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Was sie vielleicht nicht wussten: viele Pflanzen, welche namentlich in der Bibel erwähnt werden, sind gut winterhart und wachsen auch in unseren Gärten prächtig.
Durch die Heilige Schrift ziehen sich wie ein roter Faden Geschichten über die verschiedensten Pflanzenarten. Im Alten und im Neuen Testament finden sich nicht nur Riten, Feste oder Gebote, die direkt mit Pflanzen zu tun haben. Man kann ihnen sogar gärtnerische Informationen entnehmen: "Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist." (Matthäus 24, 32 – 33)
Folgend wird auf eine kleine Auswahl der vielen Pflanzen, welche in der Bibel vorkommen, näher eingegangen.
Unter Pflanzen in der Bibel versteht man die Pflanzen, die im Nahen Osten, besonders im Gebiet des antiken Königreichs Israel wachsen und die in der Bibel erwähnt werden. Es werden von den etwa 2600 in Israel heimischen Pflanzenarten ungefähr 110 erwähnt, wobei die genaue Bestimmung aus verschiedenen Gründen lückenhaft bleiben muss. Die meisten Pflanzen, die in der Bibel vorkommen, haben eine wichtige Bedeutung für die Menschen jener Zeit, sei es als Lebensmittel, Baumaterial, für kultische Zwecke oder als Heilmittel. Aus ihrer Erwähnung kann man deshalb auch auf die Kultur und Lebensweise der Bevölkerung Israels in der biblischen Zeit schliessen.
Die Länder, von denen in der Bibel die Rede ist, reichen vom Iran bis nach Italien und von Ägypten bis Griechenland. Die meisten bedeutenden historischen Ereignisse, von denen in der Bibel berichtet wird, spielten sich jedoch in jenem kleinen Landstrich zwischen dem Mittelmeer und den Wüsten der arabischen Halbinsel, heute Palästina genannt, ab. Diese Landschaft ist Teil des "Fruchtbaren Halbmondes", der sich bogenförmig bis nach Mesopotamien erstreckt und einer der ältesten Siedlungsbereiche der Menschheit ist.
Die Vielzahl der unterschiedlichen Pflanzengesellschaften auf relativ kleinem Raum beruht auf der sehr abwechslungsreichen Topographie und dem von Norden nach Süden immer trockener und heisser werdenden Klima.
Die Menschen lebten in biblischer Zeit zum grössten Teil von der Landwirtschaft. Die ersten sesshaften Kulturen entwickelten vor 10'000 Jahren den Ackerbau in den Gebieten, die sich dafür eigneten, zum Beispiel in der Nähe von Gewässern, wo eine Bewässerung von den Ackerflächen möglich war. In den feuchteren Gebieten Israels wurden auch Wälder gerodet, an den Berghängen wurden Terrassen angelegt, die die ständige Erosion in der Regenzeit vermindern sollten. In den trockeneren Steppen und Strauchsavannen dagegen wurden vor allem Schaf- und Ziegenherden gehalten, die von Wanderhirten betreut, grosse Areale beweideten. Da das tägliche Leben von der Landwirtschaft geprägt war, tauchen in den biblischen Texten viele Begriffe auf, die mit Saat, Ernte, Reifung, Bewässerung, Tierhaltung und Schlachtung zu tun haben. Auffallend sind auch die klaren botanischen Begriffe für die einzelnen Pflanzenteile.
Vor allem den "sieben Arten" Weizen, Gerste, Wein, Feige, Granatapfel, Olive und Dattel, die die Kinder Israels nach langer Suche im Gelobten Land vorfanden, kommt in der Bibel eine besondere Bedeutung zu. Sie galten als Ausdruck des Segens Gottes.
Es erstaunt nicht wirklich, wenn vier der sieben Pflanzen, die Wohlleben verheissen, Bäume sind. Sie spenden Schatten in der trockenen und heissen Region. Ihre Wurzeln halten die Erdkrume und binden das Grundwasser. Auf vielerlei Weise nützen sie auch heute noch dem Menschen, meist durch ihre Früchte.
Der Ölbaum (Olea europaea) oder auch Olivenbaum genannt, ist der bedeutungsvollste und symbolträchtigste Baum der Bibel. Bis heute ist er ein Symbol für Frieden, neues Leben und Hoffnung. Seine Früchte dienen der Nahrung und Ölherstellung. Früher verwendete man Ölivenöl in Tonlampen als Lichtquelle. Aber auch als Salböl für Könige, Priester und Propheten und als Opfergabe im Kult spielte das Olivenöl in biblischer Zeit eine Rolle.
Der Granatapfel (Punica granatum) wird als besonders schöne und nützliche Pflanze in der Bibel mehrfach erwähnt. Er steht wegen seines Samenreichtums für Fruchtbarkeit, aber auch für Schönheit, Liebe und Lieblichkeit. Neben den schmackhaften Früchten (mit unserem Apfel nicht verwandt) wurde früher auch der Granatapfelmost genossen.
Die Dattelpalme (Phoenix dactylifera) ist der wichtigste Nahrungs- und Rohstofflieferant für die Wüstenvölker. Sie ist Symbol für Aufrichtigkeit, Rechtschaffenheit sowie Heiligkeit und Auferstehung. Die Bäume werden von den Menschen vollständig genutzt: Die grossen Blattwedel werden zum Dachdecken und bei Festen verwendet, die Fasern als Seile, das Holz als Baumaterial und die süssen Früchte als Nahrung.
Die grosse Bedeutung der beiden Feldfrüchte Weizen (Triticum aestivum) und Gerste (Hordeum vulgare) zeigt sich darin, dass sie von den "sieben Pflanzen" in der Bibel zuerst genannt werden. Die Gerste diente gemäss Bibel hauptsächlich als Tierfutter. Sie war das Getreide der Armen, während Weizen dreimal so wertvoll wie Gerste war.
Die Weinrebe (Vitis vinifera) ist die Pflanze, die mit dem Ölbaum am häufigsten in der Bibel erwähnt wird. Sie ist auch eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheitsgeschichte. Weinberge zu besitzen bedeutete einst Reichtum und Segen. Guter Wein prägte die Feste und erfreute das Herz der Menschen. Auch bei kultischen Handlungen spielte Wein eine grosse Rolle, zum Beispiel als Trankopfer im Tempel.
Die Letzte der sieben Pflanzen des heiligen Landes ist die Feige (Ficus carica), welche die erste namentlich erwähnte Pflanze in der Bibel ist. Besonders geschätzt werden ihre süssen Früchte. Unter dem Feigenbaum zu sitzen ist Zeichen des Schalom, des Friedens und Glücks.
Die Libanon-Zeder (Cedrus libani) ist das Symbol für Kraft, Erhabenheit und königliche Würde. Öl und Harz der Zeder wurden früher als Heil- und Konservierungsmittel benutzt. In biblischer Zeit gab es im Libanon- und Taurusgebirge riesige Zederbestände, die durch Raubbau leider weitgehend verschwunden sind.
Aus der Staude Papyrus (Cyperus papyrus) wurde das antike Papier gewonnen. Zudem machte man aus Papyrus Matten, Stricke, Körbe und sogar Schiffe. Auf Rollen aus Papyrus wurden die Texte der Bibel geschrieben.
Die charakteristischen Schotenfrüchte des Johannisbrotbaumes (Ceratonia siliqua) dienten mehr als wahrscheinlich unter anderem Johannis dem Täufer (Johannes dem Täufer) als Nahrung, wie der Baumname nahe legt. Der Johannisbrotbaum war nicht nur als Nahrungsmittel für die alten Völker der Bibel wichtig: Man benutzte die Samenkörner zum Wiegen, denn die Körner wiegen alle gleich viel – exakt 0.02 Gramm
Nachfolgend finden Sie eine Zusammenstellung von Bibel-Pflanzen, die Sie in unserem Sortiment finden:
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