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Schon in der Antike und in allen Kulturen rund um den Globus wurden Pflanzen nicht nur als Nutzpflanzen, sondern auch aus ästhetischen Gründen gehalten.
Die Art unseres heutigen Verständnisses von Zimmerpflanzen hat ihren Ursprung in der Renaissance.
Als einige europäische Länder Kolonien in Übersee gründeten, brachten sie nebst Gold und anderen Schätzen auch einzelne Exemplare von Pflanzen mit nach Europa, die als Lebensmittel oder eben als Zierobjekte dienten. Nur eine dünne, sehr wohlhabende Oberschicht begann, ihren Reichtum zur Schau zu stellen, indem sie in sogenannten Orangerien, dem Vorgänger der heutigen Gewächshäuser, Zitrusfrüchte und andere tropische Pflanzen züchtete, die in unseren Breitengraden die Wintermonate nicht draussen überstehen würden.
Während sich diese sehr wohlhabende Oberschicht also schon seit längerem an Zimmerpflanzen erfreute, wurde es der Mittelschicht erst im 19. Jahrhundert möglich, sich mit solchen Kostbarkeiten zu umgeben. Aufgrund des immer intensiveren interkontinentalen Schiffsverkehrs wurden immer mehr tropische und subtropische Pflanzen aus der ganzen Welt nach Europa importiert. Dies führte zu einem Zimmerpflanzenhype. Dank ihrer Fähigkeit, selbst in den dunkelsten Wohnungen zu überleben, wurde die Aspidistra eine der beliebtesten und weit verbreitetsten Zimmerpflanze dieser Zeit.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ermöglichten technische Fortschritte durch die Industrialisierung eine breite Ausdehnung des Gewächshausbaus. In den hellen Stahl- und Glasbauten mit entsprechender Beheizung konnten tropische Pflanzen in grösseren Mengen und in breiter Vielfalt gehalten und gezüchtet werden. Dies sorgte für eine weite Verbreitung von Zimmerpflanzen in den Wohnzimmern der damaligen Menschen. Mit den Kriegsjahren nahm diese Entwicklung jedoch ein abruptes Ende. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erfreuten sich dann Zimmerpflanzen wieder zunehmender Beliebtheit. Oft wurden Zimmerpflanzen eingesetzt, um die oft tristen und sterilen Arbeitsplätze der Nachkriegszeit zu beleben.
Spätestens seit den 1970er Jahren gehörten Zimmerpflanzen zum Interieur einer jeden Wohnung. Sie wurden zu einem regulären Handelsartikel. Weltweiter Handel und Produktionen in grossen Massen führten dazu, dass die Preise sanken und Zimmerpflanzen für jedermann erschwinglich wurden. Zimmerpflanzen wurden übers ganze Jahr verfügbar. Holland entwickelte sich zum führenden Standort in der Produktion und zum Drehkreuz des internationalen Handels mit Pflanzen, insbesondere mit Zimmerpflanzen.
Über zwanzig Jahre nach der Jahrtausendwende stehen Zimmerpflanzen wieder im Rampenlicht; stärker denn je. Der weltweite Handel ermöglicht eine gigantische Auswahl an unterschiedlichsten Pflanzen, die wir als Zimmerpflanzen halten. Moderne Architekturen mit viel Glas sorgen für helle Wohnräume. Dies gefällt nicht nur uns Menschen, sondern ermöglicht es uns auch, Zimmerpflanzen besser halten zu können. Ein regelrechter Hype in den neuen sozialen Medien führte dazu, dass auch ein neues, junges Publikum die Vorzüge von Zimmerpflanzen kennenlernte.
Es gibt viele Argumente, die dafür sprechen, dass Zimmerpflanzen auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens sein werden. Sie produzieren Sauerstoff und können sogar Schadstoffe aus der Luft entfernen. Aktuelle Studien zeigen, dass sich Zimmerpflanzen positiv auf die Konzentration, die Produktivität und das allgemeine Wohlbefinden von Menschen auswirken.