Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/70813

<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Welche Politik verfolgt das BAG bei der Festlegung der Preise für Generika?</p><p>2. Obwohl es im Allgemeinen grosse Preisunterschiede gibt, kommt es vor, dass zwei Generika zum genau gleichen Preis im Handel sind (in der Regel die Generika der zwei grössten Schweizer Hersteller). Welches sind die Gründe dafür?</p><p>3. Wie werden die Ärztinnen und Ärzte, die Apothekerinnen und Apotheker sowie die Versicherer informiert, wenn ein neues, viel günstigeres Generikum eingeführt wird?</p><p>4. Wie wird den Bedenken der Ärztinnen und Ärzte Rechnung getragen, die befürchten, dass gewisse Patientinnen und Patienten, insbesondere ältere Menschen und Personen mit mehrfachen oder ganz speziellen Erkrankungen, verunsichert sind, wenn sie allzu oft das Generikum wechseln müssen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Zu Frage 1: Generika müssen auf der Basis der Fabrikabgabepreise bei ihrer Aufnahme in die Spezialitätenliste (SL) mindestens 30 Prozent bzw. zwei Jahre nach ihrer Aufnahme mindestens 15 Prozent günstiger sein als die entsprechenden Originalpräparate (Art. 65 Abs. 5bis und Art. 65c der Krankenversicherungsverordnung, KVV, SR 832.102). Zudem dürfen neue Generika grundsätzlich nicht teurer sein als das zuletzt aufgenommene bzw. günstigste Generikum, welches mit dem entsprechenden Originalpräparat austauschbar ist. Die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) verlangten Preisabstände führen zu Höchstpreisen für Generika. Es steht den Anbietern jedoch frei, Preissenkungen zu beantragen und ihre Produkte unter den bei der Aufnahme verfügten Preisen anzubieten. Der Wettbewerb unterhalb der Höchstpreise steht den Herstellerfirmen offen und ist erwünscht. </p><p>Zu Frage 2: Die Preise zweier (oder mehrerer) Generika können dann gleich hoch sein, wenn die Herstellerfirmen exakt den geforderten Preisabstand (30 bzw. 15 Prozent) zum Originalpräparat und zum günstigsten bisher aufgenommenen Generikum einhalten, d. h. nicht von sich aus tiefere Preise beantragen.</p><p>Zu Frage 3: Das BAG informiert in der Regel monatlich in seinem Bulletin über Preisreduktionen in der SL. Die spezielle Kommunikation einzelner Preissenkungen ist demzufolge nicht notwendig. Führt das BAG indessen, wie per 1. April und per 1. Juli 2006 geschehen, umfassende Preisüberprüfungen einer Vielzahl von Präparaten der SL durch, werden die Vertriebskanäle (Grossisten, Detaillisten) vorgängig mit einer speziellen Information über die Preisreduktionen in Kenntnis gesetzt.</p><p>Zu Frage 4: Die Verantwortung für die Substitution liegt beim behandelnden Arzt. Hält er den Ersatz eines Originalpräparates durch ein Generikum aus medizinischen Gründen für riskant, steht es ihm frei, die Substitution ausdrücklich auszuschliessen (Art. 52a des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung, KVG, SR 832.10, und Art. 38a Abs. 2 der Krankenpflegeleistungsverordnung, KLV, SR 832.112.31). Aus denselben Gründen kann der Arzt auch den Ersatz eines Generikums durch ein anderes Generikum ausschliessen.</p>  Antwort des Bundesrates.