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Die bis heute grösste Naturkatastrophe erlebte Europa im Jahre 1755 in Lissabon. Die Erde bebte, der Boden riss sich auf, ein Tsunami überrollte die Stadt und verwüstete sie. Die Menschen fragten sich, wie Gott das zulassen konnte. Das Erdbeben von Lissabon beschleunigte den Prozess der Aufklärung.
Heute befinden wir uns in einer anderen Krise: Das Coronavirus hält uns noch immer in Schach oder schwebt wie ein Damoklesschwert über uns: Ist die Krise bald vorbei – oder kommt eine neue Welle?
Es ist erstaunlich: Manche Viren sind Millionen Jahre alt. Es sind Bruchstücke oder Vorstufen von Leben. Sie haben sich nicht zu etwas Grösseren entwickelt, sondern sind als unsichtbare Winzlinge zufrieden. Und dennoch können sie unser Leben auf den Kopf stellen, durch alle Gesellschaftsschichten hindurch Tote und Kranke fordern, die Wirtschaft lahmlegen und Länder an den Rand des Ruins treiben. Was machen wir, wenn die Krise überstanden ist?
In der “Göttlichen Komödie” von Dante Alighieri heisst es, als Vergil und Dante die Hölle verlassen:
“Und wir entstiegen aus der engen Mündung. Und traten vor zum Wiedersehen der Sterne.”
Welche Sterne sehen wir nach der Krise? Welche positiven und negativen Prozesse hat Corona beschleunigt oder zutage gebracht? Was lernen wir daraus?