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Ein Monatsrückblick über das Geschehen an den Krypto-Märkten angereichert mit institutionellem Research zu den wichtigsten Themen der Branche in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Spezialisten für digitale Assets, 21Shares AG.
Der gesamte Kryptomarkt ist im vergangenen Monat um fast 5% gefallen und liegt nun bei 933.7 Mrd. USD. Bitcoin und Ethereum fielen im vergangenen Monat um 3% bzw. 14%. Die Gewinner des Monats waren Solana und Uniswap, die um 6% bzw. 5% zulegten. Optimism schnitt in Bezug auf den hinterlegten Gesamtwert (Total Value Locked, TVL) besser ab als seine Konkurrenten innerhalb der grossen Layer 2 Lösungen. Die nachstehende Abbildung zeigt die Performance der wichtigsten Kryptowährungen innerhalb der Hauptkategorien im Monatsvergleich.
Regulatorische Situation verschärft sich
Das Weisse Haus hat einen Bericht über Krypto-Mining veröffentlicht. Darin wird empfohlen, den Energieverbrauch und die Umweltstandards offenzulegen, die von zwischenstaatlichen Behörden wie der Umweltschutzbehörde und dem Energieministerium festgelegt werden sollen. Der Bericht hätte umfassender sein können, wenn er die Verbesserungen bei den Mining-Chips erwähnt hätte, die die Energieeffizienz steigern und den Verbrauch, den Lärm und die Wasserverschwendung verringern könnten.
In der Zwischenzeit hat der Iran Krypto-Miner in seinem Zuständigkeitsbereich auf der Grundlage eines neuen Rechtsrahmens lizenziert, der es den Lizenznehmern erlaubt, die von ihnen geschürften Kryptowährungen zur Bezahlung von Importen zu verwenden. Der Rahmen sieht auch vor, die Krypto-Mining-Industrie mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Aufgrund von Sanktionen in Verbindung mit politischer Zurückhaltung beim Krypto-Mining macht der Iran laut Cambridge Center for Alternative Finance nur 0.12% der weltweiten Hash-Rate aus. Es ist jedoch erwähnenswert, dass der Iran der weltweit drittgrösste Produzent von Erdgas ist, aus dem der Grossteil seiner Energieversorgung gewonnen wird. So deckt er seinen Verbrauchsbedarf zusätzlich zu einem Überschuss, der potenziell eine bedeutendere Hash-Rate versorgen könnte.
Die US-Strafverfolgungsbehörden werden mit globalen Sicherheitsapparaten – namentlich dem Finanznachrichtendienst Egmont Group – zusammenarbeiten, um die Finanzkriminalität innerhalb der Krypto-Industrie zu bekämpfen. Zehn Tage nach dieser Ankündigung, die Teil des allerersten Rahmens für die digitale Vermögenswerte war, stellte Interpol eine Red Notice für den Mitbegründer von Terraform Labs, Do Kwon, aus. Darüber hinaus schlug ein neuer Gesetzesentwurf des Weissen Hauses vor, ein Verbot von algorithmischen Stablecoins für zwei Jahre zu verhängen. In Anbetracht des Bindungsverlusts von UST im vergangenen Mai ist es keine Überraschung, dass algorithmische Stablecoins nicht wie ihre an den Dollar gebundenen Gegenstücke geschützt werden. Ein völliges Verbot aufstrebender Technologien wie algorithmischer Stablecoins kann jedoch den Fortschritt in diesem Bereich und künftige Verbesserungen behindern.
Keine signifikante Traktion für Proof-of-Work Ethereum-Forks
Ethereums bisher wichtigstes Upgrade, die Umstellung auf einen Proof-of-Stake-Konsensmechanismus, wurde schliesslich am 15. September ohne jegliche Schwierigkeiten umgesetzt. Die Aufregung um die neue Geldpolitik des Netzwerks ist spürbar. Wir haben gesehen, dass Binance 6% APY für ETH-Staking auf der Retail-Seite anbietet, während die kryptofreundliche Schweizer SEBA-Bank ihren Staking-Dienst für ihre institutionellen Kunden gestartet hat. Ethermine, der weltweit grösste Ethereum-Mining-Pool, kündigte an, dass er nach dem Merge ETH-Staking-Pools anbieten und seinen Teilnehmern jährlich 4.4% zahlen würde.
Dieser Schritt des Mining-Giganten stellt einen bedeutenden Richtungswechsel dar und bekräftigt die Vermutung, dass ETHPOW eher ein spekulatives Spiel ist. Diese Annahme wird durch die fortgesetzte Weigerung mehrerer etablierter Dienstleister gestützt, den neuen, umstrittenen Ketten Unterstützung zu gewähren. Andererseits wird Antpool die Unterstützung für ETH-Konten einstellen und sich ausschliesslich auf andere POW-basierte Netzwerke konzentrieren. Laut dem Betreiber des zehntgrössten Pools in Bezug auf die Hash-Rate birgt ETH 2.0 ein erhöhtes Zensurrisiko aufgrund der „zentralisierten Vertikale der Validatoren“. Diese könnten gezwungen sein, sich im Falle einer Wiederholung der Tornado Cash Saga an die Aufsichtsbehörden anzupassen.
Metaverse und NFT-Entwicklungen
Die Muttergesellschaft von Ronin Network, SkyMavis, ist eine Partnerschaft mit Google Cloud eingegangen. Damit wird Axie Infinity zu einem Ronin Sidechain-Validator werden. Nach dem Verlust von 625 Millionen Dollar auf der Ronin-Brücke durch einen Exploit im März soll diese Partnerschaft die Sicherheit erhöhen und die verwalteten Vermögenswerte schützen, indem die Betriebszeiten des Validators überwacht werden. Nicht nur Ronin wird von Google Cloud unterstützt, auch Binance arbeitet mit dem Cloud-Computing-Riesen zusammen, um Web 3 Mentoring und Startups zu unterstützen.
OpenSea hat OpenRarity lanciert; ein neues NFT-Protokoll, das standardisierte mathematische Algorithmen zur gleichmässigen Zuweisung von Seltenheitsattributen unabhängig von der Projektgrösse und -popularität vorsieht. Dies ist eine gute Nachricht für die Branche, die für den Hype um überteuerte JPEGs kritisiert wurde. OpenRarity wird darauf abzielen, der Seltenheit Vorrang vor überbewerteten Attributen zu geben.
Eine weitere Innovation im NFT-Bereich sind NFT-Emotes, die auf dem Metaverse Music Festival auf Decentraland im November einen besonderen Auftritt haben werden. NFT Emotes sind animierte Grafiken, die die Bewegungen ihrer Schöpfer wiederholen und im März zum ersten Mal auf der Metaverse Fashion Week zu sehen waren. Dieses Mal werden die Dinge ein wenig anders sein, da Decentraland dazu aufgerufen hat, mit NFT-Emotes zu experimentieren.