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Gemäss ihren jüngsten Angaben besitzt die Schweizerische Nationalbank (SNB) Euros und Dollars im Wert von rund 300 Milliarden Franken. Diese hat sie vor allem mittels Giroguthaben schweizerischer Geschäftsbanken (rund 200 Milliarden) finanziert. Angenommen, der Euro würde in Zukunft wieder einmal auf 1:1 fallen, so würde die SNB rund 20 Prozent, d.h. rund 60 Milliarden Franken verlieren. Die Reserven der SNB wären weg und es würde ein «Loch im Eigenkapital» der SNB von rund 50 Milliarden Franken entstehen.
Die SNB behauptet, das sei kein Problem und sie könne ihre Aufgabe weiter erfüllen. Sie könne einfach Banknoten drucken, um das «Loch im Eigenkapital» zu stopfen. Wie blind die Nationalbank doch ist! Banknoten sind Schuldscheine der SNB. Wenn die SNB Banknoten druckt, so verringert sie dadurch ihre Schulden nicht, sondern sie vergrössert sie zusätzlich. In der Fachspsrache ausgedrückt: Ein Loch im Eigenkapital der SNB wird auf der Vermögensseite, d.h. auf der Aktivseite der SNB-Bilanz verbucht. Banknoten werden auf der Schuldenseite, der Passivseite verbucht. Durch das Drucken von Banknoten wird somit nicht die Vermögensseite (Aktiven), sondern die Schuldenseite (Passiven) verlängert. Dadurch wird das Loch im Eigenkapital der SNB nicht verringert, sondern im Gegenteil vergrössert.
Da die SNB ihre Schulden nicht durch das Drucken von Banknoten zurückzahlen kann, müssen die Geschäftsbanken ihre Kredite an die SNB entsprechend abschreiben. Bei einem Loch im Eigenkapital der SNB von 50 Milliarden folgt, dass die Geschäftsbanken Abschreibungen von 50 Milliarden vornehmen müssen. Mehrere Banken in der Schweiz wird das in den Konkurs treiben.
Marc Meyer,
Riehen BS