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Das Jahr 2010 zeichnete sich durch einen späten Saisonstart und unstetes, feuchtes Frühlings- und Frühsommerwetter aus. Dies erschwerte die Futterproduktion und verringerte die Menge die Qualität der Weizenernte. Angesichts der unsicheren Entwicklungen auf den internationalen Getreidemärkten konnte sich die Branche nicht auf Richtpreise für das Brotgetreide einigen, die kurzfristige Mehlzollsenkung Anfang Juli sorgte für zusätzliche Unruhe. Bei den Zuckerrüben und Kartoffeln wurden erfreuliche, etwas tiefere Ernten eingefahren als im Vorjahr.
Der sonnige Herbst mit kühlen Nächten war ideal für die Reife der Kernobst- und Weintraubenkulturen. Die Tafelapfelernte fiel im Vergleich zur Grossernte von 2009 ausgeglichen aus, bei den Birnen war sie noch kleiner als als die bereits tiefen Ernteschätzungen. Beim Wein erwartet die Branche einen guten Jahrgang.
Zu viele Schweine
Während für die pflanzliche Produktion ein einigermassen gutes Jahr abgeschlossen werden kann, sieht die Bilanz im tierischen Bereich mit Ausnahme des Geflügels düsterer aus. Der Fleischmarkt war geprägt von der Überproduktion und extrem schlechten Preisen bei den Schweinen. Auch der Nutzviehmarkt kam unter Druck. Einerseits wegen der wegfallenden Exportbeiträge vom Bund, die zusammen mit dem tiefen Eurokurs für einen Einbruch beim Export sorgten. Andererseits wegen dem gesunkenen Milchpreis, der die Zahlungsbereitschaft der Milchbauern senkte.
Zu viel Milch
Im Milchmarkt schaffte es die im letzten Jahr gegründete Branchenorganisation Milch nicht, Angebot und Nachfrage bei der Industriemilch ins Gleichgewicht zu bringen. Der tiefe Eurokurs liess auch die Käseexporte stocken. Die Fettüberschüsse und damit die Butterlager wuchsen weiter und der Produzentenpreis blieb unter konstantem Druck. Die BO Milch einigte sich im November auf gemeinsame Regeln für die Marktteilnehmer, gleichzeitig signalisierte der Nationalrat mit der Annahme der Motion Aebi, dass eine nationale Mengenregelung noch nicht ganz vom Tisch ist.