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Moore zählen zu den wertvollsten Lebensräumen der Schweiz. Sie beherbergen eine Vielzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Weil sie äusserst empfindlich gegenüber menschlichen Eingriffen sind, stehen sie heute unter striktem Schutz.
Moore zählen zu den wertvollsten Lebensräumen der Schweiz. Sie beherbergen eine Vielzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Weil sie äusserst empfindlich gegenüber menschlichen Eingriffen sind, stehen sie heute unter striktem Schutz.
Moore entstehen dort, wo Wasser nicht in tiefere Bodenschichten abfliessen kann, sondern in Mulden an der Oberfläche gestaut wird und dort verbleibt. Der Boden ist dadurch permanent mit Wasser gesättigt. Darin unterscheiden sich Moore von Sümpfen, in denen der Boden zwischendurch auch wieder austrocknet. Das hat Folgen für die Vegetation. Wenn Pflanzen absterben, dann werden sie normalerweise zu Humus abgebaut. Dieser bildet die Grundlage für das Gedeihen neuer Pflanzen. In Mooren funktioniert dieser Kreislauf ganz anders. Aufgrund der ständigen Feuchtigkeit werden abgestorbene Pflanzen hier nur zum Teil oder sogar überhaupt nicht abgebaut. Abgestorbene Blätter und Stängel werden vielmehr zu Torf zersetzt. Auf diese Weise entsteht am Grund der feuchten Mulde im Laufe der Zeit eine Torfschicht, die mit den Jahren immer dicker wird. Dieser Wachstumsprozess geht allerdings extrem langsam vor sich: Die Torfschicht in Mooren gewinnt pro Jahr nur gerade einen Millimeter an Dicke. Es dauert also 1000 Jahre, bis eine Torfdecke entsteht, die einen Meter hoch ist.
Irgendwann ist die gesamte wassergesättigte Mulde nur noch mit Torf gefüllt. Das Wachstum der Torfschicht geht aber auch jetzt weiter. Allerdings ändert das Moor seinen Charakter – und wird auch anders genannt: Bisher handelte es sich um ein Flachmoor, jetzt entsteht ein Hochmoor. Die beiden Begriffe haben nichts mit der Höhenlage zu tun (es gibt auch in den Bergen Flachmoore und im Talgebiet Hochmoore) und auch nichts mit der Dicke der Torfschicht. Der Unterschied liegt vielmehr in der Versorgung der Pflanzen mit Wasser. Im Flachmoor beziehen sie die notwendige Feuchtigkeit direkt aus dem nährstoffreichen Grundwasser, mit dem die Mulde gesättigt ist. Im Hochmoor hingegen steht ihnen nur noch Regenwasser zur Verfügung. Weil dieses praktisch keine Nährstoffe enthält, können in Hochmooren nur spezialisierte, äusserst genügsame Pflanzen gedeihen.
Moorgebiete gelten für die Landwirtschaft als unproduktive Böden. Deshalb wurden sie in der Schweiz seit Mitte des 19. Jahrhunderts grossflächig entwässert und damit nachhaltig zerstört. Der Torf wurde teilweise in industriellem Ausmass abgebaut und als Brennstoff sowie zur Bodenverbesserung und Düngung im Gartenbau genutzt.
Heute stehen die verbliebenen Moorgebiete unter striktem Naturschutz. Die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen gehen auf eine Volksabstimmung im Jahr 1987 zurück. Damals beabsichtigte die Schweizer Armee, mitten in der von zahlreichen Mooren durchsetzten Hochebene von Rothenthurm (Kanton Schwyz) einen Waffenplatz einzurichten. Das Vorhaben wurde mitels einer Volksinitiative bekämpft, welche die Moore und Moorlandschaften von besonderer Schönheit unter Schutz stellen wollte. Die Schweizer Stimmbevölkerung hiess das Anliegen deutlich gut.
Trotz der rigorosen Schutzbestimmungen sind zahlreiche Moorgebiete weiterhin gefährdet. Dies betrifft insbesondere die Flachmoore. Diese werden zwar nicht mehr durch grossflächige Meliorationen zerstört, jedoch oft durch unangepasste Nutzung, lokale Drainagen oder Nährstoffeintrag aus benachbarten Flächen in ihrer Qualität geschmälert.