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Hohle Erde
Die Theorie der hohlen Erde ist eine veraltete wissenschaftliche Theorie aus dem 17. Jahrhundert, die bereits im 19. Jahrhundert aufgrund von Dichtebetrachtungen widerlegt wurde. Heute ist der innere Aufbau der Erde bekannt und es deutet nichts auf einen grossen Hohlraum im Inneren der Erde hin.
Trotzdem kursieren auch heute noch Verschwörungstheorien, die besagen, dass das Innere der Erde hohl ist und dass sich an den beiden Polen der Erde Eingänge in diese hohle Erde befinden. Die Theorie ist derartig im Widerspruch zur Wissenschaft, dass die Anhängerschaft von einer weltumspannenden Verschwörung ausgeht, die an der Vertuschung der Hohlen Erde beteiligt ist.
Das Thema der Hohlen Erde wurde in der Vergangenheit auch in der Literatur immer wieder verwendet. Die prominentesten Beispiele dafür sind wohl The Narrative of Arthur Gordon Pym of Nantucket (1838) von Edgar Allan Poe oder Journey to the Center of the Earth (1864) von Jules Verne. Solche Bücher fördern immer wieder die Fantasie von Pseudowissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen, was auch in den entstehenden Theorien spürbar ist.
Die Verschwörungstheorien rund um die Hohle Erde sind zahlreich. Sie ergänzen einander, werden stets weiterentwickelt und ziehen unterschiedliche Inhalte mit ein.
Über den genauen Aufbau der hohlen Erde kursieren verschiedene Meinungen. So wird beispielsweise davon ausgegangen, dass das Material, aus dem sich die Erde bei der Erschaffung der Welt formte, durch die Zentrifugalkraft nach aussen gedrückt wurde, sodass lediglich eine ca. 1500 Kilometer dicke Erdkruste übrigblieb. Das Erdinnere blieb dabei hohl.
Obwohl einige Theorien davon ausgehen, dass das Innere der Erde unbewohnt ist, glauben viele, dass sich eine Bevölkerung dort aufhaltet, die sich von der herkömmlichen «Oberflächenbevölkerung» unterscheidet. Um für Licht, Hitze und Energie zu sorgen, glaubt die Anhängerschaft der Theorie an die Existenz einer Zentralsonne im Erdinnern.
Zwei Öffnungen an den Nord- und Südpolen sollen als Eingänge zum Erdinneren benutzt werden können. Einiger Theorien nach ist es möglich, unabsichtlich in eine der beiden Polaröffnungen zu geraten, ohne sich bewusst zu sein, wo man war, da man durch die Schwerkraft immer noch das Gefühl hatte gerade zu stehen. Weitere Theorien postulieren ein Tunnelsystem, das sich durch die ganze Erdkruste zieht und ins Innere der Erde führt. Ein solcher Tunneleingang soll sich beispielsweise in Tibet befinden, sodass der Dalai Lama manchmal ins Erdinnere dringt. In einigen Theorien ist auch von UFOs die Rede, mit denen die Bevölkerung des Erdinneren ihr Zuhause durch die Polaröffnungen verlassen kann.
Immer wieder liefern Vertreter und Vertreterinnen der Theorie der hohlen Erde angebliche Beweise für ihre Ansichten. Diese drehen sich oft um die beiden Pole, welche gemäss Theorie die Eingänge zum Erdinneren bilden müssten.
So wird beispielsweise postuliert, dass die Temperaturen in den südlichsten und nördlichsten Breitengraden unerwartet hoch sind und dass es ein reichhaltiges Fischvorkommen in den Polarregionen gibt. Beides soll auf die Hitze der inneren Zentralsonne zurückzuführen sein. Zudem wird das aussergewöhnliche Verhalten des Kompasses in den extrem nördlichen und südlichen Breitengraden hinterfragt. Auch die Polarlichter werden als Folge der vom Erdinneren entweichenden Gase interpretiert.
Die Veröffentlichung eines Bildes der NASA wurde ebenfalls als Beweismittel verwendet, da es beim Nordpol ein schwarzes Loch aufwies. Dieses wurde als Eingang zur inneren Erde gedeutet. Tatsächlich war das Foto aber eine Komposition von Bildern, die über 24 Stunden zusammengestellt wurden, sodass alle Bereiche einmal im Tageslicht sichtbar waren, ausser der schwarze Punkt, weil die Sonne den Punkt während dem Winter auch tagsüber nie erreicht.
Vorwiegend bei Verschwörungstheoretikern und -theoretikerinnen aus dem esoterischen Lager ist die Theorie rund um Agartha beliebt. Demnach soll sich im Inneren der Erde die Stadt Agartha befinden. Über die Welt Agharta und dessen Einwohner und Einwohnerinnen ist allerdings nicht viel bekannt.
Der Name Agartha wurde durch das Buch Tiere, Menschen und Götter (1924) von Ferdinand Ossendowski bekannt, wonach ein geheimnisvolles unterirdisches Reich namens Agartha unterhalb des Himalayas liegen soll.
Eine beliebte Theorie von rechtsorientierten Verschwörungstheoretikern und -theoretikerinnen ist jene rund um das Neuschwabenland. Das Neuschwabenland ist eine 600’000 km2 grosse Region in der Antarktis, die 1938/39 vom dritten Reich völkerrechtlich in Besitz genommen wurde.
Der Verschwörungstheorie nach hätten die Nazis, darunter auch Hitler, nach dem zweiten Weltkrieg Schutz im inneren der Erde gefunden, indem sie den Eingang der Polaröffnung im Neuschwabenland benutzten. Somit existiere auch heute noch eine unterirdische Nazi-Basis. Die Flucht sei mit Reichsflugscheiben (UFOs) gelungen. Diese sollen auch zur Kontaktaufnahme mit nazifreundlichen Ausserirdischen gedient haben.