Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03457.jsonl.gz/176

Der 27. Juni ist bekannt als Siebenschläfertag. Der Lostag besagt «Wie das Wetter am Siebenschläfertag, so es sieben Wochen bleiben mag.» Der ziemlich sonnige Sonntag würde demnach vielen passen. Statistisch hat die Bauernregel eine ziemlich hohe Trefferquote von 60 bis 70 %. Das Wetter am Siebenschläfertag hat aber nichts mit der darauffolgenden Witterungsphase zu tun. Es ist eher das Strömungsmuster, welches sich anfangs Juli einpendelt und sich zum Teil länger halten kann.
- Liegt der Jetstream weiter nördlich über Europa, so nimmt das Azorenhoch mehr Einfluss auf unsere Witterungsphase.
- Liegt der Jetstream hingegen weiter südlich, dann bringt uns dieses «Förderband» auch häufiger Tiefdruckgebiete vom Atlantik, welche für eher trübes oder zumindest wechselhaftes Wetter sorgen.
- Dann gibt es aber auch genau die Lage zwischen drin, also wenn der Jetstream eher über Mitteleuropa liegt.
Für die nächsten 10 Tage liegt der Jetstream (Starkwindband in der oberen Troposphäre) mit seinem Wellenmuster eher über Mitteleuropa. Somit werden wir mal von den wärmeren und trockeneren Luft beeinflusst, aber dann auch wieder von kräftigen Gewitterlagen heimgesucht.
Der Siebenschläfertag und seine Herkunft
Gemäss der Legende flüchteten die sieben christlichen Brüder Maximus, Malchus, Martinianus, Dionysius, Johannes, Serapion und Constantinus im Jahre 251 vor der Christenverfolgung durch den damaligen Kaiser Decius in eine Höhle bei Ephesos. Dort wurden sie von den Untergebenen des Kaisers eingemauert und fielen in einen 195 Jahre dauernden Schlaf, aus dem sie durch die zufällige Öffnung der Höhle am 27. Juni 446 erwachten. Sie bezeugten ihren Glauben an die Auferstehung der Toten und starben. Mit dem kleinen nachtaktiven Tier mit dem Namen Siebenschläfer, das 7 Monate lang schläft, hat die Wetterregel hingegen gar nichts zu tun (Horst Malberg).