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Evangelisch-methodistische Kirche
Die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK) ist der deutschsprachige Zweig der United Methodist Church. In der Schweiz gehört sie seit rund 150 Jahren zur Kirchenlandschaft. Ihre Anfänge gehen auf die beiden anglikanischen Pfarrer John und Charles Wesley zurück, die im 18. Jahrhundert in England lebten. Neben intensivem Bibelstudium und gemeinsamem Beten waren ihnen vor allem die praktischen Dienste an Armen, Kranken, Arbeitslosen und Gefangenen wichtig. Um die Armen in den Arbeitersiedlungen zu erreichen, begannen sie im Freien zu predigen. Mit der Verkündigung verbanden sich ein intensives soziales Engagement und Bildungsprogramme für die Arbeiter.
Die ersten in der Schweiz erschienenen Methodisten gehörten zum englischen, wesleyanischen Methodismus. Die heutigen Gemeinden sind jedoch von Vertretern des amerikanischen, bischöflichen Methodismus gegründet worden. 1856 entstand die erste Gemeinde in der Schweiz in Lausanne. Im Herbst desselben Jahres gab es eine erste Versammlung in Zürich und 1860 in Basel. Neben der Bischöflichen Methodistenkirche war seit 1866 auch die Evangelische Gemeinschaft als weiterer Zweig der methodistischen Bewegung in der Schweiz aktiv. Wie in Amerika, so haben sich 1968 auch in Europa die Methodistische Kirche und die Evangelische Gemeinschaft zur Evangelisch-methodistischen Kirche zusammengeschlossen.
Die EMK ist am Ökumenischen Rat der Kirchen und an andern ökumenischen Vereinigungen und Arbeitsgemeinschaften beteiligt. Sie ist Mitglied des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz und des VFG – Freikirchen Schweiz. Sie arbeitet mit Partnerkirchen in Afrika, Asien und Lateinamerika in kirchlichen und sozialen Projekten zusammen. Eine besondere Verbindung unterhält die EMK in der Schweiz zu den methodistischen Gemeinden in Nordafrika, Frankreich, Mitteleuropa und im Balkan, die zum selben Bischofsgebiet gehören.
Die Methodisten üben die Kindertaufe oder die Erwachsenentaufe. Der eigentliche Beitritt zur Gemeinde geschieht jedoch durch den freien Entschluss des Glaubenden mit einem Bekenntnis vor versammelter Gemeinde. Eine Stufenleiter von Konferenzen, von der örtlichen Kirchgemeinde bis zur Generalkonferenz mit Vertretern aus der ganzen Welt, entscheidet über die Geschäfte der Kirche. Verflochten in diesen synodalen Aufbau ist eine bischöfliche Ordnung.
Die Menschen der EMK rechnen damit, dass Gottes Gnade an allen Menschen wirksam ist, um sie in sein Bild zu verwandeln: Wo Menschen aufgrund der ihnen zuvorkommenden Gnade Gottes sich berühren lassen von seiner Liebe, erfahren sie seine rechtfertigende Gnade, die eine Entwicklung anstösst, in der die Glaubenden durch die Gnade Gottes in einem anhaltenden Prozess so verändert werden, dass sie seine Liebe durch ihr ganzes Leben und in allen Lebensbereichen bezeugen. Diese Veränderung geschieht in der verbindlichen Gemeinschaft mit anderen Glaubenden. Sie führt dazu, dass Menschen der EMK sich in kirchlichen, sozialen und diakonischen Aufgaben engagieren. Personen mit und ohne pastorale Beauftragung arbeiten dabei gleichwertig zusammen. Die Verantwortung für den Dienst der Kirche tragen sie gemeinsam. Regelmässig neuen Herausforderungen angepasste «Soziale Grundsätze» und ein «Soziales Bekenntnis» bringen die Überzeugung, dass Gottes Gnade menschliche Gesellschaft und Gemeinschaft verändert, strukturell zum Ausdruck.
Kirche und Welt
112 Gemeinden
ca. 9 500 Mitglieder und Freunde