Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03328.jsonl.gz/615

Curling erlangte erste Popularität im 19. Jahrhundert in Schottland. Ursprünglich stammt die Sportart aus den Benelux-Staaten, wo das Spiel in seinen Urformen vor mehreren hundert Jahren auftauchte. Im Wettkampf messen sich jeweils zwei Teams mit je vier Spielerinnen oder Spielern.
Bezeichnend für das Curling ist die ständige Evolution: Neue Spielstile, Trends und kontinuierliche Materialverbesserungen bestimmen die von Konzentration und Taktik geprägte Sportart.
Curling gehört seit 1998 zum Kreis der olympischen Wintersportarten.

Ziel des Curlings ist es, die Steine näher an den Mittelpunkt eines Zielkreises zu platzieren als die gegnerische Mannschaft. Das Spielfeld hat dabei eine Länge von 44.5m und eine Breite von 4.75m.
Aufgrund seiner vielen taktischen Raffinessen gilt Curling auch als Schach auf dem Eis. Es spielen zwei Teams à vier Spielern gegeneinander. Jeder Spieler lässt zwei Steine über das Eis gleiten, wobei sich die Spieler von den zwei verschiedenen Teams abwechseln. Es gilt, dem Stein beim Loslassen die richtige Dosierung aus Geschwindigkeit und Drehimpuls zu vermitteln. Sobald alle Steine gespielt worden sind, wird das Resultat ermittelt und dann in entgegengesetzter Richtung weitergespielt. Bei grossen Turnieren wird in der Regel auf 10 Ends (so wird ein Durchgang genannt) gespielt.
Um die Geschwindigkeit des Steines nach dem Abspielen zu beeinflussen, kommt das Wischen zum Zuge. Dadurch kann der Verlauf und die Länge des Steines beeinflusst werden. Kräftige und ausdauernde Wischer können die Länge eines gespielten Steines durch die Erwärmung des Eises um bis zu 4 Meter verlängern.
Das Viererteam besteht aus einem Lead, welcher den ersten Stein spielt, gefolgt vom Second, dem Third und dem Skip. Der Skip ist der Kapitän der Mannschaft und für die Spieltaktik verantwortlich.
Zu der Ausrüstung gehören Steine, Besen und Curlingschuhe. Die Sohle des einen Schuhs wird von einer Teflonschicht überspannt, damit der Curler bei Abspiel des Steines besser gleiten kann. Es können aber auch preisgünstige Slider mit einem elastischen Band an gewöhnliche Schuhe befestigt werden. Die Sohle des zweiten Schuhs ist so konzipiert, dass eine möglichst grosse Haftung ans Eis gewährleistet wird. Die Steine und im nötigen Fall auch die Besen werden von der jeweiligen Curlinghalle zur Verfügung gestellt.
Weil beim Curling Fähigkeiten wie Genauigkeit, taktisches Geschick, spielerisches Können und Erfahrung weitaus wichtiger sind als die sonst üblichen sportlichen Voraussetzungen wie Schnelligkeit, Ausdauer und Kraft, sind die meisten international erfolgreichen Curler älter als andere Spitzensportler. Dennoch gibt es auch junge erfolgreiche Teams.
Zu den Besonderheiten des Curlings gehört das auffallend faire und sportliche Verhalten. So wird es aufs Äusserste missbilligt, sich über Fehler des gegnerischen Teams zu freuen.
Aber auch der gesellschaftliche Aspekt kommt im Curling keinesfalls zu kurz, ist es doch ein Brauch, dass die Siegermannschaft nach dem Spiel den Verlieren einen Drink spendiert.

Oft wird angenommen, das Wort Curling stamme vom altenglischen Verb to curl = drehen und beschreibe die Bewegung der Steine, während sie über das Eis gleiten. Eine andere Theorie besagt, dass das Wort vom Verb to curr (engl. schnurren) aus dem Scots abstammt; damit ist der kratzende Ton gemeint, der beim Gleiten des Steines entsteht.
1959 fand die erste Weltmeisterschaft (Scotch Cup) der Männer in Falkirk und Edinburgh statt. Die Gründung des Weltverbandes International Curling Federation (ICF) erfolgte 1966 in Vancouver. 1991 wurde die ICF in World Curling Federation (WCF) umbenannt. Erst 1979 wurde die Weltmeisterschaft auch für Frauen geöffnet, während die Europameisterschaften seit der Erstausrichtung 1975 für beide Geschlechter offenstehen.
Curling gehört seit den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano zu den olympischen Sportarten.
Seit 1998 wird Curling auch für Rollstuhlfahrer angeboten und wurde 2004 in die Reihen der paralympischen Sportarten aufgenommen. Rollstuhlcurling wird mittlerweile von ca. 25 Nationen gespielt und ist von der World Curling Federation (WCF) anerkannt.