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Pflegestudierende der Berner Fachhochschule befassen sich mit dem Phänomen häusliche Gewalt und setzen sich in unterschiedlichen Lernsettings mit klinischer Entscheidungsfindung und Forensic Nursing auseinander.
Im BSc-Studiengang bearbeiten die Studierenden im sechsten Semester in kleinen Gruppen einen konstruierten, aber praxisnahen Fall: Eine Frau kommt mit Bauchschmerzen auf den Notfall, bei der Untersuchung werden Verletzungen nach häuslicher, körperlicher Gewalt ersichtlich. Die Frau ist hochgebildet und stammt aus der «Upper Middle Class». Es werden Fragen zum Assessment, zu kognitiven Verzerrungen sowie Pläne zum Procedere im Modul Klinische Entscheidungsfindung diskutiert. Abschliessend werden auf einer Plattform weitere Unterlagen und Adressen zum Thema zur Verfügung gestellt.
Im Rahmen des MSc-Studiengangs wird den Studierenden im ersten Semester eine halbtägige Lehrveranstaltung angeboten, die sich mit dem Phänomen häusliche Gewalt und den Implikationen für die klinische Entscheidungsfindung befasst. Anhand unterschiedlicher Fallbeispiele werden die Implikationen dieses Phänomens aus rechtlicher, ethischer und klinischer Sicht diskutiert. Die Themen sexualisierte Gewalt, Vernachlässigung und psychische Gewalt, deren Ursachen und Auswirkungen werden integriert bearbeitet. Die Studierenden, die am Anfang ihrer erweiterten klinischen Praxis stehen, erhalten in diesem Seminar das Rüstzeug, um überhaupt an das Phänomen zu denken, kognitive Verzerrungen diesbezüglich zu erkennen und zu bearbeiten, ein klinisches Vorgehen zu beschreiben, insbesondere Hautbefunde zu erkennen, zu beschreiben und zu dokumentieren, die Beurteilung zu formulieren und gemäss der Risikoabwägung das weitere adäquate Prozedere zu planen. Es handelt sich um eine Blended-Learning-Lerneinheit mit einem vorbereitenden Slidecast (1 Stunde) und Präsenzunterricht (3 Stunden).