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Eugen Angele
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 9. September 1863
Priesterweihe: 21. September 1868
Lehrer an der Stiftsschule: 1868–1877
Kapellmeister: 1870–1882?
Unterpfarrer in Engelberg: 1878–1879
Pfarrer in Engelberg: 1879–1884
Chordirektor: 1882–1884
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Meinrad Angele und der Franziska Siegmayer.
Lebensbeschreibung[1]
P. Eugen Angele wurde am 14. Mai 1843 in Berkheim (Landkreis Leutkirch) im Königreich Württemberg geboren. Er war der Sohn von Meinrad Angele und der Franziska Siegmayer. Er trat im Herbst 1860 in die 4. Klasse der Stiftsschule Engelberg ein und beendete das Gymnasium im Sommer 1864. Zwischen der 5. und 6. Klasse absolvierte er im Jahr 1862/63 das klösterliche Noviziat. Aus diesem Grund brauchte er für die drei letzten Gymnasialklassen (4. bis 6. Klasse) vier anstatt drei Jahre.
Er war ein ausgezeichneter Schüler in den alten Sprachen (Latein: Komposition, Grammatik und Interpretation und Griechisch). Weniger Freude hatte er an Algebra, Geometrie, Geschichte und Deutsch. Ausserdem nahm er auch Violinunterricht. Wegen seiner guten gesanglichen und auch musikalischen Kenntnisse wurde er bereits nach der 5. Klasse ins Noviziat zugelassen.
Am 1. August 1862 trat Karl August Angele als Novize ins Kloster ein. Das einjährige Noviziat beendete er am 9. September 1863 mit der Ablegung der einfachen und am 9. September 1866 der feierlichen Profess (Professio solemnis).[2] Vor dem politischen Hintergrund des aufkommenden Kulturkampfes schien es dem Klosterkapitel opportun zu sein, dass der Vater, Meinrad Angele, für seinen klosterwilligen Sohn die schweizerische Staatsbürgerschaft beantragen möge. Das tat er auch, und Karl August wurde am 2. Oktober 1863 als Bürger der Gemeinde Steinhausen im Kanton Zug in schweizerischer Bürgerrecht aufgenommen. Dass die Gemeinde Steinhausen gewählt wurde, geht wohl auf den Umstand zurück, dass der damalige Prior des Klosters, P. Maurus Schlumpf, aus Steinhausen stammte und sein Bruder dort Pfarrer war. Auf diese Weise erhoffte er sich wohl einen gewissen Bonus, wenn die Gemeindeversammlung über das neue Gemeindemitglied beraten und abstimmen musste.
Nach seiner Theologieausbildung wurde P. Eugen von Bischof Karl Johann Greith von St. Gallen am 19. September 1868 zum Subdiakon und am 20. September 1868 zum Diakon geweiht. Am 21. September 1868 folgte die Priesterweihe. Von 1868 bis 1877 war er als Lehrer für Klavier und Violine an der Stiftsschule tätig. 1870 ernannte ihn der Abt zum Stiftskapellmeister und zum Chordirektor-Stellvertreter. 1882 wurde er zum hauptverantwortlichen Chordirektor befördert. 1878 erfolgte die Ernennung zum Unterpfarrer und ein Jahr später, 1879, zum Pfarrer von Engelberg. Als Pfarrer nahm er sich besonders der Förderung der Gemeindeschule an.
Am 4. August 1884 – es war Schulferienzeit und der Klosterkonvent hielt seine Ferien in Grafenort – wollte P. Eugen Angele mit drei Mitbrüdern über den Surenenpass von Engelberg nach Altdorf im Kanton wandern. In Altdorf wohnte und wirkte sein Bruder, Benedikt Angele (1846–1902), seit ca. 1870 als Musikdirektor. Ihn wollte P. Eugen besuchen. Jenseits des Passes ungefähr auf der Höhe der Sankt Onofrius-Kapelle eines kleinen Weilers oberhalb der Urner Gemeinde Attinghausen, muss er zusammengebrochen und wenig später verstorben sein. Es wurde ein Sonnenstich vermutet. Einer seiner Mitbrüder, P. Prior Maurus Schlumpf blieb bei ihm, die zwei anderen stiegen nach Attinghausen hinunter, benachrichtigten dort den Pfarrer und reisten per Schiff und Wagen nach Grafenort, wo der Konvent seine Ferien verbachte, um möglichst schnell den Abt zu informieren. P. Eugens Leichnam wurde nach Flüelen an den Vierwaldstättersee geführt und dann per Schiff nach Beckenried und weiter mit dem Wagen nach Grafenort und Engelberg gebracht, wo er am 6. August in der Engelberger Klostergruft seine letzte Ruhe fand. Der Trauergottesdienst muss von sehr vielen Menschen besucht worden sein. Der Abt schreibt in seinem Tagebuch: "5-600 Pfarrkinder, die Schuljugend gaben ihrem Pfarrer das ehrenvollste Leichengeleite."[3]
Professbuch
- Nr. 638
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Manuskript von Br. Meinrad Haberl (StiArEbg Professbucheinträge, mit Vorarbeiten von P. Gall Heer) übernommen.
- Hier irrt die Innschrift auf der Erinnerungstafel in Berkheim, die den 29. September 1866 nennt.
- Ein zusammengefasster Bericht erschien dazu im Obwaldner Volksfreund vom 9. August 1884, Nr. 32: "P. Eugen war ein ganz rüstiger und kerngesunder Mann, von hoher und schöner Statur." Brief von P. Walther Langenegger in seiner Personalakte: "Der Leichenwagen kam von Grafenort hoch, wurde vor der Kirche empfangen und sogleich fand die Beerdigung statt, weil der Leichnam schon stark in Verwesung übergegangen war und einen üblen Todtengeruch verbreitete. Das Volk zog der Leiche bis in den grünen Wald hinunter entgegen und nahm regen Antheil. Auf der Weiberseite weinte fast alles." Auch sein Bruder von Altdorf war gekommen. Vgl. auch StiArEbg Tagebuch Abt Villiger Bd. IV, S. 235. Nachrufe in: Schweizerische Kirchen Zeitung vom 9. August 1884 Nr. 32 und im Obwaldner Volksfreund vom 9. August 1884, 3 Artikel.
Bibliographie
- Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 152.
- Hess, Ignaz: Das geistliche Engelberg – I. Verzeichnisse, 1943, S. 33.
- Omlin, Ephrem: Die Geistlichen Obwaldens, Sarnen 1984, S. 131.
- StiArEbg Professbucheintrag nach dem Manuskript von Br. Meinrad Haberl (mit Vorarbeiten von P. Gall Heer).