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Eigentlich hätte Präsidentschaftskandidat Donald Trump (69) allen Grund zum Feiern. Eben hat er die republikanischen Vorwahlen in Michigan und Mississippi gewonnen. Mit deutlichem Vorsprung.
Doch bei der Pressekonferenz zu seinem Wahlsieg war der milliardenschwere US-Baulöwe immer noch sichtlich sauer – vor allem auf seinen Parteikollegen Mitt Romney, der ihm in einer Rede seine zahlreichen gescheiterten Geschäftsideen vorgehalten hatte.
Und so nutzte Trump die Gunst der Stunde und verwandelte seinen Auftritt in einem seiner Golf-Clubs in Florida in eine Dauerwerbesendung für Produkte, die seinen Namen tragen.
«Wir haben Trump-Steaks. Wenn Ihr eins wollt, berechnen wir Euch 50 Dollar pro Steak», rief er den anwesenden Journalisten zu, während das Fleisch neben der Bühne präsentiert wurde.
Doch die schräge Verkaufsshow geriet zur Farce. Die angeblichen «Trump-Steaks», die der Politiker anpries, gibt es schon lange nicht mehr. Das Fleisch welches an Trumps Medienkonferenz aufgetischt wurde, stammte vielmehr von einem Unternehmen, das sich – ausgerechnet! – Bush Brothers nennt, wie ein Blick auf die Verpackung zeigt.
Und das Trump-Wasser, das an dem Anlass serviert wurde? Das natürliche Quellwasser («Eines der reinsten der Welt») gibt es laut Trumps offizieller Homepage sonst nur in Trumps Hotels, seinen Restaurants und seinen Golfclubs.
Und: Es unterscheide sich deutlich von anderen Mineralwassern auf dem Markt, heisst es.
Ein anwesender Reporter fand jedoch heraus, dass es von einem Unternehmen namens Village Springs Corporation abgefüllt wird.
Und dieses beliefert mitnichten nur Trump – sondern zahllose Lebensmittelläden und Getränke-Händler. Das Trump Natural Spring Water, spottet die Website «Mashable», sei das gleiche Wasser, das man an jeder Tankstelle kaufen könne.
Immerhin: Das Trump-Weingut, von dem Trump in einer längeren Ausführung schwärmte, existiert wirklich.
Allerdings ist die Trump Winery auf den Namen von Trumps Sohn Eric registriert. Laut der Website hat das Unternehmen keinerlei Verbindungen zu Donald Trump oder einer seiner Organisationen.
Der Präsidentschaftsbewerber liess es sich trotzdem nicht nehmen, den Teilnehmern seiner Pressekonferenz eine Flasche Wein zu offerieren. Ob er damit die Zweifel an seinen beruflichen Erfolgen ausräumen konnte, ist indes fraglich. (bau)Publiziert am 09.03.2016 | Aktualisiert am 10.03.2016