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Regulierungsbremse: Bundesrat schläft weiter
Privilegierter Zugang gefährdet?
SCHWEIZ-JAPAN – Seit den 1860er-Jahren sind die Eidgenossenschaft und das Land der aufgehenden Sonne wirtschaftlich verbunden.
Japan: Die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt ist bekannt für ihre Technologie und Innovationskraft. Doch die Schweiz könnte ihren privilegierten Zugang dazu verlieren.
Der Beginn der Beziehung
Nachdem Japan im Jahr 1858 Handelsverträge mit den USA, den Niederlanden, Russland, England und Frankreich abgeschlossen hatte, unternahm 1859 der Preusse Rudolf Lindau im Auftrag der Union horlogère in La Chaux-de-Fonds und des Kaufmännischen Direktoriums von St. Gallen eine halboffizielle Erkundungsreise ins Land der aufgehenden Sonne.
Im Jahr 1863 begab sich unter niederländischen Schutz eine Schweizer Regierungsdelegation dorthin. Alt Ständerat und Generaldirektor der Société horlogère, Aimé Humbert-Droz, leitete sie. Nach langwierigen Verhandlungen wurde im Jahr 1864 in der niederländischen Botschaft in Tokio ein Staatsvertrag unterzeichnet. Er gewährte Schweizern die Niederlassungs- und Handelsfreiheit in den offenen Hafenstädten, die Konsulargerichtsbarkeit sowie niedrige Einfuhrzölle.
Freihandel und Freundschaft
Die ersten Verbindungen der Schweiz zu Japan waren alleine im Handel begründet. Es dauerte jedoch beinahe 150 Jahre, bis es zu einem echten Freihandelsabkommen zwischen beiden Ländern kam. Das umfassende Abkommen über Freihandel und Wirtschaftliche Partnerschaft (FHWPA) zwischen der Schweiz und Japan trat erst am 1. September 2009 in Kraft.
«Ein Freihandelsabkommen mit der eu könnte für uns zum problem werden.»
Das hat vor allem mit der Ausrichtung der japanischen Aussenhandelspolitik zu tun. Japan stand dem Freihandel lange ablehnend gegenüber. Erst in den 2000er-Jahren öffnete sich das Land dafür. Doch jetzt scheint die Inselnation im Pazifik die Logik des Freihandels zu akzeptieren, denn auch mit der Europäischen Union soll ein entsprechender Vertrag her. Das wiederum wäre für die Schweiz ein Problem.
Uhren, Pharma, Lebensmittel
Die Schweiz exportiert längst nicht nur Uhren nach Japan. Diese machen noch etwa 16 Prozent der Schweizer Ausfuhren dorthin aus. Doch Pharma, Chemie, Maschinen und Lebensmittel folgen dicht darauf. Das Problem dabei: Das FHWPA sieht kaum Erleichterungen für diese Branchen vor; der mit der EU in Aussicht gestellte Vertrag hingegen wohl. Da liegt es auf der Hand, dass Japan Schweizer Produkte durch EU-Produkte ersetzen könnte.
Dabei ist Japan beispielsweise der weltgrösste Importeur von Käse und Schokolade. Überhaupt: Bearbeitete Lebensmittel aus Europa, speziell solche aus der Schweiz, haben einen festen Platz unter der aufgehenden Sonne.
Es wäre auch falsch, wenn die Schweiz ihre Vorteile in Japan verlieren würde. Heute fällt der Handel mit einem Volumen von über 13 Milliarden Franken pro Jahr mit einem für die Schweiz positiven Saldo von etwa 1,5 Milliarden Franken aus.
Nicht einfach, aber gut
Der Appenzeller Hans Koller, der im Jahr 1908 als erster Dozent für deutsche Sprache an der staatlichen Universität von Hokkaidô wirkte und den Skisport nach Japan brachte, hielt einst fest: «Die Japaner sind keine einfachen Freunde, aber sie sind gute Freunde. Die Schweizer sind keine einfachen Partner, aber sie sind gute Partner.» Das gilt heute noch.Sc
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Machen Sie sich ein Bild über alle guten Argumente gegen die radikale Initiative in der Abstimmungszeitung (PDF).