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Hurrikan, Zyklon oder Taifun? Grundsätzlich sind dies nur verschiedene Namen für das gleiche Wetterphänomen. Welche Bezeichnung gewählt wird, hängt davon ab, in welcher Region die Stürme auftreten. Während die Wirbelstürme im Nordatlantik und im nordöstlichen Pazifik als Hurrikane bezeichnet werden, ist im Indischen Ozean und im Südpazifik von Zyklonen die Rede. Taifune werden die Stürme im nordwestlichen Pazifik genannt.
Gibt es immer mehr Hurrikane? Seit rund 20 Jahren wird zwar eine Zunahme von Hurrikanen im Nordatlantik registriert. Laut Franck Roux von der Universität Paul-Sabatier in Toulouse war aber zwischen 1970 und 1995 das Gegenteil der Fall. Forscher sind sich einig, dass die Aktivität von Wirbelstürmen in dieser Region Zeitzyklen von mehreren Jahrzehnten folgt. Wegen der dünnen Datenlage ist eine wissenschaftliche Auswertung der Stürme für alle Weltregionen schwierig. Forscher können deshalb noch nicht sicher sagen, ob die gegenwärtige Zunahme der Stürme einem natürlichen Zyklus oder dem Klimawandel geschuldet ist. Im nordwestlichen Pazifik war im Zeitraum von 1998 bis 2010 sogar ein leichter Rückgang an Wirbelstürmen zu verzeichnen.
«Aufgrund von Modellsimulation sehen wir, dass wahrscheinlich nicht mehr Stürme entstehen werden, aber diejenigen, die stark sind, werden noch ein bisschen stärker», sagt Reto Knutti, Leiter der Gruppe für Klimaphysik am Departement Umweltwissenschaften der ETH Zürich. Das habe höhere Windgeschwindigkeiten und mehr Niederschläge zur Folge, wie das etwa bei «Harvey» der Fall war. Das habe dann natürlich auch das Potenzial zu grösserer Zerstörung.
Wieso gibt es so wenig Daten? «Wirbelstürme sind extrem komplex», sagt Knutti. Sie zu berechnen, sei schwierig, auch weil es vor dem Zeitalter der Wettersatelliten wenig Beobachtungen gab. Der Grund: Früher sei man Hurrikanen aus dem Weg gegangen, weil sie zu gefährlich waren. Und erst seit wenigen Jahren sei man soweit, dass man die Stürme mit Flugzeugen und Messgeräten systematisch erfasst und sie so besser versteht, erklärt Knutti.
Angesichts fehlender Satellitenbilder vor dem Jahr 1970 kann daher keine Aussage darüber gemacht werden, wie sich Wirbelstürme über das 20. Jahrhundert hinweg entwickelt haben. Vor Beginn der vollständigen Satellitenüberwachung kam es mitunter vor, dass selbst besonders heftige Hurrikane nicht wahrgenommen wurden, wenn sie nicht auf Land trafen. «Man hat eigentlich erst seit 20, 30 Jahren verlässliche Daten», sagt Knutti. Und dies sei zu kurz, um einen Trend festzustellen. Daher greife die Forschung auf Modellsimulationen und physikalisches Verständnis zurück.
Welchen Einfluss hat der Klimawandel? «Heftigere Wirbelstürme sind eine der erwarteten Konsequenzen des Klimawandels», sagt Valérie Masson-Delmotte, Mitglied der internationalen Expertengruppe zum Klimawandel (GIEC). Der Klimawandel könne eine Rolle spielen, sagt auch Knutti und erklärt: «Wenn es wärmer wird, steigen auch die Wassertemperaturen. Damit erhält der Sturm mehr Energie. Er wird stärker, weil er mehr verdunsten kann». Dem pflichtet Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung bei: «Der Klimawandel lässt diese Stürme nicht entstehen, aber er verschärft ihre Auswirkungen».
Was kann die Menschheit dagegen tun? «Man kann die Wirbelstürme nicht verhindern, aber man kann sich gut darauf vorbereiten», sagt Knutti. Etwa mit guten Wetterprognosen, Frühwarnsysteme, geplanten Evakuierungsrouten, strengere Bauvorschriften oder indem man nicht zu nahe am Wasser baue. Diese Massnahme würden helfen, besser auf einen kommenden Sturm vorbereitet zu sein und so die Schäden zu reduzieren.
Verändern sich die Wirbelsturm-Korridore auf dem Globus? In den vergangenen 35 Jahren haben sich die Gebiete, in denen Hurrikane ihre maximale Intensität erreichten in Richtung der Erdpole bewegt und zwar auf der Nord- und auf der Südhalbkugel. Dies zeigen laut dem Wetterdienst Météo France verschiedene Studien. Der Grund dafür könnte die Ausdehnung der Tropen sein, also des Gebiets nördlich und südlich des Äquators, wo heisses und feuchtes Klima herrscht.