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Andréa Maechler zeigte die Notwendigkeit der Negativzinsen überzeugend dar. Sie sagte, dass nach der Finanzkrise die historisch deutliche Zinsdifferenz zwischen der Schweiz und dem Ausland verschwunden seien. Wenn wir die Zinsen anheben würden, würde sich der Schweizer Franken sehr schnell aufwerten. Als Folge würde der Franken noch stärker als sicherer Hafen ins Interesse der internationalen Anleger rücken. Dadurch würde nicht nur die Exportwirtschaft Probleme bekommen, es wäre auch schlecht für die gesamte Wirtschaft. Die Löhne und der gesamte schweizerische Arbeitsmarkt kämen unter Druck. Um dies zu verhindern, seien Negativzinsen notwendig.
Maechlers Credo: Die Preisstabilität des Schweizer Franken ist wichtiger als positive Nominalzinsen auf dem Konto. Zu den langfristigen Faktoren zählt sie die Inflationserwartungen und die demografische Entwicklung. All dies erschwert der SNB, sich aus dem Schatten der EZB-Politik zu lösen und wieder zu positiven Zinsen zurückzufinden.
In der anschliessenden Diskussion wurden unter anderem auch Verwendung der SNB-Gewinne, das Cyber-Risiko und die im Raum stehende OECD-Steuerreform angesprochen. Maechler präsentiert sich, wie Organisator Reinhard Walser (links im Bild) in seinen Dankeworten ausführte, als kompetente und charmante Finanzkoryphäe. Walser meinte, dass die Zukunft Dr. Maechler (50) gehöre. Dank ihrer Erfahrung bei der OECD, bei der WTO und dem IWF habe sie einen wirtschaftspolitischen und finanziellen Kompetenzen-Rucksack, der seinesgleichen suche.