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Der Illustrator und Cartoonist Fritz Gareis junior wurde am 21. Oktober 1872 in Wien geboren. Als Sohn des bekannten Malers und Bildhauers Fritz Gareis (1845-1903) war sein künstlerischer Weg schon früh vorgezeichnet. Auch sein Grossvater war bereits als Bildhauer tätig. Den gleichen Weg wählte auch Fritz Gareis juniors Bruder Walter Gareis, dieser verstarb bereits 1922 im Alter von 37 Jahren.
Während sein Vater sich mehrheitlich der Malerei widmete feierte Fritz Gareis junior - der bei seinem Vater die Kunst studierte - vor allem mit seinen humoristischen und satirischen Zeichnungen grosse Erfolge.
Daneben war er auch als Grafiker sowie Genre- und Landschaftsmaler tätig. Viele seiner Gemälde wurden im Künstlerhaus in Wien ausgestellt.
Als Grafiker schuf er u.a. Marken für den "Bund der Deutschen in Niederösterreich", Plakate und Postkarten.
In einem Zeitungsartikel von 1910 wird berichtet, dass Fritz Gareis 90 Zeichnungen in Lebensgrösse für eine Märchenvorlesung von Edwin Godai erschaffen hat. Die vorgetragenen Märchen waren "Aus König Waldfried's Reich", Wie dem Fuchs ein Zahn gezogen wurde", "Der geizige Müller", "König Waldfried und der böse Förster" und "Die schöne Königstochter und der wilde Prinz".
1914 war Fritz Gareis an der Oper "Das Herlein" von Julius Wachsmann beteiligt. Er entwarf die Dekorationen und Figurinen für diese Oper.
Seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte er aber vor allem mit seinen humoristischen Zeichnungen und er feierte seinen Durchbruch als Zeichner mit seinem Engagement für die Zeitschrift "Die Muskete", für die er ab 1915 unzählige Illustrationen beisteuerte.
1935, zehn Jahre nach seinem zu frühen Tod, veröffentlichte "Die Muskete" eine Sondernummer, die sich ausschliesslich dem Werk von Fritz Gareis widmete.
Anschliessend war er ab 1921 auch für die Zeitung "Der Montag" und ab 1923 für die Zeitung "Kleine Volkszeitung" künstlerisch tätig.
Für die Volkszeitung schuf er auch die populären Kalender, die er jeweils mit seinem typischen Humor ausstattete.
Weitere Publikationen mit seinen Zeichnungen erschienen im Jugendheft "Deutschösterreichische Jugendhefte", dem Heft "Mocca", "Die Bühne" und dem "Neue Wiener Tagblatt".
Als er 1923 für die Wochenzeitung "Der Götz von Berlichingen" die Comic-Serie "Bilderbogen des kleinen Lebens" mit den Erlebnissen der Familie Riebeisel zu Papier brachte, schrieb er damit Geschichte. Er kreierte damit nicht nur den ersten Comic in Österreich sondern vermutlich auch in Europa, welche den Text in Sprechblasen präsentierte und nicht wie bisher üblich als normale Textzeilen.
Während Fritz Gareis die Zeichnungen entwarf, steuerte der bekannte Schriftsteller Maximilian Hugo Bettauer den Text bei.
Eine weitere dankbare Aufgabe fand Fritz Gareis in der Gestaltung von Buchillustrationen, darunter "Die 12 Negerlein", "Wiener Märchen", "Wiener Sagen", "Unsere Haustiere" und "Die Heinzelmännchen".
Weitere Arbeiten entstanden mit Zeichnungen und Gruppenbildern für den Gersthofer Faschingsumzug. Zudem war er Mitglied der Gersthofer Liedertafel und beteiligte sich dort als Sänger und war zeitweise auch deren Obmann.
Nach seinem Umzug nach Währing frönte er seinem Hobby als Sänger weiter und schloss sich der Währinger Liedertafel an.
Für die beiden Protagonisten der Comic-Serie "Bilderbogen des kleinen Lebens" sollte das Jahr 1925 schicksalhaft werden. Auf Hugo Bettauer wurde am 10. März 1925 wegen seinem umstrittenen Journal "Er und Sie" bzw. "Bettauers Wochenschrift" in seiner Redaktion ein Attentat mit fünf Schüssen verübt. Er verstarb 16 Tage später im Altern von 53 Jahren an den schweren Verletzungen.
Fritz Gareis erkrankte im gleichen Jahr schwer und verstarb kurze Zeit später am 5. Oktober 1925 im Alter von 52 Jahren an den Folgen einer Gehirnentzündung in seiner Wiener Wohnung an der Michaelergasse im 18. Bezirk.
Einige Male erschien der Name von Fritz Gareis auch in Zeitungsartikeln.
Eine grosse Leserschaft zum Schmunzeln brachte 1909 folgendes Ereignis, welches in mehreren Tageszeitungen Eingang gefunden hatte:
Ein Fabrikant spendete der Gemeinde Altenberg bei Greisenstein ein Madonnenbild anlässlich der von der Gemeinde hergestellten Waldquelle und betraute für die Umsetzung des Bildes den Künstler Fritz Gareis.
Der Spender des Bildes wünschte sich, dass eine Einweihung des Bildes stattfinden soll und so beauftragte die Gemeinde den zuständigen Pfarrer Steindl in St. Andrä-Wördern. Doch dieser stellte sich als besonders spiessig heraus und er verlangte von der Gemeindevertretung unter Vorlage eines Trauscheines den Nachweis, dass dem Maler Fritz Gareis für die Umsetzung des Madonnenbildes ausschliesslich seine angetraute Ehefrau Modell stand. Daraufhin verzichtete die Gemeinde auf die Einweihung des Standbildes. Sarkastisch enden die Artikel in den Zeitungen mit der Frage, ob denn bei all den Madonnenbildern der grossen Renaissance-Malern, deren Werke viele Kirchen schmücken, denn auch deren Ehefrauen dafür Modell standen.
Sieben Jahre später wurde der Name Fritz Gareis ein weiteres Mal in einem Zeitungsartikel erwähnt, als gemeldet wurde, dass ein Einbruch in das Atelier des Künstlers stattgefunden hatte und vier Landschaftsgemälde entwendet wurden (damaliger Wert 1'500 Kronen).
Als Künstler war Fritz Gareis darauf fokussiert, in humoristischer Weise, der Gesellschaft einen Spiegel vorzusetzen jedoch ohne jemanden damit gefliessentlich zu verletzen. Er war ein scharfer und humorvoller aber gleichzeitig auch ein gutmütiger Beobachter seiner Zeit.
Quellen: Wikipedia.de, Austrianposters.at, germansmakecomicstoo, Riebeisl & Co von Wolfgang Krug (ab S. 96)