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Auf einer Waldlichtung oberhalb von Wilderswil bei Interlaken stehen an der Strasse nach Saxeten zwei Chaletbauten und ein Pächterhof. Dieser "Ried" genannte kleine Weiler wurde 1881 bis 1892 vom Ehepaar Adolf Eduard Louis Wach erbaut. Er war Professor für Rechtswissenschaft an der Universität Leipzig und Schwiegersohn von Felix Mendelssohn Bartholdy. Bei seiner Frau handelte es sich um die jüngste Mendelssohn-Tochter Lili.
Im Andenken an den Lieblingsaufenthalt ihres Vaters Felix Mendelssohn, das Berner-Oberland, reiste die Familie Wach — Vater, Mutter und sechs Kinder — jahrelang im Sommer nach Interlaken. Die Tochter Elisabeth entdeckte auf einem Spaziergang die idyllische Waldlichtung, und die Begeisterung der ganzen Familie leitete in der Folge die Überbauung zum Feriensitz ein.
Das Ried wurde in der Folge zur Begegnungsstätte. Die zweitjüngste Tochter Marie wählte das Ried ab 1933 zum ständigen Wohnsitz und rettete wertvolle Teile des Mendelsohn-Nachlasses vor der Vernichtung durch die Nazis. Ihre Verbundenheit mit dem Dorf Wilderswil verschaffte dem Ried Popularität. Nach dem Tod des Erbauers übernahm der jüngste Sohn Adolf (seit 1924 Anwalt in Zürich) die Verantwortung. 1964 ging sie an den heutigen Besitzer Thomas A. Wach über. Er setzte sich zum Ziel, das Ried kulturell wieder zu beleben. Erstmals 1981 begannen die Ried-Matineen. Zuerst mit Unterbrüchen, ab 1997 fanden sie - nach der Gründung des Fördervereins -regelmässig statt. Sie erfreuen sich bis heute grosser Beliebtheit.