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Das Interview führte Carlo Eichenberger
Eduard «Edy» Hubacher (15. April 1940) ist ein ehemaliger Schweizer Bobfahrer und Leichtathlet. Er war in den 1960er Jahren der beste Kugelstosser, Diskuswerfer und Mehrkämpfer der Schweiz. Er wechselte dann zum Bobsport und wurde 1972 Olympiasieger im Viererbob. Heute ist der pensionierte Lehrer Rätselkönig.
Ich bedanke mich sehr, dass Sie sich für mich Zeit genommen haben. Ich habe gelesen, dass Sie eine Olympische Goldmedaille gewonnen haben. Meine erste Frage ist:
Wie kommen Sie von Olympiagold zu einer Rätselkarriere?
Der Weg verlief gerade in die andere Richtung. Mein erstes Rätsel (für den Nebenspalter) verfasste ich beinahe 10 Jahre, bevor ich wir in Sapporo die Goldmedaille gewannen.
Ist es schwierig, immer neue Rätsel zu erfinden?
Es ist auch nach über 50 Jahren nicht leichter geworden. Im Gegenteil. Weil meine Auftraggeber*innen mir ihre Wünsche angeben dürfen – ein gutes halbes Dutzend Wunschbegriffe plus das Lösungswort oder den Lösungsspruch – ist es oft schwierig, sie einzubauen und die Lücken mit sinnvollen Wörtern zu füllen.
Wie gehen Sie vor, um Rätsel zu erfinden?
Ein Vorteil für mich ist, dass ich mich an das vorgegebene Thema halten kann (z.B. Simmental, Schneesport, Veranstaltungen). Ich beginne mit dem Füllen des Lösungsschemas, zäume also den Esel am Schwanz auf. (Das könnte übrigens auch eine meiner Fragen sein). Das ist kreativ, ist ein Hobby. Der zweite Schritt, die Fragen zu stellen, ist dann Arbeit, die sich über Stunden hinzieht.
Was mögen Sie am Rätseln?
Rätsel lösen war für mich wie Osternestli zu suchen oder einem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Beim Rätsel erfinden versuche ich, die Fragen nicht zu einfach zu stellen, aber so, dass man ohne Google die Lösung findet. Wenn du um zwei, drei Ecken denkst, kannst du mit Sesam das Geheimnis lösen.
Haben Sie lieber Sport oder Rätsel?
Sport, der mit Bewegung und Spiel verbunden ist, war und ist mir schon noch ein My lieber als Denksport.
Gibt es eine Rätselart, die Sie nicht mögen?
Sudoku
Welche Rätselart haben Sie am liebsten?
Schnecken- und Schlangenrätsel – die habe ich in der Türkei gefunden.
Gibt es ein Rätsel, das Sie nicht lösen können?
Ja, die schweren Querdenker-Rätsel von Rätselkaiserin Trudi Müller-Bosshard im Magazin.
Haben Sie in der Corona-Zeit mehr oder weniger Rätsel gemacht?
Wie üblich – die Simmental Zeitung und ein Zürcher Heft sind dazugekommen.
Wo haben Sie gelernt Rätsel zu machen?
Weil ich während meiner Schul- und Jugendzeit – oft mit meiner Mutter zusammen – viele Rätsel löste, ging ich nach dem Leitspruch von «Übung macht den Meister» vor: Ich übte und versuchte immer bessere Rätsel zu schmieden.
Ich hoffe, es waren nicht zu viele Fragen und danke herzlich für Ihre Antworten.
Carlo Eichenberger, 5. Klasse 2021