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JJ Wilson ist Autor des Romans Damnificados und Mitautor des Lehrmittels Speakout, das die Klubschule in den Englischkursen einsetzt. Das Lehrmittel wurde mit dem «English Language Book Award» ausgezeichnet.
Was bedeutet für Sie Bildung?
Für mich bedeutet Bildung vor allem, sich Chancen zu eröffnen. Wenn ich mir die Milliarden von Menschen weltweit anschaue, die in Armut leben, ist mein erster Gedanke, dass diese Menschen Bildung brauchen, um aus ihrer Situation auszubrechen und ihr Leben zu verbessern. Bildung bedeutet aber auch fortwährendes Lernen und stets neugierig durch die Welt zu gehen. Es gibt einen Druck des spanischen Künstlers Goya, den er in hohem Alter anfertigte. Darauf ist ein alter Mann zu sehen, der an zwei Stöcken geht, und über ihm steht «Aún aprendo» («Ich lerne immer noch»). Wenn ich an Bildung denke, kommt mir dieses Bild in den Sinn.
Verraten Sie uns Ihren grössten Lernerfolg?
Meine lehrreichste Erfahrung war das Schreiben meines Romans Damnificados, der 2016 veröffentlicht wurde. Dabei ist mir bewusst geworden, was für eine ungeheure Anstrengung nötig ist, um eine komplexe Erzählung 300 Seiten lang aufrechtzuerhalten. Ich war immer eher der Sprinter, aber dieser Roman, das war ein Marathon. Es war auch sehr lehrreich für mich, als mein Herausgeber darauf bestand, dass ich gewisse Szenen, die mir sehr am Herzen lagen, herausstreiche. Sie waren zwar gut geschrieben, aber sie brachten die Geschichte nicht voran. Manchmal muss man zum Wohl eines grösseren Ganzen auf kleinere Dinge verzichten, die man liebgewonnen hat.
Welche Fähigkeiten sollten Studierende oder Auszubildende Ihrer Meinung nach lernen, um gut auf die Arbeitswelt vorbereitet zu sein?
Ein Grundlagenwissen, zu dem Lesen, Schreiben und Rechnen dazugehört, ist unerlässlich. Dazu kommen Fähigkeiten, die im 21. Jahrhundert wichtig sind, wie kritisches Denken, Kreativität, Teamfähigkeit und digitale Kompetenz. Man hört oft die Theorie, dass die Kinder, die momentan zur Schule gehen, einmal Jobs ausführen werden, die es noch gar nicht gibt, und dabei Werkzeuge nutzen werden, die noch nicht erfunden worden sind. Das trifft auf gewisse Jobs wahrscheinlich tatsächlich zu, auf die Mehrheit der Arbeiterberufe aber eher nicht. Die meisten Arbeiter werden ihr Leben damit verbringen, Kisten herumzuschleppen oder den Schmutz anderer Leute zu beseitigen.
Mit welchen Online-Plattformen bilden Sie sich weiter?
Ich informiere mich online in verschiedenen Sprachen über das Weltgeschehen: in Englisch (BBC und The Guardian), Spanisch (El País, La Nación), Portugiesisch (Globo) und Italienisch (Corriere della Sera). So lerne ich unterschiedliche Sichtweisen auf das Tagesgeschehen kennen. Daneben höre ich mir häufig auf YouTube Interviews zu allen möglichen Themen an, zum Beispiel zu Bildung, Literatur, Geschichte und aktuellen Ereignissen.
Was wollten Sie schon längst einmal lernen?
Ich kann keine nichteuropäischen Sprachen, würde aber sehr gerne ein paar lernen, zum Beispiel Quechua, das in Südamerika gesprochen wird. Ich sollte auch lernen, ein Musikinstrument auf einem höheren Niveau zu spielen – meine Gitarrenkünste sind eher beschämend! Eines Tages würde ich gerne die Bildhauerei erlernen. Wenn ich dann mal in Rente gehe, würde ich in meiner Garage kleine Meisterwerke schaffen.
JJ Amaworo Wilson
Website JJ Amaworo Wilson
Blog Reallyenglish