Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03659.jsonl.gz/344

Intravenöse Immunglobuline: Fehlende Wirkung bei der sekundär progressiven MS
Verschiedene doppelblinde Placebo-kontrollierte Studien zeigten, dass Patienten mit einer schubweise verlaufenden Multiplen Sklerose (MS) von der Verabreichung intravenöser Immunglobuline (IVIG) profitieren. Die Schubintervalle werden verlängert und der Behinderungsverlauf verlangsamt. Diese Studie untersuchte den Effekt der IVIG auf den Verlauf von Patienten mit sekundär progressiver MS.
318 Patienten mit klinisch eindeutiger sekundär progressiver MS wurden in die randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie aufgenommen. Die Patienten erhielten entweder IVIG (1g/kg/Monat, n=159) oder ein äquivalentes Volumen Placebo (Albumin 0.1%, n=159) über einen Zeitraum von 27 Monaten. Klinische Untersuchungen fanden bei Studienbeginn und dann in 3-monatigen Abständen statt. Ein MRI wurde initial, nach 12 und 24 Monaten durchgeführt. Der primäre Endpunkt war einer Verschlechterung des Behinderungsgrades, gemessen an Hand der Zunahme des „expanded disability status scale“ (EDSS).
19 Patienten der IVIG-Gruppe und 39 Patienten der Placebogruppe beendeten die Studie frühzeitig, die Daten wurden aber trotzdem für die Auswertungen benutzt. Die IVIG-Gruppe profitierte im Vergleich zu der Placebogruppe nicht von der Therapie (Hazard Ratio für Zeit bis zur EDSS-Progression: 1.11). Die jährliche Rückfallrate betrug in beiden Gruppen 0.46. Weder für klinisch messbare Parameter noch in MRI T2 gewichteten Aufnahmen bestand ein Unterschied zwischen den beiden Behandlungsgruppen. Die Behandlungen wurden in beiden Gruppen gut toleriert. Bei Patienten mit erhöhtem Thromboembolierisiko traten in der IVIG-Gruppe aber vermehrt thromboembolische Ereignisse auf (IVIG: 6, Placebo: 1).
Konklusion der Autoren: Die Resultate dieser Studie belegen die fehlende Wirksamkeit von i.v. verabreichten Immunglobulinen bei Patienten mit sekundär progressiver MS. Die IVIG-Behandlung kann deshalb für diese Patienten nicht empfohlen werden.
Lancet 2004;364:1149-56 - O. Hommes et al
27.09.2004 - undefined