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«Während eines Familienfests haben wir über ein neugeborenes Baby in der Familie gesprochen. Mein Sohn (5 Jahre alt) hat plötzlich gefragt: ‹Aber wie haben denn Michael und Lisa dieses Baby gemacht?› Weil die Erwachsenen sich alle etwas geniert anschauten, habe ich vorgeschlagen, dass wir zu Hause darüber sprechen würden. Nur haben wir jetzt seit mehreren Wochen nicht mehr darüber gesprochen. Ich möchte ihm nicht zu viel erklären, aber ich verstehe ja, dass er diese Frage stellt.» F.Z.
Sie haben gut reagiert im dem Moment, wo Sie nicht wussten, welche Antwort Sie Ihrem Sohn geben konnten. Es ist aber wichtig, mit seinen Kindern auch über Sexualität zu sprechen. Dabei geht es nicht darum, das Kind mit der Sexualität der Erwachsenen zu konfrontieren. Wir können uns vielmehr an die Stelle des Kindes versetzen und die Welt mit seinen Augen betrachten. Unsere Antworten auf seine Fragen müssen dem entsprechen, was es in seinem jeweiligen Alter aufnehmen und integrieren kann.
Es hilft, zuerst die Frage des Kindes besser zu verstehen, bevor wir an die Antwort denken. Was wollte Ihr Sohn genau wissen?
– … woher das Baby kommt?
– … wie das Baby in Lisas Bauch kommt?
– … wie es im Bauch wächst?
Ihr Sohn kann Ihnen am besten erklären, was er eigentlich wissen wollte. Deshalb hilft es oft, zuerst eine Rückfrage zu stellen: «Was denkst du denn dazu?»
«Hast du eine Idee, wie sie das Baby gemacht haben?» Wenn Sie Ihrem Kind gut zuhören, können Sie beurteilen, was es wirklich interessiert, was es schon weiss und wie es sich ausdrückt. So können Sie auch Worte wählen, die dem Kind in seinem Entwicklungsstand entsprechen.
Einfache Antworten reichen in diesem Alter, um die Neugier des Kindes zu befriedigen. Wenn Ihr Sohn wissen wollte, wie das Baby in Lisas Bauch kam, können Sie zum Beispiel antworten: «Um ein Baby zu machen, braucht es einen Mann und eine Frau, die sich gern haben. Der Mann gibt einen kleinen Samen, der im Bauch der Frau auf ein kleines Ei trifft. Zusammen werden der Samen und das Ei zu einem Baby. Der Mann und die Frau werden zum Papa und zur Mama des Babys.» Kleinere Kinder sind wohl schon mit einer einfacheren und kürzeren Antwort zufrieden, für grössere Kinder kann man die Informationen immer mehr präzisieren und ergänzen.
Rebekka Sieber, MA in Sozialarbeit, Sozialpolitik und Erziehungswissenschaften, ist Ko-Direktorin des Vereins Familienbegleitung. Dieser bietet Unterstützung in der Erziehung von Kindern zwischen 0 und 7 Jahren. Tel.: 026 322 86 33, <email-pii>, www.educationfamiliale.ch