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Die britische Monarchin Elizabeth II. hat nun ihre letzte Ruhestätte gefunden. Die Zeit der Totenehre für die langjährige Königin ist nun vorbei, und bereits setzen die Republikaner - oder einfacher, die Antimonarchisten - an, nun der Monarchie im Vereinigten Königreich auf den Pelz zu rücken. Eines von deren wesentlichen Argumenten sind die Kosten, welche der Unterhalt der Königsfamilie, welche zumindest teilweise auch steuerbefreit ist, kostet - berappt vom Steuerzahler.
Doch die Royals sind auch Business. Und zwar ein gutes - vor allem für den Tourismus. Die Rede ist hier nicht von den vergangenen verrückten Tagen in London, als hunderttausende Menschen, beileibe nicht nur aus Grossbritannien oder dem Commonwealth, für die Trauerfeierlichkeiten anwesend waren. Nein, die Royals sind seit Jahren ein gutes Geschäft, und in den letzten Jahren ist dieses Geschäft nicht schwächer, sondern noch viel stärker geworden.
In Zahlen ausgedrückt: Im Finanzjahr 2019-20 beliefen sich die Einnahmen aus Eintrittskarten für das «Royal Estate» (öffentlich zugängliche Teile von königlichen Anwesen, die Teil des Kronguts sind) laut Statista auf 49,9 Millionen Pfund (rund 55 Millionen Franken). Allein der Zutritt zu Windsor Castle und Frogmore House, jeweils rund 26.50 Pfund pro Person, bringt innerhalb eines Jahres über 11 Millionen Pfund ein. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor, im Finanzjahr 2009-10, betrugen die Einnahmen erst 23,3 Millionen Pfund (25,6 Millionen Franken). Die Zunahme hat natürlich mit dem generellen Wachstum des Tourismusgeschäfts zu tun, in welchem der Besuch königlicher Güter eine wesentliche Rolle spielt.
Zudem ist dies nur ein Teil des Beitrags der königlichen Familie. Im selben Referenzjahr (dem letzten vor der Pandemie) wurden in den Geschenkeläden der königlichen Sammlung 19,98 Millionen Pfund (22 Millionen Franken) umgesetzt. In diesen Geschäften werden Souvenirs, Schmuckstücke, Geschenkkörbe und anderer königlicher Schnickschnack verkauft. Und es kommen noch zusätzliche Einnahmen: Zum Crown Estate gehören die Regent Street in London, der Windsor Great Park und der Ascot Racecourse. Ausserdem gehören mehr als die Hälfte der britischen Küstenlinie und fast 2 Millionen Hektar Land und Wald dazu.
Der durchschnittliche Unterhalt des Königshauses kostet den britischen Steuerzahler pro Jahr rund 500 Millionen Pfund (über 550 Millionen Franken), aber Brand Finance schätzt, dass die Monarchie im gleichen Zeitraum etwa 2,5 Milliarden Pfund zur britischen Wirtschaft beiträgt.
Ob das die Aufrechterhaltung der Monarchie rechtfertigt oder nicht, steht auf einem anderen Blatt. Das Haus Windsor wird auf einen Wert von 19 Milliarden Pfund geschätzt und natürlich gibt es Fragen, wie dieser Reichtum zusammenkam. Doch in Grossbritannien wird zumindest die Tourismusindustrie den Royals noch lange die Stange halten.