Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03612.jsonl.gz/1595

Immer noch landet in Privathaushalten viel zu viel Bio-Müll im Hauskehricht und wird in der Folge verbrannt. Um diesem Problem zu begegnen, setzt die Verwaltung der Agglomeration des französischen Colmar jetzt auf ein ungewohntes Mittel: Über 1000 Hühner der Rassen «Poule d'Alsace» und «Poule rousse» wurden bereits an Privathaushalte verteilt.
Rund 150 Kilogramm Bio-Müll pro Jahr frisst ein Huhn durchschnittlich. Wie die Huffington Post berichtet, preist der Chef der Abfallbetriebe der Stadt im Elsass die Idee als Erfolg an. Dank den Hühnern müsse der anfallende Bio-Müll nicht verbrannt werden. Damit spare man Geld und tue etwas Gutes für die Umwelt. Schliesslich entstehe beim Verbrennen von Abfall Schadstoffe und Treibhausgase.
Die nächste Frist für Bewerbungen für die «Müllschlucker-Hühner» endet Mitte April. Damit sie von der Verwaltung ein Hühnerpaar bekommen, müssen die Bewohner Colmars verschiedene Bedingungen erfüllen: Die Hühner brauchen einen ausreichend grossen Stall, Freilauf in einem Garten, Schutz vor Fressfeinden sowie eine geregelte Ferienvertretung, falls die Besitzer verreisen.
Colmar ist nicht die einzige Gemeinde, welche Müllschlucker-Hühner einsetzt. Ähnliche Programme gibt es etwa in Bordeaux oder Versailles. Und auch die französische Staatsbahn SNCF hat neben diversen Bahnhöfen Hühnerstellen für die tierischen Müllschlucker errichtet.