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Halloween: Der Toten gedenken
Kürbisse stapeln sich in Gärten und Ladenregalen: Halloween ist für die einen ein Kinderfest, für andere Kommerz. Doch dahinter verbirgt sich ein guter alter Wendezeit-Brauch.
Halloween geht zurück auf das keltische Neujahr Samhain (ausgesprochen Sofein) am 1. November. Der Tag markierte das Ende des Bauernjahres und den Beginn des Winters. Wie andere alte Neujahrsbräuche war auch Samhain von der Angst gekennzeichnet, dass durch den "Spalt" zwischen den Jahren die Geister der Toten - gute und böse - besonders leicht ins Diesseits dringen.
Keltische Ursprünge...
Die Seelen der verstorbenen Angehörigen wurden mit Lichtern und Esswaren in die Häuser gelockt. Ausserdem wurden vorbeiziehende, "heischende" arme Leute verköstigt, damit sie für die toten Verwandten beteten, auf dass diese früher aus dem Zwischenreich in den Himmel kämen.
Böse Geister dagegen versuchte man mit Kostümierungen zu foppen und abzulenken: Tierfelle und Masken sollten den Monstren vorgaukeln, man sei Ihresgleichen. Der Abwehr dienten auch die Höhenfeuer der Druiden: Mit den segenbringenden Kohlen entzündeten die Kelten ihre Herdfeuer neu.
...römische und christliche Einflüsse...
Nachdem die Römer im 1. Jahrhundert die meisten keltischen Gebiete erobert hatten, verschmolzen sie zwei eigene Feste mit Samhain: die "Feralia" Ende Oktober, während denen traditionell der Verstorbenen gedacht wurde, und den Ehrentag von Pomona, der Göttin der Bäume und Früchte.
Im Rahmen der Christianisierung verlegte Papst Bonifaz IV. im siebten Jahrhundert Allerheiligen vom Frühling auf den 1. November, um Samhain zu konkurrenzieren. Neu war der 31. Oktober also der Abend vor Allerheiligen - englisch "All-hallows Eve", abgeschliffen "Halloween". Ums Jahr 1000 fügte die Kirche Allerseelen am 2. November an, ein Tag zum Gedenken an die Verstorbenen.
...amerikanisches Finish...
Europäische Auswanderer brachten Halloween in die USA, namentlich die vielen Iren, die nach der grossen Kartoffel- Missernte von 1846 nach Amerika kamen. Das irische Festschema ist noch heute fast identisch mit dem US-amerikanischen: Die Heische-Umgänge heissen "Trick or Treat" ("Streich oder Süsses"), und Lichter aus ausgehöhlten, mit Fratzen verzierten Knollen werden gebastelt.
Im Heimatland verwendeten die Iren Runkeln, wie sie heute noch in der Ostschweiz als "Räbeliechtli" Verwendung finden. In Amerika entdeckten sie aber den imposanteren Kürbis - eine Frucht, kein Gemüse - um ihren traditionellen "Jack o' lantern" zu basteln.
...mit irischer Garnitur
Folgende Sage erklärt die Herkunft der Runkellichter: Es war einmal ein übler Sünder und Säufer mit Namen Jack. Als ihn der Teufel holen wollte, gelang es ihm, diesen auf einen Baum zu locken und dort festzuhalten, indem er ein Kreuz in den Stamm ritzte.
Jack liess den Teufel erst laufen, nachdem ihm dieser versprochen hatte, ihn nicht mehr in Versuchung zu führen. Als Jack später starb, wollten ihn weder Himmel noch Hölle haben. Alles, was er bekam, war eine glühende Kohle, die er in eine ausgehöhlte Rübe legte und so als Lampe gebrauchen konnte. Damit soll er noch heute durch die Nächte ziehen.
swissinfo und Irene Widmer (sfd)
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