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Mit Neuschnee und Wind entstanden während dieser Wochenberichtsperiode laufend Triebschneeansammlungen, die aufgrund der ungünstigen Unterlage sehr auslösefreudig waren. Am Wochenende vom 03./04.03. gab es diverse Personenauslösungen und in der Berichtsperiode leider zwei Todesopfer.
Freitag, 02.03. bis Montag, 05.03.: immer wieder wenig Schnee, dann starker Südföhn
Abgesehen von letzten Aufhellungen im Osten startete diese Wochenberichtsperiode am Freitag bewölkt. Aus Südwesten fiel im Tagesverlauf wenig Schnee. Am Samstag war es im Osten zunächst recht sonnig, bevor aus Westen erneut Wolken aufzogen und ein paar Zentimeter Schnee fielen. Am Sonntag war es nach einer ziemlich klaren Nacht mehrheitlich sonnig. Am Montag war es im Norden teils sonnig, sonst bewölkt.
Insgesamt fiel von Mittwoch- bis Sonntagmorgen mit Unterbrüchen vor allem im Westen Schnee; am meisten im westlichen Unterwallis, im Chablais, in Ovronnaz und in Montana mit 30 bis 50 cm (Abbildung 1).
Der Wind wehte zunächst meist mässig aus Süd bis West. Am Sonntag und Montag blies der Wind zeitweise stark aus südlichen Richtungen, in den Alpentälern des Nordens als starker Südföhn (Abbildung 2).
Die Temperaturen stiegen weiter an und erreichten am Sonntag und Montag mit dem Südföhn im Norden mittags auf 2000 m +2 °C. Im Süden war es rund 4 °C kälter.
Dienstag, 06.03. bis Donnerstag, 08.03.: mehrheitlich bewölkt, Neuschnee im Norden und Westen
Am Dienstag und Mittwoch war es stark bewölkt. Am Mittwoch schneite es verbreitet. In der Nacht auf Donnerstag endeten die Niederschläge. Am meisten Schnee fiel ganz im Westen sowie verbreitet am westlichen Alpennordhang (Abbildung 3). Am Donnerstag wurde es tagsüber recht sonnig.
Der Wind wehte am Dienstag meist schwach aus westlichen Richtungen, am Mittwoch und Donnerstag dann mässig bis stark.
Vor dieser Wochenberichtsperiode war die Schneeoberfläche besonders an Windschattenhängen verbreitet locker und kantig aufgebaut oder mit Oberflächenreif bedeckt (siehe letzter Wochenbericht). Mit Wind und Neuschnee entstanden von Freitag, 02.03. bis Sonntag, 04.03. täglich neue Triebschneeansammlungen. Diese kamen besonders an West-, Nord- und Osthängen auf die eingangs erwähnte, ungünstige Oberfläche zu liegen und waren sehr auslösefreudig. Aus dem Gelände wurden häufige Alarmzeichen wie Risse, Wummgeräusche oder auch Fernauslösungen gemeldet, alles deutliche Hinweise für die hohe Auslösebereitschaft von Lawinen (Abbildung 4). Gleichzeitig wurden schon etwas ältere Triebschneeansammlungen laufend überschneit und waren deshalb schwer zu erkennen. Sie blieben aber störanfällig.
Am Sonntag, 04.03. waren bei sonnigem und mildem Wetter viele Leute in den Bergen unterwegs, entsprechend wurden aufgrund der hohen Auslösebereitschaft auch viele Lawinenauslösungen gemeldet (siehe Kapitel Lawinenunfälle). Die Lawinengefahr wurde verbreitet mit Gefahrenstufe 2 (mässig) eingeschätzt, da die Auslösebereitschaft nicht das einzige Kriterium bei der Festlegung der Gefahrenstufe ist (mehr dazu im folgenden Kapitel „Mässig oder erheblich?“).
Am Montag, 05.03. wurden kaum frische Triebschneeansammlungen gebildet, da das verfrachtbare Angebot vorübergehend schlicht zu gering war.
Mit Neuschnee und Wind entstanden ab Dienstag, 06.03. zuerst im Westen, ab Mittwoch, 07.03. dann auch in den übrigen Gebieten weitere Triebschneeansammlungen. Damit wurden die älteren Triebschneeansammlungen zum wiederholten Mal überdeckt. Sie blieben aber weiterhin störanfällig und somit war die Lawinensituation in vielen Gebieten schwierig zu beurteilen.
Wir verwenden für die Beschreibung der Lawinengefahr die fünfstufige, europäische Lawinengefahrenskala. Die Festlegung der Gefahrenstufe hängt dabei von den folgenden drei Kriterien ab:
In der untenstehenden Matrix der Europäischen Lawinenwarndienste (EAWS) wurde versucht, die fünf Gefahrenstufen den unterschiedlichen Ausprägungen dieser drei Kriterien zuzuweisen (Abbildung 5). Diese Matrix hat zum Ziel, die Anwendung der Gefahrenstufen zwischen den verschiedenen Warndiensten weiter zu vereinheitlichen.
Am vergangenen Wochenende waren
Daraus resultierten die blau umrandeten Gefahrenstufen. Im Nachhinein hätte das (A) auch als „Bei geringer Zusatzbelastung wahrscheinlich“ beurteilt werden können.
Aufgrund dieser Matrix wurde die Lawinensituation am vergangenen Wochenende in grossen Teilen des Alpennordhangs und des südlichen Unterwallis sowie des Oberwallis, im nördlichen Tessin sowie in Graubünden mit Gefahrenstufe 2 (mässig) eingeschätzt (siehe Gefahrenverlauf ganz unten).
Dieses Beispiel zeigt, dass die Gefahrenstufen sehr unterschiedliche Ausprägungen haben können. Deshalb sollte man als Schneesportler abseits gesicherter Pisten nicht nur die Gefahrenstufe, sondern auch die Gefahrenbeschreibung kennen. In der Gefahrenbeschreibung werden die Ausprägungen der oben genannten drei Kriterien genauer beschrieben.
Übrigens ist unter anderem die Ausprägung „kleine, leicht auslösbare Triebschneeansammlungen“ in der Interpretationshilfe zum Lawinenbulletin genauer umschrieben.
Dem SLF wurden in dieser Berichtsperiode bis Redaktionsschluss insgesamt 20 Lawinen mit erfassten Personen gemeldet (Abbildung 6). Leider sind bei zwei Lawinenunfällen zwei Personen gestorben. Damit forderten Lawinen im Winter 2017/18 bis jetzt 17 Todesopfer, was in etwa dem langjährigen Durchschnitt entspricht. Mit 14 war die Mehrheit der Lawinenopfer Tourengänger.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.