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In Diskussionen um die Masseneinwanderungsinitiative fällt mir immer wieder auf, wie gern man sich von einfachen Lösungen einwickeln lässt, sofern man die Schuld anderen in die Schuhe schieben kann.
Da klagen Unternehmer, welche im Arbeitsalltag händeringend nach ausländischen Arbeitskräften suchen am Wochenende über die überfüllten Züge und Strassen. Linkskonservative, welche in den Baukommissionen und Parlamenten gegen höhere Häuser und Ausnützungsziffern kämpfen, beklagen die Zersiedelung.
Wertkonservative SVP-Anhänger von der Agglo sind sich für einmal einig mit der grünen Wollsockenfraktion: Schuld an Lohndruck, Siedlungsdruck, Zersiedelung, Arbeitslosigkeit, Staus und überfüllten Zügen ist die Zuwanderung. Hätten wir weniger davon, ginge es uns allen besser.
Ehrlich wäre es, in den Spiegel zu schauen und sich zu fragen: Wieviel Wohnraum beanspruche ich für mich und wie hat sich das in den letzten 20 Jahren entwickelt? Wie oft benutze ich den Zug oder das Auto? Welche Strecken lege ich zurück? Wohne ich nicht selber in einem Haus in der Agglo? Hat sich mein Lohn verschlechtert oder verbessert und wer ist dafür wirklich verantwortlich?
Persönlich bin ich auch der Meinung, dass es sinnvoll wäre, die Zuwanderung steuern zu können. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass die Kosten der vorübergehenden Unsicherheit durch Gefährdung der bilateralen Verträge mit anschliessender jahrelanger Neuaushandlung (mit ungewissem Ausgang) in keinem Verhältnis zum Nutzen steht.