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„Wenn du nicht getroffen wirst, gewinnst du. Das ist überall so.“, erklärt mir mein Sihing. „Erst recht, wenn du selbst triffst.”
Eigentlich logisch. Ich habe nach meinem ersten Lei Tai Kampf um Feedback gebeten und um einen Rat gefragt, wie ich meine Kondition verbessern kann. Sihing Alex hat mir geraten, lieber besser auf meine Ressourcen aufzupassen, als mehr davon aufzubauen. Viel wichtiger als die Grösse des Tanks sei es, das vorhandene Benzin so effizient als möglich zu nutzen. Ich gehe zwar davon aus, dass mehr Sprit auch nicht schadet, aber der Grundgedanke ist schlüssig.
Obwohl Energiehaushalt immer mal wieder zur Sprache gekommen ist im Kampftraining, war mir bis zu meinem ersten, richtigen Kampf nicht klar, was damit gemeint war. Auch in der Übungsrunde gegen eine andere Schülerin kam es nicht so zum Zug. Ich war grösser, schwerer und stärker, es ging auch mit brachialer Gewalt. Beim Turnier gab es dann aber keine Frauenkategorie und ich trat gegen einen Mann an, was mich in die genau umgekehrte Position brachte. Er war grösser, schwerer und stärker.
Ich müsse lernen, nicht meine Deckung fallen zu lassen, um anzugreifen. Jedes Mal, wenn ich schlagen würde, wäre ich offen. Das sind Hausaufgaben, die ich angehen will. Sehr umfangreiche, denn ich finde es alles andere als leicht, die Angriffe überhaupt zuverlässig zu erkennen.
Damit werde ich also anfangen. Angriffe sehen, nicht getroffen werden und, wenn ich zurückweichen muss, im Kreis gehen, um nicht von den Matten getrieben zu werden. Wenn ich das habe, schaue ich weiter. Eins nach dem anderen.