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Frankreich kann sich rühmen, daß die Louvre - Sammlungen zu
Paris
[* 10] von keinem an Reichtum übertroffen
werden. (S.
Paris.) Die Gemäldegalerie des Louvre (2000
Bilder) enthält sowohl ältere ital.
(Raffael, Correggio,
Tizian) und
niederländ.
(Rubens, Rembrandt, Genremaler) Meisterwerke, als auch (etwa 850) Gemälde franz.
Meister (1600-1850). Die modernsten
franz. Gemälde befinden sich dagegen im Luxembourgmuseum zu
Paris. Die Gemäldegalerie des Historischen
Musca zu Versailles
[* 11] bietet in etwa 5000 modernen Gemälden Hauptmomente aus der franz.
Geschichte, besonders dem ersten Kaiserreich.
Naturwissenschaftliche Musca haben nicht nur die Weltstädte, sondern auch die Universitätsstädte. Erwähnenswert
sind folgende. In
London
[* 29] enthält das
Britische Museum (s. d. und Taf.
II,
[* 1]
Fig. 3) außer mittelalterlichen Altertümern insbesondere eine zoolog.
Sammlung, das
South-Kensington-Museum (s.
London, Unterrichts- und Bildungswesen) kunstgewerbliche Gegenstände, ferner existiert
ein Musca für Naturkunde und im
ImperialInstitute (s. d.) ein Indiamuseum.
Das Louvre zu
Paris besitzt eine reiche Sammlung von Renaissance - Kunstgegenständen, eine ethnogr. Sammlung (eine
andere im
Trocadéro), während die naturwissenschaftlichen Sammlungen
in den
Gebäuden des Jardin des Plantes, die geolog.,
paläontolog., mineralog. Sammlung in der École des
Mines
(Bergschule) sich finden. Eine bedeutende kulturgeschichtliche Sammlung
enthält das Musée Guimet.
Wien
[* 30] besitzt das im gleichen
Stil wie das Kunsthistorische Hofmuseum neu erbaute Naturhistorische
Hofmuseum (s. Taf. I,
[* 1]
Fig. 4);
Berlin
[* 31] je ein auch äußerlich prächtiges Musca für Naturkunde,
Völkerkunde
und das Kunstgewerbe. Zu
München
[* 32] birgt das
Gebäude der
Akademie der Wissenschaften eine reiche paläontolog., auch mineralog.
und zoolog. Sammlung; das Nationalmuseum hingegen ist für kultur- und kunstgeschichtliche
Sammlungen mit besonderer Berücksichtigung
Bayerns gegründet, dazu ein ethnographisches Musca. In
Italien
[* 33] kommen die Musca zu
Rom
[* 34] (Collegio
Romano),
Florenz
[* 35] (im
Bargello) und Mailand
[* 36] (im Museo civico) in Betracht. In
Amerika bewahrt das
Nationalmuseum zu
Washington (s.Taf. II,
[* 1]
Fig. 4) und das
American museum of modern history zu Neuyork reiche naturwissenschaftliche
Sammlungen.
Agostino di, nach seiner Vaterstadt Agostino
Veneziano genannt, ital. Kupferstecher des 16. Jahrh. Er
hat
Stiche nach Vorbildern der
Venetianischen, Florentinischen und
Deutschen Schule geschaffen, besonders aber mit Marcantonio
Raimondi, dessen Vorgange er in
Technik und
Stil viel verdankte, die Werke
Raffaels in vorzüglicher
Weise
vervielfältigt. Bis gegen 1516 scheint er sich in
Venedig
[* 38] aufgehalten zu haben, dann begab er sich nach
Florenz, hierauf nach
Rom und 1528 nach Mantua,
[* 39] wo er nach den Fresken des
Giulio Romano im Palazzo delTe arbeitete. Um 1530 abermals
nach
Rom zurückgekehrt, begann er die fruchtbarste
Periode seines Schaffens, welche bis 1536 mit Sicherheit zu datieren ist.
Sein Künstlermonogramm waren die
Initialen A. V.
bei den Griechen, deren
Sprache
[* 40] das Wort entstammt, die Gesamtheit der auf
Geistes- und Gemütsbildung
abzielenden Künste (lat. studia humaniora) im Gegensatz zur Gymnastik, die den Körper bildet.
Erst in den christl.
Zeiten faßt man sie in dem engern
Sinne als
Tonkunst. Insofern die
Bildung von
Tönen auf gesetzmäßig
geregelter materieller
Bewegung (Luftschwingungen) beruht, beschäftigt sich die
Akustik, ein Zweig der Physik,
mit der Musik. Die eigentliche
Musiklehre, als ästhetische Disciplin, hat dreierlei zu behandeln: den Rhythmus, die Melodie und
die
Harmonie.
Aller Rhythmus haftete ursprünglich an dem Metrum, der
Sprache und am Tanze, löste sich aber mit der Zeit davon ab und erlangte
seine Selbständigkeit zum
Teil auch durch die Einführung der mehr rhythmischen als tonischen
Instrumente,
wie
Trommel, Pauke
u. dgl. In der Musik giebt es zwei
Arten von Rhythmen: den planen Rhythmus oder die
Mensur, d. h. die musikalische
Zeitmessung, wie sie in den
Takten und ihren
Teilen zur Anwendung kommt;
dann den kunstvoll gegliederten Rhythmus, der über
dieTakte hinausgreift und sich nicht nach dem Taktmaß, sondern nach der innern Natur der musikalischen
Gedanken bildet.
Die Melodie ist die Lebensader
¶
mehr
der Musik; ohne ihre Bewegung tritt Monotonie und Stillstand ein; sie kann entweder deutlich hervortreten oder mehr im Verborgenen
wirkend, den harmonischen Massen innewohnen. Zu der Melodie gehören die Tonarten, als die Ur-, Schul- und Hilfsmelodien, die
sich im Durchgang durch die sog. acht Kirchentöne zu den modernen zwei TonartenDur und Moll entwickelt
und vereinfacht haben. Während Rhythmus und Melodie an sich für die Lehre
[* 42] nicht sehr ergiebig sind, nimmt die Unterweisung
in allen Regeln und Künsten der Harmonie die Musiklehre fast ausschließlich in Anspruch. Hier sind zu behandeln: A. Die einfache
oder unentwickelte Harmonik, gewöhnlich Generalbaß (s. d.) genannt. B. Die entwickelte Harmonik oder der
Kontrapunkt (s. d.). C. Die Formenlehre, die das ganze Gebiet der künstlerischen
Gestaltung umfaßt, und in der auch alles, was die Lehre über Rhythmik und Melodik zu sagen hat, zur Anwendung kommt.
Beide sind im stande, mit ihren eigenen Mitteln große Werke zu schaffen, aber sie leisten das Höchste,
wenn sie zusammenwirken. Eine Unterabteilung der Vokalmusik nach dem stofflichen Inhalt ist die in geistliche und weltliche
Musik, die aber keineswegs ausreichend und seit dem 16. Jahrh. durch die Entwicklung überholt ist. An ihre
Stelle ist folgende einfache, das ganze Gebiet umfassende Teilung getreten, die jedem Zweige der Kunst sein Recht gewährt:
Kirchenmusik, Bühnenmusik, Konzertmusik.
Jede dieser drei Kunstgattungen haftet an einer bestimmten Örtlichkeit als an ihrer ausschließlichen, allein berechtigten
Heimat und hat demgemäß auch einen besondern Kunststil zu vollster Selbständigkeit ausgebildet. Die Kirchenmusik
(s. d.) begreift in sich den einstimmigen Ritual- und Choralgesang sowie den
mehrstimmigen Chorgesang und das kirchliche Orgelspiel. Bühnen- oder Theatermusik wird gewöhnlich als dramatische Musik bezeichnet,
weil sie aus dramat. Vorgängen ihre Anregung empfängt und dieselben zu heben und zu verstärken
bestimmt ist.
Den Mittelpunkt dieser Gattung bildet die Oper (s. d.). Singspiel, Operette, Melodrama, Ballett sind Nebenarten,
bei denen die Musik weniger hervortritt. Die Konzertmusik hat sich von den drei Gattungen zuletzt eine berechtigte
selbständige Stellung errungen; erst sie ermöglicht die Ausgestaltung,Vollendung und Reinheit der Musik, deren volle Wirkung
in der Kirche und auf der Bühne durch die liturgischen und scenischen Vorgänge beeinträchtigt wird.
So entwickelt sich der Chorgesang erst im Bereich der Konzertmusik in seiner vollen Pracht und Größe, da in der kirchlichen
Musik die Instrumente, in der theatralischen die Singstimmen nicht völlig zur Geltung gebracht werden können.
Eine ähnliche Begünstigung erfährt der begleitete Sologesang; denn obwohl ihm diejenigen Wirkungen
abgehen, die aus einer Verbindung mit Aktion und Kostüm
[* 44] entstehen, bleibt doch das Konzert die Pflegestätte und eigentliche
Heimat alles im großen Stil, in breiten Formen
gehaltenen Gesangs. Zu der Konzertmusik ist auch das KleineKonzert oder die Haus-
und Kammermusik (s. d.) zu rechnen, die Heimstätte der Instrumentalmusik sowie des geselligen Gesangs.
Unter Hinzunahme dieses Gebietes umfaßt die Ausbildung, die namentlich die gesamte Instrumentalmusik durch das Konzert erhalten
hat, alle Zweige, von den Sätzen für einzelne Instrumente aufsteigend zu der vollkommensten, vielstimmigsten und vielgestaltigsten
Form der Instrumentalmusik, der Sinfonie (s. d.). Die Vereinigung beider Hauptkräfte der Tonkunst, der vokalen und
instrumentalen, erzeugt auf diesem Felde als größtes und vollkommenstes Werk das Oratorium (s. d.).
Wie die Oper hat auch das Oratorium einige kleinere Formen neben sich in Kantaten, Pastoralen, Oden u. s. w.;
einige andere stehen auf der Grenze zwischen Kirchenmusik und Konzert, wie die Passionen und Kantaten.
Neuere Ästhetiker unterscheiden noch absolute Musik, diejenige Art von Instrumentalmusik, deren geistiger
Inhalt sich nicht bestimmt bezeichnen läßt, und Programmmusik, diejenige Art der Instrumentalmusik, die bestimmte Vorgänge
darstellen will.
Geschichte der Musik. Bei den Griechen gelangte neben den übrigen Künsten auch die Musik zuerst als Kunst zum Bewußtsein. Ihre
Bedeutung liegt nicht darin, daß sie namhafte Tonwerke hinterlassen hätten, sondern darin, daß sie
auch für diese Kunst den allein richtigen Weg betreten, den wahren Grund zu ihrer noch höhern Vollendung gelegt haben. (S.
Griechische Musik.) Im Mittelalter vereinigte der christl. Kultus alle musikalischen Richtungen der bekehrten Völker. Es entstanden
die sog. Kirchentöne (s. d.), die den
kirchlichen und allmählich auch den außerkirchlichcn Gesang der verschiedenen Völker beherrschten.
Für diese Epoche ist die Musik einzuteilen in kirchliche und außerkirchliche, wobei aber nicht der Gegensatz des
Geistlichen und Weltlichen, sondern der des Universalen und Nationalen zu Grunde liegt. Die eigentlich musikalischen Länder
waren damals Italien, England und das ReichKarls d. Gr., der diese Kunst bevorzugte und förderte. In den
beiden Jahrhunderten nach ihm blühte die Musik namentlich im Kloster zu St. Gallen. Das kanonische Buch für den Kirchengesang
war die durch Gregor d. Gr. veranstaltete Melodiensammlung, die sich bald in Mittel- und Westeuropa verbreitete und in Guido
von Arezzo (s. d.) einen Dolmetscher fand.
Unmittelbar nach Guido, im Zeitalter der Kreuzzüge, verbreitete sich eine neue Kunst, deren Anfänge dunkel sind: die Harmonie
oder Mehrstimmigkeit und der darauf gegründete Kontrapunkt. Zu gleicher Zeit und zum TeilHand
[* 45] in Hand damit gelangte fast
in allen Ländern Europas der Liedergesang zu neuer Blüte
[* 46] und gestaltete sich zu Nationalmelodien, die
sich zum Teil in der mehrstimmigen Musik, zum Teil unmittelbar im Volksgesang bis auf unsere Zeit erhalten haben. Von der Kirche
wurde der mehrstimmige Gesang anfangs ungern geduldet. Als er aber in England, Nordfrankreich, den Niederlanden und Deutschland
[* 47] sich mit jedem Jahrzehnt glänzender entwickelte, wurde die päpstl. Kapelle in Avignon und Rom bald sein
Hauptsitz, ein Sammelplatz der größten Meister aller Länder als Sänger, Kapellmeister und Tonsetzer. Zuerst waren die Engländer
in dieser Kunst tonangebend, aber in der letzten Hälfte des 15. Jahrh. gewannen die Niederländer die Oberhand; in Rom rivalisierten
mit
¶