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Weg-Wort vom 4. September 2020
Folgende Geschichte erzählt man sich in Afrika: „In einer Oase entdeckte ein Mann, der für seine Missgunst und Gemeinheit bekannt war, eine besonders schöne junge Palme. Der Name des Mannes war Ben Sadok. Er konnte nicht an dem Baum vorbeigehen, ohne einen schweren Stein zu nehmen und ihn der Palme mitten in die Krone zu legen. Mit einem hämischen Lachen ging er weiter und verliess die Oase.
Die junge Palme bog und schüttelte sich und versuchte, den Stein loszuwerden. Vergebens, es gelang ihr nicht. Also krallte sich der junge Baum fest in den Boden, stemmte sich gegen die erdrückende Last, senkte seine Wurzeln tief in den Grund und erreichte verborgene Wasseradern. Das beharrliche Aufrichten gegen den Stein machte den Stamm der Palme stark. Sie wuchs, bis sie schliesslich alle anderen Pflanzen um sie herum überragte. So wurde aus dem kleinen Baum eine prächtige königliche Palme.
Viele Jahre später kam Ben Sadok zurück in die Oase, hielt Ausschau nach der Palme und erwartete, ein armseliges verkrüppeltes Bäumchen vorzufinden. Aber nirgends konnte der gehässige Mann es entdecken. Da senkte die stolze Palme ihre Krone, zeigte ihm den Stein und sprach: ‚Ben Sadok, ich möchte dir danken. Deine Last hat mich stark gemacht. Ohne dich wäre ich niemals so gross und prächtig geworden, wie ich jetzt bin.‘“
In manchen Momenten unseres Lebens drücken uns Lasten so fest nieder, dass wir am liebsten aufgeben würden. Widerstände können auch Kräfte mobilisieren und uns anstacheln, über uns hinauszuwachsen, bis wir zu einer ungeahnten Grösse gelangen. Kennen Sie solche Erfahrungen?