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Daryl Liew, Senior Portfolio Manager, Singapore
Manchmal kann man zu viel von einer guten Sache bekommen: Chinesisches Geld von Privaten und Firmen zum Beispiel wurde einst mit offenen Armen empfangen, da die Zuflüsse die Wirtschaftstätigkeit ankurbeln sollten. Die jüngsten Entwicklungen deuten jedoch darauf hin, dass die offenen Arme vermehrt ablehnend verschränkt werden angesichts einer wachsenden Gegenreaktion gegen chinesische Investitionen.
Ein Teil der Angst, die eines der Themen hinter dem anhaltenden Handelsstreits zwischen der USA und China ist, scheint der strategische Wettbewerb zu sein. Es ist die Sorge, dass China ausländisches geistiges Eigentum erwirbt, das chinesischen Unternehmen helfen wird, ihre westlichen Konkurrenten zu überholen und schliesslich aus dem Geschäft zu drängen. Diese Bedenken haben die USA veranlasst, die Aufsicht des Ausschusses für Auslandsinvestitionen in den USA (Committee on Foreign Investment in the United States, CFIUS) auf Joint Venture-Vereinbarungen und sogar Minderheitsbeteiligungen auszudehnen. CFIUS konnte bisher nur ausländische Transaktionen blockieren, die eine Mehrheitsbeteiligung an US-Unternehmen erwarben und als Bedrohung für die nationale Sicherheit angesehen wurden. Im August 2018 verabschiedeten die USA auch den Export Control Reform Act (ECRA), der nicht nur den Export von Waren einschränken kann, sondern auch Technologielizenzvereinbarungen einbezieht und sogar Arbeitsverträge umfassen kann. Eine Überprüfung der bestehenden Lizenzvereinbarungen ist derzeit im Gange und soll bis Mai abgeschlossen sein. Dies könnte aber zu strengeren Vorschriften für chinesische Unternehmen führen, die geistiges Eigentum der USA lizenzieren. Diesseits des Atlantiks hat auch Europa mit der Einführung eines neuen EU-Rahmens für die Prüfung ausländischer Direktinvestitionen eine ähnliche Haltung eingenommen. Diese Initiative wurde als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch chinesische Unternehmen ergriffen, die europäische Technologien erwerben wollen.