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Omid Kokabee wollte nach einem Besuch bei seiner Familie im Iran gerade die Rückreise in die USA antreten, als er am 30. Januar 2011 am Flughafen von Teheran festgenommen wurde. Er war zu diesem Zeitpunkt Doktorand der Physik an der Universität von Texas.
Nach 15 Monaten in iranischer Untersuchungshaft fand im Mai 2012 schliesslich ein Gerichtsverfahren statt. Darin wurde er des «Kontakts mit feindlich gesinnten Ländern» und «Erhalts verbotener Zahlungen» beschuldigt. Bei diesen Zahlungen handelt es sich um das Stipendium der Universität Texas. Sein Gerichtsverfahren verlief unfair und wurde zusammen mit zwölf weiteren Verfahren sogar im Fernsehen übertragen. Vor Gericht wurde kein Beweismaterial gegen ihn vorgelegt und es wurde ihm untersagt, vor der Verhandlung mit seinem Rechtsbeistand zu sprechen.
Omid Kokabee wurde in Einzelhaft festgehalten, über lange Zeiträume hinweg verhört und unter Druck gesetzt, um ein «Geständnis» abzulegen. Er berichtete, dass die Behörden ihn genötigt hatten, Einzelheiten über Menschen aufzuschreiben, die er in Botschaften oder bei Konferenzen gesehen hatte. Die VerhörbeamtInnen beschuldigten anschliessend einige dieser Menschen, für den US-Geheimdienst CIA zu arbeiten.
Omid Kokabee erlangte eine der höchsten Punktzahlen bei der Zulassungsprüfung zum Studium an einer iranischen Hochschule und zählte zu den wenigen Top-Studierenden, die ausgewählt wurden, um den Obersten Religionsführer zu treffen.
Der Doktorand interessiert sich seit langem für Naturwissenschaften und erwarb einen Doppelabschluss in Physik und Maschinenbau, ehe er ein Postgraduiertenstudium in Spanien und den USA aufnahm.
Amnesty International geht davon aus, dass es sich bei Omid Kokabee um einen gewaltlosen politischen Gefangenen handelt, der sich nur deshalb im Gefängnis befindet, weil er sich weigerte, für das iranische Militär an Nuklearprojekten zu arbeiten, und weil er legitime akademische Verbindungen mit Hochschulinstitutionen im Ausland unterhält.