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Nicht jeder weiss, wo Vilnius genau liegt. Deshalb startet die Stadt in Litauen am Donnerstag eine neue Werbekampagne in Berlin und London. Auf dem Plakat zu sehen: Eine Frau, die auf einem Bettlaken liegt, auf dem die Europakarte zu sehen ist. Sie krallt sich ekstatisch genau dort fest, wo die Hauptstadt Litauens liegt. Zu lesen ist: «Vilnius. Der G-Punkt Europas. Niemand weiss, wo er ist. Aber wenn du ihn findest, ist es grossartig.»
Kein Aufruf zum Sextourismus
Damit sollen vor allem jüngere Menschen im Alter von 18 bis 35 angesprochen werden. Weniger Gefallen daran findet die litauische Regierung. Vor allem angesichts des anstehenden Papstbesuches Ende September hätte man es gerne gesehen, wenn die Kampagne abgeblasen oder zumindest nach hinten verschoben worden wäre. Was die überwiegend römisch-katholische Einwohnerzahl zur Werbung meint, ist noch nicht bekannt.
Inga Romanovskiene, die das Zepter der verantwortlichen PR-Agentur «Go Vilnius» hält, verweist auf Studien, die zeigten, dass von 1000 Deutschen und Briten nur 40 bis 50 Prozent wüssten, was und wo Vilnius sei. Die Anzeige sei als Metapher zu sehen – nicht als Aufruf zum Sextourismus. Und angesichts dessen, dass die meisten gar nicht wüssten, wo und was Vilnius sei, bestünde auch keine Gefahr, das nicht vorhandene Image der Stadt zu beschmutzen.