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In der Schweiz erhalten die Kantone jährlich einen Teil des Reingewinns aus der Spirituosenbesteuerung, nämlich den Alkoholzehntel (10% des Gewinns geht an die Kantone, 90% fliesst in die Bundeskasse). 2016 wurde den Kantonen im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungszahl 24 762 942 Franken ausgerichtet.
Die Kantone sind verpflichtet, ihren Anteil am Alkoholzehntel für die Bekämpfung der Ursachen und Folgen von Alkoholismus sowie von Suchtmittel-, Betäubungsmittel- und Medikamentenmissbrauch einzusetzen. Nach der Verteilung der Beträge an die
Dachorganisationen erstatten Letztere der A AT über die Verwendung des Alkoholzehntels Bericht.
Sie finden diese Berichte auf der entsprechenden Seite, indem Sie auf der Karte der Schweiz auf den gewünschten Kanton klicken.
Verwendung nach Suchtform
Die Angaben der Kantone über die Verwendung des Alkoholzehntels nach Suchtform ist über die Jahre sehr stabil geblieben. Der Alkoholzehntel ist zwar nicht der Prävention und der Behandlung der aus der Alkoholabhängigkeit erwachsenden Probleme vorbehalten, doch profitiert die Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs mit Anteilen von generell rund 40 Prozent weiterhin am stärksten vom Zehntel. Zahlenmässig ausgedrückt waren dies im Jahr 2016 knapp 10,5 Millionen Franken. Generell verwenden fast alle Kantone einen Teil des Zehntels für die Alkoholproblematik.
Auch die Investitionen in suchtübergreifende Massnahmen spielen bei der Verteilung des Alkoholzehntels eine konstant wichtige Rolle: Ein Drittel (32%) der kantonalen Ausgaben wurde 2016 (2015: 30%) dafür verwendet.Auf die Bekämpfung der Ursachen und Wirkungen des Konsums illegaler Stoffe entfallen im Allgemeinen rund 10 Prozent der Mittel und auf die Tabakbekämpfung rund 7 Prozent. Seit 5 Jahren haben sich diese prozentualen Anteile nicht verändert.
Verwendung nach Handlungsfeldern
In Prävention, Früherkennung und Behandlung investieren die Kantone gewöhnlich über 90 Prozent des Alkoholzehntels. Die Anteile, die der Nachsorge sowie der Forschung, der Aus- und der Weiterbildung gewidmet sind, liegen generell bei rund 10 Prozent (2016 bei 9%).In die Bereiche Prävention, Nachsorge und Forschung investierten die Kantone in den letzten Jahren immer etwa gleich viel. Hingegen verzeichnet der Bereich der Suchtbehandlung, auf den 2015 32 Prozent entfielen, im Jahr 2016 nur noch einen Anteil von 22 Prozent - dies zu Gunsten der Früherkennung, die neu 16 Prozent (2015: 6 Prozent) der Gelder erhielt. Die Verteilung der Mittel hängt grösstenteils von den aktuellen Strategien ab, welche die Kantone verfolgen.
Ausgleichsfonds
2016 übertrafen die Ausgaben der Kantone die Einnahmen aus dem Alkoholzehntel, den sie erhielten. Der Saldo von rund 918 000 Franken wurde aus dem Ausgleichsfonds (Reserven der Vorjahre) oder mit anderen Einnahmen aus dem kantonalen Budget finanziert.