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Weggabelungen
«The Midnight Library» von Matt Haig (2020)
Wie hätte mein Leben ausgesehen, wenn ich mich anders entschieden hätte? Was wäre aus mir geworden, wenn ich statt des Gymnasiums eine Lehre als Buchhändlerin gemacht hätte?
Wenn man so über das Leben sinniert, stellen sich schnell Fragen über das «was wäre wenn». Kennt ihr das auch? Ich frage mich dann, ob es schon die kleinen Dinge sind, die den Unterschied machen. Was, wenn ich heute morgen, statt meiner Lieblingstasse, eine andere für den Kaffee genutzt hätte? Oder sind es nur die grossen Weggabelungen, die schliesslich einen Einfluss auf den Verlauf unseres Lebens haben? Oder ist es vielleicht ganz egal?
Wegen solcher Gedanken habe ich mir ausgemalt, dass zig tausende Paralleluniversen existieren, in denen wir andere Leben leben, als in diesem. Ich habe mir vorgestellt, dass diese andere Versionen wie Bücher irgendwo einsortiert sind und dass wir vielleicht irgendwann die Chance haben, sie zu lesen.
Darüber sollte man ein Buch schreiben, dachte ich mir. Matt Haig hat sich wohl das Gleiche oder Ähnliches gedacht, als er die Idee zu The Midnight Library hatte. Er hat mir also meine Buch-Idee vorweggenommen (kein Scherz, die Idee hatte ich wirklich). Als ich den Buchrücken gelesen hatte, wollte ich natürlich wissen, wie Haigs Welt in dieser Geschichte aussieht.
Wie hat Matt Haig wohl die Idee einer Bibliothek mit potenziellen anderen Lebensverläufen umgesetzt? Was für eine Geschichte ist entstanden? Ähnelt sie der, die ich im Kopf hatte?