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Wer sagt, der Eurovision Song Contest hätte nichts mit Politik zu tun, der verkennt die Realität. Die Buh-Rufe für Russland waren nicht für das Lied der Tolmachevy Sisters, viel eher für die Putin-Politik. Und wie immer in der Politik gibt es auch beim Eurovision Song Contest verbündete Nationen. Wohlvestanden: Es ist nichts Schlechtes (und auch ganz normal), dass einem Länder näher stehen. Sie liegen ja auch näher. Und so fühlt sich der Osten dem Osten und der Westen dem Westen zugetan. Europa hat sich politisch gegen Osten erweitert und 1990 auch die EBU. Viele osteuropäsische Länder kamen dazu. Dies führte zu einem Ost-West-Graben, der sich im Voting jedes Jahr zeigt. Die EBU musste mehrere Male ihr Regelwerk anpassen, um den Graben etwas zu füllen. Und immer wieder wird er totgeredet. Doch er existiert!
Das zeigt auch eine eindrückliche Grafik, die die Stimmenverteilung unter den Nationen für den Eurovision Song Contest 2008 veranschaulicht. Der Grafiker Thomas Molen teilte die teilnehmenden Staaten in Ost- und West-Staaten auf. Punktevergaben von Ost-Staaten sind blau, jene von West-Staaten orange. Die Karte ist abstrahiert, zeigt aber sehr gut, dass die Punkte mehr oder weniger in den «eigenen Reihen» bleiben. Oder im Klartext: Ost-Staaten stimmen für Ost-Staaten, West-Staaten für West-Staaten. Mit der interaktiven Version der Karte lassen sich die Punkte jedes Landes anschauen, die 12-Punkt-Ströme separat anzeigen und selbstverständlich gibt es auch die Rangliste. Gewonnen hat im 2008 übrigens der «Osten»: Dima Bilan für Russland mit «Believe».
Bild und Karte: Thomas Molen
Inspiration durch: mapdesign.icaci.org