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Von daheim wegziehen, das vertraute Nest verlassen. Was bringt so eine Veränderung mit sich? Wir haben sieben Personen darüber befragt, wie es für sie war, als sie von zu Hause weggezogen sind. Während einige gar ins Ausland gingen, blieben andere noch für Jahre in der Nähe der Eltern.
Ich bin mit 14 von Zuhause ausgezogen. Das brasilianische Dorf, in dem meine Eltern lebten, hatte eine sehr schlechte Schule. Deshalb bin ich in eine Grossstadt gezogen, um dort auf eine gute Highschool gehen zu können. Mit meiner Schwester habe ich in einem studentischen Wohnheim ein Zimmer geteilt.
Am meisten hat mir der Umstand gefallen, dass ich aus meinem Dorf in eine Grossstadt ziehen konnte. Aber natürlich habe ich meine Freunde vermisst. Die Stadt ist mehr als 3000 Kilometer von meinem Heimatdorf entfernt. Deshalb konnte ich nur in den Sommer- und Winterferien zu meiner Familie reisen. Ich habe mich jeweils besonders darauf gefreut, mich mit meiner Familie auszutauschen und mich zu entspannen. Zuhause ist alles so vertraut.
Als ich ausgezogen bin, hatte meine Mutter Angst, dass mir etwas passieren könnte, da die Kriminalität in Brasilien sehr hoch ist. Mein Vater hat die Situation allerdings entspannter gesehen. Heute fliege ich etwa einmal im Jahr nach Hause. Mit meiner Mutter habe ich allerdings täglich Kontakt.
Ich bin mit 17 von zu Hause ausgezogen, da meine Eltern ihren Wohnsitz an einen Ort verlegt haben, der relativ weit weg von meiner damaligen Schule war. Auf langes Pendeln hatte ich keine Lust und deshalb bin ich in eine WG gezogen, die in der Nähe meiner Schule war. Das war super, meine Mitbewohner sind quasi zu einer zweiten Familie für mich geworden und mein Schulweg ist kurz geblieben. Ein Nachteil war allerdings, dass ich finanziell nicht mehr ganz so gut aufgestellt war, wie vorher.
Wenn ich «nach Hause», also zu meinen Eltern gehe, freue ich mich immer auf das gute Essen und eine warme Umarmung.
Die grösste Sorge meiner Eltern war, dass ich mich gehen lassen könnte. Heute melde ich mich mehrmals wöchentlich, manchmal wegen etwas Ernstem, aber auch sonst, um den Kontakt aufrecht zu erhalten und mich über Belangloses auszutauschen.
Nachdem ich meine kaufmännische Lehre in einem Reisebüro abgeschlossen hatte, bin ich mit 21 von zu Hause ausgezogen. Meine Eltern haben in Berlin gelebt und ich bin in die Schweiz gekommen, da ich hier einen spannenden Job gefunden hatte. Zuerst bin ich in ein Zimmer in eine WG gezogen, nach einem Jahr habe ich dann eine kleine Wohnung gemietet.
Einen grossen Vorteil des selbstständigen Lebens habe ich darin gesehen, ein neues Land, deren Menschen und Kultur kennenzulernen. Mir hat auch die Landschaft in der Schweiz gut gefallen, da ich in dem Teil Berlins gelebt habe, der von der Sowjetunion besetzt war. Die Freiheit in der Schweiz habe ich unglaublich genossen.
Meine Eltern haben sich keine grossen Sorgen um mich gemacht, da ich sehr selbstständig war und bereits eine abgeschlossene Berufslehre hatte. Aber klar, ich habe meine Familie schon vermisst. Meine Mutter ist dann während langer Zeit zwei Monate pro Jahr zu mir in die Schweiz gekommen. Hierhin ziehen wollte sie allerdings nie.
Mit 17 bin ich von Kolumbien nach Spanien gezogen, um dort zu studieren. Ich habe in einem Studentenwohnheim gelebt und hatte teilweise das Zimmer für mich allein. Manchmal hatte ich aber auch einen Mitbewohner. Mir hat dieser Schritt sehr viel Selbstständigkeit gebracht. Ich war auf mich alleine gestellt und musste lernen, Verantwortung zu übernehmen.
Meine Familie und auch das kolumbianische Essen haben mir aber schon gefehlt. Wenn ich nach Hause gehe, freue ich mich darauf, dass alles so vertraut ist. Daheim ist es fast so, als wäre die Zeit stehen geblieben. Ich habe danach immer mal wieder für einige Monate bei meinen Eltern gelebt. Als Zwischenstopp, bis es mich wieder an einen anderen Ort verschlagen hat.
Als ich als 17-Jähriger ausgezogen bin, hatten meine Eltern Angst davor, dass ich Drogen nehmen oder unverantwortliche Beziehungen eingehen könnte. Heute besuche ich meine Eltern etwa zweimal im Jahr. Kontakt haben wir dank den heutigen Kommunikationsmitteln aber wesentlich häufiger.
Als ich 17 war, bin ich aus meinem Elternhaus ausgezogen.
Das Verhältnis war angespannt und ich bin in eine Studiowohnung in Bern gezogen, in der Hoffnung, so die schwierige Situation zu Hause etwas zu entschärfen.
Ich habe die Unabhängigkeit geschätzt, die ich nach meinem Auszug geniessen konnte und habe gelernt, eigenständig zu leben. Trotz allem habe ich aber meine Familie vermisst und mich jeweils gefreut, nach Hause zu gehen. Dort war ich nicht alleine und konnte mich austauschen. Später bin ich dann noch einmal für einige Zeit bei ihnen eingezogen, da ich mir erhofft habe, dass sich unser Verhältnis so bessern würde.
Als ich weggegangen bin, hatten meine Eltern sicherlich Angst davor, dass sie die Kontrolle über mich verlieren könnten und auch, dass ich plötzlich in der Gosse enden würde. Heute habe ich mehrmals pro Woche Kontakt, hauptsächlich zu meiner Mutter.
Ich bin mit 23 in die Zweitwohnung meines Elternhauses gezogen. Richtig ausgezogen bin ich aber erst acht Jahre später. Da ich mit 30 geheiratet habe und meine Tochter unterwegs war, haben meine Frau und ich eine eigene Wohnung gekauft. In diesem Alter noch im Haus der Eltern zu wohnen, war keine einfache Situation und auch wegen den Platzgründen war ich froh, definitiv ausziehen zu können.
Den grössten Vorteil habe ich darin gesehen, autonom zu leben. Ich konnte mein Leben so leben, wie ich es wollte und etwas Eigenes aufbauen. Vermisst habe ich eigentlich nichts. Wenn ich zu den Eltern ging, wusste ich, dass sich meine Mutter freute, mich und meine Familie zu sehen. Ausserdem konnte ich meinen kranken Vater pflegen und Zeit mit ihm verbringen, bevor er starb.
Meine Eltern hatten keine Angst, als ich auszog. Ich war finanziell unabhängig und hatte eine eigene Familie gegründet. Heute habe ich keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter, da die Situation zu schwierig ist.
Ich bin mit 19 Jahren von zu Hause ausgezogen, da ich in Zürich studieren wollte. Nun lebe ich in einer Wohngemeinschaft mit drei Mitbewohnern. Einen grossen Vorteil sehe ich darin, dass ich selbstständig Entscheidungen treffen kann und mehr oder weniger machen kann, was ich will.
Am meisten vermisse ich das Leben auf dem Land und dass ich meine engen Freunde nicht mehr ohne weiteres unter der Woche sehen kann. An die Atmosphäre in einer Stadt wie Zürich muss ich mich erst noch gewöhnen.
Meine Eltern hatten eigentlich keine Angst, als ich ausgezogen bin. Sie wissen, dass ich gut alleine zurechtkomme. Ich gehe aber fast immer am Wochenende nach Hause und freue mich dann vor allem auf das leckere Essen und die spannenden Gespräche. Ausserdem habe ich so die Möglichkeit, die Freundschaften in meiner Heimatregion aufrecht zu erhalten.