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Mittels Geldmengen oder Geldmengenaggregaten wird gemessen, wie viel Geld in einer Volkswirtschaft im Umlauf ist. Bevor die Notenbanken dazu übergingen, die Wirtschaftsentwicklung über die Leitzinsen zu steuern, verwendeten viele von ihnen die Geldmengenaggregate zu diesem Zweck. In der Schweiz sind die Geldmengen M0, M1, M2 und M3 definiert.
Definition der Geldmengen
Die Definition der Geldmengen ist nicht international standardisiert. Meistens sind die Abweichungen klein, im Vergleich mit den britischen Geldmengenaggregaten ist aber eine Gewisse Vorsicht angebracht.
Dei Geldmengen M1, M2 und M3 bauen aufeinander auf, d.h. M2 enthält M1 und M3 enthält M2. Die sogenannte Notenbankgeldmenge M0 tanzt etwas aus der Reihe.
Die SNB definiert die Geldmengenaggregate (pdf) für die Schweiz. Diese Definitionen sind historisch gewachsen und teilweise etwas sperrig. Im folgenden geht es daher nicht darum, diese Definitionen möglichst präzise wiederzugeben, sondern sie verständlich aufzubereiten und aufzuzeigen, was damit gemeint ist und bezweckt wird.
M0
Die Notenbankgeldmenge M0 setzt sich zusammen aus dem Banknotenumlauf und den Girokonten der inländischen Banken bei der SNB. M0 ist die einzige Geldmenge, welche sich direkt in der Bilanz der Zentralbank als Verbindlichkeit wiederfindet. Sie hat heute für die Wirtschaftspolitik keine Bedeutung mehr und wird auch in Analysen kaum verwendet.
M1
Die Geldmenge M1 umfasst prinzipiell das Bargeld (Noten und Münzen), welches sich im Umlauf bei Privatpersonen und Unternehmen ausserhalb des Bankensektors befindet, die Sichteinlagen dieser Privatpersonen und Unternehmen, sowie deren Einlagen auf Transaktionskonten. Für eine Privatperson bedeutet das in der Regel den Bargeldbesitz und das Lohn- oder Privatkonto. Hier geht es also um Geld, welches im täglichen Leben für den Kauf von Waren und Dienstleistungen eingesetzt wird.
M2
M2 beinhaltet M1 und zusätzlich die Sparkonten von Privatpersonen und Unternehmen ausserhalb des Banksektors. Gelder auf Sparkonten sind zwar prinzipiell auch jederzeit verfügbar, aber bei grösseren Abhebungen bestehen die Banken in der Regel auf einer Kündigunsfrist. Aus Sicht einer Privatperson werden Gelder auf dem Sparkonto häufig für grössere Anschaffungen verwendet, beispielsweise ein neues Auto.
Dei Geldmenge M2 ist aus statistischer und wirtschaftspolitischer Sicht interessant, da sie am ehesten die Möglichkeiten der Bevölkerung für Ausgaben (sowohl regelmässige als auch grössere) widerspiegelt. Dementsprechend findet dieses Aggregat die meiste Beachtung.
M3
M3 wiederum beinhaltet M2 und zusätzlich Guthaben von Privatpersonen und Unternehmen ausserhalb des Bankensektors mit einer fixen Restlaufzeit. Diese Guthaben können also nicht einfach so Abgehoben und für Einkäufe verwendet werden, sondern stehen normalerweise erst nach Ablauf der Laufzeit wieder zur Verfügung. Für Privatpersonen spielen solche Anlagen in der Regel eine untergeordnete Rolle, für Unternehmen kommen sie eher in Frage, da hier grössere Ausgabenblöcke zu fixen Daten eine grössere Rolle spielen (z.B. Löhne, Warenbestellungen).
Internationale Vergleiche
Internationale Vergleiche anhand der Geldmengen M0, M1 und M2 sind meist nur mit kleinen Fehlern, sprich Unterschieden in der Definition der Nationalen Geldmengenaggregate, behaftet. Besonders die Definitionen der EZB und der SNB sind sich hier recht ähnlich. In den USA spielen Geldmarktfonds traditionell eine wesentlich wichtigere Rolle als in Europa, entsprechend sind sie hier in M2 enthalten – M3 wird seit 2006 nicht mehr offiziell ausgewiesen.