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Die Rachendassel oder Rachenbremse gehört zur Familie der Dasselfliegen. Sie ist eine hummelähnliche ca. 16 mm grosse Fliege, die in der Zeit von Juni bis August schwärmt. Während dieser Zeit legen die Weibchen ihre Larven im Nasenraum von Schalenwild ab. Wie alle Vertreter der Dasselfliegen leben die Larven der Tiere parasitisch. Sie ist die häufigste parasitäre Erkrankung beim Rehwild.
In Mitteleuropa leben fünf verschiedene Rachen-dassel-Arten, deren Wirtespezialität teilweise sehr ausgeprägt ist. So gibt es Spezialisierungen auf Reh, Rentier, Elch und Hirsch.
Bei der Abgabe der Larven fliegen die Weibchen die Nüstern der Tiere an und spritzen die Larven mit etwas Flüssigkeit direkt in die Nasenlöcher. Dabei folgen sie im Flug jeder Bewegung des Kopfes. Die am Windfang abgelegten etwa einen Millimeter grossen Larven dringen schnell durch aktive eigene Bewegung in die Nasenhöhle ein, wo sie sich in der Nasenschleimhaut verankern.
Obwohl der Zielwirt als Abwehrreaktion mehrfach niest, verbleiben auf Grund der Mundhaken und Dornen der Larven immer noch mehrere Larven in der Nasenschleimhaut. Von dort wandern sie in den Rachenraum, wo sie nach der Winterruhe schnell zu wachsen anfangen.
Die Larven ernähren sich vom Sekret, das durch die Nasen-schleimhaut auf Grund des Befalls verstärkt abgesondert wird. Die Larven wandern allmählich in den Nasenrachenraum.
Ab April erreichen die Körper der Larven eine Länge von zwei bis dreieinhalb Zentimeter und eine Breite von 0.7 bis einen Zentimeter. In dieser Phase stellen sie für das betroffene Tier eine enorme Belastung dar, da die oberen Atemwege weitest gehend verstopft werden. Ein starker Befall führt bei Rehen häufig zum Tode. Junge Rehe sind am stärksten durch den Befall betroffen.
Zwischen Mai und Juli lassen sich die voll entwickelten Larven ausniesen oder aushusten.
Auf dem Boden verstecken sie sich unter der Vegetation und in den oberen Humusschichten, wo sie sich verpuppen. Aus den Puppen schlüpfen schliesslich nach drei bis sechs Wochen sofort paarungsfähige Dasselfliegen.
Das befallene Wild zeigt als typischste Symptome ein häufiges Husten und Niesen. Durch die Reizung der Nasenhöhlenschleimhaut ist ein starker, oft eitriger oder blutiger Nasenausfluss und Tränenfluss ersichtlich. Beim stark erkrankten Wild zeigen sich neben deutlichen Schluck- und Atembeschwerden typische Abwehrbewegungen. Dabei senkt das Tier sein Haupt, wirft es hin und her, beginnt zu niesen und schlägt mit den Hinterläufen nach dem Windfang.
Sollte man beim Aufbrechen eines Stückes die Larven vorfinden, so sollten diese nicht auf dem Boden zurückgelassen werden, sondern eingesammelt und am besten verbrannt werden! So wird einer weiteren Verbreitung im eigenen Revier entgegen gewirkt.
Siehe Bericht zum Sommerbock mit Rachenbremsenlarven und weiteren Bildern!