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Kurt Wüthrich wird zusammen mit dem US-Amerikaner John Fenn und dem Japaner Koichi Tanaka mit dem Nobelpreis geehrt.
Der renommierte Prionenforscher Wüthrich erhält die Auszeichnung für revoutionierende Analysemethoden von Biomolekülen.
Der 64-jährige Wüthrich ist Leiter des Instituts für Molekularbiologie und Biophysik an der ETH Zürich und renommierter Prionenforscher.
Er wurde wegen seinen Arbeiten zu den Prionen (den Erregern von Rinderwahnsinn und Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beim Menschen) schon mit vielen Preisen geehrt. Bereits in früheren Jahren wurde er immer wieder als möglicher Nobelpreis-Träger gehandelt, nun ist es Realität.
In der Laudatio wird Wüthrich "für seine Entwicklung der kernmagnetischen Resonanzspektroskopie zur Bestimmung der dreidimensionalen Struktur von biologischen Makromolekülen in Lösung" ausgezeichnet.
Mit der kernmagnetischen Resonanz (NMR) erhält man Information über die dreidimensionale Struktur und die Beweglichkeit eines Moleküls.
Detaillierte Analysen ermöglichen
Durch seine Arbeit zu Beginn der 1980er Jahre hat Kurt Wüthrich die Anwendung von NMR auf Proteine ermöglicht. Er entwickelte zum einen eine generelle Methode zur systematischen Bestimmung gewisser Fixpunkte im Proteinmolekül, zum anderen ein Prinzip, um mittels der Abstände die dreidimensionale Struktur auszurechnen.
Die Möglichkeit, Proteine nachzuweisen, im Detail zu analysieren und dreidimensional in Lösung darzustellen, gilt als entscheidend für ein besseres Verständnis der Lebensprozesse. Damit wurde vor allem die Entwicklung neuer Heilmittel revolutioniert, wie die Schwedische Akademie der Wissenschaften betont.
Kurt Wüthrich "überglücklich und überrascht"
Zum siebten Mal wird ein Schweizer mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet. Kurt Wüthrich hat am Mittwoch "überglücklich und überrascht" auf den Nobelpreis reagiert.
"Ich bin froh, dass ein solcher Preis in die Schweiz kommt", sagte Wüthrich in einer ersten Stellungnahme. Gerade in einem Moment, wo in der Schweiz vieles schief zu laufen scheine, zeige dies, dass gewisse Dinge auch recht gemacht würden.
Bundesrätin Ruth Dreifuss hat am Mittwoch dem neuen Nobelpreisträger gratuliert. Der Preis sei für die ganze Schweiz und den Forschungsplatz sehr wichtig, sagte die Ministerin gegenüber Radio DRS.
Der Schweizerische Nationalfonds sieht in der Vergabe des Nobelpreises auch einen Beweis der Effektivität der Schweizer Forschung. An der ETH ist die Rede von einem "Freudentag" für die Hochschule. Der Preis sei eine grosse Ehre, so ETH-Sprecher Rolf Probala.
Preisgeld für Labor in den USA
Die höchste Auszeichnung für Chemiker ist in diesem Jahr insgesamt mit knapp 1,5 Mio. Franken dotiert. Wüthrich erhält die Hälfte des Geldes, den Rest teilen sich die beiden anderen Forscher Fenn und Tanaka.
Wüthrich will seinen Anteil für den Aufbau eines Labors in den USA einsetzen, wenn er nächstes Jahr in Zürich pensioniert wird.
Die Nobelpreise werden traditionsgemäss am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, in Stockholm überreicht.
swissinfo, Eva Herrmann und Agenturen