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Der Russe Aleksandr Solschenizyn war einer der glaubwürdigsten und unermüdlichsten Kritiker der Menschenrechtsverletzungen im ehemaligen Sowjetreich.
Mit seinem bekannten Werk „Archipel GULAG“ beschrieb er die sowjetischen Lager. Seine Erzählungen sind autobiographisch gefärbt: Er hat den Lageralltag selbst erlebt.
Solschenizyns Leben
Solschenizyn wurde am 11. Dezember 1918 im russischen Kislowodsk im nördlichen Kaukasus geboren. Nach der Schule begann er 1939 in Rostock am Don Mathematik und Physik zu studieren, die er 1941 abschloss. Im gleichen Jahr begann der deutsch-russische Krieg und er wurde in die Rote Armee eingezogen.
Er diente als Batterie-Chef und Hauptmann und wurde für seine Verdienste mit dem Orden des Grossen Vaterländischen Krieges und dem Orden des Roten Sterns ausgezeichnet.
Überraschend wird er 1945 an der Front durch die Spionageabwehr (SMERSch) verhaftet und in Moskau ins Gefängnis gesteckt. Ein Sonderausschuss des NKWD (Innenministerium der UdSSR, Geheimpolizei) zu acht Jahren Lagerhaft und danach ewige Verbannung verurteilt. Sein Verschulden war, dass er in einem Brief an einen Freund kritische Worte über Stalin geschrieben hat.
Zuerst gelangt er ins Durchgangsgefängnis Krasnopresnenskaja in Moskau, dann ins Durchgangslager Novy Ierusalim. Seine Lagerhaft beginnt er in einem Gefängnis für Wissenschaftler („Scharaschka“ im Moskauer Bezirk Marfino), wo er für den Staat arbeiten sollte. Da er sich aber weigerte, die wissenschaftlichen Aufgaben zu erfüllen, kam er in ein Lager für politische Häftlinge und musste in einer Giesserei arbeiten.
Transport über das Durchgangslager Steplag (Steppenlager) und die Durchgangsgefängnisse Kuibyschew, Omsk, Pawlodar ins Sonderlager Ekibastus.
1951 wurde bei ihm ein Krebs diagnostiziert. Im Lagerkrankenhaus wurde er operiert. 1953 wurde er, kurz vor Stalins Tod aus dem Lager in die Verbannung nach Kasachstan entlassen.
Zuerst arbeitet er als Mathematik-Lehrer.