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Er hätte sich am liebsten ganz weit weggezaubert. Mit versteinerter Miene sass Jan Rouven (38) beim Prozessauftakt im Saal des Gerichts von Las Vegas (USA) auf der Anklagebank.
Im Falle eines Schuldspruchs in allen Anklagepunkten drohen dem Magier mindestens 15 Jahre Haft. Rouven, der mit seiner Show «The New Illusions» in Las Vegas erfolgreiche Auftritte feierte, wird vorgeworfen, Kinderpornografie erhalten, besessen, verbreitet und beworben zu haben.
Rouven plädierte auf «nicht schuldig»
Laut Anklage entdeckten Ermittler des FBI auf Laptops, Festplatten und anderen Geräten in Rouvens Villa rund 3500 Videos und Fotos, die unter anderem auch Sex mit Kindern zeigen. Dieses Material sei auf neun verschiedenen Geräten gefunden worden, schilderte die Anklage beim Prozessauftakt nach Angaben der Zeitung «Las Vegas Review Journal».
Der Illusionist, der in Kerpen (D) aufwuchs und in Las Vegas zum Star wurde, war im März festgenommen worden. Bei der Anklageerhebung im April plädierte er auf «nicht schuldig» – und sitzt seither in Untersuchungshaft.
Vernichteten Rouven und Alfter Beweismaterial?
Es sei nicht abzustreiten, dass rechtswidrige Dateien in Rouvens Haus gefunden wurden, hatte sein Anwalt Jess Marchese wenige Wochen vor Prozessbeginn gesagt. Sein Mandant sei aber unschuldig, die Verantwortung für die Dateien trügen andere. In dem grossen Haus am Stadtrand von Las Vegas, das Rouven mit Ehemann und Manager Frank Dietmar Alfter (59) bewohnte, seien viele Besucher ein und aus gegangen, so Marchese.
Alfter war nicht im Gerichtssaal anwesend. Er wird in der Anklageschrift als «unangeklagter Mittäter» bezeichnet. Laut der Staatsanwaltschaft ist er zurück in Deutschland und werde nicht zurückkommen. Die Anklage will darlegen, dass Rouven und Alfter gemeinsam versucht hätten, Beweismaterial zu beseitigen.
FBI-Ermittler im Zeugenstand
Rouven könnte nach Angaben seines Anwalts in dem Prozess selbst aussagen. Die Anklage will unter anderem FBI-Ermittler in den Zeugenstand holen. Für das Verfahren sind mehrere Verhandlungstage angesetzt.
Die US-Behörden sollen Jan Rouven, der mit bürgerlichem Namen Jan Rouven Füchtener heisst, bereits das Arbeitsvisum und somit die Aufenthaltserlaubnis entzogen haben. Das Tropicana Hotel, wo Rouven mit seiner Show aufgetreten war, hatte ihn nach dessen Festnahme im März fristlos gefeuert. (SDA/ds/paf)Publiziert am 15.11.2016 | Aktualisiert am 09.12.2016