Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03514.jsonl.gz/2368

Regelmässige körperliche Aktivität in der Schwangerschaft trainiert auch die Energie- und Sauerstoffversorgung des Ungeborenen. Deshalb ist es sinnvoll, bereits zu Beginn der Schwangerschaft Sport zu treiben. Entgegen früherer Befürchtungen führt Sport mit Mass weder zu vermehrten Aborten noch zu Frühgeburten.
«Lockere» Intensität
Bei zuvor inaktiven Frauen wird empfohlen in den ersten drei Monaten mit 3 mal 15 Minuten körperlicher Aktivität pro Woche zu beginnen. Im Verlaufe soll dies auf mindestens 30 Minuten an bis zu sieben Tagen gesteigert werden. Die Intensität sollte als «locker» empfunden werden.
Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft regelmässig Sport getrieben haben, sollen weiterhin aktiv bleiben. Der Umfang wird meistens automatisch dem eigenen Wohlbefinden angepasst und im Verlauf der Schwangerschaft verringert. Empfohlen werden eher niedrig intensive Einheiten, da gezeigt werden konnte, dass bei Pulswerten von über 90 Prozent der maximalen Herzfrequenz die Durchblutung der Plazenta und die kindliche Herzfrequenz reduziert werden. Ob sich dies auch auf die Entwicklung des Ungeborenen auswirkt, ist aber unklar.
Hält Blutdruck in Schach
Regelmässige körperliche Aktivität während der Schwangerschaft kann verschiedene positive Effekte erzielen: Geringere Gewichtszunahme, positiver Einfluss auf den Gemütszustand sowie oft weniger Rückenschmerzen (abhängig von der Art der körperlichen Aktivität). Aktuelle Studien deuten zudem darauf hin, dass körperliche Aktivität das Auftreten von Schwangerschaftsdiabetes und Bluthochdruck während der Schwangerschaft deutlich reduzieren kann.
Geeignet sind Sportarten mit regelmässiger Belastung und geringem Verletzungs- und Sturzrisiko wie zum Beispiel Schwimmen oder Nordic Walking. Bei Geübten kann auch Radfahren, Rudern, Tennis oder Langlauf sinnvoll sein. Im Allgemeinen nicht empfohlen werden Reiten, Tauchen oder Skifahren.
Bei Komplikationen nur nach Vorabklärung
Bei sportlicher Aktivität sollte genug Flüssigkeit und Energie zugeführt werden, da sich der Energie- und der Flüssigkeitshaushalt während der Schwangerschaft verändert. Bei grosser Hitze und Feuchtigkeit darf die Körpertemperatur nicht über 39°C ansteigen, ansonsten kann dies das Wachstum des Ungeborenen beeinträchtigen. Bei einer Schwangerschaft mit Komplikationen (Blutungen, vorzeitige Wehen, Krankheiten der Mutter etc.) oder einer Mehrlingsschwangerschaft soll Sport erst nach Rücksprache mit dem Arzt ausgeübt werden.
Da wissenschaftliche Studien fehlen, wird empfohlen, ab 2500 Metern über Meer auf sportliche Aktivitäten zu verzichten. Bei starkem Unwohlsein, Fieber oder nicht mehr wahrgenommenen Kindesbewegungen sollte möglichst bald ein Spezialist aufgesucht werden.
Autor: Sibylle Matter