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Wenn Stress krank macht
Die Stressbelastungen haben in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Höhere Leistungsanforderungen, steigende Lebenshaltungskosten und die Angst um den Arbeitsplatz setzen die Menschen immer stärker unter Druck.
Auf dem Schreibtisch stapeln sich Pendenzen, die Laune ist seit Wochen im Keller. Der Glaube, dass sich der Wert als Mensch alleine aus Besitz und Leistung ergibt, führt in einen Teufelskreis. Wie ein Hamster im Laufrad, mit starrem Blick auf perfekte Ergebnisse fixiert, strampelt man zielstrebig dem Burn-out entgegen. Die Betroffenen fühlen sich lustlos, antriebslos oder reagieren zynisch. Sie haben Konzentrationsstörungen und häufig auch körperliche Beschwerden wie Kopf- oder Rückenschmerzen sowie Schlafstörungen. Am Schluss folgen depressive Zustände und die Frage:
«Warum mache ich das eigentlich alles?»
Was ist ein Burn-out-Syndrom?
Der aus dem Englischen stammende Begriff «burnout» beschreibt einen Zustand emotionaler, psychischer und körperlicher Erschöpfung als Folge chronischer Überlastung durch Stress. Der Betroffene hat das Gefühl, seine Batterien seien leer. Die Fähigkeit, die eigenen Leistungsquellen in kurzer Zeit wieder aufzufüllen, kommt abhanden. Dazu kommen Unruhe, Anspannung, ein Gefühl reduzierter Effektivität, gesunkener Motivation und die Entwicklung nicht hilfreicher Einstellungen und Verhaltensweisen bei der Arbeit. Ein Burn-out-Syndrom entsteht nicht von heute auf morgen, sondern entwickelt sich schleichend und kann als Endzustand einer Entwicklung gesehen werden, welche oft mit idealistischer Begeisterung beginnt und als Folge frustrierender Erlebnisse zu Desillusionierung, Zynismus, erhöhter Reizbarkeit, psychosomatischen Erkrankungen, erhöhter Suchtgefährdung oder Depression führt.
Woran erkenne ich es?
Beim Burn-out-Syndrom handelt es sich um ein Krankheitsbild, welches eine ganze Palette von Symptomen aufweist, die bei verschiedenen anderen Krankheiten ebenfalls auftreten können. Betroffen sind folgende Gruppen von Symptomen:
Psychische Symptome:
psychische Erschöpfung, reduzierte emotionale Kontrolle, Gefühl der Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Stimmungsschwankungen, Ängste, erhöhte Spannungen und Nervosität.
Körperliche Symptome:
Erschöpfung und chronische Müdigkeit, Schlafstörungen, sexuelle Störungen, Anspannung, Schwitzen, Magen-Darm-Funktionsstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Herz-Kreislauf-Störungen, Infektanfälligkeit, Appetitlosigkeit.
Kognitive Symptome:
Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen, Schwierigkeiten mit komplexen Aufgaben, Starrheit und schematisches Denken («Tunnelblick»), Entscheidungsschwierigkeiten, Selbstzweifel, Gefühl der Machtlosigkeit, konstante Beschäftigung mit sich selbst, Gefühle von «In-der-Falle-Sitzen», Suizidgedanken.
Motivationale Symptome:
Verlust von Enthusiasmus und Idealismus, Desillusionierung, Enttäuschung, Resignation, Langeweile, Demoralisierung.
Verhaltensänderungen durch Burn-out: gewaltsame Ausbrüche, Ehe- und Familienkonflikte, soziale Isolation und Zurückgezogenheit, Distanziertheit und Zynismus zum Beispiel gegenüber Kundinnen und Kunden, Widerstand gegen Veränderung, erhöhtes Risikoverhalten, Vernachlässigung von Freizeitaktivitäten, innere Kündigung, Zunahme von Fehlzeiten bei der Arbeit, vermehrter Substanzmissbrauch.
Wie wird ein Burn-out behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach den jeweiligen Ursachen und muss von einer Fachperson individuell angegangen werden. Burn-out-Betroffene müssen vorerst einmal wieder zur Besinnung kommen. Dies bedingt häufig, dass man sie aus ihrem angestammten Umfeld nimmt und ihnen die Möglichkeit geben muss, vermehrt auf sich selbst zu achten, zu sich zu finden und sich zu fragen: «Was will ich eigentlich?» Viele müssen erst ihre Lust auf das Leben neben der Arbeit wieder entdecken. Achtsamkeit und körperliche Sensibilität sind geeignete Mittel, drohende Überforderung frühzeitig zu erkennen und Gegenmassnahmen einzuleiten. Körperliche Symptome wie Müdigkeit, Energielosigkeit oder Verspannung, die den Burn-out-Prozess begleiten, können dadurch rechtzeitig wahrgenommen werden. Zusätzlich ist auch an Sport (keine Wettkämpfe!), Entspannung, Meditation, aber auch zum Beispiel an Gartenarbeit oder lange Spaziergänge zu denken. Bewegung sorgt für körperliche Müdigkeit und guten Schlaf. Der grösste Teil der Gedanken von Burnout-Betroffenen kreist ständig um die gleichen problematischen «Lieblingsthemen». Um sich aus diesem Kreislauf lösen zu können, ist eine professionelle Psychotherapie sinnvoll. Ziele sind die Entwicklung hilfreicherer Gedanken und der Fähigkeit des «Nein» sagen zu können.
Das Angebot der Privatklinik Wyss AG.
Die Privatklinik Wyss bietet sowohl eine stationäre als auch eine ambulante Gruppentherapie für Patientinnen und Patienten mit einem Burn-out-Syndrom an. Dabei kommen primär die kognitive Verhaltenstherapie und die Körpertherapie zur Anwendung. Ergänzt werden diese beiden Therapien durch Kunst- und Musiktherapie, die einen kreativen Zugang zur Bewältigung der Krise erlauben.
Die Privatklinik Wyss bietet sowohl ambulante wie auch stationäre Behandlung für Patientinnen und Patienten mit Burn-out-Syndrom an.
Der Autor:
Andi Zemp
Lic. phil., Leitender Psychologe an der Privatklinik Wyss AG, Leiter Burn-out-Programm
Privatklinik Wyss AG
Fellenbergstrasse 34
3053 Münchenbuchsee
Tel. 031 868 33 33
Fax 031 868 34 00
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Psychiatrischer Dienst der Privatklinik Wyss an der Klinik Linde Biel:
Ein kompetentes Team aus Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen bietet Personen mit unterschiedlichen psychischen Belastungen Unterstützung an. Der Schwerpunkt der therapeutischen Leistungen liegt auf Einzel-, Paar- und Familientherapie. Zusätzlich werden auch Gruppentherapien angeboten. Im Selbstsicherheitstraining beispielsweise können sich die Teilnehmenden Verhaltensweisen aneignen, mit denen sie sich im Umgang mit anderen Menschen wohler und sicherer fühlen. Zur Förderung der Entspannung, Stressreduktion und Ressourcenaktivierung gibt es zudem Angebote zu «progressiver Muskelentspannung» und «Experimentieren mit Klang und Stimme». Neu gibt es auch eine Gesprächstherapiegruppe. Das Angebot an Gruppentherapien wird stetig ausgebaut.
Kontakt:
Psychiatrischer Dienst der Privatklinik Wyss AG an der Klinik Linde
Dählenweg 6
2503 Biel
Tel. 032 365 96 70
<email-pii>