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[…] 1944 wurde mit dem Bretton-Woods-Abkommen eine neue internationale Währungsordnung für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen. Der Dollar sollte an Stelle von Gold als Währungsreserve dienen, und die USA verpflichteten sich, den Dollar stabil zu halten und Gold zu 35 Dollar je Unze zu verkaufen oder zu kaufen. Gleichzeitig wurden der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank gegründet.
Das Resultat der neuen Währungsordnung war, dass die Welt mit US-Dollars geradezu überschwemmt wurde. Das Überangebot von Dollar, der instabile Wechselkurs und die hohe Staatsverschuldung der USA nach dem Vietnam-Krieg führten zum massiven Wert- und Kaufkraftverlust des Dollars.
1971 hob Präsident Richard Nixon die Verpflichtung, Dollars gegen Gold einzutauschen, einseitig auf. Die Golddeckung war somit aufgehoben, und das System der reinen Papiergeldwährung trat in Kraft. Es war das Ende des Bretton-Woods-Systems, die endgültige Trennung des Dollars vom Gold, der Dollar aber blieb die internationale Leitwährung.
Die Geprellten waren die ausländischen Nationalbanken, die jetzt einen schwachen Dollar anstatt Gold als Währungsreserve hatten.
Die Schweiz war zu dieser Zeit das einzige Land mit Golddeckung ihrer Währung. Dank der Golddeckung war die Schweiz unabhängig vom Dollar, der Franken war stabil, sicher und vertrauenswürdig bei den Anlegern.
Der Schweizerfranken war so gut wie Gold.
Nicht die erste Gold-Initiative
Die Gold-Initiative «Rettet unser Schweizer Gold» ist nicht die erste Gold-Initiative. Der aktuelle Verlauf:
1949: erste Goldabstimmung «Neue Währungsverfassung und Zusammensetzung der Währungsreserven»: Der Bund kann Banknoten als gesetzliche Zahlungsmittel erklären; er bestimmt Art und Umfang der Deckung, US-Dollars als Währungsreserve zu halten – abgelehnt. Beschluss: Die ausgegebenen Banknoten müssen durch Gold gedeckt sein.
1951: zweite Goldabstimmung «Neue Verfassung» – angenommen. Beschluss: zu mehr Goldreserven. Die Golddeckung des Franken als Verfassungsgrundsatz in der Verfassung verankert.
1992: «Beitritt der Schweiz zu den Bretton-Woods-Institutionen IWF und Weltbank» – angenommen.
1999: «Neue Bundesverfassung» – angenommen.
2002: dritte Goldabstimmung «Überschüssige Goldreserven für den AHV-Fonds», Gegenentwurf: «Geld für die Solidaritätsstiftung» – beide wurden abgelehnt.
2006: vierte Goldabstimmung «Nationalbankgewinne für die AHV» – abgelehnt.
2014: fünfte Goldabstimmung «Rettet unser Schweizer Gold» – noch nicht entschieden.
Unter der Ägide des damaligen Finanzdepartementsvorstehers wurde der Beitritt der Schweiz zum IWF und Weltbank forciert. In den Abstimmungsvorlagen zum IWF-Beitritt 1992 erwähnte der Bundesrat mit keinem Wort, dass eine IWF-Mitgliedschaft Gold als Währungsdeckung verbietet und an Stelle des Goldes, der US-Dollar die Sicherheit der Währungen garantiert. Die in der Verfassung verankerte Golddeckung des Schweizerfrankens stand im Widerspruch zu den Statuten des IWF. Die Initiative wurde angenommen. 1999 wurde die Initiative «Neue Bundesverfassung» vom Volk angenommen. Die Golddeckung wurde still und leise aus der Neuen Bundesverfassung gestrichen. Über die Aufhebung der Goldbindung des Franken wurde öffentlich weder diskutiert noch abgestimmt, und sie wurde auch im Abstimmungsbüchlein nicht erwähnt. Man sprach nur von Nachführung und sprachlicher Überarbeitung. Die angepasste Neue Bundesverfassung trat am 1.1.2000 in Kraft. Was der Stimmbürger jahrzehntelang abgelehnt hatte, konnte jetzt vorangetrieben werden. Das Papiergeld-System konnte eingeführt werden, und der Weg für den Verkauf unseres Volksvermögens war frei. Die SNB begann tonnenweise die «überflüssigen» Goldreserven abzustossen.
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«Gold», sagte Alan Greenspan im Mai 1999, «repräsentiert das ultimate Zahlungsmittel. Fiat Money wird im Extremfall von niemandem akzeptiert, Gold immer.»
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Olena Geissbühler, 3655 Sigriswil
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