Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03485.jsonl.gz/348

Das Autorenteam des Buchs «Wirtschaftsgeschichte der Schweiz im 20. Jahrhundert» (vgl. Haupttext) fragt sich auch, wie man den Schweizer Kapitalismus charakterisieren kann.
Auf der Transformationslinie zwischen den Polen Wettbewerbsmarktwirtschaft und koordinierter Marktwirtschaft nimmt die Schweiz eine Stellung zwischen diesen beiden ein. Zwar weist sie typische Zeichen der Wettbewerbslogik auf, beispielsweise den wenig ausgebauten staatlichen Schutz einzelner Akteure, geringe Bindung der Arbeitnehmenden an die Gewerkschaften oder flexible Institutionen. Doch das Land trägt ebenfalls einige Merkmale der koordinierten Marktwirtschaft, beispielsweise die Berufsbildung und die Gesamtarbeitsverträge.
Besonderheiten überall
Selbst in den Koordinierungsmechanismen hat die Schweiz ihre Besonderheiten, vor allem die sogenannte Selbstregulierung, d. h. die Regelung wichtiger Koordinierungsfunktionen innerhalb der Wirtschaft, in Sozialpartnerschaft oder durch die personelle Überlappung von Wirtschaft und Politik. Aufgrund dieser Zusammenspiele kommen die Autoren zum Schluss, das Schweizer System sei ein liberal-korporatistischer Kapitalismus.
Sc