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Das kompakte Material eines menschlichen Knochens ist doppelt so hart wie Granit. Trotzdem bringt es nicht viel Gewicht auf die Waage: Das menschliche Skelett, welches zwischen 206 bis 212 Knochen umfasst, macht nur etwa zwölf Prozent des gesamten Körpergewichts aus.
Die einzelnen Bestandteile des Knochens sind Wasser (ca. 25 Prozent), organische Stoffe (hauptsächlich das Protein Ossium) und schliesslich anorganische Mineralien wie Kalzium, Phosphor, Magnesium sowie in geringen Mengen Eisen, Kalium, Natrium, Chlor und Fluor.
Das komplette menschliche Knochensystem setzt sich aus verschiedenen Knochen zusammen, welche je nach Struktur in Röhrenknochen oder platte Knochen unterteilt werden. Die Röhrenknochen sind dadurch charakterisiert, dass sie einen langen Schaft sowie zwei Enden haben. Sie bilden das Stützgerüst der menschlichen Gliedmassen; zu ihnen gehören zum Beispiel die Oberarmknochen, die Elle und die Speiche, die Oberschenkelknochen, das Schien- und Wadenbein.
Zu den platten Knochen, die – wie der Name sagt – flach sind, gehört beispielsweise das Becken, das Schulterblatt und der Schädel. Daneben gibt es die kurzen Knochen (beispielsweise Handwurzelknochen), Sesambeine (kleine, runde Knochen oder auch die Kniescheibe), luftgefüllte Knochen (wie das Stirnbein) und unregelmässige, nicht zuzuordnende Knochen wie die Wirbel.
Knochen sind wahre Multitasker
Ihre verschiedenen Funktionen lassen sich in folgende Gruppen gliedern: Formgebung, Bewegung, Protektion, Mineralstoffwechsel und Blutbildung.
Formgebung – Die Knochen dienen als Grundlage für die Form und Statik des menschlichen Körpers. Damit diese essenzielle Aufgabe stets optimal erfüllt werden kann, wird das Knochengewebe ständig dynamisch umgeformt. Dies passiert als Reaktion auf die Be- und Entlastungsreize, wodurch sich die Knochenfestigkeit den jeweiligen Anforderungen anpasst.
Bewegung – Im Zusammenspiel mit den Gelenken, Muskeln, Sehnen und Bändern sind die Knochen für die biomechanischen Eigenschaften des Körpers verantwortlich. Sie fangen die verschiedenen Formen der Belastung ab, welchen wir unsere Körper aussetzen. Damit dies optimal klappt, ist jeder Knochen so aufgebaut, dass er den bestimmten Arten der Belastung standhalten kann.
Protektion – Die Knochen üben eine Schutzfunktion von innen heraus aus. So fungiert beispielsweise der Brustkorb als Schutzschild für Herz und Lunge. Eine weitere Protektionsfunktion übernimmt beispielsweise der Schädelknochen für das Gehirn.
Mineralstoffwechsel – Mineralsalze, vor allem Kalzium, werden im Knochengewebe gespeichert und je nach Bedarf wieder freigesetzt. Zusätzlich ist das Knochengewebe in der Lage, Puffersubstanzen zur pH-Wertregulierung im Blut zur Verfügung zu stellen.
Blutbildung – Etwa ab Ende des vierten Embryonalmonats ist das Knochenmark die wichtigste Entstehungsquelle für das Blut. Dieses wird fast ausschliesslich im roten Knochenmark produziert. Während bei Säuglingen das rote Knochenmark überall in den Knochen zu finden ist, weicht es mit zunehmendem Alter und befindet sich schliesslich nur noch in den platten und den kurzen Knochen.
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