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Wenn Michelle Obama für die Inauguration ihres Mannes als Präsident der USA eine Robe von einem unbekannten 26-Jährigen wählt, muss der etwas können. Das Kleid, ein elfen- beinfarbener einschultriger Traum aus Chiffon, machte Designer Jason Wu über Nacht berühmt. Inzwischen ist er 32, und sein Name wird in Amerika in einem Atemzug mit Oscar de la Renta oder Tom Ford genannt.
Wu, der als Kind mit seiner Familie von Taiwan nach Vancouver immigrierte und später nach New York City zog, ist ein Liebhaber des Uptown-Chics, jenes Stils, den die vornehmen Ladys der feinen Gegenden Manhattans so lieben. Von dem will auch Hugo Boss etwas abhaben. Wu zeigte diesen Herbst seine zweite Kollektion für die deutsche Marke. Seine Kleider sind zwar feminin und chic, doch nie altbacken. In ihnen kann man alles schaffen. Berufskollegen wie die verstorbenen Couturiers Charles James und Jacques Fath liefern dem Jung- designer, der früher Kleider für einen Puppenhersteller entwarf, Inspiration.
Als Meister seines Fachs spielt er auch bei seinem eigenen Label (im Bild) mit Brüchen: eine übergrosse Blazerjacke über dem schlichten Slipdress in Samt oder ein Beinschlitz und Cut-outs am hochgeschlossenen Kleid; seine Kreationen sind so unbekümmert wie elegant. Genau das macht sie eben nicht nur für First Ladys und Upper-East-Side-Prinzessinnen attraktiv.