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„Antidepressiva sind weit verbreitet in der Behandlung von Rückenschmerzen und Hüft- und Kniearthrose – doch die Evidenz für ihre Wirksamkeit ist unsicher“, schreiben Ferreira und seine Kollegen in ihrer Arbeit. Sie geben zu bedenken, dass die meisten klinischen Leitlinien dennoch den Einsatz von Antidepressiva bei Rückenschmerzen empfehlen.
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Vor dem Hintergrund der „Opioid-Verschreibungs-Epidemie“ in den USA, die jetzt glücklicherweise rückläufig sei, und des „zunehmenden Einsatzes von Gabapentinoiden trotz schwacher Evidenz“ sei die gut durchgeführte systematische Überprüfung von Ferreira und seinen Kollegen „mehr als zeitgemäß“, schreiben sie.
Schmerzreduktion? Antidepressiva sind keine AnalgetikaUm die Auswirkungen von Antidepressiva auf die Schmerzintensität zu bestimmen, legten Ferreira und seine Kollegen einen Unterschied von 10 Punkten (Skala von 0 bis 100 Punkten für Schmerzen) als kleinsten lohnenswerten Unterschied zwischen den Gruppen fest.
Sie fanden mäßige Evidenz dafür, dass Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) Rückenschmerzen nach 3 Monaten verringerten (mittlere Differenz -5,30 Punkte, 95% KI: -7,31 bis -3,30). Der Effekt war allerdings gering und hat klinisch keine Bedeutung.
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Antidepressiva lindern Rücken- und Arthrose-Schmerzen kaum, zeigt eine Metaanalyse. In Deutschland sind Antidepressiva auch nur bei `indikationsrelevanter Komorbidität´ empfohlen.
deutsch.medscape.com
Aus der Meinung heraus, daß ADs bei chronischen Schmerzen helfen könnten, sind heute viele, viele Patienten süchtig geworden und kommen nicht mehr los von ihrem "Schmerzmittel". Insofern ist diese Studie wichtig und führt hoffentlich dazu, daß Patienten sich gar nicht erst auf das Experiment Antidepressivum einlassen.
Grüsse,
Oregano