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(franz., v. ital.
rêndita), im allgemeinen jedes feste Einkommen, welches ohne entsprechende Gegenleistung, insbesondere aus einem angelegten
Kapital, bezogen wird. In diesem Sinn spricht man von der Rente, die ein Haus, ein Grundstück (s. Bodenrente),
ein Staatspapier abwirft. Im engern Sinn sind Renten fortlaufende, vertragsmäßig festgesetzte Geldbezüge, welche die Zinsen
oder auch Zinsen und Tilgungsbeträge eines Leihkapitals darstellen, oder deren Zahlung auf einer andern Verpflichtung beruht.
DaherZins- und Rentenrechnung die Rechnung, welche solche Renten summiert oder Summen in Renten auflöst;
daher Rentier derjenige, welcher Renten insbesondere in solchem Betrag bezieht, daß er mit denselben seinen Unterhalt reichlich
zu decken vermag. Man unterscheidet aussetzende (intermittierende) Renten, welche, im Gegensatz zu den jährlichen (Jahresrenten),
periodisch eingehen, ewige oder immerwährende und Zeitrenten, welche für eine von vornherein festgesetzte oder
von äußern Umständen abhängige begrenzte Zeitdauer bezogen werden.
Lebensrente ist eine Rente, deren Auszahlung so lange erfolgt, als der Empfänger oder eine bestimmte dritte Person lebt (Leibrente),
oder nur solange, als zwei oder mehrere Personen zusammen leben (Verbindungsrente), oder so lange, als von mehreren Personen
noch eine am Leben ist, indem die Anteile der Absterbenden den Überlebenden zuwachsen (Tontine, vom Italiener
Tonti erfunden). Bisweilen wird auch das sogen. Leibgedinge (s. d.) als Leibrente bezeichnet. Staatsrente ist die Rente, die der
Staat zuweilen auf Lebenszeit oder eine bestimmte Frist zahlt (Rentenschuld), oder auch der Zins einer nur von seiten des Gläubigers
unkündbaren Staatsschuld; Rententitres, Rentencertifikate oder Renteninskriptionen die Schuldverschreibungen,
welche zur Legitimation bei der Zinserhebung dienen und den Namen des Besitzers sowie den Betrag der ihm zustehenden Rente enthalten.
Früher war die Verpflichtung zur Zahlung einer Rente vielfach mit dem Besitz eines Grundstücks verbunden; sie trug demgemäß
den Charakter einer Reallast (s. d.). Viele dieser Renten waren ursprünglich
aus der Grund- und Vogteiherrschaft herausgewachsen und konnten erkauft werden. Andre wurden durch den sogen. Rentenkauf begründet,
indem der Besitzer des Grundstücks (Rentenverkäufer) sich zur Zahlung einer wiederkehrende Rente (Zins, Gült, Grundzins) an den
Rentenkäufer und an dessen Rechtsnachfolger gegen Empfang eines Kapitals verpflichtete.
sollte die Rente später »durchaus
ablösig« sein gegen Rückerstattung des Kaufpreises (»Wiederlösung«).
Der Übergang von der von der Kirche nicht gebilligten Satzung (s. d.) zum Rentenkauf, welchen die Kirche nicht beanstandete
und auch Reichspolizeiordnungen des 16. Jahrh. als einzig erlaubte Art zinsbaren Darlehens zugestanden,
war als ein wirtschaftlicher Fortschritt zu betrachten. Bei demselben war der Gläubiger geschützt durch sein dingliches Recht,
der Schuldner aber auch gleichzeitig gesichert gegen ungelegene Kündigung.
Auch stand die an und für sich einer tüchtigen Wirtschaft nicht im Weg. Der Rentenkauf war ein bequemes Mittel zur Umgehung
des kanonischen Zinsverbots; er war ferner notwendig, um das Darlehen über den Tod des Schuldners hinaus
zu sichern, weil der Erbe die persönlichen Schulden des Erblassers nur aus dem Mobiliarvermögen zu zahlen brauchte, und fand
deswegen im Mittelalter, wo der persönliche Kredit wenig entwickelt war und gerade der Grund und Boden eine
hervorragende Rolle spielte, eine große Verbreitung.