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Ein Verlag ist sozusagen die Plattenfirma für das geistige Eigentum des Urhebers. Für den Verlag steht im Gegensatz zur Plattenfirma nicht das fertige Produkt, die fertige CD im Vordergrund, sondern das vom Urheber "erfundene" Werk. Eigentlich ist der Verlag auch eine Art verlängerter Arm der SUISA, die ja ebenfalls die Rechte des Urhebers wahrnimmt, mit dem Unterschied, das die SUISA die Rechte passiv verwaltet, der Verlag hingegen versucht diese aktiv in Umlauf zu bringen. D.h. konkret, der Verlag versucht gegen eine 40- bis 50-prozentige Beteiligung am Ertrag der Urheberrechte das Werk auf den Markt einzubringen. Sei dies als Werbemelodie, als Song für einen anderen Interpreten, als Filmsoundtrack, oder (wie in den häufigsten Fällen) als Track für Compilations.
Viele Urheber sind anfangs etwas schockiert angesichts der nicht gerade geringen Beteiligung des Verlages. Sind die Leistungen die der Verlag erbringen muss jedoch im Verlagsvertrag festgehalten und umfassend, so sind selbst 50% Beteiligung nicht unangebracht. Man denke sich ein Beispiel aus...
Die Band schreibt und übt Songs in ihrem Probekeller, treten zehn mal pro Jahr auf und weiter passiert nix. Hätte diese Band einen guten Verlagsvertrag, würde dieser vielleicht dazu führen, dass der Song bei einem Beitrag im Fernsehen als Hintergrundmusik und zusätzlich noch auf einem Snowboardvideo zu hören ist. Mit jeder Sendeminute und jedem verkauften Video, erhält der Komponist, also der Urheber des Songs Geld. Nehmen wir an, es wären so CHF 8'000.00 zusammengekommen. Natürlich geht die Hälfte davon nun an den Verlag, doch der hat ja auch dafür gesorgt, dass mit dem Song etwas passiert. Schlussendlich bleiben einem noch CHF 4'000.00 für die man keinen Finger rühren musste und die ohne Verlagsarbeit nicht zustandegekommen wären. Ausserdem ist der Song mehrmals publiziert worden.