Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03603.jsonl.gz/1575

Schweizer Käse ist im Ausland beliebter denn je: Mit 59'303 Tonnen erreichte das Exportvolumen im vergangenen Jahr einen neuen Rekordstand.
2007 wurden 5,8 Prozent mehr Käse ausgeführt als 2006. Besonders beliebt war der Emmentaler.
Mit dieser Wachstumsrate für 2007 erreichte der Schweizer Käseexport seit der Liberalisierung des Käsemarktes mit der Europäischen Union im Jahre 2002 einen neuen Rekord.
Im letzten Jahr exportierte die Schweiz 59'303 Tonnen Käse, Schmelzkäse und Fertigfondue.
Das sind 3235 Tonnen mehr als 2006, teilte die Käseorganisation der Schweiz (KOS) am Dienstag mit.
"Schweizer Käse ist im Ausland weiterhin populär, weil er ein natürliches Produkt ist und hohe Qualität hat", sagt KOS-Direktor David Escher gegenüber swissinfo.
In erster Linie Hartkäse
Gesteigert wurden vor allem die Ausfuhren von Emmentaler AOC (+1291 Tonnen), Switzerland Swiss (einer Art Emmentaler, +747 Tonnen), Tête de Moine AOC (+125 Tonnen) und Tilsiter (+106 Tonnen).
Die Schweiz sei das Land des Hart- und Halbhartkäses, sagt Escher, während in Frankreich mehr Weichkäse hergestellt würden.
Daneben konnten auch viele kleinere Spezialitäten im Halbhartkäsebereich die Ausfuhren steigern oder neu aufnehmen. Sie legten insgesamt um 804 Tonnen zu.
Rückläufig dagegen waren die Exporte bei Le Gruyère (Greyerzer) AOC (-294 Tonnen) und Fertigfondue (-266 Tonnen). Escher begründet dies mit Preiserhöhungen und dem Umstand, dass 2006 sehr viel Gruyère AOC ausgeführt worden war.
Schliesslich habe der Greyerzer-Käse in Frankreich einen grossen Konkurrenten. In der benachbarten französischen Juraregion Franche-Comté würde ein ähnlicher Käse, der Comté, produziert und vermarktet.
12% mehr Importe
Deutlich zu nahmen auch die Käseimporte: Insgesamt wurden letztes Jahr 37'329 Tonnen eingeführt, das sind 3968 Tonnen oder 11,9% mehr als 2006.
Dabei handelt es sich laut KOS vor allem um preisgünstige Industrieware, die in den Grossverbraucher- und Industriesektor fliesst. Deutlich gesunken sind hingegen die Importe von Grana/Parmiggiano.
Seit 2002 ist der Käsemarkt mit der EU schrittweise liberalisiert worden, was den Warenaustausch angekurbelt hat. Zwischen 2002 und 2007 stiegen die Exporte insgesamt um 6587 Tonnen (12,5%).
Gleichzeitig nahmen die Importe um 6142 Tonnen (19,7%) zu. Unter dem Strich beträgt der Exportüberschuss seit 2002 445 Tonnen (2,1%).
Hochpreismärkte im Visier
Die schweizerischen Käseexportfirmen nahmen im Ausland vor allem die Märkte im Hochpreissegment ins Visier, um schweizerische Spezialitäten zu platzieren.
In der Schweiz werden mehr als 40% der produzierten Milch zu Käse verarbeitet. Davon wird laut KOS rund ein Drittel im Ausland abgesetzt.
swissinfo und Agenturen
Fachmesse Fromage
Die internationale Fachmesse für Käse in Bern, Fromage, fand am vergangenen Wochenende erstmals für eine breite Öffentlichkeit statt.
Auf Gourmets und Geniesser warteten 500 Käsesorten und andere Leckereien. Abgerundet wurde das Programm mit Gesprächsrunden, Workshops und Sonderschauen.
Der geneigte Käseliebhaber konnte sich vom Alpkäse bis zum Ziger, vom Appenzeller bis zum Vacherin durchprobieren.
Geplant ist nun, die Fromage kontinuierlich zu einer umfassenden Messe der Lebensmittelbranche zu entwickeln.