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In der aktuellen Ausgabe vom 21. August hat «Das Magazin» einen homöopathie-kritischen Artikel veröffentlicht - leider ein seltenes Ereignis in der massenmedialen Landschaft der Schweiz.
So erfreulich ein Homöopathie gegenüber kritischer Artikel ist, so problematisch ist der eigentliche Inhalt: Kaum wird thematisiert, warum Homöopathie nichts weiter als in Kügelchenform verkaufter Placebo-Effekt ist. Diskutiert wird, wie und warum die Nationalsozialisten unter Hitler Homöopathie anzuwenden suchten.
Der Autor des «Magazin»-Artikels macht bisweilen eigenartige Bemerkungen, so z.B. zum Bericht Fritz Donners über Homöopathie. Donner war von 1936 bis 1943 Chefarzt der homöopathischen Abteilung des Berliner Rudolf-Virchow-Krankenhauses und hat der Homöopathie jede Wirksamkeit abgesprochen. Der Autor des Artikels meint dazu:
Donners stark subjektiv gefärbter Bericht wird noch heute von Homöopathie-Kritikern als ultimativer Beleg für die Wirkungslosigkeit der hahnemannschen Heilslehre geführt. Dabei ist er aus wissenschaftlicher Sicht eher als fragwürdig einzustufen, da die Originaldokumente der beschriebenen Versuche verschollen sind, obwohl sie laut Donner Bombenkrieg und Nachkriegswirren überlebt haben sollen.
Dass dieser Bericht «noch heute» von Homöopathie-Kritikern als «ultimativer Beleg für die Wirkungslosigkeit der hahnemannschen Heilslehre» geführt werde, stimmt nicht. Belege für die Wirkungslosigkeit der Homöopathie sind aktuelle (Meta-)Studien, welche hohen Ansprüchen an Wissenschaftlichkeit standhalten.
Das eigentliche Problem mit diesem Artikel ist aber ein anderes: Das Nazi-Argument. Anstatt zu erklären, warum Homöopathie bestenfalls eine Placebo-Wirkung hat, also den von Homöopathen erhobenen Anspruch auf Wirksamkeit zu kritisieren, wird im «Magazin»-Artikel darauf hingewiesen, dass sich Homöopathie «einigermassen zwanglos» in die Ideologie der Nationalsozialisten eingefügt habe. Dem mag so sein, doch ist das kein gültiges Argument: Wird ein Objekt durch Nazis usurpiert, sagt das noch nichts über das interessierende Objekt aus. Weil z.B. Nazi-Propaganda mit Friedrich Nietzsche hantierte, macht das Nietzsche nicht zu einem Nazi, macht das Nietzsches Philosophie nicht «falsch».
Hierfür das vielleicht berühmteste Beispiel (Bildquelle):
Die Nazis haben auf die Gefahren des Rauchens hingewiesen. Ist darum Nichtrauchen falsch?
Da der «Magazin»-Artikel mit berechtigter Kritik an Homöopathie geizt, an dieser Stelle ein Video, welches die Abwegigkeit homöopathischer Verfahren gut zusammenfasst (Quelle):