Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/110871

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Verordnungsänderung betreffend Kindersitze wird viele Familienbudgets sowie die Umwelt stark belasten, weil deswegen grössere und energieaufwendigere Fahrzeuge gekauft werden müssen, wodurch eine vernünftige Nutzung der Autos verunmöglicht wird.</p><p>- Gibt es keine sinnvolleren Möglichkeiten?</p><p>Studien haben gezeigt, dass Kindersitze nicht wirksamer als Dreipunktgurte sind.</p><p>- Braucht es somit nicht eher Bestimmungen, die die Anbringhöhe der Gurte regeln, damit sich Verletzungen der Halswirbelsäule verhindern lassen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Per 1. April 2010 wird die Pflicht ausgedehnt, Kinderrückhaltevorrichtungen wie Kindersitze oder Sitzerhöher zu verwenden. Bisher galt diese Pflicht nur für Kinder bis zu einem Alter von 7 Jahren. Neu sind in Anlehnung an die entsprechende europäische Richtlinie, welche einen Bestandteil des Landverkehrsabkommens bildet und daher in der Schweiz umgesetzt werden muss, Kinder unter 12 Jahren bis zu einer Grösse von 150 Zentimetern mit Kinderrückhaltevorrichtungen zu sichern. Die Änderung erfolgt, um den Kindern einen gleichwertigen Schutz wie Erwachsenen zukommen zu lassen. Dieser gleichwertige Schutz wird mit verstellbaren Gurtsystemen nicht erreicht. Zwar könnte damit die Gurtführung im Halsbereich verbessert werden, nicht aber jene im Beckenbereich. Nach wie vor könnte nicht vermieden werden, dass Kinder schwere Bauchverletzungen erleiden, weil sie unter dem Gurt durchrutschen, das sogenannte "submarining".</p><p>Die Frage, wie viele Kinderrückhaltevorrichtungen auf der Rückbank eines Fahrzeuges angebracht werden können, hängt wesentlich vom Alter der Kinder, vom Fahrzeug und von den verwendeten Kinderrückhaltevorrichtungen ab. Auf dem Markt werden zu günstigen Preisen, ab 20 bis 40 Franken, platzsparende Sitzerhöher angeboten, welche für Kinder ab 15 Kilogramm verwendet werden können. In fast allen Fahrzeugen können drei dieser Sitzerhöher auf der Rückbank angebracht werden. Zudem besteht für das Mitführen von Kindern auf dem Beifahrersitz grundsätzlich keine Alterslimite.</p><p>Die neue Regelung steht deshalb einem vernünftigen Gebrauch von Autos kaum entgegen und belastet das Familienbudget nicht erheblich. Dennoch kann es in Einzelfällen Schwierigkeiten geben, insbesondere beim Transport von Kindern durch Drittpersonen. Der Bundesrat wird deshalb prüfen, inwiefern die EU-Richtlinie für solche Fälle Ausnahmen gewähren könnte.</p>