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Vielleicht ist es zu viel des Guten, alle sechs Monate von Veränderungen in Hambantota berichten zu wollen. In dem Teil der Welt mahlen die Mühlen wirklich etwas langsamer, als wir es in unseren Breitengraden gewohnt sind.
Der Fischereihafen ist immer noch im Bau und einige Fischer zogen in die zwei fertig gestellten Wohnblöcke der World Vision ein, die ca. anderthalb Kilometer vom Meer entfernt sind. In einem Gebäude Mus-lime, im anderen Singhalesen.
Etwas erstaunt über die Entwicklung brachte das Gespräch mit den Bewohnern Erhellung. Die UNICEF hat die Kosten für das Gas für ein Jahr übernommen – was allerdings nach Ablauf dieser Frist sein wird, konnte uns keiner sagen.
Ebenfalls von der UNICEF gebaut und mittlerweile fertig gestellt sind umfangreiche Schulgebäude, unterteilt nach Grund – und Mittelschule. Auf dem Gelände der Grundschule wäre ausreichend Platz für den Bau eines Kindergartens, für den die UNICEF allerdings nicht aufkommen will, da Kindergärten in Sri Lanka privat betrieben werden.
Die Kosten für Gaszylinder übernehmen, damit Leute in Wohnungen ziehen, die an ihren Bedürfnissen vorbei gebaut wurden, entspricht ja auch nicht den Zielen der Organisation!?
Die Siedlung Siribopura bekommt langsam ein Gesicht, aber es herrscht auch ein riesiges Durcheinander. Die Häuser wurden von dutzenden verschiedenen Organisati-onen gebaut und jede Organisation besteht auf eigene Vorschriften.
Die Besitzrechte der Häuser gehen erst nach einer Frist von 5 – 10 Jahren an die Bewohner über. Innerhalb dieser Frist muss das Haus selbst bewohnt werden und je nach Organisation, die das entsprechende Haus gebaut hat, darf am Haus gar nichts verändert werden, nur Anbauten oder zusätzliche Bauten in Massivbauweise erstellt werden oder nur Anbauten oder zusätzliche Bauten erstellt werden, die sich auch wieder abbauen lassen.
Auch die Adressbezeichnungen sind sehr irreführend. Einzelne Abschnitte haben ein-fach den Namen der entsprechenden Organisation übernommen, andere laufen unter der Bezeichnung Siribopura und ein Teil soll noch in Mahindapura umbenannt werden. Mahinda ist der Name des jetzigen Präsidenten und Pura heisst Stadt.
Die Infrastruktur beschränkt sich immer noch auf ein paar kleine Verkaufsstände, aber die teils liebevolle Begrünung der Gärten und Anbauten an Häusern geben dieser Ansammlung der immer gleichen Häuser langsam etwas Charakter.