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Tesla Incorporated wurde am 1. Juli 2003 als Tesla Motor Inc. gegründet, was das Unternehmen bereits 20 Jahre alt macht. Der Name des Unternehmens ist ein Tribut an den Physiker Nikola Tesla. Die ursprünglichen Gründer der Firma waren Marc Tarpenning und Martin Eberhard. Der dritte Mitarbeiter des Unternehmens war Ian Wright, der das Unternehmen nicht gegründet hat, sondern nur wenige Monate nach der Gründung bei Tesla Motors anfing.
Zu den Zielen des Unternehmens gehörte von Anfang an, ein Unternehmen zu schaffen, das sowohl als Auto- als auch als Technologieunternehmen fungierte. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Autos und Technologie sehr getrennte Einheiten ohne einen Grossteil der Annehmlichkeiten, die wir heute als selbstverständlich ansehen.
Die Anfänge
Die Haupttechnologie, die Tesla schon zu Beginn von der Allgemeinheit trennen sollte, war ihr neu gestalteter Elektromotor, die elektrische Batterie natürlich und die allgemeine Computersoftware, die verwendet werden würde. Dies waren jedoch eher kurzfristige Ziele, die langfristige Unternehmensvision war nichts anderes, als erschwingliche Elektroautos für alle zu schaffen. Tesla Motors sollte ähnlich agieren wie Ford Motors, das zu Beginn des Automobilbooms einer grösseren Anzahl von Menschen Zugang zu preiswerten Autos bot.
Die Reise der ambitionierten Autobauer begann mit dem Tesla Roadster, aber anstatt ein erschwingliches Design anzustreben, konzentrierte sich das Unternehmen zunächst auf die Entwicklung eines elektrischen Sportwagens. Sie wussten, dass die erste Iteration eines Elektroautos nicht billig sein würde, also mussten sie Käufer mit feinerem Geschmack ins Visier nehmen. Menschen mit mehr Geld waren auch eher bereit, neue Dinge auszuprobieren und in das (zum damaligen Zeitpunkt) «Experiment Elektroauto» einzutauchen. Es war auch wahrscheinlich, dass ein elektrischer Sportwagen mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde als ein normales Elektroauto, da einige von diesen bereits gebaut worden und dabei gescheitert waren.
Elon Musk steigt ein
Wenn man über die Geschichte von Tesla spricht, ist es unmöglich, Elon Musk zu vergessen. Er ist heute Geschäftsführer, Pressesprecher, Produktentwickler, Grossinvestor und Gesicht des Unternehmens. Das war jedoch nicht immer so. Anstatt früh eine hohe Position im Unternehmen einzunehmen, agierte er einfach hinter den Kulissen als Investor. Er investierte erstmals im Februar 2004 und stieg mit einer Investition von 6,5 Millionen Dollar in das Unternehmen ein. Dies war nur die erste Serie von Investitionen, die er in das Unternehmen tätigte, denn nur zwei Jahre später investierte er weitere 13 Millionen Dollar und kurz darauf kam eine weitere Investition von 60 Millionen Dollar.
Es war sicher, dass Elon Musk auch ein grosser Fan davon war, erschwingliche Elektroautos für die ganze Welt zu schaffen und dieses Ziel mit den ursprünglichen Gründern teilte. Er verliess sich auf seine geduldige Philosophie, da er von seinen früheren Unternehmen wie Paypal und SpaceX wusste, dass der Erfolg nicht über Nacht kommt. Blickt man heute auf die Tesla-Geschichte zurück, hat sich diese Herangehensweise sicherlich ausgezahlt.
Was spezifische Veränderungen angeht, so hat Elon Musk mit seinem Eintritt in die Tesla-Geschichte und die Übernahme der Leitung im Oktober 2008 den Grundstein für den Erfolg gelegt. Es war im selben Jahr, als der erste Tesla Roadster in Produktion ging, was die neue Dynamik zeigt, die er in das Unternehmen brachte. Auch bei der Finanzierung brachte Musk grosse Veränderungen für den Autohersteller mit sich.
Anstatt mehr Geld von privaten Investoren zu sammeln, beantragte er eine Finanzierung durch das Energieministerium der Vereinigten Staaten, da sich das Unternehmen auf erneuerbare Energieprodukte konzentrierte. Ein wichtiger Meilenstein in der Tesla-Geschichte, denn: Auf diese Weise erhielt Tesla Kredite in Höhe von 465 Millionen Dollar, die später noch mit Zinsen zurückgezahlt werden mussten (was auch geschah).
Musk half zudem beim Kauf der ersten Tesla-Produktionsfabrik in Fremont, Kalifornien, im Mai 2010.
Wachsende Modellplatte
2010 ging der Autobauer an die Börse und sackte dabei 226 Millionen Dollar ein. Im gleichen Jahr entstand eine Partnerschaft mit Toyota, woraus schlussendlich die Elektroversion des RAV4 entstand.
Zwei Jahre später lancierten die Amerikaner ihre erste Limousine. Mit einer Reichweite von über 500 Kilometern überflügelte das Model S jedes andere Elektroauto. In der Fachpresse kriegte das Auto viele Lorbeeren. Von den Dimensionen her ist die Limousine vergleichbar mit Fahrzeugen wie der S-Klasse von Mercedes oder dem A8 von Audi.
Punkto Verarbeitung und Materialauswahl kann die E-Limousine nicht mit den Luxus-Schlitten gestandener Hersteller mithalten. Dafür ist auch der Preis tiefer. Auch wenn das Model S nicht wie ein Sportwagen aussieht. Die technischen Daten lassen die Herzen von Sportwagenfans höher klopfen. Das aktuelle Topmodell rennt von 0 auf Tempo 100 in 2,7 Sekunden.
Veganes E-Auto
2015 führten die Kalifornier das Model X ein. Tesla bezeichnet das Auto als SUV, doch geländegängig ist das Dickschiff kaum. Auffällig sind die Flügeltüren und die Coupé-ähnliche Bauform. Das Model X war der erste Tesla, der in einer veganen Variante erhältlich war. Trotz seiner Dimensionen ist der grosse Tesla sportlich. In der Top-Variante schafft das Model X den Prestigesprint auf Tempo 100 in 3,1 Sekunden. Die Reichweite liegt bei bis zu 565 Kilometern.
Finanziell gab es im dritten Quartal 2016 einen Lichtblick. Nach 13 Quartalsverlusten in Folge wies der Konzern einen Gewinn von 22 Millionen Dollar aus. Aufwärts ging es auch an der Börse: Immer mehr Aktionäre glaubten an den E-Autobauer, der Kurs zog an. Im September 2017 überholte Tesla den US-Giganten GM beim Börsenwert.
2017 macht das US-Unternehmen über 11 Milliarden Umsatz, allerdings schrieb der Konzern weiterhin rote Zahlen. Im Jahr darauf verdoppelte sich der Umsatz fast, während sich der Verlust halbierte. Tesla schrieb im dritten und vierten Quartal gar Gewinn.
Als der Autobauer seinen Hoffnungsträger, das Model 3, im Frühjahr 2016 präsentierte, war das Interesse immens. Innert einer Woche hatte das Auto 325 000 Vorbestellungen, was einem Auftragswert von 14 Milliarden Dollar entsprach. Die Produktion begann 2017, konnte aber erst Mitte 2018 voll anlaufen. Von den Dimensionen her ist das Model 3 mit einer C-Klasse von Mercedes vergleichbar.
Den versprochenen Einstiegspreis von 35 000 Dollar konnte Tesla fast zwei Jahre nach Produktionsstart erreichen. Um die Produktion zu vergünstigen, hat Tesla 2019 sieben Prozent der Belegschaft gekündigt. Das schien sich auszuzahlen: 2020 verkaufte Tesla eine halbe Million Elektroautos.
Der Tesla Cybertruck
Im November 2019 stellte Tesla ausserdem seinen Pick-up-Truck namens Cybertruck vor. Gegen eine Anzahlung von 100 Dollar können Kunden das Auto in den USA und zunächst auch Europa vorbestellen.
Im Oktober 2020 wurde jedoch klar, dass der Pick-up ausschliesslich im nordamerikanischen Markt verfügbar sein wird. Grund: Die spezielle Form des Wagens wird dem in Europa vorausgesetzten Insassen- und Fussgängerschutz nicht gerecht. Der Gesamtpreis beläuft sich je nach Ausführung und Ausstattung auf zwischen 40 000 und 70 000 Dollar. Das Fahrzeugdesign sticht besonders ins Auge.
Ein weiterer wichtiger Meilenstein der Tesla-Geschichte sind die Supercharger. Damit die neuartigen Autos auch alltäglich und problemlos genutzt werden können, begann Tesla 2012 mit der Entwicklung seiner Supercharger-Stationen, um eine eigene Infrastruktur zum Laden der E-Autos aufzubauen.
Pionierarbeit
Vor dem Aufkommen von Tesla galt das Elektroauto beinahe als tot. Gestandene Autobauer zeigten wenig Interesse, Stromer herzustellen und die Technologie weiterzuentwickeln. Das hat sich grundlegend geändert.
Mittlerweile haben viele Autohersteller ein Elektroauto am Start oder zumindest in Planung. Dominiert wird der Markt noch von Tesla, doch gerade chinesische Firmen wachsen extrem schnell. Primär aber auf dem Heimmarkt.
Quellenhinweis:
Insidetesla.de (Moritz Kopp) / www.nau.ch
Bild:
Tesla Model X