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In früheren Zeiten war es jeweils am Güdelzischtig ruhig in unserem Dorf. Wenn’s gut ging, liefen einem ab und zu ein zwei Maschgraden über den Weg. Und geschminkte Kinder waren auch unterwegs. Einmal, vor vielen Jahren kam eine Maschgraden-Rott von Schwyz nach Illgau und verteilte grosszügig Orangen und «Füürstei». Doch 1978 änderte sich das grundlegend. Am Güdelzischtig ging eine rund zwanzigköpfige maskierte Gruppe durchs Dorf und teilte den Kindern die begehrten Süssigkeiten aus. Schon an diesem Tag wusste man, dass es zur Gründung einer Fasnachtsgesellschaft kommen würde. Knapp drei Wochen später, am Freitagabend, 25. Februar 1978, war es dann soweit. 26 Personen fanden sich im «Sigristenhaus» zur Gründung einer Fasnachtsgesellschaft ein. Erwin Dober, 1949, «Jimmy», amtete als Tagespräsident und führte durch den Abend. Doch ganz so reibungslos ging dann die Gründungsversammlung nicht vonstatten. Es traten Bedenken auf, dass eine Fasnachtsgesellschaft die Sennengesellschaft allzu stark konkurrenzieren und gar die Sennenkilbi, die immer am Güdelmontag stattfindet, verdrängen könnte. Wortmeldungen hier und dort vermochten dann aber die vorhandene Skepsis zu beruhigen, da immer wieder betont wurde, dass die Gesellschaft einzig am Güdelzischtig aktiv sein würde. Schliesslich fand der allseits gut aufgenommene Vorschlag der Namensgebung überall Gefallen.
Eine Güdelzischtigsgesellschaft wurde gegründet
Die Gründungsmitglieder bezahlten einen einmaligen Beitrag von 20 Franken, damit man am nächsten Güdelzischtig ein paar Franken hatte um Orangen zu kaufen. Auch ein Vorstand wurde gewählt und dieser präsentierte sich wie folgt:
Präsidentin: Vreny Betschart-Betschart, 1955, Gässli;
Aktuar: Emil Heinzer, 1953, Grünegg;
Kassier: Josef Rickenbacher, 1954, Bacheggli;
Materialverwalter: Paul Betschart, 1952, Grossweid
Seither organisiert die Güdelzischtigsgesellschaft die Maschgraden-Rott. In diesen 40 Jahren leiteten vier Präsidenten die Geschicke des Vereins, wobei «Grossweid Pauli» ganze 28 Jahre das Präsidium innehatte und viel zur erfolgreichen Geschichte der Gesellschaft beitrug.
Treue Helfer und Begleiter
Die Organisation des Güdelzischtigs bringt der Gesellschaft viele Details, die es zufriedenstellend zu bewältigen gilt. Ohne die vielen treuen freiwilligen Helferinnen und Helfer würde es indes gar nicht gehen. Angefangen beim Vorstand unter der derzeitigen Präsidentin Manuela Ulrich-Bürgler, Büel 11, der für die rund 500 kg Orangen und etwa 50 kg Zückerli und anderen Süssigkeiten zum Verteilen zuständig ist; der Materialverwalterin Lilian Dober, Dörfli, die sich um die Maschgradengwändli kümmert; dem Sigristenhaus-Team, wo sich die Maschgraden verkleiden und auf ihren Auftritt warten; dem ganzen Team das die Kinderschminkaktion durchführt; dem Team rund um die «Pausenorganisatoren» bei Betschart’s Dachdeckerei (dort werden den Maschgraden unentgeltlich kalte und warme Getränke zur Verfügung gestellt); dem Team in der Mehrzweckhalle, das für Getränke und Snacks zuständig ist; der Katzenmusik Illgau die den Maschgraden-Tross den ganzen Nachmittag mit ihren kakophonischen Tönen begleitet, bis hin zum Verkehrsdienst, der für einen reibungslosen Betrieb auf der Strassenroute zuständig ist.
Der Anlass gehört mittlerweile fest ins kulturelle Leben von Illgau
Finanziert werden die Kosten einerseits durch Beiträge der Maschgraden, durch eine Sammelaktion in der Turnhalle und durch Sponsorenbeiträge von der Dorfbank und der Gemeinde Illgau. Längst ist der Güdelzischtig zu einem Tag geworden, der traditionell zum kulturellen Gut gehört und nicht mehr wegzudenken ist.