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Baqsimi® (Applikator zum Einmalgebrauch à 3 mg) wurde im Juni 2020 von Swissmedic zugelassen und ist indiziert zur Behandlung schwerer Hypoglykämie bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 4 Jahren mit Diabetes mellitus.
Glucagon steigert die Blutzucker-Konzentration durch Aktivierung hepatischer Glucagonrezeptoren, wodurch der Abbau von Glykogen und die Freisetzung von Glucose aus der Leber stimuliert wird. Hepatische Glykogen-Speicher sind erforderlich, damit Glucagon eine anti-hypoglykämische Wirkung hervorrufen kann. Zur Vorbeugung eines Rückfalls in die Hypoglykämie sollten orale Kohlenhydrate gegeben werden, um das Leberglycogen wiederherzustellen, sobald der Patient auf die Therapie angesprochen hat.
Die Anwendung von Baqsimi® erfolgt altersunabhängig intranasal als 3 mg Einzeldosis in eines der Nasenlöcher. Glucagon wird passiv über die Nasenschleimhaut absorbiert. Es ist nicht erforderlich, nach der Anwendung zu inhalieren oder tief einzuatmen.
Eine gewöhnliche Erkältung mit verstopfter Nase mit oder ohne begleitende Anwendung von Medikamenten zum Abschwellen der Nasenschleimhaut hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik bei nasaler Anwendung.
In der Pivotstudie wurde die Wirksamkeit einer Baqsimi® 3 mg Einzeldosis mit einer Dosis von 1 mg Glucagon intramuskulär (i.m) bei erwachsenen Patienten mit Typ 1 Diabetes verglichen.
Nach Gabe von Glucagon Pulver zur nasalen Anwendung bei erwachsenen Patienten mit Typ 1 Diabetes begannen die Glucosewert bereits nach 5 Minuten anzusteigen. Die durchschnittliche Zeit bis zum Therapieerfolg betrug 16,2 und 12,2 Minuten unter Baqsimi® respektive Glucagon 1 mg i.m..
Innerhalb von 30 Minuten nach Gabe von Glucagon zeigten Patienten unter Baqsimi® und Glucagon i.m. ähnliche Verbesserungen der Hypoglykämie-Symptome.
Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen. Aufgrund der nasalen Applikation wurden zusätzlich auch Symptome wie z.B. verstopfte Nase oder gerötete Augen registriert.
Quelle:
Fachinformation Baqsimi®