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Friedrich Miescher, der durch seine Entdeckung der Nukleinsäure im Jahr 1869 zum Pionier der Genforschung wurde, erkrankte mit bereits fünfzig Jahren an Tuberkulose. Die letzten anderthalb Jahre seines Lebens verbrachte er im Lungensanatorium von Doktor Turban in Davos.
Mieschers Scheitern im frühen Tod, im unvollendeten Werk ist der Ausgangspunkt des Stückes und des Traumes, der die Einsamkeit des Krankenzimmers immer tiefer durchdringt.
Kurze, minimalistische Szenen zwischen Arzt, Patient und der Krankenschwester Anna spiegeln in stetig wiederkehrenden Dialogabfolgen die Monotonie dieses Patientenalltags wider. Gerüstartig halten sie das Stück zusammen.
Zunächst sind die Szenen durchsetzt von Briefen, die Anna an ihren fernen Liebsten schreibt. So hält zumindest sie noch den Kontakt zum Leben außerhalb der hermetischen Welt der Lungenheilanstalt aufrecht. Später prägen zunehmend die Traum- oder Fieberwahnsequenzen Mieschers den Fortgang der Dinge und legen Zeugnis ab von seiner unaufhaltsam fortschreitenden Krankheit.
Entgegen seiner eigenen Maxime gerät nun der Pragmatiker Turban immer mehr in den Bann des Theoretikers Miescher. Immer öfter regt er ihn mit Fragen an, über seine Forschungen zu sprechen. So wie er damit sukzessive die Distanz zwischen Arzt und Patient verliert, gerät auch Anna immer tiefer in den Sog ihrer Beziehung zu Miescher.
Dessen Tod am Ende des Stückes bedeutet nicht nur sein eigenes tragisches Scheitern im unvollendeten Werk, sondern auch das des Arztes.
Und Anna schreibt ihrem Liebsten, dass er sie vergessen muss. Sie wird Davos nicht mehr verlassen.