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Kommentar
Autor: Fahrettin Calislar
Die Wählerschaft sorgt für Stabilität
Trotz zum Teil wesentlicher Sitzverschiebungen – der Wähler hat dem Kanton gestern Stabilität verordnet. Veränderungen gab es innerhalb der politischen Blöcke, indem der Gewinn der einen Partei zu Lasten einer anderen innerhalb des gleichen Blockes ging. So sind zwei der zusätzlichen SP-Sitze auf Verluste kleinerer Mitte-Links-Parteien zurückzuführen, und SVP und FDP glichen sich ebenfalls in etwa aus. Schliesslich stärkten die Verluste der CVP den beiden neuen Mitte-Parteien GLP und BDP den Rücken. Die BDP zieht als neue Kraft ins Parlament ein, die GLP verdoppelt im Bündnis mit den Freien Wählern im Sensebezirk ihre Sitzzahl. Sie war erst im Laufe der letzten Legislaturperiode gegründet worden.
Dennoch: Von den beiden Neuen hatten sich viele Beobachter – und nicht zuletzt ihre Vertreter selbst – etwas mehr erhofft. Das Berechnungssystem für die Sitzverteilung mit relativ kleinen Wahlbezirken hilft tendenziell den grossen Parteien, während die kleineren das Nachsehen haben. Dadurch werden erdrutschartige Ergebnisse, wie sie die Grünliberalen nach ihrer Gründung im Kanton Zürich oder im Aargau erreicht haben, in Freiburg kaum möglich. So bleibt das Freiburger Parlament weitgehend bürgerlich mit einer selbstbewussten linken Opposition und einer stärker zersplitterten Mitte. Diese Stabilität ist angesichts der vielen anstehenden politischen Projekte möglicherweise auch kein Nachteil.