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Welchen Einfluss hatte der Kolonialismus auf die Entwicklung der Geschlechterverhältnisse in der Schweiz? Was erzählen uns Schwarze Frauenbiografien über Schweizer Geschichte und Gegenwart?
Im BiblioTalk werfen die Historikerin Jovita dos Santos Pinto und die Philosophin und Kulturwissenschaftlerin Patricia Purtschert historische Schlaglichter auf die Verbindung von Kolonialismus und Geschlecht in der Schweizer Geschichte und fragen nach ihren Auswirkungen in der Gegenwart.
Jovita dos Santos Pinto rekonstruiert im ersten Teil des BiblioTalks, wie der in der Schweiz geborene Sohn einer versklavten Schwarzen Frau in Yverdon im 19. Jahrhundert ein Leben lang «staatenlos» blieb. Rassifizierung in Kombination mit Geschlecht und Klasse bleibt bis heute ein wesentliches Kriterium für oder gegen politische Mitsprache, Partizipation, das Aufenthaltsrecht und Zugehörigkeit in der Schweiz. Patricia Purtschert geht im zweiten Teil des BiblioTalks dem Begriff des Warenrassismus nach. Sie zeigt, wie die Entstehung einer modernen Konsumgesellschaft anfangs des 20. Jahrhunderts eng verknüpft war mit kolonialen Machtverhältnissen: Die tugendhafte weisse Hausfrau wurde in Abgrenzung von rassifizierten Anderen entworfen und diente als Norm und Vorbild für die Schweizerin.
Der BiblioTalk findet in der Bibliothek zur Gleichstellung, Stadthaus Zürich, 4 Stock, statt.
Mit anschliessendem Apéro.