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Wir entwickeln Modelle, um Hochwasser vorherzusagen. Allerdings ist es schwierig, diese Ereignisse mit hoher Genauigkeit zu prognostizieren. Analysen zu vergangenen Unwettern liefern Informationen, wo Verbesserungen notwendig sind, um solche Ereignisse zuverlässiger vorherzusagen.
Das Hochwasser vom August 2005 forderte in der Schweiz 6 Todesopfer. Überflutung, Erosion, Übersarung (Ablagerung von Wildbachschutt), Rutschungen und Murgänge verursachten Sachschäden in der Höhe von insgesamt 3 Mrd. Franken – eine Schadenssumme ohne Parallele innerhalb der letzten drei Jahrzehnte.
Eine andere Extremsituation war der Lawinenwinter 1999 (Link SLF). In der Schweiz gab es rund 1200 Schadenlawinen mit insgesamt 17 Todesopfern in Gebäuden und auf Strassen. Viele Verkehrswege im Alpenraum waren unterbrochen und ganze Talschaften von der Umwelt abgeschnitten. Hunderttausende von Touristen waren betroffen. Die direkten und indirekten Sachschäden beliefen sich auf über 600 Millionen Franken.
Katastrophe als Chance
Solche Extremereignisse bieten eine gute Gelegenheit, aussergewöhnliche Naturereignisse umfassend zu untersuchen. Seit vielen Jahren erstellen WSL und SLF nach Hochwassern oder Lawinen sogenannte Ereignisanalysen, in der Regel im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem BAFU. Dabei geht es nicht nur darum, die Naturprozesse nachzuvollziehen, sondern auch zu überprüfen, wie gut die Gefahrengrundlagen waren und wie sie umgesetzt wurden. Wie wirkten Schutzmassnahmen, wie effizient waren Vorhersagen, Warnungen und Alarmierungen des Krisenmanagements?
Dies entspricht dem Konzept des integralen Risikomanagements, bei dem Risiken überwacht, in Bezug auf ihre Akzeptabilität bewertet werden und dann gegen die inakzeptablen Risiken geeignete Schutzmassnahmen getroffen werden (Risikomanagement). Das aus der Analyse resultierende bessere Verständnis der Prozesse und die Erkenntnisse zur Wirksamkeit unterschiedlicher Massnahmen bilden eine zentrale Grundlage für zukünftige Schutzmassnahmen in der Schweiz.