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Die Präsidentin Liberias stellt sich zur Wiederwahl.
«Monkey still working, let Baboon wait small», das grosse Werbebanner an der Broad Street in Monrovia irritiert. Erst recht im Zusammenhang mit dem Wahlkampf. Die Erklärung: Der Affe, das schlaue Tier, symbolisiert die Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf. Der dumme Pavian (Baboon) hingegen ist die Opposition.
Sie sei noch nicht fertig mit ihrer Arbeit, begründet die Präsidentin ihre erneute Kandidatur. Ursprünglich hatte «Ma Ellen», wie sie auch genannt wird, eine zweite Amtsperiode ausgeschlossen. Die Arbeit wird ihr bei einer Wiederwahl nicht ausgehen.
Ellen Johnson-Sirleaf hat einiges erreicht in den letzten sechs Jahren – Liberia begann nach langen Bürgerkriegen praktisch bei null. So wurde etwa beim Strassenbau vorwärts gemacht. Im Bergbau-Sektor konnten wieder Unternehmen angesiedelt werden. Und auch die Korruption will Ma Ellen reduziert haben.
Weiterhin ist das Land aber auf die Unterstützung der UNO für Polizeiaufgaben, Sicherheit und vieles mehr angewiesen. Der Grossteil der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Und der Präsidentin wird vorgeworfen, zu viel Macht in sich zu vereinen – ganz zu schweigen von der Korruption…
Die Harvard-Absolventin geniesst im Ausland hohes Ansehen. In Liberia ist sie, auch weil sie früher den Rebellenführer Charles Taylor unterstützt hatte, umstrittener. Generell scheinen die Leute, mit denen ich gesprochen habe, nicht unzufrieden mit Johnson-Sirleaf. Doch sie würden gerne schnellere Fortschritte sehen. Oder wie Taxifahrer John Flomo meint: «Ich hatte sie gewählt, sie hat es nicht schlecht gemacht. Aber jetzt geb ich trotzdem mal jemand anderem eine Chance.» Er wird im Oktober einen Pavian wählen.
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Die weniger bekannte Kirche Abidjans – Notre Dame d’Afrique.
Abidjan, Côte d’Ivoire, 10. Juli 2011.
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In Accra wird gefischt fast wie vor 100 Jahren.
Wenn mich jemand fragen würde, was man in Accra unbedingt gesehen haben muss – es wäre wohl der Fischerhafen von Jamestown. Von hier starten die Fischer zu ihrer nächtlichen Tour in den hölzernen Booten – mittlerweile mit Aussenbordmotor. Und hierher kehren sie morgens wieder zurück – um die frische Ware den Verkäuferinnen abzutreten, die sie dann auf den Markt bringen.
Empfehlenswert (und wohl unvermeidlich) ist der Besuch mit einem lokalen Führer. Er erklärt, was vor sich geht und und nimmt einem etwas das Gefühl des Voyeurs. Und er sagt, wen man fotografieren darf, und wen nicht.
→ Zu den Bildern des Fischer-Voyeurs…
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Ich bin auch ein wandelnder Bankomat.
Fast täglich wird man als Weisser in einem Entwicklungsland mit dem Dilemma konfrontiert, dass man (zu Recht) als wohlhabend und (zu Unrecht?) als freigiebig angesehen wird. Beispiele gefällig?
a) Ein Kind winkt, sagt «Hallo» und möchte dann Geld.
b) Ein alter, offenbar blinder Mann wird von seinem Enkel zwischen stockenden Autokolonnen herumgeführt und bettelt.
c) Ein Mann aus Liberia braucht dringend 7 Franken, um mit seinem Bruder ins Flüchtlingscamp zurückzukehren.
d) Ein junger Mann aus der Elfenbeinküste, den man einige Tage zuvor an der Grenze kennengelernt hat, erzählt bei einem Treffen in Accra, dass ihm 2000 Franken (!) gestohlen wurden. Er hatte das Geld für eine Geschäftsidee zur Seite gelegt. Nun hat er kein Geld mehr und übernachtet im Busbahnhof. Einige Tage später fragt der Mann, ob man ihm nicht eine Arbeit habe – er stecke in einer verzwickten Situation…
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