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Der Sultan Saladin fragt den Juden Nathan nach dem richtigen Glauben. In seiner Verlegenheit behilft sich Nathan mit der Ringparabel, einer Geschichte, die von einem Ring handelt, der den Menschen, der ihn trägt allen anderen angenehm macht. Er geht vom Vater jeweils auf den Lieblingssohn, bis ein Vater sich nicht entscheiden kann, welchem seiner drei Söhne er den Ring geben will. Er fertigt zwei Duplikate an, segnet seine Söhne und stirbt glücklich. Unter den Söhnen aber kommt es zu Streit, wer den richtigen habe.
Der Richter erklärt in seinem Richtspruch alle drei Söhne als betrogene Betrüger – denn zwischen ihnen herrscht nur Zank und Neid. Keiner erweist sich Kraft des Ringes als der Angenehmste der dreien.
In seinem Ratschlag ermuntert er die drei Söhne, ein jeder für sich solle der Wirkung des Ringes nachstreben:
Es strebe von euch um die Wette,
Die Kraft des Steins in seinem Ring' an Tag
Zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut
Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun,
Mit innigster Ergebenheit in Gott
Zu Hilf'!