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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erleichtert den Zugang zu Geheimdokumenten über den Algerienkrieg. Der Präsident habe «Forderungen der akademischen Gemeinschaft» nach leichterem Zugang zu den mehr als 50 Jahre alten geheimen Archiven gehört, hiess es in einer Mitteilung des Élyséepalasts in Paris am Dienstag.
Der Krieg um die Unabhängigkeit Algeriens mit Hunderttausenden Toten dauerte von 1954 bis 1962. In der früheren Kolonialmacht Frankreich war er lange mit Tabus behaftet.
Macron hatte zuvor einen Bericht bei dem Historiker Benjamin Stora über den Konflikt bestellt, in dem ebenfalls die Öffnung der Archive gefordert wurde. Man sei entschlossen, «den Respekt vor der historischen Wahrheit zu fördern», so der Élysée. Die Entscheidung werde die mit Freigabeverfahren verbundenen Wartezeiten erheblich verkürzen. Der Algerienkrieg beendete die französische Kolonialherrschaft in dem Land. Am 5. Juli 1962 erhielt das nordafrikanische Land seine Unabhängigkeit.
Macron hatte sich zuletzt bemüht, die Versöhnung voranzubringen. Anfang März gestand er ein, dass der algerische Unabhängigkeitskämpfer Ali Boumendjel keinen Suizid begangen habe. Stattdessen sei er von der französischen Armee 1957 «gefoltert und dann ermordet» worden. «Kein Verbrechen und keine Gräueltat, die während des Algerienkrieges von irgendjemandem begangen wurde, kann entschuldigt oder verschwiegen werden», hiess es.
Macron will bis ins kommende Jahr bei mehreren Anlässen an den blutigen Krieg erinnern. Dabei soll es unter anderem um den 60. Jahrestag eines Massakers an Algeriern mit Dutzenden Toten in Paris 1961 gehen. Im März 2022 wird dann der 60. Jahrestag der sogenannten Evian-Verträge begangen - sie ebneten den Weg für die Unabhängigkeit. (aeg/sda/dpa)