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Dieser Artikel richtet sich speziell für Teeliebhaber, welche neu in der Welt von Pu-Erh-Tees sind. Häufig werden wir von Neukunden kontaktiert, welchen Pu-Erh-Tee sie denn wählen sollen bei der grossen Auswahl, welche in unserem Shop vorzufinden ist. Um generell die Wahl ein bisschen zu erleichtern, möchte ich hier einen kurzen Überblick geben über das Thema Pu-Erh-Tee. Das Thema ist sehr umfangreich und ich beschränke mich hier auf ein paar wesentliche Punkte, welche doch helfen können, als Einsteiger in das Thema einen groben Gesamtüberlick zu bekommen. Das Thema Pu-Erh-Tee ist selbst in China ein Thema mit viel Gesprächsstoff und sehr unterschiedlichen Meinungen bzgl. Lagerung von Pu-Erh-Tee und welcher denn auch der Beste ist. Im folgenden Artikel gebe ich nur ein paar Gedankenanstösse, schlussendlich ist es jedoch sehr individuell, welcher Pu-Erh-Tee einem am besten entspricht.
Shu-(dunkler, gekochter) Pu-Erh-Tee vs. Sheng- (heller, ungekochter) Pu-Erh-Tee
Der Unterschied von Shu- und Sheng-Pu-Erh Tee liegt im Herstellungsprozess. Der Prozess ist bis zum Trocknen des Tees der gleiche, das Produkt bis zu diesem Herstellungsprozess wird „Mao Cha“ genannt. Also ein loser Pu-Erh-Tee. Beim Sheng-Pu-Erh-Tee wird dieser Mao Cha nun verwendet und in Kuchenform, Kugelform, Pilzform oder Ziegelform gepresst und danach jahrelang gelagert. Der Mensch schreitet also nicht mehr aktiv in den Fermentierungsprozess ein, der Tee altert und fermentiert selber mit der Zeit. Beim Shu-Pu-Erh jedoch wird der Mao Cha verwendet und in einem Raum mit hohen Temperaturen und Feuchtigkeit ausgesetzt. Dies während ungefähr 2 Monaten. Es wird so eine Fermentierung des Tees provoziert und der Tee nimmt so seine dunkle Farbe an. Die Herstellung von Shu-Pu-Erh ist relativ neu, man hat in den 1970er Jahre damit angefangen. Ziel war es, in kürzester Zeit einen reifen Pu-Erh-Tee zu erhalten, welcher einen ähnlichen Geschmack haben könnte wie ein 20 Jahre gelagerter Sheng-Pu-Erh-Tee. Wer jedoch schon einen 20 jährigen Sheng-Pu-Erh-Tee probiert hat, weiss, dass der Geschmack eines solchen doch anders ist als der eines Shu-Pu-Erh-Tees. Shu-Pu-Erh-Tees haben ein sehr starkes erdiges, jedoch auch süssliches Aroma, das jedoch wenig an fruchtige, frische Noten des ursprünglichen Mao Cha erinnert. Shu-Pu-Erh Tee hat für viele auch einen Kakaoartigen Geschmack, viele erinnert er gar an Kaffee, was ihn als valablen Kaffeeersatz macht.
Das Teematerial
Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist natürlich das Teematerial, aus welchem ein Pu-Erh-Tee besteht. Dabei gibt es verschiedene Grade eines Pu-Erh-Tees. Je tiefer die Zahl, desto feiner ist das Material. Der feinste Grad wird Gong Ting genannt, das ist ein Grad, welcher besonders viele Knospen beinhaltet. Auf Gong Ting folgt Te Ji Grad, danach die Grade von den Zahlen 1 bis 9. Knospen im Tee sorgen für eine süssliche Geschmacksnote im Tee. Teefirmen schauen jedoch beim entwickeln eines neuen Rezeptes für einen Pu-Erh-Tee Kuchen darauf, einen möglichst balancierten Geschmack zu haben. Das bedeutet, dass man verschiedene Grade untereinander mischt, häufig wird dann als Gesamtangabe des Grades der Durchschnitt angegeben. Beim Kaufen eines Pu-Erh-Tees gilt es auch zu berücksichtigen, dass generell Knospen einen höheren Koffeinanteil aufweisen als grössere Blätter.
Ein weiterer gewichtiger Faktor ist die Region, wo die Teeblätter herkommen und ob es sich um Plantagen oder wild wachsende Teebäume handelt, welche über 100 Jahre alt sein können. Hier sagt man, dass das Teematerial aus wildwachsenden Teebäumen geschmacklich deutlich besser ist, da der Boden mehr Mineralien für die Teebäume hergibt als die z.B. der Boden einer Plantage tut. Die Angabe von der Region muss manchmal mit Vorsicht genossen werden. Es gibt gewisse Bergregionen wie z.B. Yiwu, welche eine sehr hohe Reputation haben und so einzelne Teekuchen aus dieser Region sehr teuer verkauft werden.
Die Lagerung von Pu-Erh-Tee
Die Lagerung von Pu-Erh-Tees ist ein heiss diskutiertes Thema in China. Dabei geht es vorwiegend um die Feuchtigkeit, welche vorherrscht bei der Lagerung von Pu-Erh-Tees. Die Lagerung ist vor allem für Sheng-Pu-Erh (ungekochter) Tees wichtig. Beim Shu-Pu-Erh-Tee hat ja bereits der Fermentierungsprozess eingesetzt und ist grösstenteils abgeschlossen. Aber auch er entwickelt sich noch mit den Jahren, der Geschmack wird süsslicher. Das Aroma ändert sich jedoch nicht so stark, wie das beim Lagern von Sheng-Pu-Erh-Tees geschieht. Viele Leute in Yunnan (Heimat des Pu-Erh-Tees) sagen, dass ein junger Sheng-Pu-Erh noch kein wirklicher Sheng-Pu-Erh-Tee ist und erst mit mind. 10 Jahren Lagerung als einen solchen getrunken werden kann. Wir sind da nicht ganz dieser Meinung, junge Sheng-Pu-Erh Tees haben genau so ihren Reiz, sie sind angenehm fruchtig, teilweise noch etwas herb. Bei der Lagerung gibt es in China 2 unterschiedliche Philosophien. Einerseits ist das die Trockenlagerung (dry storage), anderseits die feuchte Lagerung (wet storage). Die Trockenlagerung findet häufig in Kunming statt, wo die Luftfeuchtigkeit tief ist. Je tiefer die Luftfeuchtigkeit, desto langsamer findet die Fermentierung / Alterung des Tees statt. Guangdong ist ein Ort, wo auch trocken gelagert wird, jedoch ein bisschen feuchter als in Kunming. Im Gegensatz zu der Trockenlagerung fermentiert / altert der Tee bei der feuchten Lagerung schneller. Ein bekannter Ort für die feuchte Lagerung ist Guangzhou. Die feuchte Lagerung ist definitiv etwas heikler, es setzt voraus, dass die Lagerung überwacht wird, damit der Tee nicht verschimmelt wird. Unsere Tees sind mehrheitlich trocken gelagert worden. Jedoch haben wir in den letzten Monaten diverse Tees getestet, welche über 10 Jahre gelagert wurden, teilweise in Guangzhou (mit hoher Luftfeuchtigkeit). Wir haben dabei mehrere Test durchgeführt, von Pu-Erh-Tee, welche aus der gleichen Region stammen, aber dann unterschiedlich gelagert wurden. Auf den Bildern unten sieht man, dass wir 3 Sheng-Pu-Erh Tees getestet haben, alle aus dem Bulang Gebierge, jedoch wurden die ersten beiden von Links in Guangzhou (feucht) gelagert, der dritte von links jedoch in Kunming. Man sieht, dass die Fermentierung bei denen in Guangzhou viel weiter fortgeschritten ist als die beim in Kunming gelagerten Pu-Erh-Tee. Auch geschmacklich schlägt sich das nieder, die feucht gelagerten haben ein sanft geröstetes, süssliches Aroma, wobei der trocken gelagerte noch eher an leicht herbe, fruchtige Noten erinnert. Wir werden einen feucht gelagerten Pu-Erh-Tee bald in unser Sortiment aufnehmen.