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Die SBTi ist eine Partnerschaft zwischen Carbon Disclosure Project (CDP), dem United Nations Global Compact (UNGC), dem World Resources Institute (WRI) und dem World Wide Fund for Nature (WWF).
Die Science Based Targets Initiative (SBTi) strebt mittels wissenschaftlich fundierter CO2-Emissionsreduktionsziele ehrgeizige Klimaschutzmassnahmen an. Diese Ziele leiten sich vom globalen Ziel (1,5-Grad-Ziel) ab.
Laut dem Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel (IPCC, 2021) können seit Anfang 2020 noch 400 Gigatonnen CO2 in die Atmosphäre emittiert werden, um das 1,5-Grad-Ziel nicht zu überschreiten. Da die Menschheit jährlich etwa 42 Gigatonnen CO2 ausstösst - das entspricht rechnerisch 1‘337 Tonnen pro Sekunde -, dürfte dieses Budget bis zum Jahr 2023 aufgebraucht sein. Das Budget von etwa 1‘150 Gigatonnen für das Zwei-Grad-Ziel wird voraussichtlich in etwa 24 Jahren erschöpft sein. Die Frage stellt sich daher, wie das verbleibende CO2-Budget auf Sektoren und einzelne Unternehmen verteilt wird.
SBTi ermittelt, wie gross die erforderliche Reduktionsleistung innerhalb einer Branche und für ein Unternehmen sein muss, um die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, vorzugsweise sogar unter 1,5 Grad Celsius. Es geht also darum, welche Massnahmen notwendig sind, um dieses Ziel zu erreichen. Eine CO2-Reduktionsstrategie muss daher innerhalb des teilnehmenden Unternehmens umgesetzt werden. Diese Strategie umfasst Massnahmen zur Reduzierung des CO2-Fussabdrucks und basiert immer auf der CO2-Bilanz des Unternehmens (Corporate Carbon Footprint).
Was sind wissenschaftlich fundierte Ziele?
Ziele gelten als "wissenschaftsbasiert", wenn sie mit den Zielen des Pariser Abkommens übereinstimmen. Das Pariser Abkommen hat das Ziel, die von Menschen verursachte globale Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius gegenüber den vorindustriellen Werten zu begrenzen. Um irreversible Rückkopplungen durch Kippelemente zu verhindern, strebt das Abkommen an, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Dies bedeutet, dass Unternehmen ihre Emissionsreduktionsziele an einer konkreten Zielsetzung ausrichten können, um effektiver gegen den Klimawandel anzugehen.
SBTi: komplex und sollte im Kontext des jeweiligen Unternehmens betrachtet werden:
Im Allgemeinen haben wissenschaftsbasierte Zielsetzungsmethoden drei Komponenten:
- ein CO2-Budget (Gesamtmenge an Treibhausgasen wird festgelegt, die emittiert werden können, um die Erwärmung auf 1,5°C oder deutlich unter 2°C zu begrenzen),
- ein Emissionsszenario (Ausmass und Zeitpunkt der Emissionsreduktionen) und,
- ein Allokationsansatz (legt fest, wie das Treibhausgas-Budget auf das Unternehmen aufgeteilt wird).
Zielsetzung und allgemeine SBTi-Kriterien
Unternehmen, die sich für Science Based Targets verpflichten, haben die Möglichkeit, neben kurzfristigen Zielen für die nächsten 5 bis 10 Jahre auch langfristige (Netto-Null) Ziele festzulegen. Dabei müssen die Unternehmen angeben, bis spätestens 2050 Netto-Null erreichen zu wollen. Die Verpflichtungszeit beträgt mindestens fünf Jahre ab dem Zeitpunkt, an dem das Ziel für die Qualitätsprüfung eingereicht wurde. Das Ziel sollte mit dem notwendigen Dekarbonisierungsgrad übereinstimmen, um die globale Temperaturerhöhung auf 1,5°C im Vergleich zu vorindustriellen Temperaturen zu begrenzen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die SBTi ermittelt, dass bis 2030 die Hälfte aller Scope-1- und Scope-2-Emissionen im Vergleich zu 2018 reduziert werden muss. Dies erfordert von Unternehmen eine jährliche Reduktion von etwa 4,2 % der Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis 2030. Über einen Zeitraum von 10 Jahren entspricht dies einer erforderlichen Reduktion der Treibhausgasemissionen um 42 %.
Langfristig (bis 2050) müssten gemäss der SBTi sowohl die Scope-1- und Scope-2-Emissionen als auch die Scope-3-Emissionen um mindestens 90 % gesenkt werden. Die unvermeidbaren Treibhausgasemissionen müssen durch negative Emissionen ausgeglichen werden, wobei nur Methoden akzeptiert werden, die das CO2 dauerhaft binden. Kompensationszertifikate werden von der SBTi nicht anerkannt bzw. werden nicht angerechnet.
Es ist zwingend erforderlich, die Scope-1- und Scope-2-Emissionen zu berücksichtigen. Grössere Unternehmen sollten ausserdem eine Scope-3-Überprüfung für alle relevanten Scope-3-Kategorien durchführen, um deren Bedeutung zu bestimmen. Für KMU ist dies zwar nicht verpflichtend, sie sollten sich jedoch dazu verpflichten, die Scope-3-Emissionen zu messen und soweit wie möglich zu reduzieren. Ein ehrgeiziges und messbares Ziel für Scope-3-Emissionen mit einem klaren Zeitrahmen ist erforderlich, wenn Scope-3-Emissionen einen signifikanten Anteil (über 40 %) der gesamten Emissionen des Unternehmens (Scope 1, 2 und 3) ausmachen. Es sollten alle wesentlichen Emissionen in der Wertschöpfungskette berücksichtigt werden, wobei mindestens 67 % aller Scope-3-Emissionen einbezogen werden müssen. Die langfristige Reduktion der Scope-3-Emissionen sollte im Einklang mit dem 2°C-Ziel stehen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird bei der am häufigsten verwendeten Methode (absolutes Reduktionsziel) eine minimale jährliche Reduktion von 2,5 % aller Scope-3-Emissionen vorausgesetzt.