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Konstantin, mit vollem Namen Flavius Valerius Constantinus, wurde zwischen 272 und 285 in Naissus (Nis in Serbien) geboren. Von 306 bis zum seinem Tod 337 war er römischer Kaiser. Sein Vater war Offizier unter den Kaisern Aurelian und Probus gewesen und war erst unter Diokletian in die Politik eingestiegen. 293 wurde er zum Unterkaiser ernannt. Sein Sohn führte mit ihm zusammen 305 Krieg in England, wo er nach dem Tod des Vaters von den Soldaten als Kaiser ausgerufen wurde.
Konstantin teilte sich anfänglich die Kaiserwürde mit vier anderen offiziellen Kaisern und zwei weiteren "Kaisern", von denen der eine Maxentius war. Neben seinen Provinzen Gallien und Britannien gewann Konstantin auch Spanien für sich und marschierte mit einem Heer nach Italien, um Maxentius zu überwinden. Obwohl er zahlenmässig weit unterlegen war, gelangen ihm mit seiner kampferprobten Truppe eine Reihe von Siegen. Der wichtigste Sieg war derjenige in der Schlacht bei der Milvischen Brücke unweit von Rom. Maxentius ertrank auf der Flucht im Tiber.
Vor der Schlacht soll Konstantin eine Vision gehabt haben, in welcher er ein (christliches) Kreuz sah mit den Worten In hoc signo vinces. ("Mit diesem Zeichen wirst du siegen."). Deshalb (und da er ohnehin dem Christentum gegenüber freundlich eingestellt war, ohne selbst Christ zu sein) erlaubte er im Toleranzedikt von Mailand 313 die freie Ausübung des christlichen Glaubens.
Obwohl sein letzter verbliebener Mitkaiser, Licinius, mit seiner Schwester verheiratet war, kam es rasch zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Herrschern. 324 besiegte Konstantin seinen Rivalen und liess ihn hinrichten, womit nach 40 Jahren erstmals wieder ein einziger Kaiser über das ganze Reich herrschte.
330 bezog er feierlich die neue Hauptstadt des römischen Reiches, Konstantinopel (heute Istanbul). Die Stadt hatte schon vorher unter dem Namen Byzanz existiert, doch erst Konstantin liess sie ausbauen und legte damit den Grundstein für eine über 1000jährige Geschichte: Konstantinopel wurde erst 1453 von den Türken erobert. Unter Konstantin konnte sich das römische Reich, welches an allen Grenzen von fremden Völkern bestürmt wurde, wieder erholen und gestärkt in die kommenden Auseinandersetzungen gehen.
337 starb Konstantin in Nikomedia, wo er einen Feldzug gegen die Perser vorbereitete. Kurz vor seinem Tod liess er sich noch als Christ taufen. Schon zuvor hatte er durch das Toleranzedikt und die Organisation des ersten Konzil von Nizäa die Verbreitung des Christentums massgeblich unterstützt. Die orthodoxen Christen verehren ihn heute noch als Heiligen.