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| Gregor v. Nazianz († 390) - Reden

VII. Rede
5.
Davon spreche ich nicht, um die Eltern zu rühmen. Denn ich weiß, daß wohl keiner dies nach Gebühr zu tun vermöchte, selbst dann nicht, wenn er ihr Lob zum einzigen Gegenstand seiner Rede machen würde. Meine Absicht ist vielmehr, zu zeigen, daß Cäsarius seine Tugenden seinen Eltern verdankte. Ihr dürft euch nicht ungläubig verwundern, wenn ein Sohn solcher Eltern sich solchen Lobes würdig zeigt. Wundern hättet ihr euch müssen, wenn er nicht auf die Vorbilder in der eigenen Familie und in seiner Nähe geachtet und auf Fremde geschaut hätte. Seine ersten Lebensjahre waren so, wie sie bei edlen Menschen von schöner Zukunft zu verlaufen pflegen. Von dem Nebensächlichen, seiner Schönheit, seiner Größe, seiner allgemeinen Beliebtheit, seiner Vornehmheit im Ausdruck will ich schweigen, da es uns nicht zukommt, solche Vorzüge zu bewundern, mögen sie auch anderen nicht unbedeutend erscheinen. [S. 214] Ich gehe daher auf das Folgende über, was ich, selbst wenn ich wollte, nicht leicht übergehen könnte.