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Beschwerden (Symptome) und Häufigkeiten
In den industrialisierten Ländern stellt das Gallensteinleiden eine häufige und in der Frequenz mit zunehmendem Lebensalter ansteigende Erkrankung dar. Zwischen 45 und 75 Jahren werden bei ca. 20% der Frauen und bei 10% der Männer Gallensteine gefunden. Ca. 60 – 80% der Gallensteinträger bleiben beschwerdefrei und müssen in der Regel nicht behandelt werden. Eine Behandlung wird notwendig beim Auftreten von Komplikationen wie Gallekoliken, Gallenblasenentzündung (Cholezystitis), Gelbsucht (Verschlussikterus), Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Gallenblasenperforation mit Durchwanderung des Steins in den Magen-Darm-Trakt und Gallenblasenkrebs (Gallenblasenkarzinom).
Entfernung der Gallenblase (Cholecystectomie)
Gallensteine sind eine relativ häufige Beobachtung. Machen sie Probleme im Sinne von Beschwerden, Koliken oder Gallenblasenentzündungen, sollte die Gallenblase entfernt werden.
Anatomie
Die Galle selbst ist ein Verdauungssekret und wird in der Leber gebildet. Sie wird in die Gallenblase als Reservoir abgegeben und dort gespeichert. Der Galle wird in der Gallenblase Wasser entzogen, so kann es bei einer bestimmten Zusammensetzung der Galle zu Verklumpungen kommen und schliesslich zur Steinbildung. Wenn sich der Magen mit Nahrung füllt, kommt es durch einen hormonellen Reflex zu einem Zusammenziehen der Gallenblase, so dass der Inhalt über den grossen Gallengang in den Zwölffingerdarm abgegeben wird und dort zur Verdauung der Nahrung beiträgt. Sind Steine in nun der Gallenblase, können sich diese vor den Gallenblasenausgang (sog. Gallenblasenhals) legen und verhindern, dass Galle aus der Gallenblase abgegeben wird. Oder die Steine sind so klein, dass sie zwar aus der Gallenblase in den grossen Gallengang rutschen, dann aber an einer Engstelle vor der Einmündung in den Zwölffingerdarm hängenbleiben. Beides führt zu Koliken. Erstes kann zu einer Entzündung der Gallenblase führen, das zweite sogar zu einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, weil dann auch ihr Verdauungssekret aufstaut (der Gang mündet kurz vor der Einmündung in den Zwölffingerdarm ebenfalls in den grossen Gallengang). Zudem kann es zu einer Gelbfärbung der Haut kommen (Gelbsucht), da sich Gallefarbstoff (Bilirubin) bis ins Blut zurückstaut. Die Diagnose erfolgt meist mittels Ultraschalluntersuchung.
Chirurgische Therapie
Es gibt zwei Arten die Gallenblase zu entfernen. Die bis vor ca. 15 Jahren gängige Methode erfolgt über einen Bauchschnitt, meist am rechten unteren Rippenrand. Die andere Methode wird über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) vorgenommen, es braucht viel kleinere Schnitte, im Bauch selbst wird jedoch prinzipiell das Gleiche gemacht. Es wird über den Nabel eine stabförmige Kamera eingeführt, über einen angeschlossenen Monitor kann der Operateur das Bauchinnere beurteilen.
Über 3 weitere kleine Schnitte (ca. 1 cm) werden die stabförmigen Klemmen, Haken und Scheren eingebracht, mit der die Operation erfolgt. Es werden eventuell vorhandene Verwachsungen zu anderen Organen gelöst, dann der Verbindungsgang zum grossen Gallengang sowie das zuführende Blutgefäss präpariert und unterbunden. Danach wird die Gallenblase aus der Leber herausgelöst und möglichst komplett mit dem steinreichen Inhalt entnommen. Dies geschieht bei der laparoskopischen Technik meist mit einem kleinen Beutel, in den die Gallenblase eingebracht wird, damit sie bei der Entfernung über den Nabel nicht zerreisst.
Die Vorteile der laparoskopischen Operation sind eine kürzere Erholungszeit und eine kürzere stationäre Aufenthaltsdauer. Sie beträgt meist zwei Tage. Nicht jeder Patient ist jedoch für eine laparoskopische Entfernung geeignet. Nach ausgedehnten Voroperationen am Bauch kann eine laparoskopische Operation aufgrund von Verwachsungen im Bauchraum unmöglich sein. Manchmal (ca 2%) beginnt man auch laparoskopisch, muss jedoch aufgrund von unübersichtlichen Verhältnissen, Verwachsungen oder Blutungen auf das offene Verfahren umschwenken. Beide Verfahren werden in Vollnarkose durchgeführt.
Im Rahmen der Abklärung der Operationsnotwendigkeit werden Sie durch mich ausführlich über die Operation und eventuelle Risiken aufgeklärt.
Nach der Operation
Nach dem Eingriff werden Sie in den Aufwachraum gebracht. Dort wird für Schmerzfreiheit und Normalisierung von Atmung und Kreislauf Sorge getragen. Später kommen Sie wieder auf Ihr Zimmer, wo Sie dann der Operateur besucht. Noch am Operationstag dürfen Sie wieder trinken, am darauffolgenden Tag auch wieder normal essen.
Am 2. Tage werden Sie nach Hause entlassen. Die Nähte werden nach 10 - 12 Tagen bei einer Kontrolle bei Operateur oder Hausarzt entfernt. Prinzipiell müssen Sie nach entfernter Gallenblase ihre Essgewohnheiten nicht ändern. Der grosse Gallengang weitet sich etwas auf und übernimmt so die Funktion der Gallenblase quasi mit. Sollten Sie jedoch vorher zu oft zu fettreich gegessen haben, empfiehlt sich eine Ernährungsumstellung auch unabhängig von der Operation. Sollten nach der Operation Probleme auftreten, können sie mich in der Praxis jederzeit kontaktieren.
Risiken und Komplikationen
Die Gallenblasenentfernung ist eine sehr sichere Operation. Trotzdem gibt es wie bei jeder Operation generelle Risiken, wie Infektionen (oberflächlich) oder bei Infektion des Bauchraums eine Bauchfellentzündung (Peritonitis). Dies kann den längeren Gebrauch von Antibiotika oder eine erneute Operation notwendig machen. Ebenso verhält es sich mit Blutungen, welche auch nach der Operation noch auftreten können. Dies kann eine Bluttransfusion oder ebenfalls eine erneute Operation bedingen.
Andere Risiken betreffen speziell diese Form des Eingriffs. Diese sind auch sehr selten. Es ist jedoch wichtig, darüber informiert zu sein. So können die Gallenblase umgebende Strukturen (Darm, Magen, Hauptgallengang) beschädigt werden. Auch hier müsste ein Zweiteingriff durchgeführt werden. So verhält es sich auch mit Bauchwandbrüchen, die durch eine ungenügende Bauchwandheilung entstehen.
Zusammenfassend sind jedoch diese Komplikationen allesamt sehr selten und sollten nicht vor einer medizinisch notwendigen Gallenblasenentfernung abschrecken. Ich werden Ihnen die Operation und die Risiken ausführlich erläutern in einem persönlichen Gespräch vor der Operation. Schreiben Sie sich Fragen auf, damit wir sie besprechen können.
weitere Literatur und Infos: Gallenblase.gesund.org
Zur Beachtung
Die oben aufgeführten Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzen keinesfalls das persönliche Gespräch zwischen Patient und Arzt. Unsere Webseite wird regelmäßig aktualisiert und den neuesten medizinischen Richtlinien angepasst.