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Marsch auf dein Landweg antrat. Am Westufer des Victoria [* 2] wurde die Station Karagwe angelegt, etwas südlich davon Karague, an der südlichen Einbuchtung des Sees Jordan Nulla die Station Moansa, eine vierte in Ruanda, einer Landschaft zwischen dem Südufer des Albert Edward-See und dem Nordufer des Tanganjika war in Aussicht genommen, ebenso Stationen am südöstlichen Ufer des Victoria durch Stokes.
Auf dem Marsch durch Karagwe stellte Emin Beobachtungen an über die Schiffbarkeit des Kagera, entdeckte zwei neue Seen und bestimmte die Lage des Berges Mfumbiro, den Speke nach Erkundigungen zu weit nördlich verlegt hatte. Nach den letzten Nachrichten (Febr. 1892) sollen Emin und Stuhlmann die deutsche Interessensphäre verlassen haben und, nachdem sie über den Albert Edward-See gefahren, den Marsch nach dem Albertsee und der ehemaligen Provinz Emins angetreten haben.
Zur geologischen Erforschung der Gegenden südlich und südöstlich des Victoria Nyanza wurde Mitte 1891 der Berliner [* 3] Geolog Lieder entsandt. Längs des bei Tanga mündenden Mkulumuri, in einem in riesigen quadratischen Blöcken bis zu 60 m sich auftürmenden Kalksteingebirge fand Kärger im November 1890 zahlreiche und mannigfaltig gestaltete Tropfsteinhöhlen, welche stellenweise 30-40 m hoch sind, eine große Ausdehnung [* 4] besitzen und von Stachelschweinen und zahllosen Fledermäusen und Insekten [* 5] bewohnt sind.
Sie enthalten große Guanolager, die einst sehr wertvoll werden dürften. Ihre Ausdehnung ist eine so große, daß Tausende von Menschen in ihnen Platz finden könnten. In Deutsch-Ostafrika sollte eine Reihe von Expeditionen ausgeführt werden, als der Untergang der Truppe Zelewski (s. Deutsch-Ostafrika) und die Erkrankung Wissmanns in Ägypten [* 6] unerwartete Hindernisse in den Weg legte. Die erste Expedition sollte unter Wissmann mit dem großen, für ihn gebauten Dampfer zum Victoria Nyanza gehen, begleitet von dem auf Kosten der Königlich [* 7] sächsischen Akademie der Wissenschaften und des Vereins für Erdkunde [* 8] in Leipzig [* 9] ausgesandten Geographen Gruner, welcher sich namentlich mit einer Auslotung des Sees beschäftigen sollte.
Da man von einigen Seiten daran zweifelte, daß der Dampfer bei einem Tiefgang von 2 m zur Befahrung des Sees und namentlich zur Unterdrückung des Sklavenhandels geeignet sei, wollte die Kommission der Antisklavereilotterie eine zweite Expedition aussenden, um den See auf seine Tiefen zu untersuchen und vor Ankunft Wissmanns in Tabora dorthin zu berichten, damit im ungünstigen Fall der Dampfer nach dem Tanganjika geschafft werden könnte. Diese Expedition sollte unter dem Bauinspektor Hochstetter stehen; ihm hatte sich der österreichische Leutnant Baron v. Fischer Nagy-Szalatnya angeschlossen, um kartographische Arbeiten und naturhistorische Sammlungen zu machen. Eine dritte Expedition unter Borchert sollte eine Schiffswerft am Nordufer des Sees anlegen, endlich sollte Baumann vom Kilima Ndscharo aus das Ostufer des Sees zu erreichen suchen und damit die Erforschung der westlichen Massaigebiete, des südlichen Verlaufs der großen vulkanischen Spalte und der Wembärresteppe in Angriff nehmen.
Nordostafrika.
Nach Abessinien entsandte 1891 die Russische [* 10] geographische Gesellschaft in Petersburg [* 11] eine Expedition unter Führung des Leutnants Maschkow. Neben dem Zweck, im Auftrag des Kaisers von Rußland dem Negus Geschenke zu über bringen, verfolgt diese Expedition, deren Dauer auf 3 Jahre bemessen ist, wissenschaftliche Aufgaben. Ein Mineralog, ein Geolog, ein Botaniker und ein Entomolog sind außer verschiedenen Offizieren und einem russischen Popen der Expedition beigegeben.
Die Mailänder Gesellschaft für handelsgeographische Forschungen in Afrika [* 12] hat eine Expedition unter Ferrandi abgeschickt mit der Aufgabe, den die südliche Grenze der italienischen Interessensphäre bildenden Dschubbfluß, dessen Erforschung bisher nur durch Baron v. d. Decken 1865 ernstlich unternommen wurde, zu untersuchen, namentlich ob der Fluß einen brauchbaren Verkehrsweg in die südlichen Tributärstaaten von Abessinien bildet. Die Expedition geht von Barawa über Bardera nach Harar.
Dabei wird denn auch die vielumstrittene Frage gelöst werden, ob der Omo den Quellfluß des Dschubb bildet, oder ob er in den Rudolfsee sich ergießt. Schweinfurth machte 1891 eine botanische Forschungsreise von Massaua [* 13] aus über Saati, Ginda, Asmara, Keren nach Geleb, dem Hauptort der Provinz Mensa, 1750 m ü. M. gelegen. Kapitän Bottego durchwanderte 2.-26. Mai 1891 das Danakilland von Massaua bis Assab, ein Unternehmen, das zum erstenmal von einem Europäer mit glücklichem Erfolg durchgeführt wurde. Kapitän Baudi de Vesme ging von Berbera nach SW. über Harares-Saphir, südlich von Bulhar, wo wenige Tage zuvor die englische Flagge geheißt worden war, westlich von der Route von James zum Tug-Faf und zum Webi in der so lange vergeblich erstrebten Landschaft Ogaden.
Leider wurden ihm in Harar vom Râs Makonnen, dem Vertreter des Negus Menelik, sämtliche Aufzeichnungen und Sammlungen konfisziert. Ruspoli beabsichtigte, mit dem Züricher Zoologen Keller die Oase Faf aufzusuchen, dann westlich nach Ime und von hier durch noch unbekanntes Gebiet bis zum Rudolfsee vorzudringen und den Rückweg zur Küste längs des Dschubbflüsses zu nehmen. Die Durchkreuzung der Nordhälfte der Somalhalbinsel gelang dem Ingenieur Robecchi-Bricchetti, der nach glücklich vollendeter Küstenwanderung von Obbia bis Alula von Obbia aus eine Reise zum Webi unternahm, den er aufwärts bis in die Nähe von Harar verfolgte, das er indes nicht betreten konnte; vielmehr mußte er sich nach Berbera wenden.
Die Inseln.
Professor Simony, welcher schon zweimal die Kanarischen Inseln bereist hatte, unternahm Juli bis November 1890 eine dritte Reise dorthin und zwar diesmal nach den östlichen Inseln. Er durchwanderte Gran Canaria, [* 14] Lanzarote und Fuerteventura und machte auf einem kleinen Segelschiff Fahrten nach den kleinen Eilanden Lobes, Graziosa, Montana, Clara, Alegranza, Roque del Inferno und Roque del Este, welche meist wegen der heftigen Brandung unzugänglich sind und nur zeitweise von Fischern betreten werden. Auf der Insel Fernando Po entdeckte Rogozinski drei Seen sowie eine warme Quelle, [* 15] welche an den Karlsbader Sprudel erinnert.
|Die Franzosen Catat und Maistre, über deren Reisen in Madagaskar schon berichtet wurde (vgl. Bd. 18, S. 336), setzten ihre Erforschung des noch wenig bekannten Innern dieser Insel fort. Juni 1890 brachen sie von Isohi, dem am weitesten nach S. vorgeschobenen Posten der Howas, auf und nahmen zunächst ihren Weg nach Fort Dauphin. Hierbei entdeckten sie die Quellen des in die St. Augustinbai an||der Westküste mündenden Onilahi sowie die|
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des nach SO. fließenden Mananara. Von Fort Dauphin folgten sie dann der Ostküste bis zur Mündung des Mananara, an dem sie bis Iwohibe aufwärts zogen, wo ein gleichnamiger, bisher noch unbekannter Fluß mündet, dessen Lauf sie genau aufnahmen. Die geographischen Ergebnisse dieser 3jährigen Reise sind sehr bedeutend. Die Ausdehnung des großen Zentralmassivs im Innern ist auf das richtige Maß beschränkt, die Flußgebiete im S. der Insel und deren Wasserscheiden sind festgestellt, zahlreiche astronomische Ortsbestimmungen, eingehende Studien der dortigen Bevölkerungen und reiche naturwissenschaftliche Sammlungen sind gemacht worden.
Den zentralen Teil Madagaskars zu durchkreuzen, hatte der englische Missionar Mac Mahon zweimal vergeblich versucht, gelungen ist dies endlich den Franzosen d'Anthouard und Cadière. Sie reisten von Antananarivo südwärts bis Ambositra, wandten sich darauf westlich und erreichten 13. Okt. die Westküste bei Andakabe unter 20° 21' südl. Br. Darauf steuerten sie im Boot nach N., landeten in Tsimanandrafozana an der Mündung des Tsiribihiny, durchwanderten die Landschaften Menabe und Betsiriry und kehrten Ende November wieder nach Antananarivo zurück.
Der in der Mitte der Insel, im Gebiete des Betsileo gelegene, 1870 m hohe Berg Ambondrombo wurde 1891 von den beiden Franzosen Bresson und Pater Tulazac zum erstenmal erstiegen, wobei die Betsileo, obwohl ihnen der Berg für heilig gilt, als Führer und Träger [* 17] bereitwillig Dienste [* 18] leisteten. Nachdem Frankreich 1885 die Bai von Diego Suarez mit der umgebenden Landschaft sich abtreten ließ, da dieser Meereseinschnitt wegen seiner tiefen und engen, dabei leicht zu verteidigenden Einfahrt zur Anlage eines Kriegshafens sich vortrefflich eignet, ließ es eine genaue Vermessung vornehmen, deren Resultate kürzlich in 16 großen Blättern veröffentlicht wurden.