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Gleich am ersten Entscheidungstag trumpften die Nidwaldner an der Weltmeisterschaft im bosnischen Banja Luka voll auf. Jonah Müller und Cornel Bretscher eröffenten den Schweizer Medaillensegen im Canadier-Zweier. Mit einem tollen Lauf durch die anspruchsvolle Schlucht des Vrbas sicherten sie sich hinter dem Boot aus Tschechien die Silbermedaille und führten so die Tradition erfolgreicher Nidwaldner Canadierfahrer fort. Für beide Athleten ist es die erste Medaille an einem internationalen Grossanlass.
Für Aufsehen gesorgt hatte am Vortag in der Qualifikation aber ein anderer Nidwaldner. Luis Clavadetscher konnte sich als fünfter Junior ganz knapp nicht für die WM qualifizieren, erhielt vom Verband aber einen Startplatz bei der U23. In der Sprintqualifikation überraschte er dann buchstäblich die ganze Welt, indem er die schnellste Zeit im zweiten Lauf und die sechstschnellste Zeit des Tages aufstellte. Im Final gelang ihm dieses Kunststück zwar kein zweites Mal, mit dem 15. Rang in der höheren Alterskategorie darf er aber mehr als zufrieden sein.
Die weiteren Nidwaldner Resultate liessen sich mit einem 8. Rang von Jonah Müller im Canadier-Einer und dem 12. und 15. Rang von Hannah Müller ebenfalls sehen.
Nach den Einzelfinals war es Zeit für die Mannschaftsrennen. Im Schweizer Juniorenteam waren mit Cornel Bretscher und Luis Clavadetscher ebenfalls zwei Nidwaldner vertreten. Im Final gelang den Schweizern ein technisch und taktisch nahezu perfekter Lauf und sie klassierten sich völlig überraschend hinter den Italienern und vor den favorisierten Tschechen, Slowenen und Deutschen auf dem zweiten Rang. Somit konnten am Abend des ersten Entscheidungstages bereits zwei Vizeweltmeistertitel gefeiert werden.
Damit sind übrigens auch zwei KCNW WM-Rekorde eingestellt worden. WM-Silber im Sprint-Team bei den Herren gab es anno 2007 schon einmal für Fabio Wyss (mit Christophe Nicolet CCF und Andi Arnold SKF) und im C2 waren Samuel und Benjamin Müller 2015 ebenfalls Vizeweltmeister im Sprint. Man munkelt, dass Benjamin schon ein bisschen Angst um seinen Rekord hatte, bekanntlich lässt er sich Rekorde ja nicht so gerne wegnehmen (siehe Lagerfilm Goumois ca. 2009/2010).
Nach dem Sprint folgten die Rennen über die klassische Distanz. Das beste Ergebnis aus Nidwaldner Sicht erzielte hier Hannah Müller. Sie konnte sich gegenüber dem Sprint klar steigern und erreichte im Kajak-Einer den starken siebten Rang. Im Canadier-Einer war sie ebenfalls besser als im Sprint und wurde 10. Cornel Bretscher klassierte sich ebenfalls in der Top 10 und wurde starker 8. Luis Clavadetscher wurde bei der U23 29. und Janis Amstad musste nach einem Fahrfehler in der Schlucht mit Rang 36. Vorlieb nehmen. Für die Vizeweltmeister Jonah Müller und Cornel Bretscher reichte es im Canadier-Zweier über die Langdistanz für den 7. Rang. Jonah Müller rundete die guten Ergebnisse mit einem 8. Rang im Canadier-Einer ab.
Für die abschliessenden Teamrennen mussten noch einmal alle Kräfte mobilisiert werden. Cornel Bretscher zeigte mit den beiden Solothurnern Robin Häfeli und Basil Jenni ein gutes Rennen, das Juniorenteam belegte am Ende Rang 6. Janis Amstad und Luis Clavadetscher starteten gemeinsam mit dem Solothurner Leano Meier bei der U23 und wurden 8.
Die Nidwaldner Athletinnen und Athleten können zufrieden auf die Weltmeisterschaft zurückblicken. Mit den beiden Silbermedaillen hätten weder sie noch die Trainerinnen gerechnet und auch die weiteren Ergebnisse lassen für die Zukunft auf eine Fortsetzung dieser Erfolge hoffen.
Traditionsgemäss stellen die Nidwaldner Kanutinnen und Kanuten einen grossen Teil des Schweizer Teams an der Junioren- und U23-Weltmeisterschaft im bosnischen Banja Luka. Dieses Jahr waren folgende Klubmitglieder in der Nationalmannschaft vertreten:
U23
Hannah Müller, Kajak-Einer und Canadier-Einer
Luis Clavadetscher, Kajak-Einer
Junioren
Cornel Bretscher, Kajak-Einer und Canadier-Zweier
Janis Amstad, Kajak-Einer
Jonah Müller, Canadier-Einer und Canadier-Zweier
Betreuer
Annalena Kuttenberger, Assistenztrainerin
Das Team trainiert seit letztem Samstag auf dem Vrbas und kommt mit den Strecken bestens zurecht. Obwohl sich die Wildwasser-Schwierigkeiten im Rahmen halten, hat vor allem die Sprintstrecke mit viel Schiebewasser und pumpenden Wellen einiges an Herausforderungen für die Athletinnen und Athleten zu bieten. Wir sind gespannt, wie sich die Nidwaldner schlagen werden. Los geht es am Donnerstag ausnahmsweise mit der Sprint-Qualifikation. Die Startzeiten der Nidwaldner: