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Das Wort Hilfeleistungen finden wir in 1. Korinther 12,28, wo der Heilige Geist die verschiedenen Gaben zur Bedienung der Versammlungen aufzählt. Wir lesen dort: «Gott hat einige in der Versammlung gesetzt: erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, dann Wunderkräfte, dann Gnadengaben der Heilungen, Hilfeleistungen, Regierungen, Arten von Sprachen.»
Dieser Begriff «Hilfeleistungen» hat eine tiefe und wichtige Bedeutung. Nach einigem Nachdenken wird es uns nicht schwer werden, zu begreifen, was unter einem Apostel, einem Propheten, einem Lehrer, unter Wunderkräften usw. zu verstehen ist. Aber der Sinn des Ausdrucks «Hilfeleistungen» ist uns vielleicht nicht ohne weiteres klar. Er führt uns auf ein ausgedehntes Feld und zeigt uns einen bedeutungsvollen, christlichen Dienst, dem wir möglicherweise nicht den Platz einräumen, der ihm gebührt.
Es gibt in der Versammlung verschiedene Glieder, von denen nicht gesagt werden kann, dass sie besondere Gaben besitzen. Sie sind weder Evangelisten noch Lehrer. Aber dennoch können sie denen, die im Besitz dieser Gaben sind, von grossem Nutzen sein und ihnen in ihrer Arbeit auf eine tatkräftige Weise Hilfe leisten. Wir wollen etwas näher darauf eingehen.
Nehmen wir an, in einer Versammlung sei jemand gänzlich unfähig zu einem öffentlichen Dienst. Aber gerade ein solcher kann oft einen wirksameren und bleibenderen Einfluss ausüben als ein anderer, der einen hervorragenderen Platz in der Versammlung einnimmt. Er ist weder Prediger, noch Lehrer. Aber in seinem Herzen findet sich grosses Interesse für das Werk des Herrn, in und ausser der Versammlung. Er denkt vielleicht nie daran, ein Wort zur Erbauung oder zur Belehrung zu reden. Aber die Art und Weise, wie er die geringsten Dienste verrichtet – und wäre es auch nur, jemandem die Tür zu öffnen, einen Platz anzuweisen, eine Bibel oder ein Liederbuch zu reichen – tut dem Herzen wohl.
Man fühlt, sein Herz nimmt innigen Anteil an dem Werk. Er zeigt sich bereit, die geringste Arbeit zu verrichten, um auf diese Weise zur Förderung des Werkes des Herrn beizutragen. Sein heiteres Gemüt und seine selbstverleugnende Liebe üben auf alle einen bedeutenden, wenn auch unscheinbaren Einfluss aus. Er zeigt sich bereit, alles zu tun, um allen zu dienen, die seine Hilfe und seinen Dienst benötigen. Es ist einerlei, was du brauchst, – er ist der Mann, an den du dich nicht vergeblich wendest. Geh zu ihm, so oft du willst, teile ihm dein Anliegen mit – er steht allezeit zu deinem Dienst bereit. Nichts ist ihm lästig, nichts beschwerlich. Er betrachtet jede Schwierigkeit als eine Gelegenheit, um seine Hilfe zu offenbaren. Sein Herz ist frei, sein Geist frisch und froh. Er liebt Christus und die Seinen; er liebt die Diener Christi und ihr Werk. Er legt grossen Wert auf die Predigt des Evangeliums, auf die Errettung der Sünder, auf das geistliche Wachstum der Kinder Gottes. Er ist nicht selbstsüchtig. Er freut sich, wenn das Werk des Herrn einen guten Fortgang nimmt, unbekümmert darum, wer dieses Werk verrichtet. Er unterstützt die Arbeiter des Herrn mit seiner ganzen Kraft, mit seinem ganzen Einfluss.
Wem würde es schwer fallen, einer solchen Person bei der Aufzählung der Gaben einen Platz anzuweisen? Sind nicht seine «Hilfeleistungen» ein gesegnetes und wichtiges Werk? Es ist gut, wenn wir den Herrn um Lehrer, Hirten und Evangelisten bitten. Die Versammlung braucht solche zu ihrer Auferbauung. Doch sollte es auch ein Gegenstand unserer Gebete sein, dass Er uns «Hilfeleistungen» erwecke; denn auch sie üben einen höchst gesegneten Einfluss aus.
Es ist sicher ein ganz verkehrter und verwerflicher Gedanke, dass in dem Werk des Herrn Ihm und den Seinen niemand dienen könne, als nur die, die im Besitz besonderer Gaben sind. Jeder hat den ihm angewiesenen Platz einzunehmen und sein eigenes Werk, seine eigene Aufgabe zu erfüllen. Jeder Vogel singt seine eigene Weise mit Ausnahme des Vogels, der die Töne eines andern nachpfeift. Ach, wie viele Christen gleichen in ihren Handlungen einem solchen Tierchen, das andere nachahmt. Es ist eine grosse Torheit, wenn ein Diener Christi das Mass der ihm verliehenen Gabe zu überschreiten trachtet.
Wenn ich Christus lieb habe, so werde ich, mag ich Gaben besitzen oder nicht, stets trachten, Ihn in seinem Werk zu verherrlichen. Kann ich das Evangelium nicht verkündigen, so kann ich vielleicht doch, wenn ein anderer diesen Dienst verrichten will, mir Mühe geben, viele Zuhörer herbeizurufen. Ich kann nützlich sein durch meine Gebete, durch meine Gegenwart, ja durch meine ganze Haltung. Wenn wir treu und ernst sind, frei von kleinlicher Eifersucht, so werden unsere «Hilfeleistungen» für das Werk und die Arbeiter des Herrn höchst nützlich und gesegnet sein.