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(Dubitatio), im weitern
Sinn jedes
Urteil, dessen Gegenteil uns möglich, im engernSinn
ein
Urteil, dessen Gegenteil uns wahrscheinlich, im engsten
Sinn ein solches, dessen Gegenteil uns in gleichem
Grad möglich
erscheint. Im ersten
Fall sprechen wir es deshalb mit Vorsicht, im zweiten mit Besorgnis, im dritten
Fall gar nicht aus, sondern
enthalten uns (mit Rücksicht auf das gleiche
Gewicht der für und wider sprechenden
Gründe) der
Entscheidung.
So peinlich der Zweifel besonders da, wo von wichtigen Gegenständen der
Erkenntnis oder von ebenso wichtigen Angelegenheiten des
Lebens die
Rede ist, fällt, so kann ihm doch niemand entgehen, der
Gründe und Gegengründe abzuwägen, d. h. zu denken, angefangen
hat. Kenntnis der gegebenen Verhältnisse, klare Einsicht, ruhige und besonnene Überlegung und Entschiedenheit
des
Charakters helfen wohl am schnellsten über den Zweifel hinweg. Über den Zweifel in seiner Bedeutung für
die
Philosophie s.
Skeptizismus.
Josua, Reisender, geb. zu Glarus,
widmete sich dem Handelsberuf, kam jung nach
Sierra Leone als
Agent einer
MarseillerFirma (Verminck) und unternahm im Auftrag derselben mit
Marius Moustier 1879 eine
Reise zum obern
Niger, sowohl um weitere Handelsverbindungen anzuknüpfen, als um die
Quellen des
Flusses zu erforschen. Mit einer
Karawane von 75 Mann
begab er sich von seiner
Station Rotombo in
Sierra Leone nach
Port Lokko und von dort zwischen dem Rokelle
und dem Scarcies nach Falaba zum
SultanSewa, mit dessen Unterstützung die
Quelle
[* 14] des Rokelle erreicht wurde.
Dann überschritt die Expedition das
Gebirge, erreichte Koolako am Tembi, dessen heilige
Quelle (unter 8½° nördl.
Br. und
11½° östl. L.) nur von fern gesehen werden konnte, da der Oberpriester
eine nähere
Besichtigung derselben verweigerte. So wurde denn 4. Okt. die Rückreise angetreten und 6. Nov.Port Lokko wieder erreicht,
von wo Zweifel sich auf seinen
Posten, den er noch heute bekleidet, zurückbegab.
Vgl. »Expédition C. A. Verminck, voyage aux
sources de
Niger, par J. Zweifel et M. Moustier«
(Mars.
[* 15] 1880).
Ordnung der
Insekten,
[* 18] umfaßt
Kerbtiere mit saugenden und
auch wohl stechenden Mundteilen, unbeweglichem, ringförmigem Prothorax, häutigen, meist nackten Vorder- und zu Schwingkolben
(Halteren) verkümmerten Hinterflügeln und vollkommener
Verwandlung. Der
Kopf ist gewöhnlich kugelig oder halbkugelig und
an der
Brust nach allen Seiten drehbar eingelenkt. Die
Ringe der
Brust
(Thorax) sind meist unter sich und
mit dem ersten Hinterleibsring zu einer festen
Masse verschmolzen.
Der
Hinterleib ist sitzend oder gestielt, fünf- bis achtringelig. Die
Fühler sind schnurförmig, vielgliederig u. dann oft
dicht gefiedert oder kurz und dreigliederig. Der Saugapparat (Saug- und Schöpfrüssel) wird meist von der
Unterlippe gebildet, in welcher sich die Stechborsten bewegen; die letztern sind entweder die umgebildeten
Kiefer oder auch
die Oberlippe und der sogen. Hypopharynx, d. h. eine
Verlängerung
[* 19] der untern Schlundwand (s. Figur).
Die Vorderflügel sind nackt, gewöhnlich glasartig, zuweilen ganz oder teilweise dunkel gefärbt und vorwiegend in der Längsrichtung
geädert; doch sind die Längsadern meist durch einzelne Queradern miteinander verbunden und bilden auf diese Art sogen.
Zellen, welche für die Systematik von Wert sind. Die Hinterflügel sind verkümmert und bestehen aus einem
von dünnem Stiel getragenen Knopf (Schwingkölbchen oder Haltere); sie enthalten ein Sinnesorgan, das vielleicht zum Hören
dient, und sind insofern für den Flug von Bedeutung, als nach ihrer Entfernung dem Tier die Orientierungsfähigkeit verloren
geht (vgl. Halteren).
Die Beine haben fünfgliederige Tarsen, deren erstes Glied
[* 24] gewöhnlich verlängert ist; neben den Fußklauen
finden sich meist 2-3 häutige, sohlenartige Afterklauen. Die Augen sind fast durchweg groß; gewöhnlich sind auch drei Ocellen
vorhanden. Die Bauchkette des Nervensystems ist fast immer zu einem großen, in der Brust gelegenen Knoten zusammengezogen,
selten bis in den Hinterleib verlängert. Am Darmkanal befindet sich an einem besondern Stiel der dünnhäutige
sogen. Saugmagen, der als Kropf zu dienen scheint. Es sind fast stets nur vier Nierenschläuche (Malpighische Gefäße) vorhanden.
Die Geschlechter sind selten auffällig verschieden, doch haben die Männchen gewöhnlich größere Augen und zuweilen abweichend
gebaute Fühler. Dem meist ausgebildeten Flugvermögen entsprechend, zeigen die beiden Haupttracheenstämme blasenartige Anschwellungen,
von denen zwei an der Hinterleibsbasis gelegene sehr bedeutend sind. Die Larven sind fußlos, meist weichhäutig
und ungefärbt, zuweilen mit mehr derber, lederartiger Körperbedeckung und dann in der Regel gefärbt.
Viele haben einen deutlich abgesetzten und dann mit Ocellen versehenen, andre dagegen einen von den nächst folgenden Körperringen
nicht deutlich unterscheidbaren und in diese fernrohrartig einziehbaren Kopf (kopflose Dipterenlarven,
Maden). Sie saugen flüssige Substanzen aus dem Pflanzen- und Tierreich und befestigen sich oft mit zwei hornigen Mundhaken an
denjenigen Körpern, aus welchen sie ihre Nahrung ziehen. Bei der Verpuppung wird entweder, wie bei den Schmetterlingen, die
Körperhaut abgestreift, oder diese erhärtet, schrumpft zusammen und hüllt als sogen.
Tönnchen das werdende Insekt bis zum Ausschlüpfen ein. Die freien Puppen besitzen oft am Kopf und Thorax scharfe, hakenartige
Fortsätze und, wenn sie im Wasser leben, blatt- oder haarförmige Tracheenkiemen.
Die Mehrzahl der Zweiflügler ist nützlich; neben solchen Arten, die im Larvenzustand schädliche Insekten vernichten,
existieren zahlreiche andre, welche faulende, verwesende Substanzen beiseite schaffen und daher den Stoffwechsel in der Natur
befördern. Die oft enorme Individuenzahl, in der viele Arten, wie in keiner andern Insektenordnung, auftreten, bietet hierbei
einen wichtigen Ersatz für die meist nur geringe Größe der Tiere. Viele Zweiflügler sind unter allen Zonen für
Menschen und Vieh die lästigsten Insekten. Die Zahl der Arten scheint derjenigen der Hautflügler
[* 25] nicht unbeträchtlich nachzustehen.
Manche bringen beim Fliegen durch Schwingungen des Körpers und der Flügel oder auch durch besondere Stimmapparate stimmende
Töne hervor (Brummfliegen). Man teilt die Zweiflügler in drei größere Gruppen ein:
1) Mücken oder Langhörner (Nematocera, Tipulariae, zu denen auch die Gallmücken gehören), mit langen,
vielgliederigen Fühlern.