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Der Brite spielte den berühmtesten Bösewicht der Filmgeschichte – und hatte von allen «Star Wars»-Darstellern den schwierigsten Stand.
Der britische Schauspieler David Prowse wurde mit der Rolle des Darth Vader in den «Star Wars»-Filmen berühmt. Hier in einer Aufnahme aus dem Jahr 2015.
Schon mit seiner ersten Szene im Film «Star Wars» (1977) hinterliess er einen bleibenden Eindruck. Die feindlichen Sturmtruppen, in schneeweisse Rüstungen gekleidet, haben gerade mit eindringlichem Laserfeuer die Rebellen vertrieben. Da erscheint in dem weissen, dichten Rauch, der im Gang aufsteigt, plötzlich eine Gestalt, komplett in Schwarz und alle überragend: Darth Vader. Die Inkarnation des Bösen.
Unter der Rüstung steckte der Schauspieler David Prowse. Der 198 Zentimeter grosse Brite spielte den berühmtesten Schurken der Filmgeschichte zwar auch in den beiden Fortsetzungen «The Empire Strikes Back» (1980) und «Return of the Jedi» (1983). Doch seinen Namen kennen, abgesehen von den Fans der «Star Wars»-Filme, selbst heute nur wenige.
Denn Prowse verlieh Darth Vader weder die bedrohlich tiefe Stimme (diese gehört dem amerikanischen Schauspieler James Earl Jones) noch die mechanisch-röchelnden Atemgeräusche (eine Kreation des Tontüftlers Ben Burtt). Für seine Kampfszenen sprang ein Double mit Fechterfahrung ein. Und als in seiner letzten Szene erstmals Vaders berühmte Maske entfernt wurde, erschien darunter nicht Prowse’ Gesicht, sondern jenes eines anderen Schauspielers, Sebastian Shaw – der nur für diese eine Szene gecastet wurde.
Wenig Freunde auf dem Set
Prowse kam 1935 in der englischen Grafschaft Bristol zur Welt. Im Alter von 27 Jahren wurde er britischer Meister im Gewichtheben. Sein Auftritt als Superheld Green Cross Code Man im Rahmen einer Kampagne für die Strassensicherheit machte ihn Mitte der siebziger Jahre landesweit berühmt. 2010 verlieh ihm das britische Königshaus dafür den Orden MBE.
Die Aufmerksamkeit des «Star Wars»-Erfinders George Lucas, mit dem er sich Jahre später zerstritt, erlangte Prowse 1971 mit einem Kurzauftritt als Leibwächter im Film «A Clockwork Orange» von Stanley Kubrick. Beim Dreh von «Star Wars» sprach Prowse noch sämtliche Dialoge seiner Figur, doch Lucas schwebte für Vader eine tiefere Stimme mit mehr Widerhall vor. Die 2016 verstorbene Prinzessin-Leia-Darstellerin Carrie Fisher verriet 2004 in einer Fernsehdokumentation, dass sie und andere Darsteller Prowse wegen seines dicken Akzents auf dem Set als «Darth Farmer» bezeichnet hätten.
Prowse zerstritt sich bei den Dreharbeiten auch mehrmals mit dem Stunt-Choreografen Bob Anderson. Weil Prowse bei den Proben der Kampfszenen die Lichtschwertrequisiten zu stark in Mitleidenschaft zog, schlüpfte Anderson für den Dreh der entsprechenden Szenen kurzerhand selber in die Vader-Rüstung. In einem entscheidenden Fall behielt Prowse aber die Oberhand: Die actionreiche Szene, in der der zum Guten bekehrte Vader seinen Meister, den Imperator, hochhebt und in einen tiefen Schacht hinunterwirft, durfte er spielen – nach langem Einreden auf den Regisseur Richard Marquand.
Fans liebten ihn für seine Ehrlichkeit
Mehr Anerkennung fand Prowse erst um die Jahrtausendwende auf den zahlreichen «Star Wars»-Fan-Conventions, wo er wegen seiner offenen Art ein gerngesehener Gast war. Wer ihm in den Hallen solcher Events über den Weg lief, dem erzählte Prowse bereitwillig, dass er von allen ursprünglichen «Star Wars»-Darstellern das schwerste Los gezogen habe. 2010 wurde ihm von Lucas die Teilnahme an weiteren Conventions untersagt.
Nun ist David Prowse im Alter von 85 Jahren gestorben, wie die BBC am Sonntag unter Berufung auf seinen Agenten Thomas Bowington meldete. «Möge die Macht immer mit ihm sein!», sagte Bowington gemäss der Meldung. Prowse sei nach kurzer Krankheit gestorben – ein Verlust für «Millionen von Fans auf der ganzen Welt».
Prowse’ Auftritt unter der ikonischen schwarzen Rüstung blieb lange verkannt. Aber ohne ihn wäre Darth Vader zweifellos nur halb so imposant.