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Adeliges Damenstift
13. / 14. Jahrhundert
15. / 16. Jahrhundert
17. / 18. Jahrhundert
Chronik & Geschichte
Zisterzienser
ab 1588
1632
ab 1635
1653
1659
1670-1707
1673
1683-1684
1688
1689
1707-1732
1732-1757
um 1738
1751
ab 1753
1786
1787
Innere Reformation und äussere Straffung des Besitzstandes des Klosters unter der bürgerlichen Äbtissin Ursula Schmotzer.
Zweimalige Plünderung des Klosters durch die schwedischen Truppen während der Belagerung von Rheinfelden. Die Konvent-frauen fliehen zuerst nach Wettingen und leben anschliessend drei Jahre in einem Fluchthaus bei Balsthal.
Notdürftige Instandstellung von Kirche, Kloster und Ökonomie-Gebäuden.
Einweihung der unvollendeten Kirche.
Die Kirche erhält zwei neue Glocken.
Tiefgreifende Umbauten und Instandstellung der Klosteranlage unter der Äbtissin Franziska von Eptingen: Barockisierung der Kirche. Das Klostergebäude wird um ein Geschoss aufgestockt.
Vollendung und Einweihung des Hochaltares.
Neugestaltung des Refektoriums und weiterer Räume im Ostflügel. Bemerkenswert ist die Holzdecke (geschnitzte Ahnenprobe: Wappen der Grosseltern der Äbtissin).
Translation des HI. Victor (Katakombenheiligen) nach Olsberg.
Erhebung des HI. Victor zum zweiten Kirchenpatron.
Bernarda von Freiburg setzt die Bautätigkeit fort: Abbruch des Dachritters und des hinteren Kirchenschiffes, Errichtung der Kanzel, Bau der steinernen Empore und des Kirchturmes. Teilweiser Abbruch und Neubau des Westflügels.
Die Äbtissin Johanna von Roll führt die Bautätigkeit weiter: Es entste-hen die südliche Gartenanlage mit dem schmiedeisernen Gartentor.
Letzte Umbauten in der Kirche.
Ersatz von zwei Statuen am Hochaltar. Ersatz von zwei Seitenaltäre aus den Jahren 1541 und 1649. Neubau des St. Victor-Altars mit Schrein.
Beginnender Niedergang des Klosters, Wechsel der Paternität von Lützel zu Salem unter grossem Protest der Konventfrauen.
Endgültiger Wechsel der Paternität zu Tennenbach.
Erhebung der Klosterkirche zur Pfarrkirche von Olsberg; früher gehörte Olsberg zur Pfarrei Augst.
Taufstein
Die Nachfolgerin, die Tirolerin Ursula Schmotzer von Ritzol, übernahm 1588 ein schwieriges Erbe. In den ersten vier Jahrzehnten ihrer Amtszeit erreichte sie die wirtschaftliche Wiederherstellung des Klosterbesitzes.
Überfall und Plünderung durch die Schweden
Es war Ursula nicht vergönnt, ihr Werk zu Ende zu führen. Der Kriegsschauplatz des dreissigjährigen Krieges verlagerte sich südwärts. Die Nonnen brachten nach und nach die beweglichen Güter des Klosters nach Rheinfelden. Schliesslich flohen sie und lebten drei Jahre im Exil in Wettingen und Balsthal.
Am 17. September 1632 zogen 70 schwedische Soldaten nach Olsberg. Sie durchsuchten die Klostergebäude und führten alles bewegliche Gut nach Basel. 1634 zerstörten die Schweden den Olsbergerhof in Rheinfelden und suchten das Kloster erneut heim. Von den Gebäuden wurde alles Holzwerk, Türen und Fenster, selbst die Ziegel von den Dächern fortgeführt. Den gesamten Vorrat an Wein und Getreide verkauften die Truppen zu Schleuderpreisen.
Wiederaufbau und letzte Blütezeit
Erst unter der Äbtissin Franziska von Eptingen (1670-1707) begann sich das Kloster zu erholen und gelangte zu neuer Blüte. Franziska liess als erstes den Hochaltar erbauen, der noch heute den Kirchenraum beherrscht und in der Bekrönung ihr Wappen trägt. Um 1680 nahm sie den gänzlichen Umbau des Süd- und Ostflügels der Klosteranlage in Angriff. Sie liess im Forst Möhlinbach Holz schlagen, nach Augst flössen und durch Fronarbeit zum Kloster schaffen. Von ihrer Liebe zum Detail zeugen die Arbeiten im Speisesaal mit der geschnitzten Ahnenprobe, und die Holzdecke im angrenzenden nördlichen Raum.
Dank guten Beziehungen zum Vatikan erreichte Franziska 1688 die Überführung der Gebeine des Katakombenheiligen Victor, der zum Kirchenpatron von Olsberg erhoben wurde.
Mit ehrgeizigen Bauvorhaben stand Bernarda von Freiburg als Nachfolgerin Franziskas dem Konvent vor. Sie liess zwischen 1710 und 1715 den Dachreiter und das hinterste Gebäudeviertel der Kirche abreissen. Die verkürzte Kirche erhielt einen Glockenturm und eine neu gestaltete Empore. Der Westtrakt des Konventgebäudes wurde abgerissen und neu erstellt. Mit dem Neubau gewann der Westflügel weitere Zimmer, büsste aber die Funktion als Fruchtspeicher ein.
Johanna von Roll gab dem Kloster zwischen 1732 und 1757 ein letztes Mal ein neues Erscheinungsbild. Mit einem finanziellen Grossaufwand setzte sie in der Kirche abschliessende Akzente.
Der fast verzweifelt geführte Versuch, das Kloster nach aussen hin in strahlendem Glanz zu zeigen, vermochte nicht darüber hinwegzutäuschen, dass es in Wahrheit sehr schlecht um ein Weiterbestehen stand. Die Neuregelung der Paternität über Olsberg war primär ein politischer Entscheid. Seit 1648 lag Lützel im Herrschaftsbereich von Frankreich. Die dauernden militärischen Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und Österreich erschwerten die geistlichen Beziehungen zwischen Vaterabt und Kloster Olsberg. Zudem nahmen die Lützeler Beichtvater einen ungünstigen Einfluss auf die Entwicklung. Die Klostergemeinschaft zerstritt sich immer mehr. Lützel gehörte nicht mehr in den Einflussbereich Österreichs und wurde Frankreich unterstellt. Nicht ganz überraschend und eher unfreiwillig verzichtete der Abt von Lützel auf sein Paternitätsrecht zugunsten des Abtes von Salem. Dies löste jedoch den Unwillen der Äbtissin und der Konventfrauen aus. Der damalige Abt von Salem strebte eine Reform der Klosterdisziplin an, was den freiheitsliebenden Olsberger Nonnen nicht passte. Ihr Widerstand führte schliesslich zum Erfolg, und Olsberg wurde dem Abt von Tennenbach (im Breisgau, zirka 4 km nordöstlich von Emmendingen am Fusse des Schwarzwaldes) unterstellt.