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Die römischen und hebräischen Autoritäten, die in anderen wichtigen Momenten der Passionsgeschichte die Hauptpersonen sind, laufen nach den Würfelspielern, also den Soldaten, die um das ungeteilte Gewand Jesu spielten.
Während des Umzugs werden die grossen Würfel bei jeder Pause, die die kleine Gruppe einlegt, um das Gewand Christi geworfen. Die ersten hohen Hebräer, die in der Prozession laufen, sind Anna (oder Anània), Oberster Hohepriester von 6 bis 15 nach Christus, und sein Schwiegersohn Kaiphas, der von 18 bis 36 nach Christus ebenfalls Oberster Hohepriester war, also die beiden einflussreichsten Personen des Hohenrats und diejenigen, die die Bewohner Jerusalems aufhetzten, um zu erreichen, dass Christus vor dem römischen Richter zu Tode verurteilt wurde.
Es folgt, begleitet von der Roten Standarte, dem Symbol der kaiserlichen Erhabenheit, Pontius Pilatus, der 5. Statthalter von Judäa von 26 bis 36 nach Christus. Gemäss einer mittelalterlichen Tradition, die auch in einigen Gemälden aus späteren Jahrhunderten erkennbar ist, trägt Pilatus an der Parade in Mendrisio Kleidung im orientalischen Stil und nicht die eines römischen Amtsträgers. Aus Furcht vor der Reaktion des Kaisers Tiberius und den Tumulten, die von der vom Hohenrat aufgestachelten Menge verursacht wurden, liess Pilatus zu, dass man Jesus zum Tod am Kreuz verurteilte.
Die Verurteilung Christi wird am Anfang des Umzugs durch den römischen Soldaten namens Sentenza (Urteil) verkörpert; es handelt sich um einen Fantasienamen, der aber der Funktion entspricht; er trägt einen Speer, der von einem Adler mit der Inschrift S.P.Q.R. überragt wird und hat die Aufgabe, den titulus, also den Grund für die Verurteilung zum Tode anzugeben, im Falle von Jesus ein Schild mit dem Akronym I.N.R.I. (Iesus Nazarenus Rex Iudeorum), das traditionell über dem Kreuz festgenagelt wird.
Der lange, von Pagen getragene Mantel, die Krone und das Zepter sind die Attribute, die König Herodes auszeichnen. Es handelt sich eindeutig um Herodes Antipas, auch wenn diese Figur oft mit dessen Vater Herodes der Grosse verwechselt wird, der das Blutbad der unschuldigen Knaben anordnete, um zu verhindern, dass die Prophezeiung von der Ankunft des Messias sich bewahrheitete. Herodes Antipa, Vierfürst von Galiläa und Perea, verhörte und verhöhnte Jesus, der ihm gegenüber stumm blieb und daraufhin zu Pilatus zurückgebracht wurde.
Die Darstellung endet schliesslich mit zwei Figuren, die in den Episoden nach dem Tode Christi wichtige Rollen spielen, Joseph von Arimatäa und Nikodemus, die jedoch nicht beim Kreuzweg dabei waren. Diese beiden, insgeheim Anhänger von Jesus, tragen Amphoren, die an diejenigen erinnern, die laut Evangelien ein Gemisch aus Myrre und Aloe enthielten, das in den Bestattungsriten verwendet wurde und das dazu dienen sollte, den Leichnam des Messias für die Bestattung vorzubereiten.