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Berner Tramways
|Kürzel||BT|
|Bahntyp||Trambahn|
|Betriebseröffnung||1890-10-01|
|Mutiert||Ab 1900-01-01 Städtische Strassenbahnen Bern|
|Daten vorhanden||ja|
|Daten subsummiert||SSB|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1890 eröffneten BT gehörten einer Aktiengesellschaft und bedienten die Linien Bärengraben–Bahnhof–Friedhof sowie ab 1894 Länggasse–Bahnhof–Grosswabern. Gegründet wurde die Gesellschaft bereits 1887. Zu dieser Zeit verkehrten auf denselben Linien städtische Pferdeomnibusse. Die BT gingen auf den 1. Januar 1900 durch Kauf an die Gemeinde Bern respektive an die Städtischen Strassenbahnen Bern (SSB) über. Die Baukosten blieben dabei unverändert (keine Abschreibungen). Die Grundlage der Kommunalisierung bildete ein Volksentscheid der Berner Stimmbürger 1899, welcher die Übernahme befürwortete. Die Daten der BT sind bei den SSB gespeichert.
Der Betrieb auf der Strecke Länggasse–Wabern erfolgte zunächst mit Dampfwagen, die aufgrund ihrer Emissionen jedoch viele Klagen auslösten. Es war das erste Mal in der Schweiz, dass in Innenbereichen einer Stadt Dampftrams verkehrten. Wichtigste hiesige Herstellerin von solchen Fahrzeugen war die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) in Winterthur. Schon vorher kamen bei den BT bis 1902 auch emissionsärmere «pneumatische» Maschinen zur Anwendung. Diese besassen anstelle eines Dampfkessels einen Behälter, der an einer stationären Kompressoranlage mit Druckluft gefüllt wurde. Dieser in der Schweiz einzig in Bern eingesetzte Antriebstyp konnte sich aber ansonsten nicht durchsetzen. Die Reichweite der Maschinen war beschränkt und der Betrieb kostenintensiv, da die Produktion von Druckluft teuer war. Ausserdem erwiesen sie sich als störungsanfällig.
Die Aufstockungen des Anlagekapitals der BT standen im Zusammenhang mit der Netzerweiterung von 1894. Das Unternehmen wirtschaftete recht erfolgreich. Die Zahl der Reisenden stieg von 1.1 Mio. anno 1891 kontinuierlich auf bis zu 3.1 Mio. im letzten Betriebsjahr 1899. Die Verkehrsdichte war mit rund 140 täglichen Zügen respektabel, blieb jedoch deutlich hinter derjenigen anderer städtischer Trambahnen zurück. Die Betriebsergebnisse der BT lagen durchwegs im positiven Bereich und reichten meistens aus, um eine Dividende zu zahlen, die 1899 das Maximum von immerhin 5 Prozent des Aktienkapitalwerts erreichte. In den Jahren vor 1898 fiel die Rendite allerdings bedeutend tiefer aus.
In ihrem ersten vollen Betriebsjahr 1891 bezifferten sich die Baukosten der BT auf 146'800 Franken pro Bahnkilometer. Davon entfielen 30 Prozent auf das Rollmaterial. 1896, nach abgeschlossener Netzerweiterung, waren es noch 141'600 Franken pro Kilometer, wobei der Anteil des Rollmaterials auf vergleichsmässig hohe 37 Prozent gestiegen war. Da die Statistik zu diesem Zeitpunkt noch keine Bauausgaben nach Rubriken zeigte, lassen sich abgesehen vom Rollmaterial die Aufwendung nicht weiter aufschlüsseln. Die Kostenniveaus der BT sowohl gesamthaft wie für das Rollmaterial bewegten sich aber nicht in einem aussergewöhnlichen Rahmen.
Vergleiche auch den Kommentar zu den Städtischen Strassenbahnen Bern (SSB).