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ECPR Joint Sessions 2011 Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom sprach im Rahmen der «ECPR Joint Sessions 2011» an der HSG. Die Joint Sessions werden von der Europäischen Vereinigung für Politikwissenschaft (ECPR) veranstaltet. 18. April 2011. Professorin Ostrom hielt die jährliche Stein-Rokkan-Rede, die sich in diesem Jahr mit dem Thema «Protecting Institutional Diversity» auseinandersetzte. Die Rede ist nach dem ECPR-Mitbegründer Stein Rokkan benannt, einem norwegischen Politikwissenschaftler und Soziologen. Stein-Rokkan-Rede Die Stein-Rokkan-Rede, ein Höhepunkt der Joint Sessions, wird in der Regel von einem einflussreichen Politikwissenschaftler gehalten. So auch in diesem Jahr. Elinor Ostrom ist Professorin für Politikwissenschaft an der Indiana University, Bloomington und hat 2009 den Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften für ihre Analyse von Governance und Gemeingut erhalten. Management von Gemeingut Die Rede von Professorin Ostrom konzentrierte sich auf die Steuerung von Gemeingut, worunter alle Ressourcen fallen, die einer Gemeinde gehören oder von ihr verwaltet werden, also Wald, Fischfang, Wasserreserven und Ackerland. Ostrom untersuchte in diesem Zusammenhang mehrere Management-Modelle - von staatlicher Kontrolle über Privateigentümerschaft bis hin zu Gesellschaften, die unterschiedliche institutionelle Massnahmen für das Management von Ressourcen verwenden. Die Bedingungen, so Ostrom, seien jedes Mal anders, aufgrund unterschiedlicher sozialer, ökologischer oder behördlicher Tatbestände. Es gebe also keine allgemeingültige Langzeitanalyse für das Management von Gemeingut. Jedes System müsse flexibel genug sein und sich mit der Zeit und den ökologischen Aspekten verändern. Kombination von Lösungen «Wir müssen uns ansehen, warum manche Lösungen in einigen Umgebungen funktionieren und welche Kombination aus ökonomischen, ökologischen und sozialen Tatbeständen dafür verantwortlich ist", sagte Professorin Ostrom. Nichtsdestotrotz, die gleiche Lösung auf eine ökologisch ähnliche Gegend anzuwenden, könne fehlschlagen aufgrund unterschiedlicher sozialen oder kultureller Gegebenheiten. «Wir müssen uns darauf konzentrieren, rigoros Unterschiede zu untersuchen und robuste Institutionen zu schaffen, die langfristig überleben und sich verändern.» ECPR Die Europäische Vereinigung für Politikwissenschaft (ECPR) ist eine unabhängige, wissenschaftliche Vereinigung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Ausbildung, Forschung und länderübergreifende Kooperation von Tausenden von Akademikern und Hochschulabsolventen im Bereich Politikwissenschaften zu unterstützen und zu ermutigen. Die ECPR Joint Sessions finden seit 1973 jährlich statt und sind der bedeutendste politikwissenschaftliche Kongress in Europa. Die Joint Sessions werden jedes Jahr in einem anderen Land abgehalten. In der Schweiz fanden die ECPR Joint Sessions - nach Bern im Jahre 1997- zum zweiten Mal statt.