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Die Orgelmusik zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist stark geprägt vom spätromantischen symphonischen Stil. In Frankreich werden die grossen Symphoniker Louis Vierne und Marcel Dupré abgelöst durch bedeutende Komponisten der Moderne: Jean Langlais, Olivier Messiaen und später Naji Hakim. In Deutschland setzen Sigfrid Karg-Elert und Gerard Bunk die Tradition Regers fort, der wohl wichtigste Vertreter der neueren Generation ist Johann Nepomuk David. Entdecken Sie hier auch weniger bekannte Orgelmusik aus dem 20. Jahrhundert.
Archiv der Kategorie: 20. Jahrhundert I
Lili Wieruszowski
Lili (Lilli) Wieruszowski (1899–1971) war eine deutsche Organistin und Komponistin, die lange Zeit in Basel lebte. Sie war eine der vier Töchter der Frauenrechtlerin Jenny Wieruszowski. Ihre Eltern waren an der Gründung des Humanistischen Mädchengymnasium in Köln beteiligt. Lili Wieruszowski studierte am Kölner Konservatorium, danach an der Hochschule für Musik Berlin. Ab 1925 hatte sie eine Anstellung als Organistin an der Charlottenburger Epiphaniengemeinde, wo sie durch ihr virtuoses Orgelspiel beeindruckte. Als Judenchristin wurde ihr aber 1933 das Orgelspiel verboten und sie ging im gleichen Jahr ins Exil nach Basel. Weiterlesen
Johan Wagenaar
Johan Wagenaar (1862–1941) war ein niederländischer Komponist und Organist. Er wurde als Sohn des Adeligen Cypriaan Gerard Berger van Hengst geboren. Die Mutter stammte aus einfachen Verhältnissen, und die gesellschaftlichen Umstände dieser Zeit liessen keine Heirat zu. So wuchs Wagenaar in eher ärmlichen Verhältnissen auf und erhielt den mütterlichen Nachnamen. Obwohl sich früh musikalisches Talent zeigte, erhielt Wagenaar erst ab dem Alter von 13 Jahren Unterricht in Klavier, Violine, Theorie und Komposition. Seine ersten Orgellehrer wurden der Komponist Richard Hol und der Organist Samuel de Lange. 1892 nahm er Unterricht in Kontrapunkt bei Heinrich von Herzogenberg in Berlin. Weiterlesen
Samuel Ducommun
Samuel Ducommun (1914–1987) stammt aus Neuenburg. Er studierte Orgel bei Louis Kelterborn und Charles Faller, Harmonielehre bei Charles Humbert sowie Kontrapunkt und Komposition bei Paul Benner. Später wurde er Schüler von Marcel Dupré. Als Organist begann seine Laufbahn 1934 in Corcelles (Kanton Neuchâtel) als Nachfolger von Louis Kelterborn. Von 1938 bis 1942 wirkte er an der Bieler Stadtkirche. Mit 28 Jahren wurde er 1942 zum Nachfolger von Albert Quinche als Titular-Organist an der Collégiale von Neuchâtel gewählt.
William Lloyd Webber
William Lloyd Webber (1914–1982) konzertierte bereits als 14-Jähriger als Organist an verschiedenen Kirchen in London und England. Er studierte am Royal College of Music, unter anderem bei Ralph Vaughan Williams. 1938 war er Organist und Chorleiter an All Saints, später in Central Hall, Westminster, einer bedeutenden Methodistenkirche. Die ersten Kompositionen entstanden in den 30er Jahren.
Gabriel Dupont
Gabriel Édouard Xavier Dupont (1878–1914) hatte ersten Unterricht bei seinem Vater, der Musikprofessor am College Malherbe und Organist an der Kirche Saint-Etienne in Caen war. Er besuchte das Konservatorium seiner Heimatstadt, bevor er 1893 nach Paris kam. Dort trat er in die Klasse für Harmonielehre des Antoine Taudou am Conservatoire de Paris ein.
Marcel Dupré
Marcel-Jean-Jules Dupré (1886–1971) wurde in Rouen geboren. Der Vater lehrte als Musiklehrer am Lycée Corneille und war Organist an der Kirche St-Ouen de Rouen. Die Mutter war Pianistin und Schülerin von Aloys Klein. 1893 erhielt Dupré durch seinen Vater den ersten Musikunterricht. Drei Monate später spielte er zum ersten Mal öffentlich bei einer Hochzeit in Elbeuf die Orgel.
Gerard Bunk
Gerard Bunk (1888–1958) studierte ab 1901 Klavier bei Anton Verheij am Rotterdamer Konservatorium. 1906 kam er nach Bielefeld zu Hans Hermanns, dem er ans Hamburger van Bernuthsche Konservatorium folgte. 1907 wurde Bunk Klavierlehrer am Konservatorium in Bielefeld. An der Orgel bildete er sich vorwiegend autodidaktisch aus, wobei sich seine pianistischen Fähigkeiten bezahlt machten.
Max Reger
Max Reger (1873–1916) erhielt schon früh musikalische Unterweisung. Nach Studien bei dem berühmten Musiktheoretiker Hugo Riemann an den Konservatorien in Sondershausen und Wiesbaden erlitt Reger infolge seiner Militärdienstzeit und beruflicher Rückschläge einen nervlichen und physischen Zusammenbruch und kehrte 1898 ins Elternhaus zurück. Dort steigerte sich Regers musikalische Tätigkeit enorm. 1901 siedelte er nach München um, wo er sich mehr musikalische Anregungen erhoffte als in der Oberpfalz. 1902 heiratete Reger die geschiedene Protestantin Elsa von Bercken, was seine Exkommunikation zur Folge hatte. 1905 wurde er als Nachfolger Rheinbergers an die Akademie der Tonkunst berufen, legte sein Amt aber bereits ein Jahr später wegen Unstimmigkeiten mit dem überwiegend konservativen Lehrkörper nieder.
Paul Müller-Zürich
Paul Müller-Zürich (1898–1993) studierte bei Philipp Jarnach und Volkmar Andreae am Konservatorium in Zürich, danach bei Jean Batalla in Paris. Von 1927 bis 1968 war er Lehrer für Musiktheorie am Konservatorium Zürich. Als Lehrer, Dirigent, Komponist und Organisator gehörte er zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des Schweizerischen Musiklebens des 20. Jahrhunderts.
Virgil Fox
Bereits im Alter von zehn Jahren begleitete Virgil Fox (1912–1980) den Gottesdienst in der Kirche. Mit 15 Jahren spielte er sein erstes Orgelkonzert vor 2500 Personen in der Withrow High School in Cincinnati. Mit 17 gewann er als erster Organist überhaupt den ersten Preis am Biennial Contest of the National Federation of Music Clubs in Boston. Weiterlesen