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Cina
ZENTRALE BEGRIFFE
Fokus der inneren Aufmerksamkeit
Cina erlebt eine permanente Enttäuschung: was immer er erhält, ist nie das, was er will oder erwartet, nie erreicht er Befriedigung.
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Die Themenliste umfasst eine inhaltlich gruppierte Sammlung von Original Prüfungssymptomen
Wie zeigt sich das Leiden des Patienten? (Sekundäre Psora)
Wie kompensiert er sein Leiden? (Egotrophie, Egolyse, Alterolyse)
Wie lautet die eigentliche Hypothese „nach Masi“? (Primäre Psora)
Hier finden Sie spannende Interpretationen von einzelnen Themen oder Symptomen
Hauptthemen
Es gibt zwei Hauptthemenstränge und einige Nebenthemen. Die eine wichtige Gruppe umfasst sein übermässiges Verlangen nach allem Möglichen, die andere seine übergrosse Empfindlichkeit:
Er begehrt vieles, ist mit nichts zufrieden, will getragen und geschaukelt werden, schreit, wenn sein Wille nicht beachtet wird oder aus nichtigem Grund und kann nicht beruhigt werden. Auf der körperlichen Ebene entspricht diesem übermässigen Begehren ein unstillbarer Appetit. Andererseits verschlimmert jede Berührung die Beschwerden und ist schmerzhaft. Er nimmt den geringsten Spass übel, oder es macht ihm nichts Eindruck. Im Körper führt dies zur Erstarrung. Er erlebt alles wie eine schwere Last, fühlt sich wund und zerschlagen. Sein Gesichtsausdruck ist elend. Er jammert die ganze Zeit, ist ständige gereizt und unzufrieden. Er ist leicht erregt. Körperlich leidet er an Krämpfen, erlebt eine Verschlimmerung nach dem einfachsten Essen, Wein schmeckt nach Essig, Brot schmeckt bitter.
Weitere Themen sind die Verschlimmerung durch Lesen und jede Geistesarbeit. Dazu gehören auf körperlicher Ebene das Rollen des Kopfes und viele Missempfindungen im Kopfbereich. Der Schlaf ist sehr unruhig und gestört.
1. Berührung ist schmerzhaft
Schmerzhafte Empfindlichkeit in den Gliedern des ganzen Körpers beim Bewegen und Anfassen. RAL 249
Das Kind jammert und nörgelt (...) will nicht berührt werden; kann es nicht ertragen, wenn man sich ihm nähert. He 1.5
Kopf sehr heiss; konnte es nicht ertragen dort berührt zu werden. He 4.4
Abneigung dagegen, den Kopf kämmen oder bürsten zu lassen, wegen der Empfindlichkeit der Kopfhaut. He 4.5
Berührung: Kind erträgt nicht die geringste Berührung; erträgt es nicht, am Kopf berührt zu werden; Überempfindlichkeit des ganzen Körpers; choreatische Anfälle werden erneut ausgelöst durch Berührung. He 45.3
Das Kind weint erbärmlich, wenn man es hält oder trägt. He 1.7
Kann besser sehen nach Reiben der Augen. He 45.6
Weint jämmerlich, wenn man ihn anfassen oder führen will. RAL 249
2. Will getragen werden
Das Kind jammert und nörgelt (...), es muss geschaukelt, getragen oder ständig auf dem Knie gewippt werden, Tag und Nacht (...) He 1.5
Das Kind muss geschaukelt, getragen oder ständig auf dem Knie gewippt werden, Tag und Nacht; schläft nicht, ausser es werde geschaukelt oder ständig in Bewegung gehalten. He 45.8
Kind will nicht schlafen, ausser es werde geschaukelt oder in ständiger Bewegung gehalten. He 37.15
3. Ernst, nimmt den geringsten Spass übel
Grosse Ernsthaftigkeit und Empfindlichkeit; er konnte leicht den geringsten Spass übelnehmen. RAL 295
4. Nichts macht Eindruck auf ihn
Gleichgültigkeit; weder etwas Angenehmes noch etwas Unangenehmes konnte den mindesten Eindruck auf ihn machen. RAL 296
Verschmäht alles Angebotene, auch was ihm sonst am liebsten war. RAL 300
Lässt sich durch kein Zureden beruhigen, taub gegen Liebkosungen. RAL 301
5. Begehrt vieles, ist jedoch mit nichts zufrieden
Begehrt viel und mancherlei. RAL 299
Verschmäht alles Angebotene, auch was ihm sonst am liebsten war. RAL 300
Das Kind jammert und nörgelt (...) verlangt viele Dinge, die es ablehnt wenn sie ihm angeboten werden, ist mit nichts glücklich oder zufrieden; die ganze Zeit unruhig und verzweifelt; schmeisst alles weg, was ihm gegeben wird, und weint über Nichtigkeiten (...) He 1.5
Ein normalerweise gutmütiges Kind war wütend, ängstlich, irritiert und unzufrieden mit allem (...) He 1.10
Kind verweigert die Muttermilch. He 14.8
6. Schreit, wenn sein Wille nicht beachtet wird
Das Kind, obwohl schwach, war wütend und stur, und weinte, wenn sein Wille nicht beachtet wurde. He 1.11
7. Das Kind schreit um Nichtigkeiten
Das Kind jammert und nörgelt (...) schmeisst alles weg, was ihm gegeben wird, und weint über Nichtigkeiten (...) He 1.5
8. Kann nicht beruhigt werden
Kann nicht beruhigt werden, lässt sich durch kein Zureden beruhigen, taub gegen Liebkosungen. RAL 301
9. Unstillbarer Appetit
Unstillbarer Appetit. RAL 69
Starker Hunger kurz nach der Mahlzeit, mit Leeregefühl. He 14.4
Gefühl von Leere im Abdomen. He. 19.10
Der Patient spürt keine Erleichterung durch Essen, er ist immer hungrig. Nach dem Erbrechen besteht keine Abneigung gegen Speisen, wohl aber ein Gefühl von Leere und Hunger. An Cina soll man also denken, wenn nach dem Essen ein nagendes Gefühl im Magen auftritt, oder wenn ein Kind viel getrunken hat und doch nach mehr verlangt, oder wenn es trotz Erbrechens nach Nahrung schreit. Kt S. 332
10. Wie eine schwere Last, drückender Schmerz.
Mitten auf dem Scheitel, absetzendes Drücken, wie von einer schweren Last, als würde das Gehirn niedergedrückt; darauf Drücken mehrt und erneuert den Schmerz. RAL 4
Ein von oben nach unten pressender Schmerz äusserlich an der Stirne, als wenn ein Druck sich da allmälig herabsenkte. RAL 5
Schmerz, als würden die beiden Jochbeine von einer Zange gepackt und zusammengedrückt; durch äussern Druck vermehrt sich der Schmerz. RAL 48
Eine Art von Brust-Beklemmung; das Brustbein scheint zu nahe anzuliegen und der Athem wird etwas beklemmt. RAL 135
11.Ein Wallen, wie Wellen -Anschlagen
Druck auf das Stirnbein und dabei innerlich ein Wallen, wie Wellen - Anschlagen. RAL 11
12. Lesen und Geistesarbeit
Gleich nach Tische und später, ein dumpfer, ziehender Schmerz im innern Kopfe, durch Lesen und Geistesarbeit vermehrt. RAL 14
Der Kopfschmerz mehrt sich durch Lesen und Nachdenken, mindert sich durch Bücken. RAL 15
Stumpfer Schmerz in den Augen bei Lesen und Geistesarbeit. RAL 30
Abends, wenn er bei Lichte scharf sehen (lesen) will, sieht er alles wie durch einen Flor; wischt er in den Augen, so wird`s auf kurze Zeit besser. RAL 35
Beim Lesen eines Buchs ist es ihm trübe vor den Augen, so dass er erst, nachdem er mit den Fingern stark gerieben hatte, wieder lesen konnte. RAL 36
13. Drücken und Stiche im Gehirn
(...) als würde das Gehirn niedergedrückt (...) RAL 4
Über dem obern Augenhöhlenrande ein langsamer, stumpfer Stich bis tief in das Gehirn hinein. RAL 27
14. Sehen wie durch einen Flor und Mattigkeit der Augen
(...) sieht alles wie durch einen Flor (...) RAL 35
Beim Lesen eines Buchs ist es ihm trübe vor den Augen (...) RAL 36
Mattigkeit in den Augen; die obern Augenlider waren so schwach, dass er sie kaum öffnen konnte, den ganzen Vormittag anhaltend. RAL 37
15. Wie Sand in den Augen
Abends, bei Lichte, Trockenheit der Augenlider und ein drückendes Gefühl darin, als wäre Sand hineingekommen. RAL 40
Gefühl von Trockenheit im innern Auge und ziehend drückender Schmerz, wenn er die Augen zum Lesen auch nur wenig anstrengt. RAL 41
16. Draufdrücken verschlimmert Beschwerden oder löst sie aus
Schmerz, als würden die beiden Jochbeine von einer Zange gepackt und zusammengedrückt; durch äussern Druck vermehrt sich der Schmerz. RAL 48
Klammartiges Zucken im Jochbeine, ein Schmerz, der, wenn er auch vergangen ist, durch starkes darauf Drücken sich wieder erregen lässt, nur dass er dann als anhaltender, klammartiger oder lähmiger Schmerz erscheint. RAL 49
Unterm Warzenfortsatze, stumpfes Stechen, wie ein klemmendes Drücken; beim darauf Drücken, wie von einem Schlage oder Stosse. RAL 52
Einzelne feine Stiche, wie mit Nadeln, am linken Unterkiefer, durch darauf Drücken mit der Hand vermehrt. RAL 59
Die gleiche Modalität findet sich in RAL 149, 241, 208.
Hie und da am Körper, bald an den Gliedmassen, Armen, Füssen, Zehen, bald in der Seite, oder am Rücken, bald am Nasenbeine, besonders aber am hintern Kamme des Beckens (an der Hüfte) stumpfe Stiche, bisweilen wie ein Klemmen, bisweilen wie Drücken, bisweilen wie Stösse oder Rucke, bisweilen wie ein Jücken geartet; beim darauf Drücken schmerzt die Stelle wie wund oder zerschlagen. RAL 232
17. Wie daraufgefallen
Beim Gehen, im grossen Trochanter Schmerz, als wäre er darauf gefallen. RAL 211
18. Zerschlagenheit
Zerschlagenheits-Schmerz im Kreuze, durch Bewegung nicht vermehrt. RAL 154
Lähmiges Ziehen durch den Oberarm von oben bis in seine Mitte herab, dass er sich kaum getraut, ihn zu bewegen; beim darauf Drücken auf die leidende Stelle thut`s weh, als hätte er da einen Stoss oder Schlag bekommen. RAL 176
Die gleiche Empfindung zeigt sich in den Symptomen RAL 181, 198, 208, 232
19. Kann nicht schlingen
Kann nicht schlingen. RAL 67
Unvermögenheit zu schlingen; die Getränke kollern lange im Munde herum. RAL 68
20. Nabel wie hineingedrückt
Heftiger Schmerz im Nabel und in der Nabel-Gegend, als wenn man mit Gewalt den Nabel hineindrückte, oder sich daran gestossen hätte, erst auf kürzere, nachgehens auf längere Zeit, wo er sich durch´s Athemholen verstärkte. RAL 88
Um den Nabel, ein schmerzhaftes Winden, auch beim darauf Drücken auf den Nabel, Schmerz. RAL 89
Nach Tische ein drückender Schmerz auf dem Nabel, auch beim darauf Drücken. RAL 90
21. Starrheit und Erstarrung
Vor dem Husten richtet sich das Kind jähling auf, sieht sich starr um; der ganze Körper hat etwas starres; sie ist bewusstlos, gleich als wenn sie die Fallsucht bekommen sollte und so kömmt darauf der Husten. RAL 125
Lähmungs-Gefühl im ganzen rechten Arme; er war wie erstarrt in den Gelenken, so dass er ihn nicht bewegen konnte. RAL 174
Das Kind streckt die Füsse krampfhaft von sich. RAL 216
Der linke Fuss des Kindes ist in beständiger krampfhafter Bewegung; endlich bleibt er vom Körper weit abgewendet, unbeweglich liegen. RAL 217
Nachmittags (4 Uhr) ein Anfall krampfhafter Ausstreckung des Körpers, dann Zittern am ganzen Körper, mit blauen Lippen und weinerlichen Klagen über Schmerz der Brust, des Halses und aller Glieder. RAL 245
Trockener, krampfhafter Husten, mit Steifheit des Körpers und Bewusstlosigkeit. He 27.5
Steifheit der unteren Extremitäten; krampfhaftes Ausstrecken und Zucken der Füsse He 33.3
Das Kind versteift sich völlig während jedes Hustenanfalls. He 36.7
Allgemeine Erstarrung des ganzen Körpers, und Verlust des Bewusstseins. He 36.8
Konvulsionen der Streckmuskeln, das Kind wird plötzlich steif; es gibt ein gluckerndes Geräusch, als ob Wasser aus einer Flasche gegossen werde, vom Hals bis hinunter zum Abdomen. He 36.11
22. Jammern
Nach dem Husten wimmert das Kind: Au, Au ! man hört ein herabglucksendes Geräusch; sie ist ängstlich, schnappt nach Luft und wird dabei ganz blass im Gesichte - in zweiminutigen Anfällen. RAL 126
Erwacht unter jämmerlichem Weinen, Stöhnen und Schluchzen, mit unruhigen Bewegungen. RAL 260
Höchst weinerlich und klagend ist das Kind. RAL 293
Weint jämmerlich, wenn man ihn anfassen oder führen will. RAL 294
Das Kind jammert und nörgelt (...) He 1.5
Erbärmliches Weinen wenn wach. He 1.6
23. Wundheit
Beim Früh-Husten thut der obere Theil der Brust (oben unterm Brustbeine) weh und wenn er dann mit Mühe etwas loshustet, so schmerzt diese Stelle, als wäre da etwas losgerissen, noch lange fort, wund und brennend. RAL 132
Im linken Nasenloche an der Nasenscheidewand, ein brennendes Wehthun, wie wenn man einen Schorf abgekratzt hätte; schlimmer beim äussern daran Fühlen. RAL 104
(...) beim darauf Drücken schmerzt die Stelle wie wund oder zerschlagen. RAL 132
Empfindlichkeit der Zähne gegen kalte Luft und kaltes Wasser; sie fühlen sich wund an. He 10.2
24. Als wenn die Brust auseinandergesprengt werden sollte
Unter dem Brustbeine klammartig wühlender Schmerz, als wenn die Brust aus einander gesprengt werden sollte. RAL 140
25. Wie eine glühende Kohle
Am Knie, ein heisses Überlaufen mit nicht unangenehmer Empfindung, als würde ein heisser Körper, z.B. eine glühende Kohle, in die Nähe des Kniees gebracht. RAL 220
26. Als wenn die Zehen abgelöst würden
Schneidender Schmerz in allen Zehen des linken Fusses, als wenn sie abgelöset würden, der durch Bewegung nicht verging. RAL 228
27. Gestörter Schlaf
Nächtliche Unruhe, häufiges Umwenden von einer Lage in die andre, Unbehaglichkeit halber. RAL 256
Unruhig wirft sich das Kind auch wachend umher. RAL 257
Herumwerfen im Schlafe mit jämmerlichem Heulen und Schreien über Bauchweh. RAL 259
Erwacht unter jämmerlichem Weinen, Stöhnen und Schluchzen, mit unruhigen Bewegungen. RAL 260
Kinder erwachen abends oder vor Mitternacht mit Angst oder Schrecken, springen auf, sehen Dinge, schreien, zittern und reden voller Angst darüber. He 1.3
Zähneknirschen, Drehen und Wälzen im Schlaf. He 10.1
Das Kind ist sehr schwach, blass und krank; anhaltende Ruhelosigkeit; Kinder drehen und wälzen sich ständig in der Nacht, verlangen nach Wasser, und sind heisshungrig. He 36.1
Das Kind wälzt sich unruhig hin und her, sogar im Wachzustand. He 36.2
Erwacht aus dem Schlaf zitternd und verängstigt, mit Schreien, lässt sich nicht beruhigen. He 37.9
Schreckt morgens aus dem Schlaf hoch, ruhelos und sich beklagend. He 37.10
Kann nicht schlafen; Hochschrecken beim Einschlafen, schreit, dreht sich um, stösst die Bettdecke weg. He 37.11
Das Kind schläft nie längere Zeit. He 37.12
Schlaflosigkeit, mit Ruhelosigkeit, Weinen und Klagen. Schluckauf im Schlaf He 37.13
Kind will nicht schlafen, ausser es werde geschaukelt oder in ständiger Bewegung gehalten. He 37.15
Schlaf im aufrecht Sitzen mit rückwärts oder auf die rechte Seite gelehntem Kopfe. RAL 260
28. Die Haare sträuben sich
Schauder über den Oberkörper nach dem Kopfe herauf, als wollten sich die Haare emporsträuben, selbst am warmen Ofen. RAL 268
29. Im Freien
Beim Gehen im Freien grosse Angst und Bangigkeit um´s Herz, als hätte er etwas Böses begangen. RAL 292
30. Reizbarkeit
Ein normalerweise gutmütiges Kind war wütend, ängstlich, irritiert und unzufrieden mit allem (...) He 1.10
Das Kind, obwohl schwach, war wütend und stur, und weinte, wenn sein Wille nicht beachtet wurde. He 1.11
Das Kind ist ausserordentlich wütend, weint und schlägt nach allem, was in seiner Nähe ist. He 1.12
31. Sieht leuchtende Farben
Optische Täuschungen in leuchtenden Farben; blau, violett, gelb oder grün. He 5.7
Die Gegenstände erscheinen gelb. Kt S. 331
32. Stiche
RAL 27, 48, 59, 65, 85, 86, 177, 198, 208, 232, usw.
33. Elender Gesichtsausdruck
Blauer Ring oder graue Streifen um den Mund. (...) Für die Konstitution ist der elende Gesichtsausdruck charakteristisch. Kt S. 331
34. Ansehen verschlimmert
Berührung, sogar blosses Ansehen verschlimmern, ebenso die Gegenwart Fremder. Kt S. 330
35. Verschlimmerung nach der einfachsten Mahlzeit
Der Patient wird durch alles erregt und fühlt sich schlechter nach der einfachsten Mahlzeit. So kann auch ein Kind nach dem einfachsten Abendbrot die unruhigste Nacht haben. Kt S. 330
36. Erregung
Nach jeder Erregung, auch nach Bestrafung,verfallen die Kinder in Krämpfe. (...) Die geringste Gemütserregung macht Verdauungsstörung und Diarrhoe. Kt S. 331
Quengeln erzeugt Hustenreiz. He 27.1
37. Wein scheint wie Essig
Beim Weintrinken schüttelt sich der Patient als hätte er Essig getrunken. Kt S. 332
38. Liegen auf dem Bauch bessert die Beschwerden
Kinder schlafen leicht ein , wenn sie auf dem Bauch liegen, und wachen auf, sobald sie auf die Seite gedreht werden. (...) Ein Kind kann nur einschlafen, wenn es auf dem Bauch liegt, oder wenn es in ständiger Bewegung gehalten wird. Kt S. 332
39. Brot schmeckt bitter
Bitterer Geschmack vor dem Frost, Brot schmeckt bitter. He 11.1
40. Hörbares Gluckern entlang der Speiseröhre
Konvulsionen der Streckmuskeln, das Kind wird plötzlich steif; es gibt ein gluckerndes Geräusch, als ob Wasser aus einer Flasche gegossen werde, vom Hals bis hinunter zum Abdomen. He 36.11
41. Bohren in der Nase und im Ohr bis Blut herauskommt
Das Kind bohrt oft so lange in der Nase, bis Blut heraus kömmt. RAL 55
Kinder bohren mit dem Finger im Ohr. Rep
42. Nervöse Beschwerden durch Wurmbefall
Schielen bei Anwesenheit von Würmern. Kt S. 331
Wurmkrämpfe, das Kind streckt sich krampfhaft aus. He 36.12
Chorea complicated with worms. He 36.16
43. Unzufriedenheit
Wir finden einen Menschen in permanenter Unzufriedenheit und Enttäuschung. Er wird von allen seelischen und sinnlichen Eindrücken verletzt. Nur beim Liegen auf dem Bauch findet er Ruhe. Er sucht die Erfüllung seines Glücks in den sinnlichen Eindrücken die er von aussen erhält. Er leidet an unstillbarem Hunger und einem anhaltenden Leeregefühl. Statt Erfüllung erlebt er Enttäuschung und Verletzung durch die Sinneseindrücke. Er ist überempfindlich und nimmt selbst den geringsten Spass übel. Er stellt Forderungen, die nicht seinem Mass entsprechen. Was er erhält, ist nie das, was er erwartet. Er sieht alles in Gelb, der Farbe der Reizbarkeit oder der Überreizung. Er leidet an einer umfassenden Überempfindlichkeit der Sinne, jede Berührung verletzt oder verschlimmert die Beschwerden, das Brot schmeckt bitter, der Wein wie Essig. Er will viele verschiedene Dinge, ist durch nichts zufriedenzustellen, nicht einmal im Schlaf findet er Ruhe, höchstens dann, wenn er ständig geschaukelt und herumgetragen wird.
Er ist ein Mensch, der statt den Apfel, den er essen kann, nur den kleinen störenden Wurm wahrnimmt. Jede Störung führt zu Krämpfen, zu Durchfall oder Hustenanfällen. Er ist klagsam, hat fast immer schlechte Laune und verträgt es nicht einmal, angeschaut zu werden.
Egotrophie
Er wird zu zeigen versuchen, dass er das Leben zu geniessen vermag und dass die Genüsse, die der Körper bietet, zur Glückseligkeit führen können - das Bild eines Epikureers. Hierher gehört das Symptom, dass er alles in leuchtenden Farben sieht, in Blau, Violett, Gelb oder Grün.
In einer weiter ausgebauten Egotrophie wird er demonstrieren, dass er Genüsse und Zufriedenheit nicht benötigt. Er zeigt, dass er die Glückseligkeit in sich finden kann, er verachtet die Genüsse des Fleisches. Er ist glücklich in der Betrachtung seines Geistes - er ist ein Stoiker.
Egolyse
In diesem Stadium kommt es zur Gleichgültigkeit gegen alles, er verschmäht alles, ist taub gegen jede Liebkosung und gegen jeden Sinnesreiz von aussen.
Alterolyse
Die anderen sind dafür verantwortlich, dass er keine Ruhe und kein Glück finden kann. Er ist ärgerlich, schreit und schlägt jeden, der um ihn herum ist. Er weist alles zurück was man ihm anbietet, er schmeisst es irgendwo hin. Den geringsten Spass nimmt er übel.
Leiden an der ständigen Unzufriedenheit und Enttäuschung über alles, was er erlebt.
Transzendenter Wert
Gott ist seine eigene Glückseligkeit. Solange einem etwas fehlt, dessen man bedarf, ist man nicht glücklich, da das Verlangen noch nicht gestillt ist. Entsprechend ist jemand glücklich, wenn er sich selbst genügt und wenn es nichts gibt, dessen er noch bedarf. Gott bedarf keines anderen, da seine Vollkommenheit von nichts Äusserem abhängt. Glückseligkeit ist nichts anderes als das vollkommene Gut einer Natur, die fähig ist, ihren Besitz zu geniessen. Glückseligkeit setzt also erstens ein Ziel voraus, zweitens das Erreichen bzw. Besitzen dieses Zieles, und drittens das Geniessen dieses Zieles, die freudige Ruhe darin. Gott sucht kein Ziel, er hat nichts zu vollenden; er hat kein Ziel als sich selbst, in seiner unzerstörbaren Identität mit sich selbst.
Cina möchte wie Gott seine eigene Glückseligkeit sein, sie in dem finden, was er selbst ist. Er versucht dies, indem er seinen Körper, seine Lust und Sinnesfreude zu einer ebensolchen Vollkommenheit zu erheben sucht, wie es das Denken darstellt.
Menschliche Daseinsbedingung
Der Mensch kann sein Glück weder ausschliesslich in seinem Leib (ST I 2.5) noch allein im Lust-Erleben (ST II 2.6) finden, denn beide stellen nur untergeordnete Güter hinsichtlich des menschlichen Zieles dar. Darüberhinaus ist die Glückseligkeit des Menschen notwendigerweise mit eigener Aktivität verbunden (ST II 3.2) und bedarf einer Verstandesleistung (ST II 3.4). Die Glückseligkeit des Menschen besteht in seinem Vollkommenwerden durch Annäherung an das höchste Gut, an Gott. Niemand ist glückselig, der nicht seiner Natur nach vollendet ist; aber ebenso ist niemand wirklich und im letzten Grade vollendet, wenn nicht die Glückseligkeit, als die Blüte des Guten, alles in ihm krönt und vollendet.
Cina lehnt es ab, den Weg zur Glückseligkeit mittels eigener Aktivität und Denken zurücklegen und sich ausserdem an einem anderen, dem höchsten Gut, orientieren zu müssen. Er will seine eigene Glückseligkeit sein und sie durch Sinneserleben und Genuss in seinem Körper erleben.
Kerne
Schuld
Sie besteht einerseits in der Ablehnung der Glückseligkeit, die dem Menschen möglich ist, andererseits in der Ablehnung der Bedingungen, die zur Erreichung der Glückseligkeit erfüllt werden müssen: Aktivität, Denken, Ausrichtung auf Vervollkommnung des eigenen Wesens und damit Ausrichtung am höchsten Gut, an Gott. Stattdessen möchte er die Glückseligkeit durch Körper und Sinneserleben erfahren.
Verlust
Er verliert die Freude und das Vergnügen an jedem Sinneserleben, er kann nicht mehr geniessen. Er verliert jegliche Befriedigung und Zufriedenheit und ist immer und über absolut alles enttäuscht.
Strafe
Er reagiert auf alles übermässig empfindlich. Jede Berührung, jeder Sinneseindruck ist lästig und unangenehm. Die Bewegung als Ausdruck der Eigenaktivität und der Schlaf sind erheblich gestört.
Alle Sinnesempfindungen werden als unangenehm erlebt. Am ausgeprägtesten zeigt sich dies im Tastsinn: Jede Berührung ist schmerzhaft und unangenehm (Thema 1), alle Schmerzen können durch Daraufdrücken ausgelöst werden (Thema 16). Man könnte sagen, jede Sinnesempfindung werde wie ein Wallen oder Wellenanschlagen (Thema 11) erlebt. Dies geht soweit, dass durch viele Sinnesempfindungen eine ausgeprägte Erregung (Thema 36) oder ein Schreck ausgelöst wird. Der Schreck führt dann zur Schreckensstarre (Thema 21).
Andererseits versucht er, im Sinnlichen zu geniessen. Er sieht alles in leuchtenden Farben (Thema 31).
Die Nahrungsaufnahme ist ebenfalls sehr betroffen. Er hat einen unstillbaren Appetit (Thema 9) und ein anhaltendes Leeregefühl im Magen. Er kann nicht schlingen (Thema 19) und bekommt nach der einfachsten Mahlzeit Beschwerden. Das Essen ist ihm vergällt, das Brot schmeckt bitter (Thema 39), der Wein nach Essig (Thema 37). Auch der Nabel als Kanal der Nahrungsaufnahme wird malträtiert (Thema 20). Man könnte sagen, dass er die Glückseligkeit in sich hineinsaugen möchte, wie er als Embryo alles durch die Nabelschnur empfangen hat. Ähnlich ist auch die Bauchlage zu verstehen (Thema 38). Besserung des Durchfalls durch Liegen auf dem Bauch könnte in ähnlicher Weise wie die Nabelsymptomatik interpretiert werden.
Als wenn die Zehen abgelöst würden (Thema 26). Dieses Symptom betrifft die Bewegung, die er nicht ausführen möchte. Er möchte nur getragen werden (Thema 2). Da er die Bewegung ablehnt, landet er in der Starrheit (Thema 21).
Seine Ruhe ist gestört. Glückseligkeit ist die Ruhe in Gott. Er will die Glückseligkeit, d.h. auch die Ruhe, in sich finden. Er wird dadurch bestraft, dass er keine Ruhe findet. Der Schlaf als wichtigster Ruhepol des Menschen ist daher gestört, er kann überhaupt nicht beruhigt werden (Thema 8).
Er kann nicht lesen und keine Geistesarbeit ausführen (Thema 12). Lesen bedeutet, den Blick über etwas Gedrucktes gleiten lassen, die Bedeutung von etwas Gedrucktem zu verstehen suchen, in das Innere von etwas eindringen, was äusserlich gezeigt wird, etwas verstehen, was nicht offen angezeigt wird (Do). Cina lehnt die eigenaktive Geistesarbeit zur Erlangung der Glückseligkeit ab. Daher wird er genau in diesem Bereich bestraft. Er kann nicht mehr geistig tätig sein und nicht mehr lesen. Das Lesen symbolisiert hier das Verstehen schlechthin.
Chamomilla
Neid auf Gott der nicht empfinden, nicht leiden muss. Unzufriedenheit, weil er nicht leiden will. Er weigert sich, die Leiden seines Körpers, seiner unvollkommenen Natur, seiner Physiologie zu ertragen. Er fühlt sich verachtet und beleidigt. Er erlebt es als unangemessene Strafe, in seinem Körper leben und dessen physiologischen Vorgänge ertragen zu müssen. Das Problem ist die Erhaltung der Integrität. Er erlebt diese notwendige Tätigkeit als eine zu niedrige Arbeit. Nichts was er tut, erscheint ihm richtig.
Bei Cina besteht Enttäuschung über mangelnde Erfüllung durch Sinneserlebnisse. Die Strafe besteht in der Überempfindlichkeit der Sinne und in der Unmöglichkeit, Ruhe zu finden. Bei Chamomilla besteht Unzufriedenheit über der Zwang, für die Integrität seiner Physiologie, seines Körpers, arbeiten zu müssen. Die Strafe ist die Erniedrigung, die er angesichts dieser notwendigen Tätigkeit erlebt.
Rheum
Neid auf Gott, der das absolut Gute aktuell (im Akt) besitzt. Er ist unzufrieden, weil er einen Mangel erleidet. Er möchte sofort im Besitz von allem sein. Er ist neidisch auf Gott, der das absolute Gut nicht nur der Möglichkeit nach besitzt, sondern tatsächlich (im Akt, nicht nur in Potenz). Der Mensch muss ständig von jemand oder etwas anderem, z.B. von Gott, versorgt werden. Diese Notwendigkeit erlebt Rheum als Mangel, wie ein gähnendes, bedrohliches Loch. Er kann die Befriedigung, welche durch die Erfüllung eines Bedürfnisses entsteht, nicht erleben, er fühlt immer nur den Schmerz des Mangels und der Leere.
Typisch ist die Zurückweisung dessen, was er besitzt, d.h. des nahen Objekts, und das Verlangen nach dem, was er nicht besitzt, dem fernen Objekt. Das Kind will selbst seine Lieblingsspielsachen nicht mehr, es weist sie zurück.
Viele Beschwerden betreffen daher den Bereich Ernährung und Verdauung: grosser Appetit, aber vor den Speisen, die eben noch sehr gut schmeckten, ekelt er sich. Ekel vor den Speisen, nachdem er wenig davon zu sich genommen hat. Hunger, aber kein Appetit. Völle, Blähung, Aufstossen, Übelkeit. Kein Durst trotz Trockenheit im Mund. Alles schmeckt bitter, selbst Zucker. Alles ist fad, bitter oder scharf. Zahnungsbeschwerden.
Alle Absonderungen sind stark vermehrt. Ausgeprägte Schweissneigung, der Schweiss ist sauer. Der Urin riecht aromatisch, angenehm und fliesst reichlich. Er geht gerne auf die Toilette, um den Stuhl zu entleeren.
Rheum ist unzufrieden und überdrüssig, weil er einen ständigen Mangel erlebt.
Magnesium carbonicum
Neid auf Gottes Glückseligkeit, die dieser aktuell und autonom besitzt. Magnesium carbonicum leidet an fehlender Freude und mangelndem Vergnügen. Die ganze Welt ist feindlich, alle haben ihn verlassen. Seine Anstrengungen sind fruchtlos. Sein Weg ist beschwerlich und schwierig zu finden. Er hat eine grosse Sehnsucht nach der Kindheit.
Neid auf Gott, der selbst im Besitz der Glückseligkeit ist. Der Mensch muss eine eigene Aktivität entwickeln, er muss auf die Glückseligkeit zugehen. Die Fähigkeit zur Aktivität und Bewegung erhält er als Geschenk, als Gnade Gottes. Magnesium carbonicum verweigert die Notwendigkeit der Gnade als Ursache der Bewegungsfähigkeit, die ihn wiederum zum Erreichen der Glückseligkeit befähigt. Er träumt, Früchte zu pflücken: Er will die Ernte ohne die Arbeit der Kultivierung und ohne darum bitten zu müssen.
Themen: Freude, Erfolg, Unfähigkeit, etwas zu unternehmen oder ein Ziel zu erreichen; die ruhige Beschäftigung; der Garten Eden, Blumen, Feste, Hochzeit, Geld; er verliert sich auf seinem Weg, verirrt sich in seinem Haus, Verlassenheit; Gefahr, Streit, Feuer, Wasser, Bett, Haus, Ruhe.
QUELLEN
Autor: Stefan Preis, Materia Medica Homoeopathica – revidiert nach Dr. Alfonso Masi-Elizalde
|RAL||Hahnemann Samuel, Reine Arzneimittellehre, 4. Nachdruck, Heidelberg 1989, Band 1|
|He||Hering Constantin, The Guiding Symptoms of our Materia Medica, New Delhi 1989, Band 4|
|Kt||Kent, James T, Kents Arzneimittelbilder, Heidelberg 1988|
|ST||Thomas von Aquino, Summe der Theologie, Hrsg. von Joseph Bernhart, Stuttgart 1985|
|Do||Dornseif, Franz, Der Deutsche Wortschatz nach Sachgruppen. Berlin, New York 1970.|
|Bild||Keines|