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Bræmis
oder Bremis, französisch Bramois (Kt. Wallis, Bez. Sitten). 512 m. Gem. und Pfarrdorf, am rechten Ufer der Borgne und 3,5 km nö. Sitten. Postbureau, Telegraph, Telephon. Postwagen nach Sitten, mit dem das Dorf durch eine schöne Strasse verbunden ist. 86 Häuser, 704 kathol. Ew., wovon 425 französischer und 279 deutscher Zunge. Acker- und Weinbau, Obstbaumzucht. Gesuchte Obst- und Weinsorten. Spargelfelder. Bierbrauerei mit Bierexport. Eine Tuchfabrik und eine Werkstätte zur Herstellung von Acetylen-Beleuchtungskörpern. 1875-1880 bestand hier eine Filzhutfabrik. 1840 Kampf zwischen Ober- und Nieder-Wallisern aus Anlass der Grossratswahlen. Grosse Zahl von gallo-römischen Gräbern. Die Schlammablagerungen der hier ihren grossen Schuttkegel aufbauenden und die Rhone nach N. ablenkenden Borgne haben dem Dorfe seine weiten und ausserordentlich fruchtbaren Felder und Wiesen geschenkt. Bis vor kurzer Zeit waren diese Güter Eigentum der alten Patrizierfamilien in Sitten, die deren Besorgung Pächtern aus dem Goms anzuvertrauen pflegten. Nach und nach haben sich aber diese zähen und unternehmungslustigen Bergsöhne selbst zu Eigentümern aufgeschwungen. Dieser Zuwanderung von deutschen Gomsern ist es zu verdanken, dass Brämis weitum die einzige ländliche Siedelung ist, die einen starken Prozentsatz von deutschsprechenden Bewohnern aufweist. Nahe dem Dorfe, in den Schluchten der Borgne, die malerische Einsiedelei Longeborgne, eine der Merkwürdigkeiten des Wallis, die inmitten des Tosens der Borgne und des Lärmens der Wildbäche und Wasserfälle in den senkrechten Felsabsturz eingehauen ist.