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Giftiges Rot
Zwischen 1862 und 1908 produzierte die Chemiefabrik F. Petersen & Sichler an der Rheinlehne bei Basel den intensiv roten Farbstoff Fuchsin, für dessen Herstellung Anilinöl mit Arsensäure gemischt und erhitzt wurde. Wegen des sorglosen Umgangs mit diesen Giftstoffen ist der Untergrund des Standorts heute mit 170 Tonnen Arsen stark belastet. Als um 1950 alte Gebäude abgebrochen und durch neue ersetzt wurden, ebnete man mit dem Bauschutt einen Hang aus. Dabei wurde die gefährliche Hinterlassenschaft der früheren Betriebe über eine Fläche von 30'000 Quadratmeter verteilt. Analysen ermittelten nebst Arsen auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und verschiedene Schwermetalle im Untergrund.
Die Verunreinigungen reichen teilweise bis in eine Tiefe von 10 Metern und damit in Bereiche, die das Grundwasser durchströmt. Das ist umso problematischer, als Arsen wasserlöslich ist: Täglich werden durchschnittlich 900 Gramm Arsen ausgewaschen. Im Grundwasser wird das Arsen zwar verdünnt, überschreitet aber dennoch deutlich die für einen Sanierungsbedarf massgebenden Konzentrationen. Arsen sickert ausserdem durch den Untergrund in den Rhein, fliesst aber hauptsächlich zu den Brauchwasserpumpen zweier Industriebetriebe in der Umgebung.
Die am stärksten belasteten Bereiche sollen nun ausgehoben werden. In den Zonen, die kein Grundwasser führen, wird der Untergrund auf konventionelle Weise ausgebaggert. Ist dagegen der Grundwasserträger betroffen, soll das verunreinigte Material über Bohrungen, deren Querschnitte sich überschneiden, an die Oberfläche befördert werden. Während der Arbeiten im grundwasserführenden Bereich wird das Grundwasser abgepumpt und gereinigt.
Insgesamt werden knapp 90'000 Kubikmeter Material auszuheben und zu entsorgen sein. Damit sollte sich das Schadstoffpotential um über 95 Prozent reduzieren, sodass sich die maximal zulässige Arsenkonzentration im Grundwasser einhalten lässt. Insgesamt ist mit einer Bauzeit von 2 Jahren zu rechnen, und die Erfolgskontrolle bis zum Erreichen der Sanierungszielwerte im Grundwasser wird nochmals rund 5 Jahre beanspruchen. Die Kosten der Sanierung werden sich voraussichtlich auf etwas über 100 Mio. Franken belaufen.
Das BAFU springt für den nicht mehr zu ermittelnden Verursacher mit ein
Da der Verursacher der Belastung nicht mehr existiert, ergeben sich Ausfallkosten, an denen sich das BAFU zu 40 Prozent mit Mitteln aus dem VASA-Fonds beteiligen wird. Die Ausgaben für die bisherigen Standortuntersuchungen eingerechnet, dürften sich die Beiträge aus dem VASA-Fonds auf rund 45 Mio. Franken belaufen. Das BAFU wird angesichts der hohen Kosten den Sanierungsverantwortlichen verpflichten, im Rahmen eines Controllingprozesses regelmässig über den Lauf der Arbeiten zu berichten.