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Kraftwerk von Châtelot gibt dem Doubs Wasser zurück
Bern, 02.06.2003 - Auf dem vier Kilometer langen Abschnitt zwischen dem Stausee von Moron und dem Elektrizitätswerk von Châtelot wird der Doubs seinen natürlichen Charakter zurück erhalten: Dank einer Turbine, die am Fuss der Staumauer installiert wird, fliesst ab 2005 acht Mal mehr Wasser als heute im schweizerisch-französischen Grenzfluss.
Diese mit allen betroffenen Parteien erarbeitete Lösung werde den Wasserhaushalt des Doubs wesentlich verbessern, sagte BUWAL-Vizedirektor Willy Geiger am 2. Juni in Les Planchettes (NE) anlässlich der öffentlichen Vorstellung des Projektes.
Das französisch-schweizerische Elektrizitätswerk beeinflusst das Abfluss-Regime des Doubs wesentlich. Die aktuelle Bewirtschaftung des Kraftwerks bringt hauptsächlich die zwei folgenden Umweltprobleme mit sich:
- Das im Stausse von Moron gefasste Wasser wird durch eine Druckleitung zum vier Kilometer flussabwärts liegenden Elektrizitätswerk geführt. Dazwischen verbleibt im Doubs nur eine kleine Menge Restwasser.
- Das Elektrizitätswerk produziert aufgrund des unterschiedlichen Bedarfs unregelmässig Strom. Dadurch sinkt und steigt der Wasserspiegel unterhalb des Werkes täglich in beträchtlichem Masse.
Das hat nicht nur negative Auswirkungen auf Fauna und Flora, sondern auch auf die Landschaft und ihre touristische Anziehungskraft.
Wirtschaftlicher Verlust begrenzt
Dank der Konsensbereitschaft aller Beteiligten konnte eine gute Lösung gefunden werden: Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten werden 2‘000 Liter pro Sekunde aus dem Stausee in den Doubs gelangen. Heute sind es lediglich 250 Liter pro Sekunde. Der dadurch entstehende wirtschaftliche Verlust zulasten des Elektrizitätsunternehmens wird durch den Einbau der kleinen Turbine am Fusse der Staumauer begrenzt.
Die drei Millionen Franken teuren Baukosten werden zu gleichen Teilen von der Schweiz (Kanton Neuenburg, Fonds Landschaft Schweiz und BUWAL) sowie von Frankreich bezahlt. Das Elektrizitätsunternehmen trägt bis zum Erlöschen der Konzession im Jahr 2028 eine Summe in gleicher Grössenordnung: Sie setzt sich zusammen aus den Verlusten der Minderproduktion, der Unterhaltskosten für die neue Turbine und der Verlegung einer Hochspannungsleitung in den Boden.
Projekt hat für das BUWAL Priorität
Die Sanierung wird das ganze ökologische System des Doubs aufwerten und mit ihm die gleichnamige Region, welche im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung eingetragen ist. Für das BUWAL hat das Projekt Priorität betonte Willy Geiger an der Pressekonferenz. Es sei exemplarisch für die Politik des Amtes, welches die Sanierung von Stromproduktionsanlagen fördern will.
Das Beispiel von Châtelot zeige, dass gemeinsame Anstrengungen Lösungen hervorbringen, die ökologisch, ökonomisch und sozial tragbar sind. Geiger hofft, das Beispiel werde auch andere Wassernutzer inspirieren, Lösungen zu suchen, um die mit der Stromproduktion mittels Wasserkraft verbundenen negativen Auswirkungen auf die Umwelt – vor allem zu geringe Restwassermengen – zu lindern.
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