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Auszug aus der Festschrift vom Standeinweihungsschiessen im Juni 1958 (also vor genau 50 Jahren) verfasst von Lehrer Jakob Stutz:
Am 17. Juni 1883 wurde die Feldschützengesellschaft Rudolfstetten-Friedlisberg von 25 Gewehrtragenden der Infanterie gegründet.
Geschossen wurde auf einem Feldstand entweder auf dem Friedlisberg oder beim Langenmoos. Jedes Mitglied war verpflichtet, jährlich an drei Schiesstagen teilzunehmen und mindestens 50 Schüsse abzufeuern.
Die Jahresrechnung von 1892, die bei Einnahmen von Fr. 93.73 und Ausgaben von Fr. 29.40 mit einem Aktivsaldo von Fr. 64.33 abschloss, zeigt den bescheidenen finanziellen Aufwand für die Schiesstätigkeit.
Zu einem strahlenden Festtag gestaltete sich der 7. Juli 1895: Da wurde erste Vereinsbanner anlässlich eines Sektionsschiessens eingeweiht. Als Fahnenpaten waren Benedikt Hüsser (mein Ur-Grossvater) und Fräulein Ida Hüsser, zur "Post", erkoren worden.
Das Schiessen fand im Chapf statt, ganz in der Nähe der jetzigen Schiessanlage. Eine Abteilung der Stadtmusik Bremgarten wirkte als Festmusik mit.
Im Jahre 1914 wurde mit der Nachbarsektion Berikon vereinbart, jährlich Fr. 75.- als Standmiete zu bezahlen und dort zu schiessen.
Als nach dem Kriegsende die Forderung für die Standmiete erheblich erhöht wurde, beschlossen die Schützen, daheim im Feld bei den "Hütten" (bei der ehemaligen Firma Lienhard) zu schiessen mit dem Scheibenstand im Chapf, was eine Überschiessung der Hauptstrasse zur Folge hatte.
Als dies nicht mehr gestattet wurde, liess man Kostenberechnungen für einen eigenen Stand erstellen, doch stimmte man bald darauf einem weitern Mietvertrag mit Berikon zu, wobei der Mietzins von der Polizeigemeinde übernommen wurde.
Als im Jahre 1951 der Bau einer Hochblende beim Stande Berikon notwendig wurde, wobei wir uns finanziell beteiligen sollten, wurde nach längeren Verhandlungen mit Berikon und dem Schiessoffizier an der Generalversammlung im April 1952 von Gemeindeammann Bernhard Hüsser der Antrag gestellt, Pläne für eine eigene Anlage ausarbeiten zu lassen.
Am 8. November 1952 beschlossen die Schützen mit grossem Mehr, eine eigene Anlage im Chapf für Fr. 42'’'000.- zu erstellen.
Namhafte Beiträge wurden gewährt von der Einwohnergemeinde, der Ortsbürgergemeinde, vom Sport-Toto-Ausschuss sowie von privater Seite. Zudem verpflichteten sich die Mitglieder, 50 Fronstunden zu leisten oder Fr. 50.- in die Vereinskasse abzuliefern.
Am 2. August 1953 sind die Schützen mit stolz flatternder Fahne zum neuen Schützenhaus geschritten und haben sich in einem Einweihungsstich innerhalb der Sektion gemessen. Ein lang gehegter Wunsch ging endlich in Erfüllung.
So hörte man dann in der Eröffnungsansprache: "Die Schiessanlage unserer Gemeinde ist das Werk echten Gemeinschaftssinnes. Möge sie bestehen zu Nutz und Frommen des Vaterlandes und fortan freien Schweizern als Uebungsstätte dienen."
Vor genau 50 Jahren - im Juni 1958 - wurde dann ein grosses Eröffnungsschiessen mit Unterhaltungsabend durchgeführt.
Ein Meilenstein wurde 1975 mit dem Einbau von 4 elektronischen Trefferanzeigen TG81 der Polytronic AG gesetzt. Dank dem grosszügigen Entgegenkommen der Gemeinde wurde es möglich, unsere Schiessanlage zu einer der modernsten weit herum auszubauen.
Der nächste grosse Schritt ist dann 1990 erfolgt mit der Erweiterung auf 8 elektronische Scheiben der neuesten Generation und dem Anbau der geräumigen Schützenstube. Dank dem grösseren Scheibenangebot konnte viel intensiver trainiert werden.
Mit der Einführung des Standardgewehres im Jahre 1996 verbesserten unsere Schützen ihre Treffsicherheit enorm. Die FSGR hatte bald den grössten Anteil an diesen neuen Sportgeräten im Kanton Aargau.
In der Schweizerischen Gruppenmeisterschaft wurden durch die fünf besten Schützen immer höhere Resultate erzielt und gipfelte in der Teilnahme am Eidgenössischen Final in Zürich im Jahre 2002. Auch an den Aargauer-Finals brillierten die Standardgewehrschützen mit diversen Podestplätzen.
Das bisher beste Ergebnis erzielten die Ruedistetter Schützen am Final 2004 in Möhlin. Die zweite Gruppe belegte sensationell den ersten Rang vor der höher eingestuften Gruppe 1 und verwiesen damit die erfolgsgewohnten Aarauer Stadtschützen auf den dritten Rang.
Die Durchführung der Obligatorischen Uebungen benötigt einen grossen personellen Einsatz. Dies bringt uns aber auch einen willkommenen Zustupf in unsere Kasse, ohne den der Schiessbetrieb stark eingeschränkt würde.
Wir versuchen in speziellen Kursen – zum Teil regional – die Jugend für den Schiesssport zu begeistern und damit für unseren Nachwuchs zu sorgen.
Eine sehr gute Möglichkeit, den Schiesssport kennen zu lernen ist das jährliche Jugendschiessen Mutschellen, welches die Schützen aus Berikon, Oberwil-Lieli, Rudolfstetten und Widen bereits seit über 30 Jahren jeweils im August durchführen.
Jakob Stutz / Victor Hüsser