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bei ihrer Auflösung in Wasser solches bindet und sich in Arsensäuretrihydrat verwandelt. Man gewinnt diese Säure durch
Behandlung von arseniger Säure mit
Salpetersäure. Verwendung findet die Arsensäure in der Anilinrotfabrikation und zur
Darstellung von arsensauremNatron (arseniksauresNatronNatriumarseniat,Natrum arsenicicum). Dieses äußerst giftige
Salz
bildet große, weiße, in Wasser lösliche Kristalle; es wird zuweilen noch als Beize in der Färberei
und Zeugdruckerei verwendet.
Das gelbe und rote A. sind beide Verbindungen des Arsens mit
Schwefel in verschiedenen Verhältnissen. Letzteres, das rote
A., besteht aus 75 Teilen Arsen und 32 Teilen
Schwefel und hat auch die Namen: Arsenrotglas,Realgar,Arsensulfür,Arsenbisulfid,Zweifachschwefelarsen,Arsenicum sulfuratum rubrum. Es findet sich schon in der Natur in schön rubinroten
Kristallen, im Handel kommt aber nur das Kunstprodukt vor;
dieses besteht je nach dem Grade seiner Reinheit entweder aus
rubinroten und durchsichtigen oder mehr braunroten und undurchsichtigen Stücken von muscheligem Bruche. In Freiberg werden 80000 kg
jährlich produziert. - Das gelbe A. des Handels ist kein reines Schwefelarsen, sondern eine arsenige Säure, die mehr oder
weniger dreifach Schwefelarsen beigemengt enthält.
Man nennt dieses Produkt Arsengelbglas oder auch bloß Gelbglas; ferner
gelbesSchwefelarsen,Operment,Rauschgelb,Auripigment,Arsenicum sulfuratum flavum; es bildet hellgelbe, undurchsichtige
Stücken von muscheligem Bruche. Das reine Dreifach-Schwefelarsen (Arsentrisulfid) ist ein sehr schöngelbes
Pulver, unlöslich in Wasser, kommt aber fast gar nicht in den Handel. - Die Produktion von Arsengelbglas in Freiberg beträgt
circa 6000 k jährlich; bedeutend größer ist dort die Produktion von arseniger Säure, sie beläuft sich auf circa 400000
kg Arsenmehl und 260000 kg Arsenweißglas.
Außerdem werden an andern Orten des Erzgebirges noch ungefähr 100000 kg arsenige Säure produziert. In Schlesien (Reichenstein)
und England wird auch viel von diesem Gifte produziert. Die Ausfuhr von Arsenikalien überhaupt aus Deutschland belief
sich 1874 auf 854200 kg, 1875 auf 753200 kg. -
Arsenikalien werden nur dann zum Eisenbahntransporte zugelassen, wenn sie in doppelte Fässer oder Kisten
verpackt sind, auf welchen mit schwarzer
Ölfarbe das Wort „Arsenik“ (Gift) in leserlichen Buchstaben angebracht ist.
Die Böden der Fässer müssen mit Einlagereifen, die Deckel der Kisten mit Reifen oder eisernen
Bändern gesichert werden.
Die inneren Fässer oder Kisten sind von starkem, trocknem
Holze zu fertigen und inwendig mit dichter
Leinwand oder ähnlichen dichten Geweben zu verkleben, damit nichts durch die Fugen stäuben kann. - Zoll: S. Tarif im Anh.
Nr. 19 a; Präparate aus A. Nr. 5 i zollfrei.
foetida (Teufelsdreck,Stinkasant, Gummiresina, fr. Assa foetida, engl.
devil's dung); ein Artikel des Droguenhandels, besteht aus dem eingetrockneten Milchsafte der Wurzeln verschiedener großer
Umbelliferen (Doldengewächse) des inneren Asien.
Namentlich sollen Scorodosmafoetidum, welches zwischen dem Aralsee und
dem Persischen Meerbusen wächst, sowie auch Narthex Asa foetida im westlichen Afghanistan und Turkestan die A. liefern.
Nach andern aber auch ferula persica, ferula Asa foetida und andre Ferula-Arten.
Die A. hat einen höchst unangenehmen Geruch, den sie der Gegenwart eines schwefelhaltigen ätherischen
Öles (Asafoetidaöl)
verdankt. Die beste Qualität heißt asa foetidaingraniss.inlacrymis (A. in Körnern oder in
Thränen); sie besteht aus einzelnen
kleineren, mehr oder weniger rundlichen Stücken, die im frischen Zustande eine weiße Farbe haben, mit
der Zeit aber pfirsichblütrot und schließlich braun werden. Die zweite Sorte, asa foetida in maosis, besteht
aus größeren Stücken, in denen man innerhalb einer gleichmäßigen Grundmasse zahlreiche kleine, mandelförmige Stücke
von der angegebenen Beschaffenheit erkennen kann. Im frischen Zustande ist die A. weich, im Alter hart;
man erhält sie meist von Bombay über London, zuweilen auch über Rußland. Die A. gehört zu den Gummiharzen und enthält
außer dem bereits erwähnten ätherischen
ÖleHarz,
Gummi und Ferulasäure. Man benutzt die Ware zu medizinischen Zwecken;
sie ist zollfrei.
(Amiant,Federweiß,Federalaun,Bergflachs, lat. Alumen plumosum, franz.
asbeste, engl. asbestus, amyanth); ein Mineral, aus sehr feinfaserigen bis haarförmigen Varietäten
des Grammatits und Actinoliths (Strahlstein) bestehend, seiner chemischen Zusammensetzung nach demnach mit der Hornblende
übereinstimmend, also im wesentlichen ein
Kalk-Magnesia-Silikat. Der A. besteht aus kürzeren oder längeren, weichen oder
biegsamen, weißen, zuweilen auch grünlichen Fasern; die längeren werden höher bezahlt als die kürzeren.
Man erhält den A. am schönsten aus Tirol, der Schweiz, Sibirien, den Pyrenäen u. s. w.
Verwendung findet er neuerdings als Material für Stopfbüchsen, zum Dichten der Flanschenverbindungen anstatt der
Pappe,
zum Durchfiltrieren scharfer Säuren, zur Erzeugung mittelfeiner
Spitzen (Como), Mützen (Pyrenäen),
Handschuhe (Sibirien), zur Herstellung unverbrennlicher Zeuge u. dgl.
A. ist zollfrei, Tarif Nr. 7. Asbestpapier Nr. 27 e;
Asbestpappe Nr. 27 b; Asbestwaren 33 d 1 u. 2. Kleider aus
Spinnmaterialien u. Asbest, je nach den ersteren Nr. 18 a-g.
(Erdpech,Judenpech, Asphaltum); ein aus harten, spröden, schwarzen bis braunschwarzen Stücken bestehendes
Naturprodukt; man hat hiervon im Handel jetzt gegenwärtig zwei Hauptsorten: den syrischenAsphalt, aus Syrien und der Gegend
am Kaspischen Meere, und den amerikanischenAsphalt von der Insel Trinidad. Ersterer ist die teurere Sorte; die Stücke sind
rein schwarz, glänzend, glatt, färben nicht ab und zeigen einen deutlichen muscheligen Bruch. Der Trinidadasphalt
ist mit einer stark abfärbenden, dunkelbraunen Schicht bedeckt und besitzt keinen muscheligen Bruch. Beide Sorten sind bei
gewöhnlicher Temperatur geruchlos
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forlaufend
riechen aber beim Reiben und beim Erwärmen schwach pechartig. Außer diesen beiden Hauptsorten kommt in kleineren Mengen
auch noch A. von Braunschweig, Hannover und dem Elsaß in den Handel, der aus Bergteer gefertigt wird. Verwendung findet der
A. zur Bereitung von schwarzen Lacken, zum Ätzgrund für Kupferstichplatten, sowie, mit Kalk und Sand
gemischt, zur Herstellung von Asphaltpflasterungen. Für letzteren Zweck wird auch sehr häufig das billige Steinkohlenteerpech
benutzt und dann Steinkohlenasphalt genannt. - A. ist zollfrei Nr. 36 des Tarifs. Asphaltarbeiten,
wie Pappwaren gemäß Tarif im Anh. Nr. 27 f 1, 2 od. 3.