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Bakterielle Meningitis
Im Oktober 2004 wurde im Clinical infectious diseases die Guideline zur bakteriellen Meningitis publiziert, und im neuesten New England Journal of Medicine vom 28.Oktober publizieren van de Beek et al. Eine Beobachtungsstudie zur Bakteriellen Meningitis um das klinische Bild und eventuelle prognostische Faktoren zu fassen.
Van de Beek et al haben in einem Zeitraum von 3 1/2 Jahren Patienten mit einer bakteriellen Meningitis prospektiv evaluiert. Wie zu erwarten waren S.pneumoniae und N.meningitidis die häufigsten Erreger. In 95% der Fälle waren mindestens 2 von den 4 Symptomen: Kopfweh, Fieber, Nackensteifigkeit und verändertes Bewusstsein vorhanden. Die Mortalität war bei Pneumokokkenmeningitis signifikant höher als bei der Meningokokkenmeningitis. Als prognostische Faktoren für einen schlechten Outcome identifizierten die Autoren fortgeschrittenes Alter, das Vorhandensein von Mittelohrentzündung oder Kieferhöhlenentzündung, eine tiefen Glasgow-Coma-Skale, positive Blutkulturen, Tachykardie , Thrombozytopenie und eine tiefe Leukozytenzahl im Liquor.
Die Patienten mit bakterieller Meningitis wurden nicht einheitlich behandelt und es erstaunt, dass Patienten mit einer tiefen Zellzahl eine schlechtere Prognose haben sollen. Dies wurde bereits in anderen Studien beschrieben, und kann daher rühren , dass bei einer Sepsis oder auch bei einer sehr frühen Punktion innerhalb der Meningitis , die Zellzahl im Liquor tief sein kann, und vielleicht weiderspiegelt es auch die Unfähigkeit des Organismus auf eine enorme Bakterienflut adequat zu reagieren.
Wichtig zu wissen ist, dass in der Studie nur Patienten eingeschlossen wurden, wo die Liquorpunktion einen Keimwachstum aufwies. Das bedeutet aber, dass unter Umständen schwer verlaufende Meningitiden, mit Gerinnungsstörungen und comatösem Zustand, welche initial keine LP bekamen, nicht eingeschlossen wurden.
Wir können aus der Studie folgende Schlüsse ziehen:
bei einer bakteriellen Meningitis liegen in 95% der Fälle 2 von folgenden 4 Symptomen vor:
- Kopfweh,
- Fieber,
- Nackensteifigkeit und
- verändertes Bewusstsein
- Risikofaktoren für ein schlechtes Outcome sind Alter, tiefe Glasgow-Koma-scale, positive BK , Vorhandensein von Otitis oder Sinusitis, und v.a. Pneumokokkenmeningitiden verlaufen schwerer als Meningokokkenmeningitiden.
Die Studie zeigt auch das uneinheitliche Vorgehen bei der bakteriellen Meningitis. Nur 1 von 6 erhielten Dexamethason. Viele Patienten bei welchen eine CT Untersuchung durchgeführt wurde, erhielten die antibiotische Therapie erst nach dem CT. Um so wichtiger ist es Richtlinien zu haben, damit wirklich allen Patienten die bestmögliche Behandlung nach neuestem Stand der Wissenschaft zukommt.
Die neuesten Guidelines zur bakteriellen Meningitis können Sie imrunterladen. Hier unten noch angefügt ein sehr wichtiges Flowsheet, wo gezeigt wird, dass die antibiotische Therapie nicht mit diagnostischen Massnahmen verzögert werden darf.
Quelle: