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Trotz verschiedener Massnahmen in den vergangenen zwanzig Jahren leiden im Kanton Genf rund 120'000 Menschen unter einem Lärmpegel, der die Bundesnormen übersteigt. Dies entspricht fast einem Viertel der Wohnbevölkerung, wie der Genfer Staatsrat Serge Dal Busco (Mitte) am Donnerstag an einer Medienkonferenz sagte.
Die neue kantonale Strategie zur Bekämpfung des Strassenlärms durch Tempolimits beinhaltet die Ergebnisse einer Konsultation, die im vergangenen Jahr mit Vertretern der Zivilgesellschaft, der politischen Parteien und den Gemeinden durchgeführt wurde. 80 Prozent von ihnen sprachen sich für Geschwindigkeitsbegrenzungen aus, wie der Vorsteher des Infrastrukurdepartementes ausführte.
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Vorgesehen ist auf insgesamt 300 Strassen ein differenziertes Regime. In der Innenstadt soll Tag und Nacht Tempo 30 gelten.
Auf den Hauptverkehrsachsen und im Stadtgürtel werden die Geschwindigkeiten tagsüber auf 50 km/h und in der Nacht auf 30 km/h reduziert, dort, wo die Lärmgrenzwerte überschritten werden. Auf den anderen Hauptverkehrsachsen werden die bisherigen Geschwindigkeitsbegrenzungen tagsüber beibehalten, aber nachts auf 50 km/h gesenkt, wenn dies zur Einhaltung der Bundesnormen erforderlich ist.
Rettungsfahrzeuge ausgenommen
Neben der Verbesserung der Lebensqualität verringere ein moderates Tempo die Schwere von Verkehrsunfällen, unterstrich Dal Busco. Die Beispiele von Brüssel und Grenoble zeigten, dass dies den Verkehrsfluss oder den öffentlichen Verkehr nicht behindere. Ausserdem würden die Einsätze von Rettungsfahrzeugen nicht gebremst. Für diese gälten die Massnahmen nicht.
Von der neuen Strategie dürften laut Dal Busco 77'000 Genferinnen und Genfer profitieren. Vorausgesetzt es gibt keine Einsprachen, werden die neuen Tempolimiten ab Ende 2022 eingeführt.