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Nahrung
Das Nahrungsverhalten der Europäischen Braunbären variiert im Lauf des Jahres stark. Wenn der Bär im Frühling das Winterlager verlässt, muss sein Verdauungsapparat erst wieder an die Nahrungsaufnahme gewöhnt werden. Drei Viertel des Nahrungsbedarfs wird mit pflanzlicher Kost gedeckt, aber auch Aas ist jetzt willkommen. Der sprichwörtliche Bärenhunger erwacht im Spätsommer, wenn es gilt, mit genügend Fettreserven die Winterruhe antreten zu können. Dann fressen Bären vor allem Beeren, Früchte, Nüsse und Honig. Eine wichtige Quelle tierischer Proteine für die Europäischen Braunbären bilden Insekten. Europäische Braunbären jagen opportunistisch und können gelegentlich auch ungeschützte Nutztiere erbeuten. Im Gegensatz dazu jagen und fischen nordamerikanische Bären regelmässig. Faszinierend ist die Winterruhe: In dieser Zeit nehmen die Braunbären weder Nahrung noch Wasser auf und leben allein von den Fett- reserven. Weder Kot noch Urin werden ausge- schieden. Der Organismus kann den im Körper entstehenden Harnstoff resorbieren. Bäreninnen gebären während dieser Zeit ihre Jungen und versorgen diese mit fettreicher Milch. So ist es nicht verwunderlich, dass Bären während der Winterruhe bis zu 30 % ihres Herbstgewichtes verlieren.