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Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr gegenüber der Vorjahresperiode um 17,1% auf 1,25 Mrd CHF (+16,9% in LW), wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Das organische Wachstum lag derweil bei 5,0%, wobei der grösste Teil des Unterschiedes auf die im vergangenen Geschäftsjahr übernommene AudioNova zurückgeht. CEO Lukas Braunschweiler gab sich im Gespräch mit AWP zufrieden. Der Start ins Jahr sei getragen worden von neuen Produkten sowie der Akquisition von AudioNova. "Dabei konnten wir in unserem Kerngeschäft starke Margen erzielen", so der Manager, der seinen Posten 2018 an Arnd Kaldowski abgeben wird.
STARKES WACHSTUM IN EMEA
Vor allem die Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) habe mit fast 35% ein starkes Wachstum beim Umsatz verzeichnet, heisst es. So habe man in den meisten grossen europäischen Märkten wie Grossbritannien, Frankreich und Italien ein starkes organisches Wachstum erzielt. In Deutschland und den Niederlanden sei das Geschäft hingegen durch ein schwächeres Marktumfeld beeinträchtigt worden.
In den USA stieg der Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum den Angaben zufolge um 0,5% in Lokalwährung. Im Hörgerätegeschäft sei das "sehr solide Wachstum bei allen Marken" durch den anhaltenden Erfolg neuer Produkteinführungen getragen worden. Der Anstieg sei aber durch einen Rückgang im US-Retailnetzwerk gedämpft worden, das zur Zeit ein Programm zur Rationalisierung und strategischen Neuausrichtung durchlaufe. In der Region Asien/Pazifik (+9,4% in LW) ist die Rede von einem "starken Wachstum" in Japan und China, das durch eine verhaltene Entwicklung in Australien beeinträchtigt worden sei.
NIEDRIGERE MARGEN BEI COCHLEA
Der Bruttogewinn nahm um 22% auf 883,3 Mio zu. Die Steigerung ergab sich laut Mitteilung durch den höheren Anteil des Retailgeschäfts, eine Verbesserung der durchschnittlichen Verkaufspreise im Hörgeräte-Segment sowie kontinuierliche Effizienzverbesserungen. Umgekehrt habe man im Cochlea-Implantate-Segment niedrigere Margen hinnehmen müssen, insbesondere in Zusammenhang mit der staatlichen Ausschreibung in China.
Der "normalisierte" EBITA - exklusive Einmalkosten der Akquisition von AudioNova in der Höhe von 6,8 Mio CHF - stieg um knapp 17% auf 240,5 Mio, die entsprechende Marge blieb dabei unverändert bei 19,2%. Unter dem Strich blieb ein Reingewinn (ausgewiesen) von 176,2 Mio CHF (+16%). Damit hat das Unternehmen die Konsenserwartungen des Marktes auf Stufe Umsatz und EBITA nicht erreicht. Im Durchschnitt wurde mit einem Umsatz von 1,27 Mrd bzw. einem EBITA von 255,2 Mio CHF gerechnet.
DEUTLICHE KURSEINBUBSSEN BEI AKTIE ERWARTET
Für das Gesamtjahr 2017/18 bestätigt Sonova die Guidance. Man erwarte sowohl im Hörgeräte- als auch im Cochlea-Implantate-Segment weiterhin ein solides Umsatz- und Gewinnwachstum. Diese Entwicklung werde durch ein "attraktives Portfolio an Produkten und Lösungen sowie einem ständigen Einsatz für Innovation" unterstützt. Das Management erwartet insgesamt ein Umsatzwachstum von 10% bis 12% und eine "normalisierte" EBITA-Steigerung von 10% bis 14%, jeweils in Lokalwährungen. Dabei ausgeklammert sind die Einmalkosten, die durch Übernahme von AudioNova entstanden sind.
Die Sonova-News werden am Markt nicht allzu gut aufgenommen: vorbörslich verliert das Papier 3,1%. Da Ergebnisenttäuschungen im Zuge der laufenden Unternehmensberichterstattung mehrheitlich mit kräftigen Kursverlusten abgestraft worden seien, rechne er auch bei den Sonova-Aktien mit einem Taucher im Umfang von bis zu 5%, sagte ein Analyst.
kw/uh/cp
(AWP)