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Nachdem der Starsprinter Mario Cipollini die Tour de Romandie ausgelassen hat, sorgt sein Ersatz Giovanni Lombardi für Furore. Leader der Tour bleibt Dario Frigo.
Der Italiener gewann die 3. Etappe in Siders im Spurt vor dem Litauer Saulius Ruskis. Leader vor der Königsetappe und dem abschliessenden Zeitfahren blieb Dario Frigo.
In der einzigen auf die Sprinter zugeschnittenen Etappe liess sich der bald 33-jährige Lombardi die Chance nicht entgehen, den zweiten Tagessieg nach jenem am Mittwoch zu verbuchen.
Im Finale kontrollierten die Fahrer der Sportgruppe Aqua&Sapone, die sonst Cipollini zum Sieg führen, das insgesamt 180 km lange Rennen souverän, und Lombardi liess die Anstrengungen seiner Teamgefährten nicht unbelohnt.
Warten auf Zülle
Das hohe Tempo führte auf dem letzten Kilometer sogar zu einer Lücke im Feld. Nur 12 Fahrer, unter ihnen Frigo, erreichten das Ziel zeitgleich mit dem Sieger. Frigo baute so den Vorsprung im Gesamtklassement auf den zweitklassierten Walliser Alexandre Moos auf 16 Sekunden aus.
"Erst die Etappen am Samstag und Sonntag werden entscheidend sein", sagte Frigo am Freitag. "Alex Zülle dürfte am Wochenende mein stärkster Gegner sein", meinte er weiter. Zülle liegt wegen des Sturzes in der 1. Etappe mit gut anderthalb Minuten Rückstand auf Platz 46 des Gesamtklassements.
Moos am Anschlag
Kaum mehr behelligt wird Frigo in der Tour de Romandie vom zweitklassierten Moos. "Ich bin in allen Etappen am Anschlag gefahren", sagte der unweit von Siders in Mièges beheimatete Unterwalliser, "nach den Frühlings-Classiques hatte ich bloss zwei Tage Pause, und insbesondere am Donnerstag, als ich die Hand nach dem Leadertrikot ausstreckte, liess ich viel Kraft. Zudem ist es schwierig, sich bei diesen Verhältnissen zu erholen."
Der Regen und die tiefen Temperaturen machten dem Feld auch in der 3. Etappe zu schaffen. Am Start in Pingy FR verlangten die Fahrer, dass die Abfahrt von Vuadens nach Vevey aus dem Tagespensum gestrichen würde.
Als die Organisatoren auf der geplanten Streckenführung beharrten, zeichnete sich zunächst sogar ein Streik ab. Mit drei Minuten Verspätung startete das Feld dann aber doch zum Rennen.
Die prekären Witterungsverhältnisse machten eine Verkürzung der Königsetappe vom Samstag notwendig. Der mehr als 1400 m hohe Col des Planches fällt aus, da Schneefall bis auf 1200 m vorhergesagt wurde. Anstatt 144 km sind nur 109 km zu bewältigen. Abgeschlossen wird die Tour am Sonntag mit dem 18 km langen Zeitfahren in Lausanne.
Ermittlungen gegen Frigo
Einen weiteren Kampf hat Frigo dann Anfang Juni auszufechten. Nach der Razzia im Giro d'Italia 2001 hatte er zwar gestanden, verbotene Medikamente im Hotelzimmer aufbewahrt zu haben, worauf er für neun Monate gesperrt wurde.
Nun sind noch Wachstumshormome im beschlagnahmten Paket aufgetaucht, und die italienische Justiz ermittelt weiter gegen Frigo. "Für mich ist der Fall beendet. Höchstens meine Anwälte beschäftigen sich noch damit", sagte Frigo.
swissinfo und Daniel Good (si)