Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03229.jsonl.gz/1007

Die Anweisungen von Trainer Amsler am letzten Samstag waren klar. Drei Mal wollte er seine Mannschaft heute feiern sehen.
Die erste Feier stand schon vor dem Spiel an. Die FCOP 3 Nachwuchshoffnung Janis feierte seinen fünften Geburtstag und s’Drüü feierte ihn dafür mit einem herzlichen und lautem «Zum Geburtstag». Einige Spieler sangen besonders laut, in der Hoffnung, dass Assistenstrainer Janis dann dafür sorgt, dass Sie als Stürmer aufgestellt werden.
Das zweite Mal feiern wollte der FCOP 3 einen allfälligen Sieg im Spiel gegen die zweite Mannschaft des FC Kloten. Amsler wollte dies mit einfachem und gepflegtem Spielaufbau erreichen. Seine Spieler verstanden darunter folgendes: Ein Pass, zwei Pässe, evtl. drei Pässe und dann tschüss tschau Ball… Nach rund 20 Minuten merkte dann aber auch die Spieler auf dem Feld, dass dies nicht wirklich das war, was der Trainer wollte und dass so nicht viel zu holen ist. Man begann vermehrt mit längeren Ballstafetten zu spielen und lancierte auch einige vielversprechende Angriffe, die aber eigentlich immer auf Grund eines angeblichen Abseits vom Schiedsrichter unterbrochen wurden. Alt eingesessene Oerliker behaupten sogar, das die Dritte Mannschaft an diesem Tag den alten Neudorf Rekord «Abseits in einem Spiel» aus dem Jahre 1962 übertrafen. (Hobbyhistoriker mögen sich noch gut an das 1962 Rekord-Spiel erinnern, in dem beide Mannschaften aus dem jeweilig anderen eineiinigen Zwilling bestand und aufgrund eines Malheurs beim Trikotwaschen beide Mannschaften mit den gleichen Farben antraten und es dem völlig überforderten Schiedsrichter nicht möglich war, die Mannschaften zu unterscheiden…)
Die Hintermannschaft des FC Oerlikon/Polizei kam über das ganze Spiel nur selten in Bedrängnis. Und wenn, dann vor allem, weil man sich mit unsauberen Zuspielen oder Aussetzern selber in Schwierigkeiten brachte. So sind auch beide Gegentore individuellen Fehler geschuldet. Beim 0:1 landete der Auswurf des Torhüters in der Mitte der beiden Innenverteidiger wo leider auch gleich der Angreifer des FC Kloten bereitstand, um die Führung für seine Mannschaft zu erzielen. Beim 1:2 war die Kommunikation zwischen dem Innen- und dem Aussenverteidiger fehlerhaft wie ein Aufsatz eines Legasthenikers.
Aufmerksame Leser haben nun bemerkt, dass ein Tor der Heimmannschaft übersprungen wurde. Bevor nun alle Fake News schreien, folgt die kurz Beschreibung dieses Treffers. Gegen Ende der ersten Halbzeit wurde Neuverpflichtung Dario mit einem schönen Pass aus dem Mittelfeld in die Tiefe geschickt. Natürlich war er zuerst, wie alle anderen, überrascht, dass die Pfeife des Schiedsrichters stumm bliebt. Nach der Überwindung dieses Schocks stürmte er auf das Tor zu und legte vor diesem, ganz Teamplayermässig, den Ball in die Mitte auf Durim zurück. Dieser liess sich nicht zweimal bitten und erzielte das 1:1.
Und nun die erfreuliche Nachricht: auch das 1:2 konnte ausgeglichen werden. Obwohl man eigentlich über ein gepflegtes Spiel zu Torchancen kommen wollte, schlug von Rickenbach in der 73. Minute einen langen Ball nach vorne auf Stürmer Durim. Dieser nahm diesen Ball alleine vor dem Tor so gekonnt an, dass dies der Torhüter der Klotener kaum fassen konnte und sich darum entschied Durim zu fassen. Penalty! Ja. Rote Karte? Nein nicht in einem Freundschaftsspiel. Can verwandelte den Penalty souverän und empfahl sich mit seinem nächsten verwandelten Penalty für Unterricht für gewisse Spieler… Der FC Oerlikon hatte am Schluss der Partie noch Chancen auf den Siegestreffer. Bei beiden Aktionen hatte der starkaufspielende Dänu seine Füsse bzw. Knie im Spiel. Bei der ersten Aktion lobbte er den Ball mit so gefühlvoll über die Verteidigung, dass man ihm zutrauen würde, dass er mit diesem Fuss auch gleich eine Herzoperation ausführen könnte. Leider konnte der Stürmer sein Zuspiel nicht verwerten. Die zweite Aktion fand in den Schlussminuten der Partie statt. Dänu wurde im 16er angespielt und brachte den Ball aufs Tor, dieser wurde abgewehrt, gelang jedoch über verschiedene Stationen auf den Fuss von Dennis, der den Ball in das Goal zum vermeintlichen Siegestreffer ablenkte. Jedoch wollte der Schiedsrichter vor dem Schlusspfiff – um den Rekord zu festigen – noch einen letzten Abseits-Pfiff unterbringen und so blieb es beim 2:2. Schlimmer jedoch ist, dass sich Dänu bei dieser Aktion ernsthaft am Knie verletzte. Neben Dauerkämpfer Dänu verletzten sich an diesem verlustreichen Samstag auch noch Pitpull Angelo, Stratege Felix und Leichtfuss Thisi. Diese Verletzungen wiegen um einiges schwerer als das nicht Feiern können des geforderten Sieg.
Diesen Spieler gute Besserung!!!
Die dritte Möglichkeit zum Feiern bot dann die grosse Zürcher Fasnacht. Und diese Möglichkeit wurde dafür von einigen Spielern umso mehr genützt. Somit wurden 2/3 der Vorgaben erreicht. Das verpasste 1/3 will dann die Dritte Mannschaft des FC Oerlikon/Polizei im ersten Meisterschaftsspiel am kommenden Sonntag nachholen.