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BOSTON - Laut einer neuen internationalen Studie ist das Selbstmordrisiko innerhalb eines Jahres nach der Diagnose bestimmter Krebsarten wie Lungenkrebs besonders hoch. Diese Forschungsarbeit umfasste mehr als 4,6 Millionen Menschen, bei denen Krebs diagnostiziert wurde. Von diesen begingen 1585 Patienten innert eines Jahres nach der Diagnose Selbstmord. Dies entspricht einer 2,5 mal höheren Selbstmordrate als in der Allgemeinbevölkerung, d.h. bei Menschen ohne Krebs. Die berücksichtigten Personen lebten in den Vereinigten Staaten. Es handelt sich um die umfangreichste Untersuchung zur Beurteilung der jüngsten Tendenzen hinsichtlich Selbstmordrisiko nach der Krebsdiagnose in der amerikanischen Bevölkerung, laut einer Mitteilung der am 7. Januar 2019 veröffentlichten Studie.
Unterschiede je nach Krebsart
Die höchste Selbstmordrate im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung wurde nach einer Diagnose von Bauchspeicheldrüsen- oder Lungenkrebs und - in geringerem Masse - nach Darmkrebs festgestellt. Nach der Diagnose von Brust- oder Prostatakrebs hingegen war die Zunahme der Selbstmordrate im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung nicht signifikant.
Umfangreiche Studie
Diese Studie wurde von Forschern der Boston Children's Hospital/Harvard Medical School in den USA und des Hôpital de la Charité in Deutschland durchgeführt. Ihre Untersuchung beruht auf einer Datenbank, “Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER)” (Überwachung, Epidemiologie und Endergebnisse) von Krebspatienten zwischen 2000 und 2014. Das entspricht etwa 28% der amerikanischen Bevölkerung, die an Krebs erkrankte.
Die richtige Haltung
Die Forscher kommen zum Schluss, dass Ärzte das Selbstmordrisiko berücksichtigen sollten, indem sie unter anderem Patienten nach einer Krebsdiagnose einschätzen und Psychologen oder Fachpersonal beiziehen. Auch Familienangehörige und Freunde sollten sensibilisiert werden und auf die möglichen Selbstmordgedanken einer krebskranken Person eingehen. Das Selbstmordrisiko ist innerhalb von 6 Monaten nach der Diagnose besonders hoch.
Diese Studie wurde am 7. Januar 2019 in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift für Krebsforschung CANCER (DOI: 10.1002/cncr.31876) veröffentlicht.
7. Januar 2019. Verfasst von der Redaktion von Creapharma.ch (wissenschaftliche Leitung durch Xavier Gruffat, Apotheker). Quellen: Pressemitteilung der Studie (in englischer Sprache). Verweis: CANCER (DOI: 10.1002/cncr.31876).
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