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Mit wenig Spannung zum Schluß ist Ende November die 62. Formel-1-Weltmeisterschaft in Brasilien zu Ende gegangen. Wie im vergangenen Jahr triumphierte Red Bull sowohl in der Fahrer- als auch in der Konstruktionswertung. Klarer Sieger nach 19 Rennen wurde Sebastian Vettel mit überragenden 392 Punkten vor Jenson Button (McLaren-Mercedes, 270) und Teamkollege Mark Webber (258). Der Heppenheimer hatte sich den Gesamtsieg bereits vier Rennen vor dem Saisonende gesichert. Auf Platz 4 landete am Ende Fernando Alonso (Ferrari) mit 257 Punkten. Der zweite Ferrari-Pilot Felipe Massa aus Brasilien belegte deutlich abgeschlagen mit 118 Punkten hinter Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes, 227) nur Rang 6.
Die Saison 2011 kann man aus brasilianischer Sicht daher als durchaus bescheiden bezeichnen. Kein einziges Mal gelang einem der drei Fahrer der Sprung aufs Treppchen, zusammen konnten Massa, Barrichello und Senna gerade einmal 124 Punkte einfahren. Massa trägt dabei mit 118 Punkten den Löwenanteil vor Rubinho (4) und Ayrton Sennas Neffe Bruno (2).
Letzterer absolvierte jedoch nur die letzten acht Rennen, ab dem GP von Belgien hatte er Nick Heidfeld ersetzt. Das Renault-Team war mit den Leistungen des Deutschen höchst unzufrieden gewesen, obwohl Heidfeld in den ersten elf Rennen insgesamt 34 Punkte einfahren konnte und damit in der Gesamtwertung am Ende Platz 11 belegte. Senna hingegen schaffte es nur in Italien mit Rang 9 in die Punktewertung und schloß die Saison mit Rang 18 ab.
Direkt vor ihm auf Platz 17 konnte sich das Urgestein des Formel 1-Zirkus platzieren: Rubens Barrichello. Der Brasilianer, der nun weit über 300 Rennen auf dem Buckel hat, fuhr seine vier Zähler in Monaco und Kanada ein, wo er jeweils Neunter wurde. Ansonsten trudelte die Nummer 1 bei Williams-Cosworth zwischen Platz 12 und Platz 17 ins Ziel.
Doch die Lust am Rennsport hat er nach eigener Aussage noch lange nicht verloren. Angeblich nennt er fünf Handys sein eigen, auf denen er jederzeit von einem Rennstall kontaktiert werden könne. Denn der 39-jährige zeigte sich in seinem Heimatland nach dem Zieleinlauf im letzten Rennen der Saison mehr als überzeugt, auch 2012 wieder am Start zu sein. Und dies abermals für Williams. „Sie werden viel ändern, neue Leute, neue Motoren – die Fahrer sollten aber die Alten bleiben“ so Rubinho in einem Interview.
Und Bruno Senna? Wird er wieder bei Lotus-Renault im Cockpit Platz nehmen, obwohl er ein deutlich schlechteres Ergebnis eingefahren hat als sein Vorgänger Heidfeld? Oder kommt Vitaly Petrov doch noch zurück, der verletzungsbedingt von dem Deutschen ersetzt worden war? In den Konzernzentralen hüllt man sich noch in Schweigen, doch alles spricht für Senna. Lotus-Renault hat inzwischen Merchandising-Artikel von ihm auf den Markt geworfen, auch Sennas Homepage glänzt im gold-schwarzen Look des Rennstalls.
Unstrittig ist wohl, dass Felipe Massa erneut in einem roten Boliden aus Italien die Saison 2012 in Angriff nehmen wird. Doch der 30-jährige hat von Ferrari trotz Platz 6 in der Gesamtwertung den Kopf gewaschen bekommen und fährt im kommenden Jahr nicht nur sprichwörtlich auf Bewährung. Bleiben die Erfolge und damit die Podiumsplätze erneut aus, will man in Maranello einen Schlußstrich ziehen. „Er muss sich nächstes Jahr beweisen“ so Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo mehr als deutlich. Fünf fünfte Plätze und gerade einmal 118 Punkte waren einfach zu wenig. Stallgefährte Fernando Alonso holte mehr als doppelt so viele.
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Neben den drei Fahrern aus Brasilien, die an den Sonntagen rund um die Welt um Punkte kämpften, war auch noch ein vierter Fahrer aus Brasilien aktiv. Im Team Lotus mit Spitzenfahrer Heikki Kovalainen drehte der erst 22-jährige Luiz Razia aus dem Bundesstaat Bahia als Testfahrer seine Runden. Der ehemalige Pilot in der Formel 3000 sammelte damit erste Erfahrungen in der Königsklasse und hofft natürlich, auch in der kommenden Saison abermals sein Können – vermutlich erneut abseits der Punktewertung – unter Beweis zu stellen. Dann jedoch beim Team des Sportwagenherstellers Caterham, der denn Rennstall bereits im April dieses Jahres aufgekauft hatte.
Ganz in der Versenkung verschwunden ist in dieser Saison dagegen Lucas di Grassi. Der mittlerweile 27-jährige verdiente in dieser Saison sein Geld als Testfahrer in der Entwicklungsabteilung des Reifenherstellers Pirelli, nachdem er nach einer mageren Saison 2010 keinen neuen Vertrag an Land ziehen konnte.
Die 63. FIA Formel-1-Weltmeisterschaft beginnt im kommenden Jahr am 18. März wie in diesem Jahr in Australien und endet am 25. November erneut auf dem Kurs von Interlagos bei São Paulo in Brasilien. Erstmalig soll die Saison 20 Rennen umfassen, wobei der GP der Türkei gestrichen wurde. Dafür soll die USA in den Rennkalender zurückkehren, allerdings steht dies derzeit aufgrund eines Finanzierungsstreits und dadurch verzögerter Bauarbeiten auf der Kippe. Sollte keine Lösung gefunden werden, könnte dieses Rennen ersatzlos gestrichen werden.
Die deutschen Fans können sich bereits jetzt erneut auf vier deutsche Fahrer freuen, die ihren Vertrag schon in der Tasche haben. Neben dem amtierenden Doppel-Weltmeister Sebastian Vettel (Red Bull) sind dies Alt-Star Michael Schumacher, Nico Rosberg (beide Mercedes) sowie Timo Glock (Marussia).