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Im Jahr 2020 wurden in der Schweiz insgesamt 190 nichtmenschliche Primaten in Forschungsprojekten eingesetzt. Das entspricht 0,03% aller Tierversuche und einer Abnahme um knapp 19% gegenüber dem Vorjahr.
Die meisten Tierversuche mit Primaten weisen einen niedrigen Schweregrad auf, d.h. sie belasten die Tiere nicht oder nur wenig. Doch auch Versuche von mittlerem oder hohem Schweregrad finden statt, zum Beispiel in der Erforschung und Entwicklung von Therapien nach Schlaganfällen, Querschnittlähmungen und für die Parkinsonkrankheit. Mehrere Schweizer Universitäten sind im Rahmen von Kollaborationen an diesen Versuchen beteiligt.
Schweizweite Kollaboration und Standards
Die Universität Zürich, die ETH Zürich und die Universität Fribourg haben 2012 mit Unterstützung der Schweizer Universitätskonferenz das Swiss Non-Human Primates Competence Center for Research (SPCCR) gegründet. Dieses entwickelt höchste Standards in der Haltung von und der Forschung mit Primaten, bildet alle in der Schweiz mit Primaten arbeitenden Forschenden und Tierpfleger aus und verschafft allen Schweizer Universitäten Zugang zu der für Primatenforschung notwendigen Infrastruktur und Expertise.
Güterabwägung für jeden Einzelfall
Ein 2009 vom Bundesgericht gefällter Entscheid über zwei Gesuche für Primatenversuche an der Universität Zürich und der ETH Zürich hat keine Auswirkungen auf die generelle Zulassung von Primatenforschung in der Schweiz. Das Bundesgericht hat in seinem Entscheid zwar die Ablehnung der entsprechenden Gesuche durch die Vorinstanz bestätigt, hat aber auch klar bekräftigt, dass es sich dabei nicht um einen Grundsatzentscheid handelt. Es ist weiterhin die Aufgabe der Kantonalen Tierversuchskommission, jedes Gesuch mit Versuchen an Tieren im Rahmen einer Güterabwägung als Einzelfall zu prüfen.