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Das Freihandels-Abkommen zwischen Algerien und der EFTA stand im Zentrum der Gespräche zwischen dem Schweizer Innenminister Pascal Couchepin und dem algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika.Dieser Inhalt wurde am 27. Mai 2007 - 18:43 publiziert
Der fünftägige Algerien-Besuch wurde auch zur Unterzeichnung eines Memorandums zur kulturellen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern genutzt.
Bundesrat Couchepin hob am über zweistündigen Treffen das Interesse Berns hervor, dass die Verhandlungen zwischen der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA und Algerien von Erfolg erkrönt sein würden. Dies erklärte Stéphane Decoutère, Mitarbeiter des Innenministers.
Algerien und die EFTA, bei der die Schweiz Mitglied ist, einigten sich 2006 für die Aufnahme von Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen.
Diskriminierungen eliminieren
Für die EFTA-Mitgliedsländer (Schweiz, Liechtenstein, Island und Norwegen) ist das zukünftige Abkommen im Rahmen der Schaffung einer grossen Europa-Mittelmeer-Freihandelszone wichtig.
Das EFTA-Abkommen mit Algerien würde die Diskriminierung der Schweizer Wirtschaft vermindern. Diese ist seit dem Inkrafttreten des Abkommens zwischen der EU und Algerien im September 2005 benachteiligt.
Kultur und Umwelt
Couchepin, der am Donnerstag zu einem fünftägigen Besuch nach Algerien gereist war, unterzeichnete am Samstag ein Memorandum der kulturellen Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Algerien.
Dabei geht es um gemeinsame Interessenbereiche bei der kulturellen Vielfalt, der Literatur, den Bibliotheken, dem architektonischen Erbe und der Kunst. Weiter soll damit die Zusammenarbeit zwischen der schweizerischen und der algerischen Nationalbibliothek intensiviert werden.
Pascal Couchepin sprach weiter mit dem algerischen Aussenminister Mohammed Bedjaoui, unter anderem über den Kampf gegen Treibhausgase.
Massnahmen gegen die Arbeitslosigkeit
Vor seiner Abreise am Montag traf Couchepin Premierminister Abdelaziz Belkadem. Thema des Gesprächs war unter anderem die sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit in Algerien.
Couchepin stellte laut Stéphane Decoutère die Bildungsmassnahmen seiner Regierung im Gesundheitswesen und in der Informatik vor, dank derer die Arbeitslosigkeit vermindert werden soll.
Bedeutender Öllieferant
Algerien ist der drittgrösste Öllieferant der Schweiz. Nach Angaben des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) kamen 2005 gut 9,2% der Ölimporte aus Algerien, nach Libyen (56%) und Nigeria (24%).
Präsident Bouteflika wurde im April 2004 wieder gewählt. Die Parteien der Präsidentschaftsallianz errangen bei den gesetzgebenden Wahlen die absolute Mehrheit.
swissinfo und Agenturen
EFTA
Die EFTA fördert den freien Handel zwischen den Staaten und setzt sich für die Verbesserung der Wirtschaftsbeziehungen ein.
Sie entstand 1960 als Alternative zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (heute Europäische Union) und umfasst gegenwärtig nur noch vier Länder: die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein.
Die Schweiz verfügt zurzeit über 19 Freihandels-Abkommen: das EFTA-Übereinkommen, zwei bilaterale Abkommen (mit der EU und mit den Färöer-Inseln) sowie 16 Abkommen im Rahmen der EFTA (mit Bulgarien, Rumänien, Mazedonien, Kroatien, der Türkei, Israel, der Palästinensischen Behörde, Marokko, Jordanien, Tunesien, dem Libanon, Mexiko, Singapur, Chile, Südkorea und der Südafrikanischen Zollunion).
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