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Die Nutztierhaltung und ihr katastrophaler Einfluss auf die globale Erwärmung spielen bei den internationalen Klimaverhandlungen bislang kaum eine Rolle. Das ist ungerechtfertigt und unverantwortlich. Das Thema Viehwirtschaft muss auf die Agenda der COP21, der internationalen Klimakonferenz Ende November 2015 in Paris.
Schon 2006 schätzte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in ihrem Bericht „Livestock’s Long Shadow“, dass die Nutzviehhaltung (von Rindern, Büffeln, Schafen, Ziegen, Kamelen, Schweinen und Geflügel) 18 % der jährlich weltweit erzeugten Menge an Treibhausgasen verursacht. Das ist mehr als die Summe aller Abgase, die das Transportwesen produziert.
Weitere Schätzungen legen nahe, dass die Viehwirtschaft für 65 % des Ausstosses von Lachgas verantwortlich ist – einem Treibhausgas, das bis zu 296 Mal so schädlich ist wie Kohlendioxid (CO2) und 150 Jahre lang in der Atmosphäre verbleibt.
(“Livestock’s Long Shadow: Environmental Issues and Options.” Food and Agriculture Organization of the United Nations. 2006.http://www.fao.org/docrep/010/a0701e/a0701e00.htm)
Seitdem hat sich nicht viel verändert:
Nach neueren Schätzungen verursacht die Nutztierhaltung 14,5 % der jährlich weltweit erzeugten Menge an Treibhausgasen und 53 % des Ausstosses von Lachgas.
(“Tackling Climate Change through Livestock: A global assessment of emissions and mitigation opportunities.” Food and Agriculture Organization of the United Nations. 2013. http://www.fao.org/3/a-i3437e/index.html)
Eine Veränderung in der weltweiten Nachfrage nach Fleisch und Milchprodukten ist entscheidend für die Erreichung der Klimaziele.
· Aktuelle Analysen haben gezeigt, dass es unwahrscheinlich ist, dass die globale Erwärmung bei unter 2°C gehalten werden kann, wenn es keine Veränderung im weltweiten Konsum von Fleisch und Milchprodukten gibt.
· Würde die Nachfrage nach tierischen Produkten zurückgehen, könnten die erwarteten Kosten für die Erreichung der Klimaziele für andere Wirtschaftsbereiche neben der Landwirtschaft ebenfalls wesentlich gesenkt werden, da diese dann ein grösseres Kohlendioxid-Guthaben zur Verfügung hätten.
Die Fakten sind eindeutig: Die Viehwirtschaft hat einen enorm negativen Einfluss auf das Klima der Erde. Deswegen muss das Thema Nutztierhaltung endlich auf die Agenda der COP21, zu der sich Ende November 2015 Vertreter von 195 Ländern in Paris treffen und – zum ersten Mal in der über 20-jährigen Geschichte der UN-Verhandlungen – versuchen werden, ein bindendes und allgemein gültiges Klima-Abkommen zu erreichen. Dessen Ziel wird es sein, die globale Erwärmung bei unter 2°C zu halten.
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