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Fragen
- Dunkle Farbe des Kompost
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08.12.2010 | Sonstiges
Guten Tag Hr. Balmer !
Woher kommt eigentlich die dunkle Farbe des Kompost zustande ?
Was bewirkt ein zu hoher Salzgehalt im Kompost?
Vielen Dank für die Beantwortung :-)
M.E.
Sehr geehrter M.E.
Die dunkle, braune bis braunschwarze Farbe des Komposts wird in erster Linie durch Humussubstanzen - Huminsäuren, Humate etc. - also durch die Produkte der Umwandlung von organischer Substanz verursacht. Daneben spielen auch rein chemische Vorgänge eine Rolle, die auch beim Fall-Laub zu beobachten sind. Das anfänglich noch sehr bunte Herbstlaub wird schliesslich fast einheitlich braun, d.h., die durch Lebensprozesse aufrecht erhaltene Farbigkeit der Natur erlischt beim Absterben; man könnte hier von einer Zerfallserscheinung sprechen. Aber braune Blätter, um bei diesem Beispiel zu bleiben, sind ja noch längst nicht "Humus"; es sind wiederum Lebensprozesse auf mikrobieller Basis, die dies zustande bringen und so für den geschlossenen Kreislauf der organischen Substanz in der Biosphäre der Erde sorgen.
Zum Salzgehalt. Er wird im Kompost (und im Boden) als elektrische Leitfähigkeit bestimmt. Stoffe, genauer Atome und Moleküle, die eine positive oder negative elektrische Ladung tragen, werden als Ionen bezeichnet; sie sind die Ursache der elektrischen Leitfähigkeit in einem Medium, in dem die Ionen frei wandern können (ion: griechisch=Wanderer). In unserem Zusammenhang ist Wasser das Medium. In einem staubtrockenen Boden oder Kompost liesse sich kein Salzgehalt bestimmen.
Die mineralischen Pflanzennährstoffe (Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Kalzium, Schwefel und sämtliche Spurenelemente) können ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn sie in ionisierter Form, als Salz vorliegen (was historisch zur Mineralstofflehre der Pflanzenernährung führte). Im Wurzelraum der Pflanzen finden zwischen dem Boden und den aktiven Wurzeln andauernd Ionenaustauschprozesse statt was gleichzeitig mit einem Einstrom von Wasser in die Wurzeln verbunden ist (Osmose). Wenn die Konzentration der Ionen ausserhalb der Wurzeln bestimmte Werte überschreitet, kehrt sich der Vorgang entsprechend den Gesetzen der Osmose um, d.h. die Pflanze verliert Wasser (und darin gelöste [Nährstoff-]Ionen) an den Boden und beginnt zu leiden, was selbstverständlich nicht erwünscht ist.
In Labor- und Feldversuchen hat man bestimmt, dass die el. Leitfähigkeit LF in in Komposten höchstens 2 mS (Millisiemens)/cm sein darf. Wenn nun in einem Kompost ein zu hoher Salzgehalt (eine zu hohe Leitfähigkeit) festgestellt wird, kann man rückschliessen, dass in der Umbau- und Reifephase etwas schief gelaufen ist, denn ein grosser Teil der Ionen sollte an die Humussubstanzen gebunden sein. Dies gilt besonders auch für die Stickstoffverbindungen Nitrat NO3- und Ammonium NH4+, deren Stickstoff N in diesem Fall nur ungenügend an die Humussubstanzen gebunden ist. Bei einem hohen Salzgehalt ist meistens auch eine über Normal liegende Konzentration an Nitrat und Ammonium messbar. Wurden übermässig viel Speisereste kompostiert, kann durchaus auch Kochsalz (Natriumchlorid) zu einem hohen Salzgehalt beitragen, was aber eher die Ausnahme von der Regel ist.
Mit freundlichem Gruss
Dr. Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung
- Rebblätter im Kompost
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01.10.2010 | kompostierbar - oder nicht
Sehr geehrter Herr Balmer,
ich habe auch Reben in meinem Garten.
Dürfen Reb-Blätter (grün oder verwelckt) in den Kompost? Dürfen auch die noch grünen Ruten und später das Rebholz (geschreddert) in den Kompost ?
Sicher gehören Trauben nicht in den Kompost.
Danke für die Antwort.
Wenger
Sehr geehrte Frau oder
Sehr geehrter Herr Wenger
Selbstverständlich gehört das Laub - grün oder verwelkt - sowie das Rebholz kompostiert. Beim Kompostieren von Laub aller Art bewährt es sich, wenn es, wenn immer möglich, zerkleinert wird; das geht z.B.
sehr gut mit einem Rasenmäher. Legen Sie das Laub auf einer Rasenfläche oder auch auf einem Hartplatz (Terrasse) aus und fahren Sie mit dem Mäher darüber. Mischen Sie dann dieses "Mähgut" mit geschreddertem Rebenholz, feuchten Sie sorgfältig an und geben sie die Mischung in Ihren Kompostbehälter. Dieses Rottematerial wird sich stark erwärmen. Der Kompost dampft und verliert dabei Wasser, das ersetzt werden muss bevor die Masse austrocknet. Das Rottematerial muss konstant so feucht gehalten werden wie ein ausgedrückter Schwamm und es muss mindestens ein Mal pro Woche mit der Gabel aufgelockert werden, damit immer genügend Sauerstoff für die Mikroorganismen zur Verfügung steht; gleichzeitig können Sie dabei feststellen, ob das Material genügend feucht ist. Falls Sie gerade kein geschreddertes Rebenholz vorrätig haben, können Sie das Laub auch aufbewahren, z.B.
in offenen Säcken, und dann verarbeiten, wenn alle Komponenten zur Verfügung stehen.
Wenn Sie auf diese Weise aktiv kompostieren, werden Sie schon nach 2-3 Wochen feststellen, dass Laub und Holz schon stark verrottet sind und die Farbe des Materials sich nach mehr oder weniger Dunkelbraun verändert hat.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch
- Anbieter Holzkompostbehälter
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17.09.2010 | Kompostbehälter
Sehr geehrter Herr Balmer
Wir interessieren uns für geschlossene, oder mindestens für überdachte
Holzkompostbehälter, das heisst für Anbieter.
Mit Decotherm bin ich schon im Kontakt, auch mit biotopa und mit
Biogarten Andermatt (Lärchenholz-Kompostsilo). Haben Sie weitere Anbieter zum
Vergleich? Auch preislich?
Wie viel Volumen brauchen wir? Wir leben zur Zeit nur zu viert, in einem
älteren Dreifamilienhaus. Der Garten ist ca 600 m2 gross. Kein Rasen, dafür
einiges Laub im Herbst. Unser Kompostplatz ist ziemlich windgeschützt, aber nicht ausreichend beschattet. Liegen wir da richtig mit den geschlossenen Behältern? Für Mieten haben wir keinen Platz.
Ich freue mich auf Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüssen
Agathe Näf
Sehr geehrte Frau Näf
Schauen Sie bitte mal nach auf www.schneckenzaun.ch.
Die Firma Soba Inter AG (Thomas Pfau, Bio-Gartengeräte) hat ebenfalls ein Boxensystem, das mir sehr tauglich erscheint, im Angebot.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung
micropower[at]vtxmail.ch
- grünschillernde Goldfliege (Lucilia) im Haus
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14.09.2010 | Lebewesen beim Kompost
Sehr geehrter Herr Balmer,
mit Interesse habe ich einen Artikel hier gelesen, in dem es um die grün-schimmernden Fliegen geht.
Obwohl es sich bei mir nicht um eine Kompost-Frage handelt, hoffe ich, dass Sie mir vielleicht Auskunft geben können.
Wir wohnen seit 5 Jahren auf dem Land. Unser Haus ist ein Holzhaus ohne Keller. Wir haben zwar einen Komposthaufen, allerdings werden dort keine Lebensmittel drauf gebracht. Einzig u. allein kommt dort Rasenabschnitt, Baumabschnitt u. Kaninchenstreu rauf. Der Haufen ist auch am Ende des Gartens, so ca. 50m vom Haus weg und auch noch auf der Rückseite.
Nun passiert es immer wieder, dass wir im Haus eine Fliegen-Invasion haben.
Es sind auch diese grünlich-schimmernden Fliegen. Abends kommen wir nach Hause - nichts. Dann nächsten morgen noch gefrühstückt, und urplötzlich tauchen die ersten Fliegen auf. Kurz danach sind in den einzelnen Räumen, meist nur Wohnzimmer u. Küche, ca. 30-50 Fliegen. Aller werden gejagt, die Räume verschlossen, Räume sind wieder fliegenfrei - dann kommen wieder 10-20 neue.
Kann es sein, dass die Fliegen aus den Wänden des Hauses kommen? Manchmal haben wir das Gefühl, dass es in den Wänden krabbelt (vielleicht Mäuse).
Alle Fenster sind mit Fliegennetzen bestückt. Wenn wir in die wieder fliegenfreie Küche rein gehen, sind wieder 5-10 Fliegen da.
Können Sie mir sagen, woran dies liegen kann?
MfG
Andrea Schirlinger
Sehr geehrte Frau Schirlinger
So wie Sie die Phänomene beschreiben, kommt für mich nur eine Erklärung in Frage:
Die Fliegen kommen nicht von Aussen in Ihre Wohnung sondern entwickeln sich innerhalb des Hauses. Ich kenne diese Erscheinung auch recht gut aus der Zeit, als wir eine Katze hatten, die immer wieder lebende Mäuse nach Hause brachte und diese innerhalb der Wohnung frei liess. Oft gelang es den Tieren sich zu verstecken, waren aber doch irgendwie so verletzt, dass sie im Versteck starben - und plötzlich traten dann diese Fliegen auf (allerdings nie die von Ihnen beschriebenen grünschillernden Goldfliegen [Lucilia] sondern relativ grosse, schwarze, träge Fliegen), über Tage hinweg, täglich ein paar. Es galt dann den Kadaver zu finden - was nicht immer einfach war - und mit sämtlichen noch dabei liegenden Fliegenpuppen zu beseitigen.
Wahrscheinlich ist das Rascheln in den Wänden Ihres Hauses tatsächlich auf Mäuse zurückzuführen - und die sterben halt auch ab und zu. Die Fliegen, bzw. ihre Larven, die Maden kümmern sich dann um die Beseitigung der Leichen, was ja an sich eine intelligente Einrichtung ist.
Hier das Zitat aus einem Fachbuch:
"...allgemein bekannt die metallisch goldgrün gefärbten Goldfliegen (z.B. Lucilia sp.); die leckenden Mundteile, die Augen, Flügel und Flugvermögen gut ausgebildet. Die Imagines in den verschiedensten Biotopen, häufig auf Blüten, zumal Dolden, nehmen hier Nektar und Pollen auf, gegebenenfalls auch Honigtau (Schmecksinnesorgane an den Tarsen), suchen zum Auflecken von Säften und zur Eiablage, bzw. zum Absetzen von lebend geborenen Larven zerfallende organische Substrate verschiedenster Herkunft auf, in erster Linie offenbar angelockt durch die bei der bakteriellen Zersetzung von Eiweiß auftretenden Duftstoffe (z. B. Äthylmerkaptan, Indol, Skatol, verschiedene Amine, Ammoniumkarbonat); verschiedene Arten können verschiedenen Duft bevorzugen (Äthylmerkaptan wirkt stark auf Lucilia-Arten, schwach auf Calliphora), wobei u. U. ein Mischduft stärker anlockt als ein Einzelduft; für verschiedene Fleisch - und Blumendüfte spezifische Geruchsinnesorgane auf den Fühlern..."
Dies erklärt auch, weshalb bei nicht betreuten, vergammelnden Komposten oft massenhaft die in Rede stehenden Schmeiss-, Aas-, Fleischfliegen anzutreffen sind. Diesen Umstand können Sie bei sich allerdings ausschliessen.
Mit alledem ist natürlich Ihr Problem nicht gelöst, aber vielleicht eingegrenzt. Es gilt nun die Ursache innerhalb des Hauses zu finden (Mäuse?) - und dann zu beseitigen; dies geht wahrscheinlich kaum ohne Beizug von entsprechend ausgebildeten Fachleuten von speziellen Firmen ("Kammerjäger"). Sie müssen sich eventuell auf eine Vergiftungsaktion gefasst machen.
Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen ein wenig weitergeholfen zu haben.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung
micropower[at]vtxmail.ch
- naturnahes Kompostieren im eigenen Garten
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26.08.2010 | Kompostieranleitungen
Sehr geehrter Herr Balmer
Für unseren neuen Garten suchen wir die richtige Lösung des
Kompostierens. Wir wollen naturnah arbeiten, haben eine Naturwiese von ca. 500m2, die wir zwei- bis dreimal im Jahr mähen werden. Wohin mit dem gemähten
Gras/Blumen? Für den Gemüsegarten haben wir ca. 25 m2 vorgesehen. Für welche einfache (vielleicht gar optisch ansprechende) Variante sollen wir uns
entscheiden? Haben Sie uns Bautipps?
Danke für die Zustellung der erwähnten Eigenbau-(Holz)-Variante.
Freundliche Grüsse
Stefan Schlatter
Sehr geehrter Herr Schlatter
Ihr Entschluss, eine Naturwiese zu pflegen ist sicher richtig und ganz
im Sinn der Biodiversität, die gegenwärtig zu Recht in aller Munde
ist. Aber mit dem Entschluss ist es noch nicht getan, denn wie Sie
schreiben, entsteht bei der zwei- bis dreimaligen Mahd der Wiese ein
Produkt, Mähgut, das nicht entsorgt, sondern ganz in Ihrem Sinn
wiederverwertet werden muss. Das Allerbeste und eigentlich auch nur
das einzig Sinnvolle wäre, mit dem Mähgut Heu herzustellen und an
Tiere (die noch zu finden wären) zu verfüttern. Kompostieren kommt bei
dieser grossen Menge an Biomasse für Sie kaum in Frage, müssten Sie
doch das Mähgut sozusagen zu Rasenschnitt zerkleinern und mit
mindesten einem Drittel der zerkleinerten Masse mit Häckselgut von
Baum und Strauch intensiv vermischen, andauernd feucht halten und mit
einem Dach, einer Decke, vor Niederschlägen schützen. Falls die Wiese
viele Wildblumen enthält, würden Sie mit dem fertigen Wiesenkompost
unweigerlich eine unbekannte Menge an keimfähigen Sämereien ernten,
die dann in den Gemüsegarten gelangen würden. Die Wiese erhält ja, um
Naturwiese zu bleiben, niemals Kompost. Schliesslich bestünde noch die
Möglichkeit, das Mähgut am Rande des Grundstücks, im Schatten einer
Hecke, abwechslungsweise mit kreuz und quer gelegten dünnen Ästen und
Zweigen zu einem länglichen Haufen aufzuschichten und dann den
Naturkräften und -prozessen zu überlassen. Im Lauf der Zeit wird das
Material verrotten und fast keinen Platz mehr einnehmen. Den Haufen
können Sie jedes Jahr wieder mit neuem Material aufstocken. Dieser
Gras-Asthaufen wird höchst wahrscheinlich bald zu einem idealen
Lebensraum für allerlei Kleintiere, Spitzmäuse, Igel, Mikroben,Pilze
usw. was wieder im Sinn der Förderung der Biodiversität wäre.Es gibt
also noch einiges zu überlegen, bevor Sie anfangen. Vielleicht können
Sie ja mehrere der angegebenen Wege gleichzeitig beschreiten.
Hinsichtlich der Einrichtung einer Kompostierung (nicht für das
Mähgut) schicke ich Ihnen mit separatem Mail ein paar Unterlagen und
mit gewöhnlicher Post das Merkblatt "Kompostieren".
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung
micropower[at]vtxmail.ch
- Balkonkompost
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26.08.2010 | Kompostieranleitungen
Guten Tag Herr Balmer,
ich möchte gerne einen "Balkonkompost" anlegen, wie es im Infoblatt
beschrieben ist. Ich bin aber unsicher, ob ich dazu nicht eigentlich 2
solcher Kübel brauche... Wenn der Kompost irgendwann "fertig" sein
soll, kann ich ja nicht immer wieder neues Material dazugeben, oder? D.h. dazu
müsste ich dann eigentlich einen 2. Kompost anlegen?
Vielen Dank für die Antwort und herzliche Grüsse
S. Erismann
Sehr geehrte Frau oder sehr geehrter Herr Erismann
Wenn der Kübel für den Balkonkomposter nicht zu klein gewählt wird,
ist es nicht nötig zwei davon zu haben. Bis der Komposter voll ist
vergehen mehrere, in der Regel 6 bis 8 Monate, genügend Zeit also um
eine rechte Portion fertig verrottetes Material gewinnen zu können.
Sie schöpfen einfach die oberste Zone, je nachdem 1/3 bis 1/4 des
obersten, noch zu jungen Materials ab und legen es beiseite. Sobald
Sie auf Material stossen, das nur noch wenig Würmer enthält und in dem
Sie nichts mehr identifizieren können als die gröberen Teile des
Häckselguts, sind Sie in der Zone des fertig verrotteten Komposts
angelangt. Von hier weg können Sie alles bis hinunter zum Boden
verwenden. Am besten noch aussieben mit einem Handsieb (Kastensieb)
von ca. 12 mm Maschenweite. Wenn Sie den Kübel ausgeräumt haben,
machen Sie zunächst wieder einen Belüftungsrost aus Zweigen und geben
dann das beiseite gelegte Material obendrauf; es ist der beste
"Kompoststarter". Jetzt können Sie wieder wie gewohnt kompostieren bis
der Komposter voll ist. Ich habe das in zahlreichen Fällen genau so erlebt -
es funktioniert.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung
micropower[at]vtxmail.ch
- Schwermetallentwicklung im Kompost
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10.08.2010 | Sonstiges
Sehr geehrter Herr Balmer,
sind Ihnen in der Zwischenzeit neue Erkenntnisse zur Schwermetallentwicklung in Kompost bekannt? Konkret geht es um die - schon vor einiger Zeit diskutierte - Frage, wie eine zunehmende Tendenz von Schwermetallen (v.a.
Cu, Ni) in Komposten erklärt werden kann. Die Ergebnisse laufender QS-Projekte zeigen eine entsprechende Entwicklung (Gehalte > 50 % Richtwert gemäss ChemRRV).
Besten Dank
Stefan Zeller
Sehr geehrter Herr Zeller
Es tut mir leid, die Problematik, wenn es denn eine ist, ist mir nicht bekannt; es sind mir dazu keinerlei Publikationen unter die Augen gekommen. Wo und bei welcher Art von Komposten wurde denn eine zunehmende Tendenz an Schwermetallgehalten (v.a. Cu, Ni) festgestellt ? Sie haben da offenbar mehr Kenntnisse. Wenn Sie mir etwas auf die Sprünge helfen, können wie die Sache möglicherweise diskutieren.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch
- Hornissen im Komposteimer
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10.08.2010 | Lebewesen beim Kompost
Sehr geehrter Herr Balmer
Ich habe ein grosses Problem. Und zwar haben wir in unserem Garten einen Kompost. Und da ich leider zu faul bin, um da jeden Tag runterzulaufen, sammle ich meine Abfälle in einem Behälter auf dem Balkon auf um sie dann regelmässig nach unten auf den Kompost zu bringen.
Nun war ich aber 3 Wochen in den Ferien und habe den Behälter draussen vergessen vor lauter Schusseligkeit. (Da waren übrigens viele Früchte drin, leider völlig unsachgerecht einfach aufgehäuft).
Und ehm, jetzt hats Hornissen drin. Was mich nicht so sehr begeistert, weil sie auf meinem Balkon sind?
Was kann ich tun? Ich hab schon daran gedacht den Behälter abzudecken und in den Garten zu stellen und zu warten, bis es Winter wird? Getrau mich nicht mehr daran zu machen, hab etwas Schiss vor den Viechern.
Vielen Dank schon im Voraus für die Antwort.
Sehr geehrte Frau Scholer
Im Prinzip braucht man vor Hornissen keine Angst zu haben, die Tiere werden, wie Bienen und die anderen Wespen nur aggressiv, wenn man sich ihren Nestern, bzw. Behausungen zu sehr nähert.. Der beste Rat den ich Ihnen geben kann: warten Sie bis es Nacht und kühl ist. Die Hornissen schlafen vermutlich nicht im Komposteimer und Sie können diesen gefahrlos in den Garten zum Kompost tragen. Hier müssen Sie dann möglichst bald dafür sorgen, dass das verdorbene Material intensiv mit Häckselgut vermischt wird, so dass keine Klumpen mehr vorhanden sind. Mischen Sie die oberste Zone mit der Gabel gut durch, damit das "frische" Material ins Innere des Rottekörpers gelangt. So können Sie vermeiden, dass sich wiederum ungebetene Gäste einstellen.
Die leider weitverbreitete Angst vor Hornissen ist übrigens unbegründet, die Schauermärchen, die man sich erzählt, sind eben bloss Märchen. Die faszinierenden und äusserst nützlichen Wespen sind halt gross und ihr tiefes, brummendes Fluggeräusch wirkt irgendwie bedrohlich. Ich habe exzellente Bilder einer Hobbyfotografin gesehen, die eine ganze Saison lang Hornissen an ihrem Nest aus nächster Nähe mit dem Makroobjektiv fotografierte und von den Insekten kein einziges Mal angegriffen wurde. Wichtig ist, dass man keine hektischen Bewegungen macht, keine Angst hat und die nötige Ruhe bewahrt. Dies alles gilt übrigens auch bei der Begegnung mit Wespen.
Ich hoffe sehr, dass Sie mit diesen Ratschlägen das Problem lösen können.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch
- Wurmkompostierung
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02.08.2010 | Lebewesen beim Kompost
Sehr geehrter Herr Balmer,
seit Ende Oktober 2009 betreibe ich mit Erfolg in einem kälte- und
hitzegeschützten Raum eine Hamburger Wurmkiste.
Ich begann mit einem Startertpaket Kompostwürmern (Eisenia Foetida).
Seither befüttere ich mit dem normalen organischen Abfall unserer Küche, gebe
also Obst- und Gemüsereste hinein, nicht zu grobe Teile, unseren gesamten
Kaffeesatz, Schalen von Südfrüchten lasse ich weg. Bis vor einigen Wochen
gediehen die Würmer kräftig und vermehrten sich in der zurückliegenden
Zeit sehr. Die Humusbildung war offensichtlich gut, es roch gut in der
Kiste und ich konnte schon dicht unter der Oberfläche die Würmer sehr zahlreich hervorbuddeln. Da zuweilen die inneren Kistenwände etwas zu feucht schienen und eigenartige braune oder weiße Schlieren ansetzten (Pilze?), rieb ich hin und wieder die Kistenwände mit frischem Hamsterstreu trocken, wobei ich den Streu dann auf dem Kompost beließ. Seit etwa vier Wochen wundere ich mich, dass ich kaum mehr Würmwer im oberen Bereich des Kompostes entdecken kann, selbst wenn ich danach grabe. Beim Graben mit der Hand fiel mir dann auf, dass der Kopmpost sehr warm ist. Heute hatte ich Gelegenheit, mit einem Thermometer die Temperatur zu messen und stellte fest, dass der Kompost schon dicht unter der Oberfläche 40 Grad Celsius hat. Bei diesen Temperaturen können meine Würmer natürlich nicht überlebt haben!! Was habe ich falsch gemacht???
Bisher habe ich nur die linke Seite der Kiste gefüttert, um dann, wenn
sie voll ist, auf der rechten Seite weiter zu füttern. So lockt man die
Würmer angeblich auf die befütterte Seite und der Humus der linken Seite wird
wurmfrei. Die linke Hälfte ist nun schon nahezu voll. Vielleicht zu
voll?? Den Versuch mit der Wurmkompostierung führe ich zu Hause als
Vorversuch für ein Umweltbildungsprojekt mit ivorischen Schülern (Westafrika) durch. Daher ist es für mich natürlich wichtig zu wissen, ob ich den Versuch in absehbarer Zeit dann als Experiment im Rahmen des Bildungsprojektes
empfehlen und anleiten kann. Vielleicht haben Sie für mich einen Rat?
Für informative Rückmeldung danke ich herzlich, auch im Namen derer, die mich bei meinem Bildungsprojekt unterstützen werden (Alle sind keine "Biologen").
Mit freundlichen Grüßen und bestem Dank vorab
Brigitte Kornmann
Sehr geehrte Frau Kornmann
Der Kompostwurm Eisenia foetida ist zwar temperaturtolerant aber 40°C
erträgt eben doch nicht. Wahrscheinlich haben Sie aber nicht im ganzen
Rottefach eine so hohe Temperatur und die Würmer sind einfach so tief
wie möglich ausgewichen. Falls ihnen das nicht möglich gewesen wäre,
hätten sie den Behälter verlassen; dann müssten Sie aber in der
Umgebung viele, wahrscheinlich tote Würmer finden.
Die Temperaturerhöhung ist meines Erachtens darauf zurück zu führen,
dass der Behälter mit relativ viel organischem Material auf einmal
beschickt wurde, so dass sich die abbauenden Mikroben sehr stark
vermehren konnten und die Würmer nicht mehr nachkamen mit Verdauen. Je
grösser die Population an Mikroben, desto höher die Temperatur. Es ist
ja nicht so, dass die Würmer in erster Linie organisches Material
verzehren, sie haben ja weder Zähne noch Kiefer. Sie nehmen
hauptsächlich durch Aufsaugen Material zu sich, das schon durch
Bakterien stark zersetzt ist, das sie dann in ihrem Kaumagen weiter
zerkleinern können. Dabei nehmen die Würmer auch viel Biomasse in Form
von Mikroorganismen, d.h. eiweissreiche Zellen, im Grunde also
"Fleisch", zu sich.
Ich stelle bei meiner Hausgartenkompostierung, die nicht speziell auf
Wurmkompostierung ausgelegt ist, aber eine sehr hohe Dichte an
Kompostwürmern aufweist, immer wieder fest, dass bei jeder
Neubeschickung mit Kompostmaterial aus dem Garten und Haushalt, nach
ein bis anderthalb Tagen, wenn die Rottetemperatur auf 40°C und oft
darüber angestiegen ist, die Würmer anscheinend verschwunden sind.
Sind sie aber nicht, sondern nur "abgetaucht" in tiefere, ihnen
zusagende Zonen. Sobald die Abbauzone wieder moderate Temperaturen
zeigt, sind auch die Würmer wieder da.
Wenn bei einer Wurmkompostierung viel, für Mikroben leicht
verdauliches Material auf einmal zum Verrotten anfällt, wie das
wahrscheinlich jetzt ihnen der Fall war, muss entweder die Fläche auf
der das Material verteilt wird vergrössert werden, damit die Schicht
nicht zu dick wird (es entstehen dann keine hohen Abbautemperaturen)
oder das Material muss den Würmern gestaffelt verfüttert werden - was
natürlich dann das Problem der Zwischenlagerung aufwirft - oder es
müssen mehrere Wurmkisten parallel betrieben werden oder die Kisten
müssen so tief sein, dass die Würmer nach unten ausweichen können.
Was Sie unbedingt auch beachten sollten ist, das zweite Abteil in
Betrieb zu nehmen, bevor das erste übervoll ist.
Ich hoffe, Ihre Wurmkiste kommt wieder in Gang. Übrigens: die Eikokons
der Würmer sind wärmeresistenter als die Würmer selbst und Sie haben
in Ihrer Wurmkiste mit Sicherheit zahlreiche solcher Kokons aus denen
sich wieder eine Wurmpopulation aufbauen wird.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung
micropower[at]vtxmail.ch
- Kein Kompost in der Wohnsiedlung
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13.07.2010 | Sonstiges
Meine Frage:
Ich bin seit Juli in eine neue Wohnung eingezogen. Nach einer Woche
wollte ich meinen kleinen Kompost entsorgen, habe jedoch festgestellt, dass
es dafür gar keine Möglichkeiten gibt. Es hat zwar einen Kompost, der ist
jedoch abgeschlossen und nur für den Abwart gedacht, für den Rasen etc. Ich
finde das ziemlich mühsam. Ist das nicht obligatorisch für einen Wohnblock,
den Mietern einen solchen zur Verfügung zu stellen? Falls nein, bleibt mir
nur die Möglichkeit, meine kompostierbaren Abfälle im normalen Abfallsack
zu entsorgen??
Vielen Dank für die Antworten.
Janine Peterhans
Sehr geehrte Frau Peterhans
Sie werden sicher verstehen, dass ich keinerlei Einfluss auf das
Verhalten Ihres Hauswarts oder Liegenschaftsverwaltung bzw. den
Liegenschaftsbesitzer habe. Es gibt leider keine Vorschrift oder ein
Gesetz, das die Menschen zwingend zum Kompostieren verpflichten würde.
Allerdings ist sachgerechtes Kompostieren ja auch nicht so einfach,
dass mit dem Aufstellen eines x-beliebigen Komposters
(Kompostbehälters) die Sache schon zum Guten gewendet wäre.
Kompostieren erfordert einige Grundkenntnisse und vor allem die
Bereitschaft, sich um die Kompostierung zu kümmern, sonst läuft bald
einmal alles schief und dann hat man nur Ärger damit und man liefert
Hauswarten und Liegenschaftsbesitzern einmal mehr Argumente dafür,
dass "es ja doch nicht funktioniert".
Sachgerechtes, problemloses Kompostieren kann nur gelingen, wenn alle
BenutzerInnen am gleichen Strick in die gleiche Richtung ziehen und
wenn die nötige Infrastruktur vorhanden ist bzw. geschaffen wird. Ich
schicke Ihnen per Post das Merkblatt "Kompostieren", in dem Sie alles
kurz und bündig und reich illustriert erläutert finden.
Vielleicht finden Sie einen Menschen mit einem Garten, der Ihnen Ihre
kompostierbaren Reste aus dem Haushalt und der Küche abnimmt, solange,
bis Sie vielleicht dann doch eine eigene Kompostierung realisieren
können.
Es gibt auch noch die Möglichkeit der Balkon- oder
Terrassenkompostierung. Falls Sie das interessiert, müssten Sie sich
wieder mit mir in Verbindung setzen.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung
micropower[at]vtxmail.ch
- Fruchtfliegen beim Gemeinschaftskompost
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07.07.2010 | Lebewesen beim Kompost
Sehr geehrte Damen und Herren
In unserem Quartier betreiben wir eine Gemeinschaftsanlage zum Kompostieren. Seit etwa zwei Jahren sind wir in warmen Zeiten mit einer richtigen Kleinfliegenplage in unserem Sammelbehälter konfrontiert. Beim Öffnen des Deckels über dem Sammelbehälter (Gitterbehälter mit gelochtem, schwarzem Plastikschutz) kommt einem ein Schwarm dieser Fliegen entgegen. Dies ist sehr unangenehm und auch die direkten Nachbarn beklagen sich über die Fliegenplage bis in ihre Wohnräume. Meine Fragen:
- Machen wir etwas falsch, dass seit ca. zwei Jahren dieses Problem besteht? Vorher hatten wir über Jahre hinweg keine solche Ansammlung an Fliegen.
- Gibt es ein umweltverträgliches Mittel gegen diese Fliegen?
- Was empfehlen Sie uns zu unternehmen, damit wir diese Fliegen los werden?
Vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort. Natürlich stehe ich für Fragen Ihrerseits jederzeit zur Verfügung.
Urs Hauser
Sehr geehrter Herr Hauser
Es wundert mich sehr, dass Sie erst jetzt mit dem Fruchtfliegenproblem des Sammelbehälters konfrontiert sind. Es ist eine alt- und bestens bekannte Tatsache, dass gedeckte Sammelbehälter in der warmen Jahreszeit zum Tummel- und Vermehrungsplatz von Fruchtfliegen gehören; und das ist eine vollkommen natürliche Erscheinung. Die Fliegen werden durch die Düfte der Frucht- und Gemüsereste angelockt und finden im dunklen Sammelbehälter einen zusagenden Lebensraum und reichlich Nahrung für sich und ihre Brut. Persönlich bin ich gar kein Freund von Sammelbehältern, weil sie nicht nur viele Insekten anlocken sondern gerade in warmen Jahreszeit, zu raschem Verderben (Fäulnis) der zum Kompostieren bestimmten Reststoffe führen. Viel besser wäre ein gemeinsamer Abgabetermin ein oder zweimal pro Woche und ein sofort anschliessendes, sachgerechtes Kompostieren. Sobald die gut zerkleinerten Reststoffe mit einer angemessenen Menge Häckselgut intensiv vermischt sind, so dass keine Reste auf der Oberfläche des Rottekörpers zu liegen kommen, und wenn der Rottekörper die ideale Feuchtigkeit aufweist, gibt es kein Problem mehr mit Fruchtfliegen und anderen lästigen Insekten.
Wenn Sie kurzfristig Ihre Methode nicht ändern können oder wollen, können Sie sich mit Steinmehl behelfen, was aber bedeutet, dass jede Person, die den Sammelbehälter benutzt, nach dem Deponieren der Reststoffe diese auf der Oberfläche verteilt und jedesmal mit einer oder zwei Handvoll Steinmehl überpudert. Das Steinmehl bindet bis zu einem gewissen Grad Gerüche und die Fliegen lieben Steinmehl nicht, weil es ihnen die Sinnesorgane an Fühlern und Füssen verstopft. Auf diese Weise können Sie das Fliegenproblem etwas eindämmen aber nicht eliminieren. Worauf Sie auf jeden Fall verzichten müssen ist der Einsatz eines Insektizids, auch wenn es als biologisch oder biologisch abbaubar angepriesen wird.
Und zum Schluss noch eines: die Fliegen sind nicht das Problem, sie haben eine wichtige ökologische Aufgabe, sondern das, in diesem Fall falsche Verhalten des Menschen. Anstatt die Bakterien im Kompost zu füttern, richtet er Mahlzeiten für Fruchtfliegen her.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung
micropower[at]vtxmail.ch
- Aufbau eines Komposts
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07.07.2010 | Kompostieranleitungen
Sehr geehrte Damen und Herren
Wir sind gerade daran einen Familiengarten aufzubauen. Wir konnten von der Gemeinde ca 100 m2 Wiesland mieten. Das Gras ist gemäht, jetzt geht es daran das Land bepflanzbar zumachen und einen eigenen Kompost aufzubauen. Es gibt Unmengen von Informationen die einem erschlagen. Reicht es einfach ein Kompostgitter mit Vlies zu kaufen, alles reinzulegen und zu impfen? Im ersten Jahr fallen noch nicht soviele verschiedene organische Abfälle an.
Danke für eine Antwort!
Freundliche Grüsse
Thomas Schmitz
Sehr geehrter Herr Schmitz
Für einen Garten von 100 Quadratmetern = 1 Are, die durchschnittliche Grösse von sogenannten Familien- oder Freizeitgärten, genügt das handelsübliche Kompostsilo aus stabilem Maschendraht. Wichtig dabei ist das sachgerechte, aktive Kompostieren, d.h.
"zerkleinern-mischen-feucht halten und immer zudecken. Es genügt nicht "alles reinzulegen und zu impfen". Kompostieren ist mit Arbeit verbunden - eine Arbeit, die sich auf jeden Fall lohnt Impfen wäre ohnehin überflüssig, ja zwecklos, denn die Mikroorganismen und Kleintiere, die für die Verrottung der organischen Reststoffe verantwortlich sind, sind alle schon in Hülle und Fülle vorhanden - und warten auf Arbeit.
Zahlreiche Pächter und Pächterinnen in Basler Familiengärten praktizieren diese Methode nach meiner Anleitung seit vielen Jahren erfolgreich. Ich schicke Ihnen mit separatem Mail ein paar nützliche Unterlagen.
Wichtig beim Drahtsilo ist ein leicht zu handhabender, stabiler Deckel als Licht und Regenschutz. Der Handel bietet bedauerlicherweise nichts brauchbares an, also ist do-it-yourself angesagt. Was Sie auf keinen Fall brauchen, ist ein sogenanntes Belüftungsrohr; es nützt gar nichts und behindert nur bei der Pflege des Komposts; auch die 4-eckige Blache mit Federn oder Gummizügen in den Ecken als Bedeckung ist höchst unpraktisch.
Das Kompostsilo braucht eine Hülle, die Innen angebracht wird.
Passende Plastikhüllen sind im Fachgeschäft (Landi, Gartencenter) erhältlich. Achten Sie aber auf Durchmesser und Höhe der Hülle - ob sie zu Ihrem Silo passt.
Wählen Sie für die Kompostierung einen genügend grossen Platz, damit Sie unbehindert arbeiten und nach Jahresfrist den Kompost ernten können. Der Platz geht dem Garten nur scheinbar verloren, denn hier erzeugen Sie die Fruchtbarkeit und Gesundheit der übrigen Gartenfläche.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Familiengarten. Wenn Sie weitere Fragen haben, richten Sie diese bitte direkt an mich.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung
micropower[at]vtxmail.ch
- Steinmehl
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04.06.2010 | Kompostieranleitungen
Sehr geehrter Herr Balmer
Ich habe von Frau Esther Schreier gehört, dass es möglich ist als
Familiengartenpächter gratis Steinmehl zu beziehen. Als Präsidentin
des Vereins Nagelfluh interessiert mich nun wie die Pächter sich
registrieren können und was die Voraussetzungen dafür sind.
Vielen Dank für eine baldige Antwort
S. Reidy
Sehr geehrte Frau Reidy
Ich habe den Auftrag von der Stadtgärtnerei Basel/Abt. Familiengärten das sachgerechte Kompostieren gemäss der Familiengartenordnung zu fördern und zu unterstützen. Pächterinnen und Pächter, die meine Dienste beanspruchen wollen, setzen sich mit mir in Verbindung und alles Weitere spielt sich dann im betreffenden Garten ab. Als Anerkennung für die Bereitschaft, den Kompost mit meiner Hilfe und entsprechend den Regeln neu zu organisieren bzw. umzustellen, erhält der Pächter, die Pächterin von der Stadtgärtnerei als einmaliges "Geschenk" einen Deckel für das Kompostsilo, einen Spaltklotz und 10 kg Vulkamin-Steinmehl. Damit ist auch die Registrierung und das Recht verbunden, in Zukunft jede erforderliche Menge Häckselgut zur sachgerechten Kompostierung zu beziehen.
Dies alles ist kostenlos, aber nur im Zusammenhang mit meiner Beratung zu haben.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch
- Kompost mit Deckel
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18.05.2010 | Kompostieranleitungen
Sehr geehrter Herr Balmer
ich habe einen komposter mit deckel. Eine plastikbox mit löchern ringsherum und oben eine Deckel der aber keine Löcher hat.
Ich wollte fragen in wie weit muss man diesen komposter feucht halten? Andere kompster sind oben offen und bekommen ja so auch regen ab! fehlt das dann meinem kompster?
danke schon mal im vorraus!!
Sehr geehrter Herr Frese
Damit eine Verrottung des organischen Materials geschehen kann, muss die Rottemasse eine optimale Feuchtigkeit haben: so feucht, wie ein ausgedrückter Schwamm. Trockenes Material verrottet nicht oder nur sehr langsam; nasses Material verrottet nicht, es verfault, weil infolge Sauerstoffmangels die richtigen Mikroben keine oder nur sehr schlechte Lebensbedingungen vorfinden. Es gehört zu den Pflegemassnahmen des kompostierenden Menschen, für die richtige Feuchtigkeit im Kompost zu sorgen und diese aufrecht zu erhalten, gemäss den Regeln: zerkleinern - mischen - feucht halten und immer zudecken. Das Wetter ist ein schlechter Partner beim Kompostieren, weil es definitiv nicht "weiss" wann und ob ein Kompost jetzt gerade Wasser braucht. Unbetreute, offene Komposte sind nach meiner Auffassung ein Widerspruch in sich; es sind Deponien, bequeme Entsorgungsstellen für organische "Abfälle", wo für die Gesundheit und Fruchtbarkeit des Bodens, der Pflanzen, Tiere und Menschen nichts Wertvolles entstehen kann. Dass Ihr Komposter keine Löcher im Deckel hat ist also OK. Überprüfen Sie regelmässig, z.B. wöchentlich, die Feuchtigkeit des Rottekörpers (Faustprobe) und korrigieren Sie wenn nötig. Benützen sie dazu eine kleine Giesskanne mit Brause und verteilen Sie das angefeuchtet Material an der Oberfläche sofort mit dem Unterliegenden (Kompostgabel verwenden). Giessen Sie vorsichtig, meistens braucht es nur wenige Deziliter. Selbstverständlich können Sie dazu auch aufgefangenes Regenwasser verwenden.
Nun wünsche ich Ihnen viel Erfolg beim Kompostieren.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung
micropower[at]vtxmail.ch
- Gehört Asche auf den Kompost?
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11.05.2010 | kompostierbar - oder nicht
Sehr geehrter Herr Balmer
Aus unserem Holzofen fällt Asche an. Darf ich diese auf den
Komposthaufen geben? Ich meine, damit werde die Kompostierung nicht behindert,
sondern der Gehalt an Kalium und Calcium sinnvoll erhöht. Liege ich richtig mit meiner Annahme?
Kurt Honegger
Sehr geehrter Herr Honegger
Obwohl Holzasche an sich ein guter mineralischer Düngestoff wäre, müssen wir heute zur Kenntnis nehmen, dass Asche - auch von unbehandelten Hölzern - zu einem Problemstoff geworden ist. Die schweizerischen Bodenschutzfachstellen verbieten das Ausbringen von Asche auf den Boden, weil alle Aschen zu viele Schwermetalle enthalten. Da die Böden bereits stark mit Schwermetallen belastet sind, wäre ein weiterer Eintrag des Schlechten zuviel. Auch wenn dieses Problem nicht vorhanden wäre, empfiehlt es sich aus folgenden Gründen nicht, Asche über die Kompostierung laufen zu lassen.
1) Asche hat einen hohen pH-Wert; die Reaktion ist basisch (alkalisch), was dazu führen kann, dass viel Stickstoff in Form von gasförmigem Ammoniak aus dem Kompost verloren geht. Ammoniak ist ausserdem ein Umweltgift.
2) Asche enthält, wie Sie erwähnen, viel Kalium und Calcium, so dass ein Kompost, wo sich ja die mineralischen Bestandteile wegen des Rotteschwunds anreichern, zu viel K und Ca enthalten, was bei der Anwendung des Komposts im Garten zur Blockierung anderer Nährstoffe führen kann.
3) Alle Aschen enthalten Zink, das die Holzpflanzen in ihrem relativ langen Leben im Körper eingelagert haben. Zink ist zwar lebensnotwendig, wird aber bei zu hoher Konzentration zum Problem und wird deshalb als eines der kritischen Schwermetalle mit definiertem Grenzwert eingestuft.
Wäre die eingangs erwähnte Ascheproblematik nicht vorhanden, würde man die Asche als dünne Schicht direkt bei kaliumbedürftigen Kulturen (Gehölze wie Beeren, Obstbäume etc. oder entsprechendem Gemüse) ausbringen.
Es bleibt Ihnen unter den heute gegebenen Umständen leider nichts anderes übrig, als die Asche als sogenannten Inertstoff zu entsorgen.
Wahrscheinlich haben Sie in Baden eine Separatsammlung via Kehrichtabfuhr; Auskunft gibt Ihnen die Verwaltung.
Mit freundlichen Grüssen
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch
- Fliegen im Kompost
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05.05.2010 | Lebewesen beim Kompost
Was kann ich gegen die Fliegen am Kompost tun?
In unserem Quartier gibt es verschiedene Gartenbenutzer mit eigenem Kompost. Die sind aber kein Problem.
Aber es gibt noch einen Kompost für nicht Gartenbenutzer. An und in diesem Kompost sind bei schönem Wetter hunderte von Fliegen die auch mein Gemüse verunreinigen.
Was kann ich gegen diese Fliegen machen ohne das der Kompost weg muss?
Unser Quartierwart hat die Benutzer schon oft informiert was drauf darf und was nicht, aber es nützt nichts. Wie werde ich die Fliegen los? Gibt es ein Mittel zum kaufen das ich benutzen kann um den Fliegen zu bekämpfen?
Mit bestem Dank
Fluri Remo
Sehr geehrter Herr Fluri
Nicht die Fliegen müssen bekämpft, sondern die Leute kompetent dazu angeleitet werden, sachgerecht zu kompostieren. Die Fliegen sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass hier Kompostieren mit "Aufhäufen organischer Abfälle" verwechselt wird. Beim sachgerechten Vorgehen; d.h. <zerkleinern - mischen - feucht halten und immer zudecken> treten praktisch keine Fliegen auf. Wenn die organischen Reststoffe, die in diesem Fall als Abfälle empfunden und auch als solche bezeichnet werden, einfach deponiert werden, ohne dass sich jemand um den richtigen Umgang mit diesem wertvollen Material kümmert, dann sind lästige Begleiterscheinungen vorprogrammiert. Wer jemals eine kommunale oder regionale Deponie besucht hat, als die organischen "Abfälle" noch mit dem restlichen Abfall abgelagert wurden, hat ja das Fliegenproblem hautnah erleben können. Der Kompost darf aber niemals als bequeme Entsorgungsstelle für Reststoffe, die aus dem Lebendigen stammen, missbraucht werden.
Eine Gemeinschafts-Kompostanlage muss von einer gut instruierten Person betreut werden und alle, die sich daran beteiligen müssen am selben Strick in die richtige Richtung ziehen. Es braucht dazu auch eine, der Sache dienliche Infrastruktur, wobei die Art des Kompostbehälters nicht die Hauptrolle spielt; man kann auch mit einem teuren Komposter gravierende Fehler machen; es kommt auf die richtige Methode, das richtige Werkzeug und die richtigen Hilfsstoffe an, wie das unabdingbare Strukturmaterial (Häcksel-, bzw. Schreddergut von Baum und Strauch).
Ich schicke Ihnen mit separatem Mail einige Unterlagen, die Sie an Ihren Quartierwart weiterleiten können. Sie werden sehen, dass es weniger darauf ankommt WAS, sonder WIE etwas auf, besser IN den Kompost gelangen darf. Die lästigen Fliegen sind ein Symptom - und bei einem Problem müssen nicht die Symptome bekämpft, sondern die Ursachen müssen erkannt und kuriert werden.
Ich hoffe sehr, dass man die Sache bei Ihnen sehr bald in den Griff bekommen wird.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch
- Gekochte Speisen auf dem Kompost
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23.04.2010 | Kompostieranleitungen
Weshalb sollte man keine gekochten Speisen und Fleisch kompostieren?
Sehr geehrte Frau Meier
Landauf, landab wird das Märchen fleissig weiter erzählt, dass Fleisch und gekochte Speisereste im (oder besser auf dem) Kompost unweigerlich Ratten anlocken würden. Wenn dem so wäre, dürfte ich in meinem Hausgarten schon lange nicht mehr kompostieren, weil es von Ratten nur so wimmeln würde.
Zu diesem Märchen ist folgendes zu berichtigen:
1) Ratten sind Allesesser und nicht auf unsere Kochkünste angewiesen.
Wenn bereits Ratten in der Umgebung sind, werden diese, auf ständiger Nahrungssuche, erfahrungsgemäss auch Komposte besuchen, wo organische Reststoffe aus der Küche nur deponiert, anstatt ordentlich und sachgemäss kompostiert werden. Und dies auch dann wenn niemals gekochte Speisereste oder Fleischreste "entsorgt" werden.
2) Falls die Anwesenheit von Ratten in der Umgebung ausgeschlossen werden kann, steht dem Kompostieren von Speiseresten und auch von
Fleisch- bzw. Fischresten nichts im Wege, wobei die Betonung auf KOMPOSTIERT liegt, d.h. Speisereste gleich welcher Art, also z.B. auch Teigwaren und Gratins, müssen in etwas Heisswasser aufgelöst und dann mit der Haushaltschere soweit zerkleinert werden, dass eine dickliche "Suppe" entsteht. Mit dem Gefäss, in dem das geschieht, geht man dann zum Kompost, verteilt die "Suppe" auf der Oberfläche der Rottemasse, gibt etwas Häckselgut darauf und vermischt sofort anschliessen die beiden Komponenten intensiv mit der Gabel. So gelangen die Reste unmittelbar in Kontakt mit dem Rottekörper und die Bakterien können sich sofort an die Arbeit machen. Schon kurze Zeit nach dieser Prozedur sind die Speisereste so stark verändert, dass kein Grosstier mehr daran Interesse hat. Fleischreste müssen gut zerkleinert, z.B. in kleine Würfelchen geschnitten werden und können dann ebenfalls in die oberste Zone des bestehenden Rottekörpers eingearbeitet werden. Je kleiner die Teile desto problemloser kann das Fleisch von den nützlichen Bakterien verdaut werden. Grundsätzlich aber gilt: besser selber essen statt kompostieren. Geht man aber mit diesen etwas heikleren organischen Reststoffen richtig um und "schmeisst" sie nicht einfach auf den Kompost, ist erfahrungsgemäss nicht mit negativen Begleiterscheinungen (Ungeziefer, Gestank, Ratten etc.) zu rechnen.
3) Speisereste enthalten in der Regel Kochsalz, das sich im Kompost, wenn sie zu häufig oder in grösseren Mengen anfallen, anreichern kann.
Wird das Fertigprodukt Kompost allein im Garten, d.h. auf dem Boden angewendet, gehen davon kaum Komplikationen aus, weil Kochsalz leicht löslich ist und bald aus dem Wurzelraum verschwindet (ausgewaschen wird). Bei Topf- und Pflanzkistenkulturen kann das Kochsalz allerdings zu Wachstumsstörungen führen, weil es hier länger vorhanden ist. Diese Einschränkungen gelten aber nur, wenn häufig oder grössere Mengen salzhaltige Speisereste kompostiert werden.
Ich kompostiere in meinem Hausgarten seit Jahrzehnten sämtliche aus dem Lebendigen stammenden Reststoffe, sowohl aus dem Garten wie aus dem Haushalt und habe noch nie die geringsten Probleme damit gehabt.
Aber eben: kompostieren, nicht deponieren oder entsorgen.
Ich hoffe, mit diesen Erläuterungen etwas Licht ins Dunkle getragen zu haben.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch
- Kompost wird nicht heiss
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05.03.2010 | Kompostieranleitungen
Sehr geehrter Herr Balmer,
mein Kompost ist voller Würmer, aber er wird nicht heiss. Er ist in meinem Schrebergarten und ich bringe wöchentlich unseren Hauskompost
(Küche) -
sowie unseren Hasenmist (Hobelspäne und Hasenkot). Ich gebe keinen Häcksel bei, weil ich denke, dass der Kompost genug Holzteilchen hat.
Regelmässig gebe ich Steinmehl und biologischen Kompostbeschleuniger bei und wässere den Kompost auch.
Sehr geehrte Frau Meier
Die Erwärmung eines Rottekörpers ist an verschiedene Bedingungen geknüpft.
1) Vom Zerkleinerungsgrad der zur Kompostierung bestimmten Reststoffe.
Die Wärme wird durch den Stoffwechsel der abbauenden Bakterien und Pilze erzeugt. Je kleiner die Bestandteile, desto grösser die Besiedlungsfläche, desto zahlreicher die Mikroorganismen und je grösser die Mikrobenmasse desto grösser die Erwärmung.
2) Vom Anteil der leicht abbaubaren Stoffe, die vor allem in frischem, pflanzlichen Material bzw. dessen Rückständen und Reststoffen enthalten sind.
3) Von der Menge solcher leicht abbaubaren Stoffe. Zwei, drei gut zerkleinerte Bananen- u. andere Obstschalen und ein paar zerkleinerte Salatblätter wöchentlich z.B. führen zu keiner merkbaren Erwärmung des Rottekörpers.
4) Vom mit Luft (Sauerstoff) gefüllten Porenvolumen. Der Abbau benötigt viel Sauerstoff, der nur durch fortlaufendes Lockern mit der Gabel (mischen) der Abbauzone und entsprechende Mengen Strukturmaterial (Häckselgut von Baum und Strauch) gewährleistet ist.
5) Von ausreichender Feuchtigkeit. Die Rottemasse muss immer so feucht sein wie ein ausgedrückter Schwamm.
6) Von der Aussentemperatur. Im Winterhalbjahr ist es schwierig, einen Kompost, wie er in Haus- und Freizeitgärten üblich ist, "auf Touren zu bringen". Wenn alles richtig gemacht wird, kann man den Kompost kann der Kompost zwar auch den Winter über beschickt werden, weil er bei richtiger Pflege im Prinzip nicht gefriert. Wenn die Aussentemperatur wieder dauerhaft über 10°C liegt, wird das viele, noch nicht abgebaute "Futter" rasch umgewandelt und es ist auch eine sprunghafte Erwärmung bis 40°C und darüber festzustellen.
Wenn Sie schreiben, dass Sie kein Häckselgut verwenden, in der Annahme, die Hobelspäne aus Ihrem Kaninchenstall würden genügen, dann ist das leider ein Irrtum. Hobelspäne sind kein Ersatz für Häckselgut.
Sie können, bei ausreichender Feuchtigkeit der Rottemasse, keine lockere Struktur im Kompost erzeugen, weil die Hobelspäne, wenn sie durch und durch feucht sind, zusammenklumpen, wie die Seiten einer nassen Zeitung. Der Zutritt von Luft wird so verwehrt und die sauerstoffbedürftigen Mikroben (auf die kommt es vor allem an) können höchstens an der Oberfläche der Klumpen wirken. Wird, um Klumpenbildung zu vermeiden, auf ausreichende Feuchtigkeit verzichtet, dann füllt sich der Kompost sehr schnell mit unverrottetem Material auf - die so wichtige Humusbildung bleibt aus. Wenn relativ wenig frisches Grüngut und/oder Reststoffe aus dem Hauhalt für die Kompostierung zur Verfügung stehen, ist erfahrungsgemäss der Anteil Einstreu aus der Haustierhaltung sehr bald zu gross, weil die stickstoffhaltigen Komponenten fehlen; auch hier bleibt dann die Humusbildung aus. Mit "Kompostbeschleuniger", den Sie ja auch verwenden, kann die Sache einigermassen korrigiert werden; die erforderliche Menge findet man durch ausprobieren. Aber: das Kompostierhilfsmittel, und hier käme auch Hornmehl in Betracht, nützt wenig bis nichts, wenn die übrigen Rottebedingungen nicht stimmen.
Das ist ziemlich graue Theorie ich weiss; die Beratung an Ort und Stelle wäre natürlich viel aufschlussreicher.
Da Sie in Basel zuhause sind, schicke ich Ihnen dazu mit separatem Mail einige zusätzliche Informationen.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch
- Verschimmeltes Kompostgut auf den Kompost?
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23.02.2010 | kompostierbar - oder nicht
Sehr geehrte Damen und Herren,
bin sehr verunsichert von "Fachmännern und Fachfrauen"! Kann ich nun stark verschimmeltes mögliches Kompostgut auf den Haufen geben oder nicht?? Generell Verschimmeltes (natürlich außer Fleisch usw.!)? Würde mich über eine kurze Antwort sehr freuen.
Sehr geehrte Frau Mülfarth
Nein, auf den Haufen geben dürfen Sie es nicht, aber kompostieren können Sie auch stark verschimmeltes, mögliches Kompostgut. Wenn Sie es bloss "auf dem Haufen" deponieren besteht keinerlei Gewähr, dass die "falschen" Pilze von den nützlichen Mikroorganismen im Kompost neutralisiert werden.
Kompostieren heisst: zerkleinern - mischen - feucht halten und immer zudecken. Diese Botschaft, die ich seit Jahren an dieser Stelle vertrete und die sich in der Praxis tausendfach bewährt hat, scheint noch lange nicht bei allen "Fachmännern und Fachfrauen" angekommen zu sein. Wenn man sorgfältig und aktiv kompostiert, sich also um die Vorgänge im Kompost kümmert, sich dafür verantwortlich fühlt, geschehen ja erstaunliche Dinge hinsichtlich Reinigung und Hygienisierung. Es sind genau die Vorgänge, mit der die Natur dafür sorgt, dass der Planet nicht ein vor sich hinrottender, stinkender, mit Krankheitskeimen vollgestopfter gigantischer Abfallkübel, sondern ein, dem Lebendigen wohlgesinnter Himmelkörper ist. Und das seit Jahrmillionen. Darauf sollten wir vertrauen und mit sachgerechtem, sorgfältigem Kompostieren die Naturprozesse möglichst präzise nachahmen.Wenn man dies tut, zeigt alle Erfahrung aus der Praxis und auch aus der Forschung, dass das Endprodukt des sorgfältig gelenkten Rotteprozesses immer gesünder ist als die Ausgangsmaterialien.
Es widerstrebt mir zutiefst, organisches Material, also Stoffe, die aus dem Lebendigen stammen, wegzuwerfen, zu vernichten. Verschimmeltes Material ist nur für uns ein Problem, für den sorgfältig gepflegten Kompost ist es keines!
Warnung! Menschen mit einer Immunschwäche können beim Kontakt mit bestimmten Schimmelpilzsporen allergisch reagieren. Die Verantwortung im Umgang mit verschimmelter Ware liegt deshalb beim einzelnen Menschen, der sich über seinen Zustand im Klaren sein muss.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch
- Kompostieren von Eierschalen
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11.02.2010 | Kompost-Anwendung
Hallo Herr Balmer,
diese Frage bewegt mich schon lange und ich bin sehr dankbar hier einen Experten befragen zu können!
Es geht um das kompostieren von Eierschalen und deren eventueller Belastung mit Salmonella Bakterien im privaten Bereich.
Ich konnte bis jetzt herausfinden das Salmonella im kommerziellen Kompostvorgang durch eine erhitzung von ca. 70°C über 21 Tage erfolgreich getötet wird.
Wie verhält sich das im privaten Bereich wo diese Temperaturen doch oft nicht lange genug erreicht werden?
Weiter interessiert es mich sehr was Sie von dem Einsatz von Eierschalen in der Wurmkompostierung halten? Da dort bekanntlich keine Heissrotte entsteht würden doch die Salmonellen potenziell überleben? Ist dies nun eine Gefahr für den Gärtner beim düngen, bzw. austragen des Wurmhumus?
Gibt es wissenschaftlich Studien zu diesem Thema auf die ich mich bei Ihrer Antwort berufen könnte?
Ich bin sehr auf Ihre Antwort gespannt!
Mit freundlichen Grüßen,
Philip Timpau
Sehr geehrter Herr Timpau
Trotz intensiver Recherchen habe ich in bezug auf Salmonellen und Kompost nichts finden können, das Sie nicht bereits wissen. Der Bereich Hygienisierung hinsichtlich Salmonellen scheint beim privaten Kompostieren nicht wissenschaftlich erforscht zu sein. Die folgende Stellungnahme ist deshalb meine persönliche "unwissenschaftliche"
Meinung und darf nicht verallgemeinert werden.
Die Gefahr, mit Salmonellen verseucht zu werden ist meines Erachtens beim Verzehr von unsachgemäss behandelten Nahrungsmitteln oder bei der unsachgemässen Zubereitung weit grösser, als beim Verzehren von frischem Gemüse aus dem Garten, selbst wenn bei der Gartenpflege eigener Kompost verwendet wird. Es kann aber nicht genügend betont werden, dass beim Kompostieren mit Sachverstand und Umsicht vorgegangen werden muss. Nachgewiesen ist, dass beim Einhalten optimaler Rottebedingungen (zerkleinern - mischen - feucht halten und immer zudecken) auch beim privaten Kompostieren gute Hygienisierungsleistungen erzielt werden können, weil dabei nicht allein die Temperatur sondern die Bildung von Antibiotika durch entsprechende Mikroorganismen eine grosse Rolle spielen. Dies geschieht aber, und das muss immer wieder betont werden, nur beim sachgerechten, sorgfältigen Kompostieren. Unter diesen Voraussetzungen wird sich auch ein starkes Übergewicht der nützlichen Mikroorganismen einstellen, die Krankheitskeimen wenig bis keine Überlebenschance lassen.
Persönlich kompostiere ich seit Jahrzehnten sämtliche im Haushalt anfallenden Eierschalen, wobei ich sie zuerst an der Luft trocknen lasse, dann in einem Plastiksack sammle und darin, vor dem Kompostieren, in sehr kleine Stücke zertrümmere, so dass ich sie ohne weiteres in sämtliche Bereiche der Rottemasse verteilen kann. Der Kompost wird selbstverständlich zu hundert Prozent bei der Gartenpflege angewendet und es ist bis anhin nie vorgekommen, dass in der Familie ein Salmonellenproblem aufgetaucht wäre.
Um ganz sicher zu gehen, kann man die Eierschalen nach dem Backen in den ausgeschalteten Backofen geben, wo ja noch längere Zeit Temperaturen weit über 70°C herrschen, was höchstwahrscheinlich zum Vernichten eventueller Salmonellen führen wird. Dies wäre dann generell auch eine Sicherheitsmassnahme bei der Wurmkompostierung.
Allgemein muss ich noch betonen, dass auch ein gesunder, lebendiger Boden sehr viel zur Unterdrückung von Krankheitskeimen beitragen kann.
Denn wir leben ja nicht in einer prinzipiell feindlichen Welt, wo hinter jeder denkbaren Ecke Krankheiten lauern, um erbarmungslos zuzuschlagen. Da hängt dann doch einiges mit unserer persönlichen Hygiene und Lebensweise Zusammen (Immunsystem).
Ich betone nochmals, dass dies meine persönliche Einschätzung ist, die nicht verallgemeinert werden darf.
Mit freundlichem Gruss
Hans Balmer
Beratung für Humuspflege und Kompostierung micropower[at]vtxmail.ch