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Ich tilge deine Missetat wie eine Wolke und
deine Sünden wie den Nebel. Kehre dich zu mir, denn
ich erlöse dich! Jesaja 44,22
Plötzlich wird es für das Volk Israel leicht, neu anzufangen.
Propheten wie Jesaja hatten seinerzeit die Zustände
kritisiert,
die von Unrecht geprägt waren. Später halfen ihre
Worte, den Untergang des eigenen Staates zu verarbeiten.
Dass Jerusalem von den Babyloniern erobert wurde, bedeutete
nicht, der Gott Israels habe versagt. Vielmehr sollte das
Volk anfangen, seine eigene Verantwortung zu erkennen.
Im zweiten Teil des Jesajabuchs sind die Worte eines neuen
Propheten zu hören, der in der Zeit des babylonischen Exils
wirkte. Er spricht davon, dass Gott die Schuld vergibt und
dem Volk einen neuen Anfang ermöglicht. Als Bild nimmt er
eine Wolke, die am Morgen rasch vom Himmel verschwindet,
wenn die Sonne aufgeht. Genauso leicht fällt es Gott,
die Fehler des Volkes wegzuwischen. Die Beziehung zu Gott,
die zum Erbe von Israel gehört, wird wiederhergestellt.
«Weggewischt
habe ich deine Verbrechen wie Gewölk und
wie eine Wolke deine Sünden. Kehre zu mir zurück, denn
ich habe dich für mich freigekauft.» Israel kam in seiner
Geschichte auf einem harten Weg zur Erkenntnis, dass Gott
Sünden vergibt. Durch Jesus Christus sind auch Menschen
aus anderen Völkern dazu gelangt, an den Gott zu glauben,
der «barmherzig und gnädig» ist.
Von: Andreas Egli