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18. Juli – 16. September 2012 Ob es seine Freunde, die Familie oder enge Mitarbeiter waren, Friedrich Dürrenmatt porträtierte gerne Menschen, die ihm nahe standen. Auch ist er sich häufig selber Modell gestanden und wirft einen unverblümten Blick auf seine Persönlichkeit. Die Ausstellung präsentiert um die dreissig wenig bekannte Werke.
Seine Kinder, in ihre täglichen Aktivitäten vertieft, seine Ehefrau, in einer liebevollen und melancholischen Art gemalt, seine Freunde, unter ihnen der Gastwirt und Kunstsammler Hans Liechti, der Schauspieler Leonard Steckel oder der Psychiater Otto Riggenbach; Friedrich Dürrenmatt hat gerne die Menschen gemalt, die ihm nahe standen.
Zwischen den 1960er bis Mitte der 80-er Jahre sind zahlreiche Porträts entstanden, die Dürrenmatt in seinem Atelier meist aus der Erinnerung gemalt hat. Häufig ist auf den Bildern ein Glas Rotwein zu sehen, ein Symbol der Freundschaft, als wolle Friedrich Dürrenmatt die komplizenhafte Beziehung oder die tiefe Verbundenheit zwischen dem Maler und dem Modell bezeugen.
Besonders eindrücklich berührt die dem Maler Varlin gewidmete Zeichnungsserie von 1977: Wie verschiedene Maler vor ihm, hat Dürrenmatt seinen sterbenden Freund begleitet und ihn während seiner letzten Tage wiederholt gemalt. Dessen Gesicht, müde, aber gelassen, verwandelt sich innerhalb dieser letzten Tage in einen skelettartigen Zustand, der erschauern lässt. Als Varlin die Bilder betrachtete, fragte er, ob er wirklich so ausgesehen habe. Aufgrund des Schweigens Dürrenmatts bekräftigte er: „Dann geht's nicht mehr lang".
Friedrich Dürrenmatt ist sich ebenfalls oft selbst Modell gestanden. In den 70er- und 80er-Jahren entstanden mehrere Autoporträts mit und ohne Spiegel, die einen kompromisslosen und unverblümten Blick auf seine Person zulassen. Dieses reflektierende Interesse an der eigenen Person und Geschichte beschäftigt Dürrenmatt auch in der Literatur, insbesondere im autobiographischen Projekt der Stoffe, in welchem er sich mit der Geschichte seiner Schriftstellerei auseinandersetzt.
Die Ausstellung „Friedrich Dürrenmatt - Portraits und Selbstportraits" zeigt um die dreissig selten zu sehende und der Sammlung des CDN angehörende Werke, vor allem Gouachen und Federzeichnungen.