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Pawel Ferus wurde 1973 in Polen geboren und kam als Jugendlicher in die Schweiz. Er besuchte die Schulen in Solothurn und absolvierte eine Steinbildhauerlehre in Grenchen, bevor er zum Studium nach Basel übersiedelte. Er schloss sein Studium an der Hochschule für Gestaltung und Kunst mit einem Master in Fine Arts ab. 2009 erhielt er ein Atelierstipendium in New York, 2010 einen Werkbeitrag des Kantons Solothurn. Pawel Ferus' Arbeiten oszillieren zwischen Objekt, Skulptur, Tafelbild und Installation. Mit handwerklichem Geschick und hintergründigem Humor bedient er sich an Kunstwerken der Klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst, die er in der Tradition der «Appropriation Art» in neue Dimensionen mit neuen Inhalten überführt und transformiert.
Pawel Ferus‘ konzeptuelle Arbeiten, die in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten sind, spüren Universelles auf, machen verborgene Inhalte sichtbar, legen gesellschaftliche Widersprüche offen. Nicht selten wird dabei vorgefundenes Material zum wichtigsten Bestandteil einer Skulptur. Neben inhaltlichen Fragestellungen beschäftigt sich Pawel Ferus immer auch im selben Masse mit der technischen Umsetzung seiner Werkideen. Material und Technik setzt der Künstler äusserst vielfältig, entsprechend den Erfordernissen seiner Konzepte ein. Von Pawel Ferus' Umgang mit einem Schlüsselwerk der Klassischen Moderne beispielsweise zeugt die Skulptur «Hodler's Revenge» – «Hodlers Rache» aus dem Jahr 2007. Pawel Ferus übersetzt die Figur des Holzfällers aus Ferdinand Hodlers Gemälde in die dritte Dimension und versieht sie statt der Axt mit einem Baseballschläger, einem Symbol des zeitgenössischen Widerstands. Mit dem Titel verweist der Künstler nicht nur auf die Herkunft seines Sujets, sondern fügt gleichzeitig auch eine politische Dimension hinzu, hing Hodlers Gemälde doch lange Zeit im Büro des damaligen Bundesrats Christoph Blocher. Die Adaptionen in den Werken von Pawel Ferus können seit Beginn seines Schaffens als eine Entwicklung wirksamer Neuformulierungen von Kunst und deren Selbstverständnis gelesen werden.
Pawel Ferus erhält für seine facettenreiche Arbeit den Preis für plastisches Schaffen 2020.