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Angehörige sexueller und geschlechtlicher Minderheiten erfahren in der Schweiz nach wie vor soziale Ausgrenzung, körperliche Gewalt und strukturelle Benachteiligung, wie eine Umfrage der Universitäten Zürich und Lausanne zeigt. Das augenfällige Resultat: Geschlechtliche Minderheiten berichteten deutlich häufiger von Diskriminierungen als sexuelle Minderheiten.
Die Sozialpsychologinnen Tabea Hässler von der Uni Zürich und Léila Eisner von der Uni Lausanne führten im Jahr 2020 eine Umfrage mit 1400 LGBTIQ*- Menschen durch, um deren Sicht auf die momentane politische und gesellschaftliche Lage festzuhalten. Die englische Abkürzung LGBTIQ* steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transmenschen, intergeschlechtliche und queere Menschen - der Stern als Platzhalter für weitere sexuelle und romantische Orientierungen sowie Geschlechtsidentitäten.
Demnach berichteten 40 Prozent der Studienteilnehmer von sexueller Belästigung. Angehörige geschlechtlicher Minderheiten waren insgesamt doppelt so häufig Opfer von Diskriminierung als Angehörige sexueller Minderheiten, wie die Universität Zürich am Montag mitteilte.
So berichteten 16 Prozent der geschlechtlichen und 8 Prozent der sexuellen Minderheiten über körperliche Gewalt. Auch soziale Ausgrenzung (55 Prozent und 13 Prozent) sowie strukturelle Benachteiligung (78 Prozent und 40 Prozent) erfuhren geschlechtliche Minderheiten häufiger als sexuelle. Letzteres schliesst zum Beispiel fehlendes Rechte auf Ehe und Adoption ein, die fehlende Möglichkeit, sich in offiziellen Dokumenten als «divers» oder «intergeschlechtlich» einzutragen oder auch fehlende Unisex-Toiletten.
Diese Unterschiede könnten laut den Studienautorinnen darauf beruhen, dass Angehörige geschlechtlicher Minderheiten kaum öffentlich sichtbar seien und kaum über geschlechtliche Vielfalt gesprochen werde. So gaben die Hälfte der Befragten unter 21 Jahren ebenfalls an, dass die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität in der Schule nicht thematisiert werde. (aeg/sda)