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ZUR OPÉRA COMIQUE «LA DAME BLANCHE» (UA 1825)
Die Ankunft von George Brown
in Avenel. Stich um 1900 (oben)
und in der Inszenierung der
FREE OPERA COMPANY 2015 (unten)
George Brown, ein fescher Offizier, dessen Gedächtnis in den Kriegswirren arg gelitten hat, gelangt unversehens in ein Dorf in der schottischen Grafschaft Avenel. Er springt dort spontan für den erkrankten Taufpaten des Sohnes des Pächterpaars Dickson und Jenny ein und vernimmt die Geschichte des Schlosses Avenel, das am folgenden Tag unter den Hammer kommen soll, weil die ehemaligen Besitzer verstorben sind und der rechtmässige Erbe verschollen ist. Gleichzeitig erfährt er vom Schlossgespenst, der Weissen Dame, die als Schutzpatronin über das Dorf und seine Bewohner wacht und immer in schwierigen Zeiten, wie eben jetzt, erscheint. Auf dem Schloss begegnet ihm tatsächlich das legendäre Geisterwesen, das ihn beauftragt, an der anberaumten Versteigerung den verhassten Schlossverwalter Gaveston zu überbieten, was ihm auch gelingt.
Allerdings kann der mittellose George die verlangte Summe nicht aufbringen. Da erscheint die verschleierte Weisse Fau ein weiteres Mal und überreicht ihm eine Schatulle mit der Hinterlassenschaft der Avenels. Zudem – die moderne Psychologie würde von einem Flashback sprechen – wird ihm durch eine altes Lied bewusst, dass er selbst Julien von Avenel, der legitime Erbe, ist. Der erboste Gutsverwalter reisst dem Phantom den Schleier vom Gesicht. Es zeigt sich, dass sich Anna dass Anna, eine Waise, die als Findelkind und Gespielin von George/Julien auf dem Schloss aufgezogen wurde, sich dieser Maskerade bedient hat, um Schloss und Adelstitel vor dem machtbesessenen Gutsverwalter zu retten. Zudem stellt sich heraus, dass sie den im Krieg verwundeten George gepflegt hatte, ohne dessen Identität zu kennen. Nun steht einer Verbindung der beiden nichts mehr im Wege – und der Chor darf jubeln.