Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/168849

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, der gemeinschaftlichen Selbsthilfe als besonders effektivem und effizientem Instrument der Krankheitsbewältigung in den nationalen Gesundheitsstrategien höhere Priorität einzuräumen und sie in der Mittelzuteilung gemäss Wirksamkeit zu berücksichtigen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Es liegen für ausgewählte Krankheiten Forschungsergebnisse vor, die belegen, dass die krankheitsbezogene gemeinschaftliche Selbsthilfe einen wichtigen eigenständigen Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung leistet. Der Bundesrat kann sich gut vorstellen, dass dies auch für weitere schwere Krankheiten gilt. Er räumt in seiner Strategie Gesundheit 2020 der gemeinschaftlichen Selbsthilfe daher eine hohe Priorität ein. Alle aktuellen nationalen Strategien, Programme und Konzepte berücksichtigen das Potenzial der Selbsthilfe bereits und beziehen die entsprechenden Akteure in die Umsetzung der Programme mit ein. Damit sollen die Kompetenzen zur Gesundheitsförderung und Prävention sowie zur Selbsthilfe und Krankheitsbewältigung in der Bevölkerung gestärkt werden. Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen können dabei eine wichtige Rolle spielen.</p><p>Auf Bundesebene fehlt eine gesetzliche Grundlage zur Förderung der gemeinschaftlichen Selbsthilfe. Eine bundesgesetzliche Verankerung von neuen Bundesaufgaben zugunsten der gemeinschaftlichen Selbsthilfe könnte die Kultur der Hilfe durch Selbsthilfe weiter fördern und ein Zeichen setzen, damit sich Kantone und Gemeinden für die Verbesserung der Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten durch Selbsthilfe ebenfalls vermehrt einsetzen. Der Bundesrat hat am 24. Juni 2015 das Eidgenössische Departement des Innern mit der Verabschiedung des Berichtes "Patientenrechte und Patientenpartizipation in der Schweiz" in Erfüllung der Postulate Kessler 12.3100, Gilli 12.3124 und Steiert 12.3207 (www.bag.admin.ch &gt; Themen &gt; Gesundheitspolitik &gt; Patientenrechte und Patientenpartizipation) beauftragt, ein Patienteninformationsgesetz zu prüfen. Er ist bereit, im Rahmen dieses Prüfauftrages abzuklären, ob und inwieweit schweizweite und koordinierte Bevölkerungsinformationen auf Bundesebene sowie Finanzhilfen zugunsten von Einzelprojekten von Dritten zur Förderung von Selbsthilfegruppen sinnvoll und opportun wären.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.