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Der Name “Wasserbambus” für dieses Gemüse ist sehr irreführend, denn es handelt sich hier in keinster Weise um Bambus, der im Wasser wächst, sondern um eine besondere Wildreisart. Die Rede ist von Zizania latifolia, der auch als “Mandschurischer Wildreis” oder als “Mandschurischer Wasserreis“ bezeichnet wird.
Diese asiatische Pflanze wird nicht wie andere Wildreisarten wegen ihres Korns angebaut, sondern wegen ihrer Stängel. Die Stängel schwellen an, werden saftig und ähneln auf diese Art jungen Bambussprossen, wenn sie von dem Brandpilz Ustilago esculenta befallen werden.
Sobald dieser Pilz in die Wirtspflanze eindringt, verursacht er eine Hypertrophie, die pflanzlichen Zellen nehmen dabei an Größe und Zahl zu. Eine Infektion verhindert, dass die Pflanze blüht und Samen bildet, sodass eine alternative, asexuelle Fortpflanzung durch die Ausbildung von Rhizomen eingeleitet wird.
Die angeschwollenen Stängel können, ähnlich wie der namensgebende Bambus auch, in Wokgerichten, Suppen oder auch Curries verwendet werden. Frischen Wasserbambus findest du im Kühlregal von gut sortierten asiatischen Supermärkten. Die Haupterntezeit ist zwischen September und Dezember.
In China nennt man die geschwollenen Stängel “Jiāobái” (茭白) und in Japan kennt man sie als “Makomotake” (まこも茸). Im englischsprachigen Raum sind neben “Water Bamboo” auch die Namen “White Bamboo”, “Water Shoots”, “Water Oats” oder “Coba” gebräuchlich.