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Vornamen
Der Vorname einer Person ist der Teil des Namens, der nicht die Zugehörigkeit zu einer Familie ausdrückt, sondern individuell identifiziert.
In der Schweiz bezeichnet man als Rufnamen den- oder diejenigen Vornamen, unter denen eine Person angesprochen wird.
Motivation zur Vornamensgebung
Die Wahl des Vornamens hängt natürlich vorerst vom Kulturkreis und vielerorts vom Geschlecht des Kindes ab. Es gibt jedoch eine Anzahl weiterer Einflussfaktoren.
Bewusste Faktoren:
- Hinweis auf ein physisches oder charakteristisches Merkmal: z. B. Melanie für ein schwarzhaariges Mädchen, da griech. μελανός melanos, "schwarz" bedeutet. (Dies war eher zu altgriechisch-römischen Zeiten Brauch.)
- Segnung und Wünsche für das Leben dieses Kindes, z. B. Linde: der (Linden)Baum als Symbol ehelicher Liebe, der Güte, der Gastfreundschaft und Bescheidenheit oder z. B. Mandy als Kurzform von Amanda, die Liebenswerte, die zu liebende (lat. amare = dt. lieben)
- Hinweis auf die Abstammung/Tradition: Benennung nach Vorfahren, dem Taufpaten, Heiligen oder biblischen Figuren, etc. Diese Motivation gibt es heute eher selten, war aber früher oft gebräuchlich. Heute geschieht auch das Gegenteil: Von Ausländern kann ein Kind einen Namen erhalten, der in der deutschen Sprache geläufig ist, auch wenn die Familie einen aus ihrer Sprache bevorzugen würde. Das Motiv liegt im Wunsch, einer Ausgrenzung aufgrund der Ungewöhnlichkeit des Namens vorzubeugen.
- Euphonie (Wohlklang): Man sucht einen "schönen" Namen. Manchmal werden Namen mit vielen Vokalen (besonders /a/ und /i/) bevorzugt. Stimmhafte Gleitlaute (/m/ und /l/) am Wortbeginn gelten als besonders schön. Auch kurze, wenn nicht sogar einsilbige Namen sind beliebt (wie z. B. Tim). Außerdem soll oft der Vorname mit dem Familiennamen harmonieren.
- Individualität: Das Kind soll einen individuellen, besonderen Namen haben. Nicht zuletzt deshalb bekommen in vielen Ländern Kinder (häufiger als früher) fremdsprachige Namen.
- Motivation durch Bewunderung eines/r Prominenten: Eltern benennen ihr Kind nach einem ihrer Sport-, Musik- oder anderer Idole. (Heute eher selten; aber auch politische Einflüsse sind − auch umgekehrt als Vermeidung − möglich: So wurde der Name Adolf nach der Zeit des Nationalsozialismus bedeutend weniger oft zur Benennung herangezogen.)
Unbewusste Faktoren:
- Erfahrungen mit Namensträgern − positiv oder negativ: Angenommen man sympathisiert überhaupt nicht mit einer Person namens "Karin", wird man seinem Kind auch nicht jenen Namen geben, da man Schlechtes damit assoziiert.
- Erfahrungen mit dem eigenen Namen