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Das Svydovets-Massiv, eine der ursprünglichsten Waldlandschaften der Ukraine, soll durch ein Mega-Skiresort zerstört werden
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Lokale Aktivistinnen und Umweltschützer bekämpfen das geplante Mega-Skiresort in den Karpaten
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Schafhirten in Svydovets produzieren den Brenza-Käse nach traditioneller Art
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Illegale Abholzung führt schon heute zu Kahlschlag und Erosion
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Die Waldkarpaten sind bekannt für ihre hohe Biodiversität
Rettet die Waldkarpaten – Kein Megaprojekt für Oligarchen
Svydovets, eine der ursprünglichsten Waldlandschaften der Ukraine im Herzen der Karpaten, soll durch ein Mega-Skiresort zerstört werden. Das Bergmassiv gilt als Wasserspeicher der Region und ist das Einzugsgebiet zahlreicher Flüsse wie z.B. der Theiss, die in die Donau fliesst. Einzelne Gebiete von Svydovets stehen aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung schon heute unter Schutz wie etwa der höchstgelegene Buchenwald Europas. Das geplante Skiresort würde nicht nur das fragile Ökosystem zerstören, sondern hätte auch für die lokale Bevölkerung gravierende Folgen. Der Bruno Manser Fonds fordert deshalb in einer Petition an die ukrainische Regierung: Stoppt das Megaprojekt und stellt das Waldgebiet vollständig unter Schutz – unterschreiben Sie jetzt!
Hintergrund des Mega-Resorts
Die ukrainischen Wälder werden von den staatlichen Forstbehörden verwaltet. Dennoch ist illegale Abholzung seit mehreren Jahrzehnten ein riesiges Problem. Die Hauptgründe sind Korruption, fehlende Sanktionsmechanismen sowie die grosse internationale Nachfrage nach illegal geschlagenem Holz. Folgen dieser Kahlschläge sind Erosion, Erdrutsche und Zerstörung der Biodiversität.
2016 erfuhr die lokale Bevölkerung von Svydovets vom Plan, mitten in diese unberührte Naturlandschaft ein Megaprojekt hinzuklotzen. Über 1'400 Hektaren Wald müssten dafür abgeholzt werden. Das entspricht fast der Fläche der Stadt Genf. Geplant ist ein riesiger Tourismuskomplex bestehend aus 60 Hotels, 120 Restaurants, 390 Apartment-Häusern und 230 Kilometer Skipisten mit einer Kapazität von 28'000 Touristen pro Tag. Für die natürliche Abgeschiedenheit von Svydovets im Herzen der Karpaten ein völlig fehlplatziertes Urbanisierungsprojekt. Das international bedeutsame Ökosystem droht dem Profit geopfert zu werden.
Auswirkungen auf Lokalbevölkerung und Umwelt
Die drei Dörfer Lopukhovo, Yassinya und Tchorna Tisza mit zusammen rund 8’000 Einwohnerinnen und Einwohnern befinden sich am Fuss des Svydovets-Massivs und sind vom Megaprojekt direkt betroffen. Der Tourismuskomplex bedroht die primäre Einnahmequelle der Region. Über 70% der Bevölkerung arbeiten im Wald (z.B. als Förster und Sägerei-Arbeiter) oder leben von den natürlichen Ressourcen dieses Gebiets (Beeren und Pilze sammeln, Schafhirten). Mit fragwürdigen Versprechen auf neue Arbeitsplätze wird versucht, die Lokalbevölkerung für das Projekt zu ködern.
Das Vorgehen der Verantwortlichen ist äusserst intransparent. So wurde etwa die Zustimmung der betroffenen Dörfer eingeholt, indem lediglich Projektbefürworterinnen und Befürworter an die Infoveranstaltungen eingeladen wurden. Weiter ist bis heute nicht öffentlich bekannt, wer die Investoren dieses Megaprojekts sind. Alles deutet darauf hin, dass der ukrainische Oligarch Ihor Kolomoyskyi hinter dem Projekt steht.
Der Mega-Resort würde die bereits heute kritische Wasserversorgung der Dörfer massiv gefährden. Einerseits reduziert die weitere Abholzung den natürlichen Schutz vor Überschwemmungen und Erdrutschen. Andererseits würde das gesamte Wasservorkommen von Svydovets für den Tourismusbetrieb benötigt. Die ökologische Bedeutung von Svydovets zeigt sich darin, dass 9 von 17 Bergseen der Ukraine sowie 94 bedrohte Tier- und Pflanzenarten in dieser Region anzutreffen sind.
Widerstand formiert sich – auf lokaler und internationaler Ebene
Dank der Initiative einiger mutiger Bewohnerinnen und Bewohner von Lopukhovo hat sich inzwischen eine breit abgestützte Bewegung für den Erhalt des natürlichen Lebensraums von Svydovets gebildet. Die "Free Svydovets" - Bewegung (www.freesvydovets.org) besteht aus lokalen AktivistInnen, WissenschaftlerInnen aus der Region, nationalen Umweltorganisationen und der Kooperative Longo Maï. Aufgrund der mangelnden öffentlichen Information hat Free Svydovets eine Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht und so einen vorläufigen Stopp der Bauvorhaben bewirkt. Trotz wachsender Mobilisierung haben die meisten Leute von Svydovets Angst, sich öffentlich gegen das Skiresort zu stellen. Die für die Ukraine typische Verbandelung von Oligarchen und Regierungsbehörden begünstigt nicht nur die Korruption im Holzgeschäft, sondern beschneidet auch die Meinungsfreiheit. Daher ist die internationale Unterstützung entscheidend für den erfolgreichen Schutz dieser einzigartigen Waldlandschaft.
Unsere erfolgreiche Kampagne zum Schutz des Biolawieza-Urwalds in Polen hat gezeigt: Das gemeinsame Engagement von lokalen UmweltaktivistInnen und international tätigen NGOs entfaltet Wirkung! Mit Ihor Kolomoyskyi – mutmasslicher Initiant des Megaprojekts und drittreichster Ukrainer – besteht im Fall Svydovets eine direkte Verbindung zur Schweiz. Der umstrittene Oligarch lebt in einer Villa am Genfersee.
Svydovets grenzt unmittelbar an das UNESCO-Biosphärenreservat der Karpaten. Wir fordern deshalb, dass diese einzigartige Waldlandschaft vollständig unter Schutz gestellt wird und sämtliche Bauvorhaben im Zusammenhang mit dem Skiresort sofort abgebrochen werden.
Unterzeichnen auch Sie unsere Petition an den ukrainischen Präsidenten Petro Poroshenko!Petition jetzt unterschreiben!