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Beispielsweise Zellkulturen, die unter bestimmten Voraussetzungen den kürzesten Pfad zwischen zwei festgelegten Punkten finden und zurücklegen oder überwinden können. Auch biologische Computerchips sind denkbar.
Ebenfalls ein Thema in der Robotikforschung ist die Erweiterung des menschlichen Körpers, zum Beispiel durch mechanische Teile oder hochauflösende Sensorik - schneller gehen, höher springen, besser hören, besser sehen. Tatsächlich gibt es auch Theorien, die davon ausgehen, dass die Evolution des Menschen konsequenterweise durch eine Roboter-Mensch-Evolution fortgesetzt wird.
Menschen, die ihre Körper "robotisch" erweitern, sind der erste Schritt hin zum Post-Menschen. Und selbst die Besiedlung des Weltalls könnte durch die Roboter-Evolution ein Thema sein. Für den Biologen Juan Enriquez scheint das eine Selbstverständlichkeit zu sein, wie er auf einem TED-Vortrag anschaulich erklärte.
Ein Traum jedoch, der auch immer wieder die Robotik-Forscher bewegt hat, wird wohl auch in naher Zukunft ferne Wirklichkeit bleiben: der intelligente Roboter.
Lange Zeit wurde ebenfalls immer wieder der Traum vom super-intelligenten Computer geträumt, bis man feststellte, dass erst die Vernetzung vieler Computer ein Verhalten entstehen lässt, welches als "intelligent" gewertet werden könnte - man denke da an einige der sozialen "intelligenten" Webplattformen wie dem Musikservice Last.fm oder Ähnliches, die uns "intelligent" Musik empfehlen können. Dieses ist auch die Aussicht, die man der Roboter-Intelligenz geben muss.
Ähnlich wie der Computer wird der Roboter nicht per se intelligent sein können. Er wird aber durch clevere Vernetzung, durch spezialisiertes Teamwork und durch Kraft und Geschwindigkeit den Menschen in gewisser Weise an Fähigkeiten überbieten. Dieses sieht man schon jetzt, zum Beispiel bei Aufklärungsdrohnen, die extrem temperaturunempfindlich sind, und daher Videobilder streamen können von Orten, die für Menschen unwirtlich oder unzugänglich sind.
Denkt man sich nun einen ganzen autonomen Schwarm dieser Roboter, die auch untereinander in der Lage sind miteinander zu kommunizieren, so erhält man eine Vorstellung davon, wie die Roboter-Intelligenz aussehen wird.
Roboter-GesellschaftEs ist nicht abwegig, sich eine Roboter-Gesellschaft vorzustellen. Schon jetzt gibt es genügend Enthusiasten, die sich mit diesen Themen beschäftigen. Vor allem aber der kulturellen Impuls, den die Robotik momentan erhält, ist eine Riesenchance für die an sich leblosen Geschöpfe, auch innerhalb der Gesellschaft eine grössere Rolle zu spielen.
Denn hier findet nicht nur der Wandel statt, dass Roboter als praktische und anfassbare Objekte in der Mitte der Gesellschaft ankommen, sondern auch symbolisch ein Aufstieg für die Roboter: Weg vom Roboter als reine Arbeitsmaschine in der Fabrik, hin zu kulturell bedeutsamen, künstlerisch relevanten und auch in der Interaktion mit Menschen wichtigen Kooperationspartnern.
Wie weit der Weg zu einer "Roboter-Gesellschaft" noch ist, wird anschaulich, wenn man die Forschung von Roboter-Mensch-Interaktion betrachtet. Vieles wirkt noch unbeholfen. Der Höhepunkt mag ein Maschinengesicht sein, welches dem Menschen täuschend ähnlich sieht. Diese gibt es, doch eine als authentisch einzustufende Unterhaltung ist noch ferne Zukunft. Die bisher existierenden Ansätze in diesem Bereich sind noch immer wenig überzeugend und oftmals sehr naiv.
Bild: KUKA Roboter. / PD
Doch geht man von der Integration der Roboter in die Gesellschaft aus, stellen sich wieder Roboter-ethische Fragen.
Was sollen Roboter dürfen, was nicht? Haben sie eigene Rechte oder darf ein Mensch einen Roboter jederzeit abstellen? Wer schützt uns vor diesen seltsamen Ungeheuern? Werden sie auf irgendeine Weise lebendig sein?
All dies sind Fragen, die man sich stellen wird. Und es sind Fragen, die man sich jetzt schon stellt. Und damit sind diese auch Fragen an eine mögliche Zukunft mit Robotern. Fragen und Projektionen also, die genauso alt sind, wie der erste Roboter - welcher bekanntlich in einer Fiktion, in einem Stück Kunst entstanden ist - und eben nicht als konkretes Objekt.