Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03644.jsonl.gz/3068

Ein Star - was ist das eigentlich?
Eine Star-Erkrankung bezeichnet eine Reihe von Augenerkrankungen, die früher meistens zu hoher Sehbehinderung oder gar zu Blindheit geführt haben. Der Begriff «Star» stammt aus dem frühen Mittelalter und kommt von «starren», da die Patienten zwar offene «starrende» Augen haben, aber dabei nichts oder fast nichts sehen. Der starre, unbewegte Blick der Blinden wurde demzufolge oft auch als «starblind» bezeichnet. Das Wort «Star» wurde danach als Synonym für jegliche Linsentrübungen verwendet.
Unterschieden werden der «graue Star», der «grüne Star» und der «schwarze Star», wobei letzterer sehr selten ist.
Die Farbbezeichnung beschreibt die jeweilige leichte Verfärbung der Pupille. Bei der fortschreitenden Trübung der Augenlinse beim grauen Star erscheint diese hell-gräulich.ch.
Der grüne Star ist eigentlich keine Trübung der Augenlinse, sondern eine Erkrankung des Sehnervs. In der Medizingeschichte erklärt sich dies so, dass der französische Begriff «glaucome» im 18. Jahrhundert fälschlicherweise als grüner Star übersetzt wurde. Auf griechisch bedeutet «glaukos» hell, leuchtend und wenn der Begriff «glaukos» im Zusammenhang mit dem Meer verwendet wird, wird er als «grau- oder grün-bläulich» übersetzt. Das Wort «Glaukom» wechselte danach im 19. Jahrhundert mehrfach seine Bedeutung und etablierte sich schließlich als Bezeichnung für erhöhten Augeninnendruck.
Der grüne und der graue Star gehören zu den häufigsten Gründen von (nicht-angeborener) Blindheit. (Weitere Gründe von Blindheit sind z.B. Diabetes, altersbedingte Makuladegeneration und Hornhauttrübungen durch Verletzungen, Geschwüre oder Herpes simplex).
Eine graue Star-Erkrankung lässt sich operativ behandeln und die Sehkraft wird meistens wieder voll hergestellt. Diese Operation ist einer der häufigsten chirurgischen Eingriffe überhaupt und auch die einzige Behandlungsmöglichkeit. Bei der Operation wird die trübe Linse entfernt und mit einer künstlichen Linse ersetzt.
Beim grauen Star ist eine Operation zwar möglich, aber verhilft meistens nicht mehr zur Wiederherstellung der Sehkraft, weil der graue Star sich erst sehr spät bemerkbar macht. Zu diesem Zeitpunkt ist der Schaden schon oft sehr gross. Hauptursache für den grünen Star ist ein hoher Augeninnendruck, den man leider nicht spürt. Die Früherkennung ist deshalb sehr wichtig und wird ab dem 40 Lebensjahr in regelmässigen Abständen empfohlen.
Der schwarze Star (Amaurose, vom griechischen «amauros» für dunkel, blind) bezeichnet das vollständige Fehlen von Lichtwahrnehmung des Auges bei Verlust jeglicher optischer Reizverarbeitung. Die Pupille ist dabei komplett starr, weil keine Lichtreaktion mehr erfolgt. Falls nicht angeboren, ist z.B. eine Netzhautablösung, eine Erkrankung der Netz- oder Aderhaut, eine Durchtrennung des Sehnervs, Vergiftungen, Tumore etc. die Ursache.