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Steve Jobs' unvergessliche Rede von 2005 an der Stanford University neu übersetzt. Diese Rede wurde schon sehr oft zitiert. Nachdem mich ein Klient erneut auf sie aufmerksam gemacht hat, habe ich mir die Mühe genommen, sie mit Hilfe von DeepL neu zu übersetzen und hier zu veröffentlichen. Die originale Rede ist hier auf YouTube zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=UF8uR6Z6KLc&t=144s
«Folge deinem Herzen», sagt Steve Jobs.
(Vorbereiteter Text der Rede von Steve Jobs, Gründer und ehemaliger CEO von Apple Computer, vom 12. Juni 2005.)
Ich fühle mich geehrt, heute bei der Abschlussfeier an einer der besten Universitäten der Welt sprechen zu können. Ich habe mein Studium nie abgeschlossen. Um ehrlich zu sein, war ich einem Hochschul-Abschluss noch nie so nahe, wie jetzt gerade. Ich möchte Ihnen drei Geschichten aus meinem Leben erzählen. Das ist alles. Nichts Grossartiges. Nur drei Geschichten.
Die erste Geschichte handelt davon, Zusammenhänge herzustellen.
Ich bin nach den ersten sechs Monaten aus dem Reed College ausgestiegen, blieb dann aber als Hörer für weitere 18 Monate oder so, bevor ich wirklich aufhörte. Warum habe ich das getan?
Das hat angefangen, bevor ich geboren wurde. Meine biologische Mutter war eine junge, unverheiratete Hochschulabsolventin. Sie hatte beschlossen, mich zur Adoption freizugeben, wobei es ihr sehr wichtig war, dass ich von Hochschulabsolventen adoptiert werden sollte. So war alles vorbereitet, sodass ich bei meiner Geburt von einem Anwalt und seiner Frau adoptiert werden konnte. Als ich zur Welt kam, hatten sie allerdings in letzter Minute entschieden, dass sie eigentlich ein Mädchen wollten. Meine Eltern, die auf einer Warteliste standen, bekamen dann mitten in der Nacht einen Anruf und wurden gefragt: "Wir haben einen unerwarteten Jungen, wollen Sie ihn?" Sie sagten: "Natürlich." Meine leibliche Mutter fand später heraus, dass meine Mutter nie die Hochschule und dass mein Vater nie das Gymnasium abgeschlossen hatte. Sie weigerte sich, die rechtsgültigen Adoptionspapiere zu unterzeichnen. Erst ein paar Monate später gab sie nach, als meine Eltern versprachen, mich später auf die Hochschule zu schicken.
17 Jahre später ging ich auf die Hochschule. Aber ich wählte naiv eine Hochschule, die fast so teuer war wie Stanford, und alle Ersparnisse meiner Arbeitereltern gingen für mein Studium drauf. Nach sechs Monaten hatte ich darin keinen Sinn mehr gesehen. Ich hatte keine Ahnung, was ich mit meinem Leben anfangen sollte und wie das Studium mir helfen sollte, dies herauszufinden. Und dafür gab ich all das Geld aus, das meine Eltern ihr ganzes Leben erspart hatten! Also beschloss ich, auszusteigen und darauf zu vertrauen, dass alles gut gehen würde. Das war damals ziemlich beängstigend, aber rückblickend war es eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe. Im Moment, in dem ich ausstieg, konnte ich aufhören, die obligatorischen Kurse zu besuchen, die mich nicht interessierten, und ich konnte beginnen, zu jenen Kursen wählen, die interessant aussahen.
Es war nicht alles romantisch. Ich hatte kein Schlafzimmer, also schlief ich auf dem Boden in den Zimmern von Freunden. Ich retournierte Colaflaschen für 5 Rappen Depot, womit ich Essen kaufen konnte, und ich ging jeden Sonntagabend durch die Stadt, um eine gute Mahlzeit pro Woche im Hare Krishna Tempel zu bekommen. Das habe ich geliebt. Und vieles von dem, worauf ich durch meine Neugier und Intuition gestossen bin, erwies sich später als unbezahlbar. Lassen Sie mich ein Beispiel nennen:
Das Reed College bot damals vielleicht den besten Schönschreibunterricht des Landes. Auf dem gesamten Campus wurde jedes Plakat, jede Etikette auf den Schubladen wunderschön von Hand gemalt. Da ich aus dem Unterricht ausgeschieden war und nicht den normalen Unterricht besuchen musste, entschied ich mich für einen Schönschreibkurs, um zu lernen, wie man das macht. Ich lernte Schriften mit und ohne Serifen kennen, wie man den Abstand zwischen verschiedenen Buchstabenkombinationen variiert und was eine gute Typografie ausmacht. Es war schön, historisch informativ und ästhetisch in einer Weise, die die Naturwissenschaft nicht erfassen kann. Mich hat es fasziniert.
Nichts davon hatte gab nur die geringste Hoffnung auf eine praktische Anwendung in meinem Leben. Aber 10 Jahre später, als wir den ersten Macintosh-Computer entwarfen, fiel mir alles wieder ein. Und wir haben alles für den Mac verwendet. Es war der erste Computer mit schöner Typografie. Hätte ich diesen Kurs an der Hochschule nie besucht, hätte der Mac nie mehrere Schriften und auch proportionierte Schriften gehabt. Und da Windows gerade den Mac kopiert hat, ist es wahrscheinlich, dass kein PC solche Schriften haben würde. Wenn ich das Studium nie abgebrochen hätte, wäre ich nie in diese Schönschreibklasse gekommen, und PCs hätten vielleicht nicht die wunderbare Typografie, die sie haben. Natürlich war es unmöglich, nach vorne zu schauen und diese Zusammenhänge zu sehen, als ich am der Hochschule war. Aber 10 Jahre später war es sehr, sehr klar.
Und nochmals: man kann solche Zusammenhänge nicht im Voraus erkennen, sondern nur im Rückblick. Sie müssen also darauf vertrauen, dass sich in Ihrer Zukunft irgendwie Zusammenhänge zeigen. Sie müssen auf etwas vertrauen - auf den Bauch, das Schicksal, das Leben, das Karma oder was auch immer. Dieser Ansatz hat mich nie im Stich gelassen, und er hat mein ganzes Leben verändert.
Meine zweite Geschichte handelt von Liebe und Verlust.
Ich hatte Glück - ich habe schon früh im Leben gefunden, was ich liebte. Woz und ich haben in der Garage meiner Eltern mit Apple gestartet, als ich 20 war. Wir haben hart gearbeitet, und in 10 Jahren war Apple von uns beiden in einer Garage hin zu einem 2-Milliarden-Dollar-Unternehmen mit über 4000 Mitarbeitenden gewachsen. Wir hatten gerade unsere beste Kreation - den Macintosh - auf den Markt gebracht, und ich war ein Jahr später gerade 30 geworden. Doch dann wurde ich gefeuert. Wie kann man von einer Firma, die man gegründet hat, gefeuert werden? Nun, als Apple wuchs, stellten wir jemanden ein, von dem ich dachte, er sei sehr talentiert, die Firma mit mir zu leiten. Für das erste Jahr oder so lief es auch gut. Aber dann begannen unsere Zukunftsvisionen auseinander zu driften und schliesslich hatten wir Streit. Da stellte sich unser Vorstand auf seine Seite. So war ich mit 30 raus. Und das ziemlich öffentlich. Was im Mittelpunkt meines gesamten Erwachsenenlebens stand, war weg, und es war eine Katastrophe.
Ich wusste ein paar Monate lang nicht, was ich tun sollte. Ich fühlte, dass ich die ältere Unternehmergeneration im Stich gelassen hatte - dass ich den Stab fallen gelassen hatte, der an mich weitergegeben worden war. Ich habe mich mit David Packard und Bob Noyce getroffen und versucht, mich dafür zu entschuldigen, dass ich alles derart vermasselt hatte. Es war ein in der Öffentlichkeit stark wahrgenommenes Versagen, und ich dachte sogar daran, aus dem Valley zu fliehen. Aber etwas begann langsam in mir zu dämmern - ich liebte immer noch, was ich tat. Die Wende bei Apple hatte daran nichts geändert. Ich war abgelehnt worden, aber ich war immer noch begierig. Und so beschloss ich, neu anzufangen.
Ich habe dies damals noch nicht verstanden, aber von Apple gefeuert zu werden, war das Beste, was mir je passieren konnte. Die Last, erfolgreich zu sein, wurde durch die Leichtigkeit ersetzt, wieder ein Anfänger zu sein und mit allem weniger Gewissheit zu haben. Es hat mich frei gemacht, um eine der kreativsten Perioden meines Lebens zu betreten.
Während der nächsten fünf Jahre gründete ich eine Firma namens NeXT, eine andere Firma namens Pixar, und ich verliebte mich in eine fantastische Frau, die meine Ehefrau werden sollte. Pixar entwickelte den ersten computeranimierten Spielfilm der Welt, Toy Story, und ist heute das erfolgreichste Animationsstudio der Welt. Als eine bemerkenswerte Wendung der Ereignisse kaufte Apple NeXT, ich kehrte zu Apple zurück, und die Technologie, die wir bei NeXT entwickelt haben, ist das Herzstück von Apples aktueller Renaissance. Und Laurene und ich haben zusammen eine wunderbare Familie.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass nichts davon passiert wäre, wenn ich nicht von Apple gefeuert worden wäre. Es war eine übel schmeckende Medizin, aber ich schätze, der Patient brauchte sie. Manchmal macht das Leben schlagartig und ziemlich brutal klar, wo's langgeht. Dann darf man das Vertrauen nicht verlieren. Ich bin überzeugt, dass das Einzige, was mich am Leben hielt, war, dass ich liebte, was ich tat. Folge deinem Herzen. Das gilt für die Arbeit genauso wie für Liebesbeziehung. Die Arbeit wird einen grossen Teil Ihres Lebens ausfüllen, und der einzige Weg, wirklich erfüllt zu sein, ist, das zu tun, was Sie für grossartig halten. Und der einzige Weg, grossartige Arbeit zu leisten, ist, seinem Herzen zu folgen. Wenn Sie diesen Weg noch nicht gefunden haben, suchen Sie weiter. Geben Sie nicht auf. Wie bei allen Herzensangelegenheiten werden Sie wissen, wann Sie fündig geworden sind. Und, wie jede grossartige Beziehung wird sie mit den Jahren immer besser. Also suchen Sie weiter, bis Sie fündig werden. Geben Sie nicht auf.
Meine dritte Geschichte handelt vom Tod.
Als ich 17 war, las ich ein Zitat, das etwa so lautete: "Wenn du jeden Tag lebst, als wäre es dein letzter, wirst du eines Tages sicher Recht haben." Es hat mich beeindruckt, und seither - seit 33 Jahren - schaue ich jeden Morgen in den Spiegel und frage mich: "Wenn heute der letzte Tag meines Lebens wäre, würde ich das tun wollen, was ich heute tun werde?" Und wann immer die Antwort für zu viele Tage "Nein" war, weiss ich, dass ich etwas ändern muss.
Sich daran zu erinnern, bald tot zu sein, ist das wichtigste Mittel, das mir je begegnet ist, um die grossen Entscheidungen im Leben zu treffen. Denn fast alles - alle äusseren Erwartungen, aller Stolz, alle Angst vor Beschämung oder Misserfolg - all diese fällt einfach weg, wenn man sich mit dem Tod konfrontiert. So bleibt nur noch übrig, was wirklich wichtig ist. Sich daran zu erinnern, dass man sterben wird, ist der beste Weg, den ich kenne, um der Illusion zu entgehen, etwas zu verlieren zu haben. Sie sind schon nackt. Es gibt keinen Grund, nicht dem Herzen zu folgen.
Vor etwa einem Jahr erhielte ich eine Krebsdiagnose. 7:30 Uhr morgens hatte ich einen Scan, der deutlich einen Tumor an meiner Bauchspeicheldrüse zeigte. Ich wusste nicht mal, was eine Bauchspeicheldrüse ist. Die Ärzte sagten mir, dass es sich um eine unheilbare Krebsart handelt und dass ich nicht länger als drei bis sechs Monate zu leben hätte. Mein Arzt riet mir, nach Hause zu gehen und meine Angelegenheiten in Ordnung zu bringen. Das ist der Arztkodex für die Vorbereitung auf den Tod. Es bedeutet, den Kindern alles zu erzählen, von dem man dachte, dass man die nächsten 10 Jahre Zeit haben würde, nun aber nur wenigen Monaten dafür hat. Es bedeutet, dafür zu sorgen, dass alles geregelt ist, um es für Ihre Familie so einfach wie möglich zu machen. Es bedeutet, sich zu verabschieden.
Ich habe den ganzen Tag mit dieser Diagnose gelebt. Später am Nachmittag hatte ich eine Biopsie, bei der sie mir ein Endoskop in den Hals, durch den Magen und in den Darm führten, eine Nadel in meine Bauchspeicheldrüse steckten und ein paar Zellen aus dem Tumor holten. Ich wurde sediert, aber meine Frau, die dort war, erzählte mir, dass die Ärzte anfingen zu weinen, als sie die Zellen unter dem Mikroskop betrachteten, weil es sich als eine sehr seltene Form von Bauchspeicheldrüsenkrebs herausstellte, die mit einer Operation heilbar ist. Ich hatte die Operation und jetzt geht mir gut.
Ich war dem Tod noch nie so nahe, und ich hoffe, das bleibt es für ein paar Jahrzehnte. Nachdem ich dies durchlebt habe, kann ich Ihnen das alles jetzt mit etwas mehr Gewissheit sagen, als wenn der Tod nur eine nützliche, aber rein intellektuelle Vorstellung war: Niemand will sterben. Selbst Menschen, die in den Himmel kommen wollen, möchten nicht sterben, um dorthin zu gelangen. Und doch ist der Tod jene Endstation, die wir alle teilen. Niemand ist ihm je entkommen. Und so sollte es auch sein, denn der Tod ist sehr wahrscheinlich die beste Erfindung des Lebens. Er treibt das Leben voran. Er räumt das Alte aus dem Weg, um Platz für Neues zu machen. Im Moment sind Sie das Neue, aber eines Tages werden Sie allmählich zum Alten gehören und weggeräumt werden. Tut mir leid, dass ich so dramatisch bin, aber so ist es ist einfach.
Ihre Zeit ist begrenzt, also verschwenden Sie sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lassen Sie sich nicht von einem Dogma fesseln, denn es würde bedeuten, den Gedanken anderer zu folgen. Lassen Sie nicht zu, dass die Lautstärke anderer Meinungen Ihre eigene innere Stimme übertönt. Und am wichtigsten: haben Sie den Mut, Ihrem Herzen und Ihrer Intuition zu folgen. Diese wissen schon, was Sie wirklich werden wollen. Alles andere ist zweitrangig.
Als ich jung war, gab es eine erstaunliche Publikation namens «The Whole Earth Catalog», die eine der Bibeln meiner Generation darstellte. Sie wurde von einem Kollegen namens Stewart Brand unweit von hier im Menlo Park geschaffen und mit seiner poetischen Ader zum Leben erweckt. Das war in den späten 1960er Jahren, vor PCs und Desktop-Publishing. Also wurde alles mit Schreibmaschinen, Scheren und Polaroid-Kameras erstellt. Das Buch war so etwas wie Google im Taschenbuchformat, 35 Jahre vor Google: Es war idealistisch und voll mit nützlichen Tools und tollen Ideen.
Stewart und sein Team veröffentlichten mehrere Ausgaben von «The Whole Earth Catalog», und dann, als dieser seinen Weg gemacht hatte, veröffentlichten sie eine letzte Ausgabe. Das war Mitte der 70er Jahre, und ich war in Ihrem Alter. Auf dem hinteren Umschlag der letzten Ausgabe war ein Foto einer Landstrasse am frühen Morgen, so wie man sie vielleicht beim Trampen findet, wenn man abenteuerlustig genug ist. Darunter waren die Worte: "Bleibt hungrig. Bleibt tollkühn." Es war ihre Abschiedsbotschaft, als sie unterschrieben. Bleibt hungrig. Bleibt tollkühn. Und das habe ich mir immer gewünscht. Und jetzt, da Sie Ihren Abschluss machen, wünsche ich Ihnen genau das:
Bleibt hungrig. Bleibt tollkühn.
Danke vielmals.
(Übersetzt von Ian Kyburz mit Hilfe von www.DeepL.com/Translator)