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Einer der grössten Erfolge Sarah Bernhardts (Blog vom 27. Oktober) war die Hauptrolle in Die Kameliendame von Alexandre Dumas fils. Das Stück beruht auf einem Roman von Dumas und wurde später weiterentwickelt zu Giuseppe Verdis Meisterwerk La Traviata. Michel Parouty verfolgt in Verdis Meisterwerk: La Traviata die Geschichte dieses Klassikers.
Am Anfang steht Marie Duplessis (1824-1847), die Königin der Pariser Halbwelt, eine Kurtisane wie aus dem Bilderbuch – und schwer lungenkrank. Kamelien sind die einzigen Blumen, deren Duft sie erträgt. Zu ihren zahlreichen Verehrern zählt auch Alexandre Dumas, Sohn des gleichnamigen Autors der Drei Musketiere. Schon bald nach Maries frühem Tod schreibt Dumas den R0man La dame aux camélies, in dem er sie als Marguerite Gautier verewigt. Der Roman ist ein riesiger Erfolg, dem bald, ebenfalls aus Dumas‘ Feder, eine ebenso erfolgreiche Bühnenversion folgt. Und der nächste Schritt besteht darin, dass Francesco Maria Piave ein Opernlibretto verfasst – für Giuseppe Verdi, bei dem Venedig eine neue Oper für die Karnevalssaison 1853 bestellt hat. In der Oper heisst Marie jetzt Violetta Valéry.
Am 6. März 1853 (also nur gerade sechs Jahre nach dem Tod von Marie Duplessis), wurde La Traviata im Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt – und von dort aus (wenn auch mit einigen Anfangsschwierigkeiten) ein Welterfolg.