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Hochgeachteter Herr Präsident!
Ich gebe mir die Ehre, Ihnen hiemit im Anschluße zu übermachen:
1. Eine Zuschrift des Hrn. Profeßor Dr. Cattaneo, welcher in Antwort auf mein Schreiben vom 3 fl. Monats uns eine namentlich für Genua berechnete Arbeit über die Alpenbahnfrage vorlegt. Dieselbe ist bei Hrn. Veladini gedrukt worden & soll demnächst im «Politecnico» erscheinen. Ich glaube, es sollte dem Hrn. Veladini in Lugano der Auftrag er theilt werden, von dieser verdankenswerthen Arbeit eine Anzahl Abdrüke auf Kosten des Gott hardtausschußes zu besorgen & dieselben in Italien in angemeßener Weise zu verbreiten. Ich be finde mich jedoch in Verlegenheit, wenn ich eine Ziffer für die Zahl der Abdrüke nennen soll. Vielleicht könnte man die Bestimmung der Auflage | dem Hrn. Cattaneo überlaßen, dem die Arbeit immerhin zu verdanken sein wird.
2. Ein Schreiben des Hrn. Ingenieur Koller v. 20. d. , aus dem zu entnehmen ist, daß das längere Ausbleiben einer Antwort auf die Empfehlung des Hrn. Müller als Commißär des Gotthardtausschußes den Vor geschlagenen schon etwas mißstimmt hat. Ich kann mich des Gefühles nicht erwehren, daß durch deßen Qualifikation zum Gehülfen & Stellvertreter des Herrn Koller, worin eine weitere Zurükhaltung erblikt werden kann, jene Mißstimmung noch ver mehrt werden dürfte. Sollte daraus eine Ab kühlung des Eifers folgen, unsrer Sache zu dienen, so verfehlen wir den Zwek, einen thätigen Be förderer der Gotthardtbestrebungen zu gewinnen. Ich wollte nicht unterlaßen, Ihnen meine Bedenken rükhaltlos darzulegen. Wenn Ihnen dieselben nicht hinlänglich begründet erscheinen, so werde ich mich gerne bescheiden, indem die Bestellung eines Gehülfen | & Stellvertreters v. Hrn. Koller an sich ganz natürlich & zwekmäßig erscheint. Durch ein Begleitschreiben, mit welchem Hrn. Müller seine Ernennung angezeigt wird, läßt sich vielleicht einer Mißdeutung vorbeugen.
3tens übermache ich Ihnen einen intreßanten Brief von Hrn. Landerer, den ich soeben durch Hrn. Bürger meister Stehlin erhalte.
Ich erlaube mir, diesen Zeilen noch den vorgestern in Sachen des ständigen Commissärs gefaßten Beschluß beizufügen, wie er nach meiner Ansicht in das Protokoll des Gotthardtausschußes fallen dürfte. Wenn Sie mit der Faßung desselben einverstanden sind, so haben Sie wohl die Güte, denselben gelegentlich dem Hrn. Protokollführer zukommen zu laßen.
Genehmigen Sie, hochverehrter Herr Präsident! bei diesem Anlaße die erneute Versicherung ausge zeichnetster Hochachtung
v. Ihrem freundschaftlich ergebenen
J. Zingg.
Luzern d. 25 Feb. 1865.