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Wenn die Lernenden durch die eigene Reflexion die Relevanz des Übens erkennen, lernen sie gerne. Die Übungen sind spezifisch in vier Handlungsoptionen unterteilt: Zuspiel, Angriff, Verteidigung und Aufschlag. Sie sollen den Lernenden dabei helfen, notwendige Skills gezielt zu üben und sich anzueignen.
Zuspiel: Zuwerfen
Drei Spieler/-innen pro Netz. Spieler/-in A versucht aus verschiedenen Positionen den Ball an Spieler/-in B am Netz zuzuwerfen. Diese/-r fängt den Ball und wirft ihn anschliessend so auf das Netz, dass Spieler/-in C diesen möglichst nicht fangen kann.
Variation
- Explorativ verschiedene Zuwürfe/Flugkurven ausprobieren (Distanz, Höhe, Stärke)
schwieriger
- Den Ball nicht zuwerfen, sondern zupassen
Coaching-Tipps: Räume öffnen durch Zuspiele auf oder über das Netz, zuwerfen/zupassen von unten.
Zuspiel: Exploratives Passen
In 2er Gruppen werden unterschiedliche Passvarianten geübt. Die Spieler/-innen stehen sich dabei gegenüber. Folgende Zuspielvarianten sollen aufsteigend durchlaufen werden:
- überkopf
- unterkopf
- seitwärts
- rückwärts
Bei jeder Zuspielvariante erfolgt das Zuspiel zu Beginn mit der dominanten Hand. Dabei wirft sich der/die Zuspielende den Ball selbst auf und passt ihn zur anderen Person. Anschliessend können die Zuspielvarianten auf einen Zuwurf der Partner/-in erfolgen. Als zusätzliche Erschwerung die Zuspiele via Boden oder direkt aufeinander ausführen.
In einem weiteren Schritt erfolgen die Zuspiele mit der nicht-dominanten Hand. Wiederum zuerst durch selbst aufwerfen, dann durch einen Zuwurf der Partner/-in und als zusätzliche Erschwerung via Boden oder direkt aufeinanderfolgend.
Variationen
- Abstand (nah/weit), Flugkurve (hoch/flach)
- Spielerisch: Wer schafft die meisten Zuspiele?
Coaching-Tipps: Hand nicht zu fest anspannen (etwa so wie bei einem «High Five» oder Handschlag), mit der flachen Handinnenfläche den Ball treffen, aus den Beinen arbeiten (vgl. Volleyball).
Zuspiel: Passen in Bewegung
Zwei Spieler/-innen stellen sich auf die Grundpositionen (nebeneinander). Spieler/-in A simuliert eine Annahme und spielt den Ball hoch in Richtung des Netzes. Spieler/-in B (Fokus der Übung) versucht den Ball möglichst schön direkt über das Netz zu passen.
Variation
- «Streuung» der Annahme variieren, so dass Spieler/-in B sich mehr bewegen muss (Annahmen bis zu 2–3m neben das Netz).
Coaching-Tipps: Laufweg zum Ball, stabile Position bei Pass, Arm nahe am Körper für mehr Stabilität bei Pass unten.
Angriff: Schlagübungen
Gruppen à 3 Spieler/-innen üben verschiedene Angriffsvarianten. Spieler/-in A befindet sich dabei in Angriffsposition am Netz. Spieler/-in B befindet sich gegenüber auf der anderen Seite des Netzes. Spieler/-in C befindet sich im neunzig Grad Winkel in 2m Abstand zum/zur Spieler/-in in Angriffsposition.
- Stufe 1: In einem ersten Schritt liegt der Fokus auf Spieler/-in A. Dabei wirft sich Spieler/-in A den Ball selbst auf und schlägt diesen mit der Vorhand (10-15x) in Richtung Spieler/-in B. Spieler/-in B versucht diesen direkt anzunehmen oder zu fangen. Anschliessend wirft sie den Ball zurück zu Spieler/-in A. Spieler/-in C sammelt alle nicht angenommenen Bälle ein und spielt sie zu Spieler/-in A. Gleiche Übung wiederholen mit der Rückhand und der nicht-dominanten (Vor-)Hand. Spieler/-in B muss dabei die Seite wechseln, um die Angriffe mit der Rückhand und der nicht-dominanten (Vor-)Hand (je 10-15x) direkt anzunehmen oder fangen zu können.
- Stufe 2: In einem zweiten Schritt wird auch Spieler/-in C aktiv in die Übung involviert. Nun wirft nämlich Spieler/-in C Spieler/-in A den Ball zu. Spieler/-in C befindet sich dabei gegenüber Spieler/-in A auf der anderen Seite des Netzes. Danach gleicher Ablauf der Übung analog zur Stufe 1 (jeweils 10-15x Vorhand, Rückhand und nicht-dominante (Vor-)Hand).
- Stufe 3: In einem dritten Schritt spielt Spieler/-in C den Ball zu Spieler/-in A nun mit einem Zuspiel zu. Spieler/-in C befindet sich dabei wiederum gegenüber Spieler/-in A auf der anderen Seite des Netzes in einem Abstand von 1m.
Während allen Stufen fungieren Spieler/-innen B und C in dieser Übung zudem als Feedbackinstanzen und geben Spieler/-in A Rückmeldungen zu den Angriffsschlägen. Hat Spieler/-in A alle Stufen durchlaufen, rotieren die Rollen. Die Übung ist abgeschlossen, wenn alle jede Stufe in jeder Rolle durchlaufen haben.
Coaching-Tipps: Sicherer Stand nahe am Netz, Knie leicht gebeugt, Oberkörper nach vorne gebeugt (Knick in der Hüfte), seitliches schlagen durch Pendelbewegung des Arms, Arm ganz durchschwingen.
Angriff: Rund um die Uhr
Gruppen à 4 Spieler/-innen üben und festigen verschiedene Angriffsvarianten. Spieler/-in A befindet sich dabei in Angriffsposition am Netz. Die Spieler/-innen B, C und befinden sich in einem Abstand um das Netz verteilt. Sie werfen Spieler/-in A abwechselnd Bälle zu und geben ihr anhand der Uhrzeit eine Vorgabe, in welche Richtung diese den Ball schlagen soll (z. B. bei der Vorgabe 6 Uhr versucht die Person am Netz denn Ball nach hinten zu schlagen).
einfacher
- Der Ball kann zuerst auf dem Netz liegen, wobei Spieler/-in A den ruhenden Ball in alle Richtungen wegspielt.
Coaching-Tipps: Pass von unten und oben mit angepasster Flugkurve (nicht zu hoch und nicht zu flach).
Verteidigen: Body Block
- Stufe 1: 3er Gruppen trainieren mit verschiedenen Ansätzen das Blocken nahe am Netz. Spieler/-in B begibt sich dazu in die Blockposition/-haltung. Spieler/-in A positioniert sich am Netz in Angriffsposition und simuliert einen Angriff via Netz in Richtung der Spieler/-in B. Spieler/-in B versucht diesen Angriff mit dem Körper (Bauch, Arme, Hände, Beine, etc.) zu blocken, so dass der Ball im Spiel gehalten wird. Spieler/-in C versucht diesen Block zu antizipieren und den Ball wieder der Spieler/-in B zurück zu spielen. Spieler/-in B versucht nach erfolgreichem Block sofort in die Angriffsposition überzugehen und das Zuspiel von Spieler/-in C mit einem Angriff zu verwerten.
- Stufe 2: In einem weiteren Schritt erfolgt der Angriff von Spieler/-in A auf einen Zuwurf von Spieler/-in C. Ansonsten verläuft der Ablauf analog zur Stufe 1.
- Stufe 3: In einem dritten Schritt erfolgt der Angriff von Spieler/-in A auf ein Zuspiel von Spieler/-in C. Ansonsten verläuft der Ablauf analog zur Stufe 1.
Bemerkungen
- Auf allen Stufen kann der Ablauf unendlich weitergeführt werden, indem nach einem erfolgreichen Block und anschliessendem Gegenangriff von Spieler/-in B, Spieler/-in A wiederum versucht diesen Angriff zu antizipieren und zu blocken. C passt alternierend zu B und A.
- Die Rollen der Spieler/-innen wechseln nach 15 bis 20 Blockversuchen. Die Übung ist abgeschlossen, wenn alle Spielenden einmal die Rolle von Spieler/-in B auf allen Stufen eingenommen haben.
Coaching-Tipps
- Blockposition: So nahe am Netz wie möglich, in die Knie gehen und versuchen mit dem Oberkörper möglichst viel Fläche vor die Schlag- und Flugrichtung des Balls zu stellen.
- Nahe am Netz blocken, versuchen sich so gross wie möglich zu machen, Gewichtsverlagerung nach hinten mit dem Körper (nach hinten lehnen), damit der Ball möglichst nach oben abprallt. Arme während dem Blocken nach oben führen (zusätzliche Fläche), Körper in Richtung von Partner/-in ausrichten.
Aufschlag: Variationen
Zwei Spieler/-innen stehen auf den Grundpositionen einander gegenüber. Dabei versuchen sie diverse Aufschläge aus. Ziel der annehmenden Spielerin ist es, den Ball im Anspielkreis (2.10m) anzunehmen. Gelingt dies, oder es passiert ein Aufschlagsfehler, kriegt sie 1 Punkt. Kann sie den Ball nicht annehmen oder er geht nicht in den Kreis, kriegt die aufschlagende Spielerin A einen Punkt. Sieger wird, wer zuerst 7 Punkte hat. Danach werden die Rollen getauscht.
Variationen
- Frontal: Gute Aufschlagsvariante für Anfänger/-innen, da man den Ball und das Netz direkt im Blick hat. Der Ball wird ca. auf Gesichtshöhe hochgeworfen und mit einer frontalen Schlagbewegung auf das Netz gespielt.
- Seitwärts: Der Ball wird seitwärts geworfen und kann mit einem Ausfallschritt kombiniert werden. Durch den Schritt und den Winkel zwingt man die annehmende Person dazu, sich zu verschieben.
- Dropshot: Kann sowohl frontal als auch seitwärts ausgeführt werden. Der Bewegungsablauf ist der Gleiche, jedoch wird direkt vor der Ballberührung die Bewegung abrupt gebremst anstatt den Ball stark auf das Netz zu schlagen. So wird der Ball nur leicht touchiert und so möglichst kurz nach dem Netzkontakt am Boden landet.
einfacher
- Distanz zum Netz verringern.
Coaching-Tipps
- Für den Aufschlag: Ballwurf (nicht zu hoch), bei Schlagarm auf hohen Ellenbogen achten, Schlagablauf (Peitschenbewegung). Bei der Seitwärts-Variante soll unbedingt auch Kraft aus dem Rumpf und der Schulter erzeugt werden (Körperrotation).
- Die Spieler/-innen sollen sich nicht angewöhnen den Ball einfach auf das Netz zu legen, sondern versuchen, von Anfang an etwas Zug in den Aufschlag zu geben.