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Die Schweiz engagiert sich für die Verbesserung der nuklearen Sicherheit in Europa
PRESSEMITTEILUNG / Bern, 9.11.2000
Die Schweiz engagiert sich für die Verbesserung der nuklearen
Sicherheit in Europa
Bundesrat Pascal Couchepin hat eine zweite Beteiligung der Schweiz am
Chernobyl Shelter Fund (CSF) über 7 Millionen Franken unterschrieben.
Damit beläuft sich die Gesamtbeteiligung der Schweiz auf 13.4
Millionen Franken. Sie erfolgt im Rahmen der Kooperationsprogramme des
Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) mit Zentral- und Osteuropa
sowie der GUS.
Am 26. April 1986 explodierte die vierte Reaktoreinheit der
Kernkraftanlage Tschernobyl. Die nach dem Umfall eilends aus Beton und
Stahl erbaute Schutzhülle («Sarkophag») war von Anfang an als
Provisorium gedacht und wird nun infolge von Alters- und
Witterungs-prozessen zunehmend instabil. Internationale Experten sind
sich darüber einig, dass der Sarkophag so schnell wie möglich saniert,
ferner in eine für Mensch und Umwelt sichere Installation übergeführt
werden muss. Die Staaten der G7 und der Europäischen Union haben 1997
in Zusammenarbeit mit der Ukraine hierfür ein Grossprojekt lanciert.
Die gesamten Kosten für die Sanierung der Schutzhülle werden auf 768
Millionen $ geschätzt. Zur Mobilisierung der nötigen Mittel wurde bei
der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) ein
Fonds eingerichtet, der sogenannte Chernobyl Shelter Fund (CSF). Damit
das Projekt weitergeführt werden kann, wurde am 5. Juli 2000 in Berlin
eine Geberkonferenz durchgeführt, an welcher die Schweiz eine zweite
Beteiligung über 7 Millionen Schweizer Franken angekündigt hat. Die
Gesamtbeteiligung der Schweiz am CSF beträgt somit 13.4 Millionen
Franken. Zugleich wird der Entscheid der ukrainischen Regierung, die
Kernanlage Tschernobyl am 15. Dezember 2000 definitiv stillzulegen,
angemessen gewürdigt.
Die EBRD verwaltet zwei weitere Fonds im nuklearen Sicherheitsbereich.
Der «Nuclear Safety Account» dient der Finanzierung von dringenden
Sicherheitsmassnahmen an osteuropäischen Kernkraftwerken. Über einen
weiteren Fond werden die Vorbereitungs-arbeiten zur Stillegung des
Atomkraftwerkes Ignalina in Litauen finanziert. Beide Fonds werden vom
seco unterstützt. Auf multilateraler Ebene beläuft sich das
Gesamtengagement der Schweiz zur Verbesserung der nuklearen Sicherheit
in Osteuropa auf 36.4 Millionen Franken.
Auskünfte:
Michel Mordasini, seco, Multilaterale Finanzierungsinstitutionen, Tel.
031 324 08 19