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Die Magdalena-Einsiedelei in Räsch bei Düdingen ist in den Felswänden über dem Schiffenen-Stausee eingegraben. Sie besteht aus verschiedenen Räumen mit einer Gesamtlänge von 120m.
Bereits 1448 wird eine Einsiedlerwohnung im Weiler Räsch erwähnt. Ab 1609 ist der "Waldbruder zu Sankt Marien Magdalenen" aktenkundig. Zur Gestaltung der Raumflucht haben jedoch vor allem die Einsiedler Johann Dupré und sein Gehilfe Johann Liecht in den Jahren zwischen 1680 und 1708 beigetragen.
Die beiden Einsiedler gruben 20 Jahre lang von Hand Räume in die bröckelige Molasse. Sie vergrösserten die bereits seit dem XV. Jahrhundert vorhandenen Höhlen und schufen eine riesige Einsiedelei mit Kapelle, Sakristei, Glockenturm, Vorzimmer, Holzschuppen, beheiztem Schlafzimmer, Küche, Speiseraum, Heizraum, Treppen, Atelier, Klause, Keller und Terrasse. Insgesamt ist die Anlage 120 Meter lang. Es fehlt an nichts: Eine von innen zugängliche Quelle stellt die Wasserversorgung sicher und im Garten gedeihen Früchte und Gemüse, sowie Blumen zur Dekoration der Einsiedelei.
Hier lebten Mönche, die mit dem Leben in der Gemeinschaft gebrochen hatten, und Laizisten ein einsames Höhlenleben. Diese Einsiedler werden als «Brüder des Waldes der Heiligen Maria Magdalena» bezeichnet. Manche haben regionale Berühmtheit erlangt. Der letzte Bewohner dieser Residenz aus Stein zog 1967 aus.
Die Pfarrei Düdingen ist Eigentümerin der Einsiedelei. Um sie vor einem Einsturz zu bewahren und für die Öffentlichkeit zu erhalten, hat die Pfarrei in den Jahren 2005/06 umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt.
Die Einsiedelei beherbergt ein erst in jüngerer Zeit erkanntes geologisches Phänomen: Der wellenartig geformte Sandsteinboden zeugt von fossilen Sanddünen, die in einem tertiären Meer entstanden sind. Nach den Grabarbeiten zur Errichtung der Einsiedelei im 17. Jahrhundert hat die natürliche Erosion die ursprünglichen Sandstrukturen wieder zum Vorschein gebracht.
Der Besucher bewegt sich somit auf Sandsteindünen, die vom Vorhandensein eines Meeres in Freiburg vor ungefähr 20 Millionen Jahren zeugen. Die Lokalität wurde zu einem Geotop erklärt und ist erdgeschichtlich schützenswert.
Gruppenbesuche auf Anfrage beim Kath. Pfarramt (Tel. +41 (0)26 492 96 20)
Öffnungszeiten:
April und Oktober: 9:00-18:00 Uhr
Mai bis September: 9:00-20:00 Uhr
Eintritt frei