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Hansen Dam ist eins von fünf Becken zur Flutkontrolle im weiteren Einzugsgebiet von Los Angeles und liegt am Ostende des San Fernando Valley. Die Infrastrukturlandschaft ist mit Sportanlagen und Wanderwegen überlagert und wird vom städtischen «Department of Recreation and Parks» verwaltet. Innerhalb dieses Parks sollte ein neues Museum für Kinder gebaut werden.
Mit dem geplanten Museum am Stadtrand wollte die gemeinnützige Organisation «The Children’s Museum of Los Angeles» mehr öffentliches Leben in einen Aussenbezirk bringen, der sonst hauptsächlich von Wohnquartieren, Gewerbebauten und Einkaufszentren geprägt ist. Das Gebäude und die Ausstellung sollten sich beide mit der Umwelt befassen.
Dank dem sorgfältig auf das Gelände abgestimmten Massstab und dem spielerischen Einsatz unterschiedlicher Baumaterialien fügt sich das Museum gut ins Erholungsgebiet des Hansen Dam ein. Das Gebäude wächst in ungleichen Höhen aus dem Boden, oben mit der Körperlänge eines Kindes von 4 Fuss und unten auf die Eingangshöhe von 36 Fuss. Der bestehende Park reicht bis in den Museumsgarten hinein und wird dort zum Ausstellungsraum für Naturereignisse. So erwacht der Bau bei Regen mit spuckendem, spritzendem, schiessendem Wasser zum Leben in einem Spiel, das die Ableitung des Regenwassers sichtbar macht und den Garten zeitweilig in einen Teich verwandelt. Drei kleinere, skulpturartige Baukörper im Garten schlagen eine Brücke zwischen Innen und Aussen und bringen den Park ins Museum. Eine schwebende Deckenplatte über dem Eingang empfängt die Besucher und verhüllt die blossliegenden Leitungsrohre. Eine photovoltaische Membran wickelt das Bauvolumen ein und führt Kindern das Potenzial künftiger Energienutzung vor Augen. Die ungewohnte Handhabung gebräuchlicher Baumaterialien und umweltregulierender Anlagen wird Kinder zur Frage anregen, was ein Gebäude sein kann, und dazu führen, dass sie mehr Fragen aus dem Museum mitnehmen als herbringen.
Museumskonzept
Das Leitbild für das neue «Children’s Museum of Los Angeles» beruht auf zwei Hauptpfeilern. Erstens wird das Gebäude, um den Bildungsauftrag des Museums zu erfüllen, selber als eins der Ausstellungsstücke dienen und den Betrachtern vorführen, wie es funktioniert. Zweitens setzt der Entwurf auf eine konventionelle Bauweise zur nachhaltigen Nutzung der Anlage.
Dem Bildungsziel entsprechend führen verschiedene Lehrpfade in und durch die offenen, frei nutzbaren, auf zwei Ebenen angeordneten Ausstellungsräume. Entlang diesen Wegen wird der Besucher sehen, wie das Gebäude hinsichtlich Konstruktion, Energieversorgung und Materialeinsatz funktioniert. Die Elemente der Baustruktur liegen frei, sodass der Betrachter erkennen oder sich fragen kann, was das Dach oben hält und wie es das leistet. Auch die mechanischen, elektrischen und sanitären Installationen werden sichtbar angebracht und teilweise interaktiv ausgestaltet.
Bei der Anlage der gebäudetechnischen Systeme waren Kriterien der Nachhaltigkeit entscheidend und bestimmten den Entwurf des Bauwerks massgeblich mit. So öffnet sich der Eingang auf die vorherrschenden Winde und nutzt das lokale Klima zur Kühlung des Innenraums. Die natürliche Lüftung wird verstärkt durch luftkühlende Wasserverdunster. Aufgekippte Betonmauern schlucken die Sonnenwärme und schirmen das Gebäudeinnere gegen eine Aufheizung ab. Regenwasser wird gesammelt und zur Versickerung im Boden auf dem Gelände behalten, damit die Kanalisation keine zusätzlichen Lasten aufnehmen muss.
Abgeschlossenes Projekt
agps.architecture
Marc Angélil, Sarah Graham, Manuel Scholl, Reto Pfenninger, Hanspeter Oester
Baustatik: Thornton Tomasetti
Gebäudetechnik: IBE Engineers
Gebäudefläche: 58,000 Fuss2
Kostenrahmen: $ 22 Mio. ohne Ausstellung
Design Awards
- LA 2002 Award, American Institute of Architects, Los Angeles, 2002
- LA 2006 Award, American Institute of Architects, Los Angeles, 2006