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Wir haben in früheren Beiträgen zum Principal-Agent-Problem bereits verschiedene Ideen beschrieben, wie man verhindern kann, dass die Geschäftsleitung (Agent) das Vertrauen des Aktionärs (Principal) missbraucht (Teil 1 "Der Principal und sein Agent: Das Problem", Teil 2 "Principal-Agent-Problem: Lösung Reporting & Auditing", Teil 3 "Principal-Agent-Problem: Lösung Sticks and Carrots", Teil 4 "Principal-Agent-Problem: Lösung Shareholders` Rights"). Folgende Lösungsansätze wurden präsentiert:
- Transparente Rechnungslegung
- Prüfung durch unabhängige Revisoren
- Manager zu Eigentümern machen
- Schärfere Strafen für Manager
- Stärkung der Aktionärsrechte
Lösungsansatz Corporate Governance
Der Versuch, das Principal-Agent-Problem zu lösen, hat auch dazu geführt, dass Fragestellungen der Corporate Governance stark an Bedeutung gewonnen haben. Dabei geht es insbesondere um die Herausforderung, die Unternehmensspitze so zu gestalten, dass die Interessen der Eigentümer gewahrt bleiben.
Best Practice Empfehlungen
Zur Best Practice einer guten Corporate Governance gehören die folgenden Elemente:
1. Der Verwaltungsratspräsident (VRP) sollte nicht die gleiche Person sein wie der CEO, denn schliesslich sollte der VRP den CEO kontrollieren und allenfalls in die Schranken weisen.
2. Der Verwaltungsrat sollte so zusammengesetzt sein, dass verschiedenste Kompetenzen, Erfahrungen und Hintergründe zusammenkommen. Besonders wertvoll sind dabei unabhängige Mitglieder, die kritisch denken und auch unbequeme Meinungen äussern.
3. Der Verwaltungsrat sollte über spezialisierte Ausschüsse (engl. committees) verfügen, die sich mit wichtigen Themen intensiv befassen. Dazu gehört zum Beispiel ein Audit Committee, das sich auf Fragen der Rechnungslegung, des IKS und der Revision konzentriert.
Gute Corporate Governance lohnt sich
Unternehmen mit guter Corporate Governance geniessen mehr Vertrauen seitens der Aktionäre, was sich in der Regel auch in einer besseren Performance an der Börse zeigt. Diesen Effekt haben beispielsweise Paul A. Gompers, Joy L. Ishii und Andrew Metrick in ihrer Untersuchung „Corporate Governance and Equity Prices“ (2003) nachweisen können.