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| Athanasius (295-373) - Des hl. Athanasius Erklärung der Psalmen (Expositiones in Psalmos)

Ps 121.
CXXI.
V. 1. Ein Stufengesang.
Inhalt
Der dritte Gesang bringt denen, die noch auf der Reise sind, die frohe Botschaft von der Ankunft im Hause Gottes. Deßhalb ruft er auch aus: [S. 796]
V. l. „Ich freute mich mit denen, die mir sagten: Wir werden in das Haus des Herrn gehen.“
V. 2. „Es standen unsere Füße in Deinen Vorhöfen, Jerusalem!“ Das sind die Worte der Greise, die in der Gefangenschaft gewesen waren, und die erzählen, daß ihre Füße, die jetzt die Reise unternehmen, einst in Jerusalem standen.
V. 3. „Jerusalem, das gebaut ist wie eine Stadt.“ So, will er sagen, war es einst, wie eine Stadt, nicht da und dort zerstreut, sondern es war so zusammengefügt, daß es ein einziges Haus zu sein schien in der Zusammenfügung und Verbindung der Gebäude.
V. 4. „Da wallten die Stämme hinauf.“ Alle Stämme, will er sagen, die mit der Kraft des Herrn aus Ägypten ausgezogen waren, eilten nach jener Stadt, um Zeugniß zu geben oder dem Gott Israels zu danken. „Um zu bekennen dem Namen des Herrn.“ Weil er die wunderbare Verheissung erfüllte. Er sagt aber, daß die Stühle des Hauses Davids auf sie gegründet seien. Denn David prophezeit die Herrschaft über Alle, indem er nicht die Herrschaft eines Einzigen, sondern eine gemeinsame meint über die Besten und Gottesfürchtigsten, von denen die Herrschaft Davids aufgerichtet wird durch die Gnade Christi, der den zwölf Aposteln, die auf zwölf Thronen sitzen, verliehen hat, Israel zu richten.
V. 5. „Denn dort saßen die Stühle zum Gerichte.“ Nach der Geschichte befanden sich dort die Königsburg und die Stühle der Priester, da die Stadt gleichsam mit einem doppelten Kranze und Diadem geziert war. Jetzt aber ist Alles dahin, und gibt es von der alten Glückseligkeit ganz schwache Überreste. „Stühle über das Haus Davids.“ In dieser Stadt, will er sagen, das heißt, in Jerusalem wurden königliche Stühle aufgestellt, die ein gerechtes Urtheil, sprachen. Damit machte David den ersten Anfang. Dann kamen seine Nachkommen dem Fleische nach. Deßhalb spricht er auch vom Hause des David selbst. [S. 797]
V. 6. „Bittet um das, was Jerusalem zum Frieden gereicht.“ Ihr nun, die ihr erfahren habt, was einst Jerusalem war, betet für seinen Frieden und suchet nichts Anderes, als was zu seinem Frieden beiträgt.
V. 7. „Es werde Friede in Deiner Kraft und Überfluß in Deinen Thürmen,“ das heißt in Deiner Königsburg. Ich flehe, will er sagen, über Dich das Gute herab wegen derer, die in Dir wohnen, die Deine Nächsten und Deine Brüder sind. Das nämlich flehen die Grese auf Jerusalem herab, daß in seinen Mauern Friede sei. Denn unter der Kraft meint er die Mauern, oder in anderer Beziehung seine Heiligen.
V. 9. „Um des Hauses des Herrn unsers Gottes willen erflehte ich Dir Gutes.“ Weil in Dir, o Jerusalem, das Haus unseres Gottes ist, so erflehte ich Dir, indem ich Dir Dank erstattete, Gutes.