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Freiburg im Breisgau, 1824 datiert
Glasmaler: Andreas und Lorenz Helmle
Vorlage: Hans Holbein d. J. (1497/1498 - 1543)
Vorlage: Niklaus Manuel Deutsch
Schwarzlot- und Silbergelbmalerei auf Glas, Bleinetz
H. 36,5 cm, B. 26 cm
Inv. 2010.312.
Vor einer Renaissance-Arkade stehen ein Hellebardier mit Schwert und Schweizerdolch am Gürtel und eine Wappenhalterin mit dem Schild der Familie Vischer. Zwei Genien lassen eine Tafel mit der Jahreszahl 1824 herabhängen, die sich nicht allein auf die Fertigung der Scheibe bezieht: Denn die Scheibe war in jenem Jahr ein Abschiedsgeschenk der Basler Künstlergesellschaft an ihren scheidenden Präsidenten, den Basler Kaufmann Peter Vischer, der die Gründung der Gesellschaft selber initiiert hatte. Vischer katalogisierte zudem die Bestände der Öffentlichen Kunstsammlung und machte sich als Holbeinkenner einen Namen. Die Komposition der Wappenscheibe bezog daher unmittelbare Anregungen von Zeichnungen Holbeins sowie Niklaus Manuel Deutschs. Die Glasmaler Andreas (1784-1839) und Lorenz Helmle (1783-1849) etablierten sich in Freiburg nach 1820 mit der Restaurierung des Münsters und gehören zu den Pionieren der neugotischen Glasmalerei. Die höchst qualitätvolle und stilistisch homogene Vischer-Scheibe ist das erste Werk, das sie für einen Basler Auftraggeber entwarfen und ausführten. Dem sollten zum Beispiel 1833 die Fenster für die Allgemeine Lesegesellschaft und 1844/45 Fenster für das Haus zum Schönen Eck in der St. Alban-Vorstadt folgen, denen Vorlagen von Hieronymus Hess (1799-1850) zugrunde liegen. Die Scheibe für Peter Vischer ist das erste Werk der Gebrüder Helmle im HMB, so dass damit eine Lücke in der Sammlung oberrheinischer Glasmalerei geschlossen ist. Bereits mehrfach publiziert, befand sich die Scheibe seit ihrer Stiftung in Basler Privatbesitz.