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1085 m. Kleine, vom Dorf
Aernen etwas abgetrennte und an dem Abhang, der sich zwischen
der Kirche dieses Dorfes und der Rhonebrücke zwischen
Aernen und
Fiesch hinzieht, mehr oder weniger zerstreute
Gebäudegruppe, die ihren Namen von der genannten
Brücke hat.
Das
Neuenburger Rebgelände schrumpft immer mehr zusammen. Im Jahre 1908 war sein Flächeninhalt nur noch 1115,54 ha. Doch
sind gegenwärtig 350-400 ha. Weinberge wieder hergestellt. Der Getreidebau wird nur in beschränktem Masse
betrieben und liefert nur einen geringen Teil des zur Ernährung der Bevölkerung nötigen Quantums. Die
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Kultur der Runkelrüben wird ohne Zweifel in Stillstand geraten, wenn die Zuckerfabrik in Aarberg ihren Betrieb einstellt.
Des Verbot der Fabrikation und des Verkaufs von Absinth für das ganze Gebiet der Schweiz wird wohl das Verschwinden des Anbaus
der Absinthpflanze im Val de Travers zur Folge haben.
Die Viehzucht hat sich in den Thälern von Le Locle und La Brévine weiter zu Gunsten der rot-weissen Fleckrasse
entwickelt. Die kantonale Statistik von 1908 gibt 3812 Pferde, wovon 10 Zuchthengste und 78 Zuchtstuten, 5 Maultiere und 122 Esel
an. Diese Gesamtheit von 3939 Tieren verteilte sich auf ungefähr 2300 Besitzer. Das Rindviehgeschlecht
zählte 27480 Haupt, die rund 3000 Eigentümern gehören, darunter 266 Stiere und 17571 Kühe. An Schweinen waren 11851 Stück,
an Schafen 852, an Ziegen 2242 vorhanden, die das Eigentum von etwa 3000 Besitzern sind. Die Zahl der Bienenstöcke betrug 4598.
Die Liegenschaft der kantonalen landwirtschaftlichen Schule hat sich stetig vergrössert; sie umfasst
heute 41 ha Land, das der Schule selbst gehört, 15 ha, die aus dem «Fonds des élèves» und 5 ha, die vom Staate Neuenburg
gepachtet
wurden. Diese Schule hat ausserdem noch 2 Besitzungen an der Montagne de Cernier von 32 ha. Fläche, die aus Wiesen und bestockten
Weiden bestehen. Die Schule züchtet das Yorkshireschwein (eine grosse, weisse englische Race) rein. Der Pensionspreis
für Schüler schweizerischer Herkunft beträgt Fr. 300 per Jahr.
Seit 1905 hat die Schule Winterkurse eingeführt, zu denen alle, wenigstens 16 Jahre alten Söhne von Landwirten eingeladen
sind. Diese Winterkurse erstrecken sich über 2 Semester. Das gesellschaftliche Leben, das im Kanton Neuenburg
so entwickelt
ist, hat auch die Landwirte zu sechs landwirtschaftlichen Bezirksvereinen zusammengeschlossen, die mit einander wieder die
«Société cantonale neuchâteloise d’agriculture et de viticulture»
bilden. Diese Gesellschaft, die 2500 Mitglieder zählt, gibt als Organ das Bulletin agricole neuchâtelois heraus, das monatlich
einmal erscheint und jedem Vereinsmitglied gratis geliefert wird.
Wälder.
Die Waldfläche des Kantons nahm im Jahre 1907 22968 ha ein, somit 28,43% der gesamten Oberfläche des Kantons. Die Staatswaldungen
messen 1933 ha., die Gemeindewaldungen 11097 ha und die Privatwaldungen 9938 ha.
Fauna.
Die am Anfang des Artikels Fauna des Lexikons angeführten Spezies sind alle mehr oder weniger selten.
Die Geschichte des im Jahre 1855 auf dem Berg von Boudry wahrgenommenen Bären scheint erfunden zu sein. Dagegen setzte man
früher Prämien aus für die Erlegung von Wölfen, Wildkatzen und Bären im Kanton. Das Musée neuchâtelois hat die Rechnungen
der Bourserie de Neuchâtel von 1550-1665 veröffentlicht, wobei freilich 50 Jahre fehlen, so dass es
sich um einen Zeitraum von 65 Jahren handelt. Daraus
ersieht man, dass Prämien verabfolgt wurden für:
Nach Fatio wäre einmal im Val de Ruz ein Alpenhase geschossen worden; der Verfasser hat jedoch das Tier nicht selbst gesehen.
Einige Flüge Lachmöven verbringen den ganzen Sommer im Kanton. Die Blindschleiche ist in den Wäldern nicht selten. Von
Mollusken trifft man 139 Spezies im NeuenburgerJura.
Bevœlkerung.
Im Jahre 1905 betrug die gesamte Bevölkerung des Kantons 131073 Personen, 1906 stieg sie auf 132019, 1907 auf 134014, 1908 auf
134768; 1909 betrug sie 133781, wovon 62611 Neuenburger, 56551 Schweizer anderer Kantone und 14619 Ausländer. Die Hauptursache
der Bevölkerungsabnahme ist eine intensive Krisis in der Uhrmacherei, die den Kanton in den letzten
Jahren heimgesucht hat. Alle Bezirke weisen eine Verminderung auf, mit Ausnahme von Neuenburg
und Boudry. Nach der Herkunft verteilt
sich die Bevölkerung folgendermassen:
Die Fabrik champagnerartiger Weine in Neuenburg
ist die erste in Europa, ausserhalb der Champagne, die «Champagnerweine» hergestellt
hat. Der Ursprung dieses Hauses datiert von 1736; er hat sich besonders von 1811 an entwickelt und beschäftigt 45-50 Arbeiter.
Fleurier zählt (1909) 17 Uhrmacherwerkstätten, von denen mehrere allerdings nur 2 oder 3 Arbeiter
beschäftigen. Im Val de Travers gibt es 1754 Uhrmacher, diejenigen mitgerechnet, die in den Fournitürenfabriken zu Fleurier
und Saint Sulpice arbeiten.
Travers und Noiraigue haben sehr grosse Fabriken zur Herstellung metallener und silberner Uhrschalen. Drei Fabriken in Fleurier
liefern mehr als die Hälfte aller in der Schweiz hergestellter Uhrzeiger. Diese Ortschaft besitzt zudem zwei Fabriken für
Uhrgläser, sowie zwei andere für Spiralen; zwei grosse Ateliers zum Schleifen der Edelsteine bestehen in Couvet; Môtiers
hat eine Schraubenfabrik. Die acht mechanischen Werkstätten von Couvet beschäftigen 50-60 Arbeiter. Im Jahr 1909
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