Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03632.jsonl.gz/938

Meine Kräfte sind zu Ende, Herr, nimm mich in deine Hände!
Herr Pfarrer Thomas Graf, Pfarrkreis Untergäu hielt in der Kapelle der katholischen Kirche St. Gallus in Wangen bei Olten die evangelisch reformierte Predigt anlässlich der Trauerfeier von Ida Elisa Linder-Meier.
Pfarrer Graf informierte die Trauergemeinde über das intensive Leben der am Donnerstag, 13. Oktober 2016 Verstorbenen indem er die knapp 100 Jahre in einen Kontext zur weltgeschichtlichen Lage setzte.
Ida Elisa wurde am Freitag, 23. Februar 1917 in Lüchingen geboren. Am gleichen Tag beschloss der Bundesrat die Einführung von fleischlosen Tagen am Dienstag und Freitag. Die Februarrevolution von 1917 beendete die Zarenherrschaft in Russland. Der Name geht auf den damals in Russland geltenden Julianischen Kalender zurück, denn nach diesem begann die Revolution am 23. Februar. Nach gregorianischer (westlicher) Zeitrechnung ist das bereits der 8. März.
Als Jugendliche erlebte sie dann die goldenen Zwanzigerjahre welche Insgesamt auch nur eine Phase der relativen, nicht der absoluten Stabilisierung nach dem 1. Weltkrieg bedeutete. 1939 – noch vor dem 2. Weltkrieg lernte Ida an ihrem Arbeitsort bei Kleider Frey ihren späteren Mann, den zwei Jahre jüngeren Eduard (Edi) Linder kennen als Ida damals als Kontrollerin tätig war.
Gemeinsam nahmen sie dann am Aufschwung der dritten Industrierevulotion um 1970 (auch digitale Industrierevolution genannt) und Tante Ida erlebte selbst die vierte Industrierevolution um 2015 auf Basis von Cyber Physischen Systemen noch. Die Ehe blieb allerdings kinderlos und so konnten sie sich ein Haus an der Hubelstrasse 43 in Wangen leisten.
Edi verstarb 75 jährig. Seit 1990 lebte Tante Ida also alleine in ihrem Haus und pflegte regen Kontakt zu ihrer Schwester Hulda Meier aus Zürich welche knapp 105-jährig im Februar 2015 verstarb.
Im Oktober 2015 erkrankte Ida im hohen Alter an einer Lungenentzündung und konnte darnach nicht mehr zurück in ihr geliebtes Heim. Im Alterszentrum Marienheim in Wangen lebte sie eher zurückgezogen bis Gott sie zu sich rief.
Pfarrer Thomas Graf führte die kleine Trauergemeinde mit der Urne zum Gemeinschaftsgrab am süd-östlichen Teil des Friedhofs wo die Angehörigen und Freunde endgültig Abschied nahmen von Tante Ida. Noch ein letzter Gruss mit weissen Rosen und Ida’s Asche wurde der Erde zurückgegeben. .
Meine Kräfte sind zu Ende und das Leben ist vorbei,
nimm mich, Herr; in deine Hände,
mach mich selig, mach mich frei!
Wir wollen nicht trauern, dass wir sie verloren haben, sondern dankbar sein dafür, dass wir sie gehabt haben!
Darnach dislozierten viele Trauernde zum Leidmahl ins Restaurant Gäuerstübli in Wangen, wo Annelies und Albert M.. ein feines Essen organisiert hatten.
Einen besonderen Dank geht daher an sie weil sie die Verstorbene in den letzten Jahren eng begleiteten sondern auch an Rosmarie A. für die langjährige Nachbarschaftshilfe. Als Ida bis zum Vorjahr noch in ihrem eigenen Heim wohnte begleitete Rosmarie sie zu Einkäufen oder anderen Dienstleistungen.
Ohne diese Nachbarschaftshilfe hätte Ida schon länger professionelle Hilfe beanspruchen müssen! Vielen tausend Dank im Namen der Nichten und Neffen von Tante Ida!
Grosser Gott wir loben Dich