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Wer hat nicht schon einmal die schockierenden Bilder von Meerestieren gesehen, aus deren Nasenloch ein Plastikstrohhalm ragt? Oder den gigantischen Müllstrudel aus Plastikteilen und Mikroplastik am Nordpazifikwirbel? Unsere Ozeane entwickeln sich immer mehr zu einer Müllhalde. Etwa acht Millionen Tonnen vorwiegend Plastikmüll gelangen jährlich in die Meere. In manchen Meeresregionen gibt es eine immense Verdichtung bedingt durch Meeresdriftströmungswirbel.
Inzwischen gibt es einige Projekte:http://www.20min.ch/wissen/news/story/Befreien-diese-Maschinen-die-Ozeane-vom-Plas cde.tik–15175774, die nach technischen Lösungen suchen.
Der Niederländer Boyan Slat baut an einer Maschine, mit der er innerhalb von fünf Jahren 40.000 Tonnen Plastikmüll im Pazifik einsammeln will. Erste Tests des “Ocean Cleanup” Projekts sind in diesem Jahr in der Nähe von San Francisco geplant. Ein großer Nachteil ist, dass diese Machine kein Mikroplastik aufnehmen kann.
“One Earth – One Ocean” hat einen Prototypen entwickelt, der den Müll bereits in Küstennähe einsammeln soll, bevor er ins offene Meer treibt und zu Mikroplastik zerfallen kann. Falls erfolgreich, könnten Flotten von ferngesteuerten, solarbetriebenen Arbeitsschiffen die Küstenlinien abfahren.
Wo aber kommt dieser ganze Müll her? Plastikmüll gelangt allermeist über Flüsse ins Meer, und die Spitzenreiter in der Liste der Hauptverursacher sind Jangtse, Indus und Gelber Fluss. Insgesamt zehn Flüsse in Asien und Afrika transportieren über 90% des gesamten Plastikmülls in die Ozeane. Aber gerade darin sehen Forscher eine große Chance. Wenn nur wenige Quellen den Hauptteil des Mülls verursachen, ist es einfacher, sich im ersten Schritt genau auf diese Verschmutzer zu konzentrieren. Eine Halbierung der Mülllieferungen aus zehn Flüssen würde die gesamte Last auf das Meer auf fast die Hälfte reduzieren.
Doch Einsammeln alleine kann das Problem dauerhaft nicht lösen, die Ozeane benötigen Programme zur Müllvermeidung. Alternativen für Plastikprodukte wie Tüten oder Strohhalme müssen her. Wegwerfplastikflaschen müssen nicht sein und auf Einweggeschirr oder -besteck kann man gut verzichten. Der “Coffee to go” aus dem Plastikbecher schmeckt auch in einer traditionellen Kaffeetasse. Wir müssen keine Kosmetikprodukte mit Kunststoffanteilen kaufen. Wir als Verbraucher haben die Wahl.