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Ohne Lorenzo da Ponte wären Mozarts Opern nicht zu denken. «Le Nozze di Figaro», «Don Giovanni» und «Cosi fan tutte» gehören bis heute zu den meist aufgeführten Opern auf den Theaterbühnen, u.a. weil ihre Stoffe immer noch aktuell sind. Über Mozart weiss man alles – da Ponte bleibt immer etwas im Schatten, obgleich der Mann ein mindestens so schillerndes Leben wie Mozart hatte.
In armen Verhältnissen aufgewachsen, konnte er im Alter von sechzehn Jahren Dantes «Inferno» auswendig. Aus Venedig muss Lorenzo wegen gefährlicher Liebschaften und politischer Intrigen fliehen, wie er überhaupt sein ganzes Leben lang getrieben war von hochfliegenden Hoffnungen und bitterbösen Enttäuschungen. Da Ponte war Schnapsbrenner, Lehrer, Reisender, Opernintendant, Schriftsteller, Lyriker. Ein eitler, aber mitunter auch garstiger Typ, ein ewiger Reisender.
In Kontext rollen wir da Pontes Leben auf, das sich in Venedig, Wien, London und New York abspielte. Wir lassen uns ausserdem von einer Sängerin zeigen, warum seine Texte mit Mozarts Musik so gut funktionierten. Und reden mit einer Regisseurin darüber, was ein gutes Opernlibretto überhaupt ausmacht.
Gast im Studio: Werner Hanak, Stellvertretender Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt. Er hat 2006 eine Ausstellung zu Lorenzo da Ponte kuratiert und erzählt anhand der Lebensstationen über Pontes Leben, ordnet seine Bedeutung ein und gibt ein gesellschaftlich-politisches Bild der Zeit, in der da Ponte lebte.