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Ursachen und Beschwerden
Was meinen wir eigentlich mit dem Wort Wechseljahre?
Was meinen wir eigentlich mit dem Wort Wechseljahre?
«Wie jeder lebendige Prozess, vollzieht sich die Entwicklung eines Menschen nicht linear, sondern im Rhythmus von Übergängen» (Jahns 1983)
Die Wechseljahre, wie alle Übergänge, sind der Anfang einer neuen Lebensphase. Die soziale Dimension ist meist offenkundig: Die Kinder werden erwachsen, ziehen aus dem Haus, bekommen selber Kinder. Die eigenen Eltern bedürfen, vielleicht zum ersten Mal, Unterstützung.
Der innere Blick verändert sich. Aus dem «just-in-time»-Takt zu einer Langsamkeit, die eine Überprüfung der Prioritäten mit sich bringt. Dies kann uns eine Ermutigung sein, den erfahrbaren Gedächtnisschwund mit Gelassenheit hinzunehmen. Nach Jahren der zuverlässigen Abrufbarkeit jedes Geburtsdatums und jeder Telefonnummer ist es vielleicht nicht mehr so notwendig, das Gedächtnis mit all diesen Dingen zu füllen? Nun muss der Terminkalender präziser geführt werden … und die Lesebrille darf nicht fehlen, sie ist ein schöner Hinweis auf die Weitsichtigkeit, die sich entfalten kann.
(Colette Mergeay, Bremen 2004, Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse, «was wollen Frauen - was brauchen Frauen»)
Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben der Frau und keine Krankheit. Die Wechseljahre bezeichnen einen Zeitraum, in dem die Fortpflanzungsfähigkeit der Frau langsam erlischt und die Produktion der Hormone insbesondere der Östrogene in den Eierstöcken immer mehr abnimmt. Dieser Vorgang passiert in der Regel nicht von heute auf morgen, sondern erstreckt sich über mehrere Jahre. Bei manchen Frauen beginnen die Wechseljahre schon Ende dreissig, bei anderen erst mit fünfzig Jahren. Die letzte Regelblutung beendet die Wechseljahre und man spricht ein Jahr nach dieser letzten Blutung von der Menopause. Die Menopause liegt im Durchschnitt bei 51 Jahren.
Durch die nachlassende Produktion des Östrogens und des Gelbkörperhormones (Gestagen) durch die Eierstöcke - und damit verbunden die Veränderungen im Hypothalamus, die Steuerzentrale der Körpertemperatur und der Emotionen- kommt es zu verschiedenen Auswirkungen auf den Körper.
Die häufigsten Symptome sind: Hitzewallungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Nervosität, Verstimmungen, Zyklusunregelmässigkeiten, Veränderungen an Haut und Haaren, vermindertes Sexualverlangen und eine trockene Scheide. Zudem treten Veränderungen im Fettstoffwechsel, Gewichtszunahme und Veränderungen im Knochenstoffwechsel (Abnahme der Knochendichte) auf. Diese Veränderungen werden von der Frau subjektiv sehr unterschiedlich empfunden. Ein Drittel der Frauen hat keine, ein Drittel leichte bis mittlere und ein Drittel der Frauen haben starke Beschwerden. Die Therapiebedürftigkeit hängt von der Beeinträchtigung der Lebensqualität der Frau ab.
Wo und wie wirken Östrogene?
Wo und wie wirken Gelbkörperhormone?
Die Menopausen-Bewertungsskala soll Ihnen helfen Ihre Beschwerden/Veränderungen in dieser Phase einzuordnen.
Menopausen-Bewertungsskala (PDF)
Die Dauer der Wechseljahrbeschwerden ist individuell sehr unterschiedlich, sie können nur wenige Monate, aber auch mehrere Jahre andauern.
Die Behandlungsmöglichkeiten (Veränderung des Lebensstiles, Wunsch nach Information und Austausch, Hormonersatztherapie etc.) sind sehr vielfältig und werden in den anschliessenden Kapiteln gesondert betrachtet.
Uns ist es wichtig, Frauen in den Wechseljahren zu ermutigen, sich auf die Dynamik dieser Lebensphase einzulassen und Sie mit Informationen zu dieser Lebensphase zu unterstützen.
Dr. med. Sabine Steimann
FMH für Gynäkologie und Geburtshilfe
Speziell Reproduktionsmedizin und gyn. Endokrinologie
Klinik St. Anna
St. Anna Strasse 32
CH-6006 Luzern