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Sichere Arbeitsplätze oder die Bezahlung des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohns sind für viele Angestellte keine Selbstverständlichkeit. Für die Migros sind sozialverträgliche Arbeitsbedingungen ein wichtiges Anliegen. Darum engagiert sie sich entlang der Lieferkette, lässt ihre Produzenten überprüfen und investiert in ihre Befähigung.
Als grösste Abnehmerin der Schweizer Landwirtschaft und mit ihrer Migros-eigenen Industrie bezieht die Migros rund 60% ihrer Produkte aus der Schweiz. Hier gewährleisten gesetzliche Grundlagen sichere und sozialverträgliche Arbeitsbedingungen. Mit Risiken im Bereich Social Compliance ist die Migros daher vorwiegend bei Importprodukten konfrontiert. Zum Beispiel bei der Produktion von Textilien in Asien oder beim Anbau von Erdbeeren in Südspanien.
Die Einhaltung von sozialen Mindestanforderungen bei der Herstellung von importierten Produkten stellt die Migros über verschiedene internationale Standards sicher. Ein wichtiger solcher Standard ist die Business Social Compliance Initiative (BSCI), welche die Migros 2003 mitgegründet hat. Heute ist BSCI weltweit bekannt und die Einhaltung des BSCI-Verhaltenskodex für alle Lieferanten der Migros zwingend.
Ziel von BSCI ist es, die sozialen Bedingungen in der weltweiten Lieferkette zu verbessern. Dafür werden die Lieferanten auditiert und auf Basis der festgestellten Mängel Verbesserungsmassnahmen entwickelt. Bei der Umsetzung dieser Massnahmen werden die Lieferanten von BSCI mit Schulungen oder Workshops unterstützt. Aktuell zählt die Initiative über 1400 Mitglieder weltweit. Der BSCI-Verhaltenskodex stützt sich in erster Linie auf die Kernkonventionen der internationalen Arbeitsorganisation (ILO), auf internationale Übereinkommen wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die Leitlinien Kinderrechte und Unternehmerisches Handeln, die Leitlinien der Vereinten Nationen „Wirtschaft und Menschenrechte“, die OECD-Leitsätze sowie den UN Global Compact. Zusammengefasst deckt er folgende Themen ab:
Europäische Länder wie Spanien, Italien und Griechenland werden von BSCI nicht als Risikoländer eingestuft. Dennoch gibt es auch in Ländern mit geringem Risiko im Bereich Social Compliance Gebiete, in denen sozialverträgliche und sichere Arbeitsbedingungen keine Selbstverständlichkeit sind. Dies trifft beispielsweise auf die Primärproduktion von Früchten und Gemüse in Spanien und Italien zu. Ergänzend zum internationalen Standard für Gute Agrarpraxis (GlobalGAP), welcher Anforderungen an Anbau, Lebensmittelsicherheit und Umweltschutz stellt, regeln die Richtlinien von GlobalGAP GRASP (Global GAP Risk Assessment on Social Practice) die Einhaltung angemessener Arbeitsbedingungen in der landwirtschaftlichen Produktion. Die sozialen Anforderungen von GlobalGAP GRASP umfassen etwa schriftliche Arbeitsverträge, angemessene Arbeitszeiten und Löhne und soziale Zusatzleistungen. Die Migros fordert GlobalGAP GRASP seit 2010 in ganz Italien und in der spanischen Provinz Almeria ein, wo sie Gurken, Tomaten, Peperoni, Zucchetti und Auberginen beschafft. Auch Lieferanten in den spanischen Provinzen Huelva und Murcia – bekannt für den Anbau von Erdbeeren und Salat – setzen die Anforderungen von GlobalGAP GRASP um. Weitere Regionen und Länder, zum Beispiel Griechenland, folgen.
Die Migros akzeptiert bei ihren Lieferanten auch andere internationale Standards, deren Anforderungen mindestens dem BSCI-Verhaltenskodex entsprechen. Bei Labelprodukten wie zum Beispiel Fairtrade Max Havelaar oder UTZ Certified gehen die Anforderungen in gewissen Bereichen über BSCI hinaus.
Zudem engagiert sich die Migros als Mitglied des Global Social Compliance Programme (GSCP). GSCP wurde 2006 von der Migros zusammen mit anderen grossen Detailhändlern gegründet und hat zum Ziel die diversen Standards und Einzelinitiativen weltweit zu harmonisieren. Die Vereinigung stellt heute ein Referenzsystem zur Verfügung, mittels dessen die einzelnen Initiativen miteinander verglichen werden können.
Die Migros möchte nicht nur Lieferanten auditieren, sondern vermehrt auch in deren Befähigung investieren. Im Rahmen von Generation M verspricht sie darum, bis Ende 2015 die Arbeitsbedingungen von 75‘000 Mitarbeitenden ihrer Lieferanten zu verbessern. Mit diesem Versprechen verpflichtet sich die Migros, verstärkt in Bildungsmassnahmen in ihrer Lieferkette zu investieren und so die Lieferanten zu einem verantwortungsvollen Umgang mit ihren Angestellten zu sensibilisieren. Wichtig sind in diesem Zusammenhang auch lokale Beschaffungsbüros. Bereits 1995 hat die Migros ein Büro in Hongkong eröffnet, seit 2013 gibt es auch in Indien ein Migros-Büro. Mit den Beschaffungsbüros vor Ort schafft die Migros Nähe zu ihren rund 2000 Lieferanten in Asien. Die Umsetzung von Sozialstandards in den Produktionsstätten kann so intensiv durch Migros-Mitarbeitende begleitet werden – zum Beispiel über Fabrikbesuche und Schulungen.
Durch eine enge Verknüpfung von Arbeit und Gesundheit geht die Gesundheitspolitik der Migros über den gesetzlichen Rahmen hinaus.
Die Migros ist durch und durch ein Schweizer Unternehmen. Sie setzt ihre Ressourcen für die Steigerung der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung ein.