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| Hilarius von Poitiers († 367) - Schreiben des heiligen Hilarius gegen den Kaiser Konstantius

Gegen den Kaiser Konstantius
Zwanzigstes Hauptstück.
O dein trügerisches Schmeicheln! Denn du bedeckest die Gewässer mit Spreu, und verbirgst die Gruben mit Rasen, und legst Schlingen unter die Lockspeisen. Du wähnest, den Unwissenden Genüge zu leisten, wenn du ihn „ähnlich dem Vater nach den Schriften“ nennest. Höre nun auch deine gottlose List. Nennen wir denn nicht auch den Menschen auf religiöse Weise Gott ähnlich nach den heiligen Schriften, weil es heißt:1 „Lasset uns den Menschen ,machen nach unserm Ebenbilde und unserer Aehnlichkeit.“ Der Mensch ist also nach dem Ebenbilde und der Aehnlichkeit Gottes des Vaters und Gottes des Sohnes. Und was für ein Ebenbild es ist, dieß werden die Katholiken lehren, wenn man sie frägt. Nun aber wird der Mensch nach der Aehnlichkeit und dem Ebenbilde Gottes gestaltet; und es wird nicht auch Aehnlichkeit zwischen dem Vater und Sohne ausgesprochen. Denn dieses, daß es heißt „unserer,“ ist eine Hinweisung auf die Gleichheit; weil das nicht verschieden ist, in dessen Geheimniß sowohl das Ebenbild, als auch die Aehnlichkeit ist2.
1: Genes. 1, 26.
2: Im 5. B. 8. Kap. von der Dreieinigkeit heißt es: Denn Eines sind die, zu deren Einem Bilde und nach deren Einen Aehnlichkeit der Mensch geschaffen wurde.