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Die Depression – häufiges und gut behandelbares Krankheitsbild
Depression kann Jede und Jeden treffen. Jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann erleiden im Verlauf ihres Lebens mindestens eine depressive Episode. Warum Frauen häufiger unter dieser Krankheit leiden ist nicht restlos geklärt. Bei mehr als der Hälfte der Fälle folgt eine zweite Episode. Nicht selten endet die Erkrankung tödlich: bis 15% aller Patienten mit schwerer Depression nehmen sich in ihrer Verzweiflung das Leben. Bei den meisten Patienten heilen Depressionen nach einiger Zeit aus, es gibt aber auch Menschen die leiden Zeit Lebens unter depressiven Krankheitssymptomen. Die Depression ist nicht nur eine der häufigsten Erkrankungen, sondern auch eine Erkrankung, welche mit einem hohen Grad an Beeinträchtigung der sozialen und beruflichen Leistungsfähigkeit einhergeht. Trotz ihrer enormen Bedeutung wird die Depression zu selten erkannt und zu selten ausreichend behandelt.
Typische Symptome der Depression sind eine deprimierte, niedergeschlagene, negativ getönte Stimmung, Freudlosigkeit oder Interesselosigkeit, Antriebsmangel, erhöhte Ermüdbarkeit, vermindertes Selbstwertgefühl oder Selbstvertrauen, Selbstvorwürfe, Schuldgefühle, Verlangsamung, Unruhe, Ängstlichkeit, Grübeln, reduzierte Aufmerksamkeit und Konzentration, Gedächtnis- und Entscheidungsschwierigkeiten, Appetit- und Gewichtsabnahme, Ein- und Durchschlafstörungen, frühmorgendliches Erwachen sowie lebensmüde Gedanken. Oft bestehen zu Beginn dieser Erkrankung vor allem körperliche Symptome, die sich nicht einer bestimmten Krankheit zuordnen lassen oder aber mit den üblichen Methoden nicht zum Verschwinden gebracht werden können. In den medizinischen Untersuchungen finden sich keine krankhaften Veränderungen obwohl der Patient diese glaubhaft verspürt. Typische körperliche Symptome einer Depression sind Kopfschmerzen, Bauschmerzen, Schmerzen allg. Art, Schwindelgefühle, Übelkeit etc. etc. Auch immer wiederkehrende untypische körperliche Symptome können auf eine Depression hinweisen. Depressionen treten typischerweise auch saisonal auf, d.h. die kalte dunkle Jahreszeit prädestiniert zum Auftreten einer Depression. Ist die Depression leicht ausgeprägt, kann der Alltag noch einigermassen bewältigt werden. Bei mittelgradiger Depression sind die sozialen Aktivitäten und die berufliche Leistungsfähigkeit meist erheblich beeinträchtigt, bei der schweren Depression in der Regel unterbrochen. Oft führen schwere Depressionen zu Hospitalisationen in einer psychiatrischen Klinik.
Depressionen können nach bestimmten belastenden Ereignissen auftreten wie bsp. nach einem Todesfall, einer Beziehungskrise, einem unvorhergesehenen Jobverlust, einem tragischen Ereignis, nach einer schweren Krankheit oder nach einer sonstigen belastenden Lebenssituation. Depressionen treten aber oft auch ohne direkt ersichtlichen Grund auf. Ebenso neigen Menschen mit einer familiären Vorbelastung häufiger zu Depressionen.
Depressive Erkrankungen verursachen bei den Betroffenen und ihren Angehörigen viel Leiden. Aus medizinischer Sicht ist entscheidend, Patienten mit depressiven Symptomen oder die besorgten Angehörigen ernst zu nehmen und die Betroffenen einer soliden Abklärung zuzuführen. Erste Anlaufstelle kann sowohl der Hausarzt als auch der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sein. Die rechtzeitige und richtig durchgeführte Behandlung depressiver Störungen weist eine hohe Erfolgsrate auf, während unbehandelt meist ein mehrmonatiger oder gar chronischer Verlauf zu erwarten ist. Je nach Schweregrad der Erkrankung kommen eine medikamentöse Therapie mittels Antidepressiva, eine Psychotherapie oder die Kombination beider Verfahren zur Anwendung. Schwierigkeiten in Diagnose und Therapie sind einerseits das Erkennen einer Depression, anderseits aber auch das akzeptieren einer solchen Erkrankung seitens der Patienten. Medikamentöse Therapien werden auf Grund des «schlechten» Rufes der Antidepressiva oft abgelehnt, obwohl die modernen Medikamente hochwirksam sind. Leider wird die Therapie oft zu kurz gemacht und damit ist die Rückfallgefahr grösser. Oft macht es Betroffenen auch Mühe einen Psychiater aufzusuchen. Depressionen haben keinen guten Ruf unter den Erkrankungen, deshalb scheuen sich Betroffene darüber zu reden, obwohl gerade eine Öffnung und die Gesprächsbereitschaft dazu beiträgt, die Heilung zu beschleunigen. Viele Gesunde Personen haben leider oft auch nicht genügend Verständnis für eine solche Krankheit und können sich nicht vorstellen, was es bedeutet an einer Depression erkrankt zu sein. Dies bringt oft Probleme im beruflichen Umfeld mit sich. Es ist deshalb wichtig, dass die Gesellschaft offen und verständnisvoll mit Erkrankten umgeht und versucht diese Krankheit zu verstehen. Hilfe im nahen Umfeld, Verständnis für die vorübergehende Situation und Mittragen sind wichtige therapeutische Massnahmen für die Erkrankten. Das Zusammenspiel von medikamentösen Therapien, psychotherapeutischer Unterstützung und Hilfe durch das persönliche Umfeld führen zu schnellerer und besserer Heilung dieser Krankheit.
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