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Latein hat derzeit einen schweren Stand in der europäischen Bildungspolitik. In der Schule wird es zunehmend von modernen romanischen Sprachen verdrängt, und an den Universitäten verzichtet man wegen der Umstellung auf die kurzen BA-Studiengänge gezwungenermassen immer häufiger auf das Latinum als Eingangsvoraussetzung. Dennoch herrscht im Bereich der Romanistik breiter Konsens darüber, dass die sprachwissenschaftliche Ausbildung ohne Lateinkenntnisse deutlich schwerer fällt, im sprachhistorischen Bereich sogar nahezu unmöglich ist. Benötigt wird daher ein Lateinlehrbuch, das es ermöglicht, sich ohne allzu grossen Zeitverlust im Selbststudium genau diejenigen Lateinkenntnisse anzueignen, die für ein Studium romanistischer Fächer benötigt werden. Der Schwerpunkt liegt also, anders als in den gängigen Lateinkursen, nicht auf der Übersetzungskompetenz, sondern auf dem Einblick in das Funktionieren des lateinischen Sprachsystems und auf der Vermittlung der Zusammenhänge zwischen dem Lateinischen und den daraus entstandenen romanischen Sprachen. Das Lehrbuch behandelt Latein konsequent als Tertiärsprache, d.h. es baut auf den Kompetenzen in früher erworbenen Fremdsprachen auf und wendet zugleich die Begrifflichkeit der linguistischen Einführungen an. Es kann also auch gut als ergänzendes Lehrwerk in einführenden Proseminaren verwendet werden. Zum Verfasser: Der Verfasser hat die komplette Gymnasiallehrerausbildung für Latein und Französisch absolviert, eine Dissertation im Bereich der lateinisch-französischen Morphosyntax angefertigt und sich auf dem Gebiet des Tertiärsprachenerwerbs habilitiert. Er ist heute Professor für romanische Sprach- und Medienwissenschaft an der Universität Mannheim.