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Auftrag Ivo Frei und Mitunterzeichner betreffend Massnahmenkatalog zur Attraktivitätssteigerung der Gemeinde

(Mitunterzeichner: Bearth Remo, Berni Jan, Bertogg Julian, Bianchi Gian Marco, Caderas Bruno, Caduff Anita, Caduff Christian, Cajochen Ursin, Camenisch Marcus, Candinas Daniel, Capaul Ivo, Cavigelli Tarcisi, Cola Annette, Dalbert Jeannette, Derungs Carisch Mathilda, Duff-Cavegn Rita, Elvedi Flavio, Frei Ivo, Gabriel Gierina, Gschwend Malin Anna, Hohl Michal, Montalta Manuel, Quinter Claudio, Vieli Kurt)

Eingegangen an der Gemeindeparlamentssitzung vom 17. Mai 2022.

Auftrag

Der Gemeindevorstand wird beauftragt einen konkreten Massnahmenkatalog für die nächsten 1 bis 5 Jahre (kurzfristig: 1 Jahr, mittelfristig 3 Jahre und langfristig 5 Jahre) zur Vermarktung und Attraktivitätssteigerung der Wohngemeinde Ilanz/Glion mit seinen Fraktionen zu erarbeiten und dem Parlament vorzulegen. Insbesondere betrifft dies folgende Bereiche:

Vermarktung von Ilanz/Glion mit seinen Fraktionen als äusserst attraktive Bündner Wohngemeinde

Gewinnung von Rückkehrern und Zweitheimischem

Transformation der Zweitheimischen zu Einheimischen

Ausbau zahlbarer attraktiver Wohnraum für Einheimische

Steigerung der steuerlichen Attraktivität (Umverlagerung/Steuersenkung)

Ausbau schnelles Internet (5G/Up- & Download/Glasfaser)

Ausbau öffentlicher Verkehr von Ilanz/Glion in die Fraktionen

Erhaltung und Ausbau der Grundversorgung (täglicher Bedarf/Gastronomie)

Erhaltung und Ausbau der Bereiche Freizeit, Sport und Kultur

Begründung

Die Akzeptanz von dezentralen & flexiblen Arbeitsmodellen hat während der Corona-Zeit sowohl bei den Arbeitgebern wie auch bei den Arbeitnehmern sprunghaft zugenommen. Man spricht von einem anhaltenden, bleibenden Trend. Der Arbeitsmarktradius hat sich dadurch schlagartig vergrössert. Dies wiederum bietet eine grosse Chance für die Bündner Gemeinden den Abwanderungstrend zu stoppen oder gar zu drehen, Rückkehrer zu gewinnen oder Zweitheimische zu Einheimischen zu transformieren.

Das Wirtschaftsforum Graubünden hat zu genau diesem Thema eine Studie durchgeführt und sämtliche Bündner Gemeinden analysiert. Im Bericht zur Studie (datiert 20.März 2022) schneidet die Wohngemeinde Ilanz/Glion äusserst gut ab (Rang 9 von allen Bündner Gemeinden)! Unserer Gemeinde wird grosses Potenzial zugeschrieben, welches es nun zu nutzen gilt. (Siehe auch Artikel in der SOMEDIA vom 26.04.22)

Antwort des Gemeindevorstands

Der Gemeindevorstand hat den Bericht des Wirtschaftsforums erfreut zur Kenntnis genommen und festgestellt, dass die Ausrichtung der Massnahmen und Projekte der letzten Jahre ebenso wie die in der aktuellen Legislaturplanung aufgenommenen Themen, die Stärken der Gemeinde offensichtlich stützen und fördern. Insofern nimmt der Auftrag diverse Themen auf, die bereits in Bearbeitung oder umgesetzt sind. Zum Stand der einzelnen Themen lässt sich folgendes festhalten:

Vermarktung:

Grundsätzlich gilt hierzu festzuhalten, dass die Gemeinde Ilanz/Glion zusammen mit den umliegenden Gemeinden jährlich viel Geld an die Surselva Tourismus AG (STAG) für die Vermarktung der Region, inklusive der Gemeinde Ilanz/Glion bezahlt. Die touristische Vermarktung unserer Gemeinde ist somit nicht Aufgabe der Gemeindeverwaltung. In enger Zusammenarbeit mit der STAG und weiteren Beteiligten konnten in den letzten zwei Jahren verschiedene, schöne Grossanlässe wie die Agrischa 2023, die Festivitäten 500 Jahre Freistaat Drei Bünde, der Städtlilauf a Glion, der Weihnachtsmarkt, das Städlifest etc. organisiert und durchgeführt werden. Mit diesen tollen Anlässen konnte die mediale Präsenz der Gemeinde Ilanz/Glion gefördert werden. Die Anlässe wurden und werden finanziell und personell von der STAG unterstützt.

Für die interne und externe Kommunikation der Gemeinde wurde im Jahr 2022 ein Konzept erarbeitet. Viele der darin vorgesehenen Massnahmen wurden bereits umgesetzt. Als externe Massnahmen, die jährlich oder alle zwei Jahre umgesetzt werden, können aufgeführt werden: Pflege Internetseite, Publikationen im Amtsblatt, Pressemitteilungen, Geburtstagkarten an Senioren und Besuche durch Gemeindepräsident, Neuzuzüger Anlass, Überreichung des Premi REUNIUN alle zwei Jahre, Neujahreskonzert Kammerphilharmonie Graubünden und Neujahresapéro, Neuzuzügeranlass etc. Im Jahr 2023 sind weitere Massnahmen des Kommunikationskonzepts umgesetzt worden. Es konnte eine Verantwortliche für die Kommunikation rekrutiert werden, das neue Magazin Einmal13 (ehemals Porta Cotschna) wurde lanciert, die Gemeinde ist ab diesem Jahr auf in den sozialen Medien präsent. Mittel- bis langfristig ist die weitere Umsetzung ausgewählter Massnahmen aus dem Kommunikationskonzept geplant. Für die Mitarbeiter wurden Weiterbildungskurse zum Thema interne und externe Kommunikation durchgeführt, über das neue Zeiterfassungsprogramm ABACUS können Mitarbeiterinformationen schnell und effizient zugestellt werden. Es werden Mitarbeiteressen, Grillabende organisiert, Gratulationskarten und Geschenkkarten anlässlich der Dienstjubiläen überreicht. Auch im Bereich der internen Kommunikation arbeitet das Personalwesen laufend an Massnahmen zur Verbesserung der internen Kommunikation. Unsere Gemeinde wird nach innen und nach aussen als gut organisierte und gut funktionierende Gemeinde wahrgenommen. Natürlich gibt es immer Personen, die dies aufgrund privater Interessen und persönlicher Betroffenheit anders sehen.

Ein wichtiger Bestandteil der externen Kommunikation bildet auch der eingeleitete Strategieprozess. Um attraktiv und lebenswert zu bleiben, ist eine klare Vision, eine durchdachte Strategie und langfristige Planung unerlässlich. Dieser Weg erfordert bewusste Planung und Umsetzung. Durch eine strategische Ausrichtung kann die Gemeinde künftige Herausforderungen proaktiv angehen. Dies vermittelt der Bevölkerung Stabilität und Vertrauen, ermöglicht effiziente Ressourcenplanung und fördert gezielt die Weiterentwicklung der Lebensqualität in der Gemeinde. Zum Strategieprozess gehören die Erarbeitung und Verankerung der wesentlichen normativen Grundlagen – Vision, Mission, Werte und Prinzipien unserer Gemeinde. In einem zweiten Schritt geht es dann um die Festlegung von strategischen Handlungsfeldern und die Ableitung von praktikablen Entwicklungsschwerpunkten für die kommenden Legislaturperioden.

Gewinnung Rückkehrer/Zweitheimische:

Die Gewinnung von Rückkehrern/Zweitheimischen hängt stark von der Attraktivität einer Gemeinde als Wohnsitzgemeinde ab. Die Faktoren, welche eine attraktive Wohnsitzgemeinde kennzeichnen, sind wiederum sehr vielfältig. Bezahlbarer Wohnraum, Wohnqualität, Freizeit- und Sportanlagen, kulturelles Angebot, Gesundheitsversorgung, Höhe der Steuern und Abgaben, Tagesstrukturen für Schulkinder, Qualität der Schulen, Ausbildungsmöglichkeiten, Arbeitsplatzangebot etc. gehören dazu. Nur mit Werbung für die Gemeinde Ilanz/Glion als Wohnsitzgemeinde ist es nicht getan. In der Werbung müssen starke Argumente für die Wohnsitzgemeinde Ilanz/Glion hervorgehoben werden. Massnahmen zur Attraktivitätssteigerung des Wohnortes Ilanz/Glion wurden in den letzten Jahren viele umgesetzt und viele weitere sind geplant. Dazu gehören beispielsweise die finanzielle Unterstützung des Coworkings, die Realisierung der Sport- und Freizeitanlagen Fontanivas, die Sanierung der Kinderspielplätze, die Einführung von Tagesstrukturen in der Schule, die laufende Modernisierung der Schulen, die finanzielle Unterstützung der Dorfläden, das Projekt Bahnhof Ilanz mit der Einführung des Halbstunden Takts durch die RhB, der Ausbau des Velonetzes, die Einführung von Tempo 30 in mehreren Fraktionen, die Projekte «Areal Maissen, Ilanz» und «Fistez, Castrisch», das Tourismusprojekt «R(h)ein & Rauf» etc. Gerade die Einführung des Halbstunden Takts durch die RhB auf Ende 2025 wird wesentlich zur Steigerung der Attraktivität der Gemeinde Ilanz/Glion als Arbeits- und Wohngemeinde beitragen. Ein interessanter Ansatz wäre natürlich auch die Senkung der Einkommens- und Vermögenssteuern, wie das zahlreiche Gemeinden in der Region getan haben. In Anbetracht der angespannten finanziellen Situation der Gemeinde Ilanz/Glion ist dies jedoch ohne Kompensation durch die Erhöhung der Liegenschaftssteuern zum heutigen Zeitpunkt nicht zu verantworten.

In der mittleren Surselva besteht seit einigen Jahren die Interessengemeinschaft Zweitwohnungsbesitzer Surselva (IGZWB). Gemäss Statuten vertritt der Verein die Interessen der Zweitwohnungseigentümer der mittleren Surselva (Brigels, Obersaxen Mundaun, Lumnezia und Ilanz) gegenüber Behörden, öffentlichen Institutionen und privaten Organisationen. Er setzt sich für die Anliegen der Mitglieder, insbesondere massvolle Gebühren, Steuern und deren zweckgebundene Verwendung ein. Der Verein steht im engen Kontakt mit der STAG und der Gemeinde Ilanz/Glion. Er wird regelmässig über die touristischen Entwicklungen in der Region informiert, und die STAG organisiert jährlich Veranstaltungen für die Mitglieder der IGZWB abwechslungsweise in den Gemeinden Breil/Brigels, Obersaxen, Lumnezia oder Ilanz/Glion. Von daher macht es wenig Sinn, wenn die Gemeinde weitere Anlässe für Zweitwohnungsbesitzer organisiert. Wie oben bereits ausgeführt, hängt der Entscheid, ob Zweitwohnungsbesitzer Wohnsitz in unserer Gemeinde nehmen, von anderen Faktoren als von einem jährlichen Apéro ab. Übrigens unterstützt die Gemeinde Ilanz/Glion jedes Jahr das Neujahrskonzert der Kammerphilharmonie Graubünden im Kloster der Dominikanerinnen mit einem finanziellen Beitrag. Der Anlass ist bei Einheimischen und Zweitwohnungsbesitzern sehr beliebt und wird rege besucht. Entsprechende Rückmeldungen sind wiederholt bei der Gemeinde eingegangen.

Transformation Zweitheimische zu Einheimischen:

Zu diesem Punkt kann auf die Ausführungen unter Ziffer 2 verwiesen werden. Die Attraktivität der Gemeinde punkto Steuerbelastung, Infrastruktur und soziokulturelle Aktivitäten ist ein massgebender Faktor für den Entscheid der Wohnsitznahme. Die Senkung der Kapitalgewinnsteuer auf kantonaler Ebene war eine Massnahme zur Unterstützung dieser Transformation. Gemeinden wie Laax/Flims/Falera können mit dem Argument tiefer Einkommens- und Vermögenssteuern Zweitheimische zur Wohnsitznahme in ihrer Gemeinde bewegen. Der Preis dafür sind exorbitante Immobilienpreise und Wohnungsmieten. Will die Gemeinde Ilanz/Glion den gleichen Weg beschreiten?

Ausbau Wohnraum Einheimische:

Die Gemeinde Ilanz/Glion ist Eigentümerin von rund 300 Immobilen. Viele Gebäude sind sanierungsbedürftig und werfen keinen oder sehr geringen Ertrag ab. Die Unterhaltskosten für diese Gebäude sind demgegenüber hoch. Die Gemeinde kann unmöglich alle Wohnbauten, die sie in den Fraktionen besitzt, sanieren und günstig weitervermieten. Dies würde die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde bei weitem übersteigen. Die Gemeinde muss ihre finanziellen Ressourcen gezielt für die Entwicklung von Objekten einsetzen, die für die Wohnbaupolitik der Gemeinde bedeutsam sind. Ziel der Wohnbaupolitik der Gemeinde muss sein, den Umbau oder Neubau von Wohneigentum nicht selber zu finanzieren, sondern geeignete Partner für die Realisierung solcher Projekte zu finden. Es muss daher abgeklärt werden, welche Gebäulichkeiten allenfalls veräussert oder zur Entwicklung an Private im Baurecht abgegeben werden können.

Bezahlbarer Wohnraum wird in der Schweiz häufig mit Hilfe von Wohnbaugenossenschaften realisiert. Sogar die Gemeinde Flims hat an der Abstimmung vom 9. Juni 2024 beschlossen, diesen Weg zu beschreiten. Wohnbaugenossenschaften engagieren sich aber erfahrungsgemäss nur bei Projekten an zentraler Lage und ab einer gewissen Grössenordnung. Für die Sanierung eines Mehrfamilienhauses mit zwei oder drei Wohnungseinheiten sind sie nicht zu gewinnen.

https://www.wbg-schweiz.ch/ Wohnbaugenossenschaft Schweiz – Anzahl und Standorte von Genossenschaftsüberbauungen

Erste Priorität muss deshalb für die Gemeinde sein, die Entwicklung grösserer Baulandflächen voranzutreiben. Aus diesem Grund hat der Gemeindevorstand die Ausübung des Kaufrechts für das Areal Maissen in Ilanz zuoberst auf die Prioritätenliste gesetzt. Dieses Areal ist für die Wohnbaupolitik der Gemeinde äusserst interessant, voll erschlossen und sofort überbaubar. In zweiter Priorität soll die Überbauung des Areals Fistez in Castrisch mit einem Mix an Wohnformen vorangetrieben werden. Im Gegensatz zum Areal Maissen muss hier jedoch der Abschluss der Revision der Ortsplanung abgewartet werden, bevor die Planung und Realisierung dieses Vorhabens an die Hand genommen werden kann.

Die wenigen noch verfügbaren Baulandparzellen im Besitz der Gemeinde sind auf der Internetseite aufgeschaltet. Der Grossteil des Baulands ist indessen in der Hand von Privaten. Hier wirkt die Mobilisierungspflicht gemäss kantonalem Raumplanungsgesetz. Das Horten von Bauland über Jahrzehnte wird durch sie verunmöglicht. Zu erwähnen ist auch die parlamentarische Initiative Candinas auf Bundesebene, welche die Gemeinde Ilanz/Glion unterstützt hat (die Gemeinde Ilanz/Glion hat im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens eine Eingabe zur Unterstützung des Vorstosses Candinas eingereicht). Sie fordert mehr Flexibilität beim Umbau, bei der Erweiterung, beim Abbruch und Wiederaufbau altrechtlicher Wohnbauten. Das Zweitwohnungsgesetz (SR 702) soll so angepasst werden, dass bei der Erweiterung von altrechtlichen Gebäuden gleichzeitig die Schaffung von neuen Wohnungen zulässig sein soll. Auch soll bei einem Abbruch und Wiederaufbau eines betroffenen Objekts eine Erweiterung der Hauptnutzfläche um 30 Prozent, die Schaffung zusätzlicher Wohnungen und eine Standortverschiebung auf demselben Grundstück möglich sein. Das eidgenössische Parlament hat die Initiative Candinas gutgeheissen.

Eine besondere Herausforderung, die schleichend zunimmt, aber für die Verknappung des Wohnraums für Einheimische problematisch ist, ist die Umwandlung von altrechtlichen Erst- in Zweitwohnungen. Ob sich bereits heute eine politische Mehrheit für regulierende Eingriffe in diesem Bereich finden lässt, ist fraglich.

Steigerung steuerliche Attraktivität:

Ein Ansatz, auf den auch das Wirtschaftsforum verweist, ist die Senkung der Einkommenssteuer bei gleichzeitiger Erhöhung der Liegenschaftssteuer. Hierzu bräuchte es aber eine Teilrevision des Steuergesetzes. Entsprechende Vorlagen wurden in den letzten Jahren mehrfach vom Gemeindeparlament zurückgewiesen.

Wie nachfolgende Zusammenstellung zeigt, hat die Gemeinde Ilanz/Glion zusammen mit der Gemeinde Laax den tiefsten Ansatz für die Liegenschaftssteuer. Alle anderen Gemeinden haben erkannt, dass die Liegenschaftssteuer ein wichtiges Instrument ist, um den allgemeinen Steuersatz (Einkommens- und Vermögenssteuer) senken zu können. Über die Liegenschaftssteuer können Zweitheimische und grössere Unternehmungen wie Migros, Coop, Aldi, Axpo etc., die ihren Geschäftssitz nicht in der Standortgemeinde haben, stärker für Finanzierung der allgemeinen Infrastruktur der Gemeinde herangezogen werden. Im Gegenzug könnte bei gleich hohen Einnahmen der Steuersatz für die Einkommens- und Vermögenssteuern, die alle Personen mit Wohnsitz in der Gemeinde Ilanz/Glion zu entrichten haben, gesenkt werden (bspw. auf 90 %). Dies würde die steuerliche Attraktivität unserer Gemeinde für die Einwohnerinnen und Einwohner deutlich erhöhen.

Gemeinde

Einkommens- und Vermögensteuer

Liegenschaftssteuer

Handänderungssteuer

Breil/Brigels

90 %

1.70 ⁰⁄ₒₒ

2 %

Disentis/Mustér

110 %

1.70 ⁰⁄ₒₒ

2 %

Falera

75%

1.25 ⁰⁄ₒₒ

2 %

Flims

70 %

1.20 ⁰⁄ₒₒ

2 %

Ilanz/Glion

100 %

1.00 ⁰⁄ₒₒ

2 %

Laax

50 %

1.00 ⁰⁄ₒₒ

2 %

Lumnezia

100%

1.50 ⁰⁄ₒₒ

2 %

Medel (Lucmagn)

70 %

1.50 ⁰⁄ₒₒ

2 %

Obersaxen

100 %

1.50 ⁰⁄ₒₒ

2 %

Safiental

105 %

1.70 ⁰⁄ₒₒ

2 %

Sagogn

105 %

1.50 ⁰⁄ₒₒ

2 %

Schluein

50 %

1.50 ⁰⁄ₒₒ

2 %

Sumvitg

105 %

1.30 ⁰⁄ₒₒ

2 %

Tujetsch

95 %

1.50 ⁰⁄ₒₒ

2 %

Trun

105 %

1.50 ⁰⁄ₒₒ

2 %

Vals

100 %

2.00 ⁰⁄ₒₒ

2 %

Zahlen 2022 des kantonalen Amts für Gemeinden

In Anbetracht des ausgewiesenen, hohen Investitionsbedarfs der Gemeinde Ilanz/Glion in den nächsten 15 bis 20 Jahren ist es illusorisch zu glauben, dass mit blossen Sparübungen eine Steuersenkung ermöglicht werden kann. Solche Aktivitäten würden zwangsläufig zu Lasten der Lebensqualität unserer Gemeinde gehen.

Ausbau schnelles Internet:

Die Regiun Surselva hat 2021 ein Konzept für die Erschliessung der ganzen Region mit Ultrahochbreitband (UHB) aufgelegt, das einen Überblick über die bestehende lokale UHB-Infrastruktur, eine Liste der UHB-Infrastrukturdefizite sowie eine Finanzplanung enthält. Die Kriterien dazu bildet das von der Regierung des Kantons Graubünden genehmigte Förderkonzept «Ultrahochbreitband Graubünden». Aufgrund der Ende 2020 von der WEKO zum Glasfaserausbau der Swisscom eröffneten Untersuchung ist das Projekt im Moment blockiert. Deshalb eruiert die Regiun Surselva derzeit die Kosten für einen durch die Gemeinden getragenen Ausbau. Ob dieser Weg finanziell zu stemmen ist, ist im Moment offen.

Ausbau öffentlicher Verkehr:

Der Neubau des Bahnhofs Ilanz bildet einen Meilenstein beim Ausbau des öffentlichen Verkehrs in der Gemeinde Ilanz/Glion. Mit der neuen Park & Ride Anlage in Pendas sollen noch mehr Personen dazu bewegt werden, für die Fahrt an den Arbeitsplatz auf den Zug umzusteigen. Der neue Bahnhof und Postautoplatz ermöglichen einen effizienten Passagierumschlag und die verbesserte Umsetzung des Halbstundentakts. Die RhB will den Halbstundentakt auf Ende 2025 einführen. Damit einhergehend ist auch der Ausbau der Postauto-Anschlüsse in die Dörfer in Planung. In der Stadt Ilanz wurde die Linienführung der Postautos so gelegt, dass alle wichtigen Quartiere (Schlifras, Via Santeri, Porta Sura, Via S. Clau Sura, Spital) mit dem Postauto sozusagen als Ortsbus erschlossen werden können. Die neuen Haltestellen werden behindertengerecht ausgebaut. Postauto Graubünden plant in naher Zukunft auf Elektrobusse umzusteigen. Der neue Postautoplatz wird mit der für den Elektrobetrieb erforderlichen Infrastruktur ausgestattet.

Bevor neue Mobilitätsangebote geschaffen werden, muss nun abgewartet werden, wie die Postauto Verbindungen in den Fraktionen mit der Einführung des Halbstundentakts aussehen. Danach könnten allenfalls Mobilitätskonzepte wie mybuxi im Raum Andermatt genauer geprüft werden (https://mybuxi.ch/).

Erhaltung Grundversorgung:

Grundsätzlich ist es nicht Aufgabe der Gemeinde Ilanz/Glion Gewerbebetriebe zu übernehmen und zu führen. Die Gemeinde Ilanz/Glion ist dort, wo Bedarf und Initiativen bestehen, bereit, Projekte unterstützend zu begleiten, indem sie Räumlichkeiten zu günstigen Bedingungen zur Verfügung stellt oder Anschubfinanzierungen leistet. Beispiele dafür sind die Dorfläden in Ruschein und Siat sowie die Restaurants in Pigniu und Luven. Auch das Coworking 7130 und die Inwertsetzung der Gewerbefläche im Bahnhofgebäude West sind Beispiele dafür, wie die Gemeinde zur Erweiterung der Grundversorgung beitragen kann. Für neue Angebote braucht es aber die private Initiative.

Für Massnahmen der Wirtschaftsförderung fehlt im heutigen Zeitpunkt auf kommunaler Ebene die gesetzliche Grundlage. Die Unterstützung von privaten Initiativen erfolgt heute mehr oder weniger nach freiem Ermessen durch Beschluss des Gemeindevorstands. Es ist deshalb zu überlegen, ob die Gemeinde Ilanz/Glion nicht ein Gesetz über die kommunale Wirtschaftsförderung erlassen sollte, in dem der Rahmen für eine punktuelle, subsidiäre Unterstützung von Betrieben festgelegt wird. Andere Gemeinden wie Landquart oder Chur verfügen bereits heute über ein solches Gesetz.

Freizeit, Sport, Kultur:

In diesem Bereich wird heute bereits sehr vieles gemacht. Es werden zahlreiche Vereine und Kulturinstitutionen gestützt auf das Kulturgesetz und gestützt auf das Gesetz über die Förderung der Gesundheit, Prävention und Sport finanziell unterstützt. Beispiele sind das Museum Regiunal Surselva, das Cinema sil Plaz, die Chöre, die Stadtmusik, Fussballvereine, Beachvolleyball, Wintersport Vereine usw. Auf dem Sport- und Freizeitareal Fontanivas wird mit Unterstützung der Gemeinde in naher Zukunft ein Pumptrack, ein Skatepark und ein Kunstrasenfussballfeld erstellt. Zu den langfristigen Visionen zählen die Umsetzung des Entwicklungskonzepts Kinderspielplätze, die Realisierung eines neuen Jugendraums, das Projekt Erholungsraum Pendas, das Projekt «R(h)ein & Rauf» und die gesetzlich verankerte, dauernde Sport- und Kulturförderung. Auch der laufende Unterhalt der Wanderwege und der Betrieb und die Finanzierung des Schwimmbads Ilanz/Glion gehören dazu. Weiter werden jedes Jahr zahlreiche Anlässe von der Gemeinde finanziell unterstützt wie das Städtlifest, der Städlilauf a Glion, die zahlreichen Märkte, verschiedene Konzerte (Weihnachts- und Neujahreskonzerte in Luven, Siat, Kloster Ilanz) und Veranstaltungen in den Fraktionen (z.B. Lichterweg Frundsberg in Ruschein).

Eine weitere Bereicherung im Sektor Freizeit und Kultur stellt die neue Gemeindebibliothek dar, welche die Gemeinde finanziell mit einem bedeutenden jährlichen Beitrag unterstützt.

Im Anhang ist eine Tabelle mit einer Übersicht zu den kurzfristigen, zum Teil bereits umgesetzten, mittelfristigen und langfristigen Massnahmen angefügt. Die Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Auslegeordnung zeigt aber, dass die Themen in der Flughöhe, Dimension, im Bearbeitungsaufwand, in der politischen Brisanz und der Frage der kommunalen Zuständigkeit sehr unterschiedlich sind. Zudem besteht nicht in allen Themenfeldern ein Handlungsbedarf. Deshalb soll der Massnahmenkatalog die bestehenden Initiativen aufnehmen und wo Lücken sind, diese füllen. In einzelnen Bereichen, wo das Knowhow in der Verwaltung nicht vorhanden ist, braucht es den Beizug von externen Ressourcen.

Antrag Gemeindevorstand

Aufgrund der gemachten Ausführungen und gestützt auf Art. 31 und 32 der Parlamentsordnung beantragt der Gemeindevorstand, den Auftrag Frei als erledigt abzuschreiben.

	Ilanz/Glion, den 13. August 2024	Gemeindevorstand Ilanz/Glion

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