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Der Fall AC Bellinzona beschäftigt momentan die Fussballschweiz. Der Tabellenzweite der Challenge League hat 8,5 Millionen Schulden und der Konkursrichter verhängte den Konkurs über den Verein. Die Tessiner haben zwar ihrerseits Rekurs eingelegt und haben infolgedessen noch bis zum 2. Mai Zeit, um einen Sanierungsplan zu präsentieren. Daran, dass Präsident Gabriele Giulini bis dahin die finanziellen Mittel auftreiben kann, damit Bellinzona die Saison zu Ende spielen kann, mag aber niemand richtig glauben. Viel wahrscheinlicher ist es, dass der Klub die Meisterschaft vorzeitig abbrechen und in einer tieferen Liga einen Neuanfang starten muss.
Keine Auswirkungen für den FC Freiburg
Bellinzona wäre nach Lugano (2003), Servette (2005) und Neuenburg Xamax (2012) bereits der vierte Verein, der angesichts seiner Schuldenlast kapituliert. Das Pech des einen ist allerdings auch immer das Glück des anderen. So wäre im Fall von Bellinzona in erster Linie der FC Locarno Nutzniesser. Weil das Komitee der 1. Liga entschieden hat, dass im Falle eines Konkurses der AC Bellinzona keine Mannschaft aus der Challenge League relegiert wird, wäre Locarno als abgeschlagener Tabellenletzter gerettet und könnte auch in der kommenden Saison in der zweithöchsten Schweizer Liga antreten.
Sollte es aus der Challenge League tatsächlich keinen Absteiger geben, hätte dies auch Auswirkungen auf die 1. Liga Promotion. Vor allem die abstiegsbedrohten Teams–darunter auch der FC Freiburg–hofften zuletzt, dass sie vom frei werdenden Platz profitieren könnten. Das Komitee der 1. Liga hat vorgestern allerdings beschlossen, dass Ende der Saison 2012/2013 weiterhin die zwei letztklassierten Mannschaften der 1. Liga Promotion in die 1. Liga Classic absteigen müssen.
Drei Aufsteiger
Stattdessen kommt der freie Platz der 1. Liga Classic zugute, indem nun drei anstelle von zwei Mannschaften in die 1. Liga Promotion aufsteigen können.Von diesem Entscheid könnte der SC Düdingen, der mit einem Aufstieg liebäugelt, profitieren.
Acht Mannschaften–die zwei Erstklassierten der drei Classic-Gruppen und die beiden besten Drittplatzierten–sind für die Aufstiegsspiele teilnahmeberechtigt. Zu diesen möchte auch der ambitionierte SC Düdingen gehören, wobei Platz eins und Platz zwei wohl ausser Reichweite liegen. Fünf Runden vor Meisterschaftsende weist Leader Le Mont bereits fünfzehn Punkte Vorsprung auf die fünftplatzierten Sensler aus, das zweitplatzierte Terre Sainte hat auch schon acht Zähler mehr auf seinem Konto als der SCD. Die beiden Mannschaften dürften für die Düdinger ausser Reichweite liegen. Was bleibt, ist die Hoffnung, sich als Drittplatzierter für die Aufstiegsrunde zu qualifizieren.
Auch Platz vier könnte reichen
Auf Platz drei liegt momentan die U21-Nachwuchsmannschaft von YB. Komfortable sechs Punkte beträgt der Vorsprung der Berner auf den SCD und auch sie scheinen nur schwer einholbar. Artikel 14 im Wettspielreglement der 1. Liga lässt Düdingen allerdings hoffen: Weil in der 1. Liga Promotion maximal vier U21-Mannschaften spielen dürfen, kann der YB-Nachwuchs nur an den Aufstiegsspielen teilnehmen, wenn ein Ende Saison ein U21-Team aus der 1. Liga Promotion relegiert wird. Bisher sah es danach aus, als könnte dieses Schicksal den FC St. Gallen II ereilen. Am Mittwoch haben sich die Ostschweizer nun aber mit einem Sieg gegen Brühl über den Strich gehievt. Verbleiben sie dort, fällt YB U21 aus dem Aufstiegsrennen und das nächstplatzierte Team rückt nach. Somit könnte in der Gruppe 1 der 1. Liga Classic gar der Vierte die Promotionsspiele erreichen.
Zuversicht trotz happigem Restprogramm
Noch liegt das Team von Martin Lengen nicht auf dem vierten Tabellenrang, noch muss es gegenüber Meyrin in den verbleibenden fünf Runden vier Punkte wettmachen. Natürlich wird auch dies keine einfache Aufgabe, aber immerhin liegen die Aufstiegsspiel für die Sensler wieder in Reichweite.
Zwar erscheint das Restprogramm der Freiburger zumindest auf dem Papier schwerer als jenes der Genfer–während Düdingen unter anderem gegen Le Mont und Terre Sainte antreten muss, trifft Meyrin nur auf Teams der hinteren Tabellenhälfte–dennoch bleibt man auf dem Birchhölzli optimistisch: «Wir sind wieder drin im Aufstiegsrennen», sagt Präsident Beat Hirschi. «Allerdings wäre es mir lieber, wir wären voll dabei. Die Niederlage gegen YB U21 war jedoch ein Rückschlag, jetzt sind wir von den Resultaten anderer Teams abhängig.»
«Wir sind wieder drin im Aufstiegsrennen. Allerdings wäre es mir lieber, wir wären noch voll dabei.»
Beat Hirschi
Präsident SC Düdingen