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Das Erysipel (die Wundrose) ist eine bakterielle Infektionskrankheit der Haut. Es breitet sich rasch über die Lymphgefässe und Lymphspalten aus und kann an jeder Körperstelle in Erscheinung treten, bevorzugt aber die Füsse und das Gesicht. Gesunde Menschen mit guter Abwehrlage laufen selten Gefahr, zu erkranken.
Bei adäquater Therapie heilt die Krankheit überwiegend folgenlos, hat aber eine ausgesprochene lokale Rückfalltendenz. Wiederholte Erysipelschübe am gleichen Bein oder Arm können eine bleibende Lymphstauung (Lymphödem) nach sich ziehen. Unbehandelt und bei schlechter Abwehrlage gibt es tödliche Verläufe.
Ursache ist typischerweise die Infektion durch eine bestimmte Bakterienart, nämlich Streptokokken der Gruppe A. Wenn die Krankheit durch andere Erreger bedingt ist, wird sie gewöhnlich Erysipeloid oder Rotlauf genannt.
Eintrittspforte der Erreger sind oberflächliche Hautverletzungen, insbesondere kleine Risse (Rhagaden) am Naseneingang, am Mundwinkel oder zwischen den Zehen (wie sie bei Fusspilz anzutreffen sind), ferner Unterschenkelgeschwüre.
Gehäuftes Vorkommen findet man bei herabgesetzter Resistenz gegenüber Krankheitserregern. Das ist der Fall bei Durchblutungsstörungen an den Beinen (Arteriosklerose, Krampfadern im fortgeschrittenen Stadium oder Diabetes mellitus), zudem bei Unterernährung, Alkoholmissbrauch und bereits vorher bestehenden Infektionskrankheiten.
Es handelt sich um eine flächige Entzündung der Haut und des Unterhautgewebes, die sich von der Eintrittspforte der Bakterien rasch ausbreitet.
Ein schwerer lokaler Verlauf ist charakterisiert durch Hautblutungen, flächiges Absterben der Haut, Blasen- und Eiterbildung, Thrombophlebitis und später ein Lymphödem. Im Weiteren kann eine Sepsis („Blutvergiftung“) zur Entzündung der Herzinnenschicht (Endokarditis) führen.
Eine Art Teufelskreis ist die Wechselbeziehung zwischen Erysipel und Lymphödem. Das Lymphödem begünstigt das Entstehen eines Erysipels, dieses führt durch Zerstörung von Lymphbahnen zum Lymphstau, der wiederum das Zustandekommen des nächsten Erysipelschubs fördert.
Zwei Beispiele
1. Das Lymphödem am Arm einer Frau, die wegen Brustkrebs operiert und nachbestrahlt werden musste, ist ein Risikofaktor für Erysipelschübe, weshalb auf gute Hautpflege zu achten ist.
2. Ausgehend von einem Unterschenkelgeschwür an einem „Krampfaderbein“ entsteht ein Erysipel. Dieses zerstört Lymphgefässe und erzeugt ein Lymphödem, so dass leicht ein neues Erysipel entstehen und eine bleibende Schwellung resultieren kann.
Ergänzend zur ärztlichen Behandlung:
Der Verdacht auf Erysipel (oder Erysipeloid) erfordert eine Arztkonsultation.
Die Behandlung besteht in der Gabe von Antibiotika, lokalen Umschlägen, Ruhigstellen, eventuell Bettruhe und erfordert oft einen Spitalaufenthalt. Ist die Eintrittspforte der Bakterien noch nachweisbar – was nicht immer zutrifft – unterstützt eine mikroskopische Untersuchung auf Bakterien die Diagnose und Therapie.
Antibiotikatherapie: Antibiotika müssen ausreichend lange nach Vorschrift eingenommen werden. Dadurch kann zum einen das Medikament seine volle Wirksamkeit erlangen und die Rückfalltendenz der Krankheit (Rezidiv) ist reduziert, zum anderen lässt sich die stets drohende Gefahr einschränken, dass Krankheitserreger dem Medikament gegenüber unempfindlich werden (Resistenzbildung).