Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/70712

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat soll dafür sorgen, dass der waldwirtschaftlichen Forschung an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) auch in Zukunft eine zentrale strategische Bedeutung zukommt. Mit der laufenden Restrukturierung an der WSL droht dieser Forschungszweig massiv zurückgestutzt zu werden. Der Bundesrat wird beauftragt, durch Änderungen des Leistungsauftrages 2004-2007 an den ETH-Bereich noch während dessen Geltungsdauer entsprechenden Einfluss zu nehmen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat stimmt dem Motionär zu, dass Forschung zum Nutzen der Waldwirtschaft in der Schweiz wichtig ist. Der Wald gilt als Holz-Ressource, Element der Landschaftsgestaltung, Erholungsraum, Wasserspeicher und artenreicher Naturraum, und er schützt an vielen Orten vor Naturgefahren. Innerhalb dieses Gesamtzusammenhangs sind zahlreiche Einzelaspekte zu erforschen, deren Relevanz in der ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Bedeutung des Waldes begründet ist. Diese Forschung muss auch in Zukunft hohe Priorität haben.</p><p>Wie in Artikel 3 der Verordnung des ETH-Rates über die Forschungsanstalten des ETH-Bereiches (SR 414.161) festgehalten, stellt der Wald ein zentrales Forschungsgebiet der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) dar. Der Rohstoff, Baustoff und Energieträger Holz ist indes Gegenstand in Lehre und Forschung des ganzen ETH-Bereiches: Die WSL erforscht die Rohstoffproduktion im Ökosystem Wald (ökologische und ökonomische Aspekte), das PSI erforscht Aspekte der Biomasse/Energie, die Empa beschäftigt sich mit Holz als Werkstoff und Baustoff, und die beiden ETH erforschen Holz als (Verbund-) Baustoff in Konstruktion und Statik (werkstoffübergreifend).</p><p>Im Leistungsauftrag 2004-2007 des Bundesrates an den ETH-Bereich sind Forschung und Dienstleistungen zur Nutzung der erneuerbaren Ressource Holz nicht explizit aufgeführt. Der Bundesrat weist indes darauf hin, dass der ETH-Rat in seiner strategischen Planung im Rahmen der nationalen Schwerpunkte Raumordnung, Infrastruktur und Nachhaltigkeit die Lehre und Forschung im Bereich Holz verankert hat. Entsprechend sieht die Zielvereinbarung 2004-2007 zwischen ETH-Rat und WSL vor, dass die WSL im Handlungsfeld Waldmanagement "Strategien für ein nachhaltiges Waldmanagement" entwickelt sowie die Bedeutung des Waldes "als Rohstoff Holz, als Energieträger und Kohlenstoffspeicher sowie zum Schutz und zur Erholung" untersucht.</p><p>Gemäss Artikel 33 des Bundesgesetzes über die Eidgenössischen Technischen Hochschulen (SR 414.110) kann der Bundesrat aus wichtigen, nicht voraussehbaren Gründen den Leistungsauftrag während der Geltungsdauer ändern. Diesen Sachverhalt sieht er im vorliegenden Fall als nicht gegeben. Der Bundesrat erachtet deshalb die Anpassung des Leistungsauftrages 2004-2007 für ein Jahr als nicht opportun. Stattdessen will er dem Anliegen des Motionärs Rechnung tragen, indem er beabsichtigt, Forschung zur Ressourcennutzung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Wirtschaft und Gesellschaft in den Leistungsauftrag 2008-2011 aufzunehmen und den ETH-Rat dazu anzuhalten, für die Leistungsbeurteilung der Forschungsanstalten Indikatoren zu entwickeln, welche darstellen, ob die Forschungsanstalten in ihrer Ausrichtung den Praxisbedürfnissen gerecht werden. Als kurzfristige Massnahme wird der Bundesrat vom ETH-Bereich verlangen, im Rahmen der Rechenschaftsberichte der Jahre 2006 und 2007 ein detailliertes gemeinsames Reporting aller Institutionen zur Waldforschung unter Berücksichtigung waldwirtschaftlicher Aspekte vorzulegen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.