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Studie im Auftrag der SRG SSR
Wäre bereits am 5. September 2021 abgestimmt worden, wäre die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Ehe für alle) angenommen und die Volksinitiative "Löhne entlasten, Kapital gerecht besteuern" abgelehnt worden. Beide Vorlagen wurden über die Hauptkampagnenphase von einem Nein-Trend erfasst.
Die Stimmbeteiligung hätte bei durchschnittlichen 45 Prozent gelegen und ist im Kampagnenverlauf nur schwach angestiegen.
Alle Angaben gelten bei einer 95-prozentigen Wahrscheinlichkeit mit einem Unsicherheitsbereich von ±2.8 Prozentpunkten. Die Wahrscheinlichkeiten beziehen sich auf die Werte der aktuellen Befragung, nicht auf den Abstimmungsausgang am 26. September 2021.
Wie üblich handelt es sich auch bei der zweiten Befragung nur um eine Momentaufnahme und keine Prognose zum Abstimmungsausgang. Die Ergebnisse können im Wellenvergleich allerdings auch als Trends interpretiert werden.
Ausserdem können Sie hier eine Grafiksammlung zur Studie herunterladen.
Gegenwärtige Stimmabsichten nun definitiv negativ prädisponiert
Wäre bereits am 5. September 2021 über die Volksinitiative „Löhne entlasten, Kapital gerecht besteuern“ abgestimmt worden, wäre sie von den Teilnahmewilligen abgelehnt worden. 57 Prozent wären gegen die Initiative gewesen, 37 Prozent dafür. 6 Prozent der Personen, die bestimmt an der Abstimmung teilnehmen wollen, konnten zum Befragungszeitpunkt noch nicht sagen, welcher Seite sie zuneigen. Auf Nachfrage hin finden sich auch unter den Unentschiedenen etwas mehr Kritiker:innen an der Initiative.
Teilnahmewillige Stimmberechtigte gehen zu 81 Prozent von
einer Ablehnung aus. Im Mittel wird der Ja-Anteil für die Abstimmung am 26. September noch auf 43 Prozent geschätzt.
Die Meinungsbildung verläuft nach dem typischen Muster von Volksinitiativen: Die konkreten Kritikpunkte an der Initiative rücken in den Vordergrund und reduzieren anfängliche Sympathien. Auch in der Rückerinnerung geben deutlich mehr Befragte an, von der Ja-Tendenz ins Nein-Lager gewechselt zu haben als umgekehrt. Über alle Personen mit Stimmabsicht betrachtet, verliert die Ja-Seite in knapp einem Monat 9 Prozentpunkte und die Nein-Seite gewinnt 12 Prozentpunkte.
Hoher Stand der Meinungsbildung
69 Prozent der bisher Mobilisierten haben bestimmte Absichten für oder gegen die Volksinitiative. Diese Stimmabsichten sind mit Argumenten sehr gut erklärbar, was
den Spielraum für den Einfluss der Hauptkampagne auf die Unentschiedenen oder Personen mit wenig gefestigter Meinung reduziert.
Vorläufiges Konfliktmuster: Links-Rechts-Polarisierung, Nein-Trend erfasst viele Gruppen
Linke Parteianhängerschaften wollen weiterhin in sehr hohem Mass für die Initiative stimmen. Bei allen anderen Parteianhängerschaften hat ein teilweise starker Nein-Trend eingesetzt, womit eine scharfe Polarisierung erkennbar wird. Bei der GLP-Anhängerschaft sind die Mehrheitsverhältnisse von einer knappen Ja-Tendenz innert Monatsfrist deutlich ins Nein gekippt. Auch bei den Anhänger:innen der Mitte, der FDP und der SVP sind die Nein-Trends deutlich. Bei Parteiungebundenen verläuft der Nein-Trend zwar nicht einseitig, aber dennoch sind zwischenzeitlich 48 Prozent von ihnen gegen die Vorlage.
Neben der Parteisympathie war die finanzielle Situation eines Haushaltes im August noch ein wichtiger Erklärungsfaktor, wobei der Fokus auf den Mittelstand gerichtet war, weil ohne Unterstützung aus diesem Milieu die Chancen einer linken Initiative schwinden. Deutlich ist der Nein-Trend bei Personen mit Berufsschulabschluss (mittlere Bildung): Noch gerade ein Drittel will zurzeit für die Initiative stimmen, während es im August noch 45 Prozent waren. Die mittleren Einkommensstufen sind neu auch knapp mehrheitlich im Nein und in diesen Gruppen ist der Nein-Trend deutlich. Tiefste Einkommen wollen – abgesehen von linken Wählerschaften – als einzige untersuchte gesellschaftliche Gruppe weiterhin
mehrheitlich für die Initiative stimmen.
Gerade nicht mehr mehrheitsfähig ist die Vorlage bei den 18-39-jährigen. Sie geniesst trotz Nein-Trend aber noch mehr Sympathien als bei den älteren Teilnahmewilligen. Die Mehrheitsverhältnisse sind auch bei Frauen ins Nein gekippt, sie hätten aber noch zu 43 Prozent der Initiative zugestimmt, während Männer nur noch zu einem Drittel für die Initiative sind.
Mit der politischen Polarisierung hat sich auch der Stadt-Land-Graben in die erwartete Richtung entwickelt: In grossen Agglomerationen behält die 99%-Initiative erhöhte Sympathien, aber selbst dort sind viele Nein-Stimmen zu erwarten. Auf dem Land und in kleinen und mittleren Agglomerationen bleibt nur etwas über einem Drittel der Stimmabsichten im Ja. Entsprechend deutlich sind die Nein-Trends.
Die Meinungsbildung verläuft in der französischsprachigen Schweiz weniger eindeutig in Richtung Nein: Mit noch 46 Prozent Ja-Stimmabsicht ist die Zustimmung stabil. Zwar baut sich das Nein von 41 Prozent auf 50 Prozent auf, in vielen französischsprachigen Regionen könnten sich je nach Verlauf der Debatte aber letztlich dennoch Ja-Mehrheiten ergeben.
Argumente
Die drei getesteten Pro-Argumente verlieren alle an Zustimmung. Deutlich weniger als die Hälfte stimmt noch jenen Argumenten zu, die sich auf die höhere Besteuerung von Kapital oder die gerechtere Verteilung zwischen Arm und Reich beziehen. Wo die Ja-Seite aber noch immer bei einer Mehrheit punkten kann, ist bei der geringeren Besteuerung von kleinen und mittleren Einkommen als Folge der Initiative für die Kapitalgewinnsteuer.
Demgegenüber legen alle Contra-Argumente an Unterstützung zu, womit gleich alle drei Schwächen in den Vordergrund rücken: Der Mittelstand, der in Mitleidenschaft gezogen würde, die Belastung der KMU in der Krise und der Verweis auf die bereits hohe Besteuerung von Vermögen, wenn man das international vergleiche. Insgesamt hat die Initiative ihre Sympathien – auch gemessen am Index der Argumente – verloren: Nur noch 41 Prozent stehen inhaltlich der Ja-Seite näher (-7 ppt).
Mit der Wirkungsanalyse über die sechs Argumente können 77 Prozent der Ja- und der Nein-Stimmen erklärt werden. Das ist ein hoher Erklärungswert. Die Wirkungsanalyse der Argumente zeigt, dass die Meinungsbildung weiterhin etwas stärker von der Ja-Seite geprägt ist. Denn es bleibt beim Wunsch nach Gerechtigkeit bei der Besteuerung oder bei der Idee der höheren Kapitalbesteuerung, welche die Ja-Seite überzeugend aufbringen kann. Diese Ansätze überzeugen aber keine Mehrheiten mehr, was die Chancen der Initiative schwinden lässt. Das einzige mehrheitsfähige Ja-Argument zur geringeren Besteuerung von kleinen und mittleren Einkommen hat aber kaum noch Einfluss auf die Meinungsbildung. Auf der Gegenseite prägen alle drei geprüften Contra-Argumente in ähnlichem Mass die Meinungsbildung mit. Nicht nur die aktuelle Vermögenssteuer sondern auch die Verweise auf die KMU und den Mittelstand stärken (zunehmend) die Nein-Seite.
Trend in der Meinungsbildung
In der Regel setzt sich ein so deutlicher Trend bei den Stimmabsichten, bei den Untergruppen und bei den Argumenten bis zum Schluss fort, wobei das Ausmass stark von der Debatte in den letzten Wochen abhängt. Diese Trendentwicklung ist oft unabhängig vom fortgeschrittenen Stand der Meinungsbildung zu beobachten, da sich die Perspektiven weiterhin in Richtung Schwachpunkte der Initiative verlagern.
Auf der Ja-Seite dürfte der Fokus vor allem auf die französischsprachige Schweiz gerichtet sein, wo sich die
Initiative noch viele Sympathien bewahrt hat. Allerdings könnte sich selbst da das insgesamt dominante Muster in Richtung Nein noch durchsetzen.
Die Meinungsbildung verläuft klar entlang des Normalfalls in Richtung der Position von Bundesrat und Parlament: ein Teil der (tendenziell) Befürwortenden sowie Unentschiedene neigen trotz Sympathien für das Anliegen am Ende des Meinungsbildungsprozesses dem Nein zu. Die Initiative hat mit Stand der Meinungsbildung drei Wochen vor der Abstimmung auf Basis der hier vorgestellten Umfragedaten kaum noch realistische Chancen auf eine Annahme.
Gegenwärtige Stimmabsichten trotz Nein-Trend deutlich im Ja
Eine nach wie vor klare aber gesunkene Mehrheit von 63 Prozent (-6 ppt) der Teilnahmewilligen hätte drei Wochen vor der Abstimmung für die Ehe für alle gestimmt. Gestiegene 35 Prozent äusserten sich dagegen (+6 ppt). Dieser Aufbau des Neins zeigt sich in annähernd allen hier untersuchten Gesellschaftsgruppen. Stabile 2 Prozent zeigen sich unentschlossen.
Gestiegene 82 Prozent der Teilnahmewilligen gehen aber von einer Annahme am 26. September 2021 aus. Im Mittel wird der Ja-Anteil auf 58 Prozent geschätzt.
Stand der Meinungsbildung fortgeschritten
Wie im Verlauf von Abstimmungskampagnen üblich, haben sich die Stimmabsichten in den letzten Wochen geschärft: 80 Prozent haben eine feste Meinung für oder gegen die Ehe für alle. Es führt auch einzig unter Berücksichtigung fester Stimmabsichten die Ja-Seite (53% bestimmt dafür).
Ein hoher Anteil der geäusserten Stimmabsichten lässt sich über die Beurteilung der Argumente erklären. In der Kombination verweisen diese Faktoren auf einen fortgeschrittenen Stand der Meinungsbildung.
Konfliktmuster: Politische Polarisierung gestiegen
Politisch gesprochen sinkt die Zustimmung von links nach rechts. Dieser Befund zeigt sich in der zweiten Umfragewelle akzentuiert, weil die Ablehnung in der Mitte des parteipolitischen Spektrums und rechts davon gestiegen ist. Parteiungebundene bleiben mehrheitlich für das Gesetz. Alle Parteibasen stehen damit mehrheitlich auf Seiten ihrer Parteispitzen, auch wenn dies im Umfeld der FDP und Die Mitte weniger eindeutig der Fall ist als bei allen anderen Parteiwählerschaften.
Vier gesellschaftliche Gruppen hätten am 5. September 2021 mehrheitlich gegen die Ehe für alle gestimmt: SVP-affine und regierungsmisstrauische Teilnahmewillige sowie Angehörige christlicher Freikirchen und Angehörige nicht-christlicher Glaubensgemeinschaften. Ausserhalb dieser Gruppen bleibt
ein breiter gesellschaftlicher Konsens zur Ehe für alle bestehen. Kritischer als ihre jeweiligen Gegengruppen zeigen sich bei mehrheitlicher Unterstützung jedoch über 40-jährige, männliche und tiefer gebildete Teilnahmewillige oder solche aus Haushalten mit mittleren Einkommen.
Somit bleibt die Haltung zur Ehe für alle beschränkt eine Generationenfrage mit religiöser und politischer Konnotation.
Auch regionale Effekte prägen das Konfliktmuster. Ablehnende Voten sind in der italienischsprachigen Schweiz (bei mehrheitlicher Zustimmung) weiterverbreitet, als in der in den anderen beiden Sprachregionen. Und die Zustimmung aus urbanen Gebieten der Schweiz fällt höher aus als jene aus ländlichen Gegenden oder kleinen und mittleren Agglomerationen.
Argumente: überfälliger Schritt zur Gleichstellung vs. schützenswerte Verbindung von Mann und Frau
Inhaltlich hat sich die Debatte um die Ehe für alle insofern verändert, als dass die gegnerischen Argumente etwas breiter überzeugen als noch vor einem Monat. Wenn die Gegnerschaft argumentiert, dass Kinder Vorbilder beider Geschlechter brauchen, was die Samenspende für lesbische Paare jedoch per Gesetz verweigere, oder dass einzig die Verbindung von Mann und Frau die Fähigkeit zur Weitergabe des Lebens habe und deshalb zu schützen sei, bejahen dies gestiegene 44 respektive 43 Prozent (+5 ppt, +4 ppt). Männer, Pensionierte, Teilnahmewillige mit tiefer Schulbildung, SVP-nahe und regierungskritische Befragte sowie Angehörige christlicher Freikirchen und nicht-christlicher Glaubensgemeinschaften sind mehrheitlich einverstanden. Bemerkenswert ist recht breite Unterstützung der beiden Contra-Argumente aus den Reihen der FDP- und der Mitte-Anhängerschaft.
Hohe 70 Prozent der Teilnahmewilligen erachten die Ehe für alle als überfälligen Schritt Richtung Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare.
Einzig SVP-nahe und freikirchliche Kreise lehnen diese Aussage mehrheitlich ab.
Ebenfalls stabile 63 Prozent sind einverstanden, dass Zuwendung und Fürsorge keine Frage der Familienform sei und deshalb auch gleichgeschlechtliche Ehepaare Kinder adoptieren sollen dürfen. Diese Argumentation mit Regenbogenfamilien wird von SVP-Wähler:innen, Regierungsmisstrauischen und Angehörigen christlicher Freikirchen und nicht-christlichen Gläubigen mehrheitlich abgelehnt.
Die Kongruenz zwischen Stimmabsichten und Haltungen zu den Argumenten bleibt hoch (Erklärungsgrad: 82%). Die Ehe für alle wird weitum als überfälliger Schritt Richtung Gleichstellung anerkannt, und diese Haltung befördert ein Ja zur konkreten Gesetzesvorlage. Ein Nein wird am stärksten von der Ansicht getragen, dass einzig die Verbindung von Mann und Frau die Fähigkeit zur Weitergabe von Leben habe und daher zu schützen sei.
Trend in der Meinungsbildung
Die Entscheidung über die Ehe für alle ist positiv prädisponiert, was sich in der hohen Unterstützung des Anliegens manifestiert. Über den Kampagnenverlauf gelang es der Gegnerschaft jedoch Boden gut zu machen. Die Ablehnung ist einseitig angestiegen, ebenso die Unterstützung der gegnerischen Argumente.
Das entspricht nicht dem Normalfall der Meinungsbildung zu einer Behördenvorlage, bei welchem sich Stimmabsichten über den Kampagnenverlauf an die Empfehlungen von Bundesrat und Parlament anpassen. Vielmehr entspricht die vorgefundene Dynamik der Meinungsbildung einer einseitigen Polarisierung Richtung Nein.
Dennoch sind die Chancen einer Annahme am 26. September 2021 intakt. Neben dem Parolenspiegel verweisen die argumentativen Haltungen und nicht zuletzt die Erwartungshaltung der Teilnahmewilligen zum Abstimmungsausgang auf ein Ja zur Ehe für alle. Zwar polarisieren Fragen des Kindswohls, der Adoption und der Samenspende bis hin zur politischen Mitte. Die Oberhand bleibt aber auch argumentativ bei der Befürworterschaft.
Ein Nein zur Ehe für alle kann angesichts des aussergewöhnlichen Verlaufs zum heutigen Zeitpunkt nicht gänzlich ausgeschlossen werden, es wäre aber aufgrund der vorgefunden Stimmverhältnisse eine grosse Überraschung.
Erst durchschnittliche Teilnahmeabsicht für die Abstimmung vom 26. September 2021
Die am 5. September 2021 gemessene Beteiligungsbereitschaft für den 26. September 2021 liegt bei 45 Prozent und damit nahe am Durchschnitt der letzten Jahre (2011-2020: 46%). Trotz 3 Prozentpunkten Steigerung innert Monatsfrist zeichnet sich keine aussergewöhnlich hohe Mobilisierung ab. Darauf verweisen auch die wenig intensive Kampagne in den
redaktionellen Medien und bei den Inseraten sowie erste publizierte Rückläufe brieflicher Stimmen aus verschiedenen Gemeinden. Obwohl im Pandemiekontext in den letzten Tagen vor vergangenen Abstimmungen mehrmals aussergewöhnlich hohe Teilnahmen resultierten, ist das Szenario einer Supermobilisierung, wie etwa im Juni 2021, dieses Mal eher unwahrscheinlich.
Profil der Beteiligungswilligen
Zusätzlich mobilisiert wurden über den Kampagnenverlauf vor allem Personen aus Gruppen, die an sich meist übervertreten sind: Solche mit akademischem Bildungshintergrund, Männer und Personen im Rentenalter. In der deutschsprachigen Schweiz und auf dem Land wurde auch eher noch etwas mehr mobilisiert. Parteipolitisch wurde aber
dadurch nicht in erster Linie das rechte Lager gestärkt: Die Anhängerschaften von Grünen und SP bleiben deutlich stärker mobilisiert, als diejenigen der Mitte, der FDP und der SVP. Zusätzlich mobilisiert wurden zuletzt auch Parteiungebundene und Personen mit geringerem Regierungsvertrauen. Verläuft die Mobilisierung weiter in diese Richtung, würde das die Nein-Seite beider Vorlagen eher noch etwas stärken.
Zweite Welle der SRG-SSR-Trendbefragung zu den Volksabstimmungen vom 26. September 2021 vom Forschungsinstitut gfs.bern. Realisiert zwischen dem 1. und dem 9. September 2021 bei 13’261 Stimmberechtigten. Der statistische Fehlerbereich beträgt +/-2.8 Prozentpunkte.
Der telefonische Teil der vorliegenden Befragung wurde vom gfs-Befragungsdienst realisiert, die Auswertung und Analyse der Daten nahm das Forschungsinstitut gfs.bern vor.
Befragt wurde via eines RDD-Dualframe-Verfahrens per Festnetz und Handy. Seit dem Herbst 2018 wird im Rahmen des SRG-Trend-Mandats die telefonische Umfrage durch eine Online-Befragung ergänzt, mit dem Ziel die Stichprobengrösse in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz zu erhöhen. Der Online-Teil wurde als Opt-in-Befragung (Mitmachbefragung) über die Webportale der SRG SSR Medien realisiert.
Um sprachregionale Aussagen machen zu können, haben wir die Sprachminderheiten in der CATI-Befragung überproportional berücksichtigt. Diese wurden, um nationale Aussagen machen zu können, wieder ins richtige Verhältnis gebracht.
Keine Aussagen können wir über das Ständemehr machen, denn die Fallzahl lässt gesicherte Rückschlüsse auf die Kantone nicht zu.
Weiterführende Informationen zur Theorie und der Methode der SRG-Trendumfragen finden sich hier.
Technischer Kurzbericht
Auftraggeber: CR-Konferenz der SRG SSR
Grundgesamtheit: Stimmberechtigte Schweizer:innen
Herkunft der Adressen CATI: Stichprobenplan Gabler/Häder für RDD/Dual-Frame; Verwendung Swiss-Interview-Liste,
Herkunft der Adressen Online: Opt-in-Befragung über die Webportale der SRG SSR
Datenerhebung: telefonisch, computergestützt (CATI) und Online
Art der Stichprobenziehung CATI: at random/Geburtstagsmethode im Haushalt geschichtet nach Sprachregionen
Art der Stichprobenziehung Online: offene Mitmachumfrage
Befragungszeitraum: 1. – 9. September 2021
mittlerer Befragungstag: 5. September 2021
Stichprobengrösse: minimal 1’200, effektiv 13’261 (Cati: 1’206, Online: 12’055), n DCH: 9’635, n FCH: 3’067, n ICH: 559
Stichprobenfehler: ± 2.8 Prozentpunkte bei einem Wert von 50% (und 95%iger Wahrscheinlichkeit)
Quotenmerkmale CATI: Geschlecht/Alter interlocked
Quotenmerkmale Online: keine
Gewichtung: Dual-Frame-Gewichtung, Sprache, Siedlungsart, Parteiaffinität, Recall, Teilnahme
mittlere Befragungsdauer CATI: 11.7 Minuten (Standardabweichung: 2.8 Minuten)
Publikation: 15. September 2021, 6h00