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Motomenai - Ohne Verlangen von Kajima, Shozo
»Motomenai« ist der Titel dieser Aphorismen, die der Autor, einer Eingebung folgend und ohne die Absicht, ein Buch zu schreiben, über ein halbes Jahr gesammelt hat. Es sind Gedichte und Gedankenfetzen, die die zugrundeliegende Idee klarwerden lassen. Es bleibt den Lesenden überlassen, den Sinn der kurzen Verse in ihre eigene Lebenserfahrung hineinzutragen und für sich selbst zu deuten.
Die japanische Sprache ist vieldeutig und vage. Sie legt sich oftmals nicht fest, wer spricht und wer angesprochen wird. Es fehlen Subjekt und Objekt, die zu erraten bleiben. Das Verb »motomeru« in der Grundform (und die Verneinungsform »motomenai«) hat viele Bedeutungen und Nuancen. Außer »verlangen«, »begehren«, »fordern«, »wünschen«, »haben wollen« heißt es auch »erwerben« und »kaufen«. Vom Sprachstamm her ist es ein ursprünglich japanisches Wort der Umgangssprache, das von jedem benutzt wird. Es gibt mit derselben Bedeutung auch andere japanische Wörter, die durch ursprünglich chinesische Schriftzeichen zusammengesetzt sind. So einfach der Titel »Motomenai« klingt, so tiefgründig und vielbedeutend wird dieses kleine Wort durch die daoistische Sichtweise des Autors.
Ohne Verlangen - wenn du dieses Wort zu dir selbst sagst, wird zugleich dein anderes Selbst auftauchen, das nicht ohne Begierde sein kann. Es ist gut so, lass es zu! Von diesem ersten Bewusstwerden ausgehend, fängt alles an. Erst dann beginnst du, die Bedeutung von »ohne Verlangen« zu verstehen, und das Wunderbare in diesem neuen Zustand wird für dich fühlbar.
Ohne Verlangen - so kannst du den größten Teil deiner Sorgen ablegen. Wenn du einmal von Ängsten befreit bist, erlebst du die beste Zeit deines Lebens. Ich glaube, erst dann kann die Freude am Leben beginnen.