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"China will sich nicht auf einen Handelskrieg einlassen, aber wir werden energisch auf die unverhältnismässigen Massnahmen der USA reagieren", sagte Liu in einem Interview mit Reuters. Er gab sein erstes Medieninterview seit seinem Amtsantritt im März am Donnerstag, als der Handelskonflikt zwischen China und den USA weiter eskalierte. Die beiden grössten Volkswirtschaften verhängten neue Sonderzölle von 25 Prozent auf Waren des anderen Landes im Volumen von je 16 Milliarden Dollar.
Damit werden nunmehr Abgaben auf Güter beider Seiten im Wert von jeweils 50 Milliarden Dollar fällig. US-Präsident Donald Trump hat damit gedroht, praktisch sämtliche China-Einfuhren in die USA im Volumen von mehr als 500 Milliarden Dollar mit Abgaben zu belegen. In diesem Umfang importiert die Volksrepublik gar keine Güter aus den USA, so dass Beobachter andere Formen der Vergeltung für möglich halten. So wird für möglich gehalten, dass die Pekinger Regierung US-Unternehmen in China stärker an die Kandare nehmen könnte.
Finanzminister Liu sagte, China werde sich intensiv bemühen, bei der Reaktion auf US-Zölle ausländische Firmen in der Volksrepublik zu verschonen. "Wir reagieren präzise." In chinesischen Städten gibt es viele US-Restaurant-Ketten wie Starbucks oder KFC. Auch Handys und Kleidung aus den USA sind im Land weit verbreitet.
Die US-Zölle hätten bisher nur mässige Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft, sagte Liu. Allerdings würden die Effekte deutlicher, wenn sich der Konflikt fortsetze. Besorgt zeigte sich der Finanzminister über die Folgen der neuen Abgaben für den chinesischen Arbeitsmarkt. Durch Exportausfälle werde bei einigen Unternehmen die Produktion heruntergefahren und damit würden Mitarbeiter überflüssig. Die Pekinger Führung erhöhe deshalb ihre Ausgaben zur Unterstützung Arbeitsloser, so Liu.
(Reuters)