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Viele Krankheiten entstehen in erster Linie durch mangelnde Bewegung.
Pferde sind Bewegungstiere; in der Welt der Pferde ist fast jede Tätigkeit mit Fortbewegung verbunden. Schon wenige Minuten nach der Geburt steht ein gesundes Fohlen auf und braucht seine Beine, um ans Euter zu kommen. Erwachsene Pferde grasen bei langsamem aber stetigem Vorwärtsschreiten bis zu 16 Stunden täglich. Wildpferde legen pro Tag durchschnittlich 16km zurück. Wenn sich wilde Pferde fort bewegen, sind alle Sinne aktiv. Die weit seitwärts stehenden Augen überwachen fast das ganze 360-Grad-Panorama vor, neben und hinter dem Tier. Die Ohren sind ständig in Bewegung und nehmen Geräusche wahr. Die Luft wird prüfend durch die Nüstern gezogen. Sensoren der Haut registrieren Kälte, Hitze, Regen, Sonne. Jeden Moment ist das Pferd bereit zu fliehen. Bewegung stärkt also nicht nur die Beine, sondern den ganzen Organismus.
Der Organismus des Pferds hat sich so an die ständige Bewegung angepasst, dass er sie zur Gesunderhaltung der Gelenke, für eine gute Verdauung, eine mühelose Atmung und zur Anregung des Stoffwechsels braucht. Die mit der Aufstallung verbundene Bewegungseinschränkung ist deshalb für das Pferd schwerwiegend. Um trotzdem gesund zu bleiben, sollten alle Pferde, besonders jedoch Fohlen, Jungpferde und Zuchtstuten, die nicht durch Fahren oder Reiten genutzt werden, möglichst oft freie Bewegung haben. Sie sollten sich täglich mehrere Stunden in einer Gruppe bewegen können. Aber auch Fahr- und Reitpferde sollten die Möglichkeit haben, ihr soziales Verhalten und das Bewegungsbedürfnis frei aus zu leben. In der freien Natur ist der dauernde Sozialkontakt für Wildpferde sehr wichtig. Die Haltung einzelner, isolierter Pferde ist also nicht artgerecht.