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Bild
Titel:
Gruber Postkarte für Touristen
Thema: Land
Datum: --.--.1911
Masse: 9,2 x 14,2 cm
Standort: Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden, KB-003074/201
Urheber/-in:
Beschreibung:
Ansichtskarte des Verlags Max Roon, Zürich. Abgestempelt am 11. Mai 1911. Auf der Vorderseite der Ansichtskarte findet sich ein handschriftlicher Text (Kurrentschrift), Mischung aus Schriftsprache und Schweizerdeutsch. Auf der Rückseite der Karte ist die Empfängeradresse zu finden.
Auf der oberen länglichen Darstellung sind in der Mitte die Gemeinde Grub AR und die reformierte Kirche mit dem spitzem Kirchturm zu sehen. Links davon ist die katholische Kirche von Grub SG (gehört zur Gemeinde Eggersriet) mit der zwiebelförmigen Kirchturmspitze erkennbar. Im Hintergrund ist der Bodensee zu sehen, im Vordergrund kommt vom rechten Rand her die Strasse aus Eggersriet ins Bild. Im unteren, linken Bild ist das Gasthaus zum Bären mit Festsaal abgebildet, im rechten Bild sieht man den Festsaal von innen.
Geschichte:
Mit der Erschliessung des Appenzellerlandes durch den Auf- und Ausbau von Bahnlinien Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts erhoffte man sich neben den Vorteilen für Industrie und Gewerbe auch einen Gewinn für den Tourismus. Auch Ortschaften ohne Bahnanschluss bemühten sich um die Einbindung in den Fremdenverkehr und gründeten zwischen 1880 und 1914 Ortverschönerungs- und Verkehrsvereine. Selbst kleinere Gemeinden wie Grub, Hundwil, Wolfhalden oder Lutzenberg – Gemeinden, die nur eine geringe Anzahl an Betten zur Verfügung stellen konnten – liessen Werbeprospekte, Führer und Exkursionskarten drucken.
Wie Züst schreibt, sei Grub bei der Errichtung der Rorschach-Heiden-Bahn in keiner Weise berücksichtigt worden. Zwar hatten die "Heidler" ihre Nachbarn aufgefordert sich an den Kosten für die Bahn zu beteiligen, da Grub nicht weit entfernt sei und vielleicht auch noch eine Haltstelle in der Schwendi gebaut werden könnte. Nach eingehender Prüfung durch eine Gruber Kommission wurde dieser Vorschlag allerdings als aussichtslos angesehen, da sich die "Heidler" in keiner Weise um die Interessen der umliegenden Gemeinden kümmern würden. Nach Errichtung der Rorschach-Heiden-Bahn ging denn auch die Nutzung der Strasse Heiden-Grub-Eggersriet-St. Gallen ziemlich zurück. 1875 wurde dann auch die Pferdepost nach St. Gallen aufgehoben, welche 1871 auf der Strecke zwischen Heiden und St. Gallen eingeführt worden war. Eine kurz darauf eingerichtete Telegraphenverbindung konnte den Verlust der Pferdepost nicht kompensieren. 1896 taten sich Vertreter von Grub AR, Grub SG und Eggersriet in einer Kommission zusammen und stellten ein Gesuch an das Schweizerische Post- und Eisenbahndepartament, in dem sie forderten, dass die Pferdepost wieder eingeführt werde. Die Forderung wurde mit den wachsenden Zahlen im Tourismus begründet, denn wie sollten die Gäste in diese „Weltabgeschiedenheit“ (Züst, S. 165) gelangen, wenn nicht mit Umweg über Heiden, wo dann die Gefahr bestünde, dass die zu Beherbergenden gar nicht mehr weiterreisten. Die Argumentation muss überzeugt haben – im September 1986 wurde dem Gesuch stattgegeben und am 1. Oktober 1886 konnte die erfolgreiche Kommission die Verbindung zu St. Gallen mit der Postkutsche eröffnen.
Autorin: Katharina Merian, Speicher
Literatur:
Schläpfer, Walter: Wirtschaftsgeschichte des Kantons Appenzell Ausserrhoden bis 1939. Gais 1984.
Züst, Walter. Kleger Oskar: Grub. Eine geschichtliche Darstellung. Grub 1975, S. 161-166 und 184.
Transkription:
(Vorderseite)
Gruss aus Grub Ct. Appenzell.
Liebe Emma
Wir hatten noch
sehr schönes Wetter am [sic!] halb zwölf
Uhr sind wir in Grub angelangt.
(Rückseite)
Carte postale.
Union postale Universelle. Weltpostverein. Unione postale Universale.
Suisse. Schweiz. Svizzera.
Nur für die Adresse. [Poststempel von St. Gallen 11.V.11]
Fräulein Emma Lutz
Fällanden
Kt. Zürich.
[Poststempel von Fällanden 12.V.11]
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