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Standen die ersten Quanten-Rechner von IBM für die Entwickler-Community noch kostenfrei zur Verfügung, soll das neue IBM Q System mit 20 Qubits die erste kommerziell vermarktete Lösung werden. Big Blue will sie bis zum Jahresende auf den Markt bringen.
Mit Qiskit liefert IBM dann zudem ein Open-Source-Entwicklungskit für die Programmierung von Quanten-Rechnern aus.
Forscher aus dem IT-Bereich hegen grosse Hoffnungen in das Quanten-Computing. Viele von ihnen sind der Ansicht, das Quantencomputer eine neue Unwälzung in der IT mit sich bringen werden. Während klassische Rechner auf Bits und Bytes bauen, um 0 und 1 zu interpretieren, können Qubits gleich zwei Zustände simultan einnehmen. Reiht man mehrere Qubit-Chips aneinander, erhält man eine astronomische Rechenleistung. Je mehr Qubits die Forscher jedoch aneinanderreihen, desto komplexer werden die gesamten Interaktionen zwischen den einzelnen Qubits, um Berechnungen durchzuführen, sagt der IBM-Forscher Dario Gil.
Bei Quanten-Rechner gibt es noch eine weitere Herausforderung. Zum einen benötigen Quanten-Chips eine sehr niedrige Umgebungstemperatur, zum anderen behalten Qubits nur für kurze Zeit ihren Zustand (Coherence), bevor diese zum klassischen Zustand mit 0 und 1 zurückkehren. In den späten 1990er Jahren betrug diese Coherence-Zeit lediglich einige wenige Nanosekunden, inzwischen haben Forscher diese Coherence-Zeit auf 47 bis 50 Mikrosekunden für 5 Qubit-Maschinen erhöhen können.
Wie IBM wissen lässt, haben IBM-Forscher bereits erfolgreich einen 50 Qubit-Prototypen gebaut, der als Meilenstein in die Geschichte der Quanten-Rechner eingehen könnte. Noch aber ist unklar, wann der 50 Qubit-Rechner kommerziell verfügbar sein wird.
Laut den Angaben von IBM haben bislang bereits über 60'000 Anwender mehr als 1,7 Millionen Quanten-Experimente durchgeführt. Ausserdem seien rund 35 Forschungspublikationen von Drittanbietern erstellt worden. Und es hätten sich weltweit Benutzer von über 1500 Universitäten, 300 High-Schools und 300 privaten Einrichtungen registriert.