Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03225.jsonl.gz/2289

«Gleich zweimal musste ein Treffen mit Fidel Castro verschoben werden», sagte Franco Cavalli am Samstag zur Nachrichtenagentur sda. Weil Cavalli jedoch in die Schweiz zurückfliegen musste, konnte er nicht länger in Kuba warten – und hat Fidel deshalb nie persönlich getroffen.
Obwohl Fidel Castro schon seit Jahren formell nicht mehr an der Macht war, sei sein Tod für die Kubaner bedeutend, sagt Cavalli. «Für viele war er wie eine Vaterfigur – für diese Menschen ist es, wie wenn ein Verwandter sterben würde.» Selbst für Gegner der Regierung sei er eine Identifikationsfigur: «Fidel bleibt ein Idol in Kuba.»
Sein Bruder Raúl hatte 2013 angekündigt, die Präsidentschaft 2018 abzugeben. Franco Cavalli ist überzeugt, dass er dies tun wird. Als mögliche neue starke Figuren sieht er Raúls Stellvertreter Miguel Díaz-Canel, den früheren kubanischen Aussenminister Felipe Roque sowie Raúls Tochter Mariela Castro.
Cavalli hat Vater und Tochter mehrmals persönlich getroffen. «Mariela ist sehr populär und progressiv», sagt er über die Pädagogin, die sich unter anderem für die Akzeptanz von Homo- und Transsexualität einsetzt. «Eine Frau als Präsidentin – das wäre eine neue Revolution in Kuba.»
Der 74-jährige Tessiner Franco Cavalli ist Onkologe und war von 1995 bis 2007 Nationalrat. Er ist Vorstandsmitglied der Nonprofitorganisation mediCuba-Suisse und Präsident von mediCuba-Europa.
(SDA)