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Doch kein Todesfall durch Cannabis in Großbritannien
Dass Cannabis für den Tod eines 36-jährigen Briten verantwortlich gemacht wird. Allerdings zeigte eine Überprüfung der toxikologischen Daten und des Obduktionsberichtes durch einen Schweizer Experten, dass es keinen Grund für die Annahme gibt, dass der plötzliche Tod von Lee Maisey durch Cannabis verursacht war.
Herr Maisey rauchte seit 11 Jahren täglich sechs Cannabiszigaretten, was nach einigen Zeitungsartikeln mit "exzessiv" charakterisiert wurde. Er hatte sich am 22. August vergangenen Jahres über Kopfschmerzen beklagt und war am nächsten Morgen tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. Michael Howells, der örtliche Leichenbeschauer, der die Untersuchung der Todesursache leitete, erklärte Herr Maisey habe an keinen Krankheiten gelitten und seit mindestens 48 Stunden keinen Alkohol getrunken. Man habe "hohe Konzentrationen von Cannabinoiden" im Blut gefunden. Der Bericht über den Cannabis-Todesfall führte zu Warnungen über die Gefahren von Cannabis. Dr. John Henry, Professor für Toxikologie am Imperial College in London erklärte: "Ich habe noch nie vorher etwas Derartiges gesehen. Es korrigiert das Argument, dass Cannabis niemanden umbringen kann."Das Gesundheitsministerium der Schweiz (Bundesamt für Gesundheitwesen) bat Dr. Rudolf Brenneisen, Professor am Departement für Klinische Forschung der Universität Bern, die Daten des Falles zu überprüfen. Dr. Brenneisen erklärte, dass die Daten der toxikologischen Analyse und der Obduktion "dürftig und nicht beweiskräftig" seien, und dass die Schlussfolgerung Tod durch Cannabisvergiftung "nicht legitim" sei.Gemäß der durch das britische Labor Forensic Alliance durchgeführten Analyse enthielt Herr Maiseys Blut 130 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) des THC- Stoffwechselproduktes THC-COOH. THC habe wegen analytischer Probleme nicht festgestellt werden können. Dr. Franjo Grotenhermen vom nova-Institut erklärte: "Eine Konzentration von 130 ng/ml THC-COOH im Blut ist eine mäßig hohe Konzentration, die einige Stunden nach dem Konsum von ein oder zwei Cannabiszigaretten auftreten kann. Starker gewohnheitsmäßiger Cannabiskonsum führt leicht zu THC-COOH-Konzentrationen von mehr als 500 ng/ml. Viele Menschen konsumieren deutlich mehr Cannabis als es Herr Maisey tat, ohne negative Konsequenzen."