Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03417.jsonl.gz/2088

Die Erdburg im Heugraben südlich von Murzelen (Gemeinde Wohlen BE)
Startseite: www.dillum.ch
Über weitere Burgen in BE, FR und VD: http://www.dillum.ch/html/dillum_burgen_artikel_be_so_vd_fr.htm
Plan der Erdburg Heugraben
Planskizze: Autor, 7.2011
Der Halsgraben liegt im nördlichen Teil bei Punkt 544.
Bei Punkt 555 liegt der höchste Teil des Burghügels. Dieser ist gegen Südwesten in zwei Teile gegliedert.
Im SW von Punkt 555 kennzeichnet eine große Delle im Terrain (Kreis) den vermutlichen Sod.
Der die Burganlage auf drei Seiten umgebende Fahrweg ist auf diesem Plan wegretouchiert.
Beschreibung und Charakterisierung der Anlage
Die Erdburg Heugraben liegt etwa 1,5 km im Südwesten von Murzelen (Gemeinde Wohlen BE), in einem waldigen Abhang nördlich des Wohlensees, nordöstlich des Hofes Eymatt und etwa 13 km westlich von Bern.
Das Terrain bildet dort gegen Süden eine Reihe von natürlichen Spornen mit Erdköpfen an den Spitzen. Der wohl markanteste Sporn trägt deutliche Spuren einer Erdburg.
Der Name der Wehranlage folgt dem Namen Heugrabenwald. - Wie die Burg richtig geheißen hat, ist nicht zu eruieren, da diese weit ab von jeder Siedlung liegt und keine besonderen Überlieferungen vorliegen.
Erst in der neuen Burgenkarte der Schweiz von 2007 ist das Objekt vermerkt. Vorher fehlte jede Erwähnung in der Literatur.
Der Heugraben bildet wie gesagt einen markanten, gegen Süden gerichteten Sporn. Aus dem Abhang tritt ein schmaler, langer Geländehals, der an einem teilweise erhaltenen Halsgraben endet. Aus diesem erhebt sich der steile, gut 10 Meter hohe Burghügel.
Der Burgplatz selbst ist gegliedert: Die höchste Stelle (Punkt 555) bildet der rundliche Burghügel im Norden, unmittelbar südlich oberhalb des Halsgrabens. Von der höchsten Stelle aus gesehen besteht der Platz aus zwei Teilen: einer markanten Geländezunge gegen Südwesten und einer eher eckigen Zunge gegen Süden.
Unmittelbar am südwestlichen Abhang der höchsten Stelle der Burg läßt eine große Geländedelle einen ehemaligen Sod vermuten.
Der steile, gegliederte Burgplatz wird heute auf drei Seiten von einem Fahrweg umrahmt und umschlossen. - Die Erdburg selbst ist vollständig und ursprünglich erhalten.
Heugraben ist eine Spornanlage, aber mit einer besonderen Formung des Burghügels.
Wie bei vielen anderen Burgstellen ist im Grundriß des Heugrabens eine Figur zu suchen. Das gemeinte Bild ist jedoch schwer zu deuten, bleibt vorderhand rätselhaft.
Doch auch bei der Erdburg Heugraben bei Murzelen beweist sich die Erkenntnis: Die symbolische Bedeutung der Anlage ist gleich bedeutsam wie der Verteidigungszweck.
Der Symbolismus ist integraler Teil der Burgenforschung.
Steckt im Grundriß von Heugraben ein Wolf oder ein Fuchs?
Die intensive Betrachtung des obigen Grundrisses bringt bald Vermutungen. Dreht man den Plan um 180° - also daß man die Burgstelle vom Hals aus betrachtet - so erkennt man den Kopf eines Tieres. Man darf deutlicher werden: Hier versteckt sich ein Wolfskopf.
Der Heugraben wäre also eine Wolfsburg gewesen. - Der Ortsname existiert, allerdings in etwas weiterer Entfernung von der Burgstelle: Auf einer Geländezunge südöstlich von Frieswil, welche das Grabensystem bei Innerberg überragt, heißt ein Weiler Wölflisried. - Der Heugraben hat also ursprünglich in einem Wolfsgraben gelegen.
Es seit erlaubt, bei dieser Gelegenheit auf den Namen der niedersächsischen Auto-Stadt Wolfsburg zu erinnern.
Anmerkung:
Man kann in dem Tierkopf natürlich auch einen Fuchs sehen.
Doch sowohl Fuchs wie Wolf sind identische Neapel-Wörter:
Wolf = LUPUM (Akkusativ) = LPM > MPL > NPL = NEAPEL
Fuchs = VULPEM (Akkusativ) = VLP > NLP > NPL = NEAPEL
NB: Südöstlich von Madiswil BE gibt es eine Burgstelle Fuchsmatt.