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Der FC Basel hat im Achtelfinal-Rückspiel gegen Porto nicht den Hauch einer Chance. Dabei sollte doch alles besser werden. Dei Analyse.
Eigentlich hatte sich Paulo Sousa das anders gedacht. Der Trainer des FC Basels hatte sich mit seiner Truppe viel vorgenommen beim Gastspiel in Porto. Heraus kam eine klare 0:4-Schlappe und das völlig verdiente Aus in der Champions League.
Dabei sollte doch alles besser werden. Schon vor drei Wochen täuschte das 1:1-Ergebnis über die Dominanz der Portugiesen hinweg. Sousa vertraute dennoch dem System aus dem Hinspiel. Sein Team trat in einem 4-2-3-1-System an, das defensiv zum 4-4-1-1 wurde.
Vor dem Spiel erklärte Sousa: «Wir können besser sein als im Hinspiel, wenn wir mutig sind und den Ball länger halten.» In den ersten Viertelstunde war das Team bemüht, diesem Grundsatz zu folgen. Sie blieben der Basel-DNA treu: Der Ball zirkulierte ruhig im eigenen Drittel, von wo aus mit weiten Diagonal- und Vertikalpässen das Mittelfeld überbrückt werden sollte.
Basel bekam dabei jedoch zu keiner Zeit das gegnerische Pressing in den Griff. Porto rückte mit fünf Mann auf. Die beiden Aussenspieler und zwei offensive Mittelfeldspieler rückten weit vor. Dabei rückten sie oft auf eine Seite. Sie bildeten eine Art Fünfeck, in dem sie den ballführenden Spieler isolierten. Innerhalb dieser Formation suchten sie auch den Zugriff, wenn Basel Probleme am Ball hatte.
Basel verlor zwar in dieser Anfangsphase den Ball selten in der eigenen Hälfte, liess sich dennoch früh zu langen Schlägen verleiten. Diese Schläge waren nicht immer hoch, sondern durchliefen meist flach das Mittelfeld. Anschluss an den Angriff fand Basel damit jedoch nicht, zumal sich kein Spieler im offensiven Mittelfeld anbot. Streller hing als Stürmer meist in der Luft, das Mittelfeld dahinter stand zu tief oder zu breit.
Einzig in der Phase kurz vor der Pause konnte Basel ein optisches Übergewicht erringen. Mit langen Schlägen von der rechten Abwehrseite auf den linken Flügel zogen sie Portos enge Formation auseinander. Gashi konnte auf der linken Seite einige Male gut in Szene gesetzt werden. Das waren aber auch die einzigen starken Angriffe der Basler. Ansonsten schenkte der FCB den Ball in vielen Situationen leichtfertig her.
Porto kam so leicht in Ballbesitz. Die Portugiesen spielten die eigenen Ansätze wesentlich gezielter aus als die Basler. Wie bereits im Hinspiel suchten sie die Flügel. Hier schufen sie gezielt Überzahlen und bildeten Fünfecke, wie sie dies auch in der Defensive taten.
Basel verschob gut zum Flügel und konterte so diese Überzahlen. Insbesondere die Sechser Elneny und Frei rückten weit ein und absolvierten ein enormes Laufpensum. Doch diese Verteidigung war auch recht passiv. Die Aussenstürmer zogen sich wie die Sechser weit zurück, sodass Basel oft mit sechs Verteidigern in der letzten Linie stand. So hielt man Porto zwar weitestgehend aus dem Strafraum, öffnete ihnen allerdings die Möglichkeit, vom Flügel aus die lauernden Mittelfeldspieler im Rückraum anzuspielen. Dort kam Porto zum Fernschuss. Da Basel meist zu tief und damit zu weit weg stand, konnten sie diese Fernschüsse entweder gar nicht aufhalten oder nur per Foul blockieren. Zwei Tore nach Freistössen und ein Fernschuss-Gegentor waren die Quittung für diese Art der Verteidigung.
Dass Sousa in der zweiten Halbzeit auf ein offensives 4-2-4-System umstellte, half wenig. Porto stellte selbst auf ein 4-4-1-1 um. Es gab das alte Fussballklischee zu bestaunen: Die hinten liegende Mannschaft schob vor, die in Führung liegende konterte. Erst als es bereits 0:4 stand und Porto bereits das Tempo aus dem Spiel nahm, konnte Basel ein gutes Passspiel aufbauen. Doch nun war es zu spät.
Vor dem Spiel sagte Sousa, seine Mannschaft werde nach dem durchwachsenen Start nach der Winterpause langsam besser, habe ihre Automatismen gefunden. Gegen Porto war davon nichts zu sehen. Basels 4-2-3-1 schaffte nicht mehr als Schadenbegrenzung gegen individuell und im Pressing zu starke Portugiesen. Eigentlich hatte Sousa vor dem Spiel nur in einem Punkt Recht: Porto war, wie er es vorhergesagt hat, der klare Favorit in dem Duell – und damit eine Nummer zu gross für den FC Basel.