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Ein Gastbeitrag von Jürg Vogel. Er hat in der Edition Unik sein Buch geschrieben, die Anekdote «Schlüsselkinder» ist darin erschienen.
Die letzten beiden Schuljahre lebten wir im Lyzeum. Dort hatte jeder Student ein Zimmer mit Bett und Pult sowie einen Anschluss mit kaltem Wasser. Die Türen hatten keine Türfalle, sondern nur einen altmodischen Schlüssel mit Schlüsselbart, der immer im Schloss steckte. Eines Abends fand ein unbewilligter Massenexodus zum Ausgang ins Dorf statt.
Pater Hugo mit seinem Hang zum Schelmischen realisierte die Aktion, sammelte alle Schlüssel ein und warf sie auf einen Haufen mitten im Gang. Somit konnte kein Student unauffällig in sein Zimmer zurückkehren. Die Suche nach dem passenden Schlüssel aus dem grossen Haufen war sehr aufwändig, zumal man nach der Rückkehr aus dem verbotenen Ausgang nicht erwischt werden wollte. Hugo beobachtete das Treiben heimlich. Auf eine Strafe verzichtete er, sein Vergnügen war zu gross. Am andern Tag beim Morgengebet begrüsste er explizit die Schlüsselkinder.