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Geschwindigkeitsbedingte Unfälle sind auf Schweizer Strassen für durchschnittlich 64 Todesfälle pro Jahr verantwortlich, davon passieren zwei Drittel auf Haupt- und Nebenstrassen ausserorts. Obwohl die jährliche Anzahl der Geschwindigkeitsunfälle seit 2008 um mehr als 40 % zurückgegangen ist, haben diese weiterhin schwerwiegende Folgen: Von 1000 Verletzten bei Geschwindigkeitsunfällen sterben 21. Das ist ein deutlich höherer Wert als bei den meisten anderen Unfallursachen, wie die Publikation Sinus 2019 der BFU zeigt.
Ob innerorts, ausserorts oder auf der Autobahn: Unangepasste Geschwindigkeit endet oft tragisch. Eine wissenschaftliche Online-Umfrage in 32 Ländern auf verschiedenen Kontinenten zeigt allerdings, dass die Schweizer Bevölkerung bei Geschwindigkeitsüberschreitungen oftmals ein Auge zudrückt: Zwar finden hierzulande 61 %, dass zu schnelles Fahren in Dörfern oder Städten inakzeptabel ist, und weitere 26 % bezeichnen es als eher inakzeptabel. Dahingegen wird ein zu hohes Tempo ausserorts deutlich milder bewertet: Nur 31 % der Befragten finden dies klar inakzeptabel, weitere 32 % eher inakzeptabel. Anders ausgedrückt: Mehr als ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer tolerieren zu schnelles Fahren ausserorts.
Je älter die Lenkerinnen und Lenker sind, desto weniger akzeptieren sie Tempoüberschreitungen innerorts: Bei den Autofahrern zwischen 18 und 34 Jahren finden 46 % eine Geschwindigkeitsübertretung im Dorf oder in der Stadt absolut inakzeptabel, bei Autofahrern ab 55 Jahren sind es 76 %.
Junglenker anfälliger für Geschwindigkeitsübertretungen
In der Umfrage bewerteten die Autofahrerinnen und Autofahrer auch verschiedene Aussagen zum Thema Geschwindigkeit: Der Aussage «Ich überschreite das Tempolimit oft» widersprach insgesamt die Hälfte der Befragten – die Frauen öfter als die Männer. Auch ältere Personen gaben eher als jüngere an, nicht oft zu schnell zu fahren.
Die Hälfte der Personen gab zudem an, dass sie sich nicht in der Lage fühlen, deutlich über dem Tempolimit noch sicher zu fahren. Auch dies sagten Frauen und ältere Personen häufiger.
Sinus, «Sicherheitsniveau und Unfallgeschehen im Strassenverkehr», ist eine jährliche Publikation der BFU und des Fonds für Verkehrssicherheit FVS. Es handelt sich um ein statistisches Referenzwerk für Strassensicherheitsfachleute und alle Interessierten. Verschiedene Indikatoren (z. B. Verletzungen, Verkehrsdelikte, individuelles Schutzverhalten, Einstellung zum Thema Sicherheit) helfen, die aktuelle Situation zu beschreiben, die Entwicklung der Verkehrssicherheit zu verfolgen und Probleme zu identifizieren. Daraus leitet die BFU ihre Prioritäten in einem ihrer Präventionsschwerpunkte ab – dem Strassenverkehr.