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Die Wirtegruppe Glatttal ist eine Untergruppe des Wirtevereins des Bezirks und der Stadt Zürich und wurde im Jahre 1908 in der Brauerei Örlikon gegründet. Ursprünglich nannte sich der Verein Wirteverein Örlikon, Seebach, Schwamendingen. Mit dem Beitritt der Glatttaler Gemeinden im Jahre 1934 zu Zürich wurde auch Affoltern in den Verein aufgenommen und dieser in «Gruppe Glatttal des Wirtevereins des Bezirkes und der Stadt Zürichs (Örlikon, Seebach, Schwamendingen, Affoltern)» umbenannt.
Gründer des Vereins waren Hans Schlatter, Christian Schreiner und 13 weitere Mitglieder. Die Wirtegruppe Glatttal legt Wert darauf, neben dem Wirtegeschäft auch menschliche Kontakte zu pflegen und die Persönlichkeit des Wirts auch in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen, für die Rechte der Wirte einzustehen und die Aufgaben als Gastwirt ernst zu nehmen. Die Gruppe hilft ihren Mitgliedern bei der Lösung von Problemen, organisiert monatliche Hocks, Diskussionen, Vorträge, Ausflüge und Reisen. Darüber hinaus pflegt sie die Kameradschaft.
Anfänglich setzte sich der Verein vor allem für eine Preisregulierung im Kostgängerwesen sowie für die Reduktion der Tarife für Gas, Wasser und Licht sowie gegen die Überhandnahme der Waldfeste ein. Während den Kriegsjahren waren sozusagen an allen Versammlungen von den Rationierungsmassnahmen, den fortwährenden Preiserhöhungen für Lebensmittel, Zigarren und Zigaretten, die Einführung der Polizeistunde durch den Regierungsrat und die Rückgabe dieses Rechtes an die Gemeinden die Rede.
Zum 25-jährigen Jubiläum traf man sich am 12. Dezember 1933 im Restaurant Flora der Familie Widmer an der Schaffhauserstrasse, direkt bei der Abzweigung der Schwamendingerstrasse. Eine Ländlerkapelle sorgte für gute Stimmung, für Tanz, während der Dramatische Verein Örlikon-Seebach mit zwei originellen Aufführungen für viel Stimmung sorgte.
Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Vereins wurde 1958 eine tolle Reise mit dem Roten Pfeil organisiert. Es handelte sich um den RAe 2/4 1001, einem damals an Popularität nicht zu übertreffenden Fahrzeug. Noch heute ist im historischen Fahrzeugpark der SBB ein Fahrzeug dieses Typs vorhanden und man kann es immer noch mieten! Die Reise führte nach Twann an den Bielersee. Es ist allerdings nicht überliefert, ob die Wirte dieses Ziel zufällig oder eher mit Absicht gewählt haben, doch bekanntlich weiss man von den Wirten, dass wer Wirt wird, immer weiss, wo man gut isst und trinkt. In der ausgewählten Gegend gibt es Felchen, Egli, Zandern, Trüschen, Rotaugen, Brachsmen, Hechte und auch Krebse. Zudem gedeiht dort der süffige Twanner Wein, zumeist Gutedel (Chasselat), Blauburgunder (Pinot noir), den Müller-Thurgau (Riesling x Sylvaner), den Grauburgunder (Pinot gris), den Gewürztraminer und andere mehr. Stellt man sich noch Salzkartoffeln mit frischem Dill und etwas Butter sowie einen feinen Salat vor, dann ist es ein Leichtes, sich auszudenken, was die Wirte dort zu sich genommen haben, auch wenn es nicht schriftlich überliefert ist.
Das 75-jährige Jubiläum feierte man auf dem Rütli und zwar am 21. Juni 1983. Man traf sich in Hertenstein, einem idyllischen Ort am Vierwaldstättersee zum Apéro mit Kleingebäck unter Kastanienbäumen bei besten Sommerwetter. Dann ging es aufs Schiff, wo ein tolles Buurebüffet serviert wurde, alldieweil das Schiff das Fischerhaus Treib ansteuerte. Von dort ging es dann zu Fuss stotzgrotzig hinauf nach Seelisberg, wo man die herrliche Aussicht genoss. Obwohl man per Bahn hätte hinunter fahren können, wählten alle den Fussweg. Zurück beim Fischerhaus, durften sich die Wirte ins «Goldene Buch von Treib» eintragen. Auf dem Schiff ging es weiter nach Brunnen. Im schönen Restaurant Fallenbach gab es einen musikalischen Nachmittag mit Lydia und Hans Sprecher. Das Duo spielte virtuos, sie Klavier, er Handorgel. Wenns am Schönsten ist, muss man aufhören, heisst es gewöhnlich, doch ging es noch nicht nach Hause, sondern per Bus über Meggen auf den Gütsch ins gleichnamige Grand Hotel zu einem feudalen Dinner mit allem Drum und Dran. Der Allein-Unterhalter, «blauer Willy» sorgte für die musikalische Umrandung des Essens. Spät abends fuhr man dann per Autobus bei Regen wieder zurück nach Zürich.
Das 100-jährige Jubiläum feierte der Verein am 2./3. Juli 2008. Die Jubelreise führte mit der Bahn nach Bern und Lausanne, dann per Bus nach Ouchy an den Genfersee hinunter und per Schiff weiter nach Montreux, wo es ein Mittagessen gab. Dann ging es weiter mit der Montreux-Oberland-Bahn nach Spiez und von dort mit der BLS nach Visp und mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn nach Zermatt zum Gala-Diner im Hotel Ambiance und Übernachtung im Hotel Alex. Am nächsten Tag gab es einen Ausflug mit der Gornergratbahn von Zermatt auf den Gornergrat mit Mittagessen. Danach Rückfahrt nach Zermatt und Weiterfahrt nach Visp und dann zurück mit den SBB nach Zürich.
Alles was in diesem Beitrag steht, entnahm die OGS in stark gekürzter Form der von Werner Kölliker, dem früheren Inhaber von Kö-Modellbau, verfassten Chronik «10Koel0 Jahre Gruppe Glatttal des Wirtevereins des Bezirks und der Stadt Zürich». Mehr zu Kö-Modellbau siehe dort!
Präsidenten:
- Hans Schlatter 1908-? - Karl Attinger (Seebach) - J. Faust - J. Nägeli - E. Stäuble - Edi Widmer, sen. (Flora, Ã?rlikon) - A. Wanner, bis 1924 - Samuel Stamm 1924-1935 - Samuel Brütsch 1935-1945 (Schwamendingen) - Kurt Gonser 1945-1947 - Edi Widmer, jun. 1947-1959 (Flora Ã?rlikon) - Fritz Werthmüller 1959-1969 - Karl Dübendorfer 1969-1973 - Willy Moser 1973-1983 - Christian Caspar 1983-1995 - Bruno Grob 1995- heute
Quellen: - Chronik 100 Jahre Gruppe Glatttal des Wirtevereins - Werner Kölliker, Verfasser der Chronik