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Rote Sonne
Regie: Rudolf Thome
Darst.: Uschi Obermaier, Marquard Bohm, Sylvia Kekulé, Gaby Go, Diana Körner, Peter Moland, Don Wahl, Hark Bohm, Henry van Lyck, Günter Lemmer u.a.
Thomas kommt per Anhalter von Hamburg nach München. Dort geht er als Erstes in den Nachtclub Take Five, wo er seine frühere Freundin Peggy (Uschi Obermaier) wiedertrifft. Weil er keine Bleibe hat, nimmt sie ihn mit in die Wohngemeinschaft, die sie zusammen mit Sylvie, Christine und Isolde bildet. Thomas weiss nicht, dass die vier Frauen aus Hass auf die Männer eine Reihe von Morden begangen und sich geschworen haben, ihre Liebhaber spätestens am fünften Tag zu töten. Zudem bereiten die vier einen Sprengstoffanschlag vor. «Rote Sonne», retrospektiv als Post-68er-Porträt verstanden, brach bei seinem Erscheinen im September 1970 keine Zuschauerrekorde, wurde aber in München auf Anhieb zum Kultfilm. Rudolf Thome, der in den frühen Sechzigerjahren als Filmkritiker gearbeitet hatte, fängt das Lebensgefühl jener Epoche ein und liess sich von der Lässigkeit der Filme des New Hollywood ebenso inspirieren wie von der französischen Nouvelle Vague. Dies und die lustvoll-lakonischen Schauspieler tragen mit dazu bei, dass «Rote Sonne» als ein Meilenstein des Neuen Deutschen Films gilt. Filmkritiker Udo Rotenberg schreibt in «Grün ist die Heide – Der deutsche Film von 1930–1980»: «Auch wenn ‹Rote Sonne› so nur Ende der Sechzigerjahre entstehen konnte, die erst den spielerischen Umgang mit kontroversen Themen ermöglichten, hat der Film sich seine Eigenständigkeit unabhängig von seiner Hauptdarstellerin und dem Sechzigerjahre-Flair bewahrt.» Uschi Obermaier, die weibliche Sechziger-Ikone, verkörpere Peggy mit unglaublich lässiger Natürlichkeit. Aber auch Diana Körner, die nach dem Film eine langjährige Fernsehkarriere startete, sei attraktiv, selbstbewusst und gleichzeitig verletzlich. Herausragend bleibe Marquard Bohm, der alles gleichzeitig sei: «wortkarg und gesprächig, machohaft und sensibel, traurig und hoffnungsfroh.»