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Auf welche Art und Weise hat die Entwicklung der Anthropologie weg vom Reservat und der Insel – einst ihre raison d’être – die ethnographische Praxis in Frage gestellt? Inwiefern hat die zunehmende Historisierung der Disziplin und ihre Begegnung mit den vielfältigen Effekten der Globalisierung ihre methodologischen Ausrichtungen und Strategien verändert? Wie sollten sich diese methodologischen Ausrichtungen und Strategien im Verhältnis zu den Transformationen innerhalb der sozialen und kulturellen Geographien der von den «Einheimischen» bewohnten Welt verändern? Ist es möglich, eine Ethnographie auf einer «awkward scale» in multiplen Dimensionen zu betreiben? Welche epistemischen Implikationen bergen diese Fragen für eine zukünftige Anthropologie? Ausgehend von den gegenwärtigen Debatten bezüglich erstens der Beziehung zwischen Evidenz und Erklärung innerhalb der Sozialwissenschaften und zweitens den jeweiligen Ansprüchen des Lokalen und des Globalen beim Schärfen des ethnographischen Blick untersucht dieser Artikel die Prämissen und Versprechungen der zeitgenössischen Ethnographie. Er beruft sich auf neueste Forschungen über das Aufkommen einer «okkulten Ökonomie» in der Südafrikanischen Postkolonie um für eine radikale Erweiterung der ethnographischen Methodologie und für eine Methode zu argumentieren, die zugleich induktiv und deduktiv, empirisch und einfallsreich ist.
Erschienen in: traverse 2007/3, S. 19