Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03486.jsonl.gz/1516

La Suisse autorise l’extradition d’une mère en fuite vers la France
La demande de retour de l’enfant en France est pendante
Mots-clés: Extradition
Aufgrund eines internationalen Fahndungsersuchens von Interpol Paris wurde die Frau am 11. Juni 2002 von der Kantonspolizei Waadt im Auftrag des BJ verhaftet und in Auslieferungshaft gesetzt. Das Fahndungsersuchen sowie das am 28. Juni beim BJ eingegangene formelle Auslieferungsersuchen stützen sich auf einen Haftbefehl vom 13. März 2002. Der Haftbefehl war am gleichen Tag erlassen worden, an dem das "Tribunal correctionnel de Paris" die Frau wegen Entziehens von Unmündigen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt hatte.
Die flüchtige Mutter trat am Tage ihrer Verhaftung in den Hungerstreik. Sie macht geltend, sie sei in die Schweiz geflüchtet, um ihre Tochter vor sexuellen Übergriffen des Vaters zu beschützen. Am 5. Juli 2002 wurde sie in die Bewachungsstation des Inselspitals in Bern eingewiesen, wo eine optimale ärztliche Versorgung gewährleistet ist. Gemäss ärtzlichen Berichten ist ihr Gesundheitszustand stabil. Das Bundesgericht lehnte am 12. Juli 2002 eine Beschwerde gegen den Auslieferungshaftbefehl des BJ mit Hinweis auf die Fluchtgefahr ab; aus dem gleichen Grund lehnte das BJ zwei Ersuchen um Haftentlassung ab.
Waadtländisches Friedensgericht entscheidet über Rückführung
Bei der Verhaftung der Frau wurde die von ihr in die Schweiz entführte minderjährige Tochter in einem Heim im Kanton Waadt untergebracht. Das Sorgerecht wurde vom Friedensgericht der Bezirke Oron und Mézières VD provisorisch dem kantonalen Dienst für Jugendschutz übertragen.
Am 21. Juni 2002 ging bei der Zentralbehörde für internationale Kindesentführungen des BJ ein auf das Haager Kindesentführungsübereinkommen gestütztes Ersuchen des Vaters um Rückführung der Tochter nach Frankreich ein. Da keine gütliche Einigung möglich war, wurde das Rückführungsverfahren vor dem Friedensgericht eingeleitet.
Ziel des Haager Kindesentführungsübereinkommens ist die möglichst rasche Rückführung von Kindern, die widerrechtlich von einem Vertragsstaat in einen anderen Vertragsstaat entführt worden sind oder dort widerrechtlich zurückbehalten werden. Verletzt die Entführung das Sorgerecht eines Elternteils, kann das zuständige Gericht eine Rückführung des Kindes nur aus den im Übereinkommen abschliessend aufgezählten Gründen verweigern. Namentlich kann das Gericht die Rückführung verweigern, wenn der entführende Elternteil beweisen kann, dass die Rückführung mit einer schwerwiegenden Gefahr eines körperlichen oder seelischen Schadens für das Kind verbunden ist oder wenn sie das Kind auf andere Weise in eine unzumutbare Lage bringt.
Infos complémentaires
Dossier
11.11.2015 - OFJ
15.10.2014 - OFJ
Communiqués
11.11.2015 - OFJ
28.10.2015 - OFJ
15.10.2015 - OFJ