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Die Stimme meiner Grossmutter, wie sie mit uns Kindern ein Gute Nacht Lied singt, schwebt träge in diesem Raum und haftet an den hohen Wänden, die in einer Dachschräge enden. Der Boden ist ausgelegt mit einem aufgeklappten Bettsofa und zwei Matratzen am Boden, damit ich, mein Bruder, meine Cousine und mein Cousin einen Platz zum Schlafen finden. Die Decken sind aus Daunen und bauschen sich auf. Die Bettanzüge, in vielen verschiedenen Farbkombinationen, legen sich verspielt über meinen Körper. Der Duft meiner Grossmutter haftet an den frisch gewaschenen Decken und Kissen und neben mir ein warmer Körper meine Cousine. Ich habe es geliebt mit ihnen im Chor, das Lied „Ig ghöre es Glöggli“ zu singen. Wenn sanft diese Stimmen durch den Raum schweifen und hoch an den holzgetäferten Wänden geht, schweift mein Blick an den vielen unterschiedlich grossen Bildern vorbei. Sei es ein Bild in dem eine Stadt und ein Schiff am Hafen im Mondschein steht oder eine reliefartige Darstellung eines Hasen, der eine orange Karotte in seinen Händen hält. Mehr als zwanzig kleinere, eingerahmte Bilder zieren diese Wand direkt auf der gegenüberliegenden Seite meines Bettes. Mein Blick gleitet weiter Hoch in die Dachschräge des Zimmers. An dieser Stelle Hängen zwei Poster von New York. Die Bilder zeigen die Stadt bei Nacht, beleuchtet mit ganz vielen kleinen Lichtern in ihren Hochhäusern. Doch mein Lieblingsbild war ein Poster in A2 Grösse befestigt am Geländer einer Galerie. Es zeigte einen Mann mit seinem Baby auf dem Arm. Sein Blick ist sanftmütig, liebend und fürsorglich. Dies unterstreicht das Gefühl der Wärme und der Umsorgtheit, das ich empfand in diesem Raum. Wie schon erwähnt führt eine steile Treppe in eine zweite Ebene. Diese Galerie wird durch ein Dachfenster beleuchtet und am Ende dieser Galerie befindet sich eine Tür, diese geheimnisvolle Öffnung führte in einen niedrigen und langgezogenen Estrich. Dieser Raum ist sehr dunkel und stickig, da unzählig viele Umzugsschachteln, Kleidersäcke, Koffer und ältere Möbelstücke ihn füllen. Am Ende dieses Schlauches befindet sich eine Lichtquelle, dieses Mal handelt es sich um ein Dachfenster und am Boden wird ein Blick zum Treppenhaus eröffnet. Durch diesen Geheimblick konnten Menschen beobachtet werden ohne ihr Wissen. Dieser Raum im Estrich ist sehr beengend und stickig. An ein aufrechtes Gehen ist nicht zu denken und verlässt man diesen Schlauch und steigt die Treppe wieder hinab zum ersten Raum überkommt einem das Gefühl von Offenheit und Erleichterung. Die Luft wird wieder voller und durch das Fenster an der gegenüberliegenden Seite der Treppe wird der Körper wieder mit mehr Licht versorgt. Um diesen warmen und fürsorglichen Raum zu verlassen gelangt man unter der Galerie zu einer Zimmertür, die zum Korridor des Hauses meiner Grosseltern führt.