Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03390.jsonl.gz/2014

Unter dem Namen Wirefraud soll die Führung der FTX-Gruppe eine Chatgruppe unterhalten haben, in der sie konspirative Gespräche führte. Gründer Sam Bankman-Fried widerspricht dem Gerücht entschlossen.
Wirefraud: Eine geheime Chatgruppe der FTX-Führung?
Einem Bericht zufolge, will die Australian Financial Review erfahren haben, dass die Führung der FTX-Gruppe eine geheime Chatgruppe unterhielt. Dafür soll sie den vertraulichen Messengerdienst Signal genutzt haben.
Mitglieder waren neben FTX-Gründer Sam Bankman-Fried (SBF) auch Caroline Ellison als Geschäftsführerin von Alameda Research sowie weitere Führungspersonen der Krypto-Börse wie Gary Wang und Nishad Singh.
Die Chatgruppe habe offiziell den Namen Wirefraud getragen (sinngemäss übersetzt: Bankbetrug). Der Ausdruck wäre eine Verhöhnung für die Nutzer von FTX. Indirekt würden die Verantwortlichen damit bestätigen, ihre Kunden um mehrere Milliarden US-Dollar geprellt zu haben – ein Ereignis, das letztlich den Zusammenbruch von FTX verursachte.
Laut dem Bericht hätten die Teilnehmer ihre Gruppe genutzt, um konspirative Nachrichten zu versenden. Signal sei explizit mit der Hoffnung genutzt worden, die Mitteilungen würden auf alle Zeit verborgen bleiben.
SBF dementiert Vorwurf der geheimen Chatgruppe
Sam Bankman-Fried habe viel Wert darauf gelegt, Nachrichten geheim zu halten, welche die Geschäfte rund um FTX betreffen. So habe er Mitarbeitern seines Unternehmens empfohlen, einzig und allein selbstzerstörende Nachrichten zu verschicken.
Er selbst habe diese Option bei sämtlichen Messengern verwendet. Den Vorwurf, Teil einer geheimen Chatgruppe mit dem Namen Wirefraud gewesen zu sein, dementiert der US-Amerikaner allerdings.
So schreibt er auf Twitter:
Wenn das wahr ist, dann war ich kein Mitglied dieses inneren Kreises. (Ich bin mir ziemlich sicher, dass es einfach falsch ist; ich habe noch nie von einer solchen Gruppe gehört)
Damit impliziert SBF: Er selbst war nie Mitglied der Gruppe. Als Gründer des Konzerns müsste er aber zum inneren Kreis gehören, dem das australische Journal die Vorwürfe macht. Tatsächlich geht aus dem Bericht nicht hervor, woher die Australier ihre Informationen beziehen.
Die Antwort des 30-Jährigen ist sein bislang letzter Tweet, bevor er von der Polizei der Bahamas verhaftet wurde. Aktuell befindet er sich im Gewahrsam der Bahamas und soll an die USA ausgeliefert werden.
Seine Verhaftung kommt ausgerechnet einen Tag, bevor er im US-Kongress an einer öffentlichen Anhörung teilnehmen sollte. Unter Eid sollte er dort Rede und Antwort zum FTX-Crash geben.
Kurz vor der Verhaftung wiesen die Bahamas jede Verantwortung im Fall von FTX von sich.