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Fastenopfer plant, seine Partnerorganisationen in den 14 Ländern weiter im gleichen Umfang unterstützen, damit sie nicht gezwungen sind, Mitarbeitende zu entlassen und sie ihre Arbeit den Umständen anpassen können.
«Covid-19 hat keine grossen Auswirkungen auf unsere Bauern und Bäuerinnen gehabt, weil sie in der Lage sind, sich selbst zu versorgen. Sie haben einen Waldgarten (Food Forest) und einen bio-dynamischen Gemüsegarten, in dem sie nahrhaftes Gemüse und Obst ernten und auch mit andern teilen können», sagte die Koordinatorin von Fastenopfer in Kenya, Stellamaris Mulaeh, gegenüber ACI Afrika.
Kisumu, 02. Juli 2020 / 21:00 Uhr (ACI Africa)*
Die katholische Organisation Fastenopfer unterstützt Landwirtinnen und Landwirte in acht kenyanischen Distrikten dabei, Ernährungssicherheit durch Agrarökologie zu erreichen, einer alternativen Form der Landwirtschaft, die sowohl ökologische, wie soziokulturelle, wirtschaftliche und politische Dimensionen berücksichtigt.
«Die Arbeit in den Gärten hilft die Richtlinien der physischen Distanz einzuhalten, da die Bäuerinnen und Bauern Zugang zu nahrhaftem Gemüse haben, ohne auf den Markt gehen zu müssen – ein Beweis dafür, dass «mit der Agrarökologie die Gemeinschaften selbst in Zeiten wie diesen stark und belastbar sind», sagt Mulaeh, Koordinatorin von Fastenopfer in Kenya.
Agrarökologie trägt zur Bewältigung der Krise bei
«Als Covid-19 im März in Kenya zuschlug, zu einer Zeit, in der Fastenopfer und seine Partnerorganisationen die Bäuerinnen und Bauern normalerweise darauf vorbereiten, die Regenfälle von März bis Mai zu nutzen, verfügten die Teilnehmenden des agrarökologischen Programms über rund 15’000 Baumsetzlinge und 50’000 Fruchtsetzlinge in jeder der 21 Baumschulen», erinnert sich die Agrarökologie-Expertin.
«Wir mussten schnell handeln, weil die Setzlinge nicht warten konnten; sie sollten verteilt werden», sagt sie und fügt hinzu: «Wir mussten uns mit den Dorfältesten und den Führungspersonen zusammensetzen und mit ihnen eine Strategie ausarbeiten, wie wir diese Setzlinge noch verteilen konnten»
Mit Unterstützung der lokalen Verwaltung fanden die Mitarbeitenden der Organisation Wege, um in den Baumschulen sicher zu arbeiten. Sie richteten Handwaschanlagen ein und erstellten einen Plan, der es den Verantwortlichen der 241 Agrarökologie-Gruppen ermöglichte, die Anzahl der Setzlinge zu erfassen, welche die Landwirt/innen benötigten, erzählt Mulaeh.
In Bezug auf die physische Distanz fügt sie hinzu: «Wir entwickelten eine Methode, bei der die Projektteams die Setzlinge an einen bestimmten Ort ablegten, wo sie danach von den Leuten abgeholt werden konnten, jeweils von drei Bäuerinnen und Bauern auf einmal.
Wir arbeiten auch in Schulen, wo wir den Schüler/innen beibringen, wie man Waldgärten und biologisch-dynamische Gemüsegärten anlegt», sagt Mulaeh und fügt hinzu: «Dieses Jahr planten wir, mit 18 Schulen zu arbeiten, aber wir mussten die Initiative wegen Covid-19 stoppen.»
Friedensprogramme und Solidaritätsgruppen leiden unter Versammlungsverbot
Die in Nairobi wohnhafte Koordinatorin erzählt aber auch, dass die Covid-19-Krise die Friedensförderungsprogramme von Fastenopfer, in denen Mitglieder von Gemeinschaften zum «Dialog über die Nutzung ihrer Ressourcen» zusammenkommen, «enorm beeinträchtigt» habe.
«An diesen Programmen nehmen etwa 200 Personen teil, die sich mindestens einmal alle drei Monate treffen, um konfliktive Themen wie Wasser und Weideland zu diskutieren», sagte Mulaeh, gegenüber ACI Afrika.
Die Pandemie hat sich auch auf die Aktivitäten der 69 Spargruppen negativ ausgewirkt, die Fastenopfer in Kenya unterstützt, da deren Arbeitsweise es erfordert, dass sich die 15 Mitglieder jeder Gruppe jeweils physisch treffen, um ihre Beiträge in die gemeinsame Kasse einzuzahlen und Kredite zu vergeben.
«Um die Spargruppen funktionsfähig zu halten, musste die Koordination von Fastenopfer in Kenya Anpassungen vornehmen und den Gebrauch von Mobiltelefonen einführen, um den Verantwortlichen der Gruppen die Vergabe von Krediten zu ermöglichen», erklärt Mulaeh und ergänzt, dass die Ausbildung zur Methode der Spargruppen nach wie vor unterbrochen sei.
Zusammenarbeit innerhalb der katholischen Kirche und darüber hinaus
Die Koordinatorin gibt auch bekannt, dass Fastenopfer plant, die Katholische Bischofskonferenz von Kenya (KCCB) mit 20 000,00 US-Dollar zu unterstützen. Dies als Antwort auf den aktuellen Appell der Bischöfe, die Millionen von Menschen erreichen wollten, die von der Covid-19-Krise und den Überschwemmungen betroffen sind.
Mulaeh vertrat Fastenopfer übrigens auch bei der allerersten Agrarökologie-Konferenz 2019 in Kenya, die beschloss, sich von der Soziallehre der katholischen Kirche inspirieren zu lassen und verschiedene Akteur/innen – insbesondere junge Menschen – zu gewinnen, mit dieser Methode die Ernährungssicherheit und den Umweltschutz in dem ostafrikanischen Land zu verbessern.
Die Organisation Fastenopfer hat ihren Sitz in Luzern, in der Schweiz, und arbeitet unter dem Motto «Wir teilen». Sie stärkt Initiativen, «in denen Menschen und Gemeinschaften unterschiedlicher konfessioneller und religiöser Ausrichtung sich einsetzen für die Beseitigung der Armut, für globale Gerechtigkeit sowie die Schaffung sicherer Lebensgrundlagen». Das katholische Hilfswerk arbeitet in Partnerschaft mit lokalen Organisationen in 14 Ländern sowie in der Schweiz.
*ACI Africa ist eine neue afrikanische Medienagentur im Dienste der Kirchen in Afrika, basiert in Nairobi.
Übersetzt und bearbeitet von Blanca Steinmann
Essbare Wälder und Küchengärten
Das Bistum Nyahururu liegt nordwestlich von Nairobi am Fuss der Aberdarekette. Die junge Diözese umfasst ein Gebiet von einem Viertel der Fläche der Schweiz. Besonders die Gebiete in den weiten Ebenen sind teilweise sehr trocken und werden von verschiedensten Volksgruppen besiedelt. Die Menschen leben fast ausschliesslich von Ackerbau oder Viehzucht. Regelmässige Ernteausfällen wegen dem Klimawandel, immer kleinere Anbauflächen, Abhängigkeit von teurem Hybridsaatgut und Kunstdünger sowie Ausbeutung durch Geldverleiher führen dazu, dass sich Kleinbauern und Kleinbäuerinnen immer stärker verschulden und sich oft nicht einmal selber ernähren können.
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