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Am Neujahrstag 1827 wurde geschrieben:
"Als man zählt 1673, ist allhie zu St. Niclaus auf der Höhe eine wunderbarliche schöne rothe Kugel am Himmel gesehen worden, welche sich danach in einen Rosenkranz verändet hat, das ist von gläubigen Leuten angezeigt worden. Es geschehe Gott und seiner lieben Mutter Maria allzeit die Ehre. Amen." (Anlässlich der Bestandesaufnahme des Pfarrei- und Kirchgemeindearchivs fand man in den Papieren von Pfarrer Melchior Muff den unscheinbaren Zettel mit diesem Text. Es handelt sich um eine Abschrift einer Tafelschrift, vorgefunden in der Flüss-Kapelle).
Die Flüss-Kapelle wurde 1678 in der Folge vom Bauer Niklaus Anderes, im Rüteli bei den Stöcken, am heutigen Standort erbaut. Viele Menschen bevorzugen die Gegend auf der Grenzscheide zwischen Nottwil und Ruswil, um die Ruhe und die Aussicht zu geniessen.
Der Kapellenstifter erstellte in der Nähe der Kapelle auf Ruswiler Seite 1815 auch das Waldbruderhaus, das bis 1914 von Einsiedlern der Eremiten-Kongregation bewohnt war. Diese betreuten und schmückten die Kapelle und läuteten täglich dreimal den Englischen Gruss. 1798 wurde der Kapellenbau innen und aussen renoviert.
Das Eremitenhaus wurde 1916 an den damaligen Pfarrer zugunsten der Hilfspfründestiftung verkauft, die dann ihrerseits 1933 das Haus an den Besitzer der Liegenschaft "Flüss" weiter veräusserte.
In der Hoffnung, dass die Zahnschmerzen gelindert würden, bissen früher die leidenden Pilger in die Bänke oder schnitten gar Holzstücke ab, um daran zu kauen. 1918 mussten die stark beschädigten Bänke durch neue ersetzt werden.
Die Kapelle wurde infolge Baufälligkeit 1947 niedergerissen. In unzähligen Stunden Fronarbeit und mit gesammelten Geldern wurde 1948 mit den geschliffenen Steinen der alten Kapelle die neue, heute noch gut erhaltene Kapelle am gleichen Ort gebaut.
Nicht nur die Kapelle, auch die beiden mächtigen Linden vor der Kapelle prägen das Bild des Flüss. Lindenbäume waren schon zu heidnischer Zeit ein Symbol des Friedens. Der jüngere Baum, der den älteren überragt, wurde vor genau hundert Jahren gepflanzt, weil man damals befürchtete, dass heftige Stürme und Unwetter die alte, 200jährige Linde zu Boden reissen könnten. Nun stehen beide, alt und jung, auf gleicher Höhe und versinnbildlichen Schönheit und Kraft der Natur, deren Wirken nicht immer voraus berechnet werden kann.
Für Reservationen der Kapelle kontaktieren Sie bitte das Pfarreisekretariat der Kirchgemeinde Nottwil:
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