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Mittlerweile hat die Windrichtung in den tiefen Luftschichten um 180° gedreht, von Nordostwind auf Südwest- bis Westwind. Dies kann man an den tiefen Wolken ablesen, die nun aus Südwesten bis Westen heranziehen. Der bodennahe Wind weht aber immer noch aus Nordosten. Den Höhenwind kann man an den hohen Wolken ablesen, die meistens aus feinen Fasern bestehen (oder auch an den Kondensstreifen). Er weht aktuell aus Nordwesten.
Zuerst einmal zum Bodenwind: Nordostwind deutet, wie ich schon gestern geschrieben habe, auf trockenes, aber eher kühles Wetter, was durch die Sonneneinstrahlung nicht allzu stark spürbar werden wird. Derzeit ist es nähmlich 12°C und der Höchstwert dürfte noch etwa 3-4°C höher liegen. Der Bodenwind ist meistens mindestens für die nächsten 3 Stunden wirksam. Folglich bleibt es heute Nachmittag trocken und teils sonnig.
Aber schon in einer Höhe von etwa einem Kilometer oder etwas mehr, weht der Wind aus Südwesten bis Westen. Winde aus dieser Richtung bringen meist feuchte Luft heran, wobei es bei Südwestwind warm und bei Westind eher kühl wird. Hier kommt es erneut auf den Luftdruck an, ob es nun regnet oder nicht. Dieser ist weiter gesunken auf 1006 hPa, das heisst, sobald sich dieser Wind auch in Bodennähe durchsetzt, wird es wohl Schauer geben. Dies wird jedoch wie oben geschrieben in frühestens 3 Stunden der Fall sein, da der Wind auch noch seine Zeit zum Drehen braucht, kann mann von mindestens 4 Stunden trockenem Wetter ausgehen. Die geringe vertikale Erstreckung der tiefen Wolken deutet ebenfalls darauf hin, dass es wohl kaum Schauer geben wird in den nächsten Stunden.
Nun kommen die fasrigen hohen Wolken zum Zug, die in der Fachsprache Cirren oder Cirri (Cirrus in der Einzahl) genannt werden. Sie markieren wie gesagt den Höhenwind. Dieser weht derzeit aus Nordwesten. Mit der sogenannten Querwindregel lässt sich damit eine Prognose erstellen: Sie besagt, dass sich das Wetter verschlechtert, wenn die hohen Wolken die tiefen von links nach rechts schneiden. Dies trifft nicht immer, aber oft zu. Nun ist es ganz einfach: Wir wissen, dass die tiefen Wolken aus SW bis W kommen und die hohen aus NW. Somit ist ein Anzeichen für eine Wetterverschlechterung gegeben. Umgekehrt gibt es nur relativ wenige Cirri, wären sie dicht und würden sie den ganzen Himmel überziehen, wäre ein weiteres Anzeichen für Regen gegeben.
Alles in Allem deuten die Anzeichen darauf hin, dass es mindestens in den kommenden 4 Stunden, also bis 17 Uhr noch trocken bleibt. Danach nimmt das Regenrisiko immer mehr zu (wegen den tiefen Wolken aus SW und der Querwindregel), doch ich denke es bleibt noch bis nach Sonnenuntergang trocken. Am Ostermontag erwarte ich dann aber Regen.
Die gestrige Prognose war für die nächsten 12 Stunden ein Treffer, einzig die Aussage, dass es am heutigen Ostersonntag regnen würde war (bisher) falsch, wobei dies auch mit einer erheblichen Unsicherheit behaftet war, da es noch keine deutlichen Anzeichen gab. In der Regel sind solche selbstgemachten Vorhersagen je nach Wetterlage auch nur für 12-24 Stunden, bei einer stabilen Hochdrucklage auch bis weiter in die Zukunft korrekt.