Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03248.jsonl.gz/181

In einem kurzen Video erzählen die Projektkoordinator*innen von Consciente von der Bedeutung unserer Bildungsarbeit in El Salvador und den Herausforderungen der Corona-Pandemie.
In einem kurzen Video erzählen die Projektkoordinator*innen von Consciente von der Bedeutung unserer Bildungsarbeit in El Salvador und den Herausforderungen der Corona-Pandemie.
In wenigen Wochen beginnt in El Salvador das Semester und viele Jugendliche hoffen, mit einem Consciente-Stipendium ihren Traum einer weiterführenden Ausbildung realisieren zu können. Durch unser Stipendienprogramm bieten wir motivierten jungen Menschen aus mittellosen Familien eine berufliche Perspektive und leisten einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der gesamten Region.
Damit wir möglichst vielen Jugendlichen eine Ausbildung ermöglichen können, brauchen wir eure Unterstützung: Bitte finanziert ein Stipendium oder teilt diesen Aufruf mit interessierten Menschen aus eurem Umfeld. Zusammen können wir auch im Jahr 2021 Bildung möglich machen!
Im Stipendienprogramm von Consciente ermöglichen Menschen aus der Schweiz und Deutschland engagierten Jugendlichen aus armen Verhältnissen im Departement Morazán eine technische oder universitäre Ausbildung.
Finanzielle Unterstützung: Den monatlich bezahlten Betrag in Schweizer Franken erhalten die Jugendlichen in US-Dollar (Verhältnis 1:1) ausbezahlt.
Soziales Engagement: Die Stipendiatinnen und Stipendiaten leisten jährlich 100-180 Sozialstunden in einem der Projekte von Consciente oder in einem eigenen gemeinnützigen Projekt in ihren Gemeinden. So lernen sie, ihr Wissen weiterzugeben und in der Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen.
Briefkontakt: Bei einem persönlichen Stipendium besteht die Möglichkeit, mit der zugeteilten Person regelmässigen Briefkontakt zu pflegen.
Autor: Kevin, Medizinstudent und Consciente-Stipendiat
Übersetzung: Sales Hollinger
Guten Tag, ich heisse Kevin, bin 20 Jahre alt und wohne in einem Dorf namens Gualococti im Departement Morazán. Ich studiere Medizin an der nationalen Universität von El Salvador und schliesse demnächst mein erstes Jahr ab.
Ich bin der drittälteste Sohn und lebe zusammen mit meiner alleinstehenden Mutter, meinen Grosseltern und zwei Brüdern. Meine Familie hat ein sehr geringes Einkommen: Der Grossvater ist Landwirt, die Grossmutter ist Hausfrau und meine Mutter arbeitet bei einer Reinigungsfirma. Obwohl sie fast nichts verdient, gibt sie sich grosse Mühe, uns finanziell über Wasser zu halten, während meine Brüder und ich unsere Ausbildungen absolvieren. Auch wenn wir manchmal Schwierigkeiten haben, sind wir sehr fleissige Schüler. Ich liebe meine Familie – deshalb bemühe ich mich, jeden Tag besser zu werden, damit sie eines Tages stolz auf mich sein können.
Trotz der Corona-Pandemie lief es mir im Studium bisher rund. Der Präsenzunterricht fiel aus und wir folgten den Lektionen online, was nicht immer einfach war. Denn wegen der Winterstürme war der Internetempfang teilweise beeinträchtigt, und manchmal waren die Lernplattformen nicht zugänglich. Dies warf uns zurück und erschwerte unseren Lernprozess, doch trotz allem erzielte ich gute Noten und bestand sämtliche Prüfungen. Ich bin sehr glücklich darüber, die ersten beiden Semester erfolgreich absolviert zu haben, und bereite mich nun voller Vorfreude aufs nächste Jahr vor.
Mit Consciente habe ich nur gute Erfahrungen gemacht. Sie organisierten für uns einen Umweltworkshop, damit wir uns besser kennenlernen, gemeinsam eine gute Zeit verbringen und natürlich etwas über das Thema Umwelt lernen können und wie sie gepflegt und geschützt werden kann. Im praktischen Teil des Workshops durften wir bei uns zuhause Gemüse zum Eigengebrauch anpflanzen. Dabei lernte ich viel über die Funktionsweise der Natur. Nun bin ich daran, meine Sozialstunden zu leisten. Im Februar dachte ich noch, dass ich diese in einer öffentlichen Klinik absolvieren würde – ich hatte bereits alles in die Wege geleitet. Doch aufgrund der besonderen Situation wurde daraus nichts. Stattdessen schlug uns Consciente zwei Projekte vor, in denen wir uns gemeinnützig betätigen und unsere Sozialstunden leisten konnten: Eines davon war eine Aufräumaktion und das andere ein Permakulturprojekt. Ich mache bei letzterem mit. Consciente besorgte uns die Samen und wir säten diese selber aus. Sobald die Wurzeln lang genug sind, pflanze ich die Setzlinge dann in den Boden, den ich dafür aber erst noch entsprechend aufbereiten muss. Nun ist bereits Sommer und es wird anspruchsvoll sein, sie zum Blühen zu bringen. Ich hoffe, dass mir das gelingt und ich eine ergiebige Ernte haben werde.
In diesem Jahr durfte ich viele neue Erfahrungen sammeln und wunderbare Momente mit meinen Studienkollegen, anderen Stipendiatinnen und dem Consciente-Team teilen. Dabei habe ich mehr über die Natur und über mein Fachgebiet, die Medizin, gelernt und ein erfolgreiches Studienjahr absolviert. Ich bin ihnen allen sehr dankbar dafür.
Im Stipendienprogramm von Consciente ermöglichen Menschen aus der Schweiz und Deutschland engagierten Jugendlichen aus armen Verhältnissen im Departement Morazán eine technische oder universitäre Ausbildung.
Finanzielle Unterstützung: Den monatlich bezahlten Betrag in Schweizer Franken erhalten die Jugendlichen in US-Dollar (Verhältnis 1:1) ausbezahlt.
Soziales Engagement: Die Stipendiatinnen und Stipendiaten leisten jährlich 100-180 Sozialstunden in einem der Projekte von Consciente oder in einem eigenen gemeinnützigen Projekt in ihren Gemeinden.
Briefkontakt: Bei einem persönlichen Stipendium besteht die Möglichkeit, mit der zugeteilten Person regelmässigen Briefkontakt zu pflegen.
Autorin: Nuvia, studiert nachhaltige Landwirtschaft und ist Consciente-Stipendiatin
Übersetzung: Sales Hollinger
Mein Name ist Nuvia und ich studiere im ersten Jahr «Nachhaltige Landwirtschaft» an der technischen Hochschule. Dabei erhalten wir nicht nur Theoriekurse, sondern auch praktischen Unterricht. Leider sah ich mich während einer gewissen Zeit nicht in der Lage, dem Unterricht zu folgen, da dieses Jahr meine Mutter gestorben ist. Doch mit der Hilfe Gottes und vieler Menschen, die mir Mut zusprachen, schaffte ich es schliesslich weiterzumachen und mein Studium fortzusetzen.
Das Stipendienprogramm von Consciente ermöglicht es mir zu studieren, und die Unterstützung, die ich erhalte, ist gut gemeint und bedingungslos: Trotz der schwierigen Zeit für mich und meine Familie waren sie stets für mich da. Es ist bemerkenswert, wie sich das Team des Stipendienprogramms für die vielen bedürftigen Menschen wie mich einsetzt.
Die Workshops, an denen wir im Rahmen des Stipendienprogramms teilnehmen, haben mir geholfen, der Umweltproblematik bewusst zu werden und einen gesunden Lebensstil zu adoptieren. Die Sozialstunden, die wir während des Jahres leisten müssen, bedeuten praktische Anwendung des Gelernten und gewährleisten einen effektiven Lernprozess. Dabei konnte ich mehr Zeit mit meiner Familie und mit Freunden meiner Gemeinde verbringen, denn ich leistete meine Sozialstunden in einem kleinen Familiengartenprojekt mit dem Titel «Cultivando en el campo». Die Workshops von Consciente und die Sozialstunden waren eine grossartige Erfahrung für mich und halfen mir, trotz der vielen Hindernisse dieses Jahres weiterzumachen und meinem Ziel, eine kompetente Expertin auf meinem Fachgebiet zu werden, näherzukommen.
Im Stipendienprogramm von Consciente ermöglichen Menschen aus der Schweiz und Deutschland engagierten Jugendlichen aus armen Verhältnissen im Departement Morazán eine technische oder universitäre Ausbildung.
Finanzielle Unterstützung: Den monatlich bezahlten Betrag in Schweizer Franken erhalten die Jugendlichen in US-Dollar (Verhältnis 1:1) ausbezahlt.
Soziales Engagement: Die Stipendiatinnen und Stipendiaten leisten jährlich 100-180 Sozialstunden in einem der Projekte von Consciente oder in einem eigenen gemeinnützigen Projekt in ihren Gemeinden.
Briefkontakt: Bei einem persönlichen Stipendium besteht die Möglichkeit, mit der zugeteilten Person regelmässigen Briefkontakt zu pflegen.
Neben dem lokalen Team von Consciente befinden sich seit März auch rund 120 Consciente-Stipendiat*innen im Homeoffice und üben sich im Fernunterricht. Dank einer gezielten Unterstützung mit Computern und Internetzugang konnten wir erreichen, dass sie 2020 ihr Studium erfolgreich fortsetzen konnten.
Nun steht 2021 vor der Tür, und wieder wollen wir möglichst vielen Jugendlichen aus mittellosen Familien die Möglichkeit geben, ihr Talent im Rahmen einer weiterführenden Ausbildung zu entfalten und später einen Beitrag zur Entwicklung der Region zu leisten. Was ein Stipendium im Leben eines Menschen bedeuten kann, erzählt euch unser Stipendiat Roberto in einem eindrücklichen Video:
Die Sicherung des Zugangs zu Bildung für junge Menschen ist gerade in Krisenzeiten besonders wichtig. Bitte unterstützt uns dabei, indem ihr ein Stipendium finanziert oder dies an mögliche Interessierte weiterleitet. Mehr Infos findet ihr unter www.consciente.ch/stipendien oder auf Anfrage an <email-pii>
Ein grosses Dankeschön und besinnliche Festtage
Sales, Koordinator Stipendienprogramm
Soziales Engagement: Die Stipendiatinnen und Stipendiaten leisten jährlich 100-180 Sozialstunden in einem der Projekte von Consciente oder in einem eigenen gemeinnützigen Projekt in ihren Gemeinden.
Für die Co-Koordination unseres Stipendienprogramms suchen wir eine motivierte Person, die uns längerfristig unterstützen möchte.
Die Koordination des Stipendienprogramms in der Schweiz findet zu zweit statt und der durchschnittliche Arbeitsaufwand beträgt ca. 4 Stunden pro Woche. Sie beinhaltet folgende wiederkehrenden Aufgaben:
Bei Consciente erhältst du einen Einblick in die Projektarbeit im Kontext der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und profitierst vom Austausch mit engagierten Menschen in El Salvador und in der Schweiz. Es ist eine inspirierende, spannende und nicht zuletzt sehr lehrreiche Arbeit in eine sympathischen Team. Weitere Auskünfte erhältst du bei <email-pii>.
Die vergangenen Monate, die rund um die Welt von der COVID-19-Pandemie geprägt waren, haben auch Consciente vor grosse Herausforderungen gestellt. Dieser Zwischenbericht gibt einen Einblick darüber, wie unser lokales Team in El Salvador trotz strengem Lockdown mit viel Kreativität und Engagement nicht nur eine Nothilfekampagne lancierte, sondern auch die „normale“ Projektarbeit angepasst und weitergeführt hat.
Uns hat besonders das grosse Echo auf unseren Spendenaufruf für die Nothilfekampagne berührt. Vielen Dank für diese Zeichen spontaner Solidarität in einer Zeit, die auch für uns in Europa nicht einfach ist.
Dabei darf natürlich nicht vergessen gehen, wie wichtig ebenso die regelmässige und zum Teil langjährige Unterstützung unserer Bildungsprojekte in El Salvador ist. Ganz herzlichen Dank dafür!
Herzliche Grüsse
Das Team von Consciente Schweiz
Autorin: Imelda (20), Absolventin in „Ökologischer und kultureller Tourismus“ und ehemalige Consciente-Stipendiatin
Übersetzung: Sales Hollinger
Mein Name ist Imelda Yamileth Cruz Granados. Ich bin derzeit 20 Jahre alt und lebe in der Gemeinde Corinto im Departement Morazán. Im Jahr 2016 habe ich in derselben Gemeinde meinen Gymerabschluss gemacht mit dem Traum, an die Universität studieren zu gehen und eine berufliche Laufbahn einzuschlagen.
Im Januar 2017 wurde ich auf einen Verein aufmerksam – Consciente – der junge Menschen durch die Bereitstellung von kostenlosem Wohnraum in einem sog. Studierendenwohnheim (casa estudiantil) unterstützt und ihnen so ein Studium an der Technischen Hochschule in Morazán ermöglicht. Ich stattete diesem Verein einen Besuch ab, deckte mich mit Informationen ein und entschied mich schliesslich, mich für einen Platz im Studierendenwohnheim zu bewerben – somit begann dieses große Abenteuer. Consciente hiess meine Bewerbung gut und wir besiegelten die gegenseitigen Rechte und Pflichten in einem Vertrag. Nachdem auch die Zulassung zum Studium reibungslos genehmigt wurde, begann ich schliesslich im März desselben Jahres einen Studiengang namens «Ökologischer und kultureller Tourismus».
Das Studierendenwohnheim, in dem ich mit anderen Stipendiat*innen wohnte, war wunderschön. Wir waren alle im gleichen Alter und das Zusammenleben funktionierte problemlos, nicht zuletzt dank eines “Ämtliplans”, der die anfallenden Arbeiten im Haushalt klar verteilte. Oft kam eine Verantwortliche von Consciente vorbei und stellte sicher, dass alles in Ordnung war. Neben Unterkunft und Essen stellte Consciente auch die Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, die wir benötigten, um unsere Hausaufgaben zu erledigen. Im Rahmen des Programms für Nachhaltigkeitsbildung nahmen wir zudem an Workshops zu Gender und Umwelt teil. Diese wurden von Consciente durchgeführt und waren für sämtliche Stipendiat*innen obligatorisch. Bei diesen kreativen und sehr partizipativen Workshops – wir nannten sie “Encerronas”– zelteten wir jeweils ein ganzes Wochenende unter freiem Himmel und erhielten Besuch von Freiwilligen aus der Schweiz und Italien, die die Workshops auf sehr harmonische Weise begleiteten.
Unser Stipendium verpflichtete uns, jedes Jahr eine bestimmte Anzahl von Sozialstunden zu leisten. In diesem Rahmen habe ich an einem Aufforstungsprogramm von Consciente teilgenommen sowie an einem Projekt namens REEPM (Red de Educadores y Educadores Populares de Morazán). Dabei werden junge Menschen zu sog. Educadores Populares ausgebildet, die dann als Bildungsmultiplikator*innen mit Gemeinden und Jugendorganisationen zusammen Gender- und Umweltworkshops durchführen und so die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlich sensiblen Themen fördern. So verbinden sich Stipendium und Studium auf fruchtbare Art und Weise.
Ich liebte mein Studium, denn der Tourismus und die anderen Fächer, die ich besuchte, interessierten mich sehr. Ich habe dabei viel gelernt und das Studium mit guten Noten abgeschlossen, so dass ich hoffen darf, auch im Berufsleben erfolgreich Fuss zu fassen. Nun ist diese wichtige Phase in meinem Leben vorbei. Das Consciente-Stipendium war eine der grössten Chancen, die ich je hatte, und wie viele meiner ehemaligen Co-Stipendiat*innen habe ich sie voll ausgeschöpft. Ich durfte viele neue Freundschaften knüpfen und mir wurden unzählige Türen geöffnet, um meine intellektuellen Fähigkeiten zu entwickeln. Consciente setzt sich für uns jungen Menschen ein und eröffnet uns Zukunftschancen, die nur wenigen offenstehen. Im Studierendenwohnheim von Consciente wuchsen wir zu einer Familie zusammen, in der wir uns alle gegenseitig unterstützten und gemeinsam weiterkamen.
Finanzielle Unterstützung: Das Stipendium in Schweizer Franken entspricht dem Betrag in US-Dollar, den die Jugendlichen monatlich ausbezahlt bekommen.
Soziales Engagement: Die Stipendiatinnen und Stipendiaten leisten jährlich 100-180 Sozialstunden in einem der Projekte von Consciente oder in einem eigenen Projekt in ihren Gemeinden.
Autorin: Glenda, Absolventin Lehramt und ehemalige Consciente-Stipendiatin
Übersetzung: Sales Hollinger
Im Jahr 2015 erhielt ich von der Stiftung Consciente El Salvador ein bezahltes Universitätsstipendium zugesprochen. Dies war meine einzige Geldquelle, um mein Studium zu finanzieren, und so fokussierte ich mich vollständig darauf, das Studium erfolgreich zu meistern. Ich spürte eine Verpflichtung nicht nur gegenüber Consciente, sondern auch mir selber: Ich wollte studieren, um eines Tages ein proaktiver Teil des gesellschaftlichen Wandels in meinem Departement zu werden.
Als ich erfuhr, dass mein Stipendienantrag bewilligt worden war, verspürte ich grosse Begeisterung – ein Traum ging in Erfüllung. Meine Mutter und Geschwister halfen mir umgehend dabei, die nächsten Schritte in die Wege zu leiten. Ich durfte diese grossartige Chance nicht verpassen, denn meine Familie würde niemals in der Lage sein, von dem winzigen Einkommen auch nur ansatzweise ein Universitätsstudium zu finanzieren. Ich spürte die Erwartung und die grosse Verantwortung, die mit dieser Möglichkeit einherging.
Dank all der wohlwollenden Menschen, die mir dieses Stipendium ermöglichten, eröffneten sich mir nun Türen, die für die Mehrzahl meiner Schulkolleg*innen verschlossen bleiben würden. Ich entschied mich für das Studium als Sprachlehrerin für die Oberstufe und das Gymnasium. Als einzige Gegenleistung für das Stipendium musste ich jährlich 180 Sozialstunden leisten, und so unterrichtete ich nebenbei im Centro Escolar Cantón San José in Gotera. Dort bot ich Kurse in Kalligrafie und Rechtschreibung an und versuchte, die Kunst des Lesens und des Schreibens auf spielerische Weise zu vermitteln – eine innovative Form der Bildung, die für viele völlig ungewohnt war.
Mein erstes Studienjahr war ziemlich anspruchsvoll, da für mich alles neu war während dieser Phase. In einigen Fächern verstand ich nicht sehr viel, doch die Menschen von Consciente waren stets da und unterstützten mich, wo es ging – unser gemeinsames Ziel war es, irgendwie durchzukommen. Das zweite Jahr stand im Zeichen eines Hochschulaustauschs, in dessen Rahmen wir Universitäten umliegender Länder besuchten, um deren Kultur und Unterrichtsformen kennenzulernen. Daneben durfte ich an mehreren Consciente-Workshops teilnehmen und mein Wissen in gesellschaftlich relevanten Bereichen vertiefen.
Im dritten Jahr stand mit den Unterrichtspraktika die wichtigste Phase des Studiums an. Ich absolvierte sie am Instituto Nacional in Gotera. Der direkte Umgang mit Studierenden bildet einen grundlegenden Teil der Ausbildung zur Lehrtätigkeit und war zugleich aufregend und anspruchsvoll.
Ende Dezember letzten Jahres hatte ich die Kurse bereits alle absolviert, und es blieb mir nur noch eine Prüfung (ECAP) zu bestehen. Gesagt, getan – schliesslich wurde mir an der Abschlussfeier mein Diplom überreicht.
Ohne die Hilfe von Consciente hätte ich es nie geschafft, so weit zu kommen. Sie haben mir ihr Vertrauen geschenkt und ich habe sie nicht enttäuscht. Nun fühle ich mich umso mehr verpflichtet, meinerseits einen Beitrag zur Ausbildung eines jeden Kindes zu leisten. Ich bin jetzt eine ausgebildete Fachfrau und verspüre eine grosse Zufriedenheit und Handlungsfähigkeit. Vor allem aber bin ich Gott und der Stiftung Consciente sehr dankbar. Nun möchte ich weiterhin vorwärtskommen und das Beste aus meiner künftigen Arbeit herausholen.
Bereits während der Lehrpraktika begann ich, das erworbene Wissen in die Praxis umzusetzen. Unterdessen bin ich voll und ganz ins Berufsleben eingestiegen und sehr glückliche bei meiner Arbeit. Denn das klein wenig Wissen, das in den Kindern täglich beibringen kann, hat in der Summe eine grosse Auswirkung. Zurzeit arbeite ich mit Consciente daran, durch kreative Lernmethoden die Qualität der Bildung fortlaufend zu verbessern. Diese Arbeit ist sehr produktiv und befriedigend.
Consciente besteht aus lauter engagierten Menschen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: die Qualität und den Zugang zu Bildung zu verbessern. Wenn ich an den Unterschied denke, der das Stipendium für meine eigene berufliche Laufbahn bedeutet, verspüre ich eine tiefe Dankbarkeit gegenüber allen Spenderinnen und Spendern. Wo ich lebe, gibt es wegen der mangelnden finanziellen Ressourcen kaum Menschen mit einer festen Stelle, denn dafür bedarf es fast immer eines Hochschulabschlusses.
Inzwischen bin ich ein Mensch geworden, der sich dank der vielen guten Vorbilder in das soziale Engagement verliebt hat. Deshalb versuche ich alles, um die gesellschaftlichen Verhältnisse irgendwie zu verbessern. In meiner Gemeinde bewundern mich viele dafür, dass ich diese Gelegenheit gepackt habe. Aber gleichzeitig bin ich auch ein Ansporn für die junge Generation, ihre Träume ebenfalls zielbewusst zu verfolgen und nie aufzugeben. Es beeindrucken sie die kleinen Schritte und die grossen Opfer, die ich hinter mir habe. Ich fühle gegenüber meiner Gemeinde eine grosse Bescheidenheit und setze mich Tag für Tag mit Leidenschaft dafür ein, die Bedingungen der Menschen hier zu verbessern.
Finanzielle Unterstützung: Das Stipendium in Schweizer Franken entspricht dem Betrag in US-Dollar, den die Jugendlichen monatlich ausbezahlt bekommen.
Soziales Engagement: Die Stipendiatinnen und Stipendiaten leisten jährlich 100-180 Sozialstunden in einem der Projekte von Consciente oder in einem eigenen Projekt in ihren Gemeinden.
Autor: Bernaldino (25), Absolvent in Mathematik und ehemaliger Consciente-Stipendiat
Übersetzung: Sales Hollinger
Ich wurde in einer ländlichen Region geboren, auf einem Berg fernab der Stadt – einem Ort, wo auch heute noch junge Menschen kaum Möglichkeiten haben, an der Universität zu studieren. Vor zehn Jahren wurde mir der Fuss amputiert, und keine drei Wochen später verliess ich mein Zuhause auf der Suche nach einer besseren Ausbildung. Ich arbeitete und studierte fünf Jahre lang in einer kleinen Stadt namens Yamabal, wo ich die Grund- und Sekundarschule absolvierte. Ende 2015 entschied ich mich, meine Ausbildung fortzusetzen, obwohl ich in den letzten Monaten des Jahres keinerlei finanzielle Unterstützung erhielt. Ich arbeitete daher noch mehr, um Geld zu sparen und im darauffolgenden Jahr das Studium zu beginnen.
Ein Jahr später erhielt ich dann die Nachricht, dass ich die Zulassungsprüfung zur besten Uni meines Landes, der Universidad Nacional, bestanden hätte. Zum lachenden gesellte sich ein tränendes Auge, denn ich musste in eine Stadt ziehen, in der das Leben sehr teuer war. Tatsächlich waren meine Ersparnisse bereits zwei Wochen nach Unterrichtsbeginn erschöpft. Ich übernahm neben dem Studium einige Malerarbeiten in einer anderen Stadt, wo ich niemanden kannte, und so hielt ich mich eher schlecht als recht über Wasser. Eines Tages dann erzählte mir Melissa, eine Klassenkameradin, von Consciente: einer Stiftung, die mittellosen Jugendlichen finanzielle Unterstützung bietet und ihnen so ein Studium ermöglicht. Sie selber erhalte bereits ein solches Stipendium. Am darauffolgenden Tag reiste ich nach Gotera, wo Consciente seinen Sitz hat, und bewarb mich für ein Hochschulstipendium. Bald riefen sie mich an und teilten mir mit, dass das Stipendium für mich genehmigt wurde, dass ich eine Patin namens „Lissi“ hätte, die, ohne mich zu kennen, an mich glaube und mir finanzielle Unterstützung gewähren möchte. Von da an hatte ich genug Geld für mein Studium und konnte mit meinem Nebenjob sogar meine Mutter und meinen kranken kleinen Bruder ein wenig unterstützen.
Das Stipendium war für mich nicht nur eine grossartige Erfolgsgeschichte, sondern auch Ausdruck von einer besonderen Liebe, die ich empfangen durfte. Da gibt es Personen, die anderen, ihnen unbekannten Menschen dabei helfen, ihre Träume zu verwirklichen. Während der drei Jahre meines Stipendiums fühlte ich mich aufgehoben wie in einer Familie, denn die Mitarbeitenden von Consciente sind äusserst freundlich und liebevoll und waren jederzeit für mich da.
Ich liebte es, meine Sozialstunden zu leisten, die ich mit Kindern meiner Gemeinde verbrachte. Zusammen schufen wir Kunstwerke aus Recyclingmaterial. Dabei verarbeiteten wir sagenhafte 5’000 Plastiktüten, die in meiner Gemeinde entsorgt werden sollten – anstatt der ursprünglich vorgesehenen 2’000!
Nun bin ich Mathematiklehrer, und dies verdanke ich sowohl meiner Patin Lissi als auch Consciente, und natürlich auch meinem eigenen Einsatz. Das macht mich glücklich und dankbar. Doch bin ich mir auch bewusst, dass ich eine zumindest ebenso grosse Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft habe; die Ausbildung von Hunderten von Studierenden liegt in meiner Verantwortung und deshalb versuche ich, mich jeden Tag zu verbessern. Das Stipendienprogramm hat hier im Departement Morazán einen großen Einfluss auf die Bildung der Menschen, denn in den kommenden Jahren wird es dank der vielen Spender*innen nicht nur zwei, sondern Dutzende von ausgebildeten jungen Fachleuten in unterschiedlichen Bereichen geben, die die Gesellschaft auf ihre je eigene Art weiterbringen werden.
Finanzielle Unterstützung: Das Stipendium in Schweizer Franken entspricht dem Betrag in US-Dollar, den die Jugendlichen monatlich ausbezahlt bekommen.
Soziales Engagement: Die Stipendiatinnen und Stipendiaten leisten jährlich 100-180 Sozialstunden in einem der Projekte von Consciente oder in einem eigenen Projekt in ihren Gemeinden.
Colonia Francisco Morazán, Calle Efraín Villatoro, Casa # 14, San Francisco Gotera, Morazán
+503 2654 3033
<email-pii>