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Nichts gegen eure Basil Smashes oder Hugos oder was gerade in den hippen Bars angesagt ist
weil der hiesige Spirituosenvertrieb gerade ein neues Produkt pushen will, aber manchmal sind die Oldies eben schon die Goodies. Sie sind vielleicht etwas altmodisch und aus der Mode geraten, doch am Geschmack gibt's nichts zu rütteln. Und ausserdem benötigen sie meist nur wenige Zutaten und bedürfen keiner aufwändigen Garnitur. Hier kommen also 15 absolute Klassiker, die man sich schleunigst wieder zu Gemüte führen sollte.
... bei allen Drinks, die in einem Cocktailglas/Martiniglas/Coupe serviert werden: Gläser zuerst mit Eiswürfel vorkühlen! Oder (falls dein Tiefkühlfach gross genug ist) im Freezer, okay?
Erstmals erwähnt in Albert Stevens Crocketts «Old Waldorf-Astoria Bar Days» von 1931.
3 cl blended Scotch Whisky (12-Year Old)
3 cl süsser Vermouth (Martini Rosso etc.)
1,5 cl Bénédictine
Alle Zutaten in ein mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und sanft umrühren. In das Cocktailglas abseihen. Ein Stück Zitronenzeste über das Glas auspressen und damit garnieren.
Vermutlich geht dieser Name auf einen US Army Captain zurück, der in den 20er-Jahren in Paris stationiert war und gerne mit Motorrad und Seitenwagen in den Ausgang ging. Vermutlich. Eventuell ist dieser Drink aber einiges älter und stammt aus den Bars von New Orleans um die Jahrhundertwende ... ach, jedenfalls ist er ein Klassiker und superfein.
5 cl Cognac
2 cl Cointreau
2 cl frisch gepresster Zitronensaft
Alle Zutaten in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und energisch schütteln. In das Cocktailglas abseihen und mit etwas Orangenzeste garnieren.
Nach dem Canon de 75 mm modèle 1897 benannt, jener französischen Feldkanone des Ersten Weltkriegs, die als erstes modernes Artilleriegeschütz und als Symbol für das Aufhalten der deutschen Invasion gilt. Dieser Cocktail wurde während des Ersten Weltkriegs in der berühmten Harry's New York Bar in Paris erfunden, wo er sich zunächst bei alliierten Piloten grosser Beliebtheit erfreute.
3 cl Gin
2 cl Zitronensaft
1 cl Sirop de Gomme (oder ähnlichen Zuckersirup)
1 dl (ca.) Champagner
Gin, Zitronensaft und Zuckersirup in einen mit Eisstücken gefüllten Cocktailshaker geben, gut schütteln und in ein Champagner-Glas abseihen; mit Champagner auffüllen. Nach Belieben mit einer Cocktail-Kirsche oder Zitronenzeste garnieren.
Trotz seiner rein schottischen Zutaten ist dieser Cocktail eine Erfindung aus den Vereinigten Staaten, wo er in den 50er-Jahren populär wurde. Einer (neueren) Sage zufolge stammt der Name von der Verwendung rostiger Nägel bei der Zubereitung: Schottische Barkeeper hätten, um sich an prolligen amerikanischen Kunden zu rächen, rostige Nägel zum Rühren verwendet
5 cl blended Scotch Whisky
2,5 cl Drambuie
Whisky und Drambuie in einen mit Eiswürfeln gefüllten Whisky-Tumbler geben, vorsichtig umrühren, mit einer Zitronenzeste garnieren.
Obwohl man dies anhand der rosaroten Farbe vermuten könnte, ist dieser Ur-Cocktail alles andere als süss. Wenige Tropfen Angostura Aromatic Bitters, das neben Enzianwurzel auch Bitterorange, Gewürznelken, Kardamom, Zimt und Chinarinde enthält, reichen für die aparte Färbung aus.
5 cl Gin
1-2 Spritzer Angostura
Gin und Angostura in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und sanft umrühren. In das Cocktailglas abseihen und bei Bedarf mit Zitronenzeste garnieren.
Nach Troy Alexander benannt, dem Barkeeper beim noblen New Yorker Restaurant Rector's, der Anfangs des 20. Jahrhunderts diesen Drink erfunden haben muss. Durchaus üppig und dessertig – doch eine Sünde wert!
3 cl Cognac
3 cl Crème de cacao (dunkel)
3 cl Vollrahm
Alle Zutaten in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und energisch schütteln. In ein Cocktailglas abseihen, etwas frisch geriebenen Muskat über den Drink geben.
Unklar ist, ob dieser Drink aus den Jahren vor der Prohibition stammt oder erst in den 1950ern erfunden wurde. Fest steht, dass er aus New Orleans stammt ... und dringend ein Comeback verdient.
3 cl Crème de menthe
3 cl Crème de cacao (weiss)
3 cl Vollrahm
Alle Zutaten in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und energisch schütteln. In ein Cocktailglas abseihen, etwas frisch geriebenen Muskat über den Drink geben.
Wie ein klassischer Dry Martini, aber mit einer Cocktail-Zwiebel als Garnitur. Das älteste Rezept dazu ist in «The World's Drinks And How To Mix Them» aus dem Jahr 1908 von Mixer-Legende William «Cocktail» Boothby.
8 cl Gin
1 Tröpfchen trockenen Vermouth
Cocktailzwiebeln
Gin und Vermouth in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und im Uhrzeigersinn umrühren. In das Cocktailglas abseihen, mit Cocktail-Zwiebelchen garnieren.
Erfunden zu ehren der 20th Century Limited Bahngesellschaft, die von 1902 bis 1967 Zugverbindungen zwischen Chicago und New York City betrieb. Ja, eigentlich bräuchte man Kina Lillet dazu (wie bei James Bonds Vesper-Cocktail). Leider, leider wird Kina Lillet, das Chinin enthielt und dem Liqueur einen leicht bitteren Geschmack verlieh, seit 1985 nicht mehr hergestellt. Das heute erhältliche Lillet Blanc ist einiges süsslicher. Man kann aber einen Schuss Angostura Bitters dazugeben, um an den ursprünglichen Geschmack zu kommen. Alternativ ist Cocchi Americano ein valabler Ersatz.
4,5 cl Gin
2 cl Kina Lillet
1,5 cl Creme de Cacao (weiss)
2 cl frisch gepresster Zitronensaft
Alle Zutaten in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und energisch schütteln. In ein Cocktailglas abseihen und mit etwas Zitronenzeste garnieren.
Hierzu benötigt man idealerweise Old Tom Gin, eine Gin-Variante, die in England im 18. Jahrhundert populär war und geschmacklich leicht süsser als London Dry Gin, jedoch trockener als das niederländische Jenever ist (und somit oftmals als «missing link» zwischen den beiden vermutet wird). Mit dem Aufkommen von kleinen Craft-Distillerien wird auch Old Tom wieder hergestellt. Für einen Tom Collins darf man aber gerne auch London Dry Gin verwenden.
4,5 cl Old Tom Gin
3 cl frisch gepresster Zitronensaft
1,5 cl Sirop de Gomme (oder ähnlichen Zuckersirup)
6 cl (oder mehr) Mineralwasser
Gin, Zitronensaft und Zuckersirup in ein mit Eiswürfeln gefülltes Collins-Glas oder Highball-Glas geben und vorsichtig umrühren. Mit Mineralwasser auffüllen und mit einem Zitronenschnitz und einer Maraschino-Kirsche garnieren.
Richtig, richtig alt ist dieser Cocktail: Der Legende zufolge soll er für ein Bankett am 29. Dezember 1874 im New Yorker Manhattan Club kreiert worden sein, das Jennie Churchill – die Mutter des späteren britischen Premiers (und Genusstrinkers) Winston Churchill – zu Ehren von Präsidentschaftskandidat Samuel J. Tilden gegeben habe.
5 cl Canadian Whisky
2 cl Vermouth Rosso
1 Schuss Angostura
1 Cocktailkirsche
Whisky, Vermouth und Angostura im Shaker mit Eiswürfeln gut rühren, in ein vorgekühltes Cocktailglas abseihen und mit einer Cocktailkirsche garnieren.
Der Legende nach erhielt dieser Drink seinen einprägsamen Namen in den 50er-Jahren von einem kalifornischen Surfer namens Harvey, der, nachdem er von einem Wettbewerb ausgeschlossen worden war, in Pancho's Bar am Manhattan Beach von Los Angeles aus Frust seinen Kopf wieder und wieder gegen die Wand geschlagen haben soll. Vielleicht war die Story aber auch einfach eine Erfindung für die grossangelegte Werbekampagne des Liquer-Herstellers Galliano ... wie auch immer: Der «italienische Screwdriver», wie er ebenfalls genannt wird, sollte mehr getrunken werden!
4,5 cl Wodka
9 cl frisch gepresster Orangensaft
1,5 cl Galliano
Wodka und Orangensaft in ein mit Eiswürfeln gefülltes Highball-Glas geben und vorsichtig umrühren. Den Galliano obenauf «schwimmen» lassen. Mit einem Orangenschnitz und einer Maraschino-Kirsche garnieren.
Ein weiterer Cocktail, der im legendären Harry's New York Bar in Paris erfunden worden sein soll. So hiessen während der Prohibition die als sexy geltenden Drinks ... später erst kamen dann all die Slippery Nipples, Screaming Orgasms und Co. ...
3 cl weisser Rum
3 cl Cognac
3 cl Cointreau
2 cl frisch gepresster Zitronensaft
Alle Zutaten in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und energisch schütteln. In ein Cocktailglas abseihen und mit etwas Zitronenzeste garnieren.
Der Name des Cocktails geht aber einiges weiter zurück, nämlich auf die Society-Lady und Innenarchitektin Elsie de Wolfe (1865-1950), zudem auf ein populäres gleichnamiges Musical, das 1911 am Broadway aufgeführt wurde. Während der Prohibition war der Cocktail bereits weit verbreitet; in den 50er-Jahren war es bekannt als Lieblings-Apéritif von Sexsymbol Jayne Mansfield.
5 cl Gin
1 cl Grenadine
1 Eiweiss
Alle Zutaten in einen mit Eiswürfeln gefüllten Cocktailshaker geben und energisch schütteln. In ein Cocktailglas abseihen und mit einer Maraschino-Kirsche garnieren.
Der Lieblings-Cocktail der Queen Mother.
Sie wurde 101 Jahre alt.
Just sayin'.
4 cl Dubonnet Rouge
4 cl Gin
1 Schuss Angostura
Alle Zutaten im Shaker mit Eiswürfeln gut rühren, in ein vorgekühltes Cocktail- oder Sherry-Glas abseihen.
Empfohlen von jemandem, der Bescheid wissen sollte (ergo nicht ich): Hier eine Auswahl erlesener einheimischer Brände.
Wie viele Schweizer Gins gibt es? Na, was schätzt du so?
20?
50 gar?
Antwort: 100.
In diesem kleinen Land gibt es tatsächlich um die 100 Sorten eines Destillats, das niederländisch-britischen Ursprungs ist. Ein Kulturimport, also.
Weshalb denn so viele? Ja, der Gin-Trend hält ungebrochen an, und, ja, Gin lässt sich einfach herstellen. Aber die Schweiz hält hierfür zwei Trümpfe: Eine lange Brennerei-Tradition und eine grosse Auswahl an einheimischen Kräutern, die sich perfekt als Botanicals …