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«Es gehört zu der grausamen Ironie des Lebens, dass wir genau
dann am verwundbarsten sind, wenn wir uns am wenigsten gefährdet
fühlen.» R. Levine

Es ist schon interessant, dass
gemäss amerikanischen Studien die meisten Leute glauben, dass ihnen
weniger schnell etwas passiert als ihren Mitmenschen. (Levine S.20ff)
Das geht quer durch alle möglichen Einschätzungskategorien von
Krankheit oder Scheidung, über Opfer eines Verbrechens werden oder
sogar das eigene vermutete Alter zum Zeitpunkt des Todes. Und das alles
scheinbar nur um gerade diesen Gedanken, nämlich an den eigenen Tod,
herauszuschieben. Wer sich für unverwundbar hält, kann unter Umständen
schnell und schmerzhaft eines besseren belehrt werden.
Der Hirsch
Ein einäugiger Hirsch weidete gewöhnlich auf Wiesen neben dem Meer, und zwar so, dass er immer das gesunde Auge landwärts hielt und wähnte, von der Seeseite her habe er keine Gefahr zu fürchten. Das Schicksal hatte es anders beschlossen.
Eines Tages segelte ein Schiff bei ihm vorbei, und da sein gesundes Auge dem Lande zugekehrt war, so bemerkte er es nicht und weidete nichts ahnend fort.
Kaum hatten die Schiffer aber die köstliche Beute erblickt, als sie auch schon Pfeile nach ihm abschossen. Ein Pfeil traf ihn gerade ins Herz, und zusammenstürzend rief er aus: "Wie sehr habe ich mich getäuscht, dass ich nur vom Lande her Gefahr erwartete."
Nur zu oft weicht man vorsorglich einer Gefahr aus und gerät dabei unvorsichtig in eine andere. (Aesop)
Die Eule rät

«Nur die Seele, in ihrer reinsten Form, ist unverletzbar.» Sprichwort