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Gemeindeabteilung mit zerstreut gelegenen Siedelungen auf dem
Rücken des
Bürgenstockes
und in dem geschützten und lieblichen Längsthälchen s. vom
Tritt und n. vom Etschenriedkamm.
Postablage, Telephon. 31
Häuser, 224 kathol.
Ew. Kirchgemeinde Stanstaad. 2
Kapellen (wovon eine in 746 m).
Schulhaus. Viehzucht und Milchwirtschaft.
Bedeutende Fremdenindustrie.
Auf dem
Tritt steht in 892 m das von
Bucher und Durrer 1872 erbaute grosse Hotel
Bürgenstock, das von der
gleichen Firma 1889 durch eine elektrisch betriebene Drahtseilbahn mit der Dampfschiffstation
Kersiten verbunden worden ist.
Daneben noch 4 weitere Gasthöfe und mehrere
Villen.
Schönster und höchster Punkt des
Bürgenberges ist die
Hammetschwand (1134 m), zu der von den Gasthöfen her ein Felsenweg mit Aufzug führt. Im Thälchen von Obbürgen liegt
das einzige Torfmoor (Fund von
Dopplerit)
Nidwaldens.
(Kt.,Bez. und Gem. Schwyz).
550-950 m.
Oberer Abschnitt des
FleckensSchwyz,
an dem vom Fuss der Felswände des Grossen
Mythen
nach W. absteigenden Hang. 3 km osö. Schwyz.
18
Häuser, 78 kathol. Ew. Kirchgemeinde Schwyz.
Acker- und Obstbau, Viehzucht.
Reizender Spaziergang von Schwyz
aus.
(Kt. Bern,
Amtsbezirke
Aarwangen und Wangen).
Die als Oberaargau bezeichnete Landschaft hat im Laufe der
Zeiten ihre Grenzen stark verschoben. Die
Römer nannten das ganze Gebiet von
Thun bis zur Mündung der
Aare die regio Arurensis;
im 8. und 9. Jahrhundert heisst es pagus Aragaugensis oder Argowe und wird vom 9. Jahrhundert an in den
Obern(superior) und
Untern (inferior)Aargau geteilt. Der sog. comitatus Oberargowe reichte von
Thun bis zur
Murg. Unter der
BernerHerrschaft umfasste der Begriff Oberaargau die Landschaft beiderseits der
Aare von der
Emme bis zur
Wigger, und nach der Ablösung
des
Aargaues als eigener Kanton wurde er auf die bernischen Amtsbezirke
Aarwangen,
Wangen und einen Teil der
Aemter
¶
Nördl. der Linie Herzogenbuchsee-Langenthal treten nur noch niedrige Hügel auf, die sich teilweise bis über die Aare hinüberziehen
und eine Moränenlandschaft darstellen, in die der Burgäschisee und der Inkwilersee eingebettet sind. In der Solothurner Exklave
Steinhof bei Seeberg liegen die bekannten erratischen Blöcke aus Arkesingneis, die vom diluvialen Rhonegletscher
aus dem Massiv der Dent Blanche im Wallis
bis hierher verfrachtet worden sind. Das flache Gelände links der Aare bildet die Fortsetzung
des solothurnischen Gäu (Buchsgau), über dem steil und mauerartig die vorderste Jurakette sich erhebt. Ihre
S.-Flanke gehört noch zum Teil dem Oberaargau an, der hier im Hellköpfli (1234 m) seinen höchsten Punkt erreicht, während
seine tiefste Stelle mit 404 m bei Murgenthal liegt. Das Hügelland bis zur Linie Seeberg-Roggwil besteht aus mariner Molasse,
das Flachland bis an den Jurafuss dagegen aus unterer Süsswassermolasse.
Der Oberaargau zählt 44793 Ew., wovon 26808 auf den Amtsbezirk Aarwangen und 17985 auf Wangen entfallen;
die geringe Zunahme von blos 859 Ew. seit 1888 ist besonders den beim Elektrizitätswerk Wangen beschäftigten italienischen
Arbeitern (666) zuzuschreiben. Auf einem km2 wohnen in Aarwangen 167,5 und in Wangen 1394 oder im ganzen Oberaargau 154,7
Personen. Es wird der Oberaargau an Bevölkerungsdichtigkeit im Kanton Bern
einzig vom Mittelland mit der Stadt Bern übertroffen. 43522 Reformierte, 1203 Katholiken
und 60 Juden. 51 Einwohnergemeinden, von denen einzig Langenthal über 3000 Ew. zählt und Gutenburg mit 56 Ew. die kleinste
ist. 16 Kirchgemeinden (11 im Amt Aarwangen und 5 im Amt Wangen), deren grösste, Herzogenbuchsee, 7394 Kirchgenossen
zählt.
Es stellt also der Oberaargau mit Bezug auf den Ackerbau den durchschnittlichen Typus des Kantons dar.
Von Getreide wird besonders Korn, Roggen und Hafer gebaut, während der Weizen zurücktritt. Gering ist der Anbau von Gespinnstpflanzen,
und Weinbau fehlt ganz, da das Gebiet den rauhen NO.-Winden zu stark ausgesetzt ist. Alpwirtschaft wird auf dem Jura von den
Alpgenossenschaften Schmiedenmatt, Hinteregg u. a. getrieben. Der Bodenbesitz ist ziemlich zerstückelt,
indem im Oberaargau (im Gegensatz zum Emmenthal mit seinen grossen Bauernhöfen) ein Grundstück durchschnittlich blos 70,9
Aren (Durchschnitt des Kantons 62,7
a) misst. Noch kleiner ist der Durchschnitt einzig im Seeland und Jura. Diese Tatsache
erklärt sich daraus, dass im Oberaargau die Wälder und Allmenden unter die einzelnen Bürger, im Emmenthal
dagegen unter die Höfe verteilt worden sind.
Der grossenteils ebene und fruchtbare Boden eignet sich in erster Linie für den Ackerbau, der daher auch die Hauptbeschäftigung
der Bewohner bildet und 47,3% der Gesamtbevölkerung beschäftigt. Ihm verdankt der Oberaargau seinen bäuerlichen Wohlstand.
Diese Gegend galt namentlich im 18. Jahrhundert als der wohlhabendste Landesteil Bern's; Bauern mit einem
Vermögen von 100000-200000 alten Franken (zu 1,45 Fr. nach jetzigem Geld) waren hier damals keine Seltenheit, und es gab
Dörfer, wo fast alle Hausväter 20000-30000 alte Franken besassen. Im ganzen Gebiet der Langeten und Oenz treffen wir einen
grossen Reichtum an wertvollen Wässermatten, die recht alt sein müssen, da die streitige Benutzung
des Langetenwassers schon im 13. Jahrhundert zu blutigen Fehden Anlass gab. Das Zurücktreten des Getreidebaues zugunsten
der Viehzucht und Milchwirtschaft hat naturgemäss eine stets zunehmende Umwandlung des Bodens in Wiesland zur Folge.
Die Viehzählung von 1901 ergab für den Oberaargau:
Auf 100 Ew.
ganzer Kanton
Rindvieh
23469
52.4
49.8
Pferde
1987
4.4
5.9
Schweine
10813
24.1
23.4
Schafe
1169
2.6
5.8
Ziegen
5054
11.3
11.6
Im Jahr 1894 produzierten 64 Dorfkäsereien insgesamt 14367,7 Zentner meist fetten Käse im Gesamtwert von 2101268 Fr. (12,1%
der kantonalen Produktion). Dazu kamen noch 1520,6 Zentner Butter im Wert von 339473 Fr. Hauptsitze des
Käsehandels im Oberaargau sind Langenthal und Herzogenbuchsee; Hauptviehmarkt ist Langenthal. Zahlreiche landwirtschaftliche
Konsumvereine und Viehzuchtgenossenschaften.
Wie im Emmenthal blühte im 18. Jahrhundert auch im Oberaargau die Leinwandfabrikation, die für den Export nach Frankreich,
Italien und Spanien arbeitete. Um die Mitte des Jahrhunderts hatte sich auch die Spinnerei und Weberei
von Baumwolle eingebürgert und brachte Wohlstand ins Land; selbst Männer ernährten sich mit dem Stricken von Strümpfen
und Kappen. Haupthandelsplatz für diese Artikel war Langenthal, dessen Märkte selbst von Händlern aus England und Holland
besucht wurden.
Schon 1765 stieg hier der Leinwandexport auf 11000 Stück zu durchschnittlich 35 Gulden, wovon 8000 Stück
im Orte selbst gebleicht worden waren. Daneben blühte in Langenthal auch der Handel mit Baumwollwaren und Bändern. Infolge
der nach der Aufhebung der Kontinentalsperre immer stärker sich geltend machenden Konkurrenz von billiger Baumwolle und
Maschinengarn aus England und infolge der hohen ausländischen Zölle ging dann diese Leinwandindustrie
seit 1820 sehr rasch zurück. So wurden z. B. in Melchnau 1800 noch 398 Stücke Leinwand, 1808 deren 376, 1838 aber blos noch
deren 103 gemessen. Natürlich war alles Hausindustrie. Sie hat sich im Oberaargau einzig noch im Thal der Langeten
erhalten, wo für die Fabrikanten in Langenthal und Bleienbach gearbeitet wird.
An die Stelle dieser einst einträglichen einseitigen Industrie ist jetzt eine mannigfaltigere Erwerbstätigkeit getreten,
die sich nach der Vollendung des im Bau begriffenen Elektrizitätswerkes von Wangen, das 8000-10000 PS liefern soll, voraussichtlich
noch steigern wird. 1888 waren in Industrie und Gewerbe 41% der Bevölkerung tätig und zwar im Amt Aarwangen
42,5% und im Amt Wangen 38,5%, welches Verhältnis mit Ausnahme des Jura im Kanton nur von ganz wenigen Amtsbezirken erreicht
oder übertroffen wird.