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Umweltverbände reagieren empört auf das erneute Scheitern der Verhandlungen über ein UN-Hochseeabkommen. Greenpeace Schweiz fordert nun den Bundesrat dazu, dass er mit «anderen ambitionierten Staaten neue Wege sucht, um die Meere vor Überfischung, Tiefseebergbau und anderen Eingriffen zu schützen».
Es sei traurig und fahrlässig, dass die internationale Gemeinschaft zu keiner Einigung gekommen sei, schreibt Greenpeace in einer Mitteilung vom Samstag. «Unsere Meere brauchen dringend Schutzgebiete, so dass wir die Lebensgrundlage für uns und künftige Generationen sichern.»
Die Verzögerung beim UN-Abkommen führt laut dem Umweltverband WWF dazu, «dass sich die Gesundheit der Meere weiter verschlechtert». Es seien zwar in vielen Bereichen Fortschritte erzielt worden. Um ein Abkommen zu erreichen, müssten sich die Staats- und Regierungschefs der beteiligten Länder aber stärker einsetzen.
«Wir brauchen noch etwas Zeit»
Die Verhandlungen der UN-Mitgliedsstaaten über ein Hochseeabkommen zum Schutz der Weltmeere waren am Freitagabend in New York nach zweiwöchigen Verhandlungen ohne Einigung zu Ende gegangen.
«Obwohl wir hervorragende Fortschritte gemacht haben, brauchen wir noch etwas mehr Zeit, um die Ziellinie zu erreichen», sagte Konferenzleiterin Rena Lee. Die Verhandlungen sollen zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden. Ein Termin steht noch nicht fest.
Die UN-Mitgliedsstaaten hatten Mitte August nach vier erfolglosen Anläufen ihre Verhandlungen über ein Hochseeabkommen zum Schutz der Weltmeere wieder aufgenommen. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen waren die Gespräche zwar zwischenzeitlich gut vorangekommen, einige Streitfragen blieben aber ungeklärt.
Ein Prozent der Hochsee ist geschützt
Als Hochsee oder Hohe See werden rund 60 Prozent der Weltmeere bezeichnet, die nicht unter die ausschliessliche Wirtschaftszone eines Staates fallen, da sie weiter als 370 Kilometer von der nächsten Küste entfernt sind. Derzeit wird nur etwa ein Prozent der Hochsee durch internationale Abkommen geschützt.
Umweltschutzorganisationen hatten den Abschluss eines Abkommen angemahnt, um die Weltmeere angesichts der Gefahren durch Erderwärmung, Verschmutzung und Überfischung besser zu schützen. Die Ozeane produzieren die Hälfte des Sauerstoffs in der Erdatmosphäre und nehmen einen erheblichen Teil des Kohlendioxids auf, das durch menschliche Aktivitäten ausgestossen wird.
(sda/pfl)