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Am Dienstag, dem 05.11.2019 empfangen wir um 19.00 Uhr in der Aula der DSG
– in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Internationalen Club Genf (DICG) –
zum 30. Jahrestag des Mauerfalls Michael Beckmann im Rahmen einer Veranstaltung zur deutschen Geschichte.
30 Jahre nach dem Mauerfall sehen wir wieder totalitäre Entwicklungen in Europa, die wir vor 30 Jahren überwunden zu haben glaubten: So werden z. B. in der Türkei deutsche Staatsbürger verhaftet und angeklagt, weil sie sich kritisch über den türkischen Staatspräsidenten äusserten. In Ungarn werden Universitäten geschlossen, weil sie nicht der politischen Linie der Regierung entsprechen.
Vor diesem Hintergrund möchten wir Sie einladen, von einem Zeitzeugen aus der damaligen DDR einen persönlichen Einblick in die damaligen Lebensumstände, die politischen Aktivitäten und den Umgang der Staatsmacht mit Andersdenkenden zu erhalten.
Michael Beckmann (geb. 1965 in Eisenach) wuchs am Stadtrand von Ost-Berlin auf. Früh wurde er mit den Konflikten und Widersprüchen in der DDR konfrontiert. Während die Eltern Mitglieder der Partei waren, lebte der größte Teil der Familie jedoch im Westen. Der im Alter von 14 Jahren gefasste Entschluss, nach dem Abitur einen Ausreiseantrag zu stellen, wurde 1984 umgesetzt. Danach durfte er nur noch als Post- und Zeitungszusteller arbeiten. Im April 1986 lehnte er das Austragen von Tageszeitungen im Zeitraum des XI. Parteitages der SED aus Gewissensgründen ab. Daraufhin wurde er vom Staatssicherheitsdienst verhaftet und zu einer 14-monatigen Haftstrafe verurteilt; Beckmann war damals 20 Jahre alt und damit einer der jüngsten politischen Gefangenen in der DDR. Im Dezember 1986 gelangte er im Rahmen des Häftlingsfreikaufs in die Bundesrepublik, wo er eine Karriere im internationalen Bankgeschäft aufbaute. Heute ist er als Dozent und Unternehmerberater tätig.