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Die Evolution hat unsere Gehirne mit der Fähigkeit versorgt, in kurzer Zeit eine unvorstellbar grosse Anzahl von Verhaltensweisen und Überzeugungen abzuspeichern. Derzeitige Forschungen weisen darauf hin, dass ein Schlüssel zum Verständnis dieser schnellen Speicherfähigkeit in der fluktuierenden elektrischen Aktivität des Gehirns liegt, die wir durch die Elektroenzephalografie (EEG) messen können.
Dr. Rima Laibow (Laibow 1999 und 2002) beschreibt im Buch „Quantitative EEG and Neurofeedback“ den Ablauf dieser Entwicklungsstadien der Gehirnaktivität wie folgt:
Geburt bis zum Alter von 2 Jahren
Von der Geburt bis zum Alter von zwei Jahren funktioniert das Gehirn hauptsächlich in der tiefsten EEG-Frequenz von 0,5 bis 4 Zyklen pro Sekunde (Hz), die wir Delta-Wellen nennen. Dies überrascht nicht, denn Säuglinge schlafen viel. Bei Erwachsenen treten Delta-Wellen vor allem im Tiefschlaf auf.
Alter von 2 bis 6 Jahren
Im Alter von zwei bis sechs Jahren befindet sich das Gehirn des Kindes hauptsächlich in einem etwas höheren Frequenzbereich, den Theta-Wellen (4-8 Hz). In ihrem leicht beeinflussbaren Theta-Zustand speichern Kinder unglaubliche Mengen an Informationen ab, die sie fürs Überleben in ihrer Umwelt brauchen. Ein Kind kann diese Informationen jedoch während des Abspeicherns nicht prüfen. So werden die Verhaltensweisen und Überzeugungen der Eltern zu den eigenen (Glaubenssätze wie zum Beispiel «Das hast du gar nicht verdient».).
Dieser Frequenzbereich steht ebenfalls mit dem Zustand der Imagination in Verbindung. In diesem Alter macht die Fantasie der Kinder die tollsten Sprünge (Vermischung von Fantasie und Wirklichkeit).
Ein Hypnotherapeut versetzt seine Patienten in einen Delta- und Theta-Zustand, weil sie mit dieser niedrigen Gehirnfrequenz sehr empfänglich für Umprogrammierungen sind.
Alter ab 6 Jahren
Wenn wir älter werden und unser Gehirn verstärkt in Alpha-Frequenzen schwingt, werden wir weniger leicht beeinflussbar. Die Alpha-Aktivität (8-12 Hz) entspricht einem Zustand ruhigen Bewusstseins. Nun fängt das Kind an, ein Gefühl des «Selbst» zu entwickeln.
Alter ab 12 Jahren
Im Alter von ungefähr zwölf Jahren zeigt das EEG-Spektrum des Kindes bereits längere Phasen der noch höher schwingenden Beta-Wellen (12-35 Hz). Beta-Zustände werden als «aktives oder fokussiertes Bewusstsein» bezeichnet. Diese Art von Gehirnaktivität nutzen Sie zum Beispiel, um ein Buch zu lesen.
Schlussfolgerung
Beim Menschen werden die grundlegenden Verhaltensweisen, Überzeugungen und Einstellungen, die wir bei unseren Eltern beobachten, in den synaptischen Verbindungen unseres Unterbewusstseins «verdrahtet». Sobald sie einmal fest in unserem Unterbewusstsein einprogrammiert sind, steuern sie uns für den Rest unseres Lebens – es sei denn, wir programmieren diese um.
(Persönlicher Vermerk: Biologisches Dekodieren als Methode für die Umprogrammierung)
Bis du dem Unbewussten bewusst wirst, wird es dein Leben steuern und du wirst es Schicksal nennen.
Carl Gustav Jung
Quellenverzeichnis
Lipton, Bruce H. (2018). Intelligente Zellen – Wie Erfahrungen unsere Gene steuern (4. Aufl.). KOHA-Verlag GmbH, Dorfen
Lipton, Bruce H. (2018). Der Honeymoon Effekt – Liebe geht durch die Zellen (4. Aufl.). KOHA-Verlag GmbH, Dorfen
Laibow, R. (1999). Clinical Applications: Medical applications of neurofeedback. Introduction to Quantitative EEG and Neurofeedback. J.R. Evans and A. Abarbanel. Burlington, MA, Academic Press (Elsevier).
Laibow, R. (2002). Persönliches Gespräch mit B. H. Lipton. New Jersey.