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Hinweis: Dieser Technical Tip wurde mit SOLIDWORKS 2023 SP1 erstellt.
1. Zusammenfassung des Tipps
In diesem Tipp erfahren Sie, wie Sie ein neues Modell erstellen können, das auf vorhandenen Oberflächen aus importierten Teilen basiert.
In diesem Beispiel wurde nur die schaumstofffreie Aussenschale der Goaliemaske und der Kopf einer Schaufensterpuppe importiert. Die Idee ist also, den fehlenden Schaumstoff so zu gestalten, dass er sich an die Oberflächen auf beiden Seiten perfekt anpasst.
Hinweis: Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass die Funktionen und die Reihenfolge ihrer Verwendung in diesem Dokument keine allgemeingültige Lösung darstellen, da es natürlich möglich ist, das gleiche Ergebnis mit anderen Kombinationen von SOLIDWORKS Funktionen zu erzielen.
2. Einfügen und Erstellen eines neuen Teils in einer Baugruppe
Zwei zuvor mit SOLIDWORKS importierte, flächenbasierte Teile wurden in eine neue Baugruppe eingefügt. Dabei handelt es sich um die Aussenschale des Helms eines Eishockeygoalies und um eine generische Form einer menschlichen Figur.
Das Ziel ist es nun, einen massgeschneiderten Schaumstoff herzustellen, der sich perfekt an die Innenseite der Schale und gleichzeitig an den Kopf des Modells anpasst. Dazu fügen wir zunächst ein neues Teil in den Baugruppenkontext ein:
Das wir im Zuge dessen umbenennen können:
Bearbeiten wir nun das neue Teil in der Baugruppe, unterdrücken wir aber auch den Kopf der Schaufensterpuppe:
Beginnen wir mit dem Verschieben (Kopieren) der Flächen auf der Innenseite der Helmschale:
Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Kante einer Geometriekante.
Tipp: Es ist möglich, bei gedrückter Strg-Taste mehrere Elemente auszuwählen!
Das Ziel der nächsten Operationen ist es, eine geschlossene Hülle zu definieren, die zunächst flächenbezogen ist und dann in einen Volumenkörper umgewandelt wird.
Schliessen wir die vordere Öffnung mit der Funktion “Ausgefüllte Oberfläche” (Filled Surface):
Erstellen wir eine Fläche auf der Rückseite. Diese Fläche wird etwas zurückgesetzt, da der Schaumstoff im Inneren nicht bis zum Rand des Helms reicht.
Für die Unterseite verwenden wir die Funktion “Begrenzungsoberfläche” (Boundary Surface). Dazu müssen wir aber erst die Kontur mit einer 3D-Skizze schliessen (am praktischsten).
Lassen Sie uns den zweiten Teil beenden:
Nun entfernen wir die überschüssige Fläche mithilfe der Funktion “Trimmen von Oberflächen” (Trim Surface):
Lassen Sie uns den Volumenkörper mithilfe der Funktion “Oberfläche zusammenfügen” (Knit Surface) erzeugen: Vergessen Sie nicht, “Festkörper erstellen” und “Zusammenführen” anzukreuzen.
Dann können wir die Negativform des Kopfes der Puppe mithilfe der Funktion “Formnest” erzeugen:
Fahren wir fort, indem wir die Öffnung des Gesichtsfelds nachbilden. Extrudieren wir zunächst die Flächen, die wir beim endgültigen Schneiden als Orientierungshilfe verwenden:
- Werkzeug “Regeloberfläche” (Ruled Surface)
Verschieben wir diese Fläche, um die Sicht des Goalies etwas mehr “freizumachen”, mit der Funktion “Fläche verschieben” (Move surface).
Dann verlängern wir die gleiche Kante in die entgegengesetzte Richtung, um später den richtigen Materialabtrag in diesem Bereich zu erhalten.
Das Ziel ist es nun, eine vollständig geschlossene Schachtel zu erstellen, die wir anschliessend in einen festen Körper umwandeln, um eine boolesche Operation zur Subtraktion von Material durchführen zu können. Benutzen wir dazu die Funktion “Begrenzungsoberfläche” (Boundary surface):
Durch drei “Grenzfläche“-Funktionen ist der Flächenblock nun geschlossen.
Mit der Funktion “Oberfläche zusammenfügen” (Knit) können wir den Oberflächenkörper in einen festen Volumenkörper umwandeln.
Mithilfe der Funktion “Kombinieren” (Combine) ist es nun möglich, diesen Block zu subtrahieren und so die Öffnung im Sichtfeld des Goalies zu schaffen.
Nun müssen Sie nur noch die Aussparungen an den Ohren sowie an der Rückseite des Schaumstoffs vorsehen, um den Vorgang zu beenden.
Zum Schluss beenden wir unseren Innenschaumstoff des Helms.
3. Fazit
Dies bringt uns ans Ende dieses Technical Tips für die Erstellung eines neuen Modells auf der Grundlage bestehender Oberflächen aus importierten Teilen.
Übrigens verbirgt sich hinter dieser Vorbereitungsarbeit natürlich schon der nächste Technical Tip. Beim nächsten Mal werden wir sehen, wie dieser Helm auf den Aufprall eines mit voller Geschwindigkeit geworfenen Pucks reagieren wird. Wie? Mit der Simulationsrolle STRUCTURAL MECHANICS ENGINEER in der 3DEXPERIENCE Plattform. 😉.
Stay tuned!
Autor des Artikels
Emmanuel Kolb, Application Engineer bei Visiativ Switzerland