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Marktkommentar von Daniel Kukan, Crypto Finance AG
Besteuerungsvorschlag für Bitcoin Cash (BCH) Mining
Es ist eines der wichtigsten Schlagworte, die von Blockchainexperten verwendet wird, um die Vorteile eines blockchainbasierten Tokens zu erklären. Das kommt insbesondere bei Protokollen zur Geltung, welche einen Proof-of-Work (PoW) Konsensmechanismus verwenden.
Nun scheint es, als ob ein besonderer Besteuerungsvorschlag von einem grösseren Bitcoin Cash Miner (SHA-256 Algorithmus) die "Büchse der Pandora" geöffnet hätte. Dieser Vorschlag einer Mining-Steuer greift den Vorteil eines dezentralisierten Konsensmechanismus ernsthaft an.
Wie ist es dazu gekommen?
Kurz gesagt: Um die Infrastrukturänderungen und weitere Entwicklungen der BCH (Bitcoin Cash) Blockchain voranzutreiben, benötigen die BCH-Entwickler finanzielle Mittel. Ich vereinfache die Dinge etwas zu sehr, aber es gibt de facto zwei Möglichkeiten, die notwendigen Gelder zu beschaffen:
- Finanzierung aus der Privatwirtschaft. Dabei besteht jedoch das Risiko, dass ein einzelnes Unternehmen das Zepter in der Hand hat.
- Implementierung einer "Gemeinschaftssteuer" über das Mining. Dies würde den dezentralisierten Konsensgedanken aufrechterhalten.
Zhuor, der CEO des BTC.TOP-Miningpools, welcher die Initiative initiiert hat, ist sich des Dilemmas sehr wohl bewusst. Seiner Ansicht nach ist die Einführung der Gemeinschaft- bzw. Mining-Steuer jedoch ein viel kleineres Problem, als die Beschaffung von Geld aus dem Privatsektor.
Er könnte jedoch mit seiner Einschätzung falsch liegen, oder er hat sich sogar bewusst dafür entschieden. Lassen Sie uns kurz über Folgendes nachdenken:
Zhuor, als bekennender BCH Miner, weiss, dass sein Vorschlag nicht nur Auswirkungen auf die BCH Miner hat. Eine solche Steuer hätte Auswirkungen auf alle Coins, welche das SHA-256-Protokoll verwenden. Somit also auch auf Bitcoin (BTC).
Eine kurze Erklärung:
Wenn derzeit 97% der Hashrate auf der Bitcoin Blockchain alloziert ist und 3% auf der Bitcoin Cash Chain, wird der BCH Anteil auf 2,6% sinken, sobald die BCH Miner eine 12,5% Gemeinschaftssteuer einführen. Somit würde dann 97.4% der Total Hashrate auf der BTC Chain sein. Infolgedessen steigt die Mining Difficulty von BTC, und das Minen wird weniger rentabel. Insgesamt, so Zhuor, verschwinden 0,375 % der gesamten SHA-256 Erträge aus dem System und fliessen an die BCH Entwickler.
Es handelt sich also im Grunde um eine Steuer für alle, nicht nur für die Bitcoin Cash Miner. Wenn Sie sich der Geschichte zwischen den beiden Communities bewusst sind, können Sie sich vorstellen, dass dies bei den Bitcoinern nicht gut ankommt.
Der Gesamtbetrag in USD beziffert, auf den sich diese Gemeinschaftssteuer beläuft, beträgt "nur" 7,5 Mio. Er ist marginal im Vergleich zu den gesamten Mining Einnahmen, welche während der vorgeschlagenen sechsmonatigen Steuerperiode erwirtschaftet werden. Es geht jedoch nicht um das Geld. Es geht mehr um die Tatsache, dass nur ein paar wenige Personen (Miner oder Miningpools) eine solche Entscheidung treffen und durchsetzen können. Vor allem, wenn es Auswirkungen auf eine viel grössere Community hat - in diesem speziellen Fall sogar auf einen Coin mit viel grösserer Marktkapitalisierung.
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