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Künstlername: Vavá
Kompletter Name: Edvaldo Izidio Neto
Geburtsdatum: 13/11/1934 † 2001
Geboren in: Recife
Position: Sturm
Vereine:
01/1970 bis 12/1970: Portuguesa (SP)
01/1967 bis 12/1969: San Diego Sockers (USA)
01/1965 bis 12/1966:FC America (MG)
01/1961 bis 12/1964: SC Palmeiras (SP)
07/1958 bis 06/1961: Atletico Madrid (E)
01/1951 bis 06/1958: Vasco da Gama (RJ)
WM-Einsätze Seleção:
WM 1962 Chile
WM 1958 Schweden
Spiele für die Seleção: 18
Tore für die Seleção: 13
Vavá vertrat den klassischen Mittelstürmer mit dem Killerinstinkt. “Geboren“ mit einem unglaublichen Torriecher und einer selten zu findenden Kopfballstärke “zauberte“ er im gegnerischen Strafraum. “Der Knipser“ gab keinen Ball verloren, ging keinem Zweikampf aus dem Wege und ackerte mit viel Temperament, Kraft und Ausdauer für den Sieg seiner Mannschaft. Durch seine robuste Spielweise, ohne Rücksicht auf sich und seine Gegenspieler, musste er im Laufe seiner Karriere viele Verletzungen einstecken, erzielte dadurch allerdings auch viele Tore. Seine Energie und gute physische Fitness gaben ihm den Spitznamen “Peito de Aço“, die Stahlbrust.
Edvaldo Izídio Netto – Vavá wurde am 12 November 1934 in Recife, der Hauptstadt des Bundestaates Pernambuco im Nordosten Brasiliens geboren. Seine Fussballkarriere begann, als er im Alter von 15 Jahren in der Jugendmannschaft des Sportclubs von Recife im halblinken Mittelfeld, die Fäden seines Teams in den Händen haltend, seine einschussbereiten Mitspieler mit massgenauen Pässen fütterte. Diese Tugenden, für die Mannschaft zu spielen, für seine Mitspieler zu fighten, die torgefährlichere Position des Mitspielers zu erkennen und diesen zu bedienen, sollten ihn während seiner Karriere begleiten und mit weltweiter Bewunderung bedacht werden. Talentsucher vom traditionellen Fussballclub Vasco da Gama aus Rio de Janeiro wurden auf ihn aufmerksam. Vasco nahm ihn 1952 unter Vertrag. Sein Trainer Flavio Costa erkannte sein Talent und seine Tugenden und vereinigte diese Charakteristika mit der dafür perfekten Position in einer Fussballmannschaft. Vavà wurde “centroavante“, Mittelstürmer.
1952 wurde er Stammspieler der Olympiamannschaft in Helsinki, Champion der Liga Campeonato Brasileiro der Amateure und Champion der Liga Campeonato Carioca der Amateure im gleichen Jahr. Das entscheidende Tor zum 2:1 für Vasco gegen Bangu zum Gewinn dieses Titels erzielte Vavá. Mit Vasco da Gama gewann Vavá sowohl die Meisterschaft der Liga Campeonato Carioca 1956 und 1958, als auch die Meisterschaft der Liga Torneio Rio-São Paulo 1958.
Noch im selben Jahr, im Juli 1958, unterschrieb Vavá einen Vertrag beim Sportverein Atlético Madrid aus Spanien. Hier spielte er bis 1961, um dann nach Brasilien zurückzukehren und von 1961 bis 1964 die Vereinsfarben vom Sportclub Palmeiras aus São Paulo überzustreifen. Er gewann 1963 mit dieser Mannschaft die Meisterschaft der Liga Campeonato Paulista.
Ende des Jahres 1964 führte sein Weg in die mexikanische Fussballwelt, in der er zwei Jahre lang, von 1965 bis 1966, bei dem Verein América de México spielte und einmal den Titel der nationalen Liga gewann. Vavá roch amerikanische Fussballluft durch einen Vertrag mit den San Diego Sockers aus dem Bundesstaat Kalifornien von 1967 bis Ende 1969.
Edvaldo Izídio Netto – Vavá liess seine Karriere 1970, im Alter von 36 Jahren, bei dem Fussballverein Portuguesa de Desportos aus Rio de Janeiro nach Ablauf einer Saison ausklingen. 1958 war ein magisches Jahr für Brasilien und für Vavá. Er wurde in diesem Jahr vom Trainer Vicente Feola in die Nationalmannschaft berufen und fuhr mit dieser zur WM nach Schweden. Nach dem zweiten Vorrundenspiel gegen England, das 0:0 Unentschieden endete, hatten die Spielerpersönlichkeiten Didi und Nilton Santos zusammen mit dem Trainer und Paulo Machado de Carvalho, dem Betreuer des Teams, eine Art Krisengipfel. Didi und Nìlton Santos waren der Meinung, das Mittelfeld offensiver und den Angriff aggressiver gestalten zu müssen und mit Zagallo und Pelé sowie Mané Garrincha und Vavá zu spielen. Nicht ganz überzeugt, akzeptierte der Trainer diese Veränderung. Das Spiel Brasiliens entwickelte insgesamt mehr Drang nach vorne, wurde durch die unnachahmliche Ballsicherheit der Akteure dominierender und die neue Angriffsabteilung bedankte sich gegen die Sowjetunion mit zwei Toren von Vavá.
Im nachfolgenden Viertelfinalspiel gegen Wales musste Vavá verletzt ausscheiden. Brasilien gewann die Partie 1:0 durch ein Tor von Pelé. Im Halbfinale gegen Frankreich war er wieder mit von der Partie und steuerte ein Tor zum 5:2 Sieg bei. Im Finale fegte Brasilien in berauschender Art und Weise die schwedische Mannschaft mit 5:2 Toren vom Platz und feierte wild und ausgelassen den ersten Weltmeisterschaftstitel in der brasilianischen Fussballhistorie. Vavá rackerte sich wie immer durch die Verteidigungsreihen und zeichnete sich durch Engagement und 2 Toren aus.
Mit seinem unverwechselbaren Stil erspielte er sich mit Brasilien die Weltmeisterschaftskrone 1962 in Chile, wurde mit 4 Toren, zusammen mit Mané Garrincha, Torschützenkönig der WM und hielt zum zweiten Mal den Weltpokal in seinen Händen. Vavá erntete grosse, weltweite Bewunderung durch seine Hingabe und seinen leidenschaftlichen Einsatz im “camisa canarinho”, im gelben Trikot der brasilianischen Nationalmannschaft, und bekam einen neuen Spitznamen: „Leão da Copa“, der Löwe der WM. In 25 offiziellen Spielen der brasilianischen Nationalmannschaft schoss Vavá insgesamt 15 Tore, gewann 21 Spiele und musste nur eine Niederlage hinnehmen. Sein letztes Spiel bestritt er 1964 gegen Argentinien.
Das Jahr 1982 führte Vavá noch einmal auf die Fussballbühne zurück; zum einen als Assistenztrainer bei dem Fussballverein Têle Santana in Spanien und zum anderen als Berater und Betreuer der Nationalmannschaft während der Fussballweltmeisteschaft in Spanien. Im Jahre 2000 erfuhr Vavá eine besondere Ehrung, indem sein Fussabdruck in Zement auf dem “calçada da fama“, auf dem “Gehsteig der Berühmtheiten” im Fussballstadion Maracanã von Rio de Janeiro verewigt wurde. Der damalige Sportsekretär der Stadt Rio de Janeiro, Francisco de Carvalho, erinnert sich: “Vavá kam zu mir, umarmte mich innig und sagte voller Rührung, dass dieses Ereignis eine grosse Ehre für ihn sei“.
Dann, im Jahre 2000, erlitt Vavá einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Edvaldo Izídio Netto – Vavá starb am 19. Januar 2002 im Alter von 67 Jahren im Krankenhaus São Victor in Tijuca, einem Stadtteil von Rio de Janeiro, an Herzversagen und wurde auf dem Cemitério do Catumbi, dem Friedhof Catumbi beigesetzt.
Seine Frau, Miram Izídio, bemerkte in ihrer Abschiedsrede, dass Vavá seit seinem Schlaganfall sehr viel gelitten hätte. “Anfang der Woche konnte er es nicht mehr aushalten und betete zu Gott, ihn endlich zu erlösen und ihn auf die andere Seite gehen zu lassen”. Einer seiner Söhne Edivaldo Izédio, 43 Jahre alt, erinnerte sich an eine Begebenheit aus Vavás letztem Spiel. “Im Spiel Flamengo gegen Portuguesa brach Vavá durch seine robuste Spielweise die Nase seines Gegenspielers Onça. Er wurde aber trotzdem nicht des Feldes verwiesen”.
Jair da Rosa Pinto, 80 Jahre alt, Ex-Fussballspieler in der Nationalmannschaft von 1950 und ein enger Freund von Vavá, sagte, “er war ein guter Spieler und darüber hinaus ein guter Vater und Ehemann”.
Ein ehemaliger Mitspieler verdeutlichte, dass Vavá alle Vereine, in denen er spielte, zu Ruhm und Ehren führte, vor allen Dingen Vasco, Palmeiras und Atlético Madrid. “Und obwohl er einer der berühmten Fussballspieler war, hat er sich weder eitel noch eingebildet verhalten”.
Der Fitnesstrainer der brasilianischen Nationalmannschaft von 1958 und 1962, Paulo Amaral, sprach über seine professionelle Seite. ”Er war einer der besten Fussballspieler die ich jemals kennengelernt habe, aufrichtig, eine ehrliche Haut und hatte einen guten Humor. Er war ein guter Freund und ich werde ihn vermissen”.