Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/55529

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, ein Modell zur Flexibilisierung des Rentenalters auszuarbeiten, das sowohl die Beitragsjahre aufgrund einer regulären Erwerbstätigkeit als auch die Höhe der Rente berücksichtigt und das die Flexibilisierung des Rentenalters gezielt fördert.</p><p>Ich fordere den Bundesrat auf, Auswirkungen und finanzielle Konsequenzen eines Modells zu untersuchen, das nach einer bestimmten Anzahl von Beitragsjahren aufgrund einer regulären Erwerbstätigkeit eine nach der Höhe der Rente abgestufte finanzielle Hilfe gewährt, wobei der Mechanismus des Knickpunktes spielen soll. Die Jahre, in denen ein Erziehungsbonus gut geschrieben wird, sollen als Beitragsjahre zählen. Ich würde gern die Auswirkungen bei 40, 41, 42, 43 und 44 Beitragsjahren kennen.</p><p>Dieses Modell sollte mittels eines Fonds finanziert werden und Personen unterstützen, die vorzeitig in Rente gehen und in unserem Land bleiben (ich denke an 0,12 bis 0,15 Prozentpunkte der Mehrwertsteuer).</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In seiner Botschaft zur 11. AHV-Revision hatte der Bundesrat vorgeschlagen, den Rentenvorbezug insbesondere für Personen mit tiefen Einkommen, die meist bereits in jungen Jahren anstrengende Berufe ausüben, zu ermöglichen. Verschiedene andere Modelle für ein flexibles Rentenalter mit sozialpolitischen Komponenten wurden geprüft und diskutiert. Einige davon beruhten auf einer minimalen Erwerbsarbeitszeit. Die eidgenössischen Räte lehnten es allerdings ab, den Rentenvorbezug in der AHV mit sozialpolitischen Massnahmen abzufedern. Am 16. Mai 2004 hat das Volk die 11. AHV-Revision klar abgelehnt.</p><p>Der Bundesrat hat am 30. Juni 2004 eine Standortbestimmung vorgenommen und das Eidgenössische Departement des Innern beauftragt, die Vorbereitungsarbeiten zu einer weiteren AHV-Revision sofort in Angriff zu nehmen. Die Reform soll die finanzielle Sicherung der AHV bis 2020 zum Ziel haben und Vorschläge enthalten zu Mehreinnahmen oder der Erschliessung neuer Finanzquellen, zu einem Rentenmodell mit abgestuftem Rentenalter, zu Sparmassnahmen und zu kostendämpfenden Leistungsanpassungen.</p><p>Im Hinblick auf diese Reform werden somit erneut Modelle zur Flexibilisierung des Rentenalters untersucht, insbesondere auch Modelle, die die Dauer der Erwerbstätigkeit berücksichtigen, oder solche, die im Sinne des Postulates auf Personen ausgerichtet sind, welche in bescheidenen Verhältnissen leben und anstrengende Berufe ausüben. Dabei ist stets die Frage der Finanzierbarkeit auf längere Sicht zu beachten.</p><p>Das Bundesamt für Sozialversicherung ist gegenwärtig daran, vorbereitende Arbeiten einzuleiten, um praktikable Lösungen zu finden, die für eine allgemeine Volksversicherung geeignet sind, welche nicht nur Arbeitnehmende, sondern auch Nichterwerbstätige einbezieht. Ausserdem sollen sie keinen enormen Verwaltungsaufwand zur Folge haben und sich einfach mit dem System der zweiten Säule koordinieren lassen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.