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Olympia-Gold für Federer/Wawrinka im Doppel
Roger Federer und Stanislas Wawrinka sind Olympiasieger im Tennis-Doppel. Die beiden Schweizer gewannen den Final gegen Johansson/Aspelin (Sd) 6:3, 6:4, 6:7 (4:7) und 6:3.
Nach dem Exploit von Fabian Cancellara im Zeitfahren kann die Schweizer Delegation damit ihre zweite Goldmedaille feiern. Dazu gab es schon dreimal Bronze. Dieser Sieg stellt vor allem für Roger Federer eine grosse Genugtuung dar. Nach seinem Ausscheiden im Einzel-Viertelfinal gegen James Blake (und den vorgängigen Enttäuschungen in den Turnieren von Toronto und Cincinnati) zeigte der nun im Kanton Schwyz wohnhafte Baselbieter eine grossartige Reaktion. Nach zwölf Grand-Slam-Siegen kann er sich endlich auch über einen Erfolg an Olympischen Spielen freuen.
Auch für Stanislaw Wawrinka stellt diese Goldmedaille ein Kompensation dar nach einem unerwartet frühen Ausscheiden gegen den Österreicher Jürgen Melzer im Einzelturnier. Dieser Triumph eröffnet auch Perspektiven für den Daviscup, zumal Federer und Wawrinka im Verlaufe des Turniers immer besser harmonierten.
Die beiden Schweizer konzentrierten sich meist auf den schwächeren der beiden Schweden, Simon Aspelin, und nahmen diesem je einmal pro Satz den Aufschlag ab. Aspelin hatte auch bei den weiteren Aufschlägen Mühe, diese durchzubringen. Doch ausgerechnet im Tie-Break spielte er stark, ehe er im 4. Satz zum 4. Mal seinen Service abgab. Das bedeutete die Vorentscheidung. Federer/Wawrinka gaben sich keine Blösse mehr und schlossen den Match nach 2:48 Stunden mit dem ersten Matchball ab. Für den Schweizer Tennissport ist dies der zweite Olympiasieg nach Marc Rosset 1992 in Barcelona im Einzelturnier.
Zu Beginn hatte Roger Federer bei seinen Aufschlägen in der Regel nur einen Punkt abgegeben, Wawrinka maximal deren zwei. Mit zunehmender Spieldauer stellten sich die Skandinavier aber immer besser auf das Schweizer Duo ein, das bei diesem Turnier noch keinen Satz abgegeben hatte, und brachte dieses wiederholt in Bedrängnis. Im zweiten Satz vermochte Federer beim Stande von 3:2 einen Serviceverlust noch mit einem Ass zu verhindern. Doch zu Beginn des dritten Satzes musste er bei seinem Aufschlag Johansson/Aspelin ein Break zugestehen, das die Schweizer zwar postwendend - wieder bei Aspelin-Aufschlag - kompensieren konnten. Je ein Mini-Break gegen Federer und Wawrinka im Tie-Break waren dann aber zuviel.
Der schon 34-jährige Aspelin ist zwar ein guter Doppelspieler und die Nummer 9 der Welt. Einzel hat er aber seit dem Jahr 2000 keine mehr bestritten. Sein bestes Ranking war der 436. Platz. Partner Thomas Johansson gewann dagegen, im Jahr 2002, schon einmal ein Grand-Slam-Turnier (Melbourne), ist aber auch schon 33-jährig. Zurzeit steht er auf Position 66 der Weltrangliste.