Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03295.jsonl.gz/423

Erik Karlsson spielt nicht mehr für die Ottawa Senators. Er stösst via Trade zu den San Jose Sharks. Das Tauschgeschäft hat Auswirkungen auf die Zukunft beider Teams und auf die des Schweizers Timo Meier.
Lange wurde über Erik Karlssons Zukunft spekuliert. Nun ist klar, dass der schwedische Starverteidiger künftig nicht mehr für die Ottawa Senators auflaufen wird. Er wurde nach San Jose zu den Sharks getradet.
Die Senators geben auch noch AHL-Stürmer Francis Perron ab und erhalten im Gegenzug Stürmer Chris Tierney, Verteidiger Dylan DeMelo und die beiden Prospects Joshua Norris (Erstrunden-Draft 2017) und Rudolfs Balcers (Fünftrunden-Draft 2015) sowie einen Erstrunden-Draftpick für 2019 oder 2020.
Sollte San Jose zudem sogleich den Vertrag mit Erik Karlsson verlängern, erhält Ottawa einen weiteren Zweitrunden-Pick für das Jahr 2021. Falls die Sharks in dieser Saison den Stanley-Cup-Final erreichen, wird daraus gar ein Erstrunden-Pick. Und falls Karlsson diese Saison irgendwann noch im Kader eines Eastern-Conference-Teams stehen sollte, erhält Ottawa einen weiteren Erstrunden-Pick (spätestens 2022) von San Jose. Letzteres wird allerdings kaum passieren, denn kein GM, der nicht unbedingt muss, gibt einen Spieler wie Karlsson her.
Erik Karlsson war der Star, das Gesicht der NHL-Franchise aus Ottawa. Der 28-Jährige war in den letzten Jahren der beste Offensivverteidiger der Liga. In 627 NHL-Spielen erzielte der Schwede 518 Punkte (davon 126 Tore).
In der letzten Saison wurde Karlssons Unzufriedenheit in der kanadischen Hauptstadt aber immer grösser. Er zerstritt sich mit dem Besitzer des Teams und es kam zu unschönen Vorfällen mit seinem damaligen Teamkollegen Mike Hoffman.
Karlssons Vertrag in Ottawa wäre nach dem Ende der Saison 18/19 ausgelaufen. Dann hätte er sich wohl so oder so dazu entschieden, die Senators zu verlassen, dann hätten General Manager (GM) Pierre Dorion aber keinen Gegenwert mehr für seinen Star erhalten. Deshalb hat man sich nun noch vor dem Beginn der Saison entschieden, etwas für den Schweden herauszuholen.
Bei den San Jose Sharks spielt mit Timo Meier auch ein Schweizer. Der Trade bedeutet für ihn und sein Team vorerst, dass sie sofort wieder zu einem heissen Anwärter auf den Stanley Cup werden. Sie verfügen nun neben Brent Burns (und Marc-Édouard Vlasic) einen weiteren Weltklasse-Verteidiger.
Auch für Meier persönlich hat sich nicht viel verändert, denn weder Karlsson noch die für ihn aufgegebenen Spieler waren direkte Konkurrenten auf seiner Position. Der Ostschweizer wird also nicht um seine Position im Team fürchten müssen und darf sich stattdessen über eine echte Verstärkung freuen.
Dass Ottawa Erik Karlsson abgibt, bedeutet vor allem eines: Besitzer Eugene Melnyk und GM Dorion setzen auf einen kompletten Neuaufbau des Teams. Allerdings ist der Gegenwert für Karlsson wohl noch tiefer ausgefallen, als es viele und wohl auch der Senators-GM nach dem ganzen Chaos um die «Sens» erwartet hätten. Das beste am Trade sind die zwei Draft-Picks für die nächsten beiden Jahre – sie garantieren Talente für die mittlere Zukunft.
Doch durch den Trade wird das Team für den Moment deutlich geschwächt. Und es könnte noch schlimmer kommen. Matt Duchene und Mark Stone – zwei weitere Teamstützen, deren Verträge ende der Saison 18/19 auslaufen – haben unlängst vermelden lassen, dass sie nur in Ottawa bleiben, wenn das Team auch in Zukunft sportlich in der Liga mithalten kann.
Nach dem Karlsson-Trade (und damit einer klaren Schwächung des Teams) besteht die Möglichkeit, dass auch Stone und Duchene die Senators noch in diesem Jahr verlassen – bevor sie keinen Trade-Gegenwert mehr bieten. Ist das der Fall, wird Ottawa sportlich einen krassen Absturz erleben.