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G 1, Mayall II
Objektbeschreibung
G1, auch als Mayall II verzeichnet und unter dem Namen Andromeda's Globular bekannt, ist ein Kugelsternhaufen der Andromeda-Galaxie M31. Er wurde 1953 von den beiden Astronomen Nicholas Mayall und Olin J. Eggen entdeckt. G1 enthält mindestens 300'000 (1 Mio. nach anderen Angaben) sehr alte Sterne und liegt etwa 130'000 Lichtjahre weg vom Zentrum der 2.36 Millionen Lichtjahre entfernten Andromeda-Galaxie. Aus unserer Perspektive erscheint er 2.5 Grad von dessen Zentrum entfernt und ist mit 13.7 mag der scheinbar hellste Kugelsternhaufen der Lokalen Gruppe - mit Ausnahme der Kugelsternhaufen, die zu unserer Galaxis gehören. Die absolute Helligkeit von G1 wird mit -10.9 mag angegeben, was etwa zwei Millionen mal heller als unsere Sonne ist. Andromedas Kugelsternhaufen ist auch etwa doppelt so hell wie der grösste in unserer Galaxis: Omega Centauri (NGC 5139) hat eine absolute Helligkeit von -10.1 mag. G1 besitzt einen gesamten Spektraltyp von G0 und einen gelblichen Farbindex (B-V) von 0.84. CCD-Aufnahmen des Canada-France-Hawaii-Telescopes haben gezeigt, dass G1 nicht kugelrund ist, sondern etwa 80 Prozent so breit wie lang. [117,122,161]
Name : G1, Mayall II, Andromeda's Globular Typ : Extragalaktischer Kugelsternhaufen R. A. : 0h 32m 47s Dec. : +39° 34' 41" v Mag.: 13.7 mag Diam. : ca. 20" Conc. : ?
Wie findet man den Extragalaktischen?
Ein winzigkleines, extragalaktisches Kugelsternhäufchen scheint nicht leicht zu finden zu sein, zumal es sich weit weg von der Muttergalaxie befindet. Doch hat man G1 einmal gefunden, wird man ihn mit etwas Übung immer wieder einstellen können - auch ohne Karte. Mit Vorteil wird am Anfang ein Okular gewählt, das am Teleskop mindestens 1° (besser 2°) wahres Gesichtsfeld bietet, damit die markanten Sternassoziationen einfacher erkannt werden können.
Wir beginnen die extragalaktische Reise beim südlich von der Andromeda-Galaxie gelegenen, 5.3 mag hellen Stern 32 And, der noch von blossem Auge sichtbar ist. Richte den Telrad-Finder anhand untenstehender Karte (Abb. 2) aus.
Der Stern 32 And bildet mit drei anderen Sternen eine auffällige, klauenartige Formation. Von dort aus etwa 2 Grad nach Westen gelangt man zu einer etwas weniger auffälligen, aber doch noch einprägsamen Sterngruppierung mit dem 8.8 mag hellen Stern HD 2775, welche an einen Krähenfuss oder ein griechisches grosses Psi (Ψ) erinnert. Siehe Abb. 3.
Etwa auf halber Strecke zwischen dem letzten Stern auf der roten Linie (wenn es im Weltall rote Linien gäbe) der östlichen 'Zehe' und dem 9.17 mag hellen Stern SAO 53990 befindet sich ein kleines etwa 30° spitzes, gleischschenkliges Dreieck. Dieses ist ziemlich markant, denn die nördliche Ecke wird durch zwei nahe beieinander liegende Sterne gebildet. Die südliche Spitze erscheint etwas diffus: Voilà - da ist G1! Abb. 4.
G2 oder Mayall III ist der nächste extragalaktische Kugelsternhaufen der Andromeda-Galaxie und befindet sich in unmittelbarer Nähe. Er ist aber mit Vmag 15.807 wesentlich lichtschwächer als G1. Unweit davon befindet sich noch die Galaxie UGC 330.
Beobachtung mit 150 mm Öffnung
Das Aufsuchen des wirklich etwas speziellen Objektes G1 gestaltet sich mit Hilfe des Suchplanes doch recht einfach. Leider ist dann das Objekt selber nur schwer zu beobachten: Im 15cm-Refraktor ist es kaum sichtbar - nur mit indirektem Betrachten ist bei guten Verhältnissen das kleine Nebelchen sicher zu erkennen, der eine der beiden nahen Vordergrundsterne ist bei "gutem zureden" auch eben noch sichtbar. Der diffuse Eindruck von G1 bleibt immer erhalten, egal wie zwischen 150-facher und 500-facher Vergrösserung auch konzentriert beobachtet wird.
Ein 15cm-Teleskop ist unter durchschnittlichen Himmelsverhältnissen meist zu kein, um dieses Objekt sicher auffinden zu können. Dazu dürfte schon ein 25 cm Spiegelteleskop vonnöten sein.
Beobachtung mit 300 mm Öffnung
Der Kugelsternhaufen G1 gibt, verglichen mit anderen aus unserer eigenen Galaxis, eigentlich nicht viel her, denn er lässt sich nicht in Einzelsterne auflösen und ist sehr schwach und klein. Dennoch ist es ein faszinierendes Objekt, weil es vermutlich den am weitesten entfernten Kugelsternhaufen darstellt, der mit Amateurteleskopen visuell beobachtet werden kann!
Ab etwa hundertfacher Vergrösserung zeigt sich G1 bei indirektem Sehen als schwaches, diffuses, rundes Nebelchen mit zwei knapp erkennbaren kleinen Sternchen unmittelbar nebenan. Bei 300-facher Vergrösserung treten die beiden Sternchen, wie auch der Kern des Kugelsternhaufens deutlicher hervor (vergleiche dazu die Hubble-Aufnahme). Die zwei schwachen Sternchen an der Südseite des kleinen Dreiecks, welche auf der CCD-Aufnahme von Stefan Meister gut erkennbar sind, können visuell gerade mal knapp - mit viel gutem Zureden - erahnt werden. Die Sterne des Haufens selbst können aber bei weitem noch nicht aufgelöst werden, was visuell für einen 13.7 mag hellen und derart weit entfernten Kugelsternhaufen reichlich viel verlangt ist.
Beobachtung mit 350 mm Öffnung
G1, wie der Kugelsternhaufen von M31 genannt wird, lässt sich in einem mittelgrossen bis grösseren Amateurteleskop als flächiges und nebliges Objekt erkennen. Der Haufen ist aber nicht in Einzelsterne auflösbar, was wegen seiner Entfernung von Amateurteleskopen auch zu viel verlangt wäre. Neben dem hellen Kern erkennt man noch zwei abseits stehende Sternchen etwas grösserer Magnitude als der Nebel bzw. Kugelsternhaufen. Der Haufen ist mit 13.7 mag bereits als Sternenpunkt mit 8"-Öffnung zu sehen.