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Bär
Die Rückkehr des Braunbären
Fast 100 Jahre nach seiner Ausrottung tauchte im Sommer 2005 wieder ein Bär in der Schweiz auf. Überraschend kam diese Rückkehr nicht, denn im Alpenraum leben heute ca. 60-70 Bären. Die kleine Bärenpopulation im Trentino befindet sich nur etwa 40 km vom Puschlav entfernt. Eine natürliche Einwanderung war deshalb nur eine Frage der Zeit.
Im Mai 2007 tauchten 2 männliche Jungbären mit derselben Herkunft im Kanton Graubünden auf.
Da der eine, JJ3, im Unterengadin viele Nutztiere riss und dem Menschen gegenüber wenig Scheu zeigte, wurde er im August 2007 von der Wildhut erfolgreich eingefangen und besendert. Als die darauf folgenden Vergrämungsversuche keine Verhaltensänderung herbeiführten, wurde JJ3 gemäss dem Bärenkonzept des BAFU als "Problembär" eingestuft und Anfang 2008 von der Wildhut abgeschossen.
Ein ähnliches Schicksal ereilte M13, denn auch er zeigte ein Individualverhalten, welches Konflikte mit der lokalen Bevölkerung provozierte. Im April 2012 wanderte er in die Schweiz, verbrachte den Sommer in verschiedenen Tälern an der Grenze zu Italien und Österreich und wurde im Herbst 2012 als "Problembär" klassifiziert und wurde Anfang 2013 von der Wildhut abgeschossen.
Das Bärenmanagement
Das Bundesamt für Umwelt hat ein Bärenkonzept ausgearbeitet, das die Grundlage für den Umgang mit den Bären legt. KORA ist beauftragt das Management im Feld zu koordinieren und stellt die fachlichen Dokumentationen der Öffentlichkeit zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit dem WWF und den Nachbarländern wurden Tipps für den Umgang mit den Bären herausgegeben.
Auch Bienenhäuser waren von den Bärenübergriffen betroffen. Inzwischen konnten Dank einem Konzept zum Bienenschutz 40 Bienenhäuser mit Elektrozäunen geschützt und Imker direkt unterstützt werden. Wie Bienen vor dem Bär geschützt werden können, kann im Merkblatt "Bienenschutz vor dem Bär" nachgelesen werden. Zudem wurde für die Einwanderungsgebiete ein Abfallkonzept ausgearbeitet, sodass in Zukunft Bären besser von besiedeltem Raum ferngehalten werden können.
Der Kanton Graubünden hat jährlich die Ereignisse rings um den Bären in Berichten (2005, 2008, 2010) zusammengefasst, und die auch italienische Provinz Trento hat 2010 einen so genannten Bear Report (en) verfasst.
Schutzmassnahmen
Die Bärenschäden in der Landwirtschaft konzentrieren sich hauptsächlich auf Obstkulturen, Bienenhäuser, Kleinvieh und Rinder. Die Schäden variieren stark von Region zu Region und sind vom individuellen Verhalten einzelner Bären abhängig. In Fällen, wo solche schadenstiftenden "Spezialisten" gezielt entfernt werden konnten, zeigte sich ein deutlicher Rückgang der Verluste.
Erfahrungen aus Ländern, wo grössere Bärenpopulationen in landwirtschaftlich genutzten Gebieten vorkommen, haben gezeigt, dass sich Schutzmassnahmen nur lohnen, wenn eine kontrollierte Schafhaltung durch Hirten und Herdenschutzhunde möglich ist.
In Österreich und Italien wurden Vergrämungsmethoden mit Gummige-schossen und Knallkörpern getestet. Die Langzeitwirkung solcher Massnahmen bleibt aber unklar. Die "Behandlung" futterkonditionierter Bären kann nur erfolgreich sein, wenn das Verhalten der Futtersuche in Abfalleimern und Siedlungsnähe noch nicht gefestigt ist. Auf diesem Merkblatt finden sich weitere Informationen zur Vergrämung.
Nach den bisherigen Kenntnissen unterscheiden sich die Herdenschutzmassnahmen nicht wesentlich von den Massnahmen, die bei Luchs und Wolf angewendet werden. Behirtung, Herdenschutzhunde und elektrische Zäune sind auch hier die empfohlenen Herdenschutzmassnahmen um Schäden vorzubeugen. Laut einer Studie von KORA 2005 sind in der Schweiz grundsätzlich die ökologischen Rahmenbedingungen für eine natürliche Wiederbesiedlung gegeben.