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Habt ihr an Nadelbäumen, insbesondere an Legföhren (Pinus uncinata subsp. mugo) auch schon mal schwärzlich verklebte Nadelbüschel gesehen? Ja? Und habt ihr euch auch gefragt, woher diese "Verklebungen" stammen?
Wenn wir diese Frage auf Exkursion stellen, erhalten wir häufig folgende Antworten:
1. "Die Zweige sehen aus, als wäre Kuhmist oder Gülle auf die Nadeln gelangt." Dies eine Antwort, die auf Alpweiden durchaus plausibel klingt.
2. "Es ist Erde, beziehungsweise getrockneter Schlamm, der die Nadeln bedeckt. Die Nadeln werden im Winter durch die Schneelast auf den Boden gedrückt, wobei besonders jene Zweige, die auf feuchter Erde zu liegen kommen, noch im Sommer stark verschmutzt sind."
Was denkt ihr?
Stimmt eine der beiden Antworten?
Die Antwort lautet:
Nein, keine der beiden obengenannten Antworten stimmt!
Die Verklebungen und der braune, nach Mist oder Dreck aussehnde Überzug stammen von einem Pilz der Gattung Herpotrichia, auf deutsch, der Schwarze Schneeschimmel. Der Pilz befällt besonders Zweige, die im Frühling lange schneebedeckt bleiben. Er dringt durch die Spaltöffnungen der Nadeln ein und bildet gleichzeitig oberflächlich ein filzartiges Pilzgeflecht, mit dem er benadelte Äste oder ganze Bäumchen dicht überzieht. Besonders schnell wächst er bei hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen über dem Nullpunkt. Diese Bedingungen sind besonders im Frühling bei Schneeschmelze in den obersten Schneeschichten gegeben. Nach der Schneeschmelze nimmt das oberflächliche Pilzgeflecht im Sonnenlicht allmählich eine braun-schwarze Farbe an und stellt das Wachstum ein. Im darauffolgenden Winter und Frühling, geht der komplexe Zyklus unter der Schneedecke wieder von vorne los.