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Regenwürmer sind eigentlich Baumeister von fruchtbaren Böden, arbeiten totes Pflanzenmaterial in den Boden ein, produzieren wertvollen Humus und sorgen für eine optimale Bodenstruktur. Eigentlich müsste der Regenwurm Erdwurm heissen, seinen Namen hat er wahrscheinlich aber, weil er bei Regen an die Erdoberfläche kommt, und so sehen wir ihn auf Strassen, Wiesen und Feldern bei Regen. Wieso aber kommt der Regenwurm bei Regen an die Oberfläche?
Es gibt verschiedene Vermutungen: Die Würmer flüchten, da sie sonst in ihren Röhren ersticken könnten. Die Würmer geraten in Panik, denn der Regen schaltet alle ihre Sinnesorgane aus und sie sind orientierungslos. Die Würmer nutzen günstige Witterungsbedingungen für die Nahrungsaufnahme und zur Fortpflanzung.
Gegen das Ersticken im Wasser spricht, dass der Regenwurm weder Lungen noch Kiemen besitzt – er atmet über die Haut und kann dadurch im Wasser gelösten Sauerstoff direkt aufnehmen. Wer einen Gartenteich besitzt und diesen reinigt, hat sicher schon massenweise lebende Regenwürmer am Boden des Teiches gefunden.
Wissenschaftler der Universität Carlton in Ottawa (Kanada) sollen erforscht haben, dass das Geräusch der niederfallenden Regentropfen Schwingungen erzeugt, die die Regenwürmer irrtümlicherweise als Annähern ihres grössten Fressfeindes, des Maulwurfes, deuten, und dass sie deshalb an die Oberfläche kommen.
Diese These könnte stimmen, denn angeblich sammeln Angler Regenwürmer als Köder ein, indem sie auf den Boden klopfen und damit ein Regengeräusch nachmachen – dadurch kommen die Regenwürmer ebenfalls nach oben. Ein interessantes Experiment für Kinder – aber bitte beobachtet die Regenwürmer nur und lasst sie ansonsten in Ruhe.
Es ist zwar unwahrscheinlich, dass die Regenwürmer zur Fortpflanzung an die Oberfläche kommen – denn da wären sie ein gefundenes Fressen für Vögel und andere Tiere –, aber aufgrund der Platzverhältnisse unter dem Boden nicht gänzlich ausgeschlossen.
Foto Fotalia