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Die Irrtümer über das Schwitzen
Schwitzen ist eine überlebenswichtige Funktion des Körpers. Durch Schwitzen werden die Körpertemperatur reguliert, der Säureschutzmantel der Haut aufgebaut und schädliche Stoffe aus dem Körper transportiert. Nicht jeder schwitzt gleich. Einige schwitzen mehr, andere weniger. In manchen Fällen kann das Schwitzen auch krankhaft sein. Doch noch immer kursieren viele Missverständnisse über die Schweissbildung und Funktion des Schwitzens. Hier werden die 5 häufigsten Irrtümer über das Schwitzen aufgedeckt.
1. Männer schwitzen stärker als Frauen.
Falsch! Männer schwitzen nicht stärker, dafür aber schneller und effizienter als Frauen. Grund für den Schwitzunterschied der Geschlechter ist vermutlich die Evolution. Für Männer brachte die effektivere Körperkühlung mehr Vorteile, beispielsweise auf der Jagd. So konnte der Körper schneller auf starke körperliche Anforderungen reagieren, ohne zu überhitzen. Der weibliche Körper hat dagegen einen geringeren Wasseranteil als der männliche. Das heisst: Frauen mussten sparsamer mit ihren Ressourcen umgehen, um keinen Wassermangel zu erleiden. Daher gerät der Frauenkörper nur bei hohen körperlichen Belastungen ins Schwitzen. Der geringere Schweissverlust kann den Frauen einst Vorteile im früheren, heisseren Klima gebracht haben.
2. Sportler schwitzen weniger als Sportmuffel.
Die Aussage ist so nicht richtig. Oft wird nur der Eindruck erweckt, dass Sportler weniger schwitzen. Sie schwitzen erst später, weil sie besser trainiert sind als Sportmuffel. Man kann auch sagen, dass Sportler effizienter schwitzen. Fitness verbessert somit das Kühlsystem des Körpers. Im Männer-Frauen-Vergleich schwitzen trainierte Männer mehr und früher als sportliche Frauen. Dies zeigte auch ein Experiment japanischer Wissenschaftler, bei dem die individuelle Schweissproduktion von 37 Teilnehmern, unter Belastung und hoher Temperatur, untersucht wurde.
3. Übergewichtige schwitzen mehr.
Falsch! Übergewichte schwitzen nicht zwangsläufig mehr, dafür meistens schneller. Der Körper gerät schneller ins Schwitzen, weil er untrainiert ist. Das Leistungslimit ist eher erreicht als bei trainierten Personen. Ein sportlicher Körper kommt somit bei gleicher Belastung erst später ins Schwitzen. Das hat nichts mit der produzierten Schweissmenge zu tun. Denn Sportler schwitzen im Vergleich bis zu zweimal so viel wie Nichtsportler. Dennoch: Übergewichtige erkranken häufiger an krankhaft starkem Schwitzen, einer Erkrankung, die als Hyperhidrose bezeichnet wird.
4. Wer viel schwitzt nimmt leichter ab.
Leider ist diese Behauptung nur reines Wunschdenken. Ob man beim Sport oder in der Sauna ins Schwitzen kommt, schneller Abnehmen tut man dadurch nicht. Der Grund: Schwitzen hängt nicht direkt mit dem Kalorienverbrauch zusammen. In erster Linie verliert der Körper - durch die Abgabe von Schweiss - Wasser. Der Gang in die Sauna ist zwar entspannend und erholsam, ein nachhaltiger, messbarer Gewichtsverlust bleibt dagegen aus. Richtig ist, dass beim Sport die Pfunde purzeln, allerdings unabhängig davon wie viel wir dabei schwitzen. Entscheidend für die Verbrennung von Kalorien ist hauptsächlich die Dauer der ausgeübten Tätigkeit.
5. Rasierte Achseln verhindern übermässiges Schwitzen.
Falsch! Rasierte Achseln haben keinen Einfluss auf das eigene Schwitzverhalten. Lediglich die Geruchsbildung wird verzögert. Ist das Achselhaar abrasiert, können sich weniger geruchsbildende Bakterien ansammeln. Diese zersetzen den Schweiss und führen zu unangenehmem Schweissgeruch.
Die Achselhaare vergrössern die Oberfläche, auf der sich Bakterien ansiedeln können. Weniger Haare bedeuten somit auch weniger Lebensraum für Bakterien.
Weiterführende Informationen zum Schwitzen finden Sie zum Beispiel auf www.stark-gegen-schwitzen.de
Bildquelle: Brandtmarke / pixelio.de