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|ANNE WANNER'S Textiles in History / books|
|Kölner
Bortenweberei im Mittelalter, Marita Bombek, Gudrun
Sporbeck

mit einem Beitrag und textiltechnischen Analysen von Monika Nürnberg, deutsch, mit englischen Zusammenfassungen, 299 Seiten, 2012,
Corpus Kölner Borten, Band 1, herausgegeben von Marita Bombek und Gudrun Sporbeck,
Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2533-3 - www.schnell-und-steiner.de
|Das
Buch ist unterteilt in einleitende Kapitel (ca.
80 Seiten) und in einen Katalogteil (ca.
200 Seiten). Der Anhang enthält Zusammenfassungen
der einleitenden Kapitel in englischer Sprache,
verschiedene Verzeichnisse und
Konkordanzlisten, weiterführende Literatur,
Register und Hinweise auf die Datenbank
HiDA MIDAS/Kur

Bereits Franz Bock (1859) hatte die Bezeichnung "Kölner Borten" gemäss mittelalterlichen Quellen eingeführt. Die einleitenden Kapitel diskutieren die Frage nach einer Produktion im Mittelalter eingehend.
1932 publizierte Ernst Scheyer seine Zusammenfassung von 53 Objekten. Mit bisher unpublizierten Objekten liegt nun ein Bestand von 180 Kölner Borten vor.
Das Hauptziel war die Erstellung eines Corpus aller als Kölner Borten bezeichneter Schmuckborten im Kölner Stadtgebiet, ihre Erfassung, die textile Analyse und die Katalogisierung. So erfasst der vorliegende Corpus die reichen Bestände an Kölner Borten in Kirchen und Museen der Stadt Köln.
Unter den 180 Borten gibt es solche, die nachweislich zusammengehören, sie werden in einer Nummer mit Unternummern zusammengefasst, so, dass der Katalog im gegenwärtigen Zeitpunkt 131 Katalognummern aufweist. Es waren verschiedene Autoren an der Inventarisation beteiligt: Monika Nürnberg bearbeitete 83 Borten, Jana Eich deren 29. Auf Gewänder montierte Borten untersuchten Gudrun Sporbeck, Schwester Klara Antons OSB und Annemarie Stauffer.
|Marita Bombek:

english summary:
|What was the relevance of the
so-called Cologne Braids within the general role of
fabric trade in medieval Cologne? Scholars like Franz
Bock and Hermann Keussen already posed this question
about the distribution of braids and their production
sites in the 19th century - after all, allegedly, Cologne
Braids were a highly important trade ware of Cologne, and
in the trade with luxury goods such as woollen cloth,
silk fabrics or gold yarn, they were the 'export hits' of
medieval Cologne.

Were they actually a certified quality product stemming from famous guilds, such as the guild of blazon embroiderers, which was well-known as far away as Paris, or the women's guilds of Cologne, consisting of silk makers and gold spinners, who were renowned even in Venice and Lucca? Or is it more likely that these products with their equally high quality were made in the convents and cloisters of Cologne?
As yet, we do not know how they were traded and where they were produced.
The objects are preciously woven ornamental braids made of gold yarn and silk, several of which are still appliqued to the gowns worn by clergymen. Many museums throughout the world hold fragments of these braids in their archives, and yet we do not fully know the context of their initial usage and production in the Middle Ages. Their relation to the liturgy shows in inscriptions with Christian connotations as well as in their iconography, which includes depictions of saints, often of figures know from specific local legends, such as St Ursula and St Gereon. But there are also influential patrician families from Cologne, such as the Birklin or Hirzte families, whose coats-of-arms or inscriptions on the braids hint at their role as donors.
As such, these braids are closely related to the civic history of Cologne and reflect part of its chequered history in the Late Middle Ages. In as early as the IIth and 12th centuries, the tradesmen who sold 'Cologne ware' far and wide were favoured with generous privileges, and they had their own branches abroad, for example in England, the Netherlands, Flanders and Scandinavia. Their trade and financial connections were spun as far as Nowgorod, Finland, Italy and Constantinople.
After all, alongside Paris and London, medieval Cologne was one of the major centres for trade and crafts, both within Europe and beyond. The history of the city of Cologne and its trade reaches back to Roman antiquity: "Colonia Claudia Ara Agrippinensium" - Cologne, City with Roman Rights.
The wealth of medieval Cologne, proclaimed free imperial city in 1475, stems from the long-distance trade of luxury goods and its being a staple town, which meant that Cologne had the right of initial purchase of foreign goods shipped there. This central market position of the hanse town Cologne was vital for the exchange of luxury goods, and also supported the city's powerful position as an archdiocese in the 'old empire' (having been an archbishopric since 785).
The trade with and production of precious fabrics had an important role in this context.
|Im
Beitrag von Marita Bombek stehen wirtschaftliche und
stadtgeschichtliche Aspekte im Vordergrund.

Die Autorin geht zunächst ein auf die Geschichte Kölns als bedeutende Exportgewerbestadt und zentraler Umschlagplatz bereits im Mittelalter. Eine Grundlage für den Reichtum der Stadt bildete seit 1259 das Stapelrecht, ein Erstkaufsrecht für alle in Köln ankommenden fremden Waren.
Kaufmannsgilden, die an wirtschaftlichen Entscheidungen der Stadt beteiligt waren, lassen sich seit dem 10. Jahrhundert nachweisen. In Zunftlisten und Handelsverträgen erscheinen immer wieder dieselben Namen, und bis 1369 waren diese Patrizierfamilien sehr mächtig. Mit der Durchsetzung des sog. Verbundbriefes von 1396 erhielten auch kleinere Handwerkerzünfte ein Mitbestimmungsrecht.
Kölner Kaufleute besassen eigene Kaufhallen in europäischen Städten und handelten auf internationalen Märkten. Seit dem 15. Jahrhundert nahm die Seideneinfuhr zu, Akzisenbücher geben ab 1452 genaue Auskunft über Seidenimporte.

|Seidenartikel
wurden in Köln als Halbfertigware eingeführt und in
Kölner Werkstätten bearbeitet. Zu den typischen
Erzeugnissen gehörten die gewebten und gestickten
Schmuckborten. Belege zu ihrer Herkunft, Entwicklung,
Verbreitung finden sich in historischen Wirtschafts-,
Zunft- und Inventarangaben. Diese Quellen sind jedoch
nicht immer präzise, zum Beispiel bleibt die Abgrenzung
gegenüber den bereits im 11. Jahrhundert erwähnten
Pariser Borten unklar, diese könnten als Vorbild für
Kölner Borten gedient haben.

Die Borten bilden eine Besonderheit des Kölner Kunsthandwerks, obwohl sie in den Quellen nicht als Kölner Borten ausgewiesen sind. Auch ihre Entstehung und Herkunft bleibt auf Grund fehlender genauer Beschreibungen unsicher. Ebenso unklar bleibt, ob vorhandene Namensinschriften Stifter oder Produzenten bezeichnen. Kürzel, wie auch besondere Ornamentformen können sowohl als Werkstattzeichen, wie als Meisterzeichen gedeutet werden. Erst für das 15. Jahrhundert ist eine Bortenproduktion in der Werkstatt des Senators und Wappenstickers Johann von Bornheim nachgewiesen.
Vor 1398 waren in Köln Handel und Gewerbe nicht scharf voneinander getrennt. Die Verordnungen erlaubten Arbeitsvergabe an heimische, wie an nicht zünftische Lohnarbeiter und die Heimarbeit in Klöstern und Konventen wurde geduldet. Erst aus dem 15. Jh. sind Verbote erhalten, und Zunftregeln werden immer strenger.
Die Frage stellt sich, ob Borten auch in Nonnenklöstern und Konventen, also in nicht professionellen Werkstätten entstanden sein könnten? Es besteht die Meinung, nach welcher es eine akzeptierte, andauernde Tradition für Textilarbeit in Frauen- und Männerklöstern gegeben haben könnte. In und um Köln lebten schon im 13. Jahrhundert ca. 3000 Beginen. Klöster und Konvente scheinen den von den Zünften geforderten Qualitätsansprüchen durchaus gewachsen gewesen zu sein. Adelige und bürgerliche Mädchen hatten lange Uebung in textilen Arbeiten, auch mögen sie vor ihrem Eintritt ins Kloster ein textiles Handwerk erlernt haben. Im klösterlichen Tagesablauf ist die Integration textiler Handarbeiten unbestritten.
Auch in der Frage nach Auftraggebern und Stiftern fehlen dokumentarische Hinweise weitgehend. Kaseln, Chormäntel, Antependien wurden zwar zunehmend mit Schmuckbändern verziert, aber wenige Objekte lassen sich mit Quellenangaben zur Deckung bringen.
Zusammenfassend kommt die Autorin zum Schluss, dass man den von Franz Bock im 19. Jh. geprägten Begriff Kölner Borte als qualitätvolles Kölner Kaufmannsgut bestätigen kann, obwohl sich nur wenige Objekte exakt zuordnen und datieren lassen. Die Borten sind vor allem im Bereich der christlichen Kunst anzutreffen. Sie zeigen Bildprogramme der Zeit, wie Kölner Heilige und Kölner Stifter. Die verstärkt standardisierte Ausstattung von Kölner Kirchen spiegelt sich auch in der zunehmend serieller werdenden Produktion der Kölner Borten.
Die gesellschaftliche Neuordnung im 16. und 17. Jahrhundert bewirkte in Köln ein Ende der gewebten Borten. Zu den grossformatigen floralen Mustern, zu den reichen plastischen Stickereien der liturgischen Gewänder passen sie nun in ihrer einfachen und klaren Gliederung nicht mehr.

|Gudrun Sporbeck:

english summary
|Judging by sources from economic
history, the production of fabrics was a very important
branch in late medieval Cologne, and one which gave the
town international renown in this field. From the 12th
century right up to the reformation, gold braids were
extraordinary luxury wares which the manufacturers of
Cologne were particularly specialised in. As such, they
became the dominant image of a production of fabrics
which in fact was much more variegated in the late
medieval Hanse town. Other famous products include filet
embroidery, high-quality woollen fabrics and prints made
in Cologne.

Nowadays, the Cologne braids that are kept in museum collections are usually nothing but fragments. The small pieces might reveal a lot about motifs, but they usually tell us little about the original contexts concerning traditions, the liturgy or memories; the greater part is of unknown origin and comes to us without any recognisable local reference. The contribution at hand focuses on the development of Cologne braids, the colourfulness and spectrum of motifs of which showed characteristic features from quite early on. The analysis is based on a stock of 179 braids, which have remained in the area of the city of Cologne, in churches and museums.
One of the most outstanding braids is the gold braid on the gown of the great Doctor of the Church, Albertus Magnus of Cologne, which dates before 1280. Considering the motifs and the quality of the material of these braids, we not only learn about the high aristocratic rank of the commissioners of the 13th and 14th centuries, which are also disclosed by the inscriptions and coats-of-arms. Production characteristics such as weave characteristics and seam allowance show that when it comes to the production of braids, we need to consider the essential position held by this ornamental and ennobling trade in the overall production of luxury goods.
It seems that the function which fabrics had in the liturgical context directly influenced the stylistic and figurative development of braids and linen borders. Braids from the 15th century show a sheer unlimited range of varieties on motifs that point to a specific Christian and Marian symbolism and related iconography.
For instance, small blossoming trees and sheer endless twines of flowers flank the illustrations of saints
and call to mind the idea of nature as an image of a more supreme order and as a symbol of eternal life, which can be traced back to the reception of Aristotle in the 13th century.
A close examination of the sequence of ornaments and their combination with inscriptions enables us to distinguish various groups of works, and to categorise them into groups such as 'manufacture with rhombi' or 'manufacture with coloured pinnacle frames.' If, in accordance with the regulations of the guilds, manufacturers did exchange templates, then we can see an immediate exemplary case in the motif of Christ Crucified, which holds a central place in the Book of Oaths newly set up by the council of Cologne for their guilds in 1450.
Another most important factor which influenced the development and distribution of the Cologne braids is the cult of relics. It has surfaced that the study of the beginnings and further development of the Cologne braids is intricately interrelated with the many branches and techniques of the fabric trade in medieval Cologne, and that we also need to study the latter in order to be able to fully grasp the many-layered system of cross-references in which these precious braids with their unique repertoire of motifs were created.
|Kapitel
2: Die frühen Borten und ihre Genese

Heute überwiegen bei den Kölner Borten Fragmente ohne überlieferten Zusammenhang, und es sind nur wenig Gewänder mit Bortenbesätzen erhalten. Von den 180 in Köln aufbewahrten Borten wird ein Fragment ins 12. vier ins 13. und sechzehn ins 14. Jahrhundert datiert.
In ihrer Untersuchung behandelt Gudrun Sporbeck fertigungstechnische und gattungsspezifische Aspekte der frühen Borten. Damit beschreitet sie neue Wege gegenüber E. Scheyers chronologischer Folge von 1932, und Fritz Witte, der die Borten der Schnütgen Sammlung 1926 nach stilkritischen Gesichtspunkten systematisiert hatte.
Die Verwendung der Borten konnte durchaus funktionell bedingt sein:
Schmale Besätze bedeckten Nähte, breitere dienten der Stoffersparnis. Da in Köln Luxusgüter nicht nur hergestellt, sondern auch verarbeitet wurden, betont Sporbeck die Bedeutung der Schneider für das heimische Textilgewerbe. Sie sind erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt. Für die Entwicklung der Borte sucht sie eine Erklärung in nähtechnischer Hinsicht zu finden, so wäre es denkbar, dass Inschriften aus einem solchen Grund gespiegelt vorkommen. Zudem haben die Besätze eine strukturierende Funktion.
Motivformen und Vorlagen sind überschaubar. Die Natur wird als höhere Ordnung vorgestellt und als Zeichen des ewigen Lebens stellen die Motive die Vielfalt der Schöpfung dar. Mehrfach und in verschiedenen Variationen kommt ein goldenes Bäumchen vor. Auch erscheinen dicht belaubte, lineare Bäumchen, die auf einem Wiesenstück wurzeln. Rankenzüge hinterfangen figürliche Darstellungen, später sind die Blüten grossflächig und stilisiert.

|Währenddem
E. Scheyer versucht hatte, die Kölner Borten von der
europäischen Textilgeschichte her zu verstehen und vor
allem den theologischen Sinn interpretierte, sind für G.
Sporbeck die Kombination der Ornamentfolgen,
kalligraphische Besonderheiten von
Bedeutung. Eine Borte um 1300 zeigt eine Schrift mit
überwiegend gerundeten Buchstabenformen. Am Anfang des
14. Jhs. fällt die geschlossene e-Form auf. Seit dem
ersten Viertel des 14. Jh. kommen Bogenschwellungen vor,
wie auch keilförmige Verdickungen der Halsenden. Die
gotische Majuskel erscheint in Köln um 1400.

Immer wiederkehrende Motive könnten auf Merkmale von Werkstätten hinweisen. Sternrosetten und Schmuckrauten oder die kleinen goldenen Sterne, die einzeln und in Reihen auftreten, bedeuten möglicherweise solche Werkstattzeichen. Bei Darstellungen von Wappen lassen sich ebenfalls Gruppen-Aehnlichkeiten feststellen: sie erscheinen in Reihung oder später in Vierpässen, die auch zu Quadraten erweitert wurden. Sie kommen auch im Zusammenhang mit Engeln vor. Ein weiteres Motiv sind Engel, die farbige Zinnenrahmen darbieten.

Seit der Mitte des 15. Jhs kommen
3-teilige Kaselkreuze mit Figuren und Christus am Kreuz
vor. Auch sie könnten in einer besonderen Werkgruppe
entstanden sein. Solche Darstellungen sind beeinflusst
von der zeitgenössischen Tafelmalerei. Vorbildhaft war
zweifellos auch ein gekreuzigten Christus im Eidbuch des
Zunftrates. Auf dieses um 1450 vom Rat der Stadt Köln
angelegte Buch mussten Vereidigte schwören.

Auskunft über mittelalterliche Kölner Textilien gibt ein Reliquienfund aus der ehemaligen Zisterzienser Abtei Mariafeld in Westfalen. In der ältesten Chronik des Klosters sind 40 aus Köln stammende Reliquienhäupter und Textilien verzeichnet. Die ursprüngliche Fassung blieb hier erhalten, weil man die Reliquien später mit immer wieder neuen Stoffen überfangen hatte. Dabei blieben die ursprünglichen, älteren Gewebe unversehrt. Dieser Fund erschliesst die ganze Breite der Kölner Textilproduktion im 13. und 14. Jahrhundert. Es wird deutlich, dass man Kölner Borten nicht isoliert als Bandgewebe produzierte, sie stehen vielmehr im Zusammenhang mit anderen in Köln gefertigten Textilien.
Ein Wandel in der Liturgie beeinflusste auch die Bortenproduktion. Diese mussten nun massgenau hergestellt werden und zeigen religiöse Inhalte. Die Kaselrückseite wurde zur Schauseite und zum Bildträger.
|Monica Nürnberg:

english summary
|Within the scope of putting
together this corpus oeuvre, the braids of medieval
Cologne were registered systematically.

This led to the first opportunity ever to not only document extensively the large stock of woven decorative braids from the area of Cologne, it also enabled us to analyse these deploying the parameters offered by textile technology. However, in this project, late-medieval embroidered braids were
not taken into consideration, or rather, only in such cases where the embroidery was used to add to the fabric. To date, only single braids had been analysed, for example when being restored or when parament stocks were catalogued.
After the last major research done by Ernst Scheyer (1932), only few studies on braids were published in monographs or in connection with liturgical gowns.
With few exceptions, the braids analysed in the paper at hand were studied as single fragments and irrespective of the context of their usage. So far, they had only been dated according to stylistic criteria. The main production period of woven Cologne braids is deemed to span from the 13th to the 16th centuries, with most of the surviving braids originating in the 15th century.
The textile technological analysis and a comparative evaluation were used to assess 179 Cologne braids. The dating of these Cologne braids is based, on the one hand, on the results of the textile technological analysis and, on the other hand, on the various stylistic features of the braids.
The analysis was based on the following research parameters:
1. Binding technique: the means of binding as well as the amount of warp and weft per centimetre.
2. Material and colour of 'the warp threads and filling threads; the possible twill of the filling thread; the amount of wefts in one weave; the colour of the linen wefts on the reverse side of the Cologne braids.
3. Weave breadths and the various forms, according to their intended usage.
4. Main colours and motifs.
5. Decorative techniques such as embroidery, painting and additional borders.
6. State of preservation.
The various results of the single technological analyses were described and compared for their evaluation; graphic charts in the appendix furthermore illustrate these results. The scope is for the single parameters of the technological analysis to offer us new ways of gaining an insight into the traditional dating of the braids and how this might be modified.
The single analyses of the braids are part of the catalogue.
Detailed information on embroidery, material and state of preservation can be found in the databank, installed in the system HiDA MIDAS. The individual parameters used for assessing historical fabrics were first developed for the corpus at hand.

Kapitel 3: In ihrem Aufsatz schreibt Monika Nürnberg über die textiltechnologische Untersuchung der Borten. Frühere Datierungen beruhten auf stilistischen Kriterien, nun werden bei Altersbestimmunge die Ergebnisse technologischer Untersuchungen miteinbezogen. Die Autorin erwähnt kurz die verschiedenen, für die Untersuchung massgeblichen Kriterien, und nennt die wichtigsten Ergebnisse:
Bindungstechnik: alle untersuchten Kölner Borten weisen Samitbindung auf, die Hauptkette ist immer doppelt angelegt.
Material und Färbung: bei den oberseitig sichtbaren Fäden handelt es sich um Goldfäden, bei den unsichtbaren um Leinenfäden.
Webbreiten: die Borten sind als fortlaufende Bänder von 3-22cm Breite gewebt und in Kettrichtung gemustert. Im 13. und 14. Jahrhundert kommen Borten unter 10 cm vor, im 15. und 16. Jahrhundert variieren sie von 10 bis 22 cm.
Grund und Motive: Der Grund ist meistens unifarben, häufig handelt es sich um Goldgrund, die Motive erscheinen farbig, es sind Heiligenfiguren, Vierpässe, Bäume, Schrift.
Ziertechniken: Seit Mitte des 15. Jahrhunderts werden die Motive zusätzlich mit Stickerei bereichert. Dabei handelt es sich meistens um Anlagetechnik oder Spaltstich. Es wurden ungedrehte Seidenfäden und gold- und silberfarbene Fäden aus Häutchengold oder Metalllahn verwendet.
Der Erhaltungszustand ist meistens gut.
Auswertung und Vergleich: Die analysierten Borten stammen aus Beständen des Kölner Doms (3), der Kölner Pfarrkirchen St. Andreas (1), St. Georg (4), St. Gereon (Bestand St. Alban 3). St. Peter (3), Johann Baptist (3), St. Ursula (3), des Priesterseminars des Erzbistum Köln (ehemals St. Laurenz 7), des Museums für Angewandte Kunst Köln (38), aus dem Museum Schnütgen (104) und des Kolumba Museums des Erzbistum Köln (7), sowie aus Kölner Privatbesitz (3).
Auf die letzten Punkte geht die Autorin nochmals gesondert und umfassend ein. Detailliert greift sie nochmals die bindungstechnischen Analysen, den Webgrund und die verschiedenen Motive auf. Bis zum 14. Jahrhundert kommen nur einfache geometrische Formen vor, erst in der weiteren Entwicklung werden sie aufwändiger und bildhafter.
Zusammenfassend wird betont, dass es sich bei den Kölner Borten um eine grosse, homogene Objektgruppe mit besonderen Merkmalen handelt. Textiltechnische Analysen bieten die Möglichkeit, kunsthistorische und wirtschaftshistorische Ergebnisse zu ergänzen und die Geschichte und Kenntnis dieser Gruppe zu erweitern.
|home content||Last revised 9 Mai, 2012|