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«The Snowman» ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Bestseller-Autor Jo Nesbø. Darin ermittelt Harry Hole (Michael Fassbender) das Verschwinden einer jungen Mutter. Vor deren Haus findet er einen Schneemann, der den Schal des Opfers trägt.
Harry kombiniert: Der «Snowman», ein nie gefasster Serienmörder, scheint wieder aktiv zu sein. Um diesen zu fassen, kriegt der Ex-Alkoholiker Harry eine neue Kollegin namens Katrine Bratt (Rebecca Ferguson) zur Seite gestellt.
Das brutalste Zitat
«Es wäre besser, du wärst nicht geboren worden!» Das entgegnet Harry Hole dem Killer, nachdem ihm dieser offenbart hat, warum er die Frauen so kaltblütig ermordet.
Zu diesem Zeitpunkt hat Harry bereits zu viel gesehen. Zum Beispiel das Haupt eines geköpften Opfers, das auf dem Körper eines Schneemanns thront. Oder das Gesicht eines schwer traumatisierten Kindes, das nun ohne seine Mutter aufwachsen muss. So kommt es zu diesem erbarmungslosen Satz.
Der Schauspieler
Harry Hole wird von Michael Fassbender verkörpert, dessen Vorfahren aus Irland und Deutschland stammen. Erste Bekanntheit erlangte der heute in London lebende Schauspieler durch die Fernsehserie «Band of Brothers» (2001), bevor ihm mit Quentin Tarantions «Inglourious Basterds» (2009) der definitive Durchbruch gelang.
Für seine Performance als Sklaventreiber in «12 Years a Slave» wurde er 2014 für einen Oscar nominiert. 2016 folgte für «Jobs» die erste Oscar-Nominierung als Hauptdarsteller. Über Harry Hole sagt der inzwischen 40-jährige Fassbender: «Ich fühle mich ihm sehr verbunden. Er ist so menschlich und absolut kein Actionheld.»
Fakten, die man wissen sollte
Bestseller-Autor Jo Nesbø wollte als Jugendlicher Profifussballer werden. Nachdem er diesen Karrierewunsch wegen eines Kreuzbandrisses begraben hatte, versuchte er sich in rascher Folge als Finanzanalyst, Sänger, Komponist, Makler und Journalist.
Heute ist Nesbø mit über 30 Millionen verkauften Büchern einer der erfolgreichsten Krimi-Autoren der Welt. Neben «The Snowman» wurden bereits mehrere Werke von Nesbø verfilmt. Darunter auch «Headhunters», der bisher kommerziell erfolgreichste Film in der Geschichte des norwegischen Films.
Das Urteil
Regisseur Tomas Alfredson ist international bekannt für sein gefeiertes Vampirdrama «Let the Right One In» und den atmosphärischen Thriller «Tinker Tailor Soldier Spy». Sein neuster Film «The Snowman» kann trotz starker Besetzung nicht mit den genannten Werken mithalten. Das hat mehrere Gründe: Weder J.K. Simmons («Whiplash»), noch Val Kilmer («Heat») oder Chloë Sevigny («Boys Don’t Cry») können in ihren Mini-Parts ihr schauspielerisches Potenzial entfalten.
Bei der radikalen Reduktion des 500 Seiten dicken Romans wurde zudem viel bei der Charakterzeichnung gespart, statt überflüssige Handlungsbögen wegzulassen. Gewisse Taten und Entscheidungen der Akteure sind für den Zuschauer darum psychologisch nur schwer nachzuvollziehen.
Pluspunkte sammelt der Film beim Setting: Als Drehorte hat Alfredson stimmungsvolle Schneelandschaften in Oslo und Bergen ausgewählt. Deren düstere Atmosphäre entspricht dem Geist der Literaturvorlage und passt perfekt zu den Ereignissen der Geschichte. Das macht den nordischen Thriller für Krimiliebhaber sehenswert. Alle anderen wird «The Snowman» aber eher kalt lassen.
Kinostart: 19.10.2017