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Die Berner Regierung will das Volk entscheiden lassen, ob die Olympiade 2026 in der Schweiz stattfinden soll. Über den Kredit und die Referendumsfrage wird das Parlament voraussichtlich in der Septembersession 2018 entscheiden, wie der Regierungsrat am Donnerstag mitteilte. Der Vorschlag dürfte gute Chancen haben, denn das Parlament selber überwies im vergangenen Juni einen Vorstoss, wonach die Berner Bevölkerung frühzeitig zu einer allfälligen Beteiligung des Kantons an «Sion 2026» befragt werden soll.
Im Herbst 2019 wird das Internationale Olympische Komitee über die Vergabe der Winterspiele 2026 entscheiden. Bis dahin wird im Kanton Bern eine Projektorganisation die Aktivitäten koordinieren. Die Leitung liegt bei der Volkswirtschaftsdirektion. Die Projektgruppe wird die Vorlage zuhanden der Septembersession 2018 des bernischen Grossen Rates vorbereiten. Der Regierungsrat hat im Dezember 2016 entschieden, dass er sich mit maximal einer Million Franken aus dem Lotteriefonds an der Kandidatur «Sion 2026» beteiligen will.
Im Kanton Bern sollen Wettbewerbe im Eishockey, Skispringen und in der nordischen Kombination stattfinden. Die Infrastruktur sei vorhanden, schreibt der Kanton in seiner Mitteilung. Auf den Bau einer provisorischen Grossschanze in Kandersteg wird verzichtet. Der Kanton Bern wird sich vor allem an den Kosten für die öffentliche Sicherheit beteiligen müssen. Wie hoch diese Kosten sein werden, ist noch offen. Die fünf Durchführungskantone haben jüngst eine detaillierte Analyse der Sicherheitskosten verlangt. Die Studie soll im kommenden März vorliegen.
Skepsis gegenüber einer Kandidatur
Namentlich von linksgrüner Seite war im Kanton Bern seit Bekanntwerden der Olympia-Kandidatur immer wieder Kritik zu hören und auch die Forderung nach einer Volksabstimmung. Die Olympiakandidatur schliesst neben dem Wallis auch die Kantone Bern, Waadt, Freiburg und Graubünden ein. Eine Walliser Kandidatur gab es bereits 1999 mit dem Projekt «Sion 2006». Das Internationale Olympische Komitee entschied sich quasi in letzter Sekunde noch gegen Sion und vergab die Spiele ins italienische Turin.
Unvergessen sind die Bilder der enttäuschten Schweizer Delegation mit einem fassungslosen Bundesrat Adolf Ogi, der vor laufenden Kameras die Hände vor dem Kopf zusammenschlug und seinen Emotionen freien Lauf lassen musste. Schweizer Olympiakandidaturen hatten es bereits in der Vergangenheit nicht immer leicht. So lehnten die Stimmberechtigten bereits in den 1960-er Jahren Kandidaturen ab. Andere scheiterten im internationalen Wettbewerb. Auch in den folgenden Jahrzehnten galt es immer wieder, Niederlagen zu verkraften.
Für die Winterspiele 2010 kandidierten Graubünden und Zürich sowie Montreux mit Bern. Das Sportparlament von Swiss Olympic setzte auf Bern-Montreux, doch zeigten die bernischen Stimmberechtigten dem Projekt 2002 die kalte Schulter. 2013 und 2017 scheiterten Bündner Olympia-Projekte an der Urne. Auch im Nachbarland Österreich hat sich die Tiroler Bevölkerung Mitte Oktober mehrheitlich gegen eine Olympia-Kandidatur für das Jahr 2026 ausgesprochen. (sda/og)