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Medienarbeit für «Buy Food with Plastic»
An einem Juni-Tag um 7 Uhr sass ich im Coworking-Space des Hotels Selina in Medellin. Neben mir arbeitete ein junger Mann und grüsste freundlich in Spanisch. Ich war in meine Arbeit vertieft, als ich plötzlich jemanden in breitestem Züri-Deutsch reden hörte. Es war der junge Mann am Telefon. Ich sprach ihn an und fand heraus, dass er Austauschstudent an der EAFIT ist und seit einem Jahr in Medellin lebt. Wir gingen Kaffee trinken, dann Mittagessen, später Cocktails trinken, Billiard spielen und schliesslich Abendessen.
Aus dieser zufälligen Begegnung ist eine wundervolle Freundschaft geworden. Khalil Radi, 24, reiste einige Tage später nach Nicaragua, um zu surfen. Kaum da, rief er mich an und erzählte vom vielen Plastikmüll, der überall herumliegt, und vom Hunger der Bevölkerung. Er meinte, 90 Prozent der Hotels und Restaurants seien wegen der politischen Unruhen geschlossen und die Leute hätten ihre Arbeit verloren.
Innert kürzester Zeit stellte Khalil «Buy Food with Plastic» auf die Beine: Er engagierte 12 Köchinnen und Köche, lud die Bevölkerung zum Essen ein und forderte sie auf, die Mahlzeit mit zehn Plastikflaschen zu bezahlen. «Buy Food with Plastic» schlägt drei Fliegen mit einer Klappe: Die Menschen sammeln Abfall ein, kommen zu einer gesunden Mahlzeit und haben Arbeit. Mit 250 Franken, die Khalil über Spenden sammelt, kocht er 150 Mahlzeiten, zahlt 12 Löhne und entsorgt 1500 Petflaschen. Was mit den Flaschen passiert, erfahren Sie in diesem Video.
Ich habe Khalil bei der Formulierung von Texten und der Medienarbeit unterstützt. So konnte der junge Student aus Zürich einige Radiointerviews geben und in Online-Magazinen über sein Engagement berichten.
www.buyfoodwithplastic.org
Fotos: Khalil Radi, 2018