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Sie suchte sich nicht nur einzelne Verse heraus, sondern schaute das Ganze an. Und sie entdeckte einen Jesus und einen Paulus, welche die Frauen als gleich bedeutsam ansahen wie Männer, um das Evangelium voranzubringen, berichtet die «Christianity Today».
Ihr Buch sei denn auch nicht ein Buch über christlichen Feminismus, sondern über das Königreich Gottes und dass es darum gehe, das Bild der Frau wieder herzustellen. Vor etwa zehn Jahren habe sie die Kirche in Frage gestellt und die Bibel studiert und geschaut, wie Jesus mit den Frauen umgegangen sei. In manchen Geschichten seien die Frauen im Vordergrund gestanden, in anderen im Hintergrund.
Paulus wurde zum Bruder
Eine Geschichte im Lukas-Evangelium habe sie aber besonders berührt; die, in welcher Jesus das Beten lehrt. Dort steht: «Während Jesus das sagte, rief plötzlich eine Frau aus der Menschenmenge: 'Wie glücklich muss die Frau sein, die dich geboren und gestillt hat!' Darauf erwiderte Jesus: 'Ja, aber noch glücklicher sind die Menschen, die Gottes Botschaft hören und danach leben.'» Sarah Bessey: «Er kommuniziert mit ihr und schaut sie an, als eine Person, die das Wort versteht und ihm folgt. Ich liebe es, wie die Schrift die Frau ehrt.»
In Paulus habe sie nach gründlichem Studium einen Bruder gefunden, erklärt Bessey weiter: «Ich begann ihn im damaligen Kontext zu verstehen, besonders in dem Haushalts-Kode der Römer.» Frauen seien damals noch nicht gebildet gewesen. Viele Männer glaubten, dass die Frauen nun, in der gewonnen Freiheit, die Treffen mit Fragen überfluten würden. Deshalb sollten sie später die Männer über die nun revolutionären Geschehnisse befragen. «Er ermutigte also die Frauen zum Lernen!»
Priscilla unterrichtete
Auch habe Paulus Frauen unterrichtet und es sei nach seinem Herzen, wenn Frauen heute das Gleiche tun würden. «Priscilla unterrichtete Apollos. Er selbst praktizierte nicht, dass Frauen in den Gemeinden nicht leiten dürfen.» Die Art und Weise wie diese Passagen später angewendet worden seien, hätten Paulus das Herz gebrochen, sagt Sarah Bessey weiter.
Sie selbst sei anders, als der Buchtitel vermuten lasse. «Ich bin verheiratet und oft im Haushalt tätig, das mag ich. Mit Freude habe ich diesen Weg gewählt. Auch will ich niemanden kleinmachen, der diese Rolle mag.»
Als die ersten zwei Kinder da waren, habe sie zunächst ebenfalls ausserhalb des Haushalts gearbeitet. Dann aber habe sie daheim bei ihren Kindern sein wollen, sie nach ihrem Schlaf aufnehmen, Windeln wechseln, Essen vorbereiten.
Gleichzeitig sei das aber eine vorübergehende Rolle, bis die Kinder gross und unabhängig sind.