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Diskussionsbeitrag / Streitschrift aus dem Jahr 2015 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart, , Sprache: Deutsch, Abstract: Aus dem Vorwort: [...] die hier versammelten Geister der Rebellion, die Auguren des Verfalls, [wollten sich] mit dem vorgefundenen Zustand der Welt nicht abfinden - einer Welt, die Ernst Bloch als „Beinhaus“ beschrieben und die Hermann Hesse als „Fehlgeburt“ wahrgenommen hat, aus der nur die „Todesfeuer der Selbstschau“ retten könnten. Es sind allesamt hoch motivierte Skeptiker, die, wie die skepteshai der Antike, den Zweifel infolge der Unerkennbarkeit der Wirklichkeit zum Prinzip des Denkens machten, wodurch sämtliche Evidenzen respondiert werden. Der radikale Skeptizismus verweigert sich allen Hypothesen und Theorien, er verfährt nach der Devise: De omnibus est dubitandum. Neben dem antiken Skeptizismus, der sich zuerst bei Pyrrhon von Elis findet, gibt es eine moderne Variante dieser Philosophie, mit der sich Chargaff, Bernhard, Cioran, Gómez Dávila und Pessoa auseinandergesetzt haben. Für Cioran, der wiederholt als Nobelpreisträger gehandelt wurde, war die Skepsis „eine Übung in Entfaszination“, er nannte sie den „Glauben der schwankenden Geister“. Im Gespräch mit Sylvie Jaudeau definierte er den Skeptizismus mit den Worten: „Er ist eine unentwegte Infragestellung, die instinktive Absage an jede Gewissheit. Der Skeptizismus ist eine höchst philosophische Haltung, aber paradoxerweise ist er nicht das Ergebnis einer Entwicklung, er ist angeboren. Man kommt als Skeptiker zur Welt.“ [...]
Portrait
Der Autor Michael Loeckle wurde 1945 in Berlin geboren und arbeitete seit seinem Studium in Frankfurt, Paris und London für diverse Theater sowie Rundfunk- und Fernsehsender im In- und Ausland. Nachdem er lange Zeit an Hochschulen gelehrt hat, lebt Loeckle nun als Publizist, Essayist und Rezensent für internationale Kulturzeitschriften in Süddeutschland.