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Äusserster Kreis: Stunden
Heller zweiter Kreis: Monate
Zeichen des siderischen Tierkreises (Mondkreislauf)
In der Mitte Symbole der einzelnen Wochentage
Oberhalb des Zifferblattes: Minutenzeiger und Kugel mit Angabe der Mondphasen
Bild-Nr.: 04004.4
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Die heutige Zifferblätter und das neue Uhrwerk schenkten die Ortsbürger an den 1953 restaurierten Zeitturm. Das neue Uhrwerk ist eine Kopie des alten Uhrwerks, das noch heute in Zeitturm steht (s. vorliegendes Foto).
Die Jahreszahl 1544 ob dem Torbogen und auf einem der gotisch profilierten Ständer des alten eisernen Uhrwerkes lassen das Alter des heutigen Turmes, nach einer grundlegenden Renovation, erahnen. Es ist anzunehmen, dass damals auch die Uhr mit Stundenschlag eingebaut worden ist.
Die älteste der acht Urkunden in der Kugel des Turmhelms, datiert 1544, enthält wohl ein Verzeichnis von Schultheissen und Räten jener Zeit, sowie die Angabe: „hatt geteckt Bernhart Tratz von Zürich in disem 1544 Jar.“ Leider fehlt die Angabe, von welchem Meister die Uhr gemacht worden ist. Als Ersteller kommt der berühmte Winterthurer Meister Laurenz Liechti in Betracht, in dessen Werkstatt ein gleiches Werk wie das unsrige angefertigt wurde, das im Winterthurer Heimatmuseum aufbewahrt wird. Dieser Laurenz Liechti erstellte u.a. in den Jahren1530 –35 Turmuhren in Aarau, Brugg, Kulm, Remigen, Veltheim und Villigen; er ist auch der Schöpfer der astronomischen Uhr an der Frauenkirche in München (1514).
Die drei folgenden Urkunden von 1717, 1768 und 1812 erwähnen die in diesen Jahren vorgenommene Neubedachung des Zeitturms, ohne jedoch etwas über die Uhr verlauten zu lassen. Die fünfte Urkunde schildert einen verheerenden Blitzschlag vom 2. August 1869, durch welchen die Helmzier des Zeitturms vernichtet wurde. Die beiden Glocken, welche heute noch in unterschiedlicher Tonhöhe die Stunden und Viertelstunden erklingen lassen, wurden damals durch den Glockengiesser M. Sutermeister in Aarau neu gegossen, die alten eingeschmolzen. Darüber, dass auch das Uhrwerk gelitten hätte, enthält diese Urkunde wiederum keine Angaben. Dieser Blitzschlag hätte übrigens die Zeitturmuhr beinahe ihres Standortes beraubt, indem ernstlich erwogen wurde, das zu klein gewordene Tor samt dem Turm völlig zu beseitigen; durch eine Eingabe von 101 Bürgern konnte dieses Vorhaben vereitelt werden. Der 82jährige Baumeister Strebel von Büblikon erbaute den neuen Turmhelm und steckte eigenhändig die Wetterfahne auf des Turmes Spitze. Kugel und Wetterfahne lieferte für 50 Fr. Fabrikant Egloff (nachmals Egro) von Niederrohrdorf.
Ein weiterer Blitzschlag vom 23. Juli 1888 machte laut Urkunde Nr. 6 die Reparatur der Zifferblätter der Uhr auf der Ost- und der Westseite des Turms notwendig. Das Uhrwerk selber scheint auch damals heil davongekommen zu sein. Immerhin scheint das Uhrwerk schon längere Zeit nicht mehr richtig funktioniert zu haben. Obwohl es 1781 durch Melchior Brunner von Würenlos und 1832 durch J.J. Tellenbach in Brugg unter hohen Kosten renoviert worden war, wurde bereits 1839 vom Stadtrat der „durch seine mathematischen und mechanischen Kenntnisse, und vorzüglich durch Erfindung seiner künstlichen Uhr“ bekannte Wettinger Klostermönch Franz Keller „bittend ersucht, die hiesige Uhr in Einsicht zu nehmen und die darin gefundenen Unrichtigkeiten und Mängel zu eröffnen.“ Die Expertise lautete, dass die Triebwerke, besonders des Mondlaufes und des Tierkreises, voll harzigem Staub und überdies die Monate auf dem Zifferblatt unrichtig aufgezeichnet wären, indem dieselben von der Rechten zur Linken laufen, was umgekehrt hätte sein sollen ...
Mit dem Uhrmacher Lang von Baden, der jetzt mit den Reparaturen beauftragt wurde, entwickelte sich in der Folge eine vier Jahre dauernde Streitsache, besonders deswegen, weil Lang, um den verkehrten Monatsablauf gründlich richtig zu stellen, ein neues Zifferblatt anfertigte, während Pater Keller einen billigeren Ausweg vorgeschlagen hatte.
Allen späteren Versuchen, das scheinbar "übermüdete" Uhrwerk wieder in fehlerfreien Gang zu bringen, war wenig Erfolg beschieden. Man behalf sich dadurch, nach und nach die nicht mehr in Übereinstimmung zu bringenden Triebwerke für Monate, Wochentage, Tierkreis und Mond auszuschalten, sodass um die Jahrhundertwende nur noch die Stunden und Minuten - und auch das nur zeitweise - gezeigt wurden. Als dann noch zu allem Überfluss von Ungemach eines der Aufzugseile entzweiriss, sodass der daran hängende zentnerschwere Gewichtsstein den Bretterboden durchschlagend, auf die Fahrbahn stürzte, gab man es endgültig auf, die Uhr weiter in Gang zu halten.
Mit der Erstellung eines zweiten Durchgangs neben dem Lenzburgertor 1952/53 wurde auch die Renovation des Zeitturms verbunden. Nun galt es, auch die Turmuhr zu sanieren. Nachdem seit mehr als einem Jahrhundert viele Tausende von Franken für die Uhrreparaturen ausgegeben worden waren, entschied man sich für die Anschaffung eines neuen Uhrwerkes. Dieser Entscheid fiel umso leichter, als sich die Ortsbürger entschlossen, für die Kosten aufzukommen. Die Turmuhrenfabrik Bär in Sumiswald übernahm die Lieferung eines Uhrwerkes in genau gleicher Ausführung wie dasjenige, das ... vier Jahrhunderte lang seinen Dienst tat. Am 31. Dezember 1953 konnte die neue Uhr in Gang gesetzt werden.
Quelle: Druckerei Nüssli 31.12.1988
Bild-Nr.: 04033
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Druckerei Nüssli, 31.12.1988
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Das alte Uhrwerk der astronomischen Uhr am Zeitturm
Foto von 1988?
Das alte Uhrwerk aus einem andern Blickwinkel.
Über die Geschichte dieser Uhr s. Bild-Nr. 04033
Bild-Nr.: 04033.1
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Aufnahme von ca. 2000
Die astronomische Uhr aus dem Jahre 1544 bildet die stolze Zier des Zeitturms.
Im Jahre 1953 wurde das alte Uhrwerk durch ein neues, in der technischen Anlage aber unverändertes Werk ersetzt. Auch das Zifferblatt wurde erneuert.
Im Jahre 1988 erfuhren die Aussenseiten des Turms und das Zifferblatt eine gründliche Renovation.
Das Zifferblatt zählt vier konzentrische Kreise:
Der äusserste Kreis zeigt die zwölf Stundenzahlen in römischen Ziffern,
der längste Zeiger mit der Hand weist auf die Stunde.
Im zweiten Kreis sind die geschriebenen Monatsnamen angebracht.
Der Zeiger mit der Sonne, mit dem Mond am kurzen Gegenstück gilt für diesen Kreis.
Der dritte Kreis ist der siderischen Tierkreis. Im Gegensatz zum astronomischen Jahr, bei dem ein Tierkreiszeichen einen ganzen Monat dauert, zeigt diese Uhr nach dem siderischen Jahr alle zwei bis drei Tage das nächste Tierkreiszeichen an. Hier gilt der Zeiger mit der Lanzenspitze.
Der innerste Kreis gibt den Wochentag an mit den astronomischen Tagessymbolen. Für den Sonntag steht der Ring mit dem Punkt (Sonne),es folgt der Mond für Montag, der Mars für Dienstag, Merkur für Mittwoch, Jupiter für Donnerstag, Venus für Freitag und Saturn für Samstag. Der kleinste Zeiger mit Pfeil weist auf die Wochentage.
Unter dem Dachansatz zeigt ein zusätzliches Zifferblatt die Minuten an,
und in Form einer sich drehenden Kugel, mit gelb-schwarzen Hälften, die Mondphasen.
Bild-Nr.: 04032
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Madlen Zimmermann
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Der Fingerzeiger zeigt die Stunden.
Das kleine Zifferblatt oben zeigt die Minuten und die Mondphase.
Der Sonnenzeiger zeigt den Monat.
Der Lanzenzeiger zeigt das Tagestierkreiszeichen (--> Pflanzkalender)
Der kleine Pfeilzeiger zeigt den Wochentag an.
Lösung unter mehr
Zeiger--> Finger ist ein wenig bei VI (6) vorbei. Also ist es 6 Uhr.......oder 18 Uhr.....
Oben beim kleinen Zifferblatt sieht man die Minuten--> ca. 2 Minuten.
Uhrzeit: 6 Uhr 02 oder 18 Uhr 02.
Zeiger --> Sonne zeigt auf Anfang August.
Zeiger --> Lanze zeigt auf Tagestierkreiszeichen Stier (Erdzeichen)
Zeiger --> Pfeil steht zwischen Saturn und Sonne (verdeckt), er steht näher bei der Sonne,
es ist Samstagabend, die Uhrzeit also 18 Uhr 02
Mondphase: Abnehmender Viertelmond
Bild-Nr.: Uhr 1
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Madlen Zimmermann
Copyright: M. und V. Zimmermann
Lösung bei mehrMehr
Fingerzeiger --> kurz nach VI --> 6 oder 18 vorbei
Kleines Zifferblatt oben --> 8 Minuten --> Uhrzeit also 6 Uhr 08 oder 18 Uhr 08
Sonnenzeiger --> Anfang März
Lanzenzeiger --> Ende Fische (Tagestierkreiszeichen)
Kleinster Pfeilzeiger --> ist schon lange bei Jupiter (Donnerstag) vorbei, also Donnerstagabend --> Uhrzeit 18 Uhr 08.
Mondphase: Zunehmende Mondsichel
Bild-Nr.: Uhr 2
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Madlen Zimmermann
Copyright: V. und M. Zimmermann
Lösung unter mehrMehr
Fingerzeiger zeigt auf knapp vor XI (11) Uhr.
Minutenzeiger (kleines Zifferblatt oben) zeigt 50 Minuten. --> Es ist also 11 Uhr 50. (Tag)
Der Sonnenzeiger zeigt auf Ende März.
Der Lanzenzeiger zeigt auf das Tagestierkreiszeichen Krebs.
Der kleine Pfeilzeiger ist halb bei Merkur (Mittwoch) vorbei. Es ist Mittwoch gegen Mittag.
Mondphase: Der Mond nimmt schon wieder ab.
Bild-Nr.: Uhr 6
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Madlen Zimmermann
Copyright: M. und V. Zimmermann