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Rebsorte
Tempranillo
Der Tempranillo, Spaniens qualitativ wohl wichtigste rote Rebsorte, ist (mit-)verantwortlich für einen grossen Teil der berühmten Rotweine von der iberischen Halbinsel.
Sie ist gemäss neueren genetischen Untersuchungen eine spontane Kreuzung zwischen der weissen Varietät Albillo Mayor und der roten Sorte Benedicto. Der Name Tempranillo geht auf das spanische «temprano» (= früh) zurück, ein deutlicher Hinweis auf die frühe Reife (für spanische Verhältnisse) der Sorte. In der Regel kann sie zwei Wochen vor den anderen Varietäten wie Garnacha & Co. gelesen werden.
Der Tempranillo ist ziemlich fruchtbar und bringt grosse, locker angeordnete Trauben mit dickhäutigen Beeren hervor. Er ergibt farblich nicht sehr ausgeprägte, fruchtbetonte, rotbeerige Weine mit massvollem Alkoholgehalt und feinen, weichen Tanninen von grosser Eleganz.
Der Tempranillo trägt verschiedene Namen, unter anderem: Aragones, Tinto del Pais oder Tinto Fino (Ribera del Duero), Tinto Roriz (Duoro, Portugal), Tinto de la Rioja, Ull de Llebre oder Ojo de Liebre (Katalonien), oder Cenibel in der Mancha.
Am wohlsten fühlt er sich in Hanglagen auf sand- oder kalkhaltigen Lehmböden. Obwohl er auch in Portugal und mittlerweile in vielen Ländern der Erde kultiviert wird, bleibt Spanien sein Königreich der Wahl, keine Frage. Dank seiner Frühreife und seinem relativ kurzen Wachstumszyklus eignet sich der Tempranillo auch für den Anbau in Höhenlagen. Vor allem in der Rioja und erst recht in der Ribera del Duero bringt er absolut bemerkenswerte, finessenreiche Weine hervor. Meistens wird er mit anderen Sorten wie Garnacha (oder Grenache in Frankreich), Mazuelo, Graciano oder mit internationalen Varietäten wie Cabernet Sauvignon verschnitten. Dass er allerdings auch allein, sprich: reinsortig durchaus zu Grossem fähig ist, beweist beispielsweise der sagenhafte Kultwein Pingus aus der Region Ribera del Duero.