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dasjenige Verfahren, bei welchem der Naturforscher selbstthätig in den gewöhnlichen
Gang
[* 4] der Naturerscheinungen eingreift und nach seiner Willkür die Kräfte der Natur mit- oder gegeneinander wirken läßt, wodurch
sich das Experimént von der Beobachtung, die es nur mit von der Natur selbst eingeleiteten Erscheinungen zu thun
hat, unterscheidet. Die Experimente sind die Fragen, welche der Naturforscher der Natur vorlegt, und die, richtig gestellt,
stets richtig beantwortet werden.
Die alten Philosophen kannten das Experimént nicht, deshalb blieben auch ihre Kenntnisse der Naturerscheinungen
trotz des Aufwandes von vielem Scharfsinn höchst mangelhaft. Erst Baco von Verulam wies der Naturforschung die richtigen Bahnen,
indem er das Experimént und die sogen. exakte Methode der Forschung im Gegensatz zu der philosophierenden Grübelei in den Vordergrund
stellte. Die großartigen Fortschritte, welche die Naturwissenschaft in der neuern Zeit gemacht hat, verdankt
sie wesentlich der Anwendung des Experiments, und so werden denn auch gegenwärtig alle Disziplinen, die das Experimént fordern, mit
Vorführung von Experimenten gelehrt, um die Wirkungen der Naturkräfte dem Zuhörer unmittelbar vorzuführen. In solchem Sinn
spricht man von Experimentalchemie, Experimentalphysik, Experimentalphysiologie, Experimentalgeologie.