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Der Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ist die zehnthäufigste Krebserkrankung der Frau. Die Altersverteilung zeigt einen ersten Gipfel zwischen 35 und 54 Jahren sowie einen weiteren ab 65 Jahren. Das mittlere Alter bei der Erstdiagnose des Zervixkarzinoms hat sich in den letzten 25 Jahren um 14 Jahre verringert.
Faktoren wie Rauchen, genitale Infektionen, die Langzeiteinnahme von oralen Kontrazeptiva (Anti-Baby-Pille), hohe Parität (Vielgeburtlichkeit) sowie die Suppression (Unterdrückung) des Immunsystems stehen in der Diskussion die Entstehung zu fördern. Durch die regelmässige Vorsorgeuntersuchung mit Zytologie und HPV-Testung aus dem Gebärmutterhals und durch die Durchführung einer Kolposkopie wird diese Erkrankung in den westlichen Industrieländern meist früh erkannt und die betroffenen Frauen können durch eine Operation geheilt werden.
Vor über 30 Jahren hat man die Bedeutung der Papillomviren bei der Entstehung dieser Erkrankung erkannt. In den letzten Jahren wurden erfolgreich Impfstoffe entwickelt. Zwei Impfstoffe sind derzeit weltweit zugelassen. Das erste Mal, dass wir die Entstehung eines Krebses durch eine Impfung verhindern können! Wir bieten beide Impfstoffe (Cervarix/Gardasil) auch im Rahmen des Kantonalen Impfprogramms an. Dr. Chatsiproios berät Sie gern.
Im fortgeschrittenen Stadium wird diese Erkrankung mit ausgedehnter Operation, Bestrahlung und Chemotherapie behandelt.
Korpuskarzinom (Gebärmutterkörperkrebs)
Das Korpuskarzinom ist der vierthäufigste bösartige Tumor der Frau in den westlichen Industrieländern. Diese Erkrankung betrifft am häufigsten Frauen in und nach den Wechseljahren. Die Erkrankungshäufigkeit nimmt mit steigendem Alter zu; der Gipfel der Erkrankung liegt zwischen 75 und 80 Jahren.
Es gibt zwei Typen von Endometriumkarzinomen – ein östrogenabhängiges (sogenanntes Typ-I-Karzinom) und ein östrogenunabhängiges Karzinom (sogenanntes Typ-II-Karzinom).
Als gesicherte Risikofaktoren in der Kanzerogenese insbesondere des Typ-I-Endometriumkarzinoms gelten die Langzeit-Einnahme von Östrogenen ohne Gestagenschutz, eine Hormontherapie mit einer kürzer als 12 Tage/Monat dauernden Gestagen-Gabe, ein metabolisches Syndrom mit Adipositas (Body mass index von mehr als 25 kg/m2), ein Diabetes mellitus, ein PCO-Syndrom, eine lange Lebensphase mit Menstruationsblutugen, Nulliparität (keine Geburten), ein Mammakarzinom in der Eigenanamnese, hohe Estradiolserumkonzentrationen (u.a. bei estradiol- bzw. androgensezernierenden Tumoren), eine Tamoxifen-Therapie und das HNPCC-Syndrom als autosomal-dominant vererbte Erkrankung.
Multiparität (Geburtenanzahl), körperliche Belastung, Kontrazeptiva-Einnahme und eine lebenslange sojareiche Ernährung senken das Risiko der Entstehung eines Endometriumkarzinoms. Wichtiges hinweisendes Symptom auf ein Endometriumkarzinom ist die uterine Blutung bei postmenopausalen Frauen. Eine Variation der Intensität und Frequenz der Blutungen bei perimenopausalen Frauen ist ebenfalls verdächtig.
Als Therapieoption gibt es die ausgedehnte Operation, die Bestrahlung und die Chemotherapie.