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Die Heilsarmee war ab 1888 auf der Suche nach einem geeigneten Lokal um ein Korps, eine Gemeinde in Schaffhausen zu eröffnen. Die Suche war aber nicht sehr einfach, die Bevölkerung war skeptisch dieser neuen Organisation eingestellt. An der Verzweigung Fulachstrasse/Emmersbergstrasse konnte das Fulacherbürgli, eine burgähnliche Liegenschaft als Heimat für die Heilsarmee gefunden werden. Das Haus war jedoch im schlechten Zustand und die Renovationsarbeiten zogen sich dahin.
Nichtsdesto trotz wurden in der zweiten Oktoberhälfte des Jahres 1890 Kapitänin Alwine Stucky und Leutnantin Guldenmann mit dem Zug nach Schaffhausen gesandt. Noch am gleichen Tag hielten die beiden unter freiem Himmel in der Stadt Schaffhausen eine Freiversammlung. Dies natürlich vor den Augen eine halb belustigten, halb kopfschüttelnden aber sehr neugierigen Öffentlichkeit.
Die beiden Frauen fanden auf dem Ebnat eine Wohnung und konnten dort privat Versammlungen halten. Doch schon bald herrschte Platzmangel in der kleinen Wohnung. So war man froh, dass das Fulacherbürgli endlich einzugsbereit war.
Kapitänin Stucky schrieb:
"Wer ausharrt, wird gekrönt..Freundig dankend zogen wir am 18. Januar 1891 mit unseren Bekehrten ein. Einige Augenblicke weihten wir der Erinnerung an die herrlichen Stunden auf dem Ebnat, dann aber fühlten wir, dass es gelte, die wichtige Aufgabe, die vor uns liegt, zu lösen und dass wir, um weitere Siege zu gewinnen, mit grösserer Macht angetan werden müssen. Die Versammlung, von Adjutant Schwarz geleitet, war eine siegreiche und fünf Seelen weihten sich dem Herrn.
Etwa einen Monat später besuchte der Landesleiter der Schweiz, Kommisär Booth-Clibborn das "Bürgli" und im Mai 1891 war erstmals auch der Gründer und internationale Leiter der Heilsarmee, General William Booth in der Munotstadt zu Gast.
Im Jahre 1907 zog die Heilsarmee aus welchen Gründen auch immer in die Altstadt, genauer in den Schneidergang. Es scheint, dass dies nur als eine vorüberhegende Lösung gedacht war, denn schon 2 Jahre später bezog man im benachbarten Schönmaiengässchen eine neue Bleibe.
Gegen Ende der 20er Jahre kam die Idee, eine eigene Liegenschaft zu erwerben und man wurde schliesslich an der Baumgartenstrasse 7 fündig. Die ehemaligen Waagenfabrik Wäckerlin wurde umgebaut und ab dem Jahr 1928 die neue Heimat der Heilsarmee.
Die Heilsarmee kaufte im Jahr 1997 die Pauluskapelle von der Chrischona, renovierte diese, liess einen neuen Boden in den sehr hohen Saal einziehen und erhielt dadurch mehr Räume. Im Mai 1998 war alles bereit und man zog an den Tannerberg. Damit war die Aera Baumgartenstrasse nach genau 70 Jahren zu Ende.
Die Pauluskapelle war von nun an das Zentrum Tannerberg und die Heilsarmee hatte nun nicht nur neue und viel mehr Räume, es gab auch Platz für die soziale Tätigkeit.