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Bálsamum (de) Mécca oder B. Judáícum.
Meccabalsam.
Balsamodéndron Gileadénse.
Burseracéae.
Arabien.
Bildet eine trübe, graugrünliche, dickflüssige Masse, die sich bei längerem Stehen, ähnlich dem Terpentin, in eine obere klare, dünne und eine untere trübe, zähe Schicht theilt. Er wird gleich dem Styrax durch Auskochen der jungen Zweige gewonnen.
Geruch balsamisch, an Rosmarin erinnernd;
Geschmack aromatisch, bitter.
Jetzt fast obsolet, galt früher als magenstärkendes Mittel.
Bálsamum Peruviánum, B. Indicum oder B. nigrum.
Perubalsam.
Myróxylon Pereírae.
Papilonacéae. San Salvador, Centralamerika.
Die Bezeichnung «peruvianisch» stammt daher, dass der Balsam früher über den peruvianischen Hafenplatz Callao in den Handel gebracht wurde.
Die Heimath des oben genannten Baumes ist, so viel bis jetzt bekannt, eine sehr beschränkte;
sie umfasst nur einen kleinen Theil der Küste von San Salvador, die sog. Balsamküste und auch hier sollen es kaum 1 Dtz.
Indianerdörfer sein, in welchen die Fabrikation des Balsams betrieben wird.
Die Gewinnung ist eine eigenthümliche.
Die Bäume werden erst vom 25. Jahre an benutzt, sollen aber dann mehrere 100 Jahre alt werden.
Man lockert zuerst durch Klopfen einen Theil der Stammrinde und löst durch Einschnitte an allen vier Seiten des Baumes Rindenstreifen, ohne sie vollständig loszulösen;
auch lässt man immer zwischen den einzelnen Einschnitten Rindenstreifen unverletzt, damit die Bäume nicht etwa absterben.
Unter die gelockerten Rindenstreifen schiebt man Zeuglappen, damit diese den ausfliessenden Saft aufsaugen.
Nach etwa 8 Tagen werden die Lappen fortgenommen, die angeschnittenen Rindenstellen mittelst kleiner Harzfackeln angezündet, nach wenigen Minuten jedoch wieder ausgelöscht.
Der Austritt des Balsams erfolgt nun weit reichlicher;
neue Lappen werden untergeschoben, so oft sie sich vollgesogen entfernt und hiermit fortgefahren, so lange noch Balsam austritt.
Während in den ersten 8 Tagen der Balsam hell und trübe erscheint, fliesst er nach dem Ankohlen klar und braun.
Die gesammelten Lappen werden schliesslich mit Wasser ausgekocht, wobei der Balsam, der spez. schwerer ist als Wasser, zu Boden sinkt. Er wird von den Indianern nach dem Erkalten in sog. Kalebassen (Kürbisflaschen) gefüllt und so an die Zwischenhändler abgeliefert.
Exportirt wird er theils in eisernen, sehr verschieden grossen Trommeln, theils in grünen, mit Leder umnähten Steintöpfen von ca. 20 kg Inhalt.
Der Balsam bildet eine fast sirupdicke, braunrothe bis schwarzbraune Flüssigkeit, die nur in dünnen Schichten durchscheinend ist. ¶
Geruch angenehm vanille- und benzoeartig;
Geschmack ähnlich, anfangs milde, nachher stark kratzend.
Der Balsam muss sich, zwischen den Fingern gerieben, fettig anfühlen, darf aber nicht kleben und Faden ziehen;
er trocknet beim Erwärmen nicht aus und giebt beim Destilliren mit Wasser kein ätherisches Oel.
Hierdurch unterscheidet er sich von allen übrigen Balsamen.
Seine Reaktion ist ziemlich stark sauer. In absolutem Alkohol ist er in jedem Verhältniss löslich;
von 90% Sprit bedarf er 6 Th. und giebt damit eine nicht völlig klare, braune Flocken absetzende Lösung. In Aether ist er nur zum Theil löslich;
mit fetten Oelen giebt er trübe Mischungen;
nur vom Ricinusöl löst er 15 % klar auf.
Bestandtheile. Zimmtsäure 5-6 %;
ölartiges Cinnamein (zimmtsaurer Benzyläther) 40-50 %;
(das Cinnamein geht beim Kochen mit Kalilauge an der Luft ebenfalls in Zimmtsäure über);
Harz 20 bis 30 % etc.
Anwendung. Innerlich als reizendes Mittel der Harnorgane;
äusserlich als vortreffliches Mittel gegen die Krätze;
ferner zur Heilung kleiner Wunden, namentlich entzündeter Brustwarzen. In weit grösseren Mengen in der Parfümerie;
endlich in der Chokoladefabrikation als Ersatz der Vanille bei billigen Sorten.
Prüfung. Der Perubalsam ist seines hohen Preises wegen zahllosen Verfälschungen unterworfen, deren Nachweis nicht immer leicht ist.
Die hauptsächlichsten sind fette Oele, namentlich Ricinusöl, Kopaivabalsam, starke alkoholische Lösungen von Benzoe, Styrax, Canadabalsam und ähnlichen Stoffen.
Will man sich überzeugen, ob der Balsam überhaupt mit derartigen Stoffen verfälscht ist, so genügt eine einfache Prüfungsmethode, die darauf beruht, dass reiner Perubalsam in Benzin fast unlöslich ist.
Man schüttelt in einem dünnen, graduirten Cylinder gleiche Volumtheile Balsam und Benzin kräftig durch und überlässt die Mischung, gut verkorkt, mehrere Stunden der Ruhe.
War der Balsam rein, so erscheint das oben stehende Benzin fast farblos und zeigt annähernd dieselben Theilstriche wie vorher;
war fettes Oel, Kopaivabalsam, Terpentin etc. zugegen, so sind diese im Benzin gelöst, die Farbe ist meist verändert, das Volum vergrössert, und beim vorsichtigen Abdampfen der klar abgegossenen Lösung bleiben die Beimischungen im Schälchen zurück und können weiter untersucht werden. 10 Tropfen Perubalsam mit 20 Tropfen Schwefelsäure vermischt sollen eine zähe, kirschrothe Mischung geben, die, nach einigen Minuten mit kaltem Wasser ausgewaschen, einen brüchigen Harzrückstand hinterlässt;
war Oel zugegen, so erscheint der Rückstand zäh und schmierig.
Das spez. Gewicht des Balsams ist 1,135-1,145;
doch lassen sich hierdurch nur selten Verfälschungen erkennen, da das spez.
Gewicht durch dieselben nur unwesentlich verändert wird. ¶