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Vitaminoide
Die obige einfache Definition der Vitamine sollte an und für sich eine zweifelsfreie Klassifikation ermöglichen. Dennoch werden bis heute Wirkstoffe zum Teil in Unkenntnis ihrer pharmakologischen Eigenschaften, aber auch aufgrund marktstrategischer Überlegungen als Vitamine klassifiziert, obwohl sie der Vitamindefinition nicht genügen. Diese sogenannten Vitaminoide haben zwar vitaminähnliche Eigenschaften und sind in Lebensmitteln enthalten, sie werden im Gegensatz zu Vitaminen aber auch vom Körper produziert. Nachfolgend sind einige dieser Vitaminoide beispielhaft gelistet:
- L-Carnitin und gebundenes Carnitin (Acetyl-Carnitin)
- Inosit
- Cholin
- Taurin
- Ubichinon (Coenzym Q)
Provitamine
Provitamine sind hingegen noch unwirksame Vorstufen der Vitamine und müssen im Organismus erst noch in diese umgewandelt werden, um für den Körper von Nutzen zu sein. Beispiele hierzu sind folgende Verbindungen:
- Beta-Carotin (Provitamin A)
- Ergosterin (Provitamin D2)
Warum sollte der Vitamingehalt von Lebensmitteln analytisch kontrolliert werden?
Vitamine haben in der Ernährung eine essentielle Funktion und werden daher, neben den bereits vorhandenen natürlichen Vitaminen, bei der Lebensmittelherstellung und Verarbeitung aus technologischen und ernährungsphysiologischen Gründen gezielt zugesetzt.
Bei einer ungenügenden Versorgung treten Hypovitaminosen (Mangelerscheinungen wie z.B. Skorbut bei Vitamin C-Mangel oder Rachitis bei Vitamin D-Mangel) und in einem späteren Stadium Avitaminosen (schwere Formen von Mangelerscheinungen) auf, die bis zum Tod führen können.
Aber nicht nur die Hypovitaminosen sind kritisch. Auch zu hohe Gehalte, vor allem der fettlöslichen Vitamine, können Probleme verursachen. Durch die Aufnahme über die Nahrung lagern sich die Vitamine im Fettgewebe des Körpers über eine längere Zeit ein, was zu toxischen Effekten (Hypervitaminosen) führen kann. Zu hohe Dosen der wasserlöslichen Vitamine sind weniger problematisch, da sie vom Körper rasch wieder ausgeschieden werden.