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Die über zweihundert hier versammelten Briefe Ossip Mandelstams sind wertvolle Lebensdokumente des großen russisch-jüdischen Dichters. Der Band umfasst Briefe von 1907 bis 1938, beginnt mit einer Karte des nach Paris reisenden Studenten Mandelstam und endet mit dem letzten, auf einen Zettel gekritzelten Schreiben des Lagerhäftlings aus dem Transitlager bei Wladiwostok.
Neben Zeugnissen der Verfolgung und des Widerstandes gibt es in diesem Briefwerk auch das Zeugnis einer ungewöhnlichen Liebe. In den Briefen Mandelstams an seine Frau Nadeschda, die hier erstmals vollständig und ungekürzt auf Deutsch erscheinen, ist diese Liebe in ihren zärtlichen Alltagsgesten und in ihrer unbändigen Lebensfreude nachlesbar.
Beigegeben sind die Dokumente, die Mandelstams Verfolgung, Verhaftung und Verschickung ins fernöstliche Arbeitslager erhellen, aber auch die Stimmen von zwanzig Dichtern dieses Jahrhunderts, die ihre Bewunderung für den »Sonderling« Mandelstam formuliert haben.
»Hinter der künstlerischen Spracharbeit wird der tägliche Überlebenskampf erkennbar, der zwar bisweilen Eingang in die Literatur gefunden hat, meistens aber in skandalösem Kontrast zu Mandelstams exquisiter Lyrik steht.« Ulrich M. Schmid, Neue Zürcher Zeitung