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carte blanche
Rohmaterial
Auf der Suche nach einem Weg, diese Fragmente in einem Visual Essay zu verdichten, verwarf ich die Absicht, die Inhalte im Voraus klar zu definieren und wählte ein entwurfsorientiertes, prozessuales Vorgehen, das den Dialog miteinbezog: In engem Austausch mit Florian Bitterlin, der sich als Diskussionspartner zur Verfügung stellte, brachte ich gedankliche Fragmente zeichnerisch in Zusammenhang. Als medialer Rahmen für die Verknüpfung der vorhandenen Fragmente bot sich der Comic an. Er erlaubt es, zeitliche Verläufe und zeitlose Einzelmomente ineinander zu überführen und mehrere Inhalte parallel zu verfolgen.
Zuerst verständigten wir uns über die Ausgangslage, anschliessend zeichnete ich die erste Doppelseite. Mich am Rapid Prototyping orientierend, liess ich beim Zeichnen die üblichen Zwischenschritte aus. Ich skizzierte grob mit Kugelschreiber und setzte dann direkt mit Tusche die definitiven Linien und Flächen. Auf eine detailliertere Ausarbeitung verzichtete ich weitgehend. Beim Bildaufbau orientierte ich mich an einem anfangs definierten Grundraster. Dieses Vorgehen erlaubte ein relativ hohes Arbeitstempo ohne Leerläufe. Jede Doppelseite diskutierten und interpretierten wir gemeinsam, meist telefonisch. Wir ent- und verwarfen Möglichkeiten dessen, was folgen könnte, und entschieden dann über die nächsten erzählerischen Schritte.