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Obwohl das Leben im südlichen Alpenraum jahrhundertelang von den sich wiederholenden, bäuerlichen Arbeitsvorgängen und Bräuchen geprägt war, erlebte das Puschlav bis zu den wirtschaftlichen Umwälzungen des 19. Jahrhunderts nicht nur ruhige Zeiten.
Die Geschichte des Puschlavs als Seitental des Veltlins ist anfänglich eng verknüpft mit dem Los des südlichen Nachbarn. Sowohl die Besiedlung wie die Romanisierung und Christianisierung erfolgten von Süden her.
Auch die erste urkundliche Erwähnung als fränkisches Lehen im Jahr 824 führt "Postclave" zusammen mit anderen Veltliner Territorien auf. Im Gegensatz zum Veltlin gelang aber dem Puschlav im ausgehenden Mittelalter die Befreiung von der Feudalherrschaft und die Orientierung nach Norden als freies Hochgericht des Dreibündenstaates.
Reformation und Gegenreformation kamen wieder von Süden und brachten dem Tal langandauernde Konflikte und Spannungen. Die Französische Revolution hinterliess die deutlichsten Spuren.
Das Veltlin löste sich aus dem Untertanenverhältnis zu den Drei Bünden und wandte sich endgültig Italien zu. 1803 trat das Puschlav mit dem neuen Kanton Graubünden in die Schweizerische Eidgenossenschaft ein und teilte von da an dessen Schicksal.
Die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen des Puschlav blieben allerdings noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts hauptsächlich auf das Veltlin ausgerichtet.
Vereinzelte Steinwerkzeug-Streufunde aus der Berninapassgegend zeigen, dass sich der Mensch schon in der Steinzeit hier aufgehalten hat. Auf diesem Saumpfad, der heute in Form eines Wanderwegs erhalten bleiben soll, wurden mehrere datierbare Hufeisen und der eiserne Reitersporn aus dem 7./8. Jahrhundert nach Chr. gefunden.