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Der australische Eisbrecher und Versorgungsschiff, die «RSV Nuyina», hat Anfang dieses Jahres erfolgreich seine ersten beiden Antarktisfahrten unternommen und dabei Stationen mit Nachschub versorgt, sowie wissenschaftliche Systeme getestet. Nun wurden bei Wartungsarbeiten unerwartet Schäden am Antriebsstrang entdeckt. Durch Verzögerungen beim Erhalt von Ersatzteilen dürfte das Schiff wahrscheinlich länger ausser Betrieb sein. Die Australian Antarctic Division (AAD) hat ihre Planung zur Versorgung ihrer Antarktis-Stationen für die Saison 2022-23 bereits angepasst. Die «RSV Nuyina» befindet sich derzeit für planmäßige Wartungsarbeiten in Singapur. Das Schiff kam im April in Singapur an und sollte im Oktober wieder in Hobart eintreffen.
Die Inbetriebnahme- und Testphase der «RSV Nuyina» wird mindestens die ersten zwei Jahre seines Dienstes andauern, während dieser Zeit steht das Schiff durch den niederländischen Schiffsbauer Damen unter Garantie.
Die Australian Antarctic Division (AAD) und der Schiffsbetreiber Serco haben im Rahmen des normalen Prozesses der Inbetriebnahme während der Garantiezeit Probleme gelöst und Reparaturen durchgeführt. AAD-Direktor Kim Ellis sagte, die Arbeiten umfassten Verbesserungen am hydraulischen Steuersystem innerhalb des Antriebssystems.
„Während die Arbeit am Antriebsstrang gut vorangekommen ist, wurde ein unerwartetes Problem bei den großen Kupplungen entdeckt, welche die Antriebswellen mit den Kupplungen verbinden“, sagte Kim Ellis. „Nach ersten Untersuchungen und Tests hat der Hersteller festgestellt, dass Wellenkupplungen ausgetauscht werden müssen. Die Lieferzeiten für Ersatzkupplungen sind lang, was zu einem großen Teil auf Materialknappheit und Probleme in der Lieferkette zurückzuführen ist.“
Die daraus resultierende Verzögerung von mehreren Monaten bedeutet, dass der Eisbrecher «RSV Nuyina» in der kommenden Antarktissaison 2022-23 wahrscheinlich nicht für Nachschub- und Wissenschaftsoperationen zur Verfügung stehen wird.
Zwei Schiffe sollen aushelfen
Kim Ellis sagte, zwei weitere Schiffe, der Eisbrecher «Aiviq» und das eisverstärkte Frachtschiff «Happy Dynamic», seien für die kommende Saison gesichert worden, um kritische Fracht zu transportieren und Expeditionsteilnehmer nach Hause zu bringen.
„Die Austauschtermine für die 90 Expeditionsteilnehmer, die derzeit an den vier australischen Forschungsstationen in der Antarktis und auf Macquarie Island leben und arbeiten, werden weitgehend gleichbleiben“, sagte Ellis.
„Die Planung von Störungen und Unerwartetem ist ein wichtiger Bestandteil des australischen Antarktisprogramms. Wir hatten einen Notfall während der Inbetriebnahme- und Garantiephase der «RSV Nuyina» immer eingeplant.“
Heiner Kubny, PolarJournal
Website: Australian Antarctic Division (AAD)