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Ich bin mit Pat alle 2 Wochen interwegs in Thailand. Eine Nord-West-Reise ins Gebiet um "Tak" stand auf dem Programm. "Tak" ist eine der flächengrößten und zugleich eine der am dünnsten besiedelten Provinzen des Landes. Die Hauptstadt der Provinz heißt ebenfalls Tak. Durch Tak fliesst mit "Ping" einer der wasserreichsten Flüsse des Landes auf über 200 km zu einem der grössten Stauseen des Landes. Ich konnte mich wiederum einer Gruppe von 12 Thais anschliessen, mit denen ich bereits im November auf Chiang-Rai-Reise war. Es handelte sich dabei um Frauen und ein paar Männer, die zusammen dieselbe Schule besucht hatten.
Früh am Morgen ging die Fahrt mit einer Commuter-Limousine (Toyota-Bus) los. Unterwegs wie gewohnt die Ching-Chong-Halte (=Thaiwort für WC) auf einem der vielen Rastplätze. Und auf einem dieser Stopps hatte ich eine ganz besondere Begegnung, eine Begegnung, die ich nicht so schnell vergessen werde. Ich sah eine Gruppe von orange-braun-gekleideten Mönchen und weiss-gekleideten Nonnen, die ich vor einem Monat in Chiang-Rai und dann anfangs Dezember an einer buddhistischen Zeremonie in einer Militär-Kaserne in Phetchaburi getroffen resp. gesehen hatte. Sie machten hier ebenfalls Halt.
Ich weiss nicht, warum mich der Hafer stach, aber ich ging ohne viel zu denken zu dem Mönch, der früher Kinder-Arzt war und bereits einer höheren buddhistischen Rangordnung angehörte, begrüsste ihn nach thailändischer Art mit vor der Brust zusammen gehaltenen Händen und stellte mich als "Mister Max from Switzerland" vor, erzählte ihm, dass ich seinen Tempel in Chiang-Rai kenne und dort übernachtet hätte. Der Mönch war sichtlich gerührt, weil ein fremder Europäer zu ihm kam und ihm voller Begeisterung erzählte. Unverhofft nahm er meine beiden Arme, hielt sie fest und schüttelte sie. "Ja, er könne sich an mich erinnern. Ich hätte mehrere Stunden fasziniert der Zeremonie beigewohnt." Rund um uns beide standen die anderen Mönche und auch weissgekleideten Nonnen und schauten interessiert zu, was da abging. Nachdem ich mich verabschiedet hatte, rief er mich später nochmals zu sich und schenkte mit eine Mönchs-Mütze, wie sie im kühlen Norden von Thailand getragen werden. "sie möge mir viel Glück bringen und er freue sich auf ein Wiedersehen".
Kurz vor dem Ziel machten wir noch einen Stop bein prunkvollen Schrein des berühmtesten Bürgers von Tak des "Sala-Taksin-Maharat", der als Nationalheld im Jahre 1767 nach dem Fall von Ayutthayas die Burmesen aus dem Lande vertrieb und Thonburi (bei Bangkok) als neue Hauptstadt errichtete und sich selbst zum König krönte.
Uebernachtet haben wir 10 Frauen und 2 Männer im sog. Bhumibol-Ressort, einer grossen Hotelanlage mit allem drum und dran. Hier steht das nach meiner Meinung grösste Fahrrad der Welt. Zusätzlich zu dem, was wir aus Europa in solchen Hotelanlagen kennen, kommt in Thailand dazu, dass viele dieser feinen Hotels Gross-Zimmer mit 6-10 Betten zur Verfügung stellen, wo man günstig übernachten kann.
Ihr müsst nun gar nicht schmunzeln und Euere Fantasie spielen lassen, denn es ging alles gesittet zu. Im Gegensatz zu den Barmädchen und den Strandgirls ist die echte Thai-Bevölkerung nämlich eher prüde. Da werden keine Blössen gezeigt. FKK und auch Oben-Ohne ist out. Es würde keine Frau ohne "gepanzerten" BH herumlaufen. Gefühle werden an der Öffentlichkeit nicht gezeigt.
Von hier aus machten wir unsere Ausflüge, u.a. zu einem alten Tempel "Wat Phra Borommathat", dessen Ursprünge in das 12. Jh. zurückreichen, wo ich mit den Damen gemäss buddhistischen Rythus auch 3x um den grossen Chedi wandelte. Ganz speziell sind mir ein paar 10-13 Jahre alte Mönche-Novizen aufgefallen, die hier im Tempel die Schule besuchten. Es waren richtige Lausbuben, die wie normale Kinder Unfug trieben.
Dann besuchten und besichtigten wir den ganz in der Nähe liegenden grössten Stausee von Thailand, den "Bhumibol Kheuan", der rund 200 km lang ist, und dem dazugehörenden Elektrizitätswerk. Wir machten eine Führung und liessen uns über das Bauwerk informieren. Ich habe kein Wort verstanden, denn alles war in Thai-Sprache....ha ha ha
Anschliessend sah unser Plan vor, ein Dorf mitsamt der Schule tief im Dschungel zu besuchen. Mit einem Schiff gings längere Zeit der Küste entlang, bis der einheimische Boots-Führer uns an Land setzte, wo wir von einem Jeep abgeholt wurden. In Landesinneren besuchten wir eine durch private Gelder finanzierte Schule für die weit abliegenden Häuser dieser Gegend. Unsere Frauen verteilten den Kindern Kuchen und liessen gesammeltes Geld zurück.
Als Dank zeigten uns die Einheimischen Jahrhunderte alte mit Lianen und anderen stacheligen Sträuchern überwucherte Ueberreste von Tempeln .... und dies nicht zu Fuss notabene, nein, mit ihren Motorrädern und Rollern fuhren sie uns tief in die Wildnis über einen knapp genügend breiten Weg über Stock und Stein. Moto-Cross sagt man dem bei uns und ich habe mich auch dementsprechend an meinem Fahrer festgehalten, um nicht herunterzufallen. Aber trotzem hat mich ein tief hängernder Ast erwischt und an meiner Stirn eine blutende Schramme hinterlassen. Da kam mir zu Gute, dass ich durch Frauen umgeben war, denn flugs wurde ich mit "Yellow Oil" behandelt und das Blut gestillt. Seither verfüge ich auch über ein Fläschchen dieses geheimnisvollen Wundermittels.

Mail an Max Lehmann

Schafmattweg 13, CH-4102 Binningen

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