Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03445.jsonl.gz/2665

Anerkennung Arzt und Facharzt
Die Grundlage für die Anerkennung von ausländischen Medizinalberufen ist die EU-Richtlinie 2005/36/EG aus dem Jahr 2005. In ihr wird die funktionale Gleichstellung von in der Europäischen Union erworbenen Hochschultiteln geregelt, unter denen auch die Berufstitel Arzt und Facharzt fallen. Die Schweizer Konföderation hat sich dieser EU-Richtlinie angeschlossen. Laut Bundesgesetz vom 23. Juni 2006 über die Anerkennung von universitären Medizinalberufen MedBG werden ausländische Berufstitel aus dem EU/EFTA-Raum anerkannt. Bereits seit dem Juni 2002 besteht mit der Europäischen Union und den EFTA-Staaten das Personenfreizügigkeitsabkommen FZA, das den freien Verkehr von Personen und Dienstleistungen mit dem Ziel regelt, Diskrimierungen zwischen der EU und der Schweiz abzubauen.
Die Zuständigkeit des Anerkennungsverfahrens liegt beim Bundesamt für Gesundheit in Bern, Abteilung Medizinalberufekommission MEBEKO. Das Bundesamt eröffnet den Ärzten und Fachärzten, die ihr Studium in der EU abgeschlossen haben, das Verfahren der direkten Anerkennung. Darunter fallen auch spanische Berufstitel, die nach dem 01.01.1986 erworben wurden. Berufstitel aus Nicht-EU-Staaten wie Argentinien und Kolumbien durchlaufen das Verfahren der indirekten Anerkennung.
Direkte und indirekte Anerkennung von Berufstiteln
Wenn der Medizinalberuf in der EU/EFTA erworben worden ist, durchläuft der Arzt bzw. Facharzt das Verfahren der direkten Anerkennung. Folgende Voraussetzungen sind zu erfüllen:
Der Antragsteller besitzt die Schweizer Staatsangehörigkeit oder die eines EU- oder EFTA-Staates bzw. der Ehepartner, der Berufstitel entspricht der EU-Richtlinie 2005/36/EG und wurde von einer EU-Behörde (beispielsweise deutsche Ärztekammer ausgestellt. Wenn die Sprachkompetenz B2 einer der Amtssprachen in der Schweiz eingereicht wird, kann der Antrag auf Anerkennung gestellt werden.
Für das Verfahren der indirekten Anerkennung sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:
Staatsangehörigkeit der Schweiz oder eines EU- oder EFTA-Staates, die Berufsausübung muss im Herkunftsland den gleichen Bedingungen wie in der Schweiz unterliegen, insbesondere die Bedingungen des Artikels 2, Absatz 2 der EU-Richtlinie 2005/36/EG erfüllen und eine Berufserfahrung von mindestens 3 Jahren in der Schweiz oder in einem EU- oder EFTA-Staat nachweisen können. Mit dem Nachweis der Sprachkompetenz B2 in einer der Amtssprachen der Schweiz kann der Antrag bei der MEBEKO eingereicht werden.
Schweizer Gesundheitsversorgung durch ausländische Fachärzte sichern
Das Schweizer Gesundheitssystem gilt als eines der zuverlässigsten und besten Gesundheitssysteme der Welt. Um die hohe Qualität zu gewährleisten, bedarf es eines funktionierenden Bildungssystems. Dieses liegt in der Zuständigkeit des Bundesamtes für Gesundheit BAG. Das BAG setzt sich für eine höchstmögliche Qualität in der Aus- und Weiterbildung der Medizinalberufe ein. Das Ministerium muss einen Ausgleich zwischen einer bezahlbaren und einer qualitativ hochwertigen Gesundheitspolitik herstellen, um auch in der Zukunft eine bezahlbare Gesundheitsversorgung mit einer Medizin auf internationalem Spitzenniveau sicherzustellen.
Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, bedarf es qualifizierter Ärzte, Fachärzte und Pflegefachkräfte, die in ausreichender Anzahl zur Verfügung gestellt werden müssen. Durch den demographischen Wandel fällt es zunehmend schwer, dieser Herausforderung gerecht zu werden. Auf der einen Seite wächst der Bedarf an medizinischen Versorgungsleistungen. Auf der anderen Seite fehlen die Fachkräfte.
Um das Saldo an Fachkräften zu schließen, schlägt das Bundesamt für Gesundheit vor, ausländische Ärzte und Pflegekräfte anzuwerben. Von den ausländischen Fachkräften hänge die Gesundheitsversorgung der Schweiz zunehmend ab. Um die Qualität aufrecht zu halten, bedarf es geregelter Anerkennungsverfahren.
Die im Ausland erworbenen Titel Arzt und Facharzt sowie Pflegefachkraft werden von der dafür zuständigen Kommissionen für Medizinalberufe anerkannt. Darüber hinaus sorgt das Bundesamt für die privatwirtschaftliche Tätigkeit. Es stellt Register zur Verfügung, die online abrufbar sind, um festzustellen, welche Fachkräfte mit eidgenössischen oder anerkannten Diplomen und Weiterbildungstiteln verzeichnet vorhanden sind. Diese Register dienen den Kantonen zur Sicherung der Qualität in den Gesundheitsberufen. Spanische Ärzte und Pflegekräfte als Teil der EU- und EFTA-Fachkräfte erfüllen die Qualitätsmaßstäbe des Schweizer Gesundheitssystems. Sie können mittelfristig helfen, die Lücke im Fachkräftebedarf zu schließen.