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Die Pumpyanskys galten lange Zeit als die reichste und angesehenste Familie, die aus der russischen Region Ural stammt. Der heute bei Genf lebende Dmitry Pumpyansky (58) war Gründer und Hauptaktionär zweier Flaggschiffe der russischen Industrie, so von TMK, einem Hersteller von Stahlrohren, sowie der diversifizierten Sinara-Gruppe. Im März wurden er und sein Sohn Alexander (35), der Schweizer Staatsbürger ist und in Genf lebt, von der EU und dann auch von der Schweiz auf die Sanktionsliste gesetzt. Diesen Entscheid erachten Vater und Sohn als ungerechtfertigt und betonen, dem Kreml nie nahegestanden zu haben. Die beiden sind dennoch von allen ihren Funktionen zurückgetreten.
Wegen der darauffolgenden Sperrung seiner Konten konnte Dmitry Pumpyansky einen Kredit von J.P. Morgan über 20,5 Millionen Euro nicht zurückzahlen. Auf Betreiben der Bank wurde seine Yacht «Axioma» beschlagnahmt und im Herbst in Gibraltar zwangsversteigert. Ein unbekannter Bieter erhielt für 37,5 Millionen Dollar den Zuschlag. Ein Schnäppchen, denn die 72-Meter-Luxusyacht mit sechs Kabinen, 3-D-Kino und Infinity-Pool ist wohl das Doppelte wert.
Auch Sohn Alexander geriet in Liquiditätsnöte – sogar der Telefonvertrag wurde ihm gekündigt. Der schweizerisch-russische Doppelbürger hat bereits vor Monaten in Bern ein Gesuch eingereicht, ihn von der Sanktionsliste zu streichen. Bislang ohne Erfolg. Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in der Türkei, welche die EU-Sanktionen nicht anwendet, setzt der Vater dreier hierzulande geborener Kinder ein Fragezeichen hinter seine Zukunft in der Schweiz.
(Stand: November 2022)