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Lewis Hamilton und Carlos Sainz werden möglicherweise nicht die einzigen Fahrer bleiben, die im Grand Prix der Türkei eine Rückversetzung in der Startaufstellung hinnehmen müssen. Das Gros des Startfeldes, neben dem Weltmeister und dem Spanier zwölf weitere Fahrer, sind bisher mit drei Antrieben über die Runden gekommen. Dass das ausgeschöpfte Kontingent bei sieben ausstehenden Grands Prix für das gesamte Dutzend ausreichen wird, ist nicht anzunehmen.
Hamilton wird nach dem Einbau des vierten Verbrennungsmotors im Mercedes für das Rennen am Sonntag um zehn Plätze nach hinten geschoben. Sainz rückt mit mehreren neuen Antriebs-Komponenten im Ferrari aus und muss den Grand Prix deshalb von ganz hinten in der Kolonne aufnehmen. Der Spanier macht von vierten beziehungsweise dritten ungebrauchten Einheiten Gebrauch. Erlaubt sind gemäss Reglement drei oder, in Bezug auf die Batterie und das Steuergerät, sogar nur zwei Exemplare.
Es begann vor 17 Jahren
Die Beschränkung der Anzahl Motoren hatte in der Formel 1 vor 17 Jahren ihren Anfang genommen. Der neue Passus im Reglement sollte zur Eindämmung der aus dem Ruder gelaufenen Kosten beitragen. In der Saison 2004 war pro Rennwochenende noch ein Antrieb erlaubt, im folgenden Jahr wurde die Laufzeit auf zwei Grands Prix ausgedehnt.
2009 begann die Einschränkung auf die gesamte Saison betrachtet. Acht Motoren waren damals erlaubt. Mit der Einführung der Hybrid-Technik folgte 2014 die Reduzierung auf fünf Antriebe und von 2016 bis 2018 die schrittweise und nach wie vor gültige Rückstufung auf drei Einheiten.
Die Zukunft der Formel-1-Motoren beginnt im Jahr 2026. Das Basiskonzept soll nach langwierigen Verhandlungen zwischen Vertretern des Internationalen Automobil-Verbandes FIA, der Rechteinhaber der Formel 1 und der Hersteller stehen. Grob zusammen gefasst wird es wohl wieder ein V6-Turbo-Hybrid-Antrieb mit aufgerüstetem Elektrik-Teil sein. Die Strategie ist als Zwischenschritt auf dem Weg zu dereinst klimaneutralen Motoren gedacht.
Mit dem Vorschlag verfolgen die involvierten Parteien nicht nur die Nachhaltigkeit als Ziel. Er würde auch eine weitere Kostenreduzierung mit sich bringen - in Zeiten mit festgeschriebener Budgetobergrenze ein höchst willkommener Effekt. Der Preis für ein einzelnes Aggregat würde sich, so die Berechnungen, auf rund eine Million Franken halbieren.
Interessent Volkswagen
Ein wichtiger Bestandteil der Gespräche war zudem der Einstieg möglicher neuer Mitstreiter. Für deren Aufnahme ist unter anderem die Bereitschaft der bestehenden Hersteller nötig, zumindest einen Teil ihres Erfahrungsschatzes im technischen Bereich an potenzielle neue Konkurrenten weiterzugeben.
Das derzeit grösste Interesse an einem zukunftigen Engagement in der Formel 1 wird dem Volkswagen-Konzern nachgesagt. Der hinter Toyota zweitgrösste Automobil-Hersteller zieht sogar den Einstieg mit zwei Marken, Audi und Porsche, in Betracht. Die Doppelspurigkeit würde nicht nur in finanzieller Hinsicht Sinn machen. Zwei Hersteller aus dem gleichen Haus würden auch Synergien im technischen Bereich ergeben.