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Von einem Hurrikan spricht man, wenn die Geschwindigkeit über 64 Knoten ansteigt, bzw. Beaufort zwölf oder 118 km/h erreicht werden. Die Stürme entstehen grundsätzlich in der Passatwindzone im Atlantik und im Nord-Pazifik, zwischen Juni und November. Die Bildung dieses Tropensturms setzt spezifische Bedingungen voraus: Eine der wichtigen Voraussetzungen ist eine Meeres-Oberflächentemperatur um die 26 Grad Celsius, kombiniert mit einer kühleren Lufttemperatur, die nach oben hin konstant abnimmt. Dies begünstigt den Aufstieg von Wasserdampf und so die Bildung eines Sturm-Kerns. Die Oberflächentemperatur beeinflusst den Hurrikan in seiner Intensität stark: je wärmer das Meer, desto stärker der Sturm. Wärmeres Wasser versorgt den Hurrikan quasi mit mehr Treibstoff und verleiht ihm so mehr Kraft. Der Faktor Wassertemperatur ist zu 60% für die Hurrikanstärke verantwortlich.
"Die Oberflächentemperatur beeinflusst den Hurrikan in seiner Intensität stark: je wärmer das Meer, desto stärker der Sturm."
Nun hat sich gezeigt, dass die Oberflächentemperatur der Ozeane im letzten Jahrhundert signifikant gestiegen ist. Obwohl natürliche Schwankungen für zwischenzeitliche Abkühlungen gesorgt haben, ist der Trend eindeutig: insgesamt steigt die Temperatur an. Dies ist grösstenteils auf anthropogene Treibhausgasemissionen zurückzuführen, die nicht nur die Lufttemperatur, sondern auch die Wassertemperatur erheblich beeinflussen. Da die Zahl der Hurrikane, insbesondere der starken, in den letzten Jahren ebenfalls zugenommen hat, ist ein Zusammenhang zwischen der erhöhten Meerestemperatur und den vermehrten Stürmen offensichtlich.
Dennoch gibt es Skeptiker, die betonen, dass die statistische Zahl der Hurrikane hauptsächlich durch die verbesserten Untersuchungsmethoden angestiegen ist. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurden aufgrund fehlender Satellitenaufnahmen möglicherweise wirklich nicht alle Stürme erfasst. Auffällig ist aber nicht nur die Zunahme der Hurrikane an sich, sondern deren erhöhte Intensivität, obwohl es auch hier natürliche Schwankungen gibt. Dennoch: die durchschnittliche Beschleunigungszeit eines tropischen Wirbelsturms hat sich langfristig, von 1986 bis 2010, auf neun Stunden reduziert und somit halbiert, was zu einer entsprechenden Erhöhung der Windgeschwindigkeit geführt hat. Dieser Umstand kann bisher nur durch eine wärmere Meerestemperatur erklärt werden.
"Die durchschnittliche Beschleunigungszeit eines tropischen Wirbelsturms hat sich langfristig, von 1986 bis 2010, auf neun Stunden reduziert und somit halbiert, was zu einer entsprechenden Erhöhung der Windgeschwindigkeit geführt hat."
Diverse Modell-Projektionen gehen deshalb davon aus, dass die Anzahl der schwachen tropischen Stürme in Zukunft eher sinken wird, dass aber die starken klar zunehmen werden. Dies bedeutet höhere Windgeschwindigkeiten und stärkere vom Hurrikan verursachte Niederschläge.
Doch nicht nur aufgrund ihrer Intensität treffen die Tropenstürme den Menschen immer stärker. Alleine die weltweite Zunahme und Konzentration von besiedelten Gebieten (Urbanisierung) und deren Infrastruktur macht die Bevölkerung weltweit anfälliger auf Sturmschäden. Ein Hurrikan, der auf ein kleines Dorf trifft, verursacht selbstverständlich weniger Probleme als einer, der New York City heimsucht. Auch der Anstieg der Meerespegel, der an der Nordostküste der USA überdurchschnittlich schnell voranschreitet, ist für die Risikoerhöhung verantwortlich.
Wie sich die Hurrikane sich in Zukunft entwickeln ist nicht genau voraussagbar, denn die komplexen Wechselwirkungen von Mensch und Klima sind noch nicht abschliessend erforscht. Dennoch ist bewiesen, dass anthropogene Faktoren das Klima beeinflussen. Ungewissheiten sollten uns nur noch mehr dazu bringen, Vorsichtsmassnahmen zu ergreifen und unseren Lebensstil anzupassen.
Aufklärender Videobeitrag über den Zusammenhang zwischen Wassertemperatur und Klimawandel: