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Frage: Was ist der Hintergrund zum KKL-JNF-Engagement im Bereich der Landwirtschaft in Israel?
Dr. Boneh: Der Grossteil des kultivierbaren Landes in Israel wurde vom KKL-JNF bereits vor der Staatsgründung erworben. Der KKL-JNF war verantwortlich für Infrastruktur, Entwässerung und Vorbereitung. Nach 1948 stellte der KKL-JNF die ersten Siedler an. Sie arbeiteten als Baumpflanzer und im Strassenbau für den KKL-JNF bevor sie in der Lage waren auf eigenen Beinen zu stehen.
Seither besteht eine enge Verbindung zwischen dem KKL-JNF und der Landwirtschaft. Bis heute ist der Grossteil der Ländereien im Besitz der Organisation . Die Flächen werden von der Israel Land Authority bewirtschaftet.
Frage: Wie ist der KKL-JNF heute in der israelischen Landwirtschaft involviert?
Dr. Boneh: Es mag überraschend klingen, aber es gibt auch heutzutage Menschen, die Bauern sein und unkultiviertes Land bearbeiten möchten. Aktuell arbeiten wir an landwirtschaftlicher Infrastruktur auf dem Golan, in der Areva-Wüste und in den Halutziyot-Gemeinden im Süden. Der KKL-JNF baut Reservoire für recyceltes Wasser, mit einer Kapazität von über 200 Millionen Kubikmetern. Somit können Gegenden in ganz Israel bewässert werden. Auch im Bau von Agrikulturstrassen sind wir involviert.
Mit Hilfe aus der ganzen Welt, kann der KKL-JNF innovative landwirtschaftliche Wissenschaft und Forschung unterstützen, in Gebieten die weit ab von urbanen Zentren liegen. Wissenschaftler untersuchen den lokalen Boden, die klimatischen Bedingungen und finden Saatsorten, die unter verschiedenen Klimas gedeihen.
Gemeinsam mit dem israelischen Landwirtschaftsministerium wird Bewirtschaftung von Weideland in ganz Israel bereitgestellt. Dies stellt eine Win-Win-Situation dar, da Weideland Lebensunterhalt ermöglicht. Tiere helfen dem Ausbruch von Feuer vorzubeugen.
Frage: Haben die KKL-JNF Aktivitäten auch einen Einfluss auf die globale Situation der Landwirtschaft?
Dr. Boneh: Israel hat bereits internationale Würdigung für Innovationen und als Vorreiter in der Landwirtschaft erhalten. 30 Prozent der globalen Landmasse ist trocken oder halbtrocken, wie die Negev-Wüste. Die in Israel entwickelten Technologien zur Bewässerung und Bepflanzung solcher Gegenden können weltweit angewandt werden. An der Expo 2015 in Mailand konnte sich der KKL-JNF dank der aktiven Mitgestaltung des Israel Pavillons 24 Millionen Besuchern vorstellen und seine Visionen der Agrikultur der Zukunft präsentieren. KKL-JNF-Forscher besuchen regelmässig andere Länder, um das Know-how weiterzugeben. In Ruanda etwa existiert ein Jugenddorf, in welchem der KKL-JNF für die landwirtschaftliche Ausbildung verantwortlich zeichnet.
Frage: Wie sehen Sie die Zukunft der israelischen Landwirtschaft? Wird der KKL-JNF weiterhin eine tragende Rolle spielen?
Dr. Boneh: Die heutige Welt ist ein globales Dorf. Landwirtschaftliches Überleben bedeutet heute Innovation, Forschung und Entwicklung. Wir werden uns weiterhin für den Erhalt von Freiräumen, Grünflächen, Wäldern, Parks und Naturreservaten einsetzen. Meiner Meinung nach wird die Rolle der Nicht-Regierungsorganisationen im Umweltschutz und in der Nachhaltigkeit eine immer grössere Rolle spielen.