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Tausende von Laotinnen und Laoten, die in Nachbarländern arbeiten, müssen wegen der Pandemie in ihr Heimatland zurückkehren. Dort verpflichtet die Regierung sie zur Quarantäne. Das SRK unterstützt das Laotische Rote Kreuz, damit die meist mittellosen Rückkehrenden in Quarantänezentren ein menschenwürdiges Obdach haben und mit dem Nötigsten versorgt werden.
Ai aus der Provinz Vientiane kehrte am 5. Januar 2021 mit seinen Eltern nach Laos zurück. Weil sein Vater einen Unfall hatte, musste die Familie die Heimreise antreten. In Thailand war es wegen der Corona-Pandemie nicht möglich, die nötige medizinische Behandlung zu erhalten. Als die Familie einen Fluss nahe des Distrikts Vang Vieng überquerte, wurde sie von den Dorfbehörden entdeckt. Sie wurde sofort in ein Quarantänezentrum der Regierung geschickt, in dem das Rote Kreuz medizinische Unterstützung leistet und für die Verpflegung sorgt. Obwohl die Familie negativ getestet wurde, musste sie in Isolation bleiben. Ai ist dankbar für die gute Führung des Zentrums und das Essen, das sie erhalten haben. «Wir werden vom Regierungspersonal und den Freiwilligen des Laotischen Roten Kreuzes respektvoll behandelt», sagt er.
Strenge Schutzmassnahmen
Zum Zeitpunkt dieses Berichts von Anfang Juli 2021 dürfen nach wie vor keine Touristinnen und Touristen einreisen, um eine Ausbreitung des Virus in Laos zu verhindern. Seit Beginn der Pandemie mussten jedoch knapp 300 000 Laotinnen und Laoten in ihr Land zurückkehren. Die laotische Regierung hat beschlossen, alle Einreisenden für 14 Tage in Quarantänezentren unterzubringen. Heute befinden sich pro Tag etwa 3000 Personen in fast 50 solcher Zentren in Quarantäne. In dreizehn davon ist das Laotische Rote Kreuz tätig und wird dabei vom Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) unterstützt. Das SRK seinerseits erhält Gelder der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und des Welternährungsprogramms (WFP). Auf dem Höhepunkt der Krise waren 124 Zentren geöffnet. Das Rote Kreuz war eine der ersten Organisationen, das Hilfe angeboten hat. Gabriela Zipper-Banas, Programmverantwortliche des SRK für Laos erklärt: «In Laos bemühen wir uns seit Jahren, den Zugang zur Gesundheitsversorgung für die Ärmsten sicherzustellen. Dank unseren Kontakten vor Ort konnten wir sehr rasch reagieren. Ohne Unterstützung wäre es für die Rückkehrenden, fern von der Familie und ohne Einkommen, schwierig, sich zu versorgen.».
«Ohne Unterstützung wäre es für Rückkehrende ohne Einkommen schwierig, sich zu versorgen.»
Gabriela Zipper-Banas, Programmverantwortliche des SRK für Laos
Das Rote Kreuz verteilt Wasser, Essen und Hygieneartikel. Zudem sorgt es für den Rücktransport aus den Quarantänezentren. Bisher haben über 43 000 Menschen Hilfe erhalten. Teil des Projekts sind auch Sensibilisierungsmassnahmen sowie die Ausstattung und Desinfektion von Test- und Gesundheitszentren.
Im Heimatland ohne Einkommen
Wie Ai suchen jährlich Tausende von Laotinnen und Laoten Arbeit im Ausland, insbesondere im benachbarten Thailand. «In Laos leben zahlreiche Menschen als Selbstversorger von der Landwirtschaft. Sie verlassen ihr Land auf der Suche nach einem besseren Leben», so Gabriela Zipper-Banas weiter. Viele finden Arbeit im Tourismus in Thailand, wo Reisende aus aller Welt Ferien machen. Oder machten. Denn der Ausbruch der Pandemie Anfang 2020 hat den Tourismussektor lahmgelegt. Viele hatten noch weniger Glück als Ai. Von einem Tag auf den anderen verloren sie ihre Arbeit. Und wegen missbräuchlicher Entlassungen oder überteuerter Rückkehrkosten verloren sie manchmal auch noch das, was sie während Monaten gespart hatten.
Tick Luangbatmixay arbeitete zwei Jahre lang als Zimmermädchen in Thailand. Anfang 2021 war sie gezwungen, nach Laos zurückzukehren. Die Corona-Pandemie hat sich in Südostasien plötzlich verschärft. Ein schwerer Schlag für sie, denn in Thailand konnte sie ihren Lebensunterhalt besser bestreiten als in Laos. Ihre Rückkehr in ihr Heimatland am 4. Januar 2021 wurde von der laotischen Immigrationsbehörde organisiert. Sie überquerte die Grenze in der Provinz Nongkai und wurde dann trotz negativem Testergebnis zur Isolation in ein Quarantänezentrum gebracht. «Hier fühle ich mich sicher. Man kümmert sich um uns und wir erhalten dreimal täglich etwas zu essen», sagt sie.
«Wir wollen unsere Unterstützung bis Ende 2021 weiterführen. Falls die Zahl der Coronafälle früher zurückgeht und die Quarantänemassnahmen aufgehoben werden, könnten wir die Hilfe aber schon vorher einstellen», erklärt Gabriela Zipper-Banas. In der Hoffnung, dass nicht das Gegenteil eintritt.