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«Auch in Japan gibt es die Nachbarschaftshilfe mit Zeitgutschriften. Gemäss der letzten Erhebung im Jahr 2012 waren 3 Millionen Menschen an diesem System beteiligt.»
In Japan ist mehr als ein Viertel der Bevölkerung über 64 Jahre alt. Auch deshalb spielt Fureai Kippu, eine Art von Zeit Geld, eine wichtige Rolle im Sozialsystem des Inselstaates. Die Währungseinheit ist eine Stunde Arbeit für einen älteren, hilfsbedürftigen Menschen. Die geleisteten Stunden können auf einer Zeit Bank angespart werden, um damit später im Alter selbst Pflege in Anspruch nehmen oder die Stunden an andere weitergeben zu können. Ältere Menschen können dadurch länger zu Hause bleiben, und das staatliche Gesundheitssystem wird entlastet. Zugleich reduziert Fureai Kippu die Vereinsamung und wirkt sich positiv auf Gesundheit und Lebensdauer aus. Zum Zeitpunkt der letzten offiziellen Erhebung von 2012 beteiligten sich über drei Millionen Menschen am System.
Die Idee hat sich seither weltweit verbreitet und wurde auch in der Schweiz nachgeahmt. «Zeitgut Luzern» zum Beispiel fördert seit 2013 Nachbarschaftshilfe über Zeitguthaben. Zwischen 2013 und 2023 wurden nach eigenen Angaben fast 40 000 Stunden Hilfsarbeit geleistet. Die Organisation hatte zuletzt über 700 Mitglieder. Während «Zeitgut Luzern» unabhängig vom monetären System funktioniert, erlauben manche Fureai Kippu in Japan auch eine Umwandlung von geleisteten Arbeitsstunden in Geldwerte – vertrauensbasiert. Gesetzliche Garantien gibt es keine.