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Ziel: Wir führen uns am Ende des Tages nochmals bewusst vor Augen, was der Tag so alles gebracht hat.
Gedanke: Die Jäger in der Steinzeit malten vor allem Pferde, Hirsche und Rinder. Also die Beute, die sie erledigten oder allenfalls bald jagen wollen. Was habe ich heute „gejagt“? Was richte ich allenfalls mit meiner „Jagd“ an?
«Nimm das Gewehr, Giuseppe, und geh auf die Jagd», sagte früh am Tag eine Frau zu ihrem Sohn. «Deine Schwester heiratet morgen, und da will sie einen Hasenbraten mit Maisbrei essen.» Giuseppe nahm das Gewehr und ging jagen. Sofort entdeckte er einen Hasen, der gerade über den Weg sprang und in ein Feld lief. Der Junge legte das Gewehr an, zielte und drückte ab. Aber das Gewehr sagte: «Bum!» – mit einer ganz menschlichen Stimme, und anstatt die Kugel abzuschiessen, liess es sie einfach auf die Erde fallen. Giuseppe hob das Geschoss auf und betrachtete es verwundert. Dann sah er sich das Gewehr aufmerksam an. Es sah aus wie immer, doch statt zu schiessen, hatte es «Bum!» gesagt, mit einer frischen, fröhlichen Stimme. Giuseppe starrte in den Lauf hinein. Wie war das möglich? He, ist da vielleicht jemand drin? Tatsächlich steckte nichts und niemand in dem Lauf. «AberMama will den Hasen. Und meine Schwester will ihn mit Maisbrei essen ...» Im selben Moment tauchte der Hase wieder vor Giuseppe auf, aber dieses Mal trug er einen weissen Schleiermit Orangenblüten auf dem Kopf. Er hielt die Augen gesenktund trippelte in kleinen Schritten vorwärts. «Ach», sagte Giuseppe, «das ist also eine Häsin, und sie feiert Hochzeit. Na gut, dann schiesse ich eben einen Fasan.»
Etwas tiefer im Wald entdeckte er einen Fasan, der furchtlosüber einen Weg lief, wie am ersten Tag der Jagd, wenn Fasane noch nicht wissen, was ein Gewehr ist. Giuseppe zielte, drückte ab, und das Gewehr machte: «Pam!» Es sagte «Pam! Pam!», zweimal, wie ein Kind, wenn es mit einem Holzgewehr spielt. Die Kugel fiel zu Boden und erschreckte ein paar rote Ameisen. Rasch versteckten sie sich unter einer Kiefer. «Na toll», sagte Giuseppe und wurde langsam sauer, «Mama wird sich ja richtig freuen, wenn ich mit leeren Händen heimkomme.»
Der Fasan hatte sich in das Unterholz geflüchtet, als er das «Pam! Pam!» gehört hatte, und tauchte jetzt wieder auf dem Weg auf. Dieses Mal folgten ihm seine Jungen, im Gänsemarsch, und kicherten vor sich hin. Und hinter ihnen marschierte die stolze Glucke, als hätte sie den ersten Preis gewonnen. «Ach du Glückliche», murmelte Giuseppe. «Du bist also schon länger verheiratet. Und was jage ich jetzt?» Sorgfältig lud er das Gewehr nach und schaute sich um. Nur eine Amsel sass auf einem Ast und sang, als wollte sie sagen: Erschiess mich doch, erschiess mich doch! Und Giuseppe schoss. Aber das Gewehr sagte: «Päng!», wie die Kinder, wenn sie Comics lesen. Dann gab es einen Laut von sich, der wie Gekicher klang. Die Amsel zwitscherte noch fröhlicher als vorher, als wollte sie sagen: Ein Schuss, ein Knall, das bringt mich nicht zu Fall! «Hab ich’s mir doch gedacht», sagte Giuseppe. «Heute streiken die Gewehre.»
«Hattest du Glück auf der Jagd, Giuseppe?», fragte ihn die Mutter, als er nach Hause kam. Giuseppe konnte die Frage beim besten Willen nicht beantworten.
Rodari, Gianni
Animation: Steinzeitzeichnungen Die Kinder und Jugendlichen zeichnen mit Kreide oder Wasserfarbe Szenen aus «Ihrer
Jagd des Tages» auf Steine oder auf einen Felsen. Dabei können sie sich an den Strichzeichnungen der Steinzeitmenschen orientieren. Damit rückt auch das malerische Talent ein wenig in den Hintergrund.
Ausklang: Die entstandenen Werke werden in einer kleinen Vernissage ausgestellt. Je nachdem kann es dabei auch einen Apéro mit Sirup, Orangensaft und Knabberzeugs geben.
Dieses Anispi stammt aus dem konturen Steinzeit.