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Temmâm, berühmter arab. Dichter, geb. 807 (nach
andern 788 oder 805) zu Dschâsem in
Syrien, später in
Ägypten
[* 6] und
Mosul lebend, machte sich besonders
durch die von ihm veranstaltete Sammlung aus ältern Dichtern:
»Hamâsa« (s. d.), wie auch durch eigene
Dichtungen verdient.
Er starb 842 oder 845 wahrscheinlich in
Mosul.
die im
Haushalt und namentlich in der
Industrie abfließenden,
mit verschiedenen
Stoffen verunreinigten
Wässer.
Man rechnet in der
Hauswirtschaft bei Vorhandensein einer
Wasserleitung
[* 17] pro
Kopf und
Tag einen Verbrauch von etwa 50
Lit.
Wasser und kann annehmen, daß dasselbe, wenn es aus einer kleinern, nicht industriereichen Stadt, ohne mit
Exkrementen verunreinigt
zu sein, in einen größern
Fluß gelangt, eine Bedenken erregende Verunreinigung des letztern nicht hervorbringt.
Dagegen werden manche kleinere Wasserläufe namentlich durch Industrieabwässer in solcher
Weise verunreinigt, daß die öffentliche
Wohlfahrt ernstlich gefährdet erscheint.
GrößereStädte mit
Kanalisation können gar nicht daran denken,
das Kanalwasser, welches sämtliche
Exkremente und die Hauswässer, sowie die der
Fabriken aufgenommen hat, selbst in größere
Flüsse
[* 18] abzuleiten. In
England, wo diese Verunreinigung der öffentlichen Wasserläufe einen erschreckend hohen
Grad erreicht
hatte, ist ein
Gesetz erlassen worden, nach welchem jeder Fabrikant bestraft werden kann, welcher
Wasser
von bestimmter
Qualität in einen
Fluß leitet.
Vor allem aber erscheinen solche
Wässer als
Herde für die
Entwickelung von Krankheitserregern, und man hat sich daher vielfach
um ihre
Reinigung bemüht. Leider sind die Erfolge bis jetzt gering. Man erreicht durch Zusatz von
Chemikalien (besonders schwefelsaurer
Thonerde und
Kalk) eine vollständige Klärung, auch eine Abscheidung mancher gelöster
Stoffe, und wenn
die geklärten
Flüssigkeit sofort in einen großen
Fluß geleitet werden kann, so sind die hauptsächlichsten
Gefahren beseitigt.
Dabei geht aber das in den
Abwässern enthaltene
Ammoniak vollständig verloren, und die erhaltenen
Niederschläge, welche etwa 62 Proz.
organische
Substanzen enthalten, sind stark fäulnisfähig, schwer zu behandeln und haben unbedeutenden
Wert für
Landwirtschaft und
Industrie. Auch das geklärte
Wasser bleibt noch fäulnisfähig, weil es noch mehr als die Hälfte
des in Form organischer
Substanzen vorhanden gewesenen
Stickstoffs enthält.
Zur Ausführung des Verfahrens muß man den zum Filtrieren
[* 25] bestimmten Boden in 2 m Tiefe gut drainieren,
die Oberfläche ebnen und in vier Teile teilen, von denen einer nach dem andern die Abwässer sechs Stunden aufnimmt. Da bei diesem
Verfahren aber der ganze Dungwert verloren geht, der Boden vielleicht auch, weil er keine Vegetation zu tragen im stande ist,
üble Gerüche entwickelt, so ist dasselbe höchstens für einzelne Fabriken zu empfehlen; im übrigen
aber leistet die landwirtschaftliche Verwertung des Kanalwassers, die Berieselung von Kulturflächen, entschieden viel mehr.
Die größten Schwierigkeiten und Mißstände bereiten die der Zuckerfabriken. Eine Fabrik, welche täglich 4000 Ztr. Rüben
verarbeitet, liefert in ihren Abwässern so viel organische Substanz, wie in den Abwässern einer Stadt
von 50,000 Einw. enthalten ist. Diese Abwässer garen ungemein leicht, verbreiten die
widerlichsten Gerüche und verschlämmen kleinere Bäche vollständig. Von den zahlreichen zur Reinigung dieser Abwässer angewandten
Methoden verdient die von Bodenbender besondere Beachtung. Er sucht die Bildung von Buttersäure und Milchsäure
im Betrieb der Fabrik möglichst zu vermeiden, scheidet durch Absetzenlassen und Filtrieren alle festen organischen Stoffe ab,
setzt so viel Kalk zu, daß die Flüssigkeit noch sehr wenig Ätzkalk gelöst enthält, und pumpt sie nun auf ein Gradierwerk,
auf welchem der in den Abwässern enthaltene Zucker
[* 26] schnell oxydiert wird, während buttersaurer und milchsaurer
Kalk der Oxydation viel energischer widerstehen.
Unter diesen Verhältnissen entwickeln sich die fermentartig wirkenden Organismen sehr lebhaft, und die Zersetzung der gärungs-
und fäulnisfähigen Substanzen erfolgt in sehr kurzer Zeit. Dabei sich entwickelnde lästige Dämpfe und
Gase
[* 27] entweichen durch Drainröhren ins Feld. Das hinreichend zersetzte Wasser wird unter Zutritt von Luft durch Koksstaub, Kohle,
Sand oder gewachsenen Boden filtriert und liefert ein sehr reines Drainwasser, während der auf den Filtern und in den Bassins
abgelagerte Schlamm, frisch oder kompostiert, einen wertvollen Dünger darstellt.
Vgl. Fischer, Die Verwertung
der städtischen und Industrieabfallstoffe (Braunschw. 1875);
Derselbe, Die menschlichen Abfallstoffe (das. 1881);
Possart,
Die Verwertung des Abfallwasser aus den Tuchfabriken, Spinnereien etc. (Berl.
1879).