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Unter Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) versteht man einen erhöhten Blutzuckerspiegel der Mutter während der Schwangerschaft. In den Industrienationen kommt es bei etwa fünf Prozent aller Schwangerschaften zu einem Schwangerschaftsdiabetes. Er äussert sich etwa ab dem siebten Schwangerschaftsmonat und verschwindet nach der Geburt von selbst.
Schwangerschaftsdiabetes kann sich negativ auf das ungeborene Kind auswirken, da die Symptome nicht auffällig sind und der Diabetes daher möglicherweise nicht oder zu spät therapiert wird. Daher wird bei Schwangeren routinemässig im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge der Blutzucker kontrolliert. Bei erhöhtem Risiko wird der Frauenarzt einen oralen Glukosetoleranztest empfehlen, damit ein Schwangerschaftsdiabetes erkannt und zum Schutz von Mutter und Kind behandelt werden kann.
Zu den möglichen Folgeschäden eines Schwangerschaftsdiabetes gehören
Ein unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes steigert die Sterblichkeitsrate der Kinder nach der Geburt. Die wichtigste Massnahme beim betroffenen Kind ist die Überwachung im Spital, bis sich die Organfunktionen stabilisiert haben.
Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) bezeichnet einen erhöhten Blutzuckerspiegel der Mutter während der Schwangerschaft. Er äussert sich etwa ab dem siebten Schwangerschaftsmonat. Nach der Geburt verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes von selbst. In äusserst seltenen Fällen handelt es sich auch um einen unerkannten Diabetes mellitus.
Ein nicht behandelter Schwangerschaftsdiabetes kann sich negativ auf das ungeborene Kind auswirken, da die Symptome häufig unbemerkt bleiben. Daher erfolgen im Verlauf der Schwangerschaft routinemässige Blutzuckerkontrollen. Bei erhöhtem Risiko wird ein oraler Glukosetoleranztest zum Schutz des Kindes durchgeführt.
In der Schweiz sind jährlich drei bis acht Prozent der Schwangeren von einem Schwangerschaftsdiabetes betroffen.
Ein Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) kann durch den gesteigerten Insulinbedarf oder eine zunehmende Insulinresistenz der werdenden Mutter im Verlauf der Schwangerschaft entstehen.
Während der Schwangerschaft wird vermehrt Glukose freigesetzt, um dem Körper die nötige Energie zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig muss die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) vermehrt Insulin produzieren, um die Glukose den Zellen zuzuführen und so die Konzentration des Zuckers im Blut (Blutzuckerspiegel) zu senken.
Bei einigen schwangeren Frauen kann die Bauchspeicheldrüse diese Mehrarbeit nicht leisten, so dass es zu einem Insulinmangel kommt. In diesem Fall spricht man von einem echten Insulinmangel.
Bei vielen Frauen kann die Bauchspeicheldrüse die Insulinproduktion zwar erhöhen, die Zellen reagieren jedoch nicht auf den Insulinreiz, so dass der Blutzuckerspiegel nicht gesenkt werden kann. Man spricht hier von einem relativen Insulinmangel.
Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko, einen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln:
Ein Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) verursacht meist keine auffälligen Symptome. Daher bieten Frauenärzte ab der 25. Schwangerschaftswoche einen Zuckerbelastungstest an. Der Schwangerschaftsdiabetes äußert sich durch einen zu hohen Blutzuckerspiegel bei der werdenden Mutter.
Auf den Ultraschallaufnahmen im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge kann möglicherweise ein übermässiges Wachstum beziehungsweise zu hohes Gewicht des Fötus festgestellt werden – dies kann möglicherweise ein Zeichen eines Schwangerschaftsdiabetes sein, kann jedoch auch andere Ursachen haben.
Da ein Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) zunächst keine Beschwerden bereitet, kann er schnell übersehen werden. Daher kann der Frauenarzt ab der 24. Schwangerschaftswoche einen so genannten Zuckerbelastungstest (Glukosetoleranztest) durchführen.
Beim Glukosetoleranztest wird der Blutzucker im Blut der Schwangeren bestimmt. Anschliessend nimmt die Schwangere 200 Milliliter Glukoselösung ein. Der Blutzucker wird erneut nach 30 Minuten sowie nach 60 Minuten bestimmt. Bei Verdacht auf einen Schwangerschaftsdiabetes wird der Test mit einer erhöhten Glukosemenge wiederholt.
Wurde ein Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) festgestellt, kann es bereits ausreichen, wenn die werdende Mutter ihre Ernährung in der Schwangerschaft umstellt und sich mehr körperlich betätig, zum Beispiel durch häufige Spaziergänge an der frischen Luft.
Zeigt dies nicht die gewünschte Wirkung, kann bis zum Ende der Schwangerschaft Insulin verabreicht werden. Die Schwangere kann in diesem Fall selber den Blutzuckerwert bestimmen und sich Insulin injizieren.
Das genaue Vorgehen bei einem Schwangerschaftsdiabetes wird mit einem diabetologisch geschulten Arzt besprochen und von diesem überwacht. Je nach Gewicht beziehungsweise Gewichtszunahme der Schwangeren kann es nötig sein, eine gezielte Diät einzuhalten.
In den meisten Fällen beschränkt sich der Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) auf die Schwangerschaft. Selten besteht er über die Geburt hinaus fort. Jedoch ist das Risiko für die Schwangere erhöht, in späteren Jahren einen Diabetes mellitus Typ 2 zu entwickeln.
Bei Verdacht auf einen Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) führt der Arzt im letzten Schwangerschaftsdrittel vermehrt Ultraschalluntersuchungen durch, um ein übermässiges Wachstum des Babys zu erkennen und wenn nötig die Geburt verfrüht einleiten oder einen Kaiserschnitt vornehmen zu können.
Mit der entsprechenden Insulin-Therapie oder mithilfe einer Ernährungsumstellung kann ein Schwangerschaftsdiabetes meist gut behandelt werden. Wird er jedoch nicht oder zu spät erkannt, kann es zu einer Reihe von Komplikationen, besonders für das Baby, kommen.
Beim Neugeborenen können aufgrund eines zu spät oder nicht behandelten Schwangerschaftsdiabetes eine Reihe von Auffälligkeiten auftreten:
Jedes dritte Kind einer Frau mit unbehandeltem Schwangerschaftsdiabetes ist mit 30 Jahren bereits selbst Diabetiker. Bei anderen erhält sich die Neigung zum Übergewicht. Die Rate der Sterblichkeit vor und nach der Geburt ist erhöht.
50 Prozent der Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes entwickeln bei einer erneuten Schwangerschaft wieder einen Gestationsdiabetes. Generell lässt sich sagen: Frauen, die in der Schwangerschaft von einem Diabetes betroffen waren, haben ein höheres Risiko, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken – auch wenn Sie nicht nochmals schwanger werden. Faktoren, die das Risiko erhöhen sind unter anderem: Übergewicht und Diabetes in der Familiengeschichte.
Einem Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) können Sie vorbeugen, indem Sie Risikofaktoren wie Übergewicht und falsche Ernährung bereits bei Kinderwunsch, spätestens aber in der Schwangerschaft vermeiden.
Die richtige Ernährung in der Schwangerschaft senkt das Risiko eines Schwangerschaftsdiabetes!
Allen Schwangeren wird ein Glukose-Screening zwischen der 25. und 28. Schwangerschaftswoche empfohlen.