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Angioödeme sind entweder erblich bedingt oder erworben. Die erbliche Form wird durch Mutationen in der Erbsubstanz verursacht. Es kommt zu einer Schädigung von Enzymsystemen, was zu einer vermehrten Bildung oder einem verminderten Abbau von Bradykinin führt. Bei Bradykinin (wie auch bei Histamin) handelt es sich um eine vasoaktive Substanz, die die Gefässdurchlässigkeit beeinflusst. Als Auslöser für das Auftreten des Ödems gelten die Traumatisierung des Gewebes, Stress, Hormonschwankungen oder Infektionen. Auch manche Medikamente triggern das erblich bedingte Angioödem. Erworbene Angioödeme können entweder durch einen Überschuss an Bradykinin oder an Histamin auftreten. Allergien, Autoimmunkrankheiten, Krebserkrankungen, Medikamente sowie Nesselsucht (Urtikaria) lösen hier die Gewebeschwellungen aus.
Folgende Symptome treten bei einem Angioödem häufig auf:
Die Verlegung der Atemwege durch ein Angioödem ist ein medizinischer Notfall, der zu Erstickung führen kann. Eine sofortige Behandlung ist nötig. Patienten oder Kinder, die über Schwellungen der Mund- oder Rachenschleimhäute klagen, sollten umgehend eine Klinik oder einen Arzt aufsuchen.
Weniger häufige Symptome sind:
Egal, ob ein Überschuss an Histamin oder Bradykinin der Auslöser für das Angioödem ist – in beiden Fällen handelt es sich um vasoaktive (die Gefässe beeinflussende) Substanzen. Sie binden an Rezeptorproteine auf der Oberfläche von Zellen der glatten Muskulatur und der Gefässwände, wodurch es zu einer Erweiterung und einer erhöhten Durchlässigkeit kommt. Plasma tritt aus den Blutgefässen in das umliegende Gewebe über und verursacht die ödematöse Schwellung. Ist eine Histamin-Ausschüttung verantwortlich, kann die Schwellung von Juckreiz begleitet sein. Die Bradykinin-Wirkung kann zudem eine Veränderung der Motilität des Verdauungstraktes bewirken.
Bei folgenden Medikamenten wurde das Auftreten von Angioödemen häufig beobachtet:
Aber auch bei jedem anderen Medikament, auf das du eine allergische Reaktion entwickelst, kann ein Angioödem auftreten. Um einem Angioödem vorzubeugen, muss der Auslöser bekannt sein.
Für Patienten, die unter Angioödemen leiden, welche keine lebensbedrohliche Atemnot verursachen, ist zunächst der Hausarzt der richtige Ansprechpartner. Mithilfe unserer Vergleichsplattform findest du schnell einen Arzt in deiner Region. Bei Atemnot solltest du eine Klinik oder Notfallambulanz aufsuchen. Je nach Ursache des Angioödems und den beteiligten Körperregionen werden sich neben den Allgemeinmedizinern eventuell weitere Ärzte mit der Behandlung befassen. Dazu gehören zum Beispiel Internisten, Dermatologen oder Allergologen. Betrifft das Angioödem die Haut und das Gewebe um das Auge, sollte eine Augenuntersuchung erfolgen, da die Schwellung zu Veränderungen am Augapfel führen kann.
Zur Therapie des Angioödems ist es wichtig zu unterscheiden, ob es sich um ein durch Bradykinin vermitteltes oder um ein durch Histamin vermitteltes Angioödem handelt. Ist das Angioödem durch eine Allergie bedingt und ein Histamin-Überschuss die Ursache, setzt dein Arzt Medikamente wie Kortison, Antihistaminika oder Adrenalin ein. Entzündungsreaktionen und die Histamin-Ausschüttungen werden so reduziert. Ausserdem kommt es zu einer Stabilisierung der Gefässwände. Bei erblich bedingten Angioödemen muss dein Arzt zunächst feststellen, welches Enzymsystem durch die Mutation betroffen ist, um dann den Mangel oder den Überschuss auszugleichen. Ein Mangel an C1-Esterase-Inhibitor kann beispielsweise ersetzt werden. Zudem gibt es Bradykinin-Rezeptor-Antagonisten, die die Bradykinin-Bindung an die Zellen verhindern.
Zur Therapie des Angioödems gehört auch, den Auslöser zu finden und abzustellen. Patienten sollten darauf achten, Stress oder Allergene sowie physikalische Reize wie Wärme- oder Kälteexpositionen zu meiden. Eventuell müssen Medikamente ausgesetzt oder gewechselt werden. Zudem hilft es, sich vor Infektionen – zum Beispiel vor grippalen Infekten – zu schützen.
Während des Angioödems ist die Haut prall gespannt und entweder blass oder gerötet. Die geschwollenen Stellen können jucken oder schmerzen oder aber es werden ausser der Schwellung keine Symptome festgestellt. Wenn an den betroffenen Stellen nicht gekratzt wird, nimmt die Haut normalerweise keinen Schaden. Sobald sich das Ödem zurückgebildet hat, bleiben keine Veränderungen wie Krusten oder Narben zurück. Du kannst die Haut wie üblich pflegen und musst keine zusätzlichen Massnahmen ergreifen.
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