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Wer in den Siebzigerjahren ein Kind war, wusste, wie die Zukunft – also unsere heutige Gegenwart – aussehen sollte: Jedes Haus hatte einen Putzroboter, wir alle würden in silberfarbenen Aluminium-Anzügen rumlaufen, und die Autos würden ungefähr so aussehen:
Nun, eigentlich ist das gar nicht allzu weit weg von dem hier, ...
... obwohl wir nicht sicher sind, wie gut das Siebzigerjahre-Zukunftsmobil beim Euro-NCAP-Crashtest abschneiden würde.
Item. Hier geht es um eine Auto-Klasse, bei der ein Smart als geradezu grosszügig definiert werden darf: Microcars.
Die Hochblüte dieser Mini-Geschosse war bereits in den Fünfzigerjahren, die Motoren waren meist kaum mehr als ein paar Hundert cc gross, und fast alle Microcars waren kommerzielle Flops. Hier einige der erstaunlichsten.
Das kleinste massenproduzierte Auto der Weltgeschichte wurde von 1962 bis 1965 auf der Isle of Man hergestellt. Sehen Sie das Nummernschild? Ja, diese Dinger hatten eine Strassenzulassung – obwohl sie keinen Rückwärtsgang hatten, ...
... was allerdings nicht allzusehr störte, da man sie einfach aufhob, um sie zu parkieren.
Es gab auch einen Zweiplätzer, den Trident.
Und dann noch jene berühmte «Top Gear»-Episode, in der Jeremy Clarkson einen ganzen Arbeitstag mit dem Peel zu bewältigen versucht:
Aus Stuttgart, hergestellt von 1956 bis 1958, hatte die Mopetta einen 50-cc-Motor und erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 45 km/h.
1958 wurde sie abgelöst vom wesentlich geräumigeren Brütsch V2, das als «Volks-Zweisitzer» angepriesen wurde.
Wo ist vorne und wo hinten? Diese beiden Models (nicht im Lieferumfang inbegriffen) scheinen sich auch nicht ganz sicher zu sein. Die Produktion lief 1958 an ... und endete noch im selben Jahr. Doch der Zündapp Janus lebt weiter ...
... als Professor Zündapp aus «Cars 2»!
Derweil, in Japan:
Nur 85 dieser Dinger wurden 1955 in Japan gebaut. Heute holen sie deswegen an Auktionen gut und gerne sechsstellige Summen.
Der dreirädrige Allard Clipper (1953) aus Clapham im Süden Londons war als Familienkutsche konzipiert. Schaut mal, wie die lieben Kleinen hinten reinpassen!
Okay, über dieses Ding findet man so gut wie gar keine Informationen. Wir wissen bloss, dass es 1953 in Spanien hergestellt wurde und von einem 125cc-Vespa-Motor angetrieben wurde. Und ja, «huevo» bedeutet Ei.
1959 bis 1961 in Australien auf der Basis der deutschen Goggomobil-Kleinstautos hergestellt, ist der Dart der Sportwagen unter den Microcars.
Okay, richtig gefetzt hat er mit seinen 293cc schon nicht wirklich – Lotus-Optik hin oder her.
Erhältlich seit 2009, stellt der Elektromobil Tango eine vollkommen neue Kategorie dar: «Narrow Communter Vehicle NCW» (enges Pendlerfahrzeug). Zwei dieser Fahrzeuge nehmen nebenher gleich viel Platz wie ein konventionelles Auto ein, was – rein mathematisch gesehen – Staus um die Hälfte verkürzen sollte. Das ist die langweilige Seite der Story. Die andere? Hey, dieses Ding macht die 0-100 km/h in knapp vier Sekunden! Und obwohl es nicht danach aussieht, hat es dank der am Boden montierten Batterien einen Schwerpunkt, der tiefer liegt als bei einem Porsche 911.
Aus Jugoslawien erreicht uns dieses Geschoss. Genauer: erreichte uns, denn es stammt aus dem Jahr 1958. Noch genauer: Es erreichte uns gar nie, da es ausserhalb seines Landes kaum verkauft wurde. Aber er hat vier Räder, was immerhin mehr ist als viele der hier aufgelisteten Vehikel. Und es kommt noch besser: Zwei dieser vier waren in der Mitte, während je einer vorne und hinten montiert war. Diamantform nannte man sowas und war stolz auf den Wendekreis von knapp drei Metern.
Endlich ein Auto, das spezifisch entworfen wurde, um darin gesehen zu werden! Und zwar am besten in einem Minijupe. Jaja, man schrieb das Jahr 1968, wo man alle gängige Normen über den Haufen werfen wollte. Zumindest wollte dies der französisch-vietnamesische Autodesigner Quasar Khanh. Ja, die Sitze waren aus aufblasbarem Plastik (so wie ein Schwimmring).
Dieser Einsitzer aus dem Jahr 1928 war die Budget-Version des ohnehin bereits als Budget-Auto konzipierten Hanomag «Kommissbrot». Wem also der Einzylinder-500cc-Motor, die zwei Sitze und die Metal-Karosserie des Serienfahrzeugs zu grosskotzig erschienen, konnte auf diesen Marktkorb mit Rädern zurückgreifen.
Ebenfalls von einem Einzylinder-Zweitaktmotor angetrieben war das Fuldamobil von 1951. Gemäss Werksangaben erreichte er damit gut und gerne 75 km/h. Nur wenige waren mutig genug, die Probe aufs Exempel zu machen.
In den späten Fünfzigerjahren, war der spanische Motorradhersteller Mymsa (Motores y Motos, S.A.) der Meinung, dies genüge vollkommen für die durchschnittliche Lieferung. Der Rana («Frosch») setzte sich nie durch.
Und das, liebe Kinder, ist tatsächlich ein Offroader auf Basis des Fiat 500 (des alten, winzigen 500, nicht des neuen, merklich grösseren 500). Ferves stand für Ferrari Veicoli Speciali und wurde in den Sechzigerjahren tatsächlich vom legendären Sportwagenhersteller fabriziert. Ganze 50 Stück sollen heute noch existieren, was erklärt weshalb das obige Teil für stolze 30'000 Franken zum Verkauf steht.
Der Supersportwagen unter den Microcars: Der von 1970 bis 1974 hergestellte Bond Bug. Dazu konzipiert, ausschliesslich Models in Minijupes und Nancy-Sinatra-Stiefeln zu transportieren.
Kein Wunder bei einem derart funky Interieur!
In Wahrheit war da viel mehr Schein als Sein. Das Teil lief 126 km/h, aber durch die extrem tiefe und schräge Sitzlage, kam es dem Fahrer wie 226 km/h vor. Bis heute gilt der Bug als Kultauto und besitzt eine treue Fangemeinde – unter ihnen Popstar Robbie Williams, der am Ende seines Clips zu «Millenium» einen Bong Bug besteigt ... und damit mit einer Panne am Strassenrand stehen bleibt.