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WIE DER KLEINE CLUB ZUM GROSSEN HCD WURDE
Mit 31 Meistertiteln und 15 Spengler Cup-Siegen kann der Hockey Club Davos auf eine einzigartige Erfolgsgeschichte von über 90 Jahren zurückblicken.
DER OFFIZIELLE GRÜNDUNGSAKT
1921 Dr. Paul Müller gründet zu Beginn des Jahres 1921 den Hockey Club Davos. Er hat dem bereits 1918 entstandenen Gäste- und Mittelschulclub die heute noch bestehende Form gegeben.
DIE ZWANZIGERJAHRE: FÜNF TITEL IM ERSTEN JAHRZEHNT
1923 Dr. Carl Spengler gründet den nach ihm benannten Spengler Cup. Erster Turniersieger wird Oxford University.
Das Turnier entwickelt sich in der Folge zu einem Eishockey-Event mit internationaler Ausstrahlung, das traditionell zwischen Weihnachten und Neujahr ausgetragen wird – 2012 bereits zum 86. Mal.
1926 Davos gewinnt seinen ersten Schweizermeistertitel mit einem 4 : 2 Sieg gegen Gstaad.
1927/29/30/31 Mit insgesamt fünf Titeln dominiert der HCD die Schweizer Eishockeyszene bereits im ersten Jahrzehnt nach der Clubgründung.
DIE DREISSIGERJAHRE: JETZT MACHT DER NI-STURM DIE MUSIK
1932/33/34/35/37/38/39/41; Acht von neun möglichen Meisterpokalen „wandern“ in den Trophäenschrank der Davoser (im Kriegswinter 1940 fällt die Meisterschaft aus).
Der legendäre ni-Sturm mit Bibi Torriani sowie Hans und Pic Cattini bildet während eineinhalb Jahrzehnten die Davoser Paradelinie.
DIE VIERZIGERJAHRE: DIE DAVOSER DOMINANZ DAUERT AN
1942/43/44/45/46/47/48/50 wird Davos Meister.
1948 wird der 20. Titel mit dem traditionellen HCD-Ball im Grand Hotel Belvedere gefeiert. Dieser Ball ist dank der initiativen Vorbereitung durch die Aktiven zum beliebtesten gesellschaftlichen Ereignis der Saison geworden.
1948 Bibi Torriani spricht an den olympischen Winterspielen in St. Moritz den olympischen Eid. Die Schweiz gewinnt wie schon 1928 Bronze. HCD-Stürmer Watschga Dürst ist mit von der Partie.
DIE FÜNFZIGERJAHRE: DIE SIEBEN MAGEREN JAHRE
1958/60 Nach sieben mageren Jahren - es sind die goldenen Aroser Jahre! - meldet sich der HCD mit zwei Titelgewinnen zurück. Der Boss auf dem Eis und dann an der Bande: Stu Robertson.
DIE SECHZIGERJAHRE: DER HCD KANN AUCH ABSTEIGEN
1960 Der 23. HCD-Titel ist der letzte für lange Zeit. Es beginnt eine 23-jährige Durststrecke, die erste 1984 überwunden wird. 1969 Der HCD steigt in die Nationalliga B ab.
DIE SIEBZIGERJAHRE: NACH 10 JAHRE GELINGT DER WIEDERAUFSTIEG
1979 Wiederaufstieg in die oberste Spielklasse unter der Führung von TK-Chef Fredy Bosch und Spielertrainer Paul-André Cadieux.
DIE ACHTZIGERJAHRE: DIE PLAYOFF-ÄRA BEGINNT
1984/85 Der schwedische Trainer Dan Hobér führt den HCD zu den Schweizermeister-Titeln Nummer 24 und 25.
1986 Einführung der zweigeteilten Saison mit Qualifikation und Playoff. Der HCD wird Vizemeister.
1989 Der HCD steigt wieder in die Nationalliga B ab und ein Jahr später sogar in die 1. Liga. 1991 folgt der Wiederaufstieg in die B-Liga.
DIE NEUNZIGERJAHRE: ARNO DEL CURTO - DER NEUE CHEF AN DER BANDE
1993 Der HCD wird unter Mats Waltin wieder A-klassig. Seither hat der Club die Playoffs nie mehr verpasst.
1996 Arno Del Curto stösst zum HCD. Er erreicht gleich den Halbfinal.
DIE NULLERJAHRE: EINE NEUE BLÜTEZEIT BRINGT DEN 30. TITEL
2002/05/07/09/11 Arno Del Curto erntet die Früchte seiner Aufbauarbeit und führt sein Team zu fünf Meistertiteln. Jeder Titelgewinn hat seine eigene Geschichte. Besonders spektakulär - weil gänzlich unerwartet - ist der Titel Nummer 27 unter Mitwirkung der NHL- Cracks Joe Thornton, Rick Nash und Niklas Hagman.
2004 Eine Task Force unter Leitung von Tarzisius Caviezel bewahrt den HCD vor dem finanziellen Ruin und dem Zwangsabstieg in eine untere Liga. Das Credo der neuen HCD-Führung: Spitzeneishockey auf einer soliden wirtschaftlichen Basis.
2011 Der 30. Schweizermeistertitel nach einer hart umkämpften Finalserie gegen die Kloten Flyers und der 15. Spengler Cup Sieg im Finale gegen Dinamo Riga krönen das Jubiläumsjahr „90 Jahre HCD“. Gaudenz F. Domenig wird neuer HCD-Präsident.
SAISON 2011/12
Die Saison 2011/12 unter dem Titel „Pleiten, Pech und Pannen“ abzubuchen, wäre übertrieben, beendet die Mannschaft doch die Regular Season auf dem zweiten Platz, punktgleich mit dem EV Zug. Dazu kommt am 31.12.11 der 15. Spengler Cup-Sieg gewissermassen als Krönung des Jubiläumsjahrs „90 Jahre HCD“. Die Playoffs allerdings verlaufen enttäuschend, indem es den ZSC Lions gelingt, die Serie mit 4 : 0 Siegen für sich zu entscheiden. Eine Kombination von Negativfaktoren hat zu diesem unerwartet frühen Ausscheiden geführt. Haupthandicap waren zum einen langanhaltende Verletzungsserien während der ganzen Saison und zum anderen deutliche Formschwächen wichtiger Spieler im Playoff.
SAISON 2012/13
Als schwierig und kurz geht die Saison 2012/13 in die HCD-Annalen ein. Verletzungsserien schwächen die Mannschaft schon früh und so befindet sich das Team trotz attraktiver Verstärkungen während des NHL-Lockouts lange in Sichtweite des vielbesagten Strichs. Gegen Schluss der Regular Season ist ein Aufwärtstrend erkennbar und es gelingt der Vorstoss auf den fünften Rang. Im Playoff-Viertelfinal warten die ZSC Lions. Die Steinböcke gehen in der Serie 3 : 1 in Führung, aber dann kommt es wie letztes Jahr zu Ausfällen und Formschwächen von Schlüsselspielern. Bei den Zürchern läuft in den verbleibenden Spielen alles rund und der HCD scheidet mit dem Gesamtscore von 3 : 4 aus. Am Spengler Cup erarbeitet sich der HCD durch konstant gute Leistungen den Finaleinzug, wo allerdings das hochkarätige Team Canada deutlich dominiert und sich seinen 12. Turniersieg sichert.
SAISON 2013/14
Jede Saison hat ihre eigene Geschichte, auch wenn im Rückblick und im Endergebnis gewisse Parallelen zu den beiden vorangegangenen Spielzeiten unübersehbar sind. Ab Ende September und bis in den November hinein sehen wir einen geradezu brillanten HCD. Das Team harmoniert in allen Belangen und grüsst nicht weniger als zwölfmal vom Tabellenplatz 1. Zwischen Dezember und März kommt die Konstanz der Startphase abhanden, Licht und Schatten wechseln sich ab und so resultiert am Ende der sechste Qualifikationsrang. Der Viertelfinalgegner kommt diesmal nicht aus Zürich, sondern aus Kloten. Der Playoff-Auftakt gelingt nach Mass, die beiden ersten Spiele werden gewonnen. Aber dann reisst der Faden und die Flyers wenden die Serie mit 4 : 2 zu ihren Gunsten. Unter den zwölf NLA-Mannschaften hat der HCD seinen Platz im Mittelfeld behauptet; der Umbau/Neuaufbau des früheren Meisterteams wird fortgesetzt.
SAISON 2014/15
Der HCD nimmt am Ende der Saison als grosser Überraschungssieger die Glückwünsche der ganzen Hockey-Schweiz zu seinem 31. Titelgewinn entgegen.
Kein Experte und kaum ein Laie hatten der nochmals stark verjüngten Mannschaft einen solchen Exploit zugetraut. Möglich gemacht hat den unerwarteten Erfolg ein hochmotiviertes, hungriges Team unter Führung seines Headcoachs Arno Del Curto, der seine 19. HCD-Saison mit dem sechsten Titel krönt.
Ausgehend vom 5. Qualifikationsplatz startet der Rekordmeister einen eigentlichen Sturmlauf zum Playoff-Gipfel. Viertelfinalist EV Zug erweist sich als zäher Gegner – die Serie endet schliesslich 2 : 4 zugunsten der Bündner. Im Halbfinal wird der SC Bern mit einem „Sweep“ 0 : 4 eliminiert. Im Final wartet der favorisierte Qualifikationssieger und letztjährige Meister ZSC Lions. Die hochstehende, hart umkämpfte Serie kann der HCD entgegen (fast) aller Prognosen mit 1 : 4 für sich entscheiden.
SAISON 2015/16
In der Meisterschaft, im Spengler Cup und in der Champions Hockey League konnte der HC Davos das Halbfinale erreichen, aber keinen Titel gewinnen. Trotzdem schaut der HCD auf eine sportlich erfolgreiche Saison zurück:
Mit dem 2. Rang in der Qualifikation der Meisterschaft und dem Erreichen der Playoff-Halbfinals hat der Hockey Club Davos das Minimalziel übertroffen. Den EHC Kloten konnte man im 1/4 Final gar mit einem 4:0 besiegen. Im Halbfinal gegen den SC Bern lief es nicht mehr wie gewollt und der HCD schied mit 1:4 aus den Playoffs aus.
In die Champions Hockey League startete der HCD mit einem lang andauernden Höhenflug, der erst im Halbfinale vom CHL-Sieger Frölunda Gothenburg gebremst wurde. Als Gruppensieger startete Davos in die Knock-out-Phase und eliminierte der Reihe nach IFK Helsinki (FIN), Bili Tygri Liberec (CZE) und Skelleftea (SWE).
Auch im Spengler Cup erreichte der HC Davos das Halbfinale, wobei sie in der Verlängerung dem späteren Turniersieger Team Canada knapp unterlagen.