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Autor:
Christoph Lindinger
2 Gladwell, M. (2008): Outliers, Little Brown and Company, New York
3 Ericsson, K. Anders (2012-10-01). „Training history, deliberate practise and elite sports performance: an analysis in response to Tucker and Collins review—what makes champions?“. Br J Sports Med. 47 (9): bjsports–2012–091767.
Erinnern Sie sich noch? Bei der letzten Lernstunde tauchte die Frage auf, wie man immer wieder auftauchenden Gedankenmustern erfolgreich begegnen und damit die Selbstblockade, die Lernen verhindert, überwinden kann.
Ansätze wie „The Work“ von Byron Katie1 oder die „Lerner-Fragen“ von Marylee Adams2 bieten hier einen gangbaren Weg. Reframing lautet grob der Obertitel solcher Werkzeuge, also Umdeutung. Dies setzt allerdings zwei mentale Prozesse voraus. Zum einen muss ich erkennen, dass ich mich in die Sackgasse des rigiden Denkens bewegt habe, und zum andern benötige ich das Wissen um und auch den Glauben an die Veränderbarkeit von Denkmustern.
Ideal beschreibt dies Carol Dweck3 mit dem Konzept des „Growth Mindset“. So konnte die Stanford-Forscherin zeigen, dass Kinder, die sich in Texten über die Funktionsweise unserer Gehirne informieren konnten, am Ende viel weniger von Fehlschlägen beeindruckt waren als Kinder ohne diese Kenntnisse. Wissen um die Veränderbarkeit unserer Synapsenverbindungen lässt uns ganz offensichtlich mehr darauf vertrauen, dass auch mehrfache Versuche sinnvoll sein und schlussendlich zum Erfolg führen können. Die Fähigkeit zur Selbstbeobachtung und damit zur Selbstreflexion besteht offensichtlich ansatzweise schon in jungen Jahren.
Die Psychologin und Bestsellerautorin Angela Lee Duckworth4 nennt aufgrund von empirischen Beobachtungen Grit (bedeutet hier Rückgrat im Sinne von Ausdauer) den wichtigsten Faktor für erfolgreiches Lernen. Sie stellt dabei fest, dass einer der wenigen heute bekannten Wege, diese auf Langfristziele ausgerichtete Haltung zu fördern, der Growth Mindset ist. Es bedeutet im Klartext, über eine Einstellung zu verfügen, etwas „noch“ nicht zu können, anstatt mit Glaubenssätzen wie „ich bin einfach nicht begabt genug“ sich selbst einzuengen. Das kleine Wort „noch“ macht dabei den riesigen Unterschied.
Ob Übung wirklich in allen Disziplinen Meister hervorbringt? Lesen Sie in den nächsten Learninger’s Lernstunden, was es mit Anders Ericssons 10‘000-Stunden-Formel auf sich hat.
Autor:
Christoph Lindinger
2 Adams, M. (2015): Question Thinking. Die Kunst, die richtigen Fragen zu stellen, dtv, München
3 Dweck, C. (2006): Mindset: a new psychology of success, Random House Publishing Group, New York
Die eigene Grundhaltung entscheidet darüber, ob und wie man erfolgreich Veränderungen bewältigen kann. So einleuchtend es klingen mag, so schwer fällt es vielen Menschen, dieser Einsicht Taten folgen zu lassen. Gerade bei schwierigeren Themen kommt es fast schon als Voraussetzung darauf an, sich grundsätzlich einen Lernerfolg zuzutrauen, bevor man etwas Neues in Angriff nimmt.
Dabei geht es mehr als nur um das Prinzip Hoffnung. Den ersten Schritt für Lernen unter schwierigen Rahmenbedingungen liefert der mittlerweile gebräuchliche englische Ausdruck Mindset. Wenn wir etwas dazulernen möchten oder etwas verändern wollen, können wir unsere Einstellung zu den Dingen ändern, selbst wenn uns die Umstände massiv behindern sollten. Dies soll nicht bedeuten, zu allem in seiner Umgebung Ja und Amen zu sagen. Keineswegs. Gerade weil Rahmenbedingungen manches Mal mit übermächtigen Herausforderungen oder emotionalen Stürmen verbunden sind (wie z. B. chronische Stresssituationen auf der Arbeit oder eine als unberechtigt erlebte Kündigung), braucht man einen klaren Kopf. Wer sich von Anfang an entmutigen lässt, hat schnell verloren. Die einschränkenden Aussagen, das geht nicht, das kann ich nicht oder gar das werde ich nie können, sollte man aus seinem Gedankengut verbannen. Sie sind ein Zeichen für eine Haltung, die Fachleute den rigiden Mindset nennen. Es handelt sich um eine bittere Selbstblockade, die Lernen verhindert, bevor man überhaupt erste echte Erfahrungen mit einem Thema gesammelt hat.
Wie aber lässt sich solchen immer wieder auftauchenden Gedankenmustern erfolgreich begegnen?
In Teil 4 der Learninger’s Lernstunden präsentiere ich Ihnen Ansätze von verschiedenen Fachleuten.
Autor:
Christoph Lindinger