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In unregelmäßigen Abständen stellen wir hier aus unserer Buchreihe «50, die unsere Welt veränderten» Dinge vor, die den Lauf der Geschichte beeinflussten. Heute geht es um die HMS Beagle, die im 19. Jahrhundert nach Südamerika aufbrach.
Als Kapitän Robert FitzRoy einem jungen unbekannten Naturkundler einen Platz auf einem britischen Vermessungsschiff anbot, konnte niemand ahnen, welch weitreichende Folgen diese Fahrt nach Südamerika haben würde.
Der junge Naturforscher war Charles Darwin.
Das Schiff, die HMS Beagle, war als kleiner Zweimaster für Kriegseinsätze erbaut worden, wurde aber von der Marine nicht gebraucht. Sie wurde deshalb zu einem Vermessungs- und Erkundungsschiff umgebaut und brach 1826 zu einer ersten Forschungsreise nach Patagonien und Feuerland auf. Eine zweite Expedition sollte die Vermessungsarbeiten der ersten Reise zu Ende bringen und danach die Welt umrunden, um einen vollständigen Längenkreis zu erstellen. Kapitän FitzRoy erkannte das große wissenschaftliche Potenzial der Expedition und sah die Möglichkeit, Pflanzen und Tiere aus abgelegenen und unbekannten Regionen der Erde zu sammeln. Dafür benötigte er einen Naturkundler, der ihn begleiten würde. Man empfahl ihm einen jungen Mann namens Charles Darwin. Am 27. Dezember 1831 stach die HMS Beagle mit Charles Darwin an Bord in See und nahm Kurs auf Südamerika.
Während das Schiff an der Küste von Brasilien Vermessungsarbeiten anstellte, streifte Darwin durch die Regenwälder und war begeistert von der Tier- und Pflanzenwelt. Auch auf der weiteren Reise unternahm Darwin Expeditionen ins Landesinnere, sammelte Tierhäute, Mäuse, Fische, Insekten, Steine, Samen und Fossilien. Ihm fiel auf, dass sich die Fossilien auf den Falklandinseln von denjenigen auf dem Festland unterschieden, was er durch Vergleichsstudien untersuchen wollte – der entscheidende Entschluss für die Entwicklung seiner Evolutionstheorie. 1835 erreichte die HMS Beagle die Galapagos-Inseln. Während die Beagle und ihre kleinen Beiboote für die Vermessungsarbeiten durch die Inselgewässer fuhren, erkundete Darwin etliche der Inseln, entdeckte Riesenschildkröten, Vögel und Pflanzen.
Die Reise ging weiter nach Australien, durch den indischen Ozean nach Kapstadt, über einen Umweg zur südamerikanischen Ostküste zurück nach England. Am 2. Oktober 1836, fast fünf Jahre nach ihrer Abreise, dockte die Beagle in England an.
Erst 22 Jahre später veröffentlichte Darwin sein Hauptwerk «On the Origin of the Species», welches auf der Fahrt mit der HMS Beagle seinen Anfang nahm.
Kleines Detail: Auf der Reise mit der HMS Beagle hatte Darwin ein hübsches kleines Buch dabei, um die Farben der Natur zu beschreiben: «Werners Nomenklatur der Farben» von Patrick Syme. Dieses Buch ist soeben in einer bibliophilen Ausgabe im Haupt Verlag erschienen.
Wenn sie diese Geschichte interessant fanden, sollten Sie unbedingt das Buch 50 Schiffe, die unsere Welt veränderten lesen. Dort finden sich viele weitere spannende Episoden zu Booten und Schiffen, die eine große Rolle in der Geschichte der Menschheit spielten.
Die Buchreihe umfasst insgesamt sechs Titel, die wir im Rahmen dieser Blogreihe alle vorstellen werden.