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JPEG
Kategorie
Bildformate (Rastergrafik)
Abkürzungen
JPEG, JPG
.jpg, .jpeg, .jpe, .jfif, .jfi, .jif
image/jpeg
fmt/42; fmt/43; fmt/44
Titel
Joint Photographic Experts Group Interchange Format
Versionen
aktuelle Version: 1 (1992, akzeptiert als ISO/IEC 10918-1 1994)
Beschreibung
JPEG ist das am meisten verbreitete Format für den Austausch von Bildern. JPEG steht sowohl für eine verlustbehaftete Methode zur Komprimierung von Bildern in einen Bytestream als auch für das Dateiformat, in dem dieser Bytestream aufbewahrt wird. Eine Minimalversion dieses Formats ist bekannt als JPEG File Interchange Format (JFIF). In vielen Anwendungen wird unter dem Namen JPEG dieses Dateiformat verstanden. JPEG ist vor allem für Fotografien und allgemein für Bilder mit feinen Farbabstufungen geeignet. Für lineare Grafik ist es ungeeignet.
Von der Verwendung von JPEG zu archivischen Zwecken wird allgemein entschieden abgeraten, weil der verwendete Kompressionsalgorithmus nicht verlustfrei ist. Auf den (bei zukünftigen Migrationen noch potenzierten) Verlust von Teilen der Bildinformation ist zu verzichten. Überlegungen zur Speicherplatzökonomie spielen zwar eine Rolle, werden jedoch besser mit verlustfreien Komprimierungen (z.B. in JPEG2000
) berücksichtigt. Wenn Bilddateien jedoch bereits im JPEG-Format ans Archiv abgeliefert werden, ist die Migration in verlustfreie Formate nur dann sinnvoll, wenn diese bessere Langzeitperspektiven haben.
Bewertung
JPEG ist ein ISO-Standard.
Von 2002 bis 2006 wurde versucht, gewisse Patente auf JPEG durchzusetzen. Diese Versuche wurden gerichtlich gebremst und schliesslich aufgegeben; zudem ist die Schutzfrist für mögliche Patente auf dem Format abgelaufen.
JPEG ist das am meisten verbreitete Format für den Austausch von Bildern, insbesondere Fotografien und speziell auf dem Internet.
JPEG bringt als komprimiertes Format einen Informationsverlust mit sich. (Mit JPEG-LS existiert ein praktisch verlustfreier Kompressionsalgorithmus für JPEG, der jedoch keine grosse Verbreitung erlangt hat und in der Zwischenzeit von JPEG2000
abgelöst worden ist. Siehe dazu http://www.jpeg.org/jpeg/jpegls.html
.)
Das Format wird von sämtlicher gängigen Bildbearbeitungssoftware sowie von allen grafischen Webbrowsern verarbeitet.
Durch die Komprimierung erreicht JPEG eine hohe Speicherdichte (bis zu Faktor 10 gegenüber unkomprimierten Bilddateien bei kaum sichtbarem Qualitätsverlust).
JPEG-Dateien können von Formaterkennungssoftware erkannt und vom Validierungstool JHOVE validiert werden.
Es besteht weitgehende Einigkeit, dass JPEG kein Archivformat ist.
Wenn ein Archiv Datenkompression
bei Bilddaten zulässt, wird es sich zukünftig eher für die JPEG2000
-Komprimierung entscheiden, gegebenenfalls in einem PDF/A-File.
JPEG ist ein seit langem bekanntes, weit verbreitetes Format.
Fazit
JPEG kann wegen der Komprimierung
als Archivformat nicht empfohlen werden. Wo wichtige Bilddateien in diesem Format angeboten werden, soll auf eine Migration verzichtet werden, wenn kein anderes langzeittaugliches Format zur Verfügung steht, in welches die JPEG-Dateien sinnvoll konvertiert werden könnten.
Referenz
Information technology — Digital compression and coding of continuous-tone still images: Requirements and guidelines. ISO/IEC 10918-1:1994
http://www.iso.ch/iso/en/CatalogueDetailPage.CatalogueDetail?CSNUMBER=18902
[kostenpflichtig]
http://www.w3.org/Graphics/JPEG/itu-t81.pdf
[frei erhältliche Version]
C-Cube Microsystems (ed.), JPEG File Information Format, Version 1.02
http://www.w3.org/Graphics/JPEG/jfif3.pdf
[frei erhältlich]
Literatur
JPEG Homepage
http://www.jpeg.org/jpeg/index.html
Murray, James D.; vanRyper, William: Encyclopedia of Graphics File Formats. Second Edition. Bonn etc., O'Reilly&Associates, 1996. ISBN 1-56592-161-5. pp. 510-515
Verbindungen
JPEG2000
ist als Nachfolger von JPEG vorgesehen. Es bringt insbesondere verlustfreie Komprimierung mit sich.