Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03488.jsonl.gz/1449

|Wie bereits gesagt, ist PDF/X ein Applikationsstandard und ein Datenformat – es definiert das richtige Verhalten von Applikationen, die die Dateien lesen und schreiben und es beschreibt, wie die Dateien selbst konstruiert sein müssen.

Einfach ausgedrückt, ist ein Erstellungswerkzeug “compliant” (Übereinstimmend mit den Anforderungen der Norm) wenn die Dateien, die es erzeugt, den Spezifikationen entsprechen, aber zu testen, ob ein empfangender Workflow “compliant” ist, ist etwas komplizierter.
Wenn Sie ein Verleger, Drucker oder eine Druckvorstufenabteilung sind und planen, PDF/X Dateien zu akzeptieren, muss ihr ganzer Workflow (einschließlich Überfüllung, Platzierung von Teilseiten-Anzeigen, Ausschießen und RIPen) PDF/X kompatibel ist, sowohl für das Proofen, als auch für die Endausgabe. Das bedeutet nicht, dass jedes Tool, das Sie benutzen, ausdrücklich PDF/X kompatibel sein muss, aber wenn sie es sind, vereinfacht es natürlich die Arbeit.
Es hört sich sehr schwierig an, einen Workflow für den Empfang von PDF/X Dateien einzurichten, aber es gibt nur einige wenige Schlüsselpositionen, die genau beobachtet werden müssen. Deren Zweck ist immer, sicherzustellen, dass PDF/X Dateien zuverlässig und vorhersehbar verarbeitet werden können und dass der endgültige Druck mit dem vom Kunden vor der Übersendung gemachten Proof übereinstimmt. Sie müssten daher Ihren Workflow auf sehr ähnliche Weise überprüfen, wenn Sie nur Basis-PDF Dateien annehmen würden. Der wichtigste Unterschied zwischen PDF und PDF/X in dieser Hinsicht ist der, dass einige der schwierigsten Probleme, die in einem Prepress-Workflow mit PDF auftauchen, von den Einschränkungen der PDF/X Standards vermieden werden.
Mit anderen Worten, es sieht sehr schwierig aus, einen Prepress-Workflow für die richtige Handhabung von PDF/X Dateien einzurichten, aber nur weil es selten ist, alle diese Schritte voll vor sich zu sehen, gleich für welchen PDF Workflow.
Wenn Dateien zuerst angeliefert werden, sollten Sie einen Preflight Test machen, um sicherzustellen, dass
- sie mit der entsprechenden Version von PDF/X übereinstimmen
- sie für die richtige Print-Charakterisierung geschaffen wurden, oder für eine, die Sie einfach in Ihre Druckbedingungen umwandeln können (wenn Sie SWOP Dateien verlangten, weil Sie Zeitschriften in den USA drucken, dann wollen Sie keine Dateien für den Zeitungsdruck).
- Beschnitt und Anschnitt (Trim und Bleed) richtig sind. Leider ist das ein Gebiet, wo es sehr einfach ist, eine Datei falsch zu konstruieren. Der PDFD/X Standard verlangt, dass alle Dateien den Endformatrahmen in der Datei markiert haben, aber es ist nahezu unmöglich für ein automatisches Preflight-Tool zu verifizieren, dass der Endformatrahmen in der richtigen Position gegenüber den grafischen Elementen, die auf dem Druck erscheinen sollen, markiert ist. Manuelle/visuelle Prüfung wird daher empfohlen. Einige Produkte können die Position der PDF Endformatrahmen in Hart- oder Softcopyproofs anzeigen und ermöglichen daher eine relativ schnelle Beurteilung.
- die Auflösung der Bilder ausreichend ist.
Sie können zusätzlich Ihre eigenen Test anwenden, oder die für diesen Zweck entwickelten PDF/X Plus Spezifikationen benutzen.
Für den Rest des Workflows:
• Wenn angegeben ist, dass die Datei bereits überfüllt ist, sollten Sie sie nicht wieder überfüllen. Wenn angezeigt ist, dass überfüllt werden soll, benutzen Sie die richtige Überfüllung oder nehmen Sie Kontakt mit dem Sender auf, wenn Sie nicht die Einrichtung zum Überfüllen haben.
• Bei der Wiedergabe der Datei müssen die eingebetteten Schriften verwandt werden und nicht die, die zufällig im RIP oder Druckserver vorhanden sind.
• Bei der Wiedergabe der Datei sollte Überdruck-Information laut Definition der PDF Spezifikationen angewandt werden. Viele RIPS haben Schalter, die es ermöglichen das Überdruck Verhalten einzustellen. Die Grundeinstellungen produzieren nicht immer das gewünschte Resultat.
• Wenn Sie Dateien proofen, dann sollten Sie ein Proofsystem benutzen, das der Print-Charakterisierung, für die die Datei geschaffen wurde, entspricht. In vielen Fällen kann das Ihre Standard-Konfiguration sein, da alle Aufträge für die gleiche Kondition gedruckt werden. Wenn Sie jedoch PDF/X-3 Dateien proofen, ist es ratsam, die eingebetteten ICC Profile als Emulationsprofil zu benutzen, um sicherzustellen, dass die Farbskala-Kompression und die Schwarzerstellung dem entsprechen, was der Designer beabsichtigte.
• Wenn von individuellen PDF/X Dateien, die geräteunabhängige Farbdaten enthalten, Platten hergestellt werden, sollten die in der Datei eingebetteten ICC Farbprofile benutzt werden, wiederum, um sicherzustellen, dass das Ergebnis dem entspricht, was der Designer beabsichtigte.
• In vielen Fällen ist es nicht die ursprüngliche Datei, die vom Kunden angeliefert wurde, die dem Proofgerät oder dem Platesetter-RIP übergeben wird, sondern die, die rekonstruiert wurde, als sie durch alleinstehende Trapping- oder Ausschießtools gelaufen ist, oder mit anderen Dateien in einem Anzeigen- oder Katalog-Workflow zusammengefügt wurde. Wenn PDF/X-3 Dateien verarbeitet werden, müssen diese Schritte in der Lage sein, die Informationen über die beabsichtigten Druck-Konditionen und jegliche eingebettete ICC Profile zu bewahren, damit die Datei richtig bearbeitet werden kann. Es kann notwendig sein, das eingebettete Farbmanagement für individuelle Dateien zu nutzen und sie damit effektiv alle früh im Workflow zu CMYK zu konvertieren.
Es kann sein, dass es Datenblätter für die Komponenten ihres Prepress-Workflows gibt, die die Konfiguration für eine zuverlässige PDF/X Verarbeitung wesentlich einfacher machen (siehe “Welche Tools sollte ich nehmen zur Schaffung und Verarbeitung von PDF/X?”).
Es gibt eine Reihe von kostenlosen Werkzeugen, die Ihnen helfen könne, Ihren Workflow zu beurteilen und zu “tunen”:
- Die Altona Suite für PDF/X-3 ist erhältlich von www.eci.org (diese Suite geht weiter als die Prüfung der PDF/X-3 Kompatibilität)
- der Global Graphics PDF/X Overprint Teststreifen ist erhältlich von www.globalgraphics.com.
Das erste Werkzeug ist eine recht umfassende Untersuchung Ihrer Implementierung und braucht eine gewisse Zeit und Erfahrung, um zu einem vollständigen Urteil zu kommen. Das zweite Werkzeug ist ein einfacher Patch, der allen Aufträgen beigefügt werden kann, um den Überdruck an Proofs und Druckvorstufenarbeiten beurteilen zu können.
Zusätzlich dazu wird ein Satz von der Ghent PDF Work Group unter dem Kodename “Kensington Suite” ausgearbeitet, der besonders für das Testen ganzer Workflows, im Gegensatz zu RIPs, die von Altona getestet werden, geeignet sein wird. Dieser Satz wurde ursprünglich als eine ad-hoc Gruppe in Verbindung mit CGATS SC6 gestartet, wurde jetzt aber offiziell zur Ghent Work Group transferiert. Beta Patches für den Satz wurden bereits in einem IPA Workflow Shootout im Jahr 2005 eingesetzt und die ganze Suite soll zu einer gewissen Zeit auf www.gwg.org zur Verfügung stehen.