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Einleitung
Der Edle Achtfache Pfad (Der Buddha u. j.K.) … aus der Sicht des Buddha
Im Nagara-Sutra heisst es, dass der Buddha in tiefer Meditation einen alten Pfad «sah»; einen Weg, der schon von den Buddhas aller Zeiten begangen worden war. Dieser schmale Pfad hatte einen Namen, er hiess Der Edle Achtfache Pfad. Der Buddha sah darin den «mittleren Weg» zwischen dem einen Extrem des Strebens nach Glück mittels der Erfüllung der sinnlichen Vergnügen und dem anderen Extrem der Suche nach Glück mittels aller möglichen Formen der Askese.–Der Edle Achtfache Pfad
Dies, mein Freund Visakha, ist der Edle Achtfache Pfad: Rechte Sicht, rechtes Bemühen, rechtes Reden, rechtes Handeln, rechter Lebensunterhalt, rechte Entschlossenheit, rechte Achtsamkeit, rechte Meditation. Ist der Edle Achtfache Pfad fabriziert oder nicht fabriziert? Der Edle Achtfache Pfad ist fabriziert.
–Culavedalla-Sutra
Die drei Kategorien (Śīla, Samādhi, Prajńā) sind im Edlen Achtfachen Pfad nicht enthalten, mein Freund Visakha, aber der Edle Achtfache Pfad ist in den drei Kategorien enthalten. Rechtes Reden, rechtes Handeln und rechter Lebensunterhalt gehören zur Kategorie von Śīla. Rechtes Bemühen, Rechte Achtsamkeit und Rechte Meditation gehören zur Kategorie von Samādhi. Rechte Sicht und Rechte Entschlossenheit gehören zur Kategorie von Prajńā.–Culavedalla-Sutra
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Die obige Tabelle (kommt bald) mit der Darstellung und der Kategorisierung der Elemente des Edlen Achtfachen Pfades ist in ihrem Umfang sehr limitiert. Sie wird den komplexen wechselseitigen Beziehungen zwischen den Kategorien und den darin enthaltenen acht Elementen nicht gerecht.
Die Kategorien sind keine Kategorien
Die Kategorien sind keine Kategorien und die acht sind keine acht, ausser für den menschlichen Gebrauch. Es ist eine Gesamtheit. Eine allumfassende Sicht wurde auf Konzepte reduziert, die ihrerseits auf Worte reduziert wurden, die für uns fassbar sind. Fassbar aber nur, wenn man einen offenen Geist hat. Ohne einen offenen Geist oder einen Geist, der sich zu öffnen bereit ist, ist es sinnlos, weiter zu lesen. Wenn man in einem Glaubenssystem feststeckt oder in der eigenen Weltanschauung, dann ist es unmöglich, sich aus der verzerrten, mentalen Existenz zu befreien. Das war schon immer so.
Die Sicht, die Ganzheit, die den Edlen Achtfachen Pfad ausmacht, reicht vom unendlich Grossen zum unendlich Kleinen. Je mehr man sich seiner Unfehlbarkeit ergibt, desto subtiler wird die Wechselwirkung zwischen den Elementen, bis diese schliesslich zu einem kontinuierlichen Ganzen verschmelzen, ohne den geringsten Mikro-Gedanken, der dieses in Fragmente zerteilt.
Der Buddha sagte: ‹Ananda, du hast mich oft über Disziplin (Vinaya) reden hören, die in der Ausführung von drei Schritten besteht, nämlich in der Beherrschung des Geistes, Śīla genannt, die zur Stille (Samādhi) führt und von da zur Weisheit (Prajñā). Dies ist das sogenannte dreifache Studium des transzendenten Wegs.›
— Shurangama-Sutra, C. Luk
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…aus der Sicht von J. Krishnamurti
Der Kern der Lehre Krishnamurtis ist in einer Äußerung aus dem Jahr 1929 enthalten, als er sagte: „Die Wahrheit ist ein pfadloses Land.“ Der Mensch kann weder durch eine Organisation, einen Glauben, ein Dogma, einen Priester oder ein Ritual zu ihr gelangen noch durch philosophisches Wissen oder ein psychologische Technik. Er muss sie im Spiegel der Beziehungen finden, durch das Verständnis seiner eigenen Geistesinhalte, durch Beobachtung und nicht durch intellektuelle Analyse oder durch zergliedernde Innenschau.
Der Mensch hat in seinem Inneren Bilder errichtet – religiöser, politischer, persönlicher Natur ¬ – die ihm als Schutzwall dienen. Diese manifestieren sich als Symbole, Ideen, Glaubensinhalte. Die Last dieser Bilder beherrscht das Denken, die Beziehungen und das tägliche Leben des Menschen. Diese Bilder sind die Ursache unserer Probleme, denn sie trennen den Menschen vom Menschen. Unsere Wahrnehmung des Lebens wird von vorgefassten Begriffen bestimmt. Unser Bewusstseinsinhalt ist unsere ganze Existenz. Dieser Inhalt ist allen Menschen gemein. Das Individuelle liegt im Namen, in der Form und in der vordergründigen Kultur, die wir uns aufgrund von Tradition und Umgebung angeeignet haben. Die Einzigartigkeit des Menschen liegt jedoch nicht in etwas Oberflächlichem, sondern in der vollkommenen Freiheit von dem Bewusstseinsinhalt, den er mit der ganzen Menschheit teilt. Daher ist er kein Individuum.J. Krishnamurti
Freiheit ist keine Reaktion
Freiheit bedeutet nicht freie Wahl zu haben. Der Mensch glaubt frei zu sein, wenn er frei wählen kann. Freiheit aber ist reines Beobachten, ohne Richtung, ohne Angst vor Strafe und Belohnung. Freiheit hat keine Motivation, Freiheit steht nicht am Ende der menschlichen Evolution, sondern liegt im ersten Schritt seiner Existenz. In der Beobachtung beginnen wir den Mangel an Freiheit zu entdecken. Freiheit finden wir im nicht auswählenden Gewahrsein unseres täglichen Lebens und Handelns.
Das Denken ist Zeit. Das Denken kommt aus Erfahrung und Wissen, die mit Zeit und Vergangenheit verbunden sind. Zeit ist der psychologische Feind des Menschen. Unser Handeln beruht auf Wissen und daher auf Zeit, so dass der Mensch immer Sklave der Vergangenheit ist. Das Denken ist immer begrenzt, und daher leben wir in fortwährendem Konflikt und Kampf. Es gibt keine Evolution in der Psyche. Wenn der Mensch der Bewegung seiner eigenen Gedanken gewahr wird, erkennt er die Trennung zwischen dem Denker und dem Gedachten, dem Beobachter und dem Beobachteten, dem Erfahrenden und der Erfahrung. Er wird dahinter kommen, dass diese Spaltung eine Illusion ist. Erst dann kann es reines Beobachten geben, eine Einsicht ohne den Schatten der Vergangenheit oder der Zeit. Diese zeitlose Erkenntnis bewirkt eine tiefgreifende, radikale Wandlung des Geistes.
Völlige Negation ist das Wesen der Positiven. Erst wenn all die Dinge negiert werden, die das Denken psychologisch hervorgebracht hat, kann es Liebe geben, die Mitgefühl und Intelligenz ist.J. Krishnamurti
Der Edle Achtfache Pfad (Der Buddha u. j.K.)