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Ohne die angeklagte US-Amerikanerin Amanda Knox hat der erneute Prozess um den Mord an der britischen Studentin Meredith Kercher begonnen. Am Montag sagte ein zunächst von Knox Beschuldigter vor Gericht aus.
"Sie ist schuldig, sonst hätte sie mich nicht verleumdet", sagte der Bar-Besitzer laut Nachrichtenagentur Ansa. "Sie wollte nicht bestraft werden und die Ermittlungen in die Irre führen." Neben Kercher sei er das zweite Opfer in dem Mordfall.
Zudem wurde erwartet, dass die Richter am ersten Prozesstag neue DNA-Tests anordnen, da deren Zuverlässigkeit in den bisherigen Verfahren eine entscheidende Rolle spielte.
Seit fast sechs Jahren beschäftigt der Mord an Kercher im November 2007 in Perugia die italienische Justiz. Es ist das vierte Mal, dass sich ein Gericht mit dem Fall beschäftigt: Knox und ihr italienischer Ex-Freund Raffaele Sollecito wurden wegen Mordes verurteilt und später freigesprochen, bevor das höchste italienische Gericht den Freispruch kippte.
Der Mord an der Austauschstudentin erregte weltweit Aufsehen. Kercher war halbnackt und mit durchschnittener Kehle in ihrem Bett gefunden worden - unter Verdacht gerieten ihre Mitbewohnerin Knox, deren Ex-Freund Sollecito und ein weiterer Bekannter, der wegen Beihilfe zum Mord später zu 16 Jahren Haft verurteilt wurde.
Nun müssen sich die heute 26-jährige Knox und der 29-jährige Sollecito erneut wegen des Mordes verantworten. Sollecito erschien ebenfalls nicht vor Gericht, will aber möglicherweise später an dem Prozess teilnehmen.
Die Familie des Opfers Meredith Kercher nahm entgegen erster Ankündigungen ebenfalls zunächst nicht an dem Prozess teil, will aber möglicherweise später anreisen. Ein Urteil wird frühestens Ende dieses Jahres erwartet.
SDA-ATS