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Uttwil
(Kt. Thurgau, Bez. Arbon). 421 m. Gem. und Dorf am Bodensee. 1 Stunde nw. Romanshorn und an der Strasse von da nach Konstanz. Station der Linie Rorschach-Romanshorn-Konstanz. Postbureau, Telegraph, Telephon. 113 Häuser, 553 Ew. (wovon 119 Katholiken). Filiale der Pfarrei Kesswil. Obst- und Wiesenbau, Viehzucht. Stickerei. Elektrizitätswerk und Möbelfabrik. Der Hauptteil des von einem Wald hochragender Obstbäume umgebenen Dorfes gruppiert sich um die Kirche, der kleinere Teil liegt unten gegen den See.
Das Dorf ist sehr alt und wird schon 947 zum erstenmal urkundlich genannt. Der Turm war ursprünglich ein zur Zeit Kaiser Heinrichs († 936) erbauter Bergfried, in dem das Landvolk vor den die Gegend verheerenden ungarischen Reiterscharen Schutz suchen und Zuflucht finden konnte. Später war er ein Edelsitz, indem 1275 ein Ulrich von Utenwiler genannt wird. Das Kloster Münsterlingen erwarb schon 1275 Gerechtigkeiten und Güter des Dorfes und war 1412 im Besitz der ganzen dortigen Vogtei.
Uttwil war ursprünglich eine Kaplanei von
Sommeri. Nachdem das Dorf evangelisch geworden, wurde es 1529 zur Pfarrei erhoben.
Nun weigerte sich aber der Pfarrer von
Sommeri,
Uttwil als Filiale zu übernehmen, weil er auf seine eigenen
Kosten einen Helfer zu deren Bedienung hätte anstellen müssen. So kam denn
Uttwil kirchlich zu dem nur 20 Minuten entfernten
Kesswil, dessen Filiale es bis auf diesen Tag geblieben ist. Ein langwieriger und hitziger Streit war 1644-1651 der sog.
Uttwilerhandel: Zur Erweiterung von Kirche und Friedhof und um Baumaterial zu erhalten, hatte
Uttwil
die sog. Adelheidkapelle abgebrochen.
Als das Kloster
Münsterlingen dagegen reklamierte, verfällten die fünf Orte, des Widerspruches von Zürich
ungeachtet,
Uttwil in
eine Busse von 2000
Gulden. Erst am wurde durch Vermittlung
Berns der Streit dadurch beigelegt, dass man die Busse
auf 1000
Gulden ermässigte. Im Jahr 1699 wurde
Uttwil infolge der Teuerung als eine der Marktstätten
für Korn bestimmt. 1792 Bau der Strasse
Uttwil-Bischofszell. In neuerer Zeit ist Uttwil, dessen Schiffahrt früher nicht
ohne Bedeutung war, von dem nahen
Romanshorn ganz überholt und in den Schatten gestellt worden. Dies
¶
mehr
änderte sich auch nicht mehr, als
Uttwil selbst Eisenbahnstation geworden war.