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Er war einer der grössten Stars Frankreichs. Er sang 200 Chansons und wirkte in über 50 Filmen mi. Vor 30 Jahren starb er. Das Bild zeigt Yves Montand (links) mit Jean-Paul Sartre und Bernard Kouchner, dem Mitbegründer von «Médecins sans frontières».
Am 9. November um 13.50 Uhr wurden die Dreharbeiten zum Film «IP 5 – L’île aux pachydermes» beendet. Yves Montand hatte eben die letzte Szene gedreht. Und wenige Augenblicke später starb er an einem Herzinfarkt – auf dem Filmset. Dies ist umso bemerkenswerter, weil er im Film einen alten Mann gespielt hatte, der an einem Herzinfarkt starb. Begraben ist Yves Montand an der Seite von Simone Signoret auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise.
Montand wurde als Ivo Livi in der Toskana geboren. Sein Vater war Besenbinder und überzeugter Kommunist. Nach der Machtergreifung Mussolinis verliess die Familie Italien und wollte nach Amerika, blieb aber in Marseille hängen. Yves arbeitete im Coiffeursalon seiner Schwester. Nach dem Zusammenbruch des Vichy-Regimes ging er nach Paris und trat als Sänger auf. Édith Piaf entdeckte und förderte ihn; bald wurden die beiden ein Paar. Die französischen Medien nennen Montand «ein Monument des französischen Chansons».
Zu seinen frühen populären Chansons gehört «La chansonnette».
1946 trat er in «Étoile sans lumière» erstmals in einem Film auf. 1949 traf er die Schauspielerin und Schriftstellerin Simone Signoret, die sich seinetwegen scheiden liess. 1951 heirateten die beiden und blieben bis zu ihrem Tod 1985 ein Paar.
Mit dem 1953 entstandenen Film «Le salaire de la peur» (Regie: Henri-Georges Clouzot) gelang Montand der internationale Durchbruch. Später arbeitete er unter anderem mit Jean-Luc Godard, Claude Sautet und Costa-Gavras. Er spielte an der Seite von Marilyn Monroe, Romy Schneider, Gina Lollobrigida, Jane Fonda und Gérard Depardieu. Auch am Broadway und in Hollywood triumphierte er.
Montand bezeichnete sich als Sympathisant der Kommunistischen Partei Frankreichs. Nach dem Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in Prag wendete er sich allerdings wütend von der Partei ab. Bis zu seinem Tod war er politisch engagiert, so im Kampf gegen Franco, die griechischen Militärs oder Augusto Pinochet. Im «Olympia» gab er ein Konzert für die chilenischen Flüchtlinge. Bezeichnend ist seine lange Freundschaft mit dem griechisch-französischen Filmregisseur Costa-Gavras. Am 21. Juni 1979 lancierten Yves Montand, Jean-Paul Sartre und Bernard Kouchner (Bild oben) einen Appell an die französische Regierung und forderten sie auf, sich für die Flüchtlinge aus Vietnam, Laos und Kambodscha einzusetzen.
Sein grösster Chanson-Erfolg ist «Les Feuilles mortes» (1950), geschrieben von Jacques Prévert und komponiert von Joseph Kosma.