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Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
Die Berühmtheit des Piemont in Bezug auf seinen Wein hat sehr alte Ursprünge. Die Griechen sollen als Erste Qualitätsweine in diese Region gebracht haben: von den Küsten des östlichen Mittelmeers kamen sie mit ihren Schiffen voller Weinamphoren in den ligurischen Häfen an. Von hier aus drangen sie ins Hinterland vor, um schliesslich das Piemont zu erreichen. Die mitgebrachten Ableger und Stecklinge dienten der Anlage der ersten Weingärten. Bereits zur Römerzeit blühte der Weinanbau: Plinius der Ältere zitiert in seiner Enzyklopedie Naturalis Historia die Verwendung in dieser Gegend von Holzfässern als Behälter für Wein.
Der Einfall der Gallier in Italien ist, glaubt man Ariosto, u.a. der besonderen Köstlichkeit und dem Ruhm, den die piemontesischen Weine bereits zur Römerzeit genossen, zuzuschreiben. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches und mit den Einfällen der Barbaren erlitt der Weinanbau nicht wenige Verwüstungen. Trotzdem blieb er stets ziemlich effizient und breitete sich in Friedenszeiten weiterhin aus. Die Ausbreitung des Weins dauerte auch nach dem Jahre Tausend an und viele Hügelgebiete der Gemeinden Alba, Asti, Bra, Cherasco und Monforte waren von Weingärten bedeckt. Das Produkt war dermassen wichtig, dass im Laufe des 13. Jh. in jenen Gebieten die Traubenqualität durch Ernteverbote vor dem 29. September geschützt und ausserdem der Weinverkauf in den osterie streng reglementiert wurde. Diese Regelungen sind in den Ernteverordnungen der damaligen Zeit aufgeführt.
Zahlreich sind in den mittelalterlichen Dokumenten des Piemont die Hinweise auf die Weinproduktion der Region und auf die hergestellten Weine. Unter den Abhandlungen erinnern wir an das Liber ruralium commodorum von Pier de' Crescenzi, der bereits gegen Ende des 14. Jh. die von den Bauern des Monferrato verwendete gute Weintechnik erwähnt.
Piemontesische Weine werden auch in der Abhandlung De naturali vinorum historia von Andrea Bacci (Arzt und Naturforscher; geb. 1524 in Sant'Elpidio a Mare, gest. 1600 in Rom), die das Beste darstellt, was auf dem Gebiet der Getränke geschrieben wurde, erwähnt.
In Bezug auf die Weinproduktion des Piemont schreibt er: «Unter den Alpen dann findet sich - da die ganze Region von nicht unterbrochenen Bergketten jenseits und diesseits des Po umgeben und eingeschlossen ist und angebrachterweise Pedemontana (am Fusse der Berge) genannt wurde - eine sehr verschiedene Weinqualität. Zum grössten Teil handelt es sich um erlesene Weine, von leuchtend roter Farbe, leicht säuerlich und selten süss; andere wiederum sind blond, mit dem Glanz einer Flamme, und aufgrund ihres intensiven Geschmacks erscheinen sie beim Kosten mittelmässig, doch auf jeden Fall machen sie dem, der sie trinkt, den Kopf sehr schwer, ausser es handelt sich um Leute mit robustem Kopf. Ich selbst wurde darauf hingewiesen, während ich diese Region im Sommer des Jahres 1560 durchfuhr, nicht sehr befriedigt von jenen ziemlich säuerlichen Weinen und der Meinung, dass die den Greci und den Chiaretti ähnlichen in unseren Gegenden besser seien, und ich lernte auf meine Kosten, dass die Hinweise meiner Gastgeber der Wahrheit entspachen, welche bekräftigten, dass die blonden Weine jener Art mehr denn je unreif sind und dem Kopf Schwere verschaffen. Nachdem ich zu meinen Chiaretti zurückgekehrt war, machte ich die Erfahrung, dass sie leichter für den Magen waren und dass sie leicht vergingen. Und ich dachte, dass man sich in jener ganzen Ebene, die überall von Bergen umgeben ist, hier und dort von Bäumen Schatten erhält, vom Po bewässert wird und von hundert Flüssen und Kanälen durchquert wird, nicht wundern darf, dass man dort so kernige Weine herstellt: und dies - wie mir scheint - aufgrund des ständigen Widerscheins der Sonne durch die Felsspalten der trockenen Berge, die sich rundherum erheben; jene Sonne dörrt im Laufe des Sommers langsam jene blonden Trauben, im Verhältnis zu ihrer Verteilung, und sie flösst ihnen eine intensive Hitze ein.
Daher pflegen die Zisalpiner und vor allem die Signori in ihren Weinkellern riesige Fässer voll diesem Wein zur Schau zu stellen, Fässer, die bis zu fünfzig und auch hundert Tonkrüge fassen und zur Aufbewahrung einige Jahre alter Weine dienen. Je älter diese Weine sind, desto mehr fühlt man, wie sie den Magen beschweren und dem Kopfe schaden: ein Mangel, den ich bereits erwähnte in Bezug auf den Pramnio und den Cecubo (= Weine, die bereits in der Antike bekannt waren und häufig von griechischen und römischen Schriftstellern erwähnt wurden). Die schwarzen und roten Weine dieser Region haben nicht die gleiche Stärke, und zwar aufgrund der Beschaffenheit der schwarzen und roten Trauben, die den Lambrusco-Trauben ähnlich sind; so wurde diesen Weinen ein geeigneter Beiname gegeben und sie werden «bruschi» (herb) genannt. Unter den Rotweinen gibt es einige ziemlich kernige, wie den, der jenseits des Pos, auf dem Land um Ivrea, geerntet wird. Diese Stadt liegt an einer erhöhten Stelle, unter den Bergen, und in einem sonnigen Gebiet, ebenso wie Novara und Vercelli. In seinen Weingärten, manchmal mit Bäumen verbunden, erzeugt dieses Land stärkere Weine, in der oben erwähnten Art, die auch auf den Tafeln Seiner Durchlaucht, des Herzogs von Savoyen, Lob und Anklang finden. Und so werden sie nicht selten vom Hafen Savona in kleinen Fässern nach Rom gebracht und von den Einheimischen werden sie verherrlicht (da jedem das Eigene am besten schmeckt) und verglichen mit dem Lacrima und mit anderen süffigen Weinen ähnlicher Art.»
An den Höfen der Renaissance erlangt die Qualität des Weins immer grössere Bedeutung, so dass die Gestalt des bottigliere (Kellermeister) immer mehr Fuss fasst: er empfiehlt, erwirbt und kombiniert die Weine. Sante Lancerio, Kellermeister Papst Pauls III. (1468-1549), hat uns einen Brief hinterlassen, der an den Kardinal Guido Ascanio Sforza gerichtet ist und von der Beschaffenheit und der Qualität der Weine handelt. Er kann als Frühdruck der italienischen önologischen Literatur angesehen werden, da sich in ihm zum ersten Mal sachbezogene Bewertungen bezüglich der einzelnen Erzeugnisse, ihres äusseren Anblicks, ihres Buketts, ihres Geschmacks, ihres Nachgeschmacks und auch ihres Alkoholgehalts, ihrer Haltbarkeit, ihres Transportverhaltens und ihrer Eignung zu den einzelnen Speisen usw. usw. finden. In ihm werden einige piemontesische Weine genannt, wie der «vino di Saluzzo» und der «vino di Invreija» (Ivrea).
Seit dem 17. Jh. war es ein Grund des Stolzes, der Welt des Weinanbaus anzugehören. Dieser Stolz blieb und bleibt in der piemontesischen Kultur erhalten, so dass Karl Albert, um zu den Weinproduzenten gezählt zu werden, in Verdun einen Weinkeller für die Herstellung des Barolo und des Moscato bauen liess, aus dem später das Werk Cinzano von Vittoria wurde. Im Jahre 1843 legte Cavour, Weinproduzent, auf dem Agrarkongress in Alba ein Memorandum vor, wie man die Weinherstellung und die Weinkeller verwalten sollte. Sein Interesse für den Weinstock und den Wein war so gross, dass er in freien Momenten nicht wenige Stunden mit dem Beschneiden, der Weinlese und der Suche nach neuen Traubensorten verbrachte.
Zwei grosse Gebiete charakterisieren das Habitat des piemontesischen Weinanbaus: die Langhe und das Monferrato. Letzteres wird durch das grosse Tal von Villafranca d'Asti, dem Fluss Borbore und vom unteren Teil des Tanarotals in das nördliche Basso Monferrato und das südliche Alto Monferrato geteilt.
Das Basso Monferrato wird von einem Hügelsystem mit Höhen bis zu 700 m gekennzeichnet (das Alto Monferrato weist dagegen geringere Höhen auf, im Schnitt um die 350 m), sehr geeignet für den Weinanbau.
An dieses Gebiet, in dem die Weinstöcke zweifellos am dichtesten angebaut werden, und an Asti sind seit Jahrhunderten die Namen von Weinen grosser Resonanz gebunden: Moscato di Canelli, der vor einigen Jahrhunderten eingeführt wurde; Barbera, der bereits im 18. Jh. bekannt war und sich aufgrund seiner grossen Anpassungsfähigkeit, seiner reichlichen Produktion und seiner Hochwertigkeit verbreitet hat; Grignolino, einer der feinsten Weine des Monferrato, der als aus dem Gebiet stammend angesehen wird, jedoch auf eine eingeschränkte Fläche begrenzt ist, da er in Bezug auf Boden und Klima anspruchsvoll ist; Freisa, der ein wenig überall vorkommt, aber in seiner Ausdehnung begrenzt ist; Malvasia nera.
Das Alto Monferrato, das im Unterschied zu der üblichen geographischen Verwendung der Ausdrücke «alto» (oberes) und «basso» (unteres) wie oben bereits erwähnt den südlichen Teil betrifft, registriert im Vergleich zu den Erhebungen um Asti niedrigere Höhen und weniger ausgeprägte Täler. Acqui, Ovada und Gavi können als Weinbauhauptstädte angesehen werden mit ihren beachtlichen Produktionen des Barbera del Monferrato und des Moscato d'Asti, mit zwei Bezeichnungen des hochwertigen weissen Cortese (Alto Monferrato und di Gavi), mit dem wohlschmeckenden Dolcetto di Acqui, dem Ovada, und dem - vor allem aufgrund der geringen Produktionsmengen - wenig bekannten, doch sehr geschätzten und von Kennern begehrten Dessertwein Brachetto d'Acqui.
Die Langhe bilden eine wundervolle, in ihren Grenzen nicht genau umrissene Hügelgegend, die in etwa vom Tanaro- und vom Bormidatal und vom Ligurischen Apennin begrenzt wird. Die Hügel, die geologisch betrachtet eine Verlängerung des nördlichen Apennins in die westliche Poebene hinein darstellen, fallen von einer maximalen Höhe von 700-800 m ab.
In diesem Gebiet werden die berühmtesten Weine wie der Barolo und der Barbaresco, aber auch der Moscato d'Asti, der Nebiolo, der Barbera und der Dolcetto hergestellt. Es gibt jedoch verschiedene Produktionsgebiete: wir erinnern unter den wichtigsten an das Canavese, die Hügel des Chierese und an die Colli Tortonesi.
Die Weine
BARBARESCO (DOCG)
Er ist sicher der älteste piemontesische Wein: einer alten Überlieferung nach hat der Wohlgeschmack dieses Weins die Völker Galliens in unser Land gelockt.
Der Barbaresco wird mindestens zwei Jahre gelagert, die Sorte «riserva» (Auslese) über vier Jahre.
Seine granatrote Farbe mit orangefarbenen Reflexen und sein charakteristischer, ätherischer, angenehmer und intensiver Duft werden begleitet von einem trockenen, vollen, kernigen, strengen und gleichzeitig samtigen, harmonischen Geschmack bei einem Alkoholgehalt von mindestens 12,5°.
BARBERA
Die Rebsorte Barbera wird in dem Hügelgebiet des Flusses Tanaro angebaut, dessen geographisches Epizentrum die Stadt Alba, Hauptstadt der Langhe und des Trüffelreiches, in der Provinz Cuneo bildet. Die Produktion des Barbera zählt drei Weinsorten.
Der Barbera d'Alba, dessen rubinrote Farbe beim jungen Wein intensiv ist und nach der Lagerung ins Granatrot tendiert, hat einen intensiv weinigen und gleichzeitig milden Duft, der von einem trockenen, körperreichen, leicht tannischen Geschmack mit ausgeprägter Säure begleitet wird. Dieser Wein wird mit der Lagerung voll und harmonisch. Sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 12°.
Der Barbera d'Asti, dessen rubinrote Farbe nach der Lagerung ins Granatrot tendiert, hat einen weinigen, charakteristischen, mit der Lagerung ins Ätherische tendierenden Duft. Im Geschmack ist er trocken, ruhig, körperreich, harmonisch, angenehm, vollmundig bei angemessener Lagerung. Er hat einen Alkoholgehalt von mindestens 12°.
Er kann sich der Bezeichnung «superiore» rühmen.
Zu dem Wein Barbera di Monferrato passt die Klassifizierung «vivace» (lebhaft) für den meistverbreiteten, jungen und leicht spritzigen Wein.
Seine rubinrote Farbe ist mehr oder weniger intensiv und sein weiniger Duft wird von einem trockenen und zuweilen lieblichen, durchschnittlich körperreichen, bisweilen lebhaften oder spritzigen Geschmack begleitet. Sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 11,5°. Er kann sich der Bezeichnung «superiore» rühmen.
BAROLO (DOCG)
Der als «König der Weine» bezeichnete Barolo war bereits in der Antike berühmt, wenn es denn wahr ist, dass er Julius Cäsar begeisterte, als er ihn aus Gallien kommend kennenlernte und dass er davon mit nach Rom nehmen wollte. Seinen Ruhm verbreitete jedoch Cavour, der nach seinem Erwerb des Schlosses von Grinzane zweihunderttausend Weinstöcke anpflanzte, die er der Obhut des französischen Önologen Odoart anvertraute.
Heute wird der Barolo von Kennern als der Beste der piemontesischen Rotweine angesehen oder zumindest als ein Wein «in den ersten Reihen der Weinaristokratie», wie Stefano Guardi schreibt.
Nach der obligatorischen Lagerung von drei Jahren weist der Wein eine granatrote Farbe mit orangefarbenen Reflexen auf und einen charakteristischen, ätherischen, angenehmen und intensiven Duft, der von einem trockenen, vollen, kernigen, strengen und gleichzeitig samtigen, harmonischen Geschmack begleitet wird. Sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 13°.
Er darf auf seinem Etikett die Bezeichnung «riserva» (Auslese) führen.
Die besten Eigenschaften entwickelt der Barolo, wenn er zwischen fünf und acht Jahre alt ist. Er sollte mit einer Temperatur von 20-22°C und zwei Stunden nach dem Entkorken serviert werden.
BRACHETTO D'ACQUI
Sein Produktionsgebiet umfasst zahlreiche Gemeinden der Provinz Asti und acht Gemeinden der Provinz Alessandria mit dem idealen Zentrum Acqui Terme.
Der Brachetto d'Acqui wird in den Sorten spumante (Schaumwein) und still oder leicht spritzig in den Handel gebracht. In letzterem Fall ist seine Farbe rubinrot, ins Granatrot tendierend und von mittlerer Intensität, sein Bukett moschusartig, sehr mild und charakteristisch und sein Geschmack süss, weich und mild bei einem Alkoholgehalt von mindestens 11,5°. In der Version spumante hat er einen feinen, anhaltenden, Schaum und leuchtet in seiner Klarheit bei einem Alkoholgehalt von mindestens 12°.
DOLCETTO
Dieser historische Wein wird seit dem 14. Jh. aus der gleichnamigen Rebsorte hergestellt. Einigen Quellen zufolge hätten die Marchesen von Saluzzo am 5. Juli 1369 im Tausch gegen Dolcetto für sich und ihre Signori die Bevölkerung von Dogliani von der Bezahlung der Steuern, der Militärpflicht und von anderen Belastungen befreit. Und die gleichen Marchesen von Saluzzo erhielten zwei Jahrhunderte später den Bischofssitz in Saluzzo, indem sie eine grosse Menge ihres guten Weins an Papst Julius II. schickten.
Den Namen erhält dieser Wein von seinen sieben Herstellungsgebieten.
Dolcetto d'Acqui. Er wird in dreiundzwanzig Gemeinden der Provinz Alessandria hergestellt. Seine intensive rubinrote Farbe tendiert mit der Lagerung ins Ziegelrot. Sein weiniger, milder, charakteristischer Geruch wird von einem trockenen, weichen, angenehm mandelartigen oder leicht bitteren Geschmack begleitet bei einem Alkoholgehalt von mindestens 11,5°.
Der Dolcetto, der mit den besten Trauben hergestellt wird und nach einem Jahr Lagerung mit einem Alkoholgehalt von mindestens 12,5° in den Handel gebracht wird, darf auf seinem Etikett die Bezeichnung «superiore» tragen.
Dolcetto d'Alba. Sein Produktionsgebiet bilden die rechts des Tanaro liegenden Hügel des Albese. Der Dolcetto d'Alba mit seiner rubinroten, zuweilen im Schaum ins Violette tendierenden Farbe hat einen weinigen, angenehm charakteristischen Geruch. Im Geschmack ist er trocken, auf angenehme Weise leicht bitter, mit mässiger Säure und gutem Körper und harmonisch bei einem Alkoholgehalt von mindestens 11,5°.
Dolcetto d'Asti. Er wird in der Hügelgegend um Asti hergestellt und weist eine leuchtend rubinrote Farbe auf. Sein weiniger, angenehmer, charakteristischer Duft wird von einem trockenen, samtigen, harmonischen Geschmack mit mässiger Säure begleitet bei einem Alkoholgehalt von mindestens 11,5°.
Die Produktion des Dolcetto di Diano d'Alba beschränkt sich dagegen auf das Gebiet der gleichnamigen Gemeinde. Seine rubinrote Farbe und sein weiniger, angenehm charakteristischer Duft werden von einem trockenen, angenehm mandelartigen, harmonischen Geschmack mit mässiger Säure und gutem Körper begleitet bei einem Alkoholgehalt von mindestens 11,5°.
Die Produktion des Dolcetto di Dogliani beschränkt sich auf die Provinz Cuneo, mit dem Zentrum Dogliani, und auf einige wenige Nachbargemeinden. Seine rubinrote Farbe tendiert ins Violette und sein weiniger, angenehmer, charakteristischer Duft wird von einem trockenen, harmonischen Geschmack mit diskretem Körper und leicht bitterem Hauch begleitet bei einem Alkoholgehalt von mindestens 11,5°.
Dolcetto delle Langhe Monregalesi. Seine leuchtende rubinrote Farbe wird von einem weinigen und angenehmen Duft begleitet. Im Geschmack ist er trocken, leicht bitter, mit mässiger Säure und diskretem Körper bei einem Alkoholgehalt von mindestens 11°.
Dolcetto di Ovada. Das Produktionsgebiet umfasst wenig mehr als zwanzig Gemeinden der Provinz Alessandria mit dem Zentrum Ovada. Der Dolcetto weist eine intensiv rubinrote Farbe auf, die mit der Lagerung ins Granatrote tendiert, und einen weinigen, charakteristischen Geschmack. Im Geschmack ist er trocken, weich, harmonisch, angenehm mandelartig oder leicht bitter bei einem Alkoholgehalt von mindestens 11,5°.
FREISA
Die ersten Nachrichten von diesem Wein stammen aus nicht weit zurückliegenden Zeiten, und zwar aus dem ausgehenden 18. Jh..
Aufgrund ihrer ein wenig unterschiedlichen Eigenschaften sind zwei Sorten anerkannt worden: der Freisa d'Asti und der Freisa di Chieri.
Freisa d'Asti. Aus den Trauben dieser bekannten piemontesischen Rebsorte, die im Hügelgebiet des Astigiano produziert wird, gewinnt man einen geschätzten kirschroten oder granatroten Rotwein mit charakteristischem Himbeer- oder Rosenduft und einem lieblichen, frischen, angenehmen Geschmack. Häufig wird der Freisa d'Asti in der spritzigen oder natürlich schäumenden Sorte hergestellt, während das aus den reiferen Trauben gewonnene Produkt durch eine mindestens einjährige Lagerung die Eigenschaften eines vino superiore erlangt.
Der Freisa d'Asti weist eine granatrote oder kirschrote Farbe auf, die mit der Lagerung leicht ins Orange tendiert, und einen charakteristischen, milden Himbeer- oder Rosenduft. Im Geschmack ist er lieblich, frisch, mit einem sehr angenehmen Himbeeraroma in der Tiefe und in der trockenen Version bei kurzer Lagerung auf milde Weise weich. Sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 11°. Die aus den besten Trauben hergestellte und mindestens ein Jahr gelagerte Sorte «superiore» hat einen Alkoholgehalt von mindestens 12°.
Freisa di Chieri. Aus den Trauben der Rebsorte Freisa, die auf den turinischen Hügeln hergestellt werden, die hinter dem Colle della Maddalena in Richtung Osten über Chieri hinaus vordringen, werden seit fernen Zeiten berühmte trockene oder liebliche Rotweine produziert. Der Freisa di Chieri secco weist eine nicht zu intensive rubinrote Farbe auf, die von einem feinen Duft begleitet wird, der an Himbeeren oder Veichen erinnert. Sein trockener, säuerlicher Geschmack wird mit der Lagerung milder. Sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 11°.
Die Sorte amabile hat bei gleichem Alkoholgehalt die gleiche Farbe und den gleichen milden Duft, der entfernt an Himbeeren erinnert. Im Geschmack ist sie lieblich und angenehm aromatisch.
GATTINARA (DOCG)
Dieser Wein wird in den Gebieten um die gleichnamige Stadt hergestellt. Seit Jahrhunderten geniesst der Gattinara grossen Ruhm und Oddone, Graf von Savoyen, pries ihn wie folgt: «Ha conquistato re e valicato mari» (Er hat den König erobert und Meere überschritten). Bereits im Mittelalter erschien dieser herrliche Wein auf den Tafeln vieler italienischer Fürstenhäuser.
Der Gattinara weist eine granatrote, ins Orange tendierende Farbe auf. Im Geschmack ist er trocken, harmonisch, in der Tiefe leicht bitter. Sein feiner Duft erinnert an Veilchen, besonders wenn er sehr alt ist. Sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 12,5°. Die Sorte «riserva» (Auslese) ist vorgesehen.
GAVI oder CORTESE DI GAVI (DOCG)
Der Gavi oder Cortese di Gavi wird in dem ziemlich beschränkten Hügelgebiet der Provinz Alessandria, in dessen Mitte der Fluss Lemme fliesst, mit dem Zentrum Gavi hergestellt und zwar ausschliesslich aus der Rebsorte Cortese. Es werden drei Sorten hergestellt: Der tranquillo (ruhig) weist eine mehr oder weniger intensive strohgelbe Farbe auf bei charakteristischem, mildem Geruch, einem trockenen, angenehmen, frischen und harmonischen Geschmack und einem Alkoholgehalt von mindestens 10,5°. Ähnliche Eigenschaften besitzt der frizzante (spritzig), während der spumante (Schaumwein) trotz gleichem Alkoholgehalt eine mehr oder weniger zarte strohgelbe Farbe, einen feinen und anhaltenden Schaum und einen feinen, milden, charakteristischen Duft aufweist. Im Geschmack ist er harmonisch, voll, trocken, angenehm.
GRIGNOLINO
Für diesen Wein wurden zwei Produktionsgebiete mit jeweiligen Weinsorten anerkannt, Asti und Monferrato Casalese.
Der Grignolino d'Asti weist eine mehr oder weniger intensive rubinrote Farbe auf, die mit der Lagerung in einen Orangeton tendiert. Der Duft ist charakteristisch und mild und wird von einem trockenen, leicht tannischen, angenehm leicht bitteren Geschmack mit anhaltendem Nachgeschmack begleitet. Sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 11°.
Grignolino del Monferrato Casalese. Er wird von einer hell-rubinroten Farbe gekennzeichnet, die mit der Lagerung ins Orange tendiert. Der charakteristische und milde Duft wird von einem trockenen, leicht tannischen, angenehm leicht bitteren Geschmack mit charakteristischem Nachgeschmack begleitet. Sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 11°.
Beide Sorten des Grignolino sollten jung, mit einem Alter von 1-2 Jahren, genossen werden, da ihre wertvollen Eigenschaften nach drei Jahren nachlassen.
MALVASIA
Die historische Rebsorte Malvasia wird bereits in dem Werk De naturali vinorum historia von Andrea Bacci zitiert und vielen italienischen Gebieten zugeordnet.
Im Piemont sind zwei Produktionsgebiete ausgemacht worden, in denen vier Weinsorten hergestellt werden.
Die Farbe des Malvasia di Casorzo d'Asti reicht von Rubinrot bis Kirschrot (rosarot), je nach Art der Weinherstellung. Der charakteristische und wohlriechende Duft wird von einem süssen, leicht aromatischen, weichen, charakteristischen Geschmack begleitet bei einem Alkoholgehalt von mindestens 10,5°.
Der Casorzo spumante weist eine mehr oder weniger intensive rosarote Farbe auf. Der aromatische und charakteristische Duft wird von einem süssen, leicht aromatischen, weichen, charakteristischen Geschmack begleitet. Sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 11°.
Der Casorzo passito (Likörwein) weist eine kräftige rubinrote Farbe auf und sein intensiver, komplexer und charakteristischer Duft wird von einem süssen, samtigen, charakteristischen Geschmack begleitet. Sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 15°.
Der Malvasia di Castelnuovo Don Bosco weist eine kirschrote Farbe auf und sein wohlriechender Duft mit Traubenaroma wird von einem süssen, leicht aromatischen, charakteristischen Geschmack begleitet. Sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 10,5°.
MOSCATO D'ASTI
Diese sehr alte Wein stammt aus Griechenland und wird im Piemont vorwiegend in dem Gebiet um die Stadt Asti, nach der er benannt ist, hergestellt.
Seine strohgelbe Farbe ist mehr oder weniger intensiv und sein charakteristisches Muskatelleraroma wird von einem süssen, aromatischen Geschmack begleitet, der typisch für seine Trauben ist. Sein Alkoholgehalt beträgt mindestens 10,5°.
NEBBIOLO D'ALBA
Der Nebbiolo d'Alba ist ein Wein mit sehr alter Tradition und wird in wenigen Gemeinden des Cuneese hergestellt. Seine rubinrote Farbe ist mehr oder weniger kräftig und hat, wenn der Wein älter ist, orange Reflexe. Sein charakteristischer, zarter und milder Duft, der an Veilchen erinnert, wird mit der Lagerung deutlicher und vollkommener. Sein Geschmack reicht von trocken bis angenehm süss bei gutem Körper, er ist beim jungen Wein angemessen tannisch und wird später samtig und harmonisch. Der Alkoholgehalt beträgt mindestens 12°. Er kann in den Versionen trocken, süss und schaumig hergestellt werden.
Quelle: emmeti.it
Piemont/Gastronomie/Wein wurde von Italien.ch mit Punkten bewertet