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Am Ende des 17. Jahrhunderts reiste der junge Wundarzt-Geselle Johann Peter Oettinger während mehreren Jahren auf niederländischen und brandenburgischen Sklavenschiffen in die Karibik und nach Westafrika. Sein Tagebuchmanuskript haben Roberto Zaugg (Historisches Seminar, UZH) und Craig Koslofsky (University of Illinois) erstmals ediert und ins Englische übersetzt. Es ist das einzige deutschsprachige Selbstzeugnis, das einen vollumfänglichen Bericht über eine trans-atlantische Dreiecksfahrt beinhaltet. Die darin enthaltenen Beschreibungen karibischer Plantagekolonien sowie afrikanischer Küstengesellschaften eröffnen wertvolle Einblicke in globale Verflechtungen der Frühen Neuzeit und ermöglichen es, den Alltag des Sklavenhandels aus der Perspektive eines prekären Arbeitsmigranten zu rekonstruieren, der sich aktiv daran beteiligte.
A German Barber-Surgeon in the Atlantic Slave Trade: The Seventeenth-Century Journal of Johann Peter Oettinger, edited and translated by Craig Koslofsky and Roberto Zaugg, University of Virginia Press, Charlottesville 2020. https://www.upress.virginia.edu/title/5283