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Tortola – ehemalige Pirateninsel in paradiesischer Umgebung
Tortola ist die grösste der Britischen Jungfraueninseln in der Karibik, besser bekannt als British Virgin Islands, und Luxusdestination. Paradiesische Strände und azurblaues Meer, dazu konstante Temperaturen das ganze Jahr über machen diese hübsche Insel zu einem beliebten Ferienziel. Auf Beef Island befindet sich der internationale Flughafen von Tortola.
Tortola wurde 1493 von Christoph Kolumbus entdeckt. Der Legende nach benannte er die Inseln zu Ehren der 11’000 Jungfrauen, die gemeinsam mit zwei Heiligen angeblich im 4. Jahrhundert von den Hunnen ermordet wurden. Ausschlaggebend war jedoch sicher die Unberührtheit und Schönheit dieser Inselkette in der Karibik. Die vielen Riffe und Kanäle machten das Segeln rund um die Insel zu einem gefährlichen Abenteuer, aber das Archipel auch zu einem sicheren Versteck.
1595 fuhr der Engländer Sir Francis Drake in den heute noch nach ihm benannten Kanal und machte die Insel in der Folge bekannt. 1621 wurde Tortola niederländisches Territorium, auf dem Tabak und Baumwolle angebaut wurden. Im Jahr 1672 kam die Insel in englische Hände, blieb aber hart umkämpft und war ständigen Piratenüberfällen ausgesetzt.
Die vielen Forts und Ruinen auf der Insel erinnern an die damalige Zeit. Die Engländer bauten gewinnbringend Zuckerrohr auf dem fruchtbaren Eiland an und führten afrikanische Sklaven zur Bewirtschaftung der Plantagen ein.
Road Town – die Hauptstadt der Insel
Der überwiegende Teil der knapp 14’000 Einwohner Tortolas lebt in der Hauptstadt Road Town. Die meisten Menschen sind im Finanzsektor tätig. Die Produktion von Zuckerrohr und Baumwolle wurde schon vor langer Zeit aufgegeben. In Callwood an der Cane Garden Bay existiert allerdings noch eine sehenswerte Rum-Brennerei. Hier können die Besucher den seit 200 Jahren unverändert hergestellten aromatischen Rum der Insel kosten und die alten Produktionsgeräte bestaunen.
Ein Kleinod der ehemaligen Kolonialhauptstadt ist der „J.R. O´Neal Botanic Garden“. Besucher finden hier einheimische und exotische Tropenpflanzen auf engstem Raum. Palmen, Orchideen, ein Laubengang und künstliche Wasserfälle bieten eine friedliche und kühle Oase inmitten des geschäftigen Treibens der Stadt. Nahe am Hafen liegt der Queen Elizabeth Park mit seinen schattigen Ruhezonen und Blick auf die Marina mit ihren Jachten, Fähren und Katamaranen.
Lebensader der Stadt ist die Main Street. Hier gibt es einige Häuser im Kolonialstil zu sehen, das Folk Museum der Insel in einem historischen Gebäude und viele kleine Läden, Restaurants und Bars. Ein lebhaftes Treiben herrscht am Hafen, wo an bunten Marktständen alles Mögliche zum Kauf angeboten wird.
Ridge Road und Naturparks
Tortola ist im Inneren bergig und bewaldet. Die Ridge Road verbindet Road Town mit dem Norden der Insel. Grüne Nationalparks mit ausgedehnten Wanderwegen und umwerfenden Aussichten erwarten den Besucher entlang der hügeligen Strasse. Der Sage Mountain ist mit 543 Metern Höhe der grösste Berg der Virgin Islands. Besucher der Insel schwärmen von der Mountain View Bar, der herrlichen Aussicht von dort oben und den köstlichen und wohltuenden Erfrischungen.
Traumhafte Buchten und weisse Strände
Die Brewers Bay, eine flache und ruhige Bucht, lädt zum Schnorcheln und Sonnenbaden ein. Nicole´s Beach Bar und frei herumlaufende Pelikane und Hühner verströmen karibisches Flair. Sehr beliebt ist auch Smugglers Cove, ein Naturstrand wie aus dem Bilderbuch – ungestört und fernab touristischer Annehmlichkeiten, wie geschaffen zum Schnorcheln und Tauchen im türkisfarbenen Wasser.
Long Bay Beach bietet hingegen kilometerlangen weissen Puderzuckerstrand mit vielfältigen Wassersportmöglichkeiten und allem, was das Touristenherz begehrt. Die Apple Bay mit lang auslaufenden Wellen ist ein beliebtes Revier zum Windsurfen. Soper´s Hole im Westen der Insel war ursprünglich eine dänische Siedlung und ist heute eine der beliebtesten Marinas der Virgin Islands mit einem malerischen Innenhafen und guten Restaurants.
Geheimtipp Anegada Island
Tortola ist umgeben von Korallenriffen und kleinen Inseln, zu denen Tauchfahrten und Tagesausflüge führen. Mit dem Schiff ist Anegada Island, die nördlichste der Britischen Jungfraueninseln, leicht zu erreichen. Einsame Strände unter Palmen machen diese Insel so attraktiv und zu einem begehrten Ausflugsziel. Im Gegensatz zu den Vulkaninseln der Kleinen Antillen, zu denen auch die Britischen Jungfraueninseln zählen, ist Anegada Island eine flache Koralleninsel.
Wracktauchen und weitere Sehenswürdigkeiten
Das Karibische Meer bietet eine faszinierende Unterwasserwelt, die beim Tauchen hautnah erlebt werden kann. Hummer, Schildkröten und Rochen sowie die bunt schillernden exotischen Fische umschwärmen die Riffe und Wracks. Ein Erlebnis der besonderen Art ist der Rhone National Marine Park. Die „Rhone“ war ein Post- und Passagierschiff, das 1867 sank und noch gut erhalten ist.
In der Carrot Bay an der Nordküste befindet sich ein Kuriosum der besonderen Art. Das Muschelmuseum, Restaurant und Hotel, bietet handgemachte Muschelkreationen, seltene und originelle Dinge zum Anschauen und Kaufen. Vieles wird von Kindern der Insel hergestellt. Der Inhaber ist selbst ein Original und weiss manch aufregende Geschichte zu erzählen.
Unbedingt besichtigen sollten Sie die vielen ehemaligen Forts der Insel. Fort Burt wurde 1776 von den Engländern wiederaufgebaut und bietet eine atemberaubende Sicht auf Road Harbour. Heute beherbergt es ein Hotel und ein Restaurant. Die meisten Forts sind jedoch Ruinen, wie beispielsweise Fort Hill nahe Road Town.
Oberstes Bild: Sonnenuntergang auf den Britischen Jungfraueninseln (© Ryansmith714, Wikimedia, CC)