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In den letzten Blog-Beiträgen habe ich davon gesprochen, warum ich über das Laufen schreibe, dass man mit dem Laufen gleich beginnen sollte, und dass Sie sich zu Beginn klar werden sollten darüber, warum Sie eigentlich laufen. In den nächsten Beiträgen möchte ich auf die Grundlagen eingehen, wie man Sport betreibt und „trotzdem“ gesund bleibt.
Wenn Sie sich mit einem Problem des Körpers konfrontiert sehen, denken Sie stets daran, wie Sie den Körper in der Heilung unterstützen können, nie aber, wie Sie dem Körper die Arbeit abnehmen können. Das ist stets kontraproduktiv. Es gibt eine Ausnahme von diesem Prinzip: wenn Sie an einer ganz schwerwiegenden Sache leiden, dann kann Schonung temporär angesagt sein. Ich werde im Kapitel über Laufverletzungen dafür plädieren, gerade bei Laufverletzungen weiterzulaufen. Aber wenn Sie z.B. einen gebrochenen Fuss oder einen Bänderriss haben, dann sollen Sie nicht weiterlaufen. Aber warten Sie nicht zu lange zu, um wieder damit anzufangen. Muten Sie dem Körper das zu, was er ertragen kann, aber nicht mehr. Das ist das Prinzip der Hormesis, welches weiter unten Gegenstand der Diskussion ist.
Das hier besprochene Prinzip gilt auch umgekehrt: der Körper stärkt das, was er braucht. Wenn Sie ein Läufer werden wollen, dann müssen Sie laufen. Wenn Sie gesunde Gelenke haben wollen, dann müssen Sie sie gebrauchen. Das ist zum Teil offensichtlich, ist aber wahrer als man denken würde. So kann das Auftreten von Demenz reduziert werden, wenn man regelmässig Zeitung liest oder Denksportaufgaben löst. Ist es ein Wunder, dass der Körper das Gehirn als unnötig erachtet, wenn man täglich stundenlang wie hypnotisiert nur vor der Glotze sitzt? – Ich möchte hier nebenbei noch erwähnen, dass Jogging die Wahrscheinlichkeit einer Demenz halbiert und damit noch effektiver ist als Denksportaufgaben.
Aus diesem Prinzip leitet sich auch der Grundsatz der Trainingsspezifizität ab. Dieser besagt, dass man das trainieren soll, was man erreichen möchte. Wenn man es so ausdrückt, scheint die Aussage geradezu dämlich. Trotzdem widersprechen Tausende von Ratschlägen zum Laufen diesem Leitsatz. Trainingsspezifizität würde bedeuten:
- Wenn Sie ein Läufer werden wollen, dann laufen Sie. Es gibt auch Laufbücher, die Krafttraining oder allerlei anderes empfehlen. Ich selbst halte nicht viel davon. Wieso wollen Sie Kraftmuskel aufbauen, den Sie an einem Lauf auch noch mitschleppen müssen? Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Ihnen Kraftsport Spass macht, oder wenn Sie schwere Dinge heben müssen. Für besseres Laufen halte ich Kraftsport nicht für geeignet. Die Trainingsspezifizität ist gleich null.
- Wenn Sie viel Fett verbrennen wollen, dann trainieren Sie vor allem die Fettverbrennung. Laufen Sie bei einer Geschwindigkeit, bei der die Fettverbrennung ideal ist, und ernähren Sie sich entsprechend
- Wenn Sie an Wettkämpfen schnell sein wollen, dann sollten Sie auch mit schnellen Intervallen trainieren. Der Körper muss auch lernen, Laktat abzubauen, welches beim anaeroben Training gebildet wird, und er muss Laufökonomie bei der Geschwindigkeit erlernen, die Sie auch laufen werden.
- Wenn Sie lange Läufe gut absolvieren wollen, dann trainieren Sie auch lange Läufe. Maximal Halbmarathons zu laufen als Vorbereitung für einen Marathon ist nicht klug. Sie werden in der zweiten Hälfte ziemlich sicher einbrechen.
- Trainieren Sie für Bergläufe am Berg und für flache Läufe flach.
Kurzum: Trainieren Sie genau das, was Sie nachher auch brauchen. Alles andere ist optional.
Beitrag von David P. Amrein
Heilpraktiker,lic. oec. HSG
Leiter Dr. Clark Zentrum seit 1998
Zieglerstraße 44
CH-3007 Bern, Schweiz
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