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Von damals bis ins 20. Jahrhundert
Sie reicht weit zurück, die Geschichte des Lapinkoira's. Eine alte Rasse, die von den Sami - ein nördliches indigenes Nomadenvolk, welches Lappland bewohnte - seit Jahrhunderten als Arbeitshunde verwendet wurde. Lapinkoira's haben etwas sehr Altes und Magisches an sich, und jeder, der ihnen begegnet, muss damit rechnen, dass er beim Blick in ihr Gesicht verzaubert wird.
Einer alten samischen Sage nach, haben zwei Hunde vor langer Zeit einer samischen Familiengruppe zugeschaut, wie sie vergeblich versuchten ihre riesige Rentierherde zusammenzuhalten. Der eine Hund sagte zum anderen: "Lass uns zu ihnen gehen und ihnen zeigen, wie das geht." Und so schlossen sich die beiden Hunde dieser Familie an und es entstand diese uralte Freundschaft zwischen den samischen Nomaden und den Lappländischen Hütehunden. (Quelle: "Töchter des Nordlichts", Christine Kabus)
Wie alles begann
Der älteste Nachweis von den Vorfahren Lappländischer Hunde stammt von der Mittelsteinzeit, vor ca. 10'000 Jahren. Damals wurden diese Hunde zur Mithilfe bei der Jagd eingesetzt. Vor ca. 5'000 Jahren veränderte sich Finnlands Geschichte, die Landwirtschaft begann langsam, sich zu entwickeln. In den so entstandenen Dörfern lebten die Hunde frei unter den Menschen, bewachten die Höfe und wehrten wilde Tiere ab. Die Sami aber blieben weiterhin ein Nomadenvolk und mit ihnen auch ihre Hunde. Sie wanderten den Rentierherden nach und bejagten diese, dabei halfen ihnen ihre Hunde. Man geht davon aus, dass bereits damals die ersten Rentiere domestiziert wurden, z.B. Tiere mit starker Zugkraft.
Als die Sami immer weiter in den Norden gedrängt wurden und sie sich in ganz Nordskandinavien ansiedelten, vermischten sich ihre Hunde mit den Hunden der Nachbarvölker. Grenzen spielten damals noch keine solche Rolle wie heute und so hielten die Sami-Völker verschiedener Länder Kontakt miteinander sowie auch mit anderen Nachbarvölker wie den Wikingern. Die Hunde vermischten sich also frei zwischen den verschiedenen Nationen und die Möglichkeit besteht, dass die heutigen Lapinkoira's von östlichen Jagd- und Hütehunden gleichermassen beeinflusst wurden, wie auch von den Wikinger-Hütehunden.
Mit dem Ende des Mittelalters bildeten die Fischerei- und Jagdkultur sowie die Rentierzucht, die Lebensgrundlage der Sami. Nach und nach wurden immer mehr Rentiere als Zugtiere domestiziert oder als Lockvögel bei der Jagd eingesetzt. Die Hunde bekamen gleichzeitig immer vielfältigere Aufgaben.
Sonderstellung: Der Lappländische Hund galt als menschlicher Mitarbeiter
Im 17. Jahrhundert verschmolz die samische Jagdkultur in vielerlei Hinsicht mit der finnischen Viehzuchtkultur. Gewisse Sami-Gruppen führten öfter ein Leben als Halbnomaden, lebten dabei von Jagd und Fischfang, hielten aber auch Haustiere in der Siedlung, wo diese dauerhaft untergebracht waren. Das heisst, die Lappländischen Hunde wurden auch zur Bewachung eingesetzt. Bezirksaufzeichnungen aus dieser Zeit lassen darauf schliessen, dass Lappländische Hunde eine Sonderstellung hatten und als menschliche Mitarbeiter galten. Sie unterschieden sich auch farblich von anderen Dorfhunden, denn sie waren schwarz. Schwarze Hunde wurden bevorzugt, weil sie sich im Wald von anderen Tieren abhoben, wie zum Beispiel von Wölfen, die hellgrau waren.
Vom Jäger zum Hüter
Die Rentierzucht gewann im 18. Jahrhundert an Bedeutung und entfaltete sich zu ihrem vollen Potenzial. Die Hunde bekamen neue Rollen und wurden sozusagen vom jagenden zum hütenden Lapplandhund. Die Grösse der Rentierherden nahm immer mehr zu, als die ganzjährige Rentierhaltung Einzug hielt. Die Arbeitsbelastung stieg, ebenso wie der Wert der Hunde, enorm an. Die Lapplandhunde galten als das wichtigste Eigentum der samischen Familien. Ein guter Rentierhund war sehr viel wert und der Status einer Familie wurde sowohl an der Anzahl Rentiere als auch an der Anzahl der Hunde gemessen.
Aussergewöhnlich enges Zusammenleben zwischen Mensch und Hund
Die Hunde der Rentier-Sami waren es gewohnt, das ganze Jahr über riesige Herden zu hüten, sie bewachten aber auch das Haus und nahmen bei Bedarf an der Jagd teil. Die Wald-Sami waren mit ihren Rentieren nach wie vor fast ständig unterwegs, was bedeutet, dass ihre Hunde weitere Strecken zurücklegen mussten. Die Lappländischen Hütehunde galten bei den Sami als vollwertige, arbeitende Familienmitglieder. Sie lebten sehr eng mit ihrem Besitzer zusammen, assen dasselbe Essen und schliefen gemeinsam in derselben Hütte oder im selben Zelt.
Keine Rassen aber unterschiedliche Arbeitsansprüche definierten die Unterschiede
Im 19. Jahrhundert gab es in den riesigen nördlichen Gebieten diverse Hütehunde, die sich oft im Aussehen und auch in der Hütepraktik stark unterschieden. Durch die Verlegungen der verschiedenen riesigen Rentierherden vermischten sich auch Hunde aus verschiedenen Hütekulturen miteinander, die Arbeitshundepopulation in Lappland war lebendig und sehr vielfältig. Von Rassen sprach damals noch niemand. Je nach dem, was die Menschen gerne von ihren Hunden wollten, haben sie nach und nach angefangen Verpaarungen vorzunehmen. Die Hauptaufgabe der Lappländischen Hütehunde bestand darin, grosse Rentierherden zu bewachen und je nach Jahreszeit auf verschiedene Weiden zu treiben. Es wurde Wert auf bellendes Hüten gelegt. Die Hüte- und Wachaufgaben waren vielfältig und forderten vom Hund Mut, Kooperation aber auch Unabhängigkeit. Das heisst, der Lappländische Hütehund musste in der weiten Tundra eigenständig und ohne Anleitung seines Besitzers arbeiten können. Im Jahr 1892 fand die erste Finnische Hundeausstellung statt und die Lappländischen Hütehunde wurden unter den Namen Lappländischer Rentierhund (Lapinporokoira), Lappland Hund (Lapinkoira) und Lappländischer Hütehund aufgenommen.
Die erste Bewegung in Richtung Zucht
Anfang 20. Jahrhundert boomte die Rentierzucht. Lappländische Hütehunde waren hoch angesehen, sie erleichterten den Menschen die Arbeit enorm und konnten riesige Rentierherden in offenem Gelände mit Schneeverwehungen ebenso geschickt kontrollieren wie in dichtbewaldeten Gebirgsketten. In den 30er Jahren nahm das Interesse an diesen einheimischen Hütehunden stark zu und sie wurden auch in den südlicheren Rentierzuchtgebieten eingesetzt um zum Beispiel wilde Tiere zu vertreiben und Hof und Garten zu beschützen. Nachdem Schweden ebenfalls in den 30er Jahren ihren eigenen Lapphund als Hunderasse eingeführt hat, wollte die Finnische Zwingerorganisation dies ebenso tun - jedoch ohne dieselben Fehler wie die Schweden zu machen. Mit den ursprünglichen Arbeitshunden aus dem Norden hatte dieser Schwedische Lapphund nicht mehr viel zu tun und entsprach nicht mehr den Anforderungen eines Gebrauchshundes. Die Zuchtziele für die Lappländischen Hütehunde wurden dann aber erstmal hinten angestellt, als der Krieg ausbrach. Nur wenige Hunde, die in ganz abgelegenen Dörfern in der Wildnis und weit weg vom Kriegsgeschehen wohnten, überlebten diese Zeit, da Hunde nicht ins Evakuierungsprogramm aufgenommen wurden.
Wie die Rasse sich etablierte
Erste FCI-Anerkennung
Unmittelbar nach dem Krieg begannen der Kennel Club und der Suomen Kennelliitto mit der Vermessung der Hunderassen und in Südfinnland wurden lappländische Rassen nachgebildet. Sie hatten zum Ziel, eine einzige, einheitliche lappländische Hunderasse zu schaffen. Diese Art von Lapphund, der sogenannte Kukonharju-Typ, der 1946 auch von der FCI anerkannt wurde, stammte aber nicht mehr von Arbeitshunden aus dem Norden ab. Die Definition der Rasse war ziemlich breit und es wurde auch nicht zwischen kurzhaarigen und langhaarigen Hunden unterschieden. Kukonharju-Hunde gehören aber nicht mehr zu den Vorfahren moderner Finnischer Lapphunde. Der Suomen Kennelliitto setzte daraufhin seine Bestrebungen fort, eine finnische Hunderasse zu entwickeln, die Rentiere in Lappland hüten konnte. In den 50er Jahren leistete der damalige Vorsitzende des Suomen Kennelliitto, Olli Korhonen, äusserst wichtige Arbeit, indem er zu verschiedenen Rentierzüchtern reiste und sich bei ihnen erkundigte, wie die Hunde sein müssten, um noch die ursprüngliche Arbeit verrichten zu können. Das Ergebnis davon war, dass die noch verwendeten Hütehunde, die die grossen Herden trieben, eher kurzhaarige, langbeinige Hunde waren, der sogenannte Menesjärvi-Typ. Die langhaarigen Hunde wurden mehr zum Bewachen und Hüten der Rentiere benutzt. In der Praxis existierten jedoch noch keine zwei verschiedene Lappländische Hunderassen. Die Lappländischen Hütehunde bildeten eine einzige, sehr vielfältige, einheimische Rasse. Ihre Vertreter waren verschiedene Hundetypen in Bezug auf Färbung, Körperbau und Fell.
Lapinkoira und Lapinporokoira
Die Bemühungen, zwei verschiedene Arten von Lappländischen Hütehunden zu registrieren, waren Anfang der 60er Jahre zäh und erhielten einen Rückschlag, als der schwedischsprachige Kennel Club mit dem Suomen Kennelliitto fusionierte. Dies bedeutete, dass zwei verschiedene Arten von Lappländischen Hundegruppen aufeinandertrafen, die langhaarigen Hütehunde aus Südfinnland und die Menesjärvi-Hunde waren offiziell gemischt. Es traten allerdings schnell Probleme mit dieser Fusion der beiden Vereinen auf und die Register der Hunde wurden 1966 wieder getrennt. 1967 waren die Bestrebungen, zwei Rassen aus den Lappländischen Hütehunden zu registrieren, dann erfolgreich. Die als Menesjärvi bekannten Hunde bekamen ihre erste eigene Rassedefinition und erhielten den Namen Lappländischer Rentierhund (Lapinporokoira). Gleichzeitig änderte sich der Name des Lappländischen Hütehundes in Lapphund (Lapinkoira). Der Lapphund repräsentierte damals einen relativ quadratischen Hundetyp mit einem hübschen, dicken Fell und einem geselligen, ruhigen Temperament. Aufgrund seines langen Fells war er im verschneiten Gelände nicht ganz so gut als Rentierhund einsetzbar, aber als Begleithund erhielt er von Anfang an grosse Unterstützung. Der damalige Lappländische Rentierhund war kurzhaarig, meistens schwarz mit braunen Abzeichen.
Durch die Fokussierung auf das Erscheinungsbild, hat die Eignung zur ursprünglichen Arbeit auch beim Lapinporokoira gelitten und viele ausgezeichnete Arbeitshunde wurden aufgrund von Farb- oder Aussehenskriterien von der Zucht ausgeschlossen. 1974 wurde eine Rentierhunde-Umfrage durchgeführt, um die Zucht in die richtigen Bahnen zu lenken. Die Studie ergab, dass es bei den jungen Hunden erschreckend wenige echte Hütehunde gab und die Zahl der Mischlinge zunahm. Als Lösung wurden Hundezwinger gesehen, in denen die ursprünglichen Hütehunde gezüchtet werden konnten. In den heutigen Lapinporokoira's sind viele Merkmale der Menesjärvi-Hunde deutlich erkennbar.
Neue Definition des Rassestandarts
Noch in den 70er Jahren wurden in Lappland viele verschiedene Rentierhunde gefunden, die von der alten Generation der Rentierzüchter sehr geschätzt und auch gebraucht wurden. Der Menesjärvi-Typ war nur einer davon. Auch wenn die Rassen mittlerweile getrennt waren, gab es nicht immer deutliche Unterschiede im Erscheinungsbild. Es gab sowohl lang- als auch kurzhaarige Hunde in beiden Rassen, ja sogar jeweils innerhalb eines Wurfs. Daher wurde dann der Struktur der Gliedmassen, dem Körperbau und der Art und Weise, wie die Rute getragen wird, immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Die 70er Jahre waren eine bedeutende Zeit für die Entwicklung des heutigen Finnischen Lapphundes. 1971 wurde ein Register für einen langhaarigen Lappländischen Hütehund - den heutigen Suomenlapinkoira - eröffnet. Die heutigen Hunde stammen von Lappländischen Hunden dieser Ära ab. 1975 erhielt der Lapinkoira dann eine neue Rassedefinition. Wichtig in dieser neuen Definition war die arktische Natur des Finnischen Lapphundes. Die Grösse der Hunde war kleiner als die des Lappländischen Rentierhundes und die Rute musste sich in Bewegung über den Rücken legen oder seitlich getragen werden. Der Körper des Lapinkoira's wurde als etwas länger als die Widerristhöhe definiert, was das allgemeine Erscheinungsbild des Hundes kräftig machte. Der Kopf sollte kräftig und relativ kurznasig sein. Die neue Definition forderte auch Einheitlichkeit für das Fell, wobei nach wie vor alle Farben erlaubt blieben. Das Fell musste, im Gegensatz zum kurzen Fell des Lapinporokoira's, lang und üppig sowie rau und wetterfest sein. Auch das Gangbild des Lapinkoira's und des Lapinporokoira's musste sich unterscheiden. Der Lapinkoira wurde tendenziell eher für kurze, schnelle Einsätze gebraucht, wohingegen der Lapinporokoira weitere Strecken im Einsatz zurücklegen musste. 1993 erhielt der Lapinkoira dann nochmals eine Namensänderung und wurde fortan offiziell Suomenlapinkoira (Finnischer Lapphund) genannt. Der heutige Rassestandart stammt aus dem Jahr 1996, er definiert die Grösse des Suomenlapinkoira's als etwas kleiner als der Standart von 1975.
Der Kennel Club und der Suomen Kennelliitto haben viel in die Lappländischen Hunde investiert. So hat der Kennel Club bereits 1945 wichtige Arbeit geleistet, in dem er eine Rassedefinition für den Lappland-Hütehund erstellte. Das war noch nicht der heutige Finnische Lapphund, sondern ein früher Rassetyp davon. Der Suomen Kennelliitto zeichnete sich durch die Kartierung der Lappländischen Hütehunde aus, die in Lappland noch immer zur Arbeit eingesetzt wurden.
Paimensukuisen Lapinkoiran Seura ry
Der Verein "Paimensukuisen Lapinkoiran Seura ry" hat es sich zum Ziel gesetzt, Lapinkoira's aus der Abstammung der Arbeitshundefamilien, die in den Rentierzuchtgebieten von Finnland, Norwegen und Schweden eingesetzt wurden, zu erhalten. Paimensukuinen Lapinkoira bedeutet übersetzt ungefähr Lapphund aus hütender Linie. Es geht darum, die Essenz des ursprünglichen Lappländischen Hütehundes zu bewahren, das heisst, seinen ursprünglichen Typ, sein Wesen und sein Aussehen.
Um diese ursprüngliche Hundepopulation zu schützen, wurde 1981 die Paimensukuisen Lapinkoiran Seura ry gegründet und es wurden 29 reine Arbeitshunde ins Stammbuch aufgenommen mit welchen die selektive Zucht vom Paimensukuinen Lapinkoira begann.
Der Zweck des Vereins ist die Erhaltung der Lappländischen Hunderassen, die aus den natürlichen Populationen stammen, welche für die Rentierzucht verwendet wurden. Der Verein verfolgt diesen Zweck durch die Erforschung der alten Linien und die Überwachung von Aussehen, Gesundheit und Charakter von Lapinkoira's aus natürlicher Population sowie durch die Leitung der Zuchtarbeit. Es besteht ein Schutzprogramm zur Erhaltung des ursprünglichen Lappländischen Rentierhütehundes für eine alternative, nachhaltige Hundezucht. Vereinsmitglieder verpflichten sich, ausschliesslich reinrassige Lapinkoira's aus der reinen hütenden Arbeitslinie zur Zucht einzusetzen.
Paimensukuinen Lapinkoira (Lapphunde aus hütender Linie) sind offiziell als Suomenlapinkoira (Finnische Lapphunde) registriert. Der Verein führt jedoch ein separates Register für die Paimensukuinen Lapinkoira's, welche ausschliesslich von den alten Hundefamilien im Rentierhaltungsgebiet abstammen. Neben dem urtypischen Charakter und Wesen, will der Verein auch das Aussehen des ursprünglichen Lappländischen Hütehundes erhalten. In seiner typischsten Form unterscheidet sich der Paimensukuinen Lapinkoira geringfügig vom Suomenlapinkoira. So kann er zum Beispiel einen etwas längeren Körper und minim stärker gewinkelte Extremitäten haben, die der Bewegung während der Arbeit zugute kommen, sein Fell ist teilweise weniger üppig und voll, damit es bei der Arbeit im Schnee nicht störend ist und ebenso ist es möglich, dass er etwas grösser ist. Generell sind die Paimensukuinen Lapinkoira's etwas weniger einheitlich im Typ. Der Rassestandart des Suomenlapinkoira's ist relativ breit und der Typ wird wichtiger gewertet als gewisse Mass-Standarte, so hat auch der Paimensukuinen Lapinkoira die Möglichkeit weiterzubestehen. Die Bestrebungen des Vereins, einen eigenen Rassestandart für den Paimensukuinen Lapinkoira zu erwirken, waren bis jetzt erfolglos.
Der Verein, mit dem Ziel, diese Hunde aus den alten Gebrauchshunderassen als eigene Linie zu erhalten, hofft, dass Paimensukuinen Lapinkoira's nur noch untereinander verpaart werden. Er ist überzeugt, dass der Paimensukuinen Lapinkoira in seinem Charakter und in seiner Struktur einzigartig und daher erhaltenswert ist.
Quellen: Suomen Koiramuseo (www.koiramuseo.fi), Paimensukuisen Lapinkoiran Seura ry (www.paimensukuinen.fi), TOTA: Domestic Animals of the Sami
Abschliessende persönliche Gedanken
Kann ich mit seinen Eigenschaften leben?
Nach der Lektüre dieser interessanten, spannenden und vielseitigen Geschichte des Finnischen Lapphundes sind viele Wesenszüge dieser Hunde noch besser nachvollziehbar. So ist es zum Beispiel tief in seinen Genen und in seinem Instinkt verankert, dass er eng mit seinen Menschen zusammenlebt. Dass er als vollwertiges Familienmitglied angesehen wird, mit dem alles geteilt wird und der gesehen, gehört und respektiert wird. Ebenfalls ist in seinen Genen und in seinem Instinkt nicht nur der Hüte- und Wachtrieb fest verankert, sondern eben auch - wie man seiner Geschichte entnehmen kann - der Jagdtrieb. Seine Eigenständigkeit und sein starker Wille waren überlebensnotwendig für ihn.
All diese Eigenschaften, die er tief in sich trägt, gehören zum Lapinkoira, man wird unweigerlich mit ihnen - mal mehr und mal weniger - in Berührung kommen, wenn man einen solchen Hund in sein Leben aufnimmt. Ihm diese wegtrainieren zu wollen, macht keinen Sinn und ist höchst unfair ihm gegenüber. Deswegen sollte man sich keinen Lapinkoira anschaffen, wenn man eine seiner typischen Eigenschaften nicht an seinem Hund haben möchte.
Was etwas weniger deutlich zum Ausdruck kommt, ist das, was seine hohe Einsatzbereitschaft und seine Ausdauer für Konsequenzen mit sich tragen. Nämlich die, dass so ein wach- und aufmerksamer Hund unbedingt genügend Pausen braucht. Die Einhaltung von ausreichenden Schlaf- und Ruhezeiten (bei einem erwachsenen Hund ca. 18 Stunden täglich) ist enorm wichtig damit der Lapinkoira ein ausgeglichener, in sich ruhender Familienhund sein kann. Seine Aufgaben in der heutigen Zeit als Familienhund sind ebenso vielseitig, wie damals, als er noch Rentiere gehütet hat, und sie sind nicht zu unterschätzen. Er wird immer all seine Familienmitglieder genau im Blick haben, er wird nichts verpassen wollen, er nimmt an vielen Aktivitäten der Familie teil etc. Wenn er seine Zeit der Aufmerksamkeit bekommt, zum Beispiel mit langsamen und manchmal auch ausgedehnten Spaziergängen, auf denen es um ihn und seine Bedürfnisse (wie z.B. das Schnüffeln) geht, wenn er in die Familie integriert ist und wenn er seine benötigte Ruhezeit bekommt, dann braucht ein Lapinkoira nicht mehr Programm. So einen Hund noch mit pushenden Aktivitäten "auslasten" zu wollen, ist kontraproduktiv und nützt ihm nichts.
Ursprünglicher, funktionaler Körperbau
Was uns persönlich wichtig ist, ist der Erhalt eines gesunden und robusten Körperbaus, der nach wie vor geeignet wäre um in Lappland Rentiere zu hüten. Damals ging es nicht um "Schönheit", es ging um "Funktionalität" und um Gesundheit. Das eine schliesst das andere nicht aus. Wir richten deshalb ein Augenmerk darauf, dass der Körperbau angemessen an seine ursprüngliche Aufgabe bleibt. Umso quadratischer der Lapinkoira wird, desto weniger kann er längere Strecken traben oder galoppieren, wie er es bei seinen Hüteaufgaben tun musste. Auch seine Wendigkeit geht dadurch verloren. Das Fell soll zwar üppig und lang sein, aber nicht so sehr, dass er sich im Schnee kaum noch flink bewegen kann. Eine gesunde Mischung aus Funktionalität und dem heutigen standartisierten Aussehen, sowie die Erhaltung seiner ursprünglichen Charakter- und Wesenszüge liegen uns sehr am Herzen. Deswegen sind auch wir Mitglieder bei der Paimensukuisen Lapinkoiran Seura ry und unsere Hunde entstammen alle der ursprünglichen, hütenden Arbeitslinie.