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Begriffs-Erklärung
Die Goldlöckchen Regel
Goldlöckchen und die drei Bären (im englischen Original The Story of the Three Bears, The Three Bears, Goldilocks and the Three Bears oder einfach Goldilocks) ist ein Märchen, das zuerst vom englischen Dichter und Autor Robert Southey in Erzählform aufgezeichnet und 1837 anonym veröffentlicht wurde. Im selben Jahr veröffentlichte George Nicol eine auf Southey‘s Prosa basierende Version in Versform. Beide Versionen handeln von drei Bären, in deren Lebensraum eine alte Frau eindringt.
In den ersten Jahren nach der Veröffentlichung von The Story of the Three Bears kam es zu zwei wesentlichen inhaltlichen Veränderungen: Zum einen wurde der Eindringling, bei Southey eine alte Frau, 1849 erstmals zu einem kleinen Mädchen, dessen Namen in verschiedenen Formen auf sein Haar Bezug nahm und seit Anfang des 20. Jahrhunderts Goldlöckchen (Goldilocks) lautet. Zum anderen entwickelte sich aus den drei männlichen Junggesellen-Bären im Laufe mehrerer Jahre eine Bärenfamilie mit Vater Bär, Mutter Bär und Baby Bär. Aus der ursprünglichen Schreckensgeschichte wurde so ein nettes Familien-Märchen mit nur angedeuteter Bedrohlichkeit. Die Geschichte war Anlass zahlreicher Interpretationen und wurde unter anderem als Film und als Oper adaptiert. Insgesamt handelt es sich um eines der populärsten Märchen im englischen Sprachraum.
Dialektik der Erzählung
In der obigen Geschichte spielt die Zahl drei eine grosse Rolle. Es gibt drei Stühle, drei Schüsseln und drei Betten. Goldilock spaziert im Wald, kommt an eine kleine Hütte, klopft an und als niemand öffnet tritt sie ein.
Sie probiert den Haferbrei, den die Bären für sich zubereitet hatten und ruft beim ersten Brei: „ Au, der ist zu heiss“. Sie probiert den zweiten und stellt fest: „Ui der ist zu kalt“. Beim dritten stellt sie fröhlich fest:“ dieser hier ist genau richtig“. Dasselbe passiert mit den Stühlen und den Betten, zu klein, zu gross, zu hart zu weich und eben: Genau richtig!
Das „Goldilocks principle“ beschreibt im englischen Sprachraum eine Situation, die - wie in der Geschichte beschrieben - das richtige Mittelmass zwischen zwei Extremen darstellt. Dieses Schlagwort taucht nicht nur in der Literatur auf, sondern auch in der Astronomie und den Wirtschaftswissenschaften. Ein Goldilocks- planet ist ein Planet, auf dem die Umweltbedingungen das richtige Mittelmass haben, weil er seinem Zentralgestirn weder zu nah, noch zu fern steht um Leben zu ermöglichen, der also eine bewohnbare Zone darstellt. Als Goldilocks economy wird eine Volkswirtschaft mit moderatem Wachstums und geringer Inflation bezeichnet, die eine marktfreundliche Finanzpolitik erlaubt.
In unserem Gebrauch der „Chiropsychologischen Handannalyse“ stellt das „Goldilocks principle“ ebenfalls den „gangbaren, gesunden, ausgeglichenen Mittelweg“ zwischen zwei Extremen dar. So beschreiben wir jeweils die eine sowie die andere extreme Seite (extreme Energie) und weisen dann mit der Regel „Goldilocks“ auf den ausgeglichenen Mittelweg, „nicht zu viel – nicht zu wenig – genau richtig“ hin.