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«Jemand, den du kennst, ist dein heimlicher Verehrer, und wir sollen dir das mitteilen», steht in einem Massenmail, das die Neugierde vieler Jugendlicher weckt. Um ihren romantischen Durst zu stillen, sollen sie eine 0906er-Nummer wählen: «Ruf an und rate, wer sich in dich verknallt hat.»
Dann die Enttäuschung auf der «Flirtline Nummer eins»: Eine Dame stammelt ab Band lange Sätze und fordert dazu auf, die eigene Handynummer und die Nummern möglicher Liebeskandidaten einzugeben. Diese erhalten dann alle ein «Heimliche-Verehrer-SMS» und sollen ebenfalls die Flirtline anrufen zu einem absurden Zweck: Wenn zwei gegenseitig die Handynummern ihres Schwarms eingeben, erhalten sie ein SMS mit dessen Verbindung.
Den allfälligen Liebhaber direkt anzurufen kommt da schon deutlich billiger: Ein Anruf kostet 15 bis 20 Franken. Absender des Flirtmails ist eine Marketingfirma in Kanada. Die 0906er-Nummer hat Sunrise an einen Telefonlinien-Broker in Österreich vergeben. Dieser hat die Nummer an einen englischen Händler vermietet, der sie wiederum an einen «Endkunden» in Frankreich weitervermittelt hat. Deshalb ist nicht mehr herauszufinden, wie die Betreiber an die Adressen für ihre Werbemails gekommen sind.
Schon im Mai warb ein Unternehmen aus Hongkong mit einem Massenversand von «Romantic SMS» für seine 0901er-Nummer. Damals wurde nicht mal der Minutenpreis von über vier Franken angegeben.