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Die Einsicht, dass das vegetative Nervensystem den körperlichen Aspekt eines psychischen Tatbestandes darstellt, ist jedoch schon viel älter. Man findet sie bereits im hinduistischen und buddhistischen Tantrismus, dessen Wurzeln bis ins 8. Jahrhundert unserer Zeitrechnung zurückreichen. Die Tantriker sprechen diesbezüglich von einem System von sogenannten Chakras, welche sich über den Körper verteilen. Sie gehören zu einer »geistigen« Welt, welche man durch Meditation erreichen kann. Als Folge dieser Meditation öffnet man diese, und ihre Energie wird befreit.
Diese Chakras stellen in der Sprache Jungs Archetypen dar, bilden somit Inhalte des kollektiven Unbewussten. Doch entspricht der somatische Aspekt dieser Chakras - jene Körperstellen, an denen die Tantriker diese Energiezentren lokalisieren - gewissen Nervenknoten, den sogenannten Plexen des vegetativen Nervensystems. Der bekannteste davon ist der Plexus solaris, das Sonnengeflecht in der Magengegend, welches in unserem Zusammenhang eine äusserst wichtige Rolle spielen wird. Der Tantrismus weiss somit seit mehr als tausend Jahren von diesen Zusammenhängen zwischen der Psyche und der Physis, zwischen dem kollektiven Unbewussten und dem vegetativen Nervensystem.