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Gambia, der kleinste Staat Afrikas – voll Leben und Geschichte
Die Republik Gambia erstreckt sich von Osten nach Westen direkt am Lauf des gleichnamigen Flusses, der im Westen des Landes in den Atlantik mündet.
In den verbleibenden drei Himmelsrichtungen wird Gambia vom Senegal eingegrenzt. Mit knapp 11’300 Quadratkilometern Fläche ist Gambia der kleinste Staat des afrikanischen Kontinents.
Die Historie der Republik Gambia
Die ersten menschlichen Siedlungen auf dem Areal des heutigen Gambias wurden schon vor mehreren Tausend Jahren angelegt. Dies ist auf die Fruchtbarkeit des Flussumlandes zurückzuführen. Hanno der Seefahrer, ein Erbe aus dem Geschlecht der Karthager, lieferte in den Jahren um 470 vor Christus die ersten schriftlichen Zeugnisse über die Siedlungen am Gambia-Fluss.
Etwa zwei Jahrtausende später, im 15. Jahrhundert nach Christus, als das heutige Gambia zum Reich der Mali gehörte, unternahm Infante Dom Henrique de Avis („Heinrich der Seefahrer“), ein Sohn des Königshauses aus Portugal, Entdeckungsfahrten nach Westafrika. Ihm zur Seite standen dabei weitere namhafte Seefahrer und Entdecker dieser Zeit. Die Wirtschaft beider Reiche profitierte von diesen Fahrten und vom sich daraus entwickelnden Handel. Das wichtigste Handelsgut war Gold.
Gambia in der Neuzeit
Im Jahr 1618 wurden britische Händler mit der Befugnis ausgestattet, mit den westafrikanischen Gebieten Handel zu treiben. Auch die Niederlande hatten zu dieser Zeit schon koloniale Pläne mit den Ländern und den Bodenschätzen der heutigen Staaten Gambia, Ghana und Senegal. Im weiteren Verlauf des 17. Jahrhunderts und im 18. Jahrhundert waren es allerdings britische Kräfte, die sich die Vorherrschaft auf diesem Gebiet sichern konnten. Mit dem Pariser Frieden 1763 wurden dementsprechende britisch-französische Konflikte niedergelegt und das Gebiet den Briten zugesprochen.
Im 19. Jahrhundert gab es viele Umbrüche in der Kolonie. Im Jahr 1807 stoppten die britischen Machthaber den Sklavenhandel mit den amerikanischen Kontinenten. Der Güterhandel mit Gambia kam dadurch allerdings nicht zum Erliegen. Die Briten erbauten 1816 einen militärischen Stützpunkt in der heutigen Hauptstadt Banjul. Erst 1888 wurde aus der fremd regierten Kolonie Gambia eine selbstständige Kolonie. Im selben Jahr wurden auch die Grenzen zum Senegal definiert, welches unter französischer Herrschaft stand.
Die junge Geschichte der Republik Gambia
In das Commonwealth wurde Gambia 1965 aufgenommen, damals noch als konstitutionelle Monarchie. Zu einer Republik wurde das Land dann im Jahr 1970. Im Jahr 2013 trat Gambia dann schliesslich aus dem Staatenbund aus. Die Begründung war, dass das Land sich nicht in einer neukolonialen Verbindung befinden wolle. In der Zwischenzeit – in den Jahren von 1981 bis 1989 – befand sich Gambia auch in einem Bund mit dem Senegal. Beide Staaten bildeten in der Zeit die Konföderation Senegambia. Unter diesem Bund wurden Wirtschaft, die Währung und Streitkräfte beider Staaten zusammengelegt.
Tourismus in der Republik Gambia
Der Tourismus in Gambia wartet mit einem abwechslungsreichen Angebot auf. Vor allem für Ferien mit dem Schwerpunkt Entspannung bietet das Land mehrere Sandstrände, um zu sonnen oder im Atlantik zu baden. Auch Entdecker und solche, die es werden wollen, kommen gern für Vogel- und Flussexkursionen in das Land.
Einen Teil der Kultur Gambias erleben Sie, wenn Sie an einem mehrtägigen Trommelkurs teilnehmen und lernen, die Djembé zu spielen. Die mit einem Einzelfell bespannte Bechertrommel ist ein traditionelles Instrument Westafrikas. Natürlich ist der Kurs nur ein Einstieg in die Kunst des Trommelns. Die Überlieferung des Wissens erfolgt hier traditionell mündlich.
Gambias Sehenswürdigkeiten
Vor allem in der Hauptstadt Banjul, die direkt an der Flussmündung liegt, finden Sie viele interessante Sehenswürdigkeiten und Einrichtungen für Aktivitäten. Das National Museum befindet sich im alten Parlamentsgebäude der Stadt, das 2013 als Vorbereitung auf die Nutzung als Museum renoviert wurde. Hier werden die Geschichte der Kolonial- und der Neuzeit sowie herausragende Persönlichkeiten des Landes aus verschiedenen Epochen vorgestellt.
Der Triumphbogen „Arch 22“, der als Wahrzeichen der Stadt Banjul und auch des Landes Gambia selbst gilt, ist eine weitere Sehenswürdigkeit der Hauptstadt. Eingeweiht wurde der Bogen am 22. Juli 1996 – genau zwei Jahre nach dem Militärputsch durch Yahya Jammeh. Der Bogen kann begangen werden. Im Obergeschoss finden Sie ein Café sowie ein kleines Museum. In diesem befindet sich neben landwirtschaftlichen und militärischen Exponaten auch die handschriftliche Rede des Präsidenten, die er 1994 zur Machtergreifung hielt.
Ausserhalb der Hauptstadt
Auch im Landesinneren Gambias finden Sie verschiedene Sehenswürdigkeiten. Hierzu gehört die Insel „Kunta Kinteh Island“, welche bis 2011 „James Island“ hiess. Sie liegt mitten im Gambia-Fluss und wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von den Kolonialherren aus Kurland als Stützpunkt und Niederlassung ausgebaut. Im Jahr 1661 übernahmen die Briten die Insel, welche ihnen als Handelsstützpunkt diente.
Seit 2003 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. Vom einst mächtigen Fort können Sie heute noch die im Inneren der Insel liegenden Mauern besichtigen. Die äusseren Mauern wurden durch den Einfluss der Gezeiten zerstört und weggeschwemmt.
Neben Banjul und Kunte Kinteh Island befinden sich auch weiter östlich einige Ortschaften und Städte, die einen Besuch wert sind. Dazu zählen Juffure mit einem Museum zum Sklavenhandel und Janjanbureh mit den Steinkreisen von Wassu und dem Mungo Park Memorial.
Oberstes Bild: Strandszene mit Eselskarren in Gambia (© Ikiwaner, Wikimedia, CC)