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Auf dem Platz rennt, schreit und vor allem kämpft er. Ein Sportler, der alles gibt und dafür auf dem Tennisplatz Schmerz und Schweisstropfen in Kauf nimmt: Roger Federer, 30.
Doch er kann auch anders. Im Vorfeld seines Auftaktspiels am French Open in Paris zeigt er sich ruhig und in seiner zweiten, etwas weniger schweisstreibenden Rolle - die des Familienvaters. Anstatt eines Schlägers hält er eine knallpinke Tasche in der linken Hand. Anstatt zu rennen, spaziert er. Und anstatt einen Gegner zu bekämpfen, hütet er seine beiden Zwillingstöchter Myla Rose und Charlene Riva, bald dreijährig. Gekonnt schiebt er den einen Buggy mit der rechten Hand vor sich her, um den zweiten kümmert sich sein bester Freund und Coach Severin Lüthi. Und die Mädchen knabbern genüsslich an einem Granny-Smith-Apfel. Die gesunde Ernährung hat ihnen wohl der Papa in den Wagen gelegt.
Die etwas eigene Vorbereitung des Schweizer Tennisprofis auf den Auftakt des Grand-Slams-Turnier in Roland Garros hat sich ausbezahlt: Federer siegt am Pfingstmontag im ersten Spiel gegen den Deutschen Tobias Kamke, 26, und holt sich damit seinen 50. Erfolg am French Open. Mit insgesamt 233 Siegen bei einem Grand-Slam-Turnier egalisiert er zugleich den Rekord des Amerikaners Jimmy Connors, 59.
In der zweiten Runde trifft Federer zum ersten Mal überhaupt auf den Rumänen Adrian Ungur, 27. Ob er sich wieder mit einem Spaziergang durch Paris auf die Partie vorbereitet? Mit 105,40 Quadratkilometer Fläche hätte die Stadt der Liebe noch genüged Wege für Kinderwagen schiebende Väter zu bieten - und das wäre dann auch schweisstreibend.