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In Ostafrika und auch gewissen Teilen Asiens herrschen momentan apokalyptische Zustände. Der Grund dafür sind Wüstenheuschrecken. Sehr, sehr viele Wüstenheuschrecken.
Die UN-Welternährungsorganisation FAO sieht die Lebensmittelversorgung von 20 Millionen Menschen bedroht.
Denn die Heuschrecken bilden Schwärme von Hunderten Millionen Tieren und können laut der FAO bis zu 150 Kilometer am Tag zurücklegen.
Auf ihrem Weg zerstören sie ganze Landstriche. Gemäss der FAO könne ein Schwarm von einem Quadratkilometer Grösse an einem Tag soviel Nahrung verspeisen wie 35'000 Menschen.
Die FAO spricht von der schlimmsten Heuschreckenplage in Kenia seit 70 Jahren, in Uganda und Somalia soll es die schlimmste seit 25 Jahren sein.
Am stärksten ist momentan das Horn von Afrika betroffen. Die FAO spricht von einer noch nie dagewesenen Bedrohung für die Ernährungssicherheit und die Lebensgrundlagen, da die Schwärme in Äthiopien und Somalia zunehmen und sich weiter nach Süden bis nach Kenia ausbreiten.
Einige Schwärme haben bereits Eier gelegt und das Schlüpfen ist mit ziemlicher Sicherheit bereits im Gange. Einige Schwärme sind auch bereits in das Great Rift Valley in Äthiopien eingedrungen.
Das einzige Mittel zur Bekämpfung der Plage sieht die FAO im Spritzen von Pestiziden. Flugzeuge sprühen die Giftstoffe momentan über die Felder.
In Somalia erweist sich das jedoch als unmöglich. Das Land ist von Konflikten und Chaos gezeichnet. Somalias Landwirtschafts- und Bewässerungsministerium sagte zwar, es habe die Heuschreckeninvasion zum nationalen Notstand erklärt. Eine koordinierte Pestizid-Aktion wird es aber wahrscheinlich nicht geben.
Ein weiteres Ausbreitungsgebiet befindet sich im südwestlichen Asien. Schwere Regenfälle lieferten beste Brutbedingungen für die Heuschrecken. Auch das Grenzgebiet zwischen Indien und Pakistan ist stark betroffen.
Heuschrecken werden bereits seit Jahrtausenden als Plage angesehen. Selbst in der Bibel finden sie Erwähnung. Die FAO bezeichnet sie als «älteste wandernde Plage der Welt».
Heuschrecken sind jedoch nicht nur eine Plage. In Teilen Afrikas, Asiens und Südamerikas landen sie oft auf den Tellern. Die eiweissreichen Tiere werden gebraten, gegrillt oder frittiert.
(dfr)