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«Malheureusement je ne parle pas l’allemand!» Wo haben wir diesen Satz in den letzten Wochen so oft gehört? Ja richtig, im Kantonsspital Freiburg. Zuerst im Notfall, dann in der Intensivstation und anschliessend auch in der normalen Abteilung sprachen das Pflegepersonal und die Ärzte nur Französisch. Das Austrittsschreiben wurde nur in französischer Sprache ausgestellt. Auf meine Nachfrage, ob wir dieses nicht in deutscher Sprache erhalten könnten, erhielt ich die Antwort: «Das Austrittsschreiben wird für das ganze Kantonsspital nur auf Französisch ausgestellt.» Zumindest die schriftlichen Informationen dürften in einem zweisprachigen Kanton in deutscher Sprache ausgestellt werden, oder etwa nicht?
Ich bin einverstanden damit, dass die Fachkompetenz des Personals prioritär ist, und erwarte nicht, dass das gesamte Personal im Kantonsspital Deutsch spricht. Zudem bin ich gerne bereit, Französisch zu sprechen, solange es sich um ein «normales Gespräch» handelt.
Gerade bei einem informativen Fachgespräch sollten Patient und Angehörige jedoch die Möglichkeit haben, dieses auf Deutsch zu führen. Klärende Fragen werden nicht gestellt, wenn Sie mit einem Mangel an Sprachkompetenz zu kämpfen haben. Es genügt nicht, wenn nur die netten Damen an der Information Deutsch sprechen.
Lese ich «die Wegleitung für Ihren Aufenthalt im Kantonsspital», finde ich folgende Aussage: «Um die Kommunikation mit fremdsprachigen Patientinnen und Patienten zu erleichtern, setzt das HFR Dolmetscherinnen und Dolmetscher ein. Bei Bedarf wenden Sie sich bitte an das Pflegepersonal.»
Liebe deutschsprachige Politiker im Kanton Freiburg: Muss ich als Patient oder als Angehörige Französisch sprechen, um im Kantonsspital gehört zu werden? Heisst Zweisprachigkeit für Sie, dass ich als Deutschfreiburgerin ständig Französisch reden muss? Finden Sie es akzeptabel, dass die schriftlichen Informationen im Kantonsspital Freiburg nur auf Französisch ausgestellt werden? Mir ist sehr wohl bewusst, dass wir in einem Kanton mit einer französischsprachigen Mehrheit leben. Der Sense- und der Seebezirk machen knapp einen Drittel der Freiburger Wohnbevölkerung aus. Danke, dass Sie auch an uns denken!