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Gräf,
Gustav, Historien- und Porträtmaler, geb. zu Königsberg, machte 1843-46 in Düsseldorf unter Th. Hildebrandt und W. Schadow seine Studien, deren erste Frucht ein Bild aus «Der Nibelungen Not» war (1846). Dann begab er sich über Antwerpen, Paris und München nach Italien (1846-50) und suchte sich einen einfachen, großen Stil anzueignen, den er zuerst offenbarte in dem Bild: Jephtha und seine Tochter, das aber wegen seiner akademischen Auffassung weniger Beifall fand als seine friesartige Zeichnung aus der deutschen Urgeschichte: Wie der Heerschild geschlagen wird.
Nachdem er sich 1852 in Berlin niedergelassen, malte er im Kuppelsaal des Neuen Museums die Versöhnung Wittekinds mit Karl d. Gr. nach einem Entwurf von Kaulbach, dessen Art und Weise ihm auch in fernern monumentalen Malereien maßgebend war, z. B. in den vier stereochromisch ausgeführten Bildern aus dem Mythus des Herkules und Theseus im Portikus des Alten Museums, und wandte sich von jetzt an mehr der modernen Geschichte zu, aus der er im Anfang der 60er Jahre einige hübsche genreartige Darstellungen brachte, wie: Auszug ostpreußischer Landwehr, Vaterlandsliebe im Jahr 1813 (Nationalgallerie), Abschied des litauischen Landwehrmanns von seiner Geliebten, die mehr ¶
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Wärme und Innigkeit des Gefühls zeigen als seine eigentlichen historischen Bilder. Von 1862 an widmete er sich vorzugsweise dem Porträt, namentlich dem weiblichen, das den Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens bildet. Hierin stieg sein Ansehen von Jahr zu Jahr, bis die Aufträge dergestalt zunahmen, daß die Ausführung darunter litt. Auch in den 50er und den 70er Jahren machte er noch Reisen nach München und Paris, Wien und Oberitalien, London und Schottland und 1874 für längern Aufenthalt nach Rom. 1868 bis 1870 führte er drei große historische Kompositionen in der Aula der Universität zu Königsberg aus: Solon, Phidias und Demosthenes in bedeutsamen Momenten ihres Lebens, und andre sehr reizende allegorische Darstellungen im v. Tiele-Wincklerschen Haus in Berlin. 1879 hatte er auf der Berliner Ausstellung ein treffliches Venusbild. Er ist Professor und Mitglied der Akademie in Berlin.