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Wie geil sind die denn??!
Schon mitbekommen? Es läuft derzeit die Rallye Dakar. So genannt, weil das Rennen ja ursprünglich mal «Paris-Dakar» hiess und es darum ging, die Strecke zwischen den beiden namensgebenden Städten zu bezwingen. Dies bedeutete freilich, dass die grösste Teilstrecke durch die grösste Wüste der Welt, der Sahara, führte. Kein leichtes Unterfangen für Mensch und Maschine.
Aufgrund Sicherheitsbedenken (Lies: Krieg in Mauretanien) wurde die Rallye die letzten zehn Jahre in Südamerika abgehalten (verwirrenderweise bei gleichbleibendem Namen). Heuer, aber, findet sie zum ersten Mal im Königreich Saudi Arabien statt, womit endlich wieder für die Rallye-Dakar-typische Wüsten-Ikonografie gesorgt ist.
Saudi Arabien als Austragungsort ist freilich sehr kontrovers. Die Vermutung, dass die totalitäre Ölmonarchie mit ihrer jüngsten Investition in Motorsport ausländische Berichterstattung von ihren Menschenrechten ablenken will, liegt auf der Hand. Weiter ist die aktuelle Rallye noch von einem Todesfall erschüttert worden – etwas, das leider keine Ausnahme darstellt, kommt das Rennen auf durchschnittlich einen Toten pro Jahr. Heuer war es der portugiesische Motorrad-Pilot Paulo Goncalves, der nach einem schweren Unfall seinen Verletzungen erlag.
Somit schaut man vorerst mal mit gemischten Gefühlen die Bilder aus der arabischen Wüste an ... um alsbald von komplettem Erstaunen überwältigt zu werden. Denn einige der Fahrzeuge sind schlicht ... na, schlicht WEIRD. Und geil. Hier einige, die auffallen:
Ein chinesisches Team namens Qian'an Jiu Jiang Landsail Racing Club (!) ist mit drei Hongqi CA770 (!!) am Start. Hongqi? Jap – genau diese Repräsentationslimousinen der Führung der kommunistischen Partei der Volksrepublik Chinas, wie sie in den Siebzigerjahren gebaut wurden (und auf US-Karosserien aus den Fünfzigerjahren basierten):
Und drei solche Dinger kurven nun in der arabischen Wüste herum! Staatsfähnchen inklusive!
Okay, an den Dimensionen lässt's sich erahnen: Unter der Retro-Karosserie verbirgt sich ein topmoderner Chevrolet-Offroad-Renn-Chassis mit Chevy-V8-Power. Ganz und gar nicht kommunistisch, also.
Aber grossartig aussehen tun sie, die Göppel!
In den Anfangsjahren der Rallye Paris-Dakar war das typische teilnehmende Auto von Vorteil ein Land Rover oder ein Toyota Landcruiser – Fahrzeuge, die bereits fürs Gelände konzipiert waren, die man lediglich mit leistungsstärkeren Motoren und grösseren Benzintanks ausstattete, um sie renntauglich zu machen. Dass ein Mini jemals in einer Wüstenrallye vorne mitmischen könnte, wäre undenkbar.
Jaja, schon klar: Über die Jahrzehnte wurde aus dem Ur-Mini ein Auto, das eher maxi als mini war und ausserdem haben die aktuellen Dakar-Autos mit den Produktionsversionen höchstens den Namen und eine entfernt ähnliche Karosserie gemeinsam (siehe oben). Trotzdem, die Bilder von «Minis» (setzen wir das mal in Anführungszeichen), die durch die Sanddünen bolzen, sind grandios!
Praga? Nie gehört? Das ordentlich retro anmutende Markenlogo auf der Kühlerhaube dürfte ein Hinweis sein: Praga ist eine der ältesten Automarken der Welt. 1907 wurde die Firma in der Tschechoslowakei gegründet. Heute stellt sie LMP-Rennwagen her (und strassenzugelassene Hypercar-Versionen davon), Motorräder, Flugzeuge und Militärtrucks. Der hier gezeigte V4S ist der Nachfolger des Militärlastwagens V3S, der mehr als drei Jahrzehnte lang produziert wurde.
Wie bitte? Borgward? Du meinst das hier?
Jein. Das ist eine Borgward Isabella Coupe, das wohl bekannteste Modell des deutschen Herstellers aus den Fünfzigerjahren. Das, hingegen, ...
... ist ein Crossover-SUV, das unter dem altehrwürdigen Namen in China hergestellt wird. Weil eben 2020 ist. Aber irgendwie ist's eben cool, dass dieser Name in der Rangliste auftaucht.
Okay, «Industrie» ist die falsche Bezeichnung, handelt es sich beim hier gezeigten Century CR6 nämlich um eine zweckbestimmte Rennmaschine aus einer kleinen südafrikanischen Manufaktur ... doch wie geil ist denn das Ding hier??!
In der Hinterradantriebs-Klasse vorne mit dabei, wird der Century von einem 7-Liter-Chevrolet-V8-Motor angetrieben, was ihn ordentlich flink macht – und mitunter für Bondfilm-ähnliche Schnappschüsse wie den hier sorgt:
Grosses Kino!