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«Die Nachwahl zum Ständerat im Kanton Thurgau im Januar 1889 wurde überaus polemisch geführt und endete mit einer Sensation. Erstmals seit über zwanzig Jahren fiel der freisinnige Kandidat durch. Stattdessen wurde Ulrich Baumann gewählt, der einen linksdemokratischen Standpunkt vertrat.
Der Urgroßenkel Werner Baumann zeichnet in der vorliegenden Studie die kurze politische Laufbahn seines Vorfahren nach und fragt, welche Gruppen diesen 1889 unterstützten, unter welcher Voraussetzung er gewählt wurde und welche Bedeutung die Thurgauer Ständeratswahl für das Parteienspektrum in der Schweiz hatte. [...]
Ausgehend von der Thurgauer Ständeratswahl des Jahres 1889 kann Baumann aufzeigen, wie es zu diesem Zeitpunkt zur Ausdifferenzierung des Parteienspektrums in der Schweiz kam und gleichzeitig zum Ende der Alleinherrschaft des Freisinns, der sich nunmehr auch gezwungen sah, andere Gruppen am politischen Entscheidungsprozess partizipieren zu lassen. Gleichermaßen eindrücklich wie erschreckend ist zudem die Darstellung der Verhältnisse in psychiatrischen Kliniken im 19. Jahrhundert.»