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Langsam wird es etwas zuviel mit diesem Cäsar. Anfangs ging es ja in erster Linie noch um Fakten. Wer war er denn? Wie und wo lebte er? War er ein "Guter" oder ein "Böser"? Warum wurde er ermordet? Und so weiter. Irgendwann dann zog er bei uns ein und seither will der Zweitjüngste mit "Tschüss Cäsar" verabschiedet werden, wenn er zu Bett gehen sollte. Ruft man den Jungen zum Essen, muss er sich "zuerst noch um Cäsar kümmern", müsste er gehorchen, kann er nicht, weil Cäsar "keine Lust hat". Als Mutter müsste man da eigentlich Verständnis haben, hat man doch selber jeweils nach dem Dreikönigstag Napoleon gespielt und den zahlreichen Geschwistern eroberte Ländereien zugesprochen. Doch das war eine Phase während der Pubertät. Was aber wird aus einem Kind, das sich bereits als Vierjähriger für Cäsar hält?
Neben Cäsar wohnt neuerdings auch Obelix bei uns. Die Mischung ist nicht mal so explosiv, wie man denken würde. Eigentlich verstehen sich Obelix und Cäsar glänzend. Nur uns gehen sie zuweilen auf die Nerven. Nachdem man am selben Tag zum hundertsten Mal den Dialog "Falbala!" – "Psst, sie könnte uns ja hören." und danach prustendes Gelächter mitangehört hat, verspürt man den fast unwiderstehlichen Drang, sich Petersilie in die Ohren zu stopfen und "Hihi, er ist entfesselt!" zu brüllen.
Zu dumm nur, dass man mit Petersilie in den Ohren nicht hören würde, wann es mal wieder Scherben gibt. Der Jüngst hat sich nämlich in den letzten Tagen angewöhnt, auf den Esstisch zu klettern und mit Geschirr um sich zu werfen. Keine Ahnung, wofür er sich hält, aber der Druide Amnesix wüsste bestimmt eine Therapie für ihn.
Wenigstens eine ist noch auf dem Boden geblieben. Unsere Tochter muss jedesmal fragen, ob Obelix nun der Dicke sei (worauf der Älteste einwendet, Obelix sei nicht dick, sondern höchstens dick angezogen) und überhaupt gibt es bei Asterix zu wenig Frauen. So widmet sich wenigstens ein Familienmitglied den wichtigeren Dingen des Lebens und übt fleissig, auf dreissig zu zählen.