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Titel
Pfahlbauten
[* ] (hierzu Tafel »Pfahlbauten«),
menschliche Ansiedelungen, welche in Seen oder Sümpfe, seltener in Flüsse hineingebaut sind und in der Regel auf Pfählen ruhen. Solche Pfahlbauten findet man noch heute bei den Papua auf Neuguinea, bei den Dajak auf Borneo, den Negern am Tsadsee und obern Nil etc., und auch Herodot berichtet von den in Seedörfern wohnenden Päoniern. Ausgrabungen im Züricher See ergaben 1853 eine Schicht, die in bestimmter Anordnung in den Seeboden eingerammte Pfähle und dazwischenliegende Geräte aus Stein, Knochen und Hirschhorn enthielt.
Bereits 1866 waren 200 solcher durch ihre Lage im Wasser Schutz gegen feindliche Überfälle und Angriffe der Raubtiere bietender, vorgeschichtlicher Seedörfer (Stationen) aufgedeckt. Die Untersuchungen von Keller, Desor, Troyon, Schwab, V. Groß u. a. haben über die Kultur der Pfahlbauern Licht verbreitet; Rütimeyer hat die Fauna, O. Heer die Flora, deren Reste im Schlamm an der Stelle der Ansiedelungen angetroffen werden, erforscht. Die Ausdehnung der Seedörfer war zum Teil eine ganz beträchtliche; der Pfahlrost der Station Morges bedeckte eine Fläche von 60,000 qm. Im Robenhausener Pfahlbau fand man mehr als 100,000 Pfähle, und die im Neuenburger See aufgedeckten Ansiedelungen boten Raum für eine Bevölkerung von 5000 Seelen. Je nach der Konstruktion unterscheidet man 1) Pfahlbauten im engern Sinn, bei denen das Verdeck einfach auf in den Seeboden eingetriebenen Pfählen ruhte, und 2) Packwerkbauten, bei denen der Raum zwischen den Pfählen durch Erde, Steine und Knüttel ausgefüllt wurde. Die Pfahlbauten gehören in der Ostschweiz hauptsächlich der jüngern Steinzeit, in der