Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03101.jsonl.gz/1108

Höhle im Distrikt Palmeiras ist: “Cavernas de Palmeiras”
Vor der Kolonialisierung des Inlandes im heutigen Bundesstaat Bahia war die Region des gegenwärtigen Distrikts “Palmeiras“ von Indios des Volkes der “Tapuia“ bewohnt, die sich nach der Besetzung durch die weissen Siedler aus diesem Gebiet zurückzogen.
Zu Beginn der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts setzten sich Kleinbauerfamilien, die von Portugiesen abstammten, in “Lavrinha“ fest, am Rand der “Estrada Boiadeira“ (der Viehtrieb-Route). Die kleine Siedlung wurde zum blühenden Dorf durch die Entdeckung kleiner Diamantenvorkommen. 1855 kamen Schürfer aus “Mucugê“ und “Andaraí“, dem bahianischen Sertão und sogar aus Minas Gerais dort zusammen, um nach Diamanten zu suchen.
Die Architektur des Dorfes wurde verfeinert – die Hälfte seiner Bürger waren Diamantensucher geworden, und sie investierten in Landwirtschaft und Diamantenminen. Weitere kleine Siedlungen entstanden, wie “Fundão, Cruz, Ribeirão, Laranjo“ und andere.
1819 liess sich der portugiesische Edelmann “Joaquim Pereira dos Santos“ in der Gegend nieder und legte mit Hilfe seiner zahlreichen Sklaven eine Kaffeeplantage an, die er “Fazenda das Palmeiras“ nannte. Einer seiner Nachkommen entdeckte dann Diamanten auf seinem Besitz, verhinderte jedoch, dass sich die Nachricht dieses Fundes ausbreitete – bis zum April 1864.
In jenem Monat entschieden sich der “Coronel Balbino de Oliveira Neves“ und der “Comendador Geminiano Ferraz Moreira” mit ihren Pferden eine Abkürzung durch die “Fazenda Palmeiras“ zu nehmen, um zurück nach “Lençóis“ zu gelangen. Als sie den Bach “Lajedinho“ überquerten, trafen sie auf zwei Kerle, denen sie ihre Diamanten abkauften – und die Nachricht breitete sich im gesamten Bezirk von “Lavras“ aus – eine Woche danach war die Plantage bereits übersät mit mehr als tausend Menschen – die Kaffee-Fazenda entwickelte sich zu dem aufstrebenden Dorf “Vila Bela das Palmeiras“.
Mit dem Versiegen der Diamantenfunde, noch im gleichen Jahrhundert, fiel der Ort in die Dekadenz. Heute basiert die Wirtschaft von “Palmeiras“, wie es ab Einführung der Republik genannt wurde, auf Landwirtschaft und Viehzucht.
An der “Estrada das Palmeiras“ (Palmenstrasse), die nach “Vale do Capão” führt – 16 Kilometer von “Palmeiras” und 75 Kilometer von “Lençóis” – schiesst der schöne Wasserfall “Cachoeira do Riachinho“ über eine Felsenbarriere. Dies ist einer der Lieblingsplätze der Bürger von “Palmeiras“, auch, weil er leicht zu erreichen ist.
Die Höhle gleichen Namens betritt man durch einen schmalen Spalt, der in zwei grosse Salons mündet, in deren Lagunen man baden und entspannen kann.
Erst halb erforscht und ebenfalls gut zum Baden ist die “Caverna dos Impossíveis“, die zur Siedlung “Lagoa dos Patos“ gehört – zirka 10 Kilometer von “Palmeiras“ auf der BR-242. Die Natur hat sich in ihrem Innern überraschend dekorativ ausgelassen:
Hinter einem Wasserbecken von 50 Metern Durchmesser und 20 Metern Tiefe präsentiert sie eine Raritätensammlung herrlicher Stalaktiten und Stalagmiten entstanden durch die Korrosion des kalkhaltigen Wassers.
So kommt man nach “Palmeiras“:
Anflughafen Salvador – weiter auf dem Landweg: BR-324 nach “Feira de Santana“ – weiter auf der BR-116 bis zur Kreuzung mit der BR-242, auf der dann weiter – über “Itaberaba“ – bis linker Hand die Abzweigung nach “Palmeiras“ erreicht ist – insgesamt 443 Kilometer.