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Keine Sorge: ich bin mir der fast schon plakativen Un-Originalität dieser Titel-Wahl bewusst. Das hat aber alles nichts mit Fantasie-Verlust oder Schreib-Blockade zu tun. Aloha: das ist ganz einfach der beste und einfachste Weg, um meine ersten hawaiianischen Eindrücke zu beschreiben. Alles ist hier Aloha: freundlich, lebensfroh und animierend. Angefangen hat das Aloha-Feeling schon im Hinflug, als sich Diane und ihr Mann Rod neben mich setzten. Das pensionierte Paar war auf dem Weg nach Maui, wo sie fünf Wochen lang Wellnessen und Geniessen wollen. Diane nahm sich grossmütterlich meiner an und fütterte mich mit allerlei Candy und Müesli-Riegeln durch, so dass ich bestens auf den überteuerten Flugzeugfrass der United Airlines verzichten konnte. In Maui wechselte ich den Flieger und war etwas verwirrt, weil ich nicht wusste, ob ich mein Gepäck neu einchecken muss. Das ganze Gepäck-Prozedere war beim Einchecken in Phoenix ein riesen Stress, weil der Flughafen mit rund 120’000 Football-Fans überflutet wurde, die sich Tags zuvor das Finalspiel zwischen den Oregon Ducks und den Auburn Tigers anschauten. Ein äusserst hilfreicher Security-Typ nahm mich mit aufs Kontrollzentrum und liess abklären, wo mein Rucksack sei, bevor er mich zum Sicherheits-Screening für den Weiterflug begleitete. Der nächste Security-Mensch, dem ich dort begegnete, begutachtete meinen Pass und begrüsste mich strahlend auf Schwedisch. Ich erklärte ihm den kleinen, aber feinen Unterschied zwischen Swiss und Swedish und brachte ihm „Grüezi, wie gohts“ bei, bevor ich durchs Wolkenmeer stach und nach 20 Minuten Flug und einem Orangen-Nektar in Honolulu landete. Der Philippinische Taxi-Chauffeur, der mich zum Polynesian Club Hostel in Waikiki fuhr, wollte zuerst kein Geld annehmen, weil man als Ausländer in diesem Land zusammenhalten müsse. Erst nach einiger Überzeugungsarbeit meinerseits nahm er fast widerwillig meinen 10-Dollarschein und beteuerte, dass dann wenigstens die Rückfahrt zum Flughafen gratis sein werde.
Alle sind überaus nett hier, ausser das Wetter. Nett oder nicht, jedenfalls ist es regnerisch und gar nicht Waikiki-Style-Sonnig. Also nahm ich mir das Schlechtwetter-Programm vor und schaute mir Pearl Harbor und das dort neu erbaute Museum an: ein äusserst beeindruckender Besuch, und, wie es hier üblich zu sein scheint: alles – vom Kinofilm über die Bootsfahrt bis zum Museumseintritt – war umsonst.
Am Pearl Harbor: neben Gedenktafeln und symbolischen Friedensbäumen sieht man noch heute die Kriegsschiffe der hier stationierten US Navy. Roosevelt’s Zitat erinnerte mich sehr an Bush’s Reaktion auf 9-11: eine interessante Parallele…
Am Abend gönnte ich mir einen Mai Tai, der mir in der Marriott-Bar in einer ausgehöhlten Ananas serviert wurde: das Auge trank mit. An dieser Stelle gleich noch zwei weitere kulinarische Einschübe: im Chinatown (siehe weiter unten) kam ich heute an einem Shop vorbei, der mit „natural energydrinks“ warb. Ich ging hinein und erhielt eine frisch „geköpfte“ Kokosnuss mit gefühlten 2 Litern Kokosmilch: fantastisch. Und dann kam ich in einem Grocery Store an diesem Swiss Cheese vorbei, der frisch aus Ireland importiert wurde…
Spätabends spazierte ich dem nächtlichen Waikiki-Beach entlang und „put my sand in the toes“ (Ursi-hint…). Hier mein Versuch, die Stimmung fotografisch einzufangen:
Da das Wetter auch an meinem zweiten Hawaii-Tag nicht mitspielen wollte, ging ich statt an den Strand auf Sightseeing Tour: zuerst zur Kawaiaha’o Church, die mit versteinerten Korallen verziert ist, dann zum ‚Iolani Palace, dem einzigen Königlichen Palast der USA, weiter zum State Capitol, durch Downtown Honolulu und hinein ins Chinatown.
Ebenfalls gesichtet habe ich Vogel 3, Vogel 4 und Pflanze 1. Ornitologen und Fauna-Fantasten: um was handelt es sich denn hier? Ich habe nämlich keine Ahnung.
Zu guter letzt schien dann heute Abend doch noch die Sonne, mindestens andeutungsweise durch die dicke Wolkenschicht. Ich stand im Kuhio Beach Park und fühlte mich in eines von Kaspar Friedrichs Gemälde versetzt.
Ich melde mich bald mit aufregenderen Stories. Dass es solche geben wird, dafür habe ich bereits gesorgt. Man darf, denke ich, gespannt sein…
Aloha!