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Prinzipiell kann ich dir sämtliche Bücher von Verena Kast empfehlen. Das ist eine ziemlich bekannte Psychoanalytikerin aus der Schweiz, die eine sehr warme Art hat, die Dinge zu beschreiben. Sie hat zu recht vielen menschlichen Emotionen jeweils ein Buch geschrieben: Liebe, Aggression, Angst...Kennt ihr vielleicht Bücher zu diesem Thema?
Passend auf deine Geschichte hier, würde ich ihr Buch „Abschied von der Opferrolle“ empfehlen.
sie schreibt hier über Schuldgefühle: „Es gehört zum Erwachsenenleben irgendwann zu merken, dass man weder weiß noch schwarz ist, sondern grau. [...] Es geht nicht, sich als ganz gut zu sehen, nur dafür Verantwortung zu übernehmen und das Nicht Gute auf die Mitmenschen zu projizieren. Wir sind alle gut und böse. „
die intrapersonelle Perspektive der
„Schuldfrage“ ( was sich in einem selbst abspielt) erörtert sie in dem
Buch auch sehr anschaulich. Nämlich am Beispiel eines verheirateten Mannes, der sich in eine andere Frau verliebt. Egal wie er sich entscheiden wird, ob er eine Affäre eingeht, oder sie sich selbst aus moralischen Gründen verbietet, er wird sich schuldig machen.
wenn er eine eingeht, macht er sich gegenüber seiner Frau schuldig.
wenn er keine eingeht ( und jetzt wird es interessant ), macht er sich gegenüber sich selbst schuldig. Weil er sich selbst „verraten“ hat.
anhand dieser Geschichte versucht sie anschaulich zu erläutern, dass Schuldgefühle nicht bedeuten, dass du dich zwingend dem anderen gegenüber schuldig gemacht hättest, sondern vielleicht gegenüber dir selbst ... daher plädiert sie dafür, Schuldgefühle nicht zu verdrängen, sondern sich selbst zu fragen; was man da in Verantwortung nehmen soll.