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Der Komodowaran Naga des Grossaquariums Aquatis in Lausanne wurde vergangenen Dienstag eingeschläfert. Die Anschaffung eines Ersatztiers steht schon zur Diskussion. Die Fondation Franz Weber fordert das Aquatis auf, vom Erwerb eines neuen Komodowarans abzusehen.
Am Dienstag, 28. September bemerkten die Tierpfleger, dass sich Naga auffällig verhielt. Es stellte sich heraus, dass der Komodowaran halbseitig gelähmt war. Nach einer Untersuchung des Tiers war die Diagnose klar: Bandscheibenvorfall nach Sturz. Bei der Untersuchung wurde auch ein Geburtsfehler an der Halswirbelsäule festgestellt. Ob der Geburtsfehler dazu führte, dass das Tier stürzte, ist unklar.
Der Komodowaran Naga war bei seinem Tod gerade einmal 10 Jahre alt. Wie viele grosse Reptilien, sind Komodowarane in freier Wildbahn sehr langlebig. «Die männlichen Tiere können mit über 60 Jahren doppelt so alt werden wie die Weibchen.», präzisiert Dr. Monica V. Biondo, Biologin der Fondation Franz Weber.
Naga war eine der Hauptattraktionen des Aquatis. Dies nicht nur weil er über 2.5 Meter lang war, sondern auch, weil er zu den weltweit seltensten Tieren gehörte. Der in Indonesien einheimische Varanus komodoensis wird immer rarer. In der Wildnis gibt es geschätzt nur noch 3ˈ500 dieser eindrücklichen Tiere. So dass die grösste Echse der Welt kürzlich auf der Roten Liste der IUCN von «gefährdet» auf «stark gefährdet» hochgestuft wurde. Das heisst, sie gilt als vom Aussterben bedroht.
Laut der Datenbank des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) wurden von 2009 bis 2019 fast 100 Komodowarane in freier Wildbahn gefangen und an Zoos auf der ganzen Welt verkauft, obwohl die Art als gefährdet galt.
Gleichzeitig führen Zoos ein Zuchtprogramm für diese Reptilien durch, aber nur, um sie in Gefangenschaft zu halten: Tatsächlich wurde noch nie ein Komodowaran eines Zoos ausgewildert. Dass dies in Zukunft geschehen wird, scheint unwahrscheinlich, da der Genpool der durch das Zuchtprogramm hervorgebrachten Tiere sehr schlecht ist.
«Die Zooindustrie trägt zum Rückgang der Art bei, indem sie Komodowarane in Gefangenschaft hält. Zuchtprogramme haben keinen positiven Einfluss auf den gefährdeten Status dieser Tiere.», sagt Vera Weber, Präsidentin der FFW.
Doch die Betreiber von Aquatis haben bereits angedeutet, dass sie in naher Zukunft einen neuen Komodowaran erwerben werden – diesmal ein Weibchen. Die FFW fordert Aquatis auf, dieses dem Artenschutz zuwiderlaufende Projekt aufzugeben.