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Die Familie als primäre Sozialisations- und Erziehungsinstanz stellt ein zentraler Grundpfeiler der menschlichen Beziehungs- und Persönlichkeitsentwicklung dar (Schneewind 2010). Frühere Erfahrungen im Lebenslauf tangieren die Entwicklung langfristig. Einerseits lässt sich dabei von einer hohen Stabilität verschiedenster Eigenschaften über einen langen Zeitraum hinweg sprechen. Andrerseits wird damit eine Weitergabe entsprechender Dispositionen an die nächste Generation begründet (Bengtson & Allen 1993, Caspi et al. 1998). Verschiedene Untersuchungen sind in der Lage aufzuzeigen, dass Erziehungseinstellungen stabile Eigenschaften über lange Zeiträume darstellen und zwischen den Generationen vererbt werden (Schneewind 2001, Albert 2007, Grusec & Kuczynski 1997, Rippl 2004).
Dieses Forschungsprojekt fragt nach der Stabilität mütterlicher und väterlicher Erziehungseinstellungen, insbesondere des Aspekts Druckorientierung in der Erziehung, über mehr als 20 Jahre hinweg. Weiter wird der Frage nachgegangen unter welchen Bedingungen von einer Weitergabe von Erziehungseinstellungen auf die nächste Generation gesprochen werden kann. Genaugenommen ob diese Transmissionsprozesse je nach emotionalem familiären Hintergrund unterschiedlich ablaufen und ob dyadenspezifische Eigenheiten zu finden sind.
Datengrundlage bildet die Schweizer Längsschnittstudie Schuleintritt 1984 – 30 im Jahre 2007, die von rund 200 Familien familiäre und bildungsbezogene Erfahrungen vom ersten Schuljahr bis ins Erwachsenenalter untersucht und so Lebenswege über 23 Jahre hinweg nachzeichnet (Stöckli 1987, 1989, 1997). Hauptinstrument der Untersuchung bildet ein mehrheitlich standardisierter Fragebogen, der zu allen drei Erhebungszeitpunkten von Mutter und Vater getrennt ausgefüllt wurde. Dies ermöglicht die dyadenspezifische Herangehensweise. Im Jahre 2007 wurden neben den Eltern auch die 30jährigen Kinder in die Untersuchung miteinbezogen, ebenfalls mit einem weitgehend standardisierten Fragebogen.
Geplant sind multivariate Auswertungen, insbesondere Regressionsanalysen und Strukturgleichungsmodelle, um Beziehungen mit mehreren abhängigen Variablen darzustellen und Kausalanalysen mit nicht beobachtbaren Konstrukten zu ermöglichen.