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Überall steht zu lesen, dass die Weihenstephan-Brauerei die älteste Brauerei der Welt sei. Nur, stimmt das so? Vergessen wir nicht, dass bereits die Ägypter, die Römer, die Allemannen, die Kelten, die Syrer, die Armenier, etc. ihr eigenes Bier gebraut haben. Wenige Quellen sprechen von der Weihenstephansbrauerei von der ältesten bestehenden Brauerei. Da kommen wir der Sache schon näher. Ja, die Weihenstephan-Brauerei ist die älteste bestehende Brauerei der Welt.
Im Jahre 725 wurde ein Benediktinerkloster gegründet und dies war, bewusst oder unbewusst, der Anfang der Weihenstephan-Brauerei. Bereits im Jahre 786 wurde am Weihenstephansberg Hopfen angebaut und es liegt Nahe, dass dieser Hopfen im Kloster zu Bier verbraut wurde. Denn im Mittelalter wurde in allen Klöstern Bier gebraut.
Die Weihenstephan-Brauerei hatte jedoch vieles zu ertragen: Im Jahre 955 überrannten und zerstörten die Ungarn das Kloster. Ähnliches vollführten auch Kaiser Ludwig der Bayer (1336), die Schweden und die Franzosen im Dreissigjährigen Krieg und die Österreicher im Spanischen Erbfolgekrieg. Doch damit nicht genug: Zwischen 1085 und 1463 brannte das Kloster Weihenstephan vier Mal vollständig ab, wurde durch drei Pestepidemien, diverse Hungersnöte und ein grosses Erdbeben im Jahr 1348 zerstört oder entvölkert.
Mit bayerischer Hartnäckigkeit bauten jedoch die Benediktiner Kloster und Braustätte immer wieder auf und verfeinerten dabei ihre Braukunst.
Seit fast tausend Jahren wird nunmehr auf dem Weihenstephaner Berg Bier gebraut, seit 1516 nach dem „Bayerischen Reinheitsgebot“, in dem es heisst, dass ins Bier nichts anderes gehört, als Wasser, Gerste und Hopfen. Um aber aus so wenigen Zutaten so viele völlig unterschiedliche Biere zu brauen, bedarf es natürlich der Kunst der Braumeister – und hervorragender Rohstoffe. Inzwischen hält zwar auch im Brauwesen Hightech Einzug, aber am eigentlichen Brauvorgang hat sich seit den alten Zeiten nichts geändert.
1852 zog die landwirtschaftliche Zentralschule nach Weihenstephan und mit ihr die bayerischen Brauschüler. Anschliessend wurde die Schule zur Akademie, dann zur Hochschule für Landwirtschaft und Brauerei, um 1930 in die Technische Universität München umbenannt.
Nun hat man am selben Ort die älteste bestehende Brauerei und die technische Universität für Brauerei. Weihenstephan entwickelte sich so zum Zentrum der Brautechnologie Deutschlands, ja weltweit. Technische Universität und Brauerei ergänzen sich gegenseitig und tauschen sich gegenseitig aus. Umgeben vom vergleichsweise sehr jungen Wissenschaftszentrum der Technischen Universität München erwartet den Bierkenner und -geniesser aus aller Welt eine einzigartige Verbindung von bewährtem Wissen und moderner Wissenschaft, eine ehrwürdige und zugleich moderne Kult(ur)stätte der bayerischen und zugleich deutschen Biertradition.
Es gibt noch eine lustige Partnerschaft zwischen der Brauerei Weihenstephan und den Oldtimerfreunden Freising, den Freunden von klassischen Fahrzeugen, Ölgeruch und dreckigen Fingern – wie sie selber von sich schreiben, sei es eine perfekte Freundschaft.
Wir haben zwei Biere von Weihenstephan im Angebot: das helle Hefeweissbier und das dunkle Hefeweissbier.