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3 Gründe für eine Aus-/Weiterbildung Systemisches Coaching
Wie ist Systemisches Coaching zu verstehen? "Systemisch" leitet sich von "System" her. Auch wenn dieser Begriff recht sperrig klingt, verweist er doch auf einen sehr fruchtbaren Gedanken, der für Systemisches Coaching grundlegend ist. Ganz einfach gesagt: Es hat wenig Sinn, sich beim Coaching nur auf den Coach und den Coachee, den Klienten des Coachs, zu konzentrieren. Weitere wichtige Faktoren sind beispielsweise die Organisationsstruktur innerhalb eines Unternehmens oder die Unternehmenskultur, die in ihm herrscht. Aber auch das System Familie ist natürlich von Belang. Gerade wenn es darum geht, die beruflichen Probleme eines Klienten zu verstehen, ist eine umfassende Analyse seiner konkreten Arbeitssituation bedeutsam. Gibt es Gleitzeiten? Wie erfolgen die Absprachen unter den Mitarbeitern? Gibt es flache oder traditionelle Hierarchien? Wie oft zeigt sich der Vorgesetzte, sucht er das Gespräch oder lässt er sich suchen? Was tut er, um die Mitarbeiter zu motivieren? Durch Systemisches Coaching kann der Coach dem Coachee dabei helfen, seine beruflichen Schwierigkeiten in einem grösseren Rahmen zu sehen.
Systemisches Coaching hilft dem Coachee, neue Perspektiven und damit Handlungsoptionen zu entwickeln. Die üblichen Verhaltensmuster des Klienten greifen bei bestimmten Problemen nicht mehr. Durch Systemisches Coaching kann die Aufmerksamkeit des Klienten auf Aspekte gelenkt werden, die diesem allein kaum in den Sinn gekommen wären. So braucht sich ein Vorgesetzter beispielsweise nicht mehr unter Druck setzen, weil seine Mitarbeiter schlechter arbeiten als früher. Wenn der Vorgesetzte kaum Zeit hat, den Mitarbeitern ihre Aufgaben genau zu erklären, ist es nicht verwunderlich, dass sie schlecht arbeiten. Vielleicht denkt er, einige flüchtige Hinweise würden genügen. Eine Aufgabe für Systemisches Coaching ist es, den Vorgesetzten für seine ebenso folgenreiche wie fragwürdige Annahme zu sensibilisieren. Wenn dem Coach dies gelingt, hat sein Klient gute Chancen, sein Verhalten zu verändern. Dann muss er sich die Situation nicht mehr auf die bisherige, ineffektive Weise erklären, etwa mit der (vermeintlich) zu schlechten Ausbildung seiner Mitarbeiter.
Systemisches Coaching ist zwar ein sehr schillernder Begriff, der in aller Munde ist. Dennoch hat es bis vor kurzem noch keinerlei Standards gegeben, die einen Coach definiert hätten. Nach wie vor ist Systemisches Coaching kein geschützter Begriff. Jeder kann ihn nach Belieben verwenden. Das bedeutet leichtes Spiel für Anbieter, deren Leistungen keinerlei fachlichen bzw. wissenschaftlichen Anforderungen genügen - mit Folgen für den Ruf der ganzen Coaching Branche. Im Juni 2014 hat das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) daher einen wichtigen Schritt hin zu einheitlichen Qualitätsstandards getan. Nun erkennt es den/die "Betriebliche/-n Mentor/-in mit eidgenössischem Fachausweis FA" an. Falls Sie Systemisches Coaching für Ihre berufliche Zukunft interessiert, hat diese Entwicklung grosse Bedeutung für Sie. Denn mit einem Fachausweis zeigen Sie, dass Sie Wert legen auf eine hochwertige Betreuung mit klar definierten Kompetenzen. Eine möglichst effektive Einbindung des Coachs in Unternehmen und Organisationen steht dabei im Vordergrund. Der Fachausweis hat also auch für Unternehmen den Vorteil, nun besser einschätzen können, inwieweit Systemisches Coaching für sie sinnvoll ist. Neben dem Fachausweis können die bisherigen Zertifikate weiterhin erworben werden.
„Durch Systemisches Coaching kann die Aufmerksamkeit des Klienten auf Aspekte gelenkt werden, die diesem allein kaum in den Sinn gekommen wären.“
Die Systemisches Coaching Ausbildung ist besonders für solche Personen interessant, die bereits wertvolle Vorerfahrungen in relevanten Berufsfeldern sammeln und ein Netz potentieller Kunden aufbauen konnten. Letzteres gilt vor allem für den Fall, dass Sie sich selbstständig machen wollen. Als Abteilungsleiter ist Ihnen beispielsweise genau bekannt, wie betriebliche Organisationen funktionieren und aufgebaut werden. Das ist ein grosser Vorteil, falls Sie planen, durch Systemisches Coaching Menschen mit beruflichen Problemen zu beraten. Oder Sie waren als Psychotherapeut tätig und suchen nun eine neue Herausforderung, Ihr Wissen auf einem anderen Gebiet einzusetzen. Auch wenn bisher die Arbeit mit Kindern Ihre Hauptbeschäftigung gewesen ist, etwa als Fachkraft in der Kinder- und Jugendhilfe, bringen Sie gute Voraussetzungen für diese Ausbildung mit. Ausbildung heisst in diesem Zusammenhang vor allem Weiterbildung, denn Systemisches Coaching speist sich aus beruflicher und Lebenserfahrung.
Wenn Sie sich beispielsweise für Systemisches Coaching von Kindern und Jugendlichen interessieren, sollten Sie sich in diesem Praxisfeld bereits auskennen. In einer mehrtägigen, intensiven Weiterbildung geht es für Sie dann darum, die Methoden für Systemisches Coaching kennenzulernen. Dadurch erweitert sich Ihr Methodenkatalog. Die zertifizierte Systemische Coaching Ausbildung beinhaltet insbesondere die Fragetechniken, die Systemisches Coaching charakterisieren. Diese sollten immer lösungsorientiert und stets individuell sein. Eine Beratung nach fertigem Muster ist nicht Ziel einer solch konzentrierten Weiterbildung, die in der Regel mehr als 500 Franken kostet. Darüber hinaus gibt es auch sehr viel umfassendere und entsprechend teurere Angebote. Diese gliedern sich in verschiedene Module. So können Sie an Lehrgängen teilnehmen, die sich über drei Semester erstrecken und an Klienten mit ganz verschiedenem beruflichen Hintergrund richten. Von diesen wird neben der bereits erwähnten Lebenserfahrung ein eigenes Praxisfeld und die Bereitschaft zur ständigen Selbstreflexion verlangt. Aufnahmegespräche sind normal. Lösungsorientierte Verhandlungstechniken, die Werkzeuge für Systemisches Coaching und eine systemische Grundhaltung sind dabei wesentliche Bestandteile. Natürlich sind solche Weiterbildungsangebote nur einige unter sehr vielen sehr verschiedenen. Wenn Sie sich für Systemisches Coaching interessieren, sollten Sie also zunächst genau prüfen, was Sie mitbringen. Anschliessend können Sie dann eruieren, ob es Angebote gibt, die genau zu Ihnen passen.