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Wussten Sie, dass Brasilien eines der Länder der Welt ist, aus dem die meisten Wildtiere illegal exportiert werden? Ein Geschäft, das ca. 10 Milliarden US-Dollar bewegt und dem jährlich etwa 12 Millionen Tiere zum Opfer fallen. Eine der größten Bedrohungen für die Natur.
Um Ihnen mehr über das Thema zu erklären, hat der “WWF-Brasilien” die folgenden Fragen und Antworten vorbereitet:
Was ist ein Wildtier?
Unter diese Kategorie gehören alle Tiere, die in der freien Natur leben und keinen Kontakt zu Menschen haben (oder haben sollten). Einige Beispiele sind der Jaguar, der Hyazinth-Ara, der goldene Löwentamarin und der Jabuti-Piranga (Schildkröte). Wenn sie aus der freien Wildbahn entnommen werden, leiden die Tiere und haben zum Beispiel Schwierigkeiten, zu wachsen und sich fortzupflanzen.
Wie geschieht der Handel mit Wildtieren?
Der illegale Tierhandel bedeutet, dass Tiere aus der Wildnis (oft in Fallen) gefangen werden, und mit dem Ziel, durch sie Geld zu verdienen, verkauft werden. Wenn wir uns in irgendeiner Weise daran beteiligen, zum Beispiel indem wir Tiere kaufen, ohne zu wissen, woher sie kommen, tragen wir zum Tierhandel bei. Es wird vermutet, dass der illegale Handel mit Tieren weltweit einen Wert von etwa 10 Milliarden Dollar pro Jahr beträgt. Nur der Handel mit Drogen und Waffen ist noch größer.
Was hat der Wildtierhandel mit mir zu tun?
Alle Lebewesen, auch der Mensch, sind auf die Natur angewiesen, um zu überleben, denn aus der Natur beziehen wir alles, von der Nahrung bis zur Medizin. Tiere sind ein wesentlicher Teil dieser Kette. Wenn sie selten werden oder gar aussterben, ist das gesamte Gleichgewicht der Natur gefährdet.
Wie ist die Beteiligung Brasiliens am internationalen Tierhandel?
Es besteht ein Zusammenhang zwischen nationalem und internationalem Handel: Brasilien hat einen großen internen Handel mit Tieren, von dem die im Land operierenden Händler profitieren, sie dienen internationalen Händlern als Zwischenhändler. Wenn der interne Verkehr abnimmt – er wird in Brasilien behördlich verfolgt – wird auch die Anzahl der ins Ausland verbrachten Tiere abnehmen.
Welches sind die Hauptrouten des Tierhandels in Brasilien?
Die meisten Wildtiere werden in den Regionen im Norden, Nordosten und Mittelwesten gefangen. Die Haupttransportroute für diese Tiere verläuft jedoch vom Nordosten in den Südosten. Es gibt regelrechte Netzwerke, die organisiert sind, um die bestehenden Kontrollen auf den Hauptstraßen des Landes zu täuschen. Diese Netzwerke wirken so, dass die Tiere transportiert werden und bis zu 3.000 Kilometer weit fahren, ohne dass die Schlepper entdeckt werden. Der größte Teil des Verbraucherpublikums befindet sich in Rio de Janeiro und São Paulo.
Wie werden die Tiere zu den Abnehmern transportiert?
Die von den Schmugglern am häufigsten genutzten Transportmittel sind Lastwagen, Überlandbusse und private Pkw. Die Tiere werden unter denkbar schlechtesten Bedingungen transportiert. Sie werden auf dem Boden von Koffern oder Kisten versteckt, ohne Belüftung – mehrere Tage lang ohne Nahrung und Wasser. Die Folge: Die meisten der gefangenen Tiere sterben unterwegs, noch bevor sie die Abnehmer erreichen.
Müssen die gefangenen Tiere Misshandlungen erdulden?
Um bestimmte Raubtiere weniger gefährlich zu machen und den Käufern das Bild zu vermitteln, dass die Tiere zahm sind, begehen einige Händler schwere Misshandlungen, von denen der Käufer nichts weiß.
Welche sind die meistverkauften Tiere?
Papageien – Gelb- und Blaustirn-Amazonen – sind die meistverkauften Vögel in Brasilien und im Ausland. Danach Aras, Sittiche, Affen, Schildkröten und Tukane.
Warum sollten wir keine Wildtiere zu Hause halten, wenn wir sie gut behandeln?
Die Pflege von Wildtieren zu Hause mag als “Liebe zur Natur” erscheinen, aber das ist ein Irrtum. Ein Tier gehört in seinen natürlichen Lebensraum, wo es seine Identität bewahren, mit anderen Tieren zusammenleben und sich fortpflanzen kann und so dazu beiträgt, dass die Ökosysteme gesund und ausgeglichen bleiben. Wer Tiere wirklich liebt, wird seine Liebe dadurch beweisen, dass er sie in ihrem Lebensraum belässt.
Was besagt das Gesetz über den Ankauf von Wildtieren?
In den meisten Fällen ist das Halten von Wildtieren als Haustiere in Brasilien illegal (gemäß dem Umweltstrafgesetz, nº 9.605 / 98). Es verbietet die Nutzung, Verfolgung, Zerstörung und Jagd von Wildtieren ohne entsprechende Erlaubnis, Lizenz oder Genehmigung. Es gibt einen großen illegalen Tiermarkt und die Beteiligten können strafrechtlich verfolgt und inhaftiert werden – sowohl jene, die verkaufen, bis zu denen, die ein Tier illegal erwerben.
Was ist zu tun, wenn man jemanden trifft, der Wildtiere verkauft?
Am besten ist es, Wildtiere niemals zu kaufen und auch Ihren Freunden und Bekannten zu raten, sie nicht zu kaufen! IBAMA (Brasilianisches Institut für Umwelt und erneuerbare natürliche Ressourcen) bietet einen “Green-Line-Service” an, um Meldungen über Umweltverbrechen entgegenzunehmen. Rufen Sie unter 0800 618080 an, montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr, wenn Sie Zeuge von Verbrechen gegen Wildtiere werden.
Welche Probleme erwarten den Wildtierhalter zu Hause?
Als Wildtierhalter gehört zu den Hauptproblemen die Gefahr der Übertragung von Krankheiten, wie Malaria, Gelbfieber und verschiedener anderer unbekannter Viren.
Welche Probleme haben Wildtiere, die zu Hause aufgezogen werden?
Sie verlieren ihre Identität. Sie können unter Vereinsamung leiden und pflanzen sich nicht mehr fort. Sie leiden auch, weil sie sich in der Regel auf engem Raum aufhalten, ungeeignete Nahrung zu sich nehmen und sich Krankheiten einfangen, die bei Menschen nicht sehr schwerwiegend sind (Grippe, Herpes usw.), für Tiere aber tödlich enden können.
Fazit
Helfen Sie mit, die brasilianische (wie auch weltweite) Fauna zum Wohl und zur Freude aller Menschen nicht in vergitterten Käfigen, sondern in Freiheit zu erhalten!