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Beim Keratokonus besteht eine genetisch bedingte Instabilität der Hornhaut, indem die verschiedenen Schichten der Hornhaut nicht wie sonst üblich stabil aufeinander verklebt sind, sondern durch den Augendruck voneinander gleiten und damit die Hornhaut vorwölben können.
Das Resultat ist eine asymmetrische Hornhautverkrümmung die irregulär ist und durch eine normale Brille nicht korrigiert werden kann. Kontaktlinsen können über eine gewisse Zeit eine gute Korrektur ermöglichen. Allerdings schreitet das Leiden in den meisten Fällen langsam aber sicher vorwärts, was über die Jahre hinweg unter Umständen zu einer massiven Verdünnung der Hornhaut mit damit verbundender Reduktion der Sehschärfe resultieren kann.
In wie weit die fortgeschrittenen Stadien sind, ist eine Transplantation der Hornhaut die Therapie der Wahl. Allerdings geschieht es immer öfter, dass die Veränderungen des Keratokonus schon sehr früh detektiert werden und dadurch einer frühen Therapie auch zugänglich sind. Als Frühtherapie, welche die Situation stabilisiert und ein weiteres Fortschreiten des Keratokonus verhindert, besteht das corneale Crosslinking (CC). Bei einem Crosslinking resp. auf Deutsch Quervernetzung werden auf chemische Art und Weise Bindungen zwischen die gleitenden Lamellen der Hornhaut eingefügt. Diese Stabilisierung verhindert ein weiteres voneinander gleiten über einen gewissen Zeitraum.
Technisch gesehen werden die Verbindungen durch das Aufträufeln einer Substanz namens Riboflavin mit anschliessender Aktivierung mit Ultravioletter Strahlung stabilisiert. Der Eingriff dauert zwischen 30 und 40 Minuten, hat eine Heilungszeit von rund einer Woche und stabilisiert die corneale Situation über einen Zeitraum von 10 – 25 Jahren oder teilweise sogar mehr. Innerhalb dieses Zeitraumes wird der Körper diese neu eingefügten Quervernetzungsbindungen langsam wieder abbauen, sodass eine jährliche Kontrolle zeigt, wann es nötig ist, allenfalls die Behandlung zu wiederholen.