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In diesem Artikel stellen wir Ihnen 3 weitere Vögel vor, welche sich in der Algarve heimisch fühlen.
Bienenfresser
Einer der buntesten Vögel der Algarve ist der Bienenfresser, wobei beide Geschlechter gleich aussehen.
Beide Partner halten zumindest in einer Saisonehe stark zusammen und man sieht sie oft dicht nebeneinander auf einem trockenen Ast, oder Telefondraht sitzen. Bienenfresser kehren allerdings erst um Mitte März aus dem afrikanischen Winterquartier zurück.
Sie sind nicht besonders scheu und lassen sich an vielen Stellen der Algarve gut beobachten. Als schlankflügelige äußerst schnelle Flieger verfolgen sie, dem Namen entsprechend, größere Insekten, darunter wehrhafte Bienen, Wespen, Hummeln, aber auch Libellen und Käfer.
Stachelbewehrte Insekten werden erst einmal auf einem Ast hin und her geschlagen um sie zu töten und gefahrlos schlucken zu können.
Gebrütet wird in selbst gegrabenen Bruthöhlen, in steilen festen Sandhängen oder auch Sandabbauhalden. In die gut einen Meter tief gelegene Brutkammer werden vier bis sechs dünnschalige Eier gelegt und gut 20 Tage lang bebrütet.
Die Fütterungszeit beträgt rund 30 Tage, bis die Jungen ausfliegen.
Obwohl die Hauptverbreitung des Bienenfressers im wärmeren Südeuropa liegt, kommen auch in einzelnen milderen Gegenden Deutschlands Bruten vor. Diese werden zum Schutz der Vögel meist nicht allgemein bekannt gemacht.
Blauelster
Zwar eine Besonderheit, aber nicht sehr selten, ist die exotisch gefärbte Blauelster in der Algarve.
Sie hat in den letzten Jahren stark zugenommen, so dass es keine Schwierigkeiten geben sollte, sie zu finden und zu beobachten.
Über die Herkunft dieser für Europa untypischen Vogelart existieren unter Fachleuten weiterhin gegensätzliche Auffassungen.
Die einen sagen, das Seeleute diese Art vor 200 Jahren aus der portugiesischen Enklave Macau mitbrachten und freiliessen, die anderen, dass durch eiszeitliche Isolationen zwei völlig getrennte Populationen entstanden, die größere in Ostasien die kleinere in Portugal.
Mittlerweile haben Blauelstern sich stark vermehrt und ihren Lebensraum, bis zur Mitte Portugals und Spaniens ausgedehnt.
Als Tourist in der Algarve sieht man Blauelstern oft in Trupps um die 20 Vögel Straßen überfliegen und einem Waldstück zustreben.
Nach der Brutzeit umherziehende oder winterliche Ansammlungen können mittlerweile aus 60 oder mehr Vögeln bestehen.
Wer mit Vogelstimmen vertraut ist, bemerkt die Anwesenheit eines Trupps, auch wenn er im Blättergewirr noch nicht zu sehen ist, an den leisen „ sri, sri“ Rufen.
Stelzenläufer
Wie der Name schon erkennen lässt, hat der etwa taubengroße Wattvogel
ungewöhnlich lange rote Beine, die sehr zerbrechlich wirken.
Allein daran ist der Stelzenläufer sofort zu erkennen. Außerdem ist die
zierliche, sympathisch wirkende Art in der Algarve ziemlich häufig und
an vielen kleineren wie auch größeren Wasserflächen, egal ob
Salzwasserlagunen, Salinen oder Süßwasserteiche, anzutreffen.
Es zieht im Winterhalbjahr zwar ein Teil der Vögel nach Afrika, ein
anderer verbleibt in der Algarve und kann somit auch dann noch gefunden
werden.
Die Vögel legen zur Brutzeit Nester in Flachwasserzonen an und legen
drei bis vier Eier. Bodenbrütende Arten haben allgemein große
Schwierigkeiten zu bewältigen.
Es ist der oft schwankende Wasserstand, der manche Bruten vernichtet.
Bei Beginn der Brut ist zwar noch genügend Wasser als Schutz
vorhanden.
Bei starker Verdunstung trocknet der Lebensraum teilweise aus und
Feinde wie Rohrweihen, Füchse, aber auch achtlose Menschen und deren
freilaufende Hunde bedrohen die Nachkommenschaft.
Die Jungen können sich zwar geschickt drücken und verstecken, aber sie benötigen rund einen Monat um fliegen zu können.
Text und Fotos: Dr. M. Temme