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Eine Tanne gestreift
Das Flugzeug wurde bei der Notlandung nach einem Motorschaden bei Merishausen total zerstört.
Die französische Spitfire nach der Bruchlandung. (415_1)
Die Supermarine Spitfire war zweifellos der berühmteste englische Jagdeinsitzer des Weltkrieges. Interessanterweise waren während des Krieges nur selten Flugzeuge dieses Typs über der Schweiz zu sehen. Der folgende Bericht gibt Auskunft über die glimpflich ausgegangene Notlandung einer französischen Spitfire bei Merishausen.Im November 1941 wurde als erste französische Staffel die 340th Squadron „Ile de France“ aufgestellt, die sich schon bald in den folgenden Luftkämpfen bewährte. Insgesamt flogen sieben französische Staffeln bei der Royal Air Force.In Nordafrika stellten die Amerikaner den Franzosen ihre Spitfire zur Verfügung, die sie gegen die moderneren Thunderbolt eingetauscht hatten. Viele dieser Occasionen befanden sich in einem schlechten Zustand und mussten zuerst in mühseliger Kleinarbeit einsatzbereit gemacht werden. Während der Kriegsjahre flogen zwischen sechs- und neunhundert Spitfire in französischen Diensten.Doch befassen wir uns mit den Ereignissen an jenem 20. April 1945, als die einzige Spitfire in die Schweiz einflog. Der G.C. 1/7 „Provence“ stand ein arbeitsreicher Tag bevor, zwei Erdkampfeinsätze und je ein Bombergeleitschutz- und Aufklärungsauftrag sollten geflogen werden.Um 6.35 Uhr starteten die Spitfire IX von Strasbourg-Entzheim zu ihrem ersten Einsatz im Raum Reutlingen-Donaueschingen-Offenburg. Doch ausser einem leichten Personenwagen gab es kein lohnendes Ziel. Alles schien ruhig zu verlaufen, bis Liutenant de vaisseau Henri-Jean Louis Koechlin um 7.55 Uhr plötzlich mit seiner MK 366 aus der Formation ausscheren musste. Ein Motorenschaden zwang den Leutnant zu diesem Manöver. Zu diesem Zeitpunkt war die Staffel eben an Schaffhausen vorbeigeflogen, so dass Koechlin keine Mühe hatte, die rettende Schweiz zu erreichen. Grössere Probleme bereitete es dem Piloten, einen geeigneten Notlandeplatz zu finden. Die bewaldete Gegend liess Koechlin keine grosse Wahl, die Maschine war schon zu tief gesunken. In der Nähe von Merishausen streifte die Spitfire eine freistehende Tanne, wurde sofort unkontrollierbar und schlug nach etwa 150m auf dem Boden auf. Das Flugzeug wurde bei diesem Unfall total zerstört und später mit Erlaubnis der französischen Gesandtschaft in der Schweiz verschrottet.Lt. Koechlin wurde glücklicherweise nur leicht verletzt und konnte schon kurz nach Kriegsende wieder nach Frankreich zurückkehren. Der Pilot hatte wenige Wochen zuvor für seine tapferen Dienste das Croix de guerre mit Palmen erhalten, hatte er doch am 26. Dezember 1944 während eines Luftkampfes eine Messerschmitt Bf 109 des JG 53 abgeschossen.