Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03244.jsonl.gz/237

Bilderstrecke: Spektakuläre Museums-Architektur auf der ganzen Welt (2/2)
Das Äussere eines Museums kann genauso interessant sein, wie das Innere. Das zeigt die Erweiterung von Santiago Calatrava für das Kunstmuseum in Milwaukee oder auch das Museo Soumaya in Mexiko-Stadt. Einige Beispiele für imposante Museumsarchitektur.
Hier geht es zu Teil 1 der Bilderstrecke.
Quelle: ajay_suresh flickr CC BY 2.0
Solomon R. Guggenheim Museum in New York.
Solomon R. Guggenheim Museum in Manhattan: Architektur vs. Kunst
Das Solomon R. Guggenheim Museum ist ein 1939 gegründetes Museum für moderne Kunst in New York City. 1959 zog das Museum in ein Gebäude an der Fifth Avenue in Manhattan, das der amerikanische Architekt Frank Lloyd Wright entworfen hatte. Das Bauwerk war das letzte Werk des Architekten. Wright geriet im Verlaufe des Projekt in zahlreiche Konflikte mit der Stadtverwaltung, den Auftraggebern und der Kunstszene. Der Kunstkritiker John Canaday lehnte etwa die Architektur ab, da diese den Bildern die Schau stehlen würde. Er bezeichnete es gar als einen «Krieg zwischen Architektur und Malerei». Der Bau hat heute die Form einer Rotunde und ist im Inneren offen gestaltet mit terrassenförmigen Etagen. Eine Glaskuppel bildet das Dach.
Quelle: CityofStPete flickr CC-BY-ND-2.0
Salvador Dali Museum in St. Petersburg, Florida.
Salvador-Dali-Museum in St. Petersburg: Gläserne Blase für Dali
Das Salvador-Dali-Museum in St. Petersburg im US-Bundesstaat Florida wurde 1982 gegründet. Das Museum beherbergt eine Sammlung aus 2140 Werken des Künstlers. Ursprünglich waren diese in einem umgebauten Lagerhaus am Bayboro Harbor untergebracht. Um 2011 zog das Museum dann aber in einen Neubau, der in unmittelbarer Nähe realisiert wurde. Dieser entstand nach Plänen des Architekturbüros HOK, die Bauzeit betrug 22 Monate. Das Gebäude ist als Rechteck gestaltet mit 45 Zentimeter dicken hurrikansicheren Wänden, aus der die frei geformte Glasblase «Enigma» hervortritt. Diese besteht aus 1062 dreieckigen Glasstücken und soll eine Hommage an die Kuppel sein, die das Dali Museum in Spanien schmückt.
Quelle: Dennis Jarvis flickr CC-BY-SA-2.0
Royal Ontario Museum in Toronto, Kanada.
Royal Ontario Museum in Toronto: Ein Kristall von Daniel Libeskind
Das Royal Ontario Museum wurde 1912 gegründet und ist das grösste seiner Art in Kanada. Es befindet sich direkt neben der Universität von Toronto und zeigt unter anderem Sammlungen zu Dinosauriern sowie zur Geschichte und Kultur von Ägypten, Südamerika, Afrika, Ostasien und Kanada. Im Laufe seiner Geschichte wurde der Museumsbau zwischen 1964 und 1975 um ein Planetarium und ein mehrstöckiges Atrium erweitert. Die letzte bauliche Veränderung erfuhr das Gebäude zwischen 2006 und 2007 mit dem Projekt «The Crystal»: Nach dem Entwurf des Architekten Daniel Libeskind wurde es umgebaut und erweitert. Im Zuge der Arbeiten wurden das Planetarium und weitere Gebäudeteile abgerissen und durch eine riesige Kristallform, die seitlich aus dem Gebäude austritt, ersetzt. 2007 wurde die «Crystal»-Erweiterung eröffnet.
Quelle: Mobilus In Mobili flickr CC-BY-SA-2.0
Nationalmuseum für Afrikanische Geschichte und Kultur in Washington
National Museum of African American History and Culture in Washington: Bronzene Metallgitter als Fassade
Das National Museum of African American History and Culture in Washington wurde im September 2016 vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama eröffnet. Für den Entwurf des Gebäudes wurde ein internationaler Wettbewerb lanciert, den der in Tansania geborene Architekt David Adjaye für sich entschied. Sein Entwurf enthielt eine Vielzahl an charakteristischen Elementen aus Afrika und Amerika, die in das Design und die Struktur des Gebäudes einflossen. Der dreistöckige Aufbau ist so etwa von den Kronen der Yoruba-Kunst in Westafrika inspiriert. Die Fassade des Bauwerks ist mit einem bronzefarbenen Metallgitter verkleidet, das eine Hommage an die von versklavten Afroamerikanern gefertigten Eisenarbeiten sein sollte.
Quelle: Nan Palmero flickr CC-BY-2.0
Museo Soumaya in Mexiko-Stadt.
Museo Soumaya in Mexiko-Stadt: Verdrehter Rhombus für Kunst
Das ursprüngliche Gebäude des Museo Somaya in Mexiko-Stadt wurde 1994 eröffnet. 2011 zog die umfangreiche Sammlung – bestehend aus über 66'000 Werken von mexikanischen und europäischen Künstlern – in einen Neubau. Dieser wurde im Auftrag des Milliardärs Carlos Slim vom mexikanischen Architekten Fernando Romero entworfen. Der Bau hat die Form eines verdrehten Rhombus, der mit 16'000 sechseckigen, verspiegelten Stahlstücken verkleidet ist. Der Name des 34 Millionen Dollar teuren Museums ist der um 1999 verstorbenen Ehefrau von Slim, Soumaya Domit, gewidmet.
Quelle: Zinneke wikimedia CC BY-SA 3.0
Museum Aan De Stroom in Belgien.
Museum aan de Stroom in Antwerpen: Zum Turm aufgestapelt
Das Museum aan de Stroom wurde im Mai 2011 eröffnet und ist das grösste Museum in der belgischen Hafenstadt Antwerpen. Diese entschloss sich 1998 dazu, ein Museumsgebäude im ehemaligen Hafenviertel «Eilandje» zu errichten, das sich thematisch der Stadt, dem Hafen und der Schifffahrt widmen sollte. Ein Jahr später wurde ein Architekturwettbewerb lanciert. Die Neutelings Riedijk Architects aus Rotterdam konnten diesen für sich entscheiden. Ihr Entwurf sah einen 62 Meter hohen Museumsturm mit zehn Etagen vor, der aus «Boxen» besteht, die aufeinandergestapelt sind. Jede Ebene ist dabei um 90 Grad gedreht, so dass sich eine spiralförmige Anordnung ergibt. Zwischen den Ebenen befinden sich Galerien, die mit gewellten Glasflächen verschiedene Ausblicke auf die Stadt und den Hafen bieten. Die Fassade des Gebäudes besteht aus indischem Sandstein.
Quelle: Jan Smith flickr CC BY 2.0
Museum für islamische Künste in Doha, Katar.
Museum für islamische Kunst in Doha: Kunst auf einer künstlichen Insel
Das Museum für islamische Kunst in Doha wurde 2008 eröffnet und beherbergt eine Sammlung aus Metallarbeiten, Keramik, Schmuck, Holzarbeiten, Textilien, Glas und Manuskripte die teilweise bis zu 1'400 Jahre alt sind. Das Gebäude wurde vom inzwischen verstorbenen chinesisch-amerikanischen Architekten Ieoh Ming Pei entworfen und soll sein letztes Werk gewesen sein. Er schlug dabei vor, das Museum auf einer künstlichen Insel im Westen des Hafens zu realisieren, damit es nicht von anderen Gebäuden überschattet wird. Bei der Architektur liess sich der Architekt vor allem von der Ibn-Tulun-Moschee in Kairo inspirieren.
Quelle: Dori wikimedia CC BY-SA 3.0 US
Der «Quadracci Pavilion» wurde 2001 als Erweiterung des Milwaukee Art Museum eröffnet.
Quelle: Dori wikimedia CC BY-SA 3.0 US
Den Entwurf dazu lieferte der Architekt Santiago Calatrava.
Quelle: Michael Hicks flickr CC BY 2.0
Der Sonnenschutz auf dem «Quadracci Pavilion» in Aktion.
Quelle: Andrew C. aus Flagstaff, USA, wikimedia CC BY 2.0
Highlight des «Quadracci Pavilion» von Santiago Calatrava ist unter anderem der «Burke Brise Soleil», ein beweglicher Sonnenschutz mit einer Spannweite von 66 Metern, der sich zweimal täglich entfaltet.
Milwaukee Art Museum in Wisconsin: Skulpturaler Wurf von Calatrava
Das Milwaukee Art Museum wurde 1888 gegründet und befindet sich in der gleichnamigen Stadt im US-Bundesstaat Wisconsin. Ursprünglich bestand das Kunstmuseum nur aus der heute nicht mehr bestehenden Layton Art Gallery. Um 1911 wurde es aber um das Milwaukee Art Institut ergänzt, um weitere Ausstellungen und Sammlungen unterzubringen. Fast ein Jahrhundert später folgte als erneute Erweiterung dann der Neubau «Quadracci Pavilion» aus der Feder von Santiago Calatrava, der im Mai 2001 eröffnet wurde.
Highlight des Anbaus sind unter anderem ein kathedralenähnlicher Raum mit einer gewölbten, 27 Meter hohen Glasdecke sowie der «Burke Brise Soleil», ein beweglicher Sonnenschutz mit einer Spannweite von 66 Metern, der sich zweimal täglich entfaltet. Das Gebäude, Calatrava und die beteiligten Ingenieure erhielten für ihre Arbeit 2003 den «Outstanding Civil Engineering Achievement Award» sowie 2004 den «Outstanding Structure Award» der IABSE.