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Japans gewachsene Insel
Am Anfang war eine Insel rund 1000 Kilometer südlich von Tokio. Das kleine, unbewohnte Eiland mit dem Namen Nishinoshima war selbst in Japan kaum jemandem ein Begriff. Dann kam es im November 2013 rund 500 Meter von Nishinoshima entfernt zu einem grossen Unterwasser-Vulkanausbruch, der zunächst eine separate Insel erschuf, die man «Nijima», «die neue Insel», nannte (Asienspiegel berichtete).
Zwei lange Jahre hielten die Eruptionen an. Zunächst entstanden zwei Landbrücken nach Nishinoshima. Nur wenige Monate später war die natürliche Vereinigung mit der Insel perfekt. Heute spricht man von einer natürlichen Landerweiterung.
Grösser als Monaco
Nishinoshima ist heute rund 9 Mal grösser als noch vor drei Jahren. Gemäss Angaben der japanischen Küstenwache hat Nishinoshima auf der Ost-West-Achse aktuell eine Länge 1900 Metern. Von Norden nach Süden sind es ebenfalls ungefähr 1900 Meter. Die Fläche beträgt 2,68 Quadratkilometer.
Der Tokyo Dome, das bekannteste Baseballstadion der Stadt, hätte 57 Mal Platz auf der neu geschaffenen Insel. Die Insel ist sogar ein Stück grösser als die Fläche des Fürstentums Monaco, das 2,02 Quadratkilometer misst.
Bald schon unter Naturschutz
Seit einigen Monaten ist es nun ruhiger geworden. Der letzte Vulkanausbruch datiert vom November 2015. Die höchste Alarmstufe könnte daher schon bald herabgesetzt, die Sperrzone auf die Kratergegend beschränkt werden. Damit wäre die Insel schon bald für Forscher zugänglich, die sich besonders stark für diese neu erschaffene Insel interessieren.
So haben die Vulkanausbrüche die gesamte Fauna und Flora der Insel zerstört. Das alte Nishinoshima war vor 2013 eine teilweise grüne Insel, die von Vögeln als Brutstätte benutzte wurde. Nun wird erwartet, dass sich das ökologische System in den kommenden Jahrzehnten neu entwickeln wird. Die genaue Beaobachtung dieses Vorgang könnte Hinweise darauf geben, wie die Inseln in dieser Gegend entstanden sind.
Aus diesem Grund möchte die Regierung Nishinoshima unter Naturschutz stellen, so dass man nur mit einer Spezialbewilligung das Eiland betreten darf, wie die Yomiuri Shimbun berichtet. Damit soll verhindert werden, dass der Mensch das Ökosystem ungewollt beeinflusst. Ein ähnliches Naturschutzgebiet, wo Zutrittsverbot herrscht, ist die Insel Minami-Iwojima, die wie Nishinoshima zu den Ogasawara-Inseln gehört.
Die Ogasawara-Inseln
Die Ogasawara-Inseln, die man auch als Bonin-Inseln kennt, sind verwaltungstechnisch Teil der Präfektur Tokio. Die rund 1000 Kilometer südlich von der Hauptstadt gelegene, weit verstreute Inselgruppe ist seit 1876 Teil des japanischen Staatsgebiets und bis heute mehrheitlich unbewohnt.
Ausnahmen bilden Chichi-jima («Vater-Insel») und Haha-jima («Mutter-Insel), wo rund 2500 Menschen leben. Beide Orte sind rund 130 Kilometer östlich von Nishinoshima gelegen und per Schiff von Tokio aus erreichbar. Die Fahrt nach Chichi-jima dauert 25 Stunden. Die wohl bekannteste Insel der Region ist Iwo-jima (Asienspiegel berichtete), welche im Zweiten Weltkrieg zum Schauplatz einer der blutigsten Schlachten zwischen japanischen und amerikanischen Truppen wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben die Ogasawara-Inseln bis 1968 unter amerikanischer Kontrolle. Iwo Jima dient heute als kleiner Militärstützpunkt für die japanische Marine. Ohne Sondergenehmigung darf man nicht auf die Insel.
Die Nachfahren der westlichen Siedler
Die ersten ständigen Bewohner auf den Ogasawara-Inseln stammten übrigens aus dem Westen und Hawaii. 1830 siedelten sie in Chichi-Jima unter dem Abenteurer Nathaniel Savory an. Einige seiner Nachfahren leben bis heute auf Chichi-Jima. Eine Reportage der New York Times hat ihre abwechslungsreiche Geschichte nacherzählt.
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