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Nutzniessung am gesamten Nachlass
Wer seinen Ehepartner maximal begünstigen möchte, kann ihm die Nutzniessung am gesamten Nachlassvermögen zusprechen.
Im Gegenzug steht dem Ehepartner nur noch ein Viertel statt wie gesetzlich vorgesehen die Hälfte als Eigentum zu. Den Anteil der Kinder (drei Viertel) darf er jedoch verwalten und Erträge daraus, wie Zinsen, Mieteinnahmen und Dividenden, für sich behalten. Heiratet der verwitwete Ehepartner später wieder, kommen die Pflichtteile nachträglich zum Tragen. Die Nutzniessung gilt in diesem Fall nur noch für den Teil des Nachlasses, der nicht pflichtteilsgeschützt ist.
Nachkommen haben jetzt Anspruch auf die Auszahlung ihres Pflichtteils von 3/8 des Nachlassvermögens. Die Nutzniessung reduziert sich auf die restlichen 3/8.
Eine Nutzniessung am gesamten Nachlass ist nur möglich zulasten gemeinsamer Kinder und ihrer Nachkommen. Die Pflichtteile von Kindern aus früheren Beziehungen müssen hingegen eingehalten werden. Das bedeutet, dass sie die uneingeschränkte Herausgabe ihres Pflichtteils einfordern können.
Häufig keine optimale Absicherung
Mit einer Nutzniessung am gesamten Nachlass ist der Ehepartner häufig nicht optimal abgesichert. Ein Nutzniesser darf nur die Erträge verbrauchen, die das Vermögen abwirft. Über die Vermögenssubstanz kann er jedoch nicht allein verfügen. Der hinterbliebene Ehegatte kann zum Beispiel weiterhin im Haus wohnen oder es vermieten und die Mietzinsen für sich behalten, er darf es aber nicht verkaufen. Möchte er das Haus umbauen oder renovieren, braucht er die Zustimmung der Kinder.
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