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Dies bestätigte Loyola de Palacio, EU-Energiekommissarin, der bulgarischen EU-Verhandlungsdelegation am 11. April 2002 bei Gesprächen in Sofia. Für die EU seien Bau und Betrieb von Kernkraftwerken eine nationale Angelegenheit, so lange sie moderne Sicherheitsanforderungen erfüllen. In Belene hatte Bulgarien in den 80er-Jahren mit den Standortvorbereitungen für ein zweites Kernkraftwerk nach Kosloduj begonnen, doch wurden die Pläne 1990 auf Eis gelegt. Der bulgarische Premierminister, Prinz Simeon von Saxen-Coburg, kündigte am 6. April 2002 an, der Bau werde wieder aufgenommen.
Im Rahmen von Vorverhandlungen über den Beitritt Bulgariens zur EU hat sich dieses Land verpflichtet, seine vier ältesten Kernkraftwerksblöcke, Kosloduj-1 bis -4, in absehbarer Zeit endgültig ausser Betrieb zu nehmen. Ein Abkommen mit der EU von 1999 sieht die Stilllegung der beiden ersten 408-MW-Einheiten für 2003 vor. Über die Frist für die Einheiten 3 und 4 soll im laufenden Jahr entschieden werden. Bulgarien schlägt jetzt die Jahre 2008 und 2010 vor und möchte Nachrüstarbeiten zur Lebensdauerverlängerung vornehmen, um der EU zu zeigen, dass auch Druckwasserblöcke des älteren ex-sowjetischen Typs WWER-440 modernisiert werden können. Die EU hält jedoch am Jahr 2006 als letztem Stilllegungstermin weiterhin fest. Da Bulgarien selber über wenige geeignete Energieressourcen verfügt, ist es für die Stromversorgung auf die Kernenergie angewiesen. Sie erbringt heute 45% der Landesproduktion.
Quelle
P.B. nach NucNet, 12. April 2002