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Holzmarkt und Holzpreise
Die Frage nach der Holzpreisentwicklung ist nicht einfach zu klären, denn es spielen eine Vielzahl von Beziehungen, die sich wechselseitig beeinflussen, eine grosse Rolle. Um eine möglichst genaue Vermutung äussern zu können, gilt es, weltweite Beziehungsgeflechte zu analysieren.
Lage am Holzmarkt (Mai 2023)
Während in der Schweiz die Auftragslage der Bauwirtschaft und der Sägereien immer noch als gut bis sehr gut eingestuft wird, verhält es sich im umliegenden Ausland nicht so rosig. Zurückzuführen ist dies auf das internationale Inflationsgeschehen (Inflationsraten März 2023: DE =7,4%; A = 9,2%; F= 5,7 %; CH = 2,9%) steigende Zinskosten, gestiegene Konsumentenpreise, sowie generelle Unsicherheiten in Bezug auf die Zukunft.
Laubholz
Die Nachfrage nach Buche, Esche, und Eiche verhält sich in Deutschland, Österreich und Frankreich ähnlich «gut» wie in der Schweiz. Baden-Württemberg berichtet über eine sehr gute Nachfrage bei der Buche, rechnet jedoch aufgrund der gestiegenen Preise (Buche Industrieholz: 130 €/t atro) mit einer nachlassenden Nachfrage. Esche sei konstant bis leicht rückläufig, Preise würden stagnieren, wohingegen die Nachfrage nach Eiche ungebrochen hoch sei, und es konnten Preissteigerungen von bis zu 40% erzielt werden (Eiche Industrieholz: 110–120 €/t atro). Auch in Frankreich wurden für Eichensortimente in 1-b-Qualität beträchtliche Preissteigerungen erreicht. Was die Prognose für die kommende Laubholz-Saison betrifft, so geht man in Baden-Württemberg von einem sinkenden Absatz aus.
Nadelholz
Was die Fichten- und Tannen-Rundholzpreise betrifft, so bewegen diese sich nach einem historischen Tief im Sommer 2020 (in Bayern unter 60 €/Fm) auf einem Niveau von 110–120 €/Fm ab Waldstrasse in Österreich, Bayern und Baden-Württemberg. Die Preise liegen somit leicht unter dem Vorjahreswert. Der aktuelle Preis für Fichte bei den B-Qualitäten in der Schweiz liegt bei 116 CHF/Fm (siehe Grafik). In Baden-Württemberg geht man für die kommenden Monate beim Nadelstammholzpreis von einer Stagnation aus. In Österreich scheinen die Standorte ausreichend bevorratet zu sein. Der Aufbau von Waldlagern, Revisionsstillstände und Produktionsrücknahmen sowie die Verschiebung der Ströme vor allem von Sägerestholz zurück zu Industrieholz lassen hier die Preise entsprechend reagieren. Auch Frankreich berichtet über Preisrückgänge beim Nadelrundholz als auch beim Industrieholz auf das Niveau von 2021.
Schweiz
Was die Schweiz betrifft, so kann sich diese über eine gute Auftragslage der Bauwirtschaft erfreuen – der Holzbau boomt. Die Nachfrage nach Nadel- und Laubrundholz wird als gut bis sehr gut eingestuft. Die Laubholz-Saison 22/23 läuft ebenfalls sehr gut. Aufgrund kurzer Lieferfristen sowie einer günstigen Währungssituation werden jedoch bereits wieder steigende Schnittholzimporte verzeichnet.
Gemäss SECO liegen die prognostizierten Inflationsraten in der Schweiz deutlich unter jenen in anderen Industrieländern. Deshalb kann man von einer moderaten Reaktion der Geldpolitik ausgehen. Beides spricht dafür, dass die Schweiz im internationalen Vergleich etwas besser durch die kommenden Quartale kommen könnte
Sorge um das Klimawandel
Die grosse Sorge ist und bleibt das Thema Klimawandel und dessen Folgen auf den Wald sowie die damit in Verbindung stehenden jährlich anfallenden Kalamitäten. Der Schadholzanfall in Deutschland lag im Mittel der letzten fünf Jahre bei ca. 50 Mio. Festmeter, dies entspricht über 60% der gesamten Nutzungsmenge. Im Vergleich hierzu fielen in der Schweiz im Mittel der letzten fünf Jahre rund 980000 Festmeter an. Dies entspricht ungefähr 20% der gesamten Nutzung.
(Christina Zumsteg, Paolo Camin, WaldSchweiz-Wirtschaft und Wissen. Zusammengefasst nach «Wald und Holz» 06/2023. Quelle: Bodenseeländer-Gespräche)