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Die wirkungsvolle Diät der Jäger und Sammler
Schon seit vielen Jahren bekannt, doch aufgrund ihrer Zeitlosigkeit so aktuell wie nie zuvor: die Steinzeit- oder Paleo-Diät.
Sieht man sich die Entwicklung des Menschen und dessen Bewegungsverhalten an, wird klar, warum unsere Vorfahren schlank waren und diese Tatsache auch mit deren Ernährung in Zusammenhang steht: Früher marschierte man oft tagelang und weite Strecken, um an ein wenig Nahrung zu gelangen, die unter vielen Essern aufgeteilt werden musste. Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst wurden entweder roh verspeist oder einfach ohne weitere Zusätze gekocht. Und „Schnelle Speisen“ gab´s damals auch noch nicht. Heute bewegt man sich wenig, isst viel und bereitet häufig mit diversen dubiosen Inhaltsstoffen versehene Lebensmittel zu. Oder legt einen Zwischenstopp beim Fast-Food-Lokal ein.
Erlaubte und verbotene Nahrungsmittel
Wenn es mit dem Abnehmen mithilfe der Steinzeitdiät klappen soll, muss man die Ernährung, die auf dem Konsum von bereits in der Altsteinzeit verfügbaren Nahrungsmitteln basiert, komplett umstellen.
Erlaubt sind die reinen Eiweisslieferanten Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und Eier, darüber hinaus Obst, Gemüse und Pilze. Gewürzt und gesüsst wird mit Kräutern, Nüssen und Honig, die Zubereitung erfolgt frisch und ohne weitere Zusätze, wobei Salz in geringem Ausmass toleriert wird.
Verboten sind Milch und alle Milchprodukte sowie Getreide und alle Getreideprodukte (Brot, Nudeln, …), darüber hinaus industriell verarbeitete Nahrungsmittel, Fertiggerichte und Alkohol.
Getrunken werden Wasser und Tees aus Kräuteraufgüssen.
Im Westen ungewohnt und daher von den Anhängern der Steinzeiternährung nur selten in den Diätplan integriert, sind die von unseren Urahnen zusätzlich verzehrten Würmer, Larven und Insekten. Diese Proteinquellen werden jedoch auch noch heute von den Menschen vieler indigener Völker gegessen – dazu zählen etwa die Basken in Europa, die Tuareg in Afrika, die Kurden in Asien, die Indianer in Nordamerika und die Aborigines in Australien.
Fleisch und Fette bei der Steinzeiternährung
Bei der Steinzeiternährung muss man den Fettgehalt der Lebensmittel genau beachten, da der Fettkalorienanteil dabei nicht unter 30 % sinken sollte. Beispielsweise entspricht der Verzehr von relativ magerem Fleisch (wie man es im Handel meist erhält) nicht dem Protein-Fett-Verhältnis der Steinzeiternährung vor rund 200.000 Jahren, als das gesamte Tier gegessen wurde.
Der Gebrauch von Pflanzenölen bei dieser Form der Ernährung ist umstritten: Manche meiden nur Fette, die aus „nicht-steinzeitlichen“ Pflanzen wie Oliven oder Mais hergestellt werden, andere verzichten aufgrund der industriellen Verarbeitung generell auf Öl.
Lob und Kritik der Urzeit-Diät
Die genaue Wirkung der Steinzeiternährung ist bisher noch recht wenig erforscht. Man hat allerdings bereits etliche spezifische Studien zu Giftstoffen in der menschlichen Nahrung im Zusammenhang mit einigen Diäten durchgeführt. Dabei wurden als Auswirkungen der Steinzeiternährung verbesserte Blutzuckerwerte sowie ein vermindertes Risiko, an einem Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken, festgestellt.
Ausserdem können bei konsequenter Einhaltung der Ernährungsvorschriften mithilfe der Urzeit-Diät bis zu fünf Kilo im Monat abgenommen werden.
Es ist zu beachten, dass diese Form der Ernährung nicht allzu lange oder mit Pausen durchgeführt werden sollte, beziehungsweise nur unter diesen Voraussetzungen unbedenklich zu empfehlen ist. Da ein Grossteil der Energie über Eiweiss zugeführt wird, kann der Konsum der vorgeschriebenen Lebensmittel im schlimmsten Fall zur sogenannten „Kaninchen-Auszehrung“ führen. Der Name dieses Phänomens stammt von den Inuit und bezeichnet eine Art von Hungersnot, die auftritt, wenn nur magere Kaninchen gegessen werden und keine fettreichen Meerestiere zur Verfügung stehen. Der hohe Anteil an Stickstoff des Proteins kann die Nieren überfordern, was innerhalb eines Monats zu ernsthaften Gesundheitsstörungen und nach längerer Zeit sogar zum Tod führen kann. Aufpassen müssen vor allem Menschen mit vorgeschädigten Nieren, entgegenzuwirken wäre der Erkrankung mit einer sparsamen Verwendung von Salz, welches die Nieren zusätzlich belastet.
Drei Rezepte für einen Tag mit der Steinzeiternährung
Für die Rezepte beim Abnehmen mit der Steinzeiternährung gilt im Prinzip dasselbe, wie auch für andere Rezepte: Sie müssen schmecken, gesund sein und die Speisen sollten sich rasch und einfach zubereiten lassen.
Hinweis: Folgende Mahlzeiten beinhalten Öl!
Morgens: Ofen-Ei mit Schinken
Den Ofen auf 175 Grad vorheizen, eine Tasse mit zwei Scheiben Prosciutto auslegen, eine halbe Tomate und zwei kleine Champignons klein würfeln, in die Tasse füllen und darauf zwei Eier platzieren – der Dotter soll dabei ganz bleiben. Danach die Tasse in den Ofen stellen und 15 Minuten backen. Vor dem Servieren mit etwas Pfeffer würzen und mit Kräutern bestreuen.
Mittags: Spinat mit Pinienkernen
Öl in einer Pfanne erhitzen, eine klein gehackte Knoblauchzehe hinzugeben und gemeinsam mit einer Handvoll Pinienkerne kurz anbraten. Zuletzt 150 Gramm Babyspinat beifügen, mit wenig Salz und Pfeffer würzen und in der Pfanne schwenken, bis das Gemüse weich ist. Wird zu gebratenem Fleisch serviert.
Abends: Thunfisch-Avocados
Den Inhalt einer Dose Thunfisch in eine Schüssel geben, eine halbe gehackte Zwiebel dazugeben und mit einem Esslöffel Limettensaft sowie etwas Salz und Pfeffer würzen. Eine Avocado halbieren und den Kern entfernen, danach die Frucht mehrmals leicht anritzen, damit sie besser ausgelöffelt werden kann. Zuletzt die Thunfisch-Masse in die Avocado-Hälften füllen und servieren.
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