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In Ascona fand Moeschinger ab Januar 1956 eine klimatisch, kulturell und menschlich ganz neue Umgebung vor. Das Hotel Tamaro, das ihm der Komponist Wladimir Vogel empfohlen hatte, wurde ihm dank des Hoteliers und Kunstfreundes Dr.Paul Witzig und dessen Frau Clara für viele Jahre zu einer Heimat. Bald ergaben sich interessante Begegnungen und neue Bekanntschaften, vor allem mit Künstlern.
Ascona
Auch in seinem Schaffen zeichnete sich ein neuer Aufbruch ab. Wohl wissend um den Anachronismus seines Vorhabens, übernahm er - auf ganz persönliche Weise - die Dodekaphonie als Gestaltungsmittel für seine Werke, eine Entwicklung, die sich bereits in Saas Fee angedeutet hatte. Er schuf nun vorwiegend Kompositionen für grosses Orchester, zumeist als Auftragswerke, Kammermusik für verschiedenste Besetzungen.
Moeschinger übernahm von Paul Sacher den Auftrag, neue Kompositionen von meist jüngeren, noch wenig bekannten Autoren zu beurteilen. Diese Arbeit kostete viel Zeit und geistige Kraft, aber sie interessierte ihn und bedeutete ihm Anregung und Bereicherung.
Auf andere Weise anregend wirkten häufige Reisen und kurze Aufenthalte im benachbarten Oberitalien; sie bedeuteten auch Linderung für Moeschingers fortwährende körperliche Beschwerden.
1970 änderten sich die Verhältnisse im Tamaro, und Moeschinger musste eine neue Unterkunft suchen. Durch mehrere Wohnungswechsel in den folgenden Jahren wurde Moeschingers Leben mühevoller; auch seine geschwächte Sehkraft machte ihm zu schaffen. Trotzdem entstanden auch in diesen Jahren zahlreiche neue Werke.