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Was hat Bob Dylan genau verkauft? Der Musiker hat die Rechte an seinen Werken verkauft, die sogenannten Verlags- oder Urheberrechte. Das bedeutet: Die Rechte am gesamten Werk, also nicht an der Aufnahme, gehören nun dem grossen Universal-Konzern.
Im Gegensatz zur Schweiz können die Urheberrechte im Ausland komplett verkauft werden. Hierzulande kann nur einen Anteil verkauft und so bleibt ein Teil immer beim Urheber.
Ein Beispiel: Ich höre auch Spotify Dylans «Lay Lady Lay». Wer verdient nun daran? Zuallererst der Streaming-Dienst, der mittels Abogebühr verdient. Zweitens die Plattenfirma, in Dylans Fall «Columbia Records». Sie hat die damaligen Aufnahmen bezahlt. Und dann der Verlag – neu also Universal, die ihre Gebühren bei Spotify einfordern.
Bereits Taylor Swift oder Stevie Nicks von Fleetwood Mac haben ihre Urheberrechte verkauft und dabei mehrere hundert Millionen kassiert. Ein Trend? Wahrscheinlich. Das hat auch damit zu tun, dass Komponistinnen und Komponisten an jeder Aufnahme und Aufführung verdienen. Nur gibt es im Moment sozusagen keine Konzerte, weshalb keine Einnahmen reinkommen.
Wurde der Verkauf der Urheberrechte wegen Corona noch lukrativer oder gibt es andere Gründe? Ein Teil der Begründung ist sicher, dass im Moment keine grossen Konzerte stattfinden. Andererseits ist es auch eine Strategie der grossen Firmen. Sie neigen dazu, sich einen riesigen Katalog anzueignen, weil das einzelne Stück nicht so viel Geld abwirft, aber in der Menge kommt eine geballte Ladung Geld zusammen.
Zudem gibt es einen dritten Effekt: die Marktmacht. Es macht einen Konzern stärker, wenn er auf einen Katalog von mehr als 600 Bob-Dylan-Titeln zurückgreifen kann – etwa in einer Verhandlung mit Streaming-Anbietern oder mit Google.
Hat Bob Dylan gesagt, warum er die Urheberrechte verkauft? Nein. Man munkelt, dass er schon länger in Verhandlungen ist. Aber da Bob Dylan sowieso keine Interviews gibt, gibt es auch kein Statement dazu.
Abgesehen von Bob Dylan: Wer profitiert? Universal hat einen ganz dicken Fisch an Land gezogen. Bob-Dylan-Songs wurden über 6000 Mal von verschiedenen Künstlern aufgenommen – was jedes Mal wieder Geld für den Verlag bedeutet. Neben Bob Dylan profitiert also vor allem Universal.