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Wegen des Vorwurfs des Steuerbetrugs durch Frankreichs Haushaltsminister Jérôme Cahuzac hat die französische Justiz nun offiziell Ermittlungen eingeleitet. Es geht um den Vorwurf, dass Cahuzac bis 2010 ein heimliches Konto in der Schweiz geführt haben soll.
Mehrere Untersuchungsrichter würden in dem Fall Nachforschungen anstellen, teilte die Staatsanwaltschaft in Paris mit.
In der Affäre hatte es noch im Februar so ausgesehen, als ob der Minister - eine der Stützen im sozialistischen Kabinett - eher entlastet würde. Damals hatten die Schweizer Behörden nach Angaben aus französischen Justizkreisen der Pariser Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass Cahuzac keine Konten bei der UBS gehabt habe.
Das Enthüllungsportal Mediapart wirft Cahuzac seit Anfang Dezember vor, jahrelang ein heimliches Konto bei der UBS besessen zu haben. Dieses habe er 2010 geschlossen und das Geld nach Singapur transferiert.
Das Enthüllungsportal beruft sich auf «zahlreiche Zeugenaussagen», «schlüssige Unterlagen», vor allem aber auf eine Tonaufnahme aus dem Jahr 2000, in der eine Cahuzac zugeschriebene Stimme den Besitz eines UBS-Kontos einräumt.
Die Staatsanwaltschaft Paris teilte nun mit, diese Stimme sei wahrscheinlich tatsächlich die Stimme des Ministers. Sie verwies dabei auf ein Gutachten der Polizei.
Beim Bundesamt für Justiz in Bern ist bisher in dem Fall kein Rechtshilfegesuch aus Paris eingetroffen, wie am Dienstag dessen Sprecher Folco Galli auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Er verwies gleichzeitig darauf, dass ein Rechtshilfegesuch auch direkt an eine kantonale Behörde gerichtet werden könne.
(chb/sda)