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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Ministerpräsident Ahmet Davutoglu mit der Bildung einer Übergangsregierung beauftragt. Diese werde das Land zwei Monate nach der jüngsten Abstimmung zur Neuwahl führen, teilte das Präsidialamt am Dienstag mit. Als Termin für die Parlamentswahl wurde der 1. November erwartet. Umfragen zufolge könnte die AKP ihre absolute Mehrheit wiedererlangen.
Davutoglu rief die Oppositionsparteien auf, Verantwortung zu übernehmen und an der Übergangsregierung mitzuwirken. Er hat fünf Tage Zeit, die Regierung zu bilden und muss nach der Verfassung Ministerposten auch an Mitglieder der Opposition verteilen. Davutoglu sagte, er sei bereit, stellvertretende Parteivorsitzende ins Kabinett zu holen, selbst wenn ihre Parteichefs dagegen seien.
Absolute Mehrheit wegen Kurden verloren
Die Koalitionsgespräche der islamisch-konservativen AKP von Erdogan und Davutoglu waren vergangene Woche gescheitert. Die AKP hatte bei der Parlamentswahl im Juni ihre absolute Mehrheit verloren, vor allem weil die prokurdische Demokratische Partei der Völker (HDP) bei ihrem ersten Anlauf die Zehn-Prozent-Hürde schaffte und ins Parlament kam. Damit platzte Erdogans Plan, die Verfassung zu ändern und die Macht des Präsidenten weiter auszubauen.
(reuters/gku/me)