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Völkerrecht
Europaratsübereinkommen – erstes Regelwerk zur Dopingbekämpfung
Am 16. November 1989 schlossen die Mitgliedsstaaten des Europarats sowie weitere Länder das Übereinkommen gegen Doping (nachfolgend Europaratsübereinkommen) ab. In der Schweiz ist das Übereinkommen seit dem 1. Januar 1993 in Kraft. Es handelt sich um das erste völkerrechtlich, verbindliche Regelwerk zur Dopingbekämpfung.
Gemäss Art. 1 Europaratsübereinkommen verpflichten sich die Vertragsparteien, im Hinblick auf die Verringerung und schliesslich die endgültige Ausmerzung des Dopings im Sport, die für die Anwendung des Übereinkommens notwendigen Massnahmen zu ergreifen.
In Übereinstimmung mit Art. 4 Abs. 1 Europaratsübereinkommen erlassen die Vertragsstaaten gegebenenfalls Gesetze, Vorschriften oder Verwaltungsmassnahmen, um die Verfügbarkeit sowie die Anwendung verbotener Dopingwirkstoffe und -methoden im Sport und insbesondere anaboler Steroide einzuschränken.
Laut Art. 6 Abs. 1 Europaratsübereinkommen verpflichten die Parteien sich, Erziehungsprogramme und Informationsfeldzüge durchzuführen, in denen die Gesundheitsgefahren und die Schädigung der ethischen Werte durch Doping im Sport deutlich gemacht werden.
UNESCO-Übereinkommen – erster weltumspannender, völkerrechtlichen Vertrag gegen Doping
Am 19. Oktober 2005 schloss die Generalkonferenz der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) das Internationale Übereinkommen gegen Doping im Sport (nachfolgend UNESCO-Übereinkommen) ab.
In der Schweiz ist das Übereinkommen seit dem 1. Dezember 2008 in Kraft.
Zweck und Aufbau des UNESCO-Übereinkommens orientieren sich stark an denjenigen des Europaratsübereinkommens. Erwähnt sei hier einzig Art. 4 Abs. 3 UNESCO-Übereinkommen, der zwei der Internationalen Standards des Welt-Anti-Doping-Programms (WADP) als Bestandteil des Übereinkommens und folglich als für die Vertragspartner verbindlich erklärt.