Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03584.jsonl.gz/1205

Der Fundort
Seit nahezu zwei Jahrtausenden befindet sich in 2650 m Höhe eine monumentale Einfriedung aus Trockenmauerwerk oberhalb eines der bedeutendsten Übergänge der Alpen: der Weg über den Grossen Sankt Bernhard.
Im Gegenteil zu dem, was die Ortsbezeichnung und die Legende vermuten lassen könnten, sind der karthagische Feldherr Hannibal und seine Truppen hier nicht vorübergezogen. Die Funde, die bei den zwischen 2009 und 2016 durchgeführten archäologischen Untersuchungen geborgen wurden – einheimische Keramik, Ausrüstung der römischen Soldaten und eine ganz besondere Inschrift –, sprechen für eine saisonale Präsenz von Hilfstruppen der römischen Armee, Kelten, die von Rom engagiert wurden, um seine Interessen zu vertreten. Die freigelegten Hütten und Unterstände lassen annehmen, dass die Stelle von etwa hundert Soldaten in den letzten beiden Dritteln des 1. Jahrhunderts v. Chr. belegt wurde.
In den antiken Schriftquellen wird von mindestens drei römischen Militäroperationen berichtet, die zwischen 35 und 25 v. Chr. im heutigen Aostatal stattfanden, um den Keltenstamm der Salasser zu unterwerfen und die Kontrolle über die Pässe des Grossen und Kleinen Sankt Bernhard zu erlangen.
Diese Einsätze könnten die Anlage verschiedener Höhenstellungen wie diejenige der hier vorgestellten Mur d’Hannibal erklären, die in Sichtkontakt standen und ein Netzwerk zur Gebietskontrolle bildeten.
Die entdeckten einheimischen Artefakte weisen Ähnlichkeiten mit den Gegenständen der keltischen Stämme des Zentralwallis und des Chablais auf, die sich vermutlich seit der Schlacht von Octodurum im Jahr 57 v. Chr. unter römischer Kontrolle befanden. Es wäre sogar denkbar, dass die Walliser den Römern für diese Feldzüge Hilfstruppenkontingente zur Verfügung gestellt haben.
Aktivitäten
Besuchen Sie die Ausstellung "Là-haut Da oben. Befestigte Siedlungen im Wallis, gestern und heute" im World Nature Forum Naters. Dort können Sie ein Model der Fundstelle sowie Funde aus der archäologischen Grabungen bewundern. Die Ausstellung dauert vom 2. Juli bis zum 9. September 2021.
Nützliche Informationen
Das Gelände ist nur in den Sommermonaten bis zum ersten Schneefall zugänglich.
Das World Nature Forum in Naters ist offen Dienstags bis Sonntags von 10.00 bis 17.00 Uhr.
Eintrittspreise für Erwachsene Fr. 18.-; Studierende und AHV (mit legi) Fr. 15.-, Kinder ab 6 Jahren Fr. 9.-, Familien Fr. 42.-, mit Raiffeisen-Karte oder Museumspass gratis.
Anreise & Adressen
Um dorthin zu gelangen, sollten Sie drei Stunden für den Aufstieg vom Dorf Liddes einplanen. Sie durchqueren die alpinen Fluren bis zu den beeindruckenden Ruinen, die den Weg zum Col de Lane säumen.
Schwierigkeitsgrad: mittel