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Vor 50 Jahren: Als am 16. Juli 1967 das Säntis-Skirennen ausgetragen wurde
Sicher erinnern sich noch viele Einheimische, vor allem natürlich die älteren Jahrgänge, an das legendäre Säntis-Sommer-Skirennen. Organisator war der Skiclub Brülisau-Weissbad, unter Mithilfe des Skiclubs Appenzell. Es wurde unter internationaler Beteiligung am Grossen Schnee am Säntis ausgetragen, mit Start beim Hang neben dem Gasthaus Alter Säntis und dem Ziel in den Chärren, im hintersten Teil der Meglisalp. Die lange Rennstrecke erforderte eine zünftige Kondition und von Vorteil war eine besondere Technik, um mit den oft tiefen Gräben, die es auf der unpräparierten Strecke im Firnschnee gab, fertig zu werden. Es wurden Riesenslalom-Tore gesteckt, und damit hatte es sich.
Die Helfer der beiden Skiclubs wurden am Sonntagmorgen früh von Johann Gmünder ("Beedeli") mit dem Postauto zuerst ins Kapuzinerkloster zur 5-Uhr-Frühmesse(!), und anschliessend zur Säntisbahn auf die Schwägalp gefahren.
Austragungstag war meistens der Pfingstmontag, doch musste der Anlass oft wetterbedingt verschoben werden. So auch im Jahre 1967, als das Rennen wegen überaus viel Schnee in den Juli verschoben werden musste. Wenn man die heutige Schneelage auf dem Foto mit den noch mickrigen Schneeresten des letzten Winters sieht, kann man es gar nicht glauben, dass genau am gleichen Tag vor 50 Jahren (auch am Ebenalpstobede-Wochenende) ein Skirennen durchgeführt wurde. Das Ziel befand sich ungefähr am linken unteren Rand der Aufnahme.
Gewonnen hatte jenes Rennen Dumeng Giovanoli von Pontresina, der sicherlich noch vielen Skisportinteressierten in bester Erinnerung ist. Es war für ihn der Start in eine sehr erfolgreiche Sportkarriere. Nach diesem Sieg gewann er in der darauffolgenden Saison im Januar 1968 seine ersten Weltcupslaloms in Wengen und Kitzbühel, und anschliessend zahlreiche weitere Siege und Podestplätze an Weltcuprennen, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen.
Der erfolgreichste Teilnehmer am Säntisrennen war Robert Grünenfelder vom Skiclub Pizol, welcher sich sechsmal (in den 1960er-Jahren) als Sieger feiern konnte. Er gewann somit sechs goldene Säntiszwerge, eine sehr begehrte Auszeichnung. Der Tagessieger gewann die goldene Ausführung, die Kategoriensieger/innen die silberne, und dann gab es auch noch bis zu einem bestimmten Rang die bronzene. Zudem gab es noch einen besonderen Anreiz für mehrmalige vordere Platzierungen: Der erste gewonnene Säntiszwerg war "solo", der zweite hielt einen Ski, der dritte zwei Skis, der vierte war wieder "solo", aber auf einem Teller, der fünfte und sechste dann wieder mit einem oder zwei Skis auf einem Teller, und dies in Gold, Silber oder Bronze. Sehr erfolgreich waren auch Niklaus Stump von Unterwasser sowie die Gebrüder Hans und Willy Forrer aus Wildhaus, mit mehreren Siegen. Auch Zürcher, Berner und Österreicher sind in der Siegerliste von 1935-1977 eingetragen. Aber auch Innerrhoder konnten sich am Säntis als Tagessieger feiern lassen, so 1948 Anton Fuchs Brülisau-Weissbad, 1970 Otto Steuble Appenzell, sowie 1972 und 1976 Kurt Geiger Oberegg. Der Sieger des letzten ausgetragenen Rennens im Jahre 1977 war Alfons Seliner von Schwanden, welcher sich leider bei einem Sturz nach der Zieleinfahrt noch das Bein brach. Als dann 1978 - 1980 das Rennen zuerst wegen schlechtem Wetter, und dann auch noch wegen zu wenig gemeldeten Fahrern abgesagt werden musste, war es um die Austragung dieses Anlasses geschehen.
Geblieben sind aber viele Erinnerungen, an die Rangverlesen auf der Meglisalp vor prächtiger Kulisse und auch an den anschliessenden oft etwas länger dauernden Abstieg nach Wasserauen. Geblieben sind auch die Worte der vielen Strophen des Ratzliedli: "Das Säntisrennen fand nicht statt..."
Josef Wild, Weissbad (Tagblatt Ausgabe vom 18. Juli 2017)