Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03201.jsonl.gz/335

Die traditionalistische Piusbruderschaft wählt im Juli ihren Generaloberen. Beim insgesamt vierten Generalkapitel im schweizerischen Ecône vom 11. bis 21. Juli werden auch dessen zwei Assistenten bestimmt, wie die französische Zeitung «La Croix» berichtete.
Das Generalkapitel der Piusbruderschaft tagt nur alle zwölf Jahre. Es werden grundsätzliche Fragen besprochen und entschieden. Seit 1994 steht der 59-jährige Schweizer Bischof Bernard Fellay an der Spitze.
Vor 49 Jahren gegründet
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. wurde 1969 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991) gegründet. Sie lehnt viele Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ab. Seit 1988 ist sie von Rom getrennt.
Papst Benedikt XVI. nahm im Jahr 2009 allerdings Aussöhnungsgespräche auf. Im Frühjahr 2012 kam der Prozess scheinbar zum Stillstand, da die Traditionalisten die Unterzeichnung eines lehrmässigen vatikanischen Dokuments ablehnten.
Versöhnliche Signale
Zum Jahr der Barmherzigkeit signalisierte Papst Franziskus den Piusbrüdern Entgegenkommen. Im September 2015 erliess er eine Anordnung, die während des Heiligen Jahres allen Gläubigen gestattete, bei Priestern der Bruderschaft gültig und legitim zu beichten – verbunden mit der Hoffnung, dass «in naher Zukunft Lösungen gefunden werden können, um die volle Einheit mit den Priestern und Oberen der Bruderschaft wiederzugewinnen».
Im November 2016 verlängerte der Papst diese Anordnung. Zuvor, im April 2016, hatte er sich erstmals mit Bernard Fellay zu einem persönlichen Gespräch im Vatikan getroffen.