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Von den Kantonen Waadt, Genf und Neuenburg und der Direktion in Frambois habe ich eine Dreherlaubnis für die Haftanstalt erhalten. Aber die Organisation der Rückschaffungsflüge fällt in die Zuständigkeit des Bundesamts für Migration (BFM). Die abgewiesenen Asylsuchenden hätten die Dreherlaubnis gegeben. Doch die Pressestelle des BFM hat mir gesagt, dass es eine Bundesverordnung gebe, die es untersage, Menschen in einer erniedrigenden oder entwürdigenden Situation zu filmen. Leider habe ich von dieser Verordnung nie eine Kopie erhalten, obwohl ich darum gebeten hatte. Im Übrigen heisst es im Artikel 7 der Bundesverfassung, dass die menschliche Würde geschützt und respektiert werden müsse. Wer sagt, dass niemand in einer entwürdigenden Situation gefilmt werden dürfe, widerspricht ja diesem Artikel.
Eine der Stärken Ihres Filmes ist es, dass Sie absurde und unmenschliche Aspekte der schweizerischen Migrationspolitik aufzeigen, aber dennoch die Menschlichkeit jener wahren, die dieses System durchsetzen. Sind Sie voreingenommen?
Nein, ich bin nicht voreingenommen; es handelt sich um einen Fakt. Das Klischee lautet, dass die Gefängnisaufseher böse sind, aber das ist schlicht nicht der Fall. Ihre Arbeit ist das Resultat von Abstimmungen. Es ist im Gefängnis Frambois wie
in einem Werk von Dürrenmatt: Die Häftlinge und das Personal sind alle Gefangene des Systems. Ich bin nur ein Zeuge und versuche, die Sachen so zu zeigen, wie sie sind. Ich vertraue auf die Intelligenz des Publikums und der Bürger. Sie müssen die Auswirkungen beurteilen, die ein vom Volk abgesegnetes Gesetz auf das Schicksal
von Menschen hat.
Haben Sie Lösungen für die Herausforderungen im Bereich Asyl und Migration?
Ich bin Filmemacher, nicht Politiker. Als Filmemacher leiste ich meine Arbeit in der Rolle des Zeugen. Als Bürger sollten alle das tun, was sie auf ihrer Ebene tun können. Ich persönlich habe am Filmfestival von Locarno 25 000 Franken erhalten. Dieses Geld habe ich an die ausgeschafften Asylsuchenden verteilt: 1000 Franken für jeden Ausgeschafften.
Fernand Melgar ist Filmemacher, unabhängiger Filmproduzent und Regisseur der Filme «La Forteresse» und «Vol spécial».