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Experteninterview für die ProntoPro
Ferdi Hutter gab ein Experteninterview für die ProntoPro.
Hier findet ihr den Link zum Originaltext:
Danke für die Veröffentlichung!
Hier ein Ausschnitt:
Selbstbehauptung und Selbstverteidigung kann man in jedem Alter lernen
Natürlich hoffen wir alle, niemals in eine Situation zu kommen, in der wir uns verteidigen müssen, aber es schadet nicht vorbereitet zu sein. Und in einer Zeit, in der Mobbing allgegenwärtig ist, sollten schon Kinder in Selbstbehauptung geschult werden. Mit Krav Maga, eine im Verhältnis zu den alten asiatischen Kampfsportarten, noch recht junge Variante der Selbstverteidigung gibt es eine Sportart, die für alle Altersklassen und Fitnesslevel geeignet ist und von jedem Teilnehmer relativ schnell erlernt werden kann. Diese Sportart eignet sich zudem, ganz allgemein seine körperliche Fitness zu verbessern und seine Beweglichkeit zu fördern und auch im hohen Alter zu erhalten, weshalb sie von immer mehr Kampfsport-Schulen angeboten wird.
Um mehr über die Arbeit eines Kampfsport-Trainers zu erfahren, haben wir mit dem 38—jährigen Ferdinand Hutter gesprochen. In Zürich geboren und im Kanton Thurgau aufgewachsen, entwickelte er schon als Kind Interesse am Kampfsport und begann seine sportliche Laufbahn mit Judo. Seine berufliche Laufbahn war sehr abwechslungsreich. So begann er nach der Matura ein Studium in Geschichte, was aber nicht seiner wirklichen Leidenschaft entsprach. Und so wechselte er in den Sicherheitsbereich und besuchte dann die Polizeischule in Amriswil und arbeitete anschliessend 6 Jahre für die Polizei, wo er unter anderem als Instruktor für den Bereich Persönliche Sicherheit tätig war. Zudem absolvierte er innerhalb und ausserhalb der Polizei diverse Weiterbildungen.
Inzwischen hat er den Traum von der Selbstständigkeit realisiert und betreibt, gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin das ars pugnandi Trainingscenter in Winterthur, wo mehrere Sportarten unter einem Dach trainiert werden. Zwei Hilfsinstruktoren und ein Freelancer im Bereich Gewaltprävention unterstützen ihre Arbeit und für die Konzeptionierung der Lerninhalte lassen sie sich von einem Arzt einer Psychologin beraten.
Das Hauptanliegen ist Gewaltprävention, Selbstverteidigung und Bedrohungsmanagement.
So leistet das Team auch Präventions- und Interventionsarbeit an Schulen, häufig in Zusammenarbeit mit den dort tätigen Sozialarbeitern. Auch von Elternvereine und ähnliche Institutionen werden sie zur Unterstützung der jeweiligen Jugendarbeiter gebucht. Ein weiterer Bereich ihrer Tätigkeit ist die Ausbildung von Mitarbeitern öffentlicher Stellen, wie Stadtpolizei, Gefängnis, Organen der Staatsanwaltschaft bis zu Altersheimen und Verkehrsbetrieben. Dazu kommt noch die Ausbildung für private Firmen im Bereich Bedrohungsmanagement und die Ausbildung von Sicherheitsmitarbeitern.
Seit wann gibt es das ars pugnandi Trainingscenter schon und welche Sportarten kann man dort ausüben?
Das Trainingscenter in Winterthur haben wir erst diesen Frühling gegründet. Dort finden zum einen die Kurse unserer Firma ars pugnandi statt, zum anderen trainieren dort jeden Abend unsere Vereine.
Wir bieten Krav Maga, Faustkampf und historischen, mitteleuropäischen Schwertkampf an.
Wir sind Mitglieder der SAMI Verbandes aus Wien. In Winterthur sind wir das SAMI Trainingscenter, welches Krav Maga nach den Richtlinien des SAMI Verbandes anbietet.
Der Verein Faustkampf bietet Boxtraining an, welches wir jedoch mit Elementen des Wing Chun Kung Fu, des Kick- und Thai-Boxens mischen.
Zum Schluss trainieren bei uns noch die Schwertkämpfer des Vereines Säbelrassler.
Für die Kämpfer bieten wir noch functional fitness an, damit alle für die Wettkämpfe, oder eben, für eine unangenehme Situation auf der Strasse, körperlich fit sind.
Wir bieten das Training für Kinder und Jugendliche, sowie Erwachsene an.
Ferdi, wie lange machst du schon Kampfsport und welche Sportart gefällt dir am besten?
Seit ich etwa 9 Jahre alt war. Begonnen habe ich mit Judo, danach Wing Chung Kung Fu. Nach einer Pause begann ich mit dem olympischen Fechten, wechselte danach aber wieder zum Wing Chun. Später kam noch Eskrima, Modern Wu Shu und klassisches Boxen hinzu. Während der Polizeischule musste ich pausieren, danach begann ich mit Krav Maga, welches ich seit 2015 selbst unterrichte. Mit dem Schwert kämpfe ich regelmässig seit ich 18 Jahre alt war.
Ernährung ist sehr wichtig bei Kampfsportarten. Welche Nahrung empfiehlst du vor oder während eines Wettkampfes?
Ui, das ist nicht mein Fachgebiet. Meine Geschäftspartnerin, Nathalie Strassmann, ist Ernährungsberaterin, das ist eigentlich ihr Ding. Aber vor dem Wettkampf braucht es sicher genügend Kohlenhydrate, keine fettreiche und schwerverdauliche Nahrung, und vor allem genug Flüssigkeit. Ich persönlich esse meist eine Banane oder ein Müsli vor dem Training, danach noch einmal wenig Kohlenhydrate und Proteine. Aber ich bin da kein Profi.
Welchen Kurs empfiehlst du älteren Personen, die sich fit halten möchten, und was kostet er?
Krav Maga ist an sich für jede Altersgruppe geeignet. Wir trainieren immer auch die körperliche Fitness, denn durch das Training verbessert man seine Kraft und Koordination, und natürlich die Fähigkeit, sich selbst zu verteidigen.
Ich bin jedoch der Meinung, dass es kein Patentrezept gibt. Wir haben 70-jährige Mitglieder, die noch drei Mal die Woche ins Krafttraining gehen und die noch fast so viele Liegestütze schaffen, wie ich.
Wichtig ist sicher, dass man sich stetig bewegt, genug schläft, gesund und ausgewogen isst, und vor allem Spass an dem hat, was man tut.
Sport ist nicht nur gesund, sondern kann auch schützen
Kampfsport hat das Potenzial zum Breitensport, besonders Formen, die der Selbstbehauptung und Selbstverteidigung dienen, wie zum Beispiel Krav Maga. Wer eine Alternative zum Fitness-Studio sucht oder einen Sport betreiben möchte, der nicht nur die Fitness verbessert, sondern zudem noch den Nutzen hat, dass man lernt, sich zu verteidigen, sollte sich einmal die Angebote der Kampfsport-Schulen ansehen. Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig, so dass für fast alle Menschen etwas Passendes dabei ist. Wir danken Ferdinand Hutter vom ars pugnandi Trainingscenter für seine Zeit und den Einblick in seine Arbeit.