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Erdbeben in Haiti, Überschwemmungen in Pakistan oder Hungersnot in Afrika. Die Heilsarmee ist bei Naturkatastrophen und humanitären Krisen vor Ort und leistet Nothilfe. Major Drew Ruthven ist Koordinator des internationalen Katastrophenhilfsdienstes und berichtet von der Arbeit der Heilsarmee in Krisensituationen.
Bei Katastrophen verfügt die lokale Heilsarmee häufig nicht über die nötigen Ressourcen und das Know-how, um den Bedürfnissen der Betroffenen zu begegnen. In solchen Fällen unterstützen wir die lokale Heilsarmee. Dieser Dienst besteht seit 1996. Er hat zum Ziel, bei grossen Katastrophenereignissen und komplexen Notsituationen die lokale Heilsarmee bei der Soforthilfe zu unterstützen und die internationale Nothilfe der Heilsarmee zu koordinieren.
Wir sind ein Team von vier Personen und operieren vom internationalen Hauptquartier der Heilsarmee in London aus. Auf Wunsch der lokalen Heilsarmee senden wir Teammitglieder in die Krisenregion, um die Situation zu beurteilen. Anschliessend erarbeiten wir mit den lokalen Mitarbeitenden der Heilsarmee Nothilfemassnahmen. Falls nötig, senden wir weiteres ausgebildetes Personal ins Krisengebiet.
Die getroffenen Massnahmen reichen von der kurzfristigen Verteilung von Haushaltartikeln oder Nahrungsmitteln bis hin zur Bereitstellung von temporären Unterkünften oder der Wasser- und Nahrungsversorgung über einen längeren Zeitraum.
Vielfach sind wir nur eine von vielen Organisationen, die auf eine Notsituation reagieren. So ist der internationale Katastrophenhilfsdienst auch in die Koordination mit anderen Organisationen involviert.
Bei unseren Hilfsmassnahmen steht immer im Vordergrund, dass den Menschen in ihrer momentanen Notlage schnell geholfen werden kann. Wir suchen jedoch immer auch Möglichkeiten, um mit den eingesetzten Ressourcen die Auswirkungen zukünftiger Katastrophen abzuschwächen. Zum Beispiel wird die Wasserversorgung, die wir in Ostkenia bereitgestellt haben, den Menschen in dieser Region noch über Jahre dienen.
Uns ist es ein Anliegen, das bereitgestellte Geld nach Möglichkeit im Land auszugeben, in welchem wir Nothilfe leisten. Dieses Prinzip hilft, die Erholung der lokalen Wirtschaft zu fördern. Oft ist dies der effizienteste und ökonomischste Weg, den Menschen zu helfen. Zum Beispiel haben wir nach dem Erdbeben und Tsunami in Japan für betroffene Fischer 30 Fischerboote herstellen lassen. Diese wurden in einer Fabrik bestellt, welche selber vom Tsunami betroffen war. Mit dieser Bestellung trugen wir dazu bei, dass diese Fabrik wieder eröffnet und die Arbeiter weiter beschäftigt werden konnten.
Bei den abgeschlossenen Nothilfeprojekten ist eine kontinuierliche Berichterstattung wichtig, um die Geldgeber über die durchgeführten Massnahmen zu informieren.
Wir sind Gott dankbar für die finanziellen Mittel, welche der Heilsarmee immer wieder für die weltweite Nothilfe zur Verfügung gestellt werden. Wir tun alles, damit das Geld effizient und weise eingesetzt wird: Es soll den Menschen auf die bestmögliche Art helfen.
Major Drew Ruthven