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Der 04. Oktober 1226 ist der Todestag (und Namenstag) des Heiligen Franziskus von Assisi, der als Schutzpatron der Tiere und Gründer des Franziskanerordens berühmt wurde und als verehrter Heiliger auch in Brasilien im christlichen Kulturgut und der Folklore der Bevölkerung eine bedeutende Rolle spielt.
Sankt Franziskus von Assisi lebte zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert in Italien. Seine Jugend verbrachte er als Sohn eines reichen Tuchhändlers. Es ist überliefert, dass er sein wohlbehütetes Leben nach einem Krieg zwischen seiner Heimatstadt Assisi und der Nachbarstadt Perugia, an dem er als Ritter teilnahm und in Gefangenschaft geriet, aufgab, um fortan allein Gott zu dienen, der ihn in einem Traum dazu aufgefordert habe.
Er zog sich zurück von seinen Freunden und suchte die Verbindung mit Gott in der Einsamkeit. Wie die Legende erzählt, tauschte er, während einer Wallfahrt nach Rom, seine Kleidung mit der eines Bettlers, um fortan ein Leben in Armut zu führen. Sein bedingungsloses Engagement für die Armen und Notleidenden führte zum Bruch mit seinem Vater, der die grossen Pläne mit seinem Sohn endgültig verloren sah.
Franziskus, so wird berichtet, hatte eine besondere Beziehung zu den Tieren. Die Legende erzählt, dass er in seiner Abgeschiedenheit nicht nur mit Gott, sondern auch mit den Tieren sprach – er “predigte“ ihnen das Wort Gottes – und viele bildliche Darstellungen zeigen ihn umgeben von grossen und kleinen Tieren, Vögel auf seinen Schultern und Armen.
Franziskus von Assisi wurde in der Nacht zum 4. Oktober 1226 begraben und im Jahr 1228 von Papst Gregor IX. heiliggesprochen. Ihm zu Ehren organisieren verschiedene Tierschutzvereine in diesem Monat Veranstaltungen zum Schutz, zur Erhaltung und zum Wohlergehen der Tiere in der ganzen Welt. Erst vor einigen Jahren hat Papst Paul II. Sankt Franziskus von Assisi zum Schutzpatron der Ökologie erklärt, in Anerkennung seiner Liebe zu allen Kreaturen.
Der Tag der Tiere
Im Lauf der Zeit hat der Mensch sich daran gewöhnt, das Tier aus seiner humanen Perspektive zu betrachten – denn er weiss inzwischen, dass die Tiere Schmerzen und Angst empfinden, genau wie wir.
Trotzdem werden wir noch heute immer wieder Zeugen furchtbarer Gräueltaten gegenüber den Tieren. Und solch unmenschliches Verhalten ruft nicht nur die Tierschützer auf den Plan, sondern findet inzwischen auch in breiten Kreisen der Bevölkerung ein empörtes Echo. Auch die sozialen Netzwerke haben sich zu Alliierten im Kampf gegen Tierquäler entwickelt.
Brasilien ist das Land mit der grössten Biodiversifikation der Spezies unseres Planeten – zusammen mit Indonesien. Brasilien wird geprägt von den Biomen Amazonien, Cerrado, Pantanal, Caatinga, dem Atlantischen Regenwald und der Pampa. Diese sechs ganz unterschiedlichen Biome bieten entsprechend unterschiedliche Lebensräume und haben zur Entwicklung vieler neuer Arten während der Evolution beigetragen.
Allerdings hat der Atlantische Regenwald durch die Expansion der europäischen Einwanderer inzwischen mehr als 90% seines Originalbestandes verloren, der Cerrado verliert durch Soja- und Zuckerrohranbau zunehmend an Fläche mit Originalbestand. In Amazonien wird jedes Jahr ein Regenwaldbestand von der Grösse des Bundesstaates Sergipe verloren, die Caatinga und das Pantanal erleiden Veränderungen ihrer Naturlandschaft durch den Menschen.
Zahlreiche Spezies der einheimischen Fauna werden durch den Verlust ihres Habitats in Mitleidenschaft gezogen und sterben schliesslich aus.
Das brasilianische Umwelt-Ministerium, zusammen mit der Stiftung “Biodiversitas“, hat das “Rote Buch der bedrohten Fauna Brasiliens“ herausgebracht (2008), in dem 627 brasilianische Tierarten erfasst sind, die vom Aussterben bedroht sind – zugrunde liegen die Kriterien der IUCN – International Union zur Erhaltung der Natur.
Wie man in diesem “Roten Buch“ nachlesen kann, finden sich 13% der Amphibien, 10% der Säugetiere, 17,8% der Schmetterlinge, 19% der Pflanzenarten und 21% der Fische dieser Welt auf brasilianischem Territorium.
Schätzungen gehen davon aus, dass in Brasilien zirka 1,8 Millionen Spezies vorkommen, aber erst 10% davon der Wissenschaft bekannt sind. Pro Jahr werden in Brasilien zirka 1.500 neue Spezies registriert.
Heute kämpfen Reservate und Projekte zur Erhaltung der Fauna für den Schutz einiger vom Aussterben bedrohter Tierarten in Brasilien. Allerdings würden breiter gestreute Aktionen, wie zum Beispiel Investitionen in die Erhaltung spezifischer Lebensräume, viel wirkungsvoller dazu beitragen, jene Spezies zu erhalten, die genauso ein Recht zum Überleben haben wie wir selbst!
Die Tiere existieren um ihrer selbst willen. Sie wurden nicht geschaffen, um den Menschen zu dienen: So wie schwarze Menschen nicht geschaffen wurden, um den Weissen zu dienen oder die Frauen, um den Männern dienlich zu sein.