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Ich sehe eine aktuelle Coop-Werbung vor mir: Ein Paar Mitte Dreissig sitzt auf dem Sofa vor dem Fernseher. Sie ist hochschwanger. Und er auch, denn er füttert sein Bäuchlein mit Snacks. Der Kommentar: „(sie) Für neun Monate. (er) Für immer.“ Sie trimmt sich nach der Geburt wieder fit, und er behält seinen Bauch. Just geht mir noch ein anderes Bild durch den Kopf: Ein Paar mit einem Kleinkind zieht an mir vorüber. Sie geht mit dem leeren Kinderwagen voraus. Er folgt im Abstand von 20 Metern, zieht den mit der linken Hand den Einkaufswagen hinter sich her. Mit der rechten Hand hält er das Kind, das in einem Tuch um seinen Oberkörper gebunden ist. Er lächelt verlegen, als er mich sieht. Für mich ist er der Prototyp des zeitgemässen Mannes: Er muss alles können. Und doch wirkt er irgendwie verloren und haltlos. Sie kann alles haben und geht zielstrebig voran. Nicht dass ich ihr alle Schuld in die Schuhe schieben wollte, nein. Aber mir scheint, dass von klein auf ein neues Cliché gepflegt wird: Die Frau setzt sich selbstbewusst durch, und er wird ruhig gestellt.