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Ich hatte heute mit Baron Gagern, dem Referenten der Rheincorrection im Ministerium des Äussern, in dieser Angelegenheit wiederum eine Unterredung. Vom Ministerium des Innern ist dort bis jezt noch keine Antwort in Folge der Conferenz des Hr. Landammann Häfliger u. mir mit dem Minister Giskra, eingelangt, sie wird aber täglich erwartet. Die Schuld der Verzögerung liegt an der Statthalterei in Innsbruk.
Ich erlaube mir nun, Sie zu ersuchen, die Frage der Rheincorrection auch mit dem k.k. Gesandten in Bern, Baron Ottenfels, auf das ernstlichste zu erörtern und demselben zu sagen, dass ich mich bei Ihnen darüber beklagt habe, dass ich auf mein ausführliches Promemoira über die Rheincorrection, welches ich den 28. December 18682 dem k.k. Ministerium des Äussern übergeben und in welchem dasselbe dringend ersucht habe, einen baldigen Entscheid herbeizuführen, ausser einer einfachen Empfangsbescheinigung bis heute, also nach fast acht Monaten, keine Antwort erhalten habe; dass ich unter dem 10. Juli3 in einer Note wiederum dem k.k. Ministerium auf das eindringlichstevoxgQsXeWX habe, dass die Schweiz, angesichts der drohenden Gefahr für beide Rheinufer, nun nicht mehr die Zeit mit müssigem Zuwarten verlieren könne und daher die k.k. Regierung auf das ernstlichste ersuche, einen Entscheid zu treffen, u. dass auch diese Note bisher ohne Antwort geblieben sei. Es wäre gewiss sehr zweckmässig, wenn Sie dem k.k. Gesandten Ihr Befremden darüber ausdrüken würden, dass in dieser wichtigen Frage, die nun durch Decennien Gegenstand der Verhandlungen zwischen Österreich und der Schweiz gewesen, und die von den Technikern in wiederholten Expertisen entschieden sei, die kaisl. Regierung immer nicht zu einem bestimmten Entschlüsse gelange. Es wäre daher auch gut, wenn Sie dem k.k. Gesandten bei dieser Gelegenheit bemerken würden, dass keine andere Regierung der Schweiz gegenüber hochwichtige Fragen so hinausschleppe wie die österreichische und dass insbesondere alle Angelegenheiten, die zwischen Tirol-Vorarlberg u. der Schweiz zu verhandeln seien, fast unqualificirbare Zögerungen erleiden.
Ich würde besonders deshalb grossen Werth darauf legen, dass Sie in diesem Sinne mit dem k.k. Gesandten sprechen und ihn ersuchen würden, dem Ministerium des Äusseren darüber zu berichten, weil der Kaiser mit grosser Gewissenhaftigkeitsämtliche Berichte des k.k. Gesandten liest; und da S. M. schon einmal (bei der Grenzregulirungsfrage4)so bestimmt auf die Erledigung einer lang schwebenden Frage mit der Schweiz gedrungen hat, so hoffe ich, dass der Kaiser, wenn er den Bericht des Baron Ottenfels liest, ein gewichtiges Wort in der Rheincorrection sprechen werde.
Ich theile Ihnen ganz confidentiel mit, dass auch Baron Gagern der Ansicht ist, dass eine Unterredung Ihrerseits mit dem k.k. Gesandten in dem angedeuteten Sinne ein mächtiger Hebel zur Beschleunigung der Verhandlungen sein werde. Ich wiederhole nochmals, dass die ganze Verzögerung nur durch den lahmen Geschäftsgang und vielleicht auch einigen bösen Willen in Innsbruk hervorgerufen ist und dass die Dispositionen sowohl beim Ministerium des Äusseren, als bei dem des Innern für den Fussacherdurchstich durchaus günstig sind.
Ich erlaube mir noch Sie zu bitten, mir es mitzutheilen, sobald Sie mit dem k.k. Gesandten gesprochen haben, damit ich dann auch meinerseits hier wieder drängen kann.
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