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| Cyprian von Karthago († 258) - Briefe

27. Brief
3. Kapitel
So nahm denn der jetzige Aufruhr bereits seinen ersten Anfang. Denn in einigen Städten unserer Provinz erhob sich unter der Menge ein Sturm gegen ihre Vorsteher, und indem sie ihre Vorgesetzten, die zum Widerstand zu wenig Mut und Kraft und Glaubensstärke besaßen, einschüchterten und gefügig machten, erzwangen sie die sofortige Gewährung des Friedens, der, wie sie schrieen, von den Märtyrern und Bekennein ihnen allen auf einmal gegeben worden sei. Auch bei uns begannen einige unruhige Köpfe, die sich schon früher nur mit Mühe von uns leiten und auf die Zeit unserer Rückkehr vertrösten ließen, durch diesen Brief wie von Feuerbränden entflammt, noch heftiger emporzulodern und versuchten, den [von den Märtyrern und Bekennern] ihnen gewährten Frieden zu erzwingen. Was für ein Schreiben ich hierüber an den Klerus richtete [wahrscheinlich Brief 26], erseht ihr aus der euch übersandten Abschrift. Aber auch den Brief, den mir mein Amtsgenosse Caldonius in seiner Lauterkeit und Glaubenstreue geschrieben hat, sowie meine Antwort an ihn habe ich euch zur Kenntnisnahme beigelegt [Brief 24 und 25]. Auch Abschriften von dem Briefe des guten und tapferen Bekenners Celerinus an den genannten Bekenner Lucianus und von dessen Entgegnung darauf übersende ich euch [Brief 21 und 22]. Ihr könnt daraus ersehen, wie unsere Umsicht sich um alles kümmert, und aus dem wahren Sachverhalt erkennen, wie bescheiden, vorsichtig und ehrerbietig in der Demut und der Furcht unserer Glaubensgemeinschaft der Bekenner Celerinus sich zeigt, während Lucianus im Verständnis der Schrift des Herrn, wie gesagt, gar zu wenig bewandert ist und in seiner Unbescheidenheit durch sein Entgegenkommen [gegenüber den Gefallenen] gegen unser zurückhaltendes Verfahren nur Haß erregt. Denn während der Herr gesagt hat [Vgl. Matth. 28,19], im Name des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes würden die Völker getauft und in der Taufe die früheren Sünden erlassen, gebietet dieser ohne Kenntnis des Gebotes und Gesetzes, im Namen des Paulus den Frieden zu gewähren und die Sünden zu erlassen, und behauptet, ihm sei dies von jenem Märtyrer aufgetragen worden. Diese Ansicht werdet ihr auch bestätigt finden in dem Briefe des gleichen Lucianus an Celerinus, worin er zu wenig beachtet hat, daß nicht die Märtyrer es sind, die das Evangelium machen, sondern daß das Evangelium es ist, das die Märtyrer schafft. Hat doch auch der Apostel Paulus, den der Herr als das Gefäß seiner Wahl [Apg. 9,15] bezeichnet hat, in einem seiner Briefe geäußert und gesagt: ,,Ich wundere mich, daß ihr euch so bald von dem, der euch berufen hat in die Gnade, abwenden lasset zu einem anderen Evangelium, da es doch kein anderes gibt, es müßte denn sein, daß etliche da sind, die euch verwirren und das Evangelium Christi verkehren wollen. Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch anders predigen würde als was wir euch gepredigt haben, so sei er verflucht. Wie wir vorher gesagt haben, so sage ich auch jetzt abermals: Wenn jemand anders predigt, als was ihr empfangen habt, so sei er verflucht [Gal. 1,6 ff.] !"