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Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine der häufigsten Hormonstörungen bei jungen Frauen. Die Hauptmerkmale sind Übergewicht, Zyklusunregelmässigkeiten, Insulinresistenz, Damenbart und Unfruchtbarkeit. Schulmedizinisch wird PCOS ausschliesslich mit synthetischen Hormonpräparaten und Diabetesmedikamenten behandelt. Naturheilkundliche Alternativen werden den betroffenen Frauen so gut wie nie vorgestellt. Dabei gibt es diese durchaus. Und sie wirken sogar ähnlich gut wie die herkömmliche Therapie – nur ohne deren Nebenwirkungen.
Das polyzystische Ovarialsyndrom
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) wurde 1921 erstmals in der Medizinerwelt beschrieben, als sich den Wissenschaftlern Achard und Thiers eine bärtige Frau mit Diabetes vorstellte. Sie hatte PCOS.
Heute stellt das PCOS eine der häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen im gebärfähigen Alter dar und betrifft 10 bis 25 Prozent aller Frauen.
Der komplizierte Begriff "polyzystisches Ovarialsyndrom" weist schon auf den "Tatbestand" hin:
Die Eierstöcke (Ovarien) der betroffenen Frauen sind nämlich vergrössert und es lassen sich dort ungewöhnlich viele (poly) unreife Eizellen im Ultraschall erkennen.
Da die Eizellen in Bläschen vorliegen und Bläschen in der medizinischen Terminologie Zysten heissen (vom griechischen Wort "kystis"), ergibt sich die Bezeichnung poly-zystisch.
Meist werden betroffene Frauen heutzutage engmaschig von ihren Gynäkologen betreut und bei den ersten PCOS-Anzeichen sofort mit Hormonpräparaten behandelt, auch dann, wenn die Diagnose noch gar nicht sicher ist.
PCOS – Die Symptome
Die möglichen Symptome der mit dem polyzystischen Ovarialsyndrom in Verbindung stehenden Hormonstörungen sind die folgenden:
Chronisches Ausbleiben des Eisprungs und daher:
Doch müssen nicht alle Symptome bei allen Betroffenen gleichzeitig eintreten.
Übergewicht beispielsweise soll etwa 50 – 80 Prozent der PCOS-Frauen betreffen. Die Hälfte leidet unter verlängerten Zyklen, nur ein Drittel unter Zwischenblutungen.
Wie aber kommt es zu diesen Symptomen beim PCOS? Und wo genau liegen die Störungen im Hormonhaushalt?
PCOS – Wie kommt es zu den Symptomen?
Der Hormonhaushalt ist bekanntlich ein fein ausgeklügeltes System, in dem jedes Hormon auf irgendeine Weise mit den übrigen Hormonen in Verbindung steht: Hormone beeinflussen einander also, hemmen sich oder fördern die Ausschüttung anderer Hormone.
Wenn dies alles klappt – wunderbar!
Wenn aber an irgendeiner Stelle ein Fehler im System ist, dann beeinflusst dieser Fehler – einem Domino-Effekt gleich – viele andere Hormone und es kommt unweigerlich zu merklichen Symptomen, je nachdem welche Hormone am stärksten betroffen sind.
Beim PCOS sieht die Hormonlage nun folgendermassen aus:
Beim PCOS schüttet die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) verstärkt LH (luteinisierendes Hormon) aus, dafür aber weniger FSH (follikelstimulierendes Hormon).
Das LH ist eigentlich für den Eisprung zuständig, während das FSH für die Eireifung verantwortlich ist. Kein Wunder sammeln sich im Eierstock nun viele unreife Eizellen, wenn im Verhältnis zum LH zu wenig FSH zugegen ist.
Gleichzeitig bleibt der Eisprung aus, da nie ein Ei wirklich ausreift und "sprungbereit" wäre.
Das LH-FSH-Ungleichgewicht führt beim PCOS nun dazu, dass die Eierstöcke zu viele männliche Hormone (Androgene) bilden. Die männlichen Hormone wiederum können sich in Östrogen umwandeln – und zwar bevorzugt im Fettgewebe.
Je mehr Übergewicht vorhanden ist, umso mehr Fettgewebe ist jedoch auch da und umso mehr Östrogen kann entstehen – was zeigt, wie ungünstig sich ein Übergewicht auf PCOS auswirkt bzw. wie hervorragend es wäre, wenn die betroffene Frau abnehmen würde.
Nun beginnt zudem ein Teufelskreis, da ein hoher Östrogenspiegel die LH-Ausschüttung weiter fördert und die FSH-Ausschüttung noch weiter hemmt.
In den Eierstöcken werden jetzt noch mehr männliche Hormone gebildet und die Chance auf eine ausreifende Eizelle wird immer geringer. Unfruchtbarkeit ist die Folge.
Gleichzeitig kann beim PCOS ein erhöhter Insulinspiegel beobachtet werden (Hyperinsulinämie).
Eine hohe Insulinkonzentration im Blut jedoch fördert sowohl die Fetteinlagerung und somit eine Zunahme des Übergewichts als auch die Bildung männlicher Hormone im Eierstock.
Fazit:
Die Östrogendominanz (im Vergleich zum Progesteron zu viel Östrogen), der Überschuss an männlichen Hormonen (Hyperandrogenämie) sowie die Hyperinsulinämie sind nun gemeinsam für die Entstehung der oben genannten PCOS-typischen Symptome verantwortlich.
Auch liegt beim PCOS offenbar eine niedrige Stressresistenz vor. Die Betroffenen kommen also mit Stress nicht so gut zurecht.
Gleichzeitig stehen sie jedoch zusätzlich oft unter Dauerstress. Das kann auch psychischer Stress sein, der erst aufgrund der belastenden Symptome entstanden ist.
Permanente Stresssituationen können aber auch zu den Auslösern eines PCOS gehören.
PCOS – Was macht die Schulmedizin?
Aus Sicht der Schulmedizin gibt es beim PCOS kaum eine andere Lösung als Hormone (die Pille) zu verordnen.
Je nach den auftretenden Symptomen werden überdies Cortisonpräparate gegeben, die zu einer Drosselung der Produktion der männlichen Hormone in den Nebennieren führen sollen sowie – bei Insulinresistenz – typische Diabetesmedikamente wie Metformin.
Metformin kann jedoch zu Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Bauchweh, Durchfall etc.) führen, zu Geschmacksveränderungen bis hin zu Appetitverlust.
Die Nebenwirkungen der Pille sind hinlänglich bekannt und jene von Cortison sowieso: Wassereinlagerungen, Übergewicht, Bluthochdruck und ein erhöhter Blutzuckerspiegel; letzteres macht aber nichts, da man ja längst Metformin nimmt.
Hilft alles nichts, kann frau sich die Eierstöcke in einer OP sticheln lassen.
Dabei wird 15 Mal in den Eierstock gestochen – und zwar jeweils 2 mm tief. Man will damit dessen Testosteronbildefähigkeit reduzieren.
All das klingt nicht sehr körperfreundlich. Und ganz ähnlich sah es bereits im Jahr 2001 Dr. Keri Marshall, die in ihrem Review* betonte, dass das PCOS zwar dringend therapiebedürftig sei, dass dies aber auch auf naturheilkundlichem Wege geschehen könne.
Dies sei genauso wirksam wie eine schulmedizinische Therapie – nur ohne deren Nebenwirkungen.
*eine Übersichtsarbeit über die bereits vorliegenden wissenschaftlichen Studien
Und obwohl dies seit weit über zehn Jahren bekannt ist, gibt kaum ein Frauenarzt die entsprechenden Informationen an die oft verzweifelten und hilfesuchenden Patientinnen weiter.
Diese Lücke möchten wir mit nachfolgender Zusammenfassung der beim PCOS in Frage kommenden ganzheitlichen und naturheilkundlichen Massnahmen schliessen.
Bevor Sie jedoch Massnahmen umsetzen, lassen Sie – falls noch nicht geschehen – Ihre Schilddrüsenwerte überprüfen. Oftmals ist eine Schilddrüsenunterfunktion die Ursache von PCOS-ähnlichen Symptomen. Wird die Unterfunktion der Schilddrüse behoben, haben sich häufig auch die Symptome erledigt.
Ganzheitliche Massnahmen beim PCOS
Die im Anschluss vorgestellten zwölf natürlichen Massnahmen werden Ihnen dabei helfen, Ihr PCOS-Problem sehr deutlich zu mildern oder es ganz aufzuheben.
1. Beim PCOS: Übergewicht abbauen
Ist ein Übergewicht beim PCOS vorhanden, dann kann schon allein eine Gewichtsreduktion in Verbindung mit einer Ernährungsumstellung eine deutliche Verbesserung des Beschwerdebildes mit sich bringen, da sich das reduzierte Körpergewicht auf alle mit den Hormonschwankungen in Verbindung stehenden Werte und Beschwerden positiv auswirkt.
Dies ist schon bei einer durchschnittlichen Gewichtabnahme von gerade einmal 5 Prozent der Fall.
Besonderes Aufsehen erregte eine Studie, in der sich bei 82 Prozent der Teilnehmerinnen durch die Gewichtsabnahme eine merkliche Verbesserung der Fruchtbarkeit zeigte und dabei sogar 5 neue Schwangerschaften bei Frauen entstanden, die zuvor lange Zeit nachweislich unfruchtbar gewesen waren.
Weitere Studien an adipösen Frauen mit Menstruationsunregelmässigkeiten haben gezeigt, dass die Regelblutung sich häufig normalisieren kann und sich auch die Fruchtbarkeit wieder regeneriert, sobald erfolgreich Gewicht verloren wird.
Am allerbesten kann Übergewicht mit Hilfe einer passenden Ernährungsumstellung abgebaut werden, z. B. mit einer gemässigten Low-Carb-Ernährung, die übrigens nicht – wie man vielleicht glauben mag – unbedingt aus viel Fleisch und sonstigen tierischen Produkten bestehen muss, sondern auch durchaus vegan sein kann: Die vegane Low-Carb-Ernährung
2. Beim PCOS: Ernährung umstellen auf eine gemässigte Low Carb Ernährung
Die typische westliche Ernährung, die reich an raffinierten Kohlenhydraten ist (Zucker, Weissmehl, Back- und Teigwaren), aber nur sehr wenige Ballast- und Vitalstoffe liefert, gilt als ein Hauptauslöser für Insulinresistenz und trägt gleichzeitig zur Ausbildung von Adipositas bei.
Daher sollte die Ernährung zur Behebung beider Problematiken auf eine vitalstoffreiche basenüberschüssige Ernährungsweise umgestellt werden.
Eine solche Ernährung besteht aus viel Gemüse, Obst, hochwertigen Proteinen sowie gemässigten Mengen an Kohlenhydraten in Form von ballaststoffreichen, komplexen Kohlenhydraten (z. B. Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Ölsaaten und Nüssen).
Eine Studie aus dem Jahr 2013 fasste die Wirkung einer kohlenhydratarmen Ernährung beim PCOS wie folgt zusammen:
"Die Senkung des Insulinspiegels über eine entsprechende Ernährung ist eine attraktive nicht-pharmazeutische Therapie für Frauen mit PCOS, deren erhöhter Insulinspiegel die Testosteronsynthese stimuliert und somit die PCOS-Symptome verstärkt."
An besagter Studie nahmen 30 Frauen mit PCOS teil. Die kohlenhydratarme Ernährung führte bei den Teilnehmerinnen zu sinkenden Insulin-, Cholesterin- und Testosteronwerten sowie zu einer steigenden Insulinsensitivität (also Abnahme der Insulinresistenz).
Sieben Jahre zuvor war eine ähnliche Studie mit ähnlich erfolgreichen Ergebnissen durchgeführt worden. Schon nach einer 16tägigen gemässigten Low-Carb-Ernährung (immerhin noch 43 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr stammte aus Kohlenhydraten) sanken die Insulinspiegel der Teilnehmerinnen, was langfristig – so die Wissenschaftler – auch zu einer Verbesserung der Geschlechtshormonspiegel führen werde.
3. Beim PCOS: Ballaststoffmenge erhöhen
Der gesundheitliche Nutzen von Ballaststoffen u. a. zur Senkung des Risikos für chronische Erkrankungen ist längst wissenschaftlich anerkannt.
Ballaststoffe sorgen u. a. dafür, dass Kohlenhydrate langsamer in den Blutkreislauf gelangen, womit sie indirekt den Insulinspiegel senken.
Weitere Studien haben gezeigt, dass selbst die Insulinsensitivität zunimmt und das Körpergewicht abnimmt, wenn die Testpersonen ballaststoffreiche Lebensmittel zu sich nehmen.
Ballaststoffe beeinflussen somit mindestens zwei Faktoren, die PCOS begünstigen bzw. die Ausprägung der PCOS-Symptome verstärken, nämlich das Übergewicht und die Insulinresistenz.
Sehr gute Ballaststoffquellen sind beispielsweise Chiasamen, Konjak Pulver (das konkret zur Gewichtsabnahme eingenommen wird), Kokosmehl, Haferkleie oder auch Leinsamen.
4. Beim PCOS: Leinsamen einnehmen
Leinsamen liefern nicht nur Ballaststoffe, sondern zählen überdies zu den besten Nahrungsquellen für pflanzliche Lignane, welche wiederum zu den Phytoöstrogenen gehören.
Phytoöstrogene sind eine Klasse von pflanzlichen Substanzen, denen sowohl östrogene als auch antiöstrogene Eigenschaften nachgewiesen werden konnten.
Der Verzehr von Leinsamen erwies sich ferner als stimulierend für die SHBG-Synthese und praktischerweise gleichzeitig als wachstumshemmend auf Brustkrebstumoren.
SHBG ist ein Transporterprotein, das Hormone an sich bindet und sie durch den Körper transportiert. Hohe Insulinspiegel – wie sie beim PCOS vorliegen – hemmen die SHBG-Bildung.
Werden nun die SHBG-Spiegel durch Lignane im Leinsamen erhöht, kann mehr Östrogen gebunden werden, was die Menge des freien (= wirksamen) Östrogens und damit auch die beim PCOS vorhandene Östrogendominanz mindert.
Leinsamen kann geschrotet ins Müsli oder in Vollkornbackwaren gegeben werden. Aus Leinsamen lassen sich aber auch herrliche Cracker in Rohkostqualität zubereiten.
Leinsamen hat idealerweise auch einen sehr vorteilhaften Einfluss auf die Darmgesundheit – und diese scheint (wie nachfolgend erklärt) für die Linderung des PCOS ebenfalls entscheidend zu sein.
5. Beim PCOS: Darmflora sanieren
Australische Wissenschaftler stellten im Jahr 2012 im Fachmagazin Medical Hypotheses eine neue These vor:
PCOS gehe bekanntlich mit chronischen Entzündungen sowie häufig einer Insulinresistenz einher. Was genau zu diesen beiden Aspekten führe, sei ungewiss.
Die Forscher vermuten nun, dass es die Darmflora ist, die an der Entwicklung des PCOS nicht nur beteiligt sein könnte, sondern dieses womöglich überhaupt erst auslöse.
Eine Dysbiose (Darmflorastörung), die infolge einer ungünstigen Ernährung entsteht, erhöht die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut. Daraufhin können verstärkt sog. Lipopolysaccharide (LPS) in den Blutkreislauf gelangen.
LPS sind Substanzen, die sich normalerweise in der Zellmembran von Bakterien und somit auch in der Zellmembran von Darmbakterien befinden. Wenn Bakterien nun zerfallen – was ja ständig geschieht – dann werden die LPS frei. Sie wirken toxisch und werden daher als Endotoxine bezeichnet.
Ist die Darmschleimhaut intakt, dann können die Toxine mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Ist sie jedoch aufgrund der oben beschriebenen erhöhten Durchlässigkeit nicht mehr intakt, dann gelangen diese Toxine ins Blut und sorgen dort für eine sofortige Alarmierung des Immunsystems.
Das jedoch kann jetzt die Funktion der Insulinrezeptoren behindern, was den Insulinspiegel in die Höhe schnellen lässt, im Anschluss wiederum die Testosteronproduktion in den Eierstöcken antreibt sowie die normale Eizellentwicklung stört und chronische Entzündungsprozesse fördert. PCOS ist da.
Um diese Situation, sprich die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut wieder umzukehren, benötigt die Darmschleimhaut Zeit und Gelegenheit zur Regeneration und Heilung.
Unterstützt werden kann die Heilung der Darmschleimhaut mit der richtigen Ernährung, sowie einer Sanierung der Darmflora mit hochwertigen Probiotika.
Denn nur eine gesunde Darmflora kann die Darmschleimhaut schützen und ihre Heilprozesse fördern.
Gleichzeitig können weitere Schleimhaut regenerierende Massnahmen zum Einsatz kommen, wie z. B. die Einnahme folgender Präparate:
Probiotika, Bentonit und Flohsamenschalenpulver werden im Rahmen von Darmreinigungsprogrammen kurweise eingenommen.
6. Beim PCOS: Omega-3-Fettsäuren nutzen
Fette spielen in der ganzheitlichen Therapie des PCOS eine wichtige Rolle.
Fettsäuren beeinflussen nämlich nicht nur die Aktivität der Hormonrezeptoren, sondern auch die Expression bestimmter Gene, z. B. jene, die für Adipositas und Insulinresistenz in Frage kommen.
Omega-3-Fettsäuren nun (z. B. aus Fischöl oder dem besser verträglichen Krillöl) verbessern nachweislich die Insulinsensitivität und damit die Glucoseaufnahme, was den Blutzuckerspiegel senkt. Sie verringern die Fettspeicherung und damit das Gewicht und sie senken die Blutfettspiegel nach den Mahlzeiten.
Alle diese Eigenschaften scheinen wie geschaffen für die Therapie des PCOS, was sich auch bereits in klinischen Studien zeigte:
In einer iranischen Studie aus 2012 beispielsweise erhielten 64 übergewichtige PCOS-Patientinnen zwischen 20 und 35 Jahren täglich vier Omega-3-Kapseln oder vier Placebo-Kapseln.
Jede Omega-3-Kapsel enthielt 180 mg EPU und 120 mg DHA (also insgesamt 400 mg Omega-3-Fettsäuren, was pro Tag 1,6 g entspricht).
In der Omega-3-Gruppe sanken die Blutzuckerspiegel, die Insulinspiegel, auch die Gesamtcholesterin- sowie die LDL-Cholesterin-Werte. Die Insulinresistenz nahm ab und die Adiponektinspiegel stiegen.
Adiponektin ist ein Hormon, das bei Übergewichtigen meist zu gering vorhanden ist. Es erhöht die Wirkung des Insulins, was folglich beim Kampf gegen die Insulinresistenz sehr sinnvoll ist.
Sie sollten daher in jedem Fall Ihre Omega-3-Fettsäuren-Versorgung sorgfältig überprüfen und ggf. optimieren.
Dazu eignen sich Hanf- und Leinöl, genau wie die bereits genannten Chia- und Leinsamen. Auch Walnüsse und deren Öl sowie natürlich fettreicher Seefisch enthalten hochwertige Omega-3-Fettsäuren.
Will man Omega-3-Fettsäuren jedoch therapeutisch einsetzen, sind die mit der Nahrung aufgenommenen Mengen eventuell zu niedrig.
Mit Kapseln aus Krillöl oder Fischöl oder auch mit dem veganen DHA-Algenöl können Sie Omega-3-Fettsäuren in den gewünschten Dosen einnehmen.
Achten Sie zusätzlich auf die Reduzierung der Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren, da diese – wenn zu reichlich verzehrt – die Wirkung der Omega-3-Fettsäuren teilweise aufheben können.
Omega-6-Fettsäuren finden sich insbesondere in Sonnenblumenöl, Distelöl und vielen anderen pflanzlichen Ölen – ausser z. B. im Olivenöl und im Kokosöl.
7. Beim PCOS: Nahrungsergänzung mit D-Chiro-Inosit
D-Chiro-Inosit oder auch das ganz ähnliche Myo-Inosit gilt als hochinteressantes Nahrungsergänzungsmittel für Frauen mit PCOS.
Die Substanz kommt auch natürlicherweise im menschlichen Körper vor und dient dort als Botenstoff bei der Signalübertragung an der Zelle, womit es auch die Insulinwirksamkeit mit beeinflusst.
Man vermutet nun infolge einiger Studienergebnisse, dass die PCOS-Symptome Insulinresistenz und Hyperinsulinämie auf einen Mangel an D-Chiro-Inosit hinweisen könnten – nicht zuletzt deshalb, da die Menge des in den Muskeln enthaltenen Inosits bei Typ-2-Diabetikern geringer ist als bei gesunden Personen.
Eine Studie von Dr. Nestler (Virginia Commonwealth University in Richmond), die im Fachmagazin The New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, hatte gezeigt, dass 1.200 mg D-Chiro-Inosit pro Tag (für 6 bis 8 Wochen) zahlreiche nützliche Effekte bei der Behandlung von PCOS mit sich bringen kann.
So erhöhte Inosit nicht nur die Insulinwirksamkeit (verringerte also die Insulinresistenz), sondern es sorgte zugleich auch für einen Eisprung bei 86 Prozent der Frauen, die mit D-Chiro-Inosit behandelt wurden, während dieser Wert in der Placebo-Gruppe bei nur 27 Prozent lag.
Die Androgen-Werte im Blutserum der Versuchsgruppe nahmen darüber hinaus signifikant ab. Gleichzeitig sanken sowohl Bluthochdruck als auch überhöhte Blutfettwerte.
Inosit bzw. seine Verbindungen sind auch in vielen Lebensmitteln enthalten, insbesondere in Getreideprodukten mit hohem Kleieanteil, auch in Nüssen, Hülsenfrüchten und Früchten (besonders in Cantaloupe-Melonen und Orangen), so dass also auch in diesem Zusammenhang eine gesunde vollwertige Ernährung absolut Sinn macht.
Inositol sollte vorsichtshalber nicht in der Schwangerschaft genommen werden, da es in zu hohen Dosen zu Gebärmutterkontraktionen führen könnte.
8. Beim PCOS: Nahrungsergänzung mit Chrom
Chrom ist bekanntlich ein hilfreiches Spurenelement, wenn es um die Regulierung des Blutzucker- und Insulinspiegels geht. Ja, ein konkreter Chrommangel soll sogar direkt eine Insulinresistenz bzw. Diabetes hervorrufen können.
Daher wird Chrom von Diabetikern häufig zur Nahrungsergänzung eingesetzt. Chrom steigert dann die Wirksamkeit des Insulins.
Eine Chrom-Einnahme ist somit auch bei der Therapie des PCOS denkbar.
Chrom wird bei Stress oder hohem Kohlenhydratkonsum besonders schnell verbraucht – und zwar meist in höheren Mengen als es mit der Nahrung wieder zugeführt werden kann, weshalb die zusätzliche Einnahme von Chrom bei diesen Voraussetzungen sinnvoll sein könnte.
Studien von Anderson et al. untersuchten die Auswirkungen von Chrompicolinat (die Chromform mit der höchsten Bioverfügbarkeit) als einziges Therapeutikum bei Typ-2-Diabetikern. Hierzu wurden die Patienten aufgefordert, während der Behandlungsphase ganz "normal" zu essen.
Dann wurden die Teilnehmer in drei Versuchsgruppen eingeteilt: Entweder in die Placebo-Gruppe, in eine Versuchsgruppe, die zwei Mal am Tag 100 mcg Chrompicolinat erhielt oder in eine Versuchsgruppe, bei der die Probanden zwei Mal täglich 500 mcg erhielten.
Sowohl die Blutzuckerwerte bei nüchternem Magen als auch die Werte zwei Stunden nach der Nahrungsaufnahme waren signifikant geringer bei beiden Versuchsgruppen, was den Schluss nahe legt, dass durch die Nahrungsergänzung mit Chrom eine Verbesserung der Insulinsensitivität zu erreichen ist.
Zusätzlich zeigen Studien, dass eine Nahrungsergänzung mit Chrompicolinat auch zu einem merklichen Fettabbau beitragen kann (bei täglich 200 bis 400 mcg), was beim PCOS ebenfalls erwünscht ist.
Chrom wird oft gemeinsam mit Zimt verordnet, da sich beide Substanzen in ihrem Wirkspektrum ergänzen:
9. Beim PCOS: Zimt hilft
Auch Zimt bzw. die in ihm enthaltenen Polyphenole sind beim PCOS eine gute Idee.
In verschiedenen Studien kam man zum Schluss, dass "Zimt vorteilhafte Auswirkungen auf nahezu alle Faktoren zeigt, die mit dem metabolischen Syndrom in Verbindung stehen. Dazu gehören die Insulinsensitivität, die Blutzucker- und Blutfettwerte, die Antioxidantienspiegel, die Entzündungswerte, der Blutdruck und das Körpergewicht."
Die meisten dieser Werte spielen auch beim PCOS eine gesteigerte Rolle, so dass der Zimt hier kombiniert mit Chrompräparaten zum Einsatz kommen könnte.
10. Beim PCOS: Maca für erhöhte Stressresistenz
Nach all den vielen Einzelsubstanzen zwischendurch ein schönes ganzheitliches Präparat mit sowohl adaptogener, stärkender als auch (angeblich) hormonell regulierender Wirkung: Maca
Adaptogene Wirkungen versprechen eine höhere Stressresistenz, man kommt dann mit Stress besser zurecht, ohne dass dieser zu stark am Gleichgewicht rüttelt.
Einzelne Erfahrungsberichte sprechen im Zusammenhang mit Maca von einem günstigen Einfluss auf das PCOS.
Eine junge Frau beispielsweise vermisste bereits seit 8 Monaten ihre Menstruation. Mit täglich fünf Teelöffeln Macapulver, das sie zusammen mit Wasser, Kokosmilch oder Mandelmilch und einer Banane zu einem köstlichen Drink mixte, konnte sie ihre Zyklusstörungen überwinden.
11. Beim PCOS: Nahrungsergänzung mit DIM
DIM (Diindolylmethan) ist eine krebsfeindliche und entzündungshemmende Substanz, die bei der Verstoffwechslung des Pflanzenstoffs Indol-3-Carbinol entsteht. Letztere wiederum ist in sämtlichen Kohlgemüsen und anderen Kreuzblütlern enthalten, also z. B. in Rotkohl, Weisskohl, Brokkoli, Brokkolisprossen, Rosenkohl, Blumenkohl, aber auch in Kresse, Senf, Rucola etc.
DIM wirkt sich jedoch auch positiv auf den Östrogen-/Testosteronstoffwechsel aus. So soll es die Leber dahingehend beeinflussen, dass diese eine höhere Östrogenrate in die inaktive Östrogenform umwandeln kann, so dass der Körper von der quälenden Östrogendominanz befreit wird. Der Testosteronpegel wird unter DIM-Einfluss ebenfalls nach unten hin korrigiert.
Selbstverständlich sollten DIM wie auch Maca nur begleitend zu all den anderen Massnahmen eingesetzt und nicht als alleiniges Therapeutikum betrachtet werden.
12. Beim PCOS: Sport nicht vergessen!
Natürlich darf die körperliche Bewegung auch beim PCOS nicht vergessen werden. Sie stellt einen wichtigen Faktor bei der Prävention und der Behandlung von Insulinresistenz dar – auch dann, wenn diese im Rahmen des PCOS auftritt.
So kann bereits eine einmalige Trainingseinheit merklich die Gesamtrate des Glucoseabbaus im ganzen Körper erhöhen und die Insulinresistenz der Skelettmuskelzellen abbauen.
In einer Observationsstudie an jungen Frauen mit PCOS entdeckten Hooff et al. eine signifikante Abnahme der PCOS-Symptome bei jenen Teilnehmerinnen, die pro Woche mindestens acht Stunden Sport trieben.
Weitere naturheilkundliche Massnahmen beim PCOS
Weitere Möglichkeiten, die beim PCOS in Frage kämen, wären die folgenden, die Sie bitte genau wie die oben beschriebenen mit Ihrem ganzheitlichen Therapeuten besprechen:
Therapiemöglichkeiten
Organotrope Therapie
Bei der organotropen Therapie geht es darum, geschwächte Organe zu unterstützen.
Immunbiologische und isopathische Therapie
Die immunbiologische und isopathische Therapie der Humanbiologie ist ein ganzheitlich-medizinisches Naturheilverfahren.
Pflanzenheilkunde: es werden stabilisierend und regenerativ wirkende Pflanzen eingesetzt. Da es eine große Auswahl gibt, wird die beste Pflanze für jedes Organ bestimmt.
Homöopathisch: aufbereitete mineralische, pflanzliche oder Organbestandteile werden nach einem bestimmten Verfahren potenziert, d. h. aufbereitet, verdünnt und verschüttelt.
Orthomolekulare Therapie: mit den passenden Vitaminen, Mineralstoffen, Amino- und Fettsäuren wird eine Unterstützung der betroffenen Organe angestrebt.
Personotrope Therapie
Anders als bei der organotropen Therapie geht es nicht um die einzelnen Organe, sondern um den ganzen Menschen. Es werden bei der personotropen Therapie die Konstitution und damit die Selbstheilungskräfte des Menschen unterstützt. Die schulmedizinische Diagnose spielt hierbei keine Rolle, sondern die Ausprägungen des körperlichen Abwehrsystems.
Bioresonanztherapie (BRT): die Bioresonanztherapie (BRT) biophysikalische Informationstherapie ist ein energetisches Behandlungsverfahren, dessen Grundlage die Quantenphysik ist. Es geht davon aus, dass jedes biologische System mit einer eigenen Frequenz schwingt, die auf die Eigenschwingung der Elementarteilchen zurückzuführen ist. Die Schwingungsfrequenz vermittelt einen ständigen biologischen Informationsfluss zwischen diesen elektrischen Feldern und der Materie bzw. dem Gewebe. Die Grundlage der Therapie besteht in der gezielten Einspeisung biologisch wirksamer Frequenzen, die z. B. krankes Gewebe, das in seiner Frequenz gestört ist, beeinflussen können. Außerdem wird erkranktes Gewebe mit patienteneigenen Schwingungen behandelt, indem diese in das erkrankte Gebiet geleitet werden.
Die Bioresonanztherapie ist sowohl bei akuten als auch bei chronischen Erkrankungen sinnvoll. Bestimmend für die Therapie ist nicht die Erkrankung, sondern das Schwingungszentrum.
Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei der Erkrankung von polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) in Frage kommen.
Homöopathie
Die homöopathische Behandlung:
In einer ausführlichen Anamnese (Krankengeschichte) versucht der Homöopath, den Patienten als Ganzes in all seinen Lebensbereichen zu erfassen und alle Symptome und bisherigen Erkrankungen zu ordnen. Anhand dieser Gesamtheit der Symptome, wird anschließend das homöopathische Mittel bestimmt, das in seinem Arzneimittelbild die beste Übereinstimmung mit den Symptomen des Patienten aufweist. Eine homöopathische Behandlung von chronischen Krankheiten wird auch als Konstitutionsbehandlung bezeichnet.
Phytotherapie
Die phytotherapeutische Behandlung:
Es werden stabilisierend und regenerativ wirkende Pflanzen eingesetzt. Da es eine große Auswahl gibt, wird die beste Pflanze für jedes Organ bestimmt.
Akupunktur
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre.
Wichtig
Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen!
Abraten möchte ich vor Versuchen der Selbstbehandlung. Es geht hier nicht darum, mal eben schnell ein Symptom aus dem Weg zu räumen, sondern um die Stimulierung regulatorischer Prozesse tief im Organismus. Hier ist unbedingt ein Fachmann gefragt, der nach gründlichem, mehrjährigem Studium der klassischen Homöopathie in der Lage ist, das passende Einzelmittel auszuwählen und den Verlauf der Therapie zu beurteilen. Generell gibt es hunderte von potentiell wirksamen Arzneien für diese Krankheit. Davon werden mindestens zwei Duzend besonders häufig mit Erfolg eingesetzt. Aber im jeweiligen Einzelfall ist es immer ein bestimmtes Mittel oder eine ganz bestimmte Mittelfolge, die dem Patienten hilft, seine Schwierigkeiten besser zu meistern. Die Veränderungen, die auf das Mittel eintreten sind oft sehr subtil und für den Laien schwer zu beurteilen.
Bei der homöopathischen Behandlung geht es nicht darum, in die Persönlichkeit des Patienten einzugreifen. Wir alle haben unsere größeren oder kleineren Schwachstellen, die ein Teil unserer Individualität sind und uns von allen anderen Menschen abheben. Nur indem wir lernen, diese zu akzeptieren, können sie unser Leben bereichern. Dagegen beschneidet der Versuch, menschliches Verhalten in Schablonen zu pressen, unser Selbst und macht uns ärmer und kränker. Daher kann es nicht unser Ziel sein, nur ein besseres „Funktionieren“ des Patienten durch reine Symptomenunterdrückung zu erreichen.