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Anfang des 20. Jahrhunderts war die Fliegerei weit davon entfernt, kommerziell genutzt werden zu können. Doch es sollten bald Fortschritte in diesem Bereich erzielt werden. Ein grosser Durchbruch gelang bereits 1903, als sich erstmals ein Flugzeug mit Motorantrieb in die Lüfte erhob. Sechs Jahre später überflog der Franzose Louis Blériot als erster Mensch den Ärmelkanal. Und 1911 wurde von Berlin nach Frankfurt erstmals ein Frachtflug gestartet. 1914 standen sich im Ersten Weltkrieg schliesslich die ersten Luftstreitkräfte der Welt gegenüber. Erst als der Krieg 1918 vorbei war, begann man damit, Flugzeuge im grossen Stil für zivile Zwecke einzusetzen. Die Koninklijke Luchtvaart Maatschappij, kurz KLM, zu Deutsch Königliche Luftfahrtgesellschaft, wurde im Oktober 1919 in den Niederlanden gegründet. Sie ist damit die älteste noch existierende Fluggesellschaft der Welt.
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In Deutschland wurde die erste Luftverkehrsgesellschaft zwar bereits am 13. Dezember 1917 in Berlin – also mitten im Ersten Weltkrieg – gegründet. Aber die Deutsche Luft-Reederei, kurz DLR, hatte sich der militärischen Luftfahrt verschrieben. Durch den Vertrag von Versailles, der die militärische Nutzung von Flugzeugen verbot, sah sich die DLR allerdings dazu gezwungen, sich ein anderes Betätigungsfeld zu suchen. Der Luftpostdienst wurde lanciert. So kam es, dass der deutsche Ingenieur und Unternehmer Hugo Junkers die Junkers F 13 entwickelte, das erste Ganzmetallflugzeug der zivilen Luftfahrt, das fortan als Verkehrs- und Frachtflugzeug zum Einsatz kam. Die DLR hatte bereits im Januar 1919 die Zulassung für den zivilen Luftverkehr erhalten. Nachdem der Luftpostdienst erfolgreich ins Leben gerufen worden war, nahm die DLR im März 1919 den Passagierverkehr auf. Zu den ersten Strecken gehörten Berlin–Hamburg und Berlin–Warnemünde. Am 6. April wurde dann die Strecke Berlin–Weimar und am 15. April die Strecke Berlin–Gelsenkirchen angeboten. Fliegen war dazumal teuer: So kostete ein One-Way-Ticket ungefähr 450 Mark.
Die Lufthansa wird geboren
Anfangs wurden die Passagiere mit den umgebauten Militärflugzeugen AEG JII und LVG C.VI transportiert. Das Problem: Die Flugzeuge verfügten über keine Kabine. Man war demnach Wind und Wetter ausgesetzt. Wer die Reise antreten wollte, musste sich warm anziehen sowie einen Sturzhelm und eine Schutzbrille tragen. Ab den 1920er-Jahren kamen schliesslich die Junkers F 13 als Passagierflugzeuge zum Einsatz, wodurch die Flüge – weil die Flieger überdacht waren – um einiges bequemer wurden.
Tatsächlich galt die deutsche Flugzeugindustrie zu jener Zeit als führend. Auf dem Markt gab es dementsprechend mehr als nur einen Anbieter, die die Zeit jedoch nicht überdauern sollten. So auch die DLR, die in den 1920er-Jahren mit der Sablatnig Flugzeugbau GmbH zur Lloyd Luftverkehr Sablatnig fusionierte. Diese wiederum schloss sich mit der Deruluft zur Dachorganisation Deutscher Aero Lloyd DAL zusammen. In der Zwischenzeit hatte auch der Ingenieur und Unternehmer Hugo Junkers, der ‹Vater› des Flugzeuges Junker F 13, seine eigene Fluggesellschaft gegründet: die Junkers-Luftverkehr AG, die ihrerseits auch mehrere kleine Luftverkehrsgesellschaften übernommen hatte. Dadurch wurde sie immer grösser und grösser und stand schliesslich in direkter Konkurrenz zur DAL. Die beiden Fluggesellschaften galten damals als Marktführer. Allerdings störte sich die Politik daran, die die Meinung vertrat, dass auf die Dauer nur eine nationale Luftverkehrsgesellschaft überleben könne. Auf politischen Druck hin fusionierte die DAL 1926 schliesslich mit der Junkers Luftverkehr AG. Die neue Firma wurde auf den Namen «Deutsche Luft Hansa Aktiengesellschaft» getauft, die ab 1933 nur noch Lufthansa heissen sollte. Das Firmenlogo, das 1919 von der DLR kreiert und von der DAL genutzt wurde, setzte sich aus einem Kranich und den Farben Gelb und Blau, die die Junkers Luftverkehr AG als ihre Farben ausgewählt hatte, zusammen. Dieses Logo wird in leicht veränderter Form noch heute als Emblem von der Deutschen Lufthansa AG genutzt, die als Nachfolgerin der DLR gilt.
Was daraus wurde
Mehr als ein Jahrhundert ist es her, dass die Junkers F 13 zuerst als Fracht- und dann als Passagierflugzeug zum Einsatz kam. Dass dieser Flugzeugtyp wieder den Himmel erklimmt, ist dem Unternehmer und ehemaligen Geschäftsführer der Kofferfabrik Rimowa GmbH, Dieter Morszeck, zu verdanken. Nachdem er sich nämlich aus dem Koffergeschäft zurückgezogen hatte, startete er 2013 ein Projekt, dessen Ziel es war, die Junkers F 13 nachzubauen. Es gibt zwar noch Originale in verschiedenen Museen. Diese Modelle eignen sich allerdings nicht mehr zum Fliegen. Auch nicht, wenn man sie restaurieren würde. Der erste Nachbau erhob sich bereits 2016 in die Lüfte. 2018 erfolgte schliesslich die Flugzeugzulassung. Aufgrund des Erfolgs gründete Morszeck, der selbst Pilot ist, im gleichen Jahr die «Junkers Flugzeugwerke AG» in Dübendorf. Dort werden nun zwei weitere Junkers F 13 gebaut.