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Artemether und Lumefantrin und Mirtazapin beeinflussen sich gegenseitig
Kombination vermeiden
Risiko
Additive QT-Zeit-Verlängerung
Mechanismus
Unter Lumefantrin sind Verlängerungen der QT-Zeit im EKG aufgetreten [, 2008][Bakshi R, 2000]. Arthemeter und Lumefantrin werden hauptsächlich über CYP3A4 metabolisiert, eine mögliche Inhibition von CYP2D6 durch Lumefantrin wurde erwähnt [Giao PT, 2001]. Mirtazapin wird hauptsächlich über CYP3A4, CYP2D6 und CYP1A2 metabolisiert [Störmer E, 2000][Timmer CJ, 2000]. In üblichen Dosierungen besitzt Mirtazapin ein QT-Zeit-verlängerndes Potential [Jasiak NM, 2014].
Effekt
Unter additiver QT-Zeit-Verlängerung besteht ein erhöhtes Risiko für ventrikuläre Arrhythmien vom Typ Torsade de pointes. Zwar wird Mirtazapin über mehrere Wege abgebaut, eine Erhöhung der Konzentrationen von Mirtazapin durch CYP2D6-Hemmung ist aber nicht auszuschliessen.
Empfehlung
Gemäss der Schweizer Fachinformation für Artemether und Lumefantrin ist die gleichzeitige Anwendung von QT-Zeit-verlängernden Medikamenten kontraindiziert. Ist eine gleizeitige Gabe unumgänglich, sollte eine regelmässige EKG-Kontrolle durchgeführt werden. Zudem sollten die Elektrolytkonzentrationen (hier insb. Kalium) überwacht werden. Auf Hinweise unerwünschter Mirtazapineffekte sollte geachtet werden. Die Halbwertszeit von Lumefantrin ist mit 2-6 Tagen verhältnismässig lang, sodass die Interaktion auch mehrere Tage nach der letzten Lumefantin-Gabe noch auftreten kann.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018