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Ursprünglich war der eine Teil, der noch gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts kleinen Bevölkerung Heerbruggs, nach Au oder Berneck, der andere nach Balgach kirchgenössig gewesen, und so blieb es auch, als um die Jahrhundertwende im Zusammenhang mit der Rheinkorrektion, mit dem Bau des rheintalischen Binnenkanals und mit dem Anfang der Stickereiindustrie eine beträchtliche Zuwanderung einsetzte. Aber die Zuzüger, zum grossen Teil italienischer Herkunft und Sprache, waren ja in keiner der Gemeinden verwurzelt und fühlten sich darum auch von «ihrer» Kirche und Pfarrei viel weiter entfernt, als dies rein geographisch der Fall war.
Als jedoch 1906 Heerbrugg eine eigene Schulgemeinde wurde und die Kinder, die zuvor in Au oder Balgach, vereinzelt auch in Widnau oder Berneck hatten zur Schule gehen müssen, im eigenen Dorf und von einem eigenen Lehrer unterrichtet wurden, hielt man es allgemach nicht nur für wünschenswert, sondern für recht und billig, da, wo man lebte und zumeist auch arbeitete, seelsorgerisch betreut zu werden und eine Stätte zur gemeinsamen Feier des Gottesdienstes zu haben.
Auch in den umliegenden Pfarreien erkannte man die «beklagenswerten Mängel in der pastorellen Betreuung der Heerbrugger Katholiken». «Während sechs Jahren habe», heisst es in einem Bericht von 1912, «der Balgacher Pfarrer Ebneter in verdankenswerter Weise die Pastoration der Heerbrugger Kinder innegehabt, ... nun aber demissioniert.» Da erörterten anfangs Oktober Vertreter von Au, Heerbrugg, Berneck, Widnau und Balgach im Beisein eines Beauftragten des Bischofs und des Präsidenten des Administrationsrates, was zur Verbesserung der «unhaltbaren Zustände in der Pastoration der katholischen Einwohnerschaft von Heerbrugg» getan werden müsste und getan werden könnte. Aber die Konferenz führte zu keiner befriedigenden Lösung, und der Berichterstatter klagte: «Schon glaubten wir, dass wir uns als vollständig verlorenes Gut zu betrachten hätten. ... Da erklärte sich der Pfarrer Wissmann von Widnau bereit, für ein Jahr provisorisch die Pastoration der Schulkinder von Heerbrugg zu übernehmen.» Hierauf wurde diese vorübergehend an das Pfarramt Balgach «delegiert». Neue Verhandlungen in den Jahren 1915, 1920 und 1926 erbrachten keine spürbaren Fortschritte, und so löste ein Provisorium das andere ab. Darnach verfügte am 23. April 1930 das bischöfliche Ordinariat «die Loslösung der in Heerbrugg auf dem Territorium der politischen Gemeinde Au innert der Grenzen der Kapellgenossenschaft und der Schulgemeinde Heerbrugg wohnhaften Katholiken von der Kirchgemeinde Au und deren Zuteilung zur Kirchgemeinde Balgach», und Administrationsrat und Regierungsrat genehmigten diesen Entscheid. So waren nun zwar alle katholischen Heerbrugger in ein und derselben Pfarrei vereint; ihre übrigen und eigentlichen Anliegen und Begehren jedoch blieben unerfüllt.