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Hoffnung für Stepanowa und Co.
- Freitag, 5. August 2016, 10:16 Uhr
Der Internationale Sportgerichtshof weist das IOC in die Schranken. Die Regel, bereits einmal gedopte Russen von Olympia auszuschliessen, sei nicht rechtens.
Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hält die IOC-Regel für nicht durchsetzbar. Diese sah vor, dass Russen, die in ihrer Karriere eine Dopingsperre abgesessen haben, nicht an den Sommerspielen teilnehmen dürfen.
CAS gibt russischem Trio recht
Das Sportgericht gab der russischen Schwimm-Weltmeisterin Julia Jefimowa und den Ruderern Anastassija Karabelschtschikowa und Ivan Podschiwalow recht. Diese hatten Einspruch gegen diese Doppelbestrafung eingelegt. Die drei Athleten waren in der Vergangenheit wegen Dopings gesperrt worden, haben diese Strafen aber verbüsst.
Der Sportgerichtshof fokussierte sich gemäss Urteilsbegründung primär auf die Rechtmässigkeit des Paragrafen 3 des IOC-Entscheids. Dieser dritte Paragraf sei mit den Grundrechten der Athleten aber nicht vereinbar. Deshalb müsse den beiden Ruderern und Jefimowa das Startrecht subito erteilt werden.
« Das IOC respektiert die Entscheidungen des CAS immer. »
Thomas Bach
Präsident IOC
Alle Turner startberechtigt
Die am Donnerstag vom IOC akzeptierte 271-Sportler-starke russische Delegation wächst ständig. Russland darf alle 20 gemeldeten Turnerinnen und Turner in Rio einsetzen. Dies gab der Weltverband FIG am Freitag bekannt.
Jefimowa wird hinzukommen. Whistleblowerin Julia Stepanowa darf zumindest wieder auf eine Teilnahme hoffen. Sie gehört zu den 100 russischen Athleten, welche abgelehnt worden waren.
Stepanowa muss klagen
Das IOC hatte im russischen Dopingskandal nicht nur entschieden, dass die internationalen Sportfachverbände jeden nominierten Sportler aus Russland überprüfen müssen, sondern es hatte auch verfügt, dass allen früher gedopten Russen ein Start bei den Sommerspielen verweigert wird.
Mit dieser Begründung hatte das IOC auch die Teilnahme der russischen Kronzeugin und 800-m-Läuferin Stepanowa verweigert. Um doch noch in Rio mit von der Partie zu sein, müsste die 30-jährige Leichtathletin ebenfalls vor dem Ad-hoc-Gericht des CAS in Rio de Janeiro noch Klage einreichen.
IOC befolgt CAS-Entscheidungen
«Das IOC respektiert die Entscheidungen des CAS immer», erklärte IOC-Präsident Thomas Bach. «Manchmal mögen wir die Entscheidungen nicht, aber wir respektieren sie immer.»
Sendebezug: Laufende Olympia-Berichterstattung
Brasilianer mit Freipass?
Zwischen dem 1. und 24. Juli wurden keine Doping-Tests mit brasilianischen Athleten durchgeführt – sehr zum Missfallen der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Das Sport-Ministerium des Gastgeberlandes begründete den Umstand mit einem Bann, den die WADA über ein Doping-Labor verhängt hatte.