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Einige Forschungsstationen in der Antarktis sind nicht nur den widrigen klimatischen Bedingungen ausgesetzt, sondern stehen auf einem instabilen und sich bewegenden Untergrund, wenn sie auf Eisschelfs gebaut wurden. Die britische Station Halley VI ist jetzt bereit, von ihrer gegenwärtigen Stelle an einen 23 km weiter entfernten Platz gezogen zu werden. Die Station, die seit 2012 an ihrer jetzigen Stelle steht, wurde speziell dafür gebaut, verschoben anstatt aufgegeben zu werden.
Die British Antarctic Survey (BAS) macht sich bereit, seine Forschungsstation Halley VI insgesamt 23 Kilometer über das Eis zu ziehen. Dies ist das erste Mal, dass die Station, die designt wurde für eine Existenz auf dem Eisschelf, bewegt wird, seit sie von ihrer ehemaligen Aufbaustelle zu ihrer gegenwärtigen Position im Jahr 2012 gezogen wurde. Sie sitzt auf dem 150 Meter dicken Brunt Eisschelf an der Ostseite des Weddellmeeres. Dieses treibende Eisschelf fliesst mit einer Geschwindigkeit von 0.4 Kilometer pro Jahr nach Westen ins Weddellmeer, wo danach Teile als Eisberge in unregelmässigen Abständen abbrechen. Halley VI ist wichtig für Untersuchungen in globalen Themen wie beispielsweise extreme Weltraumwetterphänomene (die einen wirtschaftlichen Schaden zwischen 6 – 42 Millionen US$ pro Tag verursachen können), Klimawandel und Atomsphärenphänomenen. Ihre Vor-Vorgängerstation Halley IV war massgeblich an der Entdeckung des Ozonlochs beteiligt.
Langzeitstudien von natürlichen Veränderungen, die im Eisschelf geschehen, zeigten starke glaziologische Veränderungen inklusive die Entstehung einer neuen Spalte, die mehr als 35 Jahre geruht hatte. Vorbereitende Arbeiten für den Standortwechsel wurden bereits in der Sommersaison 2015-16 durchgeführt. Dazu gehörten die Suche für den neuen Standort und einer entsprechenden Route dorthin. Da die Station nun aus der Dunkelheit des antarktischen Winters wieder auferstanden ist, sind die Teams bereit, die Station an ihren neuen Ort zu ziehen. Diese Arbeiten beinhalten das Abkoppeln der einzelnen Module und sie mit grossen Traktoren an den neuen Standort weiter im Inland zu ziehen. Die wissenschaftlichen Arbeiten werden in dieser Zeit in temporären Gebäuden an der alten Stelle weitergehen und dann in der neuen Saison am neuen Ort weitergeführt. Tim Stockings, der Einsatzleiter der BAS, erklärt: „Halley wurde designt und gebaut, um mit einem Standortwechsel spezifisch auf Veränderungen im Eis reagieren zu können. Die letzten zwei Jahre waren unsere Einsatzteams sorgfältig mit der Ausarbeitung von detaillierten Plänen für den Umzug beschäftigt und freuen sich jetzt auf die Herausforderung. Antarktika kann ein sehr lebensfeindlicher Ort sein. Die Sommersaisons sind sehr kurz, in der Regel etwa 9 Wochen. Und weil Eis und Wetter nicht vorhersagbar sind, müssen wir sehr flexibel agieren. Wir sind besonders darauf aus, die laufenden wissenschaftlichen Programme so wenig wie möglich durcheinander zu bringen. Wir planen, in Abschnitten umzuziehen, wobei die Forschungsinfrastruktur, die mit Umweltdaten arbeiten, am alten Ort bleiben, während die Module verschoben werden.“
Quelle: British Antarctic Survey
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