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Dr. Jürgen Häusler in seiner “Aufgelesen”-Reihe über die apokalyptische Stimmung.
Der Philosoph Robert Pfaller teilt mit uns „kurze Sätze über das gute Leben“ (2015). Dabei setzt er sich auch mit der Endzeitstimmung auseinander, die unsere Welt in Atem hält. Im Moment scheint angesichts von „Flüchtlingswellen aus dem Osten“ (was für ein Wortverbrechen!) das Ende des Abendlandes zu drohen. Oder der dritte Weltkrieg? Schon länger der atomare GAU. Und über allem schwebt apokalyptisch der Klimatod: „Die Klimapanik passt zu unserer Todesfurcht, die grösser ist als die Furcht vor dem schlechten Leben. Es wird ständig so getan, als wenn es entsetzlich wäre, wenn die Menschheit als Gattung ausstirbt.“ Pfaller zitiert zustimmend seinen Kollegen Rudolf Bauer: „Es ist nicht trauriger, wenn wir zugleich sterben, als wenn wir alle nacheinander sterben“.
Mit dem Ziel des „guten Lebens“ vor Augen werden (vermeintlich) kleine und (vermeintlich) grosse Katastrophen gegeneinander abgewogen. Das Ende der Gattung. Der eigene Tod. Der Tod eines (geliebten) Individuums.
Das Verhältnis zwischen „kleinen“ und „grossen“ Katastrophen verhandelt auch der amerikanische Schriftsteller T.C. Boyle in seiner – im wahrsten Sinne des Wortes – atemberaubenden Kurzgeschichte „Chicxulub“ (in: T.C. Boyle, Stories II, 2013). Die zwei Hauptfiguren: Madeline Biehn und Chicxulub. Über letzteren erfahren wir: „Astrophysics call such objects ,civilzation enders`, and calculate the chances that a disaster of this magnitude will occur during any individual`s lifetime at roughly one in ten thousand, the same odds as dying in an auto accident in the next ten months …“ Über Madeline berichtet der erste Satz der Geschichte: „My daughter is walking along the roadside late at night – too late, really, for a seventeen-year-old to be out alone …“