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Wasserwarndienst - Funkgerät SE-221 / RT 24

überarbeitet am 24.12.2014

Der Wasserwarndienst verfügte an den Staumauern der grossen Stauseen
über Beobachtungsposten, welche im Falle eines Dammbruchs einen Wasseralarm
auslösen konnten. Als Backup potentiell störanfälliger Drahtverbindungen dienten
im VHF-Bereich knapp unterhalb des UKW-Rundfunkbereichs arbeitende FM-Funkstationen.
Für den Wasserwarndienst, Beobachtungs- und Bewachungsdetachemente an gefährdeten Staumauern, welche im Notfall Alarmmeldungen absetzen konnten, wurden als Backup im Falle einer Zerstörung der drahtgebundenen Verbindungen Frequenzen im VHF-Bereich knapp unterhalb des UKW-Bereichs eingesetzt. Zunächst kamen von 1956 - 1973 modifizierte Polizeifunkstationen RT 5 zum Einsatz. Diese in mehreren Kisten mühsam transportable Röhrenstation wurde 1969 durch ein transistorisiertes Gerät ersetzt.
Die Funkstation SE-221 (RT 24, ebenfalls eine militarisierte Polizeifunkstation RT 22)
ist transistorisiert und nimmt volumenmässig nur die Hälfte einer Aluminium-Kiste ein.
Das Gerät ist modular aufgebaut, die linke Einheit beinhaltet den Empfänger, die rechte Einheit mit der Senderbeugruppe mit dem Kühlkörper. Der Sender hat eine Ausgangsleistung von 20 Watt, die mit einer Frequenzweiche ausgestatteten TR- und R-Versionen von 16 Watt. Die Frequenz wird von zwei steckbaren Oszillatoreinheiten für die Betriebs- und Reservefrequenz festgelegt, zwei weitere Oszillatoreinheiten sind als Reserve zum Ersatz vorgesehen. Die Sendefrequenz beträgt das Neunfache der Quarzfrequenz, die Oszillatorfrequenz (Quarz X991 / Transistor V945) wird in der Modulatorstufe (das NF-Signal steuert die Kapazitätsdiode G327) frequenzmoduliert und durchläuft zwei Frequenzverdreifacherstufen (V912, die dritte Harmonische wird ausgefiltert, V913 , dann wird die neunfache Harmonische ausgefiltert). In der Treiberstufe (V914/V915 und V916/V917) wird auf 5 W verstärkt, nach einem Bandfilter zur Unterdrückung von Nebenwellen in der Endstufe (V926) auf 20 Watt verstärkt.
An Versionen existiert die T- (Terminal-) Version (mit einem Bediengerät für eine Sprechstelle), eine R- (Relais-) Version und eine TR- (Terminal- / Relais-) Version, am Frequenz- und Typenschild auf dem Kühlkörper ist die Version erkenntlich.
Bei der Relais-Station sind Sender und Empfänger gleichzeitig in Betrieb, um mit einer Antenne auszukommen, werden Senderausgang und Empfängereingang mit einer Frequenzweiche entkoppelt. Bei der TR-Station sind Sender und Empfänger wechselweise in Betrieb, um den Betrieb zweier Stationen mit geringer räumlicher Distanz zu ermöglichen, ist auch in diesen Stationen eine Frequenzweiche vorgesehen. Jeweils eine Hälfte der Frequenzweiche ist für die über und die andere für die unter 80 MHz liegende Arbeitsfrequenz vorgesehen und wird auf diese abgestimmt. Je nach Einsatz als TR- oder R-Station müssen Kabel korrekt in die Frequenzweiche eingesteckt werden, zudem muss ein Multipolstecker im Gerät umgesteckt werden, wenn der Stecker N506 im Blindstecker liegt, funktioniert das Gerät als R-Gerät, eingesteckt in den "Umschaltstecker N533 (mit verschiedenen Drahtbrücken, nur im TR-Modell vorhanden) als TR-Station.
Der Empfängerbaustein arbeitet als Superhet-Empfänger mit einer Zwischenfrequenz
von 10,7 MHz, die Empfangsfrequenz ist auf den beiden Oszillatorbausteinen
aufgestempelt, dazu gibt es noch zwei Oszilatorbausteine zum Ersatz. Um die Auswahl
an Quarzen zu reduzieren, erfolgt die Mischung auf Betriebsfrequenzen über 75 MHz
von unten (Empfangsfrequenz = Quarzfrequenz + 10.7 MHz) und bei Betriebsfrequenzen
unter 75 MHz von oben (Empfangsfrequenz = Quarzfrequenz - 10.7 MHz). Nach dem Quarzfilter X981
wird das Signal dem Diskriminator zugeführt und die NF dann verstärkt.
Ein spezielles von BBC gefertigtes Prüfgerät PG-1, welches ähnlich wie ein
normales Bediengerät aufgebaut ist, aber über zusätzliche Messbuchsen verfügt,
wurde zu Abgleich- und Reparaturarbeiten eingesetzt.
Bildmaterial oder Unterlagen zum Vorgänger, dem röhrenbestückten SE-223, fehlen mir weiterhin.
Abgelöst wurde die Pat. durch das VHF-Sprechfunkgerät SE-225 mit automatischer Kanalwahl.
© 16.11.2011 Martin Bösch