Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03438.jsonl.gz/1999

Sein Blick scheint immer in der Ferne zu ruhen, bis er einem direkt in die Augen sieht. Dann sieht er in die innersten Ecken und Winkel der Seele. Galgo Español heisst «spanischer Windhund». Im Gegensatz zu seinen schnellen Cousins und Cousinen wird er auch heute noch fast ausschliesslich für die Jagd gezüchtet. Dabei ist er im einen Augenblick eine Naturgewalt, im nächsten schmiegt er sich so dicht an seinen Halter, dass die Grenzen zu verschwimmen drohen. Wer diesen Gegensatz zu schätzen weiss, wird diesen Hund lieben.
Alt
Die ersten Windhunde sollen bereits 3000 v. Chr. durch die Kreter auf die Iberische Halbinsel gebracht worden sein. Die Kreter bezogen ihre Windhunde von den Ägyptern, die neben den stehohrigen und ringelschwänzigen Hunden auch solche mit Schlappohren besassen. Diese kamen aus dem heutigen Somalia und von der arabischen Küste. Ab dem 6. Jh. v. Chr. brachten die Kelten ihre rauhaarigen Windhunde auf ihren Eroberungszügen nach Spanien. Nach der Unterwerfung der Kelten durch die Römer wurden diese Hunde einfach Canis gallicus (gallischer Hund) genannt, woraus sich später das spanische Wort «Galgo» entwickelt haben könnte.
Während der Maurenherrschaft vom 8. bis zum 15. Jahrhundert n. Chr. erreichten glatthaarige, arabische Windhunde Spanien. Die Mauren galten als ehrgeizige Züchter, die von sich, ihren Hunden und den Pferden eine reine Rasse verlangten. Windhunde blieben auch während dem Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert die Lieblinge des Adels. In dieser Zeit kamen in England die ersten Coursings und Racings auf. Erst zur Unterhaltung der Oberklasse, später führte das Volk selbst solche Wettkämpfe durch. So verbreitete sich der Windhund in allen Bevölkerungsschichten.
Berühmt durch ihre jagdlichen Leistungen, wuchs die Nachfrage nach Galgos auf den britischen Inseln, sodass man sie während des 16., 17. und 18. Jahrhunderts in grosser Zahl importierte. Dabei wurden der Galgo Español und der Greyhound fleissig vermischt, damit der Galgo schneller und der Greyhound ausdauernder wurde. Handkehrum wurden auch in Spanien die Hunderennen immer beliebter, weswegen wiederum zahlreiche Greyhounds bis ins 20. Jahrhundert nach Spanien gebracht und in die Zucht integriert wurden. Das geschah in einem so grossen Ausmass, dass die Unterscheidung von Galgo und Greyhound zunehmend schwerer fiel. (…)
Den vollständigen Beitrag können Sie in der Ausgabe 4/19 lesen.