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Ich wollte Postspiele spielen, und meldete mich bei einem an. Mit dem Spielleiter zerstritt ich mich, und so suchte ich eine Alternative auf dem Internet. Und ich fand ein Spiel, welches man auf dem Internet betreiben konnte, ein Email-Spiel. Es war Englisch.

Um das Spiel auf Deutsch zu übersetzen war ich auf den Source angewiesen. Das Spiel war in C geschrieben. Ich kannte C nicht, hatte keine Anleitung, kein Buch, keine Entwicklungswerkzeuge, und kein Geld. Und nun kommt Open Source zum zweiten Mal ins Spiel: Es gab nämlich einen C Compiler auf dem Internet, der gratis zu haben
war. Freie Software! Mit Dokumentation! Und es gab auch einen Editor, mit dem ich anständig programmieren konnte. Auch Freie Software. Und so verbrachte ich mit knapp 18 Jahren meine Sommerferien vor dem Computer und brachte mir Programmieren bei.
Meine Entwicklungswerkzeuge waren gratis erhältlich, die Dokumentation
war gratis erhältlich, das Program, welches ich ändern wollte, war
gratis erhältlich. Ich lernte programmieren, Termine einhalten,
Streitigkeiten zwischen meinen Spielern schlichten, den Umgang mit
Email-Filtern, und vieles mehr. Und heute verdiene ich mit Programmieren
auch mein Gehalt.
Das war vor über 10 Jahren, und das Spiel von damals habe ich schon
lange abgegeben. Doch weil ich den Sourcecode für mein Spiel auch
wiederum auf dem Internet verteilte, gibt es immer noch Ableger von
meiner deutschen Version. Und genau das ist eines der Grundprinzipien
des Entwicklungsmodells der Freien Software: Ideen, Inspirationen und natürlich
auch Sourcecode sind frei, und somit kann jedermann auf ihnen aufbauend neue
Programme (und wieder neue Ideen ...) entwickeln. Für das, was man bekommt, gibt
man wieder etwas weiter. Das funktioniert!