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Nina Bott, Sie stillen mittlerweile das vierte Kind und sind ein absoluter Still-Profi. Oder muss man das bei jedem Kind neu lernen?
Das Stillen an sich war bei jedem Kind gleich, aber da Luna und Lio, meine Zweitgeborene und mein Zweitjüngster, nur an der Brust einschlafen konnten, war ich während der Stillzeit etwas weniger flexibel. Das habe ich mir wohl selber eingebrockt. Lobo schläft nun einfach so ein. Ich beginne bereits damit, ihn ans Fläschchen zu gewöhnen, damit der Papa auch mal übernehmen kann, wenn ich etwas vorhabe oder eine ruhigere Nacht brauche.
«Ein Kind sollte beim Trinken so viel von der Brust in den Mund nehmen, wie möglich»Nina Bott
Gibt es nach vier Still-Kindern etwas, das Sie gerne vorher gewusst hätten?
Ich hatte zum Glück gleich beim ersten Kind eine tolle Hebamme, die mir wertvolle Tipps mit auf den Weg gab. Sie sagte mir, dass beim Stillen der Druck auf die Brust dort am grössten ist, wo der Unterkiefer des Kindes liegt, und zeigte mir verschiedene Positionen, um das Kind unterschiedlich zu halten. Wenn man das weiss, kann man Entzündungen und Verhärtungen vorbeugen, indem man das Kind beim Stillen so positioniert, dass sein Unterkiefer eine beginnende Stauung löst.
Welche Tricks hat Ihnen die Hebamme noch verraten?
Ein Kind sollte beim Trinken so viel von der Brust in den Mund nehmen, wie möglich. Nuckelt das Kind nur an der Spitze der Brustwarze, können Schmerzen entstehen.
Welches sind für Sie die grössten Herausforderungen beim Stillen?
Es ging bei mir immer ganz gut. Ich hatte nie grössere Schmerzen oder eine Brustentzündung und empfand das Stillen eher als Entlastung im Familienalltag. Man hat die Milch immer dabei, sie hat immer die richtige Temperatur. Mamas, die nicht stillen, müssen viel mehr denken. Aber ich möchte niemanden angreifen. Würde das Stillen bei mir nicht so gut funktionieren, hätte ich keine Probleme damit, meinem Baby Pulvermilch zu geben.
«Es gibt viele negative Vibes rund um das Thema Stillen»Nina Bott
Sie erleben auch Anfeindungen und frustrierte Reaktionen, wenn Sie sich öffentlich übers Stillen äussern. Weswegen tun Sie es dennoch?
Mir ist es lieber, wenn man das auf meinem Rücken austrägt als auf dem einer jungen Mutter, die sich verunsichern lässt. Für mich ist stillen das natürlichste der Welt, aber für manche Menschen hat es offenbar etwas Abstossendes. Es gibt viele negative Vibes rund um das Thema. Ich bin sogar in Hamburg mal aus einem Café geflogen, weil ich dort gestillt hatte - obwohl ich mich diskret verhalten hatte. Ich habe ja auch kein Interesse daran, dass alle meine Brüste sehen. Dennoch störten sich die Besitzer des Cafés daran. Da fragt man sich schon, in welcher Zeit wir eigentlich leben. Es gibt noch einige Lanzen zu brechen.
Verraten Sie uns Ihren Geheimtipp für stillende Mütter?
Ich kann die Produkte von Elvie echt empfehlen. Ich nutze die Milchpumpe, welche man im BH tragen kann. Damit kann man sogar zur Arbeit, das sieht kein Mensch. Während der Corona-Pandemie arbeiten natürlich viele von zu Hause aus, ich auch. Aber mit der Elvie Pumpe habe ich beide Hände frei, um mit meinen Kindern zu spielen oder etwas im Haushalt zu erledigen, während vielleicht mal der Papa den Kleinen füttert.
Verraten Sie uns auch, wie Sie die Paarliebe im Familienalltag erhalten?
Ich glaube, mit Tipps und Tricks kommt man nicht weit. Man braucht einfach den richtigen Partner. Da haben wir Glück.