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In der Stichwahl für den Berner Ständeratssitz empfehlen die Grünliberalen Kanton Bern deshalb SP-Kandidatin Ursula Wyss zur Wahl. Mit ihr würden die ökologischen Kräfte im Ständerat gestärkt, was dringend nötig ist. Demgegenüber ist SVP-Kandidat Adrian Amstutz für die Grünliberalen sowohl was seine Politik als auch was seinen Stil angeht nicht wählbar.
Nachdem Marc Jost (EVP), den die Grünliberalen im ersten Wahlgang unterstützt haben, nicht zur Stichwahl antritt, hat sich der Vorstand der glp dazu entschieden, im zweiten Wahlgang Ursula Wyss zu unterstützen. Sie hat während ihrer Zeit als Nationalrätin bewiesen, dass sie eine ökologisch nachhaltige Politik betreibt. Diese Stimmen sind im bürgerlich dominierten Ständerat klar untervertreten und müssen gestärkt werden. Ausserdem sind die Grünliberalen der Meinung, dass der ländlich-konservative Teil des Kantons Bern durch Werner Luginbühl (BDP) bereits im Ständerat vertreten ist und dem urbanen Kantonsteil somit der zweite Ständeratssitz zusteht. Die knappen Abstimmungsresultate des letzten Wochenendes haben gezeigt, dass der ländliche und der urbane Kantonsteil etwa gleich gross sind und deshalb beide angemessen vertreten sein sollten.
Der SVP-Kandidat Adrian Amstutz ist sowohl was seine Politik als auch seinen Stil angeht für die glp nicht wählbar. Zu Ursula Wyss bestehen zwar gerade in finanz- und wirtschaftspolitischen Fragen deutliche Unterschiede, in diesen Fragen ist der Ständerat jedoch eindeutig bürgerlich dominiert, weshalb die Grünliberalen bereit sind, diese Abweichungen in Kauf zu nehmen.
Die Grünliberalen reagieren mit Unverständnis darauf, dass die grossen Mitteparteien FDP und BDP unter Angabe von teilweise fadenscheinigen Gründen darauf verzichten, eine Wahlempfehlung für den zweiten Wahlgang abzugeben. Für die Grünliberalen ist es in der Verantwortung einer politischen Partei, bei einer derart gewichtigen Wahl wie der eines Ständerates Farbe zu bekennen und gegenüber ihren Mitgliedern und Wählern eine Wahlempfehlung abzugeben, selbst wenn keine der beiden Kandidaturen restlos zu überzeugen vermag.