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Schweizer Zeitschrift
für die Zusammenarbeit mit Albanien

Projekte

Ein privates Hilfsprojekt

Auch einzelne Menschen können grosses Bewegen: Hans Rudolf Neu-komm ermöglichte durch seine private Spendenammlung den Wiederauf-bau von Häusern, die im Oktober 95 durch ein Unwetter zerstört wurden
Geplant war eigentlich nur ein Besuch bei Freunden in Albanien. Dazu wollten wir das Land noch besser kennenlernen. Die Fahrt von Shkodër bis hinunter nach Sarandë begeisterte uns und überzeugte uns von der herben Schönheit und Einmaligkeit des so unbekannten Landes
Im Oktober 1995 - eine Woche vor unserer Reise - wurde das Tal des Shkumbinit-Flusses wegen intensiven Regenfällen meterhoch überschwemmt. Durch einen entfesselten Nebenfluss wurde auch ein Dorf bei Rrogoshinë schwer in Mitleidenschaft gezogen. Eine grössere Anzahl von Häusern wurde durch die Fluten zusammengerissen oder unbewohnbar gemacht. Die betroffene Bevölkerung wurde durch die Behörden notdürftig in Zelten untergebracht; zuerst auf einem Hügel, dann in einer leeren Fabrikhalle. Hier riskierte sie, auf unbestimmte Zeit bleiben zu müssen, da für weitere Hilfe keine Mittel zur Verfügung standen.
Die zerstörten Häuser und das trostlose Leben in den Zelten beeindruckte uns alle tief. Der Vorschlag, den Leuten zu helfen, kam von unserem Freund Jürg Keusch, der seit drei Jahren zusammen mit Ylli Thartori in Rrogoshinë eine eigene Firma betreibt (Garage, Herstellung von Bausteinen, Kieswerk). Wir rechneten aus, dass es möglich sein müsste, mit ungefähr SFr 2000.- den Leuten das nötige Baumaterial für ein Haus zum selbständigen Wiederaufbau unter technischer Anleitung zur Verfügung zu stellen.
Schweren Herzens machte ich mich nach unserer Rückkehr daran, die notwendigen finanziellen Mittel zusammenzubringen. Wohl waren es die Bilder oder der Text der Dokumentation, die ich verschickte, wohl auch das nahe Weihnachtsfest - die Leute waren überraschend gebefreudig.
Von den Mitgliedern des Club Felix in Zürich erhielt ich SFr 36000.-. Dazu kamen: SFr 10000.- von der Gemeinde Berikon, SFr 2000.- von der Gemeinde Weiningen und SFr 2000.- von der reformierten Kirchgemeinde Bremgarten-Mutschellen. Schliesslich spendeten Verwandte, Freunde, Nachbarn und Bekannte weitere SFr 32000.-. Eine grosszügige Spende erhielt ich von der Firma Holderbank AG, die uns 175 Tonnen Zement ab dem Hafen von Durrës lieferten.
Damit war der Erfolg der Aktion gesichert. Immerhin bereitete uns die albanischen Behörden noch einige Überraschungen: Die Grundfläche der vorgesehenen Flachdachhäuser musste um 50 Prozent vergrössert werden mit einer zusätzlichen kleinen Terrasse, die Bauten mussten erdbebensicher erstellt werden und ein albanischer Bautechniker musste auf unsere Kosten bis zum Abschluss der Arbeiten eingestellt werden.
Damit verdoppelten sich die Kosten pro Bau auf gegen SFr 4000. 27 Häuser wurden uns bewilligt und die entsprechenden Bauplätze zugeteilt.
Schon im Januar 1996 wurde mit Bauen begonnen. Als technischer Berater stellte sich spontan Dipl. Ing. ETH Oskar Sidler aus Oberengstrin-gen zur Verfügung. Noch wird intensiv gebaut, damit die Häuser vor dem Winter bezogen werden können. Eine bescheidene Einweihung werden wir im Frühjahr 1997 organisieren, wobei Herr Prof. Dr. med. H. Kistler, ehemaliger Chef-arzt des Limmatalspitals, zuhanden der Spender einen neutralen Abschlussbericht erstellen wird.
Hans Rudolf Neukomm

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