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Basel: Helbing & Lichtenhahn, 1935.
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Es war einmal ein König, der hatte einen Sohn. Den hat er studieren lassen, so viel und so lange, daß kein Schulmeister ihm mehr etwas beibringen konnte. (zurück) Der König ließ nun alles bekannt geben, was der Prinz wußte und bemerkte dazu, wenn irgend einer wäre, der mehr wüßte als sein Sohn, der Prinz Gian, so solle der sich bei ihm melden. Diese Mitteilung ist auch dem Prinzen Gundi unter die Augen gekommen und er hat sich hingesetzt und hat dem König geschrieben, er wisse drei Worte mehr als der Prinz Gian. Sofort hat der König den Prinzen Gian zum Prinzen Gundi geschickt, damit er diese drei Worte lerne. Und es ist nicht lange gegangen, da hat er sie gewußt. (zurück)
Nun gingen die beiden Prinzen bald zur Kurzweil auf die Jagd, bald betrachteten sie die reichen Schätze im Schloß. So kam die Stunde heran, daß Prinz Gian wieder nach Hause mußte. Prinz Gundi begleitete ihn ein Stück weit und als er wieder umkehren wollte, hat ihn Prinz Gian gar sehr gebeten, doch noch ein Stück mitzukommen. Das hat er denn auch getan. Aber als sie in einen Wald kamen, hat Prinz Gian plötzlich eine geladene Pistole aus dem Sattel gezogen und sie dem Prinzen Gundi auf die Brust gesetzt. Dazu hat er gesagt:
»Entweder du kommst mit auf meines Vaters Schloß oder ich schieße dich nieder. Tu was du willst. Ich liebe dich wie einen Bruder und was mein ist, soll auch dein sein. Und auch mein Vater soll dich als seinen Sohn betrachten.«
Gundi hat sich's überlegt, am Ende aber doch gefunden, es sei wohl besser mit Gian zu gehen und so sind sie zusammen dorthin geritten. Prinz Gian hat seinem Vater gesagt, was sie ausgemacht hätten, und der war damit zufrieden. Eines Tages hat er den Prinzen gesagt, sie sollten sich das Schloß ganz ansehen, in alle Zimmer gehen, bis auf eines. Er zeigte ihnen die Tür und verbot ihnen aufs strengste dort einzutreten. Er gehe inzwischen weit fort, um die Prinzessin aus alter Zeit zu suchen.
Nach einiger Zeit sind die Prinzen eines Tages durch das ganze Schloß geschritten und haben alle Zimmer angesehen. Sie kamen auch an die verbotene Tür und Prinz Gian sagte:
»Nimmt mich doch wunder was da drin ist, das wir nicht sehen dürfen.«
Der Schlüssel steckte im Schloß und plötzlich sagte der Prinz:
»Ach was, wir gehen hinein!«
Prinz Gundi aber wollte nicht, sie hätten es dem König versprochen und müßten ihr Wort halten. Aber Gian ist Meister geworden und so sind sie Beide ins Zimmer gegangen. Da war nichts zu sehen als ein Tisch und ein gewaltiges altes Buch, das aufgeschlagen darauf lag. Die Prinzen begannen die Blätter zu wenden - da stand plötzlich der König vor ihnen und fragte sie mit strenger Miene, warum sie ihm nicht gehorcht hätten. Sie versuchten allerlei Ausreden, aber der König hat gesagt:
»Ich hätte die Prinzessin aus alter Zeit gefunden, wenn ihre eure Neugierde bezwungen hättet. Nun jage ich euch Beide aus dem Schloß. Macht daß ihr fortkommt, und kehrt mir nicht zurück bevor ihr die Prinzessin aus alter Zeit gefunden habt!«
Am nächsten Morgen sind die beiden Prinzen fortgeritten, aber sie wußten nicht wohin. Sie hatten beide ungeheuer viel studiert, aber von der Prinzessin aus alter Zeit hatten sie nie ein Wort gehört. Abends spät kamen sie an eine Hütte, und sie sind hineingegangen um Unterkunft zu fragen. Im Zimmer brannte auf dem Tisch ein Talglicht, aber es war fast kein Talg mehr auf der Pfanne. So haben sie gewartet, in der Meinung, es werde wohl jemand kommen und das Talg nachfüllen Es ist aber niemand gekommen. Da haben sie sich entschlossen, sich in das Bett zu legen, das dort in einer Ecke stand. Prinz Gian hat sehr bald angefangen tapfer zu schnarchen. Prinz Gundi aber ist wach geblieben.
Plötzlich hat sich die Tür geöffnet und drei Frauen sind eingetreten, eine nach der anderen. Die letzte und kleinste hat gesagt:
»Guten Abend, Schwestern, was gibts Neues?«
Die erste, die Älteste, hat geantwortet: »Das Neueste ist, daß Prinz Gian und Prinz Gundi hier im Bette liegen.«
»Aber was wollen die hier?« hat die Kleine gefragt.
Die Älteste aber hat gesagt: »Eine Gexnase wie du braucht nicht Alles zu wissen.«
»O, das kannst du mir schon sagen«, hat die Kleine gemeint.
Und die Älteste: »Sie suchen die Prinzessin aus alter Zeit.«
Da hat die Kleine gefragt: »Ach nein - und wo ist sie?«
»Eine Gexnase wie du braucht nicht Alles zu wissen«, hat die andere geantwortet.
»O sag es doch!« hat die Kleine gebeten.
»Sie ist in dem und dem Schloß«, hat die Älteste erwidert.
»Und wie muß man's machen, daß man zu ihr kommt?«
»Um zu ihr zu kommen, muß man vor 11 Uhr Nachts vor dem Schlosse sein. Schlag 11 gehen alle Türen auf und sie bleiben offen bis 12 Uhr. In dieser Stunde muß man mit ihr aus dem Schlosse gehen.«
Dann sind alle drei wieder hinausgegangen.
Prinz Gundi hatte gut zugehört und sich Alles gemerkt. Am Morgen sind sie fortgeritten, Prinz Gundi in schnellem Trab immer etwas voraus. Prinz Gian aber ist zornig geworden über diese Eile, man wisse ja doch nicht, wohin man komme. Am Abend um 11 Uhr aber haben sie richtig vor einem alten Schlosse gehalten. Die Tore haben sich geöffnet und sie sind eilends ins Schloß gestürzt, haben die Prinzessin aus ihrem Bette geholt und sind mit ihr zum Tor gelaufen, das wirklich noch offen stand. Dann sind sie zurückgeritten und am späten Abend wieder zu der Hütte gekommen, wo sie übernachtet hatten. Auf dem Tisch stand das fast ganz heruntergebrannte Talglicht, aber Niemand zeigte sich sonst.
Die Prinzessin und Prinz Gian sind bald eingeschlafen. Prinz Gundi aber ist wach geblieben, um zu horchen, was die Schwestern wohl sagen würden Sie sind denn auch bald gekommen, die Alte voraus; die Junge zuletzt. Die Kleine hat wieder gefragt:
»Guten Abend Schwestern, was gibt's Neues?«
Da hat die Alte geantwortet: »Daß Prinz Gian und Prinz Gundi mit der Prinzessin dort im Bette schlafen.«
»Schau, schau! Also haben sie sie gefunden und haben getan, was du ihnen geraten hast. Aber was wird der König dazu sagen?«
»Eine Gexnase wie du braucht nicht Alles zu wissen«, war die Antwort.
»O sag es mir doch«, hat die Kleine gebeten.
Darauf hat die Alte gesagt: »Morgen, wenn die Prinzen schon ein Stück weit sind, werden ihnen zwei Ritter des Königs begegnen. Der König weiß ja schon längst, daß sie die Prinzessin haben. Er schickt ihnen die Ritter mit zwei prachtvollen Prunkgewändern - die sind aber vergiftet. Ziehen die Prinzen sie an, so sind sie verloren. Einer muß sie über den Kopf nach hinten werfen, dann verschwinden sie spurlos. Vor dem Schloß wird der König sie empfangen und jedem einen Becher Wein reichen, aber er ist vergiftet. Man muß die Becher über den Kopf zurückwerfen, dann verschwinden sie, daß Niemand sie mehr sieht. Zugleich wird sich ein starker Wind mit heftigem Gestank erheben und den König fortblasen, daß er für immer verschwindet.«
»Und welcher von Beiden heiratet die Prinzessin?« fragte die neugierige Kleine.
»Das weiß der schon, der heiraten will«, antwortete die Alte.
»Aber am ersten Abend, da sie beisammen sind, wird ein großer schwarzer Vogel zum Fenster hereinfliegen und wird der Prinzessin einen Strich über die Stirne ziehen; den muß man sofort mit einem Tuch wegwischen, dann wird sie schön und liebenswert, sonst wird sie häßlich und böse.«
Dann hat die Alte laut gerufen: »Prinz Gundi!«
Es hat aber Niemand geantwortet. Erst beim dritten Rufe hat Prinz Gundi gesagt: »Was ist?«
Die Alte hat gesagt: »Prinz Gundi, du hast nicht geschlafen, vielmehr Alles gehört. So geh hin und tue so. Aber hüte dich wohl, irgend einem Menschen zu sagen, was du hier gehört hast. Sonst wirst du in einen Stein verwandelt.«
Damit sind die Schwestern gegangen.
Am Morgen sind die Prinzessin und die beiden Prinzen in der Richtung auf das Schloß geritten. Sehr bald treffen sie auf zwei Ritter des Königs. Die haben sie mit viel schönen Worten und Reverenzen begrüßt: der König habe schon erfahren, daß sie die Prinzessin gefunden hätten und er sende ihnen zum Willkomm zwei schöne neue Gewänder. Prinz Gian wollte das seine sofort anziehen, Gundi aber hat gesagt: » »Wir sind Brüder; gib mir dein Gewand; ich möchte sehen, ob es auch ganz gleich ist wie das meine.«
Kaum hatte er beide Gewänder, so hat er sie über seinen Kopf zurückgeworfen und sie sind in einem Hui verschwunden. Prinz Gian war gar nicht zufrieden damit und hat Gundi einen Narren genannt. Vor dem Schloß stand der König, empfing sie mit schönen Worten und gab jedem von den Prinzen einen Becher Wein. Prinz Gundi hat geschwind beide genommen und sie über seinen Kopf zurückgeworfen. Sie sind sofort verschwunden und es hat sich ein heftiger Wind mit entsetzlichem Gestank erhoben. Im gleichen Augenblick ist der König, der ein böser Hexenmeister war, für alle Zeit vom Erdboden verschwunden.
Die Prinzen sind mit der Prinzessin ins Schloß gegangen und einige Tage dort geblieben. Dann hat Prinz Gian dem Prinzen Gundi gesagt, er solle die Prinzessin heiraten, die gehöre ihm, denn er habe gewußt wo und wie sie zu finden sei. Er selbst habe ja gar nichts dazu getan. Prinz Gundi aber hat die Prinzessin dem Prinzen Gian gelassen. So haben die eine schöne Hochzeit gefeiert. Am Abend aber, bevor sie schlafen gingen, hat Prinz Gundi einen Lappen genommen und sich unter ihrem Bett versteckt. Richtig, kaum waren die beiden eingeschlafen, so ist ein großer schwarzer Vogel ins Fenster geflogen und hat der Prinzessin einen Strich über die Stirn gezogen. Prinz Gundi ist schleunigst unter dem Bett hervorgekrochen und hat mit seinem Lappen den Strich fortgewischt. Er hat dabei aber Prinz Gian berührt, so daß er aufgewacht ist. Als er den anderen sah, wurde er zornig und sagte: »Ich habe dir gutwillig die Prinzessin lassen wollen, du aber hast nicht gewollt - und jetzt kannst du sie nicht einmal in der ersten Nacht in Ruhe lassen? Dafür gibt es nur eine Strafe: den Tod.«
Prinz Gundi hat nichts geantwortet als: »Was ich getan, habe ich nur zu deinem Besten getan.«
Aber das hat Prinz Gian keineswegs begriffen
Es kam der Tag, da Prinz Gundi hingerichtet werden sollte. Vorher aber hat er dem Prinzen Gian haargenau erzählt, was ihm die Schwestern in jener Hütte gesagt hatten - kaum war er damit zu Ende, so stand an seiner Stelle ein Stein. Jetzt hat auch Prinz Gian begriffen, was es für eine Bewandtnis hatte, aber jetzt war's zu spät. Prinz Gundi war ein Stein und blieb ein Stein.
Nach einiger Zeit hat die Prinzessin zwei Knaben das Leben gegeben. Ihr könnt euch denken, daß das eine große Freude für die Eltern war, aber der Stein, den sie immer vor sich hatten, machte sie oft traurig. Eines Tages sagte Prinz Gian zu seiner Frau: »Ich hätte große Lust in die Hütte zu gehen und die Schwestern zu fragen, ob sie kein Mittel wüßten, wie man aus dem Stein wieder den Prinzen Gundi machen könnte.« Sie war damit zufrieden.
So hat sich Prinz Gian auf den Weg gemacht und hat wirklich die Hütte gefunden. Wie beim ersten Besuch so hat er auch diesmal das heruntergebrannte Licht auf dem Tisch gefunden, und kaum war er im Bett, so sind die Schwestern gekommen.
Die Kleine hat »Guten Abend« gesagt und gefragt, was es Neues gebe.
Da hat die Alte geantwortet: »Das Neueste ist, daß Prinz Gian dort im Bette liegt und wissen möchte, wie man aus dem Stein wieder einen Prinzen Gundi machen könnte.«
Die Kleine erwiderte: «Schau, schau, so hat also Prinz Gundi ausgeschwatzt, was du ihm gesagt hattest. Aber wie kann man ihn wieder lebendig machen? Gibt es ein Mittel?«
»Ja«, hat die Alte geantwortet, »wenn Prinz Gian seine Kinder absticht und ihr Blut über den Stein fließen läßt, so wird Prinz Gundi wieder lebendig«.
Dann sind die drei verschwunden.
Prinz Gian lag im Bett und dachte lange nach; es schien ihm aber unmöglich seine eigenen Kinder abzustechen. So ist er nach Hause gekommen und hat seiner Frau alles erzählt: es sei doch ganz unmöglich, die eigenen Kinder zu töten. Die schöne Prinzessin aber war anderer Meinung. Sie fand, Prinz Gundi habe ihnen so viel gutes getan, daß ihre erste Pflicht sei, ihn zu erlösen. So kamen sie überein, so zu tun, wie die Alte gesagt hatte. Kaum floß das Blut der Kinder über den Stein, so öffnete Prinz Gundi die Augen und stand lebendig vor ihnen.
Er hat aber bald bemerkt, daß die Beiden immer traurig waren und hat schließlich nach dem Grunde gefragt. Da haben sie ihm gestanden, sie hätten ihre Kinder töten müssen um ihn wieder lebendig zu machen. Prinz Gundi hat sich rasch entschlossen und ist zu den Schwestern gegangen, um sie zu fragen, wie man die Kinder wieder lebendig machen könnte. Er hat sich ins Bett gelegt und bald sind die Schwestern gekommen. Um die Neugierde der Kleinen zu befriedigen, hat die Alte gesagt, der Prinz Gundi liege im Bett und wolle wissen, wie man die Kinder wieder lebendig machen könne.
»So, so«, hat die Kleine gesagt, »wie könnte man denn das machen?«
»O, das ist wohl möglich«, hat die Alte erwidert, »man muß die Schnitte, durch die der Prinz die Kinder getötet hat, mit einem Seidenfaden zusammennähen, muß die Kinder unter den und den Felsen bringen und sie von dem Wasser, das dort herniederrinnt, netzen lasen.«
Dann hat die Alte den Prinzen dreimal beim Namen gerufen und beim dritten Ruf hat er gefragt, was sie wolle. Da hat sie gesagt: »Wir haben dir viel Gutes getan, jetzt tu du auch etwas für uns, auf das wir erlöst werden.«
Gundi hat versprochen Alles zu tun, was dazu nötig sei.
Da hat die Alte gesagt: »Wir sind drei Seelen und um uns zu erlösen mußt du etwas tun, was dir Furcht und Entsetzen machen wird, aber möglich ist es. An dem und dem Abend mußt du in diese Hütte kommen. Dann aber wirst du weder ein Licht noch ein Bett finden. Inmitten der Kammer wird einzig ein Ruhebett stehen. Auf das mußt du dich setzen. Bald wird eine große Schlange zur Tür hereinkommen und an dir emporfahren. Du mußt versuchen, sie auf die Zunge zu küssen, dann wird statt der Schlange ein schönes Mädchen neben dir sitzen. Bald wird eine zweite Schlange kommen, noch größer und schrecklicher als die erste und wird sich an dir emporwinden; auch diese mußt du auf die Zunge küssen und neben dir wird ein zweites schönes Mädchen sitzen. Dann wird eine dritte Schlange kommen, noch viel größer, häßlicher und böser als die anderen. Sobald du auch diese auf die Zunge geküßt hast, werden drei schöne Mädchen neben dir sitzen. Das sind wir drei Schwestern. Du mußt uns drei mit ins Schloß nehmen. Heiraten kannst du die, die dir am besten gefällt, aber die anderen sollen bei euch im Schlosse bleiben.«
Prinz Gundi ist nach Hause gegangen und hat zu allererst die Kinder wieder zum Leben gebracht, zu großer Freude der Eltern. Er selbst aber war immer traurig. Er mußte mit Entsetzen an die Schlangen denken. Endlich ist der bestimmte Tag gekommen. Er hat vom Prinzen Gian und seiner Frau Abschied genommen mit den Worten, er wisse nicht, ob er je wieder zurückkehre, denn er habe ein furchtbares Abenteuer zu bestehen.
In der Hütte fand erwirklich nichts als das Ruhebett. Er setzte sich darauf und wartete. Plötzlich kam etwas »« die Treppe hinunter, die Tür ist langsam aufgegangen und eine große Schlange mit weit vorgestreckter Zunge ist hereingekrochen und auf ihn zugekommen. Er hat gewartet bis ihr Kopf in der Höhe des seinigen war und hat sie flugs auf die gespaltene Zunge geküßt. Im gleichen Augenblick saß ein schönes Mädchen neben ihm. Bald ist mit viel größerem Lärm eine größere Schlange auf ihn los, aber auch sie hat ihren Kuß weggehabt, eh sie ihm Böses tun konnte, und neben ihm saß ein zweites schönes Mädchen. Die dritte war so ungeschlacht, daß sie gerade einige lockere Stufen von der Treppe mit hereingeschleppt hat und ihre Augen waren so entsetzlich wild und groß, daß Prinz Gundi vor Schreck vornüber fiel, zu seinem Glücke mit dem Mund gerade auf die Zunge der Schlange, so daß auch der dritte Kuß geleistet war. Nun saßen alle drei neben ihm. Er ist mit ihnen ins Schloß gegangen und hat sich hin und wieder überlegt, welche er nehmen solle. Von der mittleren wollte er nichts wissen, denn die hatte kein Wort gesprochen. Die Älteste hat wohl allerlei gesagt, aber wenn die Kleine ihr nicht Alles aus dem Munde gezogen hätte, hätte er nie etwas erfahren. So hat er mit der Kleinen fröhlich Hochzeit gehalten und die anderen sind ihr Leben lang bei ihnen geblieben.