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Nehmen wir Ihre Aufmerksamkeit weg von Muskeln und legen sie in die Faszien, die Ihre Muskeln wie ein Netzgespann komplett durchzieht. Faszien kennen Sie bereits. Es sind die weissen Fasern, die Sie in einem Stück Fleisch auf Ihrem Teller erkennen können. Wenn Sie ein unzubereitetes Fleisch genauer betrachten, dann sehen Sie, dass jede Muskelzelle von einer dünnen Haut ummantelt ist. Dieses Netzgebilde ist das Fasziengewebe, die auch Ihren ganzen Körper durchzieht. Was hat diese weisse Substanz mit Ihren chronischen Schmerzen zu tun?
Langandauernde Schmerzen in den Muskeln bezeichnet man als Muskelhartspann. Hierbei ist der Spannungszustand stark erhöht und der Muskel zieht sich konstant zusammen. Meistens sind die Auslöser Muskelstränge, die über eine einseitige Beanspruchung in einen Zustand des Arretierens übergehen. Bleibt diese Anspannung länger bestehen, verfilzen und verkleben die Faszien, die diese Muskeln durchwachsen. Das geleartige Geschmeide der Faszien vertrocknet, und das ganze Fasziengewebe verdickt und verärtet sich. Es kommt zu einem reibenden Zustand zwischen Muskel und Faszien, die die Muskelbewegungen hemmen und zusätzlich zu Reizungen führen. Ab einem gewissen Punkt können sich Faszien verkalken und sich sogar entzünden, was sich in Dauerschmerzen ausdrückt. Faszien sind sehr schmerzempfindlich. Sie enthalten bis zu 6 mal mehr Nervenenden als Muskeln. Deshalb wird nach der neuesten Forschung der Faszienzustand als Ursache und Auslöser für chronische Schmerzen erklärt.