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Von mexikanischen Totenbräuchen
Mein Grossneffe, Emanuel Bühler, hat sich mit 19 Jahren in seiner Maturaarbeit mit dem Tod auseinandergesetzt. Er beschreibt wie in seiner Familie mit einem Schweizer Vater und einer mexikanischen Mutter am 2. November der Dia de los Muertos, Tag der Toten, zusammen mit mexikanischen Freunden gefeiert wird. Es ist ein fröhliches Fest. Dazu gehört das Pan de los Muertos, Brot der Toten, das Erzählen von Satiren über den Tod. Die Gedenkfeierlichkeiten beginnen jedoch schon am 28. Oktober. Seine Mutter verwandelt dann den Schuhschrank beim Eingang in einen Altar, um den der Familie nahestehenden Toten zu gedenken. Auf einem schönen Tuch stehen gelbe Blumen und Kerzen, welche die Toten anlocken sollen. Die Seitenwände werden mit Scherenschnittbildern mit Totenköpfen verziert. Es kommen Fotos der Verstorbenen auf den Altar, Miniaturtotenköpfe mit den Namen der Verstorbenen auf der Stirn, manchmal auch ein Zuckertotenkopf mit dem eigenen Namen. Dies zeigt den spielerischen und ironischen Umgang mit dem Tod. Die Mutter stellt jeweils für ihre früh verstorbene Mutter ihre Lieblingsspeise hin. Der Vater legt für seinen toten Bruder eine Zigarre hin, da er diese gerne rauchte. Auch ein Glas Tequila und Wein kommen auf den Altar. So wird am Tag der Toten getrauert, indem man die Rückkehr der Toten feiert und nicht indem man dem Verlust der Toten nachtrauert.
Von seinem mexikanischen Grossvater hat Emanuel erfahren, dass nach dem Tod eine Totenwache gehalten wird, wo man für den Toten betet. Er wird dann begraben und am nächsten Tag werden die Besucher der Beerdigung zum Essen eingeladen. Anschliessend wird während 9 Tagen im Schlafzimmer des Toten für seinen Frieden gebetet. Auf dem Boden ist ein Kreuz mit Asche gezeichnet, das bedeutet, dass der Tote mit Christus ist. Am Ende der 9 Tage kehrt man die Asche zusammen und bringt sie aufs Grab, wo man jetzt ein Holzkreuz aufstellt.
Teil der Maturaarbeit war die dreiteilige Installation eines Altars, der Emanuels Beziehung zum Tod repräsentiert. Links: Leben, Mitte: Tod, rechts: nach dem Tod.
Veronika Glaser
Vorstellungen: 2.7. 20 Uhr, 4.7. 20 Uhr, 8.7. 20 Uhr, 10.7. 17 Uhr
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