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Dieses Projekt analysiert die Erfahrungen und das Wissen von lokalen Gemeinschaften, die ihren eigenen Strom produzieren. Wir untersuchen im Kanton Uri und in Zentralnicaragua, wie von lokalen Gemeinden kontrollierte Stromproduktion Bestand hat, welche Rolle Topographie und historisch verankerte gesellschaftliche Institutionen spielen, und wie Innovation gerade in Gebirgsräumen geschieht. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur aktuellen Frage, wie Energiesysteme ökologisch nachhaltig, demokratisch und gerecht organisiert werden können.
Auf einer theoretischen Ebene verbindet das Projekt die Forschung über Elektrizitätsinfrastrukturen mit dem anthropologischen Interesse an Verwandtschaft und Gender. Wir fragen: 1) Wie werden Verwandtschaft und Gender in Entscheidungen und Konflikten über Einsatz, Kontrolle und Nutzen dezentraler Stromerzeugung ausgehandelt, mit Bedeutung versehen und verändert? 2) In welchem Ausmass und unter welchen Voraussetzungen unterstützen oder behindern vergangene, gegenwärtige und zukünftige Verwandtschaftsbeziehungen die Aufrechterhaltung dezentraler Elektrizitätsproduktion? 3) Welche Formen von Ausbeutung und Abhängigkeiten werden in dezentraler Stromproduktion generiert und welche Rolle spielen Verwandtschaft und Gender dabei?