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Im allgemeinen hassen die Europäer die nordamerikanische Stadt, weil sie sie als chaotisch, d. h. als hässlich, betrachten. Wer aber dort gelebt hat, versteht allmählich, dass die nordamerikanische Stadt erstens nicht überall die selbe ist, dass sie zweitens auch gewisse Vorteile besitzt (die in Europa nicht gegeben sind) und dass sie drittens immer wieder über eine starke ästhetische Dimension verfügt. Die Voraussetzung zum Verständnis dieser Städte liegt in der Einsicht, dass New York im amerikanischen Städtebau eine Ausnahme darstellt. Überdies hat die Kultur des heutigen Betrachters die Revolutionen der Kunst im 20. Jahrhundert integriert. Dass das Harmoniekonzept seit dem Kubismus nicht mehr gültig ist, stellt die Prämisse dar, um diese Städte nicht als eine blosse und erschreckende Anhäufung von Bauten wahrzunehmen, sondern eher als ein faszinierendes, komplexes und abwechslungsreiches Territorialsystem.
Die Bilder entstanden über einen längeren Zeitraum und stammen von verschiedenen Reisen und Aufenthalten in Kanada und den Vereinigten Staaten.
André CorbozAndré Corboz, *1928 in Genf, Kunst- und Architekturhistoriker. Langjährige Lehrtätigkeit in Montréal, 1980 – 1993 Ordinarius für Städtebaugeschichte am Architekturdepartement der ETH Zürich. Verschiedene Buchpublikationen und Zeitschriftenartikel in französischer, deutscher, italienischer und englischer Sprache. Auswahl der Buchtitel: Architektur der Welt - Frühes Mittelalter (Freiburg 1970, Köln 1994); Canaletto. Una Venezia immaginaria (2 Bände, Milano 1985); Looking for a City in America: Down These Mean Streets a Man Must Go... (Santa Monica 1992); Die Kunst, Stadt und Land zum Sprechen zu bringen (Basel/Boston/Berlin 2001). Das letztgenannte Buch enthält auch die Bibliografie von Corboz‘ Zeitschriftenartikeln. André Corboz lebt in Genf.