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Edward Gordon Craig gilt als einer der grossen Bühnenvisionäre des 20. Jahrhunderts. Die berühmte Theaterkunst-Ausstellung von 1914 im Kunstgewerbemuseum (heute: Museum für Gestaltung Zürich) zeigte Craig – und neben ihm den Schweizer Bühnenkünstler Adolphe Appia – als Reformatoren des Bühnenraumes und des Schauspieltheaters. Sie nahmen auch auf die Entwicklung des Schweizerischen Marionettentheaters (1918–1935) entscheidenden Einfluss.
Das Buch gibt auch in Wort und Bild Einblick in Craigs Vision des entpersönlichten Schauspielers und in seine Theorie
der Übermarionette. Diese wird im Horizont des experimentellen, abstrakten Figurentheaters des 20. Jahrhunderts erörtert.
Die Autorin hat die 1914 in Zürich gezeigten Marionetten aus der Werkstatt Arena Goldoni in der Collection Craig der Bibliothèque Nationale de France in Paris entdeckt und identifiziert. Zudem dokumentiert sie eine der Theaterwissenschaft bisher unbekannte schweizerische Craig-Sammlung, die sich im Besitz der Grafischen Sammlung des Museums für Gestaltung in Zürich befindet. Sie wird hier erstmals in einer Publikation vorgestellt.