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Nur wenigen ist sicher bekannt, dass sich im Besitz der Schweizerischen Nationalbibliothek eine grosse Bibelsammlung befindet. Ohne Zweifel gibt es in der Schweiz ältere und wertvollere Spezialsammlungen dieser Art. Was jedoch die Lüthi-Sammlung auszeichnet, ist ihre Vielfalt vor allem in sprachlicher Hinsicht. Rund 5000 Einheiten, Bibeltexte in fast 450 Sprachen vom gewaltigsten Folianten bis zu mikroskopischen Ausgaben umfasst sie. Zusammengetragen wurde die Sammlung von einem langjährigen Mitarbeiter der Landesbibiothek, Karl Jakob Lüthi. Als Bibliothekar konnte er sich intensiv der wissenschaftlichen Bearbeitung seiner Lieblingsgebiete widmen, dem Buch- und Bibeldruck. 1931 schenkte der Sammler das vorläufige Produkt seiner rastlosen Tätigkeit der Schweizerischen Nationalbibliothek. Auch in den folgenden Jahren vermehrte Lüthi ,,seine Sammlung" durch wichtige Neuanschaffungen.
Angefangen hatte Lüthi seine Sammlertätigkeit im Jahre 1900 mit der Übernahme von 25 alten Bibeln (darunter eine ,,Piscator" von 1683/84) aus dem Besitz seiner Zimmervermieterin, einer Berner Patrizierin. Mit wenig Geld, aber viel Glück und Geschick erweiterte er diesen Grundstock über Jahrzehnte hinweg zur schliesslichen Grösse. Viele Bände der Sammlung haben eine bewegte Geschichte hinter sich, die Lüthi unter anderem in seinem Büchlein ,,Die Bibel auf meinem Lebensweg" (Bern 1932), erzählt. In vielen Publikationen hat sich Lüthi mit den unterschiedlichsten Problemen der Überlieferung der Heiligen Schrift auseinandergesetzt.
Die Bibelsammlung hat nach dem Willen des Donators eine grosse Mission: „das Schweizervolk an die Bibel zu erinnern, die Arbeit der Theologen zu unterstützen, überhaupt allem Volk zu dienen." So haben im Verlaufe der Jahrzehnte Tausende von Interessierten die Sammlung Lüthi besichtigt und zu verschiedensten Zwecken benutzt.