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Die Air-France-Flugzeugkatastrophe am Pfingstmontag 2009 – gut 1000 Kilometer vor der brasilianischen Küstenstadt Recife – ist nach dem abschliessenden Expertengutachten massgeblich durch menschliches Versagen verursacht worden. Das Unglück forderte 228 Tote und ist auf Pilotenfehler aber auch mangelnde Ausbildung derselben zurückzuführen.
Wie die Ermittler der französischen Flugunfall-Untersuchungsbehörde BEA Le Bourget mitteilten, war die Crew nach einer Vereisung der Geschwindigkeits-Messsonden mit der eigentlich beherrschbaren Situation überfordert gewesen.
Fatal sei der Entscheid eines der Co-Piloten gewesen, die Nase des Flugzeugs während eines Strömungsabrisses (stall) nach oben zu ziehen statt nach unten zu drücken. Der Pilot habe sich dabei auf falsche Daten eines Flugzeugpositions-Sensors abgestützt.
Chef-Ermittler Alain Bouillard erklärte dazu, dass die beiden verantwortlichen Piloten in dieser Phase gar nie realisierten, dass sich ihr Flugzeug in einem «stall» befand. Laut Bouillard hätte eine erfahrene Crew mit einem klaren Verständnis der Situation die Möglichkeit gehabt, die Passagiermaschine wieder zu stabilisieren. Die Piloten der Air-France-Maschine hätten sich dagegen in einem Zustand nahezu «totalen Kontrollverlusts» befunden.
Piloten wird während ihrer Ausbildung von Beginn an gelehrt, im Falle eines Strömungsabrisses die Nase des Flugzeugs nach unten zu drücken und gleichzeitig die Geschwindigkeit zu erhöhen.
Angehörige der Absturz-Opfer zeigten nach der Vorstellung des Berichts ein gewisses Verständnis für die Piloten. Sie hätten in einer schwierigen Situation mit schlechten Instrumenten zu kämpfen gehabt und mit einer Reihe von nicht mehr funktionierenden Warnsignalen.
Gleichzeitig bezeichneten sie den Bericht als «zu soft» in Bezug auf die Mitverantwortung der Airline-Industrie. So habe man lange vor dem Absturz von Problemen mit den Geschwindigkeits-Sensoren gewusst, aber bis zum Unglück die Geräte nicht systematisch ausgetauscht. Robert Soulas, Sprecher einer Angehörigen-Vereinigung der Absturzopfer, kündigte an, bei der laufenden Strafuntersuchung wegen Totschlags gegen Airbus und Air France immer wieder auf diesen Punkt hinzuweisen.