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Die Formel-1-Saison 1994 ging als eine der denkwürdigsten in die Geschichte ein. Überschattet wurde das Jahr von den tödlichen Unfällen von Roland Ratzenberger und Ayrton Senna beim Grossen Preis von San Marino in Imola.
Doch auch in sportlicher Hinsicht verlief die Saison dramatisch. Michael Schumacher gewann 6 der ersten 7 WM-Rennen und lag in der Gesamtwertung scheinbar komfortabel in Führung. Doch dann nahm das Drama beim GP von Silverstone seinen Lauf:
- Erst überholt Schumacher auf der Aufwärmrunde seinen Konkurrenten Damon Hill reglementswidrig.
- Die Rennleitung verhängt eine Stop-and-Go-Strafe für den Deutschen. Schumacher und sein Team ignorieren diese.
- Nun wird Schumacher die schwarze Flagge für eine Disqualifikation gezeigt. Auch diese wird ignoriert.
- Nach dem Rennen wird Schumacher wegen der Nichtbeachtung der Sanktionen für 2 Rennen gesperrt.
Damit aber noch nicht genug des Ungemachs für Schumacher: Beim GP von Belgien in Spa wurde der Benetton-Pilot wegen einer zu dünnen Holzplatte am Unterboden seines Boliden disqualifiziert, nachdem er das Rennen gewonnen hatte. Wieder waren 10 Punkte futsch.
Hill wusste die Aussetzer und Abwesenheiten Schumachers in der 2. Saisonhälfte zu nutzen, holte insgesamt 6 Siege und rückte in der Gesamtwertung gefährlich nahe an den Deutschen heran.
Showdown in Australien
So kam es zum grossen Showdown im australischen Adelaide, der erneut mit einem Aufreger endete: In der 36. Runde kam Schumacher von der Strecke ab und touchierte eine Mauer. Zwar kam er nochmals zurück, doch Hill hatte aufgeschlossen und versuchte, Schumacher bei nächster Gelegenheit zu überholen.
Dieser machte in einer Rechtskurve die Türe zu und flog nach einer Berührung mit Hill in einen Reifenstapel. Bei Hills Williams brach beim Zwischenfall eine Radaufhängung. Er schaffte es zwar noch an die Box, musste das Rennen aber dennoch aufgeben.
Der erste Schritt zum Rekord-Weltmeister
So holte sich Schumacher seinen ersten von insgesamt 7 WM-Titeln, hatte aber gleichzeitig den Ruf weg, nicht nur am Rande der Legalität zu fahren, sondern die Grenze auch mal zu überschreiten.