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Natürlich ist es besser, nie mit dem Rauchen anzufangen. Aber es ist nie zu spät, um wieder damit aufzuhören. Eine deutsche Studie zeigt, dass auch ältere Personen, die das Rauchen einstellen, ihr Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko reduzieren.
Es ist bekannt, dass Raucher ein doppelt so hohes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko haben wie Nichtraucher. Aber oft wird vergessen hervorzuheben, dass ehemalige Raucher meist wieder zum gleichen Risiko-Niveau zurückfinden wie Personen ihrer Altersklasse, die nie geraucht haben. Dabei darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass Raucher im Durchschnitt sehr viel früher mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen konfrontiert sind als Personen, die nie geraucht haben, bzw. denen es gelungen ist, sich von der Sucht zu befreien. Die Neuheit besteht heute in der Tatsache, dass anhand einer Studie nachgewiesen werden konnte, wie schnell und deutlich sich die positiven Auswirkungen (insbesondere auf Herz und Kreislauf) beim Einstellen des Tabakkonsums bemerkbar machen.
Die tägliche Tabakdosis und die Anzahl der Jahre
Um es kurz zu fassen: Das Herzinfarktrisiko eines 60-jährigen Rauchers ist ebenso hoch wie das eines 80-jährigen Nichtrauchers. Darüber hinaus besteht für den 60-jährigen Raucher ebenfalls dasselbe Hirnschlagrisiko wie für einen 70-jährigen Nichtraucher. Natürlich haben Dosis und Dauer der Tabakabhängigkeit ebenfalls Auswirkungen auf das Ausmass des Risikos, an Herz- und Gefäßkrankheiten zu erkranken: Je mehr Zigaretten ein Raucher täglich über einen längeren Zeitraum konsumiert, desto höher ist das Risiko des Auftretens von Hirnschlägen und Herzinfarkten.
Die neue Studie ist das Ergebnis der Analyse einer deutschen, 8’807 Personen im Alter von 50 bis 74 Jahren einschliessenden Kohorte, die zu Beginn der Studie noch nie einen Herz- oder Hirninfarkt hatten. Die Vergleiche wurden zehn Jahre später angestellt. Die deutschen Autoren hatten dabei die wesentlichen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Alkoholkonsum, Bildungsniveau, körperliche Bewegung sowie Blutdruck, Diabetes, Cholesterinspiegel, Grösse und Gewicht berücksichtigt. Die Kohorte bestand aus 17,2% Rauchern, 31,7% ehemaligen Rauchern und 51,1% Nichtrauchern, die nie zur Zigarette gegriffen hatten. Am Ende der Studie hatten 261 der untersuchten Personen einen Herzinfarkt erlitten, 456 einen Hirnschlag und 274 waren einem kardiovaskulären Ereignis zum Opfer gefallen und verstorben. Im Vergleich zu den Personen, die nie geraucht hatten, wurden die Risikoraten in aufsteigender Reihenfolge wie folgt ermittelt: Hirnschlag (2,12), Infarkt (2,25) vorzeitiger Tod (2,45).
Innerhalb von fünf Jahren verschwindet das erhöhte Risiko fast vollständig
Nun wurde aber festgestellt, und das ist der wichtigste Punkt der neuen Erkenntnisse, dass das erhöhte Risiko innerhalb von fünf Jahren nach Aufgeben des Rauchens fast völlig verschwindet. Im Vergleich zu Personen, die weiter rauchen, reduziert sich das Herzinfarkt- und Hirnschlagrisiko innerhalb von fünf Jahren nach der letzten Zigarette um 40%. Die Ergebnisse dieser Studie haben konkrete und direkte Auswirkungen: Die Programme zur Tabakprävention, deren Zielgruppe bislang aus jungen Erwachsenen bestand, sollten nun auch auf ältere Personen ausgedehnt werden.
Diese Daten bestärken die Ergebnisse einer anderen kürzlich veröffentlichten Studie, die zu dem Schluss kommt, dass das Rauchen im Durchschnitt 10 Lebensjahre kostet. Durchschnittlich ist einer von vier vorzeitigen Todesfällen auf Tabakkonsum zurückzuführen. Die in den Vereinigten Staaten durchgeführten Forschungen gelangen zu dem Schluss, dass mit Einstellen des Rauchens vor Vollendung des 40. Lebensjahres rund 90% dieser zehn Jahre verlorenen Lebens wieder zurückgewonnen werden können.
Dreissig Millionen junge Leute beginnen jedes Jahr zu rauchen
Das bedeutet jedoch nicht, dass das Rauchen bis zum 40. Lebensjahr keine Gefahren birgt. An erster Stelle steht dabei die Summe der Schwierigkeiten denen jeder Raucher gegenübersteht, der den Konsum seines legalen Lieblingsgiftes einstellen möchte. Jedes Jahr beginnen weltweit rund dreissig Millionen junge Menschen zu rauchen.