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«Ich kann nicht mehr. Meine Kräfte schwinden.» So verkündigte Papst Benedikt XVI. am 11. Februar seinen Rücktritt vom Amt auf Ende Monat. In lateinischer Sprache erklärte der oberste Römisch-Katholik wörtlich: Um «das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes notwendig, eine Kraft, die in den vergangenen Monaten in mir derart abgenommen hat, dass ich mein Unvermögen erkennen muss, den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen». Der Schritt des 85-Jährigen wirkte wie eine Sensation, ist das doch in der Kirchengeschichte erst das zweite Mal, dass ein Pontifex Maximus freiwillig zurücktritt. Der Erste war Coelestin V. – ein Eremit, der im Juli 1294 zum Papst gewählt wurde, aber im Dezember schon wieder zurücktrat. Freiwillig? Bis heute wird gemunkelt, dass es auf Druck seines Beraters Kardinal Benedetto Caetani geschah, der sich als Bonifatius VIII. zum Nachfolger wählen ließ. (Laut einer Überlieferung ist Caetani an einer Intrige beteiligt gewesen. Er soll in drei aufeinanderfolgenden Nächten durch ein Loch in der Wand des päpstlichen Schlafzimmers dem Schlafenden zugerufen haben: «Coelestin, Coelestin, danke ab! Das Amt ist zu schwer für deine Schultern!» Coelestin, der diese Worte – vergleichbar dem Traum des Nährvaters Josef – als Einflüsterung des Heiligen Geistes deutete, habe sich daraufhin zum Rücktritt entschlossen.)
Der Rücktritt von Benedikt XVI. stieß weit herum auf Verständnis. Nicht zuletzt, weil aus seiner Umgebung verlautete, dass sein Gesundheitszustand immer schlechter werde. Der Papst sei auf einem Auge fast blind und leide zudem an Bluthochdruck. Deswegen habe der Arzt dem Papst empfohlen, Flugreisen einzuschränken und vor allem auf Überseeflüge zu verzichten. Der 85-Jährige habe zudem oft Schlafprobleme und sei auf Auslandsreisen in der Vergangenheit mehrfach aus dem Bett gefallen. Wegen Schmerzen an Hüfte und Knie müsse er in seiner Residenz auf einen Gehstock zurückgreifen. Der Papst lebt zudem mit einem Herzschrittmacher, der kürzlich mit einer Operation ersetzt werden musste.
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