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ATC: “Lufthansa 3 Kilo Echo fly heading 260, climb to Level 360, no speed restriction.”
Pilot: “Fly heading 260, climb Level 360, no speed restriction, Lufthansa 3 Kilo Echo.”
Turbulenzen, Winde und Wetter haben Einfluss auf den Flugverlauf eines Flugzeuges. Losgelöst von den Abflug-Verspätungen und dem Trick, dass alle Fluggesellschaften in ihren Flugplänen mehr Flugzeit als notwendig veröffentlichen, kommen fast alle Airliner relativ pünktlich an ihrer gewünschten Destination an.
Der Grund dafür ist recht simple – denn Air Traffic Control (ATC) weist die Flieger andauernd an, welchen Kurs und in welcher Höhe sie fliegen müssen, um Zusammenstösse zu vermeiden. Die Piloten fliegen dabei im System innerhalb zugewiesener Luftstrasse und der Kurs wird regelmässig überprüft und korrigiert. Ohne Kurskorrekturen könnten Kataststrophen passieren.
Zum Beispiel, 1979 flog ein Passagierflugzeug mit 257 Passagieren an Bord von Neuseeland aus zu einem Sightseeing-Rundflug in die Antarktis und zurück. Zurück klappte nicht so richtig. Den Piloten war verborgen geblieben, dass aus Versehen die Flugkoordinaten um zwei Grad falsch eingegeben waren. Diese zwei Grad positionierten das Flugzeug 28 Meilen östlicher als angenommen. Kurz vor dem Zielpunkt initiierten die Piloten den Sinkflug, damit die Passagiere die brillante Aussicht besser geniessen konnten. Unglücklicherweise war das Flugzeug mit den 28 Meilen zu östlich im Direktanflug auf den Vulkan Mount Erebus. Der Schnee am Gipfel wurde von den Piloten als Wolkenformation interpretiert und das Flugzeug zerschellte am Berg. Keiner überlebte.
Ein kleiner Fehler, nur zwei Grad, führte zur Tragödie. Meistens werden aus Mücken – wenn nicht rechtzeitig korrigiert – Elefanten.
⇒ Wie pilotisierst du dein Leben?
⇒ Welches Feedback erhältst du, um zu erkennen, ob du auf Kurs bist?
⇒ Wie oft überprüfst du dein Leitsystem?
⇒ Wo ist deine Destination?
⇒ Wann kommst du an?
⇒ Bist du auf deinem Kurs?
⇒ Woher weisst du, dass dein Kurs stimmt?
⇒ Wie kannst du Turbulenzen und sonstige Widrigkeiten, die dich vom Kurs abbringen, umgehen?
Cockpit Management und Organisation sind beim Fliegen überlebenswichtig. Wie im richtigen Leben. Life is busy. Es ist nicht einfach, alles zu organisieren und in Ordnung zu halten. Manche Dinge sind wichtig, andere sind dringend. Manche Menschen verbringen ihr Leben mit der Priorität „dringend“, auch bekannt als seicht.
Niemandem ist dein Erfolg wichtiger als dir selbst. Wenn du dabei nicht organisiert bist, dann kommst du nicht dahin, wo du hin willst oder wer du sein willst.
Es sind die kleinen Veränderungen, die oftmals zu grossen Ergebnissen führen. Man kann sich und sein Leben organisieren. Themen können sein: dein Umfeld, deine Finanzen, deine Beziehungen, deine Gesundheit, deine Spiritualität und deine Zeit.
Meister deiner Zeit werden
Es ist die Qualität der Fragen, die du dir stellst, die dir qualitative Antworten bescheren:
⇒ Wie viel deiner Zeit unterliegt deiner Kontrolle?
⇒ Verbringst du Zeit mit Dingen, die du per se nicht geniesst?
⇒ Sind die Dinge, die du tust, auf deine oder auf die Agenda von jemand anderem ausgerichtet?
⇒ Welche Aktivitäten solltest du aus deinem Leben entfernen?
⇒ Wie viel Zeit vergeudest du jeden Tag?
⇒ Welche Aktivitäten, die dich nicht weiterbringen, könntest du auslagern oder automatisieren?
⇒ Nimmst du dir genügend Zeit für dich?
⇒ Wie sieht ein idealer Tag für dich aus?
Ohne die Zeit organisiert zu haben, vergeht sie wie im Flug. Du fragst dich: Schon wieder ein Jahr vorbei? Wenn man seine Zeit organisiert, wird das Leben langsamer, denn du kontrollierst deine Zeit und die Zeit kontrolliert nicht dich.
Nimm an, du wirst 85 Jahre alt. Das sind 31.045 Tage. Das ist ein Erwachsenenalter (20-85) von circa 23,745 Tagen, je nachdem wie die Schaltjahre für dich liegen. Aufgeteilt hat jeder Mensch 24 Stunden jeden Tag. Ist dein Tag solide, dann ist auch dein Leben solide.
Wie war dein Tag gestern? Ernsthaft. Überlege, was du gestern alles getan hast. Hast du dich so verhalten wie die Person, die du sein möchtest?
Wenn du den Tag von gestern für den Rest deines Lebens wiederholst – endest du dann dort, wo du sein möchtest?
Um deine Träume zu erreichen, wie würde dein „normaler“ Tag aussehen? Welche Dinge und Aktivitäten sollten jeden Tag passieren, damit du dein Leben lebst? Dein idealer Tag kann nur als solcher definiert werden, wenn du weisst, was du willst.
Mein idealer Tag beinhaltet folgende Bausteine:
8 Stunden Schlaf
Im Schnitt 30-60 Minuten körperliche Arbeit (Ich gehe dreimal klettern in der Woche – kein Telefon)
1-2 Stunden Neues lernen oder ein Buch lesen (kein Unterbrechung)
15-30 Minuten Meditation (keine Unterbrechung)
4-6 Stunden gehaltvolle Gespräche mit meinen Kunden führen (Coaching)
1 Stunde, meist kombiniert mit Abendessen, bewusst mit meiner Partnerin verbringen
Mit diesen Bausteinen bleiben mir immer noch sieben Stunden täglich für alles andere. Die Reihenfolge dieser Aktivitäten spielt keine Rolle und keine zwei Tage sind in ihrem Ablauf identisch. Aber mit sieben Stunden lassen sich Hygiene, Sex etc. und Pausen ganz gut erledigen.
Eine Sache ist sicher. Du hast über die Art und Weise wie du deine Zeit verbringst, und wenn es nur deine Frei-Zeit ist, vollständige Kontrolle. Wenn man dies nicht lebt, dann überlässt man die Kontrolle anderen Einflüssen. Man ist Opfer, entweder von unerwünschten Gewohnheiten oder von Gegebenheiten, von denen wir glauben, dass wir sie nicht ändern können.
Wenn wir in den Spiegel gucken und erkennen, dass wir für alles, was in unserem Leben passiert, die Verantwortung tragen, dann entdecken wir unsere Freiheit.
Wie sieht dein idealer Tag aus?
Wie oft lebst du deinem idealen Tag?
Wenn du jeden Tag deinen idealen Tag lebst, wo stehst du dann in einem Jahr?
Praxis:
Nimm dir die Zeit und überlege, wie dein idealer Tag aussehen könnte.
Liste jene Dinge auf, die ihren Platz in deinem idealen Tag haben sollten.
Reflektiere am Abend, wie du aktuell deine Tage verbringst. Wenn du das tust, wirst du wahrscheinlich erstaunt sein, wie häufig du mit inneren Konflikten, oft unbewusst, umgehen musst.
Das alles ist einfacher gesagt, als getan. Es ist einfach, aber nicht leicht – und doch – Übung macht nicht nur den Meister, sondern es wird zur Gewohnheit. Kleine Veränderungen haben grosse Wirkung. Ganz nach dem Motto:
Wir überschätzen gerne, was wir täglich erreichen können und unterschätzen das, was wir in einem Jahr erreichen können. Daran ist nicht das Jahr schuld, sondern fast immer wir selbst. Weil uns die Konsequenz in der Umsetzung fehlt. Weil wir uns die Zeit dafür nicht nehmen (und nicht, weil wir sie nicht haben, wie oft fälschlich behauptet wird). Weil wir zwischendurch unsere Ziele und Richtungen ändern oder es uns nicht ganz klar ist, was wir wollen. Weil wir weder die Motivation noch die Disziplin haben (und eines davon ist unerlässlich). Weil wir – so glaube ich – die nötigen, täglichen Kleinigkeiten einfach nicht umsetzen. Deshalb:
Wir unterschätzen nicht das, was wir in einem Jahr tun können, sondern wir tun es einfach nicht.
Das bedeutet nicht, dass es nicht möglich ist. Häufiger als nicht, ist es sogar sehr leicht machbar. Sind es oft nur Kleinigkeiten, die uns langfristig erfolgreich machen in unserem Leben und klar: Natürlich davon abhängend, was Erfolg für dich bedeutet.
Eine Stunde pro Tag ergibt, aufs Jahr gerechnet, bei einem 8 Stunden Arbeitstag 45 Arbeitstage. Das sind eineinhalb Monate.
Der Wert der Zeit
Was ist dir Zeit wert? Denke nicht, dass Zeit Geld ist. Geld kann man drucken und Zeit nicht mal im 3D-Drucker. Zeitmanagement ist Blödsinn. Zeitmanagement kann nicht funktionieren, ganz einfach, weil eine Sekunde nach der anderen vergeht. Ohne Ausnahme. Du kannst zwar deinen Zeitverbrauch messen (z.B. toggl.com (kostenlos) oder Crewmeister), aber zu managen gibt es da nichts. Auch diverse Anleitungen zum Thema Zeitmanagement sind Quatsch. Klar gibt es effektive und auch effiziente Möglichkeiten, mit seiner kostbaren Zeit umzugehen. Doch möglichst viel in eine Stunde reinzuquetschen bringt nichts. Es ist die Qualität und nicht die Quantität, die entscheidend ist.
Das einzige, was du „managen“ kannst, ist, was du mit deiner Zeit anfängst. Und das bedeutet Prioritäten zu setzen und öfter „Nein“ zu sagen – und zwar knallhart – auch dir selbst gegenüber.
Prioritäten setzen
Was sind deine wertvollsten Tätigkeiten? Es gibt eine Reihe von Tätigkeiten, die „wertvoller“ für dich sind, als andere. Baust du diese in deine Jahres-, Quartals-, Monats-, Wochen- und Tagesüberlegungen mit ein?
Um es kurz zu machen: Oft verzetteln wir uns einfach, wollen es jedem recht machen – und das tun wir regelmässig. Überlastet, gestresst und am Ende der Kräfte. Dann bleibt wenig Zeit, die man sich für Erholung, Hobbys, Freunde und Familie nimmt. Prioritäten sind Teil des „Selbstmanagement“. Aber was bedeutet das? Letztendlich geht es darum, den eigenen Alltag bewusst, so weit als möglich, in die Hand zu nehmen. Das bedingt:
⇒ Planung
⇒ Organisation
⇒ Motivation
⇒ Zielsetzung
Und umfasst konkret folgende Punkte:
⇒ Sich selbst besser zu organisieren
⇒ Sich morgens einen Überblick zu verschaffen
⇒ Seine Aufgaben zu planen
⇒ Zu priorisieren
⇒ Und natürlich, dabei Spass zu haben.
Im Kern geht es darum, bessere Entscheidungen zu treffen. Aber Vorsicht, das ist harte Arbeit und kann ansteckend wirken. Und, hinzukommt, dass unser Hirn, ist doch alles rational, dabei nicht so mitspielt, wie wir es gerne hätten. Ich behaupte, alle Entscheidungen werden emotional getroffen und im Nachhinein rational gerechtfertigt. 220 bis 260 Millisekunden, nach einem auslösenden Impuls fühlen wir: „Das will ich“ oder „Das will ich nicht“. Erst nach der 480. bis 640. Millisekunde setzt der Verstand ein und kalkuliert, verifiziert, rationalisiert und gibt dir Gründe, warum deine ENTSCHEIDUNG die richtige ist. Beispiele kennst du:
„Ich kann diese Schokoladentafel ruhig essen, denn heute Abend treibe ich ja Sport!“ oder den anderen Streich: „Das hat doch noch Zeit bis morgen….“.
Zeit hat man nicht, die nimmt man sich. Wir überschätzen, was wir in einem Jahr erreichen können, und unterschätzen, was wir in einer Dekade schaffen können.
In diesem Zusammenhang kannst du dir überlegen, wie viele Dekaden bereits vorbei sind und wie viele du noch vor dir hast. In Kurzform, hast du so viel Zeit, um sie zu verschwenden?
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