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PICMA
Projektname
Postnatal Infant Crying and Maternal Tiredness: Examining their evolution and interaction in the first 12 weeks postpartum
Forschungsleitung
Elisabeth Spichiger; Holly Kennedy; Elisabeth Kurth
Forschungsteam
Elisabeth Spichiger; Elisabeth Zemp Stutz
Zusammenarbeit mit
Frauenklinik, Universitätsspital Basel; Institut für Sozial und Präventivmedizin am Schweizerischen Tropeninstitut
Laufzeit
2006 bis 2009
Projektbeschreibung
Hintergrund: In den ersten 3 Monaten nach der Geburt leiden mehr als die Hälfte aller Mütter unter Müdigkeit und ein Drittel berichtet von Problemen mit dem Schreien ihres Babys. Die professionelle Routinebetreuung nach der Geburt kennt jedoch kaum wirksame Strategien, um solchen Schwierigkeiten zu begegnen und negativen Auswirkungen auf die Familiengesundheit vorzubeugen.
Forschungsziel: Diese Studie erforschte die Entwicklung und Wechselwirkung zwischen Säuglingsschreien und mütterlicher Müdigkeit in den ersten drei Monaten nach der Geburt, sowie Risikofaktoren für mütterliche Erschöpfung und Schreiprobleme.
Methoden: Einem Mixed-Methods-Ansatz folgend, kombinierten wir eine Fall-Kontroll-Studie um Risikofaktoren für Schreiprobleme zu untersuchen (N= 7,765 Mutter-Kind-Paare), und eine longitudinale qualitative Studie, um das Erleben von Müttern zu erforschen (N= 15 Mutter-Kind-Paare). Fall-Kontroll-S Analyse von Daten aus der Nationalen Hebammenstatistik 2007 mittels multivariatem Regressionsmodells. Qualitative Studie: Analyse von Interview- und Beobachtungsdaten mittels Methoden der interpretativen Phänomenologie.
Resultate: Ein höheres Risiko für das Auftreten von Schreiproblemen zeigte sich bei Müttern, die bereits in den ersten 10 Tagen nach der Geburt unter depressiven Symptomen litten, Migrationshintergrund hatten oder planten, direkt nach dem Mutterschaftsurlaub die Berufstätigkeit wieder aufzunehmen. Bereits ein oder mehrere Kinder zu haben war hingegen ein Schutzfaktor. In der qualitativen Studie brachten Mütter unterschiedliche Überzeugungen zur besten Art der Säuglingsbetreuung zum Ausdruck. Diese reichten vom Anliegen, die Entwicklung des kindlichen Urvertrauens durch eine Kind-zentrierte Betreuung zu stärken, bis zur Haltung, dass sowohl kindliche als auch eigene Bedürfnisse von Wichtigkeit seien. Diese Überzeugungen prägten die Art und Weise, wie Mütter das Betreuen des
Kindes mit dem Sorgen für die eigene Erholung kombinierten. Sich auszuruhen und zu erholen war besonders schwierig, wenn die Mutter die kindlichen Bedürfnisse ins Zentrum stellte und ein Baby hatte, das oft weinte.
Schlussfolgerung: Um sich nach der Geburt zu erholen benötigen Mütter bedarfsgerechte Unterstützung und die Ermutigung, das eigene Ruhebedürfnis ernst zu nehmen. Stressreduzierende Massnahmen sind besonders wichtig bei Neugeborenen, die häufig weinen, bei Primiparae und bei Müttern mit depressiven Symptomen, frühem Wiedereinstieg in die Berufstätigkeit oder Migrationshintergrund.