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Brückenwage,
eine Wage,
[* 2] die zur Gewichtsbestimmung größerer Lasten dient und ein bequemes
Aufbringen
derselben auf die Wagschale, sowie die Benutzung kleiner Gewichtsstücke gestattet. Die zur
Aufnahme der Last bestimmte Wagschale
bildet in der Ruhelage eine den Mechanismus schützende, von demselben
getrennte
Brücke
[* 3] oder
Plattform. Diese Wagen werden
sowohl als
Decimal- wie als Centesimalwagen gebaut; die erstern sind meist transportabel. Unter den gebräuchlichen
Systemen älterer Konstruktion ist die Quintenzsche
Brückenwage als die zweckmäßigste und am häufigsten zur
Anwendung kommende zu erwähnen.
[* 1] ^[Abb. 1-3]
In obenstehenden [* 1] Fig. 1-3 ist eine Decimalwaage dieses Systems dargestellt. Dieselbe ist mit einer Abstellvorrichtung versehen, die den Zweck hat, nach dem Gebrauche den Kontakt zwischen Schneiden und Pfannen vollständig aufzuheben und somit der Brücke eine feste Auflage auf dem Untergestell zu verschaffen. Es wird dies durch Senken der Gabel b und mit ihr des Wagebalkens g, an dessen einem Ende a die Wagschale hängt, mittels des Hebels o, des Excenters f und der Excenterstange h erreicht.
Der Winkelhebel k wird dabei so gedreht, daß der eine Schenkel demselben das vordere Ende des Wagebalkens stützt. Diese
Einrichtung, die sich in der beschriebenen oder in ähnlicher
Weise bei allen
Brückenwage vorfindet, hat den Zweck, den schädlichen
Einfluß der
Stöße, die bei der Belastung und Entlastung der Wage erfolgen, auf die Hebelmechanismen
derselben aufzuheben. Der zu wägende Gegenstand wird auf die
Brücke gelegt. Die Wirkung der Last wird von dem
Rahmen X durch
zwei bei e und d angreifende Zugstangen auf den Hebel
[* 4] g übertragen.
Mittels des oben beschriebenen Mechanismus wird die Wage
eingerückt, sodaß die
Brücke auf den Schneiden
U, V und W balanciert, worauf so viele Gewichte auf die Wagschale gesetzt
werden, daß die beiden Schneiden einander genau gegenüberstehen. Das Gewicht der Last ist gleich dem Zehnfachen der auf
der Wagschale befindlichen Gewichte.
[* 1]
Fig. 2 ist die obere
Ansicht des Rahmens X,
[* 1]
Fig. 3 ist die Vorderansicht
der Wage bei abgenommener Wagschale.
[* 1] ^[Abb. 4.]
Statt der hier beschriebenen Decimalwagen baut man auch solche, bei denen die Erkenntnis der Lastschwere mit auf einem Hebel verschiebbarem Laufgewicht erfolgt (Schnellwagen). Wagen solcher Art, die sich außerdem noch durch einen ¶
mehr
selbstthätigen Registrierapparat auszeichnen, sind die von Chameroy Fils in Paris [* 6] konstruierten sog. Chameroy-Wagen. Beim Wägen verschiebt man das Laufgewicht E [* 5] (Fig. 4) so weit auf dem Hebel F bis das Gleichgewicht [* 7] annähernd hergestellt ist, wobei die Schneiden des erstern in eine der auf dem Hebel stets oberhalb einer größeren runden Zahl befindlichen Kerben greift. Durch Verschiebung des Riegels V wird sodann das genaue Gleichgewicht hergestellt, hierauf dreht man den Handgriff T aufwärts und stellt auf diese Weise den Hebel F fest.
An der untern Seite des letztern, sowie an der des Riegels V sind erhaben gearbeitete, genau den an der Seite des Hebels und des Riegels befindlichen Skalen entsprechende Ziffern angebracht. Man schiebt nun ein Kartonblatt von bestimmter Größe seitlich in eine Öffnung des Laufgewichts und drückt den Handgriff L aufwärts, wodurch der Karton gegen die Ziffern des Hebels gepreßt und auf diese Weise die Gewichtsangabe dem Papier eingedrückt wird. In [* 5] Fig. 5 ist ein solcher Karton mit eingepreßter Gewichtsangabe dargestellt. Auf der zur Aufnahme des Bruttogewichts eingerichteten Seite hat sich unter den Hunderten eine 12, unter den Zehnern eine 6 eingeprägt, der Strich zwischen 7 und 8 giebt noch 7,5 Einheiten an, sodaß das Gesamtbruttogewicht 1267,5 kg beträgt; das Taragewicht ist auf dieselbe Weise mit 385,5 kg ermittelt. Die Mitte des Billets dient zur Notierung der beiden und zur Berechnung des Nettogewichts.
[* 5] ^[Abb. 5.]
Centesimal-
Brückenwagen benutzt man zum Abwägen sehr großer Lasten, wie beladener Eisenbahnwaggons, Frachtfuhrwerke u. s. w.,
und ist deshalb die Brücke meist so angeordnet, daß ihre Oberfläche im Straßenniveau liegt, weshalb
die Wagen direkt auf dieselbe auffahren können. Es kann bei dieser Konstruktion ebenfalls entweder eine Wagschale mit Gewichtsstücken
oder ein Laufgewicht angebracht werden.
[* 5] ^[Abb. 6.]
In
[* 5]
Fig. 6-8 ist eine Centesimal-
Brückenwage mit Wagschale dargestellt;
[* 5]
Fig. 6 ist
ein Längenschnitt,
[* 5]
Fig. 7 der Grundriß und
[* 5]
Fig. 8 ein Querschnitt
dieser Wage. Der hölzerne Boden A der Brücke ist auf den Balkenrahmen CD festgeschraubt, letzterer ruht mittels der gußeisernen,
mit Stahl ausgelegten Supporte E auf den vier stählernen Schneiden m, die in den Hebeln c n befestigt sind. Diese ruhen mittels
stählerner Schneiden auf Stahlunterlagen, auf welche Weise überhaupt alle Verbindungen und Auflagerungen
bewerkstelligt sind. Um die Senkung der Brücke vor dem Auflegen der Gewichte auf die Wagschale zu verhindern, ist ein System
von Hebeln und Zugstangen Q, R, S und U angebracht.
Durch die Drehung des Hebels Q um die horizontale Achse V wird das eine Ende des Hebels S so unter die an der Brücke befestigten gußeisernen Stützen geschoben, daß die letztern auf den Enden des Hebels S ruhen und ein Senken der Brücke nicht mehr stattfinden kann. Die Hebel S drehen sich dabei um die in den Supporten angebrachten Stifte. Der Hebel f h mit der Wagschale P ist auf dem gußeisernen Ständer l angebracht und dreht sich gleichfalls mittels stählerner Schneiden g auf einer Stahlunterlage. Das Gewicht der Last ist gleich dem Hundertfachen der auf der Wagschale befindlichen Gewichte.
[* 5] ^[Abb. 7.]
[* 5] ^[Abb. 8.]
Die größten
Brückenwage finden sich auf größern Güterbahnhöfen, wo sie zur Abwägung ganzer
Güterwagen dienen; hier ist die Brücke als ein Ausschnitt der Gleisanlage ausgeführt, der in seiner Ruhelage das Auffahren
eines Eisenbahnwagens gestattet.