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Tempo 30 in Wohngebieten
In Wohngebieten sind die Bedürfnisse der Quartierbevölkerung gegenüber den Ansprüchen des Verkehrs hoch zu gewichten:
- Das Ruhebedürfnis der Bevölkerung steht im Vordergrund;
- In Wohnquartieren ist mit einem hohen Anteil von Kindern zu rechnen. Das Quartierstrassennetz dient oft auch als Spiel- und Aufenthaltsbereich von Kindern;
- Das Quartierstrassennetz verfügt oft über keinen genügenden Fussgängerschutz. Oft besteht bei einer beidseitigen Bebauung nur ein einseitiges Trottoir oder es hat gar kein Trottoir;
- es besteht also Mischverkehr. Dies ist nur bei reduzierten Geschwindigkeiten angemessen. Das Wohnumfeld kann mit Tempo 30 aufgewertet werden;
- Mit Tempo-30 kann Fremdverkehr aus den Quartieren reduziert werden;
Umsetzung in den Städten
In städtischen Agglomerationen ist einerseits der Verkehrs- und damit auch der Leidensdruck höher als auf dem Land. Seit 1989 die Einführung von Tempo 30 Zonen möglich ist, wurden in vielen Städten Tempo-30 eingeführt, um die Stadt als Wohnort attraktiv zu erhalten.
Inzwischen ist besonders in grösseren Städten Tempo-30 in Wohnquartieren eher die Regel, als die Ausnahme. Die Realisierung erfolgte sukzessive, wurde aber insbesondere in der zweiten Hälfte der neunziger-Jahren beschleunigt.
Viele Mittelstädte sind nun ebenfalls dazu übergegangen, in den Wohnquartieren Tempo-30 einzuführen.
Städte als Wohnorte aufgewertet
Nachdem sich die früheren Wohnstrassen für einen flächendeckenden Einsatz als zu aufwendig erwiesen haben, sind in den neunziger-Jahren die Städte viele Tempo-30-Zonen entstanden.
Wohnen in der Stadt wurde dadurch wieder attraktiv. Oft sind städtische Wohnsituationen ruhiger und kinderfreundlicher als in den Dörfern.
In Städten leben anteilsmässig mehr Menschen in Quartieren abseits von Hauptstrassen
Umsetzung in ländlichen Regionen
Tempo-30 in ländlichen Regionen ist noch nicht die Regel. Dabei ist gerade in ländlichen Regionen der Sicherheitsgewinn durch die Einführung von Tempo-30 sehr hoch. Eine breit angelegte Studie der ETH Zürich hat gezeigt, dass in ländlichen Gemeinden mit Tempo-30 die Zahl der Verletzten mit Einführung von Tempo-30 um die Hälfte reduziert werden konnte.
Zwischenzeitlich sind auch in der Ostschweiz in verschiedenen ländlichen Gemeinden erste Tempo-30-Zonen eingeführt worden oder ihre Einführung ist geplant. Einige Gemeinden haben gemerkt, dass damit ein wichtiger Beitrag an ein Standortmarketing geleistet werden kann.
Auf dem Land wird schneller gefahren
Auf dem Land wird in den Wohnquartieren durchschnittlich merklich schneller gefahren, als in der Stadt. Dies lässt sich zum Teil damit erklären, dass die Bebauung in Dörfern lockerer ist, als in Städten und dadurch mit weniger Begegnungen zu rchnen ist. Umso höher ist der Sicherheitsgewinn durch die Einführung von Tempo-30 in ländlichen Regionen.
Beispiel Stadt St. Gallen
Die Stadt St. Gallen hat rund 20 Tempo-30-Zonen umgesetzt. Grundlage für die Umsetzung bildet in jedem Fall der ausgewiesene Wunsch der Bevölkerung, welcher in der Regel mit einer konsultativen Quartierumfrage durch die Quartiervereine ermittelt wird. weitere Zonen sollen in den nächsten jahren umgesetzt werden, so dass in absehbarer Zeit in praktisch sämtlichen Wohngebieten Tempo-30 gilt.
Beispiel Stadt Winterthur
Winterthur ist bekannt als attraktive Wohnstadt. Ein wichtiger Beitrag dazu leistet Tempo-30 in den Wohnquartieren. Auslöser für die ersten Tempo-30 Zonen waren die zahlreichen Erschliessungsstrassen ohne Trottoirs. Tempo-30 sollte hier in erster Linie einen Sicherheitsgewinn bringen. Die Stadt Winterthur hat sich bei der Einführung von Tempo-30 auf wenige bauliche Massnahmen beschränkt. Dadurch liessen sich die Kosten zur Einführung tief halten. Inzwischen ist in praktisch sämtlichen Wohngebieten Tempo-30 eingeführt.