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Im Gegensatz zu vielen anderen wichtigen Städten in England, die heute Zentrumsfunktion haben, war Manchester im Mittelalter kein sehr wichtiger Standort. Die einflussreichen Plätze Nordenglands waren Chester, Lancaster und vor allem York. Eines der ganz wenigen (spät-)mittelalterlichen Gebäude von Wichtigkeit ist die Kathedrale von Manchester aus dem 15. Jh. Der Turm wurde allerdings erst 400 Jahre später angebaut.
Zu Bedeutung gelangte Manchester erst im 18. Jh. durch die Industrielle Revolution. Seit flämische Weber sich im 14. Jh in Manchester niederliessen, war das Gebiet Zentrum der Baumwollindustrie. Das feuchte Klima verhinderte das Brechen der feinen Baumwollfäden während der Verarbeitung auf den Webstühlen. Die Erfindung von Spinnmaschinen und automatisierten Webstühlen revolutionierte die Textilindustrie, erste Massenproduktion war möglich.
Die Produkte mussten verkauft werden, sie mussten auf die kaufkräftigen Märkte gebracht werden, und diese waren vornehmlich in Südengland und im Ausland. Die Textilindustriellen waren also auf den Transport ihrer Waren auf dem Land- und dem Wasserweg angewiesen. So war es ein Glücksfall, als George Stevenson die erste effiziente Lokomotive “The Rocket“ für die 1830 eröffnete Eisenbahnlinie Manchester – Liverpool baute. Sie läutete im wahrsten Sinne des Wortes das Eisenbahnzeitalter ein. Jedoch die Tatsache, dass Manchester eine Binnenstadt war, war dem Export nicht sehr förderlich. So wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jh. mit dem Bau des Manchester Ship Canals begonnen. Er wurde 1894 eröffnet und führt über 36 Meilen nach Eastham in die Mündung des Flusses Mersey und dann in die Irische See. Manchester wurde zum drittgrössten Hafen Grossbritannien, Schiffe von bis zu 15'000 Bruttoregistertonnen können den Kanal benützen.
Zu Beginn des 19. Jh. waren die Arbeitsbedingungen in den Spinnereien, den Webereien und Waren- und Lagerhäusern katastrophal. Zudem verdrängte die Industrialisierung viele (Heim-)Arbeitsplätze und Arbeitslosigkeit entstand. Dies führte 1819 zu Streiks und Unruhen und ersten Aufrufen nach politischen Reformen in Grossbritannien. Manchester hatte zu dieser Zeit keinen Abgeordneten im Parlament von Westminster. Am 16. August 1819 versammelten sich 50'000 Menschen in St. Peter’s Field in Manchester zu einer, vorher in dieser Art noch nie gesehenen, Grossdemonstration. Kavallerie mit gezogenen Säbeln wurde eingesetzt um die Demonstration zu unterdrücken. 11 Demonstranten kamen ums Leben, viele wurden verletzt. Dies war das “Peterloo Massacre“. Immerhin wurde auf Druck der Demonstranten im selben Jahr der “Factory Act of 1819“ vom Parlament in Westminster eingeführt, der die Arbeitsbedingungen in den Fabriken zumindest rudimentär regulierte.
Heute ist Manchester (550'000 Einwohner) das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Nordenglands und eine moderne, boomende Stadt mit starker Bautätigkeit. Die Stadt bietet dem Besucher alles was das Herz begehrt: Kultur, vielfältige Sportmöglichkeiten, ein Ausgeh-Szenario der unbegrenzten Möglichkeiten, Sportveranstaltungen (Manchester United, Manchester City). Allerdings ist es sehr schwierig für Ligaspiele des beiden Clubs Tickets zu ergattern. Die Spiele sind praktisch immer ausverkauft. In Manchester haben sich auch mehrere Universitäten niedergelassen, die zig-tausend Studenten bringen junges Leben und Fröhlichkeit in die Stadt. Sprachschulen gibt es nur wenige, man trifft also nicht auf Schritt und Tritt Sprachtouristen aus allen Herren Ländern an.
Von Manchester gelangt man auch schnell in wunderschöne, praktisch unberührte Natur, in die Pennines, England’s höchstes (bis auf 1'000m) und längstes Hügelmassiv. Hier findet man abgelegene Täler, kleine Dörfer mit gemütlichen Pubs. Eine Atmosphäre zum Abschalten und Geniessen.
|Daten und Preise 2013/Manchester Academy|
In Manchester werden folgende Kurse angeboten: