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Euphorbia pulcherrima
Wussten Sie, dass der Weihnachtsstern in seiner Urheimat – den Laubwäldern von Mittel- und Südamerika – bis zu vier Metern hoch wird und das ganze Jahr hindurch blüht?
(diese beiden Bilder stammen aus Quelle: Google)
1. Wild wachsender Weihnachtsstern, 2. Weihnachtsstern in seiner natürlichen Umgebung in Bali, Indonesien
Da erstaunt es nicht, dass der Naturforscher Alexander von Humboldt ihn mit nach Europa nahm, als er 1804 in Mexiko auf diesen Hingucker stiess. In Europa erhielt die Pflanze 1833 den botanischen Namen
Euphorbia pulcherrima („die schönste der Euphorbien“ = zu den Wolfsmilchgewächsen gehörende Pflanzen).
Wie bekannt unser Weihnachtsstern ist, entnimmt man seinen vielen Namen. Die Azteken nannten ihn Lederblume. Nach seinem Siegeszug durch die Welt kamen im Volksmund weitere Bezeichnungen auf. So kennt man ihn heute in Mexico und Guatemala als Blume der Heiligen Nacht, in Chile und Peru als Inka- oder Andenkrone. In der Türkei heisst er zu Ehren des Republik-Gründers Atatürk-Blume. Am 12. Dezember ist „Poinsettia Day“, der Tag des Weihnachtssterns. Das Datum geht zurück auf den Todestag von Joel Poinsett. Er bereiste 1830 als erster US-Diplomat Mexiko und stiess dabei auf eine ihm unbekannte Pflanze:
Den Weihnachtsstern. Dieser begeisterte ihn so sehr, dass er ihn an Freunde und botanische Gärten in den USA schickte. Dort verlieh man der Pflanze 1836 den Volksnamen „Poinsettia“ und führte Mitte des 19. Jh. im Gedenken an den US-Diplomaten den „Poinsettia Day“ ein. In Ägypten wurde aus ihm in Erinnerung an Joel Poinsett „Tochter des Konsuls“. Die Franzosen kennen ihn auch als Liebesstern. Und in Ungarn nennt man ihn ganz einfach Samichlausblume. Bei uns in der Schweiz? Da heisst er nicht nur Weihnachtsstern und Poinsettie, sondern auch Advents- oder Christstern.
Es ist, als hätten Weihnachtssterne eine eingebaute Uhr. Denn sobald die Nächte länger als die Tage sind, beginnen die Pflanzen, Blüten und Hochblätter zu bilden. Weihnachtssterne sind so genannte Kurztagpflanzen und blühen nur dann, wenn der Lichteinfall unter 12 Stunden liegt. Das machen sich die Gärtner zunutze. Damit uns die Weihnachtssterne jedes Jahr pünktlich in der
Advents- und Weihnachtszeit erfreuen, unternehmen sie aufwendige Anstrengungen. In den Gewächshäusern sorgen sie dafür, dass Tageslänge und Temperatur immer „stimmen“ und schaffen damit ideale Vegetationsbedingungen. So können die Sterne zur richtigen Zeit erblühen und uns eine farbenfrohe Advents- und Weihnachtszeit bescheren. Obwohl die klassisch roten Weihnachtssterne nach wie vor beliebt sind, erobern auch neue Farben die Herzen und rücken den Weihnachtsstern in den Mittelpunkt des modernen Wohnumfelds. Dazu zählen sanftes Rosa, zartes Creme, auffallendes Pink, charmantes Lachs-Apricot oder auch Pflanzen mit frech gesprenkelten Hochblättern. Aber nicht nur in der Farbe unterscheiden sich die Sorten, sondern auch in Wuchsform und Grösse. Von „Minis“ über Hochstämmchen bis hin zu Ampelpflanzen und Büschen ist im Blumenfachhandel buchstäblich alles zu haben. Nicht zuletzt gibt’s den Weihnachtsstern nicht nur mit „normalen“, sondern auch mit spitzen, eichblattartig gezackten oder gekräuselten Blättern.
(diese beiden Bilder stammen aus Quelle: Google)
Die wenigsten Menschen wissen, dass der Weihnachtsstern als Heilpflanze gilt. Vermutlich liegt es daran, dass man bei der Zubereitung von pflanzlicher Medizin aus den Blättern und Blüten sehr vorsichtig sein muss, da die Pflanze auch giftig ist. Wie bei anderen Wolfsmilch-Arten, er gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae), enthält der Milchsaft des Weihnachtssterns leicht hautreizende Bestandteile. Grundsätzlich ist ein Hautkontakt zwar unbedenklich, allerdings kann der Milchsaft der Pflanze bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen. Während der Saft des Weihnachtssterns bei Menschen nur leichte Vergiftungserscheinungen wie Durchfall und Erbrechen hervorruft, ist er aber sehr giftig für viele Haustiere, wie Katzen, Hunde, Hamster oder Kaninchen. Die Folgen einer Vergiftung bei Tieren reichen von starken Verdauungsproblemen über Lähmungen und Herzrhythmusstörungen bis hin zum Tod.
Nun zu den Heilwirkungen. Die Blätter des Christsterns helfen gegen zahlreiche Hautkrankheiten. Sie werden zu Wickeln oder Umschlägen verarbeitet und auf den betroffenen Stellen aufgelegt. Ein Sud aus den Blüten soll den Milchfluss von Müttern anregen, wenn sie zu wenig Milch für das Baby haben. Der Sud hat auch eine milde abführende Wirkung. Weihnachtsstern als pflanzliche Medizin ist eher für Erwachsene empfehlenswert. Die Dosis sollte vier bis fünf Tassen pro Tag nicht überschreiten.
Dies bitte nur ausprobieren, wenn man weiss woher der Weihnachtsstern kommt, da sie ja doch sehr gedüngt sind!
Zum Schluss möchte ich Ihnen mit einer mexikanischen Sage ein frohes Weihnachtsfest wünschen!
Danach hat ein armes Mädchen, das dem Jesuskind in der Krippe etwas schenken wollte, vor der Kirche Samen gesät. Aus diesen Samen wurden tiefrote Weihnachtssterne, für die Menschen ein Symbol des Sterns von Bethlehem.