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20-jähriges Jubiläum
In der Mitte des 18. Jahrhunderts waren die Italiener die Stars der europäischen Musikwelt, ganz besonders in London. Das Programm des heutigen Abends kombiniert Werke von drei Komponisten, einem Italiener, einem Deutschen und einem Engländer, die in ihrer je eigenen Art dieses Phänomen bezeugen.
Als Meister des italienischen Stiles, den er sich anlässlich seines in jungen Jahren erlebten Rom-Aufenthalts angeeignet hatte, wo er mit Corelli, Alessandro und Domenico Scarlatti Umgang pflegte, wurde Händel nach 1720 zur bedeutendsten Figur der Londoner Musikszene. Als Leiter der Royal Academy of Music widmete er sich hauptsächlich der Opernkomposition, vernachlässigte deswegen aber nicht die Instrumentalmusik. 1740 erschienen seine «Twelve Grand Concertos of seven parts», die später als Opus 6 publiziert wurden. Ursprünglich als Intermedien für Oratorien und andere Vokalwerke gedacht, umfassen sie eine grosse Vielfalt von Stilen.
Sein Zeitgenosse Francesco Geminiani, ein bedeutender italienischer Komponist und Violinvirtuose, der in London lebte, hatte ebenfalls bei Alessandro Scarlatti studiert und später in Rom bei Arcangelo Corelli. Einer damals sehr verbreiteten Mode entsprechend, schrieb er eines der bekanntesten Werke seines Lehrers für Orchester um, nämlich die Sammlung von Violinsonaten Opus 5, darunter die berühmte Follia, die in diesem Konzert erklingen wird. Seine Concerti grossi Opus 7 verbinden die kühnsten mit den klassischen Elementen des Concerto grosso von Corelli.
Der weniger berühmte Charles Avison, Schüler von Geminiani, ist durch seinen «Essay on Musical Expression» von 1752 bekannt geworden und vor allem durch seine brillanten Transkriptionen der Cembalo-Sonaten von Domenico Scarlatti. Ausgehend von verschiedenen Sonaten der Esercizi Musicali komponierte er viersätzige Concerti grossi.