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1. In der Barbiebar (die sich unterhalb meiner Wohnung am Mehringdamm befindet, was bedeutet, dass ich mit dem Babyphone neben mir liegend Bier trinken kann) hängt ein Kronleuchter aus Barbiepuppen. Ich schreibe den Satz: Anais Mutter riecht nach Desinfektionsmittel und Anais erinnert sich an die gelbe Innenseite des rechten Zeige und Mittelfingers der Mutter.
2. Es regnet draussen, drinnen in der Barbiebar gibt es amerikanischen Kuchen und Zigarettenrauch.
3. Wiederkehrende Elemente in meinem Manuskript: - Teller, die ineinander gestellt werden (immer in Verbindung mit einem beklemmenden Gefühl) - Brot (als Symbol für Normalität) - Licht, Geruch und Liebe (immer in Verbindung miteinander) - Fingerkuppen an weichen und harten Oberflächen reiben (in verschiedensten Gefühlsvariationen) - Katzen und Hunde (auch Symbole der Normalität) - Blick in den Spiegel (hat dann wahrscheinlich etwas mit der Selbstwahrnehmung der Figur zu tun) - Haare auf Armen, Händen und in der Nase, auch im Nacken (in Verbindung mit Fremde (auf den Händen, in der Nase) und mit Zärtlichkeit (im Nacken) und mit Verwandtschaft (auf den Armen)
4. Ein schönes Bild gefunden:
David Shrigley, Pinakothek der Moderne München
5. Anais fragt sich wie der Mensch darauf gekommen ist, dass man Spargel essen kann (auch der Spargel erscheint im Manuskript als Symbol der Beklemmung wie das Ineinanderlegen von Tellern).
6. Vielleicht verliert Anais am Ende der Geschichte den Verstand, vielleicht ist das aber auch zu banal und ich vermische zusätzlich mein Tagesgefühl mit den Tatsachen meiner Geschichte.
7. Grundsätzliches Nachdenken darüber, wie stark sich der eigene Zustand in die Geschichten einschleicht (was ja eine Tatsache und auch ein Glück und überhaupt Teil der Literatur ist). Vielleicht eher ein Nachdenken darüber an welchen Tagen man das Schreiben besser sein lässt, weil der Tag (der eigene Zustand) nicht der Geschichte dient.
8. Weiter schreiben
9. Das Kind hat sich heute aus Angst vor dem Staubsauger unter einem Stuhl versteckt. Mir blieb dann das absurde Gefühl eines schlechten Gewissens, Staub gesaugt zu haben.
10. nochmals ein schönes Bild:
David Shrigley, Pinakothek der Moderne München
11. Im Nachdenken über Punkt 7 zu dem Banalen Schluss gekommen, dass ich heute nicht wissen kann, was Anais ist und was sie will, weil ich zu sehr damit beschäftig bin darüber nachzudenken, was ich will und bin.
12. Noch ein Bier, dann der Regen am Fenster, eine Decke (übrigens ein Symbol für Geborgenheit), dann mein Schlaf.
13. Die amerikanische Torte schmeckt nicht nach Amerika, aber auch nicht nach Rauch.
In der Wirtschaft verschafft sich die Kaufkraft ihr Recht. In einer Demokratie basiert es auf gemeinsamen Grundsätzen, wie sie die Bundesverfassung formuliert. Noch haben wir das Recht auf ein Fernsehen und Radio mit gesellschaftlicher Verantwortung.
Wie wollen wir in Zukunft miteinander leben? Einmal mehr stellen Performance-Künstler diese brennende Frage. Nicht auf einer etablierten Bühne, sondern mitten in einer Stadt, die spürbar um ihre Zukunft ringen muss: im englischen Hull.
Erneut ist die Zürcher Landwiese zum Treffpunkt einer bunten Schar von Bühnenkünstler*innen aus aller Welt und einem neugierigen örtlichen Publikum geworden. Manche Gäste kommen schon seit Jahren, um im „Wohnzimmer der Stadtzürcher“ von globalen Veränderungen zu erzählen.
Ein stiller Ort in Berlin. Ein Haus mit Vergangenheit, ein Haus mit Ausblick. Ein Haus zum Schreiben. Hier das Haus, der See, die Touristen. Dort das Schreiben. Und auf der Suche nach dem, worum es geht: das Zeichnen.
„Wenn ich gross bin, möchte ich einen Fotzelschnittenstand!“ sagte sich Herr Bühler einst. Er muss mittlerweile eine gewisse Reife erreicht haben, denn dieser Wunsch erfüllte sich vom 19. – 22. Juli am Boui Boui-Festival bei Brenzikofen. Frau Boss berichtet.
Alexandras Liebesgrüsse kommen diesmal aus dem Norden, versammeln aber neben Sibirischen Tigern auch australische Vögel und mexikanische Pinguine... Ganz andere Eindrücke aus einem Hamburg vor dem G20-Gipfel - und aus Hannover.
Alexandra schickt monatlich Post von den Theaterfestivals Europas. Ihre erste Station und Ausgangspunkt war ihr Zuhause: Bern mit seinem Festival AUAWIRLEBEN. Was passierte beim Aufeinandertreffen von internationalen Theaterproduktionen mit den Spielstätten und dem Publikum der kleinen Stadt an der Aare?
Eine Autorin, das ist ein Ich unter mehreren in einem Menschen, die das Zusammenleben üben. Ein Ich, das den Blick auf die Welt wachhält und sie auf diese Weise immer neu erfahrbar macht, für die vielen Ichs in anderen Menschen.
Die letzten beiden Wochenenden haben die Küssnachter Theaterleute im Mostkeller Merlischachen den Woyzeck gegeben. Christof hat Regie geführt und ist in der Provinz asylpolitischen Wirklichkeiten begegnet.
Während mehrerer Monate hat die Band Overdrive Amp Explosion an ihrem neuen Album gebastelt und gefeilt. Nun wurde die finale Phase der Produktion mit Artwork, Vinylmaster und der abschliessenden Pressung eingeläutet. Und am 8. April ist Plattentaufe - im Bonn, versteht sich.
Bei Christine können die Jahreszeiten schon mal Kopf stehen. Im Winter ging es rund, jetzt beruhigt sich alles, wo die Blüherei draussen anfängt. Und doch lebt sie in einem ständigen Kreislauf aus Säen und Ernten.
Frau Boss spielte über Weihnachten und Neujahr auf dem zugefrorenen Mühleplatz in Thun in einem mal mehr, häufiger weniger geheizten Zelt die Titelrolle in Hans Christian Andersens Märchen „Die Schneekönigin“ und lernte dabei so dies und jenes über Kinder und deren Theaterverständnis. Ein kurzer Einblick.
Im Unterschied zu Birnen und Melonen gedeihen Musikstücke zu jeder Jahreszeit. Ein Frühjahrssturm, eine sommerliche Trockenperiode oder eisige Winterstarre können ihnen nichts anhaben. Aber vielleicht hört man ihnen die Jahreszeit an?
Es ist immer wieder eigenartig mit einem neuen Jahr. Im Grunde genommen geht alles einfach weiter. Trotzdem, mir gefällt die Idee eines Neuanfangs, auch bei uns Seelenreitenden. Wie könnte der aussehen?
Wer sind sie in Wirklichkeit, die schwankenden Gestalten auf den Brettern, die die Welt bedeuten? Gerade, wenn es sich nicht um professionelle Schauspieler handelt? Eine Frage, die genauso spannend sein kann wie die Beschäftigung mit Woyzeck, Marie und dem Tambourmajor.
Drehbücher werden für viele Hände geschrieben, gestikulierende, technisch versierte, nähende oder Klappen schlagende... Oft werden sie auch von mehr als zwei Händen verfasst. Drehbuch mehrhändig, wie geht das eigentlich?
Als Musikerin machst du alles Mögliche, um Geld zu verdienen. Du übernimmst zum Beispiel die technische Leitung eines experimentierfreudigen Festivals. Und stehst plötzlich mitten im Chaos. Erfahrungsbericht einer Bühnenkünstlerin über ihre Arbeit mit BühnenkünstlerInnen.
Im Jetlag Studio hat die Band Overdrive Amp Explosion weiter an ihrem neuen Album gefeilt. Sie hat den aufgenommenen Tönen noch einmal so richtig auf den Zahn gefühlt – und sich Fragen gestellt, die bisher kein Thema waren.
Ein Berner Theaterkollektiv, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Faust nicht im Sack zu machen, sondern kräftig auf die Bretter zu hauen, die die Welt bedeuten. Und das von nun an öfters hier die Seele reiten wird. Den Anfang macht ein Sitzungsprotokoll.
Ob wir ferne Länder bereist haben, einfach kurz in die Aare getaucht sind oder uns auf einer Restaurantterrasse am Fluss die Füsse wund gelaufen haben - woher wir auch kommen in diesem ausgehenden Sommer: wir sind wieder da.
Gian-Marco Schmid alias Gimma wartet in der Dritten Person auf das Erscheinen seines ersten Buchs. Obwohl das Buch aus der Perspektive der ersten Person von ihm handelt. Deshalb schreibt er «ihm» auch klein. Weil: es ist ein böses Buch.