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›Tersites‹, »ein Trauerspiel in drei Aufzügen«, in der Zeit vom Spätsommer 1903 bis zum Frühjahr 1906 entstanden, ist Stefan Zweigs erstes Drama. Er zeichnet darin »das Schicksal des hässlichsten und boshaftesten der Griechen vor Troja« und will damit »die Idee zum Ausdruck bringen, wie die grossen Schmerzlichkeiten eine Seele verfeinern, während das Glück sie verhärtet«. ›Jeremias‹, eine »dramatische Dichtung in neun Bildern«, vom Frühjahr 1915 bis zum Frühjahr 1917 geschrieben, ist ein Dokument seiner menschlichen und politischen Haltung, ein Bekenntnis zur Humanität wie zur Individualität – es gilt ihm, »darzustellen, dass derjenige, der als der Schwache und Ängstliche in der Zeit der Begeisterung verachtet wird, in der Stunde der Niederlage sich meist als der einzige erweist, der sie nicht nur erträgt, sondern sie bemeistert«.
Portrait
Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren. Noch während des Studiums veröffentlichte er 1901 seinen ersten Gedichtband. Nach der Promotion unternahm er Reisen durch nahezu die ganze Welt. Zum Militärdienst untauglich, arbeitete er im Kriegsarchiv, bis er als Kriegsgegner 1917 nach Zürich gehen konnte. Von 1919 bis 1934 lebte er zumeist in Salzburg. Seit 1935 zog er sich gelegentlich nach London zurück, wohin er 1938 emigrierte. Zunehmend ruheloser, ging er 1940 für einige Monate nach New York und übersiedelte im August 1941 nach Brasilien. Seine Autobiographie ›Die Welt von Gestern‹ und die ›Schachnovelle‹ vollendete er noch, die Biographie Balzacs blieb Fragment, als er am 23. Februar 1942 zusammen mit seiner Frau »aus freiem Willen und mit klaren Sinnen« aus dem Leben schied.