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Mit seinen französischen Gärten, seinen eleganten Fassaden, hat das Schloss Vincy nichts von einem kriegerischen Mauerwerk und gleicht eher den herrschaftlichen Wohnsitzen. Jedoch sind wir doch im Kanton Waadt, einige Kilometer von Rolle, etwas oberhalb des Dorfes Gilly. Die Geschichte des Schlosses war friedlich, wie die Anhöhen, die langsam zu ihren Füssen gegen den Genfer See rutschen. Und im 18. Jahrhundert sah man, wie sich eine elegante Gesellschaft in Vincy traf. Der Charme, die Eleganz, das schöne Reden war in diesen Orten unerlässlich. Und die Feste, die in den grossartigen Gärten stattfanden, spiegelten die Zeiten eines reichen Jahrhunderts, beim Untergang der Monarchie wider.
Es gab in Vincy nacheinander drei Schlösser. Die Savoyarden besetzten davon nur eines, in der Zeit um 1292, und in 1530 brannten die Berner die Festung nieder, die am Ort des ausgedehnten Bauernhofes des Wohnsitzes stand. In 1724 errichtete man auf dem Hügel von Vincy den eleganten Umriss eines neuen Schlosses. Wenig zuvor wurde die Herrschaft von der Familie von Vasserot gekauft. Diese Vasserot, französische Protestanten, ausgewandert in Holland, machten ein Vermögen in Handelsangelegenheiten. Der grosse Wähler von Brandbourg verlieh sogar Jean de Vasserot den Barontitel, was ihm erlaubte, die Herrschaft von Vincy in 1720 zu erwerben.
Verführt durch die Schönheit unserer Region, liessen die von Vasserot das grossartige Schloss aus reinerem klassischem Stil bauen. Sehr schnell wurde ihr Wohnsitz der Treffpunkt ausgezeichneter Persönlichkeiten der künstlerischen Welt. Voltaire selbst ehrte den Wohnsitz eines Besuchs. Am Herrn von Vincy schrieb er am 28. April 1758: "Obwohl ich immer krank bin, werde ich versuchen, kein unangenehmer Patient zu sein. Ich habe ein grosses Verlangen, Ihr schönes Haus zu sehen, und noch ein grösseres Verlangen, Sie und Ihre Frau de Vincy zu treffen...

Eine intrigante Persönlichkeit
Auguste de Vasserot prägte das Leben des Schlosses in seinem glänzendsten Zeitalter. Und dennoch war Auguste de Vasserot nicht reich. Die französische Revolution ruinierte ihn ganz. Vor den tragischen Ereignissen von 1790 diente er im Schweizer Regiment von Lullin de Châteauvieux als Kapitän. Aber, als es ihm erlaubt wurde zu Vincy zu gehen, rebellierten die Soldaten seines Regiments, die durch dem revolutionären Virus befallen wurden, gegen ihre Offiziere. Das war das Ende der Militärkarriere von Auguste de Vasserot von Vincy. Er trat sein Exil an und machte das Beste daraus, indem er ab 1793 sein Schloss verschönern liess; Verschönerung mit Kolonnaden, mit Kranzgesimsen, und Giebeln, Hinzufügung einer ausgedehnten Terrasse und einer Säulenhalle. Von Genf liess er den Bildhauer Jean Jacquet kommen, der Direktor der Genfer Zeichnungsschule, dem er die Innendekoration des Schlosses anvertraute. Der grossartige französische Garten, der Stolz des heutigen Schlosses, wurde erst viel später, im Lauf des 20. Jahrhunderts hinzugefügt.
Ein Mann mit gutem Geschmack, raffiniert, intelligent, Auguste de Vasserot war nicht weniger als eine exzentrische Persönlichkeit. Man erzählt, dass, um sich von der Kälte zu schützen, hat er sich in seinem Salon ein Kabriolettverdeck installiert und schützte sich dort, um seine Freunde zu empfangen. Gaston de Lessert berichtet über eine bissige Anekdote, die vollkommen den Charakter dieser merkwürdigen Persönlichkeit illustriert: "Ein Tag lud er zum Abendessen einige Freunde ein mit dem Pasteur des Dorfes, den er "sein Klerus" nannte. Er liess sie Schnepfen nach einer speziellen Art und Weise kosten. Ein grosser von einer Haube bedeckter Teller, regte den Appetit aller Gäste an. Als der Gastgeber es mit einer schönen Geste enthüllte, war da nur ein Blatt Papier, um die Gäste zu enttäuschen. Er erklärte dann seinen Gästen, dass anstatt der versprochenen Schnepfen, die er nicht verschaffen konnte, er sich ein Vergnügen machte, dass sie sich mit dem Rezept abfinden."
Seit 1513 werden die Bären, die lebenden Symbole des Kantons Bern, in der schweizerischen Hauptstadt. Im Übrigen ist der Bär an guter Stelle enthalten auf dem Wappen von Bern. In 1798, geschah ein abscheuliches Verbrechen. General Brune fing die Bären, und nahm die Gefangenen als Trophäe nach Paris mit. Beraubt von seinen Bären, erfuhr Bern eine schreckliche Erniedrigung. Der Herr von Vincy, der versuchte, sich die Gunst Ihrer Majestäten von Bern zu erwerben, fand dies eine ausgezeichnete Gelegenheit, in 1810 der Stadt von Bern zwei reizende Bärenjungen anzubieten. Die Reaktion des Rates der Stadt liess nicht auf sich warten ... dieser Brief bezeugt es: "Es ist mir ein ganz besonderes Vergnügen, dass der kleine Rat der Stadt Bern heute erfahren hat... dass Sie eine Spende gemacht haben, sehr geehrter Herr, von zwei jungen Bären an unsere gute Stadt und Hauptort... Die Rückkehr dieses Tieres, das als Emblem unserer alten und respektablen Republik, ist jedem Berner sehr teuer, und hat unsere Öffentlichkeit mit lebhaftester Freude angesteckt, und nichts kann im heutigen Zeitpunkt besser sein für unsere gute Stadt und Hauptort ... "
Sein angeborener Sinn für Psychologie und Politik beehrte Auguste de Vasserot. Lang blieb er in Briefkontakt mit seiner königlichen Hoheit, dem Herzog von Kent, der Vater der Königin Victoria, dessen Vertrauter er wurde. Auguste de Vasserot profitierte von dieser wertvollen Freundschaft mit dem Herzog von Kent, und versuchte somit, seine Weine auf britischer Erde zu verkaufen. In der Tat, war die Rebe das Einzige, was dem Herrn der Orte noch fehlte. Der Herzog von Kent spielte im übrigen gerne: "Ich bin Ihnen sehr dankbar für die Probe des Weines, die Sie mir ankündigen, und sobald ich ihn geschmeckt haben werde, können Sie sich darauf verlassen, dass ich mein Möglichstes machen werde, um Ihnen dabei zu helfen, ihn loszuwerden". Leider gingen die Angelegenheiten des Herrn von Vasserot von Vincy schlecht, bis die Baroness erklärte: "wir werden ruiniert, und die Tafel ist frugal, aber davon erröten wir nicht".
Ermüdet, demoralisiert durch sein Leben im Exil, klopfte er an der Tür des Schlosses Vincy, eines Morgens in 1815. Ein Führer von St-Cerguois versicherte ihm die Güte des Barons von Vasserot und in der Tat wurde der junge, fünfundzwanzig jährige Mann dort gut empfangen. Er hatte keinen Empfehlungs- oder Einführungsbrief dabei. Sein Name: Alphonse de Lamartine. Er war in den oberen Etagen der Waadtländischen Gesellschaft nicht bekannt. Bevor er ihm sein Vertrauen und seine Freundschaft gewährte, befragte der Baron den jungen Dichter lang. Von wo kam er? Warum dieses Exil? Und wie beabsichtigte er, in den Waadtländischen Ländern zu leben? Die Antworten von Lamartine waren klar und überzeugend. Die Rückkehr des Kaisers nach hundert Tagen, spornte den jungen Royalisten an, sofort sein sehr geliebtes Frankreich zu verlassen. Als einziges Gepäck nur ein Gewehr und fünfundzwanzig Louis d'Or, überquerte er heimlich die französische Grenze in der Nähe von St-Cergue auf den Schmugglerpfad. Als Dichter beabsichtigte er von nun an, sich der Schrift völlig zu widmen. Überzeugt durch die Aufrichtigkeit seines Gastes empfing der Baron von Vasserot mit offenen Armen den jungen Mann auf seinem Wohnsitz. Diese grosszügige Gastlichfreundlichkeit traf Lamartine sehr: "... Während des Abendessens, das einfach und nüchtern war, in einem Saal, wo alles das das Bewusstsein der verlorenen Pracht eines Hauses bestätigte, das Vermögen verloren hatte, unterhielten sich Herr und Frau de Vincy mit mir...“ Er verbrachte seine Tage mit dem Spazieren in der Gesellschaft von Frau de Vasserot und ihrer Tochter, er träumte, er schrieb. Lamartine fand auf Vincy ein echtes Lager. Das Leben war dort reizend ruhig: "Wir verbringen die Abende auf einer langen und breiten Terrasse, die sich am Fuss des Schlosses ausdehnt, und von wo man den See betrachten kann, bedenken die Ereignisse der Zeit, und betrachten die ruhigen und prächtigen Szenen, wenn der Mond seinen Schein über die Gewässer und dem Schnee trägt. Man erkennt dort bei den Gipfeln der Bäume vom Park und die Dächer der Pavillons des Schlosses Coppet, das damals unter der Herrschaft einer Frau lag, ein Genie, der meine Jugend blendete ". Die Einbildung stimulierte zweifellos die Sehschärfe des aufbrausenden jungen Menschen. Denn sein Herz trug Lamartine zu Coppet. Leider war es ihm nie möglich, Frau de Staël begegnen zu können; die Familie von Vincy hat irgendeine Distanz mit dem Schlossherrn von Coppet. Um seine Gastgeber nicht zu kränken, verwirklichte Lamartine sein glühendes Verlangen. Und jedoch machte er alles, um wenigstens einmal der anspruchsvollen Frau zu begegnen: "Aus der Ferne zu blicken und anzubeten, nur einen Strahl des Ruhmes, das genügt mir".
Aber dann erfuhr er, dass Frau de Staël und Frau Récamier es liebten, am Abend in der Kutsche auf die Strasse von Lausanne spazieren zu gehen. Er nahm sich Mut, und beschloss, einen ganzen Tag am Rand der Strasse zu warten: "Hunderte von Fahrzeugen gingen dem grossen Weg entlang, ohne dass in einen von ihnen die Gesichter der Frauen enthielt, von denen ich die Namen von Frau de Staël und Frau Récamier kannte. Ich werde mich zurückziehen, traurig und voller Kummer, als eine Staubwolke sich zu meiner Rechte auf der Strasse auf der Seite von Coppet auftauchte. Es waren zwei Kutschen, mit grossartigen Pferdegespann, die nach Lausanne rollten. Frau de Staël und Frau Récamier gingen bei mir mit der Geschwindigkeit eines Blitzes vorbei... Ich beobachtete sie lange Zeit, bis die Spur der Fahrzeuge mir aus den Augen ging. Ich wollte gerne die Pferde im Gallop verfolgen, aber Frau de Staël war zu weit entfernt, um zu erkennen, dass ihr grösster Bewunderer am Rande des staubigen Grabens stand. So blieb für mich nur noch die Erinnerung einer Person, ein unentschlossenes und wirres Bild, das sich nicht in meiner Bewunderung festigte."
Von Vincy schrieb er: "Es waren die Herzen vom König mit den Bedürfnissen der Armut. Der Himmel schuldete ihnen das Vermögen und ihre grossen Herzen." Lamartine nahm seinen Pilgerstab wieder auf und durchquerte die Strassen der Schweiz. Er hielt sich lange an den Ufern des Genfersees auf, die ihn für viele Kompositionen inspirierten.
Oberhalb der Armut, der gewalttätigen und dummen Angriffe der "Bourla papeys", hat das Schloss Vincy nichts von seiner Majestät verloren. Im kleinen Dorf herrscht noch immer eine Atmosphäre von früher.
Bibliographie