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Darf man einige der schönsten und radikalsten Texte des 20. Jahrhunderts - die «Minima Moralia», die «Dialektik der Aufklärung», «Zur Kritik der instrumentellen Vernunft», das «Passagen-Werk», «Das Ornament der Masse» - auf drei, vier Seiten zusammenfassen? Und kann man die Kritische Theorie - also Autoren wie Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Walter Benjamin, Siegfried Kracauer, Erich Fromm, Jürgen Habermas - einfach so im Lexikonformat präsentieren?
Diese Fragen haben den Herausgeber der «Schlüsseltexte der Kritischen Theorie», den Sozialphilosophen Axel Honneth, der das von Felix Weil 1923 gegründete Frankfurter Institut für Sozialforschung leitet und sich als Nachfahr der Frankfurter Schule sieht, im Vorfeld der Arbeit stark beschäftigt, wie er einleitend schreibt. Nun, offensichtlich kann und darf man. Man darf, weil auch philosophische Texte keine Heiligtümer sind und weil die betont sachlichen Zusammenfassungen nicht vorgeben, die Originaltexte adäquat zu ersetzen. So blättert und liest man sich also neugierig und fast leichthin durch die ganze Bandbreite Kritischer Theorie, auch durch die Einträge zu weniger bekannten, aber nicht minder interessanten Werken.
Dem Band fehlt einzig, was den besonderen Reiz jeden Lexikons ausmacht: Listen, also Register aller Art, Zeittabellen, Werkverzeichnisse, Kurzbiografien und Angaben auch zu den zusammenfassenden AutorInnen.