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Wie stark sich die Geographie seit den Anfängen des Instituts vor 125 Jahren entwickelt hat, zeigt ein Blick auf den Gründervater Otto Stoll: Ursprünglich Mediziner, erhielt er 1895 die erste ordentliche Professur für Geographie an der UZH und begründete den Beginn des Instituts. Vielfältig interessiert, sammelte Stoll in Guatemala zoologisches Material, beschrieb indianische Völker und erhielt 1891 ein Extraordinariat für Geographie. Er verkörpert die Pionierzeiten der Disziplin, als Geografen vor allem deskriptiv unterwegs waren und fremde Länder, ihre Gewässer und Gebirge sowie exotische Völker beschrieben.
«Heute ist die Geographie eine wissenschaftliche Disziplin über die natürlichen und sozialen Prozesse, die unseren Lebensraum definieren», sagt Jan Seibert, Direktor des grössten geographischen Instituts der Schweiz. Oder, wie es auf einer Tafel auf dem Campus Irchel heisst: «Die Geographie untersucht Natur und Gesellschaft mit dem Ziel, räumliche Systeme und Prozesse zu erklären.»
Bild: Forscherinnen des Geographischen Instituts oberhalb des Zmuttgletschers im Mattertal: Sie messen mit einem Radar die Bewegung des schuttbedeckten Gletschers. (Andreas Vieli).