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Das erste Kind des Riedlinger Chirurgen Jakob Klaiber (Kleber) und seine Frau Maria Margaritha Stehler kommt am 20. April 1684 auf die Welt und wird auf den Namen Georg getauft. Die Familie ist sehr kinderreich, Georg folgen sechs Geschwister aus erster Ehe und neun aus zweiter Ehe. Mit 15 Jahren kommt er als Novize nach Schussenried, geht hier ans Gymnasium und legt 1701 als Frater Magnus Profess ab. Er wird von Abt Tiberius Mangold gefördert und kann vorerst in Dillingen und dann im römischen Collegium Germanicum studieren. 1708 kehrt er als Doktor der Theologie nach Schussenried zurück. Er wird unter Abt Innozenz Schmid Prior und übt dieses Amt auch unter dem Abt Didakus von 1722−1732 aus. Die erzwungene Abdankung des Abtes bedeutet auch die Versetzung seines Priors als Pfarrer nach Attenweiler. 1736 wechselt er nach Eberhardzell. Hier baut Jakob Emele, der spätere Klosterbaumeister, unter der Regie des Schussenriedener Paters 1739−1741 den neuen Pfarrhof. Zwar ziert das Wappen des regierenden Abtes Siard I. Frick den Neubau, der Verdienst scheint aber P. Magnus Kleber zu gebühren. Abt Siard I. hat noch den grossen Klosterneubau in Schussenried nach den Plänen von Dominik Zimmermann beim Konvent beliebt gemacht, als er im Januar 1750 stirbt. Als Nachfolger wählt der Konvent am 12. Februar 1750 den bereits 66-jährigen Magnus Kleber. Er ist der 21. Abt von Schussenried. Zum Bauherr des neuen Klosters wird er, weil der Baubeschluss 1749 zwar gefasst, aber aufgrund des Gesundheitszustandes des Vorgängerabtes nicht sofort umgesetzt wird. Mit dem nun als Klosterbaumeister bestätigten Jakob Emele baut er von 1750 bis 1754 Ost- und Nordflügel sowie einen Teil des Westflügels mit dem repräsentativen Eingang. 1755 werden am Magnusfest bereits hohe Gäste im Neubau einquartiert und im neuen Refektorium verpflegt. Am 10. März 1756 stirbt Abt Magnus nach nur sechs Jahren Regierung im Alter von 72 Jahren. Er ist der erste Abt, der in der Klosterkirche begraben ist.
Ein Porträt von Abt Magnus hängt im Gang vor der Bibliothek. Es zeigt den Prälaten sitzend, den Kopf mit schwarzem Käppi (dem Piloleus) bedeckt, mit der Rechten auf den Klosterplan des Dominik Zimmermann zeigend, die Abtinsignien im Hintergrund. Dem in den letzten Lebensjahren porträtierten Abt möchte man glauben, dass er sich auf dem Pfarrhof in Eberhardzell wohler gefühlt hat, auch wenn seine sechs Regierungsjahre in Schussenried eine grossartige Leistung darstellen. Seine Volksnähe, etwa im Aufheben eines absurden Tanzverbotes des Abtes Didakus oder im Fördern von Volksfesten und Belustigungen, macht ihn vollends zum sympathischsten Prälat in der Reihe der Schussenriedener Barockäbte.
Sein Wappen, in Rot ein aufgerichteter goldener Löwe mit einem dreiblättrigem Klee in der Tatze, abgedeckt durch einen purpurnen Schrägbalken mit drei Sternen, findet sich am Hauptportal des neuen Westflügels.
Pius Bieri 2009
Benutzte Literatur:
Kasper, Alfons: Das Prämonstratenser-Stift Schussenried, Teil 1 und 2, Schussenried 1960.
Kaufmann, Karl: Die Äbte des Prämonstratenser-Reichsstifts Schussenried 1404–1803, Schussenried 1985.
|Magnus Kleber (1684–1756), Abt in Schussenried 1750–1756|
|Biografische Daten|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|20.April 1684||Riedlingen Baden-Württemberg D||Vorderösterreich|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Abt der Pämonstratenser-Reichsabtei Schussenried||1750–1756|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|10. März 1756||Bad Schussenried Baden-Württemberg D||Reichsabtei Schussenried|
|Kurzbiografie|

Magnus Kleber ist schon 66-jährig, als er zum Abt von Schussenried gewählt wird. Unter den Äbten Innozenz Schmid und Didakus Ströbele noch Prior, wird er gleichzeitig mit der erzwungenen Abdankung des Abtes Didakus auf Aussenposten versetzt. Als Pfarrherr in Eberhardzell baut er 1746 mit Baumeister Jakob Emele den neuen Pfarrhof, die Sommerresidenz der Chorherren von Schussenried. Mit dem gleichen Baumeister beginnt er sofort nach seiner Wahl zum Abt mit der nördlichen Hälfte Klosterneubau auf Grundlagen des Gesamtkonzeptes von Dominikus Zimmermann. Abt Magnus Kleber kann die Neubauten während seiner Regierungszeit fertigstellen und teilweise sogar beziehen.
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