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Der belgische König Philippe hat am Samstag bei einem Privatbesuch in Küssnacht seiner toten Grossmutter Astrid gedacht. Diese war dort vor 80 Jahren bei einem Autounfall gestorben. Ihr Tod hatte die Menschen ähnlich bewegt wie das Schicksal von Prinzessin Diana.
Der 55-jährige Monarch landete am Samstagmorgen an Bord einer Militärmaschine auf dem Flugplatz Emmen LU. Gegen 12 Uhr traf er beim «Königin Astrid Memorial» in Küssnacht SZ ein. Mitgenommen hatte der König seinen 12-jährigen Sohn Prinz Gabriel. Für beide war es der erste Besuch an der Unfallstelle.
Die Beiden wurden bei ihrem Privatbesuch bei brütender Hitze von gegen 200 Schaulustigen, darunter zahlreiche Auslandbelgier, herzlich empfangen.
Beim mit vier Kränzen geschmückten Kreuz, das den Ort markiert, wo Astrid starb, hielten Philippe und Gabriel eine Gedenkminute ab. Das Kreuz besteht aus schwedischem Granit, denn Astrid entstammte der schwedischen Königsfamilie.
Danach besuchte der König mit dem Bezirksrat Küssnacht und weiteren Ehrengästen bei der Astrid-Kapelle eine Messe, die von einem Bruder des Klosters Einsiedeln gestaltet wurde. Anschliessend stand ein privates Mittagessen im Swiss-Chalet in Merlischachen SZ auf dem Programm.
Philippe, der dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha angehört, ist seit 2013 König von Belgien. Er folgte als ältester Sohn seinem Vater Albert II, der im Alter von 79 Jahren abdankte. Philippe hat zwei Geschwister, Prinz Laurent und Prinzessin Astrid. Mit seiner Frau Mathilde hat er vier Kinder. Prinz Gabriel ist nach Kronprinzessin Elisabeth der zweitälteste Spross.
Der König lenkte das Cabriolet
Der Unfalltod von Königin Astrid hatte vor 80 Jahren in einem ähnlichen Ausmass die Menschen bewegt, wie 62 Jahre später das Schicksal der britischen Prinzessin Diana. Das Auto war von Astrids Gatten, König Leopold III, gefahren worden.
Das Cabriolet kam kurz vor Küssnacht von der Strasse ab und fuhr in einen Baum. Astrid wurde aus dem Wagen geworfen und war sofort tot. Der König verletzte sich nur leicht.
Astrid hinterliess drei Kinder, unter ihnen die späteren Könige Baudouin und Albert. Mit einem vierten Kind war sie schwanger. Die beliebte Königin, die frei von höfischer Steifheit war, wurde durch ihren frühen Tod zur Legende.
Unfallstelle zieht Besucher an
Bis 1992 stand oberhalb der Unfallstelle der Baum, mit dem der Wagen kollidiert war. Doch während Sturm Vivian wurde der Baum umgeweht. Das Unglücksauto liegt an der tiefsten Stelle des Vierwaldstättersees. Dort war das Auto auf Wunsch des Königs hin versenkt worden.
Die Eidgenossenschaft schenkte Belgien das Land, auf dem das Königspaar verunglückt war. Zehn Monate nach dem Unfall wurde am Unfallort im Gedenken an die Königin die Astrid-Kapelle eingeweiht.
Der Unfallort ist zu einer Wallfahrtsstätte für Touristen aus Belgien geworden. Vor fünf Jahren besuchte der damalige König Albert II Küssnacht und nahm ebenfalls an einer Messefeier für seine verstorbene Mutter teil. (sda)