Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03522.jsonl.gz/816

| Tertullian († um 220) - Über die Taufe (De baptismo)

9. Kap. Vorbilder der Taufe aus dem Alten Testament. Das Wasser im Dienste Christi.
Wie zahlreich sind also die Anhaltspunkte in der Natur, die Privilegien der Gnade, die feierlichen Anwendungen in der Disziplin, die Vorbilder, Vorbereitungen [S. 285] und Anrufungen, welche zum religiösen Gebrauch des Wassers geführt haben! Erstens, als das Volk, zur Freiheit aus Ägypten entlassen, das Wasser durchschreitend der Gewalt des ägyptischen Königs entging, da vertilgte Wasser den König selbst mit seinen sämtlichen Heerscharen. Welches Vorbild wäre im Sakramente der Taufe klarer enthalten als dieses? Die Heiden werden durch Wasser nämlich von der Herrschaft der Welt befreit und lassen ihren früheren Herrn, den Teufel, im Wasser ertränkt zurück. Ähnlich wird das Wasser durch den Stab des Moses aus dem fehlerhaften Zustande der Bitterkeit seiner wohltuenden Brauchbarkeit wieder gegeben. Jener Stab war Christus, welcher die Wasseradern von vorher vergifteter und bitterer Beschaffenheit in das so heilsame Taufwasser umwandelte, nämlich durch seine eigene Person, Dieses ist das Wasser, welches für das Volk aus dem es begleitenden Felsen herabfloß. Denn wenn der Fels Christus1 ist, so erkennen wir daran ohne Zweifel, wie durch das Wasser in Christo das Eintauchen seinen Segen empfängt.
In wie großer Gnade steht doch bei Gott und seinem Gesalbten das Wasser! Das dient wieder zur Bestätigung der Taufe. Jeden Augenblick erscheint das Wasser im Dienste Christi; er wird selber im Wasser getauft; die ersten Spuren seiner Macht läßt er, zur Hochzeit eingeladen, am Wasser sehen; wenn er spricht, so ladet er die Durstigen zu seinem Wasser ein; wenn er über die Liebe Unterweisungen gibt, so lobt er unter den Liebeswerken das Darreichen eines Bechers Wasser an einen Armen; bei dem Brunnen erholt er sich; über dem Wasser wandelt er einher; er fährt gern über dasselbe hinüber; Wasser bietet er seinen Schülern, Die Zeugnisse für das Taufwasser setzen sich fort bis zum Leiden Christi; im Augenblick, wo er zur Kreuzigung ausgeliefert wird, spielt das Wasser eine Rolle - ich verweise auf die Hände des Pilatus; im Augenblick, wo er durchbohrt wird, bricht Wasser aus seiner Seite hervor, - ich verweise auf die Lanze des Soldaten.
1: 1. Kor. 10,4.