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Der Schweizerische Getreideproduzentenverband SGPV schliesst mit SwissOlio, dem Verband Schweizerischer Hersteller von Speiseölen, Speisefetten und Margarinen, jährlich eine sogenannte Rahmenvereinbarung ab. In dieser verpflichten sich die Hersteller, die von ihnen angegebenen Ölsaatenmengen anzunehmen. Die Produzenten verpflichten sich ebenfalls, der nachgefragten Menge so nahe wie möglich zu kommen. Mit dieser Vertragsproduktion können Nachfrage und Angebot erfolgreich aufeinander abgestimmt werden.
In der Schweiz gibt es ungefähr 6500 Rapsproduzenten, die auf einer Fläche von ungefähr 23 000 Hektaren (entspricht rund 32 000 Fussballfeldern) Raps anpflanzen. Im Anbau wird unterschieden zwischen HOLL- und klassischem Raps. Das Anbauverhältnis ist ca. 1/3 zu 2/3.
Schweizweit wird fast ausschliesslich Winterraps angebaut. Dieser heisst so, weil er zwischen Ende August und Mitte September, also vor dem Winter, angepflanzt wird. Idealerweise wird Raps nach Getreide, Kartoffeln oder Grünbrache gesät. Im Flachland und bis auf 800 m ü.M. gedeiht er auf kalkhaltigen Böden besonders gut. Pro Quadratmeter werden rund 80 Körner gesät.
Die Rapspflanze stellt hohe Ansprüche an die Nährstoffversorgung, unter den Hauptnährstoffen ist vor allem der Bedarf an Stickstoff, Kalium und Schwefel hoch, dementsprechend ist sie ein hervorragender Verwerter von Hofdünger. Durch das Düngen mit Mist (Grunddünger) und Gülle kann der hohe Schwefelbedarf von Raps gedeckt werden. Ist kein oder zu wenig Hofdünger vorhanden, müssen schwefelhaltige Düngemittel zugegeben werden.
Einer der grössten Feinde von Raps ist die Schnecke. Sie kann bereits während der Keimung einen Totalschaden verursachen. Jedoch kann Raps während der gesamten Vegetationsperiode von einer Vielzahl tierischer Schädlinge befallen werden, wie z.B. dem Rapsstängelrüssler, dem gefleckten Kohltriebrüssler, dem Rapsglanzkäfer, dem Kohlschotenrüssler, der Kohlschotenmücke oder der mehligen Kohlblattlaus. Entsprechend sorgfältig muss der Bauer sein Feld kontrollieren und bei Bedarf die Schädlinge gezielt bekämpfen.
Die Blütezeit von Raps ist im April oder Mai. Es kommt sowohl Selbstbefruchtung innerhalb der Blüte als auch Fremdbefruchtung durch Bienen vor. Jedes Jahr während der Blütezeit des Raps verwandeln die Rapsfelder die Schweizer Landschaft in gelb leuchtende, wunderbare Bilder. Nicht nur die Menschen erfreuen sich an den blühenden Rapsfeldern. Auch die Insekten fühlen sich in den Rapsfeldern wohl. Insbesondere die Bienen ernähren sich gerne von den Rapsblüten. Somit trägt der Schweizer Raps auch zur Erhaltung von Fauna und Flora bei und hilft mit, die Biodiversität zu fördern. Sobald die Blüten befruchtet sind, bilden sie Schoten, in welchen zahlreiche kleine schwarze Körner zu finden sind, die Rapssaat.
Ab Mitte Juli wird der nun braune Raps mit einem Mähdrescher geerntet. Da die Schoten und damit die Körner ungleichmässig ausreifen, gibt es nicht den richtigen Zeitpunkt für die Ernte. Vielmehr versucht der Landwirt den optimalen Reifegrad zu bestimmen. Dieser ist erreicht, wenn 20 bis 30 Prozent der Körner schwarz sind. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Wassergehalt zwecks Lagerung zwischen 5 und 10 Prozent liegen. Ist dieser höher, hat das für den Landwirt Trocknungskosten zur Folge.
Auf einer Hektare Raps werden meistens zwischen 3 und 4 Tonnen Rapskörner geerntet. Bei Sammelstellen abgeliefert, werden diese gereinigt. Bei Bedarf beziehen die Ölwerke und -mühlen von da die Rapssamen zur weiteren Verarbeitung.