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Der Sandmann
Nach der gleichnamigen Erzählung von E.T.A. Hoffmann
Musik von Robert Schumann, Alfred Schnittke und Martin Donner
Schweizerische Erstaufführung, Uraufführung: 7. April 2006, Stuttgarter Ballett
Schweizerische Erstaufführung
Uraufführung 7. April 2006, Stuttgarter Ballett
Dauer 1 Std. 45 Min. inkl. Pause nach dem 1. Teil nach ca. 50 Min. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
Der Sandmann
Kurzgefasst
Der Sandmann
Seinen Ruf als Meister des Unheimlichen verdankt der deutsche Dichter E.T.A. Hoffmann vor allem seiner 1817 in Berlin erschienenen Erzählung Der Sandmann, die als ein Schlüsselwerk der Romantik gilt.
Jeden Abend, wenn die Kinder schlafen gehen, erzählt die Mutter von Nathanael vom Sandmann, der den Kleinen, die nicht einschlafen wollen, die Augen herausreisst. Nach der Begegnung mit einem unbekannten Optiker muss sich Nathanael als Student wieder mit den Sandmann-Ängsten aus seiner Kindheit auseinandersetzen. Die Figur des bösen Advokaten Coppelius aus einem Albtraum, den er seit dem gewaltsamen Tod seines Vaters hat, taucht in Gestalt dieses fremden Mannes wieder auf. Der versucht ihn mit der Hilfe von Olimpia zu verführen, doch die schöne Angebetete entpuppt sich als Automat. Immer stärker verschiebt sich Nathanaels Wahrnehmung, und er verstrickt er sich in die Netze dämonischer Wahnvorstellungen und Illusionen, aus denen ihm auch seine Freundin Clara keinen Ausweg weisen kann.
E.T.A. Hoffmann knüpfte mit seiner Erzählung bewusst an die trivialen Schauerromane an, die zur Zeit der Hochromantik nicht nur in Deutschland, sondern auch in England bei Lesern sehr beliebt waren. Das trug ihm den Namen «Gespenster-Hoffmann» ein. In variierter Form hat sein Text auch Eingang in Jacques Offenbachs Oper Les Contes d’Hoffmann und Léo Delibes’ Coppélia-Ballett gefunden. Die in der Erzählung angelegte Doppelung von optischer und geistiger Täuschung ist die Grundlage des choreografischen Ansatzes von Christian Spuck. In seinem Ballett Der Sandmann, das seine schweizerische Erstaufführung erlebt, findet er zu Musik von Robert Schumann und Alfred Schnittke sowie elektronischen Klängen Martin Donners bezwingende Bilder für die Zerrissenheit Nathanaels. Mit untrüglichem Gespür für die Ironie und Gebrochenheit des Textes übersetzt Christian Spuck Hoffmanns unheimliche Fallstudie in eine minimalistische, gleichwohl opulent ausgebreitete Tanzgeschichte. Am Pult steht der gefragte italienische Dirigent Riccardo Minasi.