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Latente Steuern stellen verborgene Steuerlasten oder -vorteile dar, welche infolge verschiedener Bewertungs- und Bilanzierungsregeln in die Zukunft transferiert werden. Dabei resultieren sie, wenn eine Gesellschaft Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten zu einem anderen Wert in der Steuerbilanz als in der Handelsbilanz ausweist. Diese Abweichungen führen zu temporären Differenzen, welche in Zukunft auszugleichen sind. Differenziert umfassen die latenten Steuern also den Betrag, um den der versteuernde Gewinn in Zukunft wahrscheinlich höher oder niedriger ausfallen wird als der derzeitige versteuerte Gewinn.
Die latenten Steuern sind insbesondere in der Finanzbuchhaltung von Bedeutung, wenn eine Gesellschaft Bilanzierungsregeln anwendet, welche von den Steuervorschriften abweichen. Somit gilt es diese vor allem bei der Erstellung von Jahresabschlüssen und auch hinsichtlich Unternehmensbewertungen zu beachten.
Im M&A-Kontext können latente Steuern auch den Unternehmenswert beeinflussen, weil sie einen direkten Einfluss auf zukünftige Cashflows und den steuerpflichtigen Gewinn aufweisen. Wenn ein Unternehmen beispielsweise Verlustvorträge aus der Vergangenheit nutzt, um zukünftige Steuerzahlungen zu reduzieren, können die latenten Steuern einen positiven Einfluss auf den Unternehmenswert haben. Denn dadurch wird das Unternehmen allenfalls weniger Steuern zahlen müssen und resultierend höhere Cashflows generieren. Andererseits können latente Steuern auch einen negativen Einfluss auf den Unternehmenswert haben, wenn das Unternehmen beispielsweise aufgrund unterschiedlicher Bewertungsmethoden höhere zukünftige Steuerzahlungen erwartet. In diesem Fall können die latenten Steuern den zukünftigen Cashflow und somit auch den Unternehmenswert mindern.