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Sauvignon Blanc mag eine der weltweit gesuchtesten Rebsorten geworden sein – die besten Weine werden jedoch immer noch an den Ufern der oberen Loire erzeugt, wo die Sorte zu Hause ist. Die Reblagen des Loiretals ziehen sich von Pouilly-Fumé und Sancerre, wo Sauvignon Blanc wie eine knisternde Rebellion gegen den Zeitgeschmack schwerer, kantenloser Weissweine ausgebaut wird, via Touraine und Anjou-Saumur bis ins Pays Nantais an der Mündung in den Atlantik, wo Muscadet wächst. Die Feinkartierung hält mehr als 25 Appellationen fest.
Wer Austern schätzt, trinkt Sancerre dazu. Belebend, würzig, frisch mit einer nervigen Spannung im Gaumen dank Silex (Feuerstein) schmeckt der Sauvignon Blanc von den Hängen, die rund um die Hügelstadt Sancerre liegen. Pouilly-sur-Loire säumt das Ufer des Flusses, der hier ungehindert mäandriert. Etwas ausgeglichener, ehrwürdiger und vollaromatisch ist die Charakteristik des Pouilly-Fumé. Pinot Noir wird in geringeren Mengen angebaut (Sancerre).
Geschichte
Die Weinbaugeschichte im Loiretal reicht bis in die Zeit der Römer zurück und wurde im Mittelalter von den Mönchen weitergeführt. Die historische Verbindung zwischen dem Loiretal und dem Burgund drückt sich heute noch dadurch aus, dass die lokale Rebsorte Chenin Blanc auch als Pineau de la Loire bezeichnet wird.
Das Weinbaugebiet Loire erstreckt sich entlang der Loire über einige Hundert Kilometer. Es beginnt westlich des Burgunds und reicht bis zum Delta der Loire im Westen. Die obere Loire von Nevers stellt die nördliche Begrenzung des Gebiets dar, und an der Küste des Atlantiks reicht es bis nach Nantes. Die geologischen Bedingungen in der Loire sind sehr verschieden: Während die Böden an der oberen Loire durch Kalk und Kiesel geprägt sind, herrschen in den grossen Gebieten der Touraine sowie in Anjou und im Pays Nantais Böden aus Sand und Kies vor. Die in Fluss- und Wassernähe kultivierten Weine der Loire sind an ihrer geringeren Konzentrierung erkennbar. Das Klima der Loire ist aufgrund der Lage am Fluss recht mild. Die stetige Abkühlung durch den Fluss verleiht den Weinen der Gegend eine angenehme Frische.
Die Gegenden an der oberen Loire sind überwiegend durch die Rebsorte Sauvignon Blanc geprägt. Aus der Traube werden weisse Weine gekeltert, die für ihre Frische und Leichtigkeit bekannt sind. Zudem verwenden Winzer die Pinot-Noir-Traube, um in Sancerre und Menetou-Salon Rosé- und Rotweine zu kultivieren.
Die Anbaugebiete rund um die Stadt Tours sind ebenfalls durch weisse Rebsorten geprägt, hier herrscht die Sorte Chenin Blanc vor. Unter den Rotweinen der Region sind vor allem Erzeugnisse auf Basis von Cabernet Franc und Gamay zu finden.
Freunde von prickelnden, süsslichen Schaumweinen kommen in der Region Vouvray auf ihre Kosten. Hier werden nach der Champagner-Methode gleichnamige Schaumweine gekeltert, die im Loiretal auch unter dem Namen Crémant bekannt sind.
Auch in der Region Anjou wird im Loiretal Wein kultiviert: Hier finden Sie neben trockenen Weiss- und Rotweinen durchaus auch den einen oder anderen lagerfähigen Süsswein. Da die Qualität der Weine in dieser Gegend stark variiert, ist bei der Auswahl Vorsicht geboten. Das Spektrum an Weinen wird im Westen von Anjou schliesslich durch den trockenen Weisswein Muscadet abgerundet.
Land: Frankreich
Rebfläche: 46000 Hektaren
Produktionsmenge: 2250000 Hektoliter