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Robert Glasper Experience: Robert Glasper (keys), Casey Benjamin (sax, vocoder, synth), Burniss Travis (elb), Mark Colenburg (d) - ein paar Photos von einem früheren Auftritt der Gruppe (bei der Travis wohl nur als Ersatz für Derrick Hodge einspringt?) findet man hier.
Rap
- Lies
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Hip Hop
Insgesamt ein ziemlich gutes Konzert, bei dem das Ganze weitaus besser war als die einzelnen Teile/Beiträge/Musiker, mich aber doch ziemlich kalt liess. Hervorragend auf der ganzen Länge (ein langes Set von wohl über 100 Minuten) war Drummer Mark Colenburg, der sein ganzes Spiel auf Hip Hop-Beats aufbaute, mit denen er immer wieder verdammt geile Dinge anstellte, Verschleppungen, Poly-Rhythmen, Breaks ... Travis sorgte hinten am Bass für ein fettes Fundament, während Glasper an den Keys und Benjamin selten am Sax, meist mit umgehängtem Synthesizer, Gesangsmikro und Vocoder für ein dichtes Gebräu an Klängen sorgten. Benjamin spielte im ersten Stück ein simples aber effektives schreiendes, sich überschlagendes Altsaxophon, man denke an Albert Ayler ca. 1966/67 oder Pharoah Sanders - allerdings hat Benjamin keinen auch nur annähernd so tollen Sound und es stelltes sich auch bald heraus, dass das Saxophon nur eine kleine Nebenrolle spielen sollte. Glasper hatte soweit ich erkennen konnte drei Instrumente dabei, ein wohl altes E-Piano, über dem ein Synthesizer lag (mit dem er verschiedenste Keyboard- und andere Sounds produzierte) und im rechten Winkel dazu ein sehr grosser zweiter Synthesizer, der so halbwegs wie ein Klavier klingen sollte (und darin grandios scheiterte, aber das war wohl Teil des Plans). Beim Publikum kam der Sound wohl insgesamt etwas besser an als bei mir, es gab doch immer wieder Momente der Langeweile, wenn Benjamin sang (man verstand kein Wort) Belangloses, was auch die satten Bässe und die tollen Beats nicht zu retten vermochten, auch Glasper war keinesfalls in Solier-Laune (obwohl es auch mal ein Stück gab, bei dem alle drei anderen von der Bühne verschwanden, aber da hätte man sehr viel gegeben für den Flügel, der wohl leider hinter die Bühne geschoben wurde). Es gab dann eine lange Zugabe, in der zunächst ein Duo von Glasper mit Colenburg erklang und danach ein Duo von Benjamin am Sopransax wieder mit Colenburg - und diese langen Duos waren wohl das Highlight des Abends. Glasper und Benjamin glänzten nun auch einmal solistisch und gaben zum Knochen doch noch etwas Fleisch bei, während Colenburg zu Bestform auflief. Das ganze war aber eindeutig eine Band-Angelegenheit und als solche, irgendwo zwischen dem Herbie Hancock der zweiten Hälfte der Siebziger und zeitgenössischem Hip Hop schon ziemlich toll. Im Gegensatz zu meinem Eindruck von Kamasi Washington kann ich mir durchaus vorstellen, dass Jazz heute so klingen kann, wie Robert Glasper das macht. Das ist nicht unbedingt meine Musik, aber es ist Musik, der ich gerne wieder lauschen werde.