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Diese Studie wird vom Lehrstuhl für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin der Technischen Universität München (Deutschland) durchgeführt und vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz finanziell unterstützt. In enger Kooperation wird diese Schulinterventionsstudie mit der Sportmedizin der Universität Basel (ISSW) durchgeführt:
Aktuelle Untersuchungen zeigen einen deutlichen Rückgang der körperlichen Aktivität bei Kindern und Jugendlichen und gleichzeitig einen besorgniserregenden Anstieg von übergewichtigen und adipösen Kindern in den letzten Jahren in Deutschland (www.kiggs.de). Damit verbunden finden sich auch bei Kindern gesundheitliche Veränderungen wie Bluthochdruck und Fettstoffwechselveränderungen, die mit subklinischen strukturelle und funktionelle Gefäßschädigungen einhergehen und ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen (Reinehr, Metabolism 2008; Sun, J.Pediatrics 2008). Diese werden primär durch ein erhöhtes abdominelles Fett verursacht.
Das Gefäßnetz des Augenhintergrundes ist mit einer Funduskamera darstellbar und ermöglicht die Untersuchung stoffwechselbedingter mikrozirkulatorischer Veränderungen. Das Verhältnis des Durchmessers der retinalen Arteriolen im Vergleich zu den Venolen (Arterio-venöse Ratio) ist ein sensibles Maß für Gefäßschäden (6). Bei adipösen Kindern kann bereits im Alter von 6 Jahren eine Veränderung der retinalen Gefäßkaliber nachgewiesen werden (Int J Obes (Lond). 2007 Oct;31(10):1527-33. Epub 2007 Jul 3. Taylor et al.). Zusammen mit erhöhten Entzündungswerten und veränderten Fettbotenstoffen (Adiponektin, Leptin) führen diese Veränderungen bei übergewichtigen Kindern zu messbaren Störungen der Gefäßfunktion. Die Gefäßfunktion kann durch die Messung der Pulswellengeschwindigkeit der großen Gefäße nicht-invasiv auch im Kindesalter standardisiert bestimmt werden. Studien zum Einfluss körperlicher Aktivität auf den Stoffwechsel und die Gefäßfunktion zeigen, daß eine rechtzeitige Intervention durch eine Steigerung der körperlichen Aktivität bei übergewichtigen Kindern zu einer deutlichen Reduzierung des Gesundheitsrisikos führen kann.
Ziel des Projektes ist es, die Kinder nachhaltig zu mehr körperlicher Aktivität in der Schule, in der Freizeit und im Alltag zu motivieren und damit ihre kardiometabolische Fittness zu verbessern. Es soll aufgezeigt werden mit welcher Effektivität gegen die Adipositas im Kindesalter und die damit assozierten Gefässveränderungen und Gesundheitsrisiken durch ein Interventionsprogramm vorgebeugt werden kann.