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In der fünften Folge dieser Serie stellt Professor Henry Hänni fest, dass die Bestimmung von schwarzen Edelsteinen eine Herausforderung bedeutet. Dies besonders dann, wenn sie keine Musterung aufweisen. Weil sie undurchsichtig (opak) sind, stellt nur die Dichtebestimmung eine verlässliche Messgrösse dar.
Chalcedon
Schwarzer Chalcedon, oft Onyx genannt, ist eine feinfaseriges Aggregat von SiO2 Mineralien. Zwischen den Fasern liegen schwarze Pigmente, entweder natürlich oder künstlich eingebracht durch Imprägnieren. Onyx wird oft in Ringen oder Broschen verwendet und eignet sich für ornamentale Gravuren.
Obsidian
Das schwarz- bis grünbraune Gesteinsglas ist vulkanischer Herkunft. Es hat muscheligen Bruch und wurde in der Steinzeit zur Fertigung von Klingen verwendet. Mexikanischer Obsidian kann farbige Reflexe zeigen (Regenbogenobsidian). Oxydierter Obsidian wird aufgrund seines Eisengehaltes rostrot.
Hämatit
Hämatit Fe2O3 bildet idiomorphe Kristalle aber auch nierig traubig Aggregate als roter Glaskopf. Seine Strichfarbe ist rot. Aus Hämatit werden gerne Ringsteine zum Gravieren, oder Kugelketten angefertigt. Es gibt auch Imitationen von Hämatit.
Psilomelan
Die Ausbildungsform von Manganoxyd-Psilomelan ist nierig traubig als schwarzer Glaskopf. Es entstehen achatähnliche Gefüge, die im Schnitt interessante Muster zeigen. Die hübschen Steine werden leider nur selten in Schmuck verwendet. Fundorte sind Deutschland und die Ukraine.
Pleonast
Als schwarze, eisenreiche Varietät von Spinell wird Pleonast meist facettiert. Er hat einen hohen Glanz. Oft kommt Pleonast in Basalten zusammen mit Saphir vor (z. B. Thailand, Madagaskar oder Burma).
Schörl
Der schwarze Turmalin wird Schörl genannt und ist sehr verbreitet in Graniten und Pegmatiten.
Gagat
Gagat oder Jett ist eine Art Braunkohle, beziehungsweise fossiles Holz in Sedimentgestein. Er wurde früher zur Anfertigung von Trauerschmuck verwendet. Da Gagat weich ist, wird er auch gerne ornamental geschnitzt als Medaillon oder zu Rosenkränzen verarbeitet. Hauptfundorte liegen in England und Polen.
Schwarze Mineralien sind undurchsichtig und ergeben oft auf dem Refraktometer nur eine Spot-Ablesung bei der Lichtbrechungsmessung. Der Dichtebestimmung kommt eine wichtige Bedeutung zu. Selbst das Raman-Spektrometer versagt oft bei der Bestimmung. Chemische Analysen sind dann zielführend, können aber nur in Labors mit Edxrf durchgeführt werden
Prof. Henry A. Hänni