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<h2>SubmittedText<h2><p>Seit fast zehn Jahren kennt die Schweiz Fachmittel- und Fachmaturitätsschulen, die an die Stelle der früheren Diplommittelschulen getreten sind. Neu geregelt wurde auch die Berufsmaturität.</p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Hält er die seither erreichte Anerkennung dieser Abschlüsse im Ausland, insbesondere in den umliegenden Staaten, für ausreichend?</p><p>2. Welche Möglichkeiten hat er, um im Ausland auf eine breitere Anerkennung insbesondere von Berufs- und Fachmaturitätsabschlüssen hinzuwirken? Wie nimmt er diese wahr?</p><p>3. Benötigt es nach seiner Meinung zusätzliche Massnahmen für eine breitere oder auch nur raschere Anerkennung von solchen Abschlüssen für einen idealerweise barrierefreien Zugang zu ausländischen Fachhochschulen?</p><p>4. Welche Bedeutung misst er der Erfahrung zu, die Absolventinnen und Absolventen solcher Abschlüsse an ausländischen Fachhochschulen gewinnen können?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In seiner internationalen Strategie im Bereich Bildung, Forschung und Innovation vom 30. Juni 2010 hat sich der Bundesrat zum Ziel gesetzt, die internationale Mobilität sowie die Anerkennung der Abschlüsse zu fördern. In diesem Sinne teilt der Bundesrat das Anliegen der Interpellantin, die internationale Bildungsmobilität zu erleichtern.</p><p>Der Zugang zum Hochschulbereich wird in Europa grundsätzlich über das Übereinkommen über die Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich in der europäischen Region (Lissabonner Konvention; SR 0.414.8) geregelt. Praktisch alle europäischen Staaten inklusive der Schweiz sind der Lissabonner Konvention beigetreten. Grundidee des Übereinkommens ist es, Personen mit einem Abschluss, der im Herkunftsland den Zugang zu definierten Hochschulen eröffnet, auch den Zugang zu den entsprechenden Hochschulen jener Staaten zu ermöglichen, welche die Lissabonner Konvention ratifiziert haben. Über die konkrete Zulassung und die Anrechnung erbrachter Studien- und Prüfungsleistungen entscheiden jeweils die aufnehmenden Hochschulen autonom. Dabei sind die nationalen Zugangsbestimmungen für Hochschulen ausschlaggebend. In der Schweiz ermöglicht ein eidgenössisches Berufsmaturitätszeugnis (BMZ) den prüfungsfreien Zugang zu allen Fachhochschulen. Inhaberinnen und Inhaber eines BMZ können ebenfalls an einer universitären Hochschule studieren, sofern sie die Ergänzungsprüfung (Passerelle) bestanden haben. Ein durch die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) anerkanntes Fachmaturitätszeugnis (FMZ) ermöglicht in den Bereichen Gesundheit, Soziales, Pädagogik, Kommunikation und Information (angewandte Linguistik), Gestaltung und Kunst, Musik und Theater sowie angewandte Psychologie in der Regel den prüfungsfreien Zugang zu einer Fachhochschule.</p><p>Vor diesem Hintergrund beantwortet der Bundesrat die Fragen der Interpellantin wie folgt:</p><p>1. Was die Anerkennung des eidgenössischen BMZ und des durch die EDK anerkannten FMZ betrifft, sieht der Bundesrat einen gewissen Handlungsbedarf, insbesondere hinsichtlich der Information gegenüber dem Ausland.</p><p>2./3. Bei Staaten, die der Lissabonner Konvention beigetreten sind, kann die Schweiz im Rahmen bilateraler Gespräche mit den nationalen Behörden auf die Umsetzung der Konvention hinwirken und beispielsweise verlangen, dass Schweizer Abschlüsse in den entsprechenden Datenbanken aufgenommen werden. In diesem Sinn hat das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) zusammen mit der EDK die Diskussion mit den zuständigen deutschen Behörden aufgenommen; Ziel ist es, den Zugang zu deutschen Hochschulen zu verbessern und generell eine breitere Anerkennung der obengenannten Abschlüsse zu erreichen. Das SBFI prüft derzeit, ob ähnliche Schritte in weiteren Staaten unternommen werden müssten.</p><p>Um in anderen Ländern das Verständnis für unsere Abschlüsse zu erhöhen, informieren Bund und Kantone ferner im Rahmen ihrer zahlreichen Kontakte auf allen Ebenen über das schweizerische Bildungssystem, über dessen hohe Durchlässigkeit sowie über die Vielfalt der existierenden Angebote.</p><p>4. Der Bundesrat erachtet die nationale und internationale Mobilität während und nach der Ausbildung als wichtigen Beitrag zur Erweiterung nicht nur der fachlichen und sozialen, sondern auch der interkulturellen Kompetenzen.</p>  Antwort des Bundesrates.