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Bernal führte am Pfingstmontag die Vorentscheidung im Giro herbei und dürfte nach der Tour de France 2019 zum zweiten Mal eine grosse Rundfahrt gewinnen. Der 24-Jährige triumphierte in der Königsetappe solo und kam rund 30 Sekunden vor dem Franzosen Romain Bardet und dem Italiener Damiano Caruso ins Ziel. Als Beweis für seine Überlegenheit und sein Selbstvertrauen schlüpfte er auf dem letzten Kilometer aus dem Regenschutz, um gut sichtbar im Maglia Rosa im Austragungsort der Olympischen Spiele 2026 anzukommen.
Caruso ist neu erster Verfolger von Bernal mit 2:24 Minuten Rückstand. Noch am Start war Simon Yates mit einer Hypothek von anderthalb Minuten die Nummer 2 des Giro gewesen. Der Brite erwischte bei garstigen Bedingungen indes nicht den besten Tag, kassierte als Elfter zusätzliche 2:27 Minuten Rückstand und liegt neu an Position 5. Sein Landsmann Hugh Carthy nimmt stattdessen als Dritter des Overall-Klassements mit 3:40 Minuten Rückstand auf Bernal einen Podestplatz ein.
Bernal attackierte am ebenfalls über 2200 m hohen Passo Giau und hängte die gesamte Konkurrenz ab. Auch in der Abfahrt liess der gelernte Mountainbiker die ersten Verfolger nicht herankommen. «Zweieinhalb Minuten auf den Zweiten erlauben es mir nun zurechtzukommen, sollte ich einen schwierigen Tag habe», sagte Bernal.
Die Königsetappe wurde wegen schlechten Wetters verkürzt. Der Passo Fedaia sowie der Passo Pordoi als höchster Punkt der diesjährigen Rundfahrt (2239 m) wurden kurzfristig gestrichen. Mit 153 km und 3900 Höhenmetern von Sacile nach Cortina d'Ampezzo blieb die Etappe aber gleichwohl sehr anspruchsvoll. Die Strasse oben auf dem schneebedeckten Passo Giau wurde sogar gesalzen, damit sie schwarz blieb. Das Wetter war so schlecht, dass die TV-Stationen von den entscheidenden Szenen keine Bilder übermitteln konnten.
Sébastien Reichenbach gab am Montag wegen Kniebeschwerden auf. Der Walliser spürte die Nachwehen eines Sturzes vom Sonntag. Reichenbach war bis zur Aufgabe als 33. der bestklassierte Schweizer im Gesamtklassement. In der Rangliste taucht neu das Schweizer Kreuz erstmals auf Position 50 mit Matteo Badilatti auf. Der Mann aus dem Puschlav weisst einen Rückstand von anderthalb Stunden auf.