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Was bietet systemische Psychotherapie?
Der Fokus der systemischen Therapie liegt auf dem sozialen Kontext psychischer Probleme. Deshalb werden häufig die Mitglieder des für den Patienten bedeutsamen sozialen Systems in die Therapie einbezogen. Die Therapie fokussiert auf die Interaktionen zwischen Mitgliedern der Familie oder des Systems und deren weiterer sozialer Umwelt.
Die Familie ist dabei ein wesentlicher, aber nicht der alleinige und auch nicht immer der wichtigste soziale Kontext psychischer Probleme. Orientiert an einem offenen Familienkonzept beschränkt sich die therapeutische Arbeit nicht allein auf biologisch oder juristisch definierte Familien und Paare, sondern schliesst neben Partnern/Eltern, Kindern und zuweilen anderen Verwandten (z. B. Großeltern) auch weitere für die Problemlösung wichtige Bezugspersonen und das professionelle Helfersystem (Ärzte, Lehrer, Sozialarbeiter u. a.) in die Behandlung ein. Sie werden entweder direkt und/oder indirekt durch spezielle Fragetechniken zu ihrem Verhalten, mutmaßlichem Erleben und ihren Wünschen und Absichten systematisch in die Therapie einbezogen.
Paartherapie mit hetero- oder homosexuellen Paaren wird als eine Variante von Familientherapie verstanden.
Ziel der systemischen Therapie ist es, symptomfördernde familiäre Interaktionen und Strukturen, dysfunktionale Lösungsversuche und starre/einschränkende Familienerzählungen infrage zu stellen und die Entwicklung neuer, gesundheitsfördernder Interaktionen, Lösungsversuche und Erzählungen anzuregen.
Themen und Indikationen
Systemische Therapie hat sich gemäss Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats in der Behandlung folgender Störungen als wirksam erwiesen.
- Affektive Störungen (F3)
- Belastungsstörungen (F43)
- Essstörungen (F50)
- psychische und soziale Faktoren bei somatischen Krankheiten
- schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit von Substanzen (F1, F55)
- Schizophrenie und wahnhafte Störungen (F2)
- Verhaltensstörungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend (F90 bis F92, F94, F 98)
- Tic-Störungen (F95)
- Persönlichkeits- uund Verhaltensstörungen (F60, F62, F68-69)
- Störungen der Impulskontrolle (F63)
- Störungen der Geschlechtsidendität und Sexualstörungen (F64-F66)