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Künstlername: Romário
Kompletter Name: Romário de Souza Faria
Geburtsdatum: 29/01/1966
Geboren in: Rio de Janeiro (RJ)
Position: Sturm
Vereine:
2009: America (RJ)
2007 bis 2009: Vasco de Gama (RJ)
2006 bis 2007: Adelaide United (AUS)
2006: FC Miami (USA)
2005: Vasco da Gama (RJ)
05/2003 bis 21/10/2004: Fluminense (RJ)
01/2003 bis 04/2003: Al Saad (Qatar)
2002 bis 2003: Fluminense (RJ)
1999 bis 2002: Vasco de Gama (RJ)
1998 bis 1999: Flamengo (RJ)
1996 bis 1997: FC Valencia
1995 bis 1996: Flamengo (RJ)
1993 bis 1994: FC Barcelona
1988 bis 1993: PSV Eindhoven
1985 bis 1988: Vasco de Gama (RJ)
WM-Einsätze Seleção:
WM 1998 Frankreich
WM 1994 USA
Spiele für die Seleção: 74
Tore für die Seleção: 53
Romário hat es noch nicht verlernt… das Fussball spielen und vor allem das Tore schiessen! Einen Tag vor seinem 40. Geburtstag am 29. Januar 2006 schoss er sein 950.Tor. Am 25. März 2007 erzielte er sein 999. und musste bis am 20. Mai 2007 auf nach seiner Rechnung 1000. Treffer warten. Romário ist im wahrsten Sinne des Wortes eine lebende Legende, er wird nicht selten mit Pelé und Maradona oder Garrincha in einem Atemzug genannt – wenn auch meist von ihm selbst.
Doch zunächst sei ein Rückblick in die Anfänge und Stationen seiner Karriere getan: Als Sohn von Vater Edevair de Souza Faria und Mutter Manuela Ladislau Faria wurde Romário am 29. Januar 1966 um 19.55 Uhr in Rio de Janeiro geboren. Er lebte zunächst in der Favela Jacarezinho, bevor er mit seiner Familie nach Vila da Penha umzog. Dort begann er auch mit den ersten Fussballversuchen und Torschüssen seiner Karriere. Sein Vater versprach, dass wenn er gute Noten in der Schule schaffe, würde er eine Fussballschule für die Kinder der Nachbarschaft gründen.
Es kam zu den besten bekannten Leistungen des kleinen Burschen und so gründete sein Vater auch die Schule “Estrelinha Futebol Clube“. Auch wenn Romário relativ spät mit Fussball spielen begann, so dauerte es nicht sehr lange und er war schon der herausragende Knabe innerhalb der Mannschaft, so dass er alsbald bei den Grösseren mitspielen durfte. Man war sich sicher, dass dieses Talent vorzeitig erkannt werden würde…. Dies geschah dann auch im Jahre 1979, als ihn ein Spielerbeobachter von Vasco entdeckte und nach São Januario mitnahm. Die führenden Herren wollten ihn jedoch noch nicht in den Wettbewerb aufnehmen, da er ihnen zu klein erschien und so wurde er weiter zum Club von Olaria gebracht.
Anderen Berichten zufolge kam Romário zunächst direkt nach Olaria und wurde alsbald von Vasco entdeckt, musste aber aufgrund seines Alter zunächst ein Jahr “Praktikum“ machen, da er noch zu jung war, um offiziell für den Club spielen zu können. Bei Olaria machte er 7 Tore und spielte seine ersten Einsätze bei der Jugendmeisterschaft. 1980 kehrte er dann nach Vasco zurück und spielte von 1985 bis 1988 im professionellen Team von Vasco mit zwei legendären Meisterschaftsgewinnen 1987 und 1988. Sein erstes Tor schoss er bei einem Freundschaftsspiel der Mannschaft gegen Nova Venécia am 18. August 1980 und dieses Tor markiert eine wahrlich aussergewöhnliche Torserie, die bis heute anhält.
1986 erhielt er seinen ersten Profivertrag und spielte an der Seite von Craque Roberto Dinamite hervorragende Saisonspiele. Er wurde bereits Torschützenkönig der Carioca Meisterschaften in diesem Jahr mit genau 1 Tor mehr als Dinamite und auch im Jahre der Meisterschaft 1987 erhielt er den Titel Torschützenkönig. Zu jener Zeit war ihm bereits sein allseits bekannter Spitzname “Baixinho“ geblieben. Baixinho ist die Verkleinerungsform von “baixo“, was klein heisst. Mit seinen 1.69m gehört er immer wieder zu den kleinsten Spielern auf dem Feld, was für ihn aber definitiv kein Nachteil ist.
Als herausragender Spieler seines Teams Vasco wurde Romário auch gleich kurz nach Beginn seiner professionellen Karriere in die brasilianische Nationalelf geholt – auch wenn es nur für ein Freundschaftsspiel gegen Irland war, so doch schon eine grosse Ehre für den frischen Spieler. Sein erstes Tor im Trikot der brasilianischen Nationalmannschaft schoss er wenige Monate danach bei einem Sieg gegen Finnland. Ein Jahr später brillierte er bei den olympischen Spielen in Seoul und kehrte mit seiner ersten internationalen Medaille in Silber nach Brasilien zurück. Wiederum war er bester Schütze des Turniers und so war es nicht verwunderlich, dass er ein Angebot aus Europa erhielt. Er wurde für 5 Millionen USD beim niederländischen Traditionsclub PSV Eindhoven unter Vertrag gestellt. Dort erkämpfte er mit seinem neuen Team die dreimalige nationale Meisterschaft in den Jahren 88/89, 91/92 und 92/93 und zweimal den holländischen Pokal in der Saison 89/90 und 90/91.
Nach diesen glorreichen Jahren in Holland wollte er unbedingt wieder zurück in die Nationalmannschaft und forcierte die Verhandlungen von Eindhoven mit Barcelona. Er schaffte es. Er kam an und siegte, kurz nach seinem Erscheinen auf dem spanischen Rasen wurde er spanischer Meister. Schliesslich wurde er vom Nationalcoach Parreira wieder in die brasilianische Auswahl gerufen, zum letzten Ausscheidungsspiel Brasiliens gegen Uruguay im Maracanã. Er schoss die zwei Siegestore und erhielt somit einen Platz in der Mannschaft, die zur Weltmeisterschaft 1994 nach Amerika reiste. Bei diesem Turnier spielte Romário wohl seine besten Partien, zusammen mit Bebeto im Sturm liess er brasilianischen Sambafussball der 60er und 70er Jahre durchklingen und wenn auch in ganz anderer Manier als noch vor ihnen Pelé und Garrincha, doch auch attraktiv und vor allem erfolgreich!
Kurze Einblicke aus einem Artikel zum wohl entscheidenden Spiel der Brasilianer gegen die Holländer, das den Weg ebnete zum wiederholten Titelgewinn: “Die auf der ganzen Welt für ihre fussballerischen Fähigkeiten gerühmte brasilianische Nationalmannschaft reiste nur mit einem einzigen Ziel zum FIFA-Weltpokal USA 1994™: die Seleção wollte zum vierten Mal den Pokal erringen. Seit über zwanzig Jahren hatte der dreimalige Weltmeister den Titel nicht wieder nach Brasilien holen können, und inzwischen waren die Auriverde sogar soweit, das unbeschwerte und überschwängliche Spiel ihrer grossen Vorgänger gegen vernunftorientierte Taktik und eiserne Entschlossenheit einzutauschen, nur um ihr grosses Ziel zu erreichen. Romario und Bebeto hiessen die Schlüsselspieler dieser kaum noch „brasilianisch“ spielenden Mannschaft – und dieses tödlich genaue Sturmduo traf auf eine defensivschwache niederländische Elf, die bis dahin weder in den Gruppenspielen noch im Zweitrundenmatch gegen die Republik Irland auf nennenswerten Widerstand gestossen war. Bei diesem Spiel trafen erstmals seit dem Halbfinale des FIFA-Weltpokals Deutschland 1974 zwei der grössten Teams der 1970er Jahre wieder aufeinander.
Das damalige Match war ein Spiel von bisher ungekannter Leidenschaft und Klasse gewesen – zumindest von Seiten der siegreichen Niederländer; für Brasilien dagegen hatte es zwei Jahrzehnte eingeläutet, in denen die Seleção ihren eigenen, überhöhten Ansprüchen nicht gerecht werden konnte…. Romario und Bebeto, die beiden Partner im brasilianischen Sturm, wirkten wie die zwei Seiten einer Medaille: Während Romario breitschultrig und bedrohlich daher kam, trug der hagere Bebeto seinen Spitznamen (das Baby) völlig zu Recht: Er erinnerte tatsächlich an einen schmächtigen kleinen Jungen, dem die zu grossen Turnhosen immer über die Hüften zu rutschen drohten…“ Das Spiel war zunächst ausgeglichen, es gab sowohl Torschüsse von Seiten der Brasilianer als auch der Holländer und Romário zeigte sich zunächst unzufrieden vom Spiel seines Mittelfeldes, das mit wenig Kreativität agierte. Und trotzdem, “niemand spielte auf der brasilianischen Seite gefährlicher als Romário: rücksichtslos, raffiniert, wie ein Schakal auf der Such nach leichter Beute.
Romário tat alles, um sich einen Vorteil oder eine gute Angriffsposition zu verschaffen – auch wenn dazu ein Tritt in die Hacken von Stan Vackx gehörte. Er spielte wie ein typischer Abstauber, der sein Können in den Armenvierteln Rios gelernt und perfektioniert hatte. Kurz bevor die erste Halbzeit scheinbar ruhig dem Ende entgegen ging, gaben Bebeto und Romario eine Kostprobe ihres brillanten Kombinationsspiels: Mit schnellen Doppelpässen rissen sie die niederländische Verteidigung auseinander. Es war fast wie in „alten“ brasilianischen Zeiten – ein blitzschneller, peinigender Vorstoss ins Herz der niederländischen Defensive. Allerdings blieb der entsprechende Abschluss aus, so dass beide Mannschaften torlos in die Pause gingen. Doch diese Aktion wie aus heiterem Himmel sollte nur ein Vorgeschmack auf eine turbulente zweite Hälfte sein: Sofort nach Wideranpfiff erhöhten die Brasilianer langsam den Druck. Die an diesem Tage blauweiss gekleidete Seleção schien endlich richtig zum Leben zu erwachen.
Im Stadion von Dallas kamen Erinnerungen an Garrincha, Tostão oder Pelé auf, wobei es vor allem Romario und Bebeto waren, die mit ihrem blinden Spielverständnis den erfahrenen Europäern ihre Grenzen aufzeigten. In der 53. Minute brach dann der niederländische Damm: Ein nachlässiger Pass von Rijkaard wurde abgefangen und unterbrach die holländische Vorwärtsbewegung, und aus dem Mittelfeld flog der Ball auf die freie linke Seite der Niederlande. Bebeto erreichte den Ball als erster, umspielte seinen Gegner und schlug eine niedrige Flanke genau in den Lauf von Romario, der den deutlich langsameren Koeman einfach stehen liess und aus kurzer Entfernung ins niederländische Tor traf. Sein anschliessender Torjubel führte Romario zur Eckfahne, die er kniend anbetete, während ein junger, pausbäckiger Ronaldo das Schauspiel von der brasilianischen Bank aus aufmerksam betrachtete…“ Ein weiteres Tor von Bebeto, zwei Gegentore durch die Holländer und ein befreiendes 3:2 durch Branco eröffnete Brasilien nach einem Jahrhundertmatch den Weg zum Halb- und schliesslich Finale. Brasilien gewann zum viertel Mal den Weltpokal in dem ersten Finale der WM-Geschichte, das durch Elf-Meter entschieden wurde. Gegen Italien siegte Brasilien mit Romário und als überglücklicher Weltmeister kehrte dieser nach Hause zurück.
Nach der WM wurde er bei Flamengo in Rio de Janeiro verpflichtet, vor allem Präsident Kléber Leite setzte sich für die Rückkehr des Stars nach Brasilien ein. Er schaffte es doch glatt, 4,5 Millionen USD zusammenzubekommen, die für den Kauf nötig waren, und das mit Hilfe eines Pools von Firmen wie Banco Real, Umbro, Barra-Shopping und Brahma – nach wie vor spricht man von der bekannten Operation Resgate. Eine weitere Ehrung stand noch im Jahre 1994 für Romário an: er wurde zum Weltfussballer des Jahres gewählt, spielend in den Teams FC Barcelona und Flamengo – eine Ehrung, die einem Spieler wirklich nur sehr selten widerfährt. Zwei Carioca Titel im Jahre 96 und 99 und weitere Titel erspielte er sich mit dem rot-schwarzen Team Flamengo, er verliess zweimal jeweils für kurze Zeit den Club, um in Valencia in Spanien zu spielen und kehrte immer wieder zurück.
Wegen undisziplinierten Verhaltens wurde er 1999 aus dem Club entlassen, mit sage und schreibe 204 Tore im Trikot “Rubro-Negra“ (rot-schwarz). Seit 2000 spielte Romário wieder für seinen ersten Club, Vasco da Gama und gewann hier sowohl die Copa Mercosur als auch den brasilianischen Meistertitel. 2000 wurde er unter anderem noch mit dem persönlichen Titel “Südamerikas Fussballer des Jahres“ geehrt. 2002 bis 2004 spielte er dann bei einem weiteren Carioca-Traditionsverein, Tricolor Fluminense. Auch hier war ein Streit mit der Chefetage des Clubs ausschlaggebend für seine Entlassung und so kehrte er ein weiteres Mal zu Vasco da Gama zurück, wo er auch bis zu seinem Karriereende spielen möchte und allem Anschein auch darf.
Romário ist nach wie vor nicht nur in der brasilianischen Liga und Öffentlichkeit präsent, er ist einer der beliebtesten Spieler in aller Welt und vielleicht auch gerade seiner doch auch ausserhalb des Spielfeldes bekannten Mätzchen ein Zeitgenosse, der beschmunzelt aber auch noch viel mehr bewundert wird. Romário ist schon öfter verheiratet gewesen und hat 6 Kinder, nach der beendeten Saison 2005 ist er mit seiner Familie nach Bahia geflogen, um sich von den Strapazen der Spiele zu erholen.
Am 29. Januar 2006 wird er seinen 40. Geburtstag feiern und das noch immer als aktiver Spieler! Noch immer ist er hungrig, noch immer jagt er dem trügerischen Ziel von tausend (!) Toren hinterher, und noch immer grübelt er darüber nach, ob er seine Karriere – zum wievielten mal eigentlich? – beenden soll oder ob er doch noch ein bisschen weitermachen will. Aufhören oder nicht aufhören, das ist hier die Frage – das Gute für den Zuschauer ist, dass er bei der Fragestellung immer noch weiterhin auf dem Platz steht und zu bewundern ist!
Seit seiner Rückkehr nach Brasilien im Jahre 1995 ging es mit Romário fussballerisch wenn auch langsam so doch stetig bergab. Regelmässig überwarf er sich mit seinen Trainern, die allesamt vergeblich hofften, das unzuverlässige Genie bei jedem angesetzten Training erwarten zu dürfen – was Romário selbst ganz anders sah. “Im Training meine Runden um den Platz drehen zu müssen, habe ich immer gehasst. Das bringt doch nichts. Es heisst, ich trainierte zu wenig. Aber das mache ich schon seit 19 Jahren so! Soll ich mit 39 Jahren jetzt plötzlich Trainingsweltmeister werden?“, fragt er spöttisch. 87 offizielle Länderspiele mit 70 Toren – so nur eine seiner hervorragenden Bilanzen – und mit solchen Trümpfen auf seiner Seite soll er sich belehren lassen! Natürlich nicht. Manch einem bereitet es ein herrliches Vergnügen, wie sich der Altstar den Regeln und Sitten im professionellen Fussball widersetzt und das auch noch nicht einmal zu seinem Misserfolg. Stur und eigensinnig verpasste er schon mal das ein oder andere Training um mit Freunden am Strand einem weiteren grossen Hobby zu frönen: Futevollei, die sagenhafte Mischung aus Fussball und Volleyball im Sand, die sich grosser Beliebtheit bei Spielern und Zuschauern an den Stränden Brasiliens erfreut.
Auch ich hatte bereits die grosse Ehre, Romário live am Strand Fussball und Futevolei spielen zu sehen – das war schon was Besonderes!! Neben seinem eigenen Kopf nimmt er auch kein Blatt vor den Mund und der ein oder andere Trainer bekam in all den vielen Jahren sein Fett ab… Zico qualifizierte er als den „geborenen Verlierer“ ab, ein Foto von Edmundo und Mario Zagallo heftete er an die Toilettentür und in Barcelona legte er sich sogar heftig mit Trainerlegende Johann Cruyff an, der sich die häufigen nächtlichen Ausflüge seines Stars verbeten hatte. „Wer glaubt er, dass er ist, dass er es wagt, so etwas zu sagen?“, echauffierte sich Romario seinerzeit.
Selbst ein Pelé kommt nicht ungeschoren davon, wenn er Romario auch nur dezent vorschlägt, doch so allmählich mal die Fussballschuhe an den Nagel zu hängen. „Ich allein bestimme den Zeitpunkt meines Karriere-Endes!“, zürnte Romario. Mit Herz und Schnauze ist „Baixinho“ in Brasilien inzwischen zu einer Ikone avanciert, und mangelndes Selbstvertrauen zählt mit Sicherheit nicht zu seinen Charaktereigenschaften. „Nach Pelé gab es noch Maradona. Und nach Maradona komme ich!“, behauptete er einst ungerührt und nannte sich mit der grössten Selbstverständlichkeit in einem Atemzug mit den beiden besten Spielern aller Zeiten. Romário ist ein Fussballverrückter und das macht ihn so sympathisch und liebenswert, den jeden einfach bewundert: „Ich mache mit grosser Liebe das, was ich am liebsten mag, und das ist Fussball spielen. Und dabei denke ich immer an die Leute, die mir nahe stehen: Meine Familie und meine Freunde. Ich kann viele Leute glücklich machen, indem ich ein Tor schiesse. Deshalb spiele ich weiter. Ausserdem bereitet es mir Vergnügen. Etwas Schöneres gibt es für mich nicht.
Romário hat sein grosses Ziel die angestrebten 1000 Tore zu schiessen erreicht. Klar ist auch, dass er meistens zu Silvester in Rio mit Freunden ein Fussballturnier „Verheiratete gegen Singles“ am Strand von Vasco-Barra veranstalten wird, um ein bisschen Futevolei zu spielen. Romário die 1.69m lebende Legende aus Rio de Janeiro…