am 13. Oktober 2016 in Mailand gestorben.