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Hippokrates sagte: „Möge deine Nahrung deine Medizin sein.“ Doch heute wissen wir, dass es in unseren Lebensmitteln Substanzen gibt, die nicht unserer Gesundheit dienen, sondern zu unserer Krankheit beitragen. Auch wenn es heißt, dass wir nicht mit unserem Essen spielen sollten, haben wir zweifellos noch nie so viel gespielt wie heute.
Auf vielfältige Weise gelangen Stoffe in unsere Lebensmittel, die eigentlich nicht hineingehören und vermieden werden sollten. Dazu gehören industrielle Verunreinigungen, Pestizidrückstände, Zusatzstoffe und sogar Substanzen, die aus Verpackungsmaterialien oder durch weiteres Verarbeiten stammen können. Dies sind Stoffe, die, obwohl sie nicht in hoher Konzentration vorhanden sind, chronische Krankheiten verursachen oder sich schädlich in empfindlichen Lebensphasen, wie Schwangerschaft oder Kindheit, auswirken können.
Es ist besorgniserregend, dass viele Verunreinigungen die hormonelle Funktion auch bei sehr niedriger Konzentration verändern können. Ebenso trägt zur Sorge bei, dass bei Risikotests die Tatsache nicht berücksichtigt wurde, dass wir in Alltagssituationen gleichzeitig vielen unterschiedlichen Substanzen ausgesetzt sind, die einen „Cocktaileﬀekt“ auf uns haben könnten, weil in diesen Tests nur das Risiko, einer isolierten Substanz ausgesetzt zu sein, bewertet wurde.
Viele Verunreinigungen können den Hormonhaushalt verändern, obwohl sie in sehr niedriger Konzentration vorliegen.
Industrielle Verunreinigungen
Viele Schadstoffe, die unsere Industriegesellschaft in die Atmosphäre bläst oder in Flüsse, Meere und Böden ablässt, können in die Nahrungskette gelangen. Einige dieser Substanzen sind in der Regel sehr hartnäckig und bioakkumulativ und konzentrieren sich in zunehmendem Maße in der Nahrungskette (Biomagnifikation).
Unter diesen Verunreinigungen gibt es einige, die die Wissenschaft besonders beunruhigen: Dioxine, PBCs, Hexachlorbenzol, Lindan, DDE, Schwermetalle, Flammschutzmittel usw., von denen einige vor allem über die Nahrung in unseren Körper gelangen.
Fast jeder von uns trägt Schadstoffe in seinem Körper. Viele wissenschaftliche Studien belegen ihre Anwesenheit zwar häufig mit „niedrigen Konzentrationen“, aber mit einem erhöhten Risiko gegenüber verschiedensten Gesundheitsproblemen. Besondere Beachtung verdient der Fall, dass in einigen Fischarten Quecksilber gefunden wurde. Dieser Fall hat sogar die Aufmerksamkeit der nationalen Gesundheitsbehörden auf sich gezogen, was bei chemischer Kontamination leider nicht so häufig vorkommt. Sie rieten schwangeren Frauen und Kleinkindern davon ab, eine bestimmte Fischart zu essen, die oft einen hohen Gehalt an diesem Schwermetall enthält.
Einige Daten des Instituto de Salud Carlos III belegen, dass Spanier bis zu zehnmal mehr Quecksilber im Blut haben als Deutsche.
Pestizidrückstände
Die Analysen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestätigen, dass die Hälfte der entnommenen Proben von Obst und Gemüse innerhalb der Europäischen Union Pestizide enthalten. In einem beträchtlichen Prozentsatz fanden sie mehr als nur ein Pestizid in einer einzigen Probe. Auch wenn die Behörden versuchen, die öffentliche Meinung zu beruhigen, indem sie erklären, dass das Vorhandensein von Pestiziden in den meisten Fällen nicht über die normalen „gesetzlichen“ Grenzwerte hinausgeht, widerlegt die Wissenschaft die Zuverlässigkeit dieser Behauptung – insbesondere wenn man bedenkt, dass diese Studien von den Herstellern der Pestizide selbst und nicht von der vertrauenswürdigen akademischen Wissenschaft durchgeführt wurden. Auf diese Weise kann es möglich gewesen sein, dass der gegenwärtige wissenschaftliche Kenntnisstand durch Nichtbeachtung der Auswirkung, die in der hormonellen menschlichen Konstitution auftreten kann (manchmal sehr niedrige Konzentrationen, die weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen), oder unter anderem durch Nichtbeachtung des „Cocktaileﬀekts“ entstanden ist.
Kinder sind eine wichtige Fokusgruppe, denn sie sammeln mehr Pestizidrückstände an und reagieren empfindlicher auf ihre Wirkung.
Verschiedene Forschungen bringen die Probleme in der geistigen Entwicklung des Kindes nach der Geburt damit in Zusammenhang, dass die Mutter während der Schwangerschaft Organophosphorpestiziden ausgesetzt war. Auf diese Pestizide reagierten Kinder mit Verhaltens-, Bewegungs- und Gedächtnisstörungen. Selbst in „niedriger“ Konzentration war das Risiko für die Kinder groß, an einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zu leiden. Ein Bericht der renommierten Endokrinologischen Gesellschaft legt dar, dass in der Europäischen Union jährlich drei Millionen ICQ-Punkte bei Kindern verloren gehen, indem sie phosphororganischen Pestiziden ausgesetzt sind, deren wichtigste Eingangstür in die menschliche Konstitution die Nahrung ist. Eine Erhöhung des Risikos einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ist ebenfalls mit einer solchen Ursache verbunden.
Es gibt noch einige andere Nebenwirkungen. Zum Beispiel weisen verschiedene Studien darauf hin, dass die Pestizide mit einer Veränderung der männlichen Hormone, d. h. mit einer verminderten Fruchtbarkeit zusammenhängen könnten. Es wurde beobachtet, dass Männer, die Obst und Gemüse mit höheren Pestizidrückständen konsumieren, eine verminderte Samenqualität aufweisen, mit einem reduzierten Vorhandensein normaler Spermien und einem erhöhten Prozentsatz abnormaler Spermien. Aufgrund einiger Forschungen werden diese Substanzen auch mit dem Risiko der Entstehung von Brustkrebs, Allergien oder einer Veränderung der gastrointestinalen Mikrobiota usw. in Verbindung gebracht. Sie zeigen auch, dass eine biologische Ernährung eine viel geringere Menge an Pestizidrückständen aufweist und daher mit einem geringeren Risiko verbunden ist, Probleme wie Präeklampsie, Fettleibigkeit, Diabetes, Ohrinfektionen, Genitalmissbildungen bei männlichen Kindern usw. zu bekommen.
Küchengeräte und -behälter
Ein weiterer besorgniserregender Faktor sind bestimmte Materialien, die mit den Lebensmitteln während der Verarbeitung, Verpackung oder Zubereitung in Berührung kommen und aus denen einige unerwünschte Substanzen in die Lebensmittel gelangen können. So wurden beispielsweise einige spezielle Antihaftbeschichtungen in Bratpfannen, wie verschiedene perfluorierte Chemikalien, mit unterschiedlichen sanitären Problemen in Verbindung gebracht. Das Gleiche geschieht mit einigen Aluminium-Hilfsmitteln wie Aluminiumpapier. Ein weiteres Element, das besondere Aufmerksamkeit verdient, sind Konservendosen. Ihr Inneres ist oft mit einem feinen Kunstharzlack beschichtet, wodurch einigen wissenschaftlichen Studien zu Folge gefährliche Stoffe wie Bisphenol A (BPA) in die Lebensmittel eindringen können. Wahrscheinlich ist dieser Stoff der am besten untersuchte aller hormonalen Schadstoffe, der, wie unzählige Studien belegen, bereits bei sehr niedrigen Konzentrationen wirksam sein kann. Substanzen wie Phthalate oder Bisphenol A können durch Kunststoffbehälter und -verpackungen dringen, insbesondere wenn Lebensmittel darin erwärmt werden, aber auch durch recycelte Materialien wie Papier oder Karton.
Lebensmittelzusatzstoffe
Lebensmittelzusatzstoffe sind Substanzen, die zur Verbesserung von Farbe, Geruch oder Geschmack eingesetzt werden, um die Herstellung und Konservierung von Lebensmitteln zu erleichtern. Es gibt natürliche Zusatzstoffe wie Salz, und es gibt andere, die viel häufiger eingesetzt werden und nicht so natürlich sind. Dies sind synthetische Zusatzstoffe, die als Farbstoffe, Antioxidantien, Geschmacks- und Geruchsverstärker, Süßstoffe, Emulgatoren, Konservierungsmittel usw. verwendet werden. Es besteht ein weit verbreitetes Misstrauen gegenüber der Wirkung solcher Substanzen. Doch im Allgemeinen haben die Menschen kaum Kenntnisse über die Bedeutung der Begriffe, die auf Etiketten gedruckt werden, um ihre Identifizierung zu erleichtern.
Viele Veröffentlichungen gab es bereits über die kontraproduktive Wirkung von Zusatzstoffen allein oder in Kombination mit anderen Stoffen, die Allergien, Asthma, Ekzeme, Überempfindlichkeitsreaktionen, Schilddrüsenüberfunktion, Nieren- und Leberschäden, Anämie, Verdauungsstörungen, Entkalkung, Avitaminose, Kopfschmerzen, Urtikaria, Krebs usw. hervorrufen können. Einige Anleitungen stehen uns zur Verfügung (verschiedene sogar im Internet), die es uns ermöglichen, entsprechende Informationen zu sammeln.
Unter den berichteten zweifelhaften Zusatzstoffen, die mit leichten oder schweren Gesundheitsschäden in Verbindung gebracht werden, finden wir folgendes:
Leuchtendes Gelb (E105), Orangegelb S (E110), Gelb 2G (107), Tartrazin (E102), Orange GGN (E111), Azorubin (E122), Amaranth (E123), Scharlachrot GN (E125), Ponceau 6R (E126), Erythrosin (E127), Rot 2G (128), Anthrachinonblau (E130), Patentblau V (E131), leuchtendes acid Grün (E142), Braun FK (154), Benzoesäure (E210), Natriumbenzoat (E211), Ethylparaben (E214), Propylparaben (E216), Methylparaben (E218), Natriummetabisulfit (E223), Biphenyl (E230), Alkylphenol (E231), Tiabendazol (E233), Hexamethylentetramin (E239), Borsäure (E240), Kaliumnitrit (E249), Butylhydroxyanisol oder BHA (E320), Butylhydroxytoluol oder BHT (E321) und viele andere.
REFLEXION
Das heutige Bewusstsein, dass verarbeitete Lebensmittel schädliche Stoffe enthalten können (seien es Schadstoffe selbst oder Zusatzstoffe), ist allein ein guter Grund, Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Verwendung zu vermeiden oder einzuschränken.
Ohne unnötige und kontraproduktive Panik zu verursachen, ist es jedoch notwendig, so weit wie möglich gesunde Ernährungsgewohnheiten anzunehmen. Wir sollten mehr natürliche und weniger verarbeitete Lebensmittel verwenden sowie Lebensmittel mit weniger fremdartigen Zusatzstoffen oder die aufgrund ihrer Herstellungsmethoden nur geringe Chancen haben, diese Stoffe einzudämmen. Die Entscheidung für Bio-Lebensmittel scheint der weiseste und vernünftigste Weg zu sein. Bei Substanzen, die wir hartnäckig immer wieder auf den Etiketten finden, ist es dann vernünftiger, die Nahrungskette zu verkürzen und mehr Gemüse zu essen. Kurz gesagt, wir sollten herausfinden, wie wir toxische Stoffe vermeiden oder reduzieren können.