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Sieben Mythen vom Krampfaderleiden
7 Mythen
Mythos 1: Krampfadern entstehen durch Ereignisse
Krampfadern sind in den allermeisten Fällen genetisch bedingt. Viele Patienten/innen berichten, dass ihr Krampfaderleiden erst nach einer oder mehreren Schwangerschaften, nach einer Gipsbehandlung, Unfall, Operation, Reise usw. aufgetreten seien. Das Auftreten der Krampfadern ist in all diesen Fällen jedoch nicht durch das genannte Ereignis bedingt, sondern die familiäre (=genetische) Prädisposition. Die Krampfadern wären auch ohne das Ereignis aufgetreten, im Falle der Schwangerschaft wurde das Krampfaderleiden lediglich, bis zum sichtbaren Auftreten, beschleunigt.
Mythos 2: „Konservative Therapie“ genügt
Die Meinung, die Krampfadern könnten durch konservative Massnahmen wie Salben, Tabletten, kaltes Duschen, Kompressionsstrümpfe, Sport usw. aufgehalten werden, ist grundsätzlich falsch. All diese Massnahmen dienen lediglich der Reduktion von Symptomen (Beschwerden), wie zum Beispiel Schwellung der Beine, Überwärmung von Krampfadern, Schmerzen usw. Aufgehalten kann das Krampfaderleiden durch diese Massnahmen nicht.
Mythos 3: Krampfaderleiden kann verhindert werden
Grundsätzlich kann das Krampfaderleiden nicht verhindert werden. Wenn die genetische Disposition vorhanden ist, werden Krampfadern trotz allen konservativen Massnahmen früher oder später auftreten. Nur wenn grössere Krampfadern und deren Füllungsquellen frühzeitig und adäquat therapiert werden, können Spätkomplikationen vom Krampfaderleiden verhindert werden.
Mythos 4: Krampfadern sind nach einer einzigen Operation / modernen Kathetertherapie alle entfernt
Krampfadern können auch durch den erfahrensten Therapeuten nur selten dauerhaft entfernt werden. Bei jeder Therapie werden nur die momentan befallenen krankhaften Venenabschnitte (Krampfadern), als auch deren Füllungsquelllen, entfernt. Alle normalen Venenabschnitte werden belassen. Aufgrund der genetischen Disposition können heute normale Venen in den nächsten Monaten und Jahren ebenfalls zu Krampfadern werden.
Mythos 5: Therapie nützt nichts, Krampfadern kommen immer wieder
Oft wird berichtet, dass nach einer Krampfaderoperation noch mehr Beschwerden bzw. noch mehr Krampfadern auftreten wie zuvor. Eine Therapie sei folglich nutzlos. Prinzipiell gilt, dass jede grössere Krampfaderentfernung eine Verbesserung des Leidens bewirkt. Wurden die Krampfadern als auch deren Füllungsquellen korrekt und vollständig entfernt, kann mit grösster Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass neue, grössere sichtbare Krampfadern erst nach Jahren auftreten. Ebenfalls gelingt durch die optimale Therapie in den allermeisten Fällen eine Linderung der venösen Beschwerden. Sind Beschwerden auch nach einer Therapie noch vorhanden, muss nach weitern Ursachen gesucht werden. Wurden die ehemaligen Füllungsquellen,als auch deren grösseren Stammvenen vollständig entfernt, sind neu auftretende Krampfadern (=Rezidivkrampfadern) mit der Schaumverödung ambulant rasch entfernt.
Mythos 6: Im höheren Alter können und sollen Krampfadern nicht mehr therapiert werden
Alle Krampfadern können auch bei älteren Patienten problemlos entfernt werden. Die chirurgischen,- als auch modernen kathetertechnischen Eingriffe sind sehr oberflächlich. Der Eingriff pro Bein dauert in einem erfahrenen Team maximal 30 Minuten. Sinnlos hingegen sind die oft angewendeten konservativen Massnahmen, bei welchen die Füllungsquellen der Krampfadern belassen werden. Kaum ist die Komplikation der chronisch venösen Hypertonie (Krampfadern) durch konservative Massnahmen wie Kompressionsstrümpfe, feuchte Wundauflagen, Salben, Hautverpflanzungen usw. abgeheilt, folgt kurze Zeit später die nächste Komplikation. Deshalb sollten auch im hohen Alter und altersentsprechend gutem Allgemeinzustand die Krampfadern und deren Füllungsquellen entfernt werden (=Ursachen Therapie). Erst dadurch wird ein Wiederauftreten (Rezidiv) nachhaltig gestoppt bzw. verzögert.
Mythos 7: Verzicht auf Sauna, Sonne, Sitzen, Stehen…
Wer genetisch vom Krampfaderleiden betroffen ist, bekommt mit grösster Wahrscheinlichkeit Krampfadern. Prophylaktische Massnahmen nützen nichts. Alle Tätigkeiten, welche ein gutes Gesundheitsgefühl auslösen, sollen ohne Bedenken ausgeführt werden. Sind Krampfadern vorhanden, sollten diese therapiert werden.
Dr. med. Bruno P. Schwarzenbach 1. April 2015
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