Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03425.jsonl.gz/271

Alkohol: Frauen sind besonders empfindlich
Der Stoffwechsel des Alkohols im menschlichen Körper ist nicht gleich bei Männern und Frauen. Die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) in Lausanne betont die besondere Sensibilität der Frauen beim Alkoholstoffwechsel. Der weibliche Körper reagiert schneller auf Alkohol und baut ihn langsamer im Magen ab. Höherer Blutalkoholspiegel und mehr körperliche Schäden bei geringerer Alkoholzufuhr sind die Folge. Frauen sollten ihren Alkoholkonsum auf einen Drink pro Tag begrenzen.
Frauen bekommen bei weniger Alkoholkonsum schneller Leberschäden und sind beim Umtrunk leichter betrunken als Männer. Zu den Faustregeln eines unbedenklichen Alkoholkonsums gehört es deshalb, dass Frauen grundsätzlich weniger trinken sollten als Männer. Oft wird das als Diskriminierung angesehen und dabei vergessen, dass die Begründung dieser Vorsichtsmassnahme durch den spezifischen Stoffwechsel des Alkohols im weiblichen Körper geliefert wird. Aber auch andere frauenspezifische Risiken, wie ein Baby mit einem fetalen Alkoholsyndrom zu bekommen, sprechen für einen mässigen Alkoholkonsum. Worin besteht nun genau die biologische Ungleichheit von Mann und Frau vor dem Alkohol? Frauen schneller unter Alkoholeinfluss
Alkohol wird im Körper in seine verschiedenen Bestandteile zerlegt und absorbiert. Dieser Stoffwechselvorgang ist bei Männern und Frauen unterschiedlich. Frauen sind normalerweise kleiner und haben proportional mehr Fettgewebe und weniger Körperwasser als Männer gleichen Gewichts. Da der Alkohol sich im Körperwasser verdünnt, ist bei gleicher Alkoholmenge die Blutalkoholkonzentration bei Frauen höher. Das Resultat sind mehr und schnellere Trunkenheitsanzeichen. Alkohol wird im gesamten Mund-, Rachen- und Magen-Darmtrakt verstoffwechselt. Schon im Magen wird einiger Alkohol abgebaut. Bei Frauen ist dieser Vorgang weniger aktiv, was dazu führt, dass mehr Alkohol durch den Magen ins Blut gelangt. Die Folge ist ebenfalls eine erhöhte Wirkung auf das körperliche und psychische Befinden. Die Studien zu geschlechtsspezifischen Stoffwechselprozessen beim Alkohol sind keineswegs abgeschlossen. Möglichen Einfluss auf die besondere weibliche Empfindlichkeit gegenüber Alkohol könnten die Geschlechtshormone und der Alkoholabbau in der Leber haben. Angesichts dieser stattlichen Liste frauenspezifischer Sensibilitäten ist die Regel "Nicht mehr als einen Drink täglich" sicher goldrichtig.