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|Der Seidenlaubenvogel

«Er wusste, dass er nicht anziehend auf Frauen wirkte, und dieses Wissen
machte ihn noch unsicherer und zurückhaltender und bekräftigte seine Ahnung,
dass er es wohl nie wagen würde, eine ihm unbekannte Frau anzusprechen,
geschweige denn, dass diese auf ihn zugehen würde. Ja, er vermutete
sogar, dass Frauen ihm Angst machten, und damit musste er leben.
Dann schlug er zufällig die Seite auf, auf der von den Laubenvögeln Australiens
erzählt wurde. Hermann W. übermannte plötzlich ein unheimliches Glücksgefühl.
Er wusste jetzt, was er zu tun hatte.»
«Da hörte er, wie die jüngere Buchhändlerin, die ihm recht gut gefiel, weil sie
so engelhaft blondes Haar hatte, zur älteren sagte: ‹Das ist ein komischer Typ,
kauft nur Bücher über Vögel.› Hermanns Atem stockte, und weil er sie nicht in
Verlegenheit bringen wollte, verliess er möglichst unauffällig das Geschäft und
nahm draussen erleichtert die kalte Winterluft wahr . . .»
Aufzeichnung der Lesung mit Musik von «voice meets piano»
im Goldenen Kalb, Aarau.