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Hitzone: «Redemption Song», der letzte Song von Bob Marley
In dieser Rubrik beschäftigen wir uns mit der Geschichte hinter den Hits. Heute blicken wir auf die letzte Single aus dem letzten Album der Reggae-Legende Bob Marley zurück. Ein Song über Befreiung, Freiheit und Emanzipation durch den Geist, der auch 40 Jahre nach seiner Veröffentlichung noch nachhallt.
1977 wurde bei Bob Marley Krebs diagnostiziert. Gegen den Rat der Ärzte entschied er sich aufgrund seines Glaubens als Rastafari, den Zeh, der die Krankheit in sich trug, nicht amputieren zu lassen. Er wollte Musik machen und auftreten, solange er konnte. Da er die Krankheit auf seine Weise bekämpfte, komponierte er ein Jahr später den «Redemption Song»,, den letzten Track seines späteren letzten Albums "Uprising" (1980). Der Song erzählt die Geschichte einer entführten und versklavten Person, die um ihre körperliche und geistige Freiheit kämpft.
In diesem besonderen Moment seines Lebens setzte Bob Marley seine Erforschung der Bürgerrechte fort und beschloss, für seinen Songtext Auszüge aus einer Rede von Marcus Garvey aus dem Jahr 1973 zu verwenden, einem schwarzen Aktivisten des 20. Jahrhunderts. Dieser wurde von den Anhängern der Rastafari-Bewegung als Prophet betrachtet. Ein Auszug lautete etwa: «Befreit euch von der geistigen Sklaverei, niemand ausser uns kann unseren Geist befreien».
Eine universelle Botschaft, die sofort auf der ganzen Welt ankommt, auch weil der Song für Aussenstehende «zugänglicher» ist. Denn im Gegensatz zu fast allen Bob-Marley-Hits ist der «Redeption Song» eine Folk- und keine Reggae-Hymne. Marley nahm den Track mit der Band The Wailers auf. Kurz darauf schlug sein damaliger Produzent Chris Blackwell Bob vor, eine akustische Version lediglich mit Gitarre zu machen.
Das «neue Musikvideo» erklärte die Marley-Familie mit folgenden Worten: «Die atemberaubende Animation verwendet starke Symbole, um den zeitlosen Text des Songs und seine Bedeutung in der heutigen Welt zu verstärken. Das Video unterstreicht Bobs Beitrag zur Emanzipation der schwarzen Zivilisation sowie seine Manifestation der Hoffnung und Genesung für die gesamte Menschheit».
Ein inspirierender Titel für viele Seelen.
Auch heute noch inspiriert die Hymne Bob Marleys Fans auf der ganzen Welt. Es gibt unzählige Coverversionen auf der ganzen Welt, was Bob nicht gestört hätte, denn er sagte, er wolle nur, dass «die Menschheit zusammenlebt – egal ob schwarz, weiss, chinesisch, einfach jeder.»
Von Stevie Wonder über Macy Gray bis hin zu Chris Cornell und Eddie Vedder – es gab es viele Künstler, die auf ihre Weise Tribut zollten. Eine der bekanntesten Versionen ist jene von Rihanna, die den Song nach dem Erdbeben in Haiti im Jahr 2010 für den Haiti Relief Fund aufgenommen hatte. Sie forderte ihre Fans auf, den Song herunterzuladen und erklärte: «Als ich aufwuchs, hörte ich den Song vor allem dann, wenn ich mich in einer schwierigen Situation befand. Der Song befreit. Auch jetzt noch höre ich ihn, wenn ich mit dem Rücken zur Wand stehe. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen in Haiti etwas Inspirierendes hören müssen», was für Bob Marley sicherlich Sinn ergeben hätte.
Die wahrscheinlich überraschendste Coverversion stammt jedoch von Johnny Cash und einem gewissen Joe Strummer. Wie kam es aber dazu, dass ein alter Country-Star und der ehemalige Punk-Frontmann von The Clash diesen Song gemeinsam coverten? Die Geschichte ist einfach: Johnny Cash war im Studio, um mit Rick Rubin den Song «American IV: The Man Comes Around» aufzunehmen. Eines Tages kam Joe Strummer, ein Fan von Cash, vorbei und die beiden begannen eine Diskussion über Rockmusik und Jamaika, die sie schliesslich auf die Idee zu dieser Coverversion brachte. In einem Interview erzählte Rick Rubin später: «Es gab einen Satz, der mir nicht gefiel, weil er nicht in gutem Englisch war. Ich fragte Cash, ob er ihn ändern wolle. Cashs Antwort: «Das hat Bob Marley geschrieben. Ich kann es nicht ändern.»
Die Aufnahmen fanden schliesslich mit Tom Morello von Audioslave statt.
Abschliessend noch unsere Playlist mit einem Auszug der unzähligen Coverversionen dieses absoluten Überhits.