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Nach der gestrigen Reportage auf Telebasel bleiben Herrn Eymann eigentlich nur zwei Optionen: a) er sitzt das jetzt einfach aus und hofft auf einen Persilschein des Sonderstaatsanwalts oder b) er verklagt die Interviewpartner von Telebasel wegen übler Nachrede.
Fakt ist, dass es der Geschäftszweck der Firma Cosco war, Leute zu betrügen. Die damalige Ehefrau von Herrn Eymann war als Anwältin für diese Firma tätig. Das Honorar für ihre Leistung von “mehreren hunderttausend Franken”, (Gericht: “krasses Missverhältnis zwischen Honorarhöhe und der effektiven Leistung der Anwältin“), ist auch dann in Ordnung, wenn dieses Geld aus den Betrügereien stammt. Einem Zürcher Anwalt, dessen Honorar aus Drogengeldern bezahlt und deshalb gerichtlich arrestiert worden war, erhielt vor Bundesgericht recht: Die Geldquelle spielt bei Anwaltshonoraren keine Rolle.
Die Frage die der Beitrag beim Zuschauer auslöst, ist, wie tief die Anwältin in die Sache verstrickt war, zumal sie bei einer weiteren Betrugsgesellschaft der Cosco-Bande allein Zeichnende Verwaltungsrätin tätig war. Ob ein Schweizer Gericht für diese Aktivität überhaupt zuständig wäre, hängt davon ab, wo die Aktivitäten dieser Firma abgewickelt wurden. War das in Liechtenstein, dann sind die dortigen Gerichte zuständig.
Die Vorwürfe, welche in der Reportage von “Zeugen” vor der Kamera gegen Herrn Eymann erhoben werden, sind zwar nicht strafrelevant aber immerhin rufschädigend:
- Herr Eymann soll, so wird von einem Interviewpartner behauptet, bei Gesprächen von Cosco-Leuten und seiner Frau mit am Tisch gesessen und Ratschläge erteilt haben, er habe mehr von Wirtschaft verstanden als seine Frau. Seiner Frau Ratschläge zu erteilen, sei nicht strafwürdig, stellt Telebasel fest. Für mich ist die Aussage jedoch rufschädigend.
- Ein weiterer Interviewpartner will gegenüber der Staatsanwaltschaft bezeugen, dass er, zusammen mit einer weiteren Person, bei der Schweigegeldübergabe am Nachbartisch gesessen und die Unterredung protokolliert habe. Handschriftliche Notizen wurden eingeblendet. Auch diese angebliche Geldzahlung ist nicht strafrelevant. Schliesslich kann jeder jedem Bargeld auszahlen, aus welchem Grund auch immer. Aber: hier verbreitet jemand ein Gerücht, von dem Herr Eymann mehrmals gesagt hat, es handle sich um eine Lüge.
Wir können und wollen uns noch immer nicht vorstellen, dass sich Herr Eymann mit solchen Leuten eingelassen hat. Also gehen wir davon aus, es handle sich, wie der Reportagetitel unterstellt um “die späte Rache des D.M.”. Ich gehe deshalb davon aus, dass Herr Eymann auf Option a) setzt.