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mission 21, Chile
Gesundheits- und Heilkräuterprogramm
Das Heilkräuterprojekt des Entwicklungsdienstes SEDEC der chilenischen Methodistenkirche entstand aus einem Gesundheitsprogramm und der Frauenarbeit in ländlichen Sektoren. Das Gesundheitsprojekt vermittelte theoretisches und technisches Basiswissen über Krankheitsprävention und Gesundheitsversorgung – so z.B. Hygiene, Aidsprophylaxe, Familienplanung, Temperatur- oder Blutdruckmessung usw. – und lief von 1988 bis 1992. Doch das Programm entsprach nicht dem Bedürfnis der Teilnehmerinnen, etwas Konkretes gegen die häufigsten Gesundheitsprobleme in ihren Familien tun zu können. In den ländlichen Gebieten, bei den Mapuche (Ureinwohner im Süden Chiles), aber auch in den urbanen Armenvierteln ist der Gebrauch von Heilkräutern immer noch sehr lebendig, unter anderem weil Medikamente für viele Menschen praktisch unerschwinglich sind. So begann das Gesundheitsprojekt, dieses traditionelle Wissen aufzugreifen, nach wissenschaftlicher Literatur zu suchen (die in Europa glücklicherweise reichlich vorhanden ist) und diejenigen Arzneipflanzen auszuwählen, die bedenkenlos und erfolgreich gegen bestimmte Krankheiten verwendet werden können. Ausserdem wurden Rezepte ausgearbeitet, um mit einfachen Mitteln Arzneimittel wie Tropfen, Sirups oder Salben auf Heilkräuterbasis selbst herstellen zu können.
In den ersten Jahren (1992-1994) wurde die Heilkräuterarbeit im Rahmen gelegentlicher Gesundheitstagungen abgehandelt. Da das Thema stets auf grosses Interesse stiess, entschied SEDEC 1995, ein Heilpflanzenprojekt zu lancieren. Der grosse Vorteil Chiles ist, dass der grösste Teil der häufigsten Krankheiten mit Wissen, geeigneten hygienischen Massnahmen sowie einer entsprechenden Ernährung und Lebensführung verhütbar beziehungsweise mit Heilpflanzen und anderen natürlichen Methoden behandelbar sind. Die meisten Arzneipflanzen, über die fundierte wissenschaftliche Literatur existiert, wachsen in Chile wild oder werden häufig in Gärten oder Parks angepflanzt.
Im Kurs werden zuerst Anatomie und Physiologie der einzelnen Organsysteme besprochen (z. B. Luftwege), dann die häufigsten Krankheiten und das Vorbeugen gegen sie (z.B. Erkältungen) durchgenommen, und am Schluss jedes Kapitels werden lokal vorhandene Heilkräuter vorgestellt und entsprechende Heilmittel zubereitet (wie Hustensirup oder Brustsalbe). Der Kurs ist in 14 Kapitel eingeteilt und dauert 1-2 Jahre, je nach den Vorkenntnissen der jeweiligen Gruppen.
Im Verlaufe der zehn Jahre, in denen das Heilkräuterprojekt besteht, haben mehr als 2'000 Frauen und einige wenige Männer den Kurs absolviert. Das Publikum ist extrem vielfältig: von Bauern- und Mapuchefrauen, über Bewohner der Armenviertel bis hin zu Pfarrerinnen und in den letzten Jahren auch vermehrt medizinisches Fachpersonal sowie Umweltschützer, Lehrer, Akademiker und allgemein Interessierte. Ein Rückgang der Nachfrage ist nicht abzusehen. Im Gegenteil: Jedes Jahr öffnen sich neue Türen, und neue Kreise verlangen den Kurs. Und immer mehr ehemalige Teilnehmerinnen wagen es, eigene Kurse zu organisieren und durchzuführen.

Land/Region: Chile
Zeitraum/Projektphase: In dieser Form bis Ende 2006, danach erfolgt eine Neuplanung.
Schweizerische Organisation: mission 21, evangelisches missionswerk basel
Website: www.mission-21.org
Kontakt: Regula Fischer, Programmverantwortliche Chile, <email-pii>
Partnerorganisation: Entwicklungs- und Ausbildungsdienst der methodistischen Kirche – Servicio para el desarrollo y educación comunitaria (SEDEC)
Informationen: www.mission-21.org,
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