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Klimawandel macht weite Teile Russlands bewohnbar
Der Klimawandel könnte dafür sorgen, dass bislang unbewohnbare Regionen im asiatischen Teil von Russland besiedelt werden könne. Diesen Schluss zieht ein russisch-amerikanisches Forscherteam in einer Studie.
Eisige Landschaft auf der Grossen Ljachow-Insel in Neu-Sibirien.
Der asiatische Teil Russlands erstreckt sich vom Osten des Urals bis zum Pazifik. Er umfasst rund 13 Millionen Quadratkilometer und macht damit 77 Prozent der Gesamtfläche Russlands aus. Allerdings ist hier lediglich ein gutes Viertel der Bevölkerung zu Hause. Grund sind die abgesehen vom milden Süden harschen Temperaturen, ihretwegen ist ein Grossteil dieser Region praktisch unbewohnbar. Dies könnte sich im Zuge des Klimawandels ändern. Zu diesem Schluss kommt ein Team von Forschern des Nationalen Forschungszentrum von Krasnoyarsk und des Nationalen Instituts für Raumfahrt der USA in einer Studie.
Permafrost schwindet um ein knappes Drittel
Die Basis für ihre Untersuchungen lieferten die kollektiven Mittelwerte der Januar- und Juli-Temperaturen sowie die jährlichen Niederschläge eines von einem milden und eines von einem extremen Klimawandel ausgehenden Szenario. Anhand dieser Daten ermittelten die Wissenschaftler die jeweiligen Auswirkungen auf drei Bereiche, von denen abhängt, ob ein Gebiet bewohnbar ist: ökologisches Landschaftspotenzial, Schweregrad des Winters und der Umfang des Permafrosts. Die Forscher gelangten zum Schluss, dass Russland in den 2080er Jahren ein milderes Klima aufweisen wird. Als Folge davon, verringert sich dann auch der Permafrost: Derzeit umfasst er 65 Prozent der Fläche der Region, bis 2080 dürften es laut den Berechnungen nur noch 40 Prozent sein.
Entwicklung hängt von der Infrastruktur ab
„Das asiatische Russland ist zurzeit extrem kalt“, wird Elena Parfenova, Hauptautorin der Studie, auf der Plattform für Studien und wissenschaftliche Arbeiten, IOP Publishing, zitiert. In einem künftig wärmeren Klima sei die Lebensmittelsicherheit eher gewährleistet, zumindest was die Landwirtschaft betrifft. Allerdings hängt solches von der Politik und den Behörden ab. „Gebiete mit einer entwickelten Infrastruktur und einem hohen Landwirtschaftspotenzial werden offensichtlich zuerst besiedelt“, erklärt Parfenova. In weiten Teilen Sibiriens und des Fernen Ostens sei die Infrastruktur schlecht entwickelt, fügt sie an. „Wie schnell sie sich diese Regionen entwickeln, hängt von Investitionen in Infrastruktur und Landwirtschaft ab.“ (mai)