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Die Frankenüberbewertung ist in den Arbeitslosenzahlen deutlich sichtbar – wenn man sie sehen will. Die Zahl der Arbeitslosen hat zwar im Juni gegenüber dem Mai nochmals etwas abgenommen. Doch dieser Rückgang ist ausschliesslich saisonal bedingt. Wegen dem wärmeren Wetter wird beispielsweise mehr gebaut. Im Tourismus hat die Sommersaison begonnen.
Rechnet man diese Effekte heraus, stellt man seit Februar Monat für Monat eine Zunahme der (saisonbereinigten) Arbeitslosigkeit im Bereich von 1500 bis 2000 Personen fest. Setzt sich diese Entwicklung fort, so wäre die Zahl der Arbeitslosen Ende Jahr rund 20‘000 höher als Ende 2014, was einer Dezember-Arbeitslosenquote von gegen 4 Prozent entsprechen würde.
Die frankenbedingte Zunahme sieht man teilweise auch, wenn man einen Vergleich mit den Vorjahreszahlen macht. So stieg die Zahl der Arbeitslosen bei den Berufen der Metallverarbeitung und des Maschinenbaus um 22.6 Prozent (Link oben, S. 16). Auf den ersten Blick überraschend ist die relativ geringe Zunahme in den Berufen des Gastgewerbes (1 Prozent). Denn die Beschäftigung in dieser Branche ist bereits im ersten Quartal 2015 relativ stark gesunken. Im zweiten Quartal hielten die Negativmeldungen an. Seit dem Jahr 2008 ist im Gastgewerbe jede zehnte Stelle verschwunden. Eine Erklärung könnte der relativ hohe Grenzgängeranteil im Gastgewerbe von knapp 10 Prozent sein. GrenzgängerInnen, welche die Stelle verlieren, erhalten ihr Arbeitslosengeld im Herkunftsland und haben dementsprechend einen geringeren Anreiz, sich in der Schweiz registrieren zu lassen. Weiter ist es möglich, dass Saisonarbeitskräfte (KurzaufenthalterInnen), welche nicht mehr angestellt werden, sich ebenfalls nicht bei den Schweizer RAV melden.