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Pixar war lange Jahre eine Edelmarke, die Animationsfilme von exzellenter Qualität und mit einer Fülle von kreativen Ideen produzierte. «Toy Story» (1995), «Ratatouille» (2007) oder «Wall-E» (2008) sind heute Klassiker, die im Kino allesamt viel Geld einspielten.
Doch in der Corona-Pandemie verfiel die Mutterfirma Disney auf die wenig gloriose Idee, Pixarfilme wie «Soul», «Luca» und «Rot» nur noch auf dem Streamingdienst Disney+ anzubieten – als Köder für neue Abonnements. Das ging finanziell nicht auf, die Filme hatten Budgets von 100 Millionen, spielten aber kaum etwas ein. Und vor allem schadete die Gratisstrategie der Marke, was der Flop mit dem «Toy Story»-Spin-off «Lightyear» zeigte.
Mit «Elemental», dem 27. Pixar-Langfilm, will Disney seine Marke wieder aufpolieren, neu positionieren. Der Film erinnert im Konzept an «Alles steht Kopf», in dem die verschiedenen Gefühle eines 11- jährigen Mädchens mittels Figuren dargestellt werden. Nur sind es hier nun die vier Grundelemente: Wasser, Erde, Luft und Feuer.
In der Stadt Element City leben Bewohner der vier Elemente friedlich zusammen. Im Zentrum steht das Feuermädchen Ember, das mit ihren Eltern in die Stadt eingewandert ist, als Feuer-Leute noch auf Vorurteile stiessen. Inzwischen führen sie in ihrem Viertel erfolgreich einen Lebensmittelladen.
Als aber Ember bei einem Wutanfall einen Rohrbruch auslöst, taucht Wasserboy Wade auf. Als Inspektor weist er darauf hin, dass dies zur Schliessung des Geschäfts führen könnte. Doch er hilft Embers Familie, und die zwei verlieben sich trotz verschiedener Herkunft und dem Misstrauen von Embers Vater.
«Elemental» von Peter Sohn (45) ist wieder auf dem Niveau der besten Pixarfilme. Sohn kreiert aus den Elementen und ihren Farben einen poppigen Look mit Häusern, die wie Gaudí-Kreationen aussehen. Da wimmelt es wieder von kreativen Ideen: etwa die Wasserleute, die beim Weinen Fontänen von sich geben, oder Ember, die bei Wut buchstäblich in Flammen aufgeht.
Zugleich ist es die rührende Story von Migranten und ihren Schwierigkeiten im neuen Land, aber auch von Secondos, die oft nicht in die Fussstapfen der Eltern treten wollen. Regisseur Sohn verarbeitet darin eigene Erlebnisse: Er wuchs in der Bronx als Sohn koreanischer Eltern auf, liess sich zum Animator ausbilden und kam auf Empfehlung von Brad Bird («Ratatouille») zu Pixar.
«Elemental» ist aber auch die romantische Geschichte zweier Verliebter, die trotz – oder gerade wegen – ihrer Gegensätzlichkeit zueinander finden. Kurz: ein Pixarfilm, der so richtig durchstartet.
Animation
Stimmen: Leah Lewis, Mamoudou Athie, Ronnie Del Carmen
USA 2023, ab 22. Juni 2023 im Kino