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eine der mächtigsten Gebirgsgruppen der
Graubündner Alpen, bestehend aus einer Zentralgruppe
und zwei Nebengliedern: dem Camotsch-Scopi (3203, resp. 3201
m) und dem
Tambohorn (3276 m), jenes durch den Greinapaß, dieses
durch den Bernhardinpaß von der Hauptgruppe getrennt.
Letztere zeichnet sich weniger durch Gipfelhöhe als durch großartige
Verzweigung aus. Nach N. gehen zwei im Verlauf sich spaltende Hauptzüge, welche die Bergthäler Lugnez
und
Safien einfassen, nach S. zwei, das
ValCalanca einschließend, vom
Tambohorn aus ein dritter, der am
Paß
[* 3] von
San Jorio (1956
m) den Hochgebirgscharakter verliert.
Der eine der nördlichen Flügelarme, in welchem der
PizBeverin (3000 m) gebietet, endet mit dem alpenreichen Heinzenberg
(2185 m). Den Kulminationspunkt des Zentralstocks bildet das
Rheinwaldhorn (3398 m), dessen größter
Eisstrom, der
Zapportgletscher, sich in das Rheinwaldthal hinabsenkt. Den
Reigen der schwierigen Besteigungen eröffnete der
DisentiserPaterPlac. à Specha ^[richtig: Spescha] mit Ersteigung des
Rheinwaldhorns (1789). J. J.
^[JohannJacob] Weilenmann
gelangte im Juli 1859 als erster auf dasTambohorn. Das Moschelhorn wurde zuerst vom
Engländer Morshead
Piz Medel von G.
Studer und beide Gipfel des
Piz Cristallina von C.
Hauser erstiegen.
Heute versteht man unter «Adulamassiv» die östliche Hälfte der lepontischen
Alpen, d. h. diejenigen, welche sich vom Gotthard bis zum Splügen ausdehnen und welche die Grenze zwischen
dem Kt. Graubünden
und dem Kt. Tessin
bilden. Dieses Massiv schliesst die drei Quellen des Rheines ein. Man gibt im besondern den Namen Adula dem
höchsten Gipfel, dem Rheinwaldhorn. Dieses bedeutende Massiv wird von den Bergsteigern wenig begangen,
obgleich seine Spitzen und Gletscher Beachtung verdienen. Das grosse Massiv des Adula besteht aus einigen kleinern Gruppen:
Rheinwaldhorn oder Piz Valrhein 3398 m (im Jahre 1789 durch den Mönch Placidus a Spescha von Disentis aus erstiegen); andere
bemerkenswerte Gipfel sind: das Güferhorn 3393 m, der Vogelberg 3220 m, und das Zervreilahorn 2899 m. Der Piz Terri 3151 m,
und der Piz Aul 3124 m, erheben sich auf Kämmen, welche dieses Massiv gegen N. verlängern. Am östlichen
Fusse des Rheinwaldhorn, in dem grössten Gletscher dieses Massivs, befindet sich die Quelle des Hinterrheins, des Hauptarms
dieses Stromes; ganz nahe dabei ist die Klubhütte Zapport des S. A. C., der bequemste Ausgangspunkt für die Besteigung des
Rheinwaldhorns, 3 Stunden über den N.-O.-Grat von der Lentalücke, 2954 m. Dieser letzte Pass ist der eigentliche
Uebergang zwischen dem Zapport- und dem Lentathälchen; denn der Name «Adulajoch», welcher
auf der Siegfriedkarte vorkommt, ist zuweit nach N. gerückt und bezeichnet nur den Ort, wo sich die N.-O.- und die N.-W.-Gräte
des Rheinwaldhorn vereinigen. Wenn man den Aufstieg von Olivone, von W. aus (Lukmanierroute), macht, muss
man in den Hütten im hinteren Carasinathal übernachten und von da über den Bresciana-Gletscher nach dem Bresciana-Pass, 3190 m,
aufsteigen; von wo man den N.-W.-Grat erklimmt.
4° Das Massiv der Splügener Dolomite ist ein kleines Kalkmassiv, welches sich im N. des Dorfes Splügen
zwischen dem Safienthal und dem Dorfe Andeer erhebt; der höchste Gipfel, das Alperschellihorn, 3045 m. Auf der Verlängerung
dieses Massivs nach N. erhebt sich der Piz Beverin, 3000 m, mit prachtvoller Aussicht.
5° Das Tambomassiv zwischen dem St. Bernhardin und dem Splügen, höchster Gipfel der Piz Tambo 3276 m,
prachtvoller Aussichtspunkt, in 3 St. von der Splügenpasshöhe aus leicht zu erreichen. Im oberen Teil des Hinterrheinthales,
wie im Vals und Safienthal, sprechen die Bewohner deutsch; sie stammen von den Wallisern ab, welche im XIII. Jahrh. dorthin
auswanderten.