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Carlos Santana hat den Latino-Rock erfunden, mehr als 100 Millionen Alben verkauft und am legendären Woodstock-Festival gespielt. Heute wird der amerikanisch-mexikanische Gitarrengott 70 - und das nächste Album ist schon angekündigt.
Wie sein Vater wollte Carlos Santana werden. «Ich war hingezogen zur Musik, weil ich alle - Kinder, ältere Menschen und vor allem Frauen - gesehen haben, wie sie meinen Vater angeschaut haben», erzählte Santana einmal. «Jedes Mal, wenn er gespielt hat, haben die Frauen geseufzt: 'Oh, Don José!' Und ich wollte das auch. Ich wusste damals nicht, wie man es nennt, aber heute nennen wir es vergöttern.»
Santana wuchs im mexikanischen Tijuana auf. «Im ärmsten Teil. Aber ich wollte Anstand und Eleganz und ich wollte mich benehmen, als ob ich mehr Geld hätte als jeder andere auf der Welt.»
Zu seinem 70. Geburtstag am heutigen Donnerstag hat Santana das längst erreicht - und noch viel mehr. Er gilt als einer der virtuosesten Gitarrenspieler aller Zeiten, wurde mit zahlreichen Musikpreisen ausgezeichnet, und seine mehr als 40 Alben verkauften sich millionenfach.
Er begann mit Geige
Und der «Gott der Gitarre», der meist mit Hut, Schnurrbart und schulterlangen Locken auftritt, macht immer weiter: Für Ende Juli ist sein neues Studioalbum «The Power of Peace» angekündigt, auch dutzende Konzerte stehen an.
Der in der mexikanischen Kleinstadt Autlán de Navarro geborene Musiker spielte als Kind Geige, sein Vater gab ihm Unterricht. Die Mutter brachte ihm unterdessen bei, nach Spitzenleistungen zu streben. «Meine Mutter sagte: 'Ja, wir sind arm, aber wir sind nicht dreckig und eklig, mach das Haus sauber'.» Seine Mutter habe auch mehr für ihn gebetet als jeder andere Mensch. «Sie soll wissen, dass ihre Gebete erhört wurden. Ich bin ein guter Mann.»
Sensationelles Comeback
Später wechselte Santana zur Gitarre. Als die Familie nach San Francisco in die USA umzog, konnte der Teenager dort viele seiner musikalischen Vorbilder wie B.B. King live auf der Bühne sehen. In den 1960er Jahren gründete er die Santana Blues Band. Als der 22-jährige Santana 1969 beim Woodstock-Festival schweissgebadet und mit strubbeligen Locken in hautenger Weste «Soul Sacrifice» spielte, wurden er und seine Band mit einem Schlag berühmt.
Santana integrierte immer neue Einflüsse in seine Musik: Jazz, Klassik, afrikanische und indische Elemente. Seinem Latino-Gitarrensound blieb er trotz allem treu. «Der Klang, für den ich stehe, wird mit der ersten Note erkannt.» Songs wie «Oye Como Va» und «Samba Pa Ti» wurden zu Klassikern.
Nachdem einige Alben schlechter liefen, gelang Santana 1999 ein sensationelles Comeback mit «Supernatural», das mit neun Grammys ausgezeichnet wurde und sich 25 Millionen Mal verkaufte.
Bescheidenheit ist nicht sein Ding
Mehr als 500 Lieder soll er inzwischen geschrieben haben. Auch eine eigene Tequila-Marke und eine Restaurant-Kette - nach einem seiner bekanntesten Hits «Maria Maria» benannt - gehören zu seinem Imperium.
Er werde inzwischen eben vergöttert und sei ein Superstar, betont Santana immer wieder. «Ich bin schon unsterblich. Wenn ich mich selbst sehe, wie mich Leute auf der Welt behandeln, scheint das sehr überirdisch zu sein.» (sda/dpa)