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Mit seinem Buch über die unmenschlichen Haftbedingungen in China macht er zurzeit Furore. Nun will der chinesische Dissident Liao Yiwu das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens von 1989 aufarbeiten.
Geplant sei eine Veröffentlichung mit Berichten von Zeugen und Opfern, kündigte der Schriftsteller am Samstagabend beim Erlanger Poetenfest an. Das Buch solle 2012 erscheinen, sagte Liao vor rund 400 Zuhörern.
In seinem Fluchtgepäck habe er die dokumentierten Aussagen von 20 Landsleuten mit nach Deutschland gebracht, die seinerzeit die blutige Niederschlagung der chinesischen Demokratiebewegung miterlebt hatten.
Auch nach seiner Flucht werde er nicht aufhören, für eine Demokratisierung Chinas zu kämpfen. "Ich habe äusserlich meine Heimat verloren; trotzdem ist meine Heimat in mir", betonte der chinesische Intellektuelle, der mittlerweile in Berlin lebt.
Gutes Gedächtnis
Bei der Aufarbeitung seiner Erfahrungen in chinesischen Gefängnissen profitiere er von seinem extrem guten Gedächtnis: "Mein Gedächtnis funktioniert wie ein Aufnahmegerät", sagte er.
Der chinesischen Regierung warf der 1958 geborene Liao Yiwu vor, jede Erinnerung an das Massaker von 1989 auf dem Tiananmen-Platz systematisch zu unterdrücken.
Der Regimekritiker, der wegen eines Gedichts zu dem Massaker von 1990 bis 1994 in China im Gefängnis sass, schildert in seinem jüngsten Buch "Für ein Lied und hundert Lieder" die unmenschlichen Haftbedingungen in chinesischen Gefängnissen.