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dieheilige (auch Wilgefortis [virgo fortis?] oder St.
Gehilfen genannt), eine besonders in Süddeutschland
und
Tirol
[* 2] vielverehrte Art
Heilige, dargestellt als eine am
Kreuz
[* 3] hangende
Jungfrau in langem Gewand, mit mächtigem
Bart, einer
Krone auf dem
Haupt und einem goldenenPantoffel an dem einen
Fuß, während der andre bloß ist; am
Fuß
des
Kreuzes ein knieendes Geigerlein, in der
Rechten den andern
Pantoffel der
Jungfrau haltend. Dieselbe war nach der
Legende
die Tochter eines heidnischen
Königs von
Niederland, die sich
Christus gelobt hatte, und welcher Gott, um ihre
Freier zurückzuschrecken,
auf ihre Bitte einen
Bart wachsen ließ. Als sie dann auf des ergrimmten
Vaters Befehl ans
Kreuz geschlagen
ward, spielte ein des Wegs ziehendes Geigerlein aus
Mitleid ihr das »Kreuzlied« vor; getröstet warf sie ihm zum Dank einen
ihrer goldenen
Pantoffeln zu und verschied. Das
Wesen dieser rätselhaften
Heiligen ist bisher noch nicht
endgültig gedeutet worden.
Fluß im westlichen Teil von
Finnland, bildet den Ausfluß
[* 4] des westtavastländischen Wassersystems (Näsijärvi,
Pyhäjärvi, Roine u. a.), fließt in westlicher und nordwestlicher
Richtung und fällt einige
Meilen von
Björneborg in den
Bottnischen
Meerbusen.
Der
Fluß dient zum
Flößen der Waldprodukte aus dem innern Land. An der Mündung
findet bedeutender Fischfang statt.
(Kummet), ein von zwei unten etwas breiten,
oben schmälern Holzbügeln, den Kumthörnern, zusammengesetztes und
mit Lederpolster oder gepolsterter
Leinwand versehenes
Geschirr, welches den
Pferden über den
Hals gelegt wird.
Mittels der Kumthaken
sind an dem Kumt die Zugstränge befestigt.
Mit großem Vorteil sind verstellbare Kumte eingeführt worden,
welche sich der Gestalt jedes
Pferdes leicht und vollständig anpassen lassen.
(Quamtapoh), Stadt in Westafrika, früher zum Aschantireich gehörig, 120 km nordöstlich von
Kumassi, mit
15,000 Einw., welche Zahl zur Zeit der großen Karawanenzüge zu 40,000 anwächst, früher Hauptmarkt
für
Elfenbein in diesem Teil Westafrikas, jetzt für
Kolanüsse und Sklaven.
Hierbei ist auf die
Temperatur zu achten, die gärende
Milch von Zeit zu Zeit zu quirlen und in einem bestimmten
Stadium des Gärungsprozesses auf
Flaschen zu füllen. Ein zwei
Tage alter Kumys enthielt außer
Wasser: 1,65 Proz.
Alkohol, 2,05
Proz.
Fett, 2,2 Proz.
Zucker,
[* 15] 1,15 Proz.
Milchsäure, 1,12 Proz. Eiweißstoffe, 0,28
Proz.
Salze und 0,785 Proz.
Kohlensäure. Der Kumys ist milchweiß, riecht säuerlich, an den spezifischen
Geruch des
Pferdes erinnernd, schmeckt prickelnd, angenehm säuerlich, mit einem Nachgeschmack nach süßen
Mandeln. Um ihn
in diesem Zustand zu erhalten, muß er auf
Eis
[* 16] aufbewahrt werden.
lockte jährlich zahlreiche Kranke, namentlich Lungenschwindsüchtige, in die Steppen. Diese fanden vielfach Heilung oder Erleichterung,
zum Teil wohl mit durch das Klima
[* 19] und die Lebensweise in den Steppen; aber auch außerhalb derselben, z. B. in Moskau,
[* 20] wurden
mit sorgfältig bereitetem, gutem Kumys günstige Resultate erzielt. Die Kumyskur beginnt mit dem Genuß von
2-3 Glas
[* 21] und fordert im weitern Verlauf, daß der Patient täglich vier Flaschen und mehr Kumys zu sich nehme, sich also so gut
wie vollständig mit Kumys allein ernähre.
Bei diesem starken Konsum von Kumys tritt auch ein Gefühl der Sättigung ein, und das Bedürfnis nach fester Nahrung schwindet.
Dabei wird die Harnsekretion erheblich gesteigert, und das spezifische Gewicht des Harns nimmt ebenfalls zu; anfangs zeigt
sich ein leichter Grad von Trunkenheit, dann Abgespanntheit, Müdigkeit und Neigung zum Schlaf, welch letztere während der ganzen
Kurzeit fortzubestehen pflegt. Ganz konstant tritt bei 4-6 Wochen langem Gebrauch des Kumys eine oft überraschende
Zunahme des Ernährungszustands ein.
Derselbe ist um so ersichtlicher, je mehr das betreffende Individuum heruntergekommen war, und tritt auch in diesem Fall umso
rapider ein. Die Gesichtsfarbe bekommt ein rosiges Kolorit, der Gesichtsausdruck wird belebter, in kurzer Zeit zeigt sich
eine starke Fettablagerung, und das Körpergewicht nimmt erheblich zu. Dieser Effekt kann nur durch die
eigentümliche Mischung der Kumysbestandteile hervorgebracht werden. Seinen großen Ruf verdankt der Kumys seiner Wirksamkeit
gegen die Schwindsucht; er ist zwar ohne erheblichen direkten Einfluß auf die lokalen Vorgänge im Lungenparenchym, aber
er wirkt als vortreffliches Ernährungsmittel auf den Zustand des ganzen Körpers, und mit der Verbesserung
desselben bemerkt man eine Abnahme des Fiebers, eine Beschränkung der Kurzatmigkeit wie auch eine Verminderung des Hustens
und Auswurfs.
Kefir ist viel konsistenter als Kumys, weil er mehr als dreimal reicher an Eiweißstoffen ist, er enthält
um die Hälfte weniger Alkohol und etwas weniger Milchsäure und riecht und schmeckt angenehmer. Er wirkt sehr günstig auf
die Ernährung und ist mit Erfolg namentlich bei Lungenkrankheiten benutzt worden.
Vgl. Stahlberg, Der Kumys, seine physiologischen
und therapeutischen Wirkungen (Petersb. 1869);
Derselbe, Gesammelte Vorträge über den Kumys (Leipz. 1873);