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Der Mensch kann nicht nur ein Bewusstsein haben von den Dingen und Ereignissen um sich herum, sondern auch von sich selbst. Er kann nicht nur andere beurteilen, sondern auch sich und sein eigenes Tun und Lassen. Das gelingt aber nur dann, wenn er sich gleichsam in einem inneren Spiegel distanziert wie einen Fremden anschaut, nüchtern, objektiv, schonungslos. Doch das ist im Allgemeinen nicht sehr beliebt, weil mit Peinlichkeit verbunden, und die Fähigkeit dazu auch nicht besonders ausgebildet. Der Lehrer und Philosoph Gunnar Kaiser leitet im Folgenden anhand aktueller Ereignisse dazu an. (hl)
Von Gunnar Kaiser
Stell dir mal vor, du lebtest in einem Land, in dem es eine Gruppe von Menschen gäbe, die es okay findet, wenn über ein Jahr lang mit Angst Politik gemacht wird. Das ist eine Gruppe von Menschen, die es klug finden, nur offiziellen Quellen zu glauben, Menschen, die dafür sind, Regeln nicht zu hinterfragen, Menschen, die es begrüßen, dass die freie Presse zensiert wird, die nicht aufschreien, wenn Ärzte, Richter, Wissenschaftler Berufsverbote und Hausdurchsuchungen bekommen, sobald sie dem Regierungs-Narrativ widersprechen.
Das sind Menschen, die nicht aufschreien, wenn die Regierung in