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© Marcel Burkhardt
Historische Angaben über die Brutvögel liefern wichtige Grundlagen für die Beurteilung der heutigen Situation der Avifauna in der Schweiz. Viele Arten haben nämlich bereits vor dem ersten Brutvogelatlas (1972–1976) starke Verluste erlitten. Denn die Intensivierung der Landnutzung setzte schon in den Fünfzigerjahren oder früher ein. Mit dem Projekt «Historischer Brutvogelatlas» wurde die Situation der Vogelwelt in den Fünfzigerjahren dokumentiert.
Ältere Ornithologen wurden kontaktiert und ihr Wissen über die Situation der Brutvögel in den Fünfzigerjahren über standardisierte Interviews zusammengetragen. Eine weitere Informationsquelle waren die umfangreichen Beobachtungsarchive der Schweizerischen Vogelwarte, speziell das Archiv des 1962 erschienenen «Brutvogelbuchs», die unter diesem neuen Aspekt vollständig ausgewertet wurden. Als ergänzende Quellen wurden auch regionale Avifaunen, Publikationen sowie Beobachtungskalender in «Nos Oiseaux» und im «Ornithologischen Beobachter» verwendet.
Von den rund 200 Brutvogelarten sind die Veränderungen seit den Fünfzigerjahren bei der Hälfte der Arten gut dokumentiert. Bei der anderen Hälfte von Arten liegen keine Indizien für grosse Arealveränderungen vor oder eine solche kann mit den vorliegenden Daten nicht gezeigt werden. Der zunehmende Einfluss des Menschen auf die Lebensräume der Vögel wird insbesondere belegt durch dramatische Rückgänge bei Arten im Landwirtschaftsgebiet wie dem Rotkopfwürger, dem Rebhuhn oder dem Wiedehopf. Zwar gibt es seit 1950 auch Gewinner, z.B. Saatkrähe, Weissstorch oder Türkentaube. Dennoch überwiegen die Verlierer.
Basierend auf der Verbreitung der Vögel in den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts lieferte dieses Projekt wichtige Grundlagen für die (Neu-)Beurteilung der aktuellen Situation der Avifauna der Schweiz.
Mittlerweile ist das Projekt mit der Veröffentlichung des Buches „Historischer Brutvogelatlas“ abgeschlossen. Hier finden Sie weitere Informationen.