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Eine Muslimin hat sich vor dem Supreme Court der USA gegen Abercrombie & Fitch durchgesetzt. Die Modekette wollte die junge Frau nicht als Verkäuferin einstellen, weil sie ein Kopftuch trug.
Im Kopftuchstreit mit der US-Modekette Abercrombie & Fitch hat eine Muslimin vom Obersten Gerichtshof der USA Recht bekommen. Das Unternehmen in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma habe ungesetzlich gehandelt, urteilte der Supreme Court in Washington.
Hintergrund: Die Firma hatte eine Bewerbung der Frau im Jahr 2008 als Verkäuferin abgelehnt, weil sich ihr Kopftuch nicht mit der Kleiderordnung der Marke vertrage. Die damals 17-Jährige vermutete hinter der Ablehnung eine religiöse Diskriminierung.
Mit Unterstützung der US-Behörde für gleiche Chancen in der Arbeitswelt (EEOC) strengte sie eine Klage an. In erster Instanz bekam sie eine Entschädigung von rund 18'200 Euro zugesprochen. Doch ein Berufungsgericht hob das Urteil auf, weil die Muslimin die Kette nicht darüber informiert habe, dass sie aus religiösen Gründen eine Ausnahme vom kopfbedeckungsverbot brauche. Nun gab eine Mehrheit von acht der neun Obersten Richter der Vereinigten Staaten der Frau Recht: Das Bürgerrechtsgesetz von 1964 verbiete es, die Frau wegen ihrer Religion zu diskriminieren, begründeten die Richter ihre Entscheidung.
Die Klägerin müsse nicht beweisen, dass Abercrombie über ihre Religion informiert gewesen sei, hiess es in dem Urteil. Es reiche bereits, dass das Kopftuch ein «motivierender Faktor» für die Entscheidung der Modekette gewesen sei. Bei der mündlichen Urteilsbegründung ergänzte das Gericht, dass Abercrombie «zumindest vermutet» habe, dass die Frau das Kopftuch aus religiösen Gründen trage.
Abercrombie hatte erklärt, dass sämtliche Kopfbedeckungen gegen die Kleiderordnung für seine Mitarbeiter verstossen. Die Klägerin habe überdies gewusst, dass sie sich bei dem Job im «Abercrombie-Stil» präsentieren müsse. Die Modekette bezeichnet seine Verkäufer als «Models» und legt Wert auf ein jugendlich-sportliches Image. Männliche Verkäufer lässt das Unternehmen bisweilen mit nacktem Oberkörper arbeiten, Verkäuferinnen tragen nicht selten enge Oberteile mit tiefem Ausschnitt.
Bereits 2013 hatte Abercrombie & Fitch nach der Niederlage in einem anderen Kopftuchstreit zwei Bewerberinnen eine Ausgleichssumme von insgesamt 71'000 Dollar gezahlt und seine Kleidervorschriften gelockert.
kbl/dpa/AFP