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Charakteristisch für Engadiner Häuser sind die dicken Mauern und die trichterförmig nach innen zulaufenden Fensterleibungen, die trotz kleiner Fensteröffnungen viel Licht ins Innere führen. Durch diese Bauweise kann im Winter wenig Wärme entweichen. Zusätzlich ragen oft kleine Erker vor, um den Ausblick in die Gasse zu erweitern. Im Obergeschoss springen die Wandungen vor, weil viele der ärmlicheren Holzhäuser nachträglich mit Stein verkleidet wurden, um die Hebung des sozialen "Status" zu markieren.
Die Dekoration der Fassaden, eine spezielle Ritztechnik, wird "Sgraffito" genannt. Dabei werden auf grauen Putz zwei bis drei weisse Kalkanstriche aufgetragen. In diese noch feuchte Kalkschicht ritzen die Zeichner mit Holzgriffeln die Motive ein. Hauptsächlich werden Portale, Fenster, Giebel und Gebäudeecken verziert, seltener ganze Fassaden. Die Motive sind meist abstrakt gehalten, z.B. in Form von Bändern mit Dreiecksmotiven oder Zirkelornamenten.