Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03237.jsonl.gz/820

Passend zum Weihnachtsgeschäft erscheinen die neuen Konsolen von Sony und Microsoft. Aber was hat Nintendo im Köcher?
Nintendo plane 2021 ein verbessertes Modell seiner Switch-Konsole zusammen mit einer Reihe neuer Spiele auf den Markt zu bringen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag. Laut ihren Quellen erwäge Nintendo eine überarbeite Version der Hybridkonsole mit mehr Rechenleistung und 4K-Grafik. Bereits am Montag hatte die «Economic Daily News» berichtet, der Launch sei für das Frühjahr 2021 geplant. Nintendo äusserte sich nicht zu den Berichten.
Bloomberg schreibt, die Montage des neuen Modells werde voraussichtlich erst im nächsten Jahr beginnen, da die Produktionspartner mit der Herstellung der aktuellen Modelle ausgelastet seien. Nintendo hatte insbesondere zu Beginn der Corona-Pandemie Mühe, die stark gestiegene Nachfrage zu decken. In vielen Ländern war die Switch während mehrerer Wochen nahezu ausverkauft.
Genaue Spezifikationen zur mutmasslichen Switch Pro sind bislang unbekannt. Die Original-Switch erschien im März 2017. Im August 2019 kam die revidierte Switch mit gleicher Leistung, aber verbesserter Akkulaufzeit. Im September 2019 folgte die Switch Lite. Dabei handelt es sich um ein kompakteres Modell der Hit-Konsole, das ausschliesslich den Handheld-Modus unterstützt. Die kommende Switch-Version wäre somit das erste Hardware-Upgrade, das eine effektive Leistungssteigerung verspricht. Zu erwarten wäre kein Grafiksprung wie bei einer neuen Konsolen-Generation, sondern ein kleineres Upgrade, das die Lebensspanne der Switch verlängern soll.
Anfang Jahr sagte Nintendos Präsident Shuntaro Furukawa, dass 2020 keine neue Hardware zu erwarten sei. Gleichzeitig liegt es auf der Hand, dass Nintendo die Lebensspanne der Switch künftig mit neuen Modellen verlängern möchte. Furukawa tönte im Januar an, dass es für Nintendo bei der Hardware mehrere Optionen gibt, wie es künftig weitergehen kann. Denkbar wäre etwa, dass eine weitere Switch-Version mit einem besseren Display und längerer Akkulaufzeit kommt.
Da Sony und Microsoft gegen Ende 2020 ihre Next-Gen-Konsolen ins Rennen schicken, ist eine revidierte Switch im nächsten Jahr plausibel. Mit ein Grund dafür: In den letzten Jahren haben Spiele-Entwickler zahlreiche Games für die Playstation 4 und Xbox One auf die Switch portiert. Angefangen bei «Skyrim» über «The Witcher 3» bis zuletzt «Crysis Remastered». Mit einer neuen, etwas schnelleren Switch würden wohl auch künftig weitere Multi-Plattform-Titel den Weg auf die Nintendo-Konsole finden.
Die Switch nutzt eine spezielle Version von Nvidias Tegra-X1-Prozessor, der über fünf Jahre alt ist. Das ist selbst für Konsolen eine relativ lange Zeitspanne und Prozessoren für Mobile-Geräte sind in dieser Zeit markant schneller und gleichzeitig energieeffizienter geworden. Gerade für die Switch, die auch unterwegs genutzt werden kann, wäre ein akkuschonender Prozessor besonders wichtig.
Der Start des technisch aufgerüsteten Modells soll laut Bloomberg von einer Reihe neuer Games begleitet werden, die sich an ein breites Spektrum von Spielerinnen und Spielern richten: vom Hardcore-Gamer bis zum Gelegenheits-Spieler. Dies erkläre auch, warum Nintendo in diesem Jahr mit neuen Spielen relativ zurückhaltend sei.
Nintendo kann sich die momentane Zurückhaltung leisten, da sich allein der Überhit «Animal Crossing» seit März über 22 Millionen Mal verkauft hat. Bis Ende Juni hat sich die Switch in gut drei Jahren über 61 Millionen Mal verkauft und die Corona-Pandemie hat die Nachfrage gegenüber dem Vorjahr nochmals kräftig angeheizt. Im abgelaufenen Quartal wurden 5,67 Millionen Switch-Einheiten (+166,6%) und 50,43 Millionen Spiele (+123%) verkauft. Der Aktienkurs ist seit März um 70 Prozent gestiegen.
Ursprünglich wollte Nintendo im aktuellen Geschäftsjahr 19 Millionen Switch-Geräte absetzen. Der Finanzdienst Bloomberg berichtete Anfang August, die Bestellungen bei den Zulieferern seien bereits im Frühjahr auf 22 Millionen Konsolen erhöht worden – nun habe man das Produktionsziel auf 25 Millionen hochgesetzt. Zwar wird es im Weihnachtsgeschäft mit den neuen Konsolen von Sony und Microsoft starke Konkurrenz geben, doch die Playstation 5 und Xbox Series X sprechen eher andere Käuferschichten an.
Einiges spricht dafür, dass Nintendo im kommenden Jahr eine überarbeitete Switch einführen wird, die den Lebenszyklus der Konsole um mehrere Jahre verlängern könnte. Sony und Microsoft haben dies mit der PS4 Pro und Xbox One X vorgemacht. Denkbar ist auch, dass Nintendo die stärkere Switch mit dem Nachfolger zu «The Legend of Zelda: Breath of the Wild» lancieren möchte. Das Zelda-Spiel hatte der Original-Switch 2017 viele Käufer beschert und der Nachfolger könnte die künftige Switch-Version beflügeln.
Branchenexperten rechnen damit, dass die Switch in den nächsten Jahren die Wii als erfolgreichste Nintendo-Heimkonsole ablösen wird. Die Wii verkaufte sich 102 Millionen Mal. Vom portablen Nintendo DS verkaufte Nintendo 154 Millionen Exemplare. Mit einer intelligenten Upgrade-Politik könnte die Switch auch diese Marke knacken.
(ol🕹️)