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Neue Regeln für Laufschuhe – wegen Nike
Ende Januar gab der Leichtathletik-Weltverband World Athletics eine Regeländerung für Wettkampfschuhe bekannt. Er reagierte damit auf die Polemik rund um die jüngste Laufschuhentwicklung von Nike. Eine interne Arbeitsgruppe von World Athletics kam zum Schluss, «dass es unabhängige Untersuchungen gibt, die darauf hinweisen, dass die neue Technologie, die in den Sohlen von Strassenlaufschuhen zum Einsatz kommt, einen Leistungsvorteil bietet.»
World Athletics sah die Chancengleichheit in Gefahr und reagierte. Die drei wichtigsten Regeländerungen, die seit 30. April in Kraft sind:
- Die Sohle eines Laufschuhs darf maximal 40 Millimeter dick sein.
- Ein neuer Laufschuh muss mindestens vier Monate auf dem Markt erhältlich sein, bevor er im Wettkampf benutzt werden darf.
Schuhe dürfen nur noch eine Platte in der Sohle haben. Die Platte kann zwar aus mehreren Teilen bestehen, diese müssen jedoch hintereinander in einer Ebene liegen und dürfen sich nicht überlappen.
Eine Regeländerung, die nichts ändert
Offensichtlich ist, dass World Athletics auf den Hype rund um die Nike-Modelle «Vaporfly4%» und «Vaporfly Next%» und deren Einfluss auf die Laufzeiten bei Marathonwettkämpfen reagiert. Mit den neuen Regeln ändert sich diesbezüglich jedoch kaum etwas. Denn ausser dem Prototypen, mit dem Eliud Kipchoge 2019 in Wien bei der Ineos-1:59-Challenge erstmals die 2-Stunden-Grenze unterboten hat, sind auch mit der neuen Regelung alle bisherigen Vaporfly-Modelle erlaubt. World Athletics zielt damit vielmehr auf künftige Entwicklungen. In Wien lief Kipchoge einen Schuh mit rund 50 Millimetern Sohlendicke und mehreren Karbonplatten. Mit der neuen Regelung ist beides nicht mehr erlaubt.
Stirnrunzeln verursacht das Timing von World Athletics bei der Bekanntgabe der Regeländerung im Januar. Nur wenige Tage später lancierte Nike ein neues Modell, den «Nike Air Zoom Alphafly Next%». Zufälligerweise entspricht der Schuh mit einer Sohlendicke von 39,5 Millimetern und nur einer integrierten Platte dem neuen Regelwerk und hätte daher an den Olympischen Spielen in Tokio eingesetzt werden dürfen. Der visionäre Blick der US-Schuhbauer in die Kristallkugel der Laufschuhzukunft ist bemerkenswert. Ein Schelm, wer dabei böses denkt. Zumindest können Adidas, New Balance und Co. bei der Entwicklung neuer Modelle nun nachziehen.