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Nach dem Auszug der suspendierten Staatspräsidentin Dilma Rousseff hat Brasiliens Interimspräsident Michel Temer das Kommando im Regierungspalast übernommen. Die Ministerien werden durchwegs von Männern geführt, dem Kabinett gehört keine einzige Frau mehr an.
Die 24 Minister unterzeichneten am Donnerstagabend ihre Ernennungsurkunden. In seiner ersten Rede im Präsidentenpalast versprach Temer, dem grössten Land Lateinamerikas wieder «Glaubwürdigkeit» zu verschaffen. Genauso dringend sei es, «den Frieden wiederherzustellen und Brasilien zu vereinen». Dialog sei der «erste Schritt», um die Herausforderungen zu meistern, um das Land voranzubringen und wieder für Wirtschaftswachstum zu sorgen.
Temer bekräftigte, dass Programme wie die Familiensozialhilfe und der soziale Wohnungsbau fortgeführt würden. Die grösste Herausforderung sei die Wiederbelebung der Wirtschaft, das Bekämpfen der Rezession. «Wir wollen die Arbeitslosenzahl reduzieren», versprach Temer. In Brasilien sind derzeit rund 11 Millionen Menschen ohne Job.
Der Senat hatte zuvor die Amtsenthebung von Rousseff für zunächst bis zu 180 Tage beschlossen. In dieser Zeit muss sich der Senat ausführlich mit den Vorwürfen gegen Rousseff befassen, um dann eine endgültige Entscheidung über ihre Amtsenthebung zu fällen. Rousseff wird vorgeworfen, Haushaltszahlen geschönt zu haben, um vor der Präsidentschaftswahl 2014 ihre Chancen zu verbessern. (trs/sda/afp/dpa)