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Jetzt ist es amtlich: Romands und Tessiner fahren häufiger betrunken und öfter zu schnell
Erhebungen und Statistiken zeigen: Bei der Verkehrssicherheit schneiden Romands und Tessiner regelmässig schlechter ab als Deutschschweizer. Diese regionalen Unterschiede werden in einer neuen Studie der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung untersucht. Der Vergleich zeigt, dass Westschweizer häufiger zu schnell und unter Alkoholeinfluss fahren, während Tessiner sich seltener anschnallen und ebenfalls häufiger alkoholisiert fahren als Deutschschweizer. Zudem leidet der Südkanton unter überdurchschnittlich vielen schweren Motorradunfällen.
Im Tessin sind 51% der schwer verletzten und getöteten Verkehrsteilnehmer Motorradfahrer - ein Anteil, der in der Westschweiz bei 33% und in der Deutschschweiz bei 26% liegt.
Rückgang von Verkehrstoten nur halb so stark wie in der Deutschschweiz
Zwischen 1997 und 2007 ging die Anzahl Schwerverletzter und Getöteter im Strassenverkehr in der Deutschschweiz mit 21% am stärksten zurück. In der Westschweiz und im Tessin betrug der Rückgang hingegen lediglich 7 bzw. 10%. In ihrer Studie «Regionale Unterschiede im Verkehrsunfallgeschehen», die heute an zwei Medienkonferenzen in Lausanne und Bellinzona vorgestellt werden, analysiert die bfu das Problemfeld unter drei Gesichtspunkten: Profil der Verkehrsunfälle (Verkehrsteilnehmer, Fahrzeuge, zurückgelegte Strecken), Verhalten der Bevölkerung hinsichtlich Mobilität und Verkehrssicherheit sowie Verkehrsinfrastruktur.
Extrem viele schwere Töffunfälle im Tessin
Im Tessin sind 51% der schwer verletzten und getöteten Verkehrsteilnehmer Motorradfahrer - ein Anteil, der in der Westschweiz bei 33% und in der Deutschschweiz bei 26% liegt. Überdurchschnittlich viele Verkehrsopfer tragen im Tessin keinen Sicherheitsgurt (32% der Unfälle mit Schwerverletzten und Getöteten; in der Romandie sind es 22%, in der Deutschschweiz 16%). Alkohol am Steuer führt im Tessin (19%) und in der Westschweiz (20%) zu fast doppelt so vielen Schwerverletzten und Getöteten wie in der Deutschschweiz (11%). In der Westschweiz gehen 34% der Unfälle auf das Konto der Geschwindigkeit. Diese ist im Tessin als Risikofaktor weniger zentral (8%; Deutschschweiz: 21%).
Am schlimmsten sind die Tessiner Männer
Generell zeigt die Studie: Bei der Verkehrssicherheit schneiden das Tessin am schlechtesten und die Deutschschweiz am besten ab. Dies gilt unabhängig davon, ob man die Opferzahlen in Beziehung zur Einwohnerzahl oder zu den zurückgelegten Kilometern setzt. Die Reihenfolge ändert sich auch dann nicht, wenn man die verunfallten Verkehrsteilnehmer ausschliesst, die aus den jeweils anderen Sprachregionen stammen. Weiter ist bemerkenswert, dass im Tessin dreimal mehr Männer in schwere Unfälle verwickelt sind als Frauen. Diese tragen übrigens erheblich zur Verminderung der regionalen Unterschiede bei: Die Anzahl der Frauen, die pro 100 Millionen Kilometer in schwere Unfälle verwickelt sind, ist in den drei Regionen nahezu identisch.
Ausgehend von den Resultaten der Studie wird die bfu ihre Präventionstätigkeit künftig noch zielgerichteter ausführen, beispielsweise mit Massnahmen zur Senkung der Geschwindigkeit und zur Reduktion der Fahrten in angetrunkenem Zustand in der Westschweiz. Im Tessin dagegen drängt sich die Intensivierung der Kampagnen zum Thema Sicherheitsgurt und für Motorradfahrer in Verbindung mit Polizeikontrollen auf. Diese Tätigkeiten kann die bfu aber nicht alleine, sondern nur in Zusammen-arbeit mit ihren Partnern in den Kantonen und Gemeinden durchführen (Polizeikorps, Schulen, Si-cherheitsdelegierte etc.).
Studie «Disparités régionales des accidents de la route» als Vollversion (in Französisch) und als Zusammenfas-sung (in Deutsch), klicken Sie HIER.
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