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«Man könnte annehmen, dass Gladiatoren besonders viel Fleisch bekommen haben», sagt Sandra Lösch von der Universität Bern. Doch die Realität sah anders aus: Mit Kollegen von der Medizinischen Universität Wien haben Berner Fachleute Knochen aus einem Gladiatoren, Link öffnet in einem neuen Fenster-Friedhof des 2. und 3. Jahrhunderts der römischen Provinzhauptstadt Ephesos untersucht. Das Resultat: Wie die grosse Mehrheit der über 200'000 Einwohner ernährten sich die Schaukämpfer vorwiegend pflanzlich.
Die Forscher fanden bei ihren Analysen keine grossen Unterschiede zur Normalbevölkerung. Doch etwas fiel auf: Der bei Gladiatoren gemessene Strontium-Anteil in den Knochen wich stark von den Werten der Normalbevölkerung ab. Das lässt darauf schliessen, dass die Männer gezielt Mineralien aus einer strontiumreichen Calciumquelle zu sich nahmen.
In der Literatur ist ein Trunk aus Asche überliefert, den die Gladiatoren als Tonikum zu sich nahmen – und solche verbrannte Materie enthält vor allem Mineralien. Dieses Getränk gab es also wirklich, lautet der Schluss der Forscher. «Pflanzliche Asche wurde offenbar zur Kräftigung nach körperlicher Anstrengung und zur verbesserten Knochenheilung eingenommen», sagt der Wiener Studienleiter Fabian Kanz.