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Arbeitszeugnisse sind wichtig für Mitarbeiter und Unternehmen – sie schaffen aber auch oft Rechtsunsicherheiten. Die Missachtung arbeitsrechtlicher Bestimmungen kann zu Konflikten führen, die viel Zeit und Geld kosten. Hier erfahren Sie, worauf man achten sollte.
Darf eine Krankheit im Arbeitszeugnis erwähnt werden?
Der Arbeitgeber darf eine Krankheit im Arbeitszeugnis dann erwähnen, wenn sie die Leistung des Arbeitnehmers erheblich beeinträchtigt und reduziert hat oder wenn sie gar der Grund für die Kündigung war. Das ist beispielsweise auch dann der Fall, wenn eine Krankheit eine weitere Ausübung der Arbeit nicht mehr ermöglicht. Auch psychische Probleme dürfen im Zeugnis erwähnt werden, aber auch hier nur dann, wenn sie die Leistung erheblich beeinträchtigen, wie zum Beispiel schwere, lange anhaltende Depressionen.
Welche Verfehlungen dürfen in Arbeitszeugnissen erwähnt werden?
Unbedeutende und Leistungen nicht in erheblichem Masse reduzierende oder beeinträchtigende Verfehlungen wie mangelnde, die Arbeitsqualität nicht beeinflussende, Pünktlichkeit oder fehlende Ordnung usw. fallen nicht in diesen Grundsatz. Wer aber schweren Alkoholismus, gravierende Qualifikationsmängel, Suchtprobleme usw. verschweigt, kann für daraus entstehende Schäden bei einem neuen Arbeitgeber haftbar gemacht werden.
Wann muss oder kann ein Zeugnis geändert werden?
Sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer haben das Recht, eine Änderung des Zeugnisses vorzunehmen oder diese zu beantragen. Eine Änderung ist zulässig, wenn Sie feststellen, dass Sie sich bei der Ausstellung geirrt haben und das Zeugnis schwerwiegende Unkorrektheiten aufweist, die seine Verlässlichkeit und Wahrheit betreffen und zukünftigen Arbeitgebern Schaden zufügen würden. Ist dem Arbeitnehmer zum Beispiel Ehrlichkeit attestiert worden und Sie stellen im Nachhinein fest, dass Sie von ihm betrogen wurden, so würde dies einen Widerruf rechtfertigen.
Wer hat bei einer Zeugnisklage welche Beweispflicht?
Erhält der Arbeitnehmer zwar ein Zeugnis, mit dessen Inhalt er aber nicht einverstanden ist, so kann er eine Berichtigungsklage einreichen. Überdurchschnittliche Qualifikationen hat der Arbeitnehmer, unterdurchschnittliche hat der Arbeitgeber nachzuweisen.
Kann man für Unterlassungen im Zeugnis haftbar gemacht werden?
Wird im Zeugnis nicht auf wesentliche Vorkommnisse schwerwiegender resp. obiger Art aufmerksam gemacht, so kann der ehemalige Arbeitgeber gegenüber dem neuen Arbeitgeber für Schaden haftbar gemacht werden, der aus der neuen Anstellung entstehen kann.
Besteht ein Anspruch auf Arbeitszeugnisse?
Ja. Der Arbeitnehmer kann jederzeit vom Arbeitgeber ein Zeugnis verlangen, das sich über die Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie über seine Leistungen und sein Verhalten ausspricht. Auf besonderes verlangen des Arbeitnehmers hat sich das Zeugnis auf Angaben über die Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses zu beschränken.