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Departement Umweltwissenschaften / Umweltgeowissenschaften (Alewell)
Project start
01.06.2009
Probable end
30.11.2010
Status
Completed
Abstract
Bakterien
finden sich überall auf der Erde, auch in den unteren Schichten der Atmosphäre.
Als Kondensationskerne tragen sie massgebleich zur Eisbildung in Wolken bei
(Christner et al., 2008a) und haben damit Einfluss auf den Niederschlag (Möhler
et al., 2007). Die Eigenschaft, z.B. von Pseudomonaden,
schon bei Temperaturen nur wenig unter 0 oC die Eisbildung zu
ermöglichen, hat zu deren Einsatz bei der Herstellung von Kunstschnee mittels
Schneekanonen geführt (Snomax®). Auch Einsätze solcher Organismen
über ariden Gebieten werden inzwischen diskutiert. Allerdings ist noch völlig
unklar, ob der natürliche Eintrag von Bakterien in solchen Rregionen überhaupt
ein limitierender Faktor für Niederschlag ist.
Eine kleine
Zahl von Studien hat sich mit der Konzentration von Bakterien in der freien
Atmosphäre, in Regen und in Schnee befasst (zusammengefasst von Burrows et al.,
2008). Viel weniger jedoch ist über die Eintragsrate von Bakterien aus
natürlichen Ökosystemen in die Atmosphäre bekannt. Hierzu müssen neben
Konzentrationen auch atmosphärische Transportparameter bestimmt werden. Im
Rahmen eines laufenden Projekts zur Abschätzung von Treibhausgas Emissionen bestimmen
wir atmosphärische Transportparameter mit Hilfe des natürlichen Tracers 222Rn.
Durch eine zusätzliche Bestimmung der Bakteriendichte könnte unter Umständen mit
relativ geringem zusätzlichen Aufwand ein Einblick in deren Eintragsrate in die
Atmosphäre gewonnen werden.
Ziel dieser
Projektstudie ist, diese Möglichkeit einer grossräumigen Abschätzung des
Eintrags von Bakterien aus Ökosystemen in die freie Troposphäre überprüfen.
Einträge von Spurengasen konnten so schon erfolgreich bestimmt werden (Schmidt
et al., 1996; Wilson et al., 1997; Conen et al., 2002). Es gibt bisher jedoch
keinen Nachweis dafür, dass dies auch für Aerosole, wie zum Beispiel
Bakterienzellen, gilt. Bestätigt sich diese Möglichkeit auch für Bakterien, so
eröffnet sich unserem Institut ein interessantes neues Arbeitsfeld. Zukünftig
wäre es dann möglich, weiteren interessanten Fragen, zum Beispiel dem inter-kontinentalen
Transport von Mikroorganismen (Mandrioli & Ariatti, 2001), nachzugehen.