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„Mama, setz dich hin, ich muss dir etwas sagen.“ Meine Mutter sass aber schon, mit ihrem Telefonhörer in der Hand. „Ich werde meine Stelle als Lehrer aufgeben und von jetzt an Predigen“. Auf alle möglichen Einwände ihrerseits war ich gefasst – nur nicht, auf ihre tatsächliche Reaktion: „Das habe ich gewusst.“ Anstatt bei ihr die erwartete Überraschung zu spüren, war ich nun ziemlich perplex. Und meine Mutter begann mir eine Geschichte zu erzählen, die sie mir die ganzen 24 Jahre noch nie wirklich so erzählt hatte.
Start ins Leben
„Als du auf die Welt kamst, fanden wir rasch heraus, dass bei dir etwas nicht in Ordnung war. Du hattest Bewegungsstörungen, bedingt durch eine Schädigung des Hirns aufgrund der schnellen Geburt, wie der Arzt annahm. Normale Reflexe haben bei dir nicht funktioniert, du konntest nichts greifen und wenn man dich irgendwo hinlegte, konntest du dich nicht vom Rücken auf den Bauch drehen.“ Es gab aber noch weitere unangenehme Nebenwirkungen. Ich bekam Schreikrämpfe, bei denen mir die Luft wegblieb bis ich blau anlief und nur durch das rasche Eingreifen meiner Eltern konnte ich wieder atmen. Oft hatten sie in der Situation das Gefühl, mir jetzt endgültig nicht mehr helfen zu können. Aber meine Eltern beteten für mich und als ich etwa ein Jahr alt war, luden sie ein Ehepaar aus der Leitung einer Kirche ein, um für meine Heilung zu beten zu und mich mit Öl zu salben, wie es in der Bibel vorgeschlagen wird. Meine Mutter betete damals: