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Weisses Buch von Sarnen
Zuständige Amtsstelle: Staatsarchiv
Das sogenannte Weisse Buch von Sarnen wird im Staatsarchiv Obwalden aufbewahrt. Das Buch wurde um 1470 vom Obwaldner Landschreiber Hans Schriber verfasst. Der Name des Weissen Buches stammt vermutlich von seinem ursprünglich weissen Einband.
Inhalt
Das Weisse Buch ist inhaltlich in zwei Teile gegliedert: Der erste Teil, zu dessen Zweck das Weisse Buch ursprünglich angelegt wurde, umfasst ca. 350 Seiten und enthält Abschriften von Privilegien, Bündnissen, wichtigen Entscheiden von Schiedsgerichten und Landsgemeinden ab 1316.
Der zweite Teil enthält auf nur 25 Seiten eine chronikalische Erzählung vom altehrwürdigen Herkommen der Urner, Schwyzer und Unterwaldner, von der Unterdrückung der drei Länder durch habsburgische Vögte, von der Begründung eines Widerstandsbundes durch die drei Länder auf dem Rütli, von der Vertreibung der habsburgischen Vögte, von der Zerstörung von deren Burgen und von der Herausbildung der achtörtigen Eidgenossenschaft.
Bedeutung
Dieser zweite Teil macht die eigentliche historische Bedeutung des Weissen Buches aus. Er enthält die erste zusammenhängende Darstellung der Befreiungsgeschichte als Gründungsmythos der schweizerischen Eidgenossenschaft, der über die Chronisten Aegidius Tschudi und Johannes von Müller sowie Friedrich Schillers Wilhelm Tell weltberühmt wurde. Dieser Mythos hat das schweizerische Geschichtsbewusstsein bis heute nachdrücklich mitbestimmt.
Der zweite Teil des Weissen Buches steht als PDF-Dokument (Transkription und Übersetzung in die heutige Sprache) zum Download zur Verfügung:
Text und Übersetzung Weisses Buch (PDF)
Das Weisse Buch digital
Das Weisse Buch von Sarnen wurde 2012 im Rahmen des Projekts e-codices (Virtuelle Handschriftenbibliothek der Schweiz, Universität Freiburg) digitalisiert und kann komplett über das Internet konsultiert werden:
http://www.e-codices.unifr.ch/de/list/one/staow/A02CHR0003