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Der Plan steht: darf ab dem 15. März wieder gespielt werden, kann die Saison nach aktuellem Modus zu Ende gespielt werden. Heute geht es für den EV Zug im Zürcher Hallenstadion trotzdem um den Titel. Es ist nämlich nach wie vor möglich, dass die Playoffs ausfallen, die Saison heute zu Ende geht und schliesslich ein «Geister-Titel» vergeben wird.
Das weitere Vorgehen werden die Klubvertreter zwar erst an einer Zusammenkunft am Montag festlegen. Aber im Grundsatz sind sich eigentlich bereits alle einig: keine weiteren Geisterspiele. Nicht in den Playoffs. Nicht in der Platzierungsrunde. Nicht in den Playouts. Nicht in der Liga-Qualifikation.
Das bedeutet: Falls ab dem 15. März gespielt werden kann, könnte es Playoffs nach Plan (also Best of Seven) geben. Es wird der Rhythmus verändert und mit höherer Kadenz jeden zweiten Tag gespielt. Akzeptieren die Klubs diesen Vorschlag nicht, gibt es verkürzte Playoffs («Best of Five statt Best of Seven». Das 7. Finalspiel bleibt auf den 23. April terminiert, jenes der Liga-Qualifikation auf den 24. April. Die WM beginnt am 8. Mai. Es gibt also etwas Spielraum, aber Verschiebungen über den 23. April hinaus wären sehr schwierig. Weil mehrere Stadien bereits durch andere Veranstaltungen besetzt sind.
Wenn am 15. März keine Freigabe erfolgt und die Sperrfrist verlängert wird, dürften die Playoffs, die Platzierungsrunde, die Playouts und die Liga-Qualifikation ganz wegfallen. Die Saison 2019/20 wäre in diesem Falle wohl zu Ende und der Qualifikationssieger würde als Meister ausgerufen. Sollte sich der SCB heute in Lausanne nicht für die Playoffs qualifizieren, bliebe den Bernern im Falle eines Falles die Schmach erspart, die Playoffs verpasst zu haben: man kann ja nicht Playoffs verpassen, die gar nicht ausgetragen werden.
Heute spielen die ZSC Lions und Zug um den Qualifikationssieg. Die Zürcher brauchen einen Sieg nach 60 Minuten. Holt Zug auch nur einen Punkt, sind sie Qualifikations-Sieger. Und vielleicht sogar Meister. Seit der Gründung der Nationalliga (erste Saison 1937/38) hat es erst ein einziges Mal keinen Meister gegeben: 1940. Wegen der Mobilmachung (2. Weltkrieg). Sogar in den Jahren der «Spanischen Grippe», die nach neusten Forschungen in den Jahren 1918, 1919 und 1920 weltweit 25 Millionen Opfer gefordert hat, ist eine nationale Eishockey-Meisterschaft ausgetragen worden:
Zug oder die ZSC Lions also nach 50 Qualifikationspartien Meister? Müsste diese Variante für den Fall eines Falles nicht offiziell verkündet werden, damit die Zuger und die Zürcher wissen, um was es heute geht? «Das ist nicht notwendig» sagt Marc Lüthi. «Allen ist klar, dass mit dieser Möglichkeit gerechnet werden muss.»
Zugs Sportchef Reto Kläy sagt: «Wir spielen um den Qualifikationssieg.» Aber würden seine Jungs nicht noch einen Zacken zulegen, wenn sie wüssten, dass es womöglich um den Titel geht? Den ersten seit 1998. Erst den zweiten der Klubgeschichte. «Nein, wir spielen um den Qualifikationssieg.» An das Szenario, dass der Qualifikationssieg unter Umständen den Titel bringen könnte, habe er noch gar nie ernsthaft gedacht. Der letzte Titel, der nicht im Playoff-Modus vergeben worden ist, holte im Frühjahr 1985 der HC Davos.
In der Swiss League sind die Viertelfinals beendet. Kloten, Ajoie, Langenthal und Visp haben die Halbfinals alle bereits nach fünf Spielen erreicht. Gibt es nach dem 15. März keine weiteren Spiele mehr, ist auch hier die Meisterschaft zu Ende. Möglich, dass dann Qualifikationssieger Kloten direkt aufsteigt und die nächste NL-Saison mit 13 Teams gespielt wird, der Letzte nach der Platzierungsrunde direkt absteigt, die Playouts zwischen dem 11. und 12. gespielt wird und der Verlierer zur Liga-Qualifikation gegen den aufstiegsberechtigten Meister der Swiss League antreten muss.
Die Einnahmeausfälle durch die Geisterspiele müssen die Klubs verkraften. Vom Staat wird es keine Entschädigung geben wie manchmal in ähnlichen Situationen für andere Branchen. Das Eishockeygeschäft ist ja nicht die für die nationale Selbstversorgung wichtige Landwirtschaft.
Der SC Bern hat zwar eine Versicherung für solche Ereignisse abgeschlossen. Aber Marc Lüthi sagt, die zu erwartende Auszahlung betrage bloss 200'000 Franken. «Das reicht bei weitem nicht um auch nur die Einnahmeausfälle des Gottéron-Spiels zu decken.»
Ob es das Geld für bereits gekaufte Tickets zurückgibt, ist offen. Marc Lüthi sagt, möglich sei auch ein Besuch eines Qualifikationsspiels in der nächsten Saison.