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Wie hängen semantische Figuren, die in der Rhetorik als Tropen bekannt sind, also zum Beispiel Metaphern, Metonymien und Synekdochen, mit Persuasion, und das heisst immer auch mit Argumentation, zusammen? Dieser Frage soll im Folgenden an exemplarischen Beispielen aus den Bereichen der Rhetorik des Nationalen, des Migrationsdiskurses, des diskriminierenden Sprachgebrauchs nachgegangen werden. Die Frage nach der Verbindung von Tropen und Argumentation ist wesentlich und brisant. Sie trifft in den Kern dessen, was immer wieder von Neuem als Krise der Repräsentation virulent wird, sei es im Bereich der massenmedialen Repräsentation, im Bereich der politischen Repräsentation und im Bereich der religiösen oder magischen Repräsentation. Im Zentrum zahlreicher kriegerischer Konflikte, mit denen wir gegenwärtig konfrontiert sind, steckt eine kollektivistische Präfiguration der Wahrnehmung von Menschengruppen und menschlichen Gemeinschaften durch Tropen. Sie ist hochgradig mediatisiert. Ihr gilt es kritisch nachzuspüren – aus der Perspektive einer kritischen Tropologie, die das sprachlich zum Selbstverständlichen Gewordene aufzeigt und problematisiert.
Zitieren Sie diesen Beitrag bitte wie folgt:
Reisigl, Martin: Persuasive Tropen. Zur argumentativen Funktion semantischer Figuren. <http://germanistik.ch/publikation.php? id=Persuasive_Tropen> (Publiziert November 2016)
oder
Reisigl, Martin: Persuasive Tropen. Zur argumentativen Funktion semantischer Figuren. In: Michael Stolz und Robert Schöller (Hg.): Germanistik in der Schweiz (GiS) Zeitschrift der Schweizerischen Akademischen Gesellschaft für Germanistik. Heft 13/2016. Bern: germanistik.ch 2016, S.37-53