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Dolly Röschli
Dolly Röschli wurde im Jahr 1975 geboren und wuchs in Wyssachen im Emmental auf. Schon als Kind sei ihr, so berichtet Dolly Röschli, ihr verstorbener Urrossvater erschienen. Nach der Schule begann Röschli eine Ausbildung in Klavierspiel am Konservatorium, brach diese aber nach einem Jahr ab und absolvierte eine Lehre als Anwaltsassistentin. In dieser Zeit wurde sie mit Esther Meister aus Roggwil bekannt, bei welcher sie in die Jenseitskontakte eingeführt wurde. Röschli besuchte eine Zeitlang den medialen Zirkel, welche Esther Meister anbot.
Ab dem Jahr 1994 besuchte Dolly Röschli auf Empfehlung von Esther Meister hin das Arthur Findlay College in Stansted in Grossbritannien, welches als die renommierteste Ausbildungsstätte für Mediumismus im Sinne des englischen Spiritualismus gilt. Hauptberuflich war Dolly Röschli ab 1996 als Flight Attendant tätig, und gab nebenher mediale Sitzungen, zuerst im Bekanntenkreis. Im Jahr 1998 wird sie von Roger Steiner eingeladen, an einer Jenseitsdemonstration mitzuwirken. Weitere Auftritte mit anderen Medien folgten, nach und nach fanden sich Kunden für mediale Beratungen ein. Dolly Röschli wechselte ums Jahr 2000 herum von der Airline zu einer Teilzeitstelle im Büro. Im Jahr 2003 machte sie sich als mediale Beraterin selbständig. Sitzungen bot sie in ihrer damaligen Wohnung im Züricher Seefeld an und im damaligen Zentrum der Schweizer Parapsychologischen Gesellschaft in Zürich.
Im Jahr 2004 wird Dolly Röschli in die Sendung „Aeschbacher“ des Schweizer Fernsehens eingeladen, was ihre Bekanntschaft enorm steigerte. Weitere Medienberichte folgten, und die Zahl der Beratungen stieg steil an. In den folgenden Jahren war Dolly Röschli aber besonders durch ihre drei Kinder gefordert, die mediumistische Tätigkeit trat etwas zurück. Erst in den letzten Jahren trat Dolly Röschli wieder häufiger als Medium auf, etwa durch ihr Buch „Hallo Jenseits. Mein Dialog mit der geistigen Welt“, 2018, das in der Schweizer Presse hohe Beachtung fand.
Dolly Röschli vertritt die Vorstellungswelt des englischen Spiritualismus, der davon ausgeht, dass die Verstorbenen nach ihrem Tod weiterexistieren und mit den Lebenden über Medien in Kontakt treten können.
Ursprünglich reformiert aufgewachsen vertritt Dolly Röschli heute ein esoterik-nahes Gottesbild: „Ich glaube an eine göttliche Energie. Aber nicht an einen strafenden, rachsüchtigen Gott. Gott ist Liebe. Jeder besitzt das Göttliche in sich. Wir sind ein Teil Gottes, wir sind seine Kinder. Wer würde seine Kinder mit ewiger Verdammnis bestrafen?“ (Dolly Röschli, Hallo Jenseits, s. 126).
Wichtig sind Dolly Röschli die Zehn Gebote und das Vaterunser: „Im Vaterunser steckt eine unglaubliche Kraft. 2,1 Milliarden Christen kennen es. Würden es alle diese Menschen gemeinsam beten, könnte diese Kraft viel Gutes bewirken. Es ist wie ein Mantra, das durch die stetige Wiederholung seine Kraft behält und wirkt.“ (Röschli, Jenseits, s. 149)
Dolly Röschli rechnet mit Reinkarnation und Karma: „Die guten wie die schlechten Taten, die wir im Leben vollbringen, werden uns im Jenseits, und auch im nächsten Leben anhaften. Nichts bleibt vergessen. Und so sind wir alle auf verschiedenen Stufen in der Entwicklung unserer Seele.“ (Röschli, Jenseits s. 129).
Ihre Vorstellung vom Jenseits sieht Dolly Röschli in Hollywood-Produktionen gut wiedergegeben: „Es gibt Filme, die meiner Meinung nach das Leben nach dem Tod recht gut wiedergeben, wie etwa ‚Ghost – Nachricht von Sam‘ oder ‚The Sixth Sense'“. Beim letzten Film stört Röschli allerdings, dass die Verstorbenen von ihrer Todesart gezeichnet erscheinen. Dies sei nicht der Fall, Verstorbene zeigten sich vielmehr so, wie sie sich zuletzt gesehen hätten. (Röschli, Jenseits s. 130).
Mit dem englischen Spiritualismus rechnet Dolly Röschli mit der Existenz von Geistführern, welche die Menschen begleiten. Engel unterscheidet Röschli davon, meint aber, dass sie über Engel nicht viel berichten könne, weil sie den Kontakt zu Engeln selten suche (Röschli, Jenseits s. 143).
Als Medium in der Tradition des englischen Spiritualismus führt Dolly Röschli Jenseitsdemonstrationen und mediale Beratungen durch.
Bei Jenseitsdemonstrationen versucht Röschli vor einem grösseren Publikum, mit Verstorbenen in Kontakt zu treten, diese zu beschreiben, und anhand dieser Beschreibung im Publikum nachzufragen, zu wem die versorbene Person gehört. Ist die lebende angehörige Person identifiziert, werden Botschaften des verstorbenen Menschen an die lebende Person vermittelt. Ziel dieser Jenseitsdemonstrationen ist es, das Weiterleben nach dem Tod und die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit Verstorbenen zu beweisen. Die ermittelten Angehörigen sollen mit „ja“ oder „nein“ rückmelden, ob die Aussagen zum Verstorbenen zutreffen oder nicht.
In medialen Beratungen vermittelt das spiritualistische Medium eine verstorbene Person, welche zu den Ratsuchenden gehört. Im klassischen englischen Spiritualismus, wie ihn auch Dolly Röschli vertritt, ist es nicht möglich, eine bestimmte verstorbene Person kontaktieren zu wollen. Es meldet sich der oder die Verstorbene, die gerade bereit steht.
Die Verstorbenen kommunizieren mit Dolly Röschli über eine Symbolsprache. In Sitzungen erreichen Röschli diese Symbole, welche sie dann deutet. Wichtig sei, sich eine Symbolliste anzufertigen und diese immer beizubehalten. So würde das Bild eines Hundes für Treue stehen, wenn der Hund allerdings sein Bein hebt, würde das bedeuten, dass es einen Treuebruch gab (Röschli, Jenseits, s. 163).