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Präsident Barack Obama befürwortet ein Verbot von Sturmgewehren und unterstützt Massnahmen, mit denen Schlupflöcher bei Überprüfungen vor Käufen auf Waffenshows geschlossen würden.
Obamas Sprecher Jay Carney bekräftigte zugleich, dass es nach Auffassung des Präsidenten mit strengeren Waffengesetzen allein nicht getan sei. Es gebe «verschiedene Wege», die erkundet werden müssten. Dazu gehörten Verbesserungen bei der Fürsorge für Menschen mit geistigen Störungen.
Die demokratische Senatorin Dianne Feinstein hatte zuvor angekündigt, am 3. Januar, dem ersten Tag der neuen Legislaturperiode, ein neues Waffengesetz in den Kongress einzubringen. Die Initiative werde ein Verbot von Sturmgewehren und von Magazinen mit mehr als zehn Patronen vorsehen.
«Gesetze und Kultur» ändern
Der bisher als Befürworter von Waffen geltende demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, kündigte für diese Woche den Beginn einer Debatte zur Änderung von «Gesetzen und Kultur» an.
Auch der demokratische Senator Joe Manchin, der in der Vergangenheit in einem politischen Werbespot einmal mit einer Waffe auf eine Vorlage für ein Gesetz gegen die Erderwärmung schoss, schlug eine Erneuerung des Verbots von Sturmgewehren vor. «Nie zuvor haben wir erlebt, dass unsere Kinder abgeschlachtet werden», sagte Manchin dem Sender MSNBC.
Auch Republikaner gesprächsbereit
Der republikanische Senator Marco Rubio liess über seinen Sprecher erklären, zwar bleibe er ein Befürworter des Rechts auf das Tragen von Waffen, dennoch müssten die Gesetze «ernsthaft überprüft» werden, um «Massenschiessereien» in Zukunft zu verhindern.
Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg forderte ein sofortiges Handeln, um die Zahl von geschätzten 30'000 Toten durch Schusswaffen in den USA pro Jahr zu verringern. Das Weisse Haus erklärte, strengere Waffengesetze seien nur ein Teil der Lösung. Zugleich müsse auch die Behandlung von psychischen Krankheiten verbessert werden.
NRA «todunglücklich»
Die US-Waffenlobby äusserte sich nach viertägigem Schweigen erstmals offiziell zum Amoklauf. Sie sei «schockiert, traurig und todunglücklich» über die «schrecklichen und sinnlosen Morde», teilte die mächtige National Rifle Association (NRA) mit.
Sie habe sich aus Respekt vor den Angehörigen der Toten und ihrer Trauer nicht zuvor äussern wollen, schrieb die NRA in einer kurzen Erklärung. Zugleich hiess es, die NRA wolle mitarbeiten, damit sich solche Morde nicht wiederholten.
Allerdings sagte die Organisation nicht konkret, was sie damit meint. Wörtlich heisst es in der Erklärung: «Die NRA ist bereit, sinnvolle Beiträge zu leisten, um zu helfen, dass so etwas nie mehr geschieht.» Die NRA tritt seit Jahrzehnten strikt für das Recht auf Waffentragen in den USA ein.