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1809
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts lebten die Einwohner von Thal vorwiegend von Acker- und Obstbau. Das diente im Wesentlichen zur Selbstversorgung. Es wurden vorrangig Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Äpfel und Birnen angebaut. Um circa 1850 fand in der Ostschweiz die sogenannte Agrarrevolution statt. Man gewann neue Erkenntnisse in der Fruchtwechselwirtschaft und es wurden neue Systeme und Maschinen entwickelt, die den Ertrag enorm steigerten. Auch die Viehwirtschaft wurde stärker integriert. In der Entwicklung des Obst- und Rebbaus spielt auch die Kartoffel eine wichtige Rolle. Die Knolle wurde ebenfalls um etwa 1850 eingeführt. Durch den hohen Nährstoffanteil gewann sie schnell an Popularität und verdrängte die bisherigen Obst und Gemüsearten.
2022
Nebst dem Acker und Obstbau wurden in Thal bereits seit dem 10. Jahrhundert am Buchberg auch Reben angebaut. Heute sind viele kleinere Rebberge komplett verschwunden. Auch der Anbau am Buchberg wurde stark reduziert. 1886 betrug die Rebfläche rund 96 Hektar, heute sind es noch knapp 20. Der Obstbau wurde jedoch beibehalten. Wo früher vereinzelte Obstbäume standen, sind es heute grosse Obstplantagen mit kaum vergleichbarem Ertrag.
Rorschach / Rorschacherberg
1790
In Rorschach und Rorschacherberg kann man die gleiche Entwicklung des Obst und Rebbaus beobachten wie in der Gemeinde Thal. Um 1800 gab es allein in der Gemeinde Rorschach 80 verschiedene Anbaugebiete. Rorschach besass neben den vielen Ackern aber auch eine sehr viele Reben. Der Weinzehnt, eine Steuer die auf die Anbaufläche erhoben wurde, lässt auf sehr grosse Rebberge schliessen. Um 1800 besass Rorschach 20 und Rorschacherberg 34 Rebberge.
2022
Heute sind in Rorschach vor allem aufgrund der starken Bebauung alle bis auf ein Anbaugebiet verschwunden. Neben dem ehemaligen Benediktiner Kloster werden bis heute Äpfel angebaut. Im ländlicheren Rorschacherberg ist der Obstbau nach wie vor sehr verbreitet. Reben hat es aber in beiden Gemeinden keine mehr, denn der wachsende Obstbau bedeutete gleichzeitig auch das Ende der Reben. Mit den grösseren Plantagen gab es auch mehr Krankheiten, wie beispielsweise Mehltau, für die Reben sehr anfällig sind.