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Oktober 2015
Thema des Monats
Hanföl
Abb.1: Hanfsamen (vorne), Hanfmehl (links), Hanföl (hinten)
Bei der Wahl eines Öles spielen neben dem Geschmack auch gesundheitliche Aspekte eine Rolle. In der Schweiz wird heute vor allem das einheimische Rapsöl empfohlen, da es ein ausgewogenes Fettsäuremuster und einen hohen Gehalt an Omega-3 Fettsäuren aufweist. Eine mögliche Alternative zu den gängigen Pflanzenölen bietet das Öl aus den Früchten der ebenfalls in der Schweiz heimischen Kulturpflanze Hanf (Cannabis Sativa L.). 1951 wurde der Anbau, Verkauf und Konsum von Hanf und seinen Produkten aufgrund seines Gehalts an Tetrahydrocannabinol (THC) und der damit verbundenen Assoziation als Einstiegsdroge in der Schweiz verboten. Fast 50 Jahre später wurden mit der Sortenkatalog-Verordnung des Bundesamts für Landwirtschaft elf THC-freie (< 0.3 % THC) Hanfsorten für den legalen Anbau wieder freigegeben. In den Jahren darauf folgten Untersuchungen zur Zusammensetzung von Hanföl und seiner möglichen Rolle als Lebensmittel. 2008 wird natives Hanföl im European Journal of Lipid Science and Technology als interessantes Nischenprodukt beschrieben. Die Studien zur Untersuchung der Hanfölzusammensetzung zeigen auf, dass es mit fast 80 % einen sehr hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren enthält, wobei das Verhältnis der Omega-6 Fettsäuren (Linolsäure) zu Omega-3 Fettsäuren (Alpha-Linolensäure) 3:1 beträgt. Im Vergleich dazu liefert Rapsöl ca. 30 % mehrfach ungesättigten Fettsäuren mit einem Verhältnis von 2.5:1 (siehe Graphik 1).
Natives Hanföl ist ein sensibles Pflanzenöl, weil der Vitamin E-Gehalt zu tief ist, um die hohen Mengen an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ausreichend zu schützen. Deshalb sollte es im Kühlschrank aufbewahrt verwendet werden. Es empfiehlt sich, geöffnete Flaschen nur circa zwei Monate im Kühlschrank zu lagern.
Das hellgrüne Hanföl verfügt über einen nussig-krautigen Eigengeschmack und eignet sich für die kalte Küche, z.B. für Salat-Dressings, Saucen, Pasten, Brotaufstrichen, und Beigabe zu gekochtem Gemüse.
Zurzeit ist Hanföl in Reformhäusern zu einem Preis von ca. CHF 19.00 pro 250 ml erhältlich.
Graphik 1: Fettsäuremuster von Hanföl im Vergleich zu anderen Pflanzenölen
Prozentuale Verteilung der Fettsäuren auf durchschnittlich 95 g (± 1.5) Fett pro 100 g Öl
SFA: gesättigte Fettsäuren, MUFA: einfach ungesättigte Fettsäuren, LA: Linolsäure (C18:2 n-6), ALA: Alpha-Linolensäure (C18:3 n-3), GLA: Gamma-Linolensäure (C18:3 n-6)
Autorin und Quelle:
Laura Koch
Ernährungsberaterin BSc BFH
<email-pii>
Bachelor-Thesis: Hanföl in der Ernährungsberatung
Aktuelles der SGE
Schweizer Nährwerttabelle, 2. Auflage, 2015
Wir haben die umfangreiche Aktualisierung der Schweizer Nährwertdatenbank des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV zum Anlass genommen, auch die Schweizer Nährwerttabelle auf den neuesten Stand zu bringen. Die Auslieferung erfolgt ab Mitte Dezember 2015. SGE-Mitglieder profitieren bei einer Bestellung bis zum 04.12.2015 von 40 Prozent Rabatt!
Vorbestellung unter <email-pii>.
Nationale Fachtagung der SGE 2016 – Save the date
«Personalisierte Ernährung: Steht mein Menu in den Genen?»
1. September 2016, Hochschulzentrum vonRoll, Bern
Die individuelle genetische Voraussetzung spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit. Inwieweit kann oder soll die Ernährung darauf Rücksicht nehmen? Was heisst überhaupt «personalisierte Ernährung»? Existieren brauchbare Methoden, um einen personalisierten Ernährungsplan zu definieren und wie könnten diese die Berufspraxis der Ernährungsberater/innen verändern? Welchen Einfluss hat «personalisierte Ernährung» auf die Lebensqualität?
Mit der nationalen Fachtagung 2016 bietet die SGE eine Plattform zur Diskussion und Beantwortung dieser Fragen.
Kurz notiert
„Ernährung in den ersten 1000 Lebenstagen“, ein neuer Bericht der EEK
Die Ernährung während der ersten Lebensjahre hat einen grossen Einfluss auf die Gesundheit des wachsenden Kindes. Neue Erkenntnisse zeigen, dass die Ernährung in den ersten Lebensjahren nicht nur grossen Einfluss auf sein Gedeihen und seine Gesundheit hat, sondern dass sie das Terrain für ernährungsmitbedingte Erkrankungen im Erwachsenalter wie Übergewicht und Diabetes Typ 2 vorbereitet. Bericht
„Ernährung rund um Schwangerschaft und Stillzeit“, eine neue Broschüre des BLV
Mit einer ausgewogenen Ernährung vor und während der Schwangerschaft sowie in der Stillzeit ermöglichen Eltern ihrem Kind einen optimalen Start ins Leben. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat die offiziellen Schweizer Empfehlungen zur Ernährung während Schwangerschaft und Stillzeit aktualisiert, in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE, Stillförderung Schweiz, der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie, der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und aha! Allergiezentrum Schweiz. Die Empfehlungen wurden in der Neuauflage der kostenlosen Broschüre „Ernährung rund um Schwangerschaft und Stillzeit“ aufgenommen. Grundlage für die Empfehlungen in der Broschüre bildet der soeben erschienene Bericht der Eidgenössischen Ernährungskommission „Ernährung während den ersten 1000 Lebenstagen – von pränatal bis zum 3. Geburtstag“. Broschüre
Das neue Rating der Lebensmittel-Labels
Die Fülle der Lebensmittel-Labels ist gross. Doch nur Labels, die umfassende Kriterien an die Nachhaltigkeit stellen, erhalten von Pusch und ihren Partnern das Prädikat „Ausgezeichnet“ oder „Sehr empfehlenswert“. Das neue Rating zeigt, welche der 31 wichtigsten Lebensmittel-Labels diese Prädikate wert sind: www.labelinfo.ch/bewertung
PEP – Gemeinsam essen
Gemeinsame Mahlzeiten sind Momente der Begegnung. Was Kinder und Jugendliche heute beim Essen erfahren, prägt sie ein Leben lang. Wie können Erwachsene beim Essen eine beziehungsfördernde Haltung stützen und vertiefen? Welche Regeln sind hilfreich, welche nicht? PEP – Gemeinsam Essen hat ein Handbuch für Ess- und Tischkultur in Tagesschulen entwickelt und unterstützt Teams von Tagesschulen und Kindertagesstätten in der Qualitätsentwicklung zu diesen Themen.
VOLL VERZUCKERT, ab 30. Oktober im Kino
Zucker ist in aller Munde. Es ist weltweit das am weitesten verbreitete Nahrungsmittel. Doch welchen Effekt hat Zucker auf uns? Was passiert, wenn die Ernährung vor allem aus zuckerhaltigen Lebensmitteln besteht? Diese Fragen stellte sich der australische Schauspieler und Filmemacher Damon Gameau und wagte den Selbstversuch. Mehr