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21.09.2020, 15:50 Uhr
Eine Einigung zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU ist derzeit nicht absehbar. Eine Investition in britische Titel sei erst attraktiv, wenn auch die Kosten für die Währungsabsicherung sinken, meint...Artikel lesen
Im zweiten Teil seines Quarterly Letters geht Jeremy Grantham, Gründer und Chefstratege von GMO, den Gründen nach, welche für die aktuellen Turbulenzen an den Märkten verantwortlich sind.
Grantham verweist auf seinen Letter aus dem ersten Quartal 2009, in welchem er von 2007 bis 2014 sieben magere Jahre prognostizierte. Die meisten seiner Einschätzungen von damals treffen nun ein oder sind bereits eingetroffen. In seiner Einschätzung vor 2 Jahren ging er bereits von einer moderaten Wachstumsprognose von 2% jährlich für die USA aus; diese muss nun wohl weiter nach unten anpasst werden. Denn um dieses Ziel über die gesamte Zeitspanne von sieben Jahren noch zu erreichen, wäre ein jährliches Wachstum von 4% für die nächsten 3,5 Jahre nötig, was für Grantham angesichts der aktuellen Wirtschaftslage ausgeschlossen scheint.
Den Kuchen gerechter verteilen
Es gibt einige Bedenken, welche für die konsumabhängige US-Wirtschaft nichts Gutes erahnen lassen. Während Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten immer höhere Gewinne und deren Manager immer höhere Boni einstrichen, verdienten die Arbeiter durchschnittlichen real gesehen sogar weniger als vor 40 Jahren. Der Durchschnittshaushalt konnte den Konsum bis zum Jahr 2000 dank einer Kombination von erhöhter Arbeitsleistung und zusätzlicher Verschuldung steigern, danach aber nur noch über zusätzliche Schulden erhöhen. Beides stosse nun aber an Grenzen, weshalb eine Steigerung des Konsums erst dann wieder möglich sei, wenn der "Kuchen" gerechter verteilt werde. Ausserdem zweifeln, seiner Meinung nach, die Amerikaner auch an Ihrer politischen Führung, was sich noch Jahre hinziehen könne und sich ebenfalls negativ auf den Konsum auswirke.
Timber, Qualitätsaktien, Japan und Cash
Langfristigen Investoren empfiehlt Grantham weiterhin in Timber und Agrarland zu investieren. Auch für verwandte Branchen wie z.B. Hersteller von Düngemittel sieht er gute Chancen (vgl. Teil 1 des Quarterly Letters, welcher vor einigen Wochen erschienen ist). Ansonsten rät er dazu, Qualitätsaktien überzugewichten. Diese führten zwar nicht zu raschem Reichtum, aber immerhin zu stetigem Wertzuwachs von 4-5% jährlich. Gute Renditechancen dürften zudem japanische Aktien liefern, welche derzeit recht günstig bewertet seien. Von anderen Aktienmärkten rät er ebenso ab wie von anderen risikobehafteten Anlagen und empfiehlt anstelle dessen, einen hohen Anteil an Bargeld zu halten, um nach allfälligen Korrekturen reagieren zu können.
Den vollständigen Quarterly Letter finden Sie unter diesem Link.