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Geschlecht & Gewalt: Historische Annäherungen an sexuelle und häusliche Gewalt im 19. und 20. Jahrhundert
Gewalt gegen Frauen hat eine lange Geschichte. Erst seit der zweiten Welle der feministischen Bewegung in den 1970er Jahren setzte sich allerdings das Verständnis durch, dass diese Gewalt nicht allein auf individuelle Faktoren zurückzuführen ist, sondern Ausdruck eines Systems von Geschlechterungleichheiten – das heisst von Macht – ist. Lokale, nationale und internationale Organisationen nahmen sich seitdem dem Kampf gegen die unterschiedlichen Formen von Gewalt gegen Frauen an. Auf welche Widerstände dieser jedoch bis heute stösst, zeigt etwa die mühsame Umsetzung der 2014 in Kraft getretenen „Istanbul-Konvention“ des Europarates. Einige Staaten, darunter Polen und die Slowakei, haben massive Einwände gegen die Konvention erhoben; die Türkei hat 2021 sogar ihren Austritt aus der Konvention verkündet. Gewalt gegen Frauen, vor allem wenn sie im sozialen Nahraum der Opfer verübt wird, wird häufig verharmlost und tabuisiert.
Gerade diese Tabuisierung – und somit oftmals der Mangel an schriftlichen Quellen – ist ein besonderes Problem für historische Arbeiten zu Gewalt gegen Frauen, die seit den 1970er Jahren deutlich zunahmen. Die theoretischen und methodologischen Herausforderungen einer Geschichte von geschlechtsspezifischer und sexueller Gewalt werden in der Übung besonders diskutiert. Dabei werden unterschiedliche Fallbeispiele besprochen (häusliche und eheliche Gewalt, Vergewaltigung, sexuelle Gewalt in Kriegszeiten oder als Teil der kolonialen Expansion) mit einem Schwerpunkt auf Ost- und Westeuropa im 19. und 20. Jahrhundert.
Semester:
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Themen:
Institutionen:
ETCS:
5
Fächer:
Geschichte
Hochschultyp:
Universitären Hochschulen (UH)