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|Grüebler Josef Pankraz, von (1737 - 1803)

Reichsvogt Josef Pankraz von Grüebler
geboren 24. Juli 1737, gestorben 12. Juli 1803
Er stammt aus einem um 1500 aus dem Toggenburg zugewanderten Geschlecht. Ein Urahne, Daniel Grüebler, bekleidete bereits 1567 das Amt eines Reichsvogts. Der Reichsvogt in Wil war der Stellvertreter des Fürstabtes in weltlichen Dingen und vom Reich bestellter Vorsitzender des Hochgerichts in Wil. 1772 berief Fürstabt Beda Angehrn Josef Pankraz Grüebler in dieses hohe Amt und machte ihn zum engsten Vertrauten, zum Geheimrat. Sein Vater war Franz Niklaus Grüebler, Schultheiss in Wil in den Jahren 1764 und 1766, sein Bruder Gallus Niklaus Grüebler Lehenvogt 1765 und Hofammann 1785.
Joseph Pankraz Grüeblers gehobene Stellung zeigte sich auch durch die Heirat 1764 mit Maria Anna Theresia von Bayer, welche der reichsten Kaufmannsfamilie in Rorschach angehörte. Im Mai 1795 wurde Grüebler zusammen mit seinem Schwiegersohn Johann Nepomuk Wirz a Rudenz durch den Fürstabt mit der Verleihung des "St. Gallischen Adelichen Gottshaus mannrecht-briefes" geadelt, was ihnen gestattete, den Titel eines Barons zu tragen. 1774 erbaute Grüebler einen Wohnsitz ausserhalb des Untertores, die spätere Rudenzburg. Im selben Jahr erwarb er die Herrschaft Griessenberg bei Weinfelden. Angesichts der Französischen Revolution gab er 1789 dort die Hoheitsrechte auf und verkaufte schliesslich 1795 den Landsitz. Damit hatte er die Mittel, um im selben Jahr anstelle von zwei, eventuell drei Vorgängerbauten, das Baronenhaus zu errichten. Mit dem Untergang der äbtischen Herrschaft 1798 verlor Grüebler seine Aemter. Er blieb aber ein hochgeachteter Bürger der Stadt Wil und starb hier am 12. Juli 1803, wenige Wochen nach der Gründung des Kantons St. Gallen.