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Multiple Myelom ist selten, gehört aber zu den häufigsten Tumoren von Knochen und Knochenmark. Jährlich werden etwas sechs bis acht Neuerkrankungen pro 100’000 Einwohner verzeichnet. Fast alle Patienten entwickeln sich aus einem asymptomatischen prämalignen Stadium. Die Behandlung unterscheidet in Ersttherapie des asymptomatischen oder symptomatischen Myeloms und Behandlung der rezidivierten Erkrankung.
Neue Phase-III-Daten der Studien DISCOVER-1 und DISCOVER-2 zeigen eine Verbesserung bei Gelenk- und Hautsymptomen der Psoriasis-Arthritis in Woche 52. Eine Indikationserweiterung von Guselkumab wird zurzeit geprüft. Es wäre ein weiterer Fortschritt in den Behandlungsmöglichkeiten dieser belastenden Autoimmunerkrankung.
Neben Anamnese, klinischer Untersuchung und Bildgebung ist die Bestimmung von Antikörpern eine wichtige Methode zur Diagnose einer Dermatomyositis sowie als prognostischer Anhaltspunkt. Mehrere spezifische Antikörper kommen ausschliesslich bei Dermatomyositis vor und korrelieren mit bestimmten klinischen Ausprägungen und Verlaufsformen. Zur Behandlung stehen verschiedene immunmodulierende Wirkstoffe zur Verfügung, welche je nach individuellem Krankheitsbild auch kombiniert zum Einsatz kommen können.
Druckulzera sind schwere Komplikationen von Multimorbidität und Immobilität. Das Dekubitusrisiko kann anhand der Braden-Skala abgeschätzt werden. Massnahmen zur Druckentlastung und Bewegungsförderung können das Auftreten von Druckgeschwüren bei bettlägerigen Patienten senken. Auch zur Dekubitustherapie sind diese Interventionen, in Kombination mit lokaler Wundbehandlung, hilfreich.
Die Behandlung erwachsener Patienten mit 5q-assoziierter spinaler Muskelatrophie Typ II und III mit Nusinersen wird in der Schweiz per 1. Juli 2020 vergütet. Die Kostenübernahme erfolgt über die Spezialistätenliste (SL) der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. Dies ist für Betroffene eine grosse Erleichterung, bisher war ein ärztlicher Antrag auf Vergütung im Einzelfall die einzige Möglichkeit für eine Erstattung.
Zwischen erhöhtem Blutdruck und Nierenerkrankungen besteht eine wechselseitige Beziehung. Daher ist eine konsequente Hypertonietherapie bei eingeschränkter Nierenleistung besonders wichtig. Denn eine intensive Blutdrucksenkung verhindert bei Patienten mit Proteinurie die Progression der Nierenerkrankung. Welche Zielwerte sollten ins Auge gefasst werden?
Seit knapp zwei Jahren steht für Patienten mit einem nicht-resezierbaren oder metastasierten BRAFV600-mutierten Melanom mit der Kombination Encorafenib plus Binimetinib eine effektive Therapieoption zur Verfügung. Eine auf dem diesjährigen ASCO vorgestellte Analyse der COLUMBUS-Studie zeigt, dass die günstigen Behandlungseffekte auch nach einem Zeitraum von vier Jahren erhalten bleiben.
Ertugliflozin als add-on zur Standardbehandlung erwies sich in dieser grossangelegten internationalen Studie im Vergleich zu Placebo hinsichtlich MACE (Major adverse cardiac event) als nicht unterlegen. Damit konnte die kardiovaskuläre Sicherheit dieses modernen Antidiabetikums bestätigt werden. Angesichts der hervorragenden bisherigen Datenlage der kardiovaskulären Endpunktstudien waren die Erwartungen sehr hoch gesteckt.
Die Insulinausschüttung der Betazellen im Pankreas wird primär durch den Glukosespiegel in der Pfortader beeinflusst. Zusätzlich wird die Sekretion auch durch die sogenannten Inkretine moduliert. Nach Nahrungsaufnahme führen sie glukoseabhängig zu einer vermehrten Freisetzung von Insulin.
Weltweit stellt Eisenmangel die häufigste Mangelerkrankung dar. In Europa liegt die Prävalenz bei 5–10% und ist mit rund 50% eine der häufigsten Ursachen einer Anämie. Ein Ungleichgewicht zwischen Bedarf und Aufnahme führt zunächst zu einem Speichereisenmangel, kommt es zu einer unzureichenden Versorgung der erythropoetischen Vorstufen, führt dies zu einer eisendefizitären Erythropoese, bei noch normwertigem Hämoglobin. Erst bei Unterschreiten der Normwerte für Hämoglobin spricht man von einer Eisenmangelanämie.
Bei einem 58-jährigen, präadipösen Patient mit Typ-2 Diabetes mellitus und weiteren Komorbiditäten wird im Rahmen einer Abklärung eine beginnende Nierenschädigung festgestellt. Diese macht eine Anpassung der Diabetes-Therapie erforderlich.
Eine lebensbejahende Einstellung ohne das Sterben auszugrenzen ist einer der Grundsätze der Palliative Care. Sie stellt die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen, die ihre letzten Schritte auf dieser Welt zurücklegen, in den Fokus. Eine komplexe Situation für den Betroffenen, aber auch den behandelnden Arzt und das Pflegepersonal.
Fatigue tritt bei fast allen onkologischen Patienten im Verlauf der Erkrankung auf. Trotz ausreichend Schlaf sind die Betroffenen müde und erschöpft – eine zermürbende Erfahrung. Da die Beschwerden auch noch Jahre nach der Therapie auftreten können, ist hier besondere Achtsamkeit gefragt.
Der Beruf des Arztes bringt eine hohe Verantwortung für den Patienten mit sich. Dazu bedarf es einer stabilen Konstitution – sowohl physisch als auch psychisch. Doch die Arbeitsbelastung ist hoch, die Zeit für die Betroffenen gering. Was anfangs noch klappt, wird mit der Zeit immer schwieriger. Rechtzeitig den Weg aus einer negativen Spirale zu schaffen, bevor alle Reserven aufgebraucht sind, ist daher essenziell.
Anticholinergika zählen zur pharmakologischen Standardtherapie der überaktiven Blase. Es gilt das für den jeweiligen Patienten passende Präparat zu wählen. Die Nebenwirkungsrisiken variieren teilweise erheblich. Als Alternative können selektive β3-Adrenorezeptor-Agonisten eingesetzt werden. Eine Kombination beider Substanzklassen kann durch synergistische oder additive Wirkungen das Nutzen-Risiko-Verhältnis positiv beeinflussen.
Während der aktuellen COVID-19-Pandemie könnte bei steigenden Fallzahlen die stationäre Gesundheitsversorgung stark beansprucht werden. Eine Grippeimpfung kann helfen, die Krankheitslast im Winter zu reduzieren und Risikopersonen zu schützen. Die Impfung wird chronisch Kranken mit einem erhöhten Komplikationsrisiko und deren regelmässigen Kontaktpersonen sowie allen Gesundheitsfachpersonen empfohlen.
Ausser einer Ausweitung der Empfehlung einer Pneumokokkenimpfung auf Personen mit Zöliakie und einem separaten Kapitel zum Thema Informationen und Voraussetzungen zur Kostenübernahme der empfohlenen Impfungen, ist der Schweizerische Impfplan 2020 unverändert zum Vorjahr.
Dr. med. Marcel Halama im Interview zu den wichtigsten Aspekten des Managements von Reflux und seinem Grenzen.
Neben der bahnbrechenden Neuentdeckung von Dapagliflozin als wirksame und sichere add-on Therapieoption bei Herzinsuffizienz, gibt es einige weitere interessante Updates. Die Kaliumwerte sind ein wichtiger Parameter bei einer Therapie mit Aldosteron-Antagonisten. Bezüglich Kreatinin lautet der aktuelle Konsens, dass ein Anstieg von 30–50% tolerierbar ist. Für die Indikation einer kardialen Resynchronisationstherapie sind Linksschenkelblock und QRS-Komplex wichtige Kriterien.
«Nüsse», «Samen» und «Kerne» lösen überdurchschnittlich schwere anaphylaktische Reaktionen aus, die zum Teil pollenassoziiert sind. Durch Anamnese, Prick-zu-Prick-Test und Bestimmung der IgE-Antikörper kann der Allergenauslöser identifiziert werden. Äusserst knifflig ist es im Falle von genetisch veränderten Sojabohnen, in welche das besonders methioninreiche 2S-Albumin aus Paranüssen transferiert wurde. Für Paranussallergiker stellt das darin enthaltene Allergen Ber e 1 ein hohes Risiko dar.