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The Yes Men ist eine Aktivistengruppe deren Tätigkeit auch als Kommunikationshacking bezeichnet werden kann. Den Aktivisten sind schon einige aufsehenerregende Aktionen gelungen. Durch eine gefälschte Website der Welthandelsorganisation (WTO) auf der Domain gatt.org, welche von The Yes Men 1999 zur Benutzung gesichert wurde, erhielten sie zwischen 2000 und 2002 mehrere Einladungen zu Konferenzen. Auf den Konferenzen versuchten The Yes Men mit übertriebenen Forderungen aufzufallen. Unter anderem sollte der freie Markt einer Demokratie das Handeln mit Wählerstimmen über Webseiten wie “Voteauction.com” ermöglichen. Auf diese übertriebenen Vorschläge erhielten die Yes Men jedoch meistens keine kritische Reaktionen von den Konferenzteilnehmern – im Gegenteil zeigten sich einige Wirtschaftsvertreter sogar sehr interessiert. Selbst als der vermeintliche Vertreter Hitlers Wirtschaftspolitik lobte, blieben Reaktionen aus.
Eine andere spektakuläre Aktion gelang den Yes Men 2004 als sich Jacque Servin als Sprecher von Dow Chemical bei BBC World ausgab und in einem Interview verkündete, dass Dow Chemical die volle Verantwortung für die Chemiekatastrophe in Bopal übernehmen werde (hier Orginalwebsite von Dow Chemical und hier die Fakesite). Auf Grund dieser Verlautbarung sank der Wert der Dow Aktie an den Aktienbörsen über 2 Milliarden US-Dollar innerhalb 23 Minuten (von 38,3 auf 37,4 US-Dollar pro Aktie).
Am 9. Mai 2006 präsentierte The Yes Men an der Catastrophic Loss Conference von LexisNexis im Namen von Halliburton den SurvivaBall – den ersten Schutzanzug gegen die bevorstehende globale Klimakatastrophe (siehe Bild rechts). Die ganze Sache hatte nur einen Haken: Halliburton wusste davon nichts (hier die Orginalwebsite von Halliburton und hier die Fakesite). Präsentiert wurde dieser Schutzanzug von Fred S. Wolf (Halliburton Co.) bei dem es sich jedoch um Servin handelte.
Im Sommer 2007 gaben sich The Yes Men an der GO-Expo als Vertreter des National Petroleum Council (NPC) bzw. der Exxon aus und präsentierten in einem Vortrag vor 300 Vertreter der Ölindustrie ihr neues Produkt Vivoleum. Bei Vivoleum soll es sich um Öl handeln, das aus den Opfern der Klimakatastrophe gewonnen werden soll. Quasi als Muster verteilten sie im Publikum Kerzen, welche angeblich aus dem toten Exxon-Angestellten Reggie Watts (von Beruf Hausmeister) hergestellt wurden – natürlich war alles nur erfunden. Über diese Aktion haben wir hier detailliert berichtet.
2009 veröffentlichten The Yes Men den Dokumentarfilm “The Yes Men Fix The World” in dem sie ihre Aktionen Revue passieren liessen. Als The Yes Men am 19. Oktober 2009 bei einer gefakten Pressekonferenz bekannt gaben, dass die US-Handelskammer ihre ablehnende Haltung gegen die im US-Kongress diskutierte US-Klimagesetzgebung aufgeben wolle, wurden sie von der US-Handelskammer verklagt. Die Story zu dieser Pressekonferenz wurde dem Dokumentarfilm als Einleitung hinzugefügt und da die US-Handelskammer in ihrer Klage verlangte, dass alle Kopien des Vorfilms eingesammelt und zerstört werden müsste, entschieden sich die Yes Men den gesamten Dokumentarfilm inkl. Vorfilm unter der Creative Commons Licence frei zu geben und via P2P im Internet verfügbar zu machen. Ich habe den Dokumentarfilm bereits 2009 auf Arte gesehen und kann ihn wärmstens empfehlen.