Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03435.jsonl.gz/262

Werner Fankhauser wurde am 21. Juni 1937 in Vorder-Thalgraben bei Lützelflüh geboren. Dort betrieben seine Eltern eine kleinere Käserei. Die Primarschule besuchte er in der dortigen Kreisschule, die er über einen schmalen und teils schwierigen Pfad erreichte. Für eine Strecke brauchte Werner anderthalb Stunden, im Winter konnte er den Weg manchmal mit den Ski bewältigen. Die Sekundarschule erreichte er hingegen mit dem Velo. Er erlernte den Käserberuf in Cuarnens im Kanton Waadt sowie in Niederösch.
Nach der Rekrutenschule wurde Werner Fankhauser zum Unteroffizier in der Artillerie befördert. Weiterbildungen absolvierte er in der Molkereischule in Zollikofen sowie in den Käsereien in Enziken, Mühlheim und Gartegg, wo ihm die Gelegenheit geboten wurde, die Meisterprüfung zu machen.
Die feierliche Hochzeit mit seiner Braut Rosmarie Graber fand 1961 in der Kirche von Langnau statt und war für Werner ein Höhepunkt in seinem Leben. Mit den Geburten der Söhne Daniel im Jahr 1962, Werner 1965 und Theodor im Jahr 1973 war das Familienglück perfekt.
In Gartegg bei Langnau übernahm Werner Fankhauser die erste Käserei, später übernahm er die Käserei in Heimberg. Ein Meilenstein war schliesslich die Übernahme der Emmentaler produzierenden Käserei in Ried bei Kerzers. Zunächst arbeitete Werner als Lohnkäser für Ernst Rytz, dann als Milchkäufer. Während 32 Jahren blieb er der Käserei in Ried treu und bildete einige Lehrlinge aus. In seiner raren Freizeit fand er Zeit für Hobbys, etwa für das Singen im Männerchor oder als begeisterter Schütze im Schützenverein, den er präsidierte. In der Wandergruppe war er als Wanderführer – besonders im Emmental – sehr gefragt. Ein Hobby, das ihm besonders am Herzen lag, war die Kaninchenzucht. Werner Fankhauser züchtete die Rasse Japaner und gewann damit an Ausstellungen mehrere Auszeichnungen. Er hat zudem mit viel Überzeugung politisiert. Familie, Freundschaften, kurze und grosse Reisen und gelegentlich ein Jass hielten Werner und Rosemarie Fankhauser auf Trab.
Gesundheitlich angeschlagen und Corona-bedingt verschied Werner Fankhauser am 27. November 2020 im Lindenhofspital in Bern. Wegen Corona fand die Abdankung im engsten Familienkreis statt.