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Armut ist weiblich, im Duden steht: Armut, Substantiv, feminin. Leider ist das kein Wortspiel. Neben Kindern und Langzeitarbeitslosen haben Frauen das höchste Armutrisiko. Im vorherrschenden Familienbild ist der Mann der Haupternährer. Die Frau ist in einem tiefen Pensum erwerbstätig, übernimmt den überwiegenden Teil der Familienarbeit und kümmert sich um pflegebedürftige Angehörige. Zudem kann eine berufstätige Frau erst ab einem Jahreslohn von rund 21000 Franken einer Pensionskasse beitreten. Zerbrechen Familien und reicht das Einkommen des Mannes nicht, muss die Frau (meist zusammen mit den gemeinsamen Kindern) Sozialhilfe beziehen.
Was muss sich ändern? Frauen gehören in die Wirtschaft! Eine zentrale Rahmenbedingung für eine verstärkte Erwerbstätigkeit von Frauen ist eine zahlbare familienergänzende Betreuung von Kindern. Die positiven Auswirkungen einer zahlbaren Kinderbetreuung zeigen sich in diversen Bereichen: Familien haben die Wahl, Erwerbs- und Erziehungsarbeit nach ihrem Gusto auf beide Elternteile aufzuteilen. Frauen, die das möchten, können ihre Arbeitszeit erhöhen und wissen ihre Kinder gut betreut. Wenig qualifizierte Frauen können mit einer Pensumerhöhung eher einen Jahreslohn von rund 21000 Franken erreichen und so einer Pensionskasse beitreten. Ausserdem erhöhen sie ihre Chance, auch nach einer Trennung oder Scheidung ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Dadurch sinkt ihr Armutrisiko. Gut ausgebildete Frauen profitieren von einem höheren Arbeitspensum gleich mehrfach: Sie können dadurch nicht nur ihre Pensionskassenleistung erhöhen, sondern ihr Fachwissen besser einbringen, eine berufliche Karriere lancieren und eine Führungsposition besetzen. Da Arbeitgeber bevorzugt Weiterbildungen von Angestellten finanzieren, die ein höheres Arbeitspensum haben und/oder in höheren Positionen tätig sind, erhalten Frauen mit höheren Pensen einen besseren Zugang zu Weiterbildungsmöglichkeiten und sorgen dafür, dass ihr Wissen aktuell bleibt. Dadurch reduziert sich ihr Risiko, arbeitslos zu werden. Die Wirtschaft würde durch die Erhöhung der Arbeitspensen der Frauen ebenfalls gewinnen, da damit der Fachkräftemangel reduziert und die Kaufkraft der Haushalte erhöht wird.
Von einer vermehrten Berufstätigkeit der Frauen profitieren alle.
Susanne Amrein, Allschwil
Sabine Asprion, Laufen