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Norwegisch gehört zu den indogermanischen Sprachen, genauer zum Zweig der germanischen Sprachen und zählt ungefähr 5 Millionen Muttersprachler. Die Nationalsprache von Norwegen wird auch in Schweden, Dänemark und Island verwendet.
Herkunft des Norwegischen
Norwegisch bildet gemeinsam mit Schwedisch und Dänisch eine Art regionale Sprachvarietät, wobei diese gegenseitig verstanden werden. Die drei Sprachen stammen aus dem Altnordischen, das seit dem Mittelalter in den skandinavischen Ländern von den Wikingern gesprochen wurde. Mit der Ankunft des Christentums im Jahr 1030 und damit mit dem Beginn des lateinischen Alphabets teilte sich das Altnordische in zwei Zweige, nämlich Westskandinavisch in Norwegen und Island sowie Ostskandinavisch in Dänemark und Schweden. In den folgenden fünf Jahrhunderten entwickelte sich Norwegisch weiter, wobei die Grammatik vereinfacht wurde, sich die Syntax fixierte und eine Abgrenzung vom Isländischen erfolgte.
Dänische Herrschaft
Aufgrund der Kalmarer Union im 16. Jahrhundert wurde Norwegen Dänemark untergeordnet und Dänisch setzte sich als Sprache der Elite und der Literatur durch. Im Alltag verwendeten die Norweger eine Mischung aus Dänisch und Norwegisch. Diese Mischung sollte sich 1814 am Ende der Union mit Dänemark als Muttersprache durchsetzen. Es folgte ein Bündnis mit Schweden, welches in Norwegen dafür sorgte, dass die Bevölkerung eine eigene norwegische Sprache entstehen liess.
Die moderne norwegische Sprache
Im 19. Jahrhundert wird im Rahmen einer nationalen Bewegung unter der Führung von Iar Aesen – einem autodidaktischen Linguisten – für die Schaffung einer neuen Schriftform des Norwegischen gesorgt. Im Laufe der vielen Reisen im Land schafft er ausgehend von den Dialekten der verschiedenen Regionen eine neue norwegische Sprache, die er landsmål nennt. Diese Sprache existiert gemeinsam mit der offiziellen Sprache, dem dänisch-norwegischen riksmål. Das nun von Schweden getrennte Norwegen anerkennt Ende des 19. Jahrhunderts die Sprachen als offiziellen Landessprachen.
Die norwegische Sprache heute
Anfang des 20. Jahrhunderts wird riksmål zu bokmål und landsmål zu nynorsk umbenannt. Nach einem misslungenen Versuch, in der Mitte des Jahrhunderts die zwei Sprachen zu vereinen, erhalten die zwei regionalen Varietäten denselben Status und werden beide in der öffentlichen Administration, in der Schule, der Kirche, den Medien und in der Literatur verwendet.
Einteilung in Sprachfamilien: Indogermanische Sprachen – germanische Sprachen – skandinavische Sprachen – westskandinavische Sprachen - Norwegisch