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Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) veröffentlicht heute das Gesuch um Eintragung von Absinthe du Val-de-Travers als geschützte geografische Angabe (GGA). Die Eintragung als GGA dient in erster Linie dazu, Nachahmungen und Anmassungen zu verhindern und den Ruf und die Eigenart des Produkts zu schützen.
Absinthe du Val-de-Travers ist eine Spirituose aus Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs, Wasser und einer Pflanzenmischung. Sie ist klar und kann farblos sein oder eine grüne oder gelbe Färbung aufweisen. Wer als erster Absinthe du Val-de-Travers gebrannt hat, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit zurückverfolgen, doch sind sich historische Schriften und Überlieferungen von Zeitzeugen einig, dass die Spirituose aus Couvet im Val-de-Travers stammt und Ende des 18. Jahrhunderts entstand.
Auch das Absinth-Verbot, das während 95 Jahren vorherrschte (1910–2005), vermochte die enge Bindung zwischen den Einwohnerinnen und Einwohner des Val-de-Travers und ihrem Vorzeigeprodukt nicht auszulöschen. Ganz im Gegenteil sollen die Bekanntheit und der Ruf von Absinth und dem Val-de-Travers in dieser Zeit noch stärker geworden sein.
Um dieses traditionelle Produkt vor Nachahmungen zu schützen, veröffentlich das BLW heute das Gesuch um Eintragung als geschützte geografische Angabe im Schweizerischen Handelsamtsblatt. Kantone und Personen, die ein schutzwürdiges Interesse nachweisen, können innerhalb einer Frist von drei Monaten gegen die Eintragung Einsprache erheben.
Absinth, auch Absinthe oder Wermutspirituose genannt, ist ein alkoholisches Getränk, das traditionell aus Wermut, Anis, Fenchel sowie einer je nach Rezeptur unterschiedlichen Reihe weiterer Kräuter hergestellt wird. Bei einer sehr großen Anzahl von Absinthmarken ist die Spirituose von grüner Farbe. Deswegen wird Absinth auch „Die grüne Fee“ genannt.
Ein spektakulärer Mordfall im August des Jahres 1905 in der Waadtländer Gemeinde Commugny, der europaweit ausführlich in den Medien dargestellt wurde, war der letzte Anstoss, Herstellung und Verkauf von thujonhaltigen Getränken in den meisten europäischen Ländern und den USA gesetzlich zu verbieten.
Seit 2005 ist die Herstellung und der Verkauf von Absinth in der Schweiz wieder erlaubt.