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Die Zahl der Schweizer auf der Karabikinsel erhöhte sich von rund 30 in den 1950er Jahren auf ca. 170 (v.a. Bankiers und Hoteliers) in den 1990er Jahren. Das "Finanzparadies" B. zog auch schweiz. Unternehmen an, z.B. bereits 1936 Nestlé. Als 1973 die brit. Kronkolonie in die Unabhängigkeit entlassen wurde, hatten erst die SBG und die SKA Niederlassungen errichtet; 1990 waren bereits 20 Schweizer Banken mit Zweigstellen in B. präsent. Die Handelsbeziehungen zwischen B. und der Schweiz sind bescheiden, die Kapitalflüsse dagegen beträchtl.: In den Bilanzen aller in der Schweiz niedergelassenen Banken und Finanzges. erschienen 1992 gesamthaft 2'193 Mio. Fr. an Aktiven und 5'843 Mio. Fr. an Passiven auf den B. Treuhänderisch verwaltet wurden 5'639 Mio. Fr. an Aktiven und 4'182 Mio. Fr. an Passiven. 1973 anerkannte der Bundesrat die Unabhängigkeit der B. und nahm 1974 diplomat. und konsular. Beziehungen auf. Die schweiz.-brit. Verträge blieben, wie bei anderen ehem. brit. Kolonien, z.T. in Kraft. Ihre Anwendung kommt jedoch in Konflikt mit der Rolle der B. als Rückzugsort für Steuerflüchtlinge: Nach einem Aufsehen erregenden Konkurs in der Schweiz zog sich z.B. der Geschäftsmann Werner K. Rey 1991 auf die B. zurück. Nachdem ein diesbezügl. schweiz. Gesuch zunächst an den rechtl. Lücken und an der Protektion, die Rey in B. genoss, gescheitert war, wurde er 1998 an die Schweiz ausgeliefert.
Archive
– EDA, Dok.
Literatur
– NZZ, 4./5.9.1993
Autorin/Autor: Marc Perrenoud / BZ