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Sprechen und zuhören – Gertrud Kurz, die Flüchtlingsmutter, wie man sie später nennen wird, kennzeichnete die Gabe, den Verfolgten des Zweiten Weltkriegs zuzuhören und deren Geschichten mit dem Kopf und mit dem Herzen wahrzunehmen. In den Kriegsjahren sprach sie zeitweise täglich bei der schweizerischen Fremdenpolizei vor, damit einzelne Flüchtlinge in die Schweiz eingelassen, respektive nicht ausgewiesen wurden. Sie hatte sich nie gescheut, eine Flüchtlingspolitik, die sie als klares Unrecht einstufte, unmissverständlich zu kritisieren. Sie kämpfte für Einzelschicksale und argumentierte praxisnah. Gertrud Kurz prägte damit die humanitären Bestrebungen der Schweiz in der Mitte des 20. Jahrhunderts.