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Zur Behandlung der okulären Toxoplasmose gibt es verschiedene Antibiotika, deren grosses gemeinsames Problem aber eine schlechte Verträglichkeit ist, sodass eine Behandlung nicht in jedem Fall empfohlen wird, aber unbedingt dann anzuraten ist, wenn eine Bedrohung der Sehfunktion vorliegt. Für die typische Behandlung der Augen-Toxoplasmose muss eine Kombination zweier Antibiotika (am häufigsten werden Daraprim ® und Sulfadiazin ® bzw. ein Kombinationspräparat wie Cotrim forte ® verordnet) für mehrere Wochen gegeben werden. Diese ist jedoch nicht in der Lage, den Erreger zu töten, sondern lediglich, die aktive in eine ruhende Form überzuführen. Für eine Behandlung spricht, dass vermutlich Patienten, die behandelt werden, weniger oder seltener Rezidive erleben als Patienten, die nicht behandelt werden. Dafür gibt es bisher keine klinischen, jedoch immerhin tierexperimentelle Hinweise. Häufig wird zusätzlich zu der oben genannten Therapie, gerade bei Schwangeren, Folsäure (z.B. Lederfolat) verordnet, um die Blutbildung zu unterstützen. Dies neutralisiert die Wirkung der Antibiotica-Therapie und sollte unbedingt vermieden werden. Die Zugabe der deutlich teureren Folinsäure hingegen unterstützt die Wirkung der Antibiotica und ist als sinnvoll zu betrachten für die Behandlung der Toxoplasmose.
Nur selten entstehen infolge der okulären oder Augentoxoplasmose Sekundärprobleme am Auge wie Grauer oder Grüner Star und Netzhautablösung, wohingegen störende Glaskörpertrübungen anfangs immer beobachtet werden, meist aber wieder weitgehend verschwinden.
Eine Augen-Beteiligung ist bei angeborener Toxoplasmose bei der Geburt oft noch nicht vorhanden und kann auch noch Jahrzehnte nach der Geburt auftreten. Deswegen sind im ersten Lebensjahr zwei bis drei, danach jährliche Kontrollen des Augenhintergrundes bis in das Schulalter hinein sinnvoll, um eine Aktivierung der Infektion mit Gefährdung der Sehfunktion frühzeitig erkennen und behandeln zu können, und um die Patienten bei Auftreten bzw. Zunahme von Sehstörungen auch in ihrer schulischen und beruflichen Entwicklung ihrer Sehfunktion gemäss fördern zu können. Bei der Augen-Toxoplasmose des Erwachsenen scheinen vorsorgliche Untersuchungen hingegen nicht hilfreich, da diese eine Vorhersage des Wiederaufflammens der Erkrankung nicht erlauben. Klassischerweise macht sich die Erkrankung durch Schleier- oder Nebelsehen sowie Mücken vor dem Auge bemerkbar; wenn diese Symptome auftreten, ist selbstverständlich eine augenärztliche Untersuchung und Entscheidung über die Notwendigkeit einer Therapie erforderlich.
Wenn Patienten mit einer Augen- oder Gehirn-Toxoplasmose gleichzeitig eine schwere allgemeine Erkrankung oder eine Störung des Immunsystems entwickeln, z.B. durch Medikamente nach Organtransplantation oder bei schweren Allgemeinerkrankungen wie Krebserkrankungen oder Chemotherapie, ist das Risiko einer Aktivierung der Infektion ganz besonders gross. Dann ist eine vorsorgliche medikamentöse Behandlung mittels Antibiotika gegen das Ausbrechen der Toxoplasmose durchaus überlegenswert.
Was ein Wiederaufflammen der Erkrankung auslösen kann, ist unklar. Es gibt jedoch Hinweise dafür, dass Stress, unregelmässiger Tag-Nacht-Rhythmus sowie übermässiger Alkohol- und Drogenkonsum sowie sämtliche Beeinträchtigungen des Immunsystems das Auftreten von Rezidiven begünstigen. Eine Vorbeugung bzw. Vermeidung der Infektion für das ganze Leben ist theoretisch denkbar, aber ist praktisch kaum möglich und wegen der normalerweise nur geringen Probleme im Fall einer Toxoplasmose-Infektion ausserhalb der Schwangerschaft auch nicht sinnvoll. Anzuraten ist eine Vorbeugung aber auf jeden Fall, wenn eine Frau ohne Antikörper gegen Toxoplasmen schwanger wird. Frauen, die keine Antikörper gegen den Erreger haben, sollten bei Kinderwunsch bzw. mit Beginn der Schwangerschaft den Übertragungsweg der Infektion kennen und versuchen, eine Frischinfektion während der Schwangerschaft zu vermeiden. Zur Vorbeugung einer Neuinfektion mit der Toxoplasmose gehört nicht nur, dass man keinen Kontakt mit rohem Fleisch hat bzw. sich anschliessend die Hände gründlich wäscht, sondern auch, dass man die Hände nach Kontakt mit Erde und Gartengemüse gründlich wäscht sowie das Gemüse vor dem Verzehr sorgfältig reinigt, da dieses möglicherweise mit Parasiten-Zysten kontaminiert sind. Alle Gegenstände, die möglicherweise mit Katzen und Katzenkot in Berührung gekommen sind, sollten während der Schwangerschaft mit besonderer Vorsicht angegangen werden, und Katzenbesitzerinnen sollten im Falle einer Schwangerschaft besondere Vorsichtsmassregelungen (zum Beispiel auf der Webseite des Robert Koch-Institutes des Bundesgesundheitsamtes zu finden) beachten. Unter Beachtung dieser Vorsichtsmassnahmen ist das Risiko, während der Schwangerschaft eine Toxoplasmose zu bekommen, gering (Anhang 1).