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Es wurde nicht damit gerechnet, dass sich einer der Kandidaten auf Anhieb durchsetzt. Erhält keiner von ihnen im ersten Wahlgang mehr als die Hälfte der Stimmen, kommt es zwischen den beiden stärksten Kandidaten in zwei Wochen zur Stichwahl. Der neue Präsident - oder die neue Präsidentin - wird den Posten planmässig am 1. März von Niinistö übernehmen.
Umfragen sagten dem konservativen Ex-Regierungschef Alexander Stubb und dem grünen Ex-Aussenminister Pekka Haavisto die besten Chancen voraus. In der letzten Befragung des Rundfunksenders Yle vor dem Wahltag legten aber auch der rechtspopulistische Parlamentspräsident Jussi Halla-aho und der frühere EU-Währungskommissar Olli Rehn zu.
Der Präsident wird in Finnland für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt. Anders als in Deutschland wird er direkt vom Volk gewählt, er spielt auch eine aktivere politische Rolle als in vielen anderen europäischen Ländern. Zu seinen wichtigsten Aufgaben zählt, zusammen mit der Regierung über die Aussen- und Sicherheitspolitik des Landes zu entscheiden, die Regierung zu ernennen und Gesetze abzusegnen. Aus der Innenpolitik hält er sich dagegen weitgehend heraus.
Unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte sich Finnland 2022 dazu entschlossen, nach jahrzehntelanger militärischer Bündnisfreiheit die Mitgliedschaft in der Nato zu beantragen. Im April 2023 wurde das nördlichste Land der EU als 31. Mitglied in dem Verteidigungsbündnis aufgenommen. Für die Finnen, deren Land auf einer Länge von 1340 Kilometern an Russland grenzt, stellte das eine grosse Zeitenwende dar.