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In der Oberwalliser Augstbordregion sorgt ein weiterer Wolf für hohen Blutdruck. Rund 30 getötete Nutztiere im Zeitraum eines Monats gehen auf sein Konto, weshalb ihn die Walliser Schafhalter lieber heute als morgen tot sähen. Die Gruppe Wolf Schweiz (GWS) gibt zu bedenken, dass die Nutztiere allesamt ungeschützt waren und damit die rechtliche Grundlage für einen Abschuss des Grossraubtiers fehlt.
Anfang Juli riss ein Wolf im Törbeltälli mehrere Schafe. Die DNA-Analyse ergab, dass der Übeltäter aus Italien eingewandert war. Im Verlauf des Monats kam es zu weiteren Rissen in der Region. Erst diese Woche griff der Wolf eine Schafherde im Ginals oberhalb Bürchen an und tötete vier Schafe.
Die insgesamt rund 30 gerissenen Nutztiere innerhalb eines Monats würden einen Abschuss des Beutegreifers möglich machen – wenn die Herden im fraglichen Gebiet geschützt oder aber als unschützbar eingestuft worden wären. Beides ist laut GWS nicht der Fall.
Laut dem Bericht der Agridea und des Kantons Wallis zur Planung der Schafhaltung im Wallis wären die Herden in der Augstbordregion durch Umstellung der Bewirtschaftung sehr wohl schützbar. Ein Abschuss ist auch deshalb nicht gerechtfertigt, weil seit dem Jahr 2000 mehrere Wölfe im Augstbord und Umgebung aufgrund von Rissen nachgewiesen werden konnten.
Allein in den letzten vier Jahren wurden mindestens drei verschiedene Individuen genetisch erfasst. Es wäre also genügend Zeit vorhanden gewesen, die Weiden und damit die Tiere durch eine Umstellung der Bewirtschaftung zu schützen und so eine weitere Rissserie zu vermeiden.