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Musical Distancingvon Stephan Ruch Komme, was da wolle: Das Orchester für Alte Musik Les Passions de l’Ame spielt in der Französischen Kirche live für ein Publikum aus jeweils 15 Personen Werke von Haydn, Mozart und Beethoven.
«Suite für vier Violinen und zwei Violoncelli zur Aufführung in zwei verschiedenen Zimmern» steht auf dem Titelblatt des Divertimento in Es-Dur von Joseph Haydn. In dieser Komposition gibt die Triogruppe des «ersten Zimmers» melodiöse Phrasen vor, und die Formation des «zweiten Zimmers» antwortet jeweils auf imitierende Weise. Weil dadurch ein raffinierter Widerhall-Effekt entsteht, trägt das Streichsextett aus dem Jahr 1761 den Beinamen «Das Echo». Diese Komposition steht nun auf dem Programm des anstehenden Konzerts von Les Passions de l’Ame. Meret Lüthi, die künstlerische Leiterin des Orchesters, hat das Stück ausgewählt, weil es «optimal zur momentanen Phase des ‹Physical Distancing›» passe.
Konzertkarussell
Der Titel des Saisoneröffnungskonzerts, «Dreigestirn», bezieht sich auf die drei Titanen der Wiener Klassik: Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven. Nach einer Zeit des Entwerfens und Verwerfens von Programmkonzepten steht nun definitiv fest, dass Les Passions de l’Ame neben Haydns Divertimento auch eine kammermusikalische Fassung von Beethovens sechster Sinfonie, «Pastorale», zum Klingen bringen wird. Das Klavierkonzert in C-Dur von Mozart war bei der Planung lange noch ein Wackelkandidat, da der engagierte Pianist Kristian Bezuidenhout dafür aus seiner Wohnstadt London heranreisen muss. Doch zurzeit gibt es grünes Licht; England befindet sich eine Woche vor dem Konzert nicht auf der Liste der Risikoländer.
Und auch wenn die aktuellen Bestimmungen des kantonalen Regierungsrates vom 19. November weiterhin Veranstaltungen mit nur maximal 15 Personen erlauben, so werde das Berner Orchester für Alte Musik gleichwohl das Livekonzert vor vor Ort anwesenden Zuhörenden durchführen, bestätigt die Geschäftsführerin Carmen Inniger: «Les Passions de l‘Ame wird zwei Durchläufe spielen, welche ihrerseits je in drei Publikums-Schichten aufgeteilt sind. Ein Ticket berechtigt zum Anhören von einem der drei Werke auf dem Programm.» Mit diesem «Konzertkarussell» könnten dann, so Inniger, dennoch insgesamt 90 Personen zu einem «zwar relativ kurzen, aber immerhin akustisch direkten Hörgenuss mit den erbaulichen Klängen der Wiener Klassik» kommen.