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Die antiken ägyptischen Hieroglyphen wurden vor rund 200 Jahren entziffert. Wir erklären dir, wie du die Schrift der alten Ägypter:innen selbst lesen kannst und wie sie damals übersetzt wurde. Im Clip: Wie in Ägypten eine goldene Stadt wiederentdeckt wurde.
Das Wichtigste zum Thema Hieroglyphen
Das Wachtelküken kann ein u, ein v oder w sein. Die Hornviper steht für ein f und der Korb ist ein x, das Brot ist ein t. Vor 200 Jahren wurden die Hieroglyphen entschlüsselt. Ursprünglich gab es rund 700 einzelne Zeichen.
Sie zeigen Pflanzen, Tiere oder Gegenstände und entstanden um 3.500 vor Christus. Geschrieben wurden sie auf Stein, Leder oder Papyrus. Ein Bild kann für einen Buchstaben, eine Zahl oder einen Ausdruck stehen.
Willst Du wissen, wie der Stein half, das Rätsel um die Hieroglyphen zu lösen? Oder warum man Hieroglyphen von rechts nach links und von links nach rechts lesen kann - ohne dass es zur Verwirrung kommt? Dann lies weiter.
Das Hieroglyphen-Alphabet
Die Hieroglyphen - Ihr Weg in die Vergessenheit
Kein Wunder, dass es so lange gedauert hat, bis die Menschen der Neuzeit Hieroglyphen entziffern konnten. Denn mit dem Untergang der ägyptischen Reiche der einstigen Hochkultur geriet auch das Lesen der Geheimschrift in Vergessenheit.
Bereits im 7. Jahrhundert vor Christus hatte sich die Demotische Schrift entwickelt, die nur noch Anlehnungen aus den Hieroglyphen beinhaltete. Um das 3. bis 4. Jahrhundert vor Christus kam das Koptische auf. Diese Schrift bestand aus griechischen Buchstaben und einigen Sonderlauten – bis auch sie ab dem 11. Jahrhundert schließlich vom Arabischen weitgehend verdrängt wurde.
Als das Christentum aufkam, läutete dies eine weitere Stufe des Vergessens in der Geschichte der Hierglyphen ein. Obwohl auch in Europa viele Menschen von der schönen Schrift fasziniert waren, konnte sie niemand mehr entziffern und Fehldeutungen grassierten zuhauf.
Nicht nur, dass wie in vielen alten Sprachen auch bei den Hieroglyphen weitgehend nur die Konsonanten geschrieben und die Vokale von den Lesenden im Kopf eingesetzt wurden, sorgte beim Entschlüsseln des Schriftcodes für Schwierigkeiten. Es war vielmehr das Problem, dass niemand mehr wusste, welche Bedeutung die Zeichen hatten, was ein Zeichen aussagen konnte oder in welche Richtung sie gelesen wurden.
Rosette: Der Stein des Anstoßes
1799 fanden französische Soldaten den Stein von Rosette, oder auch Rosetta. Er stammte aus dem Jahr 196 vor Christus und zeigte den gleichen Text in ägyptischen Hieroglyphen, oben, in Demotisch, Mitte, und Griechisch, ganz unten. Lesen konnten Forschende allein das Griechische.
Bisher war die Welt der Wissenschaft davon ausgegangen, dass Hieroglyphen eine Bildsprache aus Symbolen waren, aber keine Lautsprache, also kein Alphabet. Dann gelang es dem Engländer Thomas Young, anhand des Pharaonen-Namens Ptolemaios, die Lautfolge aus dem Griechischen im Hieroglyphen-Text zu erkennen. Er ging davon aus, dass nur Eigennahmen durch Laute geschrieben werden, der Rest sei eine Bildsprache. Jedes Bild stünde für eine Idee, ein Wort.
Erst das französische Sprachtalent Jean-François Champollion kam dem Geheimnis näher. Er sprach neben Griechisch, Latein und Hebräisch auch Arabisch, Koptisch und weitere Sprachen. Ihm wurde klar, dass Hieroglyphen keine reine Bildschrift, aber auch keine reine Lautschrift, sondern beides sein können!
Der Stein von Rosette war das erste Wörterbuch für Hieroglyphen. Champollion präsentierte seine Entdeckung im September 1822 – unter Kritik seiner Kollegen Sie wollten die neue Deutung nicht glauben.
So liest du Hieroglyphen
🎨 Schrifttypen: Die markanten Bilder, die wir als Hieroglyphen kennen, entsprachen unserer Druckschrift. Es gab aber auch eine Kursiv-Hieroglyphenschrift und die Hieratische Schrift, die unserer Schreibschrift entspricht und geschwungener im Alltag benutzt wurde.
📜 Spalten und Zeilen: Die Hieroglyphen waren meist in Blöcken angeordnet. Es gab horizontale Zeilen und vertikale Spalten, die Kolumnen. Kolumnen wurden von oben nach unten gelesen. Zeilen allein oder innerhalb einer Kolumne konnten sowohl von links nach rechts als auch rechts nach links gelesen werden. Der nächste Absatz erklärt wie.
🐏 Blickrichtung: Die Leserichtung geben die Tier- und Menschzeichen an. Diese schauen in eine bestimmte Richtung. Der Anfang der Zeile beginnt also dort, wo die Lebewesen hinschauen. Unser Emoji-Widder hätte dich also aufgefordert, von links nach rechts zu lesen.
🔠 Wort oder Buchstabe: Während die oben gezeigte Grafik die Zeichen als Buchstabe übersetzt, gab es aber Fälle, in denen das Bild auch einfach tatsächlich den Begriff meinte, den es darstellt. Ein Kind war einfach das Wort für Kind. Sollte das Zeichen ein Wort darstellen, kam ein Strich zur Kennzeichnung dazu.
Symbol: Die Namen von König:innen setzten sich durch besondere Zeichen ab. Eine "Kartusche" umrahmte sie wie ein ovales Kästchen. Das gab es auch bei den Namen von Gött:innen, zusätzlich wurden hier oft Farben als Symbole für verschiedene Gottheiten verwendet.
Aussprache der Hieroglyphen
Die Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften, hat hier eine Hörprobe für Dich. So wurden Hieroglyphen ausgesprochen.
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Spektakuläre Hieroglyphen an berühmten Stätten
Wichtige Fragen zu Hieroglyphen
Nicht allein. In Mesopotamien, heute Irak, entwickelten die Sumerer etwa zeitgleich ihre Keilschrift. Wer nun zuerst da war, werden zukünftige Ausgrabungen beweisen müssen. Erfunden wurden die Schriften für die Buchhaltung und Verwaltung.
Ursprünglich bestanden die ägyptischen Hieroglyphen aus rund 700 Zeichen. Mit der Zeit kamen mehr dazu.
Die Amtssprache ist Arabisch. Gesprochen wird eine regionale Färbung, auch Ägyptisch-Arabisch genannt. Geschrieben wird Hocharabisch, also vergleichbar mit einer Hochform wie unserem Hochdeutsch.
Als Pinsel dienten Binsen, besonders robuste Gräser. Deren Ende zerkauten die Ägypter:innen bis sie zerfasert waren. Später nutzten sie auch festes Schilfrohr. Meist gab es rote und schwarze Farbe. Schwarz wurde aus Ruß angerührt, Rot aus Ocker, einem Gestein. Kamen andere Farben dazu wurden auch sie meist aus Mineralien gewonnen.