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Die Vertreter der swiss Pilots Association (Verband der ehemaligen Crossair-Piloten) lassen den Dienstagstermin für erneute Verhandlungen mit der swiss-Konzernleitung platzen. Vor weiteren Gesprächen für den Gesamtarbeitsvertrag (GAV) will swiss Pilots eine Denkpause einlegen.Dieser Inhalt wurde am 29. Juli 2002 - 20:43 publiziert
"Das swiss-Management will oder kann auf die gerichtlich geschützte Forderung nach vollwertiger Gleichstellung offensichtlich nicht eintreten, und das mit der Berufung auf den swiss-Business-Plan", teilte der Verband swiss Pilots am Montagabend mit.
Der swiss-Konzernchef André Dosé bezeichnete das Vorgehen der ehemaligen Crossair-Piloten an der Tagesschau des Schweizer Fernsehens DRS als "unverantwortlich". Der Verwaltungsrat der swiss teilte seinerseits am Montagabend in einem Communiqué mit, er halte daran fest, dass sämtliche Forderungen von swiss Pilots erst im Rahmen der Verhandlungen erörtert werden.
Die Delegation der swiss werde deshalb am Dienstag wie vorgesehen zum vereinbarten Verhandlungstermin erscheinen. Sie werde verschiedene Varianten präsentieren, wie den Forderungen des Schiedsgerichtes Rechnung getragen werden könne.
Dieses hatte vor zwei Wochen beanstandet, die ehemaligen Crossair-Piloten würden im neuen GAV beim Senioritätsprinzip, beim Lohn, bei den Ferien und bei den Bonuszahlungen benachteiligt.
16 Mio. Franken zugesichert
Den finanziellen Rahmen des Angebotes der swiss bildeten die 16 Mio. Franken, die den ehemaligen Crossair-Piloten am vergangenen Wochenende von swiss-Chef Dosé verbindlich zugesichert worden seien. Damit werde das Personalbudget der ehemaligen Crossair-Piloten um insgesamt 16 Prozent verbessert.
Eine weitergehende Aufstockung erachtet der Verwaltungsrat als unverantwortbar, weil dadurch die wirtschaftliche Zukunft von swiss gefährdet würde, heisst es weiter in der Mitteilung der swiss.
swiss "diskriminiert 1000 Piloten"
Der Verband swiss Pilots seinerseits schreibt in seiner Medienmitteilung vom Montagabend, es werde immer deutlicher, dass sich swiss auf einen Business-Plan stütze, der die Diskriminierung von 1000 Pilotinnen und Piloten der ehemaligen Crossair bewusst in Kauf nehme.
swiss Pilots sei deshalb der Ansicht, dass sich jetzt eine Denkpause aufdränge, damit die Positionen in aller Ruhe überdacht werden könnten. "Wenn die Gespräche nicht mit dem klar formulierten Willen zu einer vollwertigen Gleichstellung starten, machen sie keinen Sinn", heisst es in der Medienmitteilung.
"Jetzt ist die Politik gefordert"
swiss Pilots sei auch der Meinung, dass das Thema jetzt in das politische Hearing gehöre das noch in dieser Woche in Bern geplant sei. Der Bund könne als grösster Minderheitsaktionär der swiss unmöglich eine gerichtlich festgestellte Diskriminierung dulden.
Nachdem sich das swiss-Management mit Berufung auf einen offensichtlich nicht ganz ausgereiften Business-Plan um klare Entscheide drücke, dränge sich aus Sicht der swiss Pilots ein politischer Eingriff auf.
swissinfo und Agenturen
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