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Intarsienschreiner/in
Die Antikschreiner[1], die am ehesten der Handwerksbezeichnung „Intarsienschreiner“ entsprechen, nehmen Reparaturen und Restaurierungen an antiken Möbeln vor. Zur Erhaltung der Möbelstücke in ihrer alten Form setzen sie meist alte Hölzer und verschiedene manuelle Arbeitstechniken ein. Im Rahmen der Intarsienherstellung –bzw. Restaurierung werden in der Regel zwei Holzplatten von verschiedener Farbe aufeinander gelegt und daraus erwünschte Muster ausgesägt. Die so entstandenen Muster werden, zur kräftigen Akzentuierung der vorgesehenen Möbel- und Türfüllungen, in die Gegenplatte eingefügt und mit ihr verleimt. So erscheint das Muster das eine Mal Hell auf Dunkel und im Gegenstück Dunkel auf Hell.
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Diese und andere Arbeitstechniken werden heute in der Schweiz zumeist „on the job“ in Begleitung eines Selbststudiums in Kunstgeschichte, Stilkunde und alten Techniken erlernt, da es in der Schweiz keine einheitliche Ausbildung zum Antikschreiner gibt. Nach einer beruflichen Grundbildung als Schreiner EFZ mit Berufsmaturität gibt es lediglich im Ausland die Möglichkeit eines Fachhochschulbesuches in Restaurierung und Konservierung von Möbeln und Holzobjekten. Hierzulande werden lediglich Modulkurse in Möbelrestaurierung- und Konservierung angeboten, und zwar von einzelnen Anbietern, wie z.B. dem Verband Luzerner Schreiner und dem Kurszentrum Ballenberg.
Vor dem 15. Jahrhundert gestaltete sich die Situation in diesem Zusammenhang ähnlich. Die Produkte der Intarsiatoren (auch Holzmosaike[2] genannt) wurden zumeist von italienischen Mönchen in Verbindung mit Holzbildhauerei gefertigt und betrieben, da das Gewerbe bis dahin wenig lohnend war. Im Verlaufe der Zeit und insbesondere im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich das Gewerbe zu einer Modeströmung und erhielt auch in der Schweiz als Kunstgewerbe Einzug. Ende des 19. Jahrhunderts hingegen sind lediglich im Engadin und in vereinzelten Orten wie z.B. Trogen einzelne Intarsienschreiner am Werke.
[1] Für bessere Lesbarkeit wird nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Intarsienschreinerin.
[2] „Wer als erster „Mosaike aus Holz“ anfertigte, ist nicht bekannt; die ersten Intarsien oder Holzeinlegearbeiten tauchen erst im 15. Jahrhundert auf“ (Zeller, 1974, S. 2).
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Literatur
Kaiser Hermann: Schreiner, Tischler, Ebenisten, in: Reith Reinhold (Hg.): Das alte Handwerk. Von Bader bis Zinngiesser, München 2008, S. 211-217.
Zeller Willi: Aussterbende Berufe, in: Appenzeller Kalender (1974), Nr. 253, S. 2-3.
www.berufsberatung.ch → Eintrag Antikschreiner/in, abgerufen am 16.07.2018.
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