Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03290.jsonl.gz/124

Microsklaven
Schauspiel
Stückinfo
Uraufführung
«Mikrosklaven» erzählt von den Bewohnern des Gemeinschaftshauses 7 auf dem Campus von Microsoft - einer Wohn- und Arbeitsplattform, auf der es drei Werte gibt: Bill, Microsoft-Aktien und Kontakt mit Bill. Auch der Vater eines dieser Computer-Nerds versucht, sich auf diesem Markt zu verkaufen, obwohl er mit fünfzig im Geschwindigkeitstaumel der Computer-Industrie überflüssig geworden ist - bis Sohn Michael den entscheidenden Vorschlag macht: Oop! Die kleine Startup-Firma nistet sich im Partykeller der Eltern ein. Oop! ist das Multimedia-Produkt, mit dem alle hoffen, das Versprechen der New Economy aufs Schnell-obszön-reich-werden einzulösen. Nach Jahren eines reduzierten Soziallebens und Körperbewusstseins entdecken sie eher nebenbei so etwas wie «marktfreie Emotionen», und in der Haltlosigkeit der Fast Industry entwickelt sich langsam ein Märchen über die Liebe.
Claudia Hamm hat zuletzt als Dramaturgin und Regisseurin am Burgtheater in Wien gearbeitet. Gemeinsam mit der Bildenden Künstlerin Jelka Plate hat sie diverse Kunst- und Theaterprojekte zum ökonomischen Fundamentalismus konzipiert und realisiert, die sich mit einer Lebenswelt befassen, in der wirtschaftliche Effizienz zum alleinigen Wert erhoben wird. So entstand im November 2002 eine Inszenierung von Gesine Danckwarts «Täglich Brot» am ITC Teatro für zeitgenössische Dramatik in Bologna und ein Diskussionsforum «Neue Formen immaterieller Arbeit» in Genua.