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Luftaufnahmen von Saignelégier
Saignelégier bestand nicht als Dorf vor den grossen Rodungen des 14. Jahrhunderts. Das erste Dokument, das es erwähnt, stammt aus 1382. Das Dorf wurde Sonnelegilier genannt.
Es gab bereits eine Kapelle in diesem Ort (im 12. oder 13. Jahrhundert). Sie war der Heiligen Jungfrau gewidmet.
Saignelégier wurde zum Hauptort des Distriktes der Franches-Montagnes, durch seine zentrale Lage auf diesem Plateau, obwohl es zunächst zur Kirchengemeinde von Montfaucon gehörte, die Mutter und Mätresse aller Kirchen des Berges. Die Etymologie von Saignelégier scheint uns, aus dem Wort „saigne“ zu kommen, was sehr oft in diesen Gegenden vorkam, und ein sumpfiges, feuchtes, torfhaltiges Gelände bedeutet, das die lateinischen Akten mit dem Wort palus, marais übersetzen liess; dazu hingefügt „levis“, um den zweiten Teil des Wortes Saigne-Léger zu bilden, was einen leichten Sumpf oder eine leicht sumpfige Erde bedeutete. Einige Akten, aber die neuesten aus dem siebzehnten Jahrhundert, schreiben davon. Saint-Léger in Lateinisch Sancto Leodegario, wie auch Saint-Léger, der grosse Bischof von Autun, gab dem Dorf seinen Namen. Die Popularität dieses Heiligen, der der Patron von mehreren Kirchengemeinde in der Diözese von Basel war, und der eine Kapelle in Saint-Ursanne hatte, erklärt die Wahl seines Namens, da er gleichzeitig Besitzer des Dorfes von Saignelégier war. Aber es war die Himmelsfahrt der Heiligen Jungfrau, die immer als Inhaber der Kirche und der Kirchengemeinde gilt und nie Saint-Léger, der weder Kapelle noch ein Altar in dieser Ortschaft innehatte. Wir glauben also bis wir des weiteren belehrt werden, dass Saignelégier wie jedes andere Dorf der Region seinen Namen der Konfiguration des Geländes und des Charakters schuldet, den er seinen ersten Einwohnern präsentierte.
Erst gegen das Ende des 15. Jahrhunderts gewann das Dorf von Saignelégier viel an Bedeutung. Es war oft der Sitz des Pfarrers von Montfaucon. Kapläne übten wichtige Funktionen in seiner Kirche aus. Die Justiz, die sich früher auf Schloss Spiegelberg befand (Sommêtres), wurde jetzt auf Saignelégier ausgeübt. Der Schlossherr von Spiegelberg wohnte darin. Dieses Dorf war das Zentrum aller Handelsgeschäfte. Diese Zusammenkünfte waren von grosser Bedeutung. Alle Zivil-, militärischen und gerichtlichen Affairen hatten ihr Zentrum in Saignelégier, das dadurch somit zum Hauptort der Franches-Montagnes wurde. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts baute man dort das Schloss des Vogten des Fürstbischofs: es ist die heutige Präfektur. In 1775 vergrösserte man es und fügte Gefängnisse hinzu.
Die Akten, die im Archiv des Bischofs in Bern aufbewahrt wurden, ergeben, dass ein Turm, der als Gefängnis diente, in Saignelégier in 1589 gebaut wurde. Er wurde in 1765 abgerissen und von einem kleineren, vermutlich der gleichen Form, ersetzt: der Turm der heutigen Archive. Die Arbeiten wurden vom Meister-Maurer und Unternehmer Francois- Ignace Farine von Muriaux ausgeführt; auf seiner Quittung beichtet er, vom grossen Vogten von Grandvillers die Summe von 407 Gulden als "Zahlungs der gesamten Arbeit, die in der Mauerarbeit der neuen Archiven, die in den Jahren 1765 und 1766 stattfand“ erhalten zu haben. Der Zimmermann, der mit den inneren Arbeiten des Turmes beauftragt wurde, war J.-B Donzé von Saignelégier. Der Tuff der Gewölbe des Kellers und des Saales der Archive stammte aus den Steinbrüchen von Theusseret in der Herrschaft von Franquemont; die Kupferkugel des Daches wurde von Blechschmied P. Tardi für 9 Gulden 15 , und die Grössensteine wurden durch P. Joseph Huelin geliefert; der Geometer mass die Maurerarbeit.
Der Turm der Archive ist in der östlichen Ecke der Präfektur angelehnt und aus der Ferne sieht er wie ein Riese aus. Dieser Turm ist nur zu dreiviertel Rund; die Mauer des alten Schlosses beschneidet ihn; das zum Teil konische Dach endet mit einer Ähre, auf der eine Wetterfahne steht. Seine dicken Mauern wurden aus grossen Grössensteinen gebaut. Von der Seite der derzeitigen Gefängnisse hatte er zuerst das Wappen der Fürstbischöfe von Basel dann den Bären von Bern, da beim Vertrag von Wien von 1815 diese Region dem Kanton Bern zugesprochen wurde. Momentan ist es das Wappen der Republik und Kantons Jura, das seine Fassade schmückt seit dem Eingang in Souveränität der Schweiz. 1974 und 1978.
Aus dem ersten Stockwerk der Präfektur gelangt man zum Saal der Archive, durch eine Eisentür, die reichlich mit Fitschen und mit merkwürdigen Riegeln ausgestattet wurde. Sie wurde vom Meister-Schlosser Frommknecht aus Porrentruy geschmiedet. Es ist im Gewölbezimmer, das mit Bögen geschlossen wird, mit dreiviertel Kreisen, das durch zwei doppelte Fenster mit Eisenschmiedkunst beleuchtet wird, in dem man die Regale voller mehr oder weniger interessanten Dokumente aus dem Distrikt berichten: Notarprotokolle, kommunale Verordnungen, Lehensbücher, Beschlüsse der Fürstbischöfe, und offizielle Korrespondenz usw.. Die wertvollsten Stücke müssen nach Bern transportiert werden. Es gibt davon ein sehr vollständiges Inventar, das leider unauffindbar bleibt. Das im Felsen gegrabene Untergeschoss, mit der gleichen Grösse und Form wie der Saal, gewölbt, diente früher als Keller für den Zehnten. Momentan hat das Amt für Tourismus und andere Verwaltungsstellen sein Büro hier.
Bibliographie