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Vitamin B12
Es heisst auch Cobalamin (Normaler Wert im Blut/Serum: 150-750 pmol/l)
Vitamin B12 zählt zu den insgesamt acht Vitaminen aus der Gruppe der B-Vitamine und kann vom menschlichen Körper nicht selbst gebildet werden. Es erfüllt im Körper sehr wichtige Funktionen. So unterstützt es das Zellwachstum und die Zellteilung, die Bildung der Erbsubstanzen, der Hülle von Nervenfasern, sowie die Bildung von roten Blutzellen. Ausserdem ermöglicht es die Aufnahme von Folsäure in den Zellen. Es wirkt schützend für das Herz-Kreislaufsystem und fördert den Aufbau der Nervenzellen, z. B. im Rückenmark.
Bei Vitamin B12 handelt es sich um einen roten, kristallinen Stoff. Das Vitamin ist wasserlöslich und vor allem in tierischen Produkten wie Fleisch, Eiern, Milch- und Vollkornprodukten, enthalten. Der Körper speichert das Vitamin hauptsächlich in der Leber, die Speicherkapazität genügt für einen Zeitraum von drei Jahren als Vorrat. Der Tagesbedarf eines erwachsenen Menschen liegt bei etwa 3 µg (Mikrogramm) Vitamin B12 pro Tag. Schwangere und stillende Frauen haben einen erhöhten Bedarf und sollten etwa 4µg pro Tag zuführen. Als gute Lieferanten von Vitamin B12 gelten Rinds- und Kalbsleber, Kaninchenfleisch und Fisch.
Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung führt der Mensch automatisch ausreichende Mengen an Vitamin B12 zu. Vollkornprodukte bei Backwaren, aber auch der regelmäßige Verzehr von Milch, Quark und Joghurt, Fleisch und Fisch sowie Eiern garantiert eine ausreichende Aufnahme an Vitamin B12. Mangelerscheinungen treten in der Regel bei Menschen auf, welche in ihrer Ernährung auf tierische Produkte verzichten.
Damit Vitamin B12 sich tatsächlich im Körper entfalten und wirken kann, wird es im Magen freigesetzt und gebunden. Die Enzyme der Bauchspeicheldrüse spalten die Verbindung im Dünndarm wieder auf. Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, des Magens oder des Dünndarms können unter Umständen auch eine mangelhafte Versorgung mit Vitamin B12 verursachen und Mangelerscheinungen bewirken.
Nach Magen-Darm-Operationen, bei bestimmten Krankheitsbildern wie beispielsweise Erkrankungen des Rückenmarks, bei Morbus Crohn und bei diversen Arten der Anämie muss aus diesem Grund der Vitamin-B12-Gehalt im Blut bestimmt werden.
Typische Mangelerscheinungen bei Vitamin B12 sind ständige Müdigkeit und eine auffällige Blässe. Beides ist bedingt durch die durch den Mangel hervorgerufene Blutarmut. Darüber hinaus äußert sich ein Mangel an Vitamin B12 auch durch Schädigungen des Nervensystems, die u. a. eine Gangunsicherheit bewirken, und im extremen Fall zu Lähmungen, Depressionen und Gedächtnisschwäche bis hin zu Verwirrung führen. Zudem ist es möglich, dass die Zunge glatt und rot scheint und ein Brennen auf der Zunge entsteht.
Hoher Vitaminspiegel (über 750 pmol/L) kann bei andauernder hoher Zufuhr bzw. Einnahme von Vitamin B12 vorkommen. Zudem gibt es Krankheitsprozesse, wie z.B. Leber- und Blutkrankheiten, wo sich ein hoher Vitamin B12 Spiegel zeigt.
Eine Überdosierung an Vitamin B12 ist bei normaler Nahrungsaufnahme kaum möglich, denn Mengen, die nicht gespeichert werden können, werden einfach ausgeschieden.