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Um 10h15 fahren wir mit unserem BONSAICAMPER los, zu unserem heutigen Ausflug. Dies ist eine Premiere, da wir nämlich Ruth und Heinz mitnehmen und bis jetzt noch nie zu viert mit diesem Bus ausgefahren sind. Zuerst erledigen wir noch ein paar Einkäufe und dann geht es los. Paul fährt, Heinz navigiert, Ruth und ich sitzen hinten am Tisch. Vorbei an Calpe, Altea und Benidorm erreichen wir Guadalest. Bei Altea überqueren wir den Nullmeridian.
Der Nullmeridian
Der Nullmeridian ist derjenige Meridian (ein senkrecht zum Erdäquator stehender und von Nord- zu Südpol verlaufender Halbkreis), von dem aus die geografische Länge nach Osten und Westen gezählt wird.
Seine Festlegung ist an sich willkürlich, er wurde aber durch internationale Vereinbarung während der Internationalen Meridiankonferenz 1884 in die Sternwarte Greenwich bei London gelegt.
Vom Nullmeridian aus wird die östliche Länge (0–180° Ost) und westliche Länge (0–180° West) gemessen und bezeichnet. Als Abkürzungen werden O oder E für „Osten“ und W für „Westen“ verwendet.
Also, wir befinden uns jetzt auf der Westhälfte der Erdkugel.
Guadalest (Valencianisch: El Castell de Guadalest) ist ein kleiner Ort in der Provinz Alicante in Spanien.
Guadalest liegt im Hinterland von Benidorm, etwa 15 km (Luftlinie) nördlich von Benidorm, wunderschön in den Bergen. Es befindet sich auf einer Anhöhe über dem Tal des Rio Guadalest, der hier zu einem See gestaut ist. In der Umgebung des Ortes wachsen Pinien; Zitruspflanzen, Oliven, Japanische Wollmispeln, Johannisbrotbäume und Mandeln. Sie werden im Terrassenanbau kultiviert.
Nachdem wir den BONSAI auf dem grossen Parkplatz parkiert haben, laufen wir die vielen Treppen hinauf zum Dorf Guadalest. Man merkt hier gut, dass dies ein touristischer Ort ist. Bei fast jedem Haus kann man die gleichen Souvenirs (Made in China) kaufen. Und es hat enorm viele Museen. Viele Häuser sind mit grossen Tafeln „MUSEO“ angeschrieben.
Der Ort hat 205 Einwohner (1. Januar 2017). Die Dorfanlage erfolgte durch die Mauren unter Tāriq ibn Ziyād und Al-Azraq, der als Herrscher über das Gebiet mit einem weitläufigen Bewässerungssystem die Landwirtschaft unterstützte und seine Besiedlung förderte. Die 1974 zum kunsthistorischen Denkmal erklärte Ortschaft teilt sich in ein Burgviertel und das Viertel von El Arrabal, (586 m.ü.M) das entstand, als das alte Dorf die wachsende Einwohnerzahl nicht mehr verkraften konnte. Wir durchqueren El Arrabal und laufen hinauf zum Burgviertel.
Das Burgviertel wird von El Arrabal aus durch einen Tunnel erreicht, der in den Felsen gehauen wurde. Auf dem Weg hierhin ist rechts auf der Felsenspitze der Glockenturm zu sehen, und die Reste der ehemaligen Befestigung zur Verteidigung der Stadt.
Wir machen einen Rundgang durch die sehr schöne, kleine Altstadt in luftiger Höhe. Vorbei am städtischen Rathaus, dem Gebäude, das auf einem Regenwassersammelbecken errichtet wurde, das den Ablauf aus den Hausdächern aufnahm. Der ehemalige Kerkerraum aus dem 12. Jahrhundert wurde als erstes gebaut.
Danach besuchen wir das Stadthaus der Orduñas. (Eintritt für Renter 3€/Pers, sonst 4€).
Ruth kommt nicht mit, sie hat das Haus schon gesehen und wartet in der benachbarten Kirche sehr lange auf uns.
Das vierstöckige Stadthaus mit einem Weinkeller liegt unmittelbar gegenüber der altstadtseitigen Tunnelöffnung. Es beherbergt das Stadtmuseum mit Gütern und einem Dokumentenschatz der Familie Orduñas. Die „Adelsräume“ beinhalten die für die damalige Zeit typischen Einrichtungs- und Schmuckgegenstände, Wandgemälde, Fotografien, kostbare Möbel mit Intarsien, eine Feuerwaffensammlung und die Familienbibliothek mit 1565 Bänden, davon allein 589 aus den Jahren von 1500 bis 1800. Durch das Haus erlangt man Zutritt zur Burg, zur benachbarten Gemeindekirche Mariä Himmelfahrt (1753) und zum Glockenturm La Alcozaiba. Das Gebäude wurde nach dem Erdbeben von 1644 errichtet. 1708 wurde es während des Erbfolgekriegs geplündert und in Brand gesetzt.
Neben vielen anderen Museen sind zwei Miniaturmuseen zu besichtige. Der Besucher findet hier originelle Ausstellungen von massstabsgetreuen Nachbildungen, so z. B. eine winzige Bibel, Eiffelturm in einem Nadelöhr, Picassos Guernica auf einem Samenkorn, alles Objekte, die das ungeübte Auge nur mit einer starken Lupe erkennen und betrachten kann.
Nach diesem sehr schönen Einblick in die damalige Zeit steigen wir noch zum Friedhof neben der alten Burgbefestigung hinauf. Wir können kaum glauben, dass man heute noch hier oben auf diesem Friedhof Leute beerdigt.
Wir holen Ruth bei der Kirche ab und weil wir alle langsam ein „Hüngerli“ haben, verlassen wir diesen schönen Ort und fahren zum Dorf Beniarda und essen im Restaurant „Mesón de la Mezquita“ ein königliches Mittagessen. Zwischen 15h und 17h geniessen wir wundervolle spanische Spezialitäten. Mit übervollen Bäuchen sind wir um 18h45 in Moraira zurück. Was für ein schöner Tag! Auch das Wetter war toll, nur Sonnenschein, den ganzen Tag.