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In der Diskussion um die Rechtschreibreform wird von vielen ihrer Gegner angeführt, daß die deutsche Sprache durch sie als Kulturgut gefährdet sei, daß die Reform daher von höchster Stelle (Gesetzgebung, Parlament, Volksentscheid) entschieden werden müsse. Diese Meinung beruht auf dem verbreiteten Irrtum, daß die Schreibung einer Sprache identisch mit dieser selbst sei. […] Aber die Schreibung einer Sprache ist nicht die Sprache selbst. […] Von vornherein wurde auf die gemäßigte Kleinschreibung verzichtet […]. Diese wird mittlerweile von allen europäischen Staaten praktiziert. Dänemark hat 1948 auf die Großschreibung der Substantive verzichtet, ohne daß dort die Kultur verfallen wäre.
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Köster, Rudolf
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