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Die 'Vuivra' so wird erzählt, ist ein fliegendes Ungetüm, das eine Krone auf dem Haupte trägt, Feuer zu Flügeln hat und am Körper einem Drachen gleicht. Es nährt sich von Goldsand, den es auf dem Grunde der drei größern Bergseen abwechselnd aufwühlt und aufspeist. Ist die Grundfläche des einen Sees ausgebeutet, so erhebt es sich aus dem Wasser in die Luft und eilt in schauerlichem Fluge einem ändern See zu, um da wieder den Goldsand aufzuweiden, den die Wasser während seiner Abwesenheit neuerdings ansammelten. Der Fall kann nun eintreffen, daß das gefräßige Ungeheuer, unter festem Eise eingeschlossen, den Winter zu lange findet und manchmal nur noch magere Faßnacht hat. Darum führt es dann gegen die harte Eiskruste solche Kraftstreiche, daß Berg und Tal davon ringsum mächtig erdröhnen.
Textquelle: Deutsche Volkssagen. Hg. v. Leander Petzoldt. München 1978. S.304