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Der weibliche Genitaltrakt
Die Vorgänge um die Befruchtung spielen sich im weiblichen Genitaltrakt ab.
Das Ovar und der dominante Follikel
Etwa eine Woche vor der Zyklusmitte entwickelt sich in einem der beiden Ovarien der dominante Follikel. Dieser wächst schneller als die übrigen Tertiärfollikel und bereitet sich auf den Ovulation vor. Er erreicht einen Durchmesser von bis zu 25mm und wird auch als Graafscher Follikel bezeichnet.
Die Ultraschall-Aufnahme in Abb.7 zeigt die Follikelflüssigkeit als schwarze Fläche. Die Aufnahme wurde kurz vor der Ovulation gemacht. Da sich zu diesem Zeitpunkt der Cumulus oophorus von der Granulosa gelöst hat, "schwimmt" die Eizelle umgeben von ihren Kumuluszellen (sog Corona radiata) in der Follikelflüssigkeit. Dies ist allerdings in der Abbildung nicht erkennbar.
Der Graafsche Follikel wölbt sich an der Oberfläche des Ovars vor. Er ist sprungbereit, d.h. seine Wand wird bald rupturieren und sein viskoser und klebrigerwässrige Inhalt wird sich mitsamt der Eizelle in den Tubentrichter ergiessen. Der Durchmesser des sprungbereiter Follikels misst hier 22mm (entspricht 5ml Follikelflüssigkeit).
Für die Follikelreifung ist eine ausgeklügelte hormonelle Steuerung verantwortlich. Die Selektionskriterien für die Auswahl des dominanten Follikels sind allerdings nicht bekannt. Das folgende Schema gibt den Konzentrationsverlauf der beteiligten Hormone während eines Zyklus wieder.
Etwa eineinhalb Tage vor der Zyklusmitte steigt die Konzentration des Luteinisierenden Hormons (LH) stark an. Der darauffolgende LH-Gipfel ist für eine ganze Reihe von Vorgängen verantwortlich. Diese haben zum Ziel, die Ovulation auszulösen, ein optimales Milieu für eine erfolgreiche Befruchtung zu schaffen und die zeitliche Abfolge der Vorgänge aufeinander abzustimmen.
Der LH-Gipfel löst folgende Vorgänge in der Eizelle aus:
- Beendigung der ersten Reifeteilung und Beginn der zweiten RT
Der LH-Gipfel löst folgende Vorgänge im Follikel aus:
- Auflockerung der Granulosazellen im Bereich des Cumulus oophorus
- Erhöhung der Progesteronkonzentration in der Follikelflüssigkeit
- Auflockerung des perifollikulären Gewebes und zunehmende Vaskularisation
Als Folge dieser Vorgänge ergibt sich:
- Die korrekte Plazierung des Tubentrichters an der Ovaroberfläche
- Die Ruptur der Wand des Follikels und Übertritt der Follikelflüssigkeit mit der Eizelle in den Tubentrichter
- Die Hemmung der Reifung weiterer Follikel
Diese Punkte werden auf den nächsten Seiten näher erläutert.