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Messeviertel mit Tradition
Die Westgrenze des Rosentalquartiers bildet der Riehenring mit den Messehallen. Im Norden ist es der kanalisierte Flusslauf der Wiese und im Osten sind es die Schwarzwaldallee und die Autobahn-Osttangente, die das Viertel umfassen.
Bis zur Jahrhundertwende wesentliche Teile des Viertels überbaut
Im Süden liegt die Trennlinie zwischen Wettstein- und Rosentalquartier auf der Riehenstrasse, der Ausfallachse in die benachbarte Gemeinde Riehen. Vor der gründerzeitlichen Bautätigkeit gab es ausser dem ersten Badischen Bahnhof, auf dessen Gelände ab 1918 die Messe Basel entstand, nur wenige Gebäude. Bald aber breitete sich die Bebauung vom damaligen Bahnhof ostwärts aus. In dichter Bauweise wurden Wohn- und Gewerbebauten errichtet. Bis zur Jahrhundertwende waren bereits wesentliche Bereiche des Viertels überbaut. In den folgenden 20 Jahren wurden die Wohnareale arrondiert. Die Gleisanlagen und der dazugehörige Güterbahnhof des neuen Badischen Bahnhofs wurden im Rosental gebaut. Direkt gegenüber entstand zudem ein umfangreiches Fabrikareal der chemischen Industrie u. a. mit dem Werk Rosental der Ciba-Geigy. Heute befindet sich dort der Hauptsitz des Agrokonzerns Syngenta.
Die Messe hat in Basel jahrhundertelange Tradition
Im Gegensatz zu vielen andern Messegründungen in Europa des angebrochenen 20. Jahrhunderts, konnte Basel schon auf eine jahrhundertelange Tradition im Messewesen zurückblicken. Erstmals stellte sich aber in jener Zeit die Frage nach festen Gebäuden, um künftige Messeveranstaltungen in überdeckten Räumen stattfinden zu lassen. 1918 wurde auf dem Gelände des alten Bahnhofs ein erstes, hölzernes Messeprovisorium eingeweiht. Dieses wurde 1923 ein Raub der Flammen. Unverzüglich begann man mit dem Bau von neuen massiven Messehallen an gleicher Stelle. Erweiterung und Erneuerung der Messe gingen bis heute weiter: 1954 weihte die Messe Basel den heute unter Denkmalschutz stehenden Rundbau, 1965 den Neubau Rosental und 1984 das Kongresszentrum am Riehenring (im Wohnviertel Clara) ein. 1999 eröffnete schliesslich die neue Messehalle, welche die erste Halle in Massivkonstruktion ersetzt.
Seit 2003 Messeturm fertiggestellt
Mit dem 2003 fertiggestellten Messeturm wurde das damals höchste bewohnbare Gebäude (105 m) der Schweiz realisiert (seit 2015 ist der Roche-Tum das höchste bewohnbare Gebäude, der Messeturm rangiert auf Platz 3). Im Turm befinden sich neben Räumlichkeiten der Messe Schweiz unter anderem auch Büros der Hoffmann-La Roche sowie ein Hotel und eine Bar. Auf dem Messeplatz sowie in der näheren Umgebung fanden parallel zum Turmbau grössere Umgestaltungsarbeiten statt. Dabei wurde der Messeplatz vom Motorfahrzeugverkehr befreit und die Clarastrasse fussgängerfreundlicher gestaltet. Weiter ist geplant, die zum Messegebiet gehörende Rosentalanlage in einen Park umzuwandeln. Allerdings muss für die dort regelmässig stattfindenden Zirkusveranstaltungen noch ein geeigneter Ersatzstandort gefunden werden. Jedes Jahr finden in den Hallen der Messe Basel zahlreiche Publikums- und Fachausstellungen statt, von der «Muba», der Mustermesse Basel und der Uhren- und Schmuckmesse (Baselworld) im Frühjahr über die Kunstmesse «Art» im Frühsommer bis zur «Herbstmesse» im Spätherbst.
Als neuester Wurf des Messeplatzes Basel wurde 2012 ein vom Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfener Hallenkomplex mit mehreren Stockwerken für Ausstellungen, einer multifunktionalen Eventhalle und einem grossen, überdachten Raum mit Lichthof, die so genannte «City Lounge» fertiggestellt.
Neues Quartier Erlenmatt entsteht auf ehemaligem Güterbahnhof
Die Nordecke des Wohnviertels Rosental ist stark von Verkehrseinrichtungen geprägt. Einen wesentlichen Teil seiner Fläche nehmen die nicht mehr benutzten Anlagen des Güterbahnhofes der Deutschen Bahn in Anspruch. Dort entsteht seit einigen Jahren der neue Quartierteil Erlenmatt. Dieser trägt sowohl der dichten Bebauung im Rosental selbst als auch in den angrenzenden Quartieren Matthäus und Klybeck Rechnung und weist einen entsprechend grossen Frei- und Grünflächenanteil auf.
Ost- und Nordtangente der Autobahn säumen das Wohnviertel
Ein Nachteil für die Bebauung sind die Ost- und Nordtangente der Autobahn, die das Gebiet oberirdisch säumen und deren Lärmimmissionen die Möglichkeiten für den Wohnungsbau einschränken. Erst an der Quartiergrenze taucht die Nordtangente westwärts in Richtung Rhein in den Untergrund ab. Dieses Nationalstrassenteilstück, über das lange Jahre gestritten und dessen Bau schliesslich in einer Volksabstimmung beschlossen wurde, stellt die Verbindung zum französischen Autobahnnetz her. Mitte 2008 wurde das letzte Teilstück eröffnet. Dank der Realisierung konnten die Quartierstrassen vom Transitverkehr entlastet werden.
Weiterführende Informationen
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