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Der Grossbrand im Flughafen der kenianischen Hauptstadt Nairobi brach am frühen Morgen aus und konnte erst nach über fünf Stunden unter Kontrolle gebracht worden. «Das Feuer ist gelöscht», berichtete das nationale Katastrophenzentrum Mitte Vormittag. Dennoch stieg weiter dichter Rauch aus dem Terminal für internationale Ankünfte auf. Berichte über Tote oder Verletzte gab es zunächst nicht. Das Gebäude sei schwer beschädigt worden.
Passagiere, die beim Ausbruch des Feuers gerade gelandet waren, wurden in Sicherheit gebracht. Die Behörden forderten alle Passagiere, die Flüge von oder nach Nairobi geplant hatten, sich bei ihren Fluggesellschaften zu informieren.
Ausbruch in einem Büro der «Immigration»?
Laut dem Innenministeriums wurden die Ankunftshalle und der Einreisebereich durch das Feuer zerstört. Ein Polizist sagte gegenüber der BBC, das Feuer sei gegen 05.00 Uhr im Büro der Einwanderungsbehörde ausgebrochen.
Der Flughafen Nairobi als wichtiges Drehkreuz für Ostafrika ist für unbestimmte Zeit geschlossen. Flüge werden nun in die Hafenstadt Mombasa sowie auch in die Nachbarländer Uganda, Tansania und Ruanda umgeleitet. Die Regierung kündigte die Bildung eines Komitees unter Leitung von Transportminister Michael Kamau an, das für die schnelle Wiedereröffnung des Flughafens sorgen soll.
15. Jahrestag der Anschläge von Nairobi und Daressalam
Der Brand ereignete sich am 15. Jahrestag der Anschläge auf die US-Botschaften in Daressalam und Nairobi. Wie Bettina Rühl, freie Journalistin in Nairobi, gegenüber SRF sagte, wurde in der Region seit längeren mit einem Anschlag gerechnet. Falls sich der Ort des Brandausbruchs bestätigen würde, spräche dies wohl eher gegen einen Anschlag, ebenso die frühe Tageszeit mit wenig Passanten.
Ungeachtet dessen sei das Datum so auffällig, dass solche Spekulationen berechtigt seien, sagt Rühl. Sie verweist auch auf das Nachbarland Somalia, wo die Shabab-Milizen im zu Ende gehenden Fastenmonat wieder massiv Anschläge angekündigt hätten. Der Flughafen könnte also Ziel von Islamisten gewesen sein, weil das immer wieder internationale Schlagzeilen garantiere. «Ob der Brand am Flughafen ohne Tote und Verletzte tatsächlich ein Anschlag war, wird sich erst zeigen», so Rühl.