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In Seebach gab es im Jahre 2002 einen kurzen Nachmittag lang auch eine Lastwagenwendeschleife und zwar exakt dort, wo sich normalerweise die Tram- und Buswendeschleife der Tramendstation Seebach befindet. Sie war, so jedenfalls die Meinung eines ausländischen Chauffeurs auch dafür geeignet, jenen Berufskollegen, welche von Glattbrugg her kommend mangles geeigneter Ortskenntnisse ihr Ziel verpassten und bis nach Seebach weiter fuhren, die Möglichkeit zu geben, ihr langes Gefährt zu wenden. Zu diesen Personen gehörte auch ein Chauffeur aus einem etwas ferneren europäischen Land, den ich in einem 40-Tönner mit Anhänger an der Tramendstation vorbei fahren sah. Die Beschriftung auf den Seitenflächen seines Lastwagens verrieten dies eindeutig, nur habe ich längst vergessen, woher er kam. Doch in Erinnerung geblieben ist, dass der Name der Firma fast so lang war, wie der Lastwagen. Ich sah den 40-Tönner, als ich auf einem meiner periodischen Foto-Spaziergänge durch Seebach unterwegs war und kurz zuvor mein Auto auf dem dortigen Parkplatz abstellte.
Nach einem kurzen Abstecher zum Elefantenhaus kehrte ich auf den Parkplatz zurück, um nun die Katzenbachstrasse westwärts in Angriff zu nehmen. Da erkannte ich den 40-Tönner wieder, wie er in den nur für Personenwagen gedachten Parkplatz hinter der Tramendstation einbog (!) und wunderte mich einerseits, wie der virtuose Chauffeur diese Kurve meisterte ohne die parkierten Wagen zu berühren und andererseits, als ich mir vorstellte, wie er sein Riesengefährt auf dem fast vollen Parkplatz um 180° zu wenden gedachte. Das war schlicht unmöglich, doch wenige Sekunden später erkannte ich die wahre Absicht des Chauffeurs: Er wollte gar nicht auf dem Autoparkplatz wenden, sondern zwischen den einzelnen gedeckten Veloständern hindurch schlüpfen und dann wie ein 768er Bus wieder in die Schaffhauserstrasse Richtung Glattbrugg einbiegen. Wie genial!
Doch da hatte der Chauffeur die Rechnung ohne die gedeckten Veloständer gemacht, denn die standen leider nicht genau im richtigen Winkel für den Lastwagen, sondern etwas schräg. Obwohl zwischen ihnen eigentlich genug Platz gewesen wäre für einen 40-Tönner, streifte der Fahrer das Wellblechdach des einen Veloständers und so bremste der Chauffeur sein Gefährt sofort ab, um nicht seine Plache oder das Dach des Veloständers zu beschädigen. Nun fuhr er etwas rückwärts und holte etwas weiter aus, doch nun berührte er das Dach des Veloständers auf der anderen Seite. Also fuhr er wieder etwas zurück und versuchte es mit etwas weniger Ausholen, doch nun berührte er gleich beide Veloständer und war endgültig blockiert: Ohne seine Plachen aufzuschlitzen, wäre er nicht durchgekommen.
Blockiert waren auch jene Autofahrer, welche ihren Wagen abholen wollten, denn der Lastwagen stand ihnen im Wege. Der Chauffeur stieg nun aus und sah sich die Bescherung aus der Nähe an und kratzte sich etwas verlegen am Kinn. Was dann weiter geschah, weiss ich nicht, denn ich begab mich auf meine Fototour.
Als ich etwa anderthalb Stunden später zum Parkplatz zurück kehrte, war der 40-Tönner verschwunden und die Veloständer wiesen keine Beschädigung auf. Ich konnte nur schlussfolgern, dass Passanten Hilfe herbei riefen und diese einen der Veloständer aus der Befestigung schraubten und zur Seite schoben, damit der geplagte Chauffeur sein Gefährt befreien und weiter fahren konnte.