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In der zweiten Augustwoche fiel Schnee bis in mittlere Lagen (Abbildung 1), sonst war es meist sonnig und heiss, aber teils gewitterhaft. Nach dem drittwärmsten Sommer seit Messbeginn lag Ende August nur noch sehr wenig Schnee und auch die Gletscher waren bis weit ins Hochgebirge hinauf ausgeapert.
2017 folgte auf den drittwärmsten Frühling der drittwärmste Sommer seit Messbeginn (Bericht von MeteoSchweiz). Auch im August lag die Nullgradgrenze oft deutlich über 4000 m (Abbildung 2). Damit lag, trotz regional überdurchschnittlicher Niederschlagsmengen, Ende August auch im Hochgebirge nur noch wenig Schnee.
Anfang August war es heiss und oft sonnig, trotz abendlicher Gewitter. An einigen Stationen von MeteoSchweiz wurde die wärmste Augustnacht seit Beginn der Messungen registriert. Die Nullgradgrenze stieg zwischenzeitlich auf 5000 m, womit bei Gewittern auch im Hochgebirge meist der gesamte Niederschlag als Regen fiel.
Mit dem Durchzug einer Kaltfront am Sonntag, 6.8. sank die Schneefallgrenze auf 3000 m. Das Hochgebirge erhielt etwas Neuschnee, mit etwa 20 bis 30 cm am meisten in den Gipfellagen des Bernina Gebietes. Am Montag, 7.8. war es bereits wieder trocken und im Norden sonnig.
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 8./9.8. fielen im Tessin, im Misox und im Bergell 70 bis 110 mm, im übrigen Graubünden 30 bis 50 mm und in den anderen Gebieten rund 15 bis 30 mm Regen (Abbildung 3). Die Schneefallgrenze sank von etwa 3500 m allmählich auf 2800 m. Damit fiel in den Hauptniederschlagsgebieten selbst auf den höchsten Gipfeln der Grossteil des Niederschlags als Regen.
Am Donnerstag, 10.8. war es am Vormittag ganz in Osten noch aufgehellt, sonst stark bewölkt und erneut fiel Niederschlag. Die Schneefallgrenze lag am Nachmittag im Norden bei 2200 bis 2400 m, sonst bei 2500 bis 3000 m. Bereits am Freitag, 11.8. überquerte eine weitere Niederschlagszone die Schweiz von West nach Ost. Die Schneefallgrenze lag im Norden und im Westen auf 2000 m (Abbildung 4), sonst auf 2500 m. Im Nordosten zogen sich die Niederschläge noch bis in den Samstag, 12.8. hinein, während es im Süden und Westen rasch sonnig wurde. Insgesamt fielen von Donnerstag bis zum Niederschlagsende am Samstagmorgen oberhalb von rund 2800 m folgende Schneemengen (Abbildung 5):
Mitte August war es meist sonnig, mit einzelnen abendlichen Schauern oder Gewittern. Die Nullgradgrenze stieg rasch auf über 4000 m. Damit schmolz der in den Tagen zuvor gefallene Neuschnee bis ins Hochgebirge hinauf rasch wieder komplett weg.
In der Nacht auf Samstag fielen im Hochgebirge am Alpennordhang 20 bis 40 cm Schnee, im Engadin bis zu 30 cm und sonst weniger. Die Schneefallgrenze sank auf etwa 3000 m. Tagsüber setzte sich im Westen und im Süden bereits wieder die Sonne durch.
Bis am Dienstag, 22.8. war es im Nordosten noch teils bewölkt und eher kühl. Sonst war es meist sonnig und zunehmend heiss. Die Nullgradgrenze kletterte lokal auf 5000 m. Damit lag Ende August, ausser auf den höchsten Bergen des Hochgebirges, nur noch sehr wenig Schnee (Abbildung 6). Unterhalb von rund 3500 m waren die Gletscher meist komplett ausgeapert.
Am Donnerstag, 31.8. setzte verbreitet Niederschlag ein, wobei die Schneefallgrenze mit gut 3000 m im Westen und über 3500 m im Südosten zunächst noch hoch lag. Die Niederschläge sollten noch bis am Wochenende anhalten und mit der verbundenen Abkühlung wurden in den Bergen gebietsweise bedeutende Neuschneemengen und damit Lawinengefahr erwartet. Mehr dazu lesen Sie im Monatsbericht September, welcher am 2. Oktober erscheint.
Im Sommer und Herbst publiziert das SLF nur bei grossen Schneefällen ein Lawinenbulletin. Am 9.8. und am 31.8. waren diese Kriterien erfüllt und folglich wurde an diesen Tagen je ein situationsbezogenes Lawinenbulletin herausgegeben.
Sie können sich via Push Notifikation, SMS oder RSS-Feed über die Herausgabe solcher, nicht angekündigter Lawinenbulletins informieren lassen:
Am Mittwoch, 2.8. wurden drei Bergsteiger an der Jungfrau unterhalb des 3884 m hohen Rottalsattels (Fieschertal, VS) in einem Nordosthang von einer spontanen, nassen Lockerschneelawine erfasst und mitgerissen. Alle drei wurden teilverschüttet und eine Person verletzt.
Am Mittwoch, 23.8. ereignete sich am Pizzo Cengalo ein grosser Bergsturz, bei dem vermutlich 8 Personen starben und ein Murgang Teile von Bondo verwüstete. Dieser Bergsturz hatte nichts mit Schnee und Lawinen zu tun, aber verschiedene der involvierten Prozesse sind Themen beim SLF und seinem Mutterhaus, der WSL in Birmensdorf:
Murgänge generell
RAMMS, ein Programm zur Berechnung nicht nur von Lawinen, sondern auch von Murgängen und Steinschlägen
Permafrost inkl. seiner Auswirkungen auf Naturgefahren
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.