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Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war es in den Städten nachts stockfinster. Nachtwächter gingen mit Fackeln durch die Gassen, damit kein «Nachtfrevler» im Schutz der Dunkelheit herumstreunte. In der Stadt Thun gab es vier Nachtwächter. Wenn sie jemanden beim nächtlichen Herumtreiben erwischten, setzte es eine Geld- oder Gefängnisstrafe bei Wasser und Brot ab. Wer aus einem guten Grund nach draussen gehen musste, war verpflichtet ein Kerzen- oder Öllicht mit sich zu tragen, aber wegen der Feuergefahr nur in einer geschlossenen Laterne. Um in Notfällen oder bei Festivitäten den öffentlichen Raum beleuchten zu können, besass die Stadt eiserne Pfannen, in welchen Pech oder Talg brannte.
In einigen Grossstädten waren die Hausbesitzer verpflichtet, Laternen an ihren Häusern anzubringen oder ein Licht ins Fenster zu stellen. Erste öffentliche Öllaternen wurden in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in London, Paris und Berlin aufgestellt. Die Stadt Bern installierte um 1760 eine Strassenbeleuchtung mit Öllampen, die an quer über die Gassen gespannten Ketten hingen und etwas Licht spendeten. Solche «schwebenden Laternen» wünschten sich auch die Thunerinnen und Thuner. Damit das Projekt realisiert werden konnte, erklärten sich 1781 mehrere Privatpersonen bereit, den Betrieb der Lampen einige Jahre lang aus der eigenen Tasche zu finanzieren. Tatsächlich waren schon bald die wichtigsten Gassen und Plätze der Stadt mit Öllaternen versehen.