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Nationaler Aktionsplan für Neubauten in Tschechien
Der NAP folgte am 5. Juni 2015 auf die kürzlich verabschiedete neue Energiestrategie der tschechischen Regierung. Er beschreibt verschiedene Optionen, wie Tschechische Republik die Kernenergie verstärkt nutzen will. Die Kernenergie soll zusammen mit erneuerbaren Energien eine zentrale Rolle im zukünftigen Energiemix einnehmen, um den Anteil fossiler Energiequellen zu reduzieren.
Jan Mladek, Minister für Industrie und Handel, erklärte, es sei es notwendig, mit den Vorbereitungen für den Bau je einer Einheit in Dukovany und Temelin zu beginnen, um eine zuverlässige Selbstversorgung mit Elektrizität sicherzustellen. Beide Standorte könnten zudem um einen zweiten neuen Block erweitert werden. Um am Standort Dukovany Kontinuität in der Stromproduktion sicherzustellen, sei es aus Regierungssicht notwendig, vor 2037 eine neue Einheit zu bauen und in Betrieb zu nehmen.
Zweistufiges Vorgehen vorgeschlagen
Wegen der unsicheren Entwicklung des Elektrizitätsmarktes schlagen die NAP-Autoren vor, die Vorbereitungen für den Bau neuer Kernkraftwerke in zwei Phasen zu gliedern: In einer ersten Phase sei es für das Land zentral, sämtliche vorhandenen Ressourcen zum Bau neuer Einheiten zu nutzen. Deshalb seien Planungsarbeiten für neue Werke unmittelbar zu lancieren.
In einer zweiten Phase soll analysiert werden, ob sich die Marktsituation stabilisiert habe und es möglich sei, neue Kraftwerkseinheiten auf kommerzieller Basis zu bauen oder ob wegen anhaltender Marktverzerrungen Neubauten nur mit Staatsgarantien möglich wären. In letzterem Fall müsse der Staat entscheiden, ob und in welcher Form er bereit sei, einem Investor ausreichende Garantien zu geben. Diese Entscheide müssten spätestens vor dem Ausstellen einer Baubewilligung fallen. Die Autoren des NAP gehen davon aus, dass dies um das Jahr 2025 der Fall sein wird.
Drei mögliche Finanzierungsmodelle
Der NAP geht besonders auf drei verschiedene Investitions- und Finanzierungsmodelle ein, die den Neubau neuer Einheiten ermöglichen sollen:
- Die Investitionen erfolgen durch die bisherige Besitzerin und Betreiberin, die CEZ, oder eine Tochtergesellschaft, die vollständig im Besitz der CEZ ist.
- Die Investition erfolgt durch ein privates Konsortium.
- Der Bau erfolgt direkt durch ein neu gegründetes Staatsunternehmen.
Die Analyse der Marktsituation sowie ein Finanzierungsvorschlag für tschechische Neubauten sollen der Regierung bis zum 31. Dezember 2016 vorgelegt werden.