Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03317.jsonl.gz/2542

Die Gaschgai sind eine Stammeskonföderation, die in der Provinz Fars im südlichen Iran leben. Sie zählen fast 200 000 Angehörige und viele von ihnen leben noch in der nomadischen Tradition. Über die etymologische Bedeutung ihres Namens wird diskutiert. Nach Fasa'i geht der Name Gaschgai auf das türkische Verb qachamak (fliehen) zurück. Er behauptet, dass die Gaschgai ursprünglich ein Zweig der Khaladscharen, eines Turk-Volks waren, der von der Türkei her einwanderte und sich im zentralen Iran niederliess. Doch eine Gruppe der Khaladscharen löste sich ab und floh nach Fars. Man nannte sie daraufhin Gaschgai: die, welche geflohen sind. Doch diese Theorie erklärt nicht, wann und wieso die Gaschgai den mittleren Iran verliessen und in die Provinz Fars abwanderten. Eine zweite Theorie, die auch die Gaschgai-Führer vertreten, besagt, dass sich der Name von dem türkischen Wort qashqa (Pferd mit einem weissen Fleck auf der Stirn) herleitet. Die dritte Theorie leitet den Namen der Gaschgai von dem Namen eines Flusses in Usbekistan ab, dem Qashqa Darya. Es gibt mehrere Orte in Aserbeidschan mit dem Namen Qashqa, darunter auch ein Dorf in der Nähe von Bostanabad, Qashqa Mishm (nahe Ahar) und Qashqa Bolaq (nahe Maku).
Unklare Herkunft
Der Herkunft der Gaschgai und die Zeit ihres Erscheinens in ihrem derzeitigen Lebensraum ist nicht geklärt. Wie bereits erwähnt, hält man sie für eine Absplitterung der Khaladscharen, die in einer ungewissen Frühzeit vom Zentral-Iran in die Provinz Fars umsiedelten. Bei der Erforschung der Herkunft der Gaschgai ist die Hauptschwierigkeit die, dass sie kein einheitliches Volk mit gemeinsamem Ursprung sind. Vielmehr setzt sich die Konföderation aus verschiedenen ethnischen Gruppen und unterschiedlichen Stämmen zusammen. Die Gaschgai tauchten im Laufe des 18. Jahrhunderts in ihrem gegenwärtigen Lebensraum auf. Wenn wir auch den Ursprung vieler türkischer und nicht-türkischer Stammesmitglieder der Gaschgaikonföderation kennen, so wissen wir immer noch sehr wenig über deren Kern. Es ist bereits klar, dass die Mehrheit der Gaschgai-Türken sind.
Sechs Hauptstämme
Geografische Verbreitung und Stammesunterteilung
Die Gaschgai sind über den südwestlichen bis zum nordwestlichen Teil der Provinz Fars verteilt. Im Gegensatz zu den Luren bewohnen oder besitzen die Gaschgai (wie auch die Stämme der Chamseh-Konföderation) nicht das ganze Gebiet ihrer Verbreitung, sondern haben es seit jeher mit verschiedenen Volksgruppen zu teilen, die sich vor ihnen dort niedergelassen hatten. Die Gaschgai-Konföderation besteht aus sechs Hauptstämmen (tayefehs): den Amaleh, Darreschuri, Farsi-madan, Kaschkuli Bozorg, Kaschkuli Kutschek und den Schisch Boluki. Daneben existieren noch mehrere kleinere Hauptstämme wie die Safi Khani, Rahim und Garatschai.
In der Torba 1/97 mehr über die Konföderation
Unter den verschiedenen Nomaden- und Bauernteppichen des Süd-Irans gibt es eine kleine spezielle Gruppe, die Gabbehs. Diese Teppiche werden von den Bewohnern bestimmter Gebiete des südlichen Zagros-Gebirges hergestellt zu denen die Luren, die Bachtiaren, die Gaschgai-Stömme, sowie die Chamseh-Könföderation gehören.
Spuren zu gewissen Gabbeh-Motiven Torba 1/96
Zahlreiche charakteristische Eigenschaften zeichnen die Kelims von Fars aus. In der Musterung kommen sie gewiss den kukasischen Stücken am nächsten, obwohl ausgeprägte Unterschiede vor allem in der Zeichnung bestehen und die Farben gewöhnlich wärmer und leuchtender sind. Der Artikel in der Torba 1/93 gibt nähere Information.
Der Gaschgai zählt zu den feineren, wertvolleren Nomadenteppichen. Auf das in Wolle oder Ziegenhaar bestehende Grundgewebe baut sich in hochwertiger Wolle und exakter Arbeit ein reiches Muster auf. Die reizvollen Streumuster bestehen aus stilisierten Blüten, Zweigen, Blättern, Vögeln und anderen Tieren sowie geometrischen Kleinmotiven.