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Heute Abend haben wir das Vergnügen wieder einmal ein komplettes SWISSAIR In- Flight Jazz-Programm von Johnny Simmen hören zu können, diesmal mit den Originalkommentaren vom Produzent. Was er hier als "Classical Jazz" vorstellt, ist in Wirklichkeit neuere Interpretationen von älteren Melodien und Stilarten bis zur Swing-Periode zum grossen Teil mit wenig bekannten Musikern. Die Aufnahmen stammen alle aus den 80'er und 90'er Jahren und würden ohne weiteres in die DRS 2 "Apéro" Stunde passen.
Wir beschäftigen uns heute ausnahmsweise mit einem Musiker, der noch sehr aktiv am Leben ist. Seine "Vorgänger" sind Grössen wie Hank Jones, Tommy Flanagan etc., die ebenfalls in erster Linie "nur" Begleitpianisten waren, bevor sie als auch Solisten oder im Trio auftraten. Wir hören Aufnahmen aus den Anfängen von Kenny Barron's Plattenkarriere (die effektive Karriere hat schon früher, z.B. in Rh&B-Bands begonnen) bis in die jüngere Zeit. Er hat für Jazz-Koryphäen wie Dizzy Gillespie, Stan Getz, die Gruppe "Sphere", Freddie Hubbard und viele andere hochgeschätzte Beiträge geleistet.
Im Querschnitt durch die Trompeterlandschaft zwischen 1940 und 1953 werden 15 Trompeter vorgestellt. Die meisten stehen am Anfang ihrer Karriere und verlassen das Orchester bald wieder, um sich besser bezahlten Jobs zuzuwenden. Viele der Tonbeispiele stammen aus der Sammlung des verstorbenen Otto Flückiger. Musikalische Leckerbissen sind unveröffentlichte Aufnahmen mit Kenny Dorham, Fats Navarro, Art Farmer und Clifford Brown. Die historischen Liveaufnahmen werden Hi-Fi-Ansprüchen nicht gerecht, entschädigen uns aber durch Lebendigkeit und Spielfreude.
In der letzten Zeit ist eine grössere Sammlung amerkanischen Jazz CD's sowie eine ganze Menge neue Schweizer Produktionen ins Archiv eingegangen. Heute Abend hören wir eine spannende Auswahl davon.
Der Abend wird dem Pianisten Brad Mehldau gewidmet. Wir hören Musik aus der Trio und Quartett Besetzung. Die Musik, insbesondere in der Trio Besetzung, ist aus dem Erbe von Bill Evans entstanden und weiterentwickelt. Es ist eine spannende und dichte Musik kreiert worden.
Als der Saxophonist Lucky Thompson in den Siebzigerjahren der Jazzszene den Riicken kehrte, war dies das Ende einer durch Höhen und Tiefen gezeichneten Karriere. Er war verbittert und desillusioniert mit der damaligen Jazzszene und kam nie auf seinen Entschluss zurück. Lucky Thompson war nicht einfach im Umgang, fast etwas mystisch und ist heute beinahe vergessen,-obschon er sicher einer der grössten Jazzsaxophonisten war, dem es ohne Probleme gelang, den Schritt vom Swing zum Bebop zu machen. Seine umfangreiche Discographie kann dies nur bestatigen.
Nachdem wir uns im letzten Juni in die beachtliche Sammlung von Gerard Allan’s Schallplatten hineingehört und die LP’s versteigert haben, werden wir bei dieser zweiten Memorial-Session einen Einblick mit ‚Sehen und Hören’ in Gerard’s Jazz-Videobänder nehmen. Zudem werden wir – alles mit Bezug auf Jazz- oder jazzverwandte Musik – seine Bücher, Texte und Noten, einige CD’s, wenige Schallplatten und Tonbandkassetten ausstellen. Alles von diesem Nachlass wird am Schluss des Abends zu Gunsten des Jazz Circles versteigert – oder verschenkt.
Beide Pianisten zeichnen sich aus durch absolute Individualität- sie können weder eindeutig einer Epoche noch einer eindeutigen stilistischen Abstammung zugeordnet werden. Vielleicht werden sie deshalb in der offiziellen Jazzgeschichtsschreibung sträflich vernachlässigt. Wegen ihres komplexen, hochindividuellen Stils hatten sie auch wenige oder gar keine "Schüler". Beide waren perfekte Solisten, konnten sich aber auch als äusserst fruchtbare und einfühlsame Begleiter erweisen. Heywood zum Beispiel in seinen berühmten Einspielungen mit Coleman Hawkins, und Larkins zum Beispiel in seinen Aufnahmen im Duo mit Ella Fitzgerald. Heute gibt es einen "Schüler" von Ellis Larkins, der gewisse Stilelemente von Ellis Larkins in gewissen Solos übernimmt- vielleicht reicht die Zeit für ein Beispiel von diesem Künstler: Rossano Sportiello. Bei Eddie Heywood gibt es keine Nachfolger, dafür aber ist zumindest eine seiner Kompositionen ins Standardrepertoire des Jazz eingegangen: Canadian Sunset.
Wie jedes Jahr stellt uns Nina Neuheiten aus dem weiten Bereich des Jazz und z.T. jazzverwandter Musik vor. Wir freuen uns darauf.
Durch Louise Zepf sind uns zwei Bänder mit der Musik zu einer 2-teiligen Vortragsreihe von Johnny Simmen über den berühmten Posaunisten zu Handen gekommen. Die Referate wurden 1991 und 92 gehalten, aber leider fehlt jede Auskunft darüber, welche Stücke zu hören sind. Also veranstalten wir einen kleinen Wettbewerb für Teagarden-Kenner. Der heutige Referent spielt die von Simmen ausgewählte Beispiele vor und das Publikum soll, wo möglich, dazu Titel und Besatzung beisteuern. Sollte jemand eine Titelübersicht von damals noch besitzen, wäre sie oder er natürlich im wesentlichen Vorteil.
Wir verfolgen Shelly Manne’s Karriere bis in die sechziger Jahre hinein. Neben Aufnahmen mit eigenen Bands hören wir Manne als Sideman für alle Grossen der damaligen Zeit: Clifford Brown, Lennie Niehaus, Stan Getz, Sonny Rollins, André Previn, Manny Albam, Gerry Mulligan und andere. Dazu kommen ein paar Müsterchen aus seiner Arbeit in den Filmstudios.
Jetzt unter der neuen Leitung von Rainer Tempel.
Der Vortrag von Jürg Näf über Earl Hines (letzter Teil) wird auf 2007 verschoben.
Wie immer wird unser Referent über verschiedene ihm persönlich bekannte Musiker zu sprechen kommen. Einige davon werden uns schon aus den „Jazz in der Aula“ Konzerten in Baden bekannt sein. Ein abwechslungsreicher Abend ist demnach angesagt.
Norman Granz sagte einmal: "Es gibt kein anderer Musiker, dessen Spiel den Geist des Jazz besser verkörpert, als Roy Eldridge".ln der Tat war Eldridge "ALL JAZZ", voller Energie immer bereit, jede Herausforderung anzunehmen. Roy Eldridge als Link zwischen Armstrong und Gillespie zu klassieren, ist ein viel zitiertes Klischee, aber falsch. Er war sicher von Armstrong beeinflusst (welcher Jazztrompeter jener Zeit war es nicht?),hatte aber seinen eigenen, sehr persönlichen Stil. Ohne Zweifel bleibt Roy "Little Jazz" Eldridge einer der grössten Jazztrompeter. Vor rund 60 Jahren war er erstmals in einem Aufnahmestudio. Wir hören ihn als "Sideman" mit verschiedenen Big Bands und Combos, sowie mit seinen ersten, eigenen Bands.
Ab 1927 setzte sich der Tonfilm nach und nach durch. Auch der Vorläufer des Jazz, der Ragtime, diese erste Musik mit Synkopen, war inzwischen nahtlos in den frühen Jazz ubergegangen. Viele Animatoren erkannten fruh das Potenzial des Jazz, dieser lebensfrohen, rhythmischen Musik, zur Untermalung ihrer Cartoons. Das war der Beginn des "Goldenen Zeitalters des Trickfilms". Besonders interessant war das Jahrzehnt von 1937-1946. Die Filme sind untermalt mit Melodien aus der Zeit und wir begegnen u.a. Louis Armstrong, Cab Calloway, 'Fats' Waller, Bob Zurke, Oscar Peterson, den Mills Brothers, dem Golden Gate Quartet wie auch dem Stepptänzer Bill 'Bojangles' Robinson. Kurz: Jazztoons -- artig und bösartig; 80 Minuten Spass!
gemäss separater Einladung