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Während der Energieversorger Energoatom russische Truppen für den Beschuss am Freitag verantwortlich machte, wiesen Russland und die örtliche, von Russland eingesetzte Stadtverwaltung dem ukrainische Militär die Verantwortung zu.
Es sei keine Radioaktvität ausgetreten, teilte Energoatom mit. Damit seien nun zwei der sechs Reaktoren in Betrieb. Nach Darstellung des Russischen Verteidigungsministeriums wurde der Austritt von Strahlung nur durch glückliche Umstände vermieden. Das ukrainische Außenministerium sprach von wiederholten Provokationen Russlands an dem Kraftwerk und erklärte, der Beschuss eines aktiven Reaktors könne dem Einsatz einer Atombombe gleichkommen.
Das Atomkraftwerk war im März von der russischen Armee besetzt worden, wird aber weiterhin von dem ukrainischen Staatskonzern Energoatom und dessen Belegschaft betrieben. Energoatom und die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hatten bereits wiederholt eine Beeinträchtigung der Betriebssicherheit durch militärische Handlungen beklagt. So war der Zugang der IAEO zu Fernüberwachungssystemen mehrmals unterbrochen worden. Die Ukraine und die USA beschuldigen Russland, das Kernkraftwerk als Schutzschild zu missbrauchen.
Die USA wollen derweil nach Angaben von Insidern die Ukraine mit einem weiteren militärischen Hilfspaket im Volumen von voraussichtlich einer Milliarde Dollar unterstützen. Das Paket solle Munition für Langstreckenwaffen sowie gepanzerte Sanitätsfahrzeuge umfassen, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Es beinhalte bisherigen Planungen zufolge Munition für die Raketensysteme Himars und Nasams. Die offizielle Bekanntgabe sei für Montag vorgesehen. US-Präsident Joe Biden habe das Vorhaben noch nicht unterzeichnet.
(Reuters)