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Bilanz des Unwetters
Die intensiven Niederschläge, welche Teile der Schweiz dieses Wochende im Griff hatten, haben am Sonntag nachgelassen. Die Unwetterwarnungen, auch jene der Stufe 5, wurden am Sonntagnachmittag aufgehoben. In den vergangenen zwei Tagen fielen vor allem auf der Alpensüdseite und teils in den Alpen sehr grosse Regenmengen.
Wetterlage
Die Wetterlage, die zu den Unwettern geführt hat, hat sich bereits am Freitag eingestellt: Eingelagert in eine kräftige Südwestströmung floss sehr feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum den Alpenraum.
Im Laufe des Freitags hatte sich ein Bodentief von der Iberischen Halbinsel zu den Balearen verlagert, und am Samstag dann Richtung Golf von Genua. Auf seiner Vorderseite gelangte die sehr feuchte, und auch labil geschichtete Mittelmeerluft von Südwesten her zu den Alpen und der intensive Niederschlag setzte ein.
Am Sonntag zog das Tief nun unter Auffüllung ostwärts zum Golf von Genua und auf der Rückseite erfolgte auf der Alpensüdseite in der einfliessenden kühleren und stabileren Luft eine Beruhigung.
Gleichzeitig mit der Abschwächung des Tiefs südlich der Alpen bildete sich nördlich der Alpen, genauer über Österreich, ein neues Tiefdruckzentrum. Dieses zog dann nordostwärts über Tschechien Richtung Polen ab. Damit drehte die Strömung bei uns auf Nord, und es wurden vor allem zur Zentral- und Ostschweiz am Nachmittag nochmals Staffeln von feuchter Luft geführt. Am Sonntagabend erfolgt aber auch hier eine Beruhigung.
Ergiebiger Regen
Zwischen Freitagmorgen und Sonntagnachmittag sind im mittleren Tessin 200 bis 250 mm gefallen, mit Spitzen von 280 bis 350 mm in Richtung Lavizzara und einem Teil der Verzasca. Im Bereich des Alpenkamms wurden im Süden 140 bis 200 mm gemessen. In den den zentralen und östlichen Alpen bis zum Rheintal wurden 90 bis 140 mm, in der Surselva teils bis 170 mm Regen registriert. Die Schneefallgrenze lag zwischen 3000 und 3500 Metern und sank erst gegen Ende des Ereignisses aus Westen auf 2300 bis 1800 Meter.
Flüsse und Seen
Die intensivsten Niederschläge gehen zu Ende. Die Pegel der Flüsse und Seen reagieren zum Teil mit Verzögerung. Die Situation wird von unseren Kollegen vom Bundesamt für Umwelt BAFU laufend beobachtet. Die entsprechenden Warnungen des Bundes sind stets aktuell hier zu finden: www.naturgefahren.ch.
Ausser Regen war nicht viel los
Der Regen war also ganz klar das dominierende Wetterelement des Sonntags. Mit der Wetterberuhigung um die Mittagszeit auf der Alpensüdseite riss die Bewölkung auf und hier gab es am Nachmittag auch grössere Aufhellungen. Im Norden blieb es bis Redaktionsschluss bewölkt.
Die Temperatur verharrte im Norden ganztags bei kühlen 11 bis 15 Grad, im Süden stieg die Temperatur am Nachmittag auf 22 Grad an.