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Die Ex-Partnerin von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein soll bereits am Freitag vor Gericht erscheinen. Was ihr genau vorgeworfen wird und wieso es auch für den britischen Prinzen Andrew brisant wird.
Am Freitag soll sie dort vor Gericht erscheinen müssen, die Staatsanwaltschaft und Verteidigung baten um einen Anhörungstermin. Eine Bestätigung des Termins gab es zunächst nicht.
Die Bundesanwaltschaft in Manhattan will sich beim Gerichtstermin gegen eine Haftentlassung Maxwells auf Kaution aussprechen. Der Grund: Die Behörde sieht ein «extremes» Fluchtrisiko.
Die Staatsanwaltschaft wirft Ghislaine Maxwell vor, Epstein beim Missbrauch teils minderjähriger Mädchen geholfen und manchmal sogar selbst daran teilgenommen zu haben. Eines der mutmasslichen Opfer war zum Tatzeitpunkt erst 14 Jahre alt.
Die 58-Jährige habe zu Epsteins «engsten Verbündeten» gehört und eine «entscheidende Rolle» bei seinen Machenschaften gespielt, sagte Staatsanwältin Audrey Strauss. Rund ein Jahr nach der Anklage Epsteins könne nun auch seine Ex-Partnerin endlich angeklagt werden.
Die Behörden hätten aber in den vergangenen Monaten immer ein Auge auf Maxwell gehabt und Informationen gesammelt.
Maxwell war nach Angaben des FBI in der Stadt Bradford im nordöstlichen US-Bundesstaat New Hampshire festgenommen worden, wo sie in einem «wunderschönen Anwesen» gelebt habe, sagte der stellvertretende New Yorker FBI-Chef William Sweeney.
Gemäss Breana Pitts, Moderatorin bei CBSN, soll sich Maxwell im obigen Haus versteckt haben. Der Name Maxwell sei nirgends aufgetaucht, weil sie das Haus über eine anonyme Firma gekauft haben soll.
Die nun vorgelegten Anklagepunkte gegen Maxwell bezögen sich auf die Jahre 1994 bis 1997, sagte die New Yorker Staatsanwältin Strauss. Der Missbrauch von Frauen und Mädchen, von denen eine nur 14 Jahre alt gewesen sein sollen, habe hauptsächlich in Epsteins Anwesen in New York, Palm Beach und Santa Fe sowie in Maxwells Wohnsitz in London stattgefunden.
Maxwell, Tochter des britischen Verlegers Robert Maxwell (1923–1991), soll Geschäftspartnerin und eine Zeit lang auch Freundin von Epstein gewesen sein.
In der Anklageschrift heisst es, Maxwell habe versucht, sich mit jungen Mädchen und Frauen anzufreunden, und sie dann zu sexuellen Aktivitäten mit Epstein zu drängen. Bei einigen Missbrauchshandlungen sei sie selbst dabei gewesen und habe aktiv teilgenommen.
«Die Anwesenheit von Maxwell als erwachsene Frau hat dazu beigetragen, die Frauen zu beruhigen», sagte Staatsanwältin Strauss. «Sie hat vorgegeben, eine Frau zu sein, der sie vertrauen können, während sie sie gleichzeitig dazu gebracht hat, von Epstein und manchmal auch von ihr selbst sexuell missbraucht zu werden.»
Der britische Prinz Andrew (60) war mehrfach Übernachtungsgast bei Epstein in dessen Anwesen in den USA und der Karibik. Von den Machenschaften seines Freundes will er nichts mitbekommen haben. Eines der Opfer, Virginia Giuffre, wirft dem Prinzen aber vor, er selbst habe sie als Minderjährige missbraucht. Andrew bestreitet das. Der 60-Jährige sagte zu, allen zuständigen Ermittlungsbehörden helfen zu wollen.
Für Andrew wird die Verhaftung von Ghislaine Maxwell besonders brisant. Kaum jemand weiss mehr über die mutmasslichen Machenschaften des Prinzen. Die beiden waren anscheinend so gut befreundet, dass Maxwell 2002 gar eine Privatführung im Buckingham-Palace erhielt und dabei auf dem Thron im Krönungssaal der Queen Platz nehmen durfte.
Die US-Anwältin Gloria Allred, die einige der Frauen im Skandal vertritt, warf dem Royal vor, die Opfer einem «Foltertest zu unterziehen». Er weiche der US-Justiz immer wieder aus, sagte die Opferanwältin. Sie forderte Andrew auf, endlich zu sagen, was er wisse. «Er muss das machen – ohne Verzögerung», sagte Allred am Freitag dem britischen Sender ITV.
Andrew ist der zweitälteste Sohn von Königin Elizabeth II. (94). Er gab im Zuge des Skandals seine royalen Pflichten vorerst auf. Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan forderte ihn jetzt in einem Interview des Senders LBC dazu auf, mit den US-Behörden zu kooperieren. Premier Boris Johnson wollte sich öffentlich nicht konkret dazu äussern. Es sei eine Sache des Königshauses, sagte er.
Mit Material der Nachrichtenagentur SDA.
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