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2005 war das Poyaprojekt spruchreif–dies bereits zum zweiten Mal. 1999 war das Projekt erstmals öffentlich aufgelegen. Doch es hagelte Einsprachen, 123 Dossiers gingen ein. Es stellte sich auch heraus, dass das Projekt völlig veraltet war. Die Überarbeitung begann.
Im Juni 2005 erfolgte schliesslich die Auflage des heutigen Projekts, allerdings ohne den unterirdischen Kreisel auf der St.-Leonhard-Seite. Auch diesmal gab es Opposition: 64 Einsprachen und 13 Bemerkungen gingen ein. Unter den Einsprechern befanden sich beispielsweise die Gemeinden Granges-Paccot, Villars-sur-Glâne, Givisiez und Tafers sowie die Freiburger Sektion des Schweizerischen Verkehrsclubs (VCS) und Pro Freiburg. Auch Quartiervereine und Private erhoben Einsprache.
Die Einsprecher bemängelten unter anderem, dass die Begleitmassnahmen zu wenig klar definiert seien, dass für die Anwohner zu viel Verkehr entstehe, dass die Verkehrsplanung ungenügend sei und dass das Projekt veraltet und nicht durchdacht sei.
«Eine Fehlplanung»
Kurz bevor der Verpflichtungskredit von 58 Millionen Franken im Grossen Rat behandelt wurde, meldete sich im Juni 2006 auch der Bund Schweizer Architekten zu Wort. Er verlangte ein Moratorium: Die Poyabrücke sei eine städtebauliche Fehlplanung und veraltet, das Projekt müsse überarbeitet werden. Insbesondere im Raum St. Leonhard sei die Verkehrsplanung «nicht seriös» gemacht worden. Doch der Staatsrat reagierte gelassen: Beat Vonlanthen bezeichnete die Idee der Architekten als «absolut naiv und unrealistisch». Denn die Zeit drängte: Damit der Bund seine Subventionen sprach, mussten die Bauarbeiten vor 2008 starten.
Obwohl nicht alle Einsprachen bereinigt waren, stimmte der Grosse Rat am 23. Juni 2006 klar dem Verpflichtungskredit zu. Mit grosser Mehrheit sagte auch das Freiburger Stimmvolk Ja: 81 Prozent der Freiburgerinnen und Freiburger befürworteten das Poyaprojekt am 24. September 2006. Die Gesamtkosten wurden damals mit 120 Millionen Franken beziffert (siehe Kasten).
Im März 2007 drohte ein weiterer Rekurs das Projekt zu verzögern: Zwei Freiburger Planungsbüros waren mit dem Submissionsverfahren nicht einverstanden. Das Verwaltungsgericht hiess den Rekurs nur teilweise gut, die Planungsbüros entschieden jedoch, die Einsprache nicht vor Bundesgericht zu ziehen.
Der offizielle Spatenstich für die Brücke erfolgte schliesslich am 3. November 2008.
Kosten
Die Freiburger stimmten über das Vorprojekt ab
Die Kosten für das Poyaprojekt liegen im Moment bei211 Millionen Franken. Bei der Abstimmung im Jahr 2006 wurden sie auf120 Millionen Frankengeschätzt, davon sollte der Bund die Hälfte subventionieren. Im Jahr 2010 stiegen sie auf168 Millionen Franken,weil klar wurde, dass es den unterirdischen Kreisel im Quartier St.Leonhard für die Verkehrsführung braucht. Dann stiegen die Kosten Schlag auf Schlag, Grund waren unter anderem zusätzliche Kosten für den Tunnel, die Elektromechanik, Schwierigkeiten bei der Brücke sowie geologische Schwierigkeiten beim Tunnel. Im Jahr 2011 wurden die Kosten auf186 Millionengeschätzt, im Mai 2012 auf201,5 Millionen Franken.Danach stiegen die Kosten nicht mehr, bei den jetzigen Kosten von211 Millionen Frankensind eine Reserve von fünf Millionen sowie die Teuerung eingerechnet. Aufgrund der massiven Kostenerhöhungen hat der Grosse Rat im Juni 2012 eineParlamentarische Untersuchungskommissionins Leben gerufen. Die in diesem Jahr publizierten Ergebnisse zeigten, dass der Staatsrat von Anfang an mehr Geld hätte einberechnen müssen. Das Freiburger Stimmvolk stimmte nämlich am 24.September 2006 lediglich über einVorprojektab. Hätte der Staatsrat die Kosten von Beginn weg höher eingeschätzt, wären auch die Bundessubventionen höher ausgefallen–der Bund finanzierte 50 Prozent des 2006 festgelegten Baukredits (schliesslich67,5 Millionen Franken).mir