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Kopfsteuer,
roheste und unvollkommenste Art der
Personalsteuer, welche die Individuen ohne Unterschied
und ohne Rücksicht auf die größere oder geringere Leistungsfähigkeit gleichmäßig trifft. Sie wurde namentlich unterworfenen
Völkerschaften auferlegt und steht überhaupt in engem Zusammenhang mit der Unfreiheit. In
Preußen
[* 2] wurde noch 1811 eine
Kopfsteuer als außerordentliche Kriegssteuer erhoben; auch die durch das
Edikt vom eingeführte Steuerregulieruug
enthielt für die kleinern
Städte und das platte Land dadurch, daß jede über 12 Jahre alte
Person eine feste
Personalsteuer
von ½ Thlr. zu zahlen hatte, eine ausgesprochene
Kopfsteuer. In
Rußland hat die
Kopfsteuer am längsten bestanden.
Sie wurde von
Peter d. Gr. für die nach Gemeinden fest abgegrenzte bäuerliche
Bevölkerung
[* 3] und die bürgerlichen Städtebewohner geschaffen und betrug für den
Bauer 80 Kopeken, für jeden
Bürger 1 Rubel 20 Kopeken.
Später wurde sie öfter erhöht, durch kaiserl.
Ukas von 1882 und 1883 aber eingeschränkt und 1885
(Sibirien ausgenommen)
völlig beseitigt. Für die Domänenbauern trat die
Befreiung erst 1887 ein. Auf ihnen verbleibt allerdings
der zuletzt als
Kopfsteuer erhobene Betrag von 18,8 Mill. Rubel fast vollständig, wenn auch in anderer Gestalt (als
Kopfgeld [obrok]); die sibir.
Bauern zahlen unverändert die
Kopfsteuer im Betrage von ungefähr 8 Mill. Rubel.