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Jakob Melchior Ziegler 1801-1883, schweizerischer Kartograph
Ziegler war Urheber und Ersteller der beeindruckenden Schul-Wandkarte einer Zeit. Er entwickelte die Landkarte zu einem kunstvollen Gebilde. Von Haus auf war er Mathematiker und Naturwissenschaftler. Ab 1834, nach dem Tode seines Vaters, übernahm er auch das das väterliche Baumwollgeschäft in Winterthur.
Jakob Melchior-Ziegler wurde am 27. November 1801 in Winterthur geboren. Er warSohn des Melchior Ziegler, Kaufmanns und Stadtrats, und der Susanna geb. Troll. 1826 verheiratete er sich mit Louise Steiner, Tochter des Karl Emanuel Steiner, der als Regierungsstatthalter und Vertreter der Aufklärung handelte. Dieser wirkte für eine starke kantonale Zentralgewalt, was mitunter zu Konflikten mit Gemeindebehörden führte.Nach den Schulen in Winterthur wechselte er im Herbst 1817 an das Gymnasium in Zürich. 1821-1823 studierte er an der Akademie in Genf Mathematik und Naturwissenschaften, namentlich zogen ihn die beschreibende Geometrie und ihre Anwendung auf die Feldmesskunst an. Ab 1821 trieb er Studien in Mathematik und Naturwissenschaften in Genf und ab 1823 in Paris.
Nach Absolvierung seiner Studien in Paris trat er eine Reise nach Deutschland an, wo er viele industrielle Anlagen studierte. Im Januar 1826 kehrte er heim und trat 1828 die Lehrstelle für Mathematik und Naturwissenschaften an den Mittelschulen seiner Vaterstadt an. Bis 1834 verblieb er in dieser Funktion. 1842 gründete er mit J. U. Wurster die kartographische Anstalt Wurster & Cie., welche sich 1863 durch die Beitritte von Heinrich Kronauer und Joh. Randegger zur Firma Wurster, Randegger & Cie. erweiterte. Ziegler blieb die Seele des Geschäftes bis zu seinem Austritte 1873.
1824 übernahm er das väterliche Baumwollgeschäfts in Winterthur. Von 1828 bis 1834 war Ziegler Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften an den Winterthurer Schulen. Seine Vielseitigkeit belegt auch sein Wirken als Forstinspektor in Winterthur von 1834-47. Ziegler veröffentlichte Schriften zur Eisenbahnerschliessung der Schweiz und beriet den Bundesrat. Ausserdem zeichnete er sich als Autor von Karten und Atlanten sowie von wichtigen kartografischen und erdwissenschaftlichen Beiträgen aus. Infolge des Nationalbahndebakels zog er 1878 in die Stadt Basel, die ihm 1880 das Ehrenbürgerrecht verlieh. Bereits 1870 verlieh ihm die Universität Zürich den Titel eines Dr. h.c.
Text basiert auf Hist. Lexikon/Winterthur in Wort und Bild von Alexander Isler1895