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Zentrumsüberbauung
Detail (Innenraum)
Zentrumsüberbauung
Innenraum (Passage)
Zentrumsüberbauung
Adresse
3818 Grindelwald
BE
Architektur
Die neue Zentrumsüberbauung wertet den Dorfkern von Grindelwald auf und schafft einen attraktiven Aufenthaltsplatz mit Panoramablick auf die Berge. Die organischen Bauformen entsprechen nicht der alpinen Bautradition, sondern sind eine moderne Interpretation des Geländes. Sie setzen einen feinen, zeitgenössischen Akzent. Dazu tragen auch die klare Linienführung der Aussenkanten und die geschwungenen, rhythmisierten Fassaden bei.
Chronologie
Nachdem das 1893 errichtete Grandhotel Bär 1941 niederbrannte, wurde die Ortsmitte von Grindelwald als Parkplatz genutzt und auf dem Areal entstand ein provisorisches Sportzentrum. Die neue Zentrumsüberbauung der Rykart Architekten AG wurde ab 2009 geplant und von 2013 bis 2014 realisiert. Dabei arbeitete sie mit den Landschaftsplanern Moeri Partner AG zusammen.
Lage
Die Überbauung grenzt im Westen an den Bahnhof. Die in einer Doppelkurve verlaufende Dorfstrasse teilt das Areal, doch es wird optisch durch einen kleinteiligen Bodenbelag zusammengefasst. Eine Abzweigung erschliesst die Tiefgarage Eiger+. Der Endweg, der von Süden her in die Dorfstrasse einmündet, umschliesst einen Teil der Überbauung im Südwesten.
Beschreibung
Die Überbauung umfasst zwei organisch geformte Volumina, die sich aus dem leicht ansteigenden Hang erheben. Der zweigeschossige Hauptbau fungiert als Einkaufszentrum. Das überhohe Hauptgeschoss wird von einer massiven Betondecke geschlossen. Sie kragt aus, ist teils begrünt und zeichnet die Rundung des Baukörpers dezent nach. Der Glasfassade sind Holzlamellen vorgesetzt, die durch die geschwungene Form nicht nur die repetitive Vertikalstruktur in der frontalen Ansicht aufbrechen, sondern auch räumliche Tiefe generieren. An der Nordwestseite ist ein mit Sichtbeton gefasster Eingang in den Baukörper eingeschnitten, ein weiterer Zugang windet sich an der Südseite entlang in das Hanggeschoss. Die Geschäfte werden im Innern von einer breiten Passage erschlossen. Raumhohe Verglasungen, Sichtbeton und mit Lamellen verkleidete Decken prägen das Erscheinungsbild.
Der Garagenkomplex liegt im Süden: Er umfasst drei Parkgeschosse und erinnert vom Endweg her gesehen an eine Bastion. Der geschwungene Eingangsbereich ist als Pavillon konzipiert. Die Holzlamellenstruktur ist mit einer auskragenden Sichtbetonplatte gedeckt, die unter anderem einen Veloabstellplatz schützt. Ein imposantes weisses Sonnensegel spendet dem Platz zudem viel Schatten. Dieser wird unter anderem im Nordwesten über eine breite Treppe mit Zwischenpodest erschlossen.
Literatur
Rykart Architekten AG (Hg.). Zentrumsüberbauung Eiger+ / Grindelwald. Bern 2014 (Online-Typoskript).