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Familiengründung – Haushalt – Kinder – Angehörige – Erwerbstätigkeit
Familie Ist es möglich, Haushalt, Erziehung der Kinder, Betreuung von kranken Angehörigen und Erwerbstätigkeit zu vereinbaren? Unter welchen Bedingungen? Und mit welchen Herausforderungen?
Wie ist die Situation in der Schweiz? Einige Zahlen
Bis die Kinder drei Jahre alt sind, arbeitet ein Viertel aller Frauen nicht. Bis die Kinder zwölf Jahre alt sind, arbeitet die Hälfte der Frauen entweder nicht (18,3 Prozent) oder weniger als 50 Prozent (32,1 Prozent).
In Familien ohne Kinder sieht die Situation ganz anders aus: 73,3 Prozent der Partner sind entweder vollzeitbeschäftigt (53,8 Prozent) oder einer der Partner arbeitet Vollzeit und der andere zwischen 50 und 90 Prozent (19,5 Prozent). M
ütter ohne Partner im Haushalt, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, haben ein höheres wöchentliches Pensum als Mütter in Paarbeziehungen (der Beschäftigungsgrad ist 10 Prozent höher).
Um objektiv zu bleiben, muss man aber sagen, dass die Erwerbsquote der Mütter im letzten Vierteljahrhundert um fast 20 Prozent angestiegen ist (im Jahr 1991: 59,6 Prozent, und im Jahr 2017: circa 80 Prozent). Gemäss diesen Zahlen kann man feststellen, dass der schweizerische Frauenanteil am Arbeitsmarkt besonders durch drei Eigenschaften gekennzeichnet ist:
- Die Mütter beteiligen sich stark am Arbeitsmarkt.
- Die meisten Mütter arbeiten Teilzeit.
- Der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt (mit seinen Herausforderungen) betrifft fast ausschliesslich Frauen und kaum Männer.
Bei den Männern lässt sich nach der Geburt eines Kindes keine signifikante Tendenz zur Reduktion des Beschäftigungsgrads feststellen.
Was bedeuten diese Zahlen?
In der heutigen Gesellschaft beschäftigen sich hauptsächlich die Frauen mit vier Aufgaben: Erziehung der Kinder, Haushalt, Betreuung von kranken Angehörigen und Erwerbtätigkeit – während sich die Männer auf ihre Erwerbtätigkeit fokussieren.
Vereinbarkeit für die Frau oder für das Ehepaar?
In der Schweiz tendiert man heute dazu, bessere Rahmenbedingungen für Frauen zu schaffen, damit sich diese einfacher im Arbeitsmarkt integrieren können, zum Beispiel mittels verbesserter Kinderbetreuungsstrukturen (auch wenn dies alleine nicht ausreicht).
Es ist ein wirtschaftliches Konzept, aber wahrscheinlich nicht mit langfristigen Perspektiven. Man erinnere sich an die Krise von 1973, als sich plötzlich 100000 Frauen vom Arbeitsmarkt zurückziehen mussten.
Pro Familia Schweiz ist der Meinung, dass es Sache der Familie ist, wie sie Haushalt, Erziehung der Kinder, Betreuung von kranken Angehörigen und Erwerbstätigkeit vereinbaren will.
Jede Familie sollte frei wählen können, wie sie sich organisiert und wie sie diese Aufgaben aufteilt. Es braucht dafür keinen Staat. Aber um einen selbstbewussten Entscheid treffen zu können, braucht es gleiche Bedingungen für Männer und Frauen. Diese Rahmenbedingungen müssen von Unternehmen und von der Öffentlichkeit geschaffen werden.
Man nennt dieses Konzept «die neue Vereinbarkeit von Familie und Beruf». Die Wahlfreiheit ist nur dann gegeben, wenn die Gesellschaft für bessere Rahmenbedingungen für alle Geschlechter sorgt.
Denn unsere Gesellschaft hat sich verändert und die Strukturen der Familie auch: Neue Familienmodelle, mehr Scheidungen (41 Prozent der Ehepaare liessen sich 2017 scheiden, was besonders die Frauen finanziell benachteiligt), mehr Frauen als Männer studieren an Hochschulen etc.
Die Zukunft gehört denjenigen Unternehmen und Verwaltungen, die ihre Strukturen an diese Veränderungen anpassen und dieses «neue Konzept von Vereinbarkeit von Familie und Beruf» umsetzen.
Es handelt sich hierbei nicht nur um ein wirtschaftliches Konzept, welches aufgrund des aktuellen Fachkräftemangels auf die Frauen abzielt, sondern um ein Konzept, das auf der Gleichstellung zwischen Mann und Frau basiert.
Eine echte Wahlfreiheit wird es dann geben, wenn die Gesellschaft für bessere Rahmenbedingungen sorgt und die Mentalitäten ändern. Alle sollten von der Wahlfreiheit profitieren können, nicht nur diejenigen Familien, die sich das finanziell leisten können. Der soziale und wirtschaftliche Mehrwert für die Gesellschaft wird dann viel grösser.