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Klimakrise FAQ
Wo kann ich mich informieren?
IPCC-Report: 1,5 °C Globale Erwärmung
Wissenschaftler fürs Klima: Fakten
Film “Do the math”: Unser Problem in 3 Minuten erklärt
Ist die Klimakrise nicht umstritten?
Nein. In der Wissenschaft schon lange nicht mehr. Siehe auch hier: www.scientists4future.org
Was kann ich tun?
- Informiere dich.
- Stehe öffentlich dazu. Informiere dein Umfeld. Sag, dass du dir grosse Sorgen machst – bei jeder Gelegenheit.
- Trete einer Gruppe bei.
Wenn du für dich im Kleinen beginnen willst: nicht fliegen, keine tierischen Produkte essen, darauf achten, dass kein Geld in irgendeiner Form unökologisch angelegt ist > z.B. bei Pensionskasse nachfragen.
Was bedeutet das 1.5 Grad-Ziel?
Dass die Erwärmung des Klimas durch den menschlichen Einfluss auf 1.5 Grad beschränkt werden soll, die Temperatur also «nur» um 1.5 Grad im weltweiten Durchschnitt gegenüber der vorindustriellen Zeit ansteigt. Für die Schweiz bedeutet dies eine Erwärmung von ca. 3 Grad, für gewisse Gebiete, z.B. Ozeane, eine Erwärmung unter 1.5 Grad.
Weshalb ist das 1.5 Grad-Ziel wichtig?
Nach jetzigem Wissensstand befinden wir uns bei einer Erwärmung von unter 1.5 Grad in einem einigermassen sicheren Bereich – es wird davon ausgegangen, dass die Auswirkungen, auch wenn für viele Menschen verheerend, weltweit doch noch einigermassen verkraftbar sind. Ab 1.5 Grad besteht allerdings ein hohes Risiko, dass unter anderem riesige Eisflächen in Grönland oder in der Antarktis schmelzen, und dadurch der Meeresspiegel um mehrere Meter steigt – mit katastrophalen Folgen für Millionen von Menschen. Zudem wird die Wahrscheinlichkeit bei einer Temperaturerhöhung bis zu 1.5 Grad als noch nicht so gross eingestuft, dass sich selbst verstärkende Klimaveränderungen einsetzen. Irgendwann danach besteht ein hohes Risiko, dass sich durch das Verschwinden von Eisflächen, das Auftauen von Permafrostböden, die grossflächige Entwaldung des tropischen Regenwaldes und weiterer Rückkoppelungen die Klimaveränderungen verselbständigen. Ein Aufhalten der Klimaveränderungen wird nach dem Überschreiten solcher “Kipp-Punkte” /Tipping-Points extrem schwierig oder unmöglich, es würden also relativ schnell enorm hohe Temperaturen erreicht.
Nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist der Unterschied von 1.5 Grad gegenüber 2 Grad entscheidend, um gravierende Auswirkungen auf die Menschen und die Natur möglichst abzuwenden. Viele Arten sterben bei 1.5 Grad nicht aus, bei 2 Grad aber schon.
Ist es bereits zu spät?
Nein – wenn bis spätestens 2030 die CO2-Konzentration der Atmosphäre nicht weiter erhöht wird (Netto Null Emissionen), dann kann die Erwärmung bei ca. 1.5 Grad gestoppt werden.
Momentan steuern wir auf eine Erwärmung von mindestens 3 Grad zu. Das ist nicht gefährlich – das ist schlicht unmöglich für Mensch und Tiere. Gemeint sind ja immer die weltweiten Durchschnittswerte. Über Land wäre es deutlich heisser, an den Spitzentagen im Sommer gar ein vielfaches heisser.
Die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres- und Bodenschutz reichen bei weitem nicht aus. Wir müssen deutlich grössere Anstrengungen unternehmen – so schnell wie möglich.
Weshalb ist das Artensterben ein Problem?
Das Artensterben beschleunigt sich. Rund eine Million von insgesamt schätzungsweise acht Millionen Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht; viele könnten bereits in den nächsten Jahrzehnten komplett verschwinden. Mehr als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte.
Zwei Beispiele: Allein der Verlust von Bestäuberinsekten bedroht Nahrungsmittelproduktion im Wert von 235 bis 577 Milliarden Dollar pro Jahr, und durch die Zerstörung von Küstenlebensräumen wie Mangrovenwäldern ist die Lebensgrundlage von bis zu 300 Millionen Menschen gefährdet.
Die Menschheit ist dabei, die Grundlagen von Einkommen, Ernährungssicherheit, Gesundheit und Lebensqualität zu beseitigen. Es geht um nicht weniger als um das Leben von Millionen von Menschen und möglicherweise das Überleben von uns allen.
Kann die Klimakrise durch freiwilligen Verzicht von Einzelnen gelöst werden?
Wohl kaum – so lange der Klimaschutz freiwillig bleibt, wird die Frage «Weshalb soll ich die Umwelt schützen, wenn die Anderen doch nichts tun?» die Mehrheit der Menschen davon abhalten, die richtigen Massnahmen zu ergreifen. Die Forderung, den Schutz der Umwelt auf die Privatebene zu verschieben, ist ein äusserst geschickter Schachzug der Öllobby und ihrer Vertreter*innen in Wirtschaft und Politik. Über Jahre konnten so sinnvolle Regulierungen verhindert werden, während gleichzeitig das Thema Klimaschutz immer mehr einen unangenehmen Beigeschmack erhielt. So sind Diskussionen übers Klima oftmals sehr belastet, weil sofort gegenseitige Anschuldigungen und Schuldgefühle daraus resultieren – dies obwohl Einzelpersonen die Rettung des Klimas ohne sinnvolle politische Rahmenbedingungen niemals allein stemmen können.
Wie viel trägt der Flugverkehr zur Klimakrise bei?
Die Klimawirkung des Flugverkehrs ist weltweit gesehen für etwa 5 % des menschgemachten Treibhauseffekts verantwortlich. Da Personen aus der Schweiz deutlich mehr fliegen als der Durchschnitt der Menschen, trägt der Flugverkehr bei uns ca. 18 % bei.
Wie viel trägt die Ernährung zur Klimakrise bei?
Werden alle Effekte der Nahrungsmittelproduktion miteingerechnet, also auch Abholzung in den Tropen, Tierhaltung, Düngemittelproduktion, starker Treibhauseffekt von Methan und Lachgas etc., steuert diese zu 26 % der menschgemachten Klimaveränderungen bei.
Die Tierhaltung trägt zu 14-18 % der menschengemachten Klimaveränderungen bei.