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Aristippus,
griech. Philosoph aus Kyrene, durch den Ruhm des Sokrates nach Athen [* 2] geführt, dem er persönlich treu anhing; doch weicht seine später ausgebildete Lehre [* 3] von der Sokratischen weit ad. Er soll schon vor Sokrates' Tode als Lehrer aufgetreten sein, später jedenfalls lehrte er nach Sophistenart herumziehend. Die Angaben über seine Reisen, seinen Besuch am Hofe des Dionysius von Syrakus [* 4] und sein dortiges Zusammentreffen mit Plato sind anekdotenhaft ausgeschmückt.
Zuletzt lebte er in seiner Vaterstadt und ist wohl auch dort gestorben. Zur Schule des
Aristippus gehörten
außer einer Tochter
Arete und deren Sohn, dem jüngern
Aristippus,
Theodorus der
Atheïst, Hegesias und Anniceris, die beide unter
dem ersten Ptolemäer lebten; auch Euhemerus pflegt dazu gerechnet zu werden. Die Erkenntnislehre des
Aristippus schließt
sich an die des
Protagoras an: wir kennen nur die subjektiven Zustände unserer Wahrnehmung, die uns die
objektive Beschaffenheit der Dinge nicht verraten.
Wir geben den Dingen gemeinsame Benennungen, haben aber keine Gewißheit, daß wir dieselben Objekte auch aus gleiche Art wahrnehmen. So entscheidet auch praktisch nur die subjektive Empfindung der Lust und Unlust. Die Lust ist sanfte Bewegung, die Unlust rauhe und stürmische; der völligen Bewegungslosigkeit der Seele entspricht der lust- und schmerzlose Zustand. Der Zustand der Lust ist der einzig erstrebenswerte, daher das alleinige Gut oder Endziel. Sogar soll allein die augenblickliche Lust ins Auge [* 5] gefaßt werden, denn nur die Gegenwart ist unser. Andererseits zwar verwirft er solche Lust, die mit größerer Unlust erkauft wird, unterscheidet auch eine geistigere ästhetische oder auf bloßer Vorstellung beruhende Lust von der rein sinnlichen. Auch betrachtet er die sokratische «Besinnung» als den sichersten Weg zur Glückseligkeit. Seine Stellung zur Volksreligion war wohl nur die des Indifferentismus.