Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03141.jsonl.gz/1777

Salix daphnoides Villars 1789 -- Reifweide
Wunderschöner Frühblüher
Vom natürlichen Habitus her ist die Reifweide ein bis 15 m hoher Baum oder Strauch. Zweige und Knospen sind dunkel weinrot und meist bläulichweiss bereift. Dieser abwischbare Belag ist für die deutsche Namensgebung verantwortlich. Die Blätter sind von der Form her lanzettlich, oberseits kahl und glänzend, unterseits sind sie bereift. Eine Gemeinsamkeit mit Salix caprea sind die im Gegensatz zu den Blattknospen vergrösserten Blütenknospen (ca. 1 cm).
Die Reifweide wächst sehr schnell und bringt hohe Transpirationsleistungen, weswegen sie häufig für Entwässerungsmassnahmen an Hängen eingesetzt wird. Aber auch im Siedlungsgebiet wird die Reifweide häufig angepflanzt. Mit der frühen Blütezeit zwischen (Februar) März und April (Mai), knapp vor dem Austreiben der Laubblätter, bietet sie grossen Zierwert für den Garten und ist begehrt als Futterpflanze für Bienen (Hörandl et al. 2002). Reifweiden blühen bereits im Folgejahr nach der Pflanzung an den neu gewachsenen, einjährigen Trieben. Aufgrund der frühen Blütezeit und der grossen Kätzchen (bis 8 cm lang !) existieren zu Imker- und Zierzwecken viele Kultursorten männlichen Geschlechtes; Beispiele sind CONTINENTAL PURPLE, OXFORD VIOLETT, PRAECOX, SINKER, WINTERBLOOM ...
Die Reifweide ist ein unkompliziertes Gehölz; sie wächst auf kalkhaltigen bis sauren Böden. Nur trockene Standorte behagen ihr nicht; am liebsten hätte sie einen ständig feuchten Boden.
Sie wächst an voll sonnigen bis halbschattigen Plätzen.
Subalpine Flussalluvionen, Ufer von Bächen und Flüssen sowie wasserzügige Hänge sind autochthone Standorte von Salix daphnoides. In tieferen Lagen der kollinen bis montanen Stufe kann sie in einigen Jahren zu einem kleineren Baum heranwachsen; in der subalpinen Stufe reichst grad noch zu einem 1,5 Meter hohen Weidengebüsch in der Gesellschaft von Grünerlen.
Salix daphnoides ist ein beliebtes Opfer für die Pflanzengallen-erzeugende Blattwespe Pontania acutifoliae daphnoides Zinovjev (www.Pflanzengallen.de). Die Gallenerreger sind auf bestimmte Pflanzen und Pflanzenteile spezialisiert. Nach Buhr (Buhr 1964) sind unter Gallen jene Wachstums- und Gestaltungsanomalien an Pflanzen zu verstehen, " ... welche von parasitischen Organismen veranlasst wurden, die unter aktiver Beteiligung der Pflanze zustande kommen und von den Erregern in ernährungsphysiologischer Hinsicht genutzt werden ..." Die Gallen entstehen also durch den Eingriff des Parasiten in den Stoffwechsel der Pflanze, mit dem Ziel Zellgewebe für Tumor-ähnliche Gebilde zu produzieren, in welcher sich der Parasit dann als Einmieter entwickeln kann. Im allgemeinen schädigen die Gallenerreger ihre Wirte aber kaum.
Eintrag erstellt: 02.06.2011/züm - Letzte Aktualisierung: 12.01.2015/züm