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Ein Kupferstich von Johann Franck im Benediktinerstift Göttweig zeigt Abt Georg Kunz 1687, im Jahr der Verleihung der Pontifikalien durch den Papst.[1] Unter seinem Ovalporträt ist eine Vogelschauansicht Beurons dargestellt. Links unten befindet ich eine Kartusche mit dem Wappen des Stiftes[2] und seinem eigenen Wappen, einen von zwei Sternen beseiteten, kopfstehenden Anker. Das Porträt zeigt ihn als Mann des 17. Jahrhunderts. Das schwarze Scheitelkäppi sitzt fast verloren in einer modischen Ringellocken-Haarpracht, über dem Rochet trägt er eine Hermelin-Mozetta, das Pektorale weist ihn als Abt aus.
Georg Kurz stammt aus Feldkirch, legt in Kreuzlingen die Profess ab, studiert in Freiburg Theologie und wird 1682 von Kreuzlingen nach Beuron entsandt. Am 17. August des gleichen Jahres wählt ihn das kleine Kapitel zum Propst. Sein Vorgänger, Propst Sigismund Marbeck (1660–1681) aus München, hat im September 1681 auf Druck des zerstrittenen Konventes resigniert und stirbt 1682. Nach dem absoluten Tiefpunkt am Ende des Dreissigjährigen Krieges hat der ungeliebte Vorgänger das Kloster gestärkt, die Schulden verringert und auch die Marienwallfahrt eingeführt. Seine Reform des geistlichen Lebens und seine Güterverkäufe zur finanziellen Gesundung behagen jedoch dem Konvent nicht. Erst der neugewählte Propst Georg kann jetzt die Reformen mit Hilfe Kreuzlingens durchführen. Er vergrössert den Konvent von sieben auf 17 Personen und erhält 1687 von Papst Innozenz XI. die Abtswürde. 1694 beschliesst er einen Neubau des Klosters und verdingt an Franz Beer II den Bau des Südflügels und eines anschliessenden 75 Fuss langen Teil des Ostflügels. Mit dem späteren grossen Kirchenbaumeister zerstreitet er sich schnell und zieht nach einem finanziell bedingten Unterbruch 1701 den Stuckateur Johann Georg Brix für die Verlängerung des Ostflügels auf 255 Fuss bei.
Der Reform- und Bauabt Georg Kunz stirbt am 18. Mai 1704 auf der Insel Reichenau, wohin er sich während des Spanischen Erbfolgekrieges flüchtet. Seine Wappen am Südeingang des Südflügels und in der Abtskapelle erinnern an den Erbauer der neuen Klosteranlage.
Pius Bieri 2010
Schöntag, Wilfried (Hrsg): 250 Jahre Abteikirche Beuron. Beuron 1988.
Schöntag, Wilfried: Benediktiner-Erzabtei (früher: Augustiner-Chorherrenstift St. Martin) Beuron, Geschichte, in: Klöster in Baden-Württemberg. Stuttgart o. J.
Genzmer, Walther: Beuron, in: Die Kunstdenkmäler Hohenzollerns, Kreis Sigmaringen, Stuttgart 1948.
Staiger, Franz Xaver Conrad: Das Schwäbische Donauthal mit der Molkenkuranstalt Beuron, Freiburg 1850.
[1] Im Stift Göttweig existieren drei ähnliche Porträtveduten von Augustiner-Chorherrenstiften des Stechers Franck um 1687. Alle sind aus einer Serie mit gleicher Grösse und eindeutig dem gleichen Stecher zuzusprechen. Während Abt Patritius I. Mändl von Baumburg und Propst Patritius Pichler von Höglwörth mit Joann Franck 1687 signiert sind, ist das Porträt von Abt Georg Kurz (nicht Propst Georg Kunz, wie inventarisiert!) von Beuron nur mit H. Franck signiert. Obwohl die Abtsinsignien und vorhanden sind und GeorgKurz als Abt bezeichnet wrd, datiert der Inventarisator das Porträt auf 1685 und vermutet wegen der Signatur H. Franck einen anderen Stecher!
[2] Geteilt von Rot und Blau, darüber zwei gekreuzte goldene Stäbe, im Haupt ein goldenes B, im Fuss ein goldener Stern.
Porträt von Abt Georg Kunz als Ausschnitt einer Klostervedute um 1687.
Kupferstich, Br. 35,2 x H. 26,8 cm. Plattenrand, signiert unten rechts mit: H. Franck sculp. (Kaufbeuren, 1659–90 in Augsburg und Nürnberg nachgewiesen, Radierer und Kupferstecher).
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Bildbeschrieb:
Die Klostervedute ist von Westen gesehen und zeigt noch die mittelalterliche Anlage, über der das Büstenporträt des Abtes Georg eingefügt ist.
Unten links das Abtswappen von Georg Kurz. Es zeigt im Geviert in 1 und 3 das Wappen der Abtei, zwei gekreuzte Stäbe. Abt Georg wandelt es ab und fügt oben eine Mitra, das dortige B für Beuron verlegt er anstelle des Sterns nach unten. Sein persönliches Wappen in 2 und 3 ist ein stehender, von zwei Sternen beseiteter Anker..
Die Widmungsinschrift in der Mitte im Vordergrund: REVERENDISSIMO / IN CHRISTO PATRI / AMPLISSIMO PRAE- / SULI AC DOMINO DOMINO / GEORGIO CANONICORUM / REGULARIUM INCLYTI / COLLEGII IN BEUREN ABBATI / D.D.D.
In der Kartusche rechts unten ist das Kloster beschrieben: COLLEGIUM / BURONENSE / AD DANUBIUM / IN SUPERIORO / SUEVIA DIOECE- / SIS CONSTANTI- / ENSIS C.R.S. / AUG. FUND. / A. CM.
|Abt CanA Georg Kurz (um 1640–1704) von Beuron|
|Biografische Daten||Zurück zum Bauwerk|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|um 1640||Feldkirch Vorarlberg A||Vorderösterreich|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Propst, ab 1687 Abt CanA der Abtei Beuron||1682–1704|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|18. Mai 1704||Reichenau Baden-Württemberg D||Hochstift Konstanz|
|Kurzbiografie|

Georg Kurz aus Feldkirch wird von Kreuzlingen nach Beuron entsandt, um hier die von seinem Vorgänger begonnenen Reformen, gegen die der Konvent ankämpft, zu Ende zu führen. Dies gelingt ihm. Er kann den Konvent mit zehn Neueintritten vergrössern und erhält 1687 auch die Abtswürde. 1694 beginnt er mit dem barocken Klosterneubau. Bei Ausbruch des Spanischen Erbfolgekrieges ist der Süd- und Ostflügel vollendet.
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