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Das internationale Forschungsprojekt Felslabor Mont-Terri hat zum Ziel, die geologischen, hydrogeologischen, geochemischen und felsmechanischen Eigenschaften des Opalinustons zu untersuchen. Diese Eigenschaften sind für die Beurteilung der Sicherheit und der bautechnischen Machbarkeit eines geologischen Tiefenlagers für radioaktive Abfälle in diesem Gestein massgebend.
Der Schwerpunkt der ENSI Forschungsarbeiten lag 2009 auf dem RC-Experiment («Rock Mass Characterisation»), welches von der Ingenieurgeologie der ETH Zürich durchgeführt wird. Im Vordergrund dieses mehrjährigen Experimentes stehen einerseits die Untersuchung der durch den Bau eines neuen Stollens (Galerie-08) induzierten Deformationen und andererseits die Erfassung der sehr langsam ablaufenden langfristigen Verformungen. Von besonderem Interesse ist der Einfluss bestehender Diskontinuitäten (Trennflächen wie Klüfte, Scherzonen, Störungen, Schichtung) auf das mechanische Gebirgsverhalten des Opalinustons. Die Verformungsmessungen in Beobachtungsbohrungen, die geodätischen Verschiebungsmessungen am Hohlraumrand sowie die mittels Laseraufnahmen evaluierten flächenhaften Verschiebungen im Versuchsabschnitt wurden zum grössten Teil wissenschaftlich ausgewertet. Anhand der Daten zeigt sich, dass das Gebirgsverhalten stark von der Gesteins- und Gebirgsanisotropie sowie von Heterogenitäten kontrolliert wird. Die Beobachtungen während des
Ausbruchs des Stollenabschnittes zeigen, dass das mechanische Verhalten des Opalinustons durch eine Kombination von Gleitverschiebungen entlang von bestehenden Trennflächen (Scherzonen, Klüfte), Scherversagen entlang der Schichtung sowie spröden Bruchprozessen bestimmt wird. Um dieses Gebirgsverhalten zu verifizieren, wurden zudem Laborversuche an Opalinuston-Gesteinsproben zur Ermittlung felsmechanischer Kennwerte durchgeführt (ETH Zürich zusammen mit der Technischen Universität Graz).
Das ENSI beteiligte sich ferner an zwei weiteren kleinen Folgeexperimenten in der EZ-B Nische des ENSI: Im Cyclic-Deformation(CD)-Experiment wird das zyklische Austrocknungsverhalten der Stollenwand in Abhängigkeit des Stollenklimas (Temperatur, Luftfeuchtigkeit) untersucht. Mit dem Evaporation-Logging(FM-D)-Experiment evaluiert das ENSI zusammen mit Swisstopo eine neue Methode der Durchlässigkeitsbestimmung (evaporation logging) in Bohrungen.