Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03561.jsonl.gz/2931

Blutgruppen sind erbliche Merkmale (Antigene) auf den roten Blutkörperchen, die in Blutgruppensystemen zusammengefasst werden. Jeder Mensch gehört einer der Blutgruppen A, B, AB oder 0 (null) an.
In der Schweiz kommt die Blutgruppe A am häufigsten vor. Nicht überall auf der Welt sind die Blutgruppen aber gleich verteilt wie in der Schweiz. So findet man bei den Indianern Nord- und Südamerikas fast ausschliesslich die Blutgruppe 0, bei den Bewohnern Zentralasiens und Nordindiens sowie der umliegenden Länder vorwiegend die Blutgruppe B.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der Rhesusfaktor. 85% der Schweizer Bevölkerung sind Rhesus-positiv. In ihrem Blut findet sich
das Antigen D. Bei den übrigen 15% fehlt das Antigen D, deshalb sind sie Rhesus-negativ.
Die Blutgruppen aus dem AB0-System sind den meisten Menschen bekannt. Es gibt aber über 300 weitere Blutgruppen und jedes Jahr werden weitere entdeckt. Patienten, die wegen einer chronischen Erkrankung häufig Blutprodukte erhalten müssen, können gegen gewisse Blutgruppen aus dem Spenderblut Antikörper entwickeln. Bei einer Transfusion ohne weitere Abklärungen würde es bei diesen Patienten zu lebensbedrohlichen Nebenwirkungen kommen. Damit sie mit Blut versorgt werden können, braucht es passende Spender. Diese werden auf nationaler und internationaler Ebene aufgeboten, wozu oft grosse Anstrengungen nötig sind. Aus diesem Grund gibt es eine Datenbank mit Spendern sehr seltener Blutgruppen (Rare Donor File).
Seltene Blutgruppen kommen in allen Bevölkerungsgruppen vor, aber welche der Blutgruppen in einem Land selten sind, kann sich unterscheiden. Gewisse Proteine einer Blutgruppe, die Duffy genannt wird, fehlen zum Beispiel bei vielen Menschen afrikanischer Abstammung. Die Wahrscheinlichkeit ist grösser, für diese Menschen einen passenden Spender zu finden, der ebenfalls aus Afrika stammt.