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Gustave Revilliod (1817-1890) vermachte der Stadt Genf das riesige Anwesen Varembé, das ursprünglich bis zum Genferseeufer reichte. Das Gelände wurde mehrfach umgestaltet. Zwei Bronze-Reiher «erfrischen sich» bei schönem Wetter im vermutlich 1850 gebauten Wasserbecken. 1883 beherbergte der Park für eine begrenzte Zeit das Chalet Montbovon (18. Jahrhundert), das zuvor an der Landesausstellung gezeigt worden war. Zu dieser Zeit waren gar Hirsche im Park untergebracht. 1894 wurde eine Anlegestelle errichtet, um das Ariana per Schiff erreichen zu können. Ein Jahr später entstand ein schwimmendes Uferrestaurant, das 1911 allerdings zerstört wurde.
Die Aufteilung des Anwesens begann im 20. Jahrhundert. Zwischen 1902 und 1904 wurde der botanische Garten, der sich ursprünglich im Parc des Bastions befand, nach Varembé verlegt; dazu kam der Bau der «Console». Die einschneidendste Veränderung brachte allerdings die Errichtung des Palais des Nations von 1929 bis 1937 mit sich, denn dieser Bau versperrte für immer die herrliche Sicht auf See und Alpen. Der Diensteingang des Museums wurde fortan als Haupteingang benützt. Durch diese Umkehr der Fassaden-Hierarchie wurde die Wahrnehmung des Gebäudes stark beeinträchtigt. Das Mausoleum, das nach dem Willen von Gustave Revilliod am Fuss eines Eichenhains errichtet werden sollte, steht heutzutage auf der Parkseite, die an den UNO-Palast angrenzt.
Mehrere Skulpturen sind über den ganzen Park verteilt, namentlich eine Büste von Michelangelo. Am bekanntesten ist wohl die Büste von Mahatma Gandhi, ein 2007 eingeweihtes Geschenk der Republik Indien an die Stadt Genf. Sie zeigt den pazifistischen Freiheitskämpfer im Schneidersitz und mit einem offenen Buch. Die Inschrift lädt zum Nachdenken ein: «Mein Leben ist meine Botschaft».
Die Glocke von Shinagawa verbindet den Park mit Japan. Sie wurde 1657 gegossen und hatte im Shingong-Tempel «Honsen-ji» von Shinagawa (Tokyo) gestanden. 1873 kaufte Gustave Revilliod die Glocke…im Aargau. Die Stadt Genf gab das Original nach Japan zurück und erhielt zum Dank eine Kopie, die heutzutage von zwanzig Kirschbäumen umrahmt ist. Die Sakura-Allee wurde am 31. März 2014 anlässlich der Feier des hundertfünfzigjährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Japan eingeweiht. Im Park befindet sich zudem ein Denkmal für die Opfer der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki und zu Ehren des IKRK-Delegierten Marcel Junod (1904-1961), der als erster ausländischer Arzt zur Versorgung der Überlebenden von Hiroshima beitrug.