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Rüdlingen mit bewegter Geschichte
Rüdlingen ist eine Gemeinde, deren Ursprung weit in die Vergangenheit zurückreicht. Bereits 827 wurde Rüdlingen urkundlich erwähnt.
Der idyllische Flecken Rüdlingen ist bereits im Jahre 827 urkundlich erwähnt, d.h. etwa 400 Jahre nach seiner mutmasslichen Gründung durch ein alemannisches Volk mit seinem Führer Hruodo, dessen Name die Siedlung bleibend bezeichnet hat. Wer zur Sippe des Hruodo gehörte, war ein Ruodinine, und wo sie wohnten hiess es "ze den Ruodiningung", heute "z´ Rüedlinge".
Im Jahre 1123 schenkte ein Leuthold von Weissenburg "von Gottesfurcht ergriffen", wie es in der Chronik heisst - die Dörfer Rüdlingen und Buchberg dem Kloster Rheinau. Während etwa vier Jahrhunderten mussten nun die Zehnten nach Rheinau gebracht werden. Sauber geschriebene Bücher der Mönche zeugen heute noch von dieser Zeit.
In dieser Schenkungsurkunde wird erstmals neben Rüdlingen auch Buchberg genannt, beide als Dörfer und wie wenn jedes von ihnen eine selbständige Gemeinde gewesen wäre. Aus einer späteren Dorfoffnung, dem sogenannten Meierrodel, aufbewahrt im Archiv der Gemeinde Rüdlingen, geht aber eindeutig hervor, dass beide Dörfer einen gemeinsamen Bann bildeten und zwar bis ins Jahr 1839.
Im Jahre 1520 ging die Herrschaft über Rüdlingen und Buchberg für 935 Gulden von der Familie Trüllery an die Stadt Schaffhausen als den letzten Lehensträger des Klosters über. 1656/1657 erwarb Schaffhausen auch die hohe Gerichtsbarkeit über ihre klettgauischen Besitzungen, und somit war die Zugehörigkeit der Herrschaft Rüdlingen-Buchberg zum Stadtstaat und späteren Kanton Schaffhausen endgültig geworden.
Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts bildeten Rüdlingen und Buchberg zusammen eine Gemeinde. Die Nutzung der Weiden und des Waldes sowie der Unterhalt von Wegen und Brunnen, aber auch das Beheben von Uferschäden am Rhein führten immer wieder zu Streitigkeiten. 1839 erfolgte, nach langwierigen Zwistigkeiten, die Teilung von Rüdlingen-Buchberg in zwei politische Gemeinden. Diese Trennung führte jedoch bezüglich der Landverteilung zu weiteren Streitigkeiten. Am 21. November 1839 fand die Verlosung der strittigen Gebiete statt.
Wenig später belastete der Kirchenbau das Verhältnis zwischen den beiden Gemeinden erneut. Die Rüdlinger bestanden darauf, dass der Kirchturm auf der Rüdlinger Seite der Kirche errichtet wird. Dies war jedoch auf Grund des schlechten Baugrundes nicht möglich. Erst als der Standort der Kirche so gewählt worden ist, dass die Rüdlinger wenigstens das Zifferblatt vom Dorf her ablesen konnten, stand dem Bau nichts mehr im Wege. Die Kirche konnte 1849 eingeweiht werden. Sie brannte 1972 wegen eines schadhaften Ofenrohres ab, sie wurde aber " leicht abgeändert " wieder aufgebaut. Die Kirche wurde 1997 von den Einwohnergemeinden Rüdlingen und Buchberg von der Reformierten Kirchgemeinde käuflich erworben.
Dass der malerische Ort nie ohne Sorgen sein konnte, dafür ist nicht zuletzt Vater Rhein verantwortlich, der mitunter aggressiv ins bewirtschaftete Land der hiesigen Bauern vordrang und jedes Jahr bis 30 Aren Kulturland wegschwemmte und dem Dorf immer näher rückte. Durch die Korrektion des Rheines im Jahre 1882 konnte die Gefahr gebannt werden.
Aus dem ehemaligen Bauern- und Fischerdorf ist in struktureller als auch in kultureller Hinsicht ein Ort der Begegnung geworden. Grundlegende Veränderungen in der Landwirtschaft und gross angelegte Güterzusammenlegungen haben zur starken Reduktion der Bauernbetriebe geführt; von einem halben Hundert in den fünfziger Jahren auf gegenwärtig zehn.
Zusammen mit Buchberg stellt Rädlingen den sogenannten sädlichen Kantonsteil Schaffhausens dar. Als Schaffhauser Exklavengemeinde musste die Gemeinde Rüdlingen immer auf eine gewisse Eigenständigkeit bauen.
Stolz sind die Rüdlinger auf ihren Dorfkern. Konnte doch dank der Mithilfe aller Einwohner sowie einer gutgewählten Bauzone das historische Dorfbild mit seinem ganz persönlichen Charakter erhalten werden. Wohlwollende Dominante setzen die Kirche und der vorgelagerte Aussichtspunkt hoch über dem Dorf, von wo die reizvolle Rheinlandschaft überblickt werden kann. Durch den Bau des Gemeindehauses im Jahre 1992 hat der Dorfkern an Charakter gewonnen. Die darin untergebrachte Gemeindekanzlei, der Maxi-Laden und der SPITEX-Stützpunkt haben dem Dorf zu einer neuen Identität verholfen.
Nach einer Zeit der Konkurrenz und des Neides zwischen den beiden Dörfern des unteren Kantonsteils wissen wir heute " in einer Zeit, da die anfallenden Probleme immer regionaler werden " dass wir zusammen arbeiten müssen. Viele Werke werden gemeinsam betrieben, so z.B. der Forstbetrieb, die Abwasserreinigungsanlage, die Wehrdienste, usw.
Wer sich mit der Geschichte unserer Gemeinde ausführlicher auseinandersetzen möchte, kann bei der Gemeindekanzlei das Rüdlinger-Heimatbuch beziehen.