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Bis ans Ende der Träume
Regie: Wilfried Meichtry
Darst.: Sabine Timoteo, Christophe Sermet, Sappho Sahiti, Katharina von Arx, Wilfried Meichtry, Frédérique Drilhon, Fätzli u.a.
Katharina von Arx (1928–2013) war in den 1950er und 1960ern eine der bekanntesten Reiseschriftstellerinnen und Reporterinnen der Schweiz. Nach einem Kunststudium in Wien brach sie 1954 allein und fast ohne finanzielle Mittel zu einer Weltreise auf, eine Erfahrung, die sie nach ihrer Rückkehr 1956 im Buch «Nehmt mich bitte mit! Eine Weltreise per Anhalter» verarbeitete. Damit wurde sie schlagartig bekannt. Bald war sie wieder unterwegs; eine Zeitschrift hatte sie zu einer Recherche auf die Südseeinsel Tonga geschickt. Dort traf sie den französischen Fotografen und Dokumentarfilmer Freddy Drilhon (1926–1976), es war der Beginn einer verrückten Liebesgeschichte. 1959 erwarben die beiden in Romainmôtier ein mittelalterliches Haus, dessen Renovierung für Katharina von Arx zur Lebensaufgabe wurde, während es ihren Mann bald wieder in die Welt hinauszog. Der Historiker, Buch- und Drehbuchautor Wilfried Meichtry wurde mit der Aufarbeitung des Briefwechsels von Iris und Peter von Roten, den er unter dem Titel «Verliebte Feinde» veröffentlichte, und durch seine Zusammenarbeit mit dem Dokumentarfilmer Werner Schweizer bekannt. Mit ihm realisierte Meichtry 2002 «Von Werra» und 2013 «Verliebte Feinde». Wie er bereits in letzterem in Form einer Dokufiktion die grosse Liebe dieses unkonventionellen Paares erzählte, das seiner Zeit weit voraus war, so schafft er es nun auch in seinem ersten Film unter eigener Regie, die Beziehung eines berühmten Paares lebendig werden zu lassen, das verliebt und dennoch frei sein wollte. Anders als in «Verliebte Feinde» lebte die Protagonistin noch, als Wilfried Meichtry mit seinen Recherchen begann. 2011 lernte der Historiker Katharina von Arx kennen und führte mit ihr bis zu ihrem Tod 2013 zahlreiche Gespräche; sie überliess ihm zudem ihr umfangreiches Archiv. Wilfried Meichtry zu seinem Film: «Die alte Dame erwies sich dabei als überaus offen, neugierig und gewitzt – und fasste viel Vertrauen in unser Projekt. Sie habe darin eine Chance gesehen, sagte sie mir später, sich nach jahrzehntelangem Schweigen noch einmal an ihr Leben mit Freddy Drilhon zu erinnern. Mit der ‹Entdeckung› von Freddy Drilhon verlagerte sich mein Hauptinteresse von der abenteuerlichen Weltreise der jungen Katharina hin zu der spannenden Beziehung zu ihrem Mann, die in Romainmôtier mit dem Konflikt um das alte Priorhaus zu einer dramatischen Ménage-à-trois wurde: Katharina, Freddy und das alte Haus.»
Der Regisseur Wilfried Meichtry ist am 6. Februar im Kinok zu Gast. Das Gespräch führt Christina Caprez, SRF 2 Kultur.