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Morissen liegt typischerweise zusammengekauert auf dem Südhang des Piz Mundaun am Ende einer Abzweigung der Lugnezerstrasse. Das Dorf wird erstmals in einem Urbar der bischöflichen Güter von Chur im 12. Jahrhundert als Mureinsene erwähnt. Der Name erscheint danach in zahlreichen Varianten, z. B. Mureizen, Muraizen, Moreissens, Mureiscen u. a. Die aktuellen Schreibungen Murissen bzw. Morissen sind seit 1600 frankiert. Der Name stammt eventuell von Moritz bzw. Murezi (Eigentümer des Tals) ab.
Um 1400 gehörten auch die sieben Hofe von Surcuolm, nämlich Marschaga, Permaniga, Furzaniga, Lutterenga, Puntenga, Dulenga und Pfifferscher Hof der Nachbarschaft Morissen, welche somit auch die Durchfahrt der Transitstrasse von der Cadi und Obersaxen über Surcuolm – Sogn Carli/Morissen und weiter via Vella – Cuolm Val – Splügen/S. Bernardino in die Lombardei bzw. ins Tessin kontrollierten. Im 1630 ist die Trennung wegen Streit und dauernder Auseinandersetzung infolge des Wald- und Weidegebrauchs um den Mundaun erfolgt. Der Streit hat jedoch bis zur Trennung der Gemeindenützlichkeiten im 1895 gedauert. Ab dem 13. bis im 15. Jahrhundert sind Ministeriale „de Morissen" dokumentiert und bis 1370 war Morissen als Feudum des Bistums von Chur unter Vormundschaft der Grafen de Belmont und danach der de Sax-Mesauc. Im 1538 hat sich die Nachbarschaft dann von feudalen Rechten des Bistums freigekauft. Kirchlich hat Morissen bis im 1907 (selbstständige Kirchgemeinde) der Mutterkirche Pleif in Vella angehört.
Der erste dokumentierte Stamm sind die Adelsleute „de Morissen" (1210); im 1389 erscheint ein bischöflicher Vasall Rudolf von Blumenthal und im 1393 ein Symon von Tauna (Fontana). Von den noch heute wohnhaften Familien sind seit dem 1443 die Montaltas, Caduffs und Blumenthals dokumentiert. Andere Quellen lassen die Collenbergs bis spätestens um 1500 zurückdatieren. Die Camenischs erscheinen erstmals im Taufregister des 1672, die Cavegns im 1673 und die Riedis im 1738. Im Jahre 1827 haben sich Ammanns (ausgestorben) und Wasers in Morissen eingekauft. Ausgestorben oder weggezogen sind unter anderem die Caflischs, Tavernas, Peders, Sievis, Triaccas und Tschuors.
Katastrofen und Epidemien aller Art sind auch für Morissen anzunehmen – vor allem im 16. und 17. Jahrhundert – die Quellen dazu fehlen jedoch. Dagegen sind 11 Epidemietodesfälle für das Jahr 1800 dokumentiert. Viehseuchen haben zwischen 1752 und 1765 gewütet und im Sommer des 1939 hat wegen Maul- und Klauenseuche jedes Galtvieh, ausgenommen die weidenden und getrennten Kälber, getötet und begraben werden müssen. Im 1724, 1728 und 1936 haben grosse Brandfälle die Nachbarschaft heimgesucht.
Die Nachbarschaft Morissen ist vollständig eine Bauerngesellschaft gewesen: die Rindviehzucht hat seit dem 16. Jahrhundert geherrscht und bis in den Jahren 1950 hat der Getreidebau eine wichtige Rolle im Rahmen der Eigenversorgungswirtschaft gespielt. Der Beginn des Kartoffelanbaus ist um 1800 zu datieren. Die Modernisierung der Landwirtschaft und die Agrarsubventionspolitik haben fast das ganze Kleinvieh (Schafe, Ziegen, Schweine), welche bis 1960 sehr zahlreich und zur Viehzucht bzw. Milchproduktion geführt hat, verschwinden lassen. Somit hat der Ackerbau (Getreide und Kartoffeln) zugunsten des Weidgangs nachgeben müssen.
Morissen zählt etliche Landwirtschaftsbetriebe, sowohl Milchproduzenten wie Mäst- und Galtviehbetriebe, Mutterkuhbetriebe. Nebst dem Bauernwesen sind in Morissen auch Schreinereien und ein Lebensmittelgeschäft vorhanden. Von den Pendlern arbeitet der grösste Teil in der Surselva bis nach Chur.
Die Bevölkerung bewegt sich (soweit dokumentiert) zwischen 297 (1835) und 169 (1888); vorwiegend jedoch zwischen 230 und 250. Zwischen dem 1930 und dem 1960 hatten die Familien durchschnittlich 6.8 Kinder und das Dorf des 1941-1953 ein Jahresdurchschnitt von 12.5 Geburten mit einem Maximum von 24 Geburten seit dem 1947. Zwischen dem 1951 und dem 1961 absolvierten durchschnittlich zwischen 71 und 111 Kinder die Grundschulen (und das auf 297 bis 287 Einwohner!). Nach 1960 verringerten sich die Geburten auf zwei bis drei Kinder pro Familie.
Das Dorfgesicht hat sich seit 1960 ebenfalls enorm verändert. Der wachsende Wohlstand (dank Subventionen) hat die Mechanisierung der Landwirtschaftsbetriebe und die Renovation der Häuser bzw. die Ersetzung der ältesten Häuser (schwarze Baracken) des 17. Jahrhunderts erlaubt. Leider bringt das auch eine weniger wünschenswerte Entwicklung mit sich: der historische Dorfkern leert sich mehr und mehr. Die einheimische Bevölkerung hat sich an Randgebieten des ehemaligen Dorfs in Ansammlung niedergelassen.
Seit wann die Nachbarschaft Morissen besteht, kann man nicht genau beantworten. Erste Erwähnungen findet Morissen in einem Verzeichnis des Gutes des Churer Bischofes aus dem 12. Jahrhundert. Der Name des Dorfes erscheint im 12. bis 14. Jahrhundert in verschiedenen Variationen wie zum Beispiel: Moraizen, Muraizen, Mureizen, Moreissens, Mureiscen, Moreize, Morainscens.
Auch im 15. Jahrhundert findet man verschiedene Varianten des Namens. Seit etwa 1600 existiert der aktuelle Name Morissen. Die ursprüngliche Herkunft des Namens ist nicht sicher. Man kann jedoch Zusammenhänge zwischen den Namen Morissen und Mauritius, sowie Murezi feststellen. Zu dieser Zeit war die Verehrung von S. Murezi sehr gross im Val Lumnezia (S. Murezi ist auch der Patron des Tals Val Lumnezia).
Im Mittelalter verkehrten Surcuolm und Obersaxen viel mit dem Lugnezertal. Dies könnte eine Begründung dafür sein, warum Surcuolm sich mit Morissen verbunden und sich später dem Kreis Lugnez angesiedelt hat. Um 1400 gehörten die sieben Weiler von Surcuolm der Gemeinde Morissen. 1630 trennt sich Surcuolm von Morissen. Bei der Trennung der Gemeinden werden die Alpen, Weiden und Wälder nicht aufgeteilt und bleiben im gemeinsamen Besitz. Diese Grundlage hat für viele Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gemeinden gesorgt. Im Jahre 1895 sind die Alpen des Mundauns vor Gericht aufgeteilt worden.
Der älteste Familienname von Morissen welcher dokumentiert wurde, ist 'de Morissen'. Diesen Familiennamen findet man bereits im Jahre 1210 durch 'Ulricus de Mureizen'. Aufgrund einer Feier der Kirchgemeinde Pleif im Jahre 1443, hat man alle bestehende, damaligen Familiennamen der Gemeinde Morissen dokumentiert. Von den noch heute bestehenden Familiennamen waren Montalta, De Caduff und De Blumenthal dokumentiert. Aus anderen Quellen kann man ermitteln, dass Collenberg und Caduff zum ersten Mal nach 1500 vorkommen. Andere Familiennamen, die heute bekannt sind, findet man das erste Mal im Buch der Kirchgemeinde Morissen: 1672 Camenisch, 1673 Cavegn, 1738 Riedi und 1905 Cariget.
Im Jahre 1827 wurden die Waser und Amman als Bürger von Morissen aufgenommen, da sie ohne Heimat waren. Während die Amman ausgestorben oder weggezogen sind, sind ungefähr 400 Waser heute noch Bürger von Morissen, respektive der seit 2013 fusionierten Gemeinde Lumnezia.
Morissen war bis im Jahre 1702 der Kirche Pleif angeschlossen. Die alte Kirche oder Kapelle wird das erste Mal im Jahre 1345 erwähnt. in der Kirche befand sich ein gotischer Altar mit einer Statue von S. Gion Battesta und S. Giachen. Die Statuen sind noch heute in der Kirche auf dem dem lateralen Altar vorzufinden. Gegen 1683 wurde die Kapelle ausgebaut. Das Tabernakel und die zwei lateralen Altare der heutigen Kirche stammen aus der Kapelle. 1867/68 hat man die neue Kirche in Gemeinwerksarbeit erbaut . Diese Arbeiten haben mehr oder weniger ohne Unterbrechungen vom 22. April 1867 bis am 24. Oktober 1868 angedauert. An den Sonntagen sowie an Festen halfen jung und alt bei den Arbeiten. Die Kirche wurde das letzte mal im Jahre 1974/75 renoviert.
Die Notizen über die Pest in Morissen sind gering. Man weiss nicht wieviele Einwohner in Morissen im Jahre 1534 gestorben sind, als die Pest 500 Tote im Val Lumnezia forderte. Epidemien wiederholten sich mehrere Male während des 16. und 17. Jahrhunderts. Auch im Jahre 1800 hat eine schlimme Krankheit im Val Lumnezia regiert. In Morissen seien 11 Personen innert kurzer Zeit gestorben.
Auch das Vieh hat an Epidemien gelitten. 1752 bis 1765 haben die Bauern viele Tiere infolge einer Krankheit verloren. Im Sommer 1939 bevor der zweite Weltkrieg anfing, ist die Maul- und Klauenseuche in Morissen ausgebrochen. Die ganze Viehherde von Morissen, ausgenommen die Kälber, musste getötet werden.
1724 hat ein Brand einen grossen Teil des Dorfes eingeäschert. Viele Familien sind in Armut gefallen und haben ihre auswärtigen Liegenschaften verkaufen müssen um so wieder Haus und Stall bauen zu können. 1728 hat es in Morissen wieder gebrannt und in der Nacht des 6. November 1936 ist auf unbekannte Weise ein Brand in der unteren Hälfte des Dorfes ausgebrochen. Drei Häuser und vier Landwirtschaftsgebäude wurden in Asche gelegt und ein weiteres Haus beschädigt.