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Weitere Verhütungsmethoden
Hormonpflaster
Das 4,5 mal 4,5 Zentimeter grosse hautfarbene Pflaster enthält Hormone, die es langsam durch die Haut abgibt. Es wirkt ähnlich wie die Pille, muss aber nur einmal pro Woche erneuert werden. Die Frau trägt das Pflaster während drei Wochen, in der vierten Woche braucht sie keines. In dieser Pause setzt die Menstruation ein. Duschen oder baden sind mit dem Pflaster problemlos möglich. Das Hormonpflaster ist eine sichere Methode zur Schwangerschaftsverhütung, nützt aber nicht gegen eine Ansteckung mit Krankheitserregern, die beim Sex übertragen werden können. Die Nebenwirkungen entsprechen denen der Pille.
Implanon
Das Hormonstäbchen aus Kunststoff wird unter die Haut des Oberarms eingepflanzt. Während drei Jahren gibt es Hormone ab, die Wirkung ist gleich wie bei der Pille. Nach drei Jahren muss das Stäbchen wieder entfernt und ersetzt werden. Implanon bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
Nuva Ring
Der Vaginalring gibt während drei Wochen Hormone direkt in die Scheide ab und schützt so sicher vor einer Schwangerschaft. Die Frau kann den Ring selbst in die Scheide einführen und nach drei Wochen auch selbst wieder entfernen. Dies erfordert anfänglich etwas Übung.
Der Ring wirkt gleich wie die Pille, hat aber den Vorteil, dass frau nur zweimal im Monat daran denken muss: das erste Mal, wenn sie den Ring herausnimmt, das zweite Mal, wenn sie eine Woche später einen neuen Ring einsetzen muss. Der Nuva Ring bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
Die Spirale
Um die Einnistung der Eizelle zu verhindern, wird die Spirale in die Gebärmutter der Frau eingesetzt. Man unterscheidet zwischen Kupfer-, Kunststoff- und Hormonspirale. Eine Spirale kann bis zu drei Jahre in der Gebärmutter bleiben. Für junge, kinderlose Frauen ist die Spirale nicht zu empfehlen, da es im Extremfall zu Unfruchtbarkeit kommen kann. Sie bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
Das Diaphragma
Eine Gummikappe wird über den Muttermund gestülpt und verhindert so, dass Samen in die Gebärmutter eindringen können. Das Diaphragma wird vor dem Geschlechtsverkehr mit einem spermienabtötenden Gel bestrichen und muss nach dem Geschlechtsverkehr noch mindestens sechs Stunden im Körper bleiben. Ein Frauenarzt muss das Diaphragma anpassen. Es bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Das Diaphragma wird heutzutage selten verwendet.
Coitus Interruptus
Der Mann zieht den Penis kurz vor dem Samenerguss aus der Scheide der Frau – daher der lateinische Begriff für abgebrochenen Geschlechtsverkehr. Die Gefahr, bei dieser Methode schwanger zu werden, ist sehr hoch, da bereits vor dem eigentlichen Samenerguss Spermien – so genannte Lusttropfen – unbemerkt austreten können. Coitus Interruptus ist keine Verhütungsmethode.
Dreimonatsspritze
Die Hormonspritze enthält nur Gestagen, aber kein Östrogen. Sie verhindert zwar zuverlässig eine Schwangerschaft, hat aber gravierende Nebenwirkungen. So erhöht sie vor allem bei Jugendlichen das Osteoporoserisiko. Nach dem Absetzen dauert es zum Teil lange, bis die Frau schwanger wird. Die Dreimonatsspritze wird nur empfohlen, wenn andere Verhütungsmittel nicht möglich sind.
Temperaturmethode/symptothermale Methode
Die Temperaturmethode wurde früher zur natürlichen Empfängnisverhütung angewendet. Dabei wird die morgendliche Körpertemperatur der Frau vor dem Aufstehen gemessen und notiert. Aufgrund der Schwankungen dieser Basaltemperatur lassen sich die fruchtbaren Tage im Menstruationszyklus abschätzen. Die Temperaturmethode ist keine sichere Verhütungsmethode.
Die symptothermale Methode kombiniert die Temperaturmessung mit der Beobachtung des Schleims, den der Gebärmutterhals absondert. Konsistenz und Menge dieses Zervixschleims verändern sich im Lauf des Zyklus. Die symptothermale Methode ist somit etwas sicherer.
Diese Methode empfiehlt sich eher für Frauen mit regelmässigem Zyklus und festem Partner, da sie sehr aufwendig ist und nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt.