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Glossar Siedlung
A
Gemeinschaftsbesitz ausserhalb der in Fluren aufgeteilten landwirtschaftlichen Nutzflächen.
D
Die Dreifelderwirtschaft war seit dem Mittelalter bis ins 19. Jh. die dominante Bewirtschaftungsform in der Landwirtschaft. Die Abfolge Wintergetreide–Sommergetreide–Brache ermöglichte eine möglichst schonende und doch optimale Nutzung sowie Erholung des Bodens. 1. Jahr: Saat Wintergetreide im Herbst des Vorjahres, Ernte im Spätsommer2. Jahr: Saat Sommergetreide im Frühling, Ernte im Spätsommer3. Jahr: Brache, und dann Saat Wintergetreide im Herbst
E
Bezeichnung für die Abgrenzung eines mittelalterlichen Dorfes in Form eines Zaunes oder Hecke. Er grenzte das Dorf mit seinen Obst- und Gemüsegärten von der Allmend und der Flur ab.
F
Ursprünglich bezog sich die Bezeichnung Flur auf die gesamte Landschaft ausserhalb der Siedlung. Hieraus leitet sich z.B. der Begriff «Flurname» ab.Später wurde nur noch das landwirtschaftlich genutzte Land als Flur bezeichnet. Parzellenformen und Bewirtschaftungsart ergeben dann z.B. die Blockflur oder die Streifenflur. Die Allmend gehört nicht mehr zur Flur.
I
Die Infrastruktur ist eine öffentliches Gut. Alle können und dürfen sie benutzen. Sie umfasst Grundeinrichtungen, welche notwendig sind, damit unsere Wirtschaft funktionieren kann. Dazu gehören: Strassen, Tram, Zug, Elektrizität, Wasser, Abwasser, Kehrricht, Schulen, Spitäler, Läden und vieles mehr.
M
Eine Manufaktur ist ein vorindustrieller gewerblicher Grossbetrieb und steht zwischen dem mittelalterlichen Handwerk und der (industriellen) Fabrik. Die Handwerker arbeiteten in einem Haus und erledigten mit starker Spezialisierung und Arbeitsteilung immer mehr nur einzelne Arbeitsschritte.
N
Neuewelt ist ein Flurnamen und bedeutet «neu geschaffene Welt». Der Name ist schon im 16. Jh. dokumentiert.Neuewelt liegt im nördlichen Teil von Münchenstein
an der Birs. Der Dalbendych zweigt in der Neuenwelt von der Birs ab.
R
Ruchfeld ist ein Flurname. Der Name wird als das raue, steinige Feld gedeutet. Die Flur befindet sich auf Münchensteiner Boden
, nördlich von Neumünchenstein direkt südlich der Kantonsgrenze zu Basel. Heute heisst die dortige Tramstation «Ruchfeld».
S
Historisch: Der historische Stadtbegriff stammt aus dem Mittelalter und beinhaltet Rechte z.B. einen Markt durchzuführen, Zoll zu erheben, Recht zu sprechen usw.
Statistisch: Eine politische Gemeinde mit mehr als 10 000 Einwohnern wurde bis 2012 in der Schweiz als Stadt bezeichnet. Die 2012 erfolgte Neudefinition des Stadtbegriffs durch das Bundesamt für Statistik nähert sich der geografischen Definition an.Im Baselbiet gelten jetzt die folgenden Orte als statistische Städte: Allschwil, Reinach, Muttenz, Pratteln, Binningen, Liestal, Münchenstein, Oberwil, Birsfelden, Aesch und neu Arlesheim mit weniger als 10 000 Einwohnern. Therwil erreichte im Jahr 2014 die 10 000er-Marke und zählt jetzt nicht mehr als Stadt.
Geografisch: Der geografische Stadtbegriff geht von den Funktionen einer Siedlung aus. Diese zentralen Funktionen werden in der Stadt ausgeübt und kommen auch der Bevölkerung des Umlandes, der Dörfer, zugute. Solche zentrale Funktionen sind z.B. höhere Schulen, Spitäler, Banken, Versicherungern, kulturelle Institutionen wie Theater usw. Dazu kommen aber auch Merkmale wie gewisse Grösse, grosse Einwohnerdichte sowie Umweltbelastung etc.
Z
Das Bauen von Gebäuden ausserhalb des zusammenhängenden Siedlungsgebietes, oder das ungeregelte und unstrukturierte Wachstum von Ortschaften in die unbebaute Landschaft wird als Zersiedelung bezeichnet.
Der Zonenplan ist ein Instrument der Raumplanung. Er hält im Rahmen der Nutzungsplanung die zulässige Art der Landnutzung sowie die maximale Grösse von baulichen Anlagen fest. Die Gemeinden sind für die Nutzungsplanung zuständig, also insbesondere die Abgrenzung des Baugebietes vom Nichtbaugebiet wie Landwirtschaftszonen, übriges Gemeindegebiet, Schutzzonen und die Festsetzung von Art und Mass der konkreten baulichen Nutzung in den Bauzonen. Die Festlegungen sind parzellenscharf, detailliert und für den Grundstückbesitzer verbindlich.