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Breitspektrum Anthelminthikum gegen unreife und reife Stadien von Magen-Darm-Nematoden und Lungenwürmern bei Rindern sowie gegen Magen-Darm-Nematoden bei Pferden und anderen Equiden
ATCvet: QP52AC13
Zusammensetzung
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenDer grundlegende Mechanismus der anthelminthischen Wirkung von Fenbendazol ist eine Hemmung der Polymerisation von Tubulin zu Mikrotubuli. Dadurch werden wichtige strukturelle Eigenschaften der Helminthenzelle beeinträchtigt, wie die Ausbildung des Zytoskeletts, die Spindelbildung bei der Mitose sowie die Aufnahme und der intrazelluläre Transport von Nährstoffen und Stoffwechselsubstraten. Als Folge kommt es zu einer Erschöpfung der Energiereserven mit nachfolgendem Absterben des Parasiten und seiner Expulsion nach 2 - 3 Tagen.
Fenbendazol besitzt eine ovizide Wirkung, die nach ca. 8 Stunden infolge einer Störung der Spindelbildung und des Metabolismus während der Embryogenese eintritt. Der Wirkstoff ist hoch wirksam gegen adulte und immature Magen-Darm-Nematoden und Lungenwürmer, sowie gegen inhibierte und histotrope Larvenstadien.
Die Verabreichung von Panacur® Suspension 10% an Stuten kann in jedem Stadium der Trächtigkeit oder Laktation erfolgen.
Aufgrund der aktuellen Resistenzlage bei kleinen Strongyliden müssen Tierärzte und Besitzer den Erfolg der Behandlung bzw. die Resistenzlage überprüfen. Dies kann einmal jährlich durch eine quantitative Kotuntersuchung 7 - 10 Tage nach einer anthelminthischen Behandlung erfolgen.
PharmakokinetikFenbendazol wird nach oraler Verabreichung nur teilweise resorbiert und in der Leber zunächst zu Sulfoxid (Oxfendazol) und danach zu Sulfon und Aminen metabolisiert. Die Resorption erfolgt bei Pferden und anderen Equiden schneller als bei Wiederkäuern. Die Halbwertzeit von Fenbendazol im Serum beträgt nach oraler Verabreichung der empfohlenen Dosis beim Rind 10 - 18 Stunden. Beim Pferd werden bei einmaliger oraler Verabreichung maximale Plasmakonzentrationen (Tmax) nach 4 Stunden erreicht. Bei Verabreichung an 5 aufeinander folgenden Tagen kommt es zu einer Akkumulation des Wirkstoffes und zu einer geringen Akkumulation seiner Metaboliten. Nach der letzten Verabreichung werden Fenbendazol und seine Metaboliten rasch aus dem Plasma eliminiert. Die Eliminationshalbwertszeit von Fenbendazol und Fenbandazol-Sulfon beträgt 9.5 Stunden, vom Metaboliten Fenbendazol-Sulfoxid (Oxfendazol) beträgt sie 18.5 Stunden.
Die Ausscheidung des Wirkstoffes und seiner Abbauprodukte erfolgt überwiegend (> 90%) mit dem Kot, zum geringen Teil auch über den Urin oder mit der Milch.
Indikationen
RindBehandlung reifer und unreifer Stadien von Magen-Darm-Nematoden und Lungenwürmern wie Haemonchus spp., Bunostomum spp., Ostertagia spp., Capillaria spp., Trichostrongylus spp., Trichuris spp., Cooperia spp., Strongylus spp., Nematodirus spp., Neoascaris vitulorum, Oesophagostomum spp., Dictyocaulus viviparus.
Pferd und andere Equiden
Einmalige Verabreichung von Panacur® Suspension 10%:Zur Therapie beim Befall mit Blutwürmern (adulte grosse und kleine Strongyliden sowie Larven kleiner Strongyliden im Darmlumen) und von benzimidazol-empfindlichen Spulwürmern (Ascaridae), Pfriemenschwänzen (Oxyurea) und Zwergfadenwürmern (Strongyloides).
Verabreichung an 5 aufeinander folgenden Tagen:Zur Behandlung und Verminderung von benzimidazol-empfindlichen in der Darmschleimhaut enzystierten 3. Stadien von Larven der kleinen Strongyliden einschliesslich inhibierter früher 3. Stadien (larvale Cyathostominose) und von wandernden Larvenstadien grosser Strongyliden (S. vulgaris, S. edentatus) bei Pferden und anderen Equiden. Ovizide Wirkung gegen Eier von Magen-Darm-Strongyliden.
Richtdosis: 7.5 mg Fenbendazol / kg Körpergewicht (KGW) - 3 ml Panacur® Suspension 10% pro 40 kg Körpergewicht (KGW)
Der durch Strongyloides westeri bei 2 - 3 Wochen alten Saugfohlen hervorgerufene Durchfall ist mit 25 ml Panacur® Suspension 10% pro 50 kg KGW (50 mg Fenbendazol/kg KGW) zu behandeln.
Zur Bekämpfung enzystierter Cyathostominae-Larven werden 3 ml Panacur® Suspension 10% pro 40 kg KGW täglich über 5 aufeinander folgende Tage verabreicht (= 7.5 mg Fenbendazol / kg KGW / Tag, 5 Tage lang).
Die Behandlung von enzystierten Larven in der Darmschleimhaut sollte idealerweise im Herbst (spät im Oktober bis November) und nochmals im Frühjahr vorgenommen werden. Bei Pferden mit schlechtem Ernährungszustand oder Neuzugängen, deren Entwurmungsprogramm nicht bekannt ist, sollte die 5−tägige Behandlung zu jeder Jahreszeit vorgenommen werden.
AnwendungshinweisePanacur® Suspension 10% ist vor Gebrauch kräftig zu schütteln und kann mit den üblichen Volumenmessgeräten oder mit Hilfe einer Plastikspritze eingegeben werden. Aufgrund des geringen Dosisvolumens ist auch bei Pferden eine orale Eingabe problemlos. Am besten wird das Präparat mit der Kraftfutterration verabreicht. Diätmassnahmen sind während der Behandlung nicht erforderlich.
Empfehlung für ein Programm zur Parasitenbekämpfung
Es sollten alle Pferde und Equiden in ein regelmässiges Parasitenbekämpfungsprogramm einbezogen werden. Da die Haltungsbedingungen sehr unterschiedlich sind, ist es dem Tierarzt überlassen, mit seinen epidemiologischen Kenntnissen und mit Hilfe regelmässiger Kotuntersuchungen für den jeweiligen Stall ein massgeschneidertes Programm zu erstellen.
Die Weidehygiene ist unbedingt zu beachten. Punkte, die ein Kontrollprogramm beeinflussen, sind nachfolgend aufgeführt:
Anwendungseinschränkungen
Kontraindikationen:Keine bekannt
Vorsichtsmassnahmen:Keine bekannt
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Keine bekannt
WechselwirkungenEine gleichzeitige Anwendung von Präparaten zur Leberegelbekämpfung ist wegen der Möglichkeit von Unverträglichkeitserscheinungen zu vermeiden.
Sonstige HinweiseVor Gebrauch Flasche kräftig schütteln.
Bei Raumtemperatur (15 - 25°C) aufbewahren.
Arzneimittel, für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Packungen1 l Flasche (Flexibottle)
HerstellerIntervet International
Informationsstand: 02/2010
Dieser Text ist behördlich genehmigt.