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Mitte März wurden die globalen Märkte von einer Bankenkrise in den USA und in der Schweiz erschüttert. Dies führte zu einer erheblichen Volatilität, und eine Zeit lang schien der Ausbruch einer neuen Finanzkrise zu drohen. Der Zusammenbruch der Silicon Valley Bank (SVB) und der Untergang der Credit Suisse schienen direkt miteinander verbunden zu sein, aber in Wirklichkeit handelte es sich um zwei getrennte Krisen. Die eine ausgelöst vom schlechten Risikomanagement und die andere vom endgültigen Zusammenbruch des Vertrauens in die Credit Suisse.
Das schnelle Eingreifen der Aufsichtsbehörden trug dazu bei, dass sich beide Ereignisse nicht zu etwas viel Schlimmerem ausweiteten. In den USA schritten die Aufsichtsbehörden ein und schlossen SVB und Signature, während sie gleichzeitig ein neues Programm der Federal Reserve (Fed) zur Unterstützung der Bankenliquidität bereitstellten. In der Schweiz fusionierten die Behörden die Credit Suisse mit ihrer Konkurrentin UBS in der vielleicht beeindruckendsten und schnellsten «Blitzhochzeit» seit der globalen Finanzkrise von 2008.
Über den Autor
Chris Beauchamp ist leitender Marktanalyst bei IG Group. Er ist ein anerkannter Experte auf dem Gebiet der Aktien- und Devisenforschung sowie ein gefragter Marktkommentator in führenden britischen Finanzsendungen, die unter anderem von BBC und Sky News ausgestrahlt werden.
Wenn man bedenkt, wie sehr sich die Anlegenden immer noch wegen einer neuen Finanzkrise sorgen, scheinen die Märkte die Ereignisse relativ gut zu überstehen. Während die europäischen Aktien einen Dämpfer erlitten und die US-Märkte nachgaben, erholte sich die Risikobereitschaft insgesamt gut. Dies lag zum Teil daran, dass die Märkte ihre Erwartungen hinsichtlich der ersten Zinssenkung der Fed plötzlich vorverlegt haben, und zwar ins Jahr 2023, nachdem sie diese nach den geldpolitisch restriktiven Aussagen von Jerome Powell vor US-Gesetzgebern ins Jahr 2024 verschoben hatten.
Die Zentralbanken haben ihre Zinssätze weiter angehoben, wobei die EZB, die Fed, die BoE und die SNB ihre Geldpolitik gestrafft haben. Insgesamt sieht es aber so aus, als ob die lang erwartete Pause bei den Zinserhöhungen, die normalerweise einen vollständigen Stopp der Zinserhöhungen bedeutet, nun früher als erwartet eintritt. Dies lässt auf eine gewisse Erleichterung an den Aktienmärkten hoffen, die im Jahr 2022 stark gelitten haben, als die Zentralbanken begannen, die Zinsen zu erhöhen.
Auch wenn die Bankenkrise kurzzeitig wieder auftauchte, als die Credit Default Swaps der Deutschen Bank in die Höhe schossen und die europäischen Märkte fielen, erwies sich dies als eine kurzlebige Entwicklung. Das Bemerkenswerte am vergangenen Monat ist, wie stabil die Märkte waren. Sie fielen zwar in einigen Fällen von ihren jüngsten Höchstständen zurück, erlitten aber noch keinen grösseren Zusammenbruch.
Das grosse Risiko besteht nun darin, dass eine Rezession in diesem Jahr sehr viel wahrscheinlicher geworden ist. Dieses Mal könnte sie aber nicht wegen der Zinserhöhungen kommen. Vielmehr dürften die Ereignisse des vergangenen Monats die Banken bei der Kreditvergabe sehr viel risikoscheuer machen und damit einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität auslösen, der eine Rezession verursachen könnte. Dies spiegelt die veränderte Einschätzung der Zinssätze am Markt wider, die nun auf Zinssenkungen bis zum Ende des Jahres hindeutet, wobei einige sogar schon im Sommer mit Zinssenkungen in den USA rechnen.
Angesichts der bisherigen Ereignisse und der Kursentwicklung wäre es nicht überraschend, wenn das Wachstum in diesem Jahr solider ausfällt und die Erträge positiv überraschen, was Aktien und andere Risikoanlagen bis zur Jahresmitte und darüber hinaus stützen würde. Das vierte Quartal 2022 markierte den Höhepunkt des Pessimismus unter den Anlegern und Anlegerinnen, und die jüngsten Ereignisse haben diese Hoffnung nach einer Besserung im Januar noch verstärkt, sodass die Stimmung weiterhin negativ ist. Dies könnte dann zu einer Erholung der Aktienkurse führen und sie weiter nach oben treiben.