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Die vorbereitete Umgebung:
Die vorbereitete Umgebung ist eine Umgebung, die an das Kind angepasst ist. So soll ermöglicht werden, dass das Kind frei in seinem Tun sein kann, unabhängig vom Erwachsenen. Die Möbel sind auf Kinderhöhe, so dass es selbst einen Tisch oder Stuhl verschieben kann. Die Materialien sind geordnet in offene Regale versorgt, so dass das Kind ein Material, ohne die Hilfe eines Erwachsenen, selbst hervor nehmen kann. Das Material ist auf die Entwicklung der Kinder abgestimmt und frei wählbar. Zur vorbereiteten Umgebung gehört auch die vorbereitete Lehrperson (LP), wobei diese das Bindeglied von Material und Kind darstellt. Die LP bemüht sich aktiv darum, ist die Verbindung zu Material und Umgebung aufgebaut, so tritt sie in den Hintergrund, beobachtet dennoch aktiv.
Freie Wahl der Arbeit (Freie Arbeit, Freie Wahl):
Freie Wahl der Arbeit bedeutet, dass das Kind in der vorbereiteten Umgebung sich selbst eine Arbeit nach seinen natürlichen Neigungen aussuchen kann und sich selbst einen Ort zum Arbeiten sucht. Es bestimmt selbst wie lange es an der Arbeit verweilen möchte und ob es dies alleine tut oder mit einem anderen Kind. Dabei sollte es einen liebevollen Umgang mit dem Material ausüben und keine anderen Kinder stören.Sensitive Phasen:
Sensitive Phasen, sensible Phasen, sensible Perioden, sind Abschnitte im Leben, wo das Kind besonders empfänglich ist, bestimmte Dinge zu erlernen. Sie sind von vorübergehender Dauer. Ist die Erwerbung einer Fähigkeit gelungen, so klingt diese Empfänglichkeit wieder ab. Hat das Kind eine solche Phase verpasst, erlernt es diese Tätigkeit nur mit grossem Aufwand (z.B. Sprache).
Übungen des praktischen Lebens:
Übungen des praktischen Lebens sind alle Arbeiten, die zur Bewirtschaftung des Kinderhauses erforderlich sind um im eigenen Haus leben zu können und dieses , wie auch sich selbst, in Ordnung zu behalten (kochen, wischen, putzen…). Diese Übungen lassen sich unterteilen in: Vorübungen, Übungen zur Sorge für sich selbst, Übungen zur Sorge für die Umgebung und Übungen zur Anmut und Höflichkeit. Oftmals kommt das Kind dabei in eine tiefe Versunkenheit (Konzentration). Diese Arbeiten sind wichtig für die physische, geistliche und moralische Entwicklung des Kindes. Die Übungen des praktischen Lebens unterstützen das Kind bei seinem Streben nach Unabhängigkeit und Selbständigkeit. Durch Wiederholungen der Übungen kommt das Kind zur Vervollkommnung der Arbeit, wobei das Kind den Transfer zur realen Welt erfährt.
Soziale Entwicklung:
Die soziale Entwicklung des Kindes wird durch mehrere Faktoren beeinflusst:
1. Die vorbereitete Umgebung, welche die Konzentration fördert.
2. Das Material, welches begrenzt ist und nur einmal vorhanden ist.
3. Die altersgemischten Gruppen, welche das Lernen voneinander fördert.
4. Die vorbereitete Lehrperson, die das Vertrauen hat, dass die Kinder ihre Probleme selber lösen können und nicht voreilig Hilfestellungen gibt.
So können die Kinder soziale Kompetenzen entwickelt, die für dieses Alter eher als ungewöhnlich bezeichnet werden.
Sinne als Tore zur Welt:
Durch die Sinne kann das Kind seine Umgebung, seine Welt erforschen und lernt somit, sich sicher in ihr zu bewegen und Zusammenhänge zu verknüpfen. Es fängt an, seine Welt greifend zu begreifen.
Sinnesmaterial als Schlüssel zur Welt:
Das Sinnesmaterial dient als Schlüssel zur Welt, er öffnet die Türen zu allen Wissensbereichen (Mathematik, Sprache, Musik...). Durch das Sinnesmaterial werden die Sinne des Kindes verfeinert, es kommt in eine tiefe Konzentration, die Geschicklichkeit und die Wahrnehmung des Kindes werden geübt und perfektioniert, dies hilft dem Kind sich besser in der Umgebung zu bewegen und die Tore zur realen Welt zu öffnen.
Materialisierte Abstraktion:
Da kein Material in der Lage ist, all die möglichen Stufen von Reizen, die es in der Natur gibt, in sich zu vereinen, ist es notwendig, die Reize mit Hilfe von Gegenständen darzustellen, die die gesamte Bandbreite an Stärken oder Mengen in Form einer abgestuften Reihe enthalten. Dieses Material hilf die geistige Ordnung zu präzisieren (Sinneserziehung). Es kann die Abstraktion materialisiert über die Sinneswahrnehmung erfahren und sich dadurch die Welt erschliessen. Abstrakte Begriffe wie laut, leise, kurz, lang, dünn, breit, gross, klein werden anhand des Materials begreifbar gemacht. Durch das konkrete Handeln mit konkretem Material gelangt das Kind zur abstrakten Vorstellung, zur materialisierten Abstraktion.
Mathematischer Geist:
Durch das Arbeiten mit dem Sinnesmaterial erlangt das Kind eine Vorbereitung für den mathematischen Geist. Es besitzt unbewusst alle Kenntnisse, die als Vorbereitung für die klare Vorstellung beim Rechnen erforderlich sind. Es hat gelernt Dinge zu ordnen, sie zu klassifizieren und zu strukturieren, es hat Differenzen und Gleichheiten kennen gelernt.
Humane Tendenzen (Neigungen, Menschliche Tendenz):
Das Kind wird durch seine humanen Tendenzen vorangetrieben, es hat einen Trieb, dem es folgen muss, um sich seiner Umwelt anzupassen, z.B.: Balancieren auf einem Balken, der am Wegrand steht, um sein Gleichgewicht zu stärken, Hände waschen, erzählen, malen… Humane Tendenzen dienen der individuellen und der gemeinschaftlichen Entwicklung. Um die Entwicklung des Kindes nicht zu beeinträchtigen, muss die LP die humanen Tendenzen kennen und ihre verschiedenen Ausdrucksformen im jeweiligen Alter wissen, und dies in der Vorbereiteten Umgebung berücksichtigen.
Die neue Lehrerin:
Die neue Lehrerin ist ein dynamisches Bindeglied zwischen Kind und vorbereiteter Umgebung. Sie bewegt sich leise, anmutig, heiter, fürsorglich und voll innerer Ruhe im Raum. Sie sieht das Kind als vollwertiges Wesen an, und vertraut auf seine innere Entscheidungsfähigkeit, wobei sie genau weiss welche Darbietung sie zum richtigen Zeitpunkt geben muss.