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Das Reich der Mitte lässt die Muskeln spielen. Während Peking schon seit langem seine Nachbarn mit Hoheitsansprüchen im Südchinesischen Meer irritiert, fordert Chinas starker Mann Xi Jinping in letzter Zeit zusehends aggressiver die Wiedervereinigung Taiwans mit der Volksrepublik. Und nicht nur die Rhetorik verschärft sich, auch das Säbelrasseln wird lauter: So drangen unlängst 150 chinesische Militärjets in die Luftsicherheitszone Taiwans ein.
In dieser sich zuspitzenden Situation hat ein Bericht der «Financial Times» die Aufmerksamkeit auf die wachsenden Fähigkeiten der chinesischen Armee gelenkt. Im August schoss China demnach mit einer Rakete des Typs «Langer Marsch» einen atomwaffenfähigen Hyperschall-Flugkörper ins All. Peking dementierte umgehend und sprach von einem «wiederverwendbaren Raumschiff».
Sollte es sich tatsächlich um ein solches Flugobjekt handeln, würde dies zeigen, dass Chinas Hyperschallwaffen-Programm fortgeschrittener ist, als US-Geheimdienste bisher angenommen hatten. Solche Flugobjekte sind mit heutiger Abwehrtechnik beinahe nicht abzufangen. Neben China ist auch Russland dabei, solche Systeme zu entwickeln. Und es sind nicht die einzigen Waffensysteme, die das Potenzial haben, die Kriegsführung in nächster Zeit grundlegend zu verändern – neben Künstlicher Intelligenz (KI) und Cyberwar, die wir hier ausser Betracht lassen. Eine Übersicht:
Die neuste Interkontinentalrakete aus dem russischen Arsenal soll die alten R-36M-Raketen aus der Sowjetzeit ersetzen. Die RS-28 «Sarmat», so die offizielle Bezeichnung, ist bereits erprobt, aber noch nicht an die russischen Streitkräfte ausgeliefert worden. Dies könnte frühestens im nächsten Jahr geschehen, doch der Zeitplan kann vermutlich nicht eingehalten werden. Die «Sarmat» wird mit Flüssigtreibstoff angetrieben und soll eine Nutzlast von 10 Tonnen an jeden Punkt des Globus transportieren können – nach russischen Angaben könnte diese Nutzlast aus mehr als 15 nuklearen Sprengköpfen bestehen, doch dies wird im Westen bezweifelt: Man geht dort von maximal 10 Sprengköpfen aus.
Was die «Sarmat» von herkömmlichen Interkontinentalraketen unterscheidet, ist zum einen die höhere Reichweite von 17'000 Kilometern, was ihr erlauben würde, beispielsweise die USA nicht nur über die Nordpolroute anzugreifen, sondern auch über den Südpol. Zum anderen dürfte der Umstand, dass die «Sarmat» schneller und steiler startet, es einem Gegner erschweren, die Rakete während der Startphase abzufangen. Möglicherweise soll die «Sarmat» jedoch nicht die üblichen Gefechtsköpfe transportieren, sondern als Trägersystem für den Hypersonic-Glider Awangard (siehe Punkt 2).
Dieser Flugkörper wurde wie eine Reihe von anderen Waffensystemen im März 2018 vom russischen Präsidenten Wladimir Putin präsentiert. Nach wie vor ist nicht viel über diese Hyperschallwaffe bekannt, die sich bereits in Serienproduktion befinden soll. Es handelt sich offenbar um einen Stratosphären-Gleitflugkörper, der mit einer Trägerrakete in einen niedrigen Erd-Orbit von rund 100 Kilometer Höhe gebracht und dort abgekoppelt wird. Danach gleitet «Awangard» auf einer wellenförmigen Flugbahn auf den oberen Schichten der Atmosphäre in Richtung des Zielgebiets – und dies mit 20-facher Schallgeschwindigkeit.
Im Gegensatz zu Interkontinentalraketen ist «Awangard» dabei in der Lage, auch abrupte Kursänderungen durchzuführen. Dies und die enorme Geschwindigkeit machen es quasi unmöglich, den Gleiter abzufangen. Durch die Reibung erhitzt sich die Aussenhülle auf 2000 bis 2500 °C, was einen Hitzeschild erforderlich macht. Das ionisierte Plasma, das durch die Reibungshitze entsteht, erschwert die Steuerung des Flugkörpers, da elektromagnetische Wellen kaum hindurchgelangen. Rund 500 Kilometern vor dem Ziel tritt «Awangard» wieder in die Erdatmosphäre ein und erhitzt sich beim Sturzflug, während er auf ca. 14 bis 15 Mach abgebremst wird. Der Flugkörper könnte mit konventionellen oder nuklearen Sprengköpfen bestückt werden. Sollte die «Awangard» einsatzbereit sein, wäre der überaus kostspieleige amerikanische Raketen-Abwehrschirm neutralisiert.
Auch diese Hyperschallwaffe wurde von Präsident Putin im März 2018 vorgestellt, und auch über sie ist bisher wenig bekannt. Ch-47M2 «Kinschal» («Dolch») ist eine Hyperschall-Luft-Boden-Rakete, die von einem umgebauten schweren Abfangjäger des Typs MiG-31 – eventuell auch von weiteren Flugzeugtypen wie der Suchoi Su-34 – gestartet wird. Die 4 Tonnen schwere, 7 Meter lange Rakete kann mit einem konventionellen oder einem nuklearen Gefechtskopf bestückt werden.
Die Rakete zündet ihr Feststoff-Raketentriebwerk erst, nachdem sie vom Flugzeug abgekoppelt wurde und sich in sicherer Entfernung von diesem befindet. Sie steigt danach in eine Höhe von rund 20 Kilometer auf und erreicht dabei etwa 10-fache Schallgeschwindigkeit. Auch die «Kinschal» soll in der Lage sein, Ausweichmanöver auszuführen. Wie bei «Awangard» macht dies zusammen mit der hohen Geschwindigkeit einen Abschuss nahezu unmöglich. Die Reichweite der Mittelstrecken-Rakete beträgt je nach Angaben 1000 bis zu 2000 Kilometer; ihr Trägerflugzeug, dessen Reichweite jene der Rakete verlängert, könnte sie daher weit ausserhalb der gegnerischen Luftabwehr starten. Für die amerikanische Marine ist die «Kinschal» ein Problem, da sie sich gegen Flugzeugträger einsetzen liesse.
Wie bei der «Kinschal» handelt es sich bei der «Zirkon» um einen sogenannten Flugzeugträger-Killer. Im Gegensatz zur «Kinschal», die von einem Flugzeug aus gestartet wird, ist die 3K22-«Zirkon» jedoch ein schiffsgestützter Hyperschall-Flugkörper, die von Überwasserschiffen oder U-Booten aus abgefeuert werden kann. Zu dieser Rakete, deren Entwicklung vor ungefähr zehn Jahren begann, sind noch keine öffentlich zugänglichen Leistungsdaten bekannt. Ein erster, anscheinend erfolgreicher Test fand im Oktober 2020 von einer Fregatte aus statt, ein zweiter Anfang Oktober 2021 von einem U-Boot. Die «Zirkon» verfügt über zwei Antriebsstufen: Die erste, ein Feststoffbooster, dient dazu, die Rakete so weit zu beschleunigen, dass ihr mit Flüssigtreibstoff betriebenes Staustrahltriebwerk funktionieren kann (solche Triebwerke erzeugen keinen Startschub).
Zur Reichweite der «Zirkon» kursieren unterschiedliche Angaben; es dürften mindestens 450 Kilometer sein, laut einer Rede von Präsident Putin soll sie jedoch bis zu 1000 Kilometer betragen. Auch diese Hyperschallwaffe – sie soll acht- bis neunfache Schallgeschwindigkeit, also etwa 11'000 km/h erreichen – ist so schnell, dass sie während des Anflugs kaum abgewehrt werden kann. Ihr Gefechtskopf von vermutlich 500 Kilogramm ist gross genug, um einen Flugzeugträger mit einem Treffer zu versenken. Damit stellt die «Zirkon» wie andere Hyperschallwaffen ein System dar, das die seit langem durch die Dominanz der Flugzeugträger bestimmte Seekriegsführung grundlegend auf den Kopf stellen könnte.
Die nuklearbetriebene Unterwasserdrohne 2M39 «Poseidon», früher «Status-6» genannt, befindet sich vermutlich noch in der Entwicklungsphase. Der Drohne, die trotz ihrer Länge von 20 bis 24 Metern und einem Durchmesser von 1,6 bis 2 Metern von U-Booten aus gestartet werden soll, werden Geschwindigkeiten von 100 bis 185 km/h nachgesagt – und eine enorme Reichweite von 10'000 Kilometern. Da «Poseidon» zudem bis zu einer Tiefe von 1000 Metern tauchen können soll, ist die Atom-Drohne quasi nicht aufzuhalten.
«Poseidon» soll gemäss russischen Angaben nach dem Start autonom auf einer programmierten Route zum Zielgebiet navigieren. Bestückt könnte die Drohne mit einer Wasserstoffbombe werden, deren Sprengkraft von 2 bis zu 100 Megatonnen reichen könnte. Würde eine solche Bombe vor einer Küste gezündet, wäre ein gigantischer Tsunami die Folge, der ganze Marinestützpunkte wegfegen könnte. Handelte es sich bei der H-Bombe um eine sogenannte «Salted Bomb», würde das betroffene Gebiet zudem stark radioaktiv verstrahlt.
Ebenfalls noch in der Testphase befindet sich offenbar der atomar angetriebene strategische Marschflugkörper 9M730 «Burewestnik» («Sturmvogel»). Als Marschflugkörper fliegt «Burewestnik», der mit einem Nuklear-Gefechtskopf bestückt ist, in niedriger Höhe, was ihn für Radarsysteme kaum erkennbar macht. Ein Nuklearantrieb würde es dem Flugobjekt erlauben, jeden beliebigen Punkt auf der Erdoberfläche zu erreichen – die Rede ist von einer Reichweite von 25'000 Kilometern. Allerdings bezweifeln amerikanische Experten, dass ein Mini-Nuklearantrieb tatsächlich ohne gravierende Nachteile machbar wäre.
Eine Reihe von Tests, die mit «Burewestnik» zwischen 2016 und 2019 durchgeführt wurden, sollen gemäss westlichen Beobachtungen wenig erfolgreich verlaufen sein; der Flugkörper habe jeweils nur wenige Kilometer zurückgelegt und sei dann abgestürzt. Es gibt Anzeichen dafür, dass ein Exemplar der Waffe bei einem missglückten Test im Oktober 2018 auf See verloren ging. Die russische Marine versuchte laut einem Bericht des US-Senders CNBC, den Flugkörper aus der Barentssee zu bergen. Ein Atomunfall in Njonoksa am Weissen Meer im August 2019, bei dem Radioaktivität freigesetzt wurde, wird in Verbindung mit dieser Bergung gebracht; ebenso steht die Freisetzung von Ruthenium südlich des Urals im Jahr 2017 in Verdacht, mit dem «Burewestnik»-Projekt in Zusammenhang zu stehen.
Russland entwickelt auch ein Laserwaffensystem – es wurde ebenfalls in der Rede Putins vom März 2018 angekündigt. Der russische Präsident sprach von «bedeutenden Fortschritten», die erzielt worden seien. Das System «Pereswet», benannt nach einer russischen Heldengestalt, soll in der Lage sein, Drohnen, Flugzeuge und Raketen zu zerstören. Sein Zweck besteht laut russischen Angaben im Schutz strategischer Raketen.
Die technischen Daten des Systems sind bisher im Westen nicht bekannt: Weder gibt es Erkenntnisse zu seiner Leistung, noch zur verwendeten Technik der Lichtbündelung oder zur Zielerkennung. Die Vorteile einer Laserwaffe liegen darin, dass der gebündelte Lichtstrahl so schnell ist, dass es nicht möglich ist, ihm auszuweichen oder ihn rechtzeitig abzuwehren. Laser gelten derzeit auch als einziges Waffensystem, das Hyperschallwaffen bekämpfen könnte. Allerdings benötigen Lasersysteme enorme Energiemengen, und ihr Strahl muss auf gerader, ununterbrochener Linie zum Ziel gelangen, was die Reichweite der Waffe besonders bei niedrig fliegenden Objekten einschränkt.
Die hochmoderne chinesische Drohne Hongdu GJ-11 «Sharp Sword» ist nicht einfach eine Drohne – sie verwendet Tarnkappen-Technologie und kann, wie ein unbemanntes Kampfflugzeug, mit Lenkraketen bestückt werden. Angetrieben wird «Sharp Sword», dessen Länge 11,7 Meter und Flügelspannweite 14 Meter beträgt, von einem einzigen Mantelstromtriebwerk. Die Drohne wird vermutlich hauptsächlich für Aufklärungszwecke eingesetzt, kann aber auch für Kampfeinsätze verwendet werden.
«Sharp Sword», das den chinesischen Streitkräften bereits zur Verfügung steht, bereitet den Experten im Pentagon einiges Kopfzerbrechen, da die Drohne – zumindest von ihrem Design her zu schliessen – hervorragende Flug- und Stealth-Eigenschaften aufweisen dürfte und daher dem US-Luftverteidigungssystem Probleme verursachen könnte. Denkbar ist, dass die Drohne unentdeckt weit ins Hinterland eindringen und dort Ziele angreifen könnte.
Die chinesische Hyperschallwaffe «DF-ZF» («Dongfeng-Zhengfu», «Ostwind-Eroberung»), ursprünglich «WU-14» genannt, ist quasi die chinesische Variante des russischen «Awangard»-Gleiters. Bereits die «WU-14» erreichte Fluggeschwindigkeiten von rund Mach 10 (etwa 12'000 km/h) und Reichweiten von bis zu 2900 Kilometern. Der Gleiter wird als Nutzlast mit einer Rakete – der Dongfeng-17 – in einen erdnahen Orbit gebracht und gleitet über die oberen Schichten der Atmosphäre, bis er über dem Ziel in die Atmosphäre eintritt. Im Unterschied zu ballistischen Interkontinentalraketen bleibt der Gleiter in einer relativ niedrigen Umlaufbahn und ist manövrierfähig.
Ob es sich bei der von der «Financial Times» erwähnten chinesischen Hyperschallwaffe, die im August getestet wurde, um die «DF-ZF» handelt oder um ein neues, fortgeschritteneres Modell, ist unklar. Laut dem Bericht soll der chinesische Gleiter im August eine Geschwindigkeit von 36'000 km/h erreicht und die Erde auf einem niedrigen Orbit in 50 Kilometern Höhe umkreist haben. Anzunehmen ist, dass die Waffe konventionell oder nuklear bestückt werden kann. Für die amerikanische Marine stellen Gleiter wie die «DF-ZF» eine Gefahr dar, da es sich um eines der wenigen Waffensysteme handelt, die von einer landgestützten Abschussvorrichtung aus Flugzeugverbände angreifen und zerstören können.
Bei den Hyperschallwaffen hinken die USA, die historisch bei der Entwicklung dieser Waffen führend waren, Russland und China hinterher, die bereits solche Systeme im Arsenal haben. Die von Lockheed Martin entwickelte AGM-183 Air-Launched Rapid Response Weapon (ARRW) handelt es sich um ein luftgestütztes Gleitfluggerät mit Hyperschallantrieb, das Geschwindigkeiten bis zu Mach 20 (mehr als 24'000 km/h) erreichen soll. Der Hyperschall-Gleitkörper wird dabei von einem Festbrennstoff-Booster auf über Mach 5 (mehr als 6000 km/h) beschleunigt und dann von diesem abgekoppelt, um danach ohne Antrieb Richtung Ziel zu gleiten. Das System wird von einem Bomber wie der B-52 oder der B-1B gestartet; der Launch soll aber auch von einer F-15 aus möglich sein.
Die 3 bis 3,5 Tonnen schwere Waffe, die mit einem Splitter-Gefechtskopf gegen weiche Ziele bestückt wird, soll eine Reichweite von 1600 Kilometer haben. Zwei kürzliche Tests des Waffensystems verliefen allerdings nicht zufriedenstellend, sodass der Zeitplan, der die Einsatzfähigkeit für das Jahr 2022 vorsieht, trotz gegenteiliger Ankündigungen aus Armeekreisen höchstwahrscheinlich nicht eingehalten werden kann.
Das Hypersonic Air-breathing Weapon Concept («HAWC») ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-Luftwaffe und der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA). Es wird, ähnlich wie die «AGM-183 ARRW», von einem Flugzeug aus lanciert. Die beiden Projekte laufen parallel. Im Gegensatz zum antriebslosen «ARRW»-Gleiter verfügt die «HAWC»-Lenkwaffe über ein – von Northrop Grumman gebautes – Triebwerk. Es handelt sich um ein sogenanntes Scramjet-Triebwerk (Supersonic Combustion Ramjet), ein Überschall-Staustrahltriebwerk. Bei diesen Triebwerken wird die Luft nicht aktiv zur Verbrennungskammer hingeführt, sondern strömt mit Überschallgeschwindigkeit ein und wird durch die Form des Triebwerks komprimiert. Flugobjekte mit Staustrahltriebwerken benötigen einen externen Antrieb, etwa durch eine Booster-Rakete, bevor ihr Triebwerk funktionieren kann. Bei Scramjets ist dies erst ab etwa Mach 5 (mehr als 6000 km/h) der Fall; je höher die Geschwindigkeit, desto besser die Luftverdichtung.
Die «HAWC»-Lenkwaffe, die von Raytheon Technologies gebaut wurde, eignet sich daher nicht für einen Flug im erdnahen Orbit; die Leistung des Triebwerks ist in sauerstoffreichen Schichten der Atmosphäre am besten. Die Lenkwaffe könnte Ziele aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit auch ohne Gefechtskopf – allein durch ihre hohe kinetische Energie – zerstören. Wie «ARRW» befindet sich «HAWC» ebenfalls noch in der Testphase – ein im September 2021 durchgeführter Test verlief offenbar zufriedenstellend. Es handelte sich um den ersten erfolgreichen Test eines Scramjet-Hyperschallfluggeräts durch die USA seit 2013 – damals stellte das Vorläuferprojekt Boeing X-51 Waverider den Rekord für den längsten luftatmenden Hyperschallflug auf.
Auch die USA entwickeln ein Laserwaffen-System: Das High Energy Liquid Laser Area Defense System («HELLADS») der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) soll Artillerie-Geschosse und Raketen abfangen. Das System ist derzeit noch bodengestützt, soll aber in Zukunft auch in Fluggeräten verbaut werden können, ohne deren Flugleistung zu vermindern. Zu diesem Zweck soll ein 150 kWh starker Laser auf lediglich ein Zehntel der aktuell für diese Leistung notwendigen Grösse verkleinert werden. Noch ist es nicht so weit – das Bonmot, wonach der effizienteste Einsatz eines Lasers darin bestehe, ihn auf den Feind abzuwerfen, ist noch nicht völlig obsolet.
«HELLADS» ist ein Flüssigkeitslaser. Das Kühlmittel zirkuliert jedoch in Kanälen im festen Material des Geräts, sodass der Laser Abwärme einfacher abführen kann und mit höherer Leistung arbeiten kann als ein Festkörperlaser. Um 2015 galt «HELLADS» als leistungsstärkster elektrisch betriebener Laser der Welt, doch seither dürfte das russische «Pereswet»-System ihm den Rang abgelaufen haben.
Eine völlig andere Richtung schlagen die US-Streitkräfte mit vierbeinigen Robotern ein. Die geläufige Bezeichnung für die Geräte, die der Hersteller Ghost Robotics unter dem Akronym «Q-UGV» (für «Quadrupedal Unmanned Ground Vehicles») anpreist, lautet «Roboterhunde». Allerdings will Ghost Robotics die Roboter nicht mit diesem Namen bezeichnen, und die «Vision 60 Q-UGV» erinnern denn auch mit ihrem Design wenig an wirkliche Hunde. Die vierbeinigen Roboter wurden Anfang 2020 von der US-Luftwaffe getestet und sind derzeit probeweise zur Sicherung der Tyndall Air Force Base in Florida im Einsatz. Das System kann mit Sensoren ausgestattet werden, beispielsweise für die Bombenräumung. Aber auch Waffen lassen sich auf dem Roboter installieren. Die bewaffnete Version («Special Purpose Unmanned Rifle», SPUR) soll mit dem Gewehr des Kalibers 6,5 Millimeter Ziele treffen können, die sich in bis zu 1200 Metern Entfernung befinden.
«SPUR» hat allerdings keine autonomen Fähigkeiten, sondern ist vollständig ferngesteuert. Dies dürfte sich in Zukunft wohl ändern; der Einsatz von KI-Technologie – beispielsweise bei Drohnen – hat bereits begonnen und wird wohl auch die vierbeinigen Roboter erfassen. Die unbewaffneten Roboterhunde von Ghost Robotics sind zwar ebenfalls weitgehend ferngesteuert, aber einzelne Aktionen können sie offenbar auch autonom ausführen. Die modular aufgebauten Roboter, deren Bestandteile sich schnell und einfach austauschen lassen, sind mit ihren vier Beinen auch in unwegsamem Gelände einsatzfähig. Derzeit werden sie vornehmlich zur Aufklärung, Überwachung oder für Ferninspektionen eingesetzt. Zu diesen Aufgaben werden in Zukunft vermutlich weitere kommen; es ist anzunehmen, dass der erste Kampfeinsatz eines solchen Roboters nicht mehr lange auf sich warten lässt.
Österreichs Kanzler Alexander Schallenberg stellt sein Amt nur sieben Wochen nach seiner Vereidigung zur Verfügung. Das kündigte der Politiker der konservativen ÖVP an, nachdem sein Kanzler-Vorgänger Sebastian Kurz am Donnerstag auch seinen Rückzug als ÖVP-Parteichef bekanntgegeben hatte.