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Die Verteilung der Offertenzahl pro Auftragskategorie wird mit sogenannten Box-Plots dargestellt. Diese bestehen aus einer farbig ausgefüllten Box, Linien, die diese verlängern und zwei abschliessenden vertikalen Strichen, ganz links und ganz rechts. Die Box enthält die Offertenzahl der mittleren 50 Prozent der Aufträge. Innerhalb der Box markiert der Querstrich die mittlere Zahl der Offerten (Median): Bei der einen Hälfte aller Ausschreibungen erfolgten mehr, bei der anderen Hälfte weniger Offerten. Zwischen den vertikalen Strichen ganz links und rechts befinden sich die Offertenzahlen von 80 Prozent der Aufträge. Weitere 10 Prozent der Aufträge haben weniger Offerten generiert, als es der linke vertikale Strich markiert, weitere 10 Prozent mehr Offerten, als es der rechte vertikale Strich anzeigt.
Lesebeispiel: Im Jahr 2010 sind bei 50 Prozent der Dienstleistungsaufträge zwischen fünf und neun Offerten eingegangen (blaue Box). Ein Viertel der Aufträge hat weniger als fünf, ein Viertel der Aufträge mehr als neun Offerten generiert, wobei in 10 Prozent der Fälle mehr als 32 Offerten eingereicht wurden (abschliessender vertikaler Strich rechts). Die mittlere Anzahl (Median) beträgt sieben Offerten. Das heisst, dass bei der Hälfte der Aufträge mehr, bei der anderen Hälfte weniger als sieben Offerten eingereicht wurden.
Wird die Entwicklung der mittleren Anzahl Offerten (Median) über die letzten zehn Jahre betrachtet, so fällt auf, dass, unabhängig der Auftragsart – Bau-, Liefer- oder Dienstleistungsauftrag –, kaum Schwankungen zu beobachten sind. Die grössten Unterschiede gibt es bei den Dienstleistungsaufträgen, bei welchen die mittlere Offertenzahl zwischen vier und acht Offerten schwankt.
Wird der Fokus auf die Offertenzahlen der jeweils mittleren 50 Prozent der Aufträge gelegt (blaue Box), zeigt sich, dass die Offertenzahlen je nach Auftragsart stark variieren. Tendenziell werden bei Dienstleistungsaufträgen am meisten Offerten eingereicht. Bei den Dienstleistungsaufträgen sind es in der Regel Dienstleistungen im Bereich Architektur/Konstruktion/Planung, die eine hohe Zahl an Offerten generieren. Die geringere Offertenzahl bei den Lieferaufträgen ist darauf zurückzuführen, dass die Lieferaufträge oft sehr spezialisiert sind und nur ein kleiner Kreis von Anbietern in der Lage ist, die Lieferung überhaupt zu tätigen. Innerhalb der einzelnen Auftragsarten schwanken die Offertenzahlen teilweise von Jahr zu Jahr beträchtlich. Diese Schwankungen haben auch mit den unterschiedlich hohen Anforderungen der Aufträge zu tun.
Jährlich gibt es einige wenige Ausschreibungen, auf die nur eine einzige Offerte eingereicht wird. Die Tatsache, dass für die Mehrheit der Ausschreibungen mehrere Offerten eingereicht werden, weist darauf hin, dass ein Wettbewerb im öffentlichen Beschaffungswesen existiert. Welche Auswirkungen dieser Wettbewerb auf die Kosten und Qualität der eingekauften Produkte und Dienstleistungen effektiv hat, lässt sich aus der Zahl der Offerten nicht abschätzen.
Die WTO-Submissionsstatistik (WTO=Welthandelsorganisation) bezieht sich auf von der öffentlichen Hand getätigte Einkäufe von Bauten, Gütern und Dienstleistungen, die den Bestimmungen des WTO-Übereinkommens über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. April 1994 unterliegen. Statistikpflichtig ist die gesamte kantonale Verwaltung, die öffentlich-rechtlichen Anstalten des Kantons, die Sektorbetriebe gemäss WTO-Übereinkommen sowie die Gemeinden und ihre öffentlich-rechtlichen Körperschaften.
Das primäre Ziel des WTO-Übereinkommens besteht darin, dass sämtliche Anbieter die Möglichkeit besitzen am Markt für öffentliche Beschaffungen teilzunehmen. Durch die Möglichkeit kantonaler, ausserkantonaler sowie ausländischer Anbieter bei öffentlich ausgeschriebenen Aufträgen Offerten einzureichen, wird eine Stärkung des Anbieterwettbewerbs angestrebt. Es wird davon ausgegangen, dass ein reger Wettbewerb den wirtschaftlichen und wirksamen Einsatz der zur Verfügung stehenden Mittel unterstützt und fördert.
Der Indikator bildet die Wettbewerbsdynamik auf dem öffentlichen Beschaffungsmarkt mittels der Anzahl der Offerten, die bei Ausschreibungen im offenen und selektiven Verfahren eingehen, ab. Je höher die Anzahl der Offerten, desto mehr Auswahl hat die Beschaffungsstelle. Über die durch den Wettbewerb erzielten Kosteneinsparungen kann damit allerdings keine Aussage gemacht werden.
Die WTO-Submissionsstatistik erfasst Offerten für alle im offenen und selektiven Verfahren erfolgten Vergaben der öffentlichen Hand, die den Bestimmungen des WTO-Übereinkommens über das öffentliche Beschaffungswesen unterliegen und somit die auftragsspezifischen Schwellenwerte übersteigen (Bauaufträge: 8,7 Millionen Franken, Dienstleistungs- und Lieferungsaufträge: 0,7 Millionen Franken (Sektorenunternehmen) bzw. 0,35 Millionen Franken (alle anderen Beschaffungsstellen)). Für Vergaben, die im Rahmen der WTO-Ausnahmebestimmungen oder der Bagatellklausel freihändig vergeben werden, werden keine Offerten eingeholt. Der Indikator gibt Masszahlen für die Anzahl Offerten pro Ausschreibung wider.
Publikationsdatum: 26.11.2020
Nächste Aktualisierung bis spätestens: 1.12.2021
Die Infografik sowie die Zahlen, die ihr zugrunde liegen,...
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