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«Cuando yo trabajo sobre una idea,
no sé si será una obra de teatro, una película,
un texto o un golpe de Estado.»
Raúl Ruiz
Taller de teatro
Die Theatergruppe Secuoya wurde Anfang des Jahres 2019 von der Regisseurin Elisa Chaim initiiert. Im März 2019 gründete sie zusammen mit Dario Rodriguez und Hannah Gasser den Verein Secuoya.
Für das Herbstsemester 19 wird eine Arbeitsgemeinschaft bestehend aus sechs Studierenden der Universität Basel unter der Leitung der Regisseurin Elisa Chaim und Dario Rodriguez für das Projekt Secuoya zusammengestellt. Hannah Gasser kümmert sich um die Produktion. Für die musikalische Gestaltung der Inszenierung sorgt das Musiker*Innen-Kollektiv um De-Lira mit Kompositionen von Diego Aguirre DAZ. Das Ergebnis dieser Arbeit sind die Aufführungen im Februar 2020 (s. unten).
Theaterprojekt Secuoya
Zum Stück Bei diesem ersten Projekt von Secuoya handelt es sich um eine musikalische Inszenierung des Stücks Edipo Hiperbóreo, einem unveröffentlichten Drama des chilenischen Autors und Filmemachers Raúl Ruiz. Dabei lässt er Sofokles’ Antigona und Ödipus und Cervantes’ Sigismunda und Persiles auf der Suche nach einem Ort, an dem sie ihre Wünsche und ihr Schicksal erfüllen können, als unfreiwillige Reisegemeinschaft eine surrealistische Odyssee durchleben. Ausgehend von der eigenen Erfahrung mit dem Exil geht Ruiz der Frage nach, wie der Ort, aus dem wir kommen, unsere Identität und unser Schicksal prägt. Das Werk lädt dazu ein, einen neuen Blick auf unsere Wahrnehmung des Eigenen und Anderen zu werfen und hinterfragt dadurch Konzepte der Heimat und Grenzen. Das Stück führt damit, ganz im Sinne Ruiz’, den Dialog zwischen Lateinamerika und Europa weiter, welcher im Zentrum seines gesamten künstlerischen Schaffens stand.
Zum Autor Raúl Ruiz (1941 in Puerto Montt geboren) ist mit mehr als hundert Filmen eine der wichtigsten Figuren des zeitgenössischen experimentellen Kinos. Neben seiner Arbeit als Filmemacher setzte er sich auch intensiv mit dem Schreiben und Regieführen von Theaterstücken auseinander. So steht am Ursprung seines 2004 veröffentlichten Films Edipo das gleichnamige, unveröffentlichte Theaterstück von 1998. Die Manuskripte davon wurden erst nach seinem Tod im Jahr 2011 in seinem persönlichen Archiv entdeckt, welche dadurch der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglich waren. Nachdem das Stück 1989 in Italien uraufgeführt wurde, scheiterten mehrere Versuche, es wieder aufleben zu lassen. Aus diesem Grund bedeutet diese Inszenierung auch die Rettung und das Sichtbarmachen eines wertvollen und bisher unerforschten Textes.
Zur Inszenierung Für die Inszenierung sind die Regisseurin Elisa Chaim und Dario Rodriguez verantwortlich. Gemeinsam mit sechs interessierten Studierenden der Universität Basel und des Musiker*Innen-Kollektivs De-Lira wird das Stück im Wildt’schen Haus auf die Stockwerke gebracht.
Aufführungen Das Stück wird am 21.2., 22.2., 27.2. und 28.2.2020 aufgeführt im Wildt'schen Haus, 20 Uhr
(Türöffnung 19:30). Eintritt frei (Kollekte). Spenden willkommen. Solibeitrag.
Wir hoffen, dass diese Theaterwerkstatt in Zukunft weitere Projekte hervorbringen wird und planen daher nebst der Arbeitsgemeinschaft im HS 19 weitere Inszenierungen, die den interkulturellen Austausch zwischen Südamerika und Europa thematisieren.
Elisa Chaim (1990). In Mexiko und Chile aufgewachsen. Sie hat das Lizentiat in Philosophie an der Universidad Católica de Valparaíso erlangt, ebenso einen Master in Vergleichender Literaturwissenschaft und in Kunst und Theater an der Université Sorbonne-Nouvelle Paris 3 sowie an der École Normale Supérieure in Paris. Sie ist assoziierte Forscherin im “Ruiz-Sarmiento” Archiv am Kunstinstitut der Universidad Católica, Valparaíso. 2013 erhielt sie ein Stipendium der Pablo Neruda Stiftung für das Verfassen von Gedichten, die 2014 in der Antologie Entrada en Materia (Stadtpreisgelder Gabriela Mistral, Chile) publiziert wurden. Sie ist Gewinnerin des Stipendiums für Kreatives Schreiben aus dem Fondo del Libro y la Lectura, vergeben vom Nationalen Kultur- und Kunstministerium Chile für das Theaterstück Hacer Techo (Ausschreibung 2016) und Regisseurin des unveröffentlichen Theaterwerks La Estatua von Raúl Ruiz. Seit April 2019 hat sie in Zusammenarbeit mit dem Seminar für Iberoromanistik die Reihe der Tertulias Artísticas ins Leben gerufen.
Dario Rodriguez (1991). In Havanna geboren und in Zürich aufgewachsen. Er studiert zurzeit spanische und deutsche Philologie an der Universität Basel. Die beiden Studienfächer verbindet er, in dem er in Kollaboration mit der Cooperativa Mirta Aguirre Kulturreisen nach Kuba organisiert und betreut. Während seiner Studienzeit spielte er im Theater der Universität Basel und war Mitglied des Theaterkollektivs PrinzIp. Zusammen mit Elisa Chaim hat er die beiden letzten Tertulias Artísticas mitgestaltet und mitorganisiert.
Hannah Gasser (1993). Sie hat ihren Master in Hispanistik und Geographie an der Universität Basel abgeschlossen und macht zurzeit das Lehrdiplom für die Sekundarstufe II. Seit vier Jahren engagiert sie sich bei imagine für Vielfalt und gegen Diskriminierung. Im Rahmen dieser Arbeit baut sie ein internationales Jugendnetzwerk auf und gestaltet mit der Organisation verschiedenster thematischer Anlässe die Kulturszene Basels mit.
Diego Aguirre (1982). Komponist, Gitarrist und musikalischer Improvisator. Er hat Komposition an der Universidad de Chile studiert. Während 2000 und 2010 hat er die Gruppe Mediabanda gegründet, mit der er drei Alben aufnahm. Er ist Mitbegründer des TárabusT-Projekts, das auf Klangforschung, Improvisation und experimentelle Musik ausgerichtet ist. Im Jahr 2010 gründete er seine eigene Gruppe DAZ, die sich mit der Verbindung zwischen Musik und Poesie auseinandersetzt. Er hat die Alben Esa puerta (2011), Autos de Mar (2013), Vivir dentro de esta música (2014), Alebrijes (2015), Llamín (2016) veröffentlicht. Er hat als Musiker und Komponist sowohl für die Theater Company Container als auch für Generik Vapeur in Frankreich und Chile gearbeitet. Juni 2019 hat er den Master in Improvisation an der Musikakademie Basel abgeschlossen und sein neuestes Album Árbol de zapatos in Paris herausgebracht. Er arbeitet mit verschiedenen Improvisationsensembles und spielt u.a. mit dem Trio Kasuitah. Als Komponist vertont er zurzeit Gedichte der chilenischen Poeten Mauricio Redolés und Waldo Rojas. Für das Theaterprojekt Secuoya hat er das Musiker*Innen-Kollektiv De-lira gegründet.