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Mit einem Grosseinsatz haben 600 französische Polizisten das bisher grösste Flüchtlingslager in Paris aufgelöst. Mehr als 3800 Menschen wurden aus der improvisierten Zeltstadt mit Bussen in Unterkünfte gebracht.
In den frühen Morgenstunden weckten die Polizisten der Spezialeinheit CRS die Menschen, die seit Wochen in Zelten oder aufMatratzenhausten. Die Räumung zwischen den Metrostationen Stalingrad und Jaurès im Nordosten von Paris sei friedlich verlaufen, teilte die Polizei mit. Die Flüchtlinge hätten kooperiert und seien in die bereitgestellten Busse gestiegen.
Arbeiter schafften daraufhin mit Baggern die leeren Zelte sowie Matratzen, Planen und andere Überbleibsel weg. Die Präfektur der Region Ile-de-France gab die Gesamtzahl der Menschen in dem Lager mit 3852 an. Zuletzt waren die Behörden von maximal 2500 Flüchtlingen ausgegangen. Sie stammen vor allem aus Afghanistan, dem Sudan und Eritrea.
Die Menschen sollten nach Angaben der Präfektur in Hotels oder Turnhallen in der Region unterkommen.
Unter der Hochbahnlinie zwischen dem 19. und dem 10. Arrondissement war in den vergangenen Wochen ein riesiges Lager in der Nähe eines beliebten Ausgehviertels angewachsen. Die Menschen hausten dort Zelt an Zelt unter prekären Bedingungen.
Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo schrieb vergangene Woche einen Brief an die französische Regierung, in dem sie die «dramatische humanitäre und sanitäre Lage» beklagte. Dies sei das grösste Camp, das Paris je gehabt habe, sagte die Bürgermeisterin.
Kein Zusammenhang mit Calais
Die Aktion fand vier Tage nach der Zerstörung des Flüchtlingslagers von Calais in Nordfrankreich statt. Von dort waren in den vergangenen zwei Wochen rund 6000 Erwachsene und rund 1500 unbegleitete Minderjährige in Aufnahmezentren im ganzen Land gebracht worden.
Die französischen Behörden sehen nach eigenen Angaben keinen Zusammenhang zwischen der Auflösung des Lagers von Calais und dem Anwachsen des Camps in Paris.
In Paris sind seit rund einem Jahr bereits 30 wilde Flüchtlingscamps aufgelöst worden. Die Menschen siedeln sich aber immer wieder an denselben Orten an, da Frankreich nach Angabe von Hilfsorganisationen nicht genug Unterkünfte bereitstellt. Nach früheren Angaben der Stadtbehörden kommen täglich zwischen 50 und 70 Flüchtlinge in Paris an.
Im September waren aus der Gegend der Metro Stalingrad bereits rund 2100 Menschen weggebracht worden, im Juli waren es 2500 gewesen. In Paris entsteht derzeit ein Aufnahmezentrum für 400 Männer, die Eröffnung verzögert sich jedoch. (sda/afp/dpa)