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Die peruanische Kleinbäuerin Máxima Acuña de Chaupe kämpft unermüdlich um ihr Land. Seit 2011 versuchte die grösste peruanische Goldproduzentin Yanacocha, ihr das Grundstück wegzunehmen. Im August 2016 hatte ein lokales Gericht Máxima und ihre Familie für schuldig erklärt, das Land unrechtmässig in Besitz genommen zu haben. Máximas Kampf hat sich aber gelohnt – im Mai 2017 wurde sie freigesprochen.
Die 47-jährige Kleinbäuerin Máxima Acuña de Chaupe und ihre Angehörigen sind erschöpft: Zwischen 2011 und 2017 wurden sie von Mitarbeitern der Firma Yanacocha und von der peruanischen Polizei immer wieder bedroht, eingeschüchtert und sogar gewaltsam angegriffen. «Sie beschimpften, schlugen und misshandelten uns oder drohten sogar mit dem Tod!», erzählt die Peruanerin. Zudem musste sich die Familie Chaupe in den letzten drei Jahren auch vor Gericht gegen Yanacocha zur Wehr setzen. Die Familienmitglieder mussten mehrtägige Befragungen über sich ergehen lassen und Anschuldigungen von den Anwälten der Goldminenfirma anhören. Doch der Kampf hat sich gelohnt: Im Frühling 2017 wurde Máxima Acuña de Chaupe freigesprochen.
Landrechtsstreit dauert an
Im Konflikt zwischen Máxima Acuña de Chaupe und der Minengesellschaft Yanacocha S.R.L. ging es um eine Landparzelle im peruanischen Hochland, auf die sowohl die Familie Acuña de Chaupe wie auch die Firma Yanacocha, Betreiberin der grössten Goldmine Südamerikas, Besitzansprüche geltend machten. Beide Seiten behaupteten, eine gültige Erwerbsurkunde für diese Parzelle zu besitzen. Für Yanacocha war das Stück Land deshalb strategisch wichtig, weil es mitten in einem Gebiet liegt, auf dem eine neue Mine geplant ist. Aufgrund der massiven Proteste der Lokalbevölkerung und verschiedener Nichtregierungsorganisationen wurde das Projekt zwar auf Eis gelegt, doch der Landrechtsstreit ging noch länger weiter. In diesem Zusammenhang kam es von Seiten der Nationalpolizei, die im Auftrag der Firma handelte, und Angestellten von Yanacocha S.R.L. immer wieder zu Schikanen und zu Übergriffen auf die Familie von Máxima Acuña de Chaupe, wobei auch bereits mehrfach ihre Unterkunft und ihre Felder zerstört wurden.
Goldriese verklagt Kleinbäuerin
2011 klagte das Minenunternehmen Máxima und ihre Familie an, weil die Familie ihr rechtmässiges Land nicht zu Gunsten einer neuen Goldmine verlassen wollte. Mitte August kam das schockierende Gerichtsurteil: Máxima, ihr Ehemann, ihre Tochter und ihr Schwager erhielten eine bedingte Gefängnisstrafe von zwei Jahren und acht Monaten, eine Geldstrafe von 1900 Dollar und den Befehl, das Grundstück zu räumen. Der Familie Chaupe wurde vorgeworfen, das Land unrechtmässig in Besitz genommen zu haben. Máxima wurde 2014 freigesprochen, doch der Goldriese Yanacocha reichte Rekurs ein. Die Familie Chaupe gab nicht auf. «Die Misshandlungen und Quälereien, die wir durch Yanacocha erfahren, stärken meinen Willen und meine Kraft, um für unsere Rechte zu kämpfen und nicht aufzuhören», sagte die Bäuerin während ihrem Kampf der letzten Jahre. Dieser hat sich jetzt gelohnt: Mitte März 2017 teilte das Obergericht mit, den Fall nochmals anzuschauen und fällte am 3. Mai 2017 das definitive Urteil: Maximal Acuña de Chaupe und ihre Familie wurden freigesprochen. Das oberste Gericht bestätigte somit das Urteil der zweiten Instanz von 2014, die damals bereits den Vorwurf des Landraubs zurückgewiesen hatte. Ganz aufatmen kann die Bauernfamilie jedoch noch nicht, denn sie muss noch weitere kleinere Prozesse ausstehen.
Im September 2017 haben Máxima Acuña de Chaupe und ihre Familie zusammen mit EarthRights International (ERI) Klage eingereicht beim Federal Court in Delaware (USA) gegen das US-amerikanische Minenunternehmen Newmont Mining Corporation. Das Unternehmen ist die Hauptaktionärin von Yanacocha. Die Klage stiess bereits vor ihrer Behandlung auf Widerstand: So folgte das zuständige US-Gericht zunächst der Empfehlung der Newmont Mining Corporation und wies den Fall trotz Beweise für die Korruption der peruanischen Gerichte an Peru ab. Mit Unterstützung von EarthRights International legte Máxima gegen diese Entscheidung Berufung ein – mit Erfolg: Ende März 2019 wurde der Fall wieder an das zuständige US-Bezirksgericht zurückgeschickt und der Richter angewiesen, die Beweise für Korruption innerhalb der peruanischen Justiz zu überprüfen. Ein grosser Gewinn für Máxima!
Máxima erhielt 2016 ausserdem den Goldman-Preis für ihr Umweltengagement.