Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/152834

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Erforschung sowohl von Ebola-Impfstoffen wie von neuen Antibiotika wurde aus ökonomischen Gründen vernachlässigt. Die EU startet dazu ein von der öffentlichen Hand und der Pharmabranche gemeinsam finanziertes Projekt.</p><p>- Ist der Bund beteiligt?</p><p>- Ist der Bundesrat bereit, Modelle zur Entwicklung und Erforschung wichtiger, aber vorerst kaum gewinnversprechender Heilmittel (Impfstoffe/Medikamente wie neue Antibiotika/wirksame Alternativen dazu) in einer Art PPP zu prüfen bzw. zu realisieren?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Innovative Medicines Initiative (IMI) der EU wurde 2008 von der Europäischen Union und der europäischen pharmazeutischen Industrie ins Leben gerufen. Mit dieser Initiative soll die Entwicklung von innovativen Arzneimitteln beschleunigt werden, damit die Patientinnen und Patienten raschen Zugang zu Arzneimitteln insbesondere in Bereichen erhalten, in denen die medizinischen Bedürfnisse nicht ausreichend gedeckt sind. Die IMI verfügt über ein Budget von 3,3 Milliarden Euro für die Periode 2014-2024. Damit ist sie das weltweit grösste PPP-Programm der Biowissenschaften. Die Hälfte der Gelder stammt aus Horizon 2020.</p><p>Derzeit sind 46 Projekte am Laufen, wobei u. a. das "Driving Reinvestment in Research and Development and Responsible Antibiotic Use (Drive AB)" in den Bereich der Antibiotika gehört. Eine Teilnahme an Drive AB durch Schweizer Forschende und Unternehmen ist im Rahmen der Schweizer Teilassoziierung an Horizon 2020 möglich.</p><p>Der Bundesrat begrüsst sämtliche Anstrengungen auf internationaler und nationaler Ebene, welche die von direkten kommerziellen Zwecken unabhängige Erforschung von Krankheiten durch Partnerschaften zwischen öffentlicher Hand und Privaten fördern. Der Schweizerische Nationalfonds stellt gemäss geltender Leistungsvereinbarung mit dem Bund mehr Mittel für klinische Studien ohne direkte kommerzielle Zweckbindung zur Verfügung. Unter derselben Zielsetzung besteht seit 2012 zudem die unabhängige Swiss Clinical Trial Organisation (SCTO), die vom Bund über den Schweizerischen Nationalfonds und die Schweizerische Akademie der medizinischen Wissenschaften (SAMW) unterstützt wird. Die SCTO hat sich sehr gut etabliert und ist nicht nur für die "industrieunabhängige" klinische Forschung wichtig, sondern auch eine zentrale Plattform für die Zusammenarbeit zwischen Forschenden öffentlicher Institutionen und der Privatwirtschaft. Die zuständigen Stellen (u. a. SBFI, BAG) verfolgen diese Entwicklungen in enger Zusammenarbeit mit SNF, SAMW und Vertretern der klinischen Forschung. Die weitere Stärkung und Konsolidierung namentlich der SCTO wird derzeit auch im Hinblick auf die nächste BFI-Botschaft geprüft.</p>