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12.08.2017
Nachruf alt Stadtpräsident Dr. iur. Felix Schwank
alt Stadtpräsident Dr. iur. Felix Schwank
Am Freitag der vergangenen Woche ist Felix Schwank nur wenige Wochen nach seinem 95. Geburtstag nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Mit ihm verliert unsere Stadt eine markante Persönlichkeit, die sich während einer langen politischen Laufbahn mit Herzblut für Schaffhausen eingesetzt und auch nach dem Rücktritt aus der aktiven Politik bis ins hohe Alter weiterhin rege am Geschehen unserer Stadt Anteil genommen hat.
Felix Schwank war in Romanshorn aufgewachsen und hatte dort die Schulen besucht, bis sein Vater Ende der dreissiger Jahre als Postverwalter nach Schaffhausen gewählt wurde. Nach der 1942 bestandenen Maturität leistete Felix Schwank längere Zeit Militärdienst. Gegen Kriegsende nahm er an der Universität Zürich das Studium der Rechtswissenschaft auf, welches er im Herbst 1949 mit dem Doktorat abschloss. Nach dem Rücktritt von Verhörrichter Wilhelm Votsch wurde er im Herbst 1951 zum wohl jüngsten Verhörrichter in der Geschichte der Schaffhauser Justiz gewählt. Wenige Jahre später wurde er bereits Staatsanwalt.
Im Jahre 1951 heiratete Felix Schwank Ruth Suter. Ihrer Ehe entsprossen zwei Kinder. Die Wahl zum Stadtschulrat 1956, den er 1959 ein Jahr lang präsidierte, war für den jungen Familienvater ein erster Schritt in die Politik. 1960 wurde der damals erst 38-Jährige in den Schaffhauser Stadtrat gewählt, wo er schnell mit Walter Bringolf zu harmonieren begann. Nach acht Jahren Stadtrat wählten ihn die Schaffhauser - den Schaffhauserinnen war damals ja das Wählen und Abstimmen noch verwehrt - zu ihrem Stadtpräsidenten. Zwanzig Jahre blieb Felix Schwank im Amt, unbestritten, wenn auch nicht immer von allen gleichermassen geliebt. Felix Schwank setzte mit einer neuen Bauordnung und der verkehrsfreien Innenstadt wichtige Akzente bei der Stadtentwicklung Schaffhausens. Ferner förderte er kulturelle Institutionen wie Museum zu Allerheiligen, Stadttheater, Bibliotheken und Stadtarchiv. Durch seine klaren Vorstellungen und seinen Willen, zu gestalten statt zu verwalten, prägte er die Stadt während zweier Jahrzehnte.
Mit besonderer Hingabe widmete er sich der Förderung von Kunst und Kultur und im besonderen der Förderung neuer künstlerischer Richtungen. Durch seine natürliche Autorität wie auch durch seine persönliche Ausstrahlung war Felix Schwank zu einer Vaterfigur, zu einem Stadtvater, geworden. Seine Amtszeit ging deshalb auch als «Ära Schwank» in die Geschichte ein. Felix Schwank gehörte nicht zu jenen Politikern, die unauffällig im Strom schwimmen. Er vertrat stets seine eigene Meinung, fand aber auch immer Ansatzpunkte, zu vermitteln. Er konnte ein recht unbequemer und hartnäckiger Gesprächspartner sein; doch gaben seine Standpunkte immer wieder zu Diskussionen Anlass, die stets respektvoll und auf demokratische Weise geführt wurden. Die demokratische Ausmarchung von Kontroversen lag ihm sehr am Herzen. Ohne auf Einzelheiten einzugehen, darf mit Anerkennung festgestellt werden, dass Felix Schwank in einer Zeit des raschen Wandels ganz wesentlich zur Gestaltung und Weiterentwicklung unserer Stadt beigetragen hat.
Nach seinem Rücktritt aus der Politik wollte er eigentlich loslassen, sich seinen vielen sonstigen Interessen widmen, lesen, schreiben, jedenfalls nicht mehr politisieren. Aber so einfach war das nicht, er konnte nicht aus seiner Haut. So wies er in regelmässigen Abständen immer wieder darauf hin, wenn er politische Kurzsichtigkeit oder einfältige Entscheide ortete. «Unverstand» ärgerte ihn. Er war überzeugt, dass wer die Gegenwart verstehen und gestalten wolle, auch Sinn für Kontinuität haben müsse. Diese historische Verantwortung wurde in seinen Augen von den Politikern und den «ewigen Umorganisierern» oft zu wenig ernst genommen. Dabei, so argumentierte er, dürfe der «Blick in den Rückspiegel», in die Vergangenheit nicht fehlen! In den 1990er Jahren schrieb er mehrere Bücher, die Erinnerungen zum Inhalt haben. Auch in den «Schaffhauser Nachrichten» erschienen immer wieder Reminiszenzen aus seinem Leben, aus seiner vielseitigen Tätigkeit, in denen seine Ehefrau Ruth eine wichtige Rolle spielte. Für vergangene Ereignisse konnte er sich stets auf seine Tagebuchnotizen verlassen, die er sorgsam aufbewahrte.
Felix Schwank hatte gesundheitlich auch im hohen Alter kaum Probleme, auch im Geist war er jung geblieben. Bis auf sein Gehör. Es war traurig, als er, naturverbunden wie er stets war, eines Tages sagen musste, "auf einmal hörte ich im Wald die Vögel nicht mehr, plötzlich war es totenstill". Trotzdem wusste er auch damit umzugehen und verfolgte bis in die letzten Tage seines Lebens das Geschehen in nah und fern. Schaffhausen verliert mit Felix Schwank eine bedeutende Persönlichkeit. Der Stadtrat gedenkt seiner in grosser Dankbarkeit und entbietet den Angehörigen sein aufrichtiges Beileid.
Für den Stadtrat