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Nachdem in den vergangenen Jahrzehnten weite Teile des Briefwechsels und des Nachlasses publiziert worden sind (siehe Geschichte der Stiftung), bleibt eine Gesamtedition der Werke sowie eine Auswahledition des Briefwechsels und des Nachlasses das letzte grosse Projekt der Karl Jaspers-Stiftung, um den Stiftungszweck zu erfüllen (siehe Stiftungszweck). Von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften betreut, wird es seit 2012 an den Universitäten Heidelberg und Oldenburg realisiert.
Die KJG gliedert sich in drei Module („Abteilungen“):
Im Rahmen der Gesamtedition der Werke (KJW) sollen sämtliche von Jaspers veröffentlichten oder von ihm zur Veröffentlichung bestimmten und freigegebenen Schriften bis zu seinem Tod 1969 zugänglich gemacht werden. Sie sind in der von Christian Rabanus im Auftrag der Karl Jaspers-Stiftung herausgegebenen „Primärbibliographie der Schriften Karl Jaspers" erfasst. Referenztext ist in der Regel die Erstausgabe.
Die Auswahledition des Briefwechsels (KJB) sieht vor, zusätzlich zu den bereits herausgegebenen Korrespondenzen, die lediglich an die Standards der KE angepasst werden müssen, weitere Korrespondenzen zu erschliessen und aufzunehmen. Das betrifft vor allem den Briefwechsel mit Personen aus Europa, Ostasien und den USA sowie den Briefwechsel mit der Familie.
Ähnliches gilt für die Auswahledition des Nachlasses (KJN). Sie umfasst neben den bereits publizierten Schriften noch unpubliziertes Material. Davon ist manches von Jaspers selbst so weit vorbereitet oder zumindest im Detail konzipiert worden, dass es als ein in sich geschlossenes Nachlasswerk gelten kann. Diese Schriften sollen vollständig publiziert werden. Dagegen wird das übrige, eher fragmentarische Material lediglich nach Massgabe seiner Relevanz für das Verständnis des Werkes im Ganzen publiziert.
Der zentrale Teil der Editionsarbeit ist die Kommentierung. Sie fasst bisherige Forschungsergebnisse zusammen und soll neue Forschungsfragen anregen. Allerdings werden lediglich die von Jaspers selbst veröffentlichten sowie die aus dem Nachlass rekonstruierbaren Werke kommentiert. Alle weiteren für die KJG erschlossenen Nachlasstexte wie Notizen und Vorlesungen werden zur Kommentierung bloss herangezogen.
Die Kommentierung jedes Bandes gliedert sich in einen Überblickskommentar und in einen Stellenkommentar. Der Überblickskommentar stellt den Text kurz vor und situiert ihn im Gesamtwerk, liefert Informationen zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte, erschliesst die Primär- und Sekundärquellen sowie den geistes- und zeitgeschichtlichen Hintergrund. Demgegenüber geht der Stellenkommentar in Form von Anmerkungen ins Detail. Er enthält Angaben zum primären Textverständnis, gibt erhellende Kontexte aus den Briefen und dem Nachlass wieder, stellt Querverbindungen zu anderen Schriften her oder informiert über Personen und Ereignisse der Zeitgeschichte.
In den weiteren Bereich der Kommentierung fällt auch die Organisation von Tagungen zu ausgewählten Fragestellungen, die aus der Editionsarbeit entstehen. Damit sollen nicht nur Impulse für eine darüber hinausgehende Forschung gegeben, sondern auch Erkenntnisse für die Kommentierung selbst gewonnen werden.
Um Synergien zu schaffen und zu vermeiden, dass die ohnehin aufwendige Kommentierungsarbeit an manchen Stellen doppelt geleistet wird, soll sie modulübergreifend zu systematischen Einheiten gebündelt werden. Das heisst im Einzelnen, dass die Kommentierung bestimmter Werke mit der Kommentierung bestimmter Briefe und Schriften aus dem Nachlass zusammenfällt, auch wenn die jeweiligen Bände dann in gesonderten Editionsmodulen erscheinen.
Abteilung I: Werke
Schriften zur Psychopathologie und Medizin
Schriften zur systematischen Philosophie
Schriften zur Geschichte der Philosophie
Schriften zu Politik und Zeitgeschichte – Autobiographie
Abteilung II: Nachlass
Nachgelassene Texte zur systematischen Philosophie
Nachgelassene Texte zur Geschichte der Philosophie
Nachgelassene Texte zu Politik und Zeitgeschichte
Abteilung III: Korrespondenzen
Band 50 Ergänzungsband
Die Editoren in Heidelberg sind: Dr. Dominic Kaegi, Dr. Bernd Weidmann und Dr. Dirk Fonfara; in Oldenburg: Dr. Olver Immel; er ist zugleich projektinterner Ansprechpartner für die dortige Karl-Jaspers-Bibliothek.