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Gaul,
Gustav, Maler, geb. zu Wien, [* 2] lernte anfangs bei Robert Theer die Aquarellmalerei und war dann unter Rahl fünf Jahre lang Schüler der Akademie. Hierauf studierte er in Oberitalien [* 3] und in Dresden [* 4] die Venezianer. Gelegentlich der Weltausstellung in Paris [* 5] 1855 machte er Studien nach Rubens und Rembrandt, welche er auch in der Folge auf verschiedenen Reisen nach Holland und Frankreich fortsetzte. Sein Stil steht zwischen Rahl und französischen Vorbildern in der Mitte; sein Lieblingsgebiet ist das genrehaft aufgefaßte Geschichtsbild, doch zeichnete er sich nicht minder durch zahlreiche Bildnisse hervorragender Persönlichkeiten (Sophie Schröder, Spohr, Hyrtl) aus, die er koloristisch in der Art der Venezianer auffaßte, und erlangte eine hohe Vollkommenheit im Kopieren alter Meisterwerke. Im Tanzsaal des Bankiers Todesco in Wien hat er ein Deckengemälde in Tempera ausgeführt, das den Zug des Bacchus und Szenen aus der Mythe von Amor, Psyche und Venus darstellt. - Sein jüngerer Bruder, Franz, hauptsächlich Schlachtenmaler, hat sich auch als Kostüm- und [* 1] Figurinenzeichner des Wiener Hofoperntheaters Ruf erworben.