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Abschaffung der Sonderjagd
Bündner Jagd: eine moralische Pflicht
Ich bin ein Jungjäger mit wenig Erfahrung und habe in den letzten elf Jahren teilweise die Hoch- und Niederjagd ausgeübt. Was ich mitteilen möchte, ist kein ethischer Jagdgedanke, da die Ethik subjektiv ist. Es gibt diejenigen, welche behaupten, dass das Töten von tragenden Hirschkühen unethisch ist, andere finden unethisch das Abschlachten von Dutzenden Hirschen zu Beginn der Hochjagd und andere sehen keine Ethik im Töten eines Schneehasen im Gebirge. Jeder kann bei jeder Jagd ethische oder unethische Gründe feststellen, vom ersten September bis zur Schliessung der Jagd Ende Februar. Aber ich möchte einen moralischen Grundsatz erwähnen, der gegenseitige Respekt zwischen den Jägern. In den letzten Jahren hätte ich die Möglichkeit, an anderen Jagden wie an der Steinbockjagd, der Pass-Jagd und an der Sonderjagd teilzunehmen, aber ich habe die entsprechende Lizenz nicht gelöst, weil ich bestimmten Besonderheiten dieser Jagden nicht zustimme oder sie gefallen mir nicht; deshalb versuche ich aber nicht eine Jagdart, die mir nicht gefällt, abzuschaffen. Ich nehme einfach nicht daran teil. Ich finde, dass jeder Jäger die Jagd respektieren sollte, die von anderen praktiziert, geschätzt und in einigen Fällen geliebt wird, da wir alle eigene Jagdpräferenzen haben. Mit der letzten Initiative schädigen wir uns selbst und nähren einfach den Hass innerhalb und ausserhalb der Jagd-Welt. Was denken die Nichtjäger von uns Jäger? Können wir uns selbst nicht einigen und respektieren? Was geschieht, wenn die Sonderjagd abgeschafft wird? Werden wir alle glücklich sein und den Konflikten zwischen den Jägern endlich ein Ende setzen? Wir sind moralisch verpflichtet, jeden Jäger mit seinen Vorlieben zu respektieren, weil wir zuerst als Jäger vereint sein sollten um unsere Bündner Jagd verteidigen zu können.
Carlo Cortesi aus Poschiavo
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