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Die neuen Glocken
Entscheidung für neue Glocken
Im Kirchenratsprotokoll vom 20. Januar 1963 wurde der Entscheid für neue Glocken wie folgt festgehalten:
Geraume Zeit nahm in Anspruch die Beratung über die Anschaffung neuer Glocken, bedingt durch die notwendig gewordene Installierung einer elektrischen Läuteeinrichtung. Die durch die Umstände immer mühsamer und schwieriger werdende Sorgung des Kirchendienstes, insbesondere des Läutens im Turm, die Unmöglichkeit geeignete Hilfskräfte zu finden, haben den Entschluss reifen lassen, elektrische Glockenläutmaschinen zu installieren.
Eine Beratung durch Fachleute hat folgendes ergeben:
- Für die vorhandenen Glocken müssten neue Lager und Joche bestellt werden. Auch andere Bestandteile müssten ersetzt werden. Die Glocken müssten gekehrt werden.
- Die bestehenden drei alten Glocken stimmen klanglich nicht mehr gut zueinander.
- Die Glocken sind im Laufe der Jahrhunderte abgenutzt und schon mal gekehrt worden, um für den Klöppel einen neuen Anschlagspunkt zu gewinnen.
- Die kleinste Glocke ist wohl seit vielen Jahren so befestigt, dass sie nicht geläutet, sondern nur durch Anschlagen der Klöppel zu Gehör gebracht werden kann.
- Es ist daher nicht zu verantworten, diese Verhältnisse so zu belassen und es wird beschlossen eine Glockenläutmaschine zu installieren.
- In der geräumigen Glockenstube und dem stabilen Turm wäre ein Geläut von 5 Glocken vorgesehen, die sich im weiten Umkreis sehen und hören lassen können.
- Die vorhandenen Glocken würden eventuell als Altertum, d.h. wegen ihres historischen Wertes im Turm belassen. Wir hoffen dabei um einen Beitrag des schweizerischen Denkmalschutzes.
Es muss mit folgenden Ausgaben gerechnet werden: 5 Glocken Glockengiesserei Eschmann Fr. 61'000.-, Elektrische Läuteeinrichtung J. Muri Sursee Fr. 12'000.-, Umänderungen Fr. 5'000.-, Totalbetrag von Fr. 78'000.-
Die neuen Glocken
Die grösste Glocke wurde von der Burgerschaft gestiftet und heisst „Burgerglocke“. Diese Glocke wurde der heiligsten Dreifaltigkeit geweiht. Bereits im Jahr 1966 hatte diese Glocke einen Sprung und musste neu gegossen werden, mit dem Gussvermerk: „Im Namen Gottes goss mich und meine vier Schwestern Emil Eschmann, Rickenbachwil, zur Zeit des 2. Vatikanischen Konzils, Umguss Singnet anno Domini 1967“
Die zweitgrösste Glocke wurde durch Vertreter der geistlichen und weltlichen Behörden und weiteren Zusagen gestiftet. Diese Glocke wurde der Muttergottes geweiht.
Die drittgrösste Glocke wurde von einem Dorfteil gestiftet und dem hl. Josef geweiht.
Die viertgrösste Glocke wurde von einem Dorfteil gestiftet und dem hl. Mauritius und den Gefährten geweiht.
Die kleinste Glocke wurde von einem Dorfteil gestiftet und den hl. Engeln geweiht.
Das Spiel der neuen Glocken
Die Glockendisposition wurde aus verschiedenen Varianten gewählt: C, Es, G, B, E, ein vereinigtes Moll-Dur Motiv, das von Fachleuten als eines der schönsten beurteilt wird.