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Arbeiten bei einer Stiftung / im Privatsektor
Kann man vorhersagen, wie die Arbeit in einer Organisation aussieht, wenn man von ihrer Organisationsform ausgeht? In einem gewissen Mass ja. Es gibt verschiedene Arten von Akteuren in der internationalen Zusammenarbeit. Ein Vergleich von ihnen zeigt Ähnlichkeiten und Unterschiede, die die Arbeit beeinflussen können. Natürlich hat jede Organisation auch ihre spezifischen Eigenheiten.
Stiftungen in Kürze
Die Stiftungen sind natürlich auch NGOs oder zumindest Non-Profit-Organisationen. Ihr rechtlicher Status ist manchmal identisch mit jenem der NGOs, die auch als Stiftungen registriert sein können. Wir heben hier Stiftungen hervor, die finanziell weitgehend unabhängig sind, mit entsprechenden Freiheiten. Befreit vom Zwang, den Spenderinnen und Spendern Rechenschaft abzulegen, sind diese Stiftungen nur dem Ziel verpflichtet, das sie sich selbst gesetzt haben.
Zu beachten ist, dass es zwei Arten von Stiftungen gibt: die Förderstiftungen, die von anderen Organisationen realisierte Programme fördern, und jene, die ihre eigenen Programme umsetzen. Es gibt auch Mischformen.
Inwiefern kann der Status als Stiftung die Arbeit beeinflussen?
- In der Schweiz sind Stiftungen oft Strukturen kleiner oder mittlerer Grösse, mit einer relativ tiefen Anzahl Angestellter.
- Die Stiftungen sind in der Öffentlichkeit oft weniger bekannt. Das erklärt sich dadurch, dass sie keine Kampagnen zur Geldbeschaffung organisieren müssen, um sich zu finanzieren.
- Da sie grundsätzlich keine Rechenschaft ablegen müssen, kann man sagen, dass Stiftungen weniger einem äusseren Einfluss unterliegen, um ihre Ausrichtung festzulegen.
- Stiftungen sind häufig auf spezifische Themen ausgerichtet.
- Während sich einige Stiftungen ausschliesslich auf die Vergabe von Subventionen oder Stipendien konzentrieren, konzipieren und realisieren andere – so wie die NGOs – ihre eigenen Programme, mit dem Unterschied, dass es oft mehr Raum für Innovation gibt.
Schweizer Stiftungen in der internationalen Zusammenarbeit
Mit über 13'000 gemeinnützigen Stiftungen und einem Vermögen von rund 100 Milliarden Schweizer Franken gehört der Schweizer Stiftungssektor zu den grössten der Welt. Stiftungen sind auch Teil des breiten Spektrums von Institutionen, die im Bereich der internationalen Zusammenarbeit tätig sind.
Diese (nicht abschliessende) Liste der Schweizer Stiftungen in der internationalen Zusammenarbeit (PDF) ergänzt die Akteursübersicht von cinfo, die eine Vielzahl von Organisationen vorstellt, von denen einige rechtlich als Stiftungen registriert sind. Die in der Übersicht erwähnten Stiftungen werden in dieser Liste nicht wiederholt.
Eine Stiftung ist per Definition eine juristische Person. Art. 80 des Zivilgesetzbuches legt fest, dass eine Stiftung durch die Zuwendung von Vermögen für einen bestimmten Zweck errichtet wird.
Die aufgeführten Stiftungen sind in verschiedenen Ländern tätig und unterschiedlich gross. Anhand von Stichworten werden ihre Hauptaktivitäten und thematischen Schwerpunkte grob kategorisiert. Es bleibt jedoch Ihnen überlassen, weitere Recherchen anzustellen, um die für Sie interessanten Stiftungen genauer einzuschätzen.
Fragen, die Sie sich stellen sollten
Unter Berücksichtigung der oben erwähnten Hinweise können Ihnen folgende Fragen helfen, besser zu erkennen, ob Ihnen die Arbeit in einer Stiftung entspricht. Diese Fragen sind als Orientierungshilfe zu verstehen und nicht als Voraussetzungen, um Ihren Entscheid zu treffen.
Haben Sie jemals etwas von dieser Stiftung gehört?
Achten Sie auf ihre Tätigkeiten und informieren Sie sich, wie sie arbeitet. Ist eine Stiftung in der Öffentlichkeit nicht bekannt, heisst das nicht, dass es sich nicht lohnt für sie zu arbeiten.
Um welche Art von Stiftung handelt es sich?
Setzt sie ihre eigenen Programme um oder konzentriert sie sich auf die Vergabe von Subventionen? Entspricht Ihnen das?
Sind Sie daran interessiert, neue Dinge auszuprobieren oder Risiken einzugehen?
Selbstverständlich gilt das nicht für alle Stiftungen, aber einige neigen dazu, etwas Raum für Innovation zu lassen.
Der Privatsektor in Kürze
Was man in der internationalen Zusammenarbeit als Privatsektor bezeichnet, ist in Wirklichkeit ein weiter Bereich, der vom Consulting bis zu Start-ups reicht, vom Social Business über Inclusive Business, bis zur sozialen Verantwortung der Unternehmen ("Corporate social responsability"). Auch die öffentlich-privaten Partnerschaften gehören in diese Kategorie, ebenso die nachhaltige Finanzwirtschaft und das Impact Investing. Selbst die Wirtschaftszweige, von denen man sagt, dass sie zum Erreichen der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) beitragen, können von sich sagen, dass sie zur grossen Familie des Privatsektors in der internationalen Zusammenarbeit gehören.
Inwiefern kann der Status als Unternehmen des Privatsektors die Arbeit beeinflussen?
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Angesichts der Vielfalt der Akteure ist es schwierig, umfassende Erklärungen abzugeben ohne in Klischees zu verfallen. Der im Privatsektor tätige soziale Akteur ist im Allgemeinen ein Dienstleister. Grundsätzlich erwartet er einen Return on Investment, der vom Erfolg der gesetzten Ziele abhängt. Folglich ist die Arbeit des Personals, auch wenn das von einem Unternehmen zum andern beträchtlich variieren kann, mehr auf die Ausübung von Mandaten ausgerichtet als in anderen Arten von Organisationen.
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Gehört diese Tätigkeit oder dieses Mandat zur internationalen Zusammenarbeit oder nicht? Die Grenzen sind nicht klar definiert und es handelt sich vor allem um eine Interpretationsfrage.