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Eva Sturm entwirft Repräsentation als produktive, aber zugleich bedingte Praxis, welche auf dem Zusammenspiel von Sichtbarkeit sowie Unsichtbarkeit basiert und dabei machtvolle Effekte produziert:
„Das Entscheidende an der Repräsentation war seit je, wie und warum jemand in welcher Form ‘dargestellt, abgebildet, vorgeführt, vergegenwärtigt’ wird, welchem Zweck sie dient und was dabei ausgeschlossen bleibt, d.h. durch Sichtbarkeit unsichtbar gemacht wird. Es geht um die Macht des Zu-Sehen-Gebens.“ (Sturm 2001: o.S.)
Im Rahmen ihres Textes „Analysing the migration of people and images“ schreiben Silke Wenk und Rebecca Krebs hinsichtlich der Analyse visueller Kultur:
„In short, the question of the analysis of visual culture can be formulated as follows: What is made visible? How and where is it made visible? And how is it 'given to be seen'?„ (Wenk/Krebs 2007: 4)
Die Fragen nach (Stell-/Selbst-)Vertretung im Kontext von Repräsentation wird von Anne Broden und Paul Mecheril nicht nur mit Blick auf das politische Feld (Parlamentarismus, repräsentative Demokratie) artikuliert, sondern gerade auch mit dem Feld des Kulturellen resp. der kulturellen Produktion verknüpft. Die Befragung von Repräsentationsarbeit wird dabei auf Ebene der Akteur_innen resp. der Subjekte verortet und fragt nach Definitions- und Vertretungsmacht sowie nach dem Privileg, gehört zu werden:
„Wer repräsentiert, wer wird repräsentiert?
Wer ist sichtbar und anerkannt?
Wer ist nicht sichtbar?
Wer darf und kann sich selbst repräsentieren?
Wer darf und kann sich nicht selbst repräsentieren?
Wer ist befugt, über Andere zu sprechen und andere zu repräsentieren?
Wer gilt als legitime Sprecherin einer Gruppe?
Wer gilt als nicht legitimer Sprecher?“
(Broden/Mecheril 2007, S. 146)
Die Möglichkeit, Repräsentationen interpretieren zu können, schafft Handlungsmacht und Spielräume, die für repräsentationskritische Lesarten genutzt werden können. Ella Shohat schlägt daher vor, Repräsentationen sollten
„be analyzed not only in terms of who represents but also in terms of who is being represented for what purpose, at which historical moment, for which location, using which strategies, and in what tone of address.“
(Shohat 1995: 173)
Der folgende Fragenkatalog wurde mit dem Wissen um die Verschränkung und notwendige Vermessung von Repräsentationspolitiken, Kämpfe um Wissen/Wahrheit und Gewalt formuliert, welche viele Subjekte existenziell betreffen kann – wie bspw. Migrant_innen. Es wird dabei von Maria do Mar Castro Varela und Nikita Dhawan nach der Konjunktur und Dominanz bestimmter Darstellungen gefragt und nach den unterschiedlichen Wirkungen, welche von diesen Sichtbarmachungen ausgehen – gerade auch auf körperlich-emotionaler Ebene:
„Wann wurden etwa welche Bilder über Migrantinnen dominant, wer empfindet diese als normal, wer als beleidigend und demütigend?
Was sind die Reaktionen auf diese Gewalt der Repräsentation?
Wer empfindet welche Repräsentationen als gewalttätig? Und wer nicht?
Wer hat die Dominanz über die Verbreitung der Bilder und wer die Gewalt über die Gegenbilder?“
(Castro Varela/Dhawan 2007: 39)
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