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französisch
Vallée de Tourtemagne (Kt. Wallis,
Bez. Leuk).
2181-630 m. Linksseitiges Nebenthal zum
Rhonethal, zu dem es hinter dem Dorf
Turtman über eine hohe Stufe ausmündet. Es beginnt am Fuss des grossen und schönen
Turtmangletschers, der sich zu beiden
Seiten des N.-Ausläufers des
Weisshorns zu Thal senkt, und verläuft nordwärts auf eine
Länge von 16 km. Die das Thal beidseitig begleitenden, S.-N. ziehenden Ketten zweigen vom mächtigen
Weisshorn (4512 m) aus und bilden ostwärts die
Scheide gegen das Nikolai- oder Zermatterthal, westwärts gegen das
Eifischthal.
Wie
viele andre Alpenthäler zeigt auch das Turtmanthal im Längsprofil zwei deutlich voneinander geschiedene Abschnitte: einen
breiten und nahezu flachen obern Thalboden und eine tief eingeschnittene und enge Mündungsschlucht. Der Thalboden trägt
in einer
Höhe von über 1800 m die
Maiensässe, Alpweiden und
Hütten von
Gruben,
Meiden, Im Zehnten, Blumatt,
Pipi etc. Von
Unter Tschafel und Niggelingen an abwärts schneidet sich der
Turtmanbach immer tiefer ein, bis er zuletzt in
enger
Schlucht den Höhenunterschied von mehr als 1100 m bis zur
Sohle des
Rhonethales überwindet.
Dabei hat er freilich die unterste Stufe noch nicht bis zum Niveau seiner Erosionsbasis durchzuschneiden
vermocht, so dass er sich heute mit 26 m hohem
Wasserfall über eine Felswand zur
Rhone hinunter stürzt.
Oben liegen im Thalboden
und an den Thalflanken fluvioglaziale Schotter und Moränenmaterial des das Thal einst überdeckenden Gletschers, dessen
Zunge heute bis in eine
Höhe von 2181 m zurückgeschmolzen ist. Der Eingang des Turtmanthales liegt in
Trias und Karbon, der ganze übrige Verlauf dagegen in den kristallinen Schiefern der Zone des Grossen
St. Bernhard. Westl.
vom Dorf
Turtman und wenig über der
Sohle des
Rhonethales bricht man seit einigen Jahren einen kristallinen
und grobkörnigen weissen Marmor mit leicht violetter Färbung. Es ist dies eine in die Schiefer eingelagerte Schicht Triaskalk,
den in einem höhern Niveau auch Quarzite begleiten. Zu oberst
im Thal finden sich am Weg über den
Pas de la
Forcletta die
sog. Kaltbergminen (in mehr als 2400 mHöhe) auf Kobalt- und Nickelerz, die seit 1899 verlassen sind.
Das Turtmanthal wird nicht ständig bewohnt. Dagegen umschliesst es eine grosse Anzahl von
Maiensässen
(Meiden,
Gruben etc.)
und nicht weniger als 26 Alpweiden, die von Korporationen aus
Turtman,
Ems und
Ergisch bewirtschaftet werden. Viele braune
Holzhäuser
und Alphütten. Die einander benachbarten
Maiensässe von
Gruben und
Meiden
(Kapelle und zwei Gasthöfe)
haben sich zu einer beliebten Sommerfrische und zum gut besuchten Exkursionszentrum entwickelt. Den Untern Thalabschnitt
deckt der grosse und dichte Taubenwald (mit
Kapelle aus dem Jahr 1708 an dem von
Turtman
aus ins Thal hineinführenden Weg).
In treuer Befolgung eines Gelübdes teilen die Hirten auf
Blumattalp einmal im Jahr jedem Armen, der sich
einfindet, ein Stück
Käse, sowie
Zieger und Milch genug aus. Vergl. Wolf.
F. O. DieThälervonTurtmanund Eifisch (Europ.Wanderbilder. 108-110). Zürich
1885.
(Kt. Bern,
Amtsbez. Signau).
1191-772 m. Rechtsseitige Verzweigung des Trubgrabens; beginnt am
Hengst
(im Napfbergland) und senkt sich auf eine Länge von 6 km gegen SO., um unterhalb
Trub zum Trubgraben auszumünden.
Das nur
schmale Thal ist bis zu oberst mit Bauernhöfen übersät.
Amtsbez. Nidau).
437 m. Gem. und Pfarrdorf, am linken oder NW.-Ufer des Bielersees und am Fuss des Tessenberges (Montagne de Diesse);
6,3 km nö. Neuenstadt und 8,2 km sw. Biel. Station der Linie Biel-Neuenburg. Postbureau, Telegraph, Telephon; Postwagen nach
Lamboing-Prêles. Gemeinde, mit Gaicht, Kleintwann (teilweise), Magglingerberg, Moos, St. Petersinsel und
Wingreis: 162 Häuser, 854 reform. Ew. (wovon 46 französischer Zunge); Dorf: 79 Häuser, 351 Ew. Im Mittelalter gehörte die
Ortschaft noch dem französischen Sprachgebiet an. Das Dorf zieht sich als Strassendorf auf eine Länge von 800 m hin und
besteht aus den beiden Abschnitten Twann (oder Grosstwann) mit der Pfarrkirche (romanischer Glockenturm)
im NO. und Kleintwann im SW., zwischen welchen beiden sich die Eisenbahnstation Twann befindet.
Terrassierter schöner Weinberg. Weinhandel. Fischerei. Etwas Uhrenmacherei. Ackerbau und Viehzucht. Holzhandel. Nahe dem
Dorf bildet der Twannbach einen schönen Wasserfall, der aber bei Trockenzeit versiegt. Twann wird von 1235 an als «Tuanna»
erwähnt und weist einige massive und charakteristische alte Bauten auf. MancheBerner Patriziergeschlechter
besassen schon frühzeitig Reben in Twann. Am Berg über dem Dorf findet man viele und schöne erratische Blöcke, so z. B.
den Hohlestein 900 m ö. vom WeilerGaicht. 1 km onö. Twann erhebt sich die Twannfluh mit einer alten
Burgruine, von deren Geschichte wenig bekannt ist, die aber einen weiten Ausblick auf die Jurarandseen, das Mittelland und
die Alpen gewährt. Pfahlbau aus der Steinzeit. Bronzebeile. Heidenmauer. In Twann wirkte 1868-1878 als Pfarrer Albert Bitzius,
Sohn des berühmten Erzählers Jeremias Gotthelf und späterer bernischer Regierungsrat und Erziehungsdirektor († 1882).
438 m. So nennt man den noch auf Boden der Gemeinde Ligerz hinübergreifenden
SW.-Abschnitt des langen Strassendorfes Twann. Im SW. reicht Kleintwann bis zum Twannbach, der die Grenze zwischen den Amtsbezirken
Nidau und Neuenstadt bildet.
Der Twannbach hat eine Lauflänge von 7 oder nur 3,2 km, je nachdem man die Arzillière oder dann den Bach von Lamlingen als
seinen Quelllauf betrachtet. Die Strasse von Twann nach Lamboing (Lamlingen) führt teilweise hoch oben
der Schlucht des Baches entlang, der im Sommer oft trocken liegt. Beispiel für die Ablenkung eines alten Wasserlaufes, der
durch das Thälchen von Le Jorat und die Combe d'Orvin einst nordwärts abfloss. Die rückwärts einschneidende Schlucht des
Twannbaches hat sowohl die Arzillière als den Bach von Lamlingen angezapft und zu sich nach dem Bielersee
abgelenkt, wodurch jene alte Wasserrinne ihres Quellgebietes beraubt wurde.
Die zunehmende Vertiefung der Schlucht hat in Verbindung mit der Auswaschung von unterirdischen Kanälen die meisten der ehemaligen
oberflächlichen Nebenadern des Twannbaches nach dem Erdinnern hin zum Verschwinden gebracht. Dies geht soweit,
dass der Bach bei Niedrigwasser in seiner Schlucht selbst zu versiegen pflegt. Der Hauptteil des so unterirdisch gewordenen
Wassers tritt in der schönen Quelle der Brunnmühle bei Twann wieder zu Tage. Temporäre Ueberflussquellen bilden sich bei
Hochwasser in verschiedenen Höhenlagen nahe dem Wasserfall, der sich über den hier fast senkrecht stehenden
Portlandkalk hinunterstürzt.
Felszahn im SW.-Grat des Matterhorns und
höchster vom englischen Physiker und Gletscherforscher John Tyndall 1862 erreichter Punkt.
Nachdem Tyndall
schon 1860 einen ersten ernsthaften Versuch zur Besteigung des Matterhorns unternommen hatte, brach er mit den Führern J.
J. Bennen und A. Walter und den beiden Trägern J. A. Carrel und Caesar Carrel am neuerdings zur Bezwingung des
Bergriesen auf, musste aber am folgenden Tag wiederum unverrichteter Sache umkehren.
Der Aufstieg bis
zu dieser Stelle erfolgt von Breuil im italienischen Valtournanche her auf der gewöhnlichen Matterhornroute.
Die in La Tzintre schon 1619 bestehende St. Jakobskapelle ist anlässlich des Baues der Bergstrasse Bulle-Boltigen
abgetragen worden. Am Jakobstag begab sich jeweilen eine grosse Prozession zur Kapelle, wo ein Gottesdienst gehalten wurde,
worauf der Rest des Tages öffentlichen Volksbelustigungen gewidmet war. Die 1591-1592 erstellte Brücke über den Jaunbach
ist seither (besonders anlässlich der Anlage der Strasse Bulle-Boltigen) mehrfach umgebaut worden. La Tzintre
befindet sich nahe dem Ablagerungsgebiet eines Bergsturzes, der das Thal des Jaunbaches unterhalb des Weilers aufgestaut und
so die Entstehung der bis zum Pont du Roc reichenden Alluvialebene von Bonnefontaine veranlasst hat. Elektrizitätswerk, das
das Unter Greierz mit Kraft und Licht versorgt.
Der Pizzo Uccello bietet eine prächtige
Aussicht auf die weite Gebirgslandschaft des Bernhardinpasses, auf das oberste Hinterrheinthal und das Misoxerthal, spielt
aber in der Touristik immer noch eine unbedeutende Rolle. Er besteht wie die ganze Kette des Einshorns aus sog. Bündnerschiefer,
der im W. auf dem Adulagneis lagert und im Val Vignone einen nach NO. sich verbreiternden Streifen von
Triaskalk und -schiefern einschliesst.
Schöne Waldungen und Holzhandel. Hübsches Dorf inmitten einer fruchtbaren und gut angebauten Landschaft. Das Gemeindegebiet
liegt zwischen dem Tafersbach und der Sense und umschliesst fast vollständig die bernische Gemeinde Albligen. Schöne Landgüter.
Sitz der Familie Techtermann. Von Oberholz (806 m) hat man eine prachtvolle Aussicht auf Alpen und Jura.
Beliebtes Ausflugsziel von Spaziergängern aus Bern
und Freiburg.
Viehzuchtgenossenschaft. 5 Käsereien.
Nach dem Laupenkrieg wurde der Friede zwischen Bern
und Freiburg
1341 in der Herberge zu Ueberstorf unterzeichnet. Neuestens restaurierte,
Johannes dem Täufer geweihte Pfarrkirche mit einem schönen Gemälde der Himmelfahrt vom Maler Volmar.
Bis zu Ende des 19. Jahrhunderts hatte Bern
das Recht, auf Vorschlag der Freiburger Regierung hin den katholischen Pfarrer von
Ueberstorf zu wählen. Laut Beschluss von 1693 musste der Gastwirt des Dorfes den Wein für die h. Messe liefern. Im alten
Schloss (mit Kapelle) befindet sich eine Erziehungsanstalt der Ingenbohler Schwestern. 1338: Ibristorf,
Ybrisdorf.
Fund einer gallischen Münze. 1233: Ybensche. Die Propsteien Amsoldingen und Därstetten besassen hier Güter. Aus dem
Geschlecht derer von Ybensche stammte Luitgard, welche mit dem Propst von Amsoldingen, Heinrich von Wädiswil, eine Ehe einging,
deren Kinder laut Urkunde von 1273 den Stand als Freie erhielten und den Namen von Amsoldingen führten, welches Geschlecht
zu Ansehen gelangte und 1490 ausstarb. Im Verlauf des 15. Jahrhunderts erwarb das Barfüsserkloster von
Bern
die Herrschaft Uebischi und grossen Grundbesitz daselbst. Bestandteil des Gerichts Amsoldingen, gehörte Uebischi in militärischer
Hinsicht zum Landgericht Seftigen, während hohe und niedere Gerichtsbarkeit dem Schultheissenamt Thun zustanden. Vom Gemeindeareal
wurden 40 ha, weil durch Geschosse des Schiessplatzes Thun bestrichen, von der Eidgenossenschaft angekauft, die sie durch
die eidg. Liegenschaftsverwaltung bewirtschaften lässt. Zwei grosse Musterscheunen mit Stallungen.
643,4 m. Nicht ganz 30 ha umfassender Moränensee, 1 km s. vom
Dorf Uebischi.
Durch einen 500 m breiten Landstrich von dem 40 cm tiefer liegenden Amsoldingersee geschieden, mit dem
er durch seinen Abfluss in Verbindung steht.
Warme Quellen verhindern sein vollständiges Zugefrieren.
Das den See umgebende
Gelände mit mehreren Höfen ist von der Eidgenossenschaft angekauft worden. 1353 urkundlich zum erstenmal erwähnt, gehörte
der Uebischisee dem Barfüsserkloster von Bern.
Mit dem nahen Amsoldingersee gewährt er ein schönes Landschaftsbild.
(Kt. Bern,
Amtsbez. Frutigen).
Im Mittel 1500 m. Alpweide am tiefern Gehänge des am Steinschlaghorn von der Niesenkette abzweigenden
und ob Frutigen mit steilem Waldhang abbrechenden Bergrückens. Liegt zwischen dem Gung- und dem Leimbach, welch letzterer
zur Verhütung gefährlicher Ausbrüche verbaut worden ist.
Historischer Name für die Umgegend von Freiburg,
das danach selbst oft als Freiburg
im Uechtland bezeichnet wurde.
Der Name
bedeutet «ödes Land» und bezieht sich auf die «weite
Einöde» zwischen dem Deutschen Reich und Burgund, die durch den Krieg Dietrichs mit Theudebert durch Verheerung der Umgebung
Freiburgs geschaffen worden war.
Nach dem Uechtland benannte sich früher auch der Uechtsee (der heutige Murtensee).
Aehnliche
Benennungen finden sich auch anderwärts;
so z. B.
Uecht (Kant. Bern),
Uechmorgen und Uechlet (Kt. Aargau),
Uechtweid (Kt. Zürich),
In der Uechteren (Kt. Luzern).
Im Gegensatz zum «Uechtland» um den Unterlauf der Saane trug das obere Saanethal, das heutige Greierz mit
Umgegend, den Namen des «Ogoz» oder «Hochgaues».
Die Uelialp ist ein viel besuchtes Exkursionsziel, da man hier eine sehr schöne Ansicht des Tödi geniesst.
Das grossartige Landschaftsbild wird rechts von den steilen Felsabstürzen des Gemsistocks und des Zutreibistocks, links von
der gewaltigen, unmittelbar vor dem Beschauer aufsteigenden N.-Wand des Vorder Selbsanft eingerahmt.