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Die Köhlerei ist ein sehr altes Handwerk. Oft weisen Flurnamen auf die Köhlerei hin: Cholplatz, Cholholz, Cholagger. An alten Kohlenmeilerstandorten beobachtet der aufmerksame Spaziergänger oft schwarze Erde oder sogar schwarze Maulwurfshügel:
Reste von der Löschi mit einzelnen kleinen Kohlestückchen.Geschichtliche Forschungen haben ergeben, dass die Holzköhlerei bis in die Steinzeit zurückgeht. Seit Urzeiten wurde in den Wäldern in der ganzen Schweiz (zum Beispiel im Napf, Jura, Meiringen) Holzkohle gebrannt. Neben den Gold- und Hufschmieden, den Eisengiessereien, Ziegeleien und Glashütten interessierten sich auch die Regierungen für die Holzkohle, die zur Herstellung von Schwarzpulver verwendet wurde. Der grosse Bedarf an Holzkohle führte ab dem 16. Jahrhundert zur Holzverknappung. Die Ausfuhr der Kohle wurde verboten und es durfte nur noch mit einer Bewilligung geköhlert werden. Bestimmte Waldungen wurden ab dem 18. Jahrhundert der Köhlerei entzogen. Die Köhler mussten in unwegsame Wälder ausweichen und vermehrt Abfallholz verwenden. Einen eigentlichen Aufschwung aber nahm die Köhlerei im 19. Jahrhundert.
Geringe, nicht abbauwürdige Steinkohlevorkommen in der Schweiz und die schlechten Wegverhältnisse für den Holztransport förderten das Aufkommen der Holzköhlerei. In mühsamer Arbeit trugen die Köhler ihre Holzkohle aus den abgelegenen Wäldern an die Fahrwege, wo sie von den Fuhrleuten übernommen wurde.
Das allmähliche Aus für die Holzköhlerei setze ab 1900 ein, als Gas und elektrischer Strom zunehmend an Bedeutung gewannen. Der Ausbruch des 2. Weltkriegs löste für kurze Zeit eine starke Nachfrage nach einheimischer Holzkohle aus, weil die Steinkohleimporte stark eingeschränkt wurden. Sogar für Autos wurde Holzkohle verwendet: 1944 fuhren 14’000 Motorfahrzeuge (so genannte Holzvergaser) mit Holz oder Holzkohle. Heute werden in der Schweiz werden jährlich zirka 8000 Tonnen Holzkohle verbraucht. Der
überwiegende Teil der industriell hergestellten Holzkohle wird aus dem Ausland eingeführt. In der Schweiz rauchen Kohlenmeiler noch heute regelmässig in Romoos und im Freilichtmuseum Ballenberg.