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«Die Geburt meines Babys ist ein kleines Wunder»
Die junge Frau war als siamesischer Zwilling zur Welt gekommen und freute sich riesig, als sie erfuhr, dass sie trotzdem schwanger werden konnte. Nun kam ihr Baby zur Welt.
Während der ersten sieben Monate ihres Lebens war Charity Lincoln am Brustbein mit ihrer Zwillingsschwester Kathleen Lincoln verbunden. Sie teilten sich wichtige innere Organe und zwei Beine. Ein drittes Bein war nutzlos. Die Eltern befürchteten, dass ihre Mädchen ein schwieriges Leben als «Siamesen» führen müssten. Doch die Schwestern bewiesen ihnen das Gegenteil. Nun, 21 Jahre nach ihrer Geburt, hat Chari-ty sogar einem gesunden Baby das Leben geschenkt: im selben Spital, in dem sie und Kathleen das Licht der Welt erblickt hatten. «Es war ein kleines Wunder», sagt die junge Mutter über die Geburt ihres Kindes.
Rückblick: Als im Jahre 2000 eine Untersuchung der werdenden Mutter Vaneice Lincoln (damals 32) den zusammengewachsenen Zustand ihrer ungeborenen Babys enthüllt hatte, waren die Eltern schockiert. «Was sollen wir tun?», fragte der Vater, Greg Lincoln (39). «Es gab so viel Ungewissheit. Wir versprachen einander, unsere Mädchen zu lieben, egal, was kommen würde.»
Sieben Monate nach der Geburt trennten die Chirurgen die Zwillinge in der Uniklinik von Seattle (USA) in einer 31 Stunden dauernden, komplizierten Operation. Jedes Mädchen erhielt ein Bein sowie eine rekonstruierte Leber und Blase. «Dass ich mir wegen meiner eigenen körperlichen Verfassung Sorgen um mein Baby machte, möchte ich nicht verbergen», sagt Charity. «Psychologisch hat es mir aber sicher geholfen, dass ich schon seit meiner Kindheit immer genau wusste, was mit meinem Körper geschieht.»
Ihre Eltern zeigten den Zwillingen oft Fotos, auf denen sie vor und nach der Trennung abgebildet waren. Charity: «Sie erklärten uns genau, was mit unseren Körpern geschah, versicherten uns immer wieder, dass wir völlig normal seien. Nur fehle uns halt ein Bein. Ich wusste auch früh, dass ich in der Lage sein würde, Kinder zu bekommen und wollte unbedingt mindestens eines haben.» Charitys Baby heisst Alora und zeigt keinerlei körperliche Besonderheiten. Kathleen, die noch nicht geheiratet hat, wohnt ganz in der Nähe und hilft ihrer Zwillingsschwester bei der Babypflege. Charitys grösster Wunsch? «Ein Geschwisterchen für Alora!»