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Prof. Dr. Rolf Max Kully
Solothurn
Johann Peter Hebel – Leben und Werk
Es gibt Dichtwerke, die in ihrer Art vollkommen sind und an denen kein Wort geändert werden darf, wenn nicht das Ganze zerstört oder zumindest beeinträchtigt werden soll. Dazu gehören viele Gedichte von Goethe und fast der gesamte Matthias Claudius, dazu gehören Johann Peter Hebels «Alemannische Gedichte», aber auch seine Kalendergeschichten und nicht zuletzt seine Briefe. Die «Alemannischen Gedichte» stehen uns Schweizern natürlich besonders nahe, sind sie doch in einer veredelten Form unserer täglichen Umgangssprache abgefasst.
Der Referent hat sich vor Jahren intensiv und seither immer wieder mit Hebel beschäftigt. Neben einer Auswahl aus dem Werk und einem biografisch-bibliografischen Realienbuch für Germanisten hat er mehrere Aufsätze zu Hebels Kunstverständnis, zu seiner Beziehung zur Schweiz oder zu einzelnen Gedichten verfasst. Im Frühling 2005 erhielt er den «Hebeldank» der Hebelstiftung Lörrach. Der Vortrag wird nicht so sehr eine kritische Auseinandersetzung mit Hebel und seinem Werk, als vielmehr eine Hommage an den grössten Dichter alemannischer Sprache sein.
Rolf Max Kully, geboren 1934 in Solothurn, wuchs in Grenchen auf. Er besuchte das Lehrerseminar Solothurn, unterrichtete einige Jahre in Himmelried und studierte danach in Basel und München. Nach dem Doktorat war er Assistent in Basel und habilitierte sich. Im Jahre 1974 wurde er als Professor an die Université de Montréal berufen. Von 1984 bis 1998 wirkte er als Direktor der Zentralbibliothek Solothurn; von 1984 bis 2002 war er Privatdozent, später ausserordentlicher Professor an der Universität Basel. – Von 1984 bis 1989 war er «Altgeselle» der Töpfergesellschaft Solothurn.