Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/138115

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, der Bundesversammlung einen Bericht zu unterbreiten. Der Bericht soll einen Überblick verschaffen, inwieweit Ersatzneubauten energietechnisch besser abschneiden als die energetische Sanierung von Bauten, unter Berücksichtigung der grauen Energie, sowie welchen Beitrag Ersatzneubauten zur Energiewende beitragen können (Schätzung Mengengerüst).</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im März 2002 wurde im Auftrag der Bundesämter für Energie, Wohnungswesen und Raumplanung ein Bericht unter dem Titel "Neubauen statt Sanieren?" veröffentlicht. Im Rahmen der dafür realisierten Studie wurden neben energetischen und ökologischen auch soziale sowie planerisch-städtebauliche Aspekte beleuchtet. Da sich die Situation seit 2002 nicht grundlegend geändert hat, haben die Ergebnisse des Berichtes nichts von ihrer Aussagekraft eingebüsst.</p><p>Der Bericht kommt u. a. zum Schluss, dass durch den geringeren Heizwärmebedarf der jährlich eingesparten Primärenergie ein Mehrbedarf an grauer Energie gegenübersteht. Dies ist mit der erhöhten Abbruch- und Neubautätigkeit zu erklären. Je nach Voraussetzungen für die energetische Sanierung ist es nicht selbstverständlich, dass dieser Mehraufwand an grauer Energie durch die Einsparungen an Heizenergie egalisiert werden kann.</p><p>Im Rahmen der Arbeiten zum ersten Massnahmenpaket zur Energiestrategie 2050 wurden die Möglichkeiten für eine spezifische finanzielle Förderung von Ersatzneubauten geprüft. Ein Entscheid für einen Ersatzneubau erfolgt in den wenigsten Fällen rein aus energetischer Sicht. Massgebend sind meist andere Rahmenbedingungen wie z. B. eine höhere Ausnutzung, die Unvermietbarkeit, eine schlechte Bausubstanz oder die Erdbebensicherheit. Deshalb wäre eine finanzielle Förderung aus energiepolitischer Sicht mit hohen Mitnahmeeffekten verbunden. Vor allem in städtischen Gebieten mit hoher Nachfrage nach Wohn- und Nutzflächen sind Ersatzneubauten bereits heute auch ohne finanzielle Unterstützung wirtschaftlich realisierbar. Im Falle einer finanziellen Förderung von Ersatzneubauten sollte diese im Rahmen der kantonsspezifischen Gesetzmässigkeiten bei hohen Anforderungen hinsichtlich Energieeffizienz und grauer Energie erfolgen (z. B. Standard Minergie-P-Eco), damit die Fördermittel optimal eingesetzt werden und nicht Fehlanreize entstehen.</p><p>Der Bundesrat ist deshalb der Meinung, dass die Förderung der Ersatzneubauten primär durch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen erfolgen soll (z. B. Bonus auf Ausnützungsziffer im Rahmen kantonaler oder kommunaler Bauvorschriften).</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.