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Bei den Skalaren sind durch die Züchtung viele Zuchtformen entstanden. So gibt es Formen mit Schleierflossen (Schleierskalar), Farbvarietäten (z.B. Schwarzer Skalar, Rauchskalar) und Formen mit vom Wildtyp abweichender Zeichnung (z.B. Marmor-, Weissband- oder Leopardskalar, Albinos oder Goldener Skalar). Solche Farbvarianten bringen aber auch problematische Effekte mit sich.
Aquariengrösse: Skalare gehören zu den grösseren Aquarienfischen. Daher sollten sie in möglichst grossen Aquarien (mind. 200-300 Liter) gehalten werden. Bei dieser hochrückigen Art sollte man auch die Höhe des Aquariums beachten.
Die Territorialität der Skalare während der Fortpflanzungszeit bestimmt die Aquariengrösse und -einrichtung. In zu kleinen Aquarien kommen sich die Paare in die Quere, was zu erhöhter Aggression führen kann.
Einrichtung: Eine dem natürlichen Lebensraum nachempfundene Einrichtung des Aquariums mit vielen vertikalen Strukturen (Pflanzen, Holz) und genügend Schwimmraum ermöglicht es den Skalaren, ihr natürliches Verhalten zu zeigen.
Beleuchtung: Auch die Art und Stärke der Beleuchtung sollte berücksichtigt und eine zu grelle Beleuchtung vermieden werden.
Fütterung: Als Futter soll hochwertiges Fertigfutter für Cichliden, Mückenlarven und Artemien verfüttert werden.
Wasserwerte: Eher weiches Wasser, verträgt aber auch mittelhartes Wasser bis 20 °dGH, Temperatur 24–28 °C, pH 5,5 bis 7,5.
Vergesellschaftung: Skalare sind eher ruhige, etwas schreckhafte Aquarienfische. Die Vergesellschaftung mit anderen Arten muss sehr sorgfältig überlegt sein. Vorsicht geboten ist bei der Vergesellschftung von Skalaren mit andern Arten wie Barben und Salmler, da diese gerne die langen Flossenfortsätzen der Segelflosser anknabbern. Andererseits sind Skalare Raubfische und sehen somit kleinere Fische wie zum Beispiel Neonsalmler als Beutetiere an.
Taxonomie
Die Skalare oder Segelflosser gehören zur Familie der Buntbarschen (Cichlidae). Neben Pterophyllum scalare umfasst diese Gattung zwei weitere Arten, P. leopoldi und P. altum. Nah verwandte Arten sind die Flaggenbuntbarsche (Mesonauta sp.) und die Diskusfische (Symphysodon sp.)
Merkmale
Skalare sind hochrückige, seitlich abgeflachte Fische. Aufgrund der segelartig ausgebildeten Rücken- und Afterflossen wird diese Gattung Segelflosser genannt. Die Bauchflosse ist stark verlängert. Das senkrechte schwarze Streifenmuster und die Körperfärbung mit hellerem Rücken und dunklerem Bauch dienen der Tarnung vor Fressfeinden.
Verbreitung
Skalare sind Südamerikaner. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das gesamte Flusssystem des Amazonasgebiets (Peru, Kolumbien, Brasilien) und Guyana. In diesem grossen Verbreitungsgebiet treten viele lokale Formen unterschiedlicher Körpergrösse und mit abweichender Färbung auf.
Das grossflächige Verbreitungsgebiet der Skalare von den Flussmündungen am Meer bis zu den Flüssen im Vorgebirge der Anden umfasst eine Vielzahl an Lebensräumen. Je nachdem, wo die Flüsse dieses Gewässersystems entspringen, unterscheiden sich die Wassertypen erheblich. Diese werden in Weiss-, Schwarz- und Klargewässer unterschieden, je nach Gehalt an Sedimenten oder Huminsäuren. Dies zeigt, dass sich Skalare im Verlaufe ihrer Entwicklung an unterschiedlichen Bedingungen angepasst haben.
Sklare bevorzugen ruhiges, stehendes Wasser und sind daher vorwiegend in Ufernähe von Flüssen und Seen zu finden. Diese Zone ist meist reich an Vegetation und Verstecken. Dies erlaubt es den Skalaren, ihren Fressfeinden (z.B. Welse, Salmler, Kaimane) auszuweichen und in Deckung zu gehen. Die Habitate im Amazonastiefland werden durch Perioden von Hoch- und Niederwasser geprägt mit Schwankungen des Wasserstandes von bis zu 10 Metern und mehr. Im Gewirr der überfluteten Ufervegetation finden die Skalare ideale Bedingungen. Aufgrund ihrer seitlich abgeflachten, hohen Körperform können sie sich problemlos zwischen überfluteten Wurzeln, Stämmen und Ästen bewegen. Wo bei niederem Wasserstand die Vegetation fehlt, halten sie sich auch in Felsspalten auf.
Die Nahrung von Skalare besteht aus verschiedenen Arten von wirbellosen Tiere, z.B. Mückenlarven oder Kleinkrebschen und kleinen Fischen. Ihr eher kleines Maul deutet darauf hin, dass sie sich von kleineren Beutetieren ernähren, denen sie auflauern. Skalare setzen bei der Beutejagd auf ihren Sehsinn. Die Larven ernähren sich von verschiedenen Arten von Protozoa (Einzellern) oder Rädertierchen.
Skalare sollen eher schreckhafte Fische sein. Ausserhalb der Fortpflanzungperiode und bei Störungen schliessen sie sich zu kleineren Schwärmen zusammen. Wilde Skalare vergesellschaften sich auch mit anderen Arten, z.B. mit Flaggenbuntbarschen (Mesonauta festivus). Schwarmverhalten ist ein oft beobachtetes Verhalten bei Fischen, denn das Leben in der Gruppe gewährt Schutz vor Fressfeinden. Während der Fortpflanzungsperiode etablieren die Männchen ein Territorium, das sie gegen Eindringlinge verteidigen.
Fortpflanzung
Skalare haben ein spezielles Fortpflanzungssystem. Sie sind seriell monogam. Das heisst, ein Weibchen und ein Männchen verpaaren sich und ziehen dann den Nachwuchs eine zeitlang gemeinsam auf. Danach pflanzen sich beide erneut fort, aber meist mit neuen Partnern. Skalare weisen ein komplexes Fortpflanzungsverhalten auf. Es beinhaltet das Verteidigen des Territoriums und des Partners, das Balz- und Paarungsverhalten sowie die Fürsorge für den Nachwuchs.
Die Territorien der Männchen befinden sich in den vegetationsreichen Bereichen. Die Weibchen inspizieren die Territorien und die Männchen. Zwischen den Männchen herrscht ein ziemlich starker Konkurrenzkampf um die Weibchen. Es wird gedroht und gekämpft. Die Weibchen ihrerseits sind ziemlich wählerisch. Aufgrund des Paarungsverhaltens des Männchens trifft das Weibchen seine Wahl. Das Verhalten zeigt dem paarungsbereiten Weibchen an, ob das Männchen fähig und gewillt ist, an der Jungenaufzucht teilzunehmen. Generell bevorzugen die Weibchen grössere und erfahrene Männchen und solche, die sich gegen die anderen Konkurrenten durchsetzen können.
Das Weibchen braucht die Hilfe des Männchens bei der Jungenaufzucht, ansonsten es die Eier und die Larven nicht gegen Fressfeinde verteidigen kann. Die Eier werden an senkrecht stehenden Wasserpflanzen abgelegt und anschliessend sorgfältig gepflegt. Die Elterntiere befächeln das Gelege und verteidigen es vehement. Eier, die von Pilzen befallen sind, werden entfernt. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven können zunächst noch nicht schwimmen. Die Elterntiere befestigen daher diese Larven, die mit Haftdrüsen am Kopf ausgestattet sind, in dichten Gruppen an Wasserpflanzen. Bei Bedarf werden sie von den Eltern umplatziert. Die frei schwimmenden Larven werden von den Eltern noch eine Weile geführt. Die selbständigen Jungfische schwimmen in Gruppen, wo sich ihr Sozialverhalten ausbildet.
Beim Skalar gibt es zahlreiche Zuchtformen mit veränderter Körperfärbung.
Der Amazonas ist der natürliche Lebensraum der Skalare.
Dieses Unterwasservideo gibt einen Eindruck, wie der natürliche Lebenraum der Skalare aussehen kann.
Monographie
Hans-Joachim Paepke, 2003. Die Segelflosser, Gattung Pterophyllum. Die neue Brehm Bücherei.