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Les Contes d’Hoffmann
Opéra-fantastique in fünf Akten von Jacques Offenbach (1819-1880)
Libretto von Jules Paul Barbier nach dem gleichnamigen drame fantastique von Barbier und Michel Florentin Carré
Herausgegeben von Michael Kaye und Jean-Christophe Keck
In französischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Dauer ca. 3 Std. 30 Min. inkl. Pause.
Partner Opernhaus Zürich
Trailer «Les Contes d'Hoffmann»
Interview
Der Spass liegt in den Situationen, die Offenbach erfindet
Im Zentrum von Jacques Offenbachs Oper «Hoffmanns Erzählungen» steht der Dichter E.T.A. Hoffmann, dessen Novellen und Romane in Paris um die Mitte des 19. Jahrhunderts ungeheuer populär waren. Womit hast du dich in der Vorbereitung deiner Inszenierung zuerst beschäftigt – mit dem Dichter Hoffmann oder mit dem Komponisten Offenbach?
Die Oper ist ja sehr bekannt, ich habe sie natürlich oft auf der Bühne gesehen. Und den Autor E.T.A. Hoffmann liebe ich seit eh und je. Für meine Inszenierung habe ich mich zunächst vor allem mit der Form dieser Oper auseinandergesetzt – drei Geschichten, eingerahmt durch einen Prolog und einen Epilog. In vielen Aufführungen ist mir dieser Rahmen nicht wirklich klar geworden; meistens hatte ich den Eindruck, dass man verschiedene unterschiedlich effektvolle Geschichten sieht, die aber nur unzureichend miteinander verbunden sind. Deshalb hatte ich das Bedürfnis, für meine Inszenierung eine formale Lösung zu finden, bei der man sich nicht in den Einzelepisoden verliert. Die Beschäftigung mit der Form ging einher mit der Erforschung der Genese des Stückes. Es ist ja ein Fragment, und den vierten Akt kannte man lange Zeit gar nicht. Bis heute wirft dieser von Offenbach unvollendet zurückgelassene Giulietta-Akt viele Fragen auf; die Geschichte scheint nicht zu Ende entwickelt. Das fällt besonders stark auf, wenn man diesen Akt mit dem vorangehenden Antonia-Akt vergleicht, der ungeheuer stark und geschlossen ist. Am Anfang meiner Beschäftigung mit diesem Stück standen also eher formale als inhaltliche Überlegungen.
Und worum geht es für dich inhaltlich in diesem Stück?
Ich habe das Gefühl, dass sich hier sehr clevere, geschäftstüchtige Theaterleute einen populären Stoff genommen und daraus Geschichten extrahiert haben, durchaus auch nach pragmatischen Gesichtspunkten, also welche begabten und beliebten Darstellerinnen und Darsteller gerade zu Verfügung standen. Das Ziel der Autoren war es, einen Erfolg zu landen, indem sie diese vielen verschiedenen Facetten zum Leuchten brachten. Diese Figur Hoffmann hat es ja so gar nicht gegeben. Man unterstellt, dass E.T.A. Hoffmann tatsächlich der Protagonist dieser Geschichten ist; das ist natürlich ungerecht gegenüber diesem grossen Dichter und seinen Beziehungen zu Frauen, die zwar nicht einfach waren, aber sicher nicht genau so wie in diesem Stück. Für mich ist Les Contes d’Hoffmann vor allem unglaublich tolles Musiktheater, mit einer ausserordentlichen Bandbreite von Stilen und Affekten, wie man sie sonst nicht kennt. Der Spass liegt im Detail, in den Situationen, die Offenbach kreiert. Es geht ja um schwarze Romantik, schwarze Magie und böse Mächte; das ist unheimlich, kann aber zuweilen auch sehr lustig sein. Man darf diese Vielseitigkeit des Stückes nicht durch eine allzu philosophische Herangehensweise erdrücken.
Aber ist «Hoffmanns Erzählungen» nicht auch eine Künstleroper? Im Prolog sagt doch die Muse, sie wolle Hoffmann von seinen Frauengeschichten ablenken, damit er sich ganz der Dichtkunst widmen kann. Wer ist diese Muse für dich?
Die Muse verkleidet sich ja gleich zu Beginn als Nicklausse; sie wird zum männlichen Begleiter Hoffmanns, ist also eine androgyn gedachte Figur. Letztlich ist sie aber eine Art Göttin, die diesen Hoffmann liebt, so wie Pallas Athene Odysseus liebt. Wobei der Hoffmann, wie wir ihn im Prolog vorgeführt bekommen, ein schwerer Trinker ist, der mit seinem Leben auf zynische Weise abgeschlossen hat; das wird dem historischen Hoffmann erneut nicht so ganz gerecht, denn der soll zwar gern dem Wein zugesprochen haben, aber so selbstzerstörerisch wie der Hoffmann der Oper war er wohl nicht. Das ist eine schöne Rahmenhandlung – ein Künstler, der Pech hat mit seinen Frauen, aber daraus seine Kunst schöpft. Die Muse möchte nun, dass er nur noch Kunst macht. Damit wird eine Polarität zwischen Kunst und Liebe aufgemacht, die aber nicht wirklich durchgespielt wird. Die drei Einzelgeschichten werden zwar dadurch motiviert, aber man hat nicht das Gefühl, dass man am Ende mit einer Botschaft nach Hause geht. Dazu muss ich mir als Regisseur etwas ausdenken. Und das hat sich für mich tatsächlich erst im Probenprozess herausgeschält. Der Dirigent Antonino Fogliani und ich haben gemeinsam festgestellt, dass es schön wäre, dieses Beziehungsgeflecht zwischen Hoffmann, der Muse und der Sängerin Stella, das im Prolog exponiert wird, am Ende noch einmal aufzugreifen. Wir haben uns vorgestellt, was wäre, wenn die Beziehung Hoffmanns zu Stella doch mehr Potenzial hat; das würde bedeuten, dass sich für den Künstler seine Liebe und seine Kreativität doch verbinden liessen. Damit würde sich der Widerspruch, den die Muse am Anfang formuliert – ich bin die Muse, und ich liebe den Dichter Hoffmann, aber er liebt Stella, die ihn vom Dichten abhält, deshalb ist sie meine Konkurrentin – dieser Widerspruch würde sich am Ende auflösen.
Kunst kann also nicht ohne Lebenserfahrung entstehen…
Ja, wobei man aber das Leben eines Künstlers nicht einfach mit seinem Werk gleichsetzen sollte.
Kommen wir auf die drei Frauen des Stückes zu sprechen. In jeder der drei Geschichten, die Hoffmann als Erinnerungen aus seinem Leben erzählt, geht es um gescheiterte Liebesbeziehungen: Im Olympia-Akt muss Hoffmann feststellen, dass er sich in eine Puppe verliebt hat; im Antonia-Akt stirbt die Geliebte, indem sie sich zu Tode singt; und im Giulietta-Akt wird Hoffmann von einer Kurtisane betrogen, die im Bund mit dem Teufel steht. Sind diese drei Frauen mehr als männliche Projektionsbilder?
Sie entsprechen einem reduzierten Frauenbild des 19. Jahrhunderts. Die Frau wurde nicht wirklich ernst genommen. Der Mann steuert alles, die Frau hat sich mit bestimmten Rollenbildern zu begnügen, idealerweise natürlich mit dem der Hausfrau und Mutter. Dann gibt es davon abweichende Projektionen, wie die tief empfindende Künstlerin Antonia, die an ihrer Kunst vergeht und damit das typische Frauenopfer in der Oper darstellt, über das man so schön erschüttert sein kann. Oder eben die femme fatale, die Kurtisane, die immerhin eine selbständige Frau ist, und die Puppe, die einer merkwürdig reduzierten erotischen Fantasie entspricht. Also drei Frauenklischees, die entstehen, wenn Frauen von Männern nicht ernst genommen werden. Aus dieser Perspektive ist es übrigens nur gerecht, dass Hoffmann an diesen drei Frauen scheitert. Aber es gibt eben auch noch Stella, die in der Gegenwart existiert und von der es heisst, dass sie all diese drei Frauen in sich vereint. Das ist nicht unbedingt ein Kompliment, wenn man es wörtlich nimmt. Für mich heisst das vor allem, Stella ist eine Frau, die auf Augenhöhe ist mit Hoffmann. Bezeichnend, dass sie eine von einem Ehemann unabhängige Sängerin ist und keine biedermeierliche Hausfrau.
Hoffmanns Gegenspieler in der realen Welt ist Lindorf, der ebenfalls an Stella interessiert ist. In den drei Geschichten, die Hoffmann erzählt, begegnet er uns in verschiedenen Rollen wieder – Hoffmanns Persönlichkeit scheint sich immer mehr aufzulösen, bis hin zum Verlust seines Spiegelbilds, während sein Gegenspieler immer stärker wird…
Für mich hat die Beziehung zwischen Hoffmann und diesem Gegenspieler etwas von Faust und Mephisto. Das ist der Bogen, der das Stück zusammenhält – die Erzählungen von Hoffmann sind eine Reise durch seine Erinnerungen, ausgelöst und begleitet durch diese mephistophelische Figur, die unter verschiedenen Namen – Coppélius, Dr. Miracle und Dapertutto – immer wieder in die Geschichten eingreift und erkennbar immer der Gleiche ist, wenn auch verkleidet. Die beiden Kräfte, die im Wettstreit um Hoffmann gegeneinander kämpfen, sind aber eigentlich die Muse und Mephisto – Gut gegen Böse.
Und die gute Kraft gewinnt schliesslich den Kampf?
Da sollte sich das Publikum überraschen lassen...
Über «Hoffmanns Erzählungen» liest man ja häufig, Hoffmann hätte sich – nach gigantischen Erfolgen mit dem komischen Genre – endlich den Traum von einem ernsten Werk erfüllt; aber ist es nicht eher so, dass dieses Stück viele unterschiedliche Stile und Genres in sich vereint?
Ja, absolut! Vor allem der Olympia-Akt hat sehr viel komisches Potenzial. Ich muss gestehen, dass mir die ganze Genialität Offenbachs erst durch die Beschäftigung mit diesem Stück vor Augen geführt wurde – ein Theaterpraktiker, der alle Stile und Gattungen seiner Zeit virtuos beherrscht und trotzdem eine ganz eigene Handschrift besitzt. Noch dazu war er mit einem unglaublichen melodischen Erfindungsreichtum gesegnet. Das vollkommene Gegenteil übrigens einer Figur wie Wagner, der in jedem Stück von einer philosophischen Grundidee ausgeht und danach seine Figuren konstruiert; Wagners Opern waren schon am Schreibtisch perfekt ausgearbeitet. Ganz anders dagegen Offenbach, der nicht einer Gesamtkonzeption, sondern vor allem dem sinnlichen Theatererlebnis verpflichtet war und ein wahnsinnig lustvolles Theater geschaffen hat, das immer ein Abbild vom Leben ist und auch vom Widerspruch lebt. Grossartig!
Umso trauriger, dass es dem Theaterpraktiker Offenbach nicht vergönnt war, die Premiere seines letzten Werks zu erleben – so gibt es keine definitive Fassung dieses Stücks, und jeder Regisseur muss sich heute selbst aus den vielen überlieferten Varianten seine eigene Spielfassung erstellen.
Ja, und man spürt eben, dass der vierte Akt nicht wirklich fertig geworden ist. Manchmal wünsche ich mir, Offenbach käme zur Tür herein und würde sich anschauen, was wir gemacht haben. Ich hoffe, es würde ihm gefallen…
Ein Wort noch zu unserer Besetzung – du hast dich entschieden, die drei Frauenrollen mit drei verschiedenen Sängerinnen zu besetzen.
Dadurch bekommt jeder Akt eine ganz eigene Farbe. Auch wenn es im Stück, wie gesagt, heisst, dass die drei Frauen unterschiedliche Aspekte einer einzigen Frau – Stella – sind, finde ich, dass man etwas verliert, wenn man alle drei bzw. vier Frauenrollen mit der gleichen Sängerin besetzt. Katrina Galka, Ekaterina Bakanova und Lauren Fagan sind wirklich fantastisch. Und die Zusammenarbeit mit Saimir Pirgu in der Titelrolle macht natürlich ganz besonders viel Freude.
Das Gespräch führte Beate Breidenbach
«Diese charmante, ein wenig vom Zeitgeist inspirierte Idee passt gut zu dem kraftvollen, stimmlich herausragenden Hoffmann, den Saimir Pirgu mit Attacke, sicherer Höhe und etwas italienischem Legato-Schmelz gestaltet»
schrieb die NZZ am 12. April 2021
«Die mechanische Olympia (Katrina Galka) absolviert ihr dümmliches Bravourstück tatsächlich bravourös. Antonia (Ekaterina Bakanova) singt sich so dramatisch zu Tode, dass man bei einer Filmproduktion wohl den Einsatz eines Stunt-Doubles in Erwägung gezogen hätte. Und Giulietta (Lauren Fagan), die Kurtisane, verrät zwar Hoffmann, bleibt sich selbst aber mit glühender Stimme treu.»
schrieb der Tages-Anzeiger am 12. April 2021
«An einem der bekanntesten Künstlerdramen ließ uns das Opernhaus Zürich gestern Abend teilhaben, liess uns weinen, lachen, berührte und begeisterte mit einem Live-Stream der Premiere von Offenbachs grandioser Oper»
schrieb das Opernmagazin am 13. April 2021
Einführungs-
matinee:
«Les Contes d'Hoffmann»
In unserer ersten digitalen Einführungsmatinee unterhalten sich Regisseur Andreas Homoki, Dirigent Antonino Fogliani und Tenor Saimir Pirgu mit Dramaturgin Beate Breidenbach über die Inszenierung, über das musikalische Genie Jacques Offenbachs und über die als mörderisch geltende Titelpartie in «Les Contes d'Hoffmann».
Der Tenor Saimir Pirgu singt die Titelrolle in «Les Contes d’Hoffmann». Als Jugendlicher träumte er in seinem Heimatland Albanien davon, einmal so singen zu können wie die drei Tenöre – nur wenige Jahre später arbeitete er bereits mit den wichtigsten Dirigenten der Opernwelt zusammen. Davon und von seinem besonderen Verhältnis zum Opernhaus Zürich, an dem er seit fast 20 Jahren immer wieder gerne gastiert, erzählt er in der neuesten Ausgabe unseres Podcasts.
Fragebogen
Aus welcher Welt kommen Sie gerade?
Ich komme direkt aus Portland, Oregon, wo ich lebe, wenn ich gerade mal nicht unterwegs bin, um irgendwo auf der Welt zu singen. Portland habe ich schon 2014 entdeckt, als ich im Ensemble der Portland Opera war. Ich habe mich sofort in die Berge und das Meer verliebt, in die Flüsse, die mitten durch die Stadt fliessen, das unglaubliche Essen, den Geruch von Regen und Piniennadeln. Ich zog dann erst noch mal weg von dort, um an der Arizona Opera zu arbeiten, am Glimmerglass Festival und an der Atlanta Opera, aber 2018 ging ich zurück an die Portland Opera, um dort Gilda in Rigoletto zu singen, und während meines Engagements lernte ich meinen Verlobten kennen. Endgültig zog ich dann 2019 dort hin. Für mich ist es einer der schönsten Orte der Welt, und Zürich erinnert mich an Portland! Beide Städte sind umgeben von Bergen und um Wasser herum gebaut – das gefällt mir sehr.
Auf was freuen Sie sich in der Hoffmann-Produktion?
Mit so fantastischen Künstlern zusammenzuarbeiten, ist wirklich ein Geschenk. Andreas Homokis Konzept für Olympia gefällt mir gut – ich bekomme die Gelegenheit, sowohl die mechanische Seite dieser Figur zu zeigen als auch eine menschliche. Es macht Spass, mit diesen beiden Extremen zu spielen. Und für mich als Schauspielerin ist es eine tolle Aufgabe, sowohl die Körperlichkeit einer Puppe, die ja viel komisches Potential hat, als auch ein bisschen Pathos und echten Ausdruck zeigen zu können.
Welches Bildungserlebnis hat Sie besonders geprägt?
Die wichtigste Erfahrung in meiner Ausbildung war die Arbeit an meiner inneren Haltung. Seit 2018 arbeite ich mit einem Coach zusammen – das hat mein Leben verändert! Inzwischen mache ich selbst eine Ausbildung zum Coach. Das hilft mir beim Singen mehr als alles andere. Unsere Gedanken bestimmen, wie wir mit unserer Stimme und uns selbst umgehen. Diese Erkenntnis nutze ich für meine Arbeit an der Stimme.
Welches Buch würden Sie niemals aus der Hand geben?
The Song of the Lark von Willa Cather. Es ist wunderbar poetisch geschrieben, und es spiegelt so viel von dem, was es heisst, Künstlerin zu sein – im Spannungsfeld von Musik und Inspiration einerseits und der harten Realität und gesellschaftlichen Erwartungen andererseits. Ich identifiziere mich sehr mit der Hauptfigur Thea, und ich finde es geradezu heldenhaft, wie sie gegen alle Widerstände ihrem Herzen folgt.
Welche CD hören Sie immer wieder?
The Firewatcher’s Daughter von Brandi Carlile. Die Ehrlichkeit in ihrer Stimme berührt mich jedes Mal aufs Neue. Ich liebe diese Art von Folk Music! Und wenn ich ganz ehrlich bin: Es gab mal eine Zeit, in der ich mir das Musical Hamilton sehr oft angehört habe.
Was die klassische Musik betrifft: Die Einspielung der Entführung aus dem Serail mit den Wiener Philharmonikern, Georg Solti, Edita Gruberova und Kathleen Battle liebe ich sehr. Die Musik dieser Oper bringt mich sofort zum Lächeln!
Welchen überflüssigen Gegenstand in Ihrer Wohnung lieben Sie am meisten?
Schöne Kerzen! Natürlich braucht man die nicht unbedingt, aber sie machen mich einfach glücklich. Ich nehme immer eine mit, wenn ich unterwegs bin, weil ich die Atmosphäre so mag, die durch das Kerzenlicht entsteht.
Mit welcher Künstlerin würden Sie gerne essen gehen, und worüber würden Sie reden?
Mit Dolly Parton! Wir hätten viele Themen zu besprechen: Was es heisst, als Frau Sängerin und Unternehmerin zu sein, und natürlich die Verantwortung und die Erwartungen, die eine gewisse Popularität mit sich bringt. Ich würde auch gern mit ihr über ihren Zugang zum Singen und zur Bühne sprechen und darüber, wie sie es geschafft hat, zu einem ganz eigenen «Brand» zu werden. Auch mit Diana Damrau würde ich sehr gern essen gehen. Ich bewundere ihre Gesangstechnik und ihre Energie. Natürlich würden wir über hohe Töne sprechen… Nein, im Ernst, ich würde mich wirklich sehr gern mit ihr darüber unterhalten, wie sich ihre Karriere entwickelt hat und wie sich ihre Persönlichkeit zusammen mit der Karriere entwickeln konnte.
Nennen Sie drei Gründe, warum das Leben schön ist!
Erstens: Das Leben ist schön schon allein deswegen, weil wir hier sind und atmen und uns dessen bewusst sind – ein Wunder!
Zweitens: Weil wir alle eine immense Neugier in uns tragen – eine Neugier, die Kreativität und Innovation hervorbringt.
Drittens: Weil es durch das Hier und Jetzt bestimmt ist. Wenn unsere Zeit unbegrenzt wäre und wir an verschiedenen Orten gleichzeitig sein könnten, wären wir nicht in der Lage, die Schönheit jedes einzelnen Moments zu geniessen. Das ist einer der Gründe, warum live-Musik eine solche Kraft hat. Wir Sängerinnen und Sänger können Menschen an einen ganz anderen Ort transportieren und einen Moment erschaffen, der zeitlos ist und unendlich scheint – allein durch die Kraft dieses einen Augenblicks, in dem die Musik entsteht. Das ist pure Magie!
Gespräch
Nach unserem Gespräch, von einem Bildschirm zum andern, wird er zum Escher-Wyss-Platz gehen und Hoffmanns Erzählungen so dirigieren wie in jeder anderen szenischen Probe mit Klavier – zusammen mit den Sängern.
«Es ist diesmal besonders wichtig, in den Proben eine enge Kommunikation herzustellen,» sagt Antonino Fogliani, «und die Augen der Sängerinnen und Sänger zu sehen». Denn am Ende des Monats teilt sich der Weg. Dann stehen die Solisten auf der Bühne, Orchester und Chor werden vom Kreuzplatz ins Opernhaus übertragen. «Noch wichtiger», meint der Dirigent, «ist die Verbindung der Herzen. Das hat etwas Metaphysisches. Man muss die Leute nicht immer sehen. Man fühlt die Momente, in denen die vibrations bei allen dieselben sind.»
Fogliani, rundes Gesicht, Bart, Strubbelhaar, ist mit ganz anderen Vibrationen gross geworden. Er kam 1976 da zur Welt, wo sich mit zwei Zentimetern pro Jahr die afrikanische Kontinentalplatte unter die eurasische schiebt, in Messina nämlich, an Siziliens Ostküste. Es war nicht gerade wahrscheinlich, dass er einmal rund um die Welt Opern dirigieren würde, in Mailand, Moskau, Montreal, in München, Dresden und Zürich. «Mein Vater arbeitete als capostazione, als Bahnhofschef bei der Eisenbahn. Er sang Tenor im Chor der Kathedrale, aber er konnte nicht mal Noten lesen. Er hatte dafür ein gutes orecchio!» Lachend überspringt er die Lücke im Englischen.
Der Vater mit dem guten Gehör hatte für Antoninos ältere Schwestern ein billiges Klavier gekauft, eine von ihnen nahm Gesangsunterricht am Konservatorium, und eines Tages durfte der Elfjährige mitkommen. «Ein schönes altes Gebäude! Als ich da reinging, war ich fasziniert von der Situation, den Leuten, den Klängen all der verschiedenen Instrumente. Das war ein sehr, sehr starker Eindruck.» So begann es. Er tauchte ein in die Welt der Musik, versuchte, sich selbst etwas beizubringen, bis sein Vater begriff, dass es ihm ernst war. So bekam Antonino Unterricht in Klavier, Geige und Komposition.
Denn Komponist wollte er werden. «Ich war ein komischer Junge. Meine Mitschüler hielten mich für verrückt, und meine Familie war auch nicht gerade überzeugt, dass das der richtige Weg war. Aber es gab einen guten Kompositionslehrer in Messina, Padre Modaro, ein Kapuzinerbruder am Konservatorium, der sah sich meine Versuche an, eine Menge Sakralmusik, er fand sie gut und sprach mit meinem Vater darüber». Der Stationsvorsteher unterstützte seinen Sohn, und mit achtzehn durfte er zu den Sommerkursen, die der weltberühmte Ennio Morricone in Siena gab, an der Accademia Chigiana.
«Morricone war ein guter Mensch», meint Fogliani, «ein sehr einfacher Mann, kein Star. Aber er half einem nicht, auf Ideen zu kommen. Man musste selbst schon viel mitbringen. Manchmal interessierte ihn ein Versuch, dann arbeitete er daran, auch mit mir.» Der Komponist Franco Donatoni, ebenfalls in Siena, sei entgegenkommender gewesen. Der junge Mann aus Messina fand es schwierig, seinen Weg im Komponieren zu finden. Er suchte ihn weiter mit Francesco Carluccio am Konservatorium im norditalienischen Bologna, wo er auch Klavier studierte und Musikwissenschaft, und dort erreichte den Neunzehnjährigen die Nachricht vom Tod seines Vaters, nach langer, schwerer Krankheit.
«Am Tag nach der Beerdigung stieg ich in den Zug nach Bologna und kam lange nicht nach Sizilien zurück. Meine Schwester verlor nach diesem Schock das Interesse an Musik als Beruf, bei mir war es genau umgekehrt. Es war so wichtig für mich, der Situation zu entkommen!» Aber die entscheidende Weiche stellte sich erst 1997, als er in Mailand eine Masterclass mit dem Dirigenten Gianluigi Gelmetti besuchte. Im Jahr danach beendete er nicht nur sein Klavierstudium, sondern auch das Komponieren. «Ich hatte Talent, aber ich war nicht originell», meint Fogliani nüchtern. Seine Götter waren nun Leonard Bernstein, «der totale Musiker», und Claudio Abbado, «den habe ich geliebt».
Er zog nach Mailand zum Dirigierstudium, während der 53-jährige Gelmetti in Siena sein wichtigster Lehrer im Dirigieren wurde, sein «zweiter Vater» und sein Mentor: Er setzte ihn als Assistenten ein und sorgte dafür, dass der 23-Jährige mit Rossinis Il signor Bruschino in Chieti am Pult debütieren konnte. Es ging weiter mit La Cenerentola in Siena, und schon am Tag nach der Premiere wurde Antonino Fogliani nach Pesaro eigeladen, zum Rossini-Festival: Il viaggio a Reims. Das wurde 2001 sein Durchbruch, und wohl keinen anderen Komponisten hat er seither so oft dirigiert wie Gioachino Rossini.
In Zürich war es vor zwei Jahren Il turco in Italia, und der Sprung von da zu Jacques Offenbach ist nicht so weit, wie man denken könnte. Schliesslich waren die beiden Freunde im Paris des Zweiten Kaiserreichs. «Mit seiner Ironie ist Offenbach sehr nah an Rossini, und der hat ihm in den Alterssünden auch ein Stück gewidmet, im Stil von Offenbach. In manchen Harmonien findet man bei beiden auch das Parfüm von Paris. Aber in der Konstruktion, der Architektur ist Offenbach nicht auf dem Level von Rossini, sondern eher einfach.» Was den Dirigenten an Hoffmanns Erzählungen reizt, ist die Psychologie des Titelhelden zwischen Liebe und Kunst, die er mit Regisseur Andreas Homoki erforscht.
«Gute Regisseure beeinflussen meine Interpretation und machen sie reicher. Stefan Herheims Cenerentola in Oslo gehörte auch dazu. Ich habe aber auch mit Regisseuren gearbeitet, die die Kunst nicht verstehen, die etwas Kompliziertes suchen. Die Wahrheit in der Kunst ist die Einfachheit.» Da ist er ganz Italiener alter Schule. Für Fogliani steht auch ausser Zweifel, dass die grossen Gestalten der Oper allgemeingültig sind. «Wenn du die Gefühle von Violetta und Rigoletto kennst, weisst du mehr über das Leben. Du verstehst dein Leben und deine Zukunft besser!» Ebenso sicher ist er, «dass wir dieses Ritual der Gemeinschaft brauchen, das Erleben einer Aufführung. Ich denke, dass, wenn alles wieder losgeht, die Leute wie die Wahnsinnigen hingehen werden.»
Als er zuletzt für ein Streaming in Neapel dirigierte, im Teatro San Carlo, «war das schwer für uns. Es ist vielleicht das schönste Theater in Italien. Du drehst dich um, und da ist keiner, nur drei Leute mit Kameras! Das ist anders, als eine Aufnahme zu machen. Wir brauchen das Publikum, die Reaktion, den heiligen Moment des Theatermachens, die Energie der Leute, die mit uns weinen. Vielleicht weckt das Streaming ja ein bisschen Neugier, ein neues Publikum. Ich möchte da positiv denken.» Könnte es auch nachhaltig die Opernästhetik ändern? «Nein. Streamings gab es ja vorher schon, etwa die Tosca an den Originalschauplätzen in Rom.» Und er fügt hinzu: «Es ist ein Fehler, den Lockdown für so wichtig zu halten. Es ist nur eine schlechte Periode in unserem Leben und in ein paar Monaten hoffentlich eine schlechte Erinnerung.»
Pessimistisch ist der 44-jährige eher mit Blick auf die Kultur in seinem Heimatland, aus dem er mit Frau und Sohn nach Lugano gezogen ist. «Ich verstehe nicht, warum unsere Politiker Musik nicht wichtig finden. Wir sind das Land der Oper, das ist unser Kulturerbe! Selbst meine Grossmutter, die eine sehr einfache Frau war, sang Cavalleria oder Traviata. Und in Messina gab es früher auf dem Platz vor dem Rathaus Oper für 5000 Zuschauer. Das war Pop!»
Zugleich ist Antonino Fogliani froh, dass er nicht aus einer Musikerfamilie kommt. «Mein Vater wusste nichts über diesen Beruf, und das war besser für mich. So konnte ich alles frei und ohne jeden Druck herausfinden. Mit meinem Sohn ist es anders. Er lernt Bratsche – und ich weiss alles, ich weiss, welche Situationen die Zukunft für ihn bringen kann. Er war in seinen ersten fünf Lebensjahren bei jeder Produktion dabei, vielleicht war das zu viel Musik… Vielleicht geht er einen anderen Weg.» Wie alt ist er denn? «Dreizehn. Schwieriges Alter!» Fogliani lacht und sieht wohl auch sich selbst, früher – den Sohn eines Eisenbahners, der so verrückt war, Musiker werden zu wollen.
Foto: Susanne Diesner
Wie machen Sie das, Herr Bogatu?
Die Raute, die alles kann
Kennen Sie die eierlegende Wollmilchsau? Es handelt sich um ein Tier, das sinnbildlich für die Erfüllung verschiedenster Ansprüche steht. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich viele dieser Ansprüche gegenseitig ausschliessen und die eierlegende Wollmilchsau aus Sicht des technischen Direktors deswegen vom Aussterben bedroht ist.
Ein wunderbares Beispiel dafür haben wir in der Produktion von Les Contes d’Hoffmann auf der Bühne stehen. Es ist eine rautenförmige Spielfläche mit den Abmessungen von 7 x 13 Metern, die ca. 1 Meter über dem Bühnenboden steht. Diese Spielfläche kann vor- und zurückfahren, sich drehen und kippen. Mal zeigt die Spitze der Raute zum Zuschauerraum, mal eine der Seiten. Sie kann lautlos schwanken wie ein Schiff und so schräg gestellt werden, dass alles was, auf ihr steht, abrutscht. Eben eine riesengrosse theatertechnische eierlegende Wollmilchsau.
Damit die Raute sich so bewegen kann, haben wir sie nur mit einer einzigen mittigen Stütze versehen. Diese mittige Stütze ist in einem sehr, sehr sehr stabilen und sehr, sehr schweren fahrbaren Wagen gelenkig befestigt. Diesen Wagen können wir funkferngesteuert vor und zurück fahren. Damit die Fläche sich so bewegt, wie wir es möchten, drücken zwei starke Elektromotoren mittels Zahnstangen die mittlere Stütze in den gewünschten Winkel. Für die Drehbewegung haben wir auf der Stütze ein Drehlager eingebaut, sodass sich die Raute gegenüber der Stütze und dem Wagen drehen kann, der Antrieb ist ebenfalls ein Elektromotor. Natürlich reichen hier Motoren allein nicht aus: Es mussten komplexe Wegerfassungssysteme miteingebaut werden, damit die Bewegungen präzise gesteuert werden können. Es braucht auch Bremssysteme, damit beim Stillstand auch wirklich alles stehen bleibt – auch wenn Künstlerinnen und Künstler auf der Raute Jacques Offenbachs Oper singen und spielen.
Wenn Sie nun denken, dass sei sie doch, die eierlegende Wollmilchsau, so muss ich Ihnen sagen, dass es sich bei der Raute mit Stütze nur um ein eierlegendes Wollschaf handelt. Denn durch die Geometrie mit der Mittelstütze können wir die Raute nicht sehr schräg stellen. Für den Akt, in dem sich die Raute spektakulär aufrichtet und sogar ein auf ihr stehender Flügel abrutscht, haben wir eine zweite Raute gebaut. Diese hat keinen Mittelfuss, sondern die in den Zuschauerraum zeigende Spitze ist an ihrem Fahrwagen gelenkig gelagert. Wir können den hinteren Teil mit einem sehr starken hydraulischen Zylinder beliebig hochdrücken und dadurch die Raute sehr steil stellen. Dafür kann diese Raute nicht drehen und schwanken. Es ist sozusagen nur eine Milchsau.
Es ist dem Stück zu verdanken, dass wir in den Pausen das eierlegende Schaf durch die Milchsau unbemerkt austauschen und somit den Eindruck erwecken können, dass wir die eierlegende Wollmilchsau tatsächlich auf der Bühne haben. Denn, wie eingangs erwähnt, ist sie nur selten zu finden. Immerhin liefert eine Bildersuche im Internet schöne Treffer. Und ein eierlegendes Schaf auf der Bühne zu haben, ist auch eine grossartige Leistung unserer Werkstätten.
Sebastian Bogatu ist Technischer Direktor am Opernhaus Zürich
Illustration: Anita Allemann
Les Contes d’Hoffmann
Synopsis
Les Contes d’Hoffmann
Erster Akt
Die Muse möchte Hoffmann für sich und für die Kunst zurückgewinnen. Deshalb gibt sie sich als Student Nicklausse aus; so kann sie Hoffmann bei seinen Abenteuern begleiten.
Während im Theater nebenan eine Vorstellung von Mozarts Don Giovanni läuft, versammeln sich einige Studenten in «Luthers Weinkeller» zu einem Gelage. Hoffmann und Nicklausse stossen dazu. Hoffmann ist Stella, der Sängerin der Donna Anna, verfallen. Stellas Diener soll einen Brief an Hoffmann überbringen, der den Schlüssel zu Stellas Garderobe enthält. Lindorf, der Stella ebenfalls begehrt, fängt das Kuvert ab, um Stella selbst einen Besuch abzustatten.
Hoffmann singt zur allgemeinen Unterhaltung die Ballade von Klein Zaches. Doch seine Gedanken kehren immer wieder zu Stella zurück.
Schliesslich beginnt er von drei Frauen aus seinem Leben zu erzählen.
Zweiter Akt
Beim Physiker Spalanzani entdeckt Hoffmann die schöne Olympia. Die ironischen Bemerkungen von Nicklausse, Olympia sei bloss eine Puppe, überhört Hoffmann. Coppélius, der sich als Freund Spalanzanis vorstellt und mit optischen Geräten und künstlichen Augen handelt, verkauft dem Dichter eine Wunderbrille. Tatsächlich betört ihn Olympias Auftritt nun umso mehr. Er bekennt Olympia seine Gefühle und vermeint aus ihrem einsilbigen «Ja, ja» leidenschaftliche Liebesbeteuerungen herauszuhören. Während des schnellen Walzers, den er anschliessend mit Olympia tanzt, gerät die Puppe zusehends ausser Kontrolle, und Hoffmann kommt seine Brille abhanden.
Coppélius, der Olympias Augen gemacht hat, hat inzwischen festgestellt, dass der Scheck, mit dem Spalanzani ihn abspeisen wollte, wertlos ist. Voller Wut kommt er zurück und zerstört die Puppe.
Hoffmann muss erkennen, dass er einen Automaten geliebt hat.
Dritter Akt
Antonia, Tochter des Geigenbauers Crespel, singt ein sehnsüchtiges Lied. Doch ihr Vater verbietet ihr zu singen, denn sie riskiert damit ihr Leben – schon Antonias Mutter, eine gefeierte Sängerin, war an derselben geheimnisvollen Krankheit gestorben.
Dem Diener Frantz schärft Crespel ein, niemanden ins Haus zu lassen. Frantz allerdings ist schwerhörig, und als Hoffmann erscheint, begrüsst er ihn freudig. Antonia und Hoffmann fallen sich in die Arme.
Als Crespel zurückkommt, versteckt sich Hoffmann und wird Zeuge, wie der Doktor Miracle Antonia untersucht. Crespel jagt Miracle aus dem Haus; er glaubt, der mysteriöse Doktor sei für den Tod seiner Frau verantwortlich und werde auch Antonia töten.
Hoffmann hat nun erfahren, dass Antonia dem Tod geweiht ist, wenn sie weiterhin singt. Wieder allein mit ihr, nimmt er Antonia das Versprechen ab, auf eine Karriere als Sängerin zu verzichten.
Kaum ist Hoffmann gegangen, kehrt Miracle zurück und malt Antonia das glanzvolle Leben einer Sängerin aus. Mit aller Kraft will Antonia der Versuchung widerstehen und ihr Versprechen halten, doch als ihr die verstorbene Mutter erscheint, stimmt sie in deren Gesang ein – und stirbt.
Vierter Akt
Hoffmann hat beschlossen, allen romantischen Gefühlen abzuschwören und sich nur noch dem vergänglichen Rausch hinzugeben. Dann allerdings trifft er auf die Kurtisane Giulietta, die in einer geheimnisvollen Verbindung mit dem Capitaine Dapertutto steht. Giulietta stellt Hoffmann den anderen Gästen vor – darunter auch Schlemihl, der im Besitz ihres Schlüssels ist.
Dapertutto befiehlt Giulietta, Hoffmann zu verführen und von ihm sein Spiegelbild zu fordern; auf die gleiche Art und Weise hat sie Dapertutto bereits den Schatten Schlemihls beschafft. Als Giulietta zögert, berichtet ihr Dapertutto, wie abfällig sich Hoffmann über die Kurtisane geäussert hat. Nun willigt Giulietta ein. Es gelingt ihr mit Leichtigkeit, Hoffmann zu verführen.
Um in den Besitz von Giuliettas Schlüssel zu gelangen, tötet Hoffmann Schlemihl in einem Duell.
Schlemihls Tod wird entdeckt, Hoffmann muss fliehen. Giulietta beschwört ihn, ihr wenigstens sein Spiegelbild zu überlassen, wenn er schon von ihr fort muss. Hoffmann willigt ein – und stellt fest, dass er von Giulietta betrogen wurde.
Fünfter Akt
Zurück im Weinkeller. Hoffmann hat seine Erzählungen beendet. Und auch die Vorstellung des Don Giovanni ist zuende. Stella, die nach ihrem Triumph als Donna Anna vergeblich auf Hoffmann gewartet hat, erscheint zusammen mit Lindorf im Weinkeller. Doch Hoffmann ist betrunken und verhöhnt beide mit der letzten Strophe der Ballade von Klein Zaches.
Als Hoffmann erfährt, dass Stella ihm einen Brief geschrieben hatte, den er nie bekommen hat, ist er verzweifelt.
Wird Stella ihm verzeihen?