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DER ZÜRCHER JOURNALIST MAX FRENKEL IST GESTORBEN
18.09.2022 Der am 14. April 1938 in Zürich geborene Journalist Max Frenkel (Bild) ist am 14. September 2022 in Zuchwil gestorben. Er amtete von 1987 bis 2003 als Redaktor bei der "Neuen Zürcher Zeitung" und war Kolumnist u.a. von der "NZZ am Sonntag", der "Weltwoche" und der "Basler Zeitung". Seine Kritik richtete sich bevorzugt gegen Personen und Vorhaben des linken politischen Spektrums.
Bild: Max Frenkel im Studio von Fernsehen SRF, 1999 - Aus Video: © https://www.srf.ch/play/tv/10-vor-10/video/studiogespraech-mit-max-frenkel?urn=urn:srf:video:b4d2776a-b53c-43ad-bd91-c5e5e7a2d247
Nach der Handelsschule studierte Max Frenkel Rechtswissenschaft an der Universität Zürich und promovierte 1967 bei Werner Kägi.
Von 1967 bis 1987 war er Geschäftsführer der ch Stiftung für eidgenössische Zusammenarbeit in Solothurn. Gleichzeitig war er von 1970 bis 1973 Generalsekretär der Prospektivkonferenz der Neuen Helvetischen Gesellschaft. Von 1987 bis 2003 arbeitete er als politischer Redaktor der "Neuen Zürcher Zeitung" und anschliessend bis 2006 als Kolumnist der "NZZ am Sonntag". Ebenfalls schrieb er als Kolumnist der "Weltwoche" und der "Basler Zeitung".
Während seiner Zeit bei der "NZZ" befasste er sich besonders intensiv mit dem damals virulenten Konflikt um nachrichtenlose jüdische Vermögen auf Schweizer Banken und den Schatten des Zweiten Weltkriegs. Rückblickend hielt er 2013 fest, als Jude sei er frei gewesen, auch Dinge zu sagen, die bei Nicht-Juden als antisemitisch kritisiert worden wären.
Sein Stil ging zuweilen über die für Kolumnisten typische Personen- und Gesellschaftskritik hinaus, bis hin zur Häme gegenüber Einzelpersonen wie zum Beispiel Micheline Calmy-Rey, Adolf Muschg oder Max Frisch, typischerweise gegenüber Personen des linken politischen Spektrums.
Als er 1987 ins Inlandressort der "NZZ" eintrat, war das für den 49-jährigen Doktor der Rechtswissenschaft die erste Stelle im Journalismus. Nach ein paar Jahren als Korrespondent für die Westschweiz betreute Frenkel ab 1992 in Zürich die Themen Föderalismus, Aussenpolitik sowie Sprachen- und Tourismusförderung. Aber letztlich war das nicht so entscheidend. Max Frenkel oder fre. (so lautete sein Kürzel) brachte seine scharfsinnigen und eigenständigen Analysen ganz unbekümmert vom thematischen Etikett ins Blatt – selbst auf der wöchentlichen Philatelieseite, die er mit seinen unterhaltsamen Spitzen gegen links und rechts zum Gefäss machte, das weit über die Briefmarkenfreunde hinaus gelesen wurde.
(tis)
Die Freiheit genutzt – zum Tod von Max Frenkel
Eine republikanische Haltung, ein analytischer Blick und rhetorische Schärfe prägten das Schaffen des Journalisten und früheren "NZZ"-Redaktors Max Frenkel. Erinnerungen an ein Phänomen.
Christoph Wehrli
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