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Geboren am 12. Februar 1672 als Spross einer der zwei führenden Familien in Gengenbach. Er legt 1688 in St. Blasien Profess ab. 1703−1719 ist er Grosskeller. Vor seiner Wahl zum Abt von St. Blasien am 2. Dezember 1720 ist er kaiserlicher Hofkaplan in Wien. Er wird nach seiner Wahl zum Bevollmächtigten des Erzhauses Österreich bei der Schweizerischen Eidgenossenschaft ernannt. Mit der Einverleibung dreier verarmter Wilhelmiterklöster[1] bürdet er sich einige zusätzliche Unterhaltsverpflichtungen auf. Die Baupläne seines Vorgängers Augustin Finck für St. Blasien lässt er vorerst fallen, fördert vor allem die Wissenschaft und schafft den Grundstock zu «Gelehrtenakademie» von St. Blasien. Dass er an den Klosterneubau nicht glaubt, zeigt der aufwändige Umbau des alten Kornhauses zum Archiv, den er 1721 beginnt. Das Gebäude wäre dem Neubau gemäss der Planung Caspar Moosbruggers im Weg gestanden und wird dann tatsächlich wenige Jahre später beim Bau des neuen Westflügels abgebrochen. Als Bauabt tritt Blasius III. vor allem in Bonndorf auf. Diese Herrschaft ausserhalb des vorderösterreichischen Gebietes ist seit 1609 im Besitz von St. Blasien. Hier baut Abt Blasius 1724−1726 das um 1600 erbaute Schloss repräsentativ um. Baumeister ist Franz Joseph Vogel. Im grossen Saal erstellt Franz Joseph Spiegler 1726 die Fresken. Die gleichen Meister sind auch Schöpfer der heute versetzten Schlosskapelle.[2]
Abt Blasius stirbt nach nur sechsjähriger Regierung am 15. Januar 1727 mit 55 Jahren.
Sein Wappen ist am Schloss Bonndorf neben dem Abteiwappen von St. Blasien, einem nach links springenden, goldenen Hirschen auf Blau, zu finden. Es ist gespalten und zeigt vorn (links) in Blau einen goldenen Hammer mit Krone, darüber ein Stern und hinten (rechts) in Gold drei Kleeblätter.
Pius Bieri 2009
Benutzte Literatur:
Schäfer, Alfons: St. Blasien, in: Helvetia Sacra, Abteilung II, Band 1, Zweiter Teil, Bern 1986.
Booz, Paul: Bau und Kunstgeschichte des Klosters St. Blasiens und seines Herrschaftsbereichs, Freiburg 2001.
Anmerkungen:
[2] Die Fresken Spieglers in der Schlosskapelle sind zerstört. Das Altarbild ist 1964 noch vorhanden und heute verschwunden.
1727 erscheint in Paris das Erstlingswerk von Marquard Herrgott (1694–1762) «Vetus disciplina monastica ..», einem Konventualen von St. Blasien. Er widmet das Werk seinem Abt Blasius III., dessen Porträt auf dem Frontispiz in Kupfer (Chereau junior fecit) gedruckt ist. Der Abt ist mit einem Schriftstück in der Hand dargestellt. Die geöffnete Draperie zeigt im Hintergrund Bücher einer Bibliothek.Quelle: Bibliothèque nationale de France.
|Blasius III. Bender (1672−1727), Abt in Sankt Blasien 1720–1727|
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|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|12. Januar 1672||Gengenbach Baden-Württemberg D||Reichsstadt Gengenbach|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Abt der Benediktinerabtei Sankt Blasien||1720–1727|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|15. Januar 1727||Sankt Blasien Baden-Württemberg D||Vorderösterreich|
|Kurzbiografie|

Blasius III. Bender regiert in St. Blasien nur sechs Jahre. Er ist eher Diplomat als zupackender Bauabt. Die Neubaupläne seines Vorgängers für das Kloster verfolgt er nicht weiter, er glaubt offensichtlich nicht an eine Verwirklichung. Stattdessen fördert er die Wissenschaften und schafft den Grundstock zur Gelehrtenakademie in St. Blasien. Nur in der Herrschaft Bonndorf baut er 1724−1726 das um 1600 erbaute Schloss repräsentativ um. Es stellt das einzige bauliche Zeugnis seiner Regierungszeit dar, nachdem sein aufwändiger Archiv- und Kanzleibau im Westen des Klosters schon wenige Jahre später dem grossen Neubau weichen muss.
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