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Warum arbeitet Quark6 immer noch mit dem alten PS-Level1. Bitte diesen Text nehmen :-))
Hallo Manu,
wenn Sie schon kritisieren, dann doch bitte korrekt.
QuarkXPress 6.x ist die erste XPress Version die mehr als 95% Level 1 und 5% Level 2 Code erzeugen kann. Dazu wurde der neue "DeviceN" Ausgabemodus integriert, der primär den PostScript 3 DeviceN Farbraum nutzbar macht und somit die alten Probleme der
- eingefärbten Graustufen-TIFFs
- Sonderfarbenverläufe
- Multi-Ink Farben
bei der composite Ausgabe eliminiert.
Hier gibt es also kaum Anlaß zur Kritik.
Berechtigte Kritik würde dagegen so lauten:
Warum werden Farbverläufe weiterhin aus Linien bzw. aus gefüllten Polygonen zusammengestückelt und somit bei der Augabe stufig? Wenn man DeviceN Farbräume nutzt ist doch eh der Zwang gegeben PostScript 3 Ausgabesysteme einsetzen zu müssen. Warum nutzt man dann nicht auch gleiche dessen Smooth Shade Feature aus um perfekte, mathematisch generierte Verläufe zu produzieren?
Ebenfalls neu ist der "Unverändert" Ausgabemodus, der ein Durchschleusen gemischter Farbräume bis zur Ausgabe ermöglicht.
Schön und gut, aber was ist, wenn man produktionsneutral arbeiten möchte und gleichzeitig Sonderfarben im Layout verwenden? Oder anders gefragt: Warum lassen sich der "DeviceN" und der "Unverändert" Ausgabemodus nicht kombiniert einsetzen? Darf ein medien- bzw. produktionsneutral arbeitender Grafiker nicht gleichzeitig Sonderfarben verwenden?
Die Fähigkeit Transparenz und weiche Schatten zu bieten hat nichts mit PostScript Leveln zu tun.
PostScript, selbst in Version 3, unterstützt keine Transparenz. Um Transparenz (weiche Schatten sind nur eine Sonderform davon) bieten zu können, muss ein Layoutprogramm ein sehr leistungsfähiges internes Grafikmodell aufweisen. Die Adobe Produkte nutzen dazu intern PDF und ein eigenes Grafikmodell namens AGM (Adobe Graphics Modell).
Um dann PostScript-Code ausgeben zu können ohne den gestalterischen Effekt der Transparenz zu verlieren, muss eine Verflachung, ein sog. Flattening, bei der Ausgabe stattfinden. Hierbei handelt es sich um eine extrem komplexe Technologie die die Fähigkeit erfordert Vektordaten in Bitmaps wandeln und mehrere Objektschichten miteinander verrechnen zu können. Technologien wie sie seit Jahren in Adobe Photoshop zu finden sind. Merken Sie, wo die wahren Bauschschmerzen einer Fa. Quark herkommen?
Besser wäre es natürlich gleich nativ PDF auszugeben, denn ab Version 1.4 könnte man dann auf die Verflachung verzichten. Dazu wird aber wiederum mehr als eine eingekaufte PDF Library eines Drittherstellers benötigt. Man braucht wieder das bereits angesprochene leistungsfähige interne Grafikmodell. Wenn man das hätte, dann könnte man auch das Überdrucken und die Farbseparation am Bildschirm simulieren.
Spätestens hier erkennt man dann wie weit QuarkXPress tatsächlich der in Adobe InDesign zum Einsatz kommenden Technologie hinterher hinkt. Man könnte jetzt vorschnell argumentieren, dass Mac OS X in dieser Hinsicht der Messias sei, da es doch ein Grafikmodell mitbringt, welches alles das bietet. Nun, man kann sich als Entwickler sicher darauf stützen und sich das Leben leicht machen, nur, war da nicht auch noch eine andere Plattform? Was würde das für die Windows-Anwender bedeuten? Müssen die dann auf Transparenz, nativen PDF Export usw. verzichten weil es das OS nicht bietet? Was ich damit ausdrücken will ist die Tatsache, dass ein Entwickler eines Layoutprogramms, welches auf mehreren Platformen mit identischer Funktionalität laufen soll, alles selbst in die Hand nehmen muss. Das setzt voraus dass er die Technologien entweder selbst beherrscht und/oder Verträge mit Firmen abschließt die die fehlenden Technologien beisteuern (so bereits geschehen im Bereich PDF Im- und Export).
Also Manu, heute sprechen wir nicht mehr über Dinge wie PostScript Level 1, Level 2 oder PostScript 3 (das haben wir die letzten 5 Jahre getan und ist Schnee von gestern). Heute sprechen wir über Die Fähigkeit verlustlos mit geräteabhängigen und geräteneutralen Farbräumen umgehen zu können, Transparenz und Ebenen wiedergeben zu können und zwar sowohl "getürkt" innerhalb einer PostScript-Datei (weil's da nicht anders geht) als auch nativ im PDF-Format. Wir sprechen über Überdruckenvorschau und Separationsvorschau. Wir sprechen über OpenType-Support und solche Dinge.
Greifen Sie diese in QuarkXPress 6 fehlenden Dinge auf, denn da gibt es noch zurecht was zu meckern.
Mit freundlichen Grüßen
Robert Zacherl
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