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Ohne WestBam wäre die Technowelt heute nicht, was sie ist
- Donnerstag, 27. August 2015, 16:37 Uhr, aktualisiert um 16:53 Uhr
Maximiliam Lenz aka WestBam produziert elektronische Musik seit den frühen 80er Jahren. 1989 spielte er an der allerersten Loveparade in Berlin, zwei Jahre darauf veranstaltete er das erste Techno-Grosshappening der Welt: Die Mayday. Zeit, dem Mann die Ehre zukommen zu lassen, die er verdient!
Gründervater der Mayday
Maximiliam Lenz aka WestBam produzierte schon elektronische Musik, da lagen wir noch in den Windeln. Sein erstes DJ Set spielte er 1983, sein erstes Album erschien 1989. Im selben Jahr spielte WestBam an der allerersten Loveparade in Berlin, zwei Jahre später veranstaltete er das erste Techno-Grosshappening der Welt: Die Mayday.
WestBam wird oft als Witzfigur betrachtet
Trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) wird WestBam – im Unterschied zu anderen deutschen Urgesteinen wie zum Beispiel Sven Väth - nicht als Pionier und Wegbereiter der elektronischen Musik gefeiert. Im Gegenteil: Lange Zeit betrachtete ihn die Szene bestenfalls als Witzfigur. Im schlechtesten Falle galt er sogar als Ramschverkäufer des Technos und grosser Kapitalist mit beinahe machiavellistischen Zügen.
Mit dem vielbesprochenen und vielgelobten Album «Götterstrasse» von 2013 eroberte sich WestBam zwar einen Teil seiner Glaubwürdigkeit zurück. Dennoch buchen nur wenige ernstzunehmende Veranstalter den Deutschen in ihren Club und (fast) kein DJ, der etwas auf sich hält, würde jemals WestBam spielen.
WestBam hat mehr Respekt verdient
Wir finden: Schade! Trotz musikalischen (und wirtschaftlichen!) Verirrungen gehört WestBam zur Kultur der elektronischen Musik wie die Butter aufs Brot und die Nadel auf die Platte. Ohne WestBam hätte die elektronische Musikkultur nämlich niemals eine globale Grössenordnung erreicht.
Technoaffine Menschen müssten nach Detroit reisen, um kleine Raves in dunklen Kellern zu besuchen, Produzenten müssten ihre Tracks selber releasen und die DJs dieser Welt würden allesamt Hunger leiden (WestBam war übrigens der erste deutsche DJ, der eine Gage über 100 Mark erhielt). Und eine Steetparade gäbe es vermutlich auch nicht.
WestBam beweist mit seinem Buch: Er ist keine Witzfigur
Ausserdem hat WestBam dieses Jahr ein Buch veröffentlicht, das beweist: Der Mann ist alles andere als eine Witzfigur. «Macht der Nacht» ist eine persönliche, intelligente Abhandlung über die Entwicklung der elektronischen Tanzmusik in Europa. Und ausserdem witzig, schlau und leicht zu lesen - wie du hier hören kannst.
Darum lassen G&B dem Mann endlich die Ehre zukommen, die er verdient. Mit WestBam im Interview, einem exklusiven DJ Set (das auch hohe Ansprüche erfüllt, by the way!) und einer exklusiven, hochprivaten Leseprobe aus seinem Buch.