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Die Stadtkapellen Markdorf und Meersburg freuen sich auf ein gemeinsames musikalisches Projekt der besonderen Art: die musikalischen Leiter der beiden Orchester, Marianne Halder (Meersburg) und Reiner Hobe (Markdorf) haben bei Tim Reynish, einem der weltweit bekanntesten und gefragtesten Dirigenten der Blasorchesterszene erfolgreich um ein Gast-Dirigat angefragt. Der englische Dirigent zählt dort zu den führenden Persönlichkeiten, denn er war u.a. jahrzehntelang Professor am berühmten Royal Northern College of Manchester.
(mt) Mit seinem dortigen Blasorchester hat er weltweit führende Aufnahmen von britischen Werken herausgebracht, und unzählige Auftragskompositionen für sinfonisches Blasorchester auf den Weg gebracht. Tim Reynish war insgesamt massgeblich an der Entwicklung der sinfonischen Blasorchesterszene beteiligt: in den Siebziger, Achtziger Jahren bemerkte man in Grossbritannien das wachsende Interesse am Medium Blasorchester; zeitgleich war man der überwiegend zu spielenden Marschmusik wie auch der Bearbeitungen und Transkriptionen aus der Klassisch-Sinfonischen Musik überdrüssig geworden, wie das Portal www.blasmusik.de schreibt.
Deshalb begann das Royal Northern College im Jahr 1981 auf Reynish‘s Initiative hin mit der Vergabe von Kompositionsaufträgen. Die Gründung der BASBWE ("British Association of Symphonic Bands and Wind Ensembles") im gleichen Jahr verfolgte dasselbe Ziel. Darüber hinaus wurden längst vergessene Meisterwerke zu neuem Leben erweckt. Ein familiärer Schicksalsschlag im Jahr 2001 brachte Tim zu einer wohl einmaligen Idee des Verarbeitens: Er startete sein eigenes "Commissioning-Project" und vergab ab sofort zahlreiche Kompositionsaufträge für das Medium Blasorchester.
Nicht nur namhafte Komponisten wie Guy Woolfenden, Adam Gorb oder Christopher Marshall folgten seinem Aufruf - auch bis dahin noch junge bzw. unbekannte Komponisten wurden mit dem Projekt hervorgebracht und seither gefördert. Gastdirigate, Dirigier- und Meisterkurse sowie Vorlesungen bei allen namhaften professionellen Blasorchestern und Hochschulen der Welt bestimmen bis heute sein musikalisches Leben.
Über persönliche Kontakte von Marianne Halder und Reiner Hobe, welche während ihres Studiums u. a. bei Tim Reynish eine Dirigier-Akademie in Canford bzw. Interlaken besuchten und ihn darüber hinaus auch regelmässig auf den WASBE-Konferenzen getroffen haben, entstand diese besondere Idee für ein außergewöhnliches Gemeinschaftskonzert mit einer internationalen Koryphäe, die sich ebenfalls schon sehr darauf freut - und das, obwohl Reynish inzwischen der Meinung ist "I‘m getting old and lazy".
Die musikalische Auswahl ist entsprechend "very british": auf dem Programm stehen beide Suiten von Gustav Holst, der "Colonial Song" von Percy A. Grainger, die Yiddish Dances von Adam Gorb sowie "Gallimaufry" von Guy Woolfenden - letzteres nahm zwischenzeitlich eine besondere Stellung im Konzertprogramm ein: Alle Künstler sind sich einig, diese Aufführung im Gedenken des zur Zeit der Projektplanung verstorbenen Komponisten abzuhalten.
Tim Reynish wird am Montag 16. Oktober anreisen und in Meersburg residieren; er wird die gesamte Woche für die Probenarbeit zur Verfügung stehen (Montag und Mittwoch jew. 20 Uhr in Markdorf, Dienstag und Donnerstag jew. 20 Uhr in Meersburg, Vorburggasse 17-19); Halder und Hobe werden jeweils die Registerproben leiten.
Am Freitag 20. Oktober von 19-22 Uhr sowie Samstag, 21. Oktober ganztägig (10-17 Uhr) werden die Orchester zu einem Ganzen zusammengefügt und vor Ort in der Stadthalle Markdorf proben. Für Sonntagnachmittag 14 Uhr ist eine ca. einstündige Vorlesung über das genannte Commissioning Project vorgesehen. Das Konzert selbst dauert ca 70 Minuten. Karten können an den folgenden Stellen erworben werden:
Stadtkapelle Markdorf
Friseur Reifsteck, Markdorf
Buchhandlung Wällischmiller, Markdorf
Meersburg Tourismus, Kirchstr. 4, 88709 Meersburg, Tel. 07532 / 440-400; Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.meersburg.de
Man darf gespannt sein auf den kernigen, liebenswerten Briten und seine legendäre Aussage "it's all rabbish", die schlichtweg sein Markenzeichen wurde und stets sämtliche Gesichter zum Schmunzeln brachte - ohne dabei den durchaus ernsten Hintergrund dieser Aussage ("das taugt doch alles nix") zu übersehen: alle seine Projekte hatten nur ein Ziel, nämlich die Blasorchesterwelt mit ihren Kompositionen, KomponistInnen und Ausführenden Musikern samt Dirigenten auf bestmögliches Niveau zu bringen.
Quelle: www.blasmusik.de