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Das Städtchen Lourdes liegt im Südwesten Frankreichs am
Fuße der Pyrenäen. Bis zum Jahre 1858 leben dort kaum mehr als
3000 einfache, kleine Leute, die als Handwerker, Bauern oder beim Steinabbau
in den Pyrenäen einen kargen Unterhalt verdienen.
Doch als dem 14-jährigen armen Bauernmädchen Bernadette Soubirous, die nicht einmal lesen und schreiben kann, im Februar 1858 eine "wunderschöne Dame" erscheint, sollte sich das Leben und die Bedeutung der Stadt für immer verändern.
Als das Mädchen im Auftrag der Erscheinung eine Wasserquelle freilegt und dort Wunder der Heilung geschehen, setzt ein Pilgerstrom ein, der heute, 150 Jahre nach diesen Geschehnissen, einem Höhepunkt entgegengeht. Weit über sechs Millionen Pilger aus aller Welt werden in diesem Jubiläumsjahr den größten Wallfahrtsort der Erde besuchen.
Die "schöne Dame", die Bernadette sehen darf, nennt schließlich ihren Namen: "Ich bin die Unbefleckte Empfängnis". Das ungebildete Mädchen weiß damit nichts anzufangen, doch die Geistlichkeit versteht: Hier bestätigt der Himmel auch einen Glaubenssatz, den der Papst 2 Jahre zuvor am 8. Dezember 1854 feierlich verkündet hat, nämlich daß Maria ohne Sünde empfangen wurde, um als so Begnadete den Heiland der Welt, unseren Gott Jesus Christus, in die Welt tragen zu dürfen.
Sonntag, 14. Februar: Das Weihwasser
Bernadette fühlt einen starken inneren Ruf, trotz des Verbotes ihrer Eltern wieder zur Grotte zu gehen. Sie bittet so nachdrücklich um die Erlaubnis, dass ihre Mutter einwilligt. Nachdem sie mit dem Rosenkranzgebet begonnen hat, erscheint ihr die Dame. Bernadette besprengt sie mit Weih- wasser. Die Dame lächelt und neigt den Kopf. Nach Beendigung des Rosenkranzgebetes entschwindet sie.
Donnerstag, 18 Februar: Die "Dame" spricht
Zum ersten Mal spricht die Dame. Bernadette hält ihr eine kleine Tafel hin und bittet sie, ihren Namen aufzuschreiben. Die Dame sagt zu ihr: „Das ist nicht nötig", und fügt hinzu: „Ich verspreche dir nicht, dich in dieser Welt glücklich zu machen, wohl aber in der anderen. Mach mir die Freude, 14 Tage lang hierher zu kommen."
Freitag, 19. Februar: Eine kurze Erscheinung
in Schweigen
Bernadette kommt mit einer geweihten Kerze zur Grotte und zündet sie dort an. Aus dieser Geste ist die Gewohnheit entstanden, Kerzen mitzubringen und sie vor der Grotte anzuzünden.
Samstag, 20 Februar: Stille
Die Dame hat Bernadette ein persönliches Gebet beigebracht. am Ende der Erscheinung wird Bernadette von einer großen Traurigkeit erfüllt.
Sonntag, 21. Februar: "Aquero"
Die Dame erscheint Bernadette früh am Morgen. Bernadette wird von etwa 100 Menschen begleitet. Maria sieht traurig in die Ferne und sagt: „Bete für die armen Sünder, bete für die kranke Welt." Nach der Vision wird Bernadette vom Polizeikommissar Jacomet streng verhört. Er will von ihr wissen, was sie gesehen hat. Doch Bernadette spricht nur von „Aquero" (= „jene" oder „diese", denn die Dame hat bei den Erscheinungen noch nicht ihren Namen genannt).
Dienstag, 23. Februar: Das Geheimnis
Bernadette geht in Begleitung von 150 Personen zur Grotte. Die Erscheinung offenbart ihr ein Geheimnis, das „allein ihr gilt" und bittet sie, den Priestern zu sagen, man möge hier eine Kapelle bauen.
Mittwoch, 24. Februar: Buße
Die Botschaft der Dame lautet: „Buße! Buße! Buße! Bete zu Gott für die Sünder! Küsse die Erde zur Buße für die Sünder!"
Donnerstag, 25. Februar: Die Quelle
300 Menschen sind zugegen. Bernadette erzählt: „Sie sagte mir, ich solle zur Quelle gehen und daraus trinken. (...) Ich fand nur ein wenig schlammiges Wasser. Erst beim vierten Versuch konnte ich davon trinken. Sie forderte mich auch auf ein Kraut zu essen, das in der Nähe der Quelle wuchs. Dann entschwand die Erscheinung und ich ging weg." Auf die Frage: „Weißt du, dass man dich für verrückt hält, wenn du so etwas machst?" antwortete sie nur: „Das ist für die Sünder".
Samstag, 27. Februar: Stille
800 Menschen sind anwesend. Die Erscheinung schweigt. Bernadette trinkt Wasser aus der Quelle und vollzieht die Gesten der Buße.
Sonntag, 28. Februar: Buße
Über 1.000 Menschen wohnen der Erscheinung bei. Bernadette betet, küsst den Boden und bewegt sich zum Zeichen der Buße auf ihren Knien vorwärts. Sie wird anschließend vor den Richter Ribes gebracht, der ihr droht, sie ins Gefängnis zu stecken.
Montag, 1. März: Erstes Wunder
Über 1.500 Menschen sind versammelt, und zum ersten Mal ist auch ein Priester unter ihnen. In der Nacht geht Catherine Latapie zur Grotte und taucht ihren gelähmten Arm in das Wasser der Quelle: ihr Arm ist sofort wieder beweglich.
Dienstag, 2. März: Botschaft an die Priester
Es sind noch mehr Menschen anwesend. Die Dame bittet Bernadette: „Sage zu den Priestern, dass man in Prozessionen hierher kommen und eine Kapelle bauen soll." Bernadette spricht mit Pfarrer Peyramale, dem Pfarrer von Lourdes. Er will jedoch zuerst den Namen der Dame wissen. Zudem verlangt er einen Beweis: er will den wilden Rosenstrauch an der Grotte mitten im Winter blühen sehen.
Mittwoch, 3 März: Ein Lächeln
Bernadette geht schon um 7 Uhr in der Frühe zur Grotte. 3.000 Menschen sind da. Aber die Dame erscheint nicht! Nach der Schule hört Bernadette den inneren Ruf der Dame. Sie geht zur Grotte, und als die Dame erscheint, fragt Bernadette sie von neuem nach ihrem Namen. Die Antwort besteht aus einem Lächeln. Pfarrer Peyramale wiederholt: „Wenn die Dame wirklich eine Kapelle haben will, so soll sie ihren Namen sagen und den Rosenstrauch der Grotte zum Blühen bringen."
Donnerstag, 4. März: der heiß ersehnte
Tag!
Die immer zahlreicheren Menschen (etwa 8.000) erwarten ein Wunder zum Ende dieser 14 Tage. Die Erscheinung schweigt. Pfarrer Pevramale besteht auf seinem Standpunkt. 20 Tage lang geht Bernadette nicht mehr zur Grotte, weil sie keinen unwiderstehlichen Drang mehr verspürte.
Donnerstag, 25. März: Der Name, auf den
man gewartet hatte!
Die Erscheinung offenbart endlich ihren Namen, aber der wilde Rosenstrauch, auf den sie bei ihren Erscheinungen die Füße setzt, blüht nicht. Bernadette erzählt: „Sie hob die Augen zum Himmel, faltete zum Zeichen des Gebetes ihre Hände, die sie ausgestreckt zur Erde gehalten hatte, und sagte zu mir im Dialekt dieser Gegend: „Que soy era Immaculada Councepciou!" (Ich bin die Unbefleckte Empfängnis). Die junge Seherin eilt zum Pfarrer und wiederholt unterwegs unablässig die Worte Mariens. Der Pfarrer wird nachdenklich. Bernadette konnte diesen theologischen Ausdruck, der die Bewahrung Mariens vor jeglichem Schaden der Erbsünde bezeichnet, nicht verstehen. 1854, vier Jahre zuvor, hatte Papst Pius IX. dies als eine katholische Glaubenswahrheit (Dogma) erklärt.
Mittwoch, 7. April: Ein Kerzenwunder
Während dieser Erscheinung hält Bernadette ihre brennende Kerze in der Hand. Die Flamme züngelt lange um ihre andere Hand, ohne sie zu verbrennen. Diese Tatsache wird von dem neben Bernadette stehenden Arzt Dr. Douzous bestätigt.
Donnerstag, 16. Juli: Letzte Erscheinung
Bernadette fühlt den geheimnisvollen Ruf, zur Grotte zu gehen. Aber der Zugang zur Grotte ist verboten und mit einem Zaun abgesperrt. Also begibt sie sich an das andere Ufer des Flusses Gave und schaut von dort auf die Grotte. „Mir schien, ich sei an der Grotte ohne größere Entfernung als früher. Ich sah nur Maria. Nie sah ich sie so schön!"
Gebete zu Unserer Lieben Frau
von Lourdes
Maria, du hast dich der Bernadette in der Nische des Felsens gezeigt.
In die Kälte und in das Dunkel des Winters hast du die Wärme, das Licht und die Schönheit deiner Gegenwart gebracht.
In die Leere unseres Lebens, das oft so dunkel ist, in die Leere der Welt, wo das Böse mächtig ist, bring Hoffnung, schenk neues Vertrauen!
Du bist die Unbefleckte Empfängnis, komm uns Sündern zu Hilfe.
Gib uns die Demut der Umkehr, den Mut der Buße. Lehre uns, für alle Menschen zu beten.
Führe uns zu den Quellen des wahren Lebens. Mach uns zu Pigern in deiner Kirche.
Stärke in uns den Hunger nach der Eucharistie, dem Brot für den Weg, das Brot des Lebens.
An dir, Maria, hat der Heilige Geist Großes vollbracht: in seiner Macht hat er dich vor den Vater gestellt, in der Herrlichkeit deines für immer lebenden Sohnes.
Schau voll Zärtlichkeit auf die Erbärmlichkeiten unseres Leibes und unserer Herzen.
Leuchte für alle, wie ein mildes Licht, im Augenblick des Todes.
Mit Bernadette bitten wir dich, Maria, mit kindlicher Schlichtheit. Lass uns, wie sie, eintreten in den Geist der Seligpreisungen.
Dann werden wir beginnen, schon hier die Freuden des Königreiches Gottes kennenzulernen und mit dir zu singen: Magnificat! Ehre sei dir, Jungfrau Maria, du glückliche Dienerin des Herrn,
Mutter Gottes, Wohnstatt des Heiligen Geistes! Amen!
Bernadette:
Die unverweste HEILIGE von Lourdes