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Schweizerischer Krebsbericht 2015
Zahl der Krebspatienten nimmt zu - gleichzeitig ist die Sterblichkeit rückläufig
Neuchâtel, 21.03.2016 (BFS) - Aufgrund der steigenden Zahl älterer Menschen nimmt die Zahl der Krebspatienten und jene der krebsbedingten Todesfälle zu. Gleichzeitig nimmt in jeder Altersgruppe das Risiko ab, an Krebs zu sterben. Das Bundesamt für Statistik (BFS), das Nationale Institut für Krebsepidemiologie und -registrierung (NICER) und das Schweizer Kinderkrebsregister (SKKR) veröffentlichen heute den Schweizerischen Krebsbericht 2015 mit den neuesten verfügbaren Daten zu Krebs in der Schweiz.
Die Sterberaten für Krebs sind im Zeitraum von 1983 bis 2012 im Durchschnitt bei den Frauen um 27 und bei den Männern um 36 Prozent zurückgegangen. Das bedeutet, dass Frauen heutzutage ein um ein Viertel tieferes Risiko haben, an Krebs zu sterben, verglichen mit gleichaltrigen Frauen vor 30 Jahren. Bei den Männern hat das Sterberisiko in den vergangenen 30 Jahren sogar um über ein Drittel abgenommen.Bei vielen Krebsarten bestehen gute Überlebenschancen
Im Durchschnitt beträgt im Zeitraum 2008-2012 die 5-Jahres-Überlebensrate über alle Krebsarten hinweg 65 Prozent für Männer und 68 Prozent für Frauen. Das ist gegenüber dem Zeitraum 1998-2002 ein Anstieg um 9 bzw. 6 Prozentpunkte. Bei Kindern hat die 5-Jahresüberlebensrate mittlerweile sogar 85 Prozent erreicht. Die Überlebenschancen werden von der Krebsart sowie vom Zugang zur medizinischen Behandlung und deren Wirksamkeit beeinflusst.Jährlich sterben rund 16'000 Personen an Krebs
Pro Jahr sterben rund 9000 Männer und 7000 Frauen an Krebs. 30 Prozent aller Todesfälle bei Männern und 23 Prozent der Todesfälle bei Frauen sind in der Schweiz durch Krebs bedingt. Bei Männern werden 22 Prozent der Krebstodesfälle durch Lungenkrebs, 15 Prozent durch Prostatakrebs und 10 Prozent durch Dickdarmkrebs verursacht. Bei Frauen ist Brustkrebs für 19, Lungenkrebs für 15 und Dickdarmkrebs für 10 Prozent der Krebstodesfälle verantwortlich. Bei Kindern verursachen Leukämien und Hirntumore die meisten Todesfälle. Insgesamt stellt Lungenkrebs mit 3000 Todesfällen die häufigste krebsbedingte Todesursache dar.Vier Krebsarten dominieren
Beim Mann machen Prostata-, Lungen- und Dickdarmkrebs 53 Prozent der jährlichen Neuerkrankungen aus, bei der Frau entfallen 51 Prozent auf Brust-, Lungen- und Dickdarmkrebs. Die anderen Krebsarten haben alle je einen Anteil von weniger als 7 Prozent der jährlichen Neuerkrankungen. Bei Kindern sind Leukämien, Hirntumore und Tumore aus embryonalem unreifem Gewebe am häufigsten.Krebsfälle nehmen zu, weil die Bevölkerung altert
Im Zeitraum von 2008 bis 2012 betrug die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen bei Männern rund 21'000 und bei Frauen rund 17'500. Sie hat damit innerhalb von fünf Jahren bei beiden Geschlechtern um je 2000 Fälle zugenommen. Für das Jahr 2015 werden rund 42'000 Meldungen neuer Krebsdiagnosen erwartet, 23'000 bei Männern und 19'000 bei Frauen. Hauptgrund für diese Zunahme ist die demografische Entwicklung mit einer starken Zunahme der Zahl älterer Menschen. Kein Grund für die Zunahme der Fälle ist das Erkrankungsrisiko, im Gegenteil: Über alle Krebsarten gesehen blieb es zwischen 1998 und 2012 nahezu unverändert. Auch bei Kindern ist das Erkrankungsrisiko in den letzten zwei Jahrzehnten konstant geblieben.In der Schweiz leben 317'000 Menschen mit der Diagnose Krebs
In der Schweiz leben rund 170'000 Frauen und 147'000 Männer, bei denen im Laufe ihres Lebens eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde. 55'000 erkrankten innerhalb der letzten zwei Jahre, bei 60'000 Personen liegt die Diagnose 2 bis 5 Jahre zurück. 200'000 Personen, die vor mehr als fünf Jahren erkrankten, gelten in der Regel als geheilt. Über 4000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene leben nach einer Krebserkrankung im Kindesalter heute in der Schweiz.Durchschnittliche Erkrankungsraten und tiefe Sterberaten im internationalen Vergleich
Im Vergleich mit neun europäischen Ländern liegen die Neuerkrankungsraten - für alle Tumore zusammen - bei den Männern im Mittelbereich; bei den Frauen sind sie tief. Bei den Sterberaten hat die Schweiz bei den Männern die zweitniedrigste und bei den Frauen die niedrigste Rate. Bei den Überlebensraten liegt die Schweiz auf einem mittleren Rang. Bei Kindern gehören die Überlebensraten in der Schweiz zu den besten in Europa.
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