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Tomas Bächli, Pianist
„the village church bells“: das komplexe Klangspektrum der Glocken hat Ives immer wieder fasziniert. Einer Anekdote nach hat sein Vater George versucht, eine Glocke auf dem Klavier zu imitieren und dabei festgestellt, dass die temperierten Halbtöne des Klavier dazu nicht ausreichen, für den Sohn ein Anlass, sich mit Mikrotönen zu beschäftigen. So weit ist er im Lied “Walking” noch nicht gegangen, die beiden Glocken werden als Klavierakkorde dargestellt: contra Ais-cis‘-gis‘-dis‘‘ sowie D-h-fis‘-h‘, Klänge, die wir als reine Sounds wahrnehmen, nicht als Funktionen innerhalb einer Tonart. Dass es sich bei der zweiten Glocke um einen schlichten Sextakkord in h-moll handelt, merken wir erst, wenn beim Trauermarsch das Tempo heruntergedrosselt wird. Plötzlich hören wir dann den schlichten Molldreiklang – es tötelet gewaltig. Aber nur kurz, im nächsten Moment bringen die frischen Dissonanzen Energiezufuhr.
„But to live and walk“ so schliesst das Lied, die Anweisung an die Spieler: immer leiser werden aber keinesfalls langsamer. Der Bass endet mit einer Tritonusbewegung, einem schwebenden Intervall, das keine Hierarchie kennt (ganz im Gegensatz zum Quint“fall“). Das Lied ist zuende, die Reise nicht.