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Literatur birgt - wie auch andere Formen der Kunst - durch ihre (ästhetische) Distanzierung vom jeweiligen Kontext, dem sie entspringt, ein immenses Potential kultureller Selbstbefremdung. 'Jenseits von Gut und Böse' kann sie so symbolische, strukturelle und moralische Phänomene der eigenen Kultur kommentieren, das vermeintlich Ausgegrenzte zur Aufführung bringen und die 'Ordnung der Dinge' in Frage stellen. Wie viel Wissen um den Menschen steckt in der Literatur? Und wie viel Poesie in der Ethnographie? Eine Theorie der Transgression (Nietzsche, Bataille, Foucault) bildet den Ausgangspunkt für Analysen literarischer Texte, die eine "Anthropologie des Westens" (Rabinow) vollziehen.
Autorentext
Eva-Maria Mahr, geb. 1992, studierte zunächst Ibero-Romanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft, anschließend Internationale Literatur und Theorien der Literatur an der Universität Augsburg und der Universidade de Lisboa. Seit 2019 ist sie im Schweizer Verlagswesen tätig.