Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03102.jsonl.gz/2375

Ende der 1990er Jahre wurden am Containment der Kernkraftwerke Beznau 1 und 2 lokal begrenzte Korrosionsschäden festgestellt. Seither wird die Entwicklung dieser Schäden vom Betreiber und dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI überwacht. Die Wandstärke der Stahldruckschalen beider Werke erfüllt auch langfristig die gesetzlichen Anforderungen und ist ausreichend für einen sicheren Betrieb.
Bereits 2004 und 2010 informierte das ENSI die Öffentlichkeit in der Stellungnahme zur Periodischen Sicherheitsüberprüfung und der Stellungnahme zum Langzeitbetriebsnachweis über lokale Korrosionsschäden an den Stahldruckschalen der Blöcke 1 und 2 des Kernkraftwerks Beznau. Nach Angaben des Betreibers betrug 2008 der Korrosionsabtrag an bestimmten ausgewiesenen Stellen im Block 1 innen maximal 4 Millimeter und aussen 5,2 Millimeter. Im Block 2 ist die Korrosionsschädigung geringer.
„Korrosion an Stählen ist ein gut erforschter und langsamer Prozess“, erklärt Georg Schwarz, stellvertretender ENSI-Direktor und Leiter des Aufsichtsbereichs Kernkraftwerke. Entsprechend werden Modelle angewendet, um die weitere Entwicklung der Korrosion zu prognostizieren.
Mindestwandstärke nicht unterschritten
„Gemäss den Berechnungen wird die Mindestwandstärke für den Langzeitbetrieb des Kernkraftwerkes Beznau nicht unterschritten und somit das Ausserbetriebnahmekriterium für die Stahldruckschale aus der Verordnung des UVEK zur vorläufigen Ausserbetriebnahme von Kernkraftwerken nicht erreicht“, betont Georg Schwarz. Sollte bei einer Messung unerwartet festgestellt werden, dass ein Ausserbetriebnahmekriterium erfüllt ist, würde das Kernkraftwerk sofort abgeschaltet.
Trotz der positiven Prognose hat das ENSI in seiner Stellungnahme zum Langzeitbetrieb 2010 Forderungen gestellt. Diese betreffen insbesondere umfangreichere Messungen. Zudem hat das Kernkraftwerk Beznau Massnahmen ergriffen, um eine weitere Schädigung durch Korrosion an der Stahldruckschale zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen.
Weitere Messungen 2012 und 2015
Im Jahr 2012 fanden weitere Messungen statt, deren Resultate die bisherigen Berechnungen der Modelle bestätigten. Auch dieses Jahr sind wieder Messungen geplant. Dabei sollen auch jene Zonen der Stahldruckschale geprüft werden, die einbetoniert sind.
Das ENSI ist derzeit daran, die Stellungnahme zur Periodischen Sicherheitsüberprüfung 2012 des Kernkraftwerks Beznau zu verfassen. Es wird sich in diesem Rahmen unter anderem auch detailliert zum Zustand der Stahldruckschale äussern. Die Veröffentlichung der ENSI-Stellungnahme zur Periodischen Sicherheitsüberprüfung ist für 2016 vorgesehen.