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Wie können wir die Seepferdchen-Populationen der Ria Formosa schützen?
Die Ria Formosa zählt zu den beeindruckensten Orten im Algarve. Das einzigartige Lagunensystem ist ein Gebiet für Wasser- und Wattvögel und besonders anziehend für die Zugvögel, die zwischen Nordeuropa und Afrika migrieren. Es bietet Schutz für seltene Vögel, gefährdete Tiere wie das Chamäleon und besondere wie die Seepferdchen.
Doch gerade, dass die Seepferdchen für viele etwas Besonderes sind und die Möglichkeit, sie in der Ria zu beobachten, könnte ihnen jetzt zum Verhängnis werden.
Zwei Seepferdchenarten in der Ria Formosa
In der Ria Formosa leben zwei Seepferdchenarten, das langschnäuzige (Hippocampus hippocampus)und das kurzschnäuzige (Hippocampus. Guttulatus) Seepferdchen.
Obwohl die Seepferdchen ihren wissenschaftlichen Namen „Hippocampus“ nach dem mythologischen Meeresungeheuer Hippokamp erhalten haben, sind sie das genaue Gegenstück. Es handelt sich um sehr sensible und verletzliche Meerestiere.
Die beiden Seepferdchenarten, die in der Ria Zuhause sind, reagieren sehr empfindlich auf Veränderungen ihres Habitats wie die zunehmende Verschmutzung, die Befischung der Ria sowie der zunehmende Lärm der Bootsmotoren.
Alle Veränderungen ihrer Lebensräume belasten, da sie aufgrund ihrer eingeschränkten Mobilität stark an ihre Lebensräume gebunden sind. Zudem wird die Ausbreitung der Tiere dadurch ebenfalls erschwert. Hinzu kommen, die geringe Fruchtbarkeit, die besondere Erziehung des Nachwuchses und die lange Treue an den Partner, die eine Fortpflanzung erschweren können, wenn die entsprechenden Bedingungen nicht vorhanden sind.
10 Jahre Seepferdchen-Projekt umsonst?
Seit mehr als zehn Jahren gibt es ein Forscherteam für Fischerei- und gewässerökologischer Biologie (GBPH) am wissenschaftlichen Meereszentrum (CCMAR – Centro de Cièncias do Mar), das die Seepferdchengemeinde in der Ria Formosa begleitet und studiert und versucht diese sensiblen Meerestiere zu schützen.
Doch seit Jahren macht sich ein Rückgang der Seepferdchen in der Ria bemerkbar, der mittlerweile besorgniserregend ist.
Warum ist die Seepferdchen-Population in der Ria Formosa gefährdet?
Bei Seepferdchen handelt es sich generell um eine geschützte Art, da sie zu den gefährdeten Tiergattungen zählen. In der Ria Formosa, die sich von der Ostküste im Algarve bis nach Faro zieht, ist deshalb jegliche Aktivität wie das Aufspüren oder Fangen verboten.
Leider sieht die Realität anders aus. Die verletzlichen Seepferdchen leiden nicht nur an den bereits erwähnten Belastungen sondern vor allem daran, dass der marine Tourismus in der Ria Formosa zunimmt und viele Bootstouren Schnorchelausflüge zu den Seepferchen anbieten bzw. die filigranen Tiere fangen um sie den Touristen zu präsentieren.
Jegliches Eindringen in ihr Habitat, im sicheren Seegras, löst jedoch bei den sensiblen Meerestieren grossen Stress aus. Durch das Fangen werden sie aus ihrer direkten Umgebung entführt und verlieren so ihren Lebenspartner, der gerade für Seepferdchen, die eine lebenslange Partnerschaft eingehen, wesentlich ist.
Rettet die Seepferdchen in der Ria Formosa!
Vielen Besuchern der Ria Formosa ist sicherlich nicht bewusst, wie sensibel Seepferdchen sind und wie leicht ihre Lebensräume destabilisiert werden können.
Aus diesem Grunde haben die Meeresbiologen Massnahmen zur Sensibilisierung und zum Umweltunterricht gestartet um auf die Gefahr für die Seepferdchen aufmerksam zu machen.
Die Forscher entwickelten bereits nicht invasive Werkzeuge für ihre Forschungsarbeiten. In Projekten zur Vergrösserung der Lebensräume der Seepferdchen durch künstliche Strukturen wird versucht, die Arten zu erhalten. Es gelang bereits ein geschlossener Reproduktionszyklus in Aquakultur um die filigranen Meerestiere wieder in natürliche Seegraswälder auszusetzen.
Gleichzeitig bereiten die Meeresbiologen die Aufnahme der beiden Seepferdchenarten in die Berner Konvention vor, was derzeit vom ICNF (Instituto de Conservação da Natureza e das Florestas) geprüft wird.
Was können wir tun?
Da es zur Erhaltung der Seepferdchen-Gemeinde notwendig ist, jegliche Störungen zu vermeiden, werden die Besucher der Ria Formosa gebeten, von jeglichen Observationen Abstand zu nehmen, vor allem auf Schnorchelangebote und das Fangen in der Ria zu verzichten.