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Bis 2012 hat Kolumbien eine Reihe von Freihandelsverträgen abgeschlossen: mit den Vereinigten Staaten, Kanada, der Europäischen Union, der Schweiz sowie der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA und anderen. Seitdem hat sich eine Ernährungskrise in Kolumbien entwickelt und viele Bauern sind in ihrer Existenz bedroht. Als Konsequenz der Freihandelsverträge wurde die internationale Vereinbarung zum Schutz der Pflanzenzüchter (UPOV 91) in die nationale Gesetzgebung aufgenommen und die Resolution 970 von 2010 verbietet die Verwendung von lokalen und traditionellen Sorten.
Auf dieser rechtlichen Grundlage haben wir zwischen 2010 und 2013 die Beschlagnahmung und Vernichtung von 4000 Tonnen bäuerlichen Saatgutes mitansehen müssen.
Dieser Angriff auf die Unabhängigkeit und Würde der bäuerlichen Bevölkerung hat die Armut vergrössert. Die Entrüstung darüber war gross und es kam zu grossen Blockadeaktionen der Bauern im ganzen Land, die von breiten Teilen der Bevölkerung unterstützt wurden. Unser Land ist ein Zentrum, aus dem viele weltweit wichtige Kulturpflanzen stammen, und wir haben noch zahlreiche wertvolle Pflanzenarten, die für die Ernährung von grosser Bedeutung sind. Das Netzwerk der ErhalterInnnen der Samen des Lebens in Kolumbien (RGSV) kämpft um die Erhaltung der Kulturpflanzen-Vielfalt, damit diese auf den lokalen Märkten für alle zugänglich ist und eine gesunde und lokale Lebensmittelversorgung der Bevölkerung ermöglicht. Unsere Aufgabe ist nicht leicht, da die Regierung unsere Arbeit verbietet und kriminalisiert, während sie den Saatgutkonzernen unsere Märkte zugänglich macht.
Im Jahr 2014 haben drei von uns eine Tournee unter dem Motto "Saatgut im Widerstand" durch sechs europäische Länder gemacht. Dabei haben wir Einzelpersonen und Vereinigungen kennengelernt, die unsere Arbeit im Jahr 2014/15 unterstützt haben. Dank dieser Unterstützung konnten wir die IX. Begegnung der "ErhalterInnen der Samen des Lebens" in der Provinz Cauca durchführen, an der 150 ErhalterInnen teilgenommen haben. Wir haben uns gegenseitig ermutigt, die Kampagne für die Bewahrung unserer Kulturpflanzen weiterzuführen. Wir haben aber auch zwei weitere Gewächshäuser für die Produktin von Saatgut gebaut und in der Provinz Nariño zusätzlich zu den zwei bestehenden Saatgutzentren zwei weitere gegründet.
Im kommenden Jahr ist es dringend, zu untersuchen, ob unsere traditionellen Maissorten von den importierten Gen-Maissorten kontaminiert wurden. In der Provinz Nariño waren von 43 untersuchten Sorten 5 kontaminiert. Das ist eine Warnung für uns und wir müssen einen Ausweg finden.
Besonders dafür brauchen wir im kommenden Jahr eure finanzielle und juristische Unterstützung.
Wir müssen die mit genverändertem Mais unerfahrenen Bauern informieren, wie die Kontamination auf ihre Felder kommt. Wir müssen erreichen, dass die Verbreitung dieser importierten Maissorten kontrollierbar wird, mit dem Ziel, die Regionen, in denen wir Saatgut produzieren, gentechnikfrei zu halten. Wir brauchen "Gentechnikfreie Regionen". Als Alternative zu diesen Sorten müssen wir natürlich vermehrt Saatgut einheimischer Sorten zur Verfügung stellen.
Es ist dringend, unsere traditionellen Kulturpflanzen zu schützen davon hängt eine gesunde Ernährung in Kolumbien und weltweit ab
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