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Um ihren Gelddiebstahl aus dem Firmentresor zu vertuschen, hatte eine Möbel-Pfister-Angestellte 2015 eine Bombendrohung in Pratteln BL erfunden. Das Baselbieter Strafgericht hat die 37-Jährige am Dienstag zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt.
Das Gericht verurteilte das frühere Kadermitglied des Möbelgeschäftes wegen Diebstahls, falschen Alarms, Schreckung der Bevölkerung, mehrfacher Urkundenfälschung sowie Irreführung der Rechtspflege zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten bei einer Probezeit von drei Jahren. Den Rest des gestohlenen Betrags muss die Frau an Möbel Pfister zurückzahlen.
Im Weiteren hat das Dreiergericht die Frau zu einer bedingten Geldstrafe à 90 Tagessätze mit einer Probezeit von drei Jahren sowie einer Busse verurteilt. Sie muss auch die Verfahrens- und Gerichtskosten sowie Kosten für die amtliche Verteidigung tragen. Zudem muss sich die Frau in eine Behandlung gegen Spielsucht begeben.
Auf den Zivilweg verwiesen hat das Gericht die Schadenersatzforderungen von Möbel Pfister, Media Markt und Ikea. Der Ikea wurde indes eine Parteientschädigung zugesprochen.
Vor dem Gericht hatte sich die Frau am Montag reuig gezeigt. Sie gestand die Taten weitestgehend - viele seien «Kurzschlusshandlungen» gewesen. Vom gestohlenen Geld waren bei Hausdurchsuchungen rund 60'000 Franken sichergestellt worden.
Vorgesetzte und Polizei belogen
Am 28. Dezember 2015 hatte die Frau 101'500 Franken sowie 515 Euro aus dem Firmentresor geholt und in einem von ihr gemieteten Keller versteckt. Im Tresor lagen auch die Einnahmen der vergangenen Woche, weil die Frau den Geldtransport um eine Woche verschoben hatte.
Am Mittag des nächsten Tages - vor dem geplanten Abholtermin durch einen Geldtransporter - informierte die Frau ihren Vorgesetzten, dass per Telefon ein Bombenalarm eingegangen sei. In der Folge wurde das Gebäude evakuiert und von der Polizei mit Spürhunden durchsucht. Während mehreren Stunden sperrten die Behörden Zufahrten zum Grüssen-Areal, wo sich zahlreiche Einkaufsläden befinden.
Als am Tag darauf der Gelddiebstahl entdeckt wurde, sagte die Frau ihrem Vorgesetzten und später auch der Polizei, dass sie bereits am Morgen des Vortags einen leeren und offenen Tresor vorgefunden habe. Mitte Januar gab sie ihre Tat zu. Inzwischen hatten Ermittlungen ergeben, das kein anonymer Anruf bei Möbel Pfister eingegangen war.
Über 250 Casino-Besuche
Als Motiv für die Tat machte die Frau, die im April 2015 in einem Schweizer Casino über 114'000 Franken gewonnen hatte, Spielsucht geltend. Einen grossen Teil ihres Gewinns hatte sie in den folgenden Monaten gleich wieder verspielt. Belegt sind gemäss Anklageschrift über 250 Casinobesuche im Jahr 2015.
Wegen Urkundenfälschung angeklagt war die Frau, weil sie im Spätsommer 2015 einen Kontoauszug ihrer Bank manipuliert hatte. Ein Casino hatte verlangt, dass die häufige Besucherin ihr Vermögen offenlegt. Weil sie eine Casinosperre habe verhindern wollen, beschönigte sie ihre finanzielle Situation. (sda)