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Das Landgut Sandgrube

Riehenstrasse 154
Tram - Gewerbeschule / Bus - Badischer Bahnhof, Wettsteinallee
Das Anwesen eines Seidenbandherrn
Vor Kleinbasels Mauern liess sich der Seidenbandfabrikant und spätere Oberstzunftmeister Achilles Leissler (1723-1784) einen Landsitz bauen. Die Planung lag in den Händen des Basler Bauingenieurs Johann Jakob Fechter (1717-1797). Das Anwesen sollte der Auftakt zu einer ganzen Reihe weiterer repräsentativer Bauten sein, die von Fechter gestaltet wurden.
Zu den heute noch existierenden Bauwerken von Fechter zählen das Wildt'sche Haus am Petersplatz in Basel und das Haus zum Ritter am Münsterplatz in Freiburg im Breisgau. Doch vor ihnen entstand der Landsitz von Achilles Leissler. Dieser hatte 1744 eineinhalb Jucharten Bauland in einer Gegend erworben, die seit 1317 als "Sandgrube bei der Claramatte" bekannt war.
Der Bau des Anwesens fällt in die Zeit zwischen 1745 und 1751. Das Landgut übernahm damals den Flurnamen "Sandgrube". Die für Basel herausragende barocke Liegenschaft gliederte sich in mehrere Einzelbauten. Vor dem Hauptbau lagen ein ummauerter Hof mit einem Hauptportal, zwei Pavillons und weiteren Anbauten zur damaligen Landstrasse (heute Riehenstrasse) hin.
Hinter dem Hauptbau erstreckte sich eine grosszügige Gartenanlage. Diese wurde von einer Orangerie abgeschlossen, die im Winter Südpflanzen beherbergte. Das beeindruckende Anwesen sollte den Status des Hausherren klar untersteichen. Darüber hinaus war es wohl auch Teil eines unausgesprochenen Wettstreits zwischen Leissler und seinen Geschwistern. Aber dazu später mehr.
Die Sandgrube von der Riehenstrasse aus. Um den Hof gegliedert: A = Pavillon mit Stall und Anbau / B = Pavillon mit Pförtnerhaus und Anbau / C = südwestliche Wagenremise / D = Hauptbau (Wohnhaus)
Achilles Leissler der Jüngere
Achilles Leissler kam am 13. August 1723 als der erste Sohn des gleichnamigen Vaters Achilles Liessler (1680-1737) und dessen Gattin Gertrud Ortmann (1687-1761) zur Welt. Das Neugeborene hatte bereits eine Reihe von Schwestern. Zwei ältere Brüder verstarben früh, so ruhten die Hoffnungen seiner Eltern auf ihm als Stammhalter. Als er 14 Jahre alt war, starb sein Vater.
Mit dem Erlangen der Volljährigkeit trat Leissler in die Firma seines Vaters ein. Seine Herkunft ebnete ihm mit dem beruflichen Voranschreiten auch den Weg in hohe Ämter. Eine Karriere die mit der Wahl zum Oberstzunftmeister (zweithöchstes Amt nach dem des Bürgermeisters) 1767 den Höhepunkt erreichte. Darüber hinaus war er Präsident des Bau- und Stallamtes.
Leissler war ein Mann dem der ererbte Reichtum und der damit verbundenen sozialen Status keine Last war. Er genoss seinen Wohlstand, an dessen Mehrung er selbst hart arbeitete, und stellte ihn gerne zur Schau. Sein künftiges Landgut sollte ein Ausbund an Luxus sein, welcher der traditionell zurückhaltenden Basler Oberschicht der alten Schule ein Graus sein musste.
Nach der Heirat mit des Kaufmannstochter Maria Hoffmann (1723-1795) im Jahr 1743 sah sich Leissler offenbar nach Baugrund für ein gemeinsames Domizil um. Im Jahr darauf erwarb er das Grundstück in der Sandgrube, womit die Geschichte das gleichnamigen Landsitzes ihren Anfang nahm. Bei dessen Gestaltung wurde mit besonderem Augenmerk auf Symmetrie und Wirkung vorgegangen.
Der Hof
Ein gewichtiges Element der gesamten Anlage ist der vor dem Hauptbau liegende Hof. Zu beiden Seiten des schmiedeeisernen Hauptportals an der heutigen Riehenstrasse erheben sich zwei Pavillons. Vom Aussehen her wirken sie wie kleinere Klone des Hauptgebäudes, das hinter ihnen emporragt. Es handelt sich bei den beiden Bauten um den Stall und das Pförtnerhaus.
Die dem Hof zugewandten Schmalseiten der beiden Pavillons sind mit Ihrer jeweiligen Flucht exakt auf die Flucht der Schmalseiten des Hauptbaus auf den anderen Seite der Hofes ausgerichtet. Links und rechts schliessen wiederum niedrigere Anbauten an die Pavillons an, die von der Riehenstrasse her gesehen die Eckpunkte dieser gewissenhaft geplanten Hoffront bilden.
Die Querachsen dieser Anbauten sind ihrerseits auf die Achsen der beiden Wagenremisen ausgerichtet, die jenseits der zwei Seitenportale die beiden anderen Eckpunkte des Hofes bilden. Der Hof selbst wird vom mächtigen Hauptbau dominiert, der seit seiner Renovation von 1957/59 von jüngeren Anbauten befreit ist, und damit wieder seine ursprüngliche Wirkung zurück erlangte.
Blick im Hof auf den einen Pavillon, der ursprünglich als Stall genutzt wurde. Rechts angeschnitten ist die eine Remise zu sehen, wo früher Pferdewagen, Kutschen oder Schlitten eingestellt wurden.
Das Wohnhaus
Die Fassade des zweigeschossigen Hauptbaus weist sieben Achsen aus. Die dem Hof zugewandte Mittelpartie ragt in einem leichten Bogen aus der Fassade hervor und zieht sich bis zum Dach empor. Über dem Türscheitel stützt eine reich verzierte wuchtige Konsole, die wohl von der Hand von Steinmetz Daniel Büchel stammt, den Balkon am ersten Obergeschoss des Hauptbaus.
Ein Giebel auf der Traufseite des Daches krönt die Mittelpartie, (ein sog. Risalit). Im Dreieckgiebel befanden sich früher die Wappen der Familien Leissler und Hoffmann. Dem Giebel wurde die Wölbung des Mittelrisalits aufgezwungen, was ihn als verzogenes Dreieck erscheinen lässt. Er sieht damit ein wenig aus, als wäre er in heisser Sommersonne aufgeweicht worden.
Den Zugang vom Hof zum Hauptbau bildet hier eine rund ausgeschwungene Freitreppe, die zum Hausportal emporführt. Dieses ist in der Mittelpartie von zwei Fenstern flankiert, welche Licht für die Eingangshallen spenden. Geht man nach dem Eintreten geradeaus zur Rückseite der Hauptbaus, so trifft man in dieser Fassade auf ein zweites Portal mit einer Treppe zum Garten.
Die gewölbte hofseitige Mittelpartie (Mittelrisalit) der Fassade des Hauptbaus, mit Balkon und Dreieckgiebel, in dem das Allianzwappen Leissler / Hoffmann seit den 1860er Jahren verschwunden ist.
Die Gartenanlage
Die Gartenanlage hinter dem Hauptbau lässt sowohl französische wie auch englische Einflüsse aus der Epoche erkennen. Eine Orangerie setzt noch heute am Fuss der Anlage einen ergänzenden Akzent zum Hauptbau an deren Kopfende. Die heizbare Orangerie diente früher zur Überwinterung von Südpflanzen, wie etwa Palmen. Im Sommer nutze man sie für festliche Anlässen.
In der Fassadenlänge übertrifft die Orangerie das Haupthaus um fast ein Drittel. Sie stand nicht immer so nahe beim Hauptbau wie heute. Im 18. Jahrhundert befand sie sich in der südwestlichen Ecke des damals wesentlich grösseren Gartens. Zur Orangerie mit ihrem Treppenturm gesellte sich als weiteres Bauwerk im englischen Teil des Gartens ein kleiner Pavillon mit sechs Säulen.
Rivalität unter Geschwistern
Die Sandgrube unterstrich nicht nur den Status ihres Bauherrn. Offenbar schürte sie auch eine Rivalität mit dessen Geschwistern. Die älteste Schwester von Achilles, Magaretha Weiss-Leissler (1705-1765), habe angeblich ihren Gatten dazu bewegt, den Württembergerhof abzureissen um ihn prächtiger neu erbauen zu lassen. Dies etwa zur jener Zeit da die Sandgrube entstand.
Hinzu kommt, dass Margaretha und ihr Gatte ihren Landsitz, das Bruckgut Münchenstein, beim Umbau mit ähnlichen Elementen versehen liessen, wie die Sandgrube sie aufwies. Eine weitere Schwester, Valeria Faesch-Leissler (1711-1779), hatte den Oberstzunftmeister Johannes Faesch (1711-1777) geheiratet. Dieser baute sich ein kleines Landgut an der Riehenstrasse - nahe der Sandgrube.
Mit seiner Schwester Elisabeth (1709-1796) sollte sich sogar ein Nachbarschaftsstreit entwickeln der sogar vor Gericht führte. Sie war die Frau des Textilfabrikanten Emanuel Ryhiner (1704-1757), der bereits vor dem Bau der Sandgrube in der selben Gegend eine Indienne-Fabrik besass. Dort liess er auch, wohl inspiriert von seiner Gattin, einen Landsitz errichten.
Die Ausdünstungen der Fabrik waren zuweilen unangenehm in der Sandgrube zu riechen. Achilles Leissler ging deswegen gegen Schwager und Schwester gerichtlich vor. Es bleibt der Eindruck zerstrittener Geschwister, die sich in Bauten zu übertrumpfen suchten - der prachtliebende kleine Bruder als Erbe des väterlichen Lebenswerks, und die Schwestern die ihm nicht nachstehen wollten.
Von Leissler zu Merian
Es war nicht ungewöhnlich, dass vermögende Leute einen Landsitz als geruhsames Refugium und eine Liegenschaft in der Stadt hatten, wo sie wohnten wenn sie dort ihren Geschäften nachgingen. So besass Achilles Leissler neben der Sandgrube auch ein Stadthaus; den Ernauerhof am St.Alban-Graben. Die Liegenschaft hatte er geerbt, denn sie war seit 1684 im Besitz der Familie.
Selbst erworbene Liegenschaften besass Leissler am Klosterberg, am Sternengässlein und am Münsterplatz. Doch es gab keine Erben an die der kinderlose Siedenbandherr seinen Besitztum hätte weitergeben können. Im fortgeschrittenen Alter liqudierte er daher 1777 seine Firma, verkaufte Teile seines Besitzes, wie 1781 den Ernauerhof, und lebte einzig in der Sandgrube.
Nach seinem Tod 1784 wurde er im Münsterkreuzgang beigesetzt. Alleine in der Sandgrube zurück blieb seine Witwe. Nach ihrem Ableben 1795 ging das Landgut an den Gerichtsherrn Johann Jakob Burckhardt-Keller (1732-1820). Im Jahr 1804 verkaufte dieser wiederum die Sandgrube an den Kaufmann Johann Jakob Merian (1768-1841), einem der reichsten Basler seiner Zeit.
Sommersitz und Hauptdomizil der Merian
Der neue Hausherr nutzte die Sandgrube lediglich als Sommersitz und residierte während der übrigen Zeit des Jahres mit seiner Familie im Regisheimerhof am Münsterplatz 11. Johann Jakob Merian-Merian heiratete zwei Jahre nach dem Tod seiner Frau seiner Frau Elisabeth (1773-1815) erneut. Er führte mit Henriette Wieland (1794-1830) eine Bürgermeistertochter zum Altar.
Mit seiner zweiten Gattin verlegte er den Stadtsitz in den Andlauerhof am Münsterplatz 17. Erst im Alter wandte sich Merian der Sandgrube zu, wo zwei Gärtnermeister den Garten neu gestalteten und mit einem Teich versahen. Die alte Umfriedungsmauer wurde abgerissen, damit der Blick aufs Land schweifen konnte. Merian überlebte auch seine zweite Frau und starb vom Alter gebeugt 1841.
Die Sandgrube ging nun an Johann Heinrich "Henri" Merian (1818-1874), dem ältesten Sohn aus zweiter Ehe. Er war mit Anna Elisabeth Von der Mühll verheirater, der Tochter eines Bandfabrikanten. In der zweiten Hälfte der 1850er Jahre nutzte Merian den Landsitz als Hauptdomizil für seine ständig wachsende Familie. Dazu liess er Gebäude erweitern und fügte Neues hinzu.
Umbauten durch Vater und Sohn
Merian ersetzte selbstbewusst das Allianzwappen Leissler/Hoffmann im Giebel durch sein eigenes. 1868 liess er den Hauptbau der Sandgrube durch einen zweiachsigen Anbau erweitern. Dabei war man bemüht, den Stil des barocken Wohnhauses nachzuahmen. Dennoch litt das dadurch einst sorgsam von Fechter geplante Gesamtbild. Der Anbau verschwand 1957 wieder.
Auf der Südwestseite erhielt der Hauptbau über beide Geschosse einen weiteren Anbau. Die kleine Ergänzung wirkte wie ein rechteckiges Trepenhaus, das aus der Mitte der Fassade herausragte. Mit dem Tod Henri Merians 1874 erbte seine Witwe Elisabeth Von der Mühll (1824-1905) die Sandgrube, wohin sie dann im Jahr 1892 komplett aus der St.Alban-Vorstadt übersiedelte.
Nach dem die Witwe 1905 verstarb ging das Landgut in die Hand ihres jüngsten Sohnes Rudolf Merian (1857-1921) über. Er war ein geselliger Mensch und ein populärer Arzt, der mittellose Patienten auch umsonst behandelte damit ihnen geholfen war. Neben der Jagd gehörte seine Leidenschaft der Flora, weshalb er sich besonders dem Garten der Sangrube widmete.
Als er seine Praxis auflöste um sich auf sein Landgut in den Ruhestand zurückzuziehen, liess er dort eine Zentralheizung einbauen. Es sollte niemand von den vielen Gästen frieren, die er oft in der Sandgrube begrüsste. Nach dem er 1921 einer Halskrankheit erlag, wollte niemand das Hauptgebäude übernehmen. Verschiedene Bewohner lösten sich danach ab.
Das Wohnhaus der Sandgrube 2019. Die Veränderungen und Erweiterungen des 19. Jahrhunderts wurden bei der Sanierung 1957/59 rückgängig gemacht, und die alte Wirkung wieder hergestellt.
Erworben durch den Staat
Für 4,5 Millionen Franken erwarb der Staat 1931 die Sandgrube und das zugehörige Land mit seinen Liegenschaften. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Areal umgestaltet. In der Nachbarschaft des Landguts wuchsen ab 1949 zwei Schulhäuser, die ebenfalls den alten Flurnamen Sandgrube übernahmen. Ab 1956 begann man mit dem Bau der neuen Gewerbeschule in direkter Nachbarschaft.
Damals fiel auch der Entschluss, das barocke Landgut zum neuen Domizil des kantonalen Lehrerseminars zu machen. Die alten Lokale am Münsterplatz und am Schlüsselberg waren zu klein geworden und die Sandgrube bot passende Räumlichkeiten. Nach einigem Abwägen wurde beschlossen, die Liegenschaft dazu wieder so herzurichten wie sie zur Zeit von Achilles Leissler war.
Im Spätherbst 1957 begann man mit dem Umbau. Die Anbauten von 1868 wurden entfernt und die im 19. Jahrhundert aus Kalkstein neu gemachten Aussentreppen durch solche aus Sandstein ersetzt. Das Merian-Wappen im Giebel verschwand wieder. Die Zentralheizung im Inneren wurde umgebaut, damit sie weniger störend wirkte. Das Bauwerk fand zur alten Symmetrie zurück.
Auch bei der Gestaltung der Innenräume orientierte man sich an der Frühzeit der Sandgrube. Vieles wurde rekonstruiert und man ergänzte mit Stücken aus der damaligen Zeit. Die Pavillons des Hofes bekamen wieder ihr altes Aussehen und wurden im Inneren für Musik- und Unterrichtszwecke eingerichtet. Bald bot das Landgut wieder ein Bild wie aus den Tagen der Anfänge.
Die Orangerie
Die Orangerie musste weichen. An ihrer Stelle entstand 1956/61 der siebengeschossige Trakt der neuen Gewerbeschule zwischen Vogelsangstrasse und Riehenstrasse. Der Garten vor der Orangerie war seit 1931 heruntergekommen und wurde durch die Stadtgärtnerei neu angelegt. In diesem Garten bekam die abgetragene Orangerie, die letzte ihrer Art in Basel, einen neuen Platz.
Während des Krieges nutzte der Basler Luftschutz die Orangerie für seine Übungen, was ihr sehr zusetzte. Sie wurde abgebrochen, um mit neuem Mauerwerk näher an anderer Stelle möglichst originalgetreu neu aufgebaut zu werden. Die Orangerie am Fuss des Gartens bildet heute ein reizvolles Gegenstück zum Hauptbau der Sandgrube, der gegenüber auf der Gartenseite steht.
Die Orangerie am neuen Standort, erbaut unter Verwendung originaler Bauteile mit Backsteinen anstatt Bruchsteinen. Im Hintergrund der Haupttrakt der Allgemeinen Gewerbeschule.
Die vom kantonalen Lehrerseminar und später von der Pädagogische Hochschule FHNW genutzte Sandgrube wurde nach Abschluss der Sanierung 1959 zu einer barocken Insel in einem sich veränderndem Umfeld. Sie steht quasi im Schatten der modernen Hochhäuser von Messe CH und Hoffmann-La Roche, wo sich das alte Landgut als bewahrtes Juwel des 18. Jahrhunderts zu behaupten weiss.
Zusammenfassung
Der Seidenbandfabrikant Achilles Leissler liess sich um 1745/51 vor den Mauern von Kleinbasel an der Strasse nach Riehen ein Landgut bauen. Erstellt wurde es durch den Bauingenieur Johann Jakob Fechter und genannt wurde es "Sandgrube", nach einem Flurnamen aus dem Mittelalter. Fechter schuf ein Anwesen, das beispielhaft für die Basler Barockarchitektur ist.
Das zweigeschossige Wohnhaus dominierte das Umfeld, in dem sich symmetrisch die Nebenbauten um den Hof so wie der Garten mit Orangerie hinter dem Haus präsentierten. Der Garten mit Pavillon liess sowohl französische wie englische Inspiration erkennen. Das Landgut soll auch Teil eines Wettstreits zwischen Leisslers Gattin und ihren Schwestern gewesen sein.
Mit dem Tod Leisslers 1784 ging die Liegenschaft an seine Witwe und wurde später an vermögende Hausherren weitergeben, die verschiedene Umbauten vornahmen. Am markantesten war jener von Johann Heinrich "Henri" Merian, der einen neuen Anbau im Barockstil erstellen liess, der ihm das Wohnen in der Sandgrube erleichterte, aber ihre einstige Wirkung schmälerte.
Dem Erwerb durch den Staat 1931 erfolgten nach dem Zweiten Weltkrieg weitere Umbauten. Nachdem man sich entschlossen hatte, in der Sandgrube das Lehrerseminar unterzubringen, wurde das Landgut 1957/59 weitgehend in seinen ursprünglichen Zustand versetzt. Neubauten in der Umgebung machen dabei eine Verkleinerung des Gartens und eine Versetzung der Orangerie nötig.
Beitrag erstellt 16.08.04 / Überarbeitet 18.02.19
Quellen:
Emil Blum / Theophil Nüesch, Basel Einst und Jetzt, Eine kulturhistorische Heimatkunde (Textband), Verlag Hermann Krüsi, Basel, 1913, Seiten 211 und 122
Daniel Burckhardt-Werthemann, Häuser und Gestalten aus Basels Vergangenheit, Frobenius AG, Basel 1925, Seite 163
Hans Eppens, Baukultur im alten Basel, Verlag Frobenius AG Basel, Basel, 8. Auflage 1974, Seite 169
Paul Leonhard Ganz, Die Sandgrube - von einem Basler Landsitz zum kantonalen Lehrerseminar, Verlag Helbing & Lichtenhahn, Basel, 1961
Dorothee Huber, Architekturführer Basel, herausgegeben vom Architekturmuseum in Basel, 2. Auflage 1996, ISBN 3-905065-22-3, Seiten 87 bis 88 und 329 bis 330
o. A. Beitrag "Sandgrube, Riehenstrasse 154", so wie Tafeln 110 bis 116, publiziert in Das Bürgerhaus in der Schweiz, Band 22, Kanton Basel-Stadt (2. Teil), herausgegeben vom Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein, Orell Füssli Verlag, Zürich, 1930, Seiten 56 bis 58