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Der Bauernkrieg von 1524-1525 ist schon lange her. Vuillard aber gelingt es, die Lesenden in diese Zeit zu versetzen. Sich die Mühen und Hoffnungen der Menschen vorzustellen. Sich eine Idee davon zu machen, wie die revolutionären Ideen Müntzers die Leute bewegt haben. Wie Müntzer überhaupt selber auf seine radikalen sozialkritischen Überzeugungen gegen die Feudalherrschaft gekommen ist.
Ein aufrüttelnder Text zu einem Ereignis, das so weit weg ist – und wenn wir darüber lesen doch so nah ist. cnKlappentext:
Während Martin Luther darauf bestand, dass die aufbegehrenden Bauern gegenüber ihren Herren gefälligst die andere Wange hinhalten sollten, schlug sich ein anderer Reformator auf ihre Seite und prägte entscheidend die Jahre des Aufstands 1524-1525.
Der Drucker, Utopist, Brandredner und Theologe Thomas Müntzer hatte nichts weniger als einen Sturz der Obrigkeit im Sinn – mit religiösen wie ganz und gar weltlichen Argumenten stellte er sich dem ausbeuterischen Feudalsystem entgegen. Der Preis für seinen Mut war hoch: Für seine sozialrevolutionären Ideen wird er bereits zwei Jahre nach Beginn der Aufstände enthauptet, doch sein Drängen auf Gerechtigkeit hat ebenso überlebt wie das Selbstverständnis der oberen Klassen, mit dem sie ihre Privilegien rechtfertigen.Über die Autorin / über den Autor:
Éric Vuillard, 1968 in Lyon geboren, ist Schriftsteller und Regisseur. Für seine Bücher, in denen er grosse Momente der Geschichte neu erzählt und damit ein eigenes Genre begründet, wurde er u.a. mit dem Prix de l'Inapercu und dem Franz-Hessel-Preis ausgezeichnet. 2017 bekam er für Die Tagesordnung den renommierten Prix Goncourt. Zuletzt erschein bei Mattes & Seitz Berlin 14. Juli (2019).Preis: CHF 22.90