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Sogar der Botschafter war da
Die Auslandschule in Yokohama ist die älteste in Ostasien.
Schweizer Unterricht ist nicht gerade verbreitet. Kern selbst sagt, dass es so etwas wie einen Schweizer-Lehrer anderswo gar nicht gibt. Vor seinem Leben in Thailand und später in Japan unterrichtete er im Kanton Luzern. Die deutsche Auslandschule in Yokohama ist mit der Gründung 1905 die Älteste in Ostasien, der Schweizer Unterricht seit Jahren fester Bestandteil. Knapp 10 Prozent der 480 Schüler haben Schweizer Wurzeln und seit Frühling endlich ihren eigenen Unterrichtsraum. Bei der Einweihung im angebauten vierten Stock des Schulhauses erschien sogar der Schweizer Botschafter. Kern lacht und sagt: «Ich muss den Raum einzig noch mit dem Lateinlehrer teilen.»
Nach anderthalb Stunden gibt es ein Znüni, draussen auf dem weiten Schulgelände. Die Sonne brennt vom Himmel, Kern setzt sich unter einen Baum, verteilt Apfelschnitze. Sein Handgelenk umschlingt eine Swatch-Uhr, er klappt sein silbernes Armeemesser zu und zeigt es einem Bub, Joshua heisst er. Er müsse seine Rolle als Schweizer-Lehrer natürlich auch zelebrieren. Kern lebt gerne in Japan, schätzt die ausgeprägte Höflichkeit, wie er sagt. Die Schweizer Gemeinde ist aktiv, etwa 2500 Landsleute leben in der Metropolregion Tokyo. Um zwölf Uhr werden zwei Väter ihre Söhne abholen und sagen: «Die Kinder lieben diesen Unterricht, sie haben einen guten Lehrer.»