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Igor Strawinsky (1882-1971)
Игорь Фёдорович Стравинский
Igor Strawinsky ist für die Entwicklung der zeitgenössischen Musik von so grosser Bedeutung, dass er kaum mehr zur russischen Musik gezählt werden kann. Seine immense künstlerische Entwicklung von den kompositorischen Anfängen bei seinem Lehrmeister Rimski-Korsakow, bis zur „Skandaluraufführung“ des „Sacré du printemps“ in Paris, ist vergleichbar mit dem malerischen Werk von Picasso.
Igor Strawinsky wurde 1882 in der Nähe von St. Petersburg geboren. Sein Vater war Bassist an der St. Petersburger Oper. Während seines Jurastudiums, das er 1905 mit dem Staatsexamen abschloss, wurde Strawinsky Privatschüler von Nikolaj Rimskij Korsakow. Von 1907 – 1923 arbeitete er mit Serge Diaghilew zusammen, dem Leiter der „Ballets Russes“.
Bereits 1910 war er erstmals in Paris, wo die Uraufführung seines „Feuervogels“ und später die Uraufführungen von „Petruschka“ und „Sacré du Printemps“ grandiose Skandale und die später filmvertonte Episode mit „Coco Chanel“ stattfanden, aber auch triumphale Erfolge bewirkten.
Vor dem 1. Weltkrieg lebte er abwechselnd in Russland und Paris. Einige Jahre wohnte er auch in der Schweiz. In Zusammenarbeit mit dem Waadtländer Autor Charles-Ferdinand Ramuz entstand 1917 sein berühmtes Werk „L’histoire du soldat“.
Ab 1920 lebte er vorwiegend in Frankreich und wurde 1934 französischer Staatsbürger. Strawinsky deswegen als französischen Komponisten einzuordnen wäre allerdings zu kurzsichtig. 1939 emigrierte Strawinsky in die USA und erlangte 1945 die amerikanische Staatsbürgerschaft.
Bei keinem Komponisten der Neuzeit tritt die Internationalität und Stiluniversalität so in den Vordergrund wie bei ihm. Strawinsky war gleichzeitig Russe, Franzose, Amerikaner und Kosmopolit. Sein immenser Wissensdrang und seine absolut fesselnde Persönlichkeit erlaubten ihm nationale Eigenheiten der Musik zu überwinden.