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Kalabrien – entdecken Sie den Süden Italiens
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Kalabrien, die südlichste Region auf dem italienischen Festland, bildet die Stiefelspitze des südeuropäischen Landes, das von der Adria im Osten und dem Mittelmeer im Westen umschlossen ist. Diese Region wurde von zahlreichen Herrschern geprägt und hält heute ein reichhaltiges touristisches Angebot für ihre Gäste bereit.
Das Areal des heutigen Kalabriens war nachweislich schon in der Steinzeit besiedelt. Verschiedene archäologische Funde und Steinritzzeichnungen in Felsen dieser Region weisen darauf hin.
Die Vergangenheit der Region Kalabrien
Die erste dörfliche Ansiedlung entstand circa 1600 vor Christus und wurde etwa 800 Jahre aufrechterhalten. Noch bis in die Zeit um das Jahr 500 vor Christus waren die Siedlungen im heutigen Kalabrien unter griechischer Herrschaft. Während des Zweiten Punischen Krieges, welcher von 218 bis 201 vor Christus dauerte, eignete sich das Römische Reich Kalabrien als Provinz an.
In der Zeit zwischen dem 6. und dem 11. Jahrhundert gehörte Kalabrien zum ostromanischen Reich Byzanz. Es kam zuweilen zu Übergriffen der Normannen, welche schliesslich im Rahmen der normannischen Eroberung Süditaliens auch die Region Kalabrien einnahmen. Der Höhepunkt der normannischen Herrschaft war in der Mitte des 12. Jahrhunderts erreicht – das Königreich Sizilien umfasste damals die gleichnamige Insel sowie das Festland bis zu den Abruzzen.
Nach den Normannen herrschten für – nach historischer Sicht – kurze Zeit die Staufer über das Königreich Sizilien. Zum Ende des 13. Jahrhunderts übernahmen die Herrschenden des französischen Königreichs Anjou dieses süditalienische Gebiet. Verantwortlich für diese Übernahme war Karl I. von Anjou, der als rigoroser Machtmensch angesehen wird. Mit der Eroberung Siziliens und weiterer europäischer Gebiete wurde er seinerzeit einer der mächtigsten Männer Europas.
Peter III. der Krone Aragon erwarb im Jahr 1282 das Königreich Sizilien, wodurch dieses unter spanische Herrschaft fiel. 1285 übernahm Peters zweiter Sohn Jakob als Herrscher die Region. Auf die Krone Aragon folgte das schweizerisch-deutsche Herrschergeschlecht der Habsburger. Im Anschluss daran gehörte das Königreich den französischen Bourbonen. Im Jahr 1861 wurde das Königreich Sizilien im Rahmen des Risorgimento dem Königreich Italien angegliedert. Mit der Bildung der Republik Italien im Jahr 1946 wurde Kalabrien zu einer eigenständigen Region und Sizilien zu einer weiteren auf der gleichnamigen Insel.
Sehenswertes in Kalabrien
Durch die verschiedenen Herrschaftseinflüsse verfügt die Region Kalabrien über zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten. Dazu zählt zum Beispiel das Normannenkastell in Vibo Valentia. In Italien wird dieses Gebäude Castello Svevo-Normanno, also Schwäbisch-Normannisches Kastell, genannt. Errichtet im Jahr 1075 auf einer griechischen Akropolis und unter dem Staufer Friedrich II. ausgebaut, beherbergt es heute ein schönes Museum, in dem Sie neben normannischen Rüstungsteilen auch Wirtschaftsgüter wie beispielsweise Bronzetöpfe und Kunstgegenstände wie Terrakotta-Skulpturen entdecken können.
In der Küstenstadt Reggio Calabria finden Sie die imposante Kathedrale Maria Santissima Assunta. Der erste Sakralbau auf dem Areal der heutigen Kirche wurde Ende des 3. beziehungsweise Anfang des 4. Jahrhunderts auf einem verfallenen Apollotempel errichtet. Das Erdbeben von Messina zerstörte den bis dahin mehrfach erweiterten Bau im Jahr 1908 allerdings komplett. Im neuromantischen Stil wurde die Kathedrale Maria Santissima Assunta bis zum Jahr 1928 wiedererrichtet, worauf im Jahr 1931 auch Fertigstellung und Einweihung des freistehenden und 28 Meter hohen Kirchenturmes folgten. Neben der beeindruckenden Architektur der Fassade und des dreistöckigen Innenraums finden Sie hier auch die Grabstätten einiger einflussreicher Bischöfe und Schmiedearbeiten aus Edelmetall, die aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammen.
Ebenfalls in Reggio Calabria erwartet Sie das Castello Aragonese, das Aragonische Kastell. Obwohl es noch vor den spanischen Herrschern errichtet wurde, wird es vor allem mit den Königen der Krone Aragon in Verbindung gebracht, welche es vornehmlich nutzten, ausbauten und teilweise von hier aus regierten. Das Castello Aragonese gilt als Wahrzeichen der Stadt Reggio Calabria und beherbergt seit einer gründlichen Renovierung ein Museum zur Geschichte der Stadt und der Region sowie auch einige Kunstausstellungen.
Nordöstlich von Reggio Calabria liegt die Stadt Stilo. Hier finden Sie die Cattolica di Stilo. Dieser byzantinische Sakralbau wurde im 9. Jahrhundert errichtet. Der Grundriss der Kirche entspricht einem Kreuz; der Innenraum wird von vier Säulen in fünf fast gleich grosse Teile aufgeteilt. Über dem mittleren Abschnitt prangt ein lichtdurchfluteter Dom. Neben den Überresten von Fresken, die zur Blütezeit der Kirche den gesamten Innenraum gestalteten, finden Sie auch noch Spuren einer arabischen Inschrift in der Cattolica di Stilo. Übersetzt bedeutet sie “Es gibt nur einen wahren Gott”. Die arabische Inschrift deutet darauf hin, dass das Gebäude einst von Muslimen genutzt wurde.
Freizeiterlebnisse in Kalabrien
Die beliebteste Freizeitbeschäftigung in Kalabrien ist der Fussball. Neben diesem Ballsport finden Sie hier aber auch Möglichkeiten zu ausgedehnten Wanderungen und Trekking-Touren. Viele dieser Wege können Sie auch mit dem Fahrrad oder dem Mountainbike erkunden.
Wenn Sie resistent gegenüber Höhenangst sind, dann können Sie Kalabrien auch mit einem Paraglider erkunden. Vor allem in Praia al Mare werden Paragliding-Kurse angeboten. Nördlich der Stadt Cetraro finden Sie überdies einen luxuriösen Golfplatz. Im Sommer kann man neben Tauch-, Segel- und Surf-Angeboten noch viele weitere Wassersportarten an der Küste Kalabriens ausüben. Aber gegen ein Sonnenbad am Strand und den Sprung ins kühle Nass ist selbstverständlich auch nichts einzuwenden.
Oberstes Bild: Klosterkirche auf einem Felsen im Mittelmeer vor der Stadt Tropea (© SueSchi / pixelio.de)