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Extravagante Emotionen
Liebesbeziehungen verstehen und transformieren
von Susan M. Johnson
Wir haben jetzt die wissenschaftlichen Kenntnisse, die notwendig sind, um die beträchtliche Kraft der Emotionen nutzen zu können, um die wichtigsten emotionalen Wahrnehmungen, Signale und die wichtigsten Wege zu transformieren, wie Partner sich gegenseitig in Situationen engagieren, die eine Liebesbeziehung definieren. Anstatt sein störendes Potential zu fürchten, können wir uns jetzt die extravagante transformatorische Kraft der Emotion zunutze machen. Wir können eine emotional intelligente Paartherapie kreieren. Eine solche Therapie müsste zunächst mit dem übereinstimmen, was wir über die emotionalen Variablen in Beziehungsnot und Zufriedenheit wissen. Zweitens müsste sie die neue wissenschaftliche Klarheit über die Natur der Emotionen im Allgemeinen widerspiegeln. Und drittens und genauer gesagt, müsste es auf einer Liebestheorie basieren, die einen Leitfaden für die extravaganten und unwiderstehlichen Emotionen der Liebe bietet und wie sie unsere Beziehungen definieren. Viertens müsste es auch eine klare Karte von Veränderungsprozessen liefern, die die Art und Weise skizziert, wie Interventionen dysfunktionale Emotionen ansprechen und emotionale Erfahrungen und Ausdrucksformen nutzen, um Veränderungen in kognitiven, Verhaltens- und Interaktionsmustern zu bewirken. Diese vier Anforderungen wurden in der aktuellen Literatur zur emotional fokussierten Therapie für Paare angesprochen (EFT; Johnson, 2004, 2005, 2008b). In diesem Kapitel wird EFT als eine solche Therapie weiter erforscht.
Aus: D. Fosha, D. J. Siegel, & M. F. Solomon (Eds.), The healing power of emotion: Affective neuroscience, development & clinical practice (pp. 257-279). New York: W W Norton & Co., 2009