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Wir betrachten diese zwei Gebäude gemeinsam, da sie zusammen eine interessante und lehrreiche Einheit bilden, obwohl sie im Abstand von über 30 Jahren gebaut worden sind.
Am Wohnhaus mit Arztpraxis von Hermann Rüfenacht ist zu erkennen, wie der Architekt zu jener Zeit sowohl von Ideen der Moderne als auch des Regionalismus beeinflusst war. Ein verputzter Bereich mit Elementen des Neuen Bauens, wie zum Beispiel ein über Eck gezogenes Bandfenster, steht einem rustikalen Chaletteil in Holz gegenüber. Im Vergleich zu seinen späteren Bauten (vgl. 10) spielt Rüfenacht hier mit prägnanten Material und Farbkontrasten.
Mit dem dunklen Holzbau der Jungfrau-Lodge, der Dependance des benachbarten Hotels Jungfrau, reagiert Oskar Burri direkt und kraftvoll auf das formal zweigeteilte Gebäude von Hermann Rüfenacht. Er bringt dieses rund 30 Jahre nach der Erbauung in ein Gleichgewicht. Burri übernimmt in der leicht abgewinkelt platzierten Jungfrau-Lodge die asymmetrische Teilung des Nachbargebäudes und beruhigt durch die Mächtigkeit und den Dachverlauf seines Ständerbaus die räumliche Situation.
Auf den ersten Blick kaum als bemerkenswert erkennbar, bietet dieses Ensemble bei der näheren Betrachtung einen lebendigen Einblick in die Arbeits- und Denkweise von zwei Architekten über zwei Generationen.
Baujahr: Jungfrau Lodge: 1966/67, Wohnhaus: 1933
Architektur: Jungfrau-Lodge: Oskar Burri, Zumikon, Wohnhaus: Hermann Rüfenacht, Bern