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Die Naturgewalten sind überall auf dieser Erde anzutreffen, ob sie nun hausgemacht sind oder nicht, – sie stellen eine Gefahr für das menschliches Dasein und deren Existenz dar. In der Schweiz drohen Lawinen, Bergstürze, Hangrutschungen – anderes mehr – und auch Überschwemmungen den Lebensraum und dessen Bewohner zu zerstören. Lawinen- und Bach-Verbauungen, Betonwände, Gallerien und weitere Sicherheitsvorkehrungen sollen uns vor diesen Gefahren schützen.
Nachstehende Fotografie zeigt das sich in der Nähe von St. Antöninen befindende 2412 m hohe Chüenihorn. Der Berg gehört zu einer Gebirgsgruppe der Ostalpen, welche unter dem Namen Rätikon bekannt ist. Gut zu erkennen sind die Lawinenverbauungen.
Eine stetige Bedrohung kennen die Niederlande – sie werden von den Fluten der Nordsee, dessen Wasserspiegel zudem stetig steigt, gezwungen durch riesige Bauwerke ihr Land zu schützen. Die parlamentarische Monarchie im Nordwesten Europas und Teil des Königreichs der Niederlande liegt ungefähr zur Hälfte weniger als einen Meter über und rund ein Viertel sogar unterhalb des in Amsterdam gemessenen Meersespiegels (Normaler Amsterdamer Pegel). Etwa ein Fünftel der Fläche des Landes ist mit Wasser bedeckt. Um die flachen Gebiete vor den Fluten zu schützen haben die Niederländer Deiche in einer Gesamtlänge von über 3000 km erstellt. Durch den Bau der Deiche wurde dem Meer auch meist neues Festland abgewonnen.
Das Bild unten zeigt das Maeslantwehr, welches am 10. Mai 1997 von Königin Beatrix offiziell eingeweiht wurde. Das aus zwei gebogenen Stahltoren bestehende Wehr wird bei allfälligen Stürmen geschlossen und würde Rotterdamm vor den Fluten der Nordsee schützen. [Nach anklicken des Bildes wird ein Video gezeigt.]
Vor 80 Jahren, am 28. Mai 1932 um 13.02 Uhr wurde er fertig – der 32 km lange Abschlussdeich. Über den 90 Meter breiten Deich mit einer Scheitelhöhe von durchschnittlich sieben Metern führt die vierspurige Autobahn »Rijksweg 7« und ein Fuss- und Veloweg. Etwa in der Mitte des Bauwerkes, in dem mit vier Menschen bewohnten Breezanddijk, lädt ein Monument mit Tankstelle und Aussichtsturm zu einer Pause ein. Hat sich jemand mit seinem Motorfahrzeug verfahren, kann an dieser Stelle gewendet werden. Das wird wohl eine Ausnahme sein, denn die Fahrt von Den Oever über den Deich ist nicht nur aus technischen Aspekten faszinierend, sondern es ist ein Traum über den schmalen Streifen, der die Nordsee vom entstandenen IJsselmeer trennt, die Sicht – wie von einem Schiff aus – nach links und rechts auf die weiten Gewässer zu geniessen.
Zirka in der Mitte des Abschlussdeiches befindet sich eine Raststätte. Gut zu erkennen ist die vierspurige Autobahn, die über den Deich führt. Das Foto zeigt von Süd nach Nordost: links befindet sich die Nordsee und rechts der Binnensee mit dem Namen IJsselmeer – ein Süsswassersee, der vor allem vom gleichnamigen Fluss gespiesen wird. Um das Überwasser in die Nordsee abfliessen zu lassen, befinden sich entlang des Deichs zwei zwölf Meter breite Ablassschleusen.
Mit dem Bau des Afsluitdijk, wie der Deich in niederländischer Sprache heisst, wurde, nachdem die ersten Ideen für dessen Erstellung bereits im 17. Jahrhundert vorhanden waren, im Jahr 1927 begonnen. Tausende von arbeitslosen Menschen fanden beim Bau dieses Werkes eine vernünftige und sinnvolle Beschäftigung. Durch den Bau des Abschlussdeiches konnte nicht nur den Fluten aus der Nordsee entgegengesetzt werden, es wurde durch Einpolderung auch Land gewonnen und der einstige Zuiderzee – Teil des Wattenmeers der Nordsse – konnte zu einem Süsswassersee umfunktioniert werden.
Um die Angriffsmöglichkeit fremder Staaten auf ihr eigenses Land zu verhindern – oder immerhin zu erschweren – sind im Deich zwei Festungen – an den Orten der Abflussschleuesen – eingebaut. Im »Zweiten Weltkrieg« konnten sie ihren Nutzen zeigen, als die »Deutsche Wehrmacht«, trotz ihrer Übermacht, bis zur Kapitulation an diesen Stellen keinen Zugang in die Niederlande schaffen konnte. – Und wenn dann die Fahrt weitergeht, sich der Deich dem Ende nähert, ist man vielleicht überrascht eine kleine Ortschaft, die als Teil der Gemeinde Súdwest-Fryslân den Namen »Zurich« trägt, anzutreffen.
Obenstehende Abbildung zeigt das Wappen von Zurich, dem kleinen Ortsteil der Gemeinde Súdwest-Fryslàn in der niederländischen Provinz Friesland. [Durch klicken auf das Wappen, können Bilder des malerischen Dörfchens angesehen werden.]
Zurich, das schmucke Dorf, welches direkt am Deich liegt, hat gerademal etwa 200 Einwohner. Die kleine Dorfkirche, das einzige Restaurant und die Bank sind umgeben von malerischen, niedrigen Einfamilienhäusern. Doch das idyllische Zurich verfügt – etwas ausserhalb des ruhigen Dorfkerns – auch über einen grossen Campingplatz und – direkt am IJselmeer liegende – einladende Wassersportanlagen.