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Das Wetter meinte es nicht gut mit Postillon (Gespannführer) Florin und Kondukteur Baselgia, als sie am 13. Dezember 1916 auf ihrem zewispännigen Schlitten Silvaplana in Richtung Julierpass verliessen. An Bord Gepäck, Post und zwei Mitreisende. Seit Tagen fiel aber Schnee in rauen Mengen, sodass praktisch der gesamte Verkehr im Oberengadin zum Erliegen kam. So sollte das Gespann den Zielort Mühlen (Mulegns) nie erreichen. Eine Staublawine überraschte die Reisenden und verschüttete diese rund vier Kilometer ob Silvaplana. Der Schlitten samt Pferden und Gepäck wurden von den Schneemassen ins nahe Bachbett gerissen. Glücklicherweise kamen keine Personen zu Schaden; es gelang zusätzlich die Bergung der Briefpost und eines Pferdes. Abgekämpft, müde und stark unterkühlt kehrten die vier Verunfallten schliesslich zu Fuss nach Silvaplana zurück.
Diese Geschichte zeigt, mit welchen Gefahren und Strapazen die Alpenpost vor gut 100 Jahren zu kämpfen hatte. Wegen seiner „relativen“ Lawinensicherheit wurde der Julierpass zum bevorzugten Tor ins Oberengadin und 1843 wurde eine offizielle Postkutschenstrecke über diese Route eröffnet. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts begannen die Kantone und ab 1848 die Schweizerische Eidgenossenschaft den Alpentransport verstärkt zu organisieren. Dabei wurden die Alpenpoststrecken (wie auch bei vielen ländlichen Poststellen) oft über Konzessionen an Private abgetreten. Die Familie Balzer aus Mühlen übernahm die zuerst vom Kanton Graubünden und später von der schweizerischen Post ausgeschriebene Strecke über den Julierpass. Sie organisierte den Waren- und Menschentransport über den Julier mehr als 100 Jahre lang – am 13. Dezember 1916 vereitelte jedoch der Schnee die planmässige Durchführung.