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Visual History
Teil des Forschungsprojektes "Die globale Produktion und Zirkulation von Wissen über Strafe und Soziale Kontrolle"
Im Verlauf des 19. Jahrhunderts setzte sich das Gefängnis im britischen Empire als wichtigste Institution der Bestrafung durch. In der geschichtswissenschaftlichen Forschung fehlen bislang jedoch Studien, die sich mit diesem Prozess in einer Weise beschäftigen, die über die Analyse von Gefängnissen in einzelnen Kolonien hinausgeht. Die Dissertation strebt an, die bisher getrennt erforschten Geschichten von britischen und verschiedenen kolonialen Gefängnissystemen analytisch zu verbinden und aufzeigen, inwiefern diese miteinander zusammenhingen sowie ob und wie diese Verflechtung entscheidend für die imperiale Ausbreitung des Gefängnisses war. Unter verflechtungsgeschichtliche Perspektive wird sie sich sowohl mit der Universalisierung der Institution des Gefängnisses als auch mit je verschiedenen Adaptionen und Funktionszuschreibungen in Kolonien befassen. Der Fokus liegt dabei auf der Zirkulation von Wissen über Gefängnisse zwischen Grossbritannien und kolonialen Räumen von 1835 bis 1896 sowie auf den Auswirkungen von Wissenstransfers auf Gefängnisse in drei Kolonien: Barbados, Malta und Ceylon. Dabei wird sowohl Wissen aus dem britischen Gefängniswesen als auch Konzepte und Erfahrungen kolonialen Ursprungs in die Analyse einbezogen. Analytisch wird sich die Studie insbesondere mit der Rolle des Colonial Office, der zentralen Institution der britischen Imperialverwaltung, in dieser imperialen Zirkulation von Wissen beschäftigen. Durch den engen Kontakt zu den britischen Gefängnisbehörden wie auch zu den Vertretern des Empire in den meisten Kolonien liefen im Colonial Office die gegenseitigen Wissenstransfers zusammen; es bildete den zentralen Knotenpunkt, über den Funktionen und Praktiken strafender Haft im Empire verhandelt wurden. Dabei nahm das Office nicht zuletzt auch eine wissensproduzierende und politikgestaltende Rolle ein, die ebenfalls in die Analyse einbezogen wird.
Clerks, Governors, and Inspectors: The Role of the Colonial Office in Transferring Knowledge and Negotiating Punishment in the British Empire, 1830s to 1890s
Tagung “The World of Prisons: The History of Confinement in a Global Perspective, Late Eighteenth to Early Twentieth Century”, 7. – 10. September 2016, Bern
„Promoting a sound system of penal discipline in the Colonies“: The Colonial Office and the Circulation of Knowledge about Confinement in the British Empire, c. 1830s–1870s, 40th Annual Meeting of the American Social Science History Association, Baltimore MD, 12.–15. November 2015.
Some Perspectives on an Entangled History of the Prison in the British Empire, Colonial/Postcolonial New Researchers’ Workshop, Institute of Historical Research, School of Advanced Study, University of London, 28. September 2015.
Das Colonial Office und die Zirkulation von Wissen über Gefängnisse im britischen Empire zwischen ca. 1835 und 1880, Kriminalität und Strafjustiz in der Neuzeit: Tagung zur Historischen Kriminalitätsforschung der Neuzeit, Gauting/München, 9.–11. September 2015.
BORIS-Publikationsliste (Bern Open Repository and Information System)
Übung: Die Globalisierung der strafenden Haft: Die Geschichte des Gefängnisses im 19. und frühen 20. Jahrhundert, Universität Bern, Herbstsemester 2014 (mit Stephan Scheuzger und Michael Offermann).
Internationale Konferenz: The World of Prisons. The History of Confinement in Global Perspective, Late Eighteenth to Early Twentieth Century, Bern, 7.–10. September 2016 (mit Stephan Scheuzger und Michael Offermann).
Workshop: Wissensgeschichte in den Epochen: Ansätze und Projekte in der Forschung zum Mittelalter, zur Frühen Neuzeit und zur Neuesten Geschichte, Universität Bern, 19. Mai 2016 (mit Michael Offermann).
Internationaler Workshop: Historiographies of Confinement: Reconsidering Basic Concepts and Evaluating New Perspectives for a Global History of the Prison, Universität Bern, 17.–18. Oktober 2014 (mit Stephan Scheuzger und Michael Offermann).
Offene Studentische Tagung: Durch Raum & Zeit: Wege und Bewegung in der Geschichte, Freiburg im Breisgau, 4.–6. Mai 2012 (mit Yvonne Antoni, Helena Barop, Benjamin Brendel, Julia Harpers, Vít Kortus, Jonas Lindner und Daniel Stinsky).