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Bernhard Russi und sein James-Bond-Drama. Als Stuntman fuhr das Ski-Talent am Rand einer Schneemauer – und stürzte.
Morgen Freitag ist es genau fünfzig Jahre her, seit der erste James-Bond-Film «Dr. No» Premiere feierte. Ein Jubiläum, das auch Olympiasieger Bernhard Russi (64) feiert. «Ich werde alle mit ‹Hi my name is Russi, Bernhard Russi› begrüssen», sagt er lachend. An 007 hat der Urner aber auch schmerzhafte Erinnerungen. Als 21-jähriger Hochbauzeichner-Lehrling und grosses Ski-Talent wurde Russi als Stuntman für den Bond «Im Geheimdienst Ihrer Majestät» angeheuert. «Es war toll. Ich bekam 150 Franken pro Tag. Verglichen zu 120 monatlich als Stift.»
Das Skript hat ihm entsprochen. «Als einer von drei Bond-Verfolgern musste ich am Rand einer vier Meter hohen Schneemauer fahren. Ich stürzte und prallte mit dem Kopf auf die Strasse», sagt die Abfahrts-Legende. Bewusstlos lag er am Boden. «Als ich aufwachte spürte ich einen gewaltigen Druck im Kopf. Ich hatte grosse Angst, gelähmt zu sein. Reflexartig zog ich mich an den Haaren hoch, um aufstehen zu können.»
Helfer fuhren Russi zu seinem Arzt. «Über die Gegensprechanlage sagte ich, dass mein Genick gebrochen sei. Die Frau des Arztes meinte, sie seien am Mittagessen, ich soll in zwei Stunden wiederkommen.» Die Schmerzen wurden unerträglich. «Also habe ich mit den Skischuhen ihre Glastüre zertrümmert und bin rein.» Der Arzt untersuchte ihn, Russi wurde ins Spital nach Altdorf gefahren. Diagnose: Bruch des 7. Halswirbels.
«Wegen Bond lag ich drei Monate im Spital. Nach drei Wochen wurde zudem festgestellt, dass meine linke Hand gebrochen war». Acht Monate nach dem Unfall gewann Russi die Ski-WM in Val Gardena. «Durch meine eingegipste Hand musste ich ohne Stöcke trainieren. Das hat mir ein gutes Pistengefühl gegeben. Da hat James Bond wohl sogar meine Karriere als Abfahrer ein bisschen beschleunigt», sagt Russi lachend.
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