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Der Begriff Manufaktur (vom lat. Manus – Hand, lat. Facere – erbauen, tun, machen, herstellen) bezeichnet die grossbetriebliche Warenproduktion vor der Industrialisierung. Es handelt sich dabei um zentralisierte Eigenbetriebe der Unternehmerschaft, deren Produktionsweise mit damals traditionellen Produktionsorganisationen von Handwerk (Zünfte) und Verlag übereinstimmen. Von den traditionellen Produktionsformen unterscheidet sich die Manufaktur als Organisationsform einerseits durch einen verstärkt in Einzelschritte zerlegten Produktionsprozess und anderseits durch eine hohe konstante Beschäftigungszahl und Produktionsmenge.
Die Manufaktur spielt als Vorgänger des Fabrikbetriebs des 19. Jh. in Bezug auf den technischen und organisatorischen Fortschritt eine bedeutende Rolle, unterscheidet sich letzterer vor allem durch einen erheblich umfangreicheren Einsatz von Maschinen.
Aus heutiger Sicht ist die Manufaktur eine in weiten Teilen der Welt nicht mehr existente produktive Betriebsform. Vor allem in der westlichen Welt steht der Begriff in einer weitestgehend durch Automatisierung geprägten Produktionsweise für hohe Qualität, Luxusgegenstände und Exklusivität. In der Schuhbranche handelt es sich um Nischenbetriebe, die sich durch ausschliesslich manuelle Verarbeitung qualitativ hochstehender Ausgangsprodukte abheben.
Literatur:
Gabler, Th. (Hrsg.) (2010). Gabler Wirtschaftslexikon (17. Auflage). Wiesbaden: Betriebswirtschaftlicher Verlag/GWV Fachverlage GmbH. S. 1970-1971.