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Die Fitzgerald-Story in Wort und Ton
«Es kommt nicht darauf an, woher man kommt, sondern wohin man geht», lautete die Erkenntnis der legendären Ella Fitzgerald. In beidem, der Herkunft und der Laufbahn, war sie eine Ausnahmeerscheinung. Ella Fitzgerald wurde am 25. April 1917 in Newport News/Virginia als Tochter von William Fitzgerald und Temperance Henry geboren. Die Eltern waren unverheiratet, lebten aber nach der Geburt von Ella noch mindestens zweieinhalb Jahre zusammen. In den frühen 20er-Jahren zogen die Mutter und ihr neuer Partner nach Yonkers in Westchester County, New York. Bis 1925 wohnte die Familie in der School Street, einer armen italienischen Gegend. Ella begann dort ihre Schulbildung im Alter von sechs Jahren und war eine hervorragende Schülerin, die durch eine Vielzahl von Schulen ging, bevor sie 1929 die Benjamin Franklin Junior High School besuchte.
Diese und andere Informationen vermittelte das «Ella Fitzgerald Jubilee» in der Bar Roma im Hotel Römerbad. Es herrschte eine ähnliche Atmosphäre wie in den New Yorker Lokalen, wo Ella Fitzgerald ihre Karriere begann: Locker, cool und im ständigen Kontakt und Austausch mit dem Publikum holte die Band eine Auswahl von Fitzgerald-Songs aus der Erinnerung hervor. Das Besondere am «Jazz in der Bar Roma» war die Kombination zwischen Hörproben und den dazwischen eingefügten Informationen über Fitzgeralds Laufbahn von den Anfängen als Big-Band-Sängerin in Harlem bis zum Weltstar. Dabei spielte Christoph Hegi eine Doppelrolle als Chronist des Lebenslaufes und als Pianist der Band. So entstand zusammen mit Virginia Beatrice (Gesang), Roman Dylag (Bass), Vincent Lachat (Posaune) und Martin Meyer (Schlagzeug) ein originalgetreues Abbild aus der Zeit, wo der Swing die Jazzszene beherrschte und Ella Fitzgerald darin tonangebend war.
Zwei Stunden lang in Erinnerungen
Das Programm war in zwei Blöcke mit je sieben Titeln aufgeteilt. Sie reflektierten das Lebensgefühl und die Karriere von Ella Fitzgerald, die in der Jugendzeit Gottesdienste, Bibelstudien und die Sonntagsschule besuchte. Von der Kirche erhielt sie die ersten Kontakte mit der Musik. Im Alter von 15 Jahren verlor sie ihre Mutter. Sie schlug sich durch als Ausguck in einem Bordell, schwänzte die Schule und wurde von den Behörden in ein Waisenhaus überführt. 1934, im Alter von 17 Jahren, betrat sie erstmals eine New Yorker Bühne und im Januar 1935 erhielt sie die Chance, eine Woche lang mit der Tiny Bradshaw Band im Harlem Opera House aufzutreten. Danach konnte sie als Schlagzeugerin und Bandleaderin von Chick Webb wichtige Erfahrungen sammeln. Nach seinem Tod übernahm sie 1939 dessen Band, gab sie aber wieder auf. 1941 begann Ella Fitzgerald mit ihrer Solokarriere und entwickelte sich zu einer der grössten Jazzsängerinnen aller Zeiten. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts trat Ella Fitzgerald auch in Filmen und als Gast in beliebten Fernsehshows auf und arbeitete ausserhalb ihrer Solokarriere auch mit Louis Armstrong, Duke Ellington und «The Ink Spots» zusammen. Am 15. Juni 1996 starb Ella Fitzgerald im Alter im Alter von 79 Jahren an einem Schlaganfall.
Originalgetreu das Zeitbild der Jazzlegende dargestellt
Musikalisch und informativ ist es «Ella Fitzgerald Jubilee» gelungen, das Zeitbild der Swingzeit mit originalgetreuen Hörproben und die Biographie einer grossen Sängerin mit Fakten und Anekdoten darzustellen. Viel dazu beigetragen hat der Gesang von Virginia Beatrice, besonders im «Scat Singing», einem improvisierten Singen von rhythmisch und melodisch aneinandergereihten Silbenfolgen ohne Wortbedeutung. Aber auch die Instrumentalisten erhielten bei laufendem Vortrag häufig Applaus für ihre Soloeinlagen.