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«Im Burgquartier haben wir alles, um die Leute anzuziehen», sagte Alexandre Sacerdoti, Präsident des Quartiervereins Burg an der Versammlung vom Donnerstagabend in Freiburg. «Wir müssen es jedoch aufwerten.» Denn im Moment sei das Quartier ein Ort, an den die Leute kaum hinkämen, um zu flanieren, ab und zu einen Laden zu besuchen oder etwas zu trinken. Einige Gewerbetreibende kämpften deshalb um ihr Überleben, andere müssten sogar schliessen, so etwa der Kiosk gegenüber der Kathedrale. Die wichtigste Massnahme, um mehr Fussgänger anzulocken, seien verbesserte Parkiermöglichkeiten durch eine Vergrösserung des Grenette-Parkings, sagte Alexandre Sacerdoti. Eine Frau schlug zudem vor, dass das Tourismusbüro im Burgquartier ein kleines Büro eröffnen könnte, um die Touristen besser zu betreuen.
Zwei Botschaften
Wie es mit der von der Stadt geplanten Neugestaltung des Burgquartiers weitergeht, verriet Baudirektorin Andrea Burgener (SP). Sie erinnerte zunächst daran, dass der Generalrat im Februar einen Studienkredit über 2,5 Millionen Franken zurückgewiesen hatte. «Es waren zu viele verschiedene Elemente in der Botschaft verpackt», sagte Burgener. Deshalb habe der Gemeinderat beschlossen, Elemente, die nicht dringend nötig seien, zu streichen, und zwei Botschaften zu machen.
Mit der ersten Botschaft wird der Gemeinderat einen Studienkredit für den Bereich um die Kathedrale sowie den Ulmenplatz (Place des Ormeaux) beantragen, die zweite betrifft den Ausbau des Grenette-Parkings, den Liebfrauenplatz und die Steinbrückengasse (Rue du Pont-Muré). Da der Generalrat diesen Herbst über zwei weitere grosse Botschaften–namentlich zum neuen Vignettaz-Schulhaus und zur Neugestaltung der Schützenmatte–abstimmen muss, werde er voraussichtlich erst im Februar 2017 über die erste Etappe im Burgquartier befinden, so Burgener. Wann die zweite Botschaft folgt, hänge von den Verhandlungen ab, welche die Stadt mit der Immobiliengesellschaft der Grenette bezüglich der Vergrösserung des unterirdischen Parkings führt. «Ich werde aber nicht mit einer Botschaft kommen, ohne eine Lösung zu haben», versprach Burgener.
Bereits vor einer Genehmigung der entsprechenden Kredite realisiert werden soll die Renovierung des Gebäudes, in welchem sich das Café des Arcades befindet und das der Stadt gehört. Ebenfalls nötig ist die Sanierung der Treppe bei der Zähringerbrücke. «Dies ist dringend, damit können wir nicht warten», so Burgener. Weder in der einen noch in der anderen Botschaft wird wohl das Projekt eines Lifts sein, der von der Zähringerbrücke in die Unterstadt führen soll. Gemäss Burgener wäre dies «nice to have»–aber nicht «need to have.»
«Wir reden schon Jahre von diesen Projekten–und es wird noch Jahre dauern, bis sie umgesetzt werden», kritisierte ein Anwesender. Wenn der Generalrat kein Geld spreche, könne die Stadt nicht viel machen, antwortete Burgener. «Aber ich gehe mit Ihnen einig, dass wir zu spät mit der Planung begonnen haben.» rb