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Hibiscus oder zu Deutsch Eibisch sind sommergrüne oder in den Tropen auch immergrüne Sträucher oder Stauden, gelegentlich auch Kräuter. Es gibt etwa 300 Arten davon. Wichtig für unsere Gärten sind bloss deren drei.
Im Freien ausgepflanzt und weit verbreitet ist bei uns der Hibiscus syriacus. Er stammt ursprünglich nicht, wie der Name vermuten lässt, aus Syrien, sondern aus Indien und China. Der Strauch ist sommergrün, wächst bis etwa drei Meter hoch und hat einen aufrechten, besenförmigen steifen Habitus. Die Blüten sind breit glockig, mit einem Durchmesser von etwa sechs Zentimetern. Sie erscheinen von August bis September, also zu einer Zeit, zu welcher sonst wenig blühende Sträucher vorhanden sind. Von weiss über rot zu blau gibt es viele Blütenfarben, es gibt Sorten mit einfachen und andere mit gefüllten Blüten. Gefüllte Blüten blühen bei nasskalter Witterung schlecht auf und faulen gerne; solche Sorten sind somit nördlich der Alpen nicht zu empfehlen. Die einfachblühenden Sorten entwickeln nach dem Verblühen relativ grosse, schwere Samenkapseln, die bei grosser Zahl ihres Gewichtes wegen besonders junge, noch schwache Zweige zu Boden ziehen. Es wäre somit vorteilhaft, die verblühten Blüten stets abzulesen. Im Winter lassen wir etwa fünf starke, von der Basis ausgehende Triebe stehen, die schwächeren schneiden wir über dem Boden weg. Die Seitenzweiglein der fünf Haupttriebe kürzen wir bis auf einige Zentimeter ein, vergreiste werden ganz entfernt.
Ein weiterer bei uns in milden Gebieten gedeihender Eibisch ist der Hibiscus moscheutos. Er ist in den östlichen USA auf feuchten Böden und in Sümpfen heimisch. Es handelt sich um eine Staude, die jährlich neu vom Boden her gut einen Meter Höhe erreicht. Die Blüten sind sehr gross, zehn bis zwanzig Zentimeter im Durchmesser und je nach Sorte weiss über rosa bis purpurrot. Die Blütezeit liegt im Spätsommer. Es sind prächtige Stauden für vollsonnige, stets feuchte Standorte. Im Spätherbst werden alle Triebe bodeneben weggeschnitten; der Boden über dem Wurzelstock ist mit Tannästen oder Laub zu schützen.
In den Tropen und Subtropen überall angepflanzt und bei uns als Kübelpflanze gehalten wird der Hibiscus rosa-sinensis, der Chinesische Roseneibisch. Es gibt ihn in Hunderten von Sorten. Die Blütezeit dauert vom Frühling bis weit in den Herbst hinein. Der Blütendurchmesser beträgt zehn bis fünfzehn Zentimeter. Der Strauch wird zwei bis fünf Meter hoch mit sparrigen, abstehenden Ästen. Das Blattwerk ist dunkel und glänzend. Im Sommer soll der Standort warm, sonnig und windgeschützt sein. Die Nachttemperaturen dürfen nicht unter 12°C absinken, sonst fallen die Knospen ab. Überwintert wird hell, bei zuwenig Licht werden die Blätter abgestossen und ein Neuaustrieb im Frühjahr ist erschwert oder unmöglich. Keller und dunkle Treppenhäuser sind also für die Überwinterung ungeeignet. Die Temperatur sollte auf 12° bis 15°C gehalten werden. Bei höheren Temperaturen, aber nur sofern sehr viel Licht vorhanden ist, werden auch den ganzen Winter über Blüten gebildet. Gegossen wird im Sommer viel, im Winter wenig. Im Sommerhalbjahr wird tüchtig gedüngt. Ältere Pflanzen sind im Winter jährlich auszulichten und in Form zu schneiden.
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