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Kauen an den Fingernägeln kann bei Jugendlichen und Kindern ab dem vierten Lebensjahr beobachtet werden. Ungefähr 20 % der Kinder sind betroffen. Die Hände werden immer wieder zum Mund geführt. An den Fingernägeln und der Haut der Fingerkuppen wird so lange gekaut, bis die Nagelplatte der Fingernägel freiliegt. Nagelteile und abgebissene Hautstücke werden bei dem Nägelkauen geschluckt.
Gerade bei Jugendlichen tritt oft Stress durch ungelöste seelische Konflikte auf. Die Kinder haben noch nicht gelernt, die Spannungen abzubauen und den Stress aufzulösen. Da die negativen Gefühle nicht ausgelebt werden können, wird das Nägelkauen benutzt, um die Anspannung abzubauen. Vor allem bei Kindern, die unter Hyperaktivität leiden, tritt dieses Verhalten auf. Nägelkauen wird häufig dazu benutzt, unbewusste Ängste abzubauen und dient als Ersatzhandlung.
In einigen Fällen ist die sogenannte Onychophagie nicht nur eine schlechte Angewohnheit. Das Nägelkauen wird durch eine psychische Zwangsstörung, die mit einer Selbstverletzung einhergeht, verursacht.
Durch das ständige Kauen an den Fingernägeln werden die Nägel und die Haut der Fingerkuppen verletzt. Blutungen und Risse in der Haut sind sichtbar. Da das Gewebe der Haut geschädigt ist, können sich auf den Händen leicht Bakterien und Hautpilze ansiedeln. Die Haut und das Nagelbett sind entzündet. Die Fingernägel können sich durch eine Schädigung des Nagelbettes und des Nagelhäutchens verformen. Warzen, die durch Viren verursacht werden, breiten sich entlang der Nagelwurzel und des seitlichen Randes des Nagels aus. Befindet sich im Bereich der Lippen eine kleine Verletzung, kann diese Stelle mit dem Virus infiziert werden. Eine Warze wächst im Gesicht.
Die geschluckten Nagelreste können Magenschmerzen und Probleme mit dem Darm verursachen. Das ständige Nägelkauen führt zu einer Zahnfleischentzündung. Das Zahnfleisch ist gerötet und geschwollen. Eitrige Entzündungen schädigen die Zähne und den Zahnhalteapparat. Wird bei dem Kauen Nägeln Druck auf die Schneidezähne ausgeübt, kann sich eine Fehlstellung der Zähne entwickeln. Durch die Schädigung des Zahnschmelzes siedeln sich Bakterien an, die Karies verursachen.
Die Hände und die Nägel sehen rissig und ungepflegt aus. Da das Kauen an den Nägeln nicht gesellschaftlich anerkannt ist, entwickelt sich bei den Betroffenen ein Schamgefühl. Sie verstecken ihre Hände und Fingernägel. Pubertierende Mädchen und Erwachsene ziehen sich zurück und vermeiden es, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Freundschaften werden beendet, der soziale Rückzug beginnt. Im schlimmsten Fall kann die Handlung in einer Depression münden.
In der Apotheke sind Tinkturen erhältlich, die, wie Nagellack, auf die Fingernägel gestrichen werden. Der Nagellack schmeckt schlecht und bitter. Er hält die Kinder von dem Kauen an den Nägeln ab. Durch den bitteren Geschmack wird ein unbewusstes Kauen an den Nägeln verhindert. Die Aktion wird beendet, sobald das Kind den bitteren Geschmack wahrnimmt. Die Bitterstoffe sind völlig unbedenklich. Sie können daher bei Kindern jedes Alters eingesetzt werden. Dem Kind wird sein Verhalten bewusst. Tagebücher helfen herauszufinden, wann das unerwünschte Verhalten auftritt und die Probleme zu beseitigen.
Ältere Mädchen können durch eine aufwendige Maniküre oder künstliche Nägel davon abgehalten werden, an den Nägeln zu kauen. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation helfen, den inneren Stress abzubauen. Hyperaktive Kinder können die überschüssige Energie mit sportlichen Aktivitäten abbauen.
Um Unsicherheiten und negative Gefühle zu beseitigen, sollten sich die Eltern den Kindern geduldig und liebevoll zuwenden. Strafen bringen keinen Erfolg, sondern verstärken den Druck noch weiter. Eventuell hat das Kind Probleme mit den Mitschülern oder Mobbing und hat sich den Eltern noch nicht anvertraut.
Bei einem Habit-Reversal-Training wird das Kauen an den Nägeln von einer unbewussten in eine bewusste Handlung umgewandelt. Die schlechte Gewohnheit wird gegen ein anderes Verhalten ausgetauscht. Zuerst wird versucht, herauszufinden, warum an den Nägeln gekaut wird. Alle Erkenntnisse werden in einem Tagebuch vermerkt. Sobald das Bedürfnis, an den Nägeln zu kauen, auftritt, wird dieses durch eine Ersatzhandlung ersetzt. Diese Handlung kann in dem Ziehen an einem Gummiband, das um das Handgelenk befestigt ist, oder in dem Drücken eines Anti-Stress-Balls bestehen. Damit das unerwünschte Verhalten nicht mehr auftritt, müssen sich die Betroffenen immer wieder selbst motivieren. Denken Sie daran, warum Sie das Kauen an den Nägeln beenden wollen und stellen Sie sich schöne, gepflegte Nägel vor. Verstärken Sie die Übungen, indem Sie den Ablauf in Gedanken wiederholen.
Mit der Entkopplungsmethode wird die Bewegung der Finger umgelenkt. Statt die Finger zum Mund zu führen, werden Hals, Ohren oder Haare berührt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, zu lernen, die Nägel mit den Fingerkuppen statt mit dem Mund zu berühren. Das Verhalten kann ohne Störungen ablaufen. Die negativen Folgen des Nägelkauens treten nicht auf.
Meistens endet das Nägelkauen mit dem Ende der Pubertät, da sich die Persönlichkeit vollständig ausgebildet hat. Tritt Nägelkauen bei Erwachsenen auf oder kommt es bei dem Vorgang zu Selbstverletzungen, könnte eine psychische Störung vorliegen. In diesem Fall sollte ein Arzt konsultiert werden.
Kauen an den Nägeln kann wieder verlernt werden. Verknüpfen Sie die Handlung mit unangenehmen Dingen wie einem bitteren Geschmack. Suchen Sie Hilfe bei einem Nagelstudio, Kosmetiker oder Apotheker, bei local.ch finden Sie einen Spezialisten in Ihrer Nähe.
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Kauen an den Nägeln ist eine Ersatzhandlung, die hilft, innere Anspannungen und Stress abzubauen. Meistens ist den Betroffenen das Verhalten nicht bewusst. Von dem Problem sind vor allem Kinder und Jugendliche, deren Persönlichkeit noch nicht gefestigt ist, betroffen. Das Kauen an den Nägeln verschwindet daher mit Ende der Pubertät. Bei Erwachsenen kann eine psychische Zwangsstörung die Ursache sein.
Kauen an den Nägeln hat schädliche Folgen. Der Nagel wird immer mehr verkürzt. Er wird bis auf das Nagelbett abgekaut. Da das Nagelbett nicht mehr geschützt ist, wandern Bakterien und Hautpilze ein. Diese verursachen Entzündungen. Breiten sich die Entzündungen auf die Nagelwurzel und den Nagelfalz aus, beginnt der Nagel, sich zu verformen. Selten werden die Zähne und das Zahnfleisch geschädigt.
Eltern können den Kindern einen Nagellack, der Bitterstoffe enthält, auf die Nägel streichen. Der bittere Geschmack macht den Kindern das Verhalten bewusst. Es kann aktiv beendet werden. Wird das Kauen an den Nägeln durch innere Unruhe und Spannungen verursacht, können diese durch liebevolle Zuwendung und sportliche Aktivitäten abgebaut werden. Probleme sollten mit den Kindern gemeinsam besprochen werden.
Das Habit-Reversal-Training macht den Betroffenen ihre schlechte Gewohnheit bewusst. Das Kauen an den Nägeln wird durch eine andere Handlung ersetzt. Rituale bei der Nagelpflege ersetzen das unerwünschte Verhalten. Mit der Entkopplungsmethode wird das unerwünschte Verhalten in andere Bahnen gelenkt. Die Nägel werden dabei mit den Fingern statt mit dem Mund und den Zähnen berührt.
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