Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03271.jsonl.gz/2390

Grüezi mitenand (noch 27 Tage bis zur Wahl)
Man soll die Sachen genau anschauen, auch wenn man selber nicht zu den Betroffenen zählt. Ich schreibe dies wegen der SP-Initiative einer nationalen Erbschaftssteuer. Die Linken möchten, dass Nachlässe von über 2 Millionen Franken mit 20 Prozent besteuert werden.
Die jährlich rund 3 Milliarden Franken, die man von dieser Erbschaftssteuer erwartet, sollen zu 2/3 in die AHV fliessen und 1/3 soll an die Kantone gehen. Schöne, grosse Geschenke. Die Initiative ist verführerisch. Davon betroffen wäre vielleicht ein Prozent der Bevölkerung. Der Rest profitiert. So kann man Mehrheiten an der Urne erzielen...
Mein heutiges MINUS: Der Neid ist eine treibende Kraft. Nicht nur in der Politik. Eine russische Sage erzählt, wie eine Fee bei einem Bauern vorbeikommt und ihm einen Wunsch gewährt - unter einer Bedingung: "Was immer du dir wünschst", sagt die Fee, "dein Nachbar bekommt das Doppelte." Der Bauer überlegte nicht lange: "Dann stich mir ein Auge aus!"
Mein PLUS: Der Schweizer neigt glücklicherweise wenig zum Neid. Und jeder Franken, der vererbt wird, wurde in der Regel schon mehrfach besteuert. Ein Beispiel: Zuerst wird der Lohn als Einkommen versteuert. Wer etwas zur Seite legt, zahlt darauf Vermögenssteuer. Kauft er sich eine Immobilie, muss er den Eigenmietwert als Einkommen versteuern: als ob jemand seine eigene Miete "verdient". Zusätzlich wird die Immobilie noch als Eigentum versteuert. In diesem Fall hat der Wohnungsbesitzer den gleichen Franken 4x versteuert. Reicht das etwa nicht...?!
Mit besten Grüssen
Peter Keller (und bis morn...)