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Im Halbfinale des Internationalen Tennisturniers von Australien verliert Patty Schnyder gegen die Belgierin Kim Clijsters in zwei Sätzen, 6:2, 7:6.
Der Parcours der Schweizerin endete mit einer ehrenvollen Niederlage. Noch nie ist sie bei einem Grand-Slam-Turnier so weit vorgestossen.
Schnyder musste lange unten durch, wehrte aber im zweiten Satz drei Bälle zum 1:4 ab, ehe sie sich deutlich steigerte. Die Linkshänderin führte später sogar 5:3 und servierte bei 5:4 zum Satz, konnte den Ausgleich aber nicht realisieren. Nach 74 Minuten verwertete Kim Clijsters - die vom heimischen Publikum praktisch "adoptierte" Freundin von Lleyton Hewitt - den Matchball und erreichte so ihren ersten Melbourne-Final.
Im Tiebreak beging Schnyder drei unnötige Fehler, die Clijsters den Matchgewinn wesentlich erleichterten. Im dritten Satz wäre Schnyder physisch im Vorteil gewesen, zumal Clijsters Fitness wegen einer Knöchelverletzung mit einem Fragezeichen behaftet ist. Auf dem Court machte sich die Blessur allerdings nicht bemerkbar.
Im Final trifft Clijsters auf ihre Landsfrau Justine Henin-Hardenne, die ihrem Status als Weltranglisten-Erste weiter gerecht wird. Die Belgierin zog durch ein 6:2, 6:2 gegen Fabiola Zuluaga (Kol/32) in den Final ein.
Schnyders wechselvolle Karriere
Die 25-jährige Baselbieterin war lange Zeit eine der grossen Hoffnungen im Frauentennis, konnte aber ihr Talent nie ganz in Resultate umsetzen. Ihr bestes Ranking erreichte sie 1999, als sie zur Nummer 8 der Welt aufstieg.
Seither vermeldete Schnyder kaum mehr sportliche Höhenflüge. Doch nun, in Melbourne, hat sie in den letzten elf Tagen die Prognosen übertroffen. Denn angesichts ihrer Vorbereitung hatte kaum jemand diesen Exploit erwartet. Schnyder startet die Saison mit einem Sprung von Platz 22 auf Platz 15 der Weltrangliste.
Privates Glück
"Ich und mein Mann sind sehr glücklich", sagte Schyder nach der Halbfinalqualifikation. Für dieses Glück ist nicht nur das Tennis ausschlaggebend: Patty Schnyder hat vor einem Monat geheiratet.
Und um ihren Ehemann und langjährigen Freund, den Privatdetektiv Rainer Hofmann, ranken sich etliche Gerüchte. Immer wieder wurde gemunkelt, der Deutsche würde die Schweizer Tennisspielerin in einem sektenähnlichen Verhältnis manipulieren und sei vor allem hinter Schnyders Geld her.
Und da Patty Schnyders Eltern an der Hochzeit im deutschen Baden-Baden gefehlt haben, sind die Gerüchte wieder neu aufgeflammt.
Ohne Coach
Doch zurzeit können die Eltern Patty Schnyder nichts anhaben. Sie strotzt vor Selbstvertrauen. In Australien wurde in den letzten Tagen mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, dass Schnyder ohne persönlichen Coach auf der ATP-Tour spielt. Sie selber sagt, dass eigentlich ihr Mann Coach sei. Und wenn nötig, hole sie sich Tipps bei Fedcup-Coach Zoltan Kuharsky.
Das vergangene Jahr verlief gemäss Patty Schnyder "ansprechend". Allerdings hat der Höhepunkt, ein Turniersieg, gefehlt.
Mit 26 Siegen in 23 Turnieren war Patty Schnyder vor Melbourne die Nummer 22 in der Weltrangliste.
swissinfo
In Kürze
Patty Schnyder unterlag in ihrem ersten Grand-Slam-Halbfinal der Belgierin Kim Clijsters 2:6, 6:7 (2:7).
Schnyder wehrte im zweiten Satz drei Bälle zum 1:4 ab.
Die Linkshänderin führte später sogar 5:3 und servierte bei 5:4 zum Satz, konnte den Ausgleich aber nicht realisieren.
Nach 74 Minuten verwertete Clijsters den Matchball und erreichte so ihren ersten Melbourne-Final.