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Haben Sie am Valentinstag einen Blumenstrauss verschenkt oder als Geschenk erhalten? Wie war Ihre Reaktion, nachdem Sie den Strauss erhielten? Herrschte Freude? Oder hätten Sie sich etwas anderes gewünscht? Anstelle vom Blumenstrauss gibt es auch andere Möglichkeiten. Als Vorbereitung für den Valentinstag im nächsten Jahr liefert die Schreiberin Vorschläge und Basiswissen. Verspüren Sie, liebe Leserin und lieber Leser den Wunsch bisherige Gewohnheiten zum Valentinstag zu hinterfragen?
Vielleicht möchten Sie ihrer Herzdame oder ihrem Liebsten am 14. Februar 2018 eine neue Freude bereiten. Sie verzichten auf den obligaten Blumenstrauss und suchen nach einer prickelnden Idee?
Lesen Sie diesen Beitrag, es lohnt sich!
Früher gab es drei Heilige namens Valentin im Laufe der Kirchengeschichte.Der 14. Februar war schon im 4. Jahrhundert der Gedenktag des Valentin von Terni. Seine Geschichte liest sich wie ein Krimi. Der arme Kerl musste den Märtyrertod sterben. Dies, weil er trotz Verbot von Kaiser Claudius Goticus Paare heimlich traute. Claudius Goticus war der Meinung, unverheiratete Männer zögen mit mehr Elan in den Krieg als Verheiratete. Bischof von Terni starb am 14. Februar 268. Seither stellten die verheirateten Soldaten, Ritter den Bischof als Liebespatron dar. Im Mittelalter gab es für den Valentinstag einen anderen Namen: Vielliebchentag.
Vielleicht brauchte es damals eine Kalenderreform. Das zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) hat den Namen Valentin bei der Kalenderreform aus dem Heiligenkanon gestrichen. Begründung: Der Name sei unhistorisch. Was passiert aber bei der nächsten Papstwahl, wenn sich der neue Papst „Valentin der 13.“ nennen möchte? Ist dann Feuer im Dach und der weisse Rauch will nicht weiss werden? Dann heisst es nicht habemus papam. Sondern: da haben wir den Salat.
Der Valentinstag gelangte erst Mitte des 20. Jahrhunderts nach Deutschland. Die US-Soldaten, die in Deutschland stationiert waren, brachten den Brauch aus Amerika mit.
Wie andere Länder den Valentinstag feiern, hat die Schreiberin recherchiert. Es muss nicht immer ein Blumenstrauss sein.
In Japan schenken die Frauen den Männern dunkle Schokolade. Als Dank revanchieren sich die Männer am White Day, am 14. März bei den Frauen mit weisser Schokolade. Oder auch mit wertvolleren Geschenken wie Handtaschen oder Schmuck.
Auch in Südkorea kennt man den Valentinstag sowie den White Day. Es geht aber noch weiter: Wer am 14. Februar sowie am 14. März keine Schokolade als Geschenk erhalten hat, betrauert dies am 14. April mit einem Gericht namens Jajangmyeon. Eine Art Spaghetti Bolognese auf koreanische Art. Es besteht aus Weizennudeln, die in der Pfanne mit Öl, Soße aus salziger, schwarzer Sojabohnenpaste, Fleisch und Gemüse zubereitet wird. Das Gericht gilt als preisgünstig und ist überall in Südkorea erhältlich. Vor mehr als zehn Jahren würdigte es die Regierung als eines der „100 koreanischen Kultursymbole“.
In den USA profitieren nicht nur die Liebenden, sondern auch Kinder, Verwandte, Freunde – ja sogar Haustiere vom Valentinstag. Dabei wandern neben Blumen, Pralinen auch Stofftiere, Hundekekse in Herzform sowie pinkfarbene Hundebetten über den Ladentisch.Viele amerikanische Restaurants servieren an diesem Tag Valentinstags Menüs. Und sogar die Philatelisten dürfen sich freuen: Am 14. Februar gibt es Liebesbriefmarken. Versehen mit roten Herzen.
Italienische Paare treffen sich am Valentinstag an Brücken und bringen an den Geländern sogenannte Liebesschlösser an. Liebesschlösser gibt es auch in Frankreich , Deutschland,und der Schweiz. In das Schloss sind die Namen und manchmal auch das Datum des Kennenlernens eingraviert. Ist der Liebesbeweis angebracht, wirft das Paar den Schlüssel ins Wasser. Die Liebesschlösser sollen Glück bringen und natürlich dafür sorgen, dass die Beziehung für immer hält – so wie auch das Liebesschloss immer am Brückengeländer hängen bleiben soll. Außer diese werden nach behördlicher Anordnung entfernt. So geschah dies in Köln, Paris oder Berlin.
In Spanien erhalten die Männer statt Blumen – Bücher. Die Schreiberin findet diese Idee auch spannend. Lesen bildet ja bekanntlich. Und statt Valentinstag nennt sich dieser Brauch „Dia de St. Jordi“. Der Tag des heiligen Gregor erinnert an den Nationalhelden Gregor, den heldenhaften Drachentöter. Gefeiert wird dieser Tag am 23. April. Die Frauen erhalten von ihren Ehemännern oder Partnern eine einzelne rote Rose.
Wie feiern nordische Länder den Valentinstag?
In Finnland gilt der Valentinstag als Tag der Freundschaft. Personen, die sich sympathisch finden, senden sich – meist anonym – gegenseitig Karten oder machen einander kleine Geschenke. Die Dänen feiern ähnlich. Die Beschenkte muss jedoch den Absender erraten. Und ausnahmsweise steht als Blume nicht die Rose im Mittelpunkt. Es ist kaum zu glauben: Blumensträuße mit Schneeglöckchen. Beliebt sind auch Blumenherzen, Gebäck und Schokolade.
In England werden seit dem 15. Jahrhundert traditionell Gedichte zum Valentinstag verschickt. Darum der Satz „be my valentine“? Ursprünglich fanden sich die Paare jedoch zufällig, indem sie durch Losen am Vorabend einander zugeteilt wurden. Entweder lockt der Jackpot. Oder Mann und Frau erwischen die Katze, bzw. den Kater im Sack.
Hierzulande sind auch Blumensträuße, Schokolade oder vielleicht auch Unterwäsche Thema. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Steuerverwaltungen haben weniger Möglichkeiten, sie „glänzen“ höchstens mit dem Versand der provisorischen Steuerrechnung. So passierte es der Schreiberin, als sie am diesjährigen Valentinstag ihren Briefkasten öffnet und das behördliche Zahlengededicht aus dem Umschlag reißt. Wahrlich, ein hübscher Blumenstrauß hätte besser gepasst. Es hätten keine Rosen sein müssen. Vergissmeinnicht hätten gereicht.
So frage ich mich: Wünschen sich in der Schweiz die Philatelisten auch Liebesbriefmarken? Die Hunde pinkfarbene Hundebetten ? Und gehören Internetseiten von Parship abgeschafft, weil der Partner zugelost wird ? Oder baumeln an der Berner Lorrainebrücke Liebesschlösser? Wer von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, mag Kommentare abgeben? Oder seine Wünsche äussern?