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Susette Spittler war die Adoptivtochter von Christian Friedrich Spittler, dem Sekretär der Deutschen Christentumsgesellschaft in Basel. Sie arbeitete in zahlreichen christlichen Institutionen mit und war Mitglied des Frauenkomitees der Diakonissengemeinschaft Riehen.
Tochter des Johannes Gerber (Mitarbeiter in einer chemischen Handlung) und der Susanna, geborene Indermühle. Adoptivtochter von Christian Friedrich Spittler (Sekretär der Basler Christentumsgesellschaft) und der Susanna, geborene Götz.
Susette, genannt Sette, Gerber wurde am 14. Januar 1810 in Basel geboren. 1813 erkrankten ihre Eltern und drei ihrer Brüder gleichzeitig am sogenannten ‹Nervenfieber› (Typhus). Christian Friedrich Spittler und seine Frau Susanna nahmen die dreijährige Sette bei sich im Haus Zum Fälkli am Stapfelberg in Basel auf. Spittler war Anhänger der aus dem Pietismus erwachsenen antimodernistischen Erweckungsbewegung und Gründer zahlreicher ‹missionarisch-diakonischer Reichgotteswerke›. Gerber wuchs, trotz der Genesung ihrer leiblichen Eltern, beim Ehepaar Spittler auf und nahm später als deren Adoptivtochter ihren Namen an.
Spittler besuchte in Basel die öffentlichen Schulen und eine französische Privatschule. Danach unterstützte sie ihren Adoptivvater und prägte seine pietistischen Werke massgeblich mit. Sie betätigte sich beispielsweise in der Armenschullehreranstalt in Beuggen, der Taubstummenanstalt Riehen, der Pilgermission auf St. Chrischona (1840) oder der Diakonissengemeinschaft Riehen (1852). Sette Spittler war auch Mitglied des Frauenkomitees der Diakonissengemeinschaft. Zudem war sie eine versierte Briefschreiberin und unterhielt Kontakte innerhalb der Familie, aber auch mit Freundinnen und Freunden.
Viel Zeit nahm die Pflege ihrer Adoptiveltern in Anspruch: Von 1837 bis 1844 kümmerte sich Spittler um ihre kranke Adoptivmutter. 1858 nahm Christian Friedrich Spittler die Ghanaerin Susanna Luise Anjama (1846–1882) als Pflegetochter bei sich auf. Es lag an Susette Spittler, die junge Anjama zu ‹christlichem Gehorsam› zu erziehen und in die Haushaltsführung zu involvieren. Zusammen empfingen und betreuten sie Gäste in Spittlers Sommerresidenz, dem Klösterli in Riehen.
Sette Spittler starb am 12. Mai 1880 in Basel.
Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 14.5.2022
Christian Friedrich Spittler im Rahmen seiner Zeit. Basel 1875.
Nekrolog von Susette Spittler.
Verschiedene Dokumente von Susette Spittler finden sich im Privatarchiv ihres Vaters Christian Friedrich Spittler, PA 653. Darunter beispielsweise:
Briefe innerhalb der Familie Spittler: PA 653a IV.
Gedichte der Sette Spittler zu bestimmten Anlässen: PA 653a I 15.
Gratulationen an die Pflegeeltern von Sette Spittler: PA 653a I 16.
Zum Tode der Pflegetochter Susette (Sette) Spittler 12. Mai 1880: PA 653a I 14.
Sette Spittler-Papiere, 1838–1867: PA 653a XXX III 2.
Debrunner, Hans Werner: Eine Afrikanerin in Riehen – Susanna Luise Anjama (1846–1882). In: Jahrbuch z’Rieche 1982. S. 32–47.
Zur Erinnerung an Jungfrau Susette Spittler. Personalien und Ansprache bei der Beerdigung am 15. Mai 1880.