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Satz für Satz verwandelt sich Buenos Aires in einen Ort der Bedrohung.
Buenos Aires 1978: Vorabend des WM-Finalspiels zwischen Holland und Argentinien. Pablo, ein Journalist, wird von seiner Freundin darauf aufmerksam gemacht, dass vor dem Mietshaus, in dem er wohnt, ein paar Typen seien. Diese Typen, die stundenlang in einem Auto sitzen und irgendetwas observieren, sind im Argentinien der Militärdiktatur eine Bedrohung der besonderen Art. Doch Pablo bringt das zunächst nicht mit seiner Person in Verbindung.
Erst allmählich kommt Alarmstimmung in ihm auf. Er registriert, was nicht ins alltägliche Bild passt. Satz für Satz verwandelt sich die Stadt in einen Ort der Bedrohung. Wir sehen, was die wachsende Angst in ihm anrichtet – und in seiner Umgebung: Wie seine Freunde auf Distanz gehen… Parallel zu seiner Angst und seiner Einsamkeit wächst die Begeisterung der Fußballfans. Argentinien wird Weltmeister. Der Höhepunkt von Pablos Horror fällt zusammen mit dem Höhepunkt der Siegeseuphorie, welche die ganze Stadt erfasst.
Mit sparsamsten sprachlichen Mitteln erzeugt der Autor eine ungeheure Spannung. Er erklärt nichts, deutet nichts. Pablo wird zur Projektionsfläche, auf der sich die Auswirkungen der argentinischen Gewaltherrschaft abbilden.
Antonio Dal Masetto, geboren 1938 im norditalienischen Intra (Verbania) am Lago Maggiore, wanderte 1950 mit seinen Eltern nach Argentinien aus. Er hat acht Romane und zahlreiche Erzählbände veröffentlicht und gilt heute als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Autoren Argentiniens. Sein Werk wurde ins Französische (Edition du Seuil), Italienische (Einaudi) und Norwegische übersetzt. Antonio Dal Masetto starb 2015 in Buenos Aires.