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<h2>SubmittedText<h2><p>Nach der Liberalisierung der telefonischen Auskunftsdienste am 1. Januar 2007 hätte man mehr Wettbewerb und tiefere Preise erwarten dürfen. Es ist aber festzustellen, dass keine Preissenkungen in Sicht sind. Nach verschiedenen Medienberichten und Untersuchungen (TA, RSR) sind die Preise bei der Swisscom sogar um rund 8 Prozent und bei ihrem wichtigsten Konkurrenten, der Nummer 1818, um mehr als 20 Prozent gestiegen. Die Kundinnen und Kunden profitieren keineswegs von der Marktöffnung. </p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten: </p><p>1. Ist das Bundesamt für Kommunikation beauftragt, die Preisentwicklung der verschiedenen Anbieter zu verfolgen? Wenn ja, stimmt die erwähnte Preisentwicklung?</p><p>2. Welches sind die Gründe für diese Entwicklung?</p><p>3. Was wird das Bakom unternehmen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Telefonische Auskunftsdienste über vierstellige Kurznummern (18xy) werden in der Schweiz von verschiedenen Anbieterinnen angeboten. Den Tarif für das Erbringen des Auskunftsdienstes bestimmt eine Anbieterin selbst. Als wirtschaftliches Unternehmen in einem marktwirtschaftlichen Umfeld muss sie für die Festlegung des Tarifs ihre Kosten für die Diensterbringung sowie ihre Position im Wettbewerb mit den anderen Anbieterinnen berücksichtigen. </p><p>Die amtliche Fernmeldestatistik des Bakom zeigt, dass telefonische Auskunftsdienste immer weniger nachgefragt werden. Vor zehn Jahren wurde die damalige 111 noch über 70 Millionen Mal im Jahr angerufen, bis 2006 waren es noch halb so viele Anrufe. Dieser Rückgang ist auch im europäischen Umfeld zu beobachten, wo beispielsweise die Abnahme in Deutschland etwa 10 Prozent pro Jahr und in Frankreich von 2004 bis 2007 um 50 Prozent beträgt. Dies ist vor allem auf die zunehmende Nutzung von kostenlosen Verzeichnissen im Internet und die erweiterten Adressbuchfunktionen in den Telefonen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zurückzuführen.</p><p>1. Das Bakom verfolgt die Entwicklung des Fernmeldemarktes in allen Bereichen, auch ohne einen spezifischen Auftrag dazu zu haben. Tatsache ist, dass die beiden grössten Auskunftsdienste 1811 und 1818 im Laufe dieses Jahres ihre Tarife für den telefonischen Auskunftsdienst erhöht haben. Für Auskünfte mit kurzer bis sehr kurzer Dauer (weniger als eine Minute) betragen die Preiserhöhungen etwa 10 Prozent. Hingegen verrechnen beide Anbieterinnen bei längeren Auskünften oder bei der Weitervermittlung an die nachgefragte Nummer heute wesentlich höhere Tarife als noch Anfang 2008 (etwa 20 Rappen/Minute).</p><p>2. Insbesondere wegen der kostenlosen Verzeichnisdienste im Internet sind die Anbieterinnen mit einer laufend abnehmenden Nachfrage nach telefonischen Auskunftsdiensten konfrontiert. Diese Entwicklungen haben bei den Anbieterinnen zu einer ungenügenden Rentabilität oder gar zu Verlusten bei der Erbringung von telefonischen Auskunftsdiensten geführt, und sie konnten dieser Tendenz nur mit entsprechenden Preiserhöhungen begegnen.</p><p>3. Über 18xy-Auskunftsdienstnummern können auch sogenannte verbundene Dienste erbracht werden. Derzeit fallen unter diese Kategorie Verbindungsherstellungsdienste ("Connect"-Dienste) und die Offline-Übertragung (z. B. via SMS) von Verzeichnisdaten. Aufgrund der abnehmenden Nachfrage nach herkömmlichen Auskunftsdiensten und angesichts neuer Kundenbedürfnisse möchten verschiedene 18xy-Anbieterinnen ihr Dienstangebot im Zusammenhang mit der Auskunftserteilung ausweiten. Gegenwärtig wird geprüft, inwieweit derartige Erweiterungen von Dienstangeboten mit 18xy-Nummern möglich sind. Dabei stellt sich insbesondere auch die Frage der Abgrenzung zur Erbringung von Mehrwertdiensten mittels 0900-Nummern.</p>  Antwort des Bundesrates.