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In den ersten Monaten (1. Trimenon) leiden ungefähr 80% aller schwangeren Frauen an Übelkeit. Die Hälfte der Schwangeren muss auch erbrechen. Nur selten (ca. 1%) kommt es zu übermässigem Erbrechen (Hypermesis gravidarum), so dass eine Nahrungs- und eventuell auch Flüssigkeitsaufnahme unmöglich wird.
Bei störender Übelkeit ohne übermässiges Erbrechen ist es möglich, dieses Gefühl mit ein paar Verhaltensmassnahmen zu verbessern: So empfehlen wir, häufigere kleinere Mahlzeiten über den Tag zu verteilen, anstatt wenige grosse Portionen zu essen. Eventuell nützt es, schon vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit im Bett zu essen (z.B. salzige Cracker oder Nüsse). Es kann hilfreich sein, auf Kaffee, Tee und kohlensäurehaltige Getränke zu verzichten oder den Konsum zu reduzieren.
Oft werden Kohlenhydrate bei starker Übelkeit am besten vertragen, dann sollten Sie diese auch ohne schlechtes Gewissen essen! Es ist allerdings auch sinnvoll, den Tag mit etwas Proteinen (z.B. Protein-Shakes, Eierspeisen) zu starten, da diese starke Schwankungen des Blutzuckers und damit einen Auslöser für Übelkeit im Tagesverlauf verhindern.
Tendenziell werden oft kalte Speisen besser vertragen, vor allem, wenn bestimmte Gerüche die Übelkeit auslösen, z.B. Yoghurt, Beeren, gekühlte Getränke.
Ein Trick, um doch etwas Vitamine und Proteine aufzunehmen, können Smoothies sein, in die man selbst nach Geschmack verschiedene Früchte/Gemüse (Bananen, Avocados etc.) und eventuell sogar die Schwangerschaftsvitamintabletten zugeben kann. Für weitere Ernährungstipps und Rezeptvorschläge siehe auch «Real Food for Pregnancy» von der amerikanischen Autorin Lily Nichols.
Ein altbekanntes natürliches Mittel gegen Übelkeit ist Ingwer. Dieser kann in Form von Tee, kandierten Früchten oder auch als Kapseln aus der Apotheke («Zintona») eingenommen werden.
Manchmal hilft auch Akkupunktur/-pressur oder Aromatherapie mit Lavendel -und Pfefferminzöl.
Falls all diese Massnahmen keine Besserung bringen, gibt es natürlich auch verschiedene Medikamente, die wir Ihnen gegen die Übelkeit verschreiben können, dabei gehen wir stufenweise vor.
Glücklicherweise endet die Zeit der starken Übelkeit mit Erbrechen bei den meisten Frauen ( 60%) nach der 13. Schwangerschaftswoche. Nur sehr wenige Frauen ( ca. 9%) leiden nach der 20.Schwangerschaftswoche noch an der lästigen Übelkeit.
Gerne beraten wir Sie ausführlich in unserer Sprechstunde!