Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/86713

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bund soll unter Einbezug der Kantone eine Strategie festlegen, in welcher er aufzeigt, wie er die Chancengerechtigkeit im Bildungswesen verbessern will.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der Problematik der Ungleichheiten im schweizerischen Bildungswesen bewusst. Mangelnde Chancengerechtigkeit hat nicht nur Benachteiligungen einzelner bildungswilliger Individuen zur Folge. Sie kann sich darüber hinaus negativ auf die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems und auf die Gesellschaft als Ganzes auswirken. </p><p>Chancengerechtigkeit ist ein Begriff, dessen Verständnis Gegenstand intensiver Diskussionen ist. Dasselbe gilt für die Frage, welche Massnahmen zu ergreifen sind, um das Problem von Benachteiligungen im Bildungswesen anzugehen und zu lösen. Ungleiche Chancen sind ein sehr komplexes Phänomen. Mögliche Ursachen können sozioökonomischer oder geschlechtsspezifischer Natur sein oder auf mangelnde Sprachkompetenzen, kulturelle Unterschiede sowie körperliche und geistige Behinderungen zurückzuführen sein. Die Vorstellungen, wie mit diesen Sachverhalten umgegangen werden soll, sind unterschiedlich und auch kontrovers. </p><p>Die Festlegung einer Strategie für die Verbesserung der Chancengerechtigkeit im Bildungswesen bedarf somit vorgängig einer vertieften Klärung der Frage, was mit Bezug auf Bildung als gerecht zu verstehen ist. Dies bedingt, dass auf gesicherte Fakten und auf ein entsprechendes analytisches Instrumentarium zurückgegriffen werden kann. Wie im 2006 erstmals als Pilotprojekt erschienenen Bildungsbericht Schweiz festgehalten wird, bestehen diesbezüglich mehrfach Lücken. Ihre Behebung wird eines der Hauptthemen des Bildungsberichts sein, der 2010 publiziert werden wird. Damit werden wesentlich bessere Voraussetzungen vorhanden sein, um die Anliegen der Motionärin zu prüfen und gegebenenfalls Massnahmen vorzusehen, zumal bis zu diesem Zeitpunkt auch die Erkenntnisse des Nationalen Forschungsprogramms 51, "Integration und Ausschluss", vorliegen werden. </p><p>Der Bundesrat beantragt aus diesen Gründen die Ablehnung der Motion. Sollte sie im Erstrat angenommen werden, würde der Bundesrat im Zweitrat beantragen, die Motion in einen Prüfungsauftrag abzuändern.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.