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- Freitag 19:15 Uhr
Eine Flugreise ist sicherer als eine Autofahrt. Doch wenn im Jet dann doch etwas passiert, können die Folgen katastrophal sein. „Mayday“ gewährt neue Einblicke in die Sicherheitsrisiken der Luftfahrt. Jede Folge widmet sich einem spezifischen Problem der modernen Flugsicherheit. Es geht um Flugzeugentführungen, Wartungsfehler und Kollisionen in der Luft. Auch die Auswirkungen der zunehmenden Automatisierung werden kritisch unter die Lupe genommen.
Am 28. November 1987 bricht auf Reiseflughöhe über dem Indischen Ozean im Frachtraum einer Boeing 747 Combi ein Feuer aus. Bald darauf verliert die Flugsicherung den Kontakt mit der Crew. Die Brandursache im Frachtraum ist ungeklärt. Dies ist die Geschichte des South-African-Airways-Flug 295.
Ein kleines Passagierflugzeug startet voll besetzt mit Jobpendlern zu einem Routineflug. Wenige Momente nach dem Start wird die Nase des Fliegers plötzlich nach oben gerissen. Die Maschine taumelt, zieht nach links – und stürzt schliesslich in einen Hangar. Alle Menschen an Bord sterben. Bei ihren Untersuchungen stossen die Ermittler auf einen ebenso winzigen wie verheerenden Fehler.
4. April 1997: Eine DC10 der Southern Airways ist auf dem Rückflug von Huntsville, Alabama, nach Atlanta, Georgia, als sich plötzlich ein heftiger Sturm ankündigt. Die Piloten halten Kurs, steuern durch das Unwetter und geraten in einen teuflischen Hagelsturm. Der Hagel peitscht so heftig, dass er die Frontscheibe der Maschine beschädigt. Wenig später fallen wichtige Instrumente aus. Die Piloten entschieden sich zu einem riskanten Manöver: Sie wollen auf einem Highway notlanden. Doch bei dem Unterfangen finden 62 Passagiere und acht Menschen am Boden den Tod.
1985 verschwand vor der irischen Küste ein Jet der Air India. Die Rettungsteams fanden eine auseinander gerissene Maschine. Unglücksursache: eine Explosion. Nach der Auswertung der gefundenen Daten kam heraus, dass ein Gepäckstück an Bord gelangt war, ohne dass der dazu gehörige Passagier je die Maschine betreten hatte. In diesem Gepäckstück muss sich eine Bombe befunden haben. Am gleichen Tag gab es Tausende Kilometer entfernt am Flughafen von Tokio eine weitere Explosion, die mit der Katastrophe in Irland in engem Zusammenhang stand.
1996 hob ein Jet der Birgenair ab, um kurz darauf ins Meer zu stürzen. Der Pilot hatte die Hinweise eines jungen Crew-Mitgliedes nicht beachtet – ein fataler Fehler. Die Auswertung des Flugschreibers ergab, dass im Cockpit kurz vor dem Absturz grosse Verwirrung herrschte. Unterschiedliche Alarmsignale sind zu hören. Schliesslich stellt sich heraus, dass Insektennester zentrale Messinstrumente blockiert hatten. Das Unglück hätte allerdings verhindert werden können, wenn die Crew nur auf die Warnungen vor dem Start gehört hätte.
In der Nacht des 29. Dezember 1972 kommt es im Sumpfgebiet der Everglades im US-Bundesstaat Florida zu einem Flugzeugabsturz. Der Eastern Airlines-Flug 401 befindet sich bereits im Landeanflug auf den Flughafen von Miami. Da registrieren Kapitän Robert Loft und seine Crew, dass eine der drei grünen Kontrollleuchten, die anzeigen, ob das Fahrwerk in Ordnung ist, ihren Dienst versagt.
Eigentlich war es ein ganz normaler Inlandsflug von Manaus nach Rio de Janeiro. Am 29. September 2006 hob die GOL Boeing 737 ab – doch den Zielflughafen sollte sie nie erreichen. Mitten über dem Amazonasgebiet kollidierte sie mit einem Embraer Legacy Business-Jet. Die Boing stürzte ab, und die 154 Menschen an Bord kamen allesamt ums Leben. Wie durch ein Wunder gelang dagegen dem Piloten der kleineren Maschine die Landung. Die sieben Insassen blieben unverletzt. Insgesamt entpuppte sich der Vorfall jedoch als die bis dato schlimmste Katastrophe der brasilianischen Luftfahrtsgeschichte.
Jeder Passagierjet ist eine Art fliegende Intensivstation, in der in einer lebensfeindlichen Umgebung für alle Menschen an Bord ständig lebenserhaltende Massnahmen durchgeführt werden. Das Herzstück des Systems sind die Geräte, die den Luftdruck regulieren, ohne die die Passagiere in extremen Flughöhen nicht überlebensfähig wären. Doch was ist, wenn der Druck trotz allem plötzlich sinkt?