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Vor zehn Monaten ist der aserbaidschanische Journalist und Menschenrechtsaktivist Emin Huseynov in die Schweizer Botschaft in Baku geflüchtet. Nun durfte er Aserbaidschan verlassen.
In Begleitung von Aussenminister Didier Burkhalter kam er in der Nacht auf heute Samstag auf dem Flughafen Belp bei Bern an, wo sich EDA-Mitarbeiter um Huseynov kümmerten. Burkhalter war zur Eröffnung der Europaspiele nach Aserbaidschan gereist.
Angst um sein Leben
Laut Menschenrechtsaktivisten fürchtete Huseynov um sein Leben, weil er das Regime des autokratischen Präsidenten Ilham Alijew kritisiert hatte. Huseynov sollte aufgrund konstruierter Vorwürfe von Steuerhinterziehungen verhaftet werden, wie Amnesty International berichtete.
Deshalb suchte Huseynov in der Schweizer Botschaft Zuflucht, wo er sich an der Pforte als Schweizer ausgab. Er durfte aus humanitären Gründen dort bleiben. Der Fall war durch einen Beitrag der «Rundschau» bekannt geworden.
Nun ist es zu einer Lösung seiner Situation gekommen. Wie EDA-Sprecher Jean-Marc Crevoisier erklärt, hätten zahlreiche Gespräche mit den aserbaidschanischen Behörden stattgefunden. Bundesrat Burkhalter habe unter anderem Kontakt mit Präsident Alijew gehabt.
Asylantrag steht noch aus
Huseynov reiste laut Crevoisier mit einem Visum aus humanitären Gründen ein. Bis im September kann er sich entscheiden, ob er einen Asylantrag stellt oder in ein anderes Land ausreist. Huseynov sei bei guter Gesundheit und erleichtert, sagte Crevoisier. Er stehe für die Medien nicht zur Verfügung.
Aserbaidschan wurde seit 1993 von Präsident Gaidar Alijew mit harter Hand regiert. Seit dessen Tod 2003 ist sein Sohn Ilham Alijew im Amt. Amnesty International hatte das Regime erst diese Woche wegen seines harten Vorgehens mit Regimekritikern gerügt. Kritische Stimmen seien «effektiv zum Schweigen gebracht worden», hiess es in einem Bericht der Nichtregierungsorganisation.