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Der Gefangenschaftsflüchtling breitet sich in der freien Wildbahn immer weiter aus und brütet seit einigen Jahren auch in der Schweiz, 2017 erstmals in den Thurauen. Ab Juli konnte ein Paar mit 4 Jungen beobachtet werden.
Die Nilgans stammt ursprünglich aus Afrika. Sie wurde seit dem 18. Jahrhundert als Ziervogel in Europa eingeführt. Die Vögel sind schon bald aus Volieren und Parks entflohen und bilden seither wilde Populationen, die sich in jüngster Zeit von Belgien und Holland entlang des Rheins nach Süden ausbreiten. Seit 2003 gibt es auch einzelne Bruten in der Schweiz. In Deutschland kam es in den letzten Jahren vermehrt zu Konflikten mit dem Menschen, so hauptsächlich in Parks und an Badestränden. Wie stark sich das aggressive Verhalten der exotischen Vögel auf die einheimische Wasservogel-Fauna auswirkt ist hingegen umstritten.
Die Nilgans trat 2017 erstmals auch im Mündungsgebiet der Thur auf. Das Paar brütete gut versteckt auf der grossen Kiesbank beim Thurspitz. In der zweiten Julihälfte schlüpften 4 Junge, die danach von der Mutter geführt und anfänglich gut versteckt gehalten wurden. Bis anfangs Oktober konnte die Familie regelmässig im Thur-Mündungsgebiet beobachtet werden.
Ob die Brut am Thurspitz 2017 ein Einzelfall bleibt oder sich die gebietsfremde Art hier fest etablieren wird, bleibt vorerst offen. Es handelt sich zurzeit um das einzige Brutpaar im Kanton Zürich. Weitere Familien konnten dieses Jahr in den Kantonen Bern, Luzern und Baselland beobachtet werden.