Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/50697

<h2>SubmittedText<h2><p>In der von den Stimmberechtigten gutgeheissenen Vorlage über Bau- und Finanzierung des öffentlichen Verkehrs (FinöV) ist ein erheblicher Kredit zur Lärmsanierung der Bahnen enthalten. Gemäss der Vorlage sollen für 900 Millionen Lärmschutzwände gebaut werden. 120 Millionen sind für Schallschutzfenster vorgesehen, und für Sanierung des Rollmaterials sind 820 Millionen vorgesehen. Mit der Sanierung der Güterwagen soll erst 2004 begonnen werden. Bis Ende des Jahrzehnts will man die Sanierung der Güterwagen abgeschlossen haben. Auch im Personenverkehr sollen noch bis 2008 laute Fahrzeuge verkehren. Bis zu diesem Zeitpunkt sind bereits über 70 Kilometer Lärmschutzwände von insgesamt 270 Kilometern gebaut. </p><p>Mit den Lärmschutzwänden, die im Übrigen alles andere als schön sind, bekämpft man das Übel nicht an der Wurzel. Weit bessere Erfahrungen macht man in Südafrika mit Kunststoff-Bremssohlen und Fahrzeugaufbauten, bei denen nicht Stahl auf Stahl schlägt. Diese sogenannten Scheffel-Drehgestelle wären problemlos auch in der Schweiz anwendbar. </p><p>Seit den Erfolgen Südafrikas im Kampf gegen den Eisenbahnlärm ist in der Schweiz nicht viel gegangen, mit Ausnahme der Einheitswagen III und IV, bei neuen Reisezugwagen für den internationalen Verkehr und bei den sehr leisen "Lokomotiven 2000". Auch die Zürcher S-Bahn-Doppelstockwagen genügen bezüglich Lärm den heutigen Anforderungen. </p><p>Die zwar teureren, aber viel länger nutzbaren Kunststoff-Bremsen erfordern auch noch einen viel geringeren Arbeitsaufwand und würden sich auf lange Sicht also praktisch selber bezahlen. Hässliche Lärmschutzwände wären dann wohl gar nicht mehr nötig.</p><p>Auch andere europäische Länder sind bezüglich Sanierung des Rollmaterials nicht weiter als die Schweiz. Gemäss dem zweiten Quartalsbericht 2003 der Union Internationale des Chemins de Fer (UIC) halbieren Kunststoff-Bremssohlen die Schallabstrahlung der Güterwagen. Müsste diese Tatsache nicht Grund genug sein, die Sanierung des Rollmaterials energisch in Angriff zu nehmen, damit zumindest mittelfristig die hässlichen Lärmschutzwände abgebrochen werden können? </p><p>1. Was sind die Gründe, weshalb die SBB dem Lärm über Schutzwände, statt über die Sanierung des Rollmaterials zu Leibe rücken, und weshalb soll mit der Sanierung erst 2004 begonnen werden? </p><p>2. Mit welchen Ausgaben müsste gerechnet werden, um das gesamte Rollmaterial zu sanieren? Ist die Sanierung der Güterwagen bis 2010, die Sanierung der Personenwagen bis 2008 wirklich abgeschlossen? </p><p>3. Genügt neues Rollmaterial den heutigen Forderungen, die man bezüglich Lärm an diese Wagen stellt, und könnte - falls nur noch neues Rollmaterial verkehren würde - auf Lärmschutzwände verzichtet werden? Genügt auch saniertes Rollmaterial diesen Anforderungen? </p><p>4. Haben die SBB vorgesehen, die Lärmschutzwände wieder abzubrechen wenn diese dereinst nicht mehr nötig sind?</p><p>5. Wäre es möglich, für Lärmschutzwände und Schallschutzfenster vorgesehene Mittel für leiseres Rollmaterial einzusetzen? </p><p>6. Wenn ja, ist dies vorgesehen?</p>