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Als ich die FN vom 25. Januar in die Hand nahm, wurde ich direkt auf der Frontseite darüber informiert, dass die zwei «Jungpolitiker» Olive Haymoz und Jean-Thomas Vacher verbal die Klingen kreuzen. Hier wurde ich stutzig: Olive Haymoz ist eine Frau, also eine Jungpolitikerin, und wird als «Jungpolitiker» bezeichnet? Ich dachte: «Okay, sei nicht so streng», und las weiter.
Als ich bei der Personenbeschreibung der beiden Interviewten ankam, stolperte ich wieder: «Sie ist ledig und hat noch keine Kinder.» Es stellte sich mir die Frage, warum diese Aussage für die Sache relevant sein soll. Also las ich bei der Information über Jean-Thomas Vacher weiter, jedoch suchte ich hier vergeblich eine Information zu seinem Zivilstand oder zu seiner Familienplanung. Jetzt sprangen bei mir alle verfügbaren Klingen auf: Wir schreiben das Jahr 2019, und die FN halten fest, dass Olive Haymoz noch keine Kinder hat. Was hat denn das mit dem Thema des Artikels beziehungsweise des Interviews zu tun? Und wenn dieser Umstand erwähnenswert ist, warum steht dann bei Jean-Thomas Vacher nichts darüber?
In der aktuellen Genderdiskussion ist so eine Bemerkung eine Ohrfeige für engagierte Frauen und Männer, die öffentlich und sachlich über ein Thema diskutieren, für das sie sich einsetzen.
Ich freue mich, in Zukunft in den FN wieder durchwegs zeitgemässe und sachliche Artikel lesen zu können.