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Wieder einmal tritt die Schweiz mit den Zypern-Gesprächen auf dem Bürgenstock als Gastgeberin einer internationalen Konferenz auf.
Dies gehört zu den traditionellen Guten Diensten, mit denen die neutrale Schweiz zur Entspannung in der Welt beitragen will.
Seit dem 19. Jahrhundert versucht die Eidgenossenschaft, in zwischen- und innerstaatlichen Konflikten zu vermitteln – als Schutzmacht, als Schiedsrichterin und Vermittlerin oder als Gastgeberin internationaler Konferenzen.
Vor allem Genf wurde zur Konferenzstadt und zum Sitz internationaler Organisationen.
Eine Auflistung der wichtigsten internationalen Konferenzen in der Schweiz seit dem Zweiten Weltkrieg:
1954:
Genfer Indochina-Konferenz: Sie brachte das Ende der französischen Kolonialherrschaft in Indochina und die Teilung Vietnams;
Juli 1955:
Genfer Gipfel der "Grossen Vier" Eisenhower, Chruschtschow, Faure und Eden;
1961:
Genfer Laos-Konferenz zur Neutralisierung des südostasiatischen Landes,
Ab 1972:
Genfer Gespräche über die Begrenzung Strategischer Waffen (Salt/Start);
1973-75:
KSZE-Gespräche (Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit, heute OSZE) in Genf;
November 1985 und Dezember 1986:
Genfer Gipfel- Gespräche zwischen US-Präsient Ronald Reagan und dem sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow.
Ausserdem lädt die Schweiz regelmässig zu Konferenzen über bestimmte Teilaspekte der Konfliktbewältigung ein – dazu gehören Themen wie Kindersoldaten, Handfeuerwaffen (small arms) und Minenbeseitigung.
Vermittlungsbemühungen
Aber nicht nur als Gastgeberin war die Schweiz aktiv. Sie wirkte auch in zahlreichen Konflikten aktiv als Vermittlerin zwischen verfeindeten Staaten und Parteien. Hier die wichtigsten Vermittlungsbemühungen:
1956 kam ein Schweizer Vorschlag für eine Fünfmächte-Konferenz zur Beilegung der Suez-Krise zu spät.
1961/62 vermittelte Botschafter Oliver Long erfolgreich zwischen Frankreich und den algerischen Aufständischen, was zum Friedensabkommen von Evian 1962 führte.
1964 lehnte der Präsident der Griechisch-Zyprioten, Erzbischof Makarios, einen Vorschlag zur Einsetzung eines Schweizer Vermittlers im Zypern-Konflikt ab.
1982 blieb ein Vermittlungsversuch zwischen Grossbritannien und Argentinien im Falklandkrieg erfolglos.
1987 unterstütze die Schweiz finanziell Gespräche zwischen weissen Südafrikanern und Vertretern des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC).
1992/2000 blieben Vermittlungsbemühungen zwischen den Konfliktparteien in Afghanistan erfolglos.
Anfang 2002 schlossen die sudanesische Regierung und die südsudanesischen Aufständischen unter amerikanisch-schweizerischer Vermittlung (Botschafter Josef Bucher) einen Waffenstillstand für die Nuba-Region.
2002/03: unterstützte die Schweiz die Genfer Initiative, einen alternativen Friedensplan israelischer und palästinensischer Vertreter.
Zusammen mit anderen Nationen engagierte sich die Schweiz auch für Friedensgespräche zwischen Aufständischen und der Regierung in Guatemala, in Kolumbien, in Burundi, in Sri Lanka, und in Somalia.
swissinfo und Agenturen