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Ihre Kindheit sei ideal gewesen, sagt Simone Sieder heute. Porrentruy war klein, hatte zwei Kinos, war städtisch und ländlich zugleich. Sie liebte die Natur, streifte durch die Wälder und half in der Uhrenfabrik aus. Für zehn verpackte Uhren gab es damals 20 Rappen.
Geschminkt ins Kino
Simone Sieder ging aber auch gerne ins Kino. Der Eintritt kostete damals 1.80 Franken. Nicht alle Filme waren jedoch für die damals 12-Jährige erlaubt. So schminkte sie sich und wurde eingelassen. Doch einmal erwischte man sie: ausgerechnet in der Pause vom Sissi-Film, und leider nur sie. Ihre Kameraden durften im Kino bleiben und den Film der Kaiserin fertig schauen.
In Porrentruy redete man Französisch, deutsch war verpönt. Man wollte nicht zu Bern gehören. Diese Abneigung wurde noch weiter verstärkt, als Deutsch an der Schule unterrichtet wurde. Die Lehrerin lernte nicht nur die Sprache, das Schriftdeutsch, sondern man musste auch in der alten Schrift schreiben, mit Feder und Tinte.
Hinaus in die Welt
Die Neugier auf die Welt ausserhalb von Porrentruy war für Simone Sieder gross. Als junge Frau studierte sie in Neuenburg und verbrachte ihre Ferien als Lehrerin in einem Kinderheim oberhalb von Montreux. Dort knüpfte sie Kontakte mit Kindern und ihren Familien. So wurde sie später nach Griechenland als Privatlehrerin eingeladen. Nebenbei studierte sie und führte Touristen als Fremdenführerin zur Akropolis. Zurück in der Schweiz besuchte sie die Journalistenschule in Lausanne.
Kurzbiographie Simone Sieder-Gigandet
- Geboren am 5. Oktober 1944 in Porrentruy
- Vater Uhrenmacher, Mutter Hauswirtschaftslehrerin, ein Bruder und eine Schwester
- Ausbildung: Universität Neuenburg, London, Rom, Athen (als Journalistin und Dolmetscherin)
- 1964 Heirat mit Henri Sieder Kaufmann, ein gemeinsamer Sohn
- Beruf: Freie Journalistin, Dolmetscherin, Marketing-Fachfrau, Projektleiterin, Kommunikation
- Hobbys: Kunstturnen, Ballett, Lesen, Schreiben
Simone Sieder war nicht nur Journalistin, sondern auch Dolmetscherin, Marketing-Frau und Erwachsenenbildnerin. Noch heute, mit 76 Jahren, unterrichtet Simone Sieder Französisch. Bei der Edition Unik schrieb sie ihre Lebensgeschichte auf.