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SRF Regionaljournal: Thomas Hediger, Sie sind Zunftmeister der Zunft zu Webern, was weiss man über die Gründungszeit?
Thomas Hediger: Man weiss nur, dass der Bischof im Jahr 1268 den Webern das Recht gegeben hat, eine Zunft zu gründen und einen eigenen Meister zu wählen. Das war die Grundlage, dass die Berufsgattung sich organisieren und einen Aufschwung erleben konnte.
Die Bedeutung der Zünfte hat sich im Verlaufe der Jahre stark verändert. Wie würden Sie die Entwicklung zusammenfassen?
Bis ungefähr 1875 waren die Zünfte politisch ein Schwergewicht und prägten das Leben im Rathaus. Das ist natürlich mittlerweile längst nicht mehr der Fall. Die Zünfte haben in der Öffentlichkeit an Gewicht verloren.
Welche Bedeutung haben den Zünfte heute noch?
Eine gesellschaftlich sehr grosse Bedeutung. Einzelne Zünfte haben eigene Aktivitäten, mit denen sie der Öffentlichkeit etwas Gutes tun. Vor allem kennt man Zünfte in Verbindung mit der Jungbürgerfeier. Leider haben wir kein Sechseläuten wie in Zürich, bei dem jedes Jahr die Zünfte in den Vordergrund treten können.
Ihre Zunft ist eine reine Männergesellschaft. Vor 15 Jahren stellte eine Frau ein Aufnahmegesuch, das wurde damals abgelehnt. Will Ihre Zunft weiterhin ohne Frauen bleiben?
Das weiss ich nicht. Wir haben keine Anfrage mehr gehabt und deshalb auch nicht mehr darüber abgestimmt. Zur Zeit ist es kein Thema, in den nächsten Jahren wird es sich zeigen, wie es weitergeht.