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Dieses komplett computeranimierte Remake orientiert sich stark am Zeichentrick-Klassiker von 1994. Der Löwenjunge Simba soll die Nachfolge seines Vaters Mufasa als König antreten. Doch auch Simbas fieser Onkel Scar will auf den Thron. Dafür ist ihm jedes Mittel recht.
Das nostalgischste Zitat
«Nants ingonyama bagithi Baba.» Das Remake beginnt wie der Klassiker. Mit einer Liedzeile, die hier kaum jemand versteht. Denn sie ist in Zulu, einer südafrikanischen Sprache. Frei übersetzt bedeutet sie etwa: «Hier kommt ein Löwe, Vater.»
Laut der Songtext-Plattform Genius steht das Wort «ingonyama» aber für den Löwen in seiner Rolle als König des Dschungels. Die Liedzeile könnte also auch übersetzt werden als «Hier kommt ein König, Vater.»
Der Sprecher
Was haben Darth Vader aus «Star Wars» und Löwenvater Mufasa aus dem Zeichentrickfilm von 1994 gemeinsam? Die markante Stimme. Beide wurden in Englisch gesprochen von Schauspieler James Earl Jones.
Für das Remake konnten die Macher den heute 88-Jährigen nochmals gewinnen. Mufasa wird im englischen Original also gleich klingen wie vor 25 Jahren.
Dass der Amerikaner einst für seine Stimme bekannt sein würde, hätte früher niemand gedacht. Denn James Earl Jones stotterte als Kind. Auslöser dafür war die traumatische Trennung seiner Eltern. Danach sprach er jahrelang fast gar nicht mehr.
Ein Lehrer in der High-School brachte ihn schliesslich wieder zum Reden. Er liess seinen Schüler Gedichte vortragen. Und gab ihm damit wieder Selbstbewusstsein.
Fakten, die man wissen sollte
Kaum zu glauben: «The Lion King» lief 1995 als allererster westlicher Zeichentrickfilm in den chinesischen Kinos.
Umso nostalgischer reagieren die Chinesinnen und Chinesen auf das Remake. Bei ihnen läuft der Film bereits seit einer Woche. Und spielte am Eröffnungswochenende rund dreimal mehr ein als das Remake von «Aladdin». Der Disney-Zeichentrickfilm «Aladdin» erschien bei uns 1992. In China kam er aber nie auf die Leinwand.
Für den chinesischen Markt nahm Disney eine spezielle Version des Songs «Can You Feel the Love Tonight» auf. Eigentlich singt die amerikanische Sängerin Beyoncé zusammen mit dem Rapper Donald Glover das Lied. Sie sprechen im Film die Löwen Nala und Simba. Die chinesische Version ist aber ein Duett von Beyoncé und dem chinesischen Superstar Jacky Cheung.
Das Urteil
Die Animationen sind super gemacht. Baby-Simba ist unglaublich herzig. Wie ein richtiges Löwenjunges halt. Auch die anderen Wildkatzen, Affen und Gnus sehen aus wie echt. Doch das ist das Problem. Denn auf den ersten Blick scheint «The Lion King» wie eine Tier-Doku.
Und dann fangen die Tiere an zu sprechen. Und zu singen. Und zu weinen. Klingen also wie Menschen. Sehen dabei aber noch immer aus wie echte Tiere. Sehr seltsam. Und auch bei weitem nicht so emotional und berührend wie der Disney-Erfolg von 1994.
Vor allem die Gesangs-Szenen verlieren so ihren ganzen Zauber. Besser einfach das Original wieder mal schauen.
Kinostart: 18.07.2019
Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Aktualität, 17.7.2019, 07:50 Uhr.