Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03250.jsonl.gz/2310

Norwegen hat Russland als grössten Gaslieferanten Westeuropas abgelöst. Damit kommt die EU mit ihrem Vorhaben voran, unabhängiger von russischer Energie zu werden, wie aus Daten des norwegischen Staatskonzerns Gassco und seines russischen Pendants Gazprom hervorgeht.
Russisches Importvolumen sinkt
Demnach exportierte Norwegen im Schlussquartal 2014 und im ersten Quartal dieses Jahres jeweils gut 29 Milliarden Kubikmeter Gas nach Westeuropa und Russland je 20 Milliarden. Russland blieb zwar im vorigen Jahr grösster Gaslieferant der gesamten EU einschliesslich der osteuropäischen Mitglieder.
Allerdings sank der Importanteil von russischem Gas von 43 auf 42 Prozent und das Importvolumen um mehr als zehn Prozent. Zugleich wuchs der Anteil Norwegens bei den EU-Gasimporten von 34 auf 38 Prozent.
Abgekühlte Beziehungen
Hauptgrund der EU-Pläne für eine grössere Unabhängigkeit von russischen Energielieferungen sind die abgekühlten Beziehungen zur Regierung in Moskau. Die EU wirft Russland vor, nach der Annexion der Krim die Separatisten im Osten der Ukraine zu unterstützen. Zudem haben Streitereien über den Gaspreis zwischen Moskau und Kiew in Westeuropa die Furcht vor Engpässen bei der Belieferung über Pipelines durch die Ukraine geschürt.
(sda/chb)