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Wenn mich jemand in der Stadt anspricht, nehme ich mir meistens Zeit für ein Gespräch. Kürzlich kam ein junger, gutaussehender Mann mitten in der Stadt auf mich zu. Er fragte nach Geld. Nachdem wir die Namen ausgetauscht hatten und wir uns mit Du ansprachen, erkundigte ich mich nach seiner Situation. „Weshalb ist es so weit gekommen, dass du betteln musst?“.
Er erzählte mir seine Geschichte. Als Spanier fand er in seinem Land keine Arbeit. Die Arbeitslosenquote sei dort bei zirka 40%. So wollte er in die Schweiz kommen und hier Arbeit suchen. Bekannte erklärten sich bereit, ihn bei sich aufzunehmen, bis er eine Stelle gefunden habe. Offenbar kam es zu Beziehungsschwierigkeiten, und diese Bekannten schickten ihn weg. Nun versuchte er sich selbst durchzuschlagen. Er wollte auf dem Bau arbeiten. Die Nächte verbrachte er in Notschlafstellen. Schlussendlich hatte er weder Job noch Geld, einen Haufen negativer Erfahrungen und wollte nur noch zurück nach Spanien. Dazu brauchte er natürlich Geld.
Während er erzählte versuchte ich zu hören, was der Geist Gottes diesem Mann sagen wollte. Ich ermutigte ihn auf verschiedene Weise und sprach über den Plan, den Gott für sein Leben hatte. Als ich „Gott“ erwähnte, leuchteten seine Augen einen Moment auf. Ob er Gott kenne, wollte ich wissen. Erst wich er ein bisschen aus, aber dann sagte er, dass er wahrscheinlich in diese Not gekommen sei, weil er Gott davongelaufen sei. Ich konnte ihn ermutigen, zu Gott zurückzukehren und versicherte, dass Gott seine Arme weit ausgebreitet habe, um ihn wieder zu umarmen. Er entspannte sich. Bevor ich ihm Geld gab, konnte ich mit ihm beten und ihn segnen. Lasten fielen von ihm, und seine Dankbarkeit war sehr gross!
E.S. aus Ostermundigen