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EDF entwickelt mit Nuward einen kleinen, modularen Druckwasserreaktor (Druckwasser-SMR). Am 13. Januar 2023 hat EDF mit Respect Energy, einem europäischen Betreiber und Händler von erneuerbaren Energien mit Sitz in Polen, eine Zusammenarbeitsvereinbarung unterzeichnet. Dies, um die Entwicklung von Kernenergieprojekten in Polen auf Grundlage der SMR-Technologie von Nuward gemeinsam voranzutreiben. Man beginne nun mit der Bewertung konkreter Standorte «auf der grünen Wiese» und arbeite die Geschäftspläne und die Finanzierung dieses Projekts weiter aus, gaben beide Unternehmen bekannt.
EDF will in Polen «seine Präsenz im Bereich der Kernenergie erweitern» und sei in der Lage, «ein komplettes europäisches Angebot anzubieten und zu liefern, das zur Dekarbonisierung der polnischen Wirtschaft und zur Verbesserung der Energieversorgungssicherheit des Landes beiträgt». Der kleine, modulare Nuward ergänze dabei das bestehende Portfolio der EPR-Familie mit den grossen (1650 MW) und mittelgrossen (1200 MW) Druckwasserreaktoren.
Das polnische Kernenergieprogramm sieht bis 2043 den Bau von sechs Kernkraftwerksblöcken mit einer installierten Kapazität zwischen 6000 bis 9000 MW vor. Zum Einsatz kommen sollen bewährte, grosse Druckwasserreaktoren der Generationen III und III+. Gegenwärtig gibt es Pläne für den Bau zweier staatlich finanzierter Kernkraftwerke und eines privat finanzierten Kernkraftwerks. Auch EDF hat sich für das erste staatlich finanzierte Kernkraftwerk beworben, bei dem aber im November 2022 Westinghouse als Reaktorlieferantin ausgewählt wurde. Da das privat finanzierte Kernkraftwerk mit der südkoreanischen Korea Hydro and Nuclear Power (KHNP) gebaut werden soll, hofft nun EDF auf den Zuschlag beim zweiten staatlich finanzierten Kernkraftwerk.
Einzelheiten zum Nuward-Projekt
Der Druckwasser-SMR Nuward befindet sich gegenwärtig in der Projektphase der konzeptuellen Auslegung (Conceptual Design Phase). Er wird von einem Konsortium entwickelt, das von EDF geleitet wird und zu dem auch das Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives (CEA), Naval Group, TechnicAtome und Framatome gehören. Laut Ankündigung von EDF vom Frühjahr 2022 startet die Phase der Grundauslegung noch dieses Jahr und wird bis 2025 dauern. Der Bau eines Prototyps soll 2030 beginnen. Ein Nuward-Kraftwerk wird eine elektrische Leistung von 340 MW besitzen und aus zwei 170-MW-Druckwasserreaktoren mit einer Lebensdauer von 60 Jahren bestehen. Die Reaktoren werden dereinst in industrieller Serienfertigung hergestellt.
Anfang Juni 2022 haben die Nuklearaufsichtsbehörden von Frankreich, Tschechien und Finnland angekündigt, dass sie die Auslegung von Nuward – im Rahmen einer Fallstudie – einer gemeinsamen Prüfung unterziehen werden. Diese europäische Zusammenarbeit im Bereich der Regulierung soll die internationale Zulassung des SMR beschleunigen.
Quelle
B.G. nach EDF und Respect Energy, gemeinsame Medienmitteilung, 13. Januar 2023, sowie EDF-Website zu Nuward
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