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Am 6. und am 9. August 1945 warfen die Amerikaner Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki ab. Kurz darauf kapitulierte Japan – und der 2. Weltkrieg endete damit auch in Asien.
70'000 Einwohner von Hiroshima starben beim Einschlag – bis Ende Dezember des selben Jahres starben noch einmal so viele und auch in Nagasaki erlagen bis dann ungefähr 70'000 Opfer der radioaktiven Strahlung.
Obwohl in Hiroshima und Nagasaki heute ein normales Leben herrscht und die Strahlung anders als bei Unglücken in Atomreaktoren wie in Tschernobyl oder in Fukushima nicht in die Atmosphäre gelangte: Zahllose Menschen litten jahrzehntelang an den Spätfolgen des Einsatzes – teilweise bis heute.
US-Präsident Truman, der den Abwurf angeordnet hatte, insistierte noch in seinen Memoiren darauf, dass mit dem nach dem Abwurf folgenden Kriegsende und einer so nicht mehr nötigen Invasion von Japan durch die USA unzählige Leben von Soldaten und Zivilisten gerettet worden seien.
Barack Obama besuchte 2016 als erster amerikanischer Präsident Hiroshima und gedachte mit anwesenden Überlebenden den Opfern. Er betonte bei dieser Gelegenheit, wie sehr der Krieg in gewaltigem Leiden und Verlust für unschuldige Zivilisten münde und er gemeinsam mit dem japanischen Präsidenten Shinzo Abe zeigen wolle, wie sich frühere Feinde aussöhnen und zu Verbündeten werden könnten.
Obama hatte sich bereits seit Beginn seiner Amtszeit 2008 für eine Vision einer atomwaffenfreien Welt stark gemacht, mit Russland entsprechende Verhandlungen geführt und eine UN-Resolution angeregt. Nicht zuletzt deswegen wurde ihm 2009 der Friedensnobelpreis verliehen.
Dennoch ist die Welt noch immer weit davon entfernt, die Gefahr eines nuklearen Konflikts zu bannen. Obwohl sich die Atommacht Russland derzeit nur schon aus wirtschaftlichen Gründen ein Wettrüsten mit den USA nicht leisten kann und in der US-Gesellschaft die extremen Rüstungsausgaben zunehmend kritisiert werden, so bleibt beiden Parteien beim jetzigen Stand ein stattliches Arsenal: Rund 2000 Sprengköpfe sollen die beiden Staaten laut Experten permanent in höchster Alarmbereitschaft haben, damit sie binnen Minuten einsatzbereit wären.
Dass die beiden Mächte, nachdem ein 1987 abgeschlossener, zentraler Abrüstungsvertrag 2019 auslief, nun zaghaft wieder beginnen, miteinander über Rüstungskontrolle zu sprechen, ist deswegen ein Hoffnungszeichen. Allerdings wollen beide Staaten zwingend auch China in die Diskussion einspannen, das selbst über 320 Atombomben verfügen soll. Die Volksrepublik weigert sich jedoch bisher, an einem Rüstungskontrollprogramm teilzunehmen.
Die Welt hofft weiter auf eine Befreiung von der Bedrohung durch Atomwaffen. Es bleibt nichts anderes, wie es Papst Franziskus anlässlich seines Besuches 2019 in Nagasaki formulierte, als die unermüdliche Förderung von Abkommen sowie der Dialog. Seien das doch die einzigen „Waffen“ für den Aufbau einer gerechten, solidarischen Welt, die echte Garantien für den Frieden biete.