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Das Magazin „Stern“ beschreibt die Anwendung von Leinsamen gegen Verstopfung und orientiert sich dabei erfreulicherweise an den Standards der Phytotherapie-Fachliteratur:
„Leinsamen enthalten Schleimstoffe, die bei Kontakt mit Wasser aufquellen und so das Stuhlvolumen vergrößern. Ein Esslöffel Leinsamen kann in Verbindung mit Flüssigkeit auf das Vierfache seines Volumens anwachsen. Das führt zu einem Dehnungsreflex im Darm, der abführend wirkt. Auf diese Weise können Leinsamen Verstopfungen lindern oder einem trägen Darm auf die Sprünge helfen. Nach Einschätzung der Kommission E sind sie auch für Patienten geeignet, deren Darmtätigkeit durch übermäßigen Konsum von Abführmitteln bereits geschädigt ist. Das enthaltene Fett wirkt zusätzlich als Gleitmittel.“
Als Fett enthalten Leinsamen das wertvolle Leinöl, das aber nur verdaut und aufgenommen wird, wenn die Leinsamen geschrotet werden.
Was ist gemeint mit den „Einschätzungen der Kommission E“?
Siehe dazu:
Zur Zubereitung von Leinsamen schreibt das Magazin „Stern“:
„Morgens und abends je ein bis zwei Esslöffel Leinsamenschrot in Apfelmus, Milch oder Quark einrühren.
Die Speisen nach Belieben mit einem Teelöffel Honig süßen.
Über mehrere Wochen und Monate anwenden, die Behandlung erfolgt langfristig. Eine Wirkung stellt sich oft erst nach einigen Tagen ein.
Leinsamen können unter Umständen die Aufnahme von Arzneistoffen beeinträchtigen. Es ist daher sinnvoll, zwei bis drei Stunden Abstand zwischen den Einnahmen zu halten.
Allgemein empfiehlt es sich, im Fall einer Verstopfung viel Wasser zu trinken.“
Milch verschlechtert allerdings die Quellwirkung der Leinsamen. Meine Empfehlung lautet deshalb: Morgens und abends je ein bis zwei Esslöffel Leinsamen mit 1 bis 2 Glas Wasser einnehmen. Man kann den Leinsamen auch ganz herunterspülen, also ungeschrotet – dann quillt nur der Schleim aus den Randschichten des Samens. Der Leinsamenschleim wird nicht verdaut, sondern wieder ausgeschieden. Der Inhalt des Leinsamens bleibt so unverdaut (auch das Leinöl).
Ungeschrotete Leinsamen sind besser haltbar, geschrotete Leinsamen können rasch ranzig werden.
Flohsamen und isbesondere Flohsamenschalen quellen im Übrigen deutlich stärker als Leinsamen und sind verträglicher. Siehe dazu:
Quelle der Zitate:
http://www.stern.de/gesundheit/grippe/erkaeltung–ohrenschmerzen–halsschmerzen–diese-hausmittel-helfen-6565438.html#mg-1_1507550475443
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
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