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Im trockenen Süden der Republik Sudan verbessert das SRK die Wasser- und Gesundheitsversorgung.
Sudan hat im Jahr 2011 durch die Abspaltung der jetzt unabhängigen Republik Südsudan zehn Millionen Einwohner verloren. Offiziell wurde damit ein Schlussstrich unter den jahrzehntelange Konflikt gezogen – doch die Spannungen halten an. Für die Bevölkerung hat die Trennung der Länder weitreichende Konsequenzen. So mussten sich viele Nomaden-Familien, die zuvor im Süden oder beidseits der neuen Grenze gelebt hatten, in den Dörfern ihrer Vorfahren niederlassen. Bei der schwierigen Ansiedlung wurden sie vom SRK und vom Sudanesischen Roten Halbmond (SRCS) unterstützt.
In den entlegenen Regionen von Al Mazmum und Al Dinder des Bundesstaates Sennar verbessert das SRK die Gesundheitsversorgung von rund 95 000 Menschen in Zusammenarbeit mit dem Sudanesischen Roten Halbmond.
Trinkwasser und Latrinen
Im Rahmen der langfristigen Programme wird in den abgelegenen Dörfern der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen gewährleistet. Die traditionellen Hafire – mit Erdwällen abgesicherte Sammelbecken, die das Regenwasser speichern – werden umzäunt, damit das Wasser nicht durch das Vieh verunreinigt wird. Defekte bestehende Brunnen werden repariert und neue Trinkwasserquellen erschlossen. Dafür werden bis zu 60 Meter tiefe Wasserlöcher gebohrt und mit Handpumpen ausgestattet.
Geplant sind zudem Latrinen und Handwaschgelegenheiten für Primarschulen in der Region. Dazu wird von den Freiwilligen des Roten Halbmondes kindergerechte Hygieneaufklärung angeboten. So lernen die Kinder in der Schule die Grundregeln der Hygiene kennen und können ihr Wissen zuhause an die andern Familienmitglieder weiter geben.
Gesundheit von Müttern und Kindern
In zehn vom SRK finanzierten und neu gebauten oder rehabilitierten Gesundheitszentren werden Infektionskrankheiten behandelt, Impfkampagnen durchgeführt sowie die Gesundheitsvorsorge für Mütter und Kinder verbessert. Dies ist auch deshalb wichtig, weil in dieser Region Unterernährung weit verbreitet ist. Viele Nomaden hatten zuvor noch kaum je Kontakt mit Gesundheitsdiensten. Für manche schwangere Frauen ist die medizinische Untersuchung und Betreuung erstmalig. Ergänzend wird die Bevölkerung intensiv über Gesundheitsrisiken aufgeklärt.
Rothalbmond-Freiwillige im Einsatz
Freiwillige des Roten Halbmondes werden ausgebildet. Sie führen in den Dörfern Hygienekampagnen durch oderleisten im Notfall erste Hilfe. Sie halten zusammen mit den Dorfkomitees die Gesundheitszentren und Wasserstellen instand. Dazu erhalten sie vom SRK Werkzeug. Mehrere Dutzend Brunnen konnten die Rothalbmond-Freiwilligen so in den weit verstreuten Dörfern wieder flicken, die teilweise jahrelang kein Wasser mehr brachten.