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Am Samstag, 1. Juli 2017 ereignete sich in der Nähe von Château d’Oex (VD) um 10:10 Uhr (Lokalzeit) in einer Tiefe von ungefähr 4 km ein Erdbeben der Magnitude 4.3. Es wurde im Epizentralgebiet weiträumig verspürt. Möglicherweise verursachte das Beben leichte Schäden in der Region. Das Beben wurde in den Kantonen Waadt, Freiburg, Wallis und Bern deutlich verspürt. Bis 12.30 Uhr haben mehr als 1‘300 Personen das Beben auf unserer Webseite gemeldet.
In dieser Region ist seit 2016 eine Zunahme der seismischen Aktivität zu beobachten. Bisher haben sich mehrere spürbare Beben mit Magnituden von bis zu 2.7 ereignet, das letzte Mal am 13. Mai. Das Beben von Samstag war deutlich stärker und hat bereits zahlreiche Nachbeben ausgelöst. Einige dieser Nachbeben, wie jenes um 11.29 Uhr (Magnitude 2.7), sind für die Bevölkerung ebenfalls spürbar. In den nächsten Tagen bis Monaten ist mit weiteren Nachbeben zu rechnen. Ein gleich starkes oder gar stärkeres Beben wie dasjenige von Samstag ist nicht auszuschliessen aber unwahrscheinlich.
Das Beben ereignete sich in einer ost-west-orientierten Abschiebung und unterliegt damit demselben Ausdehnungsmechanismus wie die Ereignisse in der Sequenz im Jahr 2016. Eine Breitband-Inversion des Momententensors zeigt ebenfalls, dass sich das Beben relativ nahe an der Oberfläche ereignete, eine Momentmagnitude (Mw) von 4.0 aufweist, und dass es sich um eine normale Verwerfung (Abschiebung) handelt. Die seismische Station SCOD in Château d'Oex zeichnete eine maximale Bodenbeschleunigung von 1.5m/s2 auf, was dem zweithöchsten je in der Schweiz gemessenen Wert entspricht.
Das grösste bekannte Beben in der Region ereignete sich im Jahr 1770 ebenfalls bei Château d'Oex. Es hatte eine geschätzte Magnitude von 5.2 und eine (aus dem Schadensbild geschätzte) Epizentralintensität von VI. Das Beben vom Samstag wies eine Epizentralintensität von V auf.
In der Schweiz ereignet sich im statistischen Durchschnitt jedes Jahr ein Beben mit einer Magnitude von 4 oder grösser. Das letzte vergleichbare Beben erschütterte anfangs März 2017 den Kanton Glarus. Es hatte eine Magnitude von 4.6 wurde aber noch weiträumiger verspürt als das Beben vom Samstag.
Die farbigen Quadrate in der Karte zeigen Ortschaften, in denen das Beben verspürt und gemeldet wurde. Hinterlegt ist die Karte mit den instrumentell gemessenen Intensitäten.