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Augen
Der Augapfel liegt geschützt in einer Höhle des Schädelknochens (Orbita), wird durch sechs feine Augenmuskeln bewegt und äusserlich geschützt durch die Augenlider. Die Bindehaut (Konjunktiva) überzieht den äusseren Augapfel und die Lider und hält das Auge feucht. In der Mitte des Auges wird durch die Hornhaut (Cornea) das einfallende Licht gebrochen. Die dahinter liegende Regenbogenhaut (Iris) gibt dem Auge durch das eingelagerte Melanin seine charakteristische Farbe. Ferner reguliert die Iris den Lichteinfall in das Auge ähnlich der Blendenöffnung einer Kamera. Im Innern des Augapfels finden sich dann die weiteren Strukturen des Sehens. Die Linse, hinter der Iris gelegen, ermöglicht als brechendes Medium die Nah- und Ferneinstellung. Erreicht wird dies durch Veränderungen des Krümmungsradius der Linse mit Hilfe des Ziliarmuskels. Nachlassende Elastizität der Linse führt daher im Alter zur Altersweitsichtigkeit. So bezeichnet man den fortschreitenden Verlust der Nahanpassungsfähigkeit des Auges. Dieser Prozess wird ab dem 45. Altersjahr spürbar und kann mit einer Lesebrille ausgeglichen werden. Der mittlere Augenabschnitt zwischen Linse und Netzhaut wird durch den Glaskörper gefüllt, einer gelartigen, durchsichtigen Substanz, welche den Augapfel und die Netzhaut stabilisiert. In der Netzhaut werden die Lichtreize in den Sinneszellen in Nervenströme umgewandelt und via Sehnerv zum Gehirn geleitetet. Die grösste Dichte dieser Lichtempfängerzellen (Fotozellen) im Bereich der Netzhaut finden wir an der Stelle des schärfsten Sehens, dem gelben Fleck(Makula).
Krankheiten
Bindehautentzündungen sind die häufigsten Augenerkrankungen. Als Reaktion auf einen Reiz (allergisch, infektiös, chemisch, mechanisch) entsteht eine Augenrötung mit Augenbrennen, Juckreiz und Fremdkörpergefühl, äusserlich als Schwellungen und Absonderungen bemerkbar. Beschädigungen der Hornhaut durch sehr starken Lichteinfluss (Schweissen, Aufenthalt im Schnee bei Sonne ohne Sonnenbrille) führen zu starken Schmerzen und Blendegefühl, im Volksmund „Schweissblende“ und „Schneeblindheit“ genannt. Bei Sehverschlechterung oder einem nicht entfernbaren Fremdkörper braucht es eine ärztliche Beurteilung. Das Tragen von Schutz- und Sonnenbrillen bei entsprechender Exposition ist also sehr wichtig.
Die Makuladegeneration, altersbedingt zunehmend, ist bedingt durch einen Funktionsverlust der Sinneszellen des gelben Fleckes und kann bis zur Erblindung führen. Die Betroffenen können das, was sie direkt anschauen, nicht mehr klar erkennen, stattdessen sehen sie nur einen schwarzen Fleck. Erstes Anzeichen einer Makuladegeneration ist ein verzerrtes Sehen, Buchstaben verschwimmen, gerade Linien erscheinen plötzlich krumm. Heilbar ist die Erkrankung nicht, der Verlauf lässt sich aber durch eine Injektionstherapie bremsen. Damit können die ärzte eine Verschlechterung oft jahrelang aufhalten. Neben regelmässigen augenärztlichen Kontrollen ab dem 60. Lebensjahr kann auch als Selbsttest der sogenannte Amsler-Test empfohlen werden. Er hängt bei uns im Wartezimmer.
Ein besonderes Augenmerk muss auf die diabetische Retinopathie gerichtet werden. Durch die Zuckerkrankheit können Schwellungen der Makula oder krankhafte Gefä�neubildungen im Augenhintergrund entstehen und schliesslich zu Erblindung führen. Regelmässige Kontrollen beim Augenarzt und eine gute Blutzuckereinstellung sind dringlich.
Der graue und der grüne Star, zwei unterschiedliche Augenerkrankungen, können unentdeckt ebenfalls zur Erblindung führen. Sie entwickeln sich schleichend über Jahre hinweg. Beide Krankheiten können bei Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig erkannt werden. Beim grauen Star (Katarakt) wird die Linse trüb und das gesehene Bild verliert zunehmend an Schärfe. Patienten haben das Gefühl, alles durch einen Schleier zu sehen, der immer dichter wird. Ihre Umgebung erscheint grau in grau und beim Autofahren nachts tritt ein vermehrtes Blendegefühl auf. Obwohl der graue Star prinzipiell in jedem Lebensalter auftreten kann, ist er meist eine Folge des ganz normalen Alterungsprozesses der Linse. Der einzige Weg, diese Augenkrankheit zu behandeln, ist der operative Ersatz durch eine Kunstlinse. Dieser Eingriff zählt heute zu den häufigsten Operationen überhaupt und ist entsprechend sicher. Der grüne Star (Glaukom) entsteht vor allem durch erhöhten Augendruck. Risikofaktoren sind eine familiäre Belastung, Durchblutungsstörungen wie Diabetes und Bluthochdruck, die Einnahme von bestimmten Medikamenten (z.B. Cortison) und lokale Faktoren am Auge. Durch die Zerstörung des Sehnervs kommt es zu zunehmenden Gesichtsfeldausfällen, zuerst peripher, später auch im Zentrum. Bei gewissen Formen der Erkrankung bemerken die Patienten in der Dunkelheit Ringe oder Höfe um Lichtquellen. Das Glaukom bleibt lange unbemerkt und entwickelt sich schleichend. Bis man die Sehstörungen selbst wahrnimmt, ist die Erkrankung schon weit fortgeschritten. Die Sehstörung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Entscheidend ist deshalb die Früherkennung. Zur Behandlung verordnen Augenärzte Augentropfen oder Tabletten. Helfen diese nicht (mehr), wird der Arzt eine Laserbehandlung oder eine Operation vorschlagen. Bei der Operation wird der Abfluss des Augenkammerwassers erleichtert und so der Druck gesenkt.
Wohl kommt eine Netzhautablösung beim Menschen sehr selten vor, kann aber im schlimmsten Fall zur Erblindung führen. Dabei löst sich die Netzhaut, die lichtempfindliche Schicht des Auges, vom Hintergrund (Aderhaut) ab. In der Regel kann eine Netzhautablösung erfolgreich durch eine Operation behandelt werden. Ist allerdings die Mitte der Netzhaut betroffen, bleibt das Sehvermögen reduziert. Plötzliches „Blitzen“ in einem Auge, Schatten im Blickfeld, Sehverschlechterung oder plötzlich auftretende bewegliche Trübungen können Warnhinweise sein. Bei einem oder mehreren dieser Anzeichen sollten Sie sofort den Augenarzt oder die Augenärztin kontaktieren. Je früher eine Netzhautablösung behandelt wird, desto besser sind die Chancen, dass das Sehvermögen nicht beeinträchtigt wird.
Plötzlich auftretende Veränderungen des Sehens müssen abgeklärt werden. Warten Sie nicht zu und melden Sie sich zur Beratung bei uns oder beim Augenarzt. Regelmä�ige Kontrollen der Augen geben zusätzlich die Sicherheit, dass sich keine Probleme unbemerkt entwickeln. Das Risiko von Augenerkrankungen steigt mit zunehmendem Lebensalter. Eine regelmässige Kontrolle des Augeninnendrucks ist ab dem 50. Lebensjahr sinnvoll, besonders wenn familiäre Augenerkrankungen bekannt sind (z.B. Glaukom, altersabhängige Makuladegeneration, Netzhautablösung). Einige Allgemeinerkrankungen und bestimmte Medikamente (z.B. Amiodarone) erfordern ebenfalls regelmässige Untersuchungen der Augen.