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Der richtige Zeitpunkt
Market Timing – Eine Kurzdefinition
Eine Investition zeitlich so abzustimmen, dass die Schwankungen des Marktes ausgenutzt werden können, wird in der Fachwelt als Market Timing bezeichnet. In der Theorie scheint die Strategie zunächst interessant. Anleger habe die Chance auf erhebliche Gewinne resp. geringe Verluste, wenn Sie bevorstehende Bewegungen an den Finanzmärkten erkennen und z.B. mit einer Investition warten, bis der Aktienmarkt einen Tiefstand erreicht hat.
Finanzmärkte bewegen sich in Zyklen und es gibt unterschiedliche Indikatoren, welche zumindest potenziell auf das Ende oder den Beginn eines neuen Zyklus hinweisen. Marktzyklen sind jedoch unberechenbar und schwierig vorhersehbar. Sie können von mehreren Wochen bis zu mehreren Jahren dauern und werden von Emotionen und Angst der Anleger überlagert. Es ist selbst für Experten ungeheuer schwierig, Investitionen zeitlich abzustimmen.
Market Timing führ nicht zu besseren Renditen. Im Gegenteil.
Wissenschaftliche Studien als auch Untersuchungen in der Praxis zeigen, dass die langfristige Rendite darunter leidet, wenn man sich im Market Timing versucht. Eine der grössten Herausforderungen ist, dass sich der Beitrag zu einer positiven Jahresrendite auf nur sehr wenige Tage konzentriert. Eine Studie der Universität Michigan zeigt zum Beispiel, dass 95% der positiven Rendite an nur 3 Handelstagen im Jahr erzielt werden. Es ist unwahrscheinlich, die besten Anlagetage treffend vorauszusehen und entsprechend zu investieren.
Folgende Grafik illustriert das Problem anschaulich. In der Grafik werden die durchschnittlich, jährlichen Rendite des Aktienmarktes über 20 Jahre verglichen, mit einem Resultat, wenn der Anleger 10, 20, 30 und 40 der besten Handelstage verpasst. Ein Buy-and-Hold Investor, also jemand der über die gesamten 20 Jahre investiert war, hatte einen durchschnittliche, jährliche Rendite von rund 7.7%. Bei einem initialen Anlagebetrag von 100’000.- hätte der Anleger so über die letzten 20 Jahre sein Vermögen auf rund 440’000.- vergrössert. Hätte ein Anleger mit einer Market Timing Strategie nur 10 der besten Handelstage verpasst, so sank seine Rendite auf 4% oder lediglich CHF 220’000.-
Für Privatanleger schwierig umsetzbar
Die schlechtere Rendite im vorangehende Beispiel heisst nicht, dass Market Timing nicht auch Vorzüge hat. Professionelle Marktteilnehmer, die in der Lage sind, grosse Datenvolumen zu sammeln und zu analysieren, können zum Teil Marktbewegungen antizipieren oder zumindest dafür nutzen, Verluste zu reduzieren. Dem durchschnittlichen Privatanleger dürfte das jedoch kaum gelingen. Market Timing mach insbesondere für Privatanleger wenig Sinn, denn wer möchte schon die 40 besten Handelstage verpassen.
Eine gute Anlagestrategie verspricht mehr Erfolg
Viel wichtiger als Market Timing ist eine gut ausgewählt Anlagestrategie. Die Anlagestrategie gibt der erfolgreichen Geldanlage das Rahmengerüst. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass über 90 % der langfristigen Anlagerenditen aus der Anlagestrategie resultieren. Dabei wird die Strategie jeweils auf die persönliche Lebenssituation und das Anlageziel angepasst. Sie kombiniert Aktien, Obligationen und weitere Anlageklassen in einem Portfolio. Wird die Strategie während guten und schlechten
Börsenzeiten diszipliniert umgesetzt, ist Anlageerfolg möglich.
Fundierte Entscheidungen und die disziplinierte Umsetzung der Strategie sind Voraussetzungen für den langfristigen Anlageerfolg. Emotionale Reaktionen auf kurzfristige Kursverluste und negative Schlagzeilen sind schlechte Ratgeber.
Wie weiter?
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