Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03242.jsonl.gz/2435

1951 wurde das Landwirtschaftsgesetz verabschiedet, das geprägt war durch die während des Zweiten Weltkrieges gemachten Erfahrungen. Ziel dieses Werkes war es, einen gesunden Bauernstand und eine produktive Landwirtschaft zu sichern, damit die Versorgung der Bevölkerung auch in Krisenzeiten gewährleistet werden kann.
Die staatlich kontrollierte Landwirtschaft mit fixen Preisen und Übernahmegarantien führte jedoch bald zu Überproduktion und hohen Kosten für die Überschussverwertung. In den neunziger Jahren kam die Kehrtwende. Kernstück der Reform war, die Preis- und Einkommenspolitik zu trennen und die Subventionen durch an Verpflichtungen gebundene Direktzahlungen zu ersetzen. Die Übernahmegarantien und festen Preise verschwanden allmählich. Im Jahr 1996 nahmen Volk und Stände einen Landwirtschaftsartikel in die Verfassung auf. Danach hat der Bund dafür zu sorgen, dass die Landwirtschaft durch eine nachhaltige und auf den Markt ausgerichtete Produktion einen wesentlichen Beitrag leistet zur sicheren Versorgung der Bevölkerung, Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, Pflege der Kulturlandschaft und dezentrale Besiedelung des Landes. Seit 1998 bestimmen die Nachfrage und das Angebot die Preise. Finanzielle Unterstützungen vom Bund erhalten die Bauern nur, wenn sie die strengen Auflagen bezüglich Ökologie und Tierhaltung einhalten. Sie sind in diesem Sinnen nicht mehr nur Nahrungsmittelproduzenten, sondern tragen eine grosse Verantwortung in der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und der Pflege der Kulturlandschaft. Die moderne Landwirtschaft steht also ganz im Zeichen der Multifunktionalität.