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Vor 25 Jahren, am 24. September 1978, stimmten die Schweizerinnen und Schweizer der Schaffung des Kantons Jura zu. Für viele Jurassier ging damit ein Traum in Erfüllung.
Das Verhältnis zum Kanton Bern bleibt aber angespannt.
Das Resultat der Volksabstimmung vor 25 Jahren war deutlich: 82,3 Prozent der Stimmenden und alle 25 Kantone - samt Bern - anerkannten den neuen Kanton. Drei Monate später, am 1. Januar 1979, trat die jurassische Verfassung in Kraft.
Minderheit in vieler Hinsicht
Der Weg zum eigenen Kanton war für die Jurassier allerdings lang gewesen: Die Jurafrage beschäftigt die Berner und Schweizer Politik seit 1815. Damals teilte der Wiener Kongress die jurassischen Gebiete des Fürstbistums Basel dem Kanton Bern zu.
Schon im 19. Jahrhundert kam es zu Spannungen: Die Jurassier fühlten sich in Bern als sprachliche, kulturelle und konfessionelle Minderheit. Auch wirtschaftlich und verkehrstechnisch schenkte Bern dem Jura lange wenig Aufmerksamkeit.
Krise wegen Departementsverteilung
Zur eigentlichen Krise kam es 1947: Der Berner Grosse Rat verweigerte dem jurassischen Regierungsrat Georges Moeckli die Baudirektion. Als Französischsprachiger eigne er sich nicht für das wichtige Departement. Der Vorfall löste im Jura Empörung aus, es bildeten sich separatistische Organisationen.
1950 versuchte Bern die Situation zu entschärfen, indem es dem jurassischen Volk weiter gehende Rechte zugestand. Den Separatisten ging das zu wenig weit: 1958 reichte die Organisation Rassemblement Jurassien (RJ) eine Initiative ein, die auf die Abspaltung des Juras von Bern abzielte. Sie wurde aber vom Berner Stimmvolk abgelehnt.
Versöhnungsversuche von verschiedenen Seiten führten schliesslich dazu, dass den sieben jurassischen Amtsbezirken das Recht eingeräumt wurde, selber über ihre politische Zukunft zu entscheiden. Nach Abstimmungen, in denen Gesamtjura, Amtsbezirke und einzelne Gemeinden befragt wurden, wurde die Gründung 1979 Tatsache.
Verhältnis bleibt angespannt
Das Verhältnis zum Kanton Bern blieb allerdings belastet. Denn einerseits lebt im bernischen Südjura eine separatistische Minderheit, andererseits gibt es im Kanton Jura berntreue Antiseparatisten.
1989 reichte das RJ eine Initiative ein, die die Wiederherstellung der Einheit des Juras verlangte. Das Bundesgericht erklärte sie allerdings 1992 für ungültig.
Der Konflikt flammte wieder auf. Die Jungendorganisation des RJ, die Béliers, schreckte dabei vor gewalttätigen Aktionen nicht zurück: 1993 sprengte sich einer der Béliers in die Luft, als er einen Anschlag in Bern vorbereitete.
Verschiedene Lösungsversuche
Um die Wogen zu glätten, wurde 1994 eine Assemblée interjurassienne gegründet. Sie sollte Vorschläge für eine friedliche Lösung des Jurakonflikts ausarbeiten. Bis heute ist die Jurafrage allerdings nicht gelöst.
Im vergangenen Mai stellte die Berner Regierung ein Sonderstatut vor, mit welchem dem Berner Jura mehr Autonomie gewährt werden soll. Es sieht einen Rat des Berner Jura vor, der Kompetenzen im Schulwesen und der Kultur haben soll. In der Politszene des Berner Jura kommt das Statut eher gut an; nur die Autonomisten sind klar dagegen.
Die jurassische Autonomiebewegung (MAJ) ihrerseits hat vor 14 Tagen die Jurafrage neu lanciert. Sie reichte ihre Initiative "Un seul Jura" ein, die den Zusammenschluss der jurassischen Bezirke mit den drei Bezirken des Berner Jura - Moutier, La Neuveville und Courtelary - verlangt.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Am 24. September 1978 sagte das Stimmvolk Ja zur Schaffung des Kantons Jura. 82,3% der Stimmenden und alle 25 Kantone sagen Ja.
Am 1. Januar 1979 trat die jurassische Verfassung in Kraft.