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Seit Jahren läuft der spanische (Über-)Trainer Pep Guardiola in der Champions League dem Titel hinterher. Seit seinem letzten Triumph, damals mit dem FC Barcelona, sind elf Jahre vergangen. Drei Mal schied er mit Bayern München frühzeitig aus, vier Mal mit Manchester City, ehe es letzte Saison immerhin bis in den Final reichte. Gerade Guardiolas Manchester City scheiterte ab und zu durchaus auch als grosser Favorit – so wie 2017 (an Monaco), 2019 (Tottenham Hotspur) oder 2020 (Lyon).
Ähnlich klar verteilt sind die Rollen im diesjährigen Viertelfinal, zumal nach dem 1:0-Heimsieg im Hinspiel: Hier Manchester City, der Leader der Premier League, der seit Ende Oktober nur 2 von 31 Pflichtspielen verloren hat. Dort Atlético Madrid, das am vergangenen Wochenende in der Meisterschaft gegen Aufsteiger Mallorca verlor und in der spanischen Liga noch immer um Platz 4 zittert.
Und doch treibt Guardiola die Angst vor dem erneuten Scheitern auf dem Weg zum grossen Ziel um. Denn auf der Gegenseite steht mit Diego «Cholo» Simeone ein Antipode, dem er im bisher einzigen Champions-League-Duell unterlag. 2016 war es in den Halbfinals mit Bayern München. Atlético schöpfte schon damals Kraft und Enthusiasmus aus defensiver Schwerarbeit und effizientem Kontern.
Auch sonst ist Guardiola immer wieder an Widersachern gescheitert, die einen Gegenentwurf zu ihm darstellten: an Inter Mailand und José Mourinho (2010), an Chelsea und Roberto Di Matteo (2012), an Monaco und Leonardo Jardim (2017) oder an Lyon und Rudi Garcia (2020). Doch am schärfsten ist der Kontrast zwischen Guardiola und Simeone. Die «Neue Zürcher Zeitung» verglich Simeones Atlético Madrid einst mit einer mexikanische Gefängnis-Gang. Demgegenüber ist Guardiolas Team eher zu vergleichen mit einer Gruppe intellektueller Bonvivants.