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Zwiebel - Allium cepa
Allium cepa L. (syn. Allium esculentum, Cepa esculenta, Cepa vulgaris, Porrum cepa);
Zwiebel (syn. Bolle, Hauszwiebel, Küchenzwiebel, Sommerzwiebel, Speisezwiebel).
VORKOMMEN
Die Zwiebel wird weltweit in zahlreichen Varietäten kultiviert, beheimatet ist sie in Mittelasien.
MERKMALE
Die Küchenzwiebel ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die in der Kultur jedoch meist nur ein- oder zweijährig gehalten und dann geerntet wird. Die Blütenbildung setzt voraus, dass die Pflanze zunächst eine gewisse Zahl von Blättern entwickelt hat und ausserdem gegen Ende der vorigen Vegetationsperiode oder in der Ruheperiode für eine gewisse Zeit niedrigen Temperaturen ausgesetzt war.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Allii cepae bulbus (syn. Bulbus Allii cepae, Bulbus Cepae). Frische oder getrocknete Zwiebel.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Alkylcysteinsulfoxide (Alliin und seine Derivate, u.a. Cycloalliin, Cepaen), γ-Glutamylpeptide.
Das natürlich vorkommende Substrat der Zwiebel-Alliinase ist hauptsächlich trans-S-(1-Propenyl) -L-(+)-cysteinsulfoxid; es wird z. B. beim Zerschneiden der Zwiebel enzymatisch in (Z)-Thiopropanal-S-oxid (Tränenfaktor) umgewandelt.
Bei Verletzung der zwiebel werden durch Alliinase verschiedene Sulfide gebildet, die dann spontan Disulfide bilden. Diese Verbindungen können mit den SH-Gruppen von Proteinen Disulfidbrücken ausbilden und deren Aktivität verändern.
In der Zwiebel sind weiter zu finden: Flavonoide, Phenole, Vitamine, Kohlenhydrate, und wasserdampfflüchtige Bestandteile (äther. Zwiebelöl).
PHARMAKOLOGIE
Wie alle Arten der Gattung Allium enthalten Zwiebeln keine Stärke, sondern bilden und speichern Fruktane als Reservestoff. Da das menschliche Verdauungssystem nicht in der Lage ist, Fruktane enzymatisch zu spalten, werden sie im Dünndarm nicht resorbiert und stehen somit den Bakterien der natürlichen Dickdarmflora ungeschmälert zur Verfügung. Dadurch kommt es nach dem Verzehr von Zwiebeln zur verstärkten Gasbildung, die sich in Flatulenz äussern kann, für deren Geruch neben den Abbauprodukten der Fruktane auch die der schwefelhaltigen Inhaltsstoffe verantwortlich sind.
ANWENDUNG
Die Zwiebel ist Heilpflanze des Jahres 2015. Als Heildroge dienen die frischen Zwiebeln.
Für die Droge konnten antibakterielle, den Blutdruck, die Blutfette und den Blutzucker schwach senkende Wirkungen nachgewiesen werden, auch gerinnungshemmende und antiasthmatische Eigenschaften wurden nachgewiesen. Die Wirkungen hierfür sollen hauptsächlich auf die antioxidativen Schwefelverbindungen der Zwiebeln zurückzuführen sein.
Äusserlich verwendet man Zwiebelsaft oder Sirup bei Insektenstichen, Wunden, Furunkeln und zur Nachbehandlung von Blutergüssen.
Ausserdem wird die Zwiebel weltweit als Nahrungsmittel, Gewürz oder Gemüse eingesetzt.
STATUS
HOMÖOPATHIE
Allium cepa HAB1, die frische Zwiebelknolle.
Anwendungsgebiet: aktuter Schnupfen, Entzündungen der Luftwege, Blähungskoliken, Neuralgien, Phantomschmerz.
GESCHICHTE
Die Küchenzwiebel ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit
und wird schon seit mehr als 5000 Jahren als Heil-, Gewürz- und
Gemüsepflanze kultiviert. Bei den alten Ägyptern wurden Zwiebeln den
Göttern als Opfergabe gereicht, waren eine Art Zahlungsmittel für die
beim Pyramidenbau eingesetzten Arbeiter und wurden den Toten als
Wegzehrung für die Reise ins Jenseits beigelegt. Davon zeugen die im
Grab des Tutanchamun gefundenen Zwiebelreste. Eine über 4000 Jahre alte
sumerische Keilschrift enthält Angaben zu Gurken- und Zwiebelfeldern und
im Codex Hammurapi wurden Brot- und Zwiebelzuteilungen für die Armen
festgelegt.
Bei den Römern zählten Zwiebeln zu den Grundnahrungsmitteln vor allem der weniger Begüterten. Römische Legionäre waren es auch, die die „cepula“ (woraus, über mittelhochdeutsch „zwibolle“, letztlich das deutsche Wort „Zwiebel“ wurde) in Mitteleuropa verbreiteten
Letzte Änderung: 19.01.2017 / © W. Arnold