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In der Schweiz wandern wieder einzelne Wölfe seit 1996 natürlich aus Italien ein, wo die Art nie ausgestorben war. Heute kehren Wölfe in den gesamten Alpenbogen zurück. Auch bei uns kommen sie vor allem in den Alpen und Voralpen vor. Es gibt seit der Rückkehr gesicherte Nachweise aus 20 Kantonen: Aarau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Bern, Freiburg, Glarus, Graubünden, Luzern, Neuenburg, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schwyz, Thurgau, Tessin, Uri, Waadt, Wallis, Zug und Zürich. 2012 bildete sich das erste Rudel in der Schweiz am Calanda zwischen den Kantonen Graubünden und St. Gallen. Weitere Rudel bildeten sich bisher in den Kantonen Glarus, Graubünden, Tessin, Waadt und Wallis. Abgesehen vom 2019 entstandenen Rudel beim Marchairuz, ist der Jura bisher noch kaum wieder vom Wolf besiedelt worden.
Genetische Nachweise von Wölfen in der Schweiz 2009-2020
Alpen
Die Wolf Alpine Group ist eine informelle Gruppe von Fachleuten vorwiegend aus der Wildtierforschung und der Verwaltung, die sich alle zwei Jahre in einem der Alpenländer zu einem Erfahrungsaustausch und zum Diskutieren und Abstimmen des Wolf-Monitoring treffen. Die Diskussionen werden jeweils in einem Bericht zum „Alpine Wolf Workshop“ zusammengefasst und veröffentlicht. Die Karte stammt aus dem Bericht des 8. Meetings von 2018. Der Alpenraum wurde vom Wolf vom Süden her aus dem italienischen Apennin wiederbesiedelt. Entsprechend sind die Südwestalpen am stärksten wiederbesiedelt. Vereinzelt kommen auch Wölfe aus anderen Populationen in die Alpen. So wurde z.B. das Lessini Rudel östlich des Gardasees von einem Weibchen aus den Südwestalpen (Julietta) und einem Männchen (Slavc) aus den Dinaren gegründet. Die östlichen und zentralen Alpen sind noch kaum wiederbesiedelt.
Europa
Monitoring und Management werden traditionellerweise in den Ländern organisiert. Alle lebensfähigen Wolfpopulationen erstrecken sich jedoch über internationale Grenzen hinweg. Das Netzwerk der Large Carnivore Initiative for Europe, eine IUCN SSC Specialist Group, stellt periodisch die neusten Daten zum Zustand, dem Management und der Verbreitung der Grossraubtiere in Europa zusammen.
Der Wolf Canis lupus war der Kosmopolit der Tierwelt: Er hatte einst das grösste Verbreitungsgebiet aller Säugetiere. Ursprünglich war der Wolf auf der ganzen Nordhalbkugel weit verbreitet, von Nordamerika nach Europa und Asien. Die Art wurde im letzten Jahrhundert jedoch in weiten Teilen von Europa und Amerika ausgerottet. Dank dem wachsenden Bewusstsein für die Bedeutung eines intakten Ökosystems in der Bevölkerung konnten sich die Bestände erholen und der Wolf ist vielerorts wieder auf dem Vormarsch in sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet, so auch bei uns in der Schweiz. Der Wolf ist sehr anpassungsfähig und kommt nicht nur in Wäldern, sondern auch in der Arktischen Tundra, in Steppen, Wüsten und sogar in stark zersiedelten Gebieten vor.
Weltweite Verbreitung des Wolfes
Systematik
Der Wolf Canis lupus gehört zur Familie der Hundeartigen, wie auch der Rotfuchs Vulpes vulpes. Innerhalb der Hundeartigen gehört der Wolf zur Gattung der Hunde, zu der auch z.B. Rotwolf Canis rufus, Kojote Canis latrans und GoldschakalCanis aureus zählen. Der Haushund Canis familiaris stammt direkt vom Wolf ab. Derzeit werden sieben Eurasische und fünf Nordamerikanische Unterarten des Wolfs unterschieden, die Systematik ist jedoch umstritten. Innerhalb der Unterarten gibt es grosse Unterschiede in Grösse und Erscheinungsbild. Europäische Wölfe gehören zur Unterart Canis lupus lupus mit Ausnahme der Iberischen Population, die eine eigene Unterart bildet – Canis lupus signatus. In der Schweiz leben derzeit fast ausschliesslich Wölfe aus der italienischen Population. Die italienische Population gehört auch zur Unterart Canis lupus lupus, unterscheidet sich aber genetisch klar von anderen Populationen. In Zukunft könnten aber auch vermehrt Wölfe aus anderen Populationen – v.a der Dinarischen, Karpatischen und der Mitteleuropäischen Flachlandpopulation – bei uns einwandern.
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