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Im 17. Jahrhundert erlebte die Orgelmusik vor allem in den Niederlanden, in Deutschland und Frankreich eine erste Hochblüte. Der Amsterdamer Jan Pieterszoon Sweelinck gilt als «Organistenmacher» der Norddeutschen Orgelschule. Deren berühmteste Vertreter sind Samuel Scheidt, Heinrich Scheidemann und später Dieterich Buxtehude. In Mittel- und Süddeutschland sind Johann Jacob Froberger, Johann Pachelbel und Georg Muffat zu nennen, in Frankreich Nicolas-Antoine Lebègue, Guillaum-Gabriel Nivers, Jacques Boyvin, André Raison, François Couperin und Nicolas de Grigny. Entdecken Sie hier auch weniger bekannte Orgelmusik des 17. Jahrhunderts.
Johann Pachelbel (1653–1706) war ein deutscher Komponist und Organist. Er fiel schon früh durch seine musikalische und wissenschaftliche Begabung auf. Das Studium an der Universität Altdorf bei Nürnberg musste er im Jahre 1669 nach nur neun Monaten aufgeben, da sein Vater in finanzielle Probleme geriet und sein Haus verpfänden musste. Johann Pachelbel besuchte in der Folgezeit das lutherische Gymnasium Poeticum in Regensburg, 1673 ging er nach Wien. Weiterlesen
Giovanni Salvatore (ca.1620–ca.1688) war ein neapolitanischer Komponist und Organist. Giovanni Salvatore wurde in Castelvenere (ca. 60 km nördlich von Neapel) geboren und studierte bei Giovanni Maria Sabino und Erasmo di Bartolo am Conservatorio della Pietà dei Turchini in Neapel. Giovanni Salvatore wirkte zeitlebens in Neapel, er war zuerst erster Organist an der Kirche Santi Severino e Sossio, danach Kapellmeister an der Kirche San Lorenzo Maggiore. Von 1662 bis 1673 lehrte er am Conservatorio della Pietà dei Turchini, später wechselte er als Kapellmeister ans Conservatorio dei Poveri di Gesù Cristo. Weiterlesen
Barbara Strozzi (1619–1677) wurde in Mailand geboren. Sie war Adoptivtochter und wahrscheinlich die leibliche Tochter des Juristen, Dichters und Librettisten Giulio Strozzi. Dieser gründete 1637 die „Accademia degli Unisoni“, vor deren Mitgliedern Barbara Strozzi rezitierte und eigene Werke sang. Sie vertonte Texte ihres Vaters und anderer Mitglieder venezianischer Akademien. Ihre musikalischen Lehrer waren neben ihrem Vater auch Francesco Cavalli und Marc‘ Antonio Cesti. Weiterlesen
Sigismondo d’India (1582–1629) war ein italienischer Komponist vor allem von weltlichen Werken wie Madrigalen, Villanellee und Motetten. Mit seinen radikalen Neuerungen in Harmonie und Melodik gilt er als einer der Wegbereiter des Übergangs von der Renaissance- zur Barockmusik. Er stammt aber aus Sizilien, wahrscheinlich aus Palermo. Sigismondo d’India genoss in Neapel eine musikalische Ausbildung bei Giovanni de Macque. 1611 übersiedelte er nach Turin, um als Leiter der Kammermusik am Hofe des Herzogs von Savoyen in den Dienst von Karl Emanuel I. zu gehen. Weiterlesen
Claudio Monteverdi (1567–1643) war ein bedeutender italienischer Komponist, Gambist, Sänger. Sein Werk markiert die Wende von der Musik der Renaissance zum Barock. Obwohl sein Vater in bescheidenen Verhältnissen lebte, liess er seinen zwei Söhnen aus erster Ehe eine gründliche musikalische Erziehung bei Marc’Antonio Ingegneri, dem Kapellmeister der Kathedrale von Cremona, zukommen. Ingegneris Einfluss findet sich in Claudios erster Werksammlung Sacrae cantiunculae wieder, die er 1582 mit fünfzehn Jahren im Druck veröffentlichte. Im Jahr 1587 folgte dann die Veröffentlichung seines ersten Madrigalbuchs, das nunmehr nur weltliche Werke enthielt. Weiterlesen
Heinrich Scheidemann (um 1596–1663) erhielt seinen ersten Musikunterricht durch seinen Vater David Scheidemann, welcher zunächst Organist in Wöhrden und ab 1604 an der Hamburger Katharinenkirche war. Von 1611 bis 1614 nahm er gemeinsam mit seinem Freund Jacob Praetorius ein dreijähriges Studium bei dem seinerzeit sehr bedeutenden Organisten Jan Pieterszoon Sweelinck in Amsterdam auf, welches ihm durch die Gemeinde der Katharinenkirche finanziert wurde. Hintergrund dieses Stipendiums war der Wunsch aller Hamburger Hauptkirchen, dass ihre zukünftigen Organisten eine Ausbildung bei Sweelinck erhielten.
Andrés de Sola (1634–1696) zählt zu den bedeutendsten Organisten Spaniens, die an den Kathedralen zu Zaragoza und Valencia wirkten. Als Lehrer unterrichtete er mehrere berühmte Organisten des achtzehnten Jahrhunderts, u. a. Sebastián Durón. Andrés de Sola starb während des Spielens in der Messe am Karsamstag 1696.
Dieterich Buxtehude (um 1637–1707) wurde als Sohn des Organisten Johann Buxtehude und Helle Jaspersdatters geboren, wahrscheinlich im damals dänischen Helsingborg. Sein Vater war Organist an der St. Olaikirche in Helsingør. Dort absolvierte Dieterich Buxtehude vermutlich die Lateinschule. 1668 wurde er Nachfolger Franz Tunders an St. Marien in Lübeck, dessen jüngste Tochter Anna Margaretha er am 3. August desselben Jahres heiratete. Er führte die von seinem Schwiegervater begründete, seit 1673 Abendmusiken genannte Reihe adventlicher geistlicher Konzerte fort, die ihn als Komponisten und virtuosen Organisten bekannt und berühmt machte.
Nicolaus Bruhns (1665–1697) erhielt ersten Unterricht vermutlich von seinem Vater. Er beherrschte bereits in frühem Alter das Orgelspiel und fertigte „gute“ Kompositionen für Klavier und Gesang an. Bei seinem Onkel Peter lernte er Violine und Gambe zu spielen, ausserdem war er der Lieblingsschüler Dieterich Buxtehudes, bei dem er Komposition studierte und sein Orgelspiel vervollkommnete.
Jan Pieterszoon Sweelinck (1562–1621) hat vermutlich bei Joseph Zarlin (Gioseffo Zarlino) in Venedig studiert. Er übte als Organist an der Oude Kerk in Amsterdam grossen Einfluss auf die Norddeutsche Orgelschule des 17. Jahrhunderts aus. Schüler des „deutschen Organistenmachers“ waren u. a. Heinrich Scheidemann und Samuel Scheidt.