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Aus Sorge vor der Verbreitung «westlicher Werte» an den Hochschulen der Volksrepublik hat die chinesische Regierung die Universitäten im ganzen Land angewiesen, den Einsatz ausländischer Lehrbücher zu überprüfen.
Das Bildungsministerium schickte nach Angaben einer Regierungswebsite und eines Behördenvertreters vom Dienstag einen Fragebogen mit 13 Fragen an alle Hochschulen. Darin soll angegeben werden, welche ausländischen Lehrbücher im Unterricht benutzt werden und wie diese erworben wurden.
Gewaltenteilung ist «westlich»
Bildungsminister Yuan Guiren hatte vergangene Woche gesagt, Lehrbücher, die «westliche Werte verbreiten», dürften nicht in die Hörsäle gelassen werden. Konzepte wie Gewaltenteilung oder Mehrparteiensystem gelten in China offiziell als «westlich».
Der Fragebogen wurde auf der Website der Bildungsbehörde der östlichen Provinz Anhui veröffentlicht. Ein Behördenvertreter namens Peng sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Fragebogen sei an alle Universitäten des Landes verschickt worden. Später wurde das Dokument wieder von der Website gelöscht.
Unter der Fuchtel der Partei
Chinas Universitäten werden von der Kommunistischen Partei geführt, die Diskussionen über historisch und politisch brisante Themen streng kontrolliert. Trotzdem ist gerade in den Naturwissenschaften der Einsatz von chinesischen Übersetzungen ausländischer Lehrbücher weit verbreitet.
Der aktuelle Vorstoss zur Begrenzung ihrer Verwendung ordnet sich ein in die Politik von Präsident Xi Jinping. Dieser hat seit seinem Amtsantritt 2013 die Kontrolle über die Universitäten weiter verschärft und geht verstärkt gegen kritische Intellektuelle vor.
(sda/ise/chb)