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Die Schnapsidee Im Februar 1974 sass ich mit meinem Freund Dr. Otto Engel und seiner Frau Hilde bei einem gemütlichen Essen in der „Careta“, einer Churrascaria in Ipanema und assen einen Churrasco. und tranken dazu Bier und natürlich auch Caipirinha. Nach ein paar dieser süffigen Cocktails begannen Otto und ich über die Schönheiten dieses wunderbaren Landes zu schwärmen. Die „Caipis“ halfen dabei kräftig mit und liessen uns vollends in euphorische Träumereien versinken. Keine Stadt der Welt wird so stark von ihren Einwohnern geprägt wie eben Rio. Man muss dabei gar nicht etwa in die deprimierenden Favelas, die brasilianischen Slums, gehen. Überall in der Stadt stösst man auf die extremen Gegensätze. Viele Touristen sehen eben nur die lustigen Vorzeige-Schuhputzer und Parkwärter der Copacabana und meinen dann, dass sich ja jeder, wenn er nur will, eine kleine Existenz aufbauen kann.
Nun, nach einigen weiteren Caipirinhas schlug meine Euphorie plötzlich in eine Art Hass gegen mich um. Ich fing an, mich über mich selbst zu ärgern. Kurzerhand machte ich Otto den Vorschlag, mein ganzes Geld an die Armen in den Favelas zu verteilen. Hilde, die Gott sei Dank nicht so viel getrunken hatte an diesem Abend, wusste geschickt zu verhindern, dass ich mein Vorhaben in diesem Zustand noch in die Tat umsetzte. Am nächsten Tag fragte sie mich, ob ich im Ernst gemeint hatte, den armen Leuten in Rio zu helfen.
Ja, natürlich, sagte ich. Sie versprach mir, sich darüber Gedanken zu machen. Drei Wochen später erhielt ich einen Brief von ihr. Ich glaube, mit diesem Brief hat alles angefangen. Ich werde mich auch künftig dafür einsetzen, dass die Schnapsidee von damals und die Stiftung KIB von heute weiter erfolgreich bedürftigen Kindern in Brasilien zur Seite steht.
Ihr Onorio Mansutti