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Paranüsse aus Bolivien
Über Paranüsse aus Bolivien
Die Hälfte der weltweit verbleibenden tropischen Regenwälder befindet sich im Amazonasbecken. Davon bildet der brasilianische Teil, der knapp drei Viertel des Amazonasregenwalds einnimmt, die grösste zusammenhängende Waldfläche der Welt. Der Regenwald spielt für das globale ökologische Gleichgewicht eine wichtige Rolle; zum Beispiel wegen seiner Grösse und der entsprechend grossen Speicherkapazitäten für Kohlendioxid oder als Reservat genetischer Vielfalt von Flora und Fauna. Gleichzeitig übernimmt der Wald auch regional wichtige Funktionen. Seit Generationen ist er das Zuhause vieler indigener Volksgruppen und dient den Menschen als natürliche Nahrungs- und Einkommensquelle. Eine traditionelle, nachhaltige Nutzungsart des natürlichen Reichtums des Regenwaldes ist das Sammeln von wildwachsenden Paranüssen.
Die Paranuss ist die Frucht des Castanheira- Baumes (Bertholletia Excelsa), der seit 1998 auf der Roten Liste der bedrohten Arten der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) steht. Die grösste Bedrohung für die Bäume, ist die Abholzung der tropischen Regenwälder. Die grossflächigen Rodungen reduzieren die genetische Vielfalt und zerstören den einzigartigen Lebensraum der Bäume. Denn, fast alle konsumierten Paranüssen weltweit stammen aus Wildsammlungen. Wissenschaftliche Versuche die Pflanze zu kultivieren sind bisher fehl geschlagen. Der Paranussbaum gedeiht nur im Amazonas Regenwald im komplexen Zusammenspiel mit anderen Organismen.
Auch die traditionellen Paranuss-Sammler, die Castanheiros, sind durch das Vordringen von Holzfirmen, Viehzüchtern und Sojaplantagen in den Regenwald unter Druck geraten. Die Hoffnung ihren Lebensstil aufrecht erhalten zu können und nicht vertrieben zu werden, ist die offizielle Anerkennung ihrer Gebiete als Naturreservat für Extraktivismus. Die IUCN erachtet die nachhaltige Nutzung in Sammelreservaten als den sinnvollsten Schutz der Pflanze.
Den Grundstein für das unternehmerisch erfolgreiche und sozial stark engagierte Familienunternehmen Hylea1884 legte Friedrich Hecker in Riberalta und Fortaleza im Nordosten Boliviens: Er baute im ausgehenden 19. Jahrhundert den Handel mit Naturgummi (Hevea brasiliensis) auf. Die Familie Hecker leistete auch in der bolivianischen Paranussproduktion Pionierleistungen und gehört heute weltweit zu den sechs größten Exporteuren von Paranüssen.
Seit der Gründung der Stadt Riberalta im Jahre 1884 kümmert sich die Familie Hecker um die Anliegen der einheimischen Bevölkerung. So hat sie bereits 1932 die ersten ländlichen Schulen gegründet, eine Krankenstation aufgebaut und ist ein wichtiger Arbeitgeber für die einheimische Landbevölkerung.
In einem Gebiet, das etwa 220.000 Hektar umfasst und zum größten Teil mit Regenwald bedeckt ist, leben 15 indigene Gemeinden, mit denen Hylea partnerschaftlich zusammenarbeitet: Mehr als 1.000 Sammler sind während der Erntezeit damit beschäftigt, die Kapselfrüchte, welche die Nüsse enthalten, aufzusammeln und an die Hylea Sammelstationen zu liefern. Damit sichert Hylea den Sammlern und ihren Familien ein solides Einkommen.