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Alle Serien-Junkies aufgepasst: Kennt ihr schon die amerikanische Serie ‚Modern Family‘? Wenn nicht, dürfte sich ein näherer Blick darauf lohnen. Die Serie ist zwar nicht neu, jedoch in der Schweiz noch nicht so bekannt, wie es ihr meines Erachtens gebührt. Um diesen Umstand zu ändern, möchte ich sie euch kurz vorstellen.
‚Modern Family‘ ist im Stile einer Mockumentary gehalten, d.h. die Serie begleitet die Protagonisten in einer fiktionalen Dokumentation, die sich mit einem köstlichen Humor mit dem Leben einer ‚modernen‘ Familie auseinandersetzt. Abgesehen vom Doku-Element, könnte man sie auch bei den klassischen Sitcoms à la ‚Friends‘ oder ‚How I met your Mother‘ einordnen. Konkret werden dabei drei Einzelfamilien behandelt, die durch ihr Verwandtschaftsverhältnis verbunden sind. Als Erstes ist dies die Familie um Jay Pritchett, das Familienoberhaupt. Jay ist ein wohlhabender Firmenbesitzer im höheren Alter, der relativ frisch mit Gloria, einer viel jüngeren, umwerfenden Kolumbianerin verheiratet ist. Jay lebt mit Gloria und deren Sohn aus einer früheren Ehe, Manny, zusammen und ist der Vater von Claire und Mitchell, die jeweils ihre eigenen Familien gegründet haben. Claire ist mit Phil Dunphy verheiratet. Die beiden haben drei Kinder im jungen Erwachsenen- und Teenageralter: Luke, Alex und Haley. Ebenso ist da noch Mitchell, der homosexuelle Sohn von Jay, der mit seinem Lebenspartner Cam das asiatische Waisenkind Lily adoptiert hat.
Die Serie bedient sich also gleich mehrerer Klischees: Da wäre ein älterer Herr in der Midlife-Crisis, der sich eine viel jüngere Frau geschnappt hat, die ganz nebenbei mit ihrem spanischen Akzent für Lacher sorgt, eine amerikanische Mittelstandsfamilie und deren Teenager- und Alltagsdramen, wie auch ein schwules Pärchen, das ein Kind adoptiert hat. Die Klischees werden jedoch auf so witzige Art und Weise präsentiert, dass man gerne darüber hinweg sieht. Ebenso sind die Charaktere auf eine Art so alltäglich, wie auch individuell und einzigartig, dass sie einem schnell ans Herz wachsen. Der viel zu erwachsene Manny beispielsweise bringt einem mit seinen intelligenten Sprüchen zum Lachen, Vater Phil Dunphy mit seiner liebevollen, aber tollpatschigen und etwas dümmlichen Art sowie den steten Bemühungen ein cooler Dad zu sein. Jay, der Patriarch und Zyniker der Familie, macht gerne den einen oder anderen blöden Spruch zur Homosexualität seines Sohnes, an die er sich nach wie vor gewöhnen muss, oder zur Eitelkeit Glorias, die teilweise doch etwas absurde Ausmasse einnimmt (z.B. als sie auf keinen Fall eine Brille kaufen will, obwohl sie die eigene Hand kaum mehr vor Augen sieht).
Die Serie hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Auszeichnungen eingeheimst. Darunter vier mal in Folge den Emmy Award für die beste Comedy-Serie. 2012 wurden sechs Schauspieler für ihre Leistungen in ‚Modern Family‘ ebenfalls mit einer Emmy-Nomination belohnt.
Bei ‚Modern Family‘ werden Situationen gezeigt, die jeder mit der eigenen Familie schon einmal erlebt hat. Ab und zu wird ein bisschen übertrieben, wie die Amis es halt lieben. Nichtsdestotrotz, schaut euch unbedingt mal eine Folge an und bildet euch ein eigenes Urteil. Aber Achtung: Suchtgefahr!Bilder: Copyright by ABC.com (unmodified) Text von Priscilla Müllhaupt