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Wie schreibt Michael Jackson Musik?
“Würde ich mich jetzt ans Klavier setzen um den besten Song aller Zeiten zu schreiben, würde nichts daraus werden. Etwas über uns muss beschliessen, jetzt ist es soweit, das schenke ich dir.
Künstler stellen sich gerne der Musik in den Weg, sie verlassen den Pfad der Musik. Man schreibt nicht die Musik, die Musik schreibt sich von selbst”, sagte Michael Jackson 2003 in der Sendung Living with MJ.
Immer wieder betont Michael Jackson in Interviews, dass seine Ideen für Songs nicht wirklich von ihm kämen, sondern ein Werk Gottes seien. Er formulierte es 2001 im Online Audio Chat folgendermassen:
"Also, der Prozess des Liedschreibens ist sehr schwer zu erklären, denn er ist sehr spirituell. Es ist ... Es ist wirklich in Gottes Hand, und es ist, als sei es schon geschrieben -- das ist die wirkliche Wahrheit. Als sei es schon ganz geschrieben, bevor wir geboren werden, und du bist wirklich nur die Quelle, durch die die Lieder kommen. Wirklich. Denn es gibt ... Sie fallen dir einfach in ihrer Gänze in den Schoß. Du musst nicht viel darüber nachdenken. Und ich fühle mich manchmal schuldig, dass ich meinen Namen schreiben muss auf die Lieder, die ich -- ich schreibe sie -- ich komponiere sie, ich schreibe sie, ich mache die Begleitmusik, ich mache die Texte, ich mache die Melodien, aber es ist immer noch eine ... Es ist eine Arbeit Gottes."
Später ging er in dem Chat nochmals näher darauf ein:
"Nun, die besten Lieder schreiben sich selbst. Du fragst nicht danach, sie fallen Dir einfach in den Schoß. Dann gibt es noch die Lieder, weißt Du, die Du irgendwie äh, ausbrütest. Weißt Du, Du säst die Samen, lässt das Unterbewusstsein seinen Weg nehmen, und Du hoffst, dass mit der Zeit etwas kommt, und meistens tut es das. Ich glaube nicht an das Konzept des Autorenblocks -- das ist ein hässliches Wort. Du erfindest es, wenn Du es sagst. So etwas gibt es nicht."
über den 1995 erschienen Earth Song meint Michael: (von der History Webseite, Sony)
"Ich erinnere mich, wie ich "Earth Song" in einem Hotel in Österreich schrieb. Und ich fühlte solche Pein und so viel Schmerzen angesichts der Not des Planeten Erde. Und für mich ist dies das Lied der Erde, denn ich glaube, dass die Natur sehr bemüht ist, das Missmanagement des Menschen für die Erde auszugleichen. Und angesichts des fortbestehenden ökologischen Ungleichgewichts und einer Menge von Umweltproblemen glaube ich, dass die Erde die Schmerzen fühlt und Wunden hat; und es geht auch um einige der Freuden des Planeten. Dies ist meine Chance, möglichst viele Menschen, die Stimme des Planeten hören zu lassen. Das ist es, wodurch es inspiriert wurde. Es fiel mir gleichsam in den Schoß".
Um die Ideen dann auf CD aufzunehmen, dazu äusserte sich Michael 1999 einmal so:
"Songwriting ist eine sehr frustrierende Kunstform. Man muß genau das auf`s Band bekommen, was man in seinen Gedanken hört. Wenn ich es hier höre [er zeigt dabei auf seinen Kopf], ist es wundervoll. Ich muß das auf Tonband übertragen. "The Girl is Mine" war nicht genau, was ich wollte, aber es war ganz nett. Aber da ist "Billie Jean". Daran habe ich so hart gearbeitet. Ich habe allein 3 Wochen am Bass-Tempo gearbeitet."
Michael ist als grosser Perfektionist bekannt. So weiss man, dass Fans und Plattenfirma jeweils viel zu lange auf eine neue Platte warten müssen da Michael die Songauswahlen ständig wieder über den Kopf wirft bis er 100 oder mehr Songs auf Lager hat...
Im Online Audio Chat 2001 konnte man seinen Hang zum Perfektionismus deutlich erahnen:
"Es sind schon Musiker sauer auf mich geworden, weil ich sie dazu bringe, etwas hundert- oder tausendmal zu machen, bis es so ist, wie ich es haben will. Ähm, aber dann hinterher rufen sie mich per Telefon zurück, und sie entschuldigen sich und sagen: "Du hattest absolut recht. Ich habe noch nie besser gespielt, ich habe bessere Arbeit geleistet, ich habe mich selbst übertroffen." Das sagen sie wirklich. Und ich sage: "So sollte es sein, denn Du hast Dich selbst unsterblich gemacht. Das bleibt für immer. Es ist eine Zeitkapsel." Es ist wie Michelangelos Arbeit. Weißt Du, es ist wie die Sixtinische Kapelle, es bleibt für immer. Alles, was wir machen, sollte so sein, weißt Du?"
Um auf das Spirituelle zurückzukommen, ein weiterer Text WIE Musik entsteht. 1992 veröffentlichte Michael ein Buch "Dancing The Dream". Darin waren Gedichte und kleine Geschichten von ihm veröffentlicht. Eine Seite widmete er der Musikentstehung:
How I Make Music
"Man fragt mich immer wieder, wie ich meine Musik mache. Und ich antworte darauf, dass ich einfach in sie hineingehe. Dass es so ist, als ginge man in einen Fluss und liesse sich von ihm tragen. Jeder Augenblick in dem Fluss besitzt ein Lied. Also verharre ich in einem dieser Augenblicke und höre zu. Was ich höre ist nie gleich. Ein Spaziergang durch einen Wald bringt ein leichtes, knisterndes Lied. Blätter rascheln im Wind, Vögel zwitschern und Eichhörnchen huschen vorüber, Zweige knacken unter den Füssen und mein Herzschlag hält alles zusammen. Überlässt man sich dem Fliessen, dann ist in ihm und ausserhalb von ihm Musik und es ist kein Unterschied. Solange ich dem Augenblick zuhören kann, habe ich auch Musik."
Wenn Michael Songs komponiert versucht er so ursprünglich wie möglich zu sein. So verwundert es auch nicht, wenn er auf die Frage, wer heute sein Publikum sei, folgendes zur Antwort gibt:
"Ich weiß nicht. Ich versuche einfach, wundervolle Musik zu schreiben; und wenn sie es mögen, mögen sie es. Ich denke nicht über Demographie nach. Die Plattenfirma versucht mich dazu zu bringen, so zu denken, aber ich mache einfach, was ich gern hören würde."
MJ möchte mit seiner Musik und seinen Videos Neues erschaffen. Es soll nicht sein wie das, was ständig im Radio bzw. Fernsehen läuft.
"Wissen Sie, ich will, wissen Sie, schaffen, etwas tun, das völlig anders und ungewöhnlich ist, einen Schritt nach vorne machen und etwas Neues bringen, oder, warum sollte ich es sonst tun? Ich wusste, wenn wir etwas mit Sinn und Verstand machen würden, dass die Leute zuschauen würden und es hätte einen großen Unterhaltungswert und wenn es einen nicht mehr loslässt, dann würde es gut sein."
Oft fragt man sich, ob es einen Künstler ärgert, wenn andere Stars seine Kompositionen covern... Für Michael sieht das so aus:
"Es ist ein riesiges Kompliment. Es ist ein wundervolles Kompliment. Es gibt Dir das Gefühl, viel wert zu sein und dass Deine Musik all die verschiedenen Generationen erreicht. Du weißt schon, und all die verschiedenen, äh ... ich meine, jeder da draußen hört zu, und das macht mich sehr glücklich."
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