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Estragon
Estragon, das Drachen- oder Schlangenkraut, ist eine mehrjährige Pflanze von 50 bis 80 cm Höhe, die aufgrund des berühmten Estragonhühnchens in der französischen Küche gut bekannt ist.
Estragon bildet eine buschige Pflanze mit langen, schmalen und dunkelgrünen Blättern. Im Sommer entstehen manchmal grünliche Blütenstände, die jedoch keine Samen bilden.
Vermehrung
Die Pflanze «Artemisia dracunculus» kann nur über Triebe oder eine Teilung des Wurzelstocks vermehrt werden, weil sie praktisch keine Samen bildet. Diese Vermehrung sollte möglichst zu Beginn des Frühjahrs durchgeführt werden, wobei die entnommenen Stücke sofort wieder eingepflanzt werden müssen, da die Wurzeln nicht austrocknen dürfen. Im Sommer kann man leicht Stecklinge ziehen, indem man die stärksten Stängel in Teile schneidet. Diese Stecklinge werden in Blumentöpfe gegeben, die man in den Schatten stellt und regelmässig giesst. Sobald sich Wurzeln gebildet haben, kann man die neuen Setzlinge einpflanzen. Eine andere Art, der russische Estragon, verträgt mehr Kälte und bildet fruchtbare Blütenstände, die zu Samen ausreifen. Diese Art kann daher auch ausgesät werden, doch die Blätter sind weit weniger geschmackvoll.
Kultur
Pflanzen Sie Estragon in einen humusreichen, frischen und gut durchlüfteten Boden, an einem vollsonnigen Standort. Ein wenig Schatten schadet der Pflanze nicht, allerdings sollte der Boden nicht zu kalkhaltig sein. Die Pflanze muss während der Phase des Austreibens nach dem Umpflanzen gut gegossen werden. Die elf Haupttriebe sollten abgezwickt werden, damit sich zahlreiche Seitenzweige bilden können. Im ersten Jahr sollten nicht allzu viele Blätter oder junge Triebe geerntet werden. Sobald die ersten Fröste auftreten, wird die Pflanze über dem Erdboden abgeschnitten und mit trockenen Blättern abgedeckt.
Ernte und Verwendung
Estragon ist eines der am meisten geschätzten Gewürze in der französischen Gastronomie. Er fügt der Speise eine sehr eigene, ziemlich starke, aber raffinierte Note hinzu. Estragonkraut passt ebenso gut zu Essiggurken, verschiedenen Arten von Mayonnaise und Omelette wie zum Estragonhühnchen, das man unbedingt einmal gekostet haben muss. Ernten Sie je nach Bedarf frische Blätter. Die getrockneten Blätter sind geschmacklos und auch beim Einfrieren geht ein Grossteil des Aromas verloren. Estragonöl oder -essig stellt eine gute Möglichkeit dar, die Würze des Estragons zu erhalten. Auch Estragonbutter, die im Kühlschrank aufbewahrt werden kann, eignet sich zur Konservierung des Krautes.
Hausgemachter Estragonessig
Schneiden Sie einen schönen Estragonzweig ab und stecken Sie ihn in eine Flasche. Giessen Sie dann Essig, der zuvor etwas erwärmt wird, in die Flasche. Dann wird die Flasche geschlossen und drei Monate aufbewahrt – danach ist der Essig gebrauchsfertig.
Geschichte
Auf Altfranzösisch bedeutete das Wort «Estragon» «kleiner Drache». Wahrscheinlich gab man der Pflanze diesen Namen aufgrund ihrer Wurzeln, die sich schlangenförmig durch die Erde winden. Die Form der Wurzeln war auch der Grund, weshalb man lange Zeit dachte, mit dieser Pflanze Schlangenbisse heilen zu können. Pilger legten immer etwas Estragon in ihre Schuhe, um unheilvolle Begegnungen zu vermeiden. Oder vielleicht, weil er geruchshemmend wirkte? Wer weiss...
Zusätzliche Informationen
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