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2400 Kilometer führt der Alaska Highway von British Columbia nach Alaska mitten durch den Yukon. Dort feiern sie 2017 den 75. Geburtstag des Highways im nordwestlichsten Territorium Kanadas, das einst das Zentrum des kanadischen Goldrauschs war.
Wer glaubt, dass europäische Strassen von einem wahren Schilderwald gesäumt werden, der war wohl noch nie im Yukon. Watson Lake ist zwar nur ein kleines Städtchen, es hat aber 100 000 (!) Schilder. Aufgestellt haben die Wegweiser nicht etwa übereifrige Beamte der Stadtverwaltung, sondern Besucher aus aller Welt. Unter Reisenden ist es eine
schöne Tradition, hier ein Ortsschild seines Heimatortes aufzustellen, auf dem die Distanz zwischen diesem und Watson Lake angegeben ist. Das erste Schild stammte von einem Soldaten mit schrecklichem Heimweh.
Das skurrile Städtchen Watson Lake ist das Tor zum Alaska Highway in Yukon. Etwa 1000 Kilometer schlängelt er sich durch das Gebiet, hinweg über viele kleinere und grössere Flüsse, vorbei an Seen, Goldgräber-Orte und durch die Gebiete verschiedenster First Nations-Stämme. Auch Whitehorse liegt direkt am Highway. In der Hauptstadt des Yukon lebt mehr als Zweidrittel seiner Bevölkerung, was unmittelbar mit der Strasse zusammenhängt. Gebaut wurde sie, nachdem 1941 japanische Truppen Pearl Harbor bombardiert und später Teile der alaskischen Aleuten besetzt hatten. Der Verbindungsstrasse zwischen den kontinentalen Vereinigten Staaten und Alaska kam strategische Bedeutung zu. Die US-Amerikaner bauten und zahlten die Transitstrecke.
Als plötzlich tausende US-amerikanische Soldaten Richtung Alaska fuhren, diente die nach den Stromschnellen des Yukon benannte Stadt Whitehorse als Umschlagplatz. Der Bau einer Pipeline trieb anschliessend viele Tausend Arbeiter in die Stadt, sodass die territoriale Regierung von Dawson nach Whitehorse verlegt wurde.
Die ehemalige Hauptstadt Dawson liegt etwas abseits des Alaska Highways. 1896, als der Klondike-Goldrausch ausbrach, wurde sie gegründet. Bis heute ist sie das letzte Refugium im Norden Yukons, bevor es in die absolute Wildnis Nordkanadas geht. Kurz nach Ausbruch der Zuwanderungswelle lebten bis zu 40 000 Menschen in Dawson. Sie alle hatten in der Heimat ihre Jobs gekündigt, um an der Mündung des Klondike River und des Yukon nach Gold zu suchen. Bereits kurz nach dem Ende des Goldrauschs zogen die meisten wieder fort. Heute leben nur noch etwa 1400 Menschen hier, wenige Kilometer unterhalb des Polarkreises. Der Tourismus ist die wichtigste Einnahmequelle der Bewohner. Die Gebäude des späten 19. Jahrhunderts wurden restauriert und stehen unter besonderem Schutz. Die historische Bedeutung der Stadt ist allgegenwärtig und spiegelt sich auch in den zahlreichen Museen wieder.
Kurz hinter der Abzweigung vom Alaska Highway nach Dawson liegt die Haines Junction. Hier befindet sich der Eingang zum grössten Nationalpark in Yukon. Der Kluane-Nationalpark ist von Eis bedeckt, Gletscherzungen ziehen durch die Gebirgstäler und reichen sogar heran bis an den Fuss des höchsten Bergs in Kanada, den Mount Logan. Nicht weit entfernt und wunderschön am Kluane Lake gelegen befindet sich der Soldier’s Summit. An diesem Ort wurde der Alaska Highway, der seit Ende des Zweiten Weltkriegs den Kanadiern gehört, am 20. November 1942 eröffnet. Hinter dem See warten noch weitere 150 Kilometer bis zur Grenze nach Alaska. Dieser Abschnitt zählte aufgrund vieler Seen und Flüsse sowie dem winterlichen Permafrost zu den schwierigsten beim Bau des Alaska Highway. Heute wird er vor allem im Sommer befahren – von Reisenden, die mit Autos, Motorrädern und Wohnmobilen unterwegs sind, um die überwältigende Natur und das Gefühl der Freiheit zu geniessen.