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Auf den 1. Juli 2017 schaffte der Schweizer Bauernverband (SBV) Transparenz über die von den grössten Milchverarbeitern bezahlten Produzentenpreise. Nun aktualisierte er seine Übersicht und zieht gleichzeitig Bilanz zur Umsetzung der Absichten der Branchenorganisation Milch (BO Milch). Eine Tabelle mit den ausbezahlten Milchpreisen findet sich in der Beilage.
Er zieht folgendes Fazit:
- Richtpreiserhöhung A-Segment: Die von der BO Milch festgelegte Erhöhung des A-Richtpreises wurde auf breiter Front umgesetzt, was positiv ist.
-Fettpreisanpassung: Die vom Vorstand der BO Milch in Aussicht gestellte zusätzliche Erhöhung der Fettpreise wurde per 1. Oktober 2017 nicht umgesetzt oder führte zu keiner zusätzlichen Erhöhung der Produzentenpreise.
- Abzüge: Die Abzüge zur Deckung der Beitragslücke beim Schoggigesetz wurden per 1. Oktober 2017 reduziert. Dies führt vor allem bei Hochdorf zu einem überproportionalen Anstieg der effektiv ausbezahlten Produzentenpreise. Die tieferen Abzüge für das Schoggigesetz sind aufgrund der gesunkenen Preisdifferenzen zwischen dem Schweizer und dem europäischen Milchpreis eine logische Konsequenz. Die übrigen Abzüge blieben unverändert bestehen.
Aus dem Fazit ergibt sich weiterer Anpassungsbedarf. Der SBV fordert:
- Fettpreisanpassung: Die vom Vorstand der BO Milch in Aussicht gestellte zusätzliche Erhöhung der Fettpreise ist zwingend umzusetzen und den Produzenten in Form höherer Preise weiterzugeben. Vor dem Hintergrund der rekordhohen internationalen Butterpreise und der extrem tiefen Schweizer Butterlager ist eine Anpassung dringend angezeigt. Der SBV erwartet, dass die Fettpreisanpassung nicht nur im Detailhandel, sondern auch in der Industrie vollzogen wird. Auch sie steht in der Verantwortung, faire Preise zu bezahlen. Die Fettpreisanpassung ist nötig, damit die effektiven Produzentenpreise – wie von der BO Milch in Aussicht gestellt – sich dem Richtpreis annähern.
- Abzüge: Sämtliche Abzüge sind zu streichen oder massiv zu reduzieren. Die Abzüge fürs Schoggigesetz sind auf das absolute Minimum zu reduzieren. Seit 1.10. bezahlt der Bund über das Schoggigesetz wieder 90% der Preisdifferenzen, so dass – wenn überhaupt – nur noch minimale Abzüge gerechtfertigt sind. Die übrigen Abzüge sind ganz zu streichen Der SBV fordert die Markttakteure auf, im Sinne der Fairness die notwendigen Anpassungen nun umzusetzen!