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Zunehmende Trockenperioden werden für die Landwirtschaft zu einem wachsenden Problem. So erhalten die Behörden im Kanton Schaffhausen immer mehr Anfragen für einen Bezug von Wasser aus den kommunalen Trinkwassernetzen zur Bewässerung. Dafür sind diese Netze aber nicht eingerichtet. Ein Projekt will daher prüfen, ob und unter welchen Bedingungen es sinnvoll wäre, dass Landwirte direkt Grundwasser für Bewässerungszwecke entnehmen. Ziel ist eine kohärente Vollzugsstrategie bezüglich der zukünftigen Grundwassernutzung.
Ausgangslage
Im Kanton Schaffhausen gibt es bisher nur sehr beschränkte Möglichkeiten für landwirtschaftliche Bewässerungen: Wasserentnahmen aus Oberflächengewässern sind grundsätzlich nur aus drei Gewässern möglich, Bewässerungen mit Grundwasser werden nicht bewilligt. Daher geben mitunter einzelne kommunalen Wasserversorgungen Trinkwasser zu Bewässerungszwecken an die Landwirtschaft ab. Angesichts des Klimawandels und den drohenden längeren Trockenperioden stellt sich die Frage, ob es sinnvoll wäre, dass Landwirte zukünftig direkt Grundwasser für die Bewässerung entnehmen. In welchem Umfang wäre eine nachhaltige Nutzung möglich? Wie können die verschiedenen Grundwassernutzungen aufeinander abgestimmt werden? Und was sind die Auswirkungen auf Boden, Grundwasserqualität, Landwirtschaft, Region und Landschaft? Dieses Projekt will diese Fragen in der Modellregion Klettgau eingehend klären und damit die Grundlagen schaffen für eine kohärente Vollzugsstrategie für eine nachhaltige Grundwassernutzung im ganzen Kanton.
Ziele
- Auswirkungen einer möglichen landwirtschaftlichen Bewässerung mit Grundwasser fundiert abschätzen.
- Kohärente und nachhaltige Vollzugsstrategie zur Grundwassernutzung ermöglichen.
- Planungssicherheit für Landwirte schaffen.
- Wassernutzungskonflikte vorbeugen oder entschärfen.
Vorgehen
- Alle vorhandenen Grundlagen bei den Projektakteuren erfassen und ergänzen.
- Grundwassermodellierung in der Region Klettgau.
- Studie über die Auswirkungen einer möglichen Bewässerung auf Umwelt, Landwirtschaft und Region erstellen.
- Diskussion mit Wasserversorgern über Nutzungsreglemente zum Umgang mit kurzzeitigen Trockenperioden im Sommer.
- Kommunikation und Erfahrungsaustausch mit allen Akteuren und Zielgruppen der Modellregion.
- Übertragung der Erkenntnisse aus dem Klettgau auf den gesamten Kanton Schaffhausen.
Angestrebte Produkte
- Hydrogeologisches Modell Klettgau mit Klima- und Nutzungsszenarien und Bericht dazu.
- Bericht zum Einfluss einer möglichen Bewässerung auf Umwelt, Landwirtschaft und Region Klettgau.
- Bericht zur Transformation der Ergebnisse im Klettgau auf eine grössere Region (Kanton Schaffhausen).
- Musterauflagen für Grundwassernutzungskonzessionen in Bezug auf Bewässerungswasser für die Landwirtschaft.
- Musterreglement für Wasserversorgungen in Bezug auf Bewässerungswasser für die Landwirtschaft.
Aktueller Projektstand (Juni 2020)
Die erste Phase des Projekts «Wasserzukunft Klettgau» steht kurz vor dem Abschluss. Während dieser Phase wurden zahlreiche Grundlagendaten für die landwirtschaftliche Bestandsaufnahme sowie für das Grundwassermodell beschafft, aufbereitet und ausgewertet. Auf diesen Daten aufbauend wurde ein Modell erstellt, der Bewässerungsbedarf für die im Klettgau üblichen Kulturen modelliert und vier beispielhafte Bewässerungsszenarien definiert, die unterschiedliche Wassermengen benötigen. Als letzter Schritt der ersten Phase wird aktuell das Modell validiert, der Bewässerungsbedarf für die verschiedenen Szenarien berechnet und die Auswirkungen auf den Grundwasserleiter modelliert. Die Bewässerungsszenarien werden anschliessend iterativ angepasst und neu berechnet.
|Vollständiger Projekttitel:

Chancen und Risiken einer möglichen Grundwassernutzung zu Bewässerungszwecken für die Landwirtschaft (B.02)
|Projektgebiet:

Klettgau, Kanton Schaffhausen
|Laufzeit:

April 2019 – Dezember 2021
|Träger:
||Tiefbau Schaffhausen (TSH)|
|Begleitung:

Bundesamt für Umwelt BAFU, Bundesamt für Landwirtschaft BLW
Letzte Änderung 14.07.2020