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Stanislaus
II.
August, der letzte König von
Polen, geb. zu Wolczyn, war der Sohn des
Grafen
Stanislaus
Poniatowski
(s. d.) und der Fürstin Konstantia Czartoryiska. In seiner
Jugend besuchte er
Paris,
[* 2] wurde 1752
Landbote des
Reichstags und zeichnete sich durch
Beredsamkeit aus. König
August III. sandte
ihn an die Kaiserin Elisabeth nach
Petersburg,
[* 3] und hier erwarb sich S. die Gunst der Großfürstin, nachherigen Kaiserin
Katharina II.
Nach
Augusts
Tode (1763) brachte diese es durch ihren Einfluß dahin, daß S. auf dem
Reichstag zu Warschau
[* 4] zum
Könige gewählt und 25. Nov. in Warschau gekrönt wurde.
Ein Freund der Wissenschaften und Künste, konnte er doch das Wohl seines Vaterlandes nicht fördern, da es ihm an Kraft [* 5] fehlte, den Adel zu zügeln und sich der russ. Politik zu entziehen. Der unzufriedene Adel trat daher mehrfach zu Konföderationen zusammen und erklärte den Thron [* 6] für erledigt. In der Nacht vom wurde S. von Verschworenen aus Warschau entführt; doch gelang es ihm freizukommen und nach Warschau zurückzukehren. Als 1772 die erste Teilung Polens zur Ausführung kam, protestierte S. vergebens.
Durch die Annahme der Konstitution vom gewann er zwar die Achtung seiner Nation wieder und schien entschlossen, dem Zorne der russ. Kaiserin Trotz zu bieten; aber schnell durch Preußens [* 7] und Rußlands Drohungen entmutigt, trat er der neuen Konföderation zu Targowitz (14. Mai) bei und empörte dadurch den bessern Teil der Nation, ohne doch, was er wollte, Polen mit Rußland zu versöhnen. Sein Widerspruch gegen die zweite Teilung Polens 1793 hatte zur Folge, daß Katharina ihn nach Grodno bringen ließ, wo er den dritten Teilungsvertrag unterzeichnen und dem poln. Throne entsagen mußte. Paul I. berief ihn nach dem Tode Katharinas nach Petersburg. Hier lebte er von einer russ. Pension und starb –
Vgl. Mémoires secrets et inédits de S. (Lpz. 1862).