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Am Morgen des 14. Januar 1969 explodierte eine Rakete an Bord des Flugzeugträgers. Die heissen Abgase eines startenden Flugzeugs hatten deren Sprengkopf zu sehr erhitzt. Die folgende Explosion beschädigte einen Flugzeugtank – der auslaufende Treibstoff verteilte sich über das gesamte hintere Flugdeck und entzündete sich. Zahlreiche Bomben detonierten.
Mit Hilfe anderer US-Schiffe konnte das Feuer nach fast einer Stunde unter Kontrolle gebracht werden. Die Bilanz der Katastrophe: 25 Tote, 371 verletzte Besatzungsmitglieder.
Nuklearbetriebener Antrieb
Acht Jahre vor dem Inferno wurde die Enterprise in Dienst gestellt. Eine neue Ära der Kriegsmarine begann im Heimathafen Norfolk, Virginia Sie war der erste Flugzeugträger mit Atomantrieb. Acht Druckwasserreaktoren trieben den Flugzeugträger mit einer Spitzengeschwindigkeit von 13 Knoten über das Meer. Mit knapp 342 Metern war und ist die Enterprise das längste Kriegsschiff der Welt. Bis zu 110 Flugzeuge finden auf dem Träger Platz.
Die Enterprise nahm an allen bedeutenden Marinemanövern der US-Marine teil. Sie war Teil der Seeblockade um Kuba während der «Kuba-Krise». Sie wurde u. a. im Vietnam-Krieg und dem Bosnien-Konflikt eingesetzt und patrouillierte zuletzt in der Strasse von Homs im Persischen Golf.
Gegen Ende seiner Dienstzeit wurde «The Big E» noch einmal von einem Skandal heimgesucht. Kapitän Owen Honors musste 2007 sein Kommando abgeben, weil die Crew sexistische Videos drehte, die zur «Belustigung» der Besatzung ausgestrahlt wurden. Begründung: Heben der Moral. Honors betonte diesbezüglich eine Notwendigkeit und wies auf die schwierigen Bedingungen auf der Enterprise hin.
Pflegebedürftiges Schiff
Die Besatzungsmitglieder der Enterprise rühmen sich auch deshalb einer besonderen Kameradschaft, weil der Flugzeugträger alles abverlangt. «Sie ist alt. Man muss sich um sie kümmern», sagt Elektrotechniker Danielle Almaraz. Wegen des hohen Alters, sei es aber schwierig, Schäden am Schiff zu beheben. Improvisation ist gefragt, denn «manche Teile müssen wir selbst herstellen, da es sie schlichtweg nicht mehr gibt».
Ein letztes Mal wird die Enterprise am 1. Dezember den Heimathafen in Norfolk, Virginia anlaufen. Dann werden sich nur noch die Monteure um den ehemaligen Stolz der US-Marine kümmern. Zwei Jahre wird es dauern, bis das Schiff stillgelegt ist und die Atomreaktoren ausgebaut sind. Dann ist «The Big E» endgültig Geschichte.
Die doppelte Enterprise
Star-Trek-Schöpfer Gene Roddenberry benannte sein berühmtes Raumschiff nach dem Flugzeugträger. Szenen des Films «Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart» spielten auf dem Schiff. Tatsächlich wurden sie auf einem anderen Flugzeugträger gedreht. «The Big E» befand sich wieder einmal im Einsatz.