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Text: Ludwig Giseke (1756–1832)
Melody: Johann Immanuel Müller (1774–1839)
Nach der Überlieferung stimmte der Glarner Thomas Legler, damals Grenadieroberleutnant in französischen Diensten, in der Morgendämmerung des 28. Novembers 1812 im Kreise seiner Kameraden kurz vor dem Ausbruch der Schlacht an der Beresina, dieses Lied an. Später wurde dieses Lied unter dem Namen “Beresinalied” zum Volksgut.
Das Beresinalied erinnert noch heute an die Schlacht, welche sich vor 200 Jahren an der Beresina im heutigen Weissrussland abspielte. Im November 1812 trugen vier Schweizer Regimente, die mit Napoleon nach Russland ziehen mussten, entscheidend dazu bei, den Rückzug der geschlagenen Armee über den Fluss Beresina zu decken. Von den ursprünglich 9000 Schweizern kamen nur noch zirka 350 lebend retour. Napoleons Russlandfeldzug, dessen letzte Schlacht an der Beresina stattfand, war die zur damaligen Zeit grösste, noch nie dagewesene menschgemachte Katastrophe.
Der Liedtext
1. Unser Leben gleicht der Reise
Eines Wandrers in der Nacht;
Jeder hat in seinem Gleise
Etwas, das ihm Kummer macht.
2. Aber unerwartet schwindet
Vor uns Nacht und Dunkelheit,
Und der Schwergedrückte findet
Linderung in seinem Leid.
3. Mutig, mutig, liebe Brüder,
Gebt das bange Sorgen auf;
Morgen steigt die Sonne wieder
Freundlich an dem Himmel auf.
4. Darum laßt uns weitergehen;
Weichet nicht verzagt zurück!
Hinter jenen fernen Höhen
Wartet unser noch ein Glück.