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H. Kronecker : Bergkrankheit
Verfasser gibt uns mit dieser Arbeit eine außerordentlich interessante Monographie über die Bergkrankheit, in welcher er seine Studienergebnisse, die mit Unterstützung der „ Elizabeth Thompson-Stiftung " ausgeführt wurden, niedergelegt hat. Die aus den Experimenten und Beobachtungen resultierende neue, dritte Theorie über die Bergkrankheit geht dahin, daß sie auf der Störung des Lungenkreislaufes durch verminderten Luftdruck beruht und nicht, wie Jourdanet und Bert glauben, auf dem verminderten Sauerstoffdruck, der eine Sauerstoffverminderung des Blutes zur Folge habe, oder, wie Mosso annimmt, auf der Herabsetzung des Kohlensäuregehaltes des Blutes.
Nach einer längern Einleitung, die eine Reihe von Erfahrungen aus dem Himalaya, den Anden und den Alpen bringt und die speziell für den Alpinisten sehr interessant geschrieben ist, geht Verfasser zur Darstellung der wissenschaftlichen Expeditionen zur Erforschung der Bergkrankheit über. Es folgt sodann die Symptomatologie der Bergkrankheit mit ausführlicher Besprechung der Veränderungen des Pulses und der Atemmechanik in Ruhe und bei der Arbeit. Weitere Abschnitte beziehen sich auf den Gaswechsel und die Veränderung des Blutes in der Höhe, den Einfluß derselben auf den Stoffwechsel, die Zunahme der Körpertemperatur in der Höhe und die Innervationsstörungen.
Alle diese mannigfachen Punkte werden durch eine ganze Reihe teils selbsterlebter, teils von andern mitgeteilter Erfahrungen und Kranken-geschichten beleuchtet und in zahlreichen Experimenten ( Sphygmogrammen und Kurven ) studiert.
Verfasser bespricht sodann die Atiologie der Bergkrankheit zusammen mit der Mechanik und Chemie der Atmung und der Wirkung des verminderten Luftdrucks auf den Organismus. Viele physiologische Experimente über die Wirkungsart der verdünnten Luft, den Austausch der Gase bei der Atmung und die Bedeutung des Lungenkreislaufes erläutern die nun folgende mechanische Theorie des Verfassers über die Bergkrankheit als eine Zirkulationsstörung im Lungenkreislauf. Zum Schluß kommt Verfasser noch in zwei Abschnitten auf die Gewöhnung an die Höhe und die Mittel gegen die Bergkrankheit, wobei er als vorbeugend das Training empfiehlt, zu sprechen.
Da das ziemlich umfangreiche Werk ( pag. 130 ) als Jubiläumsschrift für Professor Paul Heger verfaßt wurde, ist es absolut wissenschaftlich gehalten und in manchen Partien deshalb für den Laien zu hoch: nichtsdestoweniger enthält es eine große Menge Anregendes und Interessantes, was gemeinverständlich und für den Bergsteiger sehr nützlich und wertvoll ist, aus welchem Grunde seine Lektüre und sein Studium hier angelegentlich empfohlen werden kann.
Dr. F. Krumbein ( Sektion Bern ).