Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03328.jsonl.gz/404

Mitte November dieses Jahres hob die US-Flugaufsicht nach eineinhalb Jahren das Flugverbot für den Unglücksflieger Boeing 737 Max auf - ein wichtiger Schritt für den Flugzeughersteller Boeing. Das Unternehmen schlitterte in die Krise, nachdem zwei Flugzeuge dieses Typs abstürzten. Der erste Unfall erfolgte am 29. Oktober 2018. Eine Boeing 737 Max des indonesischen Billigfliegers Lion Air ist kurz nach dem Start in Jakarta abgestürzt. Wenige Monate später stürzte am 10. März 2019 die nächste Maschine dieses Typs von Äthiopian Airlines, die von Addis Abeba nach Nairobi unterwegs war ab, und forderte 157 Todesopfer.
In Folge dessen begannen Behörden weltweit, ein Startverbot für diesen Maschinentyp zu erteilen. Auf dem ganzen Globus mussten die Flugzeuge gegroundet werden. Als Ursache für die Abstürze wurden Sicherheitsfehler in der Software genannt. Der Flugzeughersteller schlitterte aufgrund der Ausfallentschädigungen, die er an die Airlines für die Ausfälle bezahlen musste, tief in die roten Zahlen. Dieses Jahr ging es dann endlich wieder bergauf. Im Mai nimmt Boeing die Produktion des Pannenflugzeugs nach fünfmonatiger Produktionspause wieder auf.
Am 29. November 2020 hob schliesslich das erste Passagierflugzeug des Typs Boeing 737 Max von American Airlines wieder über US-Amerikanischen Boden von Miami in Richtung New York ab. Ein wichtiger Schritt für das Unternehmen, das von den Vorfällen und nun auch noch der Corona-Krise schwer gezeichnet ist. American Airlines ist aber nicht die erste Fluggesellschaft, die den Typ wieder einsetzt. Kurz nachdem die USA die Zulassung bekannt gab, zogen Brasilien und Mexiko nach. Die brasilianische Airline Gol und Aeromexico führten schon rund 250 Flüge mit der MAX durch.
Misstrauen
Unter den Fluggästen sei die Skepsis jedoch noch gross, wie «SRF» berichtet. Knapp 40 Prozent hatten laut einer Umfrage in den USA von Reuters/Ipsos die Unfälle noch im Kopf. Ganze 57 Prozent sagten, dass sie nicht mehr mit diesem Maschinentyp reisen würden. 7 Prozent wären bereit, in das Flugzeug zu steigen, wenn es sich mindestens ein halbes Jahr in der Luft bewährt hätte, so der Nachrichtendienst weiter.
Auch in Europa wird die Zulassung des Flugzeugtyps schon bald erwartet. Auf diesem Kontinent ist die europäische Aufsichtsbehörde Easa für die Überprüfung der Wiederzulassung des Modells zuständig. Eine Entscheidung ist im Laufe des Monats Januar 2021 angekündigt.