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Die Bezirke in Wil1722
Wenn wir einen Blick auf den Dorfplan aus dem Jahr 1722 werfen und in Gedanken auf dem Bänklein vor dem Gasthof Kreuz sitzen, schweifen wir mit unseren Augen in Richtung Grosshöchstetten.
Entlang der Schlossmatte geht der Blick hinüber bis zum Hürnbergwald. Ursprünglich gehörte sämtliches Land rechts der Strasse zum Schloss und bildete ein einziges grosses Gut. Linkerhand zwischen den Strassen nach Ried, Weyergut und Höchstetten lagen die so genannte obere Zelg und anschliessend das Thalimoos. Ein Teil dieses Landes längs der Strasse ist mit Gebäuden bebaut (Schlosslehenhaus, steinerner Speicher, Bäckerei und Handlung, Schmiede und Käserei). Das Schlosslehenhaus ist nach dem Kauf der Schlossbesitzung durch den Staat Bern im Jahr 1818 erbaut worden.
Das innere Schlossgut wurde um 1655 von einem Niklaus Blum, dann von einem Hans Blum bewirtschaftet und war an Friedrich von Graffenried bodenzinspflichtig.
Das äussere Schlossgut befand sich über sehr lange Zeit im Besitz der Familie Küpfer. Das äussere Schlossgut, heute kurz Gut genannt, ist seit einiger Zeit in das obere und untere Gut geteilt.
Der nächste Hof ist der Schatt- oder Hasenacker, welchen der Herrschaftsherr Frisching im Jahr 1742 mit einem neu erbauten Bauernhaus an Peter Scheurer von Kallnach verkaufte.
In der Mulde des vom Hürnberg kommenden Thonisbaches liegt die Häusergruppe Thali. Hier zweigt die alte Strasse nach Grosshöchstetten ab, sie steigt auf den Thalibühl und senkt sich dann von der Höhe dem genannten Dorf zu. Ursprünglich war das Thali einst Wald. Im Laufe der Zeit siedelten sich am Rande von Wald, Moos und Allmend kleine Bauern und Taglöhner an. Am 20. Juli 1763 wurden die Häuser von Thali und Schattacker durch eine grosse Feuersbrunst zerstört, ein einziges Häuschen, das so genannte Heidenhaus unter der Strasse sei davon übrig geblieben.
Der Strasse von Thali gegen Grosshöchstetten folgend, betritt man beim Thalacker die Gemeindegrenze. Schwenkt man bei der Einmündung der Bernstrasse gegen Worb ab, so gelangt man wieder in die Gemeinde Wil, zu den Häusern im Nest und Klein-Gwatt. Letzteres Heimwesen, an der Wegabzweigung nach Biglen, wurde im Jahre 1535 durch den damaligen Herrschaftsherrn von Wil tauschweise erworben.
Nach einer Strassensenkung zwischen dem Thali- und Gwattmoos liegt die Wirtschaft am Gwatt. Das dortige Pintenschenkrecht wurde zuerst im Jahr 1722 im Lochi ausgeübt und im folgenden Jahre auf das von der Herrschaft Wil neu erbaute Pintenschenkhaus am Gwatt übertragen.
Zwischen Gwatt und Ried wo seit der Drainage des Mooses schönes Kulturland liegt, wurde früher wie im östlichen Teil des Thalimooses Torf gestochen.
Ein offener Graben, der sich vom oberen in das untere Moos hinabzog und über den bei der Strasse ein steinernes Brücklein führte, bildete die Grenze zwischen den Kirchgemeinden Wil und Worb. Der jetzt zur Einwohnergemeinde Worb gehörende Schulbezirk Ried war ein Bestandteil der Herrschaft Wil und dieser zehntenpflichtig.
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