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Welche digitalen Werte eignen sich eigentlich für Recording im Musikbusiness?
Samplerate
Als Recording Engineer müssen wir lediglich wissen, dass eine höhere Samplerate eine höhere zeitliche Auflösung des Signals bedeutet.
Allerdings bringen höhere Abtastfrequenzen nicht unbedingt einen Mehrwert. Es ist prinzipiell eine im Vergleich zur Nutzsignal-Bandbreite doppelt so hohe Abtastrate nötig, um das Signal korrekt darzustellen. Somit ist eine Abtastfrequenz von 44,1 kHz vollkommen ausreichend, um das vom Menschen hörbare Frequenzspektrum (20 kHz) abzubilden. Natürlich ist eine leichte Verbesserung der Qualität wahrzunehmen, allerdings ist der Zugewinn nur relativ gering. Außerdem ist dabei zu beachten, dass die Datenmengen exponentiell zunehmen. Wir wollen nicht sagen, dass eine höhere Abtastrate überhaupt keinen Sinn ergibt, aber man sollte kritisch überprüfen, ob der Qualitätsgewinn im Verhältnis mit der gesteigerten Datenmenge (mehr Daten) und aufgewendeten Rechenpower steht, mal abgesehen davon, dass das Endprodukt meistens auch in 44,1 kHz angehört wird. Solltest du für dich keinen großen Mehrwert erkennen können, ist eine Abweichung von den üblichen Werten nicht immer notwendig.
Bit-Tiefe
Die Bit-Tiefe ist auch schnell erklärt: Die Anzahl der Bits steht für die Auflösung des Signal-Betrags und damit für die Dynamik. Dabei umfasst jedes Bit einen Dynamikumfang von etwa 6 dB. Das entspricht einem Dynamikumfang von 96 dB bei 16-Bit, dem gängigen Umfang für eine Audio-CD nach dem Red-Book-Standard. So weit, so bekannt. Oft wird aber außer Acht gelassen, dass wir es immer auch aufnahmeseitig mit einem Headroom und einem «Footroom» zu tun haben. In der Regel ist ein Headroom von etwa 10 dB sinnvoll, damit Pegelspitzen nicht sofort die maximale Aussteuerungsgrenze treffen. Der «Footroom» ist durch den bewerteten Störsignalpegel definiert. Dieser beträgt in modernen Systemen oft um die 14 dB. Damit aber nicht an dieser Grenze «gekratzt» wird und auch Systeme unterschiedlich laute Störsignale enthalten, hat sich in der Literatur etabliert, dass ein Abstand von etwa 20 dB zum Störsignal sinnvoll ist. In Summe gehen also 14 dB Störsignalpegel + 20 dB Footroom (= Abstand zum Grundrauschen/Störsignal) verloren.
Zurück zu den 16-Bit: Das macht also 96 dB minus 34 dB (Störsignal+Footroom) minus 10 dB Headroom. Effektiv bleibt also eine Systemdynamik von etwa 52 dB. Das ist gar nicht mal so viel. Wer in 24 Bit aufnimmt (also 144 dB), hat immerhin bei gleichem Headroom und gleichem Störsignalpegel eine effektive Systemdynamik von etwa 100 dB! Da kann man gerne auch mit einem größeren Headroom von bspw. 20 dB arbeiten und hat noch immer einen höheren Systemdynamikumfang zur Verfügung als bei einer 16-Bit Aufnahme.
Fazit
In jedem Fall sollten die Recordings in 24 Bit erfolgen, damit ein ausreichend komfortabler Rauschabstand gewährleistet ist. Dies ist insbesondere dann von großer Bedeutung, wenn große Dynamikumfänge aufgezeichnet werden sollen. Die Samplerate stellt dagegen einen im Vergleich deutlich geringeren Einfluss dar. In Anbetracht des Speicherplatzes können 44,1 kHz also für eine professionelle Produktion durchaus ausreichend sein.