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Newsletter 49
Hintergrund: Es war lange unklar, ob jeder Schultermuskelriss der sogenannten Rotatorenmanschette operiert werden muss. Bei diesen Muskelrissen wird zwischen vollständigem und unvollständigem Riss unterschieden. Heute können diese Unterschiede in der MRI Untersuchung festgestellt werden.
Ziel: In dieser Studie wurden 187 Patienten ( Durchschnittsalter 56 Jahre) untersucht, die mindestens 3 Monate an Schulterschmerzen infolge eines Schultermuskelrisses litten (50% mit vollständigem Riss). Alle Patienten hatten für 3 Monate eine Physio- und physikalische Therapie mit Schmerzmedikamenten. Bei fehlender Besserung wurden die Patienten in 2 Gruppen aufgeteilt ( operativ vs nicht-operativ).
Resultate: Nach 2 Jahren wurden die Patienten nachkontrolliert. Die Patienten mit unvollständigem Muskelriss hatten die gleichen Resultate bezüglich Schmerzen und Funktion sowohl in der nicht-operativen wie der operativen Gruppe.
Bei den Patienten mit vollständigem Muskelriss war die Schmerzreduktion ( Reduktion 37 vs 24) und die Funktionsverbesserung deutlich besser in der operativen Gruppe im Vergleich zur nicht-operativen Gruppe. 12 Patienten wechselten von der nicht-operativen in die operative Gruppe und 36 Patienten der operativen Gruppe lehnten eine Operation ab. Die per Protokoll Analyse und die Intent to treat Analyse zeigten jedoch die gleichen Resultate (1).
Schlussfolgerung: Diese Daten bestätigen frühere Studien, dass nur Patienten mit vollständigem Muskelfaserriss der Rotatorenmanschette operiert werden sollten. Zudem kann in jedem Fall zu Beginn einer konservative nicht-operativen Therapie versucht werden.
- Sederqvist S. Non-surgical and surgical treatments for rotator cuff disease. A pragmatic randomized clinical trial with 2-year follow up after initial rehabilitation. Ann Rheum Dis 2021 Jun; 80: 796