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Der Schachklub Döttingen-Klingnau und Umgebung wurde am 29. September 1947 von elf Mitgliedern gegründet. Die ersten Statuten wurden zu Beginn des Jahres 1948 verabschiedet und 1951 erstmals revidiert. Der Zweck des Vereins lautet: „Der Schachklub Döttingen-Klingnau und Umgebung verfolgt das Ziel, seinen Mitgliedern Gelegenheit zu geben, sich in friedlichem Wettstreit zu messen und im Schachspiel auszubilden. Er will dies durch Klubversammlungen, regelmässige Spiel- und Trainingsabende, Turniere, Wettkämpfe und Kurse erreichen.“
Rasch wurde der Schachklub zu einem integralen Bestandteil der regionalen Sportszene. Zu Beginn konnte der Klub auf 18 Mitglieder wachsen und erreichte den Mitgliederhöchststand von 41 Mitgliedern in den Jahren 1985 bis 1990. Seither hat sich die Mitgliederzahl im Bereich zwischen 25 und 30 Mitgliedern eingependelt (2017: 27). Ab 1950 bis 2001 fand jährlich das Grenzlandtreffen statt. Bei diesem Schachturnier versuchten die Döttinger zusammen mit den Zurzachern, (meist ohne Erfolg) gegen eine Mannschaft der Schachgesellschaft Waldshut-Tiengen zu gewinnen. Seit dem Jahr 2002 organisiert der Schachklub Döttingen-Klingnau und Umgebung jährlich das Kühlturmturnier im Infozentrum des Kernkraftwerks Leibstadt. Was als Einladungsturnier mit integriertem Jassplausch begann, entwickelte sich schnell zu einem Schnellschachturnier über sieben Runden von überregionaler Bedeutung.
Bereits im Jahr 1948 nahm Döttingen erstmals am Aargauer Schachtag teil und ist seither dauerhaft präsent und das mit Erfolg. Insgesamt sechs Kategoriensiege hat er erzielt. Auch nach den Änderungen des Spielmodus blieb Döttingen ein Klub, mit dem man am Schachtag rechnen konnte. Regelmässig gehört die entsandte Mannschaft zu den grössten des Turniers.
Dies ist auch der starken Jugendarbeit zu verdanken. Der Schachklub verstand sich von Beginn weg als generationenverbindendes Projekt. Er bot bereits früh Schachkurse für Kinder und Jugendliche an. Ab dem Jahr 2001 wurde diese Tätigkeit intensiviert. Seither finden wöchentlich Jugendschachtrainings, organisiert vom Team um Jugendschachleiter Walter Bugmann, statt, in denen Jugendliche die Grundlagen des Spiels erlernen und unter kundiger Anleitung erfahrener Spieler an ihrer Spielstärke feilen können. Der Schachklub führt zusätzlich Projektwochen in den Schulen in der Region durch. Ebenfalls zum Jugendschachprogramm gehört der Einführungskurs im Rahmen des regionalen Ferienpassprogramms. Seit dem Jahr 2012 ist die Jugendförderung fest in den Statuten des Schachklubs verankert.
Eben im Jahr 2012 fand nämlich eine Totalrevision der Statuten statt. Diese wurde nötig, weil die Statuten seit den 1960er-Jahren nicht mehr angepasst worden waren. So hatte bis 2012 jeder Spieler, der zum Schachtag fuhr, Anspruch auf eine Reisekostenvergütung im Umfang eines SBB-Billetts dritter (!) Klasse. Seit dieser Zeit übernahmen auf allen Stufen zunehmend jüngere Kräfte das Ruder. Die Auswirkungen zeigen sich in den professionalisierten Trainings an den Klubabenden, dem wachsenden Interesse an den Jugendschachkursen, sowie den häufigen Erfolgen an regionalen und nationalen Turnieren in der Erwachsenen- und in der Jugendkategorie.
60 Jahre Jubiläum 2007
Gedicht zum 50 Jahre Jubiläum 1997
Der Schachspieler
Landauf, landab ist die Meinung doch die,
Wer Schach spielt ist langweilig, verbohrt und wie.
Der sitzt stundenlang da und starrt vor sich hin,
Studiert und studiert, wo ist da des Lebens Sinn.
Keine Unterhaltung, keine Action, still wie im Grab,
Dass man sowass in der heutigen Zeit noch mag?
So werden wir Schachspieler doch vielmals zitiert,
Doch wer so denkt hat sich selber qualifiziert.
Als oberflächlicher Typ, der selten was überlegt,
Der kopflos mit abgeschaltetem Hirn durchs Leben geht.
Der den Tag durchwandert wie die Tiere im Freien,
Mit Lärm, Getöse und wildem Schreien.
Für den nur das Heute zählt und nicht auch das Morgen,
Darum wird er sie auch nie los, die täglichen Sorgen.
Ein Schachspieler weiss seine Kräfte zu optimieren,
Sie mit Taktik und Strategie so zu positionieren.
Dass ein Ziel erreicht wird, möglichst ohne Verlust,
Und wenn schon ein Opfer, dann dies aber bewusst.
Im Sinne des Ganzen, des Triump’s, des Sieges,
Wie die Generäle im Verlaufe eines Krieges.
Wer Schach spielt hat gelernt im Leben zu agieren,
Und muss nicht immer auf Notlagen reagieren.
Sollte ihm trotzdem mal ein Fehler unterlaufen,
Müssen die Verwandten nicht gleich einen Sarg für ihn kaufen.
Er versteht es, seine Kräfte neu zu gruppieren,
Wie auf dem Brett, Scheinanriffe beim Gegner zu simulieren.
Mit Ausdauer und Konzentration neu zu starten,
Wenn’s sein muss geduldig auf des Andern Fehler warten.
Ja, das geistige Training mit den 32 Figuren bringt viel,
Darum nennt man Schach auch das königliche Spiel.
Wir wollen es pflegen, und dabei niemals vergessen,
Wahre Grössen haben gerne hinter dem Schachbrett gesessen.
Wer nur den Körper, nicht aber den Geist trainiert,
Der kommt nicht mehr mit und wird heute abserviert.
Dem Spötter sei gesagt mit seinem unterentwickelten Gehirn,
Lieber ein Brett auf dem Tisch, als eins vor der Stirn.
Autor: Hans Bugmann