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Zürich, 24.07.2017
Die Eltern des schwerkranken britischen Säuglings Charlie Gard haben den juristischen Streit um das Schicksal ihres Kindes aufgegeben. Das sagte ein Anwalt der Eltern am Montag nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA in London.
Die Eltern stritten sich vor Gericht mit der behandelnden Klinik um das Schicksal des elf Monate alten Buben.
Charlie leidet an einer sehr seltenen Erbkrankheit, die unter anderem zu irreparablen Hirnschäden führt. Seine Ärzte glauben, dass dem Knaben nicht mehr geholfen werden kann. Lebenserhaltende Massnahmen sollten daher beendet werden. Charlies Eltern wollten ihn dagegen für eine experimentelle Therapie in die USA bringen.
Charlies Krankheit, das mitochondriale DNA-Depletionssyndrom (MDDS), wird von einem Fehler in einem Gen verursacht. Dadurch leidet die Funktion der Kraftwerke der Zellen, der Mitochondrien. Sie produzieren weniger Energie, die der Körper aber braucht. Charlies Erkrankung, bei der das Gen RRM2B betroffen ist, wurde erst vor rund zehn Jahren erstmals beschrieben.
Der Kleine hat nach Angaben seiner Ärzte keine normale Hirnfunktion. Die Muskeln sind stark geschwächt; Charlie kann sich nicht bewegen. Er muss künstlich beatmet und ernährt werden, ist gehörlos und hat epileptische Störungen.
Die Therapie, die er auf Wunsch der Eltern in den USA bekommen sollte, ist noch nie bei Tieren oder Menschen mit der RRM2B-Mutation ausprobiert worden. Allerdings wurde sie bei Patienten eingesetzt, die eine Gen-Mutation mit milderen Verläufen haben.