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I see the dark lines under us, very fast, and then – I understand later, they were crevasses, they automatically became a glacier. I did not know what it was. I just know we were very close to it. Because they went by so fast. I said: we are in the mountains. So I reach up and throw the throttles fore and I reach the propellers fore and the mixtures fore and I pull the yoke back. My copilot was sitting over here, he thougt I got a vertige, he was holding his yoke like this, that keep me from going up, that ist dangerous, because it could stall, and I reach over and I get him out of control, and almost, as quickly as I said that, we are in the ground.
Fast eine Beschreibung einer korrekt ausgeführten Gletscherlandung, könnte man meinen. Doch nicht ein erfahrener Schweizer Bergpilot machte diese Aussage, sondern der Amerikaner Ralph Tate, der 1946 als 25 Jähriger eine DC 3 Dacota der Amerikanischen Luftwaffe steuerte und sich in der Schweiz verirrte. An Bord 12 Passagiere, hohe Offiziere und auch ein paar Zivilisten, Frauen und Kinder. Ausser ein paar Prellungen bleiben alle unverletzt und selbst das Funkgerät funktioniert noch.
Der gesendete Hilferuf ist der Beginn einer bis dahin einmaligen Rettungsaktion.
Drei Tage müssen die Verunglückten auf dem Gauli Gletscher auf 3100 Meter ausharren, bis sich das Wetter bessert. Dann aber entschliessen sich die beiden Schweizer Militärpiloten Hauptmann Viktor Hug und Major Pista Hitz mit ihren beiden Fieseler Störchen, bei denen sie erst kürzlich Skis montiert und damit die ersten Versuche unternommen haben, eine Landung neben der verunglückten Maschine zu wagen. Obwohl der Landeplatz extrem kurz ist, gelingt das unerhörte Wagnis. Vor versammelter Weltpresse werden alle Passagiere und die beiden Piloten ausgeflogen und gerettet.
Dies war die glorreiche Geburtsstunde der Schweizer Rettungsfliegerei und der Beginn einer grossartigen Tradition der Gebirgsfliegerei, die bis heute andauert. Obwohl der Hubschrauber das Flugzeug für Rettungen in den Bergen inzwischen weitgehend abgelöst hat, sind heute immer noch etwa 60 Piloten, darunter auch 5 weibliche in der Schweiz aktiv, die die hohe Kunst der Gletscherlandungen beherrschen und betreiben.
Noch heute muss sich jeder Pilot, der eine Lizenz für Gletscherlandungen beantragt, dazu verpflichten in Notfällen zu Rettungseinsätzen bereit zu sein. Erst nach einer gründlichen theoretischen und praktischen Ausbildung, für die man etwa ein Jahr Zeit investieren muss, darf ein Neuling darauf hoffen selber die Gletscherwelt zu erkundigen. Mindestens 250 Landungen auf verschiedenen Gletscherlandeplätzen mit einem Gebirgsfluglehrer werden verlangt, bevor ein Pilot mit einem Experten des Schweizer Luftamtes einen Prüfungsflug unternehmen und eine der wenigen Gletscherflug Lizenzen erhalten kann.
Die Hochblüte der Gletscherfliegerei und der Gebirgsrettung mittels Flächenflugzeuge sollte aber mit den Pionieren Fredy Wissel und Hermann Geiger erst noch anbrechen.