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Arthroskopische Knieoperationen (Meniskusnaht, Meniskusteilentfernung, Knorpelchirurgie)
Meniskusverletzung
Der Innen– und Aussenmeniskus hat für das Kniegelenk drei Hauptaufgaben:
- er vergrössert die Kontaktfläche zwischen den gelenkbildenden Anteilen des Oberschenkel und Unterschenkelknochens
- er besitzt eine Pufferfunktion (Schockabsorption)
- er fungiert als Stabilisator in der antero-posterioren Ebene(von vorn nach hinten).
Diese Hauptfunktionen ermöglichen es, dass einwirkende Kräfte des Oberschenkelknochens auf den Unterschenkel adäquat übertragen werden. Die Elastizität ermöglicht dabei eine optimale Anpassung.
Der Meniskus besteht aus speziellem Faserknorpel und ist ähnlich einem C oder einem Halbmond geformt, im Querschnitt ist er keilförmig. Man unterteilt dieses „C“ in ein Vorderhorn, Hinterhorn und den dazwischen liegenden Anteil (pars intermedia). Bereits von der Geburt reduziert sich seine Gefässversorgung bis zum 10. Lebensjahr. Ab diesem Zeitpunkt werden nur noch ca. 20% der äusseren Meniskusanteile direkt über einsprossende Blutgefässe versorgt, die restlichen Anteile versorgen sich über die Gelenkflüssigkeit des Kniegelenkes. Bezüglich der Gefässversorgung erfolgt die Einteilung der Menisken auch in eine rote, rot-weisse und weisse Zone.
Die Heilung des Meniskus ist von der Gefässversorgung abhängig, damit reparative Vorgänge stattfinden können. Verletzungen des Meniskus in der roten, also gut durchbluteten, ganz äusseren Zone zeigen gute Heilungstendenzen, in der weissen Zone hingegen gar nicht, so dass hier die Notwendigkeit der partiellen Entfernung besteht.
Meniskusschäden können degenerativ bedingt sein (altersbedingte Abnutzung) oder traumatisch, also durch ein entsprechende Unfallereignis, nach Sturz, beim Sport. Oftmals handelt es sich hier um ein typisches Verdrehtrauma.
Je nach Morphologie des Einrisses am Meniskus unterteilt man unterschiedliche Typen wie z. B. den Korbhenkelriss, einen Lappenriss oder einen Radiärriss etc. Die von den Patienten angegebenen Beschwerden sind oftmals typisch. Es wird eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung bemerkt, welche mit einer „Einklemmungserscheinung“ oder einem „Blockadephänomen“ einhergeht. Ebenso charakteristisch sind ein Druckschmerz über dem Gelenkspalt und das Ausbilden eines Gelenkergusses. Im Rahmen der klinischen Untersuchung des Kniegelenkes kann durch entsprechende Bewegungsmanöver Stress auf den Meniskus ausgeübt werden, Neben den Schmerzen führt der Meniskusschaden dazu, dass sich die Knorpellagen der Gelenkpartner des Oberschenkels und Unterschenkels schneller abnutzen, es somit frühzeitig zu Verschleisserscheinung, also zu einer Arthrose kommt.
Als Mittel der Wahl bei der bildgebenden Diagnostik ist die Magnetresonanztomographie (MRT) zu nennen. Hier kann die Verdachtsdiagnose eines Meniskusschadens mit einer Treffsicherheit von ca. 95% bestätigt werden.
Sind die Beschwerden derart ausgeprägt, dass sie alltägliche, berufliche und/oder sportliche Aktivitäten beeinträchtigen, so ist die operative Therapie mit dem Patienten zu besprechen. Als Goldstandard hat sich hier die Arthroskopie (Gelenkspiegelung) etabliert. Je nach Ausmass der Verletzung, der Lage und dem Alter des Patienten wird dann entschieden, ob eine Naht des Meniskus möglich ist oder der verletzte Anteil entfernt wird. Eine totale Entfernung des Meniskus sollte heutzutage nicht mehr durchgeführt werden.
Eine Naht des Meniskus kann bspl. durchgeführt werden wenn:
- ein Korbhenkel oder Lappenriss vorliegt
- der Riss relativ frisch ist
- der Patient jung ist
- ein stabiles Knie vorliegt
- bei Instabilität zusätzlich eine Kreuzbandplastik geplant ist.
- der Riss < 4mm von der Kapsel entfernt ist (Blutversorgung) Bei allen anderen Patienten sollte die partielle (teilweise) Entfernung des Meniskus erfolgen. Je nach Operation ist für den Patienten ein spezielles Nachbehandlungsprogramm erforderlich.
Scheibenmeniskus
Der Scheibenmeniskus ist eine eher seltene Normvariante, welche mit einer Inzidenz von bis zu 5% beschrieben wird. In den meisten Fällen ist der Scheibenmeniskus asymptomatisch, dass heisst er führt zu keinen Beschwerden. Der Scheibenmeniskus bedeckt als Scheibe die Gelenkfläche (aussen häufiger als innen) und ist dadurch stärker mechanisch beansprucht als ein normaler Meniskus. Hinzu kommt die weniger gute Qualität der Gewebestruktur.
Symptome werden durch die Patienten oft erst dann angegeben, wenn gleichzeitig ein Riss des Meniskus vorliegt. Bei einer Arthroskopie wird der Scheibenmeniskus auf eine physiologische Form und Grösse zurückgetrimmt, sofern der Restmeniskus anschliessend mit dem Tasthaken stabil ist.