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Giuseppe Verdi
Zum 100. Todestag am 27. Januar 2001
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Musiknoten von Giuseppe Verdi.
Artikel vom Januar 2001
Giuseppe Verdi (1813-1901), der sich
"ein Bauer aus Roncole" nannte, wird als bescheiden, sparsam, humorvoll,
gutmütig, aber auch brüsk, temperamentvoll, unzugänglich und einsiedlerisch
beschrieben. Verdi wurde im erwähnten Roncole, einem kleinen Dorf in der Nähe von Busseto
im damaligen Herzogtum Parma, das 1813 noch zu Napoleons Königreich Italien
gehörte, geboren.
1813 war auch das Geburtsjahr von
Richard Wagner. Diese zwei Komponisten, die musikalisch und inhaltlich
unterschiedlicher nicht sein könnten, revolutionierten die Opernwelt und
prägen sie bis heute. Wagner kümmerte sich um Götter und Mythen, währenddem
Verdi auf die Menschen und ihre irdischen Probleme einging.
Verdis Vater, Carlo (1785–1867),
war ein Schankwirt, seine Mutter, Luigia Uttini (1787–1851), eine Spinnerin.
Die Mittelklassefamilie förderte Giuseppes Erziehung. Bereits vor seinem
vierten Geburtstag wurde er von einem örtlichen Priester unterrichtet,
wahrscheinlich auch in Musik. Sein Vater kaufte ihm mit 7 ein altes Spinett.
Bald wurde er zum stellvertretenden Organisten in der örtlichen Kirche. Mit 9
stieg er zum ordentlichen Organisten auf.
1823 zogen die Verdis nach Busseto.
Mit 11 ging er dort auf das ginnasio,
wo er u.a. Unterricht in Italienisch, Latein und Rhetorik erhielt. Zwei Jahre
später begann er bei Ferdinando Provesi, dem maestro di cappella der
Kirche San Bartolomeo in Busseto und Direktor der städtischen Musikschule
sowie der lokalen philharmonischen Gesellschaft, Stunden zu nehmen. Verdi
wollte später den Eindruck erwecken, er sein ein Autodidakt aus einfachsten
Verhältnissen. In Wahrheit gehörte seine Familie zum Mittelstand, und er erhielt
schon in
jungen Jahren eine gezielte Förderung von kompetenter Seite.
1829 bewarb sich Verdi
erfolglos für den Posten des Organisten im nahe gelegenen Soragna. In Busseto
konnte er sich dagegen als Musiker und Komponist einbringen. 1831 zog Giuseppe
in das Haus von Antonio Barezzi, einem wohlhabenden Kaufmann und
Amateurmusiker. Verdi gab Barezzis Tochter Margherita (1814-40) Gesangs- und
Klavierunterricht. Verdi und Margherita verlobten sich inoffiziell.
Bald wurde klar, dass Busseto
zu klein für Giuseppes Ambitionen war. Vater Carlo
Verdi fragte bei der Monte di Pietà e
d'Abbondanza in Busseto um ein Stipendium für seinen Sohn nach. Das wurde von
dieser wohltätigen Gesellschaft auch gewährt, allerdings erst ab 1833.
Giuseppe ging mit der finanziellen Hilfe von Barezzi bereits im Mai 1832 nach
Mailand, wo ihn das Konservatorium ablehnte, weil er mit 18 bereits vier Jahre
über dem normalen Eintrittsalter und kein Einwohner von Lombardei-Venetien.
Daneben war seine unorthodoxe Klaviertechnik an der Ablehnung schuld, die
Giuseppe bis an sein Lebensende nicht vergessen konnte.
Barezzi bezahlte Verdi
daraufhin drei Jahre lang Privatstunden bei Vincenzo Lavigna, der früher
jahrelang als maestro concertatore an der Scala in Milan gewirkt hatte.
Gemäss Giuseppes späteren Aussagen lernte er bei Lavigna wenig, abgesehen
vom Kontrapunkt. Er habe immer nur Kanons und Fugen spielen müssen. Niemand
habe ihm Orchestrierung oder die Behandlung dramatischer Musik beigebracht.
Wobei Verdi hier wohl erneut sein Image als Autodidakt pflegen wollte. Lavigna
hatte Verdi u.a. geraten, regelmässig ins Theater zu gehen.
Mitte 1835, als Verdi
seine Ausbildung bei Lavigna abgeschlossen hatte, kehrte er nach Busseto
zurück. Provesi war zwei Jahre zuvor gestorben und so der Posten des
Musikdirektors freigeworden. 1834 wurde Giovanni Ferrari zum Organisten
bestellt, doch für Verdi blieb der Posten des maestro
di musica, der säkulare Teil von Provesis Amt.
1836 heiratete Verdi Margherita Barezzi
und liess sich in Busseto nieder, wo er in den folgenden drei Jahren als
Dirigent und Komponist für die örtliche philharmonische Gesellschaft tätig
war und daneben Privatunterricht gab. Mit Margherita hatte er zwei Kinder. Die
Tochter, Virginia, verstarb im August 1838, noch nicht einmal eineinhalb
jährig, ebenso der Sohn, Icilio Romano, dessen kurzes Leben im Oktober
1839 vorbei war.
Der ehrgeizige Verdi
wollte in der Oper Erfolg haben. 1836 hatte er Rocester komponiert.
Die überarbeitete Version der Oper wurde als Oberto, conte di San Bonifacio,
bekannt. Bereits im Oktober 1838 trat er als maestro di musica in
Busseto zurück und ging im February 1839 nach Mailand. Neun Monate später
wurde die Premiere an der Scala gegeben.
Der Erfolg von Oberto ermutigte Bartolomeo
Merelli, den Impresario an der Scala, Verdi einen Kontrakt für drei weitere
Opern zu offerieren, die über die nächsten zwei Jahre zu komponieren waren.
Verdis erstes Werk wurde die komische Oper Un giorno di regno, ein
Misserfolg im September 1840. Zusammen mit dem tragischen Tod seiner Frau
Margherita im Juni 1840 und dem seiner zwei Kinder in den Jahren zuvor
stürzten ihn in eine Krise. Gleichzeitig erklären die privaten Umstände,
weshalb Verdi damals nicht in der Lage war, ein komisches Werk zu vollenden.
Bis zu seiner nächsten Oper, Nabucco, dauerte es ungewöhnlich lange 18 Monate. Doch entgegen seinen Memoiren hatte er nicht jede musikalische
Tätigkeit aufgegeben.
Nabucco wurde 1842 in Mailand
zu einem unvergleichlichen Erfolg. Der Gefangenchor der hebräischen Sklaven, Va,
pensiero, wurde quasi zur zweiten Nationalhymne Italiens und wird heute
noch bei zahlreichen öffentlichen Anlässen gesungen. Im folgenden Jahrzehnt bis März 1853, der
Premiere von La Traviata, komponierte Verdi 16 Opern, im Durchschnitt
eine alle 9 Monate. Es war seine produktivste Zeit. Im Vergleich dazu schrieb Donizetti
70 Opern in lediglich 25 Jahren.
Verdi war in diesen Jahren nicht nur völlig ausgelastet, sondern
überanstrengte sich oft, was zu häufigen Zusammenbrüchen führte.
Gleichzeitig erlaubte ihm der Erfolg, unerhörte Gagen zu verlangen, mit denen
er u.a. Land und Haus in und um Busseto erwarb. Er wurde in die Mailänder
Gesellschaft aufgenommen und schloss Freundschaft mit der Sopranistin
Giuseppina Strepponi, die zu seiner Lebensgefährtin und späteren Frau wurde.
Abgesehen von einem kurzen Besuch in
Wien 1843 verliess Verdi die italienische Halbinsel bis März 1847 nicht. Dann
reiste er nach London und Paris, um die Premieren von I masnadieri
respektive Jérusalem zu überwachen. Es handelte sich um
seine ersten zwei Opern, die im Ausland in Auftrag gegeben worden waren. Mit
Giuseppina Strepponi weilte er zwei Jahre in Paris, unterbrochen durch einen
Mailandbesuch im Revolutionsjahr 1848 und einen Rombesuch in der kurzlebigen
Republik, um 1849 die Premiere von La battaglia di Legnano zu
überwachen. Mitte 1849 kehrte Verdi mit Giuseppina nach Busseto zurück. Dass
die zwei weiterhin unverheiratet blieben, sorgte damals für einen Skandal. Giuseppina
hatte zudem Affären, drei illegitime Kinder und wurde deshalb gar als Hure beschimpft.
Verdi heiratete sie erst 1859, fernab von Busseto, in Collonges sur Salève
bei Annecy.
Zu Beginn seiner Karriere war Verdi
stilistisch von italienischen Vorbildern wie Rossini und Donizetti
beeinflusst worden. In den 1840er Jahren nahm der französische Einfluss auf
Verdis Arien zu. Vor allem war dies zu spüren, als er 1847 in Paris I
Lombardi zu Jérusalem umarbeitete. Die Tradition des
französischen Melodramas beeinflusste ihn ebenfalls.
Die ersten vier Opern hatte Verdi
für die Scala in Mailand mit ihrer relativ grossen Bühne komponiert. Ernani
dagegen schrieb er für die intimere Oper La Fenice in Venedig. Das 1844
uraufgeführte Werk bedeutete "den Schritt von der monumentalen, vom Chor
dominierten Historienoper zum musikalischen Drama, in dem die psychologische
Charakterisierung der Protagonisten im Vordergrund steht" (Harenberg
Opernführer). Alzira und Attila
folgten in diesem Stil. Mit dem 1847 in Florenz uraufgeführten Macbeth
wandte sich Verdi Shakespeare zu. Ein neuer Karriereabschnitt begann. In Orchestrierung
und Harmonie erreichte er eine neue Intensität. Er stiess ins genere fantastico
vor.
Der 1851 in Venedig uraufgeführte Rigoletto basiert auf Victor Hugos Le Roi s'amuse
(1832). Die österreichische Zensur lehnte zuerst die Darstellung königlichen
Fehlverhaltens ab. Verdis Librettist Francesco Maria Piave verlegte daraufhin den Schauplatz von
Paris nach Mantua und aus König Franz I wurde ein Herzog. Aus taktischen
Gründen wurde der Hofnarr, ursprünglich Tribonet, als Rigoletto
(von frz. rigolo, lustig) zum Titelhelden. Die Orchestersprache war
ausdrucksstark und differenziert. Formale Strukturen wurden aufgelöst. Der
triumphale Premierenerfolg in Venedigs La Fenice konnte auch ausserhalb Italiens
wiederholt werden. Seither gehört Rigoletto zu den meistgespielten
Opern Verdis.
Die nachfolgende, 1853 in Rom
uraufgeführte Oper Il Trovatore wurde ursprünglich als Fortsetzung
zum Rigoletto geplant. Es ist ein Werk voll tragischer Ironie. Als der Librettist Salvatore Cammarano 1852
überraschend verstarb, vervollständigte Leone Emanuel Bardare den Text nach
Verdis Wünschen. Il Trovatore beruht auf dem Drama El Trovador
(1836) des Spaniers Antonio García Gutiérrez. Die Oper schildert eine
Atmosphäre von Besessenheit, Gewalt und Melancholie, enthält allerdings
nicht mehr eine Verschmelzung der Genres wie Rigoletto. Il Trovatore
enthält vielmehr Arien, Duette, Terzette
und grössere Ensembles, die klassischen Elemente der italienischen
Oper. Verdi setzte vermehrt Traum, Erzählung und Erinnerungen ein, die stark
symbolhaften Charakter haben.
La Traviata (1853),
"die vom rechten Weg abgekommene", ist die letzte Oper der "trilogia
popolare", die daneben Rigoletto und Il Trovatore umfasst. La
Traviata enthält eine für Verdis
frühe Opern ungewöhnlich "realistische" Ebene. Das Fiasko der Premiere dürfte, gemäss Harenberg Opernführer, darauf
zurückzuführen sein, dass Verdi mit La Traviata der italienischen
Gesellschaft den Spiegel ihrer Unmoral vorhielt. Zudem war nur eine
Sängerin ihrer Aufgabe am Premierenabend gewachsen, währenddem Tenor und
Bariton versagten. Das Libretto von Piave beruht auf Alexandre Dumas' Drama La
Dame aux camélias (1852). Die Oper konzentriert sich auf die inneren
Vorgänge der Figuren. Die zweite Einstudierung aus dem Jahr 1854 dagegen
wurde ein Triumph. Von Venedig aus trat die Oper ihren Siegeszug um die Welt
an. Gleichzeitig war La Traviata das Objekt von allerlei Opernparodien,
am bekanntesten ist A Night at the Opera, der Film der Marx Brothers.
Nach einer Reihe weniger bedeutender Opern folgte 1871 Aida, in Kairo triumphal
uraufgeführt. Verdi sollte das Werk 1869 für die
festliche Saisoneröffnung des Kairoer Opernhauses im Zusammenhang mit der
Einweihung des Suezkanals schreiben. Der Komponist lehnte jedoch den Auftrag
ab. Erst im Juni 1870, nach der Eröffnung des Kanals, willigte er nach langem
Drängen des Librettisten Antonio Ghislanzoni ein, eine Oper beruhend auf der
Erzählung La Fiancée du Nil des französischen Ägyptologen Auguste
Mariette zu komponieren. Verdi forderte ein ungeheures Honorar und überwachte
streng die gesamte Produktion. Durch den Deutsch-Französischen Krieg 1870
wurde die Premiere hinausgeschoben, weil sämtliche Dekorationen und Kostüme
in Paris gefertigt worden waren und wegen der deutschen Belagerung die Stadt
nicht verlassen konnten. Verdi war bei der erfolgreichen Uraufführung in
Kairo nicht anwesend, sondern konzentrierte sich auf die europäische Premiere
an der Mailander Scala 1872, wo er einen noch grösseren Triumph feiern
konnte. Aida zeichnet sich durch
eine farbenfrohe Partitur und eine intime, kammerspielartige Struktur aus.
Abgesehen von der aufwendigen Triumphszene im zweiten Akt widmet sich die Oper
stärker als je zuvor den inneren Konflikten der Protagonisten. Bis zur
radikalen Neudeutung von Aida durch Hans Neuenfels 1981 in Frankfurt
am Main dominierten (und dominieren in der Aufführungspraxis allerdings prunkvoll-spektakuläre
Inszenierungen, die den Akzent auf die Massenszenen legen.
Danach folgte 16 Jahre lang keine
neue Oper. Simon Boccanegra (1857)
und Don Carlos (1867) sind zwei Werke, die Verdi umarbeitete, kurz
bevor er eine neue Oper schuf. In ihren neuen Form weisen sie retrospektiv auf
den Operntyp hin, der Verdi nun vorschwebte und den er in Otello, 1887
in Mailand uraufgeführt, umsetzte. Nach dem Tod von Piave avancierte Arrigo
Boito zu Verdis Librettisten. Otello wurde ein weiterer Triumph an der Scala.
Verdis neuer Stil zeichnete sich durch ein raffiniertes Wechselspiel von
Orchester und Gesang aus. Der Text wurde musikalisch-psychologisch ausgelegt.
Zu unrecht wurde dem Komponisten vorgeworfen, Wagner kopiert zu haben.
Zwischen Aida und Otello
hatte Verdi 1873 ein Streichquartett und 1874 die Messa da Requiem, zu
Ehren von Alessandro Manzoni, komponiert und 1875 eine Tournee nach Paris, London und Wien
unternommen. Sein Privatleben wurde vom Skandal um seine Beziehung zur Sopranistin Teresa Stolz überschattet. Stolz war
1869 die Leonora in La forza del destino und die Aida bei der Mailänder
Premiere 1872 gewesen. Für sie schrieb Verdi auch das Sopransolo in Requiem.
Zwischen Giuseppina Strepponi and Verdi kam es 1876 zur Krise, doch nicht zum Bruch. Stolz
blieb weiterhin eine enge Freundin Verdis, Strepponi seine Frau.
Gemäss Grove Online war das
wichtigste Hindernis für Verdis künstlerische Produktion jedoch sein wachsendes
Missbehagen über die Richtung, die der neue italienische Staat einschlug. Als
Verdi zu Beginn der 1870er Jahre um Rat bei
der Reformierung der italienischen Konservatorien gefragt wurde, schlug er
extreme Massnahmen vor: Die Studenten sollten täglich Fugen und nur die
alten Meister spielen, zukünftige Komponisten sollten nur wenigen
Aufführungen moderner Opern beiwohnen. Verdi sprach sich wiederholt gegen die
kosmopolitische Ausrichtung der italienischen Musik aus. Vor allem die
Faszination für Deutschland (Wagner) und Symphonien missfiel ihm.
Der Komponist auferlegte sich selbst eine Art Ruhestand. Diese
Einstellung war auch bedingt durch Verdis seit den 1860er Jahren sinkenden Stern.
Die meisten seiner Frühwerke, ob revidiert oder nicht, waren aus der Mode
gekommen und wurden erst in der Verdi-Renaissance in den späten 1920er Jahren
wiederentdeckt.
1889/90 schuf Verdi mit dem
Librettisten Arrigo Boito zusammen seine letzte Oper, Falstaff, 1893 an
der Mailänder Scala uraufgeführt. Als Vorbild diente Shakespeares The
merry wives of Windsor. Text und Musik hinterlassen einen zwischen
ironischem Spiel und philosophischer Selbstreflexion balancierenden Eindruck. Falstaff
ist eine im Alter von fast 80 Jahren geschaffene Commedia lirica, die mit
seinen früheren Werken, fast durchgängig Tragödien, wenig gemein hatte und
daher überraschte. Szenen, in denen alle Hauptpersonen gleichzeitig zu Wort
kommen wechseln mit rezitativischen Passagen. Arien oder Duette im
herkömmlichen Sinn gibt es kaum mehr. Falstaff ist eine
komödiantische Ensemble-Oper.
In Verdis späten Jahren entstanden
erneut einige sakrale Werke, die als Pezzi sacri bekannt sind, ohne
jedoch eine Einheit zu bilden. Verdi bezeichnete sich sein Leben lang als
Agnostiker. Einige behaupten, gegen Ende seines Lebens sei er zum Glauben
zurückgekehrt. Allerdings sah Verdi nach Aida seine Karriere als
Opernkomponist als beendet an und die Hinwendung zum "höheren"
Genre der geistlichen Musik macht deshalb auch ohne religiöse Hintergründe
Sinn. Der späte Verdi interessierte sich für die Alte Musik, insbesondere
Palestrina, den er als Vater der italienischen Musik bezeichnete, in Analogie
zu Bachs Bedeutung für die Deutschen. Seine Karriere hatte Verdi übrigens
mit zwölf Jahren bei Fernando Provesi mit geistlicher Musik
begonnen.
Verdi starb am 27. Januar 1901. Er
wurde zuerst neben seiner Frau in Mailands Cimitero Monumentale begraben.
Einen Monat später wurden die zwei Körper in die Casa di Riposo, der von
Verdi gegründeten Stiftung für alte Musiker in Mailand, transferiert.
Beim Verlassen des Friedhofs sang ein riesiger Chor unter der Leitung von Arturo Toscanini
Va, pensiero.
Quellen für diesen Artikel waren die "Produkte" auf der rechten
Seite sowie Grove Online. Leider war es auf dieser Seite nicht möglich, auf alle Werke Verdis, insbesondere
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Das Buch von Harald Goertz untersucht
künstlerische, charakterliche, soziale und politische
Aspekte der 28 Opern von Verdi. Dazu gehören
Angaben zu Stoff und Gestaltung, Melodik und
Ensemblekunst, Liebesduette und hohes C. Goertz
setzt sich mit Verdis Helden und Diskriminierten wie
Zigeuner, Mohren,
Mestizen und Mauren auseinander.
Er befasst sich mit dem Leben des Komponisten in Busseto, der Ehe, Freunden und dem Geld. Auch
Bemerkungen zu Verdi als Interpret, zur Kritik und zu
Wagners Schatten fehlen nicht. Leider ist das Buch
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werden manchmal im
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Zu Gast bei Verdi. Heyne, 2000, 232 S.
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"Ein Bauer aus Roncole" nannte sich Giuseppe
Verdi. Mit 35 Jahren - der Erfolg war mit Nabucco
bereits gekommen - kaufte er sich ein imposantes
Anwesen bei
Busetto, heute als Villa Sant' Agata
bekannt, in dem er mit Giuseppina Strepponi, seiner
langjährigen Geliebten und späteren Frau, fünfzig
Jahre seines Lebens zubrachte.
Verdi sanierte das heruntergekommene
Anwesen
und betrieb es als Gutshof mit einer eigenen
Molkerei, Käserei und einer Mühle. Er liess ein
Bewässerungssystem anlegen, kaufte Geräte wie
Dreschmaschinen und Dampfpflüge und startete
eine
Pferdezucht von internationalem Renommee.
Das Buch von Eva Gesine Bauer heisst
nicht
umsonst "Zu Gast bei Verdi". Der Komponist
war nicht nur ein guter Gastgeber und Geniesser,
sondern auch ein hervorragender Koch. "Spala
cotta" soll der Komponist angeblich selbst erfunden
haben. Die Buchautorin hat Literatur- und
Musikwissenschaft sowie Kunstgeschichte studiert
und ist zudem eine ausgebildete Opernsängerin. Sie
hat nicht nur 57 Rezepte zusammen getragen, sondern
sich auch mit Verdis Privatleben auseinander gesetzt.
Ihr Schreibstil mag richt jedermanns Sache sein, doch
ist darin das Bemühen zu erkennen, ein breites
Publikum zu bedienen.
Zu den vorgestellten Rezepten
gehören Vorspeisen
und Salate, Suppen und Gemüsegerichte, Pasta und
Reis, Saucen, Hauptgerichte und Süsspeisen. Die
Fotografinnen Isolde Ohlbaum und Barbara Lutterbeck
(auf Still-Life- und Food-Fotografie spezialisert)
steuerten Bilder bei, die nicht nur Verdis kulinarische Genüsse illustrieren, sondern auch sein Anwesen.
Einige historische Fotos dokumentieren zudem
Verdis Leben.
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Zur Einführung in die Opernwelt ideal:
Harenberg Opernführer. 2000, Buch mit 1248 S. Bestellen bei Amazon.de. Der Harenberg Opernführer ist die ideale Einführung ins
Opernrepertoire. Er umfasst 500
Opern von 150 Komponisten von den Anfängen
bis zur Gegenwart. Verdi und 21 seiner 28 Opern
sind über 50 Seiten gewidmet. Der Führer ist mit über 1000 Abbildungen reich illustriert. Alle Komponisten werden kurz
vorgestellt. Neben der Handlung wird die Geschichte aller Opern erläutert, mit
Angaben zur Entstehung, zur Musik und zur Rezeption. Zu jedem Werk gibt es CD-Tips von Opernwelt. Die meisten Opern-CDs auf dieser Seite gehören übrigens dazu.
Doch mit diesen 1094 Seiten füllenden
Angaben ist der alphabetisch geordnete Harenberg
Opernführer noch nicht zu Ende. Neben dem
obligatorischen Index, einem Rollen-Register,
einer Chronik der Oper und einem Glossar finden
sich (Internet-) Adressen von Opernhäusern, vor allem aus der deutschsprachigen Welt, sowie von
Festivals. Nicht zuletzt zu erwähnen ist das über 50seitige Sängerlexikon. Bestellen bei
Amazon.de.
Harenberg Opernführer. Oktober 2000, 12 CDs.
Bestellen bei Amazon.de. Der Opernführer enthält 201 Hörproben aus den
wichtigsten Werken der Operngeschichte mit den besten Sängern, Sängerinnen und Dirigenten
in herausragenden und/oder historisch bedeutsamen Aufnahmen. Die Hörproben basieren
auf den CD-Tips der Opernwelt. Die insgesamt
15 Stunden an Musik sind die musikalische Ergänzung zum Buch Harenberg Opernführer.
Von Verdi sind Ausschnitte aus 15 Opern zu hören.
Erstaunlicherweise ist Va, pensiero, sull' ali dorate nicht darunter. Die 12 CDs können natürlich nicht die ganze Operngeschichte abdecken. Es sind Appetithäppchen, die Lust auf mehr
machen.