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Die Vorstellung, wonach Afrika vor dem 20. Jahrhundert ein gänzlich rural geprägter Erdteil gewesen oder aber ausschliesslich durch exogene Einflüsse urbanisiert worden sei, wurde im Laufe der letzten Jahrzehnte durch eine Vielzahl von Studien überwunden, welche die Heterogenität und historische Stratifizierung städtischer Siedlungsformen hervorgehoben haben. Das von Roberto Zaugg (UZH) gemeinsam mit Clélia Coret (Universiteit Gent) und Gérard Chouin (William & Mary) herausgegebene Themenheft von Afriques (11, 2020) widmet sich urbanen Dynamiken der Verräumlichung von politischer, sozialer und religiöser Macht. Anhand von archäologischen und geschichtswissenschaftlichen Fallstudien zur Wasserverwaltung in einer Karowanenstadt Marokkos, zu djihadistischer Raumplanung im Sahel, zur Integration von Kriegsvertriebenen in der Yoruba-Region und zu einem Handelsknotenpunkt in der ostafrikanischen Savanne untersucht es materielle und symbolische Aspekte städtischer Machtkonstruktion und -inszenierung.