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Weiss Ghana überhaupt, wie viel Öl vor der Küste gefördert wird?
Seit Dezember 2010 ist Ghana ein «Oil-Country». Ende 2010 wurde damit begonnen, über eine schwimmende Plattform Öl aus dem Meeresboden vor Ghanas Küste zu pumpen.
Die Erwartungen sind gross, viele Ghanaer erhoffen sich, irgendwie vom Ölboom im Land zu profitieren. Ghanas Wirtschaft soll in diesem Jahr um über 10% wachsen, vor allem des Öls wegen. Die Regierung hat Einnahmen von fast 400 Millionen Franken budgetiert. Und sie will dafür sorgen, dass der Ölfund für Ghana ein «Segen und kein Fluch» sein wird.
Da überrascht es dann doch, dass offenbar niemand ganz genau weiss, wie viel Erdöl Ghana exportiert. Der Rohstoff wird jeweils von der Förder-Plattform direkt in Tanker gefüllt, die nach Europa oder in die USA fahren. Doch dort, wo das Öl die Plattform verlässt, ist das Messsystem defekt – seit Dezember.
Die Behörden dementieren natürlich, man würde sehr wohl wissen, wieviel Öl das Land verlasse. Die Zollbeamten auf der Plattform messen nämlich manuell, wieviel Rohöl auf der Plattform ist, bevor es in ein Schiff gepumpt wird. Leider dürfen die Beamten aber die Tanker nicht betreten, so dass offenbar regelmässig zu Streit über die genaue Ölmenge zwischen der Behörde und den Ölfirmen kommt.
Ein Vertreter des Energieministeriums betonte, dass Ghana auf keinen Fall von den Ölfirmen abgezockt werde. Die Ölförderer haben inzwischen angekündigt, dass das Messsystem im Juli ersetzt werde.