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Das SNF-Forschungsprojekt «L?architettura nel Cantone Ticino, 1945?1980»
Das SNF-Forschungsprojekt «L?architettura nel Cantone Ticino, 1945?1980» widmet sich einem für die Tessiner Architekturgeschichte wegweisenden Zeitraum. Die bisherigen Publikationen zum Thema sind in der Regel als Übersichtswerke angelegt oder befassen sich lediglich mit einem sehr eingeschränkten Kreis von Protagonisten. Nuancierungen, Unterschiede oder Gegensätze der verschiedenen Positionen wurden dabei oft vernachlässigt und man versuchte stattdessen eine sogenannte Tessiner Schule zu postulieren. Das Projekt verfolgt deshalb den Ansatz, seinen Forschungsgegenstand aus einem möglichst offenen Blickwinkel zu betrachten und ihn in ein internationales Panorama einzubinden.
Das Forschungsprojekt bedient sich dafür zweier kritischer, sich ergänzender Methoden. Die intertextuelle Analyse zielt darauf ab, das Netz der kulturellen Bezüge zu erfassen, das jedem architektonischen Entwurfsgedanken zugrunde liegt und die vom Autor eingeführten innovativen Elemente herauszuarbeiten sowie seine Quellen und Vorbilder zu ermitteln. Die genetische Analyse hingegen hat zum Ziel, den Entwurfsprozess zu durchleuchten, denn nur mittels einer eingehenden Untersuchung aller gegebenen Quellen und Dokumente verschiedenster Natur, insbesondere aber der Skizzen, Entwurfszeichnungen und des Planmaterials, lässt sich ein Objekt umfassend begreifen. Dabei soll besonderes Augenmerk auf die Typen des Schulbaus und des Einfamilienhauses gelegt werden. Beide waren für die Architekten im Tessin wichtige Tätigkeitsfelder.
Das Forschungsprojekt wird es ermöglichen, die Rolle der Architekten im Tessin im Rahmen des damaligen eidgenössischen Architekturdiskurses neu zu bewerten und den Austausch über die Alpen hinweg innerhalb des anberaumten Zeitraums zu evaluieren.