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Unter „interessierten Parteien“ versteht man in den Managementsystemen nach ISO nicht mehr nur Personen und Gruppen, welche ein direktes und meist auch offensichtliches Interesse an der Leistung oder dem Erfolg der Organisation haben. Nun werden darunter all jene Parteien verstanden, welche eine Entscheidung oder Tätigkeit beeinflussen können oder welche davon beeinflusst sein können oder welche sich davon beeinflusst fühlen. Beispiele dafür sind: Kunden, Eigentümer, Mitarbeitende, Lieferanten, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen, Nachbarn etc.
Die Auswahl der relevanten interessierten Parteien geschieht durch das Unternehmen. Verlangt ist nicht eine umfassende Stakeholder-Analyse, sondern es geht um jene Parteien, die Einfluss auf das entsprechende Managementsystem haben. Beispielsweise kann eine Behörde für ein Unternehmen aus Umweltsicht relevant sein, jedoch nicht aus Qualitätssicht. Wird jedoch ein integriertes Managementsystem angestrebt, müssen alle dafür relevanten Parteien berücksichtigt werden.
Diese Anforderung steht – wie der Kontext des Unternehmens – in engem Zusammenhang mit der strategischen Ausrichtung der Organisation: Sind die relevanten externen und internen Themen bekannt, kann man als nächstes die Personen oder Organisationen und deren Anforderungen ermitteln. Wird eine Umfeldanalyse durchgeführt, mit einem «globalen» und einem «nahen» Umfeld, werden die relevanten interessierten Parteien eher im nahen Umfeld zu finden sein.
Jede interessierte Partei kann ein Risiko im Sinn von Chancen und Gefahren für eine Organisation bedeuten. Zum Beispiel können gesetzliche Auflagen verhindern, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung voll und ganz nach den Erwartungen des Kunden geliefert oder erbracht werden kann. So haben die Erwartungen einer interessierten Partei, in diesem Bespiel also die Behörde, eine negative Auswirkung auf die Zufriedenheit einer anderen interessierten Partei, den Kunden.
Dabei haben über einen längeren Zeitraum die interessierten Parteien nicht immer dieselben Erwartungen oder stellen dieselben Chancen oder Gefahren dar. Deshalb sollte eine Organisation regelmässig ihr Umfeld hinsichtlich Themen und trends analysieren und sich informieren über Erwartungen und Anforderungen aller relevanten Parteien und diese in der Strategieplanung berücksichtigen.
Quelle: Anni Koubek, Praxisbuch ISO 9001:2015, Quality.org
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