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Bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts war das Austrommeln von obrigkeitlichen Bekanntmachungen (die durch drei "Dupfe", einzelne Schläge, nach dem Wirbeln verkündet wurden) und Anzeigen von Privaten durch den Stadttambour noch üblich. Die Möglichkeit, wichtige Nachrichten durch die Tagesblätter verbreiten zu lassen, nahm mehr und mehr überhand und liess schliesslich die Institution des Stadttambours allmählich einschlafen. Anfangs des 19. Jahrhunderts versah Meister Bernhard Degelmann dieses geringe obrigkeitliche Amt, das nichts eintrug als eine Trommel, einen Ordonnanzhut und jeweils 10 bis 20 alte Batzen für einen öffentlichen Text und 15 Batzen für eine Privatanzeige. Dieser Degelmann war Schiffmann und hatte als Vorgesetzter seiner Zunft berechtigte Aussichten, dereinst Zunftmeister zu werden, womit er automatisch zu der mit vielen Vorteilen verbundenen Ratsherrenwürde aufgestiegen wäre. Doch die 1798er Revolution setzte der Zunftherrlichkeit vorübergehend ein Ende, und so war Degelmanns Traum ausgeträumt. Stattdessen erfüllte ihn nun ein tiefer Hass gegen die Franzosen und das Bauernregiment, dem er auch beim Austrommeln - als hervorragender Trommler entging er der Amtsentsetzung - freien Lauf liess. Um 1808 musste er eine Versteigerung von beschlagnahmten Kolonialwaren in St-Louis, die aus der von Napoleon verfügten Kolonialsperre stammten, austrommeln und rief dabei unermüdlich, mit grösstem Vergnügen und unter dem Gelächter des Publikums fortwährend aus: "Ein Quantum Kanaillenwaren?", und als er deswegen auf die Staatskanzlei zitiert wurde, wand er sich mit der Entschuldigung heraus, er sei der französischen Sprache nicht mächtig.
Der letzte Basler Stadttambour und Ausrufer war Johann Friedrich Beck, dessen Übername "Schnurebegg" der Ursprung des Cliquennamens "Schnurebegge" ist. Beck hatte Kontakt zu allen Schichten der Bevölkerung und verbrachte viel Zeit in Gaststätten, Schankhäusern und anderen öffentlichen Lokalen. Dort muss er wohl viel geplaudert haben, hat eigene Geschichten erzählt, andere gehört und diese auch weitergegeben. So ist es nicht erstaunlich, dass er viele der damaligen Gepflogenheiten aus den verschiedensten Blickwinkeln mitbekam.