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Bern den 9 Nov 1857.
Mein lieber Freund!
In Eile melde ich dir, daß nächsten Mittwoch die Brücke von Coblenz zur Verhandlung kommt. Die Militär Experten (Dufour u Suter) sagen: Die Badische Bahn bei Waldshut sey ganz ungefährlich, weil sie vom Schweiz: Ufer aus sehr leicht zerstört werden könne u so sey auch die Brücke, als Eisenbahnverbindung, ungefährlich; allein sie sey, wie jede solche Brücke, sehr leicht u schnell für Truppen u Kriegsfuhrwerke praktikabel zu machen u biete also in dieser Hinsicht Gefahr. – Das Departement beantragte nun, die Anlage der Brücke gut zu heißen unter der Bedingung:
1. Daß unter dem Brückenjoch auf der Schweizerseite eine Minenkammer u die Einrichtung zum raschen Unterbruch der Communication erstellt werde. –
2. daß in einem solchen Fall die Kosten der Wiederherstellung der Gesellschaft zur | Last fallen.
Es war nun die Rede davon, den 2t Satz fallen zu lassen, weil in solchen Fällen die Militärgesetze über den Kostenpunkt in Frage kommen. Allein es hieß, man habe bey St. Maurice, Delle, usw. gleiche Bedingungen gestellt. Um dieses näher zu untersuchen, wurde die Sache auf Mittwoch verschoben. Eine weitere Opposition gab sich nicht kund. –
Es hat mich sehr gefreut, daß du nach allen den miserablen Angriffen doppelt gewählt worden bist. Glücklicherweise hat das Volk mehr Verstand u weniger Leidenschaft, als einige verbißne Antibarone u Zeitungsschreiber. –
Der Landbote hat mich auch niederträchtig angegriffen u zwar mich allein, während in der fraglichen politischen Richtung der ganze Bun desrath immer einstimmig handelte. Darauf folgten dann lächerliche Lobhudeleien zu meinen Gunsten. Beydes ist mir gleich unangenehm –
Herzlich grüßend
Dein
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