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Verglichen mit dem Tag zuvor verlief der Freitag in Melbourne (Ortszeit) in der «Causa Djokovic» ereignisarm. Der Serbe befindet sich weiterhin unter Bewachung in einem Quarantäne-Hotel für Ausreisepflichtige. Dort wird der Serbe womöglich auch bleiben, bis am Montag im Gericht definitiv über eine mögliche Ausweisung der Weltnummer 1 entschieden werden soll.
«Unmenschlicher Umgang»
Gemäss dem serbischen Tennis-Journalisten Sasa Ozmo wurde ein Antrag Djokovics, die Zeit bis zum Gerichtsentscheid in einem von seinem Team gemieteten Apartment zu verbringen, nicht gutgeheissen. Ozmo schreibt auf Twitter weiter, dass sich in Djokovics Hotelzimmer mehrere Insekten herumtreiben würden. Zudem warte der 34-Jährige weiter auf Gepäck und Wertsachen.
Djokovics Vater Srdjan hatte am Donnerstag behauptet, sein Sohn werde «in einem Gefängnis» gefangen gehalten. Auch Serbiens Staatspräsident Aleksandar Vucic empörte sich über «die Schikanierung des besten Tennisspielers der Welt». Das serbische Aussenministerium bat wegen des «unangemessenen und unmenschlichen Umgangs» mit Djokovic gar den australischen Botschafter in Belgrad zum Gespräch.
Australiens Innenministerin Karen Andrews trat diesen Vorwürfen am Freitag entschieden entgegen. «Herr Djokovic wird in Australien nicht gefangen gehalten, es steht ihm frei, jederzeit auszureisen», so Andrews. Und fügte an: «Der Grenzschutz wäre ihm dabei auch behilflich.»
Tschechin Voracova muss Australien verlassen
Die tschechische Tennisspielerin Renata Voracova ist in einem vergleichbaren Fall zu jenem von Novak Djokovic von den australischen Grenzschutzbehörden festgesetzt worden. Die 38-Jährige muss laut Berichten lokaler Medien das Land verlassen. Sie hatte schon an einem Vorbereitungsturnier auf die Australian Open teilgenommen. Wie die Zeitung The Age und ABC News berichten, soll die Doppelspezialistin mit einer Befreiung von der Impfung eingereist sein, weil sie sich in den letzten 6 Monaten mit dem Coronavirus infiziert habe.
Becker kritisiert ehemaligen Schützling
Kritik an Djokovic äusserte auch ein ehemaliger Weggefährte des 20-fachen Grand-Slam-Siegers. Boris Becker bezeichnete Djokovics Entscheidung gegen eine Impfung in einem Gastbeitrag in der englischen Daily Mail als «grossen Fehler».
Ein Fehler, der auch Djokovics Chance bedrohe, seinen Status als grösster Tennisspieler der Geschichte zu zementieren, meinte der ehemalige Coach des Serben weiter. «Es geht nicht nur um Australien. Tatsache ist, dass wir in einer anderen Welt leben, und es wird ihm sehr schwer fallen, das Leben eines Profis zu führen, der ohne Impfung herumreist.»
Ausgerechnet Kyrgios nimmt Djokovic in Schutz
In den letzten Stunden meldeten sich aber auch diverse Unterstützer von Djokovic zu Wort, nicht nur aus seinem Heimatsland. Wenig überraschend kommt der Support der Spielergewerkschaft PTPA, die Djokovic 2020 mitgründete: «Wir respektieren sämtliche Meinungen zur Impfung. Sowohl Geimpfte als auch Ungeimpfte (mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung) sollten aber die Freiheit besitzen, zu spielen», heisst es in ihrem Statement.
Eher unerwartete Unterstützung erhält das Djokovic-Camp von Nick Kyrgios (ATP 93). Der polarisierende Australier, der sich in der Vergangenheit wiederholt negativ zu Djokovic geäussert hatte, schrieb auf Twitter: «Ich glaube an die Massnahmen. Ich habe mich für andere und für die Gesundheit meiner Mutter impfen lassen. Doch wie wir mit der Situation von Novak umgehen, ist schlecht, sehr schlecht.»
Djokovic sei einer der grössten Champions, am Ende des Tages sei er vor allem aber Mensch, so Kyrgios.