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Ein Testament können Sie jederzeit selber verfassen, ohne Notar, ohne Zeugen. Es braucht nur wenig, damit es rechtsgültig ist: Es muss vollständig von Hand geschrieben, mit Ort und Datum versehen und unterschrieben sein. Wurden Pflichtteile verletzt, wird das Testament deshalb nicht ungültig. Die pflichtteilgeschützten Erben haben dann das Recht, ihren Erbteil einzuklagen. So weit es dem Gesetz nicht widerspricht, können im Testament alle Wünsche und Vorstellungen festgeschrieben werden.
Gehen Sie so vor:
- Titel: «Testament» oder «Letzter Wille» oder «Letztwillige Verfügung»
- Vornamen und Namen, Geburtsdatum, Heimatort/Staatsangehörigkeit, Adresse
- Ort (wo das Testament ausgestellt wird)
- Genaues Datum mit Jahr, Monat und Tag
- Unterschrift
Wenn Sie das Testament ändern wollen, schreiben Sie es am besten ganz neu und erklären darin ein vorher verfasstes Testament als ungültig.
Um Erben einzusetzen und Vermächtnisse zuzuweisen, genügen einfache Formulierungen.
Beispiel für Erbeinsetzung:
«Als Erben meines Nachlasses setze ich zu gleichen Teilen ein: Silvia Muster (Adresse)
und Fragile Suisse, Badenerstrasse 696, 8048 Zürich»
Beispiel für Vermächtnisse:
Mit einem Vermächtnis können (innerhalb der freien Quote) einer Person oder einer Institution Vermögens- und Sachwerte zugewiesen werden. Beispielsweise so:
«Meine Ferienwohnung vermache ich meinem Neffen Reto Grass, sämtlichen Schmuck meiner Nichte Veronika Grass und vom Vermögen ein Legat von 50'000 an Fragile Suisse, Badenerstrasse 696, 8048 Zürich. Der Rest geht an meinen Lebenspartner Ivo Halter.»
Folgende Aussagen schaffen Klarheit und sind empfehlenswert:
«Ich setze die Verwandtschaft auf den Pflichtteil.»
Diese Formulierung fängt jegliche Veränderung in der Verwandtschaft auf: zum Beispiel das Vorversterben von pflichtteilsgeschützten Eltern.
Um Konflikte mit früheren Testamenten zu vermeiden (auch briefliche Versprechen fallen darunter), hat sich folgende Formulierung eingebürgert:
«Meine bisherigen Verfügungen hebe ich auf.»
Das Testament kann jederzeit frei errichtet oder geändert werden. Das kann eigenhändig geschehen. Falls erwünscht kann auch ein Notar das Testament aufsetzen und beurkunden. Z.B. wenn das Lesen und Schreiben schwer fallen oder Unsicherheiten bestehen.
Bewahren Sie das Testament an einem sicheren Ort auf. Jeder Kanton führt eine Hinterlegungsstelle, die sicherstellt, dass das Testament beim Eintritt des Erbfalls an die Eröffnungsbehörde geschickt wird. Im Kanton Zürich besorgen dies die Notariate. Vermeiden Sie die Aufbewahrung in einem Banksafe: Es gibt Banken, die sich nach dem Tode einer Person weigern, den Safe ohne Vorlage eines Erbscheins zu öffnen.