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Der Pontiac Firebird war der etwas edlere Camaro von General Motors und die Trans-Am-Version das Schwestermodell der sportlicheren Chevrolet Camaro Z28. In einer mit KI ausgerüsteten schwarzen Version war dieser Pontiac auch der Held der 80er-Jahre Erfolgs-TV-Serie „Knight Rider“ mit David Hasselhoff in der Titelrolle.
Die 1899 aufgegleiste Automarke Pontiac wurde 1908 anteilsmässig und später ganz von General Motors übernommen. Vom langjährigen Präsidenten (1923 bis 1937) und Chairman (1937 bis 1956) Alfred Pritchard Sloan (1875 bis 1966) in der GM-Hierarchie als sportliche Marke für Junge positioniert, musste Pontiac 2010 aufgegeben werden. GM geriet 2009 in die Insolvenz, wurde vom Staat gerettet und bekam einen entsprechenden Sparauftrag. Mit weniger Blechpressen (um aus einem Chevy einen Pontiac zu machen) konnte man einige Dollar sparen, hauptsächlich ging es aber um die Marketingkosten für die GM-Marke. Deretwegen kippte damals auch Oldsmobile aus dem Portfolio von GM.
Ereignisreiches Jahr
Wir stossen auf einen Trans AM GTA von 1991. Ein ereignisreiches Jahr: Rajiv Gandhi, Sohn von Indira Gandhi und Vorsitzender der indischen Kongresspartei, fällt einem Attentat zum Opfer. Carl Lewis ist der überragende Mann der Leichtathletik-WM in Tokio. In Russland wird ein Putsch reformfeindlicher Kräfte durch Boris Jelzin vereitelt, der Maastricht-Gipfel ebnet den Weg zur Einheit Europas. Ausserdem bestimmen 1991 insbesondere die Kriege im ehemaligen Jugoslawien das politische Geschehen. Die endgültige Auflösung der Sowjetunion hatte zur Folge, dass sich zahlreiche Unionsrepubliken unabhängig erklärten, eine davon heisst Russland.
Beim Automobil hat „Kadett“ als Modell-name von GM-Opel ausgedient, die Kompaktklasse nennt sich fortan „Astra“, und Mercedes bringt die neue S-Klasse als Dickschiff auf den Markt; ausfahrbare Peilstäbe im Heck sollen das Rangieren erleichtern. Und seit 1982 ist die dritte Trans-AM-Generation mit Heckklappe und Klappscheinwerfern auf dem Markt; damit entfiel der für Pontiac typische Kühlergrill. Der 82er hat eigentlich gar keinen Grill. Runde 80.000 Kilometer ist das rote Coupé gelaufen, also gut eingefahren, aber praktisch noch ohne Patina. 25.500 Franken will der Verkäufer im aargauischen Wildegg dafür haben. Und nach einer ausgiebigen Probefahrt lässt sich sagen: ein fairer Preis für ein sogenanntes Muscle Car, das ziemlich vehement anschieben kann. Mit dem 5,7-Liter-OHV, rund 240 PS und enormer Drehwilligkeit. Das war nicht zu erwarten, wie der Zeiger des Drehzahlmessers blitzartig im Rundum zuckt und wie der 4-Gang-Automat die Stufen reinhaut. Untermalt von diesem typischen V8-Brabbeln, in dem im GTA ein leicht giftiger Sound mitschwingt. Macht Freude. O. k., das war‘s, wir wissen jetzt, dass wir könnten, wenn wir wollen, und grummeln fortan mit Kellerdrehzahlen dahin. Dieses Auto drückt nicht.
Langsamer als erlaubt
Ich ertappe mich dabei, etwas langsamer zu fahren, als es der Gesetzgeber erlaubt. Das kommt selten vor und spricht für diesen Amerikaner. Ein prächtiger Showy mit überlanger Motorhaube, ohne etwas Aerodynamik zu verschenken, liesse sich ein zweiter V8 vorn anflanschen. Fünf Meter Autolänge für zwei Personen, die Fondsitze sind ein Witz. Immerhin stehen bei geklappter Sitzbank rund 880 Liter Laderaum zur Verfügung. Und das Auto macht heutzutage im Reigen der Oldies und Youngtimer viel her, lässt sich am Wochenende problemlos regelmässig nutzen.
Da sind sie wieder, diese fummeligen GM-Schlüssel aus den 90ern. Aber das Auto scheint Freude daran zu haben, ausgeführt zu werden, macht richtig Laune. Von welchem Elektrischen lässt sich dies so sagen?
„Für mich ist ein Elektrofahrzeug ein Auto ohne Seele“, sagt Mario Illien, der erfolgreiche Motorenentwickler aus Chur.