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Panorama der alpinen Fauna: der Schneehase
Vom Oktober an beginnt das Feil des Schneehasen, weiss und dicker zu werden. Im Winter hat es dreimal soviel Haare wie im Som-
Panorama der alpinen Fauna: der Schneehase
Zwischen dem Schneehasen ( lepus timidus ) und dem Alpen-Schneehuhn bestehen verschiedene Ähnlichkeiten: Sie leben in gleichartigen Biotopen, werden im Winter weiss wie Schnee, haaren beziehungsweise mausern sich mehrmals im Jahr und sind beide Relikte der Eiszeit. Am Ende der letzten Eiszeit sind sie dem Rückzug des Eises gefolgt, die meisten haben ihre ursprüngliche Heimat, die nördlichen Regionen, wieder erreicht, andere haben sich dagegen auf die Gipfel der Berge geflüchtet, wo sie das ihnen gemässe Klima gefunden haben.
Gestalt und wechselndes Aussehen Der Schneehase, der seinen Namen seinem weissen Winterfell verdankt, wird auch veränderlicher Hase genannt, aber auch weisses Kaninchen, weil seine Gestalt dem des Kaninchens ähnelt. Er hat einen kräftigen, gedrungenen Körper ( 52 bis 65 cm für Kopf und Rumpf ), kurze Ohren ( 11 cm ) und einen runden Kopf. Der Schneehase ist leichter als der ihm verwandte Feldhase, er wiegt zwischen 1,8 und 3 kg ( mittleres Gewicht 2,3 bis 2,4 kg ). Er hat Barthaare, seine Augen stehen vor, die Iris ist kastanienbraun, seine Hinterläufe sind lang und kräftig.
Der Schneehase wechselt sein Feil zweimal im Jahr. Das Haaren im Frühjahr, von April bis Juni, dauert länger als der Haarwechsel im Herbst. Im Winter ist der Schneehase weiss wie Schnee, allerdings mit Ausnahme der Ohrenspitzen, die das ganze Jahr schwarz bleiben. Kopf und Rumpf werden zuerst dunkel, schon von April an, während Ohren und Läufe bis in den Juni weiss bleiben können. Während des ganzen Sommers hat das Feil die Farbe der Felsen: Rumpf braungrau, Kopf fahl und um die Augen hell, Bauch und Läufe beige.
Im Oktober beginnt das Feil, hell und dichter zu werden. Jetzt färben sich zuerst die Läufe weiss. Im November wirkt das Tier wegen des sich verändernden Fells gescheckt, Kopf und Körper sind gleichzeitig sowohl mit weissen als auch mit beigen, grauen und braunen Partien bedeckt.
Lebensraum und Lager Im Alpenbogen kommt der Schneehase in subalpinen ( oberhalb der Waldgrenze ), alpinen und schneebedeckten Regionen vor, das heisst zwischen 1400 und 3000 m. Einige der Tiere halten sich ihr ganzes Leben lang im Felsgebiet auf, man entdeckt sie - bis zur oberen Vegetationsgrenze - im Geröll, in Moränen, Steinhaufen mit vielen Verstecken. Andere sind reine Waldbewohner, sie halten sich ständig im bewaldeten Gebiet auf, wo sie zusammen mit ihrem Vetter, dem Feldhasen, leben. Eine dritte Gruppe lebt während des Sommers im offenen Gelände und zieht sich, wenn der Winter gekommen ist, in den Wald zurück.
mer, und die Haarschicht ist doppelt so dick. Dieses Tier wurde im November auf 1950 m Höhe fotografiert.
Der Schneehase benutzt nie eine eigentliche Höhle. Er lagert im freien Gelände direkt auf dem Boden und immer allein, im Wald unter einem Baum, nah beim Stamm, oder unter den tief hängenden Ästen eines Nadelbaums. Oberhalb der Waldgrenze entdeckt man ihn am Fuss der Felsen, gegen einen Rücksprung oder in eine natürliche Vertiefung geduckt. Im Winter verwischt er sorglich seine Spuren, ehe er sich auf dem Schnee lagert, wo sich durch sein Gewicht und seine Wärme eine kleine Mulde bildet. Im Vertrauen auf seine Schutzfärbung rührt sich der Schneehase nicht, wenn ein Mensch in die Nähe kommt, lässt ihn manchmal sogar bis auf einige Meter herankommen, ehe er flüchtet. Wird das Tier oft gestört oder fühlt sich bedroht, kann es vorkommen, dass es sich in der dicken Schneeschicht einen kleinen Gang ( 1 bis 2 m ) gräbt oder sich unter einem flach vorspringenden Felsen versteckt.
Der Schneehase lagert im offenen Gelände, oft am Fuss eines grossen Felsens im Schatten. Dabei versucht er, freie Sicht zu behalten, um sich vor Raubtieren zu schützen. Dieses Tier hat am 19. Juni seinen Frühjahrs-haarwechsel noch nicht abgeschlossen.
Der Schneehase stammt ursprünglich aus arktischen Gebieten, hat sich aber tadellos den harten Bedingungen des Gebirges angepasst. Einige Tiere leben während der ganzen schlechten Jahreszeit weit oberhalb der Waldgrenze wie dieses mitten im Winter auf 2300 m entdeckte.
Nahrungssuche und Ernährung Der Schneehase ist selbst dort, wo er nicht gestört wird, ein nachtaktives Tier, wird aber auch in der Morgen-und Abenddämmerung aktiv. In der schönen Jahreszeit nutzt er für seine tägliche Nahrungssuche ein verhältnismässig kleines Gebiet, im Durchschnitt 10 bis 15 Hektar. Im Winter entfernt er sich dagegen bei seiner nächtlichen Nahrungssuche manchmal mehrere Kilometer von seinem Lager. Der Schneehase bewegt sich fast immer in Sprüngen fort, nur wenn er frisst, geht er langsam laufend voran. In ebenem Gelände kann er eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 50 Stundenkilometern erreichen. Im Pulverschnee dienen ihm seine langen, mit Haar bedeckten Läufe als Schneeschuhe, auf Hart- schnee oder Eis ersetzen ihm seine Krallen Steigeisen.
Die ausschliesslich pflanzliche Nahrung des Schneehasen variiert je nach Jahreszeit. Im Sommer ist das Angebot abwechslungsreich: Gräser, Steinbrecharten, Leguminosen, auch Blätter und Knospen von Sträuchern und Koniferen. Der Schneehase legt keinen Nahrungsvorrat an und muss sich im Winter mit einer mageren Kost aus trockenen Kräutern, Flechten, Moosen und Koniferensamen begnügen, häufig frisst er in dieser Zeit auch die Rinde von den Ästen kleiner Bäume, manchmal sogar ganze Zweige und Stämmchen.
Vermehrung Im Alter von einem Jahr erreicht der Schneehase die Geschlechtsreife. Die weiblichen Tiere werden zweimal Die Spuren des Schneehasen im Schnee geben uns Aufschluss über seine Wege, seine nächtlichen Aktivitäten und seine Ernährung. Auf dem Wind ausgesetzten Graten können die Spuren als Relief erscheinen, denn der von den Läufen des Tiers zusammengedrückte Schnee widersteht der Winderosion, während der Pulverschnee weggeblasen wird.
im Jahr brünstig, das erste Mal von März bis Mai, das zweite Mal im Juni/ Juli. Die männlichen Tiere sind poly-gam. Die Paarung löst beim Weibchen die Ovulation aus; nach einer Tragezeit von etwa fünfzig Tagen bringt es zwei bis fünf ( meist drei oder vier ) Junge zur Welt, den ersten Wurf im Mai oder Juni, den zweiten im August oder September.
Die starke Vermehrung ermöglicht das Bestehen der Population trotz der grossen Zahl an Raubtieren ( Fuchs, Steinadler, Marder, Uhu, Rabe usw. ). Der Schneehase kommt in allen Massiven vor, die tatsächlichen Bestände sind jedoch klein. Ausserhalb der Perioden, in denen man seinen Spuren im Schnee folgen kann, entdeckt man ihn nur zufällig.
Eric Dragesco, Gryon/VD ( ü )
Upine Geschichte, Cultur, Erzählungen
Storia, cultura, letteratura alpina
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Schluck ihrer Lieblingsgetränke -Whisky oder Portwein. « Ich habe längst gelernt, dass die Menschen viele Dinge zu wichtig nehmen », sagte sie, wenn man sie auf die Beschwerden des Alters ansprach. Zuviele Probleme ganz anderen Kalibers hatte sie in ihrem langen Leben gemeistert, um sich im hohen Alter über Bagatellen zu beklagen.
Kontakt mit Bergsteiger-Prominenz in Zermatt Félicitas von Reznicek wurde im Januar 1904 in Berlin geboren. Ihr Vater, der berühmte Komponist und Kapellmeister Emil Nicolaus von Reznicek ( 1860-1954 ), wuchs in Wien auf, die Mutter Bertha Juillerat, eine Halbjüdin, stammte aus der französischen Schweiz. Ihr Onkel Ferdinand war ein bekannter Karikaturist und Herausgeber des Satiremagazins Sim-plizissimus. Félicitas verbrachte eine glückliche Jugend und entwickelte eine innige Beziehung zum Vater, den sie bis zu seinem Tod überallhin begleitete. Ihr Vater war es auch, der in ihr die Liebe zu den Bergen weckte: 1919 unternahmen sie erstmals von Oberstdorf im bayrischen