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Feuer als tragendes Element im Wiesner-Menu Sommer 2017
Im Neolithikum im Zeitraum von 12'000 vCHr. bis 3'000 vChr. wurden die Jäger- und Sammlerkulturen zu sesshaften Bauern mit domestizierten Tieren und Pflanzen.
Verbreitet waren geschliffene Steingeräte (Steinbeile, Dexel) und der Gebrauch von Gefässen aus gebrannter Keramik. Das Lagerfeuer wechselte zum Herdfeuer. Es wurde entfacht durch Feuerstein gegen Pyrit, oder Reibungshitze beim Drehen von Hartholz in Weichholz und Glut im Zunder.
So hat es Nietzsche beschrieben:
Ja! ich weiss, woher ich stamme!
Ungesättigt gleich der Flamme
glühe und verzehr ich mich.
Licht wird alles, was ich fasse,
Kohle, alles, was ich lasse:
Flamme bin ich sicherlich.
Die Geheimnisse des Feuers bei „Ötzi“ Er führte ein Birkenrindengefäss mit sich, in dem er glühende Holzkohle, zur Isolation in frisch gepflückte Blätter des Spitzahorns gepackt, aufbewahrte. Damit war er jederzeit in der Lage, ein Feuer zu entfachen.
Seine gerissene Gürteltasche enthielt eine schwarze Masse, die als Trama (Zunderschicht) des Fomes fomentarius identifiziert werden konnte, das Fruchtfleisch des echten Zunderschwamms (Baumpilz, der an Buchen, Pappeln und Birken wächst).
Feine Spuren von Schwefelkies belegen, dass Ötzi für die Erzeugung der Funken Knollen von Pyrit oder aus Markasit verwendet hatte. Feuersteinkern und Pyrit fehlten im Täschchen und waren wohl verloren gegangen.
Feuer als Kommunikationsmedium Ab dem 15. Jahrhundert entflammte man an hoch gelegenen strategischen Punkten in der ganzen Schweiz ein Feuer, wenn Gefahr durch feindliche Truppen bestand, oder um Männer zu mobilisieren. Die Hochwachten bestanden in der Regel aus einer Wachthütte und einer schwenkbaren Harzpfanne an einem galgenartigen Gerüst. Mit dieser Pfanne wurden optische Signale von Berg zu Berg weitergegeben. Bei Tag geschah dies durch Rauch, in der Nacht durch Feuer und bei Nebel durch Mörser.
Archaisches Kochen
Archaisches Kochen ist das Zubereiten von Essen mit elementaren Komponenten wie Feuer und Glut mit Holz oder Kohle als Brennmaterial, oder auch mit im Feuer erhitzten Steinen als Wärmespeicher. Das Erlebnis mit dem Feuer weckt den Bezug zum Urtümlichen und führt zur unbewussten Rückblende in die Zeit des Lagerfeuers im Neolithikum. Das Feuer ist gleichzeitig Symbol für Schutz und Wärme. Das aesthetische Prinzip des archaischen Kochens besteht in einem homogenen Arrangement der brachialen, naturgewaltigen Kochtechnik mit multisensorischer, im Kern geschmacks- und texturorientierter Speisenzubereitung.
Joseph Beuys Feuerstätte I (Kunstmuseum Basel)
Zwischen den Kupferstäben als Energieträger an der Wand in Primzahlen-Ordnung [1-2-3-5-7-11], dem in Filz gerollten Spazierstock, dem Leiterwagen mit dem Stabgebilde und dem Betrachter entstehen Energie- und Bedeutungsfelder. Jedes Objekt steht im Dialog mit den anderen. Der Werkname «Feuerstätte» ist Metapher: Wärme-, Energie- und Lebensspender.
Filmhinweis
Beuys ist der Titel einer Filmbiografie im Dokumentarstil über Joseph Beuys. Der Film aus deutscher Produktion feierte im Wettbewerb bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2017 Weltpremiere. Der Kinostart fand im Mai 2017 statt.