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Mit Biofeedback (engl.: Rückmeldung biologischer Signale) wird ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren bezeichnet, bei dem körperliche Prozesse, die nicht oder nur ungenau wahrgenommen werden, rückgemeldet und damit bewusst gemacht werden.
Dabei werden die mit technischer Hilfe registrierten physiologischen Prozesse in grafischer oder akustischer Form dargestellt. Biofeedback stellt gewissermassen eine technisch ermöglichte Erweiterung unserer Sinnesorgane dar.
Hämoenzephalographie (HEG) ist eine Art Biofeedback, welche die bewusste Kontrolle der Durchblutung und des Stoffwechsels im Gehirn ermöglicht. Sie folgt den Prinzipien des Biofeedbacks. Mittels HEG wird der Sauerstoff im Blut im Frontalhirn mit Infrarot-Disensoren, die an einem einfachen Stirnband befestigt sind, gemessen. Erhöht sich der Sauerstoffgehalt und somit der Stoffwechsel im präfrontalen Bereich des Gehirns, erfolgt eine „Belohnung“ durch eine visuelle Animation (z.B. Film, Computerspiel, Bilder, etc.), solange der Zustand anhält oder sich weiter verbessert. Fällt der Zustand ab, kommt die Rückmeldung in Form des Stoppens des Films.
Wie funktioniert HEG?
(Auszug aus: Rief & Birbaumer „BIOFEEDBACK“, 2. Auflage, 2006, S. 217, ADHS: Strehl, Leins und Heinrich)
Eine regionale Hirnaktivierung führt zu einem lokalen Sauerstoffverbrauch, der nach wenigen Sekunden zu einer regionalen Zunahme des Blutflusses führt, verbunden mit einem Anstieg von Oxyhämoglobin (O2Hb) und einem Abfall von Deoxyhämoglobin (HHb). Dies lässt sich mittels bildgebender Verfahren, wie zum Beispiel der funktionellen Magnetresonanztomographie (MRT), darstellen. Bei der Nahinfrarotspektroskopie (NIRS), auch als Hämoenzephalographie (HEG) bezeichnet, werden Änderungen der O2Hb- und HHb-Konzentration mittels Licht definierter Wellenlängen aus dem Nahinfrarotspektrum gemessen (Lambert-Beersches Gesetz). Es werden überwiegend kortikale Strukturen erfasst (Fallgatter et al.2004; Obrig et al. 2000). HEG-Biofeedback ist ein nichtmedikamentöses Verfahren zur Behandlung von Störungen, welche die Aktivierung des Frontalhirns betreffen. HEG ist ein computerunterstütztes Verfahren. Kinder mit ADHS weisen bei kognitiven Aufgaben (z. B. response inhibition) eine geringere Aktivierung des frontalen Kortex auf (Booth et al. 2005). Bei einem HEG-Biofeedback-Training sollen Kinder mit ADHS erlernen, ihre frontale Aktivierung zu steigern. Eine erste Studie wurde hierzu von Mize (2004) veröffentlicht. Nach zehn Sitzungen Feedback-Training wurden Verbesserungen im EEG und in einem Aufmerksamkeitstest beobachtet.