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Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Problemen in der ärztlichen Praxis. Gemäss internationalen Studien kommen Schlafstörungen bei 19 bis 46 Prozent der Bevölkerung vor, abhängig davon, wie eine Schlafstörung definiert wird. In der Schweiz leidet laut der Klinik für Schlafmedizin KSM in Zurzach AG zirka jeder Dritte kurz- oder langfristig unter einer Schlafstörung.
Dabei ist es wichtig zu unterscheiden, ob es sich um eine kurz andauernde Schlafstörung (Ein- oder Durchschlafschwierigkeit) handelt, oder um ein Problem, das über mehrere Wochen bestehen bleibt und zu einer verminderten Lebensqualität führt.
Schwerwiegende Folgen drohen
Im letzteren Fall sollte eine medizinische Abklärung erfolgen. Ein Mangel an Schlaf hat schwerwiegende Folgen: Vermehrte Tagesmüdigkeit, verminderte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, mangelndes psychisches Wohlbefinden und erhöhte Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen wie Depression, Bluthochdruck und Übergewicht.
Bei einer ärztlichen Abklärung gilt es vor allem herauszufinden, ob eine organische Erkrankung die Schlafstörung verursacht. Hierzu zählen zum Beispiel das Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der ruhelosen Beine), schlafbezogene Atemstörungen (Schlafapnoesyndrom), Schmerzzustände, häufiges Wasserlösen durch eine Vergrösserung der Prostata, Störungen im Hormonhaushalt oder die Einnahme von Medikamenten und Drogen. Rund 25 Prozent der chronischen Schlafstörungen haben einen medizinischen Grund.
Rund die Hälfte aller Schlafstörungen ist durch psychische Belastungen bedingt. Überforderungen im Beruf, Schwierigkeiten im sozialen Umfeld, finanzielle Probleme, aber auch psychische Erkrankungen wie Depressionen, posttraumatischer Stress sowie Angst- und Essstörungen können Schlafstörungen auslösen.
Eine Sonderform der Schlafstörung ist die sogenannte erlernte Schlafstörung (psycho-physiologische Insomnie). Sie macht rund 15 Prozent der Schlafstörungen aus. Bei dieser Form lassen sich keine psychischen oder organischen Erkrankungen nachweisen.
Schlafstörung überdauert die Belastungssituation
Am Anfang besteht oft eine Belastungssituation mit emotionaler Anspannung, die den Schlaf beeinträchtigt. Im weiteren Verlauf nimmt die Schlafstörung aber eine zentrale Rolle ein und bleibt über die auslösende Belastungssituation hinaus bestehen. Die Angst vor der Schlaflosigkeit und der daraus folgenden eingeschränkten Leistungsfähigkeit werden zum zentralen Problem.
Ob eine Therapie angesagt ist, richtet sich vor allem nach der Art der Schlafstörung.Tritt sie eindeutig als Folge einer Schlafstörung auf, so ist klar, dass deren Behandlung Vorrang hat. Ist die Schlafstörung aber mehr als «nur» eine Begleiterscheinung, sind gezielte Massnahmen zu treffen. Dabei empfiehlt sich zunächst die Optimierung der Schlafhygiene in Form von Verhaltensmassnahmen, die einen gesunden Schlaf fördern (siehe Tipps unten).
Darüber hinaus können Entspannungsübungen oder allenfalls eine Psychotherapie zum Erfolg führen.
TIPPS FÜR BESSEREN SCHLAF
1. Beseitigen Sie lästige Licht- und Lärmquellen.
2. Vermeiden Sie extreme Temperaturen im Schlafzimmer.
3. Halten Sie sich an regelmässige Schlafenszeiten (auch am Wochenende).
4. Verzichten Sie vor dem Schlafengehen auf Alkohol, Nikotin und Drogen.
5. Nehmen Sie abends keine schweren Mahlzeiten ein.
6. Treiben Sie bis 6 Stunden vor dem Schlafengehen keinen anstrengenden Sport.
Tipps, wie man besser schlafen kann, gibt es viele. Lesen Sie, auf welche Sie getrost verzichten können:
Neun Schlafmythen auf www.migros-impuls.ch
Autor: Dr. med. Michaela Konopatsch, santémed Gesundheitszentrum Wil.