Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03571.jsonl.gz/3082

Madagaskar
Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt. Menschen mit Behinderung leben oft in dramatischen Zuständen.
© Nicolas Früh / Handicap International
Laufende aktivitäten
Handicap International arbeitet seit über 25 Jahren in Madagaskar. In dieser Zeit haben wir zahlreiche orthopädischen Zentren eingerichtet und Reha-Massnahmen umgesetzt. Darüber hinaus setzen wir uns für den erleichterten Zugang zu Gesundheitsversorgung für Menschen mit Behinderung ein, um ihnen die Teilnahme im sozialen Leben zu erleichtern und die Inklusion von Kindern mit Behinderung in Schulen zu beschleunigen.
Derzeit arbeiten unsere Fachkräfte gegen Krankheiten, die Behinderungen hervorrufen können, wie lymphatische Filariose. Wir sensibilisieren die Bevölkerung mit Kampagnen, schulen Pflegekräfte und behandeln betroffene Menschen werden.
Ausserdem arbeiten wir in Gefängnissen, um den Gefangenen bessere Lebensbedingungen, vereinfachten Zugang zu Gesundheitsversorgung, Verbesserung der Hygiene und psychosoziale Betreuung zu ermöglichen.
Darüber hinaus unterhalten wir ein Projekt zur Mutter-Kind-Gesundheit, um die Mütter- und Kindersterblichkeitsrate zu senken und den Zugang zu Versorgung zu vereinfachen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Weiterbildung von Pflegekräften, der Barrierefreiheit von Gebäuden und technischer Unterstützung.
Des Weiteren engagieren wir uns im Bereich Rechte von Menschen mit Behinderung, indem wir die entsprechenden vertretenden Organisationen unterstützen. Wir bieten ebenfalls Weiterbildungen für Kampagnen und Kommunikation auf nationaler Ebene.
Hintergrund
Madagaskar hat, nachdem sich die Indikatoren für soziale und wirtschaftliche Entwicklung fünf Jahre lang verschlechtert hatten, neue Hoffnung geschöpft.
Hery Rajaonarimampianina, ehemaliger Finanzminister der vorherigen Übergangsregierung, wurde zum Präsidenten gewählt und bot wieder eine Rückkehr zur institutionellen Normalität. Eine neue Nationalversammlung wurde gegründet und zum ersten Mal in der Geschichte wird diese von einer Frau geleitet. Die Rückkehr zur Verfassungsordnung wird nicht ohne Hindernisse verlaufen, doch die meisten Parteien sind bereit Vergangenes ruhen zu lassen und nach vorne zu blicken.
Die Arbeitslosenzahl ist immer noch sehr hoch und die verbesserte Lebenssituation von Menschen mit Behinderung wird nicht als Priorität angesehen. Zusätzlich leiden sie unter starker Diskriminierung in ihren Gemeinden. Sie werden marginalisiert und ihre wirtschaftliche und soziale Inklusion ist selten erfolgreich.
Weniger als 10 % der Kinder mit Behinderung gehen zur Schule. Ihre mangelhafte Bildung erschwert ihre soziale Inklusion langfristig. Des Weiteren sind mentale Behinderungen ein striktes Tabu auf der Insel.
Die unsichere politische und wirtschaftliche Lage erschwert die Gründung von Initiativen im Bereich Behinderung. Madagaskar hat die UN-Behindertenrechtskonvention noch nicht ratifiziert. Unsere Aktivitäten setzen deshalb ganz allgemein auf die Anerkennung der Rechte von Menschen mit Behinderung und deren Inklusion.