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Vom Walensee zum Vierwaldstättersee: Vielleicht überrascht es, dass Franz Evers ein Gedicht über den See in der Innerschweiz verfasst hat. Und das im Zusammenhang mit einer Gedichtfolge unter dem Titel An sieben Wassern. Erschienen ist es in seiner Gedichtsammlung Hohe Lieder, die 1896 erschienen ist und zu der Fidus den Umschlag und verschiedene Illustrationen beigesteuert hat.
Vierwaldstätter See
Es war des Sommers blaue Zeit;
Die Felsen lagen schroff und breit
über dem Wasser.
Tief schlummerte die Welle;
die Luft war lauter Helle;
und über Tells Kapelle
glühte eine Freiheitsschein.
Auf hohem Steige blieb ich stehn;
des Schweizerlandes Freiheitswehn
kühlte die Stirn mir.
Verträumte Winde fuhren
noch durch die dunklen Fluren,
und auf des Tages Spuren
fand sich der Abend ein.
Am Himmel stand ein grüner Stern,
und übern See her von Luzern
klangen die Glocken.
Das war die Feierstunde,
die hat in weiter Runde
mit lautem Glockenmunde
dem Himmel Dank gebracht.
- Franz Evers, Hohe Lieder, Schuster & Loeffler, Berlin 1896 (Online). Franz Evers kam am 10 Juli 1871 in Winsen zur Welt. Zu dieser Zeit war sein Vater Eisenbahnstations-Assistent in Winsen. Im Winter zog die Familie nach Hannover um. Dort besuchte Evers später das Gymnasium. Danach machte er in Goslar eine Lehre als Buchhändler. Bereits im ersten Lehrjahr gründete er die Litterarischen Blätter, die bis 1891 erschienen. Zu den Mitarbeitern gehörten sein Freund Carl Busse sowie Victor Harding und Julius Vanselow. Bis 1892 war Evers Redakteur der Augsburger Nachrichten. 1892 übersiedelte Evers übersiedelt nach Berlin, wo er Mitarbeiter von Wilhelm Hübbe-Schleidens theosophischer Zeitschrift Sphinx wurde. Am 14. September 1947 starb Evers stirbt in Berlin.
Letzte Änderung: 14. Oktober 2020.