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Nach langer Wartezeit ist es soweit - die ersten dsungarischen Wildfangnachzuchten sind eingezogen.
Diese Zwerghamster stammen nicht aus einer Zucht sondern sie sind Nachkommen von zu Forschungszwecken in der freien Wildbahn gefangenen Zwerghamster. Solche Hamster werden Wildfangnachzuchten genannt.
Dsungaren sind seit einigen Jahrzehnten in der Heimtierhaltung und in der Zucht. Früher und auch heute noch wurden Dsungaren häufig mit dem sehr nahe verwandten Campbellzwerghamster gekreuzt, weshalb es kaum noch artreine Dsungaren oder artreine Campbell Zwerghamster mehr gibt. Bei so wenigen Tieren in einer Population ist die Genvariabilität stark reduziert.
In der freien Wildbahn überleben nur die fittesten Tiere (natürliche Selektion). Aufgrund der natürlichen Selektion und mehr Genvariabilität sollen Wildfangnachzuchten widerstandfähiger, gesünder und häufig auch langlebiger als die Farbdsungaren sein.
Auch die Ausprägung natürlicher Verhaltensweisen ist über die Zeit in der Zucht zurückgegangen. Verhaltensbeobachtungen der Lebensweise der Wildfangnachzuchten soll mehr Aufschluss bringen über die ursprünglichen Verhaltensweisen der Dsungaren.
Nach meinen bisherigen Beobachtungen unterscheiden sich die Wildfangnachzuchten von den Farbdsungaren in ihrem Verhalten nur in geringem Mass. Sie sind genau so neugierig und werden beim richtigen Umgang sehr zutraulich. Es gibt aber mehr schreckhaftere Individuen, der Hamster verschwindet dann in einem Versteck, kommt in der Regel aber nach kurzer Zeit wieder hervor. Allgemein zeigen die Wildfangnachzuchten ein ausgeprägteres Grabverhalten. Es wärden teilweise sogar unterirdische Gänge angelegt, meist vom Schlafhaus ausgehend, weshalb schwere Häuser und das Schlafhaus auf Stelzen stehen sollten, dass die Einrichtung nicht in der Einstreu versinkt.