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Untertitel: Britischer Vater und amerikanische Mutter
Horoskope werden freilich nicht erst seit 1930 erstellt. Schon im zweiten Jahrtausend vor Christus errechneten Sterndeuter das Schicksal aus Planetenkonstellationen. Allerdings fast nur für gekrönte Häupter, denn deren Fatum wirkte sich automatisch auf die ganze Bevölkerung aus. Auch das Jesuskind, das bekanntlich Besuch von drei babylonischen Astrologen bekam, fiel in diese Kategorie.
Und wie damals war auch das erste Zeitungshoroskop einer Person königlichen Bluts gewidmet: Prinzessin Margaret von England. Der Herausgeber des Londoner «Sunday Express» gab kurz nach deren Geburt am 21. August 1930 beim Astrologen R. H. Naylor einen Artikel über ihr Geburtshoroskop in Auftrag.
Das Feature wurde ein Renner und die Leserschaft forderte Nachschlag. In einem zweiten Artikel sagte Naylor Gefahr für die britische Luftfahrt voraus und siehe da: Am Tag der Veröffentlichung stürzte das Luftschiff
R-101 bei Paris ab. Naylor war berühmt und bekam eine eigene Seite.
Um jeden Leser anzusprechen, teilte er seinen Artikel in zwölf Abschnitte – einen für jedes Tierkreiszeichen, in dem die Sonne bei der Geburt stand. Das Sonnenzeichen macht zwar nur einen Bruchteil des seriösen Horoskops aus, aber es kann ohne Kenntnis von Zeitpunkt und Ort der Niederkunft errechnet werden.
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