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Vor dem Spiel:
Nach dem erfolgreichen Auftritt in Lausanne nahm Raphael Wicky nur eine einzige Änderung in der Startaufstellung vor: Anstelle von Albian Ajeti stürmte Dimitri Oberlin. Auf Seiten von Benfica kam der Schweizer Nationalspieler Haris Seferovic zu seinem ersten Starteinsatz seit dem 27. Oktober und dem Ligaspiel gegen CD Feirense. In der Champions League hatte der Stürmer zuletzt beim Spiel in Basel in der Startaufstellung gestanden.
Bei seinen acht Teilnahmen an der Gruppenphase der UEFA Champions League hatte der FCB vor dem letzten Spieltag erst zweimal keine Chance mehr auf eine Achtelfinalqualifikation (2008/2009 und 2016/2017). Das Weiterkommen gelang ihm dreimal: 2002/2003, 2011/2012 und 2014/2015. Zweimal schied man aus, nämlich 2010/2011 (die Chancen waren damals eher theoretischer Natur) und 2013/2014.
Die erste Halbzeit:
Der FCB erwischte erneut einen Traumstart gegen Benfica. Gerade mal zwei Minuten waren gespielt, da lancierte Renato Steffen Michael Lang, der Aussenverteidiger flankte und in der Mitte stand Mohamed Elyounoussi goldrichtig und versenkte den Ball per Kopf im Netz. In der Folge entwickelte sich ein interessantes Spiel, in dem beide Teams ihre Chancen besassen. Tore fielen aber keine mehr im ersten Durchgang. Kurz vor der Halbzeit ging in England aber der PFK ZSKA Moskau in Führung und somit gab es einen Punktegleichstand zwischen Manchester United, dem FCB und den Russen nach 45 Minuten. In diesem Moment waren Manchester United und der FCB nur dank der Tordifferenz im Achtelfinal. Raphael Wicky thematisierte die Tabellenlage zur Pause aber nicht: „Wir haben das nicht angesprochen, aber ich denke, dass die Mannschaft das mitbekommen hatte. Wir haben in der Pause Dinge angesprochen, die wir besser machen können.“
Die zweite Halbzeit:
Lange passierte dann nicht so viel in Estádio da Luz, nach rund 65 Minuten jedoch kam die Erlösung für den FCB gleich in doppelter Form. Denn Dimitri Oberlin traf per Flugkopfball zum 2:0 und aus Manchester kam die Kunde, dass das Heimteam dank einem Doppelschlag die Führung übernommen hatte. Romelo Lukaku und Marcus Rashford hatten für die Engländer getroffen und bei diesem Resultat blieb es dann auch. Die Gefahr eines Gegentreffers hielt sich für den FCB darauf in Grenzen. Im Gegenteil: Renato Steffen hatte nach einem Fehlpass von Benfica-Keeper Mile Slivar noch eine Grosschance, der Ball rutschte ihm dabei aber über den Spann und in den Schlussminuten verfehlte er das Tor noch einmal nur ganz knapp.
Nach dem Spiel:
Eine so starke Gruppenphase hat der FCB an den Punkten gemessen noch nie absolviert: In dieser starken Gruppe kommen die Basler am Ende auf 12 Punkte, die sie sich mit zwei Siegen gegen Benfica, einem Auswärtserfolg bei ZSKA Moskau und einem Heimsieg gegen Manchester United erkämpften. Bisher waren elf Punkte aus der Saison 2011/2012 der Rekord gewesen, die Gruppe war damals beinahe identisch gewesen, nur war dieses Mal ZSKA Moskau anstelle des FC Otelul Galati mit dabei.
Der FCB überzeugte in der Mehrheit der sechs Gruppenspiele – es gab dabei nur alles oder nichts, am Ende stehen vier Erfolge zwei Niederlagen gegenüber. Weder vom Auftakt in Manchester (0:3), noch von der ein wenig überraschenden Heimniederlage gegen ZSKA (1:2) liessen sich die Basler vom Weg abbringen und zum Abschluss der Gruppenphase zeigten sie nochmals eine sehr abgeklärte, souveräne Leistung, die schliesslich das Tor zum Achtelfinal aufstiess. Die Basler waren dabei nur minimal auf die Hilfe von Manchester United angewiesen, die Engländer hätten zuhause mit 0:3 verlieren müssen, damit ZSKA Moskau den FCB noch überholt hätte.
Ein Lob, das Raphel Wicky nach Spielschluss von Marco Streller bekam, dass seine Handschrift bereist erkennbar sei, gab der FCB-Trainer gleich weiter: „ich habe von Anfang an gesagt, dass ich ein Teamplayer bin und arbeite sehr eng mit meinem Staff zusammen, der nicht nur aus den Assistenten besteht, sonder beispielsweise auch aus der medizinischen Abteilung. Um die Hilfe dieser Leute bin ich sehr froh.“
„Bin ein Mensch mit verzögerten Emotionen“
Dann blickte er auch noch einmal kurz auf die Kampagne zurück: „Ich bin sehr glücklich und auch stolz, auch wie sich die Mannschaft in schwierigen Momenten verhalten hat, wie bei der Niederlage in Manchester und jener gegen Moskau, 12 Punkte in dieser schweren Gruppe, das hätten uns vorher bestimmt nicht viele zugetraut. Ich selbst brauche aber wohl noch einen Moment bis ich realisiere, was wir heute erreicht haben. Ich sage von mir immer, ich bin ein Mensch mit verzögerten Emotionen.“
Hervorzuheben gilt es aus Basler Sicht bestimmt das 5:0 im Hinspiel gegen Benfica und das 1:0 im St. Jakob-Park gegen Manchester United, aber auch der 2:1-Erfolg in Moskau und der neueste Sieg gegen Benfica erreichte Rotblau mit äusserst starken Leistungen. Es sind alles belege dafür, dass der FCB hochverdientermassen in die Runde der letzten 16 der Champions League einzieht – einmal mehr. Der einzige Gruppenzweite mit mehr Zähler ist übrigens der deutsche Rekordmeister, der FC Bayern München.
Das Telegramm:
SL Benfica – FC Basel 1893 0:2 (0:1)
Estádio da Luz. – 22'470 Zuschauer. – SR Jesús Gil Manzano.
Tore: 5. Elyounoussi 0:1 (Lang). 65. Oberlin 0:2 (Akanji).
Benfica: Svilar; Douglas, Lisandro López, Jardel, Eliseu; João Carvalho, Samaris (73. André Almeida), Pizzi (73. Barbosa); Zivkovic, Seferovic, Diogo Gonçalves (62. Jonas).
FCB: Vaclik; Suchy, Akanji, Balanta; Lang, Xhaka, Zuffi, Petretta (82. Riveros); Steffen (94. Fransson), Oberlin (88. Bua), Elyounoussi.
Bemerkungen: Benfica Rúben Dias (verletzt). FCB ohne Serey Die, Vailati, van Wolfswinkel (alle verletzt) und Gaber (krank). Ersatzbank FCB: Ajeti, Bua, Itten, Fransson, Manzambi, Riveros und Salvi. – Verwarnungen: 9. Xhaka (Foul). 63. Akanji (Foul). 74. Petretta (Foul).