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Meditative Sportarten sind nicht nur entspannend, sondern bringen uns auch in Bewegung. Sie lassen sich wunderbar im Freien praktizieren und sind genau das Richtige, um Geist und Körper in Einklang zu bringen. Yoga und Co. draussen zu machen, hat viele positiven Effekte: Du kommst mit der Natur in Kontakt, die frische Luft weckt auf und durch die Sonnenstrahlen kannst du nach den tristen Wintermonaten wieder mehr Vitamin D tanken. Ausserdem wird dein Gleichgewicht verbessert. Damit du auch wirklich in meditative Stimmung kommst, solltest du einen Ort abseits von Verkehr, Lärm und anderen Störquellen auswählen. Gehe in einen Park, an ein Seeufer, in deinen Garten oder auf den Balkon. Alles, was du brauchst, sind bequeme Kleidung, eine Matte und eine Wasserflasche. Worauf wartest du noch? Los gehts!
Mit dem Ganzkörpertraining Pilates stärkst du nicht nur deine Muskulatur, sondern auch die Psyche. Die Praktik entstand in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und wurde nach ihrem Erfinder, dem Deutschen Joseph Hubertus Pilates, benannt. Er entwickelte die Sportart unter anderem zur Rehabilitation von Kriegsveteranen. Pilates war selbst ein Sportfan, Artist und Selbstverteidigungslehrer. Seine eigene Sportart setzt sich deshalb aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen. Während des 2. Weltkriegs interessierte sich das Nazi-Regime plötzlich für Pilates’ Theorien zur Körperstärkung und -erziehung. Um seine Erfindung nicht in Nazihände legen zu müssen, wanderte er nach Amerika aus. Dort perfektionierte er die Sportart, indem er fernöstliche, europäische und amerikanische Philosophien verband. Das Pilates wurde so zu einer wertvollen Disziplin, die sowohl den Körper als auch den Geist stärken soll. Ein Training besteht aus verschiedenen Kraftübungen, Stretching und bewusster Atmung. Du kannst dadurch deine Muskeln stärken, die Motorik fördern, die Durchblutung verbessern und blockierte Gelenke und Verspannungen lösen.
Yoga ist eine philosophische Lehre, die vor mehr als 2000 Jahren in Indien entstanden ist. Das Wort findet seine Ursprünge im Sanskrit-Wortstamm yui, was übersetzt so viel bedeutet wie «vereinigen» oder «anspannen». Anhand dieser zwei Bedeutungen lässt sich gut erklären, was Yoga ausmacht. Einerseits hilft es dir, Körper, Seele und Geist in einen harmonischen Einklang zu bringen. Du kannst eins werden mit der Natur mit Hilfe der vielen Posen, die sich auf Tiere oder Pflanzen beziehen. Andererseits geht es beim Yoga um Körperspannung. Die Muskeln befinden sich in einem Wechselspiel von An- und Entspannung. Besonders cool ist, dass Yoga, abgesehen von diesen zwei Grundsätzen, keinen Regeln folgt. Du musst keine beeindruckenden Verrenkungen hinkriegen, sondern kannst deine Yoga-Stunde so gestalten, wie du magst. Gängige Bausteine sind beispielsweise die still sitzende Meditation, ruhige oder auch schnelle Bewegungen in Form der vielen Asanas (Posen), die Pranayama (Atemkontrolle), die Mudras (Handgesten für die Energiekontrolle) oder die Mantras (Worte oder kurze Sätze mit positiven Kräften, die du laut oder im Kopf aufsagen kannst). Grüsse jetzt im Park die Sonne und werde ein richtiger Yogi oder eine richtige Yogini.
Der vollständige Name Tai Chi Chuan bedeutet übersetzt «Kampf der höchsten Essenz» und ist eine im Kaiserreich China entstandene Kampfkunst. Durch den Wegfall des Chuan (Kampf) spaltete sich eine rein meditative Disziplin ab. Wie bereits die Kampfkunst selbst basiert aber auch das Tai Chi auf der Suche nach der vollkommenen Harmonie zwischen Yin und Yang. Dabei handelt es sich um zwei entgegengesetzte, sich dennoch ergänzende Energien. Nach dem chinesischem Verständnis bilden sie den Mikrokosmos des Menschen. Beim Tai Chi liegt der Fokus auf wohltuenden Aspekten. Trotzdem ist höchste Konzentration gefragt, wenn du mit präzisen, langsamen Bewegungen diverse Figuren ausführst. Das grosse Ziel ist es, in einen permanenten Bewegungsfluss abzutauchen. Alle Körperteile und auch der Geist werden gleichzeitig eingesetzt, um dadurch Energie freizusetzen. Aufgrund der sanften, schonenden Bewegungen ist diese Praktik vom Kind bis zum Grosi für fast alle geeignet. Immer am letzten Samstag im April – dieses Jahr am 29. – ist der Welttag des Tai Chi und des Qi Gong. Bist du auch dabei?
Die Wurzeln des Qi Gong reichen weit zurück. Den Ursprung vermutet man im zweiten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Erste schriftliche Aufzeichnungen sind fast 3000 Jahre alt. Die Disziplin vereint Einflüsse der traditionellen chinesischen Medizin, der Philosophie und verschiedener Kampfkünste miteinander. Qi steht für «Lebensenergie», Gong bedeutet «Arbeit oder Fähigkeit». Somit kann man Qi Gong als «Arbeit am Qi» oder als «Fähigkeit mit dem Qi umzugehen» verstehen. Ja, wörtlich übersetzen lässt sich das leicht. Was das Qi alles beinhaltet, kann man hingegen nur schwer in Worte fassen. Das Qi fliesst durch jeden einzelnen Körper, durch die Natur – durch die ganze Welt. Wenn wir den Energiefluss in unserem Innern fortlaufend im Gleichgewicht halten können, sind wir gegen aussen stark, konzentriert und ruhig. Somit funktioniert Qi Gong genau andersherum als Tai Chi, wo die äussere Bewegung zur inneren Ruhe führt. Setzt dich jetzt unter einen Baum und spüre dein Qi und das der Natur.