Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03281.jsonl.gz/1572

Vor allem für schwer erschliessbare Gebiete: ADSL-Tempos via Satellit ab 2010. Der Service soll über lokale Anbieter vertrieben werden.
Eutelsat hat bei EADS Astrium einen neuen Kommunkationssatelliten bestellt, der im dritten Quartal 2010 ins All geschossen werden soll. Im Gegensatz zu den "HOT BIRDs" von Eutelsat wird der neue "KA-SAT" ausschliesslich für die Bereitstellung von Satelliten-Internet genutzt werden. Er soll Enduser in ganz Europa und rund ums Mittelmeer erreichen und insgesamt bis zu rund einer Million Usern Internetanschlüsse mit Tempi im Bereich von heutigen ADSL-Anschlüssen bieten können.
Der einleuchtendste Vorteil von Satelliten-Internet ist die Möglichkeit, Installationen in ansonsten schwer zugänglichen Gebieten mit Internet versorgen zu können ohne grosse Investitionen für das Verlegen von Kabeln oder den Bau von Antennenanlagen (für WiMAX oder andere drahtlose Alternativen.) Der neue Satellit wird ausserdem an der gleichen Stelle in einer geostationären Umlaufbahn positioniert, an der bereits drei HOT BIRDs "parkiert" sind – Enduser können daher die gleiche Satellitenschüssel gleichzeitig für den Fernsehempfang und den Internetanschluss verwenden. Potential hat die Technologie auch für die Versorgung von Schiffen, Zügen und Flugzeugen mit Internet-Anschlüssen.
Die Internet-Anschlüsse von KA-SAT sollen nicht von Eutelsat direkt sondern über lokale Betrieber und Telcos vertrieben werden. Das Netzwerk wird von Eutelsat zusammen mit der US-Firma ViaSat betrieben. Diese hat Erfahrungen mit der Technologie, da sie in den USA über ähnliche Satelliten breits rund 300'000 Endkunden bedient. Seit Ende 2007 bietet Eutelsat, sozusagen als Versuchballon, unter dem Namen "Tooway"
bereits breitbandiges Satelliten-Internet an. (Die schnellste Version bietet 2048 kpps Download-und 384 kbps Upload-Tempo.) Für diesen Testservice wird ein kleiner Teil der Kapazität von HOT BIRD 6 verwendet, die Zahl der bedienbaren Enduser ist daher stark beschränkt.
Die im Vergleich zu früheren Satelliten-Internet-Veruchen deutlich höhere Leistung soll durch die Verwendung von Frequenzen im "Ka-Band"-Bereich ermöglicht werden, dessen Frequenz höher liegt, als der des von heutigen Kommunikationssatelliten vornehmlich benutzten "Ku-Band"-Bereichs. Die Signale werden ausserdem durch die Verwendung von "Spot Beams" auf ein kleineres Empfangsgebiet gebündelt. Die grosse Gesamtabdeckung erreicht KA-SAT dadurch, dass über 80 Spot Beams gleichzeitig ausgestrahlt werden können.
(Bild: Ein Konzeptbild des KA-SAT: 5,8 Tonnen Gewicht, bis zu 70 Gbps Datendurchsatz.)