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Die USA sind militärisch am Persischen Golf stark präsent. Auf der Halbinsel Bahrain hat die US Navy das HQ der 5. Flotte stationiert. In der Regel wacht eine Carrier Group, ein Flugzeugträger mit bis zu acht Begleitschiffen, über den freien Seeverkehr im Golf, auch im Nadelöhr an dessen Ausgang zum Golf von Oman, an der Meerenge von Hormuz.
Die US Air Force sitzt mit dem vorgeschobenen HQ des Central Command in Doha, Katar. Sie stationiert im Mittleren Osten ein eindrückliches Aufgebot von Air Expeditionary Wings/Groups. Nennen wir nur die Nummern 332, 378, 379, 380, 385, 387 und 407. Bei der Afghanistan-Evakuation auf der Route Kabul–Doha–Ramstein bewährte sich der Relais-Standort Katar – wie erwartet.
Staffel von der Hill AFB, Utah
Das Prunkstück der amerikanischen Präsenz ist die permanent in den VAE placierte F-35-Staffel der Air Force. Sie wird in Rotationen vom 388th Fighter Wing von der Hill Air Force Base in Utah gestellt. Die beiden Grossbuchstaben HL für Hill sind in der Schweiz bekannt und haben seit der erfolgreichen Evaluation von vier F-35 aus Utah einen guten Klang.
Über längere Zeit war es die 421st Fighter Squadron, die den Dienst in den Emiraten versah. Von der al-Dhafra Air Base im Emirat Abu Dhabi aus überwachen die F-35 den Persischen Golf und das Arabische Meer, inklusive Golf von Oman.
Seit dIe Houthi-Rebellen die Vereinigten Arabischen Emirate mit iranischen Drohnen beschiessen, rückt der Yemen-Krieg in den Focus der Amerikaner. Sie erwägen den Einsatz ihrer besten Waffe, der F-35-Staffel in den VAE, gegen die Aufständischen. Sogar an ein Engagement ihres anderen Flugzeugs der 5. Generation, des F-22 Raptors, denkt derzeit die USAF.
Interessanterweise greifen die Houthi den direkten Nachbarn Oman nicht an. Seit Beginn der saudischen Offensive gegen die Rebellen hält sich das Sultanat aus dem Krieg heraus. Schon Sultan Qabus war gegen ein Engagement, und sein Nachfolger Haitham setzt die Neutralität fort.
F-35-Kauf geriet ins Stocken
Aufmerksam beobachtet die arabische Welt den Dreieckszwist der VAE, von Israel und den USA zur Lieferung von 50 F-35A im Betrag von 10,4 Milliarden $ an die Emirate. Seit 1948 gilt in Washington: Die Araber erhalten keine amerikanischen Waffen, die Israels militärische Überlegenheit gefährden könnten.
In der Tat widersetzte sich in Israel die Armee dem VAE-Geschäft heftig, während sich die inzwischen gestürzte Regierung Netanyahu milder äusserte, weil die VAE und Bahrain mit Israel Frieden geschlossen hatten. Jetzt aber geriet der Handel wegen emiratischer Bedenken ins Stocken. Das federführende Emirat Abu Dhabi pocht auf seine Hoheit und will Einschränkungen nicht akzeptieren.
Starke Luftstützpunkte
Amerikas Luftwaffe stützt sich im Orient auf eine gut ausgebaute Infrastruktur in Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Hinter Ramstein in Rheinland-Pfalz und Okinawa in Japans südlicher Inselkette gehören die Air Bases al-Udeid in Katar, al-Jaber in Kuwait, Prince Sultan südöstlich von Riad und al-Dhafra, 32 Kilometer von Abu Dhabi, zu den grössten und bedeutendsten Luftstützpunkten der Welt.
100 Kilometer östlich der jordanischen Hauptstadt Ammann baut die USAF den Stützpunkt Muffawak al-Salti aus. Sie behandelt ihre Präsenz im Haschemiten-Reich diskret. Der Ausbau soll die Landung von schweren Transportern wie C-5 oder C-17 erlauben.