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Die erste Ägerer Talkirche soll im Jahr 876 erbaut worden sein, was die Pfarrei Oberägeri unter ihrem geschichtskundigen Pfarrer Philipp Jakob Lutiger 1000 Jahre später gebührend feierte. Das Datum beruht auf einer Behauptung des Zuger Theologen Kaspar Lang in seiner Ende des 17. Jahrhunderts erschienenen Kirchengeschichte. Weitere Hinweise sind nicht bekannt. Die Existenz einer Ägerer Kirche - wohl die Eigenkirche eines adeligen Grundherrn - im 9. oder 10. Jahrhundert ist aber plausibel.
Die vermutlich zweite Kirche wurde 1226 durch den Bischof von Konstanz geweiht. Da der unterste Teil des heutigen Kirchturms wohl noch von diesem Bau stammt, dürfte diese Kirche eine beträchtliche Grösse gehabt haben. Sie machte 1492/93 einem spätgotischen Neubau
Platz, der während Jahrhunderten der markante, vertraute Mittelpunkt des Dorfes war.
Die Pfarrkirche war das spirituelle Zentrum der Gemeinde, mit dem die Gläubigen von der Taufe bis zur Bestattung verbunden waren, der markante Mittelpunkt des Dorfes und die Schatzkammer des Tales, für deren Ausstattung man kaum ein Opfer scheute. Hier war auch der Ort, an dem sich alle Talleute versammelten. Hier wurden amtliche Mitteilungen gemacht. Hier verwahrte die Gemeinde ihre wichtigen Dokumente. Deshalb plante man um 1900, als die Pfarrkirche den Ansprüchen nicht mehr genügen konnte, den Neubau am alten Ort und verwendete viele Bauteile der alten Kirche. Bild:
Alte Oberägerer Pfarrkirche mit Beinhaus und Friedhof, vor 1905.