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Militärdienst
In der Bank meldete ich mich für die nächsten Wochen ab. Man hatte mich beim Militär genommen. Das hiess, ich durfte drei Wochen bei vollem Gehalt die Grundausbildung als Sanitätsfahrerin absolvieren. Damals war die Grundausbildung für Frauen wesentlich kürzer, da es sich um einen “Hilfsdienst” handelte.
Antreten
In ziviler Kleidung sind ungefähr 100 Frauen im Alter von 18-30 Jahren angetreten. Die meisten waren zwischen 18- 22; ich und noch eine waren um die 30.
Es war ein Durcheinander von Stimmen, Gegacker und Sprachen. Teils in Französisch, teils in Schweizerdeutsch, wurde eifrigst darüber diskutiert und geschnattert, wie es wohl nun weitergehen würde.
Es kamen die Vorgesetzten und stellten sich vor, eine Abteilung würde deutsch, eine andere französisch sein. Eine der Deutschschweizerinnen kam mir etwas zu nahe und stand immer dicht auf mir, suchte das Gespräch, das ich nicht erwidern konnte. Als gefragt wurde, ob bei den Deutschsprechenden noch jemand freiwillig in die französischsprachige Abteilung wechseln wollte, meldete ich mich, damit ich die Klette loswerden würde.
Material fassen
Militär ohne Uniform ist keine Militär, so ging es zunächst zur Materialausgabe.
Es gab:
- Hosen, und Ausgangsuniform mit Rock,
- Halbschuhe,
- Bluse,
- Pullover,
- Gürtel,
- Jacke,
- Wintermantel
- Kappi, und Wintermütze
- eine Vierfrucht Pelerine (Regenschutz in Tarnfarben),
- Schutzmaske,
- Stahlhelm,
- Marschschuhe,
- Socken,
- einen Rucksack,
- eine Kartentasche,
- einen Kompass,
- eine Gamelle (Behälter für Essen und Wasser),
- eine Taschenlampe,
- sowie militärische Fachliteratur, wahlweise in Deutsch, Französisch und Italienisch.
Danach wurden die Zimmer vergeben, 10 Frauen pro Schlag, je ein Spind und ein Bett. Wir sollten uns sofort umziehen und in den Uniformen zum Appell kommen. Das Material und die Uniformen mussten im Spind nach Anweisung verstaut werden.
Appell
Die Offizierinnen und Vorgesetzten stellten sich vor. Es gab je einen Instruktor für die Fahrzeuge, einen Deutsch- und einen Französisch-sprechenden. Wir sollten noch viel mit ihnen erleben in den nächsten Wochen.
Zunächst wurde der Appell geübt, sowie die militärischen Umgangsformen.
Das erste Prinzip: Saubere und ordentliche Kleidung
Antreten oder Versammeln ! Französisch: Rassemblement!
Der militärische Gruss: Le salut
Achtung! Französisch: Garde à vous!
Ruhen! Französisch: Le repos!
Das wurde nun stundenlang bis zum Umfallen exerziert.
Kaserne
Nach dem Üben auf dem Kasernenhof wurden die Zimmer inspiziert. So mancher Spind wurde mit einem Wusch geleert, mit dem Befehl, alles ordentlich zu verstauen. Kein Spind durfte von der Norm abweichen. Das dauerte und das Gegacker auf Französisch war lautstark.
Es wurde geduscht, umgezogen und zum Essen in die Kantine gepfiffen.
Ab da durfte man “frei” sein, keine Befehle, nur wildes Gerede. Für das leibliche Wohl war ein Trupp “Küchen-Hilfsdienst” zuständig.
Soweit ich mich erinnere, gab es schon am ersten Abend “Hörnli” Teigwaren mit Sauce und einen kleinen Salat dazu.
Da die Tage anstrengend werden würden, gingen wir früh zu Bett. Der Schlaf kam nicht, denn eine Horde junger Mädchen, die aus dem Jura waren, musste sich erst mit einer Kissenschlacht austoben. Die meisten lasen noch unter der Decke mit der noch nagelneuen Taschenlampe.
Es wurde eine kurze Nacht bis zum Morgenappell.
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Es folgt eine spannende Fortsetzung!
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