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Kürzlich postete James Scott einen Artikel über die Geschichte des ehemaligen Nationalspielers Simon Kjaer. James ist Football Development Officer beim Irischen Fußballverband (FAI) und wir lernten uns beim internationalen Trainerlehrgang in Spanien kennen. Er befasst sich mit der nachhaltigen Nachwuchsförderung und darum dreht sich auch die Geschichte:
Als neuer Club in Dänemark hatte es der FC Midtjylland im Jahr 2004 nicht leicht, genug Spieler für die U16 zu bekommen. Die Spieler gingen lieber zu den etablierten Clubs. Als kurz vor Saisonstart noch immer ein Spieler fehlte, nahmen die Trainer eher notgedrungen als wegen der fußballerischen Qualitäten den Sohn des Zeugwartes ins Team. Im Jahr 2010 stand dieser Junge dann in der Startelf der Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika, hat über 30 Länderspiele hinter sich und unter anderem auch in der Bundesliga für den VFL Wolfsburg gespielt. Nicht schlecht für einen Jungen, den mit 15 keiner haben wollte.
Sechs Monate nachdem Simon Kjaer notgedrungen in die U16 aufgenommen wurde, bat der Clubdirektor die 8 angestellten Trainer des Vereins die Namen der 5 Spieler dieser Mannschaft aufzuschreiben, die es in den nächsten Jahren am weitesten bringen werden. Fünf Jahre später wurde Simon Kjaer für 6 Millionen Euro an Palermo verkauft, doch keiner der UEFA A Lizenztrainer hatte den Jungen auf der Liste.
Man kann ganz banal sagen, dass es schlitchweg unmöglich ist, anhand einer Testung im U12-Bereich vorherzusagen, ob jemand U17 Nationalspieler wird. Da kann man auch gleich Lotto spielen.
Das bei 8 bis 10-jährigen Kindern dann ein hochqualifiziertes und möglichst häufiges Training die wichtigste Voraussetzung für den späteren Erfolg sein soll, ist eine weitere Legende ohne wissenschaftliche Grundlage. Damit kann die aktuelle Leistung kurzfristig gesteigert werden, doch für die langfristige Entwicklung ist eine frühzeitige Spezialisierung eher kontraproduktiv. Eins vieler Bespiele liefert wieder ein Däne, Leon Andreasen, heute Profi bei Hannover 96. Er schaffte es sogar in die Nationalmannschaft, obwohl er nur Tischtennis im Verein spielte, bis er 10 Jahre alt war.
Wenn die Kinder öfter mal ins Freibad gehen, Tischtennis oder im Wald mit Stöcken spielen ist das für die langfristige Entwicklung sogar besser, als nur Fußball zu trainieren. Vielfältige Aktivitäten fordern und fördern die Kinder besser, damit sie später ihr volles Potenzial ausschöpfen können.
In diesem Sinne schlägt John O’Sullivan in seinem Artikel u.a. auch vor, bei der technischen Ausbildung so viele Kinder wie möglich mitzunehmen bis zur U12 und nicht vorher zu sieben.