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Hormonelle Verhütung
Weil mehrere unterschiedliche Funktionsmechanismen kombiniert werden, gilt die hormonelle Empfängnisverhütung bei vorschriftsmässiger Einnahme mit einem Pearl-Index von deutlich unter 1 als die sicherste Verhütungsmethode überhaupt.
So funktioniert die hormonelle Verhütung
Je nach hormoneller Verhütungsmethode werden Eisprung und Befruchtung oder das Einnisten der Eizelle in die Gebärmutter verhindert.
Wie sicher ist welche Methode?
Von der Vasektomie über die Kupferspirale bis zur Kalendermethode finden Sie hier alle Verhütungsmethoden nach ihrer Zuverlässigkeit aufgelistet.
Kombinationspräparate
Die meisten hormonellen Verhütungsmittel enthalten eine Kombination aus Östrogen und Gestagen. Als Östrogen ist meist das synthetische Ethinylestradiol enthalten. Es wird bei "klassischen" Anti-Baby-Pillen mit verschiedenen Gestagenen kombiniert. Diese Kombinationspräparate helfen, einen unregelmässigen Zyklus zu regulieren und schmerzhafte, starke Mens-Blutungen zu lindern.
Neben der Pille, die täglich geschluckt werden muss, gibt es zahlreiche Langzeit-Präparate, die auf gleiche Weise in den Hormonhaushalt eingreifen und damit eine Schwangerschaft verhindern, wie zum Beispiel den Vaginalring oder das Verhütungspflaster. Das Hormondepot im Verhütungsmittel gibt über einen längeren Zeitraum stetig geringe Hormonmengen ins Blut ab.
Die Anti-Baby-Pille
Besonders häufig wird dieses Verhütungsmittel von jungen Frauen unter 30 Jahren angewendet.
Der hormonhaltige Vaginalring
Der Vaginalring ist eine Alternative zur Antibabypille und eignet sich für Frauen, die nicht täglich an Verhütung denken möchten.
Das Hormonpflaster
Mit einem Hormonpflaster werden die Hormone werden über die Haut aufgenommen und anschliessend im Blutkreislauf an ihren Wirkungsort transportiert.
Gestagenpräparate
Darüber hinaus gibt es aber auch reine Gestagenpräparate, etwa die sogenannte Minipille, die Dreimonatsspritze , das Hormonimplantat (Verhütungsstäbchen) und die Hormonspirale. Sie eignen sich für Frauen, die kein Östrogen vertragen, aber auch für die Verhütung in der Stillzeit.
Die Minipille
Die Minipille enthält, anders als die klassische Pille, nur ein Hormon und hat deshalb eine ganz anderen Wirkungsweise.
Das Verhütungsstäbchen
Das Verhütungsstäbchen setzt während drei Jahren kontinuierlich eine bestimmte Hormonmenge frei.
Eingriff in den Hormonhaushalt
Mit den ersten Anti-Baby-Pillen der 1960er Jahre mussten die Frauen noch eine viel höhere Hormondosierung und dadurch zahlreiche unangenehme Nebenwirkungen in Kauf nehmen. Im Laufe der Jahre wurden die Hormonpräparate zur Empfängnisverhütung weiterentwickelt und verbessert und können nun mit einer sehr viel geringeren Dosierung sogar noch zuverlässiger wirken. Dennoch bleibt die Beeinflussung des Hormonhaushalts nicht immer ohne Folgen: Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Spannungsschmerzen in der Brust oder Stimmungsschwankungen können mehr oder weniger ausgeprägt sein – sie können aber auch ganz ausbleiben.
Bei der Einnahme der Anti-Baby-Pille wird die tägliche Hormondosis wird nach drei Wochen für eine Woche unterbrochen. Dann pausiert die Pilleneinnahme oder es werden Pillen ohne Wirkstoff geschluckt. Depotpräparate wie der Vaginalring oder das Verhütungspflaster werden jeweils im selben Rhythmus entfernt. Dann setzt eine Blutung ein, weil dem Körper keine Hormone mehr zugeführt werden. Diese Blutung infolge des Einnahmestopps wird als Abbruchblutung oder Hormonentzugsblutung bezeichnet.
Zunehmend mehr Frauen nehmen die Pille im Langzeitzyklus jeden Tag über mehrere Monate. Ohne die oben beschriebene Pause kommt es nicht zu einem Abfall des Hormonspiegels und somit auch nicht zu einer Blutung.
Pilleneinnahme im Langzyklus
Mit der Pilleneinnahme im Langzyklus kann die Monatsblutung absichtlich unterdrückt werden.
Nach dem Absetzen der Pille
Die Einnahme oder Anwendung hormoneller Verhütungsmittel hat keine bleibenden Auswirkungen auf den natürlichen Hormonhaushalt. Wird die hormonelle Empfängnisverhütung abgesetzt, normalisieren sich die Fruchtbarkeit und Zeugungsfähigkeit schnell wieder auf das Niveau von vor Beginn der Hormoneinnahme. Darum können Frauen bereits zwei Wochen nach Absetzen der Pille einen normalen Eisprung haben und schwanger werden. Eine Unterbrechung der Einnahme für einige Monate – die sogenannte "Pillenpause" – wie sie früher empfohlen wurde, um die eigene Hormonproduktion wieder in Gang zu bringen, ist nach Meinung der Fachleute bei den modernen Präparaten nicht mehr nötig. Ausserdem hat es während dieser Zeit zu viele ungewollte Schwangerschaften gegeben.
Die Pille abgesetzt – und jetzt?
Erfahren Sie hier, wann Sie nach absetzten der Pille oder Entfernung der Hormonspirale schwanger werden können.
Häufige Frage zum Thema
Nein, die hormonellen Empfängnisverhütungsmittel führen nicht zu dauerhafter Unfruchtbarkeit.
Patientinnen mit unregelmässigem Monatszyklus profitieren in jungen Jahren sogar durch eine Einnahme der sogenannten Anti-Baby-Pille, da durch sie eine Normalisierung der Zyklusstörungen stattfindet und...vollständige Antwort lesen
Lassen Sie sich von Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin beraten, welches Verhütungsmittel am besten zu Ihren individuellen Bedürfnissen passt und am besten vertragen wird. Falls Sie bestimmte Risikofaktoren haben, kann es auch sein, dass Hormonpräparate für Sie gar nicht in Frage kommen. Auf jeden Fall sind bei der Anwendung von hormonellen Verhütungsmitteln regelmässige Kontrolluntersuchungen erforderlich.
Im Falle einer Verhütungspanne
Mit der "Pille danach" lässt sich eine ungewollte Schwangerschaft auch nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr noch verhindern.
Allerdings ist dieses Medikament nur wirksam, wenn bis zum Zeitpunkt der Einnahme noch kein Eisprung stattgefunden hat, denn mit der "Pille danach" wird der Eisprung nur zeitlich verschoben. Eine bereits befruchtete Eizelle – und somit eine Schwangerschaft – kann mit der "Pille danach" nicht verhindert werden.
Die "Pille danach"
Die "Pille danach" verzögert den Eisprung um fünf Tage – so lange können Spermien im weiblichen Körper überleben.
Wissen
Newsticker
Die Pille und Krebs | 20.02.2021
Ob das Krebsrisiko für Frauen unter oralen Kontrazeptiva (= Anti-Baby-Pille) eher steigt oder fällt, ist umstritten: Für Brustkrebs deuten einige Studien auf ein erhöhtes Risiko hin, andere nicht. Dagegen scheinen die meisten Untersuchungen ein reduziertes Risiko für Ovarial- und Endometriumkarzinome anzudeuten. Schwedische Forscher um Dr. Torgny Karlsson von der Universität in Uppsala werteten Angaben von rund 257.000 Frauen aus und kommen zu dem Schluss, dass das Brustkrebsrisiko einige Jahre nach dem Absetzen oraler Kontrazeptiva nicht weiter erhöht ist, die Schutzwirkung gegen Ovarial- und Endometriumkarzinome (40% und 64% Reduktion) aber bis zu 35 Jahre nach der letzten Einnahme anhält. Berücksichtigt wurden neben dem Alter auch das Geburtsjahr, der Tabakkonsum, der BMI, der sozioökonomische Status sowie bekannte gynäkologische Faktoren, etwa Alter bei der ersten Mens und Zahl der Geburten.
Nur kurz geklebt | 27.02.2019
Lang wirksame Empfängnisverhütungsmittel wie Spiralen (IUDs), Depotspritzen, Implantate oder Hormonpflaster schützen mit hoher Sicherheit gegen unerwünschte Schwangerschaften. Ihr Vorteil: Man muss nicht täglich daran denken. Der Nachteil: Zum Einsetzen muss entweder einen Arzt aufgesucht werden oder man trägt ständig ein Pflaster. Forscher haben nun ein neues Verhütungspflaster entwickelt, das zwar noch in der klinischen Erprobung ist, aber in einigen Jahren den Markt revolutionieren könnte: Es ist nur etwa daumengross, soll einmal pro Monat oder gar nur alle sechs Monate für wenige Sekunden auf die Haut gedrückt werden und setzt (schmerzfrei) über Mikronadeln ein lang wirkendes Hormon (Levonorgestrel) frei. Solche Systeme gibt es bereits für Impfstoffe.
Anti-Baby-Pillen gratis | 04.04.2017
Auf den Philippinen sollen mehrere Millionen arme Frauen die Antibabypille und anderen Verhütungsmittel künftig gratis erhalten. Präsident Rodrigo Duterte begründete seine Politik damit, dass mit besserer Familienplanung auch die Armut besser bekämpft werden könnte. Nach einer Studie der Vereinten Nationen ist der Inselstaat das einzige Land in der Region, in der die Zahl der Teenager-Schwangerschaften noch steigt. Verhütungsmittel werden von der katholischen, zutiefst gläubigen Bevölkerung weitgehend abgelehnt. Nach Schätzungen könnten mindestens sechs Millionen Frauen die Hilfen in Anspruch nehmen.
Letzte Aktualisierung : 17-01-21, BH