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Sie werden positiv getestet, der Hals beginnt zu kratzen und die Nase läuft, doch die Symptome werden nicht schlimmer. Erst ein paar Wochen später, nachdem sie sich wieder gesund fühlen und Covid-19 überstanden scheint, schlafen sie am Steuer ein.
Nicht nur Risikopatienten
Es geht um den Zehntel der Infizierten, die an Lang-Covid leiden. Egal ob Kurz-Covid leicht oder schwer verlief, entwickeln einige Patienten Symptome, die Monate, vielleicht sogar Jahre, anhalten. Typisch sind extreme Müdigkeit bei gleichzeitiger Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, Atembeschwerden und starke Stimmungsschwankungen.
Die Medizin forscht mit Hochdruck, um festzustellen, ob das langfristige Krankheitsbild wirklich vom Virus Sars-CoV-2 ausgelöst wird oder ob es eine psychologische Ursache hat. Die Symptome, egal woher sie stammen, beeinträchtigen die psychische Gesundheit stark. Es könnte also sein, dass Stress bei einigen Menschen die eigentlich schwachen und normalen Langzeit-Beschwerden künstlich verstärkt. Es könnte aber auch nicht sein.
Sollte Letzteres zutreffen, wäre es verheerend, weil man Langzeitwirkungen von viralen Infektionen allgemein noch wenig versteht. Eine Theorie besagt, dass Viren, auch Grippen, nicht nur längerfristige Symptome haben können, sondern bleibende Schäden in Form einer beschleunigten Alterung hinterlassen. Wenn das auf Corona zutrifft, wären die Kosten enorm, weil auch junge, gesunde Menschen ein Leben lang geschwächt würden.
Zerschmetterte Blutgefässe
Eine deutsche Forschergruppe vermutet genau das. Sie hat festgestellt, dass die Blutgefässe genesener und verstorbener Covid-Patienten zum Teil komplett zerschmettert sind. Wahrscheinlich greift das Virus bei einigen Menschen die Wände von Venen und Arterien an, was eine heftige Immunreaktion auslöst, die grossflächig Blutgefässzellen zerstört. Obwohl sie wieder heilen, gehen Reserven verloren, was eben Altern im Zeitraffer entspricht.
Die Langzeitfolgen ergänzen das Rätsel Corona um ein weiteres Fragezeichen. Diese neue Gefahr könnte die Wahrnehmung des Virus in der Gesellschaft aber grundlegend verändern. Es bleibt zu hoffen, dass besonders Junge ihr Verhalten anpassen und nicht mehr sorglos in Clubs und Discos gehen.