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Michael Bloomberg, der ehemalige Bürgermeister von New York und Gründer des Finanzdienstes Bloomberg, startet eine Konkurrenz-Veranstaltung zum Weltwirtschaftsforum in Davos. Damit möchte er auf eine veränderte globale Ordnung aufmerksam machen, in der Chinas Aufstieg den Vorrang der USA in Frage stellt.
Der Finanzdaten-Milliardär hat zwei langjährige China-Beobachter, den ehemaligen amerikanischen Aussenminister Henry Kissinger und den ehemaligen amerikanischen Finanzminister Hank Paulson, für die Planung des New Economy Forums gewonnen. Sie haben sich mit dem « China Center for International Economic Exchanges» zusammengeschlossen, einem selbstbeschriebenen «Think-Tank mit chinesischen Besonderheiten», der vom zentralen Planungsministerium betreut und vom ehemaligen Vizepremier Zeng Peiyan geleitet wird. Das Forum wird seine erste Tagung im November in Peking abhalten, wie die «Financial Times» schreibt.
Verständigung zwischen China und den USA
Seit Klaus Schwab das WEF im Jahre 1974 zum ersten Mal in Davos abhielt, ist der Ort zur Abkürzung für eine globale Elite von Wirtschaftsführern und Politikern geworden. Bloomberg sagte der «Financial Times», dass sich seine Veranstaltung mehr darauf konzentrieren würde, Führungskräfte des privaten und öffentlichen Sektors aus Industrie- und Schwellenländern dazu zu bewegen, gemeinsam «umsetzbare Lösungen» für Herausforderungen von der wirtschaftlichen Integration bis zur ökologischen Nachhaltigkeit zu finden.
«Davos gibt es schon lange: Es ist eine sehr grosse Konferenz, die sich auf viele Weltprobleme konzentriert. Diese Konferenz konzentriert sich auf die Welt und China als aufstrebende Macht und wie wir alle zusammenarbeiten», sagte Bloomberg. «Die Verständigung zwischen China und den USA kann einen Rahmen für Frieden und Wohlstand bieten – andernfalls werden wir die ganze Welt in Abschnitte unterteilen und es wird zu einer Situation führen, die mit der vor dem ersten Weltkrieg vergleichbar ist», sagte er.
Bloomberg kritisiert WEF
Die Gründer des Forums haben Teilnehmer wie Janet Yellen, die ehemalige Vorsitzende der Federal Reserve, Gary Cohn, Donald Trumps ehemaligen Wirtschaftsberater, und Dutzende von CEOs aus so unterschiedlichen Ländern wie Äthiopien und Kolumbien angemeldet. Bloomberg möchte die Gästeliste aber auf 400 Personen beschränken – im Gegensatz zum Weltwirtschaftsforum, dessen Jahrestagung in den Schweizer Bergen rund 3'000 Personen anzieht.
«Es ist keine Party-Veranstaltung, wo man mit Allen zu Abend isst und mit Filmstars zusammen ist.» Das ist eine ernste Sache, bei der wir hoffen, dass jeder seinen Beitrag leisten kann», so Bloomberg. Das «New Economy Forum» wird von Bloomberg Media, der Abteilung für Nachrichten, Magazine und Veranstaltungen innerhalb des Finanzdatenunternehmens, geleitet.
«Die bisher führenden globalen Foren wurden aus westlicher Perspektive konzipiert», sagt Justin Smith, CEO von Bloomberg Media. «Wenn man über die Zukunft der Weltwirtschaft nachdenkt und wichtige Persönlichkeiten des öffentlichen und privaten Sektors versammeln will, ist das eine andere Gruppe.»
(tdr/mlo)