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Länder-Informationen zu Paraguay
Kurzinformation:
Einwohner: 6,944 Mio. (2017)
Hauptstadt: Asuncion
Verwaltungsgliederung: 17 Departamentos und der Hauptstadtbezirk
Amtssprachen: Spanisch, Guarani
Nationalfeiertage: 15.Mai
Unabhängigkeit: 14./15. Mai 1811 von Spanien
Währung: 1 Guarani (PYG)= 100 Centimos
Umrechnungskurs: 100 PYG = 0.02 CHF
Telefonvorwahl: 00594
Stromspannung: 220 Volt
Polizei: Tel. 911
Ambulanz: Tel. 141
Einreise: für Schweizer Staatsbürger/innen ein mind. 6 Monate über die Rückreise hinaus gültiger Reisepass. Visafrei bis 90 Tage Aufenthalt.
Gesundheit: Es sind keine spezifischen Hinweise publiziert. Schützen Sie sich gegen Mückenstiche. Ebenfalls existiert ein Denguefieber-Risiko. Persönliche Hygiene sowie Vorsicht bei der Nahrungsaufnahme sind sehr wichtig. Vermeiden Sie vom Wasserhahn zu trinken.
(amtlich Republica del Paraguay), Binnenstaat in Sudamerika, grenzt im Nordwesten und Norden an Bolivien, im Osten an Brasilien, im Suden und Westen an Argentinien.
Staat und Recht: Nach der Verfassung vom 22. Juni 1992 ist Paraguay eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt und Regierungschef ist der auf 5 Jahre direkt gewählte Präsident (Wiederwahl nicht möglich). Er ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und ernennt die Mitglieder des Kabinetts. Die Legislative liegt beim Zweikammerparlament, bestehend aus Senat (45 Mitglieder) und Abgeordnetenhaus (80 Abgeordnete); die Legislaturperiode betragt 5 Jahre. Einflussreichste Parteien: National-Republikanische Vereinigung-Colorado Partei (ANR-PC), Authentische Liberal-Radikale Partei (PLRA), Partei der Nationalen Begegnung (PEN).
Landesnatur: Paraguay besitzt überwiegend Flachlandcharakter. Es wird vom Fluss Paraguay in zwei Grosseinheiten geteilt. Oestlich des Stromes erstreckt sich ein subtropisches Tafel- und Bergland, reich an Niederschlagen, mit immergrünen Wäldern. Es bricht in einer Stufe zur fruchtbaren, weniger feuchten Parana-Paraguay-Senke ab, in deren südlichem Teil sich weite Sumpf- und Ueberschwemmungsgebiete erstrecken. Im Westen breitet sich die trocken-heisse Aufschüttungsebene des Gran Chaco aus; sie ist überwiegend mit Savannen, Quebrachowäldern und Dornbuschformationen bedeckt.
Bevölkerung: Rund 95 % der Einwohner sind Mestizen, etwa 3 % Indianer (Guarani), die übrigen Europäer und Asiaten. Hauptlebensraum ist die Ostregion; rund drei Viertel der Bevölkerung leben im Gebiet um die Hauptstadt Asuncion. In der dünn besiedelten Westregion leben nur 3 % der Gesamtbevölkerung, v. a. Indianer und Mennoniten (meist deutscher oder schweizerischer Herkunft). Das jährliche Bevölkerungsswachstum ist mit 2,6 % (1995-2000) das höchste in Südamerika. Rund 93 % der Bevölkerung gehören der katholischen Kirche (bis 1992 Staatskirche) an, uber 4 % protestantischen Kirchen (v. a. Mennoniten, Baptisten und Pfingstler). Allgemeine Schulpflicht besteht vom 7. bis 14. Lebensjahr. Die Analphabetenquote betragt 7,9 %. Paraguay hat eine staatliche (gegründet 1890) und eine katholische Universität (gegründet 1960) in Asuncion sowie weitere Hochschulen.
Wirtschaft und Verkehr: Nach seinem Bruttosozialprodukt (BSP) je Einwohner zählt Paraguay zu den Entwicklungslandern mit mittleren Einkommen. Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft (Anteil von uber einem Viertel am Bruttoinlandsprodukt), bei der die Viehwirtschaft (v. a. extensive Rinderhaltung in den Savannengebieten) fuhrend ist. Der Anbau der Grundnahrungsmittel Mais, Maniok und Bataten sowie der Exportprodukte Baumwolle, Sojabohnen, Erdnusse erfolgt v. a. in der Ostregion. Vorherrschend sind kleinbauerliche Betriebe, die sich mit Unterstutzung der katholischen Kirche in Kooperativen zusammengeschlossen haben. Trotz mehrerer Agrarreformen bewirtschaften Gro?betriebe (3 % aller Betriebe) aber nach wie vor 80 % der landwirtschaftlichen Nutzflache. Forstwirtschaftlich genutzt werden etwa 30 % der Waldflache; auch Gewinnung von Tannin, atherischen Oelen u. a. Erschlie?ungsarbeiten am Parana haben zu gro?flachiger unkontrollierter Abholzung gefuhrt. Nachgewiesene Eisen-, Mangan- und Kupfererze werden noch kaum ausgebeutet. In Zusammenarbeit mit Brasilien wurde 1991 das Gro?kraftwerk Itaipu (12’600 MW) am Parana fertig gestellt. Die Industrie verarbeitet in erster Linie landwirtschaftliche Erzeugnisse und Holz. Wichtigste Verkehrstrager fur den Au?enhandel sind die Flusse Paraguay und Parana; bedeutendster Binnenhafen ist Asuncion. Paraguay hat Freihafenrechte in Buenos Aires, Santos, Paranagua und Antofagasta. Einzige wichtige Eisenbahnstrecke ist die staatliche Verbindung von Asuncion nach Encarnacion (441 km). Von rund 60 000 km Stra?en sind nur knapp 3 000 km asphaltiert. Paraguay hat 705 km Anteil an der Carretera Panamericana. Nationale Fluggesellschaft: Lineas Aereas Paraguayas (LAPSA; 1994 privatisiert); internationale Flughafen in Asuncion und Ciudad del Este.
Geschichte: Das 1537 von Spanien gegrundete Asuncion wurde Kolonisationsmittelpunkt des oberen La-Plata-Gebietes. 1609 errichteten die Jesuiten bei den Guarani-Indianern Missionsstationen (Reduktionen), aus denen am Mittellauf des Uruguay und Parana der Jesuitenstaat entstand. Obwohl ohne geschlossenes Territorium, brachten es die Reduktionen durch Anpassung an die Sitten der Guarani und einen hohen Organisationsgrad zu wirtschaftlichem Wohlstand. Nachdem 1767 die Jesuiten vertrieben worden waren, wurden die Reduktionen unter Zivilverwaltung gestellt und verfielen allmählich. 1811 erklärte sich Paraguay unabhängig und bildete unter dem Diktator J. Francia (1814-40) einen wirtschaftlich und politisch isolierten Freistaat. Unter Francias Nachfolger C. A. Lopez öffnete sich das Land wieder ausländischem Einfluss und Kapital. Sein Sohn und Nachfolger F. S. Lopez suchte im Krieg gegen Argentinien, Brasilien und Uruguay das Land aus der Umklammerung durch diese Länder zu befreien und einen Zugang zum Meer zu gewinnen. Doch Paraguay wurde wirtschaftlich völlig vernichtet (nur ein Fünftel der Bevölkerung überlebte, ein grosser Teil des nutzbaren Territoriums ging verloren); es konnte sich erst im 20. Jahrhundert wieder erholen. Im Ersten Weltkrieg blieb Paraguay neutral. Nach dem Chacokrieg gegen Bolivien (1932-35) erhielt Paraguay im Friedensvertrag von Buenos Aires (21. Juli 1938) den grössten Teil des umstrittenen Chaco zugesprochen. In der Folge des Krieges wurden die Militärs zur beherrschenden Macht; einflussreichste Partei war die National-Republikanische Vereinigung (ANR). Die Verflechtung zwischen diesen beiden Kräften wurde immer enger, bis 1954 General A. Stroessner nach einem Putsch als Armee-Oberbefehlshaber und ANR-Parteichef das Präsidentenamt übernahm. 34 Jahre lang übte er die Regierungsgewalt diktatorisch aus, formal alle fünf Jahre durch Wahlen bestätigt. Am 3. Februar 1989 wurde er durch einen blutigen Putsch gestürzt, Präsident wurde General A. Rodriguez (ANR, gewählt am 1. Mai 1989). Dieser leitete einen Demokratisierungsprozess ein: Am 1. Dezember 1991 wurde eine verfassunggebende Nationalversammlung gewählt, gleichfalls mit Mehrheit fur die ANR. Die neue Verfassung (1992) beschnitt die Rechte der Militärs. Am 10.5. 1993 fanden unter internationaler Beobachtung Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Die Opposition hatte sich nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten geeinigt, es wurde der Vertreter der ANR, J. C. Wasmosy, zum Präsidenten gewählt. Ein Militärputsch von General L. Oviedo im April 1996 endete zwar mit seiner Verhaftung und Verurteilung, doch wurde er auf Veranlassung des 1998 gewählten Präsidenten R. Cubas Grau (ANR) amnestiert. Als der Präsident der Forderung des Parlaments, den General wieder festzusetzen, nicht nachkam, wurde ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Um dem zuvorzukommen, trat Cubas Grau im Marz 1999 zuruck. Begleitet waren diese Ereignisse von heftigen Unruhen in Asuncion, die erst ein Ende fanden, als das Parlament Senatsprasident L. Gonzalez Macchi (ANR) zum Präsidenten ernannte. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, v. a. die ausbleibende Landreform, führen immer wieder zu neuen Unruhen.
Sicherheit: Die politische Lage kann als stabil bezeichnet werden. Dennoch kann es zu politischen Demonstrationen und Ausschreitungen kommen. Meiden Sie deshalb Kundgebungen jeder Art. Das Risiko von terroristischen Anschlägen kann auch in Paraguay nicht ausgeschlossen werden. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Spezifische regionale Risiken: Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken. Departemente Concepción, Amambay, Alto Paraná, San Pedro, Canindeyu und Itapúa: In diesen Departementen führen die Machenschaften von Drogenbanden gelegentlich zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Bei Demonstrationen von Bauern, die eine Agrarreform verlangen, kann es zu gewaltsamen Ausschreitungen kommen. In den Departementen San Pedro und Concepción sind ausser kriminellen Gruppierungen auch die paraguayischen Guerilla-Organisationen EPP (Ejercito Popular Paraguayo) und ACA (Asociación Campesina Armada) aktiv, die von den Sicherheitskräften bekämpft werden. Die EPP hat wiederholt Personen zwecks Lösegelderpressung entführt und im Januar 2015 zwei Geiseln ermordet. Bewaffnete Auseinandersetzungen können vereinzelt auch unbeteiligte Personen in Mitleidenschaft ziehen. Strassensperren und Kontrollen sind häufig.
Von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen in die Departemente San Pedro und Concepción wird abgeraten. Lassen Sie bei dringend notwendigen Reisen grösste Vorsicht walten, und erkundigen Sie sich bei einer lokalen Vertrauensperson oder den lokalen Behörden über die aktuelle Lage. Diese Empfehlungen gelten auch für Reisen in die Departemente Amambay, Alto Paraná, Canindeyu und Itapúa.
Essen und Trinken: Spezialitäten wie Chipas (Maisbrot mit Ei und Käse), Sopa Paraguaya (Auflauf aus gemahlenem Mais, Käse, Milch und Zwiebeln), Soo-Yosopy (Suppe aus Maismehl und Rinderhack), Albondiga (Suppe mit Fleischklößchen) und Boribori (Suppe mit gewürfeltem Fleisch, Gemüse und kleinen Maismehlklössen mit Käse) sind eine Kostprobe wert. Palmitos (Palmenherzen) und Surubi (ein Fisch des Rio Paraná) und das einheimische Rindfleisch schmecken besonders lecker. Das Nationaltegränk ist der aus Zuckerrohr und Honig gewonnene Cana. Zuckerrohrsaft ist als Mosto bekannt und der Mate Tee wird, wie auch in Uruguay und Argentinien, von fast allen Bewohnern des Landes getrunken.