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Ich sehe was, was du nicht siehst
Ich sehe was, was du nicht siehst
Schulraumerkundung mit Kindern an der Schule Eichbüel in Bazenheid
09.03.2021 - Praxis
Schulhäuser werden von Erwachsenen entworfen und gebaut. Sie haben eine ganz klare gesellschaftliche Funktion und bilden das Verständnis dieser Funktion im Kontext der Zeit, in der sie gebaut werden, ab. Kinder werden in diesen Prozess eher selten miteinbezogen, dabei verbringen sie einen grossen Teil ihrer Zeit in diesem in diesen Gebäuden.
Diese Überlegung setzt das in mehrere Teile gegliederte Projekt «Ich sehe was, was du nicht siehst» an der Schule Eichbüel in Bazenheid an den Anfang, um daraus die Frage nach der Wahrnehmung der Kinder auf diesen Schulraum zu stellen. Der Regisseur Johannes Voges arbeitet mit der zweiten Klasse von E. Pavlidis und S. Ochsner sowie der vierten Klasse von M. Zanella mit Methoden der künstlerischen Forschung. Bei Projektbeginn im September 2020 wurde darum als erstes das Institut für Raumforschung gegründet, welches alle seine Mitarbeiter*innen konsequent siezt und mit entsprechenden Namensschildern ausrüstete. Nach der Gründung ging es dann auch sofort mit ersten Forschungsschritten los. Dabei mussten die Forschenden unter anderem die Perspektive auf das Gewohnte ändern, was durchaus wörtlich zu verstehen ist. In einem zweiten und dritten Schritt wurden die Räume erkundet, benannt und auf grossen Plänen festgehalten. Dabei stellte sich heraus, dass die Schule Eichbüel sowohl über einen Spinnen- wie einen Skelettraum verfügt, grau und weiss die dominierenden Farben sind, es viele freie Flächen gibt und Lieblingsräume oft etwas mit Begegnung zu tun haben. Am Abschlusstermin der ersten Projektphase wurden die Forschenden in ihrer Wahrnehmung mit der Überlegung «Wenn die Schule ein Körper wäre…» noch einmal herausgefordert.
Nach der intensiven Arbeit wechselte das Projekt in die Zwischenphase, bei der die Forschenden gelegentlich Post mit kleinen Aufträgen vom Projektleiter Voges bekamen und in den anderen Klassen über ihre Erfahrungen berichteten, sowie eine Klasse in der eigenen Raumforschung anleiteten. Im März und April 2021 folgt nun die zweite Forschungsphase, bei der vor allem die Sichtbarmachung der Ergebnisse im Vordergrund stehen wird.
Das Projekt «Ich sehe was, was du nicht siehst» findet im Rahmen des gesamtschweizerischen Projekts «Kulturagent.innen für kreative Schulen» statt. Auf dem Kulturagent.innen-Blog erfährt man in vier Berichten Details aus dem Institut für Raumforschung. Fortsetzung folgt.