Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03142.jsonl.gz/1650

Seit 2011 gehört sie wegen ihrer Pfahlbauersiedlungen zum UNESCO-Weltkulturerbe, die Inselgruppe mitten im unteren Teil des Bodensees bei Stein am Rhein. «Insel Werd» wird ihre Hauptinsel genannt. Kloster und Kapelle der Insel Werd sind im Besitz des Klosters Einsiedeln, das es seit 1957 der Schweizer Franziskaner-Kustodie anvertraut. Vier Franziskanermönche leben dort im Sinn und Geist ihres Ordensgründers Franz von Assisi und nehmen vielfältige Aufgaben in der Seelsorge der umliegenden Pfarreien wahr.
Die Kapelle ist dem heiligen Otmar geweiht, zu dem die Insel Werd einen ganz besonderen Bezug hat. Auf der Homepage des Bistums St. Gallen findet sich dazu folgende Erläuterung:
«Otmar wurde in der Bodenseegegend geboren und am Bischofshof in Chur zum Priester ausgebildet. Im Jahr 719 wurde er nach St. Gallen berufen, um aus der verfallenen Zelle des hl. Gallus ein Kloster zu errichten. Dort baute er auch eine Herberge für die Armen und ein Spital für die Aussätzigen, die er eigenhändig pflegte. Als der fränkische Staat die Alemannen zu unterdrücken begann, verteidigte Otmar die Unabhängigkeit seines Volkes und seines Klosters. Deshalb wurde ihm fälschlicherweise ein Sittlichkeitsprozess angehängt. Er wurde auf die Insel Werd verbannt, wo er am 16. November 759 im Alter von 70 Jahren starb. Nach einem Jahrzehnt wurde sein unversehrter Leib in das Kloster St. Gallen zurückgeholt, und im Jahre 864 fand Otmars Heiligsprechung statt. Seither wird er als Patron der Verleumdeten und Verfolgten, als Vorbild der Krankenpflege, neuestens als Schützer der schweigenden Kirche verehrt.»
Auch die heutigen Franziskaner sind dem geistig-spirituellen Erbe Otmars verpflichtet und feiern jeden Mittwoch ihm zu Ehren eine Wallfahrtsmesse. Einer der vier Mönche ist Bruder Johannes-Maria Pfister. Für den 10. März 2024 lud er zu einem Vortrag ein. Dieser stand ganz im Zeichen des bevorstehenden wichtigsten Festes: dem heiligen Triduum, wie es Bruder Johannes-Maria im traditionellen Sprachgebrauch nennt: Gründonnerstag, Karfreitag und Osternacht. Eine stattliche, erwartungsfroh gestimmte Schar von rund 25 Gläubigen hatte sich im Otmarssaal auf der Insel Werd zu seiner theologischen tour d'horizon eingefunden.