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Aufbau der Darmflora: Anleitung und Tipps
Darmflora: Die Definition
Der Begriff Darmflora umschreibt die Gesamtheit aller Mikroorganismen im Darm des Menschen. Dazu zählen nicht nur die nützlichen Darmbakterien, sondern auch die im Darm ansässigen schädlichen Bakterien und Pilze.
Alle diese Mikroorganismen besiedeln im Grunde den gesamten Verdauungskanal - von der Mundhöhle bis zum Enddarm. Als Darmflora bezeichnet man jedoch ausschliesslich die Mikroorganismengemeinschaft des Dünn- und Dickdarmes.
Je nachdem, ob die nützlichen Darmbakterien überwiegen oder aber die schädlichen, spricht man von einer gesunden und ausgewogenen Darmflora oder aber von einer gestörten Darmflora.
Gründe, warum Sie Ihre Darmflora aufbauen sollten
Es gibt inzwischen kaum eine chronische Krankheit – Allergien und Autoimmun-erkrankungen eingeschlossen – die man nicht mit einer kranken Darmflora in Verbindung bringen würde. Selbst psychische Beschwerden entwickeln sich offenbar besonders gut, wenn die Darmflora gestört ist.
Menschen mit Arthritis, Menschen mit Multipler Sklerose, Menschen mit Autismus usw. haben eine andere Darmflora – so weiss man – als gesunde Menschen.
Doch nicht nur bei chronischen Krankheiten (oder zur Prävention derselben) sollte man seine Darmflora aufbauen, sondern auch dann, wenn man Medikamente nehmen muss. Viele Medikamente beeinflussen die Darmflora äusserst negativ, allen voran Antibiotika.
Ursachen einer gestörten Darmflora
Die Darmflora wird heute von vielen Faktoren bedroht. Neben einer ungesunden Ernährung , Alkohol, Drogen und einem insgesamt ungünstigen Lebenswandel verändern besonders Antibiotika , aber auch andere Medikamente wie Cortison, Säureblocker (PPI, auch bekannt als "Magenschutz") oder die oft eingenommenen nicht-steroidalen Entzündungshemmer (ASS, Diclofenac, Ibuprofen etc.) die Zusammensetzung der Darmflora negativ und begünstigen damit die Entstehung von chronischen Krankheiten.
Als bewiesen gilt die Tatsache, dass nach einer Antibiotika-Therapie die Darmflora teilweise zerstört wird und sich ihr natürliches Gleichgewicht oft erst nach 6 Monaten wieder regenerieren kann. Wird die Darmflora aber geschädigt, ist automatisch die körpereigene Abwehr geschwächt. Im Körper herrscht sozusagen „Tag der offenen Tür“ für schädliche Bakterien, Pilze, Parasiten und Viren.
Zudem fehlt der oben beschriebene Schutz der Darmschleimhaut. Sie wird angreifbar für schädliche Bakterien, Pilzgifte und andere schädigende Substanzen. Das Leaky Gut Syndrom kann sich entwickeln. Dabei wird die Darmschleimhaut undicht und Bakterien, Pilzgifte oder unverdaute Partikel können in den Blutkreislauf gelangen. Dort führen diese Stoffe zu einer starken Reaktion des Immunsystems, woraus sich nun wiederum zahlreiche Beschwerden entwickeln können. Diese Beschwerden haben oft einen allergischen Hintergrund auf Basis des geschwächten Immunsystems. Wenn Sie solche Beschwerden haben, sollten Sie sich einen Termin beim Allergologen im Gesunheitszentrum Kapf gebnen lassen.
Doch auch ohne Leaky Gut Syndrom führt eine Darmflorastörung (Dysbiose) dazu, dass der Körper insgesamt geschwächt ist, immer anfälliger wird für Störungen, und auch Heilprozesse nur noch langsam verlaufen.
Ferner ist es heute bereits so, dass Kinder meist schon mit einer Darmflorastörung geboren werden bzw. aufgrund von Kaiserschnitt und Babyfertignahrung gar nicht mehr die Gelegenheit erhalten, eine gesunde Darmflora aufzubauen. Wenn ferner die Eltern und Geschwister ebenfalls schon eine ungesunde Darmflorazusammensetzung aufweisen, wird dem neuen Erdenbürger diese Darmflorastörung direkt weiter vererbt . Es ist also heutzutage mehr als notwendig, sich um seine Darmflora zu kümmern, diese zu pflegen und zu hegen und gegebenenfalls neu aufzubauen.
Die Aufgaben der Darmflora
Zu den Aufgaben der Darmflora gehören die folgenden:
- Die Darmflora wehrt die Ansiedlung krankheitserregender Keime ab (schädliche Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze). Die nützlichen Darmbakterien besiedeln zu diesem Zweck die Darmschleimhaut so eng, dass schädliche Keime dort gar keinen Platz mehr finden. Die Darmflora schützt also die Darmschleimhaut.
- Die Darmflora regt die Darmschleimhaut immer wieder zu Regenerationsprozessen an und hält die Darmschleimhaut intakt und gesund.
- Giftige Abbauprodukte, unverdaute Partikel oder auch körpereigene im Darm lokalisierte Immunzellen können bei einer intakten und von der Darmflora geschützten Darmschleimhaut nicht in den Organismus gelangen und dort auch keine Schäden verursachen, wie etwa Infektionen, Allergien oder Autoimmunreaktionen.
- Die Darmflora ist an der Verstoffwechslung der Nahrung und somit an der optimalen Nährstoffverwertung beteiligt.
- Die Darmflora bildet manche Vitamine und Fettsäuren, wovon letztere besonders von den Darmschleimhautzellen als Energiequelle genutzt werden.
- Nützliche Darmbakterien zeigen – wenn man sie in Form von probiotischen Präparaten einnimmt – eine Wirksamkeit bei Durchfall und auch bei Verstopfung .
- Eine gesunde Darmflora trägt zu einem niedrigen Cholesterinspiegel bei.
- Die Darmflora steht in Verbindung zum Gehirn. Eine Schädigung der Darmflora kann daher auch die Entstehung psychischer Erkrankungen begünstigen (bis hin zur Depression).
- Ausserdem weiss man, dass eine gesunde Darmflora bzw. deren Aufbau mit hochwertigen Probiotika Allergien und Infektionen bei Kindern vorbeugen kann.
- Nützliche Darmbakterien gelten ferner als naturheilkundliche Massnahme, um Neurodermitis vorzubeugen oder eine solche zu lindern.
- Eine gesunde Darmflora gehört zu den wichtigsten Präventionsmassnahmen bei chronischen Harnwegsinfekten .
- Nützliche Darmbakterien können zu einem positiven Verlauf von Infektionen der Ohren, der Nase und des Halses beitragen.
- Bei Verdauungsproblemen aller Art ist der Aufbau einer gesunden Darmflora die allererste naturheilkundliche Massnahme, die – idealerweise im Rahmen einer Darmsanierung – insbesondere chronischen Problemen ein Ende bereiten kann.
- Eine der wichtigsten Aufgaben der Darmflora ist jedoch die Unterstützung und das Training des Immunsystems:
Die Darmflora und das Immunsystem
Zwischen der Darmflora und dem Immunsystem findet eine ständige Interaktion statt. Ja, die Darmflora beeinflusst permanent sowohl das angeborene wie auch das erworbene Immunsystem und spielt somit für die körpereigene Abwehrkraft eine entscheidende Rolle.
Italienische Forscher schrieben 2013 im Fachjournal European review for medical and pharmacological sciences , dass es für die positive Wirkung der Darmflora auf das Immunsystem immer mehr Beweise gäbe. Sie erklärten:
"Die Darmflora hat schützende, stoffwechselanregende, nährende und immunologische Funktionen. Sie steht mit dem humoralen und dem zellulären Immunsystem in regem Austausch. Sobald irgendwo in dieser Kommunikation auch nur ein kleiner Fehler ist, können chronisch entzündliche Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen entstehen. Aus unseren Daten ist nun ersichtlich, dass Probiotika (probiotische Präparate) in der Therapie von Krankheiten, die sich aus einer Störung des Immunsystems entwickelt haben, äusserst vorteilhaft wirken können."
Sie wollen Ihre Darmflora aufbauen? Sprechen Sie mit Ihrem Facharzt im Gesundheitszentrum Kapf!
Wie immer besprechen Sie die genannten Massnahmen am besten mit einem Arzt, ganz besonders dann, wenn Sie an chronischen Krankheiten leiden und bereits Medikamente einnehmen. Denn die Kur zum Aufbau der Darmflora kann Ihre Beschwerden bessern, so dass z. B. Blutdruck , Cholesterin etc. engmaschiger kontrolliert werden sollten, um bei einer Besserung rechtzeitig die bisherige Medikamentendosis reduzieren zu können. Im Gesundheitszentrum Kapf werden Sie neben Hausärzten auch von Allergologen beraten und behandelt, was besonders bei allergischen Symptomen wie Nahrungsmittel-unverträglichkeiten von Wichtigkeit ist.
Der Artikel hat Ihnen gefallen und Sie wollen mehr zur Darmgesundheit bei akuten oder chronischen Erkrankungen im Kindes- oder Erwachsenenalter wissen?
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Wir erwarten gerne Ihren Anruf.
Quellen
- Tompkins TA et al., The impact of meals on a probiotic during transit through a model of the human upper gastrointestinal tract., Beneficial Microbes, 2011 Dec 1;2(4):295-30
- Indrio F, Di Mauro A et al., Prophylactic Use of a Probiotic in the Prevention of Colic, Regurgitation, and Functional Constipation, JAMA Pediatr., Januar 2013
- Lida N, Dzutsev A, Commensal Bacteria Control Cancer Response to Therapy by Modulating the Tumor Microenvironment, Science, November 2013
- Liou AP, Paziuk, Conserved Shifts in the Gut Microbiota Due to Gastric Bypass Reduce Host Weight and Adiposity, Science Transl Med, März 2013
- Purchiaroni F, Tortora A et al., The role of intestinal microbiota and the immune system. Februar 2013, European review for medical and pharmacologica sciences
- Rogers MA et al., The influence of non-steroidal anti-inflammatory drugs on the gut microbiome., Clin Microbiol Infect. Februar 2016
- Imhann, F et al., Proton pump inhibitors affect the gut microbiome., Gut, Mai 2016
- Rogers GB et al., From gut dysbiosis to altered brain function and mental illness: mechanisms and pathways., Molecular Psychiatry, April 2016