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Entstehung, Symptome und Diagnose
Ein thorakales Aortenaneurysma ist eine Erweiterung der Hauptschlagader (Aorta) im Brustkorb. Wenn sowohl die thorakale Aorta wie auch die abdominale Aorta im Bauch betroffen ist, spricht man von einem thorakoabdominalen Aortenaneurysma. Die Ursachen für diese Erweiterung umfassen unter anderem Arteriosklerose (Ablagerungen von Fett und Kalk in den Wänden der Blutgefässe), genetische Veranlagung, Bluthochdruck, Rauchen, Entzündungen oder Verletzungen der Gefässwand. Ein Aneurysma verläuft oftmals symptomfrei. Deshalb kann es unbemerkt bleiben, bis es zu schwerwiegenden Komplikationen wie einer Ruptur (Einreissen) der Schlagader kommt. Eine frühzeitige Erkennung des thorakoabdominalen Aortenaneurysmas ist deshalb sehr wichtig, da mit voranschreitendem Wachstum auch die Gefahr einer Ruptur zunimmt. Mittels bildgebender Verfahren wie der Computertomographie (CT) erfolgt eine Einschätzung der Grösse und Ausdehnung des Aneurysmas.
Therapie
Der geeignetste Zeitpunkt für die Operation eines thorakalen Aortenaneurysmas wird anhand verschiedener Faktoren festgelegt und wird gemeinsam und unter vorsichtiger Abwägung von Risiken und Nutzen getroffen. In der Regel wird eine Operation empfohlen, wenn das Aneurysma eine bestimmte Grösse überschritten hat, um das Risiko von Komplikationen wie einer lebensbedrohlichen Ruptur (Einreissen) zu verringern. Ist eine Solche jedoch schon eingetreten, ist unabhängig von der Grösse des Aneurysmas ein sofortiger Eingriff erforderlich.
Die chirurgische Behandlung kann durch eine offene Operation oder endovaskulär (minimalinvasiv mit Stents) erfolgen. Der Entscheid für eine Operation und die Auswahl des Verfahrens hängen von verschiedenen Faktoren wie der Lage oder Grösse des Aneurysmas und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.
Eine moderne und minimalinvasive Technik zur Behandlung eines thorakalen Aortenaneurysmas ist die thorakale endovaskuläre Aortenreparatur (TEVAR). Dabei werden durch kleine Punktionen in den Leistenschlagadern Katheter in die Aorta eingeführt. Unter Röntgenkontrolle wird schliesslich eine Stentprothese platziert, die das Aneurysma von innen auskleidet und abdichtet. Diese Technik minimiert die chirurgische Belastung und verkürzt die Erholungszeit, kann aber nicht in jedem Fall zur Anwendung kommen. Auch thorakoabdominale Aortenaneurysmen können in der Mehrzahl der Fälle endovaskulär versorgt werden. Hierzu kommen massgeschneiderte Spezialprothesen mit Seitenarmen, so genannten Branches (BEVAR) oder Fenestrationen (FEVAR) zum Einsatz, um die Blutversorgung von Organen wie Leber, Magen, Darm und Nieren zu erhalten.
Bei der offenen chirurgischen Reparatur (Aortenersatz) erfolgt der Eingriff gemeinsam mit der Klinik für Herzchirurgie unter Einsatz der Herzlungenmaschine. Es bedarf einem grösseren chirurgischen Schnitt im Brust- und Bauchraum, um direkten Zugang zur Aorta zu erhalten. Nach Entfernung des erkrankten Teils der Schlagader wird eine künstliche Gefässprothese als Ersatz eingenäht, um die Aorta zu reparieren. Diese Methode kommt tendenziell bei jüngeren Patientinnen und Patienten und insbesondere bei Vorliegen einer angeborenen Bindegewebsschwäche zur Anwendung.
Jede Technik hat eigene Vor- und Nachteile. Der Entscheid für die am besten geeignete Operationstechnik erfolgt in enger Abstimmung zwischen dem Ärzteteam und der Patientin oder dem Patienten und wird bei Bedarf an unserer interdisziplinären Aortenkonferenz besprochen, um in jedem Einzelfall die optimale Therapie anzubieten.
Nachbehandlung und Prophylaxe
Nach der minimalinvasiven, endovaskulären Aortenreparatur ist nach erfolgreicher Kontrolle mittels Computertomographie für gewöhnlich nur ein kurzer Spitalaufenthalt von wenigen Tagen nötig. Die Erholungszeit ist kürzer als bei der offenen Operation und die Arbeitsunfähigkeit beträgt selten mehr als zwei Wochen. Nach Spitalentlassung empfehlen wir eine regelmässige Kontrolle mit bildgebenden Verfahren, wie einer Computertomographie, um die langfristige Wirksamkeit der Aneurysma-Ausschaltung zu überprüfen.
Nach einem offen chirurgischen Aortenersatz erfolgt nach drei Monaten eine Kontrolluntersuchung, bei der die Operationsnarben an Brustkorb oder Bauchdecke sowie die Beindurchblutung überprüft werden. Der Spitalaufenthalt dauert für gewöhnlich ein bis zwei Wochen. In manchen Fällen wird vom Behandlungsteam eine anschliessende Rehabilitation empfohlen. Die Erholungszeit und Arbeitsunfähigkeit beträgt in der Regel einige Wochen und variiert je nach Ausmass des Eingriffs und beruflicher Tätigkeit. Bei schwerer körperlicher Arbeit kann sie drei Monate betragen, während Patientinnen und Patienten in leichteren Berufen oft nach einigen Wochen wieder arbeiten können. Nach der ersten Kontrolle empfehlen wir in mehrjährigen Abständen eine erneute Bildgebung durchzuführen.
Generell sind eine optimale Einstellung des Blutdrucks und der Cholesterinwerte sowie die Vermeidung des Rauchens besonders wichtig, um der Entstehung eines Aneurysmas vorzubeugen oder nach dessen Behandlung Komplikationen zu vermeiden.