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Filter für die Astrofotografie:
Um in der Astrofotografie das Optimum aus dem verfügbaren
Lichtspektrum herauszuholen, werden verschiedene Filter eingesetzt.
Diese gibt es auch in verschiedenen Grössen, um der eingesetzen
Kamera bzw. deren CCD-Chipgrösse gerecht zu werden, ohne dass eine
störende Vignettierung stattfindet.
Nebelfilter:
Nebelfilter haben ihren Namen von der Anwendung für die Fotografie von Gasnebeln und Planetarischen Nebeln.
Sie unterdrücken dabei auch das störende Fremdlicht von
Städten, was den Hintergrund abdunkelt, so dass auch Sternhaufen
besser zur Geltung kommen.
CLS-Filter:
Das CLS-Filter (Clear Sky
Filter) ist ein breitbandiger Nebelfilter und hat eine ähnliche
Wirkung wie ein UHC-Filter (Ultra High Contrast), lässt dabei aber
mehr Licht innerhalb der Bandbreite durch.
Durchlasskurve eines CLS-Filters:
- O3 und H-Beta Bereich: zwischen 420nm und 530nm lässt der Filter etwa 95% des Lichtes durch.
- H-Alpha Bereich: ab 610nm macht der Filter wieder auf und lässt das Rote Licht nahezu ungehindert durch.
UHC-Filter:
Das UHC-Filter (Ultra High Contrast) ist ein schmalbandiger Nebelfilter und absorbiert störendes Licht von Städten zuverlässig und lässt die wichtigen Linien des O-III und
des H-Beta nahezu zu 100% durch.
Darüber hinaus öffnet sich im
wichtigen H-Alpha Bereich ein 2. Fenster.
Durchlasskurve eines UHC-Filters:
- O3 und H-Beta Bereich: zwischen 480nm und 510nm lässt der Filterpraktisch 100% des Lichtes durch.
- H-Alpha Bereich: ab 640nm macht der Filter wieder auf und lässt das Rote Licht nahezu ungehindert durch.
O-III Filter:
Das O-III Filter ist ein sehr schmalbandiger Filter und erhöht den Kontrast zwischen bestimmten Typen von
astronomischen Objekten (hauptsächlich Supernova-Überresten und
planetarischen Nebeln) und dem Himmelshintergrund. Durch die schmale
Halbwertsbreite bei gleichzeitig hoher Transmission im Bereich der OIII
Linien erreicht er eine größere Kontraststeigerung als Filter mit
größerer Bandbreite.
Durchlasskurve eines O-III Filters:
- Der Filter blockt die Emissionslinien von Nieder- und
Hochdrucklampen (Quecksilber (Hg) und Natrium (Na)) und die Linien des
Airglow vollständig ab.
- Die beiden OIII Linien können den Filter mit
sehr hoher Transmission passieren.
Sperrfilter:
Sperrfilter dienen dazu bestimmte Wellenlängen des Lichtes nicht durchzulassen.
IR/UV Sperrfilter:
Dieser Filter lässt das mit dem Auge sichtbare Spektrum passieren und
dient somit hervorragend als definiertes Luminanzfilter. Gleichzeitig
wird das Spektrum auf der IR- und UV-Seite geblockt, so dass in Systemen
mit brechenden Elementen und Sensoren (CCD) mit breiter spektraler
Empfindlichkeit keine unschönen Lichthöfe auf Grund chromatischer
Aberration entstehen.
Durchlasskurve einesIR/UV-Sperrfilters:
- Die Transmission liegt typisch bei 97-99%.
Farbfilter:
Reine Farbfilter werden in der Astrofotografie eigentlich nur beim
Einsatz von Monochrom-Kameras (schwarz/weiss) verwendet, um Farbbilder
zu erzeugen. Dafür werden im Filterrad ein Rotfilter, ein
Grünfilter und ein Blaufilter eingesetzt (RGB), um
nachträglich mit einer Astro-Bildbearbeitungs-Software die
einzelnen Bilder zu einem Farbbild (RGB) zu kombinieren. Mit so
zusammengesetzten Bildern unter Verwendung einer Monochrom-Kamera
erreicht man viel bessere Auflösungen als mit einer Farb-CCD
Kamera, dafür ist der Bearbeitungsaufwand anschliessend viel
grösser.
Ansonsten werden farbige Filter eigentlich nur in der beobachtenden Astronomie eingesetzt, um bestimmte Strukturen z.B. bei Planeten besser hervorzuheben.