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Was da auf unserem Kopf aus der Hautoberfläche ragt und im allgemeinen Sprachgebrauch als "Haar" bezeichnet wird, ist ein Teil des Haares, sprich der Haarschaft. Die Haarwurzel ihrerseits - auch Haarfollikel genannt - geht sozusagen unter die Haut.
Der Aufbau des Haares: Der Haarfollikel ist eine röhrenförmige, wenige Millimeter lange Einstülpung der Haut, in welcher der Haarschaft gebildet wird.
Der Haarfollikel
Haarfollikel ist die Produktionsstätte des Haarschaftes.
Er lässt sich als röhrenförmige Einstülpung der Haut verstehen, in deren unterstem Teil - der Haarzwiebel - sich die Zellen rege teilen, nach oben wachsen und unter Verhornung den Haarschaft bilden. Die Haarzwiebel umfasst ein von spezialisiertem Bindegewebe umgebenes Gefässknäuel, die Haarpapille.
Auch der Haarfollikel ist von Bindegewebe umhüllt und liegt schräg zur Hautoberfläche. Er kann durch Muskelzellen, die zwischen Haarfollikel und Haut liegen, aufgerichtet werden (Haarsträuben, Gänsehaut). In den oberen Teil des Haarfollikels mündet die Talgdrüse, die Talg - ein fetthaltiges Sekret - absondert.
Anzahl Haare und die Haarfarbe
100'000 Haarfollikel haben Menschen mit braunem oder schwarzem Haar auf dem Kopf; Blonde haben etwas mehr, Rothaarige etwas weniger. Die Haarfarbe wird hauptsächlich durch den Farbstoff Melanin bestimmt, der in besonderen Zellen der Haarzwiebel - in den Melanozyten - gebildet und an die Haarwurzelzellen abgegeben wird.
Die verschiedenen Haarfarben sind vererbt und entstehen durch die unterschiedliche Art (schwarz-braun, gelb-rot), Menge und Verteilung des Melanins. Durch die Rückbildung der Melaninproduktion im Alter kommt es zum Ergrauen der Haare.
Normalwerte bei Kopfhaaren
Durchschnittswert: 100' 000
Eckdaten
- Haardichte: 200 Follikel / cm2
- Haardurchmesser: 0.1 mm
- Wachstum pro Tag: 0.3 mm
- Monatliches Haarwachstum: 1 cm
- Lebensdauer: 2-5 Jahre
Der Haarzyklus
Haar wächst, ruht, fällt aus.
Jeden Tag wachsen auf unserem Kopf neue Haare, andere fallen aus - ein sich stetig wiederholender Zyklus. Dieser besteht aus verschiedenen Phasen: der Wachstums-, der Übergangs- oder Rückbildungs- und der Ruhephase. Jedes Haar macht dabei seinen eigenen, von den Nachbarhaaren unabhängigen, Zyklus durch.
Die verschiedenen Phasen des Haarzyklus: Jahrelange Wachstumsphasen wechseln sich mit weit kürzeren Übergangs- und Ruhephasen ab, in denen das Kolbenhaar innerhalb weniger Monate ausgestossen wird. Kolbenhaar: So nennt man das Haar in der Ruhephase.
Die Dauer der Wachstumsphase bestimmt Länge und Dicke des Haares.
Vom Wachstum bis zum Ausfallen des Haares
dieser Phase wächst das Haar durch Teilung der Haarzellen. Ungefähr 80% der Kopfhaare befinden sich jeweils in dieser Phase. Es ist die längste im Zyklus der Kopfhaare (ca. 2-5 Jahre). Je länger die Wachstumsphase dauert, desto länger wächst in dieser Zeit auch das Haar. Beim Menschen beträgt die Wachstumsgeschwindigkeit ca. 1cm im Monat.
Die Übergangsphase oder Rückbildungsphase
Nur ca. 14 Tage dauert diese und ist die kürzeste aller Phasen. Nur ein kleiner Anteil der Haarfollikel befindet sich gleichzeitig darin. Während der Übergangsphase schrumpft der Haarfollikel, dabei wird er hochgerückt und liegt jetzt dicht unterhalb der Talgdrüse an der Hautoberfläche. Das Haar wird aufgrund der nun angenommenen Form Kolbenhaar genannt. Es hat die maximale Länge erreicht und wächst jetzt nicht mehr.
Die Ruhephase
Sie folgt der Übergangsphase. In dieser letzten Phase (ca. 3 Monate später) wird das Kolbenhaar vom nachwachsenden, neuen Haar ausgestossen: Ein neuer Zyklus beginnt. Die Dauer eines Haarzyklus variiert je nach Lebensalter und Körperregion. Davon abhängig sind auch Länge und Dicke der Haare.
Es ist also ganz natürlich, Haare zu verlieren. Im normalen Haarzyklus wächst das Haar, ruht und fällt aus, damit neue Haare nachwachsen können. Pro Tag fallen bei normalem Haarbestand durchschnittlich 50 -100 Kopfhaare aus - sind es mehr, kann der Zyklus gestört sein.