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Gambia und NEK Umwelttechnik AG unterzeichnen ein MoU zur Entwicklung von On- und Offshore-Windparks
Die Regierung von Gambia, vertreten durch das Ministerium für Öl und Energie, und NEK haben ein Memorandum of Understanding (MoU), eine sogenannte Absichtserklärung, über die Entwicklung eines 200-MW-Onshore-Windparks und eines 350-MW-Offshore-Windparks unterzeichnet.
Gambia: Ein ideales Land für erneuerbare Energien
In Gambia hatten im Jahr 2022 nur 69% der Bevölkerung Zugang zu Elektrizität, während die Regierung vorgibt, der Bevölkerung bis 2030 einen vollständigen Zugang zu Elektrizität auf Haushaltsebene in städtischen Gebieten und auf Gemeindeebene in ländlichen Gebieten zu ermöglichen. Die Windparks der NEK werden zu diesem Ziel beitragen und sind auch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu den von Gambia erklärten nationalen Klimaschutzzielen (Nationally Determined Contributions, NDC). Gambia hat das Pariser Abkommen dazu ratifiziert und im Jahr 2022 seine zweiten NDC veröffentlicht, die auch den Stromsektor umfassen. Die NDC von Gambia sehen im speziellen auch einen Ausbau der erneuerbaren Energien vor.
Gegenwärtig zahlt die Bevölkerung Gambias einen der höchsten Stromtarife weltweit mit durchschnittlich über 0.23 USD pro kWh, was auf die sehr teure Nutzung fossiler Energien zurückzuführen ist. Sobald die Windprojekte der NEK ab 2025/2026 den ersten sauberen, nachhaltigen und hausgemachten Strom produzieren, wird der Preis pro kWh für die Endverbraucher aufgrund der relativ niedrigen Produktionskosten der Windparks stark sinken. Darüber hinaus werden in den kommenden Jahren in Gambia weitere Stromkapazitäten benötigt, die ebenfalls durch die Windparks bereitgestellt werden können. Überschüssiger Strom kann dann auch über das WAPP-Netz in die umliegenden Länder exportiert werden.
Zudem kann die in den Windparks erzeugte grüne Energie auch zur Produktion von grünem Wasserstoff genutzt werden, der als "Kraftstoff" der Zukunft mit mannigfaltigen Anwendungen gilt. Die Europäische Investitionsbank (EIB) schätzte in einem kürzlich erschienenen Bericht, dass das Potential für grünen Wasserstoff in Afrika im Jahr 2035 rund 1 Billion Euro ausmachen dürfte.
NEK’s Windparkentwicklung in Gambia
Wir haben Anfang 2022 begonnen, Windmessungen in Gambia durchzuführen. Die Ergebnisse für das erste vollständige Messjahr sind vielversprechend, was in der Folge die nächsten Entwicklungsschritte der Projekte bei uns auslöste. Nachdem sich die Regierung in Banjul aufgrund dieser Messungen stark dafür engagierte, dass wir diese Windprojekte möglichst schnell und professionell planen sollen, wurde kürzlich ein diesbezügliches MoU unterzeichnet.
Der Onshore-Windpark mit einer vorläufigen Leistung von ca. 200 MW soll in der südlichen Küstenregion des Landes errichtet werden, wobei hierzu vorab weitere Untersuchungen zu den konkreten Standorten erforderlich sind. Unweit des Onshore-Windparks wird zudem ein 350-MW-Offshore-Windprojekt geplant, welches zwischen 5 und 15 km vor der Küste Gambias in relativ flachen Gewässern gebaut werden soll.
Bilder:
links: Onshore Wind Farm: Visualisierung mit Enercon Turbinen in NEK’s geplanter 250 MW Konikablo wind farm, Ghana
mitte: Symbolisches Bild einer Offshore wind farm (Mariusz Paździora)
rechts: Windmessung in Gambia