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A8310 Artilleriewerk Forte Airolo
Das Werk Fondo del Bosco respektive Forte Airolo ist in seiner Bauart einzigartig in der Schweiz und stammt aus den ersten Jahren einer umfassenden Befestigungspolitik.
Da die Schweizer keine Erfahrungen im Festungsbau hatten, wandte man sich an den österreichisch-ungarischen Generalgenieinspektor, Feldzeugmeister Daniel Freiherr von Salis-Soglio, welcher einen Plan für das dreistöckige Fort Airolo aushändigte. Mit Ausnahme der Eingangspartie wurde alles übernommen, weshalb der österreichische Einfluss bei diesem schmucken Fort deutlich erkennbar ist: Trennung Kampf- von Unterkunftstrakt, Anordnung der Geschütze, Verwendung von Granitblöcken und in Granit eingebaute Stahlscharten.
Der Bau wurde laut einem Bericht von Andrea Rauch im SOGAFLASH im April 1887 begonnen und im Sommer 1890 beendet. Das Fort Airolo galt damals als das modernste Europas. Die Baukosten wurden auf 1,5 Millionen Franken geschätzt, das Werk sollte Ende September 1888 im Rohbau fertig gestellt und zur Verteidigung bereit sein. Die Bauarbeiten dauerten bis 1890. Durch einen rund 1 km langen Stollen ist das Werk mit dem Gotthard-Bahntunnel verbunden. Speziell ist die Überdeckung der ganzen sturmfrei erstellten Anlage mit etwa 1 Meter hohen Granitquadern, die jedoch angesichts der neu entwickelten Brisanzgeschosse schon bald nicht mehr gereicht hätten. Die Erstbewaffnung bestand aus
- 2 x 12 cm Ringrohrkanonen 1882 (Krupp) in einem gemeinsamen Panzerturm des Systems Gruson
- 2 x 12 cm Kugelmörsern 1888 (Gruson) in einem Panzerstand
- 5 x 8,4 cm Ringrohrkanonen 1880 (Krupp) – 2 in Kasematten Richtung Bedrettotal, 3 in Kasematten Richtung Leventina
- 4 x 5,3 cm Schnellfeuerkanonen 1887 (Krupp) in Versenk-Panzertürmen
- 12 x 8,4 cm Bronzekanonen 1871 in 3 Kaponnieren
- 3 Beobachtungs-Panzertürmchen
Nachher wurde mit einem Stollen die Verbindung zum Eingang des Eisenbahntunnels und der dortigen Sicherungsanlage erstellt, dann die Flankiergalerie Stuei mit den zwei 8,4-cm-Kanonen 1879 und Infanteriewaffenanlagen auf dem Foppahügel zum besseren Schutz des Forts Airolo gebaut, 1901 die beiden ballistisch ungenügenden Kugelmörser durch zwei vom Fort abgesetzte 12-cm-Panzerhaubitzen 1891 ersetzt. Später wurden laufend die notwendigen Verbesserungen
angebracht.
1947 wurde das veraltete Fort als Kampfanlage aufgehoben, aber bis 1953 als Schulfort verwendet, dann die Geschütze und Lafetten demontiert und eingeschmolzen. Bis heute wird der Unterkunftstrakt von Schulen und Kursen belegt. Im Hinblick auf die Gedenkanlässe zur Mobilmachung ergriff Oberst Arnoldo Moriggia die Initiative zur Errichtung eines Museums im Kampftrakt.
Dank der Unterstützung der Aktivdienst-Veteranen der Festungsartilleriekompanie 16, der Festungsbrigade 23, von pensionierten und aktiven Angehörigen des Festungswachtkorps konnte das Museum 1989 eröffnet und 1999 erweitert werden. Die um 1950 mit Plastikplanen versehene Abdeckung wurde restauriert und kann seit 2001 in alter Schönheit bewundert werden.
Das ganze Fort hatte mit seiner Feuerkraft den Zweck, die Gotthard-Eisenbahn als wichtigste Nord-Süd-Verbindung, die Strasse der Leventina und das Val Bedretto zu schützen. Obschon das Fort Airolo seine militärische Bedeutung verloren hat, wird das Werk, wegen der beim Bau angewandten Technik, immer noch bewundert.
Rund 100 Meter oberhalb des Forte Airolo wurde der Foppa-Hügel armiert, dies ist quasi ein Ausbau des eigentlichen Forts.