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Im Lateinischen heisst Kaiserschnitt sectio caesarea und bedeutet soviel wie Schnitt (sectio) und aufschneiden, heraushauen (caedere). Angeblich wurde Julius Caesar per Kaiserschnitt geboren und weil aus seinem Namen später der Begriff Kaiser entstand, wurde aus der cectio caesarea der Kaiserschnitt.
Notfallmässig, geplant oder gewünscht?
Für einen geplanten Kaiserschnitt liegt in vielen Fällen ein medizinischer Grund vor. Beispiele dafür sind die Beckenendlage des Kindes, eine Plazenta praevia oder gesundheitliche Problemen der Mutter oder des Kindes.
Ein geplanter Kaiserschnitt wird in der 38. bis 39. Schwangerschaftswoche durchgeführt, sofern die Gesundheit von Mutter und Kind es erlauben, bis zu diesem Zeitpunkt zu warten.
Wenn während der natürlichen vaginalen Geburt die Gesundheit von Mutter und/oder Kind gefährdet ist, kommt es zu einem notfallmässigen Kaiserschnitt. Ein häufiger Grund dafür ist beispielsweise der Abfall der kindlichen Herztöne.
Als Wunschkaiserschnitt wird eine Schnittentbindung bezeichnet, welche ohne medizinische Gründe von der schwangeren Frau gewünscht wird. Diese Frauen fürchten sich oft vor den Geburtsschmerzen oder -verletzungen während einer vaginalen Geburt. Aber auch die Planbarkeit der Geburt kann eine Motivation für einen Wunschkaiserschnitt sein.
Auch eine vaginale Geburt kann Komplikation mit sich bringen und zu Spätfolgen wie zum Beispiel einer Blasenschwäche führen. Der Kaiserschnitt ist aber auf keinen Fall die vermeintlich sicherere Variante. Es ist zwar mittlerweilen eine Routine-Eingriff, bleibt aber nach wie vor eine grosse Operation und die Risiken der Anästhesie, der Operation und deren Komplikationen sind nicht zu unterschätzen.
Was ein Kaiserschnitt für den Körper bedeutet
Ein Kaiserschnitt ist eine grosse Bauch-Operation, bei der Haut, Bindegewebe, Muskulatur, Bauchfell und Gebärmutter durchtrennt und geöffnet werden. Deshalb ist eine Schnittentbindung auch mit Risiken, möglichen Komplikationen und nachträglichen Schmerzen verbunden.
Für einen geplanten Kaiserschnitt wird in der Regel eine Regionalanästhesie angewendet, bei der die Schwangere bei Bewusstsein, aber betäubter unterer Körperhälfte die Geburt Ihres Kindes miterleben kann. Bei einem noftallmässigen Kaiserschnitt bleibt dafür keine Zeit, es braucht eine Vollnarkose.
Sie möchten ein weiteres Kind nach einem Kaiserschnitt auf natürliche Weise gebären? Dies ist durchaus möglich, sofern keine medizinischen Gründe dagegen sprechen. Die weitaus meisten Geburten nach vorausgegangenem Kaiserschnitt verlaufen komplikationslos.
Nach dem Kaiserschnitt
Für das Baby ist ein Kaiserschnitt ein ziemlich abrupter Start ins Leben, wird es doch ohne Vorwarnung von einem Moment auf den anderen aus dem vertrauten und warmen Bauch der Mutter in einen kühlen und sehr hellen Operationssaal gezogen. Kaiserschnitt-Babys müssen zwar den Stress einer vaginalen Geburt nicht erleben, aber ob dies der bessere Start ins Leben ist, bleibt umstritten.
Der Aufenhalt im Spital dauert nach einem Kaiserschnitt in der Regel ein paar Tage länger als nach einer natürlichen Geburt. Schon allein aufgrund der Wundschmerzen braucht Ihr Körper etwas mehr Zeit, um zu regenerieren. Die Schmerzen werden Sie noch ein paar Wochen begleiten, bis alle durchtrennten Gewebeschichten wieder zusammengewachsen sind.
Der andere Kaiserschnitt
Für etwas so emotionales wie eine Geburt ist der Kaiserschnitt doch ziemlich ungemütlich. Ein steriler, kühler Operationssaal mit grellem Licht, die werdende Mutter mit Tüchern abgedeckt und ohne Sichtkontakt zum Ort des Geschehens. Die Kaisergeburt möchte dem entgegenwirken und Eltern, welche sich eine natürliche Geburt für Ihr Kind gewünscht hätten, eine Alternative bieten.