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Echte Fliegen (Muscidae)
Weltweit sind etwa 4.000 Arten beschrieben. Aus Europa sind etwa 600 Arten bekannt, in Mitteleuropa 500. Körperlänge von 2 bis 18 mm, kräftiger Körperbau, meist grau, stahlblau, grünlich, gelb oder rot gefärbt. Manche ähneln den Schmeißfliegen (Calliphoridae). Fühler dreisegmentig, kurz und plump, Hypopleuren ohne Borsten. Mundwerkzeuge sind gut entwickelt und entweder zum Lecken oder zum Stechen ausgebildet. Die Fliegen leben je nach Art sehr unterschiedlich. Es gibt parasitisch lebende Arten, die Blut saugen, Räuber, Blütenbesucher und solche, die an verschiedenen Flüssigkeiten wie z. B. an Kot saugen. Es gibt eine Reihe von Arten, die auf Grund ihrer Lebensweise genauso wie andere Fliegen verschiedene Krankheiten übertragen können. Dies kann z. B. die Bakterienruhr, Cholera, Hepatitis, Kinderlähmung, Milzbrand, Schlafkrankheit und Typhus sein. Diese Gefahren sind aber nur aus den tropischen und warmen Regionen der Erde bekannt. Die Larven sind madenförmig und leben überwiegend am Boden bzw. in ihrem bevorzugten Futter, es gibt aber auch einige Arten, bei denen sich die Larven im Wasser entwickeln.Es gibt Saprophage oder Mycetophage, die sich von totem, organischem Material oder den darin wachsenden Pilzen ernähren, und Koprophage, die sich von Kot ernähren. Manche Arten leben phytophag, wie z. B. als Minierer in Pflanzen. Die Entwicklung der Larven erfolgt sehr schnell in bis zu acht Tagen. Die meisten europäischen Arten benötigen dafür aber zwei bis drei Wochen. Daraus ergeben sich ca. acht Generationen pro Jahr. Die Larven durchleben drei Larvenstadien. Durch ihre hohe Reproduktionsrate ist die theoretische Anzahl an Nachkommen enorm hoch. Tatsächlich wird der überwiegende Teil der Tiere durch Fressfeinde und insbesondere durch Parasitoide, die sich auf sie spezialisiert haben, stark dezimiert.