Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03291.jsonl.gz/2984

Dieses Projekt ist eng an das Archiv des Sprach- und Sachatlas Italiens und der Südschweiz (AIS) gebunden, welches im Institut für Italienische Sprache und Literatur angesiedelt ist. Unter der Leitung von Karl Jaberg (Universität Bern) und Jakob Jud (Universität Zürich) erschienen zwischen 1928 und 1940 die acht Atlasbände des Werkes.
Das Archiv konserviert auch diverse Dokumente, die während der Realisierung des AIS entstanden sind; unter anderem auch den Briefwechsel zwischen Karl Jaberg und Paul Scheuermeier. Es handelt sich hierbei um mehr als 500 Briefe, welche die zwei Forscher in den Jahren der Materialsammlung (1919-1925) austauschten. Während dieser Zeit beschäftigte sich Scheuermeier mit den Dialektaufnahmen in der Südschweiz und in Nord- und Mittelitalien.
Das Hauptziel des Projekts besteht darin, den - bis jetzt unveröffentlichten - Briefwechsel Jaberg-Scheuermeier zugänglich zu machen. Dies geschieht in 3 Arbeitsschritten:
Transkription der Briefe
Übersetzung (deutsch-italienisch)
Kommentar (Verfassen thematischer Kapitel)
Der Briefwechsel enthält zweifellos Dokumente von grossem kulturellem und wissenschaftlichem Interesse. Einerseits gibt er uns wertvollen Aufschluss über den methodologischen Aufbau des Werks, wie z.B. die Diskussionen über die phonetische Transkription oder über die stetigen Anpassungen des Questionnaires. Andererseits enthält er viele Informationen über persönliche Aspekte oder über Themen, die in den veröffentlichten Materialien oft nur unter einem weniger persönlichen Blickwinkel anzutreffen sind: die Schwierigkeiten bei der Suche der Sujets, die Verlegerfragen, die «Konkurrenz» des ALI, der Kontakt mit den italienischen Kollegen, um nur einige zu nennen.
Das Institut ist der ideale Ort für die Durchführung dieses Projekts: der wertvolle und umfangreiche Bestand des AIS Archivs (wie z.B. die Aufnahmeprotokolle oder das Tagebuch Scheuermeiers) und die Präsenz der Jaberg Bibliothek erlauben es, den Entstehungskontext des Werkes näher zu erforschen.