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von Peter Niederhäuser
Das 1541 von Hans von Hinwil verfasste, wenig bekannte Familienbuch mit einer «historischen» Einleitung und Wappen der Eheverbindungen bietet einen anschaulichen Einblick in Adelskultur und adliges Selbstverständnis im 16. Jh. Ähnlich wie die vergleichbaren Bücher der Herren von Eptingen und Hallwyl steht hier weniger die autobiografische Perspektive eines Autors als familienpolitische Anliegen im Zentrum. In dieser Beziehung orientierte sich Hans von Hinwil, Schlossherr zu Elgg und Dienstmann zuerst des Bischofs von Konstanz, später des Abtes von St. Gallen, an süddeutschen Vorbildern. Im Rahmen einer «Ritterrenaissance» entstanden Turnier- und Adelsbücher, die das möglichst hohe Alter und den adligen Rang einer Familie hervorhoben und so die eigenständige Rolle des (niederen) Adels betonten. Zusätzliches Gewicht erhielt diese Betonung durch die Ahnenprobe, dank welcher sich der Adel von städtischen Patriziern abgrenzte. Wollte Hans von Hinwil mit dem Familienbuch seinem Geschlecht eine «bessere» Geschichte zuschreiben, als die urkundliche Überlieferung zulässt?
, Peter : Im Zeichen adliger Identitätsfindung? - Das Familienbuch des Hans von Hinwil von 1541
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 19. Jahrgang 2014, Heft 1, 34 - 44.