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Verschiedene Ereignisse sorgten zu Beginn des 18. Jahrhunderts dafür, dass die italienische Musik in London immer populärer wurde. Warum es Pier Giuseppe Sandoni (1683–1748) nach England zog, ist nicht leicht zu beantworten, denn er war in seiner Heimatstadt Bologna als Musiker bestens etabliert und hatte schon in jungen Jahren eine steile Karriere gemacht. Irgendwann zwischen Ende 1715 und Anfang 1716 tauchte er zum ersten Mal in London auf. 1719 engagierte ihn Händel für sein neu gegründetes Opernunternehmen, die Royal Academy of Music, wo er nicht nur als Cembalist auftrat, sondern Händel auch beim Engagement italienischer Sänger und Sängerinnen unterstützte. 1722 schickte Händel ihn nach Venedig, um die neue Primadonna Francesca Cuzzoni (1700–1778) nach London zu begleiten. Dieser Auftrag sollte Sandonis Leben verändern: beide heirateten später. Ob es 1722 zu einem Treffen zwischen Sandoni und Benedetto Marcello (1686–1739) in Venedig kam, ist nicht überliefert. Als Spross einer venezianischen Adelsfamilie war Benedetto Marcello besonders in jungen Jahren sehr aktiv auf dem Feld der Instrumentalmusik. Zu seinen Instrumentalwerken gehört auch eine bemerkenswerte Sammlung von dreisätzigen «Sinfonie a quattro», die in einer Handschrift der British Library in London überliefert sind (Add MS 31579). Gewidmet ist sie Monsieur Deux, einem rätselhaften Franzosen, über den bisher noch nichts bekannt ist. Die Sammlung besteht aus einer Anthologie von fünf Instrumentalsinfonien, die ursprünglich wahrscheinlich zu Serenaden, Intermezzi, Oratorien und Kantaten gehörten. Der fliessende, vorgalante Charakter könnte eine Datierung in das Jahrzehnt zwischen 1716 und 1726 nahelegen. Das heutige Programm verbindet die beiden Komponisten und stellt die einzelnen «Sinfonie a quattro» von Benedetto Marcello jeweils einer Kantate von Pier Giuseppe Sandoni voran.
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