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Ergraute Schweizer Sonnenstube
Trübes Wetter herrscht auf der Alpensüdseite eigentlich eher selten, kommt aber hie und da doch vor. Verantwortlich dafür sind hauptsächlich zwei Wetterphänomene, nämlich der Südstau und der Retour d’Est. Heute sorgte der Retour d’Est dafür, dass nach einigen sonnigen Tagen im Tessin und in den Bündner Südtälern wieder einmal das trübe Wolkengrau tonabgebend war. Im heutigen Meteoblog wird dieses Wetterphänomen unter die Lupe genommen.
Retour d’Est – der Hochnebel der Alpensüdseite
Der allseits bekannte Hochnebel auf der Alpennordseite findet auf der Alpensüdseite im sogenannten Retour d’Est seine Entsprechung. Auch südlich der Alpen handelt es nämlich um eine kompakte Schichtbewölkung. Allerdings liegt die Obergrenze dieser Schichtbewölkung meist höher. Oft erreicht die Obergrenze nämlich deutlich mehr als 2000 Meter, hie und da sogar fast 3000 Meter.
Kalte und feuchte Luft strömt aus Ost- bis Südost zur Alpensüdseite
Die Wetterlage ist im Prinzip ähnlich wie auf der Alpennordseite, indem nämlich in tieferen Lagen aus Osten kalte Luft herangeführt wird. Allerdings hat der Wind auf der Alpensüdseite bei Retour d’Est in den unteren Luftschichten eine schwache Südkomponente, es handelt sich also streng genommen nicht um Ost-, sondern um Ostsüdostwind. Diese Windrichtung herrscht generell selten vor, so dass Retour d’Est auf der Alpensüdseite nicht allzu häufig vorkommt, währendem der Hochnebel auf der Alpennordseite im Winterhalbjahr oft tagelang für trübe Witterung sorgt.
Feuchtigkeit stammt wohl zu einem grossen Teil von der Adria
Luftmassen aus Osten sind meistens trocken und im Winter kalt bis sehr kalt, so dass man eigentlich auf der Alpensüdseite wolkenarmes Wetter erwarten müsste. Da aber die kalte Luft über die meist warme Adria strömt, wird die kalte Luft mit Feuchtigkeit angereichert. Die damit angefeuchtete Luft strömt anschliessend nach Westen und Nordwesten, um anschliessend zu den Westalpen zu gelangen. Die feuchte und kalte Luftmasse vermag die hohen Westalpen nicht zu überwinden. Insgesamt wird sie aber doch markant angehoben, so dass Kondensation einsetzt und über der Poebene, aber auch bis weit in die Alpentäler hinein, sich eine kompakte Wolkenschicht bildet. Im Sommer löst sich die hochnebelartige Bewölkung hie und da bis am Nachmittag auf. Im Winter hingegen bleibt die Bewölkung meist während des ganzen Tages kompakt.
In der übrigen Schweiz häufig sonnig
Neben der Bewölkung auf der Alpensüdseite waren in den nördlichen Voralpen am Vormittag einige Hochnebelfelder auszumachen und in der Region Basel trübte der Nebel am Morgen die Stimmung auf seine Weise. Sonst war es aber meist sonnig. Nach einmal recht kalten Morgen mit Tiefstwerten von rund 3 bis 5 Grad im Schweizer Mittelland stiegen die Temperaturen in den Niederungen bis am Nachmittag auf 16 bis 18, im Wallis bis 20 Grad.
Das Phänomen Retour d'Est wurde auch von Genfer Kollegen im Blog thematisiert.