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Bereits zu Zeiten der alten Römer war bekannt, dass römische Taucher dem Harndrang nicht widerstehen konnten, weshalb sie auch Urinatoren («Brünzler») genannt wurden. Varro Terrentius, ein römischer Grammatiker, prägte den Satz «urinare est mergi in aquam», was so viel wie «Urindrang im Wasser» bedeutet und heute allgemeinhin als Badediurese bekannt ist.
Physik bedingt die Reaktion des Körpers
Diurese bedeutet die Ausscheidung von Körperwasser und Salz im Harn durch den Einbezug der Nieren. Es sollte 2000 Jahre dauern, um die Vorgänge dahinter aufzuklären: Ausgangspunkt ist der Druck auf den Körper in Abhängigkeit der Eintauchtiefe. Innert Sekunden verschiebt sich beim Eintauchen das Blutvolumen von den Beinen in den Brustraum. Über hormonelle Regelkreise wird das Harnlassen angeregt und dadurch der Wasser- und Elektrolythaushalt auf die veränderte Umgebung neu eingestellt.
Gesunde Regulation des menschlichen Wasserhaushalts
Das «Entwässern» kann mit dem Trinken von magnesium- und kalciumreichen Heilwässern zusätzlich angeregt werden. Mineralhaltiges Wasser wird über die Blut- und Lymphbahn vom Gewebe leichter aufgenommen, wo es letztlich wieder beim Baden entzogen wird. Der wiederholte Reiz führt zu Anpassungen der entwässernden Hormone, der Nierenfunktion und trainiert die Blasenorgane.
Saunieren: Natürliche und gesunde Körperreinigung
Beim Baden werden auch Stoffe aus der Haut entfernt. Das Ausspülen von Eiweissen aus der Haut ist an die Mineralien des Thermalwassers oder die Salzkonzentration beim Schwitzen gebunden. Beim Saunaaufenthalt werden über die schweissfördernde Wirkung mehr «Abfallstoffe» abgegeben: Schweissdrüsen nehmen dazu Flüssigkeit aus dem Blut auf und scheiden Körperwasser über Poren in der Oberhaut aus. Durch den Temperaturanstieg wird auch Talg der benachbarten Talg- und Duftdrüsen verflüssigt und im Schweiss gelöst, was als Reinigungsprozess bezeichnet wird. Die Schweissabsonderung kann durch Wiederholung gesteigert werden, nach mehreren Malen sind es 200 bis 300 Gramm pro Saunagang.
Wann haben Sie sich zuletzt einem Reinigungsprozess in einer Sauna oder Thermalheilbad unterzogen?