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Die Nuklearindustrie wird nicht müde zu behaupten, Atomwaffen und Atomstrom hätten (ausser dem Namen) keine Gemeinsamkeiten. Die nukleare Proliferation sei ein Hirngespinst von Linken und Grünen bzw. von Atomgegnern.
In Tat und Wahrheit ist aber sowohl für Atomkraftwerke als auch für Atombomben angereichertes Uran erforderlich. Für den Bau von Atombomben muss die Anreichung des Urans jedoch wesentlich stärker sein. Man geht aber davon aus, dass wer das Verfahren für die Anreicherung von Uran für zivile Anwendungen kennt, zumindest die Grundlagen auch für militärische Anwendungen hat. Einige Vorkommnisse in jüngster Zeit scheinen diese Verbindungen zu bestärken:
- Warum sind Anlagen zur Anreicherung von Uran hoch geheim, wenn doch die Gefahr des Missbrauchs so gering sein soll, wie uns Lobbyisten der Nuklearindustrie immer wieder weismachen wollen?
- Weshalb sollte sich die Welt so viele Sorgen über die Anreichung von Uran im Iran machen, wenn man angeblich klar zwischen ziviler und militärischer Nutzung von Nukleartechnologie unterscheiden kann?
- Weshalb können die Inspektoren der internat. Atomenergiebehörde (IAEA) auch nach Inspektionen vor Ort nicht glasklar feststellen, ob die Anreicherung nur für zivile Atomkraftwerke oder auch für militärische Anwendungen (Atombomben) vorgenommen werde?
Man geht heute z.B. davon aus, dass der Architekt des pakistanischen Atomwaffenprogramms, Abdul Qadeer Khan, in den 70er-Jahren als junger Angestellter dem englisch-deutsch-holländischen Urenco Konzern Baupläne für Anlagen zur Anreichung von Uran gestohlen und an den Iran, Libyen und Nordkorea weitergereicht hat.
Wir müssen uns damit abfinden, dass nukleare Proliferation eine Tatsache ist. Dies ist einer der grossen Nachteile von Atomstrom. Mit dem Atomausstieg können wir zwar nicht alle Atombomben aus der Welt schaffen, aber zumindest können wir unsere eigene (ungewollte) Mithilfe zur Verbreitung dieser Waffen eliminieren. Nehmen wir unsere eigene Verantwortung wahr!