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Lange gab es nur die Registrierkasse. Die druckte einen Beleg für den Kunden und führte dazu ein Journal, das alle Beträge aufzeichnete. Bloss: Was genau verkauft worden war, das wussten abends weder die Kasse noch der Chef. Einer dieser Chefs sprach deshalb 1948 beim Dekan der privaten Drexel University in Philadelphia vor. Ob es denn keine Möglichkeit gebe, nicht nur die Preise, sondern auch Produktinformationen zu erfassen.
Der Professor war ratlos, doch zwei Ingenieursstudenten, Norman Joseph Woodland und Bernard Silver, hörten mit – und dachten nach. Ihr erster Einfall, ein gedrucktes Morsealphabet, führte zu nichts. Am Strand in Florida grübelte Woodland weiter. Er zeichnete Morsezeichen in den Sand – Punkte und Striche – und verlängerte sie mit dem Finger nach unten. Diese dicken und dünnen Linien müssten sich doch eigentlich maschinell auslesen lassen. Woodland und Silver druckten Strichcodes und bauten erste Lesegeräte, und 1949 war der Barcode geboren.
Bloss wollte anfänglich niemand etwas davon wissen. Als eines der ersten Unternehmen führte die Migros 1968 erste Versuche mit aufgedruckten Barcodes durch – und gab sie, wie andere auch, bald wieder auf. Erst als die US-Supermarktkette Walmart in den 70er-Jahren Druck auf die Produktehersteller ausübte und erste Scannerkassen gebaut wurden, kam der Barcode in Schwung.
Den kann übrigens nicht nur die Kasse lesen. Die Zahl unter den Balken ist einmalig und steht für das Produkt. Die ersten Ziffern verraten, woher dieses kommt: 00 bis 09 steht für die USA und für Kanada, 76 für die Schweiz und Liechtenstein.