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Karpaltunnel Syndrom
Der Karpaltunnel ist eine Durchtrittsstelle für Sehnen und Nerven am Handgelenk. Dieser Durchgang wird durch die acht Knochen des Handgelenkes und eine dicke Bandstruktur gebildet. Durch diesen Tunnel verlaufen die Beugesehnen. Zudem durchläuft ein Nerv (der sog. Nervus medianus) diesen Tunnel.
Dieser Nerv liegt direkt unterhalb der Bandstruktur. Der Nerv ist für das Gefühl des Daumens, Zeigefingers, Mittelfingers und der Hälfte des Ringfingers sowie für die Kraft der Daumenballenmuskulatur verantwortlich.
Verschiedene Ursachen können zu einer Kompression des Nervus medianus. Langandauernde Beschäftigungen, die ein wiederholtes Beugen des Handgelenkes und der Finger beinhalten oder langanhaltende Arbeiten mit vibrierenden Instrumenten können ein KTS auslösen. Auch Alltagsarbeiten wie Rasenmähen, Autofahren über lange Distanzen oder auch Hobbys wie Holzschnitzen oder Stricken können Symptome des KTS auslösen.
Bei Druckerhöhung im Karpaltunnel kann es zu einer Kompression dieses Nervs kommen. Dies verursacht eine Minderdurchblutung und eine Funktionsstörung des Nervs, mit Einschlafgefühl bzw. “Ameisenlaufen” in Daumens, Zeigefingers, Mittelfingers und der Hälfte des Ringfingers. Bei lang andauernder Schädigung kann es zu starken Sensibilitätsstörungen und einem Muskelschwund im Daumenballenbereich kommen.
In den meisten Fällen kann die Verdachtsdiagnose schon durch die Symptome, die der Patient schildert, gestellt werden. Ganz typisch sind dabei nächtliche Beschwerden. Häufig berichtet der Patient, aufzuwachen und durch ein Schütteln der Hand die Symptome lindern zu können. Bei der Untersuchung der Hand können spezielle Tests dazu beitragen, die Verdachtsdiagnose zu erhärten.
Je nach Situation kann auch ein Röntgenbild des Handgelenks notwendig sein. Die definitive Diagnose wird durch elektrophysiologische Messungen bestätigt. Bei diesen Messungen, die durch die Neurologen durchgeführt werden, kann objektiv bestimmt werden, ob und wie schwer eine Einengung des Nervs vorliegt. Eine Ultraschall- oder MRI-untersuchung kann zusätzlich Auskunft über die Ursache der Erkrankung geben oder Differential Diagnose wie eine peripheren Nervenscheidtumor bestätigen.
Häufig ist keine Operation notwendig. Je nach Schweregrad der Symptome kann eine Schiene Tag und Nacht getragen werden. Bei therapieresistenten Beschwerden oder starker Schwellung kann eine Cortison-Injektion in den Karpaltunnel durch eine Entzündungshemmung die Schwellung vermindern.
Sollte eine konservative Therapie über längere Zeit erfolglos bleiben oder ein KTS soweit fortgeschritten sein, dass ausgeprägte Symptome mit Verminderung der Daumenballenmuskulatur, Schwächung und Gefühlsstörungen auftreten, ist ein chirurgischer Eingriff unumgänglich. Die Operation kann teilstationär durchgeführt werden. Das Band, welches das Dach des Karpaltunnels bildet, wird operativ durchtrennt, was den Druck auf den Nervus medianus vermindert. Dieser Eingriff wird meist in einer Narkose des betroffenen Arms durchgeführt.