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FIT IM DORF
DORFGSCHICHTE
Standort Posten:
Schlatterstrasse, Garten Zeller
Villa Sternheim
Östlich von hier steht das prächtige Haus, welches das Schriftsteller Ehepaar Carl und Thea Sternheim 1924/25 erbauen liessen. Viele Künstler und Künstlerinnen gingen bei Sternheims ein und aus.
Im Gästehaus am Veloweg wohnte und arbeitete später der Schriftsteller Paul Ilg (1875- 1957).
Carl Sternheim
Carl Sternheim (1878-1942) war zu seiner Zeit ein bedeutender deutscher Schriftsteller. 1920 ist er mit seiner Frau Thea und den Kindern auf Empfehlung von Freunden, die bereits in Uttwil wohnten, zum ersten Mal nach Uttwil gezogen. Zu jener Zeit haben sich einige Künstler in Uttwil niedergelassen. Der flämische Architekt Henry van de Velde träumte von einer Künstlerkolonie in Uttwil. Da die Inflation das deutsche Geld massiv entwertete verloren die Künstler wesentliche Teile ihres Vermögens. So zogen auch die Sternheims bereits nach 2 Jahren wieder nach Deutschland. 1924 kehrten sie aber nach Uttwil zurück, kauften das Landstück direkt am See und liessen dort die Villa erbauen. Die Sternheims haben jeweils viele illustre und prominente Gäste empfangen. Carl Sternheim litt zunehmend unter psychischen Problemen und musste sich behandeln lassen. 1927 liessen sich Sternheims scheiden und sie verliessen Uttwil wieder.
Walter Kern
Nach einigen Besitzerwechseln kaufte 1940 schliesslich Walter Kern (1898-1966) die Liegenschaft. Kern war damals Kurdirektor in Davos und pflegte dort verschiedene Bekanntschaften mit Künstlern, so auch mit Ernst Ludwig Kirchner. Daneben betätigte sich Walter Kern auch als Lyriker und Maler. Sein poetisches Gesamtwerk wurde 1998 in der Publikation „schön ist alles lebendige…“ durch Bruno Oetterli zusammengestellt und in der „Edition FROHSINN“ herausgegeben.
Walter Kern, Formen, 1964
Paul Ilg
Der Schriftsteller Paul Ilg (1875-1957) bewohnte ab 1942 das Gästehaus am Seeweg, welches ihm Walter Kern zur Verfügung stellte. Paul Ilg stammte aus ärmlichen Verhältnissen und betätigte sich in seinen jungen Jahren unter anderem als Werbeschreiber bei Maggi sowie als Redaktor bei Zeitschriften. Ab 1906 – er lebte damals in Berlin – veröffentlichte er verschiedene Romane in denen er seine schwere Kindheit und Jugendjahre verarbeitete. Sein Roman „das Menschlein Matthias“ wurde 1941 verfilmt.
Paul Ilg im Gästehaus der Villa Sternheim, seinem Alterswohnsitz. Gemalt von seinem Sohn, dem Kunstmaler Kaspar Ilg.