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Im November machte der Wagniskapitalgeber Greenoaks Capital Partners seine Start-Up-Gründer auf drohende Probleme beim Institut aufmerksam, wie eine Bloomberg vorliegende E-Mail zeigt.
Die Silicon Valley Bank und andere Kreditinstitute könnten unter Druck geraten, weil sie ihren Kunden mit der Straffung der Geldpolitik höhere Zinsen bieten müssten, um eine Abwanderung abzuwenden. Dazu seien sie aber nicht in der Lage, schrieb Greenoaks-Managing-Partner Neil Mehta. Er verwies darauf, dass die Bank eine grosse Zahl langfristiger, niedrig verzinster Kredite vergeben hätte, die noch ausstünden.
Mehr als ein Dutzend Greenoaks-Kunden beherzigten die Warnung und zogen in den letzten Monaten schätzungsweise 1 Milliarde Dollar von der Bank ab, berichtete eine Person, die mit den Bankbeziehungen der Start-Ups vertraut ist. “Im schlimmsten Fall will man lieber der Erste sein, der Einlagen abzieht, als der Letzte”, schrieb Mehta. Er warnte in der Mail, dass auch die First Republic Bank gefährdet sei.
Vertreter der SVB reagierten nicht auf eine Bitte um Stellungnahme, und ein Sprecher der First Republic Bank wollte sich zum Thema nicht äussern.
Regulatorisch an der zu lockeren Leine
Seit der globalen Finanzkrise haben US-Regulierungsbehörden wie die Federal Reserve einen widersprüchlichen Ansatz gegenüber Banken verfolgt. Einerseits sprachen sie offen darüber, weniger Zeit mit der Überwachung der Bilanzen kleiner Institute zu verbringen und ihnen damit Raum für Innovationen und Fintech zu geben. Andererseits haben sie die Schlinge um die ihrer Meinung nach "systemrelevanten“ Megabanken zugezogen. JPMorgan und Bank of America sind zwei Beispiele.
Nach Angaben der Fed verfügten die USA zum Jahresende 2022 über 2000 Banken mit inländischen Vermögenswerten in Höhe von 19,8 Billionen Dollar. Die 10 grössten Institute machen etwa 10,5 Billionen Dollar oder 53 Prozent der Gesamtsumme aus. SVB, die 16. grösste Bank mit rund 195 Milliarden Dollar, steht nicht auf dieser VIP-Liste.
Dieser Laissez-faire-Ansatz gegenüber kleineren Banken ist gemäss einigen Marktbeobachtern falsch. Die US-Aufsichtsbehörden hätten einen blinden Fleck in einem ansonsten weitgehend gesunden Finanzsystem geschaffen.
(Bloomberg)