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Bereits in der Steinzeit gab es kleinteilige Verschmutzungen der Umwelt; beispielsweise durch Feuerstellen oder Müllgruben mit schlecht abbaubaren Abfällen. Mit der neolithischen Revolution kamen Ackerbau und Viehhaltung dazu, was Böden und Gewässer mit Ammoniak belastete. Bis zum industriellen Zeitalter erholte sich die Natur jedoch immer wieder von den zwischenzeitlichen Verschmutzungen; weil die Menschen wieder weiterzogen, die Bevölkerungszahlen fluktuierten oder sich Technologien wandelten. Im 19. Jahrhundert vergrösserten sich die Städte sprunghaft und Industrien gliederten sich an. Der wachsende Druck auf die Umwelt durch industrialisierte Landwirtschaft, Fabrikanlagen und eine wachsende Weltbevölkerung führten zu grossen Verschmutzungen. In den 1960er Jahren waren die Gewässer vielerorts mit giftigen Stoffen und Abwasser belastet, die Luft durch den Rauch der Fabriken verpestet und die Böden ausgelaugt. Nach den frühen Naturschutzbewegungen forderten nun erste Umweltbewegungen einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen. Seit rund 50 Jahren setzen sich Behörden, Nicht-Regierungs-Organisationen und andere Akteure für den Erhalt der natürlichen Umwelt ein. Trotz dieser Bemühungen drohen die immer noch wachsende Bevölkerung und ein verschwenderischer Lebensstil die Lebensgrundlage Natur zu zerstören.
Umweltverschmutzung:
Umweltverschmutzung bezeichnet allgemeine Verschmutzungen der Umwelt, die durch den Menschen verursacht werden. Ausgelöst wird diese hauptsächlich durch Umweltbelastungen, also die Emission von bestimmten stofflichen (feste, flüssige, gasförmige) Rückständen wie Müll und Schadstoffe in die natürliche Umwelt.
Umweltzerstörung:
Als Umweltzerstörungen werden direkte Eingriffe in die Natur bezeichnet. Solche Eingriffe sind beispielsweise das Abholzen von Wäldern, die Fischerei, der Bergbau oder die Desertifikation.
Luftverschmutzung
Die Luftverschmutzung wird vor allem durch die Energiegewinnung, die Industrie und den Verkehr ausgelöst. Durch die Verbrennung von Kohle, Gas und Öl sowie durch den Abrieb von Reifen und Bremsen entstehen Treibhausgase und Feinstaub. Diese tragen wesentlich zum Klimawandel und damit zur Erderwärmung bei. Sogenannte Primärstoffe wie Kohlendioxid werden direkt vom Menschen produziert. Sekundärstoffe hingegen entstehen in der Atmosphäre, wenn Primärstoffe mit anderen Substanzen interagieren; beispielsweise können Stick- und Schwefeloxide aus Verbrennungsvorgängen in der Atmosphäre zu Säuren umgewandelt werden, die als „Saurer Regen“ die Böden versauern.
→ Durch die Förderung von erneuerbaren Energien, Energiesparen und das Verzichten auf das Auto für kurze Strecken können wir dieser Form von Umweltverschmutzung entgegenwirken.
Verunreinigung des Bodens
Unnachhaltige Anbaumethoden der konventionellen Landwirtschaft, fehlerhafter Umgang mit Müll, Nuklearabfällen und Gefahrenstoffen, ineffiziente Bewässerung und der Abbau von Bodenschätzen sind Gründe für die Verschmutzung des Bodens. Durch diese Belastungen leiden die dortigen Ökosysteme und die Bodenqualität und -regeneration nimmt ab. Eine unserer Lebensgrundlagen wird zunehmend zerstört. Giftstoffe wie Ammoniak, Blei und andere Schwermetalle sowie Pestizide verhindern das Wachstum von Pflanzen und vergiften Tiere.
→ Durch das Kaufen von Bioprodukten und das Trennen und Entsorgen von Abfall können wir helfen, Bodenverschmutzungen zu verhindern.
Verschmutzung der Meere
Die Verunreinigung von Meeren kommt meist vom Land her: Müll und Abwässer beeinflussen das Ökosystem negativ. Meerestiere fressen den Müll und verenden daran. Giftige Stoffe im Abwasser oder ausgelaufenes Öl verhindern das Wachstum von Meerespflanzen und wirbeln die Ökosysteme durcheinander. In herumtreibenden „Geister-Netzen“ verenden hilflose Meeresbewohner. Mikroplastik und Pestizide akkumulieren sich in den Nahrungsketten.
→ Durch das korrekte Trennen und Entsorgen von Abfall können wir als Privatpersonen dazu beitragen, dass unsere Meere sauber bleiben.
Süsswasser-/Trinkwasserverschmutzung
Rund 2 Milliarden Menschen auf der Welt haben keinen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser. Das wird durch die Verschmutzung von Süss- bzw. Trinkwasser verstärkt. Dünger und Pflanzenschutzmittel gelangen durch landwirtschaftliche Aktivitäten ungeklärt in den Boden und von dort ins Grundwasser. Die direkte Ableitung von Abwasser in Gewässer und die Verseuchung der Böden mit Schwermetallen und Chemikalien aus Industrie und Bergbau führen ebenfalls zur Verunreinigung von Süss- bzw. Trinkwasser.
→ Durch das Kaufen von Bioprodukten fördern wir eine nachhaltigere Landwirtschaft und verhindern so den Gebrauch von Pestiziden.
Müll
Falsch entsorgter Müll hat verschiedene Auswirkungen und verschmutzt die Umwelt auf unterschiedliche Art und Weise. Er verunreinigt die Luft beim Verbrennen, kontaminiert Böden, Flora und Fauna und verschmutzt Meere, Flüsse und Seen. Neben den gesundheitlichen Auswirkungen auf den Menschen führt das immer wieder zu Todesfällen im Tierreich. Die Menge an Abfall ist in den letzten Jahren massiv angestiegen. Grund dafür ist der momentane Lebensstil von vielen Menschen: Der Konsum ist rapid angestiegen, die Lebensmittel werden aus Haltbarkeits- und Hygienegründen immer mehr verpackt und immer früher weggeschmissen.
→ Durch das Trennen und richtige Entsorgen von Abfall können wir helfen, das Littering möglichst gering zu halten.
Licht-, Lärm- und Strahlenverschmutzung
Es ist umstritten, inwiefern Licht zu den Umweltverschmutzungen zählt. Gemäss einiger Definitionen werden energetische Rückstände wie Strahlen, Lärm oder Licht nicht als solche gewertet. Nichtsdestotrotz hat künstliches Licht einen erheblichen Einfluss auf die belebte Umwelt. Die zunehmende Anzahl an Lichtquellen und ihr dauerhaftes Leuchten (auch in der Nacht) führen zu Beeinträchtigungen in den natürlichen Lebenskreisläufen. Beispielsweise wird der Tag-Nacht-Rhythmus von vielen Lebewesen gestört: Das permanente Licht verhindert die Paarung von nachtaktiven Amphibien, verwirrt Zugvögel auf ihrem Wanderungen und lässt Laubbäume ihre Blätter länger tragen.
Lärm- ist ebenso wie die Lichtverschmutzung noch nicht von allen als Umweltverschmutzung anerkannt. Die schnelllebige Gesellschaft und der zunehmende Verkehr führen zu grösseren Lärmemissionen, was wiederum einen Einfluss auf die natürlichen Lebenskreisläufe ausübt.
Durch den geplanten Ausbau des 5G-Netzes flammte die Diskussion rund um Handystrahlung erneut auf. Ein Teil der Bevölkerung glaubt, dass die Handy- und Funkmasten-Strahlung einen erheblichen Einfluss auf Lebewesen und die Natur haben. Die immer stärker werdende Netzleistung könnte in naher Zukunft ebenfalls Auswirkungen auf die Umwelt haben.
→ Durch Lichterlöschen beim Verlassen von Räumen, Abschalten von Aussenbeleuchtung und dunklen Schaufenstern in der Nacht können wir dieser Form von Umweltverschmutzung etwas entgegensetzen.
Umweltzerstörung als Steigerung
Noch schlimmer als die Verschmutzung ist die Zerstörung der Umwelt. Im Unterschied zur Verschmutzung, die mit einigem Aufwand rückgängig gemacht werden kann, bleibt die Zerstörung langfristig. Das Abholzen von Wäldern, Atomunfälle wie die in Tschernobyl und Fukushima, der Berg- und Tagebau und die Desertifikation führen zu einer unbewohnbaren Umgebung und dem Verlust von Lebensraum.
Damit die nächsten Generationen auf dieser Erde leben können, braucht es die Rücksicht von uns allen. Insbesondere zur Vermeidung von Umweltverschmutzungen können wir durch die im Text erwähnten Massnahmen persönlich beitragen. Der Umweltschutz braucht die Bemühungen von uns allen, nur dann hinterlassen wir eine intakte Lebensgrundlage.
Quellen und weitere Informationen:
Utopia: Umweltverschmutzung – und was wir dagegen tun können
KLexikon: Umweltverschmutzung
Lexikon der Nachhaltigkeit: Umweltverschmutzung
StudySmarter: Umweltbelastung
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