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Care Leaver im Übergang in die Selbständigkeit
Welche Rollen spielen gesellschaftliche Wert- und Normvorstellungen?
Die Autorin Dorothea Handschin befragte in dieser Arbeit fünf Care Leaver zu ihrem Übergang in die Selbständigkeit. Als «Care Leaver» bezeichnet man junge Erwachsene, die mit dem Erreichen der Volljährigkeit den Übertritt aus einem stationären Setting in ein selbständiges Leben wagen müssen. Zwei Drittel der Care Leaver der Schweiz fühlen sich dabei zu wenig begleitet. Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage, welche Rolle gesellschaftliche Werte und Normen beim Übertritt der Care Leaver in die Selbständigkeit spielen und inwiefern im Vergleich mit anderen jungen Erwachsenen von Chancengerechtigkeit gesprochen werden kann. Dazu wird einleitend der aktuelle Forschungsstand beschrieben. Mit Bezugnahme auf die Grundwerte der Sozialen Arbeit wird der Forschungsbedarf begründet. Mit der Sozialisationstheorie wird ein Grundstein gelegt und mit dem Modell der psychosozialen Handlungsfähigkeit nach Lothar Böhnisch die Verknüpfung zum Übergang geschaffen. Diese beiden Theorien werden abgerundet durch Faktoren, die den Übertritt für Care Leaver in die Selbständigkeit beeinflussen. Im Forschungsdesign werden Grundsätze der qualitativen Forschung vorgestellt. Mit der gewählten Methode des Leitfadeninterviews wurden fünf Care Leaver befragt. Die transkribierten Interviews wurden mit der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Werte und Normen der Gesellschaft in unterschiedlicher Weise auf die Care Leaver wirken und so ihre Chancen am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben eingeschränkt sein können. Um dem entgegenzuwirken könnte die Soziale Arbeit Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit betreiben sowie Bildungsangebote für die Care Leaver aufbauen.