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genannt Wehrli, und erhielten als Anerkennung von Kardinal Schinner, dem päpstlichen Legaten in der Schweiz, die Erlaubnis, neben ihrem gewöhnlichen Wappen noch das Bild des Gekreuzigten in der Fahne zu führen. Zur Zeit der Reformation trat die Mehrzahl der Frauenfelder trotz strenger Drohungen von Seiten der katholischen Orte auf Seite Zürichs und nahm den neuen Glauben an. 1530 grosse Kirchensynode in Frauenfeld unter Zwinglis Leitung. 1531 verlor Frauenfeld in der Schlacht bei Kappel den Sohn seines Schultheissen, den hochgeachteten Abt von Kappel Wolfgang Joner, genannt Rüepplin.
Durch den Landfrieden von 1712 erhielten die Anhänger beider Konfessionen gleiche Rechte und freie Religionsausübung. Im selben Jahre wurde Frauenfeld an Stelle von Baden zum ständigen Sitz der Tagsatzung bestimmt. So sah nun die Stadt alljährlich für einige Zeit ein buntes und bewegtes Treiben in ihren Mauern, wie jeweils auch beim Aufzug der Landvögte, die seit etwa 1554 ihre Residenz in dem (von den Eidgenossen um 526 Gulden den Herren von Landenberg abgekauften) Schlosse zu Frauenfeld hatten.
Im Zeitraum von 17 Jahren wurde die Ortschaft zweimal schrecklich durch Feuer heimgesucht. Der Brand vom zerstörte 64 Wohnhäuser nebst der katholischen Kirche (blos 12 Häuser blieben verschont), und am brannten 33 Häuser nebst dem Rathaus nieder. Tatkräftige Beweise der Teilnahme aus der ganzen Schweiz und dem Auslande linderten die Not der unglücklichen Bewohner. Jetzt erhielt die Stadt ihre gegenwärtige Bauart und Gestalt.
Nun folgen die grossen Ereignisse in der Geschichte von Frauenfeld. Das Jahr 1798 brachte mit der französischen Invasion in der Schweiz, mit der Einheitsverfassung und den Revolutionsbewegungen dem Thurgau die Befreiung von dem Joche der Untertanenschaft und die Abschaffung der landvögtlichen Regierung. Um Hauptort des neuen Kantons zu werden bezw. zu bleiben, hatte Frauenfeld bei den französischen Machthabern gegenüber Weinfelden bedeutende Anstrengungen zu machen. Am schlugen die französischen Truppen unter Oudinot und Soult unter Mithilfe der vom Generaladjutanten Weber gerührten 6000 Schweizer der helvetischen Legion die vereinigten österreichischen Armeen des Erzherzogs Karl und des Generals Hotze bei Frauenfeld in Flucht, bei welcher Gelegenheit General Weber, von einer Kartätschenkugel getroffen, fiel (die Stelle heute durch ein einfaches Denkmal aus Granit an der Strasse nach Huben bezeichnet).
Als aber die Oesterreicher schon am folgenden Tage mit neuen Kräften wieder anrückten, fanden es die französischen Führer für gut, die Stadt Frauenfeld in der Nacht auf den 25. Mai zu räumen und sich in ihre frühere Stellung bei Zürich zurückzuziehen. Da die Oesterreicher Frauenfeld im Verdacht hatten, die Franzosen unterstützt zu haben, drohten sie mit Zusammenschiessen der Stadt, liessen es aber bei etwa 20 hineingeworfenen Kugeln bewenden. Zur Erinnerung an diesen verhängnisvollen 25. Mai hat man später einige dieser Kanonenkugeln in die Mauern der beiden Kirchen eingesetzt. Hierauf folgten Einquartierung und Brandschatzung durch die Oesterreicher und nach der zweiten Schlacht bei Zürich wieder Besetzung durch die Franzosen. Frauenfeld und Umgebung hatte in der Zeit von 1799-1801 mehr als 320000 Einquartierungstage für Truppen, mehr als 100000 solcher für Pferde und unzählige Rationen von Lebensmitteln zu leisten.
Die Mediationsakte erhob im Jahre 1803 den Thurgau zum 17. Kanton der Eidgenossenschaft und gab ihm seine eigene Verfassung. Am 14. April dieses Jahres versammelte sich in Frauenfeld zum erstenmal der Grosse Rat des neuen Kantons, der neben anderen Geschäften auch die Wahl der Regierung, des Kleinen Rates (Morell, Anderwert, Freienmuth) vornahm. Frauenfeld verlor alle Vorrechte gegenüber der Landschaft, und seine Einwohnergemeinde wurde denjenigen aller andern Orte des Kantons gleichgestellt. 1830 sah dann Frauenfeld einen grossen Zudrang von Volk in drohender Haltung, weil die Behörde der vom Volke gewünschten Reform der Verfassung nicht günstig gestimmt war.
1853: Einweihung und Eröffnung der Kantonsschule;
1855: Eröffnung der Eisenbahnlinie Winterthur-Frauenfeld-Romanshorn;
1863: Bau der Kaserne durch die Bürgergemeinde;
1864: Vollendung des Regierungsgebäudes;
1884: Eröffnung der Badanstalt;
1885: Einweihung der Wasserversorgung;
1886: nach langen Unterhandlungen Verkauf der unrentabeln Kaserne an den Bund mit einem Verlust von 60000 Fr.;
1887: Eröffnung der Strassenbahn Frauenfeld-Wil;
1890: eidgenössisches Schützenfest;
1893: Umwandlung der 1882 gegründeten städtischen Sparkasse in eine Filiale der Kantonalbank (sie wurde vom Grossen Rat um die Summe von 675000 Fr. für den Kanton angekauft). - 1810: Stiftung des Konstablerfonds für den Gesellschaftstrunk an Stelle der 1424 und 1440 gegründeten Herrentrinkstube und Trinkstube zum Wilden Mann.
Bibliographie.
Pupikofer, J. A. Gesch. der Stadt Frauenfeld. Frauenfeld 1871. - Pupikofer, J. A. Der Pfahlbau bei Frauenfeld zwischen Niederwyl u. Strass. Frauenfeld 1862. - Wirz, J. J. Das erschreckl. Unglück über die Stadt Frauenfeld. Schaffh. 1771. - Deggeller, G. J. Wahrhafte Beschr. des fürchterl. Brandes zu Frauenfeld den - Truppendurchmärsche durch Frauenf. während der Kriegsjahre 1799-1803 (in den ¶
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Thurg. Beitr. zur vaterländ. Gesch. 34). - Verwaltungsberichte der Behörden.
[F. Ribi.]