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......Nach einigen Minuten sagt er:"No?" Das ist Finnisch und bedeutet: "Warum bist du nach so vielen Jahren extra aus der Schweiz hierher geflogen, um mich zu treffen?" Ich antworte: "Ich wollte dich fragen, warum du so wenig sprichst?" Nach einer Pause sagt er: "No joo" Das heisst in Finnland: "Darüber habe ich noch nie nachgedacht."
Diese Textpassage aus einem Artikel im <das Magazin> hat mich zu diesem Blog inspiriert.
Der Mensch kommt auf die Welt und hat ein Wort-, oder Sprechzeit-Konto. Zum Beispiel 200 Mio. Wörter oder 30'000 Std. Sprechzeit. Sobald dieses Konto aufgebraucht ist stirbt man. Gemessen wird es über einen Chip der einem nach der Geburt ins Sprachzentrum eingesetzt wird. Natürlich gibt es eine Anzeige wo der aktuelle Stand jederzeit auf dem Handy- wo denn sonst- abgelesen werden kann. Wie bei der Tankanzeige im Auto. Da gäbe es sonst Leute, die hätten ihr Guthaben bereits mit 35 Jahren aufgebraucht.
Sitzungen würden kürzer und damit effektiver. Die unzähligen Talkshows im TV mit den immer gleichen Gästen würden auf ein absolutes Minimum reduziert. Den Smalltalk an den Stehlunches könnte man sich ersparen und gleich zur Sache kommen. Die 1. August-Reden würden deutlich kürzer und abwechslungsreicher. Es würden nicht immer die selben Redner auftreten. Es soll ja solche geben, die an diesem Tag an mehreren Standorten zum Volk sprechen! Wie ist es beim Pfarrer? Darf man dieser Person auch ein solches Konto aufbürden? Wenn schon, dann alle. Für Staatsoberhäupter würde es natürlich auch gelten. Eine Amtszeitbeschränkung wäre damit überflüssig. Bei den Lehrpersonen wird es - zugegeben - etwas schwierig. Ausnahme? Nein. Diese Berufsgruppe könnte man als Bemessungsgrundlage für die Begrenzung hernehmen. Warum? Weil man davon ausgehen kann, dass das was sie sagen wirklich gehört werden muss.
Was hat dies nun alles mit Musik zu tun? [Pause]. Beim Improvisieren wäre eine Begrenzung der Anzahl Töne manchmal hilfreich. Es gäbe dann weniger "geschwätzige" Solos.
30.04.17/RK