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Die Erde sieht aus wie eine Kartoffel - zumindest, wenn man sie nach ihrer Schwerkraftverteilung kartiert. Dies ergibt sich aus dem bislang präzisesten Modell des globalen Schwerefelds, das aufgrund von Daten des europäischen Erdbeobachtungssatelliten GOCE erstellt wurde.
Das Modell zeigt die gedachte Oberfläche eines globalen, ruhenden Ozeans, der ohne Einfluss von Gezeiten und Erddrehung allein durch die Schwerkraft geformt wird. Da diese nicht überall gleich ist, machen sich Gebiete mit geringer Schwerkraft als "Dellen" bemerkbar, stärkere Anziehungskräfte hingegen als "Beulen".
Die Erstellung des Modells wurde von Forschern der Technischen Universität München (TUM) koodiniert und am Donnerstag vorgestellt. Nach den Angaben trug GOCE nach nur zwei Jahren in einer Erdumlaufbahn genügend Daten zusammen, um die Gravitation der Erde mit bislang unerreichter Genauigkeit zu kartieren.
Das Modell liefert nun unter anderem Ozeanographen wichtige Daten für ihre Messungen. Aus den Differenzen zwischen dem idealisierten Ozean, der aufgrund der Schwerkraft zu erwarten wäre, und dem tatsächlichen Meeresspiegel können die Wissenschaftler zum Beispiel Ozeanströmungen ableiten.
Das Erdbeben in Japan habe die Form der Erde verändert, sagte Roland Pail von der TUM. Bevor "Goce" Auswirkungen des Bebens auf das Schwerefeld zeigen könne, müssten aber noch weitere Daten gesammelt werden, um sie mit früheren vergleichen zu können.
SDA-ATS