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Weg-Wort vom 3. September
Lass dich nicht vom Bösen besiegen,
sondern besiege das Böse durch das Gute. (Römer 12, 21)
Manchmal habe ich gar keine Lust die Zeitung aufzuschlagen, wenn ich an all die schlechten Nachrichten denke, die darin zu lesen sind. Ich bekomme das Gefühl, dass ich als einzelner Mensch sowieso nichts verändern kann.
Doch dann ist es eine gute Nachricht, die mich aus meinem Gefühl der Ohnmacht herausreißt: die Nachricht von Tony Rinaudo, dem Waldmacher, der mit einer einfachen Methode riesige Gebiete in der Sahelzone aufgeforstet und dafür 2018 den alternativen Nobelpreis gewonnen hat. Zuerst versuchte er auf herkömmliche Weise neue Bäume zu pflanzen. Das war aufwendig und führte nicht zum Erfolg. Nur wenige Bäume wurden älter als zwei oder drei Jahre.
Doch dann entdeckte Rinaudo, dass es dieser Aufwand nicht nötig ist. Die nicht sichtbaren Wurzeln von abgeholzten Bäumen können nach Jahrzehnten wieder neue Bäume hervorbringen. Man muss nur die vielen Triebe mit einem Messer zurückstutzen, dann wachsen aus denen, die man lässt, innert Kürze hohe Bäume. Diese spenden Schatten und halten die Feuchtigkeit im Boden. Man kann dort, wo vorher Wüste war, wieder Ackerbau betreiben. Rinaudo konnte die örtlichen Bauern von seiner Methode überzeugen. Allein in Niger wurden damit 200 Millionen Bäume hochgezogen.
Tony Rinaudo hat als einzelner Mensch die Erde zum Guten verändert. Die Veränderungen lassen sich sogar von Satelliten aus dem Weltall erkennen.