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Bereits am Mittwoch waren Wahlurnen per Schiff auf Inseln vor der nordirischen Küste gebracht worden. Die Wahlen zur Northern Ireland Assembly finden regulär alle fünf Jahre statt. Zuletzt wurde in Nordirland im Mai 2016 gewählt.
Vorgezogene Neuwahlen wurden nun notwendig, weil sich die Koalitionsparteien Sinn Féin und DUP (Democratic Unionist Party) wegen eines aus dem Ruder gelaufenen Förderprogramms für erneuerbare Energien endgültig entzweit haben.
Das Förderprogramm war eingefädelt worden, als die bisherige Regierungschefin Arlene Foster von der probritischen protestantischen DUP noch Wirtschaftsministerin war. Die republikanische katholische Sinn Féin warf ihr Arroganz bei der Aufarbeitung vor und kündigte schliesslich das Bündnis mit der DUP.
Für die britische Regierung kommt die Krise in Nordirland zur Unzeit. Ohnehin bedroht der geplante Ausstieg Grossbritanniens aus der EU den fragilen Friedensprozess in dem jahrzehntelang von einem Bürgerkrieg geplagten Landesteil.
Die Befürchtung ist, dass die Trennung Grossbritanniens von der Europäischen Union eine befestigte Grenze zwischen Nordirland und dem EU-Mitglied Republik Irland notwendig machen könnte.
Dem Karfreitagsabkommen von 1998 zufolge muss die Regionalregierung aus einer Koalition der beiden grössten katholischen und protestantischen Fraktionen gebildet werden. Jüngsten Umfragen zufolge werden das erneut DUP und Sinn Fein sein.
Sollte sich die beiden Parteien nicht auf eine Neuauflage ihrer Koalition einigen können, wäre es denkbar, dass die Region vorübergehend wieder aus London regiert werden muss.
(SDA)