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Ich bin am 27. April geboren
und wohne in der Schweiz, im schönen Emmental
In einem kleinen Bauerndorf ging ich in den Kindergarten und besuchte die Schule, bis anfangs 4. Primarschulklasse. Im Mai 1967 zog ich mit meinen Eltern in die Agglomeration von Bern. Der Wohnortswechsel bedeutete für mich auch Schulwechsel. Das war meine erste kleine Hürde, die ich in meinem Leben zu bewältigen hatte. Als Mädchen aus einem kleinen Dorf in einer städtischen Vorortsgemeinde Kontakte zu knüpfen, war nicht ganz einfach. Im letzten Schuljahr schaffte ich es aber doch noch, vereinzelte Schulkolleginnen zu gewinnen. Immer näher kam das Ende der obligatorischen Schulzeit, und die Berufswahl stand vor der Tür. Mein langjähriger Wunsch Kindergärtnerin zu werden, liess ich aus verschiedenen Gründen im 9. Schuljahr fallen. Ich entschied mich für eine kaufmännische Lehre. Vor Antritt der Ausbildung besuchte ich 1973 das 10. Schuljahr in Konolfingen. Auf der Gemeindeverwaltung in Worb absolvierte ich danach meine 3-jährige KV-Lehre.
Der Aufgabenbereich in der öffentlichen Verwaltung gefiel mir sehr gut. So blieb ich auch nach meiner Ausbildung in der öffentlichen Verwaltung tätig. Meine ersten Erfahrungen als Kaufmännische Angestellte machte ich beim Zivilstandsamt der Stadt Bern.
Bald schon bemerkte ich aber, dass mein Schul-Französisch nicht ausreichte, um ein gutes Gespräch mit Kunden zu führen. So wechselte ich im Frühling 1979 meinen Tätigkeitsbereich als "Bürofräulein" zur Verkäuferin und Haushalthilfe. Bis im Frühling 1980 war ich in Miécourt (Kanton Jura) als "Au Pair" tätig. Nach einer deutschsprachigen Einführung Im Lebensmittelgeschäft unterhielt sich die Chefin wie auch die Kundschaft nur noch in Französisch mit mir. Auch wenn der Start nicht ganz einfach war, die Motivation Französisch zu lernen wurde entsprechend gestärkt. Zusätzlicher Privatunterricht unterstützten meine sprachlichen Fortschritte. Ich wagte es sogar, an einem Handarbeitskurs in französischer Sprache teilzunehmen.
Wieder zurück in der Deutschschweiz, bezog ich im Herbst 1980 meine erste Wohnung in Brügg bei Biel und war ab Oktober 1980 bis Ende 1983 als Verwaltungsangestellte auf der Gemeindeverwaltung Brügg bei Biel tätig.
Meinen Beruf als Verwaltungsangestellte tauschte ich 1985 mit den Aufgaben einer Hausfrau und Mutter. Im Dezember 1985 kam Christoph zur Welt und im Juli 1988 Philipp. Für mich gab es nichts Schöneres, als die beiden Söhne durch ihre Kinderjahre begleiten zu dürfen. Langweilig wurde es mir als "Familienfrau" nie!
Nebenbei versuchte ich mich durch Weiterbildungen auf dem Laufenden zu halten, vor allem was die PC-Welt betraf. So hoffte ich, bei einem Wiedereinstieg in die Arbeitswelt keine grossen Schwierigkeiten auf der Stellensuche zu haben. Es kam aber anders.
Im Jahre 2000 verspürte ich den Wunsch, wieder in meinen erlernten Beruf einzusteigen, deshalb begann ich mit der Suche nach einer Teilzeitstelle. Leider blieb der Erfolg aus. So entschloss ich mich 2002 zur Teilnahme am Jahreskurs "Wiedereinstieg in den Büroberuf" bei der Berufsschule für Verwaltung in Bern.
Es gab Einiges aufzufrischen, jedoch auch Vieles neu zu lernen. Mit viel Energie, und frisch motiviert, ging ich erneut hinter's Bewerbungen schreiben, kurz vor Kursende. Nach 1 1/2 Jahren intensiver Stellensuche gab ich die Hoffnung auf, im Bürobereich eine Teilzeitstelle als Wiedereinsteigerin zu finden.
Per 1. März 2004 öffnete sich im "Sensorium" im Rüttihubelbad in Walkringen, dann doch eine Tür für mich. Es gab zwar keinen "Bürochram" zu erledigen, sondern in der Ausstellung die Besucher über die 5 Sinne zu informieren. Das Teilzeitpensum wurde auf 20% festgelegt.
Auf der Website vom Sensorium (Link zur Website) finden Sie nähere Informationen über das "Erfahrungsfeld der Sinne".
In den letzten Jahren veränderte sich die familiäre Situation, so dass ich ab 2007 eine Teilzeitstelle mit einem grösseren Arbeits-Pensum suchte. Obschon ich seit 3 Jahren wieder im Berufsleben stand, und zudem seit beinahe 10 Jahren ehrenamtliche Sekretariatsarbeit erledigte, war es immer noch sehr schwierig zu einem 50%-Job zu kommen. (Jung sollte man sein mit Berufs-Erfahrung einer 45-jährigen Kauffrau, welche aber mit einem Lohn einer Berufslehr-Abgängerin zufrieden ist.)
Auf Grund meines stark eingeschränkten Sehvermögens, wurde die Schwierigkeit eine Anstellung zu finden, noch erhöht. Motivation und Durchhaltevermögen wurden während 2 Jahren sehr auf die Probe gestellt. Nicht nur das Schreiben von Bewerbungen brauchte sehr viel Energie, sondern auch die Suche nach geeigneten Stellen.
Im Sommer 2009 wurde meine "kämpferische Ader" endlich belohnt. Eine Spontanbewerbung verhalf mir zu meinem Ziel, meinen Lebensunterhalt ohne tägliche finanzielle Sorgen meistern zu können. Seit dem 1. August 2009 bin ich beim Schweiz. Blinden- und Sehbehindertenverband in Bern (Link zur Website) tätig. Zu meinen Aufgaben gehören Mitglieder- und Sektionsdienstleistungen. Dieser Aufgabenbereich ist mir aus meiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Vorstand der Sektion Bern bestens bekannt. Trotzdem war es eine neue Herausforderung, welcher ich mich gerne stellte!
Am 29. November 2009 war mein letzter Arbeitstag im Sensorium. Ich verabschiedete mich vom Team mit einem strahlenden und einem traurigen Auge, denn der Dunkelraum war mir sehr ans Herz gewachsen. Die Durchführung von Workshops im Dunkeln brachte mir eine sehr grosse Befriedigung. Die Sinneserfahrung an Sehende weiterzugeben fand ich eine sehr wertvolle Aufgabe. Die vielen positiven Erlebnisse unterstützte meine Motivation, neue Workshop-Angebote zu kreieren.
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18.06.2017