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Bei der 5b-Wetterlage zieht ein Zyklon vom Golf von Genua in einem Bogen über die Adria um die Alpenostseite herum und führt so «über die Hintertüre» zu Starkregen in Polen, Tschechien, Österreich, Deutschland und in der Ostschweiz.
Das Abflussregime beschreibt die mittleren saisonalen Schwankungen des Abflusses eines Fliessgewässers, welche durch Niederschlag, Verdunstung, Abfluss (Versickerung, Oberflächenabfluss) und Zwischenspeicherung (Schnee, Eis, Grundwasser) verursacht werden.
Das Abflussregime wird mit dem Pardé-Koeffizienten der einzelnen Monate beschrieben. Der Pardé-Koeffizient wird bestimmt aus dem Verhältnis zwischen dem langjährigen mittleren Abfluss im betreffenden Monat und dem mittleren Jahresabfluss. Die Diagramme zu den Regimes erlauben einen Vergleich des saisonalen Verlaufs der Abflüsse verschiedener Fliessgewässer. In der Schweiz werden 16 Regimetypen unterschieden.
Advektion (lat. «advectio» = Heranführung) bezeichnet in der Meteorologie das horizontale Heranführen von wärmeren bzw. kälteren oder feuchteren bzw. trockeneren Luftmassen.
Beispielsweise kommt es beim Heranführen von wärmeren Luftmassen zu deren Aufgleiten über kältere Luftmassen und dabei zur Bildung von Stratus- oder Schichtwolken.
Ein Aufwind ist eine örtlich begrenzte vertikale Luftbewegung, welche durch die Sonneneinstrahlung, die frei werdende Kondensationswärme in Wolken oder durch den Einfluss von Gebirgen (orographische Hebung) entstehen kann.
Das auslösende Ereignis setzt bei gegebener Disposition den gefährlichen Prozess in Gang, beispielsweise ein intensives Gewitter.
Baulich-technische Massnahmen vermindern die Naturgefahr indem sie den Ablauf eines Ereignisses beeinflussen (z.B. Hochwasserdamm, Schutzmauer).
Bei der Beschneiung erzeugen Schneekanonen mit Hilfe von Wasser technischen Schnee.
Mit der Beschneiung von Skipisten sollen die Schneesicherheit und damit die Wirtschaftlichkeit in Wintersportgebieten auch mit dem Klimawandel beibehalten oder erhöht werden.
Der Bewässerungsbedarf umfasst die Wassermenge ohne Niederschlag, die für einen optimalen Ernteertrag erforderlich ist.
Der Bewässerungsbedarf hängt von den klimatischen Verhältnissen (Niederschlag, Verdunstung), dem Bodenwasserhaushalt sowie vom Wasserbedarf der Nutzpflanzen ab. Allgemein ist Pflanzenanbau ohne zusätzliche Bewässerung in Gebieten möglich, wo der Jahresniederschlag grösser ist als die Verdunstung (Regenfeldbau). Aber auch in diesen humiden Regionen wird bewässert, einerseits bei wasserbedürftigen Pflanzen (z.B. Reis) und andererseits für die Überbrückung saisonaler Trockenphasen.
Bewässerung bezeichnet die künstliche Versorgung von Kulturland mit Wasser.
Biologische Massnahmen vermindern die Hochwassergefahr durch die Pflege von Schutzwald oder Bepflanzung von erosionsgeschädigten Steilhängen und Ufern.
Einerseits bleibt an der Vegetation ein kleiner Teil des Niederschlags hängen, ohne den Boden zu erreichen (Interzeption). Andererseits entziehen Pflanzen dem Boden Wasser, das direkt an die Atmosphäre verdunstet wird (Transpiration). Zudem kann das Niederschlagswasser im durchwurzelten Boden besser versickern und vorübergehend besser gespeichert werden. Mit den Wurzeln stabilisiert der Wald auch Lockermaterial und das Ufer, was die Erosion von Feinmaterial und Geschiebe verringert. Bei Dauerregen mit sehr grossen Niederschlagsmengen oder bei Starkniederschlag mit hoher Niederschlagsintensität kann der Wald ein Hochwasser aber nur unwesentlich abschwächen.
Ein Blitz ist ein Funkenüberschlag zwischen Wolken mit entgegengesetzter elektrischer Ladung oder zwischen Wolken und der Erdoberfläche.
Der Blitzvorgang beginnt mit Vorentladungen, die den Entladungskanal aufbauen. Innerhalb einiger Zehntelsekunden beginnt die Hauptentladung, die ihrerseits von weiteren Teilentladungen im Abstand von Hundertstel- bis Tausendstelsekunden gefolgt wird. Durch die explosionsartige Erhitzung der Luft im Blitzkanal (innerhalb von Mikrosekunden auf ca. 30 000 °C) entsteht der nachfolgende Donner.
Die Bodenfeuchte umfasst die Feuchtigkeit im Boden oberhalb des Grundwasserspiegels, einschliesslich des Wasserdampfes in den Poren.
Bodenversiegelung bezeichnet die Abdichtung einer Geländeoberfläche durch künstliche Eingriffe (z.B. Strassenbelag) sowie infolge natürlicher Vorgänge (z.B. Frost), wodurch die Versickerung von Niederschlagswasser vermindert oder unterbunden wird und so zu Oberflächenabfluss kommt.
Dürre (Trockenheit) bezeichnet das anhaltende Fehlen oder einen deutlichen Mangel an Niederschlag.
Bei dynamischen Überschwemmungen tritt rasch fliessendes Wasser über die Ufer.
Unter Einzugsgebiet versteht man ein abgegrenztes Gebiet, aus dem sämtliches Wasser einem bestimmten Ort zufliesst.
Der Gewässerabfluss eines Einzugsgebietes wird durch folgende Eigenschaften beeinflusst: Klima, Höhenlage, Vergletscherung, Topographie, Boden, Vegetation, Geologie und Form. Diese Eigenschaften bestimmen auch die charakteristische saisonale Abflussverteilung eines Fliessgewässers, das sogenannte Abflussregime.
Eiskörner in Wolken sind gefrorene Regentropfen von ca. 1 – 4 Millimeter Durchmesser, die aus einem trüben Eiskristallkern und mehreren gefrorenen Schalen bestehen.
Die Evaporation ist der Übergang des Wassers vom flüssigen in den gasförmigen Zustand über einer Wasserfläche oder einer vegetationslosen Erdoberfläche.
Sind bei der Verdunstung von Wasser Pflanzen beteiligt, spricht man von Transpiration.
Bei Flachdrucklagen sind die Luftdruckgegensätze so gering, dass keine klaren Druckzentren (Hoch- und Tiefdruck) auszumachen sind.
Ein (Wärme-)Gewitter ist eine meteorologische Erscheinung, die mit elektrischen Entladungen (Blitze) und Donner einhergeht und in der Regel von kurzem und kräftigem Niederschlag bis hin zu Hagel begleitet ist.
Flussbegradigung bezeichnet die Verkürzung der Fliessstrecke eines Flusslaufes durch bauliche Massnahmen.
Häufig werden Flussbegradigungen mit Uferverbauungen kombiniert.
Unter Gebirgsfluss versteht man ein grösseres natürliches Fliessgewässer im Gebirge mit streckenweise grossem Sohlgefälle, rasch und stark wechselnder Fliessgeschwindigkeit, Turbulenz sowie schwankender Abfluss- und Feststoffmenge.
Gebirgsflüsse und Wildbäche weisen streckenweise ein hohes Sohlgefälle auf, welches bei Starkniederschlägen einen rasch ansteigenden Abfluss hervorruft. Die hohen Fliessgeschwindigkeiten erhöhen die Seiten- und Tiefenerosion.
Das Gefahrenpotential sagt aus, wie intensiv und wie häufig eine Naturgefahr in einem bestimmten Gebiet eintreten kann.
Das glaziale Abflussregime ist geprägt von der Eisschmelze und weist typischerweise eine eingipflige Abflusskurve mit einem Maximum in Juli und August auf.
Das glazio-nivale Abflussregime ist geprägt von der Schnee- und Eisschmelze und weist typischerweise eine Abflusskurve mit einem Maximum in Juni und Juli auf.
Als globale Erwärmung bezeichnet man den seit 150 Jahren festgestellten Anstieg der Durchschnittstemperatur in der Troposphäre und den Meeren.
Die Grunddisposition umfasst die über längere Zeit gleich bleibenden Voraussetzungen für gefährliche Prozesse, beispielsweise Relief, Geologie, Boden und Klima.
Das Grundwasser bezeichnet das zusammenhängende unterirdische Wasser in festem Gestein und Lockermaterial unterhalb der Bodenschicht. Das Grundwasser bewegt sich ausschliesslich durch Schwerkraft.
Das erneuerbare Grundwasser ist der Anteil des Grundwassers, der nachhaltig genutzt werden kann, d.h. ohne dessen Menge oder Qualität zu beeinträchtigen. Dieser Anteil ist je nach Region unterschiedlich (im Mittel 10 % des verfügbaren Grundwassers) und hängt vor allem von der Geologie des Untergrundes und von der Anwesenheit von Fliessgewässern ab.
Durchlässige, wasserführende Gesteinsformationen mit nutzbaren Wassermengen.
Der Grundwasserstand definiert die Höhe der Grundwasseroberfläche oder -druckfläche an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit.
Der Grundwasserstand wird durch die Wasserhöhe in einem fest installierten Beobachtungsrohr (Piezometer) bestimmt. Während der Grundwasserstand ein Mass für den Füllstand des hydrogeologischen Systems ist, gibt die Quellschüttung den natürlichen Abfluss aus diesem System an. Grundwasserstand und Quellschüttung hängen von Niederschlags- und Flussinfiltration, Geologie, Neigung und Mächtigkeit von Grundwasserleitern sowie menschlicher Nutzung ab.
Hagel bezeichnet festen Niederschlag in Form von kugelschichtig aufgebauten, durchscheinenden Eiskörnern (Hagelkörner) mit einem Durchmesser von über 5 Millimetern.
Hochwasser bezeichnet den Zustand in einem Fliessgewässer oder einem See, bei dem der Abfluss oder der Wasserstand einen bestimmten Schwellenwert erreicht oder überschritten hat.
Inneralpine Trockentäler sind von hohen Bergen umschlossene Täler im Inneren der Alpen.
Sie sind vergleichsweise trocken und warm, weil die feuchten Luftmassen am umliegenden Gebirge aufsteigen, sich dort abregnen und als trockene Luftmassen in die Täler absinken.
Integrales Risikomanagement ist ein ganzheitliches Konzept für den nachhaltigen Umgang mit Naturgefahren, das alle Naturgefahren und Risiken einbezieht, alle möglichen Massnahmen prüft, alle Beteiligten in den Planungsprozess einschliesst, alle künftigen Entwicklungen (z.B. Raumnutzung, Klimawandel) berücksichtigt und alle Aspekte der Nachhaltigkeit integral miteinbezieht.
Interzeption bezeichnet den Vorgang, bei dem Niederschlag durch die Pflanzendecke aufgefangen wird und dann verdunstet, ohne den Boden zu erreichen.
Grösse und damit Wirkung der Interzeption ist vom Pflanzenbewuchs, der Dauer und der Intensität des Niederschlags, dem Wind sowie den Bedingungen bei der Verdunstung abhängig.
Isobaren sind Linien gleichen Luftdrucks auf der Wetterkarte.
Der Jahresniederschlag ist die gemessene Niederschlagshöhe innerhalb eines Jahres in Millimetern.
Für den durchschnittlichen Jahresniederschlag wird die Niederschlagshöhe einer bestimmten Anzahl Jahre gemittelt (Standardperiode 30 Jahre, z.B. 1961 – 1990).
Kaltfront ist eine Luftmassengrenze, hinter der eine kalte Luftmasse nachfolgt.
An der Kaltfront schiebt sich die kalte Luftmasse unter eine wärmere Luftmasse und verdrängt diese rasch in die Höhe. Mit der Abkühlung kondensiert der Wasserdampf und es bilden sich mächtige Cumuluswolken, welche zu heftigen Schauern führen können.
Karstgebiete bestehen aus Kalkstein und weisen typische Verwitterungsformen wie Höhlen, Dolinen und Karrenfelder auf.
In Karstgebieten herrscht an der Oberfläche meist Wasserarmut, da das Oberflächenwasser durch die zahlreichen Klüfte und Hohlräume rasch versickert, in unterirdischen Wasserläufen abfliesst und über Karstquellen andernorts wieder austritt. Solche Systeme reagieren hochempfindlich auf Verunreinigungen.
Ihre Quellschüttung kann stark variieren, da in Karstgebieten das Niederschlags- und Schmelzwasser über die zahlreichen Klüfte und Hohlräume im Kalk schnell versickert, abfliesst und an der Karstquelle wieder an die Oberfläche gelangt.
Die Klimaszenarien CH2011 sind mit wissenschaftlichen Modellen errechnete Prognosen für diezu erwartenden Klimaveränderungen in der Schweiz im 21. Jahrhundert.
Der Begriff Klimawandel bezeichnet die langfristige Veränderung des Klimas, aufgrund natürlicher oder anthropogener Ursachen.
Für die seit Mitte des 20. Jahrhunderts beobachtbare globale Erwärmung ist es äusserst wahrscheinlich (95 – 100 %), dass der anthropogene Einfluss der Hauptgrund ist (nach IPCC, 2014).
Konvektion (lat. «convectum» = mitgetragen) bezeichnet in der Meteorologie das Aufsteigen von warmen Luftmassen in kältere Umgebungsluft.
Meist wird Konvektion durch Sonneneinstrahlung erzeugt, welche zur Erwärmung des Bodens und der bodennahen Luftmassen führt. Erreicht die aufsteigende Luft durch Abkühlung den Taupunkt, beginnen sich Wolken zu bilden. Die Bildung von Quellwolken und Gewittern durch Konvektion ist vor allem im Sommer zu beobachten.
Für die Nutzung von öffentlichem Wasser ist in der Schweiz eine Konzession (lateinisch «concessio» = Zugeständnis) von der Gemeinde oder vom Kanton erforderlich.
Landregen ist ein mehrere Stunden oder Tage andauernder, schwacher Niederschlag an der Warmfront.
Der Landregen ist lang andauernd und wenig intensiv, weil die leichte Warmluft über die dichte Kaltluft nur langsam und flach ansteigend aufgleiten kann (Advektion). In der Warmluft kondensiert der Wasserdampf daher langsam, aber kontinuierlich zu Schichtwolken.
Lang andauerndes Niederschlagsereignis (mehrere Stunden bis Tage) mit meist geringer, sich wenig ändernder Niederschlagsintensität und grosser räumlicher Ausdehnung.
Dauerniederschlag wird auch advektiver Niederschlag genannt, da er durch überwiegend horizontale Luftbewegung (Advektion) entsteht.
Mehrzweckspeicher lagern zwischenzeitlich Wasser, um mehrere Ziele zu erreichen, z.B. Hochwasserschutz, Wasserkraft, Schiffahrt, Bewässerung, Fischerei, Wasserversorgung, Erholung.
In der Schweiz werden Stauseen zunehmend als Mehrzweckspeicher eingesetzt, um die fehlenden Gletscher und abnehmenden Schneemengen zu kompensieren und die verschiedenen Nutzungsansprüche (z.B. Energiewirtschaft, Landwirtschaft, Trinkwasserversorgung) aufeinander abzustimmen.
Murgang (Mure, Rüfe, Laui) ist ein Gemisch von Wasser und Feststoffen mit einem Feststoffanteil (Sand, Steine, Blöcke, Holz usw.) von 30 bis 60 Prozent, das in einem Wildbachgerinne mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde hinunterfliesst.
Starkniederschlag und Dauerniederschlag sowie intensive Schneeschmelze können vorhandenes Lockermaterial im Einzugsgebiet eines Wildbaches mobilisieren und als wassergetränktes Gemenge im Wildbachgerinne oder in alten Hangfurchen zu Tale fliessen. Ein Murgang führt zu beträchtlichen Schäden mit mächtigen Ablagerungen von Blöcken, Schutt und Holz.
Eine nachhaltige Wassernutzung berücksichtigt die heutigen und zukünftigen Wasseransprüche von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt auf lokaler, regionaler und globaler Ebene.
Nachhaltigkeit ist ein Konzept, um die heutigen und zukünftigen Ansprüche von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt auf lokaler, regionaler und globaler Ebene zu sichern.
Naturgefahren umfassen sämtliche Vorgänge in der Natur, die für Mensch, Umwelt und Sachwerte schädlich sein können.
Die Niederschlagsmenge wird in Liter pro Quadratmeter oder in Millimeter (Niederschlagshöhe) gegeben. 1 l/m2 entspricht dabei 1 mm Niederschlag.
Die Niederschlagsmenge ist ein Volumen, das in einer bestimmten Zeit auf eine bestimmte Fläche fällt. Wenn 1 mm Niederschlag auf 1 m2 fällt, entspricht dies einem Volumen von 1 mm x 1 m x 1 m Niederschlag oder in Zentimeter 0.1 cm x 100 cm x 100 cm = 1000 cm3 (= 1 dm3), was genau 1 l entspricht.
Niedrigwasser bezeichnet den niedrigsten Wasserstand oder Abfluss in einem Fliessgewässer oder einem See für einen bestimmten Zeitabschnitt.
Ursache ist eine Periode ungewöhnlich trockenen Wetters, die sich in den Wasserständen von Flüssen und Seen unterhalb der Normalhöhe und/oder im Rückgang der Bodenfeuchtigkeit sowie in einer Absenkung der Grundwasserstände bemerkbar macht.
Das nivale Abflussregime ist geprägt von der Schneeschmelze und weist typischerweise eine eingipflige Abflusskurve mit einem Maximum in Mai und Juni auf.
Ein übermässiger Nährstoffeintrag (Eutrophierung) in Gewässer und Grundwasser kann durch Düngung (z.B. Nitrat, Phosphat), Viehhaltung (z.B. Fäkalien) oder zu wenig gereinigte Abwasser verursacht sein.
In eutrophierten Gewässern vermehren sich Algen übermässig und der Sauerstoffgehalt des Wassers sinkt, so dass die biologische Vielfalt (v.a. der Fischpopulation) abnimmt.
Einige kleinere Schweizerseen in landwirtschaftlich stark genutzten Gebieten (z.B. Hallwilersee) müssen durch eine künstliche «Seebelüftung» am Leben erhalten werden.
Oberflächenabfluss ist der Anteil des Niederschlags, der über die Geländeoberfläche fliesst, bevor er ein Gewässer erreicht.
Oberflächenabfluss tritt auf, wenn der Niederschlag wegen der Beschaffenheit des Untergrunds (z.B. felsige Flächen, verdichteter Boden) kaum infiltrieren kann (Hortonscher Oberflächenabfluss) oder nach Sättigung des Bodens, wenn also Wasser nicht mehr eindringen kann (gesättigter Oberflächenabfluss).
Organisatorische Massnahmen sind Massnahmen, die zur Vorbereitung auf allfällige Ereignisse ergriffen werden (z.B. Notfallpläne, Überwachungsanlagen, Frühwarnsysteme, mobiler Hochwasserschutz).
Orographische Hebung (griech. «oros» = Berg) bezeichnet das Aufgleiten von Luftmassen an einem Gebirge.
Im pluvialen Abflussregime zeigt sich der wechselnde Einfluss von Schnee, Regen und Verdunstung in einer mehrgipfligen Abflusskurve.
Eine Quelle ist der Ort, an dem Wasser auf natürlichem Weg aus Gestein oder Boden an die Oberfläche tritt.
Die Quellschüttung beschreibt den Abfluss einer Quelle und wird meistens in Liter pro Minute gemessen.
Die Quellschüttung wird möglichst nahe beim Quellaustritt an einem natürlichen Querschnitt oder mit Hilfe eines künstlichen Überlaufs gemessen. Während die Quellschüttung den natürlichen Abfluss aus einem hydrogeologischen System angibt, ist der Grundwasserstand ein Mass für den Füllstand dieses Systems. Grundwasserstand und Quellschüttung hängen von Niederschlags- und Flussinfiltration, Geologie, Neigung und Mächtigkeit von Grundwasserleiter und menschlicher Nutzung ab.
Mit raumplanerischen Massnahmen wird die Raumnutzung den bestehenden Naturgefahren angepasst, um das Schadenpotential zu vermindern.
Die Gefahrenkarte ist eine wichtige Grundlage für die Planung von angemessenen Massnahmen zur Verminderung des Risikos und des Schadenpotentials durch Hochwasser.
Der Gewässerschutz der Schweiz legt seit 1991 Restwassermengen fest, damit unterhalb von Wasserentnahmen ausreichend Wasser in Fluss- und Bachbetten bleibt. Dies soll die vielfältigen natürlichen Funktionen der Gewässer sichern (z.B. Lebensraum der Tiere und Pflanzen, Abbau von Schadstoffen).
Für Wasserentnahmen, die vor 1991 bewilligt wurden, gelten die Restwasserbestimmungen erst, sobald die Konzession zur Nutzung des Wassers erneuert werden muss.
Bei Naturgefahren bezeichnet der Begriff Risiko das Ausmass und die Wahrscheinlichkeit eines möglichen Schadens.
Bei der Risikominimierung versucht man das Schadenpotential vorwiegend mit raumplanerischen Massnahmen zu verkleinern, also die gegenwärtige und geplante Raumnutzung den drohenden Naturgefahren anzupassen.
Das Schadenpotential beschreibt den Schaden, der an Personen und an Sachwerten bei einem möglichen Ereignis eintreten könnte.
Schauer ist kurzer und heftiger Niederschlag aus Cumuluswolken an der Kaltfront.
An der Kaltfront entstehen intensive Schauer, da die dichte Kaltluft die davorliegende leichte Warmluft rasch in die Höhe verdrängt (Advektion). In der Warmluft kondensiert in kurzer Zeit viel Wasserdampf zu mächtigen Cumuluswolken, wobei die frei werdende Kondensationswärme das Aufsteigen der feuchten Warmluft noch verstärkt (Konvektion).
See ist ein grösseres oberirdisches Gewässer mit stehendem oder nahezu stehendem Wasser, das von einer Landfläche umgeben ist (Binnengewässer).
In der Schweiz sind die meisten grossen Seen reguliert, wodurch die aus einem See ausfliessende Wassermenge und somit der Seestand festgelegt werden können. Grössere nichtregulierte Seen sind beispielsweise der Boden- und Walensee.
In Fliessgewässern wird bei der Seitenerosion am Ufer Material abgetragen, was zur Übersteilung und zum Nachbrechen der Uferbereiche führen kann.
Die Intensität der Seitenerosion wird von der Fliessgeschwindigkeit, dem Sohlgefälle sowie dem Material des Flussbettes und der Ufer bestimmt. Bei Talflüssen überwiegt die Seitenerosion gegenüber der Tiefenerosion, da hier das Gefälle geringer ist und die Fliessgeschwindigkeit nachlässt.
Starkniederschlag weist im Verhältnis zu seiner Dauer eine hohe Intensität auf und kommt selten vor, im Mittel höchstens zweimal jährlich.
Bei statischen Überschwemmungen tritt langsam oder nicht fliessendes Wasser in flachem Gelände oder entlang von Seen über die Ufer.
Durch den Staueffekt von Gebirgen bilden sich beim Anströmen von Luftmassen Wolken und Stauniederschlag.
Stauniederschlag (oder Steigungsniederschlag) entsteht, wenn feuchte Luftmassen an Gebirgen gehoben werden und die Abkühlung zur Kondensation und damit zur Wolken- und Niederschlagsbildung führt.
Die Suone (französisch «bisse») ist ein offener Kanal, welcher Bewässerungswasser von Bergbächen oder aus Seen auf Wiesen, Äcker, Obstplantagen und Weinberge bringt.
Das Systemwissen erfasst die entscheidenden Prozesse in einem System heute und unter veränderten Bedingungen (klimatischer, sozioökonomischer Wandel).
In der transdisziplinären (fächerübergreifenden) Forschung wird zur Untersuchung von lebensweltlichen Problemen das wissenschaftliche und praktische Wissen verbunden. Dabei werden drei Arten von Wissen unterschieden: Zielwissen, Systemwissen und Transformationswissen.
Ein Talfluss weist gegenüber einem Gebirgsfluss durch das geringere Sohlgefälle eine tiefere Fliessgeschwindigkeit auf.
Der Taupunkt bezeichnet die Temperatur, auf die ein Luftpaket abgekühlt werden muss, damit Kondensation eintritt. Am Taupunkt herrscht damit eine Luftfeuchtigkeit von 100 %.
In Fliessgewässern wird bei der Tiefenerosion an der Gewässersohle Material abgetragen, was deren Tieferlegung bewirkt und zu einer Übersteilung und zum Nachbrechen der Uferbereiche (Seitenerosion) führen kann.
Die Tiefenerosion ist von der Wassermenge, dem Sohlgefälle, der Fliessgeschwindigkeit, dem Gesteinsuntergrund und der Art und Menge des transportierten Materials abhängig. Einem Fluss auf festem Gestein ohne Transportgut (z.B. Kies) fehlt das Schleifmaterial zur Erosionsarbeit. In Wildbächen und Gebirgsflüssen mit starkem Gefälle und damit hoher Fliessgeschwindigkeit dominiert die Tiefenerosion.
Das Transformationswissen zeigt, wie bestehende Verhältnisse veränderbar sind und mit welchen Massnahmen die Ziele realisierbar sind.
In der transdisziplinären (fächerübergreifende) Forschung wird zur Untersuchung von lebensweltlichen Problemen das wissenschaftliche und praktische Wissen verbunden. Dabei werden drei Arten von Wissen unterschieden: Zielwissen, Systemwissen und Transformationswissen.
Transpiration bezeichnet den Vorgang, bei dem Wasser von Pflanzen als Wasserdampf an die Atmosphäre abgegeben wird.
Die Transpiration ist eine aktive Verdunstung, da die Pflanzen unter Energiebereitstellung das Wasser über Wurzeln, Stamm oder Stengel und Blätter transportieren müssen, bevor es durch die Spaltöffnungen der Blätter an die Atmosphäre abgegeben wird.
Trinkwasser ist gesundheitlich unbedenkliches Wasser, welches nach Bedarf aufbereitet wird, und durch öffentliche Leitungen zu Haushaltungen geleitet wird.
Rund 80 % des Trinkwassers stammt aus dem Grundwasser, bei der Hälfte davon handelt es sich um Quellwasser. Die restlichen 20 % werden aus Seen gefördert.
Für den Trinkwasserverbrauch wird im allgemeinen der Verbrauch von Trinkwasser pro Person pro Tag oder Jahr berechnet.
Der gesamte Trinkwasserverbrauch pro Kopf in der Schweiz hat sich in den letzten 30 Jahren um über 100 Liter pro Person und Tag verringert und beträgt heute noch gut 300 Liter (inkl. Gewerbe und Industrie).
Direkt im Haushalt werden aktuell lediglich 142 Liter pro Person benötigt. Werden der Wasserverbrauch am Arbeitsplatz, in der Freizeit und in den Ferien dazugerechnet, ergeben sich rund 162 Liter pro Person und Tag.
Der Trinkwasserverbrauch pro Kopf ist aus verschiedenen Gründen rückläufig. Die Bevölkerung ist sensibilisierter und Haushaltsgeräte (z.B. Geschirrspüler) sind effizienter geworden. Ein wesentlicher Teil der Einsparungen ist aber durch die Verlagerung der wasserintensiven Industrie ins Ausland erreicht worden (z.B. Textilindustrie).
(nach Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches SVGW)
Die Tröpfchenbewässerung ist eine sparsame Bewässerungstechnik, bei welcher nur die von den Pflanzen benötige Wassermenge tröpfchenweise über Schläuche nahe der Wurzeln an den Boden abgegeben wird.
Vorteile der Tröpfchenbewässerung sind Wassereinsparungen, dosierte Düngung (d.h. weniger Nährstoffeintrag in Gewässer und Grundwasser) und in ariden Gebieten geringere Bodenversalzung. Die hohen Kosten bei der Anschaffung und Installation stehen Wassereinsparungen und verbessertem Pflanzenwachstum gegenüber.
Übersarung bezeichnet die Ablagerung von vorwiegend groben Feststoffen, die bei einer dynamischen Überschwemmung aus dem Bett des Fliessgewässers ausgetreten sind.
Tritt bei einem Hochwasser das Wasser über die Ufer und bedeckt vorübergehend eine Landfläche, bezeichnet man dies als Überschwemmung oder Überflutung.
Die variable Disposition umfasst die zeitlich variablen, von Tages- und Jahreszeit abhängigen Grössen, beispielsweise die vorherrschende Wetterlage oder der Zustand von Boden und Vegetation.
Verklausung bezeichnet die Verstopfung eines Gerinnes durch Schwemmholz, Geschiebe oder anderem Material, so dass es zu einem Aufstau von Wasser und Geschiebe kommt und schliesslich eine Überschwemmung zur Folge haben kann.
Häufig verkeilen sich mitgeführte Bäume in einer Verengung oder bei einer Brücke und weiteres Material bleibt hängen.
Ein (Wärme-)Gewitter ist eine meteorologische Erscheinung, die mit elektrischen Entladungen (Blitze) und Donner einhergeht und in der Regel von kurzem und kräftigem Niederschlag bis hin zu Hagel begleitet ist.
Typisch für Gewitter sind Wolken mit einer grossen vertikalen Ausdehnung von bis zu 12 Kilometer (Cumulonimbus). Gewitter treten vorwiegend im Sommer auf. Wärmegewitter werden durch die Sonneneinstrahlung ausgelöst und können durch orographische Hebung oder herangeführte Kaltluftmassen (Advektion) verstärkt werden.
Warmfront ist eine Luftmassengrenze, hinter der eine wärmere Luftmasse folgt.
An einer Warmfront gleitet eine wärmere Luftmasse flach ansteigend und langsam auf die Kaltluft auf. Der Wasserdampf in der Warmluft kondensiert dabei nur langsam und es bilden sich Schichtwolken (Stratuswolken) begleitet von einem mehrere Stunden oder Tage andauernden, schwachen Landregen mit kleinen Tropfen.
Der Wasserbedarf umfasst die Wassermenge, welche von einer Gesellschaft für ihre verschiedenen Bedürfnisse benötigt wird.
Das Wasserdargebot ist derjenige Anteil des Niederschlags, der nicht verdunstet und daher in Bächen und Flüssen abfliesst sowie in Seen, Grundwasser und Gletschern zwischengespeichert ist.
Wasserinfrastrukturen umfassen sämtliche Versorgungsysteme für die Wassernutzung und den Wasserverbrauch (z.B. Wasserkraft, Bewässerung, Trinkwasserversorgung, Abwasserbehandlung, Beschneiung).
Für die Nutzung von Wasser zur Energiegewinnung und für andere Nutzungen ist in der Schweiz eine Konzession (lateinisch «concessio» = Zugeständnis) von der Gemeinde oder vom Kanton erforderlich.
Bei der Wasserkraftproduktion strömt das fliessende Wasser durch eine Turbine, die einen Generator antreibt und so Strom erzeugt.
Wasserkraftwerke werden unterschieden nach Lauf-, Speicher- und Pumpspeicherkraftwerken.
In einem Wasserkraftwerk strömt Wasser durch eine oder mehrere Turbinen, die einen Generator antreiben und so Strom erzeugen. Wasserkraft ist eine erneuerbare Energiequelle.
Wasserkraftwerke werden unterschieden in Lauf-, Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke:
– Laufkraftwerke nutzen die Strömung eines Flusses zur Stromerzeugung.
– Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke können ihre Produktion der Stromnachfrage anpassen, indem das Wasser in Stauseen gespeichert wird. Pumpspeicherkraftwerke pumpen bei geringer Stromnachfrage Wasser in die Speicherbecken, um bei hoher Nachfrage oder hohen Strompreisen Strom zu produzieren.
Ein integriertes Wassermanagement IWM umfasst eine enge und langfristige Zusammenarbeit bei der Wasserbewirtschaftung zwischen allen Beteiligten einer Region.
Bei der Wassernutzung wird das Wasser beispielsweise zur Energiegewinnung oder Kühlung verwendet und nach Gebrauch sauber und vollständig zurückgeführt.
Wasserrechte regeln in der Schweiz die Wasserbewirtschaftung, beispielsweise bezüglich Wasserverteilung, Schutz der Gewässer, Abwasser, Wasserbau, Hochwasserschutz, Bewässerung, Energieerzeugung, Grundwasserschutz.
Beim Wasserverbrauch versickert oder verdunstet das Wasser oder es wird verbraucht oder verschmutzt (z.B. Bewässerung, Trinkwasser).
Die Wasserverteilung an Nutzerinnen und Nutzer in einer Region verlangt ein koordiniertes Wassermanagement und umfasst die Grundwasserförderung, Wasseraufbereitung sowie die Abgabe in das Trinkwassernetz.
Die schweizerische Wasserwirtschaft umfasst – neben dem Schutz – die Gesamtheit der menschlichen Nutzungen der Gewässer und des Raumes in drei Bereichen: Gewässerschutz, Nutzung des Wassers und Schutz vor den Gefahren des Wassers.
– Nutzung des Wassers: Erschliessung und Nutzung der ober- und unterirdischen Wasservorkommen (z.B. Wasserversorgung, Stromproduktion).
– Gewässerschutz: Erhaltung und Wiederherstellung der ökologischen Funktionen der Gewässer sowie Massnahmen gegen die Beeinträchtigung der Wasser- und Gewässerqualität (z.B. Abwasserreinigung, Renaturierung).
–Schutz vor den Gefahren des Wassers: Schutz des Landes, dessen Bevölkerung und der Tier- und Pflanzenwelt gegen schädliche Einwirkungen des Wassers (z.B. Gewässerregulierung, Hochwasserschutz).
Typisch für die Westwindlage ist eine unbeständige Witterung mit starkem Wind und einem Wechsel von teils kräftigen Niederschlägen und kurzen Aufhellungen.
Unter Wildbach versteht man ein kleineres natürliches Fliessgewässer mit streckenweise grossem Sohlgefälle, rasch und stark wechselnder Fliessgeschwindigkeit, Turbulenz sowie schwankender Abfluss- und Feststoffmenge.
Das streckenweise hohe Sohlgefälle von Wildbächen und Gebirgsflüssen führt bei Starkniederschlägen zu einem rasch ansteigenden Abfluss. Die hohen Fliessgeschwindigkeiten erhöhen die Seiten- und Tiefenerosion.
Das Zielwissen zeigt Werte, Normen und Visionen von Betroffenen auf und stellt Argumente für und gegen mögliche Szenarien und Ziele zusammen.
In der transdisziplinären (fächerübergreifende) Forschung wird zur Untersuchung von lebensweltlichen Problemen das wissenschaftliche und praktische Wissen verbunden. Dabei werden drei Arten von Wissen unterschieden: Zielwissen, Systemwissen und Transformationswissen.
In Mitteleuropa entstehen Zyklone durch das Aufeinandertreffen von subtropischer Warmluft und polarer Kaltluft. In der Folge bilden sich eine Warm- und Kaltfront aus mit typischer Bewölkungsentwicklung und Niederschlagsbildung. Die Zyklone wandern mit der Westwindströmung ostwärts.