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1939
Die Gehörlosen beenden ihre schulische Ausbildung und kehren nach Hause zurück.
Um Geld zu verdienen, werden sie eine Lehre machen.
Sind sie glücklich? Noch lange werden sie sich an die schönen Momente mit den Schulkameraden erinnern.
In ihren Heimatdörfern und -städten sind sie die einzigen Gehörlosen und fühlen sich einsam.
Diese Einsamkeit haben auch Esther Giroud aus Chamoson, Esther Huber, Jenny Légeret, Martial Wenger und Raymond Bourban, erlebt.
Esther Giroud gründet daher eine Gruppe, die später zum «Gehörlosenverein Wallis» wird.
Diese Gruppe organisiert unzählige Aktivitäten, darunter Versammlungen, Ausflüge, Weihnachtsfeiern mit Tombola, usw.
1943
Kleine Spannungen entstehen im Verein.
Es wird immer mehr getratscht und der Abt E. de Preux entscheidet, die Gruppen künftig nach Männern und Frauen zu trennen:
- Frauengruppe, geleitet von Esther Giroud
- Männergruppe, geleitet von Emile Constantin
1948
Auf Vorschlag von Abt E. de Preux veröffentlicht der Verein ein Informationsheft. Wegen mangelnder finanzieller Ressourcen wurde die Veröffentlichung jedoch nur kurze Zeit später wiedereingestellt.
In den 50ern ist in der Gesellschaft so einiges los…
Das Jahr 1954 ist im Verein vom Sport geprägt.
Der erste Präsident ist Joseph Devanthéry.
Der «Flèche sportive des sourds du Valais» möchte die sportlichen Aktivitäten fördern, damals vor allem den Skisport.
Später kommen weitere Sportarten hinzu.
Zwischen 1950 und 1960
Mit der Entwicklung der Gesellschaft verbessert sich auch der Alltag der Gehörlosen.
Erstmals bewegt man sich auch über die Kantongrenzen hinaus.
Das Berufsangebot für gehörlose Menschen erweitert sich.
Mehrere Gehörlose finden eine Arbeitsstelle ausserhalb des Kantons Wallis, vor allem in der Uhrenindustrie.
Die Aktivitäten des Vereins werden auch vielfältiger: Ausflüge, Treffen, informative Führungen, usw.
Teilnahme am Konsultativ-Vorstand für die Romandie.
1952
Erster Ausflug ins Ausland: Borromäische Inseln bei Stresa (Italien).
1959
Mitgliedschaftsgesuch beim Schweizerischen Gehörlosenbund (SGB-FSS).
1962
Gründung der Sektion Kegeln. Damals hat jedes Walliser Dorf eine eigene Spielbahn. Die Gehörlosen möchten ein eigenes Team bilden.
1963
Gründung der Kirchgemeinde und Gründung von «Notre Amitié» («Unsere Freundschaft»), eine Gemeinschaft von jungen gehörlosen Mädchen im französischsprachigen Wallis. Die Gruppe wird von Hélène Revaz gegründet und geleitet.
Der Benediktiner Gérard Haenni unterstützt die Gruppe.
1970
Die beiden Vereine – Gehörlosenverein Wallis und «Flèche sportive des sourds du Valais» – schliessen sich zusammen. Nun gibt es nur noch die eine «Association sportive des sourds du Valais» («Sportverein der Gehörlosen Wallis»), die alle gehörlosen Menschen des Kantons vertritt. Sie veranstaltet sportliche und kulturelle Aktivitäten.
1977
Der erste Gemeinschaftsrat wird gegründet. Abt Firmin Rudaz erklärt sich bereit, die Gehörlosen aus dem Kanton Wallis zu begleiten und wird Seelsorger der Gemeinschaft. Die Gemeinschaft der Walliser Gehörlosen wird als Kirchgemeinde betrachtet.
Die Ziele der Gemeinschaft sind die folgenden:
- Treffen und Gottesdienste.
- Begleitung der Gehörlosen in besonderen Lebensumständen.
- Unterstützung und Begleitung der gehörlosen Kinder im Rahmen der schulischen Katechese.
- religiöse Feste, wichtige Kirchfeste, Messen mit den Hörenden und mit der Kirchengemeinde.
1979
NAMENSÄNDERUNG!
Die «Association sportive des sourds du Valais» wird zur «Société des Sourds du Valais» («Gehörlosenverein Wallis»).
Nach der Statutenänderung werden noch vielfältigere Aktivitäten angeboten.
1983
Gründung der Sektion Jass unter Leitung von Raymonde Bourban.
1985
Treffen der Senioren.
Die Senioren organisieren freundschaftliche Treffen.
1993 wird die Gruppe zur Sektion Senioren.
1989
Gründung der Sektion Volleyball unter Leitung von Daniel Gundi.
1989
Wichtiger Meilenstein für den Verein: Feier anlässlich des 50-jährigen Bestehens (Freitag, 5. Mai bis Sonntag, 7. Mai 1989)! Kegel-, Fussball- und Volleyballturniere werden veranstaltet. Am Samstagabend finden eine Zauber-Show und ein grosser Ball statt. Am Sonntag wird ein ökumenischer Gottesdienst gehalten, gefolgt von einem Bankett. Für die Kinder gibt es ein Animationsprogramm und eine Hüpfburg.
Zu diesem Anlass gibt es auch eine umfangreiche Fotoausstellung zu den vergangenen 50 Jahren, die auch das öffentliche Bewusstsein sensibilisiert. All dies trägt an diesem besonderen Tag, den alle sehr positiv erleben, zur festlichen Stimmung bei.
Ausserdem wird in diesem Rahmen das Buch «DAS LEBEN DER GEHÖRLOSEN IM LAUFE DER ZEIT» u. a. mit Pascal Lambiel, Danielle Revaz, Marie-Louise Fournier und Liliane Constantin verfasst. Das Werk befasst sich mit dem Leben der Walliser Gehörlosen zwischen 1893 und 1989, eine Zeit, die durch die Gründung des Gehörlosenverein Wallis im Jahr 1939 massgeblich geprägt wird