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Inhaltsverzeichnis
Anordnung von Massnahmen
Erfolgreiches Lernen ist nur in einem motivierenden Klima möglich. Damit die Schülerinnen und Schüler ungestört arbeiten und lernen können, sind Regeln einzuhalten. Ist der ordentliche Schulbetrieb aufgrund des störenden Verhaltens einer Schülerin oder eines Schülers nicht mehr möglich, muss die Schule entsprechend reagieren.
Ein Grundsatz der Volksschule lautet: Probleme des Zusammenlebens in der Schule sollen gemeinsam gelöst werden. Bei Konflikten wird also immer zuerst das Gespräch mit der Schülerin respektive dem Schüler und allenfalls auch den Eltern gesucht – mit dem Ziel, zusammen Vereinbarungen für das zukünftige Verhalten zu treffen. Erst wenn diese Bemühungen zu keiner Veränderung führen, werden allenfalls disziplinarische Massnahmen ergriffen. Das Volksschulgesetz und die Volksschulverordnung legen dabei die Kompetenzen von Lehrpersonen, Schulleitung und Schulpflege fest, genauso wie die möglichen Massnahmen. Jede Massnahme wird auf ihre Verhältnismässigkeit geprüft – also daraufhin, ob sie angemessen und gerechtfertigt ist.
Massnahmen durch Lehrpersonen
Lassen sich Schwierigkeiten mit Schülerinnen und Schülern nicht im Gespräch oder durch Anweisungen im Rahmen des Unterrichts lösen, kann die Lehrperson folgende Massnahmen ergreifen:
- Die Schülerin oder den Schüler für kurze Zeit aus dem Schulzimmer wegweisen
- Zusätzliche Arbeiten innerhalb der Unterrichtszeit verordnen
- Die Schülerin oder den Schüler zur Anwesenheit in der Schule während der unterrichtsfreien Zeit verpflichten (nach Mitteilung an Eltern / bei Anwesenheit einer Lehrperson)
Massnahmen durch Schulleitung
Erfolgt trotz ersten Massnahmen durch die Lehrperson keine Besserung, oder hat eine Schülerin beziehungsweise ein Schüler eine schwere Verfehlung begangen, wird die Schulleitung orientiert. Diese prüft folgende Massnahmen:
- Aussprache
- Schriftlicher Verweis
- Schulausschluss bis maximal zwei Tage
- Versetzung in eine andere Klasse
Massnahmen durch Schulpflege
Haben die Disziplinarmassnahmen durch die Schulleitung auch keine Veränderung im Verhalten der Schülerin oder des Schülers gebracht, kann die Schulpflege mit folgenden Massnahmen reagieren:
- Wegweisen der Schülerin oder des Schülers vom freiwilligen Unterricht (sofern das Fehlverhalten damit im Zusammenhang steht)
- Wegweisung vom obligatorischen Schulunterricht bis höchstens vier Wochen
- Versetzen der Schülerin oder des Schülers in eine andere Schule
- Eine Auszeit anordnen
- Entlassung aus der Schulpflicht im letzten Schuljahr
Auszeit und Sonderschulung
Für Schülerinnen und Schüler, die aufgrund ihres Verhaltens in der Klasse nicht mehr tragbar sind, kann die Schulpflege eine Auszeit bis maximal zwölf Wochen anordnen. Das Ziel einer Auszeit ist immer die Rückkehr in die ursprüngliche Schule – entweder in die bisherige Klasse oder in eine Parallelklasse. Deshalb werden die Schülerinnen und Schüler während der Auszeit weiter unterrichtet und zudem erzieherisch begleitet.
Sonderschulung bei Gefährdung
Eine Sonderschulung wird angeordnet, wenn eine Schülerin oder ein Schüler andere Personen gefährdet oder den Schulbetrieb schwerwiegend beeinträchtigt. Ein solcher Entscheid bedeutet, dass die Schülerin oder der Schüler die angestammte Schule definitiv verlässt und künftig eine Sonderschule besuchen wird. Bis in einer geeigneten Sonderschule ein Platz frei wird, kann zur Überbrückung der Wartezeit ein Einzelunterricht für maximal sechs Monate angeordnet werden.