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Stuart Hall stellt heraus, dass eine Unterscheidung zwischen Typisierung und Stereotypisierung gemacht werden muss. Im Fall der Typisierung werden Muster gebildet und angewendet, mit deren Hilfe Realität erfasst bzw. Situationen/Personen wahrgenommen werden. Stereotypisierung wird von Hall als ein Signifizierungsprozess – also ein Akt der Bezeichnung – verstanden, welcher Subjekte oder Identitätsgemeinschaften dabei reduziert, essentialisiert, naturalisiert und Differenz fixiert (1). Aus der Vielfältigkeit, Unterschiedlichkeit und Veränderbarkeit, welche Individuen ausmacht, werden einzelne Merkmale herausgegriffen, übertrieben und vereinfacht. Das ausschliessliche und wiederholte Zeigen dieser Merkmale hat den Effekt, dass diese Zuschreibungen sich als charakteristisch, natürlich und unveränderlich für die benannte Gruppe im Ganzen festsetzen. Als weiteres Merkmal von Stereotypisierung führt Hall (2) die Praxis der Schliessung und des Ausschlusses (vgl. Hall 2004: 145) an, wobei Grenzen symbolisch festgeschrieben werden und ausgeschlossen wird, was nicht dazugehört. Stereotype Signifikation trifft somit gezielt Individuen, die von einer durchzusetzenden Norm abweichen und, als ‚anders‘ klassifiziert, ausgeschlossen bzw. marginalisiert werden sollen. Hall diskutiert Stereotypisierung am Beispiel eines rassisierenden Repräsentationsregimes, welches rassische Differenz zu fixieren sucht und wobei eine Strategie die stereotype Darstellung von Schwarzen in Filmen bspw. als ‚Edle Wilde‘ ist (vgl. ebd. 131). Als drittes Merkmal identifiziert Hall in Bezug auf Stereotypisierung (3) eine zugrundeliegende ungleiche Machtverteilung. Dieses einseitige Zu-sehen-Geben, welches oft mit der Produktion polarisierender Gegensätze – wie bspw. Inländer_in/Ausländer_in, Orient/Okzident – arbeitet, stabilisiert hegemoniale Verhältnisse, indem es bestimmte Darstellungen des ‚Geanderten‘ in Umlauf bringt und durch das wiederholte Zeigen eine Ordnung der Sichtbarkeit schafft.