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Ortsporträt
Geschichtliches
Im Jahre 2005 ist anlässlich des Dorfjubiläums "725 Jahre Biberstein" ein 300seitiges Werk über Biberstein erschienen. Das Buch kann zu einem Preis von Fr. 49.00 bei der Gemeindekanzlei bezogen werden. Bitte wenden Sie sich an den Online-Schalter.
Gerne geben wir Ihnen an dieser Stelle einen kurzen geschichtlichen Überblick von Biberstein:
Um dem kyburgischen Aarau eine Grenze zu setzen, gründeten die Grafen von Habsburg-Laufenburg im 13. Jahrhundert Burg und Stadt Biberstein. Von den vielen Schiffen und Flössen auf der Aare wurde ein Zoll erhoben. Zwischen den beiden Ufern verkehrte eine Fähre, die erst zu Beginn des Zweiten Weltkrieges durch eine Brücke abgelöst wurde.
Die eigentliche Siedlung Biberstein, Schloss und Dorf, erhebt sich eng geschlossen auf einer Terrasse über dem Aareufer. Burg und Stadt Biberstein werden erstmals 1315 als damaliger Besitz des Laufenburger Zweiges der Habsburger erwähnt. 1335 wurden die Johanniter von Klingnau neue Herren in Biberstein. 1527 setzten die Berner einen Vogt aufs Schloss und zwangen die Johanniter 1535 zum Verkauf. Beim Untergang des alten Bern im Revolutionsjahr 1798 verliert Biberstein seine Stellung als Amtssitz und wird zum Distrikt Aarau des neuen Kantons Aargau geschlagen. Das Städtchen, übrigens mehrmals von Bränden heimgesucht, war schon im ausgehenden Mittelalter zum Dorf resp. "Flecken" abgesunken.
In der Vergangenheit verdienten viele Bibersteiner ihr Brot als Flösser, Fischer, Schiffer und Fährleute. Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war jedoch der Weinbau der Haupterwerb. Bevor der Mehltau und die Importe den einheimischen Weinbau zugrunde richteten, waren in Biberstein um die zwanzig Hektaren bestockt. Erst in den letzten Jahren hielt der Rebbau wieder Einzug. Im Bild zu sehen ist der gemeindeeigene Rebberg "Gheld".
Landschaft, Natur
Der Gemeindebann erstreckt sich vom tiefsten Punkt an der Aare auf rund 360 m bis hinauf zum Juragrat auf 768 m. Die kargen Böden des Jurasüdhanges lassen keine intensive Bewirtschaftung zu. Ein grosser Teil der offenen Fläche am Jurahang ist heute vertraglich einer extensiven Bewirtschaftung zugeführt. Diese Magerwiesen weisen eine reichhaltige Flora auf, in der auch spezielle Orchideenarten vorkommen. Auf der "Juraweide" trifft man die typischen Weiden mit den Feldgehölzen an.
Eine ganz andere, aber nicht minder reizvolle Landschaft bietet sich dem Besucher an der Aare. Frühere Versuche, das Wappentier in Biberstein wieder heimisch werden zu lassen, sind fehlgeschlagen. In letzter Zeit konnte man aber Spuren des Bibers wieder vermehrt an der Aare beobachten.
Trotzdem der Aareuferweg relativ stark begangen ist, können oft auch seltene Wasservögel beobachtet werden.In Biberstein beginnen die Wander-, Biker- und Velowege unmittelbar vor der Haustür. Man muss sich nur noch entscheiden, ob man in den Jura oder an die Aare gehen möchte. Bei günstiger Witterung kann der Einwohner von seinem Haus aus einen Blick in die weitere Region oder in einige bekannte Berggipfel der Voralpen und Alpen werfen.
Biberstein heute
Das Dorf zählt heute rund 1'570 Einwohner. Der Gemeindebann weist eine Gesamtfläche von 410 ha, wovon 181 ha Wald, auf. Im Dorf selber wurde bewusst keine Industrie angesiedelt.
Nur eine Handvoll kleiner Gewerbebetriebe und Handwerker ist bis heute erhalten geblieben. Dank der guten Verkehrsanbindungen sowohl auf der Schiene wie auf der Strasse, verdienen viele Einwohner ihr Geld in der Region Aarau oder pendeln täglich nach Zürich, Bern oder Basel. In der Gemeinde selber können nur ganz wenige Arbeitsplätze angeboten werden. Grösster Arbeitgeber ist die Stiftung Schloss Biberstein, eine Wohn-, Arbeits- und Ausbildungsstätte für geistig und mehrfach beeinträchtigte erwachsene Menschen. Sie betreibt noch den einzigen, kleinen Dorfladen.
Im Schulhaus Schachen werden der Kindergarten und die erste bis sechste Klasse der Primarschule geführt. Für die Real- und Sekundarschüler ist Küttigen, für die Bezirks- und Mittelschüler Aarau der Schulort.
Drei Ortsparteien helfen mit, die politische Verantwortung in der Gemeinde zu tragen. Für das kulturelle Leben sorgen rund 15 aktive Dorfvereine. Die 14-täglich erscheinende "Bibersteiner Dorfziitig" berichtet jeweils über die Neuigkeiten im Dorf. Das amtliche Publikationsorgan ist der wöchentlich erscheinende Landanzeiger.
Die wichtigsten Infrastrukturaufgaben sind gelöst. Es stehen neuzeitliche Schul-, Turn- und Sportanlagen zur Verfügung. Eingebettet zwischen Aare und Jura hat die Gemeinde für naturverbundene Einwohner viel zu bieten. Das Schwimmbad ist das erste öffentliche Biobad der Schweiz. Nebst der körperlichen Ertüchtigung ist im Bistro und beim Kiosk auf für das leibliche Wohl gesorgt. Mit der Linie 4 der Busbetriebe Aarau (BBA) ist Biberstein an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen und die Kantonshauptstadt Aarau ist gut erreichbar. Die Gemeinde versorgt sich selber mit qualitativ sehr gutem Trinkwasser aus einer Juraquelle. Der Strom wird von der Stadt Aarau bezogen. Viele Aufgaben werden heute innerhalb eines Gemeindeverbandes, zusammen mit umliegenden Gemeinden gelöst, so zum Beispiel die Kehrichtverbrennung in Buchs, die Grüngutkompostierung in Gränichen, die Abwasserreinigung in Aarau und das Schiesswesen in der Regionalen Schiessanlage in Buchs. Daneben werden einige kommunale Dienste durch die Stadt Aarau übernommen (Stadtpolizei, Stadbauamt, Forstbetrieb der Region Aarau).