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Nur wer selber nie geraucht hat stellt gern die Frage, warum ein Raucher eigentlich regelmäßig zum Glimmstengel greift. Eine Frage, die wohl nur wenig einfacher zu beantworten ist als die, warum Schuhe eine so magische Anziehungskraft auf viele Frauen haben. Mediziner sprechen von Glückshormonen, deren Ausschüttung durch den Nikotingenuß gefördert wird. Man kann auch sagen, dass bereits der erste Zug an einer Zigarette im Gehirn belohnt wird. Problematisch ist allerdings, dass es sich nur um einen minimalen Rauschzustand handelt, der Raucher aber zwanghaft versucht, durch das Rauchen einer zweiten, dritten, vierten Zigarette den Glücksrausch zu erhöhen. Was hier nach einem Fiasko klingt, ist eigentlich vorteilhaft, denn es beweist, wie schwach Nikotin als Droge wirkt!
Die wahre Abhängigkeit ist nicht die vom Nikotin, sondern vom Ritual, sich "eine anzustecken". Eine Zigarette wird verbunden mit Entspannung, die Raucherpause ist ein willkommener Grund, einen Augenblick abzuschalten von der Arbeit. Nichtraucher machen keine fünfminütigen Pausen, sondern arbeiten einfach weiter.
Obwohl man nikotinhaltigen Qualm inhaliert, der sich auf den gesamten Organismus, einschließlich auf das Gehirn, negativ auswirkt, verbindet man das Rauchen mit "durchatmen", oder auch "den Kopf frei bekommen".Weitere Raucher-Rituale sind die erste Zigarette zum Morgenkaffee, die Zigarette nach dem Mittagessen, zum Feierabend, nach dem Abendessen, danach auf dem Sofa zum Bier....Und beim Ausgehen erkennt man die Raucher selbst dann, wenn sie keinen Glimmstengel in der Hand halten, denn sie halten stets Ausschau nach der Raucherecke oder der Terrasse, wo der nächste Aschenbecher steht. Dann wird jede Gelegenheit genutzt, dorthin zu entwischen. Zugegeben, das kann durchaus charmant sein, denn mancher Raucher bietet seiner Partnerin nur zu gern an, ihr etwas zum Trinken zu besorgen, da er gern einen Umweg nach draußen einplant. Oder er schlägt der Dame vor, doch etwas "frische Luft schnappen" zu gehen. Der Gentleman legt der Dame dabei gern sein Jackett über die Schultern, um bibbernd daneben zu stehen, aber eben nicht wie seine Begleiterin nach frischer Luft, sondern nach Qualm zu schnappen. Raucher haben genrell eine schlechtere Kondition als Nichtraucher und werden zudem oft von Raucherhusten geplagt Nervosität und Zittern sind Anzeichen eines leichten Entzuges, der so schnell wie möglich durch das Rauchen einer Zigarette bekämpft werden will- wenngleich jeder Raucher weiß, dass er sich dadurch selber schadet.
Nicht nur das Krebsrisiko, auch das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist deutlich erhöht, verglichen mit Nichtrauchern.
Schon eine Zigarette bewirkt, dass die Muskelkraft sofort um 10% abnimmt und sich erst nach einer Weile wieder normalisiert.
Weniger bekannte Nebenwirkungen des Rauchens sind auch psychische Erkrankungen, insbesondere Antriebs- und Lustlosigkeit, teils völlig fehlender Bewegungsdrang.
Raucherunfreundliche Gesetze sind sicher ein guter Nichtraucherschutz, bieten dem inneren Schweinehund des Rauchers aber oftmals auch neue Nahrung: Im Kino, im Restaurant, im Sportverein und auch in der Disco ist das Rauchen nicht mehr erlaubt, also bleibt man doch gerne dort, wo man seiner Sucht gerne nachgeben darf, ohne dass es anderen auffällt: Auf dem heimischen Sofa!Die Zigarette mag ein Appettitsenker sein, aber sie wird dem Bewegungsmuffel nicht helfen abzunehmen. Schließlich wird sie zu gern mit dem abendlichen Bier genossen, aus dem dann schnell auch ein paar mehr werden und auch die Zigaretten sind irgendwann alle.
Leider lässt sich da auch nichts mehr kompensieren, wenn man dann doch noch keuchend zum Zigarettenautomaten schlurft.Wie lässt sich nun dieser Teufelskreis durchbrechen?
In der Apotheke gibt es nikotinfreie Kräuterzigaretten, auch kommen derzeit elektrische Zigaretten auf den Markt. Sofern man eine nikotinfreie Variante wählt, sind diese eine gute Möglichkeit, mit dem Rauchen aufzuhören. Denn während der Körper vom Nikotin entgiftet wird, muss der Raucher nicht schlagartig auf alle liebgewonnenen Rituale verzichten. Er kann auch weiterhin seine Zigaretten genießen, nur dass es sich nun um nikotinfreie Placebos handelt. Und schon nach kurzer Zeit merkt man, dass man darauf ganz verzichten kann.
Für einen etwaigen Rückfall ist es aber durchaus empfehlenswert, diese nikotinfreien Placebos auch weiterhin griffbereit zu haben.
Übrigens ist das Aufhören ein ganz wunderbares Erlebnis: Täglich wird man entspannter, kann freier durchatmen, vieles riecht und schmeckt besser als zuvor. Und die Kondition kommt zurück, die man jahrelang nicht kannte! Genau die sollte man auch ausnutzen, denn mancher Ex-Raucher bekommt auch einen ganz neuen Appettit, der sich ja nicht auf den Hüften niederschlagen soll.
Auch Sport sorgt für die Ausschüttung von Glückshormonen und ist zudem noch sehr gesund!