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Angesichts des dringenden Handlungsbedarfs lancierten Pro Helvetia und das Bundesamt für Kultur 2002 gemeinsam mit den Städten, Kantonen, Verbänden und Tanzschaffenden das Projekt Tanz. Ziel des Projekts war es, die Rahmenbedingungen für Tanzschaffende zu verbessern und so die Qualität des Tanzes in der Schweiz zu wahren und nachhaltig zu stärken. Damit sollte gleichzeitig verhindert werden, dass die besten Schweizer Tanzschaffenden weiterhin ins Ausland abwandern.
Um dieses Ziel zu erreichen, wurden (meist in Arbeitsgruppen) Förderkonzepte in den folgenden Bereichen erstellt:
- Ausbildung
- Umschulung/ Weiterbildung
- Infrastruktur
- Vermittlung
- Wahrung/ Information
In einem ersten Schritt wurde im Jahre 2003 gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Kantone, Städte, der Tanzverbände sowie verschiedenen Tanzsachverständigen das Grundlagenpapier Tanzförderung Schweiz erarbeitet.
Im Verlauf des Sommers 2005 wurden die einzelnen Förderkonzepte der Steuergruppe „Tanz“ vorgelegt und danach mit einer fachkundigen Öffentlichkeit besprochen. Nach einer weiteren Überarbeitungsphase wurden die einzelnen Konzepte in einem Schlussbericht zusammengeführt und im September 2006 den Medien vorgestellt.
Der Bericht schlägt ein zeitgemässes Fördermodell vor, das von den speziellen Bedürfnissen des Tanzschaffens ausgeht und dabei die gesamte Karriere im Blickfeld hat. Das Modell sieht zahlreiche Massnahmen vor, welche zum Teil bereits umgesetzt werden konnten. So führten z.B. Pro Helvetia, Kantone und Städte dreijährige „kooperative Fördervereinbarungen“ zur Förderung freier Compagnies ein – ein Novum in der Schweizer Kulturförderung. In der Ausbildung wurde u.a. der Aufbau einer national anerkannten Grundausbildung eingeleitet und im Bereich der Infrastrukturen ein Konzept für ein dezentrales Kompetenzzentrum entwickelt. Dieses soll die Aktivitäten der einzelnen professionellen Einrichtungen bündeln, Vermittlungs- und Austauschprojekte auf nationaler Ebene initiieren und sich für die Interessen des Schweizer Tanzes einsetzen. Die Aufbauphase bis Ende 2008 wird gemeinsam von BAK, PH, Kantonen und Städten finanziert.
Weitere konkrete Früchte des Projekts Tanz sind die erstmalige Durchführung eines Zertifikatskurses TanzKultur sowie des Pilotprojekts Tanzwissenschaften an der Universität Bern, welche beide von einer Anschubfinanzierung durch das BAK profitierten (Fr. 200'000). Zudem wurde die erstmalige Durchführung des Nachdiplomstudiengangs Tanzpädagogik an der Hochschule für Musik und Theater in Zürich (Fr. 50'000) sowie die Katalogisierung der Sammlung Alain Bernard (Schweizer Tanzarchiv Suisse, Lausanne, Fr. 10'000) unterstützt.
Indem das Fördermodell von der Tanzszene als auch von VertreterInnen aller politischen Ebenen entwickelt wurde, konnten die Kenntnis der Materie mit dem Wissen um Realisierbarkeit zusammengebracht und Massnahmen erarbeitet werden, die Synergien schaffen, Doppelspurigkeiten vermeiden und politisch realisierbar sind. Die erfreuliche Zusammenarbeit über die föderalistischen Grenzen hinaus ist in diesem Ausmass erstmalig.