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Es waren damals seltsame Tage. Man erzählt sich die Tauben wären mit den Adlern gemeinsam am Himmel geflogen und hätten Mäuse auf den Feldern gejagt. Die Hunde wären ins Meer gesprungen um mit den Fischen um die Wette zu schwimmen und die Schnecken gruben sich tief in die Erde um fortan das Tageslicht zu meiden. In dieser Zeit geriet alles durcheinander. Es stürmte im Sommer, der Herbst war unerträglich heiss, die Bachblumen erblühten im Winter und verdorrten im Frühling.
Verzweiflung war der Wegbegleiter dieser Zeit und viele suchten ihr Glück an anderen Orten bis eines Morgens auf dem Marktplatz von Bidingen ein Mann in schlichten Leinenkleidern seine Stimme hob. Er sprach zu den Menschen. Sprach davon sich nicht in das Schicksal zu ergeben, an der Hoffnung festzuhalten und Mut in Ihren Herzen zu suchen. Die Menge der Bidinger atmete die Worte geradewegs tief in ihre Lungen. Ein Mädchen aus der Menge begann zu tanzen als sich der Gedanke erhob das Schicksal selbst abzulehnen und neu zu formen. Der Hufschmied des Dorfes hob das Kind in die Höhe als es auf den Mann in den Leinenkleidern deutete und rief: “Seid unser Ritter im armen Gewand. Ihr braucht ein Schwert! Ein Ritter braucht ein Schwert!”.
Die Menschen von Bidigen konnten diesem Gedanken nicht mehr entfliehen und jeder von Ihnen brachte etwas um dem Ritter ein Schwert schmieden zu können. So kamen Gabeln, Löffel, Gürtelschnallen, Gewandnadeln und allerlei anderes Kleinod zusammen und der Schmied Tat sein Werk. Die Menschen umringten ihn, während er das erste und letzte Schwert seines Lebens schuf. Gesegnet mit den Wünschen der Bidinger Bürger überreichten sie dem Mann, den wir heute als Friedbert von Bidingen kennen, dieses Schwert und jubelten ihm zu. Derart gerüstet zog er in das Landesinnere um den Quell des Übels an der Wurzel zu packen und es zu zerschlagen. Vier Monde sollte es dauern, bis er zurückkehren sollte. Gewandelt erlebte man ihn. Etwas hatte ihm die Stimme genommen, seine Haut war gealtert und die Augen trüb geworden. Das Schwert erhoben nickte er den Menschen still zu und gab es in die Obhut des Schmieds. Dann kehrte er Bidingen den Rücken und suchte die Einsamkeit. Die Bidinger blieben ratlos zurück und sollten nie erfahren was geschehen war, doch der Fluch über dem Land war gebannt. Noch heute können wir in der Mitte des Brunnens auf dem alten Marktplatz das Schwert sehen, welches die Bürger dort in Gedenken an Friedbert von Bidingen auf stellten. Desjenigen, der seine Stimme und Jugend gab, um alle anderen zu retten.
Noch heute singen in Bidingen die Mädchen am ersten Tag der Sonne im Juli in Gedenken an den Heiligen den Reim vom Ritt.
Und Friedbert machte den weiten Ritt,
Die Sternlein sprachen sie reisen mit.
Zum Wald, zum grausamen Wald.
Uns Friedbert kehrte nun nimmer zum Haus,
denn etwas brannte ihm die Äuglein aus.
Im Wald, im grausamen Wald.