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Welche Bedeutung hat Alexander Gosztonyi für mich? Das kann ich in einem Satz sagen: Er war mein nachhaltigster, einflussreichster, vertrauenswürdigster, vorbildlichster Lehrer.
Er erfüllte alle meine Kriterien an einen guten Lehrer: Er sagte nur, was er wusste; er lebte, was er sagte; er war ehrlich und selbstkritisch, er war durch und durch integer und verfügte über ein von mir aus gesehen immenses Wissen, das er allgemein verständlich weitergeben konnte. Aufgrund seiner Erfahrungen und seines Wissens schuf er eine neue Theorie, eine neue, erweiterte Psychologie, ein neues Weltbild.
Ich begegnete ihm, als ich (bereits vierfache Mutter und 20 Jahre verheiratet) an der Uni studierte, und ich konnte ihn alles fragen, worauf ich an der Uni keine Antwort bekam. Ich studierte Geisteswissenschaften, beschäftigte mich mit Philosophie, Geschichte, Pädagogik und Psychologie. In all diesen Bereichen war er mir ein kompetenter, eigenständig denkender Lehrer, mein „Super Professor“, wie ich ihn im geheimen nannte.
Neben seinem profunden, vielseitigen Wissen schätzte ich an ihm seine liebenswürdige Menschlichkeit und seine große Bescheidenheit.
Als ich ihn einmal fragte, warum er so bescheiden sei (er duldete kein Aufhebens um seine Person, wollte nicht bekannt, ja berühmt sein, sondern arbeitete im Stillen), antwortete er: „Bescheiden ist der, der Bescheid weiß.“ – Aha, das traf den Nagel auf den Kopf! Genau so empfand ich ihn, als Wissenden.
Immer wieder ermutigte er mich und die andern seiner Klienten, auf das Innere, auf die geistigen Führer zu hören. Alles Wissen ist in uns. Wir können uns daran erinnern mit der Zeit.
Und so ging es mir mit ihm. Alles, was er sagte, kam mir bekannt, vertraut, so logisch und klar vor, aber selber wäre ich nicht drauf gekommen.
Besonders sein Konzept der Entwicklung des Menschen über unzählige Inkarnationen scheint mir eine schlüsselhafte Bedeutung für ein neues Weltbild ohne Dogmatik und Enge einzunehmen. Damit erklärt sich all das Böse, das täglich geschieht, geschehen muss, und das wir sonst nicht gut erklären können, wenn wir einen liebenden, vollkommenen Gott, der alles geschaffen hat und alles in seinen Händen trägt, annehmen.
Mit der Entwicklung, man könnte auch Evolution der Schöpfung sagen, geht das. Und wenn wir um diese Entwicklung wissen, haben wir Verständnis für jeden Menschen, wir wissen, dass er im Moment nicht anders handeln kann, als er tut, aber dass er, wie wir alle, innerlich weiterkommt und aus den inneren „Windeln“ und „Kinderschuhen“ heraus wächst.
Diese Gedanken geben mir eine enorme Zuversicht, dass alles, wie es ist und wird, sinnvoll ist, gelenkt wird, auch wenn es uns oft unglaublich erscheint.
Es hilft mir auch, meinen Platz als kleines Rädchen im Getriebe der Welt zu sehen und einzunehmen. Einfach an seinem Platz zu stehen, dort das Nötige zu tun, auf die Hilfe der geistigen Welt zu vertrauen, das ist schon alles.
AG half mir, dies einzusehen und zu versuchen, es umzusetzen und nicht zu verzweifeln oder in Resignation oder Selbstzufriedenheit zu versinken, sondern jeden Tag zu nehmen als ein Geschenk aus höherer Hand, im Wissen, dass ich, sogar mit meinen Fehlern, Dienerin bin am großen Ganzen, auch wenn es nur im ganz Kleinen ist.
Ich lernte bei ihm, mich zu öffnen für die innere Stimme, auf sie zu vertrauen und alles, was geschieht, anzunehmen.
Bestimmt hilft die Rückführungstherapie da mit, indem sie den Umgang mit negativen Gefühlen, überhaupt mit allem Negativen, lehrt: nämlich alles anzuschauen, was uns belastet und den Grund dafür in uns zu erkennen. Das ist meistens eine Lerngelegenheit, eine Erinnerung, wie wir uns früher negativ andern gegenüber verhalten haben, genau so, wie wir es jetzt beklagen.
Ich bin unbeschreiblich dankbar, dass mich eine tiefe Lebenskrise zu AG gebracht und ich über 20 Jahre bei ihm lernen durfte. Ich danke ihm und natürlich der geistigen Welt aus vollem Herzen für alles, was ich erfahren und erhalten durfte im Zusammenhang mit der Rückführungstherapie.
Ich wünsche mir, dass wir sein Werk weiterführen dürfen. AG würde wohl sagen: an diesem Werk, nämlich im „Weinberg Gottes“, weiterarbeiten dürfen, jeder an seinem Platz, wo sie oder er hingestellt sind.
E.H. Schweiz, 2011