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Häufige Fragen
Igel in den Medien
Lebensraum
Sind Igel Waldtiere?
Wie lang ist die nächtliche Wegstrecke eines Igels?
Kann man einen Igel zu sich in den Garten holen und ihm das Bleiben schmackhaft machen?
Was kann ich als Baufachperson für die Igel tun?
Wir wohnen an einer vielbefahrenen Strasse und machen uns Sorgen um den Igel in unserem Garten. Darf man Igel umsiedeln?
Gefahren
Warum sterben so viele Igel auf der Strasse?
Muss ich die Polizei verständigen, wenn ich einen Igel angefahren habe?
Was passiert mit toten Igeln auf der Strasse oder im Garten?
Auf der Strasse sitzt ein Igel. Soll ich ihn mit nach Hause nehmen oder
im Wald aussetzen?
Ich fahre Auto. Was muss ich beachten, damit ich die Igel möglichst wenig gefährde?
Neben dem Strassenverkehr gibt es sicher noch andere Gefahren, die auf Igel lauern? Wie kann ich den Stacheltieren sonst noch helfen?
Ist Müll gefährlich für Igel?
Warum bleibt ein Igel im Zaun stecken?
Sind Rasenroboter oder Mähroboter gefährlich für Igel?
Soll ich einen Rasenroboter kaufen?
Wann lasse ich einen Rasenroboter laufen?
Frisst der Fuchs einen Igel?
Stimmt es, dass Füchse Igel ins Wasser rollen, damit sich diese öffnen müssen?
Welche Tiere sind gefährlich für den Igel?
Igel und Technik
Igel und Umweltgifte
Nahrung
Der Igel ist doch ein Insektenfresser? Trotzdem habe ich vor kurzem einen beobachtet, der sich auch für Fallobst und süsse Beeren interessierte!
Fressen Igel Gemüse?
Darf man Igel füttern?
Soll man Igel in Trockenphasen mit Zusatzfutter unterstützen?
Kann ein Rückgang an natürlicher Igelnahrung (z. B. Insektensterben) durch dauerhafte Zufütterung der Igel kompensiert und so die Igelpopulation in einem Gebiet erhalten werden?
Darf man Igeln Milch geben?
Was fressen Igel? Und was frisst der Igel nicht?
Braucht die Igelstation Schnecken zur Fütterung der Igel?
Winterschlaf
Wie schwer muss ein Jungigel sein, um den Winterschlaf zu überleben?
Wann halten Igel Winterschlaf?
Wie erkenne ich, ob ein Igel im Winterschlaf oder tot ist?
Normalerweise wacht man nach ein paar Stunden Schlaf automatisch wieder auf. Wie kommt es dann, dass der Igel im Winter monatelang durchschlafen kann?
Was passiert bei einem Igel, wenn er aus dem Winterschlaf erwacht
Ich habe von Tierarten gehört, die keinen Winterschlaf, aber eine Winterruhe oder eine Winterstarre machen. Was bedeutet denn das?
Lebenserwartung
Igel im Garten
In unserer Wiese fanden wir Löcher, die bis faustgross waren. Kommt da ein Igel als "Täter" in Frage?
Wir füttern unsere Katze auf dem Gartensitzplatz. Manchmal kommt auch ein Igel an den Futternapf. Er hinterlässt uns jeweils Kothaufen auf den Steinplatten
Ein Igel hat sich im Geräteschuppen ein Nest gebaut. Können wir ihn innerhalb des Gartens umsiedeln?
Nutzen Igel unterschiedliche Nester als Schlafplatz im Jahresverlauf?
Kann man Igel vertreiben?
Welches Igelhaus kaufen?
Ist Stroh als Nestmaterial für ein Igelhaus geeignet?
Krankheiten und Verletzungen
Gibt es neben den Innenparasiten andere Krankheiten, die - vom Igel ausgehend - für andere Tiere oder den Menschen gefährlich werden könnten?
Welche Bedeutung hat ein Zeckenbefall beim Igel für uns Menschen?
Wie kann ich mich vor Zecken schützen, wenn ich einen Igel für eine Nacht ins Haus nehmen oder zum Tierarzt oder in die Igelstation transportieren muss?
In unserem Garten sind seit ein paar Tagen vier sehr junge Igel. Einer davon hat sicher 10 Zecken! Vom Tierarzt bekam ich ein Floh-Zecken-Mittel für meinen Hund, soll ich den kleinen Igel damit behandeln?
Gestern abend fand ich einen Igel, der das Hinterbein nachzog. Über Nacht hat er fast 150g Katzenfutter verdrückt. Heute morgen beim Tierarzt stellte sich heraus, dass er einen offenen Mehrfachbruch hat. Schon erstaunlich, dass ein so schwer verletzter Igel noch so einen guten Appetit hat?!
Igel gefunden – was tun?
Dürfen Igelbabys berührt werden?
Wir haben in unserem Garten drei winzige Igelbabys mit weissen Stacheln gefunden. Da stimmt doch was nicht?
Bei einer spätherbstlichen Gartenentrümpelungsaktion haben wir einen Igel in seinem Nest gestört: Er bewegt sich nicht. Lebt er noch?
Soll ich den tagsüber auf einem spätherbstlichen Spaziergang gefundenen kleinen Igel mit nach Hause nehmen?
Woran erkenne ich, ob ein im (Spät)Herbst gefundener Jungigel bereits die nötigen Reserven für den Winterschlaf hat oder ob er noch menschliche Hilfe braucht?
Bei einem im (Spät)Herbst gefundenen Jungigel habe ich das Körpergewicht ermittelt. Wie gehe ich weiter vor?
Kann ein Igel kurz vor dem Wintereinbruch oder während des Winters wieder in die Freiheit entlassen werden?
Igel auf Schnee begegnet?
Bei uns bedient sich ein Igel mitten im Dezember am Futternapf unserer Katze: Eigentlich sollte der stachelige Geselle doch im Winterschlaf sein?
Wie bastle ich ein Winterschlafhaus als Ersatznest für Igel?
Igel in Gefangenschaft, Igelhaltung, Auswilderung
Was halten Sie davon, Igel in menschlicher Obhut zu überwintern?
Warum dürfen Igel nicht im Keller überwintert werden?
Kann man einen Igel kaufen?
Der Igel – eine gesetzlich geschützte Tierart?
Ist der Afrikanische Weissbauchigel als Haustier geeignet?
Was geschieht im Igelzentrum mit den Igeln nach ihrer Genesung?
Wir würden gerne einen jener Igel aus dem Igelzentrum auswildern, die nicht mehr am Fundort freigelassen werden können. Nun wissen wir aber nicht, ob unser Garten geeignet ist. Was ist zu beachten?
Verfolgt man die Berichte in Zeitungen, im Internet, im Fernsehen oder am Radio, könnte man tatsächlich annehmen, dass die armen Igel in heutiger Zeit klimatisch arg gebeutelt werden. Ein Winter ist für sie viel zu kalt, der nächste bedenklich warm, in einem Sommer leiden sie unter der Trockenheit, im nächsten sterben sie wegen des feuchten Wetters. Diese etwas tendenziöse Berichterstattung wird auch durch Igelstationen begünstigt.
Tatsächlich aber gibt es Stacheligel seit etwa 20-30 Millionen Jahren. Und es darf angenommen werden, dass sie in dieser unvorstellbar langen Zeit mit den unterschiedlichsten, zum Teil sehr ausgeprägten Klimaveränderungen zurechtkommen mussten. Jahre oder Jahreszeiten, die in der Gegenwart etwas von der üblichen Norm abweichen, nehmen sich im Vergleich dazu wohl geradezu harmlos aus. Kein Grund also, die Igel z.B. flächendeckend füttern zu wollen! Hingegen gilt: die beste Hilfe, die wir dem Stacheltier angedeihen lassen können, ist die möglichst naturnahe Gestaltung und Bewirtschaftung unserer Grünflächen. Stellen wir den Igeln einen artgerechten Lebensraum zur Verfügung, kommen sie auch bei etwas ungünstigeren Wetterverhältnissen bestens über die Runden! Und treffen wir ein Einzel(!)tier in Nöten an, so besteht wie immer die Möglichkeit, mit einer Fachstelle Kontakt aufzunehmen, um diesem Tier individuell zu helfen.
Siehe Fütterung, Igelfreundlicher Garten und Merkblatt "Gefahren für Igel - sind vermeidbar"
Igel leben heute zum grössten Teil im Siedlungsraum. Naturbelassene Gärten und vielfältig gestaltete Grünanlagen werden von den Stacheltieren bewohnt. Die heutigen Wirtschaftswälder bieten in ihrer Uniformität den Igeln kein Zuhause mehr. Deshalb ist diese Tierart fast vollständig aus den Wäldern, wie auch aus dem intensiv bewirtschafteten Landwirtschaftsraum, verschwunden.
Gemäss Beobachtungen können männliche Igel während der Brunstzeit bis zu 5 km in einer Nacht zurücklegen. Weibchen wandern ungefähr 0.5 bis 1.5 km weit auf der nächtlichen Futtersuche.
- Igel sollte man nicht «verpflanzen», da sie sehr ortstreu sind. Es besteht aber die Möglichkeit, aus einer Igelstation einen Igel, der nicht an den Fundort zurückgegeben werden kann, im eigenen Garten mit einem Gehege auszuwildern.
Siehe Auswilderung
- Ein naturnaher Garten mit einheimischen Wildpflanzen und Versteckmöglichkeiten ist ein geeigneter Lebensraum für das nachtaktive Stacheltier. Es gibt aber keine Garantie, dass der ausgewilderte Igel in Ihrem Garten bleibt.
Siehe Igelfreundlicher Garten
Für Bauchfachleute, Bauherren und Laien gibt es viele praxisnahe Tipps im Umgang mit Igeln und anderen Wildtieren im Siedlungsraum.
Igel sind ortstreu und kennen sich in ihrem Aktionsraum hervorragend aus. Jede Umsiedelung stellt eine Belastung für das Tier dar, da es ein ihm fremdes Gebiet erst wieder nach guten Futterstellen, Unterschlüpfen etc. durchforsten muss. Das alleinige Vorhandensein von befahrenen Strassen ist deshalb kein hinreichender Grund für eine Umsiedlung! Eine zwingende Umsiedlung muss sehr sorgfältig und unter sukzessiver Auswilderung am neuen Ort erfolgen.
Siehe Lebensraum und Gefahren
Igel leben heute zum grossen Teil im Siedlungsraum, der dicht von Strassen durchzogen ist. Das bedeutet Gefahr. Vor allem Männchen, die während der Paarungszeit (Mitte April bis Ende August) weite Strecken zurücklegen, um Weibchen aufzusuchen, werden häufig überfahren. Das müsste nicht sein. Igel zeigen nämlich auf der Strasse nicht das für sie typische Einrollverhalten sondern flüchten vor den Autos. Bei angemessenem Tempo der Autofahrer sollte es für Igel häufiger möglich sein, die Strasse erfolgreich zu überqueren.
Gemäss Auskunft der Stadtpolizei Zürich muss in der Schweiz immer die Polizei informiert werden, wenn ein Tier (Haustier oder Wildtier) angefahren wird; gebüsst wird man in der Regel nicht.. Die Polizei (bzw. der aufgebotene Wildhüter) sorgt dann dafür, dass das verletzte Tier nicht unnötig leidet. Wer hingegen das Anfahren eines Tieres nicht meldet, wird gebüsst, wenn er dabei erwischt wird.
Für die Beseitigung der Igelkadaver ist, was das öffentliche Strassennetz betrifft, der Strassendienst zuständig. Finden Sie einen toten Igel in Ihrem Garten oder auf der Privatstrasse vor Ihrem Haus, können Sie ihn zur Kadaversammelstelle Ihrer Wohngemeinde bringen. In der Stadt Zürich nehmen die Quartierwachen der Stadtpolizei und die Tierarztpraxen tote Igel entgegen.
Auf der Strasse sitzt ein Igel. Soll ich ihn mit nach Hause nehmen oder im Wald aussetzen?
Igel sind ortstreu. Sie leben mehr oder weniger ihr ganzes Leben lang im gleichen Gebiet und haben dort hervorragende Kenntnisse, was Futterplätze, Versteckmöglichkeiten usw. betrifft. Wird ein Igel in eine ihm fremde Gegend verpflanzt, ist das eine grosse Belastung für das Tier, unter Umständen ist sogar sein weiteres Überleben gefährdet.
Sie können dem Igel aber helfen, indem Sie ihn in seiner Laufrichtung (!) über die Strasse tragen und ein paar Meter vom Strassenrand entfernt absetzen – am besten, sofern vorhanden, in ein Gebüsch. Denken Sie bei solchen Rettungsaktionen aber bitte auch an Ihre eigene Sicherheit!
Nebenbei bemerkt: Der heutige Wirtschaftswald ist kein geeigneter Igel-Lebensraum mehr; die Stacheltiere leben vorwiegend in naturbelassenen Grünzonen des menschlichen Siedlungsgebietes.
Ich fahre Auto. Was muss ich beachten, damit ich die Igel möglichst wenig gefährde?
- Denken Sie daran, dass Igel im menschlichen Siedlungsraum leben. Das heisst, v. a. im bewohnten Gebiet muss mit Igeln auf der Strasse gerechnet werden. Einsame Waldstrassen zum Beispiel werden hingegen eher von Rehen und anderen Waldtieren gequert.
- Igel sind nacht- und dämmerungsaktiv; fahren Sie den Sichtverhältnissen angepasst.
- Wenn ein Igel die Strasse überquert, geben Sie ihm, wenn immer möglich, Zeit dafür. Blenden Sie ihn nicht mit dem Fernlicht. Hupen bringt selbstverständlich gar nichts, der Igel erschrickt, überquert die Strasse deshalb aber nicht schneller!
- Versuchen Sie nicht, einen Igel zwischen die Räder zu nehmen, das geht meistens schief!
- Wenn der Igel auf der Strasse sitzen bleibt, parkieren Sie Ihr Auto, dann können Sie ihn in seiner Laufrichtung (!) über die Strasse tragen und ein paar Meter vom Strassenrand entfernt absetzen – am besten, sofern vorhanden, in ein Gebüsch.
Aber wichtig: Denken Sie bei allen Igelrettungsaktionen an erster Stelle immer an Ihre eigene Sicherheit und an die der anderen Verkehrsteilnehmer! Auch wenn das bedeutet, dass es leider immer Situationen gibt (wie z. B. auf Strassen mit sehr hohem Verkehrsaufkommen oder Schnellstrassen), in denen Sie nicht viel mehr tun können als hoffen, dass nicht gerade ein Stacheltier vor Ihrem Auto über die Fahrbahn läuft.
Ja in der Tat! Das Auto ist zwar das grösste Problem, aber leider nicht das einzige. Und auch bei den anderen Gefahren stehen fast immer Aktivitäten von uns Menschen im Vordergrund. Man kann einiges tun, um die Gefahrensituationen für die Igel zu entschärfen.
In leeren Konservendosen, Styroporbechern und anderen Abfällen wie Schnüren oder Plastikfolien können Igel stecken bleiben oder sich verfangen. Bitte Abfälle einsammeln und im nächsten Abfalleimer oder zu Hause entsorgen.
Siehe Igel bleibt im Aufsatz eines Eisbechers von McFlurry stecken
Das passiert meistens unerfahrenen Jungigeln. Diese zwängen sich beim Erkunden des Lebensraumes mit einer grossen Portion Optimismus durch Engpässe (z.B. Maschendrahtzäune oder auch Netze von Fussballtoren) hindurch. Dieses Verhalten wird den Igeln manchmal zum Verhängnis, wenn es mit dem Durchquetschen nicht klappt - sie also blockiert sind - und sich auch nicht mehr retour bewegen können, weil der Körperbau und die Stacheln sie daran hindern.
Für einen erwachsenen Igel reicht ein Durchschlupf von 10cm x 10cm für ein gefahrloses Durchqueren.
Siehe Video "Igel an der Kamera" und Merkblatt "Bahn frei - für die Igel"
Gemäss Herstellerangaben sollen Kleidungsstücke und Spielsachen vom Rasen entfernt werden, bevor der Rasenroboter in Betrieb gesetzt wird. Ein Gärtner berichtete dem Igelzentrum, dass er den Ohrschutz auf dem Rasen liegen liess; dieser wurde durch den automatischen Rasenmäher übel zugerichtet. Daraus lässt sich schliessen, dass zumindest für kleine Igel eine grosse Gefahr besteht, durch diese Geräte massiv verletzt oder getötet zu werden.
Es nützt auch nur bedingt, den Rasenroboter nicht in der Dämmerung und nicht in der Nacht laufen zu lassen. Kleine Igel, die nicht mehr bei der Mutter trinken dürfen, sind manchmal auch tagsüber auf Futtersuche.
Die Annahme, dass Rasenroboter der neuesten Generation grosse Igel als Hindernis erkennen und stoppen, trifft leider nicht (immer) zu, wie dem Igelzentrum berichtet wurde: "Im Laufe des letzten Jahres haben wir in unserm Garten 2 tote Igel gefunden. Sie waren an der Seite (im Stachelbereich) aufgeschlitzt und die Därme lagen in einer langen Bahn. ...und der Roboter fährt wie auf eine Rampe auf das Tier und schlitzt es auf."
Igel reagieren auf eine sich nähernde Gefahr nicht durch Flucht, sondern indem sie den Kopf gegen den Boden senken und die Stacheln über den Kopf nach vorne ziehen. Somit zeigen sie einem potentiellen Feind rundherum ihr Stachelkleid. Das hilft bei natürlichen Feinden, aber der Rasenroboter würde trotzdem über sie hinwegfahren...
Grundsätzlich ist es keine gute Idee, rotierenden Messern freien Auslauf im Garten zu gewähren. Kleine Tiere, die nicht flüchten, sind die Leidtragenden.
Auch wenn der Rasenroboter auf ebenen Rasen bei kleinen Hindernissen stoppt, merkt er nicht, wenn er über ein Hindernis in einer Mulde hinwegfährt; Mulden sollten also vorgängig aufgefüllt werden.
Wer einen Rasenroboter besitzt, kann diesem zu Testzwecken ein Wienerli, eine Bratwurst und ein Schinkli auf den Rasen legen...
Auch Geräte der neuesten Generation fahren über einen Apfel mit 6.5 cm Durchmesser hinweg und verursachen tiefe Schnittwunden (getestet am 2.7.20).
Die im Blick vom 2.10.18 auf der Titelseite verbreitete Meldung, dass die Hälfte der Igelpatienten von Rasenrobotern verletzt worden sei, ist eine grobe Übertreibung und beruht wohl auf einer ungenügenden Internetrecherche ohne Einholung einer Zweitmeinung bei Fachleuten. Es ist klar, dass Rasenroboter für kleine Igel gefährlich sein können, niemand kann aber die Zahl der tatsächlich so verletzten oder getöteten Igel schätzen. Nach den Erfahrungen des Igelzentrums mit seinen Igelpatienten kommt nur bei sehr wenigen Igeln (= tiefe einstellige Prozentzahl) die These in Betracht, dass eine Verletzung durch Rasenroboter verursacht sein könnte.
Bedeutend mehr Igel werden tatsächlich durch Fadenmäher verletzt.
Rasenroboter sind zwar leise, stinken nicht und erledigen das Rasenmähen. Aus der Sicht von Tierfreunden wiegt das das Leid an verletzten Tieren aber nicht auf.
Es ist unverständlich, warum die Industrie nicht vorwärts macht mit igelfreundlichen Mährobotorn. Technisch machbar wäre es, wie das Projekt "Happy Hedgehog" zeigt im Artikel "Entwicklung tierfreundlicher Maschinen läuft zu langsam" (17.8.20).
Siehe www.igel-in-bayern.de/maehroboter-im-naturgarten und Video "Mäh-Roboter gegen Igel", Bayerischer Rundfunk, 05.07.2018 und Rasenroboter überfährt Tannzapfen und Mähroboter können Igel schwer verletzen (ZDF 4.6.21)
Siehe "Test von 18 Rasenroboter, die mit toten Igelkörpern zusammenstossen":
Originalstudie in Englisch: The Effect of Robotic Lawn Mowers on European Hedgehogs (PDF 9 MB)
Zusammenfassung auf Deutsch: Eine Studie zum Effekt von Mährobotern auf Igel (PDF 330 KB)
Dazu stellt sich der potentielle Käufer am besten folgende Frage:
Würde ich mein Kleinkind (ersatzweise meinen Hund) im Garten spielen lassen, wenn der Rasenroboter fast täglich in Betrieb ist?
Sollten Sie diese Frage mit Nein beantworten, dann schaffen Sie sich besser keinen Rasenroboter an.
Das System des Rasenroboters ist so ausgelegt, dass er eigentlich jeden Tag den Rasen mähen muss in der Zeit, in der der Rasen schnell wächst. Nur dann kann er die Spitzen des Rasens schneiden, und das anfallende Schnittgut verwittert. Es sollte aber auch reichen, wenn nur an jedem 2. oder 3. Tag gemäht wird. Wartet man zulange mit dem Mähen, schneidet er nicht mehr richtig und/oder es fällt zu viel Schnittgut an.
Für Freunde eines gepflegten Rasens heisst das, der Rasenroboter ist eigentlich täglich im Garten unterwegs und somit auch eine parmanente Gefahr für Kleintiere und Kleinkinder. Ist es das wert?
Wenn überhaupt, dann bitte nur tagsüber und nicht jeden Tag in Betrieb setzen.
Entgegen überlieferter Erzählungen steht der Igel nicht zuoberst auf dem Speiseplan des Fuchses. Mit seinen kleinen Krallen kann er einem eingekugelten ausgewachsenen Igel kaum gefährlich werden. Anders sieht es bei jungen Igeln aus, die das Einkugeln noch nicht ganz perfektioniert haben und deren Stachelball deshalb für Füchse relativ leicht zu entrollen ist. Auch kranke oder verletzte Stacheltiere, die sich nicht mehr richtig einigeln können, fallen dem Rotrock manchmal zum Opfer.
Das gehört mehr oder weniger ins Reich der Fabeln! Zwar kann es sein, dass einmal ein Fuchs einen Igel neben einem Gewässer fand, ihn anstupste, zufällig ins Wasser rollte und ihn dort packen konnte. Aber, überlegen Sie selbst, wie oft treffen alle diese Umstände zusammen ein? Genau! So selten, dass es für den Fuchs wohl kaum möglich sein wird, dies kognitiv weiter zu "verarbeiten".
Die tierischen Hauptfeinde des Igels sind der Dachs und der Uhu. Beide können mit ihren langen Krallen sogar eingekugelte Igel töten. Füchse und Marder sind vor allem für junge, kranke und schwache Tiere gefährlich. Nicht angeleinte Hunde stellen ebenfalls eine grosse Gefahr dar.
Siehe Dachs in Igel&Umwelt 2012/2 (PDF 1.2 MB) und Fuchs in Igel & Umwelt 20011/2 (PDF 0.7 MB) und Uhu in Igel & Umwelt 20013/2 (PDF 0.6 MB) und Uhu auf facebook.com/wildenachbarn/posts/3062698343842922
Katzen und Igel nehmen Töne in einem fast identischen Hörbereich wahr. Wenn Katzen durch die Ultraschalltöne vertrieben werden, ist anzunehmen, dass Igel ähnlich reagieren.
Gemäss Beobachtungen eines Katzenabwehrgeräte-Besitzers reagierten die Igel auf die Töne mit Zusammenzucken und längerem Innehalten. Einige Wochen nach der Installation von zwei Geräten im Garten waren die Igel weg.
Das heisst: Katzen- und andere Tierabwehrgeräte mit Ultraschall könnten durchaus Igel nachhaltig stören und ihren Lebensraum beschneiden. Gesicherte Studien zum Thema fehlen bislang.
Das Igelzentrum erhielt schon verschiedene Meldungen zum Thema Katzenschreck; aber daraus lassen sich keine aussagekräftigen Schlüsse ziehen: Zum Beispiel die Rückmeldung über eine Igelmutter, die ihre Jungen in einem durch Katzenabwehrgerät beschallten Gebiet geboren hat. Oder jener Igel, der immer wieder in ein ebenfalls beschalltes Schildkrötengehege eindrang und sich durch die Schallwellen nicht beeindrucken liess.
Es gibt auch Reaktionen, die darauf hinwiesen, dass die Geräte "funktionieren", und sich weder die Katzen noch die Igel weiter blicken liessen.
Nein! Von Schneckenkörnern auf der Basis von Metaldehyd ist dringend abzuraten!
Eine Untersuchung* hat zwar ergeben, dass die Giftigkeit für Igel vermutlich gering ist. Aber für viele andere Nützlinge im Garten wie Spitzmäuse, Vögel und Laufkäfer können diese Schneckenkörner toxisch sein. Sehr toxisch ist Metaldehyd für Haustiere wie z.B. Hund oder Katze!
Siehe *Untersuchung zur Gefährdung von Igeln durch vergiftete Ackerschnecken. Berlin, 1996. (PDF 757 KB) und www.srf.ch/news/panorama/gefaehrlicher-wirkstoff-schneckengift-vergiftet-hund-kein-einzelfall
Seit einigen Jahren sind Schneckenkörner mit dem Wirkstoff Eisenphosphat auf dem Markt. Sämtliche Inhaltsstoffe sind für Mensch und Säugetiere (also auch für Hunde und Igel) laut dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) unbedenklich. Auch Vögel, Regenwürmer und Laufkäfer werden geschont. Seit 2008 ist dieses Anti-Schneckenmittel als Hilfsstoff für den biologischen Landbau in der Schweiz zugelassen. Die Handelsbezeichnungen dieser neuen Produkte lauten: «Adalan-Schneckenkorn», «Coop Oekoplan Adalan Schneckenkorn», «Ferramol Schneckenkorn». Diese Produkte enthalten 1% Eisen III-Orthophosphat, welches von Bodenmikroorganismen vollständig in Eisen und Phosphat umgewandelt wird.
Trotzdem, auch ein biologisches Gift ist und bleibt ein Gift.
Siehe Forschungsinstitut für biologischen Landbau (PDF 44 KB) und Tipps im Umgang mit Schnecken und
Der Igel ist doch ein Insektenfresser? Trotzdem habe ich vor kurzem einen beobachtet, der sich auch für Fallobst und süsse Beeren interessierte!
Der Igel ernährt sich tatsächlich von Insekten, Regenwürmern, Tausendfüssern, Schnecken & Co. Sein Verdauungssystem ist nicht auf das Verwerten von pflanzlicher Nahrung ausgerichtet, deshalb gehen pflanzliche Bestandteile im grossen Ganzen so wieder hinten raus, wie sie vorne reinkamen! Der Kerl kann aber Süssem nur schlecht widerstehen, deshalb kann es vorkommen, dass auch einmal eine süsse Beere oder ein Stück Frucht mit verzehrt wird. Wenn sich ein Igel allerdings an Fallobst zu schaffen macht, ist es doch meist mehr der Wurm im Apfel als der Apfel selbst, der ihn interessiert. Hat es lange nicht mehr geregnet, sind die stark wasserhaltigen Früchte und Beeren zudem oft die einzige Möglichkeit, den Durst zu stillen.
Nein.
Siehe Igel & Umwelt 20011/1 (PDF 1.4 MB) auf Seite 1-4 und 7.
Darf man Igel füttern?
Igel sind Wildtiere. Sie kommen normalerweise bestens ohne unsere Hilfe zurecht. Zufütterung ist daher nur in Ausnahmefällen sinnvoll: beispielsweise im Herbst, wenn die Futtertiere des Igels nur noch beschränkt vorhanden sind, viele Jungigel aber noch darauf angewiesen wären, ihre Fettreserven auf ein "winterschlaftaugliches" Mass zu bringen.
Siehe Fütterung
Soll man Igel in Trockenphasen mit Zusatzfutter unterstützen?
Gibt es von Frühling bis Herbst über eine gewisse Zeit wenig oder keinen Niederschlag, tauchen in schöner Regelmässigkeit in den Medien Beiträge zu verhungernden Igeln auf, da diese angeblich in solchen Zeiten (Trockenheit, Trockenperiode, Dürre, Hitzeperiode, Hitzephase) kein Futter mehr fänden.
Das Igelzentrum hat zur Fütterung freilebender Igel eine klare Haltung:
Da kein Ersatzfutter die Qualität der natürlichen Futtertiere erreicht, dürfen Igel nur gefüttert werden, wenn sie nicht mehr genügend natürliches Futter finden können! Zwischen Frühling und Herbst kommt es in der Regel aber nicht zu einer solchen Situation!
Eine Ausnahme stellte der trockene Sommer 2018 dar.
Bei vielen Igelfreunden besteht der Wunsch, zu knapp vorhandene natürliche Nahrung durch dauerhaft und breitflächig angebotenes Ersatzfutter zu ersetzen oder zumindest in grösserem Mass zu ergänzen. Was gut gemeint ist, kann für die Igel aber äusserst problematisch werden.
Kuhmilch ist für Igel jeder Lebensphase zur Ernährung gänzlich ungeeignet, da die Tiere die darin enthaltene Lactose (Milchzucker) nicht verdauen können. Wird einem Igel trotzdem Kuhmilch angeboten, kann es zu schweren Bauchkrämpfen und zu Durchfall kommen.
Mutterlose Igelsäuglinge können mit (Hunde-)Welpenersatzmilch aufgezogen werden. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass Hundemilch einen höheren Milchzuckergehalt aufweist als Igelmilch (und auch sonst in der Zusammensetzung abweicht). Es ist deshalb vorteilhaft, die Igelbabys so schnell wie möglich von der Welpenmilch auf Festfutter umzustellen.
Was der Igel normalerweise frisst:
Käfer, Raupe, Regenwurm, Ohrmüggler, Käferlarve, Puppe, Nacktschnecke, Hüslischnecke, Tausendfüsser, Schmetterling, Falter, Heuschrecke, Assel, Ameise, Biene, Wespe, Spinne, Mücke
Was er selten erwischt:
Maus, Vogel, Frosch, Ei
Wovon er gelegenlich nascht, es aber nicht verwerten kann:
Apfel, Erdbeere, Banane, Avocado, Nuss
Was ihm nicht guttut:
Milch, Nussstängeli
Die Igelpatienten im Igelzentrum werden mit Katzenfutter, welches noch etwas mit zusätzlichen Nähr- und Mineralstoffen supplementiert wird, ernährt. Es wäre, v. a. im Spätherbst/Winter, kaum möglich, für die zahlreichen Igelgäste genügend natürliches Futter wie Käfer oder Würmer aufzutreiben. Zudem können Würmer ab und zu auch Innenparasiten übertragen – genau solche Innenparasiten, mit denen die Igel allenfalls ein momentanes Problem haben und gegen die sie bei uns behandelt werden müssen. Erst wenn sich die Igel wieder so weit erholt haben, dass sie mit einer erneuten Parasitenbelastung zurechtkommen, sollten sie wieder ihr natürliches Futter fressen.
Und Schnecken wären ohnehin ganz ungeeignet, da sie die Hauptzwischenwirte für Igelparasiten sind. Im Prinzip: Je weniger Schnecken ein Igel in der freien Natur fressen muss, umso günstiger für ihn. Er mag Schnecken auch weniger gern als z. B. Insekten. Übers Jahr gesehen, machen Schnecken nur gerade 10 Prozent seiner Nahrung aus.
In der Regel genügt ein Winterschlafgewicht von 500-550 Gramm, damit der Jungigel den Winterschlaf überleben kann. Er hat dann genug Fettreserven, von denen er während des Winterschlafes zehren kann.
Igel halten Winterschlaf von November bis März; je nach klimatischen Verhältnissen und Höhenlage gibt es Abweichungen davon. Die Weibchen fallen etwa einen Monat später als die Männchen in den Winterschlaf, da sie nach der kräftezehrenden Jungenaufzucht mehr Zeit brauchen, um ihre Fettreserven aufzubauen. Die Dauer des Winterschlafes ist aber bei beiden Geschlechtern etwa gleich lang. Das bedeutet, dass die Weibchen im Frühling später als die Männchen erwachen.
Der eingekugelte, winterschlafende Igel bewegt sich praktisch nicht mehr und macht nur noch etwa 3-4 Atemzüge pro Minute. Die Atemzüge sind visuell kaum bis gar nicht wahrnehmbar! Im Gegensatz dazu liegt ein toter Igel meist offen, d.h. nicht eingerollt, da.
Normalerweise wacht man nach ein paar Stunden Schlaf automatisch wieder auf. Wie kommt es dann, dass der Igel im Winter monatelang durchschlafen kann?
Der Winterschlaf ist mit dem gewöhnlichen Schlaf nicht zu vergleichen und der Ausdruck "-schlaf" in diesem Zusammenhang im Prinzip irreführend. Im Winterschlaf werden alle Körperfunktionen auf das absolute Minimum reduziert, gerade so, dass der Organismus noch überlebt. In diesem Zustand kann der Igel – oder auch andere Winterschläfer wie Murmeltier, Fledermaus oder Siebenschläfer – die futterarme Zeit überbrücken ohne Nahrung zu sich nehmen zu müssen.
Eindrücklich belegt werden kann dieser Zustand mit Zahlen zu den Körperfunktionen. So sinkt beim Igel die Körpertemperatur von 36°C auf etwa 5°C, die Herzfrequenz reduziert sich von 180–250 Schlägen pro Minute auf 8–20 und die Atemfrequenz sinkt von 40–50 Atemzügen auf 3–4.
Die Körperhaltung des winterschlafenden Igels ist die einer extrem geschlossenen Kugel.
Stört man einen Igel im Winterschlafnest, deckt man das Winterschlafnest wieder sorgfältig zu. Meistens erwacht der Igel dann gar nicht aus dem Winterschlaf.
Übrigens: Der Igel schläft nicht die ganze Zeit am Stück. Zwischenzeitliches Aufwachen ist normal, meistens verbleibt er dabei aber im Nest und bleibt deshalb unentdeckt.
Was passiert bei einem Igel, wenn er aus dem Winterschlaf erwacht?
Sobald im Frühjahr die Futtertiere des Igels wieder verfügbar sind, muss der Igel aus dem Winterschlaf erwachen. Da die Energiereserven für den Winterschlaf begrenzt sind, wäre es kontraproduktiv, gefährlich und unter Umständen sogar tödlich, länger als nötig im Winterschlaf zu verharren. Wie der Aufwachvorgang im Detail ausgelöst wird, ist noch nicht bekannt. Eine Rolle spielt aber sicher die Umgebungstemperatur. Sobald diese über einen längeren Zeitraum einen gewissen Minimalwert erreicht, wird auf Grund hormoneller Signale das braune Fettgewebe des Igels abgebaut. Der dadurch resultierende Energiegewinn wird für die Erhöhung der Körpertemperatur verwendet. In der zweiten Phase des Aufwachvorgangs lässt ein einsetzendes Muskelzittern die Körpertemperatur weiter steigen.
Kopf- und Brustbereich werden schneller erwärmt als der restliche Körper. Das ergibt Sinn, denn hier befinden sich Organe (Hirn, Herz, Lunge), die unmittelbar (über-)lebensnotwendig sind.
Bis der ganze Igel seine normale "Betriebstemperatur" von 36°C erreicht hat - und damit wieder voll aktiv ist - dauert es mehrere Stunden.
Ich habe von Tierarten gehört, die keinen Winterschlaf, aber eine Winterruhe oder eine Winterstarre machen. Was bedeutet denn das?
Bei der Winterruhe, wie wir sie zum Beispiel beim Braunbären kennen, wird die Körpertemperatur nicht so stark abgesenkt wie beim echten Winterschläfer. Der Bär verbringt diese Zeit in einer Art Dämmerschlaf in seiner Höhle. Auch der Dachs macht in seinem Bau eine Winterruhe, ist dabei aber auch häufig wach.
Die Kältestarre ist ein Zustand, in den wechselwarme Tiere wie Reptilien, Amphibien, Insekten oder Schnecken fallen. Anders als beim Winterschläfer, wo die Körpertemperatur beim Abfall auf ein kritisches Mindestmass wieder aktiv erhöht werden kann, ist ein Tier in Kältestarre dem Temperaturabfall viel stärker ausgeliefert. Die Lebensfunktionen in der Kältestarre sind nahezu auf Null reduziert und das Tier kann bei einem übermässigen Temperaturabfall nicht aufwachen, so dass der Kältetod droht.
Wie alt werden Igel?
In der freien Wildbahn werden Igel selten älter als 2-3 Jahre. Theoretisch könnten die Stacheltiere bis zu 7 Jahre alt werden. Sehr viele Igel (ca. 75%) erreichen aber nicht einmal ihren ersten Geburtstag, da die Todesrate während der Baby- und Jungigelzeit, sowie während des ersten Winterschlafes sehr hoch ist.
Nein, bitte stoppen Sie die Zufütterung!
Sicher ist es nett, wenn sich ein Stachelkerl schmatzend über das Futter hermacht – aber den Tieren erweist man mit solch einer unnötigen Fütterung einen Bärendienst! Kein Ersatzfutter kann dem natürlichen Igelfutter das Wasser reichen. Die Zusammensetzung des Katzenfutters ist logischerweise ganz auf die Bedürfnisse der Katze ausgerichtet. Als Jäger von Kleinnagern unterscheiden sich unsere «Samtpfoten» aber deutlich vom Igel, auf dessen Speiseplan hauptsächlich Insekten, Regenwürmer, Tausendfüsser oder Schnecken stehen.
Aber nicht nur bezüglich der Zusammensetzung ist Katzenfutter alles andere als optimal: Mutter Natur sieht für den Igel vor, gemächlich, aber stetig nach Futter zu stöbern. Während einer Nacht legt er dabei beträchtliche Strecken zurück. Wird ihm hingegen jeden Abend ein voller Napf vor die Nase gestellt, kann dem Igel passieren, was auch uns Menschen nicht selten zu schaffen macht: zu viel zu (fr)essen bei zu wenig Bewegung – mit den entsprechenden Folgen, versteht sich!
Des Weiteren kommt dazu, dass solch künstliche Futterstellen oft nicht nur von einem Igel, sondern gleich von mehreren besucht werden. Und da Igel an Orten, wo sie fressen, auch Kot absetzen, kann der liebevoll eingerichtete Futterplatz in kurzer Zeit zu einer gefährlichen Seuchenfalle für die Tiere werden – für einzelne Igel eventuell mit tödlichem Ausgang.
Das Zufüttern von Igeln mit Katzenfutter ist deshalb als absolute Notlösung zu sehen. Und es muss strikte beschränkt bleiben auf Zeiten, in denen Igel zu wenig natürliches Futter finden, wie den Spätherbst, wenn in der Nacht bereits Frost herrscht, oder den frühen Frühling bei gleichzeitig noch winterlichen Temperaturen.
Und ohnehin muss uns bewusst sein, dass das Füttern von Wildtieren immer mit einer gewissen Problematik verbunden ist und einen Eingriff ins Ökosystem bedeuten kann.
Die beste Hilfe, die wir dem Igel bezüglich komfortabler Futtersituation deshalb bieten können, ist, unsere Gärten so naturnah wie möglich zu gestalten. In einem Garten mit hohem Gras, Blumenwiese, einheimischen Hecken- und Strauchsorten, Laubhaufen oder liegen gelassenem Totholz wird es ein reiches Vorkommen an Kleinlebewesen geben. Und dieses Krabbelgetier dient dem Igel und vielen anderen Tieren als perfekte Futtergrundlage!
Siehe Fütterung
Generell ist festzuhalten: Igel sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Das ergibt Sinn, da ihre bevorzugte Beute wie Laufkäfer, Insektenlarven und anderes Kleingetier ebenfalls hauptsächlich in der Dunkelheit unterwegs ist. Und wie jedes Wildtier muss der Igel danach trachten, mit möglichst wenig Energieaufwand möglichst viel Futter zu erwischen!
Trotzdem können Igel ab und zu auch am Tag gesichtet werden. Vielleicht wurde das Stacheltier in seinem Tagesversteck gestört und musste sich auf die Suche nach einem neuen Schlafplatz machen.
Bereits Legion sind die im Spätherbst am Tag umherstreifenden Jungigel, welche noch zu leicht für den Winterschlaf sind. Diese Jungtiere versuchen, mit zusätzlicher Futtersuche tagsüber die fehlenden Fettreserven zu ergänzen – ein meist hoffnungsloses Unterfangen. Der zusätzliche Energieaufwand, den sie dafür in Kauf nehmen, kann mit den paar spärlichen Beutetieren, die sie zur Herbstzeit am Tag noch aufstöbern, nicht gedeckt werden. Anstatt an Gewicht zuzulegen, entfernen sie sich unter Umständen immer weiter von den rund 500 Gramm, die sie für einen erfolgreichen Winterschlaf benötigen würden. Eine der wenigen Situationen, in denen eine gezielte Zufütterung sinnvoll sein kann. Ob das betreffende Jungtier tatsächlich in Nöten ist und wie korrekt gefüttert wird, sollte aber vorher zusammen mit einer Igelfachstelle geklärt werden.
Sicher Probleme haben tagaktive Igel mit Krankheitssymptomen oder Anzeichen einer Verletzung. Tierärzte und Igelstationen helfen hier mit Rat und Tat.
Das Gleiche gilt für ganz kleine, noch unselbstständige Igelbabys (mit noch geschlossenen Augen und ohne Fell) die tagsüber – oder auch nachts – ausserhalb des Nestes gefunden werden. Hier kann meist davon ausgegangen werden, dass sie verwaist sind. Dass Igelkinder ab einem Alter von 3 bis 4 Wochen draussen auf der Futtersuche zu beobachten sind, ist hingegen ganz normal. Und scheinbar kann es tatsächlich, in seltenen Fällen, auch vorkommen, dass das stachlige Jungvolk dabei ab und zu den «Tag zur Nacht» macht und bei Sonnenschein herumstromert.
Aber trotz solcher Abweichungen vom normalen Aktivitätszyklus, die hin und wieder bei Jungigeln beobachtet werden können, sind Igel auch im Jugendalter definitiv nachtaktive Tiere. Deshalb sollte auch alles vermieden werden, was die Stacheltiere zu Unzeiten, sprich am Tag, aus dem Nest lockt. Dies gilt an erster Stelle für das gut gemeinte, aber absolut verkehrte Füttern der Igel im Sommerhalbjahr!
Auch eine säugende Igelin kommt normalerweise bestens ohne vom Mensch bereitgestelltes Zusatzfutter zurecht. Eine Schale mit Wasser hingegen darf immer angeboten werden. Und für Jungtiere ist es überlebenswichtig, dass sie von Anfang an lernen, ihre natürlichen Beutetiere aufzustöbern. Ein bis zum Rand gefüllter Napf mit Katzenfutter könnte dabei alles andere als hilfreich sein!
Dabei handelt es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um eine Igelmutter kurz vor dem Gebären. Igelmütter sind oft spät dran mit dem Nestbau, deshalb kann sich das Sammeln des Nestmaterials auch in den Tag hineinziehen. Die Geburt der Igelbabys erfolgt kurz (innerhalb von Stunden) nach Vollendung des Nestbaus. Kommt man den Nest zu nahe, schnaubt und faucht die Igelmutter; dieses Verhalten deutet darauf hin, dass es sich um einen Igelmutter kurz vor, während oder nach der Geburt handelt: also bitte nicht stören.
Siehe Youtube-Link Igel sammelt tagsüber Nestmaterial
Ein Igel schläft auf unserem Sitzplatz. Er hat Flöhe und Zecken. Soll ich ihn gegen das Ungeziefer behandeln?
Mässiger Parasitenbefall ist bei einem Wildtier normal. Eine medikamentöse Behandlung ist in solchen Fällen nicht angebracht. Ausserdem wäre der Igel ohnehin nach kurzer Zeit wieder von Aussenparasiten befallen. Einzelne Zecken können Sie mit einer Zeckenzange entfernen.
Sollte der Befall mit Aussenparasiten übermässig sein, kann es sein, dass der Igel auch weitere Probleme hat: z.B. stark geschwächt ist oder an einer inneren Erkrankung leidet. Nehmen Sie in einem solchen Fall Kontakt zu einer Igelstation oder einem Tierarzt auf.
Bitte behandeln Sie den Igel nicht selber gegen Flöhe und Zecken, resp. holen Sie sich erst den Rat einer Fachperson! Beim Igel sind gewisse Präparate, die bei Hund und Katze eingesetzt werden, nur bedingt verträglich und können, falsch angewendet, auch zum Tod des Tieres führen.
Es ist nicht gut, ein Wildtier prophylaktisch zu behandeln: Irgendwann ist der Schutz weg und der Befall wieder da. Auch bei Igeln mit bestehendem mässigem Floh- oder Zeckenbefall ist eine Behandlung unnötig, da das fragile Gleichgewicht zwischen Wirt und Parasit nicht gestört werden sollte.
Wichtig: Igel reagieren nicht selten empfindlich auf bei Hund und Katze gebräuchliche Floh- und Zeckenmittel. Wenn man diese nicht sehr sorgfältig dosiert, kann es unter Umständen fatale Folgen für den Igel haben.
Sollte ein Igel extrem viele Aussenparasiten haben, kontaktieren Sie bitte Fachleute.
Theoretisch ist es möglich, dass es Flohbisse sind und der Igel die "Ursache" dafür ist. Igel sind, wie alle Wildtiere, relativ häufig Flohträger, hauptsächlich vom Igelfloh, aber auch der Hunde- und der Katzenfloh kommen bei ihm vor.
Allerdings ist der Befall des Menschen durch Igelflöhe sehr selten, da die Flöhe ihren eigentlichen Wirt (also den Igel) stark bevorzugen. Auch ist es so, dass die Flöhe jeweils nur gerade zum beissen auf den Wirt kommen, ansonsten sich aber in der Umgebung aufhalten. Wenn sich aber das Igelnest (in dessen Umgebung die Flöhe sitzen) in der Nähe Ihres Sitzplatzes befindet und Sie zudem dazu neigen, von Tierflöhen befallen zu werden (nicht alle Menschen sind da gleich betroffen), ist es nicht völlig ausgeschlossen.
Allerdings ist auch möglich, dass, falls es tatsächlich Flohbisse sind, die Flöhe von einem anderen Tier "eingeschleppt" wurden. Oder dass andere Insekten für die Stiche verantwortlich sind, dass es z.B. in der Nähe dieses Gebüsches viele Mücken gibt.
Während der Paarungszeremonie geben Igel ein recht lautes Schnaufen, Fauchen oder Tukkern von sich. Das Paarungsritual der Igel nennt man übrigens «Igelkarussell» und kann stundenlang dauern. Von Mitte April bis Ende August ist Paarungszeit.
Jungigel zwitschern, fiepen und pfeifen (ähnlich einem Vogel), um die Mutter auf sich aufmerksam zu machen.
Siehe Youtube-Links: So tönen Baby-Igel, wenn sie nach ihrer Mutter rufen und Jungigel
Kann sein. Zumindest als "Mittäter"!
Der Auslöser dafür sind die Larven der Junikäfer.
Etwa alle zwei Jahre können im Sommer die Adult-Stadien der mit den Maikäfern verwandten Insekten beobachtet werden. Die Junikäfer legen ihre Eier im Boden ab, wo sich diese dann über zwei Jahre zur nächsten Käfergeneration entwickeln. In den Zwischenjahren (z.B. 2008 und 2010) sind die im Boden steckenden Engerlinge im Herbst ein Leckerbissen für Fuchs, Dachs, Vögel und auch Igel! Alle zwei Jahre kann es deshalb vorkommen, dass löchergrabende Schleckermäuler durch unsere Gärten touren; sie hinterlassen Löcher in der Grösse von 2-3 cm bis zur Grösse einer Faust.
Viel dagegen unternehmen kann man nicht. Freuen wir uns an der Natur im Garten, auch wenn sie sich halt nicht immer nach den Bedürfnissen von uns Menschen richtet! Also am besten gelassen die Löcher im Rasen wieder zustopfen, im Wissen dass das Phänomen wenigstens nur alle zwei Jahre auftritt.
Ein ähnliches Ereignis stellen die Maikäferflugjahre dar, wenn Millionen der braunen Käfer aus der Erde kriechen (z.B April-Mai 2011 in der Ostschweiz) und die Bäume kahl fressen. In den betroffenen Gebieten werden jeweils zahlreiche Löcher in den Wiesen entdeckt; bevor die Maikäfer die Oberfläche erreichen, werden sie von Fuchs, Dachs, Vögeln und Igeln schon mal weggefressen.
Wir füttern unsere Katze auf dem Gartensitzplatz. Manchmal kommt auch ein Igel an den Futternapf. Er hinterlässt uns jeweils Kothaufen auf den Steinplatten.
Füttern Sie Ihre Katze drinnen. Draussen kommen nämlich zahlreiche «Gäste» an den Futternapf. Der Igel soll seine natürliche Nahrung selber suchen.
Es besteht auch die Möglichkeit, das Katzenfutter draussen auf einer 40 cm hohen Kiste anzubieten. So ist es für den Igel nicht mehr erreichbar, für die Katze aber weiterhin. Füchse, Dachse und Ratten haben aber dummerweise auch weiterhin Zugang zum Katzenfutter.
Igel sind ortstreu. Eine Umplatzierung innerhalb des Gartens ist aber kein Problem. Entfernen Sie am besten abends, wenn der Igel unterwegs ist, das Nestmaterial aus dem Geräteschuppen. Stellen sie sicher, dass er keinen Zugang mehr hat zum Schuppen. Dies gilt für die Somermonate.
Achten Sie bitte unbedingt darauf, ob eine Igelin gerade Junge aufzieht. Falls das zutrifft, warten Sie bitte mit einer Umplatzierung, bis die Jungen im Alter von 6 Wochen selbständig sind. Muss eine Igelmutter mit Jungen aus zwingenden Gründen ihr Nest verlassen (z. B. weil gebaut wird) , nehmen sie bitte vorgängig Kontakt auf mit einer Igelstation.
Im Spätherbst ist es für den Igel vorteilhaft, wenn Sie ihm ein Ersatzschlafhaus zur Verfügung stellen: Setzen Sie ihn direkt ins neue Schlafhaus.
Ein Igel im Winterschlaf sollte nur ausnahmsweise gezügelt werden; er müsste zwingend direkt in das von Ihnen zur Verfügung gestellte Winterschlafnest umgesetzt werden.
Siehe Igelhaus selber bauen
Vereinfacht gesagt, braucht der Igel im Jahreszyklus drei verschiedene Schlafnester: einen Sommerschlafplatz, der relativ karg ausgestattet sein darf; die Igelmutter braucht einen Wurfplatz, der gut gewählt und gebaut ist, um die Igelbabys vor dem Auskühlen und vor Feinden zu schützen. Behausung Nummer drei ist ein Winterschlafplatz, der Schutz vor extremen klimatischen Bedingungen und die Möglichkeit zum ungestörten Winterschlaf bietet; der Winterschlafplatz ist vor Sonneneinstrahlung geschützt, sonst würde der Igel im Spätwinter zu früh aus dem Winterschlaf erwachen, wenn sich das Nest erwärmt.
Igel nehmen gerne Hohlräume jeglicher Art als Schlafplatz an. Das Material zum Auspolstern des Nestes schleppen sie selber an. In der Regel finden Igel passende Nestplätze, doch verdichtetes Bauen, immer weniger Hecken, ausgeräumte Landschaften und aufgeräumte Gärten können die Suche nach einem geeigneten Winterquartier erschweren.
Siehe Youtube-Link Igel sammelt Nestmaterial
Grundsätzlich: Igel gehören zu den gesetzlich geschützten Wildtieren (eidgenössisches Natur- und Heimatschutzgesetz resp. -verordnung, Art. 20). Unter anderem ist es deshalb untersagt, einen Igel einzufangen (z. B. um ihn umzusiedeln), auch dürfen Nester oder Brutstätten nicht zerstört oder entfernt werden.
Dann sollten Sie zuerst sicherstellen, dass es sich beim "Missetäter" wirklich um einen Igel handelt. Igelkot besteht aus dunkelgrau-schwarzen, trockenen etwa 2 bis 5 cm langen "Würstchen". Darin enthaltene Obstkerne, wie man sie z. B. im Fuchskot findet, fehlen.
- Ist der Igel als Verursacher der Verunreinigung entlarvt, können Sie Folgendes versuchen:Entfernen Sie alles vom Sitzplatz, was diesen für den Igel anziehend macht: Füttern Sie Ihre Katze oder Ihren Hund immer im Haus (Futterschalen mit Fleischresten ziehen den Igel magisch an). Achten Sie auch darauf, dass sich keine Reste menschlicher Speisen auf dem Boden befinden.
Wenn Sie eine Wassertränke für Wildtiere eingerichtet haben (eine sehr gute Sache!), platzieren Sie diese ausserhalb des Sitzplatzes.
Räumen Sie den Sitzplatz möglichst gut auf, lassen Sie nichts liegen, was der Igel als Unterschlupf nutzen könnte. Achten Sie vor dem Entfernen aber unbedingt darauf, ob nicht eine Igelin sich gerade diesen Ort als Nest für die Jungenaufzucht gewählt hat. Falls doch, heisst es Warten mit Aufräumen, bis die Jungen im Alter von 6 Wochen flügge sind.
- Nützt dies alles nichts, kann man, nachdem sichergestellt ist, dass sich momentan kein Igel auf dem Sitzplatz aufhält, auch versuchen, den Sitzplatz einzuhagen. Ein Zaun von ca. 50 cm reicht aus, um den Igel auszusperren. Eine Höhe also, die der Mensch spielend übersteigen kann. Sie müssen diesen Zaun übrigens nicht ewig aufgestellt lassen. Ein Igel in freier Natur hat eine Lebenserwartung von 2 bis 3 Jahren. Und die nächsten Igel, die durch Ihren Garten streifen, haben vielleicht andere Präferenzen als Ihren Gartensitzplatz!
Nebenbei: Von akustischen Tierabwehrgeräten raten wir – wenn sie denn tatsächlich wirken (was nicht restlos geklärt ist) – aus Tierschutzgründen strikte ab!
In der Praxis hat sich die Schwegler-Igelkuppel als Sommer- und Winterschlafhaus bewährt. Es besteht aus Holzbeton mit braunem Anstrich und wiegt 17 Kilo. Es erfüllt seinen Zweck auch noch, wenn es 10 Jahre der Witterung ausgesetzt ist. Anstelle des mitgelieferten Heus verwenden Sie aber besser Stroh als Nestmaterial. Wichtig: Stellen Sie das Haus an einem auch im Winter schattigen Ort auf.
Im Handel werden zahlreiche Igelhäuser angeboten. Leider weisen viele grundsätzliche Mängel auf: z. B. sind sie zu klein oder ohne Bodenbrett; das ist für ein Winterschlafhaus ungünstig.
Das Grundprinzip ist bei allen Winterschlafhäusern gleich und sollte beim Kauf berücksichtigt werden:
• Hohlraum 30 x 30 x 30 cm gross, Eingang 10 x 10 cm,
• Schutz gegen Regen von oben ( = Dach), Schutz gegen Nässe und Feuchtigkeit von unten ( = Bodenbrett).
Dazu gibt es im Internet unterschiedliche Einschätzungen. Das Igelzentrum hat bis anhin gute Erfahrungen gemacht bei mehreren Hundert Überwinterungen in Igelhäusern mit Stroh als Nestmaterial.
Stroh (kein Kleinstrohhäcksel!) ist aus unserer Sicht das beste Nestmaterial aufgrund seiner feuchtigkeitsausgleichenden und isolierenden Eigenschaften. Laub ist heikel, da es entweder zu feucht oder zu trocken ist. Heu ist nicht geeignet, da es zu schimmeln beginnt und sich ausserdem dem Igel um die Beine wickeln kann.
Erkrankungen der Atemwege wie Bronchitis oder Lungenentzündung. In der Regel verursacht durch Lungenwürmer, auch in Kombination mit Bakterien, die die Atemwege besiedeln. Die meisten Igel sind Lungenwurmträger und verkraften dies normalerweise gut, erst wenn eine zusätzliche Schwäche oder ein anderes gesundheitliches Problem hinzukommt, machen die Lungenwurminfektionen Symptome, diese sind dann aber oft sehr schwerwiegend. Dann kommen auch diverse Darmparasiten vor, die z.T. schweren Durchfall und Appetitmangel hervorrufen, das gleiche kann von bakteriellen Infektionen im Magendarm-Trakt verursacht werden. Hauterkrankungen mit Stachelausfall kommen ebenfalls recht häufig vor. Bei älteren Igeln gibt es nicht selten Augenerkrankungen oder Entzündungen im Maul mit Zahnverlust. Des Weiteren werden uns viele verletzte Tiere gebracht. Offene Beinbrüche, oft verursacht durch Bisse von tierischen Feinden, Beinamputationen durch Mähgeräte, aber auch viele Kopfverletzungen, wie Kieferbrüche oder Stich- und Bisswunden. Im Gegensatz zu Verletzungen bei Haustieren sind viele der Verletzungen beim Igel schon Tage bis Wochen alt, da die Igel erst spät damit gefunden wurden.
Es ist richtig, dass diverse dieser Igel-Parasiten in gleicher oder verwandter Form auch bei Haustieren vorkommen können. Etwas genauer betrachtet, ist das Risiko, das dabei von Igeln ausgeht, aber nicht gross. Einige Beispiele sollen dies verdeutlichen:
- Die Durchfall verursachenden Kokzidien, die neben dem Igel auch bei vielen Haustierarten vorkommen, sind für jede Tierart spezifisch, das heisst ein Kaninchen erkrankt in der Regel nicht an Igel-Kokzidien, ein Kalb wiederum nicht an den Kokzidien des Hundes und so weiter.
- Lungenwürmer der Gattung Crenosoma sind zum Beispiel auch mal beim Hund möglich, aber es handelt sich dabei um Infektionen mit Crenosoma vulpis, dem Lungenwurm des Fuchses; Crenosoma striatum hingegen, der Lungenwurm des Igels, ist sehr wirtsspezifisch und auf den Igel beschränkt.
- Ein Befall mit dem Lungenhaarwurm (Capillaria aerophila), einem sehr häufigen Parasiten beim Igel, ist zum Beispiel bei Hund und Katze theoretisch zwar möglich, konnte bis anhin in der Schweiz bei diesen Tierarten aber nur äusserst selten nachgewiesen werden.
Ohne unbedingt selber daran erkrankt zu sein, kann ein Igel Träger von diversen Bakterien sein. Diese Bakterien können via Kot oder Harn auch auf andere Tierarten oder den Menschen übergehen. Als Beispiele seien hier Salmonellen oder Leptospiren genannt. Weniger gefährlich, aber sehr unangenehm, sind Hautpilzinfektionen, die sich Igel-Betreuer bei ihren Schützlingen holen können. Generell gilt: Wer Umgang mit Igeln hat, sollte sich an gewisse minimale Hygienestandards wie das Tragen von Handschuhen, regelmässiges Händewaschen und so weiter halten.
Des weiteren können Zecken, respektive die durch sie übertragenen Krankheiten, die Gesundheit des Menschen gefährden.
Welche Bedeutung hat ein Zeckenbefall beim Igel für uns Menschen?
Wenn gleich das Risiko eines Zeckenstichs bei einem Spaziergang durch hohes Gras / Gebüsch wie auch bei der Arbeit im eigenen Garten, je nach Region, wahrscheinlich um einiges höher ist als bei der temporären Betreuung eines Igels, soll dem Thema "Zecken und Igel" doch die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Zeckenbefall gehört beim Igel zur Norm. Die Zecken wiederum können Träger von Borrelien und / oder Encephalitis-Viren sein (zwei Erreger, die beim Menschen zu schwerwiegenden Erkrankungen führen können).
Vor allem die kleinen, vom Igel abgefallenen Zecken-Nymphen können zu einer Gefahr werden, unter anderem auch deshalb, weil sie sehr leicht übersehen werden. Heikel ist die Situation auch, wenn ein Igel stirbt und das einige Zeit unbemerkt bleibt: Die Zecken verlassen das tote Tier und verkriechen sich in den Ritzen der Umgebung, jederzeit bereit, sich einen neuen Wirt zu suchen.
Siehe detaillierte Informationen zu Zecken und Igel (PDF 333 KB)
Wie kann ich mich vor Zecken schützen, wenn ich einen Igel für eine Nacht ins Haus nehmen oder zum Tierarzt oder in die Igelstation transportieren muss?
Folgende Vorsichtsmassnahmen sollten Sie befolgen, wenn Sie einen Igel für eine Nacht ins Haus nehmen oder ihn transportieren müssen:
- Beherbergen Sie den Igel in einer Box oder Kiste, die Sie danach gut reinigen können. Nach Gebrauch spülen Sie die Box im Freien gut aus. Auch wenn Sie auf den ersten Blick keine Zecken in der Kiste entdecken, könnten sich winzige Larven darin befinden. Haben Sie eine Kartonschachtel verwendet, so vernichten Sie diese.
Wenn Sie ganz auf Nummer sicher gehen wollen oder der Igel sichtbar stark verzeckt ist, wird am inneren oberen Rand der Plastikkiste rundherum ein doppelseitiges Klebeband angebracht. Zecken, die vom Igel abfallen und die Wand hochkrabbeln, bleiben daran kleben und können später mit dem Band entfernt werden (siehe angefügtes PDF).
- Für den Transport des Igels verwenden Sie ebenfalls einen Behälter, den Sie anschliessend gut reinigen oder vernichten können. Ungeeignet sind geflochtene Katzenkörbe, in deren Ritzen sich vom Igel abgefallene Zecken perfekt verstecken können.
Damit im Auto keine Zecken aus dem Behälter krabbeln, können Sie diesen zusätzlich in einen oben offenen (!) Plastiksack stellen.
Bitte behandeln Sie den Igel nicht selber gegen Flöhe und Zecken, resp. holen Sie sich erst den Rat einer Fachperson! Beim Igel sind gewisse Präparate, die bei Hund und Katze eingesetzt werden, nur bedingt verträglich und können, falsch angewendet, auch zum Tod des Tieres führen.
In unserem Garten sind seit ein paar Tagen vier sehr junge Igel. Einer davon hat sicher 10 Zecken! Vom Tierarzt bekam ich ein Floh-Zecken-Mittel für meinen Hund, soll ich den kleinen Igel damit behandeln?
Nein, tun Sie das bitte nicht, Sie könnten damit den jungen Igeln schaden! Die Verträglichkeit von Mitteln gegen Aussenparasiten ist je nach Präparat bei Jungigeln ganz schlecht. Auch ist es ganz normal, dass Wildtiere wie der Igel Zecken oder Flöhe haben. Normalerweise kommen sie bestens damit zurecht. Erst wenn die Parasiten aus diversen Gründen überhand nehmen, kann dies u.U. zum Problem werden. Bei einem erwachsenen Igel bedeutet "überhand nehmen" Hundert bis mehrere Hundert Zecken pro Igel. Für noch sehr junge Igel natürlich entsprechend weniger. 10 Zecken verkraftet aber auch ein Jungigel, sofern er sonst gesund ist, problemlos. Zudem gilt: auch ausgewachsene Igel sollten nicht selber gegen Flöhe und Zecken behandelt werden, da gewisse Präparate, die bei Hund und Katze eingesetzt werden, beim Igel nur bedingt verträglich sind und falsch angewendet, sogar zum Tod des Tieres führen können!
Was Sie bei diesem Tier versuchen können: diejenigen Zecken, die Sie gut erwischen ohne den Jungigel zu sehr zu stressen, manuell (mit einer Zeckenzange) entfernen.
Gestern abend fand ich einen Igel, der das Hinterbein nachzog. Über Nacht hat er fast 150g Katzenfutter verdrückt. Heute morgen beim Tierarzt stellte sich heraus, dass er einen offenen Mehrfachbruch hat. Schon erstaunlich, dass ein so schwer verletzter Igel noch so einen guten Appetit hat?!
Für uns ist so etwas tatsächlich nur schwer nachvollziehbar. Aber eigentlich ist es ganz logisch, dass ein Wildtier auch im verletzten Zustand noch frisst! Denn es gibt Verletzungen, wie z. B. einfache geschlossene Frakturen, die auch von selbst einigermassen ausheilen können, sodass sich das Tier später noch halbwegs gut fortbewegen kann. Würde ein so verletzter Igel aber das Fressen einstellen, hätte er von vornherein keine Überlebenschance mehr. Eine Verletzung wie bei dem von Ihnen gefundenen Igel hat aber natürlich keine Chance, von selber zu heilen, egal, ob das Tier noch frisst oder nicht!
Bei einem Igel war, evtl. durch ein Gartengerät, die halbe Vorderpfote abgeschnitten. Der Tierarzt hat ihn eingeschläfert. Wäre diesem Tier wirklich nicht mehr zu helfen gewesen?
Bei so schweren Vorderbeinverletzungen mit nicht wiederherstellbarer Funktionstüchtigkeit bleibt nur die Euthanasie. Der Igel könnte sich sonst nur noch mit grösster Mühe fortbewegen; auch ist er beim Beuteaufstöbern auf zwei funktionierende Vorderpfoten angewiesen. Ein solcher Igel könnte sich also nicht mehr ernähren und würde verhungern.
Etwas besser ist es bei Verletzungen der Hinterbeine: Ein Überleben mit nur einem Hinterbein ist evtl. möglich. Allerdings muss das noch vorhandene Hinterbein völlig gesund sein und die Mobilität jedes einzelnen so handicapierten Tieres muss vor der Freilassung individuell getestet werden!
Siehe Filme
Bei uns im Garten hustet ein Igel. Muss ich etwas unternehmen?
Der grösste Teil der Igel (80% oder mehr) sind mit Lungenwürmern infiziert. Ein sonst vitaler und gut genährter Igel lebt damit ohne grössere Probleme. Ein Entwurmen des Tieres bringt bei solchen Igeln nichts, da sie sich innert kürzester Zeit wieder neu infizieren. Zum Zyklus der Lungenparasiten gehört es, dass die in der Lunge gebildeten Wurmlarven raufgehustet, abgeschluckt und ausgeschieden werden.
Hustet der Igel nur ab und zu, ist (ausschliesslich) nachtaktiv und hat einen guten Appetit (mit ca. 100 g Katzenfutter testen), ist es (i.d.R.) nicht nötig einzugreifen.
Hören Sie den Igel sehr häufig respektive dauernd husten und/oder gibt es sonst Anzeichen für einen mangelhaften Gesundheitszustand, können Sie das Tier in einer Igelstation oder bei einem Tierarzt (jeweils nach telefonischer Anmeldung) untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen. Hier macht ein Entwurmen Sinn, denn damit der Igel eine Chance hat, wieder zu Kräften zu kommen, sollte er temporär von seiner Wurmbürde befreit werden.
Grundsätzlich haben fast alle Igel innere Parasiten, aber im Normalfall leben Igel und Parasit in einer Art Gleichgewicht. Eine Parasitenbehandlung ist dann nicht angebracht und kann unter Umständen sogar kontraproduktiv sein. Wenn ein Tier anderweitige gesundheitliche Probleme hat oder sonst geschwächt ist, können die Parasiten aber überhand nehmen und für den Igel gefährlich werden.
Deshalb schauen wir im Igelzentrum immer zuerst, was einem Tier fehlt und machen nur dann eine Kotanalyse, wenn der Verdacht besteht, dass die Symptome durch Parasitenbefall (mit)verursacht werden. Es wäre nicht sinnvoll, alle Igelpatienten - also zum Beispiel auch die verletzten - zu entwurmen; sie werden sich in der Freiheit ohnehin bald wieder infizieren.
Igelpatienten, bei denen die Parasiten für die gesundheitlichen Probleme (mit)verantwortlich sind, müssen hingegen entwurmt werden, damit sie eine Chance haben, sich zu erholen. So gestärkt in die Natur entlassen, können sie dort mit einem erneuten Parasitenbefall zurechtkommen.
Kranke Igelbabys und Jungigel sollten nur gegen Würmer behandelt werden, wenn der entsprechende Parasit im Kot nachgewiesen werden konnte. Und Vorsicht: Nicht alle Wurmmittel eignen sich für die ganz Kleinen.
Nein, er ist dazu nicht verpflichtet! Wenn Sie ein Tier zum Tierarzt bringen und möchten, dass der Tierarzt dieses Tier untersucht und gegebenenfalls behandelt, erteilen Sie dem Tierarzt einen Auftrag und sind auch verpflichtet, seine Leistungen zu bezahlen. Und es spielt auch keine Rolle, ob es sich dabei um ihr eigenes Haustier handelt oder um ein besitzerloses Wildtier. Dass Tierärzte Igel teilweise oder ganz kostenlos behandeln, geschieht aus reiner Kulanz und auf komplett freiwilliger Basis.
Generell gilt: Igel sind Wildtiere und mögen es als solche nicht, von uns berührt oder angefasst zu werden. Dies sollten wir respektieren und einen Igel wirklich nur dann anfassen, wenn es seinem Schutz dient (beispielsweise einen Igel von der Strasse tragen) oder wenn das Tier krank oder verletzt ist und wir es zum Tierarzt oder in eine Igelstation bringen möchten. Zum Schutz vor den Stacheln und vor auf Menschen übertragbaren Krankheiten ist es sinnvoll, dabei Handschuhe zu tragen.
Immer wieder einmal wird behauptet, dass junge Igel oder Vögel, die vom Menschen berührt wurden, von der Mutter verlassen werden. Dies trifft aber nicht zu.
Bei Rehkitzen hingegen stimmt es: Dort gilt wirklich «Berühren verboten»!
Wir haben in unserem Garten drei winzige Igelbabys mit weissen Stacheln gefunden. Da stimmt doch was nicht?
Es sieht ganz danach aus, als diese kleinen Igel ein Problem haben würden. Igeljunge bei ihren ersten regulären Ausflügen ausserhalb des Nestes sind 3 bis 4 Wochen alt und sehen aus wie die Miniaturform eines erwachsenen Igels, d. h., sie haben braune Stacheln, Fell im Gesicht und am Bauch, und ihre Augen sind offen. Ganz selbstständig, d. h. von der Mutter entwöhnt, sind sie übrigens im Alter von 6 Wochen.
Wenn Igelbabys noch weisse Stacheln haben, kein Fell und geschlossene Augen, bedeutet das, dass sie unter 14 Tage alt sind. In dieser Lebensphase ernähren sie sich ausschliesslich von Muttermilch und verlassen das Nest noch nicht. Werden sie trotzdem ausserhalb des Nestes gefunden, ist der Verdacht gross, dass sie mutterlos geworden sind, d. h. die Igelin war z. B. zu schwach, um Junge aufzuziehen, und hat den Wurf verlassen, oder sie hatte während eines ihrer nächtlichen Streifzüge einen Unfall, wurde zur Beute eines anderen Tieres etc. Solch kleine Igel brauchen jetzt relativ schnell Hilfe, da sie sonst rasch abkühlen und austrocknen. Nehmen Sie sofort mit einer Igelfachstelle Kontakt auf – je nach Zustand und Gewicht der Jungtiere besteht eine gute Chance, dass man sie von Hand aufziehen kann. Wenn Sie etwas Geschick im Umgang mit Tieren haben und genügend Zeit, besteht evtl. sogar die Möglichkeit, dass Sie, nach genauer Instruktion durch die Fachstelle, die weitere Betreuung der Igelbabys selber übernehmen.
Dann: Vergessen Sie bitte auch nicht, weiter nach der Mutter Ausschau zu halten, vielleicht liegt diese verletzt irgendwo und braucht ebenfalls Hilfe. Ebenso könnte noch ein weiteres Jungtier vorhanden sein.
Versuchen Sie aber nie, ohne Hilfe von Igelfachpersonen die kleinen Igel aufzuziehen, das geht fast immer schief und endet meist mit dem Tod der Tiere.
Siehe Informationen zu ersten Sofortmassnahmen
Bei einer spätherbstlichen Gartenentrümpelungsaktion haben wir einen Igel in seinem Nest gestört: Er bewegt sich nicht. Lebt er noch?
Wahrscheinlich ist der Igel bereits im Winterschlaf. Die eingekugelten, winterschlafenden Igel bewegen sich praktisch nicht mehr und machen nur noch etwa 3-4 Atemzüge pro Minute. Die Atemzüge sind visuell kaum wahrnehmbar. Im Gegensatz dazu liegt ein toter Igel meist offen, d.h. nicht eingerollt, da.
Decken Sie das Winterschlafnest wieder sorgfältig zu. Meistens erwacht der Igel dann gar nicht erst aus dem Winterschlaf.
Ist es hingegen unmöglich, dass der Igel in seinem Nest verbleibt, müssten Sie ihn vorsichtig an einen neuen, vorher vorbereiteten Schlafplatz zügeln. Der neue Platz sollte keine direkte Sonneneinstrahlung haben und vor Regen und Feuchtigkeit geschützt sein. Als Nistmaterial verwenden Sie vorzugsweise Stroh und/oder trockenes Laub.
Siehe Igelhaus selber bauen
Soll ich den tagsüber auf einem spätherbstlichen Spaziergang gefundenen kleinen Igel mit nach Hause nehmen?
Generell gilt: Der Braunbrustigel gehört in der Schweiz gemäss dem Natur- und Heimatschutzgesetz zu den geschützten Tierarten. Das bedeutet, es ist unter anderem verboten, Igel grundlos zu berühren, einzufangen oder in Gewahrsam zu nehmen. Findet man einen Igel, der sich scheinbar oder tatsächlich in einer Notlage befindet (als Beispiel den hier erwähnten, für den Winterschlaf ev. noch zu leichten Jungigel) darf ein solches Tier unter Umständen vorübergehend in Gewahrsam genommen werden. Dies allerdings nur, wenn man sich gleichzeitig, respektive so rasch wie möglich, mit einer qualifizierten Igelfachstelle in Verbindung setzt. Die Fachstelle wird entscheiden, ob es überhaupt nötig ist, das Tier temporär in menschlicher Pflege zu belassen. Zudem muss Ihnen folgendes bewusst sein: Wenn Sie einen solchen Igel mitnehmen, übernehmen Sie auch die volle Verantwortung für das Tier. Das bedeutet, Sie müssen bereit sein, sich in den nächsten Tagen bis Wochen um den Igel zu kümmern. Beratungsstellen und Igelstationen werden Ihnen mit fachlichem Rat zur Seite stehen. Dass Sie "Ihren" Igel in einer Igelstation abgeben können, ist aber oft ungewiss, da diese Einrichtungen im Herbst hoffnungslos überfüllt sind. Für die kleine Igel-Krankenstation des Igelzentrums gilt zudem: hier können nur Tiere aufgenommen werden, die eine medizinische Versorgung benötigen.
Des Weiteren sind Igel Wildtiere und somit hervorragend ans Überleben in freier Natur angepasst. Ein Igel sollte deshalb nie den ganzen Winter über im Haus gehalten werden! Das "Eingesperrt sein" ist ein grosser Stress für das Tier und nur einigermassen erträglich, wenn es die grösste Zeit davon winterschlafend verbringen kann (in den Winterschlaf fallen Igel aber nur bei Aussentemperatur). Den Winter über im Haus gehaltene Tiere verfetten zudem oft stark und können diverse weitere gesundheitliche Schäden erleiden.
Siehe Igel & Umwelt 20011/3 (PDF 0.8 MB)
Woran erkenne ich, ob ein im (Spät)Herbst gefundener Jungigel bereits die nötigen Reserven für den Winterschlaf hat oder ob er noch menschliche Hilfe braucht?
Einen ersten objektiven Wert dazu liefert Ihnen das Körpergewicht des Igels. Da Igel gewichtsmässig oft unterschätzt werden, müssen Sie ihn wägen. Besorgen Sie sich eine Kartonschachtel oder einen anderen Transportbehälter und setzen Sie den Igel zuhause auf eine Küchenwaage. Damit ein (gesunder!) Jungigel im November oder vor dem Wintereinbruch den Winterschlaf antreten kann, sollte sein Körpergewicht nicht unter 500g liegen.
- Der Jung-Igel ist 500g oder schwerer und gesund: er braucht keine menschliche Hilfe!
Bei Unsicherheit in Bezug auf den Gesundheitszustand: Appetit des Igels ermitteln! Den Igel dazu für eine(!) Nacht ins Haus nehmen und den Appetit mit Katzenfutter testen. Der Igel frisst gut: ihn am nächsten Abend unverzüglich an die Fundstelle zurück bringen. Der Igel frisst schlecht: Kontaktaufnahme mit einer Fachstelle. Bei Verdacht auf Verletzungen: Den Igel einem Tierarzt zeigen.
Siehe Erste Massnahmen und Futtermenge
- Das Körpergewicht des Igels liegt zwischen 300g und 500g und er ist gesund: draussen eine Futterstelle einrichten. Diese sollte sich, wenn immer möglich, am Fundort befinden (der Igel ist ortstreu und kennt sich in seinem Gebiet hervorragend aus). Wenn die Zufütterung am Fundort für ca. 7-10 Tage nicht möglich ist: Dem Igel im eigenen Garten ein temporäres Gehege einrichten, bis er ein Körpergewicht von 500-600g erreicht hat. Dann retour an den Fundort bringen. Da der Igel dort mittlerweile unter Umständen kein Nistmaterial mehr findet: an einer geschützten, wenig einsehbaren Stelle eine mit Stroh gefüllte Kiste als Winterschlafnest aufstellen.
Siehe Beurteilung des Igels im Herbst, temporäre Futterstelle, Freigehege und Igelhaus selber bauen
- Der Igel ist unter 300g schwer und gesund: bei Raumtemperatur auf ca. 400g Körpergewicht auffüttern, anschliessend in einem Aussengehege weiterfüttern bis zum winterschlaftauglichen Gewicht. Für den Winterschlaf den Igel eventuell im Gehege belassen und im Frühjahr sukzessive auswildern.
Siehe Beurteilung des Igels im Herbst, Überwinterung
- Der Igel ist krank oder verletzt (sein Körpergewicht spielt in diesem Fall keine Rolle): damit er eine Überlebenschance hat, muss er als erstes bei einem Tierarzt oder in einer Igelstation medizinisch versorgt werden.
Siehe nützliche Telefonnummern von Igelstationen
Im Prinzip ja: Igel sind Wildtiere und als solche hervorragend an ein Leben in freier Natur angepasst - dies auch im Winter!
Wurde ein erwachsenes Tier oder ein Jungtier, das beim Auffinden mind. 300g Körpergewicht hatte, bei Wintereinbruch krank oder verletzt aufgefunden und bei einem Tierarzt oder in einer Igelstation medizinisch versorgt, kann es, sobald völlig gesund und mit den nötigen Gewichtsreserven ausgestattet (Jungtier mindestens 500g schwer), wieder in seinen gewohnten Lebensraum (sprich an den Fundort) entlassen werden. Da der Igel jetzt allerdings Mühe haben dürfte, noch geeignetes Nistmaterial zu finden, sollte ihm ein Winterschlaf-Ersatznest zur Verfügung gestellt werden. Um ihm dem Übergang in die Freiheit etwas zu erleichtern, kann ihm zudem noch ein paar Tage Katzenfutter (und natürlich Wasser) angeboten werden.
Folgende Tiere sollten hingegen ihren Winterschlaf unter kontrollierten Bedingungen in einem Aussengehege abhalten können:
- Erwachsene Tiere und Jungtiere, die beim Auffinden mind. 300g Körpergewicht hatten, die aber aus diversen Gründen nach ihrer Genesung nicht mehr am Fundort freigelassen werden können: Hier erfolgt die sukzessive Auswilderung in eine für das Tier noch unbekannte Umgebung erst im nächsten Frühling.
- Jungtiere, die beim Auffinden weniger als 300g Körpergewicht aufwiesen: Diese Tiere waren beim Auffinden so jung, dass sie sich noch kaum Kenntnisse über ihren Lebensraum und das Leben in freier Natur aneignen konnten. Den ersten Winterschlaf gleich in völliger Freiheit zu verbringen, könnte solchen Tieren (auch mit genügend Gewicht und Ersatznest) unter Umständen Probleme bereiten.
Dafür gibt es verschiedene Erklärungen.
Siehe Winter
Der Winterschlaf dient dazu, die futterarme Jahreszeit zu überbrücken. Bei dauernd zur Verfügung stehendem Futter kann es vorkommen, dass ein Igel nicht in den Winterschlaf geht. Allerdings ist das eher ungewöhnlich, da neben fehlendem Futterangebot der Winterschlaf auch durch weitere Faktoren wie tiefe Aussentemperaturen und kurze Tageslängen ausgelöst wird.
Beobachten Sie Ihren Igel genau, nehmen Sie ihn zur Abklärung eventuell für eine Nacht ins Haus: Frisst er mit Appetit oder ist er nur am «schnäuggen»? Vielleicht ist das Tier auch krank oder verletzt und braucht medizinische Hilfe. Wenden Sie sich in diesem Fall an einen Tierarzt oder an eine Igelstation. Oder es handelt sich um einen gesunden Jungigel, der aber das nötige Körpergewicht für den Winterschlaf (ca. 500g) noch nicht erreicht hat. In diesem Fall können Sie dem Igel eine eigene «igelkonforme» Futterstelle einrichten.
Und noch ein Tipp: füttern Sie Ihre Katze in Zukunft im Haus. So können Sie vermeiden, dass sich andere Katzen oder Wildtiere als ungebetene Gäste am Futternapf bedienen. Und falls der Stachelkerl tatsächlich nur sehr verfressen, sonst aber gesund und genug schwer ist, wird er sich ohne Katzenfutter automatisch in den Winterschlaf verziehen. Eine von Ihnen bereit gestellte, mit Stroh gefüllte Kiste garantiert ihm dabei einen sicheren Schlafplatz.
Es muss nicht unbedingt ein gekauftes Igelhaus aus Holz sein. Der Igel überlebt den Winterschlaf auch in einer Styroporkiste für 10 Franken.
Siehe Igelhaus selber bauen
Der Winterschlaf gehört bei unseren einheimischen Igeln zum Jahreszyklus. Jeder Igel sollte deshalb die Möglichkeit haben, die Wintermonate in diesem Zustand zu verbringen. In Ausnahmefällen kann es angebracht sein, Igel in menschlicher Obhut zu überwintern. Dies sollte aber immer in einem Aussengehege erfolgen!
Kranke Tiere, die uns kurz vor Winteranbruch oder während des Winters gebracht werden, pflegen wir im Igelzentrum bei Raumtemperatur. Nach ihrer Genesung gehen alle am Fundort oder in einem Aussengehege in den Winterschlaf.
Ein Igel sollte nie den ganzen Winter über im Haus, im Keller, in der Garage etc. gehalten werden! Entgegen früheren so lautenden Ratschlägen ist eine solche Haltung alles andere als artgerecht und kann sich zur regelrechten Tierquälerei auswachsen. Und nebenbei bemerkt ist eine mehrere Monate dauernde Gefangenschaft für das geschützte Wildtier Igel von Gesetzes wegen ohnehin verboten!
Das länger dauernde Eingesperrtsein ist ein grosser Stress für den Igel und nur erträglich, wenn er die grösste Zeit davon winterschlafend verbringen kann. In den Winterschlaf fällt der Igel allerdings nur bei Aussentemperatur. Bei wärmerer Temperatur wird er wach bleiben und auch das grösste Gehege kann dann seinem Bewegungsbedürfnis nicht genügen! Viele Tiere zeigen schon nach kurzer Zeit Stresssymptome wie Hochklettern am Gitter oder nächtliches stundenlanges Rennen im Kreis. Den Igel ab und zu im Haus frei laufen lassen, ist keine Alternative. Das Tier wird versuchen, ein sicheres Versteck aufzusuchen und sich in Ritzen und Spalten verkriechen, dabei wegen seiner Stacheln aber leicht stecken bleiben. Befreiungsversuche können schnell mit einem verletzten Igel enden.
Des weiteren ist das in Gefangenschaft gefütterte Katzenfutter über kurze Zeit gegeben eine gute Alternative zu Käfer & Co, kann längerfristig aber nie die natürlichen Futtertiere des Igels ersetzen! Mangelzustände sind vorprogrammiert. Ganz schlimm wird die Situation, wenn gutmeinende Igelbetreuer dem Wintergast ein "Deluxe-Menu" anbieten möchten und z.B. nur Muskelfleisch füttern. In kürzester Zeit kann es zu schwersten Mangelkrankheiten kommen, die beispielsweise darin resultieren können, dass sich der Igel nicht mehr fortbewegen kann. Ob sich solche Tiere nachträglich wieder erholen ist mehr als ungewiss. Aber auch ohne so massive Fütterungsfehler zeigen viele den Winter über im Haus gehaltene Igel anschliessend eine verminderte Abwehrkraft oder vermehrten Stachelausfall. Gegen Ende der Gefangenschaft lässt auch nicht selten der Appetit stark nach. Trotz letzterem werden viele dieser Tiere beim Tierarzt oder in der Igelstation in einem stark verfetteten Zustand vorgestellt, was bei einem über Monate allabendlich gut gefüllten Futternapf zusammen mit Bewegungsmangel nicht weiter erstaunt.
Auch konnte beobachtet werden, dass des Winterschlafes beraubte Igel ab und zu versuchen, diesen im Frühling nachzuholen. Dass dabei die natürlichen Abläufe eines Igellebens vollends aus dem Ruder laufen ist offensichtlich.
Aufgrund all dieser Tatsachen erstaunen die Ergebnisse einer Studie nicht, die zeigten, dass nur ein kleiner Prozentsatz (10 bis 20%) der warm überwinterten Igel nach ihrer Freilassung überlebte.
Fazit: Jedem Igel soll ermöglicht werden, seinen Winterschlaf abzuhalten!
Kann der genesene Igelpatient oder der Jungigel vor dem Wintereinbruch nicht mehr in freier Natur ausgesetzt werden, muss das Tier zur Überwinterung in ein Freigehege im Garten (oder als Notlösung auf dem Balkon) verbracht werden. Diese Umsiedlung nach draussen kann auch noch im Dezember oder Januar stattfinden.
Einheimische Igel sind Wildtiere und dürfen nicht eingefangen / eingesperrt werden (Ausnahme: hilfsbedürftige Igel, die temporär von Fachpersonen gepflegt werden). Selbstverständlich kann man sie auch nicht kaufen oder verkaufen!
Gemäss dem Natur- und Heimatschutzgesetz gehört der Braunbrustigel in der Schweiz zu den geschützten Tierarten. Es ist unter anderem verboten, Igel zu töten, zu verletzen oder zu fangen. Sie dürfen nicht verkauft oder erworben und grundsätzlich auch nicht in Gewahrsam genommen werden!
Ausnahmebewilligungen durch die zuständige kantonale Behörde bezüglich Haltung und Pflege sind aber möglich, z. B. wenn es «der Erhaltung der biologischen Vielfalt dient».
In der Praxis wird dieses Gesetz folgendermassen gehandhabt: Findet jemand einen Igel, der sich scheinbar oder tatsächlich in einer Notlage befindet (Beispiele: kranke oder verletzte Tiere, Igel die bei Wintereinbruch weit unter dem für den Winterschlaf notwendigen Minimalgewicht sind oder verwaiste Igelsäuglinge) dürfen solche Tiere vorübergehend in Gewahrsam genommen werden, dies allerdings nur, wenn man sich gleichzeitig, respektive so rasch wie möglich, mit einer qualifizierten Igelfachstelle in Verbindung setzt. Die Fachstelle wird entscheiden, ob es überhaupt nötig ist, das Tier temporär in menschlicher Pflege zu belassen, und falls ja, ob dies beim Finder selber erfolgen kann oder ob der Igel Betreuung in einer Igelstation oder beim Tierarzt benötigt.
Und: Betreuung durch den Menschen bedeutet nicht zwingend, dass der Igel in einem Gehege gehalten werden muss! Falls möglich, soll der Igel an seinem Standort in freier Natur belassen und dort vor Ort unterstützt werden, z. B. indem man eine Futterstelle einrichtet oder, bei Winterbeginn, dem Igel ein Schlafhaus für den Winterschlaf zur Verfügung stellt.
Der afrikanische Weissbauchigel ist als Haustier gänzlich ungeeignet; darin sind sich die Fachleute einig.
In Freiheit an ein breites Futterangebot gewöhnt, wird ihm eine Ernährung mit Katzen- oder Igeltrockenfutter nie gerecht. An den Folgen der Mangelernährung sterben viele dieser als Haustiere gehaltene Igel.
Igel sind nachaktiv und als Haustiere zum Beobachten und Spielen ungeeignet, da sie den Tag verschlafen.
Sie haben in ihrem natürlichen Lebensraum einen grossen Aktionsradius und rennen deshalb im Gehege manchmal so lange auf und ab, bis sie blutige Füsse bekommen.
Die aus Profitgier betriebene Inzucht führt bei vielen als Haustiere gehaltenen Afrikanischen Weissbauchigeln zu einer Art Multiple Sklerose («Wobbly Hedgehog Syndrome»), die sich in fortschreitender Lähmung ausdrückt und nach 6-15 qualvollen Monaten mit dem Tod endet.
Erwachsene Igel werden wenn immer möglich am Fundort freigelassen, im Winter mit einer Schlafkiste und zeitlich begrenzter Zufütterung. Im Spätherbst gefundene, sehr kleine Igel (Fundgewicht unter 300g) mit erst geringen Ortskenntnissen in ihrer Herkunftsumgebung, verbringen ihren Winterschlaf meist in einem Aussengehege. Von dort werden sie im Frühling ausgewildert. Erwachsene Igel, die nicht mehr am Fundort freigelassen werden können, zum Beispiel weil er gar nicht genau bekannt ist, werden via Gehege sukzessive an eine neue Umgebung gewöhnt.
Siehe Auswilderung und Überwinterung
Wir würden gerne einen jener Igel aus dem Igelzentrum auswildern, die nicht mehr am Fundort freigelassen werden können. Nun wissen wir aber nicht, ob unser Garten geeignet ist. Was ist zu beachten?
Wenn Sie in Ihrem Garten schon Igel beobachtet haben, ist das ein Hinweis, dass sich Ihr Garten grundsätzlich als Lebensraum für Igel eignet. Man muss aber bedenken, dass Igel nicht nur einen Garten bewohnen. Der monatliche Aktionsraum* für Igelweibchen beträgt im Durchschnitt 8, für Männchen 20 Hektaren. Zum Vergleich: Ein Fussballfeld ist etwas weniger als 1 Hektare gross.
Das bedeutet, selbst wenn ein einzelner Garten von seiner Anlage her das reinste Igelparadies ist, muss auch das umgebende Gebiet igeltaugliche Strukturen aufweisen: Ein schöner Garten in der Altstadt, abgetrennt von sonstigen Grünflächen, kommt folgerichtig als Auswilderungsort leider nicht in Frage.
Was aber heisst "igeltauglich"? Der Igel ist ein scheues Tier. Obwohl ihn seine Stacheln vor vielen tierischen Feinden schützen, kann er sich nicht zu hundert Prozent auf sie verlassen. Bei der geringsten Störung oder Gefahr muss er die Möglichkeit haben, sofort in einem Versteck zu verschwinden. Gärten, die mit Sträuchern bepflanzt sind, wo Ast- oder Laubhaufen, Holzbeigen oder andere Unterschlüpfe Schutz bei Gefahr bieten (oder als Tagesversteck oder Winterschlafplatz dienen), stehen bei den Stachelkerlen hoch im Kurs und bieten ihnen meist auch eine gute Futtergrundlage.
Als Igel lebt es sich aber nicht nur angenehm! Die allgegenwärtig vorhandenen überfahrenen Stacheltiere auf unseren Strassen zeugen davon, wie gefährlich und beschwerlich ein Igelleben ist. Ein Igel, der in einem unbekannten Gebiet ausgewildert wird, muss sich in der neuen Umgebung einleben. Er trifft auf Hindernisse und Gefahren, denen er sich stellen muss. Wir Menschen können ihm das Gewöhnen an den neuen Lebensraum etwas erleichtern, indem wir darauf achten, dass wir ihn in einem Gebiet auswildern, wo solche Hindernisse und Gefahren nicht im Übermass vorkommen. Konkret bedeutet das: Grosse, auch nachts stark befahrene Strassen, sollte es innerhalb der oben erwähnten 8-20 Hektaren nicht geben. Sind sie doch vorhanden, darf ihre Lage die Bewegungsfreiheit der Igel nicht einschränken, der Igel muss solchen Strassen ausweichen können.
Einen Igel an einem neuen Ort auswildern heisst nicht ihn einfach in ein Gebüsch setzen. Zuerst wird er für etwa 5 Tage in einem im Garten aufgestellten Gehege gefüttert. Wenn er gelernt hat, dass sich an dieser Stelle eine für ihn leicht zu erreichende Futterquelle befindet, wird das Gehege geöffnet, aber für weitere 5-7 Tage Futter in den Napf gefüllt. Das gibt dem Igel Zeit, stressfrei sein neues "Wohngebiet" auszukundschaften. Wenn dann nach einer Woche die Fütterung nach und nach eingestellt wird, kennt er sich in seinem neuen Lebensraum bereits so gut aus, dass er weiss, wo sich die fettesten Käfer, die längsten Würmer und die besten Unterschlüpfe befinden.
* Gebiet, das von einem Igel im Laufe eines Monats durchstreift wird.
Siehe Karte Igel in Zürich (PDF 7 MB) und Nächtliches Streifgebiet (JPG 285 KB)
Siehe Auswilderung