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Nach mehr als 35 Jahren im Gefängnis ist ein für den Diebstahl von 50 Dollar zu lebenslanger Haft verurteilter Mann in den USA wieder auf freien Fuss gesetzt worden. Ein Richter im Bundesstaat Alabama entschied laut übereinstimmenden Medienberichten, dem 58-Jährigen die verbleibende Haftstrafe zu erlassen.
I just witnessed the most extraordinary moment. Judge David Carpenter in Bessemer, AL has resentenced Alvin Kennard to time served after he got life without parole for robbing a bakery of $50 in 1983. He is now 58 & was 22 when he committed the robbery. pic.twitter.com/CYeWsnHmVG— Beth Shelburne (@bshelburne) August 28, 2019
Demnach hatte der Mann den Geldbetrag im Jahr 1983 aus der Kasse einer Bäckerei in der Stadt Bessemer gestohlen. Da es sich bereits um seine dritte kleinkriminelle Tat gehandelt habe, sei er aufgrund eines besonderen Gesetzes des Bundesstaates Alabama zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Medien hatten darüber auch Donnerstag (Ortszeit) berichtet.
Die Familie des Mannes reagierte nach der Freilassung mit grosser Erleichterung und Freudentränen. «Ich bin völlig zusammengebrochen. Ich habe nur meine Hände zum Himmel gestreckt und gesagt: Gott, ich danke dir, ich danke dir», sagte eine Nichte dem Fernsehsender WBRC. Die Familie werde ihn jetzt so gut wie möglich unterstützen, eine Arbeit zu finden. Dem Richter sagte der Mann laut Medienberichten, Tischler werden zu wollen.
Genau gleich lang wie Obengenannter musste eine US-Amerikanerin im Gefängnis ausharren - sie aber komplett unschuldig. Cathy Woods bekommt nun dafür drei Millionen Dollar Entschädigung. Ein Gerichtsausschuss im Bundesstaat Nevada sprach der heute 68-Jährigen in einem Teilvergleich das Geld zu, weil 2014 neue DNA-Spuren aufgetaucht waren.
Diese hatten laut Aussagen ihrer Anwältin vom Mittwoch endgültig bewiesen, dass die Frau nicht für einen Mord an einer Collegestudentin im Jahr 1976 verantwortlich war. Stattdessen führten die Spuren zu einem anderen Häftling, der bereits wegen zwei Morden verurteilt worden und als «Gypsy Hills Killer» bekannt war, berichtet ein lokaler Ableger des US-Fernsehsenders CBS.
Die zu Unrecht verurteilte Woods hatte sich 1979 als Patientin in einer psychiatrischen Klinik zu der Tat bekannt, kann sich aber heute nicht mehr an dieses Geständnis erinnern. Später stellte sich heraus, dass Woods zum Zeitpunkt der Tat als Kellnerin gearbeitet hatte.
In einem weiteren Verfahren kämpft sie gegen die Stadt und damalige Ermittler um zusätzliche Entschädigung in noch nicht genannter Höhe, weil diese sie zu dem Geständnis gedrängt hätten. Laut Angaben ihres Anwalts war sie die am längsten zu Unrecht im Gefängnis sitzende Frau in der Geschichte der Vereinigten Staaten.
(aeg/sda/dpa)
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