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Zusätzlicher Vitamin- und Mineralstoffbedarf:
Aufgrund der oben erwähnten eingeschränkten Effizienz der Verdauung leidet der Dickdarm älterer Pferde unter einem Ungleichgewicht und einer Verringerung der Darmmikroflora. Sie haben dadurch Schwierigkeiten, ihren Bedarf an B-Vitaminen zu synthetisieren. Die Zugabe von B-Vitaminen und lebender Hefe in Form von Saccharomyces Cerevisiae empfehlenswert. Auch die Aufnahmefähigkeit bestimmter Vitamine scheint mit zunehmendem Alter abzunehmen. Besondere Aufmerksamkeit muss auf Vitamin C (Ascorbinsäure) gelegt werden, es ist für die Funktion des Immunsystems wichtig.
gesundes, jüngeres Pferd kann ausreichend Vitamin C selber erzeugen (Eigensynthese). Da viele ältere Pferde an einer Hypophysenfunktionsstörung leiden (das macht sie damit anfällig für Virusinfektionen), ist eine ausreichende Versorgung über eine Ergänzung erforderlich.
Ältere Pferde zeigen während des Trainings eine höhere Herzfrequenz und Schweissproduktion im Vergleich zu jüngeren Pferden. Sie benötigen deshalb in dieser Zeit mehr Elektrolyte als jüngere.
Energie- und Proteinbedarf:
Die Fütterung von ganzen Körnern ist zu vermeiden, sie sind aufgrund der erwähnten verringerten Verdauungseffizienz für das ältere Tier schwerer zu verwerten.
Kommerzielle pelletierte Futtermittel werden aus fein gemahlenen Körnern hergestellt, die Hitze ausgesetzt werden, wodurch einige Nährstoffe besser verfügbar sind und leichter aufgenommen werden können. Sie können eingeweicht werden, damit auch zahnlose Pferde den entstandenen Brei fressen können. Auch hilft das Einweichen von Futter und Heu in warmem Wasser in den Wintermonaten bei der Aufrechterhaltung der Körpertemperatur bei kaltem Wetter. Alte Pferde (20+) thermoregulieren schlecht und benötigen daher mehr Nahrungsenergie als die NRC-Empfehlung (National Research Council).
Wählen Sie ein Futter, das etwa 12-14% Rohprotein liefert (dies ist etwas höher als für jüngere Pferde empfohlen). Proteinquellen müssen auf pflanzlicher Basis und von hoher Qualität sein, leicht verdaulich und mit sämtlichen Aminosäuren, mit besonderem Fokus auf BCCA („branched chain amino acids“), um die Muskelspannung aufrecht zu halten. Deshalb sollte die Ernährung von Pferden mit Leberproblemen eiweissarm sein.
Da ganze Körner eher schwer verdaulich sind, bieten hochwertige Öle eine hervorragende Ergänzung zur Ernährung älterer Pferde, da sie kalorienreich sind und, solange die Leberfunktion gut ist, leicht verdaulich sind. Die Leberfunktion sollte vor Beginn einer fettreichen Diät beurteilt werden.
Gelenkschützende Stoffe:
Eines der ersten Anzeichen des Alterns bei Pferden ist die Gelenksteifheit. Ihr altes Pferd ist am Morgen meist nicht sofort locker und beweglich. Es ist wichtig, dies frühzeitig zu erkennen und es mit den Nährstoffen zu versorgen, welche die Beweglichkeit so lange wie möglich erhalten und Beschwerden minimieren.
Ein gesunder Knorpel ist unerlässlich, um die Stabilität, Stärke und Beweglichkeit eines Gelenkes zu erhalten. Knorpel ist beweglich und wird unter normalen Umständen langsam, aber gleichzeitig abgebaut und erneuert. Die Bausteine für das Knorpelwachstum sind wichtig, um diesen Kreislauf aufrecht zu erhalten. Einige Nahrungsergänzungsmittel enthalten Nährstoffe, die der Erhaltung eines gesunden Knorpels dienen und auch dazu, den zerstörerischen Entzündungsprozessen bei Gelenkserkrankungen entgegenzuwirken. Die Versorgung der Knorpelzellen mit Nährstoffen zur Erhaltung der Funktion ist von entscheidender Bedeutung. Knorpelschützende Nährstoffe wie Glucosamin, Chondroitinsulfat, Methylsulfonylmethan (MSM) und Hyaluronsäure können helfen, die Knorpelerneuerung zu unterstützen.
Keine Diskussion über ältere Pferde wäre vollständig ohne eine Erwähnung der Hypophysen-Pars-Intermedia-Dysfunktion (PPID), die allgemein als Cushing bezeichnet wird. Dies ist eine häufige endokrine Störung, die durch den Verlust der Dopaminhemmung in der Hypophyse nach der Entwicklung eines Tumors in der Hypophyse verursacht wird. Dieser Zustand wird selten bei Pferden unter 15 Jahren beobachtet und tritt am häufigsten bei Pferden ab 20 Jahren auf. Auch kommt es bei alternden Pferden häufig zu einer Insulinresistenz, die zu einem metabolischen Syndrom, Hufrehe und Fettleibigkeit führt.
Abschliessend:
Ob Hochleistungspferd oder Rentner: Ältere Pferde haben (oder können) eine starke emotionale Bindung zu ihren Besitzern, die alles für sie unternehmen, um die Gesundheit und das Wohlbefinden zu erhalten. Oft können einfache Änderungen in Bezug auf Bewegung, Umgebung und Ernährung die Gesundheit in dieser Lebensphase unterstützen.
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