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Elham, ein 12-jähriges Mädchen aus dem Iran, wurde 2014 mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) diagnostiziert, einer Krebsart, welche durch eine übermässige Produktion von unreifen weissen Blutkörperchen charakterisiert ist, was die Vitalfunktionen des Körpers beeinträchtigt. Als diese Krankheit bei Elham diagnostiziert wurde, war ihre Mutter mit ihrem zweiten Kind, Fatima, schwanger, was zum entscheidenden Erfolgsfaktor bei der Behandlung ihrer älteren Schwester wurde.
Momentan wird Nabelschnurblut zur Behandlung von über 80 Erkrankungen eingesetzt, wie verschiedenen Typen von Leukämien, Lymphomen, Anämie, Hämoglobinopathien und angeborenen Immundefizienzen. Nabelschnurblut kann wie Knochenmark für eine hämatopoetische Transplantation verwendet werden, um dem Empfänger ein neues, gesundes Immunsystem zu übertragen. Das Haupthindernis für Patienten, die eine hämatopoetische Transplantation benötigen, ist immer noch, einen geeigneten Spender zu finden. Die Wahrscheinlichkeit, einen kompatiblen Spender innerhalb der Familie zu finden, liegt bei 30%. Die Wahrscheinlichkeit der Kompatibilität zwischen Geschwistern ist 25%; hat der Patient zwei Geschwister, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie kompatibel zueinander sind, auf 43,7% an. Wenn kein kompatibles Familienmitglied gefunden werden kann, ist es notwendig, einen nicht verwandten Spender zu suchen. Allerdings ist es immer noch schwierig, einen nicht verwandten kompatiblen Spender zu finden, obwohl mittlerweile 20 Millionen Knochenmarkspender in internationalen Datenbanken registriert sind. Die verwandte hämatopoetische Transplantation (Spender und Empfänger gehören zur selben Familie) zeigt bessere Ergebnisse als die nicht-verwandte Transplantation. Weiterhin hat die Transplantation von Nabelschnurblut Vorteile gegenüber der von Knochenmark, wie die höhere Zulässigkeit eines HLA mismatches, das reduzierte Risiko von Infektionen und das reduzierte Risiko der Graft-versus-Host-Erkrankung, eine häufige Komplikation bei hämatopoetischen Transplantationen, die fatal sein kann.
Verwendung von kryokonserviertem Nabelschnurblut zur Behandlung von Leukämie
Folgend ihrer ALL-Diagnose wurde Elham zunächst mittels Chemotherapie behandelt. Da aber drei Chemotherapie-Behandlungen nicht ausreichten, um die Krankheit auszulöschen, beschlossen die Ärzte, mit einer Knochenmarkstransplantation fortzufahren. Unglücklicherweise war niemand aus Elhams Familie ein kompatibler Spender. Als den Ärzten klar wurde, dass Elhams Mutter schwanger war, schlugen sie vor, das Nabelschnurblut des Babys zu sammeln und zu lagern, so dass es im Falle einer Kompatibilität zwischen den beiden Schwestern für eine Transplantation zur Verfügung stand.
Das Nabelschnurblut wurde während Fatimas Geburt erfolgreich gesammelt und bei der Royan Stem Cell Technology Bank eingelagert. Die Resultate des Kompatibilitätstests zeigten eine 100%ige Kompatibilität zwischen den Geschwistern, so dass es möglich war, Fatimas Nabelschnurblut-Probe zur Behandlung ihrer Schwester einzusetzen. Um die Erfolgsrate der Prozedur zu erhöhen und auch das Gewicht von Elham, 60 kg, zu berücksichtigen, beschlossen die Ärzte, zwei Nabelschnurblut-Proben zu verwenden: Die, welche während der Geburt ihrer Schwester gesammelt wurde, und eine weitere Probe, welche bei der gleichen Bank gelagert war. Die Transplantation wurde erfolgreich im Shariati-Spital durchgeführt und Elham ist nun geheilt und gesund. Elham und ihre Eltern waren über den Erfolg der Transplantation und die Art, wie ihre Schwester zu ihrer Behandlung beitragen konnte, welche ihr das Leben rettete, überrascht.
Referenz:
https://parentsguidecordblood.org/en/news/sibling-umbilical-cord-blood-stem-cells-conveyed-warmth-life