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Am 2. Dezember 1983 ist der 14-minütige Videoclip zu „Thriller“ erstmals auf MTV zu sehen. Die Plattenfirma lehnte die Finanzierung des ungewohnt teuren Projektes ab – doch Michael Jackson fand einen Weg, seine Idee trotzdem umzusetzen. „Ich wollte etwas kreieren, das völlig anders und ungewöhnlich ist, einen Schritt nach vorne machen und etwas Neues bringen“, sagt Michael später.
Im Frühjahr 1981 wird erstmals ein Musikvideo nach Michael Jacksons Vorstellungen umgesetzt. Wir haben im Artikel „Michael verhilft zu wahrem TRIUMPH“ davon berichtet. Mit dem „Thriller“-Album folgen die innovativen Clips zu „Billie Jean“ und „Beat It“. Letzteres gewinnt an den Billboard Music Video Awards fünf Preise: „Best Video“, „Best Male Performance“, „Best use of Video to Enhance the Artist′s Image“, „Bust Use of Video to Enhance a Song“ und „Best Choreography“.
Doch als Michael Jackson seiner Plattenfirma das Budget für das dritte Video vorlegt, trauen diese ihren Augen nicht – und lehnten erneut ab, das Projekt zu finanzieren. Sie haben bereits für „Billie Jean“ mit 250′000 Dollar aussergewöhnlich viel bezahlt und liessen Michael Jackson die 150′000 Dollar für „Beat It“ selbst bezahlen.
Niemand ahnt, dass Michael Jackson mit dem folgenden Clip alles je dagewesen toppen wird. „Thriller“ ist heute DER legendärere Klassiker und wird als erstes Musikvideo im Dezember 2009 in das amerikanische „National Film Registry“ aufgenommen.
Michael ahnt den Erfolg und lässt nicht locker. Er und Regisseur John Landis telefonieren mit dem Vorsitzenden von CBS Records, Walter Yetnikoff. Dieser lenkt ein, und offeriert, sich mit 100′000 Dollar zu beteiligen.
Doch das Budget ist noch lange nicht erreicht: Fast eine Million, 800′000 Dollar!
Michael Jacksons Finanzberater und heutiger Nachlassverwalter, John Branca, und der Produktionspartner von John Landis, George Folsey, hecken einen Plan aus. So entsteht die Idee zu „Making Michael Jackson’s Thriller“. Die Rechte zur Exklusivausstrahlung werden für 250′000 an MTV sowie für 300′000 Dollar an Showtime verkauft. Somit muss MJ „nur“ noch den Rest selbst bezahlen.
Diese Ausgaben nimmt er später alleine mit dem Verkauf der Videokassette „Making Michael Jackson’s Thriller“ wieder ein. Der Film, in dem auch der finale Clip zu sehen ist, verkauft sich bereits im ersten Monat seit Veröffentlichung am 14. Dezember 1983 eine halbe Million Mal und wird bald zum bestverkauften Musikvideo aller Zeiten – und gewinnt sogar einen Grammy-Award.
Das Video zu „Thriller“ wird im Herbst 1983 in Los Angeles gedreht. John Landis führt Regie. Michael Peters choreographiert den heute weltberühmten „Thriller“-Tanz.
Der Clip wird am 2. Dezember 1983 erstmals auf MTV ausgestrahlt und ist für Michael Jackson wie auch für den Musiksender ein riesiger Erfolg.
In Deutschland ist das Video im Januar 1984 in der Musikvideoshow „Formel Eins“ als Video der Woche zu sehen. Aus Jugendschutzgründen darf die Sendung erst nach 22 Uhr ausgestrahlt werden. Viele junge Fans dürfen trotzdem aufbleiben und den Clip im Beisein ihrer Eltern gucken…
Die Verkaufszahlen vom „Thriller“-Album schnellen nach Erscheinen vom „Thriller“-Clip erneut in die Höhe. Es ist ein Jahr zuvor erschienen, und ist das ganze Jahr 1983 über in den Top Ten der Charts. „Thriller“ wird das erste Musikalbum der Geschichte, das sowohl Anfang wie auch Ende eines Jahres auf dem ersten Platz steht.
Der „Thriller“ Clip wird im Jahr 1984 mit drei MTV Video Music Awards, drei Billbaord Video Awards und einem American Music Award ausgezeichnet. Im Jahr 1989 küren die Leser vom Rolling Stone Magazin das Musikvideo zum „Video of the Decade“. Und im Jahr 1999 nennt es der Musiksender MTV als „#1 music video of all time“.
Nach Michaels Tod erscheint ein Buch mit bisher unveröffentlichten Fotos vom Videodreh: „Michael Jackson: The Making of THRILLER – 4 days/1983“
Hier kann bei Amazon.de ein Blick ins Buch geworfen werden.
Weitere Infos zum Clipdreh in einem kürzlich erschienenen Artikel von „Grunge“:
Die Inspiration für „Thriller“: Der Horror-Kinofilm „An American Werewolf in London“ von John Landis aus dem Jahr 1981: