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In einer Menschengemeinschaft wird sich «ganz notwendig zu irgendeiner Zeit Elend, Armut und Not» einstellen müssen, «wenn diese Gemeinschaft in irgendeiner Art auf dem Egoismus beruht». Auf diese tiefere Erkenntnis des «Okkultismus» hat Rudolf Steiner eindrücklich hingewiesen (Apropos 89). Ein solcher unsozial wirkender Egoismus ist beispielsweise die heute übliche Auffassung, dass sich Arbeit «lohnen» muss – in dem Sinne, dass man möglichst viel vom Erträgnis seiner Arbeit für sich beanspruchen kann, dass man also für eine Leistung möglichst viel absahnen kann. Denn laut dem vom Okkultismus aufgewiesenen «sozialen Hauptgesetz» darf sich Arbeit in dem Sinne gerade nicht «lohnen»; es lautet: «Das Heil einer Gesamtheit von zusammenarbeitenden Menschen ist um so größer, je weniger der einzelne die Erträgnisse seiner Leistungen für sich beansprucht, das heißt, je mehr er von diesen Erträgnissen an seine Mitarbeiter abgibt, und je mehr seine eigenen Bedürfnisse nicht aus seinen Leistungen, sondern aus den Leistungen der anderen befriedigt werden.» Dieses Gesetz, betont Steiner, «gilt für das soziale Leben mit einer solchen Ausschließlichkeit und Notwendigkeit, wie nur irgendein Naturgesetz in Bezug auf irgendein gewisses Gebiet von Naturwirkungen gilt»! Nun genügt es nicht, wenn man das soziale Hauptgesetz nur als «ein allgemeines moralisches gelten lässt», wirklich wirksam kann es nur werden, wenn die soziale Struktur danach eingerichtet wird; das heißt beispielsweise, «dass für die Mitmenschen arbeiten und ein gewisses Einkommen erzielen zwei voneinander ganz getrennte Dinge seien».
Weiterlesen: PDF: Rudolf Steiner und der Sozialismus (Apropos 90)