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Es gibt verschiedene Grade von Hörbehinderungen. Der effektive Hörverlust wird durch die Aufzeichnung eines Audiogramms in verschiedenen Tonfrequenzen ermittelt. Demnach unterscheidet man zwischen leichter, mittlerer und hochgradiger Schwerhörigkeit (zwischen 20 und 80 Dezibel Hörverlust), Resthörigkeit (Hörverlust ab zirka 90 Dezibel) und Gehörlosigkeit beziehungsweise Taubheit (Hörverlust mehr als 120 Dezibel). Statistisch gesehen haben rund 20 Prozent der Bevölkerung eine Hörbeeinträchtigung.
Allen Formen der Schwerhörigkeit ist gemein, dass das Gehör nicht mehr richtig oder gar nicht mehr funktioniert.
Bei der Schallleitungsschwerhörigkeit wird der ankommende Schall nicht mehr richtig zum Innenohr geleitet. Das kann verschiedene Ursachen haben: Im Gehörgang etwa Ohrenschmalz, Entzündungen oder Fehlbildungen. Aber auch Erkrankungen des Mittelohrs oder anatomische Veränderungen der Gehörknöchelchen können mögliche Gründe sein.
Bei der sogenannten Schallempfindungs- oder auch Innenohrschwerhörigkeit liegt das Problem entweder in einer Funktionsstörung des Innenohrs oder in einer Fehlfunktion der Nervenbahnen, die vom Innenohr zum Gehirn führen. Diese Art von Schwerhörigkeit liegt meistens im fortgeschrittenen Alter und/oder einer starken und anhaltenden Lärmexposition begründet.
Bei einem kompletten Verlust des Gehörs spricht man von Ertaubung oder Gehörlosigkeit. Wenn eine Person nach dem Spracherwerb (also etwa ab dem dritten Lebensjahr) durch Krankheit, Unfall oder Vererbung davon betroffen wurde, nennt man das Ertaubung; wer aber seit Geburt nicht hören kann, ist gehörlos.
Es gibt verschiedene Hörgeräte, die alle aus einem Mikrofon, einem digitalen Mikrochip und einem Lautsprecher bestehen. Sie unterscheiden sich in ihrer Bauform, im Design und in ihrer Technologie:
Für alle Hörgeräte gilt: Das Gehirn muss wieder lernen, Töne und Geräusche aufzunehmen und zu verarbeiten. Das kann mehrere Monate dauern und es ist wichtig, das Hörgerät in dieser Umgewöhnungsphase ununterbrochen zu tragen.
Sogenannte Cochlea-Implantate (CI) können bei einem noch intakten Hörnerv eingesetzt werden, wenn klassische Hörgeräte nicht genügend effektiv sind. Sie sind zudem eine wichtige Option für gehörlos geborene Kinder und ertaubte Menschen. Ein Cochlea-Implantat (Cochlea ist der lateinische Ausdruck für Hörschnecke) besteht aus zwei Komponenten: Dem eigentlichen Implantat und dem von aussen sichtbaren Sprachprozessor mit Mikrofon, Batterie und Spule.
Der Sprachprozessor fängt die Klangsignale auf und wandelt sie in elektrische Signale um; diese werden an das Implantat weitergeleitet, welches sich unter der Haut hinter dem Ohr befindet. Dadurch wird der Hörnerv stimuliert, welcher die Signale zur Verarbeitung an das Gehirn weiterleitet.
Die Gebärdensprache ermöglicht gehörlosen, ertaubten und stark hörbehinderten Menschen den Zugang zur Sprache der Hörenden und damit auch die Teilnahme an Gesellschaft und Kultur. Mit Hilfe von Händen, Armen, Körperhaltung und Mimik gelingt es, die gesprochene Sprache in eine sichtbare, bebilderte Sprache umzuwandeln.
Gebärdensprachen verfügen über ein umfassendes Vokabular und eine eigenständige Grammatik und unterscheiden sich von Land zu Land, ja sogar von Region zu Region. In der Deutschschweiz gibt es zum Beispiel fünf verschiedene Dialekte. Obwohl weltweit viele Gebärden einander ähnlich sind, ist eine Verständigung zwischen den verschiedenen Gebärdensprachen nicht immer einfach und teilweise sogar überhaupt nicht möglich.