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Eine Pneumokoniose durch Talkum-Staub (PKTS) ist eine seltene pulmonale Erkrankung, die meist durch eine akute oder lang andauernde Inhalation von feinen Talkumpartikeln hervorgerufen wird. PKTS ist eng mit anderen Silikosevarianten verknüpft und kann in fatalen Ausprägungen zu pulmonalen Hypertonie mit Cor pulmonale führen. PKTS kann auch als Folge von Drogenkonsum auftreten. Radiographische Methoden können PKTS abbilden. Sauerstoff- und Corticosteroidtherapien können in manchen Fällen die Symptome lindern und langfristige Heilungschancen bieten.
Die Pneumokoniose durch Talkum-Staub (PKTS) ist eine seltene pulmonale Krankheit, die durch die Inhalation oder die intravenöse Aufnahme von Talkum hervogerufen wird. Eine Inhalation von Talkumstaub führt zu Ablagerungen in der Lunge, was zu einer akuten oder chronischen Manifestation von PKTS führen kann. PKTS wurde im späten 19. Jahrhundert als berufsbedingte Krankheit bei Minenarbeitern und Müllern festgestellt und beschrieben [1]. Arbeiter, die in der Keramik-, Papier-, Kunststoff-, Kautschuk-, Farb-, und Kosmetikindustrie sowie im Baubereich tätig sind, haben ein erhöhtes Risiko an PKTS zu erkranken [2]. Talkum wird in chemisch reiner Form außerdem oft als Streckungsmittel für Marihuana und Heroin verwendet, sodass Patienten mit einer drogenspezifischen Vorgeschichte ebenfalls PKTS Symptome entwickeln können [3].
PKTS Symptome können am Anfang sehr schwach ausgeprägt sein; häufig zeigt sich PKTS anfangs durch milden Husten oder durch Pfeif- bzw. Keuchatmung; später können ein Engegefühl in der Brust, Dyspnoe und Hypoxämie dazu kommen. In schweren Fällen können auch pulmonale Hypertonie und Cor pulmonale auftreten. PKTS Symptome sind daher im Anfangsstadium leicht mit typischen Kettenrauchersymptomen verwechselbar. PKTS Patienten haben eine erhöhte Chance an Tuberkulose bzw. an Lungenkarzinomen zu erkranken, wenn Talkum zusammen mit anderen anorganischen Stoffen, z.B. mit Siliziumstaub oder mit Asbest, aufgenommen wird, was den Regelfall darstellt [4] [5]. Talkum ist hydriertes Magnesiumsilikat (i.e. Mg_{3}Si_{4}O_{10}(OH)_{2}). Chemisch reiner Talk wird üblicherweise nur von PKTS Patienten aufgenommen, die eine Vorgeschichte mit Drogenabusus aufweisen. In diesem Fall passiert die Aufnahme intravenös. Bei einer akuter PKTS Ausprägung wird zusätzlich eine stark ausgeprägte Alveolitis zusammen mit pathologischen alveolärem Inhalt festgestellt [3] [6].
Die Inhalation von Talkumstaub führt zu anorganischen Ablagerungen in der Lunge, die eine granulomatöse Entzündungsreaktion und die Ausbildung von Granulomen nach sich ziehen. In den Granulomen finden sich der aufgenommene Talkumstaub und Makrophagen, die diesen Staub phagozytieren und für den Rest ihrer Lebensdauer intrazellulär lagern. Danach wird der Talkumstaub von neu rekrutierten Makrophagen aufgenommen. Granulome können in intra- und perivaskulären Bereichen sowie im Interstitium auftreten. In manchen Fällen können die Makrophagen auch ins lymphatische System oder in die nahen Bronchiolen migrieren. Diese Migration ist bei Lungeninfektionen oder bei Ödemen stärker beobachtbar [6].
Die Diagnose von PKTS fußt auf einer detaillierten Analyse der beruflichen Vorgeschichte des Patienten, pulmonalen Funktionstests und bildgebenden Verfahren. Wenn die Patientenhistorie (vergangene oder gegenwärtige) professionelle Aktivitäten vermuten lässt, die auf ein erhöhtes PKTS Risiko schließen lassen, oder wenn ein auffälliger privater Gebrauch von Talkumpuder bestätigt werden kann, sollten im nächsten Schritt pulmonale Funktionen getestet werden. Rauchen kann sich nachteilig auf die Ausprägung der beschriebenen PKTS Symptome auswirken [7].
Radiographische und computertomographische (CT) Untersuchungen bieten eine sichere Nachweismethode für PKTS. Die Computertomographie ist dabei besser für den Nachweis parenchymaler Anomalien geeignet. PKTS zeigt sich bei diesen Untersuchungen typischerweise mit kleinen zentrilobulären Noduli, hervogerufen durch eingeschlossene heterogene Konglomerate, und manchmal durch Emphyseme im unteren Lungenlappen. Interstitielle Verdickungen können ebenfalls beobachtet werden [8].
Akute Manifestationen von PKTS sind immer progressiv und resultieren in Atemversagen. Die Symptome einer chronischen PKTS können durch eine Kombination von Sauerstoff- und Corticosteroidtherapien effizient gelindert werden [9] [10].