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Die 22,38, die nach der Zeitkorrektur für Sprungers Rekordlauf im Stade Bout-du-Monde aufleuchteten, bedeuten nicht nur nationale Bestmarke. Europaweit waren in dieser Saison erst zwei Läuferinnen über die halbe Bahnrunde schneller als die 26-jährige Waadtländerin mit Sprint-Vergangenheit: Dafne Schippers im Juni in Oslo (21,93) und Dina Asher-Smith im EM-Final von Amsterdam (22,37). Weltweit sind es zehn Athletinnen, allesamt auf diese Distanz spezialisiert.
Für Sprunger, so schien es zumindest, kam die Verbesserung von Mujinga Kambundjis Schweizer Rekord von 22,64, aufgestellt im WM-Halbfinal 2015 in Peking, nicht sehr überraschend. “Ich wusste, dass ich schnell laufen kann, aber nicht, dass es derart schnell geht. Ich fühlte mich, als würde ich über die Piste fliegen”, kommentierte sie ihren ersten Outdoor-Titel über 200 m.
Ihre eigene Bestleistung über die halbe Stadionrunde pulverisierte die EM-Dritte über 400 m Hürden, die in Genf in ihrer Spezialdisziplin nicht startete, um nicht weniger als 70 Hundertstel. Im Sog ihrer jüngeren Schwester lief auch Ellen Sprunger schnell. Sie blieb als Zweite in 22,89 unter der Olympia-Limite. Weil die Schweizer Meisterschaften aber nicht mehr Teil der Qualifikationsperiode für Rio de Janeiro waren, blieben Sprunger nur die persönliche Bestmarke und die Silbermedaille.
800-m-Spezialistin Selina Büchel lief in Genf nur eine Bahnrunde. Ihr Ziel, über 400 m erstmals unter 54 Sekunden zu bleiben, erreichte die Toggenburger Olympia-Teilnehmerin knapp. Die 54,01 wurden um zwei Hundertstel nach unten korrigiert. Mit dieser Zeit blieb sie locker unter der Saisonbestzeit von Chelsea Zoller (54,33) und unter ihrer persönlichen Bestmarke aus dem Vorjahr (54,76).
(SDA)