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Zum Surrexit, einem alten Stäffiser Osterbrauch, kommen am Karsamstag kurz vor Mitternacht etwa 50 Männer auf dem Platz vor der Kirche Saint-Laurent zusammen. Ihr Vorhaben? Singend durch die Gassen des mittelalterlichen Städtchens zu ziehen, um die Auferstehung Christi zu verkünden. Sobald die Uhr Mitternacht geschlagen hat, stimmen sie unter Leitung eines ad hoc gewählten Dirigenten mit den Texten in der Hand abwechselnd das Surrexit Christus hodie (Christus ist heute auferstanden) und das O filii et filiae an, begleitet von ein paar Musikern. Der von Fackeln beleuchtete Umzug hält kurz vor der Kapelle des Dominikanerinnenklosters, wo man zusammen mit ein paar Nonnen das Regina coeli singt, und auf dem Friedhof vor dem Grab des zuletzt bestatteten Einwohners an. Letzte Etappe ist das Institut du Sacré-Cœur. Schliesslich begeben sich die Teilnehmenden ins Stadtzentrum und geniessen gemeinsam eine von der Pfarrei gespendete Portion Sauerkraut, um auf diese angenehme Weise das Ende der Fastenzeit zu feiern und zugleich einen jahrhundertealten Brauch zu pflegen. Die Mahlzeit erinnert an die Würste, welche die Männer im 19. Jahrhundert von zu Hause mitnahmen und assen, bevor sie zu singen begannen. und betrifft eine Entschädigung für die Schüler, die in der Osternacht nach 24 Uhr das Surrexit sangen.
Die erste Erwähnung des Surrexit datiert von 1637; sie findet sich im Grand livre historique de la paroisse d’Estavayer-le-Lac.
Dieser Brauch benötigt keine Proben und keine Organisation; im Gegensatz zu dem, was man annehmen könnte, wird er weder von der Pfarrei betreut noch von einem Priester geleitet. Einzig in der Lokalzeitung Le Républicain erscheint ein paar Tage vor Karsamstag ein Aufruf. Alle Christen des Orts, nicht nur die Katholiken, sind zur Teilnahme eingeladen, da es heisst, die Tradition des Surrexit sei älter als die Reformation.
RTS, 2002, 1'44'': Pour la nuit de Pâques, le cortège "Surrexit" sillonne les rues de la ville
Archiv RTS, 1964, 18'04'': Traditions populaires. Légendes et coutumes pascales en terres fribourgeoises
Florence Bays
Übersetzung: Hubertus von Gemmingen