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Manches mal passt der Zufall zu 100%. Viele Stunden auf deutschen Strassen, die ich zwecks eines Umzugs zu bewältigen hatte, hat mir das sehr eigensinnige "The Crawling Chaos" (der Titel ist an das Schaffen des neuenglischen Horror-Gottes Lovecraft angelehnt) aufgehellt. Nun ist der Grossteil des Umzugs erledigt und es stellt sich heraus, Noneuclid stammen aus dem kleinen Städtlein, dass ich nun Zuhause nennen darf. Stochastisch betrachtet wäre dieses Ereignis mit ca. 0,031% Wahrscheinlichkeit doch eher unrealistisch. Nun gut, so konservativ die hier ansässigen Niederbayern sind, so extravagant ist Noneuclid.
Schon der einleitende Satz fällt schwer, denn mir will weder eine zutreffende Genre-Bezeichnung noch ein passendes Adjektiv einfallen, welches das hier Komponierte adäquat zusammenfassen könnte. Progressive Metal wäre wohl die korrekte, zugleich aber auch völlig irreführende Bezeichnung. Machen wir es einfach: Bevor man sich an "The Crawling Chaos" heranwagt, täte man gut daran, sich von allen Klischees zu verabschieden. Beispielhaft hierfür kann jede Nummer auf diesem Silberling angeführt werden; am Schema des Stückes "The Digital Diaspora" möchte ich dies zeigen:
Los geht es mit einem schwarzmetallischen Riffing, welches stark an Dark Funeral erinnert. Das Schlagwerk feuert aus allen Röhren, aber anstatt des zu erwartendem Gekeifes gesellt sich dazu bald ein klarer Gesang. Durch einige flotte Breaks wird dann ein wenig abgebremst, aber diese Stotterei wärt nicht lange und es geht wieder furios weiter im Stile der schwedischen Erfolgsgruppe. Es folgt eine besonnenere Passage, in welcher der klare Gesang durch ein Flüstern ersetzt wird, dass sich jedoch in der Intensität spürbar steigert, um dann in einem kleinen Intermezzo unirdisch klingender Gitarren-Melodien zu Enden... usw. usf. (Flamenco-Klänge kommen ausserdem ebenfalls noch vor).
Diese Vielzahl undurchsichtiger Elemente wurde jedoch zum überwiegendem Teil von dem Refrain ferngehalten, sodass diese durchaus zur aktiven Teilnahme einladen. Headbangen oder mitgröhlen, wie man möchte.
Selten war der Ratschlag "hör selbst rein" angebrachter als hier. Dieses Machwerk ist zu abwechslungsreich und ungewöhnlich um im Zuge einer gewöhnlichen Rezension vollständig behandelt werden zu können. Eine Empfehlung ist speziell für alle diejenigen auszusprechen, denen jedweges künstlerisches Korsett generell zu eng scheint. Mir – und damit bin ich sicherlich nicht der einzige – hat "The Crawling Chaos" jedenfalls mächtig Spass gemacht.
|Christian Muenzner||Warpstone||Setentia||Alarum||Aeon Of Horus|
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