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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Siebtes Buch
30. Nutzen der Vergleiche.
Wie ich schon sagte, dienen diese Vergleiche nur zur Erleichterung der Glaubenserkenntnis, sind aber nicht der Würde Gottes angemessen, damit wir leichter die Erkenntnis der unsichtbaren Dinge aus den körperhaften gewännen, sicherlich aber nicht, damit ein vergleichendes Beispiel irgendwie dem Wesen Gottes ein Genüge tue; denn es ist doch würdig und recht, dem Selbstzeugnis Gottes Glauben zu schenken.
Aber der ungläubige Wahn verwirrte den Glauben derer, die allzu einfältig waren, (durch die Behauptung,) das Schwierige dürfe man von Gott nicht glauben, wenn es nicht durch einen körperhaften Vergleich erkennbar gemacht werde. Schon vorher haben wir das Wort des Herrn angeführt: „Was vom Fleisch geboren wird, ist Fleisch, was aber vom Geist stammt, das ist Geist.”1 [S. 372] Weil aber Gott Geist ist, deswegen haben wir es für nützlich erachtet, diese Beispiele als Vergleiche in diesem Sinne einzuflechten, damit er nicht mit seinem Selbstbekenntnis in den Verdacht der Lüge käme, wenn einige sinnlich-faßbare Vergleiche körperlicher Dinge die Erkenntnis der göttlichen Lehre in etwa erleichtern sollten.
1: Joh. 3, 6.