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Weiterbildung
Collegium Generale
Das Collegium generale der Universität Bern ist die älteste eigenständige interdisziplinäre Institution der Universität. Es hat die Aufgabe, den fächerübergreifenden Dialog und die inter- und transdisziplinäre Vernetzung innerhalb der Universität durch Veranstaltungen für Lehrende, Nachwuchsforschende und Studierende aller Fakultäten zu fördern. In Veröffentlichungen und allgemeinbildenden Veranstaltungen vermittelt das Collegium generale Beispiele dieser Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit.
Münchenwiler Seminar
Im Frühjahrssemester findet jeweils ein Wochenend-Seminar im Schloss Münchenwiler statt. Dieses Jahr findet das Seminar am Freitag, den 8. April und Samstag, den 9. April 2016 statt. Das Seminar dient der Weiterbildung und der Selbstreflektion der Universitätsangehörigen und bietet eine Plattform zur Entwicklung von inter- und transdisziplinären Fragestellungen und Kompetenzen in Lehre und Forschung.
Sklaverei und Recht: Zwischen Römischem Recht und der neuen Welt
Das Recht jedes Menschen auf persönliche Freiheit ist ein kaum zweihundert Jahre altes juristisches Konzept. In der Vergangenheit war die Sklaverei jahrhundertelang legitim. Mit ihrem ausgeprägten Interesse für das Recht haben die Römer als erste eine detaillierte Regelung der Rechtsstellung der Sklaven und Sklavinnen entwickelt. Diese Rechtsbestimmungen erfuhren bis in die Spätantike andauernde Anpassungen und Veränderungen, und sie wurden mehrere Jahrhunderte später für die Sklaverei der Neuen Welt zuerst in Lateinamerika und danach in den USA rezipiert und transformiert. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Sklaverei als Rechtsstatus in den verschiedenen nationalen Rechtsordnungen aufgehoben. 1926 wurde der Besitz von Menschen durch den Völkerbund schliesslich international geächtet. Das Münchenwiler Seminar geht von der Aktualität der ungleichen Freiheit und sklaven-ähnlicher Arbeitsverhältnisse in unserer Gegenwart aus, um die Frage nach den Rechtskonzepten, die der Legitimation und Regelung der Sklaverei dienten, aufzugreifen und um deren Rezeptions- und Transformationsprozesse zur Diskussion zu stellen. Im Mittelpunkt stehen zum einen die Entwicklung des Rechts von der römischen Republik bis in die Spätantike, zum anderen die Parallelen und Differenzen der rechtlichen Regelungen der Sklaverei zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert in der «Neuen Welt».
Programmkommission
Prof. Dr. Iole Fargnoli, Romanistisches Institut
Prof. Dr. Thomas Späth, Historisches Institut
Sara Bloch, Collegium generale