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Mit der Absage des Swiss Open Gstaad wird die Lücke im Gstaader Veranstaltungskalender grösser. Für die verbliebenen Anlässe wird der 27. Mai und der dann erwartete nächste Bundesratsentscheid zum schicksalsträchtigen Datum.
JENNY STERCHI
Der Bundesrat entschied Ende April, dass die Grossanlässe bis im August nicht durchgeführt werden können. Damit war für Jeff Collet und sein Team von der Grand Chelem Event SA eigentlich klar, dass die von ihnen organisierten Tennisturniere von Gstaad und Lausanne nicht zu realisieren sind. Jedoch ist allein der Tennis-Weltverband (ATP und WTA) in der Position, Turniere der offiziellen Touren abzusagen. Die ATP zögerte lange, musste sie doch für eine Reihe von Turnieren zugleich entscheiden. Die ATP entschied am vergangenen Freitag, auf die Durchführung aller bis am 31. Juli geplanten ATP-Turniere zu verzichten. Die Gesundheit der Bevölkerung, der Zuschauenden, der Spieler und aller am Turnier beteiligten Personen habe oberste Priorität.
Auch wenn die Veranstalter des Swiss Open Gstaad die Planung des Turniers im kommenden Jahr bestätigen, ist das Turnierdatum für 2021 noch offen. Das Turnier sei bereits mit Datum im ATP-Turnierkalender 2021 aufgeführt. Allerdings könne die ATP die Daten für das nächste Jahr aufgrund von Turnierverschiebungen und Ausfällen in dieser Saison noch nicht bestätigen. Dazu kommt die verschobene Austragung der Olympischen Sommerspiele vom 23. Juli bis 8. August 2021 in Tokio.
Laut Aussagen von Jeff Collet, Turnierdirektor des Swiss Open Gstaad, ist zwar ein finanzieller Schaden entstanden. Jedoch sei dieser in einem kleinen Rahmen geblieben, da Infrastrukturen noch nicht erstellt und andere kostenaufwendige Vorbereitungen noch nicht getroffen worden sind. Das Turnier wird als Swiss Open Gstaad kommuniziert, da J. Safra Sarasin nicht mehr Titelsponsor ist.
Tickets behalten Gültigkeit
Die Veranstalter sehen dennoch optimistisch nach vorn und gehen davon aus, dass das Starterfeld auch im kommenden Jahr so attraktiv wie das für diesen Sommer geplante sein wird. Bereits verkaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit.
Glacier 3000 Run offen
Wie Bernhard Tschannen, CEO der Glacier 3000 AG, auf Anfrage mitteilte, sei im Moment die Durchführung für den Glacier Run 2020 weiterhin am 8. August vorgesehen. Mit einer definitiven Entscheidung warten die Organisatoren auf die für am 27. Mai angekündigten weiteren Lockerungsschritte der Massnahmen im Umgang mit der Corona-Pandemie. Das im Augenblick bis Ende August geltende Verbot von Veranstaltungen mit über 1000 Besuchern würde den Berglauf verunmöglichen. Der Glacier 3000 Run mit einem Starterfeld von über 1000 Teilnehmenden und der 200-köpfigen Helferequipe überschreitet diese Grenze deutlich.
Falls die Veranstaltung nicht wie geplant stattfinden kann, wird bereits angemeldeten Teilnehmern die vollständige Rückzahlung der Einschreibegebühr durch Datasport zugesichert.
Qualität vor Termintreue
Auch die Organisatoren der traditionsreichen Saaner Brocante können derzeit noch keine definitive Zusage des Anlasses in diesem Sommer geben. «Mit den Besucherinnen und Besuchern, die erfahrungsgemäss zahlreich und mitunter von sehr weit her an die Saaner Brocante kommen, gehören wir wohl zu den Grossanlässen mit über 1000 Besuchern», erklärt Niclas Baumer, OK-Präsident der Brocante. Reges Besuchertreiben ist eigentlich Grund zu grosser Freude, könnte jedoch in diesem speziellen Fall für eine Absage des Anlasses sorgen. «Wir warten, ähnlich wie viele andere Veranstalter von Grossanlässen, gespannt auf den 27. Mai und hoffen dabei auf präzise Aussagen des Bundesrates zum Umgang mit Grossveranstaltungen», so Baumer. Eine Begrenzung der Anzahl der Standbetreiber hält der OK-Präsident für nicht zielführend. «Wir möchten die Brocante in gewohnter Qualität durchführen. Wenn sich also die Schutzmassnahmen und Verhaltensregeln einschneidend auf die Brocante auswirkten, würden wir eher auf eine Durchführung verzichten.» Für eine Verschiebung in den Herbst sind die Veranstalter hingegen offen.