Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03624.jsonl.gz/1293

Bereits 1870 besuchte eine Russin die Universität Bern als regulär immatrikulierte Studentin und ab 1906 wirkte Anna Tumarkin als erste Berner Professorin und weltweit als erste Professorin einer koedukativen Universität mit den gleichen Rechten wie die Männer. Die Verdienste von Frauen für die Universität Bern waren und sind gross. Deshalb werden nach und nach ein paar Forscherinnen aus verschiedenen Fachrichtungen und verschiedenen Zeiten hier in Porträts vorgestellt.
Irene Blumenstein-Steiner
Irene Steiner war Schülerin, Ehefrau und Amtsnachfolgerin des Steuerrechtsprofessors Ernst Blumenstein. Die ordentliche Professur erhielt sie erst 1964, nach langen Kämpfen, zwei Jahre vor ihrer Pensionierung. Damit war sie Berns erste Ordinaria und die erste ordentliche Professorin der schweizerischen Rechtswissenschaft.
Gertrud Woker
Die Naturwissenschaftlerin Gertrud Woker liebte die Natur, bewunderte sie in Gedichten, sezierte sie als Biochemikerin und warnte vor ihren diabolischen Kräften. Berns zweite Extraordinaria leitete ein Labor für physikalisch-chemische Biologie, engagierte sich unerschrocken für die Ethik der Wissenschaft, den weltweiten Frieden und die Rechte der Frau.
Anna Tumarkin
Die Philosophieprofessorin Anna Tumarkin konnte schon anfangs des 20. Jahrhunderts an der Berner Hochschule Doktoranden und Habilitanden prüfen, im Senat und in der Fakultät Einsitz nehmen. Damit war sie weltweit in der universitären Wissenschaftsgeschichte die erste Frau, simply the first. Obwohl die Russin ganz in der stillen Wissenschaft aufging, votierte sie öffentlich für das Frauenstimm- und -wahlrecht.