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Seit 1856 gehören die reformierten Einwohner von Ober- und Untersiggenthal offiziell zur Kirchgemeinde Baden; die Teilkirchgemeinde Obersiggenthal verfügt derzeit über rund 1600 Mitglieder. Lange Zeit mussten sie für Gottesdienste und Sonntagsschule den weiten Weg nach Baden auf sich nehmen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert herrschte im ganzen Siggenthal eine rege Bautätigkeit, so auch in Nussbaumen, das zur Gemeinde Obersiggenthal gehört. Zwischen 1950 und 1960 hatte sich die Wohnbevölkerung von Obersiggenthal beinahe verdoppelt. Damit stieg auch die Zahl der Protestanten; 1960 betrug ihr Anteil an der Bevölkerung knapp 32 Prozent. Was ihnen fehlte, war ein kirchlicher Raum. 1961 sicherte sich die Kirchgemeinde Baden eine knappe Hektare grosse Landparzelle an der General-Guisan-Strasse.Einige Jahre später tauschte man dieses Land in Absprache mit der politischen Gemeinde Obersiggenthal gegen das jetzige Grundstück an zentraler Lage an der Oberdorfstrasse, direkt neben der Schulanlage Unterboden. Die politische Gemeinde bemühte sich zu jener Zeit, ein Zentrum zu schaffen, wo sich die öffentlichen Gebäude befinden.
1966 wurde auf diesem Landstück ein Holzpavillon, der die Badener Brauerei Müller gratis zur Verfügung gestellt hatte, als Provisorium aufgestellt. Die Brauerei hatte die Baracke während des Baus der Fabrikanlagen der damaligen Brown Broveri als Kantine für die Bauarbeiter im Birrfeld aufgestellt. Nach Abschluss der Bauarbeiten wurde dieser Holzbaracke nicht mehr gebraucht. Rund 20 Jahre lang wurden in Nussbaumen darin Gottesdienste und weitere kirchliche Anlässe abgehalten. Der Pavillon verfügte über einen Saal für rund 100 Personen, weitere kleinere Räume, eine Küche und WC-Anlagen. Später wurde im Saal sogar eine Orgel eingebaut, die ein Kirchgemeindemitglied zur Verfügung gestellt hatte.
1967/1968 wird auf demselben Grundstück das Pfarrhaus errichtet, nachdem die Pfarrstelle in Obersiggenthal mit Pfarrer Robert Müller erstmals besetzt worden war. Der Entwurf des Pfarrhauses stammt von den Badener Architekten Hänni und Haenggli. Sie planen bereits zu jener Zeit ein Kirchenzentrum, das jedoch nicht umgesetzt wird.
1975 bildete sich in Nussbaumen eine Arbeitsgruppe, die den Ersatz des Pavillions und den Bau neuer kirchlicher Bauten plante. In der Folge lancierte man 1980 einen Architekturwettbewerb, aus dem die Architekten Rico Merlo und Claude Singer, Gebenstorf, als Sieger hervorgingen. Auf Wunsch der politischen Gemeinde wurde ein Kindergarten in das Projekt integriert. Das Projekt und der entsprechende Baukredit wurden 1983 von der Kirchgemeindeversammlung gutgeheissen.
Die Grundsteinlegung fand im September 1984 statt. Eingeweiht wurde das neue Kirchenzentrum am 15. September 1985. Der angegliederte Kindergarten war zu diesem Zeitpunkt bereits einige Monate in Betrieb. Das Kirchenzentrum befindet sich bis heute im Originalzustand, es gab bisher keine nachträglichen Umbauten oder grösseren Renovationen.