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Uchimizu: Japans traditionelle Kühlmethode
Vielleicht ist es Ihnen in Japan schon selber aufgefallen: Häusereingänge, Gehsteige oder Tempelanlagen werden im Sommer vielerorts frühmorgens oder an schattigen Stellen mit Wasser besprengt. Diese Massnahme hilft die Oberfläche sowie die Luft darüber zu kühlen und den Feinstaub am Boden zum sammeln. Der Effekt ist inzwischen wissenschaftlich bewiesen. In Japan kennt man diese simple Methode gegen die urbane Hitzeinsel schon seit der Edo-Zeit (1603 bis 1868). Uchimizu heisst sie auf Japanisch. Mit kleinen hölzernen Wasserkübeln und einer Schöpfkelle ausgerüstet, wird das Wasser auf dem heissen Boden verteilt.
Seit einigen Jahren versuchen einige Städte die Tradition des Uchimizu mit öffentlichen Veranstaltungen noch bekannter zu machen. Alle sind dabei eingeladen, den Boden zu besprengen. Dabei wird viel wert darauf gelegt, dass einzig gesammeltes Regenwasser oder gebrauchtes Badewasser verwendet wird. Mit diesen Events versucht man, gemeinsam für ein bisschen Abkühlung im heissen Hochsommer zu sorgen. Gleichzeitig will man damit eine energiesparende Alternative aufzeigen.
Auch die Organisatoren der Sommerspiele in Tokio 2020 wollen für die Laufdisziplinen, insbesondere für den Marathon, auf Uchimizu zurückgreifen. Neben frühen Startzeiten (Asienspiegel berichtete) und der möglichen Einführung der Sommerzeit (Asienspiegel berichtete) könnte dies für weitere Abkühlung sorgen. Am 13. August 2018 hat die Tokioter Regierung die Methode auf einem 120 Meter langen Abschnitt der Marathon-Strecke im Kokyo Gaien National Garden auf dem Aussengelände der kaiserlichen Palastanlage erstmals getestet, wie Jiji News berichtet.
Erste Resultate
Über ein Schlauchsystem wurde der Gehsteig hierzu frühmorgens mit Wasser besprengt. Erste Resultate zeigen, dass sowohl der Boden wie auch die Luft um 1 bis 5 Grad abgekühlt werden konnten. Zu jenem Zeitpunkt war es jedoch bewölkt. Es sollen daher weitere Tests bei Sonnenschein durchgeführt werden. Neben Uchimizu sollen 2020 auch sanfte Sprühnebel zum Einsatz kommen. Ausserdem will Tokio die Laufstrecke mit einem speziellen Belag überziehen, der die Feuchtigkeit besser speichern kann. Neue und traditionelle Techniken sollen so helfen, den möglichen Hitzemarathon 2020 etwas erträglicher zu machen.
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