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12.07.19 - Luca Flück und Silvan Lutz weilten eine Woche in Minsk, Weissrussland (Belarus). Dort fanden die European Games 2019 statt. 2015 erhielt Amsterdam vom Europäischen Olympischen Komitee als Austragungsort den Zuschlag. Aus Kostengründen zogen sich die Holländer nur wenige Tage nach dem Entscheid zurück. Kasan und Sotschi, Istanbul und Glasgow bewarben sich als neue Ausrichter. 2016 erhielt Minsk den Zuschlag.
50 Nationen beteiligten sich an den Wettkämpfen in Minsk, einer Stadt mit knapp 2 Mio. Einwohnern. Weissrussland bzw. Belarus hat knapp 9.5 Mio Einwohner. Regiert wird das Land von Alexander Lukaschenka, der seit 1994 im Amt ist. Eigentlich hätte er nur zwei Amtszeiten regieren dürfen. Er hat aber die Amtszeitbeschränkung 2006 abgeschafft. Weissrussland wird wohl mit gewissen demokratischen Defiziten regiert, was für Sportveranstaltungen auch seine guten Seiten hat. Der sportbegeisterte Präsident hat persönlich für herausragend organisierte Spiele gesorgt. Früher spielte Lukaschenka Eishockey. Eine Schweizer Mannschaft nahm einst an einem Freundschaftsturnier mit präsidialer Beteiligung teil. Unmissverständlich wurde erklärt, das Team des Präsidenten dürfe nicht verlieren. So kam es, dass das Team mit dem Staatschef das Turnier gewann.
Swiss Athletics nominierte zahlreiche Sprinter und Sprinterinnen, Speerwerferinnen, Hochspringer und Weitspringerinnen welche von Swiss Olympic selektioniert und eingekleidet wurden. Mit dabei waren auch Luca Flück und Silvan Lutz. Silvan war im Vorfeld leicht angeschlagen sodass er primär als Ersatzmann vorgesehen war. Trainings vor Ort zeigten dann, dass er effektiv einsatzfähig war. Silvan wurde von der Delegationsleitung zum Captain des Schweizer Athletic-Teams ernannt. Klug, so konnte er seine grosse Erfahrung zu Gunsten des Teams einbringen.
Luca Flück wurde zweimal in der 4x400m Mixte eingesetzt. Bereits beim Programm mit den Vorläufen waren über 10.000 Zuschauer im Stadion, im Verlauf des Wettkampfes war das Stadion oft mit 25.000 Zuschauern gefüllt. Das neue Wettkampfformat dauert für Mannschaften aus sechs Nationen genau 2 Stunden. Der Ablauf ist minutiös getaktet, in den technischen Disziplinen finden nur Duelle statt. Im Vorlaufprogramm absolvierte Luca einen guten, in der zweiten Runde einen hervorragenden Lauf. Er startete für die Schweizer 4x400m Mixte Staffel als Startläufer. Seine Bahnrunde im Halbfinal war hinsichtlich Tempo, Gegnervergleich, Technik, Taktik eine Meisterleistung. Es hat ihm sichtlich Spass gemacht, mit der starken Konkurrenz voll mithalten zu können. Das Resultat wird wohl als Schweizer Rekord in die Bücher eingehen.
Silvan, der schon an einigen Grossanlässen teilgenommen hat, war beeindruckt von der exzellenten, modernen Infrastruktur, der Unterkunft, der Athletenlounges beim Stadion, den Transporten, schlicht von der gesamten Organisation. Alles, so berichtet er, sei auf sehr hohem Niveau abgelaufen. Zum Lauf von Luca meint Silvan: „Es war das beste Rennen, das ich je von Luca gesehen habe. Echt beeindruckend!“.
Luca seinerseits war besonders von der Eröffnungsfeier tief beeindruckt. Die Nationen wurden gestaffelt aus dem Athletenvillage „abgerufen“ und mit ganz wenig Wartezeit ins jubelnde, stimmungsvolle Stadion geführt. „Ein eindrücklicher und unvergesslicher Moment“, meint Luca.
Beide geben dem neuen Format gute Noten. Die Wettkämpfe seien spannend, kompakt und für einmal auch zuschauergerecht.