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Chaque Mercredi Caracas
Eine ausgeprägt querformatige und sehr biegsame Selbstpublikation aus Zeitungspapier, die gut 200 schwarz-weisse Bildausschnitte aus historischen Tourismusreportagen versammelt, hat eine starke Identität und bietet eine schlaue Reflexion auf die Covid-19 Pandemie. Die Ausschnitte stammen aus der New York Times und Le Monde seit den 1960er-Jahren und stehen immer einzeln auf einer rech- ten Buchseite, wobei sie durch Vergrösserung grob gerastert sind. Während ein eher rätselhafter Kurztext auf dem Cover und einige konzeptionelle Überlegungen am Ende auf tourismus- und kolonialgeschichtliche Zusammenhänge verweisen, adressiert ein eingelegtes dünnes Heft mit Briefen aus dem Freundeskreis der Beteiligten das Leben unter Pandemie-Bedingungen. Erweist sich die Publikation so als Kommentar zu den starken Reisebeschränkungen von 2020, resultiert aus dem frei kombinierten und bisweilen ungewohnt zugeschnittenen Quellenmaterial aber kein eindeutiges Narrativ. Eher manifestiert sich eine Erwartungshaltung von Lesenden, die sich gerade deshalb in Bilder und Imaginationen von Sehnsuchtsinseln vertiefen, weil sie selbst nicht reisen können.