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Die Hinterhand des Pferdes hat im Reittraining sehr viel zu tun. Man sollte sie aktivieren, unter den Schwerpunkt holen, das Pferd hier versammeln und vieles mehr. Aber nun stellt sich die Frage, weshalb die Hinterhand dafür so entscheidend ist?
Wir verdanken der Hinterhand, dass sich das Pferd schwungvoll und losgelassen bewegen kann. Die Knochen, Gelenke, Sehnen und Muskeln in diesem Bereich sind so aufgebaut, dass sich das Pferd in den Gelenken tief beugen und Gewicht aufnehmen kann. Diese Fähigkeit ermöglicht dem Tier die schnelle Flucht und ist für uns Reiter die Grundlage für versammelte Lektionen. Das Iliosacralgelenk ist in der Hinterhand das wichtigste Verbindungsstück zwischen Becken und Wirbelsäule. Dieses Gelenk hat einen harten Job. Zum Einen trägt es sehr viel Gewicht und zum Anderen muss es die Kraft aus der Hinterhand nach vorne weitergeben. Bei einer Blockade des Iliosacralgelenkes, auch genannt Kreuzdarmbeingelenk, wird die Kraftübertragung gestört. Dadurch kann das Pferd nicht mehr korrekt untertreten und Taktfehler, sowie Lahmheit sind möglich.
Angetrieben wird die Hinterhand von kräftigen Muskeln, die in vier Gruppen eingeteilt werden können: äussere Hüft- und Kruppenmuskeln, innere Lendenmuskeln, Kniegelenkstrecker und lange Sitzbeinmuskeln. Die inneren Lendenmuskeln vertragen keine Last, sie sind reine Bewegungsmuskeln. Beim gerittenen Pferd gehören sie zu den wichtigsten Muskeln. Sie helfen Brust- und Lendenwirbelsäule zu stabilisieren und bringen die Hinterbeine nach vorne. Ist die Lendenmuskelpartie blockiert, ist die Beweglichkeit stark eingeschränkt. In vielen Fällen zeigt sich die Verspannung durch über den Boden schlurfende Zehen. Für die schöne und runde Form der Hinterhand sorgen die Hüft- und Kruppenmuskeln. Ebenfalls sind diese Muskeln für den Schub von hinten verantwortlich und daher sehr anfällig auf Verkrampfungen, wenn das Pferd überbeansprucht wird.
Im Allgemeinen ist anzumerken, dass die Hinterhand sehr anfällig auf Blockaden und Verspannungen ist. In den meisten Fällen zeigen sie sich durch verkürztes Untertreten, Lahmheit und Unregelmässigkeiten im Takt. Je nach Problem ist es von Vorteil einen Tierarzt, einen Chiropraktiker oder einen Pferdeosteopathen herbei zu ziehen.
Die Hinterhandmuskulatur besitzt die grösste Ausbaufähigkeit. Um diese jedoch nützen zu können, ist ein langsamer Muskelaufbau notwendig. Denn von Natur aus bringt das Pferd keine so starke Hinterhand mit, wie wir sie beim Reiten möchten. Wie gut die Muskulatur der Hinterhand trainiert werden kann, hangt stark von den angeborenen Voraussetzungen ab. Mehr rund um die Hinterhandaktivierung könnt ihr in meinem Blog, welcher Anfang nächste Woche erscheinen wird, lesen.