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Die ältesten und die besten Verträge waren und sind bilaterale Verträge.
Bilaterale Verträge sind massgeschneiderte Verträge.
Ein Anzug nach Mass, braucht viel mehr Zeit, und kostet viel mehr Geld als ein Anzug von der Stange.
Ein Massanzug sitzt perfekt, ein Massanzug ist eine Klasse für sich, ohne protzig zu wirken.
Nur der Kenner erkennt die Qualität, und der Träger schätzt ihn noch nach Jahrzehnten.
Bilaterale Verträge nehmen Rücksicht auf die singuläre Komplexität des Gegenüber und vice versa.
Grosse zentralistische Gebilde mögen keine bilateralen Verträge.
Die EU, besonders ihre Kommission empfindet bilaterale Verträge als «Rosinen picken».
Die EU liebt «grosse Würfe».
Ein Vertrag für alle, für Deutschland gilt zumindest auf dem Papier das gleiche wie für Rumänien.
Das verdrängen der grossen politischen und ökonomischen Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten ist die eigentliche «Lebenslüge» der EU.
Die Schweiz war und ist eine Meisterin der bilateralen Vertragskunst, sie sollte ihren Erfahrungsschatz auf diesem Gebiet nicht leichtfertig auf Spiel setzen.
Postskriptum
Die Schweiz und die EU
Wer den Bogen überspannt, kann ihn entweder weiter biegen, bis der zerbricht, oder er wechselt zur Armbrust.
Gleichzeitig justiert und visiert er das Ziel neu.
Autor/in
Raffaele Schacher
Raffaele Ferdinando Schacher (*1962) lebt und arbeitet als Philosoph, Privatgelehrter und freier Schriftsteller in der Ostschweiz. In seinem eigenen Verlag , der Edition Excalibur, erscheinen seit über 20 Jahren exklusive Einblattdrucke, Miniaturen, Unikate, Collagen und Schriftbilder.