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Aus der „Hall of Shame“ der letzten 15 Jahre wurden die Nominierten ausgewählt
Seit 15 Jahren werden anlässlich des Weltwirtschaftsforums (WEF) die Public Eye Awards als Schmähpreise für die gravierendsten Fälle von Menschenrechtsverletzungen und Umweltvergehen durch Unternehmen vergeben. Am 23. Januar 2015 wird die Auszeichnung zum letzten Mal vergeben. Als Begründung wird einerseits genannt, dass mittlerweile eine breite NGO-Koalition Druck auf die Regierung ausübt. Mit der Prüfung einer Volksinitiative, die rechtlich verbindliche Regeln für die weltweite Respektierung von Menschenrechten und Umwelt durch Schweizer Unternehmen erreichen wolle, sei die politische Kernforderung des Public Eye auf gutem Weg. Zudem habe das WEF stark an Relevanz verloren und sei der falsche Ort für politische Forderungen, die sich an demokratisch legitimierte EntscheidungsträgerInnen richteten.
Dies sind die Nominierten:
- Chevron
Chevron erhielt 2006 den Public Eye Jury Award in der Kategorie Umwelt für die Verschmutzung grosser Teile noch unberührten Urwalds im Norden Ecuadors.
- Dow Chemical
2005 erhielt Dow Chemical den Public Eye Jury Award in der Kategorie Menschenrechte für den Versuch, jede nur erdenkliche Lücke zu nutzen, um sich aus der Verantwortung für die Bhopal-Katastrophe zu stehlen.
- Gazprom
Gazprom erhielt 2014 den Public Eye People’s Award für ihre Pläne, in der Arktis nach Öl zu bohren.
- Glencore
2008 erhielt Glencore den Public Eye Jury Award für ihre unverantwortlichen und intransparenten Geschäftspraktiken in Kolumbien.
- Goldman Sachs
2013 erhielt Goldman Sachs den Public Eye Jury Award für ihren Beitrag an die Eurokrise.
- Walmart
Walmart erhielt 2005 den Public Eye Jury Award in der Kategorie Arbeitsrechte für die Missachtung von Menschen- und Arbeitsrechten entlang ihrer Wertschöpfungskette in Ländern wie Lesotho, Kenia oder Thailand.
Auf Public Eye Awards kann bis zu 21.Januar abgestimmt werden.
Alexandre Robert
Die „Einkaufs-App“ der EvB hilft dabei, verantwortungsvoller auszuwählen
Die Erklärung von Bern (EvB) befragte im Rahmen der Clean Clothes Campaign (CCC) über 100 Marken im Hinblick auf ihre Anstrengungen, einen Existenzlohn einzuführen. Die Firmen wurden aufgefordert, konkrete Aussagen zu ihren Massnahmen in Bezug auf soziale Nachhaltigkeit – vom Ermöglichen gewerkschaftlicher Aktivitäten über die Einkaufs- und Preispolitik bis hin zu Lohnzielgrössen und Transparenzfragen zu machen. Die Ergebnisse der Befragung sind in einer übersichtlichen App (iOS / Android) einsehbar.
„Das Recht auf einen Existenzlohn ist in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert. Trotzdem muss die Mehrheit der über weltweit 60 Millionen Textil-ArbeiterInnen in bitterer Armut leben. Ihr Lohn reicht – trotz massiven Überstunden – nicht zum Leben.
Mit einem Existenzlohn erhält eine Arbeiterin, ohne Überzeit leisten zu müssen, genug Lohn um die Grundbedürfnisse ihrer Familie zu decken.“
Es ist ernüchternd zu sehen, dass es bisher nur wenige Marken sind, die „sich auf den Weg“ gemacht haben. Aber zumindest dies kann man beim nächsten Einkauf bedenken. Die App ist kostenlos abrufbar unter: Existenzlohn-Kampagne 2014
Alexandre Robert
Bisher “führt” Gazprom das Ranking der Public Eye Awards 2014 an
Auch diese Jahr werden wieder die Puplic Eye Awards verliehen, bei dem die übelsten Unternehmen “gekürt” werden. Eine international besetzte Jury aus renommierten Wirtschaftsethikern schlägt für die diesjährigen Schmähpreise acht Konzerne vor:
- Marine Harvest
Der masslose Einsatz von Pestiziden, Farbstoffen und Antibiotika sowie die Überbelegung der Lachskäfige haben schwerwiegende Konsequenzen für Mensch und Umwelt.
- FIFA
Die FIFA Weltmeisterschaft trägt zur Verletzung von Menschenrechten wie dem Recht auf eine angemessene Unterkunft, dem Recht auf Bewegungsfreiheit, dem Recht auf Arbeit sowie der Versammlungs- und Bewegungsfreiheit bei.
- Gazprom
Die Pläne des Unternehmens, im Dezember 2013 das erste arktische Öl zu fördern, stehen aufgrund der schwerwiegenden Umweltrisiken in der Kritik. Gazprom weigert sich bis heute, ihren Notfallplan gegen Ölverschmutzung öffentlich zu machen.
- Eskom
Die Geschäftspraktiken von Eskom lassen vermuten, dass das Unternehmen davon ausgeht, das Verbrennen von Kohle habe keinen Einfluss auf die menschliche Gesundheit. Der Versuch, sich den Mindeststandards zu entziehen trägt aktiv zur Verletzung des Menschenrechts auf Gesundheit bei.
- GAP
Textilgigant Gap weigert sich bis heute, das rechtlich verbindliche Abkommen «Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh» zu unterzeichnen. Stattdessen unterminiert Gap mit einem eigenen Pseudo-Abkommen aktiv die Bemühungen für wirksame Reformen.
- HBSC
Durch die Bereitstellung finanzieller Mittel trägt HSBC zu Rodungen, welche ohne das Einverständnis lokaler Gemeinschaften ausgeführt wurden, sowie zur Zerstörung von besonders schützenswerten Waldgebieten bei.
- Syngenta, Bayer, BASF
«The bee-killers» sind grosse, multinationale Firmen, welche hochgiftige, systemische Pestizide herstellen und verkaufen. Diese Pestizide sind für das Massensterben von Bienen und anderen Bestäubern, die für Umwelt, Landwirtschaft und die globale Nahrungsmittelproduktion wichtig sind, mitverantwortlich.
- Glencore Xstrata
Glencore Xstrata versucht, sein lukratives Geschäft um jeden Preis zu sichern und nimmt dabei kaum Rücksicht auf die sozialen, kulturellen und politischen Rechte der Menschen oder die Konsequenzen für die Umwelt.
Die Online-Abstimmung läuft noch bis zum 22. Januar mittags. Kurz vor dem Start des World Economic Forum (WEF) in Davos werden die Abstimmungsergebnisse der schlimmsten Fälle von Missachtung von Umwelt und Menschenrechte bekanntgegeben. Mal sehen, ob Gazprom, bisher gefolgt von der FIFA, das Rennen macht.
Alexandre Robert
BMW setzt bei der Einführung der Elektroautos auf Social Media (und leere Strassen)
BMW hat Social Media in der Vergangenheit bereits umfangreich für Employer-Branding (Arbeitgebermarkenbildung) und Werbe-Kampagnen eingesetzt. So verwundert es nicht, dass zur Einführung der ersten Elektroautos aus der i-Serie auch auf Social Media gesetzt wird. Auf der BMW i-Website werden die Aktivitäten gebündelt, und die Nutzungszahlen der jeweiligen Plattformen (Facebook, Instagram, Foursquare, YouTube und Twitter) dargestellt. Zum Thema „Zukunft der urbanen Mobilität“ heisst es:
„BMW i steht für visionäre Elektrofahrzeuge und Mobilitätsdienstleistungen, inspirierendes Design sowie für ein neues Verständnis von Premium, das sich stark über Nachhaltigkeit definiert und einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt: Mit maßgeschneiderten Fahrzeugkonzepten, einem Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette und einer ganzen Reihe von ergänzenden Mobilitätsdienstleistungen definiert BMW i das Verständnis von individueller Mobilität neu.“
Für einen Autobauer, der „Freude am Fahren“ bislang durch PS-starke Verbrennungsmotoren definiert, ist es sicher ein wichtiger Schritt, nun endlich an der Umdeutung von „Freude am Fahren“ zu arbeiten. Die Mobilität in den Städten wird in Zukunft jedoch nicht durch individuelle Fahrzeuge, sondern durch öffentlichen Verkehr gewährleistet werden (Das Auto macht die Stadt kaputt). Die leeren Städte, durch die die E-Autos im Imagefilm gleiten, wurden für die Aufnahmen für den Verkehr sicherlich gesperrt. Es wird spannend sein zu beobachten, welches Feedback BMW über Social Media erhält und wie damit umgegangen wird.
Alexandre Robert
Kinderarbeit, Umweltsünden, Energieverschwendung: Wie hält es die Marke damit?
Die Initiative „Rank a Brand“ existiert in Deutschland seit 2011. Mittlerweile gibt es auch eine iPhone-App sowie eine mobile Version. Zur Zeit können auf rankabrand.de ca. 400 Verbrauchermarken aus 25 Branchen in Bezug auf ihre soziale und ökologische Nachhaltigkeit verglichen werden. Die Marken sind in Kategorien wie „Mode“, „Elektronik“ aber bspw. auch „Reisen“ unterteilt. Zur Bewertung werden Informationen und Kennzahlen der Hersteller sowie auch von Dritten (bspw. Carbon Disclosure Project oder Fairtrade International) herangezogen. Unternehmen, die keine Angaben zur Nachhaltigkeit ihrer Produkte machen, bekommen die schlechteste Bewertung. Dies kann im Einzelfall zu unstimmigen Ergebnissen führen. Auf jeden Fall wird Transparenz honoriert und welches Unternehmen kann es sich heute noch erlauben, nichts zu den Herstellungsbedingungen zu sagen. So verstehen auch die Macher den Sinn des Brandrankings.
„Unser Ziel ist es zu sensibilisieren: Markenhersteller für Unternehmensverantwortung und Transparenz. Verbraucher für Nachhaltigkeit und ihre Einflusskraft.“
Die Bewertungen werden mittlerweile auch auf anderen Plattformen wie barcoo.com und wegreen.de genutzt. Bleibt zu hoffen, dass sich „Rank a brand“ weiter verbreitet und an Einfluss gewinnt. Immerhin schmückt sich der Lebensmittelkonzern Rewe auf seiner Website bereits mit dem dritten Rankingplatz „C“. Da geht doch noch was.
Alexandre Robert
Bisher „führt“ Goldman Sachs das Ranking der Public Eye Awards 2013 an
Auch diese Jahr werden wieder die Puplic Eye Awards verliehen, bei dem die übelsten Unternehmen „gekürt“ werden. Eine international besetzte Jury aus renommierten Wirtschaftsethikern schlägt für die diesjährigen Schmähpreise sieben Konzerne vor:
- Alstom (FR):
Alstom besticht weltweit Politiker um an Aufträge zu gelangen und verhindert so wirtschaftliche Entwicklung.
- Coal India (IN)
Der weltweit grösste Kohleförderer vertreibt Stammesvölker aus ihrer Heimat. Alleine 2010 starben in den Minen 205 Arbeiter.
- G4S (UK)
Weltgrösster privater Sicherheits-Dienstleister, in zahlreiche Menschenrechtsverletzungen verwickelt.
- Goldman Sachs (USA)
Hat gegen horrende Gebühren Griechenlands Staatsschulden versteckt und das Land so in den Ruin getrieben.
- Lonmin (ZA)
Der südafrikanische Minenkonzern instrumentalisierte Polizei und Armee um einen Streik zu brechen. Resultat: 44 Tote.
- Repower (CH)
Die Bevölkerung Kalabriens will kein gigantisches Kohlekraftwerk neben der Haustür. Repower baut’s trotzdem.
- Shell (NL)
Shell will in der höchst empfindlichen Arktis nach fossilen Brennstoffen suchen – die Risiken sind enorm.
Die Online-Abstimmung läuft noch bis Mittwoch, 23. Januar mittags. Kurz vor dem Start des World Economic Forum (WEF) in Davos werden die Abstimmungsergebnisse der schlimmsten Fälle von Missachtung von Umwelt und Menschenrechte bekanntgegeben. Mal sehen, ob Goldman Sachs, bisher knapp gefolgt von Shell, das Rennen macht.
Alexandre Robert
Billigmarken wie C&A und KiK sind mitverantwortlich für die Toten in den Fabriken
Beim Brand am 11. September 2012 starben fast 300 Arbeiterinnen und Arbeiter in einer Textilfabrik in Karadschi, die unter anderem für KiK Billigkleider produziert. Der Brand war kein Einzelfall. Allein seit 2000 sind mehr als 700 Beschäftigte durch Brände in Fabriken der Bekleidungsindustrie in Pakistan und Bangladesch umgekommen. Im Dezember 2012 gab es 112 Tote bei einem Brand in Bangladesch. Grund dafür sind fehlende Sicherheitsstandards. Auf der Petitionsplattform Change.org wurde nun der Aufruf Gerechtigkeit für die Opfer des Fabrikbrandes in Bangladesch! gestartet.
„Wir fordern daher C&A und KiK in Deutschland, aber auch die anderen Einkäufer der Tazreen-Fabrik wie Walmart, Li&Fung, Edinburgh Woolen Mill, Disney, Dickies, Sean Comb (ENYCE) und Kmart/ Sears auf:
1. die Opfer der Brände vollständig zu entschädigen
2. sicherzustellen, dass die Brandursachen vollständig und transparent untersucht werden
3. das Brandschutzabkommen (Bangladesh Fire and Building Safety Agreement) zu unterzeichnen.
Schon 2010 wurde in einer Panorama Sendung über die katastrophalen Bedingungen in Billigtextilfabriken berichtet. Im Beitrag Tod in der Fabrik vom 6.12.2012 wurde nun erneut dargestellt, welchen Preis billige Mode hat. Am Ende des Beitrages wird ein pakistanisches Unternehmen vorgestellt, das seine Mitarbeitenden versichert und zudem Brandschutzmassnahmen umgesetzt hat. Die Produktion wird so 20 % teurer, aber laut Firmenchef ist dies zu viel für deutsche Billigketten. Die Aufträge erhält er aus dem Inland.
Alexandre Robert
Nachdem Zara „überzeugt“ werden konnte, soll nun auch Levi’s dran glauben
Der Erfolg von „Detox Zara“ motiviert weiterzumachen, um etwas gegen giftige Kleidung zu unternehmen. Nun ist die Netzgemeinde aufgefordert, dem weltweit grössten Jeansproduzenten auf die Sprünge zu helfen. Jetzt seid ihr dran! heisst die neue Kampagne. Auch hier kann wieder ganz einfach via Online-Formular ein Grosskonzern zum Umdenken und Handeln aufgefordert werden. Greenpeace meint dazu:
„Man sagt, man könne die Trendfarbe der nächsten Saison jeweils an der Farbe der Flüsse in China und Mexiko vorhersagen. Das ist so, weil grosse Modemarken wie Levi’s gefährliche Chemikalien und Farbstoffe verwenden, um unsere Kleidung zu produzieren. Aber das muss nicht so sein. Dank der weltweiten Beiteiligung von Menschen konnten wir Zara, das weltgrösste Bekleidungsunternehmen, zum Entgiften bewegen.“
Bislang haben etwas mehr als 141.000 grüne Bluejeans-Freunde die Kampagne unterstützt. Greenpeace hat sich das Ziel gesetzt, 501.000 Stimmen zu gewinnen. Wenn dies gelingt, wird sich Levi’s dem Kundenwunsch nach giftfreier Mode nicht widersetzen können. Zumal das Unternehmen sich aktiv für Nachhaltigkeit einsetzt und dies auch in sozialen Medien kundtut (siehe Artikel vom 27. Januar People, Planet, Product).
Alexandre Robert
„Schluss mit Modeopfern“ fordert Greenpeace vom spanischen Bekleidungskonzern
Laut Umweltorganisation Greenpeace hat der Modegigant Zara ein Giftproblem. Im Rahmen einer umfangreichen Studie Giftige Garne wurden umweltschädliche Gifte auch in Kleidungsstücken von Zara gefunden. Einige dieser Chemikalien verwandeln sich beim Abbau in hormonell wirksame und krebserregende Stoffe und landen schliesslich in Seen und Flüssen auf der ganzen Welt. Auch Spuren krebserregender Stoffe aus Färbemitteln wurden gefunden. Da Zara nach Aussagen von Greenpeace bisher nicht auf die Vorwürfe reagierte, wurde kürzlich eine Aktion in Zara-Schaufenstern und an der Gebäudefassade in Genf durchgeführt. Die Aktion ist als Youtube-Video nachzuverfolgen.
„Wir glauben an eine Mode ohne Umweltverschmutzung. Grosse Marken wie H&M oder Marks und Spencer haben sich bereits verpflichtet, ihre Lieferketten zu säubern und entgiften. Doch ZARA, der weltgrösste Einzelhändler, bleibt nach wie vor stumm.“
Begleitend zu Aktionen im Umfeld von Zara Geschäften, wurde eine Kampagne im Web gestartet. Hier kann Zara aufgefordert werden, „das kleine schmutzige Geheimnis“ zu lüften und giftfreie Mode herzustellen. Dies ist sicherlich ein einfacher Weg, seinen Unmut zu äussern. Nachhaltiger ist es hingegen, sich von „Fast Fashion“ zu verabschieden und nicht nur aufs Preisschild zu achten. Vielleicht entwickelt sich analog zum Esstrend ja die „Slow Fashion“-Bewegung, die langfristig Einfluss auf die Textilkonzerne ausübt.
Alexandre Robert