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Anlass, diese Internetsite zusammenzustellen, ist die Beobachtung, dass seit dem Verkauf der Hotelbetriebe beim Rhonegletscher durch die Familie Seiler 1984 von Jahr zu Jahr Unqualifizierteres über deren Geschichte geschrieben wird.
Illustration anhand von Exempeln. An drei Beispielen, je einem Text der New York Times, der Jubiläumsschrift der Zermatter Schwestergesellschaft und der Neuen Zürcher Zeitung, illustriert dies das nachfolgende Vorwort.
Der Besucher dieser historischen Homepage, der eher am Aufweis des Tatsächlichen als an Hinweisen auf ärgerliche Informationslücken, Missverständnisse und Verzerrungen interessiert ist, mag sich der Lektüre der rezensierenden kritischen Darlegungen entschlagen und sogleich und ohne Umwege mit der des historischen Abrisses beginnen. Zu diesem führen ihn auf der Eingangsseite die Links, welche das Rhonegletscher-Bild des Malers Wüest rechter Hand flankieren.
Überblick über diese Internetsite. Immerhin sind die folgenden Ausführungen nicht nur als Tour d' horizon durch eine Auswahl journalistischer und redaktioneller Fehlleistungen zu den Themen ‚Gletsch‘ und ‚Hotel Glacier du Rhône‘ angelegt, sondern vermitteln ebenso einen Überblick über das unter dieser Internetadresse an Informationen Gebotene, indem sie zentrale Aspekte des im historischen Abriss und in der Rubrik ‚Fragen und Antworten‘ Dargelegten berühren und mit Hyperlinks auf jene Stellen verweisen, wo diese Gesichtspunkte ausführlichere Behandlung erfahren.
New York Times. Die Hotelsiedlung Gletsch am Fusse des Rhonegletschers - der Hauptfunktion nach während der Gründerzeit und Belle Epoque eine Transitstation des alpinen Pferdekutschenverkehrs - wird in der Ausgabe vom 24. Oktober 2006 des New Yorker Blattes als „summer residence“ reisekulturgeschichtlich und hoteltypologisch grundlegend missverstanden, Joseph Seiler, der dem Ort vor dem Ersten Weltkrieg die heutige Gestalt gab, zum „soap maker“ (ein Beruf, den nicht er, sondern sein Vater, Alexander der Ältere, der Firmengründer, bis in die 1850er Jahre ausübte), die Zahl der Gastbetten in der Belle Epoque irreführend mit 150 (anstatt bis zu 320) angegeben, dafür umgekehrt „a pampering staff of 300“ in den Betrieb projiziert - in dem selbst in der Blütezeit kaum je mehr als 130 Personen arbeiteten.
Zum ersten Mal legte die Zeitung der amerikanischen Metropole ihren Lesern im Jahrzehnt ihrer Gründung, 148 Jahre früher, Informationen über hotelunternehmerische Leistungen der Familie Seiler vor: jene in der Ausgabe vom 18. Oktober 1858 (S. 2) über die damals seit kurzem unter der Leitung Alexanders des Älteren stehenden Gasthäuser Monte Rosa, Riffelberg und Mont Cervin waren wohl zuverlässiger als die im vorgehenden Absatz zitierten von Oktober 2006.
Jubiläumsschrift der Zermatter Hotelgesellschaft. Mit Bezug auf den jüngsten Sohn Alexanders des Älteren, Hermann,- der promovierte Jurist leitete während des Weltkriegsjahrzehnts das Walliser Finanzdepartement, stand in der Folge ein knappes Vierteljahrhundert an der Spitze des damals sieben (bzw. zeitweise acht) Häuser und rund 1000 Betten umfassenden Hotelunternehmens im Matterhorndorf sowie von 1928 bis 1945 an jener des Schweizer Hoteliervereins und war seit Mitte der 1920er Jahre Alleineigentümer der Betriebe beim Rhonegletscher - verwechselt der nichtwalliser Redaktor der letzten Jubiläumsschrift des Zermatter Schwesterunternehmens (Den Gästen Gutes tun. 150 Jahre im Dienste der Gastlichkeit, Zürich 2004) das eidgenössische parlamentarische Amt des Walliser Ständerates und das kantonale Regierungsamt des Walliser Staatsrates (S. 21 f.).
Die richtigen historischen Informationen wären der vorletzten Jubiläumspublikation der gleichen Gesellschaft (Zermatt. Dorf und Kurort im Spiegel einer Familie, Zermatt 1982) zu entnehmen gewesen (S. 23 ff.). Dieses Buch wurde noch von einer unternehmens-, familien- und regionalgeschichtlich kompetenten Person redigiert (und teils verfasst).
Neue Zürcher Zeitung. „[Z]wei Leute waren allein dazu angestellt, Papierfetzen vom Boden rund ums Hotel aufzulesen“, meint ein freier journalistischer Mitarbeiter geistreich in einer Reportage über das Hotel Glacier du Rhône in Gletsch, die Aufnahme fand in die Wochenendausgabe der Neuen Zürcher Zeitung vom 28./29. September 1996 (Nr. 226, S. 77 ff.).
Die grotesk-abstruse Erfindung dürfte auf verzerrt überlieferte Aussagen eines Mitglieds der Familie zurückgehen, die zwölf Jahre früher in den beiden Zeitungen 24 heures (vom 7. August 1984, Nr. 182) und Tages Anzeiger (vom 25. September 1984, Nr. 223) richtig wiedergegeben wurden: „Chaque jour, deux employés ramassent les papiers gras et les déchéts en tous genres largués par les automobilistes sans gêne et les mufles en tous genres.“ (S. 18) bzw. „Täglich sammelten zwei Hotelangestellte Papier und Abfälle, die eilige Touristen zurückgelassen hatten.“ (S. 53.)
Kolportage. Die Verzerrung des historisch Tatsächlichen mag signifikant sein für eine nach dem Verkauf des Hauses im Jahre 1984 mit weniger als einem (anstatt den bis in jenem Herbst fünf und in der Belle Epoque mehr als zehn) Dutzend Mitarbeitenden nicht überaus üppig überdotierte Betriebsführung, die gemäss der Presse gegenüber geäusserter Absicht eine „Abkehr vom Seilerschen Hotelstil“ und Ausrichtung auf einen „Volkstourismus“ (Walliser Bote vom 2. Oktober 1984, Nr. 229, S. 10) vollzogen hatte.
Von historisch-philologischem Interesse ist der zitierte Satz der Neuen Zürcher Zeitung insofern, als er einen Sachverhalt behauptet, bezüglich dessen einem Mitarbeitenden oder aufmerksamen Gast kaum entgehen konnte, dass er nicht zutrifft, und als er so in seinem Verhältnis zu den beiden 1984, im Jahr der Geschäftsaufgabe, von zwei verschiedenen anderen Zeitungen gedruckten Sätzen die Dringlichkeit der Frage evidenziert, ob der betreffende Autor den Betrieb, über den er berichtet, - mit ungefähr 5% imaginären ausschliesslich „Papierfetzen vom Boden rund ums Hotel“ auflesenden Angestellten - je selber gesehen, die zwei oder drei wichtigeren Presseartikel der 1980er Jahre zur Kenntnis genommen oder zumindest 1996 mit auch nur einem einzigen ehemaligen Gast oder einem einzigen (der zuletzt rund 60 und in den 1970er Jahren 80, nicht bloss „über 40“) Mitarbeitenden gesprochen hat, welcher als einigermassen zuverlässiger Informant über das Hotel, wie es seit der Belle Epoque und bis 1984 geleitet wurde, gelten konnte, und mit dieser Person seine im Weltblatt ausgebreiteten Informationen überprüfte.
Nicht zuletzt um Kolportierungen auf dem Niveau des Boulevards vorzubeugen, dessen Journalismus sich mitunter an primitiven (und primitivsten) vorbestehenden Erwartungshaltungen orientiert und diesen Genüge zu tun versucht, versammelt die vorliegende Internetsite ein halbes Hundert belegte Äusserungen von tatsächlichen Augenzeugen (Gästen, Mitarbeitenden, Journalisten und anderen Personen) der Zeit zwischen 1860 und 1950 und von dann bis heute.
Wer diese vielfältigen Textzeugnisse (oder auch nur jene aus den 1970er und 1980er Jahren, darunter die des langjährigen Westschweizer Korrespondenten der Neuen Zürcher Zeitung *] und *]) liest, wird ein verlässlicheres Bild des Betriebes gewinnen, als wer auf zwei oder drei stehengebliebene Graffiti von vielleicht zwei oder drei der rund 80 Mitarbeitenden der früheren 1970er Jahre abstellt - das im Teil ‚Wochenende‘ des Weltblattes 1996 ausserordentlich originell in Verletzung elementarer akademisch-historischer und journalistischer Grundsätze einigermassen reflektiert-equilibrierter Berichterstattung ausschliesslich fokussierte Gekritzel an den Wänden der Angestelltenzimmer wohl Minderjähriger in den ersten Wochen oder Monaten ihrer Kellnerlehre, wie es andernorts tausendfach - im Italien der 1970er Jahre, als mehr als 1/3 aller Wähler kommunistisch wählte, zehn- oder hunderttausendfach - zu lesen war, dort aber meist nicht die Jahrzehnte überdauert hat, sondern entfernt oder übermalt wurde.
Missverständnisse, Informationslücken und Klischees. Der fragliche Zeitungsartikel beinhaltet eine Unzahl weiterer Verzerrungen, (teils elementarster) Missverständnisse, eklatanter Informationslücken sowie schiefer und klischierender Nahelegungen und pseudosignifikanter Andeutungen. Zu deren Klärung tragen der hier gebotene historische Abriss, zumal der Teil ‚Hotelunternehmerische Problemstellung, Hommage an die Tradition und Übergang an den Kanton‘, und die Rubrik ‚Fragen und Antworten‘ sowie ein detaillierter verweisender ‚Kommentar‘ zu einzelnen Textstellen bei.
Über die unternehmerische Situation des Staatsbetriebs im Halbjahr als für die Zürcher Reportage recherchiert und fotografiert wurde, ein Dutzend Jahre nach der Übernahme durch den Kanton, äusserte sich die wichtigste Zeitung des Oberwallis, der sonst eher regierungsfreundliche Walliser Bote, in seiner Ausgabe vom 8. Mai 1996 (Nr. 106, S. 7) und fällte ein wirtschaftsliberales Urteil ohne Zurückhaltung: „Der Staat Wallis mag zwar für die Wahrnehmung einiger Kernaufgaben durchaus prädestiniert sein - als Hotelier hingegen ist er ein völliger Versager!“
Das für den Zürcher Artikel verwendete Bildmaterial ist nicht historisch, sondern dokumentiert die intendierterweise ‚volkstouristische‘ hauswirtschaftliche Aktualität, wie sie sich dem Gast und andern Besuchern des Hotels wenige Monate nach Verlautbarung des zitierten Urteils in der wichtigsten deutschsprachigen Zeitung des Wallis und 12 Jahre nach der „Abkehr vom Seilerschen Hotelstil“ (Walliser Bote vom 2. Oktober 1984, Nr. 229, S. 10) offenbar darbot, was die Bildkommentierung irreführend verwischt.
In diesem von der der Neuen Zürcher Zeitung veröffentlichten Text wiedergegebene Sehweisen dürften sich nicht allzusehr von jenen der damaligen staatsunternehmerischen Betriebsverantwortlichen unterscheiden, die, nach Massgabe der geschichtlichen und betriebswirtschaftlichen Desinformation zu urteilen, wohl Weltblatt-Hauptinformationsquelle waren.
Reisekultur- und verkehrsgeschichtliches Unwissen. Bereits im ersten Satz der Schreibe („Warum Gletsch überhaupt existiert, kann man nur noch schwer nachvollziehen. Der Rhonegletscher?“) - einer Frage, die im mehrseitigen Textkonstrukt, das laut Titel „Geschichte“ zu bieten nahelegt, ohne Antwort bleibt - gibt der freie journalistische Mitarbeiter zu erkennen, dass ihm niemand (nicht einmal jemand vor Ort) das Allergrundlegendste für ein historisches und unternehmerisches Verständnis des behandelten Gastbetriebes erklären konnte, die primäre Raison d' être und Hauptfunktion: die eines alpinen Passanten- und Etappenhotels für Passwanderer und -fahrer die sich beschwerlich zu Fuss oder mit der Pferdekutsche fortbewegten und an einem Tag auf Saumwegen oder Bergstrassen im Durchschnitt mindestens 8-9mal weniger Wegstrecke zu bewältigen vermochten als Automobilisten heute. 1.*], 2.*]
Reisekulturgeschichtlich und funktional zutreffend bestimmt wurde der Ort beim Ursprung der Rhone 16 Jahre früher vom Westschweizer Korrespondenten der gleichen Zeitung, welcher im Hotel Glacier du Rhône oft zu Gast war (vgl. *] und *]): „...eine der ältesten und ehrwürdigsten Relaisstationen der Alpen“ (Neue Zürcher Zeitung vom 4. August 1980, Nr. 178, S. 9). Mit ausführenden Worten: Wanderer und Kutschenfahrgäste der Gründerzeit und Belle Epoque übernachteten in Gletsch mehrheitlich zur Hauptsache deshalb, weil es unbequem, zu anstrengend oder gar unmöglich war, die 78 bis 92 Kilometer betragende Entfernung zwischen den grösseren Ortschaften Brig, Meiringen und Andermatt an einem einzigen Reisetag zurückzulegen. (Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit der Pferdekutsche betrug 7-9 Stundenkilometer, und die Wanderung oder Fahrt in einen der Nachbarkantone umfasste die Querung zumindest eines der beiden Gebirgspässe Furka und Grimsel mit Höhen von 2436 bzw. 2165 Metern.)
Sich, seinen Lesern und den Betriebsverantwortlichen der 1990er Jahre das Schicksal der Belle Epoque-„Reisenden-Karawanserei“ Gletsch (Walliser Bote vom 20. Juni 1938, Nr. 67, S. 2 f.) seit der historischen Zäsur um 1920 zu erschliessen vermochte der Verfasser des Zürcher Artikels von September 1996 nicht in Ansätzen, insofern es aufs engste verknüpft ist mit einem genau fassbaren und erklärbaren verkehrstechnischen Wandel: Mit dem Ende des alpinen Pferdekutschenverkehrs, der Motorisierung, dem Ausbau der Bergstrassen und der damit verbundenen Vervielfachung der Reisegeschwindigkeit um einen Faktor 8-9 auf diesen. Wer heute von Brig nach Göschenen fährt, ist nicht mehr knapp 14 Stunden in einer Postkutsche unterwegs, sondern im Privatauto anderthalb bis zwei Stunden.
Die Hotelsiedlung Gletsch war immer in erster Linie eine Transitstation, die sich der Langsamkeit und Beschwerlichkeit des Reisens über die Alpenpässe Furka und Grimsel auf Wegen und Strassen zumal vor der Motorisierung der Verkehrsmittel verdankte, nicht eine Reisedestination. Anders als in grundlegender Verkennung der Charakteristik des Gastbetriebs aufgrund zufälliger ungefährer zeitlicher Koinzidenz offenbar gemeint und (unter Nahelegung historisch nicht tatsächlicher touristischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge) vom Autor des Artikels dem Leser der Neuen Zürcher Zeitung irreführend suggeriert wird, spielte deshalb die Einstellung des Bahnbetriebs auf der Furka-Bergstrecke für die Gästefrequenz in Gletsch und den Hotelbetrieb eine verschwindend geringe Rolle. 1.*], 2.*]
Hotelbetriebswirtschaftliches Unwissen. Ebensowenig gelang es Journalist und verantwortlicher Redaktion des Teils ‚Wochenende‘ der Neuen Zürcher Zeitung im Herbst 1996 einen Berufsmann ausfindig zu machen, der sie in Kenntnis gesetzt hätte über hotelbetriebswirtschaftliches Grundwissen, das nicht minder unabdingbar ist für die Analyse und Erklärung der hotelunternehmerischen Problemlage im lawinengefährdeten (und deshalb, im Gegensatz zum Zermatter Talabschluss, im Winter nicht wintersporttauglichen) Hochtal beim Ursprung der Rhone: Unter Fachleuten gilt es infolge der seit der Belle Epoque stark veränderten Gesamtkostenstruktur, zumal der Festkosten, als a priori aussichtsloses Unterfangen, in der Schweiz anspruchsvollere gastgewerbliche Unternehmen, die lagebedingt auf eine kurze Sommersaison und somit eine jahresbruchteilige Betriebszeit und Wertschöpfungsphase beschränkt sind, langfristig rentabel führen zu wollen.
Knapp 4/5 des Jahresumsatzes generiert nach der Jahrtausendwende die Zermatter Schwestergesellschaft, seit anderthalb Jahrhunderten das grösste Hotelunternehmen im Matterhorndorf und in der Belle Epoque wohl das grösste der Schweiz (vgl. z. B. Neue Zürcher Zeitung vom 24. Juni 1977, Nr. 146, S. 67), während des von Hermann Seiler, dem Alleineigentümer der Betriebe beim Rhonegletscher, als Generaldirektor und einem der Hauptaktionäre der Hotels Seiler Zermatt AG an diesem wintersporttauglichen Ort 1927/28 erstmals probeweise durchgeführten und bis zum Zweiten Weltkrieg weiterentwickelten Sportwinters. Verantwortlich für die Planung und Ausführung der internationalen Wintersaison-Marketingstrategien für Zermatt in London, Paris, Brüssel, Amsterdam, in mehreren deutschen Städten und in den Vereinigten Staaten war Eduard Seiler, der zweitälteste Sohn Hermanns, der neben seiner verbandspolitischen Tätigkeit in der Zwischenkriegszeit und später bis zu seinem Hinschied 1976 in den Sommermonaten die Hotels in Gletsch leitete. Um 1950 schuf er das Restaurant, zehn Jahre später das Hotel Ermitage in Küsnacht am Zürichsee.
Informationen über die für die Rentabilisierbarkeit (oder auch nur Amortisierbarkeit) von Investitionen minimale Dauer der jährlichen Wertschöpfungsphase im Schweizer Gastgewerbe sind im Zusammenhang von Überlegungen zur touristischen (Nicht-)Entwicklung des für Wintersporte während des Winters überhaupt nicht geeigneten Trogtales von Gletsch, das zeitweise akut lawinengefährdet und jährlich länger als ein halbes Jahr weder mit dem Automobil noch mit der Bahn erreichbar ist (und auf absehbare Zeit bleiben wird), absolut verstehensnotwendig.
Nachgereicht wurden die für ein Verständnis der Sachverhalte unabdingbaren betriebswirtschaftlichen Informationen dem Leser der Neuen Zürcher Zeitung eine Dezennie nach Erscheinen der hier rezensierten Reportage in einem Beitrag von Andreas Deuber, Direktor der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit, in der Ausgabe vom 5. Mai 2006 (Nr. 103, S. 17). 1.*], 2.*], 3.*]
Die nicht weniger verstehensnotwendigen topografischen Informationen über die mangelnde Wintersporttauglichkeit des Talabschlusses von Gletsch sind nach wie vor ausstehend.
Fazit zum journalistischen Verständnishorizont. Wer die hier dargetanen extrinsischen - verkehrshistorischen bzw. -technischen und hotelfunktionalen bzw. -typologischen, hotelbetriebswirtschaftlichen sowie topografischen - Gegebenheiten nicht verstanden hat, welche (neben dem Rückzug des Gletschers, der natürlichen Hauptattraktion, aus dem Gesichtskreis der Sommertouristen im Talgrund) die Zukunft dieser Transitstation der Passwanderer und der pässequerenden Pferdekutschen seit der Zwischenkriegszeit auf weite Sicht hin aus hotelunternehmerischer Warte aporetisch determinierten, geschweige denn um deren Reflexion im Kreis der Unternehmerfamilie seit den 1920er Jahren weiss (vgl. 1.*], 2.*], 3.*] und 4.*]), hat von den ökonomischen Hintergründen, den Überlegungen, Motiven, Intentionen und dem unternehmerischen Handeln der Verantwortlichen wenig mehr als nichts begriffen.
Wirkungs- und Handlungszusammenhänge, wie er sie darstellt, beruhen auf der Borniertheit seiner eigenen Sach- und Fachkenntnisse, unzureichender Recherche, dem Beizug inkompetenter Informanten und, peiori casu, auf der Projektion von Trivialtopoi, deren Analyse ihren Platz hat im Rahmen einer Schweizer Mentalitätsgeschichte noch an der Schwelle zum 3. Jahrtausend (und darüber hinaus) perseverierender spiessbürgerlicher Stereotypen in der Wahrnehmung Angehöriger anderer Konfessionen (vgl. *]) oder der Eliten anderer Landesgegenden (jener des Wallis etwa als der eines Crétinesque Valais, wo wirtschaftliche Entwicklung, ohne dass die Betroffenen dies merkten, prinzipiell verpasst, nicht das Fehlen der äusseren Voraussetzungen für eine solche antizipativ analytisch erkannt und aporetisches unternehmerisches Handeln lege artis vermieden wird: vgl. 1. *], 2. *], 3. *] und 4. *] sowie die zeitgenössischen Urteile über die professionelle Kompetenz der unternehmerischen Akteure im Zusammenhang der Hotelsiedlung Gletsch in der Neuen Zürcher Zeitung selbst *] und *]).
Die Korrektheit des einschlägigen Artikels der Neuen Zürcher Zeitung kommt mitunter jener von die verstehensnotwendigen Kontexte und Zusammenhänge auslassenden, unterdrückenden, unterschlagenden oder verwischenden (und kaum minder blödsinnigen und irreführenden als dem isolierten Wortlaut nach nicht unkorrekten) Satz- und Textkonstruktionen wie den folgenden nahe: ‚Die Erde ist ein Planet, auf dem es Flöhe gibt.‘ [Hermann Hesse; über diese Art von ‚Wahrheiten‘ als „Inbegriff aller Fälschung und Lüge“: Schriften zur Literatur 2, Gesammelte Werke Bd. 12, Frankfurt a. Main 1970, S. 569] Vgl. *] ‚Nach dem Ende von Malcolm X im Jahre 1964 sah die NZZ keine Zukunft mehr für drei Tagesausgaben.‘ [Selbstverständlich steht das eine mit dem anderen so wenig in einem relevanten Zusammenhang, wie sehr durch die Inbezugsetzung der Sachverhalte, vermittels lächerlicher ideologischer Aufladung des zweiten, dem mit dem Tatsächlichen nicht vertrauten Zeitungsleser aufbauschend Brisanz suggeriert wird.] Vgl. *] ‚Die Redaktion veröffentlichte den Artikel des Journalisten. Er hatte die (zweite Klasse der) Primarschule sowieso mit Erfolg durchlaufen.‘ [Nota bene: Beide Sätze sind wahr.] Vgl. *].
Hanebüchen inkompetent in mannigfacher Hinsicht nach den für die Neue Zürcher Zeitung üblichen Standards legt die Ende September 1996 im Teil ‚Wochenende‘ veröffentlichte Schreibe eines freien Mitarbeiters so denn nahe, durch umfangreiche Investitionen und Aktivitäten wäre an diesem Ort simpel gastgewerbliche Rentabilität zu erzielen - in naiv-dilettantischer Absehung von professionellen Analysen extrinsischer Faktoren wie, erstens, lage- und witterungsbedingten betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen (vgl. 1.*], 2.*] und 3.*]), zweitens bis sechstens, spezifischer (durch die topografische Situation vorgegebener) ursprünglicher Funktion des Gastbetriebs und durch diese Funktion induzierter Nachfrage während einer kurzen Wertschöpfungsphase jeweils im Sommer bzw. Rückgang der Nachfrage in der Sommersaison infolge verkehrstechnischer Defunktionalisierung, Minderung der landschaftlichen Attraktivität, Verblassens des reisekulturgeschichtlichen Topos der Swiss tour bei anspruchsvollen Gästen, zunehmender Konkurrenzierung ausschliesslicher Sommerreiseziele in der Schweiz durch Mittelmeerdestinationen, Verhundertfachung des Durchgangsverkehrs sowie schlussendlich, in dieser Auflistung siebtens, empirisch, in Absehung der Probe, die aufs Exempel gemacht wurde und deren staatsunternehmerisches Resultat im Sommer 1996 vor Augen stand und bereits im Frühsommer Gegenstand eines journalistisch korrekten Berichts eines anderen Ressorts der gleichen Zeitung gewesen war (Neue Zürcher Zeitung vom 15. Mai 1996, Nr. 112, S. 19).
Historische Textzeugnisse. Hermann Seiler führte als Zentralpräsident des Schweizer Hoteliervereins die Schweizer Hotellerie durch die Zwischenkriegskrisen und den Zweiten Weltkrieg - im Urteil der Neuen Zürcher Zeitung vom 10. Juni 1945 (Nr. 909, S. 10) „mit der ganzen Umsicht, Tatkraft und Überlegenheit einer für einen solchen Posten in ungewöhnlichem Masse befähigten Persönlichkeit“. Aus der Sicht der Neuen Zürcher Zeitung vom 24. August 1961 (Nr. 3085, Blatt 5) trug er so „wesentlich zur Sanierung des gesamten Gastgewerbes“ bei. Über den ehemaligen Walliser Staatsrat, Regierungspräsidenten und Nationalrat in seiner Funktion als Zentralpräsident des Branchenverbandes urteilte ein Vorstandsmitglied: „[D]ie grösste und bleibendste Errungenschaft, auf die Herr Dr. H. Seiler zurückblicken kann, ist die Eingliederung der schweiz. Hotellerie in die nationale Volkswirtschaft. Er hat es durchgesetzt, dass unsere Hotellerie von den Bundesbehörden als ein Bestandteil des Wirtschaftslebens unseres Landes anerkannt und gewürdigt wird.“ (Schweizer Hotel-Revue vom 14. Juni 1945, Nr. 24, S. 1 ff.) Ende 1927 initiierte Seiler als Verantwortlicher des Zermatter 1000 Betten-Unternehmens der Familie die Wintersaison am Fusse des Matterhorns und etablierte sie in der Folge bis zum Zweiten Weltkrieg. (Im Spitzenjahr 1937 konnten winters 31'500 Logiernächte verbucht werden.) Die massgebliche Oberwalliser Zeitung rief ihren Lesern in Erinnerung: „Dr. Hermann Seilers damaliger Initiative verdanken wir die Einführung des Wintersportes in Zermatt, der allen heute mehr Verdienst einbringt als die Sommersaison. Die Hotels Seiler und das ganze Vispertal können ihm hierfür dankbar sein.“ (Walliser Bote in vom 6. September 1955, Nr. 71, S. 1.) Die Wahrnehmung der qualifizierten britischen Klientel der Zwischenkriegszeit resümierend attestierte die London Times vom 18. August 1961 (Nr. 55, 163, S. 12) dem Hotelunternehmer in ihrem Nachruf: „[H]is example and enterprise did much to make Zermatt the ski center it is now.“ Ein langjähriges Mitglied des Zentralvorstandes des Schweizer Hoteliervereins, in den Hotels über Jahrzehnte dutzendfach Augenzeuge und in der Schweiz und an internationalen Kongressen Gesprächspartner von hunderten von Hoteliers und Seiler-Gästen, stellte im Rahmen der Würdigung des Wallisers anlässlich dessen Rücktritts als Zentralpräsident fest: „Die von ihm geführten Gaststätten in Zermatt, Furka und Gletsch geniessen Weltruhm und trugen nicht wenig dazu bei, das Ansehen der Schweizer Hotellerie international zu heben.“ (Schweizer Hotel-Revue vom 14. Juni 1945, Nr. 24, S. 1 ff.) *]
Angemessene Diskurshöhe. Die hotelunternehmerischen Analysen, Strategien und Leistungen einer von zeitgenössischen regelmässigen und langjährigen Mitarbeitern der Neuen Zürcher Zeitung, London Times und hervorragenden Berufsgenossen so eingeschätzten Person bedürften einer kenntnisreicheren Behandlung auf der Grundlage fundierten Sachverständnisses, seriöser historischer Archiv-Recherchen und von Informationen tatsächlicher Augenzeugen.
Zahl der Textzeugnisse. Seit 1860 publizierte schon allein die Neue Zürcher Zeitung mehrere hundert redaktionelle Beiträge zur Tätigkeit der Familie Seiler und zu deren Hotels. Der freie Mitarbeiter, der in diesem Blatt bis dahin kaum zu Wort gekommen war, scheint entweder keinen oder einige wenige (und zumal nicht die personen- und sachrelevanten) gefunden zu haben und auf das einschlägige Dossier der Wirtschaftsredaktion nicht hingewiesen worden zu sein. Et NZZ aliquando dormit.
Unseres Wissens schrieb der Betreffende nach 1996 nicht mehr für die Neue Zürcher Zeitung.
Zielsetzung dieser Internetsite. Literaturverzeichnis. Offensichtlich besteht ein erheblicher Mangel an leicht zugänglichen und verlässlichen Informationen zum Thema ‚Gletsch‘ und ‚Hotel Glacier du Rhône‘ für die Zeit bis 1984. Die vorliegende Veröffentlichung im Netz soll Abhilfe schaffen, auch mit einer grösseren Zahl von Hinweisen auf ältere Publikationen im gegliederten und kommentierten ‚Literaturverzeichnis‘.
Reportagen von Augenzeugen. Diesem Verzeichnis ist etwa zu entnehmen, dass wer sich anhand von Presseartikeln ein Bild des Hotelbetriebes in Gletsch machen möchte, wie er bis im Herbst 1984 tatsächlich (nicht in Phantasmagorien von Besuchern eines intendierter- und erklärterweise ‚volkstouristisch‘ geführten Nachfolgebetriebes) existierte, zwei in den beiden anderen bedeutenderen Zürcher Zeitungen veröffentlichte ausführliche Reportagen von professionellen Schreibenden lesen kann - und zu seinem Vorteil, zumal wenn er sich zum Thema zu äussern gedenkt, lesen sollte -, die in den Wochen vor der Betriebsaufgabe während mehrerer Tage im Glacier du Rhône Augenzeugen waren und sich im Gespräch mit kompetenten Personen kundig gemacht haben: Tages Anzeiger vom 25. September 1984, Nr. 223, S. 53; Weltwoche vom 6. Dezember 1984, Nr. 49, S. 53 und 55.
Kontakt. Zusammengestellt wurde die Site von Mitgliedern der Familie, die Anregungen, Kritik und Fragen gerne unter folgender E-Mailadresse zur Kenntnis nehmen: <email-pii>.