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Sofern die Schweizer Frauen am Samstag in der Staffel gleich stark laufen und schiessen wie am Dienstag, dann stehen sie auf dem Podest. Im Einzel - in dieser Disziplin hatte Selina Gasparin vor sieben Jahren in Sotschi Olympia-Silber gewonnen - reichte es nicht für den Coup. Als Sechste fehlten der Bündnerin an ihren zehnten Weltmeisterschaften nach zwei Fehlschüssen, die mit je einer Strafminute gebüsst wurden, gut 65 Sekunden auf die drittplatzierte Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold. Nur wenig dahinter folgen Irene Cadurisch (8./1 Fehler), Lena Häcki (12./2) und Elisa Gasparin (19./1).
Im Biathlon gibt es keinen Konjunktiv. Gleichwohl lockt jeweils die Rechnerei, was mit einem fehlerfreien Scheissen möglich gewesen wäre - zumal in Pokljuka nach einer Abfahrt geschossen wird, was es einfacher macht, und der Wind am Dienstag berechenbar war. Mit je einem Fehlschuss weniger hätten Selina Gasparin, Irene Cadurisch und Lena Häcki den 4. Rang erreicht. Für die Medaille von Gasparin oder Häcki wären 20 Treffer notwendig gewesen. Aber eben: Diese Rechnung können auch anderen machen. Beispielsweise die Österreicherin Lisa Theresa Hauser, welche die letzten beiden Patronen neben das Ziel setzte und so auf den 4. Rang abrutschte.
Vor den Weltmeisterschaften hatten die Schweizer Frauen in diesem Winter nicht überzeugt. Nun laufen sie zur Bestform auf - bereits der Sprint und die Verfolgung brachten gute Resultate. Für den Massenstart vom Sonntag (Top 30) sind mit Lena Häcki, Selina und Elisa Gasparin gleich drei Athletinnen qualifiziert. An den Start gehen fix die Top 15 der Weltcup-Wertung plus sämtliche Medaillengewinner. Aufgefüllt wird das Feld anhand der Leistungen auf der Hochebene in Slowenien. Umgekehrt bedeutet dies, dass es für Benjamin Weger am Mittwoch knapp werden wird, da er mit einem miserablen Sprint die Verfolgung verpasste. Er muss wohl am Mittwoch mindestens einen 6. Rang liefern, damit er doch noch für das Highlight startberechtigt ist.
Mit Blick auf die Frauenstaffel stehen nun die Trainer vor der Qual der Wahl. Mit der treffsicheren Aita Gasparin steht eine fünfte Athletin zur Verfügung.
Als einzige Läuferin räumte die Tschechin Marketa Davidova sämtliche 20 Scheiben ab und wurde damit etwas überraschend Weltmeisterin. Mit 27,9 Sekunden Rückstand folgte die Schwedin Hanna Öberg. Die Weltmeisterin von 2019 und Olympiasiegerin in dieser Disziplin leistete sich einen Schiessfehler.