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In Äypten ist das erste Volk des Altertums zu finden, das seine deutlichen Spuren hinterlassen hat und durch sein gesellschaftliches Gefüge auf die weiteren Völker einwirkte. Im Raume Kairo und in der ganzen Nilgegend sind uns Kunststätten aus der altägyptischen Kulturepoche erhalten geblieben. Die Kunst Altägyptens zieht sich über zweitausend Jahre hinweg und liefert uns eine Fülle von Informationen über die damalige Zeit in Form von Tempeln, Statuen, Grabstätten mit reichem Grabschmuck und Wandmalereien sowie Schriften in Form von Hieroglyphen
Die ägyptische Kulturepoche wird unterteilt in ein altes, ein mittleres und ein neues Reich.
Die noch heute sichtbare Kunst der Ägypter manifestiert sich vor allem ab dem Jahr 2000 in grossartigen Bauten wie den Pyramiden von Giseh, der weltberühmten Sphinx, dem Tempel der Hatschepsut und dem Tempel von Karnak.
In Stein gemeisselte Figur, Tempel von Karnak, Luxor
Körperkultur und Tanz im alten Ägypten
Im rund dreitausend Jahre währenden ägyptischen Reich waren Bewegung und Tanz innerhalb des Götter- und Totenkultes von grosser Bedeutung; getanzt und musiziert wurde auch an festlichen Anlässen. Die Gräber der altägyptischen Pharaonen in Theben bei Luxor zeigen in Form von Wandmalereien oder in Stein gemeisselten Figuren sportliche oder tänzerische Darstellungen, oft auch in Verbindung mit Musik.
Weltberühmt geworden sind die drei tanzenden und spielenden Figuren aus dem Grab des Prinzen der Nacht, Amunpriester unter König Amenophis II, um 14.30 v.Chr. Die Foto links zeigt als Ausschnitt die Harfenspielerin.
Die Sportschulen
Die Prinzenschulen des ägyptischen Reiches verfügten jeweils über eine Sportabteilung. Nebst allgemeinem körperlichem Training wurde auch der Nahkampf geübt. Die
Äypter entwickelten ein Selbstverteidigungssystem, welches von der Prinzenklasse intensiv gepflegt wurde. Dieses lässt sich mit heute üblichen Nahkampfsystemen vergleichen. An den Wänden der
Sporthalle von Beni Hasan finden wir unzählige Nahkampf- und Ringskeznen abgebildet. Durch zwei verschiedene Farben sind der Angreifer und der Verteidiger getrennt dargestellt.
Nahkampfszenen, Beni Hasan
Für Bewegungs- und Tanzinteressierte finden wir in altägyptischen Gräbern eine Fülle von tänzerischen Darstellungen. Bereits auf unserer ersten Ägyptenreise in den 80er-Jahren entdeckten wir im Tal der Könige das Grab des Cheruf, Vermögensverwalter der Königin Teje, zur Zeit Amenophis III. Die Touristenströme werden in die berühmten Gräber der Könige und Prinzen geschleust. Das Grab des Cheruf liegt abseits in einem Kellerabteil eines unscheinbaren Gebäudes. Es wurde bis zu seiner Entdeckung als Schafstall benutzt. An den Wänden finden sich in Stein gemeisselte Figuren in tänzerischen Posen. Die Figuren sind so aneinandergereiht, dass der Bewegungsablauf erahnt werden kann.
Im 2009 planten wir eine weitere Ägyptenreise. Mit dem entsprechenden Fotoequipment gut vorbereitet, besuchten wir dieses Grab noch einmal. Wir erhielten sogar die Erlaubnis zu fotografieren und konnten in Ruhe die ganze Wand in den einzelnen Abschnitten festhalten. Die Figuren haben wir anschliessend digital herausgearbeitet. Auf diese Resultate sind wir besonders stolz, sie lassen unser Tänzerherz höher schlagen.
In Stein gehauene Figuren an der Grabwand des Cheruf, Vermögensverwalter der Königin in Teje, Zur Zeit Amenophis III.
um 1400 v.Chr.