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Der Franzose Johann Le Guillerm ist eine der herausragendsten und gleichzeitig atypischsten Persönlichkeiten des Zeitgenössischen Zirkus. Er arbeitet an den Grenzen des Genres und beweist, dass es zu kurz greift, Zirkus auf Geräte und Disziplinen zu beschränken. Le Guillerm geht einerseits mit der Strenge eines Wissenschaftlers vor und nutzt andererseits seine Fähigkeiten als poetischer Magier. Sein künstlerisches Universum umfasst Skulpturen, Installationen, Ausstellungen und Performances.
Das Festival zeigt eine vierteilige Werkschau: Das Zeltstück «Terces», in dem Le Guillerm die Funktionsweise des Zirkus auseinandernimmt, die Produktion «Encatation», bei der er mit dem 2-Sterne-Koch Alexandre Gauthier für ein Fest der Sinne sorgt, «La Transumante», eine mehrstündige Performance unter freiem Himmel, und «La Calasoif», eine mechanische Skulptur, die im Stadtmuseum zu sehen ist.
1994 erarbeitete Le Guillerm sein erstes Solostück unter dem Namen seiner Compagnie «Cirque ici»; seither entwickelt er seine eigene Art des Erforschens und Erfindens unaufhörlich weiter und reist mit seinen Werken um die halbe Welt. In Frankreich wurde er mit den höchsten Preisen ausgezeichnet: «Grand Prix National du Cirque» (1996), «Grand Prix des Arts du Cirque SACD» (2005) und «Grand Prix SACD» (2017).
In der Deutschschweiz war Johann Le Guillerm erst einmal zu sehen, und zwar 1993 am Theaterspektakel in Zürich, mit dem legendären «Cirque O». Dessen Produzent war übrigens Ueli Hirzel, den wir am cirqu’9 als Künstler geladen haben