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Der Glarner Gelehrte Aegidius Tschudi (1502-1572), der bedeutendste Historiker des späten Mittelalters in der Schweiz, verfasste mit seinem "Chronicon Helveticum" ein monumentales Werk, das die Geschichte der Eidgenossenschaft vom Altertum bis zu seiner Zeit aufzeichnet. Es umfasst Tausende von Dokumenten aus zahlreichen Archiven, darunter die "Tell-Balladen". Obschon die Chronik nur in Form von handschriftlichen Kopien verbreitet wurde, löste sie ein lebhaftes Echo aus. Als das Werk zwischen 1734 und 1736 gedruckt wurde, fand die Tell-Sage Eingang in die guten Stuben der Eidgenossenschaft. Dank Aegidius Tschudi war aus dem Volkshelden Wilhelm Tell, der auf Innerschweizer Dorffesten besungen wurde, eine herausragende Gestalt der helvetischen Geschichte geworden, dargestellt im Stil der damaligen Zeit und ihres Historikers: zwischen humanistischer Präzision und der epischen Breite des Barock.