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Zwei Soupieren. Bourrelier. Zinn. Frühes 18. Jahrhundert.
Drei Teller. Antoine Charton. Zinn. Ende 17. Jahrhundert.
Leihgabe des Hospice général. Genf.
Schon ab der Mitte des 16. Jahrhunderts stellte der Andrang protestantischer Exilanten die Genfer Regierung vor erhebliche Probleme. Wie konnte man diesen Menschen, die in der Regel vollkommen mittellos hier ankamen, zur Seite stehen? Die Antwort kam mit der Schaffung einer eigenen Fürsorgeeinrichtung, der «Bourse française» (französische Börse). Die Ende der 1540er Jahre gegründete Institution soll der Spende eines wohlhabenden Flüchtlings zu verdanken sein und erhielt danach weitere Finanzhilfen von der Stadt und aus dem Ausland. Sie bestand mehr als drei Jahrhunderte lang. Die «Bourse française» war es auch, die den Flüchtlingen zu Hilfe kam, die nach der Aufhebung des Toleranzedikts von Nantes (1685) nach Genf drängten. Diese zweite Flüchtlingswelle wird «Second Refuge» (zweites Refugium) genannt, in Abgrenzung zu dem ersten «Refuge» im 16. Jahrhundert. Für Flüchtlinge, die sich in Genf nur auf der Durchreise aufhielten, bestand die Hilfe der Bourse française aus einem sogenannten Viatikum, einem Geldbetrag für die Reise. Wer sich wegen Krankheit oder hohen Alters länger aufhalten musste, erhielt eine Unterstützung als Naturalleistung in der Höhe dessen, was wir heute als Existenzminimum bezeichnen. Die Börse bezahlte auch Medikamente oder Spitalaufenthalte, vermittelte Waisen in Familien und kam manchmal für die Kosten einer Lehre auf. Ab den 1550er Jahren entstanden analoge Hilfseinrichtungen für italienische und deutsche Flüchtlinge. Für einheimische Genfer, die in Armut fielen, war das Hôpital Général (Generalhospiz) zuständig, von dem die hier gezeigten Objekte stammen. Die Suppenschüsseln und Teller aus Zinn stammen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und wurden im Generalhospiz verwendet. Sie dienten der Speisung der Bedürftigen und der Flüchtlinge, die nach der Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 im Generalhospiz gepflegt wurden.