Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/148857

<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat, zu prüfen und zu berichten,</p><p>1. wie viele Tierhäute die Schweiz heute pro Jahr zum Zweck der Lederherstellung exportiert und wer die grössten Abnehmer sind; </p><p>2. welche Möglichkeiten er sieht, das hohe Potenzial Schweizer Häute (Qualität, Tierhaltung) besser zu nutzen;</p><p>3. welche Möglichkeiten vorhanden wären, um die Produktion und Vermarktung von Leder aus Schweizer Tierhäuten zu fördern.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Markt von Häuten, Fellen und Leder ist in der Schweiz weitgehend liberalisiert. Der Preis für diese Produkte bildet sich auf dem freien Markt nach Angebot und Nachfrage. Der Bund greift regulatorisch nicht in diesen freien Markt ein. Eine Ausnahme bildet die seit dem 1. März 2013 geltende Deklarationspflicht für Pelze von bestimmten Tierarten (Pelzdeklarationsverordnung; SR 944.022).</p><p>1. Die Centravo AG mit Sitz in Lyss ist in der Schweiz die grösste Verarbeiterin von tierischen Nebenprodukten. Die Firma ist dazu als zentrale privatrechtliche Sammel- und Vermarktungsorganisation für die in der Schweiz anfallenden Häute und Felle tätig. Nach eigenen Angaben bereitet die Firma jährlich zirka 850 000 Stück Häute und Felle mit einem Gesamtgewicht von 16 000 Tonnen zur Lederproduktion vor.</p><p>Gemäss schweizerischer Aussenhandelsstatistik wurden im Jahr 2013 gesamthaft knapp 17 000 Tonnen rohe Häute und Felle von Tieren mit einem Gesamtwert von rund 71 Millionen Schweizerfranken zur Weiterverarbeitung exportiert. Rund 74 Prozent der mengenmässigen Exporte gingen nach Italien. Weitere bedeutende Zielländer der Exporte waren Frankreich, Spanien, die Niederlande und Deutschland.</p><p>2./3. Der Bundesrat sieht keine Notwendigkeit, zusätzlich regulatorisch in den funktionierenden Markt von Häuten, Fellen und Leder einzugreifen. Innovative, zukunftsorientierte und wertschöpfungswirksame Projekte im Inland können bereits heute grundsätzlich im Rahmen der bestehenden Instrumente der Agrarpolitik gefördert werden. In der Agrarpolitik 2014-2017 (AP 2014-2017) hat das Parlament die Unterstützungsmöglichkeiten noch gestärkt. Mit dem neugeschaffenen Artikel 11 des Landwirtschaftsgesetzes (LwG) kann der Bund gemeinschaftliche Massnahmen von Produzenten und Produzentinnen, Verarbeitern oder Händlern unterstützen, die zur Verbesserung oder Sicherung der Qualität und der Nachhaltigkeit von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und deren Verarbeitungsprodukten und von Prozessen beitragen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.