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Sollten die Briten im Brexit-Referendum am 23. Juni gegen einen Verbleib in der Europäischen Union stimmen, werde dies nach Überzeugung unabhängiger Experten bis 2020 "ein schwarzes Loch von 40 Milliarden Pfund" (derzeit gut 55 Milliarden Franken) in die Staatskasse reissen, sagte er der Sonntagszeitung "The Observer".
Unter diesen Umständen sei fraglich, ob es weiterhin garantierte Rentenerhöhungen und spezielle Zuschüsse für das staatliche Gesundheitswesen (NHS) geben könne. "Das ist die bittere Realität eines EU-Austritts", mahnte der konservative Premier. Auch auf kostenlose Bustickets für Rentner und deren Befreiung von TV-Gebühren sowie auf Verteidigungsausgaben müsse dann womöglich verzichtet werden.
Cameron appellierte an seine Landsleute, sich das historische Gewicht ihrer Entscheidung bewusst zu machen: "Sie stimmen für eine Generation ab, für ein ganzes Leben. Es geht um ihre Kinder und Kindeskinder."
Cameron kündigte zudem an, dass in der kommenden Woche führende Politiker des politisch konkurrierenden, in der Brexit-Frage aber grossteils mit ihm übereinstimmenden Labour-Lagers zentrale Rollen in der "Yes"-Kampagne bekommen und so skeptische Parteianhänger für einen Verbleib in der EU einnehmen sollen.
Die jüngste Umfrage im Auftrag des "Observer" sieht das europafreundliche Lager mit 44 Prozent leicht vor den Austrittsbefürwortern mit 42 Prozent. 13 Prozent der Befragten sind demnach noch unentschlossen, wie sie am 13. Juni abstimmen sollen.
Eine Online-Umfrage des Instituts ORB sah allerdings am Samstag eine Mehrheit von 55 Prozent, die sich für einen EU-Austritt aussprechen wollen. 45 Prozent stimmen demnach für einen Verbleib.
(AWP)