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Ob Corona, Ukraine, Energie oder Inflation: in allen Krisen seien benachteiligte und somit verletzliche Menschen besonders betroffen, so das Schweizerische Rote Kreuz in einer Medienmitteilung. Anlass war eine Fachtagung zum Thema.
Damit eine Gesellschaft eine Krise bessser bewältigen könne, sollten benachteiligte Personen einbezogen werden und gleichzeitig bereits funktionierende Netzwerke genutzt werden, so die Mitteilung. Sowohl die Corona-Pandemie als auch die grosse Anzahl schutzsuchender Menschen aus der Ukraine zeigten, wie wichtig die Zusammenarbeit staatlicher und zivilgesellschaftlicher Organisationen sei.
Von einer Krise besonders betroffen seien Menschen in verletzlichen Situationen, so die Mitteilung weiter. Dazu zählten sozial benachteiligte oder besonders schutzbedürftige Menschen wie Armutsbetroffene, Kinder, Jugendliche, alte oder kranke Menschen, Alleinerziehende, Menschen mit Migrationshintergrund oder Vereisamte, aber auch gesundheitlich unterversorgte Menschen, deren Zugang zur Gesundheitsversorgung erschwert sei oder für die kein adäquates Angebot bestehe, wie für Sans Papiers.
Sie litten stärker unter den wirtschaftlichen Auswirkungen, die berufliche Sicherheit sei weniger gewährleistet, weil sie im Stundenlohn angestellt seien, die körperliche und seelische Gesundheit stärker beeinträchtigt sei, oder weil sie schlechteren Zugang zu Information und zur Gesundheitsversorgung hätten.
Eine grosse Herausforerung sei insbesondere während Krisen der Zugang zu Informationen. Fehlende Informationen erschwerten auch den Zugang zu Sozial- und Gesundheitsleistungen. Information und Angebote müssten alle unabhängig von Sprache, Herkunft, sozialem Status und Bildungsniveau erreichen, so die Mitteilung.
Benachteiligte Menschen seien Experteninnen und Experten in ihrer eigenen Lebenswelt und müssten bei der Entwicklung von Angeboten zwingend einbezogen werden. Nur so könne gewährleistet werden, dass die Informationen und Angebote auch zu ihnen gelängen. Netzwerke mit ihnen, in ruhigeren Zeiten aufgebaut, und der Kontakt mit Schlüsselpersonen stärkten das gegenseitige Vertrauen und könnten in Krisenzeiten rasch aktiviert werden. Ausgrenzende Aspekte könnten gemeinsam mit ihnen identifiziert und mit adäquaten Massnahmen angegangen werden.