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Seit der Zeit der Römer werden die Reben angeblich in unserem Gebiet angepflanzt. Um 1879 wurde in Tschugg noch eine Fläche von 42 ha bepflanzt, welche sich aber nach der Jahrhundertwende stark zurückbildete. Verschiedene Ursachen führten zu diesem Niedergang, der auch in der Entwicklung unserer Gemeinde einen Stillstand einleitete. Der grösste Teil der Bevölkerung arbeitete in den Reben, zum Teil auch als Kleinrebbesitzer, mehrheitlich aber als Arbeit in den grossen Rebgütern. Die hauptsächlichen Ursachen des Rückganges waren:
- Billigere andere Getränke wie Bier und Apfelmost, später Mineralwasser
- Gute und billigere ausländische Weine, die mit den neuen Eisenbahnen ins Land kamen
- Verschiedene Frost- und Hagelschäden, die ganze Flächen vernichteten
- Rebkrankheiten bildeten das grösste Problem, vor allem wüteten die Reblaus und der falsche Mehltau
(Peronspora), eine Pilzkrankheit.
Durch Aufpfropfen erprobter einheimischer Hölzer auf reblausfeste und wurzelkräftigere amerikanische Unterlagen konnte der Reblaus und dem falschen Mehltau zu Leibe gerückt werden. Damals wurden viele befallene Reben gar nicht mehr bewirtschaftet und gepflegt. Auch die Entwässerung des Kulturlandes trug das ihre zum Rückgang der Reben bei. Das Kulturland warf mit anderen Produkten höhere Erträge ab. So kam es, dass anfangs der 70er Jahre nur noch 30 ha Reben angepflanzt waren. Seit der Güterzusammenlegung 1974 werden in unserem Dorf wieder 6 ha bearbeitet. Davon besitzt die Klinik 3 ha, die restlichen 3 ha teilen sich auf rund 20 Besitzer auf. Gekeltert wird nur noch im Weinkeller der Klinik Bethesda. Ein Teil des Traubengutes wird in Erlach verwertet, dort entsteht ebenfalls "Tschugger".
Die Qualität unseres Weines konnte dank dem grossen Fachwissen der Rebbauern erheblich gesteigert werden. Insbesondere die Haupterwerbsrebbauern sind immer bereit, den Hobbyrebbauern ihr Fachwissen weiter zu geben. Insbesondere dem Einsatz der Haupterwerbsrebbauern ist es zu verdanken, dass der "Tschugger" nicht nur in Tschugg gerne getrunken wird.
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