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Oxfam: Zu wenig Klimaschutz könnte G7-Staaten Billionen Euro kosten
Die Hilfsorganisation Oxfam warnt die führenden Industrienationen vor heftigem Schaden für die Wirtschaft durch mangelnden Klimaschutz. «Die Klimakrise könnte die G7-Staaten im Jahr 2050 durchschnittlich 8,5 Prozent ihrer jährlichen Wirtschaftsleistung kosten, wenn sie keine ehrgeizigeren Massnahmen zur Bekämpfung der Klimakatastrophe ergreifen», teilte Oxfam am Montag mit. Der Verlust beliefe sich dann auf 4,8 Billionen Dollar (3,95 Billionen Euro), wie Berechnungen auf Grundlage einer Analyse des Schweizer Swiss Re Institutes ergeben hätten.
Bei ihrem Gipfel ab Freitag in Cornwall sollten sich die G7 darauf einigen, «die CO2-Emissionen schneller und stärker zu senken». Neben Deutschland und Grossbritannien sind Frankreich, die USA, Italien, Japan und Kanada Mitglieder der Gruppe sieben führender demokratischer Wirtschaftsmächte.
Das Swiss Re Institute hatte bereits im April festgestellt, dass der Klimawandel langfristig die grösste Gefahr für die Weltwirtschaft sei. Ohne Gegenmassnahmen drohe bis 2050 ein Temperaturanstieg um mehr als 3 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter, die Weltwirtschaft würde um 18 Prozent schrumpfen. Oxfam bezieht sich auf ein Szenario, bei dem Swiss Re bereits von «einigen Gegenmassnahmen» und einem Anstieg von 2,6 Grad ausgeht. Das globale Bruttoinlandsprodukt würde in dem Modell um 14 Prozent sinken. Dieses Niveau könnte nach Oxfam-Angaben auf Grundlage aktueller Zusagen aller Länder erreicht werden.
Bei der internationalen Klimakonferenz 2015 in Paris hatten sich die Staaten der Erde eigentlich darauf geeinigt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen sowie alles daran zu setzen, den Temperaturanstieg bereits bei 1,5 Grad zu stoppen.
Oxfam kritisierte, dass die Zusagen der G7-Staaten vor der Weltklimakonferenz Ende des Jahres deutlich hinter dem zurückblieben, was nötig sei, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Dabei sollten die G7 als einige der grössten Emittenten der Welt mit gutem Beispiel vorangehen.
«Die prognostizierten wirtschaftlichen Turbulenzen in den wohlhabenden G7-Ländern sind nur die Spitze des Eisbergs», sagte Max Lawson, Leiter der internationalen Kampagne gegen soziale Ungleichheit. «In vielen wirtschaftlich benachteiligten Teilen der Welt werden Todesfälle, Hunger und Armut als Folge extremer Wetterereignisse zunehmen.»
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London appelliert vor Klimakonferenz an China
Grossbritannien hat als Gastgeber der nächsten Weltklimakonferenz an China appelliert, konkrete Pläne zur Senkung seiner klimaschädlichen Emissionen vorzulegen. «Es gibt keinen Zweifel daran, dass China der Schlüssel zu all dem sein wird. Sie sind die grössten Emittenten (von Treibhausgasen) der Welt», sagte der designierte Präsident der Konferenz COP26, Alok Sharma, am Sonntag im Sender Sky News. Die Chinesen müssten bisherigen Absichtserklärungen detailliertere Massnahmen folgen lassen. «Der Ball liegt in ihrem Feld.»
Australien: Premier Morrison fährt eventuell nicht zum UN-Klimagipfel
Australiens Premierminister Scott Morrison will möglicherweise nicht persönlich am UN-Klimagipfel im schottischen Glasgow teilnehmen. «Wir haben noch keine endgültige Entscheidung dazu getroffen», sagte Morrison der Zeitung «The West Australian» (Montag). Die zwölftägige Konferenz im November soll das wichtigste Treffen seit dem Klima-Gipfel von Paris 2015 werden. Spitzenpolitiker aus aller Welt haben zugesagt, darunter US-Präsident Joe Biden.
Klimaaktivisten blockieren erneut Londoner Ringautobahn
Klimaaktivisten haben auf einer Londoner Autobahn erneut für Störungen im Verkehr gesorgt. 30 bis 40 Mitglieder der Organisation Insulate Britain blockierten am Montagmorgen zum sechsten Mal innerhalb weniger Wochen einen Teil der Ringautobahn M25, wie die britische Nachrichtenagentur PA meldete. Die Aktion fand ganz in der Nähe des grössten Londoner Flughafens Heathrow statt. Die Polizei nahm mehr als 50 Beteiligte fest.
Gesamtbundesrat kommentiert Maurers Trychler-Auftritt nicht
Am Montag musste der Bundesrat Stellung nehmen zu Aussagen von Regierungsmitglied Ueli Maurer zur Corona-Krise. SP-Exponenten wollten etwa wissen, ob dieser das Kollegialitätsprinzip verletzt habe. Die Antwort des Bundesrats: kein Kommentar.