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zui Einsturz
Schon wieder ein Interpretationsversuch steinzeitlicher Konstruktionen! Der Einwand soll gelten. Es wäre vermessen, die Bedeutung der Dolmen auf die genannten Funktionen zu reduzieren. Sich auf die beiden genannten Interpretationsansätze zu fixieren hiesse, eine undankbare Stellung im Argumentationsbereich einzunehmen und auch auf verlorenem Posten in einer Verteidigungsstrategie zu kämpfen beim Versuch darzulegen, wozu diese Dolmen wirklich taugten.
Wofür jedoch standen die Menhire? Bei der Beantwortung dieser Frage gehen die Meinungen deutlicher auseinander.
Wer sich zur Urzeit, die man heute mit Mesolithikum bezeichnet, also während der Mittelsteinzeit, dem heutigen Ort Carnac über den Meerweg von Süden her näherte, gewahrte auf seiner Fahrt zu seiner Rechten am Ufer auf einmal einen überaus mächtigen, weissen Menhir. Er ragte für die damalige Zeit und auch für heutige Dimensionen beeindruckend hoch über dem Boden auf. Gegen zwanzig Meter reckte er sich gen Himmel. Heute ruht er, aus irgendeinem Grund umgestürzt und in vier Teile zerbrochen, am Boden. Die Stätte, wo er an die Vergangenheit erinnert, schreibt sich jedoch nicht nur wegen des Steinkolosses in die Agenda historischen Kulturgutes ein.
Zusammen mit dem Grand Menhir, so sein heutiger Name, bilden zwei weitere beachtliche Elemente diese steinzeitliche Stätte und verleihen so dem Ort eine beachtliche Bedeutung. In unmittelbarer Nähe des Gestürzten liegen ein Cairn, der den Dolmen „Tables des marchands“ enthält, und der Tumulus „Er Grah“. Nachgewiesener Massen gehörten zur Stätte eine Grabanlage, bezeugt durch den heute noch bestehenden Dolmen.
Die Stätte bildete eine Einheit. Wer inmitten der Elemente steht, welche die Örtlichkeit ausgestalten und prägen, der fragt sich unweigerlich: Was stand zuerst an diesem Ort? Der Cairn, der Dolmen oder der aufgerichtete Stein, der Menhir?
Bemerkenswert ist aus heutiger Sicht, dass das Grab, der Dolmen, und der lang gestreckte Cairn gemeinsam mit dem Menhir eine geometrische Komposition bilden. Eine Komposition, wie sie in der europäischen Kunst immer wieder beobachtet werden kann und die dem menschlichen Empfinden auf eine bestimmte Art eigen ist. Diese Komposition lässt sich auf sehr einfache Weise beschreiben: Eine Vertikale und eine Horizontale stehen klar kontrastierend zueinander in einem Bild.