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Der Einsatz der Parabene als Konservierungsstoffe in Kosmetika ist wegen ihrer in grösseren Konzentrationen estrogenartigen Wirkung bereit seit mehreren Jahren umstritten. Nun untermauert neue Forschungsresultate, dass zumindest in der Schwangerschaft entsprechende Produkte möglichst vermieden werden sollten. Hier zusammengefasst ein Bericht aus der Pharmazeutischen Zeitung:
Parabene werden wegen ihrer antimikrobiellen Wirkung als Konservierungsmittel in Kosmetika eingesetzt.
Zur Anwendung kommen Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Isopropyl-, Butyl-, Isobutyl-, Pentyl- und Phenylparaben.
Vor einigen Jahren gerieten die Parabene in Verruf, weil eine britische Arbeitsgruppe den Einsatz von parabenhaltigen Deodorants wegen einer möglichen estrogenartigen Wirkung mit der Entstehung von Brustkrebs in Verbindung gebracht hatte (»Journal of Applied Toxicology« 2004, DOI: 10.1002/jat.958).
Seinerzeit hielt jedoch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Stellungnahme den Zusammenhang nicht für wissenschaftlich bewiesen. Im Jahr 2011 bezog das BfR dann nochmals Stellung zur Verwendung von Parabenen in Kosmetika. Die Behörde kam dabei zum Schluss, dass Methyl- und Ethylparaben in Konzentrationen bis 0,4 Prozent als sicher gelten können. Die Konzentration von Butyl- und Propylparaben solle jedoch wegen fehlender Daten sicherheitshalber auf 0,19 Prozent limitiert werden. Ein allgemeines Verbot von Parabenen lehnte das BfR ab, weil die Substanzen dann durch andere Konservierungsmittel ersetzt werden müssten, die zum Teil ein deutlich höheres allergenes Potenzial als Parabene hätten.
Neuere Erkenntnisse zu Paraben in der Schwangerschaft
Nun kommt jedoch zeigt eine neue Studie zum Schluss, dass Parabene auch über eine andere als die hormonelle Schiene schädlich sein können. Im Fachjournal »Nature Communications« schildert eine Wissenschaftlergruppe um Beate Leppert vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig ihre Beobachtungen an einer Mutter-Kind-Kohorte sowie aus Tierversuchen. Den Wissenschaftlern fiel bei Teilnehmern der Langzeitstudie LINA auf, dass Kinder von Müttern, in deren Urin während der Schwangerschaft erhöhte Butylparaben-Konzentrationen festgestellt wurden, später bis zu einem Alter von acht Jahren zu Übergewicht neigten. Dies betraf insbesondere die Mädchen.
In einer Pressemitteilung des UFZ erklärt Seniorautor Dr. Tobias Polte: »Hohe Konzentrationen von Parabenen im Urin der Mütter gingen tatsächlich einher mit der Nutzung parabenhaltiger Kosmetika – insbesondere solcher, die lange auf der Haut verbleiben, wie etwa Cremes oder Körperlotionen.«
Führt Paraben zu Übergewicht bei weiblichen Nachkommen?
Weibliche Nachkommen von Mäusen, die während der Schwangerschaft und Stillzeit über die Haut Butylparaben ausgesetzt worden waren, neigten zu Übergewicht. Die Tiere fraßen zudem deutlich mehr als die Nachkommen von Mäusen aus einer Kontrollgruppe. Als Auslöser für diesen Effekt fanden die Wissenschftler einen Mangel des Prohormons Proopiomelanocortin (POMC) im Hypothalamus der betroffenen Mäuse . POMC steuert das Hungergefühl entscheidend und war aufgrund einer epigenetischen Veränderung des kodierenden Gens herunterreguliert.
Tobias Polte erklärt: »Unter dem Einfluss von Parabenen während der Schwangerschaft entstehen bei den Nachkommen offensichtlich epigenetische Veränderungen, die die Regulation des natürlichen Sättigungsgefühls langfristig stören. Dadurch nehmen diese dann mehr Nahrung auf.«
Für die Gewichtsentwicklung von Kindern seien natürlich noch weitere Faktoren wichtig, schreiben die Forscher.
Dennoch halten die Forscher Parabene in der Schwangerschaft für einen Risikofaktor. Er könne die Entstehung von kindlichem Übergewicht fördern und sollte vermieden werde.
Wie lässt sich herausfinden, ob ein Produkt Parabene enthält? Laut den Wissenschaftlern kann man dazu die kostenlose App ToxFox des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verwenden. Die Forscher benutzten diese App selbst in ihrer Studie.
Quelle:
Kommentar & Ergänzung:
Parabene stehen schon lange in der Kritik. Die Hinweise auf mögliche Risiken haben sich inzwischen verdichtet. Der Rat, Parabene vor allem in der Schwangerschaft zu meiden, ist deshalb beherzigenswert.