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Gold als Assetklasse verstehen
Wie ist Gold in einem Anlageportfolio einzuordnen? Verstehen Anleger den Grund für Gold in ihrem Portfolio überhaupt? Auf dieser Seite erfahren Sie alles rund um das Edelmetall Gold und dessen Bedeutung als Assetklasse.
Das wichtigste in Kürze…
Gold und der Goldstandard
Klassische Finanzberater und Vermögensverwalter habe eines in ihrer Ausbildung leider nie gelernt. Die Geschichte wiederholt sich laufend und wer die Rolle und Funktion von Gold über die Jahrhunderte versteht, sieht Edelmetalle als unverzichtbaren Teil eines jeden Portfolios.
«Ohne den Goldstandard, können Ersparnisse und Vermögen der Bürger nicht vor Konfiszierung durch den Staat geschützt werden. Defizite des Staates transferieren Vermögen unweigerlich in die Hände der Banken und zu dem reichsten (1%) Prozentsatz der Bevölkerung.» Alan Greenspan
Wie funktionierte der Goldstandard?
Der Goldstandard hat seit jeher sichergestellt, dass Währungen der Zentralbanken mit echtem Geld (in diesem Falle Gold) hinterlegt sein muss. Dies bedeutet, dass die Währung die im Umlauf ist, jederzeit mit dem festgelegten Gegenwert in Gold umgetauscht werden kann.
Dieser einfache Mechanismus sollte Politiker und Banken davon abhalten, Papiergeld zu ihrem eigenen Vorteil zu drucken, ihre Macht zu missbrauchen und Währung als politische Waffe einzusetzen. Wie gut das funktioniert hat kann man dieses Jahr (2020) auf der Webseite der Federal Reserve Bank nachschauen
Die amerikanischen Gründungsväter verstanden dies schon so gut, dass sie in der Verfassung diesen Punkt festgelegt hatten: «Der Versuch den Goldstandart aufzuheben (also Währung zu produzieren die nicht mit physischem Gold hinterlegt ist), wird mit dem Tode bestraft». Es klingt dramatisch und doch ist genau diese Befürchtung 1971 wahr geworden, als Nixon den besagten Goldstandart aufgelöst hat und Währung damit zum Tode verurteilt hat.
Alan Greenspan im Laufe der Zeit
Federal Reserve Chairman Alan Greenspan sagte einst: «Ohne den Goldstandart, können Ersparnisse und Vermögen der Bürger nicht vor Konfiszierung durch den Staat geschützt werden. Defizite des Staates transferieren Vermögen unweigerlich in die Hände der Banken und zu dem reichsten (1%) Prozentsatz der Bevölkerung.»
Dieses sinngemässe Zitat ist über 40 Jahre alt und doch hat eben jener Alan Greenspan genau dies veranlasst und damit den Weg für die Krisen und unvermeidbaren Abstieg unserer heutigen Fiat-Währungen geebnet.
Wer die Tragweite dieser Handlung versteht, hat wahrscheinlich bereits eine Allokation in seinem Portfolio mit Gold, Silber und anderen Hard Assets, die ausserhalb des Banken- und Währungsystems liegen. Für alle anderen ist dies die Gelegenheit, sich Gedanken über die Zukunft des aktuellen Finazsystems zu machen.
hardmoney GEM
«Wer heute nicht mindestens 10% seines Vermögens in physischem Gold und Silber hält, hat entweder keine Ahnung von Geld, oder keine Ahnung von Geschichte.»
Ray Dalio, Hedgefond Legende
Der Osten versteht den Wert von Gold
China, Japan, Indien und der mittlere Osten verstehen den Wert und die Funktion von Gold sehr gut. Sie kaufen bei jeder Gelegenheit und füllen ihre Tresore soweit sie können. Auch Russland hat in den letzten Jahrzehnten alles Gold gekauft, dass sie in die Hände bekommen haben. Es schein fast, als würden sich diese Staaten auf bevorstehende Ereignisse vorbereiten, während der Westen schläft und ihre Goldreserven ins Ausland verleiht.
Gold polarisiert bei Anlegern
Es gibt die sogenannten «Gold Bugs», die Gold als Assetklasse verstehen und mit grosser Leidenschaft verteidigen und auf der anderen Seite die Experten der Finanzindustrie und der Banken.
Viele «Finanzexperten» sehen Gold meist als Relikt aus der Vergangenheit. Diese Diskrepanz hat mit den Besonderheiten von Gold zu tun, der Funktion die es im Finanzwesen einnimmt und mit der Art wie es gehandelt wird.
In keiner dieser drei Punkte stimmen Experten überein und machen Gold Mittelpunkt für Diskussionen.
Gold in der Portfolioallokation
Die Hauptgründe für Gold sind heute offensichtlicher als je zuvor, doch Brot und Spiele (Netflix und Schecks per Post) scheinen bei der breiten Masse für genügend Ablenkung zu sorgen. Trotzdem möchten wir hier nochmal einige der wichtigsten Punkte für eine mindestens 10%ige Allokation von Gold in jedem Portfolio hervorheben.
1. Das Drucken von Währungen (QE Infinity) ist ausser Kontrolle geraten. Die Defizite und Schulden steigen exponentiell an.
2. Zinssätze auf tiefstem Niveau bis hin zu Negativzinsen.
3. Finanzielle und geopolitische Krisen erschüttern die grossen Industrienationen.
4. Spannungen zwischen den Weltmächten verschärfen sich (Beispiel China und USA).
Der Grossteil der Geschichte war Gold der entscheidende Faktor bei der Bewertung von Währungen. Jede Währung repräsentierte früher eine bestimmte Menge an Gold, die jederzeit physisch eingetauscht werden konnte. Aus diesem Grund gab es früher keinen Goldpreis im eigentlichen Sinne. Gold war die Konstante in einer Welt voller volatiler Währungen.
Als 1971 der Goldstandart von Präsident Nixon aufgehoben wurde, ist der Dollar zur Leitwährung (Reserve Currency) ohne Gold als hinterlegte Sicherheit geworden. Ein Umstand der nur durch die geopolitische Vormachtstellung der USA zu dieser Zeit möglich war. Zu einem anderen Zeitpunkt der Geschichte, hätten die führenden Insustrienationen dies niemals akzeptiert.
Heute wird Gold wie jeder andere Rohstoff in den Finanzmärkten gehandelt – zusammen mit allen anderen industriellen Metallen. Man schätzt, dass sogar bis zu 20’000 (!) mal mehr Gold an den Märkten gehandelt wird, als das physischen Gold vorhanden ist. Dies ist nur möglich, weil die Verträge fast ausschliesslich in Währungen abgewickelt werden (und nicht in physischem Gold).
Der Preis den wir an den Börsen sehen, wird durch die London Bullion Market Association und der COMEX (Warenbörse Chicago) festgelegt. Asien ist im Begriff aufzuholen, was die Relevanz der Warenbörsen angeht, hat jedoch noch einen weiten Weg vor sich.
Die Perfomance von Gold in der Vergangenheit
Es gibt eine Redewendung, dass Gold die Kaufkraft für seine seine Besitzer seit jeher erhalten hat. Mit einer Unze Gold konnte ein römischer Legionär ein Toga und Sandalen kaufen. Ein Wallstreet Banker kann heute mit derselben Unze Gold einen italienischen Designeranzug und passende Lackschuhe kaufen.
Dies ist der wahre Wert des Goldes. Der Erhalt von Kaufkraft in Unabhängigkeit von Währungen die manipuliert, verwässert, missbraucht und letztendlich wertlos werden. Wie tief sich dieser Aspekt in die Psyche und das Unterbewusstsein der Menschen verankert hat, wird am Kaufverhalten von Gold während Krisen und grossen Ereignissen ersichtlich.
Trotz dieser eher passiven Funktion steht Gold was die Performance angeht anderen Assetklassen in nichts nach. Im Gegenteil. Mal abgesehen von Bitcoin hat keine andere Assetklasse (mal abgesehen von Bitcoin) derart perfomed wie Gold.
Gold Performance in Krisenzeiten
Was ist der Unterschied zwischen einem Anleger mit 10% Gold und einem Anleger ohne Gold während eines Börsencrashs oder Finanzkrise?
Der Goldanleger hat seine Verluste in anderen Assetklassen wie Aktien nicht nur stark abgefedert, sondern auch die Sicherheit, bei einem Kollaps des Finanzsystems nicht mit abgesägten Hosen dazustehen.
Fazit: Schutz des eigenen Vermögens kommt oft erst währen Krisen und speziellen Ereignissen zum Tragen und Anleger mit Allokation zu Gold und Silber werden in dem Punkt immer besser schlafen.
Gold Assets als Spekulation kaufen
Es ist wichtig zu verstehen, dass Gold an sich keine spekulative Assetklasse darstellt. Sie hat eine einzigartige Funktion, indem sie die Kaufkraft über Generationen erhält. Sie ist ein Gegengewicht zur Volatilität der Aktienmärkte und politischen Unruhen. Dies ist der Grund, warum eine 5-10% Allokation in physische Edelmetalle so gut wie für jedes Anlegerprofil Sinn macht. Der Grundgedanke ist Erhaltung von Vermögen und Kaufkraft sowie Sicherheit in Krisenzeiten.
Die Spekulation auf steigende oder fallende Goldpreise steht auf einem ganz anderen Blatt. Sie gehört in die Kategorie Handel mit anderen Gold-Aktien, Derivaten, Futures etc. Wer mit solchen Instrumenten Trading betreibt, handelt zwar ebenfalls mit Gold, tut dies jedoch aus einem ganz anderen Grund: Kurzfristige Gewinne durch Spekulation auf die Entwicklung des Goldpreises.
Es ist wichtig, diese beiden Investitionsformen auseinander zu halten.
Gold wird irgendwo auf der Welt aus der Erde gegraben. Dann schmelzen wir es zu Barren, bauen einen unterirdischen Tresor und graben es wieder ein. Wenn uns Außerirdische dabei beobachten, es käme ihnen reichlich obskur und seltsam vor. – Warren Buffet
Gold im Vergleich zu Bitcoin
Bitcoin wird häufig als Gold 2.0 bezeichnet und viele der Eigenschaften stimmen mit der digitalen Varianten von Gold überein. Es gibt bereits heute viele Kryptowährungen die mit Gold hinterlegt sind, also die Funktion von «echtem» Geld wie es eigentlich gedacht war übernehmen.
Die wohl wichtigste Gemeinsamkeit der beiden Anlageklassen ist die Unabhängigkeit des Finanzsystems. Beide entziehen sich dem Finanzsystem der Zentralbanken und Regierungen (soweit dies in der heutigen Zeit überhaupt noch möglich ist).
Der Hauptunterschied ist wohl die digitale Form von Bitcoin. Im Gegensatz zu Gold sind Bitcoins nicht «an-fassbar» und von einer Infrastruktur (IT) abhängig. Die hohe Volatilität macht es zudem zu einem weniger geeigneten «store of value» als Gold. Dies hat allerdings mit der jungen Geschichte von Bitcoin zu tun. Sobald diese Assetklasse weiter Mainstream geworden ist und die Marktkapitalisierung weiterwächst, werden Schwankungen voraussichtlich weiter zurückgehen.
Wichtig: Die Entscheidung lautet nicht Gold oder Bitcoin. Beide sind trotz einiger Gemeinsamkeiten in unterschiedlichen Welten zuhause und erfüllen damit auch unterschiedliche Funktionen. Die Entscheidung ob und aus welchem Grund in eine der beiden Assetklassen investiert werden soll, muss sehr durchdacht und klar definiert werden.
Währungsrisiko beim Investieren in Gold
Da Gold genau so wie Öl in US Dollar eingepreis ist, kann die Landeswährung einen zusätzlichen Einfluss auf Goldpreis von Investoren haben. Zum heutigen Zeitpunkt (Juni 2020) hat Gold in sogut wie jeder wichtigen Währung der Welt ein Allzeithoch erreicht. In USD sind wir allerdings noch 10-20% von diesem Hoch entfernt.
Wenn also der Goldpreis in USD steigt und gleichzeitig der Schweizer Franken schwächer wird, profitiert man als Schweizer Anleger doppelt vom steigenden Goldpreis. Im Worstcase-Szenario fällt der Goldpreis und der CHF steigt im Wert, verliert man sowohl in der Währung und im Preis von Gold.
Die Währungsrisiken sind für langfristige Goldanleger allerdings nur ein Hintergrundrauschen, da Gold wie oben bereits erwähnt Schutz vor eben diesen Währungsverlusten bietet.
Geopolitische Einflüsse auf Gold
Die meiste Zeit ist es ruhig in den Nachrichten und man hört eher wenig zum Thema Gold. Das Horten von Goldreserven der Zentralbanken wie China und Russland taucht hin und wieder in Randbemerkungen auf.
China gibt den wahren Bestand nicht bekannt (die offizielle Zahl ist ein Witz und wird von Experten auf das 10-fache geschätzt). Zudem exportiert China kein Gold! Sämtliches abgebaute Gold in China landet in der heimischen Zentralbank und auf dem chinesischen Markt. China ist mittlerweile der grösste Goldproduzent der Welt geworden.
Die Emerging Markets und deren Regierungen weltweit sind nicht blind und sehen, dass der Dollar als Leitwährung wackelt und an Bedeutung verlieren wird. Die USA ist hochverschuldet und ein Ausweg ist nicht in Sicht. Wie auch immer ein Reset der Währungspolitik aussehen wird – Gold wird eine tragende Rolle dabei spielen.
Gold als physische Investition
Für Neu-Investoren in physisches Gold ist das ganze Konzept oft etwas eigenartig. Die Tatsache, dass man in einen Laden oder Online-Shop geht und physisches Gold bestellt, fühlt sich in Zeiten von Digitalisierung und Trading-Plattformen irgendwie merkwürdig an.
Dies hat einen sehr einfachen Grund. Unsere heutigen «Finanzexperten» der Banken raten kaum noch jemandem dazu, echtes Gold zu besitzen. Wenn überhaupt eine Allokation zur Assetklasse Gold empfohlen wird, dann über ETFs oder hauseigene Produkte, bei denen die Bank entsprechend an Gebühren mitverdienen kann. (Gold-Aktien und ETF’s haben ihren Platz in einem Portfolio, doch sie ersetzten den realen Besitz von Gold nicht.
Die wahre Stärke und Sicherheit von Gold, kommt nämlich erst zum Tragen, wenn das Metall in physischem Besitz und ausserhalb des Bankensystems gelagert wird.
hardmoney GEM
“The desire of gold is not for gold. It is for the means of freedom and benefit”
Ralph Waldo Emerson
Gold in Form von ETF’s (Papiergold)
Einen Teil der Portfolioallokation kann auch in ETF’s gehalten werden. Wichtig dabei ist vor allem den Vertrag und die Details des ETFs zu lesen, denn längst nicht alle Exchange Traded Funds sind mit physischen Produkten hinterlegt.
Und selbst wenn sie es sind, gibt es keine Garantie. Der Herausgeber des Fonds kann sich jederzeit auf höhere Gewalt oder ähnliches berufen und bei einer physischen Auslieferung gibt es zahlreiche Schlupflöcher.
Die Risiken eines Gold-ETFs:
1. Der Goldpreis der Finanzmärkte spiegelt nicht unbedingt den realen Wert von Gold wider. Sollte der Finanz- oder Goldmarkt der Comex einbrechen, gibt es keine Garantie, dass das Finanzinstrument selbst wertlos wird.
2. Das physisch hinterlegte Gold eines ETFs ist im Besitz der Bank oder Drittpartei und kann in einem Krisenfall unerreichbar sein. Entweder weil der der Herausgeber nicht liefern kann (oder will), oder weil das physische Gold mehrfach verkauft wurde und die Privatanleger wie so oft das Nachsehen haben. Die Aussichten bei einem Rechtsstreit mit einem ausländischen Finanzinstitut kann sich jeder ungefähr selbst vorstellen.
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Gold-Aktien und Optionen
Goldproduzenten, Minenaktien und Royalty Unternehmen können sehr lukrative Investitionen sein. Minenaktien haben eine enorme Hebelwirkung auf den Goldpreis und für risikobereit Anleger gibt es grosses Gewinnpotenzial.
Es setzt allerdings ein gutes Verständnis des Sektors und der enthaltenen Risiken voraus. Gold-Aktien können während eines Bullenmarktes gerne mal 1000% Kursgewinn erzielen (vor allem die Junior Miners), aber genauso schnell auf 0 herunterfallen.
Hier gilt genau so wie bei den ETFs. Finanzinstrumente aus dem Goldsektor sind ein interessanter Aspekt der Assetklasse Gold, doch können sie den Wert und die Funktion des physischen Besitzes von Gold nicht ersetzten.
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