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28 Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl haben Forscher im Fachjournal «Functional Ecology» berichtet: Einige dort lebenden Vogelarten profitierten offenbar von erhöhten Strahlenwerten. Sie seien dadurch grösser und hätten weniger DNA-Schäden als ihre Artgenossen in weniger belasteten Gebieten.
Die Forscher der Universität Paris-Süd untersuchten über 150 Vögel innerhalb und nahe der Sperrzone. Sie entnahmen ihnen Blut-, Sperma- und Federproben. Vögel aus Orten mit höherer Strahlenbelastung wiesen im Schnitt bessere Ergebnisse auf und hatten eine besonders hohe Konzentration des Antioxidans Glutathion im Blut. Es kann negative Effekte der Strahlung ausgleichen und bestimmte hochreaktive Moleküle entschärfen. Radioaktive Strahlung kann bei Menschen zu Krebserkrankung führen.
Die Katastrophe vor 28 Jahren
Im April 1986 war der Reaktorblock 4 des Kernkraftwerks in Tschernobyl explodiert. Tausende Tonnen radioaktiven Materials wurden in die Umgebung geschleudert. Experten gingen davon aus, dass die Gegend um Tschernobyl lange Zeit eine tote Region bliebe. Laut Studien weist die Tier- und Pflanzenwelt oft Strahlenschäden und erhöhte Mutationsraten auf.