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Archivperlen: Berufliches und Privates von Werner Düggelin
- Aktualisiert am Freitag, 5. Dezember 2014, 16:20 Uhr
«In der March findet man die Wildesten aus der Innerschweiz», sagte Theaterregisseur Werner Düggelin vor 20 Jahren in der Sendung «Focus». Aufgewachsen im Innerschweizer Bezirk March zeigt sich Düggelins Wildheit schon während der Schulzeit und später an allen Stationen seines Berufslebens.
Mit elf Jahren fliegt Werner Düggelin von der Klosterschule in Engelberg. Das gleiche passiert ihm später als Schüler eines protestantisch geführten Internats in Trogen. Auch bei seinen ersten Jobs am Theater zeigt sich der Innerschweizer als eigenwilliger Querkopf. Doch das unkonventionelle Denken und Handeln öffnet manche Tür und wird zum eigentlichen Schlüssel zum Erfolg.
Der eigenwillige Beleuchter
Werner Düggelins Laufbahn beginnt am Schauspielhaus Zürich, wo er während seines Germanistik-Studiums als Beleuchter arbeitet. Er hält sich nicht immer ans Skript, beleuchtet nach seinen eigenen Vorstellungen. Es folgt eine Ermahnung von Regisseur Leopold Lindtberg, der ihn aber gleichzeitig zum Regieassistenten befördert.
Der gelangweilte Regieassistent
Werner Düggelin verliert bald einmal das Interesse an der Regie-Assistenz. Es langweilt ihn, bei den Theaterproben die Kommentare des Regisseurs zu notieren. Vermutlich erkennt Leopold Lindtberg, dass Düggelin zu etwas anderem berufen ist. Auf alle Fälle drückt er dem jungen Mann 500 Franken in die Hand und schickt ihn nach Paris. Dort gründet Düggelin 1952 im Vorstadttheater Asnières eine Theater-Compagnie. Ein Jahr später ist er bei Roger Blins Uraufführung von Samuel Beckets später legendärem Stück «Warten auf Godot» dabei.
Danach arbeitet Werner Düggelin als freier Regisseur beim Staatstheater Darmstadt, später beim Bayerischen Staatsschauspiel München. Daneben leitet er als Gast Inszenierungen in Berlin, Wien, Hamburg, Düsseldorf und Salzburg.
Der innovative Theaterdirektor
Nur ein einziges Mal lässt sich Werner Düggelin verpflichten. Von 1968 bis 1975 amtet er als Direktor des Theater Basel. Mit seinem Programm verliert er zwar alte Abonnenten, die mit seinem Programm nicht warm werden. Dafür begeistert er mit seinen Ideen junge Menschen fürs Theater. Er veranstaltet zum Beispiel Rockkonzerte oder spannt mit dem FC Basel zusammen. Ausserdem denkt er laut über «Gratistheater» und «Austausch-Theater» nach.
Nach seinem Rücktritt als Direktor des Theater Basels ist Werner Düggelin wiederum als freier Regisseur tätig, mit Inszenierungen an allen grossen deutschsprachigen Theatern.
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1979: «Das prominente Mikrophon» mit Werner Düggelin
In der Sendereihe «Das prominente Mikrophon» stellt Theaterregisseur Werner Düggelin 1979 seine Lieblingsplatten vor. Jede Platte ist mit einer Erinnerung oder Anekdote aus seinem beruflichen und privaten Leben verknüpft.
62 min
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1994: «Focus» mit Werner Düggelin
Im Gespräch mit Elfie Leu spricht Werner Düggelin 1994 in der Sendung «Focus» über die Premiere von Samuel Becketts Stück «Endspiel» im Schauspielhaus Zürich. Ausserdem erzählt der Theaterregisseur von seiner Kindheit und Jugend in der March im Kanton Schwyz, seiner Zeit in der Klosterschule Engelberg und weiteren wichtigen und wegweisenden Stationen seines Lebens.
65 min
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2008: Interview mit Werner Düggelin im «kulturplatz»
1968 begann am Basler Theater die Intendanz von Werner Düggelin, und eine neue Zeit brach an. Der international renommierte Regisseur machte das altehrwürdige Haus zu einem Zentrum der 68-er Bewegung. Er öffnete das Theater einem neuen Publikum, spielte neue Stücke, holte junge Regisseure. Sein Theater war kein Musentempel, sondern ein Ort der politischen Auseinandersetzung. Im Gespräch mit «kulturplatz» erzählt er von seinen Theaterträumen und den leidenschaftlichen Gefühlen von damals – 1968.
8:31 min, aus Kulturplatz vom 14.5.2008
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Werner Düggelin
Am Sonntag, 7. Dezember 2014 feiert Werner Düggelin den 85. Geburtstag. Diesen Frühling erst hat er seinen Rückzug von der Bühne bekanntgegeben. Im Sommer hat in die Stadt Zürich mit dem Kunstpreis für sein Lebenswerk geehrt.
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