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Er wird als Sohn des Jakob de Funs und der Christina Frisch von Madernal am 21. Januar 1646 in Acletta bei Disentis geboren. Adalbert kommt früh an den bischöflichen Hof in Chur und dann an die Klosterschule in Disentis. Er tritt hier als Novize ein und legt 1662 Profess ab. 1668 wird er Priester. An der theologischen Hausanstalt ist er bis 1680 Lehrer, und dann Pfarrer in Somvix. In Gegenwart des Nuntius Michelangelo de Conti[1] wird er am 22. März 1696 zum Abt gewählt. Die Abtsweihe, wieder durch den Apostolischen Nuntius, muss in der grossen Pfarrkirche[2] des Dorfes Disentis stattfinden, da die viel kleinere karolingische Klosterkirche St. Martin seit 1685 abgebrochen ist. Noch im Jahr seiner Wahl legt Abt Adalbert III. den Grundstein zur neuen Klosterkirche. Br. Caspar Moosbrugger, der 1695 die Pläne verfertigt hat, hält sich mehrfach in Disentis auf. 1699 wird in Einsiedeln notiert, dass Br. Caspar mit «selbigen Fürsten[3] des Gebeuws halber gute Gedanken erweckt». 1704 kann die Kirche benutzt werden. Die neuen Altäre des Johannes Ritz werden von den vermögenden Äbten der Familie Zurlauben der Klöster Muri und Rheinau gestiftet. 1712 kann die Kirche vom neuen Nuntius Giacomo Caraccioli eingeweiht werden. Das Wappen des Nuntius, in Gold ein blauer Löwe, finden wir über dem Ausgang der Klosterkirche, flankiert rechts vom Wappen Adalberts III. de Funs und links vom Wappen des Vorgängerabtes Adalberts II. de Medell. Die beiden Äbte können für sich in Verdienst nehmen, unter schwierigsten finanziellen und politischen Verhältnissen eine grossartige, die Gebirgslandschaft dominierende Barockanlage geschaffen zu haben. Der zweite Bauabt, Adalbert III. de Funs, stirbt im Alter von 70 Jahren am 15. Oktober 1716 und wird in der neuen Klosterkirche vor dem Benediktaltar begraben. Ein Porträt, 1702 von Johann Jakob Rieg gemalt, zeigt ihn mit Biret und Pektorale, links oben das quadrierte Abtswappen mit dem silbernen Andreaskreuz in Rot (Disentis) und den drei goldenen Ringen in Blau (de Funs). Die Inschrift lautet: «Adalbertus de Funs tertius huius Nominis Abbas Monastery Disertinensis Ordinis S. P. Benedicti. S. Rom. Impery Princeps et Dominus Montis S. Georgy. Anno Christ(y) 1702 Aetatis suae 56».
Pius Bieri 2009
Müller, P. Iso: Disentis, in: Helvetia Sacra, Abteilung II, Band 1, Erster Teil, Bern 1986.
Müller, P. Iso: Geschichte der Abtei Disentis, Einsiedeln 1971.
[1] Michelangelo de Conti ist von 1695 bis 1697 Nuntius in Luzern und wird 1721 als Innozenz XIII. Römischer Papst.
[2] Neuerbaut 1640−1645
[3] Der Abt von Disentis wird noch als Fürst bezeichnet, obwohl er die weltliche Hoheit über den Klosterstaat seit Mitte des 17. Jahrhunderts verloren hat.
|Abt OSB Adalbert III. de Funs (1646−1716) von Disentis|
|Biografische Daten||Zurück zum Bauwerk|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|21. Januar1646||Aclette bei Disentis Graubünden CH||Grauer Bund von Graubünden|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Abt OSB der Benediktinerabtei Disentis||1696–1716|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|15. Oktober 1716||Disentis Graubünden CH||Grauer Bund von Graubünden|
|Kurzbiografie|

Der auf dem Porträt eher als verschmitzter Bergbauer denn als fürstlicher Prälat wirkende Adalbert III. de Funs ist in Wirklichkeit ein hervorragender Wissenschaftler, Verfasser von philosophischen Werken, Förderer der romanischen Sprache und Geschichtsschreiber. Als Politiker setzt er auf Konfrontation, darf sich aber als Mitglied des neutralen Grauen Bundes in die kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Bernern und Zürchern nicht einmischen. Der kriegstreibende Nuntius Caracciolo muss sich nach der Niederlage der Katholiken aus Luzern absetzen, was auch seine Anwesenheit zur Einweihung der Disentiser Klosterkirche erklärt. Diese ist zwar noch vom Vorgängerabt begonnen worden, aber erst in der Regierungszeit Adalbert III. gebaut und ausgestattet worden.
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