Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03117.jsonl.gz/407

Bevor wir Ihnen den Gurudwara näher erläutern, möchten wir Sie herzlich zu einem Besuch einladen. Es sind alle Menschen, unabhängig von der Religionszugehörigkeit, der Ethnie, der Herkunft und des Geschlechts willkommen, sofern sie ein paar Regeln beachten.
Es gibt keine Kleidervorschriften. Kurze Hosen und tief ausgeschnittene Kleider sind nicht passend. Hingegen sind saubere Jeans und Hemd oder Bluse in Ordnung.
Vor dem Betreten des Gurudwara ziehen Sie die Schuhe aus und stellen sie ins Schuhgestell oder in den speziellen Schuhraum.
Allfällige Rauchwaren deponieren Sie bitte ausserhalb. Alle Raucherinnen und Raucher sollten zu Hause duschen und Kleider anziehen,die nicht nach Rauch riechen! Alkohol ist nicht erlaubt, Alkoholisierte bleiben draussen.
Bevor Sie den Gurudwara betreten, sollten Sie ihren Kopf mit einem sauberen Tuch bedecken (kein Hut und keine Mütze).
Im Eingangsbereich des Gurudwara gibt es meistens einen Korb mit einfachen Tüchern (Patka).
Es ist empfehlenswert, sich Hände und Füsse vor dem Betreten des Saal oder bei Eingang des Gurudwara zu waschen.
Strecken Sie Ihre Füsse nicht gegen den Guru Granth Sahib oder gegen andere Menschen. Jemandem die Fusssohlen entgegenzustrecken gilt als äusserst unhöflich.
Für westliche Menschen ist es ungewohnt und ermüdend, auf dem Boden zu sitzen, im Gurudwara ist es aus religiösen Gründen nötig. Dadurch, dass alle auf dem Boden sitzen, wird die Gleichheit aller Menschen betont.
Sie dürfen ohne weiteres zwischendurch auch aufstehen und im Langarsaal (Speisesaal) einen Tee trinken!
HERZLICH WILLKOMMEN IN
SIKH GEMEINDE SCHWEIZ
Guru Nanak war der erste Guru, er gilt als Glaubensgründer (1469 – 1539) des Sikhismus. Seine Lehre betont die Gleich-stellung: Alle Menschen sind gleich. Es gibt niemanden, der wegen der Geburt, wegen des Geschlechts, einer Position oder wegen seines Reichtums besser oder schlechter ist. Er verstand sich als Reformer einer seiner Meinung nach «sinnentleerten, ritualisierten Hindu-Tradition» und eines «erstarrten Islams», nicht aber als Gründer einer neuen Religion.
«Gott ist weder Hindu noch Muslim, es gibt nur Geschöpfe Gottes und der Weg, dem ich folge, ist Gott».
Er lehnte sowohl Kastenwesen als auch asketische Welt-entsagung ab, vertrat jedoch die Wiedergeburt und einen Bildlosen Monotheismus. Das religiöse Ziel eines Sikhs ist die Befreiung aus dem Geburtskreislauf durch die Vereinigung der Seele mit Gott. Jeder Guru nach Guru Nanak Dev ji hat auf Basis der gleichen Grundsätzen gelebt. Das Wissensgut und die Lehre, das sogenannte Licht wurde von Guru zu Guru weitergegeben.
Wer ist Sikh
Die Sikh Gemeinschaft lädt alle Menschen herzlich ein im Gurudwara Sahib (Temple), sich ihnen anzuschliessen, um gegenseitiges Verständnis, Gleichheit und tiefen Respekt für alle Menschen zu erreichen. Sie ehren Heiliges, verbeugen sich vor der einen Liebe, glauben an Gott und beten zum Allmächtigen. Geburt und Tod, gute und schlechte Zeiten unterliegen dem Befehl und dem Willen des Herrn. Der selbstlose Dienst und gute Taten ermöglichen dem Kreislauf der Wiedergeburt zu entkommen, damit die Seele mit Gott eins werden kann. Am Ende des Gottesdienstes beten alle für das Wohlergehen der Welt.
LEBENSEINSTELLUNG DER SIKH
Sikhismus ist im Wesentlichen der Weg zu einem erfolg-reichen Leben im Namen Gottes. Der wahre Sikh bleibt ungebunden an weltliche Dinge. Sikhs sind Natur gebunden und setzten auf die Natürlichkeit im Leben. Sie glauben an die Wissenschaft auf den Fortschritt, jedoch ist nur der Fortschritt gut, welcher der Natur nicht schadet. Das Geschehen und die Entwicklung der Welt wird gemäss dem Verständnis der Sikhs an den natürlichen Prozess der Natur geknüpft. Sikhismus ist ein Weg, ein reines und moralisches Leben zu führen. Mit anderen Worten der Lebensstil von einem Sikh ist es, selbst mit einem guten Beispiel voranzugehen. Seine wichtigste Tugend ist Schlichtheit. Das Leben basiert auf die drei Grundsätze der Sikhs, jedoch losgelöst von den fünf «Dieben»: Kam (Lust/Begierde), krodh (Zorn), lobh (Gier), moh (Bindung), und hankar (Arroganz).
Jede Tätigkeit die aufgeführt wird, sollte losgelöst von die-sen fünf Dieben geschehen. In dem Moment in welchem diese Emotionen uns in den Kopf steigen, sind alle unsere guten Taten zwar immer noch gut, aber unsere Selbst-losigkeit und Demut ist verloren gegangen. Wir haben da-durch unseren inneren Frieden wieder verloren.