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Seit Anfang September wurde der Sand in mehreren Zugladungen vom Westen der Ukraine in die Stadt Kostyantinivka, nahe der Kontaktlinie, befördert, wo die Abfertigung stattfand. Von dort aus überquerte der erste Zugtransport die Kontaktlinie und erreichte heute die Wasserwerke Donbas bei Donetsk, wo der Sand vor der Weiterverwendung in einer speziellen Anlage gereinigt wird.
Die humanitäre Aktion der Schweiz verzögerte sich im letzten Moment, nachdem am vergangenen Freitag das Bahngleis auf der nicht-regierungskontrollierten Seite durch eine Explosion beschädigt worden war. Wer die Beschädigung verursacht hat, ist nicht bekannt.
Insgesamt werden ca. 50 Zugwaggons in die Region Donetsk befördert. „Indem wir die Wasserwerke Donbas unterstützen, helfen wir Millionen von Menschen beiderseits der Kontaktlinie in einer schweren Zeit. Wasser heisst Leben“, erklärte Manuel Bessler, der Delegierte für humanitäre Hilfe, das Engagement der Schweiz.
Mit den vergangenen Transporten hatte die Humanitäre Hilfe des Bundes, die bei der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) angesiedelt ist, Chemikalien wie Aluminiumsulfat und Chlor sowie medizinisches Material und Medikamente geliefert. Für die Trinkwasserproduktion werden aber nicht nur Chemikalien, sondern auch Filtriersand benötigt.
Die Filtrierung mit Quarzsand ist eine von mehreren Etappen bei der Trinkwasseraufbereitung. Sie erfolgt durch mechanische Filterwirkung. Dabei schleift sich das Sandkorn aber mit der Zeit ab, und die Wirkung des Sandes lässt nach. Deshalb muss er regelmässig ersetzt werden. Die Region Donetsk verfügt jedoch über keine geeigneten Sandgruben, weshalb sich die Schweiz in diesem Bereich engagiert.
Die 3500 Tonnen Sand reichen aus, um rund vier Millionen Menschen auf beiden Seiten der Kontaktlinie während ungefähr eines Jahres mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. Da es sich um einen humanitären Transport handelt, hat der Betreiber der Sandgrube in der Westukraine den Sand kostenlos zur Verfügung gestellt.
Begleitet und unterstützt wird der Hilfstransport von Angehörigen der DEZA und des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH). Der laufende Transport ist der fünfte Hilfstransport, den die Schweiz seit dem Frühjahr 2015 in die Konfliktregion entsendet hat. Die DEZA ist bislang die einzige staatliche Akteurin, die humanitäre Transporte organisiert, welche die Kontaktlinie im Osten der Ukraine überqueren können.
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