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Alexis Weissenberg, Pianist
1929-2012, geboren in Sofia, Bulgarien, gestorben in Lugano
1929-2012, geboren in Sofia, Bulgarien, gestorben in Lugano
Die „ZEIT-ONLINE“ bezeichnete Weissenberg in ihrem Nachruf vom 16. Januar 2012 als „himmelstürmenden Freigeist am Klavier“, die „New York Times“ als „Pianist of Fire and Ice“. Weissenberg, Sohn einer jüdischen Familie, begann im Alter von drei Jahren mit dem Klavierspiel, mit zehn gab er sein Konzertdebut mit Bach, Beethoven und einer eigenen Etüde. Seine Lehrerin war die Mutter. Die Familie floh 1941 aus einem bulgarischen KZ über die Türkei nach Israel. Von 1946 bis 1949 studierte Weissenberg an der New Yorker Juillard School. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1947 mit dem Gewinn des Leventritt-Wettbewerbs in New York. Nach einer schöpferischen Krise startete er seine Pianistenkarriere Mitte der sechziger Jahre. Den einen gefiel sein „prächtiger romantischer Stil“, andere sahen in ihm eine „technokratische Spielmaschine“. In einem Interview mit The Globe and Mail of Canada sagte Weissenberg über sich selbst: „“You cannot lose your control physically and be precise as to what your hands do. Can you imagine a surgeon operating on somebody, and swooning and looking up at the ceiling and being very excited about it? The patient would die. That is what happens in music too. The patient dies, because there’s too much going on besides the actual performance.” Weissenberg lebte in Frankreich und nahm die französische Staatsbürgerschaft an. Zu seinen Wegbegleitern gehörten Herbert von Karajan, Anne-Sophie Mutter, Carlo Maria Giulini und Seiji Ozawa. Seit 1993 lebte er in Muzzano im Haus des Tessiner Malers Felice Filippini. Im Jahr 2001 widmete das Fernsehen der italienischen Schweiz, RSI, dem Pianisten einen Dokumentarfilm unter dem Titel: „I like music“. Weissenberg litt an der Parkinson-Krankheit.