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Das stärkste Wachstum – über 30% - wird im Broyebezirk erwartet, während die Bevölkerung des Sensebezirks laut diesem Szenario ihren Höhepunkt gegenwärtig bereits erreicht hat und in Zukunft stagnieren oder leicht abnehmen dürfte. Ab 2035 würde der Broye- dem Seebezirk den 4. Rang unter den bevölkerungsreichsten Bezirken im Kanton ablaufen. Laut hohem Szenario könnte der Bevölkerungsbestand im Jahr 2045 bei 389'400 Einwohnern liegen, laut tiefem Szenario bei 356'700.
Gebremstes Wachstum und tiefere Szenarien
Die heute vom StatA veröffentlichten kantonalen Szenarien liegen deutlich unter jenen, die das BFS alle fünf Jahre publiziert, zuletzt im Mai 2016. Im mittleren Szenario des BFS war von 435'900 Einwohnern im Jahr 2045 im Kanton Freiburg die Rede. Diese Differenz zeigt, wie schwer es ist, für relativ kleine Gebiete wie Kantone Bevölkerungsprognosen zu erstellen, denn je kleiner das beobachtete Gebiet ist, desto mehr ist seine Bevölkerungsentwicklung von der Wanderungsbewegung beeinflusst als von der natürlichen Bevölkerungsbewegung (Geburten, Todesfälle). Die Wanderungsbewegung ist jedoch viel unbeständiger und schwieriger vorherzusagen als die eher stabile natürliche Bevölkerungsbewegung, denn sie wird von konjunkturellen Merkmalen wie der Lage auf dem Arbeitsmarkt, dem Wohnungsangebot bzw. der Verkehrsanbindung beeinflusst. Der Trend, den das BFS bei der Erarbeitung seiner letzten kantonalen Szenarien vertrat, stand noch stark unter dem Einfluss des kräftigen Bevölkerungswachstums, das der Kanton Freiburg bis 2014 erlebt hatte und das auf eine erhebliche interkantonale und –nationale Zuwanderung zurückzuführen war. Die ab 2015 verzeichnete Abnahme war darin noch nicht berücksichtigt.
Von nun an werden die Prognosen jedes Jahr revidiert
Dank der jährlichen Neuberechnung der Szenarien können die neuesten Entwicklungen berücksichtigt werden und man wird sich nicht mehr auf veraltete Bevölkerungsprognosen stützen müssen, deren Prämissen schon nicht mehr stimmen. Somit ist also eine jährliche Revision der Bevölkerungsprognosen angesagt, die auf den letzten erhältlichen Zahlen und dem aktuellen konjunkturellen Umfeld basiert, wie dies z. B. bei den Konjunkturprognosen zum BIP-Wachstum der Fall ist, die auch regelmässig aktualisiert werden. In enger Zusammenarbeit mit dem BFS bemüht sich das StatA, dass sein vereinfachtes Modell für seine jährlichen Bevölkerungsprognosen von den gleichen Hypothesen ausgeht wie das Modell, mit dem das BFS alle fünf Jahre seine Prognosen erstellt, damit beide Prognosen künftig so weit wie möglich übereinstimmen.
Parametrierbares Modell: do it yourself
Eine Bevölkerungsprognose ist ein Mechanismus, der dazu dient, die Antwort auf die Frage « Wie werden sich Bevölkerungsbestand und –struktur entwickeln, wenn … ? » zu beziffern. Was nach dem « wenn » kommt, hängt von der momentanen Konjunktur ab, vom sozioökonomischen Umfeld und von einer Vielzahl von Kriterien, die man bei Planungsarbeiten berücksichtigen sollte. Die von den Statistikern berechneten Szenarien sind in der Regel eher konservativ, denn sie sollen als Ausgangslage dienen, auf die ein jeder seine eigene Zukunftsvision aufsetzen kann oder verschiedene Zukunftsvarianten testen kann, auf die er sich vorbereiten möchte. Um dies zu ermöglichen, stellt das StatA den Benutzern ein Berechnungstool zur Verfügung (eine Excel-Datei auf den Internetseiten des StatA), auf dem jeder seine eigenen Werte für die internationale und interkantonale Wanderungsbewegung eingeben und mit diesen Hypothesen eigene Resultate erhalten kann (Bevölkerungsbestände, Altersstruktur, Verteilung nach Geschlecht und nach Bezirken von 2019 bis 2045).
Der vollständige Bericht (mit Tabellen und Grafiken), der Methodenbericht, das parametrierbare Modell und die Daten und Resultate für die drei Szenarien mittel, hoch und tief stehen (auf Französisch) auf der Internetseite des StatA zur Verfügung (https://www.fr.ch/de/stata/institutionen-und-politische-rechte/statistik/bevoelkerungsprognosen-fuer-den-kanton-freiburg).
Pierre Caille, Dienstchef, T +41 26 305 28 20
Martial Clément, Sektionschef Registerdaten und spezielle Projekte, T +41 26 305 28 35