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Konjunkturabhängigkeit von Mindestlohneffekten
finanziert durch WWZ Förderverein
Sowohl in der ökonomischen Theorie als auch innerhalb der empirischen Literatur sind die tatsächlichen Effekte von Mindestlöhnen aufgrund widersprüchlicher Vorhersagen und unterschiedlicher Schätzergebnisse noch immer unklar. Einige Studien legen einen positiven Zusammenhang zwischen der Einführung von Mindestlöhnen und Arbeitslosigkeit nahe, andere Untersuchungen finden wiederum keine oder sogar leicht positive Auswirkungen auf die Beschäftigung. Eine Erklärung der Vielfalt unterschiedlicher empirischer Ergebnisse fehlt bislang. Zwei Studien von Hyslop und Stillmann (2007, 2011) für Neuseeland legen jedoch nahe, dass unterschiedliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu unterschiedlichen Wirkungen von Mindestlöhnen führen. Diese Studien verwenden dieselben Daten und die gleiche Methodik zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten. Für die erste Periode mit relativ guten ökonomischen Bedingungen finden sie keine nennenswerten negativen Beschäftigungseffekte. Für die zweite Analyse, welche Daten während einer Rezession verwendet, finden sie dagegen substanzielle negative Effekte. Da sich die bisherigen Studien auf unterschiedliche Länder und unterschiedliche Zeitpunkte und daher unterschiedliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen beziehen, könnte dies eine mögliche Erklärung für die grosse Variabilität der bisherigen Schätzergebnisse sein. Je nachdem, unter welchen ökonomischen Bedingungen Mindestlohneffekte untersucht werden, können sich also unterschiedliche Ergebnisse abzeichnen. Um negative Effekte von Mindestlöhnen vermeiden zu können, ist es deshalb notwendig den Zusammenhang dieser beiden Elemente genauer zu untersuchen. Das Ziel des Projekts besteht darin, die Effekte von Mindestlöhnen in Abhängigkeit der ökonomischen Rahmenbedingungen und Mindestlohnhöhe zu untersuchen. Dabei wird sowohl das Nachfrageverhalten der Arbeitgeber als auch das Angebotsverhalten der Arbeitnehmer untersucht. Das Projekt knüpft direkt an die unten aufgeführten Arbeiten von Hyslop und Stillmann (2007, 2011) an und wird gemeinschaftlich mit den beiden Autoren durchgeführt. Die Neuseeländischen Daten von Hyslop und Stillmann (2007, 2011) ermöglichen es Mindestlohneffekte über mehr als 10 Jahre zu analysieren. In diesem Zeitraum variieren sowohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch die Höhe der Mindestlöhne aufgrund gesetzlicher Regelungen.