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Was versteht man unter einer Freihandelszone?
Was versteht man unter einer Freihandelszone?
In Zeiten der Globalisierung hört man das Wort Freihandel und Freihandelszone immer wieder. Doch was ist eine Freihandelszone genau?
Eine Freihandelszone bezieht sich auf eine Region, einen Staat oder einen Zusammenschluss von Staaten, in denen es keine Einschränkungen bezüglich des Handels gibt. In solch einer Handelszone gibt es also keine Einfuhrzölle oder andere Beschränkungen für Handel und Transport, sodass Waren frei von Zöllen zwischen den Partnerländern ein- und ausgeführt werden können. Um eine Freihandelszone zu bilden, werden in einem Freihandelsabkommen die dementsprechenden Vereinbarungen festgehalten. Diese beziehen sich generell auf die Vereinfachung des Handels, also den Abbau von Zoll und anderen Abgaben.
Die mit einer Freihandelszone einhergehenden Erlasse von Einfuhr- und Zollbeschränkungen regen den Wettbewerb an. Denn das Ziel einer Freihandelszone ist immer auch die Verbesserung des Wohlstands der Bevölkerung. Durch ein grösseres und weltweites Angebot verbreitert sich die Auswahl und die verfügbaren Mengen. Dies trägt zum Sinn der Freihandelszonen bei, denn sie sollen vor allem auch Investitionen und Wirtschaftswachstum anregen.
Wo ist eine Freihandelszone?
Die Freihandelszonen gibt es weltweit zwischen verschiedenen Staaten und Kontinenten. Im Allgemeinen ist die Welthandelsorganisation darum bemüht, die Freihandelszonen zu fördern, wobei sie Zoll- und Einfuhrbeschränkungen weltweit reduzieren.
Doch was passiert, wenn zollfreie Waren von einem Land in das andere eingeführt werden? Meist befinden sich die Anlaufstellen in der Nähe von internationalen Flughäfen und Seehäfen, als Drehkreuz für Transport und Logistik. Von dort können Güter und Rohstoffe schnell und ohne Verzögerungen an ihren Bestimmungsort transportiert werden. An sogenannten Freihäfen gibt es zumeist einen separat abgegrenzten Bereich, an dem zollfreie Waren eingeführt werden. Dort werden sie unter anderem gelagert, bearbeitet und umgeladen, um dann weiter transportiert oder ausgeführt zu werden. Solche Freihäfen gibt es in Deutschland unter anderem in Kiel, Hamburg und Bremen.
Was gibt es für Freihandelszonen?
Doch die Frage ist nicht nur, was ist eine Freihandelszone, sondern auch welche es gibt. Die Liste der verschiedenen Freihandelszonen ist lang, doch die größten kann man auf etwa 11 beziffern. Sie alle tragen zum weltweiten Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Daran lässt sich zudem auch deren Einfluss auf den weltweiten Handel messen.
Asien
Dabei ist das grösste Freihandelsabkommen das RCEP mit einem Anteil von voraussichtlich 32,5 % am weltweiten BIP 2024. Es besteht in seiner jetzigen Form seit 2020 zwischen China und weiteren 14 Ländern aus dem südostasiatischen Raum. Die CIS vereint hingegen vornehmlich die ehemaligen Sowjet-Republiken und wurde 2011 geschaffen.
Amerika
NAFTA ist eines der bekanntesten Freihandelsabkommen zwischen Kanada, den Vereinigten Staaten sowie Mexiko. Dabei wird es im Jahre 2024 wohl etwa 26,5 % zum weltweiten BIP beitragen. Auch in Lateinamerika gibt es diverse Freihandelsabkommen, das bekannteste ist dabei Mercosur zwischen Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Dabei befindet sich derzeit ein Abkommen zwischen EU und Mercosur in Verhandlung und würde damit zur weltweit grössten Freihandelszone aufsteigen.
Europa
In Europa ist die Europäische Union (EU-27) die größte Freihandelszone, die derzeit aus 27 Ländern besteht. Ihr Beitrag zum weltweiten BIP wird 2024 voraussichtlich 18,2 % betragen. Auch das noch junge TTIP-Ankommen zwischen der EU und den USA gewinnt an Bedeutung. CEFTA hingegen umfasst vor allem die osteuropäischen Länder, die bisher nicht Teil der Europäischen Union sind. Weitere europäische Abkommen bestehen unter anderem mit Japan (JEFTA)
Afrika
Die grösste Freihandelszone in Afrika ist die AfCFTA, dessen Freihandelsabkommen von bislang 54 Ländern unterzeichnet wurde. Als Zusammenschluss von AU und AFTZ wurde es in nur 3 Jahren verhandelt. Die Implementierung begann im Jahre 2021. Das Abkommen soll vor allem der weiteren Industrialisierung und der Steigerung des innerafrikanischen Handels dienen sowie regionale Wertschöpfung fördern. Auf lange Sicht soll diese Freihandelszone zu einer kontinentalen Zollunion ausgebaut werden und, ähnlich dem europäischen Binnenmarkt, den freien Verkehr von Waren, Personen und Dienstleistungen ermöglichen.