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Es ist die Unvollendete schlechthin im Fussball. Lionel Messi und seine Beziehung zur argentinischen Nationalmannschaft. Mit seinem Klub FC Barcelona hat der bald 32-Jährige alles abgeräumt. Meisterschaft (10 Mal), Champions League (4 Mal), Cup (6 Mal) und Klub-WM (3 Mal). Er war Weltfussballer (5 Mal) und Europas Torschützenkönig (6 Mal). Doch einen Titel mit dem Nationalteam hat Messi noch nie gewonnen. Zwischen 2014 und 2016 verlor er drei Mal in Folge einen WM- oder Copa-America-Final.
Nach der Niederlage im Penaltyschiessen gegen Chile im Final der Copa America vor drei Jahren hatte Messi gesagt: «Es tut mir mehr weh als jedem anderen, dass ich nicht imstande bin, mit Argentinien einen Titel zu gewinnen.» Kurz darauf gab er den Rücktritt aus dem Nationalteam bekannt. Natürlich lief Messi dann nur zwei Monate später gleichwohl wieder auf für Argentinien, doch zur Liebesbeziehung wurde es auch im zweiten Akt nicht. An der WM im letzten Sommer präsentierten sich Mannschaft und Messi schwach und scheiterten früh.
Nun bekommt Messi an der Copa America 2019 eine der letzten Chancen, mit Argentinien doch noch einen Titel zu holen. Die Argentinier, die letztmals vor 26 Jahren – bei der Copa America 1993 – ein bedeutendes Turnier gewonnen haben, gehören wie stets zu den Top-Favoriten. Bei vier der letzten fünf Austragungen stand Argentinien im Final – und verlor immer. Nicht auszudenken, wie sich Messi fühlen würde, ginge es auch in Brasilien schief. Ob er dann wieder den Rücktritt erklärt? Vielleicht nicht, denn bereits in einem Jahr findet die nächste Copa America statt. Und da hat Argentinien Heimrecht.
Erster Anwärter auf den Titel 2019 ist Gastgeber Brasilien. Nicht nur Messi, auch die Brasilianer haben in Sachen Nationalteam etwas gutzumachen. Noch ist die Schmach des 1:7-Debakels gegen Deutschland im Halbfinal der Heim-WM von 2014 nicht vergessen, zumal die «Seleção» bei der letzten WM schon im Viertelfinal ausschied. Auch ohne den verletzten Neymar ist Brasilien genug gut aufgestellt, um im eigenen Land zu triumphieren. In dieser Saison hat Brasilien neun von zehn Spielen gewonnen, darunter auch die Duelle gegen die Hauptrivalen an der Copa America, Argentinien und Uruguay.
Beim Turnier, das erstmals seit 30 Jahren wieder in Brasilien stattfindet, nehmen wie immer seit 1993 auch Gastmannschaften ausserhalb von Südamerika teil. Diesmal erhielten Japan und Katar eine Einladung. Die beiden Teams qualifizierten sich im letzten Winter für den Final der Asien-Meisterschaft. Dass sie nun bei der Copa America dabei sind, stand allerdings schon seit längerem fest.
Für Katar ist es eine weitere Etappe auf dem Weg der Annäherung ans gehobene Mittelmass, der bis zur Heim-WM 2022 abgeschlossen sein soll. Die Mannschaft des Spaniers Felix Sanchez hielt sich in den letzten Monaten durchaus beachtlich. Im November gab es den Sieg im Testspiel gegen die Schweiz, im Februar den Titel bei der Asien-Meisterschaft, und vor wenigen Tagen hielt Katar auch in einem Spiel gegen das in Bestbesetzung angetretene Brasilien ganz gut mit.
(SDA)