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zur kybernetischen Bedeutung siehe: Varietät
Das Gesetz von der erforderlichen Varietät (engl. Law of Requisite Variety) ist ein Konzept der der Kybernetik. Es wurde von W. Ashby formuliert und daher auch Ashbys Gesetz genannt.
Das Gesetz besagt, dass ein Systems umso mehr Störungen im Steuerungsprozess ausgleichen kann, je grösser seine Verhaltensvarietät ist. Je größer die Varietät eines Systems ist, desto mehr kann es die Varietät seiner Umwelt durch Steuerung vermindern. Häufig wird das Gesetz in der stärkeren Formulierung angeführt, dass die Varietät des Steuerungssystems mindestens ebenso groß sein muss wie die Varietät der auftretenden Störungen, damit es die Steuerung ausführen kann.
Das "Gesetz" ist kybernetisch eine Tautologie und mithin evident. Berühmt wurde es durch die Managementtheorie von S. Beer und später nochmals als Teil der Systemtheorie von N. Luhmann, wo es auch als Beleg dafür dient, dass Hr. Luhmann Kybernetik gelesen habe, was ich sehr begründet sehr bezweifle.
N. Luhmann schreibt: "Diese Leistung wird erbracht durch Stabilisierung einer Differenz von Innen und Aussen und durch Transformation externer in interne Probleme. Das System leistet zum Beispiel einen subjektiven Weltentwurf und löst dann die Probleme der inneren Konsistenz dieses Entwurfs mit Mitteln der Logik. Oder es sucht widerspruchsvolle und wechselnde Anforderungen der Umwelt durch Annahme einer widerspruchsvollen Struktur von Verhaltenserwartungen zu rezipieren und löst diese internen Widersprüche dann durch mehr oder weniger opportunistische Methoden der Entscheidungsfindung. Um, solche Leistungen erbringen zu können, muß das System selbst eine gewisse strukturelle Komplexität erreichen, und diese Eigenkomplexität steht in einem Verhältnis zur erfassbaren Weltkomplexität: Je komplexer ein System selbst ist, desto komplexer kann seine Welt sein. Damit vergrössern sich seine Überlebenschancen, aber um so mehr muss das System auch interne Mechanismen der Reduktion von Komplexität - in unserem Falle: Entscheidungsverfahren - ausbilden, die auf selbstdefinierte Probleme bezogen sind und durch das System selbst programmiert werden." (In: Luhmann, N. (1966) Politische Planung, in: Luhmann, N. (2007) Politische Planung, S.73 f.)