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Die zwei wichtigsten Sandelholzarten sind Santalum album (in Indien, Indonesien und anderen tropischen Länder heimisch, Öl-Export = ca. 70 Tonnen pro Jahr) und Santalum spicatum (Australisches Sandelholz; Öl-Export = ca. 20 Tonnen pro Jahr). Während Santalum spicatum vor allem von Aromatherapeuten verwendet wird, ist in der Parfumerie vor allem Santalum album von Bedeutung. Um 1800 waren auch hawaiianische Sandelholzarten im Handel, jedoch wurden diese dermassen gerodet, dass nach 1825 praktisch weder Holz noch Öl exportiert werden konnte. Heutzutage steht es um die Wildvorkommen wieder besser.
Umgangssprachlich wird in der Parfumwelt von West Indian Sandalwood (Amyris balsamifera) sowie von East Indian Sandalwood (Santalum album) gesprochen. Westindisches Sandelholz, welches eigentlich gar kein Sandelholz ist, riecht nicht so edel, warm und weich wie das echte, sondern holziger und trockener und kostet auch 23 Mal weniger. Das eigentliche Sandelholz, Santalum album, wird vor allem in Australien, Indien, Indonesien und Sri Lanka angebaut. Da das Holz stark gerodet wurde und selbst durch Kultivierung der weltweite Bedarf nur ungenügend gedeckt werden kann, ist das Sandelholzöl zu einem teuren Parfumingredienz geworden, welches nur noch spärlich eingesetzt wird. Viele der klassischen Parfums, so z.B. das orientalische Shalimar von Guerlain, haben früher sicher grössere Mengen Sandelholzöl enthalten als heuer. Durch den Anstieg der durch Sandelholz verursachten Kosten mussten Parfums neu formuliert werden. Glücklicherweise hat man in Australien vor einigen Jahren mir der Kultivierung von Santalum album im grossen Stiele begonnen. Bald werden die ersten Bäume geerntet werden können und die Nachfrage besser gedeckt werden, was den Sandelholzpreis hoffentlich ein bisschen sinken lassen dürfte und die bedrohten Wildvorkommen in Indien von weiterer Abholzung schützen könnte. Illegales Holzschlagen ist leider immer noch Realität, trotz vorhandenen staatlichen Erntekontrollen.
In Indien werden auch Statuen aus wohlriechendem Sandelholz gefertigt, hier ein heiliger Elefant.
Nebst dem natürlichen Sandelholzöl greifen Pafümeure gerne auch auf synthetisch hergestellte Substanzen zurück. So z.B. auf Javanol, welches unter Parfuminteressierten vor allem durch das Duftwässerchen Molecule 04 bekannt wurde, mit der Beschreibung: „Ein kraftvolles, zugleich weiches Sandelholz-Molekül der neusten Generation. Damit offenbart sich Sandelholz auf völlig neue Weise: ohne jede Schwere, dafür mit einer ungekannt weichen, glänzend-schimmernden Frische.“ Je nach Gusto und Kostendruck wird deshalb mit reinem Sandelholzöl, mit Molekülen abgeändertes Öl oder rein mit Molekülen gearbeitet. Auch künstlich hergestellte Sandelholzduftinterpretationen können angenehm riechen und wundervolle Parfums ergeben. Während bei der Kreation von Parfums für den Massenmarkt eher synthetisches Sandelholzöl verwendet wird, wird für auf das Luxussegment abzielende Düfte vermehrt echtes Öl verwendet (das gleiche gilt für das teure Oud bzw. Adlerholzöl).
Damit Sandelholzbäume geerntet werden können, müssen sie mindestens 15 Jahre alt sein, idealerweise sind sie für ein höchstqualitatives Extrakt 30 Jahre alt, und für eine maximale Ausbeute 60 Jahre, da sie erst dann denn höchsten Ölgehalt erreichen. Einer der grössten Produzenten, welcher in Zukunft vermutlich Hauptversorger der weltweit jährlich produzierten 70 Tonnen werden wird, ist Australien, wo Santalum album im Norden kultiviert wird (z.B. Kununurra). Da das Sandelholzöl sehr wertvoll ist, wird beim Ernten der ganze Baum inklusive Wurzeln herausgerissen und prozessiert. Das Holz wird zerkleinert und einer Wasserdampfdestillation unterzogen, seltener auch einer CO2-Extraktion.
In der uralten indischen Parfumtradition nimmt Sandelholzöl eine wichtige Rolle ein. Bei der Produktion der Attars (das indische Parfum) werden Pflanzen durch Wasserdampfdestillation extrahiert, wobei das dabei kondensierende Öl direkt in Sandelholzöl geleitet wird. Die Produktion von Attars kann mehrere Tage dauern und erfordert viel Know-how. Bei dieser Methode der Parfumherstellung wird das Parfum als reines Öl quasi direkt durch Destillation produziert, wohingegen in der westlichen Parfumproduktion die Duftstoffe nach ihrer Gewinnung in bestimmten Verhältnissen zusammengemischt werden. Manche Attars reifen, wie guter Wein, über die Zeit.
Der Duft des edlen Sandelholzöls kann mit warm, weich, cremig, schwer und voluminös umschrieben werden. Wie die meisten aus Holz gewonnenen Öle gehört es zu den Basisnoten der Duftpyramide und fungiert als Fixativ von flüchtigeren Parfumkomponenten, z.B. in floralen oder zitrischen Duftkompositionen. Verwendet in Parfums, z.B. in orientalischen Kreationen oder Chypre-Düften, veredelt es den Duft und pflegt auch gleich die Haut.
In der Kosmetik wird es nebst dem Geruch vor allem wegen der pflegenden Eigenschaften der Haut verwendet. Das heilende Öl gilt zusätzlich als Aphrodisiakum, hilft zu entspannen und soll die Schlafqualität verbessern, gerne wird es auch zu meditativen Zwecken verwendet. Sogar in der Traditionellen Chinesischen Medizin sowie in der Traditionellen Indischen Medizin (Ayurveda) ist es von Bedeutung.