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- Veröffentlicht: 17. August 2012
Im hintersten Teil eines „engen“ Tales findet man einen Gedenkstein an das Frauenkloster Engental. Sonst ist nichts mehr davon zu sehen. Wann wurde das Kloster gegründet und wann verschwand es wieder?
In den schriftlichen Quellen findet sich leider kein Aufschluss über einen genauen Anfang des Klosters, aber archäologische Funde zeigen Keramik aus dem 13. und 14. Jahrhundert. In jener Zeit waren die Wartenbergburgen im Besitz der Grafen von Homberg. Es ist denkbar, dass zu ihrer Zeit das Kloster Engental gegründet wurde. Eine historische Quelle besitzt man aus dem Jahr 1450, in welcher der Abt des Zisterzienserklosters Lützel (im nahen Elsass) ein Gesuch verfasste, ihm das Nonnenkloster Engental zu unterstellen.
Hier in der Waldecke stand das Kloster.
Luftbild Barbara Sorg Muttenz
Das Kloster Engental beherbergte kaum mehr als etwa 12 Nonnen. Auch sie lebten von ihrer Hände Arbeit, ob sie aber eine Spezialität entwickelt hatten (zum Beispiel die Weberei), wie das bei vielen andern Zisterzienserklöstern der Fall war, kann man nicht sagen. Das Kloster erlangte keine grosse wirtschaftliche Bedeutung und blieb dem Abt von Lützel unterstellt, bis 1525 die Reformationswirren das Engental erreichten: Bauern überfielen das Kloster und plünderten es (Flucht der Nonnen nach Dittingen ins Klösterli. Danach begann sich die Gemeinschaft aufzulösen. 1534 übergaben die letzten Nonnen ihren Besitz der Stadt Basel, zu welcher damals Muttenz gehörte. Die Gebäude verfielen. Im 18. Jahrhundert wird berichtet, dass Gras und Gestrüpp die Mauern überwachsen hätten und man vom ehemaligen Klostergebäude nur noch etwas ahnen könne (Daniel Bruckner in seiner historisch-geografischen Beschreibung des Baselbiets). Im Jahr 1932 entdeckte man zufällig bei Drainage-Arbeiten einige Mauern, es wurden damals aber noch keine systematischen Grabungen durchgeführt. Einzig der historisch sehr bewanderte Jakob Eglin zeichnete einen Plan davon. Leider ist daraus nicht zu ersehen, wozu die einzelnen Gebäudeteile dienten. Es ist auch nicht auszumachen, wo die Laienbrüder- und schwestern untergebracht waren.
Ofenkachel, grün glasiert mit Dekor, Copyright Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0
Siehe auch unter Muttenzer Sagen: 5. Die entführte Nonne vom Engental
|Zisterzienser nennen sich die Mönche und Nonnen, die hauptsächlich ein Leben des Gebets und der Arbeit führen wollen. Mutterkloster und Namensgeber der Zisterzienser ist das 1098 gegründete Kloster in Cîteaux (Frankreich).

Die Gemeinschaft hatte das Ziel, streng nach der Ordensregel des heiligen Benedikt zu leben, das heisst ausschließlich von ihrer eigenen Hände Arbeit. Einnahmen aus Verpachtung und Zinsen sowie die Erhebung des Zehnten lehnten sie ab. Abgeschiedenheit von der Welt und Einfachheit der Lebensweise gehörte zu ihren Grundidealen.
Nicht von den Abgaben der Bauern, sondern nur von der eigenen Arbeit leben zu wollen, führte zu einer spezifischen Organisation der Klöster: Neben den Mönchen oder Nonnen, welche hauptsächlich für die Gebete zuständig waren, kümmerten sich Laienbrüder und – schwestern um die Arbeit in Haus und Feld. Sie waren deutlich voneinander getrennt untergebracht.
Die Hauptaufgabe der Mönche oder Nonnen war der Gottesdienst, vor allem das Stundengebet, siebenmal am Tag.
Quelle Heimatkunde Muttenz: Elisabeth und Reto Marti: Ein Leben in Abgeschiedenheit – Die Klöster.