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Karma Shadub
- Donnerstag, 17. August 2017, 0:27 Uhr
Mit 16 trennten sich seine Eltern. Als 31 jähriger Regisseur fragt Ramòn Giger seinen Vater: «Warum sind wir uns so fremd geworden?» Was eigentlich ein Film über die Aufführung eines väterlichen Musikstückes hätte werden sollen, wird zur Aufarbeitung einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung.
«Paul, warum sind wir uns so fremd geworden?» fragt Regisseur Ramòn Giger seinen vielbeschäftigten Vater vorwurfsvoll. Paul Giger, ein weltbekannter Violinist, arrangiert 2011 sein Werk Karma Shadub für die Aufführung im St.Galler Dom. Ein Werk, das er vor 30 Jahren zur Geburt seines Sohnes komponiert hatte.
Ramòn filmt. Er sucht den Menschen hinter dem Musiker; den Vater, von dem er sich verlassen fühlt. Über den Grund ihrer Entfremdung wurde nie gesprochen. Ängste und Vorwürfe haben sich angestaut.
Während das Ensemble der Premiere entgegenfiebert, konfrontiert er Paul mit seinen Fragen. In nächtlichen Gesprächen beginnt eine schmerzhafte Auseinandersetzung. Ramòn realisiert, dass seinen verwirrten Gefühlen die Trennung der Eltern zu Grunde liegt. Entstanden ist schonungsloses und bildgewaltiges psychologisches Duell das am Filmfestival Vision du Réel 2013 in Nyon mit dem grossen Preis ausgezeichnet wurde.