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Zecken: Träger virale und bakterielle Erkrankungen
Die meisten Zeckenstiche bleiben ohne gefährliche Folgen. Sie können zu Hautrötungen und Jucken führen, verursachen aber nur dann eine Infektionskrankheit, wenn die Zecke einen entsprechenden Erreger in sich trägt. Und selbst dann erkrankt nur eine vergleichsweise kleine Minderheit der gestochenen Menschen.
Zecken gibt es überall in der Schweiz, je nach Witterung bis auf 1200 Meter über Meer. Zecken brauchen jedoch ein Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit und relativ warmen Temperaturen. Deshalb sind sie im Winter nicht aktiv. Die Zeckensaison dauert im Schnitt von März bis Oktober. Abweichungen können sich aus der aktuellen Wetterlage ergeben. Ausserdem suchen Zecken sich Orte, wo ihre natürlichen Wirte besonders häufig vorkommen. Wirte sind vor allem Mäuse, Igel und Vögel.
Zecken, welche mit Borrelienerregern infiziert sind, kommen über die ganze Schweiz verteilt vor. In der ganzen Schweiz sind etwa 5-30% (stellenweise bis 50%) der Zecken mit Borrelien infiziert. Bis zu 10’000 Personen erkranken schätzungsweise jährlich an Lyme-Borreliose.
Im Mittelpunkt stehen dabei Bakterien der Gruppe Borrelia burgdorferi, die die Lyme-Borreliose verursachen. Diese Krankheit kann das zentrale Nervensystem, die Gelenke, die Haut und das Herz schädigen. Sie verläuft aber nur selten chronisch und lässt sich gut mit Antibiotika behandeln.
Daneben können die Zecken auch Hirnhautentzündung, sog. Frühsommer-Enzephalitis (FSME) auslösen, die das zentrale Nervensystem attackiert und in schweren Fällen einen tödlichen Verlauf nehmen kann.
In der Schweiz werden jedes Jahr zwischen rund 100 und 250 FSME-Erkrankungen registriert.
Mit dem FSME-Erreger kann man sich nur in einigen besonders gefährdeten Regionen anstecken. In diesen Gegenden tragen zwischen 0.1 und 5 Prozent der Zecken das Virus. Auch hier führt eine Übertragung des Erregers nicht automatisch zu Krankheitssymptomen. In 70 Prozent der Fälle verläuft die Infektion unbemerkt, und in 10 Prozent entwickelt sich eine ernste Erkrankung des zentralen Nervensystems mit Fieberschüben, Kopf-, Rücken- und Nackenschmerzen. Etwa 1 Prozent der Patienten stirbt an FSME. Man kennt noch keine Mittel gegen diese Viren.
Der beste Schutz gegen Zecken ist die geeignete Kleidung: lange Hosen und geschlossene Schuhe. Kleider und Schuhe kann man zusätzlich mit einem Anti-Zecken-Mittel besprühen.
Zecken springen Menschen nicht an und lassen sich auch nicht von Bäumen fallen. Vielmehr lauern die winzigen Blutsauger auf Sträuchern und Gräsern auf ihre Opfer, um sich im richtigen Moment an ein vorbeistreifendes Lebewesen zu heften und zuzustechen. Der Angriff erfolgt still und meist schmerzlos.
Man kann sich gegen FSME impfen lassen. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen. Dann kann man nach 10 Jahren mit jeweils einmaligen Rappel-Impfungen die Schutzwirkung weiter verlängern.
Da Zeckenstiche oft nicht bemerkt werden, sollten nach einem Aufenthalt im Freien Körper und Kleidung auf Zecken untersucht werden. Das Tragen heller Kleidung erleichtert dabei die Zeckensuche.
Haustiere (z.B. Hunde, Katzen oder Pferde) sollten ebenfalls auf Zecken abgesucht werden.
Gefundene Zecken möglichst rasch entfernen, am besten durch Fassen mit einer feinen Pinzette oder Zeckenzange direkt über der Haut und kontinuierlichen Zug. Danach die Stichstelle desinfizieren.
Merken oder markieren Sie sich die Einstichstelle. Bei Fieber oder anderen Symptomen nach einem Zeckenstich sollte man einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.