Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03275.jsonl.gz/2082

Beim Naturschutzgebiet „Wisenfurt“ handelt es sich um den ehemaligen Unterlauf des Buchser Giessens, der hier bis in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts in den Rhein mündete. Damals war das Gebiet nach den alten Rheinkarten (vgl. BROGGI 1983) parkartig bestockt. Der lichte Aspekt ergab sich wohl durch Waldweide, allenfalls wurde auch die Streue genutzt. Mit der Schaffung des Rheinwuhrs und der damit verbundenen Erstellung des Werdenberger Binnenkanals wurde der Unterlauf des Giessens rund 1.5 km vor seiner Mündung in den Rhein abgeschnitten. Fortan, wurde diese Geländevertiefung zwischen Rheindamm und Binnenkanal nur mehr vom Grundwasser gespiesen, wobei teils eine Infiltration von der Rheinseite her erfolgte. Damit kehrte sich die Fliessrichtung um. Das Wasser floss nun bis Ende 1960er Jahre über ein regulierbares Stauwehr in den Kanal ab. Durch die Kiesbaggerungen in der Rheinsohle in den Jahren 1947- 72 und die dadurch verursachte allgemeine Absenkung des Grundwasserspiegels trocknete der funktionelle Altarm nach und nach aus, so dass 1979 nur noch Restpfützen vorhanden waren. Die Wisenfurt stellte in der näheren Umgebung einen letzten Rest der hier einst zahlreichen Feuchtgebiete in der Rheintalebene dar. Sie entwickelte sich so zum Refugium für eine artenreiche Vielfalt.
Die Wisenfurt beinhaltete Anfang der 80er Jahre noch eine Vielzahl von Mosaiken und Übergangsstadien von feuchten, wechselfeuchten bis trockenen Lebensräumen. Ziel der damaligen Naturschutzbemühungen war es , eine landschaftliche, faunistische und pflanzliche Vielfalt zu erhalten und wenn möglich durch entsprechende Gestaltungsmassnahmen, vor allem im Bereich der Feuchtgebietsstrukturen, noch zu verbessern. In der Folge wurden Anfang 1982 vier Weiher und sieben Tümpel ausgebaggert, damit sich neu Feuchtgebietsabfolgen entwickeln konnten.
Eine erste generelle Beurteilung der Amphibienvorkommen an Ort erfolgte im Zuge des kantonalen Amphibieninventars im Kanton St.Gallen im Jahre 1981 (vor) und 1982 nach der Ausgrabung der Wasserflächen.
Die mit den ausgebaggerten Wasserflächen ergänzte Wisenfurt wurde auch für die Vogelwelt von erhöhter Bedeutung, wie eine Kartierung im Jahre 1991 belegt (Bühler 1991). Eine weitere Brutvogelkartierung durch Fredi Bühler und Mitarbeiter erbrachte 1993 Brutvogelnachweise von Stockente, Teichhuhn, Teich- und Supfrohrsänger. Einzelbeobachtungen seltener Vogelarten wie Nachtreiher (24.-26.5.1987), Purpurreiher (5./ 6.7.87) oder Eisvogel mehrfach belegen zudem die Bedeutung als Trittsteinbiotop.
Die Wisenfurt ist mit der Verordnung vom 7. September 1994 als Flachmoor von nationaler Bedeutung im Bundesinventar als Schutzobjekt ausgewiesen.
Ebenso ist die Wisenfurt im Inventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung als Objekt Nr.201 enthalten, dies aufgrund der hier nachgewiesenen sechs Amphibienarten (Gras- und Seefrosch, Berg-, Kamm- und Teichmolch, Erdkröte, Gelbbauchunke) mit zum Teil recht beachtlichen Populationsstärken.
Für die Wisenfurt ist somit eine überregionale Bedeutung als Flachmoor und Amphibien- Laichplatzgewässer ausgewiesen, ebenso ist sie als Bruthabitat wie auch Trittsteinbiotop für Vögel regional bedeutsam. (Aus Pflegeplan Wisenfurt im Juni 1995, Broggi und Partner AG Schaan)Inhalt erstellen...
Asthaufen
Spezieller Haufen mit Schilf und feinem Holz für Amphibien und Reptilien, geeignet für die Eiablage von Ringelnattern oberhalb eines kleinen Amphibientümpels, Überwinterungsplatz (Streue und Feinholz von Esche)
Amphibien