Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03561.jsonl.gz/2760

Alemannisch im Churer Rheintal
Von der lokalen Variante zum Regionaldialekt
Eine Publikation des Instituts für Kulturforschung Graubünden
Beihefte der Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Band 162
Im Churer Rheintal hat sich im Verlauf der letzten 100 Jahre bei den alemannischen Dialekten ein massiver Sprachwandel ergeben. Aus den ehemals sich zum Teil klar voneinander abgrenzenden Ortsdialekten bildete sich ein regionaler Dialekt heraus, der starke Züge des Churerdeutschen, des Dialekts der Kantonshauptstadt Chur, aufweist.
Der Dialektologe Oscar Eckhardt geht der Frage des Sprachwandels aus verschiedenen Perspektiven nach. Ausgangspunkt seiner Studie bilden die historischen Daten des Sprachatlasses der deutschen Schweiz. Sie werden mit aktuellen Daten konfrontiert, die Eckhardt bei 150 Jugendlichen und jungen Erwachsenen erhoben hat. Verschiedene Distanzberechnungen bestätigen die Vermutung, dass besonders markante, saliente Formen zu Gunsten eines regionalen Dialekts geopfert wurden.
Die Auswertung der Daten im Hinblick auf die Veränderungsrichtung zeigt auch auf, welche Faktoren zum Sprachwandel führten und führen. Ein Vergleich mit zum Teil populärwissenschaftlichen, älteren Darstellungen der Ortsdialekte offenbart schliesslich die ganze Dimension des Sprachwandels: Fast alle als besonders ortstypisch angesehenen Dialektmerkmale sind verschwunden.zurück