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Hunderttausende von ihnen gingen hungrig zu Bett, bekämen keine Gesundheitsversorgung oder könnten nicht am Schulunterricht teilnehmen, weil sie arbeiten müssten, sagte die stellvertretende UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Libanon, Najat Rochdi, am Freitag in Genf. «Diese Realität wird jeden Tag schlimmer.»
Rochdi zeichnete ein düsteres Bild der Wirtschaftslage in dem Land. Mehr als 2,2 Millionen Libanesen bräuchten derzeit humanitäre Nothilfe, erklärte Rochdi. Hinzu kämen rund 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge, die sich Nahrung, Strom und Gesundheitsversorgung nicht leisten könnten. Insgesamt leben im Libanon rund sechs Millionen Menschen. Gemessen an der Einwohnerzahl hat kein anderes Land so viele syrische Flüchtlinge aufgenommen wie der Libanon.
Die Wirtschaftskrise war im Herbst 2019 ausgebrochen. Sie wurde durch die Corona-Pandemie und die verheerende Explosion im Hafen von Beirut mit mehr als 190 Toten 2020 verschärft. Mittlerweile leben nach UN-Angaben rund zwei Drittel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Die Inflation liegt bei mehr als 200 Prozent. Weil wegen des Kriegs in der Ukraine Weizenlieferungen von dort ausblieben, stiegen zuletzt die Brotpreise. Mögliche internationale Geldgeber verlangen von der Regierung bislang ausgebliebene Reformen, bevor sie das Land in grösserem Massstab beim Kampf gegen die Krise unterstützen. (lab/sda/dpa)