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Chronische, bakterielle Infektionskrankheit von Mensch und Tier. Der Verlauf ist meist fortschreitend und generalisiert. Tierseuchenrechtlich geregelt ist die Infektion von Rindern mit Mycobacterium tuberculosis und Mycobacterium bovis. Die Krankheit ist eine Zoonose, das heisst, der Erreger kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden.
Die Schweiz ist anerkannt frei von Rindertuberkulose. Im Jahr 2013 gab es eine begrenzte Anzahl von Seuchenfällen in der West- und Ostschweiz.
Ostschweiz
Im September 2013 wurde bei der Fleischkontrolle einer geschlachteten Kuh aus dem Appenzell Rindertuberkulose diagnostiziert. Abklärungen und Laboruntersuchungen zeigten, dass die Ansteckung der Kuh während der Sömmerung auf einer Alp im Vorarlberg bereits im Jahre 2011 über das Wild stattgefunden hatte. Die unmittelbaren Untersuchungen in den Kontaktbetrieben sind inzwischen abgeschlossen. Ein Kontaktbetrieb ist ein Betrieb, der z. B. durch Zukauf oder gemeinsame Sömmerung in Kontakt mit Tieren aus einem Betrieb kam, auf dem Rindertuberkulose festgestellt wurde. Von den ca. 2000 getesteten Tieren wurden vier weitere Seuchenfälle gefunden. Nachuntersuchungen und weitere Untersuchungen zu Überwachungszwecken werden folgen.
Westschweiz
Im März 2013 wurde im Kanton Freiburg ein Fall von Rindertuberkulose nachgewiesen. Seither wurden ca. 7000 Kontakttiere untersucht, dabei wurde der Erreger in 7 Betrieben nachgewiesen. Im Jahr 2014 wurden keine neuen Fälle mehr entdeckt.
Krankheit beim Rind
Die Tuberkulose bei Rindern zeigt sich als chronisch-auszehrende Krankheit mit vergrösserten Lymphknoten, Fieberschüben, Milchleistungsrückgang und Abmagerung. Diese Symptome weisen aber nicht eindeutig auf Tuberkulose hin, sie können auch bei anderen Krankheiten auftreten. Ohne eine labordiagnostische Abklärung kann die Diagnose Rindertuberkulose nicht abschliessend gestellt werden.
Übertragung
Die Krankheit kann durch direkten Tierkontakt oder durch verseuchtes Wasser oder Futter übertragen werden. Alle Säugtiere und der Mensch können sich anstecken.
Die Rindertuberkulose kann vom Tier auf den Menschen und umgekehrt auch vom Menschen auf das Tier übertragen werden. Am ehesten geschieht das durch intensiven Kontakt zwischen Mensch und Tier in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium. In seltenen Fällen kann umgekehrt der Mensch auch Rinder anstecken.
Wildtiere (vor allem Rotwild, Schwarzwild und Dachse) können sogenannte "Reservoire" der Tuberkuloseerreger sein. Das heisst, die Krankheit kann sich zum Teil unbemerkt über lange Zeit in der freilebenden Populationen aufrecht erhalten und so immer wieder zu Ansteckungen bei Rindern führen. Eine Übertragung von Tuberkuloseerreger zwischen Wildtieren und Rindern ist in beide Richtungen durch direkten Tierkontakt oder durch verunreinigtes Wasser oder Futter möglich.
Erreger
Die Tuberkulose wird durch verschiedene Arten von Mykobakterien ausgelöst. Rinder sind vor allem Träger des Mycobakteriums bovis oder des Mycobakteriums caprae, während beim Menschen vor allem Mycobacterium tuberculosis vorkommt. Weitere Informationen zur Tuberkulose beim Menschen finden Sie auf der Webseite des Bundesamtes für Gesundheit.
Verbreitung
Die Tuberkulose ist weltweit bei Säugetieren und dem Menschen verbreitet. In vielen Industrieländern konnte die Tuberkulose bei landwirtschaftlichen Nutztieren durch intensive Bekämpfungsprogramme eingedämmt werden. In den letzten Jahren wird bei Rindern und auch bei Wild in Europa wieder vermehrt Tuberkulose festgestellt. Auch in der Schweiz gab es vereinzelte Fälle von Tuberkulose bei Rindern, die Schweiz gilt aber nach wie vor als tuberkulosefrei. Bei einheimischen Wildtieren konnte die Tuberkulose bisher nicht nachgewiesen werden (Stand: Juli 2014).
Überwachung
Ganz wichtig für die Überwachung der Tuberkulose sind die Fleischkontrollen in den Schlachthöfen. Diese Kontrollen sind gesetzlich geregelt und werden von den kantonalen Vollzugsorganen durchgeführt. Der Fleischschauer entnimmt Tieren mit verdächtigen Anzeichen von Tuberkulose Proben und lässt diese in einem dafür bestimmten Labor untersuchen.
Die Ausbreitung der Rindertuberkulose in den Wildtieren im alpinen Raum wird vermehrt überwacht. Massnahmen, die das Risiko einer Ansteckung vermindern können, werden geprüft.
Bekämpfung
Die Bekämpfung der Rindertuberkulose ist eine langwierige Angelegenheit. Aufgrund der Eigenschaften des Erregers und der Diagnosemethoden müssen Nachuntersuchungen in teilweise langen Zeitabständen erfolgen. Das Hauptproblem liegt darin, dass die Krankheit häufig lange nicht erkannt wird. Sie kann am lebenden Tier nicht sofort und eindeutig diagnostiziert werden. Ein kompliziertes Vorgehen ist für die Abklärung der Ausbreitung nötig.
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