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Drei Jahre ist es her, dass Tesla das Model Y vorgestellt hat, die SUV-Version des Einstiegsmodells mit der Nummer 3. Damit hatte Multimilliardär Musk ein Quartett zusammen, dessen Modellnamen – wenn man es so lesen will – das Wort «SEXY» ergibt (ein Model E gibt es nicht, weil Ford daran die Namensrechte beanspruchte, die Ziffer 3 ergibt umgedreht – richtig, ein E).
Während Musk neulich die Quartalszahlen verkündete und die Tesla-Aktie weiter unter Druck ist, deutete er eine weitere Produktoffensive an: Die ersten Exemplare des Tesla Trucks namens Semi sollen noch in diesem Jahr an Pepsi ausgeliefert werden. Hochgefahren wird die Produktion ab 2023.
Die Produktion des monströsen Cybertrucks soll nach mehrjähriger Verspätung Mitte 2023 starten. Musk machte für die Verzögerung Lieferketten-Probleme verantwortlich.
Und noch ein weiteres Modell hat das US-Unternehmen angeblich in der Pipeline: Bei der Telefonkonferenz zum dritten Quartal 2022 sagte Musk, dass die nächste E-Auto-Plattform kleiner sein wird als die Model 3/Y-Plattform und nur etwa halb so viel kosten werde. Er rechne damit, dass sich durch den niedrigeren Preis die Nachfrage noch viel höher entwickeln werde als bei den bisherigen Fahrzeugen.
Auf eine Frage eines Privatanlegers antwortete Musk laut dem E-Auto-Portal insideevs.de, er könne noch kein genaues Datum für die Markteinführung nennen, aber das Projekt wäre «der primäre Fokus des Entwicklungsteams für neue Fahrzeuge.»
Das künftige Einsteiger-Modell soll zunächst zum Selbststeuern und später auch als autonomes Fahrzeug angeboten werden. Gerüchten zufolge wird es in China entwickelt und könnte den Namen Model Q tragen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Xinhua kündigte Teslas China-Chef Tom Zhu bereits Anfang 2021 ein neues Basismodell für rund 25'000 US-Dollar an, das in Shanghai vom Band laufen soll.
Anfang 2022 sagte Musk den Investoren hingegen, das Vorhaben eines günstigen Einstiegsmodells werde derzeit nicht mehr verfolgt. «Wir arbeiten derzeit nicht an dem 25'000-Dollar-Auto», sagte Musk im Februar 2022. Zwar werde das Thema irgendwann auf den Tisch kommen. Im Moment habe man aber genug anderes zu tun. Nun, da die Entwicklung des Cybertrucks und Semi weitgehend abgeschlossen ist, scheint das Projekt Einsteiger-Tesla wieder zum Thema zu werden.
Bereits 2018 sagte Musk, ein günstiges Einstiegsmodell wäre binnen drei Jahren machbar. Und 2020 kündigte er die Markteinführung binnen drei Jahren an.
Natürlich geht es bei der Entscheidung, ob und wann ein günstiger Tesla kommt, um das liebe Geld: Ein grösserer Tesla kann mit höherer Marge verkauft werden. Auch andere Hersteller elektrifizieren daher zuerst ihre Ober- und Mittelklasse-Modelle. Tesla startete in der Luxusklasse (Roadster) und arbeitete sich über die Oberklasse (Model S und X) in die Mittelklasse (Model 3 und Y) vor. Ob die Einsteigerklasse bei Tesla zum Thema wird, hängt letztlich davon ab, ob man einen kleinen Tesla mit viel Gewinn verkaufen kann. Hierzu müssen vor allem die Akkupreise weiter sinken und Tesla benötigt weitere Fertigungsanlagen, um ein kleines E-Auto in sehr grossen Stückzahlen produzieren zu können.
Richtig lukrativ wird ein Kleinwagen für Tesla, wenn man den Kundinnen und Kunden Software-Pakete wie «Full Self-Driving» zusätzlich verkaufen kann. In den USA kostet das Maximum-Paket für «autonomes Fahren» derzeit 15'000 US-Dollar und die Preise werden weiter steigen. Diese Fahrassistenz-Option wird deshalb eher von Kunden gewünscht, die zu teureren Modellen greifen.
Apropos teurer: Ebenfalls weiter in Entwicklung soll sich der neue Roadster befinden. Damit würde Teslas erstes E-Auto endlich einen Nachfolger erhalten.
(t-online/ccn/oli)
Von Antiquitäten spricht man bei Gegenständen, die 100 Jahre und älter sind. Für besondere Sammlerstücke werden teilweise Preise aufgerufen, die den Originalpreis um ein Vielfaches übersteigen. In der Technikwelt scheinen schon 15 Jahre auszureichen, um für ein iPhone der ersten Generation das rund 83-fache des Anschaffungspreises zu verlangen.