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Das Weigh Inn Hotel liegt etwa auf halber Strecke zwischen dem Ort Thurso und dem Hafen von Scrabster, von wo aus man mit der Fähre nach Stromness auf den Orkney-Inseln übersetzen kann. Genau das war auch der Grund, warum ich mich für eine Übernachtung im Weigh Inn Hotel entschied. Ich war auf der Suche nach einer einfachen Unterkunft, in der ich lediglich eine Nacht verbringen und am nächsten Morgen ein gutes Frühstück zu mir nehmen wollte, um schließlich mit der Fähre auf die Orkney-Insel überzusetzen. Die Zeit nach dem Frühstück reichte dann sogar noch, um den Ort Thurso zu erkunden, dessen Zentrum und Strand man bereits nach gut 10 Minuten Fußweg erreicht. Der Bahnhof ist fußläufig in etwa 15 Minuten erreichbar.
Das Weigh Inn Hotel setzt sich zusammen aus einem Haupthaus, in dem sich unter anderem die etwas komfortabler eingerichteten Zimmer, die Rezeption, das Restaurant und die Bar befinden. Daneben gibt es auch so genannte „Lodges“ – das klingt komfortabler, als es eigentlich ist. Dabei handelt es sich um kleinere, einfacher ausgestattete Zimmer. Optisch erinnern diese kleineren Gebäudekomplexe, die unabhängig vom Haupthaus sind, an einfache amerikanische Motels, wie man sie aus Hollywood-Filmen kennt. Mein für - ausgesprochen günstige - 30 Pfund (das entsprach zum Zeitpunkt meines Aufenthalts etwa 40 Euro) gebuchtes Zimmer war dann auch erwartungsgemäß eher einfach ausgestattet: zwei bequeme Einzelbetten mit einem Nachttisch dazwischen, ein Flatscreen-TV, ein Schreibtisch mit Stuhl, ein Kleiderständer, eine Kommode, ein elektrischer Heizofen, Teppichboden. Da ich sehr spät abends angereist war, musste ich die Feststellung machen, dass die Beleuchtung sehr spartanisch ist – von den ursprünglich zwei Leuchten über den Betten war nur noch eine vorhanden. Ansonsten gibt es im Schlafbereich nur eine Deckenlampe und der Vorraum gleich hinter der Eingangstür lässt sich gar nicht beleuchten. Nicht fehlen darf natürlich das in Großbritannien fast schon obligatorische Teeservice, das sich in diesem Fall aus einem Wasserkocher, zwei Tassen samt Untertassen sowie Teebeuteln und Instant-Kaffeepulver zusammensetzte. In den „Lodges“ gibt es leider kein WLAN. Dieses ist – wenn auch kostenlos – nur im Haupthaus nutzbar, was zum Zeitpunkt meines Aufenthalts etwas nervig war, da es in der kleinen Lobby nur zwei schon etwas speckige Sofas gab und nach einer an diesem Abend im Hotel stattgefundenen Hochzeit ständig Hotelpersonal und vereinzelt noch Hochzeitsgäste durch den schmalen Gang an mir vorbei liefen, während ich im Internet surfte.
Das Bad war jetzt auch nicht wirklich stilvoll, dafür aber zweckmäßig eingerichtet: eine grüne Badewanne mit Holzvertäfelung an der Seite und Handbrause, ein blaues Waschbecken mit zwei separaten Wasserhähnen für Kalt- und Heißwasser (findet man gerade in Schottland so überwiegend vor) und ein blaues WC. Handtücher waren ins ausreichender Zahl vorhanden und neben einem Stück Seife wurden auch je zwei kleine Fläschchen Duschgel und Shampoo bereitgestellt.
Das Frühstück setzt sich aus einem kleinen Buffet und mehreren Menüs, aus denen man wählen kann, zusammen. Zur Selbstbedienung stehen verschiedene Sorten Cornflakes (jeweils kleine Packungen für eine Portion), Fruchtsäfte, Tee und Kaffee bereit. Die Menüoptionen umfassen unter anderem auch ein kontinentales Frühstück, ich hingegen entschied mich für das ortstypische und deutlich sättingerende „Full Scottish Breakfast“. Somit wurden mir neben Toast und verschiedenen abgepackten Marmeladen auch gebratener Speck und Tomaten, Black Pudding (Blutwurst), Bratwurst, weiße Bohnen und eine Eierspeise nach Wahl (in meinem Fall Rührei) an den Tisch gebracht.
Das Personal habe ich zwar als bemüht, aber teils wenig aufmerksam in Erinnerung. Am Abend meiner Ankunft saß ich wie erwähnt noch in der kleinen Lobby und das Hotelpersonal unterhielt sich lautstark und teils etwas abwertend über den ganzen Flur – das kommt bei Gästen gar nicht gut an. Beim Frühstück wurde ich die ersten 15 Minuten (wenn vielleicht auch unbeabsichtigt)missachtet, ehe man meine Bestellung aufnahm. Es vergingen also knapp 25 Minuten, ehe ich dann mein warmes Frühstück vor mir stehen hatte. Da ich am Abreisetag um 12:00 Uhr die Fähre ab Scrabster nach Stromness nehmen wollte (deren Check-in offiziell um 11:30 Uhr schließt), bat ich die Dame an der Rezeption darum, ein Taxi zu bestellen. Obwohl sie eigentlich wissen müsste, dass sonntags nur diese eine Fähre verkehrt und der Check-in um 11:30 Uhr schließt, fragte sie mich ernsthaft, ob ich das Taxi denn „as soon as possible“ benötigen würde (was natürlich der Fall war).
Trotz einiger Mankos würde ich dieses Hotel letztlich weiterempfehlen wollen. Der Preis von 30 Pfund pro Nacht inklusive Frühstück war wirklich sehr günstig, die Lage zwischen Thurso und Scrabster war für mich ideal, die „Lodge“ bot zumindest eine gute Basisausstattung und das Frühstück hat satt gemacht.
Hotel
Zimmer
Service
Lage
Gastronomie
Sport & Unterh.