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Nach einem knapp zweistündigen Flug landen wir in Mandalay, Myanmar. Bereits beim Anflug sehen wir die unzähligen Pagoden und Tempel aus der Luft. Wir freuen uns auf unser neues Reiseziel. Myanmar war zwischen 1962 und 2010 eine Militärdiktatur und erst 2013 erschien erstmals wieder eine private Zeitung. Wir sind überrascht, dass Myanmar beim HDI den 148. Rang belegt - gleich nach Pakistan und vor Angola. Kein anderes asiatisches Land schneidet schlechter ab und ist in diesem Sinne - zumindest auf dem Papier - das 'ärmste' und 'am wenigsten entwickelte' Land auf unserer Weltreise. In Myanmar leben 55 Millionen Menschen, die 135 verschiedenen Ethnien angehören.
Der Immigration Officer ist der bis anhin herzlichste Zollbeamte auf unserer gesamten Reise. Mit einem kleinen Minibus fahren wir gut eine Stunde in unser Hotel. Im Vorfeld haben wir einiges über die miserablen Strassen in Myanmar gelesen; zumindest die Strasse in die Stadt ist aber picobello. Bisher dachten wir, dass es entweder Links- oder Rechtsverkehr gibt. Hier in Myanmar merken wir, dass es noch eine dritte Form gibt. Rechtsverkehr, aber mit Autos für den Linksverkehr gefahren. Vor ca. zwanzig Jahren hat die Regierung von Links- auf Rechtsverkehr umgestellt; die meisten Autos werden aber nach wie vor als 'used cars' mit Rechtslenkung aus Japan importiert. Nicht ganz unproblematisch wie die Fahrer bestätigen und wir vermuten, dass das Ersatz- und Service Business für linke Rückspiegel und Spengler sehr attraktiv sein muss.
Wir bleiben zwei Nächte in Mandalay und besuchen den 240 Meter hohen Mandalay Hill und geniessen die wunderbare Aussicht auf Mandalay und das umliegende Land. Die Menschen sind etwas zurückhaltender als in Indonesien - tauen aber rasch auf, als sie mit Nessina und Maiara ein Bild machen dürfen - Cheese!
Anschliessend besuchen wir das Shwenandaw-Kyaung-Kloster und den Königspalast. Das Shwenandaw-Kyaung-Kloster ist aus Teakholz und bezaubert mit wunderbaren Schnitzereien und einer angenehmen Ruhe und Stille. Der Königspalast wurde zwischen 1857 und 1859 erbaut und ist von ist von einer 3 Kilometer langen Ringmauer umgeben. Der letzte König wurde mit seiner Familie ins Exil nach Indien verbannt, nachdem die Briten 1885 Burma besetzten.
Am besten gefällt uns jedoch die Kuthodaw Pagode mit ihren 729 weissen Stupas. 1871-1872 fand hier das 5. Buddhistische Konzil statt. Zunächst wurden die festgelegten Lehrmeinungen auf Palmblätter niedergeschrieben und dann später auf Marmortafeln gemeisselt. In jeder der 729 Stupas steht nun eine solche Marmortafel. Die aufwändige Verewigung hat dazu geführt, dass die Pagode den Beinamen 'Das grösste Buch der Welt' erhalten hat.
Ursprünglich wollten wir mit einem Boot von Mandalay nach Bagan weiterreisen. Wegen des tiefen Wasserstandes des Flusses Irrawaddy im Monat Mai ist dies aber nicht möglich und wir nehmen den Flieger. Myanmar hat im wesentlichen drei Jahreszeiten: Regenzeit (Ende Mai - Oktober), kühle Jahreszeit (November - Februar) und die heisse Jahreszeit (März - Mai). So muss sich ein Dumpling im Bambuskörbchen fühlen.