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Während der Zeit des Nationalsozialismus von 1933-1945 wurden in Deutschland und den annektierten und besetzten Ländern eine grosse Anzahl Kunstwerke konfisziert. Solche Raubkunst kam während und auch nach der Zeit des Deutschen Nationalsozialismus unter anderem auch in die Schweiz.
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gab es international und auch in der Schweiz erste Rückerstattungs- und Entschädigungsmassnahmen. Seit den neunziger Jahren hat das öffentliche Interesse an Raub- und Beutekunst aus der Zeit des Deutschen Nationalsozialismus national sowie international wieder stark zugenommen. So veröffentlichte das Bundesamt für Kultur im Frühjahr 1998 einen Bericht zur Untersuchung der Provenienz der Kulturgüter im Eigentum der Eidgenossenschaft im Hinblick auf die NS-Raubkunstproblematik. Sodann erschien 1998 die vom Bundesamt für Kultur und der Nationalen Informationsstelle für Kulturgüter-Erhaltung (NIKE) in Auftrag gegebene Studie zum Kunsthandelsplatz Schweiz in der Zeit von 1933-1945.
Auf internationaler Ebene nahm die Schweizerische Eidgenossenschaft im Dezember 1998 zusammen mit 43 anderen Staaten an der wegweisenden «Washingtoner Konferenz» teil und war massgebend an der Ausarbeitung der «Richtlinien der Washingtoner Konferenz in Bezug auf Kunstwerke, die von den Nazis konfisziert wurden» (Washingtoner Richtlinien) beteiligt. Bei den Washingtoner Richtlinien handelt es sich um nicht bindende Grundsätze, die das Ziel haben, in Raubkunstfällen gerechte und faire Lösungen zu erreichen.
Anschliessend an die Washingtoner Konferenz richtete der Schweizerische Bundesrat am 26. Januar 1999 die Anlaufstelle Raubkunst ein. Die Anlaufstelle Raubkunst empfiehlt im Umgang mit der NS-Raubkunstproblematik eine transparente, rechtmässige und angemessene Aufarbeitung, um gerechte und faire Lösungen zu erzielen.
Die internationale Aufarbeitung der Raubkunstproblematik ist bisher erst wenig durch eingespielte Abläufe, Regeln oder Abkommen erschlossen. Schwer zugängliche oder verschlossene Archive, unterschiedliche Forschungsmethoden und -standards und ein mehr oder weniger grosses Verständnis bei den verantwortlichen Stellen erschweren die wissenschaftliche Aufarbeitung. Auch fehlt es bisher an einer breiten Vernetzung der Informationen und Fachkompetenzen, die von den Untersuchungskommissionen, den interessierten Organisationen und den Einzelforscherinnen und -forschern erarbeitet werden. Den Anspruchsstellern schliesslich machen es die von Land zu Land differierenden rechtlichen Grundlagen und Prozedere schwer, mögliche Lösungswege zu erkennen und zu beschreiten. Insbesondere Privatpersonen ohne spezifisches Sachwissen oder Unterstützung durch eine Organisation stehen hier oft vor schwer zu überwindenden Hürden.
Mit dem Ziel der Bedarfsabklärung bei der Aufarbeitung der NS-Raubkunstproblematik in der Schweiz beauftragte der Bundesrat 2007 das Eidgenössische Departement des Innern (Bundesamt für Kultur) und das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (Politische Direktion) in einer Arbeitsgruppe zusammen mit den Kantonen (Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren, EDK) und den Museumsverbänden (Verband der Museen der Schweiz, VMS; Vereinigung Schweizer Kunstmuseen, VSK) eine freiwillige Umfrage bei Schweizer Museen durchzuführen. Im auswertenden Bericht des EDI/EDA vom 24. November 2010 wurde festgestellt, dass ein grosser Bedarf an Information und Sensibilisierung im Bereich NS-Raubkunst besteht um eine systematische Aufarbeitung zu fördern. Die Arbeitsgruppe Bund / Kantone / Museumsverbände, erweiterte daher 2012 im Bereich NS-Raubkunst das Informationsangebot. Im Sinne der „Hilfe zur Selbsthilfe" steht den interessierten Kreisen und betroffenen Akteuren nun ein breites Informationsangebot zur Verfügung, welches die systematische Aufarbeitung erleichtern soll.
Die Arbeiten im NS-Raubkunstbereich dienen folgenden Zielen:
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