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Hörverlust - ein zunehmendes Problem
Experten schätzen, dass weltweit ca. 500 Millionen Menschen schwerhörig sind – Tendenz zunehmend. Viele Menschen scheuen sich, ein Hörgerät zu nutzen. Hier ein paar Ratschläge von Experten für „Erstbenutzer“.
Das British Royal National Institute for Deaf People schätzt, dass 12% der Erwachsenen in Grossbritannien im Alter zwischen 55 und 74 schlecht hören.
Ihre aktuelle Studie zeigt ausserdem, dass der Produktionsverlust wegen Hörverminderung deutlich höher ist als die Investition zur Lösung der Probleme, die auch die Gesellschaft betreffen.
Häufige Ursachen von Hörverminderung oder Hörverlust sind laut Studie das Alter, eine gewisse genetische Veranlagung sowie sich häufende Traumatisierung des Gehörs (chronischer Lärm etc.). Erschreckend ist die Tatsache, dass ein Viertel der von Hörverminderung Betroffenen in Grossbritannien nicht alte Menschen sind, sondern Menschen zwischen 16 bis 60 Jahren.
Das schlechte Hörvermögen mindert die Lebensqualität, schränkt sozial, privat und beruflich ein. Im Leitartikel wird erklärt, dass Hörgeräte helfen können, Symptome zu mindern. Oft sind aber weitere Eingriffe notwendig, um die Hörschäden zu mindern, zu verzögern oder rückgängig zu machen. Die Forscher fordern mehr Gelder zur Erforschung des immer grösser werdenden Problems und der damit verbundenen Kosten für die Gesellschaft. (Quelle: Lancet 2007; 370: 1738)
Noch mehr Fakten
- Eine Amerikanische Untersuchung zeigt, dass viele Schwerhörige keine Hörgeräte (mehr) nutzen – Tendenz zunehmend.
- Ein dänischer Studienüberblick ergab, dass 13% der Erwachsenen in Dänemark unter Hörminderung leiden.
- Andere Statistiken zeigen, dass einer von sieben Europäern nicht gut hört und dass in der EU weniger als 14% der Betroffenen ein Hörgerät tragen. (Quelle: phonak.ch)
Hörgeräte bringen Lebensqualität zurück
Die meisten Menschen warten viel zu lange, bis sie sich ein Hörgerät anschaffen. Und wenn sie sich dann eines gekauft haben, benutzen sie es nicht, weil es zu laut, zu ungewohnt und zu gewöhnungsbedürftig ist.
Bevor Sie sich ein Hörgerät anpassen lassen, ein paar Tipps von Experten:
- Tauschen Sie sich vor dem Kauf mit andern Hörgerätbenutzern aus. Ihre Erfahrungen können hilfreich und nützlich sein.
- Machen Sie sich Gedanken darüber, welche Erwartungen Sie an das Gerät haben. Schreiben Sie Ihre Zielvorstellungen ruhig auf und zeigen Sie diese dem Hörgerätspezialisten.
- Das Hörgerät, das für Sie speziell angepasst wurde, funktioniert nicht beim ersten Tragen tadellos: manchmal muss der Hörakustiker ein paar Mal Neuanpassungen vornehmen. Auch hier: schreiben Sie Ihre Erfahrungen und Erwartungen auf und teilen Sie diese dem Spezialisten mit. Er kann z.B. einen unangenehmen Ton auf Ihre Bedürfnisse justieren.
- Die Gewöhnungszeit kann ein paar Wochen dauern. Sie ist aber um so kürzer, je öfter und regelmässiger Sie das Hörgerät tragen. Auch wenn es stört, tragen Sie es trotzdem und melden Sie die Störung dem Spezialisten.
- Eine Brille korrigiert mit der ersten Benutzung gleich das Sehvermögen. An ein Hörgerät muss man sich zuerst mental und physisch gewöhnen.
- Noch ein paar Tipps zur Pflege: Tägliches Reinigen und regelmässige Wartung vom Spezialisten gewährleisten ein zufriedenstellendes Funktionieren. Es sind Geräte, die eine gewisse Sorgfalt brauchen – sie bringen aber ein grosses Stück Lebensqualität zurück.
Mehr zum Thema
phonak.ch, hear-it, Lancet 2007; 370: 1738
03.10.2008 - dzu