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In England ist ein Gastronom zu sechs Jahren Haft verurteilt worden, weil er mit billigen Erdnüssen statt Mandeln gekocht haben soll. Ein Gast war an einem allergischen Schock gestorben.
Paul Wilson wollte nur noch schnell beim Inder was zu Essen holen. Doch für den Allergiker endete dieser Stopp tödlich. Weil der 38-Jährige nach dem Genuss einer Portion Hähnchen Tikka Masala an einem anaphylaktischen Schock starb, hat ein Gericht in Grossbritannien den Restaurantbesitzer nun zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.
Bei der Bestellung im Restaurant in North Yorkshire habe Wilson deutlich geäussert, dass er allergisch auf Erdnüsse reagiere, argumentierte das Gericht in Middlesbrough. Demnach sagte er auch direkt: «keine Nüsse». Doch kurz nach der Mahlzeit 2014 starb der 38-Jährige zu Hause.
Der britische Inhaber des indischen Restaurants bestritt im Prozess vor dem Teesside Crown Court die Verantwortung für Wilsons Tod. Nach Angaben der britischen BBC argumentierte er, er sei bei der Bestellung gar nicht im Laden gewesen.
Die Anklage hatte dem 52-Jährigen vorgeworfen, statt gemahlener Mandeln eine billigere Mischung verwandt zu haben, die Erdnüsse enthielt. Er wolle Profit zu Lasten der Gesundheit der Kunden machen. Dieser Linie folgte das Gericht und verurteilte den Gastronom wegen Totschlags.
Bereits drei Wochen vor Wilson hatte der BBC zufolge ein anderer Kunde einen allergischen Schock erlitten. Er habe im Krankenhaus behandelt werden müssen. Der Restaurantbesitzer, der insgesamt sechs Läden betreibt, habe zudem rund 300'000 Pfund Schulden.
Wie das Gericht glauben auch die Eltern Keith und Margaret Wilson aus Sheffield nicht an ein Versehen. «Er war immer sehr, sehr vorsichtig, wenn er in ein Restaurant ging», sagte Margaret Wilson der BBC über ihren Sohn. Als Siebenjähriger habe er wegen eines Schokoriegels schon mal eine heftige allergische Reaktion erlitten, seitdem habe er immer aufgepasst.
apr/AP