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Die Exelon plant, im November 2008 bei der amerikanischen Nuclear Regulatory Commission (NRC) ihr Gesuch um eine kombinierte Bau- und Betriebsbewilligung (Combined Construction and Operating License, COL) für ein Kernkraftwerk mit zwei Siedewassereinheiten des Typs ESBWR einzureichen. Sie rechnet mit Gesuchskosten von rund USD 23 Mio. (CHF 26 Mio.).
Der von der Exelon ausgewählte ESBWR ist als Reaktor der dritten Generation die evolutionäre Weiterentwicklung des in Ostasien erfolgreichen Advanced Boiling Water Reactor (ABWR) der General Electric (GE). Die thermische Leistung erreicht 4500 MW und die elektrische rund 1500 MW. Vom ABWR übernommen wurden die digitale Leittechnik, der modulare Aufbau, wichtige Grosskomponenten und die bewährten Materialien. Innovativ ist der Leistungsbetrieb mit Naturumlauf im Reaktorkern unter Verzicht auf Kühlmittelpumpen. Neu ist auch die weitgehende Verwendung passiver Sicherheitssysteme für die Nach- und Notkühlung des Reaktorkerns sowie des Containments. Dies vereinfacht die Konstruktion und führt nach Herstellerangaben zu tiefen spezifischen Bau- sowie günstigen Betriebs- und Instandhaltungskosten. Der auf 4,2% angereicherte Uranbrennstoff ist für einen Zweijahreszyklus ausgelegt. Die Auslegungslebensdauer des Gesamtsystems liegt bei 60 Jahren.
Drei weitere Unternehmen setzen auf den ESBWR
Der ESBWR ist in den USA für drei weitere Neubauprojekte ausgewählt worden. Die Dominion will noch in diesem Jahr bei der NRC ein Gesuch um eine COL für diesen Reaktortyp einreichen. Die NuStart Energy und die Entergy planen, ihre COL-Anträge im Jahr 2008 vorzulegen. Die NRC hatte den ESBWR Ende 2005 zur Zertifizierung zugelassen. Das Reaktorsystem ist zudem in mehreren anderen Ländern im Gespräch. Grossbritannien hat es zum neuen, Generic Design Assessment (GDA) genannten Vorlizenzierungsverfahren bereits zugelassen.
Quelle
M.A. nach Exelon, Pressemitteilung, 12. November 2007