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Die Ruderer Silvan Zehnder und Olivia Wyss stellen sich vor
Silvan Zehnder und Olivia Wyss (beide 24) aus Zürich haben derzeit ein ganz grosses Ziel vor Augen: Die Sommerspiele in London, wo sie als Ruderer auf dem Dorney Lake an den Start gehen wollen. Die Quali ist noch nicht ganz geschafft, trotzdem blicken die beiden voller Zuversicht in die Zukunft.
Olivia und Silvan, Ihr habt alle beide das erklärte Ziel, im Sommer 2012 an den Sommerspielen im Dorney Lake an den Start zu gehen. Nun gibt es beim Rudern ja eine Vielzahl von Kategorien: Einer, Zweier, Doppelzweier, Doppelvierer, etc. In welchen Wettkämpfen startet Ihr und warum?
Silvan: Anders als im Schwimmen fokussieren sich die Ruderer meist nur auf eine Kategorie. Da wir als Leichtgewichtsruderer nur den Doppelzweier oder den Vierer zur Auswahl haben, ist die Wahl relativ einfach. Dennoch ist diese Wahl bei mir noch nicht getätigt. Da der Schweizerische Ruderverband mit einem Pool von Ruderern arbeitet, wird erst an den nationalen Trials im März die definitive Bootszusammensetzung festgelegt.
Olivia: Bei mir ist die Entscheidung sogar noch einfacher: bei den Frauen gibt es nur den Leichtgewichts Doppelzweier! Vielleicht kurz als Erklärung: Im Rudersport gibt es die Offene und die Leichtgewichts-Klasse. Bei den Frauen wägen sich die Athletinnen zwei Stunden vor dem Rennen auf 57.0kg im Durchschnitt ein. Bei den Männern beträgt die Limite 70.0kg.
Welche Hürden müsst Ihr auf dem Weg nach London noch meistern, um die Qualifikation zu schaffen? Sind da Quotenplätze an Pflichtwettkämpfen gefordert oder wie schaut die Marschroute nach London für Euch aus?
Olivia: Ja, die grösste Hürde liegt noch vor uns. In meiner Kategorie wurden die ersten acht Quotenplätze an der WM 2011 vergeben. Da war ich aber nicht am Start… Nun will ich einen der letzten beiden Quotenplätze an der Qualiregatta im Mai erkämpfen. Glücklicherweise findet dieser Wettkampf auf Heimterrain, dem Rotsee, statt. Falls ihr also Zeit und Lust habt, würden wir uns riesig über eure Unterstützung vor Ort freuen!
Silvan: Bei uns hat sich der Vierer bereits an der WM einen Startplatz für die Olympischen Spielen gesichert. An den SRV Trials wird über Matrix-Rennen der schnellste Vierer ausgefahren. Sollte meine Leistung zeigen, dass ich den Vierer schneller mache, würde meinem Start an den Olympischen Spielen fast nichts mehr im Weg stehen. Andernfalls würde ich dieselbe Möglichkeit wie Olivia mit dem Start an der Qualiregatta im Doppelzweier in Angriff nehmen.
Seid Ihr Berufs- bzw. Spitzensportler? Oder arbeitet/studiert Ihr neben dem Sport?
Silvan: Rudersport ist eigentlich mehr eine Passion als eine Arbeit, deshalb war schon immer klar, dass man von diesem zeitintensiven nicht Hobby leben wird. Diese Leidenschaft möchte ich gerne verbreiten, deshalb habe ich zusammen mit Mario Gyr aurum, eine Marke für Ruderbekleidung und -zubehör gegründet.
Olivia: Eigentlich studiere ich Lebensmittelwissenschaften. Da ein Teilzeitstudium wegen der Sessionsprüfungen aber schwierig ist, habe ich entschieden, die Priorität auf den Sport zu setzen. Dass wir den Sport wenigstens vom Pensum her als Profis ausüben können, verdanken wir unseren Sponsoren Garage Konstantin und Basler Stadtkellerei!
Welches sind Eure grössten Erfolge?
Silvan: Meine grössten Erfolge halten sich noch ziemlich in einem engen Rahmen. Doch mit dem Siegen an der Studenten-Weltmeisterschaft und an den Schweizermeisterschaften bin ich am ehesten zufrieden.
Olivia: Meine besten Resultate sind schon ein paar Saisons alt. Die beste Saison hatte ich mit einem Schweizermeistertitel, einem zweiten Rang an der Studenten Weltmeisterschaft und einem dritten Rang an der U23-Weltmeisterschaft.
Wie viele Stunden trainiert Ihr momentan pro Woche? Und wie oft davon auf dem Wasser? Was macht Ihr nebenher noch? Krafttraining, Rumpf-Stabilisation, Ergometer?
Beide: Wir streben rund 24 Stunden Training pro Woche an. Natürlich erreichen wir das nicht immer. Wie die meisten Sportler haben wir Belastungs- und Entlastungswochen, in welcher der Fokus auf Regeneration liegt. Idealerweise absolvieren wir die meisten Trainings im Boot, aber gerade in der Winterzeit gestaltet sich das oftmals schwierig. Also dient der bei den Ruderern wenig beliebte Ergometer als Ersatz. Dafür können wir im Winter ab und zu ein Training auf den Langlaufskis geniessen, was eine wirklich schöne Abwechslung darstellt. Krafttraining und Rumpf-Stabilisation mit instabilen Unterlagen stehen bei unserem Kraftausdauersport immer auf dem Programm.
Welche Rolle spielt die Ernährung im Rudersport? Gibt es Ernährungs-Richtlinien, die ein Profi-Ruderer in Training und Wettkampf beachten muss? Oder was sind Eure ganz persönlichen Tipps in Sachen Sporternährung für Ruderer?
Beide: Als Leichtgewichte ist eine ausgewogene Ernährung elementar. Nicht umsonst hat Olivia aus der Pflicht die Tugend gemacht und deshalb das Lebensmittelwissenschaftsstudium aufgenommen. Im Team erleben wir, dass Ernährung eine sehr individuelle Angelegenheit ist und dabei die Erfahrung eine besonders wichtige Rolle spielt. Ein konkreter Tipp, welcher eine gewisse Allgemeingültigkeit hat: Immer einen Snack vor oder während dem Training am besten im Magen dabei haben! Beim Training mit vollen Energiespeichern nutzt man die volle Leistung seiner Muskeln und auch der Konzentrationskraft besser aus. Also stets ein OatPack (wir wollen wirklich keine Schleichwerbung machen, aber die sind super praktisch und fein) oder ein klassisches Biberli dabei haben.
Welches sind Eure Lieblingsprodukte von Sponser?
Beide: Wir wurden beide schon von unseren Trainern ausgelacht, weil wir immer mit riesen Tüten Sponser Sportnahrung ins Trainingslager angereist sind. Aber mit einem Long Energy (Silvan: Cola, Olivia: Citrus), einem Recovery Shake, Multiprotein, Liquid Energy BCAA und den oben genannten OatPacks lässt es sich einfach besser trainieren. Ganz eine tolle Erfindung finden wir dank dem Vitargo den Carbo Loader und Rennen starten wir eigentlich nie ohne den Activator. Am Saisonhöhepunkt lassen wir es meist noch mit dem Lactat Puffer knallen. Wir haben zwar gerade etwa die ganze Produktelinie aufgeschrieben, aber wir haben auch einen ganzen Schrank für die Sponser Produkte freigemacht.
Und noch eine letzte Frage: Wo kommen eigentlich Eure Ruderboote nach London? Transportiert Ihr die im Flugzeug, mit dem Schiff? Oder rudert Ihr darauf den Rhein hinab nach Rotterdam und von da über den Kanal?! .-)
Silvan: Haha, bitte erzähl nichts unserem Nationaltrainer davon, der könnte sonst noch auf Ideen kommen.
Olivia: Für die Olympischen Spiele dürfen wir unsere Boote auf einen Anhänger verladen, welcher dann durch den Eurotunnel nach London gefahren wird. Wir können in der Zwischenzeit hoffentlich unsere Beine neben einem Notausgang im Flugzeug ausstrecken.
Vielen Dank für Eure Antworten. Wir freuen uns, wenn es mit der Olympia-Teilnahme klappt und wünschen Euch alles Gute!