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| Irenäus († um 200) - Erweis der apostolischen Verkündigung (Demonstratio apostolicae praedicationis)

II. Zweiter Hauptteil. Beweis der Wahrheit der Offenbarungslehre aus dem äusseren Zeugnis der heilsgeschichtlichen Tatsachen.
Erster Abschnitt. Die Präexistenz des Gottessohnes vor der Schöpfung und Menschwerdung. Seine Bestimmung zum Erlöser und Wirksamkeit im alten Bund. Grundlage der Weissagung.
44.
Und wie der Sohn Gottes mit Abraham in eine Unterredung eintrat, sagt Moses wiederum: „Und es erschien ihm Gott bei der Terebinthe Mamres am Mittag; als er die Augen erhob und sah, siehe, da traten drei Männer vor ihn, und er neigte sich zur Erde und sprach: Herr, habe ich wirklich Gnade gefunden vor Dir“1 . Und alles Weitere sprach er mit dem Herrn und der Herr mit ihm. Zwei von den dreien nun waren Engel, der eine aber war der Sohn Gottes, mit dem eben Abraham sprach und bei dem er Fürsprache einlegte für die Bewohner von Sodoma, daß sie nicht zugrunde gingen, wenn nur zehn Gerechte wenigstens sich fänden. Während diese miteinander redeten, gingen die Engel nach Sodoma, und Loth nahm sie auf. Hierauf sagt die Schrift: „Der Herr ließ über Sodoma und Gomorrha Schwefel und Feuer regnen vom Herrn vom Himmel“2 . Gemeint ist der Sohn, der mit Abraham redete. Als Herr empfing er die Gewalt zur Bestrafung der Sodomiter vom Herrn vom Himmel, von dem Vater, der über alles herrscht. Hiermit ward Abraham ein Prophet und sah das Zukünftige, welches geschehen sollte, in menschlicher Gestalt den Sohn Gottes, denn dieser sollte mit den Menschen reden, mit ihnen Nahrung genießen und hernach von dem Vater aus, der über alle herrscht, das Gericht über sie abhalten, wie er von ihm die Gewalt zur Bestrafung der Sodomiter erhalten hatte.
1: Gen. 18,1-3
2: Gen. 19,24