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Den Leberkrebs verstehen
Der Leberkrebs ist die fünfthäufigste Tumorerkrankung der Welt und die dritthäufigste Todesursache bei Krebspatienten. Die Anzahl der neu diagnostierten Patienten hat sich in der Schweiz und weltweit seit 1990 verdoppelt. Leider ist die Prognose sehr zurückhaltend: Nur Personen, bei denen die Diagnose in sehr frühem Stadium gestellt wurde, können von einer Therapie profitieren, sei es von einer Transplantation oder einer chirurgischen Resektion.
Die Behandlung des Leberkrebses stellt für die Medizinische Forschung eine Herausforderung dar.
Die Antworten auf die folgenden Fragen sind der Broschüre “Der Leberkrebs” (Schweizerische Krebsliga. 2009) entnommen.
Was ist Krebs ?
Der Begriff Krebs umfasst mehrere verschiedene Erkrankungen, bei welchen Krebszellen auftreten. Bei den meisten Krebsarten bilden die Krebszellen so genannt bösartige Tumoren, welche eine Tendenz zu Wachstum und Disseminierung haben.
So genannt gutartige Geschwulste sind nicht krebsartig, wenn sie lokal beschränkt in einer Körperregion auftreten und das Leben des Patienten nicht gefährden. Der Krebs trägt den Namen des Organs, in welchem er sich gebildet hat.
Verschiedene Typen von Leberkrebs ?
Die meisten gutartigen Tumore bedürfen keiner chirurgischen Intervention, andere jedoch müssen so schnell wie möglich angegangen werden, weil sie ein grosses Risiko darstellen, bösartig zu werden.
Hepatische Metastasen sind sekundäre Krebsherde, welche sich ursprünglich in einem anderen Organ entwickelt und zur Leber hin ausgebreitet haben.
Das Hepatocelluläre Carcinom (HCC), meist Leberkrebs genannt, ist ein bösartiger Tumor, welcher sich als Folge einer Ausartung von Leberzellen entwickelt. Bei den meisten betroffenen Patienten hatte bereits vor der Diagnose des HCC eine Leberzirrhose bestanden.
Mögliche Ursachen und Risikofaktoren ?
Die genauen Ursachen des Leberkrebses sind unbekannt. Das Risiko, an einem Leberkrebs zu erkranken, steigt jedoch bei Vorliegen der folgenden begünstigenden Faktoren:
Leberzirrhose, chronische Hepatitis B oder C, exzessiver Alkoholgenuss, nicht-alkoholische Fettleber, genetische Stoffwechselstörungen, Autoimmunerkrankungen der Leber, Einnahme von Aflatoxin B1 und, in seltenen Fällen, Sexualhornone.
Personen, welche ein erhöhtes Risiko für Leberkrebs haben (z. B. Zirrhotiker), sollten sich sechsmonatlich untersuchen lassen, um das frühe Stadium eines Lebertumors auszuschliessen. Der Arzt wird zu diesem Zweck in der Regel einen Ultraschall der Leber machen, eventuell in Verbindung mit einem Bluttest.
Untersuchungen und Diagnose ?
Bei Verdacht auf einen Leberkrebs, wird der Arzt vermutlich die folgenden Untersuchungen vornehmen:
Körperliche und bildgebende (Sonographie, MRI) Untersuchungen, Fragekatalog zu Beschwerden und möglichen Risikofaktoren, Gewebe-Entnahme (Biopsie), Laboruntersuchungen und allfällige Zusatzuntersuchungen.
Einige Tumorarten sondern bestimmte Substanzen ab, sogenannte Tumormarker, deren Präsenz im Blut ermittelt werden kann. Hauptmarker für den Leberkrebs ist das Alpha-Foetoprotein (AFP). Ein erhöhter AFP-Wert kann jedoch auch auf andere Erkrankungen oder auf eine Schwangerschaft hinweisen und stellt keinen zuverlässigen Hinweis auf das Vorliegen eines Leberkrebses dar.
Behandlung ?
Für die Behandlung des Leberkrebses stehen im Wesentlichen die Chirurgie (Resektion oder Teilhepatektomie), die Lebertransplantation, die lokale oder die medikamentöse Behandlung zur Verfügung.
Therapeutische Prinzipien und Zielstellungen variieren je nach Tumortyp und Stadium der Erkrankung.
Therapeutische Methoden
Chirurgischer Eingriff: Bei dieser Intervention geht es darum, unter Schonung des nicht-befallenen Gewebes möglichst den ganzen Tumor zu entfernen. Das resezierte Lebergewebe wächst in einigen Wochen nach der Operation nach.
Transplantation: Bei der Lebertransplantation wird die kranke Leber entfernt und entweder ganz oder teilweise durch eine neue, gesunde ersetzt. Die Transplantation ist eine Option, falls der Tumor Lebergefässe und Lymphknoten noch nicht befallen hat und sich keine Metastasen in der Nähe befinden.
Lokale und medikamentöse Krebsbehandlung.
Leben mit der Erkrankung ?
Die medizinischen Fortschritte der letzten Jahre erhöhten die Ueberlebenschancen von Krebspatienten. Die Behandlungen sind aber immer noch zeitraubend und belastend. Einige Patienten schaffen es, unter Krebstherapie ihre alltäglichen Aktivitäten weiterzuführen, andere schaffen es nicht.
Sich anderen mitteilen, das Gespräch und professionelle Hilfe suchen, kann hilfreich sein.
Nützliche Adressen und Links
The European Association for the Study of the Liver started as a small group of 70 hepatologists from 15 European countries who came together to share best medical practice in April 1966. 50 years later EASL has evolved into a major European Association with international influence dedicated to the liver and liver disease.