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Die Folgen jahrzehntelanger Bürgerkriege zeichnen nach wie vor die Gesellschaft in Uganda sowie die soziale und wirtschaftliche Infrastruktur insbesondere im Norden des ostafrikanischen Landes. Infolge von Gewalt und Entbehrung sind die herkömmlichen Gesellschafts- und Familienstrukturen zerrüttet und ihr traditionelles Wissen ging teilweise verloren. West Nile gehört zu den Regionen mit den höchsten Armutsraten und beherbergt die meisten der insgesamt rund 1,4 Millionen mehrheitlich aus dem Südsudan stammenden Geflüchteten, die heute in Uganda Schutz finden.
Viele der Leidtragenden sind Kinder. Ihr Leben ist geprägt von Not, Entbehrung und Gewalt. Sie entstammen Familien, die versuchen, sich mittels Subsistenzwirtschaft eine spärliche Existenz zu sichern. Inzwischen ist die Produktivität der Böden jedoch unzureichend; die natürlichen Ressourcen sind massiv übernutzt, da die Bevölkerung rasant wächst. Alternative Arbeitsgelegenheiten sind rar und die Kapazitäten der lokalen Regierung zur sozialen und wirtschaftlichen Unterstützung der Bevölkerung begrenzt. Häusliche Gewalt ist weitverbreitet und trifft insbesondere Kinder. Armut, Ernährungsunsicherheit, Gewalt in der Familie, sozialer Ausschluss und Migration sind Hauptgründe dafür, warum Kinder auf der Strasse Zuflucht suchen, um dort zu leben oder zu arbeiten.