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1934-1998: Die Vorgeschichte der Nebs
Am 24. Juni 1934 wurde im Kino Capitol in Basel die Europa-Union, Schweizerische Bewegung für die Einigung Europas, die Vorgängerin der heutigen Neuen Europäischen Bewegung Schweiz (Nebs), mit der Vision gegründet, die «Vereinigten Staaten von Europa» zu schaffen. Die Idee war ein demokratischer Bundesstaat, der als Damm gegen die nationalsozialistische Gefahr wirken sollte.
Mit ihrer Vision prägten die Gründer massgeblich die Idee der europäischen Integration, wie sie sich seit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (1951) und der später ausgeweiteten wirtschaftlichen Zusammenarbeit in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (1957) und Europäischen Gemeinschaft (1967) bis zur heutigen Europäischen Union vollzieht. Auch die Idee eines paneuropäischen Menschenrechtsschutzes wurde mit der Schaffung der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) 1950 durch den Europarat konkret umgesetzt. In diesem Sinne waren die Gründer ihrer Zeit voraus. Ihre Europa-Union war ausserdem die erste europaföderalistische Bewegung auf dem Kontinent.
Im September 1946, als der britische Kriegspremier Winston Churchill in seiner berühmten Zürcher Rede die Vereinigten Staaten von Europa skizzierte, lud die Europa-Union aus der Widerstandsbewegung hervorgegangene Föderalisten aus ganz Europa zur Hertensteiner Konferenz an den Vierwaldstättersee. Diese war richtungsweisend, und in der Folge entstand die «Union der Europäischen Föderalisten» (UEF), eine Organisation, die noch heute eine wichtige Stimme für den Föderalismus innerhalb der EU ist.
Während die Europa-Union Schweiz die europäische Integration massgeblich mitgeprägt hat, wurde sie im eigenen Land immer mit viel Skepsis betrachtet. Ihr Plädoyer für eine Teilnahme der Schweiz am Einigungsprozess widersprach der sorgsam konstruierten isolationistischen Reduitrhetorik der Nachkriegszeit und missfiel dem Bundesrat so sehr, dass er die Exponenten der Europa-Union vom Staatsschutz überwachen liess.
Das Erbe der Gründer, die Visionen für eine europäische Föderation mit der Schweiz als Mitglied, wird heute von der Neuen Europäischen Bewegung Schweiz weitergetragen. Sie ist die Nachfolgeorganisation, die 1998 aus der Fusion unterschiedlicher proeuropäischer Gruppierungen hervorgegangen ist.