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Swissgrid und die Services industriels de Lausanne (SiL) haben ihre elektrischen Anlagen im Unterwerk Romanel modernisiert. Die Arbeiten sind mittlerweile abgeschlossen. Yves-André Bagnoud, Leiter der Planungs- und Projektabteilung SiL, sprach mit uns über die Geschichte dieser Anlage und ihre Bedeutung für die SiL.
Das Unterwerk Romanel ist eines der ältesten der Westschweiz. Was ist die Geschichte dahinter?
Nach dem Ersten Weltkrieg hatten die zuständigen Unternehmen in der Region gelegentlich Mühe, eine stabile Stromversorgung zu gewährleisten. Die grössten Produzenten (darunter die Stadt Lausanne) schlossen sich daher zu Energie-Ouest-Suisse (EOS) zusammen und bauten eine Übertragungsleitung zwischen Saint-Maurice im Wallis und Pierre-de-Plan in Lausanne. Die Leitung wurde am 13. September 1920 in Betrieb genommen. Lausanne versorgte aber auch Genf und das vallée de Joux mit Strom: Damit war das erste Stromnetz geboren. In den 20er-Jahren nahm der Strombedarf zu, denn jeder wollte plötzlich elektrisches Licht, warmes Wasser und Kochplatten im Haus.
Im Jahr 1934 wurde das 125-kV-Unterwerk in Romanel gebaut
In den 30er-Jahren erlebte die Stadt Lausanne einen Bauboom, sodass die Spannung für die Stromversorgung erhöht werden musste. Im Jahr 1934 wurde daher das 125-kV-Unterwerk in Romanel gebaut. Es sicherte die Verbindung zwischen dem lokalen Stromnetz und den Übertragungsleitungen von EOS. Im Laufe der Jahre wurde das Unterwerk erweitert, und 2014 genehmigte der Gemeinderat von Lausanne ein Budget von 18 Millionen Schweizer Franken für die Modernisierung der SiL-Anlagen in Romanel.
Welche Bedeutung hat diese Anlage heute für die SiL?
Die 220/125-kV-Schaltanlage ist von entscheidender Bedeutung für die Versorgungssicherheit der Region Lausanne, zusammen mit der Schaltanlage Banlieue-Ouest in Crissier. Beide verbinden das Lausanner Versorgungsnetz mit dem Übertragungsnetz von Swissgrid. Da die Anlagen in Romanel und Banlieue-Ouest über eine vergleichbare Leistung verfügen, ist auf diese Weise die nötige Redundanz gegeben. Die Anlagen von Swissgrid und den SiL in Romanel wurden vollständig modernisiert. Sie sind miteinander verbunden, um die Stromversorgung der Haushalte und Unternehmen in der Region jederzeit zu gewährleisten.
Was ist im Unterwerk Romanel genau passiert?
Die Anlagen von Swissgrid und die entsprechenden Übertragungsleitungen liegen im nördlichen Teil, auf der Seite des Einkaufszentrums. Seit 2015 hat Swissgrid ein erstes Gebäude umgebaut, um dort eine gasisolierte 220-kV-Schaltanlage zu installieren. Die alte 220-kV-Freiluftschaltanlage, die den Lausannern gut bekannt ist, wurde dafür demontiert, wodurch reichlich Platz für zwei neue Gebäude entstand. Sie beherbergen heute eine gasisolierte 380-kV-Schaltanlage und einen 380/220-kV-Transformator.
Im Süden, Richtung Blécherette, haben die SiL die ehemaligen 220/125-kV-Transformatoren abgebaut, um ein neues Gebäude zu errichten. Seit 2018 gibt es hier zwei neue 220/125-kV-Transformatoren. Sie bilden die physische Verbindung zwischen dem Übertragungsnetz von Swissgrid und dem Versorgungsnetz der SiL. Dazu kommen eine gasisolierte 125-kV-Schaltanlage, zwei 125-kV/Mittelspannungs-Transformatoren und eine Mittelspannungsschaltanlage (11 kV). Das Umspannwerk Romanel ist damit bereit für seine Rolle als Dreh- und Angelpunkt der Stromversorgung der Region um den Genfersee.
Erwähnenswert ist, dass es während all dieser Arbeiten zu keinem einzigen Unfall kam. Die hervorragende Zusammenarbeit der verschiedenen Projektpartnern hat dazu sicher zu einem grossen Teil beigetragen.
Die Modernisierungsarbeiten an der Anlage sind abgeschlossen. Haben Sie noch eine kleine Anekdote zu erzählen?
Einer der Höhepunkte des Projekts war die Fertigstellung der beiden 220/125-kV-Transformatoren im November 2016. Dafür musste ein Schwerlastkonvoi von 327 Tonnen und fast 60 Metern Länge zweimal das Stadtzentrum von Lausanne durchqueren, und das nachts, um Verkehrsbehinderungen zu vermeiden. Das war wirklich sehr beeindruckend.