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Anfang Januar kam es in Sri Lanka zum Machtwechsel. Präsident Mahinda Rajapaksa verlor die vorgezogene Präsidentschaftswahl überraschend gegen seinen ehemaligen Gefolgsmann Maithripala Sirisena. Auf ihm ruhen grosse Hoffnungen auf eine bessere Zukunft.
Doch das Erbe der Rajapaksa-Aera lastet schwer auf dem Land: Hohe Inflation, grosse Militärpräsenz im tamilischen Norden und Wunden, die mehr als fünf Jahre nach dem Bürgerkrieg noch immer nicht verheilt sind. Sirisena verspricht einen Wandel hin zu mehr Demokratie.
Der Machtwechsel auf Sri Lanka kam überraschend. Präsident Mahinda Rajapaksa hatte sich so sicher im Sattel gefühlt, dass er vorzeitig wählen liess. Doch der Autokrat, der die Inselrepublik ein Jahrzehnt lang mit eiserner Faust regierte, hatte sich verrechnet. Er hatte die Schaltstellen der Macht mit Angehörigen seiner Familie und engen Freunden besetzte, und das stiess selbst bei Rajapaksas politischer Basis auf Widerstand. Viele seiner Minister liefen zur Opposition über. Sie hatten genug von Korruption und Vetternwirtschaft. Kurz vor den Wahlen verliess ihn auch Maithripala Sirisena, bis dahin ein treuer Gefolgsmann. Sirisena liess sich von einem breiten Oppositionsbündnis als Präsidentschaftskandidat aufstellen. Ihm gelang, was vor dem Wahlgang kaum jemand für möglich gehalten hatte: Er wurde zum neuen Präsidenten Sri Lankas gewählt, versprach mehr Demokratie und weniger Korruption. Bereits am Tag nach dem Wahlsieg übernahm er das Amt von Verlierer Rajapaksa. Dessen politisches Erbe lastet schwer auf dem Land. Sri Lanka ist verschuldet, Zinsen und Inflation sind hoch und die einfache Bevölkerung leidet immer stärker unter der Teuerung.
Am schwierigsten jedoch: Auch mehr als fünf Jahre nach dem Kriegsende konnten die Wunden des blutigen Bürgerkrieges nicht verheilen. Die Armee hält grosse Teile des Nordens noch immer besetzt und schikaniert die tamilische Bevölkerung. Die politische Frustration wächst Sirisena verdankt seine Wahl nicht zuletzt der geschlossenen Unterstützung durch tamilischen Wähler. Diese fordern nun politischen Lohn und hoffen, dass die neue Regierung ihnen zu mehr Gerechtigkeit verhilft.
Autor/in: Karin Wenger, Redaktion: Daniel Voll
Sendung International (SRF) vom 31.1.2015