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Die Aktionäre des Vermögensverwalters haben die Sprengkandidaten des Hedge Funds RBR nicht gewählt. Doch auch das aktuelle Management erlitt eine Schlappe. Die variablen Vergütungen wurden abgelehnt.
Die Aktionäre des Vermögensverwalters GAM haben an der Generalversammlung die Wahl der Kandidaten des oppositionellen Hedge Funds RBR in den Verwaltungsrat abgelehnt. Damit folgten sie den Vorschlägen von GAM. Bei den Vergütungen hingegen stellten sie sich gegen die Konzernspitze.
Die Aktionäre lehnten den Vergütungsbericht 2016 an der Generalversammlung in Zürich in einer Konsultativabstimmung ab. Der Bericht erhielt von den anwesenden Aktionären 54,2 Prozent Nein-Stimmen, während sich lediglich 17,6 Prozent zustimmend zu dem Bericht aussprachen. Die fixen Vergütungen für die Geschäftsleitung für das laufende Jahr von maximal 8 Millionen Franken wurden genehmigt. Jedoch erteilten die Anteilseigner den variablen Vergütungen von maximal 16 Millionen Franken eine Absage.
«Kein Selbstbedienungsladen»
In den Voten von Aktionären wurde die Vergütungspolitik bei GAM heftig kritisiert. Trotz eines schlechten Geschäftsjahres sei die Vergütung der Geschäftsleitung deutlich gestiegen, der CEO habe gar um 23 Prozent mehr verdient als im Jahr davor, kritisierte etwa der Vertreter von ZCapital.
GAM habe 2016 das Prinzip einer leistungsorientierten Vergütung erneut verletzt, sagte er. «Wir wollen nicht, dass GAM in der Öffentlichkeit weiterhin als Selbstbedienungsladen wahrgenommen wird.»
Laut Geschäftsbericht hat das Management im Jahr 2016 einschliesslich langfristiger Aktienoptionen insgesamt Vergütungen über 18,05 Millionen Franken erhalten. Die Entlöhnung von Gam-Chef Alexander Friedman belief sich auf 6,15 Millionen Franken, dies nachdem er 2015 noch mit 5 Millionen Franken entlöhnt worden war. Der abtretende Verwaltungsratspräsident Johannes de Gier hatte im vergangenen Jahr insgesamt Vergütungen über 1,33 Millionen Franken erhalten.
Überarbeitung der Vergütungsstrukturen
Der neue Verwaltungsratspräsident des Asset Managers GAM, Hugh Scott-Barrett, will nach der Ablehnung der variablen Management-Vergütungen 2017 durch die Generalversammlung sofort die Überarbeitung der Vergütungsstrukturen angehen. Die von den Aktionären vorgebrachten kritischen Argumente seien beim Verwaltungsrat angekommen, versicherte Scott-Barrett im Anschluss an die GV vor den Medien in Zürich.
Dagegen sind alle vom Verwaltungsrat vorgeschlagenen Kandidaten für das Gremium gewählt worden. Scott-Barrett, der das Amt des Verwaltungsratspräsidenten vom abtretenden Johannes de Gier übernimmt, erhielt eine Zustimmung von 87 Prozent, 11 Prozent der Aktionäre stellten sich gegen ihn.
Geschäftsbericht und Jahresrechnung angenommen
Der Präsident des Vergütungsausschusses, Diego de Monceau, wurde zwar als Verwaltungsrat wiedergewählt, scheiterte allerdings bei der Neuwahl in den Vergütungsausschuss. Geschäftsbericht und Jahresrechnung wurden an der GV angenommen, zudem wurde dem Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung die Entlastung erteilt.
Der Hedgefonds RBR hatte GAM im Vorfeld stark unter Druck gesetzt. Er wollte Friedman absetzen und an der Generalversammlung vom 27. April drei neue Mitglieder in den Verwaltungsrat wählen lassen. Damit scheiterte der Fonds um Rudolf Bohli nun allerdings. Die Kritik an den Vergütungen teilten die restlichen Aktionäre jedoch.
(sda/gku/chb)