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Die Badeanstalt Utoquai war zusammen mit der Frauenbadeanstalt am Stadthausquai (1887 neugestaltet) das erste grosse, repräsentative Kastenbad der Stadt. Der Wunsch nach geschlossenen Badeanlagen entsprang einem wachsenden Hygiene- und Körperverständnis, welches gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit der vorherrschenden Körperfeindlichkeit brach. Das Baden war denn auch nicht ein Freizeitvergnügen, sondern primär eine körperhygienische Handlung. Ein strenges Badereglement sorgte für zügigen Betrieb: «Die Badezeit darf bei starker Frequenz (einschliesslich das An- und Auskleiden) eine halbe Stunde nicht überschreiten» (Städtisches Badereglement 1887).
Im Unterschied zu den frühen Badeanlagen (z. B. Männerbad am Schanzengraben) waren die Badeanstalten des Fin-de-siècle repräsentative Anlagen, die sich an der Formensprache des Historismus orientierten. Die Badeanstalt Utoquai zeigte mit ihren Kuppeltürmen einen maurischen Einfluss. Der auf Pfählen errichtete Bau umfasst vier Schwimmbecken. Als das Sonnenbaden aufkam, wurden die meisten «Badepaläste» purifiziert. Sonnendecks traten an die Stelle der aufwändig inszenierten Dachlandschaften. Auch die Badeanstalt Utoquai blieb davon nicht verschont: Bei der umfassenden Renovation 1942 wurden die charakteristischen Kuppeltürme entfernt.
Baujahr: 1888, 1942 Renovation und Umgestaltung, 1972 Renovation
Architektur: Henry Martin
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Badeanstalt Utoquai
AdresseUtoquai 46, 8001 Zürich
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz