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26.07.2021 15:53:56

Brönnimann Fritz, Sekundarlehrer, Forscher
Der Name Friedrich Brönnimann ist eng mit der Sekundarschule Langenthal und der heimatkundlichen Forschung im Oberaargau verbunden. Seine Arbeiten über die Erdgeschichte des Oberaargaus, besonders seine Sammlung an Funden von Säugetieren der unteren Süsswassermolasse am Wischberg bei Langenthal, sind auch für die Paläontologie, die Wissenschaft von den Versteinerungen und ihren Lebensräumen, von unschätzbarem Wert.
Friedrich Brönnimann wurde am 1. Juni 1884 in Gurzelen bei Thun geboren, das Dritte von zehn Kindern. Sein Vater war Lehrer, seine Mutter leitete die Handarbeitsschule. Im Kreise seiner Geschwister verbrachte Friedrich eine schöne Jugendzeit. Er besuchte in Gurzelen die Schulen, half eifrig in seiner Freizeit den Bauern und pflegte zusammen mit seiner Familie ein inniges Glaubensleben. Friedrich blieb sein Leben lang ein tief religiöser Mensch. Er trat im Frühjahr 1900 in das Seminar Muristalden ein und führte nach der Patentierung die zweiteilige Oberschule in Seedorf bei Aarberg. Er wirkte dort auch als Chorleiter und Organist. Nach 1909 erwarb er an der Uni Bern das Sekundarlehrerpatent und arbeitete zugleich im Knabenwaisenhaus der Stadt Bern. Friedrich war musikalisch und historisch interessiert und er begann an einer Dissertation über den Theologen und Musiker Johann Ulrich Sulzberger (zweite Hälfte 17. Jahrhundert) zu arbeiten, die er 1919 abschloss.
Fritz Brönnimann war in erster Ehe mit Ida Schärer von Melchnau verheiratet. Sie verstarb leider bei der Geburt des dritten Kindes. Um den drei Kindern eine neue familiäre Heimat zu geben, vermählte sich Brönnimann 1934 mit seiner ehemaligen Schülerin, Emma Louise Scheidegger, der Tochter des damaligen Kreistierarztes. Mit ihr hatte Fritz noch einen Sohn und drei Töchter, von denen die jüngste im frühen Kindesalter verstarb.
1954 trat Friedrich Brönnimann vom Schuldienst zurück und widmete sich nun vollumfänglich seinen historischen und geographischen Studien. Er sammelte erdgeschichtliches und prähistorisches Material und stellte es zu einer bedeutenden Sammlung für das Langenthaler Heimatmuseum zusammen. Brönnimann machte wichtige Funde, wie etwa den Unterkiefer und die Knochen eines hornlosen Nashorns, das etwa vor 30 Millionen Jahren im Gebiet der Lättgrube am Wischberg gestorben war. Es ging als „Tapirus Brönnimanni“ in die Forschung ein. Es kann als Modell heute im Langenthaler Museum bewundert werden. Brönnimann konnte im Lauf der Jahre insgesamt 19 Säugetierarten nachweisen. Er hat sein akribisches erdgeschichtliches Arbeiten auch in den Langenthaler Heimatblättern (1937) dokumentiert.
Friedrich Brönnimann starb am 14. April 1977 in Langenthal.
Literatur:
Valentin Binggeli, Nachruf im Jahrbuch des Oberaargau, Bd. 20, 1977
Dieser Text wurde von Langenthals Stadtchronisten zusammengestellt.
Bild:
Friedrich Brönnimann, 1884-1977
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