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Hidradenitis suppurativa (HS) oder auch Akne inversa genannt ist eine schwere chronische Hauterkrankung, die immerhin 1-4% der Bevölkerung betrifft. Befallen sind besonders die sogenannten Intertrigines, also die Hautfalten wie Achselhöhle, Leisten und auch um den After.
Bei Hidradenitis suppurativa kommt es zu furunkelartigen Entzündungen, die schmerzhaft sind und schliesslich einschmelzen und vernarben. Durch die verursachten Schmerzen und die äusserliche Erscheinung kann die Krankheit eine enorme psychische Belastung darstellen.
Die Ursache ist nicht bekannt. Oft lassen sich follikuläre Hyperkeratosen, also Verhornungen im Haarfollikel nachweisen, die dann zur Zerstörung des Haarfollikels führen. In der Folge entzünden sich die Schweissdrüsen. Hidradenitis suppurativa tritt familiär gehäuft auf, d. h. sie hat eine erbliche Komponente. 90% der Erkrankten sind Raucher. Die meisten Patienten sind übergewichtig und schwitzen stark. Enganliegende Kleidung verschlechtert die Situation und auch regelmässige Rasur der Achsel- und Intimbehaarung werden als Ursache genannt.
Symptome
Die Symptome der Hidradenitis suppurativa können in der Pubertät oder auch erst viel später beginnen. Am häufigsten sind Frauen und Männer zwischen 20 und 30 Jahren betroffen. Befallen sind besonders die sogenannten Intertrigines, also die Hautfalten wie Achselhöhle, Leisten und auch um den After. Eine zu starke Verhornung der Haarscheidenzellen führt dazu, dass das Haar in der Haut einwächst. Danach lagern sich rund um das Körperhaar in dem verschlossenen Hohlraum Bakterien an. Die daraus folgende Entzündung der Haarfollikel kann sich auf die Talg- und Schweissdrüsen ausbreiten und zu eitrigen, schmerzhaften Abszessen und Fistelbildung führen. Oft hinterlassen die Infektionen Narben auf der Haut.
Die Krankheit wird in drei verschiedenen Schweregrade eingeteilt:
- Hurley Grad I: einzelne oder viele schmerzhafte Abszesse ohne Narbenbildung
- Hurley Grad II: wiederholte schmerzhafte Abszesse mit Strangbildung und Vernarbungen
- Hurley Grad III: plattenartige Vernarbungen, viele Abszesse und Stränge, schmerzhafte Bewegungseinschränkung
Was kann der Patient selber zur Verbesserung beitragen?
Um der Hidradenitis suppurative im Alltag entgegenzuwirken, helfen einfache Methoden wie das Tragen weiter und atmungsaktiver Kleidung, regelmässiges und desinfizierendes Waschen der befallenen Areale und die Vermeidung von Deo-Roller oder Deo-Stifte (stattdessen Lösungen oder Sprays benutzen). Zudem sollte man mit dem Rauchen aufhören, den Intimbereich und die Axillen nicht rasieren und die Achseln immer gut abtrocken.
Welche medizinischen Behandlungsmethoden gibt es?
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und reicht von lokal desinfizierenden oder antibiotischen Medikamenten, über Antibiotika in Tablettenform und die sogenannten Biologicals zu teilweise grossen operativen Eingriffen.
Besondere Behandlungen in unserer Praxis
Wir haben uns auf hochqualitative lokale Therapiemassnahmen spezialisiert, die ggf. auch eine der obigen Behandlungen ergänzen kann:
- Aus unserer Sicht spielt die gründliche Laserepilation im Krankheitsareal mit potenten Lasergeräten eine wichtige Rolle in den frühen Phasen der Erkrankung. Konsequent werden die Haare im befallenen Areal entfernt und somit regelmässige Rasuren vermieden, welche bakterielle Infektionen oder einwachsende Haare verursachen können.
- Wird Botulinumtoxin in die Haut gespritzt, so gelangt es zu den Nervenenden und blockiert gezielt die zu den Schweissdrüsen geleiteten Nervenimpulse. Nach der Injektion kann das Schwitzen lokal für bis zu 6 Monate „ausgestellt“ werden. Dies hilft, die befallenen Areale trocken zu legen. Auch die Talgdrüsen sind in dieser Zeit weniger aktiv.
- Ausserdem bieten wir eine Lichtbehandlung mit der Kleresca Lampe an. Hier wird ein Licht mit einer bestimmten Wellenlänge auf die betroffenen Stellen geworfen, um innere Heilungsprozesse anzukurbeln, und die Haut stimuliert.
- Bei der Lokaltherapie setzen wir auf silberhaltige Externe (Reinigungsgele), die langfristig desinfizieren, ohne die möglichen Resistenzentwicklungen auf Antibiotika.
Je nach Ausprägung der Erkrankung kann sich eine dieser Behandlungsmethoden besser eignen als eine andere. Auch eine Kombinationsbehandlung kann in Fragen kommen. Lassen Sie sich beraten, um die für Sie optimale Therapie zu ermitteln.