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“In den Bergregionen haben wir drei Industrien in Not”, sagte Züllig im Interview mit der “SonntagsZeitung”. Die Energiewirtschaft könne die Wasserkraft nicht mehr kostendeckend betreiben, die Bauwirtschaft werde durch die Zweitwohnungsinitiative eingeschränkt und der Tourismus leide unter dem starken Franken. Hinzu komme noch die Landwirtschaft, die sich im Strukturwandel befinde.
Deshalb brauche es “eine Vision für den ganzen Alpenraum”. “Fragen der Raumplanung, der Energiewirtschaft, der Landwirtschaft und des Tourismus müssen kantonsübergreifend, auch aus Bundessicht angeschaut werden.” Statt Geld nach dem Giessenkannenprinzip zu verteilen, müssten sich Fördermassnahmen einem Plan unterordnen.
Das bedeute auch “Verzichtspolitik”, räumt Züllig ein. “Gewisse Regionen oder Orte können nicht mehr gefördert werden.” Es könne nicht mehr jedes Tal mit öffentlichem Verkehr erschlossen werden oder eine Brücke für 200 Einwohner gebaut werden.
Als Beispiel nimmt Züllig den Kanton Graubünden. Dort könnte sich seiner Meinung nach die Entwicklung auf die vier Wirtschaftsräume Ober-/Unterengadin, Arosa/Lenzerheide, Davos/Klosters und Flims/Laax beschränken. Vals würde nicht mehr gefördert. “Für manche Orte bieten sich private Investoren an; Vals ist da ein gutes Beispiel.”
Züllig betonte, dass mit einem solchen Plan – er spricht von einem “Marshallplan” – bereits vorhandene Gelder zielgerichteter eingesetzt werden könnten. “Momentan macht jeder Kanton hier und da etwas Wirtschaftsförderung.” Er hofft, dass für die Periode 2020-2023 “ein Plan mit klaren Zielen” definiert wird. Bis 2019 sei die Geldverwendung nämlich schon definiert.
Die Schweizer Hotels mussten in den ersten Monaten des laufenden Jahres erneut einen Rückgang bei den Übernachtungen hinnehmen, wie aus Zahlen des Bundes von Anfang Juli hervorgeht. Die erhoffte Trendwende dürfte sich um ein Jahr verzögern und erst in einem Jahr eintreffen, sagte Züllig. Nebst fehlenden Gästen aus China dürfte der Tourismusbranche auch das Brexit-Votum zu schaffen machen.
(SDA)