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Die meisten Menschen, die sich mit dem Coronavirus infizieren, haben nur leichte oder mäßige Symptome. Dennoch kann diese Infektion von pathophysiologischen Veränderungen und anhaltenden Symptomen begleitet sein. Dies wird auch als langes COVID- oder Post-COVID-Syndrom bezeichnet. Häufige Restsymptome sind u. a. anhaltende Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Niedergeschlagenheit, Kurzatmigkeit/Atemnot, Muskelermüdung und Schlafprobleme.
Der natürliche Verlauf der Genesung von COVID-19 variiert von Person zu Person und wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, darunter das Alter, der Gesundheitszustand der Person vor der Virusinfektion, das Vorhandensein von Komorbiditäten, die Art und Schwere der Infektion und die sozioökonomischen Umstände. Integrative Behandlungsstrategien, die auf Lebensstil und Supplementierung basieren, können einen positiven Beitrag zur Genesung Ihres Klienten leisten [1]
Nach einer Infektion hat der Körper einen zusätzlichen Bedarf an Energie und Bausteinen aus gesunder Nahrung. Proteine werden z. B. für die Regeneration der Lunge sowie für den Erhalt und Aufbau von Muskeln und des Immunsystems benötigt. Auch Vitamine und Mineralstoffe übernehmen zahlreiche unterstützende Funktionen bei der Wiederherstellung von körperlichen Prozessen. Eine gesunde Ernährung beinhaltet u. a. viel Gemüse und Obst. Der Verzehr ist mit einer verbesserten Atemwegsfunktion und einer reduzierten Entzündung der Atemwege sowie weniger oxidativem Stress verbunden [2].
Die Aufnahme von Lebensmitteln mit entzündungshemmender Wirkung ist mit einer verbesserten Lungenfunktion bei gesunden Erwachsenen und Kindern [3] und einer verbesserten Lungenfunktion und niedrigeren Sterblichkeit bei Menschen mit COPD verbunden [4]. Entzündungshemmende Lebensmittel enthalten Flavonoide wie Fucoxanthin und Astaxanthin. Diese Flavonoide sind vor allem in gelben, rosa- und orangefarbenen Lebensmitteln enthalten. Dazu gehören verschiedene Früchte und Gemüse, Algen und Schalentiere [5]. Resveratrol, Curcumin und grüner Tee wirken ebenfalls entzündungshemmend und können das Immunsystem und den Energiestoffwechsel positiv beeinflussen [5].
Darüber hinaus kann eine optimale Stoffwechselgesundheit erreicht werden, indem die Anzahl der Mahlzeiten auf dreimal pro Tag begrenzt wird. Auch intermittierendes Fasten hat einen positiven Einfluss auf den Energiestoffwechsel [6].
Ein optimaler Biorhythmus ist wichtig für eine gute Gesundheit. Unsere biologische Uhr sorgt dafür, dass unser Körper im Einklang mit der Umgebung funktioniert. Der Körper reagiert auf das Tageslicht und signalisiert, wann wir aufstehen und wieder schlafen gehen sollten. Wenn dieser Rhythmus gestört ist, hat das Folgen für unser körperliches und geistiges Wohlbefinden. Ein optimaler Biorhythmus verbessert das Schlafverhalten und damit die Gehirnfunktion, die Funktion des Stoffwechsels und des Immunsystems [7]. Im Folgenden finden Sie einige Empfehlungen zur Wiederherstellung des Biorhythmus:
• Sorgen Sie für ausreichend Entspannung während des Tages und vor dem Schlafengehen
• Gehen Sie zu festen Zeiten zu Bett und stehen Sie zu festen Zeiten auf
• Vermeiden Sie nach 21.00 Uhr Computerbildschirme und helles Licht
• Verwenden Sie abends einen Blaulichtfilter an Bildschirmen oder tragen Sie eine spezielle Brille
• Versuchen Sie, ein paar Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu essen
• Sorgen Sie für einen dunklen Raum mit ausreichend Sauerstoff und ohne Lärm
• Vermeiden Sie Substanzen, die den Schlaf stören, wie Koffein, Nikotin und Alkohol
Nachdem Sie eine Infektion überstanden haben, ist es ein gutes Ziel, jeden Tag mindestens eine halbe Stunde spazieren zu gehen oder Fahrrad zu fahren. Ergänzen Sie dies durch intensive Trainingsmomente, aber berücksichtigen Sie dabei natürlich die Schwere der Restsymptome. Bewegen Sie sich vorzugsweise im Freien in einem bewaldeten Gebiet. Der Wald verströmt nämlich Terpene und Terpenoide, die einen positiven Einfluss auf das Immunsystem und die Lungenfunktion haben [8].
Manchmal verbleiben Restbeschwerden, weil das Immunsystem noch nicht optimal funktioniert oder weil das Virus vom Immunsystem noch nicht richtig „beseitigt“ wurde. Die folgenden Substanzen können helfen, das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen, das Virus zu beseitigen und/oder Müdigkeitssymptome zu reduzieren.
Vitamine und Mineralstoffe
Um das Immunsystem für eine optimale Funktion wieder ins Gleichgewicht zu bringen und zu stärken, sind Vitamine und Mineralstoffe wichtig, darunter Vitamin D3, Vitamin C und Zink [9]. Vitamin B12 unterstützt nicht nur die Funktion des Immunsystems, sondern ist auch ein Cofaktor für verschiedene Enzyme im Energiestoffwechsel und kann so helfen, Ermüdungserscheinungen zu reduzieren [10].
Lactoferrin
Eine der Ursachen für Restsymptome nach COVID-19 ist, dass das Virus noch nicht vollständig vom Immunsystem beseitigt wurde. Das Immunsystem bleibt dann aktiv und das kostet Energie. Lactoferrin ist ein körpereigenes Protein, das bei der Beseitigung eines Virus helfen kann [11,12]. Lactoferrin kann als hochdosierte Kur eingesetzt werden.
PQQ
Pyrrolochinolinchinon (PQQ) ist ein starkes Antioxidans, das in bestimmten Lebensmitteln vorkommt. Es stimuliert die Funktion und Produktion neuer Mitochondrien, was zu mehr Ausdauer und Energie führt [13–15]. Eine Nahrungsergänzung mit PQQ kann also helfen, Müdigkeit zu bekämpfen.
Ubiquinol
Ubiquinol, eine Form des Coenzyms Q10, ist eine körpereigene Substanz mit einer starken antioxidativen Wirkung. Darüber hinaus ist Ubiquinol essentiell für die Energieproduktion in den Mitochondrien. Ubiquinol wird u. a. bei Müdigkeitsbeschwerden als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt [16].
Nach einer Coronavirus-Infektion können auch Klienten, die nur leichte bis mäßige Symptome hatten, noch unter Restbeschwerden leiden. Eine integrative Behandlungsstrategie, die aus einer Kombination von gesunder Ernährung, Wiederherstellung des Biorhythmus, Bewegung und Supplementierung besteht, kann einen positiven Beitrag zur Genesung Ihres Klienten leisten.
1. Alschuler L, Chiasson AM, Horwitz R, Sternberg E, Crocker R, Weil A, et al. Integrative medicine considerations for convalescence from mild-to-moderate COVID-19 disease. EXPLORE. 2020 Dec;S1550830720304171.
2. Hosseini B, Berthon BS, Wark P, Wood LG. Effects of Fruit and Vegetable Consumption on Risk of Asthma, Wheezing and Immune Responses: A Systematic Review and Meta-Analysis. Nutrients. 2017 Mar 29;9(4):341.
3. Han Y-Y, Forno E, Shivappa N, Wirth MD, Hébert JR, Celedón JC. The Dietary Inflammatory Index and Current Wheeze Among Children and Adults in the United States. The Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice. 2018 May;6(3):834-841.e2.
4. Hanson C, Sayles H, Rutten E, Wouters EFM, MacNee W, Calverley P, et al. The Association Between Dietary Intake and Phenotypical Characteristics of COPD in the ECLIPSE Cohort. J COPD F. 2014;1(1):115–24.
5. Ferramosca A, Di Giacomo M, Zara V. Antioxidant dietary approach in treatment of fatty liver: New insights and updates. WJG. 2017;23(23):4146.
6. Speakman JR, Mitchell SE. Caloric restriction. Molecular Aspects of Medicine. 2011 Jun;32(3):159–221.
7. de Punder K, Heim C, Entringer S. Association between chronotype and body mass index: The role of C-reactive protein and the cortisol response to stress. Psychoneuroendocrinology. 2019 Nov;109:104388.
8. Kim T, Song B, Cho KS, Lee I-S. Therapeutic Potential of Volatile Terpenes and Terpenoids from Forests for Inflammatory Diseases. IJMS. 2020 Mar 22;21(6):2187.
9. Alagawany M, Attia YA, Farag MR, Elnesr SS, Nagadi SA, Shafi ME, et al. The Strategy of Boosting the Immune System Under the COVID-19 Pandemic. Front Vet Sci. 2021 Jan 8;7:570748.
10. Tardy A-L, Pouteau E, Marquez D, Yilmaz C, Scholey A. Vitamins and Minerals for Energy, Fatigue and Cognition: A Narrative Review of the Biochemical and Clinical Evidence. Nutrients. 2020 Jan 16;12(1):228.
11. Drago-Serrano M, Campos-Rodríguez R, Carrero J, de la Garza M. Lactoferrin: Balancing Ups and Downs of Inflammation Due to Microbial Infections. IJMS. 2017 Mar 1;18(3):501.
12. González-Chávez SA, Arévalo-Gallegos S, Rascón-Cruz Q. Lactoferrin: structure, function and applications. Int J Antimicrob Agents. 2009;33(4):301.e1-8.
13. Chowanadisai W, Bauerly KA, Tchaparian E, Wong A, Cortopassi GA, Rucker RB. Pyrroloquinoline Quinone Stimulates Mitochondrial Biogenesis through cAMP Response Element-binding Protein Phosphorylation and Increased PGC-1a Expression. J Biol Chem. 2010 Jan 1;285(1):142–52.
14. Harris CB, Chowanadisai W, Mishchuk DO, Satre MA, Slupsky CM, Rucker RB. Dietary pyrroloquinoline quinone (PQQ) alters indicators of inflammation and mitochondrial-related metabolism in human subjects. The Journal of Nutritional Biochemistry. 2013;24(12):2076–84.
15. Saihara K, Kamikubo R, Ikemoto K, Uchida K, Akagawa M. Pyrroloquinoline Quinone, a Redox-Active o-Quinone, Stimulates Mitochondrial Biogenesis by Activating the SIRT1/PGC-1a Signaling Pathway. Biochemistry. 2017 Dec 19;56(50):6615–25.
16. Mizuno K, Sasaki AT, Watanabe K, Watanabe Y. Ubiquinol-10 Intake Is Effective in Relieving Mild Fatigue in Healthy Individuals. Nutrients. 2020 Jun 2;12(6):1640.