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Aarberg: Informationstafel Kirchenmauer und Stele an der Aare
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Aarberg, Informationstafel Kirchenmauer
Hugenotten und Waldenser auf der Flucht
1598 gewährte König Heinrich IV. im Edikt von Nantes den Protestanten (Hugenotten) in Frankreich religiöse Toleranz und beendete damit die Religionskriege in seinem Land. Doch sein Enkel Ludwig XIV. widerrief 1685 das Edikt von Nates. Protestantische Gottesdienste wurden verboten, die Protestanten waren erneut Repressalien ausgesetzt, durften das Land aber nicht verlassen. Dennoch flohen Abertausende ins protestantische Ausland, viele auch in die Schweiz. Unter dem Einfluss Frankreichs vertrieb der Herzog von Savoyen auch die bisher tolerierten calvinistischen Waldenser aus den piemontesischen Alpentälern.
Bern spielte bei der Versorgung und dem Weitertransport der Hugenotten eine wichtige Rolle, führte doch der grösste Teil des Fluchtwegs – von Mies am Genfersee bis Brugg im Aargau – durch bernisches Gebiet.
Aarberg war eine wichtige Zwischenstation auf dem Wasserweg nach Deutschland. Landvogt Victor von Erlach, Pfarrer Niklaus Ulrich und Pfrundvogt Georg Kistler waren für die Versorgung der Flüchtlinge zuständig und brachten diese in den beiden Gasthäusern, zur Krone und zum Falken, oder bei Privaten unter.
Aarberg, Stele an der Aare
Die Aare zwischen Aarberg und Büren
Bis zur Juragewässerkorrektion (1868–1888) floss die Aare nicht in den Bielersee, sondern direkt nach Büren. Die 1568 erbaute Holzbrücke von Aarberg zeugt von ihren Ausmassen. Zwischen Aarberg und Büren verteilte sie sich auf ein ganzes Netz von Wasserläufen. Bei Hochwasser trat sie auf dieser Strecke oft über die Ufer und suchte sich einen neuen Weg durch das abgelagerte Geschiebe. Die ganze Landschaft war geprägt vom ungezähmten Fluss und seinem Schwemmland.
Heute zieht das «Äärli», wie die Alte Aare von den Einheimischen liebevoll genannt wird, durch einen renaturierten, lauschigen Auenwald . Der Hugenottenweg» folgt dem ehemaligen Lauf der Aare, auf der Tausende von Glaubensflüchtlingen einer neuen, unbekannten Heimat entgegen reisten. Der Abschnitt bis Lyss erinnert an das Unglück vom 5. September 1687, bei dem 111 Hugenotten ertranken.