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- Zahlen und Fakten
- Geschichte
- Aus dem Archiv
- Sehenswürdig
- Lage und Ortsplan
- Gotthelfs Worte

|Röthenbachs Geschichte...

Unser Streifzug durch die Geschichte Röthenbachs ist kein chronologischer Ablauf. Es sind
herausgepickte Ereignisse, interessante, amüsante und traurige...
"WURTEBRUNNEN et RÖTEBACH"
In einer Bulle von Papst Eugen dem III. vom 27.Mai 1148 in der er dem Kloster Rüeggisberg Schutz und Anerkennung
seiner Besitzungen zusichert, tauchen die Namen... "ROCHEBAC" und "URCHENBRUNNEN" auf.
1275 findet sich in einem Kirchlichen Steuerrodel der Diözese Konstanz
unter dem Dekanat Langnau der Leutpriester der Kirchen "WURTEBRUNNEN et RÖTEBACH"
Die Rechte eines Priors
In einer Urkunde von 1357, die in Signau ausgestellt wurde, sind die Rechte
des Priors von Röthenbach verbrieft: (u.a.)
Wenn ein "Lantmann" starb, gehörte sein "best Houpt Vieh" dem Prior.
Wer seine Tochter in die Ehe vermählte war verpflichtet, dem Prior ebensoviel zu überlassen, wie er der
Braut als Austeuer mitgab.
Ausser dem Heu- und Getreidezehntel musste jeder Bauer dem Kloster "ein alt Huhn und 20 Eyer"
abliefern.
Bis 1506 war der "Kilcheer" verpflichtet, einen "gemeinewn Kühstier und einen Eber zu halten, dass die
Buren darby ihr Vich und ihr Schwein zulassen können. Da mussten dann die Buren dargägen das zähnist
Kalb und Schwindli geben".
Niemand durfte einen andern Herrn als den Prior über sich haben.
Es gab zudem Zeiten, in denen sich der Prior das Recht nahm, mit der Braut die
erste Nacht zu verbringen, oder vom Bräutigam einen Betrag als Ersatz zu erhalten
der ihn zufriedenstellte.
Aus dem Tellbuch
Die Röthenbacher haben sich wohl kaum genau an diese Gesetze gehalten.
Das Tellbuch der Stadt Bern von 1393 verzeichnet im Kirchspiel Röthenbach
29 Bernische Ausburger...
"Ussburger in der Kilchhöry Röthenbach gesässen: Ludy Schindler, Ryffersegg;
Clauss Rüegsegger, Rüegsegg; Christen Schenk und Hanns Oppliger in der Ey;
Gerwer und Petter Blässi in Röthenbach"
Bande mit Bern
Als Bern 1399 die Freiherrschaft Signau (zu der auch Röthenbach gehörte) von
den verarmten Kiburgern kaufte, war wohl schon ein grosser Teil der Röthenbacher mit Bern verbunden.
Im Klösterlein zu Röthenbach (Maria geweiht) wohnten ordentlicherweise zwei
Mönche. 1428 beklagten sich die Leute von Röthenbach vor dem bernischen Rat;
"sie hätten oft mehr als drei Jahre keinen eigenen Priester gehabt, so dass
sie ihre Kinder in fremde Kirchen zur Taufe tragen und die Toten ohne
Priester begraben mussten"
Bauernkrieg
Im Bauernkrieg 1653 war Weibel Hans Rüegsegger ein angesehener
"Redlinführer" und offensichtlich einer, der eine harte Haltung vertrat:
...Ueli Galli, der Bergmichel, Statthalter Berger und der Weibel von Röthenbach
hätten geraten, Bern einzunehmen, den Rat zu ersetzten und die Gültbriefe zu
vernichten.
Im Juli wird Hans Rüegsegger in Bern enthauptet.
Über die Rüegseggers wird von Beauftragten der Gnädigen Herren der Geldstag
verkündet und das Heimet, die underi Seli, verschrieben.
Kneuss und Schenk
Eine Taufkanne ist noch heute gebrauchtes Erbgut des Abraham Desgouttes,
seines Zeichens unvergesslicher Pfarrer in Röthenbach.
Als ehemaliger Feldprediger bei den Kaiserlichen Regimentern in den rheinischen
Waldstätten, wurde er 1743 nach Röthenbach gewählt und führte als Ratgeber des
Chorgerichtes das Chorgerichtsmanual.
Hier einige Müsterchen, die Zeit und Geist auf humorvolle Art und Weise wiedergeben:
...Sonntag, den achten März 1750 erschienen auf citation (Vorladung) Ulli
Kneuss und Christian Schenk, Besenbinder in Eggiwil, welche gestern vor
14 Tag sich auf dem Heimweg von Thun von Kirsenwasser
Stier-Stern-Säuw-Kaz-Voll gesoffen und zwar insbesondere der Kneuss,
so dass er keinen Fuss mehr regen konnte und als eine Souw auf einem
schlitten in des Crämers zu Röthenbach hause geführt worden, allda er
etliche Stunden ohne empfindung gelegen, so dass man nichts anderes
geglaubt, als er würde sterben.
Ullrich Rüxegger
1798 führte ein Röthenbacher ein Füsilierbataillon des Regiments Emmental
gegen die Franzosen. Herr Ullrich Rüxegger bekam den Befehl, mit einem
Füsilierbataillon des Regiments Emmental zur Papiermühle zu marschieren, wo es
zur Disposition des "Monsieur d'Erlach, Commandant Général des Troupes bernoises
sein werde"
Im Berner Münster befinden sich schwarze Marmortafeln mit den Namen der
Gefallenen. Unter ihnen die Röthenbacher.
Bachmann Johann, Schaffroth Samuel, Schär Hans, Schenk Ulrich,
Schindler Bendicht, Stauffer David und Wenger Hans.
Es müssen schwere Zeiten für Röthenbach gewesen sein. Lesen wir doch im
"Verhandlung-Buch der Munizipalität Röthenbach", dass
...im April 1799 zwey Compagnien 16 und eine Compagnie 28 Tage ohne Ration
und Proviant in Quartier lagen...
Weitere Angaben zur Geschichte Röthenbachs
Wer sich vertieft mit unserer Geschichte befassen möchte, dem
seien folgende Schriften (auf die sich auch der Verfasser dieser
Streiflichter gestützt hat) empfohlen:
Eggiwil - Röthenbach, Walter Steiner, Berner Heimatbücher Verlag Paul Haupt, Bern
Aus der Geschichte Röthenbachs,
Vortrag von Staatsarchivar Fritz Häusler erhältlich auf der Gemeindeverwaltung Röthenbach.
Jeremias Gotthelf
Lesen Sie aus seinen Werken wie, Die Wassernot im Emmental, Hansjoggeli der
Erbvetter, Die schwarze Spinne usw.
1998 Der Autor Rudolf Megert
Siehe auch Röthenbach in alten Zeiten von Johann Riedweil