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Der dänische Künstler und Handwerker Georg Jensen (1866–1935) hat durch die gezielte Wahl der verwendeten Materialien die von ihm entworfenen Jugendstilschmuckstücke zu erschwinglichen Produkten gemacht. Die mit Opalen besetzte repräsentative Silberbrosche zeigt die geometrisch geordnete Umsetzung eines Blütenstands.
Inspiriert von komplexen Staubgefässen wie etwa an denjenigen der Passionsblume hat Georg Jensen die filigran durchbrochene achtlappige Rosette durch Stege sternförmig verbunden. Tiefe erzielte er mit einer Schicht aus zwei vierpassigen Elementen, in deren Mitte ein bewegliches Pendel prangt. Der Opalbesatz verstärkt dessen kinetische Wirkung in idealer Weise und macht das Stück mittels Reflexen des Halbedelsteins vor der Schwärze der Zwischenräume zur Augenweide. Als Sohn eines Messerschleifers erlernte Jensen bereits mit 14 Jahren die Goldschmiedekunst und anschliessend bis 1892 an der Königlich Dänischen Kunstakademie die Bildhauerei. Seine Keramikfiguren fanden durchaus Anklang, doch für den Lebensunterhalt verdingte er sich bei der renommierten Porzellanfirma Bing & Grøndahl, gründete versuchsweise ein eigenes Keramikatelier und wirkte als Silberschmied in Mogens Ballins Kopenhagener Metallwerkstätte. Als Vorarbeiter von 30 Angestellten sammelte er dort die nötigen Erfahrungen für eine eigene Silberwerkstatt, die er 1904 gründete. Im gleichen Jahr erregte er mit 110 Arbeiten in einer Ausstellung im Kopenhagener Kunstindustriemuseum grosse Aufmerksamkeit. An seinem Stand könne man «cheap and mass-produced silverware with a perfect artistic expression» erwerben, schrieb die Kritik. Tatsächlich produzierte man in den Anfangsjahren komplett von Hand. Später verwendete Jensen etwa für die Vorderseiten von Broschen eine Stanzmaschine, um die grosse Nachfrage zu befriedigen. Trotzdem blieben zur Vollendung des Produkts sehr viele Handgriffe nötig. In seiner Manufaktur lief die Produktion nach 1904 auf Hochtouren, so dass Jensen in kurzer Zeit erweitern musste und Filialen in Berlin, London und der Fifth Avenue in New York eröffnete. Kooperationen mit Künstlern und Designern erwiesen sich bis heute als dauerhaft erfolgreiches Konzept. (Sabine Flaschberger)