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Dieses kleine Spiel ist etwa so fies wie Julius Caesar, der immer wieder das kleine, unbeugsame Dorf in Gallien überrennen will. Von der Idee her erinnert es an das im Beitrag Frosch gegen Inkagott besprochene, leider nicht mehr verfügbare «Zuma’s Revenge». Oder an das tolle Bubble Bust!, das ich seit Jahren spiele, aber aus unerfindlichen Gründen in diesem Blog nie besprochen habe. (Das noch mehr Spass macht, als «Dot Spinner». Aber hier und jetzt trotzdem nicht Thema ist.)
Man schiesst bei diesem Spielprinzip eine farbige Kugel auf andere farbige Kugeln, und wenn so Haufen von mindestens drei gleichfarbigen Kugeln entsteht, verschwindet dieser. Das Ziel ist, alle Kugeln zum Verschwinden zu bringen oder zumindest nicht von den anschwellenden Kugelmassen erdrückt zu werden. Bei «Dot Spinner» ist das Prinzip so ausgestaltet, dass man im Zentrum des Bildschirms eine durch die farbigen Kugeln gebildete geometrische Form – Stern oder Sechseck – dezimieren muss. Der (fiese) Clou ist, dass diese Figur sich um ihre Mitte drehen kann. Wenn man seine Kugel nicht mehr oder weniger direkt auf diese Drehachse ballert, dann versetzt die aufprallende Kugel der Figur einen kleinen Stoss, worauf sie sich in die entsprechende Richtung dreht.
Den Dreh raushaben (im wortwörtlichen Sinn)
Auf diese Weise kann man farbige Gruppen, die leicht zu entfernen sind, in eine günstige Abschussposition bringen – wenn man denn auf den Indikator achtet, der die übernächste Kugelfarbe anzeigt. Wenn man den ignoriert, kann es sein, dass ein unbedachter Schuss die Form so dreht, dass man mit der nächsten Kugel keine direkte Schussbahn mehr hat. Man kann zwar auch über Bande (das heisst, via Bildschirmrand) spielen. Aber da sind die Treffchancen ungleich kleiner.
Die Fehlschüsse, die keine Kugelhaufen zum Verschwinden bringen, vergrössern die Figur gegen aussen. Zusätzlich bringt das Spiel immer nach fünf Zügen neue Kugeln ein, die sich dann aussen an die Figur anheften. (Der Punktindikator rechts oben signalisieren, wann es wieder so weit ist.) Sobald die Figur über den Bildschirmrand hinauswächst, ist das Spiel verloren. Das kann auch überraschend passieren, wenn ein Stoss die die Form so dreht, dass ein «Auswuchs» an der schmalen Seite des Displays, rechts oder links, ausbricht.
Fazit: Ich mag Spiele mit einer Umsetzung, die man in Englisch «slick» nennt – in Deutsch könnte man weniger prägnant von einer prägnanten, klaren und schnörkellosen Ausprägung sprechen. Das hat bei diesem Spiel ansatzweise geklappt. Die Spielmechanik ist meines Erachtens nicht ausgereift, weil es zu viel Frustpotenzial hat. Die letzten paar Kugeln wegzubekommen, zieht sich ewig hin. Selbst wenn man geschickt spielt, passiert es, dass einfach nicht die richtigen Farben erscheinen, um endgültig aufzuräumen. Man ballert Kugel um Kugel ins Leere (man kann sie so spielen, dass sie via Bande um die Form im Zentrum herumrotieren und sich dann in Nichts auflösen), bis nach fünf Zügen wieder neue Kugeln herabregnen und einem den Fortschritt zunichte machen. Das schmälert den Spass. Ein sinnvoller Mechanismus wäre, wenn eine auf dem Spielfeld nicht mehr vorhandene Farbe auch nicht mehr verwendet würde – dann könnte man durch Eliminieren von Farben das Ende beschleunigen und erleichtern.
Und eine Unschönheit am Rande ist, dass man die aufdringliche Werbung nicht los wird (vor allem die unvermittelt auftretenden Video-Ads sind nervig). Dafür würde ich noch so gern einen oder zwei Franken aufwerfen.