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Startups in den USA haben es nicht leichter26. Februar 2013 | von
Oft hört man, dass Startups in den USA ein viel leichteres Spiel hätten als solche in Europäischen Ländern: Nicht nur sei es einfacher, an Venture-Kapital zu kommen, auch ihre Chance, einen Börsengang durchzuführen oder einen Käufer zu finden, sei viel besser als Europäische Jungunternehmen.
Wissenschaftler der London School of Economics haben diese Mythen im Auftrag der Britischen Venture Capital Organisation anhand von Daten von Dow Jones VentureSource untersucht. Ihre Studie zeigt, dass US-Amerikanische Startups gegenüber Europäischen nicht im Vorteil sind – insbesondere bei drei oft gehörten Vorurteilen.
Mythos 1: Ein US-Startup hat eine höhere Erfolgschance als ein Europäisches Startup.
Wenn man „Erfolg“ mit „Börsengang“ gleichsetzt, so stimmt dieses Vorurteil nicht: Zahlen zeigen, dass die Börsengangrate in den USA und Europa beinahe identisch ist.
Wird „Erfolg“ allerdings damit definiert, dass das Startup an eine andere Firma verkauft wird, so gibt es signifikante Unterschiede: Diese Wahrscheinlichkeit ist in den USA rund 8% höher.
Mythos 2: Ein unerklärlicher Faktor macht es US-Unternehmen einfacher, mit einem Startup erfolgreich zu sein.
Die Studie zeigt, dass es für Startups einen Haupterfolgsfaktor gibt: Der Erfahrung der Venture Capitalists und der Gründer. Dies ist unabhängig davon, ob das Unternehmen in den USA oder in Europa angesiedelt ist. Die USA hat in Sachen Erfahrung aber einen klaren Vorsprung: 35% der Startup-Gründer haben zuvor bereits ein oder mehrere Unternehmen gestartet, während in Europa erst 15% solche Erfahrungen vorweisen können. Die Forscher sehen den Grund vor allem darin, dass die Förderung von Startups in den USA eine längere Tradition hat als in Europa.
Mythos 3: Wenn ein Europäisches Unternehmen scheitert, klebt ein Stigma an den Gründern, das eine neue Gründung erschwert – im Gegensatz zu den USA.
Sogar die EU-Kommission bestätigte dieses Vorurteil noch 1998. Entweder hat sich etwas geändert in den letzten 15 Jahren – oder der Mentalitätsunterschied ist doch nicht so gross wie gedacht:
Laut den untersuchten Zahlen haben gescheiterte Unternehmer in den USA und in Europa dieselbe Chance, für ein neues Venture Kapital zu bekommen.
Für Startup-Gründer bedeutet dies: Ob auf dieser oder der anderen Seite des Ozeans, um mit einem Startup Erfolg zu haben braucht es neben einer guten Idee vor allem harte Arbeit, Durchhaltevermögen, Unterstützung durch erfahrene Mentoren – und nicht zuletzt ein Stück Glück.