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Mit Spielfilmen wie «Beasts of No Nation» bringt der US-Streamingdienst die Kino-Branche gegen sich auf. Es geht ums Geld.
Netflix geht gern eigene Wege. Schon mit der Strategie, eigene Serien aufs Mal zu veröffentlichen, sorgte der US-Streamingdienst für Wirbel in der TV-Landschaft. Nun ein neuer Aufreger: Der Spielfilm «Beasts of No Nation» lief weltweit gleichzeitig bei Netflix und in den Kinos in den USA an.
So konnten rund 70 Millionen Abonnenten den Spielfilm über das Schicksal von Kindersoldaten in Westafrika sehen. Doch dieses Vorgehen passte dem US-Kinoverband nicht in den Kram. Er boykottierte den Film. Die Kino-Besitzer befürchten, «Beasts of No Nation» werde zum Präzedenzfall. Netflix hat die Rechte am Indie-Drama für zwölf Millionen Dollar gekauft. Damit hat der Anbieter seinen ersten, aber kaum letzten Spielfilm auf den umkämpften Kinomarkt gebracht. Die Branche bangt um ihre Einnahmen. Kommt dazu, dass «Beasts of No Nation» bei der Vergabe der Oscars gute Chancen haben dürfte.
Am Filmfestival von Venedig im September wurde der ghanaische Teenager Abraham Attah für seine Rolle als Kindersoldat als bester Jungdarsteller ausgezeichnet. Regisseur Cary Fukunaga, der für «True Detective» einen Emmy gewann, lässt ihn als Jungen durch ein Bürgerkriegsgebiet in Afrika irren. Erst wird er von seiner Mutter getrennt, dann bringen Soldaten seinen Vater und Bruder um. Als Rebellen ihn aufgreifen, bildet ihn der Anführer (Idris Elba) zum Soldaten aus.
Es sei ihm wichtig gewesen, dass sein Film auch in den Kinos startet, sagte Fukunaga. Doch Netflix lasse ihm alle Freiheiten und habe den Vorteil, dass der Dienst nicht auf Kino-Einnahmen angewiesen sei. Der Verband dürfte das sicher nicht gerne gehört haben.