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Seit die Gletscheroberfläche unter das Niveau der südöstlichen Wasserscheide abgeschmolzen ist, kann oberflächliches Schmelzwasser nicht mehr ins Wallis entwässern. So entstand im Verlauf der letzten Jahrzehnte ein Gletschersee, der allmählich immer grösser geworden ist. 2011 wurde erstmals eine Gletscherseeentleerung in Richtung Lenk beobachtet. Im Juli 2018 hat sich der See schlagartig innerhalb von 24 Stunden entleert. Entlang der Simme bis ins Dorf Lenk sind dadurch Schäden von ca. 2.5 Mio. Franken entstanden.
Als Massnahme zur Verhinderung einer erneuten sofortigen Entleerung in die Simme wurde ein bisher einzigartiges Entwässerungssystem realisiert. Mittels Überlaufkanal, bestehend aus Mikrotunnel und offenem Grabenaushub, soll das Seewasser in eine 1.3 km weiter westlich liegende Gletschermühle abgeleitet werden. Im August 2019 ist der Faverges-See vollständig ausgelaufen. Die Leerung ist dank dem erstellten Entwässerungssystem, welches den Pegel bei maximal rund 1.35 Mio. Kubikmeter Wasser plafonierte, durchwegs ohne Schäden erfolgt.
Beim Gletscherseeausbruch am 27. Juli 2018 wurde im Gebiet Rezliberg eine alte Steinsperre teilweise zerstört. Zweck dieser Schwappschwelle war früher vor allem der Hochwasserschutz in der Talsohle durch den Rückhalt von Geschiebe. Mit dem besseren Ausbau des Simmenkanals und dem Bau des Geschiebesammlers Oberried hat sich die Bedeutung der Sperre geändert.
Aus Zeitgründen und wegen der erschwerten Zufahrt wurde eine möglichst schlanke Möglichkeit gesucht, um weitere Erosion im Rezliberg bei künftigen Gletscherseeausbrüchen zu verhindern. Die Schwellenkorporation und die beigezogenen Fachstellen haben sich entschieden, eine sogenannte MEL-Schwelle (MEL=Minimum Energy Loss) zu erstellen, um die Sperre im bestehenden Zustand zu sichern und den Höhenversatz in der Bachsohle abzubauen.