Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03234.jsonl.gz/2526

In a conversation with Felix Stalder, Cornelia Sollfrank provides background information on her current research project Giving What You Don’t Have – a project that explores ideas of peer-to-peer production and distribution in the art context. (published in springerin, Kritische Netzpraxis, Band XXI – Winter 2015, pp. 35-37, originally in German).
FS: Your current project “Giving What You Don’t Have” (GWYDH) can be read as a continuation of your intensive engagement with copyright in the digital context. At the same time, it also marks a turning point. Whereas earlier works often centered around how inappropriate and frequently obstructive copyright is in terms of current practices, now you are dealing with projects that largely ignore copyright. What was the reason for this change of perspective?
Continue reading “Giving What You Don’t Have (springerin Interview)”
Hintergrundinterview mit Felix Stalder von Krystian Woznicki, Berliner Gazette.
1. Commons ist in gesellschaftspolitischen Debatten in aller Munde: Von “collaborative commons” (J.Rifkin) bis hin zu “atmospheric commons” (N.Klein). Wie schätzt Du die aktuelle Konjunktur ein? Worauf führst Du sie zurück? Welche Positionen hältst Du für wegweisend?
Das Interesse an den Commons nährt sich aus zwei Quellen. Zum einen aus der tiefen Krise der kapitalistischen Ordnung, die sich nicht nur in der Finanzkrise, sondern vor allem in der Umweltkrise manifestiert. Hier werden sehr fundamentale Konstruktionsmängel deutlich, etwa, dass die „Umwelt“ als Externalität betrachtet wird, aus der man Rohstoffe entnehmen kann, oder in die man Abfall entsorgen kann, ohne dass dies ins ökonomische Kalkül einbezogen werden muss. Dieses Problem kann auch ein „grüner Kapitalismus“ nicht lösen, denn Kapitalismus braucht solche Externalitäten, ohne diese hört er auf, Kapitalismus, das heiß ein System welches auf das Ziel der Kapitalanhäufung – und eben nicht andere – ausgerichtet ist, zu sein. Das ist kein neuer Gedanke, Karl Polyani hat den bereits in den 1940er Jahren sehr klar formuliert, aber heute sind die Folgen dieses Problem in Gestalt der Umweltkrise mehr als deutlich sichtbar und es ist schwer vorstellbar, wie der Kapitalismus, trotz aller Innovationsfähigkeit, dieses Problem angehen kann. Continue reading “Zum Stand der Commons”