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Zur Jahrtausendwende verpflichtet sich die internationale Staatengemeinschaft im Rahmen der UNO, die Armut bis 2015 zu halbieren («Millennium-Entwicklungsziele»). Weitere internationale Konferenzen vertiefen das Thema in den folgenden Jahren: WTO-Entwicklungsrunde (Doha, 2001), Monterrey-Konsens über die Entwicklungsfinanzierung (2002), Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (Johannesburg, 2002).
Das SECO zieht eine umfassende Bilanz der 1996 eingeführten Neuausrichtung. Diese Analyse bildet die Grundlage für die «Strategie 2006». Diese sieht vor, zur globalen Armutsbekämpfung beizutragen, sich auf das Kerngeschäft zu fokussieren und sich geografisch zu konzentrieren. Letzteres hat zur Folge, dass die Anzahl Schwerpunktländer und -regionen im Süden auf 16 reduziert werden. Das Ziel ist, die Auswirkungen der SECO-Massnahmen zu erhöhen. Gleichzeitig sollen die strategischen Partnerschaften ausgebaut und zusätzliche private Mittel mobilisiert werden.
2005 werden mit der Pariser Deklaration zum effektiveren Einsatz der Entwicklungshilfe neue internationale Grundsätze und Massnahmen für eine bessere Resultaterreichung vereinbart. 2008 folgt das Aktionsprogramm von Accra zur Erhöhung der Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit. Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise («triple F crisis – food, fuel, financial») von 2008-9 gefährdet jedoch das Erreichen der Millenniumsziele.
Das SECO baut die Anzahl Schwerpunktländer im Süden weiter ab. Im Zentrum stehen sieben Partnerländer und vernetzte Wirtschaftsregionen («regional economic hubs»). Wenn diese gefördert werden, stärkt das die regionale Stabilität. Umliegende, teils noch ärmere Länder wachsen mit. Generell sollen die Massnahmen des SECO privates Kapital mobilisieren («Hebelwirkung»). Seit 2008 ist das SECO im Rahmen der Europapolitik auch für die Umsetzung des Erweiterungsbeitrags (Bundesgesetz über die Zusammenarbeit mit den Staaten Osteuropas von 2006) zuständig. Ab 2009 überwacht ein externes Evaluationskomitee die Evaluationstätigkeit des SECO. Dieses Komitee ist das erste seiner Art in der Bundesverwaltung und rapportiert direkt an die SECO-Direktion.
In den SECO-Schwerpunktländern Ägypten, Ghana, Indonesien, Kolumbien, Peru, Südafrika und Vietnam ist Armut immer noch stark verbreitet. Die Schweiz kann durch eine aktive Aussenwirtschaftspolitik und durch die Entwicklungszusammenarbeit einen Beitrag dazu leisten, dass der Wachstumspfad dieser Länder in den nächsten Jahren stabil ist und dadurch die Armut reduziert werden kann.
Rudolf Minsch, Chefökonom economiesuisse, in: Entwicklungszusammenarbeit und Aussenwirtschaftspolitk ergänzen sich, 2008.