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Aufgrund der aktuellen Trockenheit besteht in weiten Teilen der Schweiz akute Waldbrandgefahr. Überblick über die momentane Gefahrensituation bietet die Homepage des Bundesamtes für Umwelt (BAFU). Viele Kantone sahen sich in den letzten Tagen gezwungen, das Entzünden von Feuer im Wald und in Waldesnähe zu verbieten. In den Kantonen Fribourg, Luzern, Schwyz und Tessin herrscht momentan ein absolutes Feuerverbot im Freien. Ausgenommen vom Verbot ist das Grillieren in Gärten oder auf Balkonen mit Gas- oder Holzkohlegrill sowie in festen Cheminées. Auch auf das Zünden von Feuerwerk und den Gebrauch von Einweggrills beim gemütlichen Zusammensein im Seeuferpark muss verzichtet werden. Natürlich dürfen keine Himmelslaternen (Heissluftballone) steigen gelassen und niemals Raucherwaren weggeworfen werden. Ob drinnen oder auf dem Balkon – eine brennende Kerze sollte man nie unbeaufsichtigt lassen.
Die meisten Flur- und Waldbrände in der Schweiz sind auf menschliche Ursachen zurückzuführen und sind oft die Folge von Unachtsamkeit.
BAFU
Waldbrand von historischer Bedeutung
Im Jahr 1988 kam es zu einem verheerenden Waldbrand im Yellowstone-Nationalpark, einem UNESCO Weltnaturerbe im Nordwesten der USA. Aus zahlreichen kleinen Einzelfeuern wurde mit zunehmendem Wind eine grosse Feuersbrunst, die über mehrere Monate wütete; das Ausmass der Zerstörung betrug mehr als 4000 Quadratkilometer und betraf rund 50 Prozent des Parks. Die ökologischen Auswirkungen auf das Yellowstone-Ökosystem wurden in den darauffolgenden Jahren in Studien untersucht.
Positive ökologische Auswirkungen der Waldbrände
Bis Mitte des letzten Jahrhunderts wurden Brände als schädlich für den Wald angesehen, und es galt, sie schnellstmöglich zu unterdrücken, um keine Ressourcen zu verlieren. Inzwischen weiss man, dass natürliche, durch Blitze ausgelöste Waldbrände eine wichtige Funktion im Ökosystem erfüllen und durchaus vorteilhafte Effekte haben. Obwohl im Yellowstone-Nationalpark Pflanzen zerstört wurden und Nadelbäume wie abgebrannte, überdimensionale Zündhölzer zurückblieben, brannten auf mehr als der Hälfte der betroffenen Gebiete lediglich Bodenfeuer. Nur eine verhältnismässig kleine Anzahl von grossen Säugetieren kam in den Flammen ums Leben. Es zeigte sich, dass die Baumarten mit harter, dicker Rinde oder einem grossen Wurzelnetzwerk wenig Schaden erlitten und die dichte Vegetation sich innert kürzester Zeit erholte.
Als wesentlicher Prozess ist Feuer dafür verantwortlich, das Unterholz auszudünnen, lichte, sonnige Standorte zu schaffen und den Wald zu verjüngen. Somit wird die Vielfalt an Lebensraumnischen vergrössert und konkurrenzschwache Pionierpflanzen können sich vermehren. Verschiedene Pflanzengesellschaften mit unterschiedlichen Altersstadien etablieren sich. Nach einem Feuer wird das Spriessen von Wurzeltrieben stimuliert. Die Tannenzapfen einiger Nadelbäume sind sogar auf die hohen Temperaturen - wie diejenigen von Waldbränden – angewiesen, um sich öffnen und die Samen abgeben zu können. Durch das Abbrennen von Totholz werden ausserdem den Pflanzen die mineralischen Nährstoffe wieder zur Verfügung gestellt. Das ist gerade in kälteren und trockenen Klimazonen von Bedeutung, wo der Abbau von organischem Material langsamer vonstatten geht als in feucht-heissen Gebieten.
Natürlich ist das unkontrollierte Abbrennen von Wald in einem dicht besiedelten Gebiet wie der Schweiz verantwortungslos. Es ist ausserdem anzunehmen, dass der positive Effekt des Feuers nur in einem natürlich-intakten, menschlich unbeeinflussten Ökosystem zu Tage tritt.