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Stierschonende Transparenz: Zuger Punktevergabe neu auf Platz
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Ende der 1960er und in den 1970ern war viel los beim Braunvieh: 1968 wurde die internationale Rinderausstellung in Paris mit 10 Braunviehtieren bestückt. Auf den Abstammungsausweisen wurden erstmals der Zuchtwert Milch der Väter und die Ergebnisse der Melkbarkeitsprüfung eingetragen. 1969 folgte Hans Eugster auf Willy Engeler als Direktor der Herdebuchstelle. Bei der Nachzuchtprüfung ersetzten die Betriebsniveaugruppen den Genossenschaftsdurchschnitt.
Nach dem Rücktritt von Hans Urs Glättli übernahm Heinz Herzog 1972 die Direktion des SBZV. 1973 wurden die Mastleistungsprüfungen für Natursprungstiere eingeführt. 1974 erfolgte die definitive Einführung der Kälbertätowierung. Bei der Nachzuchtprüfung der Stiere wurden die Teilabschlüsse und zusätzlich Zuchtwerte für den Fettgehalt einbezogen.
An der Delegiertenversammlung im November 1976 kam es zu einer grossen Rochade. Insgesamt 6 Vorstandsmitglieder traten gleichzeitig zurück – unter ihnen auch der Bündner Präsident Dr. Andrea Sciuchetti. Heinrich Meli wurde dabei als sein Vorstands-Nachfolger und gleichzeitig ebenfalls zum Präsidenten gewählt (siehe Textbox). Der charismatische Direktor vom Plantahof führte den Schweizer Baunviehzuchtverband bis zum Ende des 20. Jahrhundert und wurde zum weltweit führenden Verbandsfunktionär der Braunviehzucht.
Der Vorversuch mit Besamungen mit Brown-Swiss-Stieren aus den USA startete mit 33 Vertragsbetrieben. Nach der Geburt der ersten Kälber setzten sofort umfangreiche Erhebungen ein. Neun Jungstiere wurden selektiert und kamen auf die KB-Station, wo sie prompt zu Ladenhütern deklassiert wurden. Das Samenlager wurde auf 1'600 Dosen begrenzt. Ein grosser Fehler, wie sich später herausstellte. Auch die Masteigenschaften der Stierenkälber wurden untersucht. Die Resultate, die laufend in den «Mitteilungen» publiziert wurden, waren sehr positiv und alle Voraussetzungen für einen Grossversuch waren somit gegeben.
Der Kampf blieb aber nicht aus. 1973 trafen Gegner und Befürworter hart aufeinander. Die «Kleiderhaken-Stiere» wurden am ZM Zug in separate Abteilungen abgeschoben und mussten bedeutend höhere Anforderungen beim Exterieur erfüllen. Anonyme Briefe wurden geschrieben und an der Delegiertenversammlung wurde die «Umorganisation» der Herdebuchstelle verlangt. Da Anzeichen vorhanden waren, dass die Stiere aufgrund des Exterieurs in den Kantonen durchfallen könnten, musste der Verband die Bewertung der Stiere mit 50 % und 75% BS-Blut selbst in die Hand nehmen.
Die Zuchtleitung liess sich von diesen Attacken nicht beirren und führte den Versuch weiter. Anfangs 1974 wurde die Interessengemeinschaft der Brown-Swiss-Züchter (IGBS) durch Vertreter dieser Zuchtrichtung gegründet, welche sich für die Verbreitung der leistungsstarken Brown-Swiss-Genetik einsetzte.
Folge 8/12. Dieses Jahr feiert Braunvieh Schweiz sein 125. Verbandsjubiläum. Eine gute Gelegenheit, in den Archiven zu stöbern und einen Blick in die Geschichtsbücher zu werfen. In den nächsten zwölf Monaten werden wir Beiträge jeder Dekade von der Gründung bis heute publizieren und einen Blick in die Zukunft werfen.
Zu Beginn des Grossversuchs 1971 machten 820 Betriebe mit. Diese Zahl wuchs bis zum Versuchsende im Jahr 1978 auf über 5'700 und umfasste so knapp 23 % aller Herdebuchbetriebe. Das Mitmachen beruhte auf freiwilliger Basis. Damit die Chancen für alle gleich waren, blieb auch die Samenwahl frei. Mitmachende Betriebe unterlagen aber einer Vertragspflicht, die, obwohl alle Tiere mit BS-Anteil voll im Herdebuch integriert waren, erst 1991 abgeschafft wurde.
Aufgrund von Töchter-Nachzuchtbesichtigungen erfolgte ab 1971 alle zwei Jahre eine Samenauswahl in den USA. Doch konnten auch Enttäuschungen wie die Stiere Trustee und Jet, die nur aufgrund ihrer idealen Schönheit und ohne Besichtigung der Töchter gekauft wurden, nicht vermieden werden.
Es verwundert nicht, dass bereits 1978 die Zahl der Erstbesamungen mit Stieren mit verschiedenem BS-Blutanteil die Zahl der Besamungen mit OB-Stieren überstieg.
Der rote Stempel auf den Abstammungsausweisen der Kühe mit einem BS-Vater, anfänglich als Warnzeichen gedacht, wurde rasch zum verkaufsträchtigen Gütesiegel. Die Stempelpflicht wurde 1981 aufgehoben.
An der 79. Delegiertenversammlung im Jahre 1976 gewann Heinrich Meli als «wilder Kandidat» die Wahl zum Präsidenten des Schweizer Braunviehzuchtverbands. Während 23 Jahren führte er den Verband mit viel Weitsicht. 10 Jahre Präsidentschaft der Europäischen Vereinigung der Braunviehzüchter und die Wahl als Präsident der Weltvereinigung bestätigten die internationale Anerkennung seiner Arbeit. Als 1972 Direktor Hans Urs Glättli im Bundesamt für Landwirtschaft die Führung der Abteilung Viehwirtschaft übernahm, wählte der Vorstand Heinz Herzog als dessen Nachfolger. Direktor Herzog stellte so während 28 Jahren seine grosse Schaffenskraft voll und ganz in den Dienst dieser Aufgabe. Heinz Herzog führte zudem die Sekretariate der Europäischen und der Weltvereinigung der Braunviehzüchter. Auch Hans Eugster, Direktor der Herdebuchstelle zwischen 1969 und 1990, beeinflusste während vieler Jahre das Zuchtgeschehen beim Braunvieh. Es war eine bewegte Zeit des Umbruchs, welche Hans Eugster an vorderster Front gestaltete. Die Durchsetzung der künstlichen Besamung auf breiter Front, der Einsatz von Brown Swiss aus den USA und die Zentralisierung des Herdebuchs bewegten über lange Jahre die Züchter leidenschaftlich.
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