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Der SP-Parteirat hatte der Fraktion am Freitagabend freie Hand gelassen und alle drei Kandidatinnen zur Wahl empfohlen. Die Bundeshausfraktion entschied sich nun, der Vereinigten Bundesversammlung am 7. Dezember Herzog und Baume-Schneider als Nachfolgerinnen für Bundesrätin Sommaruga vorzuschlagen. Die beiden Kandidatinnen erhielten im dritten Wahlgang beide das absolute Mehr.
Die bald 61-jährige Herzog wurde 2001 in den Basler Grossen Rat gewählt, 2004 präsidierte sie die dortige SP-Fraktion, bis sie noch im selben Jahr den Sprung in den Basler Regierungsrat schaffte. Dort übernahm sie das gewichtige Finanzdepartement. 2008, 2012 und 2016 belegte sie mit jeweils wachsendem Vorsprung immer den Spitzenplatz bei den Regierungsratswahlen.
2019 in den Ständerat
Die Erfolgsspur führte sie 2019 in den Ständerat. Herzog erhielt bei der Wahl in die kleine Kammer als Nachfolgerin von Anita Fetz (SP) über dreimal mehr Stimmen als ihre bürgerliche Gegenkandidatin und heutige Nationalrätin Patricia von Falkenstein (LDP).
Eine Dämpfer in der steilen Karriere ergab sich vor zwölf Jahren. Herzog landete im Rennen um die Nachfolge von SP-Bundesrat Moritz Leuenberger abgeschlagen auf den letzten Plätzen. Gewählt wurde Simonetta Sommaruga, um deren Nachfolge sie sich nun bewirbt.
Lange Polit-Karriere
Auch die 44-jährige Evi Allemann kann bereits auf eine lange Polit-Karriere zurückblicken. Erstmals für Schlagzeilen sorgte sie im April 1998 bei den bernischen Grossratswahlen. Mit 19 Jahren wurde sie zur jüngsten Kantonsparlamentarierin der Schweiz gewählt. 2003 schloss sie ihr Jus-Studium an der Universität Bern ab.
Im gleichen Jahr wurde Allemann in den Nationalrat gewählt. 15 Jahre lang gehörte sie der grossen Kammer an. In der Öffentlichkeit wurde sie vor allem als Verkehrs- und Sicherheitspolitikerin wahrgenommen. Während ihrer Nationalratszeit war Allemann unter anderem Präsidentin des VCS Schweiz und sass im Vorstand des Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverbands.
Ihre Nationalratskarriere neigte sich 2018 dem Ende zu, wegen der parteiinternen Amtszeitbeschränkung. Doch Allemann konnte ihre politische Karriere nahtlos fortsetzen: Sie wurde in den Berner Regierungsrat gewählt, als Nachfolgerin ihrer Parteikollegin Barbara Egger.
Bildung, Kultur und Sport
Baume-Schneider verfügt über eine solide politische Erfahrung. So sass sie von 1995 bis 2002 im jurassischen Kantonsparlament, anschliessend leitete sie während drei Amtszeiten bis 2015 als Regierungsrätin das Departement für Bildung, Kultur und Sport.
2019 wurde Baume-Schneider in den Ständerat gewählt. Dort präsidiert sie die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie. Sie ist zweisprachig und sieht sich als Brückenbauerin zwischen den Landessprachen. Sie ist zudem Vizepräsidentin der SP Schweiz.