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Säure-Base-Haushalt
Das Gleichgewicht des Säure-Base-Haushaltes ist die Basis für alle Lebensvorgänge im gesamten Organismus!
Dieses Gleichgewicht im menschlichen Körper ist von folgenden Faktoren abhängig:
- Ernährung
Mit den heutigen "normalen" Ernährungsgewohnheiten werden 80-90% Säure-bildende Stoffe zugeführt. Die Folge sind Schlackenstoffe und Schleim, die der Körper nicht mehr ausscheiden kann. Eine übermässige Eiweissernährung - vor allem tierischen Ursprungs - erhöht die Bildung von Harnsäure, die wiederum die Übersäuerung des Organismus begünstigt.
- Bewegung
Bewegungsmangel vermindert die Durchblutung und es kommt zu einem Säurestau und Sauerstoffmangel.
- Lebenswandel
Wer die Nacht zum Tag macht, chronisch zu wenig und unregelmässig schläft und dauernd gestresst ist, treibt auf Dauer Raubbau an und mit seinem Körper.
- Überanstrengung
Körperliche Überanstrengung bewirkt eine erhöhte Milchsäurebildung in den Muskeln und im Bindegewebe und eine Auszerrung der Mineralstoffdepots. Es verhält sich wie bei einem Bankkonto, von dem immer nur abgehoben, aber nie etwas einbezahlt wird.
- Mentale Verfassung, geistig-seelisches Gleichgewicht
Anhaltender Stress und emotionale Belastungen können im Körper zur Bildung von Salzsäure führen. Diese zählt zu den aggressivsten Säuren überhaupt und kann auf Dauer empfindliche Organe w.z.B. die Bauchspeicheldrüse regelrecht verätzen.
Der Mensch - ein basisches Wesen!
Beim gesunden Menschen ist der pH-Wert der Haut, des Bindegewebes, der Muskulatur und des Blutes basisch, das heisst höher als 7. Im menschlichen Stoffwechsel funktioniert der Austausch von Stoffen in Flüssigkeiten auf Basis der Osmose. Dabei erfolgt der Stoffaustausch entlang eines Konzentrationsgefälles, was bedeutet, das Stoffe vom Ort mit einer hohen Konzentration zum Ort mit einer niedrigeren Konzentration wandern. Da das Blut immer basisch ist, werden Säuren aus Bindegewebe, Muskulatur und Haut automatisch ins Blut "gesogen" und folglich über das Gefässsystem auch zu den Organen geleitet. Vergleichbar ist dieser Prozess mit einem trockenen Schwamm, der Flüssigkeit aufsaugt.
Je basenüberschüssiger nun die Körpergewebe sind, umso weniger werden Blutkreislauf und Organe mit säuren belastet. Mit basenüberschüssiger Ernährung und basischen Pflegeprodukten geben wir unserem Körper die Möglichkeit angesammelte Säuren in die oberen Hautschichten zu transprotieren, dort zu neutralisieren und über die Poren der Haut auszuscheiden. Deshalb bilden Hautpflegeprodukte mit einem pH-Wert von 8 einen optimalen Basenschutzmantel.
Eine basisch gepflegte Haut ist resistenter gegen UV- und Ozoneinwirkung und wirkt der Entstehung von freien Radikalen entgegen.
Übrigens wurde früher in der "Altenpflege" zum Waschen der alten Menschen Schmierseife verwendet. Diese ist - Sie haben es sicher schon geahnt - basisch!
Wie Sie Ihren Säure-Base-Haushalt im Gleichgewicht halten können und welche Faktoren es zu beachten gilt finden Sie <HIER>.
Hippokrates
Der griechische Arzt Hippokrates (460-377 v.Chr.) hat folgenden Lehrsatz vertreten: "Die Gesundheit kann nur durch die richtige Mischung der Körpersäfte, die natürlich von der Ernährung sowie einer natürlichen Lebensweise abhängen, erhalten werden."
Der Körper wird nicht durch das ernährt, was ihm mit der Nahrung zugeführt wird, sondern dadurch, was verdaut und transformiert wird.
Diese Tatsache ist untrennbar mit der Verdauungskraft verbunden. Hat der Körper zu wenig Energie um die Nahrung in reine und unreine Anteile zu zerlegen, entstehen Schlacken im Körper. Ein Zeichen dafür ist beispielsweise Übergewicht.
Die 8 Körpersäfte
In der westlichen Medizin interessieren häufig nur die Säurewerte des Blutes und des Urins.
Hippokrates meinte aber alle 8 Körpersäfte, die beim erwachsenen Menschen in der Gesamtheit etwa 70% des Körpergewichtes ausmachen.
Gemeint sind das Blut, die Lymphe, der Harn/Urin, die Zellflüssigkeit, die natriumreiche extrazelluläre Flüssigkeit, die Gelenksflüssigkeiten, die Rückenmarks- und Gerhirnflüssigkeit (Liquor) sowie die Drüsensäfte (Bauchspeicheldrüse, Gallensaft, Magensäure, Talgdrüsen, Tränendrüsen).
Die Regulation der einzelnen Körpersäfte und deren Gleichgewicht sind untrennbar miteinander verbunden. Erst wenn das Säure-Base-Gleichgewicht gegeben ist, sind die Funktionen des Körpers regulationsfähig.
Blut
Das Blut muss ständig basisch sein. Der pH bewegt sich in einem sehr engen Rahmen zwischen 7,35 und 7,45.
Die geringste Abweichung kann lebensbedrohlich wirken. Alle Zellen werden vom basischen Transportmittel Blut versorgt. Basische Mineralstoffe entsäuern das Blut und erhalten die Elastizität der roten Blutkörperchen.
Die roten Blutkörperchen transportieren Sauerstoff und Nährstoffe zu den Zellen und entsorgen Stoffwechselendprodukte derselben.
Übrigens: Haben Sie gewusst, dass das menschliche Herz etwa 5 Liter Blut pro Minute oder 7'200 Liter in 24 Stunden pumpt? Bei körperlicher Anstrengung können es bis zu 25 Liter pro Minute sein!
Lymphe
Auch der pH-Wert der Lymphe ist basisch nämlich 7,41. Sie ist eine wässrige hellgelbe Flüssigkeit und bildet das Zwischenglied zwischen der Gewebsflüssigkeit (Interzellularflüssigkeit) und dem Blutplasma.
Das Lymphsystem mit den Lymphgefäßen als Leitungsbahnen ist neben dem Blutkreislauf das wichtigste Transportsystem im menschlichen Körper. Es ist auf den Transport von Nähr- und Abfallstoffen spezialisiert und entsorgt in den Lymphknoten auch Krankheitserreger wie Bakterien und Fremdkörper. Vereinfacht kann gesagt werden, dass im Lymphsystem alles "entsorgt" wird, was zu gross ist um in den venösen Blutkreislauf aufgenommen zu werden.
Harn
Die Urinausscheidung dient der Regulation des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts sowie der Beseitigung von Stoffwechselabbauprodukten. In den Nieren wir zunächst der so genannte Primärharn abgepresst, das Ultrafiltrat des Blutplasmas. Ein Erwachsener produziert davon täglich zwischen 180 und 200 Liter! In weiteren Stationen werden in den Nieren aus dem Primärharn die wiederverwendbaren Inhaltsstoffe sowie etwa 99 Prozent (!!!) des Wassers zurückgewonnen. Der Rest, bei einem gesunden Erwachsenen täglich etwa 1 bis 1,5 Liter, wird als Sekundärharn/Urin via Harnleiter und Blase ausgeschieden.
Zellflüssigkeit
Sie hat bei einem Erwachsenen ein Volumen von etwa 30 Litern. Für die optimale Zellentgiftung und -erneuerung sind die basischen Mineralstoffe Magnesium, Kalzium, Natrium und Kalium verantwortlich.
Zusammen mit der Lichtenergie der Sonne regen diese Mineralsalze den Stoffwechsel der Zelle an. Dabei wird biochemische Energie in Elektrizität umgewandelt und es kommt zum Ionenaustausch (Natrium-Kalium-Pumpe) zwischen der Intra- und Extrazellulären Flüssigkeit.
Extrazelluläre Flüssigkeit
Sie umspült die Haut, das Bindegewebe und die Muskulatur und setzt sich zusammen aus:
- Etwa 1 Liter transzellulärer Flüssigkeit in Körperhöhlen, Hirn- und Rückenmark, Augen und Gelenken.
- Etwa 10 Liter interstitieller Flüssigkeit zwischen den Zellen. Sie dient dem Transport von Zelle zu einem Blutgefäß oder umgekehrt und ist das Verbindungsglied zwischen Zelle und Blutplasma.
- Etwa 4 Liter Blutplasma
Ist die Basenkapazität dieser Flüssigkeit zu niedrig, werden beispielsweise die roten Blutkörperchen steif und starr und die Durchblutung wird herabgesetzt. Grundsätzlich können alle rheumatischen Erkrankungen die die Weichteile betreffen, der Entgleisung des Säure-Base-Haushaltes in dieser Flüssigkeit zugeordnet werden.
Gelenksflüssigkeit
Ist die Gelenksflüssigkeit basisch, werden Säuren neutralisiert und Einlagerungen aufgelöst. Die Gelenksknorpel werden optimal mit Nährstoffen versorgt und bleiben geschmeidig. Andernfalls kommt es zu Gelenksentzündungen (Arthritis) und in der Folge zur Arthrose.
Drüsensäfte
- Speichel: Karies ist keine Fluormangelkrankheit! Wie Parodontose, Zahnstein und Mundgeruch ist sie die Folge eines sauren Speichels. Dieser sollte einen pH von 7,5 haben. Nur so ist die Enzymaktivität, welche für die Kohlehydratverdauung im Mund (Amylase) zuständig ist, gewährleistet. Ebenso schützen die Mikroorganismen im basischen Speichel den Körper vor Krankheitserregern.
- Bauchspeicheldrüse: Die Verdauungssäfte der Bauchspeicheldrüse weisen einen pH von 8,8 auf, um den sauren Magensaft im Zwölffingerdarm zu neutralisieren. Die Enzyme, die für die Eiweiss-, Fett- und Kohlehydratverdauung zuständig sind, brauchen ein basisches Milieu um ihre Funktion optimal erfüllen zu können.
- Gallensaft: Hat einen pH-Wert von 8-8,5. Die Leber produziert etwa 7dl Galle pro Tag bzw. in der Nacht. Diese wird in der Gallenblase gespeichert. Wie die Bauchspeicheldrüsensäfte wird auch die Galle in den Zwölffingerdarm abgegeben.
Die Galle ist vor allem für die Fettverdauung und Neutralisierung des sauren Speisebreis aus dem Magen verantwortlich.
- Talg: Die Talgdrüsen bilden mit ihrer Absonderung den Schutzmantel der Haut. Die gesunde Haut sollte einen pH 7,3-7,5 aufweisen (Siehe oben "Der Mensch - ein basisches Wesen").
Keinesfalls sollten wir unserer Haut „pH-neutrale“ Hautpflegemittel zumuten. Diese haben in der Regel einen pH-Wert von 5,5 (wir haben auch schon pH 3,5 in Haarpflegeprodukten und Parfums gemessen!).
Dieser pH basiert auf einem wissenschaftlichen Irrtum. Labormessungen von Hautabstrichen haben einen durchschnittlichen Wert von eben diesem pH 5,5 ergeben. Daraus folgerten die Wissenschaftler, dass die menschliche Haut von einem sauren Schutzmantel (Säureschutzmantel) umgeben ist.
Fakt ist, dass sich im basischen Talgschutzmantel harnsaure Ausscheidungen des Körpers ablagern. Es ist also ein basischer Schutzmantel, der ausgeschiedene Säuren enthält.
Wenn wir nun ein saures „Pflegeprodukt“ auf die Haut auftragen, ist der Körper gezwungen, die ausgeschiedenen und die aufgetragenen Säuren „intern“ zu entsorgen.
Wenn dies nicht gelingt, kann es auf Dauer zu einer trockenen sensiblen Haut, Irritationen, Unreinheiten, Ekzemen usw. kommen.
- Tränen- und Augenflüssigkeit
Diese, von Natur aus, basischen Flüssigkeiten enthalten viele schützende Mikroorganismen und haben daher eine hohe reinigende und abwehrende Wirkung.
Wie der Körper Säuren bildet
Haben Sie gewusst, dass Säuren im Körper nicht aus Säuren gebildet werden, sondern ein ausreichend grosses basisches Reservoir bedingen?
Das betrifft beispielsweise die Magensäure mit einem pH-Wert von 1-1,5 bei nüchternem Magen und 2-4, wenn er gefüllt ist.
Damit die säureproduzierenden Drüsen des Magens den sauren Magensaft bereitstellen können, greifen sie auf das Basendepot in der Magenschleimhaut zurück. Die Schleimhaut des Magens muss basisch sein, ansonsten würde sich der Magen selber verdauen. Das Verhältnis Säure-Base in der Magenschleimhaut beträgt 1:3.
Auch das saure Vaginalsekrekt mit pH 3,5 benötigt ein grosses basisches Reservoir. Viele der heutigen Beschwerden und Krankheiten im weiblichen Geschlechtsbereich, bis hin zum notwendigen Dammschnitt bei der Geburt und unerfülltem Kinderwunsch, sind auf einen übersäurten Unterleib zurückzuführen. Das gleiche gilt beim Mann für die Prostata.
Reflux, Sodbrennen: Die Ursache dieser Symptome ist nicht in erster Linie im Magen zu suchen, sondern in den nachfolgenden Verdauungsorganen.
Wie oben beschrieben, herrscht nach dem Magenausgang ein basisches Milieu. Sind nun Bauchspeicheldrüse und Leber aufgrund von Mangelerscheinungen, Überbelastung oder anderen Ursachen nicht in der Lage genügend basische Verdauungssäfte zu produzieren um den sauren Nahrungsbrei aus dem Magen zu neutralisieren, wählt der Körper das kleinere von zwei Übeln: Anstatt die nachfolgenden (basischen) Organe mit einer „Säureattacke“ zu schädigen (Magen-, Zwölffingerdarmgeschwüre, Diabetes, Pankreatitis, Lebererkrankungen), versucht er die Säurelast auf den kürzesten Weg loszuwerden und das ist die Speiseröhre.
Die Wahl des kleineren Übels entspricht einem Naturgesetz und dient der Lebenserhaltung – so lange das möglich ist.
Demnach können Säureblocker auf Dauer keine Lösung sein. Die Lösung liegt in einem ausgewogenen Säure-Base-Haushalt, in dem alle Organe optimal mit basischen Mineralstoffen versorgt und vor Säuren geschützt werden.
Krankheitserreger: Ob Virus, Bakterium oder Pilz. Sie alle brauchen ein saures Milieu als Lebensgrundlage. „Die Mikrobe (Erreger) ist nichts, das Milieu ist alles“ pflegte Prof. Dr. Antoine Béchamp zu sagen.
Dies trifft vor allem auf körperfremde Eindringlinge zu. Diese sollen von unserem Immunsystem im basischen Milieu abgefangen und unschädlich gemacht werden. Andererseits ist ein Leben ohne Mikroorganismen nicht möglich. Ihre Zahl im menschlichen Darm übersteigt die der Körperzellen etwa um das 10-fache.
So bauen beispielsweise die Bakterien im leicht sauren Dickdarm unverdaute Nahrungsfasern ab. Im Dünndarm dienen die Mikroben in erster Linie der Abwehr von Krankheitserregern.