Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03293.jsonl.gz/888

Spike Jonze kann verdammt viel
- Donnerstag, 27. März 2014, 15:57 Uhr
Spike Jones passt in keine Schublade – ausser vielleicht in alle. Er schreibt Oscar-taugliche Drehbücher, ist Schauspieler, aber vor allem kennt man ihn als Regisseur. Selbst da ist eine Schublade zu wenig: von Clips über Komödien bis hin zur «tragic comedy» hat er so ziemlich alles inszeniert.
Spike Jonze, bürgerlich Adam Spiegel, gehört zweifellos zu den schöpferischsten Querköpfen Hollywoods. Der 44-jährige Amerikaner begann seine Karriere als Regisseur von Skateboard- und Musikvideos. Obwohl es sich dabei um Auftragsarbeiten handelte, entstanden oft kleine Kunstwerke wie der Kultclip «Sabotage» für die Beastie Boys. Noch mehr bereichert hat Jonze die Popkultur mit seinem originellen ersten Spielfilm. Die philosophische Komödie «Being John Malkovich» mit Cameron Diaz, John Cusack und natürlich John Malkovich wurde anno 2000 gleich für drei Oscars nominiert.
Spike Jonze – die personifizierte Bandbreite
Auch als Schauspieler ist Jonze gelegentlich zu sehen. Zum Beispiel an der Seite von George Clooney und Mark Wahlberg in «Three Kings» oder zuletzt in Martin Scorseses «The Wolf of Wall Street». Ach ja, zu den geistigen Vätern der MTV-Serie «Jackass» gehört der wendige Alleskönner ebenfalls. Die bisher grösste Anerkennung erntete der Filmemacher aber als Autor von «Her». Dafür gewann er vor wenigen Wochen ebenso überraschend wie verdient den Oscar in der Sparte «Bestes Originaldrehbuch».
Eine Trennung, die bis heute nachklingt
Zwischen 1999 und 2003 war Spike Jonze mit Regie-Kollegin Sofia Coppola verheiratet. Die Ehe zerbrach, als Coppola in Japan «Lost in Translation» mit Scarlett Johansson vorbereitete. Insider behaupten, dass sich Coppola daraufhin einen kleinen Seitenhieb gegen Jonze nicht verkneifen konnte. Im Film begleitet die von Johansson verkörperte Hauptfigur ihren Partner, einen selbstverliebten Fotografen, nach Tokio. Dieser Hipster, der seine Frau vernachlässigt, um mit einem blonden Schauspiel-Dummchen zu flirten, sieht Jonze verdächtig ähnlich. Was die Sache noch pikanter macht: Spike Jonze wurde damals eine Affäre mit Hollywood-Blondine Cameron Diaz nachgesagt.
Eine Retourkutsche nach Hollywood-Manier
In «Her» – erneut eine Sehnsuchtsstudie mit Scarlett Johansson – folgt nun quasi die filmische Retourkutsche. Die unsympathische Exfrau des Protagonisten, eine erfolgreiche Autorin, gleicht nämlich Sofia Coppola. Für die ungewöhnliche neue Liebe ihres ehemaligen Gatten hat die kapriziöse Film-Brünette nur Spott übrig. Dass er nun eine virtuelle Frau als Partnerin bevorzuge, sei der ultimative Beweis für seine tief verwurzelte Beziehungsunfähigkeit. Nachtreten nach Hollywood-Art. Weder Sofia Coppola noch Spike Jonze scheinen mit ihrer gescheiterten Ehe richtig abgeschlossen zu haben.