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Wie die Rumba stammt auch der Cha Cha Cha ursprünglich aus Kuba. Dort entstand er in den 50er-Jahren anstelle des sehr schnell gespielten Mambos, der sich nicht durchsetzen konnte. Anfänglich hiess der Cha Cha Cha aufgrund dieser musikalischen Ableitung Mambo-Cha Cha Cha. Doch schnell reduzierte sich der Name auf das heute gültige Cha Cha Cha, auch weil das Wort selbst rhythmischer Bestandteil der Musik ist (4 + 1 = Cha Cha Cha).
Vom Figurenmaterial her gesehen wurden sehr viele Elemente aus anderen Tänzen übernommen, wobei die Rumba anfänglich Hauptpatin war (Fan, Hockey Stick, Hand to Hand, Alemana etc.). Später gesellten sich Figuren aus Beat und Disco hinzu.
Da der Cha Cha Cha ein fröhlich ausgelassener Tanz ist, der anfänglich keine grossen Ansprüche an die Tänzer stellt (eine grosse Erleichterung für viele war die Tatsache, dass im Gegensatz zur Rumba im Cha Cha Cha auf 1 ein Schritt getanzt wird), wurde er Mitte der 50er-Jahre über Nordamerika kommend schnell zum beliebtesten Modetanz. Kein Wunder also, dass er 1961 ins internationale Turnierprogramm aufgenommen wurde und bis heute weltweit populär geblieben ist.
Bis in die 70er-Jahre wurde der Cha Cha Cha in heute nicht mehr denkbarer Art und Weise interpretiert, Zitat H. Günther und H. Schäfer: "Auch der Cha Cha Cha muss als erotisches Spiel getanzt werden. Aber im Gegensatz zur feurigen Rumba ist der Cha Cha Cha nur ein amüsanter, koketter Flirt. Man bindet sich nicht, man gefällt sich, man ist entzückt voneinander, man spielt, man brilliert - alles ohne Ernst, ohne Passion, ohne Erregung. Keck, fröhlich, perlend wie Sekt ist der Cha Cha Cha. Diese übermütige Natur des neuen Tanzes kommt schon in der Musik zum Ausdruck. Daher hat auch der Tanz eine Fülle von brillanten Figuren. Man darf die Beine in die Höhe werfen, man klatscht in die Hände, hüpft und stösst den Partner leicht mit dem Finger, man spielt Pinguin mit den Händen und Hüften, trennt sich und droht mit den Fingern und Augen. Aber ebenso rasch wie zur Trennung kommt es wieder zur Vereinigung. Nichts ist von Dauer, alles ist flüchtig und offen. Der Cha Cha Cha ist ein immer wechselndes, flüssiges Spiel mi t Fliegen und Haschen, mit Kreisen und Fliehen. Beine, Arme, Hände und Finger, der ganze Körper, sogar die Augen sind in ständiger Bewegung. So müssen auch die Figuren getanzt werden."
Wie schnell die Zeiten ändern.
Mit freundlicher Genehmigung von Michael Scherer, www.emsbs.ch