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Seit 1974 setzt sich die Schweizer Menschenrechtsorganisation Incomindios für die Rechte der Indigenen Völker weltweit ein. Wobei ein besonderer Fokus auf Nord-, Mittel- und Südamerika gelegt wird. Seit 2003 hat Incomindios den Beraterstatus an der UNO (ECOSOC).
Die Frage, welche ethnische Gruppen als indigen bezeichnet werden können beziehungsweise sich selbst dieser Kategorie zuordnen, gibt weiterhin Anlass für Kontroversen. Letztlich enden alle Debatten immer wieder bei einer Arbeitsdefinition, die der ecuadorianische Anwalt und Diplomat José Martínez Cobo in seiner von den Vereinten Nationen in den 1970er Jahren in Auftrag gegebenen Studie zur Diskriminierung indigener Bevölkerungen formulierte.
Sie basiert auf verschiedene objektive Kriterien und einer subjektiven Selbstidentifikation. Zu den Gemeinsamkeiten indigener Gruppen zählt er die historischen Erfahrungen von Kolonialismus und Eroberung, die kulturelle Differenz von der nationalen Mehrheitsgesellschaft sowie die gegenwärtige Marginalisierung und Benachteiligung. Indigenität geht also nicht zwingendermassen mit einer bestimmten Lebensweise einher.
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Akwesasne Kinder. Foto: indiantime.net
Die Akwesasne Freedom School (AFS) wurde 1979 von Mitgliedern der Mohawk-Gemeinschaft gegründet und befindet sich im östlichen Grenzgebiet zwischen Kanada und den USA. Das Leitziel dieser Schule ist es, die Sprache und Kultur der Mohawk zu erhalten sowie den Zusammenhalt der Indigenen über die Landesgrenze hinaus zu stärken. Im Sommer 2015 werden einige Jugendliche der High-School der AFS für einen Schüleraustausch mit der École bilingue de Suisse Romande (Lausanne) in die Schweiz fliegen. Weiterlesen
© David Hill
Der nördliche Teil des peruanischen Regenwaldgebietes ist seit Jahrhunderten das Zuhause der indigenen Völker der Achuar und Kichwa. In diesem Teil des Regenwaldes befinden sich auch die grössten Ölfelder des Landes. Über 70 Prozent des peruanischen Amazonasgebietes wird von der Regierung an Ölunternehmen verpachtet. Der grösste Förderer von Erdöl und Erdgas in Peru ist die argentinische Firma Pluspetrol. Seit 2000 besitzt sie Konzessionen für die produktivsten Ölfelder im Norden des Landes. Pluspetrol ist nicht das erste Unternehmen, welches in dieser Gegend tätig war. Bereits seit den 1970er Jahren wird dort ohne Rücksicht auf Mensch und Natur Erdöl gefördert.
2012, nach mehr als vierzig Jahren und unzähligen Protesten der indigenen Bevölkerung, beantragte die peruanische Regierung eine Untersuchung der Umweltqualität in der Region. Die Resultate waren katastrophal. Im Boden und Wasser fand man Schwermetall- und Kohlenwasserstoffwerte, die zum Teil über 300 mal höher als die maximal erlaubte Grenze waren. Ein umweltbedingter Notstand wurde für die Gegend verhängt. Die Situation für die Indigenen, welche ihr Essen auf den verseuchten Boden anpflanzten und ihre Fische im verschmutzten Fluss fingen war also lebensbedrohlich. Es wurden Bussen von zehn und sieben Millionen US-Dollar verhängt – Doch bis heute hat sich an der Situation nichts geändert. Durch die Verschmutzungen ist es zum vermehrten Auftreten von Krankheiten, unter anderem Krebs, Leberzirrhose, Schädigung des Nervensystems, Nierenversagen und chronischen Kopfschmerzen, in den betroffenen Gebieten gekommen. Pluspetrol weist jegliche Verantwortung von sich undbeschuldigt Occidental Petroleum, welches davor die Konzessionen für die Erdölförderung besass. Des Weiteren wirft Pluspetrol der Indigenen Bevölkerung vor die Ölpipelines zu sabotieren um die Förderungen zu stoppen. Wirft man jedoch einen genaueren Blick auf die Pipelines, wird schnell klar, dass diese seit Jahrzehnten sich selbst überlassen wurden. So fliesst Öl ungehindert durch die Lecks der verrosteten Röhren in die Natur rein. Weiterlesen
Text: Sarah Weber
Das Jahresthema 2015 von Incomindios widmet sich den Frauen der indigenen Völker. Der Schwerpunkt liegt auf der Begegnung von Frauen aus verschiedenen Teilen der Welt, die wir im Rahmen der UNO-Konferenzen in Genf und New York treffen. Es ist geplant, mit Ihnen Interviews durchzuführen und uns über ihre Lebenswege, ihr Volk und über den unermüdlichen Einsatz für das Wohl ihrer Familien und Völker erzählen zu lassen. Insgesamt werden zwölf Monatsporträts auf unserer Website, im E-Newsletter sowie im gedruckten Newsletter erscheinen.
© Incomindios
Monatsporträt Januar: June L. Lorenzo (Diné)
June L. Lorenzo gehört der indigenen Gemeinschaft von Laguna Pueblo/Diné in New Mexico, USA, an. Lorenzo schloss ihren Bachelor of Law mit magna cum laude an der Universität Colorado Women’s College in Denver. Im Jahr 1974 erhielt sie den Doktortitel von der Cornell Law School. June arbeitete jahrelang in staatlichen, privaten und non-profit Institutionen. Durch ihre Arbeit auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene hat sie eine breite Erfahrung in Belangen und Problematiken von indigen Gemeinschaften sammeln können. Heutzutage arbeitet sie als Anwältin und als Teilzeitrichterin für die Zuni Gemeinschaft und ist Mitglied der „Laguna-Acoma Koalition für eine sichere Umwelt“, eine Organisation die sich mit den rechtlichen Aspekten und auch mit den umwelt- und gesundheitsschädlichen Auswirkungen, beschäftigt. Weiterlesen
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- © International Rivers
Monatsporträt Februar: Ruth Buendía (Asháninka)
Ruth Zenaida Buendía Mestoquiari steht an der Spitze der indigenen Gemeinschaft Cutivireni-Río Ene der Stadt Satipo in der Provinz Junín in Perú. Seit 2005 ist sie Präsidentin von CARE, der indigenen Organisation der Asháninka des Rio Ene-Flussgebiets (auf Spanisch: Organización Central Asháninka de Río Ene). In den letzten Jahren wurden Buendía diverse Auszeichnungen für ihr Engagement verliehen, unter anderem der Goldman-Umweltpreis 2014. Diesen Preis erhielt sie als Anerkennung dafür, dass sie die Asháninka geeint und ihren Widerstand gegen den Bau von zwei Staudämmen organisiert hat. Jene Staudämme hätten die angestammten Territorien der Indigenen überflutet und zwangsläufig zur Vertreibung der Bevölkerung geführt. Im selben Jahr erhielt Buendía eine Auszeichnung des peruanischen Kongresses für ihr Engagement für die Rechte der indigenen Völker und den Umweltschutz. Seitdem werden die Ashàninka auf kommunaler, regionaler und nationaler Ebene vermehrt beachtet und Buendía konnte verschiedene ranghohe Kontakte knüpfen. Weiterlesen