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<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Was unternimmt er, um die Mobilität unserer Berufsleute auch im Ausland zu fördern und eine äquivalente Validierung der Bildungsleistungen sicherzustellen?</p><p>2. Der Kopenhagener Prozess ist eine arbeitsmarktorientierte Strategie, welche die Positionierung der Berufsbildung im europäischen Raum anstrebt. Wo stehen wir hier?</p><p>3. Besteht der nationale Qualifikationsrahmen bereits?</p><p>4. Arbeiten wir mit den anderen dual ausbildenden Ländern wie z. B. Deutschland oder Österreich zusammen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat hat am 30. Juni 2010 die internationale Strategie der Schweiz im Bereich Bildung, Forschung und Innovation (http://www.sbf.admin.ch/bfi-international.pdf) verabschiedet. Darin legt er als Ziele die Verbesserung der Mobilität der Berufsleute sowie die internationale Anerkennung der schweizerischen (Berufs-)Bildungsabschlüsse fest. Verschiedene Instrumente und Aktivitäten dienen der Erreichung dieser Ziele: So hat der Bundesrat mit der Europäischen Union (EU) ein bilaterales Abkommen abgeschlossen, das eine Vollteilnahme der Schweiz am Europäischen Programm für lebenslanges Lernen per 1. Januar 2011 ermöglicht. Dank diesem Förderprogramm erhalten u. a. Schweizer Lernende und Berufsleute die Möglichkeit, im Ausland Berufserfahrungen zu sammeln. Zudem beteiligt sich die Schweiz aktiv am Kopenhagener Prozess, welcher der Vergleichbarkeit von Abschlüssen und Qualifikationen in der Berufsbildung dient und dadurch die Mobilität der Berufsleute fördert. Die Schweiz setzt sich ausserdem in internationalen Gremien (wie z. B. der OECD) für eine sachgerechte Positionierung des schweizerischen Berufsbildungssystems ein.</p><p>2. Die Empfehlungen zum Kopenhagener Prozess zielen auf die Erhöhung der Transparenz, Vergleichbarkeit und Anerkennung der Berufsbildungsabschlüsse im In- und Ausland.</p><p>Die Ziele des Kopenhagener Prozesses werden mithilfe verschiedener Instrumente umgesetzt, wobei der Europäische Qualifikationsrahmen (EQF) das Kerninstrument bildet. Der EQF ermöglicht zusammen mit den entsprechenden nationalen Qualifikationsrahmen (NQF) eine Übersetzung der nationalen Berufsbildungsabschlüsse in ein internationales Umfeld. Dies fördert das Verständnis dieser Qualifikationen und steigert die Mobilität der Arbeitnehmenden.</p><p>Derzeit entwickeln sämtliche Mitgliedstaaten der EU und einige Drittländer eigene NQF, welche die jeweiligen Bildungssysteme abbilden und eine Zuordnung der nationalen Bildungsabschlüsse auf verschiedene Niveaus ermöglichen. In der Schweiz verfolgt das zuständige Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) die Arbeiten im Rahmen des Kopenhagen-Prozesses.</p><p>3. Das BBT hat einen ersten Entwurf eines Schweizer NQF (NQF-CH) erarbeitet mit dem Ziel, darin das Berufsbildungssystem der Schweiz sachgerecht abzubilden. Dabei wird besonders beachtet, dass die Praxiserfahrung, welche für die duale Berufsbildung zentral ist, den ihr zukommenden Stellenwert erhält. Erfahrungen aus anderen Ländern wurden dabei berücksichtigt. Parallel zur Entwicklung des NQF-CH wird geklärt, wo bzw. wie dieses Instrument im Bundesrecht verankert werden kann. Die Organisationen der Arbeitswelt werden in den nächsten Monaten in die Arbeiten einbezogen werden. Ziel ist es, dass im nächsten Jahr die ersten Zuordnungen von Berufsabschlüssen erprobt werden können.</p><p>4. Die Schweiz arbeitet mit Ländern mit dualem Berufsbildungssystem zusammen, namentlich mit Deutschland, Österreich, Dänemark und Luxemburg. Ziel dieser Kooperation ist die Stärkung der internationalen Positionierung des dualen Berufsbildungssystems. Dazu finden regelmässig Arbeitstreffen sowohl auf Entscheidungsträger- als auch auf Expertenebene statt.</p>  Antwort des Bundesrates.