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Dem klassischen Fernsehen ist schon oft der Tod vorhergesagt worden. Mit diesem Argument verteidigen alle öffentlich-rechtlichen Sender ihr millionenschweres Digitalisierungsprogramm, das seinerseits den privaten Informationsmarkt erheblich stört.
In Grossbritannien bewies ITV, wie man mit einer Serie die nationale Politik erschüttern kann. Im Januar 2024 lief auf ITV die Miniserie «Mr. Bates vs The Post Office». Unzählige unschuldige Postbeamtinnen und Postbeamte – 900 an der Zahl – wurden des Betrugs angeklagt, 700 verurteilt, unzählige Existenzen durch die britische Post zerstört.
Weshalb? Weil ein fehlerhaftes System namens Horizon – es läuft immer noch bei der britischen Post, soll aber mittlerweile funktionieren – die Abrechnungen so manipuliert hat, dass die Britische Post Veruntreuung bei den Poststellenbetreibenden feststellte.
Diese wurden verurteilt und bestraft, weil das britische Gericht dem System, also der Maschine, mehr vertraute als den Menschen. Es ist ein Skandal von unglaublichem Ausmass, der mehr und mehr die britische Tory-Regierung sowie die ehemaligen Postchefs, die über eine halbe Million Pfund pro Jahr einkassiert haben sollen, betrifft.
Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Auszahlung der für die zu Unrecht verklagten Poststellenbetreiber nach Jahren juristischer Auseinandersetzung bis nach den Wahlen verzögert werden sollte. Bisher seien nur vier Prozent der gesprochenen Gelder bei den Poststellenbetreiberinnen angekommen.
Alan Bates, der Star der ITV-Serie meint, dass das britische «Post Office» schon längst für «ein Pfund an Amazon» verscherbelt werden sollte.
Fazit Klein Report: Der Fall «Post Office» zeigt, wie wichtig klassische Medien und wie gefährlich Algorithmen sein können.