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Das Mettã-Sutta aus dem Sutta-Nipãta
Das Mettã-Sutta, die "Lehrrede von der Freundlichkeit", findet sich im Buch "Sutta-Nipãta", dem 5. Buch der "Sammlung der kürzeren Stücke" [Khuddaka-Nikaya].
Es besteht aus 10 Versen und diese tragen die Nummer SN 143 bis SN 152. Parallel dazu findet es sich auch im "Buch der kurzen Texte" [Khuddaka-Pãtha], welches von Karl Bernhard Seidenstücker übersetzt wurde.
Das Mettã-Sutta zählt zu den bekanntesten buddhistischen Texten. Die feierlichen Worte lassen den Leser innehalten, und er spürt, daß jedes Wort eine tiefe Bedeutung hat und daß es sich hier um eine Art Schutzformel handelt. In den buddhistischen Ländern Sri Lanka, Myanmar und Thailand wird das Mettã-Sutta noch heute als schutz- und heilbringende Formel benutzt. Die Mönche rezitieren den Text bei bestimmten Gelegenheiten. Der Kommentator Buddhagosa berichtet, daß der Erwachte selber das Mettã-Sutta als Schutzformel benutzt haben soll. Als sich nämlich eine Anzahl Mönche in einem Wald zwecks Meditation niedergelassen hatte und dort von den Baumgeistern gestört wurde, gab ihnen der Erwachte das Mettã-Sutta als Schutz, und jene Geister wurden durch die Kraft der Freundlichkeit von Störern zu Helfern. Es folgt das Mettã-Sutta 1949 übersetzt von Nyanaponika, Mahãthera:
Güte.
143 Dies soll erwirken, wer des Heiles kundig Und wer die Friedens-Stätte zu verstehen wünscht: Stark soll er sein und aufrecht, aufrecht voll und ganz. Zugänglich sei er, sanft und ohne Hochmut.
144 Genügsam sei er und sei leicht befriedigt, Nicht viel geschäftig und bedürfnislos. Die Sinne still, und klar sei der Verstand, Nicht dreist, nicht gierig, geht er unter Menschen.
145 Auch nicht im Kleinsten soll er sich vergehen, Wofür ihn andere, Verständige, tadeln möchten. Sie mögen glücklich und voll Frieden sein, Die Wesen alle! Glück erfüll´ ihr Herz!
146 Was es an Lebewesen hier auch gibt, Die schwachen und die Starken, restlos alle; Mit langgestrecktem Wuchs und groß an Körper, Die mittelgroß und klein, die zart sind oder grob.
147 Die sichtbar sind und auch die unsichtbaren, Die ferne weilen und die nahe sind, Entstandene und die zum Dasein drängen, - Die Wesen alle: Glück erfüll´ ihr Herz!
148 Keiner soll den anderen hintergehen; Weshalb auch immer, keinen möge man verachten! Aus Ärger und aus feindlicher Gesinnung Soll Übles man einander nimmer wünschen!
149 Wie eine Mutter ihren eigenen Sohn, Ihr einzig Kind mit ihrem Leben schützt, So möge man zu allen Lebenwesen Entfalten ohne Schranken seinen Geist!
150 Voll Güte zu der ganzen Welt Entfalte ohne Schranken man den Geist: Nach oben hin, nach unten, quer inmitten, Von Herzens-Enge, Haß und Feindschaft frei!
151 Ob stehend, gehend, sitzend oder liegend, Wie immer man von Schlaffheit frei, Auf diese Achtsamkeit soll man sich gründen. Als göttlich Weilen gilt dies schon hienieden.
152 In falscher Ansicht nicht befangen, Ein Tugendhafter, dem Erkenntnis eignet, Die Gier nach Lüsten hat er überwunden Und geht nicht ein mehr in den Mutterschoß.
Der Pãli-Quelltext wurde 1923 von Seidenstücker zusammengestellt.
Mettã-Sutta (SN I, 8)
143 Karan.îyam atthakusalena yan tah santah padah abhisamecca: Sakko ujû ca sûjû ca suvaco cassa mudu anatimânî,
144 santussako ca subharo ca appakicco ca sallahukavutti santindriyo ca nipako ca appagabbho kulesu ananugiddho,
145 na ca khuddam samâcare kiñci, yena viññû pare upavadeyyuh . Sukhino vã khemino hentu sabbe sattã, bhavantu sukhitattã.
146 Ye keci pãn.abhût´ atthi: tasã vã thãvarã vã anavasesã dîghã vã ye mahantã vã majjhimã rassakã an.ukathûlã,
147 dit.t.hã vã ye vã addit.t.hã, ye ca dûre vasanti avidûre, bhûtã vã sambhavesã vã: sabbe sattã bhavantu sukhitattã.
148 Na paro parah nikubbetha, nãtimaããetha katthacinam kañci, vyãrosanã pat.ighasaññâ nâññamaññassa dukkham iccheyya.
149 Mãtã yathã niyah puttah ãyusã ekaputtam anurakkhe, evam pi sabbabhûtesu mãnasam bhãvaye aparimãn.ah .
150 Mettañ ca sabbalokasmih mãnasam bhãvaye aparimãn.ah uddhah adho ca tiriyañ ca asambãdhah averah asapattah .
151 Tit.t.hah carah nisinno vã sayãno vã yãvat´ assa vigatamiddho, etah satih adhit.t.heyya, brahman etah vihãrah idha-m-ãhu.
152 Dit.t.hiñ ca anupagamma sîlavã dassanena sampanno kãmesu vineyya gedhah , na hi jãtu gabbhaseyyah punar etîti.