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Der König der Katzen hatte einen Sohn, der sich verheiraten sollte und er schickte Herolde aus in alle Städte, um die fröhliche Nachricht auszurufen. Die Obersten dieser Städte sandten alle die Geschenke, die in ihrer Stadt besonders gut gemacht wurden.
Bologna sandte seine Mettwurst, Mailand den Stracchinokäse, Parma den Parmesankäse, Cremona die Salamiwurst, Genua frische Fische. Und so alle übrigen Städte.
Alle diese Gottesgaben kamen und wurden in den Keller gelegt, um sie am Hochzeitstag zu verspeisen.
Nach grossen Erwartungen und Vorbereitungen kam endlich der festliche Tag und man brachte aus dem Keller alle die Leckereien. Aber unter ihnen fehlte der aus Parma gesandte Käse, den dieser Duckmäuser von Kellermeister gefressen hatte.
In Wut und Eile versammelte sich der Grosse Rat der Katzen, um zu sehen, was in so einem ernsten Falle zu machen sei. Und nach grossen und beredten Gesprächen endigten sie damit, eine Kommission zu beauftragen, die den Dieb entdecken sollte. Die Mitglieder dieser Kommission kehrten das Land von unten nach oben und kamen zum Schluss, dass diesen Käse eine Maus gefressen habe. Aber sie konnten nicht sagen, welche es war. Die Aufregung in der ganzen Stadt war sehr gross und die wütenden Katzen machten sich auf die Suche nach Mäusen. Und so viele sie fingen, so viele frassen sie, um zu sehen, ob nicht eine von ihnen gefunden würde, die nach Parmesan schmeckte. Und noch heutigen Tages ist sie nicht gefunden worden und deshalb fressen die Katzen auch immer noch weiter die Mäuse.
Quelle: L. Clerici, Helene Christaller (Übers.), Märchen vom Lago Maggiore.
Nach mündlicher Überlieferung gesammelt von Luigi Clerici, Basel o. J.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch; typografisch leicht angepasst.