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Hans Walter kam 1912 in Biel zur Welt. Er unterbrach das Studium der Kunstgeschichte und betätigte sich als Feuilletonist und Rezensent. In den 1930er-Jahren reiste er oft nach Italien und Paris. 1950 liess er sich mit seinem Partner, dem Bildhauer Hans Gerber (1910−1978), am Genfersee nieder, wo er bis zu seinem Tod 1992 als freier Schriftsteller lebte.
Walter schwankte zunächst zwischen dem Malen und dem Schreiben. Zum Journalisten sah sich das literarisch-künstlerische Doppeltalent nicht berufen und fand sich darin durch Hermann Hesse unterstützt, der in dem jungen Dichter eher den Aquarellisten erkannte. Die frühen Werkdokumente spiegeln die Suchbewegungen des Autors: Bis zur Mitte der 1930er-Jahre schrieb er zahlreiche Gedichte, denen er sich nach 1944 nie wieder zuwenden sollte, wenige Entwürfe zu Dramen, von denen keins je erschienen ist, und den Roman Christoph. In der «gedrängten, pointierten Erzählung» fand Walter dann die literarische Form, mit der er 1933 im Berliner Privatverlag Joachim Goldstein debütierte. In rascher Folge erschienen Glückliches Land. Ein Bilderbogen (1941), Das alte Fräulein, Der törichte Schatten (beide 1942), Kleiner Alltag (1943) und weitere Erzählungen, in denen Walter solche Tragödien schildert, die sich meist unbeachtet ereignen, und in denen er jene Illusionen und Routinen der (Selbst-)Täuschung aufdeckt, die den Alltag nicht selten stabilisieren. Erst ab 1953 veröffentlichte er auch Romane. Seinen Erstling Güter dieses Lebens hat Walter mehr als 20 Jahre nach dessen Erscheinen fortgesetzt und unter dem Titel Mitläufer (1977) neu herausgegeben.
Für seine Werke, insbesondere für seine Romane, erhielt Walter Auszeichnungen und Förderungen u.a. von der Büchergilde Gutenberg, der Schweizerischen Schillerstiftung und der Stiftung Pro Helvetia.