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An einem Treffen in der Schweiz suchten die Verkehrs-Minister der Alpenländer Lösungen, um den wachsenden Güter-Transitverkehr zu bewältigen.
So sollen von der Schweiz entwickelte Konzepte - eine Alpentransitbörse oder Reservations-Systeme für den Schwerverkehr - näher geprüft werden.
Die Politik der Schweiz im alpenquerenden Verkehr wird international anerkannt. Die Verkehrsminister der Alpenländer prüfen nach einem Treffen in Sedrun Ideen wie eine Alpentransitbörse oder Reservations-Systeme zur Regelung des Schwerverkehrs.
Die Minister aus Frankreich, der Schweiz, Deutschland, Italien, Österreich, Slowenien und der EU bekräftigten die Notwendigkeit, den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern.
Bis zu ihrer nächsten Zusammenkunft im kommenden Jahr wollen sie Vorschläge prüfen, wie der alpenquerende Güterverkehr angesichts der knappen Durchfahrtskapazitäten gelenkt werden kann. Dazu sollen insbesondere Massnahmen wie eine Alpentransitbörse vertieft analysiert werden.
Das deutsche Bundesverkehrsministerium teilte mit, auch Deutschland setze auf eine Stärkung des Schienenverkehrs.
In Spitzenzeiten teurer
Bundesrat Moritz Leuenberger stellte den Ministern die Ergebnisse einer Studie über die Alpentransitbörse vor, in welcher diese als günstiges und effizientes Mittel zur Verkehrslenkung und damit zur Verlagerung von Gütern von der Strasse auf die Schiene bezeichnet wird. Die Studie untersuchte einerseits ein Versteigerungsmodell, bei dem ein beschränktes Kontingent von Transitrechten versteigert wird und danach unter den Transporteuren frei gehandelt werden kann.
Andererseits wurde die Möglichkeit erörtert, den Transporteuren handelbare Durchfahrtsrechte für bestimmte Zeitfenster zu verkaufen, so dass zu Spitzenzeiten eine rasche Durchfahrt teurer würde.
Der Vertreter der EU-Kommission, der Italiener Enrico Grillo Pasquarelli, machte in Sedrun allerdings darauf aufmerksam, dass eine Transitbörse für den Schwerverkehr nicht kompatibel sei mit dem EU-Recht, das den ungehinderten Verkehr als Prinzip kenne. Die EU-Kommission wolle das Projekt der Börse trotzdem prüfen.
Bessere Ausbildung
Im Sinne einer verbesserten Sicherheit einigten sich die Verkehrsminister überdies, die vorhandenen Daten über Lastwagenbrände in Tunnels auszutauschen. Dies soll es erlauben, wirkungsvollere Massnahmen zur Prävention bestimmen zu können.
Im Fokus steht dabei primär die Ausbildung aller Fahrzeuglenker, was die Fahrten in langen Tunnels angeht.
Das Ministertreffen selber fand innerhalb der "Gruppe von Zürich" statt, welche 2001 nach den Bränden im Gotthard-, dem Tauern- und dem Mont-Blanc-Tunnel ins Leben gerufen wurde.
Neat: Besichtigung
Auf der NEAT-Baustelle orientierten sich die Minister über den Stand der Bauarbeiten im Gotthard-Basistunnel, dem mit 57 Kilometern längsten Bahntunnel weltweit. Eingeladen zur Arbeitssitzung hatten der Schweizer Verkehrsminister Leuenberger und sein französischer Kollege Dominique Perben.
Die Minister informierten sich ferner über Grossprojekte zum Ausbau der transalpinen Bahninfrastruktur am Brenner, dem Lötschberg sowie zwischen Lyon, Turin und Ljubljana.
swissinfo und Agenturen
In Kürze
Die Verkehrsminister der Alpenländer besichtigten die Baustelle des NEAT-Basistunnels in Sedrun.
Der NEAT-Basistunnel wird zwischen Erstfeld im Kanton Uri und Bisaca im Kanton Tessin eine Länge von 57 Kilometern aufweisen.
Damit wird der Tunnel nach dem Bau der längste Eisenbahntunnel der Welt sein.
Die Bahn transportiert 16% des europäischen Güterverkehrs. 72% der Güter werden auf der Strasse transportiert.
In der Schweiz transportiert die Bahn 30% der Güter.