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Mitten in der Zirkusmanege sitzt eine junge Frau mit kurzen Haaren. Ihr Name ist, laut Titel der Radierung, Johanna. Konzentriert richtet sie ihren Kopf gegen die Zeltdecke. Sie trägt ein enges, gestreiftes Kleid, das ihr bis zu den Waden reicht. Die Arme erhoben, fasst sie mit den Händen zwei lange, dünne Stäbe. Von oben beleuchtet ein Lichtstrahl die Artistin. Ist Johanna gerade dabei, ihr Kunststück aufzuführen? Links im Hintergrund steht wartend ein weisses Pferd, wachsam schaut es über die Schulter zur Frau.
Die Zirkusdarstellung gestaltet Fritz Pauli in der Technik der Kaltnadelradierung und Aquatinta. So erzeugt er ein breites Spektrum von verschiedenen Grautönen, die die diffuse Lichtstimmung des Zirkus treffend einfangen. Paulis Bedürfnis, ein Werk langsam zu entwickeln, kommt die Technik der Radierung entgegen: über mehrere Schritte führt die Technik zum Endresultat. So arbeitet der Künstler 14 Jahre an dieser Zirkusdarstellung. Die Druckgrafik kommt mit dem Vermächtnis von Victor Surbek und Marguerite Frey-Surbek 1981 in die Sammlung.
Anja Seiler
Johanna sitzt im Zirkus-Zelt.
Sie konzentriert sich auf 2 Stäbe.
Von oben leuchtet ein Schein-Werfer.
Gibt sie gleich eine Vor-Führung?
Ein weisses Pferd wartet im Hinter-Grund.
Der Künstler beginnt mit dem Werk, als er 66 Jahre alt ist.
Er verwendet die Technik der Radierung.
Dadurch kann er Änderungen vornehmen.
Er bearbeitet die Druck-Platte
und druckt,
bearbeitet wieder die Platte
und druckt
und so weiter.
So entsteht das Zusammen-Spiel der vielen Grau-Töne.
Sara Smidt