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Leopard
Panthera pardus
© 1988 Markus Kappeler
(erschienen im Kindersachbuch «Grosskatzen»)
Gesamtlänge: 165 - 290 cm
Schwanzlänge: 60 - 100 cm
Schulterhöhe: 55 - 85 cm
Gewicht: 30 - 85 kg
Tragzeit: 90 - 105 Tage
Wurfgrösse: 1 - 6, meist 2 - 3 Junge
Geburtslänge: 25 - 35 cm
Geburtsgewicht: 500 - 600 g
Höchstalter: frei um 15 Jahre, im Zoo bis 23 Jahre
Von sämtlichen Katzenarten hat der Leopard bei weitem das grösste Verbreitungsgebiet: Es erstreckt sich über ganz Afrika, das südliche Asien und umfasst sogar die Inseln Sri Lanka und Java.
Ähnlich wie der Tiger stellt der Leopard keine besonderen Ansprüche an seine Umgebung. Wichtig ist nur, dass genügend Beutetiere und Deckungsmöglichkeiten bei der Jagd vorhanden sind. Er kommt darum in verschiedenartigen Lebensräumen vor: in steinigen Halbwüsten wie in dichten Regenwäldern, in schwülen Flussdeltas und in nebelverhangenen Bergwäldern. Man hat sogar schon einen toten Leoparden in einer Höhe von 5638 Metern auf dem Kilimandscharo gefunden - eingefroren!
Die Fleckenzeichnung der Leopardenfelle ist sehr unterschiedlich. Auf dem Rücken sind die Flecken normalerweise zu Rosetten angeordnet. Einzelne Leoparden besitzen aber - ähnlich wie Jaguare - grosse Ringflecken mit Tupfen in der Mitte. Andere wiederum sind - mit Geparden vergleichbar - dicht mit vielen Tupfen übersät. Auch die Grundfarbe der Leopardenfelle ist sehr unterschiedlich: Die Palette reicht von Tieren mit weisslichem Grundton bis hin zu den bekannten Schwärzlingen, im Volksmund «Schwarze Panther» genannt.
Auf Grund der vielfältigen Unterschiede in Färbung, Musterung und Haarlänge des Fells sind 31 Leoparden-Unterarten beschrieben worden. Fachleute halten aber diese starke Aufsplitterung der Art für unsinnig. Da nämlich keine zwei Leopardenfelle «tupfengleich» sind, fällt es in der Praxis sehr schwer, die Unterarten tatsächlich auseinanderzuhalten.
«Schwarze Panther» wurden übrigens lange Zeit als eine eigene Katzenart angesehen. Das ist falsch. Wer nämlich genau hinschaut, kann die typischen Leopardenflecken in ihrem Fell deutlich erkennen. Ausserdem weiss man heute aus Zoo-Zuchten, dass schwarze und gefleckte Junge in ein und demselben Wurf auftreten können.
Der Leopard lebt gewöhnlich als Einzelgänger. Den Tag über ruht er im Geäst eines Baums oder an einem anderen schattigen Ort. Erst in den Abendstunden wird er munter und geht dann mit Einbruch der Dunkelheit auf Beutesuche. Dann heisst es für alle Wildtiere aufgepasst! Denn der Leopard ist ein meisterhafter Pirschjäger, der so ziemlich alles zu erbeuten vermag, was ihm über den Weg läuft.
Neben Warzen- und Wildschweinen gehören Antilopen-, Hirsch- und Wildziegenarten zu seiner bevorzugten Beute. Von ihnen wird er rasch satt. Er verschmäht aber auch keineswegs Hasen, Affen, Schakale, Nagetiere, Vögel, Schlangen, Fische und Insekten. Untersuchungen haben gezeigt, dass kleinere Lebewesen sogar den Hauptteil seiner Nahrung bilden. Die Zahl der grösseren Beutetiere beträgt im Jahr selten mehr als 20.
Männliche und weibliche Leoparden leben das Jahr über getrennt in 25 bis 1200 Quadratkilometer grossen Wohngebieten und kommen nur zusammen, um sich zu paaren. Sie sind dann während einiger Tage sehr zärtlich zueinander und jagen auch gemeinsam. 90 bis 105 Tage nach der Paarung bringt das Weibchen meist zwei bis drei Junge zur Welt. Während ungefähr anderthalb Jahren betreut es seine Kinder liebevoll; dann machen sie sich selbständig. Voll ausgewachsen sind sie allerdings erst mit drei bis vier Jahren.
Leoparden spezialisieren sich mitunter auf die leichte Beute Mensch. Wie beim Tiger handelt es sich dabei oft um verletzte oder alte Tiere, deren Gebiss schadhaft ist. Solche Menschenfresser-Leoparden können sehr viel Unheil anrichten. So forderte etwa der berüchtigte «Leopard von Rudraprayag», der von 1918 bis 1926 auf einer vielbegangenen Pilgerstrecke im Himalaja sein Unwesen trieb, über 125 Menschen leben, bis er vom berühmten Grosswildjäger Jim Corbett schliesslich erlegt werden konnte.
Die Bestände des Leoparden sind in unserem Jahrhundert massiv zurückgegangen. Hauptursache hierfür war die starke Bejagung der Tiere wegen ihres prächtigen Pelzes. So wurden beispielsweise allein im Jahr 1973 aus Afrika über 20 000 Leopardenfelle ausgeführt! Glücklicherweise gibt es Hinweise darauf, dass sich die Leopardenbestände heute - nachdem der Fellhandel stark eingedämmt worden ist - wieder etwas erholen.
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