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Das 1978 eingeweihte Gebäude beherbergt das Musée gruérien und die Stadt- und Schulbibliothek sowie deren Sammlungen. Das Gebäude befindet sich im Herzen der Stadt, in einem öffentlichen Park in der Nähe des mittelalterlichen Schlosses. Im Jahr 2002 wurde ein Anbau errichtet, um die Funktion einer Schulbibliothek hinzuzufügen und das historische Archiv der Stadtverwaltung unterzubringen. Seit den 2000er Jahren ist die Bevölkerung von Bulle stark gewachsen und parallel dazu haben sich die Funktionen der Museums-Bibliotheks-Einheit intensiviert. Als Treffpunkt bietet die Einrichtung zahlreiche kulturelle Angebote und spielt eine zentrale Rolle in der Stadt. Es ist der Ort für die Erhaltung, Dokumentation und Präsentation des Erbes von Bulle und des Bezirks sowie der Geschichte des Greyerzerlandes und der Greyerzer Bevölkerung. Das Gebäude beherbergt ständig aktualisierte Referenzsammlungen und versorgt so die Bürger mit hochwertigen Informationen. Jährlich betreten rund 110.000 Menschen das Gebäude und 15.000 bis 20.000 Besucher besuchen die Ausstellungen.
Ein lebendiger und urbaner Ort
Das Museum und die Bibliothek sind heute überfordert: Sie müssen sich an die rasante Entwicklung der Stadt anpassen und die Bedürfnisse eines vielfältigen Publikums erfüllen. In diesem Zusammenhang haben die bulgarischen Behörden im März 2019 einen Architekturwettbewerb für die Erweiterung und Umgestaltung des Gebäudes ausgeschrieben. Ziel ist es, die verschiedenen Funktionen - Museum, Bibliothek, Wechselausstellungen, Austauschbereiche - auf demselben Gelände zu vereinen und so ein "Haus des Erbes und der Kultur" zu schaffen. "Hier am Fuße des imposanten Schlosses und in Verbindung mit dem neu gestalteten Garten soll ein öffentlicher Raum entstehen, der Vergangenheit und Gegenwart in einem einzigartigen und nachhaltigen Gebäude zusammenführt", sagt der Basler Architekt Dominique Salathé, Präsident der Wettbewerbsjury.
Insgesamt wurden 56 Bewerbungen eingereicht, von denen 10 für die Wettbewerbsphase ausgewählt wurden. Am Ende des Verfahrens entschied sich die Jury für das Projekt "Pivoine" aus den Büros Sergison Bates Architects in London und Jaccaud Spicher Architectes associés in Genf.
Spiel von Formen und Licht
Die Preisträger schlagen vor, die bestehende Volumetrie in einer neuen Komposition zu rekonfigurieren, die sowohl in ihrem Ausdruck einheitlich ist als auch durch ihre Pavillonsprache ausgeschnitten. In ihrem Bericht stellte die Jury fest, dass das geringe Volumen des Werkes die Präsenz des Château als großes und dominierendes Element der Komposition unterstreicht. Die neue Fassade interpretiert das ursprüngliche Museum durch ihre Materialität (z.B. dunkelbraune Bleche) und ihren architektonischen Charakter neu. "Die Anordnung der Volumina und das Vorhandensein großer Oberlichter sorgen für eine sich ständig verändernde Figur, die nicht auf einen Blick zu entdecken ist", schreiben die Architekten auf ihrer Wettbewerbstafel.
Darüber hinaus ist Holz sowohl eine strukturelle Antwort, die eine leichtere Belastung ermöglicht, eine nachhaltige Lösung als auch eine Verbindung mit den Rahmen des benachbarten Château. Die Decke besteht aus einem Netzwerk von sehr tiefen Holzbalken, was ein subtiles Spiel von Licht und Schatten ermöglicht, das durch eine silberne Beize verstärkt wird. Abschließend ist anzumerken, dass das Projekt "Pivoine" mit geschätzten Kosten von 8,5 Millionen Franken im Rahmen des Budgetrahmens liegt.
von Véronique Stein
Artikel erschienen im Magazin immobilier.ch vom März 2020