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Die langjährigen Zählungen ermöglichen es, langfristige Entwicklungen aufzuzeigen. Bis in die 1990er Jahre stieg die Anzahl überwinternder Wasservögel stark an. Dies dürfte wesentlich durch die starke Zunahme der Wandermuschel bedingt gewesen sein, die einigen Enten als Nahrung dient. Nach einer Phase der Stabilisierung gehen die Bestände seit der Jahrtausendwende wieder zurück. Hauptgrund ist wohl der Klimawandel: Gewässer im Norden bleiben mittlerweile ganzjährig eisfrei, so dass es für die Wasservögel nicht mehr nötig ist, südwärts zu fliegen.
Dank der Wasservogelzählungen konnten auch die besonders bedeutsamen Winterquartiere identifiziert werden. Sie wurden 1991 schliesslich mit der Wasser- und Zugvogelverordnung (WZVV) unter Schutz gestellt. Die Zählungen bestätigen, dass sich der Schutz in WZVV-Gebieten lohnt: Die Wasservogelbestände nehmen in vielen Reservaten zu, und die überwinternden Wasservögel profitieren schon bei ihrer Ankunft im Herbst von der grösseren Ruhe. Dennoch: Rund ein Drittel dieser wichtigen Gewässerabschnitte steht leider nach wie vor nicht unter Schutz, und selbst Schutzgebiete sind durch die zunehmenden Freizeitaktivitäten der Menschen an und auf den Gewässern unter Druck. Umso wichtiger ist es, zu den bestehenden Schutzgebieten Sorge zu tragen und die dort geltenden Regeln zu respektieren. So kann die Schweiz auch in Zukunft ihrer internationalen Bedeutung für überwinternde Wasservögel gerecht werden.