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Miniatur, Porträt König Louis-Philippe I. von Frankreich (1773–1850)
Die Miniatur zeigt ein Brustbildnis in Dreiviertelprofil von Louis-Philippe I., König der Franzosen (06.10.1773–26.08.1850). Der König trägt die Uniform eines Generalleutnants (Général de division) aus dunklem Stoff, Goldknöpfen, gewebten Goldlitzen auf dem Stehkragen und goldenen Epauletten mit drei weissen Rangsternen. Auf der linken Brust trägt er drei Orden und Ehrenzeichen am Band sowie drei Bruststerne. Die obere Reihe von links: Militär-St.-Ludwigs-Orden, Lilien-Orden, Offizierskreuz des Ordens der Ehrenlegion, Stern vom Heiligen Geist (Ordre du Saint-Esprit). Über die rechte Schulter trägt er ein breites himmelblaues Schulterband (Cordon bleu. Gehört wohl zum Orden vom Heiligen Geist). Die Signatur rechts ist unleserlich. Der vergoldete Metallrahmen und die Verkapselung mit der Aufhängeöse sind neu, die Miniatur war ursprünglich in einem Samtpassepartout eingelassen.
1793 geriet Louis-Philippe in die nachrevolutionären Wirren, als General Charles-François Dumouriez die radikalen Revolutionäre (Jakobiner) entmachten und zur konstitutionellen Monarchie mit Louis-Philippe als König zurückkehren wollte. Dumouriez trat zu den Österreichern über und Louis-Philipp tat es ihm gleich, um seiner Verhaftung zu entgehen. Mit dieser Flucht begann eine jahrelange Irrfahrt durch Europa, die ihn, seine Schwester Adélaïde von Orléans (1777–1847) sowie deren Erzieherin, die Gräfin Stéphanie-Félicitas de Genlis (1746–1830), am 04.05.1793 auch nach Zug brachte. Dort wohnte das Trio inkognito – man hielt sie für eine Familie aus Irland – im damaligen Haus Tschuopis (später Pension Blumenhof). Louis-Philippe hielt sich häufig im Gasthaus Ochsen auf und pflegte immer wieder Kontakte zu Zuger Bürgern, etwa zum Zuger Pannerherrn Franz Josef Müller im Roost (1769–1839). Am 27.06.1793, nachdem Louis-Philippe von Exilfranzosen erkannt worden war und kurz darauf in deutschen Zeitungen sein Aufenthalt in Zug publiziert wurde, musste die Gruppe in Richtung Bremgarten fliehen.