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Die Chronic Wasting Disease (CWD) ist eine ansteckende Prionenkrankheit und befällt Hirsche, Rentiere und Elche (Cerviden).
Die CWD gehört zu den transmissiblen spongiformen Enzephalopathien (TSE) – ein Sammelbegriff für übertragbare, degenerative Hirnerkrankungen. Dazu zählen auch die Scrapie (Traberkrankheit) bei Schafen und Ziegen sowie die BSE beim Rind. Charakteristisch sind die schwammartige Zersetzung des Nervengewebes und der chronisch-progressive Krankheitsverlauf. Die CWD endet immer tödlich. Zu den Symptomen gehören im frühen Stadium Verhaltensstörungen (Apathie, Verwirrtheit, motorische Schwierigkeiten). Später ist die sukzessive und namensgebende Abmagerung der Tiere kennzeichnend (zu dt.: „Chronisch auszehrende Krankheit“). Im Gegensatz zur BSE ist die Chronic Wasting Disease – nach derzeitigem Kenntnisstand – keine Zoonose.
Ansteckung und Verbreitung
Übertragen wird die Chronic Wasting Disease – wie alle TSE - durch Prionen, sogenannt abnormal verdrehte Eiweisse. Die Ansteckung erfolgt auf oralem Weg. Erkrankte Tiere scheiden den Erreger mit Urin und Speichel aus. Der Erreger bleibt über Jahre im Boden nachweisbar. Die Übertragung erfolgt sowohl von Tier zu Tier als auch indirekt über die Umwelt. Die Krankheit ist hochgradig ansteckend.
Die Chronic Wasting Disease ist in Nordamerika seit Ende der Sechziger Jahre bekannt. In den letzten 20-30 Jahren hat sich die Krankheit unter den Wildtierpopulationen im Westen der USA und Kanada stark ausgebreitet. Regional waren bis zu zehn Prozent der Bestände von der Hirschseuche befallen. Betroffen sind Maultierhirsche, Weisswedelhirsche und Wapitis in freier Wildbahn wie auch in Gefangenschaft.
Die erfolgreiche Bekämpfung der Krankheit wird erschwert – wenn nicht verunmöglicht - durch die oft jahrelange Inkubationszeit der Erreger. Der erste CWD-Fall in Europa betraf ein junges Rentierweibchen in Laerdal, Norwegen und wurde Anfang April 2016 durch Laboruntersuchungen bestätigt. Ende Mai und anfangs Juni wurden zwei weitere Fälle bekannt. Betroffen waren junge trächtige Elchkühe (Alces alces) in Selbu, nahe der schwedischen Grenze.
Bisher gibt es keine Hinweise, dass der Erreger ausserhalb von Norwegen verbreitet ist. Momentan wird die Überwachung der Chronic Wasting Disease in Skandinavien ausgeweitet. Norwegen, Schweden und Finnland koordinieren ihre Massnahmen.
Was tun?
Der Ausbruch der Chronic Wasting Disease in Norwegen hat zurzeit keine direkten Konsequenzen für die Schweiz. Norwegen hat den Export von lebenden Cerviden bereits gesperrt. Schlachtkörper, Wildfleisch („Wildbret“), Jagdtrophäen und Felle von Hirschen können weiterhin importiert werden.
Wird CWD (oder spongiforme Enzephalopathien bei anderen Tierarten) festgestellt, so ist dies nach Artikel 181 TSV dem Kantonstierarzt unverzüglich zu melden. Der Kantonstierarzt ordnet an, dass allenfalls noch vorhandene Teile des Tierkörpers verbrannt werden.
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Letzte Änderung 05.12.2019