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Joyland
Regie: Saim Sadiq
Darst.: Ali Junejo, Rasti Farooq, Alina Khan, Sarwat Gilani, Salmaan Peerzada, Sameer Sohail, Sania Saeed, Ramiz Law, Honey Albela, Priya Usman Khan, Shahbaz Rafiq u.a.
Haider tut sich schwer, seinen Platz in der Familie zu finden. Der junge Mann ist seit einiger Zeit arbeitslos, während seine Frau Mumtaz mit Freude als Kosmetikerin arbeitet. Haider bleibt zu Hause, kocht, putzt und kümmert sich um die drei Töchter seines Bruders sowie um seine Schwägerin, die ihr viertes Kind erwartet. Bei ihnen lebt auch Haiders verwitweter Vater, der im Haus das Sagen hat. Der Patriarch, der im Rollstuhl sitzt, hofft, dass ihm endlich ein Enkelsohn geschenkt wird. Dann bekommt Haider das Angebot, in einem Cabaret von Lahore als Backgroundtänzer einer Transgender-Tänzerin mitzuwirken. Haider ist fasziniert von der charismatischen Biba, die mit Ehrgeiz, Selbstbewusstsein und Leidenschaft ihre Karriere verfolgt. Zuhause vertraut er nur seiner Frau Genaueres über seinen neuen Job an, während sein Vater nun von Mumtaz verlangt, dass sie die Hausarbeiten übernimmt, da jetzt ihr Mann das Geld verdiene. Unter Bibas Obhut wird Haider nicht nur ein besserer Tänzer, zwischen ihnen entwickelt sich auch eine Romanze. In seinem beeindruckenden, tragikomischen Spielfilmdebüt erzählt der pakistanische Regisseur Saim Sadiq in schillernden Farben eine vielschichtige, brisante Liebesgeschichte vor dem Hintergrund einer patriarchal geprägten Gesellschaft. «Joyland» wurde als erster pakistanischer Film am Festival von Cannes uraufgeführt und gewann dort den Preis der Jury in der Sektion Un Certain Regard sowie die Queer Palm, seither folgten weitere Festivalauszeichnungen. Obwohl er mittlerweile in Sadiqs Heimat von den Zensurbehörden verboten wurde, stand er für Pakistan auf der Shortlist für die Oscars. «Joyland» ist ein sinnlicher und empathischer Film, der «eine unabhängige Trans-Person, die sich nicht als Opfer sieht, zeigt», wie Saim Sadiq in einem Interview betont. Teresa Vena schreibt auf outnow.ch: «Auf respektvolle Weise gibt der Film ungewöhnliche Einblicke in die pakistanische Gesellschaftsordnung, beleuchtet die Stellung der Frau und die Dynamiken zwischen den Geschlechtern im Allgemeinen. Indem er auf eine schematische Aufteilung der Akteure in Gut und Böse verzichtet, schafft es Saim Sadiq, einen realen, differenzierten Diskurs anzuregen.»