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NRP - Téléopération
In Kürze
1. Automatisierte und integrierte Mobilität
NRP
TPF Trafic AG, SBB AG , RUAG Schweiz AG ; Postauto AG, CertX, Dynamic Test Center & Berner Fachhochschule ; HTA-FR (iSIS/ROSAS, SeSi, iTEC), HEG-FR, Universität Fribourg, Cluster Food & Nutrition, Wirtschaftsförderung WIF
Roland Scherwey
Kompetenzinventar
Juni 2020 - April 2021
Entwicklung und Bereitstellung eines Konzepts für zentralisierte Teleoperation zur Fernsteuerung von automatisierten und vernetzten Fahrzeugen basierend auf den Anforderungen in Bezug auf Sicherheit und Cybersicherheit.
Bis heute haben in der Schweiz mehrere öffentliche Verkehrsbetriebe (SBB, PostAuto, TPF, TPG) Versuche mit automatisierten Fahrzeugen durchgeführt. Obwohl die einzelnen Betreiber durch diese Versuche sicherlich sehr nützliches technisches, operationelles und organisatorisches Know-how erworben haben, scheint dieser individualistische Ansatz an seine Grenzen gekommen zu sein. Allerdings fehlt in der Schweiz ein koordinierter Ansatz mit einer realistischen Chance, bei der Entwicklung eines Konzepts für «Transport as a Service» (Transport als Dienstleistung) einen Schritt weiter zu kommen.
Da der öffentliche Verkehr in der Schweiz eine Schlüsselrolle spielt, ist in diesem Bereich eine gemeinsame Vorgehensweise angezeigt. Zurzeit liegt die Haupthürde sowohl auf wirtschaftlicher als auch auf technischer Ebene. Aus wirtschaftlicher Sicht wird der Betrieb von automatisierten Fahrzeugen im Bereich des öffentlichen Verkehrs kaum eine Zukunft haben, wenn es nicht möglich ist, zunächst die Lenkerin/den Lenker eines Fahrzeugs durch einen Teleoperator zu ersetzen, der mehrere Fahrzeuge gleichzeitig lenkt/überwacht. Dieser Ersatz wird die Betriebskosten senken und einen wirtschaftlichen Anreiz für den Betrieb von automatisierten Fahrzeugen schaffen, z. B. auf Verkehrslinien, die nicht rentabel sind und schlecht oder nicht mehr bedient werden. Aus technischer Sicht besteht die Herausforderung in der Entwicklung eines zentralisierten Teleoperationssystems, das erlaubt, automatisierte und vernetzte Fahrzeuge aus der Distanz zu steuern und gleichzeitig Zuverlässigkeit und Sicherheit (einschliesslich Cybersicherheit) zu gewährleisten. Die Kombination einer fortgeschrittenen Automatisierung der Steuerungssysteme mit neuen Telekommunikationsnetzen mit sehr niedriger Latenz stellt ein vielversprechender Ansatz für eine Machbarkeitsstudie dar. Eine dritte Herausforderung für die Teleoperation im öffentlichen Verkehr liegt in der sozialen Akzeptanz, vor allem der Nutzerinnen und Nutzer mit besonderen Bedürfnissen (z. B. betagte Personen oder Menschen mit einer Behinderung). Insofern müssen diese sozialen Aspekte in allen Phasen der Projektentwicklung berücksichtigt werden.
Das Aufzeigen der technischen Umsetzbarkeit eines zentralisierten Teleoperationssystems zur Steuerung von automatisierten Fahrzeugen aus der Distanz – zunächst für den Transport von Waren und später von Personen – stellt ein wesentlicher Faktor bei der Entwicklung neuer Geschäftskonzepte für Transportunternehmen dar. Freiburg hat die einmalige Gelegenheit, sich in diesem Tätigkeitsbereich zu profilieren, der sich hinsichtlich Innovation und Arbeitsmarkt als vielversprechend herausstellen könnte.