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Jeden Morgen kommen die Frauen mit grossen Eimern, Becken und Kanister zu unserem Haus und füllen diese mit sauberem Wasser. Manchmal helfen auch die Kinder mit. Das Wasserholen ist gleichzeitig ein sozialer Treffpunkt und es wird lauthals geschwatzt, gelacht, manchmal gestritten und der neueste Quartierklatsch ausgetauscht.
Die Wasserversorgung ist in den Städten sehr rudimentär. Vielleicht hat man alle 1– 2 Tage für 2 – 3 Stunden Wasser – falls man überhaupt an das Wassernetz angeschlossen ist. Sonst muss das Wasser an öffentlichen Wasserstellen geholt werden. Dort ist es kostenpflichtig. Immerhin sind unter der kurzen Regierungszeit von Capitain Moussa Dadis Camara im 2009 einige neue öffentliche
Wasserstellen gebaut worden.
Wer Haus und Hof besitzt und finanziell in der Lage ist, kann sich eventuell einen Ziehbrunnen
graben oder graben lassen und hat vielleicht Glück, in 10 – 15 m Tiefe Wasser zu finden. Das Wasser aus diesen Ziehbrunnen ist aber nicht sauber. Während der Trockenzeit sind die Ziehbrunnen meistens ausgetrocknet, während der Regenzeit enthalten sie viel Schmutzwasser aus der Umgebung.
Wenige Leute vermögen es, nach Grundwasser zu bohren und dieses in einen Wassertank hinaufzupumpen. Die Pumpe muss mittels Strom oder einem Benzingenerator betrieben werden. Eine Anlage mit Benzingenerator kostet aber schnell ca. Fr. 10'000. Wird die Pumpe mit Strom betrieben, ist man den häufigen, oft längeren oder sogar tageweisen Stromausfällen ausgeliefert . Kein Strom - kein Wasser ...
Auf dem Land muss das Wasser oft von weit her geholt werden – von einem öffentlichen Ziehbrunnen,
von einer Quelle, vom Bach – an dem meistens zugleich auch die Wäsche gewaschen und gebadet wird und der eventuell auch als Latrine benutzt wird ….
Das Wasser wird dann zuhause in grossen Kanistern oder in einer Wassertonne aufbewahrt. Durch
die Aufbewahrung vermehren sich die bereits im unreinen Wasser vorhandenen Keime noch zusätzlich. Weder das Wasser aus der Wasserversorgung noch das aus den Bächen ist sauberes Trinkwasser. Es muss abgekocht werden.
Kläranlagen gibt es keine und das Abwasser versickert in offenen Abwassergräben.
Wir haben bei unserem Haus nach Grundwasser gebohrt und sind durch x Steinschichten hindurch auf 65 m Tiefe endlich auf sauberes Grundwasser gestossen. Das ganze Quartier ist zusammengelaufen und hat die Arbeiten verfolgt. Den ersten Kanister Wasser bekamen dann unsere Nachbarn.
Das Grundwasser pumpen wir mittels Solarstrom hinauf und sammeln es in einem grossen 3000 Liter Tank auf der Dachterrasse. Dank dem Solarstrom sind wir nie von den Stromausfällen betroffen. Durch den natürlichen Wasserdruck können wir einerseits unser Haus mit sauberem Wasser versorgen, andererseits haben wir an der Hofmauer eine öffentliche Wasserabgabestelle installiert. Dort können die Leute aus dem ganzen Quartier jeweils morgens ihr sauberes, trinkbares Wasser beziehen.
Die Wasserbohrung und die Solaranlage haben wir privat finanziert.
Helfen Sie uns mit Ihrer Spende weitere Wasserprojekte zu verwirklichen. Vielen Dank!