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Chavez gewinnt Titel: Zbik gewinnt Fans
04.06.2011 - Mittelgewichts-Weltmeister Sebastian Zbik (30-0-1 (10 K.o.))versteht die Welt nicht mehr. Obwohl er bei seiner ersten Titelverteidigung über weite Strecken den Kampf bestimmt hat, muss er ohne seinen WM-Gürtel des World Boxing Councils (WBC) die Heimreise aus Los Angeles antreten.
"Ich verstehe nicht, was die Punktrichter für einen Kampf gesehen haben. Ich habe den Kampf gemacht, bin nach vorn marschiert, habe viel mehr getroffen und bin nun trotzdem der Verlierer. Ich bin natürlich maßlos enttäuscht. Es waren einige enge Runden, die leider Chavez gegeben wurden. Das machte letztlich den Unterschied", sagte Zbik auf der Pressekonferenz nach dem Fight mit den Tränen der Enttäuschung kämpfend. Er fühlte sich genauso betrogen wie einst SchwergewichtlerAxel Schulz, der 1995 seinen WM-Kampf in Las Vegas gegen George Foreman (USA) verloren hatte, und sein früherer Stallgefährte Felix Sturm. Der Mittelgewichtler verlor ebenfalls nach Punkten seinen WM-Titel 2005 in Las Vegas unberechtigterweise gegenOscar de la Hoya (USA).
"Es war ein aufregender, spannender, aktionsreicher Kampf. Beiden Boxern gebührt Anerkennung. Wir sind stolz auf Sebastian. Er hat das Duell definitiv nicht verloren",urteilte Zbiks Manager Dietmar Poszwa fassungslos. "Wir werden alles in Ruhe sacken lassen, und dann überlegen, was wir tun werden." Möglicherweise wird Universum beim WBC gegen das Urteil Protest einlegen. "Auf jeden Fall", versprach Poszwa, "werden wir alles dafür tun, dass Sebastian schnellstmöglich wieder um einen Weltmeistertitel kämpfen kann."
Bei seiner ersten Titelverteidigung musste "Zbiker" auch seine erste Niederlage als Profiboxer hinnehmen. Dabei hatte der Kampf ideal für ihn begonnen. Aus der Ringmitte agierend, bestimmte er in den ersten Runden mit seiner linken Führhand das Duell. Er setzte immer wieder Treffer und schien Chavez Jr. mit seiner Schlagvariabilität zu beeindrucken. Der Herausforderer, lautstark angefeuert von seinen heißblütigen Landsleuten, suchte sein Heil vor allem im Infight und konnte mit fortlaufender Kampfdauer zumeist mit Aufwärtshaken und Körpertreffer punkten.
Nachdem Zbik die erste Hälfte des abwechslungsreichen Kampfes über weite Strecken klar bestimmen konnte, ergriff Chavez Jr. in den zweiten sechs Runden mehr die Initiative. Dabei versuchte er sich mit allen Mitteln durchzusetzen. Mehrfach schlug er unter die Gürtellinie, was vom Punktrichter jedoch nicht geahndet wurde. Ab Runde acht schien Zbik dem hohen Tempo etwas Tribut zollen zu müssen. Doch der Titelverteidiger kam zurück und versuchte, das drohende Unheil mit letzter Energie abzuwenden. Die Entscheidung brachten die letzten drei Runden, die die Punktrichter nicht nachvollziehbar allesamt an den Herausforderer gaben.
Die Trefferstatistik allerdings sprach eindeutig für Zbik: Von 834 Punches trafen 391, bei Chavez war das Verhältnis 794:256. Auch bei den Jabs war Zbik besser. Von 211 Jabs schlugen 54 bei Chavez Jr. ein. Der Mexikaner seinerseits schlug nur 72 Jabs, wobei nur 14 trafen. Und auch bei den getroffenen Power-Punches lag Zbik mit 335:242 deutlich vorn.
"Gratulation an Chavez. Er hat einen starken Kampf gezeigt und mich auch einige Male hart getroffen. Doch gewonnen hat er nie und nimmer",befand Zbik, der von seiner kleinen Anhängerschar frenetisch angefeuert wurde. Etwa 40 Fans aus Deutschland hatten den Trip an die amerikanische Westküste angetreten, um ihrem Mecklenburger Jung lautstark im legendären Staples Center den Rücken zu stärken. Mit Tränen in den Äugen bedankte sich der Schützling von Artur Grigorian bei den Getreuen und attestierte ihnen, "ihr seid die Geilsten der Welt." – boxpromotion.com
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