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Familie Romer
In der Bibliothek befindet sich ein kleines Zimmer, das ganz der Familie Romer aus Cytowiany (heute: Tytuvėnai in Litauen) gewidmet ist. Neben einer Buchsammlung, Erinnerungsstücken und Familienalben werden hier auch Bilder von Zofia Dembowska-Romer präsentiert.
Zofia Romer
Zofia Romer (geb. 16. Februar 1885 in Dorpat – heute: Tartu in Estland –, gest. 23. September 1972 in Montreal) war eine Malerin polnischer Herkunft. 1911 heiratete sie Eugeniusz Romer (1871-1943), den Besitzer des Kurkomplexes in Cytowiany in Litauen. Ihre Bilder befinden sich in Kollektionen von Museen in Litauen sowie im Nationalmuseum in Warschau. Porträts aus der Zeit ihres Aufenthaltes in Kanada befinden sich in vielen Privatsammlungen. 1993 fand im Warschauer Królikarnia-Palast eine Ausstellung ihrer Werke statt.
Andrzej Romer
Andrzej Romer, der jüngste Sohn von Eugeniusz Romer und Zofia Romer geb. Dembowska, kam 1921 in Cytowiany zur Welt. Vernetzt mit der Widerstandsbewegung im Untergrund, war er während des Krieges in einer Zelle des Nachrichtendienstes tätig. In den Jahren 1946 – 1948 hielt er sich in London auf, wo er persönlicher Sekretär von Józef Retinger war. 1948 emigrierte er in die USA, wo er nach der Verteidigung seines Magistertitels in Ann Arbor fast 14 Jahre lang an der Seite des grossen Ingenieurs und Erfinders Tadeusz Sendzimir arbeitete. Längere Zeit arbeitete er auch in Japan und in Frankreich. 1968 fand er den Weg zurück an die Universität, wo er an der Abteilung für Internationale Beziehungen und Wirtschaft alle Prüfungen für das Doktorat bestand. Darauf wurde er Vertreter des Textron-Konzernes und siedelte nach Belgien um. In Portugal, Deutschland, Ungarn und Polen handelte er grosse Verträge aus. Seit vielen Jahren lebt er in Brüssel. Er hat in der Pariser «Kultura» und in den «Zeszyty literackie» (Literarische Hefte) viele Artikel über die polnisch-litauischen Beziehungen publiziert. Zugleich ist er Mitautor einer Arbeit über die polnisch-japanischen Beziehungen, und er ist der letzte Sprössling der Familie Romer, der noch fliessend Litauisch spricht. Aus seinen Zuwendungen stammen die im Museum gezeigten Uhren von Antoni Patek sowie eine Sammlung von Tabakdosen. Der Bibliothek schenkte er zudem zahlreiche Bücher sowie Dokumente über seine Familie.