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Die Schweiz bleibt auf der US-Beobachtungsliste für Währungsmanipulation. Wegen ihrer grossen Handelsüberschüsse mit den USA stehen weitere vier Nationen – China, Deutschland, Japan und Südkorea – unter besonderer Beobachtung der Trump-Administration.
Keines der Länder erfüllt derzeit jedoch die Kriterien der USA, als eigentlicher Währungsmanipulator zu gelten, wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des US-Finanzministeriums hervorgeht.
Das US-Finanzministerium erstellt für den Kongress jeweils im April und Oktober einen Bericht, in dem festgestellt wird, ob ein Land seine Währung manipuliert, um Handelsvorteile gegenüber den Vereinigten Staaten zu erlangen. Liefert der Bericht Beweise für Währungsmanipulationen, muss die Regierung Massnahmen treffen.
Im jüngsten Bericht wurde Taiwan von der Beobachtungsliste gestrichen. Das Land habe seit dem Frühjahr das Ausmass der Interventionen auf den Devisenmärkten verringert, heisst es im Bericht.
Die US-Regierung lehnte es erneut ab, China als Währungsmanipulator zu bezeichnen, obschon Donald Trump während des Wahlkampfs im letzten Jahr wiederholt versicherte, er würde dies nach seinem Amtsantritt tun. Trump hatte im April erklärt, er glaube, dass China aufgehört habe, seine Währung zu manipulieren, und dass es wichtiger sei, sich auf die Zusammenarbeit mit Peking im Umgang mit Nordkorea zu konzentrieren.
Letztmals wurde 1994 unter der Clinton-Regierung ein Land von den USA als Währungsmanipulator bezeichnet. Damals war China betroffen.
Bereits im Frühling hatte das US-Finanzministerium die milliardenschweren Interventionen der Schweizer Nationalbank (SNB) zur Schwächung des Frankens kritisiert. Die Schweiz solle ihre Eingriffe in den Devisenmarkt darauf beschränken, kurzfristige Höhenflüge des Frankens im Zuge akuter Krisen zu unterbinden.
Die SNB war den Vorwürfen damals entgegengetreten: «Wenn wir intervenieren, tun wir das nicht, um der Schweiz Vorteile durch eine unterbewertete Währung zu verschaffen», sagte SNB-Präsident Thomas Jordan in einem Interview.
Der Schweizer Franken gilt bei Investoren als sicherer Hafen und ist daher besonders in turbulenten Zeiten gefragt. Die SNB will eine Aufwertung der aus ihrer Sicht bereits überbewerteten Währung aber mit allen Mitteln verhindern. Denn ein starker Franken macht Schweizer Waren im Ausland teuer und bremst damit die exportorientierte Wirtschaft. (sda/reu)