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2. Februar 2004: Der 22-jährige Roger Federer erobert den Tennisthron. Der Basler gewinnt dank dem Finalsieg gegen Marat Safin erstmals das Australian Open und wird damit die Nummer 1 – und gibt diese einige Jahre nicht mehr ab.
In den Jahren 2003 und 2004 beginnt der Stern des Roger Federer im Tenniszirkus so richtig aufzugehen. Sein erster Major-Titel holt der Basler 2003 in Wimbledon. Die «Grand-Slam-Blockade», welche bereits über Federer beschworen wurde, ist gelöst. Zu Beginn des Jahres 2004 gelingt dem 22-jährigen Federer der zweite Streich. In Melbourne beim Australian Open schlägt der Schweizer im Final den Russen Marat Safin.
Dieser Sieg ist aber noch viel mehr wert: Der Triumph verhilft Roger Federer zum Sprung an die Weltspitze des Tennis. Nach dem Turnier ist das langersehnte Ziel, die Nummer 1, erreicht.
Bis in den Achtelfinal läuft es für Federer wie geschmiert. Ohne Satzverlust gegen die beiden Amerikaner Alex Bogomolov junior und Jeff Morrison sowie den Australier Todd Reid. Der erste Prüfstein wartet im Achtelfinal mit dem einheimischen Lleyton Hewitt. Er besiegt die ehemalige Weltnummer 1 nach verlorenem Startsatz nach vier Durchgängen. Später sagte Federer über dieses Spiel:
Noch etwas zäher wurde es im Viertelfinal gegen David Nalbandian. Gegen den Argentinier musste Federer zwei Long-Sets spielen, setzte sich aber am Ende wie schon die Runde zuvor in vier Sätzen durch.
Im Halbfinal bekommt es der Schweizer dann mit der spanischen Weltnummer 1, Juan Carlos Ferrero zu tun. Das Spiel wird mit 6:4, 6:1 und 6:4 eine klare Sache für den «Maestro». Somit fehlte noch ein Sieg zum zweiten grossen Erfolg.
Im Final steht ihm Marat Safin, zu dieser Zeit nur die ATP-Nummer 86, gegenüber. Im ersten Satz geht das Duell mit dem Russen ins Tie-Break, danach holt sich Federer die Sätze 2 und 3 souverän, gewinnt die Australian Open 2004 und wird erstmals die Nummer 1.
In einem Interview mit der «Berner Zeitung» wird Federer danach gefragt: «Als Nummer 1 werden Sie jetzt von Turnier zu Turnier zum Gejagten. Eine grosse Herausforderung?» Bereits zu diesem Zeitpunkt der Karriere gibt er ganz cool Antwort:
Der zweite Major-Titel und den Sprung zur Nummer 1 in der ATP-Weltrangliste meistert Roger Federer ohne Trainer. Im Dezember 2003 trennt er sich überraschend von seinem Trainer Peter Lundgren. «Trennung auf dem Höhepunkt» oder «Der Erfolgstrainer muss gehen» lauten die Schlagzeilen in der Schweizer Presse. Federer selbst begründet seine Entscheidung wie folgt:
Eine überstürzte Suche nach einem neuen Trainer ist dann nicht im Sinne von Federer. Erst auf die Saison 2005 verpflichtet der Schweizer einen neuen Trainer, Tony Roche. Er geht also ein Jahr ohne Coach auf die Tour – mit Erfolg. Nachdem er gleich zu Beginn 2004 die Nummer 1 geworden ist, schnappt sich der Schweizer auch die Major-Titel in Wimbledon und New York. Zum Ende der Saison siegte Federer auch am Masters-Turnier.
Mit diesen Erfolgen baute Roger Federer natürlich auch seinen Vorsprung im ATP-Ranking aus. Dank weiteren Titeln und Grand-Slam-Siegen blieb der Schweizer bis zum 17. August 2008 die Weltnummer 1. Insgesamt stand der «Maestro» ganze 302 Wochen an der Spitze – das ist Rekord.