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26.07.2021 14:17:43

Neue Kirche auf dem Geissberg1675 - 1677
1197 wird erstmals eine Kirche von Langenthal urkundlich erwähnt. Sie ist vermutlich bereits auf dem Geissberg als Eigenkirche der Herren von Grünenberg gebaut worden. Bereits einige Jahre nach der ersten Erwähnung der Kirche gelangte das Kollaturrecht durch eine Schenkung von Eberhard von Grünenberg an das Kloster St. Urban (1224).
Im Laufe des 14. Jahrhunderts wurden die Zisterzienser auch Twing- und Grundherren von Langenthal. Dadurch stärkte sich auch ihre religiöse Stellung. Ein Zeichen dafür ist, dass bei der Kirchenweihe von 1392, der Bischof von Konstanz (Herrmann von Klingenberg) selber anwesend war. Ob er eine restaurierte alte Kirche weihte, oder einen vollständigen Neubau bleibt offen. Geweiht wurden die beiden Altäre in der Kirche der Mutter Gottes und dem Heiligen Erhard. Im Artikel zur Reformation ist nachzulesen, dass die Kirche auf dem Geissberg erst 1538 zur Pfarrkirche der damals neu geschaffenen Kirchgemeinde Langenthal wurde. 1672 forderte das Langenthaler Pfarrkapitel die Erweiterung und Sanierung der Kirche von 1392.
Nach längeren Auseinandersetzungen um die Zuständigkeit (Bern; St.Urban) erhielt 1676 der bekannte Baumeister Abraham Dünz I den Auftrag, eine neue Kirche zu planen und zu realisieren. Im Stile der Zeit sollte es eine repräsentative, barocke Hallenkirche werden die vor allem dem Zweck der reformierten Gemeindepredigt zu dienen hatte. Der heutige polygonale Predigtsaal konnte im August 1677 eingeweiht werden. Der Triumphbogen zwischen Schiff und Chor, der typisch war für die mittelalterliche Kirche, war verschwunden. Die beiden Teile wurden lediglich noch durch eine Stufe getrennt. Vorne auf dem erhöhten Chorboden stand, in der Flucht des Mittelgangs, der die Hauptachse bildete, der neue steinerne Altarstisch. Er war zum Anlass des Baus von Weibel Friedli Geiser und Bannwart Ruedi Hünig «einer ehrsamen Gemeinde allhier» gestiftet worden. Daneben erhob sich der von Hans Bösiger gestiftete Taufstein «samt schönen umgebenden Stühlen, auch einem künstlichen Aufzug des Deckels». Im erweiterten vierseitigen Chor hatte nun auch die prächtig restaurierte, 1606 im Schiff eingebaute Renaissancekanzel Platz gefunden. Diese aufwändig geschnitzte und intarsierte Kanzel war nach der Reformation von einem bedeutenden Tischmacher mit den Initialen I.B. gefertigt worden.
Dieser Text wurde von Langenthals Stadtchronisten zusammengestellt.
Bild: Die neue Kirche auf dem Geissberg
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