Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03598.jsonl.gz/2161

(Tollkirsche, Wolfskirsche, lat. Atropa
Belladonna, frz.
Belladonne, engl.
Belladonna-Deadlynighteshade); bekannte, zu den Solaneen gehörige strauchartige
Giftpflanze, wächst in bergigen Laubwäldern Süd- und Mitteleuropas. Medizinisch verwendet werden die
Blätter und die Wurzel der B. Die Blätter (Tollkirschenkraut, folia
Belladonnae, herba Belladonnae) sollen zur Blütezeit
gesammelt und rasch getrocknet werden; sie sind dann bräunlich grün, dünn,
fast durchscheinend, eirund ganzrandig, an
der Basis verschmälert, am Ende zugespitzt und besitzen einen schwachen narkotischen Geruch.
Die Wurzel (Tollkirschenwurzel, radix
Belladonnae) soll im Juli oder August gesammelt und im ungeschälten
Zustande getrocknet werden;
sie besteht aus verschieden langen, cylindrischen Stücken, meist etwas gedreht, längsrunzelig,
gelblichgrau;
bricht kurz und glatt, nicht fasrig, ab.
Der Holzkörper zeigt auf dem Querschnitte zahlreiche Poren;
dieser
und die Rinde haben die gleiche weißlichgraue Farbe und sind durch eine dunklere Linie getrennt.
Blätter
und Wurzel enthalten als giftigen Bestandteil ein Alkaloid, das Atropin (s. d.); ein anderes ebenfalls darin enthaltenes, das
Belladonnin, kommt nicht im Handel vor. Da die B. im wilden Zustande nur sehr vereinzelt vorkommt, wird sie für medizinische
Zwecke in einigen Gegenden Thüringens und des Harzes angebaut. In Apotheken hat man auch ein aus den
Blättern bereitetes
Belladonnaextrakt (Extractum
Belladonnae); dieses sowohl, als auch Blätter und Wurzel dürfen von den
Droguisten an das Publikum im Kleinhandel nicht abgegeben werden. - Zollfrei.