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Ein Landwirt musste sich vor dem Kreisgericht See-Gaster verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, im Hitzesommer 2018 unerlaubt mindestens 70'000 Liter Wasser - zehn bis elf Fässer - aus einem Nebenkanal der Linth gesaugt zu haben. Der Landwirt sei ohne Anwalt erschienen und habe auf Freispruch plädiert, schreibt die "Südostschweiz".
In der Anklageschrift wird der Bauer beschuldigt, das Gewässerschutzgesetz, das Bundesgesetz über Fischerei und das Gesetz über die Gewässernutzung verletzt zu haben. Grundsätzlich ist es erlaubt, für den landwirtschaftlichen Eigengebrauch Wasser aus einem Fliessgewässer zu beziehen. Der Landwirt hätte dafür laut Anklage aber eine Bewilligung des Amts für Umwelt sowie des Linthwerks einholen müssen. Dies hatte er versäumt.
Vor Gericht gab der Bauer an, er habe aus einer Notlage heraus gehandelt. Das Futter sei knapp geworden und er habe viele Tiere schlachten müssen. «Wenn sie einem ans Herz gewachsen sind, dann ist das so schwer, wie wenn man sein Haustier töten muss, nur weil man es nicht füttern kann», sagte er vor Gericht. Er räumt auch ein, dass er ohne Bewilligung Wasser bezog. Von der Bewilligungspflicht habe er nichts gewusst.
Das Gericht verurteilte den Mann zu einer Busse in Höhe von 500 Franken. Zudem muss er die Gerichtskosten tragen. Der Beschuldigte habe selbst zugegeben, gegen die Bewilligungspflicht verstossen zu haben, sagte der Richter. Unklar sei, ob er den Verstoss bewusst begangen habe. Er hätte sich nach Ansicht des Richters informieren müssen. Der Richter räumte eine Notlage ein. Der Verschulden sei gering und die Busse daher klein. Der Landwirt kann das Urteil ans Kantonsgericht weiterziehen.