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Das Loiretal hat auch noch andere SehenswĂĽrdigkeiten als nur gerade Schlösser zu bieten. Zum Beispiel das Kloster Fontevraud-l’Abbaye. GegrĂĽndet im Jahre 1101 im Zuge einer religiösen Erneuerungsbewegung. Im Wesentlichen ging es darum, dass die Priester nicht mehr heiraten durften. Einige verliessen ihre Frauen. Diese schlossen sich Robert d’Arbrissel an. Der wäre zwar lieber ein Einsiedler gewesen, war aber auch ein excellenter Redner. Dieser Robert erhielt vom Bischof den Auftrag, ein geordnetes Leben in seine Anhängerschaft zu bringen. Er grĂĽndete an der Quelle eines FlĂĽsschens das Kloster Fontevraud. 48 Frauen, darunter auch die Ă„btissin, waren die ersten Bewohner.
Das Kloster hatte eine sehr bewegte Vergangenheit. Mehrere Orden wurden darin sesshaft. Zeitweise diente es auch als Gefängnis für bis zu 1700 Gefangene. Seit über hundert Jahren ist man wieder daran, alle diese Spuren von An- und Umbauten wieder rückgängig zu machen um eine Kirche im eigentlich alten, schlichten Stil zu erhalten.
Wir fuhren weiter, der Loire, entlang. Erfuhren, dass sie im Zentralmassiv entspringt, gut 1000 KM lang ist und in den Atlantik mündet. Etwa 300 KM der Loire gehören zum Weltkulturerbe. Im wesentlichen hat sie drei grosse Zuflüsse. Darunter auch die Vienne, welche wir heute ebenfalls mehrmals überqueren. Auf unserer Fahrt nach Saumur zum Mittagessen fahren wir an weiteren Felshäusern vorbei. Diese Felsen eignen sich teilweise auch sehr gut für die Zucht von Champignons. An der Loire gedeihen aber auch die Weinreben gut, so dass hier mehrere Weinbetriebe zu finden sind.
Nach dem Mittagessen in Saumur, besuchen wir etwas ausserhalb zwei Bauernhäuser, fast vollständig in Fels hinein gebaut. Eines davon war noch bis ins Jahre 1962 bewohnt. Die Ausstattung dürfte etwa vergleichbar mit der in unseren Maiensässen in den Bergen sein. Nur mit dem Unterschied, dass halt eben alles nur auf einer Seite ein Fenster besitzt und die Räume nicht wirklich tief in den Fels gebaut sind.
Selbst die Tiere hatten ihre Stallungen unter der Erde. Ebenfalls eine Kapelle und diverse Aufenthalts- und Arbeitsräume wurden von den Familien gemeinsam und unterirdisch benutzt. Gerade im Winter, wenn es auch an der Loire mal gefroren ist, kann so der gemeinsame Aufenthalt in einem Raum zu deutlich mehr Wärme verhelfen.
Am späteren Nachmittag besuchten wir den Schaumwein-Produzenten Buvet & Ladubay. Er produziert seinen Schaumwein nach dem gleichen Rezept wie der Champagner, darf ihn aber nicht als Champagner bezeichnen (weil er eben an der Loire produziert wird).
Den Gang durch seinen imposanten Weinkeller, der ursprĂĽnglich durch den Abbau von Turfgestein entstanden ist, beschliessen wir mit einer Degustation.
Passend zum heutigen Tag mit dem Besuch der unterirdischen Bauernhöfe und der Weindegustation geniessen wir das heutige Nachtessen auswärts. In einem Restaurant, gebaut in einen Felsen.