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Mit einem Kinder-Tanzstück und einer subversiven Komödie aus der Zeit des Stalinismus startet am (heutigen) Mittwoch das Theater-Festival von Avignon. Bis am 26. Juli werden 35 grosse Produktionen gezeigt, 22 davon Uraufführungen.
16 Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren stehen im Zentrum des "Petit projet de la matière", das das Festival am Nachmittag eröffnet hat. Es handelt sich dabei um eine Bearbeitung des Tanztheaterstücks "Projet de la matière" von Odile Duboc und Françoise Michel, das das sensorische Gedächtnis erkundet.
Am Abend wird im Steinbruch von Boulbon "Le suicidé" gezeigt, inszeniert von Patrick Pineau. Die russische Komödie von Nicolaï Erdman wurde unter Stalin zensiert und der Autor von den Strafbehörden verfolgt und verbannt.
In der absurden Satire, in der Patrick Pineau die Titelrolle spielt, führt eine nächtliche Fressattacke dazu, dass ein Mann von scheinbar wohlmeinenden Mitbürgern an den Rand des Todes getrieben wird, um schliesslich mit gestärktem Selbstbewusstsein dem Grab zu entsteigen.
Als weiteres historisches Stück wird ebenfalls zur Eröffnung "Jan Karski (Mon nom est une fiction)" gezeigt. Karski, ein polnischer Offizier, hatte sich 1942 ins Warschauer Ghetto und in ein Vernichtungslager einschleusen lassen, um als Augenzeuge britische und amerikanische Politiker über die Gräuel der Nazis zu informieren. Man glaubte ihm nicht.