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Gebot 16:
Praktiziere Yoga und manifestiere guten Willen
Diese Lehre bezieht sich auf die innere und äußere Arbeit im Leben. Yoga-Praxis ist die innere Arbeit. Sie hat den Zweck, eine Beziehung zu Buddhi und Âtmâ herzustellen und uns durch den Antahkarana Sarîra an beide anzugleichen. Dabei wird die Technik angewendet, das Denken in seinen Ursprung zurückziehen. Sein Ursprung ist das höhere Denken oder Buddhi. Danach sollten wir uns von Buddhi zurückziehen, um das Selbst, das Ich Bin, zu erfahren. Dies sollten wir zu einer regelmäßigen Übung machen. Wenn wir uns auf das Ich Bin besinnen und als Ich Bin existieren, befinden wir uns in einem Zustand der Absorption. Ich Bin kann auch im Das aufgehen. Das Bin Ich ist der Yoga-Zustand, den wir regelmäßig üben müssen. Die Brücke zwischen Das und Ich Bin muss bewusst erbaut werden. Sie wird die ‚höhere Brücke‘ genannt. Vorher muss eine Brücke zwischen Ich Bin und der Persönlichkeit gebaut werden. Auf der Grundlage des Ich Bin bringt sich das Ich Bin der Persönlichkeit in der Welt zum Ausdruck, und Ich Bin wurzelt im Das. Alle Drei müssen koordiniert werden, und deshalb müssen wir die zwei Brücken bauen. Bis diese Brücken befestigt sind, rutschen wir in die Persönlichkeit und leben nur als Persönlichkeit. Aufgrund der ersten Brücke ist es uns möglich, als Seele zu leben, und aufgrund der zweiten Brücke, der ‚höheren Brücke‘, sind wir in der Lage, als Repräsentant der Universalseele zu leben. Wenn alle Drei aufeinander ausgerichtet sind, manifestiert sich Gottes Wille auf Erden. Der andere Name für den Willen Gottes ist Gotteswille oder guter Wille.
Guter Wille zeigt sich auf jede Weise, wenn die Yoga-Praxis zur Erfüllung kommt. In diesem Zustand der Ausrichtung trägt alles, was wir tun, zum Wohlergehen der Gesellschaft bei. Guter Wille manifestiert sich, wenn wir lehren und heilen. Er geschieht durch jede Tätigkeit, die wir ausführen. Die Art der Tätigkeit bestimmt nicht die Verwirklichung, aber die Verwirklichung ermöglicht die Manifestation nicht nur durch Lehrer, sondern auch durch Schuster, Schneider, Friseure, Schreiner, Arbeiter, Ärzte, Ingenieure usw. Wir haben eine falsche Vorstellung, wenn wir glauben, dass bestimmte Berufe göttlich sind und andere nicht. Jede Tätigkeit in der Schöpfung ist göttlich, wenn sie guten Willen durch yogische Ausrichtung sichtbar werden lässt. Ein Yogî hat keinen vorgegebenen Beruf. Er kann in irgendeinem Bereich menschlicher Aktivität arbeiten und zum Guten der Gesellschaft beitragen. Seine Handlungen manifestieren Harmonie und lösen Konflikt auf.
Diese Lehre stellt klar, dass wir in Bezug auf unsere Arbeit nicht wählerisch zu sein brauchen. Wenn man ein Yogî ist, kann man in jedem Beruf, den das Leben anbietet, guten Willen erweisen. Ein Yogî muss nicht notwendigerweise ein Lehrer sein, wie allgemein angenommen wird. Tägliches yogisches Training ermöglicht die Ausrichtung. Wenn die Ausrichtung vorhanden ist, fließt die göttliche Energie und kommt der Umgebung zugute. Aus diesem Grund sagt der Herr: „Ein Jünger muss jeden Tag nur zwei Dinge tun: die Ausrichtung üben und sein Leben so führen, dass er guten Willen bekundet.“ Jesus Christus hörte nicht auf, als Zimmermann zu arbeiten, während er lehrte und heilte. Nur eifersüchtige Nachfolger, die seine Zimmermannsarbeit nicht verstehen, versuchen diese Dimension von Jesus, dem Christus, zu verbergen. Er zeigte einzigartige Geschicklichkeit im Zimmermannshandwerk, so dass man sich viele Jahre lang an seine Arbeiten erinnerte. Da er der Sohn eines Zimmermanns war, arbeitete er ebenfalls als Zimmermann. Der Vater von Jesus, der ebenso erleuchtet war wie Jesus selbst, war Zimmermann. In ähnlicher Weise inspirieren viele Yogîs fortwährend durch ihren Arbeitsbereich. Es gibt Yogîs, die einfache Hausfrauen bleiben, und es gibt Yogîs, die als Metzger und Schuster arbeiten. Der Status eines Yogîs reicht weit über die Persönlichkeitsverblendung hinaus. Er stellt sich nicht groß zur Schau, sondern er berührt jene, die mit ihm in Kontakt kommen. Alle, die die Wahrheit kennen, kommen nicht in die Welt, um weltliche Ehrungen zu erhalten. Sie legen sich keine Bekleidung zu, die ihnen weltliche Anerkennung bringt, und sie wählen auch keine Berufe, durch die sie in der Gesellschaft eher als Yogîs bekannt werden. Ein indischer Alchemist sagte einmal: „Die wahren Wissenden stellen überhaupt nichts zur Schau, um sich dadurch selbst zu verkaufen.“ Nur die Mittelmäßigen ziehen mit ‚Wundern‘ eine Schau ab, um bekannt zu werden. Wer die Leute täuschen möchte, zieht religiöse Bekleidung an und lebt von der Arbeit anderer. Künstliche Dinge brauchen Vermarktungsstrategien. Was jedoch von sich aus kostbar ist, braucht nichts Derartiges. Deshalb brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, falls wir Banker, Ingenieur, Buchhalter, Steuerberater usw. sind. Wir sollten als Yogî leben und reinen guten Willen in der Gesellschaft, von der wir umgeben sind, manifestieren. Unsere Arbeit wird mehr und mehr in den inneren Welten belohnt werden, auch wenn dies in der äußeren Welt nicht der Fall sein sollte.