Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03571.jsonl.gz/1003

© Foto by Claude Giger / picturebale.ch
Neuer Forscher-Blick auf die Muslime in der Schweiz
In der Schweiz lebende Muslime pflegen einen pragmatischen Umgang mit religiösen Normen
Von Beat Stauffer
Zum ersten Mal haben Forscher die Haltungen von "durchschnittlichen" Muslimen in der Schweiz untersucht. Die Resultate sind in einigen Punkten bemerkenswert. Demnach pflegt die grosse Mehrheit der in der Schweiz lebenden Muslime einen sehr pragmatischen Umgang mit religiösen Normen und sieht darin keinen Widerspruch zu den hier geltenden Auffassungen und Gesetzen.
Wie sehen sich die Musliminnen und Muslime der Schweiz? Auf welche Weise praktizieren sie ihren Glauben? Wie stehen sie zum säkularen Staat und seinen Institutionen? Und wie beurteilen sie die Äusserungen und Forderungen radikaler muslimische Exponenten, die immer wieder zu heftigen Debatten Anlass geben? Zum ersten Mal in der Schweiz haben Forscher versucht, auf diese Fragen fundierte Antworten zu gewinnen: Im Auftrag der Eidgenössischen Ausländerkommission (EKA) haben die beiden Sozialwissenschafter Matteo Gianni (Universität Lausanne) und Stéphane Lathion (Universität Fribourg) eine Studie mit dem Titel "Muslime in der Schweiz" verfasst. Diese Woche wurde sie in Bern der Öffentlichkeit vorgestellt.
Muslime in der Schweiz. Identitätsprofile, Erwartungen und Einstellungen. Zu beziehen bei Eidgenössische Ausländerkommission, 3003 Bern
29. Oktober 2005
Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
"Auch Bischof Kochs Positionen dürften kaum getragen werden"
Dass die Studie die offiziellen Muslimvertreter in der Schweiz nicht eben gestärkt haben könnte und ihnen deshalb missfallen dürfte, wundert mich nicht. Wenn man nämlich eine Studie über das "Befinden im säkularen Staat" von Katholikinnen und Katholiken in der Schweiz erarbeiten würde, käme man mit Sicherheit auch auf Ergebnisse, welche die Positionen der offiziellen Katholiken, zum Beispiel jene des Herrn Koch in Solothurn, nicht eben stärken und dem Herrn Bischof ganz bestimmt missfallen würden.
Was Offizielle in Sachen Religion verkünden oder "verlangen", was sie an Dogmen predigen und was im konkreten alltäglichen Leben von der "schweigenden Mehrheit" der Religionsangehörigen tatsächlich gedacht, gelebt, gehandelt wird, ergibt immer die gleiche inhaltliche Diskrepanz: Das alltägliche Leben ist ein Prozess, auch einer von Anpassung. Die Dogmen sind im ungefährlichen Fall eine Behauptung, im bedrohlichen Fall aber sind sie ein Diktat.
Kurz: Man sollte endlich lernen, in einer offenen Gesellschaft auf die Fakten des Zusammenlebens zu achten und nicht auf die Prediger von weiss ich nicht was für Rechthabereien.
Alois-Karl Hürlimann, Basel
www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.
Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.
Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.