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Antibiotika sparen mit Procalcitonin- Bestimmungen?
|r -- Briel M, Schuetz P, Mueller B et al. Procalcitonin-guided antibiotic use vs a standard approach for acute respiratory tract infections in primary care. Arch Intern Med 2008 (13. Oktober); 168: 2000-7 [Link]|
|Zusammerfasser(in): Peter Ritzmann|
|Kommentator(in): Peter Ritzmann|
|infomed screen Jahrgang 13 (2009)
, Nummer 1

Datum der Ausgabe: Januar 2009
Wer wäre in der Praxis nicht froh um einen guten Test, der bei Infektionen der Atemwege gut zwischen viralen und bakteriellen Ursachen differenzieren würde! Wenn die Klinik bei einer Bronchitis nicht eindeutig ist und das CRP zwischen 30 und 50 mg/l liegt, wäre es schön, einen solchen Test zur Hand zu haben. Forschende aus dem Umkreis der Universität Basel haben bereits mehrere Studien mit Procalcitonin als Marker für bakterielle Infektionen durchgeführt. Eine Erhöhung von Procalcitonin über einen Wert von 0,25 μg/l konnte bei Kranken im Spital besser zwischen viraler und bakterieller Infektursache unterscheiden als ein erhöhtes CRP. In der aktuellen Studie wurde untersucht, ob Procalcitonin-Messungen bei respiratorischen Infektionen in der Praxis helfen können, auf antibiotische Behandlungen zu verzichten. 53 Grundversorger aus der Schweiz machten mit und schlossen 458 Kranke mit einer Atemwegsinfektion in die Studie ein, für die eine Antibiotikabehandlung sinnvoll erschien.
In der einen Studiengruppe wurden die Procalcitonin-Werte für die Entscheidung für oder gegen eine Antibiotikagabe mitberücksichtigt. In dieser Gruppe erhielten 25% ein Antibiotikum, in der Kontrollgruppe 97%. Krankheitsbedingte Einschränkungen im Alltag dauerten in der Procalcitonin-Gruppe 0,14 Tage länger an als in der Kontrollgruppe. Dafür litten in der Kontrollgruppe mehr Leute an Durchfall. Sogar in der Untergruppe von Pneumoniekranken mussten in der Procalcitonin-Gruppe nur 58% antibiotisch behandelt werden gegenüber 100% in der Kontrollgruppe.
Diese Studie zeigt, dass eine Procalcitonin-Bestimmung in der Praxis zu einer Reduktion von Antibiotikabehandlungen wegen Infektionen der Atemwege führen könnte. Die Procalcitoninbestimmung erfolgte allerdings im Spitallaboratorium, ein entsprechender Test für die Praxis steht (noch) nicht zur Verfügung. Damit bleibt die Messung von Procalcitonin in der Praxis Zukunftsmusik. Was die Studie aber ausserdem schön zeigt: Schweizer Grundversorger (auf jeden Fall die an dieser Studie teilnehmenden) scheinen auch ohne zusätzlichen Test Antibiotika zurückhaltend einzusetzen. Von allen akuten Atemwegsinfektionen, die sie während der Studiendauer gesehen hatten, hielten sie nur 18% für Antibiotika-bedürftig. Das ist im internationalen Vergleich ein niedriger Wert.
Zusammengefasst von Peter Ritzmann
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Antibiotika sparen mit Procalcitonin- Bestimmungen? (Januar 2009)
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