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Wildkatze
Felis silvestris
© 1988 Markus Kappeler
(erschienen im Kindersachbuch «Kleinkatzen»)
Kopfrumpflänge: 50 - 80 cm
Schwanzlänge: 25 - 40 cm
Gewicht: 3 - 8 kg
Die Wildkatze ist über Europa, Afrika sowie Süd- und Zentralasien verbreitet. Innerhalb dieses riesigen Gebietes unterscheidet man drei Wildkatzentypen:
Die europäischen und kleinasiatischen Wildkatzen heissen Waldkatzen
. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie getigerte Hauskatzen. Ein typisches Merkmal der Waldkatzen ist aber ihr verhältnismässig kurzer, buschiger Schwanz mit den dunklen Ringen und dem stumpfen, ebenfalls dunklen Ende. Ausserdem sind Waldkatzen rund ein Drittel grösser als Hauskatzen, wobei die Männchen - wie bei allen Katzen - deutlich massiger gebaut sind als die Weibchen.
Die afrikanischen und arabischen Wildkatzen werden als Falbkatzen
bezeichnet. Zu ihnen gehört unter anderem die in Nordafrika beheimatete Nubische Falbkatze, welche als Stammform unserer Hauskatze gilt. Die Falbkatzen sind gewöhnlich etwas kleiner als die Waldkatzen, und ihre Streifenzeichnung wirkt sehr «verwaschen».
Die asiatischen Wildkatzen schliesslich nennt man Steppenkatzen
. Auch sie sind im Schnitt etwas kleiner als die Waldkatzen. Sie tragen aber kein Streifen-, sondern ein Fleckenmuster.
Die Waldkatze Mitteleuropas ist ein stiller und heimlicher Bewohner lockerer Laub- und Mischwälder. Zu sehen bekommt man sie praktisch nie, denn tagsüber ruht sie gerne auf einem Felsblock, einem Baumstumpf oder einem dicken Ast, von wo aus sie ihre Umgebung gut überblicken kann. Schon bei der geringsten Beunruhigung taucht sie ins bodennahe Gestrüpp unter und macht sich unbemerkt aus dem Staub. Nach echter Katzenart wird die Waldkatze erst gegen Abend munter und geht dann im dichten Unterholz des Waldes wie auch im angrenzenden Feld auf Jagd. Hauptsächlich erbeutet sie Nagetiere von der Maus über die Ratte bis zum Eichhörnchen. Doch verachtet sie auch Vögel nicht, und mitunter schlägt sie sogar einen Junghasen oder ein Rehkitz.
Gerade letzteres wäre der Waldkatze in Mitteleuropa fast zum Verhängnis geworden: Um ein Haar wäre sie hier ausgerottet worden. Von alters her wurde sie nämlich als Jagdschädling verketzert und unerbittlich verfolgt. Dabei ist die Waldkatze in Wirklichkeit durch das Erlegen von Mäusen für den Menschen überwiegend nützlich. Nur ihrer Scheu und versteckten Lebensweise ist es zu verdanken, dass sie sich an einigen Stellen in unser Jahrhundert herüberretten konnte.
Heute geht es der Waldkatze in Mitteleuropa wieder etwas besser: Nachdem sie seit 1934 in Deutschland und seit 1962 auch in der Schweiz ganzjährig geschützt ist, haben sich ihre Bestände zum Teil erfreulich erholt.
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