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Die Pleite der Fluggesellschaft Air Berlin im vergangenen Jahr wird wohl bald die Gerichte beschäftigen, das berichtet die deutsche Zeitung «Capital». Offenbar richten sich Lucas Flöther, der Insolvenzverwalter der Airline, und die Fluggesellschaft Etihad als frühere Hauptaktionärin auf einen «grossen Schadensersatzprozess» ein. Gespräche über einen Vergleich seien gescheitert.
Am 9. August 2017 hatte Etihad, damals mit knapp 30% an der defizitären Air Berlin beteiligt, eine fällige Überweisung platzen lassen. Zwei Tage später folgte die Erklärung, dass Etihad jede finanzielle Unterstützung zurückziehe. Am 15. August meldete Air Berlin Insolvenz an. Der juristische Streit dreht sich nun um einen sogenannten Comfort Letter, den Etihad Ende April 2017 ausgestellt hat. Darin sicherte die Airline aus den Vereinigten Emiraten zu, Air Berlin bis Ende 2018 weiterzufinanzieren und Verluste auszugleichen. Allein dieser Comfort Letter verhinderte, dass Air Berlin schon damals zum Insolvenzrichter musste, wie die Zeitung erläutert.
Ist Etihad für allen offenen Ansprüche haftbar?
Flöther zufolge sei der Comfort Letter wie eine «Patronatserklärung» zu werten. Etihad wäre damit für alle offenen Ansprüche aus der Air-Berlin-Pleite haftbar. Insgesamt haben bei Flöther mehr als eine Million Gläubiger Forderungen angemeldet. Die offenen Rechnungen summieren sich bisher auf mindestens EUR 1 Mia. Da der Insolvenzverwalter, der für einen Vergleich offenbar weiterhin offen ist, im Laufe eines Gerichtsverfahrens noch Ansprüche nachmelden könnte, dürfte die Gesamtsumme einer Schadensersatzklage eher bei EUR 2 bis 3 Mia. liegen, schätzt «Capital». (TI)