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Die Datenerhebung wurde im Januar 2006 abgeschlossen. Eine Publikation ist in Vorbereitung. Nachfolgend werden die Hauptergebnisse kurz umrissen.
Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Studie wurde im Zentrum für heroingestützte Behandlung der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (Janus) und im entsprechenden Zentrum der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (KODA I) durchgeführt. An der Studie teilnehmen konnten PatientInnen, die ihren Kokainkonsum reduzieren oder beenden wollten, zwischen 20 und 55 Jahre alt waren, seit mindestens 12 Wochen mit Diacetylmorphin behandelt wurden und eine relativ stabile Diacetylmorphin-Dosis aufwiesen. Als Ausschlusskriterien galten akute schwere psychische und/oder schwere somatische Erkrankungen sowie ein positiver Schwangerschaftstest. Nach einem umfassenden Baseline-Assessment wurden die PatientInnen über 12 Wochen entsprechend ihrer zufällig erfolgten Zuteilung behandelt (Methylphenidat oder Placebo, allein oder in Kombination mit CBT). Die Studienmedikation (30 mg Methylphenidat oder eine entsprechende Dosis Placebo) wurde zweimal täglich unter Aufsicht in der Klinik eingenommen. Die manualisierten 90-minütigen Gruppentherapien wurden einmal wöchentlich von ausgebildeten TherapeutInnen durchgeführt. In der Woche nach Abschluss der Behandlung fand eine Nachkontrolle und 12 Wochen später eine Follow-up-Untersuchung statt. Zur Erfassung der psychopathologischen Symptome, der Therapiemotivation und Erfolgserwartung, des Therapieverlaufs sowie des Substanzkonsums und Kokainverlangens wurde eine Reihe von Fragebögen eingesetzt. Unerwünschte Nebenwirkungen wurden wöchentlich rapportiert und dokumentiert. Ausserdem wurde der Kokainkonsum mit Hilfe von Urinproben regelmässig kontrolliert, und zwar dreimal wöchentlich in der Woche vor Behandlungsbeginn, während der 12-wöchigen Behandlung, in der Nachbehandlungswoche und in der Woche der Follow-up-Untersuchung. Primäre Zielvariablen waren die Studienverweildauer, die Häufigkeit und Menge des Kokainkonsums, das Kokainverlangen sowie unerwünschte Ereignisse. Neben der Einschätzung der Wirksamkeit von Methylphenidat und CBT in der Behandlung des Kokainkonsums sollte die Pilotstudie vor allem auch erste Erkenntnisse zur Sicherheit/Verträglichkeit und Durchführbarkeit dieser Interventionen liefern.
Ausgewählte Ergebnisse
Überprüfung der Verträglichkeit und Sicherheit
Aufgrund der vorliegenden Daten kann die Einnahme von Methylphenidat (Ritalin®) 2 x 30 mg/d unter Sicht über einen Zeitraum von 12 Wochen als gut verträglich beurteilt werden. Rund die Hälfte der PatientInnen beklagte anfangs der Therapie Nebenwirkungen (Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit, Nervosität). Die berichteten Nebenwirkungen reduzierten sich im Laufe der Behandlung rasch und deutlich und erreichten nach 7 Wochen das Niveau einer Placebobehandlung.
Evaluation der Durchführbarkeit einer manualisierten 12-wöchigen CBT-Behandlung
Die Durchführung der kognitiv-behavioralen Gruppenpsychotherapie erwies sich bei der oben beschriebenen Patientenklientel als schwierig (z.B. fakultative Teilnahme, neuropsychologische Überforderung, Gruppenformat usw.). Nur wenige PatientInnen (9 von 32 Pat.), mehr als die Hälfte der 12 Gruppensitzungen besucht und für viele von ihnen war die regelmässige Teilnahme an den Gruppensitzungen und die damit verbundenen Hausaufgaben eine zu grosse Herausforderung. Diese wichtige Erfahrung lehrt, dass das amerikanische CBT-Format bei PatientInnen in heroingestützter Behandlung in der Schweiz in dieser Form nicht anwendbar ist.
Einschätzung der Wirksamkeit
Die Ergebnisse dieser Pilotstudie liefern keinen Hinweis dafür, dass der Einsatz von Methylphenidat in der hier verordneten Form und Menge gegenüber Placebo in der Behandlung des Kokainkonsums überlegen wäre. Der Kokainkonsum nahm im Laufe der Behandlung in allen Behandlungsgruppen zwar tendenziell ab - es fanden sich in beiden Gruppen mit Methylphenidat (mit und ohne CBT) jedoch keine deutlichen Veränderungen im Kokainkonsum, aufgrund derer sich eine grösser angelegte Folgestudie in dieser Population aufdrängen würde.