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System Dynamics
System Dynamics ist eine Methode, um mentale Modelle zu formalisieren. Wir können die Welt ausschliesslich über (mentale) Modelle wahrnehmen. Jeder Mensch macht sich von einer Situation, einem Produkt, einem Prozess oder einem Ort im Kopf sein eigenes Modell. Diese Modelle müssen natürlich nicht unbedingt übereinstimmen. Wenn ich mich mit einem Freund über einen gemeinsamen Bekannten unterhalte, dann haben wir beide ein Bild (oder eben "Modell") von diesem Bekannten im Kopf. Für mich ist er vielleicht seiner angenehmen Stimme wegen sympathisch, während ihn mein Freund wegen dessen kahlem Schädel mag, der ihn an seinen geliebten Vater erinnert. Wenn wir uns also gegenseitig bestätigen, dass der Bekannte sehr sympathisch sei, dann bedeutet das für uns beide etwas ganz anderes.
Solche Diskrepanzen mentaler Modelle können aufgedeckt und ausgeglichen werden, wenn die Beteiligten mittels formaler Modelle kommunizieren. Das ist z.B. dort wichtig, wo Kunde und Lieferanten über ein bevorstehendes Projekt reden. Wenn die Vorstellungen der Gesprächsteilnehmer nicht auf denselben Modellen basieren, gelingt das Projekt nicht und es kommt zu Verlusten.
Mit System Dynamics (SD) können allgemein verständlich und relativ einfach formale Modelle entwickelt werden. Das kann sogar in Workshops mit mehreren Stakeholders geschehen, Projekt- und Programmmanager, Sales, Linienvorgesetzte, Engineers und Entwickler, etc. SD bringt die relevanten Grössen in Abhängigkeit und visualisiert bei konsequenter Anwendung sogenannte Feedback- und Feedforward-Schlaufen. Das sind kreisförmige Abhängigkeiten von Parametern. Wenn man heute und hier etwas verändert, kann sich dies unvorteilhaft auf morgen und dort auswirken. Beispiele bieten Peter Senges Archtypen.
SD kann die zu modellierende Situation sogar quantitativ erfassen, so dass sie simulierbar wird. Grundsätzlich können so einzelne Aspekte eines Projekts oder sogar ganze Projekte im Vorfeld simuliert werden, was insbesondere für das Risikomanagement von unschätzbarem Wert ist.