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Syndaktylie Grosszeh, Konflikt mit 4. Zeh
Eine 64-jährige Patientin stellt sich aufgrund seit längerer Zeit zunehmenden Schmerzen am vierten Zeh links vor. Seit Geburt besteht eine Fehlbildung des linken Vorfusses, wobei der 2. und 3. Zeh fehlt. Der 4. Zeh präsentiert sich nun nach aussen gedreht und wird durch den nach aussen abdriftenden Grosszeh beim Abrollvorgang auf den Boden gedrückt. Dadurch bildet sich eine ständig dicker werdende, schmerzhafte Hornhautschicht.
Bei der klinischen Untersuchung kann zudem ein verbreiterter Grosszeh mit doppelt angelegtem Zehennagel nachgewiesen werden. Der zur Aussenseite hin abgekippte Grosszeh selbst ist straff geführt und lässt sich nur schlecht aufrichten. Die Röntgenuntersuchung zeigt eine Syndaktylie (Verschmelzung) der Endglieder des Gross- bzw. des zweiten Zehs bei Hallux valgus-Deformität.
Wir diskutieren nun zwei Optionen:
- Amputation des 4. Zehs als technisch einfachere Prozedur. Allerdings fehlen der Patientin bereits 2 Zehen. Die Folgen einer weiteren Destabilisierung sind nur schwer abschätzbar.
- Lösen der Syndaktylie im Sinne einer Entfernung des Endgliedes eines ansonsten nicht angelegten 2. Zehs. Allerdings müsste dann eine weitere Abkippung des Grosszehs befürchtet werden. Deshalb sollte das funktionell ohnehin eingeschränkte Grosszehengrundgelenk zusätzlich in aufgerichteter Position fixiert werden.
Wir entschliessen uns letztendlich für die zweite etwas aufwendigere aber für die Patientin profitablere Option. Nach der Operation darf die Patientin mit einem Vorfussentlastungsschuh während 6 Wochen voll belasten. Die danach durchgeführten Röntgenbilder bestätigen die knöcherne Heilung der Fixation im Grosszehengrundgelenk. Der Konflikt zwischen dem Grosszeh und 4. Zeh ist nicht mehr vorhanden. Der Belastungsaufbau in einem Konfektionsschuh gestaltet sich problemlos.
Ein Jahr nach der Operation ist die Patientin nach wie vor zufrieden und absolut beschwerdefrei. Sie kann jeglichen, auch sportlichen, Aktivitäten uneingeschränkt nachgehen. Die Fixation des Grosszehengrundgelenkes wird, wie die Erfahrung zeigt, in der Regel auch von Spitzensportlern problemlos toleriert, da die benachbarten Gelenke den Ausfall kompensieren können.