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Eine anhaltend starke West- bis Südwestströmung brachte zuerst wenig, ab Sonntag, 15. Januar dem Westen dann ergiebigen Niederschlag. Ganz im Westen wurde mit lokal bis zu 1.5 m Neuschnee die Gefahrenstufe 4 (Gross) erreicht. Sonst ging die Gefahr vor allem vom Triebschnee aus. Weil dieser auf eine teils schwache Altschneedecke abgelagert wurde, konnten trotz wenig Schnee auch hier gefährlich grosse Lawinen ausgelöst werden.
Unmittelbar vor dieser Berichtsperiode, vom 8. bis 10. Januar, war im nördlichen Unterwallis bis zu einem Meter Schnee gefallen, am Alpennordhang und sonst im Wallis etwa ein halber Meter (AvaBlog vom 11. Januar). Seither blies der Wind ununterbrochen und oft stark aus West- bis Südwest, ab Dienstag, 17. Januar dann noch schwach bis mässig. Am zentralen und östlichen Alpenhauptkamm wechselte der Wind wiederholt von Süd auf Nord und auf beiden Seiten des Kammes gab es Föhnphasen. Der Wind verfrachtete nicht nur den Neuschnee, sondern auch den lockeren Altschnee. Selbst in Gebieten mit wenig Neuschnee entstanden teils mächtige Triebschneeansammlungen, die vor allem in den inneralpinen Gebieten auf eine oft schwache Altschneedecke abgelagert wurden und damit störanfällig waren (Video 1).
Von Sonntag, 15. bis Mittwoch, 18. Januar überquerten kurz hintereinander verschiedene Fronten die Schweiz. In verschiedenen Niederschlagsperioden fielen im westlichsten und nördlichen Unterwallis sowie den Waadtländer und Freiburger Alpen 50 bis 100 cm Schnee, lokal sogar bis zu 150 cm. Gegen Osten hin nahmen die Neuschneemengen markant ab. Die Schneefallgrenze lag zunächst auf 1500 bis 2000 m, bevor sie im Verlaufe des Sonntags rasch in tiefe Lagen sank und auch das Flachland weiss wurde.
Von Dienstagmorgen 17. bis Mittwochabend 18. Januar wurde die Lawinengefahr in Teilen des westlichsten und nördlichen Unterwallis als "Gross" eingeschätzt, Stufe 4. Die Gefährdung bezog sich vor allem auf das alpine Wintersportgelände. Die Altschneedecke war hier im Westen genügend stabil, sodass keine sehr grossen Lawinen bis in die Täler hinunter gemeldet wurden. Was oben in den Bergen geschah, blieb oft im Nebel verborgen. Einzig aus La Creusaz (Salvan, VS) wurden zuerst viele grosse Spontanlawinen gemeldet, und danach am Mittwoch auch noch erfolgreich gesprengt (Abbildungen 2 und 3).
Wer da hat, dem wird gegeben! Schon zuvor lag am meisten Schnee im Westen, nach dem beschriebenen Grossschneefall war die Schneelage am Donnerstag, 19.01. noch unterschiedlicher: Im Westen waren die Schneehöhen in den Bergen inzwischen überdurchschnittlich (blau in Abbildung 4), in den anderen Gebieten für die Jahreszeit unterdurchschnittlich und oft sogar stark unterdurchschnittlich (dunkles Orange, Rot, sowie Abbildung 5).
Personenauslösungen gab es in Graubünden, wo kaum Neuschnee gefallen war, etwa gleich viele wie im Westen (Abbildung 6). Weil die Lawinen in Graubünden praktisch immer im Altschnee anrissen, waren sie auch nicht kleiner als in den Neuschneegebieten des Westens.
Insgesamt wurden vom 11. bis 18. Januar 33 Personenauslösungen gemeldet. Bei fünf davon wurde jeweils eine Person erfasst – alle ausserhalb des Hauptniederschlagsgebietes.
Am Sonntag, 15. Januar haben Tourenfahrer in einem Südwesthang am Gorihorn (Davos, GR) eine grosse Lawine im bodennahen Altschnee ausgelöst. Dabei wurde eine Person ganz verschüttet und getötet.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.