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Das Haus der Verwaltung der Landeskirche in Aarau
Zur Geschichte der Landeskirche im Aargau
Erst nach der Aufhebung der Klöster im Jahre 1841 und nach der Gründung des Bundesstaates 1848 entwickelte sich im Kanton Aargau das Staatskirchentum (Vorherrschaft des Staates über die Kirche) nach und nach zu einem partnerschaftlichen Verhältnis zwischen Kirche und Staat.
Die Entstehungsgeschichte der Landeskirche als kantonale Körperschaft im Aargau beginnt mit der Staatsverfassung vom 23. April 1885. Der Staat anerkannte die drei christlichen Religionsgemeinschaften, die Römisch-Katholische, die Reformierte und die Christkatholische Landeskirche als öffentlich-rechtliche Körperschaften, die sich nach demokratischen Grundsätzen als Landeskirchen organisierten. Damit wurde eine klare Entflechtung zwischen Kirche und Staat vorgenommen.
Die Katholiken im Aargau wählten im Dezember 1885 als gesetzgebende Behörde ihre Synode, die am 10. Februar 1886 im Grossratssaal erstmals zusammentrat. Als Exekutivorgan wurde der Synodalrat (heute Kirchenrat) und eine Geschäftsprüfungskommission für eine erste Amtsdauer von 1886 – 1889 gewählt. Die Arbeit der Landeskirche als kantonale kirchliche Körperschaft konnte beginnen. Am 27. Mai 1929 erliess die Synode das erste umfassende Organisationsstatut (PDF). Dieses bildet die Verfassung der Landeskirche und regelt deren Organisation und die Aufgaben der verschiedenen Organe. Dieser Erlass wurde seither verschiedentlich geändert. Die letzte Totalrevision erfolgte am 2. Juni 2004 durch die Synode und wurde anschliessend vom Grossen Rat genehmigt. Dort heisst es zur Landeskirche zu Beginn wie folgt:
«Die Römisch-Katholische Landeskirche des Kantons Aargau umfasst alle römisch-katholischen Kirchgemeinden. Sie ist eine selbständige Körperschaft des kantonalen öffentlichen Rechts mit Sitz in Aarau.» (Art. 1)
Heute nimmt die Landeskirche vielfältige Aufgaben wahr. Damit fördert sie gemäss ihrem Auftrag die pastoralen Tätigkeiten in der Römisch-Katholischen Kirche und untersützt die Kirchgemeinden bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Das Organigramm der Landeskirche zeigt auf einen Blick, wo unsere Aufgabenschwerpunkte liegen.
Die Organe der Landeskirche
Nach der Kantonsverfassung ist die Synode das oberste Organ der Landeskirche. Diese wählt das vollziehende Organ (Kirchenrat) und erlässt das Organisationsstatut.

Synode

Kirchenrat

Geschäftsprüfungskommission

Rekursgericht
Die Synode
Das Wort Synode kommt aus dem Griechischen und heisst «Zusammenkunft», «gemeinsamer Weg» und wird meist im kirchlichen Kontext verwendet. Das sind zum Beispiel kirchliche Gremien wie die Bischofsynode, aber auch staatskirchenrechtliche Gremien wie die Synoden der Landeskirchen mit einer Vertretung von Laien, ordinierten und nicht ordinierten Seelsorgenden.
Seit dem 1. Januar 2007 umfasst die Synode der Römisch-Katholischen Landeskirche im Aargau 150 Mitglieder. Die Synodalen werden als Vertreter einer Kirchgemeinde durch deren Stimmberechtigten für eine Amtsdauer von vier Jahren gewählt. Die Synode versammelt sich zweimal jährlich zu einer ordentlichen Sitzung.
Der Kirchenrat
Der Kirchenrat ist die Exekutive der Landeskirche. Er setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen und vertritt die Landeskirche nach innen und nach aussen. Die Synode wählt den Kirchenrat und dessen Präsidium für die Dauer einer Amtsperiode von vier Jahren.
Die Geschäftsprüfungskommission
Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) wird durch die Synode für eine Amtsdauer von vier Jahren gewählt und besteht aus 5 Mitgliedern, wobei mindestens drei Mitglieder gleichzeitig auch der Synode angehören müssen.
Die GPK prüft den Voranschlag und die Jahresrechnung der Landeskirche und in der Regel alle weiteren traktandierten Geschäfte ausser Wahlgeschäfte und Traktanden zur Organisation der Synode. Sie beauftragt die Rechnungsrevisoren und nimmt bereichsweise selbständige Detailprüfungen vor.
Das Rekursgericht
Die Kantonsverfassung schreibt vor, dass die öffentlich-rechtlich anerkannten Landeskirchen für einen genügenden Rechtsschutz der Konfessionsangehörigen und der Kirchgemeinden besorgt sein müssen.
Das Rekursgericht ist das richterliche Organ der Landeskirche. Die Synode wählt für die Dauer einer Amtsperiode fünf ordentliche und zwei Ersatzmitglieder, die weder der Synode noch dem Kirchenrat angehören dürfen. Von den fünf Mitgliedern müssen zwei über ein juristisches Studium verfügen und ein Mitglied muss hauptamtlich in der Seelsorge tätig sein.
Das Rekursgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfügungen und Beschlüsse der Organe der Landeskirche (Kirchenrat und Synode). Es beurteilt weiter im Klageverfahren vertragliche Streitigkeiten aus einem öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnis. Zur Beschwerde legitimiert sind Konfessionsangehörige, Kirchgemeinden und Kirchgemeindeverbände, welche ein schutzwürdiges eigenes Interesse geltend machen. Die Beschwerdefrist beträgt 30 Tage.