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Was alles hatte unsere offenbar Corona-verwirrte Presse zu Kim Jong-un spekuliert. Der Diktator von Nordkorea sei gestorben, seine Schwester Kim Yo-jong habe die Macht übernommen.
- Jetzt gibt die staatliche Agentur Bilder aus der Düngerfabrik Sunchon frei. Sie sollen den 36-jährigen Herrscher am 1. Mai 2020 zeigen, wie er die Fabrik einweiht. Unverkennbar wohnt seine 32-jährige Schwester Kim Yo-jong der Zeremonie bei.
- Sind die Bilder echt? Oder eine Konserve? Um das Volk zu beruhigen und die Welt zu täuschen? Eine zweite Quelle fehlt wie auch der unübersehbare Beweis, dass es der 1. Mai 2020 ist (die iranischen Machthaber blenden jeweils irgendein Merkmal ein, das top-aktuell ist).
- Im Text berichtet die Agentur farbig über Kims neuen “Auftritt”. Die Fabrikarbeiter hätten alle “Hurrah!” gerufen, als Kim das rote Band durchschnitt. “Hurrah” stammt übrigens vom russischen “Hurräh”, vom Schlachtruf, mit dem die Rote Armee vor 75 Jahren Berlin einnahm.
Ein Meister der Täuschung
- Wie dem auch sei: Für gewisse Medien ist die Causa Kim kein Ruhmesblatt. In Seoul schreibt der Korrespondent der New York Times, die Weltpresse sei in den overdrive geraten, sie habe übersteuert.
- Was man sicher weiss: Kim erschien vom 11. April bis zum 1. Mai 2020 nicht in der Öffentlichkeit. Er verpasste Nordkoreas höchsten Feiertag, den 15. April, den Geburtstag seines Grossvaters Kim Il-sung. Dafür nahm die Schwester Kim Yo-jong repräsentative Pflichten war.
- Kim ist ein Meister der Täuschung. Davon kann seit dem sogenannt “historischen” Treffen von Singapur ein anderer Präsident ein Liedchen singen: Donald Trump, USA.