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Lili (Lilli) Wieruszowski (1899–1971) war eine deutsche Organistin und Komponistin, die lange Zeit in Basel lebte. Sie war eine der vier Töchter der Frauenrechtlerin Jenny Wieruszowski. Ihre Eltern waren an der Gründung des Humanistischen Mädchengymnasium in Köln beteiligt. Lili Wieruszowski studierte am Kölner Konservatorium, danach an der Hochschule für Musik Berlin. Ab 1925 hatte sie eine Anstellung als Organistin an der Charlottenburger Epiphaniengemeinde, wo sie durch ihr virtuoses Orgelspiel beeindruckte. Als Judenchristin wurde ihr aber 1933 das Orgelspiel verboten und sie ging im gleichen Jahr ins Exil nach Basel.
20 Jahre lang lebte Lili Wieruszowski in prekärer Lage unter einer andauernden Ausweisungsdrohung wegen fehlender Arbeitsgenehmigung. Danach war sie einige Jahre Organistin am Oekolampadhaus in Basel. In der Schweiz machte sie sich besonders in den 1940er und 1950er Jahren als Komponistin von Kirchenmusik einen Namen. Sie beschäftigte sich intensiv mit dem Genfer Psalter und vertonte viele Psalmen und religiöse Texte, zu denen noch keine Orgelnoten existierten.
Kompositionen von Lili Wieruszowski
Einige Psalmvertonungen fanden Eingang in das Gesangbuch der evangelisch-reformierten Kirche der Schweiz. Am bekanntesten wurden ihre Choralvorspiele für Orgel, die in zwei Sammlungen erschienen sind:
- 43 Choralvorspiele 1956, Krompholz/Bern
- 26 Choralvorspiele 1965, Hug/Basel
Ferner komponierte sie Choralkantaten und Chorsätze zu alten Choralweisen und Hugenottenpsalmen.
Quelle: www.frauenwiki-dresden.de