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Kanis Sturny kam als siebtes von neun Kindern der Kleinbauern Martin und Anna Sturny-Bongard am 20. Februar 1930 in Galteren, Tafers, zur Welt. Die Zeiten waren karg und hart, denn der «Krach» an der Börse von New York am 25. Oktober 1929 hatte auch in der Schweiz die schlimmste Wirtschaftskrise bisher ausgelöst. Auch unsere Bauern hatte es zum Teil bis ins Mark getroffen, vor allem wegen der eingegangenen Bürgschaften.
Kanis besuchte die Volksschule in Tafers. Dann half er als Knecht zu Hause oder bei Nachbarn in der Landwirtschaft. Eine Lehre zu machen war nicht möglich. Die Mittel für das Lehrgeld fehlten. Er fühlte sich stark zu Arbeiten im Garten und in Anlagen hingezogen. So ging er auf Wanderschaft und fand an verschiedenen Orten Arbeit, die ihm sehr zusagte. So war er in Matten BE, im Kneipp-Kurhaus Dussnang TG, dann im Konvikt Salesianum in Freiburg. Da waren ihm ein umfangreicher Gemüsegarten und ein grosser Umschwung anvertraut. Er erhielt ausgezeichnete Arbeitszeugnisse. Immer wurden seine Zuverlässigkeit, seine Gewissenhaftigkeit und sein Fleiss hervorgehoben. Er hatte sich im Lauf der Jahre auch beachtliche Kenntnisse erworben.
Wegen eines Gallen- und Leberleidens musste er längere Zeit ins Spital und zu seinem tiefen Leidwesen Ende 1961 seine Gärtnerarbeit endgültig aufgeben. Während gut zwei Jahren fand er dann in der Paulusdruckerei Freiburg eine Stelle.
Am 10. Oktober 1964 trat er mit Annelies Kreuzberger in der Kapelle des Salvatorhauses im Schönberg, Freiburg, an den Traualtar. In Annelies hatte er eine wunderbare Frau und eine hervorragende Mutter für die vier Kinder. Zunächst wohnte die Familie in Schmitten, dann in Ittigen BE und bis zuletzt in Belp BE. Nach vorübergehender Anstellung bei der Verbandsmolkerei Bern fand er seine Lebensstelle im Pathologischen Institut der Universität Bern. Dieser Arbeitsplatz sagte ihm sehr gut zu. In der Freizeit konnte er wieder einen grossen Schrebergarten bearbeiten, was der sechsköpfigen Familie sehr zugute kam. Im Winter knüpfte er gerne und gekonnt viele Teppiche. Die Kinder konnten alle gute Berufe erlernen.
Leider stellten sich im Dezember 1994, zwei Monate vor seiner Pensionierung, die ersten Herzstörungen ein, die einen längeren Spitalaufenthalt benötigten. Bald musste auch ein Lungentumor notfallmässig operiert werden. Er erlebte auch gesunde Jahre, in denen er seine Pensionierung geniessen durfte.
Ende 2004 wurden die Herz-/Lungenprobleme immer häufiger und schlimmer. Letzten September brachte der Spitalaufenthalt wieder Linderung, doch nach wenigen Tagen wieder zu Hause, musste er erneut die Klinik Beau-Site in Bern aufsuchen. Überraschend wurde er am Montag, 12. Oktober, gegen Abend von seinen Leiden erlöst. Er durfte im Frieden Gottes in das ewige Leben eingehen. R.I.P.