Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03152.jsonl.gz/624

Flor de CampanillaDie 1992 gegen viele Widerstände seitens großer Bienenzüchter und ZwischenhändlerInnen gegründete Imkervereinigung Productores de Miel "Flor de Campanilla" aus Santiago Pinotepa Nacional im Bundesstaat Oaxaca hat sich zum Ziel gesetzt, durch die Direktvermarktung von Honig höhere Gewinne für die ProduzentInnen zu erzielen. Ihren Mitgliedern bietet Flor de Campanilla sowohl Vorfinanzierung, technische Beratung, als auch günstige Bienenstöcke an. In ihrem Lagerhaus befindet sich eine eigene kleine Schreinerei, die die Bienenkästen für die Mitglieder kostengünstig herstellt. Für den Transport des Honigs von den ImkerInnen zum zentralen Lagerhaus in Santiago Pinotepa Nacional wurde ein LKW angeschafft, der bei Nichtgebrauch an andere Bauern verliehen wird. Die Weiterverarbeitung des Honigs erfolgt durch Flor de Campanilla selbst. Die wirtschaftliche Entwicklung der Gruppe ist trotz des Rückschlags aufgrund des Hurrikans "Paulina" 1997, bei dem viele ProduzentInnen ihre Bienenstöcke verloren, und sich die Honigernte um 50% reduzierte, sehr gut: Heute verfügt Flor de Campanilla über ein eigenes Büro, leistet sich die Bezahlung eines Beraters und ist in der Lage, Projekte zu formulieren und um externe Finanzierung anzusuchen.Pläne für die Zukunft sind die Ausdehnung der Honigproduktion und die Vermarktung des Honigs auf dem mexikanischen Markt weiter voranzutreiben.
Die ProduzentInnenDie Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bauen sowohl Mais, Bohnen, Früchte und Kürbisse für den Eigenbedarf sowie Sesam und Hibiskus für den lokalen Markt an. Andere Mitglieder müssen das zu bearbeitende Land pachten.
Die Mitglieder haben im Durchschnitt 159 Bienenstöcke. Die damit erzielte Honigproduktion deckt für manche Mitglieder bis zu 75% ihres Geldeinkommens ab und ist daher von großer Bedeutung für die ProduzentInnen. Durch die Einkommen aus der Bienenzucht konnten die Mitglieder ihren Lebensstandard merklich verbessern (Investitionen in Häuser, Ausbildung der Kinder, Investitionen in die eigene Ausbildung bzw. Bienenzucht).