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Kleine Gemeinden sollen vermehrt zusammenarbeiten
TG. Die öffentliche Sozialhilfe im Thurgau funktioniere gut, bescheinigt die Kantonsregierung den Gemeinden.
Vor allem kleine Kommunen könnten aber alleine überfordert sein mit Aufgaben, die mit der Wirtschaftskrise auf sie zukommen würden.
Die Kantonsregierung regt deshalb in einem am Freitag veröffentlichten Bericht zum Sozialhilfewesen an, dass kleinere Gemeinden im Sozialwesen vermehrt zusammenarbeiten sollten. Sie könnten etwa gemeinsam eine Fürsorgerin oder einen Fürsorger beschäftigen.
Mehr Erfahrung bei geteilten Kosten
Damit könnten sie von mehr Erfahrung profitieren und gleichzeitig die Kosten teilen. Die derzeit für den Sozialbereich Zuständigen in kleinen Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern hätten mehrheitlich einen kaufmännischen Hintergrund.
Zudem seien sie durchschnittlich lediglich im Rahmen einer 25-Prozent-Stelle mit dem Sozialhilfewesen beschäftigt. In Gemeinden mit 2000 bis 5000 Einwohnern sei ein 40-Prozent-Pensum für diese Aufgaben üblich.
Tiefe Sozialhilfequote
In den letzten Jahren habe sich die Sozialhilfe im Thurgau positiv entwickelt, schreibt die Regierung. Die Sozialhilfequote liege mit 1,8 Prozent deutlich unter jener der Schweiz mit 3,1 Prozent. Auch in den Nachbarkantonen Zürich (3,7%), Schaffhausen (2,4%) und St. Gallen (2,1%) sei die Quote höher.
2007 waren die Kosten und Fallzahlen rückläufig. 2007 hatten die Ausgaben gegenüber 2006 um 8,3 Prozent auf 26,9 Mio. Franken abgenommen. Davon wurden 5,1 Mio. Franken für Alimentenbevorschussungen gebraucht.
Die Zahl der unterstützten Personen nahm nach Angaben der Regierung gleichzeitig um 297 auf 4141 ab. Besonders gefährdet, von Sozialhilfe abhängig zu werden, sind Alleinerziehende – von ihnen brauchen 12 Prozent Sozialhilfe – und Alleinlebende (3,7%).
Jung, ausländisch und ohne Berufsausbildung
Nach Alter betrachtet sei das Risiko, von Sozialhilfe abhängig zu werden, für 18- bis 25-Jährige (2,6%) am höchsten, schreibt die Regierung. Ebenfalls hoch ist das Risiko für Ausländer (3,2%) und Menschen ohne Berufsausbildung. Letztere stellten 43,6 Prozent aller Unterstützten.
2006 war laut Regierung die Sozialhilfe für 45,4 Prozent der Unterstützten die einzige Einnahmequelle. Dies habe vor allem für Alleinlebende gegolten, hält sie fest. Dagegen habe Alleinerziehenden und Paaren mit Kindern oft das Arbeitseinkommen nicht zum Leben gereicht.
Die Regierung hat den am Freitag vorgelegten Bericht auf Grund eines parlamentarischen Antrags von SVP-Kantonsrat Stefan Tobler erarbeitet. Allerdings hat sie das Anliegen erfüllt, bevor der Grosse Rat darüber befunden hat.