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Eine nationalsozialistisch «kontaminierte» Oper soll aufgrund ihrer musikalischen Reichtümer mit einem erneuerten Libretto wieder auf die Bühne gebracht werden – doch wie, ohne gleichzeitig die Historie zu verleugnen?
Der Schweizer Komponist Othmar Schoeck tat sich aus heutiger Sicht wahrlich keinen Gefallen, als er sich Ende der 1930er-Jahre auf Anregung des Winterthurer Mäzens Werner Reinhart mit dem badischen Dichter Hermann Burte zusammentat, um eine Oper zu schreiben. Zu allem Überfluss wurde das auf einer Novelle von Joseph von Eichendorff basierende «Schloss Dürande» 1943 an der Staatsoper Berlin und damit im erklärten Leuchtturm der nationalsozialistischen Kulturpolitik uraufgeführt. Das musikalisch herausragende, sprachlich aber unzulängliche und politisch gezeichnete Werk verschwand in der Versenkung.
Anhand von bisher unveröffentlichten Quellen wurde die Geschichte der Oper aufgearbeitet und gleichzeitig dem Werk im Rückgriff auf die Vorlage Eichendorffs und seine Lyrik ein neues Libretto unterlegt. Neben der Gegenüberstellung beider Libretti, die zum eigenen ästhetischen Urteil einlädt, bietet dieses Buch eine ausführliche Dokumentation zum Entstehungs- und Bearbeitungsprozess der Oper.
Weitere Informationen zur Publikation und zum Forschungsprojekt an der Hochschule der Künste Bern (HKB)
Ab 8. März 2019: Szenische Erstaufführung der Neufassung, Meininger Staatstheater (10 Aufführungen), Leitung: Philippe Bach