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Heute müssen die Stimmunterlagen der Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences ausgefüllt ihr Ziel erreichen, damit sie für die Verleihung am 7. März gezählt werden können. In zehn Kategorien habe ich meine Prognosen bereits abgegeben und werde daran auch nichts mehr ändern – obschon es bei den Schauspielern häufig eine Überraschung gibt. Davon gehe ich aber dieses Jahr nicht aus. Hier nun noch meine Vorhersagen für Drehbuch, Kamera, Musik, Kostüme, Maske, Ton, visuelle Effekte und die restlichen Kategorien.
Screenplay: Am vorletzten Wochenende hat die Writers Guild of America, der Verband der Drehbuchautoren, ihre Auszeichnungen an Jason Reitman und Sheldon Turner für das adaptierte Drehbuch zu «Up in the Air» und an Mark Boal für das Original-Drehbuch zu «The Hurt Locker» vergeben. Reitman und Turner sind auch die klaren Favoriten für den Oscar. Das Drehbuch von Geoffrey Fletcher zu «Precious» ist zwar sehr wirkungsvoll, aber einfach nicht so elegant. Ausserdem wird «Up in the Air» in dieser Kategorie leider den einzigen Oscar erhalten.
Komplizierter ist die Lage beim Original-Drehbuch. Weil Quentin Tarantino nicht Mitglied der Writers Guild ist, war sein Drehbuch zu «Inglourious Basterds» für diesen Preis nicht zugelassen. Danach hat er aber auch das direkte Duell mit Boal bei den BAFTA Awards, den Auszeichnungen der British Academy of Film and Television Arts Awards, verloren. Ay, there’s the rub! Persönlich würde ich Tarantino sowieso eher als Regisseur auszeichnen. Aber die Schauspieler lieben seine aufgeblähten Dialoge. Ich erwarte zwar, dass Tarantino seinen zweiten Drehbuch-Oscar erhalten wird, wäre aber auch überhaupt nicht sonderlich überrascht, wenn Boal abstaubt.
Cinematography: Die American Cinematographers Society hat Christian Berger für «Das weisse Band» ausgezeichnet. Für die BAFTA Awards war er jedoch nicht nominiert. Dort hat sich Barry Ackroyd für «The Hurt Locker» durchgesetzt. Irgendwie ist diese Kategorie ein wenig unberechenbar. Es ist auch nicht auszuschliessen, dass sich Robert Richardson für «Inglourious Basterds» seinen dritten Oscar sichert oder Mauro Fiore für «Avatar» ausgezeichnet wird. Vielleicht erhält sogar Bruno Delbonnel für «Harry Potter and the Half-Blood Prince» endlich seinen ersten Oscar. Ich behaupte jetzt aber einmal, dass die Entscheidung zwischen Berger und Ackroyd fällt.
Original Song, Original Score: Zwischendurch zwei Kategorien, die bereits mit grosser Sicherheit entschieden sind. Hier sind Ryan Bingham und T-Bone Burnett für das Lied «The Weary Kind» aus dem Film «Crazy Heart» und Michael Giacchino für die Musik in «Up» die unschlagbaren Favoriten. Giacchino ist überfällig, und Bingham und Burnett haben nicht wirklich ernsthafte Konkurrenz.
Art Direction, Costume Design, Makeup: Bei der Ausstattung habe ich ehrlich gesagt keinen blassen Schimmer. Wenn ich mir die Preisträger der beiden letzten Jahre ansehe, «The Curious Case of Benjamin Button» und «Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street», würde ich für dieses Jahr auf «Sherlock Holmes» oder «The Imaginarium of Doctor Parnassus» tippen. Vielleicht lassen sich die Mitglieder der Academy aber auch von den digitalen Welten von «Avatar» beeindrucken. Bei den Kostümen ist ein Tipp auf die kunstvollsten und historischsten Kostüme nie ein falscher Entscheid. Dieses Jahr also «The Young Victoria». Wenn «Star Trek» eine Auszeichnung erhalten sollte, wird der Science-Fiction-Film für das Makeup ausgezeichnet. Sonst geht die Trophäe auch in dieser Kategorie an «The Young Victoria».
Sound, Sound Editing: Hier gilt für gewöhnlich, dass der lauteste Film gewinnt und «Avatar» somit der Favorit ist. Mehr als raten kann ich allerdings nicht.
Visual Effects: Wer könnte wohl in dieser Kategorie ausgezeichnet werden? Wenn sich hier nicht «Avatar» durchsetzen sollte, dann ist James Cameron eindeutig nicht besonders beliebt.
Foreign Language Film: Das ist die Kategorie, in der es zwar die beiden Favoriten und Kritikerlieblinge «Das weisse Band» und «Un prophète» gibt, sich am Ende aber vermutlich ein Aussenseiter durchsetzen wird. Abstimmen darf in dieser Kategorie nur, wer sich alle fünf Kandidaten angeschaut hat. Diese unbestimmbare Gruppe von Wählern sorgt immer wieder für Kopfschütteln. Wer auf sicher gehen möchte, entscheidet sich für «Das weisse Band». Experten gehen aber davon aus, dass entweder «Ajami» oder «El secreto de sus ojos» ausgezeichnet wird.
Short Film Live Action, Documentary Short Subjects: In diesen beiden Kategorien gilt die gleiche Regel wie bei den fremdsprachigen Filmen. Da die Filme zudem völlig unbekannt sind, eignen sie sich bei Tipp-Spielen ideal als Stichfragen.
Film, Regie, Schnitt, Dokumentarfilm und Animationsfilm (15. Februar 2010)
Prognose animierte Kurzfilme (13. Februar 2010)
Prognose Schauspieler (24. Januar)
(Foto: Steve Mack/©A.M.P.A.S.)
Ein Kommentar to “Oscars 2010: Die restlichen Prognosen”
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