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Carly Elisabeth Simon, geboren am 25. Juni1945 in New York, ist eine US-amerikanische Sängerin und Songwriterin, die mit dem einem Oscar und mittlerweile drei Grammys ausgezeichnet wurde.
Carly Simons Vater war der Pianist Richard L. Simon (Mitbegründer des Buchverlags Simon & Schuster). Sie wuchs in Riverdale in New York auf, hat einen Bruder und zwei Schwestern (ihre zeitweilige Gesangspartnerin Lucy Simon und die Opernsängerin Joanna Simon).
Nach einem kurzen Versuch, mit ihrer Schwester Lucy Simon eine Karriere zu starten (sie hatten als „The Simon Sisters“ Mitte der 1960er Jahre einen Hit mit dem Kinderlied Winkin’, Blinkin’ and Nod), begann Carly Simon bei Elektra ihre Solokarriere 1971 mit dem Album Carly Simon, das den Top-Ten-Hit That’s the Way I’ve Always Heard It Should Be enthält. Simon wurde im Folgejahr mit dem Grammy als bester neuer Künstler ausgezeichnet. Es folgte bald das zweite Album Anticipation mit dem gleichnamigen Singlehit.
Der Durchbruch kam 1972 mit dem Nummer-eins-Album No Secrets, von dem zwei erfolgreiche Singles ausgekoppelt wurden. Insbesondere Simons größter Hit You’re so Vain, bei dem Mick Jagger im Refrain mitsingt und auf dem Klaus Voormann das Bass-Intro spielt, machte Simon weltweit bekannt. Der Song erreichte Anfang 1973 ebenso wie das dazugehörige Album Platz eins der USA. Jahrzehntelang wurde spekuliert, auf wen sich der Liedtext bezieht. Nach Aussage von Carly Simon im November 2015 handelt die zweite Strophe von Warren Beatty, mit dem sie eine kurze Affäre hatte. Im Jahr 1974 folgte das Album Hotcakes, 1975 dann Playing Possum, die wie No Secrets von Richard Perry produziert wurden.
Ihr nach You’re so Vain größter Hit in den 1970er Jahren war der Titelsong Nobody Does It Better zum Film James Bond 007 – Der Spion, der mich liebte, der von Carole Bayer Sager (Text) und Marvin Hamlisch (Musik) geschrieben wurde und Platz zwei in den USA erreichte.
1980 unterschrieb Simon bei Elektras Schwesterlabel Warner Bros. und veröffentlichte ihr neuntes Studioalbum Come Upstairs mit dem Hit Jesse. Produziert wurde das von Rock und New Wave beeinflusste Album Come Upstairs vom Jazz- und Fusionmusiker Mike Mainieri, der auch die beiden nachfolgenden Alben produzierte. Ein Jahr später brach Simon während einer Show in Pittsburgh auf der Bühne vor Erschöpfung zusammen. In der Folge trat sie in den 1980er Jahren deutlich weniger auf.
Das 1981 veröffentlichte Album Torch (1981) bestand im Wesentlichen aus Standards und Torch Songs des Great American Songsbooks von Stephen Sondheim, Duke Ellington oder Hoagy Carmichael. Mit From the Heart enthielt das Werk aber auch eine Eigenkomposition von Simon. Hello Big Man (1983) lehnte sich dagegen an schwarze Musik an. Simon interpretierte unter anderem einen Song von Bob Marley (Is It Love) und engagierte Reggae-Musiker wie Sly Dunbar und Robbie Shakespeare.
Während sie in den USA keine größeren Charterfolge mehr hatte, konnte sie in Großbritannien zwei Hits feiern. Der Top-10-Hit Why (1982), eine Zusammenarbeit mit den Chic-Produzenten Nile Rodgers und Bernard Edwards stammte aus dem Soundtrack zum wenig beachteten Kinofilm Soup for One. Ein Jahr später sang Simon ungenannt die Leadstimme beim Top-20-Hit Kissing with Confidence von Will Powers, einem Pseudonym der Comedian Lynn Goldsmith. Die US-Pop-Charts führten die New Yorker Liedermacherin erst 1986 wieder. Die „liebliche Ballade“ (stern) Coming Around Again leitete den Neubeginn ein und war ihr größter Hit in den 1980er Jahren. Das Lied stammte aus dem gleichnamigen Album und dem Soundtrack zum Kinofilm Sodbrennen. Let the River Run (1988) aus dem Film Die Waffen der Frauen, für das sie 1989 den Oscar in der Kategorie Bester Song und einen Grammy erhielt, war ein weiterer Hit für Simon.
Zwei Alben mit Standards, Film Noir und Moonlight Serenade, brachten Simon ihre bislang letzten Grammy-Nominierungen ein. Moonlight Serenade war 2005 darüber hinaus das erste Album von Simon in 27 Jahren, das die Top 10 der US-Charts erreichte und eine Reunion mit dem Produzenten Richard Perry, mit dem sie in den 1970er Jahren einige ihrer größten Erfolge gefeiert hatte.
1998 erkrankte Carly Simon an Brustkrebs. Nach der Therapie widmete sie sich wieder der Musik. Im Jahr 2000 erschien das Album The Bedroom Tapes, 2006 folgte Into White und 2008 This Kind of Love. Ein Jahr darauf veröffentlichte Simon das Album Never Been Gone, das Neuinterpretationen früherer Erfolge sowie einen bis dahin unveröffentlichten Track enthielt. Die internationale Aufmerksamkeit führte auch zur Zusammenarbeit mit Musikern aus anderen Kulturkreisen. Beispielsweise engagierte der Schweizer Harfenist Andreas Vollenweider Simon im Jahr 2006 für die Produktion seiner CD „Midnight Clear“.
Carly Simon und James Taylor heirateten 1972. Das Paar hat zwei Kinder, Sarah Maria „Sally“ (* 1974) und Benjamin Simon Taylor (* 1977), beide ebenfalls Musiker. Die Ehe wurde 1983 geschieden. In Interviews gab Simon an, keinen Kontakt mehr zu Taylor zu haben. „Ich würde sagen, dass die Beziehung aus James› Sicht aufgelöst ist, was es für mich unmöglich macht, eine Beziehung mit ihm zu haben, weil er einen eisernen Vorhang heruntergelassen hat“, sagte Simon gegenüber dem Magazin Salon 2015. Der letzte gemeinsame Auftritt datiert aus dem Jahr 1995 als Simon und Taylor beim Livestock-Benefiz auftraten.