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Als der alte Fahrenbach, der eine zunächst kleine Firma im Weinanbau und -vertrieb errichtet und im Laufe der Jahre zu einem bedeutenden Familienunternehmen erweitert hat, das Zeitliche segnet, hinterlässt er ein ziemlich seltsames Testament. Drei seiner Kinder scheinen Grund zur Freude zu haben, Frieder als neuer Firmenchef, Jörg als Schlossherr und Grit als Villenbesitzerin. Bettina war wie gelähmt, erstarrt, sonst hätte sie sich vielleicht gewünscht, in einem Mauseloch zu verschwinden, auf einen Stern katapultiert zu werden oder am besten gleich in die Erdumlaufbahn, nur um dem hier zu entgehen. Aber sie war keines einzigen Gedankens fähig, in ihr war nichts weiter als eine dumpfe, stumpfe Leere. Sie hatte keine Ahnung, wie lange sie dagesessen hatte. Erst als ihr Rücken wegen ihrer verkrampften Haltung zu schmerzen begann, rührte sie sich. Ihr wurde bewusst, dass sie den Gegenstand, der ihren Absturz von dem Himmel in die Hölle verursacht hatte, noch immer in der Hand hielt. Wie ein gefährliches, giftiges Reptil schleuderte sie ihn von sich. Jetzt lag er auf dem Fussboden, der raffinierte, verführerische Spitzen-BH, der ihr nicht gehörte. Nur Jan benutzte das Bootshaus. Er hatte stets allein sein wollen, selbst sie hatte sich mit ihm verabreden müssen. Einfach so vorbeizukommen, um Hallo zu sagen, ihn zu einem Spaziergang abzuholen, war schon lange vorbei gewesen. Jan hatte nicht gestört werden wollen. Und sie war so töricht gewesen zu glauben, dass er an wichtigen Reportagen, an seinem Buch, an Vorträgen oder was sonst auch immer arbeitete.