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Brandrodung
Für die Orang-Utans stellen Waldbrände eine lebensbedrohliche Gefahr dar. Wenn sie nicht qualvoll in den Flammen sterben, fliehen sie in nahe gelegene Plantagengebiete. Dort werden sie oft von den Arbeitern der Plantagenfirmen getötet, weil sie bei der Nahrungssuche Schäden in den Pflanzungen verursachen. Tatsächlich sterben die meisten Orang-Utans nicht durch die Brände selbst, sondern bei ihrer Flucht auf die umliegenden Plantagen. Traditionell werden von den Bauern in der Subsistenzlandwirtschaft Feuer gelegt, um kleinere Waldflächen frei zu machen für die Nutzung als Ackerböden. Grosse Konzerne wie Palmöl-Firmen legen Feuer jedoch, um grosse Flächen an Wald nach Herausnahme der wertvollen Hölzer möglichst schnell anbaufähig zu machen für Ölpalmen oder andere Monokulturen. Die Feuer werden zum Ende der Trockenzeit gelegt mit der Hoffnung, dass mit Einsetzen der Regenzeit die Brände gelöscht werden und der Boden mit Nährstoffen angereichert wird. Mit dem Klimawandel sind aber die Regen- und Trockenzeiten nicht mehr vorhersehbar. Die Feuer brennen weiter und breiten sich im trockenen Unterholz schnell aus. Waldbrände auf Borneo wirken sich deshalb meist verheerend auf die Umwelt aus. Die Brände erfassen kilometergrosse Flächen und brennen monatelang. Die Luft ist mit dickem, gelben Qualm erfüllt, der bis in die Ortschaften dringt. Flughäfen und Schulen mussten in der Vergangenheit bereits geschlossen werden. Die Menschen wurden krank, finanzielle Verluste in Millionenhöhe entstanden. Für die Natur bedeuten die Brände den weiteren Verlust der weltweit einmaligen und kostbaren Artenvielfalt. Nicht nur Orang-Utans, auch alle anderen im Wald lebenden Tier- und Pflanzenarten verschwinden. Am Ende der Waldbrände bleiben oft schwelende Herde einige Meter tief im ausgetrockneten Sumpfboden erhalten, die sich schnell wieder entfachen können. Von Unternehmen gelegte Brände zur Vernichtung grosser Waldflächen sind in Indonesien illegal. Dennoch nimmt die Regierung die Firmen nicht in die Verantwortung und beschuldigt stattdessen häufig die Landbevölkerung. Es sind oft dieselben Firmen, die anschliessend auf den zerstörten Flächen Ölpalm-Plantagen anlegen. Verbunden mit der Brandrodung ist auch die Freisetzung von CO2 in riesigen Mengen. Allein die Tieflandregenwälder im Mawas-Schutzgebiet speichern 1.2 Gigatonnen Kohlenstoff. Brennen nur 0.5 Meter der bis zu 16 Meter tiefen Torfböden, werden 160 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre freigesetzt. Die vielen Brände in Indonesien machen das Land zum drittgrössten CO2-Emittenten weltweit, jedoch zum einzigen, dessen hohe CO2-Ausstösse allein durch das Abbrennen seiner Wälder entstehen. Verheerende Waldbrände 1997 und 1998 in Borneo töteten in nur einem Jahr schätzungsweise ein Drittel der Orang-Utan-Population. Ein einzelner Brand erstreckte sich über 400 km2 und tötete etwa 8‘000 Orang-Utans. 90% des Waldes eines 199 km2 grossen Nationalparks in Ost-Kalimantan wurde durch Waldbrände 1983 und 1998 zerstört und seine Orang-Utan-Population von ca. 4‘000 auf 500 Individuen reduziert.
Eine komplette Übersicht der Bedrohungen als PDF
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