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In den Jahren 1939 bis 1945 wohnten wir zu fünft (vier Erwachsene, ein Schulkind) im vierten Stock eines Mietshauses (Schönau 7). Es gab nur in der Stube einen Ofen, der mit Kohlen, Stöckli und selbst gesuchten Föhrenzapfen geheizt wurde. Auf dem Ofen stand immer eine Pfanne mit heissem Wasser für den Geschirrabwasch in der Küche. Es gab keinen Warmwasserboiler und demzufolge auch kein Badezimmer.
In der Küche wurde mit Gas gekocht. Als das Gas rationiert wurde, war ein selbstgebastelter Kochtopf, der das fertige Garen des Kochgutes übernahm, ständig in Betrieb. Die vier Parteien im Haus hatten je einmal im Monat Waschtag. In einem mit Holz angefeuerten Waschkessel wurde die Weisswäsche gekocht. Die farbige Wäsche wurde von Hand am Waschbrett gewaschen. Das gab den Wäscherinnen jeweils «ribelige» Hände. Die Seifenlauge verwendete man zum Reinigen (Struppen) der Waschküche und des Küchenbodens.
Alle zwei bis drei Wochen begaben wir uns an Samstagabenden zu Frau Bäschli an der Ecke Mühlenstrasse/Grubenstrasse, die eine Badestube führte. Sie hatte einige Badezimmer, in denen immer zwei Badewannen standen. Es roch immer so fein. Als wir zum ersten Mal mit unserem Ferienkind (Kriegskind aus Frankreich) in die Badestube gingen und es in einer Badewanne baden sollte, schrie es wie am Spiess. Aber dann lernte es doch noch das Schwimmen in der «Rhybadi».
Wenn wir Besuch hatten, gab es immer einen Reisring mit selbst gesuchten, von Herrn Stemmler kontrollierten Pilzen. Die Pilze konnte man gratis im Elektrizitätswerk dörren lassen. Als das Gas rationiert wurde, brachte ich jeden Freitag vor der Schule zum Aschinger Beck eine Dünne und holte sie um 12.00 Uhr gebacken wieder ab. Ausser Brätkügeli mag ich mich nicht an Fleisch erinnern, das auf den Tisch kam. Erst nach dem Krieg gab es an Weihnachten immer einen Schweinsbraten.
Während der Kriegsgefahren bebauten wir auch ein kleines Äckerlein mit Bohnen, Kartoffeln und Salaten. Die Bohnen wurden aufgefädelt und auf dem Estrich getrocknet.
Die zweite Wohnung, die wir im Jahre 1945 bezogen und in der ich heute noch wohne, besteht aus einem zweistöckigen Reihenhaus mit 6,5 Zimmern. (Der oberste Stock wurde 1972 zu einer kleinen Dachwohnung umgebaut.) In sechs Zimmern gab es je ein kleines Holzöfeli, ausser im Esszimmer, wo ein Kachelofen stand, den man von der Küche aus mit Briketts und Stöckli anheizen konnte. In den ersten zehn Jahren, in denen wir in dem Haus wohnten, gab es noch kein Warmwasser. Stattdessen wurde das Warmwasser im Ofenrohr der Küche für unsere alltäglichen Bedürfnisse zubereitet (Körper, Toilette, Bettflaschen, Geschirrspülwasser usw.). Ausserdem befand sich im obersten Stock ein Badezimmer, in dem ein Holzofen das Badewasser erwärmte.