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Die belgische Equipe Intermarché-Wanty Gobert sorgt bei der 69. Austragung der Spanien-Rundfahrt weiter für Furore. Nach dem Esten Rein Taaramäe gelingt es auch dessen Teamkollegen Odd Christian Eiking, das rote Leadertrikot in seinen Besitz zu bringen. Als 21. des Gesamtklassements mit über neun Minuten Rückstand auf Leader Primoz Roglic gestartet, schaffte es der 26-jährige Norweger am Dienstag in die 31 Fahrer umfassende Ausreissergruppe. 189 km später waren ihm das Maillot Rojo und der grösste Erfolg seiner Karriere gewiss.
«Ich hatte neun Minuten Rückstand und dachte, es müsste schon ein Wunder geschehen, um das Trikot zu übernehmen», sagte Eiking, der das Ziel in der andalusischen Küstenstadt Rincon de la Victoria als Etappen-Fünfter fast zwölf Minuten vor Roglic erreichte. Sein Vorsprung auf den nunmehr drittplatzierten Slowenen in der Gesamtwertung beträgt 2:17 Minuten. Dazwischen befindet sich mit dem Franzosen Guillaume Martin, dem Gesamt-Achten der diesjährigen Tour de France, ein weiterer Ausreisser der 10. Etappe.
Roglic bei Sturz unverletzt
Roglic versteckte sich am Tag 1 nach dem ersten Ruhetag lange Zeit im Feld und schenkte damit das Leadertrikot - wohl aus taktischen Gründen - kampflos her. Erst als es im einzigen klassifizierten Anstieg des Tages rund 15 km vor dem Ziel in die Vollen ging, machte der Vuelta-Gesamtsieger der letzten beiden Jahre ernst. Mit einem energischen Antritt schüttelte der Zeitfahr-Olympiasieger seine Rivalen ab. Bis zur Überquerung des Puerto de Almachar fuhr er ein Polster von 15 Sekunden heraus, das er in der darauffolgenden Abfahrt nach einem Sturz in einer Rechtskurve aber schnell wieder einbüsste. Mehr als ein paar Schürfwunden trug der Captain von Jumbo-Visma von seinem Ausrutscher aber nicht davon.
Während die in der Gesamtwertung direkt hinter Roglic liegenden Enric Mas, Miguel Angel Lopez (beide Movistar) und Jack Haig (Bahrain-Victorious) bis ins Ziel wieder zum Slowenen aufschliessen konnten, büsste das Ineos-Duo Egan Bernal und Adam Yates weitere 37 Sekunden auf den Topfavoriten ein.
Mit Bernal und Yates erreichte auch Gino Mäder das Ziel. Der Berner liegt als Gesamt-14. und Dritter der Jungprofi-Wertung weiterhin ausgezeichnet im Rennen.
Australier Storer doppelt nach
Michael Storer aus dem Team DSM schüttelte auf dem Weg zum Sieg in der letzten Steigung seine letzten Begleiter ab und gewann solo mit 22 Sekunden Vorsprung vor einer Vierergruppe um den neuen Leader Eiking.
Nach dem Triumph am letzten Freitag war es für Storer bereits der zweite Etappenerfolg in dieser Vuelta, die am Mittwoch eine weitere besondere Herausforderung für die Fahrer bereit hält. Der Schlusskilometer der hügeligen 11. Etappe ist bis zu 25 Prozent steil und dürfte damit auch den besten Kletterern wie eine senkrechte Wand vorkommen.