Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03431.jsonl.gz/684

Bitte beachten Sie, dass diese Seite ausschliesslich informativen Charakter hat. Es sind einzig die aktuell gültigen Reglemente des SVPS massgebend.
Gibt es erlaubte Arzneimittel?
Ja – einzelne Medikamente sind unter den Regeln von SVPS/FEI gestattet. Es sind dies die Antibiotika (sofern ohne Procain-Zusatz), alle in der Schweiz für Pferde zugelassenen Impfstoffe und Antiparasitika (mit der Ausnahme von Levamisol). Weiter erlauben SVPS/FEI drei Medikamente für die Behandlung von Magengeschwüren, namentlich Ranitidin, Cimetidin und Omeprazol. Ausserdem ist die Verabreichung von Altrenogest-Präparaten (wie zum Beispiel Regumate®) ausschliesslich bei Stuten, die an Wettkämpfen einer FEI-Disziplin (Dressur, Springen, Concours Complet, Fahren, Endurance, Voltige, Reining und Para-Equestrian) starten, erlaubt.
Was sind verbotene Wirkstoffe?
Die meisten Arzneimittel und Medikamente sind verboten.
Diese oder deren Metaboliten (Abbauprodukte) dürfen bei einem Pferd zur Zeit des Wettkampfes nicht nachgewiesen werden können. Diese Regelung gründet auf der Überzeugung, dass jedes Pferd an seiner eigenen Leistungskapazität gemessen werden soll, ohne irgendwelche Wirkstoffe erhalten zu haben, die einen Vorteil oder Nachteil den andern Teilnehmern gegenüber erzielen. Es ist auch eine Massnahme zum Schutz des Tieres, da sie verhindern soll, dass ein Pferd sein athletisches Potential zerstört durch Leistungen, die nicht dem Gesundheits- oder Trainingszustand entsprechen.
Darf ich mein Pferd vor einem Wettkampf behandeln oder behandeln lassen?
Braucht Ihr Pferd vor einem sportlichen Einsatz eine Behandlung, sollten sie die Möglichkeiten und Gefahren mit Ihrem Tierarzt genau besprechen. Arzneimittel benötigen unterschiedlich lange, um den Körper vollständig zu passieren, d.h. sie haben unterschiedliche Ausscheidungszeiten. Es ist vor allem zu bedenken, dass eine gleichzeitige Verabreichung mehrerer Arzneimittel zu Interaktionen führen kann. Die Ausscheidungszeit wird dadurch massgeblich verändert und kann dann nur schwer abgeschätzt werden. Mit Ausnahme der oben genannten Medikamente gilt die Regel: Das Pferd muss zur Zeit des Wettkampfs «frei von Medikamenten» sein.
Wie informiere ich mich über die Absetzfristen der meist gebrauchten Medikamente?
Der behandelnde Tierarzt kennt die ungefähren Absetzfristen der gängigen Medikamente, so dass er die erforderliche Information über einen möglichen Start des Pferdes an einem Wettkampf geben kann.
Weshalb wurde mein Pferd für die Medikations-/ Dopingkontrolle ausgewählt?
Die Auswahl Ihres Pferdes zur Medikations-/Dopingkontrolle bedeutet nicht, dass Sie unter Verdacht stehen, dem Pferd verbotene Wirkstoffe zugeführt zu haben. Die meisten Sieger von Rennen oder grossen Turnieren und eine bestimmte Anzahl klassierter Pferde werden routinemässig getestet. Die weitere Auswahl geschieht zufällig. Selbstverständlich kann eine Kontrolle von der Wettkampfjury angeordnet werden, sollte die erbrachte Leistung nicht dem üblichen Leistungsvermögen des Pferdes entsprechen oder der berechtigte Verdacht bestehen, dass das Pferd unter dem Einfluss von Medikamenten steht.
Wenn Ihr Pferd für eine Medikations-/Dopingkontrolle ausgewählt wurde, wird ein Jurymitglied oder ein Rennfunktionär Sie informieren, sobald der Wettkampf für Ihr Pferd beendet ist. Diese Person wird das Pferd bis zum Zeitpunkt der Probenentnahme begleiten. Es wird sehr empfohlen, dass auch Sie während des gesamten Prozedere beim Pferd bleiben oder sich allenfalls von einer Vertrauensperson vertreten lassen; dessen ungeachtet bleiben Sie selbst für die Handlungen dieser Person verantwortlich.
Welche Proben werden entnommen?
Normalerweise werden Blut- und/oder Urinproben entnommen und an das mit der Untersuchung beauftragte Labor geschickt. Jede Probe wird in eine A- und eine B-Probe aufgeteilt. In speziellen Fällen kommt es vor, dass Haar- oder Speichelproben entnommen oder Bandagen konfisziert werden; dabei gelten dieselben Regeln wie für Blut und Urin.
Mit Ihrer Unterschrift (oder derjenigen der stellvertretenden Person) auf dem Medikationskontroll-Formular bezeugen Sie, dass die Proben unter Ihrer Aufsicht korrekt entnommen, etikettiert und verpackt wurden. Die versiegelten Proben werden mittels Kurierdienst an ein offiziell anerkanntes Labor geschickt.
Was geschieht weiter mit den Proben?
Nur Untersuchungslabors, die bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen, sind vom SVPS anerkannt und werden mit dem Testen auf unerlaubte Wirkstoffe beauftragt. Den Untersuchungslaboratorien ist die Identität des Pferdes nicht bekannt. Die Proben sind mit einem Bar-Code versehen, dessen Schlüssel allein dem SVPS bekannt ist.
Zuerst wird die A-Probe getestet. Sollte diese Probe Hinweise auf verbotene Wirkstoffe enthalten, wird die Analyse dieser Probe wiederholt, um das Resultat zu bestätigen. In der Regel liegen die Ergebnisse dieser Tests dem SVPS innerhalb von 4–6 Wochen vor. Die B-Probe wird im Labor gelagert. Bei einer positiven A-Probe steht es der verantwortlichen Person zu, die B-Probe in einem anderen, vom Hauptlabor anerkannten Referenzlabor untersuchen zu lassen.
Was macht der SVPS mit den Testergebnissen?
Ist das Resultat der A-Probe negativ, wird die B-Probe vernichtet.
Ist das Resultat der A-Probe positiv, wird der Reiter/ Besitzer/Trainer des betroffenen Pferdes informiert. Dieser hat nach Erhalt der Mitteilung 10 Tage Zeit, die Analyse der B-Probe zu beantragen. Sollte er das Resultat der positiven A-Probe akzeptieren oder ist die B-Probe positiv, hat er 10 Tage Zeit, um schriftlich Stellung zu nehmen.
Was geschieht bei einer positiven Probe?
Bei einer positiven Probe wird der Fall an die Sanktionskommission SVPS übertragen, die dann entsprechende Massnahmen, wie die Disqualifikation des Pferdes, eine Anzeige, eine Busse oder eine Suspendierung einleitet. Das Strafmass ist von der Schwere des Vergehens abhängig. Die betroffenen Personen haben das Recht, Einspruch zu erheben.
Was sind Schwellenwerte?
Schwellenwerte werden bei Wirkstoffen festgelegt, die natürlicherweise im Körper vorhanden oder in Futtermitteln enthalten sind. Die Schwellenwerte ermöglichen eine Differenzierung zwischen der körpereigenen Substanz und ihrem unnatürlichen Vorhandensein nach externer Verabreichung.
Das klassische Beispiel ist das Kortisol, ein Hormon, das vom Pferd selbst produziert wird und deswegen auch in Proben vorhanden sein kann, jedoch auch als Medikament verabreicht wird. Auch Salizylate (Aspirin), die als Entzündungshemmer Anwendung finden, aber in gewissen Weidepflanzen natürlich vorkommen, und das männliche Geschlechtshormon Testosteron (Nandrolon) gehören zu dieser Gruppe.
Die Schwellenwerte werden von der FEI laufend aktualisiert. Diese Information wird vom SVPS regelmässig an die Tierärzte weitergeleitet. Die Reglemente des SVPS werden dementsprechend angepasst. Schwellenwerte werden sorgfältig nach eingehenden wissenschaftlichen Untersuchungen festgelegt. Sollte eine Probe eines Pferdes Spuren eines dieser Wirkstoffe aufweisen, jedoch mit einem Wert unterhalb der festgelegten Grenze, gilt
das Testergebnis als negativ. Es wird in diesem Fall angenommen, dass der Wirkstoff körpereigenen Ursprungs ist oder über das Futter aufgenommen wurde. Liegt der Wert hingegen über dem Schwellenwert, wird das Testergebnis als ein positives Resultat betrachtet.
Wie kann ich verhindern, dass mein Pferd positiv getestet wird?
Jedes Pferd kann in die Situation kommen, wo es eine tierärztliche Behandlung benötigt. Damit dies nicht zum Problem wird, ist eine gute Planung der Wettkampfaktivitäten Ihres Pferdes unter Rücksprache mit Ihrem Tierarzt unerlässlich.
Hierdurch besteht die Möglichkeit, eine notwendige Medikamentengabe unter Berücksichtigung der Absetzfristen so zu planen, dass sie zeitlich kein Problem für eine Medikations-/Dopingkontrolle darstellt.
Nicht klar deklarierte Futterzusätze bergen das Risiko der unbeabsichtigten Verabreichung von unerlaubten Wirkstoffen. Bei Unklarheiten sollten Sie direkt beim Hersteller anfragen. Zu diesen Substanzen zählen insbesondere Koffein, Theobromin und Theophyllin.
Wenn eines der Pferde in Ihrem Stall Medikamente erhält, vor allem solche in Form eines Pulvers, müssen entsprechende Massnahmen getroffen werden, damit andere Pferde keinen Zugang zu diesen Medikamenten haben. Ein wohlbekanntes Beispiel ist Isoxsuprin, welches oft zur Behandlung von Huf- und Strahlbeinerkrankungen eingesetzt wird. Es ist eine sehr flüchtige Substanz, welche hartnäckig an Materialien haftet und bereits in kleinsten Mengen eine Kontamination verursachen kann. Es ist in diesen Fällen angezeigt, die Futterkrippe eines behandelten Pferdes sorgfältig zu reinigen, oder sogar zu ersetzen, bevor ein anderes Tier sie benutzt.
Zeigt Ihr Pferd Zeichen der Ermüdung oder ist es leistungsschwach, kann dies ein Hinweis für ein grundlegendes Problem sein, das nicht ignoriert werden sollte. Behandeln sie Ihr Pferd mit Sorgfalt und Respekt und ziehen Sie bei Problemen Ihren Tierarzt bei.
Mit individuell abgestimmten Behandlungen, sorgfältiger Planung und ein wenig Geduld können Sie die sportliche Karriere Ihres Pferdes optimieren und verlängern.