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Foto Juli 2010: Oberwasserkanäle mit alter Wehrbrücke
Die Idee, das grosse Gefälle des Hagneckkanals bei der Aare-Mündung in den Bielersee für ein Kraftwerk zu nutzen, wurde schon während der 1. Juragewässerkorrektion (1868-1888) geäussert. Man musste aber die Abschwemmung der Ufer abwarten. 1897-1900 wurde das Kraftwerk gebaut. Das Wehr staut den Kanal und leutet das Wasser 45 Grad gegen Norden in den Oberwasserkanal.
Das Wasserkraftwerk ist als Spezialfall hinsichtlich Lage- und Raumqualitäten, architektonischen und geschichtlichen Qualitäten von nationaler Bedeutung im Inventar der schützenswerten Ortsbildder der Schweiz ISOS.
Die Siegfriedkarte von 1877 zeigt das Mündungsgebiet des Hagneckkanals noch ohne Kraftwerk und ohne Schuttkegel. Ein kleines Delta für den neuen Ausfluss war allerdings schon künstlich angelegt worden.
Das alte Maschienenhaus des Wasserkraftwerks von 1897-1900 wurde 1898 in Betrieb genommen. Das Wasser trieb 5 Turbinen an und strömte dann 8m tiefer auf der Nordseite des Gebäudes in den 350m langen Unterwasserkanal, bevor es den Bielersee erreicht hat. Da entsteht zur Zeit die neue Seeaue.
Das alte Kanalwehr von 1897-1899 hatte eine Breite von 63.4m und sass auf einer Sandsteinrippe. 3 gemauerte Flusspfeiler bildeten 4 Hauptöffnungen. Darüber die Wehrbrücke mit Windwerkboden als genietete Eisenfachwerkkonstruktion.
Anstelle des alten Kanalwehrs entsteht das neue Wasserkraftwerk. Das Bestreben des Projektes lag darin, die gesamte Erscheinung der Anlage so tief und gedrungen wie möglich zu halten, um eine möglichst gute Einbettung in den landschaftlichen Kontext zu erreichen. Durch das Absenken der Wehrbrücke um 2.8m konnte die horizontale Dominante deutlich nach unten genommen werden. Dies lässt Maschinenhaus und Wehrpfeiler plastisch hervortreten. Diese Freistellung der einzelnen Bauteile gliedert und rhythmisiert das grosse Volumen, bricht dabei den übergrossen Massstab und fügt die Teile zu einer sinnfälligen Komposition.
Die Gestaltung der Landschaft ist eine enormer Eingriff in eine über 100 Jahre lang gewachsene Landschaft. Dieser Eingriff bleibt kaum unbemerkt.
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