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Inhalt:
Die Voyager erreicht die "Necrid Ausdehnung", ein großes Raumgebiet, über das Neelix keine Kenntnisse mehr hat. Auf einer Raumstation, die sich in der Nähe der Ausdehnung befindet, trifft Neelix einen alten Freund, den Talaxianer Wixiban. Wixiban kann die Station nicht verlassen, weil sein Raumschiff von Bahrat, dem Leiter der Station, beschlagnahmt wurde.
Neelix läßt sich überreden, ein Shuttle der Voyager zu benutzen, um medizinische Vorräte am Zoll der Station vorbeizuschmuggeln. Zum Dank soll Neelix eine Karte über die "Necrid Ausdehnung" erhalten. Als Wixiban den Drogenhändler Sutok aus Notwehr erschießt, droht Wixiban damit, Janeway alles aus Neelix' Vergangenheit zu erzählen. Kurz darauf geraten Paris und Chakotay unter Mordverdacht. Neelix wendet sich an Bahrat und erzählt ihm die Wahrheit. Er erklärt ihm, daß er für ihn von größerem Nutzen sei, den Schmugglerring zu sprengen. Bahrat läßt sich auf den Handel ein, Neelix und Wixiban laufen zu lassen, wenn sie ihm bei der Überführung der Schmuggler helfen.
Bei dem Treffen kommt es zu einer Schießerei. Da Neelix aus dem Behälter Warpplasma hat ausströmen lassen, ereignet sich eine Explosion. Als Neelix auf der Krankenstation zu sich kommt, sind die Dinge wieder in Ordnung.
Kritik:
"Fair Trade" ist nicht nur die bislang beste Neelix-Episode, sie ist auch eine allgemein sehr gute Folge, was überrascht, erscheint doch Neelix oft als recht störender Charakter. Das sollte sich aber dieser Episode drastisch ändern. Abgesehen von der spannenden Handlung wurde hier auf überzeugende Weise die Persönlichkeit von Neelix durchleuchtet, die zum Großteil aus Minderwertigkeitskomplexen und der Sehnsucht, gebraucht zu werden, besteht.
So war eine Schlüsselszene der Episode das Geständnis von Neelix gegenüber Wixiban. Neelix meint, er wisse sehr wohl, daß die Voyager gar keinen Koch und Moraloffizier brauche. Das war sehr nachvollziehbar und paßte hervorragend zu dem Neelix, den wir kennen.
Andre Bormanis ist wissenschaftlicher Berater von Star Trek. Er schrieb hier eine Story, die von Wilkerson und Matthias in ein solides Drehbuch umgesetzt wurde. Jeri Taylor hatte dann die Idee, das ursprüngliche Motiv von Neelix sei der Versuch, an eine Sternenkarte heranzukommen, weil er sich nun nicht mehr im Gebiet auskennt. Es ist auch sehr nachvollziehbar, daß Neelix nach zweieinhalb Jahren Flug nicht mehr über den Deltaquadranten Bescheid weiß. Es ist auch viel interessanter, wenn die Voyager in ein Raumgebiet vordringt, über das die Crew noch gar keine Informationen hat. Diese Unberechenbarkeit sollte sich bald als Vorteil für die weitere Entwicklung von "Star Trek - Voyager" erweisen.
Höhepunkt der Episode war der stimmungsvolle Schlußdialog zwischen Janeway und Neelix. Er erinnerte in seiner Intensität an "Prime Factors". Die Szene wurde sowohl von Kate Mulgrew als auch Ethan Philipps hervorragend gespielt.
Hier wäre eine gute Möglichkeit gewesen, die erst in der Episode "The Darkling" (dt.: Charakterelemente) offiziell bestätigte Trennung von Neelix und Kes einzubauen. Leider hat man das versäumt. Angeblich war sogar eine solche Szene zwischen Neelix und Kes für "Fair Trade" gedreht worden. Sie wurde aber auf Jeri Taylors Wunsch hin entfernt, weil sie aus der Trennung der beiden keine große Sache machen wollte. Daher erschien es hier ein wenig seltsam, warum Neelix sich mit seinen Problemen weder an Kes wendet noch sie überhaupt erwähnt.
Die Effekte der Episode waren erfreulich gut. Alles sah erfrischend anders und einfallsreich aus: Das gilt sowohl für die "Nekrid Ausdehnung" als auch für die Station und ihre phantasievollen Innenkulissen.
Erstmals zu sehen ist hier der Vulkanier Vorik. Die von Alexander Enberg gespielte Vorik-Figur ist in doppelter Hinsicht ärgerlich. Zum einen gab es während der gesamten Serie nie den geringsten Hinweis darauf, daß sich neben Tuvok noch ein zweiter Vulkanier an Bord befindet. Zum anderen spielte Alexander Enberg bereits in der TNG-Episode "Lower Decks" (dt.: Beförderungen) den Vulkanier Taurik. Warum also beließ man es nicht bei dem Namen Taurik? Dann hätte der "neue" Vulkanier gleich einen gewissen Hintergrund gehabt.
Diese auf die Kamera zurasende Feuerwolke aus "Basics Part 1" (dt.: Der Kampf ums Dasein Teil 1) war offenbar unglaublich teuer. Hier war sie nun nach "The Swarm" (dt.: Der Schwarm) zum dritten Mal zu sehen (zum zweiten Mal in grün).
Spätestens nach dieser Episode wundert es nicht mehr, daß Paris offenbar Probleme mit Obrigkeiten hat oder zumindest hatte. Er scheint Ärger mit ihnen anzuziehen. Nach "Ex Post Facto" (dt.: Die Augen des Toten) und "The Chute" (dt.: Das Hochsicherheitsgefängnis) wurde Paris nun schon das dritte Mal unschuldig von einer fremden Rasse verhaftet.
Alexander Enberg spielte in der TNG-Episode "Time's Arrow" (dt.: Gefahr aus dem 19. Jahrhundert) den jungen Reporter, der sich mit Mark Twain unterhält. Er ist der Sohn von Produzentin Jeri Taylor.