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Erst wenn die Resultate vorlägen, würde die Delegiertenversammlung durchgeführt, sagte Zentralpräsident Mathias Ammann am Donnerstag der Nachrichtenagentur sda.
Die Zürcher Sektion bestritt dieses Vorgehen postwendend. Am Abend teilte sie mit, dass die Delegiertenversammlung weder abgesagt noch verschoben werden könne. Die Mehrheit der Sektionen bestehe auf einer Durchführung am 23. Juni. Dann werde die DV als oberstes Organ einen Entscheid treffen, der von allen zu respektieren sei.
Zuvor hatte sich der Machtkampf beim ACS zugespitzt. Der Präsident der ACS-Sektion Graubünden und die ACS-Sektion Zürich zeigten Ammann wegen Urkundenfälschung und ungetreuer Geschäftsbesorgung an.
Der Vorwurf: Ammann habe ein rechtswidriges Spesenreglement erlassen. Martin Buchli, Präsident der ACS-Sektion Graubünden, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur sda eine entsprechende Meldung der Zeitungen "Tages-Anzeiger" und "Bund".
Statt das neue Spesenreglement vom Vorstand absegnen zu lassen, habe Ammann 2013 das Reglement mit dem damaligen Generaldirektor verabschiedet. Im letzten Jahr habe Ammann dadurch über 60'000 Franken Spesen bezogen, sein Vorgänger habe dagegen nur 25'000 Franken bezogen. Den Ausschlag für die Anzeige gab laut Buchli, dass Ammann nicht als Präsident zurücktreten wolle.
Ammann weist die Vorwürfe zurück: Das Reglement sei genehmigt und sowohl intern als auch extern geprüft worden. Auch die angegebenen Zahlen seien falsch. Einerseits seien verschiedene Geschäftsjahre verrechnet worden. Andererseits seien mehr Spesen bei ihm angefallen, weil er Dienstreisen, die früher der Generaldirektor unternommen habe, angetreten habe.
Die Anzeige sei Teil einer Intrige gegen ihn, um ihn aus dem Amt zu drängen, sagte der ACS-Zentralpräsident. Ammann hat einen Rechtsanwalt eingeschaltet, der gegebenenfalls auch "Rechtsmittel gegen diese falschen Anschuldigungen einlegen" werde.
Ammann hatte zunächst seinen Rücktritt eingereicht. Als Nachfolger wurde FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen nominiert. Gegenüber Medien sprach Ammann später aber von einer Intrige gegen ihn und schloss nicht aus, an der Delegiertenversammlung erneut als Präsident anzutreten.
Im Machtkampf an der ACS-Spitze war es bereits vor drei Tagen zum Eklat gekommen: Der ACS suspendierte Direktor Stefan Holenstein. In den letzten Tagen und Wochen hätten sich die Hinweise vermehrt, dass Holenstein arbeitsrechtliche Vorschriften nicht eingehalten habe, begründete ACS-Zentralpräsident Mathias Ammann die Suspendierung. Laut Buchli hingegen war der Grund für die Suspendierung, dass Holenstein die hohen Spesenbezüge aufgefallen seien.
Der Automobil Club der Schweiz ist ein Zusammenschluss von rund 110'000 Schweizer Automobilistinnen und Automobilisten zur Wahrung der verkehrspolitischen, wirtschaftlichen, touristischen, sportlichen und weiteren mit dem motorisierten Privatverkehr zusammenhängenden Interessen. Der ACS wurde am 6. Dezember 1898 in Genf gegründet.
(SDA)