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Ist es nicht bizarr? Indischgelb wurde früher aus dem Urin von Kühen gewonnen, roter Kermessaft aus den weiblichen Tieren einer Schildlausart. Und um ein Gramm Purpur herzustellen, musste man früher 100'000 Purpurschnecken verwerten. Diese Farben wurden organisch hergestellt, enthielten also Farbpigmente, die aus Tieren oder Pflanzen gewonnen wurden.
Pigmente sind farbgebende, unlösliche Substanzen, die in Bindemittel eingearbeitet werden, etwa in Öl oder Acryl.
Ob ein Gemälde verblasst oder nicht, hängt von der Lichtechtigkeit der Farbpigmente ab. Sonnenlicht und künstliche Lichtquellen können Farben verändern oder verblassen lassen.
Heutzutage stellt man die meisten Farbpigmente künstlich her, je nach Preis mit sehr hoher Lichtechtigkeit.
Die Farben auf alten Meisterwerken sind meist sehr lichtecht, weil berühmte Künstler wie Michelangelo sie mit viel Wissen selbst mischten. Sie arbeiteten zudem für reiche Auftraggeber, die ihnen die exklusivsten Farben finanzierten.
Die Verwendung von Purpur, Lapislazuli oder Gold galt einst als Statussymbol. Den Meistern wurde genau vorgeschrieben, welche Farben sie vermalen und welche Lichtechtigkeit sie erreichen mussten.
Wehe, ein leuchtender Pflanzensaft verwandelte sich nach kurzer Zeit in dumpfes Braun!
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Autor: Gabriela Bonin