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1. Best Spoken Word Album
Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter hat nicht nur einen Grammy – sondern seit Montag sogar zwei. Und er ist nicht der einzige Präsident: Auch Bill Clinton und Barack Obama wurden schon ausgezeichnet. Und zwar allesamt in der Sparte «Best Spoken Word», die sich Lesungen und Hörbüchern widmet. Dieses Jahr wurde Carter für das Hörbuch zu seinen Memoiren «A Full Life: Reflections at Ninety» geehrt.
2. Best Recording Package
Bereits seit der ersten Grammy-Verleihung 1959 gibt es einen Preis für die schönste Verpackung. Seither wurden Kunstwerke wie «Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band» von den Beatles, «Tutu» von Miles Davis oder «Amnesiac» von Radiohead ausgezeichnet. 2016 ging der Preis an «Still the King» von der Country-Band Asleep at the Wheel. Wohl nicht, weil das Album ein besonders kunstvolles Cover hätte, sondern weil es aussieht wie eine Zigarrendose.
3. Best Surround Sound Album
Tasächlich: Seit 2005 gibt es einen Preis für das beste Surround-Album. Das beste Rundum-Klangerlebnis bietet 2016 die Neuauflage eines Roger-Waters-Albums von 1992: «Amused to Death» wurde neu gemastert und hat sich in der Kategorie gegen die übrigen nominierten – allesamt klassischen – Alben durchgesetzt.
4. Best Boxed or Special Limited Edition Package
Kein Wunder, dass die Musikindustrie in Zeiten von Streamingdiensten gerne hübsch verpackte Alben auszeichnet. Diese Kategorie gibt es seit 1995, seit 2002 unter dem unsäglichen Namen «Best Boxed or Special Limited Edition Package». Gewonnen hat den Preis 2016 – wie schon im Vorjahr – das Plattenlabel «Third Man Records» von Vinyl-Liebhaber Jack White. «The Rise & Fall of Paramount Records, Volume Two» kostet 400 US-Dollar und kommt zusammen mit zwei dicken Büchern im schmucken Metallkoffer.
5. Grammy Award for Best Album Notes
Und noch eine schwindende Kunstform wird bei den Grammys geehrt: die «Liner Notes», also jene Texte, die sich in CD-Booklets und auf LP-Hüllen finden, vornehmlich bei Jazz- und Klassikaufnahmen. Dieses Jahr wurde Joni Mitchell für den Begleittext zu ihrem Album «Love Has Many Faces: A Quartet, A Ballet, Waiting To Be Danced» geehrt. Der Text ist auch auf der Website von Joni Mitchell, Link öffnet in einem neuen Fenster zu finden.
6. Best Regional Mexican Music Album (Including Tejano)
Diese Kategorie steht hier stellvertretend für die vielen Subgenres, die an den Grammys ausgezeichnet werden. Denn Preise werden hier nicht nur für Rock, Pop, Jazz oder Klassik vergeben, sondern auch für unzählige, zuweilen skurrile, musikalische Untersparten. Aufgeführt haben wir hier die Kategorie mit dem längsten Namen: Der Preis «Best Regional Mexican Music Album (Including Tejano)» ging 2016 an Los Tigres del Norte.
7. Verschwundene Kategorien
Bei so vielen Kategorien wundert es nicht, dass ab und zu auch eine Kategorie wieder abgeschafft wird. So gibt es seit 2009 etwa keinen Preis mehr für das beste Polka-Album. Das dürfte vor allem Jimmy Sturr geärgert haben: 24 mal wurde in dieser Kategorie ein Preis vergeben, 18 mal hat er ihn abgeräumt. Weitere Kategorien, die es heute leider nicht mehr gibt: «Best Disco Recording», den Tanzorchesterpreis «Best Performance by an Orchestra – for Dancing» oder den Preis «Best Engineered Recording – Special or Novel Effects», der in den 60er-Jahren sechs Mal verliehen wurde – zwei Mal an die fiepsende Streifenhörchen-Band «The Chipmunks».
Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Nachrichten, 16.2.2016, 6.02 Uhr.