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Entscheidend für die Corona-Massnahmen sind in erster Linie die Gefahr einer Überlastung von Spitälern und die Zahl der vorzeitig Verstorbenen. Erst in zweiter Linie spielt die Zahl der positiv Getesteten eine Rolle.
Die Zahl der Verstorbenen, die zuvor auf Sars-Cov-2 positiv getestet wurden, sank jedoch seit einem Monat um 28 Prozent auf täglich noch 1 Todesfall pro Million Einwohner. An den gleichen Tagen starben jeweils elf Menschen (ebenfalls pro Million Einwohner) an einer anderen Ursache.
Mit oder an Corona Gestorbene
23 Prozent aller Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt
Auf Intensivstationen gab es in den letzten vier Wochen schweizweit stets genügend Kapazitäten, um auch alle anderen Patientinnen und Patienten behandeln zu können. Am 10. Mai waren 23 Prozent aller bereitgestellten Intensivbetten mit Corona-Patienten besetzt. Allerdings wurden nicht alle diese Patienten wegen schweren Corona-Symptomen ins Spital eingeliefert, sondern einige wegen anderer schweren Erkrankungen. Etliche wurden erst im Spital routinemässig auf Corona getestet. Unabhängig von vorhandenen oder nicht vorhandenen Corona-Symptomen werden alle positiv Getesteten in die Statistik als «Corona-Fälle» aufgenommen.
Gelegentlich wenden sich Leserinnen und Leser verwundert an Infosperber, weil ältere Verwandte im Spital positiv getestet worden seien, obwohl sie nicht an Corona-Symptomen litten. Infosperber hatte sich letzten November bei Spitälern erkundigt: «Behörden geben zu viele Corona-Hospitalisierte und -Tote an».
Das Universitätsspital Zürich will nicht bekannt geben, wie viele der auf Sars-Cov-2 positiv Getesteten aus anderen Gründen ins Spital eingeliefert wurden, obwohl die Daten für diese Information vorhanden wären. Das Universitätsspital informiert auch nicht darüber, wie viele Patientinnen und Patienten sich erst während ihres Aufenthalts im Spital ansteckten. Eine am 15. Februar 2021 veröffentlichte Studie mit Daten aus zwanzig Schweizer Spitälern stellte fest, dass sich 9,7 von 100 erwachsenen Patientinnen und Patienten erst innerhalb des Spitals ansteckten (nosokomiale Infektion).
Es bleibt ein Ärgernis, dass Spitäler und BAG nicht erfassen oder nicht bekanntgeben, wie viele Patientinnen und Patienten in erster Linie wegen schwerer Krankheitssymptome von Covid-19 in Spitäler und in Intensivstationen eingeliefert wurden.
Positiv Getestete auf Intensivstationen
Spitaleintritte von positiv Getesteten (schon vor Eintritt oder unmittelbar nach Eintritt)
Für einen weiteren Abwärtstrend sprechen die Impfungen und das bald wärmere Wetter. Auch die sich rasch verbreitenden Schnelltests könnten das Risiko reduzieren, dass ahnungslose Ansteckende das Virus an Dritte übertragen. Gegen einen Abwärtstrend sprechen neue, bösartigere Virusvarianten.
Prognosen sind wie ein Blick in die Kristallkugel. Das zeigen die hier zusammengestellten Kriterien.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.