Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03640.jsonl.gz/1745

Am 7. Februar 1971 erhielten die Schweizer Frauen nach einem mehr als hundertjährigen Kampf endlich das aktive und passive Wahlrecht auf Bundesebene. Dieses Datum stellt einen grossen Durchbruch in Bezug in der Gleichberechtigung dar. Viele FDP Frauen haben unsere Partei 50 Jahre lang vertreten und tun es noch immer. Anlässlich dieses Jubiläums möchte die FDP einige der Pionierinnen hervorheben, die Geschichte geschrieben und die Politik der Schweiz geprägt haben. Ein Rückblick auf die ersten Parlamentarierinnen, die erste Bundesrätin, die erste Präsidentin der FDP Schweiz, und viele andere! Politisches Engagement kennt kein Geschlecht und wir freuen uns, dass sich täglich immer mehr Frauen auf allen Ebenen in der Politik engagieren!
Alma Bacciarini wurde in Cabbio in eine Familie mit liberaler Tradition hineingeboren und war die erste Frau, die das Tessin in Bern im Nationalrat vertrat (1979-1983). Zudem war sie im Vorstand der FDP Schweiz. Mit ihren Fähigkeiten und ihrem politischen Geschick lenkte sie die Aufmerksamkeit der Politik auf Themen, die die Rolle der Frau betrafen. Bedeutsam waren ihr Kampf für das Wahlrecht und die Gleichberechtigung. Sie war Vizepräsidentin des Schweizerischen Vereins für das Frauenstimmrecht und der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen. Als Präsidentin der Föderation der Tessiner Frauenvereine förderte sie die Herausgabe des Buches "Das Frauenstimmrecht in der Schweiz" in italienischer Sprache.
Christine Beerli kandidierte 2003 als Bundesrätin, unterlag jedoch gegen Hans-Rudolf Merz. Zwischen 1980 bis 1983 sass sie im Stadtrat (Parlament) von Biel. Wenige Jahre später führte die Rechtsanwältin ihre politische Karriere in den Grossen Rat des Kantons Bern, bevor sie 1991 in den Ständerat gewählt wurde und dort bis 2003 tätig war. Beerli arbeitete unter anderem als Direktorin der Hochschule für Technik und Architektur Biel und als Direktorin des Departements Technik und Informatik der Berner Fachhochschule. Seit 2008 ist sie eine von zwei Vizepräsidenten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz und Mitglied des Institutsrats von Swissmedic.
Auch die Neuenburgerin Tilo Frey gehörte 1971 zu den ersten elf Frauen, die in den Nationalrat einzogen. Als Lehrerin engagierte sie sich ab 1964 im Neuenburger Stadtparlament. Insgesamt sass sie während zehn Jahren in der Legislative der Stadt Neuenburg und vier Jahre im Grossen Rat (1969-1973). Die in Kamerun geborene Tochter eines Schweizer Vaters und einer kamerunischen Mutter setzte sich für Lohngleichheit, ein besseres Erbrecht für Frauen und die Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern ein. Zehn Jahre nach ihrem Tod (2008) benannte Neuenburg einen Platz nach Tilo Frey.
Die Genferin Lise Girardin setzte sich stark für die Gleichstellung und Liberalisierung von Abtreibungen ein. Während ihrer politischen Karriere war sie eine Pionierin in der Frauenpolitik. 1961 wurde sie als erste Frau in den Grossen Rat des Kantons Genf gewählt. Im Jahr 1967 war sie auch die erste Frau, die in die Exekutive der Stadt Genf einzog. Dabei bekleidete sie 1968, 1972 und 1975 das Amt der Stadtpräsidentin. Lise Giradin war die erste Frau in dieser Position. Vor fünfzig Jahren schrieb sie ebenfalls Geschichte, indem sie als erste Frau in den Ständerat gewählt wurde. Sie vertrat den Kanton Genf während einer Legislaturperiode in der kleinen Kammer. Lise Girardin verstarb am 16. Oktober 2010 mit 89 Jahren. Nach ihrem Tod widmete die Stadt Genf Lise Giradin einen Platz, der an sie erinnert.
Gertrude Girard-Montet setzte sich seit 1957 stark für das Frauenstimmrecht ein und war von 1968 bis 1977 Präsidentin der Schweizerischen Vereinigung für das Frauenstimmrecht. Sie war eine führende Figur des feministischen Engagements im Kanton Waadt und in der Schweiz. 1974 wurde sie als erste Waadtländerin in den Nationalrat gewählt und in der Folge zweimal wiedergewählt. Während ihrer Jahre in Bern setzte sie sich stark für wirtschafts- und sozialpolitische Fragen sowie Gleichstellung ein.
Gabi Huber stammt aus dem Kanton Uri, arbeitete als Rechtsanwältin. Sie war die erste Regierungsrätin, die erste Frau Landammann und erste Nationalrätin des Kantons Uri. Von 2008 bis 2015 war sie Präsidentin der FDP-Liberalen Fraktion in der Bundesversammlung. 2015 wurde sie in einer Studie als einflussreichste Politikerin in Bern benennt.
Annemarie Huber-Hotz war von 2000 bis 2007 die erste Bundeskanzlerin der Schweiz. 1978 trat Huber-Hotz in die Bundesverwaltung ein und war zunächst im Generalsekretariat der Bundesversammlung tätig. 1992 stieg sie zur Generalsekretärin der Bundesversammlung auf und blieb in dieser Funktion bis 1999. Nachdem Bundeskanzler François Couchepin seinen Rücktritt angekündigt hatte, bestimmte die Bundesversammlung Huber-Hotz zu dessen Nachfolgerin. Die Frau setzte sich im vierten Wahlgang gegen Vizekanzler Achille Casanova (CVP) durch und war somit die erste Frau an der Spitze der Bundeskanzlei.
Elisabeth Kopp war die erste Frau der Schweiz, die 1984 in die Landesregierung gewählt wurde.1988 wurde die Zürcherin zudem zur Vizepräsidentin des Bundesrates gewählt. 1989 sah sich Elisabeth Kopp gezwungen zurückzutreten. Aufgrund eines Telefonat, in dem sie ihrem Mann den Rücktritt aus dem Verwaltungsrat einer Firma nahelegte, die unter Geldwäschereiverdacht stand, wurde Kopp Amtsgeheimnisverletzung vorgeworfen. Später sprach sie das Bundesgericht vom Vorwurf frei. Während ihres politischen Engagements hat sie sich vor allem im Bereich der Frauenfragen und des Asylrechts engagiert.
Christiane Langenberger begann ihre politische Karriere als Gemeinderätin in Romanel-sur-Morges. 1994 wurde sie Mitglied des Grossen Rates des Kantons Waadt. Als Nationalrätin von 1995 bis 1999 und Ständerätin bis 2007 hätte sie 1998 als zweite Frau in den Bundesrat gewählt werden können. Die Wahl war äusserst eng, schliesslich obsiegte Pascal Couchepin im 5. Wahlgang um 50 Stimmen. Wenige Jahre nachdem sie den Sprung in den Bundesrat knapp verpasst hatte, war sie von 2003 bis 2004 die erste Präsidentin der FDP Schweiz. Neben ihrer Parlamentsarbeit war sie eine Frauenaktivistin und Präsidentin der Schweizerischen Vereinigung für Frauenrechte.
Martha Ribi war eine der ersten Frauen im Nationalrat und neben Hedi Lang und Lilian Uchtenhagen eine von drei Vertreterinnen des Kantons Zürich. Die Tochter eines Bankbeamten absolvierte 1935 die Matura und machte Sprachaufenthalte in Italien und England. 1963 trat sie der FDP bei und war auch Mitglied der Schweizerischen Vereinigung der Freisinnig-Demokratischen Frauen (SVFF). Nach der Einführung des Frauenstimmenrechts im Kanton Zürich wurde sie im Frühjahr 1971 im Wahlkreis Zürich 2 zum Mitglied des Kantonsrates von Zürich und im Oktober desselben Jahres zur Nationalrätin gewählt. Ihre Amtszeit dauerte bis 1983.Ribi war nicht nur zeitweise Vizepräsidentin der FDP, sondern innerhalb der Bundesversammlung auch anerkannte Fachfrau für Soziales und Gesundheit
Liselotte Spreng, die Doyenne dieser Reihe bemerkenswerter Frauen, wurde 1912 geboren und studierte Medizin. Als glühende Aktivistin für die Frauenrechte wurde sie 1967 Präsidentin der Association fribourgeoise pour le suffrage féminin. Diese Funktion war nur der Beginn von vielen wichtigen politischen Engagements, insbesondere für die Sache der Frauen. 1971 wurde sie zuerst in den Grossen Rat des Kantons Freiburg gewählt und gleich auch in den Nationalrat. Sie war eine der ersten zehn Frauen im Nationalrat und die erste Freiburgerin, die dieses Amt innehatte. Familienrecht, humanitäres Handeln und Medizinethik gehörten zu ihren Schwerpunkten in Bundesbern.