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Hottingersaal
GZ Hottingen
Gemeindestrasse 54
8032 Zürich
Anmeldung: <email-pii> oder 044 915 28 63
Die russische Revolution von 1917 hatte grossen Einfluss auf die Geschlechterbeziehung und förderte die Gleichstellung von Mann und Frau. Der berühmteste sowjetische Spielfilm der 1920er Jahre, der das populäre Konzept der freien Liebe propagiert, ist «Bett und Sofa» (1927) des Regisseurs Abram Room nach dem Drehbuch des Kritikers und Schriftstellers Viktor Schklowski. Darin wird das Verhältnis einer Frau – als reales Vorbild diente die ausgebildete Architektin Lilja Brik, die Geliebte des Dichters Wladimir Majakowski – zu zwei Männern beleuchtet. Sie verlässt letztlich als Schwangere beide und übernimmt die Verantwortung für sich und ihr Kind.
In einer Einführung wird Karen Roth auf das Thema «Dreiecksbeziehungen» eingehen, in deren Mittelpunkt die Schwestern Lilja und Ella Kagan stehen, die als Lilja Brik und Elsa Triolet ganz unterschiedliche Karrieren eingeschlagen haben. Auch durch ihre beiden Ehemänner Ossip Brik und Louis Aragon war ihr intellektueller Kreis faszinierend gross; Beide waren nicht nur Musen, sondern auch eigenständige Denkerinnen und Autorinnen.
Dem Stummfilm «Bett und Sofa», dessen Drehbuchautor Viktor Schklowski ebenfalls eng mit den Kagan-Schwestern verbunden war, hat die Pianistin Karin Weissberg Musik «auf den Leib» geschrieben. Neben Leitmotiven zu den Hauptfiguren finden sich darin Anklänge an die 20er-Jahre des letzten Jahrhunderts sowie Themen, die den verschiedenen Stimmungslagen der Protagonisten nachspüren.