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Cannabis
Substanz
Cannabis ist eine Pflanzengattung, die zu den Hanfgewächsen (Cannabaceae) gehört. Verschiedene Teile der drei Hanfarten Cannabis indica, Cannabis ruderalis und Cannabis sativa werden in Form von Haschisch („Dope“, „Shit“) oder Marihuana („Gras“) als Rauschmittel konsumiert.
Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidol (CBD) sind dabei die wichtigsten psychoaktiven Wirkstoffe unter den rund 400 chemischen Substanzen der Hanfpflanze. Cannabis wird in den meisten Fällen geraucht, in selteneren Fällen auch Getränken, z. B. Tee, beigegeben, mit Joghurt gegessen oder in Kekse eingebacken.
Wirkungen und Nebenwirkungen
Wie bei jeder anderen Rauschdroge auch hängt die Wirkung sowohl von der Dosierung als auch von der Qualität der Substanz ab, d. h. von der Wirkstoffkonzentration, Streckmitteln und Zusatzstoffen. Wirkstoffgehalt und Kombination der Cannabinoide variieren je nach Cannabissorte. Manche Sorten wirken eher beruhigend, andere leicht halluzinogen. Der Wirkungseintritt beim Rauchen tritt meist innerhalb weniger Minuten ein, bei oraler Einnahme ist die Wirkung verzögert und tritt aber häufig sehr plötzlich ein und hält länger an. Dabei hängen die psychischen Wirkungen sehr stark von der jeweiligen Grundstimmung der konsumierenden Person sowie von der Situation und Umgebung des Konsums ab.
Als akute körperliche Wirkungen können u. a. ein erhöhter Blutdruck, eine leichte Steigerung der Herzfrequenz, Augenrötung und Übelkeit auftreten. Zu den akuten psychischen Wirkungen gehört eine deutliche Anhebung der Stimmungslage. Neben Entspannung und einem Gefühl der inneren Ruhe zeigen sich auch ein verminderter Antrieb und eine Tendenz zu Passivität, die mit Denkstörungen und einer verminderten Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit verbunden sind. Bei hohen Dosen und Sorten mit wenig CBD können Kreislaufprobleme bis hin zum Kreislaufkollaps, unangenehme Gefühlsintensivierungen, im schlimmsten Fall Paranoia und depressive Verstimmungen auftreten.
THC verschwindet aus der Blutbahn relativ schnell; in den Fettgeweben und in verschiedenen Organen wie Leber, Lunge, Milz und Herzmuskel kommt es dagegen zu einer Ablagerung und Anreicherung der Substanz bzw. ihrer Stoffwechselprodukte.
Langzeitfolgen des Konsums
Die körperlichen Auswirkungen von regelmässigem Konsum sind relativ gering. Da Cannabisrauch in der Regel tiefer inhaliert und länger in der Lunge gehalten wird als Tabakrauch, sind Joints aber schädlicher als Zigaretten. Als wesentlich schwerwiegender als die körperlichen werden die psychischen und sozialen Folgen eingeschätzt, die aber sehr stark von der jeweiligen persönlichen Situation der konsumierenden Person abhängen. Es besteht die Gefahr, dass bei einer längeren Cannabisabhängigkeit psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angsterkrankungen und Persönlichkeitsstörungen entstehen können.
Wirkungen auf das ungeborene Kind
Untersuchungen zu den Auswirkungen mütterlichen Cannabiskonsums auf den Entwicklungsstand (Grösse und Gewicht) der Neugeborenen kamen zu widersprüchlichen Befunden. Aufgrund der bedeutsamen Funktion körpereigener Cannabinoide (Endocannabinoide) für die Gehirnentwicklung des ungeborenen Kindes gilt die Schwangerschaft jedoch als sensible Phase. Schwangeren wird deshalb geraten, auf Cannabis ebenso zu verzichten wie auf Alkohol, Nikotin und andere Drogen.