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Im Ausland werden seit 1996 gentechnisch veränderte (GV) Nutzpflanzen angebaut. Ihr flächenmässiger Anteil nimmt von Jahr zu Jahr zu – heute werden über 12 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen mit GV-Sorten bepflanzt.1 Die häufigsten angebauten GV-Sorten haben folgende Eigenschaften:
Heute bauen weltweit fast 30 Länder GV-Pflanzen an, vor allem in Nord- und Südamerika sowie China, Indien und Australien. In Europa ist der Anbau von GV-Pflanzen im weltweiten Vergleich gering. Nur in Spanien wird auf etwa 20 Prozent der Maisanbaufläche insektenresistenter Bt-Mais angepflanzt.
Wie sich eine Kultursorte auf die Umwelt und das Einkommen der Landwirte auswirkt, hängt davon ab, in welchem Landwirtschaftssystem und unter welchen Bedingungen sie eingesetzt wird; dies gilt sowohl für konventionelle als auch für GV-Sorten.
Beispiele aus dem Ausland zeigen, dass mit Hilfe der Gentechnik gezüchtete Sorten das Potential haben, zu einer nachhaltigen Landwirtschaft beizutragen:
Langfristig sind solche positiven Effekte von GV-Pflanzen nur möglich, wenn sie in einem Anbausystem angepflanzt werden, das sich an die Vorgaben der guten landwirtschaftlichen Praxis hält. Wenn nämlich keine Vorkehrungen getroffen werden, können sowohl Unkräuter als auch Schädlinge Resistenzen entwickeln. Diese stellen in gewissen Anbauregionen bereits heute eine Herausforderung dar und vermindern die Nutzen der GV-Sorten.
Vielfach werden GV-Pflanzen mit einer stark industrialisierten, grossflächigen Landwirtschaft in Verbindung gebracht. Tatsächlich gibt es im Ausland verschiedene Beispiele von solchen GV-Kulturen. So wird in Argentinien mittlerweile auf über der Hälfte der Ackerflächen GV-Soja angepflanzt, oftmals in Monokulturen. Dass Argentiniens Landwirte auf eine wenig umweltschonende Produktion setzen, liegt hauptsächlich an der Landwirtschafts- und Wirtschaftspolitik des Landes, die eine weitere Steigerung der Landwirtschaftsproduktion anstrebt.2 Da der Staat kaum Massnahmen zum Umweltschutz fördert und auf Landwirtschaftsprodukte enorme Exportsteuern erhebt, erstaunt es nicht, dass die Landwirte auf eine möglichst kostengünstige Produktionsweise setzen. Auch in Brasilien wurde bereits vor der Einführung von GV-Sorten im Jahr 2005 grossflächig Soja angebaut. GV-Soja ist also nicht der Grund für die Entstehung von ausgedehnten und mehrjährigen Monokulturen. Da herbizidtolerante GV-Soja-Sorten aber vereinfachte Landwirtschaftspraktiken zulassen und vergleichsweise hohe Profite ermöglichen, können sie in einigen Anbaugebieten die Entwicklung von Monokulturen verstärken.3
Mehr als 90 Prozent der Landwirte, die GV-Sorten anbauen, sind allerdings Kleinbauern in Entwicklungsländern. Da sie meist höchstens einige Hektaren Land besitzen, werden GV-Kulturen vielerorts sehr kleinflächig angepflanzt. So haben beispielsweise 2012 15 Millionen Kleinbauern in China und Indien gesamthaft 15 Millionen Hektaren Land mit GV-Baumwolle bepflanzt – das sind im Durchschnitt eine Hektare (oder zwei Fussballfelder) pro Bauer.1
Die Schweizer Landwirte praktizieren ein Fruchtfolgesystem gemäss dem “Ökologischen Leistungsnachweis” (ÖLN).4 Auch wenn hierzulande GV-Sorten angebaut würden, wären daher keine mehrjährigen Monokulturen erlaubt.
1 James C 2013. Global Status of Commercialized Biotech/GM Crops: 2013. ISAAA Brief No. 46. ISAAA: Ithaca, NY. Link
2 Deutsches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (2012) Länderbericht Argentinien, Stand Mai 2012. Link
3 GM Soy Debate (2009) Agro-ecological impacts of genetically modified soy production in Argentina and Brazil. Link
4 Ökologischer Leistungsnachweis. Bundesamt für Landwirtschaft. Link
Resistenzentwicklung
Eine ständige Herausforderung im Pflanzenschutz
Umwelt
Gentechnisch veränderte Sorten können mit dem richtigen Management zu einer nachhaltigen Landwirtschaft beitragen
Potentielle Sorten für die Schweiz
Auch in der Schweiz könnten gewisse gentechnisch veränderte Sorten von Interesse sein