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Zürich, 7. August 1847, 13.00 Uhr: Die erste Bahnlinie der Schweiz wird eröffnet. Ein mit 140 geladenen Gästen besetzter Zug verlässt den Zürcher Hauptbahnhof. 45 Minuten später trifft die «Spanisch-Brötli-Bahn» in Baden ein. Mit einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde fährt der Zug durch das Limmattal. Damit bricht nicht nur in der Schweiz das Eisenbahnfieber aus.
Schnell erhält die Bahn den Namen «Spanisch-Brötli-Bahn». Dies deshalb, weil die reichen Zürcher Herrschaften sich von einem bekannten Badener Bäckermeister Blätterteiggebäck durch ihre Boten holen lassen.
Früher waren es Bedienstete, die sich jeweils am Sonntag kurz nach Mitternacht zu Fuss auf den Weg von Zürich nach Baden machen mussten, um frische «Spanische Brötli» zu kaufen, damit die «feinen» Zürcherinnen und Zürcher sie später auf ihrem Frühstückstisch fanden.
Täglich verkehrten jetzt vier Züge in jede Richtung. Drei Zwischenhalte wurden eingelegt. Die Fahrzeit betrug 45 Minuten. 1857 wurde die Strecke bis Brugg verlängert.
Gebaut wurde die Spanisch-Brötli-Bahn von Luigi Negrelli, einem Ingenieur, der im damaligen österreichischen Südtirol geboren wurde. Negrelli war lange Jahre in der Schweiz tätig, vor allem in St. Gallen und Zürich. Er leitete die Erweiterung des Hafens von Rorschach und war bei der Linth-Korrektion dabei. 1835 wurde er Oberingenieur der Stadt Zürich und verantwortete unter anderem den Neubau der Münsterbrücke. Auch in Österreich und Italien baute er Eisbahnstrecken, Brücken, Strassen und sogar Kirchen.