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Weil sich niemand mehr für solche Werke interessierte, war das zweihundertvierzehnbändige Universallexikon, das drei der vier Wände seines Salons einnahm, von einem respektheischenden Beweis weitläufiger Bildung und unstillbaren Wissensdurstes zu einem Makel geworden, der seinen Besitzer als rückständigen Menschen stigmatisierte, der leichtsinnig sein Geld und seine Büchergestelllaufmeter für etwas verschwendet hatte, das unterdessen nicht einmal mehr vom Abfuhrwesen ohne vorherige Kostenübernahmegarantie angenommen, geschweige denn abtransportiert wurde. Dies führte dazu, dass Springbrecher vom veritablen Salonlöwen zum gemiedenen Galöri abstieg. Er blieb fortan zu Hause und las in seiner Monumentalenzyklopädie, bis er über den Eintrag «Mitleidsbonus» gebeugt allein in seinem Ohrensessel verstarb.
Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Im Dezember 2014 hat die WOZ eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben. Es ist ebenso wie «Mordgarten» unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich. www.stpoertner.ch