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Die Young Boys verabschieden sich mit einer weiteren guten Leistung und einem Remis bei Manchester United aus der Champions League. Das 1:1 bedeutet, dass die Berner die Gruppe trotz fünf Punkten auf dem letzten Platz beenden.
Die Young Boys hatten nur noch eine kleine Chance, sich auf den 3. Platz vorzuschieben und damit in die Europa League einzuziehen. Eine Voraussetzung war ein Sieg bei Manchester United. Diesem kamen sie durchaus nahe. Fabian Rieder erzielte in der 42. Minute das 1:1, und danach besass YB die eine oder andere Möglichkeit, um sich die drei Punkte zu holen und so noch auf Schützenhilfe von Villarreal am Donnerstag zu hoffen.
Es dauerte eine Weile, bis die Young Boys konsequent nach ihrer kleinen Möglichkeit zur Fortsetzung der Europacup-Saison griffen. Ein eher harmloser Schuss von Michel Aebischer nach 28 Minuten war der Start zu einer deutlich intensiveren Phase, in der sie es bis zum Schlusspfiff schafften, das ohne die grossen Stars angetretene Team von Manchester United unter Druck zu setzen.
Die Präzision fehlte in den Berner Passkombinationen manchmal, aber es war bemerkenswert mit wieviel Entschlossenheit und Risikobereitschaft der Schweizer Meister agierte – dies obwohl er auf schwierige Wochen zurückblickt mit nur zwei Siegen in den letzten zwei Monaten. Etwas Glück und Können von Goalie Guillaume Faivre war nötig, um den zweiten Gegentreffer zu verhindern, etwa in der 59. Minute als der eigentliche Ersatzkeeper gegen Amad Diallo stark parierte.
Fehlende Zentimeter
YB kam nicht zu einer Flut von Torchancen gegen den diszipliniert auftretenden englischen Rekordmeister. Aber er brachte sich vereinzelt in gute Abschlussposition. Fabian Riederer vergab die erste gute Gelegenheit, bevor er in der 42. Minute mit einem schönen Schuss aus 20 Metern das 1:1 erzielte. Für den 19-Jährigen war es der erste Treffer in der Champions League.
Nach der Pause kamen zunächst die beiden Sturmspitzen zu gefährlichen Abschlüssen: Jordan Siebatcheu mit einem Schuss aus der Drehung und Meschack Elia mit einem Abschluss aus spitzem Winkel, der das Tor verfehlte. Die beste Chance gehörte aber Quentin Maceiras, der in der 66. Minute aus idealer Position um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei schoss. Bis zuletzt stürmte YB, aber ohne zu den ganz grossen Torchancen gegen die B-Mannschaft von Manchester United zu kommen.
Manchester United ohne seine Besten
Dass es YB nicht mit der stärkstmöglichen Mannschaft von Manchester United zu tun bekommen würde, war klar gewesen. Der dreifache Champions-League-Sieger konnte es sich als bereits feststehender Gruppensieger leisten, Kräfte zu schonen für die Meisterschaft. Dort erfüllt er als Sechster die Erwartungen bislang nicht. Dass der neue Trainer Ralf Rangnick gleich so radikal umstellen würde, überraschte aber doch.
Der Deutsche verzichtete unter anderem auf Cristiano Ronaldo, Jadon Sancho und Bruno Fernandes. Das hochdotierte Offensiv-Trio stand im zweiten Match unter dem neuen Coach nicht mal im Aufgebot. Weil auch andere namhafte Spieler geschont wurden oder verletzt fehlten, traten die Gastgeber mit wenigen grossen Namen an, dafür mit vielen Spielern, die in dieser Saison bislang wenig Einsatzzeit erhalten hatten. Im Verlauf der zweiten Halbzeit kamen dann noch einige Teenager zum Einsatz.
Auch wenn es bei YB am Vortag geheissen hatte, Manchester United habe mehr als elf Topspieler, so war das Fehlen der Besten spürbar. Die Gastgeber standen zwar kompakt, taten sich spielerisch aber schwer. Auf den frühen Führungstreffer durch eine akrobatische Einlage von Greenwood in der 9. Minute folgten nur noch sporadisch Angriffe. Einen davon vereitelte Fabian Lustenberger, der im Old Trafford zu seinem Champions-League-Debüt kam, nach einer guten halben Stunde.