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Das Leben der Kinder MIT den Kindern verbessern
Was würden Sie sagen, wenn Entscheidungen, die Sie betreffen, ohne ihre Mitsprache getroffen werden? Das würde gegen Ihre Rechte verstossen. Das Gleiche gilt auch für Kinder. In der Kinderrechtskonvention ist dieses Recht im Artikel 12 verankert: Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äussern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.
„Tdh arbeitet sowohl auf einer Mikro- als auch auf einer Makroebene, um sicherzustellen, dass das Recht aller Kinder gehört zu werden, erfüllt wird, insbesondere der am stärksten gefährdeten“, erklärt Kristen Hope, unsere Koordinatorin für Plädoyer und Forschung. Aber wie kann man den Kindern und Jugendlichen eine Stimme geben? Wie kann man nicht nur für sie, sondern auch MIT ihnen arbeiten?
Den Kindern fragen, was sie brauchen
In Rumänien zählte es zu den Prioritäten der Kinder in der Region Bacau, dass sie von verständnisvollen Menschen umgeben sind, dass sie zu Hause fliessendes Wasser, in den Schulen Toiletten und einen besseren Schulbus bekommen. Unsere Teams sammelten ihre Bedürfnisse, damit wir unseren Einsatz daran anpassen können.
„Die Familien berichten, dass die Kinder noch nie vorher gefragt wurden, was sie für ihre Schule oder ihre Gemeinschaft brauchen. Die Kinder zeigen oft eine grosse Reife und wissen, was sie wollen. Wenn wir ihnen besser zuhören, können wir sie in ihrer Entwicklung gezielter unterstützen“, sagt Mara Matei, Verantwortliche für das Projekt SHINE.
Kunst als Mittel zur Partizipation
Im Projekt YouCreate in der Ukraine und in Griechenland können sich von Migration betroffene Jugendliche durch künstlerische Aktivitäten ausdrücken. Dadurch verbessert sich ihr Wohlbefinden und ihre Resilienz. Ausserdem lernen sie dort ihre Rechte kennen sowie die Risiken, die mit Migration verbunden sind. Sie erhalten auch Informationen zu den Unterstützungsangeboten, die es für sie gibt.
Eine junge Syrerin, die zu Beginn des Projektes sehr schüchtern und verschlossen war, erzählt: „Diese Methode war sehr positiv für mich. Sie hat mir geholfen, aus meiner Isolation herauszukommen und die Auswirkungen des Krieges auf andere Art zu verarbeiten. Jetzt kann ich meine Ängste ausdrücken. Meine Persönlichkeit hat sich weiterentwickelt, und ich habe Führungsqualitäten ausgebildet.“
Die Kinder organisieren sich gegen Gewalt
„Wir wollen an unserer Schule eine Botschaft vermitteln. Gewalt ist kein Zeichen der Macht.“ Im Rahmen unserer Projekte in Ägypten haben sich an einer Schule in Alexandria zehn Mädchen und Jungen zusammengeschlossen, um ein Video gegen Gewalt und Missbrauch von Kindern zu drehen. Damit wird ihre Stimme von den anderen Kindern, aber auch von den Eltern und den Lehrern gehört
Die Stimme der Kinder in der Forschung einbeziehen
Die globale Studie der UN zum Freiheitsentzug von Kindern wurde im Oktober dieses Jahres veröffentlicht. Sie deckt erschreckende Zahlen auf: weltweit sind zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Kinder inhaftiert.
Jede Studie über Kinder und Jugendliche muss gemeinsam mit ihnen gemacht werden. Deshalb hat Terre des hommes Zeugenaussagen von mehr als 270 inhaftierten Kindern und Jugendlichen gesammelt, damit sie ebenfalls ihre Meinung sagen können. „Die Kinder wissen besser als jeder andere Mensch, was sie erleben. Ihre Ansichten und ihre Perspektiven sollten in den Entscheiden, die ihr Leben betreffen sowie bei der Politikgestaltung berücksichtigt werden“, erklärt Kristen Hope.