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Die oberflächliche Rumpffaszie besteht aus zwei Teilen: Aus der Fascia trunci externa superficialis sowie der Fascia trunci externa profunda. Diese Faszienschicht liegt direkt unter der Haut – zwischen Haut und Muskulatur; sie enthält auch den Hautmuskel. Vorrangig besteht sie aus Binde- und Fettgewebe. Sie liegt ganz locker über den verschiedenen tieferen Schichten und ist in mehrere Richtungen verschiebbar (was man an sich selber, z. B. am Arm, gut testen kann).
Die oberflächliche Faszie gibt dem Körper seine äussere Gestalt und seine Stütze. Der Sympathikus (welcher den Körper in Stresssituationen reguliert sowie für Erregung oder Aktivität zuständig ist) hat einen grossen Einfluss auf sie. Deswegen kann man bei Pferden, die häufig Stress ausgesetzt sind, Verklebungen, eine erhöhte Spannung und wenig Verschiebbarkeit der Faszie feststellen.
Sie beginnt am Kopf, umhüllt den s.g. Musculus cutaneus trunci (der Hautmuskel, s. Bild: Da sieht man ihn schön in Form dieser hellen Linie am Bauch), strahlt in die Brust-Lenden-Faszie ein und ist an den Dornfortsätzen der Wirbelsäule fixiert.
Die tiefe Rumpffaszie - die Fascia trunci profunda - ist kräftig und oft sehnig verstärkt. Sie dient ganz vielen Muskeln als deren Beginn.
Die Fascia trunci profunda umhüllt u.a. die autochthone Rückenmuskulatur (tiefe Rückenmuskulatur, dient der Stabilisierung, Aufrichtung sowie Bewegung des Rumpfes; sämtliche autochthone Rückenmuskeln haben ihren Ursprung oder Ansatz an der Wirbelsäule). Man kann diese gut über die Brust-Lenden-Faszie beeinflussen. Die tiefe Rumpffaszie bildet nicht nur die ganzen Bänder, die sich da so rund um die Wirbelsäule "schlängeln", sondern auch die Dura mater - die Rückenmarkshaut. Sie hat eine wichtige stossdämpfende Funktion. Interessant ist, dass sie sich mit dem Musculus serratus (DER Rumpfträger des Pferdes) verbindet und die einzelnen Muskelportionen des langen Rückenmuskels (des Musculus longissimus dorsi) trennt.
Der langen Rede kurzer Sinn: Wie wir reiten, longieren, welchen Sattel wir aufs Pferd legen, wie schwer oder leicht wir sind, wie das Pferd gehalten, gefüttert oder wie oft es bewegt wird - wir nehmen ständig Einfluss auf diese beiden grossflächigen Faszienschichten mit ihren dazugehörigen wichtigen Muskeln.
Etwas für dich zum Ausprobieren und Beobachten:
Kannst du deine oberflächliche Rumpffaszie an vielen Orten deines Körpers ganz leicht verschieben? Oder ist es an einigen Stellen etwas "mühseliger"?Wie steht es um dein Pferd: Bewegt sich seine oberflächliche Rumpffaszie (vielleicht hast du auch schon ein geübtes Auge und du kannst auch die tiefe Rumpffaszie erkennen) ganz frei und fliessend? Ist sie überall am Körper leicht mit der Hand verschieblich? Oder findest du Verklebungen?
(An der hellen Linie im Bild erkennst du die oberflächliche Rumpffaszie.)