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Wenn Ex-FCB-Trainer Christian Gross auf Gewalt und Alkoholismus in Sportstadien angesprochen wurde, sagte er stets: "Es ist kein spezifisches, sondern ein gesellschaftliches Problem."
Das stimmt. Und als solches kann man Überkonsum von Alkohol durch ein Verbot, das sich auf den 1. Mai zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort beschränkt, nicht bekämpfen. Und ein spontaner, dezentral organisierter Anlass wie der "Harassenlauf" lässt sich dadurch schon gar nicht verhindern. Ein Verbot provoziert und sollte deshalb mindestens an die Personen gerichtet sein, die man wirklich zur Verantwortung ziehen sollte.
Doch wer sind die Verantwortlichen? Bei Minderjährigen sind deren Eltern die gesetzlichen Vertreter. Obwohl die jungen Menschen durchaus bewusst handeln, liegt auch bei ihren Eltern die Verantwortung. Es ist leider eine Tatsache, dass vermehrt ein Outsourcing von Erziehungsaufgaben im Gange ist. Wir treffen das Problem auch anderswo an: Von den Lehrern wird erwartet, die Kinder nicht nur zu unterrichten, sondern auch massgeblich zu erziehen. Von der Polizei wird nun erwartet, Massnahmen zu ergreifen, die - bildlich gesagt - an den Schlagstock in Schulen zu früheren Zeiten erinnern.
Doch wie kann das Problem gelöst werden und wie entlasten wir staatliche Institutionen, damit sie sich auf ihre Kernarbeit konzentrieren können? Dies ist nicht einfach und erfordert sicherlich tiefgehendere Überlegungen als eine Zusammenkunft von Jugendlichen zu verbieten.