Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03583.jsonl.gz/2667

Verantwortlich für das Dissertationsprojekt: Dr. Samir Boulos (Dissertation 2012)
Finanzierung: UFSP Asien und Europa
Projektdauer: Juni 2008 – Mai 2011
Betreuer: Prof. Dr. Andreas Kaplony, seit 1.2.2011 Institut für den Nahen und Mittleren Osten, Ludwig-Maximilians-Universität München; N.N.
Forschungsfeld: Verflechtungsgeschichten
Missionare und einheimische Angestellte der Sudan-Pioniermission mit Bischarin in Assuan (1902)
Abstract
In dieser Dissertation sollen Kulturaustauschprozesse untersucht werden, die sich im Einflussbereich europäisch-protestantischer Missionsinstitutionen vollzogen. Dabei legt diese Arbeit ihren Forschungsschwerpunkt auf das Wirkungsfeld jener sozialen und kirchlichen Einrichtungen, die in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in Ägypten tätig waren. Ausgehend von der Perspektive der „Verflechtungsgeschichte“ (Randeria) werden Beziehungen und Interaktionen sowohl für die Einheimischen als auch für die Europäer als prägend erachtet. Deshalb sollen neben den westlichen Quellen, die hauptsächlich aus englischen und deutschen Missionsarchiven stammen, die Wahrnehmungen und Erfahrungen der Missionierten berücksichtigt werden.
In einem mehrmonatigen Forschungsaufenthalt konnten Oral History Interviews mit ehemaligen Missionsschülern und früheren Mitarbeitenden von Missionsinstitutionen geführt werden. Gemeinsam mit den Quellen aus den kirchlichen und privaten Archiven bilden diese Gespräche die Grundlage zur Erforschung der Perspektiven der Ägypter auf die Mission. Das Ziel dieser Dissertation besteht darin, einen Beitrag zur Theorie des Kulturaustausches zu leisten. Dazu sollen drei Aspekte des Kulturaustauschprozesses untersucht werden. Zum einen werden die Produkte dieses Prozesses beschrieben. Die Auswirkungen auf den Alltag und die Mentalität stehen dabei im Vordergrund. Zum anderen sollen die Funktionsweisen des Kulturaustauschs dargestellt werden, also wie Prozesse der Vermittlung, Aneignung und Transformation kultureller Elemente funktionieren. Schliesslich wird erörtert, unter welchen Bedingungen es zu Austauschprozessen gekommen ist und weshalb gewisse kulturelle Elemente aufgenommen bzw. abgelehnt wurden.