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Hubert Klumpner ist in Salzburg aufgewachsen und hat in New York Architektur studiert. Gut hätte er prächtige Villen bauen und bei Architekturwettbewerben miteifern können. Aber: Hubert Klumpner interessiert sich für die Elendsviertel und Slums, die ohne Baupläne und Bewilligung entstehen, wo die Not Baumeisterin ist.
Den vertikalen Slum studiert
In Caracas, wo er viele Jahre gelebt hat, hat er mit seinem Partner Alfredo Billembourg einen Urban Think Tank für Projekte in Favelas und Townships gegründet. Die beiden haben zum Beispiel den «Torre David» dokumentiert und 2012 an der Architekturbiennale gezeigt. Diesen Turm im Bankenviertel – ein nie fertig gebautes 45-stöckiges Hochhaus – haben Obdachlose besetzt und in einen vertikalen Slum verwandelt. Bis 3000 Menschen haben den «Torre David» bewohnt, diese Bauruine ohne Fassade, Lift und Klimaanlage. Diesen Sommer wurde dieser Wohnraum der Ärmsten geräumt.
Ein Haus mit temporärem Charakter
Seit vier Jahren haben Hubert Klumpner und Alfredo Brillembourg an der ETH Zürich den Lehrstuhl für Architektur und Städtebau inne. Gemeinsam mit Architekturstudenten haben sie für ein Township in Südafrika eine einfache Hütte entwickelt. Aus einem Holzgerüst und Blech kann sie in weniger als 24 Stunden aufgestellt werden. Ziegelsteine oder Beton kamen als Baumaterial nicht in Frage, da Häuser aus festen Materialien sofort abgerissen würden, sagt Klumpner. Darum musste das Haus einen temporären Charakter haben.
Architektur als Entwicklungshilfe
«Empower Shack, Link öffnet in einem neuen Fenster» nennt Hubert Klumpner das einfache, zweistöckige Blechhaus mit den kleinen Fenstern. Die Stockwerke sind mit einer Treppe aussen an der Fassade verbunden. Unter dieser Treppe kommt die Trockentoilette, die Klumpner 2000 entwickelt hat, zum Einsatz. Das Haus ist zwar klein, soll aber auch Entwicklungshilfe leisten: Im Erdgeschoss, so die Idee, soll eine Werkstatt, ein Laden oder ein Restaurant Platz haben. Oben liegt der eigentliche Wohnraum. Das Dach soll in Zukunft aus Solarpanels bestehen, die verkaufbaren Strom liefern. Allerdings braucht es dafür noch Sponsoren.
Eines dieser Blechhäuser wurde bereits in Khayelitsha, im drittgrössten Township Südafrikas gebaut, sozusagen als Test für die insgesamt 60 geplanten Hütten. Kostenpunkt pro Hütte: 6000 Franken.
Architekten müssen Verantwortung übernehmen
Für die beiden ETH-Professoren Alfredo Brillembourg und Hubert Klumpner ist klar, dass die Elendsviertel alle etwas angehen. Slums seien ein hochaktuelles und relevantes Thema: Die Welt verstädtert, die Megacities explodieren förmlich und weltweit wohnen eine Milliarde Menschen in Slums. «Als Architekten müssen wir auch hier Verantwortung übernehmen. Wir können nicht nur Architekturwettbewerbe machen», sagt Klumpner. Darum plädiert er für eine Architektur, die nahe an der Realität ist und die das Leben der Menschen tatsächlich verbessert.
Werkschau architektur 0.14
Die Werkschau für Architektur architektur 0.14 findet vom 24. bis 26. Oktober in der Maag Halle, Zürich. statt.