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Denken Sie über ein Aquarium nach und möchten Sie sich über grundlegende Aspekte der Aquaristik informieren? Oder haben Sie bereits ein Aquarium und müssen gegen unerwartete Probleme ankämpfen? Gerne stellen wir Ihnen einige Tipps zur Verfügung, die Ihnen möglicherweise weiterhelfen.
Unsere Kunden berichten oft, dass sie zu einem Thema gegensätzliche Meinungen gehört haben. Eine gewisse Verunsicherung ist die Folge davon.
Die verschiedenen Meinungen entstehen häufig aufgrund der unterschiedlichen Ausgangslagen und der Tatsache, dass ein Aquarium unter dem Einfluss mehrerer Faktoren steht, die je nach Ausgangslage nicht immer gleich relevant sind. Somit gibt es nicht für jeden Fall eine Universallösung, da jedes Problem individuell und im Zusammenhang mit den weiteren Faktoren betrachtet werden sollte. Des Weiteren gibt es verschiedene Vorgehensweisen eine Sache anzugehen und die Probleme zu lösen.
Trotzdem werden wir Ihnen einige Grundsätze aufführen, die sich gemäss unseren Erfahrungen bewährt haben.
Jedes Aquarium sollte gemäss den Gegebenheiten des natürlichen Lebensraums der Aquarienbewohner eingerichtet werden. Spezielle Eigenschaften der Fische müssen berücksichtigt werden.
Wir empfehlen Ihnen, sich vorgehend umfassend über die gewünschten Fischarten zu informieren, da sich nicht alle Fische miteinander vergesellschaften lassen. Einige Arten sind räuberisch oder revierbildend, andere Arten haben spezielle Ansprüche an Wasser oder Futter. Manche Fische eigenen sich für ein durchschnittliches Aquarium nicht, da sie eine zu hohe Endgrösse erreichen können.
Bei der Vergesellschaftung der Fische sollten unbedingt die geografischen Aspekte miteinbezogen werden. Um eine gute Sozialdynamik im Aquarium zu erreichen, vergesellschaftet man im Idealfall Fische, die eine ähnliche Herkunft oder gleiche Ansprüche an Wasser und Futter haben.
Die häufigsten Süsswasserfische, die in Aquarien vorkommen, stammen aus Südamerika, Asien oder Afrika. Diese Fische benötigen aufgrund ihrer tropischen Herkunft eine höhere Wassertemperatur als europäische Kaltwasserfische.
Bevor die Fische im Aquarium eingesetzt werden, sollte das Aquarium mindestens 14 Tage bis drei Wochen im Betrieb sein. Während dieser Zeit entwickelt sich ein biologisches Milieu. Mit einem Wassertest (z.B. Nitrit) kann überprüft werden, ob Ihr Aquarium bereit ist, Fische zu beherbergen.
Bevor Sie sich ein Aquarium anschaffen, sollten Sie einen geeigneten Standort finden. Eine waagerechte und stabile Unterlage ist die Grundvoraussetzung für eine sinnvolle Platzierung. Stromanschlüsse und Sanitäranlagen in der näheren Umgebung sind von Vorteil.
Wir empfehlen Ihnen eine möglichst dunkle Wand. Dies hat gleich mehrere Vorteile: Die dunkle Wand (oder Ecke) wird durch das Aquarium gut ausgeleuchtet und das Aquarium kommt besonders effektvoll zur Geltung. Zudem möchten wir direkte Sonneneinstrahlung vermeiden.
Für grössere Aquarien oder bei alten Böden muss die Statik genau überprüft werden. Klären Sie vorgängig ab, ob Ihre Versicherung für potenzielle Schäden aufkommt.
Ihr Aquarium sollte auf einem passenden Aquarium Unterschrank stehen. Zu kleine, unpassende oder unebene Unterschränke bilden Druckstellen im Aquarium. Dies erhöht das Schadenrisiko und kann im Schadensfall zur Ablehnung Ihrer Versicherung führen.
Der Bodengrund stellt einen wichtigen Faktor bei der Einrichtung des Aquariums dar. Nachträgliche Änderungen sind immer mit viel Aufwand verbunden.
Erfahrungsgemäss gedeihen die Wasserpflanzen optimal, wenn Sie einen Bodenfluter (Heizkabel) im Aquarium verlegen. Dies bringt Ihnen den Vorteil, dass der Bodengrund stets in einer leichten Zirkulation bleibt. So wird der Bodengrund nicht verdichten, was einem möglichen Fäulnisprozess entgegenwirkt. Damit die Wasserpflanzen auf ein gewisses Depot an Spurenelementen zurückgreifen können, sollten Sie direkt auf den Bodenfluter einen Düngerboden geben. Der Bodenfluter wird die Spurenelemente aus dem Düngerboden optimal für Ihre Wasserpflanzen aufschlüsseln - stabiler Pflanzenwachstum ist die erfreuliche Folge.
Auf den Düngerboden können Sie eine mindestens 7cm dicke Kiesschicht geben. Achten Sie darauf, dass der ausgewählte Kies nicht zu grobkörnig, scharfkantig oder hell ist. Als Ergänzung eignet sich auch Sand, einige Fischarten wie Panzerwelse oder Dornaugen werden es Ihnen danken.
Falls Sie ein Tanganjikasee Aquarium oder ein Malawisee Aquarium einrichten, wo die Wasserpflanzen keine Schwerpunkte setzen, gelten andere Richtlinien. In diesem Fall würde ein Bodenfluter oder ein Düngerboden keinen Sinn machen.
Die Wassertemperatur sollte regelmässig überprüft werden. 25 bis 27 C° sind meist optimal.
Übersteigt das Wasser die 30 C° Grenze, sollte ein kühler Wasserwechsel durchgeführt werden, da kühles Wasser mehr Sauerstoff enthält als warmes Wasser.
Tropische Süsswasserfische sollten langfristig aber auch nicht zu kühl gehalten werden, da sich die Fische, ähnlich wie die Menschen,
erkälten können.
Wasserpflanzen bauen Nährstoffe im Aquarium ab und liefern wichtigen Sauerstoff für die Fische. Zudem bieten sie Rückzugsmöglichkeiten für Ihre Fische.
Der Wachstum der Wasserpflanzen hängt vom Licht, den vorhandenen Spurenelementen und der CO2 Menge im Wasser ab. Zudem nehmen Wassertemperatur und Fischbestand wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Pflanzen. Sollten sich Ihre Wasserpflanzen nicht gut entwickeln, müssen immer verschiedene Faktoren überprüft werden.
Ein kräftiger Pflanzenwachstum ist die effizienteste und günstigste Vorbeugung gegen hartnäckige Algenbildung im Aquarium. Die Wasserpflanzen konkurrenzieren mit den Algen.
Grundsätzlich empfiehlt sich eine Lichtdauer von 10 bis 12 Stunden pro Tag (Unterbruch möglich).
Bei der Futterzugabe werden häufig entscheidende Fehler gemacht. So kann sich bei Überfütterung eine Schneckenplage oder ein Algenproblem entwickeln. Zudem können die Fische verfetten, was ihre Lebenserwartung deutlich reduziert.
Wenn die Fische das verabreichte Flockenfutter nicht nach zwei bis drei Minuten gefressen haben, ist die Futtermenge zu hoch. Auch
die Futtertabletten sollten verwertet werden und nach einiger Zeit keine Rückstände im Aquarium bilden.
Zudem empfehlen wir Ihnen, mindestens ein Tag pro Woche kein Futter ins Aquarium zu geben. Futterrückstände im Wasser wirken sich immer negativ auf die Wasserwerte aus.
Falls Sie über längere Zeit nicht Zuhause sind, empfehlen wir Ihnen einen zuverlässigen Futterautomat. Zudem empfiehlt es sich, eine Fachperson zu engagieren, welche die angeschlossene Technik regelmässig überwacht und bei Problemen rasch eingreifen kann.
Damit die Nährstoffe im Aquarium reduziert werden, sollte regelmässig ein Teil des Wassers im Aquarium ausgetauscht werden. Einen solchen Wasserwechsel sollten Sie ca. alle zwei bis vier Wochen durchführen. Je nach Aquariumgrösse, Fischbestand und Technik kann der Intervall auch erhöht oder reduziert werden. Beim Wasserwechsel sollten ca. 40 bis 60% des Aquarienwassers abgesaugt werden. Zudem müssen Rückstände aus dem Bodengrund abgesaugt werden, damit sich der Bodengrund nicht verdichtet und keine unerwünschten Fäulnisherde entstehen. Anschliessend kann das Aquarium mit frischem Hahnenwasser (22 bis 25 C°) aufgefüllt werden. Den Wasserwechsel sollte man nicht zusammen mit der Filterreinigung durchführen, damit das bakterielle Gleichgewicht des Aquariums möglichst konstant bleibt.
Der Aquariumfilter stellt sicher, dass Stickstoffe im Aquarium abgebaut werden. Zudem versorgt er die Fische mit lebenswichtigem Sauerstoff. Darum sollte der Ausströmer des Filters eine Oberflächenbewegung erzeugen, damit der Gasaustausch des Aquariums optimal funktioniert. Des Weiteren muss der Filter rund um die Uhr im Betrieb sein. Die technischen Teile des Filters (Rotor, Dichtungen usw.) sollten regelmässig kontrolliert, gereinigt oder gefettet werden.
Ein durchschnittlicher Aquariumfilter enthält meistens biologische und mechanische Filtermedien.
Die mechanischen Filtermedien (z.B. das weisse Flies) reinigen das Wasser von Schmutzpartikeln.
Diese Filtermedien sollten Sie regelmässig auswaschen und bei Bedarf ersetzen.
Auf den biologischen Filtermedien setzen sich Bakterienkulturen an, die dafür verantwortlich sind, dass Stickstoffe im Aquarium abgebaut werden (biologisches Milieu). Um diese Bakterienkulturen nicht zu zerstören, sollten diese Filtermedien nicht
zu gründlich und nicht mit heissem Wasser ausgespühlt werden. Diese biologischen Filterschwämme dürfen nie gleichzeitig ausgetauscht werden. Bei einem Juwel Filter finden Sie die
biologischen Filtermedien im unteren Bereich. Bei einem EHEIM Aussenfilter sind die biologischen Filtermedien meist im mittleren
oder oberen Bereich eingesetzt.
Bevor die Fische im Aquarium eingesetzt werden, sollten die Wasserwerte gründlich geprüft werden. Diese Standortbestimmung gibt Aufschluss darüber, welche Fische sich besonders gut für das vorhandene Wasser eigenen. Zudem kann getestet werden, ob der Stickstoffabbau im Filter schon ausreichend funktioniert.
Der wichtigste Wasserwert, der besonders in der Startphase beobachtet werden muss, ist der Nitrit (NO2) Wert. Nitrit kann sich bilden, wenn die bakteriellen Kulturen im Filter noch zu wenig entwickelt sind und der Stickstoffabbau im Aquarium somit nur bedingt funktioniert.
Mit dem pH- Wert kann getestet werden, ob das Wasser sauer, alkalisch oder neutral ist. Fische aus tropischen Flüssen bevorzugen hauptsächlich saures bis neutrales Wasser, während Fische aus dem Tanganjikasee und dem Malawisee alkalisches Wasser benötigen.
Über die Gesamtheit der gelösten Mineralsalze im Wasser, geben uns die Gesamthärte (GH) und die Karbonathärte (KH) Auskunft. Bei hohen Werten sprechen wir von hartem Wasser, während tiefe Werte weiches Wasser auszeichnen.
Ein gut strukturiertes Aquarium (viele Versteckmöglichkeiten und dichte Bepflanzung), trägt direkt zur stabilen Gesundheit der Fische bei, da die Fische weniger Stress ausgesetzt sind. Das Verhalten der Fische gibt Aufschluss über den Gesundheitszustand. Durch regelämässiges Beobachten der Fische, kann man einige Krankheiten frühzeitig erkennen.
Sollten sämtliche Fische dicht an der Oberfläche schwimmen und ihre Kiemenbewegung ist sehr schnell, kann dies auf einen Sauerstoffmangel im Aquarium deuten (Luftschnappen). Sinnvoll ist in dieser Situation ein Teilwasserwechsel (mind. 60%) mit eher kühlem Wasser (21 bis 24 C°) und die Kontrolle des Nitrit Wertes (NO2). Zudem muss überprüft werden, ob der Filter einwandfrei funktioniert. Es ist möglich, dass der Wasseranzug oder andere technische Teile des Filters mit Schlamm verstopft sind.
Die Fische sollten regelmässig auf kleine weisse Punkte kontrolliert werden. Diese weissen Punkte deuten auf eine parasitäre Erkrankung hin, der man in frühem Stadium gut entgegenwirken kann. Zu Beginn setzen sich diese kleinen Parasiten häufig auf den Flossen
an, wo man sie relativ gut mit blossem Auge entdecken kann. Falls Sie diese Punkte oder andere Auffälligkeiten feststellen,
sollten Sie sich an eine Fachperson wenden.