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Wie und wann bist du zum Volkstheater gekommen?
Eine liebe Freundin, welche selbst einige Jahre beim Volkstheater mitgespielt hat, fragte, ob es mich nicht «gluschten» würde, hinter die Fassade eines Theaterstückes zu blicken. Bis dahin ging ich ins Theater, um Freunde und Bekannte zu sehen, oder weil vom Stück in den höchsten Tönen geschwärmt wurde. Aber selber mit machen? Sicher nicht auf der Bühne! Aber mithelfen? Ja, warum nicht! So kam ich 2005 zum Volkstheater.
Welches waren deine Tätigkeiten/Rollen?
Begonnen habe ich im Vorverkauf, an der Abendkasse und zusätzlich bald als Revisorin. Dann folgten kleinere und grössere Einsätze als Schauspielerin in einigen Aufführungen: das Dienstmädchen in «Harald & Maude», Pia Peterhans in «Die bessere Hälfte», Beatrice in «Liebe, List und Leidenschaft», Julia in «Romeo und Julia». Im Stück «der Chinese» waren es sogar vier Rollen: als Armenhäuslerin, Mutter Wottli, männliches Kommissionsmitglied und die Stimme des Güggels Hansli. Des Weiteren Mitarbeit im Service, in der Küche sowie Mithilfe bei Bühnenauf- und -abbau, Sponsoring und Plakataushang.
Welches war deine absolute Traumtätigkeit/Traumrolle? Welche Funktion/Rolle hättest du noch gerne ausgeübt/gespielt?
In verschiedenen Rollen in sehr unterschiedliche Charaktere schlüpfen zu können war ein tolles Erlebnis. Mit den vielen Proben übernimmt man mit der Zeit das (vom Regisseur teilweise vorgegebene) Wesen einer Rolle bzw. erfindet die entsprechende Person. Mit der Figur der blonden Pia in einer schwarzen Komödie, welche ihren Mann betrügt, war es anfangs schwierig.
Mit der Zeit ist mir die Dame aber richtig ans Herz gewachsen. Der Realitycheck als Blondine ausserhalb des Theaters für einen halben Tag hat spannenderweise sehr ungewohnte Reaktionen seitens der Mitmenschen erbracht. Jede Rolle hat verschiedene Facetten, ich durfte schon diverses ausprobieren. Reizvoll wäre ein Bösewicht oder eine eher tragische Rolle zu spielen.
Was kannst du zum Stichwort Lampenfieber sagen?
Ich hatte sehr starkes Lampenfieber und auch nach mehreren Einsätzen als Schauspielerin wurde es nicht einfacher. Kurz vor der Vorstellung hatte ich oft Herzrasen und fühlte mich unwohl. Nach den ersten Sätzen war das vorbei und dank der guten Vorbereitung des ganzen Teams lief es meist wie am Schnürchen. Natürlich braucht man das Adrenalin, um auf Zack zu sein. Zusätzlich haben wir jeweils vor den Vorstellungen Übungen zur Konzentration und stimmlichen Vorbereitung gemacht.
Welches war dein lustigstes Erlebnis im Volkstheater Wädenswil?
Es gab viel Amüsantes. Speziell in Erinnerung habe ich eine Person, welche im Theater länger mitarbeitete, mit den Schauspielern aber nicht oft in Kontakt war. Wir haben uns nach einigen Jahren etwas näher kennengelernt, worauf die Person mir eines Tages sagte, dass ich ja im realen Leben eine ganz normale, patente Frau sei … Gemäss meinen Bühnenrollen habe sie eine ganz andere Persönlichkeit erwartet. Offenbar habe ich die hin- und wieder etwas überdrehten Rollen sehr glaubwürdig verkörpert, was ich so gesehen als Kompliment auffasste.
Treffen Sie das Volkstheater Wädenswil
– an der öffentlichen Probe, 20. Juni
– an der Jubiläumspremière am Freitag, 18. September