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Die globale Durchschnittstemperatur für den Zeitraum von Januar bis September 2017 liegt gemäss WMO 1.1°C über dem vergleichbaren Mittelwert für die vorindustrielle Ära. Damit landet 2017 im Moment auf Rang 2 aller Jahre hinter 2016. 2017 brachte in einigen Regionen der Welt wieder neue Temperaturrekorde: in Italien lagen die Maximaltemperaturen während mehreren Tagen im Sommer über 40°C. In Teilen Zentralasiens wurden erstmals 50°C und mehr gemessen. Dafür war es in Nordamerika kühler als in der Normperiode 1981-2010.
Weit überdurchschnittliche Wärme auch in der Schweiz
In der Schweiz wird die Jahrestemperatur 2017 nach der momentan besten Schätzung rund 2.5 Grad über dem Mittelwert der vorindustriellen Ära liegen. Damit wird sich das Jahr 2017 in die zehn wärmsten Jahre seit Messbeginn 1864 einreihen. Nicht auszuschliessen ist auch eine Rangierung unter den fünf wärmsten Jahren. Extreme Wärme lieferten der drittwärmste Frühling und der drittwärmste Sommer seit Messbeginn mit Überschüssen von 3.3 Grad respektive 3.5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Ära.
Herausforderung Klimawandel
Überall auf der Welt gab es auch in diesem Jahr unzählige lokale Extremereignisse, wie Hitzeperioden und Waldbrände. Ein Küsten-El-Niño sorgte in Peru für heftige Niederschläge, Erdrutsche und Todesopfer. Der Nordatlantik erlebte eine sehr aktive Hurrikan-Saison. Harvey, Irma, Maria und José richteten in der Karibik und in den USA grosse Schäden an.
Ereignisse wie diese lassen sich zwar nicht direkt dem Klimawandel zuordnen, zu ihrer Häufigkeit und Intensität tragen die menschlichen Treibhausgasemissionen jedoch bei. Um die Risiken des Klimawandels und seiner Folgen einzudämmen, hat die Weltgemeinschaft deshalb im Jahr 2016 in Paris einen Beschluss gefasst: die globale Erwärmung soll deutlich unter 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau gehalten werden. Will man das Ziel von Paris erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen deutlich rascher sinken, als dies bisher geschah – dies berichtet der kürzlich veröffentlichte Emission Gap Report 2017 des UNO-Umweltprogramms (UNEP).
An der 23. Klimakonferenz, welche zur Zeit in Bonn (Deutschland) stattfindet, arbeiten die Staaten weiter an den Regeln zur Umsetzung des Pariser Übereinkommens. Diese sollen 2018 verabschiedet werden. Zur Schweizer Delegation in Bonn gehört auch die MeteoSchweiz. Sie setzt sich unter anderem dafür ein, dass die Bedeutung von langfristigen Klimabeobachtungen, wie sie in der Schweiz im Rahmen des nationalen Klimabeobeochtungssystems (GCOS Schweiz) teilweise seit mehr als 200 Jahren vorliegen, für die Umsetzung des Pariser Übereinkommens anerkannt wird. Nur wenn systematische Beobachtungen - und damit eine solide Datengrundlage - vorliegen, können gezielte Klimaschutz- und Anpassungsmassnahmen ergriffen und Fortschritte in der Klimapolitik überprüft werden.