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Richard Price war Pfarrer einer kleinen Londoner Gemeinde und ein geachteter politischer Philosoph mit Verbindungen zu den Gründervätern der Vereinigten Staaten von Amerika. Als Ethiker hat er sich Gedanken zum Zinseszins gemacht und das Gedankenexperiment vom Josephspfennig, auch bekannt als Jesuspfennig, aufgestellt.
Das Experiment geht davon aus, dass ein Verleiher am Tage der Geburt von Jesus Christus langfristig einen Pfennig (englischer Penny) verleiht und dafür fünf Prozent Zinseszins kassiert. Bis in die Gegenwart von Price, wäre das so angehäufte Vermögen «zu einer größeren Summe herangewachsen, als enthalten wäre in 150 Millionen Erden, alle von gediegenem Gold».
Wendet man die Berechnungskriterien von Price auf eine zweitausendjährige Leihdauer an, also bis ins Jahr 2000, explodiert das Ergebnis: Der Verleiher kassierte den Wert von 421 Milliarden Erden aus purem Gold. Bei einem einfachen Zins, wären es dagegen nur zehn britische Pfund gewesen.
Posthum wurde Price für sein «naives» Gedankenexperiment mitunter vom Vater der Kapitalismuskritiker, Karl Marx, verspottet. Der argumentierte: Jeder würde sich zu einfachen Zinsen Geld leihen wollen, um es mit Zinseszinsen weiter zu verleihen. Die Gesellschaft lebte dann auf Pump – bis zum Kollaps.
Was Price auch nicht miteinbezog: Die Wirtschaft ist nicht stabil, Wachstum verläuft nicht linear und ist beschränkt. Und in den meisten Ländern ist der Zinseszins seit über hundert Jahren für die Mehrheit der Anwendungen verboten. Mit dem Verbot soll einer übermäßigen, schwer durchschaubaren Zinskumulation begegnet werden.