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Der weltgrösste Kakao- und Schokoladenproduzent Barry Callebaut hat trotz der Krise im wichtigen Kakao-Anbauland Elfenbeinküste im ersten Halbjahr ein Rekordergebnis eingefahren. Man sei doppelt so stark gewachsen wie der weltweite Schokoladenmarkt. Und der Höhenflug soll anhalten.
"Ich bin sehr stolz, ein grossartiges Halbjahresergebnis präsentieren zu können", sagte Konzernchef Jürgen Steinemann am Freitag vor den Medien in Zürich. Barry Callebaut konnte von September bis Februar den Absatz um 7 Prozent oder fast 50'000 Tonnen steigern. "Das entspricht der Kapazität einer grossen Schokoladefabrik."
Der Umsatz legte um 3,1 Prozent auf 2,738 Mrd. Fr. zu. Dabei bekam der Konzern mit Sitz in Zürich den starken Franken zu spüren. In Lokalwährungen wäre Barry Callebaut um 13,2 Prozent gewachsen. Der Betriebsgewinn legte um 4 Prozent auf 217,1 Mio. Fr. zu. Der Reingewinn sei noch mehr gestiegen mit einem Plus von 9 Prozent auf 158,8 Mio. Franken, sagte Steinemann.
Exportverbot
Und dies trotz des Bürgerkriegs in der Elfenbeinküste, woher Barry Callebaut gut ein Drittel seiner Kakaobohnen beziehe, sagte Finanzchef Victor Balli am Rande. Die unsichere Lage in dem westafrikanischen Lande habe zu neuen Höchstpreisen für Kakao geführt, obwohl die weltweite Ernte sehr gut gewesen sei.
Seit Januar kann Barry Callebaut nichts mehr aus dem Lande ausführen, weil der abgewählte Präsident Alassane Ouattara ein Exportverbot verhängt hatte.
Glücklicherweise sei zu diesem Zeitpunkt bereits der grösste Teil der Kakaoernte ausgeführt gewesen, sagte Balli. Die beiden Fabriken in dem Land liefen dennoch weiter, solange es für die Angestellten sicher sei, sagte Steinemann: "Ich extrem stolz auf unsere Leute, die unter diesen Bedingungen weiterarbeiten."
Die Bohnen vor Ort würden zu Kakaomasse, -pulver und -butter verarbeitet. Die hergestellte Kakaobutter lagere Barry Callebaut in gekühlten Containern, von denen noch genügend verfügbar seien, sagte Balli. Man habe zusätzlichen Lagerraum angemietet. Im ersten Halbjahr habe der Konzern wegen der Lage in der Elfenbeinküste Zusatzkosten von 5 Mio. Fr. zu tragen.
SDA-ATS