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Sean Connery
Biographie und Filme
Basierend
auf der Biografie von Siegfried Tesche.
Henschel Verlag, 2000, 207 S. Buch bestellen bei Bestellen
bei Amazon.de
Sean Connery gehört zu den beliebtesten
Schauspielern der Gegenwart. Die kürzlich erschienene Biographie von
Siegfried Tesche bietet vor allem viel Wissenswertes über seine Filme von
1957, No Road back, bis heute, aber auch Informationen zu seinem Privatleben, seinem
Verhältnis zur Politik (Connery setzt sich für die schottische
Unabhängigkeit ein) und natürlich zu seiner Biographie.
Thomas (Sean) Connery wurde 1930 in Edinburg,
Schottland, als Sohn eines Lastwagenfahrers, dessen Vorfahren aus Irland
stammten, geboren. In der Strasse, in der die Connerys wohnten, gab es
damals noch kein heisses Wasser. Bereits 1944 verliess Sean die Schule um
regelmässig in einer Molkerei zu arbeiten - bereits mit neun Jahren hatte
er begonnen, vor Schulbeginn Milch auszutragen. Er habe als Milchmann
interessante Erfahrungen mit Frauen gemacht, deren Männer kurz nach dem
Weltkrieg noch fortgewesen seien, meinte Connery dazu in einem Interview
1999. 1946 verpflichtete er sich für zwölf Jahre zur Royal Navy, weil er
gerne die Welt sehen wollte. Doch er tat nur in Baracken in Portsmouth
Dienst. Nach drei Jahren wurde er wegen Magengeschwüren entlassen und
erhielt eine kleine Pension.
Danach fuhr er eine zeitlang
Pferdekutschen. Als invalider Veteran eingestuft, wurde ihm ein
Ausbildungsprogramm zugestanden. Er wollte Möbelpolier werden. In diesem Beruf
arbeitete er 18 Monate
lang. Er fing aber auch mit Bodybuilding und Gewichtheben an.
Auf Anraten eines Freundes schrieb er sich 1950 im Dunedin Amateur Weight
Lifting Club ein. In der Edinburgh School of Art in Lauriston stand er
Modell und versuchte sich nebenbei eine Karriere als Sportler aufzubauen.
Er arbeitete als Zementmischer und als Maurer auf dem Bau, war
Rausschmeisser in einem Club und verbrachte den Sommer als Bademeister und
Lebensretter im schottischen Portobello. Mit 20 wurde er Fussballprofi.
Doch damit liess sich damals noch kein Geld verdienen, weshalb er einen
kleinen Job in der Druckereiwerkstatt der Edinburgh Evening News
annahm, wo er täglich Blei schmolz und Druckplatten herstellte. Während
jener Zeit fuhr er mit seinem Krafttraining fort. 1953 nahm er am Mr.
Universum Wettbewerb im Londoner Scala Theatre teil, bei dem er den dritten Platz in der tall men's
class, der Kategorie der Männer über 1,80 belegte (Connery misst 1,
89 Meter).
Ebenfalls 1953 kam Connery per Zufall zur
Schauspielerei. Als er für den Mr. Universum Wettbewerb in London war,
schaute er sich nach einem neuen Job um. Er habe damals ein Angebot von
Machester United erhalten, fand sich aber mit 22 Jahren bereits zu alt zum
Fussball spielen. Jemand sagte ihm, es würden Leute für den Chor im Musical South
Pacific gesucht. Connery bekam den Job und spielte vom Juni 1953 an
drei Monate lang im Londoner Theater an der Drury Lane, sang mit dem Chor
There is Nothing like a Dame und tourte vierzehn Monate lang durch
England und Schottland, wobei er auch die Rolle des Leutnants Buzz Adams
übernahm.
Der amerikanische Schauspieler Robert
Henderson, Kollege aus dem Chor und späterer Theaterregisseur, erwähnte
seinem Freund Connery gegenüber Ibsen und dessen Schauspiele. Daraufhin
sei Sean sofort in eine Bücherei gegangen und habe seine Stücke gelesen.
Im Gegensatz zu vielen jungen Männern, die gerne Stars werden möchten,
aber stinkfaul seien, habe Connery an sich gearbeitet. Sean meinte dazu,
in den Lehrjahren von 1951 bis 1956 habe er sich selbst erzogen. Henderson
habe ihm auch vom Fussball abgeraten und eine Liste mit Büchern zur
Lektüre empfohlen. Daraufhin habe er während eines Jahres auf der
Tournee in jedem Ort viel Zeit in den örtlichen Bibliotheken zugebracht.
Sean war vom Theater, dieser Welt aus Geist und Intellekt, fasziniert, die
ihm so fremd war. In jener Zeit änderte er seinen Vornahmen von Thomas zu
Sean. In der Jugend war er oft Tammy oder wegen seiner Grösse Big Tam
gerufen worden. Eine Reihe kleinerer und grösserer Auftritte in Spiel-
und Fernsehfilmen folgte 1956/57: Requiem for a Heavyweight, No Road
back (Die blinde Spinne), Operation Tiger, Duell am Steuer
und Zwölf Sekunden bis zur Ewigkeit. 1957 nahm ihn die 20th
Century Fox unter Vertrag.
1957 lernte Sean Connery die 1933 im
australischen Brisbane geborene Schauspielerin Diane Cilento beim
Theaterstück Anna Christie in Oxford kennen. Sie war die Tochter
von Sir Ralph West Cilento, einer Autorität auf dem Gebiet der
Tropenkrankheiten und gleichzeitig Anwalt. Dianes Mutter war Gynäkologin.
Die Schauspielerin hatte die New Yorker Academy of Dramatic Arts und die
Royal Academy of Dramatic Arts in London besucht. 1952 erhielt sie ihre
erste Filmrolle. Im Jahr darauf stand sie erstmals auf der Bühne. 1960
entstand aus Anna Christie ein Fernsehfilm, bei dem sich Sean und
Diane wiedersahen und ineinander verliebten. Die Schauspielerin war damals
noch mit dem Italiener Andrea Volpe verheiratet und hatte mit ihm eine
1957 geborene Tochter.
Cilento und Connery lernten beim Schweden
Yat Malmgeren, einem ehemaligen Tänzer des Kurt Joos Ballet Ensembles,
eine Technik der wortlosen Kommunikation und des adäquaten Rhythmus, die
auf dem Bewegungskonzept des ungarischen Tänzers Rudolf von Laban beruhten. Connerys Gang und seine spezielle Form, sich zu bewegen, sollen
die Bond-Produzenten Harry Saltzman und Albert R. Broccoli fasziniert und
letztlich den Ausschlag dafür gegeben haben, dass sie ihm die Rolle des
Geheimagenten 007 anboten.
Am 30. November 1962 heirateten Cileno und
Connery in Gibraltar. Im Januar 1963 wurde ihr gemeinsamer Sohn Jason in
Rom geboren. Diane wurde im selben Jahr für ihre Darstellung in Tom
Jones - zwischen Bett und Galgen, für einen Oscar nominiert. 1968
veröffentlichte sie ihren ersten Roman, Manipulator, nachdem der
Bond-Autor Ian Fleming sie zum Schreiben ermuntert hatte. Das Cover
stammte von Connery. Vier Jahre später erschien ihr zweiter Roman, Hybrid.
1973 liessen sich Diane und Sean scheiden. Der volle Terminkalender soll ein
wesentlicher Grund für die Trennung gewesen sein. Cilento heiratete 1985
den englischen Autor Anthony Shaffer, mit dem sie heute auf einer grossen
Farm im australischen Queensland lebt. Sie arbeitet in verschiedenen
Theatern.
1962 stand Connery während 58 Tagen für
den ersten Bond, James
Bond 007 jagt Dr. No,vor der Kamera. Bereits im Jahr
darauf drehte er Liebesgrüsse
aus Moskau. Im selben Jahr spielte er auch in Die Strohpuppe.
1964 drehte er in London und im schweizerischen Andermatt Goldfinger.
1965 stand er für Feuerball
und 1966 für seinen letzten Bond, Man
lebt nur zweimal, vor der Kamera. Dazwischen entstanden noch Filme
wie Der gelbe Rolls-Royce und Simson ist nicht zu schlagen.
Nach seiner Karriere als Bond-Darsteller
spielte Sean Connery in Filmen wie Shalako (1968), Diamentenfieber
(1971), Zardoz (1973), Meteor (1977), Outland
(1980), The Untouchables - Die Unbestechlichen (1987), Indiana
Jones und der letzte Kreuzzug (1988), The Rock (1996) und Entrapment
- Verlockende Falle (1999), um nur einige zu nennen.
1970 lernte Connery bei einem Golfturnier
in Casablanca Micheline Boglio Roquebrune kennen. Die 1931 geborene
französisch-marokkanische Malerin war bereits einmal verheiratet gewesen
und hatte drei Kinder. Für Micheline war es Liebe auf den ersten Blick.
Sie behauptet, dass sie damals nicht einmal wusste, dass er Schauspieler
ist. 1975 heirateten Sean und Micheline in Gibraltar und fuhren nach
Casablanca in die Flitterwochen. Connerys zweite Frau gilt als geschickte
Verhandlungspartnerin und hat häufig seine Verträge mit Filmstudios
ausgehandelt und seine Klagen gegen Produzenten und Agenten mit
ausgearbeitet.
Sean Connery hat übrigens einen Bruder,
Neil, der 1938 geboren wurde und jahrelang als Verputzer in Edinburg
arbeitete. 1967 erfuhr ein italienischer Filmproduzent von seiner Existenz
und setzte ihn in einem katastrophal-schlechten Film ein. Gelegentlich
übernimmt Neil noch immer kleinere Rollen und hat Gastauftritte in
britischen Billigproduktionen wie The Body Stealers oder in der
Fernsehserie Taggart. In der Dokumentation Sean Connery's
Edinburgh diente er seinem Bruder als "Lichtdouble". Neil
lebt mit seiner Familie ausserhalb von Edinburgh.
Am 29.11.2002 hinzugefügt:
Neue Filme
mit Sean Connery sind Finding Forrester (2000) und The League of
Extraordinary Gentlemen (2003).
Neue Bücher zu James Bond: James Bond. Die Legende von 007. Scherz
Verlag, 2002. Bildband mit 320 Seiten. Bestellen bei Amazon.de.
Michael Petzel, Manfred Hobsch: Die Akte James Bond. Schwarzkopf
& Schwarzkopf, 2002, 400 S. Mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen
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Sean Connery. Die Biographie von
Siegfried Tesche, auf der dieser Artikel beruht. Henschel Verlag, 2000, 207 S.
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Siehe auch den Artikel Die James Bond
Story.