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Schubertiade
Karten
Hans-Huber-Saal
Schubertiade
Julian Prégardien _ Tenor
Marc Hantaï _ Traverso
Philippe Pierlot _ Baryton
Xavier Díaz-Latorre _ Gitarre
Julian Prégardien hat sich in den letzten Jahren nicht nur als Bachinterpret, sondern auch als neugieriger und innovativer Kammermusiker profiliert. Zum Schumann-Jahr 2010 schrieb er eine Bearbeitung des Heine-Liederkreises opus 24 für Streichquartett. Beim Heidelberger Frühling präsentierte er im Frühjahr 2013 seine Vervollständigung eines Schubert-Fragments („Die Nacht“ nach Ossian) für vier Männerstimmen und vier Streichquartette. Zweistimmige oder dialogische Bearbeitungen von Kunstliedern sind seit jeher Bestandteil der Liedprogramme gemeinsam mit seinem Vater Christoph Prégardien. Diese Herangehensweise an die schriftliche musikalische Überlieferung erscheint aus heutiger Sicht außergewöhnlich, jedoch war es bis tief ins 19. Jahrhundert hinein üblich, edierte Werke dem Anlass entsprechend zu bearbeiten. Wichtige Voraussetzungen hierbei sind: Respekt vor dem Komponisten und Liebe zur musikalischen Schöpfung.
Gemeinsam mit Philippe Pierlot hat Julian Prégardien nun ein Schubertprogramm zusammengestellt, das Bearbeitungen von Liedern wie zum Beispiel „Auf dem Wasser zu singen“ oder „Ganymed“ mit Deutschen Tänzen für Gitarre und Solo-Instrument kombiniert. Ebenfalls Teil des Programms sind die Variationen über das Lied „Trockne Blumen“ aus der „Schönen Müllerin“ in einer Bearbeitung des Schubert-Zeitgenossen Wenzel Matiegka (1773-1830). Im Zusammenspiel mit Marc Hantaï (Flöte) und Xavier Díaz-Latorre (Gitarre) präsentieren sie mit ihrer „Schubertiade“ eine Möglichkeit, wie ältere Zeitgenossen Schuberts Werk aufgefasst haben könnten und wie es in halböffentlichen, bildungsbürgerlichen Künstler- und Liebhabertreffs vielleicht erklungen ist. Alle Musiker spielen auf Originalinstrumenten des ausgehenden 18. Jahrhunderts bzw. beginnenden 19. Jahrhunderts. Die Werkauswahl umfasst auch Werke, die zu Schuberts Lebzeiten mit Gitarrenbegleitung verlegt wurden (opus 4). Der Baryton ist vor allem durch Haydns Werke für das Lieblingsinstrument des Fürsten von Esterhazy bekannt geblieben. Ob Franz Schubert das Instrument kannte ist fraglich, jedoch nicht unwahrscheinlich, hat er doch mit der Arpeggionesonate einem weiteren Kuriosum der Instrumentengeschichte ein Denkmal gesetzt.