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Die Serie „Ich kanns! Unterrichtsmethoden kompetenzorientiert einsetzen“ besteht aus voraussichtlich neun Beiträgen, die im Laufe des Jahres 2021 publiziert werden. Sie beinhaltet:
- Grundlagenartikel
- Methoden in der Lernphase B
- Methoden in der Lernphase E
- Methoden in der Lernphase I
- Methoden in der Lernphase Z
- Methoden zu Ein- und Ausstiegen
- Methoden zur Gruppenbildung
- Methoden zur Auflockerung und Konzentrationsförderung
- Methoden zur Reflexion
Grundlagenartikel
Kann ich eigentlich meine Lieblingsmethoden auch dann noch anwenden, wenn ich kompetenzorientiertes Lernen ermöglichen will? Oder braucht es dafür ganz neue Methoden?
Die Antwort: Nicht so sehr auf das WAS, sondern vielmehr auf das WOZU und das WIE kommt es an.
Die Grundüberzeugung hinter diesem Beitrag und den folgenden Beispielen lautet: Eine Methode hat in Unterricht und Katechese keinen Selbstzweck. Sie steht immer im Dienst des Lernprozesses oder des zu erreichenden Zieles. Anders gesagt: Erst wenn ich weiss, wohin ich mit den Lernenden kommen will kann ich überlegen, welchen Weg wir dazu einschlagen.
Mit der passenden Methodenwahl kann das Gelingen von kompetenzorientiertem Lernen unterstützt werden. Einige Grundüberlegungen helfen ausserdem bei der kompetenzorientierten Umsetzung.
Im Folgenden geht es um:
- Grundsätze zur Planung von kompetenzorientiertem Unterricht
- Methoden auswählen
- Methoden kompetenzorientiert umsetzen
- Inhaltliche Tiefe anstreben
1. Grundsätze zur Planung von kompetenzorientiertem Unterricht
a) Lerninhalte
Kompetenzen können auf unterschiedlichen Wegen und anhand unterschiedlicher Themen und Methoden erreicht werden. Die Inhalts- und Handlungsaspekte im LeRUKa schlagen mögliche Themen zur Kompetenzerreichung vor.
Beispiel zu 1F-3: „Unterschiedliche biblische und nichtbiblische Gebete kennen, vergleichen und in passenden Situationen beten.“[1]
Bevor ich mit der Planung des Lernprozesses beginne, muss ich mich als Lehrperson in diesen Themenbereich eindenken. Ich mache dies anhand der drei Komponenten von Kompetenz: Verständnis, Haltung und Fertigkeit. Ich stelle mir also die Frage:
Was braucht es an Verständnis, um „unterschiedliche biblische und nichtbiblische Gebete kennen, vergleichen und in passenden Situationen beten“ zu können? Welche Haltungen sind dafür Voraussetzung? Und welche Fertigkeiten braucht es dazu?
Verständnis
Hier sind zwei unterschiedliche Ebenen zu bedenken. Zu jedem Themenbereich gehört einerseits deklaratives Wissen, andererseits Konzeptwissen. Deklaratives Wissen meint Faktenwissen, also alles, was in einem einfachen Lexikon nachgeschaut werden kann (Bezeichnungen, Orte, Jahreszahlen, …). Konzeptwissen meint, wie diese Einzelheiten in einen grösseren Zusammenhang eingebettet sind, welche Beziehungen sie zueinander haben, welche Konzepte dahinter stehen.
Zum oben genannten Inhalts- und Handlungsaspekt gehört z.B.:
Selbstverständlich müssen die Kinder im Zyklus 1 nicht alle diese Aspekte kennen und verstehen. Hingegen kann die Lehrperson den Lernprozess nur dann verantwortungsvoll planen, wenn sie sich vertieft mit allen zugehörigen Aspekten auseinandergesetzt hat.
Haltung
Zum oben genannten Inhalts- und Handlungsaspekt gehört z. B.:
- Interesse entwickeln für die Gebete und das Beten.
- Sich auf die Gebete und ihre besondere Sprache einlassen.
- Sich auf die im Gebet ausgedrückte Gottesbeziehung einlassen.
- Selbst beten wollen.
- …
Fertigkeiten
Zum oben genannten Inhalts- und Handlungsaspekt gehört z. B.:
- Stille aushalten und eine meditative Haltung annehmen.
- Biblische und nichtbiblische Gebete vergleichen.
- Gebete passenden Situationen zuordnen.
- Allein und / oder mit anderen Gebete sprechen oder still beten.
- …
Nach dieser ersten Auslegeordnung unterscheide ich:
- Was an Verständnis / Haltung / Fertigkeiten die Kinder bereits mitbringen, also, auf welchen Ressourcen sie aufbauen können.
- Was an Verständnis / Haltung / Fertigkeiten sich die Kinder im Laufe des Lernprozesses (mindestens) aneignen sollen.
Einige der Aspekte zu Verständnis / Haltung / Fertigkeiten werden dabei wegfallen, weil sie z. B. für Kinder im Zyklus 1 noch nicht relevant sind oder weil sie an einem anderen Ort gelernt werden müssen (in der Schule, in der Familie, …).
b) Lernprozess
Kompetenzen werden nicht von heute auf morgen erreicht. Es braucht Zeit, in etwas kompetent zu werden. Darum geschieht kompetenzorientiertes Lernen in längeren Lernprozessen über mehrere Wochen oder Monate hinweg. Für die Lehrperson bedeutet das, dass sie bei der Planung nicht von einzelnen Unterrichtseinheiten ausgeht, sondern einen Prozess von fünf, sieben, fünfzehn, … Lektionen vor Augen hat. Für die Planung bewährt es sich, mit dem Schema BEIZ zu arbeiten.[2] Dieses teilt den Lernprozess in vier Hauptphasen:
B = Begegnung mit dem Thema.
E = mehr dazu erfahren: Verständnis, Haltung und Fertigkeiten kennenlernen, sich aneignen, ausprobieren.
I = Intensivieren, vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema und den dazugehörigen Elementen von Verständnis, Haltung und Fertigkeiten.
Z = zeigen, was gelernt wurde. Also: Den eigenen Kompetenzzuwachs erkennen und sichtbar machen.
Die Planung des Lernprozesses beginnt immer am Ende. Mit der Auswahl des Inhalts- und Handlungsaspektes weiss ich, was die Kinder am Ende des Lernprozesses können sollen. Nun frage ich mich: Wie können sie zeigen, dass sie das tatsächlich können? Ich beginne mit der Planung also bei der Lernphase Z.
Mehr zum Lernprozess entlang dieser vier Phasen folgt unten unter 2.
c) Lernniveaus
Der LeRUKa unterscheidet drei Niveaus des Lernens:
Je höher das Niveau, desto mehr eigene Denkleistung oder Kreativität wird gefordert:
Im Lauf des Lernprozesses müssen alle drei Niveaus berücksichtigt werden. Idealerweise werden Aufgaben so gestellt, dass die Kinder auf unterschiedlichen Niveaus lernen können. So könnten sie zum Beispiel wählen, ob sie ein Gebet aus der Bibel auswendig lernen oder mit einer eigenen Strophe ergänzen oder ein ganz eigenes Gebet aufschreiben.
Tendenziell überwiegen in den Lernphasen B und E die Niveaus 1 und 2, in den Phasen I und Z überwiegen die Niveaus 2 und 3.
2. Methode auswählen
Drei Fragenbereiche stehen bei der Auswahl von Methoden für den kompetenzorientierten Unterricht im Zentrum:
- Wo stehen wir im Lernprozess? Welche Aufgabe erfüllt die Methode innerhalb der BEIZ?
- Was passt zu den Ressourcen und Voraussetzungen: Lernende, Lehrende, Ort, Zeit, Kontext?
- Was passiert vorher und nachher? Gibt es genügend Abwechslung?
2.1 Wo stehen wir im Lernprozess? Welche Aufgabe erfüllt die Methode innerhalb der BEIZ?
Für die Methodenwahl frage ich also zuerst nach ihrer Funktion im Lernprozess. Soll ein Problem aufgemacht werden oder geht es um die Vermittlung von Informationen? Sollen sich die Lernenden in ein Thema vertiefen oder sollen sie zeigen, was sie gelernt haben? Viele bekannte Methoden können für jede dieser Phase eingesetzt werden – aber sie müssen in jeder dieser Phasen anders gestaltet werden.
Im Folgenden werden die vier Hauptphasen des kompetenzorientierten Lernprozesses entlang des Schemas BEIZ zusammenfassend vorgestellt. Anhand der Methode „Rollenspiel“ soll deutlich werden, wie sich diese Methode in jeder Phase unterschiedlich einsetzen lässt. Als Beispiel dient eine Unterrichtsreihe zum Inhalts- und Handlungsaspekt 2E_2: „Von verschiedenen Werthaltungen erfahren, davon erzählen und sich für Solidarität und Gerechtigkeit einsetzen“
Hinweis: Das ist natürlich nicht als Unterrichtsreihe gedacht, die so durchgeführt wird und mit einer einzigen Methode auskäme. Für eine Durchführung wäre die Methode Rollenspiel für eine Lernphase auszuwählen und die anderen Phasen wären dann mit anderen Methoden zu gestalten. Eben so wenig ist gemeint, dass mit der Durchführung des Rollenspiels in jedem Fall bereits die Lernphase abgeschlossen wäre.
2.2 Was passt zu den Ressourcen und Voraussetzungen: Lernende, Lehrende, Ort, Zeit, Kontext?
Meistens werden die ersten Einschränkungen in der Methodenwahl durch die äusseren Umstänge gegeben. Ein Postenlauf mit 20 Kindern im Schulzimmer ist kaum möglich, genau so wenig eine Werkstatt, wenn nur 40 Minuten zur Verfügung stehen. Singen und Trommeln, wenn nebenan gerade eine Meditation stattfindet, wird wohl kaum auf Gegenliebe stossen.
Daneben sind aber auch die Lernenden in den Blick zu nehmen. Mit welchen Methoden können sie gut angesprochen werden? Was macht ihnen Spass? Aber auch: Welche Methoden und Zugänge sollten sie kennenlernen oder noch mehr üben können?
Und nicht zuletzt: Welche Art des Arbeitens liegt mir als Lehrperson? Worauf habe ich Lust? Worin bin ich kompetent?
2.3 Was passiert vorher und nachher? Gibt es genügend Abwechslung?
Ein richtiges Mass an Abwechslung ist eines der Hauptrezepte für störungsfreien Unterricht. Abwechslung bezieht sich z. B. auf folgende Merkmale:
- akustische, optische, verbale, nonverbale, … Reize
- akustische, optische, verbale, nonverbale, … Umsetzungsformen
- Spiel und Spass sowie konzentriertes und fokussiertes Arbeiten
- Stille sowie Laut-sein-dürfen
- ruhiges sowie bewegtes Lernen
- alleine, zu zweit, in Gruppen, in der ganzen Klasse
- an unterschiedlichen Orten in- und ausserhalb des Klassenraumes
- innenorientiert (also dem eigenen Tempo und eigenen Einfällen folgend) sowie aussenorientiert (also Tempo und / oder Anweisungen von Aussen aufnehmend)
- Lernniveau N1, N2, N3
Alle diese Bereiche können auch Elemente der Differenzierung sein. Wahlmöglichkeiten machen die Lernenden noch stärker zu Beteiligten am Lernprozess. Sie nehmen sie in ihrer Verantwortung für das eigene Lernen ernst und ermöglichen möglichst grosse Selbststeuerung – alles Komponenten, die das kompetenzorientierte Lernen fördern.
3. Methoden kompetenzorientiert umsetzen
3.1 die Methode als Teil des Lernprozesses
Kompetenzorientiertes Lernen vollzieht sich immer über einen längeren Zeitraum. Das bedeutet, dass bei der Methodenwahl nicht nur die einzelne Lerneinheit (z. B. eine Lektion) im Blick ist. Die Methode soll also nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Teil innerhalb eines längeren Lernprozesses. Wer die Methoden mit Blick auf ihre Funktion in der BEIZ auswählt (siehe oben Punkt 1 und 2), hat hier den wichtigsten Schritt bereits getan.
3.2 Handlung und Aktivität der Lernenden
Kompetenzorientierung ist immer handlungsorientiert, denn nur im Tun können Kompetenzen erweitert werden. Gerade für Religionsunterricht und Katechese ist dabei wichtig: Auch eigenständiges Nachdenken oder etwa das Erleben von Stille sind als Tun zu verstehen. Welche Methode auch immer gewählt wird, sie soll eine möglichst hohe Beteiligung, Aktivität und Eigenleistung der Lernenden ermöglichen.
3.3 Rolle der Lehrperson
Das hat Konsequenzen für die Rolle der Lehrperson. Damit die Lernenden wirklich eigenständig aktiv sein können, muss sich die Lehrperson in aller Regel stark zurücknehmen. Wenn immer möglich sollen die Lernenden die Aufgaben selbstständig erfüllen – dabei ist es in der Regel nicht nötig, dass alle einen Auftrag exakt so ausführen, wie ich mir das als Lehrerin vorgestellt habe. Im Gegenteil, wenn die Kinder und Jugendlichen eigenständig lernen sollen, dass muss ich ihnen diesen Freiraum auch zugestehen. Gerne lasse ich mich von den Lösungswegen und Ideen der Lernenden überraschen.
Parallel dazu kann und soll die Lehrperson aber durchaus auch ihre Funktion als „Stoffvermittlerin“ übernehmen. Kurze Inputs oder Referate, die gezielt zur Informationsvermittlung eingesetzt werden, haben auch im kompetenzorientierten Unterricht ihren Platz. Lebendig erzählte Geschichten sowieso! Mit Blick auf die Gesamtaktivität soll aber jene der Lehrperson nicht mehr als 25% ausmachen.
a) beobachten und unterstützen
Damit jene Kinder oder Jugendlichen, die es brauchen, Hilfe erhalten, beobachte ich sie beim Erarbeiten der Aufgaben genau und biete wo nötig Unterstützung an. Christoph Städeli und Claudio Caduff [3] nennen folgende Unterstützungsmöglichkeiten, von nur ganz wenig helfend bis intensiv begleitend:
- „Die Aufgaben nochmals durchlesen lassen.
- Das Vorwissen aktualisieren.
- Die Lehrkraft zeig sich zuversichtlich, dass die Lernenden die Aufgabe- oder Problemstellung lösen können.
- Schülerinnen und Schüler werden aufgefordert, die Aufgabe mit eigenen Worten wiederzugeben. [Anmerkung ME: So kann ich erkennen, wo genau der Knoten ist.]
- Die Aufgabe wird gemeinsam in Teilaufgaben zerlegt.
- Die Lehrkraft gibt einen Hinweis auf mögliche Informationsquellen oder Tipps zum weiteren Vorgehen.
- Sie spricht mit den Schülerinnen und Schülern über ein mögliches Vorgehen. Verschiedene Lösungsvariationen werden gemeinsam erarbeitet.
- Die Lehrkraft gibt den ersten Schritt vor; sie zeigt, wie etwas gemacht werden kann.
- Sie löst zusammen mit den Schülerinnen und Schülern den Arbeitsauftrag.“
Anstelle der Lehrperson können auch andere SchülerInnen diese Hilfeleistungen übernehmen.
Durch das Beobachten der Lernenden erfahre ich mehr über ihr Sozialverhalten, über ihre bevorzugten Lernhaltungen und Lernwege und damit auch mehr darüber, was sie von mir als Lehrperson brauchen.
b) zur Reflexion anregen
Reflexion des eigenen Lernstands und der gewählten Lernwege will gelernt und geübt sein. Reflexion hat beim kompetenzorientierten Unterricht einen festen Platz. Das Nachdenken über das Lernen ermöglicht den Lernenden, eigene Lernfortschritte wahrzunehmen, typische Fehler und Erfolgsstrategien zu erkennen aber z. B. auch zu hinterfragen, welche Arbeitsumgebung für sie förderlich ist o. ä. Es ist darum wichtig, dass Reflexionsfenster gezielt eingeplant und von der Lehrperson eingeführt und begleitet werden.
Reflektiert werden kann z.B.:
- Lernstand: Das habe ich gelernt – das muss ich noch lernen / vertiefen.
- Stand der Arbeit: So weit sind wir – das brauchen wir noch, um fertig zu werden.
- Lernweg: Das war leicht, weil … – das war schwierig, weil … – hier hatte ich eine gute Idee, nämlich … – hier habe ich mich geirrt, nämlich …
- Zusammenarbeit: Das hat mir gefallen – das hat mich gestört – wenn … dann könnte ich besser arbeiten. Hier kann auch reflektiert werden, wer in einer Gruppe welche Rolle einnimmt (Ideen bringen, ausführen, auf Konzentration achten, ablenken, …)
- Motivation: Das will ich unbedingt noch herausfinden – Das langweilt mich …, wenn ich … machen könnte, würde ich es lieber tun.
Hinweis: Als letzter Beitrag der Serie „Ich kanns!“ folgt eine Präsentation von Reflexionsmethoden für den kompetenzorientierten Unterricht.
c) Lernumgebung gestalten
Das zum Bearbeiten der Aufgaben nötige Material muss so verfügbar sein, dass es die Lernenden nicht ablenkt, wenn sie es nicht brauchen und dass sie es bei Bedarf selbstständig holen und nutzen können. Klare Regeln helfen allen Beteiligten, sich zurecht zu finden. Darum sind feste Materialplätze zu empfehlen, z. B.: Alles was zur Selbstbedienung gedacht ist, liegt jeweils auf dem Fenstersims, dabei sind Scheren immer im blauen Korb, Leim und Klebeband im grünen, Filzstifte im grauen / Zusatzinformationen und Anschauungsmaterial stehen links im Raum bereit / Lösungshilfen oder Tipps sind an der Tafel aufgehängt, …
Ausserdem gilt es, den zur Verfügung stehenden Raum so zu organisieren, dass die Lernenden in Ruhe arbeiten können.
4. Inhaltliche Tiefe anstreben
Wer auf der Oberfläche bleibt, kommt nicht in die Tiefe. Das gilt in religiösen Fragen noch viel mehr als in anderen Bereichen. Wenn die Lernenden in einem Kompetenzbereich wirklich kompetent werden sollen, dann brauchen sie die Gelegenheit, sich intensiv mit dem Lerngegenstand auseinander zu setzen. (Unter Lerngegenstand verstehe ich alles, woran gelernt wird. Das kann eine Geschichte sein oder ein Bild, ein Musikstück oder ein Text über die Reformation, selbstgesammelte Naturgegenstände oder, oder, oder). Dazu bedarf es in erster Linie viel Zeit, um etwas genau zu untersuchen, von verschiedenen Seiten her anzuschauen, zu hinterfragen, mit dem eigenen Leben in Verbindung zu bringen, es eigenständig umzusetzen oder neu zu interpretieren; kurz: um sich mit Kopf und Herz und Hand ausgiebig damit zu befassen. Gefragt sind also Lerngegenstände, die dazu einladen, sich immer wieder neu mit ihnen zu beschäftigen. Die goldene Regel „weniger ist mehr“ ist hier ganz besonders wichtig.
Nur wenn ich nicht einfach verschiedene Methoden und Lerninhalte aneinanderreihe, sondern einen Inhalt mit unterschiedlichen Methoden immer wieder neu beleuchten lasse, gebe ich den Lernenden die Möglichkeit, eine eigene Haltung zu entwickeln.
Bedingungen für die inhaltliche Tiefe sind also:
- komplexe / anspruchsvolle / qualitativ hochstehende Lerngegenstände
- viel Zeit
- verschiedene Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand.
[1]. Kompetenzbereich F im LeRUKa: Christliche Spiritualität Leben. Im Zyklus 1 muss die Komeptenz erreicht werden: „In ausgewählten spirituellen Formen des Christentums Grunderfahrungen des Lebens wahrnehmen.“ Darin der dritte Inhalts- und Handlungsaspekt.
[2] Die auf reli.ch aufgeschalteten Aufgabensets orientieren sich an diesem Schema.
[3] Unterrichten. Ein Leitfaden für die Praxis, hep Verlag Bern, 2019, S. 72.