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Probleme des Leitungsbaus im Wallis
Das Wallis weist eine Konzentration elektrischer Produktion auf. Es will mit dem Heimfall über diese Produktion verfügen. Deren Verwertung im schweizerischen und europäischen Strommarkt bedarf der dazu notwenigen Stromleitung.
Im Vordergrund steht die 380 kV Leitung, die man auch die "Nationalstrasse der Stromübertragung" nennt. Sie erhält mit dem Heimfall erste Priorität in der kantonalen Energiepolitik. Es geht dabei um geographische, technische, zeitliche, verfahrensrechtliche, finanzielle und umweltbedingte Aspekte.
Die 380 kV Stromleitung von Massongex rhonetal-aufwärts endet zurzeit in Chamoson. Für die Leitung im Abschnitt Chamoson-Chippis liegen Einsprachen vor, die noch vom Bundesverwaltungsgericht entschieden werden müssen. Der Staatsrat hat für die Strecke Chamoson-Chippis das Expropriationsgesuch eingereicht. Nach Raphael Morisod, Direktor Energie-Sion-Région (ESR) geht es dabei um 58 km Leitung und 190 Masten, die durch die 380 kV Leitung ersetzt werden. Das BFE hatte im Juli 2010 die Erstellung der Leitung zwischen Chamoson und Chippis genehmigt.
Am 16. November 2010 hat der Staatsrat in Sachen Stromleitungen eine Expertenkommissi-on bestimmt. Diese hat die Aufgabe, die Bedingungen der Realisation oder der Anpassung der Hochspannungsleitung 380 kV zwischen Massongex und Ulrichen zu beurteilen. Der Abschnitt Chamoson-Chippis soll eine spezielle Beurteilung erfahren. Nach Staatsrat Jean Michel Cina, Chef des Energiedepartements, soll die Expertise die Hochspannungsleitung als Freileitung des ganzen Kantons erfassen. Sie soll aber auch die Variante der erdverlegten Stromleitung beurteilen, allenfalls auch in einer gemischten Variante.
Herr Ständerat Jean René Fournier hat das Problem der Hochspannungsleitungen in einer Motion im eidgenössischen Parlament aufgegriffen und vom Bundesrat verlangt, dass er umfassende und präzise Kriterien festlegen soll, anhand deren bestimmt werden kann, in welchen Fällen eine Hochspannungsleitung in den Boden verlegt werden muss.
Der Staatsrat hat das BFE ersucht, den Entscheid der Genehmigung des Ausbaus der Stre-cke Chippis-Mörel und Mörel-Ulrichen bis zum Vorliegen der eingeleiteten Expertise zu sistieren.
Die beauftragte Kommission setzt sich aus hochqualifizierten Mitgliedern zusammen: Prof. Hans-Björn Püttgen von der EPFL, Prof. Klaus Fröhlich, österreichischer Nationalität, zurzeit beschäftigt bei Brown Boveri/ABB sowie Prof. Heinrich Brakelmann von der Universität Duis-burg (BRD). Ferner wird die Expertise begleitet vom BFE, der Association "Sauvegardons le Coteau Valaisan" mit dem Präsidenten Gérard Gillioz sowie von Frau Brigitte Wolf, Secrétaire l'Association Transports et environnement.
Die Vereinheitlichung des 65 kV-Netzes im Kanton Wallis
Das überregionale 65 kV-Netz auf Kantonsgebiet ist im Besitz verschiedener Elektrizitätsgesellschaften. Es wäre vorteilhaft, wenn Eigentum, Bau, Betrieb und Unterhalt analog der SWISSGRID in eine einzige Gesellschaft VALGRID integriert würde.
An der 8. St. Galler Energietagung vom 29. November 2010 in Baden haben der Dienstchef der Dienststelle für Energie und Wasserkraft, Moritz Steiner, und das Mitglied der Direktion der FMV, Alain Bregy, dieses Problem behandelt. Verwiesen wird auf die Unterlagen zu den Referaten M. Steiner/A. Bregy, Seite 9, Vereinheitlichung von Betrieb und Netznutzung.
Vorteile einer kantonalen Betriebsgesellschaft: N1 SWISSGRID, N2 VALGRID, N3 "Tarifver-bund Netzebene 3". Betrieb: Versorgungssicherheit - Gesamtsicht - Parallelbetrieb der Netze - Weniger Schnittstellen - Einheitliche Prozesse. Netznutzung: Verschachtelung der Leistung ab NE1 - Verminderung Bezug Nettoenergie ab NE1.
Vgl. WYER, Die Nutzung der Wasserkraft im Wallis; Ziffer 1.8, S. 208: Ausbau des Anschlusses an das schweizerische Hochspannungsnetz und Vereinheitlichung der überregio-nalen Verteilnetze (65 kV) im Wallis.