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Bis weit nach dem Ersten Weltkrieg waren die Thunerinnen und Thuner, die in der Stadt ein öffentliches Verkehrsmittel benutzen wollten, auf die Bahnen und Postautos des Regionalverkehrs angewiesen. Diese fuhren allerdings mit Ausnahme der STI nicht häufig, und Haltestellen auf dem Stadtgebiet waren rar. Auf Begehren des Gemeinderats baute die Berner Alpenbahngesellschaft 1924 eine Bahnstation im Dürrenast und 1926 eine weitere im Lerchenfeld, wobei sich die Stadt finanziell beteiligen musste.
Im Juni 1933 nahm die erste innerstädtische Buslinie ihren Betrieb auf. Sie war nur im Sommer in Betrieb und führte vom Rathausplatz zum neu eröffneten Strandbad im Dürrenast. Der Strandbadbus erfreute sich grosser Beliebtheit, doch 1940 requirierte das Militär den Autobus, was das vorläufige Aus der Buslinie bedeutete. Als nach dem Zweiten Weltkrieg das Benzin wieder frei erhältlich war, reaktivierte die Stadt den Strandbadbus und betrieb ab Sommer 1946 die Strecke Thun–Bahnhof–Dürrenast ganzjährig im Halbstundentakt. Damit legte sie den Grundstein zum Städtischen Autobusbetrieb Thun (SAT), dessen Streckennetz in den folgenden Jahren erweitert wurde. Ab Ende 1947 führte eine zweite Buslinie ins Neufeld, und nach 1950 betrieb der SAT zwei Durchmesserlinien, die über den Bahnhof in die Quartiere Lerchenfeld, Gwatt, Allmendingen und Neufeld führten. Damit waren alle Aussenquartiere durch Buslinien erschlossen, und schon bald war auch der Wagenpark mit sechs Bussen komplett. Wenn es mehr Wagen brauchte, mietete der SAT diese bei der STI. Ende 1973 setzte er die eigenen, überalterten Busse ausser Betrieb und benutzte nur noch STI-Mietbusse, die er 1982 ankaufte.31
Die Zusammenarbeit des SAT mit der STI war seit 1948 eng: Den administrativen Bereich des SAT erledigte die Stadtverwaltung, die STI war für den technischen Unterhalt und die Unterbringung der Stadtbusse zuständig. Die STI entwickelte sich im ausgehenden 20. Jahrhundert zum wichtigsten Nahverkehrsunternehmen der Region Thun. Sie fusionierte 1992–2001 mit anderen regionalen Busgesellschaften, denn dadurch ergaben sich Synergien, die den ökonomischeren Einsatz von Rollmaterial und Personal ermöglichten. Ausserdem förderte die Entwicklung der Verkehrsverbünde ab 1986 den Aufschwung des öffentlichen Verkehrs.
Der Strandbadbus, die sogenannte «Strandbad-Lise», wurde in den ersten Jahren von der Autogenossenschaft Thun–Stocken–Gürbetal betrieben.
Schon im Juli/August 1933 transportierte sie 15 700 Personen. Ausschnitt aus einer undatierten Postkarte, Mitte 1930er-Jahre.
Als Bund und Kanton in der Mitte der 1990er-Jahre neue rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen für den öffentlichen Verkehr setzten, begannen auch die Verhandlungen über einen Zusammenschluss von STI und SAT. In Thun erhoffte man sich davon einerseits eine Entlastung der Stadtkasse, andererseits ein besseres Angebot im öffentlichen Verkehr. Im Juni 1996 akzeptierte das Thuner Stimmvolk die Fusion. Damit übernahm die STI das Personal, den Fahrzeugpark und die Konzession für die fünf Linien des SAT und baute in den folgenden Jahren das Angebot aus.32