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Axiale Spondyloarthritis (axSpA) steht für entzündlich rheumatische Erkrankungen am axialen Skelett (Lenden- und Brustwirbelsäule sowie Kreuz-Darmbein-Gelenk), welche häufig Rückenschmerzen verursachen.
Bei der axialen Spondyloarthritis unterscheidet man zwei Formen:
Nicht-radiographische axiale Spondyloarthritis (nr-axSpA):
Die nicht-radiographische axiale Spondyloarthritis ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule, bei der sich keine strukturellen Veränderungen im herkömmlichen Röntgenbild nachweisen lassen. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigenes Knorpel- und Knochengewebe angreift.
Ankylosierende Spondylitis (AS) auch "Morbus Bechterew" genannt:
Die ankylosierende Spondylitis oder Morbus Bechterew ist die fortgeschrittene «ankylosierende» Form mit entzündlicher Wirbelsäulenversteifung, bei der strukturelle Veränderungen im Röntgenbild erkennbar sind. Ankylosierende Spondylitis oder Morbus Bechterew ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigenes Knorpel- und Knochengewebe angreift. Dies kann bis zur Verknöcherung der Wirbelsäule führen und Fehlstellungen, wie einen gebeugten Gang verursachen.
Im Anfangsstadium einer Spondyloarthritis ist die Entzündung mit einer üblichen Röntgenaufnahme nicht zu erkennen. Daher der Name nicht-radiographische Spondyloarthritis. Um die Erkrankung jedoch möglichst frühzeitig erkennen zu können, besteht die Möglichkeit einer Magnetresonanztomografie (MRT).
Ist die Entzündung ausgeprägt genug, dann ist sie auf der MRT-Aufnahme deutlich zu erkennen. Im fortgeschrittenen Stadium, also bei der ankylosierenden Form, auch "Morbus Bechterew" genannt, lassen sich die entzündlich bedingten Veränderungen auf dem Röntgenbild gut erkennen.
Der Name "Morbus Bechterew"
In der Medizin ist es üblich, Erkrankungen nach ihrem Erstbeschreiber zu benennen. So wurde auch die durch eine Autoimmunerkrankung vermittelte Entzündung der Wirbelsäule nach dem russischen Neurologen und Psychiater Wladimir Bechterew als Morbus (lateinisch: "Krankheit") Bechterew benannt. Die medizinisch-wissenschaftliche Bezeichnung lautet heute jedoch "ankylosierende Spondylitis" bzw. "Spondylitis ankylosans" (verbiegende/versteifende) Wirbelentzündung.
- in der Schweiz rund 80'000 Menschen von Morbus Bechterew betroffen sind?
- die Krankheit meist zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr ausbricht?
- nur ein Bruchteil der Betroffenen diagnostiziert ist, da es von den ersten Symptomen bis zur Diagnosestellung im Durchschnitt rund 6 Jahre dauert?
Verlauf der axialen Spondyloarthritis (axSpA) inkl. Morbus Bechterew
Der Verlauf der axialen Spondyloarthritis (axSpA) inkl. Morbus Bechterew ist sehr unterschiedlich und lässt sich für den einzelnen Patienten nicht vorhersagen. Wie die Krankheit verlaufen kann, wie sich die Wirbelsäule verändert und was Sie als Patient tun können, ist im Folgenden geschildert.
Veränderungen an der Wirbelsäule
Häufig beginnt die axiale Spondyloarthritis mit ihren beiden Formen mit einer Entzündung im Sakroiliakalgelenk und kann im Verlauf der Erkrankung zu einem knöchernen Umbau an den Wirbeln führen.
Im weiteren Verlauf kann sich die Entzündung auf die gesamte Wirbelsäule ausdehnen und zu einer zunehmenden Verknöcherung mit Versteifung der Wirbelknochen führen. Dies kann mit einer deutlichen Einschränkung der Beweglichkeit der Wirbelsäule und einer mehr oder weniger nach vorn gebeugten Haltung durch die Krümmung der Wirbelsäule einhergehen. Diese fortgeschrittene Form nennt man "Morbus Bechterew".
Dieser Prozess kann sich über viele Jahre hinziehen. Es muss jedoch nicht in jedem Fall zu einer ernsthaften Einschränkung der Funktionsfähigkeit kommen, auch eher milde Verlaufsformen sind möglich.
Aus der nicht-radiographischen Form kann sich Morbus Bechterew entwickeln
Bei einigen Patienten kann sich aus der Frühform, der nicht-radiographischen axialen Spondyloarthritis, die fortgeschrittene Form Morbus Bechterew entwickeln. Allerdings gibt es auch Patienten, die sich über Jahre im frühen Stadium der Erkrankung befinden.
Experten regelmässig einbeziehen
Regelmässige Untersuchungen ermöglichen dem Facharzt, den weiteren Verlauf dieser entzündlich-rheumatischen Erkrankung zu beurteilen, bei Bedarf die Therapie anzupassen und gegebenenfalls weitere Experten hinzuziehen, z. B. Augenarzt, Hautarzt, Gastroenterologe.