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Unsere Studie stützt sich auf die Ergebnisse der letzten Zählung (1994) der in der Schweiz bestehenden Gesamtarbeitsverträge (GAV) und behandelt eine Auswahl von 65 Verträgen mit 2’000 oder mehr Gehaltsempfängerinnen. Damit werden 88% aller vertraglich gebundenen Arbeitnehmerinnen oder 44% aller in der Privatwirtschaft tätigen Arbeitnehmerinnen in der Schweiz erfasst.
Wir beginnen mit einer Beschreibung des Forschungsthemas und des Samples. Anschliessend präsentieren wir eine Synthese der in der Schweiz bestehenden Gesetzesnormen in bezug auf Entlassungen: Form der Mitteilung, Fristen, Kollektiventlassungen, missbräuchliche, unwirksame und fristlose Entlassungen sowie Schwachstellen in der Gesetzgebung werden berücksichtigt. Die Synthese wird mit Bemerkungen zu den Schwachpunkten der Gesetzgebung abgerundet. Danach betrachten wir den Inhalt der Gesamtarbeitsverträge unter dem Gesichtspunkt des Kündigungsschutzes anhand folgender Kriterien: Wiederholung der Normen des Obligationenrechts, Unterbieten des Obligationenrechts, Kündigungsfristen und -modalitäten, Art und Weise der Mitteilung der
Kündigung, Kriterien des Dienstalters im Zusammenhang mit der Kündigung, Fristen bei Kollektiventlassungen, Schutz der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmerinnen usw. Wir nehmen kurz Stellung zur Problematik des vertraglich erfassten Prozentsatzes von weiblichen Arbeitnehmern, der Mitgliedschaft in Arbeitnehmerinnenvereinigungen, der wöchentlichen Arbeitszeit und
der vorgeschriebenen Urlaubszeit. Abgeschlossen wird die Studie mit der Infragestellung des Mythos der Gesamtarbeitsverträge, wonach der GAV schlechthin das Element des sozialen und beruflichen Schutzes der vertraglich geschützten Arbeitnehmerinnen darstellt.
(Übersetzung: Monika Poloni)