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Wie wurde PEGASOS durchgeführt?
Bei dem in den Jahren 2000–2004 durchgeführten Projekt PEGASOS handelt es sich um eine probabilistische Erdbebengefährdungsanalyse (Probabilistic Seismic Hazard Assessment, PSHA). Ihr Ziel ist abzuschätzen, mit welcher Wahrscheinlichkeit an einem Kernkraftwerkstandort eine bestimmte Bodenerschütterung in einem bestimmten Zeitintervall (zum Beispiel 10'000 Jahren) nicht überschritten wird und dabei die Unsicherheit dieser Prognose anzugeben.
PEGASOS umfasste vier Unter/Subprojekte, die folgende Fragestellungen zu bearbeiten hatten:
- SP 1 Charakterisierung der seismischen Quellen: Wo sind in welcher Tiefe Erdbeben welcher Stärke in welcher Häufigkeit zu erwarten?
- SP 2 Abminderungsmodellierung: Wie pflanzen sich die vom Erdbebenherd ausgehenden Erschütterungen durch das Umgebungsgestein fort? Wie stark werden sie dabei bis zum Einwirkort abgeschwächt?
- SP 3 Standorteffekte: Wie verhält sich der lokale Baugrund am Kernkraftwerksstandort infolge der eintreffenden Erschütterungen? Welche Beschleunigungen wirken letztendlich auf die Anlage?
- SP 4 Berechnung der standortspezifischen Gefährdung, ausgehend von den Erkenntnissen und Expertenmodellen aus den Punkten 1 bis 3.
Abstützung auf Urteile unabhängiger Experten
Naturgemäss kann eine solche komplexe Analyse nicht auf exakte Daten abgestützt werden, da diese entweder fehlen oder nicht genau genug erhoben werden können. Deswegen müssen Beurteilungen und Meinungen von Fachleuten eingeholt werden mit dem Ziel, alle Aspekte und Erkenntnisse zu berücksichtigen und ein bestmögliches Resultat zu erhalten. Wo nötig sind fehlende Daten auch durch Expertenmeinungen und Interpretationen zu ergänzen. Gesucht wird dabei nicht die Einzelmeinung des «besten» Experten, sondern die repräsentative Meinung der wissenschaftlichen Fachwelt, die eine technisch vertretbare Interpretation darstellt.
Die damalige Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) – das heutige Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) – verlangte, die Studie nach dem amerikanischen SSHAC-Level-4-Verfahren durchzuführen. Dieses Verfahren ist vor PEGASOS weltweit erst ein einziges Mal auf dieser Stufe durchgeführt worden: beim geplanten geologischen Tiefenlager Yucca Mountain in den USA.
Bei der Durchführung von PEGASOS bildeten rund 25 anerkannte und unabhängige Experten aus sieben europäischen Ländern und aus den USA die Projektteams. Weitere rund 30 schweizerische und ausländische Spezialisten stellten ihre Daten und Expertisen zur Verfügung .
- Warum eine Neubeurteilung der Erdbebengefährdung?
- Wie wurde PEGASOS durchgeführt?
- Warum braucht es Richtlinien für die Gefährdungsanalyse?
- Warum wurden die Ergebnisse vom PEGASOS nicht direkt umgesetzt?
- Warum wird PEGASOS verfeinert?
- Warum die Zwischenbeurteilung der Erdbebengefährdung in 2011?
- Wo finde ich die Ergebnisse von PEGASOS?
- Wurden die Ergebnisse von PEGASOS nachträglich abgeschwächt?
- Wer sind die Experten? Kommen in PEGASOS und der Verfeinerungsstudie die gleichen Experten zu Einsatz?
- Wer ist der Auftraggeber der Studien?
- Welche Rolle hat das ENSI bei PEGASOS & PRP?
- Was sind die Meilensteine?
- Wo sind die Pegasos Refinement Project Berichte einsehbar?
- Was sind die Ergebnisse des Pegasos Refinement Projects?
- Wie beurteilt das ENSI das Pegasos Refinement Project?