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"Sollte die Teuerungsrate konstant so hoch bleiben, müssen die Verbraucher damit rechnen, in diesem Jahr für Nahrungsmittel deutlich tiefer in die Tasche greifen zu müssen", heisst es vom Team der Universität Hohenheim. Vor allem finanziell schwächer aufgestellte Haushalte leiden darunter, wie eine Analyse der Universität zeigt. Die Wissenschaftler machen vor allem die momentan stark expansive Geldpolitik in europäischen Ländern für diese Situation verantwortlich.
Um die Entwicklung der Lebensmittelpreise zu untersuchen, haben die Forscher den "Chili-con-Carne-Index" entwickelt. Dieser beobachtet die Preise für 70 Zutaten, die bei der Herstellung dieses Gerichts zum Einsatz kommen, bei grossen europäischen Supermarktketten. Bereits bei einer ersten Erhebung im April gab es hier einen Preisanstieg von sechs Prozent, im Mai erhöhte sich die Verteuerung auf 7,5 Prozent.
Preistreiber war vor allem das Gemüse. So stiegen die Preise für Peperoni um fast 15 Prozent, für Mais um 14 Prozent und für Tomaten um rund 13 Prozent, während der Preisanstieg für Hackfleisch eher moderat ausfiel. Den Forschern zufolge unterschätzen die meisten Inflations-Statistiken die Auswirkungen der Coronavirus-Krise.
Die Grundlage für die Berechnung der Teuerungsrate ist üblicherweise der sogenannte Warenkorb. Dabei handelt es sich um ein Bündel von Gütern und Dienstleistungen, dessen Zusammensetzung aus dem Konsum der Verbraucher in der Vergangenheit abgeleitet ist. Doch durch die Corona-Krise hat sich das Konsumverhalten der Menschen verändert. Die Preissteigerungsrate für Haushalte mit niedrigerem Einkommen, bei denen Lebensmittel einen hohen Anteil des Konsums ausmachen, unterscheide sich deshalb deutlich von der anhand des Warenkorbs ermittelten Inflationsrate.