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Labyrinth (1986)
Labyrinth (1986)
Oder: Verloren in den 80-ern
Wiedermal ist es Wochenende. Wiedermal hat Sarah (Jennifer Connelly) die Zeit vergessen und wiedermal muss das junge Mädchen für ihre Stiefmutter auf den kleinen, quängeligen Bruder aufpassen. Und der gibt Vollgas. Nichts ist mit Schlafen oder Ruhe geben. Nein, der Balg schreit, plärrt und Sarah kann nicht mehr. Sie wünscht, dass doch bitte einmal der König der Kobolde (David Bowie) kommen würde und den Schreihals in seinen Palast nähme.
Gesagt, getan. Der König steht im Zimmer, der kleine Bruder ist weg. Und Sarah bekommt 13 Stunden Zeit, um das unüberwindbar scheinende Labyrinth zu bezwingen. Ansonsten wird aus dem kleinen Bruder ein kleiner Kobold.
Sarah macht sich auf den Weg und wäre verloren, würden da im Labyrinth nicht ein paar ganz komische Gestalten auf sie warten. Kleine Raupen, runzelige und mürrische Kobolde oder auch rattenartige Soldaten. Dank ihnen überwindet Sarah die ersten Hindernisse und fühlt sich bereits als Siegerin. Doch da erscheint der König der Kobolde und lässt den Countdown ein bisschen schneller ticken....
DVD-Rating
Jim Henson ist nicht nur der geistige Vater der Muppets, sondern hat auch andere, fantasievolle Puppen zum Leben erweckt. The Dark Crystal sei hier als Beispiel erwähnt. Vier Jahre vor seinem Tod schuf der Mann Labyrinth, das damals in den 80-er Jahren natürlich für Furore sorgte. Dennoch war der Film an den Kinokassen nicht besonders erfolgreich. Trotz David Bowie und einer niedlichen, die Zimmer der Teenager als Poster füllenden, Jennifer Connelly.
Die Dame, heute bekannt aus Hulk oder A Beautiful Mind stapft zwar etwas gar steif und mimiklos durch die Puppenkiste, aber ihre Pfausbäckchen sind schon herzig. Ihr gegenüber, sozusagen als Meister der Puppenvölker, spielt David Bowie, der ausserdem noch ein paar Songs schmettern darf und beweist, dass er für seine Darstellung in The Prestige doch einiges an Schauspielunterricht geniessen durfte. Damals stand er einfach rum, jonglierte Glaskugeln, sang seine Songs und zog wohl in den Drehpausen sein Make-Up nach. Hey, s'waren die 80-er. Das war erlaubt, damals....
Der Film an sich ist natürlich keine grosse Sache. Die Geschichte wird dankenderweise schnell gestartet und danach folgen 90 Minuten Vorstellungen irgendwelcher Viecher aus dem Keller von Jim Henson. Wem das gefällt, der wird sich ab der Fantasie teilweise die Augen reiben. Wer allerdings bereits bei Kermit und Miss Piggy genervt zur Seite guckt, der wird bei Labyrinth bereits nach ein paar Minuten den TV ausmachen.
Fazit: Labyrinth ist ein Film für Liebhaber von Puppen-Animation, David Bowie oder den 80-er Jahren. Die Viecher sind teilweise lustig, die singenden Zwischensequenzen nervig (aber wohl nötig) und die Message des Films noch immer aktuell. Ein Blick drauf schadet nicht. Wems nicht gefällt, darf sich weiterhin animierte Alternativen angucken.
Die DVD kommt als "Special Edition" auf den Markt, die als Bonusmaterial natürlich vorgängig die Animationen der Puppen als Thema hat. In einem ausführlichen Making-Of erzählt man uns auch, warum David Bowie und nicht Michael Jackson die Rolle als König der Kobolde spielen sollte und in den zahlreichen Interviews wird klar, dass diese Art von Film enorm aufwändig und stressig ist. Ein paar schöne Fotogalerien runden das Angebot ab, das sich für Interessierte sicherlich lohnt, für den Normalgucker aber teilweise recht ins Technische abdriftet.
Auf der technischen Seite kommts ganz dick. Der Ton ist im blechernen Surround zu hören und die Dialoge werden regelmässig von irgendwelchem Donnergrollen übertönt. Das Bild ist zeitweise unscharf und wurde weder überarbeitet, noch irgendwie an die Moderne angepasst.
Anfang August 2007 wird die DVD in (hoffentlich) überarbeiteter Fassung als Doppel-DVD neu auf den Markt kommen. Da spricht man auch von mehr Extras und natürlich von besserer Bild- und Tonqualität.
OutNow.CH:
20.07.2007 / muri
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