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Bei Menschen mit Angststörungen ist die Angstschwelle besonders tief. Manchmal ist sie so tief, dass eine Panikreaktion ausgelöst wird, auch wenn keine Gefahr vorhanden ist. Weil das Gehirn keinen äusseren Anlass erkennt, weshalb der Körper plötzlich so heftig agiert, interpretiert es die körperlichen Aktionen selbst (ausgelöst durch das Angstprogramm) als die eigentliche Gefahr. Der Mensch glaubt, schwer Krank zu sein, sterben zu müssen oder verrückt zu werden.
Solche plötzlich, unerwartet, grundlos, aus heiterem Himmel auftretenden sehr intensiven körperlichen Reaktionen nennt man Panikattacken.
Bei einer Panikattacke ist die Angst stark übersteigert. Die natürlichen körperlichen und geistigen Abwehrfunktionen sind wie gelähmt. Der Patient ist nicht mehr in der Lage, die Situation richtig einzuschätzen und sich zu kontrollieren. Besonders schlimm ist, wenn die Panik-Attacken keine sichtbare äussere Ursache haben.
Die Symptome variieren von Person zu Person. Typisch ist der plötzliche Beginn mit Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühlen, Schwindel und Entfremdungsgefühlen (Depersonalisation oder Derealisation). Fast stets entsteht dann sekundär auch Furcht zu sterben, vor Kontrollverlust oder Angst, wahnsinnig zu werden.
Die Dauer einer Panikattacke schwankt von zwei oder drei Minuten bis zu einigen Stunden. In den meisten Fällen hält sie aber 10 bis 30 Minuten an. Häufigkeit und Verlauf der Störung sind ziemlich unterschiedlich.
Patienten erleben in einer Panikattacke häufig ein Crescendo der Angst und der vegetativen Symptome, was zu einem meist fluchtartigen Verlassen des Ortes führt. Kommt dies in einer besonderen Situation vor, z.B. in einem Bus oder in einer Menschenmenge, so wird der Patient möglicherweise in Zukunft diese Situationen meiden.
Auf ähnliche Weise können häufige und unvorhersehbare Panikattacken Angst vor dem Alleinsein oder vor öffentlichen Plätzen hervorrufen (siehe Agoraphobie). Einer Panikattacke folgt meist die ständige Furcht vor einer erneuten Attacke.