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HIV/Aids: 46 Antworten auf eine globale Herausforderung
HIV/Aidsprävention in Ho Chi Minh-Stadt
Von Andreas Loebell / Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz HEKS
In vier Jahren ist es der HEKS-Partnerorganisation Fraternité Europe-Asie gelungen, in Ho Chi Minh-Stadt ein Präventionsprogramm aufzubauen. Aufgrund seines innovativen Ansatzes besitzt das Projekt inzwischen Modellcharakter für ganz Vietnam.
Das Programm konzentriert sich auf vier Aktivitäten:
1. Beratungszentrum: Unter dem Namen Café de la confiance wurde im Hafenviertel eine Anlaufstelle eingerichtet, welche Risikogruppen betreut und Workshops organisiert. Es werden auch anonyme Bluttests durchgeführt und Präservative und Einwegspritzen abgegeben. Das Café ist zu einem wichtigen Treffpunkt für Aidsinfizierte geworden, welche sich in Selbsthilfegruppen organisieren. Die Aktivitäten des Zentrums wurden durch die Medien landesweit bekannt.
2. Groupes égalitaires: Ehemalige Prostituierte und Drogenabhängige organisieren sich in Teams, arbeiten mit Risikogruppen im Drogen- oder Prostituiertenmilieu und betreiben Aufklärungsarbeit in den Hotels.
3. Sensibilisierung der Bevölkerung: Zusammen mit Musikbands treten die groupes égalitaires in Parks, auf öffentlichen Plätzen und in Schulen auf, wo sie Informationsmaterial verteilen und mit dem zahlreichen Publikum über ihre Erfahrungen diskutieren. In Zusammenarbeit mit Ärztinnen werden Veranstaltungen in Quartieren, Spitälern, Schulen, Pagoden und Kirchen durchgeführt.
4. Betreuung von Aidskranken und ihren Familien: Es werden Aidskranke behandelt, welche von ihren Familien verstossen wurden und auf der Strasse leben. Wenn immer möglich wird eine Rückführung in die Familie oder eine Einweisung in ein Spital vorgenommen. Familienangehörige werden für die Pflege von Aidskranken ausgebildet.
Schätzungen gehen davon aus, dass allein in Vietnam 1.6 Millionen Menschen mit HIV/AIDS leben und täglich 100 neue Fälle hinzu kommen. An der im Januar 2000 in Ho Chi Minh-Stadt abgehaltenen Aidskonferenz wies der Vizepräsident des vietnamesischen Comitée nationale de lutte contre le SIDA in seiner Schlussrede mehrfach auf die engagierte und effiziente Arbeit von Fraternité Europe-Asie hin.
Der integrierte Ansatz von HEKS
Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz, HEKS, arbeitet in Ländern, die von der HIV/AIDS stark betroffen sind und wo die Partnerorganisationen täglich – direkt oder indirekt – mit den negativen Auswirkungen der Epidemie konfrontiert sind. Die Krankheit und ihre sozio-ökonomischen Folgen treffen die sozial benachteiligte Bevölkerung am stärksten. Obwohl HEKS keinen Schwerpunkt im Bereich Gesundheit setzt, integriert es Projekte und Projektkomponenten zu HIV/AIDS in die bestehenden Entwicklungsprogramme, als Bestandteil der Arbeit zur Überwindung von Armut und Ungerechtigkeit.
Ziele:
- den Dialog mit den Partnerorganisationen zum Thema HIV/AIDS aufnehmen
- einen Beitrag leisten zur Verhinderung des sozialen Ausschlusses von Personen mit HIV/AIDS
- Aktivitäten zur Prävention in die bestehenden Programme integrieren
- spezifische Projekte zu HIV/AIDS in engem Zusammenhang mit bestehenden Programmen und Partnerorganisationen fördern
- Erfahrungsaustausch, Ausbildung und Vernetzung der Partnerorganisationen unterstützen
- das Engagement von Kirchen und kirchlichen Organisationen im Bereich HIV/AIDS fördern$
- sich bei Regierung und Industrie in der Schweiz dafür einsetzen, dass Geld für HIV/AIDS-Programme zur Verfügung gestellt wird und dass die lebenserhaltenden Medikamente auch für sozial Benachteiligte in den Projektländern zugänglich sind

Schweizerische Organisation(en)

HEKS – Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz

Partnerorganisation(en)

Fraternité Europe-Asie, Ho Chi Minh-Stadt (Saigon)

Stichwörter

Prävention und Gesundheitsförderung

Land, Region

Vietnam, Ho Chi Minh-Stadt

Zeitraum

bis auf weiteres

Kontakt

HEKS

Publikationen

Artikel von Werner Catrina, NZZ, 18./19. April 2001, p. 11, Beschreibung unter www.heks.ch