Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03231.jsonl.gz/208

6.8 km
Publiziert: 16 April 2012
Gerhart Hauptmann, Nobelpreisträger der Literatur 1912, war oft im Tessin unterwegs. Meist wohnte er in Rovio, man sah ihn aber auch viel in den Künstlerkreisen von Ascona.
Rovio, das Grenzdorf im Kreis Ceresio, ist bekannt für seine öffentlichen Brunnen, die aus römischen Sarkophagen gemacht sind und dafür, dass in dem kleinen Dorf fünf Kirchen stehen. Gerhart Hauptmann, Schriftsteller und Nobelpreisträger der Literatur hielt sich zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert jeweils zur Frühlingszeit immer wieder dort auf.
Ein Liebhaber des Tessins
Gerhart Hauptmann (1862-1946) besuchte Rovio in den Jahren 1897 bis 1901 jedes Frühjahr. Er pflegte später Kontakte zum "Millionärs-Schriftsteller" Emil Ludwig in Ascona, an den heute noch die Via E. Ludwig in Moscia erinnert, und mit dem ehemaligen Besitzer des Monte Verità, Baron Eduard von der Heydt. 1919 wollte Hauptmann dem französischen Grafen de Loppinot das "Castello San Materno" in Ascona abkaufen, war aber als "boche" (abschätzige Bezeichnung der Franzosen für "Deutscher") nicht genehm. Das Castello wurde später vom Vater der Tänzerin Charlotte Bara erworben. Hauptmanns literarischer Nachlass wurde in Ronco s/Ascona verwaltet, in einer kleinen Wohnung an der Via Ciseri. Seinen "Till Eulenspiegel", erschienen 1927, liess Hauptmann, nachdem der "grosse Erzschelm, Landfahrer, Gaukler und Magier" das Nachkriegsdeutschland durchreist hatte, in der Maggia-Schlucht bei Ponte Brolla sterben: "Als einsamer Pilgrim überschreitet Till die Grenze der Schweiz. Er trifft dort auf dunkle Gestalten mit schlechtem Gewissen, die er nicht ohne Mitleid zurück lässt, später, in der Nähe von Pontebrolla, in einer Herberge zum Heiland, einen wirklich überaus seltsamen Hirten, der ihm bald wieder entschwindet. Im Suchen nach ihm stürzt der Vagant bei einer waghalsigen Bergpartie ab. Finis" – Mehr über Gerhart Hauptmann bei: www.gerhart-hauptmann.org.