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<h2>SubmittedText<h2><p>Wegen intensiveren und häufigeren Hitzewellen werden die Städte zu Glutöfen. Ein zentraler Punkt des Aktionsplans 2020-2025 des Bundes zur Anpassung an den Klimawandel betrifft die Verringerung von Wärmeinseln. Die Bepflanzung und der Erhalt natürlicher Räume verbessern Zirkulation und Qualität der Luft und kühlen den urbanen Raum. Die Gestaltung von Gebäuden und die Wahl der Aussenverkleidung sind für die Begrenzung der Wärmespeicherung entscheidend. So spielt die Farbe von Fassaden und Böden eine Rolle, weil diese, je nachdem, mehr oder weniger Sonnenstrahlung reflektieren. Die Aussenanlagen sollten keine Steinwüste sein, sondern begrünt werden. Dass es immer mehr Klimaanlagen gibt, verschärft das Problem, weil diese Anlagen eine enorme Menge an Treibhausgase ausstossen und weil sie die Hitze aus den Gebäuden herausleiten und damit den Hitzeinseleffekt verstärken.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um Antwort auf folgende Fragen:</p><p>- Sind diese Herausforderungen Teil der Ausbildung in Architektur und Städteplanung (ETH, FHS und Berufsbildung)? Und wie steht es mit der Weiterbildung? </p><p>- Architektinnen und Architekten sind bereits sensibilisiert für die Energieeffizienz von Gebäuden; Vorschriften wurden erlassen. Wie steht es im Hinblick auf die Auswirkungen der Bauten auf die Aussentemperatur. Ist eine Regulierung beabsichtigt?</p><p>- Im Aktionsplan 2020-2025 erwähnt der Bundesrat die Verteilung von Faktenblättern über diese Herausforderungen. Wann soll die Wirkung auf die Anpassung der Städte, die Sensibilisierung, die Information und Koordination analysiert werden? Welche Rolle spielt dabei das SBFI?</p><p>- Das Bundesamt für Wohnungswesen hat bezüglich Bauten und Baustoffe das Thema der grossen Hitze in sein Wohnforschungsprogramm 2020-2023 aufgenommen. Es wird darauf hingewiesen, das Individuum stehe im Zentrum. Was ist darunter zu verstehen? Welche konkreten Ergebnisse wurden bei der Anpassung an das Klima damit erzielt? Verfügt das BWO über die Grundlagen, die notwendig sind, um die Gefahren und Risiken, die mit der Zunahme der Perioden grosser Hitze verbunden sind, zu verstehen? </p><p>- Reichen die Ressourcen, die für die Umsetzung der Massnahmen zur Anpassung der Städte und der Ausbildung in den erwähnten Berufen vorgesehen sind, für den Zeitraum 2022-2025 aus? </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1) Um die mit dem Klimawandel zunehmende Hitzebelastung im Siedlungsgebiet einzudämmen, müssen Städte und Gemeinden klimaangepasst gestaltet werden. Dabei sind insbesondere Raumplanerinnen und Raumplaner sowie Architektinnen und Architekten gefordert. Entsprechende Ausbildungen werden unter anderem an der EPF Lausanne und ETH Zürich, der Ostschweizer Fachhochschule OST sowie der HES-SO und der Universität Genf angeboten. Die Thematisierung von Hitzeinseln hängt von den jeweiligen Lehrplänen ab. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) unterstützt derzeit den Aufbau eines CAS Stadtklima/Hitzeminderung (Arbeitstitel, Kursstart voraussichtlich im Herbst 2023) an der Hochschule Luzern HSLU in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Kanton Zürich sowie dem Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA).</p><p>2) Im Bericht "ClimaBau - Planen angesichts des Klimawandels" der HSLU im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE) und des BAFU wurde der Einfluss des Klimawandels auf den Energieverbrauch und das Innenraumklima von typischen Schweizer Wohnbauten untersucht. Im Rahmen des Pilotprogramms "Anpassung an den Klimawandel" des Bundes wurde ein Katalog von Baumaterialien für den Hochbau und deren Wirkung auf das Aussenraumklima zusammengestellt. Zudem wurden verschiedene Strassenbeläge bezüglich ihrer erwärmenden Wirkung untersucht. Basierend auf den Klimaszenarien CH2018 wurde eine Ergänzung zum SIA Merkblatt 2028 "Klimadaten für Bauphysik, Energie- und Gebäudetechnik" erarbeitet. Eine zusätzliche Reglementierung ist nicht vorgesehen.</p><p>3) Das Bundesamt für Raumplanung (ARE) hat im April 2022 die Ergänzung des Leitfadens Richtplanung "Umgang mit dem Klimawandel im kantonalen Richtplan" (Massnahme AP1-r1 im Aktionsplan 2020-2025 "Anpassung an den Klimawandel in der Schweiz") veröffentlicht. Das BAFU publizierte 2022 das Faktenblatt "Boden im Siedlungsgebiet" (AP2-s2) sowie die Arbeitshilfe "Regenwasser im Siedlungsraum. Starkniederschlag und Regenwasserbewirtschaftung in der klimaangepassten Siedlungsentwicklung". Die Hitzebelastung im Siedlungsraum war ein Fokusthema der Evaluation der Anpassungsstrategie im Jahr 2017. Eine weitere Evaluation zu diesem Thema ist aktuell nicht geplant. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) war nicht involviert. Hingegen arbeiten das BAFU und das SBFI im Bereich Nachhaltigkeit zusammen und sorgen beispielsweise dafür, dass das Thema "Hitzeinseln" in die Profile der beruflichen Grundbildung und der höheren Berufsbildung für Bauberufe aufgenommen wird.</p><p>4) Bei der Anpassung an die zunehmende Hitzebelastung sollen nicht nur technische Aspekte, sondern auch die Perspektiven verschiedener Bevölkerungsgruppen (je nach Gesundheit, Wohnstandort und Verfügung über finanzielle Ressourcen) berücksichtigt werden. Das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) hat im Rahmen des Pilotprogramms den erwähnten Katalog für Baumaterialien im Aussenbereich entwickeln lassen (Antwort auf Frage 2). Dieser wird in einem Nachfolgeprojekt erweitert. In einem weiteren, noch nicht abgeschlossenen Projekt wird die optimale Bauart von Gebäuden im zukünftigen Klima im Kanton Tessin untersucht.</p><p>5) Die Umsetzung und Finanzierung der Massnahmen des Aktionsplans 2020-2025 "Anpassung an den Klimawandel in der Schweiz" erfolgt im Rahmen der jeweiligen Sektorpolitiken. Die meisten Massnahmen können mit den verfügbaren Ressourcen umgesetzt werden. Für städteplanerische Massnahmen sind die Kantone und Gemeinden zuständig. Mit dem Pilotprogramm unterstützt sie der Bund bei der Entwicklung von innovativen Massnahmen, u.a. gegen die zunehmende Hitzebelastung im Siedlungsgebiet.</p>  Antwort des Bundesrates.