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1. Wer sind die wirtschaftlich Berechtigten am Kontovermögen nach dem Tod?
Mit dem Tod treten unmittelbar alle Erben in die Rechte und Pflichten des Erblassers ein. Die Erben übernehmen alle Vermögenswerte, aber auch alle Schulden. Diese ungeteilte Gesamtnachfolge und Übernahme aller Aktiva und Passiva der Erbschaft im Zeitpunkt des Ablebens des Erblassers an die Erben definieren die Juristen als Universalsukzession.
Hinweis: Hat der Erblasser mit der Bank vor dem Ableben schriftlich vereinbart, dass nach dem Tod eine bestimmte Person einen bestimmten Vermögenswert vom Nachlass bekommen soll, dann fällt dieser Vermögenswert nicht ins Vermögen der Erbengemeinschaft.
1.1. Welches Recht bestimmt, wer gesetzlicher Erbe wird?
In allen Verträgen, die Schweizer Banken mit Kunden aus aller Welt unterzeichnen, steht, dass die Vertragsbeziehung des Kunden zur Bank dem Schweizer Recht unterworfen ist. Hingegen richtet sich die Definition des gesetzlichen Erben des Kontoinhabers und die Nachlassabwicklung nach dem Recht, wo der Kontoinhaber den letzten Wohnsitz hatte.
Die gesetzlichen Erben eines Bankkunden aus dem Königreich von Saudi Arabien werden nach dem geltenden Recht in Saudi Arabien definiert. Ein Bankkunde aus Saudi Arabien, der nur weibliche Nachkommen hinterlässt, ist gut beraten, wenn er vor dem Tod auf andere Weise dafür sorgt, dass seine weiblichen Nachkommen nicht in der Misere enden. Weibliche Nachkommen sind nach Sharia-Recht nicht gesetzliche Erben, sondern die männlichen Vetter der weiblichen Nachkommen.