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Schalberg war eine der Burgen, deren Ruinen heute noch jenen alten aus dem Birstal ins Leimental dem Jurablauen entlang führenden Strassenzug bezeichnen.
Wie der Name schon sagt, war Schalberg (nach der Talenge und den beiden benachbarten Höfen etwa auch Klus oder Oberklus geheissen) eine Gründung der bischöflich baslerischen Ministerialen Schaler. Die Schaler gehörten wie die Erbauer des Schalberg unmittelbar benachbarten Münchsberg zum alten bischöflichen Stadtadel, bei dem sich im 13. Jahrhundert jener bereits erwähnte Zug aufs Land geltend machte, dem eine jüngere Schicht von Burgengründungen in unserer Gegend zuzuschreiben ist. Wie die Münch erbauten auch die Schaler ihre Burg auf eigenem Grund und Boden, wie denn Schalberg überhaupt zu Münchsberg in allen Teilen ein Gegenstück bildet. Beide Burgen beherrschten mit dem ebenfalls von einem bischöflichen Dienstmann besessenen Fürstenstein den östlichen Blauen und dessen Zugänge, vorab die alte Strasse über die Platte, vollständig.
Die Schaler hatten ihren Namen von ihrem Sesshause in Basel. Dieses hiess nämlich "zur Leitteren". über die lateinische Bezeichnung "Scala" für Leiter entstand dann die lateinische Namensbezeichnung des Geschlechtes "die zur Leitteren dicti Scalarii zu Basel". Aus Scalarii wurde dann verdeutscht "Schaler". Von dem auf "Scalarii" (zur Leitteren) zurückgehenden Namen leitet sich auch das redende Wappen des Geschlechtes ab: die als Leiter oder Treppe ("Scala") zu erklärende Anordnung der weissen Wecken im roten Schild. Die Schaler kamen im Dienste des Bischofs rasch empor. Mehrere Generationen hindurch bekleideten sie die höchsten Ämter der Stadt: die Vogtei, das Schultheissenamt und das Bürgermeisteramt. Einige Schaler gehörten auch dem Basler Domkapitel an; einer dieser Domherren, Wernher Schaler, wurde 1382, der Gegenbischof des Imer von Ramstein. Mit den Münch und den ihnen stammverwandten Marschalken von Basel bildeten die Schaler die glanzvolle Partei der erst antihabsburgisch-bischöflich, nach der Königswahl Rudolfs von Habsburg aber habsburgisch gesinnten Psitticher. Der hervorragendste Vertreter des Geschlechtes war Peter Schaler, mehrmals Bürgermeister von Basel, auch Schultheiss zu Basel, allenthalben in energischer und bedeutender Weise tätig, ein Gönner des Dichters Konrad von Würzburg. Gestorben ist Peter Schaler zwischen 1307 und 1308. "Zum Bilde seines grossen Werkes gehört, dass er auf der Norsdeite des Basler Münsters eine Kapelle hat bauen lassen; in ihr fand er nun die Ruhe. Noch heute trägt sie an Schlusssteinen und Pfeilern sein Wappen".
Peter Schaler war vermutlich ein Bruder des ersten Schaler zu Benken. Er wurde der Stammvater der Schaler zu Schalberg. Wenn nicht er, so hat doch sicherlich sein Sohn Rudolf Schalberg gegründet, das somit im ausgehenden 13. oder im an, hebenden 14. Jahrhundert entstanden ist. Im Erdbeben von 1356 zerfiel auch Schalberg mit den benachbarten Burgen am Blauen. Die Feste ist aber offenbar wiederhergestellt worden, so dass sie bis zum Aussterben des Schalerschen Geschlechtes im Mannesstamme gegen die Mitte des 15. Jahrhunderts wohl noch bestanden hat. Die Zeit ihres Verfalles ist nicht bekannt.
Wie Münchsberg war auch Schalberg, obwohl auf Eigengut erbaut, bischöfliches Lehen geworden. Mit dem Aussterben des Schalerschen Mannesstammes ging die Burg als bischöfliches Lehen auf die Grafen von Tierstein über. Anlässlich einer Belehnung des Grafen Hans von Tierstein durch den Bischof von Basel im Jahre 1452 wird Schalberg zum letztenmale urkundlich genannt. - Von den beiden in der Nähe gelegenen Höfen gehörte der eine zur Herrschaft Pfeffingen und wurde von den Tiersteinern im 15. Jahrhundert dem Reich als Lehen ausgegeben. Der zweite Kluserhof war Lehen des Bistums. Seit dem 17. Jahrhundert waren beide Höfe im Besitze der Blarer.
Die Burg Schalberg ist etwa 400 Meter nordwestlich von Münchsberg, auf einem zur Klus sich absenkenden Felsgrat, erbaut worden. Von der benachbarten Burg war Schalberg durch einen tiefen das Schalersche gegen das Münchische Allod einst abteilenden Graben getrennt. Zwischen beiden Anlagen befindet sich eine in dürftigen Spuren erhaltene Burgstelle, über deren Vergangenheit nichts bekannt ist. Der Felsgrat, auf dem sich die Burg erhob, fällt südwestlich und nordöstlich steil ab, so dass auf diesen beiden Seiten die Burg schon durch die natürlichen Verhältnisse vorzüglich geschützt war. Die durch die Natur weniger geschützte Südostseite der Feste erhielt ihre Sicherung gegen feindliche Angriffe durch einen oben etwa 30 Meter breiten und in die Tiefe etwas über 10 Meter messenden künstlich angelegten Halsgraben. Über diesem Graben erhob sich, der ganz unregelmässig verlaufenden Felskante sich anpassend, die Hauptburg, bestehend aus einer höher und einer tiefer gelegenen Anlage. Nach innen, an die Schildmauer gegen den Halsgraben angelehnt, findet sich ein Mauerwerk, das an das einstige Vorhandensein eines allerdings in den Dimensionen mässig gehaltenen runden Bergfrieds erinnern dürfte. Westwärts des Burggemäuers ist der Felsgrat wiederum durch einen Graben unterbrochen, der oben 12 Meter breit und etwa 5 Meter tief ist. Das jenseits des Grabens folgende leicht geneigte trapezförmige Plateau dürfte ursprünglich mit einem Vorwerk versehen gewesen sein. Ein weiterer kleiner Graben trennt dieses Plateau von dem weitern Verlaufe des sich von hier weg steil zur Klus herniedersenkenden Felsgrates. Die Gesamtanlage von Schalberg ist recht ansehnlich, wenn auch nicht ganz so gross wie die von Münchsberg. Schalberg misst in seiner gesamten Längenausdehnung etwa 120 Meter. Also ungefahr so viel wie das Schloss Pfeffingen. Davon entfallen bei Schalberg auf den eigentlichen Wohnbau mit Schlosshof etwa 60 Meter. Die gesamte Längenausdehnung beträgt bei Münchsberg etwa 50 Meter mehr als bei Schalberg. Diese bischöflichen Dienstmannensitze in der Aescher Klus waren also an Ausdehnung keine unbedeutenden Anlagen.
Bibliographie