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Quelle: Shutterstock
Vor einigen Jahren durfte ich für meinen Chef
einspringen und vor einem grösseren Publikum seine PowerPoint-Präsentation
moderieren. Zur Vorbereitung habe ich mir die „Slides“ kurz
angeschaut. Der Inhalt war nicht sonderlich anspruchsvoll, deshalb dachte ich
mir: „easy, das geht schon, das kann
ich übernehmen!“
Am Präsentationstag stand ich vor der Versammlung
und merkte: so einfach ist es nicht, das bin nicht ich, ich wirke nicht
authentisch, lese die Stichworte ab, bin aufgeregt klebe an den «Slides». Die
vermeintlich einfache Präsentation mutierte zum Desaster.
Als Kämpferin beisse ich mich durch. Nach der Präsentation nähert sich ein Zuhörer meinem Rednerpult:
«Gute Präsentation! Ich habe Sie allerdings schon leidenschaftlicher und mitreissender erlebt, was Sie gesagt haben, war aber richtig.»
Ich wusste genau, was er meinte, meine Präsentation war eine Katastrophe gewesen!
Dies bringt mich zu meiner ersten Regel.
Meine erste Regel:
- nie eine Präsentation, die du nicht selber zusammengestellt hast.
Die PowerPoint-Präsentation meines Chefs entsprach
nicht meiner „Präsentationstechnik.
Die Präsentation war technisch einwandfrei, viele Charts, Bilder, Animationen, gute Texte und schöne Layouts. Die Präsentation hatte als Inhalt 25 Folien; ich hätte aber für dasselbe Thema nur sechs bis sieben „Slides“ benötigt.
Schon fast hatte ich es geschafft und mich durch die fremde Präsentation gekämpft, als die Katastrophe auf ihren Höhepunkt zusteuerte. Die letzte Folie erscheint. Plötzlich fliegen Pfeile auf einen Text zu. Ich klicke und klicke und klicke. Acht Mal muss ich drücken, bis endlich alle Pfeile am richtigen Platz sind. Die «Klick-Zeit» fülle ich jedes Mal mit einer Erklärung. Als die finale Version der Folie aufleuchtet, habe ich nichts mehr zu sagen.
Was hätte ich noch erklären können? Ich fühlte mich
unter Druck und gezwungen, irgendetwas zu erzählen. Dies verursachte in mir grossen
Stress, Aufregung und plötzliches Lampenfieber.
Deshalb präsentiere ich euch hier meine zweite Regel.
Meine zweite Regel:
- Vor anderen Personen eine Präsentation, einen Vortrag oder eine Rede zu halten, ist stressig. Spare also nicht an der Vorbereitungszeit! Du musst deine «Slides» gut kennen und die Präsentation für dich selbst üben!
Ein wenig Lampenfieber gehört zu einer guten Präsentation dazu. Adrenalin wird freigesetzt und du bist bereit, Höchstleistungen zu erzielen. Was aber passiert, wenn die Nervosität einen negativen Einfluss auf deine Präsentation hat
Nicht nur der Inhalt, auch das Auftreten machen eine gute Präsentation aus.
Wenn ich von Form rede, dann meine ich Gestik, Mimik, Körperhaltung, Bewegung, Stimme und Sprache.
Wenn man sich selbst bei einer Präsentation beobachten könnte, würde man sehr viel über sich und die Wirkung auf andere lernen. Da man sich während einer Präsentation meistens auf die Inhalte konzentrieren muss und vielleicht auch etwas aufgeregt ist, fällt diese Selbstbeobachtung schwer.
Nach meiner katastrophalen Präsentation wollte ich wissen, wie ich bei dem speziell animierten «Slide» auf mein Publikum gewirkt habe.
In meinem Büro startete ich die Präsentation, stellte mich vor den Spiegel und versuchte, Wortlaut, Mimik und Gestik zu wiederholen. Selbstkritisch musste ich folgendes Fazit ziehen:
«Ich bin nicht authentisch, habe die Stichworte abgelesen, die Wörter in die Länge gezogen, bin besonders aufgeregt und weiss nicht mehr, was erzählen. Das bin nicht ich!»
Dies führt mich zu meiner dritten Regel.
Meine dritte Regel:
- Übe deine Präsentation vor dem Spiegel.
Wenn man sich zu Hause vor einen Spiegel oder eine andere Person stellt und einzelne Elemente der Präsentation übt, kann man sich ein Feedback einholen. Als Publikum kann man beobachten, wie sich der Moderator gibt.
- Was wirkt positiv?
- Was geht gar nicht?
- Was fällt mir auf?
- Wie ist die Haltung beim Präsentieren?
- Sicher? Konzentriert? Freundlich? Nervös? Unsicher?
- Verstecke ich meine Hände? Etwa in der Hosentasche?
Genau, der Spiegel sagt mir, wie ich mich vor Menschen in der Moderatorenrolle verhalte!
Zum Beispiel:
- Sind die Hände im neutralen Bereich der Gürtellinie, weil die Arme leicht angewinkelt sind?
- So wirkt man sachlich und strahlt eine Verbindlichkeit aus.
- Sind die Arme oberhalb der Gürtellinie?
- So verstärkt man die Glaubwürdigkeit.
Es gibt noch viele weitere gute Regeln, welche uns „zu einem starken Auftritt“ verhelfen.
- Besser präsentieren, wenn ich die wichtigsten Regeln kenne
- Besser präsentieren, wenn ich meine Körpersprache kenne
- Besser präsentieren, wenn ich meine Stimme richtig einsetzen kann
Möchtest auch du deinen Auftritt optimieren? Tipps zum Thema „Alles für den starken Auftritt“ bekommst du an der Weiterbildung in Zofingen! Am 24. Oktober 2019 geht’s los.
Ein weiterer Kurs findet am 12./19./26. März 2020 (14.00 bis 21.00 statt).