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Hugelshofer Immobilien AG, 8193 Eglisau
Bellerive Immobilien AG, 8006 Zürich
Oberstadtstrasse / Grabenstrasse, 8500 Frauenfeld
2009 - 2011
Andreas Funke, Martin Haffter, Sascha Lieberherr, Lukas Steiger
Minergie-Standard
Pellet Heizung, Photovoltaik-Anlage
24 Geschoss- und 10 Maisonette-Wohnungen
Gewerberäume im Erdgeschoss
Massivbau mit Waschbeton-Elementen
Die städtebauliche Qualität der Überbauung Himalaya wird maßgeblich durch die Bereinigung einer nahezu 100 Jahre unbefriedigenden Situation im Zentrum der Stadt Frauenfeld bestimmt. Das bis dahin halboffene Quartier wird nunmehr mit der Fortsetzung der Blockrandbebauung am wichtigen Übergang vom Bahnhof zur Altstadt geschlossen und verbessert damit zweifellos die Urbanität der Kantonshauptstadt.
Die Bebauung gliedert sich dabei selbstbewusst modern und doch auch angepaßt an die Maßstäblichkeit ihrer Umgebung in zwei langgestreckte, über Eck aneinandergesetzte Baukörper. Die Gebäudetrakte besitzen generell begrünte Flachdächer. Die städtebaulich bedeutsamste Situation an der Kreuzung Oberstadtstraße/Grabenstraße am Fuße der sogenannten Himalaya-Auffahrt zur Stadtkirche wird durch die Abrundung der Gebäudeecke und einen Dachaufbau mit einem Steildach betont.
Der Südtrakt wird zudem von einem massiven Betonsockel geprägt, um die Hängigkeit der zum Kasernenplatz abfallenden Straße zu überwinden. Mit diesem hauseigenem Trottoir werden die Ladenbereiche im 1.OG des Südtraktes erschlossen. Am Kasernenplatz wird ein Teil der Ladenzone gegenüber der Baulinie zurückgesetzt und damit die Fassade in Arkaden aufgelöst.
Die klaren Baukörperformen der Überbauung werden durch eine ruhige, grossmaßstäbliche Gliederung mit vorwiegend liegenden Fensterformaten und Fassadenöffnungen unterstrichen. Die Strassenfassaden erhalten ob ihrer gestalterischen Bedeutung feinstrukturierte, vorgehängte Betonelemente, die Hoffassaden eine zurückhaltende glatte Putzfassade.
Die lange Fassadenfront entlang des Unteren Grabens wird durch einen gänzlich in Glas gehaltenes, zurückgesetztes Gelenk, das eines der 3 Treppenhäuser beherbergt, zwischen Nord-und Südtrakt gegliedert. Die an sich ebenen Fassadenflächen werden wiederum durch eingezogene Balkone, also Loggien, aufgelockert. So entsteht ein Wechselspiel zwischen geschlossenen Fensterflächen und offenen Fassadenbereichen bei den Loggien, das durch die dortige Anordnung von Vertikalmarkisen weiter an Lebendigkeit gewinnt.
Die durchgesteckten Wohnungen des Gebäudeflügels zum Kasernenplatz erhalten Loggien zum Innenhof. Diese Fassade ist aufgrund ihrer Süd-/West-Ausrichtung und der Innenhofsituation am offensten konzipiert. Die zurückgesetzten Verglasungen der Loggien öffnen sich generell großzügig zum Innenraum, um den Wohnbereich visuell und funktionell zu erweitern. Die Massivität der sonstigen Loggienbrüstungen löst sich hier in filigrane Geländer auf.
Zwischen und unter die beiden L-förmig angeordneten Baukörperflügel schiebt sich hofseitig der Keller- und Tiefgaragenbereich. Dieser ist aufgrund der Hängigkeit des Geländes im Südtrakt und Innenhof zweigeschossig ausgebildet. Im Untergeschoss sind, ständig abgetrennt vom öffentlichen Teil der Einstellhalle, die PW-Stellplätze für die Wohnungsmieter reserviert.
Auf dem Dach der Tiefgarage im komplett überbauten Innenhof sind für die Mieter begrünte Außenanlagen als Ruhe- und Erholungszone angelegt. Das Herzstück der Umgebungsgestaltung bildet dabei ein großer Solitärbaum, der in eine runde Aussparung des Garagendaches gepflanzt ist. Weiter Baumpflanzungen befinden sich im Bereich der platzartigen Aufweitung des Trottoirs an der Ecke Unterer Graben/ Kasernenplatz.
Im nördlichen Gebäudeteil am Kasernenplatz befinden sich vom 1. bis 4. Obergeschoss 20 Mietwohnungen. Pro Geschoß sind dies 5 verschiedene Wohnungstypen (Typ 5 bis 9) mit 2.5- und 3.5-Zimmern.
Der südliche Gebäudeteil beherbergt vom 2.-4. Obergeschoß 13 Mietwohnungen sowie zusätzlich eine Attikawohnung als Dachaufbau an der Oberstadtstraße. An der abgerundeten Gebäudeecke Oberstadtstraße/Unterer Graben liegt der mit 5.5 Zimmern größte Wohnungstyp der Überbauung. Die restlichen 10 Wohnungen an der Südfassade sind Maisonette-Wohnungen, führen also über 2 Geschosse. Alle 10 Einheiten werden von einem Mittelgang im 3. Obergeschoss aus erschlossen. Jeweils 1 Wohnung pro Achse führt von dort aus über eine wohnungsinterne Holztreppe nach oben ins 4. OG und eine nach unten ins 2.OG.