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Die Hepatitis A ist eine meldepflichtige Leberentzündung, die durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) hervorgerufen wird. Das Hepatitis-A-Virus wird in erster Linie durch kontaminierte Lebensmittel oder Trinkwasser übertragen sowie durch Schmierinfektionen.
In Regionen mit mangelhaften hygienischen Verhältnissen ist Hepatitis A häufig. Wer einmal eine Hepatits-A-Infektion überwunden hat, behält lebenslang eine Immunität gegen das Virus. Meist verläuft eine Hepatitis-A-Infektion unbemerkt, da häufig keine Beschwerden oder Komplikationen auftreten. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis sieben Wochen treten allenfalls Symptome wie Durchfall, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Gelbsucht auf. Chronische Verläufe der Hepatitis A kommen nicht vor.
Eine Hepatitis A wird symptomatisch behandelt, das heisst mit Bettruhe, fettarmer Kost und dem Verzicht auf Alkohol lassen sich die Beschwerden gut in den Griff bekommen. Spezifische Medikamente bei Hepatitis A gibt es nicht. Massnahmen werden nur zur Behandlung der Symptome (z.B. Mittel gegen den Durchfall oder die Kopfschmerzen) verabreicht. Am besten schützt man sich vor einer Hepatitis-A-Infektion mit der rechtzeitigen Impfung – besonders vor Reisen in Länder mit hoher Infektionsrate und in bestimmten Berufsfeldern (Pflegepersonal, Medizinlaboranten etc.). Gerade auf Reisen sind weitere Hinweise zu beachten, um die Gefahr einer Ansteckung mit dem Hepatitis-A-Virus zu minimieren.
Hepatitis A (griech. hépar, hépatos = Leber, -itis = Entzündung) ist eine akute Entzündung der Leber, hervorgerufen durch das Hepatitis-A-Virus (HAV). Durch Hepatitis A werden die Leberzellen geschädigt und die Organfunktion gestört. Leberschäden machen sich als Gelbsucht (Ikterus) bemerkbar.
Die Hepatitis A kommt weltweit vor. Durch den wachsenden Hygienestandard in den letzten Jahrzehnten ist ihre Ausbreitung in den entwickelten Ländern Europas und Nordamerikas stark zurückgegangen. In warmen Regionen und in Ländern mit mangelhaften hygienischen und sanitären Verhältnissen tritt Hepatitis A dagegen häufig auf. Insbesondere im Nahen und Mittleren Osten, in Westafrika, Mexiko, Algerien, Indien, Nepal und Südamerika besteht ein hohes Risiko für Hepatitis-A-Infektionen. 44 Prozent aller Hepatitis-A-Infektionen wurden im Jahr 2007 durch Reisen in gefährdete Regionen erworben (Reisehepatitis).
In der Schweiz werden 100 bis 150 Fälle von Hepatitis A gemeldet. Hauptsächlich treten sie nach einer Reise in ein Risikogebiet auf. Von Hepatitis A Erkrankungen betroffen sind meistens die 35- bis 55jährigen beiderlei Geschlechts.
Hepatitis A wird durch das gleichnamige Virus ausgelöst. Dieses Hepatitis-A-Virus (HAV) gehört zur Familie der Picornaviren. Wie der Name Picorna verrät (PicoRNA = kleine RNA), enthält das Hepatitis-A-Virus einzelsträngige RNA.
Das HAV vermehrt sich ausschliesslich in Leberzellen und wird über den Darm ausgeschieden. Daher wird es vorrangig fäkal-oral übertragen, also als Kot-Mund-Infektion, entweder über den direkten Personenkontakt oder meistens indirekt über Nahrungsmittel und Trinkwasser. Häufige Infektionsquellen sind rohe oder ungenügend gekochte Muscheln, Austern oder andere Schalentiere, die aus mit Fäkalien kontaminierten Gewässern stammen. Darüber hinaus werden Hepatitis-A-Viren von Infizierten mit Urin, Stuhl und Speichel ausgeschieden und durch engen körperlichen Kontakt an andere weitergegeben. Eine Übertragung durch Blut und Blutprodukte (auch mehrmalig genutzte Spritzenbestecke bei Drogenabhängigen) ist möglich, kommt jedoch nur sehr selten vor. Das Hepatitis-A-Virus ist sehr resistent und kann bei Kälte unbegrenzt überleben. Im Meerwasser besteht eine Überlebenszeit von drei Monaten, bei Trockenheit von einem Monat.
Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit dem Hepatitis-A-Virus bis zum Auftreten der ersten Symptome, beträgt 15 bis 50 Tage (im Allgemeinen 25 bis 30 Tage). Infizierte sind ein bis zwei Wochen vor der auftretenden Gelbsucht (Ikterus) ansteckend sowie bis zu einer Woche danach.
Die Hepatitis A beginnt mit unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Muskel- und Gelenkbeschwerden, Druckgefühl im rechten Oberbauch, Erbrechen sowie Fieber.
Im Anschluss daran folgen die typischen Symptome einer Gelbsucht: Dunkelfärbung des Urins, Hellfärbung des Stuhls und Gelbfärbung der Haut beziehungsweise der Augen (Ikterus). Mitunter kommt es in der akuten Phase der Krankheit auch zu starkem Juckreiz. Nach etwa zwei bis vier Wochen klingen die Beschwerden von allein ab.
Eines der charakteristischen Symptome einer Hepatitis ist der Ikterus, also die Gelbfärbung der Haut sowie der Augen. Charakteristisch sind ausserdem der helle Kot und dunkle Urin.
Liegt eine Hepatitis A vor, ist die Leber und in etwa 25 Prozent der Fälle auch die Milz vergrössert.
Bei der Untersuchung auf Hepatitis A wird Blut abgenommen, um Antikörper und Leberwerte (z.B. Bilirubin, GOT, GPT) zu bestimmen. Beweisend für eine Hepatitis A ist der Nachweis von spezifischen Antikörpern im Blut (anti-HAV-IgM).
Medikamente gegen das Hepatitis-A-Virus gibt es nicht. Daher konzentriert sich die Therapie der Hepatitis A darauf, die Beschwerden zu lindern. Empfohlen werden Bettruhe sowie eine kohlenhydratreiche und fettarme Kost. Medikamente werden nur verabreicht, wenn die Symptome (Durchfall, Schmerzen) es erforderlich machen. Eine zusätzliche Belastung der Leber sollte vermieden werden, das heisst man sollte in der akuten Phase der Hepatitis A auf Alkohol verzichten.
Die Hepatitis A verläuft in der Mehrzahl der Fälle gutartig. Nach wenigen Wochen sind die Beschwerden, sofern sie überhaupt bestanden, verschwunden. Eine Hepatitis-A-Infektion mit schweren Komplikationen oder tödlichem Ausgang (fulminante Hepatitis) ist selten, kann jedoch vor allem bei Erwachsenen auftreten. Dabei kann es zu teilweise lebensbedrohlichen Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, der Herzmuskulatur und der Lunge kommen. Chronische Verläufe sind nicht bekannt.
Eine Hepatitis-A-Infektion hinterlässt in der Regel eine lebenslange Immunität gegen den Erreger..
Jede Virushepatitis vom Typ A ist eine meldepflichtige Erkrankung. Die namentliche Meldung durch den behandelnden Arzt muss bei Vorliegen einer – durch den Antikörpernachweis bestätigten – Erkrankung erfolgen.
Um einer Hepatitis A vorzubeugen, wird vor allem bei Reisen in Länder mit hohem Infektionsrisiko sowie Personen, die aus beruflichen oder privaten Gründen einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind eine Schutzimpfung empfohlen. Zu den Risikogruppen für Hepatitis A zählen unter anderem:
Möglich ist dabei die Anwendung eines aktiven Kombinationsimpfstoffs gegen Hepatitis A und Hepatitis B. Hierbei werden drei Impfungen verabreicht, um eine Grundimmunisierung für mindestens zwölf Jahre zu erlangen. Die Wirksamkeit der Impfung ist zuverlässig, die Verträglichkeit in der Regel gut. Auch eine zweimalige Impfung mit einem Impfstoff, der ausschliesslich gegen Hepatitis A gerichtet ist, und eine Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und Typhus sind möglich.
Die passive Immunisierung mit menschlichem Immunglobulin wird heute nur noch bei immungeschwächten Personen, bei chronisch Kranken, während der Schwangerschaft oder bei Vorliegen von Allergien gegen Impfbestandteile des aktiven Hepatitis-A-Impfstoffs angewendet. Ihre relative Schutzwirkung hält drei Monate an. Da Immunglobulin aus Spenderblut hergestellt wird, kann die Gefahr von Infektion mit HIV, Hepatitis B oder Hepatitis C trotz zahlreicher Vorsichtsmassnahmen nie ganz beseitigt werden.
Neben einer Schutzimpfung sollten allgemeine hygienische Vorsorgemassnahmen getroffen werden, um eine Hepatitis-A-Infektion zu vermeiden. So ist bei Reisen in warme Länder, in denen ein hohes Infektionsrisiko herrscht, grundsätzlich Vorsicht gegenüber Imbissständen an der Strasse geboten. Obst und Gemüse sollte man vor dem Verzehr gründlich mit abgekochtem Wasser abwaschen. Ist dies nicht möglich, sollte nur geschältes Obst oder Gemüse gegessen werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, ausschliesslich abgepacktes Mineralwasser oder abgekochtes Wasser zu trinken (Vorsicht bei Eiswürfeln!). Vor dem Verzehr roher Schalentiere aus dem Meer wie Austern oder Muscheln wird allgemein gewarnt.