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Studien-Update zu Safran: neue Hilfe und Therapiemöglichkeit bei Wechseljahrbeschwerden
Ist Safran eine Hilfe bei Hitzewallungen?
Hitzewallungen gehören zu den häufigsten Beschwerden, die während des Klimakteriums auftreten können. Der sinkende Östrogenspiegel ist dabei von Bedeutung, aber erklärt das Auftreten der Symptome nicht abschliessend. Eine Hormonersatztherapie mit Östrogen kommt als Behandlung nicht für alle Frauen infrage, zum Beispiel aufgrund eines erhöhten Risikos für Herz-Kreislauf-Krankheiten, eines erhöhten Risikos für Thrombosen oder gewisse Krebserkrankungen wie Brustkrebs. Es besteht daher grosses Interesse an nicht-hormonellen Behandlungsmöglichkeiten zur Linderung von Hitzewallungen während der Wechseljahre.
In verschiedenen klinischen Studien konnte der Einsatz von Antidepressiva (SSRIs und SNRIs) die Anzahl und Intensität der Hitzewallungen pro Tag senken.1 Auch mit Safranextrakt gibt es bereits verschiedene klinische Studien, die zwar dessen antidepressive Wirkung belegen, aber nicht die Wirkung bei Hitzewallungen.1
Safran bei Hitzewallungen
Eine neuere klinische Studie untersuchte den Effekt eines Safranextrakts bei einer Gruppe von 60 postmenopausalen Frauen mit Hitzewallungen und Depressionen.1 Die Frauen erhielten entweder den Safranextrakt (30 mg pro Tag: 2 × täglich 15 mg) oder Placebo für 6 Wochen. Zu Beginn der Studie und nach zwei, vier und sechs Wochen bewerteten die Teilnehmerinnen anhand einer Skala die Beschwerden der Hitzewallungen (HFRDIS) und der depressiven Symptomatik (HDRS).
Bereits nach zwei Wochen zeigte sich bei der Safrangruppe eine Verbesserung der Hitzewallungen und depressiven Symptome – ein Effekt, der ebenfalls nach 4 und 6 Wochen signifikant war gegenüber der Kontrollgruppe und der sich mit zunehmender Behandlungsdauer sogar noch verstärkte.
Abbildung 1: Reduktion der HFRDIS-Skala (Hot Flash-related Daily Interference Scale) bei Studienbeginn und nach 2, 4 und 6 Behandlungswochen; dargestellt sind die Mittelwerte ± Standardabweichungen.
Abbildung 2: Reduktion der HDRS-Skala (Hamilton Depression Rating Scale) bei Studienbeginn und nach 2,4 und 6 Behandlungswochen.
Dargestellt sind die Mittelwerte ± Standardabweichungen. (* = signifikant (p ≤ 0.05) und ** = sehr signifikant (p ≤ 0.01))
Kann Safran die Schlafqualität verbessern?
Schlafstörungen können alle Altersgruppen betreffen. Aus verschiedenen Gründen haben die Betroffenen zu wenig oder keinen erholsamen Schlaf. Aufgrund der Veränderung der Hormonspiegel leiden gerade auch Frauen um die Menopause häufig an schlechtem Schlaf.
Safran bei Schlafstörungen
Eine Studie untersuchte den Effekt eines standardisierten Safranextrakts (affron®) auf die Verbesserung der Schlafqualität bei Personen mit Schlafstörungen2.
In der Studie erhielten 120 gesunde Erwachsene mit Schlafproblemen während 28 Tagen entweder Placebo oder 14 mg respektive 28 mg Safranextrakt als Einzeldosis eine Stunde vor dem Schlafengehen. Die Teilnehmer der Studie waren zu 70 % weiblich und im Durchschnitt 52 Jahre alt. Folglich waren viele Teilnehmerinnen wahrscheinlich peri- oder postmenopausal, was die Resultate für diese Gruppe relevant macht. Verglichen mit der Kontrollgruppe erlebten beide Interventionsgruppen eine deutliche Verbesserung ihrer Schlafqualität (PSD Pittsburgh Sleep Diary), eine verbesserte Stimmung nach dem Aufwachen und einen niedrigeren totalen ISQ-Wert (Insomnia Symptom Questionnaire).
Hatten bei Studienbeginn 57 % aller Studienteilnehmer eine nach ISQ-Klassifizierung diagnostizierte Insomnie, waren dies bei Studienende in der Placebogruppe immer noch 53%. In der Gruppe, die 14 mg Safranextrakt erhielt, reduzierte sich der Anteil der Insomnie-Betroffenen um 22 % und in der Safrangruppe mit 28 mg sogar um total 27 % (von 59 % auf 32 %). Ebenso bewirkte die Supplementation eine Erhöhung der abendlichen Melatoninkonzentration, was auf einen möglichen Wirkmechanismus und folglich physiologischen Effekt des Safranextraktes hinweisen könnte.
Abbildung 1: Verbesserung der Schlafqualität bei Safrangabe von 14 mg oder 28 mg; dargestellt sind Mittelwerte ± Standardfehler.
Abbildung 2: Erhöhung des abendlichen Melatoninspiegels bei Safrangabe von 14 mg und 28 mg; dargestellt sind Mittelwerte ± Standardfehler.
Fazit
Es besteht Bedarf an sicheren und effektiven Behandlungsmöglichkeiten für häufige Beschwerdebilder während des Klimakteriums. Safran zeigt dabei in Studien gutes Potenzial und bietet sich als Therapieoption auch bei Hitzewallungen und Schlafstörungen an. Im Falle von Gemütsschwankungen und Hitzewallungen wird eine zweimal tägliche Safrangabe empfohlen, bei Schlafproblemen – so zeigt die aktuelle Studie – ist die einmal tägliche Anwendung am Abend hilfreich.
Literatur
1Kashani L et al. Efficacy of Crocus sativus (saffron) in treatment of major depressive disorder associated with post-menopausal hot flashes: a double-blind, randomized, placebo-controlled trial. Arch Gynecol Obstet. 2018 Mar;297(3):717-724.
2Lopresti AL et al. An investigation into an evening intake of a saffron extract (affron®) on sleep quality, cortisol, and melatonin concentrations in adults with poor sleep: a randomised, double-blind, placebo-controlled, multi-dose study. Sleep Med. 2021 Oct;86:7-18.