Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03218.jsonl.gz/688

| Hilarius von Poitiers († 367) - Über die Synoden oder über den Glauben der Orientalen.

Fünfundzwanzigstes Hauptstück.
Die Gleichheit der Wesenheit, gleichgebildet in der Beschaffenheit, wird auch als nicht verschieden der Zeit nach angegeben; damit nicht der, welcher das Ebenbild Gottes ist, welcher das Wort ist, welcher Gott bei Gott im Anfange ist, welcher dem Vater gleich ist, der Einschiebung einer Zeit zwischen ihm und dem Vater zu Folge unvollkommen das in sich habe, was Ebenbild ist, Wort ist, und Gott ist. Denn wird er der Zeit nach jünger genannt, so hat er die Wahrheit sowohl des Ebenbildes, als auch der Gleichheit verloren; weil eine Gleichheit nicht mehr Gleichheit ist, welche der Zeit nach ungleich befunden wird. Denn selbst hinsichtlich dessen, daß Gott Vater ist, kann nicht ir- [S. 370] gend eine Zeit Statt finden, in welcher er nicht Vater wäre; und daher kann auch bei dem Sohne keine Zeit Statt finden, in welcher er nicht Sohn wäre. Und darum darf man weder den Vater älter, als den Sohn, noch den Sohn jünger, als den Vater nennen; weil die Wahrheit eines jeden der beiden Namen nicht ohne den andern bestehen kann.
XII. „Und wenn Jemand die zeitlose Substanz1 des eingebornen Sohnes vom Vater auf die ungeborne Wesenheit2 Gottes bezieht; so soll er, weil er den Sohn Vater nennt, verflucht seyn.“
1: Substantia, ὑπόστασις.
2: Essentia, οὐσία.