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ERSTER AKT
Der Kurfürst hat sich zur Jagd angesagt und dadurch seinem Wildmeister, Baron Weps, einen gewaltigen Schrecken eingejagt. Die Bauern haben alle Wildsäue in weitem Umkreis gewildert, und gerade eine Wildsau wünscht der Kurfürst zu jagen. - Weps, der Geld nötig hat, lässt sich durch ein hohes Schweigegeld von den verängstigten Bauern bestechen, statt einer Wildsau eine zahme im Walde auszusetzen. Auch willigt er ein, dass des Dorfschulzen Tochter Emmerenzia den Kurfürsten als Ehrenjungfrau begrüssen darf. Aber der Fürst sagt plötzlich die Jagd ab. Weil Weps die Schweigegelder gerne behalten möchte, bittet er seinen Neffen Stanislaus - der ihn gerade ordentlich angepumpt hat -, die Rolle des Kurfürsten zu spielen, den hier niemand kennt. - Nach langer Abwesenheit kommt der Vogelhändler Adam in die Heimat zurück. Er freut sich gewaltig, seine Braut, die »Briefchristel«, wiederzusehen. Briefchristel heisst sie, weil sie im Dorf die Postbotenstelle innehat. In der Wirtschaft trifft Adam die Kurfürstin Maria, die dort mit ihrer Hofdame Adelaide unerkannt als »Pfälzermädchen« auf den jagdeifrigen Kurfürsten wartet. Adam macht der hübschen Maria den Hof, Adelaide aber drängt zum Aufbruch. Da kommt Christel hinzu und zeigt Adam eine Bittschrift, die sie dem Kurfürsten überreichen will und in der sie ihn für ihren Liebsten um die Stelle eines Menageriedirektors bittet. Adam will davon nichts wissen, er hat Angst um seine Christel, da der Kurfürst als arger Schürzenjäger bekannt ist. Als aber die Bauern mit dem falschen Kurfürsten von der Jagd heimkommen, übergibt Christel diesem doch ihr Bittgesuch und erhält es bewilligt. Strahlend eilt sie mit der guten Botschaft zu ihrem Adam, aber er zerreisst die Bestallungsurkunde, denn er glaubt, Christel habe sie, durch Untreue erworben. Die Kurfürstin eilt gespannt in den Gartenpavillon, in dem der angebliche Kurfürst sein soll, findet ihn aber leer. Stanislaus hat sich aus dem Staube gemacht.
ZWEITER AKT
Die Stelle des Menageriedirektors soll besetzt werden. Man bietet sie Adam an, aber er schlägt sie aus, da er immer noch vermutet, dass man sie ihm wegen seiner Christel übertragen will. Erst als er hört, dass die Kurfürstin selbst ihn vorgeschlagen hat, nimmt er den Posten mit Vergnügen an. -Der leichtsinnige Stanislaus hat wieder Schulden gemacht. Weps kann ihn und sich nur dadurch vor dem Ruin retten, dass er den Vorschlag der Hofdame Adelaide annimmt, die sich bereit erklärt, Stanislaus zu heiraten und seine Schulden zu bezahlen. Stanislaus erscheint also am kurfürstlichen Hof, wird aber hier von Christel erkannt. Sie läuft sogleich zur Kurfürstin und sagt ihr, sie habe den Kurfürsten gesehen. Da der Kurfürst aber verreist ist, erkennt Maria, dass hier ein Betrug vorliegt. Mit Christels Hilfe wird Stanislaus überführt. Adam soll im Auftrag der Kurfürstin seine Strafe bestimmen. Da er immer noch glaubt, Christel habe ihn betrogen, bestimmt er, Stanislaus müsse Christel heiraten.
DRITTER AKT
Doch nun erlebt Adam, wie sich Christel im Gefühl ihrer Unschuld empört weigert. Er erkennt, dass sie ihm treu blieb, und schliesst sie als seine Braut in die Arme. Adelaide bekommt ihren Stanislaus - und Stanislaus ihr Geld.
--> OPER "in nuce"