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#9 Unser Anlageansatz
Entdecke die wegweisenden Arbeiten zweier herausragender Wissenschaftler und wie sie unseren passiven Anlageansatz massgeblich geprägt haben.
In Aktien zu investieren, ist keine neue Idee. Aktienmärkte gibt es seit der frühen Neuzeit, und wer sich damit auskannte und Zugang hatte, konnte schon vor langer Zeit in Aktien investieren.
Die Unvorhersehbarkeit kurzfristiger Renditen
Einer der Ökonomen, dessen Theorien für unsere Anlagegrundsätze von grundlegender Bedeutung sind, ist Eugene Fama. In den 1960er Jahren beschäftigte er sich mit der Frage, ob Aktienrenditen kurzfristig vorhersehbar sind. Auf lange Sicht ist die Sache ziemlich klar. Über einen Konjunkturzyklus hinweg bringen Aktien im Durchschnitt etwa 6 Prozent Rendite (inflationsbereinigt). Und das über Jahrzehnte. Kurzfristig sind Aktienrenditen jedoch nicht vorhersehbar.
Informationen, die den Aktienkurs beeinflussen können, werden in der heutigen Zeit sofort in den Aktienkurs eingepreist. Veröffentlicht beispielsweise ein Pharmaunternehmen positive oder negative Ergebnisse aus klinischen Studien, ändert sich der Aktienkurs sofort. Kurzfristig sind Aktienkurse daher nicht vorhersehbar. Im Jahr 2013 erhielt Eugene Fama für diese Erkenntnisse den Nobelpreis.
Das Verhältnis von Risiko und Rendite
Der zweite für uns wichtige Forscher ist William Sharpe. Auch er hat in den 1960er Jahren bahnbrechende Entdeckungen gemacht. Er zeigte, dass die erwartete Rendite von Aktienanlagen direkt mit dem Risiko zusammenhängt.
Zwischen Risiko und Rendite besteht ein linearer Zusammenhang: Mehr Risiko bedeutet mehr erwartete Rendite, weniger Risiko bedeutet weniger erwartete Rendite. Es gibt jedoch zwei Arten von Risiko: systematisches und unsystematisches Risiko.
- Systematisches Risiko hingegen das Auf und Ab des gesamten Aktienmarktes oder einer Branche.
- Unsystematisches Risiko (idiosynkratisches Risiko) hingegen betrifft individuelle Ereignisse, die sich auf den Aktienpreis eines einzelnen Unternehmens auswirken.
Die Erkenntnis, dass die Rendite in erster Linie mit dem systematischen Risiko zusammenhängt, führte 1990 zur Verleihung des Nobelpreises an William Sharpe. Um dies zu verstehen, muss man sich vor Augen halten, dass das unsystematische Risiko durch Diversifikation minimiert werden kann.
Diversifikation und kosteneffiziente Anlageinstrumente
Diversifikation ist wichtig, da unsystematische Risiken keine Risikoprämien bieten. Um dies zu erreichen, investieren wir bei True Wealth in verschiedene Anlageklassen, Wirtschaftssektoren, globale Märkte und Unternehmen. Wir verfolgen einen passiven Investmentansatz und setzen auf kosteneffiziente und liquide ETF.
Exchange Traded Funds (ETF)
ETFs sind börsengehandelte Investmentfonds, die einen Marktindex abbilden. Es gibt rund zehntausend ETF auf dem Markt, aber nicht alle sind geeignet. Wir wählen für Sie die besten ETF aus. Dabei berücksichtigen wir neben den Produktkosten auch die Marktliquidität und das Gegenparteirisiko, das sich aus der Struktur des ETF ergibt. Schliesslich analysieren wir, wie gut der ETF den Marktindex effektiv abbildet (sogenannter Tracking Error). Wir verzichten aus Überzeugung auf teure Anlageprodukte, die versuchen, den Markt zu schlagen. In der Säule 3a setzen wir aus Steuergründen auch Indexfonds ein.
Individuelle Risikotoleranz
Jeder Anleger ist einzigartig und hat eine unterschiedliche Risikotoleranz. Deshalb gibt es bei uns nicht nur ein Portfolio. Jedes Kundenportfolio ist individuell. Nachdem wir Ihr Risikoprofil mit unserem Online-Fragebogen ermittelt haben, schlagen wir Ihnen ein massgeschneidertes, global diversifiziertes Portfolio vor. Möchten Sie mehr Schweizer Aktien? Oder keine Rohstoffe? Kein Problem, unsere Plattform richtet sich nach Ihren Wünschen. Wir setzen aber Leitplanken, damit Ihr Portfolio immer diversifiziert bleibt und vom Risiko her zu Ihnen passt.
Regelmässige Portfolioanpassungen
Marktbewegungen können dazu führen, dass Ihr Portfolio vom für Sie optimierten Anlagemix abweicht. Deshalb halten wir Ihr Portfolio auf Kurs. Das heisst, wir kaufen oder verkaufen für Sie die entsprechenden Anlageinstrumente, damit sich Ihr Portfolio wieder Ihrem angestrebten Anlagemix annähert. Aber auch nicht allzu oft – denn jede Transaktion kostet einerseits etwas Rendite (Handelskommissionen kosten Sie nicht extra – wir ziehen sie von unserer Vermögensverwaltungsgebühr ab; die Geld-Brief-Spanne ist aber unvermeidlich).
Denn regelmässige Portfolioanpassungen, auch Rebalancings genannt, können auf der anderen Seite zu einer Mehrrendite führen, da sich die Kursbewertungen langfristig oft ihrem langfristigen Durchschnitt annähern. Zudem bleiben Ihre persönliche Risikotoleranz und das Portfoliorisiko über die Zeit im Gleichgewicht.
Wenn Sie Fragen oder Anmerkungen haben, schreiben Sie eine E-Mail auf Felix Niederer. Bis zum nächsten Mal!
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