Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03268.jsonl.gz/3382

Projektleitung:
de Quervain, D. J.-F., Soravia, L. M., Ehlert, U., Heinrichs, M.
Projektmitarbeiter: Emmerich, J., Jann, V., Lerch, T., Nietlisbach, G.
Kooperationspartner: Prof. Dr. C. Sue Carter (University of Illinois at Chicago, Department of Prof. Dr. I. Neumann (Universität Regensburg, Abteilung für Neurobiologie)
Forschungsförderung: Schweizerischer Nationalfonds SNF
Projektlaufzeit: 2003-2004
Phobien sind anhaltende, ausgeprägte und übertriebene
Ängste, welche auf ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte
Situation gerichtet sind, Flucht- und Vermeidungsreaktionen auslösen
und auch durch Willenskraft oft nicht zu beeinflussen sind (z. B.
Höhen, Tiere, soziale Situationen). Die Konfrontation mit einem
phobischen Stimulus führt zu einem Abruf von stimulusassoziierten
angsterregenden Erinnerungen, die in einer unmittelbaren Angstantwort
oder Angstreaktion resultiert. Studien der Arbeitsgruppe konnten
bereits zeigen, dass ein erhöhter Glukocorticoidspiegel den
Abruf von deklarativen Gedächtnisinhalten bei gesunden Personen
beeinträchtigen kann. Ziel des Projekts ist es zu prüfen,
inwieweit ein pharmakologisch erhöhter Glucocorticoidspiegel
vor Konfrontation mit einer angststimulierenden Situation den Abruf
von angstbesetzten Erinnerungen bei Personen mit sozialer Phobie
hemmen kann. Demnach würde in einer phobischen Situation die
stressinduzierte Ausschüttung von Cortisol eine Unterdrückung
des Abrufes von assoziierten angstbesetzten Erinnerungen begünstigen.
In der vorliegenden Studie werden 30 Personen, welche die DSM-IV Kriterien für eine generalisierte soziale Phobie erfüllen, in einem placebokontrollierten Doppelblinddesign untersucht. Eine Stunde vor einem standardisierten psychosozialen Stresstest (Trier Social Stress Test) wird den Probanden 25 mg Cortison oder Placebo oral verabreicht. Neben umfangreichen psychologischen Parametern (Stimmung, Ängstlichkeit, Depressivität, Kontrollüberzeugung, Aufmerksamkeitslenkung, sozialphobisches Verhalten) werden als biologische Parameter während des Stresstests Cortisol im Speichel und die Herzrate gemessen.
Ausgewählte Publikationen