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«Inledning til mecaniken och bygningskonsten», oder, um den vollständigen Titel zu übersetzen, «Eine Einführung in die Mechanik und die Baukunst, einschliesslich einer Beschreibung vieler der Maschinen, die vom Geheimen Kommerzienrat und Kommandeur des Königlichen Ordens des Nordsterns, dem verstorbenen Herrn Polhem, erfunden wurden», ist ein seltener und kurioser Band unter den verschiedenen Einführungen in die Mechanik und Architektur, die im 18. Jahrhundert erschienen sind. Der Autor Carl Hindrich König (1726-1804) war Mitglied der schwedischen Königlichen Akademie der Wissenschaften. Wie für die Ingenieure dieser Zeit typisch, war seine Karriere sehr vielseitig. König forschte privat, veröffentlichte, lehrte an der Akademie und nahm Projektaufträge an. 1773 wurde er schliesslich Stadtbaumeister von Stockholm.
Dieses Buch, seine einzige erhaltene Veröffentlichung, war als Abhandlung für junge Ingenieure und Architekten gedacht, die gerade in den Beruf einsteigen. Es beginnt mit Themen wie Werkstoffe und Materialmechanik. Die eher theoretischen Passagen geben fast wörtlich den Inhalt der Vorlesungen wieder, die Jacques François Blondel (1705-1774) 1750 in Paris hielt und die später als «Cours d'architecture» (1771-1777) veröffentlicht wurden. Während dies in der heutigen Zeit als schamloses Plagiat gelten würde, war es in der Zeit vor dem geistigen Urheberrecht eine übliche Praxis, und Blondels Werk galt als neue Standard für die Architekturtechnik. Ein Grossteil des Bandes ist der Beschreibung der Arbeiten des Erfinders Christopher Polhem (1661-1751) gewidmet, dessen Schüler König war.
Das Buch wirkt etwas unzusammenhängend. Das Todesjahr Polhems (1751) und das Jahr der Veröffentlichung des Buches (1752) können dies erklären und lassen vermuten, dass das Buch in Eile zusammengestellt wurde. Wahrscheinlich sollte mit der Veröffentlichung des Buches ein bereits 1744 gefasster Beschluss der Schwedischen Königlichen Akademie der Wissenschaften umgesetzt werden, um Polhems Erfindungen zu verbreiten und sowohl sein Erbe zu sichern als auch das Ansehen der Akademie und des Königreichs zu fördern. Einige Details im Buch deuten ebenfalls auf eine überstürzte Veröffentlichung hin, wie etwa die falsche Nummerierung der Abbildungstafeln.
Auch wenn das Buch in aller Eile zusammengestellt wurde, ist dies keine Beeinträchtigung, denn es ist eine der umfangreichsten Untersuchungen von Polhems Leistungen, die von seinen Zeitgenossen veröffentlicht wurden. Polhem war einer der bemerkenswertesten Ingenieure, die Schweden hervorgebracht hat, und trug wesentlich zur Industrialisierung des Landes während der ersten industriellen Revolution bei. Er hatte das Laboratorium Mechanicum gegründet, das noch heute in Form der Königlichen Technischen Hochschule (KTH) existiert. Königs Buch enthält Einzelheiten über diese Arbeiten und eine der grössten Erfindungen Polhems: die Mechanismen, die einen Teil seines achtzig Modelle starken «mechanischen Alphabets» bildeten. Die Ausstellung dieser Modelle in einer speziellen Halle in Stockholm zog erfolgreich Besucher von nah und fern an, um die Konzepte ihres Erfinders zu verbreiten. Einer dieser Besucher war der Gründer von GF selbst, Johann Conrad Fischer, der diese Erfahrung in seinem Reisetagebuch von 1794 festhielt:
«Ausser dieser Menge Modelle von allerlei Art befindet sich auch noch daselbst ein von dem Commerzien - Rath Polhem verfertigtes mechanisches Alphabet, welches alle einfachen Bewegungen zeigt, 80 Stük an der Zahl.
Um diese Sammlung recht gemeinnüzig zu machen, gab der Directeur einen Catalog Uber alle die daselbst befindlichen Stüke, nebst einer kurzen Recension über jedes und ob es im Grossen schon gemacht oder thunlich wäre, heraus. Da dieses Verzeichniss sehr wohlfeil ist, so kann es der Arme wie der Reiche anschaffen. Verlangt nun jemand eine Beschreibung, Zeichnung oder Modell, so erhält er solches, von was für Art es auch immer sein mag, gegen billige Bezahlung.»
Im Jahr 2023 werden wir den 250. Geburtstag Fischers feiern. In dieser Zeit wird eine Online-Ausgabe seiner Reisetagebücher, einschliesslich seiner Zeit in Stockholm, veröffentlicht werden. Weitere Informationen finden Sie auf der Projektseite hier.