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Edgar Degas war ein passionierter Opernbesucher. Er wohnte nicht nur den Aufführungen bei, sondern gehörte auch zu den wenigen Privilegierten, denen es erlaubt war, sich hinter die Bühne zu begeben und dort die Balletttänzerinnen in ihrem Übungsraum oder kurz vor ihren Auftritten zu beobachten. Sorgfältig, fast obsessiv studierte er ihre Posen und Bewegungen, skizzierte ihre Aufmachungen ebenso wie die Kulissen und Probesäle. So entstanden zahlreiche Werke, für die Degas sehr bald berühmt wurde und die sich mit dem Thema des Balletts befassen – jenem Sujet, mit dem er künstlerisch auch heute noch assoziiert wird.
Ein weiteres bekanntes Motiv aus Degas’ umfangreichen Œuvre sind seine weiblichen Akte. Sie stiessen bei den zeitgenössischen Kunstkritikern auf wenig Zustimmung, denn sie entsprachen nicht den traditionellen Aktdarstellungen. Die dargestellten Figuren sollten wirken, als ob sie sich unbeobachtet fühlten. Degas liess für seine Akte entweder Modelle zu sich kommen, oder er verwendete Zeichnungen aus seinem Fundus.
Vor dem Hintergrund seines Spätwerks, das massgeblich von Tänzerinnen und Badenden bestimmt ist, bilden Edgar Degas‘ Landschaftsbilder eine ungewöhnliche Werkgruppe. Bei seinen Landschaften handelt es sich nicht um repräsentative Ölbilder, wie dies bei den stimmungsvollen Darstellungen der Impressionisten, etwa bei Claude Monet, der Fall ist. Degas schuf vielmehr kleinformatige Pastelle oder auf Papierbogen gedruckte Monotypien (Drucke), die er grösstenteils mit Pastell überarbeitete. Die Darstellungen wurden zunehmend abstrakt, sodass die Landschaften teilweise kaum mehr als solche erkennbar sind.
Schon in seinen jungen Jahren begann Degas, Studien von Reitern, Pferden und Rennplatzszenen zu fertigen, womit er sich einem Motivbereich zuwandte, der ihn zeitlebens beschäftigen sollte. Mit zunehmendem Alter befasste Degas sich auch mit dem Modellieren von Wachsskulpturen, die er nicht zu Ausstellungszwecken schuf und welche erst nach seinem Tod 1917 in Bronze gegossen wurden. Sie dienten ihm als Studien, dank derer er Bewegungen dreidimensional festhalten konnte.
Für seine Porträts sassen Edgar Degas vor allem Freunde und Bekannte Modell. Im Doppelbildnis von Henri Rouart und seinem Sohn Alexis ist einer seiner engsten Freunde dargestellt, ein Maschinenbau-Ingenieur und leidenschaftlicher Kunstsammler, den Degas seit der Schulzeit kannte. Neben den zahlreichen Studien, die er für seine Porträts realisierte, griff Degas höchstwahrscheinlich auch auf seine eigenen Fotografien zurück, eine Technik, mit der er sich in den 1880er und 90er Jahren befasste. Neben Porträts fertigte er auch eine Reihe von fotografischen Selbstporträts an. Viele seiner Fotografien wurden nach seinem Tod vernichtet.