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Bei den Regierungsratswahlen hatte zunächst die SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger die Nase vorn. Bei der Auszählung der kleineren Gemeinden lag sie noch vor Jourdan. Mit den Resultaten aus Liestal - ausgerechnet dem Wohnort von Sollberger - kehrte sich der Trend. In der Kantonshauptstadt lag die SVP-Kandidatin auf dem letzten Platz.
Mit der Auszählung der bevölkerungsreichen Gemeinden im unteren Baselbiet war die Sache besiegelt: Der 48-jährige Muttenzer Gemeinderat Jourdan holte gemäss Schlussresultat der Landeskanzlei 26'217 Stimmen und lag somit 1137 Stimmen vor seiner Kontrahentin. Damit gelingt der EVP eine Sensation: Die Kleinpartei hält in ihrer 104-jährigen Geschichte zum ersten Mal überhaupt Einzug in eine Kantonsregierung.
Zweite Kandidatur von Jourdan
Er sei überrascht und schlicht überwältigt, sagte Jourdan am Sonntag an der Medienorientierung der neu zusammengesetzten Baselbieter Regierung über seine Wahl. "Wir haben das Unmögliche möglich gemacht."
Jourdan kandidierte bereits im Jahr 2013 bei einer Ersatzwahl für den Regierungsrat, unterlag damals mit einem Achtungserfolg aber dem derzeitigen Finanzdirektor Anton Lauber. Seinen erfolgreichen zweiten Versuch wagte Jourdan mit einer hohen Anzahl Wahlplakate im Kanton.
Die SVP hingegen konnte den Sitz des abtretenden Thomas Weber nicht verteidigen. Zum ersten Mal seit den Wahlen von 2011 scheidet die wählerstärkste Partei aus der Exekutive aus.
Die vier Bisherigen Anton Lauber (Mitte), Isaac Reber (Grüne), Kathrin Schweizer (SP) und Monica Gschwind (FDP) verteidigten ihre Sitze in der Regierung. Die meisten Stimmen erhielt Anton Lauber (Mitte) mit 41'711 Stimmen. Es folgen Isaac Reber (Grüne) mit 37'505 Stimmen, Kathrin Schweizer (SP) mit 35'020 Stimmen und Monica Gschwind (FDP) mit 35'008 Stimmen.
Hinter den Gewählten liegen Sandra Sollberger mit 25'080 Stimmen, Thomas Noack (SP) mit 23'764 Stimmen und Manuel Ballmer (GLP) mit 20'103 Stimmen. Das absolute Mehr lag bei 24'887 Stimmen. Die Stimmbeteiligung betrug 34,3 Prozent.
GLP als Wahlsiegerin im Parlament
Anders als im Regierungsrat konnte sich die SVP bei den Landratswahlen behaupten. Sie behält ihre 22 Mandate und löst mit einem Wähleranteil von 22,9 Prozent die SP als wählerstärkste Partei ab. Da die SP nur noch 20 statt 22 Mandate hat, ist sie neu mit 22 Prozent Wähleranteil die zweitstärkste Kraft im Parlament. Auch die Grünen, die bei den Wahlen 2019 als Gewinnerin hervorgingen, verlieren zwei Mandate und kommen mit einem Wähleranteil von 12,5 Prozent auf 12 Sitze (-2).
Am meisten zulegen konnten dagegen die Grünliberalen. Sie verdoppeln ihre Anzahl Sitze von 3 auf 6 und erreichen damit Fraktionsstärke. Der Wähleranteil steigt bei der GLP von 4,5 auf 8,4 Prozent.
Die Mitte gehört ebenfalls zu den Gewinnern. Sie konnte ihre Anzahl Mandate von 9 auf 10 und ihren Wähleranteil auf 10,9 Prozent steigern. Die FDP (18 Prozent) hält ihre 17 Mandate, ebenso die EVP (5,2 Prozent) ihre 4 Sitze im Landrat.
mk/
(AWP)