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Intensiv und emotional diskutiert wurden an der Sitzung des Parlaments vom 23. Juni die Anträge zum Subventionsbeitrag an die Freien Katholischen Schulen Zürich für die Jahre 2023 bis 2026: Der Synodalrat sah für die vierjährige Beitragsperiode eine sukzessive Reduktion der Unterstützung mit einem Sparpotenzial von 1,8 Millionen Franken vor. Dies mit Blick auf die unsicheren Finanzperspektiven und mit der Feststellung, dass mit den öffentlichen Schulen eine gute Alternative vorliegt, wie der zuständige Synodalrat Tobias Grimbacher erklärte. Die Sachkommission BildungMedienSoziales (BiMeSo) wollte im Sinne eines Kompromisses lediglich eine Million einsparen, eine Minderheit der Finanzkommission 0,6 Millionen weniger an die Schulen ausrichten. Bruno Rüttiman als Vertreter der Mehrheit der Finanzkommission empfahl in einem flammenden Votum den Synodalen, den bisherigen jährlichen Beitrag von 2,6 Millionen Franken nicht anzutasten, um den Schulen mehr Zeit für eine allfällige Kürzung der Gelder einzuräumen. Die Subventionen der Synode würden ausschliesslich Familien mit schmalem Budget entlasten und nach Einkommen abgestuftes Schulgeld ermöglichen. Zwei junge Synodale, Teresa Wintergerste und David Eicher, betonten, wie wichtig die Katholische Schule für ihre Entwicklung gewesen sei und dass sie ohne diese heute nicht in der Synode sässen, und plädierten ebenfalls für keinerlei Kürzungen. Die Mehrheit der Synodalen entschied sich dann im Hinblick auf die erwartete schlechter werdende Finanzsituation für den Kompromiss-Antrag der Kommission BildungMedienSoziales.
50 000 Franken weniger für die Paulus Akademie
Beim Subventionsbeitrag für die Paulus Akademie hingegen wollten die BiMeSo mehr einsparen als der Synodalrat. Auch hier folgten die Synodalen mit 59 gegen 13 Stimmen und 3 Enthaltungen der Kommission BildungMedienSoziales und beschlossen, der Paulus Akademie in den Jahren 2023 bis 2026 mit jährlich rund 1,2 Millionen Franken künftig pro Jahr 50 000 Franken weniger auszurichten.
Ertragsüberschuss
Die Jahresrechnung 2021 der kantonalen Körperschaft schliesst bei einem Ertrag von 64,9 Millionen Franken und einem Aufwand von 62,4 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 2,5 Millionen Franken. Das positive Ergebnis ist aufgrund tieferer Ausgaben im zweiten Coronajahr und höherer Beiträge der Kirchgemeinden zustande gekommen. Die Synode beschloss ausserdem, den Beitragssatz für die Kirchgemeinden für die Jahre 2023 und 2024 wie bisher auf 1,3 Staatssteuerprozente der natürlichen und auf 1,95 Staatssteuerprozente der juristischen Personen zu belassen.
Ethik-Preis: drängende Fragen
Im Rahmen der Synodensitzung fand die Ethik-Preisverleihung für drei Abschlussarbeiten zu drängenden gesellschaftlichen Fragen statt.
Wer seine Krankenkassen-Prämien nicht bezahlt, kommt auf die sogenannte «schwarze Liste» und bekommt keine adäquate medizinische Behandlung mehr. Ob dies ein «Schandfleck oder notwendiges Instrument einer gerechten Gesellschaft» ist, untersuchte Natalie Rossi in ihrer Nachdiplomarbeit und erhielt dafür mit 5000 Franken den ersten Preis.
Die Nachdiplomarbeit zum Thema «Übertherapierung in der letzten Phase des Lebens» wurde mit dem zweiten Preis, 3000 Franken, ausgezeichnet. Darin zeigt der Geriatrie-Arzt Thierry Gigandet die inneren Widersprüche aller Möglichkeiten heutiger Therapie auf.
Über das «Second-Victim-Phänomen bei Hebammen» – wenn diese zum Beispiel Zeuginnen von Behandlungsfehlern werden und wie sie damit umgehen – schrieben Aliki Keller und Lisa Stricker in ihrer Bachelor-Arbeit an der Berner Fachhoch--schule, für die sie den dritten Preis (je 2000 Franken) bekamen.
Bild: Thierry Gigandet, Natalie Rossi und Aliki Keller (von links). Es fehlt Lisa Stricker. (Foto: Simon Spengler)