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Föhn, Gewitter und Südwestwind
Der heutige Tag war ereignisreich und spannend zu verfolgen. Neben Föhn führte ein Kurzwellentrog in einigen Regionen zu auffrischendem Südwestwind und sogar Gewittern!
Grosswetterlage
Die Schweiz befand sich heute auf der Vorderseite eines umfangreichen Langwellentroges, welcher sich vom nahen Atlantik bis hin nach Nordafrika erstreckte. Ein Hochdruckgebiet hatte sich über Nord/Nordost Europa installiert. Aufgrund dieser Druckverteilung befand sich die Schweiz in einer südlichen Anströmung.
Diese Anströmungsrichtung führte auf der Alpensüdseite, wie bereits gestern, zu einer Stausituation und alpennordseitig zu einer Föhnlage.
Schubladisierung
Müsste man diesen Föhn in eine Schublade stecken, würde er sich grösstenteils in der Schublade „klassischer hochreichender Föhn“ wohl fühlen.
Auf der Alpensüdseite befand sich in den unteren Luftschichten kältere Luft. Dadurch konnte sich ein Nord-Süd Druckgradient aufbauen. Zusätzlich wurde der Druckgradient auch synoptisch verstärkt. Durch die Annäherung des Tiefs fiel im Norden der Druck stärker als im Süden.
Der Verlauf der Druckdifferenz zwischen Kloten und Lugano wies um 14 UTC eine Differenz von fast 15 hPA auf. Mit dieser Druckdifferenz war es nicht erstaunlich, dass wir im Alpenraum einen starken bis stürmischen Föhn antreffen konnten, welcher am Nachmittag bis weit ins Flachland ausgriff.
Die Kaltfront im Anmarsch
Ein Feature, das hier bisher unterschlagen wurde, ist die zum Tief gehörende Kaltfront. Diese befand sich am Vormittag noch über Frankreich. Mit der südlichen Strömung verlagerte sich die Kaltfront Richtung Norden und streifte die westlichen und nordwestlichen Landesteile.
Als der Kurzwellentrog am Nachmittag dann über die Schweiz schwenkte, verursachte dies einen Druckanstieg auf der Alpennordseite bzw. in den westlichen Landesteilen. Dadurch frischte der Südwestwind in der Westschweiz und Juranähe auf. Zudem konnten am Nachmittag die ersten Gewitter zunächst in der Region Ajoie, danach auch im Flachland beobachtet werden.
Die Ursache
Dass diese Gewitter dort entstanden sind, ist kein Zufall. Mit dem stürmischen Südföhn, welcher auch teilweise bis ins Flachland ausgriff, herrschten am Vormittag noch südöstliche Winde. Im westlichen Mittelland wehte sogar eine leichte Bise. Mit Annäherung des Kurzwellentroges drehte der Wind dann auf Südwest. Dieser Südwestwind griff immer mehr nach Osten aus und führte in den oben genannten Gebieten zu einer Windkonvergenz. Dadurch konnten diese Gewitter entstehen.
Schlusswort zum Stau und Föhn
Wie bereits oben erwähnt, befand sich die Alpensüdseite im Staugebiet und es fiel mässiger bis starker Niederschlag, teilweise auch konvektiv durchsetzt. Der Niederschlag griff zum Teil auch in die unmittelbar nördlich gelegenen Gebiete des Alpenhauptkammes über.
Ein gewisses Übergreifen des Niederschlages ist bei Föhn normal. Greift der Niederschlag jedoch ungewöhnlich weit nordwärts in die Föhntäler, wird eher von einem Dimmerföhn gesprochen. So einen Fall hatten wir heute beispielsweise in Altdorf. Trotz Föhn fiel dort zeitweise Niederschlag.
Eine mögliche Ursache ist wohl der Teiltrog, der die Schweiz heute überquerte und zu einer Kaltluftadvektion in der Höhe führte.