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Im dritten Quartal 2022 wurden in Europa fast 565.000 WP vermarktet, was im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Rückgang um fast 15% bedeutet. Dieser Rückgang könnte auf mehrere Faktoren zurückzuführen sein, darunter widersprüchliche politische Botschaften, fallende Gaspreise und eine Verlangsamung des Immobilienmarktes.
Widersprüchliche politische Botschaften und sinkende Gaspreise
Laut dem Europäischen Verband der Wärmepumpenhersteller (EHPA) ist der Rückgang des Absatzes von Wärmepumpen vor allem auf die inkohärenten Signale der politischen Entscheidungsträger, insbesondere während der COVID-19-Pandemie, zurückzuführen. Auch die stark gesunkenen Erdgaspreise trugen zum Rückgang des Absatzes von Wärmepumpen bei, was die Geräte finanziell weniger attraktiv machte.
Unterschiedliche Anreize in den einzelnen Ländern
Die staatlichen Maßnahmen, die die Verbraucher dazu bewegen sollen, sich für diese Art von Geräten zu entscheiden, sind von Land zu Land unterschiedlich. In Frankreich zum Beispiel bleiben trotz der Subventionen, die im Rahmen des Programms MaPrimeRénov' gewährt werden, einige Wärmepumpen vom Programm ausgeschlossen, was ihre Attraktivität für die Verbraucher einschränkt. Darüber hinaus bieten einige Länder unzureichende oder gar keine steuerlichen oder finanziellen Anreize, was die Entwicklung des Marktes erheblich behindert.
Verlangsamung des Immobilienmarkts und Inflation
Da der Bau neuer Wohnungen rückläufig ist, könnte sich dies auf die Nachfrage nach Wärmepumpen auswirken. Jean-Paul Ouin, Vertreter von Uniclima, weist auch auf einen starken Einfluss der Inflation sowie den jüngsten Anstieg der Bankzinsen hin, die die Investition in eine Wärmepumpe für die Verbraucher weniger rentabel machen.
Lionel Palandre, Produktionsleiter bei Intuis, verweist seinerseits auf die schlechte Presse, die einige skrupellose Installateure umgibt, die dem Ruf der Branche schaden und einige potenzielle Käufer entmutigen.
- Immobilienproduktion sinkt : Der Rückgang der Neubauten begrenzt die Nachfrage nach Wärmepumpen.
- Inflation : Der allgemeine Preisanstieg wirkt sich auf die Kaufkraft der Haushalte aus und schreckt von teuren Investitionen wie dem Kauf einer Wärmepumpe ab.
- Bankzinsen : Steigende Zinssätze machen die Kreditaufnahme teurer und können Verbraucher davon abhalten, in eine Wärmepumpe zu investieren.
- Schlechter Ruf : Fälle von schlecht ausgeführten Installationen oder Betrügereien wirken auf potenzielle Kunden abschreckend.
Zukunftsperspektiven für Wärmepumpen
Trotz des derzeitigen Rückgangs der Verkaufszahlen ist es von entscheidender Bedeutung, nicht aus den Augen zu verlieren, dass Wärmepumpen nach wie vor eine nachhaltige und umweltfreundliche Energielösung sind. Langfristig dürfte sich der Markt aufgrund mehrerer Faktoren wieder erholen:
- Klimaziele : Angesichts der nationalen und internationalen Verpflichtungen, den Klimawandel zu bekämpfen und die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, ist die Entwicklung von Wärmepumpen unumgänglich.
- Die Entwicklung der Technologien : Technische und technologische Innovationen werden die Effizienz und Attraktivität von Wärmepumpen für die Verbraucher steigern.
- Die Ausbildung der Installateure : Eine bessere Ausbildung und Betreuung der Fachkräfte in diesem Sektor wird dazu beitragen, die Qualität der Einrichtungen zu verbessern und das Vertrauen der Verbraucher wiederherzustellen.
Letztendlich kann der jüngste Rückgang der Verkäufe von Wärmepumpen in Europa als ein Alarmsignal kurzfristig, was den Sektor dazu veranlasst, sich für die Lösung der identifizierten Probleme einzusetzen. Dies stellt jedoch nicht ihr langfristiges Potenzial als alternative und umweltfreundliche Lösung für die aktuellen klimatischen Herausforderungen in Frage.
Julien G.
JulienDer Autor hat einen Abschluss in Maschinenbau und ist Spezialist für Klimatechnik seit 2009, hat sich zum Fachredakteur für erneuerbare Energien umgeschult, mit Expertise in Wärmepumpen und photovoltaische Sonnenkollektoren für den individuellen Wohnungsbau.
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