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Villa Krämerstein: Vom Verkehrshaus abgekauft
Das Haus am See
Im Park der Villa Krämerstein steht direkt am Ufer das «Haus am See». Der Riegelbau stammt ursprünglich aus dem 18. Jahrhundert und wurde einst als landwirtschaftliches Nebengebäude und Gesindewohnung benutzt. Die Gemeinde Horw liess das Haus 1990 sorgfältig restaurieren und übergab es einer Stiftung. Diese vermietet die Wohnung an Interessierte, welche künstlerisch oder wissenschaftlich tätig sind und für einige Wochen einen Rückzugsort suchen.
Der Name «kremenstein» tauchte bereits 1505 in den Ratsprotokollen von Luzern auf. Wie alt der Name ist und woher er stammt, ist nicht bekannt. Möglicherweise landeten hier im Mittelalter Boote mit Marktfahrern (Krämern) aus den «Länderen» am nahen «Fehristad», um zu Fuss weiter nach Luzern zu gelangen, bevor sich die Fährrechte der Fährleute im Horwer Winkel etablierten.
Besitzerwechsel
Während Jahrhunderten war das Gut Krämerstein in bäuerlichem Besitz, bis es Peter Kaufmann 1722 an den Gardehauptmann Joseph Ludwig Meyer verkaufte. Im Jahr 1781 kaufte der Florettseidenunternehmer Balthasar Falcini die Liegenschaft. 1786 wurde das Herrenhaus im spätbarocken und klassizistischen Stil errichtet und im Laufe der Zeit mehrmals renoviert.
Keller und seine Sammlung
1906 kaufte der Winterthurer Kaufmann und brasilianische Honorarkonsul Carlos Keller die Liegenschaft. Er liess das Herrenhaus in neubarocker Form umbauen und aufstocken und die herrschaftliche Gartenanlage errichten. 1910 liess Keller das Gärtnerhaus und einige Jahre später das Pförtnerhaus erstellen. Im Jahr 1942 zog sein Sohn Philipp Keller im Krämerstein ein. Er war ein leidenschaftlicher Sammler von Schiffsmodellen und überliess bereits 1959 einen Teil seiner Sammlung dem Verkehrshaus der Schweiz. Er starb 1980 und vermachte dem Verkehrshaus neben Wertschriften, Bibliothek und Schiffsmodellen auch die Liegenschaft Krämerstein. Mit einer Volksabstimmung beschloss die Gemeinde Horw am 21. März 1982, die Liegenschaft zu erwerben.
Park bleibt öffentlich
Im Jahr 1984 zog das Medienausbildungs zentrum (MAZ) nach einer umfassen den Renovation in die Villa Krämerstein ein. Nach dem Auszug des MAZ und verschiedenen Zwischennutzungen konnte für das Jahr 2020 ein neuer Mieter gefunden werden. Die Apeiron Holdings AG wird nach Modernisierungen in Absprache mit der Denkmalpflege das Gebäude voraus sichtlich im Herbst 2020 beziehen. Die öffentliche Nutzung des Parks im bisherigen Rahmen und eines Teils der Villa ist weiterhin gesichert.
Benno Zumoberhaus, Gemeindearchivar Horw