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Drei-Seen-Region
Die Reblagen der Drei-Seen-Region verteilen sich über die Kantone Neuenburg, Bern, Freiburg und Waadt. Mit 600 Hektar hat Neuenburg den grössten Anteil davon. Dann folgt Bern mit 222 Hektar am Bielersee. Den Mont Vully, zwischen dem Murten- und dem Neuenburgersee, teilen sich die Kantone Freiburg (100 Hektar) und Waadt (50 Hektar). Die dominierenden Rebsorten in der ganzen Drei-Seen-Region sind Chasselas und Pinot Noir. Dazu kommen Spezialitäten, die häufig nur in kleinsten Mengen produziert werden.
Neuenburg
Mit dem «Non Filtré», einem unfiltriert trüben und knackig frischen Chasselas, präsentiert Neuenburg am dritten Mittwoch im Januar jeweils den ersten Schweizer Wein des neuen Jahrgangs. Seit 1975 erfreut sich diese Spezialität grosser Beliebtheit und findet auch ausserhalb des Kantons Anklang. Eine der wenigen zugelassenen roten Rebsorten im Kanton Neuenburg ist Pinot Noir, die ausgezeichnete Rotweine und den fruchtig feinen Rosé «Œil-de-Perdrix» hervorbringt. Weil die Bezeichnung nicht geschützt wurde, nennen Winzer aus allen Landesteilen ihren Pinot-Rosé «Œil-de-Perdrix» – das Original aber stammt aus Neuenburg, genauso wie der «Perdrix Blanche», ein Weisswein mit blass rosarotem Schimmer aus Pinot-Noir-Trauben.
Unter dem Titel «Swiss Pinot Noir: Too Good to be Exported» publizierte Robert Parker's Wine Advocate im Januar 2015 eine Liste bestbewerteter Schweizer Weine. Fünf der 18 Pinot Noirs mit 90 und mehr Punkten, stammen aus dem Kanton Neuenburg.
Bielersee
Der trockene, steinige Südosthang des Bielersees ist, ähnlich wie das Terroir in Neuenburg, durch Kalk geprägt. In der Gegend um Erlach und auf der St. Petersinsel herrschen Molasseböden vor. Mit den Leitsorten Chasselas, Pinot Gris, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Pinot Noir ist der Sortenspiegel am Bielersee praktisch identisch mit demjenigen in Neuenburg. Bemerkenswert ist, dass auf dem engen Raum von 222 Hektar gut 80 Winzer über 40 Rebsorten anbauen. In den Jahren 2000 bis 2010 organisierten die Winzer in den Gemeinden Twann, Ligerz und Tüscherz-Alfermée ihren Rebbesitz neu. Die Erbteilung hatte eine sehr kleinflächige, nicht mehr zeitgemäss erschlossene Parzellierung zur Folge. Vor der Güterzusammenlegung besassen im ganzen Perimeter 334 Eingentümer rund 1157 Grundbuchparzellen mit einer durchschnittlichen Grösse von 885 Quadratmetern. Die Zahl der Parzellen pro Betrieb lag zwischen neun und 59. Nach der Melioration des 105,5 Hektaren umfassenden Gebiets bewirtschaften 34 Haupterwerbs- und zehn Nebenerwerbswinzer die Rebberge. Sie produzieren den Wein zum grössten Teil als Selbstkelterer. Die Rebgüterzusammenlegung und eine Verbesserung der Erschliessung macht eine Senkung der Produktionskosten möglich. Ein weiterer Schritt auf dem Weg ein dauerhaftes Auskommen zu finden ist auch die zunehmende Professionalisierung im Rebberg und im Keller.
Eine weitere Spezialität der Winzer am Bielersee ist die Treberwurst, die in Brennblasen auf dem Trester gart und von Januar bis März serviert wird.
Vully
Der Mont Vully ist ein Sandsteinblock, der den Murtensee vom Neuenburgersee trennt. Auf den nach südosten ausgerichteten Hängen zwischen Salavaux/VD und Sugiez/FR gedeihen neben Chasselas und Pinot Noir zahlreiche Spezialitäten. Ganz besonders stolz sind die Winzer auf den Freiburger. So nennen sie diese auch als Freisamer bekannte Kreuzung aus Silvaner und Grauburgunder/Pinot Gris (1916, staatliches Weinbauinstitut Freiburg im Breisgau). Hervorragende Weine ergibt auch die Sorte Savagnin, die am Mont Vully Traminer genannt wird. Der Qualitätssprung der Weine ist enorm. Im Schatten der grossen Weinbauregionen hat sich am Mont Vully eine eigene Dynamik entwickelt: Neun junge Winzer haben ihr Önologie-Studium abgeschlossen und treten in die Fussstapfen ihrer Eltern. Einige weitere sind noch in der Ausbildung.
>>> Detaillierte Informationen finden Sie untern den einzelnen Kantonen.