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Die Regierung hat neue Transparenzregeln für die Bezahlung der Führungskräfte von börsenkotierten Schweizer Unternehmen auf Januar 2007 in Kraft gesetzt.
Gemäss jüngst veröffentlichter Untersuchungen hat das Durchschnitts-Einkommen der Top-Kader im letzten Jahr zugenommen, während ihre Durchschnitts-Leistung gesunken ist.
In Zukunft herrscht in der Schweiz mehr Transparenz bei Kaderlöhnen und Entschädigungen an Verwaltungsräte. Die Regierung setzt auf den 1. Januar 2007 die neuen Bestimmungen des Obligationenrechts (OR) in Kraft.
Dem neuen Recht unterstellt sind Gesellschaften, deren Aktien an der Börse gehandelt werden. Sie müssen künftig im Anhang zur Bilanz die Gesamtsumme der Vergütungen angeben, die gegenwärtige und frühere Mitglieder des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitungen sowie diesen nahe stehende Personen erhalten haben.
Aufzuführen sind auch die Entschädigungen an die einzelnen Verwaltungsrats-Mitglieder und die höchste auf ein Mitglied der Geschäftsleitung entfallende Vergütung. Auch Darlehen an leitende Mitarbeitende müssen offen gelegt werden, ebenso die Beteiligungen von Mitgliedern des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung sowie von nahe stehenden Personen.
Heute enthält das Aktienrecht keine Vorschriften zur Offenlegung der Vergütungen an Mitglieder des Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung. Der Verwaltungsrat legt die Entschädigungen seiner Mitglieder selber fest, wobei von Gesetzes wegen jegliche Transparenz fehlt.
Dies führt zu Interessenkonflikten, weil die Verwaltungsräte gleichzeitig sich selber und - als ihre Gegenseite - auch die Gesellschaft vertreten. Mit den neuen Bestimmungen des OR erhalten die Aktionärinnen und Aktionäre eine umfassendere Einsicht, so dass sie ihre Kontrollfunktion besser wahrnehmen können.
Gut bezahlte Top-Kader
Die Rekordgewinne der Unternehmen haben den Top-Managern der grössten Schweizer Firmen letztes Jahr Rekordsaläre beschert. Im Schnitt erhielten die Spitzenmanager im Jahr 2005 Lohnerhöhungen von 18% und kassierten damit knapp je 2 Mio. Franken, wie ein Lohnvergleich der Handelszeitung zeigt.
Laut dem Bericht erhöhten letztes Jahr 80% der 56 grössten Schweizer Firmen die Löhne ihrer Topkader. Angeführt wird die Rangliste von den Banken und Pharmafirmen, gefolgt von Versicherungen und dem Nahrungsmittelgiganten Nestlé.
Wie aus dem Geschäftsbericht bereits bekannt, zahlte die UBS ihren zehn Konzernleitungsmitgliedern und drei vollamtlichen Verwaltungsräten im Rekordjahr 2005 im Durchschnitt 17,1 Mio. Franken.
Die Credit Suisse bezahlte ihren sechs Top-Managern im Schnitt 16,9 Mio. Franken. Mit je 7,2 Mio. Franken erhielt die sechsköpfige Führungsriege von Novartis weniger als halb so viel.
Roche zahlte im Schnitt gut 5 Mio. Franken Franken. Mit einem Durchschnittsalär von 4,3 Mio. folgt mit ABB gleich dahinter der erste Technologiekonzern.
Auch bei den individuellen Spitzenlöhnen schwingen die Finanz- und Pharmavertreter obenauf.
Weniger gute Leistung
Ein weitere Studie, die am Montag publik wurde, erteilt Schweizer Managern schlechte Noten.
Gemäss dieser Untersuchung räumen in der Schweiz 60% der Konzernchefs ihren Sessel nicht freiwillig. Das liegt weit über dem weltweiten Durchschnitt, wo nur jeder zweite Wechsel unfreiwillig erfolgt.
Im vergangenen Jahr haben so mehr Konzernchefs als je zuvor ihren Posten verlassen. Fast jeder siebte Top-Manager (genau15,3%) räumte seinen Sessel, wie es in der Studie des Beratungs-Unternehmens Booz Allen Hamilton heisst.
Weltweit ging ein Drittel der Konzernchefs wegen mangelnder Leistung, heisst es. In der Schweiz erfolgte die Hälfte der Wechsel aus diesem Grund.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Die bestbezahlten Konzernchefs (2005, mit prozentualer Abweichung zu 2004)
Marcel Ospel, UBS – 23'975'954 Fr. (12,7%)
Daniel Vasella, auch CEO, Novartis – 21'257'120 Fr. (2,3%)
Franz Humer, auch CEO, Roche - 14'741'295 Fr. (11,2%)
Peter Brabeck, auch CEO, Nestlé – 13'757'351 Fr. (0%)
Walter Kielholz, Credit Suisse – 12'100'00 Fr. (0%)
In Kürze
Banken und pharmazeutische Unternehmen zahlen nach einer Erhebung der Handelszeitung ihren Managern die grössten Entschädigungen.
Nicht nur die Gewerkschaften halten die Prämien und Gehälter der Führer multinationaler Unternehmen für unverschämt. Diese Kritik wurde in letzter Zeit auch von den Aktionären der UBS und der Credit Suisse aufgenommen.
Erfolgreiche Manager müssten belohnt werden, sagt Johann Schneider-Ammann, Swissmem-Chef und stellvertretender Direktor von economiesuisse. Aber mit Massnahmen, die den sozialen Zusammenhalt nicht bedrohten.