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Als Teppichböden werden grundsätzlich alle textilen Bodenbeläge bezeichnet, die den Boden von Räumen ganz bedecken, also von Wand zu Wand oder sogar übergreifend von Wohnräumen in Flure und in weitere Räume verlegt werden.
Durch die unterschiedlichen Herstellungsverfahren und Materialien sind die den Teppichböden für nahezu alle Verwendungsbereiche geeignet.
Rohstoffe
Die Chemiefaser ist die am häufigsten verwendete Art für Teppichböden.
Kunststoffarten:
– Polyamid
– Polyacry
– Polyester
– Polypropylen
In der Regel zeichnen sie sich durch hohe Abtriebfestigkeit und Strapazierfähigkeit aus. Die geringe Anschmutzbarkeit ist vorwiegend darauf zurückzuführen, dass in die Chemiefasern kein Schmutz eindringen kann.
Naturfasern:
– Wolle
– Baumwolle
– Kokos
– Sisal
– Tierhaare
Sämtliche Arten von Naturfaserteppichen nehmen Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und geben sie bei zu trockener Raumluft wieder ab. Hinsichtlich elektrostatischer Aufladung verhalten sich alle Naturfasergewebe weitgehend neutral.
Herstellungsverfahren
Gewebte Teppichböden
Bei der ältesten Methode zur Teppichherstellung, dem Weben, werden 2 oder mehrere Fäden zu einem Bodenbelag verbunden.
Dieser besteht dann aus Grundgewebe und Polschicht. Die in Längsrichtung verlaufenden Fäden, auch „Kette“ genannt, werden von hierzu im rechten Winkel stehenden Fäden durchkreuzt. Diese werden „Schuss“ genannt. Gewebte Teppichböden werden zur besseren Verfestigung ihres Grundgewebes appretiert oder mit einem textilen Zweitrücken ausgerüstet.
Übliche Bahnenbreiten: 70 cm bis über 500 cm
Tufting Teppichboden
Tufting ist gleichbedeutend wie „sticken“. Im Herstellungsprozess von Teppichböden nach dem Tufting-Verfahren werden die Polfäden von mehreren tausend nebeneinandergeordneten Nadeln in ein Trägermaterial eingenadelt. Beim Zurückziehen der Nadeln hält ein Greifer die Fäden fest. Auf diese Weise entsteht eine zunächst lose im Trägermaterial sitzende Polschlinge, die auf der Rückseite des Teppichbodens mit einer Latex Beschichtung fixiert wird. Zusätzlich wird der Teppichboden mit einer Schaumbeschichtung oder einem textilen Zweitrücken versehen.
Nadelfilz
Bei der Nadelfilztechnik wird ein Faservlies durch Nadeln mit Widerhaken mechanisch verfestigt. Hierbei entstehen Nadelfilze, die in mehreren Schichten miteinander vernadelt und chemisch gebunden als Bodenbeläge eingesetzt werden können. Nadelvliese entstehen durch das Durchnadeln eines Teils der Fasern durch den Nadelfilz.
Teppichoberseite
Während des Herstellungsprozesses entstehen verschiedene Teppichbodenoberseiten:
Schlinge oder Bouclé
Hierbei ist die Polschlinge geschlossen.
Velours oder Schnitt
entsteht durch Aufschneiden der Polschlingen.
Hoch-Tief Strukturen
werden erreicht, indem die beiden genannten Techniken (Bouclé und Velours) kombiniert werden.
Nadelfilz und Nadelvliesteppichböden
haben eine geschlossene filzartige Oberschicht.
Weitere Variationsmöglichkeiten der Teppichbodenoberfläche ergeben sich durch unterschiedliche Polhöhen, Poldichten, Faser- und Garnfeinheiten. Durch die Verwendung verschiedenfarbiger Garne und durch Färbe- und Druckverfahren werden Teppichböden farblich gestaltet. Zur Einfärbung verwenden Hersteller weitgehend unbedenkliche synthetische Farben. Es gibt jedoch inzwischen Teppiche, die mit hochwertigen Naturfarben eingefärbt werden.
Teppichunterseite
Die Unterseite von Teppichböden, auch „Rücken“ genannt, wird zusätzlich zur Appretur, die der Verfestigung des Untergewebes dient, mit einer mehr oder weniger dicken Unterschicht aus elastischem Kunststoffschaum versehen.
Bouclé
Schaumrücken
Schnittflor
Die hierfür verwendeten Kunststoffe sind in der Hauptsache Styrol-Butadien-Schaum und nur zu einem geringen Anteil von unter 10 Prozent Polyurethan, Naturlatex oder Bitumen.
Diese schaumartigen Rückenbeschichtungen werden als Glatt-, Kompakt- oder Prägeschaum aufgetragen. Für spezielle Schwerbeschichtungen werden darüber hinaus PVC und Polypropylen verwendet.
Etwa 20 Prozent der Teppichböden weisen einen Textilrücken auf. Dieser besteht aus pflanzlichen (Jute) oder synthetischen Fasern bzw. aus Fasermischungen. Durch die Beschichtung an der Teppichunterseite wird der Teppichboden elastischer.