Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03218.jsonl.gz/2371

(lat.), als richterlicher Ausspruch gleichbedeutend mit Adjudikation (s. d.). Bei Verträgen ist die sog.
addictio in diem eine Verabredung, durch welche einer oder beide Kontrahenten den Eintritt eines Kontrahenten mit besserm
Gebot bis zu einem bestimmten Tage sich vorbehalten. In den neuern Gesetzgebungen wird der Vorbehalt bessern
Gebots als ein Nebenvertrag beim Kauf erwähnt, wenn der Verkäufer bedingt, daß der
¶
mehr
Kauf nicht gelten soll, oder daß er sich den Rücktritt vorbehält, wenn ein anderer ein besseres Gebot abgiebt, oder
daß der Kauf erst gelten soll, wenn ein anderer kein besseres Gebot abgiebt. Wie solcher Vertrag zu verstehen sei, und welche
Rechte dem Verkäufer und dem Käufer zustehen, wie lange der Käufer zu warten hat, ob er in das von einem
andern abgegebene Gebot einzutreten berechtigt ist, bestimmen die Gesetze eingebend (Preuß. Allg. Landr. I, 11, §§. 272 fg.;
Sächs. Bürgerl. Gesetzb. §. 1111; Österr. Bürgerl. Gesetzb. §§. 1083 fg.).
Nach dem DeutschenEntwurf sollte dem Verkäufer der Rücktritt von dem mit solchem Vorbehalt geschlossenen
Kauf freistehen, wenn ein besseres Gebot erfolgt und dieses von dem Verkäufer angenommen wird. In zweiter Lesung wurde
diese Bestimmung gestrichen. Das Rücktrittsrecht erlischt, wenn es nicht innerhalb der vereinbarten Frist, beim Mangel solcher
Vereinbarung, wenn es nicht binnen drei Monaten bei Grundstücksverkäufen, bei andern binnen vier Wochen
erklärt wird.