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Der Freiburger Arzt Dr. Walter Packi hat mit den Reklinations-Übungen eine Behandlungsmethode entwickelt, die bei vielen chronischen Schmerzpatienten sehr erfolgreich ist. Die Reklinations-Übungen haben das Ziel, durch Muskelreize den Körper zur Selbstregulation zu veranlassen und dem Körper wieder eine problemlose Bewegungsdurchführung zu ermöglichen.
Dieser Mann hatte einen Bandscheibenvorfall und starke Rückenschmerzen. Jetzt macht er optimal seine Übungen und es geht ihm gut. Die Bandscheibenoperation war nicht mehr notwendig. Die Übungen werden konzentriert langsam und kraftarm durchgeführt. Im Normalfall spürt man nach einer Zeit von einer Woche erste Verbesserungen. Erstverschlimmerungen im Falle von Schmerzen sind möglich, klingen aber meist innerhalb von Tagen ab. Hauptübung bei Kreuzschmerzen, Ischias, Beschwerden in der Lendenwirbelsäule, Hintern, Hüfte, Oberschenkel und Wade. Mit dieser Übung soll insbesondere die Bauch- und Hüftbeugemuskulatur (Ilio-Psoas) wieder auf die normale Länge trainiert werden. Die Mindestrückneigung sollte mindestens 45 Grad sein. Diese Übung ist eine der wichtigsten Beweglichkeitsübungen, die man regelmäßig durchführen sollte. Hauptursache der Beweglichkeitsstörung sind in der Regel sitzende Tätigkeiten und Sportarten, die nach vorne in die Verkürzung trainieren z.B. Radfahren.
Mit beiden Füssen bequem hinstellen, so dass der grosse Zeh nach vorne zeigt. Das Gewicht muss auf die Zehen ruhen, die Ferse berührt locker den Boden. Knie, Oberschenkel und Leiste leicht nach vorne drücken, bis in der Leiste Spannung zu spüren ist. Die Gesässmuskulatur muss locker bleiben. Mit den Händen kontrollieren. In dem Masse, wie der Unterkörper nach vorne verlagert wird, wird der Oberkörper nach rückwärts geneigt. Den Hals in die Länge ziehen und das Kinn zeigt auf das Brustbein. Dadurch wird die vordere Becken- und Wirbelsäulenmuskulatur unter Arbeitsspannung gesetzt. Wichtig ist jetzt, dass vom Grosszeh über das Bein bis in den inneren Bauch ein Anstrengungsgefühl zustande gebracht wird. Dies erfordert Konzentration, Ausdauer und etwas Übung. Wenn im Rücken ein Stauchungsgefühl oder Schmerz wahrgenommen wird, zeigt dies an, dass Sie es richtig gemacht haben. Keine Angst, es ist bei dieser Bewegung noch niemand auseinandergebrochen. Diese Übung jeweils nur wenige Sekunden, dafür häufiger am Tag durchführen.
Wenn Sie beim Rückneigen zu starke Schmerzen verspüren, dann können Sie anfangs die Situation erleichtern, indem Sie über einen Sitzball rückwärtz neigen, oder sich mit dem Kreuzbein irgendwo anlehnen, z.B. am Lavabo. Sie üben dann mit halber Kraft. Achten Sie dabei, dass Sie sich nicht dehnen, statt die Muskelketten zu aktivieren. Für die Schmerzfreiheit ist ein Rückneigewinkel von mindestens 45 Grad notwendig. Insgesamt sollten Sie ebenso weit rückwärts neigen können, wie Sie nach vorne mit gerader Wirbelsäule bücken können. Erste Erfolge, und Schmerzlinderung sind nach 4-6 Tagen zu erwarten. Wenn diese Übung wegen allzu grsser Schmerzen nicht durchgeführt werden kann, dann muss die verantwortliche Muskelgruppe vorweg mit Massage oder Aufwärmung therapiert werden, damit die eigene Übungsfähigkeit zustande kommt. Diese Rückneigebewegung wird in der klassischen Physiotherapie/Orthopädie üblicherweise verboten. Damit bleibt man dann jedoch Dauerpatient. Wer weniger als 45 Grad rückneigen kann, muss mit Kreuzschmerzen rechnen. 70 Grad Rückneigung wären erstrebenswertes Ziel und der natürlich gegebene Bewegungsspielraum.
Beschwerden im Bereich der Zehen, Fuss, Wade, Knie, Gesäss, Leiste und Wirbelsäule. Mit dieser Übung soll insbesondere die hintere Muskelkette aktiviert und beweglich trainiert werden. Es wird ein Ziehen im hinteren Oberschenkel und Gesäss spürbar. Die Hände stützen nicht, sondern schweben frei in der Luft. Durch eine Unterlage z.B. Stein oder Treppenstufe die Füsse in die abgebildete Position bringen. Die Zehen werden während der gesamten Übung eingekrallt. Nun beugt man sich gestreckt nach vorne, soweit es möglich ist. Die Hände locker hängen lassen. Man verspürt nun ein Ziehen in der hinteren Wadenmuskulatur bis ins Gesäss und hält diese Anspannung für ca. 30 Sekunden aufrecht.
Auf den Knien wo weit wie möglich nach hinten neigen bis eine Spannung bei den Oberschenkel und Kniebänder spürbar ist. Sie Spannung 10 Sekungen anhalten. Die gleiche Übung mit abwechslungseise gekreuzten Füssen, und mit den Füssen weit auseinander und danach mit den Knien weit auseinander.
Beschwerden im Bereich der Hals- und Brustwirbelsäule, Schultern, Atmung, Ohren, Kiefergelenk, Kopfschmerzen. Mit dieser Übung soll die kurze und lange seitliche Halsmuskulatur wieder auf Länge trainiert werden. Die Mindestseitenneigung des Kopfes sollte hierbei mindestens 45 Grad betragen. Sofern dies nicht erzielt wird, ist eine Schmerzursache in diesem Bereich wahrscheinlich. Suchen Sie den Punkt der maximalen Beweglichkeit. Dies bedeutet, sich in der Regel in den Schmerz hinein zubewegen, bis es nicht mehr weiter geht. Ausgehend von dieser Position üben Sie eine Anspannung gegen einen äusseren Gegendruck z.B. Theraband oder Hilfsperson aus. Der Gegendruck sollte jeweils nur maximal so stark sein, wie der Übende dagegen halten kann. Keine gewaltvollen Dehnungen, sondern eine Muskelbelastung auf der Gesamtlänge ist das Ziel. Wenn Sie die Entkrampfung oder Entspannung spüren, dann den neuen Bewegungsspielraum nutzen und von der neue Maximalposition heraus die Übung nochmals durchführen. Eine Erstverschlimmerung ist häufig. Dies ist Ausdruck der Umbauprozesse und bessert sich in der Regel innerhalb von wenigen Tagen. Üben Sie häufig, aber nicht zu verbissen. Lockerheit ist das Ziel! Befestigen Sie das fixierte Theraband am Kopf – Stehen Sie hierbei aufrecht. Neigen Sie Ihren Kopf mit dem Ohr in Richtung Schulter bis ein Spannungsgefühl auftritt. Bringen Sie nun das Theraband auf eine leichte Zugspannung und drücken Sie Ihren Kopf langsam gegen die leichte Zugkraft des Therabandes. Suchen Sie dabei vorab die Bewegungsrichtung, die am meisten zieht oder schmerzt. Achten Sie darauf, dass der Muskel immer angespannt werden muss. Halten die Anspannung einige Minuten aufrecht, anfangs ist das anstrengend und schmerzhaft. Gehen Sie in eine entspannte Ausgangsposition zurück. Suchen Sie andere Positionen, die unbeweglich, schmerzhaft oder verkrampft sind und wiederholen Sie die Übungen mit Seitenwechsel.
Beschwerden im Bereich Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Atmung, Rücken, Schulter, und Kopfschmerzen. Mit dieser Übung soll die Kiefer-, vordere Hals-, vordere Brust- und die gerade Bauchmuskulatur wieder auf Länge trainiert werden. Stellen oder setzen Sie sich aufrecht hin. Das Kinn geht so weit möglich auf das Brustbein vorne. Bringen Sie Ihre vordere Halsmuskulatur mit Hilfe des gezeigten Therabandes, befestigt in Fussbodennähe, auf leichte Anspannung und bauen Sie einen muskulären Gegendruck auf, den Sie halten. Der Hals muss hinten flach sein, d.h. er darf nicht einknicken und der Gegendruck wird nur aus der Halsmuskulatur und nicht aus den Schultern aufgebaut! Nach einiger Zeit spüren Sie, wie die Muskeln sich lockern und beweglicher werden. Bewegen Sie sich nun an die neue Grenze und führen die Übung erneut aus. Suchen Sie die Position mit dem höchsten Spannungs- Schmerzgefühl und führen Sie diese Übung ein paar Minuten jeweils über mehrere Tage und Wochen durch. Führen sie gleichartige Übungen mit zur Seite gedrehtem Kopf jeweils mit gleichem Theraband-Widerstand als Unterstützung durch. Sie werden innerhalb von Tagen feststellen, dass sich ihr Bewegungsumfang vergrößert und Verkrampfungen und Schmerzen hierdurch zurückgehen. Durch die Kombination aller Bewegungsrichtungen des Kopfes mit diesen Übungen wird der gesamte Bereich der Halsmuskulatur auf mehr Beweglichkeit trainiert werden.