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Dank einer erfolgreichen Vereinbarung zwischen der Gemeinde Ascona und der Kulturstiftung Kurt und Barbara Alten beherbergt das Schloss dauerhaft die Sammlung der Stiftung, die aus mehr als sechzig Werken von im deutschsprachigen Raum wirkenden Malern besteht, die in der Zeit vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zu den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg zur Kunstelite zählten. Eine Sammlung von grossem historischen und kulturellen Wert, die sich gut in die Räume des Schlösschens einfügt, die eine von jahrhundertelanger Geschichte und Lebensart geprägte Stimmung in sich tragen, die bestens mit dieser "passionierten" Sammlung harmoniert.
Der älteste noch erhaltene Teil dieses Gebäudes stammt aus dem 6. bis 8. Jahrhundert, als die Langobarden den Wachturm errichteten, der heute teilweise in die Apsis der dem hl. Maternus geweihten romanischen Kapelle integriert ist. Im 12. Jahrhundert geht die Burg in den Besitz der Familie De Castelletto über, die die Burg nicht nur als Festung, sondern auch für ihre Sommerfrische nutzte und dazu Kardinäle und andere Herrschaften jener Zeit einlud. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde sie von den Schweizern erobert, die das Anwesen sich selbst überließen, wie auch andere Schlösser des Tessins.
Nach vielen Jahrhunderten des zwangsläufigen Verfalls bezeichnet das 19. Jahrhundert einen wichtigen Wendepunkt für die Burg, oder für das, was von ihr übrig geblieben war. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts wird nämlich Henri de Loppinot, Graf aus Nancy, ihr Besitzer. Mit großem Restaurierungsaufwand, an dem auch seine Frau beteiligt war, wurde dem Gebäude neues Leben eingehaucht.
Im Jahr 1918 kam das Ehepaar Bachrach nach Ascona, das im August 1919 das Anwesen San Materno erwarb. Paul Bachrach und seine Frau Elvira – beide kulturell hochgebildet liebten sie die Kunst, die Literatur, die Musik und den Tanz – nahmen keine Veränderungen an dem Gebäude selbst vor, sondern beschränkten sich wahrscheinlich auf eine Erneuerung der inneren Raumaufteilung.
Sie beauftragten den Berliner Architekten Paul Rudolf Henning, einige dieser Eingriffe vorzunehmen. Er hat insbesondere den schönen Salon für die Aufführungen von Charlotte Rütters-Bachrach realisiert, die mit Künstlernamen Charlotte Bara hieß. Den umgebenden Park beließ man in seiner ganzen Pracht und in seiner Ausrichtung als botanischer Garten, bestückt mit wunderbaren Magnolien, Palmen, Zitrusbäumen und Rosen. Im Schloss selbst erkennt man Spuren befreundeter Künstler wie des Malers Andreas von Jawlensky oder des Architekten Carl Weidemeyer, der im Jahre 1924 von den Bachrachs nach Ascona gerufen wurde, um ein Kammertheater für Charlotte Bara zu errichten, das heutige Teatro San Materno. In diesen Jahren wird das Schloss Begegnungsstätte vieler Künstler, Literaten und Tänzer; sicherlich im Zusammenhang mit den Ereignissen auf dem Monte Verità. Charlotte Bara wird Besitzerin der Schlossvilla bis zu ihrem Tode am 7. Dezember 1986 bleiben. Im folgenden Jahr erwirbt die Gemeinde Ascona das Anwesen.
Obwohl es durchaus Projekte zur Nutzung des Gebäudes gegeben hat, die jedoch nicht weiter verfolgt wurden, vernachlässigte man es derart, dass ein erneuter Verfall zu befürchten war. Die Begegnung zwischen dem Bürgemeister von Ascona Luca Pissoglio und Herrn Hubertus Melsheimer (Kunstberater der Familie Alten) hat einen sehr konstruktiven Dialog mit den Stiftern der Kulturstiftung Kurt und Barbara Alten, Frau Barbara und Frau Sabine Alten, ihrem Rechtsbeistand Herrn Notar Burkhard Scherrer und Herrn Melsheimer selbst in Gang gesetzt.
Es ist also dank der glücklichen Vereinbarung zwischen der Gemeinde Ascona und der Kulturstiftung Kurt und Barbara Alten, dass die Räumlichkeiten des Castello San Materno, nach einer sorgfältigen Restaurierung, in eine moderne Ausstellungsstätte der Gemeinde Ascona umgewandelt werden konnten.