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Philatelie am Kap der Guten Hoffnung
Stumme Zeugen
Das Kap der Guten Hoffnung im Jahr 1900: Zwischen dem Oranje Freistaat, der Südafrikanischen Republik und Grossbritannien tobt der zweite Burenkrieg in dessen Folge auch die Stadt Mafeking für 217 Tage belagert wird. Unter der Führung von Oberst Robert Baden-Powell versuchen die britischen Truppen die Stadt gegen die Buren zu verteidigen. Infolge des Belagerungszustandes wird es immer schwieriger, den Kontakt zur Aussenwelt zu halten. Baden-Powell organisiert aus der Not heraus einen Postdienst, wodurch Briefe von den Jungen der Stadt zu Fuss oder mit dem Fahrrad durch die feindlichen Linien heraus- und auch wieder hineingeschmuggelt werden – die Geburtsstunde der Pfadfinderbewegung und einer philatelistischen Rarität ist gekommen.
Ein Brief mit den speziellen blauen Mafeking-Marken macht sich am Mittwoch, 9. Mai 1900 auf den Weg von Mafeking in das hinter der feindlichen Linie liegende Fort B.S.A. Empfänger ist der Kavallerist J.S. Bennett vom D Regiment der Schutztruppe. Der Inhalt des Briefes ist nicht bekannt. Doch nur acht Tage später, am 17. Mai 1900, siegen die britischen Truppen über die Buren und befreien die Stadt.
Für Philatelisten ist eine solche Kostbarkeit nur selten zu erwerben und gilt deshalb als Highlight in jeder Sammlung. 2014 wurde ein solches Bijou an der Rölli-Auktion zum Ausruf von CHF 800.- angeboten. Zwischen den Saalbietern und den Bietern, die live im Internet mitbieten konnten, entwickelte sich ein internationaler Bieterkampf, der allen Teilnehmern Erinnerung bleibt. Den längsten Atem hatte am Ende ein Kunde aus Australien, der den Brief für CHF 11‘000.- erwerben konnte.