Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03163.jsonl.gz/329

Brugg-Remigersteig
Das antike Vindonissa ist immer wieder für Überraschungen gut. Bei Bauarbeiten am Abhang des Bruggerbergs nördlich der Aare wurde Ende 2012 ein bislang unbekanntes römisches Gräberfeld entdeckt.
Das römische – Legionslager und umgebende Zivilsiedlung – lag vor 2000 Jahren überwiegend auf dem Boden der heutigen Gemeinde Windisch. Wichtige Fernstrassen führten von hier nach allen Himmelsrichtungen, und gemäss römischem Recht wurden entlang dieser Strassen die Friedhöfe für Soldaten und Zivilbevölkerung angelegt. Solche Nekropolen mit gesamthaft über 700 Gräbern kannte man bislang entlang der westlichen, südlichen und östlichen Ausfallstrasse.
Gräber und Grabmonumente
Das Grabungsteam der Kantonsarchäologie legte über 140 Gräber frei. Sie enthiellten die verbrannten Knochenreste der Verstorbenen sowie verschiedenste Beigaben, die zumeist mit auf dem Scheiterhaufen lagen: Tongefässe, Salbfläschchen aus Glas, Tierfiguren aus Ton und Bronzeschmuck. Die meisten Gräber waren einfache Erdgruben, in die die Asche des Scheiterhaufens gekippt wurde. Einige Gräber hingegen wurden sorgfältig in Form einer Kiste aus Ziegelplatten gebaut.
Die grosse Überraschung waren mehrere gemauerte Fundamente. Sie gehörten einst zu oberirdisch sichtbaren Grabmonumenten, die in der römischen Schweiz eine grosse Seltenheit darstellen.
Bestattung von Maxsimila und Heuprosinis
Herausragender Fund ist ein vollständiger Grabstein. Er gehörte einstmals zu einem runden Grabbau und stand ohne Verdübelung oder Mörtelbindung auf einer Basis. Auf der Vorderseite des Steins befindet sich ein Bildfeld mit Darstellung der beiden Verstorbenen. Sogar Reste der antiken Farbfassung sind hier erhalten. Die achtzeilige lateinische Inschrift darunter nennt die Bestatteten: Maxsimila, 40 Jahre alt, aus Bononia (das heutige Bologna), und Heuprosinis, eine 10 Jahre alte Sklavin.