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1. Die Anfänge
Anthony Hopkins wurde als junger Bühnenschauspieler von einer grossen Persönlichkeit gefördert: von Sir Lawrence Olivier, dem legendären Shakespeare-Darsteller. Dieser wurde während einer Vorstellung 1965 auf Hopkins aufmerksam und förderte ihn in der Folge tatkräftig.
1967 debütierte Hopkins in der BBC-TV-Produktion «A Flea in Her Ear», womit seine aussergewöhnliche Bildschirm- und Leinwand-Karriere lanciert war. Ein bemerkenswerter Weg für einen Mann, der als Kind in der Schule ständig gehänselt wurde und sich als Aussenseiter und «schrecklicher Versager» gefühlt hatte.
2. Der Anonyme Alkoholiker
Der Erfolg als Schauspieler bekam Anthony Hopkins anfänglich schlecht. Er verfiel dem Alkohol und entwickelte sich immer mehr zum Choleriker, der Schwierigkeiten am Set machte. Unter Regisseuren hatte er während dieser Zeit einen zweifelhaften Ruf.
1967 zerbrach Hopkins’ erste Ehe mit der Schauspielerin Petronella Barker, der Mutter seines einzigen Kindes. Erst 1975, mit Hilfe seiner zweiten Frau und mit der Unterstützung der Anonymen Alkoholiker, schaffte er den Entzug und beendete damit seine 15 Jahre andauernde Trinksucht.
3. Der Komponist
Vor seiner Schauspielkarriere wollte Anthony Hopkins eine Musiker-Laufbahn einschlagen. 1955 erhielt er dank seines Talents als Pianist ein Stipendium am Royal Welsh College of Music & Drama in Cardiff. Dort studierte er zwei Jahre mit dem Ziel, ein berühmter Pianist zu werden.
Seine Liebe zur Musik pflegte Hopkins auch als Schauspieler weiter: Er komponierte den Soundtrack für drei Filme (u. a. «August» von 1996). 2011 interpretierte der weltbekannte Violinist André Rieu einen vom 19-jährigen Hopkins komponierten Walzer, der bis dahin noch nie aufgeführt worden war.
4. Der Oscar
Während seiner mehr als 50 Jahre langen Laufbahn als Schauspieler wurde Anthony Hopkins viermal für den Oscar nominiert. Unter anderem für «Nixon», «Remains of the Day» und «Amistad».
Für «The Silence of the Lambs» holte er 1992 die Statuette als «Bester Hauptdarsteller». Dies mit einer rekordverdächtig kurzen Leinwandpräsenz. Nur gerade 21 Minuten ist Dr. Hannibal Lecter in «The Silence of the Lambs» zu sehen. Das reichte allerdings, um nachhaltig Eindruck zu machen.
5. Die letzte Chance in Hollywood
Nach einigen eher enttäuschenden Jahren in Hollywood hatte Anthony Hopkins bereits seine definitive Rückkehr nach England geplant. In einem Interview formulierte er es so: «Dieses Kapitel ist abgeschlossen. Ich werde mich nun in England niederlassen und für den Rest meines Lebens ein respektierter Schauspieler am West End sein, um anständige BBC-Arbeit zu leisten.» Doch dann trat mit 59 Jahren Hannibal the Cannibal in sein Leben und änderte alles.
6. Der Böseste unter den Bösen
Das American Film Institute hat für seine «Liste mit den grössten Film-Bösewichten der vergangenen 100 Jahre» Hopkins’ Hannibal Lecter zur Nummer eins auserkoren. Hopkins selbst bezeichnet Hannibal Lecter nicht als seine Lieblingsfigur, obgleich sie ihm seine aussergewöhnliche Leinwand-Karriere geebnet hat.
Er mochte seine Darstellung als Nixon. Auch der Part in «Amistad» gehört zu seinen Lieblingsrollen. Die Mitwirkung an den beiden Fortsetzungen von «The Silence of the Lambs», «Red Dragon» und «Hannibal», bereute Hopkins später dagegen.
7. Der Perfektionist
Sir Anthony Hopkins ist als Schwerarbeiter unter den Schauspielern bekannt. Seine Spezialität, komplexe Textpassagen wie beiläufig aus dem Ärmel zu schütteln, ist hart erarbeitet. Hopkins bereitet sich äusserst akribisch vor und liest seine Texte mehr als 200 Mal durch, um sie dann unvermittelt und messerscharf zu platzieren.
Diese Arbeitsweise hat ihm den Respekt vieler namhafter Regisseure eingebracht. Landsmann Richard Attenborough («A Bridge Too Far», 1977), der insgesamt fünf Filme mit Hopkins drehte, würdigte dessen Arbeitseifer einst als «unglaubliches Talent».
8. Das Vorbild: Richard Burton
Als 15-Jähriger war Anthony Hopkins tief beeindruckt von Schauspieler Richard Burton, der damals Anfang 20 war und im gleichen Ort wie er lebte. Hopkins sah Burton jeweils in einem «tollen Auto mit einer schönen Frau vorbeifahren». Dies sei für ihn die Initialzündung gewesen, um ein berühmter und erfolgreicher Schauspieler zu werden.
Zu jener Zeit war Hopkins – als Schulversager und Legastheniker – noch meilenweit davon entfernt. Inzwischen hat Hopkins seinem Vorbild etwas voraus: den Oscar. Der 1984 verstorbene Burton wurde zwar siebenmal nominiert, gewann ihn aber nie.