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Im Sommer 2022 eröffnete die Zürcher Staatsanwaltschaft eine Untersuchung gegen die Parkplatz-Kontrollfirma Polis Control GmbH. Ihr wird Erpressung und Amtsanmassung vorgeworfen, das Strafverfahren läuft immer noch. Trotzdem stellt Polis Control weiterhin Umtriebsentschädigungen aus, die bei Autofahrenden Fragen aufwerfen. Dies zeigt ein Beispiel aus Wohlen, über das «20 Minuten» berichtet.
Firma liefert kein Beweisfoto
Der Aargauer Raniero I. (54) erhielt eine Rechnung für eine «Umtriebsentschädigung» von Polis Control GmbH. Die Firma fordert 80 Franken wegen eines Vergehens auf einem Wohler Parkplatz. I. entgegnet jedoch, dass er zur Tatzeit gar nicht an besagtem Ort, sondern bei der Arbeit in Dottikon war. Fotos, mit welchen er seine Arbeit dokumentiert habe, würden das beweisen.
Der Maler beschwerte sich bei Polis Control GmbH und verlangte ein Beweisfoto. Das Unternehmen antwortete ihm, dass sie die Bilder erst nach einer Strafanzeige liefere. Kurz nach der Beschwerde erhielt I. ein Mail von Polis mit der Info, dass ihnen ein Fehler unterlaufen sei. Sie ändern den Vorwurf dahingehend, dass er sein Auto auf einem 400 Meter entfernten Parkplatz bei einer Bar abgestellt habe. «Das ist doch absurd», sagt der 54-Jährige dazu.
Polis Control unterstreicht Rechtmässigkeit
Die Geschäftsleitung von Polis betont, dass sie stets rechtmässig handle und alle gesetzlichen Vorschriften einhalte. Ausserdem bestünde solange ein Verfahren laufe die Unschuldsvermutung. Umtriebsentschädigungen bei Parkverstössen auf Privatgrund seien nach Schweizerischer Rechtsprechung erlaubt.
(lba)