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Eine Herausforderung bei der Vorbereitung auf den LIBOR-Ausstieg ist die Auswahl des geeigneten Credit Spread Adjustment. Dabei ist es wichtig, die Unterschiede zwischen IBORs und RFRs zu verstehen und bei der Anpassung von Kundenverträgen oder bei der Beurteilung von Bewertungseffekten entsprechend zu berücksichtigen.
In diesem Blog-Artikel gehen wir näher auf einige der wichtigsten Unterschiede zwischen den heutigen Interbank Offered Rates (“IBORs”) und den vorgeschlagenen neuen alternativen risikofreien Zinssätzen (“RFRs”) ein. Darüber hinaus werden die Vor- und Nachteile der vorgeschlagenen RFRs untersucht.
Wie in unserem letzten Blog hervorgehoben, haben RFRs keine Laufzeitstruktur und einige der vorgeschlagenen alternativen RFRs (einschließlich SARON) sind besichert und tragen daher im Gegensatz zu IBORs keinen Credit Spread. Solche Aspekte müssen bei der Vorbereitung der Transition berücksichtigt werden z.B. bei der Anpassung von Kundenverträgen oder auch bei der Beurteilung von Bewertungseffekten.
Um diese Probleme zu lösen, führte die International Swaps and Derivatives Association (ISDA) eine Umfrage unter 147 Unternehmen durch – darunter Banken, Vermögensverwalter, Versicherer und Pensionsfonds. Die Marktteilnehmer gaben Antworten auf die vorgeschlagenen Fallbacks für CHF LIBOR, GBP LIBOR, JPY LIBOR, TIBOR, Euroyen TIBOR und BBSW. Die Ergebnisse der ISDA wurden in einem Abschlussbericht am 20. Dezember 2018 veröffentlicht.
Zwei zentrale Erkenntnisse aus dem Bericht:
- In Bezug auf Credit Spread und Laufzeitstruktur befürwortete eine Mehrheit der Befragten der “Compounded Setting in Arrears Rate Term Adjustment” in Kombination mit dem “Historischen Mittelwert/Median Spread Adjustment Ansatz”.
- ISDA plant, auf der Grundlage des bevorzugten Ansatzes, Fallbacks für ihre Standarddefinitionen zu entwickeln.
Vor- und Nachteile des Ansatzes hinsichtlich Konstruktion der Laufzeitstruktur
Der bevorzugte Ansatz hinsichtlich Konstruktion der Laufzeitstruktur (Compounded Setting in Arrears Rate Term Adjustment) hat Vor- und Nachteile.
Vorteile:
- Er spiegelt die tatsächlichen, täglichen Zinsänderungen in der jeweiligen Periode wider.
- Er wird als “Durchschnittskurs” berechnet und sollte daher weniger volatil sein als der Spot-Overnight-Kurs.
- Er sollte für die meisten Marktteilnehmer verständlich sein.
- Er reflektiert die Struktur von Overnight-Index-Swaps, die sich auf die RFRs beziehen.
Mögliche Nachteile:
- Cashflow-Unsicherheit, da die zur Bestimmung des Kurses erforderlichen Informationen zu Beginn der jeweiligen Periode nicht verfügbar sind.
- Die tatsächlichen Zinssatzänderungen spiegeln möglicherweise nicht die früheren Erwartungen an die Zinssatzänderungen im Laufe der Periode wider.
Es wird erwartet, dass ISDA in den nächsten Monaten eine weitere Konsultation zu den endgültigen Parametern des historischen Mittelwerts/Medianansatzes sowie eine Konsultation zu Benchmarks, die von der ersten Konsultation ausgeschlossen wurden (z.B. USD LIBOR), einleiten wird.
Unsere Empfehlung
Wir empfehlen Unternehmen, die Weiterentwicklung der ISDA-Fallbacks genau zu verfolgen, insbesondere bei der Entscheidung, ob sie sich dem ISDA-Protokoll für Legacy-Positionen anschliessen wollen. Der Ansatz „compounded setting in arrears rate term adjustment“ in Kombination mit dem „Historischen Mittelwert / Median Spread Adjustment Ansatz” wird in einigen Fällen wahrscheinlich zu einem wirtschaftlichen Transfer führen, sobald die Fallback-Klausel ausgelöst wird. Der wirtschaftliche Transfer wird hierbei durch die Differenz zwischen dem Produkt und den von der ISDA ermittelten Credit Spreads verursacht.
Unsere Dienstleistungen und weitere Informationen:
- Das Ende des Libor?
- ISDA publishes 2018 Benchmarks Supplement Protocol
- LIBOR Transition: Planning the transition to new risk free rates
- Financial Services Hub