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Finanzielle Schwierigkeiten - Handeln statt Resignieren
Ausgangslage und Situationsbeschrieb
Frau E., 21 Jahre alt, wohnte alleine in einer kleinen Wohnung. Sie meldete sich bei Proitera wegen Verschuldung von zurzeit Fr. 2000.–. Nach Abbruch der Lehre wollte sie die neu begonnene Ausbildung erfolgreich abschliessen. Die Mutter lebte seit einigen Jahren in Asien; zum Vater, wohnhaft in der Schweiz, hatte sie ebenfalls wenig Kontakt. Ihre ältere Schwester war ihre einzige nahe Bezugsperson. Doch sie sei mit den kleinen Kindern stark belastet. Frau E. lebte von dem Lehrlingslohn und einer kleinen Rente, ausbezahlt durch die IV-Berechtigung des Vaters. Die Differenz zum Existenzminimum bezahlte die Sozialhilfe.
Auftrag an Proitera
Mit ihrem Einkommen war für sie die Verschuldung riesengross. «Ich kann deswegen nicht mehr schlafen. Gibt es irgendeinen Ausweg?»
Interventionen – unser Beratungsprozess
- Absprache mit der Sozialarbeiterin der Gemeinde, um den Prozess zu koordinieren. Der Sozialdienst ist künftig lediglich für die wirtschaftliche Unterstützung und speziell die Begleichung von Sonderausgaben wie Schulgeld, Materialkosten, Krankenkassenselbstbehalte etc. zuständig. Wir sind zuständig für die Hilfe wegen der Verschuldung und die psychosoziale Begleitung am Arbeitsplatz.
- Die Folgeschritte bei Proitera waren die Erstellung des Budgets, gemeinsam wurde nach Einsparmöglichkeiten und neuen Strategien im Umgang mit vorhandenem Geld gesucht.
- Ressourcen von Frau E. stärken, indem sie ein Gesuch schrieb. Sie beschrieb die Schuldenfalle, erwähnte ihre Anlaufstellen zur Klärung der Situation, benannte, welche Massnahmen sie ergriffen habe, um die Situation zu verändern, und erbat einen Teilerlass der Schulden. Dem Gesuch wurde ein Empfehlungsschreiben von uns beigelegt.
- Das erste Erfolgserlebnis liess nicht lange auf sich warten! Einige Reduktionen wurden gewährt.
- Die Eigenverantwortung von Frau E. musste gestärkt werden. Mit der Restschuld wurde eine klassische Schuldensanierung mit monatlichen Mindestzahlungen ermöglicht.
- Das Fondsgesuch bei der Kirchgemeinde wird mit 4-mal Fr. 100.– gutgeheissen, gekoppelt an die Begleitung durch Proitera.
- Wichtig war die Stabilisierung der Situation. In monatlichen Sitzungen wurden Budgetfragen besprochen und Alltagsfragen und -sorgen diskutiert.
- Nach mehrmonatigem Warten wird Frau E. durch die gesprochenen Ergänzungsleistungen (EL) der Ausgleichkasse von der Sozialhilfe abgelöst und ist finanziell selbstständig.
- Frau E. bedankt sich bei der Kirche, informiert, dass sie EL erhält, und gibt die verbleibenden Fr. 200.– für andere Bedürftige frei.
Ergebnis
Das Wissen um Proitera an der Seite, viele Erfolgserlebnisse und das Gefühl der erlangten Eigenständigkeit motivierten sehr und halfen Frau E., mit Zuversicht in die Zukunft zu schauen. Die Schulden wurden getilgt und Frau E. hatte viel gelernt über den Umgang mit Geld. Mit kleinen Beträgen sparte sie für ihren Feriensprachaufenthalt in England. Gelegentlich gehe sie eine Pizza essen und sie war sogar mit Freundinnen im Kino, erzählte sie strahlend. Das Rauchen hätte sie nicht nur aus finanziellen Gründen aufgegeben. Sie brauche die Zigaretten nicht mehr. Frau E. weiss, dass sie in der Not erneut zu Proitera kommen kann. Und irgendwie – so schien es der Beraterin – war sie in den vergangenen Monaten stark geworden.