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Wichtig für die Wirtschaft des Landes, problematisch für die Kleinbauern: Die Monokultur der Cashewbäume hilft nicht allen. «Mein Mann hat auf seinem Privatgelände Landwirtschaft betrieben. Die Erträge reichten nicht aus, um die Familie zu ernähren. Deshalb mussten wir unseren Cashewbaum vor der Ernte für Reis verkaufen», erzählt Masata Dabo. Die Bäuerin lebt in Xitole, einer Region, in der 27,8% der Haushalte zu wenig zu Essen haben. In Guinea-Bissau verkaufen die Bauern oft ihren gesamten Cashewbestand für den Export im Austausch gegen tägliche Lebensmittel. Das wäre kein Problem – wenn der Preis fair wäre: Weil aber nach der Ernte jeweils grosse Menge an Cashew auf dem Markt sind, ist der Verkaufspreis sehr niedrig. Ausserdem verlieren die Bauern wegen des Wechselkurses noch zusätzlich Geld.
Masata, Mutter von acht Kindern, hatte Mühe über die Runden zu kommen. «Es gab Tage, an denen ich nichts kochen konnte, weil einfach nichts da war.» Hin und wieder habe der Nachbar mit Lebensmitteln ausgeholfen. «Er lebt unter besseren Bedingungen als ich und meine Familie.»
Ein Wagen und ein Esel
Im Jahr 2011 wurde der Frauenverband «Mampata» in Masatas Dorf für das Gärtnereiprojekt von SWISSAID Guinea-Bissau ausgewählt. Der jungen Bäuerin, wie auch den 1547 anderen Begünstigten des Projekts, wurde ein Grundstück zur Bewirtschaftung gegeben. Dort lernte sie den Knollen-, Wurzel- und Palmölanbau kennen. Diese Alternativen zu Cashew ermöglichen es, die lokale Nahrungsmittelproduktion wieder anzukurbeln.
Das Projekt hatte auch zum Ziel, die Arbeitsbelastung von Frauen zu verringern. Die Bereitstellung von Wagen und Esel erleichtert den Transport von Holz und Palmen aus dem Wald. «Auch Frauen, die auf Wochenmärkte gehen möchten, können den Wagen mieten, um ihre Produkte zu transportieren. Früher blieb nur der Gang zu Fuss, egal wie weit der Weg war. Frauen luden Holzbündel auf den Kopf, es gab keine andere Möglichkeit», erinnert sich Masata.
Mit Unternehmerinnengeist zu einer Ziege
Der Frauenverband konnte sich zudem eine Ölpresse anschaffen, die einen langen manuellen und anstrengenden Prozess ersetzt. Masata kann damit die Früchte der Ölpalme, die sie in ihrem Garten anbaut, leichter verarbeiten. Dank dem Gemüseanbau und dem Verkauf von Palmöl kann Masata sich und ihre Familie ernähren. «Ich produziere Palmöl für den Verkauf, während der Gemüseanbau für unseren eigenen Bedarf bestimmt ist.»
Bei Masata Dabo ist der Unternehmerinnengeist geweckt: Sie investierte einen Teil des Erlöses aus dem Palmölverkauf und kaufte sich eine Ziege. Diese brachte drei Jungen zur Welt, die Masata verkaufen will, sobald sie gross sind. In der Zwischenzeit benutzt sie die Gülle für ihren Garten – den besten Dünger für die Felder.