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Zur heutigen Welt der Finanzen.
Betrifft den NZZ Artikel Der Liberalismus und die Logik des Finanzsektors vom 01. Juli 2013 von Herrn Prof. Marc Chesney über die Welt der Finanzen und das Interview der BAZ Aktien werden noch 22 Sekunden gehalten vom 26.07.2013 mit Prof. Marc Chesney.
In ihrem Interview mit Prof. Marc Chesney erwähnt die BAZ den am 01. 07. 2013 in der NZZ erschienen, ausführlichen Artikel Chesneys über den Liberalismus und die Logik des Finanzsektors.
In seinem Artikel (NZZ 01.07.2013) hatte Marc Chesney einleitend dessen Zweck definiert. Er solle analysieren, "inwiefern die Funktionsweise der Finanzsphäre den Grundprinzipien und den deklarierten Zielen des Liberalismus noch entspricht". Dieses Ziel hat er mit seinem Artikel erreicht.
Am 24.07.2013 veröffentlichte die NZZ eine harsche Kritik zweier Senior Consultants von AVENIR SUISSE. Sie warfen Prof. Chesney vor, ohne Struktur und ohne Verbesserungsvorschläge wahllos mit Argumenten um sich zu schlagen. Der Titel der Kritik lautet: „Eine Abrechnung ohne Tiefgang“. Meinten die Autoren vielleicht ihre eigene Abrechnung mit Prof. Chesney, als sie noch „ohne Tiefgang“ anhängten?
Nun ist es sehr verständlich, dass die Welt der Finanzen über die schonungslose, umfassende Offenlegung ihrer heutigen, in der ganzen entwickelten Welt als so unethisch wahrgenommenen Natur nicht glücklich ist. Sie ist ja schon lange nicht mehr das, was sie nach der, einige Jahre zurückliegenden Meinung eines Teilhabers einer sehr bedeutenden Schweizer Bank sein müsste: Ein Ort, wo der Coiffeur am Abend seine Tageseinkünfte deponieren kann. Mit anderen Worten, sie müsste der Wirtschaft dienen, aber sicher kein Spielcasino sein. Chesney zeigt, dass sie das nur noch zum kleinsten Teil macht, sich dafür mit astronomischen Summen an von ihr geschaffenen Glücksspielen beteiligt.
In ihrer Selbstdarstellung erklärt AVENIR SUISSE, „unabhängig“ zu sein. Zu ihrem Förderkreis, der sie finanziert, gehört die Crème de la crème der Schweizer Finanzbranche. Ist es da erstaunlich, dass die beiden Autoren rasch einen Artikel schreiben und Chesneys Argumentation als nicht seriös angreifen mussten? Dabei schrecken sie auch vor Unterstellungen nicht zurück. Ein Beispiel. So wird impliziert, Chesney habe die "Gleichmässigkeit der Einkommensverteilung" als Massstab für das "Wohl des Ganzen" herangezogen. Das hat er aber nicht gemacht, sondern darauf hingewiesen, das "Verdienste" von durchschnittlich 657 Millionen Dollar im Jahr 2006 für jeden CEO von 20 führenden Hedge-Funds in den USA, oder die 3'500'000'000 (3.5 Milliarden!) Dollars, die der Hedge-Fund CEO John Paulson 2007 "verdiente", entsprechend 80'000 Durchschnittsjahres-einkommen, problematisch sind. Das gelte erst recht für die halbe Milliarde Dollar, die Richard Fuld, CEO, von Lehmann Brothers von 2000 bis 2007 "verdiente", da die Firma unter seiner Führung 2008 ja unterging.
Wie wir in den letzten Jahren zur Genüge erlebt haben, werden die Steuerzahler zur Kasse gebeten, wenn Finanz-Casinos untergehen. So mag der Durchschnittsbürger meinen, die EU und andere helfe z.B. Griechenland oder Spanien. Aber es geht nur darum, diese Länder in die Lage zu versetzen, den Banken die Schuldzinsen zu bezahlen und die Schulden zurückzuzahlen.
Chesney verglich die obigen Jahreseinkommen mit den 2 (zwei!) Dollar pro Tag, die als Armutsgrenze gelten und wies darauf hin, dass 40% der Weltbevölkerung nicht einmal über diesen bescheidenen Betrag verfügen, um sich über Wasser zu halten. Nirgends redet er einer "Gleichmässigkeit" der Einkommensverteilung das Wort.
Am Ende ihrer Kritik anerkennen die AVENIR SUISSE Autoren, das der Finanzmarkt Korrekturen braucht. Da sind wir uns ja alle einig.
Gotthard Frick, Bottmingen