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Die Nordamerikanischen Indianer kannten keine Noten. Die Flöten wurden so gestimmt, dass die Töne im Harmonie zueinander standen, was in der heutigen Musik, Pentatonik genannt wird. Das heisst, wie man die fünf Hauptnoten einer Oktave auch spielt, es ertönt immer eine harmonische Melodie. Mit verschiedenen Spieltechniken entstehen so wunderschöne Lieder.Die Flöte ist ein Hilfsmittel, Gefühle zum Ausdruck zu bringen und das Verbundensein mit unserer Mutter Erde zu erwecken.
Die unten aufgeführte Entstehungsgeschichte der indianischen Flöte basiert auf einer Überlieferung der Cree Indianer.
Vor langer Zeit gab es einen jungen Mann, der hatte sich sehr in ein Mädchen aus seinem Stamm verliebt. Alles was er jedoch unternahm, um dem Mädchen seine Liebe darzubringen, scheiterte.
So ging er zum Medizinmann, um ihn um Rat zu bitten. Dieser riet ihm, auf Visionssuche zu gehen und den Grossen Geist um Rat zu fragen.
Der junge Mann zog los und fand alsbald einen schönen Platz um seinen Gebetskreis aufzubauen, wie er es gelernt hatte. Vier Tage und vier Nächte fastete er dort und betete. Es geschah jedoch nichts. Er wusste immer noch nicht, auf welche Weise er dem Mädchen seine Liebe schenken könnte. Als er sich wieder aufmachen wollte, um ins Lager zurück zu gehen, hörte er auf einmal diese wunderschönen Töne. Es waren Töne, die er in seinem Leben noch nicht wahrgenommen hatte und er ging ihnen nach, um herauszufinden woher sie kamen. Da kam er zu einem Baum, in dessen hohlen Ast der Specht viele Löcher gemacht hatte und durch die jetzt der Wind blies und diese wunderbaren Töne hervorbrachte. Er nahm diesen Ast und blies hinein, wobei eine wunderschöne Melodie erklang. Er blieb noch vier weitere Tage im Wald und lernte auf der Flöte zu spielen.
Als er ins Dorf zurückkam und beim Haus seiner Geliebten auf der Flöte spielte, öffnete sich das Herz des Mädchens und es erkannte die Liebe darin, die sie schon so lange für diesen jungen Mann empfand.
Es gibt eine Geschichte, die erzählt, wie die heilige Pfeife zu uns gekommen ist.Vor sehr langer Zeit waren zwei Lakota auf der Jagd. Als eben die Sonne aufging, sahen sie von einem Hügel aus, wie auf wunderbare Weise, eine Frau aus einer Wolke herabstieg und auf sie zukam. Sie war in weisses Hirschleder gekleidet und trug ein Bündel auf dem Rücken.
Einer der beiden Männer verspottete die Frau und hegte böse Gedanken. Die Frau winkte ihn zu sich und beide wurden in eine grosse Wolke gehüllt. Als die Wolke sich lichtete, stand die heilige Frau allein da, zu ihren Füssen lag der böse Mann; er bestand nur noch aus Knochen und Schlangen frassen ihn.
Die heilige Frau sagte zum guten Mann : "Ich komme zu eurem Volk und wünsche mit eurem Häuptling Hächloketscha Nadschin zu sprechen. Geh zu ihm und sage ihm, er solle ein grosses Tipi aufstellen und sich mit seinem Volk auf mein Kommen vorbereiten." Der junge Mann eilte zu seinem Häuptling und dieser liess ein grosses Tipi errichten. Das Volk zog seine besten Kleider an und wartete im Tipi auf die heilige Frau.
Plötzlich stand die heilige Frau mitten unter ihnen, nahm das Bündel von ihrem Rücken, hielt es dem Häuptling entgegen und sagte : "Behandle dieses Bündel immer ehrfürchtig, denn es ist hochheilig. Kein unreiner Mensch darf es sehen, denn in diesem Bündel befindet sich die Tschannunpa, die heilige Pfeife. Damit sollt ihr in den kommenden Wintern eure Stimme zu Wakan Tanka, eurem Altvater und Vater senden. Mit dieser heiligen Pfeife sollt ihr auf der Erde leben; die Erde ist eure Altmutter und Mutter und heilig. Jeder Schritt, der auf ihr getan wird, sollte ein Gebet sein. Der Pfeifenkopf aus rotem Stein stellt die Erde dar. Der Pfeifenstiel ist aus Holz und stellt all das dar, was auf der Erde wächst. Und diese zwölf Adlerfedern, die am Stiel hängen, vertreten den Adler und alle Geflügelten in der Luft. Alle diese Völker und Dinge des Weltalls gesellen sich zu dem, der die Pfeife raucht - alle senden sie ihre Stimme zu Wakan Tanka, dem Grossen Geist. Wenn ihr mit dieser Pfeife betet, so betet ihr für alle und mit allen. "Betrachtet diese Pfeife! Denkt stets daran, wie heilig sie ist und behandelt sie danach, denn sie soll euch bis zum Ende des Zeitalters mitnehmen. Denkt daran, in mir sind vier Alter. Ich gehe jetzt, aber ich werde während allen kommenden Zeitaltern über euer Volk wachen, und am Ende will ich wieder kommen."
Nachdem die heilige Frau das Zelt umschritten hatte, ging sie; schaute aber bald zu den Menschen zurück und setzte sich nieder. Als sie sich wieder erhob, sahen die Leute zu ihrem Erstaunen, dass sie zu einem schwarzes Büffelkalb geworden war. Dieses Kalb ging ein Stück weiter, setzte sich und schaute zu den Leuten zurück, doch als es aufstand, war es ein rotbraunes Büffelkalb geworden. Es ging weiter, setzte sich auf die Erde und wurde nun zu einem weissen Büffelkalb. Dieses entfernte sich noch weiter, hielt an, verneigte sich nach allen vier Richtungen des Weltalls und verschwand über den Hügeln in einer Wolke.
Die Geschichte der Sonne
Die indianische Flöte
Legende der weissen Büffel-Kalb-Frau
Die Geschichte des Traumfängers nach Ojibwa
Vor langer, langer Zeit war eine Familie in schrecklicher Not. Wohl führten sie ein gutes und im Spirituellen begründetes Leben, aber ihre Nächte waren von schrecklichen Träumen und Visionen erfüllt.Der Vater der keinen Ausweg sah, nahm seine Medizinpfeife und ging, um beim Grossen Geist, Rat zu suchen. In sich gekehrt sass er auf der offenen Prairie, rauchte dabei und lauschte dem Flüstern des Windes. "Ich kann dir helfen", hörte er. "Wer spricht zu mir?" Fragte der Vater. Als er um sich sah, bemerkte er eine grosse Spinne, die auf einem Grashalm sass. "Ich bin es, die dich angesprochen hat. Ich habe eine Antwort auf deine Gebete. Ich will dich eine Medizin lehren. Die Verwirrungen in deinem Leben kommen nicht aus dir selbst, denn du führst ein gutes, im Spirituellen begründetes Leben. Jene Geister um dich herum, die nicht in Harmonie leben, möchten, dass du zugrunde gehst. Es sind böse Geister, dem Chaos entstammend, die dich während deines Schlafes heimsuchen." Während die Spinne dem Vater das alles sagte, war sie geschäftig, zog zwei Grashalme zueinander und band sie mit Spinnweben zusammen. "Du musst mir jetzt ein paar bestimmte Dinge bringen, damit ich dir helfen kann." Sagte die Spinne. Der Vater ging fort und als er zurückkam, brachte er die Ding mit, die die Spinne erbeten hatte. Zuerst legte er eine Adlerfeder in das Gewebe. "Diese Adlerfeder bedeutet die Luft und die Geister der Lüfte", sagte die Spinne. "Als Nächstes soll der Stein in das Gewebe gebracht werden. Dieser Stein bedeutet den Geist der Erde. Dann lege eine Muschel in das Gewebe, diese Muschel bedeutet den Geist des Meeres. Zum Schluss lege die Perlschnur in das Gewebe. Diese Perlen wurden im Feuer gebildet und bedeuten die Geister des Feuers. Nun nimm diesen Fänger der Träume, der die Kräfte von Erde, Wind, Feuer und Wasser in sich trägt. Hänge ihn über deinen Schlafplatz und du wirst gut ruhen. Weil friedliche Geister sich in einer geraden Linie fortbewegen, werden sie in den Träumen zu dir können. Aber die Geister chaotischen Ursprungs, können auf gerader Linie nicht vorankommen und werden in dem Netzgewebe eingefangen, wo sie festgehalten werden, bis sie am Morgen durch die ersten Strahlen der Sonne verbrannt werden.
In den ersten Tagen konnten alle zweibeinigen, vierbeinigen und gefederten Wesen miteinander Sprechen und hielten zusammen Ratsversammlungen.
Nur wegen der menschlichen Unwissenheit verloren wir die Möglichkeit unsere Brüder zu hören und zu verstehen. Aber dies ist eine andere Geschichte.
In dieser Zeit kam die Sonne jeden Tag für eine lange Zeit und schien weit übers Land.
Die zweibeinigen, menschlichen Wesen, waren die einzigen törichten Wesen die versuchten direkt in die Sonne zu blicken. Wenn sie in die Sonne guckten, verkniffen sie die Augen so, dass ihre Gesichter nicht mehr sehr schön aussahen. Die Sonne sah diese hässlichen Gesichter und sagte sich, vielleicht scheine ich nicht so hell wie ich könnte, und darum machen diese zweibeinigen Wesen so ein Gesicht, um mir ihre Unzufriedenheit zu zeigen. Ich werde viel heller scheinen, dann bin ich viel wärmer für sie.
Wie auch immer, die zweibeinigen Wesen, so töricht, versuchten immer noch in das Gesicht der Sonne zu blicken. Aber, seit sie so strahlend schien, hatten sie nicht nur die Augen zugekniffen, sie hielten sogar die Hand als Schutz vor Ihr vor das Gesicht. Die Sonne sah dies und war sehr verletzt. Es erschien Ihr, dass die zweibeinigen Wesen ihr Gesicht vor ihr versteckten. Sie sagte zu sich, ich will noch strahlender scheinen und dann werden sie erkennen dass ich das Licht und das Leben bringe und sie werden mich nicht mehr mit so einem hässlichen Gesicht anschauen.
Als die Sonne dann noch viel strahlender wurde, verkniffen und versteckten die Leute die Augen. Die Sonne war so heiss, dass sie sich in den Tipis und unter den Bäumen versteckten. Die Sonne war nun so enttäuscht über die Reaktion der dummen Zweibeiner, dass sie sich in das Himmels- Haus zurückzog und am Tag nicht mehr zurückkam, um für die Menschen zu scheinen.
Die Tage wurden schrecklich kurz, das Wetter furchtbar kalt, und die Pflanzen begannen zu sterben. Die vierbeinigen und die gefederten Wesen wurden krank und schwach.
Es erforderte eine grosse Ratsversammlung der Zweibeiner, der Vierbeiner und den gefiederten Wesen, um zu diskutieren, was über die Situation der fehlenden Sonne zu tun sei.
Die Ältesten der Wesen fanden nicht heraus, was der wahre Grund um das Verschwinden der Sonne war und wussten darum auch nicht was zu tun sei. Ein grosser Ältester schlug vor, in das Himmels-Haus zu reisen und mit Grossmutter Sonne zu sprechen, um herauszufinden was das Problem ist. Er verwandelte sich in einen grossen, weissen Adler und flog in den Himmel um die Antwort zu finden. Als er zurückkam, teilte er der Ratsversammlung mit, wie unglücklich die Sonne über die schrecklichen Gesichter der zweibeinigen Wesen sei, und dass sie nicht mehr zurückkommen möchte um die Welt zu erhellen. Er sagte ihnen auch, dass die Sonne keine Antwort anbot, um das Problem zu lösen.
Der Bär im Rat stand auf und sagte, “Ich bin riesig und stark und möchte zum Himmels-Haus gehen, die Sonne packen und sie über den Himmel ziehen.“ Der weise Älteste verweigerte dieses Angebot und sagte, dass es in den Traditionen nicht erlaubt ist, jemanden zu zwingen etwas gegen seinen Willen zu tun. Besonders bei den spirtuellen Wesen oder den Ältesten des Universums: Mutter Erde, Vater Himmel, Grossmutter Sonne oder Grossvater Mond. Die Ältesten der zweibeinigen Wesen, boten an, die Sonne um Vergebung zu bittten, aber der weise Älteste sagte das die Sonne es nicht erhören würde, weil sie so schreckliche Gesichter gemacht hätten, als sie bemüht war sie aufzuwärmen und zu erhellen. Alle Ältesten der Wesen boten verschiedene Vorschläge, aber keiner war gut genug um die Sonne zu überzeugen, zurück zu kommen. Alle Wesen waren sehr traurig und verängstigt als sie von der Ratsversammlung nach hause kamen. Die Kinder sahen ihre Gesichter und fühlten wie schwer ihr Herz war. Die Kinder fragten die Eltern, warum so grosse Traurigkeit über der ganzen Welt herrscht. Als sie Aufgerufen wurden, kamen alle Kinder in einer Ratsversammlung der Kleinwüchsigen zusammen. Eines von ihnen sagte, “Wenn wir alle in unserem Haus singen und tanzen, dann werden unsere Eltern lachen und sich besser fühlen...“ Wenn wir in das Himmels-Haus gehen um dort zu singen und zu tanzen, machen wir die Sonne vielleicht glücklich und sie wird uns vergeben.
Und so reisten die Kinder heimlich bis an das Ende der Welt, weil dort die Tür des Himmel- Hauses ist. So höflich wie sie konnten, baten sie um Erlaubnis in das Himmels-Haus zu kommen, um mit der Sonne zu sprechen. Als sie gebeten wurden einzutreten, fragten sie nochmals höflichst, ob sie ihr spezielles Lied und ihren Tanz vorführen dürften, um zu zeigen, wie leid es ihnen tat um die Fehler die die älteren Menschen gemacht hatten. Dann begannen sie mit ihrem speziellen Kinderlied und ihrem speziellen Kindertanz, die immer auch ältere Menschen erfreuen.
Die Sonne schaute zu und war die Grossmutter aller, sie war einfach erfreut. Schliesslich lachte sie wieder und versprach den Kindern dass sie wieder kommen werde um die Erde aufzuwärmen, dass sie jedoch nur im Frühjahr bis zum Herbst mit voller Kraft scheint. In der anderen Zeit werde sie nicht so warm sein, um die Wesen zu erinnern, wie kalt es sich angefühlt hat und wie wichtig es ist, sehr sorgfältig miteinander umzugehen, damit nicht versehendlich jemand verletzt wird. Dann bat sie die Kinder bei ihr zu tanzen und zu singen, jeden Abend wenn sie zurück in das Himmels-Haus zurückgeht, nachdem sie das Land überquert hat.
Die Kinder waren so glücklich dass sie der Sonne helfen konnten wieder zu lachen, dass sie Sterne am Himmel wurden.
Jede Nacht kannst du sie sehen, singend und tanzend Grossmutter Sonne preisend, während sie im Himmels- Haus ausruht.