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| Cyrill von Jerusalem († 387) - Katechesen an die Täuflinge (Procatechesis et Catecheses ad illuminandos)

EINLEITENDE KATECHESE oder Vorwort zu den Katechesen unseres heiligen Vaters Cyrillus, Erzbischofs von Jerusalem.
Vorwort zu den Katechesen
12.
Sollte von den Katechesen gesprochen werden und ein Katechumene dich fragen, was man im Unterricht gesagt hat, dann gib ihm, der ferne steht, keine Antwort! Denn ein Geheimnis vertrauen wir dir an, die Hoffnung auf das zukünftige Leben. Bewahre das Geheimnis dem, der dir den Lohn gibt! Nie soll einer zu dir sagen: was hast du für einen Schaden, wenn auch ich davon erfahre! Auch die Kranken verlangen nach Wein. Wird er aber zur unrechten Zeit verabreicht, dann wirkt er Fieber, und doppelt ist das Unglück: der Kranke verliert sein Leben, der Arzt seinen Ruf. In [S. 24] genannter Weise ergeht es einem Katechumenen, wenn er von einem Gläubigen etwas erfahren hat; auch der Katechumene wird vom Fieber befallen. Er versteht nämlich nicht, was er gehört hat, macht seine kritischen Bemerkungen und spöttelt über das, was man ihm gesagt hat. Der Gläubige aber steht dann als Verräter da. Bereits stehst du am Scheidewege. Siehe zu, daß du nichts ausschwätzest! Nicht als ob die Lehren nicht der Rede wert wären. Aber jene Ohren verdienen sie nicht zu hören. Als du noch Katechumene warst, erzählte ich auch dir nichts von den Lehren, die zu besprechen sind. Wenn du einmal die Erhabenheit der Lehren aus Erfahrung kennst, dann wirst du verstehen, daß die Katechumenen (noch) nichts davon zu wissen brauchen.