Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/179178

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert aufzuzeigen, wie das digitale Outsourcing in Länder mit einem tiefen Lohnniveau zur Bekämpfung der Armut durch die Schaffung von Arbeitsplätzen gefördert werden kann. Wenn Menschen in die Lage kommen, ihren Lebensstandard aus eigenen Kräften zu heben, ist dies wirksamer, als wenn sie von der Wohltätigkeit anderer abhängen. Diese neue Möglichkeit des Outsourcings ermöglicht es auch Schweizer Unternehmen, ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen und ihre Wirtschaftlichkeit zu steigern.</p><p>Es wird vor allem um das Outsourcing von einfachen, teilweise repetitiven Aufgaben gehen, die nicht automatisiert werden können und für deren Erledigung eine kurze Ausbildung genügt.</p><p>Dass so beschäftigte Personen rasch der Armut entfliehen können, ist das eine Ziel. Darüber hinaus werden Wegweiser gesetzt für die Schaffung eines digitalen Ökosystems vor Ort, das die Professionalisierung von Dienstleistungen begünstigen könnte.</p><p>Die Schwerpunktländer sollten bestimmt werden; da die Arbeitslosigkeit junge Menschen von dort zur Auswanderung drängt und weil dort Französisch oder Englisch gesprochen wird, kämen Staaten wie Eritrea oder Staaten aus Subsahara-Afrika oder in Südasien infrage.</p><p>Es sei noch festgehalten, dass Telearbeit es erlaubt, dass die am meisten Benachteiligten von der Globalisierung profitieren.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Anliegen des Postulates betreffend die Bekämpfung der Armut in einkommensschwachen Ländern und die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Schweiz.</p><p>Aus ordnungs- und wettbewerbspolitischer Sicht ist eine aktive Förderung der Auslagerung bestimmter Tätigkeiten nicht angezeigt und widerspricht dem Ziel des Bundes, langfristig die Arbeitsplätze und den Wohlstand in unserem Land zu sichern. Vielmehr setzt sich die Schweiz in ihrer Innen- und Aussenwirtschaftspolitik für günstige Rahmenbedingungen ein, beispielsweise durch den Abbau von Handelshemmnissen oder die Verminderung der administrativen Belastung von Unternehmen. Dies erlaubt es in- und ausländischen Unternehmen, ihre Produktion in jenem Land anzusiedeln, wo die höchste Wertschöpfung erzielt werden kann.</p><p>Desgleichen zielen die wirtschafts- und handelspolitischen Massnahmen der internationalen Zusammenarbeit (IZA) der Schweiz darauf ab, die Rahmenbedingungen für Investitionen und die Entwicklung des Privatsektors in den Partnerländern der Schweiz zu verbessern. Der Privatsektor schafft weltweit 90 Prozent aller Arbeitsplätze und trägt massgeblich zur Armutsreduktion bei. So stellt der Startup-Fund des Staatssekretariates für Wirtschaft Jungunternehmern mit Sitz in der Schweiz Darlehen zur Verfügung. Diese Darlehen unterstützen Schweizer Investitionsvorhaben in der Anfangsphase in ausgewählten Partnerländern der Schweizer IZA. Damit fördert die IZA die hiesige Wirtschaft, erschliesst neue Märkte, schafft Arbeitsplätze und fördert die Entwicklung von Fachkompetenzen. Die Projekte müssen wirtschaftlich lebensfähig sein und anerkannten Umwelt- und Sozialstandards entsprechen. Kurz: eine Win-win-Lösung für die Schweizer Wirtschaft und unsere IZA-Partnerländer.</p><p>Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) setzt in ihren Projekten für Arbeit und Einkommen bereits heute auf den Informations- und Kommunikationssektor, wo dies im lokalen Kontext den Zielen der Schweizer IZA dient. In Albanien und Kosovo beispielsweise hat die Deza in diesem Sektor ein Potenzial für die Anstellung von jungen Menschen, Frauen und Minderheiten identifiziert. Die besagten Projekte umfassen oft auch eine Berufsbildungskomponente.</p><p>Die Digitalisierung gewinnt auch in der IZA zunehmend an Bedeutung. Im Rahmen der nächsten Botschaft zur IZA wird geprüft, wie die Digitalisierung noch gezielter zur Förderung des Privatsektors und zur Bekämpfung der Armut genutzt werden kann. Eine aktive Förderung der Verlagerung von Tätigkeiten aus der Schweiz in Partnerländer ist jedoch nicht Teil der IZA.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.