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Route 66 „Main Street USA“
Keine Strasse glorifiziert die Geschichte der amerikanischen Autokultur mehr als die Route 66. Ob als „Mother Road“, als Highway der Hoffnung, der Flucht oder der Sehnsucht. Stets war sie ein Fliessband amerikanischer Odysseen und Anlass für Wunschträume und Visionen. Mehr als ein halbes Jahrhundert war sie die Lebensader für den transkontinentalen Verkehr und hielt die Nation zusammen.
Am 11.11.1926 ist das Geburtsjahr der Route 66. Erst war sie ein Flickteppich von aneinandergefügten Strassen mit verschiedenen Belägen. Bereits 1927 wurden die ersten Motels, Drive-Ins und Tanzlokale eröffnet. Erst 1937 bekam die Route auf der ganzen Länge einen festen Belag. Die Route 66 ist etwas mehr als 6 Meter breit und hat eine Länge von 3600 Km, führt durch acht Bundesstaaten, mit drei Zeitzonen und über 300 Städten. Sie beginnt in Chicago am Jackson Boulevard und endet dicht vor den Klippen des Pazifiks in Santa Monica Kalifornien.
Nach Kriegsende um 1945 brach für die Route 66 das goldene Zeitalter an. Tankstellenketten wie Philips 66 wurden gegründet um den Reiselustigen Treibstoff, Verpflegung und saubere Toiletten zur Verfügung zu stellen. 1948 wurde in San Berardino, Kalifornien der erste McDonald’s gegründet. 1956 läutet der „Interstate Highway Act“ den Anfang vom Ende der Route 66 ein. Ziel dieses Abkommens war es, eine Ampel- und Kreuzungslose Verbindung nach deutschem Vorbild zu schaffen, wie es General Eisenhower nach Kriegsende gesehen hatte. Fortan verlagerte sich der Verkehr zunehmend auf die Interstate, welche 1984 durchgehend fertiggestellt wurde. 1977 wurde in Chicago das letzte Route 66 Strassenschild demontiert. Die einst so stolze Strasse versank in der Bedeutungslosigkeit und mit ihr auch viele Ortschaften, welche zunehmend durch die Abwanderung zu Geisterstädten verkamen. Ab 1990 griff eine Route 66-Renaissance um sich und es wurden Interessengruppen für den Erhalt der Strasse und der 66er-Kultur gegründet. Die Strass ist heute über weite Strecken noch befahrbar und ist als „Historic Route 66“ mit braunen Schildern gekennzeichnet. Viele Tankstellen sind heute als Souvenir- Antiquitätenshops oder Museen umfunktioniert worden. Um 2000 erhob der US-Kongress die Route 66 zum nationalen Kulturerbe und stellte sie unter staatlichen Schutz.
31.08.15/HJO