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Dies bestätigte Serhij Tulub, Energieminister der Ukraine, am 30. April 2003 an einer Tagung in Kiew. Tulub ist auch Präsident des staatlichen Unternehmens Energoatom, das die vier ukrainischen Kernkraftwerke betreibt. Laut Planung werde Chmelnizki-3 im Zeitraum 2010 bis 2012 in Betrieb gehen. Vorgesehen sei der Bau eines neuen Reaktortyps, der jetzt entwickelt werde. Er zeichne sich durch passive Sicherheitssysteme und Flexibilität in der Fahrweise aus. Die Leistung werde mindestens 1000 MW betragen.
Chmelnizki-3 und -4 gehören zum strategischen Entwicklungskonzept der Energoatom, das bereits letztes Jahr unter dem Vorgänger Tulubs, Serhij Jermilo, beschlossen wurde. Die beiden Einheiten figurieren - wie Chmelnizki-2 - in der Kernkraftwerksliste der Internationalen Atomenergie-Organisation seit den 80er-Jahren als "im Bau". Indessen suspendierte das Parlament 1990 die Arbeiten an allen Kernkraftwerksprojekten. Nach der Aufhebung des Moratoriums kamen die Arbeiten wegen Finanzierungsproblemen nur nach und nach wieder in Gang. Chmelnizki-2 soll im laufenden Jahr in Betrieb gehen. Zusammen mit Rowno-4 wurde die Einheit einer internationalen Vorinbetriebnahme-Inspektion der Wano (World Association of Nuclear Operators) unterzogen, die Ende April zum Abschluss kam. An der Finanzierung von Chmelnizki-2 und Rowno-4 war die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung EBRD (European Bank of Reconstruction and Development) im Rahmen des internationalen K2/R4-Projekts beteiligt. Der EBRD-Kredit trug dazu bei, die Fertigstellung zu ermöglichen und die Einheiten auf ein internationales Sicherheitsniveau zu bringen. Über einen Anschlusskredit der EBRD zur Finanzierung weiterer Nachrüstmassnahmen nach der Inbetriebnahme von Chmelnizki-2 und Rowno-4 wird noch verhandelt.
Quelle
P.B. nach NucNet, 3. Mai 2004