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Hier finden Sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen von Gesundheitsfachpersonen.
- Covid-19 - Krankheit und Symptome
- Allgemeine Informationen zu Covid-19
- Covid-19-Impfung
- Dokumentation der Impfung
- Umgang mit Erkrankten
- SARS-CoV-2-Tests und Isolationsmassnahmen
- Umgang mit Kontaktpersonen
- Spezifische Empfehlungen und Richtlinien
- Schwangere, Neugeborene und Migrationsbevölkerung
- Schutzmassnahmen
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Covid-19 - Krankheit und Symptome
Das Virus überträgt sich am häufigsten bei engem und längerem Kontakt: Wenn man zu einer infizierten Person weniger als 1,5 Meter Abstand ohne Schutz hält (Schutz: z. B. beide Personen tragen eine Maske). Je länger und enger dieser Kontakt ist, desto wahrscheinlicher ist eine Ansteckung. Aber auch eine Übertragung über weitere Distanzen ist möglich.
Das Virus wird wie folgt übertragen:
- Durch Tröpfchen und Aerosole. Atmet, spricht, niest oder hustet die infizierte Person, können virenhaltige Tröpfchen direkt auf die Schleimhäute von Nase, Mund oder Augen von anderen Menschen in unmittelbarer Nähe (<1,5 m) gelangen.
Eine Übertragung durch feinste Tröpfchen (Aerosole) über weitere Distanzen (>1,5 m) ist möglich. Diese Art der Übertragung könnte vor allem bei Aktivitäten eine Rolle spielen, die eine verstärkte Atmung erfordern. Dies kommt zum Beispiel bei körperlicher Arbeit, Sport, lautem Sprechen und Singen vor. Dasselbe gilt bei längerem Aufenthalt in schlecht oder nicht belüfteten Räumen, vor allem wenn die Räume klein sind.
- Über Oberflächen und die Hände. Wenn infizierte Personen husten und niesen, gelangen ansteckende Tröpfchen auf ihre Hände oder auf benachbarte Oberflächen. Eine andere Person könnte sich anstecken, wenn sie diese Tröpfchen mit den Händen aufnimmt und anschliessend Mund, Nase oder Augen berührt.
Das neue Coronavirus kann sehr vielfältige Krankheitszeichen zeigen. Diese können unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Die häufigsten Symptome sind:
- Symptome einer akuten Atemwegserkrankung (Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen)
- Fieber ohne andere Ätiologie
- Plötzlicher Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinns
- Plötzlich auftretende Verwirrung oder ein sich plötzlich und scheinbar grundlos verschlechterndes klinisches Bild bei älteren Personen.
Zudem sind beim neuen Coronavirus folgende Symptome möglich:
- Muskelschmerzen
- Kopfschmerzen
- Allgemeine Schwäche, Unwohlsein
- Schnupfen
Magen-Darm-Symptome (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen)
- Hautausschläge (z. B. Pseudo-Frostbeulen, urtikarielle, vesikuläre oder morbilliforme Exantheme)
Kinder haben häufig nur leichte Symptome oder sind sogar in 2/3 der Fälle asymptomatisch (Ciao Corona Studie).
Vgl. ebenfalls die nächste Frage «Krankheitsverlauf: Welche Formen kommen vor».
1. Asymptomatischer Verlauf:
Gemäss bisherigen Erfahrungen zeigt über die Hälfte der Kinder und jungen Erkrankten überhaupt keine Symptome. Der Anteil ist bei älteren Personen ungefähr bei 25%.
2. Milder Verlauf:
Die meisten Erkrankten (80%) haben einen milden Krankheitsverlauf, insbesondere gilt dies für jüngere und ansonsten gesunde Menschen . Es können grippeähnliche Symptome wie Husten (zu Beginn meist trocken), Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Schnupfen oder Fieber auftreten. Seltener sind Muskelschmerzen oder Magen-Darm-Symptome. Diese Symptome halten zwischen 3 und 20 Tagen an. Gewisse Symptome können auch länger persistieren, zum Beispiel die Anosmie.
3. Schwerer Verlauf (15% der symptomatischen Personen):
Ein Teil der Erkrankten zeigt über einen Zeitraum von bis zu 10 Tagen eine milde Krankheit (s. oben). Im Verlauf kommt es zu Atemnot und einer Pneumonie. Eine Hospitalisierung ist erforderlich, oft Sauerstoff, teilweise nicht invasive Beatmung. Ältere Menschen sowie Patientinnen und Patienten mit Vorerkrankungen haben häufiger einen schweren Verlauf. Prinzipiell kann ein schwerer Verlauf jedoch in jedem Alter auftreten. In der Regel ist der Krankheitsverlauf länger, und kann insgesamt zwei bis vier Wochen betragen.
4. Kritischer Verlauf (5% der symptomatischen Personen):
Bei einem kleinen Teil der Personen mit schwerem Verlauf verschlimmern sich die Atemwegs-Symptome so, dass eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich wird. Die Person benötigt maschinelle Beatmung zur Unterstützung der Lungenfunktion. Daneben können verschiedene weitere Organe / Organsysteme versagen. Es besteht das Risiko für einen tödlichen Verlauf.
5. Long Covid:
Es gibt verschiedene Bezeichnungen für anhaltende Symptome nach einer Covid-19-Erkrankung und es liegt noch keine international anerkannte Definition vor.
Anhaltende Symptome können zahlreiche, einzeln oder kombiniert auftretende Ursachen haben: verzögerte Erholung von der akuten Infektion oder nach der Intensivbehandlung, Komplikationsfolgen (nach Herzmuskelschaden, Lungenembolie, Lungenfibrose, Schlaganfall usw.), multisystemisches Entzündungssyndrom und postvirales Erschöpfungssyndrom.
Chronische Erschöpfung, Kopfschmerzen und Geruchsverlust gehören zu den häufigsten anhaltenden Symptomen. Neben Atemwegssymptomen (Dyspnoe, Husten) sind Konzentrationsschwächen, Schlafstörungen und Depressionen häufig, ebenso wie Brustschmerzen, Herzklopfen und Tachykardie. Beschwerden anderer Systeme (endokrin, gastrointestinal usw.) treten ebenfalls auf. Es lässt sich noch nicht feststellen, wie lange die Symptome anhalten können.
Alter, weibliches Geschlecht und Hospitalisierung mit akutem Covid-19 sind Risikofaktoren für anhaltende Symptome.
Eine mit dem neuen Coronavirus infizierte Person ist zwei Tagen vor dem Auftreten und bis zu 10 Tagen nach dem Auftreten der Symptome infektiös. Das höchste Übertragungsrisiko besteht im Zeitraum zwischen zwei Tagen vor und zwei Tagen nach Symptombeginn.
Wenn die Person asymptomatisch ist (z. B. Testung während einer Ausbruchsuntersuchung), wird die Ansteckungsdauer von 48 Stunden vor dem Test bis 10 Tage nach dem Test berechnet.
Bei schweren Formen und starker Immunsuppression kann die Ansteckungsgefahr länger bestehen.
Ein erhöhtes Risiko schwerer Verläufe tritt auf bei Personen ab 65 Jahren, bei schwangeren Frauen, bei Erwachsenen mit Trisomie 21 und bei Erwachsenen, die folgende Vorerkrankungen aufweisen:
- Bluthochdruck
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Diabetes
- Chronische Lungen- und Atemwegserkrankungen
- Krebs
- Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen
- Adipositas Grad II (BMI ≥ 35 kg/m2)
- Leberzirrhose
- Chronische Nierenerkrankung
Weitere Informationen finden sie im Dokument «Kategorien für besonders gefährdete Personen (PDF, 205 kB, 10.05.2021)»
Informationen und Stellungnahmen finden sich zudem auf den Webseiten einiger medizinischer Fachgesellschaften:
Chronische Atemwegserkrankungen:
http://www.pneumo.ch/de/newsleser/147.html
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
http://www.swisscardio.ch/public/home/deutsch.asp?l=de
https://www.swissheart.ch/de/herzkrankheiten-hirnschlag/leben-mit-der-krankheit/coronavirus-covid-19-fragen-und-antworten.html
Bluthochdruck
http://www.swisscardio.ch/public/home/deutsch.asp?l=de
Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen/Krebs
https://www.sgmo.ch/
https://www.krebsliga.ch/landingpages/fragen-und-antworten-zu-corona/krebs-und-corona-fragen-und-antworten/
Allgemeine Informationen zu Covid-19
Auf der Seite Neues Coronavirus: Regelungen in der Krankenversicherung finden Sie eine Zusammenstellung der verschiedenen Faktenblätter und Schreiben, die die Fragen rund um die Krankenversicherung in der aktuellen Situation beantworten.
Verschiedene medizinische Journals haben auf ihren frei verfügbaren Webseiten sog. «Ressource Centres» eingerichtet. Hier eine Auswahl:
- The Lancet: www.thelancet.com/coronavirus
- British Medical Journal: www.bmj.com/coronavirus?int_source=wisepops&int_medium=wisepops&int_campaign=DAA_CoronaVirus_Jan24
- New England Journal of Medicine: https://www.nejm.org/coronavirus
- Annals of Internal Medicine: https://annals.org/aim/pages/coronavirus-content
- Center for Infectious Disease Research and Policy: http://www.cidrap.umn.edu/infectious-disease-topics/covid-19
- European Centre for Disease Prevention and Control: https://www.ecdc.europa.eu/en/novel-coronavirus-china
Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat «technical guidelines» veröffentlicht, Z.B.:
Clinical management of severe acute respiratory infection when novel coronavirus (nCoV) infection is suspected
Covid-19-Impfung
Strategie, Zulassungen und Impfempfehlungen
Die Impfstrategie der Schweiz ist im Dokument Covid-19-Impfstrategie (PDF, 641 kB, 02.07.2021) detailliert beschrieben.
Ziele der Impfstrategie
Auch wenn die Mehrheit der infizierten Personen nur milde Symptome oder gar keine Symptome entwickelt, kommt es bei einem Teil der Erkrankten zu schweren Verläufen, insbesondere bei besonders gefährdeten Personen. Bei ca. 15 % der hospitalisierten Patienten ist eine Intensivbehandlung im Spital notwendig. Ca. 1% der bekannten Covid-19-Fälle in der Bevölkerung versterben.
Die 3 Ziele der Covid-19-Impfung sind deshalb:
- Reduktion der schweren Krankheitsverläufe und der Todesfälle.
- Erhaltung der Gesundheitsversorgung. Durch eine Impfung sollen die Kapazitäten in den Spitälern aufrechterhalten bleiben und ein Personalmangel verhindert werden.
- Mit einer Impfung sollen negative gesundheitliche, psychische, soziale sowie wirtschaftliche Auswirkungen der Covid-19-Pandemie reduziert werden, indem die Krankheitslast vermindert wird und bestenfalls die Ausbreitung eingedämmt werden kann.
Zielgruppen
Die Covid-19-Impfung ist, insbesondere in der Anfangszeit, für die folgenden Zielgruppen vorgesehen:
1. Besonders gefährdete Personen (BGP) (ab 16 Jahren)
2. Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt / Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen
3. Enge Kontakte (Haushaltsmitglieder ab 16 Jahren) von insbesondere immunsupprimierten BGP
4. Personen 16-64 Jahre in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko (mit altersdurchmischten Bewohnern).
5. Alle Personen 16-64 Jahre, die nicht unter 1.-4. fallen, und eine Impfung wünschen.
6. Jugendliche 12-15 Jahre, die sich schützen wollen.
Um die übergeordneten Ziele zu erreichen sollen analog der Influenzaimpfstrategie mehr als 75 % der besonders gefährdeten Personen geimpft werden und so viele Angehörige des Gesundheits- und Betreuungspersonals wie möglich.
Ein Herdenschutz und die Viruselimination ist aus mehreren Gründen kaum zu erreichen und nicht das Impfziel (Erläuterungen hierzu finden Sie in der Impfstrategie). Durch die hohe Wirksamkeit der mRNA Impfstoffe gegen jegliche Infektionen, können diese Impfungen jedoch Übertragungen und somit die Viruszirkulation reduzieren.
Zielgruppen
Beide mRNA-Impfstoffe sind für alle Zielgruppen mit Personen über 12 Jahren gemäss Impfempfehlung empfohlen.
Impfschema
2 Impfdosen (i. m.) im Abstand von 4 Wochen (28 Tage; bei Comirnaty® von Pfizer/BioNTech beträgt der minimale Abstand 21 Tage), beide Dosen immer mit dem gleichen mRNA-Impfstoff.
Siehe dazu auch die FAQ "Warum ist eine Impfung bei Jugendliche empfohlen?"
Basierend auf den Eigenschaften von mRNA-Impfstoffen wird die Impfung aller Zielgruppen der Impfstrategie prioritär mit mRNA-Impfstoffen empfohlen. Als Erweiterung dazu, basierend auf den Impfstoffeigenschaften von COVID-19 Vaccine Janssen® (sehr guter Schutz gegen Hospitalisation und schweren Verläufe) und der Zulassung wird COVID-19 Vaccine Janssen® Personen ab 18 Jahren empfohlen, die sich aus medizinischen Gründen nicht mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen können oder die mRNA Impfstoffe ablehnen, um diese direkt vor schweren Verläufen und Hospitalisationen wegen Covid-19 zu schützen.
Zielgruppen
Die Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen® wird Personen ab 18 Jahren empfohlen, die sich aus medizinischen Gründen nicht mit einem mRNA Impfstoff impfen lassen können oder mRNA Impfstoffe ablehnen
Bei folgenden Kontraindikationen von mRNA Impfstoffen soll die Indikation für eine Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen®) durch einen Facharzt/in für Allergologie und Immunologie gestellt werden:
1. Bekannte oder wahrscheinliche Sensibilisierung vom Soforttyp auf Polyethylenglykol (PEG, Macrogol) oder Tromethamin (Trometamol, TRIS)
2. Anaphylaxie nach der ersten Dosis mRNA Impfstoff (Cave: Es gibt keine Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit für Personen, die mit einer Impfdosis eines mRNA-Impfstoffes und einer Impfdosis des COVID-19 Vaccine Janssen®-Impfstoffes geimpft werden)
3. Eine Anaphylaxie oder schwere Allgemeinreaktion auf Inhaltsstoffe des Impfstoffs,
Immungeschwächten Personen, einschliesslich Personen, die mit Immunsuppressiva therapiert werden, wird eine Covid-19 Impfung mit den in der Schweiz zugelassenen mRNA-Impfstoffen empfohlen (für detaillierte Informationen siehe Kapitel 3.3 «Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19»). Die Wirksamkeit von COVID-19 Vaccine Janssen® kann bei immundefizienten Personen geringer sein und soll nur in Betracht gezogen werden, wenn der potenzielle Nutzen in einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung (Wirksamkeit, Verträglichkeit) auch im Vergleich zur Impfung mit einem mRNA Impfstoff überwiegt.Immungeschwächten Personen, einschliesslich Personen, die mit Immunsuppressiva therapiert werden, wird eine Covid-19 Impfung mit den in der Schweiz zugelassenen mRNA-Impfstoffen empfohlen (für detaillierte Informationen siehe Kapitel 3.3 «Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19»). Die Wirksamkeit von COVID-19 Vaccine Janssen® kann bei immundefizienten Personen geringer sein und soll nur in Betracht gezogen werden, wenn der potenzielle Nutzen in einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung (Wirksamkeit, Verträglichkeit) auch im Vergleich zur Impfung mit einem mRNA Impfstoff überwiegt.
In der Schwangerschaft (ab dem 2. Trimester) wird eine Covid-19 Impfung mit den in der Schweiz zugelassenen mRNA-Impfstoffen empfohlen (für detaillierte Informationen siehe Kapitel 3.4 «Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19»). Die Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen® während der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen. Sie soll aufgrund der aktuellen Datenlage und nach Abwägung gegenüber einem mRNA-Impfstoff nur in Betracht gezogen werden, wenn der potenzielle individuelle Nutzen die potenziellen Risiken für Mutter und Fötus klar überwiegt
Impfschema
Das empfohlene Impfschema umfasst 1 Impfdosis (Einmaldosis) von COVID-19 Vaccine Janssen®.
Swissmedic hat am 3.2.21 bekannt gegeben, dass für eine Zulassung des Vektor-Impfstoffes von AstraZeneca zusätzliche Daten nötig sind, um noch offene Fragen zu klären. Für eine abschliessende Bewertung müssen von der Gesuchstellerin unter anderem zusätzliche Wirksamkeitsdaten aus einer in Nord- und Südamerika laufenden Phase-III Studie sowie auch Qualitätsdaten eingereicht und ausgewertet werden. Die aktuell vorliegenden Daten erlauben noch keinen positiven Nutzen-Risiko Entscheid. Der Entscheid zum Aufschieben einer Zulassung wurde nicht auf Grund von Sicherheitsbedenken getroffen.
Kontraindiziert ist die Impfung bei bekannter schwerer Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe des Impfstoffes (bekannte Allergie gegen Polyethylenglycol PEG, resp. Makrogol).
Die Impfung von Kindern unter 12 Jahren ist aktuell noch nicht zugelassen. Für diese Gruppe liegen noch nicht ausreichend Daten zur Anwendung des Impfstoffes vor. Weitere Daten werden voraussichtlich im Winter vorliegen.
Kontraindiziert ist die Impfung bei Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Covid-19-Impfstoffs von COVID-19 Vaccine Janssen® (Wirkstoff oder Hilfsstoffe z.B Polysorbat 80) und Personen mit einer Vorgeschichte eines Kapillarlecksyndroms (Capillary-Leak-Syndroms (CLS)).
|Cave: Diese Empfehlung gilt nur für die mRNA Impfstoffe Moderna und Pfizer.|
Impfempfehlung bei Jugendlichen
Allen Jugendlichen im Alter von 12–15 Jahren wird basierend auf den aktuell bekannten Impfstoffeigenschaften, der niedrigen Krankheitslast und der Risiko-Nutzen-Analyse die Covid-19 Impfung empfohlen, um sich direkt gegen häufige milde und sehr seltene schwere Covid-19 Erkrankungen sowie gegen indirekte individuelle Folgen (z. B. durch Isolation / Quarantäne, psychische Belastungen etc.) und häufiger Exposition (z. B. in Schule / Freizeit) zu schützen.
Dies gilt besonders für Jugendliche:
a) die wegen einer chronischen Erkrankung (inkl. psychische Erkrankungen) bereits stark beeinträchtigt sind, um möglichst jede zusätzliche Erkrankung/Infektion zu verhindern.
b) die mit immundefizienten BGP zusammenleben.
c) die in Gemeinschaftseinrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko wohnen.
Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:
Impfstoffe: Arten, Wirkung, Schutz etc.
Allgemein

In der Schweiz sind momentan die mRNA-Impfstoffe von Pfizer/BioNTech und von Moderna und der Vektorimpfstoff von Janssen-Cilag zugelassen.
mRNA-Impfstoffe enthalten im Labor hergestellte Boten-RNA (mRNA) mit dem Code für das Spike-Protein des SARS-CoV-2-Virus. Nach der Impfung wird in einigen Körperzellen das virale Spike-Protein (Antigen) hergestellt. Dieses regt das Immunsystem zu einer Immunreaktion in Form von Antikörper und zellulärer Abwehr gegen SARS-CoV-2 an. Die mRNA verbleibt im Cytoplasma und wird nicht in den Zellkern transportiert und kann entsprechend nicht auf das menschliche Erbgut einwirken. Die mRNA und die erzeugten Proteine werden rasch wieder abgebaut.
Bei den Vektor-Impfstoffen wird die genetische Information mit dem Bauplan (DNA) für einen oder mehrere Bestandteile des Infektionserregers (Antigen), gegen den die Impfung schützen soll, in ein für Menschen harmloses Virus oder Bakterium eingebracht. Diese dienen als Transportmedium (Vektoren) und sind genetisch so modifiziert, dass sie sich im menschlichen Körper entweder gar nicht mehr oder nur noch begrenzt vermehren können (adenovirale Vektoren sind nicht replikationsfähig). Nach der Verabreichung des Impfstoffes dringen die darin enthaltenen Vektoren lokal begrenzt in Körperzellen ein, in welchen anschliessend das Infektionserreger-Antigen produziert wird. Das Antigen wird an der Zelloberfläche präsentiert und vom Körper als fremd erkannt. Dies führt zu einer Immunreaktion (neutralisierende Antikörper und zelluläre Immunantwort) gegen das Infektionserreger-Protein (bei COVID-Impfstoffe das SARS-CoV-2 Spike-Protein).
Der Hauptunterschied der Covid-19-Impfstoffe, die in der Entwicklung am weitesten fortgeschritten sind, liegt in der Art und Weise, wie die Antigene, auf die eine Immunantwort entwickelt werden soll, in den eigenen Köperzellen gebildet werden und in welcher Form (mRNA, virale Vektor) die zugrundeliegenden genetischen Informationen transportiert werden.
Bei den Vektorimpfstoffen wird die genetische Information (DNA) für das Antigen des Zielerregers in die DNA eines Vektors (ein für den Menschen harmloses Virus oder Bakterium) integriert und gelangt so in die Zelle und deren Kern, wo aus DNA die mRNA und dann im Plasma das Antigen produziert und exprimiert wird. Bei den mRNA-Impfstoffen ist die genetische Information (mRNA) für das Antigen des Zielerregers direkt Teil des Impfstoffes und dient als Bauplan zur Produktion des Antigens in der Zelle ausserhalb des Kerns. Die Produktion der Antigene, gegen die der Körper mit einer Immunantwort reagiert, ist bei beiden die gleiche Endstrecke.
Grundsätzlich ist es nicht empfohlen Impfstoffe von unterschiedlichen Herstellern zu kombinieren. Für Ausnahmen konsultieren Sie die Impfempfehlungen für mRNA Impfstoffe und COVID-19 Vaccine von Janssen®.
Ja, unbedingt. Die Hygiene- und Verhaltensregeln bleiben auch weiterhin wichtige Massnahmen, um sich und andere vor dem Coronavirus zu schützen. Nach aktuellen Erkenntnissen gewährleisten die zugelassenen mRNA-Impfstoffe einen guten Schutz während mindestens 12 Monaten vor schweren Verläufen unabhängig von den bisher bekannten Virusvarianten. Die Wirksamkeit gegen leichte Erkrankungen ist allerdings bei neuen Virusvarianten reduziert.
Daten zu asymptomatischen Infektionen weisen darauf hin, dass die Übertragung des Virus auf andere Personen nach vollständiger Impfung deutlich reduziert ist. Die Daten von geimpften Personen mit einer Infektion durch die Delta-Variante deuten im Vergleich mit einer Infektion mit Alpha-Variante auf eine weniger gute Reduktion der Virusübertragungen hin. Aber im Vergleich zu Ungeimpften verhindert die Impfung nach wie vor wirksam Infektionen und scheint die infektiöse Phase bei Infizierten zu verkürzen.
Somit werden Übertragungen auch mit der Delta-Variante weiterhin reduziert.
Ausnahme: Wenn Ihre Patientinnen/Ihre Patienten vollständig geimpft sind, können sie bei einem privaten Treffen mit anderen vollständig geimpften Personen auf das Abstandhalten und Maskentragen verzichten.

Alle in der Schweiz zugelassenen und empfohlenen Impfstoffe sind wirksam und sicher. In Ausnahmefällen können sich Personen für den Vektor-Impfstoff von Janssen Cilag entscheiden.
Für weitere Informationen siehe FAQ
und
mRNA-Impfstoffe
Die Wirksamkeit des Impfstoffs beginnt schon ca. 12-14 Tage nach der ersten Dosis. Die Wirksamkeit ist zwar bereits ab zwei Wochen nach der ersten Dosis relativ gut, wurde aber im Rahmen der klinischen Studien nur bis zur zweiten Dosis (nach 3-4 Wochen) gemessen. Eine hohe Wirksamkeit (ca. 95%) gegen eine Covid-19-Erkrankung und einen schweren Verlauf konnte nach zwei Dosen nachgewiesen werden.
Der Impfschutz tritt ungefähr 1-2 Wochen nach Verabreichung der zweiten Impfdosis ein.
Eine Person, die vollständig mit mRNA Impfstoffen geimpft wurde (2 Dosen mRNA Impfstoff oder Person mit bestätigter SARS-CoV2 Infektion und 1 mRNA Impfung), ist mindestens 12 Monate gut vor einer schweren Covid-19- Erkrankung geschützt – unabhängig von der Virusvariante (ausgenommen schwer immungeschwächte Personen). Der Schutz ist wesentlich länger bei jungen Erwachsenen als bei Personen im Alter von > 65 oder > 75 Jahren. Weiterführende Informationen insbesondere auf welchen Daten diese Empfehlung basiert, finden Sie in der Impfempfehlung.
Der weitere Verlauf wird eng beobachtet. Es ist möglich, dass nach der zweiten Impfdosis zusätzliche Auffrischungsimpfungen erforderlich sein werden, aber man weiss nicht ob, wann und mit welchem Impfstoff.
Die empfohlenen Hygiene- und Verhaltensregeln sind vor, während und nach der Impfung weiterhin einzuhalten. Ausnahme sind private Treffen zwischen vollständig geimpften Personen (Verzicht auf Maske und Abstand möglich).
Die Zulassungsstudien zeigten eine sehr hohe Wirksamkeit der mRNA-Impfstoffe (ca. 94%) gegen eine Erkrankung durch SARS-CoV-2 Infektion bei Erwachsenen (2020er- und Alpha-Varianten). Bei Jugendlichen von 12-15 Jahren ist die Schutzwirkung in den Zulassungsstudien ebenfalls sehr hoch.
Die Wirksamkeit gegen Hospitalisationen und schwere Covid-19- Erkrankungen ist weiterhin sehr hoch, auch bei Infektionen mit SARS-CoV-2 Delta (81–96 % je nach Studie), inklusive ältere Personen. Es gibt keinen Hinweis, dass der Impfschutz vor schweren Erkrankungen durch Delta wesentlich niedriger respektive kürzer als durch die Alpha-Variante ausfällt. Die aktuellen Daten werden laufend evaluiert.
Der Impfschutz gegen jegliche Infektionen und milde Erkrankungen durch Delta ist im Vergleich zur Alpha-Variante reduziert und liegt je nach Studie und Land zwischen 39–79% respektive 40–88% (vgl. Anhang 4 der Impfempfehlung).
Die Impfung kann weiterhin Virusübertragungen reduzieren, auch von SARS-CoV-2 Delta, da sich Geimpfte im Vergleich zu Ungeimpften deutlich weniger häufig mit Delta infizieren. Im Falle einer Infektion gibt es Hinweise, dass die Impfung die infektiöse Phase bei Delta-Infizierten verkürzt. Die Daten von geimpften Personen weisen im Vergleich zur Alpha-Variante auf eine geringere Reduktion der Virusübertragungen bei der Delta-Variante hin.
Vektor-Impfstoffe
Bei den Vektor-Impfstoffen wird die genetische Information mit dem Bauplan (DNA) für einen oder mehrere Bestandteile des Infektionserregers (Antigen), gegen den die Impfung schützen soll, in ein für Menschen harmloses Virus oder Bakterium eingebracht. Diese dienen als Transportmedium (Vektoren) und sind genetisch so modifiziert, dass sie sich im menschlichen Körper entweder gar nicht mehr oder nur noch begrenzt vermehren können (adenovirale Vektoren sind nicht replikationsfähig). Nach der Verabreichung des Impfstoffes dringen die darin enthaltenen Vektoren lokal begrenzt in Körperzellen ein, in welchen anschliessend das Infektionserreger-Antigen produziert wird. Das Antigen wird an der Zelloberfläche präsentiert und vom Körper als fremd erkannt. Dies führt zu einer Immunreaktion (neutralisierende Antikörper und zelluläre Immunantwort) gegen das Infektionserreger-Protein (bei COVID-Impfstoffe das SARS-CoV-2 Spike-Protein).
Die Wahrscheinlichkeit, dass die DNA des Vektors mit der Information für das Antigen in das Erbgut einer menschlichen Zelle eingebaut wird, ist äusserst klein. In einer von 104-106 Zellen, in welche die DNA des Vektors in den Zellkern eingebracht wurde, kann es vorkommen, dass die Vektor DNA oder Teile davon ins Genom aufgenommen werden. Da alle Zellen im Körper (mit Ausnahmen von Stammzellen) einem Turnover unterliegen, werden diese Zellen im Körper abgebaut und mit neuen Zellen ersetzt. In den mehr als 20 Jahren klinischer Erfahrung mit adenoviralen Vektoren (ein von verschiedenen möglichen Vektoren) mit mehr als 400 klinischen Studien wurden nie von Nebenwirkungen berichtet, welche auf eine Integration von Vektor DNA zurückzuführen sind. Zudem werden alle Menschen im Laufe des Lebens mit richtigen replikationsfähigen Adenoviren infiziert. Adenovirus-Infektionen haben genau die gleiche sehr niedrige Wahrscheinlichkeit, dass Virus DNA ins Genom der Zelle, in die das Virus eingedrungen ist, integriert wird.
Es gibt ein Restrisiko, dass auch in Stammzellen (beispielsweise Myoblasten) die Vektor DNA aufgenommen und ins Genom eingebaut wird. Auch hier ist davon auszugehen, dass Zellen, die das von der Vektor DNA kodierte Spike-Protein in der Plasmamembran exprimieren, vom Immunsystem eliminiert werden. Somit ist die Wahrscheinlichkeit äusserst klein, dass die Vektor DNA lebenslang erhalten bleibt. Adenovirale Vektoren gelten generell als nichtintegrierende Vektoren, d.h. sie integrieren ihr Erbgut nicht ins Zellgenom. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass das Genom der COVID-19-Vektorimpfstoffe auf Basis nicht vermehrungsfähiger Adenoviren (ebenso wie das anderer Adenoviren) ausserhalb der menschlichen DNA (extrachromosomal) im Zellkern infizierter Zellen verbleibt.
Grundsätzlich können Adenoviren (ein möglicher Vektor bei Vektor-Impfstoffen) latent im Körper verbleiben. Der adenovirale Vektor im COVID-19 Impfstoff ist jedoch nicht replikationskompetent. Daher ist eine Reaktivierung ausgeschlossen.
Es ist davon auszugehen, dass Zellen, welche das Spike (S) -Protein exprimieren vom Immunsystem als «infiziert» erkannt und eliminiert werden.
Grundsätzlich sind alle Impfstoffe zum Schutz vor Covid-19, die durch Swissmedic zugelassen werden sicher und wirksam und tragen dazu bei, die Pandemie zu bekämpfen. Die mRNA Impfstoffe weisen eine sehr hohe Wirksamkeit gegen schwere Verläufe/Hospitalisationen aufgrund SARS-CoV-2 auf. Covid-19-Vektor-Impfstoffe geben einen guten Schutz vor schweren Krankheitsverläufen/Hospitalisationen (um die 70%). Sie können somit eine signifikante Rolle bei der Verhinderung von Hospitalisationen spielen. Für erwachsene Personen, die sich nicht mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen können (z.B. auf Grund einer Allergie) oder möchten, können Vektor-Impfstoffe als Alternative eingesetzt werden. Die Vektor-Impfstoffe haben den Vorteil, dass sie leichter zu lagern und zu transportieren sind, als die mRNA Impfstoffe. Somit sind sie insbesondere geeignet, im Rahmen von z.B. Arztpraxen oder Apotheken verabreicht zu werden.
Wirksamkeit gegen die Erkrankung
Der Vektorimpfstoff von Janssen bietet gemäss den bisher vorliegenden klinischen Studien einen guten Schutz vor moderaten Covid-19-Erkrankungen (inklusive der Virusvariante Alpha, Beta und Gamma P2) von ca. 65% (95 % Konfidenzintervall zwischen 56 und 72 %) sowie einen sehr guten Schutz vor schweren Verläufen von ca. 85% (95% Konfidenzintervall zwischen 54 und 97%). Auch bei älteren Personen konnte ein guter Schutz gezeigt werden. Klinische Daten zum Schutz vor den Varianten Gamma P1 und Delta stehen noch aus. US-Daten aus dem Zeitraum März-August 2021 zeigten jedoch einen Schutz vor Hospitalisationen um die 70% (verglichen mit den mRNA Impfstoffen von 88-93%).
Daten zur Schutzdauer werden im Verlauf erhältlich sein, somit wird in Zukunft noch über allfällige notwendige Auffrischimpfungen entschieden werden.
Wirksamkeit bezüglich Übertragung
Daten zur Frage, ob die Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen® auch vor einer Übertragung des Virus auf andere Personen schützt, stehen noch aus.
Organisation, Anmeldung und Logistik

Auf der Webseite des Wohnkantons findet man Informationen über die kantonale Organisation der Impfung und wie man sich anmelden kann.
Die Anmeldung kann durch die Ärztin/den Arzt, die Apothekerin/den Apotheker, eine Vertrauensperson oder durch die Patientin/den Patienten selber übernommen werden.
Hierbei ist zu beachten, dass Personen ab 18 Jahren, die sich aus medizinischen Gründen nicht mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen können oder die mRNA Impfstoffe ablehnen, sich mit COVID-19 vaccine Janssen® impfen lassen können.
Siehe auch FAQ
und
Die Anmeldung wird an die entsprechende Impfstelle in der Nähe des Wohnortes des Patienten/der Patientin weitergeleitet und der Impftermin reserviert. Der Patient/die Patientin erhält eine Terminbestätigung.
Für Fragen zur Logistik und Organisation der Impfung sind die kantonalen Anlaufstellen zuständig.
Die Links zu den entsprechenden Webseiten der Kantone finden Sie unter bag-coronavirus.ch.

Diese Impfstoffe unterscheiden sich diesbezüglich wie folgt:
Impfdosen pro Vial und Aufbereitung
Transport und Lagerung
Beachten Sie: Die Impfstoffe dürfen NICHT geschüttelt werden. Die Ampullen dürfen nur mehrmalig umgedreht werden. Nicht gebrauchter Impfstoff muss nach Ablauf der Verwendungsfrist entsorgt werden.
Die verfügbaren Impfstellen sind auf den Webseiten der Wohnkantone aufgelistet.
Pro Kanton gibt es eine zentrale Anlaufstelle (Single point of contact, SPOC), die für diese Fragen zuständig ist, die mit dem Bundesamt für Gesundheit BAG und der Logistikbasis der Armee (LBA) in Kontakt steht und die Bestellung von Impfstoffen und Verbrauchsmaterialien auslöst. Diese Stelle ist auch damit beauftragt, die Verteilung innerhalb des Kantons sicherzustellen. Zudem ist sie auch Anlaufstelle für die Kantonsärzte. Zu Beginn der Impfungen ist es geplant, dass die Impfungen weitgehend an Impfzentren und mobile Einheiten durchgeführt werden.
Die Verteilung richtet sich nach der Impfstrategie (PDF, 641 kB, 02.07.2021).
Die Impfstoffquoten für jeden Kanton werden bei jeder Lieferung durch das BAG berechnet. Für deren Berechnungen werden verschiedene Aspekte berücksichtigt, so u.a. die Bevölkerungszahl, die Demografie in den Kantonen sowie die Impfempfehlungen.
Für Personen, welche in Alters- und Pflegeheimen sind oder sich aus Mobilitätsgründen nicht vor Ort (Impfzentrum etc.) impfen lassen können, stehen mobile Impfeinheiten zur Verfügung. Kantonale Unterschiede sind in der Umsetzung möglich.
Der Tarifvertrag gilt in der ganzen Schweiz. Die Finanzierung der Impfung ist somit unabhängig vom Wohnort oder vom Ort einer laufenden Behandlung geregelt. Wenn möglich sollten jedoch beide Impfdosen der Impfung am gleichen Ort erfolgen, damit die zweite Impfdosis reserviert werden kann. Es kann sein, dass die Kantone bei beschränkter Impfstoffverfügbarkeit Einschränkungen im Zugang beschliessen.
Seit 2015 dürfen je nach kantonaler Gesetzgebung ApothekerInnen impfen; sie benötigen dazu den «Fähigkeitsausweis FPH Impfen und Blutentnahme». Die Umsetzung ist kantonal unterschiedlich geregelt. Ob Apotheker und Apothekerinnen den Impfakt delegieren können, ist kantonal geregelt.
Mehr Informationen finden Sie hierzu unter folgendem Link:
Die Kantone entscheiden, wer an der Umsetzung des Impfprogrammes gegen Covid-19 teilnimmt und somit ob Impfungen zum Schutz vor einer Covid-19 Erkrankung in Apotheken stattfinden können.
Zudem steht es jeder Apotheke frei, ob sie an der Impfkampagne teilnimmt. Deshalb müssen sich Kunden und Kundinnen erkundigen ob und in welcher Apotheke geimpft wird.

Personen welche OKP-versichert sind, Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, Auslandschweizerinnen und Auslandsschweizer sowie Grenzgängerinnen und Grenzgänger können grundsätzlich eine 2. Impfdosis nach einem Impfschema mit einem in der Schweiz verfügbaren Impfstoff in der Schweiz erhalten. Um einen optimalen Impfschutz sicherzustellen, muss die 1. Impfdosis mittels dem durch den Patienten/der Patientin zur Verfügung gestelltem Impfnachweis überprüft werden.
Grundsätzlich ist es nicht empfohlen Impfstoffe von unterschiedlichen Herstellern zu kombinieren. Für Ausnahmen konsultieren Sie die Impfempfehlungen für mRNA Impfstoffe und COVID-19 Vaccine von Janssen®.
In den aktuell verteilten Covid-19-Set Typ 2 a und b, welche durch die Logistikbasis der Armee (LBA) ausgeliefert werden, sind pro Set, ausgerichtet auf 15 Impfstoff-Applikationen, folgendes Materialien enthalten:
- 20 Alkohol Pads
- 20 Tupfer
- 20 Pflaster
- 18 G23 x 30mm Injektionskanülen (blau)
- 18 «Low Dead Space» (LDS-)Spritzen 1ml
- 3 Spritzen 2ml
Weitere Informationen zu der Zusammensetzung des Sets Typ 2 (a und b) und dessen Verwendung finden Sie auf der Homepage des Herstellers.
Durchführung der Impfung
Allgemein
Dies ist von der Urteilsfähigkeit der Person abhängig.
Urteilsfähige Personen
Urteilsfähige erwachsene Personen oder minderjährige, urteilsfähige Personen müssen einer Behandlung aus freiem Willen sowie nach umfassender Aufklärung durch die impfende/medizinische Fachperson zustimmen. Das gilt auch für die Covid-19-Impfung. Diese Einwilligung kann mündlich erfolgen und ist möglichst im IT-Tool zu dokumentieren.
Urteilsunfähige Personen
Als urteilsunfähig gelten Kleinkinder und Personen, die ihre Urteilsfähigkeit infolge geistiger Behinderung, psychischer Störung, Rausch oder ähnlicher Zustände eingebüsst haben, d.h. denen die Fähigkeit mangelt, vernunftgemäss zu handeln. Allerdings bedeuten psychische Störungen, hohes Alter, Beistandschaft oder Minderjährigkeit nicht automatisch, dass jemand urteilsunfähig ist. D.h. die Urteilsfähigkeit muss von Fall zu Fall beurteilt werden.
Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Seite Freie Einwilligung auf Behandlung oder Pflege nach umfassender Aufklärung.
Grundsätzlich gilt: Es braucht zur Einwilligung grundsätzlich keine Unterschrift. Die Einwilligung ist jedoch möglichst elektronisch im IT-Tool zu dokumentieren.
Siehe dazu auch:
- FAQ Welche Punkte müssen vor der Covid-19-Impfung im Aufklärungsgespräch thematisiert werden?
- FAQ Können Jugendliche zwischen 12-17 Jahre selbständig zur Impfung einwilligen?
Jugendliche ab 12 Jahren dürfen sich grundsätzlich eigenständig für eine Impfung entscheiden, sofern sie als urteilsfähig und informiert gelten.
Die Prüfung der Urteilsfähigkeit liegt in der Verantwortung der impfenden Person und kann nicht an ein fixes Alter gebunden werden bzw. es ist nicht möglich eine Altersgrenze zu definieren.
Nicht urteilsfähige Kinder benötigen das Einverständnis der Eltern / Erziehungsberechtigten, bevor sie geimpft werden dürfen. Folgendes Merkblatt der der Konferenz für Kinder und Erwachsenschutz (KOKES) enthält nützliche Informationen betr. Prüfung der Urteilsfähigkeit bzw. den Zuständigkeiten und Kriterien.
Es ist möglich, dass aus organisatorischen Gründen in gewissen Kantonen in Impfzentren das schriftliche Einverständnis der Eltern/Erziehungsberechtigten vorausgesetzt wird. In diesen Fällen, sollen die Kantone den Jugendlichen einen alternativen Zugang ausserhalb von Impfzentren (z.B. Impfungen im Kinderspital o.ä.) anbieten.
Passend zum Thema:
- FAQ Wie muss eine Person zur Covid-19-Impfung einwilligen?
Die Person, die geimpft wird, muss aufgeklärt werden und ihre Einwilligung zur Impfung erteilen, da eine Impfung aus juristischer Perspektive ein Eingriff in die körperliche Integrität ist. Urteilsfähige Personen oder gesetzliche Vertreter der zu impfenden Personen müssen über die Impfung informiert werden und die Einwilligung ist möglichst elektronisch im IT-Tool zu dokumentieren. Es braucht jedoch grundsätzlich keine Unterschrift.
Weitere Informationen, die die impfende Fachperson geben muss:
- Angaben zur Impfung: Typ, Zahl der Injektionen, Wirksamkeit und Verträglichkeit, Nutzen und Risiken. Darüber aufmerksam machen, dass die Schutzmassnahmen weiterhin gelten und einzuhalten sind. Ausnahme sind private Treffen zwischen vollständig geimpften Personen (Verzicht auf Maske und Abstand möglich).
- Vorgehen bei unerwünschten Impferscheinungen (UIE)
- Kosten: kostenlos in der Schweiz Erfassung der Impfung: Für statistische Zwecke und für das Impfmonitoring wird jede Impfung anonymisiert unter den geltenden Datenschutzbedingungen elektronisch erfasst. Die Einwilligung zu dieser Erfassung wird dokumentiert.
- Möglichkeit für Fragen anbieten.
Weitere Informationen zum Impfakt finden Sie zudem im Dokument Checkliste Impfakt mit mRNA-Impfstoffen (PDF, 300 kB, 14.09.2021)
Die mündliche Aufklärung kann durch eine schriftliche Information ergänzt werden.
Die Verabreichung erfolgt auch bei Personen mit Antikoagulation intramuskulär. Wichtig ist eine gute Kompression an der Injektionsstelle. Zudem sind gemäss Kapitel 5e des Impfplans folgende Punkte empfohlen:
- Eine dünne, lange Nadel (25G) verwenden
- Injektion bevorzugt am Oberarm (M. deltoideus) durchführen
- Kräftige Kompression für mindestens 2 Minuten, ohne reiben.
- Nicht aspirieren (Aspirieren würde bei Blutungsneigung zu mehr lokalen unerwünschten Impferscheinungen führen)
- Die Person mit Antikoagulation bzw. die Eltern/rechtliche Vertretung sollen über ein mögliches Auftreten eines Hämatoms im Anschluss an die Impfung und das weitere Vorgehen informiert werden.

Bei Anaphylaxie auf andere Impfstoffe in der Anamnese, bei Personen mit bekannten schweren akuten Allergien oder kutaner oder systemischer Mastozytose sind folgende Punkte zu beachten:

Bei der Impfung von Personen mit einer Immundefizenz, wie auch für Personen unter immunsuppressiven Therapien, muss eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung durch die betreuende Fachärztin/den betreuenden Facharzt gemacht werden.
Immungeschwächten Personen, einschliesslich Personen, die mit Immunsuppressiva therapiert werden, wird eine Covid-19 Impfung mit den in der Schweiz zugelassenen mRNA-Impfstoffen empfohlen (für detaillierte Informationen siehe Kapitel 3.3 «Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19»). Die Wirksamkeit einer COVID-19 Impfung kann bei immundefizienten Personen reduziert sein. COVID-19 Vaccine Janssen® soll nur in Betracht gezogen werden, wenn der potenzielle Nutzen in einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung (Wirksamkeit, Verträglichkeit) auch im Vergleich zur Impfung mit einem mRNA Impfstoff überwiegt.
Impfschema
Allgemein
Ja. Zwischen der Covid-19-Impfung und der Verabreichung anderer Impfungen muss kein Minimalabstand eingehalten werden.
Eine Impfung nach bestätigter SARS-CoV-2 Infektion (PCR-/Antigentest/ Spike oder Nukleosid IgG) kann nach Abklingen der Symptome erfolgen (falls der Abstand kleiner als 4 Wochen ist braucht es 2 Impfdosen, bei einem Abstand von mehr als 4 Wochen reicht eine Impfdosis).
Die Impfung sollte innerhalb von drei Monaten nach Infektion erfolgen.
Falls die Infektion zeitlich weiter zurückliegt, sollte die Impfung baldmöglichst stattfinden. Auch in dieser Situation braucht es nur eine Impfdosis für eine vollständige Impfung.
Diese Intervalle werden aufgrund der aktuellen Evidenz zur Schutzdauer nach einer SARS-CoV-2 Infektion empfohlen und bei weiteren Daten neu evaluiert und allenfalls angepasst.
Wie lange eine Infektion vor einer Reinfektion mit neuen SARS-CoV-2 Varianten wie Delta schützt, ist nicht bekannt. Immunologische Daten weisen darauf hin, dass die Impfung höhere neutralisierende Antikörpertiter als eine Infektion induziert, sodass Genesene durch die zusätzliche Impfung einen besseren Schutz vor Infektionen mit neuen Varianten erhalten dürften. Deshalb wird die Impfung zeitnah ab einem Monat (Minimalintervall 4 Wochen) und innerhalb 3 Monate nach Infektion empfohlen bzw. sobald wie möglich falls die Infektion vor mehr als 3 Monaten nachgewiesen wurde.
Der Einsatz von Auffrischimpfungen ist abhängig von wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Dauer des Impfschutzes, der epidemiologischen Entwicklung und dem Auftreten von Mutationsvarianten. Aktuelle Daten deuten darauf hin, dass eine vollständige Impfung mit den mRNA-Impfstoffen von Pfizer/BioNTech und Moderna mindestens 12 Monate vor einer schweren Covid-19-Erkrankung schützt. Gemäss aktuellen Kenntnissen und Einschätzung der EKIF und des BAG scheint die Notwendigkeit einer Auffrischimpfung für die gesamte Bevölkerung im laufenden Jahr unwahrscheinlich. Eine Empfehlung in Bezug auf Auffrischimpfungen für bestimmte Personengruppen (z. B. spezifische Gruppen innerhalb der besonders gefährdeter Personen) ist aktuell aufgrund ausstehender Daten noch nicht möglich.
Demgegenüber ist für definierte, auf Grund Erkrankung oder Therapie schwer immunsupprimierte Personen eine dritte Impfdosis empfohlen (nicht als Auffrischimpfung!), falls nach der 2. Impfung keine klar positiven Antikörper-Titer nachgewiesen werden können. Details zur Indikationsstellung sowie dem spezifischen Vorgehen sind in den Impfempfehlungen beschrieben (Kapitel 3.4).
Cave: die Durchführung einer Serologie ist zur Bestimmung des jeweiligen Impfschemas grundsätzlich nicht empfohlen. Die hier beschriebene Situation ist davon eine explizite Ausnahme.
Wenn innerhalb von vier Wochen nach der zweiten Dosis des mRNA-Impfstoffs kein Antikörpertiter bestimmt wurde, sollte der Titer so bald wie möglich bestimmt werden. Die Interpretation der Serologie ist unabhängig vom Zeitabstand seit der zweiten Dosis.
Die Indikation einer Antikörpertiter-Bestimmung zur Festlegung der Indikation für eine 3. Impfdosis oder der Messung der Impfantwort besteht nur bei einer speziellen Gruppe schwer abwehrgeschwächter Patienten.
CAVE: Für alle anderen besonders gefährdeten Personen, somit auch ältere Personen (>65 Jahren), gilt diese Empfehlung nicht.
Diese Empfehlung gilt ausschliesslich für Personen, welche zum Zeitpunkt der Covid-19 Impfung unter einer der folgenden schwer immunsupprimierenden Behandlungen standen:
- B Zell Depletion (z.B. Rituximab, Ocrelizumab, Cyclophosphamid, Bruton-Tyrosinkinase Hemmer, etc.),
- Hochdosis-Chemotherapie,
- Hoch dosierte Kortikosteroidtherapien (>20mg Prednison/Tag, >2 Wochen),
- Weitere Therapien, die zu einer schweren Immunsuppression führen (z.B. Mycophenolat, Ciclosporin, Januskinase-Inhibitoren u.ä.),
- Kombinationstherapie verschiedener immunsupprimierender Medikamente.
Sowie für
- Personen mit einem angeborenen Immundefekt mit eingeschränkter B- und T-Zellfunktion (z. B. common variable immunodeficiency; CVID, isolierte CD4-Lymphozytopenie u.ä.),
- Empfänger für Solid Organtransplantation.
Hausärzte oder andere Gesundheitsfachpersonen können diese Patienten, an den betreuenden Spezialisten für die weitere Abklärung verweisen.
Details zur Indikationsstellung sowie dem spezifischen Vorgehen sind in den Impfempfehlungen beschrieben (Kapitel 3.3).
Weitere Informationen hierzu in der «FAQ Ist eine Auffrisch-Impfung («Booster») nach einer vollständigen Impfung gegen Covid-19 in absehbarer Zeit notwendig?»
mRNA-Impfstoffe
Die Impfung mit einem mRNA-Impfstoff besteht aus zwei Impfdosen. Diese zwei Impfdosen sollen im Abstand von 4 Wochen verabreicht werden. Das Intervall zwischen den zwei Impfdosen sollte jedoch nicht mehr als 6 Wochen betragen. Je nach Impfstoff gilt folgendes zu beachten:
- Impfung mit Comirnaty® von Pfizer/BioNTech: Abstand von mindestens 21 Tagen zwischen den zwei Impfdosen
- Impfung mit Spikevax® von Moderna: Abstand von mindestens 28 Tagen zwischen den zwei Impfdosen
Beide mRNA-Impfdosen sollen gemäss dem aktuellen Wissenstand mit dem gleichen Impfstoff erfolgen. Der Impfschutz tritt 1-2 Wochen nach der Verabreichung der 2. Impfdosis ein.
Bei Personen mit einer bestätigten SARS-CoV-2 Infektion kann auf die zweite Impfdosis verzichtet werden.
Mehr Informationen hierzu finden Sie unter den FAQ:
« Kann bei durchgemachter und bestätigter SARS-CoV-2-Infektion auf eine zweite Impfdosis verzichtet werden?»
« Wann soll eine Person, welche eine bestätigte SARS-CoV-2 Infektion hatte, geimpft werden?»
Bei einer SARS-CoV-2 Infektion nach der 1. Impfdosis sollen weitere Impfungen wie bei Ungeimpften mit einer SARS-CoV-2 Infektion geplant werden. D.h. die 1. Impfdosis zählt nicht und innerhalb von drei Monaten nach bestätigter SARS-CoV-2 Infektion soll eine Impfdosis verabreicht werden. Ausnahme sind die immundefizienten Personen, welche zwei Impfdosen nach bestätigter Covid-19-Infektion erhalten sollten.
Bei Personen mit einer zurückliegenden und bestätigten SARS-CoV-2 Infektion (per PCR-/Antigentest/Spike oder Spike oder
Nukleosid IgG) kann auf die zweite Impfdosis verzichtet werden, wenn der Abstand zwischen Infektion und Impfdosis mindestens 4 Wochen beträgt. (Selbsttests gelten nicht als Nachweis für eine durchgemachte Infektion). Bei diesen Personen ist nur eine Impfdosis notwendig, um einen vollständigen Impfschutz zu erreichen. Denn Studien zeigen, dass Personen mit einer durchgemachten Infektion und einer Impfdosis eine gleich gute Immunantwort aufbauen wie Personen ohne Covid-19 nach zwei Impfdosen (Saadat S, JAMA 2021, Stamatatos L, Science 2021).
Die Verabreichung von 2 Impfdosen bei diesen Personen ist nicht nachteilig aber nicht notwendig, da die Immunantwort nicht weiter zunimmt (Goel RR, Sci Immunol. 2021).
Liegt die durchgemachte Infektion weniger als 4 Wochen zurück, muss mit 2 Impfdosen geimpft werden.
Immunsupprimierte BGP sollen generell zwei Impfdosen erhalten sollen. Bei diesen Personen ist allgemein unklar, wie gut die Immunantwort und damit der Schutz nach einer Impfung ausfällt.
Cave: Eine Serologie sollte nicht explizit durchgeführt werden, um das Impfschema zu bestimmen. Bei unbekannten Infektionszeitpunkt ist ein Minimalabstand von 2 Wochen zwischen positiver Serologie und Impfung empfohlen, da die Bildung von Antikörpern ungefähr 2 Wochen braucht. Die Kosten für Analysen auf SARS-CoV-2-Antikörper werden gemäss aktueller Verordnung nur auf Anordnung der zuständigen kantonalen Stelle übernommen.
Weitere Informationen finden Sie in der FAQ «Wann soll eine Person, welche eine bestätigte Covid-19-Erkrankung hatte, geimpft werden?».
Die Indikation einer Antikörpertiter-Bestimmung zur Festlegung der Indikation für eine 3. Impfdosis oder der Messung der Impfantwort besteht nur bei einer speziellen Gruppe schwer abwehrgeschwächter Patienten.
Die Empfehlung für eine Antikörpertiter-Bestimmung zur Festlegung der Indikation für eine 3. Impfdosis betrifft ausschliesslich eine spezielle Gruppe von besonders gefährdeten Personen mit einer schweren Immundefizienz. Für alle anderen besonders gefährdeten Personen, somit auch ältere Personen (>65 Jahren), gilt diese Empfehlung nicht.
Diese Empfehlung gilt ausschliesslich für Personen, welche zum Zeitpunkt der Covid-19 Impfung unter einer der folgenden schwer immunsupprimierenden Behandlungen standen:
- B Zell Depletion (z.B. Rituximab, Ocrelizumab, Cyclophosphamid, Bruton-Tyrosinkinase Hemmer, etc.),
- Hochdosis-Chemotherapie,
- Hoch dosierte Kortikosteroidtherapien (>20mg Prednison/Tag, >2 Wochen),
- Weitere Therapien, die zu einer schweren Immunsuppression führen (z.B. Mycophenolat, Ciclosporin, Januskinase-Inhibitoren u.ä.),
- Kombinationstherapie verschiedener immunsupprimierender Medikamente.
Sowie für
- Personen mit einem angeborenen Immundefekt mit eingeschränkter B- und T-Zellfunktion (z. B. common variable immunodeficiency; CVID, isolierte CD4-Lymphozytopenie u.ä.),
- Empfänger für Solid Organtransplantation.
Hausärzte oder andere Gesundheitsfachpersonen können diese Patienten, an den betreuenden Spezialisten für die weitere Abklärung verweisen.
Details zur Indikationsstellung sowie dem spezifischen Vorgehen sind in den Impfempfehlungen beschrieben (Kapitel 3.3).
Cave: Diese Empfehlung für eine 3. Impfdosis bei fehlenden Antikörpertitern betrifft ausschliesslich besonders gefährdete Personen mit einer schweren Immundefizienz.
Alle anderen besonders gefährdeten Personen, somit auch ältere Personen (>65 Jahren), sind von dieser Empfehlung nicht betroffen.
Weitere Informationen hierzu in der Ist eine Auffrisch-Impfung («Booster») nach einer vollständigen Impfung gegen Covid-19 in absehbarer Zeit notwendig?
Vektor-Impfstoffe
Das empfohlene Impfschema umfasst 1 Impfdosis (Einmaldosis) von COVID-19 Vaccine Janssen®. Der bestmögliche Impfschutz tritt 3 Wochen nach der Verabreichung der Impfung ein. Es sind keine weiteren Impfdosen für die Grundimmunisierung notwendig. Die Notwendigkeit einer Auffrischimpfung in der Zukunft, kann aktuell nicht ausgeschlossen werden.
Ungeimpfte Personen mit einer vergangenen bestätigten SARS-CoV-Infektion wird ebenfalls eine Impfdosis empfohlen. Die Impfung wird zeitnah ab einem Monat (Minimalintervall 4 Wochen) und innerhalb 3 Monate nach Infektion empfohlen bzw. sobald wie möglich falls die Infektion vor mehr als 3 Monaten nachgewiesen wurde.
Ein Minimalabstand zwischen einer Covid-19-Impfung und der Verabreichung von anderen Impfungen ist nicht erforderlich.
Impfstoff und Material
Die Erfahrungen aus der praktischen Anwendung haben gezeigt, dass einem Vial Comirnaty® problemlos 5 Impfdosen entnommen werden können.
Gemäss Swissmedic und mit der Erfahrung in der Schweiz ist mit dem entsprechenden Material und der vorhandenen Technik die Entnahme von 6 Dosen möglich.
Für eine mögliche Vorgehensweise zur Entnahme von 6 Dosen Comirnaty® kann die zuständige Stelle des Kantons kontaktiert werden.
Swissmedic erhält weiterhin Meldungen, dass auf der Nadel, welche zur Entnahme des Moderna-Impfstoffs aus dem Primärbehälter verwendet wird, gelegentlich dunkle Ablagerungen festzustellen sind.
Gemäss den Untersuchungen von Swissmedic hat sich erhärtet, dass die Ablagerungen aus Komponenten von Stopfen und Nadeln bestehen. Die Art und Weise des Durchstechens der Stopfen und die anschliessenden Bewegungen der Kanüle haben einen erheblichen Einfluss auf die Bildung der Ablagerungen.
Swissmedic beurteilt alle aktuell verfügbaren Impfstoffchargen weiterhin als verwendungsfähig. Bei der Vorbereitung des Impfstoffs wird folgendes Vorgehen empfohlen:
- Da der Stopfen des Impfstoffvials die wahrscheinliche Quelle der Verunreinigungen ist, sollte er möglichst nur einmal durchstochen werden.
- Minimieren Sie die Bewegungen der Kanülen in den Stopfen so weit wie möglich.
- Kontrollieren Sie den Spritzeninhalt nach dem Aufziehen des Impfstoffs bestmöglich auf das Vorhandensein von Fremdpartikeln. Sind Verunreinigungen / Partikel zu sehen, sollte die Spritze nicht zur Impfung verwendet werden.
Das Merkblatt und Formular wie Sie Qualitätsmängel an Swissmedic melden können, finden Sie unter folgendem Link.
Nein, dies darf aus hygienischen und sicherheitstechnischen Gründen nicht gemacht werden.
Dokumentation der Impfung
Impfnachweis/-ausweis
Die Impfstellen (Impfzentrum, Arztpraxis, Apotheke) entscheiden wie die Impfungen dokumentiert werden. In den meisten Fällen erhalten Sie nach der Impfung einen ausgedruckten Impfnachweis. Der Impfnachweis enthält den Ort und das Datum der Impfung sowie Informationen zum verabreichten Impfstoff (Handelsname, Hersteller, Lot-Nr.).
Bei einigen Impfstellen können Sie die Covid-19-Impfungen auch in den Impfausweis («Impfbüchlein») eintragen lassen. Für den Impfausweis gibt es kantonale Vorlagen, eine Vorlage des BAGs und eine gelbe internationale Version der WHO.
Die Übertragung der Covid-19-Impfungen in einen Impfausweis kann gegen Vorweisen des ausgedruckten Impfnachweises auch noch später erfolgen. Die Fachpersonen sind allerdings nicht verpflichtet, diese Übertragung zu machen, wenn sie die Impfung nicht selber vorgenommen haben.
Alle oben erwähnten Formen von Einträgen und Nachweisen sind ärztliche Bescheinigungen. Dies sind keine amtlichen Dokumente. Dazu fehlte in der Schweiz die Gesetzesgrundlage.
Einzige Ausnahme: Der gelbe Impfausweis der WHO wird für die Gelbfieberimpfung international als offizieller Nachweis anerkannt.
Covid-Zertifikat
Informationen für Aussteller finden Sie in den Dokumenten Covid-Zertifikat: Dokumentation für Ausstellerinnen und Aussteller (PDF, 401 kB, 15.06.2021) und Covid-Zertifikat: Die wichtigsten Fragen und Antworten für Ausstellerinnen und Aussteller (PDF, 153 kB, 09.06.2021).
Weiterführende Informationen finden Sie auf der Seite Covid-Zertifikat.
Der Impfnachweis enthält den Ort und das Datum der Impfung sowie Informationen zum verabreichten Impfstoff (Handelsname, Hersteller, Lot-Nr). Stempel und Unterschrift können zusätzlich ergänzt werden. Die impfende Fachperson kann ebenfalls aufgeführt sein. Der Impfnachweis kann sich je nach kantonalen Regelungen und Vorgaben der Impfstellen unterscheiden.
Personen, welche in einem Testzentrum, einer Arztpraxis, im Spital oder in einer Apotheke positiv auf SARS-Cov-2 getestet wurden, können ein elektronisches oder gedrucktes Dokument beantragen, das das Ergebnis des PCR- oder Antigen-Schnelltests bestätigt.
Sollte ein Antikörpertest vorhanden sein, gilt dieser ebenfalls als Nachweis für eine durchgemachte SARS-CoV-2 Infektion (IgG).
Cave: eine Serologie sollte nicht explizit durchgeführt werden, um das Impfschema zu bestimmen. Bei unbekannten Infektionszeitpunkt ist ein Minimalabstand von 2 Wochen zwischen positiver Serologie und Impfung empfohlen. Selbsttests gelten nicht als Nachweis für eine durchgemachte Infektion.
Dieses Dokument muss ein Original sein und muss Informationen zur Identifizierung (beispielsweise Ihren Namen und Ihr Geburtsdatum), das Datum des Tests, die Art des Tests und das Ergebnis enthalten. Ein solches Dokument ist zum Beispiel:
- Ein offizielles Dokument von einem Testzentrum
- Ein ärztliches Attest
- Eine Bestätigung einer Apotheke
- Ein Testergebnis eines autorisierten Labors
Alternativ kann es auch ein offizielles Dokument der zuständigen kantonalen Behörden (z. B. die Ankündigung, dass Sie sich isolieren müssen) sein. Der Inhalt dieses Dokuments kann von Kanton zu Kanton variieren.
Es gilt zu beachten: Ein positives Testergebnis mit einem Antigen-Schnelltest ohne Symptome und ohne Kontakt zu einer positiv getesteten Person muss immer durch einen PCR-Test bestätigt werden. Selbsttests, die zu Hause durchgeführt werden und ein positives Testergebnis zeigen, müssen immer durch einen PCR-Test bestätigt werden.
Personen, welche nach einer bestätigten Covid-19-Infektion nur eine Impfdosis der Impfstoffe Comirnaty® oder Spikevax® erhalten haben, sind zu einem Covid-Zertifikat berechtigt.
Unerwünschte Impferscheinungen und Impfschäden
Allgemein
Nein, es hängen nicht alle gesundheitlichen Vorfälle, die kurz nach der Impfung auftauchen, mit der Impfung zusammen. Gesundheitsprobleme können unabhängig von der Impfung weiterhin auftauchen. Dies manchmal auch in direktem zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Vorfälle Folgen der Impfung sein müssen.
Wenn jedoch Ereignisse bei geimpften Personen häufiger nach einer Impfung auftreten, als bei ungeimpften Personen des gleichen Alters und Geschlechts, wird dies genauer angeschaut.
Bei älteren Menschen und Personen mit gewissen chronischen Erkrankungen ist unabhängig von der Impfung mit gesundheitlichen Vorfällen zu rechnen. Sie haben auch ein erhöhtes Risiko, aufgrund des Alters oder aufgrund der Vorerkrankungen eines natürlichen Todes zu sterben.
Es ist grundsätzlich möglich, dass Impfungen bei genetischer Prädisposition eine Autoimmunerkrankung auslösen können. Das Risiko für einen Autoimmunisierungsprozess aufgrund einer Virus-Infektion ist jedoch als viel höher einzuschätzen als durch eine Impfung. Die Impfung ist daher generell ein wichtiger Schutz vor einer Autoimmunerkrankung. Dies scheint auch bei einer Covid-19-Impfung zu gelten.
Die Auswertung der erfassten Daten über unerwünschte Impferscheinungen aus anderen Länder und der Schweiz werden in naher Zukunft dazu weitere Erkenntnisse liefern.
Gemäss der Impfstrategie werden aktuell Personen über 75 Jahren sowie Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen geimpft. Rein statistisch gesehen ist in dieser Altersgruppe unabhängig von einer Covid-19-Impfung in einem vorgegebenen Zeitraum mit einer gewissen Anzahl an Todesfällen zu rechnen. In der Altersgruppe der über 85-Jährigen sterben in der Schweiz erwartungsgemäss 2'300 Personen innert 4 Wochen (entspricht dem Zeitraum zwischen 2 Impfdosen). Dies entspricht 1% der Personen in dieser Altersgruppe.
Bei Personen über 65 Jahren sind Todesfälle aufgrund eines Herzinfarktes, eines Schlaganfalls oder bösartiger Tumore viel häufiger als bei jüngeren Personen. Beispielsweise fallen 79% der Todesfälle aufgrund bösartiger Tumore in die Gruppe der Personen über 65 Jahren.
Diese Todesfälle können zeitlich mit einer Covid-19-Impfung zusammentreffen, ohne dass die Impfung ursächlich damit zusammenhängt. Eine Assoziation zwischen einem Todesfall und einer in zeitlichem Zusammenhang stehenden Covid-19-Impfung wird in jedem Fall von den zuständigen Stellen genau überprüft.
Gemäss heutigem Wissensstand hat ein Adjuvans von Pandemrix bei genetisch prädisponierten Menschen eine Narkolepsie ausgelöst oder zumindest begünstigt. Da das betreffende Adjuvans nicht in den zurzeit zugelassenen Covid-Impfstoffen vorkommt, geht man nicht davon aus, dass diese Impfstoffe eine Narkolepsie begünstigen.
mRNA-Impfstoffe
Gemäss aktuellen Daten und den Mitteilungen der Zulassungsinhaberinnen können nach der Impfung unerwünschte Impferscheinungen (UIE) auftreten.
Es sind bisher in den Studien und nationalen sowie internationalen Meldesystemen sehr selten schwere oder unerwartete UIE beobachtet worden. Bei den UIE handelt sich insbesondere um Lokalreaktionen und Allgemeinsymptome wie dies auch bei anderen Impfungen der Fall sein kann.
Schmerzen an der Einstichstelle (>80%), Müdigkeit (>60%) und Kopfschmerzen (>50%) scheinen mit die häufigsten UIE zu sein. Muskel- und Gelenkschmerzen und Schüttelfrost (20-60%) sowie Fieber und Schwellung an der Einstichstelle (ungefähr 10%) können ebenfalls sehr häufig auftreten. Bei Spikevax® wurde zusätzlich sehr häufig über Übelkeit/Erbrechen (>20 %), Lymphadenopathie (20%) und Rötung an der Einstichstelle (10%) berichtet. Alle diese unerwünschten Erscheinungen sind in der Regel leicht bis mittelschwer und von kurzer Dauer. Gemäss Berichten wurden UIE vermehrt nach der 2. Impfdosis beobachtet.
Schwerwiegende impfstoffbezogene unerwünschte Impferscheinungen kommen sehr selten vor. Diese werden durch die nationalen Meldesysteme der zuständigen Arzneimittelbehörden (Swissmedic in der CH) gesammelt, analysiert und publiziert (Coronavirus-Krankheit (COVID-19) Pandemie (swissmedic.ch)).
Im Rahmen dieser Überwachung wurde seit der Zulassung in anderen Ländern es in sehr seltenen Fällen nach der Impfung (mit Comirnaty® bei ca. 1 pro 100 000 Geimpfter, mit Spikevax® 0,25 pro 100'000 Impfungen) anaphylaktische Reaktionen beobachtet. Bei 71 % der Fälle trat diese innert 15 Minuten nach Impfung auf und 81 % der betroffenen Personen hatten bereits dokumentierte allergische Reaktionen (Stand Ende Januar 21). Eine Allergie auf Inhaltsstoffe eines Impfstoffes ist eine Kontraindikation.
Fälle von Myokarditis und Perikarditis wurden sehr selten nach einer Impfung mit den COVID-19 mRNA Impfstoffen Spikevax® und Comirnaty berichtet.
Ausführlichere Informationen hierzu: FAQ «Gibt es in der Schweiz Verdachtsmeldungen von Myokarditiden oder Perikarditiden in zeitlichem Zusammenhang mit der Anwendung von mRNA Impfstoffen gegen Covid-19?»
Die finalen Aussagen der klinischen Phase III Studien liegen nach 2 Jahren vor. Allfällige Informationen zu langfristigen unerwünschten Impferscheinungen werden eng verfolgt, über die Zeit gesammelt und beobachtet. Unerwünschte Impferscheinungen sollen über das Meldesystem von Swissmedic gemeldet werden, um bei Bedarf für neu entdeckte Risiken Massnahmen treffen zu können.
Passend zum Thema:
«FAQ Wie kann ich eine unerwünschte Impferscheinung (UIE) bei einem Patienten melden?»
«FAQ Unterscheiden sich die unerwünschten Impferscheinungen bei den Jugendlichen (12-15 Jährige) im Vergleich zu erwachsenen Personen?»
Weitere Informationen sind
Erfahrungsgemäss treten UIE innerhalb von 6 Monaten auf. Seit über 12 Monaten wurden mehr als 2 Milliarden Menschen mit mRNA Impfstoffen geimpft. Bisher wurden keinerlei Spätfolgen festgestellt.
Aufgrund der sehr engmaschigen Kontrolle der Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Phase III Studien sowie der geimpften Bevölkerung in allen Ländern (über nationale Meldesysteme) werden mögliche UIE weiterhin eng verfolgt.
Es gibt wiederholte Meldungen von verzögert auftretenden Lokalreaktionen im Bereich der Injektionsstelle nach Impfung mit einem Covid-19-Impfstoff. Diese Lokalreaktion wurde häufiger nach der Gabe vom Moderna-Impfstoff beobachtet (siehe Informationen dazu auf der Webseite von Swissmedic).
Klinisches Bild
Eher nach der 1. aber auch nach der 2. Dosis treten zeitlich verzögert (ca. eine Woche nach Impfung) gut abgrenzbare, teils grossflächige Hautrötungen und Schwellungen am geimpften Arm auf, in einigen Fällen verbunden mit Schmerzen und / oder Juckreiz (siehe auch Informationen dazu bei Swissmedic.
Wichtig zu wissen: Diese Reaktionen sehen eindrücklich aus (NEJM) aber sie sind harmlos und bilden sich spontan, d.h. auch ohne Therapie innert 3-5 Tagen ohne Folgeschäden wieder zurück.
Häufigkeit
In der Zulassungsstudie des Covid-19-Impfstoffs von Moderna wurden derartige Reaktionen bei 0,8 % der Geimpften nach der ersten Dosis und bei 0,2 % nach der zweiten Dosis beobachtet. Sie werden daher momentan als «gelegentlich auftretend» eingestuft (≥ 1/1.000 bis < 1/100).
Vermutete Ursache
Der genaue Mechanismus dieser Reaktionen ist nicht bekannt. Der zeitliche Abstand und das klinische Bild sprechen für eine Überempfindlichkeitsreaktion vom verzögerten Typ, denn der zeitliche Abstand zur Impfung entspricht dem ersten Auftreten von Antikörpern und Immunzellen, die durch die Impfung induziert wurden.
In ausgeprägten Fällen können Kühlung, topische Glucocorticoide (Cortison-Crème) und eine Behandlung mit Analgetika in Betracht gezogen werden; bei Juckreiz auch die Gabe von Antihistaminika. Link zu Swissmedic-Information
Ja, die zweite Impfdosis kann und soll verabreicht werden. Dabei ist keine zeitliche Verzögerung notwendig. Die zweite Dosis sollte jedoch in den anderen Arme injiziert werden.
Swissmedic und auch Experten international gehen davon aus, dass es sich um seltene unerwünschte Wirkungen handeln könnte, die in den meisten Fällen mild verlaufen. Die Produktinformationen der beiden Impfstoffe werden mit Informationen zu diesem Thema ergänzt.
Fälle von Myokarditis und Perikarditis wurden sehr selten nach einer Impfung mit den COVID-19 mRNA Impfstoffen Spikevax® und Comirnaty® berichtet (CDC Daten 0.5/100'000 2. Impfungen; vergleichbare Hintergrundsdaten sowie Inzidenz nach Infektion liegen aktuell nicht vor).
Die Fälle traten primär innerhalb von 14 Tagen nach der Impfung auf, und zwar häufiger nach der zweiten Dosis und bei jüngeren Männern (CDC Daten 6/100'000 2. Impfungen).
Vorliegende Daten lassen vermuten, dass der Verlauf von Myokarditis und Perikarditis nach der Impfung ähnlich ist wie der Verlauf von Myokarditis und Perikarditis im Allgemeinen.
Fachpersonen sollten auf die Zeichen und Symptome von Myokarditis und Perikarditis achten.
Fachpersonen sollten geimpfte Personen darauf hinweisen, im Falle von Brustschmerzen, Kurzatmigkeit oder Palpitationen sofort medizinische Beratung und Hilfe einzuholen.
Medizinische Fachpersonen sollten diese Verdachtsdiagnose in Betracht ziehen und diese via ElViS an Swissmedic melden, wenn bei Personen in engem zeitlichen Zusammenhang nach einer Impfung Beschwerden auftreten, die mit einer Myokarditis/Perikarditis vereinbar sind und nicht durch andere Herzerkrankungen verursacht wurden.
Das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis der in der Schweiz eingesetzten mRNA Impfstoffe ist durch diese Verdachtsberichte derzeit nicht beeinflusst.
Passend zum Thema:
FAQ «Wie kann ich eine unerwünschte Impferscheinung (UIE) bei
einem Patienten melden?»
FAQ «Welche Erkenntnisse gibt es über unerwünschte Impferscheinungen der mRNA-Impfstoffe?»
Bei den unerwünschten Impferscheinungen (UIE) handelt sich insbesondere um Lokalreaktionen und systemische UIE wie dies auch bei anderen Impfungen der Fall sein kann.
Das Nebenwirkungsprofil ist bei den Jugendlichen ähnlich wie bei jungen Erwachsenen.
Die häufigsten UIE bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren waren dieselben wie bei erwachsenen Personen, wurden jedoch etwas häufiger beobachtet (max 10% häufiger als bei den Personen >16 Jahren):
Schmerzen an der Injektionsstelle (>90%), Ermüdung und Kopfschmerzen (>70%), Myalgie und Schüttelfrost (>40%), Arthralgie und Fieber (>20%) (Quelle: Swissmedicinfo.ch)
Weitere mögliche seltene UIE können durch die bisherige Anzahl Geimpfter in dieser Altersgruppe, die in die zurzeit einzige klinische Studie einbezogen (n=1'100) waren, noch nicht genau identifiziert werden.
Die Daten für den Impfstoff von Pfizer/BioNTech werden nun aktuell ergänzt durch US-Monitoringdaten von über 8 Millionen 12–17 jährigen Jugendlichen die seit der Zulassung in der USA geimpft wurden.
Passend zum Thema:
- FAQ Welche Erkenntnisse gibt es über unerwünschte Impferscheinungen der mRNA-Impfstoffe?
- FAQ Warum ist eine Impfung bei Jugendlichen empfohlen?
Fast alle Nebenwirkungen/Symptome, die nach einer Impfung gegen Covid-19 auftreten können, können ebenfalls durch die Infektion mit SARS-CoV-2 ausgelöst werden. Nach einer Infektion sind diese Symptome jedoch um ein Vielfaches stärker, als nach der Impfung, und können potentiell gefährlich sein.
Allergische Reaktionen und Lokalsymptome an der Einstichstelle sind nach aktuellem Kenntnisstand die einzige Art von Nebenwirkungen, die durch die Impfung selber, respektive ihre Hilfsstoffe ausgelöst werden können. Die anderen «Nebenwirkungen» sind Reaktionen auf Bestandteile des Virus und resultieren aus der Aktivierung des Immunsystems und der Auseinandersetzung des Körpers mit dem Virus. Bei der Impfung laufen diese jedoch nur in einem geringen Ausmass ab. Die Infektion birgt das Risiko von schweren Verläufen inkl. Hospitalisationen sowie Todesfällen und möglichen Langzeitfolgen. Daher ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis bei einer Impfung viel besser als das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Infektion.
Vektor-Impfstoffe
Grundsätzlich ist der Impfstoff gut verträglich. Gemäss aktuellen Daten und den Mitteilungen der Zulassungsinhaberinnen können nach der Impfung jedoch unerwünschte Impferscheinungen (UIE) auftreten.
Bei den UIE handelt sich insbesondere um Lokalreaktionen und Allgemeinsymptome wie dies auch bei anderen Impfungen der Fall sein kann.
Die am häufigsten vorkommenden Nebenwirkungen sind Schmerzen und Schwellung an der Einstichstelle, Müdigkeit, Muskel- und Kopfschmerzen (30-50 %). Ebenfalls können Fieber und Übelkeit auftreten (10–20 %) vorkommen. Diese Reaktionen sind meist mild bis moderat und von kurzer Dauer. Ältere Personen zeigten weniger Nebenwirkungen.
Es sind bisher in den Studien und nationalen sowie internationalen Meldesystemen sehr selten schwere oder unerwartete UIE beobachtet worden.
Seit der Zulassung in anderen Ländern kam es in sehr seltenen Fällen nach der Impfung zu anaphylaktischen Reaktionen.
In verschiedenen Ländern sind nach der Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen® bei sehr wenigen geimpften Personen Fälle von Thrombosen in Kombination mit Thrombozytopenien aufgetreten (sog. Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS)). Diese Beobachtungen schliessen Fälle ein, die sich als venöse Thrombose präsentierten, einschliesslich des Auftretens in ungewöhnlichen Bereichen wie z. B. als zerebrale Sinusvenenthrombose, Splanchnikus-Venenthrombose, sowie arterielle Thrombose bei gleichzeitiger Thrombozytopenie. Die Mehrzahl der Fälle wurde gemäss Fachinformation von Swissmedic bei geimpften Frauen im Alter < 60 Jahren gemeldet. TTS ist eine schwerwiegende Nebenwirkung, die in einigen Fällen tödlich verlief. CDC schätzt aufgrund ihrer bisherigen Daten das Risiko für das Auftreten eines TTS bei Personen unter 50 Jahren auf 8 pro 1 Mio. Dosen und bei Personen im Alter ≥50 auf 1 pro 1 Mio. verabreichten Dosen. Ein kausaler Zusammenhang wird international als plausibel angesehen (EMA, CDC).
Gemäss aktuellem Wissen kann TTS in diesem Zusammenhang jedoch alle Altersgruppen und beide Geschlechter betreffen. Es sind keine spezifischen Risikofaktoren bekannt.
Geimpfte Personen sollten sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, wenn sie in den 3 Wochen nach der Impfung Symptome wie starke oder anhaltende Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen, Verwirrtheit, Krampfanfälle, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Beinschwellungen, Schmerzen in den Beinen, anhaltende Bauchschmerzen oder ungewöhnliche Hautblutungen und/oder Petechien entwickeln.
Medizinisches Fachpersonal sollte auf Anzeichen und Symptome von Thromboembolien und Thrombozytopenie sowie Koagulopathien achten, wenn sich Patientinnen und Patienten vorstellen, die kürzlich mit COVID-19 Vaccine Janssen® geimpft wurden. Das TTS erfordert ein spezialisiertes klinisches Management. Eine leitliniengerechte Standardtherapie gibt es bislang nicht. In jedem Fall sollten Spezialisten (z. B. Hämatologen, Gerinnungsspezialisten) konsultiert werden. Verschiedene Fachgesellschaften haben Empfehlungen zur Behandlung und Therapie des neuen Syndroms publiziert, darunter die Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH), die Britische Gesellschaft für Hämatologie sowie die Amerikanische Gesellschaft für Hämatologie.»
Um eine definitive Aussage zu UIE zu machen gilt es jedoch, die finalen Resultate der klinischen Phase III der Studien abzuwarten, die über 2 Jahre laufen. Allfällige Informationen zu langfristigen unerwünschten Impferscheinungen werden eng verfolgt, über die Zeit gesammelt und beobachtet. Unerwünschte Impferscheinungen sollen über das Meldesystem von Swissmedic gemeldet werden, um bei Bedarf für neu entdeckte Risiken Massnahmen treffen zu können.
Passend zum Thema:
- FAQ « Wie kann ich eine unerwünschte Impferscheinung (UIE) bei einem Patienten melden? Wer muss diese Meldung durchführen?
Weitere Informationen sind auf der Seite von Infovac zu finden.
Meldung von unerwünschten Impferscheinungen
Unerwünschte Impferscheinungen (UIE) können impfende Fachpersonen online über das Pharmakovigilance-Tool von Swissmedic melden.
Diese Meldung wird durch die medizinische Fachperson welche die UIE diagnostiziert durchgeführt. Insbesondere für Meldungen schwerwiegender und/oder bislang unbekannter UAW, besteht nach Art. 59 des Heilmittelgesetzes (HMG) eine Meldepflicht.
Im Zusammenhang mit UIE arbeitet Swissmedic eng mit den internationalen Pharmakovigilance-Behörden sowie mit dem BAG zusammen. Sollte es bei zugelassenen Impfstoffen Anzeichen für relevante UIE geben, wird darüber zeitnah informiert und es werden Massnahmen ergriffen.
Das Schweizer Heilmittelgesetz sieht ebenfalls vor, dass Konsumentinnen und Konsumenten, Patientinnen und Patienten und deren Organisationen sowie interessierte Dritte der Swissmedic unerwünschte Wirkungen von Heilmitteln und Vorkommnisse melden können. Anweisungen und das Formular finden Sie über das Pharmakovigiliance-Tool für Patienten und Patientinnen von Swissmedic.
Die Meldungen von unerwarteten oder schwerwiegenden UIE müssen gemäss gesetzlicher Vorgabe (Arzneimittelverordnung) innerhalb von 15 Tagen nach Auftreten über das elektronische Vigiliance Meldeportal (ELViS) eingereicht werden. Schwerwiegende UIE sind solche, die
- tödlich verlaufen
- lebensbedrohend sind
- zu einer Hospitalisation oder deren Verlängerung führen
- schwere oder bleibende Schäden verursachen
- sonst als medizinisch wichtig zu beurteilen sind (z.B. wenn durch eine rechtzeitige medizinische Intervention eine der oben erwähnten Situationen hat vermieden werden können)
Vermutete Qualitätsmängel müssen unverzüglich, spätestens aber auch 15 Tage nach deren Kenntnisnahme gemeldet werden, nicht schwerwiegende UIE innert 60 Tagen. Der Kausalzusammenhang zwischen einem Ereignis und einem Medikament muss nicht von der meldenden Person nachgewiesen werden: der Verdacht alleine reicht, um zu melden.
Es gibt keine zeitliche Begrenzung bei der Meldung eines ärztlichen Verdachts bezüglich dem Zusammenhang eines zeitlich verzögert auftretenden schwerwiegenden oder unerwarteten Ereignisses nach einer Impfung. Es liegt in der Einschätzung des Arztes/der Ärztin, ein solches Ereignis als relevant zu melden.
Insbesondere für Ereignisse, die eher selten und mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auftreten, sind diese Meldungen wichtig. Generell sind unerwartete Impferscheinungen in den ersten 6 Monaten nach der Impfung zu erwarten. Die Meldung eines Verdachts ist jedoch auch nach dieser Zeit empfohlen.
Unerwartete und schwerwiegende unerwünschte Impferscheinungen (UIE) sollen gemeldet werden.
Unerwartete UIE sind solche, die bisher noch nicht in den Fachinformationen aufgeführt sind.
Schwerwiegende Nebenwirkungen sind solche, die tödlich oder lebensbedrohend sind, eine Hospitalisation oder deren Verlängerung erfordern, zu bleibender oder schwerwiegender Behinderung oder Invalidität führen oder sich in einer angeborenen Fehlbildung/einem Geburtsfehler äussern. Und zudem solche, die als medizinisch wichtig beurteilt werden, weil sie Patientinnen und Patienten akut gefährden oder eine Behandlung erfordern, um einen schwerwiegenden Ausgang zu verhindern.
Zu den Nicht-schwerwiegende Nebenwirkungen gehören alle anderen Nebenwirkungen.
Entschädigung bei Impfschäden
Auch bei Covid-19-Impfstoffen kommen die üblichen Haftungsregeln zur Anwendung: Bei Nachweis eines Zusammenhangs zwischen Schädigung und Impfung kommt eine Haftung des Impfstoffherstellers, der impfenden Person oder des Spitals in Frage. Es gibt zudem eine subsidiäre Entschädigungsmöglichkeit durch den Bund, wenn es bei empfohlenen Impfungen zu Schäden kommen sollte und Dritte keine oder ungenügende Leistungen erbringen.
Ausführliche Antworten dazu finden Sie auf der Webseite Entschädigung und Genugtuung bei Impfschäden.
Als schwerwiegende Folgeschäden von Impfungen gelten nicht die üblichen Nebenwirkungen (z.B. lokale Reaktionen an der Einstichstelle, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen), sondern länger- oder langandauernde Schäden mit schweren gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Folgen für die geimpfte Person. Tritt als Folge einer Impfung zum Beispiel eine vorübergehende oder bleibende Arbeitsunfähigkeit auf, so ist dies ein schwerer Folgeschaden.
Alle in der Schweiz lebenden Personen haben die Möglichkeit, einen Anspruch auf Entschädigung oder Genugtuung geltend zu machen. Das Gesuch wird aber nur geprüft, wenn die Impfung in der Schweiz erfolgte und von einer Schweizer Behörde empfohlen oder angeordnet wurde.
Schwerwiegende Folgeschäden von Impfungen (Impfschäden) sind nicht die üblichen Nebenwirkungen (z.B. Lokalreaktionen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, leichtes Fieber), sondern länger- oder langandauernde Schädigungen mit schweren gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Folgen für die geimpfte Person. Tritt als Folge einer Impfung zum Beispiel eine vorübergehende oder bleibende Arbeitsunfähigkeit auf, so ist dies ein schwerer Folgeschaden. Liegt ein Impfschaden vor, kann dies eine Haftpflicht zur Folge haben.
Auch bei Covid-19-Impfstoffen kommen die üblichen Haftungsregeln zur Anwendung: Bei Impfschäden kommt eine Haftung des Impfstoffherstellers (a), der impfenden Person oder des Spitals (b) sowie subsidiär des Bundes (c) in Frage:
a) Haftung des Impfstoffherstellers aufgrund des Produktehaftpflichtgesetzes (Produkthaftung)
Der Impfstoffhersteller haftet gestützt auf das Produktehaftpflichtgesetz (PrHG; SR 221.112.944), wenn der Impfstoff fehlerhaft ist, weil er z.B. einen Konstruktion- oder Fabrikationsfehler aufweist, und bei bestimmungsgemässem Gebrauch des Impfstoffs bei der Person ein Schaden entsteht. Wenn die Fehlerhaftigkeit nach dem Stand der Wissenschaft und Technik im Zeitpunkt, in dem das Produkt in Verkehr gebracht wurde, nicht erkannt werden konnte, besteht keine Haftung.
b) Haftung der impfenden Person aus dem Auftragsrecht («Arzthaftung»)
Die Haftung des Arztes bzw. der Ärztin in der Privatpraxis oder im Privatspital beurteilt sich nach dem Obligationenrecht, insbesondere nach den Regelungen des Auftragsrechts (in einem öffentlichen Spital gelten vergleichbare Anforderungen, die Haftung stützt sich aber auf das kantonale Staatshaftungsrecht). Auch die Apothekerin und der Apotheker, welche eine Impfung durchführen, müssen die Sorgfaltspflichten analog einem Arzt bzw. einer Ärztin beachten (vgl. Art. 26 Abs. 1 Heilmittelgesetz [HMG; SR 812.21]).
Bei der Covid-19 Impfung gelten die gleichen Regeln in Bezug auf die Patientenaufklärung wie bei allen übrigen Impfungen. Die Aufklärung soll es den Patienten erlauben, in Kenntnis der Sachlage dem Impfakt zuzustimmen. Die Sorgfaltspflicht gebietet es, die Patienten über die Art und Risiken der Impfung aufzuklären. Hierzu sind die zugänglichen Informationen zu berücksichtigen: die Informationen des Herstellers, namentlich die relevanten Aspekte der Fachinformation, allfällige Empfehlungen von Behörden und Fachgesellschaften sowie Resultate aus Wissenschaft und Technik. Die Aufklärung umfasst daher sowohl häufig auftretende als auch seltene Risiken, sofern diese bekannt sind und schwere Folgen haben können. Ebenso ist auch darauf hinzuweisen, dass derzeit noch nicht alle Risiken bekannt sind (z.B. allfällige Langzeitschäden). Auch von der Sorgfaltspflicht erfasst ist die korrekte Verabreichung der Impfung (u.a. Desinfektion, Applikation, Dosierung und Umgang mit dem Impfstoff). Nur wenn die Sorgfaltspflicht verletzt wurde und die übrigen Haftungsvoraussetzungen erfüllt sind (namentlich im Vertragsverhältnis: Vertragsverletzung, adäquater Kausalzusammenhang, Verschulden und bei der Staatshaftung: Widerrechtlichkeit und adäquater Kausalzusammenhang), kann die Impfstelle oder die impfende Person haftbar gemacht werden. Ob und inwieweit eine haftungsbegründende Sorgfaltspflichtverletzung im Einzelfall vorliegen könnte, ist letztlich von den kantonalen Behörden und Gerichten zu entscheiden.
c) Entschädigung und Genugtuung des Bundes bei Schaden aus Impffolgen (sog. Ausfallhaftung)
Haftet weder der Impfstoffhersteller noch die impfende Person und werden die Folgen von Impf-schäden nicht oder nicht vollständig durch die Sozial- und Privatversicherungen übernommen, wird bei behördlich empfohlenen oder angeordneten Impfungen ein spezialgesetzliches Entschä-digungssystem angewandt (sog. Ausfallhaftung). Der Bund leistet nach Art. 64 Absatz 1 Epidemiengesetz (EpG; SR 818.101) bei Impfschäden nach Einzelfallprüfung eine Entschädigung oder Genugtuung (letztere in der Höhe von höchstens 70'000 Franken).
Das BAG veröffentlicht Impfempfehlungen und Richtlinien zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten (Art. 20 Abs. 1 EpG; 9 Abs. 3 EpG). Der Umstand, dass das BAG Impfempfehlungen erarbeitet und veröffentlicht in Zusammenarbeit mit der Expertenkommission EKIF, begründet jedoch nicht eine Haftung des BAG bzw. der EKIF, weil die Ärzteschaft nicht dazu verpflichtet ist, diese Empfehlungen und Richtlinien einzuhalten. Der Entscheid, ob im Einzelfall geimpft werden soll, obliegt demzufolge immer den betroffenen Personen, zusammen mit der jeweils impfenden Person. Es fehlt deshalb an der Kausalität, also dem ursächlichen Zusammenhang zwischen Empfehlung und Schaden. Vorbehalten bleibt eine Entschädigung des Bundes (sog. Ausfallhaftung, wie gerade beschrieben).
Nein, staatliche Entschädigungen bei Impfschäden können in der Schweiz laut Epidemiengesetz nur geltend gemacht werden, wenn es sich um eine behördlich empfohlene oder angeordnete Impfung handelt und die Impfung in der Schweiz verabreicht worden ist.
Schwangerschaft, Stillen und Fertilität
Die untenstehenden Fragen und Antworten wurden in Absprache mit der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) publiziert.
Es gibt keinerlei Evidenz, dass die COVID-19 Impfstoffe Fertilitätsprobleme bei Männern oder Frauen verursachen könnten.
Es gibt Ähnlichkeiten in den mRNA-Bauplänen für das Spike Protein des Coronavirus und eines für die Entwicklung der Plazenta relevantes Protein (Syncytin 1). Basierend auf dieser Grundlage wurde in gewissen Bevölkerungsgruppen über die Möglichkeit spekuliert, ob sich die Immunantwort auf das Spike Protein auch negativ auf das Syncytin 1 und somit auf die Fruchtbarkeit auswirken könnte. Die Ähnlichkeit im Bauplan hat jedoch nach aktuellen Erkenntnissen keine Bedeutung, da es sich nur um einen kurzen, ähnlichen Abschnitt der mRNA-Sequenz handelt.
So wurden auch während der aktuellen Sars-CoV-2 Pandemie keine negativen Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit bei Patientinnen mit Covid-19 bekannt. Beobachtungsstudien zeigten dass die Covid-19 Impfung keine Auswirkung auf Spermienqualität, Follikelreifung und embryonale Einnistung hat (Bentov Y, 2021; Orvieto R, 2021; Gonzalez DC, 2021; Randy S, 2021).
Cave: Zum aktuellen Zeitpunkt ist eine Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen® für schwangere Frauen nicht empfohlen.
Die Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ist aufgrund der Einschätzung verschiedener internationaler Expertengruppen und der zunehmenden verfügbaren Daten allen schwangeren Frauen ab dem 2. Trimester, empfohlen. Dies gilt insbesondere auch für jene Frauen mit chronischen Krankheiten, wie sie für besonders gefährdete Personen für Covid-19 definiert sind. Eine Impfung ist grundsätzlich auch im ersten Trimester möglich und kann auf Wunsch der Frau erfolgen.
Die zunehmende Evidenz über die Sicherheit und Wirksamkeit einer mRNA Covid-19 Impfung in der Schwangerschaft bestätigt, dass der Nutzen einer COVID-19 Impfung in der Schwangerschaft mögliche Risiken deutlich überwiegt (CDC Pregnancy Registry; Public Health England; Shanes ED, 2021; Theiler RN, 2021; Trostle ME, 2021). Diese Evidenz nimmt laufend zu und wird weiterhin eng beobachtet.
Schwangere Frauen haben ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe bei einer Covid-19 Infektion, insbesondere bezüglich Aufenthalt auf der Intensivstation sowie Intubation und Beatmung und ein erhöhtes Mortalitätsrisiko (Chinn J, 2021; Villar J, 2021). Zudem ist das Risiko eine Frühgeburt zu erleiden (mit den möglichen Folgen für das Neugeborene) deutlich erhöht.
Eine Impfung vor oder in der Schwangerschaft schützt die Frau und das ungeborene Kind und wird ebenfalls in verschiedenen anderen Ländern empfohlen (UK, USA, F). Mehr als 150'000 schwangere Frauen wurden allein in der USA bereits geimpft. Insbesondere sollten auch Frauen, die eine Schwangerschaft planen, eine Covid-Impfung durchführen. Auch stillenden Frauen wird eine Covid-Impfung empfohlen. Weitere Informationen hierzu in der FAQ «Ist die Impfung der Mutter nach der Geburt und in der Stillzeit empfohlen? »
Eine schriftliche Einwilligung der schwangeren Frau ist nicht notwendig, ebenfalls kein ärztliches Attest und keine ärztliche Verordnung.
Für weitere Informationen siehe Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG).
Falls versehentlich oder unwissentlich eine Impfung im ersten Trimester geschieht, ist dies kein Grund für Beunruhigung. Die mRNA-Impfserie kann dann ab dem 2.Trimester vervollständigt werden. Andere Länder schliessen das erste Trimester für eine Impfung nicht explizit aus (UK, USA). Eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ist im ersten Trimester grundsätzlich möglich und kann auf Wunsch der Frau erfolgen.
Ja, eine Covid-19-Impfung wird nach der Geburt und in der Stillzeit empfohlen. Während der Stillzeit wird aktuell eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen.
Falls nach der Impfung leicht bis moderate unerwünschte Impferscheinungen wie Gliederschmerzen, Fieber oder Kopfweh auftreten sollten, kann die Mutter weiterstillen, wenn sie sich danach fühlt. Andernfalls kann sonst für einen Zeitraum abgepumpt werden. Spezifische Empfehlungen und Ratschläge kann die betreuende Ärztin/Arzt, Stillberaterin/Stillberater oder Hebamme geben.
Es gibt keine Literatur zu den Auswirkungen der Impfung auf die Menstruation.
Es gibt jedoch Hinweise, dass eine COVID 19-Infektion zu temporären Zyklusstörungen führen kann, gleiches gilt jedoch auch für den mit der Pandemie einhergehenden Stress.
Letztlich ist wahrscheinlich der Einfluss einer COVID 19-Infektion respektive einer Impfung auf die Menstruation zu werten wie jede andere Infektion und Impfung auch.
Somit ist es möglich, dass die Impfung den Zyklus kurzfristig beeinflussen kann. Längerdauernde Effekte sind jedoch nicht bekannt, und auch kein negativen Auswirkungen auf die Fertilität.
Für spezifische Fragen verweisen wir Fachpersonen an die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) und die Schweizerische Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (SGRM).
Massnahmen, Isolation und Quarantäne nach der Impfung
Personen, die vollständig geimpft sind, können nach einem engen Kontakt mit einer positiv getesteten Person von der zuständigen Stelle während 12 Monaten nach der Impfung von der Quarantäne (Kontaktquarantäne) befreit werden. Vollständig geimpft bedeutet:
1. Sie wurden gemäss der Impfempfehlung des BAG und der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF) mit einem Impfstoff geimpft, der in der Schweiz zugelassen ist. Das bedeutet, dass:
- Sie zwei Impfdosen erhalten haben oder
- Sie hatten eine Infektion mit dem Coronavirus (bestätigt durch PCR-Test, Antigentest oder Antikörper-Test) und haben mindestens 4 Wochen danach eine Impfdosis erhalten.
2. Sie haben einen Impfstoff erhalten, der über eine Zulassung der Europäischen Arzneimittelagentur für die Europäische Union verfügt und gemäss den Vorgaben oder Empfehlungen des Staates, in dem die Impfung durchgeführt wurde, entsprechend verimpft wurde.
3. Sie haben einen Impfstoff erhalten, der gemäss «WHO Emergency use listing» zugelassen ist und gemäss den Vorgaben oder Empfehlungen des Staates, in dem die Impfung durchgeführt wurde, vollständig verimpft wurde.
Weitere Informationen zur Befreiung von der Reisequarantäne und weiteren grenzsanitarischen Massnahmen finden Sie auf der Seite Einreise in die Schweiz.
Trotz Quarantänebefreiung: Geimpfte Personen müssen weiterhin die Hygiene- und Verhaltensregeln befolgen.
Ja, alle Personen die positiv auf das neue Coronavirus getestet werden, müssen in Isolation. Dies gilt auch für geimpfte Personen.
Denn obwohl die Impfung einen sehr hohen Schutz bietet, kann die Möglichkeit einer Infektion nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Somit kann eine Person, die positiv auf das neue Coronavirus getestet wurde, trotz Impfung infiziert sein.
Sie finden Informationen zu Massnahmenanpassungen nach vollständiger Impfung mit mRNA-Impfstoffen (insbesondere Verhaltens- und Hygieneregeln) zu den folgenden Themen unter den jeweiligen Links:
- Auswirkungen der Covid-19-Impfung auf die Massnahmen in den sozialmedizinischen Institutionen (PDF, 131 kB, 10.03.2021)
- Ausnahmen für geimpfte Personen
Gemäss der Verordnung 3 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus müssen besonders gefährdete Personen von einem erhöhten Schutz am Arbeitsplatz profitieren. Informationen dazu erhalten Sie beim SECO.
Wenn die Person vollständig geimpft ist, ist der Arbeitgeber nicht mehr verpflichtet sie als besonders gefährdete Person am Arbeitsplatz zusätzlich zu schützen. Vollständig geimpft bedeutet, eine Person hat beide Impfdosen erhalten und im Anschluss an die zweite Impfung sind 14 Tage vergangen bzw 21 nach der einmaligen Impfdosis COVID-19 Vaccine Janssen..
Für geimpfte Arbeitnehmende gelten weiterhin die allgemeinen Schutzmassnahmen am Arbeitsplatz. Informationen zum Schutz von Arbeitnehmenden finden Sie auf der Seite Schutzkonzepte.
Abrechnung und Vergütung
Die Krankenversicherer übernehmen die Kosten der Impfleistungen (Information, Indikationsstellung, Impfakt inkl. Überwachung, Dokumentation, Erstellung Impfausweis) an den vom Kanton bezeichneten ärztlich geleiteten Impfstellen (z.B. Impfzentren, mobile Equipen, Spitäler, Arztpraxen) sowie die Kosten des Impfstoffes und des dazugehörigen Impfmaterials für Personen, die eine obligatorische Krankenversicherung (OKP) in der Schweiz abgeschlossen haben. Es wird keine Franchise erhoben.
Der Bund übernimmt die Kosten für den Transport und die Verteilung des Impfstoffes in die Kantone. Ebenfalls vom Bund übernommen werden die Kosten, die den Betrag von fünf Franken pro Impfstoffdosis (Impfstoff und Impfmaterial) übersteigen. Der Bund übernimmt weiter die Kosten der durch Apothekerinnen und Apothekern durchgeführten Impfungen. Zudem übernimmt der Bund die Kosten der Impfungen bei in der Schweiz wohnenden Personen ohne OKP (z.B. Entsandte Arbeitnehmende, Studierende, Angestellte von diplomatischen oder konsularischen Diensten sowie internationalen Organisationen und deren Familienangehörige, Rentnerinnen und Rentner), von Grenzgängerinnen und Grenzgänger, die nicht in der Schweiz OKP-versichert sind, sowie von Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern ohne OKP und deren engen, im gleichen Haushalt lebenden Familienangehörigen ohne Schweizer Bürgerrecht (wie Lebenspartnerinnen und Lebenspartner, Kinder, Eltern, Schwiegereltern).
Die Kantone tragen die Kosten für die Organisation der Impfungen und Logistik innerhalb des Kantons sowie den Selbstbehalt der OKP. Der Selbstbehalt gilt mit den Eigenleistungen der Kantone als abgegolten.
Die Wege der Abrechnung und die Höhe der Vergütung (Pauschalen) der von der OKP übernommen Covid-19-Impfungen sind in einem spezifischen Tarifvertrag geregelt. Die Regelungen zur Kostenübernahme der durch Apothekerinnen und Apotheker durchgeführten Impfungen sowie der Personen ohne OKP sind in der Epidemienverordnung (EpV; Artikel 64a bis 64c) festgehalten.
Die Information und Beratung zur Covid19-Impfung erfolgt einerseits über die Kampagne mit verschiedenen Informationsmöglichkeiten und andererseits über die Hotline des BAG. Mit der Impfpauschale sind alle Grundleistungen im Zusammenhang mit der Impfung abgegolten. Das umfasst die Information zur Impfung, Überprüfung des Impfstatus, Impfanamnese und Ausschluss von Kontraindikationen, Einholung des Einverständnisses, Verabreichung der Impfung inkl. anschliessender Beobachtung, Ausstellung der Impfbescheinigung inkl. Covid-Zertifikat und Dokumentation. Erfolgt eine separate Beratung durch den behandelnden Arzt/die behandelnde Ärztin bei Personen mit besonderen Risiken (wie etwa bei vorangehenden schweren akuten Allergien, Immunsuppression oder schwangeren Frauen), können diese Leistungen separat gemäss TARMED abgerechnet werden. Sie werden von der OKP übernommen und unterstehen der Kostenbeteiligung von Franchise und Selbstbehalt.
Ärztinnen/Ärzte können dem Tarifvertrag beitreten. Diesbezüglich können sie sich an die zuständige Stelle des Kantons wenden.
Der Bund übernimmt die Kosten der Impfungen in Apotheken.
Der Bund übernimmt die Kosten der Impfungen in Apotheken. Sie ist für Personen, die einer Zielgruppe der Covid-19-Impfstrategie und den Impfempfehlungen der EKIF und des BAG angehören, kostenlos. Die Bedingungen der Kostenübernahme sind in den Artikeln 64a und 64b der Epidemienverordnung (EpV) geregelt.
Weitere Informationen sind im Faktenblatt Finanzierung Covid-19-Impfung (PDF, 187 kB, 31.08.2021) im Abschnitt Verfahren zur Kostenübernahme zu finden.
Allgemeine Fragen
Gesundheitsfachpersonen können sich bei Fragen zur Covid-19-Impfung an die Infoline Coronavirus für Gesundheitsfachpersonen +41 58 462 21 00 (täglich 7–20 Uhr) wenden.
Kantonsspezifische Fragen sollten über die spezifischen kantonalen Kontaktstellen abgeklärt werden.
Umgang mit Erkrankten
Die Empfehlungen zum Umgang mit Personen mit Verdacht auf Covid-19 finden Sie unter «Empfehlungen zum Umgang mit Erkrankten und ihren Kontakten» sowie «Isolation und Quarantäne».
Die Richtlinien für hospitalisierte Patientinnen und Patienten sowie die aktuellsten Kenntnisse zu den viralen Behandlungsmöglichkeiten von Covid-19 finden Sie auf der Seite der Schweizerischen Gesellschaft für Infektiologie SSI. Weitere Informationen sind auf der Website der WHO zu finden.
Eine Reinfektion sollte in Betracht gezogen werden, wenn eine Person mit einer zuvor bestätigten Covid-19-Infektion nach ihrer Genesung (d. h. nach einem Zeitraum, in dem die Symptome deutlich abgeklungen waren) erneut Symptome entwickelt, die auf Covid-19 hindeuten. Im Falle einer Reinfektion ist es möglich, dass es sich um eine neue Variante des Virus handelt
Bei einem neuen klinischen Verdacht auf Covid-19 ist wie folgt vorzugehen:
- Letzter Test ≤3 Monate: zuerst einen Antigen-Schnelltest durchführen, um festzustellen, ob die Viruslast hoch ist. Wenn dieser Test positiv ausfällt, einen PCR-Test durchführen. Wenn das PCR-Testergebnis ebenfalls positiv ausfällt, ist eine diagnostische Sequenzierung vorzunehmen. Die Sequenzierung wird von der zuständigen kantonalen Stelle angeordnet.
- Letzter Test >3 Monate: In diesem Fall muss direkt ein PCR-Test durchgeführt werden und bei positivem Ergebnis eine diagnostische Sequenzierung erfolgen.
Das neue Coronavirus ist in seltenen Fällen mit dem Kawasaki-Syndrom ähnlichen Symptomen assoziiert. Das Syndrom wird dann pädiatrisches multisystemisches Entzündungssyndrom im zeitlichen Zusammenhang mit Covid-19 (PIMS-TS, Paediatric Multisystem Inflammatory Syndrome temporally associated with SARS-CoV-2) oder Multisystem-Entzündungssyndrom (MIS-C) genannt.
Nationale Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung wurden erarbeitet und sind zu finden unter: swiss-pims-guidelines.pdf (pigs.ch)
Bei Kindern spielen chronische Erkrankungen bei einer SARS-CoV2-Infektion keine wesentliche Rolle. Laut der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie (Pädiatrie Schweiz) wurden keine Risikofaktoren für schwere Formen von Covid-19 und damit keine besonders gefährdeten Gruppen identifiziert. Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen haben allgemein ein zwei- bis dreimal höheres Risiko, mit (und nicht wegen) einer schweren Form von Covid-19 hospitalisiert zu werden (wie bei anderen respiratorischen Virusinfektionen, z. B. Grippe). Meta-Analysen zu den Risikofaktoren für eine schwere Form der Erkrankung bei Kindern zeigen, dass Kinder mit chronischen Krankheiten ein leicht höheres Risiko haben, eine schwere Form zu entwickeln oder hospitalisiert zu werden, aber die Daten liefern keinen Hinweis auf ein mit bestimmten Krankheiten verbundenes Risiko. Kinder mit Vorerkrankungen müssen sich weiterhin an die Schutzmassnahmen halten, die bereits vor dem Auftreten des neuen Coronavirus für ihre Krankheit gegolten haben. Spezifische Fragen sollten mit den jeweiligen Fachspezialisten besprochen werden.
SARS-CoV-2-Tests und Isolationsmassnahmen
Wir passen die Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien regelmässig der aktuellen Lage an. Bitte beachten Sie immer die Anweisungen im PDF-Dokument «Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien» auf der Seite Meldeformulare.
Weiterführende Informationen zur Teststrategie des Bundes finden Sie im Dokument Umsetzung der Teststrategie Sars-CoV-2. Die Empfehlungen zur Diagnose von Covid-19 sind zu finden im Dokument Covid-19: symptom- und fallorientierte Testung sowie in den Empfehlungen zum Umgang mit Fällen und Kontakten in der Phase 2 (PDF, 733 kB, 05.07.2021).
Alle Personen mit Covid-19-kompatiblen Symptomen sollten grundsätzlich getestet werden. Bei Kindern unter 6 Jahren ist die Testindikation abhängig von der Konstellation der Symptome, ihrer Dauer, der Anzahl anderer symptomatischer Kinder in der Gruppe und dem Vorhandensein eines engen Kontaktes mit einer positiv getesteten Person. Das Dokument Vorgehen und Testindikationen bei symptomatischen Kindern bis 6 Jahren (PDF, 176 kB, 13.07.2021) beschreibt, in welchen Fällen sich Kinder unter 6 Jahren testen lassen sollten.
Für Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren gelten die allgemeinen Vorgehensweisen und Testkriterien.
Ausschlaggebend ist dabei in erster Linie:
- ob das Kind unter 6 Jahren mit Covid-19 kompatiblen Symptomen einen engen Kontakt zu einer symptomatischen Person ab 6 Jahre hatte. Erhält diese Person ein positives Testresultat, muss das Kind ebenfalls zu Hause bleiben und wird getestet. Bei negativem Ergebnis kann das Kind 24 Stunden nach Fieberfreiheit und deutlicher Besserung des Hustens die Schule oder Betreuungseinrichtung wieder besuchen.
Hatte das Kind keinen Kontakt zu einer infizierten Person jedoch trotzdem Symptome wie starker Husten und Fieber, dann gilt das Vorgehen unter im Dokument Vorgehen und Testindikationen bei symptomatischen Kindern bis 6 Jahren (PDF, 176 kB, 13.07.2021). Hier ist entscheidend, in welchem Allgemeinzustand sich das Kind befindet und wie lange die Symptome andauern.
Kinder < 6 Jahren mit Schnupfen und leichtem Husten und/oder Halsweh dürfen grundsätzlich die Schule oder die Betreuungseinrichtung weiterhin besuchen.
Eine Person mit negativem Testergebnis und Symptomen, die mit Covid-19 kompatibel sind, soll bis 24 Stunden nach Abklingen der Symptome zu Hause bleiben (unabhängig davon, wieviel Zeit seit Symptombeginn vergangen ist), wie es zur Kontrolle der Ausbreitung anderer viraler Atemwegsinfektionen (z. B. Influenza) empfohlen wird.
Kommt es nach einem negativen Antigen-Schnelltest zu persistierenden, sich veränderten oder verschlechternden Symptomen sollte die Möglichkeit eines falsch negativen Ergebnisses in Betracht gezogen werden. In solchen Fällen ist ein neuer Test, nach Möglichkeit mittels PCR, angezeigt.
Ein elektiver chirurgischer Eingriff sollte frühestens sieben Wochen nach Ausbruch der Erkrankung und erst nach Abklingen der Symptome durchgeführt werden. Bei dringenden Eingriffen ist eine interdisziplinäre Konsultation zur Abschätzung der Risiken erforderlich. Weitere Informationen sind auf der Website der Schweizerischen Gesellschaft für Anästhesiologie und Reanimation zu finden.
Serologische Tests liefern Nachweise einer früheren Infektion oder Impfung. Sie sind sehr hilfreich für Bevölkerungsstudien, zum Beispiel zur Überwachung der Entwicklung der Herdenimmunität. Auf individueller Ebene werden sie derzeit nicht empfohlen, da sie nur eine begrenzte Aussagekraft bezüglich Grad und Dauer des Schutzes vor einer möglichen (Re-)Infektion mit SARS-CoV-2 haben. Wenn jedoch ein Test bei einer ungeimpften Person durchgeführt wird und das Ergebnis positiv ausfällt, bedeutet dies, dass die getestete Person mit dem Virus in Kontakt gekommen ist; eine einmalige Dosis des mRNA-Impfstoffs ist dann angezeigt. Serologische Tests werden vom Bund nur finanziert, wenn sie vom Kantonsarztamt angeordnet werden.
In bestimmten Situationen muss eine klinische Meldung erfolgen.
Wir passen die Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien regelmässig der aktuellen Lage an. Bitte beachten Sie immer die Anweisungen im PDF-Dokument Verdachts-, Beprobungs- und Meldekriterien (PDF, 383 kB, 11.10.2021) auf der Seite
Meldeformulare.
Umgang mit Kontaktpersonen
Die Definition eines engen Kontaktes finden Sie unter «Definition Kontaktpersonen».
Die Definition eines engen Kontaktes finden Sie unter «Definition Kontaktpersonen» .
Personen, mit denen die infizierte Person engen Kontakt hatte, müssen sich in Quarantäne begeben. Sofern die Kriterien für einen engen Kontakt erfüllt sind, muss die Quarantäne umgehend erfolgen, auch wenn das zuständige Kantonsarztamt nicht unverzüglich offiziellen Kontakt aufnimmt. Eine Quarantäneverordnung kann der Kontaktperson entweder durch den behandelnden Arzt oder der zuständigen kantonalen Stelle ausgestellt werden (siehe kantonale Richtlinien).
Für Personen, die unter Quarantäne gestellt werden, besteht Anspruch auf eine Entschädigung für Erwerbsausfall. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Website des Bundesamtes für Sozialversicherungen BSV.
Personen, welche die Kriterien für einen engen Kontakt nicht erfüllen, haben ein geringes Infektionsrisiko. Dennoch ist es möglich, dass eine betroffene Person in den nächsten Tagen unwissentlich ansteckend ist. Sie muss sich daher strikt an die Hygiene- und Verhaltensregeln halten.
Sie finden alle Informationen zur SwissCovid App auf unserer Website.
Die benachrichtigen Personen können die in der App genannte Infoline SwissCovid anrufen und die weiteren Schritte abklären. Die Privatsphäre wird dabei jederzeit gewahrt. Hat eine benachrichtigte Person bereits Krankheitssymptome, sollte sie zu Hause bleiben, den Kontakt zu anderen Menschen meiden und ihre Ärztin bzw. ihren Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung anrufen.
Wer via SwissCovid App eine Meldung erhält, dass eine mögliche Ansteckung mit dem neuen Coronavirus besteht, kann sich kostenlos testen lassen.
Die App kann nicht erkennen, ob die Personen, die in engen Kontakt gekommen sind, Schutzmassnahmen ergriffen haben (z.B. Tragen von Masken, Trennwand). Die Kriterien, ob eine Quarantäne gerechtfertigt wäre, können mit der App allein deshalb nicht beurteilt werden.
Spezifische Empfehlungen und Richtlinien
Es ist wichtig, dass sich alle besonders gefährdeten Personen Gedanken dazu machen, ob sie im Falle einer schweren Erkrankung künstlich beatmet und intensivmedizinisch behandelt werden möchten oder nicht. Bei dieser Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema der Patientenverfügung kommt den Gesundheitsfachpersonen eine entscheidende Rolle zu. Die SGI ruft alle Gesundheitsfachpersonen dazu auf, gefährdeten Personen in ihrer Behandlung die aktive Unterstützung beim Ausfüllen einer Patientenverfügung anzubieten. Personen, die bereits eine Patientenverfügung ausgefüllt haben, sollten diese auf ihre Aktualität prüfen.
Viele hochbetagte Menschen und Erwachsene mit chronischen oder schweren Krankheiten wünschen nicht mehr alle lebensverlängernden Massnahmen. Es ist deshalb wichtig, vorausschauend das Vorgehen und die Behandlungsziele bei einer schweren Lungenentzündung – wenn möglich zusammen mit den Angehörigen – zu besprechen. Wenn jemand nicht intubiert und/oder allenfalls auch nicht mehr hospitalisiert werden möchte, ist es hilfreich, dies in einer Patientenverfügung explizit festzuhalten.
Bei betagten und/oder schwerkranken erwachsenen Personen, die keine intensivmedizinische Behandlung wünschen, ist eine gute palliative Behandlung und Betreuung sicherzustellen – sei es im Spital, zu Hause oder im Pflegeheim. Mit angemessenen palliativmedizinischen Massnahmen können belastende Symptome gelindert werden. Eine frühzeitige Aufklärung über die Möglichkeiten der Palliative Care hilft, Ängste zu reduzieren.
Die Fachgesellschaft Palliative Geriatrie (FGPG) hat praxisbezogene Empfehlungen zur vorausschauenden Planung und palliativmedizinischen Massnahmen zu Hause durch die Spitex verfasst: https://www.samw.ch/dam/jcr:e61aba64-f3a6-472c-96a0-46d98b07c926/empfehlungen_fgpg_palliative_care_20200322.pdf
Die Fachgesellschaft palliative ch hat Merkblätter zur vorausschauenden Besprechung von Behandlungszielen und zu den palliativmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten im Spital, zu Hause und im Pflegeheim veröffentlicht: https://www.palliative.ch/de/fachbereich/task-forces/fokus-corona/
Die FMH hat auf ihrer Website eine herunterladbare Vorlage für eine Patientenverfügung publiziert. https://www.fmh.ch/dienstleistungen/recht/patientenverfuegung.cfm
Folgende Institutionen bieten Beratungen an
Schweizerisches Rotes Kreuz:
https://vorsorge.redcross.ch/patientenverfuegung/
Schwangere, Neugeborene und Migrationsbevölkerung
Aufgrund des aktuellen Wissensstandes ist das BAG zusammen mit der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) zum Schluss gekommen, dass schwangere Frauen zu den besonders gefährdeten Personen gehören.
Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe veröffentlicht zudem regelmässig Fachinformationen.
Der Schweizerische Verband für Hebammen veröffentlicht ebenfalls Informationen rund um das Thema Covid-19 Erkrankungen.
Im Spital müssen Mütter und ihre Neugeborenen gemäss den Empfehlungen von Swissnoso, der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe und der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie sowie der Schweizerischen Gesellschaft für Neonatologie betreut werden.
Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe veröffentlicht zudem regelmässig Fachinformationen.
Der Schweizerische Verband für Hebammen veröffentlicht ebenfalls Informationen rund um das Thema Covid-19 Erkrankungen.
Ermitteln Sie, um welche Sprache es sich handelt. Bei Unklarheit kann Sie dabei die Spracherkennungstabelle unterstützen (siehe untenstehenden Link). Kontaktieren Sie via regionale Vermittlungsstelle einen Telefondolmetschdienst.
Angebote zum Telefondolmetschen:
https://www.inter-pret.ch/de/angebote/regionale-vermittlungsstellen-44.html
Auf der Webseite des BAG sind Informationen in zahlreichen Sprachen der Migrationsbevölkerung aufgeschaltet. Diese können als PDF heruntergeladen oder ausgedruckt werden: Downloads in verschiedenen Sprachen.
Um die weitere Ausbreitung des neuen Coronavirus zu verhindern, ist es sehr wichtig, dass alle Personen – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus – eine adäquate Behandlung erhalten und die Schutzmassnahmen verstehen. Auch Sans-Papiers, die keine Krankenversicherung haben, haben das Recht auf Notfallbehandlung. Sie haben ebenfalls das Recht, dass ihre persönlichen Daten nicht an andere (auch nicht an die Polizei oder an Migrationsämter) weitergegeben werden. Die Weitergabe von Daten bzw. die Verletzung der Schweigepflicht kann Strafmassnahmen zur Folge haben.
Wenn Sie Sans-Papiers behandeln, machen Sie diese darauf aufmerksam, dass Sie und das behandelnde Personal (inkl. Dolmetschende) das Arztgeheimnis wahren werden. Falls die Sans-Papiers über keine Krankenversicherung verfügen, nehmen Sie Kontakt mit der Anlaufstelle für Sans-Papiers in Ihrem Kanton auf.
Beratungsstellen für Sans-Papiers in der Schweiz
http://www.sans-papiers.ch/index.php?id=92
Nationale Plattform Gesundheitsversorgung für Sans-Papiers
http://www.sante-sans-papiers.ch/DE/das-recht-auf-gesundheit.html
Auf dieser nationalen Plattform finden Sie auch das Dokument: Corona: Was tun mit oder ohne Krankenkasse? (Informationen in Deutsch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch und Englisch)
http://www.sans-papiers.ch/fileadmin/user_upload/Corona-Information_was_tun_mit_oder_ohne_KK_versch._Sprachen.pdf
Fragen und Antworten zu Schwangerschaft und der Covid-19-Impfung finden Sie unter Covid-19-Impfung.
Schutzmassnahmen
Wurde während der gesamten Zeit des Kontakts zu einem bestätigten Fall oder zu einer an einer akuten Atemwegsinfektion erkrankten Person adäquate Schutzausrüstung getragen, können die Personen normal weiterarbeiten.
War der Kontakt ungeschützt und eng, müssen Massnahmen getroffen werden. Ungeschützt und eng bedeutet:
- Pflege oder medizinische Untersuchung oder Berufstätigkeit mit Körperkontakt (unter 1,5 Metern), ohne Verwendung geeigneter Schutzausrüstung7
- Direkter Kontakt mit Atemwegssekreten, Körperflüssigkeiten ohne verwendete Schutzausrüstung
Diese Personen werden durch die zuständige kantonale Stelle unter Quarantäne gestellt.
Das BAG empfiehlt es nicht, dass kranke Personen arbeiten gehen. Es ist sehr wichtig, dass das Gesundheitspersonal keine anderen, besonders gefährdeten Personen oder ihre Arbeitskolleginnen/ Arbeitskollegen ansteckt.
In den Gesundheitseinrichtungen sollten Gesundheitsfachpersonen nicht arbeiten, wenn sie krank sind. Für rechtliche und finanzielle Fragen siehe das Dokument von Curaviva Schweiz und Senesuisse «Rechtliche Fragen und Kurzantworten (Q&A) zum Coronavirus».
Swissnoso hat eine Empfehlung für Akutspitäler veröffentlicht. Diese ist für den Fall, dass einzelne Abteilungen oder Stationen mit einem relevanten Personalmangel konfrontiert sind, so dass eine adäquate Versorgung der Patienten nicht gewährleistet und ihre Sicherheit gefährdet ist. (www.swissnoso.ch/forschung-entwicklung/aktuelle-ereignisse)
Diese Empfehlung ist eine ultima ratio für den Fall des Personalmangels und sollte nicht angewendet werden, solange die Versorgung und Sicherheit der Patienten anders gewährleistet werden kann.
Die FMH hat ein Schutzkonzept für Arztpraxen und den ambulanten Sektor erarbeitet, das die Details der Praxisöffnung erläutert.
Die SSO hat ein Schutzkonzept für Zahnarztpraxen erarbeitet, das die Details der Praxisöffnung erläutert.
Letzte Änderung 13.10.2021