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In dieser Woche etablierte sich eine typische Frühjahrssituation mit günstiger Lawinensituation am Vormittag und einem moderaten Anstieg der Gefahr von Nassschneelawinen im Tagesverlauf.
Die trübe Witterung der Vortage setzte sich am Freitag fort (vgl. Abbildung 1), auch bei tieferer Saharastaubkonzentration (Quelle: MeteoSchweiz). Die Nacht zum Freitag war bedeckt. Vor allem im Osten fiel wenig Niederschlag mit einer Schneefallgrenze von 1500 bis 1800 m. Tagsüber war es meist stark bewölkt und sehr dunstig. Ziemlich sonnig war vor allem in den eher zentralen Teilen des Wallis. Mit einer Lufttemperatur zwischen +5 °C im Wallis und +1 °C in den übrigen Gebieten war es weiterhin recht mild (vgl. Abbildung 2).
Die Nacht auf Samstag war viel weniger bewölkt als prognostiziert und die Abstrahlungsbedingungen unerwartet gut. Die Nächte auf Sonntag und Montag waren am Alpensüdhang teilweise bewölkt. Tagsüber war es meist sonnig. Mit östlichen Winden sanken die Temperaturen markant und die Nullgradgrenze lag am Sonntag vorübergehend auf rund 1000 m (vgl. Abbildung 2).
Nach klaren Nächten war es tagsüber sonnig und allmählich etwas wärmer.
In der letzten Wochenberichtsperiode wurde die Durchfeuchtung der Schneedecke durch die warme Witterung, die reduzierte nächtliche Abstrahlung und die veränderte Albedo der Schneeoberfläche durch den Saharastaub befeuert. Während sie in dieser Wochenberichtsperiode an Südhängen weiter anhielt, setzte sie sich an den übrigen Expositionen ab dem Samstag, 19.03. nicht weiter fort. Tiefere Lufttemperaturen (vgl. Abbildung 2) und zunehmend klare Nächte mit guten Abstrahlungsverhältnissen führten zur Ausbildung einer tragfähigen Kruste, die tagsüber wohl aufsulzte, aber zumindest in hohen Lagen oft nicht mehr ganz aufgeschmolzen wurde. Nur an steilen S-Hängen (welche gegenüber den anderen Expositionen schneeärmer sind) reichte die Energie der Sonne auch in hohen Lagen für eine weitere Durchfeuchtung der Schneedecke aus. So war die Schneedecke an Südhängen unterhalb von 2800 m, an Ost- und Westhängen unterhalb von 2400 m durchfeuchtet. An Nordhängen hatte die Durchfeuchtung unterhalb von 2000 m begonnen.
Die Folge waren, vor allem in den schneereicheren Gebieten nördlich einer Linie Rhone-Rhein, mittlere und grosse Gleitschneelawinen (vgl. Abbildung 3) und allgemein vor allem kleine und mittlere, oberflächennahe Lockerschneelawinen (vgl. Abbildung 4 und letzter Wochenbericht).
Seit Ende Februar war es um das Altschneeproblem in den inneralpinen Gebieten des Wallis und Graubündens ruhig geworden. Die ausgeprägten Schwachschichten waren aber immer noch vorhanden. Mit der zunehmenden Anfeuchtung der Schneedecke läuteten in der Lawinenwarnung die Alarmglocken: Dringt Schmelzwasser bis in diese schwachen Schichten ein verlieren sie rasch an Stabilität. Zudem verändern sich auch die Eigenschaften des darüberliegenden Schneebrettes. Spontane nasse Lawinen sowie durch Personen ausgelöste, nasse Schneebrettlawinen werden wahrscheinlicher.
Und tatsächlich mehrten sich in dieser Wochenberichtsperiode Wummgeräusche, spontane und durch Personen ausgelöste Lawinen in dieser tiefen Altschneeschicht, v.a. in Graubünden (vgl. Abbildung 5 und 6). Zum Teil wurden Schneebrettlawinen auch durch oberflächennahe Lockerschneelawinen ausgelöst.
Schneedeckenuntersuchungen mit Stabilitätstests lieferten entsprechende Resultate: Am Übergang zu tieferen Schwachschichten zeigten die Tests tiefe Auslösestufen. Zudem war auch der expositionsabhängige Fortschritt der Durchfeuchtung festzustellen. So wurde am Montag, 21.03. in der Nähe der in Abbildung 6 dargestellten Schneebrettlawine an einem West-, Nord- und Osthang im Bereich des Aufstieges zum Büelenhorn (Monstein, GR) je ein Schneeprofil aufgenommen (vgl. Abbildung 7.1, 7.2 und 7.3 - Interpretation Schneeprofile).
Die Lawinengefahr war über die ganze Zeit einem Tagesgang unterworfen und wurde im Lawinenbulletin mit einer «Doppelkarte» beschrieben. Am Vormittag war die Lawinengefahr jeweils gering (Stufe 1). Am Nachmittag stieg sie an, am Freitag, 18.03. und Samstag, 19.03. gegen die Stufe 3 (erheblich), an den übrigen Tagen gegen die Stufe 2 (mässig). Die Prognose für den Samstag beruhte auf der Annahme, dass die Nacht auf Samstag mehrheitlich bedeckt sei, weshalb kein Tagesgang erwartet wurde. Diese Annahme war falsch. In der Nacht auf Samstag waren die Abstrahlungsbedingungen günstig. Daher wurde die Einschätzung am Morgen korrigiert.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.