Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03163.jsonl.gz/1503

In der erweiterten Bezirksanlage Winterthur sollen diverse Institutionen des Kantons sowie ein neues Gefängnis als eigenständige Betriebseinheiten mit räumlichen Synergien organisiert werden. Das Projekt knüpft städtebaulich an die in Winterthur vor allem entlang der Gleisfelder verbreitete Typologie der Industrieareale an. Das übergeordnete Thema für die Entwicklung des Projektperimeters bildet die Positionierung von langen und schmalen Baukörpern, die rechtwinklig zueinander versetzt sind und ohne Ausbildung von Abstandszonen direkt in die Aussenflächen übergehen. Die maximal fünfgeschossigen Volumen erzeugen dabei gestreckte Platzräume, welche sich partiell zu grösseren Freiräumen ausweiten und mit rechteckigen Grünanlagen bespielt sind. Die städtebauliche Anordnung der neuen Bezirksanlage bildet die Basis für die zukünftige Arealentwicklung und nimmt die angestrebte Bebauungstypologie vorweg. Der Altbau und der Ergänzungsbau des Bezirksgebäudes bleiben erhalten und werden östlich mit einem gleich hohen Verwaltungsbau erweitert. Mithilfe dieses Neubaus und leichten Anpassungen in der inneren Organisation des Bestandes können die Raumbedürfnisse der Staatsanwaltschaft, der Jugendanwaltschaft und der Kantonspolizei funktional und konzentriert angeordnet werden. Der von der Verwaltungsnutzung separierte Neubau des Gefängnisses mit vier Zellenmodulen wird parallel zum Bestandsbau entlang der Gleise positioniert und schafft zwischen den Gebäuden Raum für Belichtungshöfe und einen Anlieferungshof. Die Erweiterung des bestehenden Verwaltungsgebäudes orientiert sich in ihrer äusseren Erscheinung an der filigranen Bürostruktur des Altbaus aus dem Jahre 1964, bleibt aber klar als jüngere Ergänzung der Anlage ablesbar. Der auf einem Büroraster basierende Aufbau transportiert sich über die Fassadengestaltung nach aussen und wird durch ein tektonisches Thema akzentuiert. Der Neubau des Gefängnisses präsentiert sich als plastischer Körper mit einer Fassade, welche aus Ortbetonflächen und grossformatigen Glasbausteinelementen besteht. Die Strukturierung des Betons mit differenzierten Schichtstärken und Oberflächen sowie die horizontale Unterscheidung der Geschosse erzeugen eine Massstäblichkeit innerhalb der Umgebung. Mittels einer leichten Taktung in der Höhenentwicklung wird zudem die grosse Dimension des Neubaus gebrochen und ein Rhythmus entlang der Gleise erzeugt.