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28. April 2022
12.00 Uhr
In der Bibliothek Münstergasse – Freier Eintritt
Erneut wollen wir gemeinsam mit der Bibliothek Münstergasse eine Mittagslesung anbieten. In diesem Jahr haben wir dazu Rut Plouda und Leta Semadeni. Beide bewegen sich zwischen der deutschen und der romanischen Sprache und zwischen Lyrik und Prosa.
Rut Plouda wurde 1948 in Tarasp im Unterengadin geboren und schreibt bereits ein Leben lang Gedichte und Kurzprosa im romanischen Idiom Vallader. 2001/2017 erschien in einer zweisprachigen Ausgabe „Sco scha nüglia nu füss / Wie wenn nichts wäre“, das in der Folge in weitere Sprachen übersetzt wurde und sie über Graubünden hinaus bekannt machte. Sie lebt in Ftan und verfasst regelmässig Beiträge für das rätoromanische Radio. Für ihr literarisches Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet, z. B. mit dem Schillerpreis. Mit dem Band „Moosgrün“, der 2021 erschienen ist und bei dem es sich um eine Übersetzung aus dem romanischen "Verd s-chür" handelt, wird ihre Literatur in ihrer ganzen Breite und Vielfalt und in einer Weise für ein weiteres Publikum zugänglich, die beweist, dass es ihr gelungen ist, etwas Neues und Einzigartiges zu schaffen.
Leta Semadeni ist 1944 in Scuol geboren und lebt heute in Lavin. Sie studierte Sprachen an der Universität Zürich, in Perugia (Italien) und Quito (Ecuador) und arbeitete viele Jahre als Lehrerin an verschiedenen Schulen in Zürich und im Engadin. Seit 2005 widmet sie sich ausschliesslich dem Schreiben und publiziert Prosa und Gedichte in Rätoromanisch und Deutsch. Ihr erster Roman in deutscher Sprache, „Tamangur“ (Rotpunktverlag), erschien 2015 und wurde 2016 mit einem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet. Im Juni 2017 erhielt Leta Semadeni ausserdem den Kulturpreis des Kantons Graubünden für ihr Lebenswerk und 2020 folgte der Josef Guggenmos-Preis. Ihr zweiter Roman „Amur, grosser Fluss“ erscheint Ende Februar 2022 im Atlantis Verlag, Zürich.
Moderiert wird die Lesung von Rico Valär. Er ist Professor für rätoromanische Literatur und Kultur an der Universität Zürich, Dozent für Kulturpolitik und Kulturmanagement an den Universitäten Basel und Zürich, Mitglied der Eidgenössischen Jury für Literatur sowie der Jury des Bündner Literaturpreises. Als Publizist, Moderator, Lektor und Herausgeber engagiert er sich für die Vermittlung der rätoromanischen Literatur.