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Nationales Finale von "Jugend debattiert" 2020
Das Nationale Finale von «Jugend debattiert» ging am Samstag, 13.6.2020, über die Bühne. Corona-bedingt wurde es in der Version «digital light» durchgeführt. Das heisst, die Debatten wurden auf 15 Minuten gekürzt und fanden auf Teams statt. Lehrpersonen, Publikum und Interessierte konnten die Debatten via Streaming sehen. Von 09.05-12.30 fanden 4 Debattenrunden statt. Vor den Finals in Kategorie 1 und 2 wurde noch eine Showdebatte von Alumni von YES (Young Enterprise Switzerland) veranstaltet sowie eine Diskussionsrunde mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern. Der Tag wurde durch die Siegerehrung um 16.00 Uhr abgeschlossen.
Diese Themen wurden verhandelt:
- Soll die Schweiz eine CO2 Steuer auf Diesel und Benzin erheben?
- Soll die Schweiz die Volksinitiative: „Für verantwortungsvolle Unternehmen – zum Schutz von Mensch und Umwelt‘“ annehmen?
- Soll die Volksinitiative “Gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer” (Korrektur-Initiative) angenommen werden?
- Soll die Parteifinanzierung in der Schweiz transparent kommuniziert werden müssen?
- Soll die Volksinitiative „JA zum Verhüllungsverbot“ angenommen werden?
- Soll die Schweiz das Ausländerstimmrecht auf kommunaler und kantonaler Ebene einführen?
Gjina Tanushaj von unserer Schule war am Kanticup vom 25.1.2020 in Luzern bis in den Final von Kategorie 1 vorgestossen und hatte sich so die Teilnahme an der Schweizer Meisterschaft erkämpft, die – wie oben erwähnt – am 13.6. über die Bühne gegangen ist.
Gjina machte in den zwei Debattenrunden, die sie am 13.6. bestritt, eine gute Figur, verpasste aber den Final. Insgesamt hielt sie gut mit und war in beiden Debattenrunden gegen die spätere Schweizer Meisterin im Einsatz, was die Aufgabe auch nicht gerade leichter machte.
Gjina sagte danach über ihr Debattieren, dass sie in beiden Runden «sehr lehrreiche Erfahrungen» gemacht hatte. Vor allem bei der 2. Debatte fand Gjina, dass sie eine schwierige Rolle einnehmen musste – beim Waffenexport-Intiativtext musste sie den Waffenproduktionsstandort Schweiz verteidigen. Zur Erinnerung: Die Pro- und Contra-Seiten werden ja zugelost. Gjina baute auf wirtschaftliche Argumente, ihre Gegnerinnen hatten es demgegenüber viel leichter und konnten humanitär argumentieren. Und – was in einer online-Fern-Diskussion auch passieren kann: Gjina stand plötzlich allein gegen zwei Pro-Kandidatinnen, da ihre Mitstreiterin aus der Leitung fiel. Doch Gjina hat sich als Kämpferin nicht aus dem Konzept bringen lassen. Ein etwas schwierig nachvollziehbare Jury-Kritik, dass Gjina in der Schlussrunde ein neues Argument angeführt habe (obwohl dieses aus ihrer Sicht nur umformuliert war), führte zu einem schmerzlichen Punkteabzug.
Gjina erhielt aber auch wertvolle Debattier-Lehren durch die Coaches. Und sie bilanziert folgendermassen:
- Ich muss fortan meine Argumentation mit einem guten, griffigen Schlusssatz beenden
- Ich muss künftig häufiger mit konkreten Zahlen argumentieren, um Argumente der Gegenpartei zu entkräften
- Ich muss in Zukunft vermehrt die Gegenpartei auf mein eigenes Themen-Feld holen und da meine eigenen Argumente geltend machen
Link zu allen Debatten des Nationalen Finales:
https://yes.swiss/nfjd2020-aufnahmen
Gjina in der 2. Runde (Thema: «Soll die Schweiz eine CO2 Steuer auf Diesel und Benzin erheben?»):
Gjina in der 4. Runde (Thema: «Soll die Volksinitiative ‘Gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer’ [Korrektur-Initiative] angenommen werden?»):
Kanticup vom Samstag, 25.1.2020
Am Samstag, 25.1.2020, fand von 09.15-15.00 Uhr an der Uni Luzern der Kanticup 2020 von "Jugend debattiert" statt. Dieses Jahr wurde der Anlass organisiert durch die Organisation "Young Enterprise Switzerland" (YES).
Das Tableau wurde gegenüber den Vorjahren leicht angepasst. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestritten zwei Vorrunden mit je einem separaten Debattenthema. Aus allen Debatten wurden dann die besten 4 Resultate ermittelt und eine Finaldebatte ausgetragen. Diese fand sowohl in der Kategorie 1 als auch der Kategorie 2 statt. Da wurde jeweils ein drittes Thema debattiert. Der Finaleinzug am Regionalfinal bedeutet zugleich auch ein Ticket für die Teilnahme am eidgenössischen Final in Bern.
Wie jedes Jahr wurden die Schülerinnen und Schüler von engagierten Lehrpersonen der Fachschaften Deutsch und Geschichte auf den Debattierwettbewerb vorbereitet und teils auch vor Ort gecoached. Die Hauptleitung der Vorbereitung lag wiederum bei Christian Fallegger, der auch die AG DeLL (Demokratie lernen und leben) präsidiert.
Bericht in der NLZ
Als souveräner Conferencier wirkte Jannis Brombacher von der Organisation YES.
Themen Kategorie 1 (Unterstufe und 10. Schuljahr)
- Runde: Sollen kommerzielle Inlandflüge innerhalb der Schweiz verboten werden?
- Runde: Soll in der Schweiz ein allgemein gültiger Mindestlohn eingeführt werden?
- Final-Debatte: Soll für Kinder eine Impfpflicht gemäss dem Schweizerischen Impfplan eingeführt werden?
Von der KSR debattierten in der Kategorie 1: Stefan Eberhard, Tom Huwyler, Lionel Matthey, Gjina Tanushaj und Nolan Zwyssig
In Kategorie 1 konnte sich Gjina Tanushaj (2. von links) für den Final qualifizieren und darf im März auch nach Bern reisen! Den Gesamtsieg im Final in dieser Kategorie holte sich eine Schülerin der Kantonsschule Zug (ganz links im Bild, Sina Meyer).
Zu ihrem Auftritt sagt Gjina rückblickend: "Für mich war der Debattier-Anlass wieder eine tolle Erfahrung, die mir sicherlich auch für zukünftige Vorträge und Reden helfen wird. Die Themen, die wird behandelt haben, fand ich sehr spannend. Ich finde, beim Debattieren lernt man auch auf andere Perspektiven einzugehen und eine Sache von mehreren Seiten zu betrachten. Ich fand es sehr hilfreich, dass wir jeweils nach jeder Runde ein Feedback bekommen haben, so konnte ich mich verbessern. Ich habe mein Bestes gegeben, aber trotzdem war ich (positiv) überrascht, als ich meinen Namen bei der Verkündigung der Finalistinnen und Finalisten gehört habe. Ich freue mich auf weitere Debatten in Bern."
Themen Kategorie 2 (Oberstufe)
- Runde: Soll die Schweiz die Widerspruchslösung bei der Organspende einführen?
- Runde: Soll das Milizsystem der Schweizer Politik abgeschafft werden?
- Finaldebatte: Soll das geltende Moratorium für gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere in der Schweizer Landwirtschaft 2021 aufgehoben werden?
Von der KSR debattierten in der Kategorie 2: Fiona Jetzer, Mira Falz, Marie Weise und Vera Herzog
In Kategorie 2 schaffte Marie Weise (2. von rechts) den Finaleinzug. Auch sie wird die KSR in Bern vertreten können. In dieser Kategorie gewann den Final eine Schülerin von der Kantonsschule Menzingen (2. von links, Lia Blättler).
Marie sagt zu ihrer Debattierleistung nachher: "Ich habe den Anlass an sich sehr positiv erlebt, er war viel besser organisiert als letztes Jahr und dadurch hatte ich auch weniger Stress. Leider konnte ich bei keiner der Debatten meine Wunschposition vertreten, was das Argumentieren erschwert hat. Ich war aber doch froh, dass es so gut geklappt hat. Ins Finale bin ich völlig unvorbereitet gekommen und konnte mir nur noch kurz eine Anfangsrede zurecht legen und versuchen, mir möglichst viele Infos zu merken. Das hat so mässig funktioniert. Aber mein 'Team' an Freunden (Donjeta, Anna, Fabienne und Sophia) haben mir so gut geholfen, wie sie konnten."
Die DE-Lehrperson Kathrin Christen der KSR, die den Debattier-Anlass zum ersten Mal besucht hat, sagt rückblickend: "Die Vorbereitungshilfe, die den Schülerinnen und Schülern an der KSR geboten worden ist, hat sich gelohnt. Ich bin superstolz auf meine Schülerin Gjina Tanushaj, die es bis ins Finale geschafft hat und in Bern weiter debattieren darf. Insgesamt bekam ich durch diesen Anlass Ideen für meinen Unterricht und wie ich die Klassen auf den nächsten Debattieranlass vorbereiten kann. Ich war auch beeindruckt davon, wie die jungen Leute Positionen vertraten, die nicht immer ihren eigenen entsprechen, und sich dabei auf einen Perspektivenwechsel einliessen, der öfters auch Erwachsenen gut tun würde."
Kanticup 2021 an der KSR
Den nächsten Kanticup "Jugend debattiert" wird wieder die KSR organisieren, und zwar im Jubiläumsjahr 2021, "50 Jahre KSR".