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In unserer heutigen Gesellschaft sind Baden und Schwimmen etwas Selbstverständliches. Wir können gar nicht früh genug damit anfangen. Wer einmal schwimmen kann, verlernt es nicht mehr ist nicht ganz wahr. Kinder in Wachstum müssen regelmässig schwimmen damit es das Schwimmen nicht verlernt. Ausserdem ist schwimmen ein toller Weg, um bis ins hohe Alter fit zu bleiben. Denn im Wasser wird der Körper leicht, fast schwerelos. Vor allem in freien Gewässern ist Schwimmen viel mehr als nur ein Sport oder eine Überlebenstechnik gegen Ertrinken: Es ist ein intensives Erleben der Natur.
Die Anfänge des Schwimmens
Es ist heute schwer zu sagen, wann genau der Mensch lernte zu schwimmen. Wirklich nachzuweisen ist es nicht. Aber überall dort, wo Menschen am Wasser lebten, war Schwimmen mit Sicherheit sehr wichtig, wenn nicht sogar lebensnotwendig. Demnach dürfte die Geschichte des Schwimmens so alt sein wie die Menschheit selbst.
Die wohl ältesten Hinweise auf das Schwimmen wurden ausgerechnet dort gefunden, wo es heute nur noch heißen Sand gibt. in einer Höhle des Gilf Kebir. Die Höhle der Schwimmer befindet sich im südwestlichen Ägypten, nahe der Grenze zu Libyen, auf dem Gilf Kebir-Plateau in der Sahara. Sie wurde im Oktober 1933 vom ungarischen Forscher Ladislaus Almásy (László Ede Almásy) entdeckt. Sie enthält Höhlenmalereien von schwimmenden Figuren, von denen man annimmt, dass sie vor 4000 bis 9000 Jahren entstanden sind
Bei der Expedition von 1933 durchstreifte Almásy Gilf Kebir und das Uwainat-Gebirge bis in den Sudan. Die Entdeckung dieser und weiterer prähistorischer Felszeichnungen in Ain Dua, Karkur Talh und Wadi Sora war das wichtigste Ergebnis der Expedition.
Almásy widmete der Höhle ein Kapitel in seinem 1934 erschienenen Buch „Unbekannte Sahara“. Darin postuliert er, dass die Schwimmszenen reale Abbildungen des damaligen Lebens seien und dass folglich eine Klimaveränderung im Zeitraum nach der Entstehung stattgefunden haben müsse.
Forscher sind sich sicher, dass die Menschen bereits in der Steinzeit gute Schwimmer waren. Wer schwimmen konnte, war im Vorteil, um sich vor Feinden zu retten, bei der Jagd oder um Hindernisse zu überwinden. Noch heute können die meisten Naturvölker schwimmen, egal auf welchem Erdteil sie leben. Doch anders als bei diesen wurde das Schwimmen im Laufe der letzten Jahrhunderte von verschiedenen Kulturen immer wieder neu entdeckt und dann wieder vergessen.
Schwimmen in der Antike
In der Antike gehörte Schwimmen zur Ausbildung. Im alten Ägypten gehörte Schwimmen zum guten Ton. Adelige und Kinder der Könige hatten ihren persönlichen Schwimmmeister. Sogar die Frauen schwammen. Altägyptische Hieroglyphen zeigen den Schwimmer im Wechselbeinschlag. Offenbar kraulten die Ägypter durchs Wasser. Bei den Griechen und Römer war Schwimmen in hohem Ansehen. Man galt sogar als ungebildet wenn man weder lesen noch schwimmen konnte.Hervorragende Schwimmer waren die Germanen. Von ihnen ist bekannt, dass sie Wettkämpfe abhielten und ihre Schwimmkunst erfolgreich im Kampf gegen die Römer nutzten. Im europäischen Mittelalter änderte sich das Bild vom heldenhaften Schwimmer und verkehrte sich ins Gegenteil. Es galt ein schwimmverbot. Es war mit der Entblößung des Körpers verbunden.
Erst die Aufklärung brachte im 17. und 18. Jahrhundert allmählich ein Umdenken. Aufklärer wie der Engländer John Locke oder der Franzose Jean Jacques Rousseau legten den Grundstein dafür, dass Schwimmen als Körperertüchtigung wieder salonfähig wurde. In Deutschland war es der Philanthrop Johann Christoph Friedrich Guts-Muths, der für den nötigen Auftrieb sorgte. Für ihn war klar, dass Schwimmen ein Hauptbestandteil der Erziehung werden sollte.
"Bisher ist das Ertrinken Mode gewesen, weil das Schwimmen nicht Mode ist",
verewigte er 1793 in seiner Schrift. Das sollte doch zu ändern sein.
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