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Kreislaufprobleme, Atembeschwerden: Wie hier in Rom leiden Menschen in ganz Südeuropa unter der Hitzewelle.
Bild: EPA/ANSA
Während bei uns die Temperaturen etwas zurückgehen, erlebt Südeuropa die schlimmste Hitzewelle seit Jahren. Bis Ende des Jahrhunderts werde sich die Zahl der Opfer verfünfzigfachen, warnt eine neue Studie.
07.08.2017, 04:0707.08.2017, 11:00
Ob auf den Balearen oder auf dem Balkan, die Hitzewelle setzt den betroffenen Menschen immer mehr zu. Die Gluthitze hat auf Mallorca in den letzten Tagen erste Todesopfer gefordert. Am vergangenen Freitag wurde ein Obdachloser in Palma tot gefunden. Die Autopsie ergab, dass er an einem Hitzschlag gestorben war. Auch beim Tod eines 17-Jährigen in Cala d‘or im Inselosten wird ein Hitzschlag vermutet.
Nun warnen Forscher, dass sich die Zahl der Todesopfer wegen Hitzewellen dramatisch ansteigen könnte. In der Zeitschrift The Lance Planetary Health veröffentlichten EU-Wissenschaftler eine Studie.
- Diese rechnet vor, dass ab dem Jahr 2071 in Europa 150'000 Menschen wegen des durch den Klimawandel bedingten Extremwetters sterben könnten, 99 Prozent davon wegen Hitzewellen.
- Das sind 50 Mal mehr als heute. Jährlich sterben in Europa rund 3000 Menschen wegen Hitzesymptomen.
- Besonders betroffen sind die südeuropäischen Länder. Italien, Griechenland, Spanien, Kroatien, Zypern, Malta und Portugal. In diesen Staaten habe praktisch jeder Bewohner unter dem Klimawandel zu leiden.
- In den nordeuropäischen Ländern ist es hingegen nur jede dritte Person betroffen.
- Für die Studie wurden in den 28 EU-Staaten sowie in der Schweiz, in Norwegen und in Island die Folgen der schwersten Wetterkatastrophen aus den Jahren 1981 bis 2010 ausgewertet. Kombiniert wurde dies mit Modellrechnungen über die Bevölkerungsentwicklung und den Klimawandel.
Wegen Abgasen und Ozonbelastung sind Städte vom Klimawandel besonders betroffen.
Bild: EPA/ANSA
«Der Gedanke, dass Hitzekatastrophen wie 2003 immer häufiger auftreten, ist beängstigend», sagte der amerikanische Klimaexperte Andrew Grundstein zu CNN.
Es gibt aber auch kritische Stimmen. In den Modellrechnungen sei die technische Weiterentwicklung nicht berücksichtigt. Heutzutage sind Klimaanlagen in Südeuropa wenig verbreitet, dies im Gegensatz zu den USA.
Bei extremer Hitze bekommen viele Menschen Herz-Kreislauf-Probleme, ausserdem kann es zu Atemwegsbeschwerden und anderen Gesundheitsfolgen kommen. «Die globale Klimaerwärmung könnte die Kosten der Folgen von Extremwetter auf die Menschen sehr schnell steigen lassen, wenn keine geeigneten Anpassungsmassnahmen unternommen werden», warnen die Studienautoren.
(amü)
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