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Kanton Zürich
1. Geografie und Bevölkerung des Kantons Zürich
Heute ist der Kanton Zürich mit über 1,3 Millionen Einwohnern bevölkerungsmässig und wirtschaftlich der bedeutendste Kanton der Schweiz. Er hat eine Fläche von 1720 km2 und ist auch im schweizerischen Vergleich überdurchschnittlich dicht besiedelt. Neben dem Kanton Zürich bestehen in der Schweiz weitere 20 Kantone und 6 Halbkantone. Im Projekt „Informationsplattform für schützenswerte Industriekulturgüter der Schweiz“, ISIS, ist der Kanton Zürich 2009 nach dem 2006 abgeschlossenen Kanton Bern die zweite wichtige Region, die mit Buch und Internetauftritt dargestellt wird. 2012 folgen die Kantone St. Gallen, Schaffhausen, Thurgau, Appenzell Inner- und Ausserrhoden und das Fürstentum Liechtenstein.
Der Kanton Zürich grenzt im Norden an Deutschland und an den Kanton Schaffhausen, im Osten an die Kantone Thurgau und St. Gallen, im Süden an Schwyz und Zug und im Westen an den Kanton Aargau. Der Kanton gliedert sich in 12 Bezirke und zur Zeit in 171 Gemeinden. Topografisch besitzt er Anteile an den zwei schweizerischen Hauptlandschaften Jura (mit den Lägern) und Mittelland (bis zu den Voralpen). Der tiefste Punkt lieg an der Kantonsgrenze im Rhein bei 332 Metern über Meer, der höchste im Osten auf dem Schnebelhorn bei 1293 Metern über Meer. Gegen Südwesten bilden der Zürichsee und die Limmat die Hauptachse. In diese Hauptachse fliessen die Sihl und die Reppisch. Die Flüsse nördlich dieser Achse – die Glatt, die Töss und die Thur – münden direkt in den Rhein.
Die Topografie mit den hauptsächlich von Südost nach Nordwest ausgerichteten Tälern hat den Bau von direkten Nord-Süd-Verbindungen immer erschwert. Die Verkehrswege folgen bis heute mehrheitlich den Tälern und erschliessen das voralpine Hügelgebiet weniger dicht. Dementsprechend hat sich die Siedlungsstruktur entwickelt. Rund eine Million Menschen leben in der Agglomeration Zürich am See, im Limmat- und im Glatttal und im angrenzenden Unterland. In dieser Agglomeration und im ganzen übrigen Kantonsgebiet wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten bestehende Baugebiete verdichtet und zusätzlich jede Sekunde mehr als ein Quadratmeter zugebaut.
2. Objektauswahl für den Internetauftritt und das Buch
Die ISIS-Bestandesaufnahme an Industriekulturgütern in den Jahren 2008 und 2009 zeigt gegenüber der vor einem Vierteljahrhundert erfolgten kantonalen Inventarisierung einen Verlust der Substanz von rund einem Drittel der einst 1100 Objekte. Auch für die meisten anderen Objekte genügten Aussenbesichtigungen, da im Innern keine produktiven Einrichtungen mehr erhalten sind. In Absprache mit der Denkmalpflege des Kantons Zürich wurde die Liste von noch heute schutzwürdigen Objekten bereinigt. Die rund 700 ausgewählten Objekte sind hier im Internet abrufbar.
Ein weiterer Unterschied zu den Bestandesaufnahmen 1979–1986 ist, dass heute zusammenhängende Gewerbe- und Industrielandschaften die Ausnahme bilden. Historisch gewachsene Gewerbe- und Industrielandschaften mit Weihern, Kanälen, Pärken, Wohn- und Fabrikgebäuden gab es einst über das ganze Kantonsgebiet. Sie haben dort überlebt, wo ein politischer Wille für eine weitsichtige Planung vorhanden war. Die bedeutendsten derartigen Kulturlandschaften sind ausführlich dargestellt im Buch von Hans-Peter Bärtschi: Industriekultur im Kanton Zürich – unterwegs zu 222 Schauplätzen des produktiven Schaffens. Es handelt sich um acht Pfade und um die wichtigsten Einzelobjekte: Vier Abschnitte am Seeufer und in den Tälern der Agglomeration weisen eine besondere Dichte an gut erhaltenen Industriestandorten und historischen Transporteinrichtungen auf: Stäfa (Pfad 1), das Sihltal im Bereich des Sihlwalds (Pfad 6), das Wehrenbachtobel im Zürcher Stadtkreis 8 (Pfad 7) und das Industriequartier (Pfad 8). Das Weinland im Norden des Kantons ist bis heute bäuerlich geprägt, dort sind interessante Einzelstandorte und Mühlenachsen zu finden. Im Zürcher Oberland, das zu den am frühesten industrialisierten Gegenden des europäischen Kontinents gehört, haben etliche Gemeinden ihr industrielles Erbe vorbildlich erhalten. Zusammen mit Pfad 5 Winterthur sind hier die Pfade 2 Uster, 3 Wald und 4 Tösstal wegen ihrer Dichte von hervorragenden Objekten ausgewählt worden. Es lohnt sich, zusätzlich zur Möglichkeit, im Internet Einzelobjekte abzurufen, das Buch zu beschaffen. Während Sylvia Bärtschi-Baumann die Bestandesaufnahme erstellte und die Internettexte objektweise erarbeitete, schrieb Hans-Peter Bärtschi die Buchtexte parallel dazu völlig neu: Im Inernet sind die Objekte einzeln auf bis zu acht Seiten dargestellt, im Buch stehen die Standorte geografisch und im wirtschaftshistorischen, technischen und sozialen Zusammenhang.