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Dr. Lutz Achtnichts
Literatur
60–-80 % aller Menschen mit MS leiden an Fatigue; oft ist die Erschöpfung das erste Symptom der Krankheit1. Fatigue ist etwas anderes als blosse Müdigkeit, und sie beeinträchtigt die Lebensqualität im Alltag erheblich1. In dieser Artikelreihe über Fatigue bei MS beleuchten wir die Ursachen und einige Ansätze für das therapeutische Vorgehen bei Fatigue.
Hier lesen Sie, was Sie in den kommenden Monaten in diesen Artikeln erwartet.
Fatigue kann unterschiedliche Ursachen haben2. Es gibt die primäre Fatigue, die eine unmittelbare Folge des Krankheitsgeschehens ist2. Primäre Fatigue kann durch den erhöhten Energieverbrauch entstehen, der zum einen durch das hyperaktive Immunsystem und zum anderen durch Reparaturvorgänge des Körpers anfäll2,3. Sekundäre Fatigue kann durch die Auswirkungen der MS-Symptome im täglichen Leben hinzukommen2. Beispielsweise kann sekundäre Fatigue auftreten, wenn man wegen Schmerzen, Depression oder Restless-Leg-Syndrom schlecht schläft. Sie kann auch eine Folge der Depression selbst sein, oder dadurch entstehen, dass man sich für Bewegungen umso mehr anstrengen muss, je schwächer die Muskeln werden2,4.
In diesem Artikel werden Ansätze zur Behandlung der Fatigue vorgestellt, an erster Stelle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel. Überblicksartig wird betrachtet, welche wirksam sind und welche nicht.
Mögliche physikalische Ansätze zur Behandlung der Fatigue sind Übungen, elektromagnetische Feldtherapie oder auch die Umstellung täglicher Gewohnheiten, um den Energiebedarf zu verringern4,5. Eine solche Umstellung kann beispielsweise sein, Gehhilfen zu verwenden, um die Muskeln zu entlasten4. Kühlungsbehandlungen sind ein physikalischer Ansatz zur Linderung der Wärmeempfindlichkeit, die häufig mit MS einhergeht und das Erschöpfungsgefühl verstärken kann5,6. Der Artikel geht auf alle diese physikalischen Vorgehensweisen bei Fatigue sowie die jeweiligen wissenschaftlichen Belege dafür ein.
Psychologische Behandlungsansätze bei Fatigue umfassen Entspannungstechniken, Achtsamkeit und kognitive Verhaltenstherapie (CBT; cognitive behavioural therapy)7. Diese Ansätze können bei den Ursachen der sekundären MS-Fatigue wie Depression und Schlafstörungen Abhilfe schaffen7. Bisweilen werden psychologische und physikalische Ansätze in «Energiesparprogrammen» kombiniert, in denen Menschen mit MS lernen können, wie sie ihren Alltag so gestalten, dass sie ihren Energieverbrauch senken4,7. Dieser Artikel behandelt die psychologischen Behandlungsansätze bei Fatigue und ihre jeweilige Wirksamkeit.
Auslöser sekundärer Fatigue, wie zum Beispiel Schlafstörungen, müssen bei MS individuell betrachtet und angegangen werden. Im Fall von Schlafstörungen kann eine Blasenfunktionsstörung oder -entzündung die Ursache sein, aber auch die Ernährung oder eine Nebenwirkung eines Medikaments5,6. Jede dieser Ursachen kann unterschiedliche Gegenmassnahmen erforderlich machen. Dieser Artikel geht auf die verschiedenen Ursachen der sekundären Fatigue ein.
Fatigue und Sedierung sind mögliche Nebenwirkungen verschiedener Medikamente, zum Beispiel Antihistaminika und Medikamente zur Muskelentspannung8. In diesem Artikel wird auf die Forschung hierzu eingegangen, mit besonderem Schwerpunkt auf MS-Medikamenten. Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Medikament sich auf Ihre Fatigue auswirken könnte, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie es nicht mehr einnehmen, denn sein Nutzen könnte trotzdem überwiegen. Es ist wichtig, dass Sie über alle diese Fragen mit Ihrem Arzt sprechen, damit er erkennen kann, welche Medikamente für Sie persönlich am besten geeignet sind.
Dr. Lutz Achtnichts
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