Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/150342

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, zusammen mit den Kantonen folgende zwei Massnahmen zu prüfen und in Form eines Berichtes der Bundesversammlung zu unterbreiten: </p><p>1. Angehende Lehrkräfte sollen im Verlaufe ihres Studiums mindestens ein Semester an einer pädagogischen Hochschule in einem anderen schweizerischen Sprachraum studieren. </p><p>2. Angehende Lehrkräfte sollen im Verlauf ihres Studiums mindestens sechs Monate als Klassenassistenz in einer Schule in einem anderen schweizerischen Sprachraum arbeiten. </p><p>Der Bericht soll die praktischen, rechtlichen und finanziellen Aspekte dieser beiden Möglichkeiten darstellen. Er soll die beiden Varianten gegeneinander abwägen, indem er die Vor- und Nachteile näher beschreibt. Vertieft werden soll zudem die Möglichkeit, die CH-Stiftung mit der Organisation des Austausches zu beauftragen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Wie die Autorin des Postulates legt der Bundesrat grossen Wert auf die Mehrsprachigkeit in unserem Land und auf Massnahmen, die die Kenntnisse der Landessprachen fördern. Er nimmt wie folgt Stellung zum Postulat:</p><p>Bund und Kantone sorgen gemeinsam für die Koordination und für die Gewährleistung der Qualitätssicherung im schweizerischen Hochschulwesen (Art. 63a Abs. 3 BV). Dazu gehören auch die pädagogischen Hochschulen (Art. 2 Abs. 2 Bst. b HFKG). Das Schulwesen und die Lehrkräfteausbildung fallen aber weiterhin in die Zuständigkeit der Kantone (Art. 62 BV) respektive der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), die auch die schweizweite Koordination der Ausbildung sicherstellt. Im Rahmen seiner Zuständigkeit fördert der Bund die Verständigung und den Austausch zwischen den Sprachgemeinschaften (Art. 70 BV). Entsprechend unterstützt er über die CH-Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit gemäss Sprachengesetz (SpG, SR 441.1) Massnahmen zur Förderung von Austauschmöglichkeiten. So fördert der Bund beispielsweise gestützt auf ein gemeinsames Mandat mit der EDK ein Austauschprogramm für Lehrpersonen aus verschiedenen Sprachregionen, dessen Pilotphase Anfang 2015 beginnt.</p><p>Im Rahmen der Kulturbotschaft 2016-2020 will der Bundesrat die Massnahmen zur Förderung von Sprachaustauschprogrammen in der Schweiz weiter stärken. Dabei soll ein Schwerpunkt auf Austauschmöglichkeiten für Lehrpersonen gelegt werden.</p><p>Der Bund unterstützt ausserdem Austausch- und Bildungsmassnahmen des Dachverbandes Intermundo, der sich auf der Grundlage des Kinder- und Jugendförderungsgesetzes (KJFG, SR 446.1) unter anderem für die landesweite Förderung der gegenseitigen Verständigung und der interkulturellen Kommunikation einsetzt.</p><p>Einige pädagogische Hochschulen bieten bereits regelmässige Austauschprogramme für Lehrpersonen unterschiedlicher Sprachregionen an, wobei insbesondere die zweisprachigen Kantone Pionierarbeit leisten. Ein Studienmodell der Pädagogischen Hochschule Wallis (PH-VS) enthält beispielsweise in der Lehrkräfteausbildung eine obligatorische Ausbildungsphase in der anderen Sprachregion des Kantons. Eine systematische Steuerung dieser Austauschaktivitäten auf nationaler Ebene wäre indessen kaum umsetzbar: Zum einen wäre die Zahl der Bildungseinrichtungen in den französischsprachigen, italienischsprachigen und rätoromanischen Landesteilen nicht gross genug, um die Lehrpersonen der anderen Sprachregionen aufzunehmen; zum anderen könnten sich dadurch organisatorische Probleme beim Einsatz der Lehrpersonen ergeben.</p><p>Der Nationalrat hat in der Wintersession 2014 das Postulat der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur 14.3670, "Konzept für Sprachaufenthalte", angenommen. Mit diesem Postulat wird der Bundesrat beauftragt, dem Parlament einen Bericht vorzulegen, in dem ein Konzept für einen systematischen Sprachaustausch an der Volksschule und auf der Sekundarstufe II sowie mögliche Finanzierungswege aufgezeigt werden. Dieser Bericht wird in Zusammenarbeit mit den Kantonen erstellt. In diesem Kontext können auch Massnahmen geprüft werden, die auf eine Stärkung der Austauschmöglichkeiten in der Lehrkräfteausbildung abzielen.</p><p>Nach Ansicht des Bundesrates haben die Kantone und der Bund im Rahmen ihrer jeweiligen Kompetenzen die notwendigen Massnahmen im Hinblick auf eine Förderung der Sprachenkenntnisse von angehenden Lehrpersonen getroffen. Ein weiterer Bericht würde keinen Mehrwert bringen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.