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Sars-Ausbruch in Amoy Gardens aufgeklärt
Zur Übertragung von Sars kam es bisher nur bei direktem, engen Kontakt zwischen zwei Personen. Eine ungeklärte Ausnahme bildete der Bericht einer lokalen Epidemie in einem Hauserblock in Hong Kong, dem sog. Amoy Gardens Wohnungskomplex. Nun haben Epdiemiologen der WHO diese Epidemie aufgeklärt.
Bis Mitte April wurden 321 Sars Fälle in Amoy-Gardens diagnostiziert. Zunächst wurde eine Übertragung durch Fäkalien oder Kakerlaken vermutet. Man fand aber keine Insekten, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Da 2/3 der Sars Patienten in Amoy-Gardesn unter Diarrhoe litten, wurde die fäkale Kontamination weiter verfolgt.
Coronaviren konnten im Stuhlvon mehreren Sars-Patienten nachgewiesen werden. Die Ausscheidung im Stuhl dauert mehrere Tage an. Epidemiologische Abklärungen in Amoy Gardens zeigten, dass das Abwassersystem für die Übertragung in Frage kam. Dabei gelangten Tröpfchen von kontaminiertem Abwasser durch entleerte Abwassersyphons in Tröpfchenform in die Luft. Abwassersyphons entleeren sich beim Spühlen wenn die Abwasserleitungen nicht entlüftet sind, was in Amoy Gardens der Fall war.
Somit ist ein "Umweltfaktor", die wenige fachgerechte Abwasseranlage der Amoy-Gardens für den lokalen Ausbruch von Sars verantwortlich. Insgesamt bestätigt die Untersuchung jedoch den bisher schon bekannten Übertragungsweg der Erkrankung: Sars wird (vermutlich ausschliesslich) durch Tröpfcheninfektion übertragen.