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Ich höre immer wieder, man soll das Haus möglichst früh auf die Kinder überschreiben und die lebenslängliche Nutzniessung des Hauses behalten. Dies sei steuerlich interessant. Gleichzeitig lese ich bei Ihnen, die Eltern müssten bei der Nutzniessung für sämtliche Kosten selber aufkommen. Sie müssten den Eigenmietwert als Einkommen und den amtlichen Wert als Vermögen versteuern. Wo liegen die steuerlichen Vorteile, wenn ja steuerlich alles beim Alten bleibt? M. R. Thalwil
Sie wohnen im Kanton Zürich. Dort wurde die Erbschaftssteuer für direkte Nachkommen abgeschafft. Dort bringt das vorzeitige Überschreiben des Hauses auf die Kinder tatsächlich nichts, solange Sie sich die Nutzniessung vorbehalten. Wo hingegen Erbschaftssteuern fällig werden, lohnt sich ein vorzeitiges Überschreiben. Vor allem, wenn der neue Eigentümer mit dem Schenker nicht verwandt ist und sehr hohe Erbschaftssteuern fällig würden. Je höher die Erbschaftssteuer, desto interessanter ein frühzeitiges Überschreiben der Liegenschaft. Wenn nämlich das verschenkte Objekt unter dem Vorbehalt einer Nutzniessung versehen ist, kommt der Beschenkte in den Genuss einer steuerlichen Erleichterung. Dies aus dem einfachen Grund, weil er über die Liegenschaft noch gar nicht verfügen kann. Erst beim Tod des Nutzniessers wird der - oder die - Beschenkte ins Haus einziehen oder dieses vermieten können.
Zur Berechnung des Steuernachlasses wird die Nutzniessung in Franken bewertet und vom Schenkungsbetrag abgezogen. Die Bewertung erfolgt in den meisten Kantonen aufgrund der statistischen Lebenserwartung des Nutzniessers.
Je jünger der Nutzniesser, desto später kann der Beschenkte das Geschenk in Anspruch nehmen, desto höher ist also der Wert der Nutzniessung. Je höher der Wert der Nutzniessung, desto höher die Reduktion der Erbschaftssteuer.
Erschienen im BLICK am 11. August 2004