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1. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Die Aduno Holding AG (Aduno Holding oder Unternehmen) ist ein in Zürich (Schweiz) ansässiges Unternehmen. Die verkürzte konsolidierte Halbjahresrechnung des Unternehmens per 30. Juni 2018 und für das Halbjahr endend am 30. Juni 2018 stellt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Aduno Holding und von deren Tochterunternehmen (gemeinsam als die Gruppe bezeichnet) dar.
Grundlagen der Rechnungslegung
Die ungeprüfte und verkürzte konsolidierte Halbjahresrechnung wurde in Übereinstimmung mit dem Standard IAS 34 Zwischenberichterstattung erstellt. Sie umfasst nicht alle Bestandteile, die für den vollständigen Jahresabschluss erforderlich sind, und sollte im Zusammenhang mit der konsolidierten Jahresrechnung der Gruppe per Jahresende zum 31. Dezember 2017 gelesen werden. Die verkürzte Halbjahresrechnung wurde am 15. August 2018 genehmigt.
Schätzungen und Beurteilungen zur Erstellung der konsolidierten Halbjahresrechnung
Zur Erstellung der konsolidierten Halbjahresrechnung muss die Geschäftsleitung von Schätzungen, Beurteilungen und Annahmen ausgehen, die sich auf die Anwendung von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und die angegebene Höhe von Aktiven, Passiven, Erträgen und Aufwendungen auswirken. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.
Die bei der Erstellung der verkürzten konsolidierten Halbjahresrechnung von der Geschäftsleitung in Übereinstimmung mit den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Gruppe vorgenommenen wesentlichen Beurteilungen und die Grundlagen von Schätzungen sind die gleichen wie diejenigen, die für die konsolidierte Jahresrechnung per 31. Dezember 2017 verwendet wurden.
Währungsumrechnung
Die folgenden Wechselkurse wurden für wichtige Währungen angewendet:
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Mit Ausnahme der unten beschriebenen sind die von der Gruppe für die Erstellung der verkürzten konsolidierten Halbjahresrechnung angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze die gleichen wie diejenigen der konsolidierten Jahresrechnung per 31. Dezember 2017.
Erstmals von der Gruppe angewendete neue und überarbeitete Standards und Interpretationen
Die Gruppe hat erstmals die folgenden neuen und revidierten Standards und Interpretationen zur Rechnungslegung angewendet:
- –IFRS 9 Finanzinstrumente
- –IFRS 15 Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden
IFRS 9 Finanzinstrumente
IFRS 9 regelt den Ansatz und die Bewertung von Finanzanlagen und -verbindlichkeiten. Dieser Standard ersetzt IAS 39 «Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung». IFRS 9 wurde übernommen, ohne die Vergleichsinformationen offenzulegen. Die Reklassifizierungen und Anpassungen, die sich aus den neuen Regeln bezüglich Wertminderungen ergeben, werden in der Eröffnungsbilanz am 1. Januar 2018 ausgewiesen.
(i) Klassifizierung und Bewertung
Die folgende Tabelle zeigt die für jede Bilanzposition berücksichtigten Anpassungen. Die Anpassungen werden nachfolgend ausführlich erklärt.
Forderungen aus den Geschäftsbereichen Payment und Consumer Finance, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie die sonstigen Forderungen werden zur Vereinnahmung vertraglicher Cashflows gehalten, und es wird erwartet, dass sie Cashflows generieren, die ausschliesslich Zahlungen von Kapital und Zinsen repräsentieren. Der Konzern hat die Merkmale der vertraglichen Cashflows dieser Instrumente analysiert und ist zu dem Schluss gelangt, dass sie die Kriterien für eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten nach IFRS 9 erfüllen. Daher ist keine Reklassifizierung dieser Instrumente erforderlich.
Die Gruppe wird weiterhin alle finanziellen Vermögenswerte, die unter IAS 39 zu ihrem Fair Value geführt werden, ebenfalls unter IFRS 9 zum Fair Value bewerten. Aktien, die als «zur Veräusserung verfügbare Finanzanlagen» kategorisiert sind und deren Gewinne und Verluste im «Sonstigen Gesamtergebnis» erfasst werden, werden auf die neue Kategorie «FVOCI-Aktienposition» reklassifiziert. Derivate, die zu Handelszwecken gehalten und für Absicherungszwecke eingesetzt werden, werden zum Fair Value bewertet. Somit hat die Anwendung von IFRS 9 keine Auswirkungen auf die Bewertung.
Sämtliche unter IAS 39 zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten werden auch unter IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Somit hat die Anwendung von IFRS 9 keine Auswirkungen auf die Bewertung.
(ii) Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten
IFRS 9 ersetzt das Modell der «eingetretenen Verluste» (Incurred Loss) von IAS 39 durch ein Modell der «erwarteten Kreditverluste» (Expected Credit Loss – ECL). Die Gruppe berechnet die Wertminderung auf Basis des ECL (Expected Credit Loss) über die Restlaufzeit, wenn das Kreditrisiko bedeutend angestiegen ist (Stage 2) oder der finanzielle Vermögenswert ausgefallen ist (Stage 3). Die folgenden Vermögenswerte hingegen werden auf Basis eines 12-Monate-ECL berechnet (Stage 1): finanzielle Vermögenswerte gegenüber Parteien mit einem tiefen Kreditrisiko zum Abschlussstichtag (Anlagebonität BBB oder besser); oder andere finanzielle Vermögenswerte, bei welchen das Kreditrisiko seit der Ersterfassung nicht bedeutend gestiegen ist. Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden immer auf Basis des ECL über die Restlaufzeit berechnet.
Die Gruppe verfügt über fünf Gruppen an finanziellen Vermögenswerten, die dem neuen ECL-Modell von IFRS 9 unterliegen:
- Forderungen aus dem Geschäftsbereich Payment (Forderungen gegenüber Karteninhabern und Inkassoforderungen)
- Übrige Forderungen aus dem Geschäftsbereich Payment
- Forderungen aus dem Geschäftsbereich Consumer Finance
- Übrige kurzfristige Forderungen
- Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Die Gruppe war verpflichtet, ihre Wertminderungsmethode unter IFRS 9 für jede dieser Anlageklassen zu überarbeiten. Die Auswirkungen der geänderten Wertminderungsmethode auf die Gewinnreserven und das Eigenkapital der Gruppe sind in der oben aufgeführten Tabelle ersichtlich.
Das ECL-Modell für den Geschäftsbereich Payment (Forderungen gegenüber Karteninhabern und aus Inkassoverfahren) basiert auf einer pauschalen Beurteilung, und die relevanten Inputfaktoren sind Kreditausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default, PD), Kredithöhe zum Zeitpunkt des Ausfalls (Exposure at Default, EAD) und Verlustrate bei Ausfall (Loss Given Default, LGD), die wie folgt definiert werden:
- –Der PD wird aus Credit-Scoring-Modellen abgeleitet, mittels Überlebenszeitanalyse für Privatkunden und Techniken der logistischen Regression für Unternehmenskunden. Aufgrund der Merkmale des Kreditkartengeschäfts (revolvierende Kreditfazilitäten) und basierend auf den implementierten Kreditrisikominderungsprozessen wird die erwartete Laufzeit auf vier Monate festgelegt.
- –Das EAD beruht auf den Erwartungen der Gruppe über den ausstehenden Betrag. Dies umfasst die aktuelle Kartenbeanspruchung sowie einen erwarteten Betrag aus der nicht in Anspruch genommenen Kreditlimite.
- –Der LGD entspricht den erwarteten Verlusten aus dem Kredit unter Voraussetzung des Ausfallereignisses sowie unter Berücksichtigung des Zeitwertes des Geldes. Der LGD variiert je nach der Verfügbarkeit von Sicherheiten (Bankgarantien) und – im Fall von Stage 3 – je nach Alter der offenen Forderungen.
Eine Beurteilung darüber, ob das Kreditrisiko erheblich gestiegen ist, wird zu jedem Bilanzstichtag durchgeführt. Die Beurteilung berücksichtigt sowohl quantitative als auch qualitative Faktoren. Sofern nicht bereits früher identifiziert, wird eine Forderung aus dem Payment der Stage 2 zugewiesen, wenn die Zahlungen 60 Tage überfällig sind. Forderungen werden aus der Stage 2 zurück in die Stage 1 übertragen, wenn ihr Kreditrisiko nicht mehr als erheblich erhöht betrachtet wird. Die Gruppe weist einen Kunden der Stage 3 zu, wenn entsprechende Mahnprozesse nicht erfolgreich waren und der Kunde in das Vorinkasso- und rechtliche Inkassoverfahren aufgenommen werden muss. Dieser Übertragungsentscheid wird für jeden Kunden von Fall zu Fall getroffen und erfolgt im Allgemeinen, wenn die Zahlungen zwischen 60 und 120 Tagen überfällig sind. Verträge der Kunden im Inkassoverfahren werden gekündigt, dadurch ist eine Verbesserung aus Stage 3 nicht mehr möglich.
Übrige Forderungen umfassen Forderungen aus dem Mietgarantiegeschäft sowie aus dem Softwarevertriebsgeschäft und eine einzelne Forderung gegenüber VISA International Inc., die in weniger als zwölf Monaten fällig ist. Für diese Forderungen wendet die Gruppe einen «Loss-Rate-Ansatz» zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste auf Basis der Gesamtlaufzeit an, da diese kurzfristig sind.
Zur Bemessung des erwarteten Kreditverlustes wurden die Forderungen aus dem Mietgarantiegeschäft sowie aus dem Softwarevertriebsgeschäft auf Basis von gemeinsamen Kreditrisikomerkmalen sowie der überfälligen Tage gruppiert. Die einzelne Forderung gegenüber VISA International Inc. wurde auf individueller Basis bewertet.
Das ECL-Modell für das Consumer Finance basiert auf einer pauschalen Beurteilung, und die relevanten Inputfaktoren sind Kreditausfallwahrscheinlichkeit (PD), Kredithöhe zum Zeitpunkt des Ausfalls (EAD) und Verlustrate bei Ausfall (LGD), die wie folgt definiert werden:
- –Der PD wird aus historischen Analysen der Ausfallquote abgeleitet und entweder über die nächsten zwölf Monate oder über die verbleibende Dauer der Verpflichtung bemessen. Die Dauer wird als die effektive Vertragsdauer definiert.
- –Der EAD beruht auf den Erwartungen der Gruppe über den ausstehenden Betrag. Dies umfasst erwartete zukünftige Amortisationszahlungen bis zum Zeitpunkt des Ausfalls und – im Fall von Leasingverträgen – Erlöse aus dem Verkauf des Leasingobjekts.
- –Der LGD entspricht den erwarteten Verlusten aus dem Kredit unter Voraussetzung des Ausfallereignisses sowie unter Berücksichtigung des Zeitwerts des Geldes. Die Verlustquote variiert je nach Produkt und – im Fall von Stage 3 – je nach Alter der offenen Forderungen.
Der zukünftige erwartete Kreditverlust wird vom erwarteten Eintritt des Verzugs auf den Bilanzstichtag abgezinst.
Bei der Beurteilung darüber, ob das Kreditrisiko erheblich gestiegen ist, werden sowohl quantitative als auch qualitative Faktoren berücksichtigt. Wird ein Privatkredit oder ein Leasingvertrag nicht in einer frühen Phase identifiziert, werden diese der Stage 2 zugewiesen, wenn die Zahlungen 60 Tage überfällig sind. Forderungen werden aus der Stage 2 zurück in die Stage 1 übertragen, wenn deren Kreditrisiko nicht mehr als erheblich erhöht betrachtet wird. Die Gruppe weist einen Vertrag der Stage 3 zu, wenn entsprechende Mahnprozesse nicht erfolgreich waren und der Vertrag in das Vorinkasso- und rechtliche Inkassoverfahren aufgenommen werden muss. Dieser Übertragungsentscheid wird für jeden Vertrag von Fall zu Fall getroffen und erfolgt im Allgemeinen, wenn die Zahlungen zwischen 90 und 150 Tagen überfällig sind. Verträge der Kunden im Inkassoverfahren werden gekündigt, dadurch ist eine Verbesserung aus Stage 3 nicht mehr möglich.
Übrige kurzfristige Forderungen bestehen aus ECL relevanten Positionen wie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen gegenüber Partnern (Schemes) und geleisteten Kautionen sowie Positionen ausserhalb des Bereichs der ECL-Berechnung wie derivative Finanzinstrumente, Vorauszahlungen und Forderungen aus Mehrwertsteuer und Verrechnungssteuer. Für ECL relevante Forderungen wendet die Gruppe einen «Loss-Rate-Ansatz» zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste auf Basis der Gesamtlaufzeit an, da diese kurzfristig sind.
Obwohl Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ebenfalls den Wertminderungsvorschriften von IFRS 9 unterliegen, war der identifizierte Wertminderungsverlust unerheblich: Sämtliche Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden bei Banken hinterlegt, die ein Kreditrating von mindestens A aufweisen. Die meisten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sind indes bei einer Bank hinterlegt, die ein Kreditrating von AAA aufweist. Sämtliche Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente können ohne Kündigungsfrist sofort zurückgezogen werden.
Bei allen Vermögenswerten im Rahmen des Wertminderungsmodells von IFRS 9 wird im Allgemeinen erwartet, dass die Wertminderungsverluste ansteigen und volatiler werden. Die Gruppe hat ermittelt, dass die Anwendung der Wertminderungsvorschriften von IFRS 9 per 1. Januar 2018 zu einer zusätzlichen Wertberichtigung führt, wie dies im Folgenden dargelegt wird:
IFRS 15 Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden
Im Mai 2014 gab der IASB den neuen Standard heraus, der vorgibt, wie und wann die Erlöse erfasst werden. IFRS 15 ersetzt mehrere andere IFRS-Standards und -Interpretationen, die derzeit den Ansatz von Erlösen nach IFRS regeln, und beinhaltet ein einheitliches, prinzipienbasiertes Fünf-Schritte-Modell, das auf alle Verträge mit Kunden Anwendung findet. Die fünf Schritte decken Folgendes ab: Ermittlung des Vertrags bzw. der Verträge mit einem Kunden, Ermittlung der Erfüllungspflichten im Vertrag, Ermittlung des Transaktionspreises, Zuordnung des Transaktionspreises zu den Erfüllungspflichten im Vertrag und Ansatz der Erlöse, wenn der Konzern einer Erfüllungspflicht nachkommt.
Der neue Standard gibt zudem Richtlinien bezüglich Transaktionen vor, die früher nicht umfassend geregelt waren, und verfeinert die Richtlinien bezüglich der Behandlung von Transaktionen mit mehreren Elementen. Zudem verlangt der Standard erweiterte Offenlegungen im Zusammenhang mit Erlösen.
Der neue Standard hat keinen materiellen Einfluss auf die Konzernrechnung der Gruppe.
Neue und überarbeitete Standards und Interpretationen
Die folgenden neuen und überarbeiteten Standards und Interpretationen wurden verabschiedet, treten aber erst später in Kraft und wurden von der Aduno Holding nicht frühzeitig angewendet. Ihre Effekte auf die konsolidierte Jahresrechnung der Gruppe wurden noch nicht systematisch analysiert, sodass die in der folgenden Tabelle angegebenen erwarteten Auswirkungen lediglich eine erste Einschätzung der Geschäftsleitung der Gruppe darstellen.
IFRS 16 Leasingverhältnisse (ab 1. Januar 2019)
IFRS 16 wurde im Januar 2016 verabschiedet und ersetzt IAS 17 Leasingverhältnisse, IFRIC 4 Beurteilung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, SIC-15 Mietleasingverhältnisse – Anreizvereinbarungen und SIC-27 Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen. IFRS 16 regelt die Grundsätze der Erfassung, Bewertung, Darstellung und Offenlegung von Leasingverhältnissen und verpflichtet den Leasingnehmer, alle Leasingverhältnisse anhand eines einheitlichen Rechnungslegungsmodells ähnlich dem Finanzierungsleasing unter IAS 17 zu erfassen. Hinsichtlich der Erfassung enthält der Standard zwei Ausnahmen – Leasing von geringwertigen Vermögenswerten (z.B. Computer) oder kurzfristige Leasingverhältnisse (z.B. Leasing mit einer Laufzeit von 12 Monaten oder weniger). Zum Zeitpunkt des Leasingbeginns erfasst der Leasingnehmer eine Verbindlichkeit für die zukünftigen Leasingzahlungen (z.B. Leasingverbindlichkeit) und eine Anlage, welche das Nutzungsrecht am Leasingobjekt während der Leasinglaufzeit («right-of-use asset») darstellt. Der Leasingnehmer ist zudem verpflichtet, die Zinszahlungen aus der Leasingverpflichtung und die Abschreibungen im Zusammenhang mit Nutzungsrechten separat auszuweisen.
Beim Auftreten gewisser Ereignisse (z.B. Änderung der Leasinglaufzeit, Anpassung von zukünftigen Leasingzahlungen aufgrund von veränderten Indexen oder Sätzen, von welchen die Zahlungen abgeleitet worden sind) werden die Leasingnehmer zudem aufgefordert, die Leasingverbindlichkeit neu zu bewerten. Der Leasingnehmer wird üblicherweise den Wert der Neubewertung einer Leasingverbindlichkeit als Anpassung des Nutzungsrechts erfassen.
Es wird erwartet, dass die Buchführung der Leasinggeber unter IFRS 16 unverändert zur Buchführung unter IAS 17 bleibt. Leasinggeber werden alle Leasingverhältnisse anhand der gleichen Klassifikationsgrundsätze kategorisieren wie unter IAS 17 und zwei Arten von Leasingverhältnissen unterscheiden: Operating- und Finanzierungsleasing.
IFRS 16 verpflichtet Leasingnehmer und Leasinggeber ausserdem, mehr im Anhang offenzulegen als unter IAS 17.
IFRS 16 tritt für Geschäftsjahre beginnend am 1. Januar 2019 in Kraft. Eine frühzeitige Anwendung ist erlaubt, vorausgesetzt, die Organisation wendet IFRS 15 an. Der Leasingnehmer kann auswählen, ob er den Standard zum vollen oder modifizierten retrospektiven Ansatz anwenden möchte. Die Übergangsregelungen des Standards erlauben gewisse Erleichterungen.
Der mögliche Einfluss des IFRS 16 auf die Konzernrechnung der Gruppe wird zurzeit noch analysiert.
2. Segmentberichterstattung
Zum Zweck der Berichterstattung und Organisation hat das Management die Geschäftstätigkeit der Gruppe in vier Segmente eingeteilt. Die externe Segmentberichterstattung basiert auf der internen Berichterstattung an den Hauptentscheidungsträger (Chief Operating Decision Maker), der für die Zuweisung von Ressourcen verantwortlich ist und die Ertragskraft des Unternehmens bewertet. Als Hauptentscheidungsträger gilt die Gruppenleitung der Gesellschaft, weil sie für die Geschäftsleitung der gesamten Gruppe verantwortlich ist und die Geschäftsberichte jedes Geschäftssegments auf monatlicher Basis überprüft. Die Gruppenleitung der Gruppe besteht aus dem CEO (Chief Executive Officer) sowie dem CFO (Chief Financial Officer), dem CSO (Chief Sales Officer), dem CMO (Chief Marketing Officer) und dem COO (Chief Operations Officer).
Der Geschäftsbereich Payment stellt Dienstleistungen für bargeldloses Zahlen über Kredit-, Debit- und Kundenkarten für Privat- und Unternehmenskunden bereit und erbringt die zugehörigen Transaktions- und Kundendienstleistungen in diesem Bereich. Der Grossteil der Geschäftstätigkeit stützt sich auf die Marken Mastercard und Visa.
Der Geschäftsbereich Payment wird über Viseca Card Services SA sowie über die Accarda AG, Vibbek AG, Vibbek GmbH, AdunoKaution AG, SmartCaution SA und Contovista AG abgewickelt. Die Haupteinnahmequellen in dieser Geschäftseinheit sind Verrechnungs- und Kommissionsgebühren, Jahresgebühren für Karten und Dienstleistungen, Erträge aus Fremdwährungstransaktionen und Zinsen. Die Aduno SA war bis zu ihrem Verkauf im Jahr 2017 ebenfalls Bestandteil des Geschäftsbereichs Payment. Das Acquiring- und Terminal-Geschäft wurde folglich als aufzugebender Geschäftsbereich klassiert, und die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.
Der Geschäftsbereich Consumer Finance bietet Privat- und Unternehmenskunden Leasingverträge und Kredite für Verbrauchsgüter an. Der Geschäftsbereich Consumer Finance wird durch die cashgate AG betrieben. Die Haupteinnahmequellen sind Erträge aus Zinsen und Kommissionen sowie Gebühren für kostenpflichtige Dienstleistungen.
Als zentrale Treasury-Einheit der Gruppe (Aduno Finance AG) stellt der Geschäftsbereich Internal Financing den anderen Gruppengesellschaften Finanzdienstleistungen zur Verfügung. Die Treasury-Dienstleistungen umfassen die Behandlung von Zahlungen, die Bearbeitung von Fremdwährungstransaktionen sowie die Verwaltung von Markenrechten der Gruppe. Die Haupteinnahmequellen sind Erträge aus dem Fremdwährungsgeschäft und Zinseinnahmen.
Corporate Functions
Der Geschäftsbereich Corporate Functions beinhaltet unternehmensübergreifende Konsolidierungsposten und das Finanzergebnis der Aduno Holding.
Aktiven und Passiven der Segmente
Die Aktiven und Passiven, Erträge und Aufwände werden gemäss den relevanten IFRS-Standards bewertet.
Informationen über wichtige Kunden
In keinem der Geschäftssegmente gibt es Kunden, deren Erträge 10% oder mehr der Erträge des jeweiligen Segments ausmachen (30. Juni 2017: keine).
Die folgende Tabelle enthält bestimmte Informationen über die Geschäftssegmente, die auf der Bewertung der Geschäftsleitung und der internen Berichtsstruktur, jeweils per 30. Juni, basieren (ungeprüft).
3. Kommissionsertrag
4. Zinsertrag und Zinsaufwand
Die Zinserträge setzen sich aus den Zinserträgen aus dem Geschäftsbereich Consumer Finance sowie aus Teilzahlungszinsen im Geschäftsbereich Payment zusammen.
Im Geschäftsbereich Payment können Kreditkarteninhaber ihren Saldo auf der Kreditkarte in einen Konsumentenkredit umwandeln, für den die Gruppe während der kurzfristigen Laufzeit Zinsen erhebt.
Die Zinsaufwände entstehen aus dem Refinanzierungsbedarf für die Kreditlinien der Bereiche Payment und Consumer Finance.
5. Übrige Erträge
Fremdwährungsgewinne und -verluste ergeben sich aus Transaktionen, die nicht in Schweizer Franken durchgeführt werden. Die Abrechnung von Kunden des Kartengeschäfts der Gruppe basiert auf einem typischen Wechselkurs nahe dem Kassakurs, die Abrechnung der Gruppe erfolgt nahe der Interbank-Rate (Interbank-Rate plus Credit Spread der Gruppe).
Die Zunahme des übrigen Ertrags verglichen mit dem ersten Halbjahr 2017 basiert hauptsächlich auf einem Transitional Service Agreement im Zusammenhang mit dem Verkauf des Acquiring-Geschäfts.
6. Erwarteter Kreditverlust und Wertminderungsaufwand im Payment und Consumer Finance
Im Jahr 2017 wurde der Wertminderungsaufwand für beide Geschäftsbereiche Payment und Consumer Finance noch nach dem alten Modell der «eingetretenen Verluste» berechnet, während 2018 der Wertminderungsaufwand basierend auf dem Modell der «erwarteten Kreditverluste» ermittelt worden ist. Der Wertminderungsaufwand auf dem Kommissionsertrag im Jahr 2018 beinhaltet Wertminderungen von betrügerischen und Chargeback-Transaktionen, die keinen Kreditverlust darstellen.
7. Übriger Betriebsaufwand
8. Forderungen aus dem Geschäftsbereich Payment
Forderungen aus dem Geschäftsbereich Payment
Die Forderungen gegenüber den Karteninhabern bestehen aus offenen Salden bei den Kreditkartenkonten. Offene Forderungen gegenüber Karteninhabern, die länger als 90–120 Tage fällig sind, werden auf ein spezielles und überwachtes Inkassoportfolio übertragen. Der Saldo des Inkassoportfolios betrug am 30. Juni 2018 CHF 3.5 Mio. (31. Dezember 2017: CHF 3.7 Mio.) und wird unter den «Inkassoforderungen» ausgewiesen.
Die Übrigen Forderungen aus dem Payment umfassen Forderungen aus dem Mietgarantiegeschäft sowie aus dem Softwarevertriebsgeschäft in der Höhe von CHF 0.7 Mio. (31. Dezember 2017: CHF 1.1 Mio.) und ausserdem eine einzelne Forderung an Visa International Inc. aus dem Kartengeschäft über CHF 4.6 Mio. (2017: langfristige Forderung über CHF 4.7 Mio.).
Wenn eine Transaktion eines Karteninhabers möglicherweise einen Betrug darstellt oder der Karteninhaber einen Chargeback geltend macht, wird der jeweilige Saldo auf ein spezielles Portfolio übertragen, bis der Fall geregelt ist. Dieses Portfolio belief sich per 30. Juni 2018 auf CHF 0.3 Mio. (31. Dezember 2017: CHF 0.4 Mio.). Für alle in diesem Portfolio enthaltenen Forderungen werden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Der Saldo aller aktuell untersuchten betrügerischen und Chargeback-Transaktionen ist unter den «Forderungen aus Fraud und Chargeback» angegeben.
Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen berechnen sich basierend auf dem Modell der «erwarteten Kreditverluste» (Expected Credit Loss – ECL). Dieses wird unten beschrieben.
Wertberichtigung für zweifelhafte Forderungen aus dem Geschäftsbereich Payment
Die Wertberichtigung für zweifelhafte Forderungen von Karteninhabern besteht aus dem erwarteten Kreditverlust von Forderungen aus dem Payment sowie aus Wertminderungen von betrügerischen Zahlungen und nicht erstattungsfähigen Chargebacks sowohl auf spezifischer als auch auf kollektiver Ebene. Sämtliche für sich gesehen erhebliche Forderungen von Karteninhabern werden im Hinblick auf konkrete Wertminderungen beurteilt. Diejenigen, die sich als nicht konkret wertberichtigt erweisen, werden danach im Hinblick auf erwartete Kreditverluste beurteilt. Die Wertberichtigung für alle drei Kategorien wird gemäss historischen Daten auf Basis moderner Analysemethoden und Beurteilungsmodellen festgelegt.
Für kollektiv beurteilte Forderungen werden die relevanten Inputfaktoren des Modells für erwartete Kreditverluste (ECL = PD x EAD x LGD) wie folgt beschrieben:
- –Wie in den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erklärt, wird die Kreditausfallwahrscheinlichkeit (PD) aus Credit-Scoring-Modellen abgeleitet, die Überlebenszeitanalysen und Techniken der logistischen Regression einsetzen. Das Scoring-Modell basiert auf kundenbezogenen Merkmalen wie Kartenlimit, Einkommen oder Alter des Kunden sowie auf verhaltensbezogenen Merkmalen wie Zahlungshistorie, Kartennutzung oder risikobezogene Transaktionen. Die Kreditausfallwahrscheinlichkeit wird auf Kundenebene gemessen.
- –Die EAD-Komponente besteht aus der aktuellen Kartenbeanspruchung sowie einem erwarteten Betrag aus dem nicht in Anspruch genommenen Teil des Kartenlimits. Der erwartete Betrag aus der unbeanspruchten Kartenlimite, wird aus der Analyse von Ausfällen in der Vergangenheit abgeleitet, die zeigen, dass der Ausfallbetrag eines Kunden – durchschnittlich – zwischen 15% und 30% höher ist als die übliche Kartenbeanspruchung. Das Ausmass zukünftiger Inanspruchnahmen im Falle eines Zahlungsverzugs des Kunden hängt nicht davon ab, ob ein Kunde der Stage 1 oder der Stage 2 zugewiesen ist.
- –Das ECL-Modell verwendet einen LGD, der Wiedereingänge und Verluste bis zu 24 Monaten nach dem Ausfall bemisst. Forderungen in Stage 1 und Stage 2 werden mithilfe desselben LGD bemessen, da diese noch nicht ausgefallen sind. Forderungen in Stage 3 wird abhängig von ihrem Alter und ihrem Status innerhalb unseres Inkassoverfahrens eine individuelle Verlustquote zugewiesen. Forderungen, die nach 24 Monaten nicht vollständig eingetrieben worden sind, werden abgeschrieben.
Die Wertberichtigung wird nach dem Ermessen des Managements auf der Grundlage angepasst, ob die tatsächlichen Verluste angesichts der aktuellen Wirtschafts- und Kreditbedingungen höher oder geringer sind als diejenigen, die durch historische Trends erwartet werden. Das Management erachtet die Wertberichtigung für zweifelhafte Forderungen aus dem Payment als angemessen.
Im Payment sind durchschnittlich etwa 99% (31. Dezember 2017: 99%) der ausstehenden Forderungen nicht überfällig. Auf der Grundlage bisheriger Erfahrungen berechnet die Gruppe deshalb den Wertberichtigungsbedarf auf dem Ausfallrisiko des Gesamtportfolios.
Erwarteter Kreditverlust im Geschäftsbereich Payment per 30.06.2018
Erwarteter Kreditverlust im Geschäftsbereich Payment per 01.01.2018
Wertberichtigung für zweifelhafte übrige Forderungen aus dem Geschäftsbereich Payment
Die Gruppe wendet für die übrigen Forderungen aus dem Geschäftsbereich Payment einen «Loss-Rate-Ansatz» zur Bemessung der erwarteten Kreditverluste auf Basis der Gesamtlaufzeit an.
Erläuterungen zu den Vergleichszahlen zu den Forderungen aus dem Payment per 31. Dezember 2017 in Einklang mit IAS 39
9. Forderungen aus dem Consumer Finance
Forderungen aus dem Consumer Finance
Die Forderungen bestehen aus Privatkrediten und Finanzierungsleasingforderungen aus dem Bereich des Fahrzeugleasings. Die Finanzierungsleasingforderungen werden durch die finanzierten Fahrzeuge abgesichert, die Privatkredite dagegen sind nicht abgesichert.
Offene Forderungen aus dem Consumer-Finance-Segment, die seit mehr als 90–150 Tagen fällig sind, werden in ein spezifisch überwachtes Inkassoportfolio übertragen. Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen werden auf Basis einer Methode für erwartete Kreditverluste (ECL) aufgebaut, wie weiter unten erklärt wird.
Forderungen aus Finanzierungsleasing
Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen aus dem Consumer Finance
Die Wertberichtigungen aus dem Bereich Consumer Finance beinhalten Wertminderungen für bereits in Zahlungsverzug befindliche Forderungen sowie einen Teil für Forderungen, die sich noch nicht in Zahlungsverzug befinden, bei denen jedoch als Gesamtbetrag von einem Zahlungsausfall ausgegangen wird.
Die pauschale Wertberichtigung wird für Kunden-Cluster festgelegt, indem historische, auf modernen Analysemethoden und Beurteilungsmodellen basierende Daten kombiniert werden, welche die spezifischen Risiken jedes Clusters berücksichtigen. Für kollektiv beurteilte Forderungen werden die relevanten Inputfaktoren des Modells für erwartete Kreditverluste (ECL = PD x EAD x LGD) wie folgt beschrieben:
- –Für die Bemessung des PD von Privatkrediten wird das Portfolio auf der Basis von Zinskategorien in verschiedene Teilportfolios unterteilt. Der PD für das Leasinggeschäft wird auf der Ebene des Portfolios bemessen. Das Modell für erwartete Kreditverluste verwendet einen PD auf Basis eines gleitenden Durchschnitts bei einem Zeitfenster von zwölf Monaten.
- –Bei Forderungen mit einem erheblich gestiegenen Kreditrisiko ist die Gesamtlaufzeit als die effektive Vertragsdauer definiert. Bei Privatkrediten beträgt diese Dauer im Durchschnitt 19 Monate und bei Leasinggeschäften 32 Monate.
- –Forderungen in Stage 1 und Stage 2 werden mithilfe desselben LGD bemessen, da diese noch nicht ausgefallen sind. Forderungen in Stage 3 wird abhängig von ihrem Alter und ihrem Status innerhalb unseres Inkassoverfahrens ein individueller LGD zugewiesen. Forderungen werden abgeschrieben, wenn das Inkassoverfahren nicht zum vollständigen Eingang des ausstehenden Betrags geführt hat. Die Mehrheit der Forderungen wird innerhalb der ersten drei Jahre nach dem Ausfall abgeschrieben.
Die Wertberichtigung wird nach dem Ermessen des Managements auf der Grundlage angepasst, ob die tatsächlichen Verluste angesichts der aktuellen Wirtschafts- und Kreditbedingungen höher oder geringer sind als diejenigen, die durch historische Trends suggeriert werden. Momentan werden im Geschäftsbereich Consumer Finance keine spezifischen für sich gesehen erheblichen Wertberichtigungen für Forderungen vorgenommen. Das Management erachtet die Wertberichtigung für zweifelhafte Forderungen im Consumer Finance als angemessen.
Im Consumer Finance sind durchschnittlich etwa 98% (31. Dezember 2017: 98%) der ausstehenden Forderungen nicht überfällig. Auf der Grundlage bisheriger Erfahrungen berechnet die Gruppe deshalb den Wertberichtigungsbedarf auf dem Ausfallrisiko des Gesamtportfolios.
Erwartete Kreditverluste im Consumer Finance per 30.06.2018
Erwartete Kreditverluste im Consumer Finance per 01.01.2018
Erläuterungen zu den Vergleichszahlen zu den Forderungen aus dem Consumer Finance per 31. Dezember 2017 in Einklang mit IAS 39
10. Vorräte
Im ersten Halbjahr 2018 wurden CHF 1.7 Mio. als Aufwand für Vorräte verbucht (erstes Halbjahr 2017: CHF 1.9 Mio.).
11. Übrige Forderungen
Sonstige Forderungen bestehen aus kreditrisikobedingten Positionen wie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen gegenüber Partnern (Systemgebühren) und geleisteten Kautionen sowie Positionen ausserhalb des Bereichs der ECL Berechnung, wie derivative Finanzinstrumente, Vorauszahlungen und Forderungen aus Mehrwertsteuer und Verrechnungssteuer.
Um die erwarteten Kreditverluste zu bemessen, wurden die Forderungen im Rahmen der ECL Berechnung auf Basis von gemeinsamen Kreditrisikomerkmalen sowie der überfälligen Tage gruppiert.
Sonstige Forderungen im Rahmen der ECL Berechnung bestehen hauptsächlich aus sehr kurzfristigen Forderungen gegenüber einer Gegenpartei mit einem Kreditrating von AA-. Das hohe Rating, die Kurzfristigkeit und Erfahrungen aus der Vergangenheit (keine Ausfälle) führen zu einer sehr tiefen erwarteten Verlustrate. Die in einem bis vier Jahren fälligen Forderungen bestehen aus Mietkautionen bei der Zürcher Kantonalbank und der Credit Suisse, die beide über ein sehr hohes Kreditrating verfügen, weshalb der erwartete Kreditverlust sehr gering ausfallen dürfte.
12. Finanzverbindlichkeiten
Änderungen der Finanzverbindlichkeiten sind im Wesentlichen Änderungen vom Cashflow aus Finanzierungstätigkeit und sind in der konsolidierten Mittelflussrechnung aufgeführt.
Bedingungen und Schuldentilgungspläne
Zum 30. Juni 2018 verfügt die Gruppe über einen Konsortialkreditvertrag über CHF 600 Mio. unter Führung der Zürcher Kantonalbank (ZKB) (31. Dezember 2017: CHF 600 Mio.). Die Zinskonditionen des Konsortialkredits werden von der ZKB zu Marktkonditionen am Abschlussdatum, basierend auf der Fälligkeit zuzüglich einer von der Bonität der Gesellschaft abhängigen Marge, festgelegt.
Per 30. Juni 2018 belief sich die Inanspruchnahme des Konsortialkredits auf CHF 390 Mio. (31. Dezember 2017: CHF 390 Mio.).
Im Jahr 2018 wurde zwei Anleihen emittiert. Es handelt sich um eine variabel verzinsliche Anleihe von CHF 100 Mio. auf Libor-Basis mit einem Floor bei 0.0% und einem Cap bei 0.05% und einer Effektivverzinsung von -0.38% und um eine festverzinsliche Anleihe über CHF 150 Mio. mit Fälligkeit im Jahr 2019, einem Nominalzinssatz von 0.00% und eine Effektivverzinsung von -0.26%.
Im Jahr 2017 wurden zwei Anleihen emittiert. Es handelt sich um eine variabel verzinsliche Anleihe von CHF 100 Mio. auf Libor-Basis mit einem Floor bei 0.0% und einem Cap bei 0.05% mit Laufzeit bis 2019 sowie um eine CHF 100-Mio.-Anleihe mit einem Nominalzins von 0.00% und einer Effektivverzinsung von –0.3%, welche im April 2018 ausgelaufen ist.
Im Juli 2014 wurde eine festverzinsliche Anleihe über CHF 275 Mio. mit Fälligkeit im Jahr 2021 und einem Coupon von 1.125% emittiert. Inklusive Gebühren lag der effektive Zinssatz bei 1.241%.
Die Gruppe verfügt zum 30. Juni 2018 über eine bilaterale Kreditlinie mit der ZKB über CHF 700 Mio. (31. Dezember 2017: CHF 700 Mio.). Die Zinsbedingungen dieser Kreditlinie wird zu Marktbedingungen am Abschlussdatum basierend auf der Fälligkeit zuzüglich einer von der Bonität der Gesellschaft abhängigen Marge festgelegt. Davon beanspruchte die Gruppe per 30. Juni 2018 eine Overnight Tranche von CHF 37.0 Mio. (31. Dezember 2017: CHF 101.8 Mio.) sowie übrige Kontokorrente von CHF 0.1 Tsd. (31. Dezember 2017: CHF 0.36 Mio.).
13. Aktienkapital und Reserven
Folgende Dividenden wurden von der Gruppe festgesetzt:
14. Risikomanagement
Der Fair Value und die in der Bilanz ausgewiesenen Buchwerte finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind in der folgenden Tabelle angegeben:
Grundlage für die Ermittlung des Fair Values
Im Folgenden werden die wesentlichen Methoden und Annahmen zusammengefasst, auf denen die Bewertung des in der obigen Tabelle angegebenen Fair Values von Finanzinstrumenten beruht.
Forderungen und Verbindlichkeiten
Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind in der Bilanz mit ihrem Buchwert abzüglich Wertberichtigungen ausgewiesen. Forderungen aus dem Kartengeschäft sind kurzfristiger Natur, weshalb vom Buchwert als Fair Value ausgegangen wird.
Zur Bewertung des Fair Values von langfristigen Finanzinstrumenten mit einer Laufzeit oder einem Refinanzierungsprofil von über einem Jahr, für welche keine beobachtbaren Markttransaktionen verfügbar sind, wird der Fair Value aufgrund von Bewertungsmethoden wie dem Barwert zukünftiger Cashflows ermittelt. Inputfaktoren für die Bewertungen beinhalten erwartete Kreditausfälle über die Laufzeit der Finanzinstrumente, Zinssätze, Vorauszahlungen sowie Marktspreads an Primär- und Sekundärmärkten.
Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten
Zur Berechnung des Fair Values zu Offenlegungszwecken werden die zukünftigen vertraglichen Cashflows zu dem Marktzinssatz diskontiert, der der Gruppe für ähnliche Finanzinstrumente angeboten wird.
Der Unterschied zwischen dem Buchwert und dem Fair Value der Finanzverbindlichkeiten in Höhe von insgesamt CHF 10.6 Mio. im Halbjahr 2018 (2017: CHF 13.1 Mio.) stammt von den herausgegebenen ungesicherten Anleihen. Diese herausgegebenen ungesicherten Anleihen werden ins Level 1 der Fair-Value-Hierarchie eingeteilt.
Finanzinstrumente, die zum Fair Value erfasst sind, und Fair-Value-Hierarchie
Die unten stehende Tabelle analysiert die wiederkehrenden Fair-Value-Bewertungen der in der Bilanz zum Fair Value ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten. Die Bewertungen sind eingeteilt in unterschiedliche Levels in der Fair-Value-Hierarchie im Rahmen von entsprechenden Bewertungstechniken. Die unterschiedlichen Levels sind wie folgt definiert:
- –Level 1: notierte Preise (unangepasst) in aktiven Märkten für identische Aktiven oder Passiven, auf die das Unternehmen zum Bewertungszeitpunkt Zugriff hat
- –Level 2: andere Inputfaktoren als notierte Preise gemäss Level 1, die für die Aktiven und Passiven entweder direkt oder indirekt beobachtet werden können
- –Level 3: nicht beobachtbare Inputfaktoren zu Aktiven oder Passiven
Input für Level-2-Bewertung
Level-2-Fair-Values für einfache ausserbörslich erworbene derivative Finanzinstrumente basieren auf Preisnotierungen von Brokern. Diese Preisnotierungen werden aufgrund von diskontierten zukünftigen Zahlungsströmen unter Verwendung von Marktdaten von vergleichbaren Instrumenten zum Bewertungszeitpunkt auf ihre Angemessenheit geprüft. Die Fair Values reflektieren das Kreditrisiko des Instruments und beinhalten, wenn nötig, Korrekturen aufgrund des Ausfallrisikos. Level-2-Fair-Values für «Finanzanlagen – FVOCI» (2017: zur Veräusserung gehaltener Finanzinstrumente) basieren auf Marktpreis-Multiples ohne beobachtbare Inputfaktoren.
15. Ertragssteuern
Wie im Geschäftsbericht 2017 offengelegt, hatte die Aduno Gruppe im Jahr 2011 die Bereiche Cash Management, Zahlungsverkehr, Finanzierung, Fremdwährungsmanagement sowie Markenbewirtschaftung in die neu gegründete Aduno Finance AG mit Sitz in Nidwalden und Betriebstätte in Freienbach (Schwyz) ausgelagert. Die Steuerverwaltung des Kantons Zürich stellt die angewandten Verrechnungspreise in Frage. Nachdem die Aduno Gruppe zuerst noch von einer Einigung mit dem Steueramt Zürich ausgegangen war, musste Ende 2017 eine Neubeurteilung vorgenommen werden. Aufgrund dieser Neubeurteilung hatte die Gruppe per Ende Jahr 2017 zusätzliche Steuerrückstellungen für die Jahre 2011 bis 2016 (CHF 23.7 Mio), als auch für das Geschäftsjahr 2017 (CHF 7.3 Mio.) gebildet. Auch für das Jahr 2018 wurden zusätzliche Rückstellungen für laufende Steuern im Umfang von CHF 3.6 Mio gebildet.
16. Konsolidierungskreis
17. Aufgegebene Geschäftsbereiche
Basierend auf dem strategischen Entscheid, den Fokus im Geschäftsbereich Payment auf das Issuing zu legen, hat der Konzern im August 2017 das Acquiring- und Terminalgeschäft verkauft.
Das Acquiring-Geschäft wurde bisher nicht als zur Veräusserung gehalten oder als aufzugebender Geschäftsbereich klassifiziert. Die vergleichende konsolidierte Erfolgsrechnung und das sonstige Gesamtergebnis wurden dargestellt, um den aufgegebenen Geschäftsbereich getrennt von den fortgeführten Aktivitäten darzustellen.
Konzerninterne Transaktionen wurden im konsolidierten Finanzergebnis vollständig eliminiert. Die eliminierten konzerninternen Transaktionen wurden für den aufgegebenen Geschäftsbereich nicht rückgängig gemacht, da nach Ansicht des Managements die Gruppe keine wesentlichen Transaktionen mit der Käuferin der Aduno SA abschliessen wird.
Erfolgsrechnung der aufgegebenen Geschäftsbereiche per 30. Juni
18. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Es gibt keine Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.
Zürich, 15. August 2018
Pascal Niquille
Präsident des Verwaltungsrats
Conrad Auerbach
Chief Financial Officer
Chief Executive Officer a.i.