Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/147332

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht zu verfassen über:</p><p>1. die Erwartungen der betroffenen Leistungserbringer an die Kompetenzen der medizinischen Praxisassistentinnen und -assistenten und der medizinischen Praxiskoordinatorinnen und -koordinatoren;</p><p>2. die Adäquation von deren Ausbildung mit diesen Erwartungen;</p><p>3. die leistungsverzerrenden Konsequenzen (insbesondere effizienzmindernde und kostenerhöhende Kompetenzunternutzungen) der nichttarifären Abbildung eines Grossteils ihrer Leistungen; sowie </p><p>4. die Auswirkungen einer Reduzierung dieser Konsequenzen mittels einer verstärkten tariflichen Abbildung dieser Leistungen insbesondere im Bereich des "Chronic Care Management".</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die bundesrätliche Strategie Gesundheit 2020 sieht vor, dass Strukturen, Prozesse und Angebote des ambulanten und stationären Gesundheitssystems so weiterentwickelt und modernisiert werden sollen, dass sie den demografischen und epidemiologischen Herausforderungen sowie den medizinisch-technischen Entwicklungen gerecht werden. Damit mehr und genügend qualifiziertes Gesundheitspersonal vorhanden ist, soll die Anzahl der universitären und nichtuniversitären Aus- bzw. Weiterbildungsplätze dem Bedarf entsprechen, und die Lerninhalte sollen den Anforderungen einer koordinierten Versorgung angepasst werden.</p><p>Die Organisation der Arbeitswelt Berufsbildung MPA (Odamed) hat die Berufsprüfung Medizinische Praxiskoordinatorin/Medizinischer Praxiskoordinator (MPK) entwickelt, um für die medizinischen Praxisassistentinnen (MPA) eine berufliche Weiterentwicklung zu schaffen und von ihren auf den Praxisalltag ausgerichteten Kompetenzen noch weiter gehend zu profitieren und ihr Einsatzfeld zu erweitern. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation sieht vor, nach eingehender Prüfung diese neue Berufsprüfung Tertiär B noch in diesem Jahr auszuschreiben. Für die MPK sind zwei Einsatzbereiche vorgesehen, nämlich klinische Richtung oder praxisleitende Richtung.</p><p>Im Rahmen der Diskussion über die Stärkung der Hausarztmedizin wurden seitens der Ärzteschaft die Aufwertung der Tätigkeit der MPA und insbesondere deren Beizug bei der Betreuung von chronisch kranken Patientinnen und Patienten bereits thematisiert. Der Bundesrat hatte denn auch bereits bei der Beantwortung der Interpellation Steiert 13.4274, "Stärkung der Rolle der medizinischen Praxisassistentinnen?", Gelegenheit, darzulegen, welche Fragen aus Sicht der Krankenversicherung zu prüfen sind. Zur Frage der Eignung der im KVG enthaltenen Tarifregelungen für neue Versorgungsmodelle wurden zudem die Vor- und Nachteile bestehender Vergütungssysteme (Einzelleistungstarif, Pauschaltarif) von einem Experten beurteilt. Dieser kam zum Schluss, dass das KVG im Bereich der ambulanten Behandlungen flexibel ist und den Parteien grundsätzlich eine grosse Gestaltungsfreiheit zugesteht (Markus Moser: Zur Eignung der geltenden Tarifregelungen und Tarife nach KVG für neue Versorgungsmodelle, 21. Dezember 2012, publiziert unter <a href="http://www.bag.admin.ch/themen/krankenversicherung/00305/04216/index.html?lang=de">http://www.bag.admin.ch/themen/krankenversicherung/00305/04216/index.html?lang=de</a>).</p><p>Die Inhalte der MPA-Ausbildung sind in der Bildungsverordnung und im Bildungsplan festgelegt. Die Kompetenzen der MPK werden in der Prüfungsordnung zur Berufsprüfung MPK mit klinischer oder praxisleitender Richtung festgelegt. Basierend auf diesen rechtlichen Grundlagen kann geprüft werden, ob zusätzliche Leistungen der MPA/MPK neu als Pflichtleistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) gelten sollen oder ob allenfalls eine neue Leistungserbringerkategorie zu schaffen ist. Die interessierten Fachgesellschaften und Organisationen haben jederzeit die Möglichkeit, einen entsprechenden Antrag auf Kostenübernahme für eine neue Leistung zu stellen. Das Verfahren für die Aufnahme von neuen Leistungen in der OKP ist im KVG geregelt und erfolgt nach dem vorgegebenen und etablierten Verfahren.</p><p>In diesem Sinne ist der Bundesrat bereit, zu den Fragen 1 und 2 einen Kurzbericht zu erstellen, welcher neben den bildungsseitigen Fragen auch auf die Rolle der MPA eingeht. Da es in den Ziffern 3 und 4 aber insbesondere um die konkrete Bewertung einzelner Leistungen geht und dies Teil eines allfälligen Antrages der interessierten Kreise bezüglich Kostenübernahme ist, kann dies nicht vom Bundesrat vorweggenommen werden.</p> Der Bundesrat beantragt Annahme von Punkt 1 und 2 sowie die Ablehnung von Punkt 3 und 4 des Postulates.