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Im Winter des öfteren der Fall,ist der sogenannte vereisende Regen.Die Frage stellt sich natürlich wie man diesen Begriff verstehen muss.
Herrscht tagelanges Hochdruckwetter,so stellt sich meistens im Herbst und Winter eine Inversionslage ein.Das bedeutet folgendes: In einem Hochdruckgebiet strömt Luft nach unten und erwärmt sich,dabei trocknet es die Luft von oben her ab.Die Wolken lösen sich auf.Jedoch bildet sich in langen Nächten in den tiefsten Lagen,zwischen den Alpen und dem Jura einen Kaltluftsee aus.Man kann es sich vorstellen wie eine Badewanne voller kaltem Wasser.Die tiefstehende Sonne hat zu wenig Kraft diesen Kaltluftsee aufzuwärmen,ebenso hat das Hoch nicht die Möglichkeit diesen mächtigen,angesammelten Pol bis zu uns runter abzutrocknen und ebenfalls aufuwärmen.Es bleibt also eine feuchtkalte Suppe übrig.Damit hätten wir die Inversionslage: Oben in grosser Höhe kalt,in der Mitte mild (schon des öfteren gehört von milden Temperaturen in erhöhten Lagen z.B St.Gallen 7°C,Amriswil 0°C) und bei uns unten im Flachland kalt.Zwischen den unteren „Stockwerken mild/kalt“ bildet sich bekanntlich der Nebel bzw. Hochnebel.Mehr zum Thema Nebel hier.
Einen Kaltluftsee kann meist nur durch eine kräftige Front mit viel Wind ausgeräumt werden.Ist jedoch fast kein Wind vorhanden,so besteht die Gefahr durch vereisenden Regen.
Und damit wären wir bei der Ausgangsfrage:
Die Front zieht auf,aus den Wolken fällt Schnee,der auf seinem weiteren Weg durch die milderen Luftmassen zu schmelzen beginnt und als Regentropfen weiter in Richtung Boden fällt.Da der Wind in bodennähe fehlt,bleibt der schwere Kältepol einfach über uns liegen.Der Regentropfen fällt auf seinem weiteren Weg wieder durch die kälteren Luftmassen (dem Kaltluftsee),wird aber natürlich durch physikalische Prozesse nicht wieder zur Schneeflocke,sondern wird unterkühlt und fällt anschliessend auf den gefrorenen Boden.Der Tropfen gefriert augenblicklich und lässt die Strassen rutschig werden.Nicht immer und manchmal auch nur örtlich und es kommt zusätzlich auch auf die Intensität an.Den bei starkem Regen erwärmt sich der Boden schneller,die Gefahr ist dann kleiner.Bei leichtem und wenigem Regen jedoch ist die Sachlage äussert prekär.
Vergleich: Halten Sie einen leicht feuchten Lappen an eine gefrorene Eisenstange und halten Sie einen triefend-nassen tropfenden Lappen ebenfalls an die Stange.Erstere wird sofort daran kleben bleiben.Der andere Lappen „erwärmt“ die Stange zu fest,als das der noch daran kleben könnte.
Die grösste Gefahr auf den Strassen besteht am Anfang und entspannt sich im weiteren Verlauf,sobald sich der Boden weiter erwärmt.Übrigens: Aus eigener Erfahrung sind frisch geteerte Strassen am gefährlichsten.Wahrscheinlich,weil Sie noch nicht sehr beansprucht worden sind und somit noch eine relativ glatte Oberfläche aufweisen.
Bei solchen Wetterlagen kann also nicht davon ausgegangen werden,dass es bei 0°C Grad oder leicht tieferen Werten auch schneit.Vielmehr muss ein besonders Auge auf die Strassen gemacht werden.