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Das neue Jahr bringt in der Regel eine Welle von Prognosen in allen Bereichen mit sich. Seit einigen Jahren gehören dazu auch Prognosen über die Zukunft der Finanzplanung, insbesondere im Hinblick auf neue Technologien und Robo-Advice.
Im Rahmen meiner Doktorarbeit habe ich mich mit der Frage beschäftigt, welchen Wert die Finanzplanung hat und wie sich die Beratung in Zukunft entwickeln könnte.
Ich habe eine Reihe von Bereichen identifiziert, in denen Finanzplaner nach eigener Aussage einen Mehrwert für ihre Kunden schaffen, und ich habe die wissenschaftliche Forschung zu diesem Thema ausgewertet.
Ich habe mich darauf konzentriert, wie Finanzplaner die Risikoprofile ihrer Kunden ermitteln und Risiken managen. Dabei kam heraus, dass Planer mehrere Techniken anwenden, um die schädlichen Verhaltensweisen ihrer Kunden zu kontrollieren, vornehmlich Verlustaversion und übermäßiges Vertrauen.
Die Planer, die an meiner Untersuchung teilnahmen, verbrachten in der Regel viel Zeit damit, ihre Kunden sowohl anfänglich als auch fortlaufend aufzuklären, indem sie visuelle und numerische Daten verwendeten und Gespräche und Erzählungen führten.
Viele Planer konstruieren ihre Portfolios nicht nur so, dass sie sehr breit gefächert sind, sondern auch, dass sie insbesondere bei der Dekumulation Barmittel halten – damit sich die Kunden in volatilen Märkten sicherer fühlen. Diese Techniken sowie die Cashflow-Planung tragen nach Ansicht der Befragten zu einem höheren Maß an Vertrauen zwischen dem Planer und seinem Kunden bei.
Obwohl nicht klar ist, welches Instrument am effektivsten ist, steht fest, dass die Beratung an sich einen positiven Effekt hat, da beratene Kunden viel seltener in Panik geraten und ihre Anlagen in Abschwungphasen verkaufen als Direktanleger, wie eine Studie von Linnainmaa et al. aus dem Jahr 2018 zeigt. Indem sie die finanzielle Bildung ihrer Kunden verbessern, steigern die Berater die Selbstwirksamkeit der Kunden in finanziellen Angelegenheiten – was einer anderen Studie von Asebedo und Payne aus dem Jahr 2019 zufolge die finanziellen Ergebnisse erheblich verbessert.
Einige haben prognostiziert, dass das Aufkommen von Robo-Advice und Lösungen mit künstlicher Intelligenz (KI) den Markt für persönliche Finanzplanung stark beeinträchtigen könnte. Sie verweisen auf die jüngsten umfangreichen Investitionen in diese Technologie (obwohl in der Vergangenheit große Ausgaben von Unternehmen für neue Technologien nicht immer ein Indikator für Erfolg waren).
Robo-Advice ist derzeit noch eine Fehlbezeichnung, da es wenig oder gar keine eigentliche Beratung bietet, sondern Portfolios über Algorithmen auf der Grundlage des Alters, des Zeithorizonts und der Risikopräferenz des Kunden erstellt. Es besteht die Möglichkeit, in Zukunft KI einzusetzen, um einen stärker beratungsgeleiteten automatisierten Service zu schaffen, aber es ist fraglich, ob dies erfolgreicher wäre als die derzeitigen Angebote, wenn es darum geht, die Risikoaversion der Anleger bei fallenden Märkten zu berücksichtigen.
Es liegt in der Verantwortung des Finanzplaners, seine Kunden aufzuklären und ihnen dabei zu helfen, ihre potenziellen Verhaltensfehler zu überwinden – darin liegt ein Großteil ihres Wertes.
Es kann für Finanzplaner schwierig sein, den Wert, den sie bieten, zu vermitteln. Der Aspekt des Verhaltenscoachings ist stark, aber er ist schwer zu vermitteln. Auch wenn Robo-Dienste einen Preisvorteil bieten können, haben viele Studien ergeben, dass diesen Angeboten weit weniger Vertrauen entgegengebracht wird als menschlichen Beratern, insbesondere hochqualifizierten Finanzplanern.
Letztendlich ist das wichtigste Merkmal, das Finanzplaner bieten können, einfach, dass sie Menschen sind. Eine große Umfrage, die von Linciano et al. im Jahr 2020 in Italien durchgeführt wurde, bestätigte, dass der am meisten geschätzte Service, den Berater ihren Kunden bieten, darin besteht, dass ihnen zugehört wird. In ähnlicher Weise war eine der drei wichtigsten Anforderungen der Kunden, einen Planer zu finden, der „ihre Ziele versteht“, wie eine Studie von Cruciani et al. aus dem Jahr 2018 ergab.
Auch wenn es möglich sein könnte, dass KI in Zukunft einen solchen Service anbietet, werden Planer bestätigen, dass dies oft ein komplexer und sehr menschlicher Bereich ist und Emotionen bei der Bestimmung der Kundenziele oft eine große Rolle spielen.
Nach meiner Erfahrung und meinen Recherchen ist eine Zukunft am wahrscheinlichsten, in der Technologien wie KI die menschliche Interaktion mit dem Kunden ergänzen, anstatt sie zu ersetzen.