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In der Schweiz hat mehr als die Hälfte der Bevölkerung einen Vitamin-D-Mangel, und das nicht nur im Winterhalbjahr. Bis weit in den Frühling hinein ist der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen noch zu flach, so dass nahezu alle UV-B-Strahlen, die für die körpereigene Vitamin-D-Produktion Voraussetzung sind, durch die Ozonschicht herausgefiltert werden. In der Folge treffen kaum UV-B-Strahlen auf die Haut, weshalb im Körper nicht genügend Vitamin D produziert werden kann. Dass wir jetzt so viel wie möglich zu Hause bleiben sollen, verschlimmert die Situation noch zusätzlich.
Zentrale Rolle im Immunsystem
Der verbreitere Vitamin-D-Mangel wirkt sich fatal aus. Bei älteren Menschen führt er zu einer Verschlechterung der Knochen- und Muskel-Gesundheit und zu verhängnisvollen Stürzen und Knochenbrüchen. Eine zentrale Rolle spielt das Vitamin D auch im Immunsystem. Wissenschaftler der Universität Kopenhagen veröffentlichten im Fachmagazin „Nature Immunology“ eine bahnbrechende Arbeit. Sie konnten zeigen, dass die Killerzellen des Immunsystems – die T-Zellen – nicht reagieren und nicht imstande sind, Krankheitserreger wirksam zu bekämpfen, wenn zu wenig Vitamin D im Blut vorhanden ist.
Die Aktivierung verläuft dabei wie folgt: Kommt eine naive, also noch unerfahrene T-Zelle in Kontakt mit einem Eindringling, beginnt sie, ein Vitamin-D-Erkennungseiweiss zu produzieren. Das wird dann wie eine Art Antenne ausgefahren und testet, ob Vitamin D verfügbar ist. Registriert die Antenne das Vitamin, läuft eine ganze Reaktionskette ab. Am Ende vervielfältigt sich die T-Zelle und bildet Hunderte identischer Zellen, die alle auf den Krankheitserreger oder auf von Viren infizierte körpereigene Zellen losgehen und sie vernichten.
Um eine genügende Vitamin-D-Versorgung sicherzustellen, empfehlen die Fachgesellschaften und Gesundheitsbehörden weltweit eine Supplementierung von 800 IE pro Tag oder 24’000 IE im Monat.