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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Nationale Gesundheitsbericht 2020 des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums Obsan beschreibt u.a. den Kenntnisstand zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Erfreulich ist, dass der Gesundheitszustand subjektiv mehrheitlich als gut bis sehr gut eingeschätzt wird. Die Sicherstellung einer pädiatrischen, psychiatrischen und -psychotherapeutischen Versorgung und die Übergänge in die Erwachsenenmedizin bleiben grosse Herausforderungen. Problematisch sind die bestehenden Datenlücken, z.B. bezüglich der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, bezüglich psychischer Krankheiten, bezüglich chronischer Krankheiten, zum sozialen und physischen Umfeld und zu häuslicher Gewalt. </p><p>Das Obsan hat empfohlen, multisektorielle Fragen zu stellen, die auch nicht-medizinische Bereiche berücksichtigen, wie die Folgen des Klimawandels oder der Digitalisierung.</p><p>Am 3. Februar 2021 hat der Bundesrat den Bericht "Politik der frühen Kindheit, Auslegeordnung und Entwicklungsmöglichkeiten auf Bundesebene" veröffentlicht. Der Bericht zeigt umfassende Massnahmen auf, die der Bundesrat umsetzen will. Dazu gehört auch die "Verbesserung der Datenlage zum Gesundheitszustand von Kindern im Vorschulalter unter Berücksichtigung sozialer Benachteiligungen".</p><p>Die fehlenden bevölkerungsbezogenen Daten erschweren es aktuell, gezielte Massnahmen zu ergreifen, um das Gesundheitswesen evidenzbasiert zu gestalten und die bedarfsorientierte Versorgungsplanung zu fördern.</p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><p>1. In welchem Zeitraum plant der Bundesrat, umfassende Struktur- und Versorgungsdaten zu erheben, um die Datenlücken bezüglich des Gesundheitszustands und der -versorgung von Kindern und Jugendlichen zu beheben?</p><p>2. Ist der Bundesrat damit einverstanden, ebenfalls multisektorielle Fragen zu erheben?</p><p>3. Ist der Bundesrat bereit, für die Erarbeitung der Inhalte und des Erhebungsdesigns Expertinnen und Experten der Kinder- und Jugendmedizin, Wissenschaft, dem Bereich der Förderung der psychischen Gesundheit mit entsprechender Expertise sowie Betroffene/Angehörige beizuziehen, um sicherzustellen, dass ein Praxisbezug hergestellt ist?</p><p>4. Wann sollen die ersten Resultate vorliegen? Kann ein Vergleich mit internationalen Erhebungen zumindest teilweise sichergestellt werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Struktur- und Versorgungsdaten zur Gesundheit sind wichtig für die Planung der pädiatrischen, psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Die bisher erhobenen Gesundheitsdaten sind teilweise uneinheitlich und lückenhaft. So fehlen schweizweite epidemiologische Daten zur Gesundheit und zu den Risikofaktoren für Kinder bis zum zehnten Altersjahr.</p><p>Der Bund strebt deshalb eine Verbesserung der Datengrundlage in ausgewählten Bereichen an. Auf dem Hintergrund der gesundheitspolitischen Strategie des Bundesrates 2020-2030 (Gesundheit2030) klärt beispielsweise das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gemeinsam mit den Kantonen bis Ende 2022, wie die Daten aus der schulärztlichen Untersuchung für die Kinder- und Jugendgesundheit genutzt werden können. Ebenfalls im Kontext Gesundheit2030 wird das BAG bis Ende 2023 darlegen, wie er die Datengrundlage zum Gesundheitszustand und zur gesundheitlichen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen verbessern möchte.</p><p>2. Die Kinder- und Jugendgesundheit wird auch von Faktoren ausserhalb des Gesundheitsbereichs geprägt. Der Bundesrat legt Wert darauf, dass vom Bund initiierte Datenerhebungen diese Zusammenhänge miteinbeziehen. Diejenigen Bevölkerungsbefragungen, welche Daten zu Kindern und Jugendlichen erheben, greifen den multisektoriellen Charakter der Kinder und Jugendgesundheit auf. So konnte dank der Erhebung über die Einkommen und Lebensbedingungen (Statistics on Income and Living Conditions, SILC) die Auswirkung der Wohnsituation der Familien oder der finanziellen Situation der Haushalte auf die Gesundheit der Kinder beschrieben werden (SILC-Bericht "Armut und materielle Entbehrung von Kindern", 2016). Daten gibt es aus der Schweizer Gesundheitsbefragung (SGB) auch zu Kindern aus Familien mit risikoreichem Substanzkonsum (www.obsan.admin.ch &gt; MonAm &gt; Kinder aus Familien mit risikoreichem Substanzkonsum). Für das laufende Jahr ist die Lancierung der Studie "Alkohol und häusliche Gewalt" geplant, die unter anderem Fragen zur Betroffenheit von Kindern miteinbeziehen wird. Die Schülerinnen- und Schülerbefragung HBSC (11- bis 15-Jährige) thematisiert ebenfalls gesundheitsübergreifende Entwicklungen wie die Digitalisierung bzw. den Bildschirmkonsum. Der Mikrozensus Mobilität und Verkehr (MZMV) erhebt zudem Daten über das Mobilitätsverhalten ab dem Alter von sechs Jahren (<a href="http://www.are.admin.ch">www.are.admin.ch</a> &gt; Mobilität &gt; Grundlagen und Daten &gt; Mikrozensus Mobilität und Verkehr).</p><p>3. Der Bundesrat ist sich bewusst, dass die Befragung von Kindern und Jugendlichen zu ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit anspruchsvoll ist. Aus diesem Grund werden alle laufenden und geplanten Studien durch Fachleute aus Forschung, Medizin sowie Sozialwesen unterstützt, sei es als forschende Dienstleistende oder als beigezogene Expertinnen und Experten.</p><p>4. Die nächsten Ergebnisse aus der SGB und der HBSC liegen Ende 2023 vor. Für die Studie "Alkohol und häusliche Gewalt" werden im Verlauf von 2023 erste Resultate erwartet. Diese Erhebungen sowie die jährlich durchgeführt SILC-Befragung sind international vergleichbar. Die Erhebungen der SGB, HBSC und SILC orientieren sich an international validierten Fragen. Die jährlich stattfindende SILC wird in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) in über 30 Ländern Europas koordiniert durchgeführt. HBSC steht unter der Schirmherrschaft der europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO), es beteiligen sich 50 Länder an dieser Erhebung. Die aktuellen Daten des MZMV wurden im Jahr 2015 erhoben. Die Ergebnisse zur Erhebung 2021 werden Anfang 2023 publiziert.</p>  Antwort des Bundesrates.