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Donald Trump drückt aufs Gas und will die US-Wirtschaft in ähnlicher Weise stimulieren, wie es Ronald Reagan in den achtziger Jahren des letzten Jahrhundert mit Erfolg praktiziert hat. Dan Roberts war in dieser Zeit als Berater in der Reagan-Administration tätig. Heute ist er CIO der US-Boutique MacKay Shields und dieser Funktion auch für fünf Obligationenfonds von Nordea mit mehrerern Milliarden Dollar Vermögen verantwortlich.
Anlässlich einer Präsentation in Zürich zog er den Vergleich zwischen den von Trump geplanten Massnahmen und den in der Aera Reagan praktizierten Supplpy Side Economics. "Die Märkte schauen sich an, was unter Reagan passiert ist und fragen sich, ob das auch unter Trump funktionieren wird," meint Roberts, "der Effekt wird aber nicht annähernd so stimulierend ausfallen." Grund dafür ist die völlig andere Ausgangslage der Wirtschaft. Reagan trat an bei stagnierender Wirtschaft, 13% Inflation, einer Fed Funds Rate von 22% und einer Arbeitslosenrate von 7,5%. Bei Trumps Amtsbeginn lag das BIP-Wachstum in den USA bei 2%, die Inflation bei 2%, die Fed Funds Rate bei 0% und die Arbeitslosenrate bei 4,7%.
In den Achtzigern senkte Reagan den Spitzensteuersatz bei der Einkommensteuer von total 84 % auf unter 30% und konnte damit einen hohen Impuls in die Wirtschaft aussenden. "Ein Dollar Taxcut hat einen dreimal so hohen Effekt aufs Bruttoinlandprodukt," sagt Roberts. Zudem tragen die höchsten Progressionsstufen am meisten zum Steueraufkommen bei. Reagan gelang es, dieses trotz massiver Steuersenkungen zu steigern. Trump hat Steuerkürzungen von 39,6% auf 33% angekündigt. Der Effekt wird entsprechend viel niedriger ausfallen.
Auch die angekündigten Investitionen in dei Infrastruktur dürften die Wirtschaft nur wenig vorwärts bringen. "Bei nahezu Vollbeschäftigung wie heute wirkt sich ein derartiger Stimulus vor allem auf die Löhne aus. Es macht für das Wirtschaftswachstum keinen Unterschied, ob der Arbeiter ein Haus für einen privaten Bauherrn oder jetzt eine Brücke für den Staat baut," meint Roberts. Die Höheren Löhne werden die Inflation anheizen und damit zu steigenden Zinsen führen. Und zu einem höheren Staatsdefizit.
De angekündigte Abschiebung der illegalen Einwanderer würde ebenfalls Lohn treibend wirken. In der Landwirtschaft machen diese Arbeitskräfte 20% der Beschäftigten aus. Auch die mögliche Rückkehr von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt könnte den Wegfall von 8 Millionen illegalen Immigranten nicht kompensieren, machen letztere doch höchstens 2 Millionen aus.
Gemäss Roberts haben sich die Aussichten auf zusätzliche Stimulationsmassnahmen durch Trumponomics bereits auf die Märkte ausgewirkt, indem Aktien und die Obligationen mit hohen Risiken teuer geworden sind. Insbesondere die Spreads von Anleihen von Commodity-Firmen sind sehr stark gefallen. "Wir haben daher Risiken aus allen Portfolios genommen," sagt Roberts. "Man muss das Heu einfahren, so lange die Sonne scheint." Denn falls die Trendwende eintritt, werde es bei den Hochrisikopapieren schwierig, zu verkaufen.