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Wie Japan will auch Südkorea zu wissenschaftlichen Zwecken wieder Wale jagen.
Das kündigte die Delegation des Landes am Mittwoch bei der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Panama-Stadt an.
Der Leiter der Delegation, Joon-Suk Kang, sagte, die Population der Minkwale vor der Küste Südkoreas habe sich erholt und stelle ein Problem für die Fischer dar, da die Meeressäuger die Fischbestände vernichteten. Deshalb habe man die Hoffnung, dass die Walfangkommission die Waljagd zu wissenschaftlichen Zwecken wieder erlaube.
Damit nutzt das Land ein Schlupfloch im Moratorium für den kommerziellen Walfang von 1986. Als Ausnahme wird darin die Tötung von Walen zu Forschungszwecken und der anschliessende Verkauf des Fleisches erlaubt. Diese Regelung macht sich auch schon Japan seit Jahren zunutze.
Wann und wie viele Wale das Land innerhalb der eigenen Gewässer jagen wird, will Seoul erst später bekannt geben. Kang sagte, die Population der Zwergwale habe sich in den vergangenen 26 Jahren erholt.
Dieser Ansicht widersprach die Umweltschutzorganisation Greenpeace vehement. «Diese Entscheidung hat uns vollkommen überrascht», erklärte ein Vertreter in Panama-Stadt. Der WWF erklärte seinerseits: «Die Wiederaufnahme des Walfangs nach einem Vierteljahrhundert wäre ein grosser Rückschritt für die IWC.»
Auch die Regierungen von Australien und Neuseeland protestierten gegen die Ankündigung und wiesen ihre Botschafter an, Seoul die Bedenken ihrer Länder mitzuteilen.
Neuseelands Aussenminister Murray McGully sagte: «Jede Aktion Südkoreas, in diesen Gewässern wie angekündigt den Walfang zu starten, wird ernste Konsequenzen haben.» Es werde schwer sein für die Walfangkommission, eine glaubwürdige Institution zu bleiben, falls sie der Forderung Südkoreas nachgebe.
Die Regierung in Seoul betonte angesichts der Kritik, dass Südkorea für die Wiederaufnahme des Walfangs von niemandem eine Zustimmung brauche. Sollte das Land aber im Rahmen des IWC-Moratoriums jagen wollen, müsste es sein Walforschungsprogramm durch Experten des IWC überprüfen lassen. Dass eine solche Prüfung vor dem nächsten Sommer vonstatten geht, ist laut Greenpeace unwahrscheinlich.