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Nierenpatient ist jemand, der eine verminderte Nierenfunktion hat. Die Symptome dieser Krankheit sind allgemeine schlechte körperliche Verfassung, in den meisten Fällen mit zu hohem Blutdruck, Blutarmut und Eiweissausscheidung im Urin. Beschwerden treten meistens erst auf, nachdem die Nierenfunktion auf unter 20% gesunken ist. Für ein Nierenversagen sind hauptsächlich vier Gründe verantwortlich:
Im Anfangsstadium kann die Krankheit mit einer strengen Diät, entsprechenden Medikamenten und regelmässiger ärztlicher Kontrolle behandelt werden. Beim Absinken der Nierenfunktion auf ca 10-5% der Norm wird eine «Blutwäsche» (Dialyse) unumgänglich. Zur Anwendung gelangen heutzutage zwei Arten der Dialyse:
Für medizinisch geeignete Patienten ist bei endgültigem Nierenversagen die beste Behandlungsmethode:
In den Nierenkörperchen der Niere wird Blutsaft aus dem Blute abgepresst (ca. 180 Liter pro Tag). Dieser Pressaft enthält Salze Nährstoffe und Schlacken wie das Blut selbst, jedoch keine Blutzellen und kein Eiweiss. Auf dem Wege durch die Harnkanälchen erfolgt nun eine Eindickung dieses Saftes, indem die Salze und die Nährstoffe wieder ins Blut zurückströmen. Die Schlacken aber bleiben im Urin "gefangen". Von den 180 Litern des Pressaftes werden schliesslich nur rund 1.5 Liter konzentrierter Urin ausgeschieden. Bei halber Nierenfunktion werden zwar noch immer rund 90 Liter (bei einer Restfunktion von 10% noch 18 Liter) Pressaft für die Bereitung des Endharns zur Verfügung stehen. Aber je weniger die filtrierte Menge ist desto weniger Schlacke kann durch den Urin ausgeschieden werden. Bei vorübergehendem oder ständigem Versagen der Nieren kann durch Blutreinigungsverfahren die Ausscheidungsfunktion der Nieren ersetzt werden.
Kommt es bei einem chronisch Nierenkranken zur Flüssigkeitseinlagerung im Körper, zum Anstieg des Kreatinin-/Harnstoffspiegels im Blut von über 900 umol/l bzw. 33 mmol/l oder werden andere harnpflichtige Substanzen im Körper zurückgehalten, so dass sich Organfunktionsstörungen wie Herzbeutelerguss, Durchfallerkrankungen, Muskel- oder Nervenstörungen einstellen, so ist die Nierenfunktion meist unter 10-5% der Norm abgefallen. Jetzt kann eine zunehmende «Vergiftung» des Körpers nur durch den Einsatz von Dialyseverfahren vermieden werden. Der Zeitpunkt des Behandlungsbeginns mit der künstlichen Blutreinigung ist unabhängig von einer scheinbar noch guten Urinausscheidung und erfolgt bei rascher Verschlechterung des Allgemeinzustandes eines chronisch Nierenkranken, bei Atemnot, Überwässerung, gefährlich hohem Kaliumgehalt im Blut und unbeherrschbar hohem Blutdruck sofort.
Eines der Blutreinigungsverfahren nennt man Haemodialyse, die seit 1945 in Einzelfällen, seit 1965 bei zunehmender Patientenzahl eingesetzt wird. Der Filter, in welchem das Blut gereinigt wird, besteht aus einer halbdurchlässigen Membran. Sie weist ganz feine Poren auf. Lässt man an der einen Seite dieser Membrane Blut, auf der anderen Seite eine Reinigungslösung vorbeifliessen, so treten aus dem Blut Substanzen durch die Poren in die Spüllösung. Je höher die Konzentration solcher Stoffe im Blute ist, desto rascher diffundieren sie in die Spüllösung, welche laufend erneuert wird. Natürlich schlüpfen nur kleine oder mittelgrosse Partikel durch die Membran; grosse Partikel wie Eiweissmoleküle oder Blutzellen bleiben im Blut.Die Leistung der künstlichen Niere ist vom Blutdurchfluss durch den Filter abhängig. Dem Patienten muss dabei alle 2-4 Minuten 1 Liter Blut entnommen bzw. auch zurückgegeben werden können. Eine gewöhnliche Vene liefert diese Menge nicht. Durch Einpflanzung einer Vene in eine Arterie (Shunt, auch Fistel genannt) steigt der Blutfluss in der Vene stark an, so dass mit Hilfe von relativ dicken Nadeln die notwendige Blutmenge entnommen werden kann. Shunts können auch mit künstlichen Gefässen hergestellt werden.
Das Prinzip der Peritoneal-Dialyse (CAPD) ist dasselbe wie bei der Haemo-Dialyse. Der Unterschied besteht darin, dass hier das Bauchfell als körpereigene halbdurchlässige Membrane benutzt wird. Die Ausrüstung der CAPD besteht aus:
Bauchhöhle, Katheter, Überleitungsstück und Peritonealdialysebeutel bilden ein geschlossenes System.
Eine erfolgreiche Nierentransplantation ist die derzeit beste Behandlung der chronischen Niereninsuffizienz. Sie sollte deshalb bei allen, medizinisch dafür geeigneten Patienten, durchgeführt werden.
Die Vorteile sind:
Die neue Niere wird oberhalb des Leistenbandes im Bereich der Beckenschaufel eingepflanzt. Der Patient muss nach der Operation regelmässig Medikamente zur Verhinderung der Abstossung einnehmen und sich regelmässig ärztlich kontrollieren lassen. Es gibt zwei Quellen für Spenderorgane, der lebende Verwandte oder der nichtverwandte Verstorbene.
Haemo-Dialyse (Spital):
Heim-Dialyse:
Peritoneal-Dialyse:
Transplantation:
ca. CHF 70'000 bis CHF 80'000
ca. CHF 30'000 bis CHF 40'000
ca. CHF 30'000 bis CHF 40'000
CHF 6'000 bis CHF 10'000 (ohne Medikamente)