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Die Überschwemmungen im Mittleren Westen der USA haben den Transport von Getreideethanol an die Küsten verunmöglicht. Nun könnte Brasilien einspringen. Besonders wenn der Importzoll von 54 Cent pro Gallone (knapp 4 l) fällt oder wenigstens reduziert wird, könnte dort eine neue Investitionswelle anrollen. Zwei US-Senatoren, Dianne Feinstein und Judd Gregg, haben jetzt einen entsprechenden Vorschlag gemacht, weil damit niedrigere Ethanolpreise für weite Teile der USA möglich wären.
Brasiliens Vereinigung der Zuckerrohrindustrie, die Unica, drängt darauf schon, seit die USA 2006 die Zwangsbeimischung von Ethanol in Benzin einführten und die Investitionen in Ethanol rasch anstiegen. «Ohne Zölle könnten wir dieses Jahr rund 2 Mrd l mehr exportieren, mit niedrigeren Zöllen immerhin noch rund 1 Mrd l», kalkuliert Antonio Padua Rodrigues von Unica. Brasilien rechnet mit einer Steigerung des Ethanolexports von 3,5 Mrd l im Vorjahr auf 4,8 Mrd l. Das meiste davon geht in die USA, entweder direkt in die US-Häfen oder indirekt über die Karibik, wo zollfrei in die USA exportiert werden kann.
«In den letzten Wochen hat sich das Ethanolgeschäft vollständig verändert», sagt Martinho Seiti Ono, Direktor eines der grössten Ethanol-Broker Brasiliens, Sociedade Corretora de Alcool (SCA). «Die Überschwemmungen und steigende Ethanolpreise haben die Nachfrage explodieren lassen.» Getreideethanol kostet in den USA 2.80 Dollar pro Gallone, das brasilianische Zuckerrohrethanol dagegen 1.87 Dollar. Und seit der Getreidepreis in den USA gestiegen ist, wird Zuckerrohr trotz Zöllen immer wettbewerbsfähiger.
Rodrigues erklärt, dass von den im Vorjahr angekündigten 84 Zuckerrohrethanol-Betrieben dieses Jahr 32 die Produktion aufnehmen würden. «Wenn die USA signalisieren, dass die Zölle sinken, könnten in kürzester Zeit noch weit mehr als die ausstehenden 52 entstehen.»