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Was passiert bei der Abklärung, wie gefährlich ein Hund ist?
Zunächst klären wir Folgendes ab: Wie gross ist der Hund? Warnt er zuerst, oder beisst er scheinbar aus dem Nichts heraus zu? Schnappt er, um sich zu verteidigen oder um zu attackieren? Beisst er Menschen aus seinem Umfeld oder eher Fremde?
Spielt es für die Abklärung eine Rolle, ob es sich um einen Kampfhund handelt?
Nein, wir beurteilen immer den einzelnen auffälligen Hund. Die Einteilung in gefährliche Rassen nehmen die Kantone vor und ist entsprechend unterschiedlich.
Wie oft ist eher der Besitzer das eigentliche Problem und nicht das Tier?
Das kommt schon mal vor. Die meisten Tierhalter bemühen sich zwar sehr, stossen aber irgendwann ans Limit. Man muss sie entlasten und darf ihnen keine Schuld zuweisen.
Gibt es bei Tieren Psychosen wie etwa Schizophrenie?
Möglicherweise. Ich kenne einen Hund, der manchmal plötzlich etwas anstarrt oder Grasbüschel anbellt, als wäre es etwas Gefährliches. Es wirkt, als halluziniere er. Was genau dahintersteckt, ist unklar.
Tiere machen ihren Haltern nicht bewusst Schwierigkeiten
Was ist zu tun, wenn ein Tier Probleme bereitet?
So rasch wie möglich Rat holen, weil die Therapie dann einfacher ist. Tiere machen ihren Haltern nicht bewusst Schwierigkeiten – sie benehmen sich so, weil sie selbst ein Problem haben.
Pferde werden oft wegen Ungehorsams misshandelt.
Es handelt sich nicht um Ungehorsam, sondern um Angst. Oder dem Tier ist nicht klar, was von ihm erwartet wird. Der Besitzer kann lernen, das Pferd zu trainieren, damit es zum Beispiel in den Transporter steigt.
Wie teuer ist eine Verhaltenstherapie?
Eine Konsultation bei einem Tierarzt der Schweizerischen Tierärztlichen Vereinigung für Verhaltensmedizin (STVV) kostet 150 bis 300 Franken. Wenn Abklärungen und Medikamente hinzukommen, können sich die Kosten für einen Fall auf über 1500 Franken belaufen.
Ruth Herrmann ist Verhaltenstierärztin mit eigener Praxis und unterrichtet angehende Veterinäre.