Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03243.jsonl.gz/1366

Die Eindrücke der ersten beiden Runden wurden in diesem Drittrundenspiel bestätigt. Belinda Bencic spielte wie in den ersten beiden Partien gegen Lauren Davis (6:3, 4:6, 6:1) und Swetlana Kusnezowa (7:5, 2:6, 6:4) fehlerhaft. Der Aufschlag entpuppte sich als Handicap und nicht als Waffe.
99 unerzwungene Fehler inklusive 23 Doppelfehler lieferte Bencic in den ersten Einzeln trotz zwei Siegen ab. Gegen die formstarke Elise Mertens erwies sich diese unterdurchschnittliche Leistung als zu mager - obwohl Bencic weniger Fehler (25) und viel weniger Doppelfehler (4) als in den Runden zuvor produzierte. Aber die Doppelfehler erfolgten insbesondere im zweiten Satz jeweils zur Unzeit und begünstigten die mehr als vorentscheidenden Breaks zum 0:1 und 1:4.
Nur ein einziges Mal hatte Belinda Bencic in der Partie die Nase vorne: Nach einem 15:30-Rückstand brachte sie ihr erstes Aufschlagspiel zum 1:0 durch. Insgesamt gab sie aber erneut fünf Mal den Aufschlag ab. Selber erspielte sie sich gegen Elise Mertens keine einzige Breakchance.
Bencic fand so nie ins Spiel. Nach bloss 38 Minuten lag sie bereits 2:6, 0:2 in Rückstand. Die Partie erinnerte an das Drittrunden-Debakel vor einem Jahr, als sie - damals noch als Nummer 7 der Welt - gegen die Estin Anett Kontaveit mit 0:6, 1:6 untergegangen war.
Für Belinda Bencic wurde das Australian Open bislang noch nicht zum «Happy Slam», als den das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres von vielen bezeichnet wird. Nur 2016 schaffte es Bencic als 18-Jährige in die zweite Turnierwoche. Daneben brachte das Australian Open für Bencic Lospech (2014 gegen Na Li und 2017 gegen Serena Williams) und unerwartet frühe Niederlagen gegen Spielerinnen wie Julia Görges (2015), Luksika Kumkhum (2018) oder eben Anett Kontaveit (2020).
Eine sportliche Katastrophe stellt die Niederlage gegen Elise Mertens gewiss nicht dar. Bencic bestritt erst ihr drittes Turnier seit Ende Februar 2020; bei den ersten beiden hatte sie jeweils schon das Startspiel verloren. Elise Mertens dagegen überzeugte seit dem Restart der Tennistour regelmässig. Seit dem US Open gewann sie 23 Einzel (von 28). In Prag und Linz erreichte Mertens letzten Herbst den Final; unmittelbar vor dem Australian Open gewann sie eines der beiden Vorbereitungsturniere in Melbourne.