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Projektübersicht
Bütschwil liegt zwischen den beiden bestehenden Ortsumfahrungen Wattwil (1. Etappe, Inbetriebnahme 1993) und Bazenheid (Inbetriebnahme 2006). Der auf den benachbarten Umfahrungsstrassen flüssig rollende Verkehr zwängt sich durch die Ortskerne von Bütschwil und Dietfurt. Zusätzlich zur grossen Verkehrsbelastung – der durchschnittliche tägliche Verkehr (DTV) wird für das Jahr 2018 auf rund 18’000 Fahrzeuge prognostiziert – befinden sich in Bütschwil zwei Bahnübergänge, die oft zu grösseren Stausituationen führen. Erst die Realisierung der Umfahrung Bütschwil ermöglicht es, die Ortskerne von Bütschwil und Dietfurt zu entlasten.
Die vorliegende Linienführung ist das Ergebnis langjähriger sowie aufwändiger Studien und Abklärungen. Sie nimmt bestmöglich Rücksicht auf Landschaft, Natur, Gewässer und Umwelt. Auf einer Länge von rund 3,8 km wird das Ortszentrum von Bütschwil am östlichen Dorfrand umfahren.
Die neue Strasse wird über die beiden Anschlüsse Engi im Norden und Neudietfurt im Süden mit dem bestehenden Strassennetz verbunden.
Die Umfahrung taucht vor dem Weiler Engi ab und führt vor der bestehenden Abzweigung Richtung Ganterschwil in den knapp 500 m langen Tunnel Engi. Im Bereich des Weilers führt der Tunnel unter der bestehenden Kantonsstrasse hindurch und verläuft im Bereich der Austrasse entlang der oberen Böschungskante des markanten Thurabhanges. Nach der Unterquerung der Austrasse endet der Tunnel. Die geplante Strasse überquert das grössere, nördliche Tobel mit der Brücke Loch. Das südlichere, kleinere Tobel wird aufgefüllt und folgt anschliessend der Böschungskante, ohne diese zu beeinträchtigen. Die folgende Brücke Dorfbach überquert die Unterdorfstrasse sowie den Dorfbach und führt die Umfahrung Richtung Bahnhof bzw. Soorpark. Nach dem südlichen Ende der Brücke Dorfbach taucht die Strasse allmählich in einer Wanne ab und unterquert mit einer Überführung die Plattenstrasse.
Im 480 m langen Tunnel Bahnhof führt die Umfahrung zwischen dem Industriegebiet Soor und der Bahntrasse südwärts an den Fuss der Geländekante im Gebiet Michelau. Ab diesem Punkt bis nach der Thurquerung verläuft die geplante Linienführung im BLN-Gebiet (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung). Entsprechend den Auflagen der ENHK (Eidgenössische Natur-und Heimatschutzkommission) folgt die Strasse möglichst dem Verlauf des Böschungsfusses der markanten Geländestufe, ohne diese zu verändern. Nach dem 140 m langen Tunnel Michelau und der Brücke Thur taucht die Umfahrungsstrasse in den 300 m langen Tunnel Neudietfurt ab. Die Linienführung in diesem Abschnitt ist so gewählt, dass einerseits die Thur mit einer möglichst kurzen und rechtwinklig zur Flussachse liegenden Brücke überquert wird. Andererseits soll eine möglichst grosse Distanz zur unter Schutz stehenden ehemaligen Spinnerei eingehalten werden. Durch den Tunnel Neudietfurt, der unter der bestehenden Kantonsstrasse das Zentrum Neudietfurt unterquert, führt die Strasse zum Ende der Umfahrung Bütschwil bzw. zum Anfang der Umfahrung Wattwil, 1. Etappe.
Beim Bau der Umfahrungsstrasse fallen rund 260’000 m3 Aushubmaterial an, das im Projekt nicht wiederverwendet werden kann. Ein Grossteil dieses Materials kann aber aufbereitet und andersweitig wiederverwendet werden. Damit die Aushubtransporte über die Trasse der zukünftigen Umfahrungsstrasse erfolgen können, muss die neue Strasse von Norden nach Süden gebaut werden.
Das für die Hinterfüllung und Überschüttung der Tunnel verwendete Material wird auf Zwischendeponien im Bereich der Tunnel zwischengelagert.