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Diese Dörfer und Metropolen wurden von ihren Bewohnern für immer verlassen oder waren gar nie bevölkert. Doch was hält die Menschen davon ab, dort zu leben?
New Ordos sollte das Dubai Chinas werden, nachdem Wissenschaftler im Jahr 2000 riesige Kohle- und Gasvorkommen in der Region südlich von Dongsheng in der inneren Mongolei entdeckten. 300'000 Menschen sollte die aus dem Boden gestampfte Metropole ursprünglich beherbergen. Gegenwärtig wohnen hier nur ein paar Tausend, alles Angestellte der städtischen Verwaltung. Gigantische Wohnblocks und Hotelanlagen stehen leer, vierspurige Autobahnen ziehen sich unbenutzt durch die Geisterstadt und mächtige Statuen ragen in die Höhe. Doch niemand will hier leben. Nach mehr als als zehn Jahren fehle noch immer eine lebenswichtige Infrastruktur und Bewohner würden sich davor scheuen, jahrelang auf einer Baustelle zu leben, wie «Die Welt» schreibt. Denn New Ordos soll trotz Schwierigkeiten weiter ausgebaut werden.
Bekannt wurde dieser Ort durch das Massaker von Oradour während des Zweiten Weltkriegs. Am 10. Juni 1944 brannten die Deutschen das komplette Dorf nieder. 642 Einwohner starben, nur sechs überlebten. Nach dem Krieg wurde der zerstörte Ort neben den Ruinen neu aufgebaut. Die Überreste des alten Dorfes sind heute Mahn- und Gedenkstätte. Der amtierende Bundespräsident Joachim Gauck besuchte am 4. September 2013 als erstes deutsches Staatsoberhaupt das französische Ruinendorf, das 200 Kilometer nordöstlich von Bordeaux liegt.
Die Stadt Bodie in der Nähe von San Francisco, Kalifornien, wurde 1859 als Goldgräbersiedlung gegründet. Bald galt sie als eine der wildesten und gefährlichsten Städte des Westens, da neben Goldgräbern auch viele Verbrecher dort lebten. Im «Meer der Sünde» kam es fast täglich zu Schiessereien. Nach wenigen Boom-Jahren war die Goldmine ausgeschöpft und die Bevölkerungszahl schwand rapide. Ein Grossbrand im Jahr 1932 vertrieb auch noch die letzten Einwohner. Dank geringer Luftfeuchtigkeit blieben die vom Feuer verschonten Gebäude und Autos gut erhalten. Deshalb ist Bodie heute eine der beliebtesten Geisterstädte der USA.
1962 kaufte die Familie des Unternehmers Mario Bagno für 22,5 Millionen italienische Lire diesen Ort in der Lombardei. Hier sollte eine Vergnügungsstadt nach dem Vorbild von Las Vegas entstehen, deshalb wurden fast alle Gebäude abgerissen und alle Bewohner vertrieben. Nur die Kirche von San Maurizio, das Pfarrhaus und ein kleiner Friedhof durften stehen bleiben. Doch so schnell die Stadt an Glanz gewann, so schnell geriet sie auch in Vergessenheit. Als dann 1976 ein Erdrutsch die einzige Strasse nach Consonno wegfegte, wurde sie endgültig zur Geisterstadt. Heute stehen die 1'700'000 Quadratmeter Fläche zum Verkauf. Eine Mailänder Immobilienfirma bietet die Stadt im Internet an - für schlappe 12 Millionen Euro.
Im Juli 2015 öffnete die US-Stadt Mcity ihre Tore. Doch nicht für Bewohner, sondern einzig und alleine für Testfahrten von selbstfahrenden Autos. Das Projekt ist von der University of Michigan, lokalen Regierungen und mehreren Herstellern finanziert. Der Komplex soll diverse Bedingungen nachstellen. Er besteht aus 32 verschiedenen Strassen mit Trottoirs, Strassenlaternen, Lichtsignalen und Gebäudefassaden. Damit sollen städtische Umgebungen simuliert werden. Die Strassen sind teils mehrspurig und verlaufen durch Tunnels.
Kijŏng-dong ist eines der beiden Dörfer, die in der demilitarisierten Zone (DMZ) der Koreanischen Halbinsel liegen. Das andere ist das südkoreanische Daeseong-Dong, das weniger als zwei Kilometer ennet der Grenze liegt. Es ist das Aushängeschild Nordkoreas und wird als «Friedensdorf» bezeichnet. In Südkorea hingegen wird es «Propagandadorf» genannt. Offiziell leben 200 Familien in Kijŏng-dong, doch in Wirklichkeit sei es eine Geisterstadt. Lichter in den Häusern würden automatisiert ein- und ausgeschaltet und die einzigen Einwohner seien Armeeangehörige. Am 160 Meter hohen Fahnenmast, dem vierthöchsten der Welt, hängt angeblich eine 270 Kilogramm schwere Nordkorea-Flagge. Der Mast war ursprünglich deutlich kürzer, wurde aber erhöht, nachdem er von einem Masten in Daeseong-dong überragt wurde.
Gegen Ende des Ersten Weltkriegs hatte Frankreich seine Hauptstadt Paris nachgebaut, um deutsche Bomber zu täuschen, schreibt «The Telegraph». Die Champs-Elysées und auch der Gare du Nord erhielten eine Kopie, die anstelle der Originale von den feindlichen Piloten zerstört werden sollte. Die Pläne wurden bewusst auch vor der Pariser Bevölkerung geheimgehalten. Erst 2011 deckte die französische Zeitung «Le Figaro» Pläne der Fake-Stadt auf. Sie war am nördlichen Stadtrand angesiedelt und die Schein-Strassen und -Gebäude wurden elektrisch beleuchtet.
Willst du mehr über Geisterstädte lesen? Dann schau dir Die 11 gruseligsten Orte der Welt an.