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Fast 40 Jahre nach dem Putsch in Chile untersucht ein Richter den Tod des Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda. Er werde sich zunächst die Krankengeschichte des Dichters anschauen und dann entscheiden, ob Nerudas Leiche exhumiert werden müsse, hiess es.
Richter Mario Carroza ermittelt bereits im Todesfall von Ex-Präsident Salvador Allende. Justizvertreter hatten Anfang Juni eine Prüfung angekündigt, ob Neruda knapp zwei Wochen nach dem Militärputsch von 1973 möglicherweise ermordet wurde.
Ein langjähriger Vertrauter Nerudas hatte kürzlich mit der Äusserung für Aufsehen gesorgt, der Poet sei vom Regime des früheren Diktators Augusto Pinochet getötet worden. Die Pablo-Neruda-Stiftung, die den Nachlass des Autors verwaltet, hält daran fest, dass Neruda 1973 im Alter von 69 Jahren an Krebs starb.
Sein Zustand habe sich allerdings wegen der psychischen Belastung verschlechtert, die der Sturz und Tod seines Freundes, des sozialistischen Präsidenten Salvador Allende, am 11. September 1973 für ihn bedeutet habe.
Allendes Leiche war bereits Ende Mai exhumiert worden. Eine Autopsie soll nun klären, ob der Staatchef getötet wurde oder Selbstmord beging, wie die Putschbehörden damals mitgeteilt hatten.
Neruda wurde insbesondere durch seine Liebesgedichte sowie durch den "Canto General" ("Der grosse Gesang"), ein episches Gedicht über Südamerikas Geschichte, bekannt. 1971 wurde er mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Die Werke des Autors waren während Pinochets Diktatur von 1973 bis 1990 in Chile verboten.
SDA-ATS