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Seit Jahrhunderten lebten die Menschen in Bodo, einer kleinen Stadt im Nigerdelta, von Fischfang und Landwirtschaft. Am 28. August 2008 veränderte sich ihr Leben schlagartig, als durch ein Leck in einer Ölpipeline des Shell-Konzerns Tausende Barrel Öl in diesen Bereich des Deltas liefen. Das Wasser und das Land rund um die Stadt Bodo wurden innerhalb kürzester Zeit mit Öl verseucht. Das Austreten des Öls wurde erst am 7. November 2008 gestoppt. Im Dezember 2008 trat ein erneutes Leck auf, worauf während zehn Wochen Öl auslief. Beide Vorfälle wurden durch Materialversagen verursacht.
Das Öl hat den Bewohnerinnen und Bewohnern von Bodo ihre Lebensgrundlage genommen und die Umwelt zerstört. Die Fische in der Bucht starben oder wurden durch die Verschmutzung vertrieben. Bis heute wurde der Ölteppich nicht vollständig beseitigt, sodass Land und Wasser noch immer verseucht sind und keine Erträge abwerfen. Der Schaden für die Fischerei und die Landwirtschaft hat in Bodo zu Nahrungsmittelknappheit und hohen Lebensmittelpreisen geführt. Viele Menschen in Bodo sind durch die Ölunfälle noch weiter in die Armut gedrängt worden. Ausserdem stellt die Verseuchung von Boden, Wasser und Luft ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko für sie dar.
Nachdem es im Juni 2012 erneut zu einem Leck gekommen ist, nehmen die Befürchtungen zu, dass die Shell-Pipeline durch ihr Alter brüchig geworden ist.