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Die Popularität des Pétanque-Spiels lässt sich zu einem guten Teil aus der relativ leichten Erlernbarkeit der Bewegungsabläufe erklären. Das kann durch einen Vergleich mit dem Provenzalischen Spiel verdeutlicht werden.
Zunächst die Gemeinsamkeiten:
Bei beiden sind Spielkugeln und Ziel von gleicher Größe und gleichem Material, es sind die gleichen Mannschaftsformationen möglich und zugelassen, man spielt
aus einem Abwurfkreis. Beide kennen die Vorgehensweisen des Legens und Schiessens. Legen (frz. pointer) bedeutet, eine Kugel so nah wie möglich an das Ziel heranwerfen, Schiessen (frz. tirer) nennt man das Wegstossen einer gut platzierten Kugel durch
einen gezielten Wurf. Die zum Sieg benötigte Punktzahl und die Zählweise entsprechen sich bei beiden Spielen ebenfalls.
Die Unterschiede
liegen in der Spieldistanz und in den Bewegungsabläufen, die für
das Legen und Schiessen vorgeschrieben sind: Während bei Pétanque das Ziel zu Beginn der Aufnahme zwischen sechs und zehn Metern vom Kreis entfernt zu liegen hat, sind beim Provenzalischen Spiel fünfzehn bis einundzwanzig Meter vorgeschrieben,
weshalb es auch als langes Spiel (frz. la longue) bezeichnet wird.
Während bei Pétanque der Spieler im Kreis steht oder hockt, hat er beim Provenzalischen Spiel komplizierte Bewegungen auszuführen:
Beim Legen muss er einen Schritt
aus dem Kreis heraustreten - meist seitlich, um eine optimale Wurfbahn zu finden - und kann das zweite Bein auf dem Boden im Kreis belassen. Hebt er es aber ab, so darf er es erst wieder niedersetzen, wenn die Kugel gespielt wird. Typischerweise steht der
Leger daher auf einem Bein.
Der Schiesser hingegen muss drei Schritte aus dem Kreis herauslaufen - in Richtung der zu schiessenden Kugel - und beim dritten Schritt seine Kugel spielen. Der Wurf wiederum ist nur gültig, wenn die Kugel in mindestens
einem Meter Distanz von dem angekündigten Zielobjekt aufschlägt.
Liegen beim Provenzalischen Spiel die Akzente stärker auf Kraft, Beweglichkeit und athletischer Körperbeherrschung, die den Erfolg insbesondere beim Schiessen von ausdauerndem
Training abhängig machen, so garantiert die ruhige Körperhaltung beim Pétanque höhere Erfolgschancen auch beim Schiessen, selbst bei geringerer Übung. Legen und Schiessen erhalten einen gleichwertigen Anteil am Spiel. Die insgesamt
erhöhten Chancen, vorher überlegte Spielzüge auch verwirklichen zu können, lassen Fragen der Spieltaktik einen größeren Stellenwert gewinnen.