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Aus dem Notizbüchlein
Auszüge aus dem Notizbüchlein eines Gelterkinder «Schamauchen» oder: ... vo eim vo s «Wächters»
(Schamauch: Eigentlich«Schmarotzer», bekannt aber als Bezeichnung für einen «Einsassen», einen Nichtbürger; «Wächter»: In der Gemeinde das Amt des Ortspolizisten, Weibels, Ausrufers, Bannwarts. Emil Rüdin-Dunkel (1870-1945), der Vater meiner Mutter und nach ihm Max Rüdin-Näf (1909-1992), sein jüngster Sohn, übten dieses Amt aus.)
Hinweise, Empfehlungen und Wünsche
Die Trennung von Einwohner- und Bürger-Gemeinde
Anno 1953 hat eine Bürgerversammlung die Loslösung der Bürgergemeinde von der Einwohnergemeinde beschlossen. Noch sind aber verschiedene Aspekte des Verhältnisses bezüglich Eigentum, Besitz usw. zwischen den beiden Gemeinwesen nicht geklärt, obwohl es zu diesem Thema unzählige Gesetze, Dekrete, Beschlüsse usw. gibt (oder eventuell gerade deswegen?)
Eine eingehende Klärung der etwas unübersichtlichen Situation dürfte sich für eine Diplomarbeit (Geschichtsstudentin/Gerichtsstudent) bestens eignen.
Das Bürgergemeinde-Archiv
Die Bürgergemeinde besitzt eine ansehnliche Zahl von alten Plänen und historischen Akten, jedoch keine Möglichkeit, diese zweckdienlich zu archivieren. Es ist natürlich vorab das «Problem» der Bürgergemeinde selbst, dafür zu sorgen, diese Archivalien ihrem historischen Wert entsprechend zu lagern und sie eventuell einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Frage: Ist dies ein Problem der Bürgergemeinde allein?
Zum Thema «Flur- und Strassennamen»
Es gibt Flur- und Strassennamen, deren Bedeutung (noch) nicht geklärt ist, deren Bedeutung noch einer Ergänzung/Erläuterung bedürfen oder die falsch geschrieben sind.
Namen klären lassen: Strelgasse, Frändlete, Schöftlete und weitere.
Namensschreibung berichtigen: Einschlag/«Yschlag» (ev. «Yyschlaag»?); Rosenegg/ «Roseneck»; Auf der Leiern/«Auf den Leieren»; und weitere.
Schilder von Strassennamen ergänzen respektiv Namen erläutern: Zilämpenweg, Handschinweg etc.: (wer waren die Zilempen?; wer war dieser Handschin?).
Strassennamen ändern: Rössligasse (Dorfplatz bis «Rössli»)/«Brunngasse»
Das Steinengässli und der Marienbrunnen
Im Band I der im Jahr 1932 verfassten «Geschichte der Landschaft Basel und des Kantons Basellandschaft» erwähnt Karl Gauss unter anderem zwei heute nicht mehr bekannte Gelterkinder Ortsbezeichnungen. Es sind dies «Steinengässli» und «Marienbrunnen».
Beim Steinengässli – so darf angenommen werden – handelt es sich um den «Chillerain», also um den Weg entlang des Aufgangs zu Pfarrhaus und Kirche und entlang des Friedhofs (und weiterführend zur Flue und via Grossholz Richtung Schafmatt). Wie wäre es, wenn im «Steinengässli» die alte Pflästerung, soweit sie bis vor einigen Jahren noch bestand, wieder freigelegt würde?
Der «Marienbrunnen» ... wo könnte dieser gewesen sein? War es eventuell die Rorbächli- und heutige Dorfbrunnenquelle am Bettenberg, die vermutlich bereits von der römischen Siedlung im Gebiet «Leieren/Rorbach» genutzt worden war?)
Der Weg zum «Fluehof»
Das letzte Teilstück des «Fluewegs» bis zum gleichnamigen Hof ist privates Grundeigentum. Es ist mittels eines richterlichen Verbots entsprechend gekennzeichnet.
Es ist anzustreben und zu erreichen, dass das Durchgangsrechts-Verbot aufgehoben wird, da es sich bei diesem Weg um ein Teilstück eines alten Pfads, der hier vorbei über die Schafmatt führte, handelt.
Die Fusswege zu den Nachbargemeinden
Die Fusswege von Gelterkinden nach Böckten, Rickenbach und Ormalingen sind – soweit sie überhaupt als solche bezeichnet werden können – alles andere als ideal angelegt.
Mit der Nachbargemeinden sind die vorgegebenen Wegführungen definitiv festzulegen und zu vereinbaren, wie diese als begehbare Fuss- und Wanderwege ausgestaltet und unterhalten werden sollen.
Das Rickenbacher Chillewegli und andere Fusswege
Nach und nach sind alte Fusswege aufgehoben worden, und damit praktisch in Vergessenheit geraten. In diesem Zusammenhang sind zu erwähnen: Das Rickenbacher Chillewegli, das Farnsburgwegli (auch «Brakenwegli» oder «Schlossweg/Schlosswegli»), der «Holzweg», das Wegli von der Bergbrücke hinauf in den Chöpfliweg.
Diese Weglein sind, soweit sie noch bestehen, unbedingt zu erhalten.
Die Fuss- und Schleichweglein im Dorf
Seit der Anlegung des Grundbuchs für unsere Gemeinde im Jahr 1929 ist eine grosse Zahl von alten «Fuess- und Schlyychwegli» im Dorf eingegangen und verschwunden. Ein Hauptgrund ist wohl darin zu suchen (und zu finden), dass es unterblieb, die alten öffentlichen Rechte als solche grundbuchrechtlich anzumelden und öffentlich-rechtlich eintragen zu lassen.
Es ist alles zu unternehmen, damit die bekannten und zurzeit noch begehbaren «Schlyychwegli» nicht auch noch verschwinden.
Das «Känzeli»
Auf dem «Chöpfli», beim Eingang des Weges in den Wald, wurde im Jahr 1916 auf einem grossen Baum eine Aussichtskanzel erstellt. Sie wurde um 1949/1950 abgebrochen.
Soll und kann die ehemals attraktive Aussichtskanzel wieder «auferstehen«? (Die Metalltreppe dazu wäre offenbar noch irgendwo im Dorf vorhanden).
Unsere «Tyygli»
Von den sechs, sieben oder acht (je nach Zählung) ehemaligen Gewerbekanälen (Tyygli), die es in Gelterkinden gab, ist keines mehr vorhanden.
Der Verlauf der Zeugen aus der Zeit, als den Handwerkern und Gewerbetreibenden noch keine Motoren zur Verfügung standen, ist zu «rekonstruieren», das heisst, mindesten in einem Plan festzuhalten.
Eine Eibach-Furt (?)
Im Jahr 1995 sind im Bereich «Sirachesteg» im Bach alte Holzbalken, eventuell von einer ehemaligen Furt, zum Vorschein gekommen. Die Funde sind gut dokumentiert. Sie sind jedoch bis heute noch nicht ausgewertet worden.
Es ist von der Kantonsarchäologie zu verlangen, dass sich deren Fachleute dieser ehemaligen «Entdeckung» annehmen.
Die Sammlung «Johnson»
Am 14. Januar 2010 hat Hans Buess sein umfangreiches und per PC registriertes Sammelgut nun offiziell der hiesigen Ortssammlung «vermacht».
Es wird nun lediglich noch dafür zu sorgen sein, dass das umfangreiche Sammelwerk per Gelegenheit einer interessierten Öffentlichkeit noch besser zugänglich gemacht werden kann.
Die musealen Objekte der Stiftung OSG
Im Werkhof «Fääli» hat die OSG seit der Zeit ihrer Gründung im Jahr 1974 von der Gemeinde Teile der Obergeschosse unentgeltlich zugeteilt erhalten, um darin die Sammlungsobjekte einlagern zu können. Mit der Zeit füllten sich diese Räume mit Dutzenden, ja Hunderten von musealen Gegenständen. Die Sammlung enthält inzwischen bereits einige hundert Gegenstände. Es seien (auszugsweise) erwähnt: ein funktionstüchtiger Seidenbandwebstuhl mit diversen Spüelimaschinen, eine komplette Drogerie-Einrichtung, das Tafelklavier unseres ehemaligen Lehrers Johann Jakob Schaub.
Noch immer aber fehlt dem «Schaulager» die «ordnende Hand»: Das Inventar existiert lediglich als Entwurf, die Einlagerung der Objekte entbehrt einer gewollten Ordnung, die Gegenstände vergammeln und verdrecken. Und: Teile der Lagerräumlichkeiten, die ursprünglich zur Verfügung standen, werden laufend anderweitig beansprucht; und zwar von der Gemeinde selbst, von der Brockenstube, vom Kulturverein etc.
Sammlung OSG in der «Fääli» quo vadis?
Alte Feuerwehr-Akten und -Utensilien
Im Jahr 1865 wurde in Gelterkinden ein «Pompiercorps» gegründet, als Verein von Freiwilligen. Daneben bestand aber bereits die gesetzliche Ortsfeuerwehr. Ob damit die «verschiedenen Mängel», die sich vorher bei fast jedem Brand gezeigt haben sollen (siehe Heimatkunde 1864), behoben waren?
Aus der Anfangszeit unserer Feuerwehr gibt es noch recht viele interessante Akten (Reglemente, Protokolle, Inventare etc.). Dazu «hütet» unser derzeitiges Feuerwehr-Kommando noch eine respektable Zahl an Objekten aus früheren Zeiten. Problem: Wie und wo einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen?
Die letzten Wirtshausschilder
An den Gasthöfen «Rössli» und «Ochsen», sowie am «Kreuz» und dem ehemaligen «Bären» sind nach wie vor die entsprechenden Wirtshaus-Symbole angebracht und zu sehen.
Nachdem bereits die Grosszahl der ehemaligen Gelterkinder «Beizen» verschwunden ist, ist darauf zu achten, dass die letzten Wirtshausschilder erhalten bleiben.
Der Luftschutzkeller im ehemaligen Gemeindehaus
Während des zweiten Weltkriegs ist im Schulhaus an der Bonigasse ein massiver «Luftschutzkeller» eingebaut worden. In den Jahren und Jahrzehnten darnach sind diese unterirdische Räumlichkeiten umgebaut und für Zwecke des örtlichen Zivilschutzes ausgebaut worden.
Aus der Zeit von Ende des Weltkriegs bestehen im Vorraum zu den «Bunkern« immer noch von Kunstmaler Albert Zehnter-Sozin gestaltete Wandmalereien; Thema: «Krieg und Frieden«, «Luftschutz» etc. Ein Kulturgut aus einer dunklen Zeitepoche!
Ehemalige Telefonmasten
An der Hüslimattstrasse 2/4 und an der Mühlegasse 4 stehen immer noch ehemalige Telefon-Masten mit Porzellanisolatoren.
Die beiden Relikte aus der Anfangszeit der Telefonie sind wenn immer möglich zu erhalten.
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