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Ein kräftiges Gewitter zog heute durch die Ostschweiz. Betroffen war ein wenige Kilometer breiter Streifen von Frauenfeld über Gossau bis nach Appenzell, wo lokal auch bis zu drei Zentimeter grosser Hagel fiel. Auffällig war, dass in Wil orkanartige Gewitterböen auftraten, obwohl die Stadt nur gestreift wurde. Gleich mehrere grössere Bäume hielten den Böen nicht stand, was auf lokale Windgeschwindigkeiten von 100 bis 120 Km/h schliessen lässt. Bei der Gewitterzelle handelte es sich um eine sogenannte Superzelle. Dies ist eine sehr gut entwickelte Gewitterzelle mit rotierenden Aufwinden, von der erhebliches Unwetterpotential ausgeht. Ein Video aus Bronschhofen bestätigt dies: Zu sehen sind eindeutig rotierende Wolken. Einige Augenzeugen vermuten einen Tornado. Wahrscheinlich handelte sich aber um einen Downburst. Dies ist eine heftige, lokale Gewitterfallböe, die ähnliche Stärken wie ein Tornado erreichen kann. In den kommenden Tagen wird wohl eine Analyse des Schadensbildes Aufschluss über dei Art des Sturms bringen.
Der folgende Bericht enthält Bilder des Unwetters: hallowil.ch
Wieso wurde vor dem Ereignis nicht gewarnt? Grundsätzlich warne ich nur noch, wenn verbreiteter Wetterereignisse zu erwarten sind, die für die meisten Ostschweizer gefährlich sind. Dazu zählen zum Beispiel ein kräftiger Wintersturm oder teilweise schwere Gewitter. Heute waren die Gewitter nur lokal „schwer“. Eine Warnung wird in der Regel nur bei etwas ungewöhnlicheren Gewitterlagen herausgegeben. Heute waren die Gewitter zwar stärker als erwartet, aber die Schäden nur lokal.