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Ilioinguinale Neuralgie
Definition
Ilioinguinale Schmerzen treten auf, wenn Verletzungen unterschiedlicher Nerven im kleinen Becken nach erfolgter Operation vorliegen, z.B. bei Verletzung des Ilioinguinal-, des Genitofemoral- und des seitlichen Cutaneofemoral-Nervs.
Das kann eine Schädigung sein, die im Rahmen einer Lymphknotenentfernung, häufiger aber nach Operation eines Leistenbruchs auftritt. Auch bei der Laparoskopie können Nerven verletzt werden, wenn z.B. das Instrument zum Offenhalten des operativen Zugangs (Trokar) seitlich zu weit in den Unterleib eingebracht wird. Diese Schmerzen strahlen in den Leistenbereich aus und treten in der Regel bei direkter Nervenverletzung schon kurz nach der Operation auf. Schmerzen, welche durch nachfolgend entstehendes Narbengewebe verursacht werden, können sich auch erst nach einigen Wochen oder Monaten entwickeln.
Behandlungsmethode für ilioinguinale Schmerzen
Dekompressionstechniken (Neurolyse, Techniken zur Druckentlastung) kleiner Nerven innerhalb der Bauchdeckenwand zeigen keine guten Resultate. Das Finden dieser Nerven ist extrem schwierig und ihre operative Freilegung aus postoperativem Narbengewebe fast unmöglich. Dies gilt insbesondere dann, wenn bei einer Leistenbruchoperation ein Netzband eingesetzt wurde. Liegt eine umfangreiche Zerstörung der Nerven vor, würde ihre alleinige Freilegung die Schmerzen nicht beheben können.
Die Durchtrennung von geschädigten Nerven ist ebenfalls keine befriedigende Behandlungsmethode. Sie führt zwar in der Regel zunächst zu einem Verschwinden der Schmerzen, aber leider auch zu einem Verlust sämtlicher Empfindungen in der Leistenregion. Durch möglicherweise später auftretende Neurombildungen an durchtrennten Nerven können nach einigen Monaten zudem erneut Schmerzen auftreten. Diese sind oftmals stärker als vor der Therapie. Die Neuromodulation ist derzeit somit die einzig sinnvolle und erfolgreiche Therapiemöglichkeit bei ilioinguinalen Schmerzen. Andere Methoden wie z.B. diverse Implantationstechniken von Elektroden in die Bauchdeckenwand sind nicht gezielt genug und ergeben daher nicht die gewünschten Resultate. Mit der Laparoskopie sind diese inguinalen Nerven in der Bauchhöhle hinter den Nieren jedoch gut erreichbar, bevor sie in die Bauchdeckenwand eintreten. So kann mit nur geringem Aufwand und über einen minimalinvasiven Zugang eine Elektrode gezielt auf dem geschädigten Nerv platziert werden. Durch diese selektive Neuromodulation können die Schmerzen postoperativ vermindert werden.