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Inhaltsverzeichnis
In den fünf Jahren zwischen 1966 und 1970 haben 8.5 Prozent der Menschen in der Schweiz ihren Wohnsitz von einem Kanton in den anderen verlegt. Jüngst machen diese sogenannten Binnenwanderer nur noch 5.5 Prozent aus. Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in den letzten fünfzig Jahren ermöglicht heute das Pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsort auch über grössere Distanzen, was einen Teil der Wohnsitzwechsel überflüssig macht. Obwohl junge Personen im Ausbildungsalter fast doppelt so häufig zwischen den Kantonen umziehen wie andere Altersgruppen, ist der Rückgang bei ihnen besonders ausgeprägt – der Anteil der Binnenwandernden in dieser Gruppe halbierte sich seit den Sechzigerjahren von 20 auf 10 Prozent. Eine wesentliche Ursache dafür ist die Dezentralisierung von Universitäten und Fachhochschulen, was die Notwendigkeit der Migration zu Ausbildungszwecken verringert hat.
Bildungsexpansion befeuert Wanderungen im Erwerbsalter
Einzig die Bevölkerung im Erwerbsalter zwischen 25 und 64 wandert häufiger zwischen den Kantonen als frühere Generationen. Das hat damit zu tun, dass Personen mit einem tertiären Bildungsabschluss (Universitäten, Fachhochschulen und höhere Berufsbildung) seit jeher öfter den Kanton wechseln als solche ohne. Und der Anteil dieser Hochqualifizierten in der Bevölkerung stieg in den letzten fünfzig Jahren markant von 12 auf 36 Prozent. Diese sogenannte Bildungsexpansion hat also den generellen Rückgang der interkantonalen Migration in den letzten Jahrzehnten gebremst.
Kanton Zürich immer attraktiver für Hochqualifizierte
Im Gegensatz zum Volumen ist das räumliche Muster der Binnenwanderung seit den Sechzigerjahren erstaunlich konstant. Der Kanton Zürich sowie die nördlich, westlich und südlich angrenzenden Kantone, die zum Teil oder ganz in der Metropolitanregion Zürich liegen, gehören nach wie vor zu den bevorzugten Zielen von Wanderungen innerhalb der Schweiz. Der Metropolitanraum Zürich hat gegenüber anderen nationalen Wirtschaftszentren, etwa Genf-Waadt oder Basel, für Binnenwanderer sogar an Attraktivität gewonnen, vor allem unter den Hochqualifizierten. Dies hat er seiner hohen Standortqualität zu verdanken, die geprägt ist von wirtschaftlicher Dynamik und einer breiten Hochschullandschaft (ETH, Universität und Fachhochschulen).
Gegenläufige Wanderungsströme gleichen sich immer mehr aus
Neben der internationalen Migration prägt auch die Binnenmigration das Bevölkerungswachstum in der Schweiz massgeblich. Die regionalen Bevölkerungsverluste oder -gewinne durch die Binnenmigration haben sich jedoch in den vergangenen Jahrzehnten verringert. Denn die gegenläufigen Zu- und Abwanderungsströme gleichen sich auf kantonaler Ebene zunehmend aus. Ausser in den Bergregionen ist die Binnenwanderung deshalb kein demografischer Wachstums- oder Schwundfaktor mehr. Sie hat aber nach wie vor einen erheblichen Einfluss auf die sozioökonomische Zusammensetzung der Bevölkerung im Kanton Zürich und der übrigen Schweiz.
Zürich schöpft aus dem wirtschaftlichen Entwicklungspotenzial der Schweiz
Der Kanton Zürich zieht Studierende und hochqualifizierte Arbeitskräfte aus der ganzen Schweiz an. Das unterstützt die Entwicklung seiner zunehmend wissensbasierten Wirtschaft. Gleichzeitig verliert Zürich durch die Abwanderung von Familien Kinder und damit zukünftiges demografisches Wachstumspotenzial an die Nachbarkantone. Neben Familien kehren auch viele Pensionierte dem Kanton den Rücken, wobei sie tendenziell periphere Gegenden bevorzugen, die durch landschaftliche Gunstfaktoren und tiefere Wohnkosten attraktiv sind. Während der Kanton Zürich so junges Entwicklungspotential aus der übrigen Schweiz gewinnt und Senioren verliert, trifft in den Bergkantonen das Umgekehrte zu.
Datengrundlage
Die Analyse des Statistischen Amts beruht auf Daten der eidgenössischen Volkszählungen 1970, 1980, 1990 und 2000 sowie der Bestandesstatistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) und der Strukturerhebung (SE) 2015-2018, allesamt Erhebungen des Bundesamts für Statistik.