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Das erste AFL-NFL World Championship Game – der Begriff «Super Bowl» wurde erst ab Super Bowl III verwendet – zwischen den Green Bay Packers und den Kansas City Chiefs war wohl das am heissesten erwartete Spiel in der Geschichte des Profi-Footballs. Nach sechs Jahren, in welchen sich AFL und NFL bekämpft hatten, sollte sich endlich entscheiden, wer den wahren Weltmeister stellt, die angesehene NFL oder die aufstrebende AFL.
Die Rivalität der beiden Ligen zeigte sich auch auf dem Rasen im Memorial Coliseum in Los Angeles. So wurde mit zwei unterschiedlichen Footballs gespielt: Mit dem offiziellen Ball der NFL wenn die Packers im Angriff waren, mit dem Standard-Ball der AFL wenn die Offense der Chiefs auf dem Platz stand. Das Schiedsrichter-Team bestand aus einer gemischten Crew von AFL- und NFL-Schiedsrichtern und das Spiel wurde sowohl von NBC wie CBS übertragen, welche die Rechte für die AFL bzw. die NFL besassen.
Die Verteidigung der Kansas City Chiefs konzentrierte sich zu Beginn des Spiels ganz darauf die Packers-Wide Receivers Boyd Dowler und Carroll Dale zu stoppen. Den dritten Receiver, Max McGee, liessen sie ausser acht, hatte dieser doch für die ganze Saison gerademal vier Passfänge aufzuweisen. Ein Fehler, wie sich schnell zeigen sollte: Bereits im ersten Viertel fing McGee einen Pass von Quarterback Bart Starr spektakulär mit einer Hand und trug den Ball über 37 Yards zum ersten Touchdown in die Endzone. Aber die Chiefs hielten dagegen: Mit einem 7 Yards-Pass von Quarterback Len Dawson auf Running Back Curtis McClinton gelang ihnen den Ausgleich. Fullback Jim Taylor erzielte mit einem 14 Yards-Lauf erneut die Führung für die Green Bay Packers, doch Chiefs-Kicker Mike Mercer hielt das Spiel mit einem 31 Yards-Field Goal zum Pausenstand von 14:10 spannend.
Trotz des Rückstandes sahen viele Beobachter die Chiefs als «Sieger» der ersten Hälfte, war es ihnen doch gelungen, die hochgelobte Offense von Vince Lombardi aus dem Rhythmus zu bringen. Und im Angriff liessen die vielen Playaction-Pässe der Chiefs den Passrush der Packers ins Leere laufen. Der Druck auf Green Bay, den Vertreter der renommierten NFL, das Spiel zu gewinnen, war ungleich höher und so verlangte denn auch Lombardi in der Pause von seinen Spielern, das allerletzte aus sich herauszuholen.
Es war die Verteidigung der Packers, welche die Entscheidung erzwang: Während des ersten Ballbesitzes von Kansas City in der zweiten Hälfte blitzten die Linebackers Lee Roy Caffey und Dave Robinson und trafen Dawson genau im Moment der Ballabgabe. Der Ball flatterte in der Luft und konnte von Free Safety Willie Wood abgefangen und bis kurz vor die Endzone der Chiefs zurückgetragen werden. Gleich im nächsten Spielzug erzielte Running Back Elijah Pitts mit einem 5 Yards-Lauf den Touchdown. Danach liessen die Packers den Chiefs keine Chance mehr: McGee mit einem 13 Yards-Fang und Pitts mit einem 1 Yard-Lauf erzielten in der Folge je ihren zweiten Touchdown zum nicht mehr gefährdeten 35:10-Sieg für die Green Bay Packers.
Kansas City Chiefs
10
0
10
0
0
Green Bay Packers
35
7
7
14
7
GB – TD – McGee 37 Yards-Pass von Starr (Extrapunkt Chandler)
KC – TD – McClinton 5 Yards-Pass von Dawson (Extrapunkt Mercer)
GB – TD – Taylor 14 Yards-Lauf (Extrapunkt Chandler)
KC – FG – Mercer 31 Yards
GB – TD – Pitts 5 Yards-Lauf (Extrapunkt Chandler)
GB – TD – McGee 13 Yards-Pass von Starr (Extrapunkt Chandler)
GB – TD – Pitts 1 Yard-Lauf (Extrapunkt Chandler)