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Nach Roger Federer erreicht auch Stan Wawrinka in drei Sätzen die Achtelfinals des US Open. Sein 6:4, 7:6, 7:6-Sieg gegen den italienischen Lucky Loser Paolo Lorenzi (ATP 135) war aber ein hartes Stück Arbeit.
Lorenzi, die Nummer 135 der Weltrangliste, ist der eigentliche Schwerarbeiter des diesjährigen Turniers. Inklusive drei Partien in der Qualifikation stand der 37-jährige Römer bereits vor dem Duell mit Wawrinka 17 Stunden auf dem Platz – gegen den drei Jahre jüngeren Waadtländer kamen weitere 2:59 Stunden dazu.
Trotz der zweifellos vorhandenen Müdigkeit liess Lorenzi nie locker, obwohl er fast konstant einem Rückstand hinterher rannte. Wawrinka unterliefen viele Fehler (am Ende 50 unerzwungene), und als er im ersten Satz ein Break zum 4:2 gleich wieder herschenkte, hatte er Glück, dass er mit einem im Frust weggeschlagenen Ball einen Linienrichter nur knapp verfehlte. Auch im dritten Durchgang schlug er nach einem Break zum 5:4 zum Match auf, musste den Italiener aber nochmals ausgleichen lassen.
In den entscheidenden Momenten setzte sich aber die Klasse des dreifachen Grand-Slam-Siegers durch. Vor allem beim Service hatte Wawrinka grosse Vorteile (24 zu 5 Asse), viele heikle Situationen konnte er mit einem guten Aufschlag entschärfen.
Zwei Tage Erholung scheinen Novak Djokovic gereicht zu haben, um seine Schulterprobleme in den Griff zu bekommen. Bei seinem 6:3, 6:4, 6:2-Sieg in der 3. Runde des US Open gegen den Amerikaner Denis Kudla zeigte er jedenfalls keinerlei Anzeichen von Schmerzen mehr. Die Nummer 111 der Welt wehrte sich zwar nach Kräften, blieb aber in 2:03 Stunden chancenlos und schaffte trotz sieben Chancen kein Break.
Djokovic trainierte am Donnerstag nicht, um seiner linken Schulter eine Pause zu gönnen. «Heute spielte ich nun fast ohne Schmerzen, darüber bin ich sehr froh», erklärte der 32-jährige Serbe nach seinem souveränen Sieg.
Damit scheint alles angerichtet für einen grossen Kampf am Sonntag, wenn der Titelverteidiger und Weltranglistenerste auf Stan Wawrinka trifft. Der zwei Jahre ältere Waadtländer bezwang Djokovic auf dem Weg zu all seinen drei Grand-Slam-Titeln, in Paris 2015 und am US Open 2016 im Final. Seit jener Begegnung haben die beiden nicht mehr gegeneinander gespielt.
Daniil Medwedew, der Sieger von Cincinnati und Geheimfavorit in New York, musste sich gewaltig strecken, um zum zweiten Mal nach dem Australian Open die Achtelfinals eines Grand-Slam-Turniers zu erreichen. In der 3. Runde des US Open setzte sich der als Nummer 5 gesetzte Russe in gut drei Stunden 7:6, 4:6, 7:6, 6:4 gegen den spanischen Veteranen Feliciano Lopez (ATP 61) durch.
Der «eiserne Feliciano» elektrisierte die Fans im Louis Armstrong Stadium mit seinem bekannt attraktiven Angriffstennis. Er wird am 20. September 38-jährig und ist damit nur 43 Tage jünger als Roger Federer. Lopez bestreitet am US Open sein 71. (!) Grand-Slam-Turnier hintereinander, letztmals ging im Januar 2002 in Melbourne ein Major-Turnier ohne ihn über die Bühne. Federers damalige Rekordserie riss am French Open 2016 nach 65 Turnieren in 16 Jahren.
Den ganz grossen Durchbruch schaffte der Linkshänder aber nie. Der Sieger des Swiss Open in Gstaad von 2016 schlug in seiner Karriere nicht weniger als 38 Top-Ten-Spieler, gehörte mit Bestmarke 12 selber aber nie diesem elitären Kreis an.
Ob Lopez nochmals als Spieler ans US Open zurückkehrt, ist offen. Als Turnierdirektor des Masters-1000-Turniers in seiner Heimatstadt Madrid hat er bereits einen neuen Job.
Serena Williams nimmt nach einem souveränen Zweisatz-Sieg gegen die Wimbledon-Viertelfinalistin Karolina Muchova aus Tschechien weiter auf Kurs Richtung 24. Grand-Slam-Titel, dem ersten, seit sie vor zwei Jahren Mutter geworden ist. Die Australierin Ashleigh Barty gewann gegen die Griechin Maria Sakkari ebenfalls in zwei Sätzen 7:5, 6:3. (viw/sda)