Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03464.jsonl.gz/2929

Die Entstehung der Hunderassen:
Wie im Artikel von Celina bereits erläutert, stammen unsere Hunde vom Wolf ab. Doch wie genau verwandelte sich der grosse, mächtige und doch so scheue und zurückhaltende Wolf in einen gelockten, feingliedrigen, schmalen und total verschmusten Pudel? Und wie konnte das Tier mit Wiederrist höhe von locker 55cm in ein Dackel „verwandelt“ werden? Diese Fragen werde ich Euch Heute beantworten.
Vom Wolf zum Hund
Die Domestizierung von Wölfen begann schon früh. Als der Mensch begann Siedlungen zu bauen und sesshaft zu werden, wurden die Urhunde immer mehr aus ihren Revieren verdrängt. Das Jagen wurde immer schwieriger und so nährten sich die ersten Wölfe an die Ansiedlungen han. Der Wolf ist von Grund aus scheu und nicht zutraulich. Aber wie beim Menschen gibt es auch bei Wölfen unterschiedliche Charakter. So trauten sich die tapfereren Wölfe immer mehr an Siedlungen heran und profitierten so von Futteraufnahme durch Abfälle der Menschen. Im Gegenteil zu den ängstlichen Wölfen konnten die furchtlosen Tiere durch diese einfache und sehr bequeme Futterzufuhr Energie für lange Winter viel besser sparen. Eine geringe Fluchtdistanz und Zutraulichkeit waren also die Kriterien für das "Hundewerden"! Die Population Wolf trennte sich in ängstliche und furchtlose Tiere und so entstand der erste "Hund".
Die ersten Hunde lebten zwar noch als Wildtier, integrierten sich doch in das Leben der Menschen. Etwa so wie bei uns Heute die Taube. Die Wolfshunde wurden immer zutraulicher und die Menschen begannen, die Jungtiere zu erziehen und vollständig in die Gesellschaft aufzunehmen. Durch die verschiedenen Einsatzgebiete und Klimaregionen entwickelten sich die Hunderassen. Im Norden wurden nur noch Wolfshunde mit dickem Fell, robustem Wesen und ausgeprägtem Wachinstinkt gepaart, im Süden jedoch benötigte der Hund ein leichtes und lockeres Fell und zum Beispiel einen gute Nase für die Mäusejagt. Das vermischen der verschiedenen Rudel wurde durch die Domestizierung verhindert. Wenn man also immer wieder Hunde mit ausgeprägtem und top ausgebildetem Nasenwerk miteinander verpaart, erhält man am Schluss den optimalen Schnüffler. So ist das mit allen Merkmalen der einzelnen Rassen. Ob Körperbau, Fell, Instinkte oder Angewohnheiten, alles wird an die Jungtiere weitergeerbt und mit den Jahren verstärkt. Heute paaren sich die Populationen Hund und Wolf nicht mehr, ob wohl sie ursprünglich alle von den gleichen Muttertieren abstammten.
Und wo ist der Wolf heute? Der einstiege Löwe unter den europäischen Säugetieren? Nach dem viele Wölfe in Teilen der Welt fast komplett ausgerottet wurden, erholt sich der Bestand in der Zwischenzeit schleichend. Die Tendenz der in freier Wildbahn lebenden Wölfe ist steigend. Zurzeit rechnet man mit ungefähr zwölf bis achtzehn tausend Wölfen in Europa.
Die Hunderassen:
Aktuell zählt der FCI (The Fédération Cynologique Internationale) 390 anerkannte Hunderassen.
Unsere Hunderassen werden in folgende Gruppen unterteilt:
•Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde)
•Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer – Molossoide
•Gruppe 3: Terrier
•Gruppe 4: Dachshunde
•Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
•Gruppe 6: Laufhunde und Schweißhunde
•Gruppe 7: Vorstehhunde
•Gruppe 8: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
•Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde
•Gruppe 10: Windhunde
Gruppe 1: Hüte und Treibhunde
Zu den Hütehunden gehört zum Beispiel der Border Collies oder der Australian Shepherds. Diese Hunde werden bis heute teilweise zum Hüten von Schafen gebraucht. Durch ihren scharfen Verstand und den unglaublichen Gehorsam sind die Hunde fähig, Gruppen von Tieren zu teilen, von einer Weide zu andere zu Führen oder sogar in Stallungen zu treiben.
Auch der Schäfer gehört in diese Gruppe 1. Schäferhunde wie der deutsche Schäferhund wurden als Herdenschutzhund gebraucht.
Der eher robustere Treibhund wird für die gleichen Aufgaben wie die Hütehunde gebrauch. Durch seinen kräftigeren Körperbau wird er jedoch an grossem Vieh wie Kühe eingesetzt. Zu dieser Gruppe gehört zum Beispiel der Australien Cattle Dog.
Gruppe 2: Pinscher, Schnauzer und Molossoide
In diese Gruppe gehören alle Verwandten der Pinscher. Wie zum Beispiel der Affenpinscher. Ebenfalls gehören alle Schnauzer und Molossoid ähnlichen Rassen dazu. Hier zählen wir den Dobermann, den Bernhardiner, Doggen Arten und sämtliche Sennen Hunde dazu.
Gruppe 3: Terrier
Die eher klein bis mittelgrossen Hunderassen der Gruppe 3 sind ursprünglich zur Jagd auf den Dachs oder Fuchs gezüchtet worden. Der Name stammt vom französischen Wort "terre" ab was so viel wie Erde bedeutet. Bis Heute werden den Jack Russell Terrier und Co. ausgeprägter Jagdtrieb und Sturheit nachgesagt.
Gruppe 4: Dachshunde
Wie der Terrier wurde auch der Dackel für die Jagd in Höhlen vom Dachs und Fuchs gezüchtet. Im Gegenteil zur Gruppe 3 sind die Hunde in Gruppe 4 mit einem sehr langem Körper und verhältnismässig kurzen Beinen ausgestattet. Für die langen Körper der Dachshunde empfehle ich ein Norwegergeschirr. So sind die kurzen Hälse optimal geschützt.
Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
In der Gruppe 5 stehen alle Arten von Spitzen und die Urhunde. Als Urhund gelten beispielsweise alle Huskyarten wie der Alaskan Malamute und der Siberian Husky. Aber auch der Lapphund, der Islandhund und der Grönland Hund. Hunde mit dichtem und warmem Fell benötigen eine extra Fellpfelge. Tägliches Bürsten ist somit ein Muss.
Gruppe 6: Laufhunde und Schweißhunde
Laufhunde bezeichnet man die Jagdhunde welche Wild über lange strecken jagen. Zu dieser Gruppe gehören: Bloodhounds, American Foxhounds, Schweizer Laufhund und so weiter.
Die sehr ruhig arbeitenden, mit aussergewöhnlich gutem Geruchssinn ausgestatteten Schweisshunde eignen sich zur Suche von verletztem oder angeschossenem Wildtier. Ein sehr bekannter Lauf- und Schweisshund ist der Beagle!
Gruppe 7: Vorstehhunde
Ein Vorstehhund ist ein Jäger, welche die Begabung hat vor oder mit seiner Beute "vorzustehen". Das heisst komplett zu verharren. Ganz gut beobachten kann man diese Stellung beim Irish Setter, dem Dalmatiner oder bei einem Vizsla.
Gruppe 8: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
Diese Kategorie erklärt sich von selbst. Hunde die gerne apportieren, also das Wild das geschossen wird zurückbringen. Stöberhunde welche selbständig und nach genauem eigenem Plan den Wald nach Wild absuchen und das Wild dann zum Jäger treiben und der Wasserhund welche tatsächlich bei der Jagd von Fischen und im Wasser Unterstützung leisten. Wasserhunde haben meist gekräuseltes Fell. In diese Gruppe 8 gehören: die Retriever, der Cocker Spaniel und der Lagotto Romagnolo.
Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde
Dies sind eigentlich die neuen Hunderassen. Gezüchtet um uns als Mensch hauptsächlich zu begleiten. Die Liste der Hunderassen ist sehr lang. Hier einige bekannte Arten: Pudel, kleine Dogen, Pekinesen und haarlose Hunde im Allgemeinen.
Gruppe 10: Windhunde
Die Windhunde sind die Sprinter unter den Hunderassen. Sehen sie ihre Beute, jagen sie dieser in einer unglaublichen Geschwindigkeit hinterher! Der Windhund ist nach dem Gepard das schnellste Landtier der Erde!
Mein Tipp: Die Rasseneinteilung kann beim Kauf von einem neuen Hund eine grosse Hilfe sein. Egal, ob du einen ruhigen Familienhund oder einen aktiven Sporthund möchtest , informiere dich gut, für was die jeweiligen Rassen ursprünglich gezüchtet worden sind, in welche FCI Kategorie sie gehört und mit welchen Aktivitäten Du deinen zukünftigen Liebling glücklich machen wirst!