Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03312.jsonl.gz/1457

Walter Treser verstorben
Die Autowelt trauert um einen Pionier: Am 13. November 2021 verstarb Walter Treser im 81. Altersjahr. Der Ingenieur war bei Audi seit 1977 Projektleiter für den permanenten Allradantrieb "Quattro" von Audi für die Serienfertigung. Er soll auch den Begriff "Quattro" kreiert haben. Später betätigte er sich als Tuner von Audi-Fahrzeugen. Seine abgedunkelten Heckleuchten wurden legendär. Weiter leitete er bei Opel die Sportabteilung und die Vorausentwicklung. Sein eigener Sportwagen Treser TR1 (Foto oben) wurde leider zum Flop.
Ferdinand Piëch (1937-2019, links) und Walter Treser bei Kältetests. Sie posieren vor dem allradgetriebenen VW Iltis, der den Anstoss zur Quattro-Entwicklung entscheidend mitbeeinflusste.
Walter Treser (1940-2021)
Walter Treser wird am 18. April 1940 in Bad König im Odenwald (D) geboren. Es herrscht Krieg und Armut, doch im elterlichen Hotel findet sich ein Opel Blitz mit Holzvergaser und ein Sachs-Motorrad. Mit acht Jahren kann er beides fahren, und es gibt bald nur einen Wunsch: Rennfahrer. Zuerst studiert er Kraftfahrzeugbau und Flugzeugbau, fährt 1962/63 Rennen im DKW Junior, wird Werksfahrer bei der Auto Union und kauft 1964 einen Lotus-DKW Formel 3. Als das Geld alle ist, macht er Rennpause, bis er 1969/70/71 bei BMW Alpina im Werksteam u.a. die Tourenwagen EM bestreitet. Doch der Höhepunkt seines Rennfahrer- und Autolebens ist schließlich der Start beim Avus-Rennen in Berlin am 29.5.1988 in seinem selbst entwickelten und in der eigenen Fabrik gebauten Treser TR 1.
Als junger Ingenieur ist Walter Treser von 1966 bis 1976 Versuchsleiter bei Veith-Pirelli, wo er zahlreiche Innovationen bei Breit- und Sportreifen initiiert. Ab 1976 leitet er bei Audi in Ingolstadt die Fahrzeugkonzeptentwicklung und ist treibende Kraft bei der Entwicklung und Realisierung des revolutionären Audi quattro. Auch der Name „Quattro“ ist seine Idee. Als Sportchef führt er Hannu Mikkola und Michèle Mouton zu ersten Erfolgen in der Rallye-WM.
Ab 1982 baut er seine eigene Firma für Automobiltechnik und Design in Hofstetten, dann Ingolstadt, auf. Parallel erfolgt in Berlin ab 1985 die Entwicklung und Produktion des Sportwagens Treser TR 1 (Foto oben), der den Traum vom selbständigen Automobilproduzenten verwirklicht. Zur Erprobung der Fahrzeuge wird die Rennserie Hydro Aluminium Cup gegründet und 1988 im Rahmen der DTM ausgetragen. Als die Finanzierung der Serienfertigung des Sportwagens scheitert, kehrt Walter Treser als Rennleiter bei Opel zum Motorsport zurück und führt den spektakulären Allrad-Calibra 1992 in die DTM. Ab 1996 verantwortet er als Direktor der Vorausentwicklung Konzeptideen und Fahrzeugmodelle, bis er sich 2003 in den Ruhestand verabschiedet. In seine Opel-Zeit fällt auch die Entwicklung des von 2003 bid 2008 produzierten Signum, einem Derivat des Vectra C.
Walter Treser verstarb am 13. 11. 2021 im Alter von 81 Jahren.
Text: Stefan Fritschi und Treser-Club.de
Fotos: Audi und Treser