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Die Verkaufszahlen sollten eigentlich die tatsächliche Entwicklung widerspiegeln. Sie sollten zeigen, welche Model-le bevorzugt werden oder welche Importeure am erfolgreichsten sind. Auch könnten sie als Indikator für die beliebteste Antriebsart gelten. Seit Juli 2012 haben diese Statistiken jedoch an Aussagekraft eingebüsst, denn damals trat das CO2-Gesetz in Kraft. Um hohe Geldbussen zu vermeiden, griffen Importeure über ihr Händlernetz auf das Mittel der Tageszulassungen sauberer Mo-delle zurück, um ihren Flottendurchschnitt zu senken. Mit Einführung des neuen Homologationsverfahrens hat sich die Situation weiter zugespitzt, weil dadurch Neuzulassungen komplizierter wurden. Der neue Prüfzyklus (WLTP) trat im September 2018 in Kraft und führte zu einem deutlichen Rückgang der Erstzulassungen (–16.8%). Der An-stieg von 18.7 Prozent im September 2019 ist in diesem Zusammenhang zu sehen und bedeutet mit rund 24 000 zugelassenen Neufahrzeugen, so vielen wie im September 2017, im Grunde nichts anderes als die Rückkehr zum vorher üblichen Ni-veau. Das Ergebnis für die ersten neun Monate des Jahres 2019 lag sogar leicht über dem des Vorjahres (+0.5%), obwohl die Zahlen einiger Monate im Minus lagen.
Höhen und Tiefen
Die positiven und negativen Zeichen, die von den Marken Monat für Monat registriert werden, müssen hinsichtlich der CO2-Emissionen interpretiert werden, wobei die Importeure clevere Berechnungen anstellen, damit sie nicht zu viele verbrauchs-starke Fahrzeuge verkaufen, wenn sie diese Verkäufe nicht gleichzeitig durch umweltfreundliche-re Modelle kompensieren können. Da Opel ein gros ses Kontingent des Modells Ampera-E aus den USA bezogen hat, kann die ehemalige Tochtergesellschaft von GM künftig mehr politisch weniger korrekte Fahrzeuge zulassen. 2020 werden mit dem Inkrafttreten des Grenzwertes von 95 Gramm CO2 pro Kilometer die Karten neu gemischt. Es sollte auch daran erinnert werden, dass einige Luxusmarken, die von diesen Limiten ausgenommen sind (oder Ausnahmeregelungen erlangt haben), ihre Geschäftsergebnisse langsam, aber sicher verbessern. Beispielsweise legt die legendäre Corvette mit 70 Prozent mehr Zulassungen als im Vorjahr kräftig zu. Hervorzuheben ist auch das gute Verkaufsergebnis von Alpine in diesem Jahr, das im Vergleich zum Vorjahr um 52.3 Prozent gestiegen ist. Mercedes hat bei den Verkaufszahlen im September – zum dritten Mal in diesem Jahr – Volkswagen überholt und an der Spitze abgelöst. Auch Tesla zeigt mit einem Plus von 203.6 Prozent im September weiterhin positive Vekaufszahlen. Alternative Antriebe trugen im September mit 16.2 Prozent zu zent den Neuzulassungen bei und erreichten damit einen Rekordwert. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie viele dieser Verkäufe nicht nur Tageszulassungen sind, mit denen die Importeure den Durchschnitts-Flottenwert der CO2-Emissionen senken wollen.