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Würenlos gehörte, wie die meisten Gemeinden der Umgebung, seit der Reformation zu den paritätischen Ortschaften. Bis Ende des 18. Jahrhunderts überwog die reformierte Bevölkerung, die gemeinhin von einem «Predikanten» aus dem nahen zürcherischen Otelfingen versorgt wurde. Die von beiden Konfessionen genutzte, vorreformatorische Kirche mit gotischem Chor steht bis heute, wurde aber 1935 von der katholischen Kirchgemeinde übernommen und durch ein neues, grösseres Kirchenschiff ergänzt.
Bemühungen, bereits im 17. Jahrhundert eine eigene protestantische Würenloser Pfarrei zu gründen, blieben erfolglos und scheiterten am Widerstand des Wettinger Klosterabts, der als sogenannter Kollator das Recht hatte, die Geistlichen beider Konfessionen zu bestellen. Erst 1868 löste sich Würenlos vom Otelfinger Kirchenverband ab und gründete 1882 eine eigene Pfarrei. Das daraufhin erbaute Pfarrhaus konnte 1885 vom ersten reformierten Pfarrer der Gemeinde, Johann Raschle aus Hemberg SG, bezogen werden. Der Pfarrer wurde damals noch durch den kantonalen Regierungsrat gewählt, denn erst 1893 wurden die Kirchgemeinden als öffentlich-rechtliche Institutionen anerkannt.
Weiterhin nutzten die Konfessionen die paritätische Kirche gemeinsam. Die Verhältnisse waren nicht nur befriedigend, obwohl sich nicht alle Reformierten daran störten, dass sie aufgrund der stets wachsenden Bevölkerung zunehmend draussen auf den Beginn ihres Gottesdienstes im Anschluss an die katholische Messe warten mussten, die sich wiederholt verzögerte. Der reformierte Kirchenrat des Kantons versuchte sogar, die Kirchenpflege vor einem kostspieligen Neubau zu warnen, obwohl Gedanken daran schon seit den 1910er Jahren aufgekommen waren. 1935 kam dann endlich der während zwei Jahrzehnten verhandelte Vertrag zwischen den Konfessionen zustande, wonach die evangelische Kirchgemeinde auf ihr Eigentumsrecht an der paritätischen Kirche und dem Friedhof verzichtete. Einzig ihren alten Taufstein wollten die Reformierten auch in ein neues Gotteshaus übernehmen. Die Katholiken bezahlten für den Auskauf eine Entschädigung von 55'000 Franken – sozusagen einen Kompromissbetrag zwischen den 40'000 angebotenen und den 70'000 eingeforderten Franken. Da noch keine reformierte Kirche gebaut war, wurde eine fünfjährige Übergangszeit vereinbart, während der die Reformierten nach wie vor die katholische Kirche nutzen konnten.
Baugeschichte
Im Januar 1936 holte die Kirchgemeinde im Rahmen eines Projektwettbewerbs von sieben Architekten Entwürfe zu einem Kirchenneubau ein. In der Jury waltete auch der bekannte Architekt Robert Rittmeyer (1868–1960) aus Winterthur. Es siegte der recht unbekannte Architekt F. Locher aus Erlenbach ZH, der so bekannte Architekturbüros wie Möri & Krebs aus Luzern hinter sich liess und auf Empfehlung des Preisgerichts auch den Bauauftrag erhielt. Locher wurde allerdings noch 1936 als Professor nach Königsberg (heute das russische Kaliningrad) berufen, die Ausführung seines Projekts leitete der Wettinger Architekt Hans Unverricht. Das Kirchengebäude entstand unweit des 1884 erbauten Pfarrhauses auf einem Baugrund von 91 Aren, den die Familie des ehemaligen Kirchgemeindepräsidenten Jean Markwalder «halb geschenkt» überliess. Am 4. August 1936 begann der Erdaushub, am 6. September feierte man die Grundsteinlegung. Die Erbauung stand ganz im Zeichen der damaligen Weltwirtschaftskrise: Weil Notstandsarbeiten subventioniert wurden, konnte die Kirche vergleichsweise günstig realisiert werden, ja der Bau wurde nachweislich besonders vorangetrieben, «um unseren Brüdern Arbeit und Verdienst zu schaffen». Tatsächlich erhielten dank diesem Bauprojekt ganze 20 Arbeitslose ein Verdienst. Die Baukosten betrugen am Ende nur 131'000 Franken, und die Schlussbilanz fiel besonders günstig aus, weil fast alle Aufträge noch vor einer grösseren Frankenabwertung erfolgt waren. Die Einweihung fand am 6. Juni 1937 statt – eine Woche vor der Einweihung der katholischen Kirche.
Renovationen
1954 wurde eine Aussenrenovation durchgeführt. 1969 beschloss man, den Nebenraum der Kirche, das Kirchenstübli, mit einer neuen Decke und einer neuen Beleuchtung zu versehen und es durch eine Faltwand vom Kirchenschiff abzutrennen. Ferner baute man im Vorraum der Kirchenstube eine kleine Küche ein. 1974 erneuerte man die Fenster auf der Nordwestseite der Kirche. Weitere Renovationen fanden 1991/93 und 2007 statt.