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In Kenia ist weiter unklar, wer das Land künftig regieren wird. Der Urnengang wird von technischen Pannen überschattet. Vor allem mit dem elektronischen Übermittlungssystem aus den Wahlbezirken gab es Probleme. Die nationale Wahlkommission ordnete deshalb an, Stimmzettel aus verschiedenen Regionen in die Hauptstadt Nairobi zu bringen.
Nach der Auswertung der Stimmzettel aus 40 Prozent der Wahllokale kam der Sohn des Staatsgründers Jomo Kenyatta auf 53 Prozent der Stimmen. Regierungschef Raila Odinga – sein schärfster Kontrahent – erhielt 41 Prozent. Jedoch fehlten noch die Ergebnisse aus einigen Odinga-Hochburgen. Zudem war unklar, was mit etwa 300'000 für ungültig erklärten Stimmzetteln geschehen soll.
Macht Kenyatta das Rennen bereits im ersten Wahlgang, wäre das der Weg in die Isolation. Kenia hätte dann einen Präsidenten und einen Vizepräsidenten, die beide in einem Monat vor dem Internationalen Strafgerichtshof antreten müssen.
Die Wahlkommission versucht mit Statements die Wogen zu glätten. Landesweit bleiben die Schulen weiterhin geschlossen. In einigen Landesteilen werden die Menschen unruhig. Sie befürchten Wahlbetrug, weil die Auszählung so lange dauert. «Es herrscht eine Stimmung wie an einem Sonntag», schreibt Patrik Wülser. Er ist SRF-Korrespondent in Kenias Hauptstadt Nairobi.
Bislang verliefen die Wahlen gespannt friedlich – abgesehen von 19 Toten in der Küstenregion. Entscheidend wird sein, ob Raila Odinga eine allfällige Niederlage akzeptiert oder nicht. Für viele gewaltbereite Luo, zu deren Volksgruppe auch Odinga gehört, wird sein Verhalten entscheidend sein. In Kenia bleibt die Lage angespannt.