Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03409.jsonl.gz/1843

1/7
Der Friedhof Wohlen wurde Ende des 19. Jahrhunderts als symmetrische Anlage erbaut, mit der Friedhofkapelle als Auftakt der zentralen Hauptachse. Mehrere Erweiterungen verunklärten diese Grunddisposition im Laufe der Jahrzehnte. Der Wettbewerb forderte die Erweiterung des bestehenden Friedhofgebäudes um Aufbarungsräume und einen kleinen Abdankungsraum sowie die Neustrukturierung und Erweiterung des Friedhofs.
Der Entwurf bricht die bestehende Axialität der Gesamtanlage auf und führt ein übergeordnetes System sich auffächernder Wege ein, wobei das um einen Anbau ergänzte und mit einem neuen Dach überformte Friedhofgebäude am Scheitelpunkt des Wegfächers steht. In seiner Geschlossenheit und zeichenhaften Prägnanz bringt das Gebäude seine Nutzung als Abdankungshalle und Ort der Trauer zum Ausdruck: Die nach oben strebenden Dachlinien sowie die Schwere suggerierende Materialisierung in dunklem Sichtmauerwerk thematisieren die Dialektik zwischen Dies- und Jenseits. Der Ausdruck changiert zwischen Nähe und Distanz, Zurückhaltung und Festlichkeit, Intimität und Öffentlichkeit.
Bauherrschaft Einwohnergemeinde Wohlen AG
Wettbewerb Selektiver Wettbewerb, 2009
Landschaftsarchitekt bbz Landschaftsarchitekten, Zürich
Bauingenieur Büro Thomas Boyle, Zürich
Elektro Mettler + Partner AG, Zürich
Haustechnik BLM-Haustechnik AG, Zürich