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Thema | November 2021
Gebt Gott, was Gott gehört!
Das Thema, Gott zu geben, zieht sich durch die ganze Bibel hindurch. Dieser Artikel zeigt in einem kurzen Überblick auf, dass dies im Alten Testament auf Freiwilligkeit beruhte, dann aber im Gesetz festgelegt wurde. Im Neuen Testament wird dann nicht mehr auf das Gesetz verwiesen. Der Tod und die Auferstehung von Jesus ist die neue Motivation zu einem ganzheitlichen Geben. Ein Gläubiger gibt sich ganz Gott hin und dient ihm nun mit dem, was er hat.
Jesus bestätigt die Praxis, Gott seinen Teil zu geben
«Ist's recht, dass man dem Kaiser Steuern zahlt, oder nicht?» (Matthäus 22,17). Auf diese Fangfrage der Pharisäer antwortet Jesus: «Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!» Jesus macht in der Geschichte deutlich, dass es ein Teil des Lebens ist, ein Opfer zu geben. An entscheidender Stelle bezeichnete Jesus praktizierte Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Glaube als das Wichtigste im Gesetz. Den Zehnten zu geben, soll man trotzdem nicht lassen (Matthäus 23,23). Es gehört zu einem Leben mit Gott.
So hat alles begonnen
Abraham ist der Erste in der Bibel, der von allem, was er hatte, den Zehnten gab (1. Mose 14,20). Jakob tat es ihm gleich (28,22). Was bewog diese Männer zu diesen freiwilligen Gaben, lange bevor das Gesetz dies forderte? Aus einem inneren Bedürfnis heraus wollten sie Gott ehren und ihm Dankbarkeit erweisen.
Der Zehnte wird angeordnet
Als für den Bau der Stiftshütte das erste Mal von einer systematischen Abgabe gesprochen wird, werden zwei Dinge hervorgehoben: Freiwilligkeit und Lehre (2. Mose 25,2). Die Freiwilligkeit und der Segen Gottes sind nun der Rahmen, wie in der Folge über den Zehnten gelehrt werden soll: «Alle Zehnten im Lande, vom Ertrag des Landes und von den Früchten der Bäume, gehören dem HERRN und sollen dem HERRN heilig sein» (3. Mose 27,30).
Neben dem Unterhalt des Hauses Gottes ist im Gesetz festgelegt, dass mit dem Zehnten die Versorgung der Leviten sichergestellt werden soll, so dass sie ihren Dienst uneingeschränkt tun können. Im Weiteren wurden auch die sozial Schwachen mit bestimmten Gaben berücksichtigt.
Konkrete Umsetzung während Reformbewegungen
Unter den Königen Hiskia und Josia erlebte das Volk Israel alttestamentliche Reformbewegungen und wurde gelehrt, sich durch Gaben wieder der Versorgung der Leviten und der Renovation des Tempels anzunehmen. Nach dem Exil ordnete Nehemia den Tempelgottesdienst und das geistliche Leben. Das zurückgekehrte Volk muss neu lernen, dass der Gottesdienst nur funktioniert, wenn sie ihre Gaben entsprechend den Anweisungen im Wort Gottes bringen. Die Umsetzung löste im Volk eine Willigkeit und Freude aus, die auch im Lied ausgedrückt wurde: «Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens, bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!» (Psalm 96,8).
Verwaltung
Wann immer Gaben zusammengetragen wurden, geschah dies an dafür bestimmten Orten. Die Gaben wurden heilig genannt, das bedeutet: für Gott ausgesondert und deshalb zweckbestimmt für eine bestimmte Sache. Leviten wurden mit der Verwaltung und Verteilung beauftragt (z.B. 2. Chronik 31,11-14).
Gottes Segen
Zusammenfassend sehen wir im Alten Testament, dass Gott durch Gaben an ihn geehrt wurde. Die Menschen brachten damit zum Ausdruck, dass sie alles von Gott empfangen haben, was sie besitzen und ernten.
Maleachi hat nachdrücklich über das Gesetz hinaus auf den Segen Gottes hingewiesen: Wer den Zehnten in voller Höhe bringt, den wird Gott mit seinem Segen überschütten (Maleachi 3,10).
Neues Testament
Wie in der Einleitung erwähnt, hat der Herr Jesus wiederholt das Thema aufgegriffen. Er hält an der alttestamentlichen Praxis fest. Er ermutigt zu geben. Er korrigiert falsch motiviertes Geben. Er lobt auf der anderen Seite eine arme Witwe, die mit ihren zwei kleinen Münzen alles gibt, was sie im Moment besitzt. Er schickt Petrus, um die Tempelsteuer zu begleichen, usw.
Eine neue Zeit bricht an
Mit dem Tod von Jesus und seiner Auferstehung bricht eine neue Zeit an. Die Jünger und somit die Gemeinde erhalten den Auftrag, die Frohe Botschaft bis ans Ende der Erde zu tragen. Durch den Heiligen Geist haben die Gläubigen begriffen, dass Gott nicht zuerst nach einer materiellen Gabe fragt, sondern nach einer ganzen Hingabe des Lebens. So ermutigt Paulus die Römer, ihr Leben als ein lebendiges Opfer Gott hinzugeben (Römer 12,1). Wer dies tut, hat begriffen, dass er mit allem ganz Gott gehört und es sich lohnt, ihm aus Liebe alles zur Verfügung zu stellen.
Ein Wechsel der Rahmenbedingungen hat stattgefunden. Nicht mehr das mosaische Gesetz, sondern das neue Leben in Christus ist Motivation für den Dienst und bestimmt das Denken und Leben.
Für was geben wir heute?
Analog den Berichten in der Bibel geben wir Gott die Gaben für den Unterhalt derer, die im Reich Gottes arbeiten, wie auch für das Haus Gottes. Zudem soll für die Armen gesorgt werden.
Dienst im Reich Gottes
Das Prinzip der Versorgung der Leviten findet sich auch im Neuen Testament: «So hat auch der Herr befohlen, dass, die das Evangelium verkündigen, vom Evangelium leben sollen» (1. Korinther 9,14, vgl. auch Galater 6,6). Auch der Herr Jesus hat dieses Prinzip bestätigt, als er darauf verwies, dass ein Arbeiter seines Lohnes wert ist (Lukas 10,7).
Gebäudeunterhalt
Bau und Unterhalt der Stiftshütte und des Tempels wurden durch Sammlungen vom Volk getragen. Im Alten Testament scheint ein Zusammenhang zwischen dem geistlichen Stand des Volks und dem Zustand des Tempels zu bestehen. Es sticht hervor, dass in erwecklichen Zeiten auch darüber berichtet wird, wie Baufälliges am Tempel renoviert wurde (z.B. 2. Könige 12,7-13; Haggai 1,4.9).
Praxis in der GfC
Das Prinzip der Diskretion: «Lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut» (Matthäus 6,3), ist ein Aufruf von Jesus in der Bergpredigt, den wir weiterhin beherzigen wollen. Der vorhergehende Vers weist darauf hin, dass wer vor den Menschen seine Frömmigkeit zur Schau stellt, seinen Lohn im Himmel nicht mehr hat.
Jeder darf so viel geben, wie er es für richtig hält, jedoch mit der Konsequenz, wer wenig sät, wird wenig ernten, wer aber viel sät, wird viel ernten. (2. Korinther 9,6).
Im Glauben, dass der Heilige Geist die Herzen der Menschen bewegt zu geben, rufen wir in den Gottesdiensten wenig auf, eine Kollekte zu geben. Wir durften erleben, wie uns Gott für wachsende Bedürfnisse mit Gaben versorgt hat. Wir ehren ihn, wenn wir vertrauen, dass er sorgt.
Dieser Gedanke schliesst nicht aus, dass über das Thema Geben in den Gemeinden gelehrt wird. Die Briefe von Paulus zeugen davon, dass er dies in allen Gemeinden getan hat. Um der Transparenz willen informieren wir unsere Gemeinden regelmässig über die eingegangenen Gaben.