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Häufig fordern Kreditgeber von ihren Geschäftskunden, ihre Mittelfristplanung von einem unabhängigen, branchenerfahrenen Gutachter auf Plausibilität prüfen beziehungsweise validieren zu lassen. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, die rückläufige Ertragskraft aufweisen und vor einer Neu- oder Refinanzierung stehen. Eine Validierung der Unternehmensplanung ist regelmäßig Bestandteil eines Sanierungsgutachtens nach IDW S 6 oder anderer einschlägiger Formen externer Reviews (Financial Quick Check, Independent Business Plan Review). Die Planungsplausibilisierung soll es ermöglichen, eine aussagekräftige Beurteilung der aktuellen Ertrags- und Finanzlage des Unternehmens sowie eine realistische Zukunftseinschätzung in Bezug auf mögliche Ergebnis- und Liquiditätsentwicklungen darzustellen. Darüber hinaus können mit Hilfe einer Planungsplausibilitätsprüfung getroffene Annahmen und Prognosen über die Fortführungsfähigkeit und den Fortbestand (Fortbestehensprognose) des Unternehmens bekräftigt beziehungsweise Handlungsbedarfe identifiziert werden.
Plausibilisierungsbausteine
Ein wesentlicher Faktor einer Planungsplausibilisierung ist die Berücksichtigung der verschiedenen Plausibilitätsbausteine. Dabei wird in rechnerische und formelle Plausibilität, materielle interne Plausibilität und materielle externe Plausibilität unterschieden. Unter der rechnerischen formellen Plausibilität versteht sich die mathematische Richtigkeit der Herangehensweise bei der Erstellung der Unternehmensplanung. Materielle interne Plausibilität bezieht sich hingegen auf die Unternehmens-planung unter Einbeziehung von Management Angaben und Erläuterungen; bei der materiellen externen Plausibilität kommen zudem verfügbare Informationen bezüglich Markt- und Wettbewerbsentwicklung ins Spiel. Die Herstellung der materiellen Plausibilität der Planungsprämissen stellt häufig den Schwerpunkt der Untersuchung dar.
Plausibilsierung von Planungsprämissen
Die Bewertung einer Planungsrechnung setzt voraus, dass zunächst geprüft wird, ob und inwieweit die Annahmen, die der Unternehmensplanung zugrunde liegen, nachvollziehbar, in sich konsistent und frei von Widersprüchen sind. Um die inhaltliche Angemessenheit der Planungsprämissen zu untersuchen, werden diese mit der Markt-/Wettbewerbssituation verglichen. Hierzu werden etwa das prognostizierte Wachstum in den relevanten Teilmärkten, die Wettbewerbsintensität, die branchenübliche Produktivität und Kostenstruktur betrachtet. Dabei kommen sowohl leistungswirtschaftliche als auch finanzwirtschaftliche Kennzahlen zum Einsatz.
Analyse der Integrierten UnternehmensPlanung
Bei der Analyse einer Unternehmensplanung ist ferner auf die einzelnen verfügbaren Teilpläne einzugehen und zu prüfen, ob diese adäquat bei der Erstellung der Gesamtplanung berücksichtigt wurden und, ob sie miteinander in Abstimmung gebracht werden können. Teilpläne umfassen in der Regel eine Plan-Bilanz, Plan-GuV und Cashflow-Planungen, aber auch vorgelagerte weitere Planungen wie beispielsweise Absatzplanung, Personalplanung, Zins- und Tilgungsplanung etc.
Aktuelle Aspekte
Aufgrund der seit Anfang 2020 vorherrschenden COVID-19 Pandemie stehen viele Unternehmen aktuell vor großen finanziellen Herausforderungen. Zudem ist es gegenwärtig besonders schwierig, die wirtschaftlichen Folgen zu quantifizieren und dokumentieren – wie es für anstehende Finanzierungsmaßnahmen, sei es über traditionelle Finanzierungsformen, Förderkredite, Zuschüsse, Stundungen eigentlich erforderlich wäre. Typische Fragestellungen im Rahmen der Erstellung beziehungsweise Plausibilisierung von Planungsrechnungen sind etwa:
- Welches gesamtwirtschaftliche Szenario ist der Planungsrechnung zugrunde zu legen?
- Welche Nachfrageentwicklung resultiert im relevanten Teilmarkt?
- Wie können Grenzen nach oben und unten im Rahmen von Szenarioanalysen gezogen werden?
- Wie robust ist das Geschäftsmodell gegenüber krisenbedingten strukturellen Veränderungen?
- Ergeben sich Beeinträchtigungen der betrieblichen Wertschöpfung aufgrund gestörter Belieferung?
- Hat eine systematische Risikoidentifikation und -quantifizierung stattgefunden und ist diese in die Planungsrechnung eingeflossen?
- Welche Förderinstrumente und Rettungsschirme sind branchenspezifisch zugänglich?
- Welche finanzielle Wirkung der Zeit und Höhe nach entfalten diese?
Selbst wenn diese und weitere Fragen nicht vollständig beantwortet werden können, sollte eine entsprechende Dokumentation des Planungsprozesses wie auch des Umgangs mit gegenwärtig großen Bandbreiten wirtschaftlicher Entwicklung vertrauensbildend wirken und die Voraussetzungen für erfolgreiche Finanzierungsprozesse erhöhen.
Die FAS AG – Ihr Partner im Bereich Financial Distress Services
Die FAS bietet eine umfassende und kompetente Durchführung von Planungsplausibilitätsprüfungen im Vorfeld von Finanzierungsentscheidungen an. Unser erfahrenes, interdisziplinäres Team auf dem Gebiet der Financial Distress Services verfolgt einen pragmatischen Hands-On-Ansatz durch die Fokussierung auf die wesentlichen finanziellen Treiber. Je nach Bedarf bietet die FAS ein auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Dienstleistungspaket an.
Wenn Sie Unterstützung bei der Plausibilisierung Ihrer Unternehmensplanung benötigen oder sonstige Fragen zu unseren Dienstleistungen im Bereich Financial Distressed Services haben, stehen Ihnen unsere Partner Dr. Rainer Doll und Dirk Spalthoff gerne zur Verfügung.