Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03174.jsonl.gz/1963

Abklärung bei einer Reizblasensympthomatik
Im Rahmen der Abklärungen werden zunächst eine Blasenentzündung und eine Infektion der Harnwege als Ursache für die überaktive Blase ausgeschlossen. Während der Diagnose werden vom Arzt weitere Untersuchungen durchgeführt, die dazu dienen, die zwei häufigsten Ausprägungen der Reizblase von einander zu unterscheiden:
- Erstens die auf einer Verkrampfung der Harnblasenwandmuskulatur beruhenden motorischen Form und
- Zweitens die durch eine überempfindliche Blasenschleimhaut ausgelöste sensorische Form.
Zur Abklärung wird der Arzt neben der Anamnese auch eine sorgfältige körperliche Untersuchung durchführen sowie eine Restharn-Bestimmung, eine Untersuchung des Urins und gegebenenfalls eine urodynamische Untersuchung. Auch eine Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung der Harnwege ist denkbar. Ist die richtige Diagnose gestellt, kann die Reizblase in den meisten Fällen erfolgreich behandelt werden.
Behandlung der Reizblase: Es gibt vielfältige Therapie-Optionen
Eine Differenzierung der beiden Ausprägungen in der Diagnostik ist wichtig, da sich auch die therapeutischen Ansätze unterscheiden können. Eine sensorische Reizblase wird anders behandelt als die motorische Ausprägung der Erkrankung.
Konservative Therapieformen bei einer Blasenreizung
In beiden Fällen kommen folgende erste Behandlungsmethoden in Betracht:
- eine Anpassung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten (Verhaltenstherapie) und der Dokumentation des Trink- und Toilettenverhaltens mittels Tagebuch
- die medikamentöse Dämpfung der Reizblase
- ein Training der Beckenboden-Muskulatur bzw. eine funktionelle Beckenbodentherapie
- ein Blasentraining
- die elektrische Stimulation der Blasenmuskulatur
- bei Östrogenmangel: Gabe von Östrogen zur besseren Durchblutung der urogenitalen Schleimhaut der Frau und damit die Verminderung von Reizzuständen an Blase, Harnröhre und Scheide
Sollte es durch die hyperaktive Blase zu einem ungewollten Urinverlust kommen, kann bereits durch ein gezieltes Beckenbodentraining oder andere der genannten Therapiemethoden die Kontinenz wiederhergestellt werden.
Operative Behandlung der hyperaktiven Blase
Führen die genannten einfachen Massnahmen nicht zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden beim Patienten oder kommen Schmerzen hinzu, so kommen die Instillation von Medikamenten in die Blase, die Unterspritzung der Blasenwand mit einem krampflösenden Medikament oder die sakralen Neuromodulation als Therapieverfahren in Frage.
Welche Form der Behandlung tatsächlich zum Einsatz kommt, entscheidet der Facharzt aufgrund der vorliegenden Symptome, organischen oder psychischen Ursachen sowie weiteren Faktoren, die in die Diagnostik einfliessen.
Konservative Therapieverfahren wie die Anpassung von Gewohnheiten, das Beckenbodentraining, das Blasentraining oder Medikamente werden einem operativen Eingriff in der Regel vorgezogen. Zeigen sie nicht die gewünschte Wirkung oder werden die Medikamente aufgrund von Nebenwirkungen nicht vertragen, wird der Arzt einen minimalinversiven Eingriff oder einen grössere Operation an Harnblase und Harnwegen in Betracht ziehen.