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Im Gegensatz zum französischen Perpignan, wo der Palast der Könige über der Stadt thront, steht er in Palma de Mallorca im Schatten der imposanten Kathedrale La Seu.
Sowohl Palast wie Kathedrale wurden im 13.Jahrhundert von den Königen von Mallorca zum Bau veranlasst. Zwischen 1276 und 1349 umfasste das Königreich Mallorca die Balearischen Inseln, Nordkatalonien und die Herrschaft Montpellier. Perpignan fungierte als Hauptstadt.
In jedem Reiseführer als Sehenswürdigkeit aufgeführt, strahlt die Fassade des ehemaligen Gran Hotel Palma de Mallorca die Atmosphäre glanzvoller Vergangenheit aus. Es wird in den Jahren 1901 bis 1903 vom bekannten katalanischen Architekten Lluís Domenec i Montaner (1850-1923) in schönstem Jugendstil erbaut und gilt seitdem als Wahrzeichen der historischen Altstadt.
Montaner beginnt seine Karriere als Vertreter des Historismus, um sich später zum führenden Vertreter des Modernisme zu entwickeln. Der Modernisme präsentiert sich als eine katalanische Variante des Jugendstils, die vor allem in Barcelona zum Zug kam. Bereits im Jahr 1888 lässt Montaner in nur 53 Tagen das Gran Hotel Internacinal zur Weltausstellung in Barcelona erbauen.
Dieses imposante Gebäude wird als Teil der Ausstellung konzipiert und folglich danach planmässig wieder abgerissen. Dieses „Schicksal“ bleibt zwar dem Gran Hotel Palma de Mallorca zum Glück vorenthalten. Aber die desaströse touristische Entwicklung Mallorcas, deren Nachhaltigkeit wohl noch viele Jahre anhalten wird, macht auch vor den Toren des Gran Hotel nicht halt: Es schliesst im Jahr 1975.
Zwischen 1986 und 1993 wird das Haus von einer spanischen Versicherung umfassend renoviert und unter dem Namen Caixa Forum Palma als Kulturzentrum wieder eröffnet.
Ein Restaurant mit Bar und eine Buchhandlung sind heute in das Gebäude integriert. Im Museum werden sowohl die Werke mallorquinischer Künstler ausgestellt wie auch temporär internationale Ausstellungen präsentiert.
Im Cappuccino Grand Cafe werden wir sehr freundlich und zuvorkommend bedient. Die kleine Kaffeehaus-Kette betreibt mehrere Lokale in Palma. Wir besuchen die Filiale am Plaza Juan Carlos 1. Hier essen wir eine vegetarische Nudelsuppe und trinken nomen est omen einen Capuccino.
Die vielen Gin-Flaschen auf dem Buffet wecken unser Interesse. Die Abklärungen ergeben, dass einer der Kellner Martini-Cocktails mixen kann. So geniessen wir hier exklusiv unsere täglichen Martinis. Exklusiv deshalb, weil es zumindest im Zentrum schwierig ist, ein Lokal zu finden, das diesen Service auch anbieten kann. In der Bar des ehemaligen Gran Hotel habe ich zwar sensationelle 24 verschiedene Gin-Flaschen gezählt, aber einen Martini kann hier keiner mixen!
Abseits vom belebten Plaza Juan Carlos 1 und nur einen Steinwurf vom ehemaligen Gran Hotel entfernt, liegt in der ruhigen Seitengasse San Jaime das Hotel Born.
Das Gebäude stammt aus dem 16.Jahrhundert. Die Eingangshalle mit den roten Marmorsäulen wurde im Jahr 1723 gestaltet.
Im Jahr 1790 gelangt der Palast in die Hände der Familie Ferrandell. 1954 wird das Gebäude unter Wahrung der historischen Substanz zum Hotel umgebaut. Heute wird das Hotel Born von einer einheimischen Familie betrieben.
Wir haben darin gewohnt und können es bestens empfehlen. Da es sehr zentral liegt und von vielen Restaurants umgeben ist, wird es als Hotel garni betrieben. Freie Räumlichkeiten für eine Bar und ein Restaurant wären in dem Palast allerdings vorhanden. Das Frühstück kann bei entsprechenden klimatischen Bedingungen auch im lauschigen Innenhof eingenommen werden.
In einer kleinen Parallelstrasse zur Jaime III bittet das Ristorante Rossini für italienische Spezialitäten zu Tisch. Die Betreiber stammen aus Sizilien und freuen sich besonders auf Gäste, die ein bisschen italienisch sprechen. Hier erhalten wir einen köstlichen Teller mit aromatischen Gemüsen, gefolgt von Gnocchi mit einer Käsesauce. Dazu trinken wir eine Flasche Barbera.
Zum Dessert können wir der Omelette Sorpresa nicht wiederstehen. Sie wird in einer sizilianischen Variante mit Eischnee überbacken und mit Erdbeeren serviert. Buon Appetito!
Die Distanz von Palma de Mallorca nach Sóller beträgt nur 27 Kilometer. Die Stadt wird von einem Bergmassiv von der restlichen Insel abgeschnitten. Erst seit der Eröffnung der Bahnstrecke im Jahr 1912 können im grossen Stil Güter und Menschen bequem von einer Stadt zur anderen gelangen.
So hat sich Soller relativ eigenständig von der restlichen Insel entwickelt. Durch im 18.Jahrhundert zugezogene Franzosen kann ihr ein gewisses französisches Flair nicht abgesprochen werden.
Die Tren de Sóller wird seit der Eröffnung des Autotunnels 2007 vorwiegend von Touristen benutzt. Die gemütliche Fahrt führt die Gäste in die Vergangenheit.
Aussicht von der Bahn auf Sóller.
Auch in Sóller scheint die Zeit still gestanden zu sein. Die Stadt lebte früher von seinen Orangen und Oliven.
In Sóler kann der Reisende in ein ebenfalls altes Tram umsteigen, das ihn ins malerische Port de Sóller fährt. Der Hafen dient mit seinen Hotels und Restaurants vor allem dem Tourismus.
Das Tram in Sóller.
Das Tram in Port de Sóller und der Blick über den Hafen zur Stadt.
Das Gran Hotel Sóller steht nicht wie die meisten Hotels in Pórt de Soller, sondern am Ausgang von Sóller, wo das Tram die Stadt Richtung Port verlässt. 1880 erhält der Architekt Joaquin Pavia Birmingham von der ortsansässigen Familie Casanova den Auftrag, ein grosszügiges Stadtpalais zu errichten.
Zu Beginn des 20.Jahrhunderts entschliesst sich die Familie, das Anwesen als gehobenes Hotel zu führen. Mit der unglücklichen touristischen Entwicklung Mallorcas muss auch dieses Haus wie das Gran Hotel in Palma de Mallorca seinen Betrieb einstellen. In der Folge wird es noch für kulturelle Anlässe genutzt. Danach lässt ein Einheimischer, der in den USA zu Geld gekommen ist, das Haus zu einem Fünfsternehotel umbauen. 2004 kann das Gran Hotel Sóller die Eröffnung feiern.
Unsere Finca in Ses Salines
Der Garten der Finca mit dem Hauptgebäude und unten der gemeinsame Aufenthaltsraum.
Die zentrale Plaça Major in Palma de Mallorca
An einer Cala im südosten der Insel
Die beliebte Kleinstadt Santanyi
Mandelblüte
Ausflug nach Cala Ratjada, mit Sangria
In der von Schweizer Gästen bevorzugten Colònia Sant Jordi geniessen wir im Hotel Don Leon in der Lounge-Bar einen Martini.
Blick auf den Hafen der Colònia Sant Jordi
Sonnenuntergang in Colònia Sant Jordi