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Ausgerechnet in der Schweiz mit ihrem republikanischen Selbstverständnis befand sich die Aussenpolitik lange Zeit in sehr exklusiven Händen: «Es ist schon so, dass bis vor relativ kurzer Zeit die schweizerische Diplomatie in der Hauptsache ein Reservat der Angehörigen vornehmer und reicher Familien war», stellte Walter Stucki 1946 lapidar fest (dodis.ch/48337).
Wenn am 1. Juni 2016 der Gotthard-Basistunnel feierlich eröffnet wird, markiert dies den aktuellen Höhepunkt einer Entwicklung, die über eine reiche Geschichte verfügt. Der Bau einer Eisenbahnlinie durch die Schweizer Alpen war bereits im 19. Jahrhundert ein Grossprojekt von europäischer Dimension. Entsprechend eng war seine Durchführung mit aussenpolitischen Erwägungen verknüpft.
Im Frühjahr 1946 begab sich eine hochrangige schweizerische Delegation zu Verhandlungen nach Washington. Es galt, gesperrte schweizerische Vermögenswerte in den USA zu deblockieren und den alliierten Boykott gegen Firmen, die im Zweiten Weltkrieg mit den Achsenmächten gewirtschaftet hatten, aufzuheben. Die USA, Grossbritannien und Frankreich forderten im Gegenzug die Auslieferung deutscher Guthaben, die auf Schweizer Bankkonti lagen.
Mit dem Austausch diplomatischer Noten in Belgrad (dodis.ch/48190) nahmen am 18. März 1946 die Schweiz und die Sowjetunion nach fast 30 Jahren Funkstille erstmals offizielle Beziehungen auf. Die Normalisierung des Verhältnisses zur neuen Supermacht im Osten war eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung der internationalen Beziehungen der Schweiz im beginnenden Kalten Krieg.
«Wenn es die neutrale Schweiz nicht gäbe, müssten wir sie erfinden», äusserte sich im März 1962 ein einflussreicher Berater von US-Präsidenten John F. Kennedy gegenüber dem schweizerischen Botschafter in Washington, August R. Lindt. Diese «volle Zufriedenheit» der USA stand auch im Zusammenhang mit der schweizerischen Vertretung von US-Interessen in Kuba, die im August 2015 auslief.
«Die KSZE ist mit der feierlichen Unterzeichnung der Schlussakte in Helsinki am 1. August dieses Jahres nicht beendet», heisst es in einem Kreisschreiben des EPD vom Oktober 1975, «ja, in mancher Beziehung fängt sie jetzt erst richtig an». Trotzdem: Es war ein Meilenstein europäischer Geschichte, der vor genau 40 Jahren erreicht wurde. Für die Schweiz war es eine entscheidende Etappe ihrer aussenpolitischen Öffnung.
Es waren keine geringeren als die Führer der Grossmächte, die sich in Genf trafen. Am 18. Juli 1955 begann die Konferenz der «Grossen Vier»: US-Präsident Dwight D. Eisenhower, der sowjetische Ministerpräsident Nikolai A. Bulganin, sowie Antony Eden und Edgar Faure, der britische respektive französische Premierminister, kamen in der internationalen Stadt zusammen.
«Kirchenglocken verkünden den Abbruch der Kriegshandlungen», begann Bundespräsident Eduard von Steiger seine Radioansprache vom 8. Mai 1945: «Die unsäglichen Leiden der vom Kriege heimgesuchten Völker gehen dem Ende entgegen». In einem vertraulicheren Rahmen äusserte wenige Tage später Aussenminister Max Petitpierre gemischte Gefühle.
Es war einer der ganz Grossen der Weltpolitik, der am 24. Januar 1965 im Alter von 90 Jahren verstarb. Rund um den Globus wurde des britischen Kriegspremiers Winston Churchill gedacht, so auch in der Schweiz: «Das Radio, Fernsehen und die Presse unseres Landes haben ihrerseits den Gefühlen lebhafter Dankbarkeit des gesamten Schweizervolkes gegenüber...
Am 27. Juni 1954 wurde in einem von der CIA orchestrierten Putsch die demokratisch gewählte Regierung Guatemalas gestürzt. Der Staatsstreich gegen Jacobo Árbenz, dessen Vater aus dem zürcherischen Andelfingen nach Guatemala ausgewandert war, beschäftigte auch die Schweizer Diplomatie.