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Raumprogramm — Churerstrasse 77
Wie die Steuerpolitik die Stadtentwicklung beeinflusst und Briefkastenfirmen sichtbar werden.
Pfäffikons Steuerpolitik löste in den letzten Jahren einen Bauboom aus, der die Gemeinde stark verändert hat.
Die stetige Ökonomisierung bewirkte einen raschen gesellschaftlichen Wandel – Pfäffikon plant nach den Bedürfnissen der Mittel- und Oberschicht, den Nutzniessern der Steuerpolitik. Dieser Wandel ist im öffentlichen Raum sichtbar und schreitet weiter voran; eine starke Urbanisierung im Dorf ist zu beobachten. Ein Sinnbild für diesen Wandel sind für mich Briefkastenfirmen. Sie sind virtuelle Konstrukte, die vor Ort nicht wirklich existieren.
Ausgangspunkt meines Projektes ist die Frage, wie es wäre, wenn die Briefkastenfirmen vor Ort existierten. Durch zwei Eingriffe mit einfachen Mitteln aus der Praxis wird dieses Szenario aufgezeigt: Einerseits mittels Briefkästen, andererseits durch ein Baugespann. Das Baugespann zeigt auf, wie gross das Gebäude sein müsste, wenn alle Briefkastenfirmen vor Ort wären. Dazu erhält jede Firma ihren eigenen Briefkasten.
Das Baugespann dient der Ankündigung von geplanten Bauten und der Veranschaulichung des Gebäudevolumens in der Umgebung. Diese Methode wurde aufgenommen um zu zeigen, wie gross das Gebäude aufgrund aller eingetragenen Firmen sowie geschätzten Mitarbeiterzahlen sein müsste.
Wie in der Architektur üblich wurden mit dem Raumprogramm die benötigten Flächen und Büros festgelegt. Die Bauprofile zeigen das fehlende Gebäudevolumen auf.
Die zwei Eingriffe zeigen im Raum die mögliche Existenz der Briefkastenfirmen auf und machen diese fassbar. Das Ortsbild wird zeichnerisch mit den virtuellen Firmen ergänzt.