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Bestimmt sind Sie dem Gebärdensprachdolmetschen schon einmal im Fernsehen begegnet. Bei wichtigen Reden im amerikanischen TV zum Beispiel ist es Standard, dass auf dem Bildschirm auch eine Person angezeigt wird, die den gesprochenen Inhalt simultan in Gebärdensprache überträgt. Durch Videotechnologie ist es in den letzten Jahren immer leichter geworden, auch Videokonferenzen oder persönliche Gespräche in Gebärdensprache zu dolmetschen.
Gebärdensprachen sind Sprachen, bei denen Bedeutung mit Handgesten und Mimik vermittelt wird. Viele gehörlose und schwerhörende Personen, sowie Menschen, die mit Gehörlosen aufgewachsen sind, nutzen Gebärdensprache zur Kommunikation.
Hier haben wir ein paar überraschende Fakten über Gebärdensprache zusammengestellt:
- Es gibt nicht eine Gebärdensprache auf der Welt, sondern viele regionale Varianten. Denn Gebärdensprachen haben sich wie gesprochene Sprachen auf natürliche Art entwickelt und sind oft aus regionalen Gemeinschaften heraus gebildet worden, genau wie Dialekte.
- In der Schweiz sind am häufigsten drei verschiedene Gebärdensprachen vertreten: die Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS), die Französische Gebärdensprache (LSF) und die Italienische Gebärdensprache (LIS). Darüber hinaus gibt es in diesen Sprachen in der Schweiz rund 12 Gebärdensprachdialekte: 5 Dialekte in der Deutschschweiz, 5 Dialekte in der Romandie und 2 Dialekte in der italienischen Schweiz.
- Zum Verständnis über die eigene Region hinweg nutzen Gebärdende (so nennt man Personen, die per Gebärdensprache kommunizieren) oft American Sign Language oder sogenannte “International Sign”, eine Hilfssprache, die sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte, um internationale Kommunikation zwischen Gebärdenden aus unterschiedlichen Ländern und Regionen zu erleichtern. Man könnte International Sign mit Esperanto vergleichen – mit dem wichtigen Unterschied, dass International Sign deutlich mehr Sprecher hat und sehr aktiv genutzt wird.
- Für Kinder von gehörlosen Eltern ist Gebärdensprache oft die Muttersprache, auch wenn sie nicht gehörlos sind. Hörende Kinder wachsen häufig bilingual auf, mit einer Gebärdensprache und einer gesprochenen Sprache als Muttersprachen. Kinder gehörloser Eltern werden international als “Coda” bezeichnet – Children of deaf adults.
- Gebärdensprachdolmetscher kommen zum Einsatz, um zwischen einer Gebärdensprache und einer gesprochenen Sprache zu vermitteln. In der Schweiz gibt es Ausbildungsprogramme zur Fachperson Gebärdensprache und Studiengänge mit Abschluss im Gebärdensprachdolmetschen. Um so eine Ausbildung zu absolvieren, ist es nicht nötig, schon vorher eine Gebärdensprache zu beherrschen. Freude am Kontakt mit gehörlosen und hörbehinderten Menschen sollte man aber in jedem Fall mitbringen.
- Am häufigsten findet Gebärdensprachdolmetschen in den Bereichen Gesundheit und Bildungswesen statt.
- Es gibt übrigens auch gehörlose Gebärdensprachdolmetscher, die vermitteln, wenn komplexe Themen aus einer regionalen Gebärdensprache in eine andere Gebärdensprache gedolmetscht werden müssen, und die bei der Kommunikation helfen, wenn gehörlose Personen nur über wenig Gebärdensprachkompetenzen verfügen. Leider wird der Bedarf für gehörlose Dolmetscher bisher wenig gesehen, dies ändert sich jedoch allmählich.
Während Dolmetschen in gesprochene Sprache bei Bedarf auch per Telefon funktionieren kann, eröffnet beim Gebärdensprachdolmetschen eine Videotechnologie neue Türen. Per Laptop oder Tablet kann ein Dolmetscher für zuverlässige Verständigung zwischen gehörlosen und hörenden Gesprächspartnern sorgen. dolmX bietet auch das Dolmetschen in internationale und regionale Gebärdensprachen an. Buchen Sie einfach einen Termin und probieren Sie es aus!