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08.12.07
Der Verband der Bibliotheken und der Bibliothekarinnen/Bibliothekare der Schweiz (BBS, gegründet 1897) und die Schweizerische Vereinigung für Dokumentation (SVD, gegründet 1939) werden ab 2008 neu gemeinsam als „Verband Bibliothek Information Schweiz“ auftreten. Die Mitglieder wählten einen neuen Vorstand mit einem neuen Präsidenten. Der Name des künftigen Verbands wurde noch nicht definitiv bestimmt. Das vorgelegte Verbandsprofil wird in der begleitenden Arbeitsgruppe bis zur nächsten Generalversammlung weiter beraten.
Nachdem im Oktober 2008 in Sierre der Weg zur Gründung eines gemeinsamen Verbands von den Mitgliedern der Verbände der Bibliothekare und Dokumentare freigemacht wurde, kamen am 23. November 2008 die Mitglieder beider Verbände in Bern zusammen, um den gefassten Beschluss in die Tat umzusetzen. Das Bedürfnis nach einem Zusammenschluss war schon seit mehreren Jahren spürbar und wurde schon länger aktiv zwischen den Verbänden diskutiert.
Vom langen Suchen eines Verbandsnamens
Nach den Formalien wie Wahl des Tagungspräsidiums und der Genehmigung der Protokolle der in Sierre stattgefundenen Generalversammlungen beider bisherigen Verbände wurde die Beratung der Statuten für den neuen Verband in Angriff genommen. Unbestritten war, dass die Verbandstrukturen des BBS übernommen werden.
Intensiv debattiert wurde der Verbandsname, es standen vier Vorschläge zur Auswahl: Verband Information Schweiz, Verband Information Bibliotheken Schweiz, Verband Bibliothek Information Schweiz sowie Verband Information und Dokumentation Schweiz.
Die Aussprache ergab, dass Mitglieder der allgemein öffentlichen Bibliotheken für die Beibehaltung des Begriffs Bibliothek im Verbandsnamen waren.
Auch die Übersetzung des Verbandsnamens in die französische und italienische Sprache wurde diskutiert.
Konsultativabstimmungen ergaben eine knappe Mehrheit für den Vorschlag Verband Bibliothek Information Schweiz. Am Namen Verband Bibliothek Information Schweiz wurde vorerst als Arbeitstitel für die Statuten bis zur nächsten Generalversammlung festgehalten.
Weitergehende Abänderungsvorschläge wie zum Beispiel das Ersetzen der Worte Informationswesen durch die Worte Bibliotheks- und Dokumentationswesen in den Statuten wurden per Abstimmung abgelehnt, um die fristgerechte Gründung des gemeinsamen Verbandes zum neuen Jahr nicht zu gefährden. Allfällige Änderungswünsche müssen somit als Abänderungsanträge bis zur nächsten Generalversammlung eingereicht werden.
Jetzt muss zusammenwachsen, was zusammen gehört
Das Verbandsprofil wurde in der Versammlung andiskutiert. Aus den geäusserten Stellungsnahmen der anwesenden Mitglieder, dass ihnen die Komponente der Kulturvermittlung im Verbandsprofil fehlte, wurde klar, dass der vorliegende Text noch weiter diskutiert werden muss. Das Verbandsprofil wird zur weiteren Beratung an die begleitende Arbeitsgruppe Verbandszukunft zurückgeben. Vom Tagungspräsidium wurde mit Nachdruck gebeten, dass sich interessierte Mitglieder mit ihren Vorschlägen bei der Arbeitsgruppe melden sollen. Die Verabschiedung eines überarbeiteten Verbandsprofils soll an der nächsten Generalversammlung vorgenommen werden.
Die gemeinsame Verbandskultur als künftige Aufgabe
Zur Verbandspolitik für das kommende Jahr führte Andreas Brellochs aus, dass das Marketing für den Verband und eine gemeinsame Verbandskultur zu den vordringlichen Aufgaben im kommenden Jahr werden. Er wies insbesondere darauf hin, dass die Berufsethik, wie sie bereits für den BBS ausgearbeitet wurde, nun auch für den Dokumentationsbereich bestimmend ist. Auch das Finden des definitiven Verbandsnamens sowie einer passenden URL kommt als wichtige Aufgabe hinzu. Diesen Vorhaben wurde von den anwesenden Mitgliedern ohne weiteres zugestimmt.
Unbestritten blieben die Festsetzung der Mitgliedergebühren und das Budget für das kommende Jahr. Es kommt zu keinen Gebührenerhöhungen. Die Mitgliedergebühren befinden sich somit auf dem bisherigen Niveau der Tarife des Verbandes der Bibliothekare und werden für Einzelmitglieder der hinzustossenden Dokumentare billiger.
Als nächster Punkt wurden vom Tagungspräsidium die Wahlen für den neuen Vorstand durchgeführt. Als neuer Präsident wurde Andreas R. Brellochs (1962) gewählt. Seit mehreren Jahren war er schon im Vorstand des SVD vertreten. Er ist als Information Researcher und Knowledge Manager der Boston Consulting Group AG (Switzerland) in Zürich tätig.
In den Vorstand wurden weiter als Mitglieder gewählt: Jean-Philippe Accart, Damian Elsig, Yolande Estermann Wiskott, Wilfried Lochbühler, Hans Ulrich Locher und Gabi Schneider
Da keine weiteren Anträge der Mitglieder vorlagen, konnte unter Verabschiedung der zurücktretenden Vorstandsmitglieder beider Verbände, der Co- Präsidenten BBS Nick Landolt und Peter Probst sowie SVD-Präsident Urs Naegeli, welche die Kombinationsfusion der beiden bisherigen Verbände begleitet hatten, die Gründungsversammlung geschlossen werden.
Zukunft bewegen, lautet jetzt die Aufgabe
Damit ist der Weg frei, im kommenden Jahr gemeinsam als Verband aufzutreten!
Der neue Verband versteht sich sowohl als Berufs- wie auch als Branchenverband. Der Verband Bibliothek Information Schweiz vertritt neu rund 1700 Einzel- und 460 Kollektivmitglieder. Er bezweckt die Förderung und Entwicklung des schweizerischen Informationswesens im Sinne einer national koordinierten Informations- und Bibliothekspolitik und schafft somit grosse Synergieeffekte.
Weiter soll der Verband der fachlichen Vernetzung seiner Mitglieder, der Aus- und Weiterbildung sowie dem aktiven Erfahrungsaustausch auf nationaler und internationaler Ebene dienen. Die Mitglieder von BBS und SVD versprechen sich von der Fusion die Stärkung der Fachszene und ein positives Signal gegenüber weiteren verwandten Fachverbänden und gegenüber potentiellen Mitgliedern.
Der Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare (VSA) wird weiterhin als selbständiges Organ auftreten. Die enge Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Verband, vor allem in der Aus- und Weiterbildung, bleibt bestehen. Die seit 1986 von den drei bisherigen Verbänden getragene Fachpublikation arbido wird auch zukünftig durch den neuen Verband sowie den VSA herausgegeben.
Stephan Holländer, Nadja Böllerzurück