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Die Zürcherin fing nach harzigem Start auch noch die Slowenin Tina Sutej ab. Plötzlich ging der Knopf auf. Nachdem die Schweizerin die Höhen von 4,60 und 4,65 m erst beim dritten Mal überquert hatte, gelangen ihr Top-Sprünge. Die 4,70 m - bereits eine persönliche Bestleistung - nahm sie im ersten Anlauf souverän. Und auch beim gültigen Versuch über 4,75 m hatte Angelica Moser Marge. Die Querstange touchierte sie nicht. Den Schweizer Rekord hält weiterhin Nicole Büchler mit 4,80 m aus dem Jahr 2016.
An der Marke von 4,70 m hatte Angelica Moser schon lange geschnuppert. Es war eine Frage der Zeit, bis die Nichte von Swiss-Olympic-Präsident Jürg Stahl das Eintrittstor zur Weltklasse knacken würde. Im Vorfeld der Titelkämpfe hatte die Schweizerin denn auch angekündigt: 4,70 m habe ich drauf, wenn es passt. Diese Marke setzte ich mir für die EM zum Ziel. Nun nahm sie gleich zwei Stufen auf einmal.
Das Palmarès von Angelica Moser zieren schon etliche Goldmedaillen: Sieg an den Olympischen Jugendspielen 2014, Sieg an den Junioren-Europameisterschaften 2015, Sieg an den U20-Weltmeisterschaften 2016 und Siege 2017 und 2019 bei den U23-Europameisterschaften. Nun folgte der erste Coup bei der Elite: Es ist crazy. Ich kann es noch nicht glauben, sagte sie im Interview auf dem Video-Kanal von Swiss Athletics. Von einer Medaille habe ich geträumt, von Gold aber nicht, fügte sie hinzu. Somit ist auch die Scharte von der Hallen-EM 2019 in Glasgow ausgewetzt, als sie Vierte geworden war.
Ihre Steigerung um 10 cm eröffnen Angelica Moser auch Perspektiven für den Sommer. Die Olympia-Limite für die Spiele in Tokio hat sie um 5 cm übertroffen. Dies gibt nebst Mumm auch Planungssicherheit.
Der Schweizer Mehrkämpfer Simon Ehammer fährt an den Titelkämpfen ebenfalls auf Medaillenkurs. Der 21-jährige Appenzeller liegt nach vier von sieben Disziplinen im 2. Rang, 33 Punkte hinter dem Zehnkampf-Weltrekordhalter Kevin Mayer aus Frankreich.
Ehammer war sowohl über 60 m Hürden (6,75) als auch im Weitsprung (7,89) der beste im Feld und stellte in beiden Disziplinen eine persönliche Bestmarke auf. Im Kugelstossen (14,75) und im Hochsprung (1,95) büsste der Schweizer dann den Vorsprung gegenüber Mayer ein.
Eine starke Leistung zeigte auch die erst 18-jährige Ditaji Kambundji im Vorlauf über 60 m Hürden. Die jüngste Schwester von Mujinga lief an ihren ersten internationalen Titelkämpfen bei der Elite in 8,05 Sekunden eine persönliche Bestleistung und erreichte souverän die Halbfinals. Für diese qualifizierten sich auch Noemi Zbären und Brahian Peña.
Über 800 m stiess Lore Hoffmann in den Final vor, Selina Rutz Büchel, die Hallen-Europameisterin der Jahre 2015 und 2017 schied aus.
(sda)