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Der Friedensnobelpreisträger und frühere Staatspräsident Israels Schimon Peres ist in der Nacht auf Mittwoch gestorben. Peres' Arzt bestätigte den Todesfall. Der 93-jährige Peres war vor zwei Wochen nach einem schweren Schlaganfall ins Spital eingeliefert worden.
Peres lag seit dem 13. September in einem Spital bei Tel Aviv auf der Intensivstation. Er hatte nach Angaben seiner Ärzte einen schweren Schlaganfall mit Hirnblutung erlitten und wurde ins künstliche Koma versetzt. Am Dienstag hatte sich sein Zustand verschlechtert.
Vater des Atomwaffenprogramms
Peres war von 2007 bis 2014 israelischer Präsident. Er ist der letzte Überlebende der Generation der Gründerväter Israels. 1994 erhielt er als einer der Förderer des Osloer Friedensabkommens den Friedensnobelpreis gemeinsam mit dem später ermordeten israelischen Regierungschef Jizchak Rabin und dem 2004 verstorbenen Palästinenserführer Jassir Arafat.
Mit 29 Jahren wurde Peres von seinem politischen Ziehvater, Staatsgründer David Ben Gurion, zum Generaldirektor im Verteidigungsministerium ernannt. Mit französischer Unterstützung fädelte er das bis heute geheime Atomwaffenprogramm ein. 1959 wurde er erstmals ins Parlament gewählt und vertrat jahrelang eine harte Linie gegenüber den Palästinensern.
Sohn eines Holzhändlers
Zweimal war der Sohn eines Holzhändlers Regierungschef, je dreimal Verteidigungs- und Aussenminister. Peres sass 48 Jahre lang für drei verschiedene Parteien in der Knesset und gehörte 16 Regierungen an. 19 Jahre lang führte er die israelische Arbeitspartei.
Zu seiner Biografie gehört auch, dass er lange als Falke auftrat: So hatte Peres 1975 als Verteidigungsminister im Widerspruch zur Haltung seiner Arbeitspartei ultranationalistischen Siedlern Rückendeckung gegeben, welche die ersten drei jüdischen Siedlungen im Herzen des Westjordanlands errichteten. Später verschrieb sich Peres zur Beilegung des Nahost-Konflikts der Zweistaaten-Lösung: «Einen jüdischen Staat mit dem Namen Israel an der Seite eines arabischen Staats namens Palästina, die sich nicht bekämpfen, sondern Seite an Seite in Freundschaft und Zusammenarbeit leben.»
(sda/chb)