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| Eusebius von Cäsarea († um 340) - Vier Bücher über das Leben des Kaisers Konstantin und des Kaisers Konstantin Rede an die Versammlung der Heiligen (Vita Constantini et Oratio ad coetum sanctorum)

Buch III
62. Konstantins Schreiben an die Synode, man solle Eusebius nicht von Cäsarea wegnehmen.
BRIEF DES KAISERS AN DIE SYNODE IN ANTIOCHIA.
„Der Sieger Kaiser Konstantin der Große an Theodotus, Theodorus, Narcissus, Aetius, Alpheus und die übrigen Bischöfe in Antiochia.
„Ich habe das Schreiben eurer Weisheit gelesen und zugleich den besonnenen Entschluß eures Amtsgenossen Eusebius beifällig aufgenommen. Nachdem ich nun von allen Vorfällen teils aus euren Schreiben, teils aus denen der erlauchten Comites Acacius und Strategius Kenntnis erhalten und sie gebührend erwogen habe, schrieb ich dem Volk der Antiochener, was Gott wohl gefällig und der Kirche entsprechend ist; eine Abschrift dieses Briefes habe ich gegenwärtigem Schreiben beifügen lassen, damit ihr auch selber erkennet, was ich, veranlaßt durch die Rücksicht auf die Gerechtigkeit, an das Volk zu schreiben mich entschlossen habe; denn das war in euren Schreiben enthalten, daß nach der Einsicht und dem Verlangen des Volkes wie auch eures Willens der ehrwürdige Bischof Eusebius der Kirche von Cäsarea Bischof von Antiochia werden und die Sorge um diese Kirche übernehmen solle. Das Schreiben des Eusebius, das am meisten der Satzung der Kirche gerecht zu werden schien, brachte jedoch die entgegengesetzte Meinung vor; er schrieb, er werde nie die ihm von Gott anvertraute Kirche verlassen. Es schien also gut, lieber diesen so gerechten Vorsatz, nach dem auch ihr alle euch richten müßt, zu bekräftigen und Eusebius von seiner Kirche nicht wegzunehmen.
„Es sollte aber eurer Weisheit auch unsere Meinung kund werden; es ist nämlich zu mir die Kunde gekommen, daß der Priester Euphronius, Bürger der Stadt Cäsarea in Kappadokien, und Georgius aus Arethusa, der ebenfalls Priester ist, von Alexander in Alexandria zu dieser Würde erhoben, sehr erprobt im Glauben seien. Es war also entsprechend, eurer Weisheit zu eröffnen, diese und andere, die ihr etwa der bischöflichen Würde für würdig haltet, zu wählen und eine Entscheidung zu treffen, die im Einklang mit der apostolischen Überlieferung stünde. Denn nach solchen Vorbereitungen wird eure Weisheit der kirchlichen Satzung und der apostolischen Überlieferung entsprechend so die Wahl leiten können, wie der Geist des kirchlichen Rechtes es vorschreibt.
„Gott behüte euch, geliebte Brüder!“