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Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina besteht seit dem 1995 unterzeichneten Abkommen von Dayton aus zwei weitgehend autonomen Gliedstaaten (Entitäten), der Föderation Bosnien und Herzegowina und der Republika Srpska sowie dem Sonderverwaltungsgebiet Distrikt Brcko. Innerhalb dieses Staatsgebildes ist es zwar seit dem Ende des Krieges nicht mehr zu kriegerischen Auseinandersetzungen gekommen, doch eine nationale Identität hat sich bis anhin kaum entwickelt. Der grosse Verwaltungsapparat ist wenig effizient und wichtige Reformen etwa im Bildungsbereich blieben bis anhin auf der Strecke. Die Wirtschaft ist nach dem Krieg in einer ersten Phase kontinuierlich gewachsen, doch Bürokratie und die weltweite Wirtschaftkrise brachte dieses Wachstum zum erliegen. Die Arbeitslosigkeit beträgt rund 40 %.
Solidar Suisse engagierte sich nach dem Kriegsende in einer ersten Phase mit humanitärer Hilfe in Mostar und in Lagern von intern Vertriebenen. Darauf folgten ein Engagement im Bereich des Wiederaufbaus sanitärer Einrichtungen in Mostar und Projekte zur psychosozialen Unterstützung der vom Krieg betroffenen Bevölkerung. Für letzteres arbeitete Solidar Suisse in erster Linie mit diversen Frauenorganisationen zusammen, deren institutionelle Entwicklung gefördert wurde. Das grösste Projekt damals war das „Swiss House“ (der Name wurde von den lokalen Partnern gewählt), ein Brückenprojekt zwischen Ost- und Westmostar, welches sich mit Kursen im Bereich der Berufsbildung an verschiedene Zielgruppen richtete. Ab Frühling 2000 wurde dieses Projekt von der lokalen Organisation Piramida übernommen und weitergeführt. In den Jahren 2006 -2007 führte Solidar Suisse in Zusammenarbeit mit der Winterthurer Swiba AG und mit finanzieller Unterstützung der Vontobel-Stiftung ein Kreditprogramm für Stallbauten im Sprecatal durch.
Aktuell ist Solidar Suisse im Rahmen seines regionalen Programms „Jugend und Arbeit“ in Bosnien und Herzegowina engagiert.
Cyrill Rogger ist verantwortlich für das Solidar- Projekt in Bosnien und Herzegowina.