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Leonard Peltier, ein Angehöriger der Anishinabe-Lakota, verbüsst derzeit wegen der Ermordung zweier FBI-Agenten im Juni 1975 zwei lebenslange Haftstrafen. Amnesty International ist nach wie vor sehr besorgt, dass das Gerichtsverfahren, das zu seiner Verurteilung führte, möglicherweise nicht den internationalen Standards für faire Verfahren entsprochen hat.
Leonard Peltier war führendes Mitglied des American Indian Movement (AIM), einer Initiative, die sich für die Rechte der amerikanischen UreinwohnerInnen einsetzt. Am 26. Juni 1975 kam es im Pine-Ridge-Reservat in South Dakota zu Zusammenstössen zwischen dem FBI und Mitgliedern des AIM. Dabei wurden die beiden FBI-Agenten Ronald Williams and Jack Coler erschossen.
Leonard Peltier wurde 1977 für die Morde an ihnen verurteilt, hat jegliche Schuld an der Tat jedoch stets von sich gewiesen. Eine wichtige Augenzeugin, die amerikanische Ureinwohnerin und Angehörige der Lakota Myrtle Poor Bear, hatte zunächst ausgesagt, gesehen zu haben, wie Leonard Peltier die beiden Männer tötete. Sie hat diese Aussage jedoch später zurückgezogen und angegeben, dass Angehörige des FBI sie bedroht und drangsaliert hätten. Auf Grundlage ihrer Zeugenaussage wurde Leonard Peltier von Kanada an die USA ausgeliefert und dort vor Gericht gestellt. Myrtle Poor Bear war nicht als Zeugin der Staatsanwaltschaft geladen, durfte aber dennoch nicht für die Verteidigung aussagen. Zudem wurden zum Zeitpunkt des Gerichtsverfahrens Dokumente unter Verschluss gehalten, in die später im Zusammenhang mit Anträgen unter dem Gesetz über die Informationsfreiheit Einsicht genommen wurde und die für den Fall relevant gewesen sein könnten.
Leonard Peltier ist mittlerweile 69 Jahre alt und in schlechter gesundheitlicher Verfassung. Er leidet unter anderem an Diabetes. Er hat erst 2024 wieder die Möglichkeit auf eine Freilassung auf Bewährung.