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Die Schweiz und Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) pflegen seit der Unabhängigkeit von 1960 freundschaftliche Beziehungen. Die Schweiz leistete einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Nahrungsmittelsektors und der Infrastruktur und ist ein bedeutender Investor und Akteur bei der humanitären Hilfe.
Bilaterale Beziehungen
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Handel, die Zusammenarbeit im Forschungsbereich sowie die humanitäre Hilfe sind Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen.
Die Schweiz und Côte d'Ivoire haben seit 1962 eine Reihe von bilateralen Verträgen abgeschlossen. Sie betreffen die Bereiche Handel, Investitionsschutz und Doppelbesteuerung, den Luftverkehr sowie die technische und wissenschaftliche Zusammenarbeit.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Die Wirtschaftsbeziehungen sind intensiv, trotz der politisch-militärischen Krise der 2000er-Jahre und dem danach spürbaren Rückgang des Handels. Die Schweiz exportiert vor allem chemische Produkte und Maschinen. 2011 beliefen sich das Exportvolumen auf 36.3 Mio. CHF. Im gleichen Jahr wurden Waren im Wert von 90.5 CHF Mio. importiert, vor allem Energieträger und Landwirtschaftsprodukte.
Die Schweiz ist nach Frankreich und dem Vereinigten Königreich drittwichtigster ausländischer Investor im Land; die rund 35 Schweizer Firmen in Côte d‘Ivoire sind in den Bereichen Lebensmittel, Chemie, Zement und Infrastruktur tätig.
2010 wurde die Chambre de Commerce Suisse en Côte d’Ivoire gegründet.
Zusammenarbeit im Bildungsbereich
Das Tropenforschungsinstitut «Centre Suisse de Recherche Scientifique CSRS» in Abidjan ist eine wichtige Forschungs- und Bildungsinstitution. Das CSRS feierte 2011 sein 60-jähriges Bestehen.
Forschende und Kulturschaffende aus Côte d’Ivoire können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Friedensförderung und menschliche Sicherheit
Die Schweiz unterstützte in den vergangenen Jahren verschiedene Projekte zum nationalen Friedens- und Versöhnungsprozess in Côte d'Ivoire. Sie stellte der Operation der Vereinten Nationen in der Côte d‘Ivoire ONUCI Experten zum Aufbau und zur Unterstützung der ivorischen Polizei zur Verfügung.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Die Schweiz leistete nach der Krise von 2011 humanitäre Hilfe – ein Engagement, das auch nach dem Ende des Bürgerkriegs im Westen des Landes weitergeführt wird.
Das ivorisch-schweizerische Entschuldungsabkommen von 1994, im Rahmen der 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft, war mit rund 360 Mio. CHF eine der grössten je durchgeführten bilateralen Entschuldungsaktionen der Schweiz. Dabei flossen 51 Mio. CHF über einen Gegenwertfonds in konkrete Entwicklungsprojekte im Land. Das Programm wurde 2008 abgeschlossen.
Schweizerinnen und Schweizer in Côte d’Ivoire
Die Zahl der im Land ansässigen Schweizerinnen und Schweizer stieg in den 1970er Jahren auf über 500, davon viele Geschäftsleute, Hoteliers, internationale Beamte oder Missionare. 2015 lebten 265 Schweizerinnen und Schweizer in Côte d’Ivoire.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Schweiz anerkannte die Unabhängigkeit der Côte d'Ivoire am 7. August 1960 und unterhält seit 1961 eine Botschaft in Abidjan. 1952 wurde ein Vizekonsulat eröffnet. Die politische Stabilität und die wachsenden wirtschaftlichen Möglichkeiten führten seit 1962 zum Abschluss mehrerer bilateraler Verträge bezüglich Handel, Investitionssicherung und technische Zusammenarbeit.
Zwischen 1984 und 1990 wurden fünf bilaterale Abkommen zur Neueinstufung der Schulden des Landes (360 Mio. CHF) abgeschlossen. 1991 gewährte de Schweiz einen Mischkredit von 34 Mio. CHF zur Erneuerung von fünf Wasserkraftwerken.