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Sounddesign für die Videoinstallation „Berlin Transit“ in Zusammenarbeit mit Dominique Müller & Detlef Weitz, 2012
Loop, 20 Minuten
«Wie präsentiert man einen Ort, der vor allem von der Imagination lebt? Ein Ort, der in der Vorstellung vieler Juden aus dem östlichen Europa mit der Hoffnung auf ein besseres Leben im Westen verknüpft war, ein Ort, der für die überwiegende Mehrheit der Berliner in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die Schattenseiten der Großstadt verkörperte, ein Ort, dessen Vergangenheit heute nostalgisch verklärt und mit dem Label des ‘alten Judenviertels‘ als Teil der multikulturellen Stadtgeschichte Berlins werbewirksam vermarktet wird?
Unsere gegenwärtigen Bilder und Vorstellungen vom Leben der osteuropäisch-jüdischen Migranten im Berliner Scheunenviertel in den 1920er Jahren speisen sich vor allem aus zwei historischen Überlieferungen: Sie sind auf der einen Seite geprägt von den Charakterisierungen des Scheunenviertels in zeitgenössischen, teilweise autobiografischen Romanen. […] Neben diesen subjektiven und fiktiven Texten sind es auf der anderen Seite vor allem die historischen Fotografien vom Scheunenviertel, die unsere Vorstellungen von diesem Stadtquartier entscheidend beeinflussen. Durch sie meinen wir einen vermeintlich objektiven Eindruck vom Alltag der dort lebenden osteuropäisch-jüdischen Migranten zu erhalten. […]»
Aus dem Ausstellungskatalog von Anne-Christin Saß