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| Gregor v. Nazianz († 390) - Reden

IV. Rede
85.
[Forts. v. [S. 125] ] Obwohl Julian in solch versteckter Weise vorgegangen war und in solcher Weise vielfach seine Gesinnung betätigte, so vermochte er doch, da seinem Charakter die Festigkeit eines Mannes fehlte, und er weniger das Werkzeug seiner eigenen Ideen, als vielmehr der Spielball des Teufels war, seine Absichten nicht vollständig zu verdecken und seine schlechten Geheimnisse nicht bei sich zu behalten. Gleichwie nach Erzählungen das Feuer des Ätna in dessen Schlünden verborgen ist und in seiner Tiefe gewaltsam am Überströmen entweder durch das Blasen eines gestraften Giganten oder durch sonst eine Kraft verhindert wird, gleichwie es zunächst nur furchtbar donnert und, um das Unglück anzumelden, Rauch aus dem Krater ausspeit, doch, wenn es übermächtig geworden ist und nicht mehr eingedämmt werden kann, aus dem Schoße auflodert, nach oben dringt und sich über den Krater ergießt, um in ungeahnten, furchtbaren Strömen umliegendes Gelände zu zerstören, ebenso konnte man finden, daß Julian zwar einige Zeit, sich selbst beherrschend, seine schlauen Pläne für sich behielt und über sein schlimmes Verhalten uns gegenüber hinwegtäuschte, daß er aber, sobald sein ungezähmter Zorn überbrauste, seine Schlechtigkeit nicht mehr zu verbergen vermochte, sondern als offener Verfolger in unsere göttliche und kirchliche Ordnung einbrach.