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<h2>SubmittedText<h2><p>Diverse Studien weisen auf einen zunehmenden und rasanten Konzentrationsprozess in der Saatgutbranche auf internationaler Ebene hin. Unsere Lebensmittelproduktion wird je länger, je mehr von wenigen Saatgutunternehmen kontrolliert. Genaue Zahlen und mögliche Auswirkungen für die Schweiz sind nicht bekannt. </p><p>Ich bitte deshalb den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten: </p><p>1. Weiss er, wie stark der Konzentrationsprozess der Saatgutbranche bereits fortgeschritten ist</p><p>- bei Lebens- und Futtermitteln, die in der Schweiz konsumiert werden (Getreide, Gemüse, Früchte usw.)?</p><p>- bei Lebens- und Futtermitteln, die in der Schweiz produziert werden?</p><p>2. Falls diese Zahlen unbekannt sind: Ist er bereit, diese Zahlen zu erheben?</p><p>3. Welche Gefahren sieht er bei einer zunehmenden Konzentration des Saatgutmarktes?</p><p>4. Welche Möglichkeiten sieht er, um Massnahmen gegen mögliche negative Auswirkungen der Konzentration des Saatgutmarktes zu ergreifen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Zur "Saatgutbranche" werden sowohl Züchtungsfirmen als auch Saatgut-Produktionsfirmen gezählt, weshalb bei der Antwort zwischen Züchtung und Saatgutproduktion unterschieden wird.</p><p>Die Züchtung von landwirtschaftlichen Pflanzensorten findet in Europa (EU-27, CH) noch überwiegend in KMU-Unternehmen statt. Die Pflanzenzüchtung wird aber fachlich und methodisch immer anspruchsvoller, was den Druck zu Konzentration und Kooperation erhöht (EU-Kommission, Evaluation of seed legislation, 2009). Entsprechend beteiligen sich zunehmend auch grössere Konzerne an der Aufgabe.</p><p>Die Saatgutproduktion erfolgt für "grosse" Kulturen (Getreide, Kartoffeln und Futterpflanzen) in Europa in der Regel durch regionale, genossenschaftlich organisierte Vermehrungsorganisationen, die sich in bäuerlicher Hand befinden. Bei weiteren wichtigen Kulturen wie Raps, Zuckerrüben und den Gemüsesorten erfolgt die Saatgutproduktion mehrheitlich durch die Züchter selbst.</p><p>Schweizer Lebens- und Futtermittel für den Grundbedarf entstammen annähernd zu 100 Prozent aus in Europa gezüchteten Sorten. Der Selbstversorgungsgrad hinsichtlich Sorten und Saatgut liegt in der Schweiz zwischen 0 Prozent (Raps, Zuckerrüben) und 100 Prozent (Dinkel). Beim Weizen stammen etwa 80 Prozent der Sorten und etwa 95 Prozent des Saatguts aus der Schweiz. Gerste, Roggen und Hafer werden in der Schweiz nicht gezüchtet. Für Lebens- und Futtermittel ausländischer Herkunft kann der Bundesrat nicht feststellen, in welchen Strukturen die Sorten gezüchtet und das Saatgut produziert wurde.</p><p>Durch seine Forschungsanstalten Agroscope züchtet der Bund Sorten von Weizen, Triticale, Soja, Gräsern, Klee, Rebe, Apfel, Aprikose und Medizinalpflanzen. Die Züchtung von Mais und Dinkel findet in kleinen Züchtungsunternehmen in der Schweiz (DSP Delley AG, Getreidezüchtung Peter Kunz) statt. Bei den genannten Arten ist damit sichergestellt, dass der schweizerischen Lebensmittel- und Futtermittelkette optimal angepasste, d. h. umweltschonend anbaubare und ertragreiche Sorten zur Verfügung stehen. Seit 2009 betreibt die Schweiz zusammen mit der EU einen gemeinsamen Sortenkatalog für landwirtschaftliche Arten. Damit steht den Schweizer Produzenten ein grosser Sortenpool zur Verfügung, aus welchem sie die für ihre Anforderungen am besten geeigneten Sorten auswählen.</p><p>Derzeit sieht der Bundesrat keine Gefahr einer für die Schweizer Landwirtschaft und die Konsumentinnen und Konsumenten nachteiligen Konzentration der Saatgutbranche in Europa. Er verfolgt die Entwicklung und leistet durch die Züchtungsprojekte bei Agroscope einen aktiven Beitrag zu einem standortangepassten Sortenangebot.</p><p>Die angesprochene Verteuerung des Saatguts trifft für die Schweiz, zumindest für die wichtigsten landwirtschaftlichen Arten, nicht zu. Die Saatgutpreise sind parallel zu den Produzentenpreisen für Brot- und Futtergetreide sowie Speisekartoffeln in den vergangenen Jahren gesunken.</p>  Antwort des Bundesrates.