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Kurz nach dem Ausbruch der Covid-Krise gab der Bund 40 Milliarden Franken an Übergangshilfe für Unternehmen frei, damit diese die durch die Pandemie verursachten Schwierigkeiten bewältigen konnten. Doch wie die "Sonntagszeitung" am Sonntag aufzeigte, hatten mehrere Unternehmer Kredite zur Verfügung, um ihre persönlichen Schulden zu begleichen und die als Sicherheit hinterlegten Luxusautos zurückzubekommen.
"Wir stellen fest, dass eine große Zahl von Luxusautos von den Unternehmern nach der Bereitstellung von Nothilfe wiedergefunden wurde", stellt ein schweizerisch-deutsches Pfandhaus fest. Letztere gewährt Darlehen von bis zu 100.000 CHF.
Schuldner müssen keinen Grund angeben, um ihre zugesagten Autos zurückzubekommen. Sie sind hauptsächlich Manager von aktiven Unternehmen im Bau-, Immobilien- und Finanzsektor. "Wir wissen, dass viele Kunden Notfallkredite nutzen, um Schulden zu begleichen und ihre Autos zurückzubekommen", sagt das Pfandhaus. Zu den beteiligten Marken gehören Aston Martin, Ferrari, Mercedes, Porsche oder Rolls Royce , Tesla.
Der Zweck der Übergangskredite besteht darin, die Betriebskosten zu decken, wie in der Bundesratsverordnung festgelegt, und nicht darin, zuvor aufgenommene Schulden zurückzuzahlen. Diese Regel kann aber leicht umgangen werden, erklärt die "Sonntagszeitung". Darlehen von Pfandleihern sind in keinem nationalen Register enthalten, und Gläubiger sind nicht verpflichtet, Darlehen an ein Informationszentrum zu melden, wie dies beispielsweise bei Verbraucherkrediten der Fall ist.
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Millionen von Franken aus den vom Bund zur Verfügung gestellten Notfallkrediten wären im Ausland, in der Türkei, gelandet. Informiert über mutmasslichen Betrug im Wert von mehreren Millionen Franken führte die Staatsanwaltschaft des Kantons Waadt am vergangenen Dienstag eine umfangreiche Operation durch, die zur Verhaftung mehrerer Personen führte. Es wurde eine Untersuchung eingeleitet wegen Betrug, Vertrauensbruch, schwerer Untreue, Urkundenfälschung, Geldwäsche und Verstoss gegen die Verordnung über die Gewährung von Darlehen und Solidarbürgschaften für den Coronavirus-Notstand. Einer der Verdächtigen wurde in Untersuchungshaft gesetzt.
Die Räumlichkeiten mehrerer Unternehmen wurden durchsucht, und mehrere Bankkonten wurden gesperrt. Bei den mutmasslichen Tätern handelt es sich um Schweizer Bürger türkischer Herkunft. Sie stehen im Verdacht, von verschiedenen Banken aufgrund falscher Angaben Kredite in Höhe von mehreren Millionen Franken erhalten zu haben.
Insbesondere wird ihnen vorgeworfen, die Banken über den von den Unternehmen erzielten Umsatz getäuscht zu haben, indem sie die begrenzten Kontrollen des bestehenden Systems ausnutzten. Mehr als 1,5 Millionen CHF seien offenbar ins Ausland überwiesen worden, heisst es in der Note. Es wurden Massnahmen ergriffen, um die Rückführung zu ermöglichen.