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Mit Hand und Fuss
Gastsolistin von «Musik unter Sternen» vom Sonntag, 27. Juni 2021, 19 Uhr, ist Babette Mondry. Sie wird dem Publikum ein heutzutage sehr selten zu hörendes Tasteninstrument vorstellen, das, so wie die Orgel, auch mit den Füssen gespielt wird: den Pedalflügel.
Der im 18. Jahrhundert erstmals erbaute und während der Romantik technisch weiterentwickelte Pedalflügel, der eine unter den Flügel geschobene und mit der Mechanik gekoppelte Pedalklaviatur besitzt, erweitert die klanglichen und spieltechnischen Eigenschaften des Flügels und ermöglicht dem Klavierspieler die Ausführung von Orgelwerken. Clara Schumann notierte 1845 in Frankfurt in ihrem Tagebuch: «Am 24. April erhielten wir ein Pedal unter den Flügel zur Miete, was uns viel Vergnügen schaffte. Der Zweck war hauptsächlich, für das Orgelspiel zu üben. Robert fand aber bald ein höheres Interesse für dieses Instrument.» Am 27. April findet sich in Robert Schumanns Aufzeichnungen der erste Hinweis auf die «Idee für Pedalflügel zu componiren» und noch im gleichen Jahr erschienen die «Sechs Stücke in kanonischer Form» op. 56 im Druck, die wie weitere Werke aus dieser Zeit auch von Schumanns grossem Interesse an barockem Kontrapunkt zeugen. Seine damit einhergehende Verehrung für Johann Sebastian Bach ist für Babette Mondry Beweggrund, auch das Orgel-Präludium C-Dur BWV 545 auf dem Pedalflügel zu spielen und so den Eindrücken, die Robert und Clara Schumann beim Spielen von Bachs Orgelwerken gehabt haben mögen, etwas näher zu kommen. Ebenfalls ein Bach-Verehrer unter den Komponisten des 19. Jahrhunderts war Franz Liszt. Sein berühmtes Präludium und Fuge über B-A-C-H, von Babette Mondry dann auf der Orgel gespielt, rundet ihr Programm ab.
Dominique von Hahn, Kirchenpflege