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Wie schnell Werte vernichtet werden können zeigen zwei Beispiele
die uns aber auch bewusst machen:
Nur wer den Wert der Dinge kennt, kann verantwortungsvoll handeln!
1) Verbrannte Bilder - Kunst
Wie kürzlich in der Zeitung zu lesen war, sind jetzt die Räuber aus Osteuropa verhaftet worden, die letzten Oktober aus der Rotterdamer Kunsthal sieben wertvolle Gemälde
entwendeten. In der Heimat versuchten Sie die Bilder für 50'000 Euro zu verkaufen.
Da sich kein Käufer fand, übergab der Anführer der Räuber seiner Mutter die Bilder zur Aufbewahrung. Diese versteckte die Bilder in einem leerstehenden Gebäude und später dann auf dem Friedhof. Als die Polizei immer mehr Fragen stellte, entschloss sich die Mutter des Räubers das Beweismaterial zu beseitigen. Sie ging auf den Friedhof, grub die Bilder aus, zündete ein Feuer an und verbrannte die Bilder von Picasso, Matisse und Gauguin. - Wert der Bilder, über 14 Millionen Euro!
2) Verbrannte Ressourcen - Ägypten
"Ein Solarplan für Ägypten - Die Sonne soll Ägypten helfen, die milliardenschweren Energiesubventionen zu senken" Eva Augsten, freie Journalistin
In ihrem Bericht macht Frau Augsten folgende Aussagen:
Oel und Gas mache Ägypten heute arm. Der Verbrauch von Gas und Oel übersteige heute die eigene Produktion. Die Energie werde subventioniert. Diesel koste 10 Cent pro Liter, Benzin 18 Cent. Der Staatshaushalt für 2012/13 betrage circa 60 Milliarden Euro.
Die Energiesubventionen mache ein Viertel des Staatshaushaltes aus. Doch die Subventionen kurzerhand zu streichen könne sich die Regierung noch weniger leisten.
Die im April vom Internationaler Währungsfonds IWF verlangte Reduktion der Energiesubventionen für die Zusage eines Milliardenkredits sei in Anbetracht der steigenden Spritpreises (und Verteuerung der Endprodukte) politisch nicht umsetzbar.
Beim Strom sähe es nicht besser aus. Ueber 90 Prozent der ägyptischen Kraftwerke werden mit fossilen Brennstoffen betrieben. Der Rest des Stromes komme im Wesentlichen vom Assuan-Staudamm. Die Alternative zu Oel und Gas sei leicht auszumachen. Die Sonne sei die bei weitem grösste Energieressource des Landes.
Mehr als 2'200 Kilowattstunden Sonnenenergie treffe jährlich auf jeden Quadratmeter des Landes, an vielen Stellen deutlich mehr. Mehr als zwei Drittel der Landesfläche seien Wüstenflächen. Würde man diese Sonnenenergie mit einem Wirkungsgrad von einem Prozent ernten, würde man das Equivalent von 30 Millionen Barrel Oel am Tag erhalten.
Zum Vergleich: Ägyptens Oelproduktion lag 2011 bei etwa 735'000 Barrel Oel pro Tag.
Wie schwierig es ist, nach dem Zerfall des Mubarak-Regimes ein Demokratieprozess in Gang zu setzen ist gerade in Ägypten ersichtlich.
Die sozialen Unruhen und die Instabilität im Lande ermöglichen zurzeit keinen sicheren und wirtschaftlich geordneten Aufbau. Auch in den Nachbarländern
ist die politische Lage nicht besonders stabil. Der Tourismus und damit ein wichtiger
Wirtschaftsfaktor stagniert oder geht zurück. Das Geld für den Ausbau der Infrastruktur fehlt. Sind keine verlässlichen Handlungspartner vor Ort sind auch Geldgeber nicht bereit zu investieren. Geld fliesst ab. Es wird in anderen Länder investiert. Zusammen sind Nordafrika und der Mittlere Osten wichtige Erdöllieferanten. Das die Ressourcen endlich sind zeigt jetzt aber Ägypten. Für die Region wäre es vorteilhaft neue Allianzen einzugehen und die Erdöleinnahmen besser anzulegen. Was wäre wenn die Erdölförderländer sich zusammenschliessen und das "Erdöl an der Quelle" massiv besteuern? - Der Erdölpreis bzw. der Preis für die Förderrechte erhöht sich. Mit diesen Einnahmen könnte der Staatshaushalt, die Infrastruktur, die Energiewende, usw. finanziert werden. Die MENA-Staaten* (Middle East & North Africa) exportierten im Jahr 2011 rund 935 Megatonnen Erdöl. Dies entspricht einem Weltanteil von 43 Prozent.
Zum Vergleich Europa hatte 2011 einen Mineralölverbrauch von 682 Megatonnen.
Das sind rund 16 Prozent vom Weltverbrauch.
* MENA - Staaten
Ägypten, Algerien, Bahrain, Irak, Iran (Islamische Republik), Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Libanon, Libyen, Marokko, Oman, Saudi-Arabien, Sudan, Tunesien, Vereinigte Arabische Emirate
Eine einfache Rechnung:
Würde der Aufschlag nur 0.10 Euro/Liter betragen, ergibt dies beim Export von 935 Megatonnen Erdöl (ca. 1'092 Milliarden Liter) die Summe von 109 Milliarden Euro pro Jahr. - Auf 10 Jahre hinaus - bei konstanten Export-/Abnahmemengen - erhielten die MENA-Staaten die Summe von 1'090 Milliarden Euro!
Benzinpreise im Vergleich
siehe auch Artikel Wenn aus Erdöl Benzin wird
→ In Ägypten kostet der Liter Benzin 0.18 Euro
→ In der Schweiz kostete der Liter Benzin 1.86 Franken.
Davon sind rund 0.88 Franken Abgaben und Steuern (47%)
Benzin bleifrei 95, Tankstellenpreis 2012
→ In Deutschland kostete der Liter Benzin 1.48 Euro.
Davon sind rund 0.94 Euro Abgaben und Steuern (63%)
Benzin Super plus, Tankstellenpreis 2008
Durch diese Einnahmen könnten die MENA-Staaten die Energiewende mit Solarthermie (Wärme/Kühlung/Strom) gut bewerkstelligen. Innerhalb der Gemeinschaft könnte mit Krediten und Gegengeschäften ausgeholfen werden. Der Internationaler Währungsfonds IWF würde entlastet. Für die Region mit den verschiedenen Religionen eine Chance und Herausforderung durch eine gemeinsame «Preispolitik» die Zukunft neu zu gestalten.
Die fünf grössten Förderländer (konventionelles Erdöl)
2011, in Megatonnen (Mt)
Saudi Arabien 526 Förderung; 361 Export
Russland 509 Förderung; 290 Export
USA 352 Förderung; 443 Import
Iran 206 Förderung; 127 Export
China 203 Förderung; 253 Import
.....
Ägypten 35 Förderung; .?. Import
MENA-Staaten 1'455 Förderung,(36%) 935 Export,(43%)
Welt 3'998 Förderung,(100%) 2'158 Export,(100%)
Einheiten
1 Megatonne = 1 Millionen Tonne
1 Tonne Erdöl = 7.35 bbl (Barrel, Fass)
1 bbl = ca.159 Liter