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Simon David (*1994) hat vorletztes Jahr einen Dokumentarfilm in der ersten ZAD (fr. zone à défendre) der Schweiz gedreht. Auf einem von den Klimaaktivist_innnen besetzten Landstück unweit von Lausanne, wo ein Zementhersteller den Berg Mormont abträgt. Um mich mit ihm über seine dokumentarische Praxis, das «impact filmmaking», die Grenzen der Kollektivität und nicht zuletzt über seine Filmfiguren auszutauschen, habe ich ihn am 2. März in einem virtuellen Raum getroffen.
In 10 Tagen feiert dein Film Zadvengers die Weltpremiere in Genf am 21. Internationalen Filmfestival der Menschenrechte (FFIDH), auf deiner Facebook-Seite steht, du wohnst in Bukarest und wir treffen uns in hier einem virtuellen Raum. Wo bist du jetzt? Körperlich und geistig? Und wie kommt es dazu, dass dein Film gerade an diesem Festival Prämiere hat?
Ich bin an ganz vielen Orten schon gewesen. Ich habe mein Bachelorstudium in Visuellen Künsten in Belgien gemacht und später bin ich in die USA gegangen, wo ich meinen ersten Langzeitdokumentarfilm selbst produziert und gedreht habe. Das war ein Dokumentarfilm über einen Soul Musiker aus Atlanta, der auch mit Jimmy Hendrix gespielt hat und ein Album herausgegeben hat. Es ist also ein Dokumentarfilm über die afroamerikanische Kultur der Ostküste und ein musikalisches Biopic. Der Film wurde an vielen Festivals in den USA gezeigt, nicht unbedingt den erstklassigen, aber doch einigen, bis die Covid-Pandemie kam. Danach habe ich in Bukarest gelebt. Ich bin dort ein paar rumänischen Wrestlern begegnet. Während der Pandemie habe ich aber in den USA gelebt und im Zusammenhang mit der Black Lives Matter Bewegung Militantismus zum ersten Mal hautnah erlebt. Ich habe gemerkt, dass es so viele Leute gibt, die die Proteste filmen, und dass es so viele Bilder von diesen Ereignissen gibt. Dort habe ich zum ersten Mal noch vor Zadvangers (CH 2023) einen Film über ein hypermedialisiertes Ereignis gedreht, um eine andere Perspektive auf das Geschehen zu bieten. Ich habe einen kurzen Dokumentarfilm gedreht, den ich nie fertiggestellt habe, über eine Modedesignerin, deren Geschäft während der Proteste von den Ziegeln zerstört wurde. Der Ziegelstein wird für diese Frau sehr wichtig, weil er ein Zeichen der Hoffnung darstellt. Alle sind auf der Straße neben ihrem Laden und marschieren. Ich freue mich aber auf das FIFDH, denn ich bin in Genf geboren, und es ist ein Menschenrechtsfestival. Ich denke, dass es sehr interessant ist, mit gerade diesem Festival zu beginnen, und davon hat mich auch das Produktionsteam überzeugt, da das Festival wirklich nur etwa 40 Minuten von der Mine entfernt stattfindet. Für mich persönlich ist es zudem sehr interessant, in der Heimatstadt anzufangen. Es ist auch das erste Mal, dass ich einen Film in der Schweiz gedreht habe.
Die Figuren in deinem Film Kämpfen um das Recht auf Leben und ihr Feind ist nebst dem Grosskonzern Holcim auch der Rechtsstaat. Was sind für dich Menschenrechte und wie kämpft man am besten für diese?
Der Grund dafür, dass ich mich mit diesen Menschen beschäftigen wollte, die auf diesem Hügel gegen den riesigen zum Teil abstrakten multinationalen Feind kämpften, war ihre Jugend und wie radikal sie bereits waren. Gleichzeitig aber gab es auch eine nihilistische Haltung gegenüber der ganzen Situation, die zu spüren war. Für mich bestand meine Rolle darin, sie zu filmen und ihre Gefühle in eine Bildsprache zu übersetzen, zu zeigen, wie ihre Intimität aussieht und wie sie sich in ihrem Körper und ihrem Geist fühlen. Aber darüber hinaus, ja, es gibt eine gewisse Ungerechtigkeit gegenüber diesen militanten Aktivisten_innen und gegenüber dem Berg selbst und ebenfalls in der Art und Weise, wie die Aktivist_innen nach der Räumung der ZAD (zone à défendre) behandelt wurden. Also ja, ich denke, es gibt eine Form von Ungerechtigkeit gegenüber meinen Figuren und den Aktivist_innen, wenn auch alles nicht nur schwarz oder weiß ist. Sie sind nicht diese super tollen Menschen, die immer Recht haben. Und im Film kann man das auch sehen. Manchmal sind sie mürrisch. Man kann auch sehen, dass es auch für mich schwer war, in dieser Gruppe mich zu integrieren. Aber vor zwei Jahren habe ich sie tatsächlich als Helden gesehen. Als wären sie Leute, die die Welt retten werden. Die Vorstellung, dass es diesen riesigen, multinationalen Konzern gibt und dagegen diese kleinen Kämpfer_innen, das ist auch der Grund, warum ich diese Fabel geschaffen habe, indem ich fiktionale Erzählelemente wie die Superheldenmasken in den Film eingebaut habe. Was ich dort erlebt habe, war eine Utopie. Und aus meiner Sicht, ohne unbedingt mit allen politischen Ideen oder dem Ansatz des Ungehorsams einverstanden zu sein, müssen diese Orte existieren. Der Staat muss versuchen, diesen Menschen gratis Land zu geben, einfach Ihnen Platz zu geben, damit sie Alternativen für unsere Zukunft und Gegenwart aufzeigen können. Aus meiner Sicht hat die ZAD am Mormont diese Debatte eröffnet. Man spürt auch im Film, dass ich mit meinen Figuren mitfühle, weil sie jung sind und vielleicht manchmal nicht unbedingt wissen, was sie da tun. Und dieser Aufruf zum Ungehorsam, den der Anwalt am Ende macht, war vielleicht nur ein Hinweis darauf, wie sich die Dinge ändern können. Ich sehe mich allerdings nicht als Zadist, ich habe einen eher künstlerischen Zugang zu diesem Thema.
Im Januar 2022 fand eine Performance in Nyon statt, in der ein Prozess gegen die Zadist_innen von Zadist_innen selbst inszeniert wurde. Du zeigst in deinem Film zum Schluss noch ein Verhör durch die staatliche Behörde selbst und die Proteste vor dem echten Gericht. Die Performance findet jedoch keinen prominenten Platz in deinem Film. Handelt es sich bei deinem Film eher um eine Demonstration oder um eine Dokumentation?
Dieses Theaterstück findet statt, wenn man im Film Kameras von RTS und die applaudierenden Leute sieht. Aber für mich war das Stück an sich nicht sehr interessant, weil die Leute nicht unbedingt maskiert waren, aber auch weil es wie eine Aufzeichnung gewirkt hätte. Was mich interessierte, war, all diese Medien dort zu sehen, und man kann diese hypermediale Atmosphäre spüren, wenn man die Kamera mit dem Ballon sieht. ZAD war für die Medien eine Show, die sie gefilmt haben, aber für mich waren die Show eigentlich die Medien selbst. Drum habe ich sie auch gefilmt in diesem Augenblick. Ich denke, dass die Medien ZAD zu stark anhand der Räumung repräsentiert haben. Vielleicht waren sie ein paar Tage davor da, sie hatten aber nicht unbedingt die Zeit, ZAD zu wirklich zu erforschen.
Im Rahmen des diesjährigen FIFDH findet ein Rahmenprogramm für die Industrie mit dem Titel Impact Days statt, und die Produktionsfirma Nous Prod ist eine Vorreiterin im Bereich des «impact filmmaking» in der Schweiz. Was hältst du vom «impact filmmaking» und dieser Art Filme zu machen? Wann hört ein Film auf?
Als ich mir vornahm, in die Zone zu gehen, habe ich nicht geahnt, dass sie zu einem solch gesellschaftlich relevanten Thema werden könnte. Ich hatte keine Ahnung, dass die Zone auf diese Weise medialisiert wird, und dieser Umstand hat mir die Arbeit erschwert, weil ich die Einzige war, der hinter den Kulissen gefilmt hat und wirklich mit dieser Bewegung unterwegs war. Für mich war es also nicht unbedingt eine gute Sache, dass die Bewegung grosse mediale Aufmerksamkeit bekommen hatte. Aber in Bezug auf «impact filmmaking» denke ich, dass es für Dokumentarfilmemacher_innen schön ist, wenn sie die Möglichkeit haben, mit einem Dokumentarfilm eine progressive Bewegung wirksamer zu machen, wenn so was überhaupt möglich ist. Ende des Jahres findet ein Referendum über den Abbau des Hügels statt, und wenn es den Aktivist_innen helfen kann, ich meine, alleine nicht verurteilt und schuldig gesprochen zu werden, dann ist das großartig. Aber dieser Begriff «impact filmmaking», das klingt für mich eher wie ein Startup-Slogan, weisst du, was ich meine.
Nicht lange her gab es die Artivist_innen, heute sind es die Impact-Filmemacher_innen. Eine kommerziellere Version der Idee einer sozial engagierten Kunstpraxis. Aber es geht nicht nur um die Etiketten, auch die Produktionsweisen ändern sich. Was waren die Herausforderungen für dich bei diesem Ansatz?
Meine Produktionsfirma wählte mein Projekt aus, weil es ein gesellschaftliches Thema hatte und nicht nur gute Bilder aufwies. Ein solches Thema zu haben, hat natürlich geholfen, Gelder zu bekommen, aber dann wurde es schwieriger für mich, meine Vision durchzusetzen. Die Vision von «Zadvengers» hatte ich von Anfang an. Es war trotzdem sehr schwierig, einen Film über ein solches Thema zu machen, weil dieser später viel Einfluss auf die Gesellschaft haben könnte. Ich hatte viel zu kämpfen. Es war schon während der Dreharbeiten in der Zone schwierig, aber ich würde sagen, der Moment danach war noch schwieriger, weil ich versuchte, meine eigene Vision auch in der Postproduktion durchzusetzen. Meine Hauptproduzentin, Fanny, war großartig und hat an meine Vision geglaubt, aber es war trotzdem nicht einfach. Da meine Bilder nach der Räumung der ZAD so wichtig wurden, musste ich auch gegen die Aktivist_innen um die Bilder kämpfen. Aber jede Filmproduktion hat ihre Herausforderungen. Ich begann, den Film allein in meinem Zelt zu drehen. Ab und zu hatte ich einen Assistenten, aber es war schon komisch, allein mit dem Film anzufangen und dann acht oder zehn Monate später mit vielen weiteren Personen daran zu arbeiten.
In deinem Film folgst du fünf Figuren, den Zadvengers. Sie haben einen Hügel fünf Monate lang verteidigt und tragen die ganze Zeit Masken der Superheld*innen am Gesicht. Wer sind diese Menschen, die gegen den Kapitalismus aufstehen und was bewegt sie? Siehst du dich selbst als einer von Ihnen?
Der Film zeigt absichtlich, nun ja, eine Vielzahl von Menschen, die dort waren. Es gab verschiedene Arten von Menschen: die Einheimischen, jüngere Leute, viele Studierende. Man konnte die französische Art des Kämpfens beobachten, eine eher verbale, auch eine deutsche oder auch eine spanische, wo die Leute Baumhäuser bauten. Und diese Vielfalt der Kampfstrategien repräsentiert irgendwie auch die Schweiz, was ich super interessant fand. Und die Figuren, wie habe ich sie gefunden? Ich glaube, das Erste, was ich im Drehbuch geschrieben habe und was ich im Film darstellen wollte, war diese Vielfalt der Menschen. Mein Zelt befand sich in dem Bereich zwischen dem Eingang, wo die Leute die Barrikaden errichteten, und der Seite von Black Panther, ich war also ein wenig zwischen diesen zwei Welten. Und, ja, was die zweite Frage betrifft: sehe ich mich selbst als einen Zadisten? Nein. Ich ging dorthin, um eine Art Außenseiterperspektive zu haben, aber gleichzeitig musste ich auch Teil des täglichen Lebens sein. Ich habe die gleichen Dinge getan wie sie, ich habe die Zone morgens bewacht, frühmorgens von sechs bis acht, um zu überprüfen, dass die Polizei nicht kommt. Und aus irgendeinem Grund wusste ich, dass sie niemals kommen würden, solange ich dort war. [lacht] Aber das war auch die Art und Weise, die ZAD am Morgen zu filmen. Ich habe mich immer als Außenseiter betrachtet. Es gab zum Beispiel dieses Namenssystem am Eingang, bei dem die Leute nicht ihren richtigen Namen verraten mussten, sondern mit Feuer, Erde, Spielzeug und anderen seltsamen Namen angesprochen wurden. Als ich das erste Mal dort war, gab ich der Transparenz halber meinen richtigen Namen an, um der Gruppe zu erklären, wer ich war und was ich mit Zadvengers machen wollte. Ich hatte immer die Idee, mit einer künstlerischen Haltung zu arbeiten und zu versuchen, ihren Diskurs so universell wie möglich zu machen. Das ist auch die Idee hinter den Superheldenmasken, diesem kapitalistischen Symbol in einer anarchistischen Gesellschaft. Ich fand das irgendwie poetisch und habe mich gefragt, wie jemand, der sich diese blöden Marvel-Filme anschaut, damit etwas anfangen kann. Ich betrachte mich überhaupt nicht als einen Zadisten. Ich habe auch nicht vor, mein ganzes Leben lang Filme über Umweltthemen zu machen. Einige der Leute da drüben haben mich von der ersten bis zur letzten Minute nicht angesprochen, auch nicht mal nach dem Gerichtsprozess und der Aufführung der Performance. Sie wussten, dass ich da war, und es war für sie in Ordnung, dass ich sie filmte. Sie hatten das Gefühl, dass sie mir vertrauen konnten, aber ich war nie Teil der Gruppe.
Neben den Figuren und dir ist da noch die Kamera. Sie bewegt sich immer wieder auf unvorhersehbare Art und Weise im Film. Wer führt sie? Welche Beziehung hat sie mit den Figuren?
Wie man auch im Film sehen kann, war meine Idee, die verschiedenen Figuren beim Gehen zu filmen, denn das Gehen ist eng verbunden mit militanten Bewegungen mit Gandhi und Martin Luther King als die bekanntesten Beispielen. Die Menschen gehen, um ihre Frustration loszuwerden. Deshalb habe ich versucht, mit den Figuren zu gehen. Ich habe die Figuren ständig begleitet, weil ich ihr Vertrauen aufbauen wollte. Man sieht im Film deshalb auch nie irgendwelche Gesichter. Und da ich mich viel bewegt habe und sie dabei so nah gefilmt habe, sind meine Aufnahmen etwas unscharf und heben sich von den komponierteren Bildern ab, die mit Hilfe des gesamten Teams entstanden sind. Aber insgesamt gibt es eine Art gemeinsamer visueller Identität, die ich versucht habe, durchzusetzen.
Zadvengers ist durch und durch ein poetisches Lichtspiel. Wir sehen Protestaktionen, aber auch Feste, Empathie und Yogaübungen, also verschiedene Formen der Geselligkeit und des Zusammenhalts in eine pastellene Farbpalette getaucht, und mit optimistischer Musik im Hintergrund versehen. Zeichnest du da nicht etwa das Bild einer sozialen Utopie, oder geht es nur um die Humanisierung der Besetzerszene?
Ich glaube, es geht mehr um die Menschen als um die soziale Utopie. Auch wenn sie durch Selbstbau, Dumpster Diving, Sexy Mornings usw. propagiert wird. Die Idee war, vielleicht ein Bild davon zu entwerfen, was der Militantismus auf dem Mormont oder vielleicht auch in der Schweiz bedeutet. Diese utopischen Sequenzen sind aber auch wegen meiner Figuren interessant. Man sieht sie zusammen Dinge tun, und man muss sich nicht wirklich dafür interessieren, was sie sagen. Vielleicht tut man es, und es ist auch für eine_n interessant, was sie sagen. Aber die Idee, dass sie jeden Morgen nach dem Aufwachen Sexy Mornings machen, nur um sich tagsüber besser zu fühlen, ist der Punkt, an dem sich meiner Meinung nach die Linien von Poesie und Subversion kreuzen.
Durch das Bild laufen immer wieder auch wilde Tiere und die Aktivist*innen laufen wiederum durch die Wälder. Diese Natur wird jedoch in deinem Film nicht romantisiert, sondern gar entromantisiert, wie in der Teichszene, in der die Teichromantik durch Schlamm und zutiefst besorgten Gesichtsausdruck der Figur zerstört wird. Welche Rolle spielten Tiere und Pflanzen für dich beim Drehen dieses Films über eine Umweltschutzzone?
In den Aufnahmen im Wald hört man das Bohren, und man sieht diese verängstigten Tiere laufen. Ich wollte diese Bedrohung der Natur durch Holcim zeigen, aber auch die Eingriffe der Zadist_innen in der Natur. Während wir dort drüben waren, konnte man immer die Bauarbeiten hören, das Schaufeln, Graben und den Abbau des Hügels.
In den Gesprächen mit den Zadist_innen, die du aufgenommen hast, zieht sich wie ein roter Faden die Problematisierung und Polemisierung des Verhältnisses zwischen der individuellen und kollektiven Schuld, dem Recht und der Macht in Bezug auf die Umweltzerstörung. Du hast in einem Interview gesagt, dass du absichtlich nicht versucht hast, dem Film deine eigene Idee aufzuzwingen. Bist du aber an die Grenzen der kollektiven Produktion gestossen?
Ich denke, wir kehren zu der Frage zurück, was einige Leute mit den Bildern machen wollten, die ich aufgenommen habe und die so etwas wie exklusive Bilder von diesen Ereignissen sind.
Ja, wir können es auch auf der Ebene von kollektivem Bildeigentum die Frage angehen. Wie hat die Kollektivität in der ZAD deine künstlerischen Prozesse beeinflusst? Hattest Du Schwierigkeiten, die Bedingungen auszuhandeln, zu welchen Du die Bilder nehmen und nutzen kannst?
Ich kann dir nur sagen, dass es kompliziert war. Ich war nicht unbedingt frustriert oder fühlte mich nicht unbedingt zensiert, aber es gab einen gewissen Druck. Zum Beispiel, andere Figuren zu wählen, etwa militantere zum Beispiel. Eines der Probleme war auch, Black Panther zu zeigen, die ehrlichste Figur, die ich habe, und auch die sensibelste. Aber weil man ihn mit einem Bier in der Hand sieht, bedeutete das für die Zadist_innen, ein schlechtes Bild der Bewegung in der Öffentlichkeit zu vermitteln. Sie kommunizierten viel über die sozialen Medien, und so gab es diese Art von Zensur.
Wenn ich mich nicht irre, planst du eine Fortsetzung der Geschichte über die Zadist_innen in diesem Jahr mit dem Titel Sales Gosses. Wohin führt dich dieser Weg und wie läuft das Crowd Funding?
Nein, wir haben letztes Jahr Crowdfunding gemacht, als der Film in der Postproduktion war, und damals ging es mehr um den Aktivismus an sich, also haben wir diesen Titel gewählt, aber dann wurde es mehr zu einem Film über die Aktivist_innen selbst und wir entschieden uns schliesslich für «Zadvengers». Man spürt diesen Ärger nicht mehr so sehr, was ich gut finde. Aber ja, ich habe ein Projekt mit meiner Grosstante, das «Old Skin» heißt. Ich habe sie seit 5 Jahren jetzt immer wieder gefilmt und habe eine sehr provokante Beziehung zu ihr. Sie ist ein ganz normaler Mensch, der mit Mephisto in ihrer Wohnung gelebt hat und jetzt in einem Pflegeheim ist. Sie hat Covid durchgemacht und jetzt hat sie Alzheimer und Parkinson und sie wiederholt viele Fragen, es ist also ein eher intimes Projekt, das ich verfolge. Ich möchte aber auch eine Kurzgeschichte adaptieren. Ich weiß, dass in der Schweiz der Regisseur meistens auch der Autor ist, aber in den USA hat mir die Idee gefallen, dass der Regisseur und der Autor verschiedene Personen sein können.
Ich wünsche dir viel Erfolg bei den neuen Produktionen und bedanke mich im Namen von CINEMA für deine Zeit.