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Wenn sich die menschliche Haut fleckförmig entfärbt
Diagnose Bei der Therapie der Weissfleckenkrankheit (Vitiligo) gibt es verschiedene Therapieansätze. Heilbar ist die Krankheit aber nicht.
Vitiligo, auch Weissfleckenkrankheit genannt, ist eine erworbene chronische Erkrankung, bei der es zu einem fleckförmigen Verlust des Pigmentstoffs Melanin kommt. Ursache für diesen Pigmentschwund ist eine Hemmung oder Zerstörung der Melanin bildenden Zellen. Die weissen Flecken können überall auf der Haut auftreten und auch Schleimhäute, Haare oder Augen betreffen. Manchmal verschwinden die Flecken wieder spontan, häufiger aber wachsen sie zu grösseren Arealen zusammen oder breiten sich auch über mehrere Körperstellen aus.
Verschiedene Hypothesen
Zur Entfärbung der Haut bei Vitiligo kommt es, wenn die Melanin produzierenden Zellen oder Melanozyten kein Melanin mehr herstellen. Die Ursache dafür ist allerdings noch nicht bekannt. Heute geht man von verschiedenen Mechanismen aus, die einzeln oder kombiniert auf die Melanozyten Einfluss nehmen und so zur Entstehung der Pigmentstörung führen: Bei der Autoimmunhypothese nimmt man an, dass das körpereigene Abwehrsystem die eigenen Melanin bildenden Zellen fälschlicherweise als körperfremd erkennt und so ihre Zerstörung einleitet. Bei der Selbstzerstörungshypothese oder Autoaggressionshypothese soll ein Ungleichgewicht im Zellstoffwechsel der Melanin bildenden Zellen dazu führen, dass sie sich selbst zerstören. Eine weitere Ursache könnten gewisse von den Hautnerven abgegebene Substanzen sein, welche für die Zerstörung der Melanozyten verantwortlich sind. Weiter nimmt man an, dass sich in den Melanozyten freie Radikale anreichern könnten, da die entsprechenden Schutzmechanismen versagen.
Typische Symptome
Bei der Vitiligo sind weisse, scharf begrenzte Hautflecken charakteristisch. Unter einer generalisierten Vitiligo versteht man das Auftreten der depigmentierten Stellen auf beiden Körperseiten. Es ist möglich, dass sich die weissen Flecken dabei auf nahezu die gesamte Hautoberfläche ausdehnen. Bei einer lokalen Vitiligo treten die Flecken nur bei einer Körperhälfte auf. Zumeist ist die Vitiligo in diesem Fall nicht so stark ausgeprägt. Eine Vitiligo kann sich im Zusammenhang mit intensiver Sonnenbestrahlung, psychischer Belastung sowie Verletzungen entwickeln (Köbner-Phänomen). Das Köbner-Phänomen beschreibt das Auftreten von krankheitsspezifischen Hautveränderungen nach unspezifischer Reizung an einer vorher nicht beeinträchtigten Stelle der Haut. In Einzelfällen können auch Hormonumstellungen oder die Pubertät den Ausbruch der Krankheit fördern.
Verschiedene Therapieansätze
Vitiligo ist keine gefährliche Erkrankung, sie verursacht auch keine Schmerzen und ist nicht ansteckend. Obwohl die Weissfleckenkrankheit auf den ersten Blick ein kosmetisches Problem darstellt, darf man sie nicht allein darauf reduzieren. Es handelt sich um eine chronische Erkrankung mit zum Teil schweren Verläufen, die bei vielen Betroffenen zu einem hohen Leidensdruck führen kann. Vitiligo ist nicht heilbar. Es gibt aber verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die den Betroffenen helfen können. Die unterschiedlichen Therapieansätze erzielen, individuell und abhängig von der Art der Vitiligo sowie der Stellen der depigmentierten Areale, unterschiedliche Erfolge. Bei der Phototherapie werden die betroffenen Hautstellen über mehrere Monate mit UV-Licht bestrahlt. Eine neue Entwicklung in der Phototherapie ist die Behandlung mit dem Laser. Durch die Laserbestrahlung soll die Bildung neuer Melanozyten angeregt werden. Die Behandlung mittels Laser erlaubt es, gezielt nur die betroffenen Hautstellen zu bestrahlen. Ein anderer Therapieansatz setzt auf Substanzen, mit denen die Haut eingecremt wird. Sie erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut, bevor die Hautstellen mit UVA-Licht bestrahlt werden. Zudem existieren einige chirurgische Verfahren, zu denen es jedoch bisher keine Langzeit-Erfahrungen gibt. Sie umfassen das Verpflanzen eigener gesunder Haut auf die erkrankten Stellen sowie das Einsetzen von Melanozyten aus normaler Haut des Patienten.