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WC Val di Sole
Totaler Triumph für die Schweiz
Alessandra Keller lässt dem Gesamtsieg im Short Track-Weltcup jenen im Cross-Country-Weltcup folgen. Der zehnfache Weltmeister Nino Schurter wird in Val di Sole Zweiter und gewinnt zum achten Mal den Gesamtweltcup.
Eine Woche nach Nino Schurters neuerlichem Triumph an der WM holte sich der Franzose Titouan Carod nach langer Solofahrt mit 35 Sekunden Vorsprung seinen zweiten Weltcupsieg. Der 28-Jährige hatte am Freitag schon das Short Race für sich entschieden und verbesserte sich am Finalwochenende im Gesamtweltcup noch vom 5. auf den 2. Platz. Platz 3 ging an Carods Landsmann Jordan Sarrou. Der Italiener Luca Braidot, der Schurter am ehesten noch hätte abfangen können, wurde Fünfter. Zweitbester Schweizer war Marcel Guerrini im 8. Rang, gefolgt von Vital Albin und Joel Roth auf den Plätzen 9 und 10. Der vom Spitzensport abtretende Reto Indergand klassierte sich in seinem letzten Weltcuprennen im 37. Rang.
Schurter schaffte es als Zweiter auf das Podest, obwohl ihm der Start missglückt war. Weil er den Fuss auf Anhieb nicht ins Klickpedal brachte, steckte er noch im Pulk fest, als Carod vorne wegzog. „In der Folge konzentrierte ich mich darauf, den Gesamtweltcup ins Trockene zu bringen“, so Schurter.
Mit dem achten Triumph im Gesamtweltcup überflügelte Schurter seinen einstigen Rivalen Julien Absalon in einer weiteren Rubrik. Der vor vier Jahren zurückgetretene Franzose war seinerzeit siebenmal der konstanteste Mountainbiker der Saison gewesen. Bei der Anzahl Weltcupsiege liegen Schurter und Absalon mit 33 Erfolgen gleichauf, den zehn Weltmeistertiteln des Schweizers stehen fünf von Absalon gegenüber. In Sachen Olympia-Goldmedaillen steht es 2:1 für Absalon, dafür hat Schurter an den Sommerspielen mit seinem kompletten Medaillensatz einmal mehr Edelmetall gewonnen.
Einmal mehr war Schurter der konstanteste Mountainbiker der Saison, in sechs der neun Weltcuprennen landete er auf dem Podest. Unter anderem errang der Familienvater zu Beginn der Saison in Brasilien den wertvollen 33. Weltcupsieg und wurde er vor einer Woche zum zehnten Mal Weltmeister. „Das ganze Jahr fühlt sich an wie ein Traum“, sagte Schurter. „Nach zwei schwächeren Jahren hätte ich nicht erwartet, dass diese Saison so gut verläuft.“ Nachdem die fehlende Atmosphäre an den Geisterrennen während der Corona-Pandemie auf die Motivation gedrückt habe, geniesse er die Rennen jetzt umso mehr, zumal er „keinerlei Druck“ mehr verspüre, liess Schurter verlauten.
Keller – die Konstanz in Person
Alessandra Keller war von A bis Z vorne dabei, ihre permanente Präsenz an der Spitze wurde gleich mit zwei Titeln belohnt. So liess sich die Nidwaldnerin nicht „nur“ als Short Track-Weltcupsiegerin, sondern auch als Gewinnerin der prestigeträchtigen Cross-Country-Gesamtwertung feiern.
Obwohl sie als Dritte des Gesamtweltcups ins letzte Rennen gestartet war, genügte ihr in Val di Sole der 6. Rang, um die zuvor führende Niederländerin Anne Terpstra (45.) sowie die Australierin Rebecca McConnell (19.) noch zu überholen.
Olympiasiegerin Jolanda Neff bestätigte in Italien ihre gute Form zum Abschluss der Saison. Nach dem Weltcup-Sieg in Mont-Sainte-Anne Anfang August und dem Gewinn von WM-Silber eine Woche zuvor in Les Gets schaffte sie als Dritte erneut den Sprung aufs Podest – zum 26. Mal insgesamt auf dieser Stufe im Cross-Country. Die 29-jährige Ostschweizerin musste sich nur der überlegenen französischen Weltmeisterin Pauline Ferrand-Prévot und deren Landsfrau Loana Lecomte geschlagen geben. Sina Frei wurde Fünfte.
Keller profitierte davon, dass Terpstra in Val di Sole gesundheitlich angeschlagen war und Ferrand-Prévot sowie Lecomte jeweils drei Rennen im Weltcup ausgelassen hatten. Das schmälert den Erfolg der Schweizerin jedoch in keinster Weise. Kellers Konstanz in dieser Saison ist beeindruckend: Sowohl im Short Track als auch im Cross-Country war sie nie schlechter als Zehnte. Im Short Track stand sie viermal auf dem Podest, im Cross-Country zweimal, wobei sie Ende Juli in Snowshoe ihren ersten Sieg auf dieser Stufe feierte.
„Es war heute brutal hart“, sagte Keller gegenüber dem Schweizer Fernsehen. „In der letzten Runde litt ich mega, ich konnte fast nicht mehr. Ich kann gar nichts dazu sagen, es ist einfach genial.“ Keller ist nach Barbara Blatter (2000 und 2001) und Neff (2014, 2015 und 2018) die dritte Schweizer Weltcup-Gesamtsiegerin im Cross-Country.
Text: Keystone-SDA