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1820 taten sich der aus Uetikon am See kommende Elsässer Louis Rensch und der Geschirrfasser Johannes Isler aus Wädenswil zusammen, um auf der Basis von Heimarbeit eine kleine Baumwoll- und Wollweberei zu betreiben, die sich aber wenig erspriesslich entwickelte. Bereits 1826 trennten sich die Teilhaber in Freundschaft, und Louis Rensch führte das Geschäft alleine weiter. 1830 baute er am Krähbach eine eigene Spinnerei.
Tuchfabrik Pfrenninger und Brauerei Wädenswil zu Beginn des letzten Jahrhunderts.
Zwei Jahre später schloss er sich mit dem Lederhändler und Grosskaufmann Heinrich Hauser zur Treu zusammen. Nun hatte das Unternehmen genügend Mittel, um bei der Giessenmühle eine grössere Liegenschaft am See zu kaufen, wo die neue Firma „Rensch & Hauser“ wollene und halbwollene Stoffe herstellte. 1853 starb der Teilhaber Heinrich Hauser; sein Nachfolger wurde Gottfried Hauser-Landis zum Freihof. Wenig später nahm der kinderlos gebliebene Louis Rensch seinen Neffen Wilhelm Pfenninger zu sich ins Geschäft. Nachdem Rensch 1876 gestorben war und Wilhelm Pfenninger und Gottfried Hauser das Unternehmen allein weitergeführt hatten, erlosch die Firma Rensch & Hauser Ende September 1887.
Die als Ersatz gegründete neue Kommanditgesellschaft Pfenninger & Co. besass zwei Wohnhäuser, eine mechanische Weberei, eine Wollspinnerei, ein Dampfkesselgebäude, eine Trocknerei, eine Färberei, ein Waschhaus sowie verschiedene Magazine. Als einer der ersten Unternehmer der wollverarbeitenden Industrie führte Wilhelm Pfenninger-Öchslin 1894 eine Art Gewinnbeteiligung für die Arbeiter ein. 1897 ging der letzte Teil der kleinen Giessen-Halbinsel in Firmenbesitz über. 1904 erfolgte der Bau eines grossen Fabrikgebäudes für Weberei und Appretur. Aus der kleinen Handweberei war nun eine bedeutende Tuchfabrik geworden.
Wilhelm Pfenninger (1871-1950), Sohn des Wilhelm Pfenninger-Öchslin, führte das Unternehmen in dritter Generation. Er bestimmte massgeblich die Geschicke des Hauses während des Ersten Weltkrieges und in der Zwischenkriegszeit. Hans Pfenninger-Roth (1899-1968) übernahm 1930 von seinem Vater die Direktion und dehnte das Fabrikationsprogramm mit zunehmendem Erfolg auf Damenstoffe aus. Die Krisenzeit der 1930er Jahre und die Betriebsführung während des Zweiten Weltkrieges prägten seine Persönlichkeit in hohem Masse.
Auf leistungsfähigen Maschinen – die Weberei war als erste schweizerische Tuchfabrik mit den umwälzenden Sulzer-Maschinen ausgestattet – wurden in den Jahren 1950 bis 1965 mit einer Belegschaft von rund 320 Personen jährlich über 600 000 Wollstoffe produziert. Gegen Ende der 1960er Jahre verschlechterte sich indessen die Ertragslage des seit 1962 von Hansjörg Pfenninger-Mettler in fünfter Generation geführten Textilunternehmens, denn die Verhältnisse auf dem Weltmarkt für Wollindustrie hatten sich grundlegend geändert. 1971 wurde daher der Entschluss gefasst, die Produktion auf die Tuchfabrik Schild AG in Liestal zu übertragen. Schrittweise wurden nun in Wädenswil die verschiedenen Fabrikationszweige der Tuchherstellung stillgelegt und die freiwerdenden Räume an andere Industriebetriebe vermietet. Die Pfenninger & Cie. AG besteht indessen weiter. Als Immobiliengesellschaft vermietet und verwaltet sie die ausgedehnten Fabrikations- und Lagerräumlichkeiten auf der Giessen Halbinsel in Wädenswil.
Peter Ziegler
(Nach der Festschrift „Aus der Geschichte der Tuchfabrik Pfenninger in Wädenswil, Wädenswil 1976.)