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Das Gut Bubretsch ist seit seit Generationen im Familienbesitz und wurde in letzter Zeit bevorzugt als Ferienhaus genutzt. Die Lage in der oberen Surselva, etwas abseits des Dorfes, ist sehr attraktiv. Die Eigentümerschaft überlässt das Baudenkmal der Stiftung im Nutzrecht.
Projektstatus
Geschichte
Schriftliche Quellen belegen, dass das Gut seit dem 16. Jahrhundert bewohnt wurde. Das Haus selbst ist vermutlich noch älter. Ebenso historisch ist der gesellschaftspolitische Einfluss der einstigen Bewohner, der Familie Schmid, die eng mit dem Kloster Disentis zusammenarbeitete und in der Region politisch aktiv war.
Der Legende nach versuchten sie, die deutsche Sprache im Tal zu verbreiten (sie waren ursprünglich Walser). Der beliebte Bischof Georgius Schmid von Grüneck (1851-1932) wuchs auf dem Landgut Bubretsch auf. Er liess unter anderem 1921 die Churer Kathedrale restaurieren und setzte sich für die Beendigung des Ersten Weltkrieges ein.
Sein Bruder Emmanuel Schmid arbeitete als Lohnkutscher, unter anderem für den deutschen Physiker Wilhelm Conrad Röntgen, der 1895 die Röntgenstrahlen entdeckte und dafür den Nobelpreis für Physik erhielt. Jahrelang war er der Kutscher des Ehepaars Röntgen während deren Sommerferien in den Bündner Bergen. Mindestens einmal kehrte das Ehepaar Röntgen im Bubretsch ein. Fotografien aus dieser Zeit befinden sich im Deutschen Röntgenmuseum in Remscheid.
Die Frauen der Familie Schmid von Grüneck waren begabte Schneiderinnen und trugen nach dem oft frühen Tod der Männer die Verantwortung für das Gut.
- Das Ehepaar Röntgen mit dem Kutscher Emanuel Schmid im Jahr 1890. Auf der Kutschentür sind die Initialen von Emanuel Schmid und ein Wappen zu erkennen. (Quelle/Rechte: DRM / Wilhelm Conrad Röntgen (CC BY-NC-SA))
- Aufnahme 1893 von der Straße vor dem Haus nach Osten, auf der Freitreppe stehen sechs Personen: v.l.n.r. Emanuel Schmid, Josephine Bertha Ludwig, Bertha Röntgen, Tochter von Emanuel Schmid, Frau Schmid und die Mutter bzw. Schwiegermutter. (Quelle/Rechte: DRM / Wilhelm Conrad Röntgen (CC BY-NC-SA))
Projektbeschrieb
Das Gut wurde in den letzten Jahren hauptsächlich als Ferienhaus genutzt. Ein Teil des Hauses war bis 2007 an eine Bauernfamilie verpachtet, die das Land bewirtschaftete. Die jetzige Besitzerin kann das Haus finanziell nicht alleine tragen, ist aber sehr bemüht, die Geschichte des Gutes in der Familie zu halten und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Damit das Haus nicht der Spekulation überlassen wird, hat sie es der Stiftung Ferien im Baudenkmal in Nutzniessung überlassen. Damit kann ein weiterer architektonischer Zeitzeuge erhalten und zugänglich gemacht werden. Das Grundstück und die Remise werden weiterhin von einem ortsansässigen Landwirt bewirtschaftet und genutzt, wobei der Verkehr auf dem Hof sehr bescheiden bleibt.
Der Nachwuchs der Bauernfamilie kann die kleinere Wohnung, die nicht übertragen wurde, weiterhin dauerhaft mieten. Diese Umstände ermöglichen es, dass die Kulturlandschaft erhalten und von lokalen Akteur:innen bewirtschaftet wird, während das Gut langfristig in regionalen Händen bleibt. Die Ferienwohnung stellt zudem einen touristischen Gewinn für das Dorf Surrein dar und trägt zur lokalen Wirtschaftsförderung bei.
Bauliche Massnahmen
Das Bauernhaus ist nachweislich seit dem 16. Jahrhundert bewohnt, wobei Teile des Hauses noch älter sein könnten. Das Haus wurde im Laufe der Jahre in mehreren Bauetappen sichtbar erweitert und in seiner heutigen Form in zwei Einheiten aufgeteilt. Der westliche Teil wurde in den letzten Jahren von den Eigentümern als Ferienhaus genutzt, der östliche Teil an eine Bauernfamilie verpachtet.
Die Wohnung auf der Westseite, die von der Stiftung Ferien im Baudenkmal genutzt wird, betritt man über eine alte Steintreppe im Obergeschoss. Hier befindet sich eine grosszügige Diele, welche die grosse Stube, die kleine Stube bzw. das Esszimmer und die Küche erschliesst. Über eine Holztreppe gelangt man ins zweite Obergeschoss mit einem Badezimmer und sechs Schlafzimmer. Da für diese Anzahl Zimmer ein Badezimmer zu wenig wäre, wird der neu getäfelte Raum über der Küche zu einem zweiten Badezimmer mit zwei Lavabos, WC und Dusche umgebaut. So können im Idealfall 8 bis 10 Personen das Haus bewohnen.
Die Räumlichkeiten befinden sich alle in einem grundsätzlich guten Zustand und zeichnen sich durch unterschiedliche historische Details aus. Dieser Bestand soll erhalten und lediglich gepflegt werden. Einige technische Anpassungen sind jedoch erforderlich: Abwasser, Heizung und Elektrik. Außerdem müssen das innere Treppengeländer erneuert, zwei Fenster nach Süden repariert und der instabile Balkon gesichert werden. Die Fassade bleibt erhalten und der umzäunte Garten wird nur geringfügig angepasst.
GEplantes Vorgehen
Anfang 2022
Überschreibung des Nutzniessrechtes
2022
Ausarbeitung Vorprojekt
Ab Frühling 2023
Fundraising
Frühling 2024
Beginn Bauphase
Herbst 2024
Beginn Vermietung