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Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben
Unter dem Namen „Verein der Angestellten sozialdemokratischer Organisationen in der Schweiz (VASO)“ konstituierte eine Gruppe von Gewerkschafts-, Partei- und Pressefunktionären 1911 einen Verein, der als ‚Gewerkschaft der Gewerkschafter’ seine Tätigkeit aufnahm. Die Initiative zu seiner Gründung kam aus dem Umkreis des Zürcher „Volksrecht“, namentlich von Johann Sigg, Fritz Nehrwein und Max Bock. Im Anschluss an den Parteitag der SPS von 1911 in Olten hielten sie mit interessierten Genossen am 4. November 1911 im Rest. Aarhof in Olten eine informelle Versammlung ab, an der die Einrichtung einer Alters- und Hinterbliebenenversicherung für die Angestellten der Partei- und Gewerkschaftsorganisationen beschlossen wurde. In den provisorischen Vorstand wurden neben den genannten Initianten Heinrich Blumer und Fritz Platten gewählt. Die erste Generalversammlung des VASO fand am 13.04.1912 im Zürcher Volkshaus statt (17 Mitglieder; 1914: 70; 1920: 234; 1983: 280 Mitglieder). Zu den ersten Mitgliedern zählten u. a. Hans Bickel, Robert Grimm, Friedrich Heeb, Konrad Ilg und Ernst Nobs. Nebst der Schaffung der Versicherungskasse forderte der VASO von den Arbeitgebern eine schriftlich-vertragliche Regelung der Arbeitsverhältnisse sowie verbindliche Normen betr. Arbeitszeit, Ferien, Lohn und Spesen. Auf Seiten der leitenden Gremien stiessen diese Forderungen auf Widerstand. Vielfach wurde die Ansicht geäussert, dass die Funktionäre der Arbeiterorganisationen das „proletarische Empfinden“ verlieren könnten, wenn man ihre Stellung überdurchschnittlich verbessere. Gegenüber den eigenen Reihen beklagten die VASO-Verantwortlichen oft die verbreitete Interesselosigkeit. (Der analoge Organisierungsversuch in der „Arbeiterangestelltengewerkschaft der Schweiz“, der 1905 von H. Boeschenstein und M[argarethe] Faas initiiert worden war, kam vermutlich nicht über einen Statutenentwurf hinaus.) Nebst Versicherungszweck und Arbeitskampf wirkte der VASO als Schlichtungsstelle bei Konflikten zwischen Funktionären und ihren Arbeitgebern. Auf den jährlichen Vereinsausflügen und Generalversammlungen förderte er den persönlichen Kontakt und den geselligen Austausch zwischen seinen Mitgliedern und organisierte Kurse und Vortragsreihen, die unter anderem von Paul Pflüger betreut wurden. Auf Druck des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes gingen diese Bildungsbestrebungen 1926 an den neu geschaffenen Schweizerischen Arbeiterbildungsausschuss über. Zwischen 1912 und 1924 verfügte der VASO über ein eigenes Publikationsorgan („Mitteilungen“). In Personalunion mit der VASO wurde 1914 eine Einkaufsgenossenschaft für Büromaterial gegründet, die bis in die 1930er Jahre bestand. Im Zuge des Aufbaus des sozialstaatlichen Sicherungssystems in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verlor der Versicherungszweck an Bedeutung. Die Kasse wurde in eine Stiftung umgewandelt, die bei Alter, Invalidität und Tod einmalige Entschädigungen entrichtet sowie neu Stipendien auszahlt. Die 2004 revidierten Statuten stellen die Förderung der beruflichen Aus- und Weiterbildung ganz ins Zentrum. Voraussetzungen für die Mitgliedschaft sind die Anstellung bei einer sozialen Organisation im weiteren Sinn (Gewerkschaft, Partei, Genossenschaft, Non-Profit-Organisationen) sowie die Mitgliedschaft bei einer SGB-Gewerkschaft.
Form und Inhalt
Der Bestand des VASO umfasst v.a. die Protokolle der Gremien (Vorstand, Stiftungsrat, Generalversammlung) sowie (Jahres-)Berichte und Jahresrechnungen.