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Den Zweifeln an der Stabilität des Geldhauses trat er im Interview mit der "Welt am Sonntag" entgegen. "Die Risiken aus unserem Derivatebuch werden bei weitem überschätzt", sagte Lewis. "Wir haben diese Risiken abgesichert."
Zum Ende des zweiten Quartals lag der Umfang des Derivatebuches der Deutschen Bank bei 46 Billionen Euro. Die reine Zahl sei aber irreführend, sagte Lewis. "Das wahre Risiko ist viel kleiner." So sei dies lediglich der theoretische Nominalwert der Absicherungsgeschäfte.
Viel relevanter als das Gesamtvolumen des Derivatebuches sei das eigentliche Risiko aus allen Kontrakten, sagte das Vorstandsmitglied. Dieses betrage netto 41 Milliarden Euro und sei damit teilweise unter dem Niveau vieler Wettbewerber.
"Die Deutsche Bank wird falsch wahrgenommen", sagte Lewis weiter. "Wir sind auch deshalb relativ glimpflich durch die Finanzkrise 2008 gekommen, weil wir eben nicht die grossen Risikonehmer waren und Risiken relativ gut im Blick hatten. Wir haben zwar ebenfalls Verluste gemacht, aber die waren beherrschbar", sagte Lewis.
Die Deutsche Bank versuche bereits, ihre Geschäfte weniger komplex zu machen und fahre ihr Derivatebuch zurück. "Ein Teil ist bereits vor einigen Jahren in eine Abwicklungseinheit überführt worden", sagte der Risikovorstand.
Die Bank prüfe die Kreditwürdigkeit jedes einzelnen Kunden genau und bewerte beispielsweise Hedgefonds. Zusätzlich würden von Kunden noch Sicherheiten verlangt, die täglich angepasst würden.
Derivate sind komplexe Finanzprodukte, mit denen Unternehmen sich zum Beispiel gegen Währungsschwankungen absichern und Hedgefonds auf bestimmte Ereignisse wetten. Sie waren einer der Auslöser der Finanzkrise im Jahr 2008.
(AWP)