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Hochgeachteter Herr Regierungsrath!
Für Ihre mir gestern zugekommenen gef. Mittheilungen bin ich Ihnen sehr verbunden.
Heute habe ich Ihnen den Beschluß des Großen Rathes von Thurgau telegraphirt. Er wurde mir von Weinfelden aus in einer etwas unklaren Weise durch den electrischen Draht Kund gethan. Ich habe Ihnen deshalb vielleicht ein bischen, aber wirklich nur ein bischen zu viel gemeldet. Der Große Rath scheint nicht von sich aus die Übereinkunft genehmigt, aber an den Tag gelegt| zu haben, daß er mit der Genehmigung durch den Regierungsrath einverstanden sei. Nüanzen, die an dem Wesen der Sache nicht viel ändern!
In dem Schreiben der Direction der Nordostbahn betreffend die Wahl ihrer Repräsentanten in die ständige Gotthardcommission ist Herr Häberlin als Ersatzmann bezeichnet. Es scheint mir zu wünschen, daß davon in der Presse keine Meldung gethan werde. Wollen Sie gef. dafür sorgen, daß diesem Wunsche in der Luzern' schen Presse nachgekommen werde.
Die Besetzung des Gesandtschaftspostens in Turin ist verschoben worden. Die Sache liegt mir nicht ganz recht. Ich hoffe noch vor der Sitzung vom künftigen Montag nach| Bern gehen & mich dort über manches orientiren zu können.
Darf ich Sie bitten, die Angelegenheit der Reußschachenstraße möglichst zu befördern. Wenn wir dieses Jahr noch die Überbrückung der Bahn, die etwa Fr. 14500 kosten wird, ausführen sollten, so ist keine Zeit zu verlieren. Wenn auf den Übergang im Niveau der Bahn nicht verzichtet wird, so wäre die Herstellung der Überbrückung natürlich völlig zwecklos.
Genehmigen Sie die erneuerte Versicherung ausgezeichneter Hochachtung von
Ihrem ergebenen
Dr A Escher
Zürich
23 Septr 1863.