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Da Dietikon wie Rheinau erst 1803 zum Kanton Zürich kam, verlief hier die Geschichte für die Katholiken anders als im restlichen Kanton. Über Jahrhunderte hinweg teilten sich die Reformierten und die Katholiken die Kirche St. Agatha, was sie bis zur Auflösung des paritätischen Verhältnisses 1925 zu einer der wenigen Simultankirchen im Kanton Zürich machte. Selten für eine katholische Kirche im Kanton Zürich ist auch ihr Standort mitten im Zentrum.
|Patrozinium||St. Agatha|
|Baujahr||1927|
|Architekt||Adolf Gaudy|
|Pfarreigrösse||8'800|
|Politische Gemeinde
||Dietikon|
Geschichte
Bereits im 8. Jahrhundert ist auf Dietiker Boden, im Gebiet Basi, eine kleine Kirche nachgewiesen. Ein Vorgängerbau der heutigen Pfarrkirche St. Agatha wurde 1089 erstmals urkundlich erwähnt und war den Hll. Ulrich und Josef geweiht.
Als das Kloster Wettingen 1529 den reformierten Glauben annahm, wurden auch aus der Kirche St. Agatha, die dem Kloster unterstellt war, die Bilder und Altäre entfernt und eine Kanzel in den Chor gestellt. Nach der Schlacht bei Kappel 1531 setzten die katholischen Orte im Kloster Wettingen die Wiedereinführung des katholischen Glaubens durch, sodass 1532 auch in St. Agatha wieder der Altar aufgestellt wurde. Allerdings wurde durch das Landfriedensgesetz die Kirche beiden Konfessionen zugesprochen. 1803, als die Helvetische Republik aufgelöst wurde, wurde Dietikon, zusammen mit Rheinau, dem Kanton Zürich zugesprochen.
Der Bau der Spanisch-Brötli-Bahn und die danach einsetzende Industrialisierung hatten einen raschen Anstieg der Dietiker Bevölkerung zur Folge. Die alte Simultankirche wurde deshalb sowohl für die katholische als auch für die reformierte Gemeinde zu klein. In den 1910er Jahren wurde deshalb die Beendigung des Simultanverhältnisses angestrebt.
Auf Seiten der Katholiken wurde nun der Neubau von St. Agatha angegangen. Adolf Gaudy erhielt den Auftrag, ein repräsentatives Gotteshaus zu errichten. Der erste Spatenstich erfolgte am 26. Oktober 1925. Innerhalb der neuen Fundamente wurde die alte Kirche noch einige Monate weiter benutzt. Am 11. September 1927 fand die Weihe der neuen durch Bischof Georg Schmid von Grüneck statt.
St. Agatha Dietikon ist die Mutterpfarrei der heutigen Pfarreien von Schlieren, Urdorf und Geroldswil.
Architektur & Kunst
St. Agatha trägt mit ihrem hohen, wuchtigen Turm und dem mächtigen Kirchenschiff ganz wesentlich zum Ortsbild von Dietikon bei. Von ihrem Baustil her ist gilt sie als Beispiel der Reformarchitektur. Dabei überwiegt der Neobarock, insbesondere in den sowohl durch Bauschmuck wie durch Anbauten reich gegliederten Fassaden. Auf der Eingangsseite machen sich aber auch neoklassizistische Züge bemerkbar.
Im Innenraum mit seiner Höhe von 16.50 m herrscht der Geist des Monumentalen vor, im Dekor vorwiegend am Neoklassizismus orientiert, erkennbar bei den Umrahmungen der Altarbilder sowie in der Gestaltung der Decken im Seitenschiff und des Chorbogengürtels. Der Chorbereich ist in einem ungewohnten Grün gehalten, im Gewölbe bereichert durch eine goldene Ornamentik im Stil des Art déco. Die Altargemälde stammen von Martin Feuerstein. Am linken Seitenaltar ist die Muttergottes dargestellt, am rechten der Hl. Josef samt Heiliger Familie und am Hauptaltar wird die Himmelfahrt Christi gezeigt. Die Apostelbilder am Kirchengewölbe wurden von Augustin Müller gefertigt. Der Kreuzweg stammt von Josef Heimgartner und ist die Kopie eines Werks von Gebhard Fugel. Von letzterem stammen auch die Entwürfe zu den Glasgemälden, die F. W. Zettler anfertigte.