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Ich bin aufgeregt. Ich habe dich abgeholt. Ich habe eine Flasche Wein und zwei Gläser in meinem Rucksack. Es ist sonnig, doch bald wird es Abend sein. Wir reden ein bisschen über dies und das. Wir laufen eine kleine Brücke hinauf und dann ein paar schmale Wege bis an den Fluss hinab. An einer kleinen Wiese machen wir Rast.
Ich möchte dir gerne etwas sagen.
”Ich”
“Ja?”
”Ich”
Du lächelst und runzelst die Stirn
“Ja?”
“Ich, ich habe Wein dabei”, sage ich.
Du lächelst.
Deine Wangen sind etwas gerötet und hinreissend, wie alles an dir. Ich verstumme und komme mir dumm vor. Deine Lippen glühen in tiefem Rot. Ich öffne den mitgebrachten Wein.
”Ich möchte schwimmen”, sagst du.
”Ich habe nichts dabei”, antworte ich und noch während jene Worte irgendwo dort in der Dämmerung verhallen, streifst du dir das Kleid von deinem Körper, lässt das bisschen Schmuck zu Boden fallen und lächelst.
“Ich auch nicht”, sagst du.
Ich stehe stumm und mit grossen Augen. Beobachte dich. Beobachte, wie die Träger deines Kleids über deine Schultern fallen und eben jenes, das gerade noch halb über deine Oberschenkel reichte, nun auf dem Boden liegen bleibt. Ich starre wohl, wie ein erstes Mal, wie ein Jüngling, so sonderbar, so verzaubert, so unbeschreiblich. Ich schlucke. Du bist so schön. Du lächelst. Du stehst aufrecht und selbstbewusst. Hast deinen Blick gerade aus. Dann schreitest du auf mich zu. Ich bin ohne Regung, stehe, als habe ich tiefe Wurzeln geschlagen. Du schaust verschmitzt, frech, pausenlos lebendig. Du nimmst mir den Wein aus meiner Hand, trinkst einen grossen Schluck und wischt dir mit der Hand über deinen Mund. Dann schaust du mir in die Augen. Ich bin stumm. Du drehst dich herum und bleibst mit deinem Rücken vor mir stehen.
“Nun mach schon”, sagst du.
Ich entblösse dich. Streife die Träger zur Seite und lasse sie nach vorn über deine Schultern fallen. Dein langes Haar liegt auf deiner schönen Haut direkt vor und neben meinen Blicken, die nicht von dir lassen können. Ein wenig Wind bleibt in deinen Haaren hängen, verfängt sich und kleine Strähnen fallen wild umher. Es ist schön dabei zu zuschauen. Meine Hände liegen noch immer an deinen nackten Schulterblättern. Du hast dich ein wenig zurückfallen lassen, so dass mein Mund nun direkt an deinem Hinterkopf ist. Ich schliesse meine Augen. Ich rieche dich, atme dich, ich schmecke deinen Duft. Dann plötzlich drehst du dich, fasst nach meinen Händen.
“Nun komm schon, beeil dich”, sagst du.
Du beginnst die Knöpfe an meinem Hemd zu öffnen, einen nach dem anderen. Ich spüre deine Fingerkuppen, die weich auf meine Rippen stossen. Du hast keine Scheu. Du öffnest jeden einzelnen, bis alle Paare offen einander gegenüber liegen. Dann legst du deine warmen Händen auf meine Brust und streifst das geöffnete Hemd von meinem Körper. Dabei kommst du mir ganz nahe, so nahe, dass deine Brust und deine aufgestellten Nippel nur einen Finger breit von mir entfernt bleiben. Ich atme schnell. Dein Mund, diese süsslich-lieben Lippen schieben sich an meinem Hals vorbei und ich spüre deinen warmen Atem. Ich schlucke. Dann nimmst du meine Hand und ziehst mich hinter dir her. Du läufst schnell und ich taumle trunken. Bin trunken an dir, du Schöne. Du bist Leben und Wollen und Ja-Sagen und weiter und mehr, mehr, mehr.
Wir nehmen einen grossen Anlauf, fallen und landen im kalten Wasser. Ich tauche ab, öffne meine Augen und sehe vielfarben buntes Dämmerlicht sich im Wasser brechen. Ich tauche auf und reisse meine Arme in die Höhe. Ich schreie laut. Du lachst. Es ist Freiheit. Es ist Leben. Ja, ja, ich lebe, ich lebe! Wir blödeln herum, tauchen unter, schwimmen umher, beobachten ein paar Enten. Nach einer Weile stehst du vor mir, ruhig und dein Haar liegt nass auf deinen Brüsten, die sich stolz und aufrecht von deinem Körper strecken. Ich lausche dem Rauschen des Wassers, das unsere Hüften umfliesst und weiterzieht.
“Mir ist kalt”, sagst du.
Die Sonne hat dich golden gemalt, eingefärbt, so königlich und deine Haut glitzert bunte Farben.
Ich trete auf dich zu.
Ich will dich. Es ist Stille. Es ist nichts um uns und an uns ausser du und ich und wir. Ich will dich. Ich fasse dich an beiden Händen. Du schaust mich mit diesen, deinen Augen an. Wir bleiben einen langen Moment so voreinander stehen, während das Sonnenlicht uns leuchten macht, durch und neben uns hindurchbricht und unsere Körper lange Schatten auf einen bunten Fluss werfen. Ich will dich. Kann nicht länger von dir lassen. Ich verlange dich. Ich will dich schmecken, spüren, dich überall berühren. Ich ziehe dich zu mir heran, an meine Brust, die sich schnell auf und ab bewegt, bebt und vor tiefem Verlangen zittert. Wir stossen schnellen Atem aus Mündern, die sich immer näher kommen. Ich schliesse meine Augen, spüre deine zarten, dunkelrotten Lippen auf meinen liegen, mich besiegen. Ich bin willenlos, bin Moment und Augenblick, bin hier, verrückt, bin Körper, bin, was mein Körper spricht. Bin Feuer, verbrenn dich nicht. Es ist reine Kraft, Lebensdurst und Liebestrieb. Wir berühren uns. Spüren uns. Sind lustvoll, voller Gier. Können nicht nicht genug voneinander haben, lass uns aneinander laben.
Es ist, wie es nicht besser, nicht schöner, nicht richtiger hätte sein können.
Es ist ein Anfang.
Lass es nie ein Ende werden.