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Fredi M. Murer
Fredi M. Murer, 1940 im Kanton Uri geboren und in Altdorf aufgewachsen, studierte an der Kunstgewerbeschule Zürich Fotografie. Der talentierte Zeichner und Fotograf mit subtiler Vorstellungskraft näherte sich schnell der Filmsprache an und drehte eine Porträtreihe über seine Künstlerfreunde, die sich von den Werten der damaligen Gesellschaft distanziert hatten (Chicorée, der 1967 in Locarno präsentiert wurde und Bernhard Luginbühl, beide 1966 realisiert, sowie Passagen im Jahr 1972). Nach und nach wandte er sich der stillen, ländlichen, alpinen Welt zu, zu deren Sprachrohr er wurde. Zu Beginn der 1970er-Jahre gründete er die Produktionsfirma Nemo Film. Darauf entstand sein erster grosser Dokumentarfilm Wir Bergler in den Bergen sind eigentlich nicht schuld, dass wir da sind (1974) – über die Bergbauern in den Urner Tälern – sowie sein Spielfilmdebüt Grauzone (1979) – eine komplexe, raffinierte Metapher des in der Schweiz vor den Jugendunruhen Anfang der 1980er-Jahre vorherrschenden konformistischen Klimas. Der eigentliche Durchbruch erfolgte mit Höhenfeuer (1985), der die inzestuöse Liebe zweier Geschwister auf einer weltabgeschiedenen Alp erzählt. Der Film hatte das Schweizer Publikum tief beeindruckt und wurde in Locarno mit dem Pardo d’oro ausgezeichnet. Es folgten Sehen mit anderen Augen (1987) und der grosse Dokumentarfilm Der grüne Berg (1991). Vollmond (1998) gewann am Filmfestival in Montreal den Grand Prix des Amériques. 2006 drehte Murer Vitus (2006) mit Bruno Ganz. Dieses Werk brachte ihm den Schweizer Filmpreis für den besten Spielfilm sowie zahlreiche internationale Auszeichnungen ein. Sein jüngster Film basiert auf einer von seiner Mutter geschriebenen Novelle und trägt den Titel Liebe und Zufall (2014).
2014 Liebe und Zufall2006 Vitus1990 Der grüne Berg 1987 Sehen mit anderen Augen 1979 Grauzone1974 Wir Berglerin den Bergen sind eigentlich nicht schuld, dass wir da sind