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Herstellungsort unbekannt, 17. Jh.
Inv. 1882.6.1.-3.
Der Schlüssel als Instrument zum Öffnen und Schliessen von Schlössern ist Gegenstand und Symbol zugleich. Wer die Schlüssel besitzt, ist Machtträger, sitzt in Schlüsselposition. Schloss und Schlüssel sind symbolisch als Instrumente der Herrschaft zu verstehen, weil der Besitzer eines Schlüssels immer in der Lage war, zu verschliessen oder zu be-freien. Die Überreichnung der Stadtschlüssel drückt eine tatsächliche oder nur rituell verstandene Unterwerfung aus.
Oft werden funktionslos gewordene Schlüssel aufbewahrt, sei es wegen ihrer Schönheit, sei es wegen ihres Erinnerungswertes. In der umfangreichen Schlüsselsammlung des Historischen Museums Basel gibt es einige Schlüssel, die von verschwundenen Gebäuden wie Zeug-haus, Stadttoren, Klöstern und Zunfthäusern stammen. Das Messing-schildchen mit dem gravierten Wappen der Gartnerzunft und der Jahrzahl 1690 weist die drei Schlüssel der Gartnerzunft zu. Wir wissen im Einzelnen nicht, zu welchen Gebäude- oder Schranktüren die Schlüssel gehörten. Der kleine Schlüssel mit dem durchbrochenen, zweiteiligen Bart öffnete und verschloss wahrscheinlich ein Kästchen; er stammt vermutlich aus dem 16. Jahrhundert. Die beiden grösseren Schlüssel sind etwas jünger und gehören in die Zeit des datierten Schlüsselschildchens; vielleicht dienten sie als Schrank- oder Zimmer-türenschlüssel. Mit Sicherheit handelt es sich nicht um die Schlüssel des 1710 entstandenen Zunftbufetts.
Die Zunft zu Gartnern hatte ihr Haus an der Gerbergasse 38. Im Jahre 1874 wurde die Zunft zusammen mit weiteren Hausbesitzern an der Gerbergasse enteignet, das Zunfthaus abgebrochen und die Gerbergasse verbreitert. Herr Fischer-Miville schenkte das Schlüsselensemble samt Kettchen und Schildchen im Jahre 1882 der Mittelalterlichen Sammlung.