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The former silo in the Erlenmatt Quarter in Basel looks at visitors with large, round, friendly eyes, making it clear that coffee and cocoa are no longer stored here but instead this is a place where people come together. In the interior Harry Gugger Studio has created out of the silo’s cellular concrete structure unique spaces, reminiscent of Piranesi’s Carceri. The dramatic presentation of space is unmatched — and was only possible in the first place due to the daunting restrictions of the existing building, even though it never presented them as such.
Listening attentively to what an existing building has to say is the prerequisite for a good conversion that can extract added value from the building. In the ruins of the Italian Forte di Pozzacchio it was the significant stillness of the place which first came to resonate as the result of the development. A roofed grandstand that grows out of simple seating steps in the courtyard of the Vogesen schoolhouse in Basel turns the sports pitch into a public space.
Listening very carefully is even more important when a first-class architectural monument like the Kurtheater Baden is to be extended by 50 per cent. It is almost a miracle that the proportions of the building appear at first glance unchanged — because the balance has been preserved and because the newly built elements are so closely related to the existing building that even a trained eye is unable to find the joint between old and new. The smooth handling of routes and light has been almost imperceptibly continued to integrate the enlarged second foyer organically in the promenade architecturale.
Whether architectural monument or industrial building, memorial, hostel, or ice hockey temple: all the projects in this issue have one thing in common: the conversion has created added value for the public or has made the place accessible to the public for the first time. Despite this, however, when we visited the buildings due to corona they were deserted.
In the last few months there is perhaps nothing that we have missed more than free, often unplanned meetings with friends and strangers, the exchange of ideas and information in public space. It is high time for buildings like those presented here to fulfil their function once again by welcoming people.
Im Basler Quartier Erlenmatt Ost, auf dem ehemaligen Umschlagsplatz der Deutschen Bahn, erzählt ein Silo von der alten Betriebsamkeit. Harry Gugger Studio hat es für die Stiftung Habitat zu einem polyfunktionalen «Erinnerungsspeicher» umgebaut: mit Ateliers, Hostel und einem Restaurant. Der Umgang mit Struktur und Öffentlichkeit besticht bis ins kleinste Detail.
In dreizehnjähriger Planungs- und Bauzeit haben Elisabeth und Martin Boesch das Kurtheater in Baden erneuert und wesentlich erweitert. Dabei hat es seine Proportionen in vergrösserter Form wiedergefunden. Der nicht auf den ersten Blick erkennbare Umbau ermöglicht einen zeitgemässen Theaterbetrieb und verbindet das gläserne Parkfoyer in einer Promenade architecturale mit dem stark vergrösserten und neu gefassten Foyer an der Strasse.
Wer kennt es nicht, das Davoser Eisstadion? Die Kathedrale des Eishockey wurde nie wie geplant fertiggestellt, und nach vierzig Jahren war ein Upgrade für Sicherheit, Komfort und Wirtschaftlichkeit fällig. Nun ist die Holzkonstruktion nach den Plänen von Marques Architekten mit einem betonierten Umgang befestigt, der alle Anforderungen erfüllt und das Gebäude endlich in seiner Umgebung verankert – und ihm jene physische Öffentlichkeit gibt, die dem medial aufgeladenen Ort gerecht wird.
Schulhöfe sind öffentliche Plätze. Wie aber eine Schule der Öffentlichkeit begegnet, entscheidet sich auch über ihre Gestaltung. MET Architects haben in Basel auf dem Dach einer unterirdischen Schulsportanlage einen urbanen Raum geschaffen, der mehr ist als ein Sportplatz. Dass es dazu kommen konnte, entschied sich bei einer Schülerbefragung. Die Architekturschaffenden setzten die Wünsche nach mehr Aufenthaltsqualität überraschend und direkt um – dabei kam ihnen die Architektur der 1980er Jahre zu Hilfe.
Leuchtend orange blitzt es oben auf der Kuppe des ausgehöhlten Bergs. Francesco Collotti und Giacomo Pirazzoli haben das Forte di Pozzacchio für Besucher erschlossen. Sie richteten in den Stollen und Kavernen der einstigen österreichischen Gebirgsfestung einen Erinnerungsort ein, der die Leere ebenso zum Thema macht wie die Gegenwart des unsinnigen Krieges. Die Reise des Autors zu der Festungsruine gerät zu einem Essay über die maschinenhafte Organisation der Vernichtung, die körperlich erfahrbare Vergänglichkeit des Lebens und die Einsamkeit. Originaltext Italienisch
Soziologie hat sehr viel mehr zu bieten als spezialisierte Fachexpertise. Soziologinnen können in modernen Planungsverfahren eine zentrale, disziplinübergreifende Rolle übernehmen: die richtigen Fragen zur Sprache bringen und unübersichtliche, ergebnisoffene Prozesse erfolgreich
moderieren.
«Wie ein Roman» liest sich Jürg Düblins Buch über Hans Schmidts Jahre in der Sowjetunion, es erklärt auch das Verhältnis des Pioniers der Moderne zur Politik und Kultur unter Stalin. Nähe zur Person der porträtierten Architektin Lisbeth Sachs schafft auch die neue Monografie von Rahel Hartmann Schweizer, die erstmals das unkonventionelle Gesamtwerk der legendären Architektin vorstellt.
BALTSprojects in Zürich widmet dem ungarisch-schweizerischen Phantasten Elemér Zalotay eine Ausstellung, das Vitra Design-Museum in Weil der Designergruppe Memphis.
Ueli Schäfer, 1943–2021
Im industriellen Niemandsland bei Varese hat Baukuh aus Mailand einen Besucherpavillon für die Brauerei Poretti gebaut, der die schwierigen Umstände der Aufgabe zu einem optimistischen Blick auf die Architektur vereint.