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Das Reich der Träume von Lucius Werthmüller
von Basler Psi Verein
21. Januar 2015
Alle Menschen und alle Völker kennen den Traum. In der Literatur sind uns Träume schon aus den frühesten Zeiten überliefert. Bei vielen Kulturen wird das Traumland als eine eigenständige und unabhängige Realität betrachtet.
„Tschuang Tse träumte, er sei ein Schmetterling und wüsste als solcher nichts von sich als Mensch. Nach dem Erwachen fragte er sich: ,War ich ein Mensch, der träumte er sei ein Schmetterling, oder bin ich jetzt ein Schmetterling, der träumt, er sei ein Mensch?’ “
Was sind Träume?
Das gesicherte Wissen über Entstehung, Funktion und Bedeutung des Traums ist trotz zahlreicher neuer Forschungen immer noch sehr lückenhaft. Es scheint jedoch festzustehen, dass wir jede Nacht mehrere Träume haben, unabhängig davon, ob wir uns nach dem Aufwachen daran erinnern. Die Traumdauer liegt dabei etwa zwischen 10-40 Minuten. Es gilt als erwiesen, dass ausser dem Menschen auch die höheren Tiere träumen. Im nächtlichen Normalschlaf wechseln sich Tiefschlaf und Traumphase ständig ab. In der Traumphase wird eine erhöhte Gehirntätigkeit registriert; der Blutdruck und die Atem- und Pulsfrequenzen steigen. Der Traum lässt sich von aussen an den schnellen Augenbewegungen während der Traumphase, der sogenannten REM-Phase (Rapid Eye Movements) erkennen. Träumen ist lebensnotwendig und hat einen wesentlichen Einfluss auf unser Nervensystem. Man hat entdeckt, dass Versuchspersonen, die systematisch am Träumen gehindert werden, indem man sie jeweils zu Beginn einer REM-Phase weckt, nach kurzer Zeit mit starken körperlichen und psychischen Erschöpfungserscheinungen reagieren.
Der Traum in der Antike
Aus frühester Überlieferung wissen wir, dass dem Traum von allen Kulturen und Religionen eine besondere Bedeutung eingeräumt wurde. So wie in Märchen und Mythen zeigen sich in Träumen Symbole und offenbaren etwas Übersinnliches, das sich nur in Analogien und Gleichnissen mitteilen kann. Träume galten als wichtige Botschaften aus dem Reich der Götter und der Dämonen. So war es essentiell, diese Botschaften zu deuten, und die Traumdeutung daher eine kultische Aufgabe und eine Lebensnotwendigkeit.
Der Traum bei den Ägyptern
Das alte Ägypten ist das klassische Land der Traumdeutung. Das Hieratische Traumbuch wurde etwa 1150 vor Christus niedergeschrieben. Es ist das erste Traumlexikon, das in Stichworten über die Bedeutung der häufigsten Traumsymbole Auskunft gibt. In der ägyptischen Spätzeit erreichte in Memphis der Serapis Kult seinen Höhepunkt. Im Heiligtum dieses Kults gab es einen Raum, in dem man schlief und auf eine göttliche Offenbarung im Traum hoffte. Diese Träume wurden dann von Traumdeutern erläutert. Das Tagebuch eines solchen Traumdeuters ist erhalten geblieben. Auch für die Babylonier und Assyrer gehörten der Traum und seine Deutung zum Alltag. Auf Tontafeln sind auch aus diesen Kulturen Traumbücher fragmentarisch erhalten.
Der Traum bei den Griechen
Im antiken Griechenland galt der Traum als ein Pfad zur Verbindung des Schlafenden mit den jenseitigen Göttern, Helden und Verstorbenen. Beinahe von allen griechischen Philosophen sind Gedanken zum Traum überliefert, die teilweise sehr modern wirken. So wies der Arzt Hippokrates als erster darauf hin, dass im Schlaf das Denken und Fühlen erhalten bleibt und sich nur anders äussert als im Wachen. Er benutzte die Traumdeutung als Hilfsmittel zur Diagnose, da er entdeckt hatte, dass Krankheiten sich im Traum ankündigen können. Auch Platon sah diesen Zusammenhang zwischen körperlich-seelischem Befinden und Traum. Er betrachtete den Traum als göttliche Botschaft, vertrat aber auch die Ansicht, dass der Tugendhafte nur träumt, was der Böse verwirklicht. Sehr interessant und modern, in gewissen Teilen auch amüsant und kurios, ist das Traumbuch des Artemidoros, der von 134 bis 200 nach Christus lebte und den Beruf eines Traumdeuters ausübte. Er unterscheidet männliche und weibliche Traumsymbole und betont auch, dass ein Traumsymbol je nach Kontext verschiedene Bedeutung haben kann. Sein Wissen geht auf alte ägyptische und mesopotamische Quellen zurück und vereint die Erkenntnisse der griechischen Antike. Sein Werk begründete eine ganze Schule orientalischer und abendländischer Traumdeutung.
Moderne Traumpsychologie
Sigmund Freud und der Traum
Der entscheidende Impuls zur modernen Traumpsychologie kam mit Sigmund Freud. Er erkannte den Traum als besonders geeignete Möglichkeit, den Bereich des Unbewussten zu erforschen. Er befasste sich intensiv mit der Funktion des Unbewussten und dessen Beziehung zum Bewusstsein sowie mit dem Traum und der Traumdeutung und verknüpfte seine Ergebnisse zu einem psychoanalytischen System. Im Rahmen der Psychoanalyse spielen Traum und Traumdeutung als Königsweg zum Unbewussten eine wichtige Rolle. Im Jahre 1900 veröffentlichte er sein Werk Die Traumdeutung. Darin erläutert er Wesen und Funktion des Traums und seine eigene Methode der Traumdeutung. Es ist bahnbrechend für die moderne Traumpsychologie. Die Psychoanalyse geht von der Beziehung zwischen dem Bewussten und dem Unbewussten aus und stellt die Verdrängung in den Mittelpunkt, das heisst die Verlagerung von unbewältigten Spannungen und Konflikten aus dem Bewusstsein in das Unbewusste. Erlebnisse und Erfahrungen, die nicht verarbeitet und integriert werden können, werden in das Unbewusste verdrängt und entwickeln sich zu sogenannten Psychoneurosen. Zur Behandlung dieser Neurosen ist es erforderlich,die entsprechenden Verdrängungen zu erkennen und aufzudecken. Der Traum bietet besondere Möglichkeiten zur Einsicht in solche Vorgänge des Unbewussten, da es sich dort am deutlichsten ausdrückt. Die Spannungen zwischen dem Sexualtrieb und den eingeschränkten Möglichkeiten ihn auszuleben, stellten für Freud die häufigsten und stärksten Verdrängungen dar. Allerdings leugnete Freud nicht die Möglichkeit des Auftretens paranormaler Informationen im Traumzustand, sondern interessierte sich im Gegenteil sein Leben lang für die Parapsychologie: So hielt er Telepathie für eine erwiesene Tatsache. In einem Brief an Carrington schrieb Freud 1921: „ Wenn ich mein Leben noch einmal zu leben hätte, würde ich mich lieber der Parapsychologie als der Psychoanalyse widmen.“ Er setzte sich unter anderem in seinen Texten Traum und Telepathie und Traum und Okkultismus mit parapsychologischen Fragen auseinander. Dass er das Parapsychische nicht öfter thematisiert hat, könnte damit zusammenhängen, dass er die Anerkennungsschwierigkeiten für die Psychoanalyse nicht noch vergrössern wollte.
Der Traum bei C.G. Jung
Carl Gustav Jung stand anfänglich Freuds Lehre sehr nahe, wandte sich aber im Laufe der Zeit immer mehr von der Theorie des primären Sexualtriebs ab und entwickelte seine eigene Anschauung. Im Gegensatz zu Freud begreift Jung das Unbewusste neben dem Aspekt des persönlichen Unbewussten noch in einem kollektiven Sinne. Jung prägte für diese Inhalte des kollektiven Unbewussten den Begriff der Archetypen. Nach seinem Verständnis haben die aus allen Kulturen überlieferten Mythen und Märchen ihre Wurzeln in individuellen Träumen und Visionen, die zugleich stellvertretenden Charakter haben. Einen guten Einblick in sein eigenes Traumerleben erhält man in seinem Buch Träume, Erinnerungen, Gedanken.
Parapsychologie und Traum
Spontane ASW scheint im Schlaf häufiger als im Wachzustand aufzutreten. Darauf haben schon Philosophen des Altertums wie Aristoteles und Platon, aber auch Sigmund Freud hingewiesen.
Die ersten gezielten parapsychologischen Forschungen hat der italienische Physiker Giovanni Battista Ermacora in den Jahren 1892-94 vorgenommen. Er versuchte in 100 Einzelversuchen eine Übertragung von einem Unbewussten zum anderen, indem er einer Hypnotisierten suggerierte, sie solle bestimmte Traumbefehle an einen entfernt schlafenden 5jährigen Knaben übertragen. Die Anzahl der Treffer (54 Voll-, 21 Einzeltreffer) ist eindrucksvoll, aber die vorgenommenen Kontrollen, entsprachen nicht den heutigen Anforderungen. Neue Möglichkeiten für telepathische Traumexperimente ergaben sich, als 1953 EEG-Phasen und REM-Phasen als physiologische Indikatoren von Träumen nachgewiesen wurden.
Die Forschungen von Ullman
Der Psychoanalytiker und Parapsycholge Montague Ullman war fasziniert von den Fällen spontaner Traumtelepathie, die ihm in seiner eigenen Praxis begegneten. Zusammen mit Karlis Osis und E.Douglas Dean begann Ullman im Jahre 1960 mit telepathischen Träumen zu experimentieren. Die bekannte Sensitive Eileen Garrett, zugleich Präsidentin der Parapsychology Foundation, diente dabei als erste Versuchsperson. Eileen Garrett schlief in einem Zimmer der Foundation, verbunden mit einem EEG-Gerät. Wenn anhand der Gehirnmuster festgestellt wurde, dass sie träumte, versuchte ein Sender in einem anderen Zimmer ein Zielbild zu senden, dessen Motiv in ihre Träume eingehen sollte. Diese ersten Versuche erbrachten einige unzweifelhafte Treffer. 1964 wurde die Forschung auf ein rein experimentelles Verfahren umgestellt, das erlaubte die Traumprotokolle und ihre Beziehungen zum Zielbild qualitativ auszuwerten und die Resultate statistisch auszuwerten. Die primäre Auswertung bestand darin, dass die Versuchspersonen versuchten das Zielbild, (in der Regel Kunstdrucke) aus einem Stapel Bilder zu identifizieren. Oft konnten die Versuchspersonen das telepathisch gesandte Bild korrekt identifizieren, selbst wenn der Traum vage war. Als das Zielbild Orozcos Gemälde "Zapatistas" war, das eine Gruppe von mexikanischen Revolutionären vor dem Hintergrund von Bergen und Wolken zeigt, lautete das dazugehörige Traumprotokoll: Ein Unwetter, Regen. Erinnert mich an Reisen... Annäherung an Gewitterwolken, regnerisch....Aus irgendeinem Grunde habe ich jetzt das Gefühl einer Erinnerung an New-Mexico, als ich dort lebte... Es gibt viele Berge in New-Mexico, Indianer, Pueblos. Jetzt laufen meine Gedanken fast, wie wenn ich an eine andere Kultur dächte...
Als die Forschungsabteilung der Parapsychology Foundation geschlossen wurde, konnte das Traum-ASW-Projekt am Maimonides Medical Center weitergeführt werden. Dort führte Ullman seine Forschungen zusammen mit Dr. Stanley Krippner durch. Später stiess Charles Honorton zu ihnen. In dieser neuen Forschungsphase wurden Tests über Hellsehen, Präkognition und ASW auf grosse Distanz durchgeführt. Bei den Hellseh-Tests wurde das Zielbild in einen verschlossenen Umschlag gelegt; bei Versuchen zur Präkognition wurde das Zielbild gewählt, nachdem die Versuchsperson geschlafen und geträumt hatte.
Die Tatsache, dass Präkognition in Träumen häufig auftritt, hat einige Experimentatoren dazu veranlasst, ihre eigenen Träume detailiert aufzuschreiben. Zu diesen gehörte der Flugzeugingenieur J.W. Dunne, der seine Traumaufzeichnungen 1927 in seinem Buch An Experiment with Time veröffentlichte. Darin sind einige offensichtlich paranormale Träume veröffentlicht.
Das Traumjournal der Christine Mylius
Im deutschsprachigen Raum sehr bekannt wurde das Traumjournal der Christine Mylius. Bender bezeichnet es in seinem Vorwort als ein „erregendes Experiment mit der Zukunft“. Christine Mylius hat ihre Träume seit ihrer Jugend minutiös aufgezeichnet: Ihre Aufzeichnungen aus fast 30 Jahren, über 3000 an der Zahl, wurden in Benders Institut für Grenzgebiete der Psychologie in Freiburg archiviert und unter Hinzuziehung von Tagebuchnotizen, dokumentarischen Belegen und Zeugenaussagen auf tatsächliche Übereinstimmungen zwischen Traum und zukünftigen Ereignissen kontrolliert. Dabei erwiesen sich viele ihrer Träume als präkognitiv. Professor Bender bemerkt dazu in seinem Vorwort zum Traumjournal: "aber die aus der Fülle des Materials entspringende Vielfalt der Bezüge macht die zufällige Übereinstimmung so unwahrscheinlich, dass ihr Traumjournal als gewichtiger Beitrag für die Existenz der Präkognition sich einen Platz in der parapsychologischen Literatur erobern wird."
Luzide Träume und Klarträume
Unter luziden Träumen oder Klarträumen verstehen wir Träume, in denen sich der Träumende bewusst ist, dass er träumt und sich im vollen Besitz des normalen Wachbewusstseins fühlt, während er gleichzeitig mit Bestimmtheit weiss, dass er im Bett liegt und schläft. Es gibt Klarträume, die sich im Hinblick auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers und der Umwelt nicht von der Wachwirklichkeit unterscheiden. Dass man sich im Traum befindet, erkennt man meistens daran, dass man etwas erlebt, was im Widerspruch zum Wissen über den Wachzustand steht. Werner Zurfluh empfiehlt beim Übergang von einem gewöhnlichen zu einem luziden Traum eine Bewusstseinskontrolle vorzunehmen, um die Kontinuität des Ich-Bewusstseins zu prüfen. Dazu gehört die aktive Prüfung des Bewusstseins mittels Datum, Wochentag und Lage des eigenen Körpers. Der Pionier der Klartraumforschung im deutschsprachigen Gebiet ist Professor Paul Tholey. Der folgende Abschnitt beruft sich vor allem auf die Forschungen, die Professor Tholey in den letzten Jahrzehnten angestellt hat.
Professor Tholeys Klartraumforschung
In der Absicht einige Behauptungen über Träume zu überprüfen, suchte Tholey nach einer Technik, die es ermöglichen sollte, während des Träumens mit klarem Bewusstsein systematische Beobachtungen anstellen zu können. Dies im Jahre 1959, zu einer Zeit, in der den meisten Psychologen das Phänomen des Klarträumens völlig unbekannt war. Sein Grundgedanke zur Induktion von Klarträumen war folgender: "Entwickelt man während des Wachzustands eine kritische Einstellung gegenüber seinem Bewusstseinszustand, in dem man sich die Frage stellt, ob man träumt oder wacht, so überträgt sich diese Einstellung auch auf den Traumzustand. Man kann dann anhand ungewöhnlicher Erfahrungen erkennen, dass man träumt." Vier Wochen nach Anwendung dieser Methode hatte Professor Tholey seinen ersten Klartraum.
Neben dieser sogenannten Reflexionstechnik erwähnt Tholey noch zwei weitere Methoden zur Erlangung der Klarheit während des Traums. Bei der Intentionstechnik stellt man sich im Wachleben möglichst intensiv typische Traumsituationen vor; dies soll einem zum Erkennen des Traumzustands verhelfen. Noch wirksamer ist diese Technik, wenn man sich zusätzlich vornimmt, im Traum eine bestimmte Handlung durchzuführen, wie zum Beispiel seine eigenen Hände zu betrachten. Die Häufigkeit der Klarträume kann dann dadurch erhöht werden, dass man sich während des Klartraums vornimmt, in den folgenden Träumen ebenfalls zur Klarheit zu gelangen. Bei der Autosuggestionstechnik suggeriert man sich in entspanntem Zustand möglichst unmittelbar vor dem Einschlafen, dass man einen Klartraum erleben wird.
Der Inhalt von Klarträumen lässt sich auf verschiedene Arten beeinflussen. Dies kann schon in der Vorschlafphase geschehen. Durch die Beschäftigung mit ungelösten Problemen vor dem Einschlafen entsteht eine Spannung. Diese kann sich im Traumzustand leichter lösen und auf diese Weise nicht nur zur Lösung des Problems, sondern gleichzeitig zur Erkenntnis des Traumzustands beitragen. Während des Klartraumzustands kann das Traum-Ich durch verschiedene geistige, verbale und körperliche Aktivitäten sowie durch den Beistand anderer Traumfiguren, die Trauminhalte in verschiedener Weise kontrollieren. Die Schwierigkeit besteht dabei vor allem darin, Erlebnisse herbeizuführen, die im Widerspruch zu Erfahrungen im Wachzustand stehen. Daneben gibt es auch psychologische Widerstände, mit dem eigenen Unbewussten in Kontakt zu kommen.
Ausserkörperliche Erfahrungen im Traum
Laut Alfred Lischka ist der luzide Traum als Vorstufe zur ausserkörperlichen Erfahrung besonders geeignet, weil sich in ihm alle jene Möglichkeiten der Kontrolle des Bewusstseins und der Beobachtung fast zwanglos ergeben, die bei einer ausserkörperlichen Erfahrung gefordert sind. So kann man sich an den scheinbar anormalen Zustand gewöhnen, bei vollem Bewusstsein zu schlafen und dennoch frei handeln und erleben zu können. Mit den Wiedeholungen baut sich zudem der Angstfaktor von alleine ab. Normalerweise benutzt das Ich im ausserkörperlichen Zustand einen Zweitkörper. Es kann aber auch körperlos als sogenannter Bewusstseinspunkt reisen. Sehr guten Einblick in die Gebiete des luziden Traums und der ausserkörperlichen Erfahrung geben die Bücher von Alfred Lischka Erlebnisse jenseits der Schwelle und die Quellen der Nacht von Werner Zurfluh. Beide enthalten eine Fülle von eigenen luziden Träumen, ausserkörperlichen Erfahrungen, Begegnungen mit anderen Dimensionen und Wesenheiten.
Hinweise zur besseren Erinnerung der Träume
Hoffentlich haben diese Ausführungen sie dazu angeregt, sich vermehrt für Ihre Träume zu interessieren. Deshalb im folgenden ein paar Hinweise, die Ihnen dazu verhelfen sollen, die Träume besser in das Tagesbewusstsein mitzunehmen.
* Die Einstellung, die wir gegenüber unseren Träumen einnehmen, spielt eine entscheidende Rolle für das Vermögen, sich an seine Träume zu erinnern. Wenn wir erinnerte Träume als banal und belanglos abtun, blockieren wir unsere Traumerinnerungen. So sollten wir jeden Traum, an den wir uns erinnern, akzeptieren und wichtig nehmen. Schreiben Sie ihn wenn möglich nieder und geben Sie ihm dadurch eine bleibende Form.
* Von Bedeutung ist auch die Einstellung vor dem Einschlafen. Nehmen Sie sich vor, sich an Ihre Träume zu erinnern und geben Sie sich entsprechende Suggestionen.
* Wenn wir ohne Wecker am Morgen von alleine aufwachen, kommen wir direkt aus einer REM-Phase. Der Traum am Morgen ist zudem der längste der ganzen Traumserie. Deshalb ist es ideal zur Erinnerung der Träume, wenn wir am Morgen möglichst häufig ohne äussere Einwirkung aufwachen können.
* Bleiben Sie nach dem Aufwachen in unveränderter Körperstellung mit geschlossenen Augen liegen und lassen Sie die Traumbilder wieder in Ihr Gedächtnis einströmen. Denken Sie jetzt keinesfalls darüber nach, wie Ihr Tagesprogramm aussieht und was sie alles heute zu erledigen haben. Schon ein kleines Bruchstück oder ein einzelnes Bild kann als Ausgangspunkt dazu dienen, den Traum wiedererstehen zu lassen. Die Schlafforscher Wolpert und Trosman haben festgestellt, dass schon fünf Minuten nach dem Traum die Erinnerung an ihn sich schnell wieder auflöst. Wenn wir einen Traum vollständig erinnern wollen sollte dies also möglichst rasch geschehen. Dies gilt vor allem für "gewöhnliche" Träume; luzideTräume und auch Alpträume sind meistens so lebhaft, dass wir sie uns auch später noch in Erinnerung rufen können.
* Sie sollten immer einen Block mit fester Unterlage und Schreibzeug so griffbereit halten, dass Sie beides möglichst noch mit geschlossenen Augen ergreifen können.
* Schreiben Sie alle aussergewöhnlichen Ausdrücke und Namen zuerst auf. Die Traumgeschichte lässt sich besser erinnern, als fremdartige Einzelschöpfungen, die von besonderem Wert sein können.
Es gibt oft Traumaspekte, die sich kaum in Worte fassen lassen. Dazu gehören Traumhandlungen, die auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig ablaufen oder nicht in linearer Zeit erfasst werden können, sowie auch Kommunikation, die ohne Worte abläuft. Versuchen Sie trotzdem, das Unbeschreibbare sprachlich auszudrücken.
Schliessen möchte ich diesen Bericht mit einem Zitat des deutschen Chemikers August Kekulé, dem Träume zu zwei bedeutenden wissenschaftlichen Entdeckungen verholfen haben: "Lernen wir träumen, dann finden wir vielleicht die Wahrheit! Aber hüten wir uns, unsere Träume zu veröffentlichen, ehe sie durch den wachenden Verstand geprüft worden sind."
Kleine Literaturauswahl
Psychologische Traumdeutung
• Sigmund Freud: Die Traumdeutung
• Erich Fromm: Märchen, Mythen, Träume
• C.G. Jung: Symbolik des Geistes
• C.G. Jung: Erinnerungen, Träume, Gedanken, hrsg von A.Jaffé
Luzide Träume und aussrkörperliche Erfahrung
• Herbert H.G. Engel: Der Sphärenwanderer
• Alfred Lischka: Erlebnisse jenseits der Schwelle
• Robert Monroe: Der Mann mit den zwei Leben
• Werner Zurfluh: Quellen der Nacht
alle im Ansata Verlag
Parapsychologie und Traum
• Dunne J.W.: An Experiment with Time
• Sigmund Freud: Die okkulte Bedeutung des Traums
• Christine Mylius: Traumjournal
• Ullman M./Krippner St.: .Dream Studies and Telepathy
Traum und Traumtechniken
• Ann Faraday: Die positive Kraft der Träume
• Patricia Garfield: Kreativ träumen
• P. Garfield: Der Weg des Traum-Mandala
Materialsammlung
• W.O. Moufang/W.O. Stevens: Mysterium der Träume (enthält eine grosse Anzahl
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