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1748, die junge Witwe Julia de Haro überlebt die schweren Erdbeben in Sevilla, dieses Erlebnis lässt sie aufleben und endlich auch wieder an ihr eigenes Glück denken. Jung wurde sie mit einem alten Ehemann verbunden, zum Glück durfte sie ihre schwarze Haushälterin und Lebensfreundin Mamita Lula behalten. Eisern und streng führt sie die Druckerei und merkt nicht, dass der Druckermeister erwartet, dass sie ihn zum Manne nimmt, so wie es eigentlich in der Regel gehandhabt werden sollte. Julia verliebt sich zum ersten Mal im Leben richtig, in einen plötzlich dahergelaufenen geheimnisvollen Mann, Léon de Montenegro. Mutig fasst das Paar den Entschluss zu heiraten, bald ist Julia schwanger und sie bekommen einen kleinen Sohn, Abel. Léon liebt seine Familie aus ganzem Herzen, aber er ist Teil eines grossen Geheimplanes, ein Auserkorener, ein Mitglied eines alten Ordens, seine Berufung geht weit zurück in der Geschichte Sevillas; 500 Jahre zurück, in die Zeit des Königs Ferdinand III. von Kastilien.
Damals schlossen der maurische Herrscher Axataf und der König einen Pakt. Axataf musste sich ergeben und bat darum das Minarett der Moschee, genannt die Giralda, abreissen zu dürfen, damit nicht die Christen es in die Hände bekamen. Doch der König rettete das herrliche Bauwerk und es entstand die Abmachung, dass die beiden Herrscher mit ihrer Leidenschaft, dem Schachspiel darüber entscheiden würden, wer der wahre Besitzer der Giralda sei. Christen gegen Muslime, wer zuerst drei Siege erreicht sollte der Gewinner sein. Der Orden fungiert als Hüter dieses Pakts und ist in Bedrängnis, gefälschte Dokumente kursieren, aus welchen hervorgeht, dass die Muslime gewonnen haben sollen. Es gilt die echten Dokumente zu finden und die letzte grosse Partie zu spielen, und genau das soll Léon übernehmen. Doch die Suche gestaltet sich beschwerlich und das Leben hält schlimme Schicksalsschläge bereit für Julia und Léon. Léon kann seine Aufgabe in die Hände seines Sohnes Abel weitergeben und kann nur hoffen, dass Abel würdig siegen wird. Abel erlebt ähnlich wie sein Vater die Gespaltenheit zwischen dieser hohen Aufgabe und der innigen Liebe zu einer Frau. Wird er die letzte Partie spielen, oder ist die Zeit noch nicht reif?
Fazit
Dieser historische Roman ist ein herrliches Leseerlebnis. Man ist im alten Sevilla, steht mitten in der Kathedrale, lernt eine starke Frau und viele markante Protagonisten kennen, sowie das grosse Geheimnis um einen Pakt zwischen zwei Religionen. Grosse Liebesgeschichten, Religionskrieg, spannende historische Elemente, die Faszination des Schachspiels und die Spannung und Dramatik eines Krimis, das zeichnet diesen Roman aus.
Meine Wertung: 7/10
Nerea Riesco / Der Turm der Könige
Verlag: Scherz, Seiten: 519
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