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«Was würde Jesus wohl dazu sagen»? Diese Frage hört man manchmal und sie hat den Unterton des Vorwurfs, angesichts einer Situation, die jemand missbilligt. Die Antwort hätte den Charakter der Aussage, dass die Grossmutter sich im Grabe herumdrehen würde, wenn sie das wüsste, nur dass man das von Jesus nicht sagen kann. Oder ein Pfarrer stellt in einer Predigt, die Frage. «Was würde Jesus heute dazu sagen»? Es ist nur scheinbar eine offene Frage, denn wer auf der Kanzel steht, meint ja die Antwort zu kennen. Die Person, die predigt, liest die Antwort aus ihrer Deutung eines Predigttextes heraus, oder sie hat sogar den Predigttext passend zu der Antwort herausgesucht, die die Leute hören sollen.
Es ist gefährlich, sich den Jesus der Bibel passend zurechtzuschneidern, weil man den Auferstandenen dabei verliert.
Zweimal habe ich, mit grossem Abstand, den Film «Jesus liebt mich» mit Florian David Fitz als Jesus in der Hauptrolle gesehen. Jesus kommt erneut auf die Erde und begegnet «Marie», also Maria Magdalena. Marie verliebt sich in diesen freundlichen, gütigen Mann. Obwohl sie weiss, wer er ist, dauert es eine Weile, bis sie sich von ihrem Herzenswunsch, dass er ihr Mann sein möge, verabschieden kann. Als sie das schafft, kann er viel mehr für sie sein.
Ich stelle die Frage, was Jesus wohl sagen würde nicht. Sie ist nicht angemessen, weil sie Jesus für die eigenen Ideale vereinnahmt. Das hat dieser Film mich gelehrt. Wenn ich Jesus «vor meinen Karren spannen und lenken will», verliere ich meinen Gott und sein Reich und seine Kraft und seine Herrlichkeit.
Der Film «Jesus liebt mich» ist momentan auf Netflix zu sehen.