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Früher haben wir Päckchen in die DDR und andere Ostblock-Staaten gesandt; Zürich war eine bedeutende Drehscheibe für diese Versände aus ganz Europa in arme Nachbarstaaten. Heute spendet die Coop Waren im Wert von über einer halben Million Franken zugunsten von „Menschen, die den Rhythmus der modernen Arbeitswelt einfach nicht mehr mithalten können“, „Eltern“, die weder sich noch den Kindern etwas gönnen können“ oder „Familien, deren Einkommen einfach nicht ausreicht, um Steuern und Krankenkassen zu bezahlen“. Am 2. Januar fährt ein Postauto durch die Schweiz (eines!) und sammelt Pakete mit überflüssigen Weihnachtsgeschenken ein, die dann an das Prekariat verteilt werden. So präzise wurde Armut in der Schweiz, einem der reichsten Staaten der Erde, noch nie beschrieben. Wer glaubt, der Schweizer Mittelstand könne sich dem Prozess der Verarmung, wie wir dies in England und Deutschland beobachten, entziehen, irrt gewaltig. In Ungarn hat die konservative Regierung dem Volk soeben die Einzahlungen in die 2. Säule gestohlen, 13 Mia. Franken, 8% des Monatseinkommens eines jeden Ungarn, um den Staatshaushalt zu sanieren. Ist nun jeder siebte Schweizer arm oder schon jeder sechste? 2011 wird weisen, wohin die Richtung geht.