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Differenzierung der Somiten
Das Gewebe, welches über den Primitivstreifen einwandert und vorerst die dritte Keimschicht, das Mesoderm bildet, wandelt sich mehrmals um.
Das Epiblast-Epithel (Ektodermzellen) wandelt sich in segmentale Mesodermzellen um. Diese haben im Gegensatz zum Epithel einen losen Zusammenhalt und sind nicht mehr geordnet. Es erfogt eine erneute Umwandlung d.h. eine Epithelialisierung zum Somiten, welcher eine epithelialisierte Mesenchymportion mit einem zentralen Somitozöl darstellt.
Diese Somiten bilden sich beidseits der Neuralplatte kaudal der Ohrplakode (post-otisch) aus und sind quaderförmige, von aussen gut sichtbare Gebilde.
In Form des epithelialisierten Somiten haben sie aber nicht lange Bestand, sondern zeigen schon früh eine in alle Richtungen weisende Polarisierung auf.
Bei der erneuten Umwandlung vom Somiten in mesenchymales Gewebe werden von der medialen und ventralen Wand der Somiten Zellen in die Höhle abgegeben. Die zentralen Zellen sowie die Zellen der medioventralen Wand bilden die Sklerotome, welche in der Folge wichtige Bestandteile für das Achsenskelett bilden.
Die dorsolateralen Anteile der Somitenwand bezeichnet man nun als Dermatomyotome (Stadium 12). Auch diese Zellgruppe vermehrt sich und es bildet sich eine neue Lage von Zellen. Die Dermatomyotome bestehen nun aus zwei Anteilen: Myotome, welche medialer gelegen sind und den Ursprung der Skelettmuskulatur bilden sowie die dorsolateralen Dermatome, woraus unter anderem das subkutane Gewebe hervorgeht. Das Gewebe hat somit seinen epithelialen Charakter wieder verloren.
Die Myotome bilden in eine dorsomedial gelegene epaxiale Portion (Stadium 12), welche den Ursprung der Extensorenmuskeln der Wirbelsäule (autochtone Rückenmuskulatur oder Musculus erector trunci) darstellen. Diese Muskeln behalten ihre segmentale Anordnung bei. Eine zweite ventrolateral gelegene Portion bildet die Pars hypaxialis des Myotoms. Daraus entstehen einerseits die Muskeln der Flexoren der Wirbelsäule, die Muskeln des Schulter bzw. Hüftgürtels, sowie die Rumpfwand- und Extremitätenmuskulatur.
Bei der Gruppe von Myoblasten, welche hypaxialen Ursprungs sind und welche teilweise in lateral gelegene Regionen des Embryos auswandern, ist die segmentale Anordnung nicht mehr so klar sichtbar. In diesem Zusammenhang ist von Interesse, dass sich die Lage oder definitive Ausdehung eines Muskels im Verlauf der Entwicklung ändern kann. Dies geschieht beispielsweise bei auf den Schultergürtel wirkende Muskeln. Der M. latissimus dorsi und der M. pectoralis major gewinnen sekundär Anschluss an das Rumpfskelett, behalten aber ihre ursprüngliche Innervation vom Plexus brachialis bei.