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Kraftwerk Aue
Das Kraftwerk Aue in Baden verfügt über drei Maschinengruppen sowie eine Dotierturbine beim Wehr. Mit einer Stromproduktion von 30 Mio. kWh pro Jahr können rund 7'000 Haushalte mit erneuerbarer Energie aus der Region versorgt werden.
Geschichte Kraftwerke Aue
Das Kraftwerk Aue entstand in den Jahren 1907 bis 1909 auf dem Areal der ehemaligen Spinnerei Spoerry. Nach einem verheerenden Brand 1904 verkaufte der Spinnereibesitzer das gesamte Areal inklusive der Wasserkraftanlage an die Electrizitätsgesellschaft Baden AG, der Vorvorgängerin der heutigen Regionalwerke AG Baden. Nach dem Ausbau zur elektrischen Energieerzeugung nahmen 1909 die ersten beiden Maschinengruppen ihren Betrieb auf. Damit war es möglich, mit den Kraftwerken Kappelerhof, der neuen Aue und der Dampfreserveanlage den gesamten damaligen Strombedarf der Stadt Baden zu decken. Weitere Ausbauten erfolgten 1925 sowie 1966, als die hydraulische Wehranlage mit Klappen und Segmentschützen errichtet wurde sowie zwei moderne - noch heute in Betrieb stehende - Kaplan-Turbinen eingebaut wurden.
Erweiterung und Neukonzessionierung KW Aue 2011 - 2014
Die Maschinengruppen 1 und 2 beim Hauptkraftwerk wurden im Jahr 1966 eingebaut. Die Maschinengruppe 3 (Konus-Francis-Turbine) mit einer Leistung von einem MW war seit 1925 in Betrieb. Die älteste Maschinengruppe wurde für die Neukonzessionierung bis 2074 durch eine neue Kaplan-Turbine mit einer höheren Leistung und einem höheren Wirkungsgrad ersetzt. Mit der Neukonzessionierung des Kraftwerks Aue wurde die Limmatkraftwerke AG verpflichtet, die neusten gesetzlichen Anforderungen und Vorschriften einzuhalten. Basierend auf dem neuen Gewässerschutzgesetz sind die Restwassermengen zu erhöhen, um den Lebewesen im Fluss optimalere Lebensbedingungen zu ermöglichen. Damit diese höheren Restwassermengen genutzt werden können, hat sich die LKW entschlossen ein Dotierkraftwerk über die Fallhöhe des Stauwehrs für die Produktion von erneuerbarer Energie zu bauen.
Der sinnvolle Ausbau der Produktionskapazitäten konnte unter Berücksichtigung aller Interessensgruppen erfolgreich realisiert werden. Für Mensch und Natur wurden ökologische Ausgleichsmassnahmen getroffen, welche den Lebens- und Erholungsraum in und an der Limmat aufgewertet hat. So ist beispielsweise die Kraftwerksinsel in der Aue neu bepflanzt worden. Artenfremde Pflanzen wurden aufwändig entfernt und durch Bäume und Sträucher ersetzt, wie sie in einem Auenwald vorkommen. Strukturelemente wie Raubäume und Störsteine im Flussbett bieten Fischen und weiteren Lebewesen im Wasser Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten. Mit dem Rückbau der Kanalmauer wurde die bisherige Sackgasse für Fische im Unterwasserkanal aufgehoben. Drahtschotterkörbe und Trockensteinmauern bieten Vögel und Amphibien Lebensraum. Das Kraftwerk Aue verfügt neben einer nach neusten Erkenntnissen erstellten Fischtreppe über eine Fischabstiegshilfe, damit die Fische gefahrlos vom Oberwasser ins Unterwasser gelangen können. Ein Horizontalrechen mit geringer Stabweite sorgt dafür, dass die Fische nicht in die Turbine gelangen.
Doch nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt profitieren. Auch für die erholungssuchenden Menschen wurden viele Aufwertungsmassnahmen realisiert. Für die Bootsfahrer wurde eine neue Übersetzstelle beim Wehr geschaffen und für die Kanuten eine neue Wildwasserstrecke. Die Wege wurden neu angelegt, Gehölze zurückgeschnitten und die allseits beliebte Freiluftbar "Triebguet" wurde gemeinsam mit dem Betreiberteam neu erstellt.
|Technische Daten||Hauptkraftwerk Aue||Dotierkraftwerk Aue|
|Turbinen|
2 x Kaplan-Rohrturbinen
1 x Kegelradrohrturbine
|1 x Kegelradrohrturbine|
|Leistung|
2 x 1.6 MW
1 x 2 MW
|1 x 0.5 MW|
|Wassernutzung (max.)||117 m3/s||14 m3/s|
|Bruttofallhöhe||5.8 m||4.5 m|
|Mittlere Jahresproduktion||27 GWh||3.0 GWh|