Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/70378

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Schweiz hat bisher keine langfristigen Klimaschutzziele formuliert und damit auch keine Strategien über 2010 hinaus entwickeln können. Als vom Klimawandel besonders betroffenes Land mit Exportindustrien im Bereich Energietechnologie hat die Schweiz eine doppelte Motivation, klare und langfristige Ziele vorzugeben. </p><p>Der Bundesrat wird daher ersucht, Klimaschutzziele für die Jahre 2020 und 2030 festzulegen, die über die Kyoto-Vereinbarung 2010 hinausgehen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Reduktionsziele von Kyoto-Protokoll und CO2-Gesetz sind für die Zeitperiode 2008 bis 2012 fixiert. An der Klimakonferenz vom Dezember 2005 in Montreal haben die Vertragsparteien des Kyoto-Protokolls den Willen unterstrichen, das Klimaregime nach 2012 nahtlos weiterzuführen. Die Notwendigkeit weiterer globaler Reduktionsanstrengungen leitet sich auch aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Klimaforschung ab. Um eine gefährliche Störung des Klimasystems zu verhindern, muss der weltweite Ausstoss von Treibhausgasen massiv reduziert werden. Für eine Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau des Jahres 1750 müssen gemäss Studien die CO2-Emissionen gegenüber heute um über 80 Prozent gesenkt werden.</p><p>Das CO2-Gesetz beauftragt den Bundesrat, dem Parlament rechtzeitig Vorschläge über weiter gehende Reduktionsziele zu unterbreiten. Mit Beschluss vom 23. März 2005 hat der Bundesrat das UVEK beauftragt, dazu einen Bericht auszuarbeiten. Die Arbeiten an diesem Bericht, der voraussichtlich Ende 2007 vorliegen wird, legen den Grundstein für die mittel- und langfristige Klimapolitik des Bundesrates. Sie sind sorgfältig abzustimmen mit den Fortschritten bei den internationalen Verhandlungen über die Fortführung des Klimaregimes nach 2012. Zentral für die Festlegung weiterer Reduktionsziele der Schweiz sind die Energieperspektiven des Bundesamtes für Energie, die voraussichtlich Ende 2006 abgeschlossen sein werden.</p><p>An Bedeutung gewinnen werden in Zukunft Massnahmen zur Anpassung an die Klimaänderung. Grundlagenarbeiten für deren Einbettung in die Klimastrategie des Bundesrates liefern wissenschaftliche Resultate im Rahmen des Nationalen Forschungs-Schwerpunkts (NFS) Klima und Studien über die Auswirkungen der Klimaänderung auf die Schweizer Volkswirtschaft.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.