Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03224.jsonl.gz/2960

Das Zunfthaus zur Meisen beim Münsterhof ist eines der traditionellen Zunfthäuser in Zürich. Es gehört zu den historisch wertvollsten Gebäuden der Altstadt und beherbergt die Porzellan- und Fayencensammlung des Schweizerischen Nationalmuseums.
Das Gebäude wurde 1757 im Stil eines repräsentativen barocken Stadtpalais' als Versammlungshaus der Zunft zur Meisen am linken Limmatufer erbaut, in unmittelbarer Nachbarschaft des Fraumünsters. Die ursprüngliche «Zunft zum Winlütten» (Gastwirte) besass im Spätmittelalter an der Marktgasse ein Haus. Dieses genügte im 18. Jahrhundert den damaligen Ansprüchen nicht mehr, und so liess die Zunft vom erfahrenen Baumeister David Morf (1700–1773) einen Rokokopalast nach französischem Vorbild – mit Ehrenhof und elegantem schmiedeiserenen Tor – erbauen. Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Erbauer der Innenausstattung des Repräsentativbaus: Die Decken- und Wandgemälde stammen von Johann Balthasar Bullinger, die Turmkachelöfen von Leonhard Locher und Hans Jakob Hofmann und die kunstvoll gestalteten Stuckatur-Decken vom Tiroler Meister Johann Schuler. Die Fassade gestaltete 1755 der Bildhauer Franz Ludwig Wind.
Die Ursprünge der Urania-Sternwarte gehen auf ein erstes Observatorium auf dem Dach des Zunfthauses zurück. Von diesem Standort aus gelang es der «Astronomischen Kommission» im Jahr 1759 erstmals, die Culminatio solis und damit die exakte Ortsbestimmung der Stadt Zürich auf dem Globus zu berechnen.