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Bei einem Cyberangriff auf ein französisches Bauunternehmen haben Hacker Berichten zufolge vertrauliche Dokumente über Atomanlagen und ein geplantes Hochsicherheitsgefängnis erbeutet. Der bereits im Juni kopierte Datensatz soll mehr als 65 Gigabyte umfassen.
Das berichteten die «Süddeutsche Zeitung» (Freitagsausgabe), der NDR und die französische Zeitung «Le Monde» nach gemeinsamen Recherchen. Die knapp 11'000 Dateien enthalten demnach unter anderem Pläne der Standorte von Videokameras, die in einem französischen Hochsicherheitsgefängnis eingesetzt werden sollten, Unterlagen zu einem geplanten Atommüll-Endlager im Nordosten Frankreichs und persönliche Informationen zu Mitarbeitern des betroffenen Konzerns Ingérop.
Auch Dokumente über das Atomkraftwerk Fessenheim an der Grenze zur Schweiz seien entwendet worden. Das Unternehmen bestätigte auf Anfrage der Zeitungen den Angriff.
Im Zusammenhang mit den Ermittlungen war den Berichten zufolge im Juli ein vermieteter Server in Dortmund beschlagnahmt worden, auf dem sich ein Teil der Daten befand. Die gemeinsamen Ermittlungen der Staatsanwaltschaften in Paris und Köln führten bislang nicht zur Identifizierung der Täter.
Zugang zu den Ingérop-Servern verschafften sich die Hacker laut «Le Monde» in der Nacht zum 11. Juni mithilfe einer E-Mail an 1700 Konzernmitarbeiter, in der dazu aufgerufen wurde, geheime Informationen über das Endlager-Projekt an eine vorgeblich gesicherte E-Mail-Adresse zu schicken. Zehn Tage später begannen die Dokumente im Internet zu kursieren. Dem Blatt zufolge handelte es sich dabei um «vertrauliche, aber nicht allzu sensible Informationen». (sda/afp)