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Da schwadroniert ein Journalist, offenbar Spezialist für den Nordpol, von den (nein, Eskimos sagen wir nicht mehr, und auch nicht indigene, sondern) Ureinwohnern bzw. weil auch das ein wenig herablassend klingt, von den First Nations (man muss schon historisch und philosophisch extrem unbedarft sein, oder vielleicht einfach Amerikaner, um diesen extrem heiklen Begriff positiv zu verwenden, positiver als anderes). Er schwadroniert aber nicht nur von First Nations, sondern schwurbelt auch davon, dass diese Bevölkerungsgruppe extrem schlechte Karten habe gegenüber Corona, denn ein Grossteil der Männer rauche sehr viel.
Wie bitte? WIrklich? Nichts davon gehört, dass Nikotin offenbar das Ansteckungs- und Erkrankungsrisiko massiv vermindert? Rachen ist schlecht, und in einer puritanisch-monolithen Kultur ist das unbestreitbar, weshalb es eben auch nicht sein kann, dass es gerade jetzt einen Vorteil darstellen sollte.
Hier der Artikel im Economist.
Das muss dort, wo man wenigstens akzeptiert, dass es wahr sein könnte, immer kombiniert werden mit dem Hinweis, dass es trotzdem keine gute Idee sei, mit dem Rauchen anzufangen (hier z.B.).
Tatsächlich keine Ente! Basler Zeitung von heute, 14. April 2020.
Ausgerechnet Bill Gates fordert Geld? Er brauche 2 Milliarden. Laut Forbes-Liste der Reichsten (Gates ist Nr. 2) verfügt er über ein Vermögen von 104 Milliarden. Er fordert also eine Summe, die 2% dessen entspricht, was er selbst hat.
«Social distancing» ist ein Nicht-Begriff, der symptomatisch ist für das gegenwärtige Geschwurbel. Es beginnt damit, dass «social distancing» etwas ganz anderes meinen soll als «social distance». «Soziale Distanz» soll also nicht das Resultat sozialer Distanzierung bezeichnen, sondern die «Distanz» zwischen sozialen Gruppen wie Klassen, Rassen, Geschlechtern etc., leicht erkennbar: ebenfalls ein Konzept ohne wirklichen Gehalt.
Aber weiter: «Social distancing» soll gar nicht «soziale», sondern «physische» Distanzierung meinen, was die englischsprachige Wikipedia nur am Rande zugibt, die deutschsprachige aber sogar in ihrem Titel anzeigt (Räumliche Distanzierung) und was inzwischen offenbar sogar die Weltgesundheitsorganisation zugibt.
Schliesslich aber, was wäre das Gegenteil von «Sozialer Distanzierung»? Und wovon grenzt sich denn die soziale Distanzierung ab, von der psychischen, der moralischen, der wirtschaftlichen oder gar der kulturellen? Was um Himmels Herrgotts Willen könnten diese Floskeln überhaupt meinen?
Gott sei uns gnädig, wir benötigen Gnade offenbar dringend.
Der Bundesrat habe heute, am 8. April 2020, zwei Beschlüsse gefällt, so die Bundespräsidentin Sommaruga an der heutigen Presskonferenz. Urteile fällt man, Entscheidungen, manchmal auch Bäume, aber Beschlüsse fällt man genau so wenig wie Entschlüsse, man fasst sie. Was soll bloss aus uns werden, wenn wir schon sprachlich scheitern.
Wenn schon Taschenbuch, dann bitte gebraucht. Das erhöht den Wert!