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Klimaphänomen El Niño
El Niño beeinflusst die Meeresströmungen im Pazifik, so dass die Oberflächentemperatur des Wassers um bis zu zwölf Grad steigt. Alle vier bis neun Jahre tritt das Klimaereignis auf.
Windflaute setzt Meeresströme ausser Kraft
Zu dem folgenschweren Umschwung des Wetters kommt es, wenn die aus südöstlicher Richtung wehenden Passatwinde im Ostpazifik südlich des Äquators teilweise oder ganz abflauen. Dieser Wind ist die treibende Kraft eines Meeresstroms, der sonst warmes Oberflächenwasser aus dem Ostpazifik gen Westen schiebt - im Osten dringt dafür kaltes Wasser aus der Tiefe nach oben.
Fluten, Dürren, Brände
Flauen die Winde nun ab, ist diese riesige «Umwälzmaschine» praktisch ausser Kraft gesetzt: Das warme Oberflächenwasser fliesst in Richtung Osten zurück und sorgt an der Pazifikküste Südamerikas für eine ungewohnte Erwärmung. Das führt dort zu einer starken Verdunstung des Wassers, die sintflutartige Regenfälle nach sich zieht. Im nährstoffarmen, nicht umgewälzten Wasser kommt es ausserdem zum Algensterben und daraus folgend zum drastischen Fischrückgang.
1997 letztes El-Niño-Jahr
In Nordamerika führt das Ausbleiben der Strömungen zu Stürmen im Westen, im Osten ist es regnerisch und kalt. In Indien verspätet sich der lang erwartete Monsun. In Südafrika, Brasilien und Südasien und Australien hingegen bleibt der erhoffte Regen aus - Dürre und Missernten sind die Folge.
Das letzte starke El-Niño-Ereignis fand 1997-98 statt. Es kostete 21'000 Menschen in 27 Ländern das Leben, wie die Weltorganisation für Gesundheit (WHO) angibt. In 4 Staaten verendeten knapp 94'000 Stück Vieh. Durch die extremen Wetterbedingungen verloren mehr als 4,8 Millionen Menschen ihr Obdach. 87 Brücken wurden beschädigt oder zerstört.
Früherkennung seit kurzem möglich
Bis vor einem Jahr lag die Vorwarnzeit für El Niño bei wenigen Monaten, oft zu spät für Bauern oder Fischer, um sich für extreme Wetterverhältnisse zu wappnen. 2010 fanden japanische Forscher heraus, dass ein ähnliches Naturereignis über dem Indischen Ozean wertvolle Hinweise für die frühzeitige Erkennung liefert: Veränderungen im sogenannten Indischen-Ozean-Dipol deuten bis zu 14 Monate vorher auf El Niño hin. (nab)
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