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Hilfikon wird in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts erstmals erwähnt im Rodel der Fraumünsterabtei Zürich über Königszinse im Aargau. Damals lautete der Ortsname auf Hilfiniswilare und um 1250 auf Hilfinchon. Die Geschichte des Dorfes ist eng mit derjenigen des Schlosses verbunden. Das Schloss ist der Stammsitz eines gleichnamigen Rittergeschlechtes, dessen erste bekannte Vertreter Marchwardus und Arnoldus de Hilfikon um 1290 bezeugt sind. Das Wappen - ein turmtragender Elephant - ist mehrfach überliefert. Burg und Herrschaft waren 1472 vorübergehend im Besitze von Berchtold VII. Schwend von Zürich.
Später gelangte das Reichslehen an Hans von Seengen, Vogt zu Kaiserstuhl, der 1498 als Schlossherr von Hilfikon bezeugt ist. Um 1500 ging der Besitz an den Luzerner Junker Melchior zur Gilgen über, der Ritter des Hl. Grabes war und 1510 die Schlosskapelle erbaute. 1514 erwarb er noch die Vogtei Sarmenstorf und verband sie mit der Schlossherrschaft. Zur Gilgen ersuchte 1518 den damaligen Bürgermeister von Zürich, Felix Schmid, um Erteilung des Reichslehens, des Schlosses Hilfikon, samt Gerichten. Seinem Wunsche wurde entsprochen, doch ereilte ihn schon im folgenden Jahre der Tod. Er unternahm eine Reise ins heilige Land und starb bei der Rückkehr auf dem Meere.
Während sein jüngerer Sohn Gabriel Stadtschreiber zu Luzern ward, folgte der ältere, Hans Jakob, als Herr zu Hilfikon, fiel aber schon 1522 in der Schlacht von Biccoca, wo die Eidgenossen für Frankreichs Sache zur Wiedereroberung von Mailand eine grosse Niederlage erlitten. 1542 hat der Bürgermeister von Zürich, als Vertreter des Reiches, Aurelian zur Gilgen mit der Schlossherrschaft belehnt. Verhandlungen über den Ankauf des Schlosses, die die Abgesandten der eidgenössischen Orte 1547 mit der Familie zur Gilgen führten, zerschlugen sich an der Höhe des Kaufpreises. 1628 verkaufte Aurelian zur Gilgen die Schlossherrschaft an den Landammann Johann Lussi von Unterwalden, welcher 1635 durch den Rat der Stadt Zürich mit dem Reichslehen belehnt wurde. 1644 erwarben die Brüder Sebastian Bilgerin und Johann Franz Zwyer von Evebach zu Silenen im Kanton Uri den ganzen Besitz.
Turbulente Zeiten
Im ersten Villmergerkrieg 1656 erlebten Schloss und Herrschaft turbulente Zeiten. In der zweiten Schlacht von Villmergen 1712 hielt sich der katholische Generalstab im Schloss auf. 1723 starb der letzte männliche Nachkomme, Franz Sebastian. 1743 kam die Herrschaft Hilfikon durch Heirat an Joseph Leodegar Bartholomäus Tschudi von Glarus. Damals gehörten zu dieser Herrschaft 103 Haushaltungen innerhalb und 22 ausserhalb der Herrschaftsgrenze. Auch ein kleiner Teil der Gemeinde Hilfikon zählte dazu, doch unterstanden die übrigen Bewohner mehrheitlich dem Amtsgericht Villmergen. 1749 wurde Franz Viktor Augustin Freiherr von Roll zu Emmerholz, Ritter des Hl. Grabes, Stadtvenner zu Solothurn, Schlossbesitzer. Er liess die alte spätgotische Schlosskapelle abbrechen und ersetzte sie durch einen stattlicheren Neubau. Bis 1832 blieben die von Roll „Herren von Hilfikon». In diesem Jahr verkaufte Ludwig von Roll Schloss und Güter an Louis de Domgermain in Metz. Den Erlös verwendete er für den Ausbau der von ihm gegründeten Eisenwerke in Gerlafingen. Später ging der Besitz an Heinrich Saxer in Hallwil über, der ihn an die Brüder Baptist und Alois Keller in Sarmenstorf verkaufte.
Der nachherige Besitzer war Philipp E. Lockwood, aus New York, der 1878 das Schloss für Fr. 70 000.- an Ludwig Michalsh veräusserte. Von 1907 bis 1935 war Major Hermann Nabholzvon Grabow Schlossbesitzer. Heute ist das Schloss im Besitze von Frau Louise Schellenberg-Kölliker, Zürich.
Die Schlosskappele
Als historische Sehenswürdigkeit ist die Schlosskapelle zu beachten, die unter Denkmalschutz steht. Die künstlerischen Ausstattungen stammen vom Bildhauer J. B. Babel und vom Freskenmaler Franz Anton Rebsamen.
Bibliographie