Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03209.jsonl.gz/1183

Lea Sprunger, was ist an Ihnen nicht normal?
Wie viel Schokolade ich essen kann. Mein Freund sagt, es sei nicht normal, wie viele Süssigkeiten ich in so kurzer Zeit esse.
Was sagten Ihnen Ihre Eltern immer als Kind?
Nicht mit dem Stuhl «gagele».
Wie sah Ihr Zimmer aus, als Sie 16 Jahre alt waren?
Ich teilte das Zimmer mit meiner kleinen Schwester. Wir hatten zwei Schrankbetten im Zimmer, die wir jeden Tag verstauen mussten, um mehr Platz zu haben. Und ich glaube, es hing ein Poster der Spice Girls an der Wand und es war ziemlich ordentlich.
Was war das schönste Geschenk, das Sie als Kind erhalten haben?
Einen Plüschdelfin von meinem Gotti. Er hiess Roxanne. Den habe ich immer noch, das heisst, er ist bei meinen Eltern zu Hause. Er war mega wichtig für mich, schlief bei mir im Bett. Dass mein Bruder ihm immer die Nase eindrückte, hat mich sehr geärgert.
Für welche Eigenschaften kriegen Sie immer wieder Komplimente?
Im Sport oft fürs Teilen: Ich habe die Emotionen mit den Menschen geteilt. Oder ich habe mir Zeit genommen für die Kinder, um die Erfahrung zu teilen.
Haben Sie Tattoos?
Die olympischen Ringe und einen Anker. Dieser hat aber keine Bedeutung.
Welches ist Ihr lustigstes Mundartwort?
Da kommt mir keines in den Sinn. Vermutlich, weil es nicht meine Muttersprache ist. Ich rede ohnehin in einem Mix aus Schweizerdeutsch und Französisch.
Was war Ihre peinlichste Modesünde?
Oh, da gibts viele! Wir waren als Kind nicht so fashionable. Ich war ein grosser Fan von diesem Outfit: Schlaghosen, ein rosaroter Body und eine Jacke, die zu den Hosen passte. Auf Jacke und Hose waren noch rosarote Verzierungen drauf. Schrecklich, das würde ich heute nie mehr tragen. Aber damals fand ich es wirklich toll.
Haben Sie Phobien?
Ich mag keine Schlangen. Ich hebe sogar meine Füsse hoch, wenn ich sie im Fernsehen sehe. Schlangen sind für mich wirklich der Horror.
Hatten Sie als Kind einen Spitznamen?
Damals nicht. Aber später in meiner Trainingsgruppe in der Romandie sagten sie mir Lelette, und das hat sich bis heute gehalten.
Wie hätte Ihr Vorname als Junge gelautet?
Ich bin nicht hundertprozentig sicher, aber ich glaube Diego.
Wenn Sie für einen Tag ein Mann wären, was würden Sie tun?
Ich würde den ganzen Tag mit den Kollegen meines Freundes abhängen, nur mit Männern, um mal zu wissen, worüber sie so reden.
Was war die beste und die dümmste Idee Ihres Lebens?
Die beste: Profisportlerin zu werden. Und die dümmste? Da fällt mir zum Glück nichts ein.
Wovon träumen Sie schon lange, trauen sich aber nie, es zu tun?
Floristin zu werden. Und das werde ich wohl auch nie machen.
Was werden Sie denn jetzt nach Ihrem Rücktritt tun?
Ich studiere wieder und mache in Lausanne ein Jahr lang einen Master of Advanced Studies in Management und Technologie Sport. Nebenbei bin ich beim Leichtathletik-Meeting Athletissima involviert.
Welches Geräusch lieben und welches hassen Sie?
Ich liebe das Geräusch der Natur, den Wind in den Bäumen und den Gesang der Vögel. Das vermisse ich auch, wenn ich nicht zu Hause und zu lange in der Stadt bin. Und ich hasse das Gegenteil: den Lärm der Stadt, das Hupen.
Wie sind Sie, wenn Sie betrunken sind?
Ich glaube, ich bin relativ lustig.
Und was können Sie dann besser?
Es hilft mir wohl beim Tanzen.
Hatten Sie mal grosses Schwein in Ihrem Leben?
Nicht im Sinne eines einzelnen Moments. Aber ich hatte mein Leben lang Glück, wenn ich mich mit anderen vergleiche, ich musste nicht gross für etwas kämpfen. Unsere Eltern haben uns sehr unterstützt in allem. Wir hatten ein ganz normales Leben, aber bei uns war alles einfach, und das ist nicht für alle so.
Engagieren Sie sich ehrenamtlich?
Ja, ich bin Gotti der Fondation Planètes Enfants Malades für Kinder. Sie geht in Spitäler und unterstützt die Eltern von Kindern, die längere Zeit im Spital bleiben müssen wegen einer Operation oder Krankheiten.
Haben Sie ein Talent, von dem niemand weiss?
Leider nicht. Aber vielleicht finde ich noch eines?
Womit belohnen Sie sich?
Mit Essen (lacht). Aber es kommt drauf an, was ich gemacht habe. Wenns was ganz Kleines war, zum Beispiel während der Saison, sage ich mir, ich kann nun ein bisschen mehr Schokolade essen. Als ich 2018 Europameisterin wurde, habe ich mich nicht wirklich belohnt. Vielleicht habe ich es mit meinem Freund in den Ferien etwas mehr genossen: das etwas schönere Hotel, ein besseres Restaurant.