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Die Drainage-Hauptsammelleitung im Vierezwanzgerriet wird als Riedgraben über knapp 160 m offengelegt. Dabei wird das neue Gewässer bewusst als Element der Ried-Kulturlandschaft gestaltet, d.h. mit steilen, abschnittsweise annähernd senkrechten Uferböschungen und einer gleichmässigen Sohlenbreite von 0.8 m. Das Gefälle ist mit lediglich 0.2% minimal, so dass auf Befestigungen von Sohle und Ufern verzichtet werden kann. Periodisch werden deshalb einfache Unterhaltsmassnahmen zur Entfernung von Ablagerungen aus dem Gerinne erforderlich sein. Der Riedgraben bietet jedoch trotz oder gerade wegen seiner geometrischen Gestaltung eine erwünschte Ergänzung der Lebensraumvielfalt. Die bestehende Flurstrasse entlang des Seegrabens überquert den Riedgraben neu mit einer Furt. Für Hochwasserperioden steht Fussgängern ein einfacher Holzsteg zur Verfügung.
Der Tobelbrunner Bach wird auf den obersten 100 m als Wiesenbach mit einem Gefälle von 0.5% in leicht bewegter Linie geführt und mit einer naturnahen Sohle aus Wandkies ausgestattet (entsprechend dem früher vom Tobel her mit Geschiebe beeinflussten Bachlauf). Zwei Schwarzerlenpaare übernehmen mit ihren Wurzeln am oberen Ende der Öffnungsstrecke die Sicherung des Auslaufes der Eindolung gegen eine allzu starke Eintiefung des Bachbettes. Der Bachlauf wird mit einem aufgelockerten, standortgerechten Bachgehölz bepflanzt. Im unteren Teil fliesst der Bach über ca. 260 m als mäandrierender Moorbach mit einer Sohle aus dem anstehenden organischen und / oder feinkörnigen Untergrundmaterial in einem sehr flach ausgestalteten Profil durch das Riedgebiet und mündet dann in den Seegraben. Neu überquert die bestehende Flurstrasse den Bach mit einer Furt. Für Hochwasserperioden steht Fussgängern ein einfacher Holzsteg zur Verfügung.
Im südlichen Teil von In langen Teilen soll eine Fläche von ca. 1.5 ha als Flachmoor reaktiviert werden. Da der Grundwasserstand nur wenig unter der Oberfläche liegt, wird im östlichen Teil (ca. 0.8 ha) lediglich ca. 0.2 m Oberbodenmaterial abgestossen, im westlichen Teil (ca. 0.7 ha) erfolgt ca. 0.3 m Abtrag. Seegraben und Moorwald („In langen Teilen - Vierezwanzgerriet") Aufgrund einer Stellungnahme des kantonalen Forstamtes (8.10.03, Kreis 3, H. Kuhn) sowie gemäss der Ausführungen im Bericht vom 22.9.03 (Fröhlich Wasserbau AG) ist eine grossflächige, gezielte Vernässung des Moorwaldes durch Einleitung von nährstoffbelastetem Wasser in den Wald weder erwünscht noch technisch mit vernünftigem Aufwand machbar. Die Mündung der Drainagesammelleitung ZR 300 mm gegenüber der Mündung des Tobelbrunner Baches soll abgebrochen werden und die Mündung in den Seegraben als offener Graben ausgestaltet werden (ca. 5 - 7 m). Im Rahmen der Renaturierungsmassnahmen 2004 sollen zudem an ca. 2 - 4 Stellen (Festlegung am Bau in Absprache mit Joggi Rieder) bestehende tiefliegende Waldbereiche mit muldenartigen Vertiefungen besser mit dem Seebachkanal verbunden werden. Die dazu nötigen Rodungen und Erdbewegungen sind möglichst minimal zu halten. Die Aushubarbeiten sollen von der linken Bachseite her ausgeführt werden.
In Gebieten im Eigentum der Stiftung könnten bereichsweise Drainagen gezielt deaktiviert werden. Dies ist nur möglich, wenn dadurch keine noch intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen Dritter benachteiligt werden. Die Vorflut aus diesen Flächen muss sichergestellt sein. Die Deaktivierung kann durch eine gezielte Verstopfung der Drainageausläufe in Schächte oder in die Vorfluter erfolgen. Die Leitungen (Durchmesser mehrheitlich zwischen 100 und 300 mm) können mit einem Holzzapfen verschlossen werden. Zwar lässt sich damit eine Drainage nicht vollständig dichten, doch ist mit einer deutlichen Reduktion der Drainagefunktion zu rechnen. Allerdings können in den Leitungen Ablagerungen entstehen, welche bei den vermutlich weitgehend fehlenden Spülmöglichkeiten die Drainageleitungen endgültig unbrauchbar machen. Das heisst, dass eine spätere Wiederinbetriebnahme kaum mehr möglich ist. Auf dem Situationsplan 1:1'000 (Plan Nr. <ip-pii>) sind Drainagen markiert, die gezielt deaktiviert werden sollen. Dabei handelt es sich um ca. 6 - 7 Ausläufe, die mit einem Zapfen einfach verstopft werden können. Die Angaben im Plan basieren auf den vom Landwirtschaftsamt zur Verfügung gestellten Ausführungsplänen aus der Bauzeit der Drainagen im Rahmen der Melioration um die Mitte des letzten Jahrhunderts. Allfällige spätere Umbauten / Ergänzungen des Drainagesystems sind darin nicht berücksichtigt.
Auf dem Situationsplan 1:1'000 (Plan Nr. <ip-pii>) sind Drainagen markiert, die gezielt deaktiviert werden sollen. Dabei handelt es sich um ca. 13 Ausläufe aus dem Bürgerriet nach Osten in den See resp. ins Neuhuuserloch oder in Kontrollschächte, die mit einem Zapfen einfach verstopft werden können. Zur Deaktivierung von ca. 3 weiteren Strängen aus dem Bürgerriet nach Südwesten müssten Sondiergräben geöffnet und die Leitungen mit Lehm abgedichtet werden (Im Zusammenhang mit Massnahmen „Bürgerriet Südost" möglich). Die Angaben im Plan basieren auf den vom Landwirtschaftsamt zur Verfügung gestellten Ausführungsplänen aus der Bauzeit der Drainagen im Rahmen der Melioration um die Mitte des letzten Jahrhunderts. Allfällige spätere Umbauten / Ergänzungen des Drainagesystems sind darin nicht berücksichtigt.
Aufgrund von Gesprächen zwischen Joggi Rieder und Dieter Ramseier soll im Bereich Bürgerriet Südost auf flächige Abschürfungen verzichtet werden, da sich das Gebiet nur bedingt zur Etablierung einer Flachmoorvegetation eignet. Hingegen soll der monotone Verbindungskanal zwischen Hasensee und Hüttwilersee mit einfachen Massnahmen aufgewertet werden. Der Verbindungskanal ist gut 500 m lang und verbindet die beiden Seen in gestreckter Linienführung bei minimalem Gefälle. Die Sohle ist mit Holzbohlen ausgelegt und der Fussbereich der Uferböschungen ist mit einer Naturstein-Trockenpflästerung versehen. Der Kanal weist trotz seiner Künstlichkeit eine vielfältige Besiedelung (u.a. Muscheln, Libellenlarven) auf. Die offenen Fugen der Pflästerung gewährleisten den Austausch des Baches mit dem Grundwasser und bieten zahlreichen Kleinlebewesen Unterschlupf und Lebensraum. Nicht zuletzt ist der Kanal als historisches Element der Meliorationen aus der Mitte des letzten Jahrhunderts ein kulturgeschichtlicher Zeuge und ein markantes Landschaftselement. Hydraulisch ist die Querprofilgestaltung an die sehr geringen Fliessgeschwindigkeiten angepasst. Vor allem in Abschnitten mit teilweiser Beschattung durch Ufergehölze ist der Unterhaltsaufwand gering. Aus diesen Gründen erscheint es vertretbar, auf eine Entfernung der Sohlenpflästerung oder eine Veränderung der Linienführung beziehungsweise grössere Gerinneaufweitungen im Rahmen des aktuellen Projektes zu verzichten. Allfällige spätere, weitergehende Renaturierungsmassnahmen am Verbindungskanal werden dadurch weder verunmöglicht noch erschwert. Rechtsufrig sind auf Wunsch des Grundeigentümers vorläufig keine Massnahmen vorgesehen. Die linksufrig zu treffenden Massnahmen sollen vor allem dazu dienen, den Verbindungskanal als ökologisches Vernetzungselement zwischen den zwei Seen aufzuwerten und die Quervernetzung zwischen dem Bach und dem Bürgerriet zu verbessern. Dazu wird auf einer Länge von ca. 100 m der linke Uferbereich aufgeweitet und abgeflacht. Gerinnenah oder im Bereich der neu geschaffenen tiefliegenden Vorländer werden zusätzlich ca. 3 kleinere Amphibientümpel (je ca. 20 - 40 m2, Tiefe ca. 0.4 - 0.7 m geschaffen werden.