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Die vorrangige Funktion einer wissenschaftlichen Briefedition ist es, der weiteren Forschung historische Dokumente zu erschließen und wiederzugeben. Bekanntlich werden Briefe, trotz ihres dokumentarischen Quellenwertes, in der Regel nur in edierter Form benützt. Mit der „default“-Visualisierung, der „Semantic Edition“, löst die Edition burckhardtsource.org diese Aufgabe ein. Der konstituierte Fließtext mit dem ihn erschließenden Sachkommentar richtet sich an die Leser, die am Textinhalt interessiert sind.
Gedruckte Ausgaben beinhalten statische Texte, die zur allein gültigen Fassung erklärt werden. Die burckhardtsource.org hingegen gründet auf der heute verbreiteten Überzeugung, dass objektive Entscheidungskriterien, die zur Bestimmung eines allgemein gültigen Textes führen, schwerlich existieren. Daher folgt die digitale Edition der Briefe an Jacob Burckhardt dem grundlegenden Kriterium der Transparenz: Die „Philological Version” präsentiert die Transkription mit den Varianten und macht die editorischen Entscheidungen einsichtig. Die neben den transkribierten Text gestellten Fotografien der Briefe veranschaulichen besser als die sprachlich oft unzureichenden Beschreibungen den Manuskriptbefund. Sie illustrieren die physische Handlung des Schreibens, die eine aus Wörtern und visuellen Elementen bestehende Botschaft erzeugt. Der Benutzer hat somit die Möglichkeit, eine vom edierten Text abweichende Textfassung zu konstituieren.