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Eines der Ziele des Berichts war die Ermittlung der Kosten. Für die Abschätzung verglich die Ondraf/ Niras zwei Entsorgungsstrategien: Endlagerung der hochradioaktiven verglasten sowie der langlebigen Abfälle nach Wiederaufarbeitung und direkte Endlagerung der konditionierten Brennelemente sowie langlebigen Abfälle ohne Wiederaufarbeitung. Ein gewichtiger Unterschied ergibt sich beim Bau und beim Verschluss der Endlager, weil das Volumen bei einem Verzicht auf die Wiederaufarbeitung viel grösser ist. Die Betriebskosten fallen bei beiden Strategien ungefähr gleich hoch aus. Neben den absehbaren Kosten hat die Ondraf/Niras auch die Unsicherheiten bei den Abschätzungen ermittelt und dabei eine nachvollziehbare Methode des Electric Power Research Institute angewandt. Nicht berücksichtigt wurden die Forschungs- und Entwicklungskosten vor dem Bau - bisher rund Euro 150 Mio. - und indirekte finanziellen Belastungen. Als Ergebnis ergibt die Abschätzung für den Bau der nötigen Endlagerkapazität bei einer Entsorgungsstrategie mit Wiederaufarbeitung Kosten von Euro 371 Mio. sowie Kosten von Euro 207 Mio. für den Betrieb und Verschluss, zusammen also Euro 578 Mio. Wird auf die Wiederaufarbeitung verzichtet, kostet der Endlagerbau Euro 1032 Mio. sowie der Betrieb und Verschluss Euro 462 Mio., insgesamt also Euro 1494 Mio. Ohne Wiederaufarbeitung kommt damit im Fall von Belgien mit seinen sieben Kernkraftwerksblöcken die Endlagerung der hochradioaktiven sowie der langlebigen Abfälle zweieinhalb Mal teurer zu stehen als in der Strategie mit Wiederaufarbeitung. Gegenwärtig verfolgen die Kernkraftwerksbetreiber ähnlich wie in der Schweiz eine gemischte Strategie.
Quelle
P.B. nach Mitteilung der Ondraf/Niras, 4. Februar 2002