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Expeditionen in Pakistan 1997
Die Berge Pakistans wurden 1997 von ungefähr gleich vielen Bergsteigern wie im Vorjahr besucht. Die Hochsaison ( Juli bis August ) war jedoch von günstigeren Wetterbedingungen als 1996 geprägt; dies äusserte sich in der höheren Erfolgsrate und auch in der niedrigeren Zahl der tödlichen Unfälle.
Die pakistanischen Behörden haben offenbar dem Druck der Nachfrage nicht standgehalten und ihre 1996 angewendeten ökologischen Vorsätze bereits wieder aufgegeben, um die gleiche Bewilligungspraxis wie in Nepal einzuführen: Die Beschränkung auf höchstens sechs Bewilligungen pro Jahr und pro Achttausender wurde bereits wieder aufgehoben. So erhielten 1997 nicht weniger als 13 Teams Bewilligungen für den Nanga Parbat, 10 für den Broad Peak, 8 für den Gasherbrum II und 7 für den Gasherbrum I. Der K2 zog dagegen -vielleicht wegen seines Rufs als gefährlicher und schwieriger Berg - nur zwei Expeditionen an.
Insgesamt waren 57 Expeditionen mit 500 Bergsteigern und 3200 Trägern unterwegs. Die kommerziellen Expeditionen nehmen zu; dies beweisen verschiedene grosse kommerzielle Gruppen: Eine Gasherbrum-Il-Ex-pedition umfasste 27 Teilnehmer, ei- Haramosh, des Spantik, des Sosbun, des Lupghar und des Panmah sowie um die Nebengletscher nördlich und nordöstlich der Gebiete Hispar, Biafo und Baltoro.
Die pakistanischen Behörden haben eine Liste von 42, meist bekannten Bergen zwischen 7000 und 8000 m zusammengestellt, die für Alpinisten zugänglich sind. Diese Gipfel stellen aber nur einen Teil des Potentials von Unternehmungen dar, die sich abenteuerlustigen Bergsteigern bieten, die eine Erstbesteigung einer Wiederholung vorziehen. In gewissen Fällen, besonders in Grenzregionen, ist der Zugang eingeschränkt. Man sollte deshalb sein Gesuch lange im voraus einreichen und zwei, drei Ersatzziele angeben.
Trekking Die Einschränkungen unterworfenen Gebiete, d.h. die nördlichen Regionen, für die eine Bewilligung nötig ist, wurden von deutlich mehr Wanderern besucht. Ihre Zahl ist von 97 Gruppen mit 631 Personen im Jahr 1993 auf 197 Gruppen und 1102 Personen 1997 angestiegen. In diesem Jahr hatten 159 Gruppen ( d.h. 80den Baltoro-Gletscher zum Ziel; sie stellten 2800 Träger und 200 Führer an. Zählt man diese Zahlen und jene der Alpinisten-Gruppen zusammen, so waren in der Sommersaison 1997 insgesamt 7600 Personen auf dem Baltoro-Gletscher unterwegs - die Armeeangehörigen, die ständig in diesem Gebiet anwesend sind, nicht gerechnet!
Trevor Braham, Lausanne ( ü ) Erfolg, Misserfolg und Unfälle Die Zahl der Expeditionen war 1997 beinahe identisch mit jener von 1996, aber die meteorologischen Verhältnisse waren weniger stürmisch. Damit sank die Todesrate von 3% auf 2% aller Bergsteiger. Die Erfolgsrate stieg parallel dazu von 41 % im Vorjahr auf beinahe 70% in diesem Jahr.
Der tragischste Unfall traf eine Gruppe von 16 Japanern am Skilbrum ( 7360 m ): Sechs Alpinisten wurden von einer Lawine verschüttet. Ein weiterer Japaner verlor sein Leben am Broad Peak, und ein Spanier starb am Nanga Parbat.
Erwähnung verdient die zweite Besteigung des Hauptgipfels des Malubiting ( 7458 m ), die einer fünfköpfigen, von Dieter Fünfschilling aus Binningen ( BL ) geleiteten Gruppe gelang.
Kein Ansturm auf die unbestiegenen Gipfel Aus der Statistik geht einerseits hervor, dass die bekannten Gipfel immer wieder bestiegen werden, anderseits aber nur wenige Expeditionen die unbestiegenen Berge angehen, die rund um die Haupt- und Nebengletscher aufragen und sicherlich interessante Herausforderungen darstellen. Es gibt viele solche Berge über den Gletschern der Massive des