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Silber ist ein weiss glänzendes Edelmetall. Ebenso wie Gold ist auch das Silber schon in den Frühzeiten menschlicher Kulturenwicklung bekannt geworden. Es kommt mitunter gediegen vor, aus dem wichtigsten Silbererz, dem Silberglanz (Argentit), lässt sich das Metall leicht gewinnen.
Silber tritt dabei meist in Form von Körnern oder als drahtig verästeltes Geflecht (Dendrit) auf.
Es ist ein weiches, gut verformbares (duktiles) Schwermetall mit der größten elektrischen Leitfähigkeit aller Elemente und der größten thermischen Leitfähigkeit aller Metalle, lediglich Supraflüssigkeiten und Diamanten weisen eine bessere thermische Leitfähigkeit auf.
Wegen seiner Dehnbarkeit und Weichheit, Mohs Härte von 2,5, lässt es sich zu feinsten, blaugrün durchschimmernden Folien von einer Dicke von nur 0,002 bis 0,003mm aushämmern oder zu dünnen, bei 2 Kilometer Länge nur 0,1 bis 1g wiegenden Drähten (Filigrandraht) ausziehen. Silber wird von Menschen etwa seit dem 5. Jahrtausend vor Christus verarbeitet.
Silber verbindet sich sehr leicht mit Schwefel und Schwefelverbindungen. Silberlegierungen laufen daher schon an Luft, in der sich geringste Mengen flüchtiger Sulfide vorfinden, leicht schwarz an. Licht, höhere Temperaturen, Feuchtigkeit, Schwefelspuren und Sauerstoff beschleunigen diesen Prozess.
Silber löst sich nur in oxidierenden Säuren, wie beispielsweise Salpetersäure, in nicht oxidierenden Säuren wie Salzsäure ist es nicht löslich. In konzentrierter Schwefel- und Salpetersäure löst sich Silber nur bei erhöhten Temperaturen, da es durch Silbernitrat und -sulfat passiviert ist. Silber löst sich in Cyanid- Lösungen bei Anwesenheit von Sauerstoff, da durch die Bildung eines sehr stabilen Silbercyanid- Komplexes das elektrochemische Potential stark verschoben ist.
Silber ist neben Gold und Edelsteinen (z.B. Diamanten) ein wichtiges Material für die Herstellung von Schmuck. Silber wird seit Jahrhunderten für erlesene und wertbeständige Essbestecke, Tafelsilber und Kirchengeräte verwendet. Bei Schmuck, Gerät und Barren kann der Silbergehalt, sofern angegeben, anhand des Feingehaltstempels abgelesen werden.
Sehr begehrt ist es auch bei Musikinstrumenten, da es aufgrund seiner Dichte einen schönen, warmen Ton von sich gibt, leicht zu verarbeiten ist und z.B. bei der Querflöte das empfindliche Holz ersetzt.
Silber ist mit vielen Metallen legierbar. Gut legieren lässt es sich mit Gold, Kupfer oder Palladium (ein Palladiumgehalt von 20 bis 30 % macht das Silber anlaufbeständig). In begrenztem Umfang lässt sich Silber mit Chrom, Mangan oder Nickel legieren. Legieren erhöht zumeist die Härte des Silbers. Mit Cobalt oder Eisen lässt es sich nicht legieren.
Die wichtigsten Silberlegierungen sind heute Kupfer-Silber-Legierungen. Sie werden meist nach ihrem Feingehalt an Silber, angegeben in Tausendstel, bezeichnet. Die gebräuchlichsten Silberlegierungen haben einen Feingehalt von 800, 835, 925 und 935 Tausendstel Teile Silber. 925er Silber wird nach der britischen Währung Pfund Sterling als Sterlingsilber bezeichnet. Es ist die wichtigste Silberlegierung und wird auch zur Herstellung von Münzen, Schmuck und Besteck verwendet.
Heute werden Korpuswaren vorwiegend aus einer Silberlegierung mit einem Feingehalt von 935/1000 hergestellt, da die Waren mit Silberloten gelötet werden, deren Feingehalt niedriger ist, um letztendlich dem gesetzlich geforderten Gesamtfeingehalt von beispielsweise 925/1000 zu genügen.
Eine im Mittelalter für die Verzierung von Kunstwerken verwendete Silberlegierung ist das Tulasilber, eine Legierung von Silber, Kupfer, Blei und Schwefel. Silber wird häufig auch vergoldet, man nennt es mit einem aus dem Französischen beziehungsweise Lateinischen stammenden Wort dann „Vermeil“.
Neusilber ist dagegen kein Silber, sondern eine silberähnliche, weiße, unedle Metalllegierung aus Kupfer, Nickel und Zink. Als „Tibetsilber“ wird schließlich im Handel eine Legierung mit nur geringem (250 Tausendstel) Silberanteil bezeichnet.