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Männliche Honigbienen (Apis mellifera) reagieren auf den exotischen Darmparasiten Nosema ceranae wesentlich empfindlicher als ihre weiblichen Artgenossen. Dies ergab eine Studie des internationalen Projektes BEE DOC (Bees in Europe and the Decline of Honeybee Colonies). Ursprünglich stammt dieser Darmparasit aus Asien, hat sich aber in den letzten Jahren weltweit stark ausgebreitet und könnte eine Rolle bei den hohen Völkerverlusten spielen, welche momentan in vielen Regionen der nördlichen Hemisphäre beobachtet werden. Aufgrund der kürzlichen Entdeckung des Parasiten ausserhalb von Asien ist nun eine ganze Reihe von Wissenschaftlern damit beschäftigt, diesen Parasiten genauer zu erforschen und besser zu verstehen.
Die beiden weiblichen Kasten, Arbeiterinnen und Königinnen sind – wie Menschen – diploid. Sie enthalten jeweils zwei Kopien von jedem Chromosom. Hingegen sind die männlichen Honigbienen, auch Drohnen genannt, haploid und haben somit nur einen einfachen Chromosomensatz. Aufgrund dieses Unterschiedes sind die Männchen anfälliger auf Krankheiten als die Weibchen. Fehlerhafte Gene treten bei einfachem Chromosomensatz eher in Erscheinung, da nicht wie beim diploiden Chromosomensatz noch eine „gute“ Kopie des Gens enthalten ist und das fehlerhafte Gen überdecken kann.
Die Beobachtung, dass männliche Bienen, welche mit Nosema ceranae infiziert sind, viel früher sterben und in einer schlechteren körperlichen Verfassung sind als die weiblichen Bienen, ist laut der Doktorandin Gina Retschnig besonders besorgniserregend: „Obwohl Drohnen keine wichtigen Aufgaben im Bienenstock erfüllen, wie das Arbeiterinnen in Form von Reinigen und Füttern tun, sind sie für die Begattung der Königinnen verantwortlich und ermöglichen dadurch die Entstehung neuer Bienengenerationen in den Völkern. Ohne starke und rüstige Drohnen könnte die erfolgreiche Begattung von Königinnen erheblich beeinträchtigt sein.“
Bild: Geoffrey Williams, Universität Bern.