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Jagdhörner dienen der Ankündigung, Begleitung und Charakterisierung festgelegter Handlungsabläufe bei der Treib- oder Hetzjagd. In den wenigen Regionen Europas, die diese oft in Frage gestellte Art des Jagens pflegen, werden die Hörner auch heute noch entsprechend verwendet. Jeder einzelnen Aktion sind bestimmte Signale zugeordnet, die durch Rhythmus und Tonfolge definiert sind.
Ab der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden in der französischen Oper grosswindige Jagdhörner zur musikalischen Darstellung von Jagdszenen eingesetzt. Verbunden mit baulichen Veränderungen wurde das Horn im deutschen Sprachraum ab dem frühen 18. Jahrhundert in das Orchester integriert. In der Musik für diese enger gewundenen Jagdwaldhörner finden sich zunächst die bekannten melodischen und rhythmischen Elemente der Jagdsignale wieder, doch sind in zunehmendem Masse auch eigenständige Solopartien festzustellen.
Die bei der Treibjagd gespielten Naturhörner wurden ab dem späten 18. und vor allem im 19. Jahrhundert auch vielwindig und handlicher, d.h. mit kleinerem Windungsdurchmesser gebaut. Im Orchester, vor allem in der Oper, war das Horn weiterhin ein wichtiges Element, um den Bezug zur Jagd darzustellen: Ein Beispiel bietet der Jägerchor aus Der Freischütz von Carl Maria von Weber (1821).