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Elektrische Gurtenbahn (Bern)
|Kürzel||EGB|
|Bahntyp||Standseilbahn|
|Betriebseröffnung||1899-08-12|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1899 eröffnete und von Anfang an mit Drehstrom (ab 1960 Gleichstrom) betriebene EGB war Eigentum einer Aktiengesellschaft. Sie führte in Bern vom Stadtteil Wabern auf das beliebte Ausflugsziel Gurten Kulm, wo sich ein Gartenrestaurant und das stattliche Hotel «Gurten-Kulm» befanden. Einen wichtigen Impuls zum Bau der EGB gab 1894 die Inbetriebnahme der Tramlinie vom Bahnhof nach Wabern durch die Berner Tramways (BT). Deren damaliger Direktor, Wilhelm Berghoff, initiierte die EGB, übertrug dann aber die Konzession an den Winterthurer Unternehmer Fritz Marti. Den Bau der EGB besorgte die Firma Von Roll AG Bern.
Nach einem fulminanten Start mit über 100'000 Reisenden im Jahr 1900 musste die ganzjährig verkehrende EGB bis 1915 einen einigermassen stetigen Passagierrückgang hinnehmen. Dividenden konnte sie nur in vereinzelten Jahren ausschütten. Die durchwegs positiven Betriebsergebnisse reichten aber gut zur Deckung der laufenden Kosten und zur Bildung einer Reserve von immerhin fast 60'000 Franken bis ins Jahr 1920. Ausserdem konnte die EGB ihr Fremdkapital (Anleihen) ab 1910 kontinuierlich abbauen. Die schwebenden Schulden waren 1920 mit 3900 Franken unbedeutend. Der Kriegsbeginn 1914 beeinträchtigte das Transportgeschäft der EGB nur kurz und vergleichsweise mild, zumal der Reiseverkehr ab 1916 stark anzog. 1919 beförderte die EGB mehr Personen als jemals zuvor.
Die Baukosten der zweischienigen EGB lagen mit 341'700 Franken pro Bahnkilometer auf einem unterdurchschnittlichen Niveau. Spezielle Kunstbauten wie Tunnels oder Brücken benötigte sie nicht. Nach ihrem Betriebsstart wurden in die Bahn bis 1920 praktisch keine Investitionen mehr getätigt. Die Rollmaterialkosten berechnete die EGB ab 1911 anders als zuvor, indem die Aufwendungen für das Drahtseil, die Seiltragrollen sowie für die mechanischen und elektrischen Einrichtungen im Gesamtbetrag von fast 70'000 Franken fortan separat ausgewiesen wurden.
1926 erwarb die Stadt Bern die Aktienmehrheit der EGB, deren Unternehmensbezeichnung 1927 in «Gurtenbahn AG» geändert wurde.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.