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Die Story
Monaco 1962: Die amerikanische Hollywood-Schauspielerin Grace Kelly hat ihre Karriere in Hollywood bereits hinter sich gelassen und den Fürsten Rainier III. von Monaco geheiratet, mit welchem sie nun zwei Kinder hat. Monaco befindet sich in einer politisch heiklen Situation, da es sich immer mehr von Frankreich in die Enge getrieben sieht. Zu dieser Zeit stattet kein geringerer als Regisseur Alfred Hitchcock der schönen Fürstin in Monaco einen Besuch ab und bittet sie, in seinem Film Marnie die Hauptrolle zu spielen. Fürstin Gracia Patricia, welcher die Schauspielerei fehlt, sieht sich in einer Zwickmühle. Sie muss sich zwischen der fürstlichen Verantwortung ihrem Volk und ihrem Mann gegenüber sowie der Sehnsucht nach dem Leben in Hollywood entscheiden. Unter monagessischem Volk gilt Grace als Fremde, da sie weder der französischen Sprache mächtig, noch mit der Geschichte und den Traditionen Monacos vertraut ist. Dazu kommt, dass jemand in ihrem nahen Umfeld heimlich Geschäfte mit dem französischen Präsidenten macht und somit den Thron gefährdet. Gelingt es der schönen Fürstin, die politisch angespannten Seiten zu besänftigen und ihr persönliches Glück zu finden?
Die Kritik:
Dass zwei unterschiedliche Weltansichten aufeinandertreffen, spürt man ab der ersten Sekunde des Filmes. Die anfänglich glamouröse Szenerie, in der Grace Kelly eine Filmszene mit dem Frauenheld Frank Sinatra dreht und von allen Seiten umjubelt wird, wechselt in das idyllische und dagegen schon fast provinzielle Leben der Fürstin in Monaco ab, in welchem Sie nicht gefeiert, sondern in ihrem Verhalten ständig korrigiert und kritisiert wird. Wunderschöne Küstenbilder Monacos, der perfekt gepflegte Rasen und das Anwesen der Fürstin an sich lassen den Zuschauer erahnen, dass dies lediglich eine hübsche Fassade ist.
Immer wieder zoomt der Kameramann nahe an die Augen, die symbolischen Fenster zur Seele von Grace Kelley, heran. In ihren Blicken sind sowohl Verwirrung, Angst, Trauer, Unsicherheit und Zorn zu erkennen. Als Zuschauer erhält mandadurch einen privaten Einblick in das Eheleben der Fürstin und des Fürsten, was die beiden sehr menschlich und somit auch nahbar macht.
Der Versuch der Fürstin, sich in einer fremden Welt zu integrieren, ohne dabei sich selbst zu verleugnen, kommt transparent und fassbar herüber, ohne zu dramatisch oder kitschig zu wirken. In gleicher Weise wird gezeigt, wie sehr das ganze Gebilde der Monarchie auch politischen Einflüssen ausgesetzt ist.
Als Kritikpunkte in einer beinahe perfekten Verfilmung gilt es zu erwähnen, dass das Auftreten des Fürsten zuweilen sehr unbeholfen, ja fast stümperhaft, erscheint. Was einem als Zuschauer am Ende des Filmes von Fürst Rainier III. in Erinnerung bleibt, ist, dass er ein starker Raucher war. Zudem ist der Blick ins Innere der Fürstin in gewissen Szenen schon sehr erdrückend.
Der Film lebt ganz klar von hervorgerufenen Emotionen durch Bilder und nicht von brillant geführten oder tiefgründigen Dialogen.
Dass sich Nicole Kidman intensiv mit der Rolle der Fürstin auseinandergesetzt hat, ist klar ersichtlich. Zu Ende des Film bewegt und spricht sie exakt wie Grace Kelly, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Gefühle wie Wut, Trauer oder Unsicherheit kommen sehr authentisch zum Vorschein, was zeigt, dass sich Nicole Kidman offensichtlich gut in die Situation der Fürstin hineinversetzen konnte.
Tom Roht fehlt es in der Rolle des Fürsten Rainier III of Monaco etwas an roialem Charme und Klasse. Er erinnert eher an einen Wall Street Investor den an einen Fürsten. In grosser Erinnerung wird er den Kinobesuchern mit der schauspielerischen Leistung in Grace of Monaco sicherlich nicht bleiben.
Dass der Film dieses Jahr als Eröffnungsfilm der Filmfestspiele in Cannes ausgewählt wurde, soll nicht damit zusammenhängen, dass sich Fürst Rainer und Grace Kelly im Mai 1955 an eben diesem kennenlernten. Aus Protest blieb das Fürstenhaus dem Ereignis in diesem Jahr mit der offiziellen Begründung fern, dass der Film nicht den Tatsachen entspricht und aus rein kommerziellen Zwecken produziert wurde. Bereits zu Beginn des Drehs hat sich die Fürstenfamilie sehr kritisch zu dem Werk des französischen Regisseurs Olivier Dahan geäussert, da sie dieses als historisch ungenau und unnötig pompös betrachtet. Dieser wiederum betont, dass dem Fürstenhaus mehrere Versionen des Drehbuches vorgelegt und auf ausdrücklichen Wunsch einige Änderungen vorgenommen wurden.
Mein Resümee
Der Film wurde nicht ohne Grund als Eröffnungsfilm am diesjährigen Filmfestival in Cannes ausgewählt. Er ist ein modernes Märchen und eine Liebesgeschichte, welche zu dieser Zeit alles andere als üblich war, zugleich. Er zeigt die alles andere als einfache Verwandlung des gefeierten Hollywood Starletts Grace Kelly zur politisch engagierten und verantwortungsbewussten Fürstin von Monaco und – obwohl die Dialoge etwas zu kurz kommen – ist dieser Film ein sehr sehenswertes Portrait einer grossen Persönlichkeit und schmälert den Respekt gegenüber der Fürstenfamilie in keinster Art und Weise.
Credits:
Filmstart: Eröffnungsfilm am Filmfestical in Cannes am 14.05.2014.
Ab 15.05.2014 in allen Kinos
Produktionsland: Schweiz, 2013
Länge: 103 Minuten
Regie: Olivier Dahan
Die Protagonisten:
Fürstin Grace von Monaco: Nicole Kidman
Fürst Rainier III. von Monaco : Tim Roth
Priester: Frank Langella
Rupert Allan: Milo Ventimiglia
Maria Callas: Paz Vega
Madge: Parker Posey
Princess Antoinette: Geraldine Somerville
Jean-Charles Rey: Nicholas Farrell