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Insgesamt sind Herztumoren sehr seltene Erkrankungen. Fachleute unterscheiden gutartige und bösartige Herztumoren.
Letztere können sich direkt im Herzen bilden oder von einer anderen Krebserkrankung herrühren. So können sich zum Beispiel beim schwarzen Hautkrebs, Brust- oder Lungenkrebs Metastasen im Herzen bilden. Bemerkbar macht sich der Herztumor oft durch allgemeine Symptome, zum Beispiel leichtes Fieber oder Atemnot. Wir versuchen meist, den Herztumor in Rahmen einer Operation zu entfernen.
Herztumoren kommen selten vor. Sie machen nur etwa 0.02 Prozent aller Tumoren des Menschen aus. Zu dieser Zahl kommen Forscher aus Studien, in denen eine Autopsie durchgeführt wurde. Wie viele Menschen daran erkranken, lässt sich nicht exakt beziffern. Die Zahlen schwanken zwischen 18 von 1‘000‘000 und 28 von 10‘000. Als Grund für die Seltenheit vermuten Fachleute, dass sich Herzzellen im Gegensatz zu den Zellen anderer Gewebe nur noch selten teilen.
Herztumoren können gut- oder bösartig sein. Typisch für gutartige Tumoren ist, dass sie zwar wachsen können, aber nicht in umliegendes Gewebe und andere Organe eindringen. Bösartige Tumoren haben dagegen genau diese Fähigkeit, zudem können sich diese Krebszellen in andere Regionen des Körpers verteilen und dort Metastasen bilden.
Fachleute unterscheiden Herztumoren nach ihrem Entstehungsort: Ein primärer Herztumor bildet sich zuerst im Herzen. Er kann gut- oder bösartig sein. Ein sekundärer Herztumor hat seine Wurzel dagegen in einem anderen Organ. So können zum Beispiel Lungen- oder Brustkrebs ins Herz streuen und dort Krebsabsiedelungen (Metastasen) bilden. Sekundäre Herztumoren sind daher immer bösartig.
Gutartige Herztumoren kommen deutlich häufiger vor als bösartige. Ungefähr zwei Drittel der Tumoren sind gutartig und ein Drittel ist bösartig. Bei Erwachsenen ist das Myxom der häufigste gutartige Herztumor. Oft erkranken Frauen in mittlerem Lebensalter. Bei Kindern sind dagegen gehäuft Rhabdomyome zu finden.
In etwa 75 Prozent der Fälle sind primäre Herztumoren gutartig. Es gibt viele verschiedene Arten von gutartigen Herztumoren – die häufigsten Varianten sind:
Seltener (ca. 25 Prozent der Fälle) sind primäre Herztumoren bösartig. Meist wachsen sie schnell und der Krebs breitet sich rasch aus. Betroffen sind verschiedene Herzstrukturen wie die Wandschicht (Myokard), die Herzkammern und der Herzbeutel (Perikard). Am häufigsten – mit etwa 95 Prozent – kommen Sarkome vor.
Ganz allgemein gehen Sarkome entweder aus dem Binde- und Stützgewebe wie Knochen, Knorpel und Fettgewebe oder aus dem Muskelgewebe hervor. Oft erkranken Menschen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr daran, Männer und Frauen gleichermassen. Sarkome gelten als sehr aggressiv und die Prognose ist in vielen Fällen ungünstig.
Zu den bösartigen primären Herztumoren zählen beispielsweise:
Sekundäre bösartige Herztumoren haben ihren Ursprung in der Krebserkrankung eines anderen Organs. Es handelt sich also um Tochtergeschwulste (Absiedelungen, Metastasen), die sich im Herzen bilden. Die Krebszellen können sich vom ursprünglichen Organ über die Blut- und Lymphwege bis zum Herzen ausbreiten. Auch das direkte Eindringen von bösartigen Tumorzellen ins Herz ist möglich. Herzmetastasen betreffen besonders oft den Herzbeutel (Perikard). Etwa zehn Prozent der Menschen mit einer Krebserkrankung entwickeln Metastasen im Herzen. Folgende Krebsarten können die Ursachen sein:
Die Ursachen von primären Herztumoren sind in vielen Fällen unbekannt. Warum sich das Gewebe im Herzen verändert, vermehrt und zu wuchern beginnt, ist unklar. Bei sekundären Herztumoren, die immer bösartig sind, ist die Ursache bekannt: Sie liegt in einer Krebserkrankung, die von einem anderen Organ ihren Ausgang genommen hat. Über die Blut- und Lymphwege, aber auch direkt können Krebszellen in andere Organe gelangen – eben auch zum Herzen.
Herztumoren müssen nicht zwangsläufig Symptome verursachen. Aber wenn sie wachsen oder an einer ungünstigen Stelle liegen, machen sie sich meist bemerkbar. Die Beschwerden können verschieden stark ausgeprägt sein. Sie richten sich danach, wie gross der Tumor ist, an welcher Stelle er sich gebildet hat und wie stark er die Herzfunktion beeinträchtigt.
Bösartige Tumoren im Herzen wachsen oft schnell und ziehen das Herz rasch in Mitleidenschaft. Aber auch gutartige Herztumoren können sehr gross werden und die Herzfunktion stören. Daher können auch sie tödlich ausgehen.
Folgende allgemeine Symptome können auf einen Herztumor hindeuten:
Ausserdem sind folgende Beschwerden möglich:
Suchen Sie uns immer zeitnah auf, wenn Sie unter diesen oder anderen Symptomen leiden. Wir versuchen herauszufinden, was hinter Ihren Beschwerden steckt.
Die Diagnose von Herztumoren ist auch für uns eine echte Herausforderung. Herztumoren sind äusserst vielfältig und daher schwer zu diagnostizieren. Auch die Symptome sind oft unspezifisch und können bei vielen anderen Erkrankungen vorkommen. Wir befragen Sie (bei Kindern die Eltern) zunächst zu Ihrer Krankengeschichte (Anamnese). Interessant sind zum Beispiel folgende Fragen:
Diese und andere Fragen geben uns erste Anhaltspunkte und wir können eine grobe Einschätzung treffen. Dann folgt eine körperliche Untersuchung, bei der wir unter anderem das Herz und die Lunge abhören sowie den Körper auf Auffälligkeiten hin abtasten. Standard ist in der Regel eine Blutuntersuchung. Die Blutwerte geben allgemein Auskunft über den Zustand der Organe.
Am aussagekräftigsten sind in der Regel bildgebende Verfahren, die Veränderungen des Herzens zeigen können. Häufig zum Einsatz kommen:
Haben wir einen bösartigen Herztumor festgestellt, folgen meist noch weitere Untersuchungen, um das Stadium und die Ausbreitung der Krebserkrankung festzustellen.
Einem Herztumor können sie nicht wirklich vorbeugen, weil die Ursachen in vielen Fällen nicht bekannt sind. Warum sich primäre Herztumoren entwickeln – ob gut- oder bösartig – bleibt oft im Dunkeln. Auch besondere Massnahmen zur Früherkennung gibt es daher nicht. Allgemein ist es ratsam, uns bei Beschwerden aufzusuchen.
Sekundäre Herztumoren sind immer bösartig. Sie gehen von einer Krebserkrankung in einem anderen Organ aus, zum Beispiel schwarzem Hautkrebs, Brust- oder Lungenkrebs. Für manche dieser Krebsarten sind einige Massnahmen zur Vorbeugung bekannt. Dennoch lässt sich eine Krebserkrankung niemals mit 100-prozentiger Sicherheit verhindern.
Der Verlauf und die Prognose bei Herztumoren hängen von verschiedenen Faktoren ab. Es lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen treffen. Zunächst ist es wichtig, ob der Herztumor gut- oder bösartig ist. Bei bösartigen Herztumoren ist die Prognose oft sehr ungünstig, weil sie schnell wachsen und die Herzfunktion schwer beeinträchtigen können.
Aber auch gutartige Tumoren können grössere Ausmasse annehmen, wenn wir sie nicht behandeln. Dann stören sie die Pumpfunktion des Herzens ebenfalls entscheidend. Zudem können Teile des Herztumors oder aufgelagerte Blutgerinnsel in den Blutkreislauf gelangen und eine Embolie auslösen. Die Folgen können ein Schlaganfall, Herzinfarkt oder Durchblutungsstörungen in den Beinen sein.
Wichtig ist daher immer eine rasche Behandlung – meist in Form einer Operation – damit der Tumor nicht weiter wächst.
Die Behandlung eines Herztumors ist auch für uns eine komplexe Angelegenheit. Wichtig ist es daher, dass Sie sich in unserem spezialisierten Herzzentrum behandeln lassen. Bei uns arbeiten Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen, die Erfahrung mit der Behandlung von Herztumoren haben.
Folgende Behandlungen sind bei einem Herztumor möglich:
Bei einem bösartigen Herztumor kommen zusätzlich folgende Behandlungen in Frage:
Bei einem operativen Eingriff wird vom Institut für Anästhesiologie das individuell auf Sie angepasste Anästhesie-Verfahren ausgewählt.