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Klinisch prognostische Faktoren bei bakterieller Meningitis Erwachsener
Die Epidemiologie der bakteriellen Meningitis hat sich verändert. Meningitiden durch Hämophilus influenzae kommen seit der Einführung der Impfung immer seltener vor. Alle bisherigen Studien, welche klinisch prognostische Faktoren bei der Meningitis untersuchten, waren retrospektiv und relativ klein. Folgende holländische Studie hat ein grosses, erwachsenes Patientengut mit bakteriellen Meningitiden untersucht.
Zwischen 1998 und 2002 wurden alle holländischen Patienten mit einer ausserhalb des Spitals erworbenen bakteriellen Meningitis, welche durch eine Liquor-Kultur bestätigt war, prospektiv evaluiert. Bei allen Patienten erfolgte bei Spitaleintritt und bei Austritt eine neurologische Untersuchung. Ein guter Outcome war definiert durch ein Glasgow Outcome Scale Score von 5, ein ungünstiger Outcome war definiert durch ein Score von 1-4. Mittels logistischer Regressionsanalyse wurden die Prädiktoren für einen ungünstigen Outcome evaluiert.
Insgesamt konnten 696 Fälle analysiert werden. Die häufigsten Erreger waren Streptokokkus pneumoniae (51%) und Neisseria meningitidis (37%). Die klassische Trias Fieber, Nackensteifheit und veränderter Mentalstatus war lediglich bei 44% der Patienten nachweisbar, hingegen hatten 95% mindestens zwei der vier Symptome Kopfschmerz, Fieber, Nackensteifheit oder veränderter Mentalstatus. 14% waren bei Eintritt komatös, 33% hatten fokal neurologische Abnormitäten. Die Mortalität betrug 21% und war bei einer Infektion mit Streptokokkus pneumoniae höher als bei einer mit Neisseria meningitidis (30% versus 7%). 34% aller Patienten hatten einen ungünstigen Outcome. Prädiktoren für einen solchen waren fortgeschrittenes Alter, Vorliegen einer Otitis oder Sinusitis, Fehlen eines Ausschlags, ein tiefer Glasgow Outcome Scale Score bei Eintritt, eine Tachykardie, eine positive Blutkultur, eine erhöhte Senkung, eine Thrombocytopenie und eine tiefe Leukocytenzahl im Liquor.
Konklusion der Autoren: Die meisten aller erwachsenen Patienten mit einer bakteriellen Meningitis haben mindestens zwei der vier Symptome Kopfschmerz, Fieber, Nackensteifheit oder veränderter Mentalstatus. Die klassische Trias Fieber, Nackensteifheit und veränderter Mentalstatus kommt in weniger als der Hälfte aller Fälle vor. Die Mortalität ist relativ hoch. Prädiktoren für einen ungünstigen Outcome sind Indizien, die auf eine systemische Beeinträchtigung, einen niedrigen Bewusstseinsgrad und eine Infektion mit Streptokokkus pneumoniae hinweisen.
Abstract
NEJM 2004;351:1849-1859 - D. van de Beek et al
01.11.2004 - dde