Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03139.jsonl.gz/396

Wie können wissenschaftliche Verlage davon abgebracht werden, der Gesellschaft den vitalen Zugang zu Wissen vorzuenthalten?
Dieser Antrag wurde eingereicht von:
13.12.2016 - 16.3930
Stufe: Nationale Vorstösse
Stand der Beratung: Erledigt
Die Schweizer Universitäten geben jedes Jahr Millionen von Franken für Abonnemente wissenschaftlicher Zeitschriften aus. Die Abonnementpreise steigen kontinuierlich, obschon die meisten Zeitschriftenverlage von der Printversion auf die Online-Version umgestiegen sind und damit ihre Kosten deutlich senken konnten. Verschiedene Universitäten auf der ganzen Welt schliessen aus Kostengründen erst gar keine Abonnemente (mehr) ab.
In einigen Fällen müssen die Wissenschaftler ihre Urheberrechte an den wissenschaftlichen Artikeln an die Zeitschriften abtreten. Einige Zeitschriften bieten einen Open-Access-Zugang an, die Autoren müssen jedoch bis zu 5000 Euro bezahlen. Es kann also behauptet werden, dass private Verlage so in den Besitz von Forschungsresultaten gelangen, die mithilfe öffentlicher Gelder zustande gekommen sind.
Diese Praxis beschränkt den Zugang zum Wissen stark und erschwert den Forschern die Suche nach Lösungen für grosse gesellschaftliche Probleme wie etwa die Behandlung von gewissen Krankheiten. Wenn rasch eine Lösung gefunden werden soll, muss das ganze Wissen abrufbar sein.
Mit der Umstellung auf eine systematische Open-Access-Veröffentlichung hätten nicht nur alle Wissenschaftler (einschliesslich derjenigen in den Entwicklungsländern) denselben Zugang zu den Informationen, sondern auch die gesamte Bevölkerung, die sich zunehmend für die wissenschaftliche Forschung interessiert.
2015 konnten die Universitäten in den Niederlanden einem der grössten Verlage, Elsevier, einen Teilsieg abringen: Sie setzten durch, dass 30 Prozent der Ergebnisse aus vom niederländischen Staat finanzierter Forschung online und öffentlich zugänglich publiziert werden müssen.
Deshalb frage ich den Bundesrat:
1. Wie hoch sind die Ausgaben der Schweizer Universitäten und Fachhochschulen für Abonnemente wissenschaftlicher Zeitschriften?
2. Kann sich der Bundesrat, gemeinsam mit anderen Staaten, dafür einsetzen, dass Forschungsergebnisse, die dank öffentlicher Gelder zustande gekommen sind, allgemein zugänglich publiziert werden?