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Historiker und Kommunikations-Chef des Schweizerischen Nationalmuseums.
Das Tagebuch der Anne Frank ist weltberühmt. Weniger bekannt ist der Fakt, dass die Publikation des Buches zu grossen Teilen von Basel aus organisiert worden ist. Hier hatte sich Annes Tante Leni Elias gemeinsam mit ihrem Ehemann Erich bereits Anfang der 1930er-Jahre niedergelassen. Nach der Weltwirtschaftskrise von 1929 hatten sie auf der Suche nach besseren Lebensumständen Deutschland verlassen. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und der beginnenden Judenverfolgung durch das NS-Regime brach der Kontakt zu Lenis Bruder Otto und dessen Familie, Ehefrau Edith und Töchter Margot und Anne, vollständig ab. Erst im Mai 1945 kam wieder ein Lebenszeichen in Basel an. Otto meldete sich bei seiner Schwester.Der Vater von Anne war gemeinsam mit der ganzen Familie aus Amsterdam deportiert worden. Als Einziger überlebte er das Konzentrationslager. Nach der Befreiung durch die Russen war Otto Frank nicht nur schwer krank, sondern hatte alles verloren: seine Familie, seine Firma, sein Hab und Gut und sogar seine Staatsbürgerschaft. Er stand vor dem Nichts.
Zurück in Holland übergab ihm eine ehemalige Mitarbeiterin die Tagebücher seiner Tochter Anne. Diese hatte sie nach der Verhaftung und Deportation der Familie im Versteck gefunden und an sich genommen. Die Gedanken, Hoffnungen und Ängste seiner Tochter erschütterten Otto Frank zutiefst. Anfangs wollte er die Tagebücher nicht veröffentlichen. Doch Freunde und Bekannte konnten ihn schliesslich überzeugen, für das Erbe seiner Tochter einen Verlag zu suchen. Vielleicht wollte er auch Annes Traum von einem Leben als Schriftstellerin erfüllen. 1947 wurde das Tagebuch der Anne Frank von einem niederländischen Verlag herausgegeben. Die Erstauflage betrug 3000 Exemplare.1952 zog Otto Frank zu seiner Schwester Leni nach Basel. Er wohnte dort in einem kleinen Zimmer unter dem Dach und arbeitete weiter an der Verbreitung des Tagebuchs. Ein Jahr später heiratete er Fritzi Geiringer. Die beiden kannten sich aus Amsterdam, wo sie Nachbarn gewesen waren, und hatten sich in Auschwitz wieder getroffen. Fritzi unterstützte Otto tatkräftig bei seiner Arbeit.
Diese Arbeit ging den beiden nicht aus und wurde immer globaler. Zwischen 1955 und 1957 erschienen weltweit 15 Ausgaben des Werks. Auch in Ländern wie Japan, Norwegen oder Kanada wurden die Aufzeichnungen der jungen Jüdin nun gelesen. In den USA sorgte das Theaterstück «The Diary of Anne Frank» für weitere Popularität. Und mit der steigenden Bekanntheit stieg auch die Zahl der Zuschriften, die Annes Vater erhielt. Viele dieser Briefe beantworteten Otto und Fritzi, erst in der Dachkammer seiner Schwester, später in Birsfelden, wohin das Paar 1961 zog. Aus einigen dieser Zuschriften wurde ein ständiger Briefwechsel.1963 gründete Otto Frank gemeinsam mit seiner Frau Fritzi den Anne Frank Fonds. In dieser Stiftung mit Sitz in Basel werden die Rechte an den Tagebüchern verwertet und die globale Verbreitung bis heute weiter vorangetrieben. Otto Frank widmete sich bis zu seinem Tod 1980 den Tagebüchern seiner Tochter. Auch dank seiner Initiative wurde das Werk zu einem der meistgelesenen Büchern der Welt.
Das Tagebuch der Anne Frank ist weltberühmt. Weniger bekannt ist, dass die globale Verbreitung grösstenteils aus der Schweiz erfolgte. Anne, ihre Schwester und ihre Mutter sind im Holocaust umgekommen. Otto Frank überlebte als einziger seiner Familie. Er kehrte nach dem Krieg zunächst nach Amsterdam zurück. In den 1950er-Jahren zog er zu seiner Schwester nach Basel. Von dort machte er es sich zur Aufgabe, die Aufzeichnungen seiner Tochter in die Welt zu tragen und ihre Botschaft für Menschlichkeit und Toleranz für die kommenden Generationen zu erhalten.
Michael Blatter01.04.2019Es war einmal ein Schweizer Held namens Wilhelm Tell, der machte die Eidgenossen mutig und gab ihnen Hoffnung. Geboren wurde der Nationalheld übrigens in einer Amtsstube in der Zentralschweiz.
Andrej Abplanalp04.08.2017Wilhelm Tell und der Rütlischwur - der Erste, der dies zu Papier gebracht hatte, war Petermann Etterlin. Der Luzerner Stadtschreiber hat Anfang des 16. Jahrhunderts die erste umfassende Chronik der Eidgenossenschaft verfasst.