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Der Gornergrat bei Zermatt ist einer der besten Standorte in der Schweiz für astronomische Beobachtungen. Seine hochalpine Lage beschert ihm trockene und saubere Luft. Weiter sorgt seine südliche Lage in den Alpen häufig für günstige meteorologische Bedingungen. Dieser Vorteile sind sich professionelle Astronomen seit Jahrzehnten bewusst. Demzufolge wurden unter der Führung der internationalen Stiftung Hochalpine Forschungsstationen Jungfraujoch und Gornergrat (HFSJG) Ende der 1960er-Jahre zwei astronomische Observatorien in den Türmen des Kulm Hotels Gornergrat installiert.
Am Anfang wurde der Nordturm durch das astronomische Institut der Universität von Oxford (Prof. D.E. Blackwell) betrieben. Von 1975 bis 2005 wurde das Observatorium, mit seiner 7.5 m grossen Kuppel, an das Consiglio Nazionale delle Ricerche Italiano untervermietet. Dieses betrieb mit Erfolg das 1.5 m Cassegrain Infrarotteleskop TIRGO (Telescopio Infrarosso del Gornergrat).
Die Südkuppel wurde zuerst vom Centre National Français de la Recherche Scientifique CNRS und dem Observatoire de Genève (Profs. J. Lequeux et M. Golay) verwendet. 1974/75 wurde eine Kuppel von 7.5 m durch das Institut National d’Astronomie et de Géophysique (jetzt INSU), das Observatoire de Lyon und das Observatoire de Genève installiert. Sie diente dem Betrieb eines 1-m-MARLY-Teleskops. Von 1984 bis 2010 wurde das Observatorium an das Physikalische Institut der Universität Köln untervermietet. Während dieser Zeit fanden mit Hilfe des 3m KOSMA-Radioteleskop Forschungsarbeiten im submillimetrischen Bereich statt.
TIRGO wurde 2005 im Rahmen der Renovation des Kulm Hotels demontiert und KOSMA wurde 2010 nach Yangbajing/Lhassa (Tibet) versetzt. Seither benutzte ein Amateur-Astronom die beiden Kuppeln . Diese wurden unter anderem für öffentliche Anlässe genutzt („Starlight Dinners“).
2008 überlegten sich die HFSJG und die Burgergemeinde Zermatt, wie sie diesen aussergewöhnlichen Standort wieder für astronomische Beobachtungen nutzen könnten. Dabei stiessen sie auf den Wunsch der Universitäten Bern und Genf, ein pädagogisches Projekt auf nationaler Ebene ins Leben zu rufen.