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Mit Nelson Mandela ist letzte Woche eine der letzten grossen und inspirierenden Persönlichkeiten des 20. und 21. Jahrhunderts gestorben. Sein Kampf gegen die Apartheid, gegen die «herrschende weisse Oberschicht» in Südafrika gilt als beispielloses Zeugnis für Gerechtigkeit und die Menschenrechte. Bereits im Jahre 2007 wurde sein Leben in «Goodbye Bafana» mit Joseph Fiennes, Dennis Haysbert und Diane Kruger in den Hauptrollen verfilmt, und wie: Der Film ist nach wie vor sehr gut und auch für den (Religions-)Unterricht mehr als nur empfehlenswert.
Inhalt
Der rassistische Gefängniswärter James Gregory wird auf die Gefängnisinsel Robben Island versetzt, wo auch Nelson Mandela seine lebenslange Haft absitzen muss. Da James Gregory die Muttersprache (Xhosa) von Nelson Mandela beherrscht (er lernte die Sprache in seiner Kindheit), wird er Leiter der Zensurabteilung des Gefängnisses und kontrolliert fortan die Post der Insassen. Während er noch zu Beginn seiner Zeit klarer Befürworter des Apartheid-Regimes ist und in den schwarzen Gefängnisinsassen nichts als böse Terroristen sieht, erhält er allmählich – auch dank seiner Arbeit in der Zensurabteilung – Zugang zu Nelson Mandela, welcher sich bis zum Schluss in eine Art Freundschaft münden wird. Mit der Zeit erkennt James Gregory, nachdem er unter anderem die Freiheitskarte der Partei Mandelas gelesen hat, in Nelson Mandela einen Mann, der sein Land liebt und es mit der ganzen Bevölkerung in Frieden teilen möchte, egal welche Hautfarbe oder Herkunft sie haben.
Nachdem die Regierung den immer stärker werdenen Atem des zunehmenden Druckes der schwarzen Bevölkerung und der Partei Mandelas im Nacken spürt, lockern sie in regelmässigen Abständen die Haftbedingungen von Nelson Mandela, bis er schliesslich am 11. Februar 1990 freigelassen wird/wurde. Und immer an «seiner Seite» war James Gregory, dessen Wandel ihm – trotz seiner Härte zu Beginn der Geschichte – zum Schluss des Filmes Sympathien einbringt.
Didaktische Möglichkeiten
Der Film «Goodbye Bafana» beruht auf den Memoiren des Gefängniswärters James Gregory (gestorben im Jahr 2003), den es wirklich gab. Dies macht den Film noch reizvoller, als er schon ist. Der Film vermittelt den Zuschauenden ein authentisches Bild davon, wie es zu dieser Zeit aussah und wie schlimm die schwarze Bevölkerung behandelt wurde. Gerade wegen der aktuell neuen rassistische Welle, welche in Teilen Europas übers Land zieht, bietet dieser Film viele Anhaltspunkte, um mit Jugendlichen auf der Oberstufe über dieses Thema ins Gespräch zu kommen. Natürlich spielen auch die Themen Gerechtigkeit und Menschenrechte eine zentrale Rolle, wobei dafür vor allem die letzten 45 Minuten des Filmes geeignet sind. Die Anliegen Mandelas lassen sich auch gut mit der Botschaft des Evangeliums verknüpfen und damit auch mit dem Tun und Handeln von Jesus.
Der Film kann und soll auch kritisch betrachtet werden und unter anderem die Frage aufwerfen, inwiefern ein bewaffneter Kampf, wie ihn Mandela und seine Partei zum Teil geführt haben, gegen die Obrigkeit gerechtfertigt ist oder eben auch nicht.
TIPP: Der Film ist prädestiniert für ein fächerübergreifendes Projekt auf der Oberstufe mit dem Fach «Geschichte und Politik». Warum nicht in «Geschichte und Politik» den politischen Aspekt des Filmes und der Zeit damals beleuchten, während im Anschluss daran in «Ethik und Religion» die Thematik Gerechtigkeit/Menschenrechte erarbeitet wird? Einen Versuch wäre es sicher wert.
Fazit
Obwohl sich die Geschichte zwischen James Gregory und Nelson Mandela so wahrscheinlich nicht abgespielt und der echte James Gregory wohl seinen Teil dazu gedichtet hat – der Wandel von James Gregory manchmal etwas gar sprunghaft gezeichnet wird, zeigt der Film sehr gut auf, dass es in der Zeit der Apartheid in Südafrika durchaus weisse Menschen gab, die sich im Laufe der Zeit nicht mehr mit der Regierung identifizieren konnten und einen inneren Wandel durchmachten. Der Film ist Beweis dafür, dass es sich lohnt/lohnte, auch heute noch, sich für Gerechtigkeit und Gleichheit aller Menschen einzusetzen. Vielleicht ist es heute wichtiger denn je, Menschen wie Nelson Mandela als Vorbild zu nehmen und in seinem Sinne für Frieden auf der Welt einzustehen.
Ruhe in Frieden Nelson Mandela und möge dein Erbe noch lange nicht ausgedient haben.
Themen: Gerechtigkeit, Menschenrechte, Rassismus, Rassentrennung, Unterdrückung, Apartheid, Vorbilder, Nelson Mandela
«Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind,
unsere tiefgreifendste Angst ist,
über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns am meisten Angst macht.
Wir fragen uns, wer ich bin,
mich brillant, großartig, talentiert, phantastisch zu nennen?
Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen?
Du bist ein Kind Gottes.
Dich selbst klein zu halten, dient nicht der Welt.
Es ist nichts Erleuchtetes daran, sich so klein zu machen,
dass andere um Dich herum sich nicht unsicher fühlen.
Wir sind alle bestimmt, zu leuchten, wie es die Kinder tun.
Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, zu manifestieren.
Er ist nicht nur in einigen von uns, er ist in jedem einzelnen.
Und wenn wir unser Licht erscheinen lassen,
geben wir anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.
Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere.»
Marianne Williamson
(bekannt geworden durch Nelson Mandela bei seiner Antrittsrede 1994 als Präsident in Südafrika)