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Die griechische Staatsschuldenkrise ist im Sommer 2015 allgegenwärtig in den Medien behandelt worden – doch warum ist es überhaupt dazu gekommen?
Im Rahmen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise stieg das Haushaltsdefizit vieler Länder stark an. In diesem Zusammenhang hat sich auch die Staatsverschuldung von Griechenland erhöht. Doch der seit den 1990er-Jahren wachsende Wohlstand des Landes stand von Anfang an auf tönernen Füssen: Gemäss der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg stiegen die Löhne und der private Konsum unverhältnismässig an. Die Folge war, dass weit mehr Güter importiert als exportiert wurden – dies führte zu einem starken Ungleichgewicht in der griechischen Handelsbilanz.
Eine generell schlechte Zahlungsmoral bei Steuern verschärfte das Problem weiter – gemäss Berechnungen haben beispielsweise alleine die Griechischen Staatsbahnen rund 1,6 Milliarden Euro Steuerschulden. Oft werden auch die überall herrschende Korruption und die damit verbundenen Schwarzgelder als ein weiterer Grund für die prekäre Lage Griechenlands genannt.
Doch warum wurde ein Land mit solch scheinbar offensichtlichen Problemen überhaupt in die Eurozone aufgenommen?
Schon seit den 1970er-Jahren war die damals vor allem landwirtschaftlich geprägte Wirtschaft Griechenlands überschuldet. Die Griechen wollten der Europäischen Gemeinschaft (EG) beitreten, in der Hoffnung, ihre Wirtschaft mit Fördergeldern der EG voranzubringen. In der Tat erhielt Griechenland von den 1980er-Jahren bis 2006 rund 52 Milliarden Euro aus dem EU-Strukturfonds. Der schon damals aufgeblähte Staatsapparat wurde jedoch nicht abgebaut und auch die Korruption konnte nicht effektiv bekämpft werden. Erst in den 1990er-Jahren schien Griechenland seine Staatsfinanzen in den Griff zu kriegen und das Staatsdefizit schmolz erheblich. Im Jahre 2000 wurde Griechenland schliesslich in die EU aufgenommen (unter anderem aufgrund der guten Haushaltszahlen). Fachleute warnten schon damals vor der geradezu wundersamen Bilanz des Landes. Im Jahr 2004 wurde denn auch klar, dass die griechische Regierung eine sogenannte kreative Buchhaltung betrieben hatte und dass fast alle Zahlen erfunden waren. Vorerst blieb diese Entdeckung folgenlos. Erst mehrere Jahre später wurde Griechenland von seinen Schulden eingeholt und musste umfangreiche Hilfsgelder beantragen, um seine Gläubiger bezahlen zu können.
Wie kann ein Staat Schulden machen?
Genauso wie ein Privatunternehmen hat auch ein Staat Einnahmen und Ausgaben. Wenn ein Land mehr Ausgaben als Einnahmen hat, spricht man von einem Budgetdefizit (bei mehr Einnahmen als Ausgaben wird von Budgetüberschuss gesprochen). Das fehlende Geld holt sich der Staat, indem er sich verschuldet. Wenn mehrere Jahre hintereinander ein Budgetdefizit entsteht, wachsen dementsprechend auch die Staatsschulden.
Ein Staat hat nun verschiedene Möglichkeiten seine Schulden abzubauen, er kann zum Beispiel die Steuern erhöhen oder die Ausgaben kürzen. Es gibt bei diesen Massnahmen aber auch erhebliche Nachteile: Wenn die Bürger und Bürgerinnen selbst nicht viel Geld haben, kann eine Erhöhung der Steuern zum Erlahmen der Wirtschaft führen – die Leute haben weniger Geld, das sie ausgeben. Stoppt ein Land seine Ausgaben, kann dies dazu führen, dass wichtige Strukturen wie etwa die Sozialversicherungen oder auch die Arbeitslosengelder gekürzt oder sogar aufgehoben werden, diese Entwicklung ist ebenfalls schädlich für ein Land und vor allem für seine Bürger und Bürgerinnen. In den meisten Fällen bleibt einem hochverschuldeten Land nichts anderes übrig, als auf eine Erholung der heimischen Wirtschaft zu hoffen.
Die Griechenland-Krise erklärt
Was hilft Griechenland aus den Schulden?
Das Märchen der faulen Griechen – NDR
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