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Urs Faes beschäftigte sich als Schriftsteller eingehend mit Krebs. Eine Klinik hatte ihn damit beauftragt, deren onkologische Station zu beobachten. Während anderthalb Jahren nahm Urs Faes an Untersuchungen teil und wenn die Diagnose mitgeteilt wurde. Er war bei Bestrahlungen und Behandlungen dabei und hörte im Tumorboard und bei Therapiegesprächen zu. Was er sah, schrieb er nieder und las auf Wunsch der Klinikleitung dem Personal seine Protokolle vor. Das führte zu Diskussionen und zu Verbesserungen zugunsten der Krebsbetroffenen.
Das Gesehene beschäftigte Urs Faes weiter, und so verwendete er seine Aufzeichnungen als Rohstoff für einen Roman über Krebs. In «Paarbildung» begegnet ein Gesprächstherapeut einer Brustkrebspatientin, mit der er früher einmal in einer Liebesbeziehung stand. Die Kritik lobte Faes gelungene Gratwanderung zwischen sachlicher Krankheitsschilderung und erzählerischer Leichtigkeit, die es möglich mache, das Buch trotz verstörender Krankheit als zarte Liebesgeschichte zu lesen. Der Roman wurde zum Erfolg, Urs Faes für den Schweizer Buchpreis nominiert.
Drei Jahre später, Urs Faes war 65 Jahre alt, wurde bei ihm Prostatakrebs diagnostiziert.
Wie erlebte er die eigene Krebsdiagnose? «Viel schlimmer und bedrohlicher, als ich sie beschrieben hatte», sagt Urs Faes. «Mit einem Mal erfuhr ich an meinem eigenen Leib, was ich vorher nur schilderte: Ungewissheiten, die eigene Gefährdung, meine Hinfälligkeit.»