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Bericht Shark Info

Foto: Bogenstirn-Hammerhai
© Kurt Amsler / Photo-Ciné-Sub
Die Galapagosinseln sind seit 1959 Nationalpark.1986 wurde zudem eine umliegende Fünfzehnmeilenzone
zum marinen Reservat («Galapagos Marine Resources Reserve») erklärt, was
einer Fläche von 70'000 Quadratkilometern entspricht. 1990 wurde der Archipel auch zu einem
Walreservat («Whale Sanctuary»).
1979 wurde Galapagos von der UNESCO auf die Liste der «Welterbe der Natur»
gesetzt. Weil Ecuador jedoch die Schutzbestimmungen bisher nur sehr mangelhaft durchsetzte,
droht nun die UNO-Organisation mit der Aberkennung dieses Status.Wenn Ecuador nicht
handelt, wird die UNESCO kommenden November die Galapagos in den Status «Weltnaturerbe
in Gefahr» versetzen. Dies bedeutet ein Aufruf an die Weltgemeinschaft, dass
dieses Gebiet gefährdet ist und politisch sowie ökonomisch dringend etwas getan werden
muss. Es ist die Aufforderung an die ecuadorianische Regierung, den eingegangenen
Verpflichtungen nachzukommen. Deshalb hat Ecuadors Präsident Fabian Alarcón am vergangenen
29. April ein Gesetzesentwurf unterschrieben, der die Galapagos zu einem Gebiet von
nationaler Priorität erklärt. Die wichtigsten Bestimmungen sehen vor: Zurverfügungstellung
besonderer finanzieller Mittel; Bestätigung des Status als Marinereservat; das Recht
der Nationalpark-Mitarbeiter, in den geschützten Gebieten zu patrouillieren; Kontrolle
der Immigration; Ansiedlung nur noch mit einer Bewilligung; Kontrolle
der Fischerei, bzw. Stopp der illegalen Fischerei; Zulassungsverbot für neue Fischerboote
und schliesslich ein Quarantäne-Programm, unter anderem mit einem Einfuhrverbot von lebenden
Organismen und damit verbundene Kontrollen in sämtlichen Häfen.
Das Gesetz soll in rund zwei Monaten vom Parlament verabschiedet werden. Wenn es die
Hürden schafft und vor allem, wenn nachher genügend Mittel zur Verfügung gestellt
werden, es auch durchzusetzen, könnte dies für den besseren Schutz der Galapagos
von grosser Bedeutung sein.
Die Galapagos, 1832 von Ecuador in Besitz genommen, werden jedes Jahr von über 60
000 Touristen besucht, dabei stellt Deutschland das zweitgrösste und die Schweiz
das fünftgrösste Kontingent.
Im Rahmen des jetzigen Sonderzustandes wurden auch schärfere Bestimmungen für die
Fischerei erlassen. So darf in der geschützten Fünfzehnmeilenzone nur noch die ursprüngliche
Fischerei von der Lokalbevölkerung betrieben werden, der Einsatz von Longlines ist verboten.
Auf den Inseln kommt es immer wieder zu gewalttätigen Zwischenfällen. Im September
1994 besetzten maskierte Fischer die Charles Darwin Research Station und das Hauptquartier
der Nationalpark-Verwaltung auf der Insel Santa Cruz. Laut der in Quito erscheinenden
Zeitung «El Comercio» wurde die Aktion vom Kongressabgeordneten Eduardo
Veliz geleitet.
Die Vorgeschichte: Im Juni 1994 gab die ecuadorianische Regierung
die Erlaubnis für eine limitierte Fischerei innerhalb der geschützten Zone. Der Fang
von Haien, Seegurken und Langusten wurde damit legalisiert; für die Seegurken wurde für
den Zeitraum von drei Monaten eine Quote von rund 550 000 festgelegt - tatsächlich
aber wurden schätzungsweise sechs Millionen Tiere gefangen; andere Quellen sprechen
sogar von zehn Millionen. Seegurken, die im marinen ökologischen Gefüge zum Beispiel als
Sandreiniger eine wichtige Rolle spielen, werden vor allem in asiatischen Ländern
als Aphrodisiakum verspiesen.
Nach diesem Massaker verbot die Regierung am 27. September
1994 die Seegurkenfischerei, inklusive den Fang von Haien innerhalb der Vierzigmeilenzone.
Daraufhin kam es zur erwähnten Besetzung, verbunden mit der Drohung, Landschildkröten
zu töten und Haustiere wie Ziegen, Hunde und Katzen auszusetzen - alles Lebewesen,
die nicht zum ursprünglichen Tierbestand gehören und deshalb das Ökosystem des Archipels
empfindlich gefährden können.
So sind in der Zwischenzeit auf Pinta bereits wieder
Ziegen gefunden worden, nachdem die Nationalparkverwaltung während der vergangenen
zwanzig Jahre rund 40 000 dieser Tiere abgeschossen hatte. Auf Fernandina sind illegale
Fischer-Lager entdeckt worden, die mit Abfällen und dem Einschleppen von Ratten und
anderen Tier- und Pflanzenarten einen verheerenden Einfluss auf die Flora und Fauna
haben können. Illegale Fischer hatten Mitarbeiter des Nationalparks am vergangenen
17. März auch an der Westküste der Insel Isabela entdeckt. Bei der Kontrolle stiessen
Parkwächter auf rund zwanzig bewaffnete Männer, die beim Trocknen von
Seegurken überrascht worden sind. Die Raubfischer eröffneten das Feuer,
wobei ein Parkwächter schwer
verletzt wurde. Der Gewaltakt hat auf den Galapagos eine Protestwelle ausgelöst.
Vertreter von Behörden, Tourismus, Fischereigenossenschaft, der Charles
Darwin-Forschungsstation und Einwohnern formierten sich zu einem Protestmarsch.
Umweltschutzorganisationen
richteten einen Appell an die ecuadorianische Regierung, auf Galapagos für die Respektierung
von Gesetz und Ordnung und für die Sicherheit der Parkangestellten zu sorgen.
Die Unruhen haben auch Auswirkungen auf den Tourismus. So wurde 1995 laut dem ecuadorianischen
Tourismusministerium ein Umsatzrückgang von 70 Millionen Dollar verzeichnet, was
im Vergleich zum Vorjahr eine Einbusse von 25 Prozent bedeutete. Verantwortlich
gemacht dafür wurde auch die Drohung der Fischer, Touristen als Geiseln zu nehmen.
Der Tourismus ist in Ecuadors Wirtschaft nach Öl, Bananen und Kaffee die viertwichtigste
Deviseneinnahmequelle.
Zu den Opfern der illegalen Fischerei gehören auch die Haie, die in den Galapagosgewässern
vor allem ihrer Flossen wegen gefangen und nach dem Finning meist noch lebend wieder
über Bord geworfen werden. Am 1.Dezember 1996 berichtete die Zeitung «El
Universo», die in Guayaquil erscheint, dass Parkwächter im Norden der grössten Galapagosinsel,
auf Isabela, 334 Flossen und 84 tote Haie gefunden haben. Kurz zuvor berichtete «El
Comercio» über die Sichtung von acht kommerziellen Fangschiffen innerhalb der
Schutzzone. Vier der Boote - eines davon aus Neuseeland - hatten Longlines
zum Fang von Thunfischen, Haien und Dorados gesetzt; an Bord wurden Haikörper und
Flossen gefunden. Laut «El Comercio» wurden zwischen Januar 1996 und Anfang
1997 insgesamt 800 Flossen aus illegalen Fischereiaktionen beschlagnahmt. Es muss angenommen
werden, dass die tatsächliche Zahl um ein Mehrfaches grösser ist. So wurden zwischen
dem 8. und 10. April dieses Jahres im Nordwesten der Insel Santa Cruz 52 versteckte Flossen
entdeckt. Zusätzlich sind Überreste von illegal gefangenen Haien sowie sechs
Kiemennetze gefunden worden. Kürzlich wurde beobachtet, dass Seelöwen geschlachtet
und als Köder zum Haifang eingesetzt werden.
Die internationale kommerzielle Fischerei, vorwiegend von asiatischen Ländern betrieben,
ist eine der Hauptgefahren für das marine Leben der Galapagos. Diese kommerziell
betriebene Fischerei bedient sich grosser Seine-Netzen sowie Longlines und dringt
immer wieder auch in die geschützten Zonen ein. Asiatische Geschäftspartner geben lokalen
Galapagos-Fischern zu sehr günstigen Bedingungen Darlehen für den Kauf von Booten.
Die Rückzahlung des Geldes wird jeweils erst in fünfzehn bis zwanzig Jahren fällig.
Inzwischen leben auf den Galapagos rund 800 Menschen, die hauptsächlich von der illegalen
Fischerei leben. Daneben existiert innerhalb der Fünfzehnmeilenzone auch die «Sportfischerei».
Dabei soll die «Tag and Release»-Methode angewendet werden, bei der der Fisch
lediglich markiert und dann wieder freigelassen wird.
Die neue Regierung Ecuadors gibt Hoffnungen auf eine bessere Zukunft für das Galapagosarchipel.
Mitte Mai wurde der neue Präsident Ecuadors, Fabian Alarcón, vom Volk bestätigt.
Der Abgeordnete Eduardo Veliz ist wegen Korruption aus dem Kongress entfernt worden und
steht unter Anklage. Es besteht nun die Hoffnung, dass das geplante Gesetz
zustandekommt und wieder Ruhe und Ordnung auf den Inseln einkehrt. Die Fischereimafia
wird jedoch ihre Pfründe sicherlich nicht so einfach aufgeben, wie die Schüsse auf
die Parkwächter gezeigt haben. Dr. Hendrik Hoeck, ehemaliger Direktor der Charles Darwin-Forschungsstation
auf den Galapagos und heute Vorstandsmitglied des Vereins «Freunde der Galapagosinseln
Schweiz» über die Zukunft: «Die Weltgemeinschaft muss den Galapagos beistehen,
um die Inseln für die kommenden Generationen zu erhalten.»

Rund 20 Haiarten werden in den Gewässern um Galapagos gefunden.
Artenmässig stehen die Grauhaie (Carcharhinidae) im Vordergrund und sind mit 8 Arten vertreten:
Tigerhaie (Galeocerdo cuvier) Blauhaie (Prionace glauca)
Galapagoshai (Carcharhinus galapagensis) Seidenhai
(C. falciformis) Silberspitzenhai (C. albimarginatus)
Schwarzspitzenhai (C. limbatus) Weissspitzen-Hochseehai (C. longimanus) und der
Weissspitzen-Riffhai (Triaenodon obesus) Der Weissspitzen-Hochseehai ist zwar weit
verbreitet in der Region des indischen Ozeans und im gesamten asiatischen Raum; in der Region
der pazifischen Küste Amerikas ist er jedoch nur gerade vor Panama, Costa Rica und
um Galapagos zu finden.
Daneben gibt es auch zwei Hammerhaiarten: Bogenstirn-Hammerhai (Sphyrna lewini) und
den Glatten Hammerhai (S. zygaena) In den äusseren Regionen findet man zwei Fuchshaiarten
(Alopias superciliosus, A. pelagicus) den Makohai (Isurus oxyrhinchus) und den
Walhai (Rhiniodon typus)
Gesprenkelter Glatthai (Mustelus mento) Seine Verbreitung ist vor der Küste Equadors
nicht bestätigt, hingegen um Galapagos und in der entfernteren Region Peru, Chile
bis hinunter zur Südspitze Südamerikas.
Gepunkteter Hundshai (Triakis maculata) Er hat nahezu dasselbe Verbreitungsgebiet
wie der Gesprenkelte Glatthai, kommt jedoch nur bis in die Breiten des nördlichen
Chile vor.
Zigarrenhai (Centroscyllium nigrum) ein wenig bekannter Tiefseehai des nördlichen
Pazifiks.
Krokodilhai (Pseudocarcharias kamoharai) der kleinste alle Lamnoiden (Heringshaie),
zu denen u.a. die Weissen Haie und die Makohaie gehören. Er wird max. ca. 110 cm
lang.
Ein lebender Hai ist nicht nur seiner Rolle wegen in
den marinen Ökosystemen
kostbarer als ein toter Hai, sondern er bringt auf lange Sicht auch einen weit grösseren
materiellen Ertrag als in der Fischerei. Laut Angaben der Unexco, einem der rund zehn
kommerziellen Haitauchunternehmen auf den Bahamas, werden allein von
Firma beim Hai- tauchen pro Jahr rund 675 000 Dollar umgesetzt. Davon müssen 40%
an die Regierung abgeliefert werden, was dem Staat im Jahr etwa 270 000 Dollar bringt.
Seit Bestehen der Unexco hat sie rund 1,6 Millionen «Hai»-Dollar an die Staatskassen
abgeliefert. - Umgerechnet auf einen Hai - pro Tauchgang begegnet man dort zwischen
20 und 25 Tieren - ergibt dies je nach Rechenart pro Exemplar mehrere Zehntausend
Dollar.
Veröffentlichung nur mit Quellenangabe: Shark Info