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MTB
Das Mountainbike ist ein gefedertes, für den Einsatz auf unebenem Terrain konzipiertes Fahrrad. Entsprechend wird die gleichnamige Sportart fernab geteerter Strassen ausgeübt. Die ersten Mountainbike-Wettkämpfe fanden in den späten 1970er-Jahren statt, die Entwicklung schritt rasant voran. In der Königsdisziplin Cross-Country werden seit den Sommerspielen des Jahres 1996 in Atlanta Olympiamedaillen vergeben.
Im Laufe der Zeit haben sich unterschiedliche Disziplinen herausgebildet. Vom Cross-Country über den Extremsport Downhill bis zur aufstrebenden Sparte Enduro bietet die Sportart eine Vielfalt an Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten (siehe unten). Entsprechend handelt es sich bei den Spitzenathleten mittlerweile um Spezialisten, die sich auf eine Disziplin konzentrieren.
Disziplinen
Cross-Country (XCO) ist die populärste Disziplin des Mountainbike-Sports. Die Strecke besteht aus einer Schlaufe, welche die Fahrer mehrmals zurücklegen müssen. Es handelt sich um Massenstartrennen; wer die Ziellinie zuerst überquert, ist der Gewinner. Die Wettkämpfe dauern in der Regel maximal 90 Minuten; die Intensität ist hoch. Der coupierte Parcours erfordert stete Rhythmuswechsel, das unwegsame Gelände eine hervorragende Technik.
Die lange Version von Cross-Country ist der Cross-Country-Marathon (XCM); die Strecken sind zuweilen über 100 Kilometer lang. Im Gegensatz zum Cross-Country handelt es sich nicht um Rundkurse; es wird von A nach B gefahren. Die Rennen finden oft in alpinem Gelände statt.
Der Cross-Country Eliminator (XCE) ist ein Format, bei dem vier Athleten auf einer sehr kurzen Strecke gegeneinander antreten. Es werden mehrere Runden ausgetragen, in denen die Fahrer sukzessive eliminiert werden. Abgeschlossen wird der Wettkampf mit dem Final.
Downhill (DH), auf Deutsch Abfahrt, ist ein Rennformat, bei dem die Athleten eine steile, abfallende Strecke so schnell wie möglich zurücklegen müssen. Die Teilnehmer starten individuell nach dem Vorbild eines Zeitfahrens. Es gewinnt, wer sich die beste Zeit notieren lässt. Die spektakuläre Disziplin wird in der Regel im Wald durchgeführt; der Kurs beinhaltet Sprünge, führt über Wurzeln und Steine.
Im Four Cross (4X) treten vier Fahrer gegeneinander an. Deren Ziel ist, eine abfallende, mit Sprüngen, Wellen und überhöhten Kurven versehene Strecke so schnell wie möglich zurückzulegen. Die Disziplin lässt sich mit dem olympischen Skicross vergleichen. Four Cross-Wettkämpfe bestehen aus Qualifikations- und Finalläufen. Die Rennen sind von kurzer Dauer (30 Sekunden bis 1 Minute), die Konkurrenten oft Schulter an Schulter unterwegs; es kommt daher hin und wieder zu Stürzen.
Enduro ist eine insbesondere bei Hobbysportlern immer beliebter werdende Mischung aus Cross-Country und Downhill. Gestartet wird einzeln oder in Gruppen. Jeder Athlet muss in einer Karenzzeit zum Start der ersten Etappe gelangen – je nach Gelände und Infrastruktur per Velo oder mit einer Bergbahn. Bei den «Stages» genannten Etappen, die vornehmlich bergab führen, wird die Zeit gemessen. Reicht dem Teilnehmer die Karenzzeit für den Aufstieg nicht, wird seine «Stage-Zeit» mit der «Verspätung» ergänzt. Am Ende werden die Zeiten der vier bis fünf Etappen addiert und auf diese Weise die Gewinner ermittelt.
Pump Track-Rennen haben frischen Wind in die Welt des Radrennens gebracht. Dabei gibt es Wettkampfformate für Fahrer, die Kopf-an-Kopf-Rennen lieben oder das Zeitfahren, wo es um die richtige Mischung aus Rolling Jumps, Banked Turns, Rhythmus und Flow geht. Jede/r, der/die ein Bike hat, kann mitmachen – es gilt nur eine Regel: Die Bikes müssen mindestens 20-Zoll-Räder haben. BMX- und XCO-Profis sowie Amateure treten bei Pump Track-Wettkämpfen unter den genau gleichen Bedingungen gegeneinander an.
E-Mountainbike (E-MTB) ist die aufstrebende Disziplin des Mountainbike-Sports. Die AthletInnen bewältigen die Strecke mit einem Bike mit Elektro-Motor. Dabei sind nur Motoren mit Leistung bis 250 Watt und Geschwindigkeit bis 25km/h zulässig. Zudem ist der Batteriewechsel während dem Rennen nicht erlaubt. Gefahren wird auf XCO-Strecken bestehend aus einer Schlaufe, welche die Fahrer mehrmals zurücklegen müssen. Auch E-MTB-Wettkämpfe sind Massenstartrennen; wer die Ziellinie zuerst überquert, ist der Gewinner. Der coupierte Parcours erfordert steten Rhythmuswechsel, das unwegsame Gelände eine hervorragende Technik.
Mountainbike in der Schweiz
Die Schweiz ist an der Weltspitze von Beginn weg präsent gewesen. An den ersten Weltmeisterschaften – sie fanden 1990 in Durango (USA) statt – liess sich Thomas Frischknecht im Cross-Country Silber umhängen; Silvia Fürst wurde zwei Jahre später Weltmeisterin. Verliert die Schweiz in Trendsportarten nach dem Abgang der «Selfmade-Generation» oft den Anschluss, ist es Swiss Cycling in der Königsdisziplin dank aufwendiger Nachwuchsförderung gelungen, das Niveau gar noch zu erhöhen. Jolanda Neff und Nino Schurter gehören längst zu den bekanntesten Sportlern des Landes. Stand 2018 ist die Schweiz über beide Geschlechter betrachtet weltweit die Nummer-1-Nation.