Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03625.jsonl.gz/1527

(Veratrinum), eine scharfe, sehr giftige, stickstoffhaltige organische Basis; sie findet sich neben Jervin
in der weißen Nieswurzel und in Begleitung von Sabadillin in den Sabadillsamen. Gewöhnlich erhält man das V. aus den chemischen
Fabriken als weißes, unter der Lupe kristallinisch erscheinendes Pulver; es läßt sich jedoch auch
in größeren Kristallen erhalten. Das V. ist geruchlos, das kleinste Stäubchen davon aber bewirkt, in die Nase gebracht,
äußerst heftiges und lang anhaltendes Niesen; man muß daher mit diesem Alkaloid sehr vorsichtig umgehen. In kaltem Wasser
ist das V. fast unlöslich, in heißem nur sehr wenig, dagegen leicht löslich in Alkohol und in Äther.
Man verwendet das V. medizinisch äußerlich als örtliches Reizmittel, z. B. mit Fett verrieben.
- Zollfrei.
C32H49NO9, eine organische Base, die sich neben einer andern Base, dem Sabadillin
im Sabadillsamen (s. Sabadilla), findet. Es erscheint als weißes krystallinisches Pulver oder,
aus Alkohol krystallisiert, in rhombischen Prismen von scharfem Geschmack und höchst giftigen Eigenschaften. In geringster
Menge in die Nase
[* 4] gebracht, erregt es das heftigste Niesen. Bei 119° schmilzt es zu einer wachsähnlichen
Masse. Konzentrierte Salpetersäure löst es mit gelblichroter, Schwefelsäure
[* 5] mit karminroter, Salzsäure mit violetter
Farbe. Man unterscheidet drei in ihren Eigenschaften und Verbindungen wesentlich abweichende Modifikationen des Veratrin: das krystallisierte
reine Veratrin oder Cevadin, leichtlöslich in Äther und Alkohol, unlöslich in kochendem Wasser, das lösliche oder amorphe Veratrin, löslich
in kaltem Wasser, und das unlösliche amorphe Veratrin.