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Wie kann ein Staat mit der zwanzigfach kleineren Fläche als Riehen ein eigenständiger Staat werden? Doch welche Unterschiede bestehen tatsächlich zwischen diesen Mini-Staaten und den „grossen“ Nationen?
Valentin Löw
Die gesamte Oberfläche unserer Erde ist in Herrschaftszonen unterteilt, in Staaten, welche die Regeln in ihrem jeweiligen Gebiet bestimmen. Die meisten Staaten setzen sich aus verschiedenen Gebieten zusammen, sowohl städtischen als auch ländlichen Gebieten. Staaten wie Monaco oder der Vatikan bestehen dagegen jedoch ausschliesslich aus nur einer Stadt.
Ein Stadtstaat ist das Gegenteil eines Flächenstaates und umfasst nur das eigene Stadtgebiet und gegebenenfalls das engere Umland. Solche Kleinstaaten werden jedoch nie komplett autark agieren können, denn welche Stadt kann beispielsweise seine Einwohner ohne jegliches Ackerland ernähren? Keine. Dennoch wurde eine besondere Epoche aus solchen Städten geboren und regiert, die Antike.
In der Antike wurden die ersten grossen Städte gebaut. Die grössten und bedeutendsten Reiche jener Epoche gingen aus einzelnen Städten hervor. Das alte Griechenland setzte sich ausschliesslich aus verschiedenen Stadtstaaten wie Athen, Sparta oder Knossos zusammen. Stadtstaaten herrschten im Gebiet zwischen Euphrat und Tigris und das legendäre Rom war einzig und allein ein Spross des Stadtstaates, der sich entschlossen hatte zu expandieren. So war Rom nach vielen Feldzügen zum «Imperium Romanum» geworden und beherrschte Jahrhunderte lang den Mittelmeerraum. Das Machtzentrum dieser und folgender Epochen blieb in Rom ansässig.
Der Vatikan wurde durch die Einwirkung des italienischen Diktators Benito Mussolini endgültig unabhängig ist, ist heute das kleinste Territorium, das als Staat gilt und die weltweit einzige absolute Wahlmonarchie. Als Monarch fungiert hier der Papst, welchen die Kardinäle aus ihren eigenen Reihen erwählen. Sein Herrschaftsgebiet erstreckt sich gerade mal auf 0,44 km2 und der Männeranteil bei den Einwohnern liegt exakt bei 100 Prozent. Die vatikanische Staatsbürgerschaft wird dabei vom Papst und nur während der Dauer eines Amtes verliehen, mit dem Ablaufen der Amtszeit wird sie wieder entzogen. Es gibt also keinerlei feste Staatsbürgerschaft. Da den Titelträgern des Vatikans jeglicher sexuelle Kontakt verwehrt ist, gibt es keine Geburten und somit auch keine gebürtigen «Vatikaner». Dennoch hat der Vatikan eine eigene Polizei, ein Gefängnis, Post und eine Bank. Für viele Katholiken ist er das Pilgerziel Nummer Eins und spült somit viel Geld in die Kassen von Tourismusunternehmen. Er lebt in einer Abhängigkeit von Italien, vor allem was Nahrung und Strom anbelangt, er gibt Gegenzug aber auch viel zurück. Somit ist und bleibt der Vatikan ein internationaler Sonderfall eines Staates, der aufgrund seiner Geschichte und Religion eine gesonderte Rolle in der Welt einnimmt.
Ein etwas weniger religiöses Beispiel für einen Stadtstaat ist Monaco. Ein Hotspot für die Schönen und Reichen an der Côte d’Azur, der zweitkleinste Zwergstaat der Welt. Seit 1814 ist der das Fürstentum eigenständig. Etwa 20% seiner Bewohner sind echte Staatsbürger Monacos und auf diesem Territorium geboren, der Rest stammt aus anderen Teilen der Welt. Dabei wohnt in jedem dritten Haus in Monaco ein Millionär oder Milliardär. Das Land ist allerdings, wie viele Stadtstaaten auch, an grössere Nachbarn gebunden. Monaco ist in den Punkten ÖV und Militär stark von Frankreich abhängig – trotzdem ist es ein vollwertiges Mitglied der Vereinten Nationen. So klein diese Stadtstaaten auch sein mögen, für sie gelten die gleichen Rechte und Pflichten wie für grössere Länder.
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