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von Dr. Michaela Knecht
Mehr Geld hängt positiv mit besserem Wohlbefinden zusammen. Das gilt aber nur bis zu einem bestimmten Grad. Sind die Grundbedürfnisse einmal befriedigt und die Grundkosten für ein mehr oder weniger sorgenfreies Leben gedeckt, bedeutet mehr Geld nicht automatisch, dass man auch glücklicher ist. Es kommt ganz darauf an, was man mit dem Geld macht.
Eine Forschergruppe der Harvard Universität hat in verschiedenen Studien untersucht, ob es einen Unterschied für das eigene Wohlbefinden macht, ob man Geld für sich selbst oder für andere ausgibt. Die Forscher haben gesehen, dass sich Menschen weltweit besser fühlen, wenn sie Geld für andere ausgeben. Dieser Zusammenhang ist ganz unabhängig davon, ob jemand aus einem armen oder reichen Land kommt und auch unabhängig von der Kultur, in der die Menschen leben. In 120 von 136 Ländern rund um den Erdball haben Sie gefunden, dass sich Menschen, nachdem Sie Geld für andere ausgegeben haben, glücklicher als vorher gefühlt haben. Wie sieht es nun aber aus, wenn wir uns selbst etwas kaufen? Macht das uns nicht noch glücklicher? In zwei weiteren Studien wurde genau das untersucht.
Studien-Teilnehmende wurden gebeten, sich an eine Situation zu erinnern, in der sie etwas gekauft hatten. Eine Gruppe von Teilnehmenden musste sich an eine Situation erinnern, in der sie etwas für sich selber gekauft hatten, die andere Gruppe an eine Situation, in der sie etwas für jemand anderen gekauft hatten. Anschliessend wurden alle Teilnehmenden nach Ihrer Stimmung gefragt. Diejenigen Personen, die sich an die Situation erinnerten, in der sie etwas für jemand anderen gekauft hatten, waren glücklicher als die Personen, die sich an die Situation erinnerten, in der sie für sich selbst etwas gekauft hatten. Also allein die Erinnerung an eine Situation, in der wir etwas verschenkt haben, macht uns glücklich. Auch diese Studie wurde in ganz unterschiedlichen Kulturen (Uganda, Kanada und Indien) durchgeführt und zeigte die gleichen Ergebnisse.
Den besagten Zusammenhang haben die Forscher auch in Experimenten mit Studentinnen und Studenten in Kanada und Südafrika untersucht. Sie haben über 200 Personen Geld (2.50 Dollar) gegeben und gebeten, damit eine Tüte voll Süssigkeiten (Schokolade oder Saft oder beides) zu kaufen. Die Hälfte der Teilnehmenden sollte das für sich selbst kaufen, die andere Hälfte für ein krankes Kind, das im Spital ist. Alle Teilnehmenden hatten auch die Möglichkeit, das Geld für sich zu behalten und keine Süssigkeiten zu kaufen. Nur 7 von 100 Personen, die etwas für ein krankes Kind kaufen sollten, entschieden sich, das Geld für sich zu behalten. (Bei den Personen, die etwas für sich selbst kaufen sollten, waren es 28 von 100 Personen.) In beiden Ländern waren die Personen, die sich entschieden hatten, etwas für ein krankes Kind zu kaufen, signifikant glücklicher als die Personen, die etwas für sich selbst kauften.
Diese Resultate zeigen, dass es positive Auswirkungen auf unser Wohlbefinden hat, wenn wir anderen etwas geben. Es macht uns glücklicher anderen etwas zu kaufen, als uns selbst. Es scheint, dass dieses Phänomen für Menschen aller Kulturen rund um den Erdball gilt. Wenn Sie also etwas Gutes für sich selbst tun möchten, können Sie einfach auch Geld für andere ausgeben. Insofern kann Geld also doch glücklich machen.
Quelle: Aknin, L. B., Barrington-Leigh, C. P., Dunn, E. W., Helliwell, J. F., Burns, J., Biswas-Diener, R., Kemeza, I., Nyende, P., Ashton-James, C. E., & Norton, M. I. (2013). Prosocial spending and well-being: Cross-cultural evidence for a psychological universal. Journal of Personality and Social Psychology, 104(4), 635-652.
Bitte beachten Sie, dass diese Studie nicht in unserem Labor durchgeführt wurde. Wenn Sie an einer Studie in unserem Labor teilnehmen möchten, finden Sie dazu hier weitere Informationen.
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