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Erdbeben in der Türkei und Syrien
In diesem Artikel erfährst du, wieso es in der Türkei zu Erdbeben kam und was die Folgen von Erdbeben sind.
Das Wichtigste in Kürze
Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:
- Wenn sich zwei Erdplatten ineinander verhaken und mit einem plötzlichen Ruck voneinander lösen, entstehen Erdbeben.
- Die Türkei und ein Teil von Syrien liegt in einer tektonischen Hochrisikozone – quasi einem Schleudersitz der Erdplatten. In dieser Region stoßen gleich mehrere tektonische Platten aufeinander.
- Die bei den kürzlich erfolgten Erdstößen freigesetzte Energie war mehr als doppelt so hoch wie bei dem stärksten historischen Erdbeben an dieser Verwerfungszone.
Lange aufgestaute Spannungen
Das Problem dabei: Die Plattengrenzen in der Türkei und in Syrien gleiten nicht reibungslos aneinander vorbei, sondern verhaken sich immer wieder. Dadurch stockt die Bewegung der Erdplatten und in der Tiefe der Verwerfungen stauen sich enorme Spannungen auf. Irgendwann sind die dabei aufgestauten Kräfte so stark, dass das Gestein bricht und die Platten ruckartig in eine neue Position schnellen – ein Erdbeben ereignet sich. Dabei reißt die Erdkruste bis in die Tiefe auf. Je länger die Erdplatten blockiert waren und je mehr Spannung sich angesammelt hat, desto heftiger ist der Ruck und desto länger ist der entstehende Riss.
Dies war auch der Grund für die ungewöhnlich starken Erdstöße vom 6. Februar 2023
Zwischen mehreren Erdplatten eingeklemmt
Die Türkei und Syrien liegen in einer tektonischen Hochrisikozone – quasi einem Schleudersitz der Erdplatten. In dieser Region stoßen gleich mehrere tektonische Platten aufeinander. Die größten Akteure sind dabei die Afrikanische Platte im Südwesten und die Eurasische Platte im Norden. Beide kollidieren in Zeitlupe miteinander, weil Afrika nach Norden driftet. Ein kleineres Fragment der Afrikanischen Platte, die Arabische Platte, wandert besonders schnell nach Norden und zwängt dadurch die Anatolische Erdplatte (eine kleine Erdplatte) zwischen sich und dem Eurasischen Kontinent ein.
Das hat Folgen: Die anatolische Platte wird seitlich aus dieser Zange herausgedrückt und verschiebt sich dadurch um zwei bis drei Zentimeter pro Jahr nach Westen. Auf dem Gebiet der Türkei entstehen dadurch gleich zwei große Bruchzonen, sogenannte Transformstörungen, an denen sich die Plattengrenzen seitlich gegeneinander verschieben.
Genau das ist nun passiert. Ohne große Vorwarnung oder auffällige Häufungen von vorangehenden schwächeren Beben entlud sich am frühen Morgen des 6. Februar die Spannung.
Warum waren die Erdbeben so verheerend?
Die bei den Erdstößen freigesetzte Energie war mehr als doppelt so hoch wie bei dem stärksten historischen Erdbeben an dieser Verwerfungszone. Allein dies erklärt bereits, warum das Erdbeben so schwere Schäden anrichtete.
Der Untergrund in Gaziantep und den umliegenden Gebieten bewegte sich dadurch besonders heftig und führte zum Einsturz der Gebäude.
Arbeitsmaterial
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