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Rezension
Wenn der Affe spielt, freut sich der Mensch. Doch was passiert, wenn sich ein Affe in freier Wildbahn wie ein Clown aufführt? Der Verhaltensforscher Bob Nelly beobachtet auf einer menschenleeren japanischen Insel eine Makaken-Affenhorde. Ein kleiner Affe sticht besonders heraus. Mit Gekreische stürzt sich der Sonderling in Riesenwellen, gibt Konzerte auf Kokosnussschalen und bewundert den Sonnenuntergang.
Der Forscher gibt ihm den Namen Shorty. Er belächelt mitleidig den Aussenseiter, der in der Hierarchie der Gruppe ganz unten steht. In Briefen, die die Handlung ergänzen, vertraut Bob Nelly seinem Sohn David seine Gedanken und Gefühle an. «Anders zu sein als die anderen, macht einem das Leben bloss schwer», schreibt er warnend. Er selbst habe deshalb als Junge sein Interesse an Tieren verborgen. Stattdessen lernte er Boxen, um bei Kämpfen mithalten zu können. Denn nur wer entweder stark, mutig oder geschickt sei, setze sich durch. Trotzdem oder gerade deshalb schliesst der Professor den eigenwilligen Shorty ins Herz. Wider alle Vernunft fängt er den Affen ein, um ihn seinem Sohn als Haustier zu schenken. Die Handlung spitzt sich dramatisch zu, und das Zusammentreffen von Mensch und wildem Tier ist äusserst realistisch dargestellt. Plötzlich entpuppt sich der Wissenschaftler als jähzornig und impulsiv, was ihm zum Verhängnis wird. Die Affenhorde ist entschlossen, Shorty zu befreien.
Andrea Hensgen ist ein vielschichtiger, spannender Abenteuer- und Entwicklungsroman gelungen, der zum Nachdenken und Diskutieren anregt.
Claudia Kursawe