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«Ich bin eine Frau und leide unter unregelmässigen oder ausbleibenden Zyklen. Ich würde gerne zusammen mit meinem Partner eine Familie gründen, habe aber gehört, dass für den Eintritt einer Schwangerschaft ein regelmässiger Zyklus notwendig ist. Ich frage mich daher, ob bei mir alles in Ordnung ist und ob ich schwanger werden kann.»
Die Voraussetzung für den Eintritt einer natürlichen Schwangerschaft ist ein regelmässiger Zyklus. Bei unregelmässigen oder ganz ausbleibenden Zyklen besteht die Gefahr, dass der Eisprung zu selten oder gar nicht stattfindet. Häufig sind unregelmässige Zyklen aber auch Ausdruck einer hormonellen Störung, die behandelt werden sollte. Wenn das Problem bekannt ist, kann meist durch eine einfache Behandlung der Zyklus reguliert und so die Chancen einer Schwangerschaft erhöht werden.
Wenn die Zyklen verkürzt oder unregelmässig sind oder sogar ganz ausbleiben, kann dies ein Hinweis auf eine Fruchtbarkeitsstörung sein, die weiter untersucht werden sollte. Der weibliche Zyklus ist ein komplizierter Mechanismus, an dem die Hormone FSH und LH der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse, ein kleines Organ im Gehirn, welches den Grossteil des Hormonhaushaltes im Körper reguliert) und die Eierstöcke beteiligt sind. Man unterscheidet gemäss WHO drei grosse Gruppen von Zyklusstörungen, die unterschiedlich behandelt werden.
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Mangel an FSH und LH
Die erste Gruppe hat einen Mangel der Hormone FSH und LH aus der Hypophyse, ohne die der Eierstock keine reifen Eizellen produzieren kann. Eine solche Störung kann angeboren oder erworben sein. Zwei der häufigsten Gründe für diese Art der Störung sind Untergewicht bei Essstörungen und Leistungssport, da der weibliche Körper einen gewissen Anteil an Fettgewebe benötigt, um einen regelmässigen Zyklus aufrechtzuerhalten. Diese Störung aus der ersten Gruppe ist meist relativ einfach zu behandeln, da man die fehlenden Hormone FSH und LH medikamentös von aussen zuführen kann. Falls gerade kein Kinderwunsch besteht, ist es in dieser Gruppe besonders wichtig, regelmässig Östrogen einzunehmen, da sonst die Gefahr besteht, dass die Knochen an Substanz verlieren und es zu häufigen Knochenbrüchen kommen kann.
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Polyzystisches Ovarsyndrom
Die zweite grosse Gruppe der Zyklusstörungen ist das sogenannte Polyzystische Ovarsyndrom (PCO-Syndrom). Diese Störung kann diagnostiziert werden, wenn zwei der folgenden drei Kriterien erfüllt sind: Lange Zyklen über 35 Tage oder Ausbleiben der Menstruation, ein typisches Bild der Eierstöcke im Ultraschall mit vielen kleinen, randständig liegenden Follikeln, erhöhte männliche Hormone im Blut oder deren Folgen am Körper wie Haarausfall, unreine Haut oder Akne, vermehrter Haarwuchs an Armen, Beinen, Bauch ,Gesicht und Brust. Durch eine Störung der Hypophyse kommt es zu einem hormonellen Ungleichgewicht, welches in vielen Fällen den Eisprung verhindert und daher keine Schwangerschaft eintreten kann. Diese Störung ist ebenfalls meistens relativ einfach medikamentös zu behandeln, indem man versucht, das hormonelle Ungleichgewicht zu korrigieren.
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Reduzierte Eizellreserve
Die dritte grosse Gruppe der Zyklusstörungen hat ihre Ursache in einer reduzierten Eizellreserve in den Eierstöcken. Jede Frau wird mit einer gewissen Anzahl an Eizellen in den Eierstöcken geboren, die im Laufe des Lebens verbraucht werden. Normalerweise macht sich die reduzierte Eizellreserve mit Ende Dreissig, Anfang Vierzig bemerkbar, bei einigen Frauen auch schon früher. Da die Eierstöcke weniger Hormone produzieren, kommt es zu einem hormonellen Ungleichgewicht mit einer Erhörung der Hormone LH und FSH im Blut sowie zu Zyklusstörungen und Schwierigkeiten, eine Schwangerschaft zu erzielen. Diese Gruppe der Zyklusstörungen ist am schwierigsten zu behandeln. In gewissen Situationen können wir im fiore mit hochspezifischen Interventionen beitragen, bei Patientinnen mit reduzierter Eizellreserve zum Behandlungserfolg zu gelangen und eine Schwangerschaft zu erreichen.