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Schwerpunkt
Das Leben des Kolumban von Luxeuil
Kolumban von Luxeuil (auch: der Jüngere) wird Mitte des 6. Jahrhunderts im Südosten Irlands geboren.
Als junger Mann zieht er nordwärts und lässt sich im Kloster Bangor – eines der bedeutendsten geistigen Zentren Irlands – nieder, wo er sich über 20 Jahre lang seinen Studien widmet und lehrt.
Mit zirka 50 Jahren bricht er zusammen mit zwölf Gefährten – darunter Gallus – Richtung Kontinent auf und lässt sich auf Wunsch des fränkischen Königs Childebert II. im damaligen Austrasien nieder und gründet in den Vogesen die drei Klöster Annegray, Luxeuil und Fontaine. In ihnen leben durch den Zustrom junger fränkischer Adeliger bald über 200 Mönche. Hauptkloster wird Luxeuil.
Für diese irofränkischen Klöster verfasst Kolumban um 595 die «Regula monachorum». Es ist die älteste erhaltene irische Mönchsregel, zudem die einzige in lateinischer Sprache erhaltene Regel irischer Herkunft. In zehn Kapiteln beschreibt sie die Grundhaltung streng asketischen Mönchslebens in irisch-keltischer Tradition, Bestimmungen über das geistliche Leben der Mönche, berührt aber auch organisatorische Fragen des klösterlichen Lebens.
Zur gleichen Zeit verfasst Kolumban die sogenannte «Regula coenobalis» oder «Regula Patrum» (klösterliche Regel oder Regel der Väter), die keine eigentliche Regel ist, sondern eine Aufzählung von Strafen für das Fehlverhalten der Mönche. Kolumban fordert ausserordentlich strenge Bussübungen; selbst kleine Vergehen der Mönche werden mit körperlicher Züchtigung bestraft.
Nach fast 20jährigm Wirken wird Kolumban mit seinen Mönchen ausgewiesen, weil er die illegitimen Söhne und Enkel des Königs Theuderich II. nicht segnen will.
Die Männer werden nach Nantes gebracht, um nach Irland zurückgeschickt zu werden. Doch das Schiff strandet – und via Soissons und Paris kehren die Mönche nach Metz zurück. König Theudebert II. heisst Kolumban willkommen und schickt ihn mit einem Missionsauftrag und einem Schutzbrief zu den mehrheitlich heidnischen Alemannen und Keltoromanen am östlichen Rand seines Reiches, um diese besser in sein Reich integrieren zu können.
Damit verwandelt sich die ursprünglich rein spirituelle Pilgerschaft in einen Missionsauftrag. Die Mönchsgruppe zieht deshalb rheinaufwärts in die heutige Schweiz.
Via Zürich – der alten Römersiedlung Turicum – gelangen sie dem See entlang nach Tuggen. Um die Ohnmacht der heidnischen Götter zu beweisen, stecken sie die Tempel in Brand und vernichten die heidnischen Heiligtümer. Als ihnen deshalb nach dem Leben getrachtet wird, flüchten sie und gelangen via Ricken und Toggenburg nach Arbon (die römische Siedlung Arbor Felix). Dort treffen sie auf eine christliche Gemeinde und den Priester Willimar. Dieser rät ihnen, sich im ehemals römischen, nun zerfallenen Ort Bregenz niederzulassen.
Auch hier verderben sie es sich mit der Bevölkerung durch handfeste Zeugnisse der Ohnmacht heidnischer Götter und werden ebenfalls vertrieben.
Kolumban wandert rheinaufwärts über die Alpen nach Italien ins Langobardenreich. Der dortige König Agilulf ist von ihm so angetan, dass er zum Katholizismus konvertiert und ihm in Bobbio eine Stätte zur Errichtung eines Klosters zuweist. Die Abtei San Colombano wird berühmt für ihr Srikptorium und die reiche Bibliothek.
Um 615 stirbt Kolumban in Bobbio.
Gallus ist 612 in Bregenz zurückgeblieben, nach Arbon zurückgekehrt und hat sich mit Willimar getroffen. Gemeinsam suchen sie für Gallus einen Platz für den Rückzug und finden ihn an der Steinach, im heutigen St. Gallen. Gallus stirbt 640.
Text: Pia Stadler
Kolumbans Weg:
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Von Bangor nach Bobbio.
Wissenswertes zu Kolumban:
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«Mönchsleben III»
Jonas von Bobbio: Leben des Kolumban – Wetti: Leben des Gallus.
Hrsg. von Karl Suso Frank.
eos-Verlag 2011.
ISBN 978-3-8306-7489-4
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«Columban von Luxeuil: Mönchsregeln»
Hrsg. von Ivo auf der Maur.
eos-Verlag 2007.
ISBN 978-3-8306-1026-7
Wissenswertes zu den irischen Mönchen:
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«Irland – Von Druiden und eigensinnigen Mönchen»
Welt und Umwelt der Bibel, 3/2018.
Verlag Katholisches Bibelwerk.
Inspirierendes zum Pilgern:
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«Meine Sehnsucht bekommt Füsse»
Peter Müller. Ein spiritueller Pilgerführer.
Kösel 2009.
ISBN 978-3-466-36827-3
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«Anleitung zum Pilgern»
Andrea Löhndorf. Ein Lebensbegleiter.
dtv 2010.
ISBN 978-3-423-34589-7
Und zu guter Letzt …
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«Grenzland Bergell»
Ursula Bauer/Jürg Frischknecht.
Wege und Geschichten zwischen Maloja und Chiavenna.
Rotpunktverlag 2017.
ISBN 978-3-85869-736-3