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Wie gross sind eigentlich Bouteille, Magnum und Co?
Die klassischen Bordeaux- und Burgunder-Weinflaschen sind heute ein Sinnbild für den Genuss von gutem Wein. Tatsächlich ist der moderne Weingenuss zu einem grossen Teil den Glasflaschen zu verdanken – die chemisch neutralen Behältnisse ermöglichen den Ausbau des Weins in seiner heutigen Form und verleihen ihm die viel diskutierte Lagerfähigkeit.
Die Weinflasche ist untrennbar mit dem Genuss verbunden. Besonders die klassischen Bordeaux- und Burgunder-Flaschen sind heute dank der stabilen, platzsparenden Form bei Winzern und Konsumenten weltweit beliebt. Dabei sind Glasflaschen in ihrer heutigen Form ein junges Phänomen: Während Jahrtausenden wurde Wein in Schläuche abgefüllt, die aus Tierhäuten hergestellt wurden. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts kamen die chemisch neutralen Glasflaschen auf und setzten sich gegen Mitte der 1800er-Jahre durch.
Die wichtigsten Flaschengrössen im Überblick
Heute üblich sind bei allen Weinarten Glasflaschen mit 0.75 Litern Volumen. Es existieren ausserdem zahlreiche kleinere und grössere Gebinde, die oftmals einen Bruchteil oder ein Vielfaches davon beinhalten. Die wichtigsten, heute gebräuchlichen Flaschengrössen und ihre Bezeichnungen im Überblick:
- 0.375 Liter: Halbe Flasche, «Demi» in Frankreich
- 0.5 Liter: «Pot» (Frankreich) oder «Dumpy» (Südafrika/USA)
- 0.7 Liter: Ohne Namen, ausschliesslich in der Schweiz gebräuchlich. Wird allerdings immer öfter durch die «Bouteille» abgelöst
- 0.75 Liter: Normalflasche, auch «Bouteille» oder «Bottle»
- 1.5 Liter: Magnum, das Doppelte einer Normalflasche
- 3 Liter: Doppelmagnum, das Vierfache einer Normalflasche
Mit dem zunehmenden Einsatz von Korken erfüllte die Flasche noch eine zusätzliche Funktion: Der Wein konnte in ihr weiterreifen, ohne dabei zu oxidieren. Die längere Haltbarkeit ist ein grosser Vorteil, denn bis zum Einsatz von Glasflaschen wurde der Wein zur besseren Haltbarkeit oft mit Harzen angereichert, stark gezuckert oder mit Wasser verdünnt. Die Flasche hat somit grossen Anteil an der Qualitätssteigerung des Weins während den letzten rund 150 Jahren.
Die Flaschengrösse hat auch einen Einfluss auf die Lagerfähigkeit: Grössere Flaschen enthalten in Relation zur Weinmenge einen viel geringeren Luftanteil, weshalb der Wein langsamer reift. In kleineren Flaschen hingegen reift der Wein schneller.
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