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Häufig treten Erdbeben im Graubünden als Serien von Ereignissen auf, die in den Erdbebenkarten als punktuelle Konzentration von Erdbebenepizentren ersichtlich sind. Die Dauer solcher Serien kann sehr unterschiedlich sein: Einige sind nach wenigen Tagen vorbei, andere, wie die Serie von Bormio, dauern mehrere Jahre. Charakteristisch für viele solche Bebenserien ist, dass über einen längeren Zeitraum lokal begrenzt zahlreiche Beben auftreten, ohne dass eine klare Abfolge von Vor-, Haupt- und Nachbeben besteht. Man spricht in solchen Fällen auch von einem Erdbebenschwarm. Meistens endet die Schwarmaktivität nach einigen Wochen oder Monaten, in seltenen Fällen nehmen die Beben mit der Zeit in Stärke und Anzahl zu. Falls die Lage der einzelnen Herde in solchen Schwärmen mit genügender Präzision berechnet werden kann, definiert sie immer eine oder mehrere Flächen, welche der durch die Beben aktivierten Bruchflächen im Untergrund entsprechen.
Die Erdbebenserie von Bormio
Auffallend ist die Bebenserie von Bormio mit vier Ereignissen, welche Lokalmagnituden von mehr als 4 aufweisen. Das Epizentrum dieses Schwarmes lag auf italienischem Gebiet, an der Grenze zur Val Mora, rund 10 km südlich vom Ofenpass. Das Hauptbeben mit einer Lokalmagnitude von 4.9 ereignete sich am 29. Dezember 1999. Ihm vorausgegangen war ein Magnitude 2.3 Beben am 15. April und ein Magnitude 2.4 Beben am 28. Dezember. Bis im Herbst 2002 wurden insgesamt beinahe 200 Ereignisse registriert, die Teil dieses Schwarmes sind.
Erdbebenserie von Paspels
Ein besonders gut erforschtes Beispiel solcher Erbebenschwärme in Graubünden ist die Bebenserie von 2007 bis 2009 bei Paspels. Sie begann Anfang August 2007 und erreichte ihren Höhepunkt am 21. Januar 2008 mit einem Beben der Magnitude 4.0. Bis Ende 2009 wurden insgesamt 37 Beben registriert, die diesem Schwarm zugeordnet werden konnten. Die Erdbebenherde lagen in rund 8 km Tiefe auf einer fast Ost-West verlaufenden Bruchfläche mit einer horizontalen Länge von mindestens 700 m und einer senkrechten Ausdehnung von rund 500 m.