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Olivia Denk
„Kulte und Heiligtümer auf der Chalkidike – Untersuchungen zur Sakraltopographie im Kontext historisch-politischer Ereignisse (1200 v. Chr. - 300 n. Chr.)“
Die zwischen Thermaischem und Strymonischem Golf gelegene griechische Halbinsel Chalkidike bildete aufgrund ihrer geographischen Lage seit frühester Zeit ein Transitland. Neben den Chalkidiern siedelten zahlreiche Bevölkerungsgruppen auf der Halbinsel. Eine besondere Prägung erfuhr die Region durch die Gründung verschiedener Apoikien, wodurch sich attische, kykladische, korinthische und ionische Einflüsse nachweisen lassen. Die Herkunft der Chalkidier als Kolonisten von Chalkis auf Euböa infolge der großen Kolonisationsbewegung im 8. Jh. v. Chr. ist ebenso umstritten, wie die Annahme in ihnen einen makedonisch-thrakischen Stamm zu sehen.
Ausgehend von dieser ethnischen Komplexität soll im Mikrokosmos die Sakrallandschaft der Chalkidike rekonstruiert werden. Das Untersuchungsgebiet bezieht sich auf die heute für die gesamte Halbinsel gebrauchte Bezeichnung „Chalkidike“. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich von der protogeometrischen Periode bis zur römischen Kaiserzeit, wobei der Schwerpunkt auf der archaischen, klassischen und hellenistischen Zeit liegt, da besonders in diesen Zeitabschnitten zahlreiche sozio-kulturelle Umwälzungsprozesse stattfanden.
Die im Fokus stehenden Kulte und Heiligtümer werden mit Hilfe von literarischen, epigraphischen, numismatischen und archäologischen Zeugnissen in interdisziplinärem Rahmen ausgewertet. Die daraus resultierenden Ergebnisse sind den besser erforschten griechischen Heiligtümern und Kultstätten in Ober- und Untermakedonien gegenüberzustellen. Besonderes Augenmerk liegt auf den religionsethnologischen Aspekten dieser Mikroregion und den Auswirkungen auf das religiöse Leben sowie der Herausbildung sakraler Charakteristika. Onomastische Studien sollen weiterhin ermöglichen, indigene Elemente aufzudecken und die im Kontrast dazu stehende Beeinflussung durch kulturelle Kontakte zu ermitteln. Die Untersuchung der chalkidischen Sakrallandschaft durch ein Forschungsprojekt dient zur weiteren Erschließung dieser Region und liefert damit wichtige Grundlagen innerhalb dieses jungen und von der internationalen Forschung bis heute vernachlässigten Forschungsfeldes in Nordgriechenland. Weiterhin ergänzt das Projekt die Untersuchungen zu Kulten und Heiligtümern in Ober- und Untermakedonien.
Aufbauend auf den im Rahmen der Magisterarbeit geleisteten Vorarbeiten und den sehr guten Kontakte zu griechischen Archäologen und Mitarbeiterin der Ephorien sowie international renommierten Wissenschaftlern, die aktuell im Untersuchungsgebiet forschen (The Olynthos-Project), wird der Fortschritt des Projektes in vielfältiger Hinsicht begünstigt.