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In der Serie über den Bildungsansatz von Charlotte Mason widme ich mich der wichtigen Frage: Wie gestaltet man Familienandachten nach Charlotte Mason?
Schon die Kleinkinder integrieren: Kleinkinder merken, was den Eltern wichtig ist. Sie nehmen die Atmosphäre stark in sich auf. Darum: Kurzandachten sind schon vor dem Verstehen und dem Lesen wichtig. Wir lasen, beteten und sangen mit unseren Kindern, bevor sie alles verstanden. (Diesen Hinweis verdanke ich Herman Bavinck und seinem Buch „The Sacrifice of Praise“.)
Die eigene Bibel: So bald ein Kind lesen gelernt hat, machte es mit Papa einen Ausflug, um eine schön gedruckte Bibel zu kaufen. Solche Ereignisse müssen zelebriert werden. Ich spare weder Geld noch Mühe, um an gute Bücher zur Bibel heranzukommen. Auch das kommuniziert gegenüber den Kindern.
Tägliche Lektüre: Die drei Älteren halte ich an, täglich einen Abschnitt zu lesen. Ich fordere sie morgens, bevor ich aus dem Haus gehe, dazu auf und bete kurz, dass der Heilige Geist ihnen die Bibel aufschliesst. Am Abend frage ich nach, was sie gelesen haben. Sie fassen in 30 Sekunden zusammen.
Leitfragen fürs eigene Bibelstudium: Ab Mittelstufe baue ich diesen Dialog in Anlehnung an den Narrativen Ansatz aus. Ich erwarte Antwort auf zwei Fragen: Was lernst du über Gott? Was lernst du über den Menschen? (Mein Ältester liest zurzeit das Buch Hiob. Ich staune über seine Erkenntnisse.) Zudem beginne ich – wie Schaeffer Macauley geraten hat – mit Biografien und ersten Büchern zu ergänzen. Ich pilotiere gerade von C. S. Lewis „Dienstanweisung an einen Unterteufel“. Die Frage: Welche Strategien erkennst du?
Lesen während der Mahlzeiten: Von Cornelius van Til habe ich gelesen, dass bei ihm zu Hause täglich während den Mahlzeiten Gottes Wort gelesen wurde („Why I Believe in God“). Der Heilige Geist hat diese Konstanz in seinem Leben benützt. „Ich konnte gar nicht anders als glauben.“ Ich selber habe schon vielfach experimentiert. Über einige Jahre hielt ich die Kurzandacht während des Essens, allerdings erst dann, wenn der ärgste Hunger gestillt war. Die Aufmerksamkeit war jedoch stets geteilt.
Seit einigen Monaten halte ich die Andacht nach dem Abendessen. Die Jungs liegen zum Teil bereits in ihren Betten und schlagen ihre Bibeln auf. Ich frage zuerst nach dem Gehörten des Vortags und stelle zumeist einige Frage zur Bibelkunde oder zur Heilsgeschichte. Ich finde es wichtig, dass die Buben Gottes Wort im Zusammenhang und eingebettet in Raum und Geschichte verstehen und nicht als Märchen-, Geschichts- oder Tipp-Buch.
Während den Mahlzeiten möchte ich nicht ganz auf biblische Impulse verzichten. Darum repetieren wir oft zwischen zwei und fünf Bibelversen. Manchmal nehme ich auch den Kinderkatechismus hervor und repetiere zwei bis fünf Fragen.
Dieses doppelte Gerüst aus Andacht und Mahlzeiten bildet die Grundlagen für Gespräche „unterwegs“. Ich bitte Gott um Weisheit, dass er durch Erlebtes Gelegenheit gibt, das Gehörte direkt im Alltag zu verknüpfen.
Ich gebe zu: Andachten zu halten ist ein steter Kampf (siehe „Familienandachten – du wirst immer um sie kämpfen müssen“). Und er lohnt sich. Meine grössten Herausforderungen, die Schaeffer Macauley treffend erläutert: Belehrung von oben herab; Ungeduld und Müdigkeit; moralisieren im Stil von „du hast nicht…“.
Mehr zum Thema Andachten habe ich in diesem längeren Aufsatz „Andachten – das Mandat an den Vater“ zusammengetragen.