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2005
Goldener Violinschlüssel 2005
an Walter Grob
Für die grossen Verdienste als Akkordeonist, Komponist
und Förderer der echten Schweizer Volksmusik wurde
Walter Grob am 15. Oktober 2005 in Meierskappel
der Goldene Violinschlüssel verliehen.
Aufgewachsen ist der am 16. April 1928 geborene Walter Grob in Lichtensteig SG. Schon als Fünfjähriger
begann er mit ersten Versuchen auf der Handorgel. Angesteckt wurde er von seinem Vater, der in der
Freizeit musizierte. Bald bekam er seine erste diatonische Handorgel und erhielt während seiner Schulzeit
regelmässig Handharmonikaunterricht von Jakob Waespe aus Wattwil. Im Selbststudium perfektionierte
er sein Akkordeon-spiel. Nach der Schule wurde er im Restaurant Trüübli als Hausbursche und Musikant
eingestellt. Bereits als Vierzehnjähriger durfte er in der Formation «d’ Appezeller » mit dem Trüübli-Wirten
Hans Frischknecht und Ueli Alder bei Schallplattenaufnahmen in Zürich mitwirken. Leitbilder für seine virtuose
Spielweise waren Ueli Martinelli und Albert Hagen.
1945 – als erst Siebzehnjähriger – komponierte er den Schottisch «Durs Toggeburg ab», eine der
erfolgreichsten seineüber 80 Kompositionen. Anschliessend an seine Ausbildung zum Landwirt trat
er 1948 bis 1950 mit den Huser-Buebe aus Degersheim mit Franz und Tony Huser auf und verdiente
sein Brot fortan zu einem grossen Teil als Musiker. 1950 wurde er Mitglied der Kapelle Ernst Tschannen
aus Bern, dann bei den Boss-Buebe in Grindelwald.
Eine schwere Handverletzung, die er sich bei einem Skiunfall zuzog, zwang ihn zu einer zweijährigen
Zwangspause. Seinen Lebensunterhalt verdiente er bis nach 1957 als Tankwart und Garagegehilfe
in Interlaken. Durch beharrliches Üben erlangte er die nötige Fingerfertigkeit wieder und wirkte bis
1954 in der Formation des Engelbergers Hans Kuster mit. 1957 kam es zur Gründung des Duos
Grob-Schilliger, womit der Grundstein zur legendären Kapelle Heirassa gelegt wurde.
Inzwischen in den Kanton Zug übergesiedelt, konnte Walter Grob 1958 als Solist mit dem Radio-
Orchester unter Cédric Dumont zwei Eigenkompositionen einspielen. Der Höhepunkt seiner Karriere
bildete klar seine Mitwirkung in der 1959 gegründeten Kapelle Heirassa mit Alois Schilliger und
Kaspar Muther, mit der er 1968 in Kalifornien weilte und der er bis 1969 angehörte. 1961 bildete
er zwischendurch ein viel beachtetes Trio mit Hans und Oskar della Torre.
Dann wurde Walter Grob Wirt des Gasthofs Alpenrose in Kriens, der sich unter seiner Leitung zu einem
Treffpunkt der gepflegten Ländlermusik entwickelte. Anfangs 1980 veränderte sich Walter Grob nochmals.
Er zog nach Meierskappel und trat einem Blockflöten-Fabrikationsbetrieb in Horgen bei. Seither hat er sich
vom öffentlichen Musizieren weitgehend zurückgezogen.
Water Grob erhält vom letztjährigen Preisträger Ruedi Wyss den Goldenen Violischlüssel angesteckt
«Hopp de Bäse» mit Walter Grob