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Die zwischen 1956 bis 1963 mit einem Aufwand von rund 620 Mio. Franken gebaute, dreistufige Kraftwerksgruppe der Kraftwerke Hinterrhein (KHR) umfasst die Kraftwerke Ferrera, Bärenburg und Sils. Damit betreiben die KHR die grösste Kraftwerkskombination in Graubünden und eine der grössten in der Schweiz.
Genutzt wird die Kraft des Wassers von 1931 m ü. M. im Valle di Lei bis auf 667 m ü. M. in Sils. Kernstück der Anlagen bildet der rund 200 Mio. m3 fassende Stausee Valle di Lei. Das Einzugsgebiet der KHR entspricht ungefähr der Fläche des Kantons Glarus.
Der natürliche Wasserkreislauf auf der Erde wird von der Sonne in Bewegung gehalten. Durch die Sonneneinstrahlung verdunstet ein Teil des Meerwassers. Es bilden sich Regenwolken, die vom Wind über das Festland getragen werden. Die Niederschläge aus diesen Wolken speisen Bäche, Flüsse und Seen. Wasserkraftwerke entnehmen diesem natürlichen Kreislauf einen kleinen Teil Wasser, der aber – in sauberem Zustand – wieder an die Flüsse zurückgegeben wird. Bei dieser Art der Energieerzeugung gibt es keinen Verbrennungsprozess – damit entstehen weder Kohlendioxid noch Stickoxide wie bei Gas-, Kohle- oder Ölkraftwerken. Die Energie des Wasserkreislaufs treibt die Turbinen in Wasserkraftwerken an; von den angekoppelten Generatoren wird mechanische in elektrische Energie umgewandelt. So entsteht umweltfreundlich erzeugter Strom.
In einem Laufkraftwerk wäre die Energieproduktion gemäss dem anfallenden Wasser über das ganze Jahr verteilt. Dank dem Saisonspeicher im Valle di Lei ist es jedoch möglich, einen grossen Teil der Produktion vom Sommer in den Winter zu verlagern. Dazu wird einerseits das Wasser der obersten Gefällstufe im Sommer im Speicher zurückbehalten und anderseits Wasser aus dem Ausgleichsbecken Ferrera oder dem Stausee Sufers hochgepumpt. So gelingt es, die Produktion weitgehend dem Verbrauch anzupassen. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre wurden 45 % der Energie im Winter erzeugt.
Das gesamte Einzugsgebiet der KHR umfasst 534 km2 und ist damit ungefähr so gross wie der Kanton Glarus. Das Betriebswasser für die Anlagen der KHR wird an 18 Stellen im Einzugsgebiet aus natürlichen Zuflüssen gefasst – in Wasserfassungen, Auffangbecken, Stauseen und Ausgleichsbecken. Die nutzbare Wassermenge beträgt im Durchschnittsjahr 723 Mio. m3. Davon entfallen 150 Mio. m3 (21 %) auf das Winter- und 573 Mio. m3 (79 %) auf das Sommerhalbjahr.