Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03421.jsonl.gz/2311

Diese Woche wird bei Reichenau beim Bau der neuen Hinterrheinbrücke der Rhätischen Bahn (RhB) ein letzter Hub des Raupenkrans erfolgen, um ein 270 Tonnen schweres Element auf einen bereits montierten Teil der zweiten Hinterrheinbrücke zu heben. Das 75 Meter lange Element wird anschliessend auf dem bestehenden Brückenteil über die A13 und den Hinterrhein geschoben.
Dieser Verschiebevorgang wird etwa eine Woche dauern und soll in der Nacht vom 24. auf den 25. April 2018 abgeschlossen werden. Dann soll das Element über die Nationalstrasse A13 verschoben werden und zu diesem Zweck wird auch die Strasse in jener Nacht gesperrt.
Auf der feingliedrigen Hinterrheinbrücke bei Reichenau-Tamins vereinen sich seit mehr als 100 Jahren die Albulalinie und die Surselvalinie der Rhätischen Bahn über die einspurige Trassierung. Aufgrund des stetigen Angebotsausbaus, insbesondere mit dem Angebotskonzept „Retica 30“, sowie für die Erhöhung der Fahrplanstabilität ist ein zweites Bahntrassee erforderlich, das auch die beiden Bahnlinien trennt. Mit der einspurigen Trassierung liessen sich die heutigen betrieblichen Anforderungen nicht mehr erfüllen.
Die neue 200 Meter lange Stahlbrücke mit V-Stielen und einem Trogquerschnitt über den Hinterrhein und die A13 hört auf den Namen „Sora Giuvna“, was im Rätoromanischen soviel wie „Kleine Schwester“ heisst. Das RhB-Bauprojekt entspringt dem Siegerprojekt aus einem internationalen Projektwettbewerb; gemäss Plan sollte anfangs November 2018 die neue Hinterrheinbrücke in Betrieb genommen werden können.
Zu diesem Projekt baut die Rhätische Bahn (RhB) zusätzlich ein 600 Meter langes Bahntrassee von der Ausfahrt Reichenau-Tamins bis ins Gebiet Reichenau-Farsch, um die beiden Bahnlinien der Albulalinie und der Surselvalinie getrennt führen zu können. Dieser neue Doppelspurabschnitt erfordert fünf neue Weichen und die Sicherungsanlage und weitere bahntechnische Anlagen müssen ausgebaut werden.
„…Die bestehende, denkmalgeschützte Fachwerkbrücke aus dem Jahr 1895 wird instand gesetzt und weiter für den Bahnbetrieb genutzt. Mit dem Umbau wird sie mit einem Fussgängersteg auf der Brückenunterseite ausgerüstet, der eine Verlängerung des Ruinaultaweges nach Reichenau-Tamins bzw. in Richtung Rothenbrunnen ermöglicht…“ (Rhätische Bahn)
Aus geometrischen Gründen wird die Betonbrücke über die A13 abgebrochen und ersetzt. So wird auch gleichzeitig die künftig geforderte Aufweitung des Durchfahrprofils auf der Nationalstrasse erfüllt werden können. Die neue A13-Doppelspur soll im November 2019 in Betrieb genommen werden können.
Die Kosten des ganzen RhB-Projekts betragen etwa 32.5 Millionen Franken. Der Umfang der bahntechnischen Anlagen, insbesondere der Sicherungsanlage, sind laut RhB im Gegensatz zu anderen Brückenbauwerken sehr hoch; sie erreichen fast 50% der Gesamtkosten. Dies vor allem, weil die Rhätische Bahn den Bahnbetrieb während allen Bauphasen aufrechterhält; die Baukosten für die beiden neuen Stahlbrücken, die Tiefbauten und den Hangabtrag Schanzas kosten die RhB rund 13,5 Millionen Franken.
Letztes Bild der RhB-Feed-Webcam
Fotos: Rhätische Bahn (RhB)