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Die Schweiz wird in den nächsten Monaten eine Million Kubikmeter Lothar-Sturmholz zu marktgerechten Preisen nach Österreich exportieren. Damit kann der schweizerische Holzmarkt nach Angaben des Waldwirtschaftsverbandes etwas stabilisiert werden.Dieser Inhalt wurde am 22. Februar 2000 - 14:46 publiziert
Die Schweiz wird in den nächsten Monaten eine Million Kubikmeter "Lothar"-Sturmholz zu marktgerechten Preisen nach Österreich exportieren. Damit kann der schweizerische Holzmarkt etwas stabilisiert werden.
Die Sturmholzmengen in der Schweiz seien derart gross, dass eine markante Steigerung des Exports von Stammholz, aber auch Schnittholz notwendig sei, um in der heimischen Wald- und Holzwirtschaft eine Entspannung herbeizuführen, sagte Urs Amstutz, Direktor des Waldwirtschaftsverbandes Schweiz (WVS), am Dienstag (22.02.)an einer Medienkonferenz in Zürich.
Gemäss WVS hat der Sturm "Lothar" vom 26. Dezember 1999 in der Schweiz zwölf Millionen Kubikmeter Holz zu Boden geworfen. Nutzbar wären neun Millionen Kubikmeter, davon sechs Millionen als Rundholz; dies entspricht der dreifachen normalen Jahresmenge an Stammholz, die in den letzten Jahren verwertet wurde. Dazu kommt rund eine Million Kubikmeter Holz aus der bereits angelaufenen Normalnutzung des Winters 1999/2000.
Durch die massiven Waldschäden in Mitteleuropa, insbesondere in Frankreich, seien die traditionellen Absatzkanäle erheblich gestört worden, erklärte WVS-Direktor Amstutz. Italien als wichtiger Abnehmer von Schweizer Holz werde zurzeit durch riesige Sturmholzmengen aus Frankreich überschwemmt.
Deshalb kommte die Bereitschaft Österreichs, Schweizer Sturmholz einzuführen, gerade recht. Die Export-Vereinbarung mit den österreichischen Sägereien soll auch ein Signal an die heimische Waldwirtschaft sein, keine Angstverkäufe zu tätigen, erklärte Amstutz weiter.
Die eine Hälfte des Schweizer Sturmholzes für Österreicht geht nach Vorarlberg und ins Tirol, die andere Hälfte nach Kärnten und in die Steiermark. Österreich sei ein grosser Importeur von Holz, weil die österreichischen Sägereien mehr Holz schnitten als aus den eigenen Wäldern geholt werde, sagte Hans Michael Offner, Vorsteher des österreichischen Fachverbandes der Sägeindustrie.
Durch den solidarischen Verzicht auf die normale Waldnutzung und die teilweise Umlagerung der Holzimporte seien die österreichischen Sägereien in der Lage, einen Betrag zur Stabilisierung des europäischen und schweizerischen Holzmarktes zu leisten.
Die ausgehandelten Preise seien marktgerecht und würden die schweizerischen Sägereien nicht benachteiligen, sagte Rudolf Kull, Geschäftsführer des Verbandes Bernischer Waldbesitzer und des Waldwirtschaftsverbandes Aargau.
Der Holzpreis liegt zurzeit bei durchschnittlich 70 Franken pro Kubikmeter. Vor dem Sturm "Lothar" belief sich der Kubikmeterpreis auf rund 120 Franken. Inklusive Transportkosten bezahlen die österreichischen Sägereien zurzeit 130 Franken pro Kubikmeter.
Die Waldbesitzer seien auf die Holzexporte angewiesen, sagte Kull. Die werterhaltende Lagerung von Holz sei zwar eine sinnvolle Alternative, aber mit wirtschaftlichen Risiken verbunden, teuer und nur bei begrenzten Holzmengen möglich.
SRI und Agenturen
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