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Ein Spieler legt den Ball in den Viertelkreis an der Eckfahne, nimmt Anlauf und
schiesst den Ball. Dieser fliegt eine satte Linkskurve in Richtung des gegnerischen Strafraums. Was wie ein Wunder erscheint, beruht auf zwei physikalischen Effekten.
Nicht in die Mitte treten
Der Schweizer Physiker Daniel Bernoulli beschrieb im 18. Jahrhundert einen Effekt: Wenn Flüssigkeiten und Gase strömen, üben sie einen geringeren Druck auf Ihre Umgebung aus, als wenn sie sich nicht bewegen. Je höher die Geschwindigkeit, desto geringer wird der Druck.
Der Spieler trifft den Ball nicht genau
Einem vorwärts fliegenden Ball strömt viel "Fahrtwind" entgegen. Entsprechend dem Bernoulli-Effekt herrscht dann an den Seiten des Balls ein Unterdruck. Diesen Effekt macht man sich beim Eckball zu Nutze. Der Spieler trifft den Ball nicht genau in der Mitte, sondern seitlich. Angenommen das Tor ist links vom Spieler, dann muss er den Ball so "anschneiden", dass er sich links herum dreht. Nun fliegt der Ball und dreht sich dabei links herum um sich selbst.
Das Spiel mit dem Unterdruck
Da die Oberfläche des Balls etwas rau ist, gibt es zwischen ihr und der Luft Reibung. Der Ball reisst dadurch eine dünne Luftschicht links herum mit. Wenn der Ball abgeschossen ist, liegt folgende Situation vor: Der Ball dreht sich links herum, mit ihm eine dünne Luftschicht und durch den Flug strömt ihm zugleich Luft entgegen. Die Luft, die links mit dem Ball dreht, bewegt sich mit dem entgegenkommenden Luftstrom. Dadurch wird auf dieser Seite der Bernoulli-Effekt verstärkt, der Unterdruck wird grösser.
Die Querkraft macht’s
Aber auf der rechten Seite des Balls kommen sich die rotierende und strömende Luft entgegen. Dort entsteht ein Überdruck. Dadurch wirkt auf den Ball eine so genannte Querkraft, die ihn nach links in Richtung des Unterdrucks zieht. Nun fliegt der Ball eine Kurve. Das Phänomen heisst Magnus-Effekt, benannt nach dem 1870 gestorbenen deutschen Physiker und Chemiker Heinrich Gustav Magnus.