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Normalspurige Eisenbahnstrecke im Neuenburger Jura
Die Eisenbahngeschichte im Neuenburger Jura ist sehr komplex, daher lohn es sich diese genauer zu beleuchten. Neben Normalspurstrecken gibt es auch Schmalspurstrecken, die aber nicht Teil diesen Beitrag sein werden.
Compagnie neuchâteloise du chemin fer par le jura industriel (JI)
Um die oberen Neuenburger Kantonsteile, auf den Höhen des Juras gelegen sind zu erschliessen baute die Gesellschaft Jura industriel eine Bahnlinie von Neuenburg nach La Chaux-de-Fonds.
Die Strecke weist eine konstante Steigung auf, um Höhe zu gewinnen wurde in Chambrelien eine Spitzkehre erstellt. Den Bau einer Spitzkehre ist günstige, wie die Erstellung eines Kehrtunnels. Die JI konnte die Strecke von Neuenburg nach Le Locle zwischen 1857 und 1860 in mehreren Etappen eröffnen.
Eröffnung der einzelnen Streckenabschnitte.
Chaux-de-Fonds-Le Locle am 2. Juli 1857,
Chaux-de-Fonds- Corivers am 27. November 1859
Neuchâtel Hauts Geneveys am 1. Dezember 1859,
Hauts Geneveys- Convers am 15. Juli 1860
Erträge waren ungenügend
Für den Bau der Bahnstrecke mussten enorme Geldmittel aufgetrieben werden und die Emesen Baukosten der Eisenbahnstrecke finanzieren zu können. Die Bahngesellschaft nahm Anleihen in der Höhe von 10.5 Mio. Fr. Auf, davon stammte eine Million Franken von der Eidgenossenschaft und 2.5 Mio.Fr. Von Neuenburger Gemeinden. Das Aktienkapital von 7.5 Mio. Fr. wurde Hautsächlich durch den Staat Neuenburg und die Gemeinden gezeichnet.
Die Ertragslage der Bahngesellschaft war sehr bescheiden und genügte in keinster Weise um die Hohen Betriebskosten, die wegen der Steilen Strecke und dem grossen Tunnel enstehen zu decken. Nach nur wenigen Jahren Gerit die die Gesellschaft in arge Finanzelle Schwierigkeiten.
1865 übernahm eine neue Betreibergesellschaft (Nouvelle Compagnie du Chemin de fer par le Jura industriel) die Eisenbahnstrecke für Lediglich 4.5 Mio. Fr.
Nouvelle Compagnie du Chemin de fer par le Jura industriel
Die neue Jura Industriel übernahm die Strecke am 20.Mai 1865, mit den gläubiger wurde einen Vertrag geschlossen das die Gesellschaft den betrieb der Eisenbahnstrecke für die nächsten 10 Jahre übernehmen soll. Wärend dieser Zeit soll die Bahnlinie öffentlich zu Verkauf ausgeschrieben werden.
Ein Käufer für die Eisenbahnstrecke in den Neuenburger Jura fand man nicht, deshalb erwog der Kanton Neuenburg die Strecke selbst zu übernehmen. Sein Vorhaben die Strecke zu Kaufen scheiterte am 31.Januar 1875 an der Urne.
Nach dem gescheiterten versuch die Strecke selbst zu betreiben nahm die Regierung Kontakt mit der Bernischen Jura Bahn auf, mit der einen Vertrag zustande kam die Linie zu übernehmen.
Bernische Jurabahnen
Die Bernische Jura Bahn war bereit die Eisenbahnstrecke Neuenburg Jura zu übernehmen. Mit dem Vertrag von 10. April 1875 übernahm JB die Strecke für nur 3.6 Mio. Fr. Und verpflichtete sich die Eisenbahn bis zur Grenze bei Le Locle-Col des Roches zu bauen. Die Streckenverlängerung musste betriebsbreit sein, sobald die französische Eisenbahnstrecke die Grenze erreicht. Im Vertrag wurde auch ein Minimaler Fahrplan von vier Zugspaaren Täglich vereinbart.
An die Zusage die Linie bis an die Landesgrenze zu verlängern, hielt sich die Berner-Jura-Bahn, die sich jetzt Jura-Bern-Luzern-Bahn nent und eröffnete die Strecke von LeLocle bis Col-des-Roches am 4.August 1884.
Die Stimmung im Kanton Neuenburg, änderte sich schon bald zu Ungunsten der Jura-Bern-Luzern-Bahn. Im Juni 1884 wurde die einer Volksabstimmung beschlossen das der Kanton Neuenburg die Strecke der JBL kaufen soll. Der Kanton schloss mit der JBL einen Vertrag das der Kanton die Strecke auf den 1.Januar 1886 käuflich übernimmt.
Jura neuchâtelois
Für den Betrieb der Eisenbahnstrecke wurde eine eigene Betriebsgesellschaft gegründet an der die Gemeinden und der Kanton Neuenburg beteiligt waren.
Unter Kantonaler Regie wuchs das Fahrplanangebot deutlich, so verkehrten im Jahr 1888 11 Züge, 1911 waren es 32 Züge.
Die Einnahmen konnte mehr als verdoppelt werden. Durch die grössere nachfrage, stiegen auch die Betriebskosten im gleichen Masse an.
Der Abschnitt LeLocle-Landesgrenze wurde von der Französischen Paris-Lyon-Mittelmeer-Bahn betrieben. Für die PLM musste die JN eine Remise und weitere Bauten für den Betriebsdienst bauen.
Übernahme durch den Bund
Die Neuenburger-Jura-Bahn kam 1897 in den Fokus der Bundesbehörden, als es darum ging die grossen Eisenbahngesellschaften durch den Bund zu betreiben lasen. Man überlegte sich, ob man auch die Nebenbahnen in die neu zu gründende Schweizerischen Bundesbahnen zu integrieren. Darunter wäre die Neuenburger-Jura-Bahn gefallen. Man wollte für die Verstaatlichung der Schweizer Bahnen stufenweise vorgehen und zuerst die fünf grössten Eisenbahn-Konzerne Rückkaufen.
Anstoss für die Übernehme der Neuenburger-Jura-Bahn durch die Eidgenossenschaft machte die Kantonsregierung von Neuenburg. Mit dem ersten Angebot waren die Neuenburger nicht zufrieden und die Bundesverwaltung insbesondere die SBB-Generaldirektion hatte mit dem Aufbau der Organisation der frisch gegründeten Bundesbahn ausreichend zu tun. Darum schien es, dass die übernehme, der JN durch den Bund im Sande verlaufen würde. Am
4.November 1912 einigten sich der Bund und der Kanton Neuenburg für die Übernahme Bedingungen.
- Der Kanton Neuenburg tritt die Eisenbahnstrecke Neuchatel-Chaux-de-Fonds-Col-des-Roches per 1.April 1913 an die Schweizerische Eidgenossenschaft ab. Sämtlich Anlagen, die auf dem Baukonto verbucht sind, gehen in den Besitz des Bundes über.
- Die JN muss die Bahnstrecke bis zur Übergabe an den Bund in einem befriedigendem Betriebszustand halten. Für Erneuerungen und Unterhaltsaufgaben werden nicht zusätzlich endschädigt.
Der Bund zahlte für die Bahnanlagen und ihr Zubehör den Kanton Neuenburg nicht in Bargeld. Er beglich den Kaufpreis von 9.8Mio. Fr. in 3 ½% Obligationen der Schweizerischen Bundesbahnen. Für die Spezialanlagen in LeLocle die für die PLM gebaut wurden, sowie Materialvorräte, Drucksachen, Uniformen und Land, das nicht zu den Bahnanlagen gehört wurden, Geldwert entschädigt.
Der Bundesrat war nicht bereit der Neuenburger Regierung ein minimaler Fahrplan zu garantieren. Bei den Tarifen wurden die SBB Tarife eingeführt, mit erhöhtem Distanzzuschlag, so das die Einnahmen nach der Übernahme der Strecke für die SBB gleich hoch blieben.
Die SBB übernahm auch Alle Angestellten der Neuenburger Jura-Bahn und bemühte sich die Mittarbeiter auf ihrem angestammten Posten zu belassen. Im Weiteren ging auch die Pension- und Hilfskasse zum Bund über, obwohl die Kasse eine Unterdeckung hatte.