Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03648.jsonl.gz/302

Flankenmauer mit Wehrgang
Wo die Flankenmauer an den Munot anschliesst
Die um 1360 errichtete Westflankenmauer war ursprünglich mit einem Wehrgang ausgestattet – einer schmalen Plattform, die oben der Mauer entlangführte. Von hier konnte man das Vorgelände gut überblicken und verteidigen. Wo die Flankenmauer an den Munot anschliesst, ist noch immer die Tür zu erkennen, die ehemals auf den Wehrgang hinausführte.
Unglücklicherweise wurde der hölzerne Wehrgang 1871 bei einem Brand vollständig zerstört. Noch heute zeugen verkohlte Balkenköpfe und schwarze Brandspuren an der Mauer von diesem Ereignis.
Nach alten Darstellungen stand der erste Wehrgang auf langen Stelzen. Später trugen waagrecht in die Mauer eingelassene und durch schräge Streben gestützte Balken die Wehrgang-Plattform (errichtet im späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert).
Bild: Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, Inv. B5082
Blick in den ehemaligen Wehrgang. Zu erkennen ist eine schmale Zugbrücke, um bei Gefahr den Zugang zum Munot zu versperren. Zeichnung von Johann Jakob Beck (vor 1850).
a | älterer ruhender Wehrgang, b | jüngerer Wehrgang
Rekonstruktionsvorschläge: Älterer, auf langen Stelzen ruhender Wehrgang (a) und jüngerer Wehrgang (b) mit waagrechten Auslegerbalken. Die ursprünglichen, grossen Zinnenöffnungen wurden durch kleine Schiessscharten ersetzt.