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Vasilis Dimitriou hatte es nie einfach. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkriegs schloss sich sein Vater Periklis dem griechischen Widerstand an, der 1936 geborene Vasilis sah ihn deshalb kaum. Als er 8 Jahre alt war, wurde sein Vater von den Nazis geschnappt und sollte in einem Massengrab «entsorgt» werden. Wie durch ein Wunder entkam Periklis und kam blutüberströmt zurück nach Hause – und schloss sich gleich wieder dem Widerstand an.
Vasilis lenkte sich dabei ab, indem er Fantasiebilder auf die Strassen zeichnete. Seine erste Leidenschaft war geboren. Im Alter von 15 Jahren – kurz nach dem Krieg – kam seine zweite Leidenschaft dazu: Das Kino.
Malen für Kino-Eintritte
Hoch auf einem Baum schaute er sich gratis die Filme eines Open-Air-Kinos an. Bis er vom Vorführer erwischt wurde. Statt ihn zu bestrafen, erlaubte ihm der Chef des Kinos, Filmplakate im Gegengeschäft für Gratis-Kinoeintritte zu malen.
Gegenüber der «New York Times» sagte Vasilis Dimitriou im Jahr 2014: «Meine Mutter sagte: ‹Wenn du Maler wirst, werden wir verhungern und arm sterben.›» Er wurde es trotzdem.
Und blieb es bis zu seinem Tod. In den letzten Jahrzehnten erreichten seine riesigen Plakate für das Athinaion Kino in Athen Kultstatus. Und Dimitriou malte wie ein Besessener. Jeden Tag arbeitete er in zwei Vier-Stunden-Schichten mit einer vierstündigen Schlafpause dazwischen. Für ein Plakat brauchte er drei bis vier Tage.
Trotz Krankheit weitergemacht
Seine 13 auf 2,5 Meter grossen Kunstwerke wurden jeweils über das vorherige Plakat geklebt, nur vereinzelt wurde eines für Ausstellungszwecke aufbewahrt. Dimitriou war einer der letzten Plakatmaler der Welt.
Zuletzt hatte er jedoch immer mehr Mühe, seiner Leidenschaft und seinem Beruf nachzugehen. Seine linke Hand war steif von Parkinson, seine rechte Hand, mit der er malte, wurde immer schneller müde.
Tradition wird fortgesetzt
Unterstützung bekam er in den vergangenen Jahren von Virginia Axioti, aus der Familie, der das Athinaion Kino gehört. Sie will die Tradition des Kinoplakat-Malens weiterführen.
«Malen ist mein Blut. Erst wenn ich aufhöre zu atmen, höre ich auf zu malen», sagte Dimitriou 2014. Am 7. September 2020 hat Vasilis Dimitriou aufgehört zu malen.