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Grad öpä um Mitternacht hets bi üsem Zugsabteil a dä Tür klopfet, und d’Stimm vo üsere Zugsbegleiterin hett verluute loh, dass jetzt denn gli diä polnisch Passkontrolle stattfinde würde. Also no einige wartende Minute, isch denn würklich emol öpert cho und denn üseri Päss welle gseh und welle wüsse so denn anegoht – diä stattlich Statur vo dem polnische Zöllner hett doch irgendwie igschüchteret, doch es Smile üserersiits, hett au sini Mimik entspannt 😉 Alles guet, mir chönd wiiter….
So jetzt chömmer also wieder aneliegge und wiiterpfuuse, jo denkste, jetzt chunnt, doch au gli no diä wiisrussisch Kontrolle und tatsächlich öpä so um diä Eis, hett es gliche Prozedere wiederholt statt gfunde, nume jetzt mit andere Protagonisten – än Zöllner, wo üs noch em Ziel und en Pass bzw. Ireiseformular gfrooget hett und beidi Sache sograd igsammlet het um äs mitemene Stempel z’verseh i sim Zollhüüsli und druffolgend no ä jungi Zöllnerin, wo üs nochem Gepäck gfrooget hett (in erstunlich guetem Englisch) – Alkohol, Drogen, Zigaretten und Waffen debi? Nein!
So jetzt hend mir doch endlich gschafft, sie hend üs noch Wiisrussland ireise loh und so simmer i dä Grenzstadt Brest acho. So jetzt no gschwind d’Ziit umstelle (+1h) und denn endlich dä nötig Schlof erhasche. Okaj, jetzt simmer also selbe gschuld gsi, dass mir hüt dä ganzi Tag müed gsi sind, well äs „Spektakel“ vom Rädliwächsle (well Unterschiid bestönd bezüglich Gleisabständ) a üsem Zug, hend mir au trotz tüüfer Nacht nid welle entgoh loh. Und so sind mir jetzt genau im Bilde, wie sowas vo Afang bis Endi ablauft – 1. ifahre mit em Zug inefahre ine Halle, 2. löse vo Art Schrubene, wos Rädli am Wagon festhaltet, 3. mittels Lift dä ganzi Wagon einigi Meter ahebe, 4. diä „alte“ Rädli unnedure wegschiebe, 5. diä „neue“ Rädli aneschiebe und genau ipasse, 6. Wagon wieder abeloh, 7. d’Schrube als Verbindig wieder anemeche. Uff isch das müehsam, ziitraubend und schweri körperlichi Arbet. Was für en Ufwand, do wäri doch es Umstiege inen andere Wagon mit passende Rädli viel eifacher! Weiss nid wieso, dennoch, das so praktiziert wird…?
Am Morge am Vieri, simmer denn schliesslich doch no igschlummeret, doch erholsam isch dä Schlof doch nid würklich gsi, well mängsmols simmer so schnell und ruppig gfahre, dass doch scho bald denkt han, mir verlühred üseri ebe grad neu montiere Rädli wieder!
Doch glücklicherwiis sind mir mit nume 10 Minute Verspötig do in Minsk acho. So jetzt z’erscht neus Geld abhebe und denn es wiiteri Zugsbillet poschte. Gesagt getan, aber nume leider nid eso easy, wie ghofft, aber das sind mir üs jo eigentlich gwöhnt vo üseri Transsib-Reis. Rund 1.5 Mio Rubel, hend mir für üseri bevorstehendi Ziit do in Wiirussland abghobe, jo genau 1.5 MILLIONEN, unglaublich nid wohr. Dä horrendi tüüfe Währigswert (1 CHF = ca. 10’000 Rubel) und d’Inflation do i dem Land sind würklich sehr froogwürdig.
Das mit em neue Zugsbillet hett sich also au als Geduldsprob erwiise. Diä erschti Verchaufsdame hett üs welle klarmache, dass es morn kei Platz meh frei hett im Zug für üses nöchste Ziel, jo supi, sicher, das chan gar nid si, well denn würdi üses Transitvisum (48h gültig) jo eifach so ablaufe und mir „gfange“ si do i dem komunnistisch aghuchte Land – unvorstellbar. Doch trotz Überraschig wege dere unerwartete Antwort, isch üs denn aber gli wieder igfalle, dass mir jo scho bi dä SBB ä Sitzplatzregistrierig glöst hend für diä morgig Verbindig. Also das muess demfall nid dä Tatsache entspreche. Wo mir dä entsprechendi SBB-Fakel vorgleit hend, hetts denn plötzlich gheisse, mir sölled doch use us em Bahnhof über d’Stross ines anders Gebäude. Hä, was söll jetzt das wieder, dört usse chan üs doch sichert niemert wiiterhelfe! Grrr…! Also hend mirs doch nomol im Bahnhof selber probiert, binere Informationsuskunft, doch au diä Dame hett üs nid würklich verstande, was mir hend welle – dä Zug fahri uf Perron 2 ab. Jo supi, das isch üs im Moment no glich, ohni würklichs Billet.
Also hemmer halt doch üses Glück usserhalb vom eigentliche Bahnhof probiert und siehe da es hett doch no klappet, mir hend es Billet. Aber üses scho glöste Billet vo dä SBB für es Teilstuck vo dere Strecki, chan sie nid iberechne und mir sölled das i dä Schwiiz denn rückerstatte loh – das klappet sicherlich, mir hend jo extra uf dä Billetrücksite en kyrillisch beschriftete Stempel becho. (Spöter hemmer usegfunde dank emene Reiseführerheftli, dass es sich bi dem andere Gebäude anschiinend um dä alti Bahnhof handlet und mer dört für internationali Verbindige vorstellig werde muess…).
Denn hend mir üs endlich uf dä Weg zum Hostel mache, mit dä Metro und es paar Schritt hend mir das au bald erreicht, ohni üs z’fescht verirre. Dä Bezug vo üsem Zimmer hett sich denn au wieder so gstaltet, dass es fascht im Chaos gändet hetti – anschiined falschi Buechig usw. Aber schlussendlich alles doch no guet gange.
Well üsen hüttig Z’morge wege dem Trubel undergange isch, hend üs üseri Büch bald gmeldet und so simmer zur Hauptstross vo Minsk und hend es Kafi (wiä in Russland eher es Restaurant) gsuecht und gfunde – äs hett irgendwelchi Härdöpfelküechli geh entweder mit Pilz oder mit Fleisch. Nid würklich umwerfend, aber ok.
Es Sightseeing i dere Stadt, hett üs leider au nid grad us dä Socke ghaue, schön isch es do nid würklich, aber spannend und andersartig uf jede Fall! Alles sehr strikt greglet, ächli verwahrlost und doch en Tupfe vo Modernität, galube das Land lieht bald voremene Umbruch, politisch, gsellschaftlich und au wirtschaftlich. Äs Wetter hett übrigens sin Biitrag no dezue gleistet, sehr chüehl und bedeckt dä ganzi Tag 🙁
Üsen Versuech en Obigunderhaltig z’organisiere, isch also denn au no kläglich gscheiteret, weder Theater, Opere, Ballet oder Zirkus hend hüt Obig irgendeini Vorstellig, erscht wieder ab Endi Monät – wohl Summerpause, oder so?
Drum simmer denn halt zrugg is Hostel und hend so guet wiä möglich üseri wiiteri Reis planet, well wie scho erwähnt, voll fit sind mir zu dere Stund also nümme gsi. Aber schlofe, hemmer nid scho welle zu dere früehne Obigstund.
Fürs Nachtesse simmer denn nomol use uf d’Stross und hend üs es paar spanischi Tapas gönnt, so als Art Bettmümpfeli.
So jetzt heisst es so viel Schlof wie möglich johzhole für diä wiitere Täg, well es lieht no einiges vor üs, au zugsverbindigstechnisch bezüglich Nachtzug und Umstiege uf üs, also guet Nacht!