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Alle 50 bis 100 km ändert sich die Landschaft merklich.
Waren es erst die grossen Termitenhügel, so sind es jetzt nur noch kleine. Aus dem flachen Grasland sind jetzt Hügel geworden. Sie sind durch Kränze aus hartem Gestein geprägt.
8. Juli 2019, Sullivans Creek - Timber Creek
Heute wollen wir einmal auf einer leuchtend roten Strasse einen Film mit einer Durchfahrt drehen.
Vreni steigt aus und ich fahre ein Stück zurück, wende und fahren wieder zu Vreni. Nachdem ich vorbei gebraust bin, hustet sie und wischt sich den Staub ab. Film
Um 10 machen wir in einem Lookout Kaffeehalt.
Weil es windstill ist und wir auch allein sind, mache ich ein paar Probeflüge mit der Drohne. Nach und nach bekomme ich sie in den Griff.
Der nächste Abstecher geht zum Wren Estate. Es handelt sich um eine Bootsrampe am Victoria River.
Aber auch hier sind keine Krokodile zu sehen - und trotzdem, baden würden wir hier nie. Die Bestien können irgendwo lauern und aus dem Wasser schiessen.
Einem Hinweis folgend fahren wir zu ein paar Boab-Bäumen in der Nähe. Die zum Teil flaschenformigen Riesen sind beeindruckend und wir kennen sie bereits von Afrika her.
Der Boab Tree ist einer der bemerkenswertesten und unverwechselbarsten Bäume der Kimberley-Region. Er gehört zu einer Gruppe von eng verwandten Bäumen, die ausschliesslich in Afrika, auf Madagaskar und im Nordwesten Australiens vorkommen. Der bekannteste Vertreter ist der Afrikanische Affenbrotbaum (Adansonia digitata), in Australien nennen die Einheimischen die ende-mische Art "Boab Tree" (Adensonia gregorii). Sie wächst auf sandigem, Wasser durchlässigen Böden der tropischen Savanne.
Während der Wachstumszeit benötigen diese Bäume viel Wasser, während der Wintermonate bevorzugen sie Trockenheit. All diese Bedingungen finden sie in der Kimberley und der Victoria-River-Region vor, vorausgesetzt es kommen dort niemals Temperaturen unter Null vor.
Von Osten kommend sieht man die ersten Boabs im Gregory NP, die letzten in Broome.
Für den Keep River NP bestimmen sie mit wenigen anderen Bäumen das Landschaftsbild der Savanne oder mancher Berghänge.
Die Bäume erreichen nur eine mässige Höhe, ihr Stamm kann aber gewaltige Dimensionen anneh-men. Im Laufe seines Lebens wächst er in die Dicke und nimmt im Laufe der Zeit - im Alter von 200 - 300 Jahren - Flaschenform an. Das weiche, faserige Mark des Stammes speichert eine Menge Feuchtig-keit (im Stamm ist aber kein freies Wasser vorhan-den), die es ihm ermöglicht, die Trockenzeit zu überstehen. Zusätzlich wirft der Baum in der Trockenzeit alle Blätter ab, um die Wasserverluste zu verringern. In diesem Zustand erinnert das Geäst an ein Wurzelsystem, weswegen wohl die Vorstellung entstanden ist, dass der Baum verkehrt herum eingepflanzt worden ist.
Darüber noch mehr wenn wir in Kimberley sind.
Im Timber Creek Caravan Park angekommen melden wir uns für eine Nacht an, in der Annahme, dass wir morgen verlängern würden, wenn es uns gefällt.
Uns wird der Platz Nr. 16 zugewiesen und wir freuen uns, dass er schön beschattet ist. Mit den Nachbarn kommen wir schnell ins Gespräch - sie interessieren sich für unsere Reisen und das WoMo.
Von ihnen hören wir, dass es in der Nähe ein Krokodil habe, welches abends um 5 gefüttert werde.
Wir gehen zum kleinen Fluss hinunter und sehen es neben der Brücke liegen.
Zuerst fragen wir uns ob das vielleicht ein Gag und das Krokodil ein künstliches ist?
Wir beobachten es eine Weile und haben den Eindruck, dass es zeitweise blinzelt.
Dann gehen wir über den schmalen Steg auf die andere Seite um uns umzusehen.
Da gibt es aber nicht zu sehen ausser Gehölz.
Als wir dann aber wieder beim Krokodil, einem Süsswasser-Krokodil sind, sehen wir, dass es jetzt das Maul etwas geschlossen hat.
Beim genaueren Hinsehen, scheint uns, als hätte das Tier ein Stück des Unterkiefers verloren. Das könnte der Grund sein, warum es täglich gefüttert wird.
Später realisieren wir, dass wir die Fütterung verpasst haben. Aber da wir morgen noch hier bleiben wollen, können wir das dann noch sehen.
In den Bäumen über dem Fluss hängen viele Fledermäuse. Vereinzelt öffnen sie die Flügel und strecken sich. In gut einer Stunde werden sie ausfliegen.
Uns ist aufgefallen, dass die lauten Vögel mit einem Schlag ruhig sind sobald die Fledermäuse in der Luft sind.
9. Juli 2019, Timber Creek, Tag 2
Den Tag verbringen wir in Ruhe. Vreni wäscht zwar, und beim zweiten Waschgang steigt die Maschine wieder aus. Aber inzwischen wissen wir was zu tun ist: Wasser ablassen, Wäsche heraus nehmen und damit zur Laundry auf dem Platz gehen.
Bei dem warmen Wind, 28°, trocknet sie schnell.
Um 5 gehen wir zur Krokodilfütterung. Der Anlass hat viele Besucher angelockt.
Wie gestern liegt auch jetzt wieder eines der Krokodile an Land. Der Wärter treibt es mit einem Stab zurück ins Wasser. Dann geht er auf den Steg und bittet die Zuschauer näher zu kommen.
An einer Schnur befestigt er Fleischstücke und lässt diese aufs Wasser platschen, um so die Krokodile anzulocken. Zu dem einen gesellt sich schnell ein zweites. Aber es scheint, als wären sie nicht besonders fressfreudig. Jedenfalls zeigen sie nicht den Spektakel, den wir von wilden Krokodilen erwartet hätten.
10. Juli 2019, Timber Creek - Zebra Rock Campground
Wir verlassen den schönen Platz und füllen noch den Tank bevor es auf die Piste geht.
Heute wollen wir zuerst in Kununurra einkaufen und danach ein paar Kilometer südlich davon auf einem wilden Camp übernachten.
Nach zwei Nächten mit Luxus geben wir uns auch mit einem einfachen Platz zufrieden.
Vorher aber steht noch der Grenzübergang nach Western Australia bevor. Dieses ist eine "Bio Security" Grenze, wo es darum geht, was man an Waren nicht mitnehmen darf. Darum hat Vreni gestern Abend noch Gemüse gekocht, so dass wir eigentlich nichts Verbotenes dabei haben.
Die Strecke ist schön und bietet wieder mehr Abwechslung als in den vergangenen Tagen.
Besonders fallen die vielen Boab-Bäume auf.
Ein Schild weist auf Gregory's Tree hin. Wir ver-muten hier einen besonders grossen und alten Baum. Darum fahren wir die paar Kilometer in den Bush. Die letzten dreihundert Meter sind noch zu Fuss zu gehen.
In den Jahren 1855 und 1856 leitete Augustus Charles Gregory eine Expedition. Ein Begleiter der Expedition schnitt dabei bei Ankunft und Abreise die Daten in die Rinde des Baumes.
Nun folgt streckenweise beidseitig Weideland, bis wir wieder an bizarre Felsformationen kommen.
Dann erreichen wir Zebra Rocks. Es ist gerade Mittag und weil wir hungrig sind, bestellen wir gleich Fish n' Chips. Bis das Essen soweit ist, fahren wir mit dem WoMo noch unter einen Baum, damit wir im Schatten stehen. Dann gehen wir zur Rezeption zurück, wo sich auch die Küche befindet.
Dann sehen wir einen Wegweiser zu den Zebra Rocks und da erinnern wir uns an die Empfehlung eines Nachbarn in Timber Creek. Er hat uns ein Muster eines Zebrasteins gezeigt.
Kurzerhand werfen wir den heutigen Plan über den Haufen und folgen dem Wegweise über 11 km bis zum Campground.
Dazwischen müssen einige Tore geöffnet und hinter uns wieder geschlossen werden. Wir befinden uns auf Weideland.
Nach einigem Warten bekommen wir die besten Fische vorgesetzt seit Reisebeginn.
Das Ganze ist sehr gemütlich aufgebaut. Wir setzen uns an einen der besonderen Steintische. Sie sind aus Platten aus dem nahem Steinbruch gemacht. Den Gästen steht Kaffee und Tee zur freien Verfügung. Für später merken wir uns, dass es auch eine Führung durch die Gallery gibt, wo Interessantes über die Steine und die Geschichte zu erfahren wäre, würde die Führerin nur nicht so schnell, so viel und undeutlich sprechen.
Es ist 3 Uhr und etwa 15 Interessierte setzen sich um einen Tisch, an dem uns Ruth verschiedene Gesteinsmuster zeigt. Alle sind geschliffen und poliert und auf den ersten Blick könnte man glauben, dass es sich um künstliche Gebilde handelt. Aber die Art und die Vielfalt der Muster lässt uns staunen. Es soll angeblich die einzige Mine weltweit sein, wo solche Steine zu finden sind.
Kim und Ruth sind die Einzigen, die einen Abbau für diesen seltenen Gesteinstyp betreiben.
Es gibt mehrere kleine Vorkommen, die für den Abbau und die Herstellung von Schmuckstücken bis hin zu Tischplatten geeignet sind.
Alle Handwerke werden vor Ort hergestellt, um dem abgebauten Gestein einen Mehrwert zu verleihen.
Beim Besuch der Gallery findet Vreni schöne Ohrstecker, die ich ihr als Andenken schenke.
Dann geniessen wir noch ein Mango-Eis und gehen dann zum WoMo zurück.
Nach dem Abendessen setzen wir uns zum grossen Lagerfeuer und werden gleich zu unseren Reisen befragt.
11. Juli 2019, Zebra Rock - Kununurra
Kurz vor Kununurra verlassen wir das Northern Territory und reisen nach Western Australia ein.
An der Grenze gibt es einen Bio Security Kontroll-posten. Bereits viele Kilometer vorher sind wir über die Waren, die nicht eingeführt werden dürfen, informiert worden.
Es sind vor allem Früchte und Gemüse. Es ist die Angst vor Fruchtfliegen, die solche rigiden Mass-nahmen zur Folge hat.
An der Kontrollstelle werden wir angehalten. Ein Beamter fragt, ob wir das erste Mal an dieser Grenze sind. Dann bittet er ins WoMo zu schauen. Vreni öffnet die Türe und der Mann will in den Kühlschrank sehen. Vreni zeigt ihm die geschälten Zwiebeln. Diese und auch die Champignons in der Verpackung akzepktiert er. Der angebrochene Iceberg Salat nimmt er mit und ich sehe, wie er ihn in eine Tonne schmeisst. Es gibt also weder bei uns noch bei ihm Iceberg zum Mittagessen.
Eingangs Kununurra sehen wir einen einzigartig schönen Boab. Oft sind sie unförmig oder asymetrisch, was ja auch seinen Reiz hat. Aber dieser hier ist auffällig schön.
Da wir jetzt keine Früchte und auch kein Gemüse haben, gehen wir zu Coles einkaufen.
Mit einem schwer beladenen Einkaufswagen kehren wir auf den Parkplatz zurück. Eigentlich hatten wir die Absicht, bis nach Wyndham weiterzufahren. Aber als wir den Camping am See sehen, beschliessen wir kurzerhand hier zu bleiben - vorausgesetzt es hat noch Platz.
Zu unserer Freude bekommen wir einen Platz direkt am Ufer des Sees. Auf den Blättern der Seerosen tummeln sich Vögel mit besonders langen Zehen, die es ihnen erlauben über die Blätter zu gehen.
Beim Grenzübergang mussten wir die Uhren eineinhalb Stunden zurück stellen. Darum beginnt es bereits um 17 Uhr zu dunkeln.
Kaum angekommen, werden wir von blauen Blässhühnern (Purple Swamphen) bedrängt. Davon hat es viele und sie scheuen sich nicht, direkt neben uns zu stehen und zu betteln. Das kommt daher, weil diese Vögel von den Besuchern gefüttert werden und sie jegliche Hemmungen verloren haben. Sobald es irgendwo Futter gibt, rennt die ganze Schar dorthin und sie schnappen sich gegenseitig die Happen weg.
Damit wir in Ruhe essen können, lege ich den Besen bereit, um sie damit auf Distanz halten zu können.
Die Ibisse sind schon etwas zurückhaltender.
12. Juli 2019, Kununurra - Wyndham
Die Strecke nach Wyndham ist schön, aber nicht spektakulär. Auf halbem Weg kommen wir an die Abzweigung zur Gibb River Road.
Die Gibb River Road verbindet den Great Northern Highway südlich von Wyndham mit dem Derby Highway bei Derby. Dabei führt sie mitten durch die Kimberley-Region und stellt ausserdem, im Gegen-satz zum weiter südlich verlaufenden Great Northern Highway, die direkte Verbindung beider Städte dar.
Die Geschichte der Gibb River Road beginnt 1960 als "Beef Road". Sie wurde also angelegt, um Schlacht-vieh von den entlegenen Farmen der Kimberley-Region nach Derby zu transportieren. Zunächst existierte nur der südliche Abschnitt von der Gibb River Station, der die Strasse auch ihren Namen verdankt, bis nach Derby. 1962 bekam die Gibb River Road schliesslich ihren heutigen Streckenverlauf, als der nördliche Teil hinzugefügt wurde. Dieser nördliche Teil der Strasse wurde bis 1996 von den lokalen Behörden in Wyndham verwaltet, deren beschränkte finanzielle Mittel einen schlechten Strassenzustand im Vergleich zum südlichen Teil mit sich brachten. 1996 übernahm die Main Roads Western Australia die Instandhaltungsarbeiten auf der gesamten Strecke, was eine Verbesserung des Strassenzustandes auf dem nördlichen Teil der Gibb River Road bedeutete.
Der Zustand der Gibb River Road hängt stark von den Witterungsverhältnissen ab. Während es in der Trockenzeit (Mai–Oktober) möglich ist, die Stre-cke mit einem PKW zu bewältigen, ist die Strasse, oder zumindest einzelne Abschnitte, in der Regen-zeit (November–April) zuweilen für jeglichen Ver-kehr gesperrt. Der Strassenbelag selbst wechselt immer wieder von steinigen zu sandig-erdigen Pas-sagen, kurze Streckenteile sind auch asphaltiert. Typisch für die Gibb River Road als unbefestigte Strasse ist die Ausbildung einer Waschbrettpiste.
Nun - so abenteuerlich und spannend das klingt, wir haben uns dagegen entschieden, weil wir einerseits noch eine lange Reise vor uns haben und das WoMo nicht über Massen strapazieren wollen, aber auch weil der Zustand streckenweise übel sein soll.
Damit wir nächstens wieder einmal am Feuer sitzen können, suchen wir auf dem weg noch Brennholz. Meist sind es umgestürzte Bäume, die von der Strasseb aus gut zu erreichen sind - nur kann ich sie am Stück nicht mitnehmen.
Dafür habe ich die Kettensäge.
Nach 10 Minuten ist unser Vorrat wieder gefüllt.
Kurz vor dem Ziel kommen wir an einem grossen Salzsee vorbei - alles ist ausgetrocknet.
Wyndham ist eine Hafenstadt und ein Dienstleis-tungszentrum für die Bevölkerung im Nordosten der Kimberley-Region mit knapp 800Einwohnern. Der ursprüngliche Standort der Stadt befindet sich am Cambridge Gulf – einer Bucht des Joseph Bona-parte Gulf in der Timorsee –, während Wyndham Three Mile (auch bekannt als Wyndham East) das heutige Wohn-, Geschäfts- sowie Schulviertel der Stadt ist. Hier liegt auch unser Camp.
Das erste und zugleich auch auffälligste Wahr-zeichen der Stadt ist "The Big Croc", das direkt am Ortseingang steht. Diese Skulptur wurde von einer Gruppe Studenten1987 erstellt.
Für heute haben wir genug und gehen direkt auf den Campground. Wir sind frei in der Platzwahl und so suchen wir uns einen Platz mit Schatten.
Kaum angekommen beginnt der Nachbar, ein Dauercamper, mit dem Laubbläser seinen Platz zu säubern. Dann wäscht er sein Auto und sich selbst auch noch im Freien.
Aber als es dann auch noch penetrant nach Ben-zin riecht, haben wir die Nase voll. Vreni sucht eine Alternative und wir finden sie am Rande des Platzes. Hier gefällt es uns und wir geniessen den warmen Abend.
In der Nähe steht der grösste Boab der nicht in der Wildnis steht. Sein Umfang misst 25 Meter. Vreni davor erscheint wie ein Strich in der Landschaft.
Selbst um 9 Uhr ist es immer noch 28° warm. und im Innern des WoMos, nach intensivem Lüften, auch unter 30°. Wir haben uns inzwischen gut daran gewöhnt.
Für morgen studieren wir die Infos über Wyndham, die wir in der Rezeption erhalten haben und machen uns Pläne, was wir alles noch ansehen wollen bevor wir weiterfahren.
13. Juli 2019, Wyndham - Bungle-Bungle National Park
Heute wollen wir früh weg. Zuerst fahren wir an den Hafen von Wyndham. Eine Ausstellung von alten Loks, welche zum Transport der angelan-deten und exportierten Ware zeigt eindrücklich die Vergänglichkeit von Technik und Wirtschaft.
Desgleichen gilt auch für die zwei Hotels, welche schon bessere Zeiten erlebt haben. Ihre Blütezeit hatten sie während dem Goldrush von 1886. Das Bier soll unter Sackleinen gelagert worden sein, um es "Kimberley cool" zu halten, was aber nicht besonders kühl war.
Die Wellblechtore an dem langen Lagergebäude klappern auch heute noch im Wind, wie wahr-scheinlich schon vor 10 Jahren.
Der Landesteg Anthon's Landing von 1890 existiert nur noch als Foto. Bis 1971 diente er auch dem Personentransport, danach aber nur noch dem Güterverkehr. Er ist 2012 durch eine moderne Jetty ersetzt worden.
Die einzige Abwechslung sind die wechselnden Hügelzüge. Dazu kommen die sich immer wieder ändernden Termitenhügel, sie veranlassen mich zum Anhalten.
Diese hier sehen aus wie grosse Haufen Kacke.
Nach diesem Abstecher fahren wir wieder zurück nach Wyndham und von dort weiter zum Victoria Highway.
Unterwegs begegnen wir noch einer Zyklon Warnung. Für heute besteht keine Gefahr.
Im Purnululu National Park, früher Bungle Bungle genannt, wollen wir heute oder morgen eine Tour unternehmen, um die Bungle Bungle Ranges zu sehen.
Die Anfahrt über den 53km langen Spring Creek Track bis zum Visitor Center dauert 2-3 Stunden und ist nur für 4WD Fahrzeuge geeignet. Kein Wunder, dass das Areal auch „verlorene Welt” genannt wird.
Aber als wir bei Ankunft im Campground buchen wollen, erfahren wir, dass alle Tour-Busse bis Mittwoch ausgebucht sind. Selbst die teuren Helikopterflüge sind erst an Übermorgen wieder frei.
Hätten wir das gewusst . . .
Trotzdem hier Bilder um zu zeigen, was uns ent-gangen ist.
Bekannt wurde das Gebiet vor allem durch seine Kette an riesigen bienenstockartigen Sandstein-formationen, den Bungle Bungle, die ihm 2003 auch die Auszeichnung als UNESCO Weltnaturerbe einbrachte.
Was der so genannten westlichen Welt erst seit wenigen Jahrzehnten bekannt ist, ist schon seit zig Jahrtausenden die Heimat der australischen Ureinwohner. Der Aborigines-Stamm Kija ist dort auch heute noch ansässig; von ihnen stammt auch der Name „Purnululu” (Sandstein). Ob daraus dann fälschlicherweise Bungle Bungle entstand oder woher die Bezeichnung sonst kommt, ist bis heute unklar.
Die ursprüngliche Bergkette der Bungle Bungle entstand vor etwa 20 Millionen Jahren und wurden seither von Wind und Regen zu 200-300m hohen rundlichen Sandsteintürmen geschliffen. Im Lauf der Zeit haben Flüsse ihr Bett durch den weichen Sandstein gegraben und so tiefe Schluchten und Klüfte geschaffen, die die „verlorene Welt der Bungle Bungle” noch geheimnisvoller erscheinen lassen.
Eine ebenfalls bemerkenswerte Struktur im Sandstein ist der durch einen Meteoriten geschaf-fene 7km breite Piccaninny-Krater, der aber aufgrund des unzugänglichen Geländes nur aus der Luft besichtigt werden kann.
Aber das ist nicht die einzige Enttäuschung heute: Man weist uns Platz Nr. 17 zu und als wir dorthin fahren, merken wir, dass wir neben dem Strom-generator stehen. Da dieser bestimmt auch die ganze Nacht laufen wird, geht Vreni in die Rezep-tion und verlangt einen anderen Platz.
Was wir dann bekommen, entspricht in jeder Hinsicht dem, was wir uns gewünscht haben: Ruhig und geräumig und mit grossem Abstand zu den Nachbarn.
14. Juli 2019, Bungle-Bungle NP - Mary Pool
Es ist 18° warm und wir frühstücken im Freien. Vreni zieht die Jacke an - wir sind uns nicht mehr an so kühle Temperaturen gewöhnt.
Die Gruppe älterer Wanderer nebenan hat die Zelte vor einer Stunde verlassen und sind mit dem Bus abgereist. Sie haben sich vorbildlich ruhig verhalten, wir haben kaum etwas bemerkt.
Am Eingang zum Park fällt uns die Infotafel mit dem Frosch auf.
Hier wird ausdrücklich darauf Aufmerksam gemacht, welche Gefahr der Frosch für die Fauna Australiens bedeutet.
Man solle beim Einpacken aller Gegenstände darauf achten, dass man nicht auch einen Frosch mit einpackt.
Oft lagert eine Schar Rosakakadus am Strassenrand. Sobald ein Fahrzeug mit grosser Silhouette vorbei fährt fliegen sie auf und weg.
So ist es auch jetzt. Ich halte später an, wende und fahre zurück um sie zu fotografieren.
In Halls Creek halten wir um einzukaufen. Die Front des IGA ist mit indigenen Bildern geschmückt.
Bei der Weiterfahrt sehen wir den Wegweiser "China Wall 6km".
Wir fahren hin und als nach 9 km die Wall noch nicht kommt, werden wir stutzig und wenden.
Auf der Rückfahrt sehen wir dann den Wegweiser den wir vorher übersehen haben.
Bei der China Wall handelt es sich um eine natürliche Granitformation mit Quarzadern.
Die Zufahrt ist über eine Gravel Road, die kurz vor dem Ziel sich verengt.
Der Platz liegt am Mary River, einem breiten, aber fast trockenen Flussbett. Bei einem Spaziergang über die lange Furt, welche heute kaum mehr benutzt wird, gehen wir auf die andere Flussseite. Vereinzelt gibt es noch Wassertümpel und die Spuren im Sand zeigen, dass es Kühe hat, die hier zur Tränke gehen.
Kurz vor dem heutigen Übernachtungsplatz biegen wir dem Navi folgend ab und stehen kurz danach vor einer Strassensperre.
Schade, der Platz wäre nach Beschreibung sehr einladend.
Wir fahren weiter und sehen kurz danach eine neue Strasse, die hinten herum zur Mary Pool Rest Area führt.
Hier stehen wir zwischen Bäumen im Schatten. Vreni kocht das Mittagessen: Schinken mit Spiegeleiern und Heinz's Baked Beans.
Die ganze Zeit über krächzen weisse Kakadus in den Bäumen über uns. Dann fliegen alle zusammen auf, um sich 50 Meter weiter wieder in einem Baum niederzulassen. Nach einer halben Stunde wieder-holt sich das ganze und so geht es den ganzen Nachmittag weiter. Erst gegen 18 Uhr, wenn es zu dunkeln beginnt, geben sie Ruhe.