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Die Velo-Premiumroute Nord–Süd kann schneller realisiert werden, eine Machbarkeitsstudie liegt bald vor. Weil die Ost–West-Route Teil des Kantonsstrassennetzes ist, verzögert sich deren Umsetzung.
Die Sursee-Plus-Gemeinden kommen den Velo-Premiumrouten einen Schritt näher. Im Sommer 2019 wollen die sechs Gemeinden die Machbarkeitsstudie, welche die Umsetzung von «Velo-Autobahnen» von der Peripherie ins Zentrum prüft, abgesegnet haben. Geht es schnell, könnten die Gemeinden bereits 2020 finanzielle Mittel für die Planung von Premiumrouten auf ihrem Boden einstellen. Doch Zentrumsentwickler André Marti relativiert: «Viele Fragen sind noch offen. Die Umsetzung der Velonetzplanung, wie es das Konzept von Sursee Plus vorsieht, geschieht Schritt für Schritt.»
«Eine Chance für Nord–Süd-Route»
Den Nord-Ast des Premiumroutennetzes, der von Geuensee via Allmendstrasse an die Ringstrasse führt, und den Süd-Ast von Oberkirch via Bahnstrasse und Chr.-Schnyder-Strasse ins Zentrum von Sursee wollen die Gemeinden zuerst in Angriff nehmen. Die Ost–West-Route, die von Schenkon via Ringstrasse zum Kottenkreisel führt, muss vorerst warten. Dies, weil der gesamte Abschnitt Teil des Kantonsstrassennetzes ist. Diese Planung kann gemäss kantonalem Bauprogramm ab 2019 gestartet werden.
Ein Dorn im Auge ist André Marti das Radroutenkonzept des Kantons, das der regionalen Velonetzplanung übergeordnet ist. «Das Konzept ist veraltet und widerspiegelt die veränderten Begebenheiten der Velonutzung nicht mehr», sagt Marti. Mitte Juni vergangenen Jahres erklärte der Kantonsrat ein Postulat von SP-Kantonsrätin Yvonne Zemp erheblich. Darin forderte sie den Regierungsrat auf, das Radroutenkonzept von 2009 zu überarbeiten und an die Bedürfnisse der Bevölkerung anzupassen. Marti erhofft sich davon die Entflechtung von Strassen- und Velonetz: «Müssen Velowege nicht mehr unmittelbar auf Kantonsstrassen verwirklicht werden, bestünde die Möglichkeit, dass sich der Kanton auch an Velorouten beteiligt, die losgelöst vom Kantonsstrassennetz geplant sind.» Eine grosse Chance für die Nord–Süd-Route, wie Marti findet.
Strassenabschnitte neu denken
Wie die Massnahmen aussehen, mit welchen die Premiumrouten realisiert werden sollen, darüber will André Marti vor Mitte Jahr nicht spekulieren. Er warnt aber vor unrealistischen Vorstellungen: «Vier Meter breite Velo-Autobahnen bis mitten ins Zentrum sind nicht zu verwirklichen.» Viel mehr gelte es neuralgische Verkehrsknoten wie den Schlottermilch- oder den Bifangkreisel zu entschärfen sowie Vortrittsproblematiken auf der ganzen Strecke zu lösen. Es sei aber durchaus möglich, so Marti, dass man ganze Strassenabschnitte neu denken müsse. «Wieso soll vom Bifangkreisel Richtung Christoph-Schnyder-Strasse nicht ein grosser Boulevard à la Altstadt wegführen, wo Velo- und Autofahrer gleichgestellt sind?», fragt der Zentrumsentwickler.