Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03621.jsonl.gz/1670

Foley, S., Lüdecke, T., Chen, D. Q., Krehenwinkel, H., Künzel, S., Longhorn, S., Wendt, I., Wirth, V. von, Tänzler, R., Vences, M. & Piel, W. H. (2019).
Tarantula phylogenomics: Eine robuste Phylogenie von tiefen Theraphosid-Kladen, die aus Transkriptomdaten abgeleitet wurden, gibt Aufschluß über das heikle Thema der urtikulären Setae Evolution.
Zusammenfassung: Mygalomorphe Spinnen der Familie Theraphosidae, in der breiten Öffentlichkeit als Taranteln bekannt, gehören aufgrund ihrer Größe und Verbreitung, zu den bekanntesten Spinnentieren der Welt. Ihr Gebrauch von Reizhaaren ist eine bemerkenswerte Anpassung, die sich ausschließlich in bestimmten Theraphosiden der Neuen Welt entwickelt hat. Bisher ist die Evolutionsgeschichte der Theraphosidae noch wenig verstanden; die Theraphosidensystematik stützt sich immer noch weitgehend auf morphologische Datensätze, die unter einem hohen Grad an Homoplasie leiden,und die traditionelle Sanger-Sequenzierung von vorselektierten Genen, konnte starke Unterstützung für supra-generische Kladen bieten. In dieser Studie, stellen wir die erste robuste phylogenetische Hypothese der Theraphosidenentwicklung aus Transkriptomdaten zur Verfügung.
Ein zentraler orthologischer Ansatz wurde verwendet, um eine Phylogenie von 2460 orthologen Genen in 25 Theraphosid Gattungen zu generieren, die alle wichtigen Theraphosid Unterfamilien mit Ausnahme der Selenogyrinae repräsentieren.
Unsere Phylogenie gewinnt eine beispiellose monophyletische Gruppe zurück, die die überwiegende Mehrheit der Theraphosid Unterfamilien der Neuen Welt umfaßt, darunter Aviculariinae, Schismatothelinae und Theraphosinae.
Gleichzeitig liefern wir zusätzliche Beweise für die Integrität fragwürdiger Unterfamilien wie Poecilotheriinae und Psalmopoeinae und unterstützen die Nichtmonophile von Ischnocolinae.
Die tieferen Beziehungen zwischen fast allen Unterfamilien werden selbstbewußt abgeleitet. Wir nutzen unsere Phylogenie auch zusammen mit veröffentlichten morphologischen Daten, um Analysen des Urahnenzustands an urtikativen Setae durchzuführen und unsere Rekostruktionen mit Schwerpunkt auf der komplexen evolutionären Geschichte des Merkmals zu kontextualisieren.
wsc.nmbe.ch/reference/14984
Gruß
Joachim B.