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Die Anzahl Vegetarier nimmt von Jahr zu Jahr zu. Gegenüber 2017 glauben heute 50% weniger Fleischesser, dass Fleisch für sie gesund ist. Und nur noch 17% essen Fleisch wegen seinem Geschmack. Offensichtlich ist bekannt, dass es geschmacklich gute Alternativen gibt. Mehr als die Hälfte der Schweizer Bevölkerung sieht sich als «Tierfreund».
Anzahl Veganer
Gemäss verschiedener Untersuchungen liegt der Anteil der Veganer in der Bevölkerung etwas unterhalb 1%.* Etwa Dreiviertel davon leben in der Deutschschweiz und Dreiviertel sind Frauen.
Anzahl Vegetarier (inkl. Veganer)
Unsere Umfrage von Anfang 2020, bei der 1128 Personen befragt wuden, zeigte, dass aktuell rund 5,1% der Schweizer Bevölkerung aus der Deutschschweiz und Romandie sich als Vegetarier bzw. Veganer bezeichnen.* Die jährlich durchgeführte MACH-Umfrage, bei der jeweils zwischen 8300 und 8500 Personen befragt wurden, bestätigt, dass es einen stetigen Zuwachs gibt.
Flexitarier
Rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung isst überwiegend oder ausschliesslich vegetarisch oder vegan.
Flexitarisch = überwiegend vegetarisch, aber auch gelegentlich Fleisch, Wurstwaren, Fisch.
Altersverteilung
Die meisten Vegetarier (inkl. Veganer) gab es auch 2019 bei den Jungen (14-34-jährigen). Die stärkste Zunahme gab es zwischen 2017 und 2019 bei der Altersgruppe zwischen 35 und 54 Jahren. Da stieg der Anteil derjenigen, die kein Fleisch mehr essen, um 50%. Aber auch bei den über 55-Jährigen stieg der Anteil um über einen Viertel.
Ausbildung
Wie in diversen anderen Umfragen konnten wir auch hier feststellen, dass Personen mit einer höheren Schulbildung eher auf Fleisch verzichten, als Personen mit einer geringeren Ausbildung. Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen hat sich zudem noch weiter verstärkt, da unter den Personen mit höherer Schulbildung zwischen 2017 und 2019 rund 38% mehr auf den Fleischkonsum verzichten.
Doch in beiden Gruppen hat der Anteil Personen, die kein Fleisch mehr essen, von Jahr zu Jahr stetig zugenommen.
Milch- und Eierkonsum
Wie unterscheidet sich der Konsum tierischer Produkte zwischen Vegetariern und Omnivoren? Konsumieren Vegetarier mehr Milchprodukte und Eier als die Personen, die nicht vegetarisch leben?
Aus unserer Umfrage geht klar hervor: Vegetarier reduzieren generell ihren Konsum an tierischen Produkten. Sie ersetzen das Fleisch also nicht durch Milchprodukte oder Eier. Zudem geht der Trend generell zu geringerem Konsum tierischer Produkte – auch bei den Personen, die (noch) Fleisch konsumieren.
Konsumverhalten (in Klammern die Werte für 2017):
|Vegetarier||Omnivoren|
|Mind. täglicher Milchkonsum:||34% (46%)||57% (61%)|
|Mind. täglicher Eierkonsum:||9% (11%)||20% (21%)|
Sind Vegis bewusstere Konsumenten?
Rund 53% gaben an, möglichst Bio-Lebensmittel zu kaufen und 58% kaufen möglichst Lebensmittel mit einem Fair-Trade-Label.
Warum wird noch immer Fleisch gegessen?
Interessant ist bei diesen Antworten, dass unter den Fleischkonsumenten nicht einmal mehr Zweidrittel Fleisch gerne essen. Und auch der gesundheitliche Aspekt wird nur noch von jeder fünften Person angegeben. Offenbar hat es sich auch hier bei einigen rumgesprochen, dass es sehr gute Fleischalternativen gibt und Fleisch nicht so gesund ist, wie man früher dachte.
Auffallend ist, dass insgesamt wesentlich weniger Gründe für den Fleischkonsum angegeben wurden, als noch vor 3 Jahren.
Gründe für Fleischkonsum:
|2017||2020|
|Weil ich gern Fleisch esse||68%||60%|
|Wegen der Gesundheit||31%||21%|
|Hat mich nie interessiert||25%||26%|
|Wegen des Geschmacks||24%||17%|
|Aus Gewohnheit||23%||20%|
|Zu kompliziert||13%||13%|
|Ich möchte die Fleisch- und|
Milchproduzenten unterstützen
|10%||12%|
|Wegen meines Umfeldes||7%||6%|
|Zu teuer||5%||6%|
|(noch) anderes||8%||8%|
Schweiz: Das Land der Tierfreunde?
Mehr als die Hälfte der Schweizer Bevölkerung gab Anfang 2020 an, sich selbst als Tierfreund bzw. als Tierfreundin zu bezeichnen. In der Deutschschweiz etwas mehr als in der Westschweiz. Ein weiteres Drittel sieht sich selbst eher als Tierfreund. Hier überwiegt die Romandie. Und nur 4% sehen sich selbst überhaupt nicht als Tierfreund.
Erstaunlich ist, dass der Anteil «Tierfreunde» nur wenig mit der Ernährungsweise zu tun hat. Der Anteil derer, die sich selbst nicht als tierfreundlich bezeichnen, ist bei denen, die Fleisch konsumieren und denen, die dies nicht tun, fast gleich.
Konsumenten haben die Tendenz, sich nachhaltiger und tierfreundlicher einzuschätzen, als sie es tatsächlich sind. Genau hier setzt die wichtige Arbeit von Swissveg an: Wir schaffen ein Bewusstsein für die Auswirkungen der industriellen Nutztierindustrie und fördern dadurch die nachhaltige Reduktion vom Konsum tierischer Produkte. Essen ist etwas individuelles und intimes, weshalb Diskussionen über Veganismus und Fleisch auch rasch zu emotionalen Kleinkriegen mutieren. Wir sind überzeugt, dass – auch Dank der Aufklärungsarbeit und aktuellen Tierfreunde-Kampagne von Swissveg oder etwa dem V-Label – sich die Gesellschaft über die nächsten Jahre vermehrt in Richtung Veganismus wandeln wird. Es wird der Zeitpunkt kommen, da wird Fleisch von Tieren als Nahrungsmittel als barbarisch angesehen werden.
* Bei der Anzahl Vegetarier und Veganer, welche 2017 von DemoSCOPE im Auftrag von Swissveg ermittelt wurde, machte DemoSCOPE leider einen Berechnungsfehler. Sie sind deshalb nicht alle mit den aktuellen Zahlen vergleichbar.
Verwendete Grundlagen:
MACH Consumer 2017 bis 2019 und Swissvegumfrage von DemoScope 2017 (korrigiert) und 2020.
Swissveg hat sich in der Formulierung der Umfrage am Leitfaden zum geschlechtgerechten Formulieren orientiert.