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Fünf Mal war Ennio Morricone bisher für einen Oscar nominiert, gewonnen hat er bisher noch nie. Verrückt oder? 2007 sollte es dann wenigstens das Ehrenmännchen in Gold geben. Die dritte Nomination erhielt Morricone für The Untouchables, sicher nicht zu Unrecht, denn seine Musik spielte in Brian DePalmas Film eine der Hauptrollen.
The Untouchables ist zwar nicht einer der einträglichsten Filme DePalmas, aber durchaus einer seiner besten. Spannend inzeniert (die Bahnhofstreppenszene à la Panzerkreuzer Piotemkin ist grandios!) und mit einer Handvoll an tollen Darstellern, von denen Sean Connery für seine Rolle als standhafter Cop einen Oscar als Nebendarsteller gewann, besetzt – nebst Connery: Robert De Niro, der ganz nach seiner Rolle als Jake LaMotta in Raging Bull zünftig an Gewicht zulegte um Al Capone wiederzugeben und Kevin Costner schaffte mit dem Film den grossen Durchbruch.
Auftritt Ennio Morricone. Seine Musik strotz vor Kraft und Spannung. Das eigentliche Titelthema, dem Killer von Al Capone, Nitti, zugeschrieben, mit seinem unverkennbaren, vordergründigen Rhythmus und der Mundharmonika („The Strength of the Righteous“), trohnt dabei mit dem noblen, triumphierenden Thema der Untouchables („Victorious!“, „The Untouchables“) als Hauptmerkmal des Scores, übrigens in der Version, die Morricone selber am wenigsten gefiel. Ihnen zur Seite stellt Morricone das grossspurige, machtvolle Thema für Al Capone („Al Capone-Part II“) und ein äusserst emotionales Thema für Ness und seine Familie, welches er ebenfalls für die fast väterliche Beziehung zwischen Ness und Malone benutzt (hier von einem Saxophone intoniert: „Ness Meets Malone“).
Die Spannungstracks sind wie oft bei Morricone durchaus einfach gehalten. „Warehouse/False Alarm“ ist ein typisches Beispiel wie auch „Waiting at the Border“ (Erinnerungen an Mission to Mars werden wach!). Oder auch chaotisch atonal wie in „Murderous“, dann wiederum wandelt Morricone sein Nitti Thema ab: „Nitti Harasses Ness“ und „In the Elevator“. Spannend-dramatisch geht es mit düsteren Streichern und Blech in „Surprise Attack/Dead Man’s Bluff“ zu und her. Unvergessen ist die Musikbox in „Machine Gun Lullaby/Kill Bowie“, jenes Stück, das Morricone in der Bahnhofszene einsetzte.
CD 1 bietet nun also den Score wie er im Film zu hören war, während CD 2 zunächst das Originalalbum präsentiert und danach ein paar Bonus Tracks folgen. Interessant der Song „Love Theme from The Untouchables“, gespielt von Filmmusikkollege Randy Edelman, der es nicht in den Film schaffte. An sich bietet CD 1 thematisch nichts neues was das alte Album nicht bereits vorgestellt hatte, aber sie gewährt einen vollständigen Einblick in einen der bekanntesten und populärsten Scores Morricones und beinhaltet einige gelungene Themenvariationen. Plus das gloriose „The Untouchables (End Title)“ gehört dorthin wo es hin muss, ans Ende der CD! Fans der Musik werden jedenfalls nicht umhin kommen sich die La-La Land Scheibe zuzulegen, inklusive den gut geschriebenen Liner Notes von Jeff Bond.
THE UNTOUCHABLES Ennio Morricone La-La Land Records 1236 CD 1: 55:25 / 27 Tracks CD 2: 56:47 / 19 Tracks