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Wir schreiben das Jahr 2029: Die vom Maschinenimperium Skynet geschaffene künstliche Intelligenz beherrscht dank Robotern und eines Betriebssystems namens «Genisys» die Welt. Die wenigen überlebenden Menschen geben unter der Leitung von Widerstands-Legende John Connor (Jason Clarke) alles, um sich von dieser Tyrannei zu befreien. Kurz bevor den Menschen der entscheidende Sieg über die Maschinen gelingt, schickt Skynet einen Killerroboter der Marke T-800 per Zeitmaschine zurück ins Jahr 1984. Er soll John Connors Mutter Sarah (Emilia Clarke) umbringen und somit die Geburt des Revolutionsführers verhindern.
Daraufhin schickt Connor seinen Soldaten Kyle Reese (Jai Courtney) durch die Zeit; um seine Mutter zu beschützen und den bösen T-800 zu erlegen. Kaum im Jahr 1984 angekommen, merkt Reese, dass Sarah Connor ihre Bestimmung bereits kennt, da sie schon seit ihrem neunten Lebensjahr von einem anderen, guten T-800 beschützt wird. Mit vereinten Kräften versucht das Trio in der Folge, die Lancierung von Syknets todbringendem Betriebssystem «Genisys» zu verhindern.
Das stärkste Zitat:
Nicht nur an Arnies Muskelbergen nagt der Zahn der Zeit; auch Terminatoren altern. Darum lautet der doppeldeutige, neue Erkennungsspruch des guten T-800: «Ich bin alt, nicht überflüssig!»
Der Schauspieler:
Seine erste Kinohauptrolle ergatterte sich Arnold Schwarzenegger bereits 1969 («Hercules in New York»), nur ein Jahr nach seiner Auswanderung aus Österreich. International beachtet wurde der Bodybuilder aber erst 1982 als Titelheld von «Conan the Barbarian». Zwei Jahre später folgte die Fortsetzung «Conan the Destroyer» und – viel wichtiger – sein stilbildender Auftritt im Science-Fiction-Kultfilm «The Terminator». Die amerikanisch-britische Koproduktion, die für mickrige 6,4 Millionen Dollar realisiert wurde, verhalf Schwarzenegger zum endgültigen Durchbruch in Hollywood. 1991 und 2003 folgten zwei Fortsetzungen der «Terminator»-Reihe mit Arnie als Dreh- und Angelpunkt. Danach legte er seine Schauspielkarriere auf Eis, um das Amt des kalifornischen Gouverneurs auszuüben. In «Terminator Salvation» (2009) spielte Arnie daher nicht mit; der Kurzauftritt des T-800 entstand im Computer – zum Schrecken der Fans. «Terminator Genisys» setzt dagegen voll auf Arnie: Der inzwischen 67-Jährige gibt ein weiteres Mal die stählerne Kino-Ikone – freilich nicht ohne sich selbst über sein Alter lustig zu machen.
Fakten, die man wissen sollte:
«Terminator», «Mad Max», «Jurassic Park» und «Star Wars» – 2015 ist ein Jahr, in dem auffällig viele Kino-Klassiker aus dem 20. Jahrhundert auferstehen. Besonders Filmreihen aus den 1980er- und 1990er-Jahren scheinen es den Produzenten angetan zu haben – aus gutem Grund. Die Zuschauer, welche die Originale damals auf der Leinwand sahen, sind meist immer noch jung genug, um erneut ins Kino zu pilgern. Nostalgie sorgt für volle Kassen und sichert die hohen Budgets, mit Hilfe derer das junge Publikum an die etablierten Marken herangeführt werden soll. Das risikoarme Geschäftsmodell ist in Hollywood derzeit Trumpf: Im Dezember wird «Episode VII: The Force Awakens» das «Star Wars»-Fieber frisch entfachen. Und 2016 feiern sowohl die «Ghostbusters» als auch «Indiana Jones» ihr Revival.
Das Urteil:
Schiessereien, Explosionen und Zeitreisen. Das klingt nicht nur nach guter, alter Action; es sieht auch so aus. «Terminator Genisys» wurde mit modernster Technik auf Retro getrimmt. Die zahlreichen Anspielungen auf James Camerons «The Terminator» (1984) und «Terminator II: Judgment Day» (1991) machen den Film zu einem Fest für Fans. Regisseur Alan Taylor hat mit «Terminator Genisys» aber nicht nur Recycling betrieben. Die Story ist durchaus als Spiegel der veränderten Bedrohungslage zu verstehen. Im Kalten Krieg besass derjenige die Macht, der die Atombomben kontrolliert. Heute scheint sich dagegen alles um die Kontrolle von Smartphones, Tablets und Computern zu drehen. Durch Skynets Betriebssystem «Genisys» spielt der Film mit den grassierenden Ängsten vor der fortschreitenden Digitalisierung. Wirklich gesellschaftskritisch oder richtig durchdacht ist die Handlung des actiongetriebenen Zeitreisefilms allerdings nicht. Viele Dinge machen bei genauerer Betrachtung wenig Sinn. Doch an der Hauptattraktion gibt es wenig auszusetzen: Arnold Schwarzenegger in seiner Paraderolle, mit seinem berühmten Versprechen: «Ich komme wieder!» Auf good old Arnie ist auch mit 67 noch Verlass.
Kinostart: 09. Juli 2015