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Hermann Ernst Wolfensberger wurde geboren in seiner Vaterstadt Zürich am 4. September 1901 als viertes Kind von Paul Wolfensberger, damals Substitut und später Stadtammann in Zürich III und der Jda Kölliker. Er verbrachte die Jugendzeit daselbst, durchlief mit Erfolg die Schulen bis zur 3. Klasse der Sekundarschule. Dann wurde er schulmüde - wahrscheinlich unter dem Einfluss von schon vorher ausgetretenen Altersgenossen - und nachdem der Schulbesuch zufolge einer Lungenentzündung einen längeren Unterbruch erlitten hatte. Sein Wunsch war, sich der Kunst zu widmen, aus innerem Drang, der sich daraus erklärt dass er schon früh in den Schulfächern im Zeichnen hervortrat. Es sind aus jener Zeit eine Reihe von Zeichnungsheften und Blätter vorhanden, die seine Begabung erkennen lassen. Reproduktionen des Selbstporträts von Anker, seines "Gemeindeschreibers", von Velas "Opfer der Arbeit" u.a. legen beredtes Zeugnis von ihr ab. Mit 14 Jahren gewann er im Wettbewerb des Pestalozzikalenders über Zeichnungen und Bilder von Jugendlichen den zweiten Preis für ein Oelbild "Im alten Schimmel" (Wiedikon). Eine prächtige Taschenuhr war nebst dem Diplom dieser Preis.
Geht man der Familienerbanlage nach, so ist festzustellen, dass sich in der väterlichen Linie keine künstlerischen Potenzen entdecken lassen, wenigstens keine, die zu sichtbarer Entfaltung gelangt wären. (Der Maler Joh. Jak. Wolfensberger von Russikon, 1797-1850, gehört nicht zu unserer Linie). Genug Beispiele waren ihm bekannt auch solche die in seinem unmittelbaren Gesichtskreis lagen - wie viele Fiasco machten und wie wenigen sonnige Welten beschieden waren. Ihm graute vor Künstlerschicksalen; er weiss, wie wenig es vorkommt, dass die Kunst nur um ihrer selbst willen ausgeübt werden kann, wie oft mit ihr das ominöse Wort "brotlos" zusammenfällt. Sein Blick richtete sich mehr auf eine praktische und gesicherte Tätigkeit für die Zukunft des Sohnes. Immerhin setzte er dem Eintritt in die allgemeine Klasse der Kunstgewerbschule der Stadt Zürich keine Schwierigkeiten entgegen, bot ihre Vielseitigkeit doch Gewähr für die Wahl eines kustgewerblichen Berufes. Mit wahrem Feuerreifer stürzte sich der Junge in das neue Schulgetriebe. Es nahm ihn von früh bis spät gefangen selbst Sonntags. Modellieren, Stilisieren, Farblehre, Zeichnen, Aquarellieren, Schriftenmalen - ich weiss nicht was alles - wurde gelehrt. Später kam Aktzeichnung dazu. Eine Fülle von Dingen für ein empfängliches Gemüt! Lebende Ratten wurden im Gehäuse heimgebracht und gezeichnet - solange es ihnen nicht gelang, auszubrechen. Die ganze Familie wurde in Mitleidenschaft gezogen und hatte auf alle Fälle viel Spass mit den Hantierungen des Künstlerseleven. Ein unzähmbarer Fleiss hatte sich seiner bemächtigt; er war äusserst produktiv. Aus jener Zeit stammenz.B. "Schanzengraben" von der Kritik sehr gut beurteilt, "Winter in der Stadt", ausgestellt in der Nationalen Ausstellung in Bern 1936, "Jugendbildnis des 17jährigen in Pelzkappe", letztere beiden von der Stadt Zürich erworben. Ferner eine grosse Waldlandschaft an der Aa anlässlich Ferienaufenthalt in Pfäffikon. Alle in Oel gemalt. Kleinformatige Bilder, wie: "Stockhäuschen", "Rütli", "Kirche Geifensee", "Kirche Wetikon" u.a. haben Liebhaber im Freundeskreis gefunden. Ausserdem wurde fleissig aquarelliert, nach der Natur gezeichnet, Kaltnadelradierungen versucht (Bild des Vaters u.a.). Das alles ausserhalb der Schule.
Obwohl in diese Tätigkeit aufs höchste anspannte, fand er noch Zeit, sich in die Literatur zu vertiefen. Vor allem interessierten ihn Biographien von klassischen Künstlern, Leonardo da Vinci, Dürer, Delacroix, van Gogh, aber auch Moderne. Zu Busch fühlte er sich sowohl als Künstler wie als Dichter besonders hingezogen und rezitierte gerne seine humorvollen Verse. Aus "Faust" wusste er ganze Partien auswendig und konnte sie mit Eindruck vortragen. Am Marionettentheater der Schule nahm er aktiv teil. Das alles befruchtete seinen Geist und machte ihn, den von Natur aus Stillen, Reservierten, Beobachtenden im Verkehr freier.
So verstrichen die zwei Jahre der Algemeinen Klasse. Das Schlusszeugnis war, wie zu erwarten, vorzüglich. Nun kam die grosse Frage: Quo vadis? Der Vater war auf die Antwort vorbereitet: Maler! Und es tat ihm in der Seele weh, seine Bedenken nicht besiegen zu können. Er trug den Wunsch dem Schuldirektor vor und bat um seinen Rat. "Wenn Sie grössere Opfer bringen können, kann das Experiment gewagt werden, aber der Erfolg steht in den Sternen geschrieben." Das war nach meinen Begriffen ganz vernünftig gesprochen. Die Auskunft konnte mich jedoch keineswegs ermutigen, denn ich war nicht auf Rosen gebettet. Aber was dann? " Er kann in eine unserer Spezialabteilungen, Dekorationsmalerei, Graphik, Lithographie oder auch die Metallschule eintreten. Da ist Überall abgeschlossene Berufsbildung vorgesehen und die Grundlage zu einem Fortkommen geschaffen. Sie müssen sich dann später den Vorwurf nicht gefallen lassen, der Vater hätte gescheiter sein sollen. Kann der Sohn seinen Drang nicht bändigen, so hat er später immer noch Gelegenheit, ihm nachzugeben und sich selber seinen Weg machen; nur trägt dann er selbst die Verantwortlichkeit, nicht Sie, der Sie ihn einen Beruf haben lernen lassen, zu dem er immer wieder zurückgreifen kann". Ich musste zugeben, dass das ein vernünftiger Rat sei, besonders weil ich ja selber so argumentierte. Ob der Herr Direktor die Bestimmung Hermanns entdeckt hätte, wenn ihm seine Bilder vorgelegen hätten? Ich konnte sie leider ja nicht mitnehmen. Aber immerhin ist dieser Gedanke seither oft in mir wach geworden, da ich mich vielleicht doch hätte umstimmen lassen. Er hat leider auch nicht nach ihnen gefragt. Zause zuerst Bestürzung, Enttäuschung, dann Disziplin. Üeberraschenderweise entschloss sich Hermann nicht für die ihm näher liegende Dekorationsmalerei oder Graphik, sondern für die Metallschule. Er trat in die Klasse Vermeulen ein und hantierte jetzt mit Hammer und Bunzen. Hier wurde er in dreijähriger Lehrzeit zum Ziseleur und Goldschmied ausgebildet. Sein Charakter würde es nicht zugegeben haben, nicht auch hier das beste leisten zu wollen. Mit grosser Ausdauer und manuellem Geschick löste er alle Aufgaben. Auch eigene Entwürfe konnten zur Ausführung gebracht werden und da ist es interessant zu sehen, wie er die Tellengeschichte, die Entwicklung der Tabakpflanze bis zum Produkt (auf einer Cigarettenschachtel), Adam und Eva, wilde Tiere etc. zur Darstellung brachte. Der Lehrer meinte es sei ihm neu und noch nicht vorgekommen, dass einer auf Metall malen wollte. Die drei Lehrjahre nahmen programmässig ihr Ende. Ein künstlerisch ausgeführtes Dipom mit den Zensuren 6 in Führung und Leistung bildete den Lehrbrief als Ziseleur. Zu Hause lag ein ganzer Kramladen von gehämmerten Blechgeschirren ausgebreitet, Obstteller, Aschenbecher, Zuckerdosen, Cigarettenschachteln und eine ganz Schachtel voll Broschen und Anhänger. Die ganze Verwandtschaft bekam davon ihr Teil ab. Einen besonders schönen "Jagdteller" kaufte die Schule von der vorausgegangenen Schlussaustellung an. (Abb.3. Wochenschau Zürich v. 1.Apr.1925).
Nun wurde Umschau gehalten nach einer entsprechenden Betätigung des neugebackenen Kustgewerblers. Allein vergeblich. In Zürich und in der übrigen Schweiz war keine Stelle zu finden. Ueberhaupt spärlich vorhanden, waren sie besetzt; vielfach versperrten Ausländer den Platz. Und die Schule bildet wohl die Schüler aus, trägt aber keine Vorsorge für ihre Unterkunft. Die folgende Spanne Zeit wurde ausgefüllt mit Erstellen von Entwürfen, Broschen, einem silbernen Teller für meinen zurückgetretenen langjährigen Angestellten Walder, einem ebensolchen vom Samariterverein bestellten für seinen langjährigen Leiter Dr. Siegfried und (in Gegenrechnung!) mit einem Liqueurservice für Zahnarzt Dr. Küng. Zwischenhinein wurde das Zeichnen und Malen wieder aufgenommen. Aber es sollte etwas geschehen. Der Blick richtete sich auf die Kunstgewerbschule München. Es konnte nur von Vorteil sein, seinen Horizont an dieser berühmten Schule, der Riemenschmidt vorstand, zu erweitern.
So trat der junge Mann dort ein, und absolvierte zwei Semester zu seiner weiteren Ausbildung. München gefiel ihm, und muntere Briefe langten zu Hause an. Die Galerien nahmen ihn gefangen und reizten ihn wieder zum Zeichnen und Malen. So entstand ein Oelbild der Festung Landsberg, wahrscheinlich als gerade Hitler darin studierte. Der Münchener Aufenthalt hat den Vater viele Millionen gekostet – glücklicherweise – nur Inflationsmarkt.
Durch die Intervention meines Bruders fand Hermann eine erste Stelle in der Silberwarenfabrik Ponzano in Turin. Es muss ihn hart angekommen sein, unter 40 oder 50 Nebenarbeitern im Werkstattgetriebe zu sitzen bei strenger Kontrolle, dass ja kein Silberstäubchen seinen Weg in fremde Taschen finde. Im ersten Brief“ klagt er, dass er „den ganzen geschlagenen Tag Muttergöttesli ziselieren müsse und nicht die geringste Anregung für sein künstlerisches Empfinden aufbringen könne. Ein Jahr hält er die Fron aus.
Stets in Kontakt mit seinem Schulfreund, Silberschmied André Lüthi, erhielt er von diesem den Bericht, dieser könne bei Bijoutier Röthlisberger in Neuenburg eintreten und R. suche nach einen zweiten. In der Tat konnte auch Hermann dort landen. Die Arbeit war hier interessanter – aber: Im gleichen Geschäft war Werkstättechef ein früherer Schulgenosse, der sein Übergewicht zeigen wollte. Die beiden Neuen mögen etwas zu empfindlich gewesen sein; es entstanden Unstimmigkeiten und nach einem halben Jahr machten sie Schluss und traten miteinander aus. Sie mieteten in Neuenburg ein kleines Werkstättlein und wollten nun gemeinsam auf eigene Faust kutschieren. Aber trotz (bescheidener) Reklame blieben die Aufträge aus. Die Sparhefte gingen zur Neige.
Der Sohn kam zur rechten Zeit heim, um seine Mutter sterben zu sehen, die in inniger Liebe an ihm hing und ihn wie niemand verstand. Er zeichnete sie, auf dem Totenbett liegend, wie er sie im Leben so manchesmal gezeichnet hatte. Ein ungemein duftiges, sprechend ähnliches Bildnis in Oel nach einer früheren Skizze, schenkte er erst vor kurzem der Familie. Festen Fuss im Beruf fasste er erst durch seinen bald nachher erfolgten Eintritt in die Firma Jezler in Schaffhausen, bei der auch sein Schulfreund und Schwager, Karl Jucker, in leitender Stellung steht. Zuerst in der Werkstätte tätig, kam er auf das Zeichnungsbureau. Sieben Jahre blieb er am Rheinfall und kostete die schöne Umgebung der Stadt, machte weite Ausflüge, auch ins badische Gebiet, zu Fuss und zu Pferd, denn er hatte sich neben dem Ruder-, Ski – und auch dem Reitsport verschrieben in freier Zeit. In dem vom Schweizerischen Werkbund, unter dem Protektorat der Eidg. Kunstkommision veranstalteten Wettbewerb für silberne Bechertypen fiel ihm der erste Preis zu. (Vergl. Abb. in „Heimatschutz“ 1929 Heft 6) Die Arbeit trug das Motto: “Wie es euch gefällt“. Der bescheidene Künstler lehnte die Gratulationen ab mit der Begründung, der Preis sei ihm nicht seiner Leistung, sondern des schönen Mottos wegen zugefallen, das er seinem Bruder Paul verdanke. Lange Zeit verhielt er sich der Malerei gegenüber apathisch.
Die alte Liebe zur Malerei war plötzlich erwacht! Ein entscheidender Brief traf am 8. Februar 1933 beim Vater ein, den Entschluss kundgebend, die Stelle bei Jezler zu verlassen und sich der freien Kunst zu widmen. Begründet war er damit, dass das für ihn Sein oder Nichtsein bedeute, heute noch Zeit sei, aber später nicht mehr. Nicht nur fühle er sich durch eine demütigende Arbeit in Disharmonie mit der Welt, sondern vor allem mit sich selbst. Er fühle die Berufung in sich und werde sich selbst unter Verzicht auf alle Annehmlichkeiten des Lebens durchringen. Ein schwerer Entschluss!
Eine Studienreise nach Italien stand im Programm. André Lüthi, zum gleichen Entschluss gelangt, schloss sich an. Der Vater, um allfälliges aber in guten Treuen begangenes Unrecht zu sühnen, ermöglichte einen einjährigen Aufenthalt. Es folgten kürzere Aufenthalte in Florenz, Fiesole, in Aquila am Gran Sasso, und dann der Eintritt in die staatliche Kunstakademie in Rom. Mit einem ehrenvollen Abgangszeugnis und reicher Beute von Zeichnungen, Aquarellen, Studien aller Art, kehrte der Künstler 1934 in die Heimat zurück.
Mehrere Monate hielt er sich zuerst bei seinem Freund Lüthi im Seefeld auf. Sie zogen aus, der eine nach Ost, der andere nach West – wie in Italien schon; sie malten nie am gleichen Ort und nie dasselbe Sujet. Als Lüthi nach Paris ging, mietete Hermann an der Westbühlstrasse 30 in Wollishofen ein Zimmer, das ihm als Wohnraum und Atelier diente. Von hier aus durchstreifte er die Partien der linken Seeseite, machte Studien und Aquarelle der Landschaft, Stillleben und ein sehr gutes Oelbild von Apotheker Fleischmann. Das Bild des Vaters wollte nicht recht gelingen, es war ihm immer zu wenig „schön“ und er überklexte es jedes Mal wieder. Ein in jener Zeit entstandenes grosses Fresko „Knaben am Waldrand“ befindet sich in der Obhut des Vaters und seine Betrachtung macht ihm täglich Freude.
Dann mietete der Künstler eine Zeitlang ein ihm zusagendes kleines Atelier an der Reinacherstr. 4 beim Römerhof, übte sich dutzendemale an dem prächtigen Ausblick der sich ihm nach Norden darbot und war daneben im Skizzieren und Komponieren fleissig wie ein Bienchen. Dickbändige Mappen sind angefüllt mit den hundertfältigen Erzeugnissen dieses Fleisses – und warten, warten auf die Liebhaber, die die Kunst zu schätzen wissen und sie unterstützen. Experiment? – Künstlerschicksale?—
Der Einladung seines Freundes Dr. Guber folgend, hält sich der Künstler gegenwärtig auf dessen Bauernhof auf der Amsel am Bachtel auf, nicht weit von den Höfen Wolfensberg, wo vor hunderten von Jahren seine Vorfahren der so kargen Scholle ihre Nahrung in schweren Arbeit abrangen.
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Ich kenne den Zeitpunkt nicht genau, wo Hermann mit Paul Bodmer bekannt wurde. Jedenfalls sehr früh, er war auch vorübergehend sein Lehrer an der Kunstgewerbschule. Mit der Zeit bildete sich zwischen ihnen und der Familie ein Freundschaftsverhältnis und es unterliegt keinem Zweifel, dass Bodmers Einfluss mitbestimmend war auf bestimmte Entschlüsse des Jüngeren. Arbeiten aus Schaffhausen und namentlich Farbstiftzeichnungen vom Aachensee – Tirol (auf einer Ferienreise mit dem Vater entstanden) fanden seinen Beifall und munterten ihn zu neuen auf. Wie nahe er Bodmer stand und steht, geht daraus hervor, dass dieser ihn (mit der Schwester) zum Modell für Felix und Regula in den Fresken des Fraumünsterkreuzgangs nahm. Auch zum Christophorus an der Kirche in Flums stand er ihm Modell und arbeitete dort selbst mit. Die Wappen und Schriften stammen von seiner Hand, ebenso die Sonnenuhr neben dem Engel Bodmers am neuen Schulhaus an der Mutschellenstrasse in Wollishofen. In seinen Ferien 1936 stellte er für einige Wochen Hermann und André Lüthi sein Atelier zur Verfügung.
1935 und1936 stellten Bodmer mit Hermann und anderen zusammen im Koller-Atelier Zürichhorn und an der St. Annagasse aus. Der Meister lässt bekanntlich wenige an sich herankommen und ist im Verkehr etwas kratzbürstig, aber Hermann und Lüthi durften sich seiner Gunst freuen; das sagt viel.
Ich habe versucht, mit schlichten Worten den äusseren Lebensumriss des Sohnes festzuhalten. Sein Schaffen sei Berufeneren überlassen zu beurteilen; mir steht das nicht zu. Aber mit Freude konnte ich seine ungehemmte Schaffensfreudigkeit wahrnehmen, die sich mit Bescheidenheit und Genügsamkeit paart und vor allem nicht auf Effekt hinausläuft. Aus jedem seiner Werke bekommt der Beschauer den Eindruck, dass ihm das Streben nach Wahrheit eigne und jede Manieriertheit verpönt. Von Anfang an blieb er sich selbst treu in der Vermeidung aller Aufdringlichkeit. Gubert Griot schreibt im “Schweizerspiegel“ (1935) über Naturstudien: „ In der Zeichnung der Mandelbäume von H.W. meint man herauszufühlen, wie der Stift des Künstlers jeder Regung der Aeste nachzugehen sucht, sich jeder Bewegung fügt und sie genau festhalten will. Die Treue gegenüber dem Gegenstand in jeder seiner einzelnen Erscheinungen und im ganzen gibt hier der Zeichnung den Wert und macht sie schön.“ (Reproduktionen aus der Toscana). Weiter derselbe zur Ausstellung in der St. Anna-Galerie (1936): „Bei H.W fällt mehr ins Auge (Selbstporträt oder „in den Steinen am See“) die Betonung des Besinnlichen und einer Beschaulichkeit, die sich gerne der blauen Berghintergründe der alten Meister bedient. (Hirzel und Berglandschaften)“
E.S. schreibt u den Ausstellungs- arbeiten im Koller-Atelier (1935): Verwandter Art (wie Gessner) sind die Arbeiten von H.W. Doch sind sie kräftiger, gesättigter in den Farben. Es gibt u. a. zwei kleine Landschaften „Frühling“ und „Schanzengraben“ die sehr frisch und lebendig wirken. Auch den Zeichnungen eignet eine leichtere, üppigere und leuchtendere Farbigkeit z.B. den sonnigen „Haus und Bäume“ und „Tirolerberge“. Die männlichen Bildnisse streben nach eindrucksvoller Charakterisierung, erwähnt sei auch das talentvolle „Selbstbildnis des Siebzehnjährigen“. Eine neuste Arbeit ist die heraldische Komposition zum Titelbild von Fischers illustr. Schweizergeschichte. Verlag Meili Schaffhausen 1937.
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An seinem 70. Geburtstag 11.03.1938
Der Vater
Paul Wolfensberger
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Hermann Wolfensberger lebte und arbeitete anschliessend jahrzehntelang im Hirzel, wo er 1998 im hohen Alter von 97 Jahren verstarb.