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Das Schloss Burgdorf gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Burganlagen der Schweiz. Über die Errichtung einer ersten Burg ist wenig bekannt. Gesichert ist nur, dass den Grafen von Rheinfelden in «Burgdorf» eine Burg gehörte, die 1090 in den Besitz der Herzöge von Zähringen überging. Um 1200 erbaute der letzte Zähringer, Herzog Berchtold V. die Burg in ihrer heutigen Form mit Palas, Bergfried und Halle. Zur Festigung seiner Herrschaft gründete er auch eine Reihe von Städten, darunter Burgdorf.
Im Jahr 1218, nach dem Tod Berchtold V., ging die Burg an die Kyburger über und diente diesen bis nach dem Burgdorferkrieg 1383 als gräfliche Residenz. 1384 mussten die Kyburger die Grafschaft Burgdorf an die aufstrebende Stadtrepublik Bern verkaufen, und ein bernischer Schultheiss zog ins Schloss. Unter der bernischen Herrschaft erfolgten verschiedene Um- und Ausbauten.
1860 begann der schrittweise Ausbau des bisher vor allem als Amtswohnung und Kornlager genutzten, ansonsten mehrheitlich leerstehenden Schlosses zum Verwaltungssitz. Im Ostflügel des Kornhauses wurde ein Assisensaal (Saal für das Geschworenengericht) mit Nebenräumen und zweigeschossigen Stichbogenfenstern eingebaut. In den verbleibenden Kornschütten erfolgten während der nächsten 70 Jahre weitere Büroeinbauten für die kantonale Verwaltung.
1885 wurde das bestehende Gefängnis im Obergeschoss des Nordtraktes im Erdgeschoss des Kornhauses erweitert, indem Arkaden mit Mauern geschlossen und Gefängniszellen eingebaut wurden.
Nach dem Umzug von Teilen der kantonalen Verwaltung Mitte der 1950er-Jahre in einen Neubau im Bahnhofquartier wurden die leer stehenden Räumlichkeiten im Nordtrakt dem Museum vermietet.
Im Rahmen einer tiefgreifenden bernischen Verwaltungsreform im Jahre 2009 erfolgte die Aufhebung das Amtes Burgdorf. 2012 verliessen die letzten Repräsentanten des bernischen Staatswesens nach 628 Jahren das Schloss. Die Schlossanlage wurde der neuen Stiftung Schloss Burgdorf übergeben.
1884 plante das Hochbauamt des Kantons Bern den Einbau von Gefängniszellen im Rittersaal und der Kapelle. Zuvor dienten diese Räumlichkeiten im Winter als Turnraum für das Progymnasium und Turnlehrer Adolf Spiess benutzte den Saal auch für das von ihm begründete Mädchenturnen.
Auf Initiative des Burgdorfer Arztes Dr. Max Fankhauser ersuchten 76 weitsichtige Burgdorfer mit einer Petition den Regierungsrat, auf die Zerstörung des mittelalterlichen Saals im Palas zu verzichten. Die Anstrengungen der Burgdorfer Bürger lohnten sich, denn am 27. Juni 1886 konnte der renovierte Rittersaal mit einer Ausstellung der Historischen Sammlung eingeweiht werden. Damit wurde eines der ersten Museen in der Schweiz geschaffen und der Grundstein zur zweitgrössten Sachgütersammlung im Kanton Bern gelegt.
Mit der Erhöhung des Treppenturms beim Palas konnte 1904 das Museum in den grossen Raum über dem Rittersaal erweitert werden. Aber bereits 1918 mussten Teile der stetig wachsenden Sammlung in das von der Stadt erworbene Bucher-Haus am Kirchbühl verlegt werden. Weitere Stockwerke im selben Haus beherbergten die Völkerkundliche Sammlung: die «Schiffmann'sche Sammlung», die damals dem Gymnasium gehörte.
1937 folgte dann im Schloss die Erweiterung in den Dachstock des Palas. Eine grosse Erweiterung erfuhr das Museum 1959 mit neuen Räumen im Nordtrakt, dem ganzen Bergfried sowie mit der Plattform auf dem Torturm. Die ins Kirchbühl ausgelagerten Sammlungsteile kehrten danach wieder ins Schloss zurück.
Der Auszug der Kantonalen Verwaltung bis 2012 ermöglichte einen umfassenden Umbau der Schlossanlage und eine Ergänzung mit zusätzlichen, neuen Nutzungen wie Jugendherberge, Restaurant und Zeremonienlokal.
Auch das Museum erhielt grösstenteils neue Räumlichkeiten und eine umfassende Neugestaltung. Eine abwechslungsreiche Ausstellung zur Geschichte des Schlosses, der Stadt und der Region in Verbindung zur Welt und Gegenwart präsentiert sich nun in über 20 Räumen und auf insgesamt 1500 m2 Ausstellungsfläche.
Die Historische Sammlung des Rittersaalvereins, die Ethnologische Sammlung und die Sammlung der Goldkammer werden mit dem Konzept «Wunderkammern» von groenlandbasel-fischteich miteinander verbunden und nehmen die Besuchenden auf eine Reise in die Vergangenheit und Zukunft mit.