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Gott - Guda - God
Begriff-Erklärung und Definition von Gott
Bevor Sie sich mit Gott befassen, empfiehlt sich eine selbstkritische Klärung, was Sie selber mit diesem Wort anzusprechen belieben.
Beispielsweise als Geist
[= Gott]. Einst in der Erscheinung vom Polarlicht, später die Einbildung angesprochen als Wesen vom Ganzen.
Der mit dem Wort Gott heute [2016] üblicherweise stattfindende Anruf vom Ganzen als vermeintliches Wesen verursacht eine Einbildung, welche zum Zirkelschluss in der gedanklichen Folgerichtigkeit zur Erkenntnis führt. Das geschlossene Ganze ist nämlich lediglich eine Polarität vom offenen Chaos, wie die Unschärferelation in der exakten Physik nachweisen kann.
Was ist Gott? Gibt es Gott?
Ursprung, Herkunft, Bedeutung von Gott und die Welt. Geist und Gott modern erklärt
Der Wortstamm von Gott ist nur im germanischen Sprachraum anzutreffen und ausserhalb unbekannt. Das Wort könne geradezu als Kennzeichen der germanischen Sprachen angesehen werden. In der westeuropäischen Etymologie (Herkunft und Geschichte der Wörter) werden verschiedene indoeuropäische Linien unterschieden:
"*dyeu-" = "das Licht der Erde", "*dei-" = "glänzen", "strahlen", "*deiwo-" = "himmlisches Licht"
Das französische "dieu" gehe auf "*dei-" = "glänzen", "strahlen" zurück und hänge mit dem "*deiwo-" = "himmlisches Licht" zusammen, während das lat. "deus" jedoch lediglich mit der Bedeutung von "*dei-" = "glänzen", "strahlen" verbinde.
Die lateinische Zwischenstation war dann "divus, divin";
von dem sich frz. "divinité", "Diva", "devin", "devination" = "Seherin", "vorausahnen", ... - im Sinne von "erleuchtet" ableiten.
Davon getrennt zu betrachten ist das germanische neutrum:
*guða- (guð, gud, guþ, guth, goð, god, got)
Sowohl die zahlreichen Versuche, *guða- mit parallelen Bildungen anderer indoeuropäischer Sprachen in Verbindung zu bringen als auch es auf seine Wurzel zurückzuführen hätten bis heute kein formal zwingendes und bedeutungsmässig voll befriedigendes Ergebnis gezeigt. Zu den noch ernsthaft diskutierten Deutungsversuchen gehörten namentlich jene, die das Wort als eine Partizipialbildung auffassen würden. Am ersten scheine hier Rückführung auf die Wurzel *ghau-"rufen", part. *ghu'to- "angerufen" möglich, so dass *ghu'tó'm als "das (durch Zauberwort) angerufene oder berufene Wesen" bedeute.
Die Etymologie des deutschsprachigen Gottes zeigt also einen Zusammenhang mit dem Zauber (Anrufung, Beschwörung) und damit der [willkürlichen] Trennung von diesseits und jenseits und ist deshalb beim Dualismus einzuordnen.
Nun kann man die Dinge drehen und wenden wie man will, das bleibt ein abstraktes Konstrukt. Jede Zeit hat ihre eigenen Ausdruckformen und die sind nicht übertragbar im Sinn von vorstellbar. Niemand kann wissen, was Menschen vor 1000 oder 2000 oder 3000 Jahren unter einem gleichen, überlieferten Wort verstanden haben werden.
Heute wird dieses abstrakte Konstrukt der "Gottheiten" von jenen Menschen eingesetzt, die damit irgendetwas Unbekanntes regulieren wollen, meist das eigene psychologische Innere, wogegen ja nichts einzuwenden wäre, wenn das nicht öffentlich dazu dienen soll, andere Menschen damit ebenfalls zu regulieren und dadurch zu manipulieren.
Die Wahrheit sei für den Menschen die Naturgewalt von Himmel und Erde. Der ganze Rest ist reine Psychologie und Logik. Der Volksmund hat das Ganze (hier *dyeu- und Religion) schon längst einfach verbunden mit der Weisheit: Alles Gute kommt von oben.
Nebenbei sei damit auch klar, dass eine germanische Götterdämmerung schon von der Etymologie her vom Rest der Welt gar nicht verstanden werden konnte.
Nach 1900 führt Religion zur Abwesenheit von Sinn in der Gegenwart
Einst führte der Glaube zum Sinn. Augustinus [von Hippo] im 4. Jahrhundert: Ich glaube, um zu erkennen. Anselm von Canterbury im 11. Jh.: Ich glaube, damit ich verstehe. Die als Scholastik benannte Methode [Religion] wurde als die wissenschaftliche Vorgehensweise schlechthin betrachtet, umfasste und beherrschte das gesamte höhere Bildungswesen bis in die Neuzeit. Zu den letzten Ausläufern dieses veralteten und überholten Denkmodells kann, nebst anderen, z.B. die Teleologie im Kreationismus [Intelligent Design] gezählt werden. [Weiterlesen ... vom Glauben zum Denken]
Um 1900 wird der Zeitbegriff erweitert, indem die bisher bekannte historisch lineare Zeitvorstellung ergänzt wird mit einer physikalischen Zeit, einbezogen Position im Raum und Geschwindigkeit [Unschärferelation]. Damit werden sämtliche metaphysischen Vorstellungen früherer Epochen gegenstandslos, selbst wenn sie vereinzelt mangels Alternativen bis heute geglaubt sind. Zeit sei Gegenwart - vorher und nachher lediglich daran mitschwingende Gegensätze. Die auf schwerwiegendem Grundlagenirrtum basierenden Inhalte der verschiedenen und unterschiedlichen heiligen Schriften seien dadurch ebenso von einer ernsthaften Diskussion ausgeschlossen wie viele philosophische Konstrukte aus vergangener wie auch aktueller Gegenwart mit der noch historisch linearen Vorstellung von Zeit.
Nach 1900 führt Religion zur Abwesenheit von Sinn in der Gegenwart, weil Grundlagenirrtum den angeborenen religiösen Impuls als Verbindung von menschlicher Wirklichkeit mit Ahnung und [nichtmenschlicher] Realität behindert oder verhindert: Nach dem neuen Zeitbegriff sei auch Ewigkeit ein Moment der Gegenwart (mit allen denkbaren Konsequenzen bezüglich Sinn und Unsinn).
Gott ohne Philosophie und Religion? Die Behauptung mag auf den ersten Blick erstaunen.
In Gedankengängen mit Einbezug der aktuellen Erkenntnis von Naturwissenschaft werden frühere Irrtümer und Denkfehler ausgeschlossen. Besonders die Zusammenhänge von Zeit und Raum verbunden mit der Unschärferelation von Position und Geschwindigkeit beantworten oder erübrigen viele der früheren Fragen, welche nun folgerichtig (logisch) denkbar werden:
Zeit sei die Gegenwart, der Moment
Gegenwart ist ohne Anfang und Ende, für Mensch [paradox] zeitlos
Wahrheit sei keine Lüge
Was wirklich einmal war in vergangener Gegenwart ist wahr als Gegensatz von unwahr
Menschliches Sein sei nicht etwas sei[n]endes, sondern werdend seiendes
Für Mensch gilt die Logik der Polarität von lebendig und leblos, das Sein als Gegenwart ist zeitlos
Unbestreitbar verfügt Mensch über bekanntes Wissen und lebt mit noch verborgenem Unbekannten. Wichtig und entscheidend ist nun zu unterscheiden zwischen dem Bekanntem und dem noch Unbekannten und der Erkenntnis dazwischen. Es sei völlig unsinnig, sich mit Fragen zu belasten, welche mit Sicherheit nur mit Hilfe von Wissenschaft und Technik beantwortet werden können.
Soweit alles klar, aber wo bleibt da der Sinn des Ganzen?
Mit Bezug auf ein Ganzes ist die Grundannahme zu beachten: Damit ein Mensch überhaupt irgend etwas denken kann, muss zwingend ein erster Vergleich und eine erste Unterscheidung mit etwas stattfinden können. Allein diesem Zweck dient die Annahme [Axiom] einer gedachten Einzigartigkeit [Singularität], welche wahlweise in einer Vorstellung von Ordnung [Ganzes] oder vom Chaos bestehen kann. Diese erste Dualität bedingt sich in der Folge gegenseitig.
Auch beim Sinn ist das oben stehende zu berücksichtigen. Einerseits den bekannten Sinn des Menschenlebens, welcher unmittelbar einleuchtet als einziger Möglichkeit, Vergangenheit mit Zukunft durch Gestaltung von Gegenwart zu verbinden und andererseits den noch unbekannten Zweck der Biologie auf der Erde, welche spätestens mit dem Ende ihrer Energiequelle Sonne unvermeidbar die Form ändern wird. Das [zeitlose] sein an sich ist davon nicht betroffen.
Dieses "die Form ändern" kann nun frei und kreativ für Vorstellungen verwendet werden. Wichtig ist dabei zu beachten, dass eine Vorstellung nur gedacht werden darf und keinesfalls geglaubt.
Eine mögliche Variante dieser Umwandlung der Form leitet sich ab von der Mythologie aus dem keltischen Druidentum als Vorstellung gelebter Todlosigkeit einer unvergänglichen Seele und deren Auferstehung in einer anderen, gedanklich gegenwärtigen Welt.
Doch nun zuerst einmal einigermassen der Reihe nach ... weiter zu:
die grosse Leere
© bzw. Autor: Rolf Pfister Zürich