Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03642.jsonl.gz/779

Angesichts der humanitären Krise im Mittelmeer sind die Seenotretter von SOS MEDITERRANEE wieder in See gestochen, um schiffbrüchige Geflüchtete im zentralen Mittelmeer vor dem Ertrinken zu retten.
Obwohl Libyen endgültig in einen Bürgerkrieg abgerutscht ist und küstennahe Internierungslager mit Geflüchteten schon von Bomben getroffen wurden, hat die EU ihre Seenotrettung vor Ort praktisch eingestellt. Auch zivile Rettungsschiffe sind kaum noch im Einsatz. „Als professionelle Seenotretter können wir das Sterben im Mittelmeer nicht hinnehmen“, sagt Caroline Abu Sa‘Da. „Leben retten ist Pflicht!“ betont die Geschäftsführerin von SOS MEDITERRANEE in der Schweiz.
Die Ocean Viking ist als Frachtschiff beim Norwegian International Ship Registry (NIS) registriert und fährt deshalb unter norwegischer Flagge. Das Schiff diente als Versorgungs- und Rettungsschiff für die Öl- und Gasindustrie in der Nordsee. Gebaut in 1986, hat es eine Länge von 69,3 Metern und eine Schiffsbreite von 15,5 Metern.
Das große und leere Achterdeck des Schiffes erlaubt es SOS MEDITERRANEE und Ärzte ohne Grenzen ein Container-Modul-System zu installieren. Das Schiff ist ausgerüstet mit vier Schnellrettungsbooten, um Such- und Rettungseinsätze zu fahren. Außerdem gibt es eine medizinische Station für die ärztliche Versorgung sowie Aufnahme- und Erholungsräume.
Das Team von SOS MEDITERRANEE, welche die Such- und Rettungsmissionen verantwortet, besteht aus 13 Personen, darunter zwei Such- und Rettungskoordinatoren, neuen Such- und Rettungsteamtiglieder, einer Person zuständing für Kommunikation und einer zuständig für Forschung und Dokumentation. Das Team von Ärzte ohne Grenzen, welches für die medizinischen Bedürfnisse der Geretteten an Bord zuständig ist, besteht aus neun Personen, unter anderem einem Arzt, zwei Pflegekräften und einer Hebamme. Weitere neun Personen sind für das Schiff selbst zuständig und beim Eigentümer des Schiffs angestellt.
Crédits : Anthony Jean & Kevin McElvaney / SOS MEDITERRANEE