Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/182049

<h2>SubmittedText<h2><p>Zur Verordnungsanpassung zur besseren Pflege der Hochstammbäume:</p><p>- Aufgrund welcher Fakten wird ein Zusammenhang zwischen der Pflege von "Hofos" und der Verbreitung der Kirschessigfliege hergestellt?</p><p>- Ist sich der Bundesrat bewusst, dass mit der neuen Vorschrift die Zahl der "Hofos" zurückgeht, da die Pflegekosten den wirtschaftlichen Ertrag weit überschreiten?</p><p>- Besteht nicht ein Widerspruch zwischen neuem Pflegeauftrag und dem im Rahmen der Vernetzung aufgenommenen anzustrebenden Totholzanteil in "Hofos"?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Hinter den aktuellen Bestimmungen in der Direktzahlungsverordnung steht die Erwartung, dass die Bäume gesund und produktiv sind und einen Beitrag zur Biodiversität leisten. In der Umsetzung wurde festgestellt, dass die Baumpflege teilweise nicht im erwarteten Ausmass erfolgte. Nur gepflegte Jungbäume werden produktiv und leisten mit zunehmendem Alter einen grossen Beitrag zur Biodiversität. Die Direktzahlungsverordnung-Bestimmung zur fachgerechten Baumpflege ist derzeit im Rahmen vom Verordnungspaket 2017 in der Vernehmlassung. Bis am 12. Mai 2017 besteht die Möglichkeit, sich zu dieser Bestimmung zu äussern. Der Bundesrat wird in Kenntnis der Vernehmlassungsergebnisse das Verordnungspaket im Herbst 2017 verabschieden.</p><p>1. Die Kirschessigfliege ist einer von verschiedenen Obstschädlingen. Sie kann sich an unterschiedlichen Orten vermehren. Davon sind Hochstammbäume eine mögliche Quelle. Die Baumpflege wirkt somit der Ausbreitung von Schädlingen entgegen. Die Baumpflege ist zentrales Element einer professionellen Arbeitsweise im Obstbau und wurde von den Obstproduzentenvereinigungen bereits mehrmals gefordert.</p><p>2. Direktzahlungen ergänzen Markterlöse und müssen beziehungsweise sollen nicht die gesamten Produktionskosten abdecken. Weil zudem neben den Qualitätsbeiträgen für Hochstammbäume auch Beiträge für ökologische Vernetzung und Landschaftsqualität bezahlt werden, geht der Bundesrat davon aus, dass die Anzahl Hochstammbäume höchstens geringfügig zurückgeht.</p><p>3. Es besteht kein Widerspruch zum Pflegeauftrag, weil nur gepflegte Bäume ein Alter erreichen, in welchem sich auch wertvolles Totholz bilden kann. Bei alten Bäumen ist der Pflegeaufwand zudem sehr gering, und Totholz soll möglichst nicht entfernt werden.</p>