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Knochenverankerte Hörgeräte
Knochenverankerte Hörgeräte, auch Baha Knochenleitungs-Hörimplantate genannt, unterstützen seit mehr als 40 Jahren Menschen beim Hören und werden weltweit von mehr als 160'000 Patienten getragen.
Belegarzt ORL
Spital Schiers
Probleme im Aussen- oder Mittelohr können die Weiterleitung des Schalls blockieren, sodass dieser nicht zum Innenohr gelangen kann. Beim Baha-System (bone-anchored-hearing-aid) werden die geschädigten Bereiche des Ohrs umgangen und die natürliche Fähigkeit des Körpers genutzt, Schallvibrationen über den Schädelknochen (Knochenleitung) direkt zum gesunden Ohr zu leiten.
Implantierbare knochenverankerte Hörsysteme stellen daher eine natürlich effektive Hörverbesserung für Patienten mit Schallleitungshörverlust oder einem kombiniertem Hörverlust dar – Probleme des Aussen- oder Mittelohres können so umgangen werden.
Das System kann durch Übertragung des Schalls von der tauben Seite direkt an das hörende gesunde Ohr sogar Patientinnen und Patienten mit einer einseitigen Taubheit helfen. Darüber hinaus werden mit einer Baha-Versorgung sehr gute Erfolge bei Menschen mit Fehlbildungen des Aussenohres oder des Gehörganges, einer chronischen Gehörgangs- oder Mittelohrentzündung, einer Trommelfellperforation oder einer Verkalkung des Steigbügels erzielt.
Allergien im Aussenohr oder im Gehörgang können durch den Einsatz von konventionellen Hörgeräten verschlimmert werden. Mit einem Baha-System bleibt der Gehörgang hingegen offen. Das System hat keine Bestandteile, welche in den Gehörgang eingeführt werden müssen. Potenzielle Träger und Trägerinnen können das Baha testen und die Vorteile schon vor der Operation erleben.
Das Baha-Hörsystem besteht aus einem kleinen Titanimplantat mit einer Schnappkupplung und einem Soundprozessor. Dieses Implantat wird während eines minimal-invasiven Eingriffs hinter dem hörgeschädigten Ohr eingesetzt. Der Eingriff kann in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose erfolgen und dauert rund 20 Minuten. Nach der Entfernung des Verbands ist eine sorgfältige, tägliche Hygiene erforderlich, später ist lediglich eine einfache tägliche Reinigung notwendig.
Zwei bis vier Wochen nach der Operation wird der Soundprozessor beim Akustiker angepasst und auf die Bedürfnisse der Träger optimiert. Anschliessend sind regelmässige audiologische Kontrollen sinnvoll. Bei dieser Gelegenheit werden auch Schnappkupplung und das umliegendes Gewebe überprüft. Die Baha-Versorgung ist umkehrbar und schädigt oder verletzt das Restgehör des Trägers in keiner Weise. Mit dem Hörprozessor ist es für die Patienten möglich, Musik, Spiele oder Apps zu geniessen – sogar Face-Time-Anrufe sind möglich.
Wenn ein knochenverankertes Hörgerät für die Wiederherstellung des Hörvermögens notwendig wird, kann bei der IV/AHV eine Kostenübernahme beantragt werden. Die medizinische Indikation wird vom ORL-Facharzt mit den entsprechenden Diagnoseverfahren gestellt.
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