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Amigne
Herkunft
Die weisse Rebsorte Amigne stammt wahrscheinlich von der Vitis Aminea ab. Diese wurde bereits von Horaz (65-8 v. Chr.) beschriebenen und von Vergil (70-19 v. Chr.) besungenen. Aus der Aminea wurden in der Antike körperreiche, kräftige und alterungsfähige Weissweine gekeltert, zum Beispiel so berühmte, wie der Surrentinum und Falerner. Die heutigen Sorten Falanghina und Greco Bianco haben eine gewisse Ähnlichkeit mit der Amigne, so dass auch hier eine Abstammung von der Aminea vermutet werden kann.
Amtlich verzeichnet wird die Amigne-Sorte erstmals anlässlich der internationalen Ausstellung für Rebsortenkunde in Genf im Jahr 1878.
Verbreitung
Die Amigne ist eine uralte, autochtone Rebsorte und gedeiht ausschließlich im Wallis. Dort findet sie ihr bevorzugtes Terroir an den Hängen von Vétroz. Weltweit sind nur noch 38 Hektar Rebfläche, die mit Amigne bestockt sind. 70 Prozent gedeihen in Vétroz, die restlichen Prozente in den benachbarten Gemeinden.
Anderswo in der Schweiz durchgeführte Versuche sprechen nicht für eine Verbreitung dieser eher spät reifenden Sorte.
Bei DNA-Analysen, durchgeführt von Dr. José Vouillamoz, wurden genetische Affinitäten zu Rebsorten im italienischen Aostatal und in Südfrankreich festgestellt.
Eigenschaften
Die Amigne-Rebe ist starkwüchsig mit violett-beigen Ranken und ausgeprägten violetten Knoten. Als robuste Rebsorte hat die Amigne mittelgroße bis große, runde, Blätter. Diese sind nur leicht gezackt, glänzend und ihr helles Grün wird zur Reifezeit etwas gelb. Die Trauben sind sehr gross, langstielig und kegelförmig. Die locker angeordneten Beeren sind von gelblich-grüner Farbe und weiss beschlagen. Leider ist die Amigne auch sehr anfällig für Verrieseln und Kleinbeerigkeit (Millerandage). Dennoch, die lange und spärliche Traube gibt einen eleganten Wein. Leider nur in geringer Produktion. Der Ertrag pro Hektar ist weit von demjenigen einer Chasselas-Traube entfernt. Die Amigne reift etwa drei Wochen nach dem Chasselas. Man kann mit ca. einer halben Flasche Wein pro Quadratmeter Rebe rechnen.
Weintyp
Sie produziert ausdrucksvolle, angenehm trockene Weine, die manchmal etwas gerbstoffbetont sind. Ihr beeindruckend kräftiges Bukett verströmt eine herrliche Palette von Aromen mit Noten von Honig und frischen Nüssen. In der Nase entfalten sich Noten von Mandarine und eingemachten Aprikosen. Am Gaumen wird sein kräftiger Körper von einer betonten Säure und einem tannischen Abgang getragen. Den größten Genuss bietet der Amigne nach einer 5 bis 10-jährigen Lagerzeit. Im Mund sind dieselben Geschmacksnoten spürbar, unterstützt von einer grosszügigen Saftigkeit und weinigen Rundheit.
Er wird auch für Spätleseweine verwendet und kann dann alle Eigenschaften eines guten Sauternes aufweisen.
Amigne Flétrie, eine an der Rebe getrocknete Traube, ergibt einen Wein mit schönem komplexem Aroma, himmlischer Zärtlichkeit und einer verborgenen Säure, die dem Wein ein langes Dasein garantiert.
Die drei Bienen der Amigne
Die Süsse des Weines zeigen die Bienen auf der Halskrause. eine Biene steht für einen trockenen Ausbau, zwei Bienen für liebliche, leicht süsse Weine und drei Bienen kennzeichen süsse, konzentrierte Weine.
Synonyme
Amique