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Artikel MAZ
Das Bahnhof-Restaurant, Bahnhofstrasse 60
«Schon am ersten Schultag kam ich indessen mit zerbrochenem Schulgeschirr (Schiefertafel und Griffelrohr) nach Hause. Wir d.h. einige Buben schleppten nach der Schule dem damaligen Bärenwirt Arnold Meier-Ramstein das Kegelspiel herum, wobei ich eine Kugel auf meine Schulsachen fallen liess.» berichtet Pfarrer Johannes Iselin in seinen Erinnerungen (1875-1945).
Der Bären um 1907, Dorfbach ist noch offen, er wurde ab 1908 eingedeckt.
Archiv Bauverwaltung Muttenz
1942, Gasthof zum Bären und neues Gemeindehaus von 1942, heute steht hier das Mittenza
Foto Paul Frey-Brüderlin, Muttenz, Museen Muttenz, Lizenzbedingungen CC BY-NC-SA 4.0
Der erste Bären
Dort wo heute das Hotel Mittenza steht, stand bis 1968 das Gasthaus zum Bären. Dieser Bàren war jedoch nicht die erste Wirtschaft mit diesem Namen.
Der erste Bären befand sich im Wohnhaus des Samuel Meyer-Mesmer (im Haus neben der Drogerie Dietschy). Gegen Ende des 17. Jahrhunderts entstand da eine sogenannte Maienwirtschaft. Sie war gekennzeichnet mit einem Blumenkranz (Maien) und durfte über Nacht keine Gäste beherbergen. Im Laufe des 18. Jh. erhielt sie das Tavernenrecht. Als erster Inhaber erscheint 1763 Heinrich Brüderlin als Bärenwirt. Die aus dieser Maienwirtschaft hervorgegangene «Gastwirtschaft zum Bären» existierte bis 1813, also nur etwa 70-80 Jahre.
Der Bären am Kirchplatz
Der «zweite» Bären entstand um 1860. Es umrahmte mit dem Gemeindehaus auf der einen Seite und der Kirche auf der anderen Seite den Kirchplatz. Hier fanden bereits wichtige Veranstaltungen statt: Glockenaufzug (1949), Maitanz, Besammlung Banntag etc.
Von 1881 an wird das Gasthaus von Arnold Meier-Ramstein geführt. Das Gasthaus bestand aus einem Saal, elf Zimmern, zwei Küchen, fünf Mansarden, Waschhaus, Remise und Stall sowie Kegelbahn. Es wurde 1898 zum Preis von Fr. 66‘000.- an die Erben veräussert.
Im Jahr 1900 malte Karl Jauslin für den grossen Saal des Bären zwei Bilder, der «Nonnenraub im Kloster Engenthal» und «Abzug des Junkers Sevogel von seiner Burg». Diese Bilder befinden sich heute im Karl Jauslin-Saal des Gemeindezentrums.
Nach verschiedenen Besitzerwechseln – u.a gehörte der Bären zum Schluss auch der Brauerei Warteck - wurde er am 5. November 1957 von dieser an die Gemeinde verkauft. 1968 wurde das Gebäude für den Neubau des Mittenza abgerissen.
Im Saal des Bären fanden viele Bälle, Theateraufführungen, Versammlung von Vereinen etc. statt.Er hatte für das gesellschaftliche Leben in Muttenz eine wichtige Funktion. Er wurde dann durch den gemeindeeigenen Mittenzasaal abgelöst.
Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier in Zusammenarbeit mit den Museen Muttenz