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Siedlung Turmmatthof
Ansicht Ost (Gartenhof)Download
Siedlung Turmmatthof
Adresse
6370 Stans
NW
Architektur
Weitere Bauphasen
Der Turmatthof ist die erste grosse Wohnbebauung in Stans und die konsequente Umsetzung einer Familiensiedlung entsprechend den architektonischen Ideen der 1960er-Jahre. Das hochkarätige Planungsteam vermochte über mehr als zehn Jahre hinweg eine einheitliche Gestaltung umzusetzen – ein Umstand, der auch heute noch sichtbar ist und diese beispielhafte Siedlung schutzwürdig macht.
Chronologie
Die Wohnsiedlung Turmatthof wurde von den Architekten Arnold Stöckli und Walter Custer entworfen und mit Hilfe von Bernhard Vatter realisiert. Der Baukomplex wurde in drei Etappen erstellt, in den Jahren 1965/1966, 1968/1969 und 1973 bis 1976. Die erste Etappe umfasste den Bau der Reihenhäuser, die späteren Etappen die zu Gruppen zusammengefassten Geschosswohnungsbauten sowie ein Wohnhochhaus. In den Jahren 2008/09 stockte die Waser Achermann Architektur GmbH die Geschosswohnungsbauten um vier Wohneinheiten auf. Damit stieg die Wohnungsanzahl auf 102 Einheiten. Ursprünglich umfasste die Anlage auch einen Hort und einen Kindergarten. Letzterer musste Garagen weichen.
Lage
Die Wohnsiedlung liegt im Nordwesten von Stans und wird von der Turmatthofstrasse gefasst. Die Reihenhäuser liegen zwischen dem Turmatthof und der Robert-Durrerstrasse beziehungsweise dem im Osten angrenzenden Wächselacher. Die Anlage entwickelt sich von der Robert-Durrerstrasse im Südosten konsequent in die Höhe. Den Abschluss macht im Norden das Wohnhochhaus. Die Reihenhäuser und die Geschosswohnungsbauten sind u-förmig angeordnet und bilden leicht versetzt zwei Gartenhöfe aus.
Beschreibung
Die Reihenhäuser sind dreigeschossig, und zweigeteilt. Auf den strassenseitig angeordneten, schlichten Riegel folgt im Südosten eine Reihenhauszeile mit einer sägezahnartig ausgeformten Gartenfront, in deren Dachgeschoss Terrassen eingeschnitten sind. Die beiden Obergeschosse kragen vor und überdecken so einen Teil des Freibereichs. Die Geschosswohnungsbauten sind vier- und fünfgeschossig und ebenfalls flach gedeckt. Ihre Bauvolumen sind differenziert geformt. Vor- und Rücksprünge sowie Balkone ergeben eine spannungsvolle Staffelung, ein klares Fensterraster bringt Ruhe in das Gesamtbild. Das achtgeschossige Hochhaus folgt dem Gestaltprinzip der Mehrfamilienhäuser. Die Höhe wird durch eine zweigeschossige Attika abgemildert, ein Thema, das bei der nachträglichen Erweiterung der Geschosswohnungsbauten um ein dunkel gefasstes Attikageschoss übernommen wurde. Die Wohnsiedlung Turmatthof war ursprünglich eine Sichtbetonkonstruktion, ergänzt um verputzte Mauerflächen. Die heutige, graue Eternitschieferverkleidung und die gelb gerahmten Fenster sind einem postmodernen Architekturverständnis geschuldet und werden dem Original nicht gerecht.
Die Grundrisse der Wohneinheiten reichen von kleinen Studio- bis zu Sechszimmer-Familienwohnungen, wobei die in der ersten Etappe realisierten Maisonette-Wohnungen der Reihenhäuser mit Split-Level-Schnitt die spannendste Variante darstellen.
Literatur