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Darauf haben Gärtnerinnen und Gärtner gewartet... Die Sache liegt allerdings komplizierter als es scheint und wurde an der Universität Tübingen entdeckt: Wenn Süsswasserschnecken der Art Marisa cornuarietis in ihrer embryonalen Entwicklung zu einem bestimmten Zeitpunkt gestört werden, so kriechen sie ihr ganzes weiteres Leben ohne Häuschen herum.
Bild: Marisa cornuarietis/Universität Tübingen
Es war Zufall, dass die Forscherin Rahphaela Osterauer am Institut für Evolution und Ökologie der Universität Tübingen entdeckte, dass Platin-Ionen, ein Stoff, der in Abgaskatalysatoren vorkommt, Schnecken-Embryonen derart beeinflussen können, dass die Jungschnecken ohne Häuschen aus den Eiern kriechen. Weitere Experimente zeigten, dass diese Beeinflussung nur an ein bis zwei Tagen der Embryo-Entwicklung die festgestellte Wirkung zeigte. Der Einfluss von Platin führte ausserdem zu einer veränderten Lage der Kiemen und des Mantels.
Die Veränderung durch Platin führt allerdings nicht zu einer genetischen Veränderung. Allerdings vermuten die Forschenden, dass gewisse Gene aus- oder eingeschaltet werden können und dass dies während der Evolution von Körperformen von Weichtieren bedeutsam war. Weitere Forschungen auf diesem Gebiet sind vorgesehen.
Aufgelesen in Grüner Anzeiger 6/2010
Mehr Informationen bei der Universität Tübingen.
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