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Auch Leben ist eine Kunst – Der Fall Max Emden
Regie: Eva Gerberding, André Schäfer
Kaum jemand kennt heute den Namen Max Emden (1874–1940), obwohl er einst zu den wohlhabendsten Deutschen zählte und viele sicherlich eines seiner früheren Kaufhäuser betreten haben: das KaDeWe in Berlin oder das Oberpollinger in München. Der jüdische Geschäftsmann besass auch Warenhäuser in Stockholm und Budapest. Aufgrund des aufkommenden Nationalsozialismus verlegte er 1926 seinen Wohnsitz in die Schweiz, 1934 wurde er Schweizer Staatsbürger. Er kaufte die malerische Isola di Brissago, stand der Monte-Verità-Bewegung nahe und liess sich gerne im Kreis schöner Frauen sehen. In Deutschland beschlagnahmten die Nazis seine Ländereien, Immobilien und seine Kunstsammlung. Zahlreiche Gemälde verschwanden in dunklen Kanälen; einige Bilder sind heute Teil der Sammlung Bührle des Kunsthauses Zürich, die im Erweiterungsbau ausgestellt werden soll. Emden war nicht nur ein erfolgreicher Geschäftsmann, sondern auch ein bedeutender Kunstsammler und grosszügiger Mäzen. Obwohl er in Hamburg Kunst, Forschung und Wissenschaft förderte und den ersten Golf- und Poloclub stiftete, erinnert nur ein unbedeutender Fussweg an den einstigen Wohltäter. Dabei verbirgt sich hinter seiner Geschichte ein Schicksal, das als Paradebeispiel für die Folgen der Beutezüge, Kunstdiebstähle und Enteignungen im Dritten Reich dient – und stellvertretend für das Versagen der Behörden im Umgang mit den Hinterbliebenen der NS-Opfer steht. Emdens Enkel Juan Carlos, der seit Jahren einen aussichtslosen, zermürbenden Kampf gegen Behörden und staatliche Institutionen führt, geht dem Erbe seines Grossvaters nach: Was geschah wirklich mit dessen Sammlung und Vermögen? Bis heute hat sich weder die deutsche Bundesregierung noch der Hamburger Senat um eine Wiedergutmachung und Entschädigung der Erben bemüht.