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In diesem Artikel erfahren Sie, wie verschiedene Nahrungsergänzungsmittel Ihnen beim Schlafen helfen können. Jeder hat schon von CBD gehört, aber funktioniert es wirklich? Und wofür kann man es verwenden? Wir werfen auch unter anderem einen Blick auf Baldrian und L-Theanin sowie auf das weniger bekannte Taurin.
Am Ende des Artikels finden Sie alle wissenschaftlichen Studien, die ich zu Rate gezogen habe. Für einige Nahrungsergänzungsmittel gibt es buchstäblich Tausende von Studien, daher habe ich mich in diesem Fall so weit wie möglich auf “systematic reviews” konzentriert. In diesen werden alle Studien zusammengetragen und dann statistisch ausgewertet, um zu Schlussfolgerungen zu gelangen.
L-Theanine
l-Theanin, eine nicht-proteinogene Aminosäure, die besonders in grünem Tee vorkommt, ist ein bekanntes Mittel zur Verbesserung von Schlafstörungen. Sie hat eine ähnliche Struktur wie der erregende Neurotransmitter Glutamat im Gehirn und blockiert möglicherweise Glutamatrezeptoren im zentralen Nervensystem. Häufig wird sie zur Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt, um den nicht-schnellen Augenbewegungsschlaf (NREM) zu verbessern und psychischen Stress zu reduzieren. Frühere Studien legen nahe, dass l-Theanin ihre entspannende Wirkung ausübt, indem sie die GABA-Spiegel erhöht, wodurch die Expression von Dopamin und Serotonin im Gehirn gesteigert wird. In Tierstudien hat sich gezeigt, dass l-Theanin die Wirkung von Koffein entgegenwirkt und Sedation fördert. Neben ihrer entspannenden Wirkung hat l-Theanin auch eine neuroprotektive Rolle, da sie als Glutamatrezeptor-Antagonist wirkt, GABA-Rezeptoren hochreguliert und die Expression von antioxidativen Enzymen erhöht.
Taurine
Taurin, eine β-Aminosäure, befindet sich in hohen Mengen im Zentralnervensystem von Säugetieren. Seine Funktionen erstrecken sich über diverse physiologische Prozesse wie Osmoregulation, Signalübertragung, antioxidative Aktivität, trophische Faktoren, Regulierung von Kalziumbewegungen und Neurotransmission.
Taurin agiert als Agonist an den GABAA-Rezeptoren im Gehirn, wobei die Rezeptoraffinität von den jeweiligen Untereinheiten abhängig ist, die ihn aufbauen. Im Zentralnervensystem ist GABA der wichtigste hemmende Neurotransmitter, der seine Wirkung über zwei spezifische Rezeptortypen, GABAA und GABAB, ausübt.
In den letzten Jahren wurden Veränderungen im Ausdrucksmuster der GABAA-Rezeptor-Untereinheiten mit Erkrankungen wie Epilepsie, Depression und Alkoholismus assoziiert. Diese Veränderungen in der Struktur der GABAA-Rezeptoren könnten die Wirksamkeit von in klinischen Protokollen verwendeten Medikamenten beeinträchtigen.
In Anbetracht der physiologischen Eigenschaften von Taurin und seiner Fähigkeit zur Interaktion mit GABAA-Rezeptoren, erscheint es plausibel, dass es beim Einschlafen helfen und Nervosität und Ängste verringern könnte.
Baldrian
Baldrian (Valeriana officinalis L.) ist eine beliebte pflanzliche Medizin zur Verbesserung des Schlafs, aber die Ergebnisse früherer klinischer Studien sind inkonsistent.
Baldrian Kann eine sichere und wirksame Pflanze zur Förderung des Schlafs und zur Verhinderung von begleitenden Störungen sein. Aufgrund der Vielzahl von Wirkstoffen und der relativ instabilen Natur einiger Wirkstoffe, Ist es sinnvoll, unverarbeitete Baldrianwurzel zu verwenden und daraus einen Tee zu kochen, so ist beispielsweise viel verarbeiteter Baldrian in Nahrungsergänzungsmitteln weniger wirksam. Das spart Geld und erhöht die Wirksamkeit.
(CBD) Cannabis
Die verfügbaren Daten zu den Auswirkungen von Cannabidiol oder CBD auf den Schlaf sind begrenzt. Studien an Ratten, denen steigende Dosen CBD verabreicht wurden, zeigten eine Zunahme des Gesamtschlaf Anteils, wobei bei niedrigeren Dosen die REM-Latenz abnahm und bei höheren Dosen zunahm. Es gibt jedoch bisher keine menschlichen Studien, die diese Ergebnisse bestätigen. Eine kürzlich durchgeführte kontrollierte Studie zeigte bei Personen, die CBD-dominantes Cannabis verwendeten, eine erhöhte Schläfrigkeit aufgrund subjektiver Einschätzungen, es ist jedoch unklar, ob dies auf den geringen THC-Gehalt zurückzuführen war. Die langfristigen Auswirkungen von CBD auf den Schlaf sind noch nicht ausreichend erforscht. Studien zu den isolierten Auswirkungen von CBD auf die Schlafarchitektur sind daher begrenzt und liefern größtenteils unterschiedliche Ergebnisse.
Zusammengefasst: Es gibt nur begrenzte Informationen über die Auswirkungen von CBD auf den Schlaf, und die verfügbaren Studien haben gemischte Ergebnisse. Es sind weitere Untersuchungen erforderlich, um die langfristigen Effekte von CBD auf den Schlaf besser zu verstehen. Jedoch hat CBD eine signifikante therapeutische Wirkung bei Epilepsie und Parkinson.
THC
Der Wirkstoff von Cannabis verkürzt in geringen Dosen die Zeit, die man zum Einschlafen braucht. Dieser Wirkstoff ist nur in “normalem” Cannabis enthalten, das in der Schweiz verboten ist. Bei Langzeitkonsum und höheren Dosen hat Cannabis den gegenteiligen Effekt: Man schläft schlechter und braucht länger, um einzuschlafen.
Melatonin
Melatonin ist ein Hormon, das von der Zirbeldrüse im Gehirn produziert wird und zur Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus beiträgt. Es wird oft verwendet, um den Jetlag auf Reisen zu verringern. Es verkürzt nachweislich die Zeit bis zum Einschlafen. In Europa ist Melatonin in vielen Ländern, darunter Grossbritannien, Spanien, Italien, die Niederlande und Frankreich, rezeptfrei erhältlich. In der Schweiz und in Deutschland benötigt man jedoch ein ärztliches Rezept.
Studien
Thc and insominia
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9067069/#:~:text=THC%20acts%20on%20the%20CB1,and%20increased%20total%20sleep%20time.
Taurine
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6536745/