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Und trotzdem geduldig oder wie aus Anekdoten ein Buch entsteht
Das Werk "Und trotzdem positiv" ist in langen Nachmittagen, Abenden und Wochenenden in die Form gebracht worden, in der es sich heute präsentiert.
Der Inhalt eines Buches ist eine Sache, die andere aber, wie aus den Erinnerungen etwas physisch Greifbares wird. Der Weg dort hin ist es ebenfalls wert, dass man ein paar Worte darüber verliert und damit auch all denen Lob zukommen lässt, die sonst unerwähnt bleiben, ohne die dieses Buch jedoch nie zu dem geworden wäre, was es heute ist.
Wie fing alles an? Elsy hatte die Idee, die Anekdoten aus ihrem Leben, die sie bisher immer mündlich verabreicht hatte, aufzuschreiben. Damit bliebe es ihr künftig erspart, sie immer wieder erzählen zu müssen. Bei der Realisierung dieser Idee stellte sich schon bald das erste Problem ein, denn nachdem sie angefangen hatte, ein handschriftliches Manuskript zu verfassen, stellte sich heraus, dass sie niemanden fand, der ihre Handschrift problemlos lesen konnte. Es war also angezeigt, das Bestehende und noch Kommende schnellstens in eine andere Form zu bringen. Es musste demnach die Textverarbeitung her. Damit war jedoch nur ein Teil des Problems gelöst, denn man brauchte immer noch jemanden, der den handschriftlichen Text im Computer erfasste. Nur nicht verzagen, hiess die Devise von Urs, schliesslich gibt es jede Menge technischer Hilfsmittel, die das Schreiben per Hand doch eigentlich überflüssig machen:
Versuch 1 hiess, dass eine Spracherkennungssoftware gekauft wurde. Dieses intelligente Stück Technik war in der Lage, das gesprochene Wort einer Person in Text zu verwandeln. Hört sich gut an, jedoch verlangt die Technik ein gewisses Mass an sprachlicher Disziplin, soll heissen deutliche Schriftsprache. Zudem sollte man die Ergebnisse der Übersetzung besser kontrollieren, sonst wird der Text nicht in allen Belangen den Erwartungen entsprechen. Kurz und gut, Elsy hat erzählt, Urs hat es dann der Software weitererzählt und heraus kam tatsächlich ein Text. Leider hatte diese Methode einen entscheidenden Nachteil: Urs und Elsy mussten den Text gemeinsam erfassen. Da jedoch Urs nicht ständig in Reichweite sein konnte, ging der Fortschritt entsprechend langsam voran und verursachte Ungeduld bei der Autorin, die ihr Geistesprodukt doch so schnell wie möglich gedruckt sehen wollte. Damit war das Ende der Spracherkennungssoftware besiegelt.
Versuch 2 sollte das Problem der räumlichen Ferne beseitigen. Es wurde der Einsatz eines Dictaphons erprobt. Dieses interessante Gerät hätte eigentlich alle notwendigen Anforderungen bestens erfüllt und wäre in der Lage gewesen, das Erzählen und das Erfassen der Geschichten ohne nennenswerten Zeitverlust zustande zu bringen. Leider spielte ein weiterer, bisher nicht berücksichtigter Faktor eine Rolle, der dem Dictaphon ein ebenso schnelles Ende bescherte wie der oben erwähnten Software. Das Gerät hatte nämlich die merkwürdige Eigenschaft, dass es nur funktionierte, wenn Urs sich im gleichen Raum befand. Sobald er sich entfernte, weigerte sich der Apparat zu funktionieren. Leider konnten wir dieses Phänomen nie vollständig aufklären. Es blieb nichts anderes übrig, als sämtliche technischen Hilfsmittel aufzugeben und auf die Geduld und Hilfsbereitschaft einer engen Freundin zurückzugreifen, die glücklicherweise nah genug wohnte, um einen die Autorin zufriedenstellende Fortgang der Arbeiten zu gewährleisten. An dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank an Agnes Caltabiano!
Das Ergebnis dieser Vorgehensweise war ein Word-Dokument. So weit, so gut, jedoch war das Dokument zu diesem Zeitpunkt noch nicht in einer Form, dass es als Druckvorlage weiter verwendet werden konnte. Elsys diverse Verlegerkontakte verliefen ausserdem im Sande, zumal die Kostenvoranschläge geeignet waren, den Blutdruck gefährlich in die Höhe zu treiben. Alwin und Urs sahen sich also genötigt, die weiteren Schritte zur Erfüllung von Elsys Vorstellungen selbst in die Hand zu nehmen, damit die Angelegenheit nicht ruinöse Formen annähme. Dass diese löblich Entscheidung im weiteren Verlauf ebenfalls zu kurzzeitigem Bluthochdruck führen würde, nahmen sie billigend in Kauf.
Ein wichtiger Teil des Buches sind die Fotos und Bilder, die den Text illustrieren. Bis dato war die Entscheidung, welche Bilder erscheinen und wo sie im Text platziert werden sollten, noch offen. Nachdem Elsy sich für eine Auswahl entschieden hatte, hat Alwin sich der Aufgabe angenommen, die Bilder fotografieren zu lassen. Urs hat die Bilder dann eingescannt, um sie in den Text zu integrieren. Nun kam ein glücklicher Umstand dem Produktionsprozess zu Hilfe. Urs und Regina hatten Ferien, die sie auf Kunkels verbringen wollten. Urs hatte den Laptop dabei, um eventuell zwischen den erholsamen Wanderungen am Buch zu arbeiten. Wunderbarerweise hat es in den zwei Ferienwochen praktisch ununterbrochen geregnet, so dass Urs jeden Tag eine Menge Stunden Zeit hatte, um sich dem Buch zu widmen, und das auch unermüdlich durchgezogen hat. Na, ist das nicht ein Glück gewesen? Elsy hat den Fortgang tatkräftig unterstützt, indem sie sich veranlasst sah, ihre Entscheidungen bezüglich der Bilder noch einmal kritisch in Frage zu stellen.
Nach diesen zwei Wochen waren jedenfalls entscheidende Schritte zur Fertigstellung des Dokumentes getan, so dass die nächste Frage, nämlich die des Druckes, in Angriff genommen werden konnte. Die Autorin bestand darauf, dass es sich um ein echtes gebundenes Buch handeln müsse. Ein Erzeugnis, das aus handelsüblichen Druckern ausgeworfen wird, kann unmöglich die gewünschte Qualität bieten. Alwin und Urs haben also Angebote verschiedener Druckereien eingeholt. Zu guter Letzt hat man sich für eine traditionsreiche Druckerei entschieden: Schwabe Druck, Basel, die älteste Druckerei der Welt (gegründet 1488). Der Kundenbetreuer, Herr Häfelfinger, hat eine besonders gute Betreuung vermittelt und ein attraktives Angebot unterbreitet. Also wurde der Auftrag über 500 Stück einschliesslich diverser Farbabbildungen erteilt. Urs hatte der Druckvorlage nun noch den letzten Schliff zu geben, wobei die Extravaganzen von Microsoft Word, insbesondere in der Behandlung von Bildern, mehrfach Urs' Geduld auf eine harte Probe stellten - milde ausgedrückt. Unsere Wohnung wurde wiederholt von Wutschreien, die aus dem Büro drangen, erschüttert. Als letzten Schliff hat Regina das Buch noch Korrektur gelesen.
Nun war es geschafft: endlich lag das fertige Dokument für Schwabe Druck bereit. Wir wurden noch eingeladen, uns die Druckerei anzuschauen und beim Druck des Buches dabei zu sein, was wir gern angenommen haben. Die Druckqualität und die Sorgfalt der Mitarbeiter hat uns beeindruckt.
Dies ist die Geschichte von "Und trotzdem positiv", die von allen Beteiligten eine Menge Geduld und Hartnäckigkeit gefordert hat, um Elsy den Wunsch zu erfüllen, neben Malerin auch noch Autorin zu sein. Wir verbinden das mit dem Wunsch, dass das Ergebnis ihr die Befriedigung verschafft, die sie sich am Anfang davon erhofft hat!
RB