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Gemeindenahe Rehabilitation
Menschen mit Behinderungen werden in deren familiärem Umfeld betreut. Parallel dazu werden Gemeinden und öffentliche Institutionen einbezogen, um die Belange von behinderten Menschen zu unterstützen. Dieses Konzept der gemeindenahen Rehabilitation ermöglicht ihnen so die volle Teilhabe.
Seit den 1980er-Jahren verbreitet sich die von der Weltgesundheitsorganisation WHO und mit CBM-Beteiligung entwickelte Methode der gemeindenahen Rehabilitation (community based rehabilitation, CBR). Diese aufsuchende Sozialarbeit der lokalen CBM-Partner findet oft Menschen mit Behinderungen, die in ihren Familien vor Scham verborgen bleiben und keine Förderung erfahren. Kleine, korrigierbare Ursachen wären sonst ein Handicap für das gesamte Leben. Die CBR-Programme schaffen behinderten Menschen den Zugang zur notwendigen Rehabilitation und Förderung. Lag der Fokus der Entwicklungsprogramme früher noch auf der medizinischen Hilfe, verlagerte er sich mit der CBR-Strategie hin zu inklusiver Bildung, Förderung der Existenzsicherung und sozial-gesellschaftlichem Wandel.
Die Programme arbeiten jedoch nicht nur mit einzelnen Betroffenen, sondern gleichzeitig auch mit Gemeinden, damit diese beeinträchtige Menschen als vollwertige Mitglieder aufnehmen. Schulen und medizinische Dienste werden dabei unterstützt, besser für alle zugänglich zu werden.
Verschiedene CBR-Ansätze
Rehabilitation, Chancengleichheit, Armutsreduzierung und Inklusion von Menschen mit Behinderungen: Das soll mit CBR erreicht werden laut einem 2004 publizierten Positionspapier von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der UNESCO. Im Detail variieren die CBR-Konzepte und -Verfahren verschiedener Länder, Organisationen und Projekte jedoch stark. Die ILO, UNESCO, WHO und das «International Disability and Development Consortium» (IDDC), dessen Mitglied die CBM ist, erstellten 2010 CBR-Richtlinien. Sie bieten Orientierung beim Entwickeln von Programmen.
Fünf CBR-Bereiche bei der CBM
Der CBR-Ansatz, den wir verfolgen, umfasst fünf wesentliche Schlüsselkomponenten des Wohlbefindens:
- Gesundheit
- Bildung
- Lebenssicherung
- Soziale Teilhabe
- Befähigung (Empowerment) von Menschen mit Behinderungen und ihrer Familien
Diese fünf Bereiche beziehen sich wechselseitig aufeinander.
Gesundheit
Gesundheit ist ein Menschenrecht. Gesundheits- und Frühförderung, Prävention, preiswerte medizinische und rehabilitative Versorgung sowie der Zugang zu Hilfsmitteln wie Rollstühlen, Krücken oder Hörgeräten sind für Menschen mit Behinderungen besonders wichtig.
Bildung
Obwohl alle Menschen das Recht auf Bildung haben, bleibt vielen Kindern mit Behinderungen der Schulbesuch dennoch verwehrt. Sie brauchen individuelle Förderung, damit sie eine Regelschule besuchen und im Anschluss eine Ausbildung absolvieren können.
Lebenssicherung
Auch das Recht auf Arbeit gilt für alle, egal ob Menschen eine Behinderung aufweisen oder nicht. Nur wer bei der Entwicklung seiner Fähigkeiten gefördert wird, hat die Möglichkeit, eine berufliche Anstellung zu finden oder sich selbständig zu machen. Kleinkredite beispielsweise unterstützen die Unabhängigkeit. Mit der Inklusion in den Arbeitsmarkt geht die soziale Absicherung einher.
Soziale Teilhabe
Alle Menschen mit Behinderungen müssen als Bürger am öffentlichen Leben teilnehmen können, mit allen Rechten. Sensibilisierung und Aufklärung sollen dazu Vorurteile und bestimmte Verhaltensweisen entkräften, die beeinträchtige Menschen daran hindern, ihre Rechte auszuüben. Auf diese Weise soll soziale Gerechtigkeit möglich gemacht werden.
Befähigung (Empowerment)
Menschen mit Behinderungen sollen über ihre Rechte aufgeklärt und ermutigt werden, diese auch wahrzunehmen. Schliessen sie sich mit ihrem sozialen Umfeld zusammen, so gewinnt ihre Stimme an Gewicht.