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Um soziale Pathologien - die Beschreibung und Diagnose von krankhaften Vorgängen und Zuständen in der Gesellschaft - geht es in der Sozialphilosophie. Ihre kritischen Analysen zielen auf Fragestellungen bezüglich Gemeinschaft, Gesellschaft, Strukturen des Zusammenlebens und Beziehungen zwischen Individuen. Die Sozialphilosophie befindet sich so an der Schnittstelle zwischen Moralphilosophie, politischer Philosophie, Staats- und Rechtsphilosophie sowie Geschichts- und Kulturphilosophie.
Auffallend bei der Sozialphilosophie ist, dass sie nirgends, also weder bei Marx, noch Nietzsche, Plessner oder Arendt, als positive Lehre auftritt. Es geht also zunächst um die Formulierung einer Kritik eines gesellschaftlichen Zustandes.
Dieser Zustand wird als krank, verdinglicht, sinnlos oder entfremdet empfunden. Es gilt ihn zu ändern. Die «Pathologie» einer Gesellschaft zu kritisieren unterstellt aber, darüber Bescheid zu wissen, wie es «eigentlich» sein sollte, damit sich der Mensch selbst verwirklichen kann. Dies bedarf einer bestimmten Vorstellung von Normalität, die auf das Leben als Gesellschaft bezogen wird. Und so hat auch die Philosophie des Sozialen ein positives Moment inne.