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Für Körper und Geist ist es nicht einfach, aus einem aktiven Modus - der vom sympathischen Nervensystem bestimmt wird - in einen entspannten Zustand zu wechseln, in dem der Parasymphatikus aktiv ist. Das Räkeln auf dem Sofa, mit Smartphone oder Fernseher, mag für den Körper eine gewisse Entspannung bringen. Der Geist erholt sich dabei nicht. Zu viele Eindrücke halten das Nervensystem in Aktion. Erst die Erholung von Körper und Geist bringt ein tiefes Wohlbefinden mit sich, das wirklich entspannend wirkt und neue Energie bringt. Die Konzentration auf den Atem und die Veränderungen, die eine regelmässige Atmung im Körper bewirkt, können helfen, Körper und Geist wieder in Balance zu bringen.
Am besten ist es, nur durch die Nase zu atmen. Wiederhole die Atmung sechs bis zehn Mal. Bleibe anschliessend noch einen Moment sitzen und nimm den entspannten Fluss des Atems wahr. Um Körper und Geist effektiv zu beruhigen, sollte man die Atmung regelmässig ein bis zweimal am Tag üben.
Wenn du schwanger bist, einen hohen Blutdruck hast, unter chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen leidest oder es dir schwerfällt, die Luft anzuhalten, dann solltest du auf diese Übung verzichten. In diesem Fall ist es besser sanfte Atemübungen zu praktizieren, z.B. sama vritti.
James Nestor - Atem. Neues Wissen über die vergessene Kunst des Atmens. Piper Verlag, München 2021