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Silber Arzneimittelgruppen Chemische Elemente MetalleSilber ist ein chemisches Element und ein Übergangsmetall, das in der Medizin aufgrund seiner antibakteriellen Eigenschaften hauptsächlich als Antiseptikum verwendet wird, zum Beispiel in Form von Cremen und Wundauflagen. Das Salz Silbernitrat wird als Ätzmittel gegen Warzen und Geschwüre eingesetzt. Nachteilig an Silber ist, dass die Haut bei einer Lichtexposition grau verfärbt werden kann. Von einer Einnahme des kolloidalen Silbers ist mit Nachdruck abzuraten, weil es sich in verschiedenen Organen ablagern kann und zu unerwünschten Wirkungen führt.Produkte
Silber ist als pharmazeutischer Wirkstoff unter anderem in Cremen (z.B. als Silbersulfadiazin) und in Wundauflagen enthalten. Auch einige Medizinprodukte werden mit Silber beschichtet.Struktur und Eigenschaften
Silber (Ag, Mr = 107.9 g/mol) ist ein chemisches Element, das als weiches, formbares, weisses und glänzendes Übergangs- und Edelmetall mit einem hohen Schmelzpunkt von 961 °C vorliegt. Es zeichnet sich durch seine sehr gute elektrische und thermische Leitfähigkeit aus. Silber ist unter anderem in konzentrierter Salpetersäure löslich, wobei sich Silbernitrat (AgNO3) bildet.
Gegenstände aus Silber wie Silberbesteck bilden mit dem in der Luft vorhandenen Schwefelwasserstoff (H2S) mit der Zeit das schwarze Silbersulfid (Ag2S), wobei sie „anlaufen“. Verfärbtes Silber lässt sich zum Beispiel mit Chemikalien oder mit Aluminiumfolie und Kochsalz reinigen. Es handelt sich nicht um Oxide, da Silber eine geringe Affinität zu Sauerstoff hat.
Das Silbersalz Silbernitrat ist sehr leicht wasserlöslich. Natriumchlorid-Lösungen können zur Neutralisierung von Silbernitrat eingesetzt werden, weil sich das weisse Silberchlorid (AgCl) in Wasser schlecht löst. Diese Ausfällung dient auch zum Nachweis von Silberionen.
Aufgrund der genannten Eigenschaften eignet sich reines Silber nicht für die Schmuckherstellung. Deshalb werden Legierungen mit anderen Metallen verwendet, etwa mit Kupfer: Sterlingsilber ist härter als Silber und leicht rötlich.
Fällung mit Silbernitrat, zum Vergrössern anklicken. Illustration © PharmaWikiWirkungenIndikationen
- Silber wird in der Medizin hauptsächlich als Desinfektionsmittel für die Haut verwendet und ist als solches zum Beispiel in Cremen und Wundauflagen enthalten.
- Zur Entkeimung von Trinkwasser.
- Als Reagens.
- In Form der → Silbernitratstäbchen zur Verätzung , etwa bei Warzen oder Geschwüren.
- Gegen Körpergerüche, zum Beispiel in Textilien.
Gemäss der Fachinformation. Die Cremen werden üblicherweise einmal täglich aufgetragen.Kontraindikationen
Zu den Gegenanzeigen gehören (Auswahl):
- Überempfindlichkeit
- Orale Verabreichung
Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.Unerwünschte Wirkungen
Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören lokale Hautreaktionen. Silber kann unter dem Einfluss von Sonnenlicht zu einer Grauverfärbung der Haut führen. Deshalb soll nach dem Auftragen immer ein Verband aufgeklebt und Kleidung getragen werden!
Von einer Einnahme des → kolloidalen Silbers ist aufgrund der unerwünschten Wirkungen dringend abzuraten. Das Silber kann sich unter anderem in der Haut, der Schleimhaut und anderen Organen wie den Nieren und den Augen ablagern. Dadurch kann es zu einer oftmals unumkehrbaren (irreversiblen) Blau- bis Grauverfärbung der Haut und der Schleimhaut sowie zu Sehstörungen kommen (Argyrie). Weitere Nebenwirkungen sind in der Literatur beschrieben.siehe auch Literatur
- Arzneimittel-Fachinformation (CH)
- Bundesministerium für Gesundheit (D, AT)
- Europäisches Arzneibuch PhEur
- Hadrup N., Lam H.R. Oral toxicity of silver ions, silver nanoparticles and colloidal silver--a review. Regul Toxicol Pharmacol, 2014, 68(1), 1-7 Pubmed
- Lehr- und Handbücher der Chemie
- Okan D., Woo K., Sibbald R.G. So what if you are blue? Oral colloidal silver and argyria are out: safe dressings are in. Adv Skin Wound Care, 2007, 20(6), 326-30 Pubmed
- Park S.W., Shin H.T., Lee K.T., Lee D.Y. Medical concern for colloidal silver supplementation: argyria of the nail and face. Ann Dermatol, 2013, 25(1), 111-2 Pubmed
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.