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Auf der Internetseite des Schweizer Pfannenherstellers Kuhn Rikon entdeckte die «Espresso»-Hörerin das vierteilige Pfannenset «Modern» und bestellte es. Als sie die Pfannen daheim auspackte, entdeckte sie auf der Verpackung in kleiner Schrift den Vermerk «Made in China».
«Swiss Design» nicht gleich «Swiss Made»
Sie war enttäuscht: «Ich wollte bewusst eine Schweizer Firma berücksichtigen und ging davon aus, dass ich Pfannen gekauft habe, die in der Schweiz produziert wurden.»
Besonders verwirrend findet die Käuferin, dass auf dem Pfannenboden gross «Swiss Design» mit Schweizer Kreuz eingraviert ist. «Zuerst habe ich ‹Swiss Made› gelesen, erst später wurde mir klar, dass es ‹Swiss Design› heisst und dass das nicht das gleiche ist.»
Sie beschwerte sich beim Kundendienst von Kuhn Rikon. Dort bestätigte man ihr, dass die Pfannen tatsächlich in China gefertigt wurden. «Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte diese Pfannen sicher nicht gekauft.»
Der Marketingverantwortliche René ab Egg von Kuhn Rikon bestätigt, dass es ab und zu Beschwerden beim Kundendienst gebe, weil die Bezeichnung «Swiss Design» mit «Swiss Made» verwechselt werde.
Er sagt, dass Kuhn Rikon in der Schweiz mehrere Industriedesigner und Ingenieure angestellt habe, welche die Pfannen designen und entwickeln würden: «Sie arbeiten an der Entwicklung von unseren Produkten, egal ob sie in der Schweiz gefertigt werden oder nicht. Diese Designleistung wollen wir auf unseren Produkten ausloben.»
Etikettenschwindel mit Swiss Design
Für Felix Addor, stellvertretender Leiter des Instituts für geistiges Eigentum, ist die Bezeichnung «Swiss Design» eine Schlaumeierei. Er kann den Ärger der Hörerin verstehen: «Es ist wirklich schwierig herauszufinden, woher ein Produkt schlussendlich kommt und wann aus der Swissness ‹Bschissness› wird.»
Addor sagt, dass bis jetzt der Begriff «Swiss Design» nicht geregelt sei. Erst mit dem neuen Swissness-Gesetz ab 2017 wird er klar definiert: «Dann muss die ganze Design-Arbeit in der Schweiz stattgefunden haben. Nur eine Zeichnung einer Pfanne reicht nicht, es müssen zum Beispiel Prototypen in der Schweiz entwickelt und gebaut worden sein.»
Besonders verwirrend ist, dass Kuhn Rikon unter den Begriff «Swiss Design» auch noch ein Schweizer Kreuz platziert hat. Felix Addor vom Institut für geistiges Eigentum sagt: «Das Schweizer Kreuz darf nicht auf Produkten aufgedruckt werden – egal ob sie aus der Schweiz stammen oder nicht.» Kuhn Rikon stellt sich jedoch auf den Standpunkt, dass ihr Schweizer Kreuz nicht der genauen Definition eines Schweizer Kreuzes entspreche und damit erlaubt sei.
Wildwuchs an Schweizer Kreuzen im Detailhandel
Wer sich im Detailhandel umsieht, findet hunderte von Produkten, auf welchen ein Schweizer Kreuz prangt. Auch das ist derzeit nicht erlaubt. Den Wildwuchs an illegalen an Schweizer Kreuzen auf Produkten müsste ein Richter mit einem entsprechenden Urteil eindämmen. Das ist bis jetzt nicht geschehen.