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FCW bedeutet Franz Carl Weber, das Zürcher Spielzeughaus. Schon 1943 gab es zwei Freiflugsegler von Franz Carl Weber, welche noch aus Sperrholz aufgebaut waren und die Bezeichnung FCW 1 und FCW 2 trugen. Sie stammten vom Konstrukteur Ernst Hausammann und hatten Spannweiten von 120 und 150 cm. Von diesen Modellen ist hier nicht die Rede, denn unter den gleichen Bezeichnungen FCW 1 und FCW 2 gab es von Franz Carl Weber in den frühen 1950er Jahren einen Freiflug-A1- und einen A2-Segler, letzterer mit 199 cm Spannweite als Baukästen. Und die Modelle bestanden inzwischen bereits aus Balsaholz. Da Balsaholz in der Schweiz erst seit 1949 durch W. Streil, Modellbauartikel, importiert wurde, dürfte der neue FCW 2 somit irgendwann zwischen 1950 und 1955 auf den Markt gekommen sein. Ich erinnere mich, dass Werner Kölliker sagte, dass es vor 1952 keine Schweizer Schnellbaukästen in Balsaholzbauweise gegeben habe. Auch Willy Streil schrieb in einem Kommentar zu seinem Baukasten des Kö II, dass dieser der erste Schweizer Balsaholzlbaukasten eines A2-Modell gewesen sei. Daher kann das Erscheinen des FCW 2 auf die Zeit von 1952 bis 1955 eingeschränkt werden. Und weil der FCW 1 erst 1956 nach dem FCW 2 erschien, schränkt sich das Erscheinungsdatum noch weiter ein auf 1954 oder 1955. Er war somit der erste Schweizer Balsaholzbaukasten für ein A2-Modell.
Warum man für zwei völlig andere Modelle erneut die Bezeichnung FCW 1 und FCW 2 gewählt hat, ist nicht ganz klar, denn dies führte nun zu Missverständnissen. Vermutlich wollte man mit der Bezeichnung einen Bezug zu den damals noch neuen intenationalen Wettbewerbsklassen A1 und A2 herstellen.
Konstruktion
In der Bauanleitung wird als Konstrukteur E. Fischer von der Modellfluggruppe Glattal genannt. Diese heisst heute Modellfluggruppe Koblenz-Glattal. Auf der Website dieser MFG findet sich unter Geschichte lediglich der Hinweis, dass der Verein bereits seit über 60 Jahren bestehe, von der eigentlichen Geschichte des Vereins steht leider nichts. Doch gerade das hätte vielleicht etwas Licht ins Dunkel gebracht. Somit ist der Verein irgendwann zwischen 1950 und 1955 gegründet worden und die frühen Mitglieder haben samt Konstrukteur den FCW 1 und FCW 2 ganz offensichtlich in dieser Zeit entwickelt. Genauer lässt sich das Entstehungsjahr der Modelle im Augenblick nicht feststellen.
Die Erprobung des Modells FCW 2 erfolgte durch E. Fischer und den Mitgliedern der MFG Glattal. Die MFG Glattal war Mitglied des Ae.C.S. Der FCW 2 entsprach den internationalen Normen und war wettbewerbsfähig. Durch gute Platzierungen an verschiedenen Wettbewerben hatte der FCW 2 seine Möglichkeiten bereits bewiesen, als der Baukasten aufgelegt wurde. In der Bauanleitung steht zudem, dass der FCW 2 relativ leicht zu bauen sei und eine erfolgreiche Fortsetzung des FCW 1 sei. Somit ist klar, dass auch der FCW 1 bezeichnungsmässig ein Doppelgänger seines Pendents aus dem Jahre 1943 ist. Es geht zudem daraus hervor, dass auch der zweite FCW 1 von E. Fischer stammen dürfte. In der gesamten Bauanleitung und auf allen Plänen ebenso wie auf dem Baukasten findet sich kein Hinweis auf das erste Baujahr des Modells oder des Baukastens. Es bleibt somit bei der Vermutung, dass es zwischen 1954 und 1955 gewesen sein muss.
Der Baukasten
Der Baukasten wurde von Franz Carl Weber in Eigenregie herausgebracht, nachdem E. Fischer den Baukasten, die Baubeschreibung und die Stückliste vorbereitet hatte. Mehr folgt!
Der Bau des FCW 2
Mehr folgt, sobald ich das Modell gebaut habe. Das wird angesichts meiner zahlreichen im Bau befindlichen Restaurationsarbeiten noch ein Weilchen dauern.
Technische Daten
Spannweite: 199 cm Rumpflänge: 115 cm Flügelfläche: 29.18 dm² Höhenleitwerkfläche: 4.34 dm² Gewicht: mind. 410 g Flächenbelastung: 14.05 g/dm²
Der Beitrag wurde am 26.11.2015 letztmals nachgeführt.