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Als 2012 im Norden Malis Krieg herrschte, sorgte eine lokale NGO dafür, dass rund 270’000 historische Manuskripte aus verschiedenen Bibliotheken Timbuktus in Sicherheit gebracht wurden. Die Schriftstücke wurden in die Hauptstadt Bamako gebracht. Dort waren sie vor den Angriffen der Islamisten geschützt, nicht jedoch vor der Feuchtigkeit. Die DEZA erkannte damals, dass die Manuskripte von unschätzbarem Wert sind, und ermöglichte eine sachgemässe Aufbewahrung namentlich durch die Finanzierung der Herstellung von Konservierungsschachteln und die Beschaffung von Entfeuchtern.
Wie steht es heute um die Rettung und Konservierung der Manuskripte? Wie kann das umfassende arabisch-islamische Kulturerbe Malis erschlossen und bewahrt werden? Mit diesen Fragen befasste sich vom 28. bis 30. Januar 2015 eine internationale Konferenz in Bamako, an der auch das Schweizer Kooperationsbüro in Mali teilnahm. «Die Konferenz hat gezeigt, wie wichtig eine langfristige Strategie für die Sicherung des malischen Kulturerbes ist, und dass es zusätzliche internationale Finanzhilfe braucht», erklärt Marcel Stoessel, stellvertretender Chef des DEZA-Büros in Mali.
Wichtigster Geldgeber
Mit einem Beitrag von mehr als einer Million Franken seit 2013 gehört die Schweiz im Moment zu den wichtigsten Geldgebern des globalen Programms zur Wiederherstellung des durch den Konflikt im Norden Malis beschädigten Kulturerbes, einer Initiative der UNESCO in Zusammenarbeit mit dem malischen Ministerium für Kultur, Gewerbe und Tourismus. Neben der Konservierung von Manuskripten bezweckt das Programm auch den Wiederaufbau von Moscheen, Mausoleen und historischen Bibliotheken in Timbuktu.
Die Bauarbeiten begannen im Herbst 2013 und bereits konnten drei Moscheen sowie eine private Bibliothek wieder aufgebaut werden. Der Wiederaufbau dauert noch bis mindestens 2016 an und wird von lokalen Maurern und Handwerkern ausgeführt. So leisten einerseits die betroffenen Gemeinschaften einen Beitrag zur Sicherung ihres Kulturerbes und wird andererseits die Wirtschaft der Region angekurbelt. Die beim Wiederaufbau der Kulturgüter beschäftigten Arbeiter benötigen eine spezielle Ausbildung in der traditionellen Lehmbautechnik.
Das Ahmed-Baba-Institut für Islamwissenschaften (IHERIAB) beabsichtigt, alle historischen Schriftstücke sobald als möglich an ihren ursprünglichen Ort zurückzubringen, d. h. in die wieder errichteten Gebäude in Timbuktu. Allerdings gilt es dabei die weiterhin sehr ungewisse Sicherheitslage in der Region zu berücksichtigen. In der Zwischenzeit werden Tausende antike Manuskripte erfasst, katalogisiert und teilweise digitalisiert, um sie der ganzen Welt zugänglich zu machen.