Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03103.jsonl.gz/1552

Ein neues Feuer hält die Menschen im US-Westküstenstaat Kalifornien in Atem: In einer waldigen Gegend nahe dem weltberühmten Getty-Kunstmuseum im Westen von Los Angeles haben sich Flammen im Laufe des Montags auf trockenem Boden und angefacht von den gefährlichen Santa-Ana-Winden schnell ausgebreitet.
Der Brand sei am späten Abend erst zu fünf Prozent eingedämmt gewesen, teilte die Feuerwehr Los Angeles auf ihrer Webseite mit. Mehr als 10’000 Gebäude liegen demnach in den Gebieten, für die ein Evakuierungsbefehl galt.
— L.A. County Fire Department (@LACoFDPIO) October 29, 2019
Diese jüngste Feuerwalze bedrohte auch Promi-Villen in dem angrenzenden Nobelviertel Brentwood. Auch Schauspieler Arnold Schwarzenegger, Basketball-Superstar LeBron James und Regisseur David O. Russell folgten dem Evakuierungsbefehl der Behörden und verliessen ihre Häuser.
«Wir haben uns um 03.30 Uhr morgens in Sicherheit gebracht», schrieb Schwarzenegger auf Twitter. «Wenn ihr euch in einer Evakuierungszone befindet, macht nicht lange herum. Raus», erklärte der frühere kalifornische Gouverneur.
Eine für Montagabend in Los Angeles geplante Premiere des neuesten Films des 72-Jährigen, «Terminator: Dark Fate», wurde wegen des Feuers abgesagt. Das für die Party vorgesehene Essen werde dem Roten Kreuz gespendet, das den von den Bränden betroffenen Menschen helfe, erklärte das Filmstudio Paramount.
LeBron James musste wegen der Flammen seine Villa im Nobel-Vorort Brentwood verlassen. «Mann, diese Brände in Los Angeles sind kein Spass», schrieb der Superstar der Los Angeles Lakers. «Wir mussten mein Haus not-evakuieren, und ich fahre jetzt mit meiner Familie herum und suche Zimmer.» Später schrieb James, er habe eine Bleibe gefunden.
«Kincade»-Feuer wütet weiter
Das sogenannte Getty-Feuer gehört zu den mehr als zwölf Bränden, gegen die Feuerwehrleute in ganz Kalifornien derzeit ankämpfen, wie der US-Sender CNN berichtete. Am grössten ist das «Kincade»-Feuer im Sonoma County, einer Weinbauregion rund 120 Kilometer nördlich von San Francisco.
Die Flammen wüten seit fünf Tagen und breiteten sich dort bisher auf einer Fläche von mehr als 300 Quadratkilometern aus, wie die kalifornische Brandbehörde Calfire auf ihrer Webseite schrieb. Sie seien zu 15 Prozent unter Kontrolle.
Mehr als 26’000 Hektar Land und mehrere Gebäude sind bereits verbrannt, rund 80’000 weitere Gebäude sind bedroht. Berichte über Verletzte oder Tote durch die Brände gab es zunächst aber nicht.
Interstate 405 gesperrt
Die Flammen des Getty-Feuers, benannt nach der Nähe zum gleichnamigen Museum, zerstörten bis zum späten Montagabend acht Häuser, wie die Feuerwehr mitteilte. Die Interstate 405, die direkt am Hang mit dem Museum vorbeiführt und eine der meist befahrenen Autobahnen der USA ist, musste wegen der Flammen teilweise gesperrt werden. Mehr als 600 Feuerwehrleute waren im Einsatz.
Brände in dieser Jahreszeit sind in Kalifornien nichts Unübliches, denn die Santa-Ana-Winde wehen dann besonders stark. Hinzu kommen die jahrelange Trockenheit und hohe Temperaturen – ein Mix, der das Ausbreiten von Flammen begünstigt.
Der Klimawandel mit anhaltenden Dürren verschärfe die Situation, sagte der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom am Wochenende.
Vor fast einem Jahr, am 8. November 2018, hatte das verheerende «Camp»-Feuer den Ort Paradise nördlich von San Francisco fast vollständig zerstört. 85 Menschen starben, zehntausende wurden obdachlos. Es war das tödlichste Feuer in der Geschichte des Bundesstaates.