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Einem Grossteil der Menschen in der Schweiz ist die eigene Blutgruppe nicht bekannt. Die Blutgruppen A Rhesus-positiv und 0 (null) Rhesus-positiv sind landesweit mit 40% respektive 35% am stärksten vertreten. Seltener sind Rhesus-negative Blutgruppen und die sogenannten Universalspender. Bei einer Bluttransfusion sind die Blutgruppen von grösster Bedeutung.
Die Geschichte der Blutgruppen-Entdeckung ist relativ jung. Mit Bluttransfusionen wurde zwar schon länger experimentiert, jedoch meist mit ungünstigem Ausgang für behandelte Patienten, da das Wissen zur Verträglichkeit fehlte. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts bemerkte der Österreicher Karl Landsteiner, dass das Blut zweier Menschen bei Kontakt oft verklumpte, sich in manchen Fällen aber vertrug. In der Folge entdeckte er 1901 das AB0-System der Blutgruppen und 1940 zusammen mit zwei Kollegen den Rhesusfaktor.
Warum vertragen sich bestimmte Blutgruppen nicht?
Jeder Mensch gehört einer der Blutgruppen A, B, AB oder 0 an. Blutgruppen sind erbliche Merkmale (Antigene) auf den roten Blutkörperchen. Damit hängt die Verträglichkeit zusammen. Wichtig zu verstehen ist, dass der Körper Eindringlinge und Fremdkörper umgehend bekämpft. Deshalb darf die Blutgruppe eines Spenders vom Körper des Patienten nicht als «fremd» wahrgenommen werden.
Universalspender
Spendermit der Blutgruppe 0 Rhesus-negativ werden als Universalspender bezeichnet, da ihr Blut von Patienten mit allen Blutgruppen vertragen wird. Es kann daher auch im Notfall sofort eingesetzt werden.
Die Blutgruppe A verfügt beispielsweise über das Merkmal A, jedoch nicht über das Merkmal B. Das Merkmal B ist ihr also fremd, weshalb sie die Blutgruppen B und AB auch als andersartig erkennt und bekämpft. Der Patient mit Blutgruppe A kann deshalb nur Spenden der Blutgruppe A und der Blutgruppe 0 erhalten. Bei der Blutgruppe 0 sind keine Merkmale vorhanden und sie löst deshalb bei keiner der anderen Blutgruppen eine Abwehrreaktion aus. Ebenfalls entscheidend ist der Rhesusfaktor: Rhesus-negative Menschen vertragen kein Blut von Rhesus-positiven Menschen.
Blutgruppenverteilung in der Schweiz
Wie eingangs erwähnt kommt in der Schweiz die Blutgruppe A Rhesus-positiv am häufigsten vor, gefolgt von 0 Rhesus-positiv. Mit 15% der Bevölkerung eher schwach vertreten sind Rhesus-negative Blutgruppen.
Sehr seltene Blutgruppen
Grundsätzlich gehört jeder Mensch einer Blutgruppe aus dem AB0-System an. Manchmal kommt es aber vor, dass Patienten Antikörper gegen die gängigen Blutgruppen gebildet haben. Bei einer herkömmlichen Transfusion würde es bei diesen Patienten zu lebensbedrohlichen Nebenwirkungen kommen. Damit sie mit Blut versorgt werden können, braucht es passende Spender. Diese werden auf nationaler und internationaler Ebene aufgeboten, wozu oft grosse Anstrengungen nötig sind. Aus diesem Grund gibt es eine Datenbank mit Spendern sehr seltener Blutgruppen (Rare Donor File).
Nicht überall auf der Welt sind die Blutgruppen aber gleich verteilt wie in der Schweiz. So findet man bei den Indianern Nord- und Südamerikas fast ausschliesslich die Blutgruppe 0, bei den Bewohnern Zentralasiens und Nordindiens sowie der umliegenden Länder vorwiegend die Blutgruppe B.
Blutversorgung sichern
Im Zusammenhang mit der Blutversorgung in der Schweiz sind die Blutgruppen ebenfalls von grosser Bedeutung. Blut ist nur beschränkt haltbar, weshalb die Nutzung des wertvollen Heilmittels sorgsam geplant und auf den Bedarf der Spitäler abgestimmt werden muss. Das ist keine leichte Aufgabe: Nicht jede Blutgruppe wird zu jeder Zeit und in jeder Region gleich stark benötigt. Es kommt deshalb oft vor, dass Spenderinnen und Spender nach Blutgruppe eingeladen werden. Das Ziel ist, den richtigen Spender zur richtigen Zeit am richtigen Ort aufzubieten.
Wie finde ich meine Blutgruppe heraus?
Bei einer Blutspende erfährt der Spender kostenlos, welcher Blutgruppe er angehört. Aber auch seinen Hausarzt kann man bitten, bei der nächsten Untersuchung die Blutgruppe zu bestimmen.
Neuspender gewinnen
Durch die Europameisterschaft 2016 ist Fussball derzeit wieder ein grosses Thema. Viele der Spieler engagieren sich auch neben dem grünen Rasen für den guten Zweck. Dazu gehört Fussballstar Cristiano Ronaldo. Blutspende SRK Schweiz nutzt sein Engagement, um besonders jungen Menschen damit die Wichtigkeit von Blutspenden näherzubringen. Neben Ronaldo unterstützen weitere Persönlichkeiten aus der Fussballwelt die Aktion – auch einige aus der Schweiz. Mehr dazu unter http://sieger.blutspende.ch
Text und Grafiken: Blutspende SRK Schweiz.
Dieser Text wurde im „samariter“, der Verbandszeitschrift des Schweizerischen Samariterbundes, (Ausgabe 6/7, 2016) veröffentlicht. Lesen Sie die Zeitschrift online auf www.samariter.ch