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Anmerkung: Die Bezeichnung "Pistole (d/e), Pistola (It), Pistolet (frz)" ist Tschechischen Ursprungs. Im 15. Jahrh. wurde dort ein Faustrohr als " PÍŠŤALA" d.h. Pfeifchen bezeichnet (ausgesprochen: Pischtala) und hat sich von dort in die ganze Welt verbreitet. Dagegen bedeutet das Wort Revolver "Dreher"
2. Beginn des sportlichen Revolver- und Pistolenschiessens in der Schweiz
Erst mit der Einführung des Armeerevolvers Modell 1872 war ein Präzisionsschiessen mit Kurzwaffen überhaupt möglich. Erstmals in der Schweizergeschichte fand am Eidgenössischen Schützenfest 1887 in Genf auch ein Wettbewerb für Revolverschützen statt. Für die Revolverschützen wurden bloss 10 Scheiben aufgestellt, gegenüber 150 Scheiben für die Gewehrschützen.
3. Gründung und Auflösung des Revolverclub Uznach
Leider sind aus der Anfangszeit des Revolverclubs keine Protokolle erhalten. Lückenlose Protokolle finden wir erst ab 1942, fein säuberlich gebunden durch Buchbinder und Papeteristen Robert Schäppi. Sporadisch erfahren wir dagegen einiges aus den Protokollen des MVU. Es ist anzunehmen, dass der Revolverclub kein Verein im Sinne des Zivilgesetzbuchs, sondern nur eine lose Gruppe war.
Laut Martin Schwyter, heute Landwirt in der Haslen, fanden die ersten Schiessübungen auf seiner Landwirtschaft statt. Das Scheibenmaterial wurde in der Scheune von Vettiger einge-lagert.
Treibende Kraft in den ersten Jahren war Architekt Franz Vettiger (1918 - 1950), welcher in unmittelbarer Nähe der Schwyters wohnte. 40 Jahre später wird er dafür zum Ehrenmitglied ernannt. Er trat dem Verein im Jahre 1907 bei 1. Als Kugelfang diente die steile Böschung zum Buchwald. S. Bild 4. Erste Statuten von 1924 werden als Vorläufer in den revidierten Statuten aus dem Jahre 1942 erwähnt, sind aber leider nicht mehr erhalten.
Bild 3: In den Haslen, bzw. "Schwyter Wiese" der erste Schiessplatz der Pistolenschützen.
Geschossen wurde von den weissen Heuballen gegen die Böschung, links davon.
Danach wird der Pistolenclub 1925 eine Untersektion des MVU mit eigenen Statuten, datiert 1924. Der Vorstand des Pistolenclub umfasst drei Mitglieder, wovon ein Mitglied den Pistolenclub beim MVU vertritt. Grund dieses Beitritts sind Einsparungen beim Beitrag an die Schützenversicherung. Am 10. März 1931 jedoch wird der Revolverclub aufgelöst (MSV Protokoll). Die Gründe dazu erfahren wir nicht. Das Inventar des aufgelösten Pistolenclubs ist dem Unteroffizierverein Oberer Zürichsee überlassen worden und das Vermögen von Fr. 51.80 floss in die Vereinskasse der Militärschützen. 3
4. Neugründung des Vereins 1933
Im Militär diente er als Hauptmann. Seine Arbeitsbelastung während dem zweiten Weltkrieg war als Kompaniekommandant und gleichzeitig Lehrer zu gross geworden, so dass er das Präsidium des Pistolenclubs an Paul Gödl übergab.
Bild 4: Willi Achermann (1894-1986) hier im Alter von etwa 80 Jahren
An der Hauptversammlung des MSV vom 9. April 1934 berichtet Lehrer Achermann über das Eidgenössische Schützenfest 1934 in Fribourg. Im Protokoll sind keine Resultate der Pistolenschützen erwähnt. Über das eigene Resultat schwieg er ebenfalls. Doch kann heute im Schweiz. Schützenbuch nachgelesen werden, dass Achermann das Meisterschaftsresultat von 496 Punkten erreicht hatte. Für die damalige Zeit ein ausgezeichnetes Resultat. Dafür erhielt er die Meisterschaftsmedaille. Konstituierung der Pistolensektion März 1937. Als Vorstand werden gewählt: Leiter Willi Achermann, Munitionsverwalter und Kassier: Angelo Resegatti, Hilfsleiter: Paul Tobler.
Bild 5: Führende Köpfe des Pistolenclubs 1939.
1938 zählt die Pistolensektion 26 Mitglieder. Der Jahresbeitrag beträgt jetzt 7 Franken. Am Kant. Sektionswettschiessen erreichte Franz Vettiger ein Kranzresultat.
5. Schwierige Zeiten während dem 2. Weltkrieg
1942 gibt sich die Pistolen- & Revolversektion Uznach neue Statuten. Sie bleibt zwar immer noch eine Untersektion des Militärschützenvereins, verwaltet sich nun aber selber und wählt einen eigenen Vorstand. Erster Präsident (er wird nun nicht mehr "Leiter" genannt) ist Paul Gödel (Disponent bei der Seidenweberei Schubiger) und Aktuar wird Emil Örtig (Amtsschreiber Bezirk See), sowie Ernst Sollberger (Postautochauffeur) als Materialverwalter. Der bisherige Leiter der Pistolensektion , Willi Achermann, tritt von seinem Amt zurück, weil er als Kompaniekommandant in der Armee stark gebunden ist und gleichzeitig (im Urlaub) seinem Beruf als Lehrer in Uznach nachgeht. Sein Nachfolger wird 1942 Paul Gödl. Von nun an werden die Sitzungen protokolliert; und zwar bemerkenswerterweise mit Schreibmaschine. Lange Zeit hatte man in der Kiesgrube Gublen geschossen. "Die Verhältnisse in dieser Kiesgrube seien unhaltbar geworden" vermerkt das Protokoll. Den Grund dazu erfahren wir nicht. Dank Vermittlung von Herrn Ingenieur Theo Kuster (Präsident MSV) schiesst man nun wieder auf dem Grundstück von Landwirt Schwyter in den Haslen, nördlich der Scheune. (S. Bild 3) Das Scheibenmaterial dagegen wird in der nahen Scheune von Architekt Vettiger eingelagert. Der Verein zählt nun 30 Mitglieder.
Munitionsknappheit: Während dem 2.WK war die Munitionszuteilung an den Pistolenclub stets knapp. Etwas Munition war zwar privat zu erhalten, aber nicht üppig. Zum Trainieren verkaufte deshalb Eisenwarenhändler Walter Morger, im Städtchen Uznach, Kleinkaliber-Einsatzläufe im Kaliber .22, welche man von vorne in den Pistolenlauf stecken konnte. Das erlaubte zwar nur Einzelschüsse, erwies sich aber als recht genau.
8. Provisorischer Schiessplatz im Täli
Bild 6: Die Schätti-Wies im Täli, rechts des Ernetschwilerbachs.
An der Hauptversammlung des Pistolenclubs vom 5. Mai 1945 wurde beschlossen, für das Jahr 1945 eine provisorische Schiessanlage am Ernetschwilerbach zu errichten. In kame-radschaftlichem Geist haben am 12. Mai eine grössere Anzahl Mitglieder in Frohndienstarbeit diese Schiessanlage erstellt. (Anm. d. Verfasser: Bestehend aus einem Holzsteg in Form eines Bretterladens über den Bach und einer Hütte, links des Bachs, als Scheibendepot. (Letztere sollte dann später noch lange von der Jungwacht genutzt werden.) Leider konnte diese Lösung auf die Dauer nicht befriedigen. Speziell der Zugang war unbe-friedigend. Und bei Regenwetter waren die Schützen nicht richtig unter Dach. So sah sich der Vorstand erneut genötigt, nach einem günstigeren Platz Umschau zu halten.
9. Endlich ein fester Schiesstand
Fotos vom Standbau 1947
1 Paul Gödl, sen
Sepp Winiger, Steuersekretär
Karl Arnold (unten) in seinem Element
Element 2 Adolf Steiner, Säge 3 Adolf Schubiger,
Küpferi 4 Apotheker Bichsel
5 Emil Örtig, Amtsschreiber u. Aktuar PCU
Kugelfang hinter Zeigergraben
Laut Abrechnung vom 25. Mai 1946 hatte der Standneubau Fr. 7'535.90 gekostet, wobei die politische Gemeinde und der SportToto Fonds je Fr. 1'500.- beisteuerten und die Bettelaktion Fr. 3'552.50 erbrachte.
"Wer liebe hat für's Vaterland, der nehm die Waffe in die Hand. Ein jeder Schweizer der nicht schiesst, ist ein Baum der nicht spriesst. Schütze sein mit Herz und Hand, das heisst man Dienst am Vaterland."
Dieser Vers steht im Jahresbericht 1946. Wenn das nur heute noch so gesehen würde! Noch im selben Jahr 1947 hatten Leute des Infanterieregiments 35 ohne Bewilligung mit Karabinern im neuen Pistolenstand geschossen und dabei Schaden angerichtet. Der Schaden wurde entschädigt.
10. Wie sah es in diesem Schiesstand aus?
Das Schützenhaus bestand aus einem einzigen Raum, zu welchem man über einige Steinstufen gelangte. In diesem, an der westlichen Wand dem Eingang gegenüber, stand ein alter Wandschrank, in welchem Munition und auch eine vereinseigene Pistole aufbewahrt wurden. Heute undenkbar. Die Scheiben dagegen wurden in einem separaten Schopf, neben dem Stand gelagert. Noch heute liegt dort ein grosser Sandsteinblock, welcher als Eingangsstufe von diesem Magazin zeugt.
Hinter den Schützen standen drei Warnerpulte mit je zwei Warnanlagen. Letztere bestanden aus einem Drehschalter welcher dem Zeiger im Zeigergraben die gewünschte Trefferwertung, 5er oder 10er, anzeigte (durch verschiedenfarbige Leuchten). Hatte der Schütze gefeuert, einen Einzelschuss oder ein Seriefeuer, so drückte der Warner auf einen Klingelknopf und beim Zeiger im Graben blinkte eine der gewünschten Wertung entsprechende Lampe.(2) Geklebt wurden die Schusslöcher mit Fischkleister und Pinsel zum Auftragen des Leims.
(2) Diese Warnanlage "Silena" wurde erst nachträglich 1951 für Fr. 2'100.- angeschafft.
Zudem gab's eine Telefonverbidung zwischen Stand und Zeigergraben, mit einer Kurbel, welche einen Klingelton, sowohl im Stand als auch im Zeigergraben generierte (ein ehemaliges Feldtelefon der Armee). Damit war eine Kommunikation zwischen dem Schützenmeister und dem Zeigerchef im Graben möglich. Nach Übungen nahm man das Telefon vom Zeigergraben in den Stand, um Feuchteschäden zu verhindern.
An Trainigsschiessen, jeweils Donnerstag Abends und am Samstag Morgen, fanden sich oft nur drei bis fünf Schützen ein. Im Turnus "opferte" sich einer der Schützen als Zeiger. Meist kletterte man aber dazu nicht in den Graben, sondern verbarg sich mit Zeigerkellen und Kleber ausgerüstet, mehr schlecht als recht neben der Scheibenreihe hinter einem dicken Baumstamm und zeigte nach Zurufen. Übte man dagegen alleine oder zu Zweien, dann stellten wir einen Tisch als Ladebank vor den Stand und marschierten gemeinsam zur Scheibe. Dazu benutzten wir noch alte Scheiben aus der Schätti-Wies Zeit. Die besassen 8 einen Fusstritt, somit man sie in den Kugelfang treten konnte. So brauchte man den Graben mit Schiebedach nicht zu öffnen.
11. Ernste und heitere Reminiszenzen
In den 50er Jahren liess Willi Achermann seine Pistole durch Emil Fuchs, exzellenter Pisto-lenschütze und Töffmechaniker in Schmerikon, optimieren. Bei einem Übungsschiessen im alten, hölzernen Pistolenstand, begann seine Pistole von selbst zu mitraillieren. Der überraschte Willi Achermann, ein kräftiger Mann, konnte die Pistole zwar halten, doch die letzte Kugel schlug ins Ziegeldach des Pistolenstands. Ein zerbrochener Ziegel fiel daraufhin aufs Pult des verdutzten Warners Neff (Postschalterbeamter). Bemerkung: Die Dachziegel waren von unten her sichtbar, es gab keine Isolation im Stand. (Erzählung von Robert Schäppi sen.)
Weniger Glück hatte Metzger Brönnimann von Jona, ca. 20 Jahre später beim selben Missgeschick. Sein letzter Schuss im Pistolenstand Grunau schlug ihm in den Kopf, denn er schoss noch nach alter Schule mit stark angewinkeltem Arm. (Bretscher)
Beinahe wurde ein Zeiger erschossen! (Erzählung von Franz Achermann) Inder Kiesgrube Gublen hatten die Uzner Pistolenschützen drei Scheiben aufgestellt. Man war guter Stimmung und soeben ist "Feuer durch" und den Zeigern das Signal zum Zeigen gegeben worden. Diese schritten aus ihrer Deckung und gingen ans Werk: Scheibe 1 "Acht", Scheibe 2 "Zehn", Scheibe 3 eine "Null". "Das kann doch nicht sein, rief der Schütze!" Und schon kam das Zeichen zu Weitermachen. Die Waffen hoben sich. Doch was war das? Kniete vor Scheibe drei nicht noch jemand und bedeckte mit seinem Kopf genau das schwarze Zentrum? He, Waffen nieder, rief da einer! Und schon rief es: "Scheibe drei neun Punkte!" .... und der Zeiger rannte in Deckung, nichts ahnend von der Gefahr in welcher er sich eben noch befunden hatte.
Erzählung von Franz Achermann: Einmal brachte unser Vater (Willi Achermann) von einem Schiessen ein lebendes Kaninchen als Naturalgabe mit nach Hause. Dieser Chüngel wurde darauf eine gewisse Zeit lang im Waschkeller mit Küchenabfällen gefüttert. Wir Kinder hatten als Stall aus Holzbalken und Brettern ein Revier für das Tierchen gezimmert. Später natürlich kam der Chüngel in die Pfanne.
Pauline tauften wir das Huhn, welches unser Vater ein anderes Mal mit nach Hause brachte. Auch ihm bauten wir ein Gehege. Als Mustervorlage für das Huhn legten wir ihm ein Gips-Ei ins Nest. So, Pauline, tu etwas! Das Tier strengte sich mächtig an und bescherte uns ein Ei, allerdings ohne Schale. Einmal entwischte uns Pauline und verschwand. Und wer brachte sie uns zurück? Ein Benediktinerbruder, die Beine des Huhns zusammengebunden und Kopf nach unten. Als Suppenhuhn schmeckte uns Pauline gut. Anmerkung: Das Benediktinerheim lag damals neben-an an der Rickenstrasse. 9
12. Neuer Präsident wird 1949 Emil Örtig, Bezirksamtschreiber
13. Alois Boos, Präsident 1953 - 1963
14. Robert Schäppi, Präsident 1964 -