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Der Stellvertreter
Zwei ehemalige Studenten treffen sie sich später im Berufsleben. Eine ist Richter under der andere ist der Beschuldigte.
Eine Geschichte von zwei Freunde
Zwei Studenten waren gute Freunde. Ein Student studierte Jurist und arbeitete sehr fleissig für sein Studium. Der andere Student studierte Wissenschaft: er hatte einen lockeren Lebensstil, und dadurch bekam er immer wieder Geldprobleme. Die beiden Studenten beendeten das Studium. Beide fingen mit dem Berufsleben an. Wegen dem strengen Berufsleben konnten sie die Freundschaft nicht mehr pflegen. Sie trafen sich nicht mehr.
Der Jurist hatte in seinem Beruf viel Erfolg. Bald wurde er zum Richter ernannt.
Der Wissenschaftler arbeitete nicht ernsthaft, und seine Geld-Probleme hatte er immer noch. Einmal lernte er eine alte Witwe kennen. Die Witwe fragte ihn: Können Sie mir bitte helfen mein Vermögen zu verwalten? Der Wissenschaftler sagte: «Ja, gerne». Der Wissenschaftler aber nahm das ganze Geld zu sich, um seine eigenen Schulden zu bezahlen. Als die Witwe hörte, dass ihr ganzes Vermögen verloren ging, klagte sie ihn an.
Symbolbild Clipart
So musste der Wissenschaftler vor das Gericht. Und wer war der Richter? Sein alter Studienfreund. Die Journalisten hatten herausgefunden, dass der Richter und der Wissenschaftler früher gute Freunde waren. So erwartete man ein milderes (= weniger strenges) Urteil. Aber der Richter war sehr streng und gab ihm die höchste Busse. Da der Wissenschaftler kein Geld mehr hatte, musste er ins Gefängnis.
Die Polizei nahm den Wissenschaftler mit, und sie verliessen den Gerichtssaal. In der Zwischenzeit zog der Richter schnell seine Amtskleider aus und rief den Polizisten an:« Moment!» Dann sprach der Richter zum Wissenschaftler: «Glaubst du, dass ich dein Freund bin?» Der Wissenschaftler: «Nein». Der Richter: «Ich konnte nicht anders handeln. Du bist schuldig und ich musste dir die Strafe geben. Wenn ich dir keine Strafe gegeben hätte, dann hätte mich niemand mehr respektiert. Niemand wird einen Richter respektieren, wenn er nicht nach dem Gesetz handelt. Trotzdem bin ich dein Freund». Der Wissenschaftler schaute ihn böse an, schüttelte den Kopf und wollte hinausgehen. Der Richter aber steckte seine Hand in die Tasche und nahm ein Cheque-Heft heraus. Mit dem Kugelschreiben schrieb er etwas hinein. Den Check gab er seinem Freund, dem Wissenschaftler. Der Wissenschaftler war sehr erstaunt über den Cheque. Der Betrag war genauso hoch wie die Busse. Der Richter sagte zu ihm: «Das ist der Beweis, dass ich dein Freund bin. Ich schenke dir die Erlösung von der Strafe». Der Wissenschaftler war jetzt frei.
Geistliche Gedanken zu der Geschichte:
Gott selbst ist der gerechte Richter, Gott sitzt auf dem Richterstuhl und spricht uns Menschen wegen der Sünde schuldig. Gott ist gerecht, ER kann kein Auge zudrücken (= etwas nicht genau nehmen).
Aber Gott sieht unsere hoffnungslose Lage von seinem Richterstuhl aus.
Gott legte seine ‹Amtskleider› beiseite, wurde in der Gestalt von Jesus ‹Zivilperson›, indem er Mensch wurde.
Als ‹Zivilperson› nahm ER aus Liebe zu uns Menschen die Strafe auf sich.
Text in vereinfachtem Deutsch verfasst für die CGG CH.
Aus: So gross ist Gott, von Patricia St. John
Mit freundlichen Genehmigung von Bibellesebund Verlag, Winterthur
und
Aus: Ein Naturwissenschaftler auf der Kanzel, von A.E. Wilder Smith
Mit freundlichen Genehmigung von Factum/Schwengeler Verlag, Berneck