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Wie Brandolf schon am Abend festgestellt hatte, sah Anya ganz anders, sehr viel hübscher, aus, als auf den Bildern, die er von ihr im Internet gesehen hatte. Als erstes fiel ihm natürlich das hüftlange Haar auf, dass nicht ganz schwarz war, sondern eine Mischung aus schwarz und braun. Später stellte er sogar fest, dass einige Strähnen, besonders wenn sie nass waren, rötlich schimmerten. Eigentlich stand Brandolf auf rein schwarze Haare, aber durch die Farbmischung die Anya's Haare hatten, waren sie schon etwas ganz spezielles und das war Brandolf dann sogar lieber als "einfach" schwarz. Besonders aber war Brandolf von Anya's sehr aussergewöhnlicher Augenfarbe fasziniert. Hier bevorzugte er zwar braun, aber das waren Anya's Augen nicht. Was sie so aussergewöhnlich machte, war eine undefinierbare Farbmischung aus grau, blau und grün. Hinzu kam dann noch, dass Anya's Augen unterschiedlich gross waren und sie ständig nach rechts und links zuckten, da genau in der Mitte kleine Narben auf der Hornhaut waren. Somit entsprach Anya absolut nicht den Vorstellungen von Brandolf, aber eben diese ungewöhnlichen Abweichungen von der Vorstellung machten Anya zu etwas ganz Besonderem, Aussergewöhnlichen. Wäre die Augen z.B. einfach blau oder grau, oder die Haare einfach braun, wäre es zwar eine Abweichung von Brandolf's Vorstellung gewesen, aber eben kein besondere. Aber Anya fiel noch anders aus dem Rahmen des eigentlich Gewöhnlichen. In der Regel wird ja behauptet, das hübsche Frauen weniger intelligent seien, als nicht so hübsche. Doch dieser Regel widersprach Anya vollkommen; denn sie war sehr hübsch und intelligent. Und damit schon wieder ein Stück aussergewöhnlicher. Auch wenn Anya meinte, dass ihr Busen eine Körbchengrösse zu viel hatte, sah Brandolf es absolut nicht so. Für ihn war er perfekt und wie sich später noch herausstellen sollte, hatte er damit nicht unrecht. Er gab Anya zu bedenken, dass es genug Frauen hatte, die sie ganz sicher um ihren Busen beneiden würden und einige von ihnen sogar zu Silicon griffen, um auf diese Grösse zu kommen.
Da Anya sich jeden Morgen nach der gemeinsamen Dusche mit Rosencreme einrieb, kam Brandolf eines Tages eine Idee. Er kaufte einige rote Rosen mit sehr dichten Blüten und zupfte ihnen ganz vorsichtig die Blütenblätter ab, um sie dann auszubreiten und zu trocknen. Als sie dann nach einigen Tagen trocken waren verstaute er sie in einer Dose und nahm sie am Wochenende mit zu Anya. Dass es an diesem Wochenende fast nur regnete und recht kalt war, kam Brandolf für seine Idee mit den Rosenblütenblättern natürlich sehr gelegen. Dafür, dass Anya eine relativ kleine Wohnung hatte, war das Bad im Vergleich zu Brandolf's Wohnung und Bad mit Dusche und Badewanne recht gross. Durch das regnerische Wetter mit den dicken Wolken, wurde es am Abend schon früh dunkel und auch das kam Brandolf für die Idee sehr gelegen. Was Brandolf natürlich am meisten entgegen kam, war, dass Anya an diesem Wochenende schaffen musste und somit erst am Abend Heim kam. So konnte Brandolf seine Idee unbemerkt vorbereiten und Anya damit überraschen. Also liess er zu gegebener Zeit Wasser in die Wanne laufen, stellte einige Kerzen im Bad bereit und als Anya dann in der Tür stand, duftete die Wohnung schon nach Rosen von den Blütenblättern, die Brandolf in das Badewasser gegeben hatte. Anya war davon angenehm überrascht und sie konnte nicht schnell genug in die Wanne kommen; denn das nasskalte Wetter war unangenehm und Anya wollte sich schnellstens aufwärmen. Brandolf zog sich ebenfalls schnell aus und stieg noch vor Anya in die Wanne, die noch das Licht im Bad löschte; denn es brannten ja schon die Kerzen, die Brandolf aufgestellt hatte. Da Anya's Wanne relativ gross war, konnte sie sich beide darin gut hintereinander setzen und Anya lehnte sich an Brandolf. Langsam zogen sich die Rosenblütenblätter mit dem warmen Wasser voll und verbreiteten dadurch einen sehr angenehmen langsam intensiver werdenden Duft. Anya schloss die Augen und schmiegte sich noch enger an Brandolf. Leider hatte die grosse Wanne den Nachteil, dass das Wasser darin relativ schnell abkühlte und so mussten Anya und Brandolf sie früher verlassen, als ihnen lieb war. Während Anya sich schon abtrocknete und ihr Haar föhnte, sammelte Brandolf die Rosenblütenblätter ein und liess dann das Wasser ab. Da Anya nun ausser der Reihe gebadet hatte, wollte sie am nächsten Morgen auf die Dusche verzichten und damit auch auf das Eincremen. Da Brandolf damit nun gerechnet hatte, schnappte er sich schnell die Creme und schob Anya zärtlich aber bestimmt zum Bett, damit sie sich hinlegte. Anya verstand Brandolf und liess sich am Bett angekommen langsam in dieses sinken und legte sich so, dass Brandolf sie gut eincremen konnte. Sie genoss es mit den Worten: "Du kannst Dir nicht vorstellen, wie gut sich das anfühlt." Dies war für Brandolf Grund genug, Anya nicht nur einzucremen. Als die Creme eingezogen war, strich er Anya noch lange immer wieder zärtlich über die Haut, was Anya noch mehr genoss als das Eincremen. "Ich könnte Deine samtene Rosenhaut immer und ewig weiter streicheln", sagte Brandolf und legte sich dann neben Anya, aber nicht ohne mit dem Streicheln aufzuhören. Da Anya von der Arbeit doch recht erschöpft war, wirkte das zärtliche Streicheln von Brandolf nach dem warmen Bad zusätzlich sehr beruhigend und nach einiger Zeit schlief sie darüber ein. Brandolf deckte sich und Anya zu, schmiegte sich dann ganz nah umarmend an sie und schlief auch nach einiger Zeit zufrieden ein. Seine Überraschung war ihm also gelungen und es schien Anya sehr gefallen und glücklich gemacht zu haben.
Es war der 02. Juli, ein schöner warmer Sommerabend und es kündete sich ein wundervoller Sonnenuntergang an. Daher beschlossen Anya und Brandolf sich diesen von der nahegelegenen Burgruine aus anzusehen. Da die Sonne schon ziemlich tief stand mussten sich Anya und Brandolf etwas beeilen und so fuhren sie mit dem Auto soweit es ging bis zur Ruine und legten den Rest des Weges fast im Laufschritt zu Fuss zurück. Als sie an der Ruine ankamen, hatte die Sonne mit ihrem unteren Rand schon fast den Horizont erreicht und so suchten sich Anya und Brandolf schnell einen schönen Platz zum Sitzen, von dem aus sie den Sonnenuntergang geniessen konnte. Der Platz war schnell gefunden und die beiden setzten sich. Anya lehnte sich an Brandolf und legte ihren Kopf an seine Schulter, während Brandolf einen Arm um Anya legte. So beobachteten sie nun, wie die rote Sonne, teilweise von Wolkenbändern verdeckt langsam rotglühend hinter dem Horizont versank. Gerade als die letzten Strahlen noch über den Horizont schienen, drehte Brandolf seinen Kopf, um Anya anzusehen und auch sie nahm ihren Kopf von Brandolf Schulter und sah ihn an. Brandolf sah Anya ganz tief in die Augen und fragte sie, obwohl es ja schon fest stand, ob sie ihn würde heiraten wollen. Anya antwortete mit strahlenden Augen spontan mit den Worten:
Da Brandolf in den nächsten Wochen Ferien hatte, suchten sich Anya und er einen Goldschmied, der ihnen die Ringe schmieden sollte. Über das Internet fanden sie dann eine Schmiede und auch einen Vorlage für den Knoten auf den Ringen. Mit dieser Vorlage eines Knoten mit zwei Bändern, die auf den ersten Blick wie eines aussahen machten sie sich auf den Weg in die Schmiede. Nach einem kurzen Beratungsgespräch mit der Schmiedin war der Auftrag dann erteilt. Da aber der Graveur, der das Knotenmuster auf die Ringe brachte für einige Wochen Ferien hatte, mussten Anya und Brandolf mehrere Wochen Wartezeit in Kauf nehmen, was sie aber gerne taten.
Im Laufe von Brandolf's Ferien waren er und Anya sehr viel unterwegs. An einem Tag fuhren sie in einen etwas weiter entfernten Ort zu einem besonderen Gothic-Laden, da Brandolf sich schon seit Längerem eine neue Hose kaufen wollte und Anya zwar in der Regel schwarz gekleidet war, aber nichts, bis auf das schwarze Kleid, welches sie zusammen an einem Mittelaltermarkt erstanden hatten, davon dem Gothic entsprach. Also schauten sie sich erst einmal ausgiebig um und entdeckten dann ein Kleid, welches beiden auf Anhieb gefiel. Leider passte es Anya nicht und im angezogenen Zustand wirkte es auch nicht mehr so, wie auf dem Kleiderbügel. Nach einer Weile entdeckten sie dann aber ein anderes schöneres Kleid, welches wieder beiden auf Anhieb gefiel. Nach kurzen Überlegungen und einer Anprobe, entschieden sich Anya und Brandolf dann für dieses Kleid und kauften es. Es stand Anya so gut, als wäre es nur auf ihre Figur zugeschnitten worden. Es sass selbst an den für Anya's Augen kritischen Stellen absolut perfekt und liess sie noch hübscher wirken, als sie schon war. Brandolf fand selbstverständlich auch eine neue Hose und so verliessen sie zufrieden den Laden. Einige Tage darauf kamen Anya und Brandolf auf die Idee, Photos von sich zu machen und so schlüpften beide in die entsprechenden Gewänder. Anya zog das neue Kleid an und Brandolf seinen Rock. Anya war von Brandolf so angetan, dass sie meinte, er solle den Rock doch öfters tragen, da er ihm gut stehe. Sie war sogar so begeistert, dass sie Brandolf noch mehr Röcke verpassen wollte. Die beiden fuhren also in ihrem gotischen Gewand in ein nahegelegenes ehemaliges Kloster, um dort vor historischer Kulisse die Photos zu schiessen. Von den anderen Besuchern des Klosters wurden Anya und Brandolf sehr interessiert beobachtet, was zum einen daran lag, dass Brandolf einen Rock trug, was für die meisten doch eher ungewöhnlich war, aber auch daran, dass Anya in dem Kleid unbeschreiblich edel wirkte und die beiden so etwas von der mittelalterlichen Zeit in die Gegenwart brachten. Die beiden verbrachten so einige Stunden in dem Kloster und es entstanden teilweise sehr schöne Bilder, was natürlich nicht verwunderte, wenn man Anya in ihrem Kleid sah. Anya stand das Kleid einfach nur perfekt und dementsprechend kamen auch einige sehr schöne Photos zustande.
Leider verschlechterter sich aber die Beziehung zwischen Anya und Brandolf nach den Ferien von Brandolf und so kam es, dass Brandolf die Ringe am Ende alleine abholte und seinen bei Anya in den Briefkasten warf, während er Anya's mit zu sich nahm. Eigentlich sollte Brandolf beide Ringe nehmen, aber Anya machte dann doch den Vorschlag, dass man sich das einstige Versprechen ja neu geben könne, worauf Brandolf dann die Idee hatte, dass dann auch jeder den entsprechenden Ring bei sich haben sollte. Leider brach aber Anya, zu einem Grossteil von Brandolf verschuldet, die Beziehung in der Folgezeit ganz ab und nun hatte jeder den Ring des anderen und konnte ihn nicht einmal tragen. Worin sich jedoch beide noch einig waren, war, dass die Ringe, besonders der zweibändige Knoten sehr schön war und eigentlich viel zu schade waren, um nicht getragen zu werden.
PhoenixAter 05.11.2010; überarbeitet 18.01.2011