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Der Schweizer Meister stand im Old Trafford dem Sieg nahe. Am Ende wurde es ein Unentschieden, das nicht ausreicht, um in einem europäischen Wettbewerb zu überwintern.
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YB griff an, YB drängte auf das 2:1, YB wollte den Sieg im Old Trafford unbedingt – aber das leidenschaftliche Anrennen wurde nicht belohnt: 1:1 hiess am Schluss der Partie gegen Manchester United. Es war der vierte Punkt gegen den englischen Rekordmeister in dieser UEFA Champions League, aber das Unentschieden genügt nicht, um 2022 in der Europa League fortzufahren. Der Schweizer Meister scheidet mit insgesamt fünf Punkten aus.
«Wir sind der Underdog», hatte YB-Trainer David Wagner am Vortag erklärt, allerdings auch betont: «Wir setzen alles daran, dem Favoriten grösstmögliche Probleme zu bereiten.» Und angesprochen darauf, dass bei Manchester United einige Stars geschont werden dürften, fügte er an: «Im Kader stehen weit mehr als elf Weltklassespieler.»
Ralf Rangnick, der neue Mann an der Seitenlinie der Engländer, stellte die Mannschaft um und verzichtete unter anderem auf Cristiano Ronaldo, David de Gea, Harry Maguire oder Bruno Fernandes. In der Tat standen ihm aber immer noch viele Nationalspieler zur Verfügung. Luke Shaw etwa, der für England 19 Länderspiele bestritten hat, rückte nach neun Minuten über die linke Seite auf, seine Flanke verwertete Mason Greenwood akrobatisch zum 1:0. Der 20-Jährige debütierte 2020 für England.
Es war ein früher Gegentreffer, aber nicht ein Rückschlag, der den Young Boys arg zusetzte. Sie fanden sich immer besser zurecht, präsentierten sich mutig und verdienten sich mit ihrem Engagement auch das Glück. In der 34. Minute stoppten Fabian Lustenberger und Goalie Guillaume Faivre in einer Co-Produktion den Spanier Juan Mata. A propos Lustenberger: Der YB-Captain erlebte eine Premiere: Der Innenverteidiger gab mit 33 Jahren seinen Einstand in der Champions League.
YB investierte viel, wählte den Vorwärtsgang und setzte den Gastgeber immer stärker unter Druck. Dieses forsche Vorgehen wurde belohnt. Und wie! Nach einer Balleroberung am gegnerischen Strafraum rückt Fabian Rieder in den Mittelpunkt. Der 19-jährige Linksfuss wagte den Abschluss mit rechts und glich mit einem Traumtreffer aus – der Ball flog in die rechte hohe Ecke. Es war das zweite Auswärtstor in der Champions-League-Geschichte von YB. Das erste war Roger Assalé am 7. November 2018 beim 1:3 in Valencia gelungen. Das 1:1 war hochverdient, und es hätte vor der Pause noch besser kommen können. Michel Aebischer verpasste die Chance aber.
Die Ausgangslage war klar: YB benötigte nicht nur einen Sieg im Old Trafford, um sich noch Chancen auf den Verbleib in der Europa League auszurechnen, sondern auch Schützenhilfe von Villarreal. Die Spanier sollten gleichzeitig bei Atalanta Bergamo gewinnen. Nur: Diese Partie musste wegen starken Schneefalls kurzfristig auf Donnerstagnachmittag verschoben werden.
Der Gast aus der Schweiz investierte noch mehr und kam nach 66 Minuten zu einer vorzüglichen Gelegenheit. Quentin Maceiras setzte den Ball aber am linken Pfosten vorbei. Manchester United zeigte sich nur selten in der Offensive. Und wenn es doch einmal gelang, in den Strafraum einzudringen, bedeutete Guillaume Faivre Endstation. So stoppte der Goalie nach einer Stunde Amad Diallo.
Als die Nachspielzeit anbrach, wurden automatisch Erinnerungen an den 14. September wach. An jenen Abend, an dem Jordy Siebatcheu im ersten Duell mit Manchester United das 2:1 in der 95. Minute gelungen war. Aber die 95. Minute verstrich ohne Torerfolg, es blieb bei diesem 1:1. «Wir hätten gewinnen können, die Chancen waren vorhanden», sagte Fabian Rieder, «leider mangelte es an der Effizienz.»
Ein kleiner Trost: Die zweite Gruppenphase in der Clubgeschichte der Young Boys endet mit dem ersten Auswärtspunkt und insgesamt mit einem Punkt mehr als bei der ersten Teilnahme an der Königsklasse 2018. «Auch wenn Manchester United nicht in Bestbesetzung angetreten ist: Der Punktgewinn hier ist ein schönes Gefühl», sagte Fabian Lustenberger, «wir dürfen uns erhobenen Hauptes aus der Champions League verabschieden.»
Fabian Rieder kommt vor Juan Mata zum Abschluss. (Foto: Thomas Hodel)
[pd][dg][sst]
Spielort: Old Trafford
Zuschauer: 73'156
Schiedsrichter: Bastien (FR)
Tore:
9. Greenwood 1:0.
42. Rieder 1:1.
Auswechslungen:
61. Mengi für Shaw.
62. Sierro für Aebischer.
62. Hefti für Rieder.
62. Kanga für Siebatcheu.
68. Heaton für Henderson.
68. Shoretire für Diallo.
77. Lauper für Camara.
87. Maier für Elia.
89. Savage für Mata.
89. Iqbal für Lingard.
Ersatz:
YB: Zbinden, Laidani, Zesiger, Sulejmani, Jankewitz, Bürgy, Toure.
Manchester United: Kovar, Hardley.
Bemerkungen:
YB ohne Von Ballmoos, Garcia, Mambimbi, Fassnacht, Petignat (verletzt), Nsame, Monteiro (rekonvaleszent), Spielmann, Ammeter (nicht im Aufgebot). Debüt in der Champions League für Fabian Lustenberger und Nico Maier.
Verwarnungen:
79. Shoretire (Foul).