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Mögliche Komplikationen während der Schwangerschaft
Eileiterschwangerschaft, Fehlgeburt, Neuralrohrdefekt, Listeriose und Toxoplasmose sind die häufigsten Komplikationen während der Schwangerschaft.
Eine Schwangerschaft ist für werdende Eltern in erster Linie ein einzigartiges, positives Erlebnis. Sie verläuft in der Regel ohne grosse Schwierigkeiten, und mögliche Komplikationen lassen sich durch regelmässige Vorsorgeuntersuchungen während der gesamten neun Monate vermeiden.
Selbst Risikoschwangerschaften (dazu gehören werdende Mütter über 35 Jahren, Frauen, die schon mal eine Fehlgeburt hatten, Mehrlingsschwangerschaften etc.) verlaufen heute dank der medizinischen Möglichkeiten meist problemlos.
Dennoch kann es sinnvoll sein, sich über mögliche Komplikationen zu informieren:
Eine Eileiterschwangerschaft (extrauterine oder ektope Schwangerschaft) kann entstehen, wenn sich das befruchtete Ei nicht in der Gebärmutter, sondern in einem der Eileiter oder anderswo in den Fortpflanzungsorganen einnistet. Eine Eileiterschwangerschaft muss medikamentös oder per Schlüsselloch-Chirurgie (Laparoskopie) abgebrochen werden, da sich der Embryo in den meisten Fällen nicht weiterentwickeln kann. Wird eine Eileiterschwangerschaft nicht frühzeitig durch einen Arzt erkannt, kommt es durch das Heranwachsen des Embryos zu Verletzungen des umliegenden Gewebes mit teils gefährlichen Blutungen.
Eine Fehlgeburt (Abort) kann in einem frühen Stadium der Schwangerschaft als normale Monatsblutung wahrgenommen werden und deshalb unbemerkt bleiben. Meist sind die Ursachen früher Fehlgeburten nicht bekannt. Je weiter eine Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto kleiner wird das Risiko einer Fehlgeburt. Falls es zu einem späteren Zeitpunkt dennoch zum Abort kommen sollte, könnte beispielsweise ein Chromosomendefekt des Embryos oder eine chronische Krankheit der Mutter die Ursache sein.
Wird die frühe Entwicklung des zentralen Nervensystems beispielsweise durch einen Folsäuremangel gestört, kann es zu einem Neuralrohrdefekt beim Embryo kommen. Das Neuralrohr schliesst sich nicht und wesentliche Teile des Gehirns, der Hirnhäute und der Schädelknochen können sich nicht entwickeln, oder es kommt zu Fehlbildungen der Wirbelsäule (spina bifida aperta). Einem möglichen Folsäuremangel können Sie mit der frühzeitigen Einnahme eines Folsäurepräparats entgegenwirken.
Eine Listerioseinfektion verläuft normalerweise ähnlich wie eine leichte Grippe. Bei Schwangeren kann sie im Extremfall jedoch zu einer Fehlgeburt oder zu einer Erkrankung des Fetus führen. Listeriose-Bakterien befinden sich vor allem in Produkten aus Rohmilch, in rohem Fleisch und Fisch. Um unnötige Risiken zu vermeiden, nehmen Sie während der Schwangerschaft am besten nur pasteurisierte Milchprodukte zu sich und verzichten Sie auf rohes Fleisch und rohen Fisch.
Bei Ihrer ersten Schwangerschaftsuntersuchung wird abgeklärt, ob Sie bereits gegen die Infektionskrankheit Toxoplasmose immun sind. Das ist bei etwa 50% aller Erwachsenen der Fall. Falls nicht, wird Sie Ihr Arzt weiterhin regelmässig auf Toxoplasmose untersuchen. Einer Ansteckung können Sie vorbeugen: Achten Sie auf eine gute Lebensmittelhygiene, verzichten Sie auf rohes Fleisch und vermeiden Sie den Kontakt mit Katzenkot. Eine Toxoplasmose-Erkrankung kann auch während der Schwangerschaft gut mit Antibiotika behandelt werden. Bleibt eine Behandlung aus, könnte es zu einer Schädigung des Ungeborenen oder einer Fehlgeburt kommen.