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Wegen des Hochwassers seien einige Tierarten aus der Grande Cariçaie verschwunden, heisst es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Keystone-sda. Unter anderem die Glänzende Glattschnecke sei Opfer des Hochwassers am Neuenburgersee geworden. Die sehr seltene und auf wenige Standorte beschränkte Schnecke bevorzuge Sümpfe und Feuchtwiesen – tagelange Überschwemmungen überlebe sie aber nicht, sagte Antoine Gander, Biologe des Vereins Grande Cariçaie gegenüber der Nachrichtenagentur.
Erste Beobachtungen zeigten ausserdem einen drastischen Rückgang der Zahl der Libellen, Heuschrecken und Grillen. Beispielsweise die seltene und stark gefährdete Zwerglibelle sei aus ihrem üblichen Verbreitungsgebiet fast vollständig verschwunden, wird Antoine Gander weiter zitiert. Nur wenige Eier hätten das Hochwasser überlebt. In der Folge seien Haubentaucher, Rohrammer, Teichrohrsänger und Haubentaucher dorthin geflüchtet, wo sie mehr Nahrung finden können. Ausserdem seien auch einige Bruten von Enten und anderen Bodenbrütern vernichtet worden. Die erste Brut der im Sumpf lebenden Singvögel sei glücklicherweise schon durch, wird weiter Christophe Sahli, Ornithologe des Vereins Grande Cariçaie zitiert. Der in der Schweiz besonders seltene Purpurreiher allerdings werde in diesem Jahr wahrscheinlich keine Küken aufziehen, da seine Nester überflutet wurden.
Die Folgen der Überschwemmungen für das Schutzgebiet seien zum jetzigen Zeitpunkt noch schwer abzuschätzen, heisst es im Bericht weiter. Die Biologen erwarteten aber, dass die Vögel, die weggezogen seien, im nächsten Jahr wieder zurückkehrten und dass Insekten die überschwemmten Flächen wieder besiedeln würden. Die Natur sei widerstandsfähig und sehr gut darin, sich zu regenerieren.
Grande Cariçaie
Die Grande Cariçaie ist das grösste zusammenhängende Feuchtgebiet der Schweiz und erstreckt sich über einen 40 Kilometer langen Streifen entlang des Südostufers des Neuenburgersees. Die Kantone Waadt, Freiburg, Neuenburg und Bern teilen sich das Schutzgebiet, das acht Naturschutzgebiete mit insgesamt rund 3000 Hektaren umfasst. In den Mooren, feuchten Wäldern und Flachwasserzonen der Grande Cariçaie lebt rund ein Viertel der Tier- und Pflanzenarten der Schweiz, darunter zahlreiche seltene und bedrohte Arten.