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Ausstellung vom 10. Dezember 2008 - 8. Februar 2009
Das Centre Dürrenmatt zeigt 11 Radierungen aus der berühmten Serie der Carceri d'Invenzione (einfallsreiche Erfindungen von Kerkern) von Giovanni Battista Piranesi (1720-1778), italienischer Architekt und Kupferstecher. Die Radierungen gehören zur zweiten, 1761 entstandenen Fassung, welche sich vom ersten Abzug durch eine dramatischere, dunklere Farbstufung unterscheidet. Sie wurden dem Centre Dürrenmatt von Frau Charlotte Kerr Dürrenmatt freundlicherweise als Leihgabe zur Verfügung gestellt.
1975 erwarb Dürrenmatt sechs Radierungen. Er bemühte sich, die Serie zu vervollständigen, was ihm aber nicht vollends gelang und er sich mit 11 von insgesamt 16 Stichen begnügen musste.
Es erstaunt nicht, dass Dürrenmatt von Piranesis Werk fasziniert war. Der Schriftsteller und Maler hat sich zweifellos im dramatischen, dunklen und beängstigenden Universum der Carceri wiedergefunden. Ausserdem ist das Motiv des Labyrinths, das auch in den Carceri präsent ist, einer der Eckpfeiler des Dürrenmattschen Denkens.
Als Kontrapunkt werden den Carceri Dürrenmatts Fantasien zu Minotaurus (1975)gegenübergestellt. In den Tuschzeichnungen und in der Gouache Der entwürdigte Minotaurus (1962) befasst sich Dürrenmatt mit dem griechischen Mythos ebenso wie mit dem Thema des Labyrinths.