Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03269.jsonl.gz/2873

Schulhaus Stapfenacker
Adresse
3018 Bern
BE
Architektur
Das Schulhaus Stapfenacker wurde in der Formensprache des Neuen Bauens errichtet. Motive wie die Bandfenster und Stützen im Erdgeschoss greifen auf das Repertoire Le Corbusiers zurück. Modern war die Schule zur Zeit ihrer Entstehung aber auch in anderer Hinsicht. Denn sie berücksichtigt Reformansätze wie den kindlichen Massstab und die Anbindung an den Aussenraum. Deshalb war sie im Jahr ihrer Fertigstellung in der Ausstellung „Der neue Schulbau“ zu sehen, welche das Zürcher Kunstgewerbemuseum 1932 zeigte.
Chronologie
1930–1932 wurde das von Karl Indermühle geplante Schulhaus Stapfenacker erbaut. 1947 wurde die Anlage auf der Südseite durch Paul Indermühle erweitert. In den 1960er Jahren folgte ein Provisorium auf dem Gelände. Dieses konnte den heutigen Anforderungen nicht mehr entsprechen und wurde 2017–2019 durch einen Neubau von spaceshop Architekten ersetzt.
Lage
Das Quartier Stapfenacker ist Teil des Bezirks Bümpliz im Westen von Bern. Das Schulhaus wurde zwischen Brünnenstrasse und Winterfeldweg auf L-förmigem Grundriss errichtet. Die Erschliessung der Schulanlage erfolgt durch den nordöstlich ausgerichteten Eingang an der Brünnenstrasse. In unmittelbarer Nähe liegt die Siedlung Stapfenacker.
Beschreibung
Der L-förmige Grundriss umschliesst einen Innenhof und trennt ihn von der Strasse ab. Durchbrochen wird das Volumen im kürzeren Flügel an der Brünnenstrasse vom Eingang. Er leitet durch ein Portal in eine überdachte Zone, die als Unterstand dient und dem Hof einen Rückzugsort bietet. Der zweigeschossige Baukörper ist geprägt vom umlaufenden Flachdach und dem an der Nahtstelle zwischen beiden Flügeln gelegenen Treppenturm. Er durchbricht als vertikaler Akzent die sonst stark horizontale Gliederung. Die in kräftigem Gelb verputzte Fassade ist durch die Anordnung der Lochfenster klar strukturiert. Diese variieren in der Grösse, sind jedoch immer durch ähnlich aufgebaute Fensterrahmen unterteilt. Vorspringende Rundungen, die den Eingang flankieren, kontrastieren mit dem sonst linear gegliederten Gebäude. Der Treppenturm verbindet im Innern das Erd- und Obergeschoss. In beiden entstehen durch die Gangerschliessung lange Sichtachsen. Entlang der Gänge sind Klassenzimmer, Büros und Nebenräume angeordnet. Für den Boden der vertikalen Erschliessung wurde Naturstein verwendet, während in den horizontalen Gängen Linoleumböden gewählt wurden.
Literatur