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«Wenn Belmondo, der Spritztourenfahrer, einen Polizisten erschiesst, Freunden und Schulden zu nächtlicher Stunde hinterherjagt und sich in ein literarisch gebildetes Mädchen verliebt, verspinnt Godard eine Persiflage mit Pathos. Seberg zitiert Bücher, Ideen und Namen; Belmondo misst sich an Bogart, bläst seinem Idol Rauch ins Gesicht, versetzt ein gestohlenes Auto und überredet seine Freundin zu einem Darlehen. Die Kamera schlendert in ihrer überbordenden Liebe zu Paris genüsslich die Champs-Élysées entlang, streift Cafés, Häuserreihen und die Silhouetten der Dächer – in der Nachtluft wird Mozart dabei mit Cool-Jazz-Riffs vermischt. Der ultimative nächtliche ‹Film noir noir noir›.» (Chris Auty, Time Out Film Guide)
Der Erstlings-Film von Jean-Luc Godard wurde zu einem Manifest der Nouvelle Vague: «Schon nach den ersten Szenen sind alle ausser Atem, die Schauspieler, die Zuschauer, die Bilder, und als Belmondo dann mit einer Kugel im Rücken auf dem Pflaster zusammenbricht, bläst er noch eine Rauchwolke aus, wie eine Pistole nach dem Schuss. Unsterblich werden und dann sterben, das dauert neunzig Minuten, und am Ende ist Belmondo ein Star, Godard ein Genie und der Film ein Klassiker.» (Andreas Kilb, Die Zeit, 1989)
Am Samstag, 22. Oktober feiern wir ein Jahr Kino Cameo! Um 18 Uhr findet nach dem Film ein Gespräch zum Thema Nouvelle Vague mit Filmwissenschaftler Johannes Binotto statt (Moderation: Rolf Heusser).