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Datum/Zeit:
Datum - 10/12/2020
19:30 - 21:00
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Angeblich lautet die fundamentale Frage der Ethik: „Was soll ich tun?“ Wenn wir diese Frage ernst nehmen, räumen wir ein, dass wir Menschen das Leben a priori und unausweichlich unter dem Anspruch (um nicht zu sagen, dem Imperativ) eines Sollens verbringen; oder wie es Sloterdijk treffend formuliert: unter einer Vertikalspannung. Das heisst unser Leben erstreckt sich nicht nur horizontal in der Zeitachse, sondern auch vertikal in der Achse einer ethischen Höherentwicklung hin zum Guten. Und dies wäre der Fall ganz unabhängig davon, worin dieses Gute inhaltlich bestünde.
Nun kann man dennoch die Frage stellen, ob man sich diesem Anspruch des Ethischen nicht auch entziehen oder sogar verweigern darf. Gibt es neben dem ethischen Gebot der Höher-Strebens auch eine Erlaubnis der Stagnation oder des Regresses (z.B. im Zeichen des hedonistischen Lustprinzips)? Oder um es mit der Leitfrage zu formulieren: Darf ich mein Leben auch schlicht vertrödeln, ohne etwas damit anzustellen, ohne irgend etwas zu erreichen und ohne mich selbst zu verwirklichen? Die Intuition des liberalen westlichen Zeitgeistes würde das doch vehement bestätigen. Aber untergräbt sie damit nicht die Ausgangsprämisse der Ethik als solcher? Wie steht das Sollen des Guten zum Dürfen des nicht Guten?
Eine damit korrelierende Frage ginge dahin zu klären, inwiefern die Geltung eines solchen elementaren Sollens nicht an die Bedingung eines Könnens bzw. spezifischer Weisen des Könnens geknüpft ist. Welche Bedingungen und Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit man es mir nicht zum Vorwurf machen kann, wenn ich diesem ethischen Anspruch nicht nachkomme?
Moderation: Imre Hofmann
Anmeldung erwünscht (limitierte Teilnehmerzahl):
Kosten: 20.-/15.- CHF