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Lange bevor die europäischen Seefahrer die Westküste Nordamerikas entdeckten, war dieses weitläufige Gebiet bereits lose besiedelt.
Wie die Besiedlung Amerikas vonstatten gegangen ist, kann nicht umfassend belegt werden. Eine weitgehend anerkannte These besagt, dass die ersten Bewohner Nordamerikas vor etwa 16'000 Jahren über die Beringstrasse die neue Welt erreicht haben. Wahrscheinlich zogen sie entlang der Pazifikküste südwärts, wie Funde in British Columbia, in Washington und auf den Channel Islands nahelegen, die auf ein Alter von 9000 – 14’000 v. Chr. datiert wurden.
Die etwa 30 Stämme auf dem Gebiet Kaliforniens wurden in sechs Sprachgruppen eingeteilt, was eine hohe kulturelle Diversität bedeutet. Diese war vermutlich das Ergebnis verschiedener Einwanderungs-Wellen. Beim ersten Eintreffen von Europäern in Kalifornien trafen sie auf Indianerstämme der Chumash, Maidu, Miwok, Modoc, Mohave, Ohlone, Pomo, Shasta, Tongva und Wintu.
Die verschiedenen Stämme passten sich dem jeweils in ihrem Gebiet vorherrschenden Klima an, was zu regem Handel und zu kultureller Diversifizierung führte, denn die Umweltbedingungen in den verschiedenen Siedlungsgebieten Kaliforniens unterscheiden sich teilweise erheblich.
Stämme, die sich an der Küste niedergelassen hatten, spezialisierten sich auf den Handel mit Muscheln und Perlen. Im breiten Central Valley wurden frühe Formen der Landwirtschaft entwickelt. Das Gras wurde niedergebrannt, um die Erde fruchtbar zu halten und das Wachstum bestimmter Wildpflanzen, vorwiegend Eichen, zu fördern. Die Eicheln wurden zu einem Pulver verarbeitet, um die säuerlichen Tannine auszuwaschen und daraus Mehl zu erhalten. Die Stämme im nördlichen und östlichen Bergland lebten vorwiegend vom Lachsfang und von der Jagd. In den Wüsten im Südosten lebten Stämme, die sich auf den sorgsamen Umgang mit den wenigen Pflanzen spezialisiert hatten und sich an den Wasserläufen niederliessen.
Erfolgreiche Stämme vergrösserten ihr Siedlungsgebiet auf Kosten anderer Stämme. Sklavenhandel und Kriege zwischen den Stämmen wechselten sich mit Perioden relativen Friedens ab. Zur Zeit der ersten Kontakte mit Europäern im 17. Jahrhundert lebten vermutlich um die 300.000 Menschen auf dem Gebiet des heutigen Kaliforniens.