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Unser Weg führt uns heute weiter nach Süden. Mehr oder weniger der Nordmeerküste entlang. Hügelig, extrem viele Getreidefelder säumen unseren Weg. Die meisten der Felder sind noch nicht reif. Dazwischen doch schon der eine oder andere gepflügte Acker, meist besetzt von einem riesigen Schwarm von Möven.
Auf dem Weideland grasen meist Schafe, viele Schafe, sehr viele Schafe. Kühe, ein paar Stiere dazwischen. Sogar eine Herde schottischer Hochlandrinder passieren wir. In glücklichen Zufällen erspähen wir sogar ein paar Rehe und später ein paar Hasen. Über der ganzen Szenerie herrscht heute richtiges Schottlandwetter. Bewölkung, Sonne, etwas Regen, ein paar heftige Windböen, alles in rascher Reihenfolge. Doch wir haben bei unseren Aufenthalten ausserhalb des Reisecars meistens Glück und kommen ohne Regen davon.
Die beiden besuchten Schlösser oder Ruinen von heute dienten eher friedlichen Zwecken.
Die Ruinen von Dunnottar Castle stehen auf einem Felssprung im Meer und sind nur erreichbar ĂĽber einen schmalen Pfad vom Festland her. Das Castle steht sĂĽdlich von Stonehaven, wurde vom 14. bis zum 16. Jahrhundert gebaut und diente wahrscheinlich als Missionsstätte der keltischen Kirche. Die Ruinen dienten als Kulisse bei der „Hamlet“-Verfilmung von Mel Gibson von Franco Zeffirelli.
Viel länger halten wir uns im Glamis Castle auf. Es wird heute noch bewohnt. Der Ostflügel wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Schloss ist der Wohnsitz des Earls und der Countess of Strathmore. Die Queen Mum verbrachte ihre Kindheit und ihre Tochter, Prinzessin Margaret, wurde hier geboren. Sogar Queen Elizabeth II soll in ihrer Kindheit eine Zeit lang auf dem Schloss verbracht haben. Seit 1770 wird es von einer grossen Parklandschaft umgeben.
Während einer geführten Besichtigung durch den Ostteil des Schlosses erfahren wir unter anderem, dass es sich zuerst lediglich um ein kleines Jagdschloss gehandelt haben soll, bevor dann weitere Um- und Anbauten realisiert wurden. Auch die Ahnengallerie gibt einigen Gesprächsstoff, sowie ein paar Geister, die sich in dem Schloss noch aufhalten sollen und ab und zu für Unruhe sorgen würden. Beachtenswert sind aber auf jeden Fall die Stukkaturdecken und die Gemälde.
Anschliessend fahren wir weiter in südlicher Richtung mit einem kleinen Zwischenhalt in Perth. Ganz in der Nähe von Edinburgh, Dunfermline, beziehen wir heute unser Hotel.