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Basel, nach 1911
Holz, bemalt
Kaspar H. 57 cm
Gespenst H. 55 cm
Inv. 1951.936.
Im Zeitalter der elektronischen Medien ist Kasperls Popularität gesunken. Kasperl wurde vom Schauspieler Johann Joseph Laroche (Pressburg 1745-1806 Wien) als Variante des Hanswurst zunächst als wirkliche Bühnenfigur geschaffen. Bald figurierte Kasperl in öffentlichen Auftritten der Handpuppentheater an Märkten, in Vergnügungsparks sowie an Anlässen im Familienkreis. Kasperl durfte alles, als Narr zunächst der Erwachsenen und dann der Kinder - ironisierend politisieren, Possen reissen, ein übles Mundwerk führen, Bratwürste essen und viel trinken, und vor allem sich prügeln. Letzteres tat er zum Schlichten von Streit in seiner eigenen Art der Unterscheidung von Gut und Böse und verhalf somit den Zuschauern zur Katharsis in befreiendem Kreischen und Lachen. Kasperl durfte alles, ungestraft. Carlo Böcklin (Basel 1870-1937 Fiesole), Sohn des Malers Arnold Böcklin, war Architekt und Maler. Er schuf diese Handpuppen zum Spiel für seine Kinder, vertrieb sie dann bis ca. 1920 über den Dürerbund und wurde zum Pionier des "künstlerischen Handpuppenspiels".