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Einer der Höhepunkte bildete sicher die Dreiseenrundfahrt von Solothurn aus vom 8. Juni 1890, als St. Urs an einem Tag den Bieler-, Neuenburger- und Murtensee durchfuhr und dabei 146 km zurücklegte.
Gemäss der Abrechnung des SDBC wurden an diesem Tag 550 kg Kohle verheizt und Herr Burkhalter für 14 Stunden Heizarbeit à 50 Rp. entlohnt. Hierbei ist die ebenfalls in Rechnung gestellte Sonderreinigung des Bootes mehr als verständlich ... Vermutlich sassen die Passagiere zu Beginn der Reise zwischen Bergen von Kohle, die dann allmählich mit dem Fortgang der Reise in der Feuerbuchse des Dampfkessels verschwanden.
St. Urs, wahrscheinlich 1890 auf dem Bielersee
In den folgenden Jahren führte St. Urs viele Bedarfsfahrten aus. Häufig führten die Fahrten in den Hohberg, ein Restaurant einige Kilometer oberhalb Solothurns. Für diese Fahrt wurde jeweils ca. 50 kg Kohle verbraucht. Aber auch die St. Petersinsel im Bielersee war ein beliebtes Reiseziel.
um 1890
St. Urs verliess 1889 als Baunummer 613 die Werft. Die Bezeichnung lautete: Dampfyacht, Schulboot, 9 m Länge, Bestimmungsort Solothurn. Interessant, aber für uns nicht ganz deutbar, die Benennung Schulboot.
Es steht also fest, dass das Schiff eigens für die Aare gebaut wurde und nie, wie verschiedentlich behauptet, als Lotsenboot im Hafen von Hamburg gedient hat. Die falsche Vermutung mag damit zusammenhängen, dass Holtz im Jahr zuvor etliche Zolldampfer ähnlicher Grösse wie St. Urs an den Hamburger Hafen ablieferte. Ferd. von Sury war auch im Besitze eines Planes für ein solches Schiff. Möglicherweise hat dieser Schiffstyp als Vorbild für St. Urs gedient.
Bemerkenswert ist, dass noch weitere Boote dieses Herstellers den Weg in die Schweiz fanden. So wurde 1883 eine 6 Meter lange Dampfyacht nach Zürich geliefert und 1909 die Motorboote Caprino (12 m), San Martino (12 m) und Monte Bré (13 m) nach Lugano. Letzteres verkehrt noch heute auf dem Zürichsee, vom jetzigen Besitzer, Herrn Schmidli zum Dampfschiff Namens Sirius umgebaut. Über den Verbleib der anderen zwei Boote ist nichts genaues bekannt.
Am Abend des 4. Juli 1889 traf das Boot, von Biel her kommend, in Solothurn ein. Eigentlich war die Ankunft bereits für den 2. Juli geplant was aber vermutlich aus Witterungsgründen nicht eingehalten werden konnte. Gemäss Zeitungsberichten wurde das Boot von einer grossen Menge freudig empfangen.
Die hauptsächliche finanzielle Last wurde von Ferd. von Sury getragen. Ein Herr Burkhalter wurde im Stundenlohn beschäftigt und amtete als Heizer. Vermutlich war er teilweise auch mit dem Unterhalt betraut. Dementsprechend wurde ein kleines Dampfboot, das maximal 14 Personen Platz bot bei der Dampf-Boot & Maschinenfabrik R. Holtz in Harburg bei Hamburg bestellt.
Die Werft hatte sich seit 1878 auf den Bau von kleineren Dampfbooten bis 30 Meter Länge spezialisiert und wurde allgemein als Schlosswerft bezeichnet, da sie auf der sogenannten Schlossinsel bei Harburg lag und das dort vorhandene alte Schloss als Verwaltungsgebäude diente.
Plan der Firma Holtz von 1884 für einen "Kutter für die Baudeputation in Hamburg"
Nach einem Unterbruch von mehr als 30 Jahren entstand unter der Führung von Ferd. von Sury wieder eine Initiative für die Aareschiffahrt. Zu diesem Zweck wurde der Solothurner Dampfbootclub SDBC im Frühjahr 1889 von sechs Solothurnern gegründet.