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In der Frage ob man zur Aufteilung der Paläste/Sektoren die Gitter- oder die Torteneinteilung verwendet, sind sich die Experten nicht einig. Eine mögliche Antwort auf diese Frage findet man im Feng Shui Klassiker „Earth Study discern truth“ („Green satchel Classic“, zu Deutsch: „Klassiker des grünen Beutels“), welches vom Meister des Xuan Kong Da Gua Feng Shui, Jian Da Hong, vor etwa 400 Jahren geschrieben wurde.
Im Kapitel I, Verse 17-22 heisst es dort:
Centre Five, establishes pole
Preside, controls four directions
Back one, facing nine
three, seven, occuppy sides
two, eight, four, six,
Criss-cross, arrange net.
„Pole“ kann man mit „Polarstern“ oder „Pol“ übersetzen, am treffendsten dürfte hingegen der Begriff „Achse“ sein. Es läuft jedoch letztendlich aufs Gleiche hinaus, s.u.
Er verwendet hier eindeutig die Zahlen des LoShu, deswegen ist eben das LoShu gemeint.
Es heisst weiter im Kapitel I, Verse 91 & 92:
Five occupies centre
Then, ten also occupies centre.
Im selben Kapitel wird auch die Herleitung der Zahlen nach Yin (gerade Zahlen) und Yang (ungerade Zahlen) erläutert. Wir erfahren also hier, dass die Zahl 5 die „himmlische“ Erdzahl ist, die Zahl 10 die komplementäre „irdische“ Zahl und sich beide in der jeweiligen Mitte (Taiji) finden.
Zur Frage des Taiji schreibt Jian Da Hong im Kapitel I, Verse 629-631:
None not, each have Taiji,
Everything, one Taiji.
Das bedeutet also, dass jedes als eigenständig erkennbares Ding, jede Sache, ihren Mittelpunkt hat, von dem aus die acht Richtungen (BaGua) sich ausdehnen und abstrahlen. Anders formuliert bedeutet das, dass das Mittelpunkt des Universums sich in jedem einzelnen Ding, in jeder Sache, in jedem Atom, in jedem einzelnen Lebewesen etc. befindet und sich daher auch die Mitte des „Netzes“ überall befindet. Eine sehr schamanische Weltanschauung.
Schön und gut, aber was hat das mit der Frage nach der praktischen Anwendung des LoShu in Gitter- oder Torteneinteilung zu tun?
Betrachten wir die Erdkugel, dann wird alles sehr schnell klar:
Die Erdachse, in der Flucht zum Polarstern, befindet markiert das Zentrum der Erddrehung und spannt damit die Himmelsrichtungen auf. Es ist also eine räumliche Beziehung, keine zweidimensionale. Man kann die Kugelgestalt der Erde nur in Tortenstücke einteilen, deswegen muss auch die Torteneinteilung zur Anwendung des LoShu verwendet werden. 5 steht für die „himmlische“ Erde, die Erdachse, das Zentrum (das Taiji) der Erde entspricht jedoch der Zahl 10.
Da die Zahl 5 nun einerseits dem Polarstern und andererseits der Erdachse entspricht, besitzt die Zahl 5 im LoShu dementsprechend zentrifugale Eigenschaften. Das ist der Grund, warum die Zahl 5 so gern in die anderen Paläste fliegt, die anderen Zahlen (Paläste) jedoch nicht, und auch der Grund warum die Zahl 5 keine eigene Himmelsrichtung hat, sie entspricht dem Zentrum.
Süden ist gemäss Vers 19 die Blickrichtung. Nach Süden (9 oben) wird das Facing ausgerichtet, weil der Bauch der Erdkugel am Äquator am dicksten ist, dort sitzt die meiste Masse und ist die Zentrifuaglkraft am stärksten.
Kehrt man die Zahlen auf meiner Projektion oben um, erhält man das bekannte magische LoShu Quadrat: