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Clark demonstriert die Technik des filmischen Schreibens an einem Textausschnitt von C.J. Chivers aus der New York Times:
"Als die erste gewaltige Explosion die Luft erschütterte und eine Druckwelle durch die Nachbarschaft der Mittelschule Nummer 1 fegte, knickte die Ansammlung von Frauen in der Nähe der südlichen Polizeibarrikade ein. Die Augen einer alten Frau füllten sich augenblicklich mit Tränen. Sie schlug sich mit den Fäusten gegen den Kopf. Eine andere Frau heulte auf."
In den erste beiden Sätzen unternimmt der Autor einerasante Kamerafahrt. Er führt die Situation aus der Vogelpersepktive ein. Dann nähert er sich bis auf den alltäglichen Blickwinkel mit dem man eine Gruppe von Menschen beobachtet, um schliesslich bis auf das Auge einer alten Frau zu fokussieren.
Umberto Eco demonstriert die filmische Technik des Zooms an einem Beispiel aus dem 19. Jahrhundert, denn "unsere Filmemacher kennen die Erzähltechniken des 19. Jahrhunderts". Alessandro Manzoni beginnt seine Promessi sposi mit einer Beschreibung des Comersees:
"Jener Arm des Comer Sees, der sich nach Süden wendet, um zwischen zwei ununterbrochenen Bergketten lauter Buchten und Busen zu bilden [...] verengt sich fast mit einem Schlage, um Lauf und Gestalt eines Flusses anzunehmen [...]"
Dann näher:
"...und die Brücke, die hier die beiden Ufer verbindet, scheint dem Auge diese Verwadnlung noch deutilcher zu machen und Stelle zu bezeichenne, wo der See aufhört und die Adda wieder beginnt, um dann wieder den Namen See anzunehmen, wo die von neuem auseinandertretenden Ufer dem Wasser Raum geben, sich auszubreiten und sich zu verlangsamen [...]."
Und endlich nicht mehr aus der Perspektive eines Vogels, der aus nördlicher Richtung einen Landeanflug macht, sondern quasi in menschlichen Dimensionen:
"Die Küste, geformt aus den Ablagerungen dreier mächtiger Wildbäche, schmiegt sich an die Hänge zweier benachbarter Berge, deren einer nach St.Martin heisst und der andere in lombardischer Mundart "il Resegone", die "grosse Säge", wegen seiner vielen aufgereihten Gipfelzacken, die ihm wahrhaftig Ähnlichkeit mit einer Säge verleihen [...]."
Erst jetzt kommt der Leser wirklich an:
"Lecco, der Hauptort jener Gegend, der dem Gebiet auch den Naemn gibt, liegt unweit der Brücke am Ufer des Sees, ja zum Teil sogar im See selbts, wenn dieser ansteigt..."
Hier, so Eco in der Analyse des Textes, wechsle Manzoni das Verfahren. Nach der geographisch inspirierten Kamerafahrt folgt hier ein Exkurs über die Geschichte des Orts. "Manzoni beginnt also die Beschreibung aus dem Blickwinkel Gottes, des Grossen Geographen, und nimmt dann allmählich den Standpunkt des Menschen ein, der in jener Landschaft lebt."
Eco's Beispiel findet sich "Im Wald der Fiktionen", und zwar im dritten seiner "Sechs Streifzüge durch die Literatur".