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Liebe Eltern,
Wir alle wollen, dass unsere Kinder soziale Fähigkeiten entwickeln, insbesondere in der heutigen Welt, die voller oberflächlicher Interaktionen und Technologie die zur Isolation führt, ist (Covid trägt sicherlich auch noch dazu bei). Daher ist es wichtig unseren Kleinen schon früh soziale Fähigkeiten zu vermitteln. Eine dieser Fähigkeiten ist es Empathie zu empfinden und zu zeigen.
Empathie ist die Fähigkeit sich vorstellen zu können, wie sich eine andere Person (physisch anwesend oder virtuell / imaginär) in einer bestimmten Situation fühlt, und mit der entsprechenden Fürsorge darauf zu reagieren. Dies ist keine einfache Fähigkeit, sondern eine sehr komplexe, die es zu entwickeln gilt. Sich in eine andere Person einfühlen zu können, bedeutet, dass ein Kind:
- Es versteht, dass es ein eigenständiges Individuum ist, d.h. seine eigene Persona hat
- Es versteht, dass andere Menschen andere Gedanken und Gefühle haben können als es selbst
- Die üblichen Gefühle erkennt, welche die meisten Menschen empfinden, wie bspw. Glück, Traurigkeit usw., und dass es sich darauf beziehen kann
- Es sich vorstellen kann, welche Reaktion in einer bestimmten Situation angemessen sind oder besonders tröstlich wären
Wirklich zu verstehen und Empathie zu zeigen ist das Ergebnis vieler sozialer und emotionaler Fähigkeiten, die ein Baby bereits in den ersten zwei Jahren seines noch jungen Lebens entwickelt. Einige wichtige Meilensteine sind die folgenden:
- Der Aufbau einer sicheren, liebevollen Beziehung zu den Eltern (oder einer anderen wichtigen Bezugsperson) ist einer der ersten Meilensteine. Das Gefühl Teil einer Gemeinschaft zu sein und von anderen verstanden zu werden, hilft Ihrem Baby zu lernen andere zu akzeptieren und zu verstehen während es heranwächst
- Im Alter von etwa 6 Monaten fangen Babys an soziale Bezugspersonen zu benutzen. Das bedeutet, dass ein Baby zu einem Elternteil oder einer anderen geliebten Person schaut, um seine Reaktion auf eine Person oder eine Situation abzuschätzen. Ein 9 Monate altes Baby schaut zum Beispiel aufmerksam seiner Mutter zu, wenn sie einen Besucher begrüsst, um so zu sehen, ob diese andere Person gut und vor allem sicher ist. Die Reaktion der Eltern auf den Besucher beeinflusst wie das Baby reagiert. (Nebenbei sei bemerkt: Aus diesem Grund werden Eltern ermutigt, fröhlich und beruhigend zu sein - und nicht ängstlich -, wenn sie sich von einem Baby oder Kleinkind in der Krippe verabschieden. Das vermittelt dem Baby die Botschaft, dass dies ein sicherer Ort ist an dem es Spass haben kann
- Im Alter von etwa 15 Monaten entwickeln Kleinkinder eine "Theorie des Geistes". Zu diesem Zeitpunkt erkennt ein Kleinkind zum ersten Mal, dass es seine eigenen Gedanken und Gefühle hat, ebenso wie andere Menschen in seiner Umgebung
- Zwischen 18 und 24 Monaten beginnen Kleinkinder sich selbst in einem Spiegel zu erkennen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass das Kind sich selbst als eigenständiges Individuum begreift. Das äussert sich oft darin, dass es auf sich selbst verweist, z. B. wenn es mit dem Finger auf Mama und Papa und dann auf sich selbst zeigt
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten wie Eltern ihre Kleinen bei der Entwicklung dieser wichtigen Fähigkeiten unterstützen können. Im Folgenden haben wir ein paar praktische Tipps zusammengefasst, die sich für uns bewährt haben und die von Experten auf diesem Gebiet unterstützt werden:
- Fühlen Sie sich in Ihr Baby ein: Sprechen Sie laut Sätze wie "Hast du Angst vor diesem Hund? Eigentlich ist es ein lieber Hund, aber Du hast recht, er bellt sehr laut, was beängstigend sein kann. Ich halte Dich fest, bis er an uns vorbei gelaufen ist, ok?"
- Sprechen Sie über die Gefühle anderer Menschen/Tiere: Sprechen Sie laut Sätze wie "Emilia ist traurig, weil Du Ihr Spielzeugbuch weggenommen hast. Würdest Du bitte so nett sein und es Ihr zurückgeben - es gibt noch viele andere Spielzeuge hier und Sie würde sich sicher freuen, wenn Sie es wieder hätte
- Lesen Sie Geschichten über Gefühle vor (ein gutes Beispiel finden Sie hier)
- Seien Sie ein Vorbild: Wenn Sie starke, respektvolle Beziehungen haben und mit anderen auf freundliche und fürsorgliche Weise umgehen, lernt Ihr Kind von Ihrem Beispiel. Wie bereits der Schweizer Psychologe Jean Piaget sagte: "Erfahrung geht dem Verstehen voraus"
- Verwenden Sie "Ich"-Botschaften: Diese Art der Kommunikation verdeutlicht die Bedeutung der Selbstwahrnehmung: "Ich mag es nicht, wenn Du mich schlägst. Es tut weh mir weh und ist nicht nett von Dir"
- Spielen Sie "als ob: Sprechen Sie mit älteren Kleinkindern über Gefühle und Empathie während Sie spielen. Peek-a-boos und andere Lernspielzeuge /Puppen sind eine gute Möglichkeit dafür
- Bestätigen Sie die Gefühle Ihres Kindes (gute und schlechte): Wenn unser Kind traurig oder wütend ist, versuchen wir manchmal es sofort zu beruhigen damit die entsprechenden Gefühle weggehen und wir Sie vor jeglichem Schmerz schützen können. Diese Gefühle sind jedoch Teil des Lebens und Kinder müssen lernen damit umzugehen. In der Tat hilft das Benennen und Bestätigen schwieriger Gefühle den Kindern mit ihnen umzugehen: "Du bist wirklich traurig, dass wir wieder zu Hause angekommen sind. Ich verstehe das. Es ist in Ordnung wütend zu sein. Wenn Du nicht mehr wütend bist, kannst du mir helfen einen feinen Snack zuzubereiten". Diese Art der Herangehensweise hilft Kindern gleichzeitig sich in andere einzufühlen die schwierige Gefühle erleben
- Überdenken Sie die Verwendung von "Es tut mir leid": Wir bestehen oft darauf, dass unsere Kleinkinder "Es tut mir leid" sagen, damit sie die Verantwortung für ihre früheren Handlungen übernehmen können. Aber die meisten Kleinkinder verstehen nicht wirklich was diese Worte bedeuten. Auch wenn es sich für sie "richtig" anfühlt "Es tut mir leid" zu sagen, bedeutet das nicht unbedingt, dass sie es verstehen, und es hilft ihnen auch nicht Empathie zu lernen. Ein sinnvollerer Ansatz kann darin bestehen den Kindern zu helfen sich auf die Gefühle anderen Person zu konzentrieren. Dies hilft den Kindern die Verbindung zwischen der Aktion (Schubserei) und der Reaktion (ein Freund, der traurig ist und weint) herzustellen
- Seien Sie vor allem geduldig: Die Entwicklung von Empathie braucht Zeit. Ihr Kind wird wahrscheinlich nicht im Alter von 2 Jahren ein vollkommen einfühlsames Wesen sein. Tatsächlich ist es ein grosser und ganz normaler Teil des Kleinkindalters sich zuerst auf sich selbst zu konzentrieren. Denken Sie daran, dass Empathie eine komplexe Fähigkeit ist die sich im Laufe des Lebens Ihres Kindes weiterentwickelt. Dennoch ist es wichtig früh damit zu beginnen um eine gute Grundlage zu schaffen
Wie immer hoffen wir, dass diese Informationen für Sie hilfreich waren und wir freuen uns auf Rückmeldungen aus unserer stetig wachsenden Little Genius Community. Unsere Genius Boxen, die die oben genannten sozialen Fähigkeiten und viele weitere fördern, finden Sie hier.
Alles Gute & bis bald,
Erika & das Little Genius Team