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Die Krishna-Gemeinschaft Schweiz (KGS), gegründet im Jahr 2002, gilt als Nachfolgeverein der Schweizerischen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein, welche 1973 in Genf etabliert wurde. Nach einem grossen indischen Wagenfest entlang der Bahnhofstrasse in Zürich erfolgte 1980 der Kauf eines grösseren Gebäudes, das 1901 von der Bankiersfamilie Julius Bär erworben wurde. Dadurch verlegte die Bewegung ihren Sitz in die Deutschschweiz. Der Krishna-Tempel Zürich ist Teil der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein (ISKCON). Die Bewegung wurde im Jahr 1966 vom damals 70-jährigen Inder A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada – der die Schweiz im Mai 1974 besuchte – in New York ins Leben gerufen. Sie entstammt der westbengalischen Krishna-Verehrung, welche auf den Reformator der Krishna-Bhakti, Sri Caitanya (1486-1533) zurückgeht.
Der Krishna-Tempel an der Bergstrasse 54 fungiert heute wie damals als zentraler Treffpunkt. für eine sehr vielfältige Gemeinde. Neben den Tempelbewohnerinnen und -bewohnern gehen Menschen aus Sri Lanka, Indien, Liebhaberinnen und Liebhaber der indischen Philosophie, des Yogas und Ayurvedas, sowie andere spirituell Suchende ein und aus. Der Tempel dient einerseits als Ausbildungsstätte für junge Novizen, fungiert aber auch als Retreat und Seminarhaus für die allgemeine Öffentlichkeit. Religiöse Feste, tägliche Tempelzeremonien, Seminare und kulturelle Veranstaltungen gehören zu den vielfältigen Aktivitäten des Vereins. Das Sonntagsfest umfasst indische Bhajan-Musik, einen Vortrag, ein vegetarisches Festessen, Mantra-Singen und eine traditionelle vedische Tempelzeremonie.
Schon in den frühen 80er-Jahren entwickelte sich der Tempel zu einem wichtigen kulturellen und religiösen Treffpunkt auch für die aus Sri Lanka einreisenden tamilischen Flüchtlinge. So wurde dann im Jahr 1991 die Swiss-Tamil Krishna Society(STKS) gegründet, welche bis heute jeden Sonntag ihre religiösen Zeremonien im Tempel feiert und zu einem wichtigen Teil der Gemeinde wurde.
In der Öffentlichkeit gelang die Integration aber nicht ganz so schnell. Vor allem in den 80er und 90er Jahren wurde das damals missionarische Auftreten der Bewegung kritisiert. Heute wird die Gemeinschaft als eine authentisches Strömung des Hinduismus angesehen. So empfängt der Krishna-Tempel zum Beispiel seit vielen Jahren Schulklassen für Führungen und bietet Vorträge an Schulen und Universitäten an. Auch im Interreligiösen Dialog ist die Krishna-Gemeinschaft Schweiz seit Jahren aktiv involviert und besitzt gute Kontakte zu den benachbarten Kirchen und weiteren Glaubensgemeinschaften. Die Krishna-Gemeinschaft Schweiz arbeitet eng mit dem Zürcher Forum der Religionen zusammen, ist Mitglied bei IRAS COTIS und Gründungsmitglied des Schweizerischen Dachverbands für Hinduismus.
"Der Tempel ist der Ort, an dem der anstrengende Alltag zur Ruhe kommt und ich mich selbst wiederfinden kann. Er bietet mir die Gelegenheit, Freunde zu treffen, mit ihnen zu singen, zu tanzen und zu essen. Mit den Tempelbesuchern kann ich regelmässig die heiligen vedischen Schriften studieren und persönliche Erfahrungen teilen. An den vielen Festivals helfe ich immer gerne mit, wie zum Beispiel in der Küche für das Festessen, und kann so den Gästen eine Freude bereiten. Am Ende des Tages verlasse ich den Tempel voller Enthusiasmus und freue mich, schon bald wiederzukommen."
DASA, Anuttama 2016: The Hare Krishnas celebrating 50 years.
MEIER, Roger 2010: Entwicklung und Geschichte der ISKCON Schweiz. In: Schweizerische Stiftung für Krishna-Bewusstsein (Hg.): 30 Jahre Krishna-Tempel Zürich. 1980 - 2010. Zürich.
NEUBERT, Frank 2010: Krishna-Bewusstsein. Die International Society for Krishna Consciousness (ISKCON) — „Hare-Krishna-Bewegung“. Marburg: Remid.
Bilder
Foto Nr.1: Tempel, vorne
KRISHNA.CH: Krishnatempel: https://krishna.ch/tempel/ [15.01.2018].
Foto Nr.2: Wagenfest 1
Foto Nr.3: Umzug heute – Gemeindemitglieder
SRF.CH: Die Krishna-Anhänger – wo stecken sie eigentlich?: https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/die-krishna-anhaenger-wo-stecken-sie-eigentlich [18.01.2018].
Foto Nr.4: Tamilinnen beim Gebet
Foto Nr.5: Porträt Verfasser Statement