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Fortsetzung
Nachkriegszeit
Nach dem Ende des Krieges lief die Produktion der Torpedonabe – so gut es ging – wieder an. Dies geschah nicht nur in Schweinfurt, sondern auch in der Sowjetischen Besatzungszone, in Reichenbach im Vogtland. Dorthin war während des Krieges ein Teil der Produktion ausgelagert worden. Die Enteignung dieser Produktionsanlagen und die Überführung derselben in die sowjetische Aktiengesellschaft Fichtel und Sachs (!) führte alsbald zu grossen Verstimmungen zwischen den beiden Firmen. Denn abgesehen vom Verlust der Anlagen, stellte die neue AG die Torpedonabe unter dem bekannten Namen und mit fast unverändertem Aussehen weiter her und machte den Schweinfurtern so Konkurrenz mit dem eigenen Produkt.
Abgrenzung zu Reichenbach ab 1948
Bis 1949 lassen sich die Nabe aus Reichenbach an der Jahresstempelung erkennen, die im Gegensatz zur Westversion mittig unter dem Adler angeordnet ist. Die Naben aus Schweinfurt hielten am bisherigen Standort für die Jahresstempelung fest. Um jeden Zweifel über den Hersteller auszuschliessen, begann man bei F&S 1948 damit, die Nabehülsen oberhalb des Adlers mit dem Kürzel „F&S“ und dem Zusatz „Schweinfurt“ zu versehen. Ansonsten entspricht die Stempelung der Vorkriegsversion.
1950 zogen die Reichenbacher mit der Stempelung nach, indem die herkömmliche Beschriftung oberhalb des Adlers um den Zusatz „Reichenbach“ und das Herstellerkürzel „FuS“ erweitert wurde. Die Hebel unterschieden sich bis 1949 bei der Schweinfurter Nabe nicht von den Vor-kriegshebeln. Wie lange dies auch für die Reichenbacher Hebel galt, ist bisher unklar.
Die weitere Entwicklung der (un)gleichen Geschwister aus Reichenbach und Schweinfurt, deren ,,Lebenslinien“ sich - soviel sei verraten - 1990/91 wieder kreuzten, wird hoffentlich auch als-bald näher beleuchtet werden können.
Trotz des Bemühens um einen vollständigen Überblick über alle Stempelungen der Torpedonabe und ihre jeweilige Bedeutung wird der Leser erkannt haben, dass es immer noch einige „Geheimnisse“ zu enträtseln gilt, wenn denn überhaupt alle angesprochen worden sind. Dementsprechend sind ergänzende Informationen und vor allem natürlich auch Naben vom Verfasser immer gerne gesehen.
Hajo Meiborg, Köln
Dieser Artikel ist das Resultat einer langjährigen Sammelleidenschaft, des Verständnisses meiner Frau und vieler Hilfestellungen von Sammlerkollegen, Firmen, Archiven etc. Daher an dieser Stelle der besondere Dank an Jürgen Gädke, Franz-Helmut Horhäuser, Berndt Leiter und Gerhard Meier-Burkamp (beide SRAM Deutschland, vorm. F&S) und Rainer Tietz.
Fotos: Gertraud Neumann