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Der weltweit größte Pauschalreiseanbieter TUI hat “einen kleinen Prozentsatz” seiner griechischen und spanischen Hotelbesitzer gebeten, solche Zahlungspläne zu prüfen, so Sprecher Kuzey Esener. TUI überlege derzeit, wie das Cash-Management verbessert werden kann, bis die Buchungslage für Sommer 2021 klarer ist.
Die Financial Times berichtete zuvor, dass TUI manchen seiner Hotelpartner Vertragsänderungen vorgeschlagen hat, nach denen diese bis März auf Zahlungen warten müssten, die normalerweise 60 Tage nach Abreise der Gäste fällig werden. Bei einige summieren sich diese Beträge auf mehrere hunderttausend Euro, sagte die Zeitung und fügte hinzu, “hunderte” von Hotels seien dadurch existentiell bedroht.
Staatshilfe von 3 Milliarden Euro
Die Reisebranche ist wie kaum eine andere von der Pandemie betroffen. Reisewarnungen und -verbote haben die Einnahmen größtenteils ausradiert. TUI hat Staatshilfe in Höhe von 3 Milliarden Euro angenommen, um zu überleben. Das Unternehmen hat angekündigt, mittelfristig etwa 1,5 Milliarden Euro aufbringen zu müssen, um seine Bilanz zu stärken. Möglicherweise folgt schon relativ kurzfristig ein erster Schritt in Form einer Kapitalerhöhung.
“TUI sieht starkes Kundeninteresse bei den Buchungen”, so das Unternehmen. “Nach den erneuten Reisebeschränkungen ziehen wir natürlich alle Finanzierungsmöglichkeiten für die nächsten Monate in Erwägung.”
TUI hat seinen Partnerhotels die Aufschübe zunächst als Vorschlag unterbreitet. Ob diese zustimmen, steht zur Diskussionen, so Manolis Karamolegos, Präsident der Santorini Hoteliers Association. Einige Hotels könnten einen solchen Aufschub bewältigen, für andere könnte es schwieriger zu verkraften sein.
400 Hotels verkaufen
TUI beabsichtigt, einige seiner 400 Hotels und womöglich seine britische Kreuzfahrttochter Marella zu verkaufen. Die Flotte wird ebenfalls auf 120 Flugzeuge reduziert, um Kosten zu senken, das Angebot zu reduzieren und Mittel zur Schuldentilgung zu generieren. Bei vielen Buchungen für 2021 handele es sich bisher um Einlösen von Gutscheinen, die Kunden für in diesem Jahr stornierte Reisen ausgehändigt wurden, sagte Vorstandschef Fritz Joussen Ende September. Dies belaste den Cashflow trotz sich erholender Buchungen.
Reuters berichtete diese Woche, dass das Unternehmen weitere 1,8 Milliarden Euro an Hilfe von der Bundesregierung beantragen wolle.
Die Aktie sank in London um bis zu 3,7 Prozent und ist damit in diesem Jahr um 60 Prozent gefallen.
(Bloomberg)