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Jedes Jahr werden weltweit ein Drittel der für Menschen hergestellten Nahrungsmittel weggeworfen. 78% davon noch bevor sie eine Konsumentin oder ein Konsument je in der Hand hatte. Durch die Digitalisierung des Supply Chain Managements können wir das verbessern - und parallel neue Geschäftsmodelle einführen.
Food Waste und Food Loss
Das UNO Welternährungsprogramm (WFP - World Food Program) hat 11 Fakten zum Thema zusammengestellt. Die humanitäre Organisation, die 2020 den Friedensnobelpreis für ihren Kampf gegen Hunger erhalten hat, versteht ihr eigenes Supply Chain Management als das Rückgrat ihrer Aktivitäten. Wesentliche Teile dieses Beitrags beziehen sich auf den Artikel des WFP.
Die Verschwendung von Lebensmitteln kann in zwei Kategorien aufgeteilt werden: Food Waste und Food Loss.
Food Waste bezeichnet Lebensmittel, die von Konsumentinnen und Konsumenten weggeworfen werden. Food Loss, auf der anderen Seite, beschreibt Lebensmittel, die in den Schritten der Produktion, nach der Ernte und während der Verarbeitung und des Vertriebs innerhalb einer Food Supply Chain entsorgt werden.
Die Folgen von Food Waste und Food Loss
Rund ein Drittel der Lebensmittel, die wir für den Konsum durch Menschen herstellen, werden jedes Jahr weggeworfen (Food Waste und Food Loss). Dadurch entsteht ein geschätzter finanzieller Schaden von einer Billion US Dollar (USD 1'000'000'000'000) pro Jahr.
28% des Ackerlands der Welt wird für die Produktion von Lebensmitteln genutzt, die weggeworfen werden, anstatt für die Versorgung von Menschen in Not. Noch immer müssen jede Nacht 811 Millionen Menschen hungrig schlafen gehen.
Für die Herstellung der weggeworfenen Lebensmittel nutzen wir eine Menge von Wasser, mit der wir den Genfersee drei Mal füllen könnten. Und durch die nicht konsumierten Lebensmittel entstehen jährlich 3 Milliarden Tonnen Treibhausgase. Wenn diese Lebensmittel Supply Chains ein Land wären, dann wären sie nach den USA und China der drittgrösste Verursacher von Treibhausgasen. Diese Treibhausgase beeinflussen die Veränderung unseres Klimas wesentlich.
Die Bedeutung von Food Waste und Food Loss ist so gross, dass die UNO eines der Sustainable Development Goals dem Thema "Ensure Sustainable Consumption and Production Patterns" gewidmet hat. Dieses Ziel adressiert nicht nur die Nachhaltigkeit in der Produktion und dem Konsum von Lebensmitteln, sondern fokussiert sich darüber hinaus auch auf die Schaffung nachhaltiger und zirkulärer Supply Chains in anderen Warengruppen.
Was kann gegen Lebensmittelverschwendung getan werden
Die Möglichkeiten um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken sind vielfältig. Innovationen können in jedem Schritt von Lebensmittel Supply Chains umgesetzt werden, beginnend beim Anbau, über die Ernte, Verarbeitung, Lagerung, Distribution bis schlussendlich bei der Verwendung der Lebensmittel.
Konsumentinnen und Konsumenten können einen direkten Beitrag leisten, indem sie nur das einkaufen, was sie tatsächlich essen werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum, das auf unseren Lebensmitteln aufgedruckt ist, ist tatsächlich ein Mindest-Haltbarkeitsdatum. Häufig können Lebensmittel auch über dieses Datum hinaus konsumiert werden, ohne beim Geschmack oder den Nährstoffen abstriche zu machen.
Wenn wir den Blick auf die weiteren Stufen der Food Supply Chain werfen, können wir zwischen Lösungsansätzen unterscheiden, die sich auf den Fluss von Waren und den Fluss von Informationen fokussieren.
Der Fluss der Lebensmittel selbst in den Supply Chains, kann verbessert werden durch Innovationen in der Verpackung, der Wahl von Produktionsstandorten und der Optimierung von Distributionsprozessen - von den Lager- und Verteilstandorten, über die verbesserte Temperaturkontrolle, bis hin zu angepassten Transportmethoden.
Die Verbesserung des Flusses von Informationen sowie der Nutzung dieser Informationen entlang von Supply Chains ist ein zusätzlicher und mächtiger Hebel in der Vermeidung von Lebensmittelverschwendung. Start-ups wie Too Good To Go haben z.B. neue Geschäftsmodelle erfunden, die sich auf genau diesen Informationsfluss zwischen Händler und Konsumentinnen bzw. Konsumenten fokussieren.
Die Verfügbarkeit von Echtzeit Informationen in Supply Chains ermöglicht Unternehmen auch, bessere Prognosen über die Nachfrage zu erstellen und ihre Verarbeitungs- und Verteilprozesse zu optimieren. Dazu nutzen fortschrittliche Unternehmen bereits heute Big Data Analytics, Blockchain Technologien, Internet of Thinks (IoT) Sensorik und Cloud Computing. Die raschere und umfassendere Verfügbarkeit von Informationen schafft die Basis, um schnellere und genauere Entscheidungen über die Produktion, Verarbeitung und Verteilung von Lebensmitteln treffen zu können.
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