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Als Verbindungsbahn zwischen Thuner- und Brienzerse nahm die "Bödelibahn" 1872 mit zwei Lokomotiven des Typs E 2/2 Nr. 1 und 2 den Betrieb auf.
1873 bestellte die Bödelibahn bei der Lokomotivfabrik Krauss & Cie in München eine dritte Lokomotive um den Mehrverkehr der mit der Eröffnung des neuen Streckenabschnittes Interlaken – Bönigen erwartet wurde bewältigen zu können. Die neue Lok traf bereits im Mai 1874 in Interlaken ein, erhielt die Betriebsnummer 3 und den Namen „Zephir“. Um die Fahrgäste der doppelstöckigen Wagen der Belästigung durch den Rauch nicht mehr so stark auszusetzen, wurde den Lokomotiven extra lange Kamine aufgebaut. Nach einigen Jahren mit vor allem regem Betrieb im Sommer, verschlechterte sich der Zustand des Kessels, so dass 1893 der Kesseldruck von 12 auf 8 Bar gesenkt werden musste. Als 1895 ihr Schwesterlok 2 "Föhn" schon ausrangiert und verschrottet wurde, erhielt die Lok 3 „Zephir“ hingegen im gleichen Jahr einen neuen Kessel welcher nun von der SLM in Winterthur geliefert wurde.
Als 1900 die Bödelibahn in die Thunerseebahn integriert wurde, behielt Lok 3 „Zephir“ am Anfang ihre Betriebsnummer, erst 1907 wurde sie ins TSB Schema integriert und erhielt die Nummer 72. Aber auch bei der TSB (Thunerseebahn) waren die kleinen Lokomotiven noch wacker im Einsatz, denn die schwachen Brücken zwischen Interlaken West und Ost verhinderten einen Einsatz mit grösseren Lokomotiven. Erst als die Brücken entsprechend angepasst waren, wurden die mittlerweile zwei verbliebenen kleinen Bödelibahnlokomotiven nicht mehr gebraucht. 1916 wurde der „Zephir“ für 5700.- CHF an die Rollmaterial und Baumaschinen AG Zürich verkauft. 1917 ging die Reise weiter zu den Metallwerken Dornach wo sie von nun an als Werklokomotive mit der Betriebsnummer 2 im Dienst stand. In Dornach war die Lok am Anfang eine gewöhnliche nicht sonderlich beachtete Werklok, mit der Zeit erkannte man aber ihren historischen Wert, den der „Zephir“ war mittlerweile die fünft älteste erhaltene Dampflok der Schweiz und beschaffte für den „Zephir“ noch zwei passende Personenwagen. Nach einer Aufarbeitung der Wagen und des „Zephir“ der dabei wieder seine alte Betriebsnummer 3 und das „Zephirschild“ zurückerhielt, konnte der Werkzug ab dem Herbst 1971 eingesetzt werden. 1974 wurde in Dornach sogar ein dreitägiges Fest zum 100. Geburtstag des „Zephir“ veranstaltet. Doch leider war der Kessel in einem so schlechten Zustand, dass der „Zephir“ bereits 1975 abgestellt werden musste. Glücklicherweise entging er erneut der Verschrottung und kam dank den Modelleisenbahnfreunden Eiger in Zweilütschienen 1980 zurück ins Berner Oberland. Eine angedachte Revision kam nicht zustande, weshalb der „Zephir“ bis 1986 in Zweilütschienen und danach noch bis 1994 in Spiez abgestellt blieb. 1994 wurde die mittlerweile dem Verkehrshaus der Schweiz gehörende Lok nach Huttwil gebracht und für das 1997 geplante Jubiläum aufgearbeitet. Dabei erhielt der „Zephir“ den dritten Kessel, der dieses Mal aus Meinigen stammt. Nach 21 Jahren war es dann 1996 soweit, der „Zephir“ konnte wieder aus eigener Kraft fahren. Während der Jubiläumsfeier 150 Jahre Schweizer Bahnen 1997 war er dann das ganze Jahr über an verschiedenen Standorten im Einsatz. Nach dem Fest wurde es wieder ruhiger und der „Zephir“ in der Rotonde Delémont remisiert und nur gelegentlich an Festen eingesetzt. Seit 2010 kümmert sich die HEG zusammen mit SBB Historic um den „Zephir“ und darf ihn deshalb ab und zu für Fahrten einsetzen.
|Baujahr||1874|
|Hersteller||Krauss|
|Dienstgewicht||15 t|
|Radstand||1700 mm|
|Länge über Puffer||6100 mm|
|Triebraddurchmesser||800 mm|
|Dampfdruck||12 bar|
|Wasservorräte||2.3 m3|
|Kohlevorräte||0.5 t|
|Höchstgeschwindigkeit||25 km/h|
|Im Betrieb bei der HEG seit||2010|
|Restauriert||1996|
|Bemerkungen||Betriebsfähig|