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Die Stadt Thann liegt in den Vorbergen der Vogesen am Flüsschen Thur.
Nach der Brücke gehen wir auf der Rue des Pèlerins weiter. Hier trifft unser elsässischer Pilgerweg auf den von Freiburg in Breisgau.
Der Hexenturm (Tour des Sorcières) aus dem 15. Jh. mit seinem knolligen Dach ist der letzte Überrest der alten Festungsanlagen von Thann. Er beherbergt einen kleinen Museumsraum zur Geologie des Elsass.
Am Weg zum Münster
Platz vor dem Münster
Thann hat eine lange Pilgertradition. Noch heute heisst eine Strasse „Rue St-Jacques“ und das Krankenhaus trägt den Namen „Hôpital St-Jacques“, und zwar in Erinnerung an das ehemalige Pilgerhospiz neben dem Franziskanerkloster.
Mit dem Bau des Münsters zu Thann (Theobalduskirche) wurde 1351 begonnen. Ende des 15. Jh. war das Bauwerk vollendet. Es ersetzte eine Pilgerkapelle aus dem XIII. Jh.
Die Jakobusstatue an der nördlichen Aussenwand stammt aus dem 19. Jh. und steht auf einem Podest des 15. Jh.
Nach der Legende verstarb Bischof Ubald (im Elsass = Theobald) in Gubbio (Umbrien) im Jahr 1160. Er hatte seinem Diener als Lohn seinen Ring versprochen. Als der Diener den Ring vom Toten streifen wollte, riss er zugleich den rechten Daumen ab. Der Diener steckte Ring und Daumen in seinen Wanderstab und machte sich mit der Reliquie auf in seine Heimat Lothringen. 1161 kam er an die Stelle, wo heute das Münster steht. Er lehnte seinen Stab an eine Tanne und schlief ein. Als er erwachte, wollte er seinen Weg fortsetzen, doch sein Stab liess sich nicht von der Tanne wegbewegen. Zur gleichen Zeit bemerkte der Graf von Pfirt, Schlossherr der Engelsburg [von der noch das steinerne Rad, das sogenannte „Hexenauge“ zeugt], drei Lichter über den Bäumen. Der Diener Theobalds erzählte ihm, dass er eine Reliquie mit sich führe. Der Schlossherr sah in der Wundertat den Willen Gottes. Er versprach, dem hl. Theobald eine Kapelle zu errichten. Im selben Augenblick löste sich der Stab vom Baum.
Besonders die Westfassade verdient Beachtung: Über dem Portal befinden sich in seltener Anordnung zwei kleine und ein grosses Tympanon. Über 500 Statuen zeigen das Leben Marias.
Im Chor der Kirche befinden sich noch das originale Chorgestühl von 1442 und Apostelstatuen von 1420, darunter auch Jakobus. Auch die Glasfenster stammen aus dieser Zeit. Im nördlichen Seitenschiff finden wir ein Jakobusfenster mit der Stifterfamilie kniend zu beiden Seiten des Apostels.
Im Münster von Thann wird der Bischofsring und der Daumen von Bischof Ubaldo von Gubbio (=Theobald) aufbewahrt. Die Reliquie ist bis heute das Ziel von Wallfahrten.
Übernachtet haben wir im Hotel "Le Moschenross" an der verkehrsreichen N66. Zum Abendessen gab es wieder einmal die Elsässer Spezialität: choucroute. Die meisten von uns haben die riesigen Portionen geteilt.