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Jim Black.
Biographie von Jim Black und seinem
Quartett
Der 34jährige Jim Black
wurde 1967 geboren und wuchs in Seattle, WA, auf. Als Teenager spielte er
Musik von Garage Rock bis zum Big Band Swing. 1985 wurde er ans prestigereiche
Berklee College of Music in Boston, MA, aufgenommen. Bereits als Student
spielte er auf Platten mit, trat in Europa auf und lehrte in den Sommerklassen
in Berklee.
1991 zog Jim Black nach New York, wo er vor allem Dank seinem Mitwirken in der
Gruppe des Saxophonisten Time Berne, Bloodcount, bekannt wurde, die
traditionellen Jazz mit Freejazz verband. Dort spielte Black mit Chris Speed
zusammen.
Chris Speed wurde 1967 in Seattle geboren. Mit fünf
Jahren begann er Piano zu spielen. Mit elf Lenzen wechselte er zur Klarinette.
Während seines Studiums am New England Conservatory in Boston entdeckte er
den Jazz und das Tenorsaxophon. Mit Black zusammen gründete Speed die Band
Human Feel, mit der er vier CDs einspielte.
1992 gründeten Speed und Black die Band Pachora, die den Jazz mit der Musik
des Balkans und des Orients verschmilzt. Mit Pachora nahmen sie drei CDs für
Knitting Factory auf.
1999 zog Jim Black nach Brooklyn, NYC, wo er bald darauf ein Mitglied des subtilen,
schlichtweg sensationellen Tiny Bell Trios von Dave Douglas wurde, in dem Brad Shepik
als dritter Mann mitspielt (siehe unsere Artikel zum Tiny Bell Trio: deutsch
oder english).
Daneben spielte und/oder tourte Chris Speed mit Myra Melford, Dave Douglas,
John Zorn sowie im Trio Iffy mit Jamie Saft und Ben Perowsky.
Jim Black seinerseits spielte/tourte und/oder nahm auf
mit dem Ellery Eskelin Trio, Uri Caines Mahler Project und seinem eigenen
Quartett, Beat Table, zu dem Skuli Sverrisson, DJ Olive und Ted Reichmann gehören.
Chris Speed hat noch eine
weitere Band, yeah No. Darin spielt er mit Jim Black, dem vietnamesischen
Trompeter Cuong Vu sowie dem Bassisten Skuli Sverrison, der wie Speed und
Black Teil von AlasNoAxis ist.
Der isländische Bassist Skuli Sverisson studierte am Berklee College of Music
und wirkte bisher auf über 30 Platten mit isländischen Musikern mit. Daneben
hat er mit Anthony Burr, Peter Scherer und Laurie Anderson gearbeitet und ein
Soloalbum für Extreme eingespielt: Seremonie. Die CD für Solobass
besteht aus Tape-Kompositionen und elektronischen Zutaten.
Im Jahr 2000 erschien bei Winter & Winter Jim Blacks Debutalbum als
Leader: AlasNoAxis. Das Quartett bestehend aus Black am Schlagzeug,
Hilmar Jensson an der e-Gitarre, Chris Speed an Tenorsaxophon und Klarinette
sowie Skuli Sverisson am e-Bass verbindet vor allem progressiven Jazz mit Rock
und Ambient und baut weitgehend auf Jim Blacks musikalischen Erfahrungen der
1990er Jahre auf (siehe die Kritik rechts).
Der Gitarrist Hilmar Jensson ist ebenfalls Isländer. Für das New
Music/Electronic Ambient Label Bad Taste hat er mehrere Alben eingespielt. Er
tourt mit Musikern wie Rafael Toral und Arve Henriksen.

Artikel vom 23. September
2001

AlasNoAxis - Jim Blacks Debutalbum als Leader
Jim Black: AlasNoAxis. Winter & Winter, 2000. CD bestellen bei Amazon.de,
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Jim Black am Schlagzeug, Hilmar Jensson an der e-Gitarre, Chris Speed an
Tenorsaxophon und Klarinette sowie Skuli Sverisson am e-Bass bieten auf AlasNoAxis
rund 72 Minuten an kreativer Musik. Die 15 Kompositionen stammen alle aus der
Feder von Jim Black, der sich auf diesem Album erstmals als Leader versucht.
Die Besetzung ist zu drei Vierteln mit der Ethnojazzband Pachora identisch,
bei der Brad Shepik anstelle von Jensson die Gitarre spielt. Musikalisch
allerdings könnten die zwei Gruppen unterschiedlicher nicht sein. Anstelle
von traditionellen Einflüssen aus dem Balkan dominieren auf AlasNoAxis
experimentelle Anleihen an "progressiver" Musik, die vom Freejazz
bis zum Rock reichen. Neben gewagten Klangexperimenten (M m) finden
sich melodramatische Passagen (so der Beginn von Luxuriate),
introspektive Töne (wie in trace), verspielte Stellen (in Nion),
psychodelische Elemente (der düstere Beginn der Gitarre in Garden
Frequency), fetziger Rock (Maybe), Psychodramen (Melize)
sowie, wie immer bei Jim Black am Schlagzeug, eine gute Dosis Humor (so beim
Beginn von Auk and Dromedary). AlasNoAxis fasziniert und
gefällt beim zweiten, aufmerksamen Hinhören noch mehr als beim ersten. Jim
Blacks Debutalbum als Leader klingt vielversprechend.
Konzert am Jazz Festival Willisau
2001
Am 1. September 2001 war Jim Black mit
seinem Quartett am Jazz Festival Willisau zu Gast. Der Leader am Schlagzeug,
Chris Speed an Tenorsaxophon und Klarinette, Skuli Sverisson am e-Bass und
Himar Jensson an der e-Gitarre begannen ihr Konzert mit dem Titel M m
aus dem Album AlasNoAxis, aus dem sieben der zehn an diesem Abend
gespielten Stücke stammten, übrigens ausnahmslos alle von Jim Black
komponiert.
M m entwickelte sich langsam aus allerlei chaotisch anmutenden
Geräuschen heraus, die zuerst wie ein Soundcheck klangen und später
teilweise einem Kinderlied entlehnt schienen. Danach wurde es mit Cheepa
rockiger. Dabei wollte allerdings das Saxophone nicht so recht in den
Gesamtklang hineinpassen, der zudem nicht gut ausbalanciert war. Mothers
Date brachte traurigere Klänge ans 27. Jazz Festival Willisau. Die beiden
letztgenannten Stücke dürften auf einem zukünftigen Album veröffentlicht
werden.
Poet Staggered, erneut aus AlasNoAxis, begann mit einem Solo
von Chris Speed am Saxophon. Ein rockiges Klanggewitter folgte. Auf zartere,
optimistische Töne folgte erneut harter Rock. Vor vollbesetzten Rängen ging
es mit dem sperrigen Optical und danach mit Maybe, beide aus dem
Debutalbum, weiter. Maybe war zuerst melodiös und nachdenklich, danach
rockig. Gitarre und Schlagzeug fegten, was das Zeug hielt. Es sollte das
einzig gelungene Stück und damit der Höhepunkt des Quartetts bleiben.
Garden Frequency, Boombye, iFloat und Nion
rundeten das Konzert ab. Es gab hymnisch Gedachtes, das nicht überzeugte, und
Experimente, denen die Spannung fehlte. Der Gruppe fehlte der Zusammenhalt.
Zumeist produzierte sie einen unklaren, zu wenig definierten Klangbrei.
Kompositionen und Zusammenspiel schienen unausgereift. Nach gut einer Stunde
war die misslungene Synthese von progressivem Jazz und Rock vorbei.
Live konnten die vier Musiker also den positiven Eindruck des Albums AlasNoAxis
nicht bestätigen. Die Konzertbesucher kamen an jenem Abend dennoch auf ihre
Kosten. Der Pianist Andrew Hill, dessen Dusk unlängst in Down Beat
von den Jazzkritikern zum Jazz Album of the Year gekrönt worden war,
entschädigte danach die Zuhörer in Willisau für ihr Kommen. Nach einer einstündigen
Pause beendeten die sieben Musiker von Renaud Garcia-Fons & Oriental Bass
den Abend mit einem Mix aus nordafrikanischen, südeuropäischen und
lateinamerikanischen Klängen, die begeisterten.
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