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«Wenn Du nichts veränderst, wird sich auch nichts verändern!»
In meinen schlimmsten Zeiten schlief ich noch fünf oder sechs Stunden pro Nacht. Es ist nicht so, dass ich zurückgetreten bin, weil ich nicht mehr gut schlief. Ich bin zurückgetreten wegen allem anderen.
Zitat Titel: George Lee „Sparky“ Anderson (1934 – 2010) war ein US-amerikanischer Baseballspieler und –manager und der erste Teammanager, der Mannschaften aus der National League und der American League zum Sieg in der World Series führte.
In meinen schlimmsten Zeiten schlief ich noch fünf oder sechs Stunden pro Nacht, nicht mehr, und es waren keine guten Stunden. Ich war immer gestresst, selbst im Bett, in meinem Kopf drehte und wühlte es, ich konnte ihn einfach nicht abschalten. Ich schlief nicht mehr wirklich tief, und manchmal erwachte ich mitten in der Nacht, und dann fielen mir tausend Dinge ein, die ich vergessen hatte oder die noch zu erledigen waren. So war’s in den letzten vier Jahren meiner Karriere als Kunstturnerin, von 2007 bis 2011, es begann im Jahr vor den Olympischen Spielen in Peking und endete erst, als ich zwar Europameisterin und Weltmeisterschaftszweite und Olympiafünfte geworden aber, aber keinen anderen Ausweg mehr wusste, als den Rücktritt zu geben.
Es ist nicht so, dass ich zurückgetreten bin, weil ich nicht mehr gut schlief. Ich bin zurückgetreten wegen allem anderen, es war mir zu viel geworden, das Training, die Aufmerksamkeit, die Erwartungen, ich kam damit einfach nicht mehr klar. Und darum schlief ich auch schlecht. Und wenig. Um allen Terminen gerecht zu werden, hatte ich mir zuerst alle Freizeit geraubt. Und als keine Freizeit mehr übrig war, die ich mir hätte rauben können, raubte ich mir halt noch den Schlaf. Dabei hätte ich nichts sosehr gebraucht wie das: guten und langen und tiefen Schlaf.
Ich weiss, dass man Schlaf weder vor- noch nachholen kann, aber nach meinem Rücktritt fühlte es sich jahrelang an, als müsste ich alles kompensieren, was ich zuvor an Schlaf verpasst hatte. Ich schlief zehn, elf Stunden pro Nacht, häufig machte ich auch den Tag durch ein Nickerchen, mein Kopf war am Ende, mein Körper war es auch. Der viele Schlaf half. Heute weiss ich, dass ich acht bis neun Stunden Schlaf pro Nacht brauche, wenn ich den Tag durch nicht müde werden will. Ich bin nicht gern müde. Ich glaube, ich habe sogar ein bisschen Angst davor, müde zu sein.
Ich kann nur im Bett wirklich gut schlafen, nicht im Zug, nicht auf dem Sofa, nicht im Sommer auf einer Wiese. Ich habe ein 180er-Bett mit zwei 90er-Matratzen von Hüsler Nest, es steht mitten im Schlafzimmer, die Kopfseite direkt unter dem grossen Fenster. Meine Hündin Cloé, eine Chihuahua, schläft immer neben mir, auf einer kleinen Decke, auch wenn mein Freund da ist. Ich schlafe seit Jahren mit Ohropax und höre nichts, keinen Mucks. Ausser wenn Cloé bellt. Wenn ich Cloé nicht hätte, könnte um mich herum die Welt untergehen, ohne dass ich es merken würde. Sie ist mein Warnsystem. Wenn irgendetwas nicht in Ordnung ist, meldet sie sich, und ich wache auf. Zu wissen, dass sie mich wecken würde, wenn was wäre, gibt mir Sicherheit.
„Sparky“ hatte Recht, wenn Du nichts veränderst, wird sich nichts verändern. Darum, seien Sie mutig.
Ihre Ariella