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Das Domkapitel der Kathedrale von Sitten ist eine Einrichtung des Bistums Sitten, deren Wurzeln bis mindestens ins elfte Jahrhundert zurückreichen.
Das Domkapitel setzt sich aus Priestern zusammen, die vom Bischof zu Domherren ernannt wurden. Seine wichtigste Aufgabe besteht darin, das Chorgebet in der Kathedrale wahrzunehmen. An der Spitze des Domkapitels steht der Domdekan, den die Domherren aus ihren Reihen wählen.
Die Domherren des ehrwürdigen Domkapitels von Sitten freuen sich, Sie hier begrüssen zu dürfen.
Das Domkapitel der Kathedrale von Sitten ist eine Einrichtung des Bistums Sitten, deren Wurzeln bis mindestens ins elfte Jahrhundert zurückreichen. Das Domkapitel setzt sich aus Priestern zusammen, die vom Bischof zu Domherren ernannt wurden. Seine wichtigste Aufgabe besteht darin, das Chorgebet in der Kathedrale wahrzunehmen. An der Spitze des Domkapitels steht der Domdekan, den die Domherren aus ihren Reihen wählen.
Stadt Sitten mit – (auf dem Hügel rechts) dem Schloss und der Basilika von Valeria – der alten Residenz des Domkapitels Sitten.
Während vieler Jahrhunderte wirkte das Domkapitel als Beratungsgremium des Bischofs. Diese Aufgabe nehmen nun andere Organe wahr: der Ordinariatsrat, der Priesterrat, der diözesane Seelsorgerat etc.
Aber auch heute noch ernennt der Bischof seine engsten Mitarbeiter zu Domherren.
Neben der Kathedrale auf Valeria entstand im 12. Jahrhundert unten in der Stadt Sitten eine zweite Kathedrale – Notre-Dame-du-Glarier. Von dieser Kirche ist nur noch der romanische Glockenturm erhalten geblieben. Chor und Kirchenschiff wurden im Verlauf der Jahrhunderte öfters zerstört und mussten neu aufgebaut werden. So wurde in den schweren Kämpfen des Bischofs Bonifaz von Challant gegen Savoyen zu Beginn des 14. Jahrhunderts die Kathedrale schwer beschädigt.
Als Graf Amadeus VI. von Savoyen am 3. November 1352 die Stadt Sitten eroberte und plünderte, wurde die Kathedrale ein Raub der Flammen. Der Wiederaufbau verzögerte sich, 1364 hatte die Kirche immer noch kein Dach. Am Fronleichnamsfest 1403 zerstörte wieder eine Feuersbrunst einen Teil der Kirche, wobei die Glocken schmolzen. Am 7. Oktober 1418 wurde die Kathedrale mit vielen weiteren Gebäuden der Stadt wiederum ein Raub der Flammen, als Witschard von Raron mit seinen Anhängern in Sitten eindrang.
Glockenturm
der Kathedrale
Das Domkapitel liess bis 1423 die Kirche für 1000 Goldgulden wieder decken. Doch die Mauern hatten durch das Feuer so sehr gelitten, dass sie einzustürzen drohten und zum Teil eingerissen werden mussten. Der Wiederaufbau verzögerte sich wegen Geldknappheit. Bischof Walter Supersaxo (1457-1482) bat in einem Rundschreiben Klerus und Volk um Spenden, damit der begonnene Wiederaufbau vollendet werden könne.
Unter Bischof Jost von Silenen (1482-1496) ging der Bau weiter, aber erst unter Bischof Nikolaus Schiner (1496-1499) konnte das Gewölbe des Schiffes eingebaut werden.
Der Chor wurde aber erst unter Kardinal Matthäus Schiner (1499-1522) vollendet. Die Kathedrale von Sitten ist die jüngste der mittelalterlichen Kathedralen der Schweiz. Unter Bischof Viktor Bieler (1919-1952) wurde der Chor der Kathedrale um zwei Joche verlängert.
Im rechten Seitenschiff der Kathedrale befindet sich das Grabmal von Bischof Andreas de Gualdo (1418-1437). Im rechten Querschiff öffnet sich die St. Barbara Kapelle, die Bischof Walter Supersaxo 1474 bauen liess. Der gotische Flügelaltar im Chor ist eine Stiftung von Kardinal Matthäus Schiner. Die Chorstühle aus der Zeit der Renaissance wurden 1622/23 von Michael Pfauw und seinen Gehilfen Philipp und Erhard geschnitzt.
Der Turm
Der romanische Turm der Kathedrale.
(Ende 12. oder Beginn
des 13. Jahrhunderts).
Das Portal
Das Portal führt zuunterst des Kirchturms in die Kathedrale. Oberhalb des Portals findet sich ein Gemälde, das in der Mitte die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind darstellt.
Links und rechts der Gottesmutter mit Kind sehen wir zwei Bischöfe gemeinsam mit knienden Wohltätern der Kathedrale.
Das Triptychon „Wurzel Jesse“
Der Hochaltar der Kathedrale stellt dar, wovon die Bibel in Jes 11,1 spricht. Hier wird der Messias als „Reis“ und „Schössling“ aus der Wurzel Isais angekündigt. Am Hochalter sehen wir Jesse am Boden liegend. Aus seinem Körper wächst der Baum empor, in dessen Spitze Maria und Christus erscheinen.
Der Hochaltar der Kathedrale
(Triptychon / älteste Teile Ende des 15. Jahrhunderts)
Die ursprünglichen Flügel befinden sich heute in der Barbara-Kapelle der Kathedrale.
Nicht zu vergessen…
Selbstverständlich lässt sich in der Kathedrale noch weiteres entdecken: Das Grab von Bischof André de Gualdo (1418 – 1437), das wertvolle Kruzifix oberhalb des Eingangs in die Barbara-Kapelle, die Seitenkapellen, die Glasfenster etc. Entdecken Sie diese Sehenswürdigkeiten anlässlich eines Besuches der Kathedrale.
Das Domkapitel der Kathedrale von Sitten ist eine Gemeinschaft von Diözesanpriestern und wird 1043 erstmals erwähnt. Es hat den Gottesdienst in der Kathedrale feierlich zu gestalten und wirkte früher als Beratungsgremium des Bischof. Die Domherren führten ursprünglich ein gemeinsames Leben, aber spätestens in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts hörte das Gemeinschaftsleben auf. Zwar blieb der gemeinsame Tisch bei gewissen Gelegenheiten bestehen, die Kanoniker aber bezogen eigene Häuser. Im gleichen Jahrhundert entstanden auch die Kapitelsämter: Dekan von Valeria, Dekan von Sitten, Sakristan und Kantor. Diese vier Dignitäten, wie sie genannt wurden, und die meisten anderen Domherren residierten bis zum Ende des 18. Jahrhunderts auf Valeria. Nur vier Domherren wohnten in der Stadt, um in der Bischofskirche den Gottesdienst zu feiern.
Die Zahl der Domherrenpfründe schwankte 1275 bis 1500 zwischen 16 und 35. Im 18. Jahrhundert sank die Zahl auf zwölf, heute sind es noch zehn. Im 13. Jahrhundert konnten sich die Walliser mehr als die Hälfte der Domherrenpfründe sichern, der Rest setzte sich aus Savoyern, Franzosen und Aostatalern zusammen. Im 14. Jahrhundert sank der Anteil der Walliser rapid und betrug noch ungefähr einen Siebentel.
Armoiries
Wappen des Domkapitels Sitten
Im 13./14. Jahrhunderten stammten die meisten Domherren aus adeligen Familien, dann nahm die Zahl aus den Kreisen der Bürgerlichen und Bauern immer mehr zu. Im 15. Jahrhundert gelang es den Oberwallisern, unter Zuzug von mehr als einem Dutzend Kandidaten aus deutschsprachigen Ländern, die Mehrheit im Domkapitel zu erlangen.
Im Lauf der Zeit erwarb sich das Domkapitel einen reichen Grundbesitz, erlangte in verschiedenen Gebieten Gerichtsbarkeiten und zahlreiche Patronatsrechte. Im 12. Jahrhundert übertrug der Bischof dem Domkapitel das Kanzleirecht als Lehen, das heisst die Befugnis, das öffentliche Urkundenwesen zu regeln und die Notare zu ernennen. Das wichtigste Recht des Domkapitels war das Recht, den Bischof zu wählen. Im Domkapitel sassen zu allen Zeiten viele Herren mit beachtlicher Bildung. Seit der Mitte des 13. bis Ende des 15. Jahrhunderts sassen zahlreiche Juristen im Domkapitel, zwei waren Professoren an der Universität Turin und zwei waren Ärzte. Zur Zeit von Kardinal Schiner waren 3 Domherren Baccelaurei der Rechte, 1 Lizentiat der Rechte, 9 Doktoren der Rechte, je ein Baccelaureus und ein Doktor der Theologie und 8 Magister der freien Künste. An der Universität Freiburg im Breisgau studierten zwischen 1523 und 1546 zwölf Walliser, die später Domherren von Sitten wurden, in Dillingen waren es zwischen 1613 und 1688 acht. Von den 109 Walliser Studenten in Wien, 1649-1783, gelangten 15 ins Domkapitel.
Pfarrer Josef Lambrigger
Die Strukturen
Das Domkapitel ist eine juristische Person öffentlichen Rechts (sowohl zivil- als auch kirchenrechtlich). Das Domkapitel nimmt sowohl in der Kathedrale als auch in der Basilika von Valeria liturgische Funktionen war. Zudem übernimmt es Aufgaben, die ihm vom Recht oder vom Diözesanbischof übertragen werden. Von den zehn Domherrensitzen sind gegenwärtig acht besetzt.
Die Organe des Domkapitels sind: Der Dekan, das Büro (Dekan, Sekretär und Prokurator), die Kalenden (Generalversammlung des Kapitels).
Die Funktionen
Der Domdekan
Der Dekan steht dem Domkapitel vor. Er wird jeweils für fünf Jahre gewählt. Die Wahl muss vom Bischof bestätigt werden (can. 509 § 1 / CIC 1983). Er kann einmal wiedergewählt werden. Der Domdekan beruft die Sitzungen ein und leitet sie. Er bewahrt das Siegel des Kapitels auf. Er hat gemeinsam mit dem Sekretär oder dem Prokurator die Unterschriftsberechtigung für das Domkapitel. Es gehört zu seinen Aufgaben, über die Einhaltung der Statuten zu wachen.
Der Sekretär verfasst die Protokolle und ist der Stellvertreter des Dekans bei dessen Abwesenheit.
Der Procurator ist der Kassier und der Buchhalter des Domkapitels. Der Gestor bonorum kümmert sich um die Immobilienverwaltung. Der Fabricator ist verantwortlich für die Kirchen und Kapellen sowie für die liturgischen Gegenstände. Der Archivar kümmert sich um das Archiv des Domkapitels. Der Kaplan von Valeria.
Domherr Richard Lehner
Geboren 1964, zum Priester geweiht 1990.
Domherr seit 2010. Domdekan seit 2014 Aufgabe in der Bistumsleitung:
Generalvikar (mit besonderer Verantwortung für den deutschsprachigen Teil des Bistums).
Domherr Pierre-Yves MaillardGeboren 1969, zum Priester geweiht 2003.
Domherr seit 2014. Aufgabe in der Bistumsleitung: Generalvikar (mit besonderer Verantwortung für den französischsprachigen Teil des Bistums).
Domherr Stefan Margelist
Geboren 1962, zum Priester geweiht 1988.
Domherr seit 2004. Gestor bonorum Aufgabe in der Bistumsleitung:
Gerichtsvikar (Offizial), Bischofsvikar
Domherr Josef Sarbach
Geboren 1933, zum Priester geweiht 1961.
Domherr seit 2008.
Archivar.
Domherr Bernard De Chastonay
Geboren 1949, zum Priester geweiht 1979.
Domherr seit 2017
Domherr Jean-Pierre Lugon
Geboren 1941, zum Priester geweiht 1975.
Domherr seit 2017
Domherr Lionel Girard
Geboren 1966, zum Priester geweiht 2016.
Domherr seit 2019
Domherr Charles Affentranger
Geboren 1954, zum Priester geweiht 1983.
Domherr seit 2019
Chorkleidung
Das liturgische Gewand der Domherren für das Stundengebet besteht aus einer Soutane, dem weissen Chorrock und dem karmesinroten kurzen Schulterumhang. Durch ein päpstliches Indult vom 7. Juli 1920 haben die Domherren der Kathedrale von Sitten das Privileg erhalten, ein vergoldetes Brustkreuz an einem violetten Band zu tragen. Dieses Privileg erhielten die Domherren vom Papst zum Dank dafür, dass sie auf ihr Recht verzichteten, drei Kandidaten für den Bischofssitz von Sitten vorzuschlagen.
Die Basilikaund das Schloss von Valeria liegen auf einem der beiden Hügel, die die Stadt Sitten überragen. Valeria ist ehemalige Residenz des Domkapitels.
Die Basilika von Valeria
Es wird vermutet, dass auf Valeria schon die Kelten ein Heiligtum hatten. Den Namen Valeria soll der Hügel zu Ehren von Valeriana, der Mutter des römischen Stadtpräfekten Titus Campanius Priscus Maximianus erhalten haben, der im Jahr 43 n. Chr. bezeugt ist. Der Name Valeria erscheint 1049 erstmals in einem Dokument als Residenz des Domkapitels.
Die ältesten Teile der Burgkirche von Valeria im hochromanischen Stil entstanden in den Jahren 1100 bis 1130. Nach 1130 baute man über der halbkreisförmigen Apsis polygonale (mehreckige) Fenstergeschosse und begann die Kirche über den Pfeilern mit einer Steintonne zu überwölben. Im 13. Jahrhundert erhielt das Chor ein gotisches Rippengewölbe und zwischen 1235 und 1267 versah man das Langhaus und die zwei Seitenschiffe nach dem Vorbild der Kathedrale von Lausanne mit einem Kreuzgurtengewölbe. Zum Abschluss dieser Bauperiode wurde ein Lettner eingebaut, der den Chorraum für die Geistlichkeit vom Schiff für die Laien trennt. Die Ausstattung der Valeriakirche widerspiegelt die Frömmigkeitsideale im Verlauf der Jahrhunderte. Zu „Unserer Lieben Frau von Valeria“ kamen Pilger aus dem ganzen Bistum. Das Gnadenbild, eine gotische Marmorstatue der Madonna mit dem Jesuskind aus dem Beginn des 15. Jahrhunderts, steht heute noch über dem Hochaltar.
Als die Kathedrale „Notre-Dame-du-Glarier“ unten in der Stadt an Bedeutung gewann, konzentrierte sich die Verehrung der Gottesmutter Maria immer mehr auf diese Bischofskirche, und auf Valeria wurde die hl. Katharina von Alexandrien, die zweite Patronin des Wallis, besonders verehrt. In der Mitte des 15. Jahrhunderts wurden die Chorwände mit den Bildern der Propheten und Apostel und der Landesheiligen geschmückt.
Die Kapelle des hl. Königs Sigismund erinnert an die Gründung der Abtei St-Maurice. Der Altar des hl. Karl d. Gr. erinnert an die Zeit, als die Bischöfe von Sitten ihre Herrschaftsrechte über das Wallis irrtümlicherweise auf eine Schenkung Kaiser Karl d. Gr. (768-814) an Bischof Theodul (2. Hälfte des 4. Jh.) zurückführten.
Erwähnenswert in der Valeriakirche sind u.a. auch die Chorstühle aus der Mitte des 17. Jahrhunderts und die älteste spielbare Orgel der Welt von 1435. Die Kirche von Valeria wurde 1987 von Papst Johannes Paul II. mit dem Ehrentitel „Basilika“ ausgezeichnet.
Wer sich während der Sommermonate einer Führung anschliesst, hat die Möglichkeit, auch den Chorraum zu besichtigen, der ansonsten nur für die Gottesdienste geöffnet wird.
Seit einigen Jahren vermietet das Domkapitel das Schloss auf Valeria dem Staat Wallis. Schritt für Schritt wird das Schloss restauriert und das dort heute bereits bestehende Kantonale Historische Museum ausgebaut. Die Basilika bleibt als Ort der Liturgie bestehen. Das Museum ist ausser montags täglich geöffnet.
Siehe auch: Schweizer Schlösser
(mit mehreren Fotos / Bildlegenden in französischer Sprache).
Domherr Josef Sarbach
Archiv des Domkapitels Sitten (ACS)
Place de la Cathédrale 1
CH – 1950 Sitten
Lage
Das Archiv des Domkapitels befindet sich in den Räumlichkeiten des Staatsarchivs.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Frau Chantal Ammann, Paläographin.
Das Domkapitel hat mit Frau Chantal Ammann eine ausgebildete Paläographin (Abschluss in Handschriftenkunde) im Teilamt angestellt, die sich um das Archiv kümmert.
Siehe auch: Mediathek (französisch). Es wird darum gebeten, die Anfragen zum Besuch des Archivs per Mail zu senden. Mail: <email-pii>.
Archivbestand
Schon sehr früh hat das Domkapitel von Sitten den religiösen, administrativen, juristischen und kulturellen Wert seines Archivs erkannt. Das Archiv des Domkapitels war zu Beginn im Schloss auf Valeria untergebracht. Die Dokumente wurden aufbewahrt in einem Lokal, das an die Kirche grenzt sowie in Kisten, die vor den Altären standen. Später wurde das Archiv hinunter in die Stadt verlegt, 1958 in ein neues Haus des Domkapitels, um den Forschern den Zugang zu diesen wertvollen historischen Quellen zu erleichtern. Seit 1992 befindet sich das Archiv des Domkapitels im Südflügel des Bischofshauses, nordöstlich des Platzes „Planta“. Im Gegensatz zum Archiv des Bistums, das im Jahre 1788 beim Brand der Stadt Sitten vollständig zerstört wurde, blieb das Archiv des Domkapitels (damals auf Valeria) unversehrt und bildet auch heute noch eine äusserst reichhaltige Quelle für die Forschung. Im Archiv des Domkapitels finden sich Dokumente im Zusammenhang mit den verschiedenen Funktionen der Domherren:
1. Die geistliche Funktionen der Domherren
a) Die Manuskripte: 121 Manuskripte vom 9. bis zum 16. Jahrhundert. Ein Inventar der liturgischne Manuskripte findet sich in: Iter Helveticum, t. 3: „Die liturgischen Handschriften des Kapitelsarchivs in Sitten“, J. Leisibach, Fribourg, 1979 (Spicilegii friburgensis subsidia 17)
Ein Inventar der juristischen Manuskripte findet sich in: S. Stelling-Michaud, „Catalogue des manuscrits juridiques (droit canon et droit romain) de la fin du XIIe au XIVe siècle conservés en Suisse“, Genève, 1954.
b) Inkunabeln: Das Archiv verfügt über eine beachtliche Sammlung von Inkunabeln und Post-Inkunabeln (Inc 1 bis Inc 88) sowie über eine Reihe von liturgischen, theologischen, rechtlichen und geschichtlichen Werken aus dem 16. bis zum 19. Jahrhundert (AJ 1 bis AJ 215).
Siehe: http://hhch.eurospider.com/digital_library/index.html (Handbuch der historischen Buchbestände der Schweiz).
2. Die wirtschaftlichen und administrativen Funktionen der Domherren
a) Kalenden oder Protokolle der Versammlungen des Domkapitels. Seit Beginn des 16. Jahrhunderts werden sie gesammelt. Bis 1986 sind 40 Bände vorhanden.
b) Buchhaltung
1. Métralie: 2 Register (1-2) und 38 Dossiers (3-40), 1338-1885
2. Jahrzeiten: 13 Dossiers (1-13), von 1373 bis zum 19. Jahrhundert.
3. Kirchenfabrik Valeria und Sitten: 9 Dossiers (14-22), 1366-1831
4. Allgemeines: 7 Dossiers 823-299, 1648-1848
5. Computus varii: 2 Schachteln und 32 Dossiers, 14. bis 16. Jahrhundert. (Inventar auf Karteikarten erstellt durch J. Leisibach)
c) Schuldscheine: 338 Bände, vom 12. bis zum 19. Jahrhundert.
1. Für das Domkapitel
2. Für die Präbenden
3. Für die Métralie
4. Für die grossen Jahrzeiten
5. Für die Altäre und die Kapellen
6. Für die Bruderschaften des Heiligen Geistes
7. Für die Grundherren
8. Für die Kirchen
BackInventar auf Karteikarten
4. Ausübung des Kanzleirechtes (Befugnis, das öffentliche Urkundenwesen zu regeln und die Notare zu ernennen)
Die Akte der Notare: vom Ende des 13. Jahrhunderts bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts:
a) Serie A: 337 gebundene Sammlungen
b) Serie B: 197 nicht gebundene Sammlungen
* Vgl. hierzu: R.-H. Bautier, J. Sornay, „Les sources de l’histoire économique et sociale du moyen âge“ 1/2, Archives ecclésiastique, communales et notariales, Archives des marchands et des particuliers, Paris, 1971, S. 1357-1369.
* Vgl hierzu die Beschreibung der Kanzlei und der Akte der Notare in: Ch. Ammann-Doubliez, „Esquisse d’une histoire notariale du diocèse de Sion au Moyen Age: sources et problématique“, in: Vallesia, XLVI, 1991, S. 169-204.
5. Jurisdiktionsfunktionen der Domherren
Judicialia 1338-1894, 1 Schachtel (Pg, 1-35) et 27 Dossiers, 1338-1894
Inventar auf Karteikarten
6. Urkundensammlung (Mittelalter bis zur Gegenwart)
a) Reihe genannt: „DES TIROIRS“, 1-101 / 11. bis 20. Jahrhundert, ca. 3000 Nummern. Handgeschriebenes Inventar erstellt vom Domherrn P.-A. Grena
b) Reihe genannt: „DES THÈQUES“, 1-118 / 11. bis 20. Jahrhundert, ca. 11000 Nummern. Inventar auf Karteikarten hauptsächlich erstellt durch D. Imesch und J. Fournier.
c) Reihe genannt: „DU BAHUT“, 1-49 (grossformatige Dokumente) / 13. bis 18. Jahrhundert. Inventar auf Karteikarten.
Literatur (Übersicht)
– Helvetia sacra, I/5, „Le diocèse de Sion, l’archidiocèse de Tarentaise“, Bâle 2001.
– F. Huot, „L’Ordinaire de Sion: étude sur sa transmission manuscrite, son cadre historique et sa liturgie“, Fribourg, 1973 (Spicilegium Friburgense 18). Hier findet sich eine ausgezeichnete Einführung zur Geschichte des Domkapitels von Sitten.
– J. Leisibach, „Schreibstätten der Diözese Sitten“, Genève, 1973 (Scriptoria medii aevi helvetica 13).
– J. Leisibach, A. Jörger, „Livres sédunois du moyen âge. Enluminures et miniatures. Trésors de la bibliothèque du Chapitre de Sion“, Sion, 1985 (Sedunum nostrum 10).
– P. Rück, „Das Archiv des Domkapitels von Sitten“, in: Revue d’histoire ecclésiastique suisse, 65, 1971, p. 114-120. Hier findet sich eine immer noch aktuelle und präzise Beschreibung des Archivs des Domkapitels.