Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03652.jsonl.gz/2258

Der Mäusebussard (Buteo buteo) ist ein breitflügliger mittelgrosser Greifvogel mit fächerförmigem Schwanz. Er ernährt sich überwiegend von Mäusen und anderen Kleinsäugern, frisst aber auch Vögel und Amphibien. Auf Bäumen am Waldrand oder in Feldgehölzen bauen sich Mäusebussarde aus Ästen und Zweigen ihre Horste. Im Winter ziehen Mäusebussarde aus Osteuropa nach Mittel- und Westeuropa. Jungtiere, die hier aufgewachsen sind, weichen hingegen nach Südfrankreich oder Italien aus.
Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist deutlich kleiner, besitzt lange spitze Flügel und frisst neben Mäusen auch Insekten, Amphibien, Reptilien und Vögel. Er baut kein eigenes Nest, sondern brütet in alten Krähennestern, in Gebäudenischen oder Nistkästen.
Während der Mäusebussard oft am Himmel kreist oder von seiner Warte aus auf Beute lauert, führt der Turmfalke den charakteristischen Rüttelflug aus. Gegen den Wind gerichtet steht er mit heftigem Flügelschlag und breit gefächertem Schwanz still in der Luft und hält nach Mäusen Ausschau. Sobald er eine Beute erspäht hat, stürzt er blitzschnell hinab und packt sie. Der Turmfalke kann auch im Ultraviolettbereich sehen und erkennt die Harnspuren von Beutetieren. Dadurch sieht er bereits aus der Ferne, ob sich ein bestimmtes Gebiet zum Jagen eignet.
Der Mäusebussard ist der häufigste Greifvogel der Region Basel. Der Bestand ist stabil. So brüteten beispielsweise im Allschwilerwald 1999 genau gleich viele Paare wie 1948. Der Turmfalke ist ebenfalls weit verbreitet. Die Grösse seiner Bestände nimmt jedoch seit den 1960er-Jahren deutlich ab. Gründe sind das sinkende Nahrungsangebot und das Fehlen geeigneter Nistmöglichkeiten. Aufgrund der Intensivierung und Technisierung der Landwirtschaft wurde der Boden verdichtet, die Beweidung intensiviert, das Feldgehölz entfernt sowie immer grössere einheitliche Anbauflächen geschaffen. Dies hat zu einem starken Rückgang der Anzahl der Mäuse und weiterer Beutetiere auf den Feldern geführt. Zur Förderung der Turmfalken können spezielle Nistkästen an Scheunen angebracht werden, welche den Bruterfolg deutlich erhöhen. Pro Nistkasten werden durchschnittlich fast vier Jungtiere flügge, in offenen Baumbruten nur gerade eines oder zwei. Die seit einigen Jahren vermehrt geschaffenen ökologischen Ausgleichsflächen mit Buntbrachen, artenreichen Wiesen, Hecken und Kleinstrukturen bereichern das Angebot an Beutetieren für den Turmfalken.
Der Mäusebussard jagt in halboffenem bis offenem Kulturland und nistet im angrenzenden Wald oder in Feldgehölzen. Er kommt deshalb in Städten wie Basel kaum vor, ist jedoch schon in der nahen Umgebung häufig zu entdecken.
Seit der Mitte des 20. Jh. haben sich die Turmfalken den Bedingungen in den Städten angepasst und werden dort zunehmend heimisch. Dem Turmfalken als ursprünglichem Felsenbrüter stehen in den Städten höhere Gebäude als geeignete Brutplätze zur Verfügung. Da das Nist- und Jagdrevier bis zu drei Kilometer auseinander liegen kann, finden die Vögel in Städten geeignete Lebensbedingungen vor. Zudem hat der Turmfalke in der Stadt seine Nahrungsgewohnheiten stark verändert. Er verspeist vermehrt kleine Vögel wie Haussperlinge und junge Tauben sowie Hausmäuse und Ratten. Zur Jagd dieser Tiere in der Stadt ist der Rüttelflug nicht geeignet, sie fliegen deshalb über die Häuser und halten dabei nach Beutetieren Ausschau. In der Stadt Basel brüteten in den letzten Jahren jeweils zwischen 14 bis 20 Turmfalkenpaare.
DK