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Die FSD ist seit 2003 in Zentralasien und dabei insbesondere in Afghanistan, Kirgisistan und Tadschikistan aktiv. Wir engagieren uns hier vor allem in den Bereichen Minenräumung, Vernichtung von Waffen- und Munitionsbeständen und Umweltsanierungsarbeiten. Seit 2017 konzentrieren sich Letztere speziell auf die Identifizierung, Räumung und Beseitigung von veralteten Pestizidbeständen in Tadschikistan.
Die FSD hat an drei prioritären Standorten in Tadschikistan Umweltverträglichkeitsprüfungen und Pestizidbeseitigungsarbeiten durchgeführt. Parallel dazu realisierten wir mehrere sozio-medizinische Projekte mit dem Ziel, das Bewusstsein für Pestizidkontaminationen zu schärfen und den betroffenen Gemeinden grundlegende medizinische Unterstützung und Versorgung zu bieten.
Während unseres jüngsten Vorhabens arbeiteten wir mit dem niederländischen Umweltberatungsunternehmen Tauw zusammen. Wir entnahmen in den betroffenen Gebieten Wasser- und Bodenproben, um den Schweregrad der Kontamination zu beurteilen. Von den drei Standorten wurde das Dorf Oykamar als der Ort mit der höchsten Handlungspriorität identifiziert. Dieses Dorf umfasst nicht weniger als vierzehn stark kontaminierte Gebiete, da es früher als altes Pestizidvertriebszentrum genutzt wurde.
Wie gehen die Einwohner von Oykamar mit der Nähe zu den gefährlichen Pestizidbeständen um? Die FSD führte Interviews mit Anwohnern, die in der Nähe und sogar direkt in den kontaminierten Gebieten leben.
Taif Mohamed, Vater von zwei Kindern, lebt zwanzig Meter von einem verseuchten Lagerhaus in Oykamar entfernt. Beim Bau seines Hauses bemerkte er einen starken Geruch, der nicht weggehen wollte. Mit der Zeit wurde die Situation für ihn und seine Familie immer unerträglicher. Er erklärte, dass er beim Ausgraben des Bodens um sein Haus herum seltsame gelb gefärbte Flecken Erde gefunden hatte, die sich als konzentrierte Pestizide erwiesen. Er ist sich sicher, dass diese für das Sterben seines Viehs verantwortlich sind. “Ich habe Kühe, Schafe und Kaninchen verloren; sie sind alle tot. Ich habe nur noch ein Kaninchen übrig.” Taif ist nicht der einzige Bewohner, der den Verlust von Rindern und anderen Tieren gemeldet hat. Er hält die Arbeit der FSD daher für unerlässlich: “Durch die Säuberung von ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen und Gemüsegärten ermöglicht sie der Bevölkerung die lokale Nahrungsmittelproduktion wieder aufzunehmen.”
Zolfia, eine andere Bewohnerin, erzählt, wie sich die Pestizidbelastung auf ihre Familie auswirkte: “Ich lebe seit elf Jahren hier, habe das Vorhandensein von Pestiziden aber erst vor fünf Jahren wirklich bemerkt; auch wenn wir unseren Kindern morgens, mittags und abends genug zu essen gaben, wurden sie in der Schule manchmal ohnmächtig”.
Bis heute ist nicht formell bewiesen, dass die medizinischen Probleme der Einwohner von Oykamar in direktem Zusammenhang mit den veralteten Pestiziden stehen. Solche Zusammenhänge sind in komplexen Feldsituationen generell schwierig nachzuweisen. Es hat sich jedoch gezeigt, dass Gebiete, die persistente organische Schadstoffe (POPs) aufweisen, nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen und Tieren, sowie auf die lokale Umwelt haben.
Das Ziel der FSD in Tadschikistan besteht darin, die Risiken, die von POPs kontaminierten Gebieten ausgehen, zu verringern. Darüber hinaus wollen wir die Kapazität, Infrastruktur und Leistungsfähigkeit der zentralen Abfalldeponie von Vakhsh (ein Standort, den die FSD vor kurzem für die sichere Lagerung kontaminierter Böden ausgebaut hat) verbessern und ausserdem die Fähigkeit der tadschikischen Regierung zur Bewältigung des Problems stärken.