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Reykjavik - Im Zuge eines Streits um das Erbe des Schachweltmeisters Bobby Fischer sind in Island dessen sterbliche Überreste exhumiert worden. Die Exhumierung fand am Montag auf dem Friedhof von Selfoss im Süden der Insel statt, wie der örtliche Sheriff sagte.
Nach der Exhumierung soll ein DNA-Test klären, ob Fischer der Vater der neunjährigen Jinky Young von den Philippinen ist. Die Mutter des Mädchens hatte die Exhumierung vor Gericht durchgesetzt, um an das auf zwei Millionen Dollar geschätzte Erbe heranzukommen.
Neben Jinkys Mutter kämpfen noch drei weitere Parteien um das Erbe: eine Ehefrau, zwei Neffen aus den USA und die US-Regierung, der Fischer noch Steuergelder schuldete.
Der aus den USA stammende Fischer war weltberühmt geworden, als er während des Kalten Krieges den sowjetischen Schachweltmeister Boris Spassky besiegt hatte. Im Jahr 2005 nahm er die isländische Staatsbürgerschaft an, um eine Abschiebung in die USA zu verhindern.
Gesucht wurde er damals, weil er mit der Teilnahme an einem Schachturnier in Jugoslawien 1992 gegen internationale Sanktionen verstossen hatte. Fischer starb 2008 im Alter von 64 Jahren.
SDA-ATS