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In den vergangenen zwei Jahrzehnten gab es eine drastische Steigerung von Betroffenen mit mehr als einer chronischen Erkrankung. Personen mit Multimorbidität haben oftmals eine geringere Lebensqualität, sind körperlich eingeschränkt und verursachen hohe Gesundheitskosten. Um das System zu entlasten und weiter steigenden Zahlen vorzubeugen, wurde nach Risikofaktoren gesucht. Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes gehören nicht nur zu den häufigsten Krankheiten weltweit, sie treten auch vermehrt gemeinsam auf. Und sie haben einen bekannten gemeinsamen Risikofaktor: die Ernährung.
Bei der Verfügbarkeit und dem Verzehr von hochverarbeiteten Lebensmitteln gab es ebenfalls eine Zunahme. Diese gesundheitsschädlichen Produkte machen teilweise 50 bis 60 Prozent der täglichen Nahrungsaufnahme aus, während unverarbeitete oder nur leicht verarbeitete Lebensmittel immer weniger werden. Tiefkühlpizzen, Chips, Süssigkeiten und Fast Food werden von vielen Erwachsenen bevorzugt, da sie direkt verzehrfertig sind und wenig bis keinen eigenen Aufwand in der Küche mit sich bringen. Zudem sind ungesunde Lebensmittel häufig preisgünstiger.
Die Studie
In der Studie wurden Fragebögen zur Ernährung von 266’666 Personen, welche eingangs weder Krebs noch Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes hatten, analysiert. In den folgenden Jahren erkrankten 21’917 an Krebs, 11’322 an Diabetes und 10’939 an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Bei 4’461 von ihnen trat mehr als eine dieser Erkrankungen gleichzeitig auf, sie waren also multimorbid. Im Anschluss wurde die Ernährung der Betroffenen unter die Lupe genommen und es stellte sich heraus, dass von der täglich aufgenommenen Kalorienmenge mehr als ein Drittel auf hochverarbeitete Lebensmittel entfiel. Je höher der Konsum, desto höher auch das Risiko für Multimorbidität. Da man davon ausgehen muss, dass eine so ungesunde Ernährung rasch zu Übergewicht führt und dieses zu den Risikofaktoren für Multimorbidität zählt, wurde die Studie unter Berücksichtigung des Body-Mass-Indexes noch einmal geprüft. Dadurch wurden die Ergebnisse zwar abgeschwächt, aber nicht liquidiert, sodass auch Personen mit einem BMI im Normalbereich ein erhöhtes Risiko für Multimorbidität haben.
Diese hochverarbeiteten Lebensmittel sind für die Gesundheit besonders schlecht
Am schlechtesten schnitten tierische Produkte und Süssgetränke mit Zucker oder künstlichen Süssungsmitteln, Saucen, Brotaufstriche und Gewürzmischungen ab. Demgegenüber wurden Getreideprodukte und Brot mit einem geringeren Risiko vermerkt. Die erstgenannten hochverarbeiteten Lebensmittel sind laut den Autoren für die Gesundheit besonders schädlich, wenn ein zunächst gesunder Mensch eine chronische Krankheit entwickelt. Die ungesunde Ernährung kann sich negativ auf die Prognose der Erkrankung auswirken und steigert die Wahrscheinlichkeit für Multimorbidität.