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«Nomadland» und «Borat» räumen ab, Boseman posthum geehrt
Die Golden Globes sind zum 78. Mal verliehen worden. Zu den Gewinnern gehören «Nomadland», «The Crown» oder «Borat Subsequent Moviefilm». Chadwick Boseman wurde posthum ausgezeichnet.
Das Road-Movie «Nomadland» von Regisseurin Chloé Zhao hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen. Zhao holte auch die Regie-Trophäe, erst als zweite Frau in der langen Geschichte der Golden Globes.
Mit der in China geborenen Regisseurin waren auch die Britin Emerald Fennell für «Promising Young Woman» und US-Schauspielerin Regina King für ihr Regiedebüt «One Night in Miami» im Rennen. Mit drei nominierten Frauen in der Regie-Sparte schrieben die Globes Geschichte. Über sieben Jahrzehnte hinweg waren insgesamt nur fünf Regisseurinnen nominiert gewesen. Barbra Streisand war mit «Yentl» (1984) bis jetzt die einzige Globe-Gewinnerin.
Chadwick Boseman posthum geehrt
Der im vergangenen August an Krebs gestorbene «Black Panther»-Star Chadwick Boseman wurde posthum ausgezeichnet. Für seine letzte Rolle in dem Musikfilm «Ma Rainey's Black Bottom» wurde er zum besten Hauptdarsteller in einem Drama gekürt. Darin spielt er einen hitzköpfigen Jazz-Trompeter in den 1920er-Jahren in Chicago.
Taylor Simone Ledward, die Witwe des verstorbenen Hollywood-Schauspielers, nahm unter Tränen seinen Golden Globe entgegen. «Er würde Gott danken. Er würde seinen Eltern danken. Er würde seinen Vorfahren für ihre Anleitung und ihre Aufopferung danken», sagte sie. «Und ich kenne seine Worte nicht, aber wir müssen diesen Augenblick nutzen, um diejenigen zu würdigen, die wir lieben.»
Überraschung bei bester Drama-Darstellerin
US-Schauspielerin und Sängerin Andra Day (36) gewann den Golden Globe als beste Drama-Darstellerin, für ihre Hauptrolle in «The United States vs. Billie Holiday», einem Biopic über die Jazz-Sängerin Billie Holiday. Mit Day waren unter anderem Carey Mulligan («Promising Young Woman») und Frances McDormand («Nomadland») im Rennen, die als Favoritinnen in der Kategorie gehandelt wurden.
«Unorthodox» und Helena Zengel gehen leer aus
Die deutsche Serie «Unorthodox» ging leer aus. In der Kategorie beste Miniserie oder Fernsehfilm unterlag die von Maria Schrader inszenierte Serie dem Schachdrama «Das Damengambit». Auch als beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm verlor Shira Haas, die in «Unorthodox» eine ultra-orthodoxe Jüdin spielt, gegen Anya Taylor-Joy aus dem «Damengambit».
Auch die zwölfjährige Deutsche Helena Zengel ist bei der Verleihung der Golden Globes leer ausgegangen. In dem Western «Neues aus der Welt» spielte die Schülerin an der Seite von Oscar-Preisträger Tom Hanks ein verwaistes Mädchen, das von einem indigenen Volk grossgezogen wurde. In der Sparte «Beste Nebendarstellerin» gewann Jodie Foster für ihre Nebenrolle in dem Polit-Thriller «The Mauritanian».
Virtuelle Show
Die Golden Globes, nach den Oscars Hollywoods wichtigste Filmpreise, wurden in Beverly Hills und New York zum 78. Mal vergeben. Wegen der Corona-Pandemie lief die Gala diesmal weitgehend virtuell ab, die Nominierten wurden von Standorten in aller Welt zugeschaltet. Die Komikerinnen Tina Fey und Amy Poehler moderierten die Zeremonie von getrennten Bühnen in Kalifornien und New York aus.
Über die Auszeichnungen des Verbands der Auslandspresse (HFPA) in 25 Film- und Fernsehkategorien entscheiden nur knapp 90 internationale Journalisten, die seit Langem in Hollywood arbeiten. Bei den Oscars stimmen über 9000 Filmschaffende ab. Die Academy Awards sollen Ende April vergeben werden.