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Jährlich werden auf Schweizer Strassen und Eisenbahngeleisen rund 20'000 Tiere getötet – die Kleintiere nicht mitgezählt. Und das engmaschige hiesige Verkehrsnetz hat noch andere Folgen für die Wildtiere: Ihre natürlichen Wanderwege werden zerschnitten, Tierpopulationen werden so isoliert, das Inzuchtrisiko steigt – und damit auch die Gefahr des Aussterbens.
Das Bundesamt für Umwelt (Buwal) hat vor einigen Jahren den Zustand von 304 überregionalen Wildtierkorridoren untersucht – das Resultat: 74 Prozent dieser Korridore sind beeinträchtigt oder gar gänzlich unterbrochen. Der Lebensraum der Wildtiere in der Schweiz, ihr Aktionsradius, ist in den letzten Jahrzehnten stark geschrumpft. Gewiss, einiges wurde in den letzten Jahren dagegen unternommen. 30 Wildtierpassagen wurden gebaut, Millionen dafür aufgewendet. Und doch zieht «Pro Natura» eine ernüchternde Bilanz: Insgesamt habe sich die Situation sogar «leicht verschlechtert». Die Ursache dafür liegt in der anhaltenden Zunahme des Verkehrs auf den Kantonsstrassen. Zudem: «Auch der fortschreitende Siedlungsbau übt Druck auf die Wildtierkorridore aus.»
Die grössten, schönsten, wildesten Wälder der Schweiz liegen im Tessin. Doch für Bären, die seit 2005 besuchsweise aus dem Trentino in die Schweiz wandern, sind sie eigentlich unerreichbar, jedenfalls die Waldgebiete westlich der Nord-Süd-Achse mit ihrer unüberwindbaren zivilisatorischen Schneise aus Auto- und Eisenbahn, aus Siedlungen und Industriezonen.