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Wenn heute von Spenglern die Rede ist, so denken wir in erster Linie an die Handwerker, die Wasser- und Gasleitungen, sanitäre Apparate und Installationen und dergleichen machen. Das war im Mittelalter durchaus anders. Dachkänel und derartige Dinge wurden z. B. von den Kannengiessern ausgeführt. Die Spengler hingegen und die mit ihnen zu einem Handwerk vereinigten Gürtler und Scheidenmacher befassten sich, wie eben der Name besagt, mit der Herstellung von Spangen, Schnallen, Knäufen und Metallbeschlägen für Wehrgehänge und Gürtel, Degen- und Messerscheiden.
Schon seit dem 14. Jahrhundert lässt sich die Zugehörigkeit der «Spengler» zur Krämerzunft zu Safran nachweisen. Es handelt sich fast ausnahmslos um solche Handwerksgenossen, die unter dem Stadtbanner in eigener Ausrüstung durch Teilnahme an einem Kriegszug der Stadt Basel sich das Bürgerrecht verdienten. Auf diese Weise wurden schon vor 1366, auf einem nach Ort und Zeit unbekannten Zuge sieben ihres Handwerks zu Baslern, 1393 beim Zuge nach Muttenz sogar siebzehn und 1403 wiederum ein halbes Dutzend.
Neben der Zahl dieser das Burgrecht abverdienenden Zunftbrüder ist die Zahl derjenigen Spengler und Gürtler, die im 14. und 15. Jahrhundert das Bürgerrecht kauften, verschwindend klein. Als typisches Beispiel mag der in der Konzilszeit eingewanderte reiche Meister Heintzmann Glantz erwähnt sein, der 1446 das bedeutende Vermögen von 2000-2500 Goldgulden versteuerte und sich bereits 1432 eine fromme Stiftung zu St. Andreas hervortat.
Die Tatsache, dass die Spengler und Gürtler als Metall bearbeitendes Handwerk der vornehmen Zunft der Krämer zugeteilt waren, erklärt sich aus verschiedenen Gesichtspunkten. Erstlich, weil ihrer Hände Werk unter den Begriff der «Krämerei» fiel, mit der man alle möglichen Gegenstände des täglichen Lebens, insonderheit der Kleidung – also auch Spangen, Gürtel, Wehrgehänge etc. – umfasste. Besonders galt auch alles «Möschen», d.h. aus Messing verfertigte Kleinarbeit als, Krämerei. Weiterhin waren die Produkte der Spengler und Gürtler ursprünglich durch die Krämer besorgte Importware und erst nach und nach gab sich eine organische Entwicklung des Handwerks. Die Initiative zu dessen Einführung in Basel ist wahrscheinlich direkt von Krämern ausgegangen. Statt die Spengler- und Gürtlerwaren periodisch von fremden Messen und Märkten, aus Frankfurt, Nürnberg, Nördlingen u. a. O. zu beziehen, brachte sich ein unternehmender Krämer gleich einen «Knecht» mit, der sie herzustellen verstannd, von dem er selbst vielleicht oder einer seiner Söhne die Technik erlernte. Durch die Ersparnis des Transports gelang es in der Regel nicht nur, die Einfuhr zu verdrängen, sondern überdies recht lohnende Absatzpreise zu erzielen. Das Beispiel fand Nachahmung; selbständige, zuwandernde Meister taten sich auf, heimische liessen ihre Kinder das rentable Gewerbe lernen und das neue Handwerk war begründet. So mag das Spengler- und Gürtlerhandwerk um die Mitte des 14. Jahrhunderts bei uns heimisch geworden sein. Sobald nun aber die Bedürfnis- resp. Konsumationsgrenze von der heimischen Produktion erreicht war, begann der Gewinn der einzelnen Meister zu sinken. In demselben Masse erwachte natürlich die Konkurrenz in der Qualität und im Unterbieten. In ihrem eigenen Interesse traten die ansässigen Handwerksmeister zu einem Abkommen, einem sogenannten Kondikt zusammen. Wichtig dabei war, dass das neu erstandene Handwerk dem Zunftzwang unterworfen wurde, wodurch den rücksichtslos konkurrierenden, fremden Elementen Schranken gesetzt wurden.
Das älteste von den Meistern des Gürtler- und Spenglerhandwerks aufgestellte und von der Safranzunft bestätigte Handwerksabkommen stammt aus dem Jahre 1418. Es hat folgenden Wortlaut:
«In dem jor do man zalt von gots geburt viertzehundert und XVIII jor am nächsten zinstag vor mittelfasten sint für uns meister und sechs kommen die meister gürtler und spengler der merteil under inen und hand uns fürgeleit und gebetten, das wir inen beholffen und beraten werent nach deme als denne hie nach geschriben stat und also wart erkent und erteilt under uns, das es also bestan und beliben sol und wer es gebricht, der sol es besseren nach dem als wir denne darumb bekennent.
Des ersten sint si den merteil überkommen, das si kein zin under mösching sol schlahen, wand doch eins dem andern nit gelich dienen mag. Ouch hant si gemeint der merteil under inen, das si kein mösching uf kein swinen schwarten schlahen sol;
Ouch sint si überkomen, das keiner under inen kein werk kouffen sol, es si denne nach der meister ordnung, es si möschin oder zin werk.
Aber sint si überkommen, das ir keiner sol me han denn einen knecht und einen lerknaben oder aber zwen knecht und keinen lerknaben und weler zwen knecht hat, der sol kein stuckwerk geben, weler aber ein knecht hat, der mag ein stuckwerk geben. Und die selben stuckwerk sol keiner kein knecht han.
Wer aber, das ein knecht harkeme und nit ze werken könde komen, so möchte demselben knecht wol ein meister acht tag zu werk geben und nit me, das er dester bas fürer komen mög. Item ist erkent, weler kind hat, es sig tochter oder knaben, die mögent im wol helfen werken und bringt im kein schaden in dieser ordnung.»
Was besagt nun dieses älteste von den Zunftherren zu Safran bestätigte Handwerksabkommen? Zunächst bestätigt es uns, dass Gürtler und Spengler nur ein Gewerbe bilden. Die von seinen Meistern aufgestellten Handwerksartikel zerfallen in zwei Gruppen, deren erste sich mit der Verarbeitung der Rohstoffe befasst. Jedem zünftigen Meister ist verboten, Zinn unter Messing zu schlagen; ebenso verbietet die Ordnung, Messing auf Schweinsleder zu verarbeiten. Weiter verbietet ihr Übereinkommen kein «Werk», d.h. Fertigfabrikate für den Wiederverkauf einzuhandeln, die nicht der Meisterordnung entsprechen. Die zweite Artikelgruppe regelt die Arbeitsverhältnisse und das Lehrlings- und Gesellenwesen nach dem urzünftigen Grundsatz, die, Stellung der Gewerbsgenossen auszugleichen und keinen Grossbetrieb auf Kosten von Schwächern zu dulden. Die Meister sollen alle unter denselben Bedingungen und Möglichkeiten arbeiten, keiner den andern überwinden ausser durch seine persöhnliche Tüchtigkeit oder durch Glück. Daher ist die Zahl der erlaubten Knechte und Lehrknaben genau vorgeschrieben und beschränkt auf einen Gesellen und einen Lehrling oder zwei Gesellen und keinen Lehrling. Wer zwei Gesellen hat, darf kein Stückwerk geben; wer aber bloss einen Gesellen hält, mag ein Stückwerk, d.h. Akkordarbeit geben. Unbeschadet der Handwerksordnung durfte aber jeder Meister seine eigenen Kinder, sowohl Knaben als Töchter, in seinem Betrieb werken lassen.
Über das Lehrlingswesen führte schon im fünfzehnten Jahrhundert die Zunft die Aufsicht. Noch hat sich in einem der Safranzunftbücher ein Lehrvertrag vom Jahre 1434 erhalten, der uns einen deutlichen Einblick tun lässt. Das denkwürdige Dokument lautet, unserer Schriftsprache angepasst, folgendermassen:
«Es ist zu wissen auf die Zeit als man zählte von Gottes Geburt 1434 Jahr, dass vor meine Herren der Krämerzunft kamen Conrad zum Haupt und Hans von Hegenheim unsere Zunftmeister und haben verdinget Jörgen, des seligen Hans Müllers Sohn von Constanz, Lienhart Ortenberg dem Spengler, dass er ihn sein Handwerk lehren soll nach dem besten.
Und soll der Knab bei ihm bleiben die nächsten sechs Jahr nacheinander, dass der Knab sich selber soll die ersten zwei Jahr bekleiden; die andern vier Jahr soll ihn sein Meister Lienhart Ortenberg bekleiden, als es dem Knaben nützlich und ihm ehrlich sei.
Und wenn die sechs Jahr auskommen, so soll der Knab seinem Meister zwei Pfund Pfennig geben an die Kleider zu Steuer.
Wäre aber insbesondere, dass der Knabe stürbe oder sonst hinweg liefe, so soll es alsdann bei Meister und Sechs der Krämerzunft stehen, was dafür zu tun sei.
Wäre aber insbesondere, dass der Knabe stürbe ohne Leibeserben, so soll, was dann der Knab besessen, meinen Herren den Räten folgen und zuteil werden, da es meinen Herren den Räten verfallen. Und darauf hat Conrad zum Haupt Lienhart Ortenberg überantwortet und ihm in Verwahrung gegeben von des Knaben wegen siebenzig Gulden in Geld.
Und das hat ihm Conrad zum Haupt überantwortet in Hausrat: Des ersten ein Bett und acht Blachen und drei Kissen und ein klein Kissen und ein Sergen und ein Gutern 7 und ein Strohsack und ein Spannbett und ein Kisten und ein Laden. Es ist auch zu wissen, wenn des Knaben Lehrjahre auskommen, so soll Lienhart Ortenberg den Knaben mit Geld und mit dem Hausrat wieder überantworten Meister und der Krämerzunft. Diesen soll fernerhin der Knabe empfohlen sein und sollen sie ihm ihr Bestes tun.
Dies geschah auf St. Lucientag im 1434. Jahr».
Sache der Zunft war es, über das Einhalten der Handwerksordnung zu wachen. Zugleich lag der Zunft auch die Warenschau ob. Im Ämterbuch zu Safran findet sich als eine der gewerblichen Beamtungen eine besondere, ständige Zweier-Deputation «zu den gürtlern und spenglern». Diese beiden Warenschauer prüften alles Gürtler- und Spenglerwerk in bezug auf Güte des Materials und der geleisteten Arbeit. Es waren stets Fachleute, aber nur selten Zunftvorgesetzte, die man mit diesem Amt betraute. Entdeckten sie in einer Werkstatt oder einer Verkaufsstelle einen «Bresten» oder ein «Misswerk», so forderten sie die Busse dafür gleich auf dem Platz. Wer sich den Beschauern nicht fügen wollte, den führte man vor Meister und Sechser der Zunft, damit diese ihn mit schärferen Mitteln gehorsam machten. Als letzte und schwerste Strafe stand der Zunft der Entzug des Zunftrechts zu. Doch kam es in den seltensten Fällen dazu, dass einem Meister wirklich das Handwerk niedergelegt wurde, da meist schon die Drohung genügte, um auch den rabiatesten Genossen seiner Zunftobrigkeit gefügig zu machen. Es ist ein einziger Fall nachweisbar, dass einem Gürtler das Zunftrecht entzogen wurde und zwar nicht wegen gewerblicher Verfehlung, sondern weil der Betreffende – Hans Freudenberger – 1611 die Vorgesetzten meineidige Leute gescholten hatte. Mit dem Jahre 1517 verschwinden die Deputierten zu den Gürtlern und Spenglern aus den Zunftakten.
Gegen Ende der 1. Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts zählte Basel bei einer Gesamtbevölkerung von ca. 15-20,000 Einwohnern siebzehn zünftige Gürtler und Spengler. Diese siebzehn Meister erscheinen in den Steuerlisten vom Jahre 1454 als mittlere, eher wohlhabende Bürger mit einem Durchschnittsvermögen von 250 Goldgulden. Die alten Stammfirmen gruppierten sich vorzugsweise im Kern der Altstadt: um den Fischmarkt, die Krämer- und Wienhartsgasse.
Um die Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts dokumentiert sich ein Aufschwung des Handwerks nicht nur in der vermehrten Zahl der Meister, sondern auch in der Erhöhung der Arbeitskräfte. Im Jahre 1454 unterbreitete nämlich das Handwerk dem Zunftvorstand eine neue Ordnung. Dieser hiess sie gut unter der Voraussetzung, dass die Meister dabei bestehen möchten und dass die Ordnung auch «einer gemeinde» d.h. der Bürgerschaft nützlich und der Stadt Basel «ehrlich» sei. Zum Gesinde der zwei festangestellten Gesellen wurde fortan ein Stückwerker gestattet, der aber die Safranzunft besitzen musste und weder Knechte noch Lehrlinge halten durfte. Er sollte einem Meister auch höchstens acht Tage arbeiten, «wenn ein anderer meister sein auch bedürftig wär». Das Handwerk verabredete ferner, falls ein Knecht herkäme, «der do könde ysen und stempfel graben» und den Meistern das Werkzeug ausbessern, so sollte dieser der Reihe nach bei den Meistern umgehen, aber keinem Gürtelwerk machen helfen. Wegen der Gesellen wurde folgendes vereinbart: Kommt ein fremder Gürtlergeselle um hier zu arbeiten, so möjgen zwei hiesige Gesellen, die von der Gesellenschaft hiezu verordnet sind, zu dem Fremden gehen, bei ihm in der Herberge einen Plapart verzehren und dieses Geld beim nächsten Feiertag, wenn die ganze Gesellenschaft dem Fremden schenkt, in die Irte rechnen. Die zwei Gesellen haben ihm auch um Arbeit zu schauen; finden sie ihm nichts, dann soll er wandern. Mit einem solchen wegziehenden Gesellen mögen die andern Gesellen alle ein Nachtmahl essen und ihm schenken. Hat der Geselle aber auf hiesigem Platz einen Meister gefunden, so soll ihm die Gesellenschaft erst am nächsten Feiertag und nicht schon am Tag seiner Ankunft schenken.
Anlässlich der Neuordnung der Handwerksartikel im Jahre 1454 erfahren wir auch, wie die zur damaligen Kleidertracht von der Bevölkerung allgemein getragenen Spangengürtel beschagen sein mussten:
« It. Die spangürtel söllent sin von guotem ungerschem leder, wol bereid und söllent zwyfalt- oder drifaltig sin und kein geyschert oder swynin leder noch stuck darin geleid sin und söllen sin mid gantzen durchganden riemen und die einlichen mid guoten sitten oder ruckriemen und mid guoten hie gemachten rincken und kein frömd rinken darin gestochen.
It. also man die knaben spangürtel macht zuo spannen, di söllent ouch sin von ungerschem leder und sol ouch kein stück dar in geleid sin noch kein swinen leder, sy söllent gemacht sin also vor.
It. was man ouch machet von ungerschem leder, daz sol ytel ungersch sin und was man machet von geyscherten leder, daz sol ytel geyschert sin.
It. die lovroten knaben gürtel söllent ytel lourot sin.
It. wass spangürtel yeman har bringet zu verkouffen, die söllent sin noch diser vorgeschriben ordenung mid guotem ungerschen leder und gantz riemen und hie gemachten rincken.
It. die gürtel mit dem uffgelossenen werck, die sol man machen die rincken blech und die geleich mid dafel mössing und mid möschin drot uffgeslagen und die gurt spangen mid nieten.
It. die slechten frowengürtel mid den hohen und mid den flachen spangen, die sol man alle mid nieten uffslahen.
It. und waiss von frömden meistern oder kremern har kemme und uff dise model gürtel brcht, die söllen alle noch der fordern ordenung sin, dez selben glichen söllen unser zunfftbrouder ouch die gürtel, die uff daz fordel sint, noch der forderung feyl haben.
It. wass gürtelwerck harbrocht würt, dz sol nieman kouffen für sich selb, er sol es gemeinen meistern verkünden und sagen, wil es den keiner kouffen, so mag es denn wol einer allein oder salbander kouffen für sich selb oder ein yegelicher, der unser zunfft hat».
Seit dem Ende des 15. Jahrhunderts schwankt die Zahl der Meister ziemlich gleichmässig hundert Jahre lang zwischen acht und zehn zünftigen Meistern. Im Jahre 1521 erliess der Rat an alle Zünfte eine Aufforderung, gewerbliche Schäden und Missstände geltend zu machen. Die Gürtler und Spengler klagten vor allem über die Konkurrenz durch den Import der Krämer aus Nürnberg. Zwei Jahre lang arbeitete der Rat an einer allgemeinen, gerechteren Gewerbe- und Zunftordnung. Nach Massgabe der eingelaufenen Beschwerden kam jetzt zum mal das Zunftwesen als Kleinbetriebsprinzip mit Konsequenz zur Geltung. Es soll ein möglichst starker Mittelstand gebildet werden; die klaffenden sozialen Unterschiede des Kapitalismus sollen durch dessen völlige Aufhebung beseitigt werden. Jedem Handwerk wird Vorkauf (24 Stunden) und Zugrecht (48 Stunden) auf das Angebot einser Rohstoffe im städtischen Kaufhaus gesichert. Rohstoffe darf der Kaufmann nur en gros importieren; er ist nur noch dazu da, dringendste Lücken der heimischen Produktion durch seinen Import auszufüllen. Konkurrieren darf er mit den eingesessenen Produzenten überhaupt nicht mehr. Das Verkaufsrecht des Handwerkers auf die Produkte der eigenen Hand wurde erweitert zu einem Verkaufsmonopol auf die ganze Branche. Den Krämern, die nürnbergische Pfennwerte führen, wird der Import von «gesprengter» Arbeit und von Gürteln aus Nürnberg und Ungarn, sogenannten «Katzbalger» ausdrücklich untersagt. Sie sollen ihre Gürtel von den hiesigen Gürtlern kaufen. Dagegen übernahmen diese Gürtler und Spengler die Verpflichtung, sie jederzeit mit solchen Artikeln hinlänglich zu versorgen. Import war nur gestattet für gestempfte, versilberte Arbeit und für Kindsgürtel. Nach nochmaliger 2½ jähriger Bedenkzeit erkannte die Basler Regierung im Januar 1526 die neue Ordnung mit einigen Einschränkungen, zum Teil auch mit Verschärfungen in Kraft. Diese «nüwe reformation» stellt sich dar als Ordnung einer völlig im handwerklichen Sinne gestalteten Stadtwirtschaft. Diese Gesetzgebung steht am Ende einer Entwicklung von zwei Jahrhunderten. Aber nicht nur Schluss einer Entwicklung ist die Reform, sondern auch Produkt ihrer Zeit selbst, beeinflusst durch die grossen Umänderungen der Weltwirtschaft. Trotz des Sieges des Handwerks fand in der Folgezeit ein starker Abfall beim Gürtler und Spenglerhandwerk statt. Seit dem Jahre 1562 erscheinen übrigens die Spengler nicht mehr mit den Gürtlern, sondern mit den Scheidenmachern zusammen als ein Handwerk.
Im genannten Jahr liess sich dieses durch die Zunft seine neue Handwerksordnung bestätigen. Zu einer «vollkommenen Werkstatt» gehöten zwei Gesellen und ein Lehrknabe. Die Lehrzeit wurde hinfür auf drei Jahre festgesetzt; wer es darunter tat, galt nicht als redlicher Meister. Übertretung der Ordnung wurde mit einem Gulden gebüsst, wovon der eine halbe Gulden der Zunft, der andere der Handwerkslade anheimfiel.
Den Scheidenmachern geschah in den 1570er Jahren durch die Messerschmiede Eintrag durch Scheidenmachen auf den feilen Kauf. Klagen zu Schmieden halfen nicht viel, sondern die Sache wurde «länger je böser».
Im Jahre 1606 beschwerten sich dann die Spengler beim Rat wegen der Eingriffe, die ihnen durch «Stümpeler» geschah. Das Handwerk klagte in seiner Bittschrift, wie besonders herumschweifende Kessler «mit Weib und Kind länger als ein halbes Jahr in Euer Gnaden Stadt Basel von Haus zu Haus umbeinander ziechen, tragen allerlei Waren feil, als gemachte Messerscheiden, kleine und gosse stürzene Drechter, Lanternen u.a., was wir mit unserm erlernten Handwerk treiben sollen, müssendt wir stets solche Störer vor den Augen sehen am Kornmarkt sitzen, das sie uns für unsere Stand und Läden gond, die Waren abnemen und durchsehen, wie sie die nachmachen mögen. Sie wüssendt in den Wilrtshäusern ihre heimliche Schlich, von denen sie behauset und beherbergt werden. da es noch bey kurtzen Jahren der Brauch alhie gewesen, wan solche Kessler über Nacht in Euer Gnaden Stadt Basel handt bleiben wöllen, sind sie uff den Kollenberg gangen und wo fern sie von dannen nit begehrt zu weichen, sind sie durch den obersten Knecht hinweg gewüsen worden.» Das Handwerk verlangte von den Stadtvätern, dass man inskünftig mit Hilfe und Beistand der Wachtknechte all diesen Stümpelern ihre Ware beschlagnahme, auf die Safranzunft trage und dort vergante und den Erlös zu gleichen Teilen der Zunft, dem Handwerk und den Wachtknechten gebe.
Im Jahre 1646 sah sich der Basler Rat gegenüber der gesamten hiesigen Gewerbswelt zu einschneidenden Massnahmen veranlasst. Der dreissigjährige Krieg mit seinen verheerenden Folgen hatte die Preise für Lebensmittel und Bedarfsartikel des täglichen Lebens gewaltig in die Höhe getrieben. Auf Klagen sowohl der Bürgerschaft als der Untertanen auf der Landschaft hin, dass die Kauf- und Handwerksleute «umb ihres Eigennutzes und vorteilhaftigen Gewinns willen, ohne einichen Unterschied der Zeit und Jahren, fast alle ihre Sachen, Arbeit und Waren noch immer in hochgesteigertem theurem Preis verkäuflichen hingeben und diss Orths sich zu einicher Billichkeit nicht verstehen wöllen», erliess der Rat am 19. September 1646 jene «Taxordnung», durch welche für alle in Basel zum Verkauf gelangenden Artikel Höchstpreise normiert und gleichzeitig auch die das Lehrlingswesen berührende Lehrzeit und Lehrgeld festgelegt wurden. Für die uns hier berührenden Handwerke galten folgende Bestimmungen:
Gürtler Tax.
Scheidenmacher Tax.
Erklärend sei hier wegen der Wertmasse beigefügt, dass man damals in Basel wie das ganze Mittelalter hindurch nach Pfund, Schilling und Pfennig rechnete. 1 Pfund = 20 Schillinge = 240 Pfennig. Bis zu Ende des dreissigjährigen Krieges galt der Pfennig 1,2 Centimes, ein Schilling somit = 14,4 Ctms., ein Pfund = Fr. 2.88, allerdings ohne Berücksichtigung der damals höhern Kaufkraft. Man zahlte beispielsweise für ein grosses, blechenes Schreibzeug 15 Schilling, gleichviel wie für eine grosse Pastete von gutem spanischem Teig «so für ein Voressen da 12 Personen an einem Tisch sitzen, aufgetragen wird, sie sei von Hahnen, Tauben, Kalb- oder Lummelfleisch» für ein kleines Reibeisen wurde der gleiche Preis gefordert wie für eine Mass guten Rotwein, nämlich 3 Schilling, und ein kleines blechenes Milchhäfelin kostete gleich viel, wie sich vom Scherer zur Ader zu lassen oder das Haar schneiden zu lassen.
Was wir in den nächsten anderthalb hundert Jahren von den Handwerken der Gürtler, Spengler und Scheidenmacher vernehmen, sind fast nur Klagen über Handwerksschädigungen, oft recht kleinlicher Art, die vor Zunftgericht oder Rat zum Austrag kamen. So 1674 die Gürtler, die ihren Zunftgenossen vom Secklerhandwerk vorwarfen, dass diese Weibergürtel mit «Schlösslenen» verkauften, die aus Strassburg bezogen wurden. Die Seckler gaben dies unumwunden zu, weil die Gürtler sie nicht genugsam mit Weibergürteln belieferten. Zudem übernähmen die Gürtler die Leute und verkauften für drei Batzen, was sie, die Seckler, um einen Batzen hingäben. Die Gürtler hatten his 1698 nicht einmal mehr eine eigene Handwerksordnung, sondern stützten sich auf diejenige der Zürcher vom Jahre 1605. Ihre Meister waren jedenfalls nicht auf Rosen gebettet, da ihnen der Handwerksbrauch als einem «geschenkten» Handwerk finanzielle Verpflichtungen gegenüber den fremden Gesellen auferlegte. Der Gürtler Johann Kolp, zugleich Torwart unter dem Spalentor, beteuerte 1673, er und sein unlängst zum Gesellen gemachter Sohn hätten in kurzer Zeit an die sechs Pfund Geld für Gesellenschenke zahlen müssen und wenn das so fortgehe müssten sie notwendigerweise «der obrigkeit zu erbarmen kommen». Die Zunft schränkte hierauf den Schenkunfug durch folgende Normierung etwas ein:
«Sollen die gesellen nach handwerksbrauch jedem 6 kreuzer von jedem hiesigen meister bezahlen und dem herbergsmeister anzeigen, die fremden darnach zu tractieren.» Um welche handwerkliche Spitzfindigkeiten man bisweilen stritt, zeigte 1726 der Handel der Gürtler gegen die Nadler, die anfingen Metallknöpfe herzustellen. Die Nadler beriefen sich auf Nürnberg, wo derartige Arbeit ihrem Handwerk erlaubt sei. Die Gürtler hinwieder bewiesen, in Nürnberg gehöre dies zu einem besonderen Handwerk, den Fsgenannten Schellenmachern. In den Städten der Eidgenossenschaft und in allen Städten des Reiches ausser in Brandenburg, wo alles erlaubt sei, falle die Knopffabrikation aus hartem Lot lediglich in die Kompetenz der Gürtler, und den Nadlern seien nur die Knöpfe aus weichem Lot unbenommen. Die Zunft wies die Streitenden an die Obrigkeit, die denn auch zugunsten der Gürtler Recht sprach.
Auch die Existenzbedingungen der Scheidenmacher resp. Spengler gestalteten sich immer schwieriger. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts beschloss darum ihr Handwerk, keine hiesigen Lehrlinge – Meistersöhne ausgenommen – mehr anzunehmen. Wegen Missachtung dieses Vergleichs wurde 1719 Meister Leonhard David, der einen Basler ausgebildet, gebildet habe, um zehn Pfund gebüsst.
Lohnende Aufträge, wie sie etwa die Safranzunft selbst 1702 dem Scheidenmacher Leonhard Wick gab, in Gestalt von «zwen sauberen Drachenköpfen» als Abschluss der Dachkänel, waren nicht an der Tagessordnung ...
Bis zur Staatsumwälzung vom Jahre 1798 blieben dann die zünftigen und gewerblichen Bedingungen des Spenglerhandwerks dieselben. Nach der Epoche der Helvetik (1798-1803) mit dem schweizerischen Einheitsstaat, der das gesamte Zunftwesen abgeschafft hatte, trat mit dem Beginn der sogenannten Mediationszeit das zünftige Handwerkswesen wenn auch nicht mehr politisch, so doch gewerblich in seine alten, privilegierten Rechte. Bei den Staatsurkunden liegt unterm 14. Juni 1804 die von der Regierung gutgeheissene Ordnung der Handwerksartikel welche die Basler Meisterschaft der Spengler oder «Weissarbeiter» gemeinsam aufgestellt und zu halten gelobt hatte.
Das aus neunzehn Paragraphen bestehende Dokument setzt folgendes fest:
«Als nämlich und
1° Soll alle Vierteljahr und zwar jeweilen auf den zweiten Sonntag der Monate Jenner, April, Heumonat und Weinmonat ein ordentliches Ehren Handwerk gehalten werden, bei welchem der älteste hiesige Meister den Vorsitz führen solle und sollen sowohl hiesige als andere hier arbeitende Meister, die dann Recht haben hier zu arbeiten, und Gesellen sich ohnfehlbar und zwar bei Strafe von drei Batzen dabei einfinden, es wäre dann Sache, dass der einte oder andere wegen Krankheit oder wichtigen Geschäften und erheblichen Ursachen nicht beiwohnen könnten, als in welchem Fall er gehalten sein solle, solches dem ältesten oder jüngsten hiesigen Meister wissen zu thun.
Sollte auf
2° einer ein ausserordentliches Ehren Handwerk verlangen, so soll demselben zwar jeweilen willfahrt, und durch den jüngsten Meister abends zuvor das Handwerk angesagt werden; jedoch soll ein jeder, der ein solches verlangen wird, und zwar ein hiesiger Meister einen halben Gulden, ein anderer hier arbeitender Meister, der das Recht hat, hier zu arbeiten, einen Gulden, und ein Gesell zwölf Batzen Handwerks-Gebühr zu entrichten haben; und soll für einen jeden, der nicht beiwohnen würde, ohne sich wie vorgemelt entschuldigt zu haben, eine Strafe von drei Batzen festgesetzt sein.
3° Soll kein Lehrknab aufgedungen werden, es sei dann von ehrlicher Geburt oder nach der Ordnung legitimiert und habe das vierzehnte Jahr zurückgelegt, weswegen von denselben zuvor ihre Tauf- und Heimatscheine E. E. Handwerk vorgewiesen werden sollen; auch sollen alle Lehrknaben, welche keine hiesigen Meisters-Söhne sind, vier Jahre ihre Lehrzeit aushalten, und kein Lehrmeister befugt sein, etwas an dieser Lehrzeit nachzulassen; für die hiesigen Meisterssöhne hingegen ist sowohl in Ansehung des Alters als auch der Lehrzeit nichts festgesetzt, sondern es können dieselben je nach Belieben ihrer Väter und wenn sie es dienlich erachten, auf- und abgedungen werden.
Auch soll
4° keiner, der nicht eines hiesigen Meisters Sohn ist, zum Meister-Stand gelangen, er habe denn zuvor vier Jahre auf der Wanderschaft zugebracht, und sich während dieser Zeit ehrlich und redlich aufgeführt; es wäre dann Sache, dass er wegen kränklichen Umständen oder Leibesgebrechen sich ohnmöglich auf die Wanderschaft begeben könnte, in welchem Fall er aber dennoch, so wie ein hiesiger Meisters Sohn, deme, falls ihn sein Vater selbsten benötigt, freistehen solle, sich auf die Wanderschaft zu begeben oder nicht, vor Verfluss von vier Jahren von Zeit des Freisprechens nicht zum Meisterstand gelangen solle.
5° Zahlt jeder Lehrknab, der keines hiesigen Meisters Sohn ist oder eines Meisters, der das Recht hat, sich hier niederzulassen, beim Aufdingen sowohl als beim Abdingen jedesmalen vier neue französische Taler à 40 Batzen Auf- und Abdinggebühr und jedem hier in stehenden zünftigen Spengler Gesellen beim Aufdingen und Abdingen oder Freisprechen neun Batzen, beim Freisprechen aber annoch zur Freischenke überhaupt sechzig Batzen; ein hiesiger Meister Sohn hingegen zahlt ausser der für die Gesellen bestimmten Gebühr nur die Hälfte obiger Auf- und Abdinggebühr.
6° Wenn einer, der keines hiesigen Meisters Sohn ist, der obenerwähnte vier Jahre nicht auf der Wanderschaft zugebracht, als Meister auf- und angenommen werden will, so zahlt er acht neue französische Taler à 40 Batzen; ein solcher aber, der seine Wanderzeit gänzlich vollendet, soll nur die Hälfte zu entrichten haben.
7° Soll kein Meister befugt sein, mehr als einen Lehrjungen auf einmal zu halten und wenn er denselben ausgelehret, erst nach Verfluss von zwei Jahren wieder einen andern anzunehmen berechtigt sein; ebenso soll auch kein Meister mehr als drei Gesellen in Arbeit haben; in beiden diesen Fällen aber soll ein Meisters Sohn, der bei seinem Vater entweder in der Lehre ist oder als Gesell mitarbeitet, nicht mitgerechnet sein.
Sollte
8° eines verstorbenen hiesigen Meisters hinterlassene Witwe keinen Gesellen haben, so soll ihr erlaubt sein, einen solchen bei demjenigen Meister zu nehmen, der die meisten Gesellen in Arbeit hat, welcher dann den verlangten Gesellen ohne Widerrede abgeben solle; jedoch ist die Witwe gehalten, schleunigst für sich einen Gesellen zu verschreiben und sogleich nach des verschriebenen Gesellen Ankunft den Entlehnten wieder an seinen vorigen Meister abzugeben.
Wenn dann
9° eine Witfrau oder ein Meister einen Gesellen verschreiben will, so soll der Brief von dem ältesten und jüngsten hiesigen Meister unterschrieben werden, und wir d dafür bei des verschriebenen Gesellen Ankunft fünf Batzen in die Lade und zwanzig Batzen für die Schenk bezahlt; auch muss der Gesell den verschriebenen Brief wiederum vorweisen.
Sollte aber
10° ein solcher verschriebener Gesell vor Verfluss eines Vierteljahre nach seiner Ankunft allhier Abschied nehmen oder wegen erhebliche Ursachen verabschiedet werden, so soll er dem Meister oder der Witfrauen ihre wegen der Verschreibung gehabten Unkosten zu verguten schuldig sein.
So wie auch
11° ein solcher Gesell sowohl als auch jeder andere, sei es ein zünftiger oder unzünftiger Gesell, der Abschied nehmen oder dem wegen erheblichen Ursachen Abschied gegeben würde, von keinem Meister noch Witfrauen in Arbeit genommen werden solle, er habe dann ein Vierteljahr die hiesige Stadt verlassen und sei wenigstens vierzehn Tage ausserhalb in ordentlicher Arbeit gestanden.
Falls auch
12° ein Gesell im Lauf einer Woche Abschied nehmen oder wegen erheblichen Ursachen verabschiedet würde, so soll der Meister nicht gehalten sein, ihm den Wochenlohn zu bezahlen; da hingegen einem solchen, der ohne erhebliche Ursachen in der Woche von seinem Meister verabschiedet würde, nicht nur der ganze Wochenlohn bezahlt werden solle, sondern er auch von einem andern Meister sogleich in Arbeit genommen werden kann, ohne dass er gehalten ist, die hiesige Stadt zu verlassen.
13° Wenn ein zünftiger Spengler Gesell zugereiset kommt, so soll er nach Handwerksbrauch nicht ehender als um drei Uhr nachmittags nach den Gesellen schicken; es sollen auch die Gesellen sich bei Zeiten auf der Herberg einfinden, damit zu rechter Zeit um Arbeit geschauet werden kann, weswegen sich die Gesellen erkundigen sollen, wo die Umschau und das Nachtlager geblieben, damit der Ordnung nachgelebt und kein Meister Meister verkürzt werde. Statt des Nachtlagers werden dem zugereisten Gesellen fünf Batzen bezahlt.
14° Gehen bei der Umschau die Witfrauen, die keine Gesellen haben, allen Meistern vor; so sie aber Gesellen hätten, so sollten die Gesellen um Arbeit gehen, wo die Werkstatt am längsten leergestanden, und falls zwei Gesellen miteinander auf einen Tag Abschied nehmen würden, soll bei demjenigen Meister, bei welchem der Gesell am kürzesten in Arbeit gestanden, vorher um Arbeit geschaut werden.
Sollte
15° bei einer Schenke oder bei einem andern Anlass etwan unter den Gesellen Streitigkeiten vorfallen, so soll sich bei Strafe eines Guldens keiner unterstehen, den andern zu schimpfen oder zu schlagen.
Und ebenso soll
16° bei Strafe eines halben Guldens kein Gesell mutwilliger oder liederlicher Weise über Nacht ausbleiben, sondern sich spätestens um 10 Uhr abends in seines Meisters Hause einfinden.
17° Ist die Ansehung der Spengler und Flaschner-Gesellen die alte Uebung dahin abgeändert, dass falls ein zünftiger Flaschner Gesell allhier in Arbeit stehet und ein Spengler Gesell zugereiset kommt, derjenige Meister, bei dem der Flaschner Gesell arbeitet, zwar nicht wie ehemalen gehalten ist, dem Spengler Gesell Arbeit zu geben, jedoch soll ein jeder hier arbeitende Flaschner Gesell dem Spengler Gesellen so auf diese Art, ohne Arbeit zu erhalten, wieder abzureisen genötigt ist, fünf Batzen Reisegeld zu entrichten gehalten sein.
Sollte aber
18° ein unzünftiger Gesell allhier in Arbeit stehen, und ein zünftiger Spengler Gesell zugereist kommen, so soll der Meister, bei dem der unzünftige Gesell arbeitet. gehalten sein, dem Spengler Gesellen wenigstens vierzehn Tage Arbeit zuzusagen, und demselben ohne erhebliche Ursache zu verabscheiden nicht befugt sein, so lange ein unzünftiger Gesell bei ihm in Arbeit stehet.
Endlich und
19° sollen für die hiesigen Meister ein Handwerks-Lade errichtet werden über welche alle Jahr und zwar bei dem auf den zweiten Sonntag des Monats Jenner festgesetzten ordentlichen E. Handwerks eine Rechnung vorgelegt und jeweilen die Hälfte der noch vorhandenen Summe zu Unterstützung armer und kranker Meisters Witwen und Spengler Gesellen zurückgelegt werden solle.»
Derart blieb die Handwerksordnung in Kraft, bis 1874 die schweizerische Bundesverfassung mit der Gewährleistung der Handels- und Gewerbefreiheit die Erwerbstätigkeit zum Individualrecht des Bürgers erhob.