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Die Definition und Ziele der Kata
Kata bedeutet wörtlich übersetzt "Gestalt annehmen" oder "Form". Eine Kata besteht aus Sequenzen von Abwehren, Beintritten oder Armschlagtechniken aus einer oder mehreren Stellungen, beinhaltend Bewegungen vorwärts, rückwärts und zu den Seiten. Die Anzahl der Bewegungen sind sehr verschieden. Das Gleichgewicht zwischen Offensiv- und Defensivtechniken, die Richtungen und der Fluss der Bewegungen, die verschiedenen gebrauchten Stellungen geben jeder Kata ihren eigenen Charakter.
Karate wäre ohne Kata seiner Seele beraubt, nicht viel mehr als "Schlagen und Treten", keine Kampfkunst sondern ein Kampfsport unter vielen, der auch beliebig viele andere Namen tragen könnte. Karate ist vergleichbar mit einem grossen Baum. Kata ist die Wurzel, die ihn nährt, die ihn am Leben erhält. Karate ohne Kata ist wie ein Baum ohne Wurzeln.
Jede traditionelle Kampfkunst hat ihre Katas. Die Katas sind Verbindungen zu der früheren Zeit, welche von damaligen Meistern kreiert und genauso über Generationen hinweg gleich gemacht wurden. Die modernen Gedanken sind "sicher können diese Katas neu gestaltet werden, das ist Fortschritt!". Vielfach werden die Katas schlecht gemacht, ohne Respekt und Wissen um die Weisheit der Meister. Die Arbeit des Karatelehrers ist es, Kata über eine lange Zeit zu üben. Wenn wir das mit einer sauberen Einstellung tun, so werden wir die tiefere Meinung der Kata verstehen. Dann werden wir auch erahnen, warum die Kata immer wieder geübt werden muss.
Den Katas werden im Gebrauch Namen gegeben. Zum Beispiel Taikyoku Sono Ichi ist eine Grundkata, welche durch Gichin Funakoshi kreiert wurde, als er die Techniken des Okinawa - te zum Vorläufer des Karates zusammenfasste. Diese Kata wird in vielen Stilen den Anfängern beigebracht. Wenn ein Karateka diesen Namen hört, so weiss er sofort das Muster der Bewegungen auf dem Boden, welche Abwehren und Angriffe dazugehören. Einzelne Schulen haben ihren charakteristischen Stil um Bewegungen zu machen, aber die grundlegenden Elemente der Grundkatas variieren nicht gross zwischen den Stilen.
Die fundamentalen Abwehren der Kata kommen aus der Grundschule. Diese Techniken sind wiederum auf den Grundstellungen aufgebaut. Eine Grundkata hat etwa 20 Bewegungen mit einer Stellung, einer Abwehr und einem Schlag. Höhere Katas haben bis zu 100, meistens fortlaufende Bewegungen, zudem mehr Techniken und Kombinationen davon. Dieser Fortschritt im "Körper" der Kata, welchen Schüler während ihrem Karatestudium lernen, beschafft die Ermutigung und den Anreiz, mehr zu lernen.
Wozu haben wir Kata?
Die Antwort auf diese Frage ist zweifach. Erstens, Kata sind ausgezeichnete pädagogische Einrichtungen um die Grundschule der Arm- und Beintechniken im Zusammenhang mit den Bewegungen und der Anwendung zu lehren. Durch die Praxis der Kata lernt der Student das Gleichgewicht, den Rhythmus und die Koordination, den Übergang zwischen Offensiv und Defensiv, die Atmung, die Konzentration und die Genauigkeit. Kata beschafft eine Form der Praxis, welche den Gebrauch und die Perfektion all dieser Faktoren beinhaltet.
Der zweite Grund Kata zu praktizieren ist, dass es eine exzellente körperliche Übung ist, welche die Arm-, Bein- und Rumpfmuskeln stärkt. Kata beinhaltet isotonische und isometrische Bewegungen der Muskeln. Wenn ein Karateka mehrere Male kraftvoll eine Kata durchführt ohne dabei zu pausieren, so ist es zudem auch eine aerobische Übung.
Die früheren Meister der Kampfkünste waren durch ihre Natur und Eindrücke sehr geübte Männer. In der Entwicklung und Verfeinerung der Kata fanden sie eine einheitliche Methode zur Übung der Grundschule, zur Kräftigung des Skelettes und zum Training des Herzgefässes. Kata ist wesentlich eine individuelle Bemühung. Für solche, die verschiedenen Alters, verschiedener Geschicklichkeit und Kondition sind, kann jeder seinen eigenen Stand des Trainings, des Wissens, der Fähigkeit und der Kondition aneignen. Kata kann im Dojo (Halle des Weges) oder in der Natur praktiziert werden. In den früheren Jahren des Karates, auf den Ryuku - Inseln, praktizierten die Studenten die Katas nicht auf glatten Hartholz- oder Turnhallenböden, sondern in Scheunen oder auf dem Feld, da zu diesen Zeiten die Kampfkünste verboten waren. Das Praktizieren der Katas draussen auf unebenem Grund mit Steinen oder unebenem Gras ergibt eine andere Dimension und Herausforderung zur Konzentration und Praxis. Kata verschafft dem Studenten eine flexible, individuelle Methode zur totalen Fitness.
Im Zen werden wir dazu angehalten, unser Lernen und Wachstum nicht aus der Theorie eines Buches zu beziehen, sondern direkt aus der eigenen Erfahrung. Im Zen bedeutet das intensives Zazen oder sitzende Meditation. Dieses fundamentale Prinzip gilt für Kata ebenso. Es ist nicht möglich, dass man aus dem Buchstudium lernt, was uns eine Kata lehrt. In einem solchen Buch dienen die Fotos als "Strassenkarte" der Bewegungen, sie dienen zur Erinnerung der grundlegenden Prinzipien für einen Schüler, der bereits mit dem Karate vertraut ist. Der Schüler muss diese Prinzipien direkt in die praktische Übung der Kata einfliessen lassen. Das kann nur durch die erneute und wieder erneute und wieder erneute Übung der Kata getan werden. Gerade dadurch, weil der Schüler die verschiedenen Schwierigkeiten des Lernprozesses durchläuft, beginnt die Kata ihre Geheimnisse hervorzubringen.
Diese wirkliche Genialität der früheren Meister des Karates durch die Entwicklung eines Trainingssystems, der Praxis der Kata, vereinigen die modernen Prinzipien des Konditionstrainings mit den ältesten Zenprinzipien. Das ist der Grund, warum wir Kata haben und warum sie so praktiziert werden müssen.
Ist das alles?
Dazuzuzählen ist die pädagogische Sicht der Kata, sie verhilft zu einem höheren Stand der Ausdrucksweise des Einzelnen und der Kreativität. Es wurde erwähnt, dass die Katas gegeben und eingeengt sind, das mag komisch tönen, aber es ist wirklich so.
Lasst uns annehmen, dass eine mit Karate nicht vertraute Person in ein Dojo kommt und einen fortgeschrittenen und beginnenden Schüler bei der Ausführung derselben Kata zusieht. Welchen Unterschied kann er sehen? Wenn er dem Fortgeschrittenen zusieht, kann er eine Geschichte in den Bewegungen erkennen, er sieht klar, dass dort Gegner an verschiedenen Punkten sind, obwohl keine sichtbar sind. Der Beobachter kann das Drama in den aufgehenden und fallenden Sequenzen der Bewegungen erkennen. Der glückliche, verändernde Verlauf der Kata ist klar mit dramatischen Schwerpunkten besetzt. Die Techniken sind klar, scharf und effektiv, auch für einen Zuschauer, der mit Karate nicht vertraut ist. Der fortgeschrittene Schüler sieht belebt und von der Kata eingenommen aus.
Als Kontrast die Kata des Anfängers, dessen Erscheinung so aussieht, wie wenn er einen neuen Tanzschritt lernt, manchmal ungeschickt, oft unschlüssig und unsicher. Da ist eine lange gleichgültige, ziellose Qualität der Bewegungen und der Beobachter sieht darin keine ablaufende Geschichte. Hinter der körperlichen Gewandtheit des Fortgeschrittenen und dem Unterschied des beginnenden Schülers sind geistige Unterschiede, welche lebendig für das Verstehen und die Perfektion der Kata sind. Jedermann geht durch das Anfängerstadium. Es ist wunderbar zu sehen, wie ein Schüler vom Stand des Anfängers den Stand des Fortgeschrittenen erreicht. Es ist keine Frage der angeborenen Fähigkeit, sondern Anstrengung und Praxis.
Was ist Kata wirklich?
Wir erinnern uns, dass jede Kata einen Namen hat, der durch den Meister, welcher die Kata kreierte, gegeben wurde. Diese Namen sind der Faden zur tiefsten Meinung der Kata, aber die meisten Studenten betrachten diese nur als Bezeichnung. Taikyoku zum Beispiel bedeutet "weite Sicht" oder "sehe klar". In der Kata bewegt sich der Schüler systematisch durch die umfangreichen Kopfteile. Die Bewegungen des Schülers sind nicht beschränkt, aber sie umhüllen einen weiten Raum. Wenn der Schüler diese Kata lernt und übt, sollte er im Geist die "weite Sicht" vor Augen haben. Dies ist nicht nur für die Kata alleine wichtig, sondern auch für unseren Weg, wie wir leben und agieren. In seiner wortgetreuen Übersetzung bedeutet Kata: "wie man sich benimmt". Das Benehmen und die Einstellung sind Dinge, welche wir durch unser Karatetraining ändern und verbessern wollen. Die Praxis der Kata ist lebenswichtig um diese Ziele zu erreichen. Viele Probleme im Leben entstehen durch Engstirnigkeit, Voreingenommenheit, kulturelle Verschiedenheit, die unser Verständnis für uns selbst, die Welt und anderes limitieren. Taikyoku bedeutet, dass man einen offenen Geist, keine beschränkte Zielvorstellung und keine eingeengte Sicht einer Situation haben soll, das Universum der Möglichkeiten soll offen bleiben. Shunryo Suzuki, ein Zenmeister, sagte einmal: "Im Geiste des Anfängers hat es noch viele Möglichkeiten, in dem vom Experten sind es nur noch wenige".
Taikyoku bedeutet also, die Möglichkeiten des Anfängers offen halten, ein Konzept, das wir uns zu Herzen nehmen müssen. Die "Zusammensetzer" der Katas hatten tiefgründige Ideen sich auszudrücken, was sie in den Katas verkörperten. Es ist eine Herausforderung für den individuellen Schüler, die Ideen zu finden und ruhig auszuführen.
Das Benehmen ist im Zen und Karate sehr wichtig. Das Zeremoniell, die Förmlichkeit und das Gebärden sind essentiell. Wenn du beispielsweise eine Kata beginnst, so musst du dich vorbereiten. Wenn du das Yoi (sei bereit) hörst, dann ist das eine bedachte, definierte Prozedur um den Körper und Geist für die Kata vorzubereiten. Das ist das Gebärden. Jede Person gebärdet sich in ihrer eigenen Art. Jedes Gebärden kann von Bedeutung sein, auch die eines untrainierten Zuschauers, wichtig dabei ist, dass man sich voll konzentriert und engagiert.
Kata ist die Realität des Geschenkes. Alles - Körper, Verstand und Geist - konzentrieren und koordinieren sich nur auf ein Ziel. Da gibt es keine anderen Ablenkungen und konkurrierende Interessen. Das ist der Weg, den wir für alles im Leben einschlagen wollen, dem wir uns widmen, totale Konzentration und aufrichtige Bemühungen.
Die Bewegungen und die Techniken sind in der Kata lebendig, der aufrichtige Geist markiert das Beste der Kata, wie sie ein Schüler überhaupt tun kann. Kata hat der höchste Sinn, es ist der goldene Mittelweg der Selbstperfektion.
Kata ist der Spiegel unserer Karatepraxis, unseres gefühlsbedingten und geistigen Zustandes. Wenn wir angespannt, von der Arbeit in Besitz genommen sind oder finanzielle Probleme haben, mit dem Geist nicht bei der Kata sind, wird es sichtbar sein. Die Bewegungen werden mechanisch, die Übergänge die Bewegungen nachlässig, die Beintritte und Faustschläge haben keinen Mittelpunkt. Wir vergessen vielleicht eine Bewegung die wir schon 100-mal gemacht haben. Kata ist ein Singen der Gesundheit unserer Praxis, wie das Singen des Pulsschlages unserer allgemeinen Gesundheit. Durch die Kata haben wir einen Ermahner der unser Weiterschreiten und die Änderungen in unserer Praxis anzeigt. Weil Kata unser Verhalten und die Einstellung verändert, ist es Zen. Bei der Kata geht es um Bewegungen, sie kann als "bewegendes Zen" verstanden werden.
DOSEN oder EMBUSEN (Linie der Bewegungen):
Das vorläufige Gerüst beinhaltet das Auswendiglernen der Karatetechniken und der Ordnung der Ausführung. Ein Instruktionsbuch kann dazu nützlich sein. Zu diesem Zeitpunkt, wo die Schüler die Bewegungen der Kata lernen, meinen sie unglücklicherweise vielfach, dass sie die Kata nun "können". Ein Zenmeister würde dazu sagen, dass das die Tendenz der modernen Zivilisation, die allzu starke Betonung vor dem Verstand, reflektiert. Die Bewegungen der Kata zu kennen ist erst der Anfang des Weges zum Wissen.
SEI (Aufrichtigkeit und ehrlicher Geist):
Dies ist ein konstanter, lebenslanger Prozess. Dieser Aufgabe näher zu kommen beansprucht ein wenig und wieder ein wenig, ein Schritt zur richtigen Zeit. Dieses Prinzip kann man sehr gut bei einer Kata anwenden. Die Schüler wollen die Kata sehr schnell "lernen" und dann gehen sie zu anderen, neuen Katas über. Gerade wenn du die Bewegungen der Kata gelernt hast und der Ablauf glatt geht, ist noch mehr Arbeit zu tun. Jedesmal wenn du die Kata ausführst, ist es zu einer unterschiedlichen, einmaligen Zeit. Ein Karateinstruktor kann dem Schüler bei der Ausführung der Kata zusehen, dabei kann er den inneren Zustand - die Nervosität, das Fehlen des Interesses, der Bewusstheitszustand oder die Verärgerung - sehen. Eine gute, starke Kata kommt von einem ruhigen, scharf eingestellten Geist, der bereits beim "Yoi" angewandt wird und bis zum Ende dauert. Die Bewegungen und die Techniken sind in der Kata lebendig, der aufrichtige Geist markiert das Beste der Kata wie sie ein Schüler überhaupt tun kann.
KI HAKU:
KI bedeutet innere Energie oder Geist. KI HAKU bedeutet "die innere Energie dem Gegner zuschleudern". Einem die Energie zuschleudern bedeutet keine kraftvolle Aktion, nehmen wir an, dass du auf der Strasse mit jemandem konfrontiert wirst, der dich in einen Kampf hineinziehen will. Sind alle Bemühungen, dem Kampf auszuweichen, vergeblich, so wirst du in eine starke Grundkampfposition gehen, wobei sich deine Augen auf den Gegner richten und du eine ruhige Ausdrucksweise im Gesicht bekommst. Dein starker Sinn überrascht dich und ein Zögern tritt beim Gegner auf. Diese Art der Kommunikation deines Geistes wird KI HAKU genannt.
REN MA:
Der zweite Teil ergibt sich durch die Meisterung der Techniken. REN MA bedeutet "bleibe polierend". Durch ungezählte Stunden fleissiger Praxis werden ungeschickte und zögernde Bewegungen gepflegt und poliert. Fusstritte und Handtechniken werden stark, klar und genau. Stellungen werden stärker, der Übergang zwischen den Stellungen ruhig und anmutend. Die Atmung zwischen der Durchführung der Technik ist kontrolliert und koordiniert. Der Student stimmt sich auf den inneren Rhythmus der Kata ein, findet Pausen und betonte Kontraste zwischen langsamen, definierten Bewegungen und der reissenden Geschwindigkeit der Kraft. Die Konzentration ist auf die Höhepunkte der Kata gerichtet, wie die Position der Hände, die Richtung des Kopfes und der Augen. Der Schüler gibt sich Mühe, die Ziele und die Funktion jeder Bewegung zu verstehen.
SUCHU RYOKU:
Hat man die Kata durch Tüchtigkeit hoch entwickelt, so hat der Karateka sich ein gutes Gerüst des Lernens eingeschliffen. Dann ist die Kata so tief im Unterbewusstsein des Studenten verwurzelt, dass er keine bewusste Aufmerksamkeit mehr benötigt, welches die nächste Bewegung oder die dazugehörende Technik ist. Das ist, was die Zenmeister "MUSHIN" (ohne Denken) nennen. Der bewusste Prozess des Vorstellungsvermögens, angeregt durch den Verstand, wird nicht mehr benötigt. Ohne vorauszudenken, welche Bewegung zu machen ist, antwortet der Karateka, wie in einer wirklichen Situation, automatisch auf die Bewegungen des unsichtbaren Gegners. Es kommt spontan hervor. Was als spezifische Speicherung der Bewegungen begann, wurde zu einer spontanen, automatischen Bewegung. Der Student ist in die Realität der Kata vertieft. SUCHU RYOKU bedeutet, dass das KI, oder die geistige Energie, des Karatekas konzentriert und auf die Kata übertragen wurde, woraus etwas schönes, starkes und gewaltiges hervorgeht.
Sensei André Emmenegger (Dojo Kriens)
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Das Verhältnis der Kata zum Kampf
Wir haben das Verhältnis zwischen der Verwandtschaft der Kata zum Zen und der Karatetradition beleuchtet. In den jungen Jahren gab es speziell in den USA einige Praktiker, welche darauf hinwiesen, dass Kata nicht wesentlich sei, nicht so wichtig, wie sie von den traditionellen Schulen dargestellt werden. Diese Karateka sehen nur ein kleines Verhältnis zwischen Kata, Kampf und Selbstverteidigung. Sie glauben, dass die Studenten mehr vom zusätzlichen Kämpfen oder von der Entwicklung von spezifischen Kampftechniken profitieren. Dieses Fehlen der Würdigung der Vorteile der Kataherkunft hat manchen Ursprung. Einer ist das übertriebene Streben des Instruktors nach dem Verhältnis zwischen Kata und Kampf. In einigen Instruktionsbüchern steht, dass der Student nur durch die Katapraxis ein guter Kämpfer wird. Solche Worte rufen Niedergeschlagenheit und Zynismus bei Studenten hervor, welcher nach seiner ersten Kampflektion schnell merkt, dass es mehr gibt. Kata ist zur Entwicklung der Kampfgeschicklichkeit nicht unbedeutend, sie vermittelt stärkere Techniken, Koordination und Gleichgewicht. Sie pflegt die Kontrolle des Körpers und Geistes, was für ein guter Kämpfer wesentlich ist. Der Faktor ist, um ein guter Kämpfer zu sein, muss man kämpfen. Kata ersetzt kein Kampf und die Entwicklung gewandter Kampftechniken, aber Kata ist eine Ergänzung zur Kampfpraxis, auch hat sie eine tiefere Bedeutung zu sich selbst.
Kata und das tägliche Leben
Das Ziel der Kata ist, den Karateka für das tägliche Leben vorzubereiten, nicht nur für den körperlichen Kampf. Die einfache Wahrheit ist, von den vielen Herausforderungen die wir auf der Welt sehen, benötigen einige einen starken Tritt oder einen zeitgerechten Schlag. Obwohl ein starker, gesunder Körper für das Wohlgefühl und den Erfolg wichtig ist, ist ein starker, disziplinierter Geist übergeordnet. Kata ist zentral zur Entwicklung dieser Qualitäten und das ist es, was sie individuell zum täglichen Leben macht.
Eine der Herausforderungen im Leben ist es, zu wissen, was man tut, Ziele und Prioritäten zu setzen. Hat man diese festgesetzt, gilt es die Herausforderung zu verwirklichen. Bildung, Arbeit, Verwandtschaft, alles verlangt ununterbrochene Anstrengungen, Konzentration und Lenkung der geistigen Energie sind die ersten Bestandteile zum Erfolg. Nehmen wir an, dass du dich entschieden hast, Anwalt zu werden. Lange Stunden des Studiums werden benötigt, öfters bist du müde und würdest gerne etwas anderes tun. Deine Augen hast du auf dem Text des Papiers, aber dein Geist ist nicht da, die Gedanken sind woanders. Du magst angespannt sein und dir Zeit nehmen, aber weil es dir an Konzentration und Zielstrebigkeit fehlt, geht der Fortschritt langsam und langwierig weiter.
Wir sind Willens zu akzeptieren, dass wir einen starken Körper brauchen, wir benötigen körperliche Übungen. Um einen starken Geist zu haben, müssen wir auch systematisch und konstant üben. In der Kata muss der Student zuerst die Bewegungen lernen. Das ist mehr eine unangenehme Denkaufgabe als eine körperliche Übung. Jedes Mal, wenn du die Kata ausführst, übst du die Konzentration, strebst die Gewinnung der Harmonie zwischen Körper und Geist an, wobei du den Brennpunkt der Energie, des Ki, anstrebst. Schreitest du im Training weiter, so werden die Katas komplexer, tiefere Konzentration und Zielstrebigkeit sind gefragt. Der Geist und Körper antworten diesem weitergehenden Training, sie werden stärker durch die Arbeit und Repetition.
Einige Studenten fühlen sich gelangweilt oder unterdrückt durch die von ihnen verlangte Exaktheit in der wiederholten Ausführung der Kata. Diese Studenten fühlen: "Welchen Unterschied macht es, wenn meine Handposition nicht so ist, wie sie vom Instruktor gezeigt wurde? Niemand bemerkt es, wenn mein Bein in dieser Stellung auch leicht angezogen ist". Wie auch immer, es ist genau diese Aufmerksamkeit gegenüber dem Detail der Kata gefragt, die Selbstdisziplin hervorbringt, welche dich immer etwas üben lässt, bis du es richtig machst. Konzentration und Selbstdisziplin machen das Verhältnis und die Gewandtheit aus. Sie können gelernt und müssen praktiziert werden.
Als Sadaharu Oh den Heimrekord von Henry Aaron im Baseball übertraf, wurde er die meistbekannte und populärste Figur in Japan. Früher schied Mr. Oh jeweils frühzeitig aus, wobei ihm die Fans wegen seines zu grossen Schwunges verspotteten. Er traf Mr. Arakawa, welcher sein persönlicher, eigener Coach wurde, in Wirklichkeit sein Sensei. Auf der Horizontalebene änderte Arakawa - San den Mechanismus von Mr. Oh's Schwung, individuell lehrte er ihn den Stand auf einem Bein, welchen wir im Karate tsuru - ashi - dachi nennen. Anstelle der Schlagpraxis auf dem Spielplatz wie jeder andere, musste Mr. Oh mit seinem Baseballschläger lange Stunden vor einem Spiegel stehen, wobei er seine Stellung übte! Arakawa - San lehrte ihn Iai, die Art des Schwertziehens. Ein Baseballspieler macht Kata! Mr. Oh sagte, dass diese "geistige Disziplin" nicht nur der Schlüssel für seinen Baseballerfolg, sondern auch für viele andere Dinge in seinem Leben wurden. Die Disziplin und die Konzentration, hervorgerufen durch die Praxis der Kata, durchdringt jede Bemühung, egal was man tut. Es wird ein Teil deines Weges des Seins.
Im Karate sagt die niemand, welche spezifischen Ziele du in deinem Leben setzen sollst. Hast du einmal deine Wahl getroffen, ist es der Vorsatz deines Karatetrainings, all deine Energie und dein Talent zur Vollendung deines Ziels einzusetzen. Karate ist ein Gefährt zur Entwicklung dieser Fähigkeit, welche dir in jedem Aspekt des Lebens helfen soll.