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Eine US-Senatorin aus Japan
Hawaii mausert sich zum politischen Trendsetter, und dies nicht nur wegen des wiedergewählten US-Präsidenten Barack Obama, der hier geboren ist und zum Grossteil seine Kindheit verbracht hat. So hat der US-Bundesstaat im Pazifik bei den gestrigen Wahlen ein weiteres historisches Kapitel in der US-Politik geschrieben.
Mit der 65-jährigen Demokratin Mazie Hirono wurde in Hawaii die erste Senatorin gewählt, die in einem asiatischen Land geboren ist. Sie ist zudem die erste asiatisch-amerikanische sowie buddhistische Frau im Senat. Ganz allgemein gab es in der Geschichte der USA bislang nur wenige im Ausland geborene Senatoren. Um genau zu sein, waren es 58 von 1931 gewählten Repräsentanten der kleinen Kammer.
Zwei Japanischstämmige für Hawaii
Hirono ist die Nachfolgerin des 88-jährigen Daniel Akaka, dem einzig chinesisch-stämmigen US-Senator. Zusammen mit einem politischen Urgestein wird die 65-Jährige ihren Bundesstaat vertreten. Der hochdekorierte 88-jährige Daniel Inouye, ebenfalls ein japanisch-stämmiger Hawaiianer, ist seit 1963 im Senat. Inklusive Hirono gab es bislang erst 5 aus Asien stammende US-Senatoren.
Es ist nicht das erste Mal, dass Mazie Hirono Geschichte schreibt. Bereits 2006 wurde sie als erste in einem asiatischen Land geborene Frau zu einer Abgeordneten des US-Repräsentantenhauses gewählt. In diesem Amt wurde sie 2 weitere Male mit grossem Vorsprung bestätigt.
In Washington setzte sie sich unter anderem für die Bildung, die Gesundheitsreform sowie für die Verdienste um die asiatisch-amerikanischen Veteranen des Zweiten Weltkrieges ein, wie beispielsweise das 442. Infanterieregiment, das ausschliesslich aus Japan-Amerikanern bestand und in Europa für die USA kämpfte (Asienspiegel berichtete).
In Fukushima geboren
Mazie wurde 1947 in der Präfektur Fukushima in Japan geboren. Im Alter von 8 Jahren emigrierte sie mit ihrer Mutter nach Hawaii, wo sie 1959 die US-Staatsbürgerschaft erhielt. Mit 33 Jahren stieg sie als Abgeordnete des Repräsentantenhaus von Hawaii in die Politik ein. 1994 kam der nächste Karriereschritt. Sie wurde zur Vize-Gouverneurin von Hawaii gewählt.
2002 verlor sie in einer historischen Wahl das Rennen um das Gouverneursamt gegen die Republikanerin Linda Lingle. Bei der gestrigen Senatorenwahl kreuzten sich ihre Wege erneut. Dieses Mal hatte Mazie Hirono die Oberhand. Zur Seite stand ihr auch der wiedergewählte US-Präsident Barack Obama, der sie aktiv im Wahlkampf unterstützte. In einem Wahlspot bezeichnete er seine Parteikollegin als «verlässliche Partnerin in Washington und Teil seiner Ohana». Ohana ist in der hawaiianischen Kultur ein Begriff für die erweitere Familie. So weht dank Mazie Hirono in Washingtons mehrheitlich weissen Senat ab sofort ein neuer multikultureller Wind.
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