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Weg-Wort zum 20. Dezember 2019
In diesen Tagen kommen viele Leute in die Kapelle der Bahnhofkirche, um die Weihnachtskrippe anzuschauen.
Eine Frau war völlig fasziniert von den drei Königen. Sie fand, dass der Künstler ihre Ehrfurcht und Andacht vor dem Jesuskind so gut getroffen hat, dass auch sie davon berührt wurde. Als ich sie im Gespräch auf die Umstände und den Ort der Entstehung hinwies, war sie völlig überrascht. Sie hatte gedacht, dass die Krippe vielleicht aus Mexiko kommt oder aus einem afrikanischen Land aber niemals aus Europa.
Wenn mich ein Kunstwerk oder die göttliche Geistkraft im Innersten berührt, brauche ich dazu kein Vorwissen um es zu verstehen. Es kann im Gegenteil einer unbefangenen Begegnung sogar im Weg stehen.
Jesus wurde gemäß der biblischen Überlieferung zwar in Bethlehem geboren. Seine Zeitgenossen brachten ihn aber mit Nazareth in Verbindung, dem Ort, in dem er aufwuchs. Offenbar hatte dieser Ort keinen guten Ruf. Johannes erzählt am Anfang seines Evangeliums, wie Nathanael sich zuerst dagegen sträubte Jesus zu begegnen. «Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?» fragt er skeptisch Philippus, als dieser ihm von Jesus erzählt und meint, dass er derjenige sei, von dem schon Mose und die Propheten gesagt haben, dass er kommen wird. Philippus versucht nicht, Nathanaels Voreingenommenheit mit Argumenten zu beseitigen. Er sagt einfach: «Komm, und sieh!»
Die Krippenfiguren in unserer Kapelle sind noch bis am 6. Januar in der Bahnhofkirche zu sehen.