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Die Szene dürfte bekannt sein: Lois Lane – eine Journalistin aus Metropolis – fällt im freien Fall Richtung Erdboden. Im letzten Moment eilt Superman zur Hilfe, er fliegt der fallenden Frau mit hoher Geschwindigkeit entgegen, fängt sie wenig über dem Boden auf und fliegt mit ihr davon. Lois ist gerettet. Oder etwa nicht?
Super-Physik
Die Situation soll in der Folge mit den Gesetzen der Mechanik betrachtet werden. Das grundsätzliche Problem bei einer Landung auf hartem Boden nach einem längeren freien Fall sind die Kräfte, die auf den Körper wirken. Der Boden gibt nur wenig nach, der Körper wird auf kurzer Strecke – und damit einhergehend in sehr kurzer Zeit – von der hohen Aufprallgeschwindigkeit zum Stillstand gebracht. Dabei wirken eine hohe Beschleunigung und nach Newtons Aktionsgesetz
eine entsprechend grosse Kraft – mit tödlichem Ausgang. Um die Frau zu retten, müsste Superman sie während einer längeren Zeitdauer gleichmässig abbremsen. Dadurch wäre die auf den Körper wirkende Beschleunigung und damit die Kraft kleiner. Genau dies tun etwa Auffangnetze oder Bungee-Seile. Sie geben der Bewegung der fallenden Person etwas nach und verlängern so die Bremszeit.
Superman dagegen bewegt sich beim Auffangen der Journalistin kein bisschen nach unten (alles andere wäre wohl seiner Superkräfte unwürdig) – dadurch wird die Frau in ähnlich kurzer Zeit abgebremst, als wenn sie auf den Boden fallen würde. Es wirken die selben Kräfte auf ihren Körper. Die heroische „Rettungsaktion“ bringt nichts.
Superman – ein Mörder?
Es kommt sogar noch schlimmer: Nach dem Auffangen fliegt Superman mit der Journalistin horizontal weiter. Somit bremst er ihren vertikalen Fall nicht nur in sehr kurzer Zeit ab – wie bereits diskutiert –, er beschleunigt sie auch noch in horizontaler Richtung. Dadurch wirkt eine zusätzliche Kraftkomponente auf den Körper der armen Frau. Supermans „Rettung“ macht also die ganze Situation nur noch schlimmer – Lois wäre eigentlich mit Sicherheit tot.
Videos
Eine solche physikalisch falsche Rettung wird im Film „Man of Steel“ (2013) gezeigt:
In der ersten Verfilmung „Superman“ (1978) ist die Rettung korrekter dargestellt: