Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03374.jsonl.gz/14

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) weist Vorwürfe gegen Mark Branson, der die Bankenaufsicht leitet und früher Manager bei der UBS war, zurück.
Branson werde in keinem der bisher fünf bekannten Verfahren wegen der Libor-Manipulationen der UBS bislang irgendetwas vorgeworfen, sagte Finma-Sprecher Tobias Lux am Mittwoch auf Anfrage. Es habe sich auch in den Untersuchungen anderer Behörden bestätigt, dass Branson in die Probleme rund um die Libor-Eingaben der UBS weder involviert gewesen sei noch dass er davon gewusst habe.
Auch ein Verfahren der japanischen Finanzmarktaufsichtsbehörde JFSA sei 2011 ohne Sanktionen gegen das damalige Topmanagement abgeschlossen worden.
Branson in Ausstand getreten
Branson war CEO der UBS Securities ltd. in Japan von Mitte 2006 bis Ende 2007. In dieser Einheit versuchte ein Händler besonders stark, die Libor-Eingaben seiner Kollegen in London und Zürich zu beeinflussen. Lux erklärte dazu, die Mitarbeiter dieser Abteilung hätten nicht an ihren Länderchef rapportiert, sondern an ihre fachlichen Vorgesetzten in der Investmentbank in Tokio, London und Zürich.
Im Libor-Verfahren der Finma gegen die UBS ist Branson, wie bereits mitgeteilt, während der gesamten Dauer in den Ausstand getreten. Um auch nur den Anschein von Befangenheit zu vermeiden, sei Branson weder über den Gang der Untersuchung informiert worden, noch sei er an den Entscheidungen beteiligt gewesen.
Regulierung in britischer Verantwortung
Auf die Frage, ob die Finma die Fehlverhalten nicht früher hätte entdecken sollen, sagte Lux, diese Frage könne man stellen, diesen Kritikpunkt teile man aber klarerweise mit anderen Behörden.
Die Regulierung des Libor liegt in der Verantwortung der Britischen Bankenvereinigung in London. «Dorthin schauen wir auch in erster Linie, wenn es darum geht, den Prozess der Libor-Festlegung neu zu definieren», erklärte Lux.
(tke/vst/sda)