Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03206.jsonl.gz/1189

Bangladesch: Schulen für ethnische Minderheiten
Mit dem Hilfsprojekt «Upasshak» schafft CO-OPERAID neue Perspektiven für Kinder aus ethnischen Minderheiten (Bergstämme oder «Hill Tribes», z.B. Chakma, Marma, Mro). Die Projektregion sind die Chittagong Hill Tracts im Südosten Bangladeschs. Der Verlust des Landes ihrer Väter (Ansiedlung von Bengalen, «land grabbing»), Diskriminierung und Missachtung der Menschenrechte machen das Leben der Urbevölkerung sehr schwer und unsicher. Schulen für Kinder aus diesen ethnischen Minderheiten gibt es nur wenige. Daher kann weniger als ein Drittel der Bevölkerung lesen und schreiben. Ohne Bildung können sich die unterdrückten ethnischen Minderheiten von Bangladesch ihren Platz in der Gesellschaft nicht erkämpfen. Daher fördert das Hilfsprojekt ihre Primar- und Sekundarschulbildung.
Begünstigte des Hilfsprojektes in Bangladesch
Ziele des Hilfsprojektes für ethnische Minderheiten
Zugang zu Primar- und Sekundarschulen
In 15 Projektdörfern werden Primarschulen für insgesamt rund 640 Kinder aus ethnischen Minderheiten betrieben. Um jährlich rund 60 Jugendlichen den Besuch der Sekundarschule zu ermöglichen, werden 2 Wohnheime in der Distrikthauptstadt Bandarban (Südosten von Bangladesch) unterstützt. Lehrerfortbildungen und Abgabe von Lernmaterial für Schulkinder sind ebenfalls Teil des Hilfsprojektes.
Gesundheitsförderung
Die Bewohner der Projektdörfer werden in Bezug auf Krankheiten, Sauberkeit und Hygiene aufgeklärt. In den Schulen findet ein regelmässiger ärztlicher Untersuch statt. Einmal pro Woche erhalten die Schulkinder lokal hergestellte vitaminreiche Ergänzungsnahrung. Für private Haushalte werden Latrinen errichtet.
Verbesserung der Lebens- und Einkommenssituation
Die Haushalte starten Projekte, um zusätzliches Einkommen zu generieren, vor allem durch Tierhaltung und Fruchtgärten. Jedes Dorf wird mit einer «Reisbank» ausgestattet, ein Reisspeicher zur Überbrückung der Monate mit Reismangel. Dadurch kann die Kreditaufnahme bei Geldhaien vermieden werden.
Erhalt des kulturellen Erbes
Zur Förderung des kulturellen Erbes der Minderheiten werden Musikgruppen und die Durchführung traditioneller Feste unterstützt. Ausserdem wird Lehrmaterial in der Sprache der jeweiligen ethnischen Gruppe bereitgestellt.
Eine Stimme aus dem Hilfsprojekt in Bangladesch
«Ich bin 15 Jahre alt und besuche die 10. Klasse der öffentlichen Sekundarschule in der Distrikthauptstadt Bandarban. Zusammen mit 50 anderen Jungen aus den Bergdörfern der Chittagong Hill Tracts lebe ich im Wohnheim des Hilfsprojektes «Upasshak». Später würde ich gerne an einer guten Universität studieren und danach für die UNO arbeiten.»
Häufige Fragen
Das Projekt wurde im Januar 2015 gestartet und wird im Dezember 2019 abgeschlossen.
Das Hilfsprojekt wird in den von indigenen Minderheiten (Hill Tribes) bewohnten Dörfern in den Chittagong Hill Tracts durchgeführt. Die Projektregion ist eine sehr abgelegene Bergregion im Südosten von Bangladesch, an der Grenze zu Indien und Myanmar.
Partnerorganisation für das Hilfsprojekt in Bangladesch ist Humanitarian Foundation (HF). Diese setzt sich seit 1999 für die benachteiligten und ärmsten Menschen der Chittagong Hill Tracts ein. Die Hilfsorganisation wurde von Angehörigen der Bergstämme gegründet und verfügt über ein grosses Netzwerk im Projektgebiet. Für ihre Arbeit für die Bildung von Minderheiten-Kindern wurde sie im Jahr 2012 mit dem nationalen «Independent Award» ausgezeichnet.
In den Chittagong Hill Tracts im Südosten von Bangladesch ist das Leben der ethnischen Minderheiten sehr schwierig. Ihre Heimatregion steht unter militärischer Verwaltung; eine Mitsprache bei der Gemeindeentwicklung gibt es nicht. Die Hill Tribes werden von den Behörden als Primitive wahrgenommen. Gewaltsame Übergriffe und Enteignungen zugunsten von Firmen oder Bengalen sind keine Seltenheit. Aufgrund ihrer Armut und ihrer geringen Bildung gelingt es den Indigenen nicht, sich einen gleichberechtigten Platz in der Gesellschaft zu erkämpfen. Immer wieder wird die Region auch von Naturkatastrophen heimgesucht. Schwere Regenfälle und Stürme haben in der Vergangenheit mehrfach grosse Teile der Ernten vernichtet und so zu einer Hungersnot geführt. Krankheiten wie Malaria und Gelbsucht sind stark verbreitet.
Das Bildungsprojekt begünstigt etwa 2‘200 Angehörige der Mro, Marma, Khumi und Chakma, die zu den diskriminierten ethnischen Minderheiten (Hill Tribes, Bergstämme) in Bangladesch gehören. Die Minderheiten leben überwiegend von der «Jum»-Landwirtschaft (Brandrodung) und vom Fischfang. Sie unterscheiden sich vom Rest der Bevölkerung Bangladeschs durch ihre Kultur, Ethnie, Sprache und Religion. Insgesamt profitieren 15 Dörfer von dem Hilfsprojekt. Jährlich werden rund 640 Kinder und 60 Jugendliche sowie ihre Familien direkt durch das Hilfsprojekt begünstigt.
Mit ihrer Spende fördert CO-OPERAID die Primarschulbildung von Minderheiten-Kindern an 15 Dorfschulen. Dazu gehört der Unterhalt der Infrastruktur, Fortbildungen für Lehrer und die Bereitstellung von Schulmaterial für die Schulkinder. Damit die erfolgreichen Primarschulabsolventen die Sekundarschule im weit entfernten Bandarban besuchen können, werden dort zwei Wohnheime für Jugendliche aus Bergstämmen betrieben. Um die Einkommens- und Ernährungssituation der Familien nachhaltig zu stärken, werden den Eltern Impulse für ein alternatives landwirtschaftliches Einkommen gegeben. Die Dörfer werden durch den Aufbau von Reisbanken unterstützt. Die Förderung von Musik und traditionellen Festen trägt zum Erhalt des kulturellen Erbes der Minderheiten bei.
Die Strategien zur Nachhaltigkeit umfassen:
- Aufbau einer starken Eigentümerschaft durch die Dorfgemeinschaft
- Ökonomische Stärkung der Dorfbewohner/innen durch Einkommensförderung
- Einkommen für die Schulen durch Schulgebühren und Fruchtgärten und Beitrag an den Lehrerlohn in Naturalien (Unterkunft und Verpflegung)