Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03275.jsonl.gz/2404

Der Turm dürfte im 11. oder 12. Jh. entstanden sein. Nur die talseitige Mauer steht allerdings noch aus dieser Zeit; die drei übrigen Seiten wurden gegen Ende des 15. Jh. von Grund auf neu errichtet. Die eigentliche Residenz, der Palas, und die Ringmauer entstanden gleichzeitig, im frühen 13. Jahrhundert. Zwischen Palas und Donjon wurde in dieser Zeit auch ein erster Baukörper errichtet, der in der Ost - Westachse die gleiche Ausdehnung besass wie der Donjon. Seine Ostmauer begrenzte einen weiteren Bau, der westlich des Donjons die Zwickelfläche bis zur Umfassungsmauer umfasste. Die Südfassade des Palas' wird von einer romanisch anmutenden Bifore geprägt. Dieses entstand anlässlich eines jüngeren Umbaues, als im Inneren das Bodenniveau ein erstes Mal verändert wurde. Dieses auffallende Fenster könnte mit der Einrichtung einer Privatkapelle in der südwestlichen Gebäudeecke im Zusammenhang stehen. Noch vor Ende des 13. Jh. muss auf der Turmnordseite der Baukörper entstanden sein, von dem sich der Kellerraum erhalten hat.
Die urkundlich belegte erstmalige Zerstörung der Anlage in den Jahren 1291/96 könnte vielleicht die Vergrösserung des Gebäudes zwischen Palas und Donjon, sowie die Vereinheitlichung der Dachkonstruktion (Treppengibel) zur Folge gehabt haben. Im späten 13. oder frühen 14. Jh. wurde das Gebäude zwischen Donjon und Palas nach Osten vergrössert. Es entstand die Nordfassade mit den drei Eingängen, welche die Gliederung des Erdgeschosses widerspiegeln. Das grosse mittlere Portal öffnete sich auf eine Rampe, die in den Keller des Palas' führte. Das westliche Portal führte in einen unterkellerten Raum, von dem aus, auf ebenem Niveau, das erste Obergeschoss des Palas' erreicht werden konnte. Das östlichste Tor war angesichts seines Lichtmasses (Höhe 135 cm) kaum für Personen gedacht (Materialdurchreiche?). Im Innern des heute ruinös erhaltenen Gebäudeteiles sind Balkenlöcher der Geschosshöhen, Kaminanlagen und Fenster erkennbar, die zum Teil jüngeren Umbauphasen zuzuordnen sind.
Im frühen 15. Jh. ist von einer Zerstörung des Schosses die Rede. Der für 1415 bezeugte Brand hat möglicherweise die Feuerspuren in den Gebäuden westlich und nördlich des Donjons verursacht; sie wurden in der Folge abgebrochen. 1475 ist von einer Erneuerung des Turmes und der anstossenden Wohnungen die Rede. Der Donjon wurde auf drei Seiten neu aufgeführt. Damals entstanden wohl auch die zierlichen Fenster mit den Rundstabprofilen und die grosse Kaminanlage, die das Aussehen des Baukörpers nördlich des Palas' prägen.
In der ersten Hälfte des 16. Jh. wurde die Anlage durchgreifend erneuert. Damals entstand im Palas die auf den Aufnahmen von1915 noch sichtbare hölzerne Inneneinrichtung (1532: geschnitztes Datum auf dem Holzstud, im Museum erhalten). Beim gleichen Umbau dürfte das Treppenhaus in der Nordwestecke höher geführt worden sein (auf der Zeichnung von M. Merian (1642) reichte er bis auf die heute rekonstruierte Höhe). Von diesem Treppenhaus führte eine gemauerte Treppe nach Süden, in das 2. Obergeschoss des Palas'.
Vermutlich im 17. Jh. wurde der Bau nördlich des Palas' verkleinert. Es entstand ein Innenhof und ein neues Treppenhaus, das nun die oberen Palasgeschosse erschloss. An der Stelle der gemauerten Treppe im Westen wurde eine Küche eingerichtet. Zur Zeit nicht näher datierbar sind die weiteren Umbauten: Die neue Geschosseinteilung des Donjons dürfte mit dem Höherführen des Treppenhauses bis zum Zinnenkranz im Zusammenhang stehen. Ein letztes Mal wurde das Bauvolumen verändert, als der Gebäudeteil nördlich des Palas um ein Geschoss aufgehöht und gleichzeitig (?) die Fenster im obersten Palasgeschoss eingebrochen wurden.
Zusammenfassung auf Grundlage der Berichte des Bureaus für Archäologie und Bauuntersuche H.J. Lehner zu Handen der kantonalen Denkmalpflege (1996, 1989, 1988, 1986).