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Dieser Monat machte dem meteorologischen Herbstbeginn (1. September) alle Ehre: nach einem sehr warmen Sommer fiel gleich in den ersten Septembertagen und auch im weiteren Verlauf bis in die dritte Septemberwoche teils ergiebig Schnee in höheren Lagen. Im Hochgebirge entwickelte sich eine frühwinterliche Schnee- und Lawinensituation (Abbildung 1). In mittleren und hohen Lagen gingen nasse Rutsche nieder. Der Lawinenwarndienst gab vier situationsbezogene Lawinenbulletins heraus.
Am Donnerstag, 31.8. setzte zunächst im Süden, dann verbreitet Niederschlag ein. Die Schneefallgrenze lag zu Beginn bei 3000 m im Westen und über 3500 m im Südosten und sank im Verlauf des Wochenendes auf rund 2000 m. In hochalpinen Lagen der Zentralschweizer und Glarner Alpen sowie am Alpenhauptkamm von Mittelbünden bis ins Berninagebiet war es mit 80 bis 100 cm Schnee der erste kräftige Wintereinbruch (Abbildung 3). Starker Nordwind verfrachtete den Neuschnee in der Höhe.
Nach einer meist trockenen, aber oft bewölkten Woche setzte am Freitagabend im Süden wieder Niederschlag ein, der bis Sonntagmittag verbreitet anhielt. Dabei fiel in hochalpinen Lagen des Südens 80 bis 120 cm Schnee (Abbildung 4).
Die Schneefallgrenze lag im Süden bei 2900 m und im Norden bei 2600. Am Sonntagmorgen sank sie in Graubünden bis auf 1100 m (Abbildung 5), sonst auf rund 1800 m. In der Nacht auf Montag fielen in Graubünden noch letzte Flocken und die Schneefallgrenze stieg wieder an auf rund 2200 m. Starker Südwestwind verfrachtete den Neuschnee in die Schattenhängen und wurde dort teils auf einer geschlossenen Altschneedecke abgelagert. Schnee von Anfang September lag vor allem noch an Nordhängen im Hochgebirge sowie auf Gletschern. Im westlichen Berner Oberland und im Wallis lag am wenigsten Neu- und Altschnee.
Wechselhaftes Wetter mit Schauern und Sonnenschein prägten die Monatsmitte. Zeitweise blies starker bis stürmischer Westwind. Am Wochenende 16./17.09. fiel am zentralen und östlichen Alpennordhang und in Graubünden oberhalb von rund 2500 m 10 bis 30 cm Schnee. Die Schneefallgrenze lag zwischen 1400 m in den nördlichen und 2200 m in den südlichen Niederschlagsgebieten.
Zwischen Sonntagabend, 17.09. und Mittwochabend, 20.09. fielen in schauerartigen Niederschlägen am Alpennordhang vom östlichen Berner Oberland bis ins Alpsteingebiet und im nördlichen Prättigau 20 bis 40 cm lokal bis 50 cm Schnee (Abbildung 6). Gegen Süden nahmen die Mengen ab. Die Schneefallgrenze lag zwischen 1400 und 2000 m, im Süden bei 2500 m. Zeitweise blies starker Nordwind. Im Titlisgebiet (OW) wurden im Hochgebirge auf rund 3000 m lokal mächtige und kompakte Triebschneeansammlungen beobachtet.
Die letzte Septemberwoche war mit Westwind wechselhaft und milder. Teils war es sonnig, teils fiel oberhalb von rund 2400 m in schwachen Schauern wenig Schnee, dies vor allem am Alpennordhang und in Graubünden. Die Nullgradgrenze lag bei 3000 m (Abbildung 2).
Insgesamt war der September in den östlichen Regionen deutlich schneereicher als normal. Auf dem Messfeld am Weissfluhjoch (Davos, GR) auf 2540 m, wo manuelle Schneemessungen seit 83 Jahren ganzjährig durchgeführt werden, wurde dieses Jahr an 16 Septembertagen Neuschnee gemessen (d.h. 1 cm oder mehr Schnee). Das war so häufig wie noch nie seit Messbeginn Abbildung 7): Rang 1: 2017 mit 16 Tagen, Rang 2: 2001 mit 15 Tagen, Rang 3: 1984 mit 14 Tagen. Im Durchschnitt fiel an dieser Messstation an fünf Septembertagen Neuschnee.
Die Neuschneesumme mit 115 cm war auf dem dritten Rang im langjährigen Vergleich: Rang 1: 1984 mit 139 cm, Rang 2: 1965 mit 130 cm, Rang 3: 2017 mit 115 cm. Im Durchschnitt liegt die Neuschneesumme bei 33 cm.
Im Gegensatz zur Anzahl der Tage mit Neuschnee und der Neuschneesumme war die durchschnittliche Schneehöhe am Weissfluhjoch aber nicht so aussergewöhnlich, und lag mit 8 cm auf Rang 11. Dies, da der September 2017 nicht extrem kalt war und die dünne Schneedecke zwischendurch wieder abschmolz: Rang 1: 1984 mit 31 cm, Rang 2: 1995 mit 28 cm, Rang 3: 2001 mit 25 cm, Rang 11: 2017 mit 8 cm. Im langjährigen Durchschnitt liegt die September-Schneehöhe auf dem Weissfluhjoch bei 4 cm.
Ende September lag im Westen nur im vergletscherten Hochgebirge Schnee. In den Berner Hochalpen und in den Gebieten östlich davon lag an steilen Schattenhängen oberhalb von rund 2500 m eine dünne, unregelmässige Schneedecke. Diese war in hohen Lagen durchfeuchtet und nach klaren Nächten tragfähig gefroren. Im Hochgebirge dieser Regionen lag in vergletscherten Gebieten und auch in Rinnen und Mulden eine frühwinterliche Schneedecke.
Im Hochgebirge ging wiederholt die Lawinengefahr vom Neu- und Triebschnee aus. Besonders in den vergletscherten Gebieten waren die Triebschneeansammlungen störanfällig (Abbildung 1). In mittleren und hohen Lagen bestand zudem zeitweise auch die Gefahr von Gleit- und Nassschneerutschen (Abbildungen 6 und 8, Bildstrecke). Auf Wanderungen und auf der Jagd war neben der Lawinengefahr auch die Abrutschgefahr erhöht.
Der Lawinenwarndienst gab im September vier situationsbezogene Lawinenbulletins heraus, am 01.09., 09.09., 15.09., 17.09. (vgl. Abbildung 1, Archiv).
Am Donnerstag, 21. September ereignete sich am Eiger (Grindelwald, BE) ein tödlicher Lawinenunfall (Information vom 03.10.2017) in den Schweizer Alpen. Die Jahresstatistik der Lawinenunfälle wird entsprechend dem hydrologischen Jahr geführt, d.h. von 1. Oktober bis 30. September des Folgejahres. Die Anzahl der Todesopfer bei Lawinenunfällen ist im hydrologischen Jahr 2016/17 mit acht Opfern ausserordentlich gering. Das zeigt der Blick in die Unfallstatistik (seit 1936/37), denn nur in drei anderen Jahren kam es zu weniger als zehn Lawinenopfern: 1959/60 mit sechs Todesopfern und 1949/50 mit fünf Todesopfern und 1948/49 mit einem Todesopfer. Der Jahresbericht mit weiteren Informationen zur Unfallstatistik und ausgewählten Unfallbeispielen der vergangenen Saison erscheint voraussichtlich im Dezember.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.