Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03258.jsonl.gz/1871

Friedensforscher: Chinas Waffenexporte explodieren
- Montag, 18. März 2013, 6:05 Uhr, aktualisiert um 13:37 Uhr
China spielt auch beim weltweiten Waffenhandel zunehmend eine Spitzenrolle. Zwischen 2008 und 2012 konnte sich das Land erstmals unter den fünf wichtigsten Exporteuren von Rüstungsgütern platzieren.
Nur noch die USA, Russland, Deutschland und Frankreich haben von 2008 bis 2012 mehr Waffen als das Reich der Mitte verkauft. Dies schreibt das Friedensforschungsinstitut Sipri aus Stockholm in seinem Bericht.
USA und Russland unangefochten Spitze
China steigerte die Rüstungsverkäufe in andere Länder gegenüber 2003 bis 2007 um 162 Prozent. Der Weltmarktanteil stieg von zwei auf fünf Prozent.
Allerdings blieb der Abstand zu den USA mit 30 Prozent Weltmarktanteil und zu Russland mit 26 Prozent immer noch deutlich.
Athen ist wichtiger Abnehmer für Deutschland
Deutschland belegte nach den Sipri-Angaben den dritten Platz auf der Liste der Waffenexporteure mit einem Marktanteil von sieben Prozent. Wichtigster Abnehmer deutscher Rüstungsgüter war in den letzten fünf Jahren ausgerechnet Griechenland, das gegen den drohenden Staatsbankrott kämpft. Griechenland wird gefolgt von Südkorea und der Türkei.
Weltweit stieg der Waffenhandel um 17 Prozent. Während die europäischen Länder im Gefolge von Sparprogrammen 20 Prozent weniger Rüstungsgüter importierten, standen asiatische Länder (mit Ozeanien) für einen Rekordanteil von 47 Prozent aller importierten Waffensysteme.
«Gewaltige Bestellungen aus Pakistan»
Zum explosionsartigen Anstieg der chinesischen Rüstungsexporte sagte ein Sipri-Experte: «Bedingt ist er vor allem durch gewaltige Bestellungen aus Pakistan.»
Pakistan war zwischen 2008 und 2012 zusammen mit Südkorea drittgrösster Waffenimporteur der Welt mit einem Anteil von fünf Prozent. Mehr Rüstungsgüter führten nur China mit sechs Prozent sowie Indien mit zwölf Prozent ein.