Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03571.jsonl.gz/125

Bildstrecke: Am Ohr der MächtigenBerühmte Einflüsterer der Geschichte.von dme. 23.2.2017Grigori Rasputin, dessen Name zum Synonym für Einflüsterer wurde, kam 1869 als Bauernsohn in Sibirien zur Welt und zog als Heiler und Prediger mit einer zweifelhaften Lehre aus Religion und Sex herum. Er gewann die Gunst des russischen Zarenpaars, das ihn bei Ernennungen oder politischen Fragen zu Rate zog. Als der Zar im Ersten Weltkrieg lange abwesend war, regierte die Zarin – beraten von Rasputin, den sie für einen Heiligen hielt. Er fiel 1916 einem Mordkomplott aus dem Umfeld des Zarenhofs zum Opfer.Valerie Jarrett war 1991 stellvertretende Stabschefin des Bürgermeisters von Chicago, als sie die junge Juristin Michelle Robinson anstellte – und so auch deren Verlobten Barack Obama kennenlernte. In der ganzen Amtszeit war Jarrett eine enge Vertraute des Präsidenten. Da sie auch der First Lady nahestand, wurde ihr besonders viel Einfluss nachgesagt. Alle US-Präsidenten haben Berater, aber nur wenige gelten als Souffleure, wie etwa Karl Rove unter George W. Bush oder Harry Hopkins unter Franklin D. Roosevelt. (Bild: AP)Alexander Dugin hat keinen Posten in der Regierung, sein Einfluss ist umstritten, er selbst behauptete sogar, den Präsidenten gar nicht zu kennen. Und doch gilt er als Putins Rasputin. Fest steht, dass der politische Philosoph aus Moskau extreme Positionen vertritt und vom Wiederaufstieg eines grossrussischen Reiches träumt. Manches davon klingt wie die Vorlage für Putins Politik der letzten Jahre. Dugin, 55, vertrat einst einen harten Antiamerikanismus, heute ist er begeistert von Donald Trump.Thomas Cromwell war Jurist in Diensten eines Kardinals, als es ihm gelang, das Vertrauen des englischen Königs Heinrich VIII. zu gewinnen – der Beginn eines steilen Aufstiegs. Ihm wurden stets neue Titel zuerkannt, er besass viel Einfluss im Staat wie in der Kirche, und er brachte wichtige Gesetze und Reformen auf den Weg. Am Ende ereilte Cromwell das Schicksal des Einflüsterers, dessen Macht von der Gunst des Mächtigen abhängt: Er fiel beim König in Ungnade und wurde 1540 geköpft.Kardinal Richelieu, 1624 von Ludwig XIII. zum ersten Minister berufen, gestaltete die französische Politik nach seinem Gutdünken. Ausgestattet mit viel Macht, setzte er seine Ziele unerbittlich durch. Indem er die königliche Zentralgewalt zum Absolutismus ausbaute, stärkte er auch seinen eigenen Einfluss als Günstling des allmächtigen Königs. Richelieu wiederum diskutierte seine Pläne oft mit seinem Freund Père Joseph. Da dieser eine Kapuzinerkutte trug, entstand später der Ausdruck «graue Eminenz».