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Hallo Sascha,
eine vorseparierte PDF-Datei ist (wie eine vorseparierte PostScript-Datei) für einen RIP ohne besondere zusätzliche Funktionalität, nichts anderes als eine Graustufen-Datei.
Die zusätzliche Intelligenz beträfe das Erkennen der sog. SeparationInfo Dictionaries innerhalb der vorseparierten PDF-Datei, um auf deren Basis z.B. die Zusammengehörigkeit der einzelnen Auszüge (= Graustufen-Seiten) zu einer farbigen Dokumentseite zu erkennen und so z.B. eine composite Preview im RIP bzw. einen farbigen Rasterproof zu ermöglichen.
Wenn diese Information erkannt und ausgenutzt wird, dann wäre es für einen solchen RIP theoretische auch möglich die fehlende Rasterinformation zu ersetzten bzw. falsche Einstellungen zu ignorieren und durch optimale Werte zu ersetzen. RIPs die dazu in der Lage sind, sind allerdings dünn gesäht.
Ein Adobe Acrobat kann mit vorseparierten PDF-Dateien in der Ausgabe nicht wirklich umgehen. Beim Versuch eine bereits vorseparierte PDF-Datei separiert auszugeben, werden die Graustufen-Seiten nochmals separiert. Bei der unseparierten Ausgabe, werden die Seiten als Grausstufen-Seiten angesehen. Somit taucht weder die Sonderfarben in der Farbliste auf (um ihnen eine gesonderte Winkelung geben zu können) noch wird in die generierte PostScript-Datei der %%PlateColor DSC-Kommentar geschrieben, der es dem RIP erlauben würde, die Zusammengehörigkeit der einzelnen Farbauszüge zu einer composite Dokumentseite zu erkennen.
Das gleiche gilt übrigens auch im Zusammenspiel mit ARTS PDF Crackerjack.
Als Creo prinergy Anwender hätten Sie Zugriff auf ein tool wie PlateRepair. Aber nicht jeder Dienstleister hat Prinergy im Einsatz.
Sie können es also drehen und wenden wie Sie es wollen. Wenn Sie vorseparierte PDF-Dateien abliefern wollen, dann sind Sie dafür verantwortlich, dass die Rastereinstellungen in der PDF-Datei bereits korrekt definiert sind. Dies bedeutet, dass beim separierten Drucken aus dem Layoutprogramm bereits korrekte Rasterweiten und -winkel Werte angegeben werden und dass bei der eigentlichen PDF-Erzeugung im Acrobat Distiller die Option "Rastereinstellungen beibehalten" aktiviert ist.
Wird dies beherzigt, dann kann der Dienstleister die Datei entweder direkt im RIP verarbeiten lassen (darf dann aber natürlich dort nicht eingestelltghaben, dass Rastereinstellungen durch Standardwerte ersetzt werden sollen) oder kann die Datei aus Acrobat heraus unsepariert ausgeben und muß dann aber darauf achten, dass die Druckoption "Halbtonraster ausgeben" aktiviert ist um die Rastereinstellungen der PDF-Datei mit durchzureichen.
Da das in der Praxis mit viel zu vielen Wenn und Abers verbunden ist, heißt die Divise "composite Workflow". Und wenn Sie mir sagen, dass das Logo, welches dies angeblich unmöglich macht (warum eigentlich?), immer wieder mal gebraucht wird, dann sollten Sie, so meine ich, darüber nachdenken, ob es sich nicht lohnt einmal ein wenig Zeit zu investieren, um das Logo composite-tauglich zu machen, als jedesmal auf's Neue diesen Eiertanz mit den vorseparierten Daten zu wagen.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Zacherl
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