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12.12.2017 - Joseph Auchter
12.12.2017
Joseph Auchter
Weihnächtliche Traditionen
Weihnachten ist ein Fest, das nahezu überall auf der Welt begangen wird. Regionale Eigenheiten und Sagen vermischen sich mit christlichen Bräuchen und schaffen so eigene Traditionen.
Das heutige Weihnachtsfest ist das Ergebnis einer langjährigen Vermischung verschiedener Bräuche und Traditionen, teils christlichen Ursprungs, teils mit germanischen Wurzeln durchsetzt. Viele Brauchtümer wie der Weihnachtsbaum haben sich sogar erst seit dem 17. Jahrhundert verbreitet.
Weihnachten gilt als Tag der Geburt Jesu Christi, auch wenn in der Bibel selbst weder das genaue Datum noch die Jahreszeit für dieses Ereignis genannt sind. Viele Kulturen feierten zur Zeit der Wintersonnenwende Feste zu Ehren verschiedener Götter. Die Germanen begingen in dieser Zeit das Jul- oder Mittwinterfest, dessen Anfänge und Brauchtum noch heute sehr umstritten sind.
Neuoffenbarungen erwähnen als Tag der Geburt Jesu den 7. Januar um Mitternacht: „Dieser Jesus aus Nazareth wurde geboren zu Bethlehem nach eurer Rechnung im 4151. Jahre nach der Entstehung Adams, und zwar im Monat Januar am 7. Tage in der Mitternacht.“ Als später christliche Gemeinden an verschiedenen Orten begannen, die Geburt Jesu zu feiern, gab es bezüglich des genauen Geburtsdatums Jesu große Meinungsverschiedenheiten.
Auch das Schmücken von Bäumen hat einen uralten, nicht-christlichen Ursprung
Im Zuge der Christianisierung wurde das Gedenken an Christi Geburt schliesslich in die bestehenden Bräuche integriert, um so leichter einen Zugang zum Volk zu finden, das zunächst nicht von seinen gewohnten Sitten ablassen wollte. Heidnische Traditionen wurden ins christliche Brauchtum übernommen und schienen so den Nicht-Christen weniger fremd. Das erste christliche Weihnachtsfest in Rom wurde 354 unter Papst Liberius begangen. Erst 381 wurde der 25. Dezember offiziell als Tag der Geburt Jesu von der Kirche festgelegt. Doch es dauerte noch einige Jahrhunderte, bis das Fest sich grossflächig durchsetzen konnte.
Die meisten der heute in Mitteleuropa bekannten Bräuche sind noch verhältnismässig jung. Das Krippenspiel, das auch heute noch in vielen Kirchen aufgeführt wird, besteht seit dem 11. Jahrhundert und erst seit dem 16. Jahrhundert beinhalten die Weihnachtsbräuche das Überreichen von Geschenken.
Das „Klausjagen“ in Küssnacht zählt seit 1928 zu den alljährlich gepflegten stolzen Bräuchen
Ein berühmter einheimischer Brauch der Vorweihnachtszeit ist das „Klausjagen“, das jedes Jahr am 5. Dezember in Küssnacht am Rigi stattfindet. Es wird ein grosser Umzug veranstaltet mit etwa 1500 Teilnehmern, die zum Teil bis in die Morgenstunden durch die Strassen ziehen. Das Ereignis beginnt, wenn nach einem Böllerschuss um 20.15 Uhr alle Lichter in der Stadt schlagartig gelöscht werden. Dem Umzug voran gehen „Geislechlepfer“, die unablässig mit grossen Peitschen knallen. Ihnen folgen rund 250 „Iffeleträger,“ die auf dem Kopf grosse Iffelen tragen: aus Seidenpapier und Karton gefertigte farbenfrohe Laternen, die an Kirchenfenster erinnern. Die grössten von ihnen können zwei Meter grosse Gebilde sein und mehr als 20 Kilogramm wiegen. Der St. Nikolaus darf aber auch nicht fehlen, begleitet von Musikanten, Heerscharen von mit Treicheln bewehrten Klausjägern und den Hornbläsern am Schluss des Zuges.
Der amerikanische Santa Claus hat auch eine ganz eigene Tradition
Aus Film und Fernsehen ist den meisten Menschen der amerikanische Santa Claus mit seinem fliegenden Rentierschlitten bekannt. Jedes Kind hier kennt die Namen der neun Tiere – Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Donder, Blitzen, Cupid, Comet und Rudolph. Wie in England bringt Santa Claus die Geschenke durch den Kamin am Abend des 24. Dezember. Es ist üblich, dass Kinder für ihn ein Glas Milch und frische Kekse bereitstellen sowie einige Zuckerstückchen für die Rentiere. Am Morgen des 25., am Christmas-Day, ist dann die ersehnte Bescherung.
So widersprüchlich und kommerziell sich der ganze Weihnachtszirkus auch gebärdet, die Bräuche und Feierlichkeiten verbinden seit jeher die meisten Menschen mit dem Wunsch nach vertrautem Zusammensein, Gaben und Geschenken. Es sind Zeichen der Wertschätzung und Zuneigung und nicht zuletzt das Bedürfnis nach spiritueller Einkehr und der Sehnsucht nach Frieden. Der gemeinsame Nenner ist als Summe immerhin mehr als die einzelnen, oft nicht leicht zuzuordnenen und disparaten Ursprünge. Frohe Weihnachten!