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Das Internet spuckt die Namen der berühmtesten Glarner aus
Auf einer Karte im Internet lassen sich für alle Orte der Erde die bekanntesten Personen finden. Unter den Glarnerinnen und Glarnern fällt etwa Burkat Shudi aus Schwanden auf.
Auf einer Karte im Internet lassen sich für alle Orte der Erde die bekanntesten Personen finden. Unter den Glarnerinnen und Glarnern fällt etwa Burkat Shudi aus Schwanden auf.
Ist Burkat Shudi der berühmteste Schwander? Laut einer interaktiven Online-Karte, programmiert vom finnischen Kartenmacher Topi Tjukanov, ist das so. Zwar hiess Burkat Shudi zunächst Burkhardt Tschudi, wanderte aber 1718 von Schwanden nach London aus. Dort änderte er seinen Namen auf Burkat Shudi ab. Wahrscheinlich konnte man in London seinen Glarner Nachnamen zu schlecht aussprechen. In London sei er zu «einem der berühmtesten Cembalobauer seiner Zeit» geworden, heisst es im historischen Lexikon der Schweiz.
Die bekannteste Person aus dem Glarnerland ist nach der Karte von Topi Tjukanov die ehemalige Skirennfahrerin Vreni Schneider aus Elm. Weltweit liegt sie auf Platz 32'053. Ihr folgt im Glarnerland Heinrich Glarean, der Universalgelehrte und Humanist aus Mollis, geboren im 15. Jahrhundert. Der dritte Platz geht laut Karte an Johann Jakob von Tschudi. Dieser war ein Forscher und Linguist, der im 19. Jahrhundert lebte. Tschudi nimmt alt Bundesrat Joachim Heer die Goldmedaille als berühmteste Persönlichkeit aus dem Ort Glarus.
Obama weltweit auf Rang 1
Öffnet man den Link zu dieser Karte, sind viele Namen auf einer Erdkugel sichtbar, die Namen der bekanntesten Personen der Welt, angezeigt bei ihren Geburtsorten. Weltweit liegt Barack Obama auf dem ersten Platz. Auf dem zweiten Donald Trump und auf dem dritten Leonardo da Vinci.
Zoomt man in die Erdkugel hinein, zeigt die Karte immer mehr Namen an, bis sie schliesslich zu jeder einzelnen Ortschaft einen Namen angibt. Dieser gehört jeweils zu der bekanntesten Person, die dort geboren wurde. Als Zusatzinformationen zeigt die Karte an, welches Geschlecht die Person hat, ob sie noch lebt (Vreni Schneider: «Wahrscheinlich ja») und auf welchem Rang sie unter den bekanntesten Personen weltweit liegt.
Absolut zuverlässige Angaben liefert die Karte jedoch nicht. So zeigt sie in Riedern eine Person an, die eigentlich im Kanton Appenzell geboren wurde, und am Platz des Vrenelisgärtlis schwebt der Name Bendeniz. Der Künstlername einer türkischen Popsängerin, die in Zürich auf die Welt gekommen ist.
Wo ist Zwicky?
Die bekannteste Glarner Persönlichkeit, die nicht mehr lebt, ist gemäss Karte Heinrich Glarean aus Mollis. Doch ist er bekannter als Fritz Zwicky? Nein, der Astrophysiker Zwicky wurde in Warna (Bulgarien) geboren und ist auf der Karte auch dort eingetragen. Mollis ist lediglich sein Heimatort. Ansonsten wäre er auf der Karte als bekanntester Molliser eingetragen – und als bekanntester Glarner. Er liegt rund 37 000 Plätze vor Heinrich Glarean. Dieser war einer der einflussreichsten Humanisten im Südwesten Deutschlands. Er hat in Basel und in Freiburg im Breisgau gelehrt und die Grundlagen für die heute bekannten Dur- und Moll-Tonleitern geschaffen.
Susanne Hauser ist überrascht …
Der grösste Teil der berühmtesten Glarner und Glarnerinnen ist laut Karte bereits gestorben. Susanne Hauser ist eine der Lebenden. «Ich bin überrascht, dass ich die bekannteste Person mit Geburtsort Oberurnen bin», sagt die 76-jährige Kunstmalerin. In Oberurnen gelebt habe sie nur kurz. Über 50 Jahre lang war sie in Thalwil zu Hause.
Zwar hatte Susanne Hauser viele Kunstausstellungen im Kunsthaus Glarus und im Ausland, zum Beispiel in New York, Venedig oder Köln, wie sie erzählt. «Bemüht habe ich mich aber nie, bekannt zu werden», sagt Hauser und lacht.
… Fridolin Walcher weniger
«Im Glarnerland braucht es nicht allzu viel, um bekannt zu werden», sagt Fridolin Walcher. «Das Alter spielt da von selbst auch mit.» Der Fotograf ist laut Karte die bekannteste Person aus Braunwald. Die Gründe für seine Bekanntheit sieht er in seinen kulturellen Tätigkeiten sowie in seinen gesellschaftspolitischen Aktionen im Glarnerland und in Braunwald – zum Beispiel die Mitgründung des Kulturcafés «Bsinti» und des Mittragens dieser Institution während Jahren, sagt er. «Auf der Strasse werde ich manchmal von Leuten angesprochen, die ich nirgends zuordnen kann», erzählt Walcher.
Loris Piva hat im Sommer 2022 die Kantonsschule in Glarus mit Maturität abgeschlossen - und noch kein konkretes Berufsziel. Er mag das Leben im Kanton Glarus und geht in seiner Freizeit gerne aufs Velo. Mehr Infos