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Eine regelmässige Kinogängerin möchte von «Espresso» wissen, weshalb Untertitel im Kino immer in der gleichen Farbe daherkommen. «Auf hellem Hintergrund sind die weissen Untertitel oft nur schlecht lesbar.»
Dass die Untertitel in Filmen jeweils weiss sind, hat historische Gründe, sagt Raff Fluri, Filmvorführer der Kimemathek Lichtspiel in Bern: «Früher wurden die Untertitel noch chemisch auf die Filmkopie geätzt.» Mit einer Schablone in Buchstabenform sei damals die Bildfarbe entfernt worden. Durch das Licht des Filmprojektors wurde dieser Buchstabe dann weiss auf der Leinwand angezeigt. Dies machte es tatsächlich schwierig, den Buchstaben auf weissen Hintergrund zu lesen.
Schwarze Kontur dank Laser
Die Lösung für das Problem kam in den 1990er-Jahren: Damals fing man an, die Untertitel mittels Laser in den Film einzubrennen, erzählt Filmvorführer Raff Fluri: «Durch das Einbrennen entstand rund um die Buchstaben eine feine schwarze Kontur.» Diese schwarze Umrandung kennen wir heute bei den Untertiteln.
Heute sind Kinos längst digitalisiert und es wäre kein Problem, die Untertitel mit einem grauen Balken zu hinterlegen oder in einer anderen Farbe zu machen. Das würde die Lesbarkeit ebenfalls erhöhen. Doch Fluri winkt ab. Auch für Untertitel gebe es Richtwerte: «Die Untertitel sollen möglichst nicht stören. Die Kinobesucher sollen quasi vergessen, dass sie Untertitel lesen.» Ein grauer Balken wäre zu prominent und würde zudem Teile des Filmbilds überdecken. Andere Farben als neutrales Weiss könnten zudem die Anmutung des Films beeinflussen. «Sie müssen sich vorstellen, dass die Farbgebung eines Films sehr bewusst gewählt ist um bestimmte Stimmungen zu erzeugen.» Fremde Farben wären daher ein Störfaktor.