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Die Schweizer Leichtathletik hatte vor 2016 eine lange Durststrecke im Sprint-Bereich zu überstehen. Seitdem Peter Muster 1978 über 200 m Bronze an der EM in Prag geholt hatte, war es den Sprintern und Sprinterinnen von Swiss Athletics (und deren Vorgängerverbänden) nicht mehr gelungen, einen Podestplatz einzufahren.
Mujinga Kambundji beendete 2016 das lange Warten auf Schweizer Edelmetall mit einer furiosen Leistung an der EM in Amsterdam. Zunächst musste sie in den Niederlanden jedoch eine grosse Enttäuschung verarbeiten – die Bernerin schied über 200 m bereits in den Halbfinals aus.
Kambundjis Exploit über 100 Meter
Kambundji liess sich vom Rückschlag nicht beirren und feierte zwei Tage später den bis dato grössten Erfolg ihrer Karriere. Bei praktisch windstillen Verhältnissen sicherte sie sich hinter der Lokalmatadorin Dafne Schippers (10,90) sowie der Bulgarin Ivet Lalova-Collio (11,20) die Bronzemedaille.
«Für solche Momente trainieren wir», jubelte die damals 24-Jährige nach ihrem Sprint aufs EM-Podest. Der besten Schweizer Sprinterin gelang der Start in den 100-Meter-Final nach etwas zu viel Vorlage zwar nicht optimal, sie konnte sich aber auf den letzten Metern des Rennens steigern.
Im Gegensatz zu früheren Rennen verkrampfte Kambundji sich in der Endphase nicht und zog bis zum Schluss durch. Der Exploit in der niederländischen Hauptstadt ist bis heute der grösste Erfolg in der Karriere der Bernerin über 100 Meter. Über 200 Meter holte sie 2019 in Doha sogar Bronze an der WM.