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Ich will mit diesem Beitrag ein Gedankenexperiment in Richtung «Entsorgung» generieren und die daraus resultierende Problematik des Mülls und Recyclings ansprechen.
Inspiriert vom Konzept der Selbsterhaltung entsprang die Idee des
«Smart-Containers».
Es geht um eine dezentralisierte Müll-Entsorgung-, Trennung- und Recyclingstation, mit einer integrierten Datenbank von Bauplänen (Recyclingmöglichkeiten), die mit einem 3D-Drucker gekoppelt ist.
Die Verbindung von zwei unterschiedlichen schon existierenden Systemen, die Anfang und Ende verbindet. Ein fliessender Übergang von Müll zu Rohgütern.
3D Drucker arbeiten mit Filamenten, die in Form eines langen Kabels um eine Rolle gespannt sind. Mit Hilfe von Hitze wird das gewünschte Objekt Schicht für Schicht erstellt. Die im Moment am häufigsten benutzten Materialien sind Kunststoffe von PEEK bis PLA, Harz, Verbundwerkstoffe (Kombination zweier Materialien) und Metallen.
Der Recycling Prozess kann auf verschiedene Weise erfolgen. Oft werden die Materialien verkleinert und mit Wasser, Hitze und/oder Chemikalien behandelt, um die einzelnen Bestandteile von einander zu isolieren. Verschiedene Materialien erfordern verschiedene Trennverfahren.
Aber was, wenn man einen Weg finden würde, unterschiedliche Trennverfahren an einem Ort auf einem kleinen Massstab zu vollziehen? Und das recycelte Material direkt für den 3D Druck bereitgestellt wird?
Es gibt nur ein Problem. Der Smart-Container ist nicht für den Wettbewerbs-Markt geeignet. Es könnte passieren, dass er vielen Firmen einen Strich durch die Rechnung macht. Eine Datenbank von Null zu etablieren würde eine Ewigkeit gehen. Da kam mir ein Gedanke: Lizenzen verkaufen. Baupläne von allen möglichen Firmen und für alle möglichen Gegenstände und Gebrauchsgüter zu sammeln. Das gleiche Prinzip wie Netflix oder Spotify nur mit Bauplänen.
Ein VW Ersatzteil? Voilà. VW müsste weder produzieren noch transportieren. Keine Emissionen aber Vergütung und kein riesiges überverpacktes Packet. Alle wären glücklich.
Was ein Smart-Container an technischer Innovation beinhalten müsste wäre somit:
- Ein Müll-Trennverfahren, die mehrere Stadien zeitgleich und in einer sinnvollen Reihenfolge vollzieht (auf relativ kleinem Massstab).
- Eine interne Zwischenstation, welche die getrennten Rohstoffe in Kabelform auf Filament Rollen bereitstellt.
- Eine Datenbank mit Bauplänen.
Klingt etwas utopisch? Nur weil es noch niemand versucht hat. Im Grunde existieren schon viele Bauteile für den Smart-Container. Man müsste nur anfangen sie als ein Ganzes zusammenzufassen und sich der Herausforderung stellen.
Wo und warum würde man so einen Smart-Container brauchen können?
- An einem Ort wo man bedingt hinkommt. (Berge, Inseln,)
- Gekoppelt an Unternehmen die stetig Müll generieren (Bauunternehmen)
- Auf langen Expeditionen ( Schifffahrt, Weltraum)
- Im Falle eines Ausnahmezustands
- Bei Entwicklungsländer als Entsorgungsgrundlage
- Selbstversorgende Strukturen
- Abgeschottete Ortschaften
- Um Emissionen zu sparen
- Erhalt von technologischen Wissens
Die Problematik von Müll ist ein globales Phänomen. Überall wo es Menschen gibt, entsteht Müll. Organischer-, Baustellen-, non-organischer, toxischer Sondermüll etc. Alles Dabei.
Ein globales aber je nach Ort variierendes Phänomen.
Wenn man sich die Schweiz anschaut. Dann blickt man auf ein sehr gut funktionierendes System. Mülltrennung Zuhause, bei öffentlichen Sammelstellen und Entsorgungshöfen. Darauf folgt die Müllverbrennung, die auch zur Energiegewinnung benutzt wird (wobei mehrere Tonnen aus Deutschland importiert wird), und zu guter Letzt Export nach Asien (aktueller Hotspot: Malaysia).
Nicht wenig Müll legt hunderte von Kilometern zurück, um dort zu landen, wo er nicht selten ignoriert wird, wo keine Vorschriften gelten und es einen gewaltigen Einfluss auf unsere Umwelt hat.
Wir im Westen bemerken dies nicht, da wir es hier in einen Mülleimer werfen von dem wir erwarten, regelrecht entsorgt und recycelt zu werden. Tatsächlich sieht es so aus, dass der Prozentsatz an recycelten Plastik gutgerechnet wird und dass der Anteil des recycelten Mülls viel geringer ist als es die offiziellen Zahlen uns glauben machen wollen. Sogar Vertreter der Recycling-Branche sagen, dass viel zu selten Abfälle wiederverwertet werden.
An diesem Punkt will ich dich nun einladen bei dem Gedankenexperiment teilzunehmen und dir vorzustellen wie so ein Smart-Container aussehen könnte.
Von Mirko G