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Die biologischen Prozesse einer Frau wie die Menstruation, die Schwangerschaft oder die Wechseljahre werden ganz unterschiedlich erlebt. Hitzewallungen, schlechter Schlaf, Symptome der Gereiztheit oder Traurigkeit können mögliche Zeichen der Wechseljahre sein.
Die Hormonumstellungen, die zur Menopause führen, finden bei jeder Frau ab einem gewissen Alter statt, müssen aber nicht zwangsläufig Beschwerden hervorrufen. Im Durchschnitt empfindet ein Drittel der Frauen keine nennenswerten Beeinträchtigungen, ein Drittel ist spürbar davon betroffen und ein Drittel fühlt sich durch die Begleiterscheinungen der Hormonturbulenzen in ihrem üblichen Alltag sehr belastet. Die Beschwerden betreffen den Zeitrahmen mit Schwerpunkt zwischen 45 und 55 Jahren.
Die Entzugserscheinungen von Oestrogen
Die ersten Anzeichen der nahenden Menopause beginnen oft Jahre vor der eigentlichen letzten Blutung. In der Perimenopause nimmt der Oestrogenspiegel nach und nach ab.
Die «Entzugserscheinungen» von Oestrogen können folgende Symptome sein:
- Hitzewallungen
- Schweissausbrüche
- schlechter Schlaf
- Nervosität
- Unruhe und Stimmungsschwankungen
- Scheidentrockenheit
- Blasenschwäche
- Haarausfall
- Dünnerwerden der Haut
Hitzewallungen
Hitzewallungen sind die typischsten Symptome der Wechseljahre. Bis heute ist noch nicht vollständig geklärt, warum Frauen in Schweiss ausbrechen. Man geht davon aus, dass eine Änderung des Soll-Werts der Temperaturregelung im Zwischenhirn dazu führt, dass der Körper schon bei kleinen inneren und äusseren Temperaturschwankungen stark gegenreguliert. So erweitern sich bei Erwärmung die Blutgefässe der Haut, um Wärme abzugeben. Das Schwitzen dient der Abkühlung. Tritt die Abkühlung ein, setzt die Gegenregulation mit Frösteln ein, um erneut Wärme zu produzieren.
67 % bis 85 % der Frauen in den Wechseljahren sind von sogenannten vasomotorischen Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweissausbrüchen betroffen.
Hitzewallungen treten in der Regel völlig überraschend, sprich ohne erkennbare äussere Ursache auf. Beschreiben lässt sich eine Hitzewallung als ein starkes Wärmegefühl, das sich meist von der Hals-Brustregion intervallartig ausbreitet und durch Schweissausbrüche und rote Gesichtsfarbe begleitet werden kann. Die Wärmeschübe dauern zwei bis drei Minuten und gehen meist nahtlos in einen Schweissausbruch über. Nach einer Hitzewallung stellt sich manchmal ein Frostgefühl ein. Die Abstände der Hitzewallungen variieren, sie können innert wenigen Minuten bis Tage wieder auftreten. Eins ist sicher: Sie kommen immer dann, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann.
Körpergewicht, Berufstätigkeit oder Schlafdauer haben dabei wenig Einfluss auf die Hitzewallungen, hingegen können Kaffee, scharfe Gewürze und Alkohol Hitzewallungen begünstigen.
Auch wenn Hitzewallungen natürlich bedingt sind, gibt es Therapiealternativen, die die Lebensqualität positiv beeinflussen können.
Schlafstörungen
Schlafstörungen können einerseits durch die wechseljahrbedingten Veränderungen des Hormonhaushaltes verursacht werden. Botenstoffe im Gehirn, die zur Steuerung der Schlafphase wichtig sind, werden beeinflusst und als Folge gerät der Schlafrhythmus durcheinander. Andererseits können auch Hitzewallungen zu nächtlichen Schweissausbrüchen führen und einen ungestörten Schlaf verunmöglichen. Weiter können auch Stimmungsschwankungen und Nervosität einen Einfluss haben.
Stimmungsschwankungen
Viele Frauen bemerken eine Veränderung ihrer Stimmungslage während der Wechseljahre. Mit dem sinkenden Oestrogenspiel geht die stimmungsaufhellende Wirkung auf das Nervensystem verloren. Zeitgleich werden bestimmte Botenstoffe, die Informationen senden sollen, nicht mehr ausreichend produziert. Die komplexe Abfolge im zentralen Nervensystem wird beeinflusst und stört dadurch das seelische Gleichgewicht.
Unruhe, Nervosität, Reizbarkeit, allgemeine Unzufriedenheit oder depressive Verstimmungen können mögliche Symptome sein.
Die Intensität der Stimmungsschwankungen ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Einige Frauen leiden nur ab und zu unter Antriebslosigkeit, während andere Frauen sehr damit zu kämpfen haben, dass ihre Stimmung heftig schwankt. Dieses veränderte Verhalten kann Auswirkungen auf die Partnerbeziehung, die Familie und den Arbeitsplatz haben.
Scheidentrockenheit
Mit der Scheidentrockenheit sind ein trockener Scheidenvorhof und eine verminderte Befeuchtung bei sexueller Erregung gemeint. Während der Wechseljahre sinkt der Oestrogenspiegel. Dies hat zur Folge, dass die Produktion von Scheidenflüssigkeit vermindert wird. Die älter werdende Haut wird dünner und empfindlicher, die Durchblutung verschlechtert sich, das Gewebe verliert seine Feuchtigkeit und Elastizität. Beim Geschlechtsverkehr führt dies dazu, dass ein Brennen oder sogar stärkere Schmerzen auftreten können.