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Replik auf: «Genetische Impfstoffe gegen COVID-19: Hoffnung oder Risiko?»
Diese Replik beabsichtigt, die Fehler des obengenannten Artikels zu berichtigen. Im Abschnitt «RNA-Impfstoffe als Favoriten?» zitiert der Autor: «So haben präklinische Studien mit RNA-Impfstoffen gegen SARS und MERS das Risiko schwerwiegender entzündlicher Veränderungen des Lungengewebes offengelegt, die über eine Überreaktion der Th2-Lymphozyten vermittelt werden» [22]. Referenz 22 (Lurie N, Saville M, Hatchett R und Halton J. Perspective: Developing COVID-19 vaccines at pandemic speed. The New England Journal of Medicine. 2020) ist aber ein Review über Impfstoffe, kein Originalartikel über mRNA-Impfstoffe. Darin steht zwar: “Preclinical experience with vaccine candidates for SARS and the Middle East respiratory syndrome (MERS) have raised concerns about exacerbating lung disease, either directly or as a result of antibody-dependent enhancement.” Dies wurde jedoch bei Impfungen mit inaktivierten Viren festgestellt und hat nichts mit mRNA-Impfstoffen zu tun. Ebenso falsch ist die Aussage im Abschnitt «Plädoyer für das Vorsorgeprinzip»: «Bei einem bislang favorisierten RNA-Kandidaten gegen SARS-CoV-2 zeigte sich jüngst im Primatenversuch, dass das Vakzin zu keiner ausreichenden Immunität führt, obwohl dieser Kandidat bereits zuvor eine Zulassung zur klinischen Phase 1 erhalten hatte» [27]. In Referenz 27 (Newey S und Nuki P. Doubts over Oxford vaccine as it fails to stop coronavirus in animal trials. The Telegraph, 18.5.2020) geht es um den «Oxford-Impfstoff», bei dem es sich um ein modifiziertes Adenovirus (ein modifiziertes DNA-Virus, das als Impfstoff verwendet wird) und nicht um einen mRNA-Impfstoff handelt.
In dieser Zeit der Pandemie müssen irreführende Informationen unbedingt berichtigt werden.
Weltweit sind über eine halbe Million Menschen an einer SARS-CoV-2-Infektion gestorben, und die sehr negativen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 müssen erst noch vollständig bewertet werden. Es freut mich daher zu sehen, dass die Behörden (z.B. die FDA in den USA) alles daransetzen, die bereits etablierte vielseitige, sichere und effiziente Technologie mit den mRNA-Impfstoffen zu fördern. Die grossartigen Ergebnisse der klinischen Phase-I(/II)-Studien von Moderna und BioNTech/Pfizer sowie der Fast-Track-Status werden es aber voraussichtlich ermöglichen, die Anti-COVID-19-mRNA-Impfstoffe noch vor Ende 2020 zu validieren. Die Schweiz hat sich 4,5 Millionen Dosen von Modernas mRNA- Impfstoffen gesichert. Ich freue mich (sollten die Phase-III-Daten die Wirksamkeit zeigen und die in Phase I(/II) gesehene Sicherheit bestätigen), dass dieser wirksame und sichere Impfstoff in naher Zukunft zum Schutz der Schweizer Bevölkerung (derjenigen, die ihn wollen und von ihm profitieren) eingesetzt werden kann.
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