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Camille Graeser
Vom Werden eines konkreten Künstlers
kuratiert von Vera Hausdorff, Konservatorin der Camille Graeser Stiftung
Das Museum Haus Konstruktiv zeigte eine umfangreiche Ausstellung über den Schweizer Künstler Camille Graeser (1892–1980), der mit Max Bill, Richard Paul Lohse und Verena Loewensberg zum engsten Kreis der Zürcher Konkreten gehörte. Der Schwerpunkt der Ausstellung lag auf den 1930er- bis 1950er-Jahren, ergänzt durch eine Auswahl repräsentativer Werke aus seinen wichtigsten Schaffensphasen.
Die Ausstellung ermöglichte einen neuen Blick auf das Frühwerk Graesers und führte zu einem vertieften Verständnis seines künstlerischen Werdegangs.
Die sich über zwei Stockwerke erstreckende Soloschau ging der Frage nach, wie es dazu kam, dass der Möbeldesigner Camille Graeser, der in Stuttgart ein eigenes Atelier unterhielt und an bedeutenden Werkbund-Ausstellungen beteiligt war, nach seiner – durch die nationalsozialistische Machtergreifung bedingte – Rückkehr in die Schweiz 1933 zu einem der Hauptvertreter der konkreten Kunst in Zürich wurde. Dazu wurden einige seiner Innenarchitektur-Entwürfe sowie Möbel der 1920er- und 1930er-Jahre seinen Gemälden, Reliefs und Plastiken aus den ausgehenden 1930er-Jahren gegenübergestellt, und es wurde veranschaulicht, wie Graeser in den 1940er- und 1950er-Jahren im Umfeld der Schweizer Künstlervereinigung Allianz seine konstruktiv-konkrete Formensprache ausbildete.
Nicht nur die entscheidenden Stationen seiner malerischen Entwicklung wurden gezeigt, sondern auch Arbeiten von Künstlern und Künstlerinnen, die sein Schaffen beeinflussten. Ein Grossteil der ausgestellten Werke von Camille Graeser stammten aus seinem Nachlass, ergänzt wurden sie durch Leihgaben aus dem In- und Ausland.
Zu der Ausstellung erschien Anfang 2020 im Auftrag der Camille Graeser Stiftung von Vera Hausdorff und Roman Kurzmeyer eine Publikation im Wienand Verlag, Köln.