Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03262.jsonl.gz/149

Saudi-Arabien will eine prominente Rolle in der Welt spielen. Das gilt sowohl für die Wirtschaft im Allgemeinen als auch für den Tourismus im Speziellen. Damit das klappt, braucht das Land auch eine schlagkräftige Airline und einen leistungsstarken Hub. Hier hinkt das Land aber den regionalen Konkurrenten aus Dubai, Abu Dhabi, Doha oder gar Muskat schwer hinten nach. Aber dass das Land die Mittel hat, um eine ernstzunehmende Konkurrenz auf die Beine zu stellen, bezweifelt niemand.
Inzwischen sind erste Informationen zur geplanten neuen Airline durchgesickert. Wie «Arabian Business» vermeldet, wurden 30 Milliarden Dollar beiseite gestellt, um eine Airline namens RIA - der Name muss aber noch vom Kronprinzen abgesegnet werden - auf die Beine zu stellen. Diese soll schon im 4. Quartal 2022 an den Start gehen. Aktuell wird Personal rekrutiert, darunter auch das Topmanagement inklusive CEO. Es wird die zweite nationale Airline des Landes sein - die bestehende namens Saudia hat den Flughafen Jeddah als Basis und ist stark auf Pilgertourismus ausgerichtet, während RIA in Hauptstadt Riad angesiedelt sein wird und aus dieser einen grossen globalen «Connecting Hub» machen soll.
Aktuell verzeichnet Saudi-Arabien rund vier Millionen Transitpassagiere pro Jahr, wovon die grosse Mehrheit aus dem geografischen Umfeld kommt, also aus dem Golfraum. Das ehrgeizige Ziel der «Vision 2030» (Travelnews berichtete) sieht aber bis zum Jahr 2030 rund 30 Millionen Transitpassagiere vor. Die Zahl der Gäste im Land soll von rund 20 Millionen im Jahr 2019 auf rund 100 Millionen im Jahr 2030 anschwellen. Um dieses enorme Wachstum zu stemmen, muss eine leistungsstarke eigene Airline gegründet werden. Dafür wurden 100 Milliarden Dollar bis 2030 hinterlegt, wovon 30 Milliarden allein für die neue Airline aufgewendet werden. 150 Routen auf allen Kontinenten sollen ab Riad bedient werden - also etwa gleich viele wie Emirates ab Dubai anbietet. Aber auch Saudia - welche in der Schweiz Genf und Zürich bedient - soll weiter wachsen. Die kleinere Airlines Flynas und Flyadeal sollen regional unterwegs sein, möglicherweise als Feeder für RIA und Saudia.
Ob der Plan aufgeht, wird sich weisen. Sicher ist, dass Saudi-Arabien die Mittel hat, um seine Pläne umzusetzen - und damit das Interesse der Weltöffentlichkeit.