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Der Bestand des Schafes mit den sympathischen Gesichtszügen ist heute wieder stabil. Dies ist nicht selbstverständlich, denn vor nicht allzu langer Zeit wäre diese alte Landschafrasse fast ausgestorben.
Nach mündlicher Überlieferung stammt das Spiegelschaf aus dem Prättigau, der Bündner Herrschaft und den angrenzenden Gebieten. Wanderherden aus Österreich und Italien haben im 17. und 18 Jahrhundert zusammen mit lokalen Schlägen wie dem Prättigauer-, dem Luzeiner- und dem Seidenschaf, die Schafzucht in dieser Region beeinflusst. Die charakteristische Kopfzeichnung des Spiegelschafs ist vermutlich durch den Einfluss des Kärntner Brillenschafes und des Villnöser Schafes entstanden. 1985 entdeckte ProSpecieRara die letzten lebenden Spiegelschafe, aus denen zusammen mit engagierten Züchter*innen wieder ein respektabler Bestand aufgebaut werden konnte. Die Rasse wird heute in der ganzen Schweiz gehalten.
Charakteristische Kopfzeichnung
Das Spiegelschaf ist sehr gut an seiner Kopffärbung zu erkennen: Die Augenpartie (Brille), die Ohren und das Maul sind auffällig hellbraun bis schwarz gefärbt, wobei die Farbe mit zunehmendem Alter verblassen kann. Oft werden Spiegelschafe mit den Kärntner Brillenschafen oder den Villnöser Schafen verwechselt. Anders als bei diesen Rassen hat das Spiegelschaf jedoch keine nach vorne gebogene Ramsnase. Spiegelschafe sind mittelgross und tragen keine Hörner. Beine, Bauch und Kopf sind unbewollt. Die unbewollte Stirn – im Fachjargon «Spiegel» genannt – gab der Rasse ihren Namen. Der Rest des Körpers ist mit fein gezwirnter Wolle bedeckt. Spiegelschaf-Auen lammen asaisonal, also unabhängig von der Jahreszeit. Damit können sie zweimal pro Jahr Junge bekommen, wobei Zwillingsgeburten nicht selten sind. Die Lämmer sind meist am ganzen Körper gefleckt. Wo die dunklen Wollhaare des Lämmerfelles wachsen, ist auch die Haut darunter dunkel pigmentiert. Nach der ersten Schur wächst die Wolle interessanterweise auch aus den dunklen Hautstellen weiss nach und die Tiere verlieren Ihre charakteristischen Jugendflecken. Dunkel bleibt einzig noch die rassetypische Kopfzeichnung. Diese vererbt sich sehr dominant, weshalb Mischlinge, beispielsweise aus Kreuzungen mit Weissen Alpenschafen, oft mit Spiegelschafen verwechselt werden. Der Profi aber weiss: Die Wolle an Bauch und Stirn verrät die Einkreuzung fremder Rassen.
Echte Bündner: kraftstrotzend und robust
Spiegelschafe wurden als Gebirgsrasse von Beginn an unter rauen Bedingungen gehalten und waren stets einer strengen Selektion ausgesetzt. Dadurch entstand ein robustes und widerstandsfähiges Schaf, das sich sehr gut für die extensive Haltung eignet und äusserst genügsam ist. Spiegelschafe besitzen hervorragende Muttereigenschaften und haben einen starken Herdentrieb. Sie sind gut mastfähig und liefern ein schmackhaftes, feinfaseriges und fettarmes Fleisch.
Bestandesentwicklung
- steigend
Nutzung
- Fleisch
- Wolle
Zuchtziele
- Widerstandskraft, Anpassungsfähigkeit, Gesundheit und frei von Erbfehlern
- Gute Aufzuchteigenschaften und Milchproduktion
- Gute Mastfähigkeit auf der Basis von Raufutter
- Hohe Lebensdauer
- Mittlere Wollequalität
Widerristhöhen
Auen 75 cm
Widder 80 cm
Gewichte
Auen 70 kg
Widder 80 kg
Der Spiegelschaf-Zuchtverein führt das Zuchtbuch für die Spiegelschafe und ist als nationaler Rasseverein organisiert.
Spiegelschaf-Zuchtverein (SSZ)
Präsident:
Simon Buchli
Im Höfli 4
7107 Safien Platz
tél. 079 686 99 18,
www.spiegelschaf.ch