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1077 St.Galler Abt Ulrich III. (Ulrich Eppenstein in Kärnten) errichtet Festung auf den Grundmauern eines verfallenen römischen Kastells. Er erbaut sie am Ausläufer des Bergrückens bei Balgach zum Schutze seiner Besitzungen. Die Feste beherrschte die Heerstrasse, die damals vom untern Rheingau nach Rätien führte, denn hier führte die einzige Brücke über die Ach. Zwischen Berg und Rhein war die Ebene fast unpassierbar. Man nannte diese Festung Herburch oder Herrenburg. Es muss ein starker, klotziger Turm mit 4-5 Stockwerken und angebautem Burghof gewesen sein, der den ganzen heutigen Schlosshof umfasste.
1280~ Zerstörung der Herburg wahrscheinlich durch die Bregenzer, danach verlassenes Bauerngut.
1303 Das Kloster St.Gallen vergibt den Hof gegen Zins und Zehnten an den Ritter Ulrich von Husen (erster Dienstmann von Heerbrugg)
1417 Die Edlen von Ainwil sind Lehensträger der Besitzung. Danach Mehrmas Besitzerwechsel.
1598 Junker Schobinger übernimmt das Schloss. Er ist einer der Söhne des Bartholomäus Schobinger, der das Schlösschen Weinstein erbaut und bewohnt hat.
1698 David Schobinger (St.Galler Handelsherr) ist Eigentümer.
1699 David Schobinger stirbt. Dereinzige Sohn, Ulrich trat in Kriegsdienste und fiel in der Schlacht von Neproponte gegen die Türken. Damit endet die Geschichte der Schobinger von Heerbrugg.
1727 Familie Reidt von Chur kauft das Gut. David Reidt ist Oberst im Solde der vereinigten Niederlande. Das Landhaus auf Heerbrugg steht meistens unbewohnt da, verwahrlost zusehends und ist überschuldet.
1774 Zerstörung am 13. Februar 1774 durch Brandstiftung
1774 Stift St.Gallen wird Besitzerin des Gutes. Nachdem David Reidt früher schon vom Spitalamt der Stadt St.Gallen und vom fürstlichen Stifte bis auf 10'000 Gulden auf das Schlossgut aufgenommen hatte, jedoch weder diese Last zu tilgen vermochte noch zu verzinsen und noch viel weniger das abgebrannte Schloss wieder aufzubauen imstande war, fiel bei über ihn ergangener Gantverhandlung die ganze Besitzung dem Stifte St.Gallen ales letztem Briefgläubiger zu.
1774 Bartholomäus Schlumpf, Kaufmann von St.Gallen kauft das Gut. Abt Beda überlässt das Gut Heerbrugg eigentümlich dem kaufmann von St.Gallen für 10'000 Gulden, samt rückständigen Zinsen. Dem Käufer wurde vom Gerichtsammann Balgach diese Besitzung zugefertigt, nämlich das ganze Landgut Heerbrugg mit allem, was die Feuersbrunst übriggelassen hatte - die Hofstatt des verbrannten Herrenhauses, grosse und kleine Keller, Bauernhaus, Güter, Waldungen, Rechte und Zugehörden.
1775 Bartholomäus Schlumpf baut das Schloss wieder auf, jedoch ohne Turm und Anbau.
Danach Hof-und Ortsquartiermeister Schmidheiny von Balgach kauft das Schloss.
1792 Quartierhauptmann Custer von Altstätten kauft das Schloss für 16'000 Gulden.
1833 Karl Völker kauft das Schloss von seinem Schwager Custer. Professor Karl Völker hatte früher ein Knabeninstitut in England geleitet.
1839 Prof. Karl Völker (deutscher Emigrant von Eisenach stammend, in Altstätten eingekauft), errichtet im Schloss eine Institutschule. Es werden junge Engländer unterrichtet, welche hier auch Reitpferde halten. Der Erfolg ist jedoch mässig.
1850 Karl Völker hebt das Institut auf und legt damit den Schulmeisterstab nieder. Danach verlegt er sich auf allerlei landwirtschaftliche Experimente, zunächst auf die Haltung von Merinoschafen, die nichts hergab, dann auf die Seidenraupenzucht, die ihrerseits ebenfalls ein Misserfolg wird. Damals zogen ausgedehnte Maulbeerbaumplantagen an den Hängen des Hümpelers hin, welche das Futter für die Raupen lieferten. Bessere Resultate erzielte er mit Ziegelprodukten, die er danach im ehemaligen Schafstall herstellte. Vorallem mit Drainierröhren hatte er Erfolg, welche für die Trockenlegung der ausgedehnten Sümpfe im Rheintal verwendet wurden.
1856 Sie finden so guten Absatz, dass sich Völker ermutigt fühlt, 1856 am Fusse des Schlosshügels eine Ziegelei zu errichten.
1867 Jacob Schmidheiny, Sohn eines Balgacher Kleinbauern und Schneidermeisters, seines Zeichens Webereifergger - geboren am 25. Juli 1838, kauft das Schloss Heerbrugg am 7.1.1867 von Karl Völker.
1870 Erfindung des Ringofens mit Dauerbrand.
1871 Neue Gebäude mit einem zeitgemässen Hochkamin werden gebaut.
1876 Einführung des maschinellen Betriebes in der Ziegelei.
1905 Jacob Schmidheiny sen. stirbt im Jahre 1905 und die Verantwortung für das von ihm begonnene Werk und sein Besitz geht über an die beiden Söhne Ernst und Jacob II.
1910 Jacob II. übernimmt das Elternhaus und baut es in den Jahren 1910/1911 um und aus. Ernst lässt für sich und seine Familie nebenan die "Villa" bauen. Foto Schlösser Heerbrugg .
1911 Schloss Heerbrugg bekommt den Turm mit Zwiebelhelm.
2001 Peter Schmidheiny, der das Schloss bewohnt, stirbt am 15.2.2001.
2005 Am 1.1.2005 kaufen die Gebrüder Leo und Peter von Rotz das Schloss samt verschiedenen Gebäuden, Weinberg, Wald und Umschwung.
www.schlossheerbrugg.ch
Bibliographie