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In der Hauptstadt Naypyidaw kamen am Mittwoch mehrere hundert Vertreter von Rebellengruppen für Beratungen über einen Waffenstillstand zusammen. Unter Leitung der Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi sollen sie über eine Stärkung des Föderalismus in Myanmar beraten, um den Minderheiten mehr innere Autonomie zu gewähren.
Zum ersten Mal wird es dabei auch um die Frage gehen, ob sich Myanmars Bundesstaaten eigene Verfassungen geben dürfen. Beobachter sehen darin einen symbolisch wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer Beilegung der Konflikte, die vor allem Myanmars Grenzregionen zu China und Thailand betreffen.
"Wir haben nun den Punkt erreicht, an dem wir grundsätzliche föderale Prinzipien beraten können, die für unser Land so wichtig sind" sagte Suu Kyi zum Auftakt der Konferenz. Die 71-Jährige ist seit vergangenem Jahr als "Staatsrätin" de facto Regierungschefin des südostasiatischen Landes. Sie wies Kritik ihrer politischen Gegner zurück, die ihr einen Stillstand des Friedensprozesses vorhalten. "Unsere gemeinsamen Bemühungen fangen an, Früchte zu tragen", sagte sie.
Für Suu Kyi ist die mehrtägige Konferenz von Naypyidaw der zweite Anlauf für einen Friedensprozess. Sie wirbt für eine Nationale Waffenstillstands-Vereinbarung, die bislang aber von wichtigen Rebellengruppen abgelehnt wird. Beobachter gingen nicht davon aus, dass es bei der Konferenz bereits zur Unterzeichnung der Vereinbarung kommen wird.
An der Konferenz nehmen wichtige Rebellengruppen teil - so etwa die Vereinigte Armee der Wa-Staaten, die Kachin-Unabhängigkeitsarmee und die Arakan-Armee. Sie vertreten ethnische Minderheiten, die zum Teil schon seit Myanmars Unabhängigkeit vor sieben Jahrzehnten gegen die Zentralregierung kämpfen.
Die anhaltende Gewalt in den Grenzregionen belastet Suu Kyis Regierung und hemmt die Entwicklung des verarmten Landes. Die EU-Mission in Myanmar rief die Konferenzteilnehmer zu Beginn der Beratungen auf, "den Konflikt zu beenden".
(SDA)