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Schweizer Teilnahme in Cannes 2012: Filme von Nicolas Wadimoff und Basil da Cunha in der «Quinzaine des Réalisateurs»
Der Spielfilm «Opération Libertad» von Nicolas Wadimoff (Produktion: Dschoint Ventschr, Zürich und Akka Films, Genf) und der 30-minütige Kurzfilm «Os vivos tambem choram» («Les vivants pleurent aussi») von Basil Da Cunha, eine schweizerisch-portugiesische Koproduktion der Waadtländer Firma Box Productions, stehen im Programm der 44. «Quinzaine des Réalisateurs» – der neben der Offiziellen Selektion bedeutendsten Sektion in Cannes. Box Productions ist zudem am Film «A perdre la raison» des Belgiers Joachim Lafosse beteiligt, der in Cannes in der Sektion «Un certain regard» Premiere feiert.
«Opération Libertad» ist der fünfte Spielfilm des Genfer Regisseurs Nicolas Wadimoff, der 1997 mit «Clandestins», den er zusammen mit Denis Chouinard realisierte, ein vielbeachtetes Regiedebüt vorlegte und sich seither auch mit Dokumentarfilmen wie «Aisheen (Still Alive In Gaza)» (2010) einen Namen machte. Wadimoff ist auch als Produzent tätig und hat mit seiner Produktionsfirma Akka Films in den letzten Jahren mehrere Filme arabischer Cineasten produziert, so jüngst «Rouge parole» von Elyes Baccar und «Les mécréants» von Mohcine Besri.
In «Opération Libertad» setzt sich Wadimoff mit Wahrheit und Lüge in der heutigen Kommunikationsgesellschaft auseinander. Eine linksradikale Untergrundgruppe aus Genf prangert das politische System an und weist auf die Zusammenhänge zwischen dem Geld Schweizer Banken und Diktaturen hin. 30 Jahre später taucht auf mysteriöse Art ein Video aus dieser Zeit auf, dass von einem Studenten stammt.
Nachdem Basil Da Cunha letztes Jahr in der «Quinzaine des Réalisateurs» den Kurzfilm «Nuvem» («Le poisson lune») gezeigt hat, präsentiert der 27-jährige Regisseur portugiesischer Herkunft, der an der Genfer Kunsthochschule HEAD studiert hat, dieses Jahr erneut einen halbstündigen Film. «Os vivos tambien choram» («Les vivants pleurent aussi») erzählt von einem 50-jährigen Dockarbeiter in Lissabon, der davon träumt, seinem miserablen Dasein zu entkommen und mit seinen Ersparnissen heimlich nach Schweden zu emigrieren.
Am grössten Filmfestival und -markt der Welt steht auch dieses Jahr ein Schweizer Filmproduzent im Rampenlicht der europäischen Veranstaltung «Producer on the Move»: David Epiney, der 36-jährige Produzent des Spielfilms «Abrir puertas y ventanas» – der Film gewann letztes Jahr zwei Goldene Leoparden am Filmfestival Locarno – nimmt zusammen mit 24 weiteren europäischen Produzenten an diesem Event, den die European Film Promotion organisiert, teil.
Der Regisseur Vadim Jendreyko («Die Frau mit den 5 Elefanten») ist am 22. Mai an die Veranstaltung «The Documentary Brunch» eingeladen, welche vom Marché International du Film organisiert wird und herausragende Vertreter des Dokumentarfilmschaffens zusammenführt.
Zürich, 24. April 2012