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Teresa (Alicia von Rittberg) ist Single und datingsüchtig, das behauptet zumindest ihre beste Freundin Patricia (Nilam Farooq), die ebenfalls Single ist, aber alleinerziehende Mutter eines Vierjährigen, der, wie sein Vater, einmal tätowierter Rockstar werden möchte. Teresa trifft sich mehrmals in der Woche mit Männern, die sie in Bars oder über die Dating-App Tinder kennenlernt und hält, ganz im Gegensatz zu ihrer Freundin, rein gar nichts von der grossen Liebe. Bis zu dem Tag, an dem sie Anton (Marc Benjamin) kennenlernt.
Anton ist ein erfolgloser Informatiker, der von seinem besten Freund Paul (Edin Hasanovic) bei Tinder angemeldet wird und in Teresa sein erstes und einziges Match findet. Allerdings ist Anton seit zehn Jahren mit Cissi (Lisa Bitter) zusammen, der er einen Heiratsantrag machen wollte. Weil sie aber sehr gesprächig ist und ihren Träumen nachzujagen gedenkt, überlegt er es sich anders und findet sich urplötzlich und unfreiwillig in einer offenen Beziehung wieder. Deshalb verabredet er sich mit Teresa in einer Strandbar und fällt auch sogleich mit der Tür ins Haus: Er verachte Dating-Apps und die Menschen, die sie nutzen.
Teresas Begeisterung für seine Hasstirade hält sich in überschaubaren Grenzen, doch kurz bevor sie Anton entschwinden kann, überzeugt er sie doch noch davon, dass er eigentlich ein netter Typ ist und offenbart ihr seine Beziehungsprobleme. Davon weiss auch Teresa eine Menge zu berichten, weil sie eine gute Menschenkenntnis besitzt. Schliesslich wollte sie mal Kriminalkommissarin werden, hat dann aber doch nur Soziologie studiert. Sie zeigt wild auf Menschen und unterstellt ihnen, in diese oder jene Schublade zu passen.
Die Idee einer neuen Dating-App, mit der man die Menschen, die man über sie kennengelernt hat, bewerten und in Kategorien einteilen kann, ist schnell geboren. Und so kommen die vier, Teresa, Patricia, Paul und Anton zusammen und entwickeln besagte App, die nach einigen Rückschlägen doch noch ein grosser Erfolg wird. Bis sie den Nutzern die Möglichkeit geben, eigene Schubladen und Kategorien zu benennen und sie die App letztendlich aus dem Netz nehmen müssen, weil der Schuss natürlich nach hinten losgeht und Beleidigungen und Mobbing überhand nehmen.
Der Film arbeitet mit allen erdenklichen Klischees und ist derart oberflächlich in der Story und in der Ausarbeitung der Charaktere, dass man sich unweigerlich fragen muss, warum man dafür Geld an der Kinokasse lassen sollte. Es ist sehr schade, dass nichts näher vertieft wird. Der Handlungsstrang ist ebenso seicht wie vorhersehbar. Hat man mehr als eine Handvoll Filme gesehen, kann man die Sätze der Protagonisten beenden, bevor sie es auf der Leinwand getan haben, weiss man vor dem Schnitt bereits, was man als nächstes sehen wird.
Gelegentlich keimt die Frage auf, ob der Zuschauer per se für dumm gehalten wird, weil mitunter das Naheliegendste noch einmal erklärt wird. Die Kamerafahrten und -einstellungen sind gelungen. Manchmal passen die Wechsel von warmen zu kalten Farben sogar gut zur erzählten Situation. Vom Soundtrack kann man das leider nur bedingt behaupten.
Bei der Besetzung hat Regisseur David Dietl sehr genau darauf geachtet, dass wir nahezu ausschliesslich schöne Menschen beim Schauspiel beobachten dürfen. Gute Figur, schöne Zähne, schöne Augen. Einzig eine Durchschnittsperson hat es in den Film geschafft und wird auch nur am Rande in die Geschichte eingebunden. Und wenn, dann wird auch immer darauf hingewiesen, wie unzulänglich ihr Outfit ist und dass sie Übergewicht habe. Ebenso beiläufig wird in diesem Zusammenhang die Mobbing-Problematik als solche und die damit einhergehende mögliche Suizidalität der Opfer thematisiert.
Sehr schwache Leistung. Man wird schlussendlich mit der Botschaft entlassen, alles erreichen zu können, wenn man nur die richtigen Leute kennt. Die „Rate your-Date-App“ wird am Ende des Films durch eine andere unnütze App ersetzt. Hoffentlich kein Cliffhanger für Teil 2.
Deutschland 2018 - 105 min.
Regie: David Dietl
Drehbuch: David Dietl, Katharina Eyssen
Darsteller: Alicia von Rittberg, Marc Benjamin, Edin Hasanovic
Produktion: Thomas Peter Friedl, Stefan Gärtner
Kamera: Felix Novo de Oliveira
Schnitt: Stefan Essl