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Joey Goebel
Wir befinden uns "Irgendwo, mitten in Amerika...", so steht es im Vorspann zu dem Lesevergnügen auf den folgenden siebenhundert Seiten. Wir nehmen Teil am Leben der steinreichen Industriellenfamilie Mapother in einer mittleren Stadt, die überall in den USA liegen könnte.
Mutter und Vater Mapother bauen ihren Sohn John auf, um einen Platz in der Politik einzunehmen, um in den Senat gewählt zu werden. Die Motivationen sind unterschiedlich. Der Vater will sein immenses Vermögen weiter mehren, die Mutter hat pseudoreligiöse Visionen von einem Weltfrieden, den ihr Sohn herbei führen wird.
Doch John ist es nicht allzu wohl in seiner Rolle. Nach eine Zeit von Alkoholexzessen ist er zwar jetzt trocken, die Nerven lassen ihn aber oft im Stich, gerade vor grossen Auftritten.
Zudem wird es dringend notwendig, sich Wählerstimmen aus den unteren Bevölkerungs- schichten zu beschaffen, und das ist jetzt definitiv nicht die Welt der Mapothers, die sich in der isolierten Welt der Reichen und Herrschenden bewegen. Da entsinnt man sich des zweiten, jüngeren Bruders, "Blue Gene" Eugene. Der hat sich von der Familie losgesagt, er ist ein langhaariger Aussenseiter geworden. Die Mapothers sehen in ihm die Chance, den Wahlkampf "von unten" her zu führen. Das klappt auch recht gut, bis Blue Gene ein sorgsam gehütetes Familiengeheimnis aufdeckt. Dies und seine unglückliche Liebe zur Musikerin Jackie wirft ihn aus der Bahn. Er wendet sich gegen seinen Bruder, gründet die Partei der Habenichtse, die sich in einem leer stehenden Supermarkt einnistet und ein unerwünscht freizügiges Kulturzentrum einrichtet. Die Stadt und die amerikanische Seele brodeln. Wie wird der ungleiche Wahlkampf ausgehen? Wie geht die Liebesgeschichte aus? Findet die Familie wieder zusammen?
Peter Maibach (2009)
Buchinformationen
Heartland
Joey Goebel
Taschenbuch, 712 Seiten
Diogenes
ISBN 978-3-25786182 2