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Niederterrassenschotter der Hauptthäler) und zweierlei Moränen (Ablagerungen der zweitletzten grössten und der letzten Vergletscherung) zu unterscheiden. Die End- und Seiten-Moränen der letzten Vergletscherung bilden im südl. Aargau viele, zum Teil mächtige Wälle von charakteristischem Verlauf und typischer Gestalt, die das eigentümliche Gepräge der betreffenden Landschaft bedingen. Die Endmoränen bilden in den Thalsohlen thalauswärts convexe Wälle ähnlich einem Hufeisen; deren Schenkel gehen in thalaufwärts steigende Seitenmoränen über, welche die Endmoränen der verschiedenen Thäler miteinander verbinden.
In tektonischer Beziehung sind im Aargau übereinstimmend mit der orographischen Gestaltung drei Hauptgebiete zu unterscheiden, nämlich von N. nach S.: Der Tafeljura, der Kettenjura und das Molasseland.
1) Der Tafeljura
ist das südl. des Rheines gelegene Tafelland. Im Osten (zwischen Lägern und Rhein) ist er ca. 9 km. breit; bis 50 km westwärts erreicht er allmälig nördlich des Hauensteins die Breite von 16 km. Er ist durch meist SO.-NW. gerichtete Thäler mit dem Rhein zufliessenden Bächen in entsprechend zahlreiche flachrückige Berge zerteilt. Seine aus fast allen oben erwähnten Formationen bestehenden Gesteinsschichten sind im ganzen schwach südwärts geneigt. Deshalb ist der südlichste Teil jeder einzelnen Gesteinsschicht am tiefsten gelegen.
Gleichwohl steigt die Oberfläche des Tafeljura im Ganzen von N., dem Rheinthal her, gegen S. und zwar stufenförmig an. Das rührt daher, dass die ursprünglich im N. am höchsten aufragenden Gesteinsschichten am meisten erodiert sind. Die stufen- oder staffelförmige Bodengestaltung ist dadurch bedingt, dass gewisse harte und schwer verwitterbare Gesteine der Erosion jeweilen länger widerstehen und sich als schützende Decke darunter liegender weicher Gesteine erhalten haben.
Sie kehren meistens ihre in steilen Flühen ausstreichenden Schichtenköpfe gegen N., bezw. gegen die zwischen ihnen ausgewaschenen Thäler. Solche Flühe und Staffeln werden in der Richtung von N. nach S. gebildet: an der Schlossruine zu Laufenburg und in der äusseren Christenmatt westl. Schwaderloch von Gneiss. Der Zeininger Herrschaftsberg, die Katzenfluh bei Mumpf, der Ebneberg bei Laufenburg, die Wandfluh bei Schwaderloch und die Höhe bei Reuenthal von Hauptmuschelkalk;
der Liaskalk bildet nur aus dem Terrain vorspringende Kanten und Gräte;
der Thiersteinberg, der Frickberg, Schimberg, Geissacker, Wessenberg und der Achenberg bei Zurzach von Hauptrogenstein;
die Wideregg bei Effingen, der Geissberg, die Rhyfluh und die Flühe von Beckingen bis Kaiserstuhl von den Kalkbänken des Malm und im südlichsten Teil von Kienberg bis zum Bötzberg von verhältnismässig wenig mächtigen Bänken tertiären Süsswasserkalkes und der Jura-Nagelfluh, die mit den zwischenliegenden roten Helicitenmergeln nur besondere, dem Tafeljura eigentümliche ¶
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Ausbildungsformen Fazies der im Molasseland als graugrüne Mergel und Sandsteine entwickelten oberen Süsswassermolasse sind.
Seiner Lagerung gemäss zeigt der westl. Teil des Aargauer Tafeljuras eine nahe Beziehung zum Dinkelberg und Schwarzwald; diese sind gewissermassen seine nördl., aber bedeutend höher ansteigende und entsprechend stärker, im Schwarzwald meist bis auf das Grundgebirge hinab erodierte Fortsetzung. Der östl. Tafeljura geht nordostwärts in den schwäbischen Jura, ost- und südostwärts in den östl. Teil des Molasselandes über.
Der Tafeljura wird von mehreren, meist SW.-NO. verlaufenden Verwerfungen durchzogen. Die wichtigste streicht von Wallbach über Zeiningen und Wintersingen bis ins südliche Baselland. Das Gebiet zwischen den Verwerfungen Leibstadt-Käsiberg einerseits und Beznau-Frick anderseits ist eine Grabenversenkung. Kleinere Grabenversenkungen finden sich in den Gebirgstafeln südl. Wallbach. Eine Verwerfung mit gesunkenem O.-Flügel durchzieht das Gebiet quer zur obigen Regel NW.-SO. von Degerfelden über Rheinfelden zum Brand bei Magden.
2) Der Kettenjura
ist noch komplizierter gebaut als der Tafeljura, Aeltere Formationen als der Salzton treten darin nicht zu Tage, wohl aber die Mehrzahl der übrigen. Die wichtigsten tektonischen Verhältnisse lassen sich durch folgende Sätze andeuten. Vom westl. Jura her ziehen sich zwischen dem S.-Rand des Tafeljuras und der Aare mehrere Gebirgsfalten (Gewölbe, Antiklinalen), dazwischen Mulden, zunächst ostnordostwärts, von der Geissfluh an im Ganzen ostwärts. Die Gewölbe sind von S. nach N. zunehmend einseitig gebaut, der S.-Schenkel mächtiger und weniger steil als der N.-Schenkel und mehr oder weniger über diesen hinüber geschoben.
Auch der N.-Rand des Kettenjuras als Ganzes erscheint beträchtlich über den zu ein oder zwei Falten aufgestülpten S.-Rand des Tafeljuras hinübergeschoben. Alle Gewölbescheitel sind in von S. nach N. zunehmendem Betrage, in den nördlichsten und westlichsten Falten am beträchtlichsten, also dort bis auf den Muschelkalk, ja bis auf den Salzton hinab erodiert. Gleichwohl gehören die Berge des nördl. Kettenjuras zu den höchsten Erhebungen des Gebietes, die Schichten gleichen Alters steigen hier am höchsten an, weil sie nachweislich in breiter Zone über dem S.-Rand des Tafeljuras liegen. Von S. nach N. sind folgende Ketten zu nennen: l) Die Born-Engelbergkette beginnt schon bei Kappel, südl. des O.-Endes der Weissensteinkette.
2) Der Scheitel eines flachen Gewölbes zwischen Schönenwerd und Aarau ist durch Erosion grösstenteils zerstört.
3) Die Gugenkette entsteht östl. des unteren Hauenstein aus der Vereinigung der Farisbergkette mit der Passwangkette.
4) Die Leutschenbergkette vereinigt sich am alten Wolf mit der Sodacker-Stellikopf-Benken-Kette, dann an der Staffelegg mit der Bärnhalden und der Strichenkette zur Gislifluhkette (mit einer merkwürdigen Flexur am S.-Abhang) und diese mit der Kalmeggkette bei Wildegg zur Kestenbergkette.
5) Die Dreierberg-Bözeneggkette geht ostwärts in die Habsburgkette über, deren östl. Aequivalent die Lägernkette ist. Die Gewölbe des Klapfen, des Risshubels bei Oberdorf, der Kohlhalde die Pfaffenhalde mit Urgiz und die Ueberschiebungen des Zeiher Homberges und des Linnerberges gehören dem Südrand des Tafeljuras an. Im allgemeinen sinken die Ketten gegen O. und zwar an ihrem Ende jeweilen verhältnismässig rasch und schiessen unter das Molasseland ein. Die südlichsten Ketten erstrecken sich am wenigsten ostwärts; demgemäss endigt die mit ihrem östl. Teil, dem Engelberg, noch südl. der Aare gelegene Born-Engelbergkette bei Däniken, die Gugenkette bei Erlisbach und die Gislifluh-Kestenbergkette bei Brunegg, so dass schliesslich der Jura östl. der Reuss nur noch aus einer langgezogenen Falte, der Lägernkette besteht, die bei Regensberg endet.
Der Kettenjura zeichnet sich durch seine steilen Flühe und scharfen Kämme aus, die im nordwestl. Teil hauptsächlich von Hauptmuschelkalk (Wisenberg, Leutschenberg, Densbürenstricken, Dreierberg, Habsburg) im mittleren Teil von Hauptrogenstein (Gugen, Geisstluh, Wasserfluh, Egg, Achenberg, Gisifluh) im südlichsten und östl. Teil von den Kalksteinen des oberen Malmes (Engelberg, Kestenberg, Lägern) gebildet werden.
Die Thäler des Kettenjuras sind teils tektonische Mulden (Schinznacherthal) teils durch Erosion zwischen harten Bänken in weichen Mergeln erzeugte langgezogene Comben teils kurze durch Erosion erzeugte Querthäler und zwar Klusen (Aarethal von Aarburg bis Olten, Reussthal von Mülligen bis Gebensdorf und Limmatthal bei Baden) oder Halbklusen (bei Erlisbach, Benken, Staffelegg), durch welche von W. nach O. zunehmend gangbare Verkehrswege den Kettenjura kreuzen. Ganz eigentümlich ist das Aarethal von Wildegg bis Vilnachern, das einem Einsinken aller Ketten, also einer die Ketten dieser Strecke kreuzenden Quermulde seine Entstehung verdankt.
3) Das Molasseland
umfasst das ganze Gebiet südl. und östl. des Kettenjuras und östl. des Tafeljuras, in dem nur die drei Stufen der Molasseformation zu Tage treten. Es dringt auch in die Mulden zwischen der Born-Engelbergkette und die nördl. davon gelegene Gugenkette zwischen die Gislifluh-Kestenbergkette und die Kalmegg-Habsburgkette und bildet den südl. Teil des östl. Tafeljuras. Es kann überhaupt als die vom Tafeljura durch die Aufstauung des Kettenjuras getrennte Fortsetzung desselben bezeichnet werden, in der alle ältern Formationen unter dem Niveau der Thalsohle liegen und an dessen Aufbau (der allgemeinen Regel gemäss, dass die jüngeren Gesteinsschichten südwärts zunehmend vor der Erosion geschützt geblieben sind) nur das mittlere und das jüngste Tertiär in den früher genannten drei Stufen, sowie das Diluvium beteiligt sind.
Die Schichten der Molasse sind, wo sie auf solchen des Juras liegen, gleich geneigt wie diese, fallen also am S.-Fuss des Kettenjuras 10-40 Grad nach S. Die Steilheit des Fallens nimmt südwärts rasch ab, so dass die Schichten im südl. Aargau fast horizontal, resp. 1-2 Grad südwärts geneigt erscheinen. Der südwestliche Teil zeigt einzelne schwache, im ganzen WO. streichende Antiklinalen; ein Ausläufer derselben scheint durch das sanfte Ansteigen der tertiären Nagelfluh im oberen Ruederthal angedeutet. Die Grenzfläche zwischen den drei Stufen ist im westl. Teil des Molasselandes deutlich nach SO. geneigt, derart, dass die obere Meeresmolasse bei Moosleerau ca. 640 m, am Abhang westl. Villmergen 460 m, am Boll östl. Villmergen 440 m ü. M., im mittleren und oberen Seethal unter der Thalsohle liegt. Das Molasseland ist durch mehrere nordwärts gegen das breite Aarethal sich öffnende Seitenthäler tief in entsprechend viele ¶