Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/71947

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Präsenz von Grossraubtieren in der Schweiz verursacht für die Landwirtschaft Zusatzschäden und einen erheblichen Mehraufwand, die nicht entschädigt werden. Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, ob diese zusätzlichen Schäden und der Mehraufwand vom Bund durch das Bafu vollständig abzugelten sind.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bund beteiligt sich heute mit 80 Prozent an der Abgeltung von Schäden, die Grossraubtiere (Bär, Wolf, Luchs) an Nutztieren anrichten. Ein Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung durch die öffentliche Hand besteht nur dann, wenn die Schäden nachweislich auf die Präsenz von Grossraubtieren zurückgehen. Aus diesem Grund müssen die gerissenen Tiere grundsätzlich der Wildhut vorgewiesen werden. Eine Abgeltung aller im Zusammenhang mit Grossraubtieren geltend gemachten Schäden durch den Bund würde Missbräuche begünstigen, indem beispielsweise ein vermisstes Nutztier als Raubtierriss dargestellt werden könnte. Die geltende Vorweisungspflicht würde so - mit den entsprechenden Kostenfolgen für den Bund - faktisch ausgehöhlt. Im Rahmen der Konzepte Wolf, Luchs und Bär wird den Kantonen jedoch empfohlen, bei nachweislichen Grossraubtierangriffen auch für verletzte oder vermisste Tiere im Sinne der Kulanz Entschädigungszahlungen zu leisten. Auch an diesen Entschädigungszahlungen beteiligt sich der Bund mit 80 Prozent.</p><p>Die Behirtung von Kleinvieh wird heute unabhängig von der Präsenz von Grossraubtieren aufgrund der Sömmerungsbeitragsverordnung gefördert. In Gebieten mit Grossraubtieren kann dadurch ein Teil der Mehrkosten abgefangen werden. Im Weiteren unterstützt das Bundesamt für Umwelt Kleinviehhalter im Rahmen von regionalen Präventionsprojekten mit Beiträgen an die Behirtung, an die Herdenschutzhunde sowie an das benötigte Material für den Herdenschutz. Es unterhält zudem regionale Kompetenzzentren, die Kleinviehhaltern in Berggebieten umfassende Beratung anbieten. Die Mehrarbeit der Kleinviehhalter für den Herdenschutz wird dagegen vom Bund nicht entschädigt. Hierzu fehlen sowohl die nötigen gesetzlichen Grundlagen wie auch die erforderlichen finanziellen Mittel.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.