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Crans-Montana und seine WM-Ambitionen
24.06.2017 - Anlässlich der Delegiertenversammlung von Swiss-Ski am 24. Juni in Losone hat Crans-Montana klar erklärt, Kandidat für die Durchführung der alpinen Ski-Weltmeisterschaft 2025 und im Falle des Scheiterns auch 2027 oder 2029 zu sein.
In einem Antrag an die Delegierten hat St. Moritz als WM-Ausrichterort 2017 (und 2003) seinen Wunsch ausgesprochen, als Ersatz-WM-Kandidat gewählt zu werden, dies im Falle wenn Crans-Montana bei den eventuellen Winterspielen Sion 2026 seine WM-Kandidatur an Swiss-Ski zurückgeben sollte oder auch später aus irgendwelchen Gründen. Der Antrag wurde von den Delegierten zwar angenommen, doch er bestärkt Crans-Montana in seinem festen Willen, nach der so erfolgreichen Weltmeisterschaft 1987 die Titelkämpfe wieder einmal auf das Walliser Hochplateau zu holen. Dies im engen Verbund mit dem Kanton Wallis und Swiss-Ski.
Marius Robyr, der OK-Präsident der alpinen Skirennen Crans-Montana, erklärte der «Schweizer Ski-Familie» in Losone, dass die allfällige Zusprache der Olympischen Winterspiele Sion 2026 kein Präjudiz für die WM-Kandidatur von Crans-Montana schaffe. Ganz im Gegenteil: «Dies erlaube, wichtige Synergien zwischen den beiden Projekten zu realisieren. Unabhängig vom Schicksal der Olympiakandidatur Sion 2026 ist es das erklärte Ziel von Crans-Montana, mittelfristig die Ski-Weltmeisterschaft durchzuführen. Und warum nicht neben der Weltmeisterschaft auch die alpinen Wettkämpfe der olympischen Winterspiele?»
Der ebenfalls in Losone anwesende Gemeindepräsident von Crans-Montana und Vertreter der Gemeindevereinigung ACCM, Nicolas Féraud, erinnerte die Delegierten von Swiss-Ski an das Datum vom 28. Juni 2014, als in Langnau i.E. Crans-Montana nahezu einstimmig als Schweizer Kandidat der Ski-WM nach St. Moritz 2017 bestimmt worden war. «Seit diesem Entscheid habe sich Crans-Montana hochmotiviert an die Planung und Vorbereitung der Weltmeisterschaften gemacht. Dies mit Unterstützung des Kantons Wallis, der Gemeinden des Hochplateaus, der Bergbahnen CMA und der touristischen Instanzen» fügte Nicolas Féraud weiter bei.
Die Kandidatur-Eingabe von Crans-Montana beim Internationalen Ski-Verband FIS für das Jahr 2025 hat bis am 1. Mai 2019 zu erfolgen (die WM-Wahl durch den Vorstand der FIS ist im Juni 2020 traktandiert). Die Wahl der Olympischen Winterspiele 2026 erfolgt durch das Internationale Olympische Komitee im Rahmen seines Kongresses im Sommer oder Herbst 2019. - SDA
Delegiertenversammlung von Swiss-Ski (24.6.2017, Losone):
Botschaft von Nicolas Féraud, Gemeindepräsident Crans-Montana und Vertreter Gemeindevereinigung ACCM
Geschätztes Präsidium von Swiss-Ski, liebe Delegierte
Bevor ich mich im Zusammenhang mit dem Antrag von St. Moritz äussere, möchte ich dem Bündner Kurort ein grosses Lob für die Durchführung der alpinen FIS Ski-Weltmeisterschaft 2017 aussprechen.
Ich durfte vor Ort mit meinen Behördenkollegen die perfekte Organisation, das beispielhafte Engagement aller Beteiligten und die Freundlichkeit der Voluntari miterleben. Und, es sei nicht vergessen - spreche ich Swiss-Ski und seinem alpinen Ski-Team ein herzliches Kompliment für die so erfolgreiche Präsenz in St. Moritz aus.
Die Behörden von Crans-Montana haben den Antrag von St. Moritz als allfälliger Ersatzkandidat der Ski-Weltmeisterschaft gewählt zu werden, zur Kenntnis genommen.
Seit gut zehn Jahren hat die Gemeindevereinigung von Crans-Montana ACCM und die Bergbahnen grosse finanzielle Investitionen im Hinblick auf die seit 2016 alljährlichen Ski-Weltcuprennen und die mittelfristig anvisierte Organisation der alpinen FIS Ski-Weltmeisterschaft geleistet. Dazu kommt der durch das von Marius Robyr dynamisch geleitete Organisationskomitee erbrachte riesige Arbeitsaufwand.
Der Entscheid der Delegiertenversammlung von Swiss-Ski am 28. Juni 2014 in Langnau im Emmental Crans-Montana als Schweizer Bewerber für die Ski-Weltmeisterschaften nach St. Moritz 2017 zu bestimmen, hat alle Instanzen auf dem Walliser Hochplateau im Verbund mit dem Kanton Wallis in den Planungen und Verbesserungen der Infrastrukturen noch bestärkt. Die Walliser sind sportverbunden und lieben Herausforderungen.
Um jede Diskussion und Zweifel betreffend unsere Kandidatur für die Ski-Weltmeisterschaft zu vermeiden, überbringe ich Euch gerne folgende Botschaft:
«Die Weltmeisterschafts-Kandidatur von Crans-Montana wird unterstützt durch
- den Kanton Wallis
- die Gemeinden Crans-Montana, Lens und Icogne
- die Gemeindevereinigung ACCM des Hochplateaus
- die touristischen Instanzen
Crans-Montana/Wallis bewirbt sich als Kandidat für die alpine Ski-Weltmeisterschaft 2025 und im Falle des Scheiterns erneut für die Weltmeisterschaft 2027 oder allenfalls dann 2029 und dies völlig unabhängig vom Entscheid des Internationalen Olympischen Komitees im Sommer/Herbst 2019 die Olympischen Winterspiele 2026 an Sion/Schweiz zu vergeben oder nicht.»
In Crans-Montana wurde eine eingehende Analyse zur Situation gemacht und ich kann Sie versichern, dass wir hier alles unternehmen, um ein Revival der so erfolgreichen Weltmeisterschaft 1987 zu erleben.
Sollten dem Wallis – sprich Sion – sowie auch den andern Westschweizer Kantonen, die Wettkämpfe der Olympischen Winterspiele 2026 zugesprochen werden, weist dies kein Präjudiz für die Ski-Weltmeisterschaft 2025 auf. Im Gegenteil. Die Planungs- und Vorbereitungsarbeiten für Weltmeisterschaften und Olympische Winterspiele im Bereich Ski alpin sind in weiten Teilen identisch. Dadurch ergeben sich durchwegs positive Synergien und Crans-Montana würde auch die alpinen Olympiawettkämpfe durchführen.
In diesem Zusammenhang darf ich darauf hinweisen, dass in Crans-Montana eine umfassende Projektstudie für einen Zielstadion-Neubau, eine polyvalente Arena für Winter- und Sommer-Events, erstellt wurde. Die Baukosten der Arena werden zur Zeit durch ein Ingenieurbüro berechnet und den Behörden vorgelegt. Dies mit Einbezug aller von der FIS geforderten Infrastrukturen sowohl für die Weltcuprennen als auch für eine Weltmeisterschaft.
Crans-Montana/Wallis bedankt sich bestens beim Präsidium von Swiss-Ski für das entgegen gebrachte Vertrauen und das Einstehen für unsere WM-Kandidatur. Ihnen - werte Delegierte - sind wir verbunden für den Support.
VOR 30 JAHREN – EINE ALPINE SKI-WM DER SUPERLATIVE
Die 29. Alpine FIS Ski-Weltmeisterschaft 1987 bescherte der Schweiz Erfolg wie nie zuvor und danach. Die von Erika Hess, Vreni Schneider und Maria Walliser sowie Peter Müller und Pirmin Zurbriggen angeführten heimischen Stars holten in Crans-Montana 14 Medaillen. Acht Mal ertönte bei der Siegzeremonie die Schweizer Hymne; dazu gab es vier Silberne und zwei Bronzene zu feiern! - Siehe Fotos-Gallerie am Ende des Textes
„Die Weltmeisterschaft 87 hat den Beweis erbracht, dass wir den guten Weg für die Organisation dieser Titelkämpfe gefunden haben. Wir haben einen guten Verein gegründet, eine effiziente Verwaltung aufgestellt und hatten Glück mit dem Wetter. Wir sind sehr zufrieden mit dem Resultat.“ So leitete Guy Praplan, der damals 47-jährige Generalsekretär der 29. Alpinen Ski-Weltmeisterschaft, am Schlusstag der FIS-Titelkämpfe 87 eine Bilanz mit dem Autor ein.
Heute, 30 Jahre danach, klingt Rechtsanwalt und Notar Praplan ganz ähnlich, immer noch begeistert. Er schwärmt: „Wenn das Stichwort Crans-Montana fällt, so bedeutet das für mich in einem Zug die Station Crans-Montana und die Alpine Ski-Weltmeisterschaft 1987 vereint im gleichen Logo. Die stärkste WM-Erinnerung ist die gewaltige Emotion, die mich urplötzlich übermannte, als ich die Menschenmenge sah, die zur Eröffnungszeremonie strömte. Wir waren endlich am ersten Ziel – und das erst noch bei grandioser Stimmung.“ Doch nicht nur der spektakuläre Auftakt gelang, die Grossveranstaltung als Gesamtwerk sind dem Maître vom Walliser Hochplateau als höchst positives Erlebnis im Kopf geblieben. „Ein Traum wurde Wirklichkeit. Die WM wickelte sich so ab wie wir das gewollt hatten, sportlich, festlich und sonnenbeschienen.“
Harte Gegner aus dem grünen Lager
Allzeit reines Honiglecken waren die WM freilich auch im Rückblick des damaligen Generalsekretärs nicht. Zur veritablen Mammutaufgabe geriet die Bereitstellung der WM-Pisten. Der Grund: Es mussten viele Bäume gefällt werden. Und da gab es eine bedeutende Gegnerschaft, obwohl die fünf Hektaren Wald andernorts aufgeforstet wurden. WWF, Greenpeace, Naturschutzbund setzten sich bis zum Schluss heftig gegen die Rodungen zur Wehr. Advokat Guy Praplan musste mit dem Dossier bis vor Bundesgericht, sagt, „die Hälfte meiner Zeit war ich mit dem Kampf gegen die ökologischen Gruppierungen absorbiert“. Erst am 19. März 1986, zehn Monate vor der WM-Eröffnung nur, war ein ewig scheinender Albtraum vorbei, stand Praplan als Sieger fest und konnte aufatmen. „Ich wage heute noch nicht daran zu denken, was passiert wäre, wenn wir vor Bundesgericht nicht gewonnen hätten.“
Die Organisation der WM vom 27. Januar bis 8. Februar 1987 verschlang rund 17 Millionen Franken, in etwa das Doppelte, was 13 Jahre zuvor in St. Moritz 74 die letzte alpine Ski-WM auf Schweizer Boden gekostet hatte. Mehr als das Fünffache, 100 Millionen Franken, wurden auf dem Terrain der Gemeinden des Walliser Hochplateaus, Icogne, Lens, Chermignon, Montana, Randogne und Mollens, wegen der Grossveranstaltung am Fuss von Plaine Morte, Cry d’Er und Bella Lui in die Infrastruktur investiert. Mit dem Geld wurden die touristischen Anlagen auf ein zeitgemässes Niveau gehoben. Vor allem Hotels und Bergbahnen wurden ersetzt oder modernisiert, dazu das Kongresszentrum Le Régent erstellt. Für die Abwicklung waren 1700 Funktionäre nötig. Viel Logistik erforderten auch die 600 Athleten, 400 Journalisten und 270 Fotografen. Das OK mit dem Exekutivkomitee mit Jean-Pierre Clivaz (Präsident, † 1994), Hubert Bonvin (1. Vizepräsident), Bouby Rombaldi (2. Vizepräsident, † 2016), Edouard Rey († 2001), Vital Renggli († 2006), Gérard Bonvin und Generalsekretär Guy Praplan gute Gesamtnoten für Aufbau und Abwicklung. Crans-Montana 1987 schnitt besser ab als die Vorgänger Bormio und Schladming/Haus. Ein bis zum Schluss anhaltendes Ärgernis blieb das tägliche Verkehrschaos. Einige Kritik musste sich der Veranstalter auch wegen der Geldpolitik gefallen lassen. Gesalzene Preise verdarben im Kurort die Freude.
Fernziel WM 2025
Und weils damals so schön war, hat sich 2008 eine neue Generation aufgemacht, mit Fernziel WM 2025 im alpinen Skirennsport wieder Fuss zu fassen. Die treibende Kraft Marius Robyr hat gewichtige Persönlichkeiten als Mitstreiter um sich geschart. Die erste Etappe ist bewältigt. Crans-Montana gehört seit 2016 alljährlich zum Weltcup-Kalender, wird wie angestrebt zu einer Ski-Classique der Frauen. Guy Praplan unterstützt die Bestrebungen, rät aber auch zu Bescheidenheit und Geduld: „Man muss demütig bleiben, mit Rückschlägen umgehen lernen und sich total hingeben. Man gewinnt selten beim ersten Anlauf, muss Ausdauer beweisen.“
Das Ausland im Hintertreffen
Sportlich betrachtet ist Crans-Montana bestimmt WM-tauglich. Schon 1987 gabs an den Pisten nichts auszusetzen. Die Strecken erwiesen sich als technisch anspruchsvoll. Inzwischen sind die ins gleiche Zielstadion führenden „Nationale“ und „Mont Lachaux“dank den Gemeinden, Bergbahnen und der Stiftung Casino markant renoviert worden. Geringe Programmumstellungen störten in der ersten Woche wenig. Sonst strahlte meist die Sonne aus tiefblauem Himmel. Wie das Wetter trugen zum stimmungsvollen Skifest die Erfolge des Schweizer Aufgebots bei. Zu WM-Superstars schwangen sich die Weltcupleader Maria Walliser und Pirmin Zurbriggen auf. Der anhaltende einheimische Höhenflug mit Triumphen in sieben der ersten acht Prüfungen hatten allerdings auch ihre Kehrseite. Im Ausland sank das Interesse. Als Nachteil empfand Generalsekretär Guy Praplan dies freilich nicht. Er sah es anders: „Das ist kein Nachteil für die Werbung, wie oft gesagt. Wir sind in der Schweiz und die grösste Zahl unserer geschätzten Gäste kommt aus der Schweiz. Crans-Montana wird dank den grossen Schweizer Erfolgen in der Historie der Ski-WM für immer etwas Besonderes bleiben.“
Drei Doppel-Weltmeister, achtmal Gold
In der Tat, es blieb bis jetzt einmalig, was die einheimische WM-Delegation 1987 ablieferte. Die Schweizerinnen und Schweizer fuhren förmlich in einen Rausch und sicherten sich 14 der 30 Medaillen. Erika Hess, Maria Walliser und Pirmin Zurbriggen durften sich als Doppel-Weltmeister feiern lassen; ebenfalls Titel holten Peter Müller und Vreni Schneider.
Den Impuls zur Erfolgswelle gab Erika Hess. Man schrieb den 30. Januar, als die Innerschweizerin in der Kombination vor Sylvia Eder (Ö) und der Tamara McKinney (USA) Gold holte. Den Sieg sicherte sich die knapp 25-Jährige dank einer beherzten Abfahrt (Dritte hinter Michela Figini und Eder), nachdem sie am Vortag im Slalom 0,99 Sekunden hinter der zweimal Laufbestzeit erzielenden McKinney und Vreni Schneider ebenfalls Dritte geworden war. Acht Tage danach liess sich Erika Hess nochmals als Siegerin feiern. Mit einem fabelhaften zweiten Lauf verwandelte sie 1,33 Sekunden Rückstand in 0,25 Sekunden Vorsprung auf Roswitha Steiner. Die märchenhafte Biografie der Bergbauerntochter erhielt ein letztes glanzvolles Kapitel.
Schon vor Hess’ Schlussfeuerwerk hatte sich Maria Walliser zum weiblichen Topstar aufgeschwungen. Die 23-jährige Toggenburgerin holte innert fünf Tagen drei Medaillen. Am 1. Februar wurde sie vor Dauerrivalin Michela Figini und Regine Mösenlechner(D) Abfahrtsweltmeisterin. Zwei Tage danach doppelte sie im Super-G wiederum vor Figini und Mateja Svet (Jug) nach. Am 5. Februar strebte die Weltcupführende nach dem Hattrick, doch daraus wurde nach grobem Schnitzer im ersten Durchgang immerhin Bronze.
Auch bei den Männern stieg ein Schweizer zur überragenden WM-Figur auf: Pirmin Zurbriggen. Der Lokalmatador mit den grandiosen Allroundfähigkeiten, dem in der Abfahrt Teamkollege Peter Müller und in der Kombination Marc Girardelli vor der Sonne gestanden hatten, feierte am 2. Februar im Super-G, einer WM-Premiere, sein erstes heimisches Gold (vor Girardelli und Markus Wasmeier). Zwei Tage später beschenkte er sich an seinem 24. Geburtstag erneut mit dem Titel, knapp vor Girardelli und Alberto Tomba.
Einen Tag nach Erika Hess’ Initialzündung kams absoluten Stimmungshoch der „Championnats“. Über 25‘000 euphorisierte Zuschauer feierten, obwohl Zurbriggen dem Zürcher Peter Müller den Vortritt hatte lassen müssen. Der 29-jährige Adliswiler führte das sensationelle Team von Cheftrainer Karl Frehsner an, das alle fünf Starter unter die ersten Sechs brachte, mit Karl Alpiger auf dem Bronzeplatz sowie Franz Heinzer (4.) und Daniel Mahrer (6.) neben den Medaillen.
Bleibt als letzte Goldmedaillengewinnerin der Traumequipe von Chef Jean-Pierre Fournier Vreni Schneider. Die 22-jährige Elmerin triumphierte im Riesenslalom 0,56 Sekunden vor Svet und 2,29 vor Walliser, nachdem ihre Rechnung in der Kombination nicht aufgegangen war.
13 Jahre nach der Schweizer Schmach von St. Moritz (nur Bronze am letzten Tag durch Lise-Marie Morerod) überliessen die Schweizer dem Ausland also nur die Titel von Marc Girardelli in der Kombination und Frank Wörndl (D) am Schlusstag im Slalom. Dass es im heimischen Team trotzdem einige Enttäuschte gab, verkam zur Randnotiz. Die Namen wie Martin Hangl, Brigitte Oertli, Michela Figini (trotz zweimal Silber), Corinne Schmidhauser und Franz Heinzer (zum drittenmal WM-Vierter) umfassende Liste der Pechvögel führte Joel Gaspoz an, der im Riesenslalom überlegen auf Goldkurs unterwegs war, ehe er wenige Meter vor dem Ziel stürzte – und Zurbriggen den Weg freimachte.
Originaltext verfasst durch Beat Caspar.
DEPREZphoto SA, Crans-Montana
Crans-Montana/Wallis will Ski-WM 2025
25.02.2017 - Nach der WM ist vor der WM: Nur sechs Tage nach dem letzten Rennen in St. Moritz hat Crans-Montana/Wallis die Kandidatur für die Titelkämpfe 2025 lanciert
Schon seit der Swiss-Ski-Delegiertenversammlung 2014 ist klar, dass der nächste Schweizer Bewerber für die alpine Ski-WM aus der Westschweiz stammen wird. Die offizielle Ankündigung der WM-Kandidatur von Crans-Montana/Wallis erfolgte am Samstag durch Marius Robyr, OK-Präsident der Weltcuprennen im Ort, und durch Swiss-Ski-Verbandspräsident Urs Lehmann anlässlich eines Jubiläumsabends. Mit dabei waren auch Erika Hess, Peter Müller und Pirmin Zurbriggen, die 1987 in der Skistation auf dem Walliser Hochplateau fünf der acht Schweizer WM-Goldmedaillen holten.
Mit 2025 wollen die Walliser Organisatoren, die über den Rückhalt von Kanton und den umliegenden Gemeinden verfügen und die in enger Zusammenarbeit mit Swiss-Ski stehen, gleich den frühestmöglichen Zeitpunkt für ihre Kandidatur nutzen. Der Weltverband FIS sieht für Bewerbungen eine achtjährige Pause nach Ende der letzten WM im Land vor.
Kandidaturen für 2025 müssen bis 1. Mai 2019 eingereicht werden. Anschliessend erfolgt mittels umfangreichem "Questionnaire" eine Prüfung durch den Weltverband. Ist alles in Ordnung, dürfen sich die Kandidaten beim FIS-Kongress im Sommer 2020 präsentieren. Am gleichen Anlass fällt der 17-köpfige FIS-Vorstand auch den Vergabeentscheid.
Anzunehmen ist, dass Crans-Montana/Wallis zumindest Konkurrenz aus Frankreich oder Österreich erwachsen wird. Courchevel-Méribel sowie Saalbach-Hinterglemm bewerben sich beide bereits für die Titelkämpfe 2023, der unterlegene Kandidat dürfte es zwei Jahre später gleich nochmals versuchen.
Die nächsten zwei alpinen Ski-Weltmeisterschaften werden 2019 im schwedischen Åre sowie 2021 in Cortina d'Ampezzo in Italien durchgeführt.
DEPREZphoto SA, Crans-Montana

|Bereit zum Start der WM-Kandidatur 2025 Crans-Montana/Walllis. Von links: Martial Kamerzin, Präsident der Gemeindevereinigung ACCM/Urs Lehmann, Präsident Swiss-Ski/Marius Robyr, OK-Präsident Ski-Weltcuprennen Crans-Montana und Nicolas Féraud, Präsident der Gemeinde Crans-Montana.

Support von Urs Lehmann und Swiss-ski für die Ski-WM-Kandidatur Crans-Montana/Wallis
In einem Interview mit der Sportredaktion der Agentur sda-ats hat Urs Lehmann, Präsident Swiss-Ski, sich sehr positiv für die FIS Ski-WM-Kandidatur von Crans-Montana/Wallis ausgesprochen.
Swiss-Ski hat schon vor fast drei Jahren bestimmt, dass die nächste Schweizer WM-Kandidatur aus Crans-Montana kommen wird. Was waren die Überlegungen dahinter?
"Crans-Montana hat sich in den letzten Jahren im Weltcup wieder einen guten Namen erschaffen. Nun geht es darum, Crans-Montana als Kandidat nachhaltig aufzubauen und im Weltcup zu etablieren. Schon als Kandidat, aber gerade auch als WM-Ausrichter hast du quasi einen Fixplatz im Weltcup. Wir haben als nationaler Verband auch die Aufgabe zur geografischen Ausgewogenheit. Im Osten der Schweiz wird bereits seit längerem hervorragend gearbeitet, der Westen sollte nun möglichst nachziehen. Dass der Westen so gestützt wird, ist von langer Hand durchdacht und geplant. Dort ist der Grenznutzen für uns als Wintersportland grösser."
Noch laufen die Ski-WM-Planungen von Crans-Montana/Wallis im Hintergrund
Seit der Wahl von Crans-Montana/Wallis durch die Delegiertenversammlung von Swiss-Ski 2014 als nächster Schweizer Kandidat für die Durchführung der FIS alpinen Ski-Weltmeisterschaft nach St. Moritz im Jahre 2017 ist es um das grosse Vorhaben noch ruhig geblieben. Dies liegt begründet durch das Gebot der Höflichkeit, die „Schweizer WM-Bühne“ bis Ende der Durchführung der Ski-Weltmeisterschaft 2017 (6. bis 19. Feburar) dem Bündner Kurort St. Moritz zu überlassen.
Im Hintergrund ist Crans-Montana aber aktiv. Noch nicht im wichtigen Lobbying für seine Kandidatur bei den internationalen Ski-Instanzen und -Organisatoren, aber in den ersten Planungsschritten. Unter der Ägide von Marius Robyr – als von der Vereinigung der Gemeinden des Hochplateaus (ACCM) beauftragter Projektleiter – haben verschiedene Meetings stattgefunden.
So u.a.:
> mit den Gemeindepräsidenten für die Erstellung der Entwürfe des Organigramms des zu gründenden Kandidaturkomitees und des Kandidaturbudgets;
> mit dem Kanton Wallis, dem Partner Swiss-Ski und dem internationalen Ski-Verband FIS;
> mit den WM-Organisatoren von St. Moritz, denen seitens Crans-Montana die freundschaftliche WM-Unterstützung zugesichert wurde;
> mit verschiedenen Dienststellen betreffend infrastrukturelle Belange, die eine WM erfordern.
Eine kleine Delegation von Crans-Montana besuchte die alpine Ski-WM 2015 in Vail-Beaver Creek (USA). Der in der Folge erstellte Rapport zeigt auf, dass eine Ski-WM nach wie vor ohne überdimensionierte Bauten und Infrastrukturen erfolgreich im Sinne eines nachhaltigen Nutzens für die Region und das Wallis durchgeführt werden kann.
Die Kandidatur Crans-Montana/Wallis weist jetzt schon ein grosses Plus auf: Die beiden Pisten „Nationale“ und „Mont Lachaux“ wurden in den letzten Jahren dank den Gemeinden, Bergbahnen und der Stiftung Casino für den modernen Skirennsport markant renoviert. Beide Pisten verfügen über ein gemeinsames Ziel, was nur einen Zielstadion-Neubau erfordert und vor allem auch für die Fernsehproduktion top ist. Die zur Zeit im Totalumbau befindliche Eisbahn Ycoor in Montana wird mit der neuen Infrastruktur und Grösse wie bei den WM’87 der ideale Ort für die Durchführung der WM-Siegerzeremonien und -Startnummernauslosungen sowie Standort des WM-Villages für die Skifans sein.
Mit den nunmehr ab der Saison 2015/16 alljährlich in Crans-Montana organisierten Weltcuprennen – der neuen Frauen-Klassik – können viele organisatorische Belange mit Blick auf die angestrebte Weltmeisterschaft getestet sowie innovative Entwicklungen eingeleitet werden.
Der Grob-Zeitplan für die WM-Kandidatur Crans-Montana/Wallis
2016 bis 2018
Planung der benötigten Infrastruktur (insbesondere Zielstadion), Erstellung des Kandidaturdossiers und erforderliche Präsenz der Verantwortlichen an diversen internationalen alpinen Skisportgrossanlässen.
ab März 2017 bis Mai 2020
Lobbying bei den internationalen Ski-Instanzen und –Organisatoren.
1. Mai 2019
Eingabe des Kandidaturdossier über Swiss-Ski bei der FIS (welche das Dossier eingehend prüft, inkl. diverse Inspektionen von Crans-Montana).
Juni 2020
Präsentation der Kandidatur für die WM 2025 beim FIS Council im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenden FIS-Kongresses. Danach wählt der FIS Council den WM-Ort 2025. Allfällige Gegenkandidaten von Crans-Montana für die WM 2025 sind noch nicht bekannt. Gemäss dem WM-Reglement der FIS ist nach St. Moritz 2017 eine erneute Schweizer Kandidatur (das heisst Crans-Montana) acht Jahre nach der Durchführung im gleichen Land möglich.
Der „Challenge Ski-Weltmeisterschaft Crans-Montana/Wallis“ hat begonnen – wenn die regionalen und kantonalen Behörden, die Bergbahnen, die Touristik, Hotellerie und Geschäfte sowie die Bevölkerung am gleichen Strick ziehen, kann es auf dem Walliser Hochplateau zur Wiederholung der sehr erfolgreichen Weltmeisterschaft ´87 kommen. Dies im Zeichen von Authentizität und Schlichtheit. Es soll im Wallis ein echtes WIR-Gefühl gefördert und die Jugend für den Schneesport begeistert werden; alles in einer wunderschönen Bergwelt, deren Grenzen und Schutzbedürfnisse respektiert werden.