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Gebt Ruhe, Ihr Tohuwabohubrüder
Eigentlich würde ich gerne einmal eine richtig schöne Kolumne schreiben, über die Liebe, die Vögelein im Walde, den lauen Wind im lichten Hain und das Quaken der Frösche im lauschigen Teich.
Aber dann fallen mir ungefragt die Tohuwabohubrüder ein, der Jasser Arafat zum Beispiel, der Schörschi Dabbelju, O Same bin Hosenladen und Madame Stussein.
Sobald die in meinem Kopf rumoren, ist das Gehirn unfähig zur Produktion von Bildern der Schönheit und der Anmut. Dann kommen mir statt dessen Sätze in den Sinn wie «Im Allgäu sind die Nächte lang», «Schlafsäcke für den Frieden» oder «Gibt es ein Leben nach der Torte?» Die Welt der Kiosk-Romane mit ihren hehren Gefühlen ist mir unerreichbar. So ziehe ich denn die Hausschuhe aus, die Halbschuhe an und mache mich auf den Weg zum Claraplatz, wo Rosa im Schiefen Eck vielleicht eines ihrer berühmten Lächeln für mich parat hat und ich bei einem Bier die Tohuwabohubrüder vergessen kann.
Manchmal gehe ich nachher noch die zweihundert Schritte bis zum Alte Schluuch, wo ich einen feurigen Blick aus den Augen der schönen Aisha zu erhaschen hoffe, oder ich mich vom friedvollen Lächeln Lisas verzaubern lasse, die mir automatisch ein Schwimmbad - ein grosses Bier - hinstellt.
Wenn dann noch Baron Füdi auftaucht und beschreibt, was, weshalb und wo wieder alles schief gelaufen ist, und dann vielleicht noch Wale Wegmüller hereinlinst, der seine Kreaturen direkt aus dem Urschlamm auf die Leinwand zerrt, dann herrscht die Stimmung, die meine Lieblingsmelodie hervorbringt: das Rumoren des Schabernacks mit seiner Kraft spendenden Energie des heiligen Nonsens.
Kolumne im Baslerstab vom 04.06.2002