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Als die Türken von Südosten anstürmten, als sie, zuerst 1408, das Adriatische Meer erreichten, als sie bis Krain und Laibach vordrangen, als sie endlich so ziemlich ganz Nordafrika für sich gewonnen (denn auch der Sultan von Marokko hatte wenigstens Tausende von türkischen Soldaten), da erbebte Europa.
Die ganze Christenheit fühlte sich in ihren religiösen und staatlichen Lebensbedingungen bedroht. Trotzdem gewann es Frankreich über sich, mit den Erzfeinden der Christen Freundschaft zu schließen. Das war nicht gerade löblich. Allein Frankreich stand sich gut dabei, und das christliche Europa — lebt noch heute. Ähnlich wird es wohl mit der gelben Gefahr werden. Auch vor ihr zitterte Europa in seinen Grundfesten. Jetzt aber beginnen schon Bündnisse der Westmächte mit den ostasiatischen; Englands mit Japan, Nordamerikas mit China, und man beginnt einzusehen, daß auch bei den Gelben heißer gekocht wird als gegessen.
In westlichen Medien wird der 14. Dalai Lama gerne als Friedensapostel und Menschenfreund dargestellt, der selbstlos die Interessen der TibeterInnen gegenüber China vertritt. Doch die Realität sieht anders aus.
Lhamo Dhöndup, der spätere 14. Dalai Lama, kam 1935 im Dorf Takster zur Welt. Seine Familie dürfte relativ wohlhabend gewesen sein, obwohl er ausdrücklich betont, daß sie nicht zur Adelsschicht gehöre. Sein Lebensweg war ihm eigentlich schon vorgezeichnet, gab es doch bereits früh eigentlich untrügliche Zeichen seiner Bestimmung. So habe laut seiner Mutter der kleine Lhamo von Anfang an nur am oberen Tischende sitzen wollen und nur seiner Mutter gestattet, seine Eßschale zu berühren, in der Nacht vor seiner Geburt seien ihr im Traum außerdem zwei blaue Drachen erschienen. Ausgestattet mit so eindeutigen Vorzeichen, war der Rest eigentlich nur mehr Formsache. 1938 wurde Klein-Lhamo offiziell als Reinkarnation des fünf Jahres zuvor verstorbenen 13. Dalai Lama anerkannt.
Das Leben zur Zeit der Geburt des Dalai Lama wird in einer (autorisierten) Biographie paradiesisch geschildert. „Die Bewohner von Lhasa, ob arm oder reich, sind alle sehr friedlich. (…) Selbst die Bettler von Lhasa brauchen ihrem Gewerbe nur morgens ein paar Stunden nachzugehen um sich ihr tägliches Brot zu beschaffen. Am Abend sind sie alle selig betrunken. (…) Niemand muß sich allzusehr ins Zeug legen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.”. Der Dalai Lama selbst ergänzt, es sei „der fortwährende Einfluß des Buddhismus” gewesen, der eine „Gesellschaft des Friedens und der Harmonie” hervorgebracht habe. „Wir waren schlicht und einfach glücklich”. Soweit die Darstellung des Dalai Lama und seiner BewundererInnen. Doch wie sah die Realität aus?
Mary Craig etwa beschreibt in ihrem Buch “Tears of Blood – A Cry for Tibet” (das keineswegs Dalai Lama kritisch ist, im Gegenteil, es ist mit einem Vorwort des Dalai Lama versehen) die tibetische Gesellschaft so: „Es war eine mittelalterliche Feudalgesellschaft. Der tibetanische Bauer war ohne Zweifel Eigentum seines Herrn, egal, ob er Staatseigentum, klösterliche Anwesen oder den Boden einer der etwa zweihundert großen aristokratischen Familien bebaute. Als Gegenleistung für ein kleines Stück eigenes Land musste er ein gewisses Pensum abarbeiten. Den größten Teil seines Ertrags musste er seinem Herrn abliefern, für sich und seine Familie konnte er kaum das Nötigste behalten. Der Grundbesitzer durfte nicht nur die Höhe der Pacht nach Belieben festlegen, sondern auch drakonische Strafen verhängen, sollte der Bauer seinen Forderungen nicht nachkommen.”
Heinrich Harrer, Freund des Dalai Lama und ehemaliger SS-Mann, beschreibt die tibetische Gesellschaft so: „Die Herrschaft der Mönche in Tibet ist einmalig und läßt sich nur mit einer strengen Diktatur vergleichen.” Harrer beschreibt einen bestimmten Fall. Ein Mann hatte in einem Tempel eine Butterlampe gestohlen. Ihm wurden „öffentlich die Hände abgehackt und sein verstümmelter Körper in eine nasse Jakhaut eingenäht. Dann liess man die Haut trocknen und warf ihn in die tiefste Schlucht.”
Neben „VerbrecherInnen” hatten es Frauen im Tibet der Lamas besonders fein. Eine Frau durfte bei Ehebruch von ihrem Mann straflos getötet werden. Kein Wunder eigentlich bei näherer Betrachtung der am häufigsten verwendeten Bezeichnungen für Frauen: Kyemen (“mindere Geburt”), Tobmema (“die ohne Samen”) oder Tsandenma (“die mit Beschränkungen Behaftete”).