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Das Atmen zeigt das Denken.
Man denkt, wie man atmet.
Anders atmen bedeutet
anders reden
bedeutet anders schreiben. Transportiert also der Atem die Sprache? Sprache nicht als Transport. Sprache, damit etwas da ist. Das Schreiben als radikale Übersetzung. Sprache als Körper, als Ort.Der Körper, ein Speicher. Die Sprache, ein Speicher. Die Sprache, ein Körper. Die Sprache, der ortlose Ort.
morgensonnenlicht und meine hände die tasten nach händen tasten nach fingern nach deinen fingerbeeren an denen mein mund lecken kann an denen man schmeckt die seife und die nacht und den tag und den fisch in der bratpfanne.
Die knorrigen Stämme der Olivenbäume: Beine einer alten Dame unterm Morgenmantel. Der rötliche Himmel zwinkert ihnen zu, sie raufen sich die Haare, schütteln die silbernen Blätter, zankende Vögel lösen sich vom Geäst, glänzende Früchte in den Schnäbeln.
Er sass oft auf dem Teppich mit dem Bügeleisenbrandloch, zugespitzter Abdruck, dunkel, er sass vor dem Telefon, wartete, bis es läutete, Hände auf dem Hörer, zog sie zurück, strecke seine Beine aus, schaute aus dem Fenster. Wenn er sass, war er klein, war dann kindergross, sein Oberkörper reichte bis zum unteren Drittel der Fensterscheibe, das Telefon läutete, er räusperte sich, nahm es in seine eine Hand, sprach und fuhr mit den Fingern der anderen Hand über das Bügeleisenbrandloch.
Kairo erreichte ich an einem noch immer heissen Herbstabend. Ich tauchte kaum mehr auf aus diesem Strom der Autos, aus der Lichtflut; das Taxi preschte in rasendem Tempo über die Hochstrasse, Wortfetzen des Fahrers peitschten in mein Gesicht, bis wir vor einem grossen grauen Hotel parkten. Wir bogen in eine enge Gasse ein, in der der Duft von gegrilltem Fleisch in der Luft lag, ein Durcheinander von Tönen und Stimmen folgten uns. Ich war angelangt und glücklich.
kontakt: laura.vogt(at)gmx.ch