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FAQ & mehr
Was ist eigentlich eine Miete?
Die Miete ist der Betrag, den wir im Kapitalismus an die EigentümerIn einer Wohnung zahlen müssen, weil uns diese Wohnung nicht selbst gehört. Die EigentümerIn unserer Wohnung hat diese Wohnung entweder geerbt oder war reich genug, sich eine zu bauen und will jetzt mit dieser Wohnung Geld machen. Müssen wir mehr Miete bezahlen, sinkt der Anteil vom Lohn, den wir für uns selbst behalten können. Und gleichzeitig nehmen uns die EigentümerInnen der Wohnungen, in denen wir wohnen, mehr von unserem Lohn weg und werden noch reicher. Das funktioniert nur, weil das Privateigentum durch die Gewalt des Staates (Polizei, Militär, Justiz) garantiert ist und so eine Einzelperson oder eine Bank hunderte Häuser nur zum Geldmachen haben kann, während die meisten Leute viel Geld für eine Wohnung bezahlen müssen, weil sie ihnen nicht gehört.
Was ist ein Mietstreik?
Ein Mietstreik ist eine politische Aktion, bei der MieterInnen beschliessen, keine monatlichen Mieten mehr an ihre VermieterIn (EigentümerIn oder Verwaltung) zu zahlen.Es ist auch ein Akt der Solidarität mit den Leuten, die die Miete nicht mehr bezahlen können. Es streiken also nicht nur die Leute, die ihre Miete nicht mehr bezahlen können, sondern auch alle anderen, die diese Leute unterstützen wollen. Da die Vermietenden viel mächtiger sind als einzelne MieterInnen, ist ein Mietstreik umso wirksamer, je mehr Leute sich daran beteiligen.
Wieso rufen wir jetzt zu einem Mietstreik auf?
Seit 12 Jahren steigen die Mieten rasant an. Dadurch haben die Banken, Pensionskassen, Versicherungen und Immobilienfonds sehr viel Geld mit unseren Mietzahlungen gemacht und uns einen immer grösseren Teil unserer Löhne weggenommen. Vor allem in den grösseren Städten wie Basel, Lausanne oder Zürich ist es sehr schwierig geworden, ohne Beziehungen zu einer bezahlbaren Wohnung zu kommen. Jetzt im Corona-Lockdown werden z.T. unsere Löhne durch die Unterstützungskredite indirekt vom Staat weiter bezahlt. Diese Unterstützung landet aber direkt in den Taschen der EigentümerInnen unserer Wohnungen. Wie schon 2008 sollen die Kosten der Krise von den gewöhnlichen ArbeiterInnen bezahlt werden und die Banken, Versicherungen und Grossunternehmen, denen auch sehr viele Häuser gehören, sollen ungeschoren davonkommen.
Woher weiss ich, dass ich mit der Durchführung eines Mietstreiks nicht allein stehe?
Zunächst einmal, indem du die Beziehungen zu deinen NachbarInnen förderst und ihr gemeinsam besprecht, welche Massnahmen ihr ergreifen wollt. Wenn du in einem Mietblock wohnst und ihr euch auf ein gemeinsames Vorgehen einigt, ist es für die EigentümerIn viel aufwändiger, gegen euch vorzugehen. Wir unsererseits werden versuchen, die Liste der UnterzeichnerInnen der Forderungen sowie alle Informationen über die Entwicklung der Situation regelmässig zu aktualisieren.
Weitere Möglichkeiten für günstigere Mieten
Es gibt weitere Methode um Mietreduktion oder Mieterlass zu erhalten. Durch den gesunkenen Referenzzinssatz haben viele Leute das Anrecht auf dauerhafte Mietreduktion. Auch können Schlichtungsbehörden in Situationen helfen, wo die Vermieter*innen ihrer Pflicht nicht nachgehen das Haus in angemessenem Zustand zu halten. Eine Bitte auf Mieterlass oder Mietreduktion kann in gewissen Fällen auch erfolgreich sein. diese haben aber keinerlei Verpflichtung dieser Bitte nachzugehen, sehr oft sind die „Möglichkeiten“ welche bezüglich Corona von ihnen angeboten werden die Miete später nachzuzahlen. Erfahrungsgemäss gehen Vermieter*innen nur soweit mit ihrer „Verhandlungsfähigkeit“ solange ihre Profite geschützt sind. Meist wird Druck in irgendeiner Form notwendig um echte Erfolge zu erzielen, sei es durch harte Verhandlungen per Telefon, das Miteinbeziehen einer Schlichtungsbehörde oder bis hin zum kollektiv organisierten Mietstreik. Unten sind Resourcen dazu aufgelistet mit Kontakten und einfachen Vorlagebriefen. Schick uns eine E-Mail wenn du fragen hast.
Vorlagebrief für eine Bitte um Mieterlass bei der Verwaltung
Name Vorname
Adresse
Wohnungsnummer
Telefonnummer
Empfänger: Verwaltung, Besitzer*in
Postadresse
Mailadresse
Bern, den …
Eines vorab : Ich hoffe, Ihnen und Ihren Nächsten geht es in dieser besonderen Zeit gut.
Für viele von uns bringt die vom Coronavirus verursachte Gesundheitskrise nie dagewesene wirtschaftliche Schwierigkeiten mit sich.
Der Bundesrat schlägt Massnahmen für die Firmen vor – aber was ist mit unseren Mieten?
Ich gehöre zu denen / Meine Familien gehört zu denen, die auf ihr gesamtes Einkommen angewiesen sind, um ihre Mieten oder ihr Hypothekarkredit zu bezahlen.
Wie viele Personen, die mit voller Wucht von der wirtschaftlichen Krise getroffen wurden, welche die Gesundheitskrise, die Massnahmen des Bundesrates und die Empfehlung, zuhause zu bleiben, nach sich ziehen, sind mein/e Lebenspartner/in // mein/e Mitbewohner/in und ich leider in eine extrem prekären Situation geraten, die es uns nicht erlaubt, meine/unsere Aufwendungen vollständig zu decken.
Daher teile ich/teilen wir Ihnen mit, dass ich/wir – wie viele andere – nicht in der Lage sein werde/werden, im April/Mai/Juni 2020 die Miete/den Hypothekarzins vollumfänglich zu begleichen, was Sie sicherlich gut verstehen können.
Ich hoffe, dass Sie sich – wie viele andere Vermieter*innen – einverstanden erklären, mir/uns die Miete für die Monate April/Mai/Juni 2020 zu erlassen.
Für zusätzliche Informationen stehe ich gerne zu Ihrer Verfügung.
Beste Grüsse
Vorname Name
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Wie können wir als Mieter*innen uns organisieren?
Unterstützung in Mietrechtsfragen:
Schlichtungsbehörden:
Nützliche Vorlagebriefe und Formulare: