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Sigismondo d’India (1582–1629) war ein italienischer Komponist vor allem von weltlichen Werken wie Madrigalen, Villanellee und Motetten. Mit seinen radikalen Neuerungen in Harmonie und Melodik gilt er als einer der Wegbereiter des Übergangs von der Renaissance- zur Barockmusik. Er stammt aber aus Sizilien, wahrscheinlich aus Palermo. Sigismondo d’India genoss in Neapel eine musikalische Ausbildung bei Giovanni de Macque. 1611 übersiedelte er nach Turin, um als Leiter der Kammermusik am Hofe des Herzogs von Savoyen in den Dienst von Karl Emanuel I. zu gehen.
Sigismondo d’India verschrieb sich ganz dem Komponieren von Musik für die prächtigen Feste am Hof, ein Zeugnis, das der Nachwelt beispielsweise durch seine Musiche e Balli a quattro voci (Venedig, 1621) erhalten blieb. Im Frühjahr 1623 jedoch verliess er eiligst die Stadt, um dem Aufkommen bösartigen Klatsches bei Gericht zu entkommen und einen Skandal zu vermeiden. Er fand Zuflucht am Hof von Alfonso II. d’Este, Prinz von Modena, der der Schwiegersohn des Herzogs von Savoyen war, und wurde danach nach Rom berufen. Dort nahm er für zwei Jahre Dienst bei Kardinal Moritz von Savoyen an, Sohn von Carlo Emanuele I. Im Winter 1626/27 wurde er zurück nach Modena vorgeladen, aber bald nach dem Tod von Isabella, der Frau Alfonsos, kehrte er zurück nach Rom. Doch er quittierte danach den Dienst des Kardinals im Guten und kehrte zurück nach Modena, wo er seine letzten Jahre verbrachte. Unmittelbar bevor er die Anstellung bei Maximilian I., Kurfürst von Bayern, antreten konnte, verstarb er 1629.
Kompositionen von Sigismondo D’India
Zwischen 1606 und 1627 schrieb Sigismondo d’India insgesamt 18 Bücher mit polyphoner A-Cappella-Vokalmusik: drei Bände von Motetten, acht Madrigalbände, zwei Villanelle alla Napolitana sowie fünf Bücher für eine oder zwei Singstimmen und Basso continuo. Die acht Bücher der Musiche da canta solo sind zu seinen Lebzeiten nicht veröffentlicht worden, obwohl gerade sie nach heutiger Sicht das Neue im Werk d’Indias darstellen. Radikale Versuche der Chromatik und der Dissonanz sind darin epochale Errungenschaften. Manche Werke und Werkteile sind derart dramatisch, dass sie wie für die Oper komponiert wirken, obwohl d’India nie ein Werk dieser Gattung geschrieben hat. Er stand mit Claudio Monteverdi, der ebenfalls in Neapel lebte, in Kontakt und wurde von ihm ermutigt und inspiriert; dieser bescheinigte ihm „radikalen Ideenreichtum“. Giulio Caccini empfahl ihm, den Weg weiterzugehen.