Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03153.jsonl.gz/648

Erster Glarean-Preis an Reinhard Strohm
In Zürich wird anlässlich des Kongresses der «International Musicological Society» zum ersten Male der «Glarean-Preis» für Musikforschung vergeben. Die mit 10’000 Schweizer Franken dotierte Auszeichnung geht an den in Oxford lehrenden Musikwissenschaftler Reinhard Strohm (Bild).
Klaus Pietschmann schreibt in der Juni07-Ausgabe der «Schweizer Musikzeitung», die herausragende Bedeutung Strohms gründe nicht nur in seinen Schriften, sondern «in beinahe ebenso hohem Maβe in den fruchtbaren Diskussionen, die seine zugespitzten Thesen auslösen». Bereits die 1985 erschienene Untersuchung Music in Late Medieval Bruges, welche die institutionellen wie rituellen Gesichter eines spätmittelalterlichen Musikzentrums beziehungsreich offenlegt, «war von einer ebenso kenntnisreich-profunden wie phantasievoll-querdenkenden Herangehensweise geprägt, die der historischen Renaissance-Forschung wesentliche Impulse verlieh» (Pietschmann).
Der von der Schweizerischen Musikforschenden Gesellschaft neu geschaffene Glarean-Preis wird alle zwei Jahre an WissenschaftlerInnen verliehen, die sich durch ein herausragendes Oeuvre auf dem Gebiet der europäischen Musikgeschichtsschreibung ausgezeichnet haben, und deren Forschungstätigkeit Fragen der Publikation und Distribution von Musik angemessen berücksichtigt. Finanziert wird der Preis aus Geldmitteln, welche die Basler Musikhistorikerin Marta Walter (1896-1961) testamentarisch vermacht hatte. ■.