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Eine Langzeitstudie der Universität Bordeaux untersuchte die geistige Fitness von Schwerhörigen mit und ohne Hörgeräte und verglich diese mit Normalhörenden des gleichen Alters.
Eindeutiges Ergebnis: Hörgeräte helfen, die geistige Leistungsfähigkeit zu bewahren und einer Demenz vorzubeugen.
In der PAQUID-Kohortenstudie (oder Paquid-Studie) der Universität Bordeaux wurde eine Gruppe von insgesamt 3.777 Personen im Alter von 65 Jahren oder älter über einen Zeitraum von 25 Jahren (1988 bis heute) untersucht. Eines der wichtigsten Studienziele war, mögliche Ursachen von Demenz und der Alzheimer-Krankheit identifizieren zu können. Der Einfluss von Umwelt-, Verhaltens- und sozialen Rahmenbedingungen auf den altersbedingten medizinischen Status wurde soweit wie möglich ausgeschlossen.
Die Wissenschaftler haben Probanden mit und ohne Hörverlust begleitet und untersucht, welchen Verlauf der Rückgang der geistigen Leistungen bei älteren hörgeschädigten Menschen mit oder ohne Hörgeräten nimmt.
Dabei wurden zwei Zusammenhänge deutlich:
- Gut Hörende und Schwerhörige mit Hörgeräten haben die gleiche altersgemässe Leistungsfähigkeit. Schwerhörige ohne Hörgerät hingegen, leiden unter einem deutlich schnelleren Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit.
- Je ausgeprägter die Schwerhörigkeit, desto höher das Demenzrisiko.
- Leichter Hörverlust = Risiko 2x so hoch,
- Mittlerer Hörverlust = Risiko 3x so hoch
- Starker Hörverlust = Risiko 5x so hoch
Eindeutiges Ergebnis
Zusammengefasst lässt sich festestellen, dass Teilnehmer mit Hörverlust, welche keine Hörgeräte trugen, schneller geistig abbauten. Hörgeräte-Träger hingegen hatten die gleiche geistige Fitness wie Gleichaltrige mit gesundem Gehör.
Die Ursache dafür liegt in der besseren Stimulation des Gehirns. Dies betrifft aber nicht nur das Hörzentrum, sondern auch viele andere Bereiche des Gehirns, da man als Guthörender besser und häufiger an sozialen Aktivitäten teilnimmt. Lesen Sie dazu auch diesen Blog-Beitrag.
Fazit: Wer schlecht hört und keine Hörgeräte trägt, baut geistig schneller ab. Hörgeräte können somit entscheidend dazu beitragen, länger geistig gesund zu bleiben und einer Demenz vorzubeugen.
Kleine Randnoitz: auch heiraten hilft. Unverheiratete haben ein fast zweifach erhöhtes Demenz-Risiko und ein fast dreifach erhöhtes Alzheimer-Risiko im Vergleich zu verheirateten Personen, wie die Autoren der Studie festgestellt haben. Aber auch Ernährung, Bewegung und soziale Aktivitäten senken das Risiko.