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Wegen der drohenden Pleite des venezolanischen Erdölkonzerns PDVSA reist Präsident Nicolás Maduro in andere Erdölreiche Länder. Er dürfte unter anderem in Russland und Saudi-Arabien über Massnahmen für höhere Preise beraten.
Wie es aus Regierungsquellen gehören Russland und Saudi-Arabien zu den Zielen seiner viertägigen Reise ab Freitag - der genaue Reiseplan war zunächst unklar. Saudi-Arabien gehört wie Venezuela der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) an. Der Preis könnte nur durch eine Drosselung der Produktion steigen - für venezolanisches Erdöl liegt er zur Zeit bei 43 US-Dollar je Barrel.
PDVSA versucht derzeit, ausländische Gläubiger von einer Umwandlung 2016 und 2017 fälliger Anleihen in bis 2020 laufende Anleihen zu überzeugen - mit einer hohen Verzinsung von 8.50 Prozent. Klappt die Aktion nicht, könnte es das baldige Aus bedeuten. Insgesamt geht es um ein Volumen von 5.3 Milliarden Dollar.
Da die Einnahmen des Staatskonzerns in hohem Masse den Staatshaushalt finanzieren, befürchten Experten bei einer Zahlungsunfähigkeit von PDVSA-Pleite auch eine mögliche Staatspleite. Das Unternehmen hat rund 150'000 Mitarbeiter. 2015 fielen laut Geschäftsbericht von PDVSA die Einnahmen von 122 Milliarden auf 72.2 Milliarden Dollar.
Das sozialistisch regierte Land hat wegen Misswirtschaft, hoher Inflation und dem niedrigen Ölpreis kaum noch Devisen, um die Einfuhr von Lebensmitteln und Medikamenten zu bezahlen. Dadurch verschärft sich seit Monaten eine der schlimmsten Versorgungskrisen in der Geschichte Venezuelas. Die Opposition will den noch bis 2019 gewählten Maduro mit Hilfe eines Referendums absetzen lassen. (sda/dpa)