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Eine Studie hat untersucht, wie sich der Rückzug der Gletscher infolge des Klimawandels auf die Produktion von Schweizer Wasserenergie auswirkt. Es zeigte sich, dass nur einige Prozente des Wasserstroms durch die Gletscherschmelze erzeugt wird und somit die Versorgung des Landes mit Wasserenergie auch in Zukunft nicht gefährdet sei.
Das Schmelzen der Gletscher liefert zusätzliches Wasser für die Stromproduktion in Wasserkraftwerken. Doch gegen Ende des Jahrhunderts wird sich die Gletscherschmelze verlangsamen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass kleinere Gletscher bis dann weggeschmolzen sind und andere sich in höhere Lagen zurückgezogen haben, wo sie weniger abschmelzen. Was diese Verlangsamung der Gletscherschmelze für die Schweizer Wasserkraft bedeutet hat ein Team um Bettina Schaefli untersucht, gefördert von dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF).
Gletscherschmelze: Nur einen geringen Anteil an der gesamten Wasserkraft
Ihre Untersuchungen zeigen, dass sich seit 1980 der Anteil der Wasserkraft von schmelzenden Gletschern an der gesamten schweizerischen Wasserenergie auf durchschnittlich 4 Prozent oder auch 1.4 TWh pro Jahr beschränkt. Laut SNF dürfte der Betrag aus dem Gletscherschmelzwasser auf etwa 0.4 TWh zurückgehen, wenn sich die Gletscherschmelze verlangsamt. Rechnet man diese Zahl auf die gesamte Wasserkraft, welche der Bund in der Energiestrategie 2050 vorgesehen hat, entspräche dieser Rückgang etwa 2.5 Prozent an der gesamten Wasserkraft.
93 Prozent der Schweizer Fläche speisen die Wasserkraftwerke
Der SNF berichtet, dass das Forschungsteam eine Karte von allen Einzugsgebieten in der Schweiz angefertigt hat. So konnten sie zeigen, dass 93 Prozent der Niederschläge, die auf Schweizer Boden fallen, bei ihrem Abfluss mindestens einmal ein einheimisches Wasserkraftwerk durchfliessen. Einige Wasserläufe passieren sogar bis zu 30 Wasserkraftwerke, bevor sie die Schweiz verlassen. So ist laut Schaefli die Nutzung von dieser erneuerbaren Energiequelle extrem effizient.
Produktionsverlust soll durch Energiestrategie kompensiert werden
Doch nicht nur die Verlangsamung der Gletscherschmelze ist ein Faktor, die zu einem Produktionsrückgang in der Wasserkraft führen kann. Beispielsweise sind bei der Erneuerung der Konzessionen für Betreiber von Stauanlagen ebenfalls Produktionsverluste zu erwarten, da dann das neue Gewässerschutzgesetze angewendet wird. «Unsere Studie zeigt, dass die Einbussen durch diese zwei Faktoren etwa in derselben Grössenordnung liegen und durch die in der Energiestrategie 2050 geplante Erweiterung der Wasserkraftkapazität kompensiert werden sollten», sagte Schaefli.
An der Studie beteiligten sich Wissenschaftler der Universitäten Lausanne, Freiburg, Zürich, der ETHs Lausanne und Zürich und der Forschungsanstalt WSL. Die Ergebnisse stellten die Forschenden in der Zeitschrift «Renewable Energy» vor.