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Die Eisschmelze in der Arktis macht das Nordpolarmeer für die kommerzielle Fischerei zugänglich. Mehr als 2000 Wissenschaftler aus 67 Ländern fordern in einem offenen Brief an die Anrainerstaaten ein Verbot der Fischerei in diesem Ozean.
Solange es weder Begleitmassnahmen, noch ausreichende Erkenntnisse über die Folgen des Fischfangs für das Ökosystem gebe, müsse ein Moratorium erlassen werden, forderten die Experten in dem am Montag während einer Konferenz im kanadischen Montréal von der Umweltorganisation PEW veröffentlichten Schreiben. Dieses richtet sich an die Regierungen der USA, Kanadas, Norwegens, Dänemarks und Russlands.
Angesichts der Eisschmelze in der Arktis sei der kommerzielle Fischfang im Nordpolarmeer inzwischen möglich, schreiben die Forscher. Es sei aber noch nicht genug bekannt über "die Präsenz, die Menge, die Struktur, die Bewegungen und die Gesundheit der Fischbestände sowie über die Rolle, welche diese im Ökosystem spielen". Die Wissenschaftler verwiesen darauf, dass Fische für viele Tiere der Region, etwa Wale, Eisbären und Robben, die Lebensgrundlage bilden.
Sofortiges Handeln gefordert
Die internationale Gemeinschaft müsse "sofort handeln", um das zentrale Nordpolarmeer - ein Gewässer von der Grösse des Mittelmeers - zu schützen, "bis wir über die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Regelwerke verfügen, um eine nachhaltige Entwicklung der Fischzucht sicherzustellen".
Durch das Schmelzen der Eisdecke in der Arktis bestehen den Angaben zufolge inzwischen 40 Prozent des zentralen Nordpolarmeers aus offenem Wasser. Dadurch ist der industrielle Fischfang dort erstmals möglich. Es wird damit gerechnet, dass die grossen Fischerei-Nationen schon bald ihre Trawler in den hohen Norden schicken.
Der offene Brief wurde während der Konferenz des internationalen Polarjahrs veröffentlicht, die derzeit in Montréal stattfindet.
SDA-ATS