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Vor einiger Zeit habe ich einen Brief an einen Dauerzocker verfasst.
Heute wage ich mich noch ein Stück weiter aus dem Fenster. Was ist mit einem unauffälligen Heranwachsenden, der viel zockt und Bestnoten nach Hause bringt?
Mein Beitrag (22 Minuten) ist mehrschichtig aufgebaut. Ich beginne bei der Annahme, dass der junge Mensch über seine Zeit verfügen soll und die Hauptsache darin besteht, dass er zufrieden gestellt ist.
Der direkte Verweis auf die Zehn Gebote (Ehebruch, Tötung) bei einschlägigen Online-Spielen greift meines Erachtens zu kurz. Es geht vielmehr um den Grund für die Verschiebung der Prioritäten. Weshalb lässt sich jemand beherrschen anstatt dass er Herrschaft und Verantwortung übernimmt? Weshalb lässt er sich stundenlang formen anstatt seine Umgebung mitzuprägen?
Meine Überlegungen gehen über den Gedanken “da liegt viel mehr drin” weit hinaus. Es geht letztlich um die Frage, wer auf dem Lebensthron sitzt. Ist momentanes Glücks- und Zufriedenheitsgefühl höchste Instanz für die Bestimmung unserer Zeit und Kräfte? Ich behaupte: Nein, dies ist eine versteckte Form des Götzendienstes.
Womit ich natürlich auch mich selbst (und uns als Eltern) adressiere: Welche Prioritäten erkennen unsere Kinder durch unser Leben? Könnte es sein, dass wir unsere Form des Götzendienstes pflegen und sie die ihre?