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Heute besichtigten wir zuerst einmal Cienfuegos, da wir ja am Vorabend viel zu spät ankamen. Zuerst allerdings gab es im hübschen Hinterhof ein herzhaftes Frühstück mit Tortilla mit Schinken, Käse und Zwiebeln.
Frisch gestärkt spazierten wir los in Richtung Altstadt. Zuerst einer schönen Promenade entlang direkt an der Bucht von Cienfuegos. Direkt an einem kleinen Sandstrand befand sich eine Art Boxclub. Ein Ring direkt im Sand in dem Jugendliche trainiert wurden.
Auf dem Weg schlenderten wir dem Paseo Prado entlang, ein schön gestalteter Fussgängerweg Mitten in der Strasse mit Sitzbänken, Strassenlaternen und Statuen. Und tatsächlich, auf einem Dach wehte eine Schweizer Fahne.
Im Zentrum stehen viele wunderschön restaurierte Kolonialgebäude rund um den «Parque de José Martí». Mitten im Park kann man die im Boden eingelassene Gründungsurkunde der Stadt von 1809 bestaunen. Weiter findet man hier natürlich auch eine Statue des Nationalhelden José Julián Martí y Pérez (* 28. Januar 1853 in Havanna; † 19. Mai 1895 in Dos Ríos, Jiguaní, Oriente). Er war ein kubanischer Poet und Schriftsteller und gilt als kubanischer Nationalheld sowie Symbol für den Unabhängigkeitskampf des Landes. Als Schriftsteller war er zusammen mit dem Nicaraguaner Rubén Darío Mitbegründer der ersten voll eigenständigen lateinamerikanischen Literaturbewegung, dem Modernismo.
Mitten im schön angelegten Stadtpark befindet sich auch ein Musikpavillon und viele Stühle für allfällige Zuhörer.
Der geschichtliche französische Einfluss ist in der Stadt noch heute sichtbar, so durch den einzigen auf Kuba zu findenden Triumphbogen, den die damaligen Siedler im Gedenken an die ferne Heimat errichtet hatten. Er stellt heute die westliche Begrenzung des Parque José Martí dar, einer der attraktivsten Plätze der Stadt. Dort befindet sich auch das Teatro Tomás Terry, ein 900 Zuschauer fassender Theaterbau. Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Erbe des venezolanischen Zuckerbarons Tomás Terry im neoklassizistischen Stil errichtet.
Danach besuchten wir den «Palacio Ferrer – Casa Provincial de la Cultura». Der schon recht gut restaurierte Palast wird sicherlich bald schon wieder in ganz altem Glanz erstrahlen. Er sieht auf alle Fälle schon recht gut aus. Wir gingen hinein und stiegen über Marmortreppen bis zum Dach hinauf.
Auf dem Dach hat es noch einen kleinen Aussichtsturm, den man über eine ziemlich wacklige Wendeltreppe erreicht. Das ist nicht jedermanns Sache, aber selbstverständlich habe ich es mir nicht nehmen lassen bis zuoberst hinaufzusteigen. Von da oben hat man eine wunderbare Aussicht über ganz Cienfuegos, die Bucht und den Hafen.
Nach der Stadtbesichtigung machten wir uns auf den Weg um die heutige Etappe nach Sancti Spíritus unter die Räder zu nehmen. Unterwegs begegneten wir dann noch kubanischen Cowboys, welche die Strasse mit einer Herde Rinder blockierten.
Wir fuhren alles der Küste entlang und machten unterwegs einen Halt am «Playa Ancón», gemäss Reiseführer der schönste Strand auf der Südseite Kubas.
Dort angekommen konnten wir direkt am Strand unter einem Baum parkieren. Auch dort wurde natürlich der obligate 1 CUC fällig für die Parkwache.
Dann stürzten wir uns in die Badehose und suchten uns ein Plätzchen am Strand. Liegestühle waren leider ausverkauft, aber das geht ja auch ohne. Der Reiseführer hatte wirklich nicht zu viel versprochen, wir waren an einem schneeweissen Sandstrand und vor uns lag das ruhige karibische Meer. Da die Südseite von Kuba noch nicht so touristisch überfüllt ist war es dort sehr angenehm. Leider konnten wir das glasklare und warme Wasser nur für ein paar Stunden geniessen, da wir ja noch ein paar Kilometer vor uns hatten.
Nach der wohlverdienten Strandpause fuhren wir dann weiter nach Sancti Spíritus, vorbei an einer kleinen kubanischen Bergkette, wovon es doch auch ein paar gibt.
Nach ein paar kleinen Extrarunden in der Stadt fanden wir das «Hostal del Rijo». Kaum dort angehalten eilte schon ein Herr vom Hotel zu uns und fragte ob er uns helfen kann. Als ich ihm sagte dass wir hier ein Zimmer reserviert hätten, ging er wieder rein und kehrte mit einem Blatt Papier zurück, auf dem unsere Namen standen. Wir seien im «Hotel Plaza», dies gehöre ebenfalls zum Rijo und sei gleich um die Ecke. Wir konnten direkt hier vor dem Eingang parkieren und dann zu Fuss zum Plaza gehen.
Dort war dann unsere Reservation auch bekannt und wir kriegten sogleich einen Welcome Drink an der Bar. Dann wurde der arme Gepäckträger beauftragt unsere schweren Koffer über eine Marmortreppe nach oben zu bringen und uns unser Zimmer zu zeigen.
Das «Hotel Plaza» wurde 1843 als Familienvilla erbaut, dann aber im Jahr 1914 in ein Mehrzweckhaus mit Cafeteria, Bäckerei, Gästehaus und Versammlungsraum für die wichtigsten Landbesitzer Zentralkubas umgewandelt. Die Räumlichkeiten wurden 1996 wiedereröffnet, nachdem es durch umfangreiche Bauarbeiten wieder in seinen glorreichen kolonialen Originalzustand zurück versetzt wurde.
Das Zimmer war super, in einem sehr hohen Raum mit Verzierungen an Wänden und Decke und mit einem riesigen Kronleuchter.
Im Zimmer entdeckten wir dann noch ein paar interessante Beschriftungen mit teilweise sehr schwer zu lesenden deutschen Übersetzungen. Die nachfolgende auf dem WC Deckel war noch die harmlosere.
Was hingegen auf der Evakuations-Anleitung stand war schon sehr amüsant. Ich war nun etwas verunsichert was ich genau tun muss wenn die Ausgänge gespent sind…
Das Abendessen genossen wir dann etwas später im Restaurant «Mesón de la Plaza» in dem es für 10 CUC ein komplettes Menu mit Salat, Suppe, Hauptgang und Dessert gab.
Das Fleisch war etwas zäh aber sonst war es gut. Serviert wird hier Schlag auf Schlag, Pausen zwischen den Gängen kennt man in Kuba wohl nicht. So muss man sich recht beeilen, wenn man vor der Lieferung des nächsten Ganges den vorhergehenden beendet haben will.
Später zurück im Hotel sassen wir auf der Terasse und genossen das bunte Treiben im Park gegenüber. Am Samstag Abend ist unser Hotel offenbar die Adresse Nummer 1 wenn es um Alkohol geht. Die Einheimischen kamen reihenweise und kauften an der Bar Flaschenweise Rum über die Gasse. Pro Flasche waren das lediglich 3 CUC, also gut der Gegenwert von 2 kleinen Bier. Da wundert es niemanden, dass in Kuba mehr Rum als Bier getrunken wird.