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(Costa, 1836)
- DE: Costas Schönschrecke
- EN: Eurasian Pincer Grasshopper
- FR: Le Caloptène de Barbarie | Le Caloptène ochracé
- IT: Callittamo barbaro
- Syn.: Calliptamus ictericus chopardi Grassé & Hollande, 1945 | Caloptenus italicus variety deserticola Vosseler, 1902 | Caloptenus discoidalis Walker, 1870 | Calliptamus ictericus Serville, 1838 | Caloptenus italicus minimus Ivanov, 1888 | Calliptamus barbarus monspelliensis Grassé & Hollande, 1945 | Calliptamus montanus Chopard, 1937 | Calliptamus barbarus nanus Mishchenko, 1951 | Calliptamus barbarus pallidipes Chopard, 1943 | Calliptamus barbarus parvus Maran, 1952 | Caloptenopsis punctata Kirby, 1914 | Calliptamus salina Maran, 1954 | Caloptenus siculus Burmeister, 1838
Morphologie
Die Grundfarbe von Calliptamus barbarus ist sehr variabel. In der Schweiz sind die Tiere farblich einheitlicher als im Süden des Verbreitungsgebiets. Es überwiegen Braun-, Ocker- und Grautöne mit kontrastreicher hell-dunkel Zeichnung. Es treten immer wieder Tiere auf, die zwei helle Linien vom Kopf über die Halsschild-Seitenkiele bis zur Spitze der Vorderflügel tragen. Die Gestalt ist gedrungen und die Augen sind im Verhältnis zum Kopf sehr gross. Die Fühler sind bei beiden Geschlechtern auf der Unterseite dunkel und auf der Oberseite hell. Die dunkel gefleckten Flügel erreichen knapp die Hinterknie oder überragen diese leicht. Am Ende sind sie leicht verschmälert. Die Hinterflügel sind an der Basis kräftig rosa bis weinrot gefärbt. Hinterschenkel und -schiene sind auf der Innenseite meist rot, wobei vor allem im Mittelmeergebiet Abstufungen bis gelb vorkommen. Die drei dunklen Flecken auf der Innenseite der Hinterschenkel sind deutlich und können im Mittelmeergebiet zu einem Flecken zusammenfliessen. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal befindet sich am Geschlechtsapparat der Männchen. Die Genitalkapuze, die sich auf der Innenseite zwischen den Cerci befindet, ist als stumpfer Höcker ausgeprägt, der die Cerci kaum überragt.
Gesang
Die Vertreter der Gattung Calliptamus erzeugen den Gesang auf unterschiedliche Weise. Eine Besonderheit der Calliptamus-Arten sind die Mandibellaute, bei denen die Kiefer gegeneinander gerieben werden. Es entsteht ein knisterndes Geräusch, das wie „suisuisui“ klingt und höchstens 5 m weit zu hören ist. Die Kiefer bewegen sich dabei nur geringfügig und die Beine werden im Rhythmus der Mandibelbewegungen lautlos nach oben geschlagen. Des Weiteren werden kurze, leise Schwirrverse mit schnellen Beinbewegungen erzeugt. Diese Laute werden häufig nach der Landung oder bei Kontakt mit Artgenossen vorgetragen und dienen als Kontaktlaute, Rivalen- oder Werbegesang. Manchmal kombinieren die Männchen Schwirrverse mit Mandibellauten. Diese sind auch im US-Detektor gut zu hören. Inwiefern sich die Lautäusserungen der drei Calliptamus-Arten unterscheiden, ist nicht bekannt, ein arttypischer Gesang scheint aber wahrscheinlich. Die verschiedenen Lautäusserungen sind schwierig aus der Geräuschkulisse herauszufiltern, so dass man die Tiere meist sieht, bevor man sie hört.
Mandibellaute von Calliptamus barbarus, die bei einer Begegnung von zwei ♂♂ entstehen. Aufnahme mit dem US-Detektor - FR, Hautes-Alpes, Mt. Colombis südöstlich von Gap, 20 °C, sonnig.
Mandibellaute von Calliptamus barbarus, die bei einer Begegnung von zwei ♂♂ entstehen. Aufnahme mit dem US-Detektor - FR, Hautes-Alpes, Mt. Colombis südöstlich von Gap, 20 °C, sonnig.
Verbreitung
Calliptamus barbarus ist in Südeuropa weit verbreitet und kommt von Portugal bis in die Schwarzmeerregion vor. Auch in Nordafrika und in vielen arabischen Ländern kommt die Art vor. In der Schweiz ist Calliptamus barbarus lediglich an den Jura-Südhängen entlang des Bielersees zu finden. Die Art konnte in Deutschland noch nicht nachgewiesen werden, Vorkommen scheinen aber wahrscheinlich.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere können von Ende Juni bis Ende Oktober beobachtet werden.
In Südeuropa ist Calliptamus barbarus etwas später ausgewachsen als Calliptamus italicus. Die Arten der Gattung Calliptamus haben eine Vielzahl von Kommunikationsmethoden entwickelt. Die am häufigsten beobachtete Kommunikationsart sind lautlose Winkbewegungen mit den Hinterschienen. Dabei werden die Hinterbeine einzeln oder auch zusammen unterschiedlich weit angehoben und die Schienen ruckartig auf und ab bewegt. Die Männchen zeigen ab und zu elegante Bewegungen mit den Füssen. Sie heben ein Bein weit über den Körper und bewegen dann nur die Füsse auf und ab. Dies geschieht oft auf einer erhöhten Position, etwa wenn die Tiere nach der Landung auf einen Stein klettern.
Lebensraum
Calliptamus barbarus besiedelt ausgesprochen trockene Lebensräume mit spärlicher Vegetation. Am Jurasüdfuss sind dies Felsensteppen und Randbereiche von Rebbaugebieten. In Südeuropa findet man die Art in trockenen Flussbetten, Strassengräben, Steinbrüchen, Kiesgruben oder spärlich bewachsenen Hügeln.
Gefährdung & Schutz
In der Schweiz ist Calliptamus barbarus stark gefährdet. Die Vorkommen sind einerseits stark isoliert und andererseits durch die Ausdehnung der Siedlungs- und Rebbaugebiete bedroht. Die Qualität der Lebensräume ist mit geeigneten Pflegemassnahmen zu erhalten. Dazu gehört in erster Linie ein periodisches Entbuschen. Eine extensive Beweidung mit Ziegen oder Schafen ist für die Art förderlich. Eine natürliche Gestaltung der Randbereiche in Rebbaugebieten, geringe Düngung sowie eine Spätweide mit Schafen zur Reduktion der Krautschicht tragen zur Förderung von Calliptamus barbarus bei.
- CH: EN (Stark gefährdet)
- DE: Abwesend
- AT: Abwesend
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Alle Calliptamus-Arten Europas sind sich sehr ähnlich und können leicht verwechselt werden. Sie unterscheiden sich anhand der Form und Farbe der Flügel, der dunklen Fleckenzeichnung der Hinterschenkel, vor allem aber anhand der Genitalkapuze der Männchen. Die Genitalkapuze von Calliptamus italicus ist spitz, nach hinten gebogen und ragt nach oben über die Cerci hinaus. Die Flügel überragen meist die Hinterknie, beim Weibchen sogar deutlich, und die dunklen Flecken der Hinterschenkel sind auf der Innenseite nur sehr schwach ausgeprägt. In Südeuropa und speziell in Griechenland ist Calliptamus barbarus immer wesentlich kleiner als Calliptamus italicus. Calliptamus siciliae hat kürzere Flügel, die höchstens die Hinterknie erreichen. Ihre Hinterflügel sind durchsichtig milchig aber nie weinrot.