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Die Schweizer Rollstuhl-Curler sind in der Round Robin nach Niederlagen gegen die neutralen Paralympics-Athleten (4:6) und Schweden (3:5) ausgeschieden und werden Sechste.
Herzinfarkt-Gefahr bestand am Nachmittag beim Zusehen. Obwohl die Schweizer nicht spielten. Am Mittag stand die Chance aufs Weiterkommen nach der 4:6-Pleite gegen die neutralen Paralympioniken (NPA/Russland) bei fünf Prozent. NPA musste gegen das längst ausgeschiedene Schweden verlieren, Norwegen gegen die ebenfalls chancenlose Slowakei nicht gewinnen, die Schweiz abends Schweden schlagen usw. So viele „Wenn und Aber‘s“ können im Normalfall nicht eintreffen.
Um 16.30 war alles anders. Die Schweizer durften hoffen. NPA verabschiedete sich aus dem Turnier, Norwegen lag 3:6 zurück, rettete sich jedoch mit einer Aufholjagd mit dem letzten (Fehl)Stein der Slowaken ins Zusatzende. Zum Schluss lagen ein gelber (Slowakei) und roter Stein (Norwegen) nahezu gleich weit entfernt. Es musste ausgemessen werden. Vielleicht ein Zentimeter entschied für Norwegen und beendete den Schweizer Traum vom Halbfinal. Oder einer Medaille.
Im Vorfeld der Winterspiele wagte Nationaltrainer Stephan Pfister eine Prognose: „Weil alle Nationen auf einem ähnlichen Niveau spielen, dürfte es sieben Siege brauchen, um in die Halbfinals vorzustossen.“ Genau so war es. Wie erwartet ging es drunter und drüber, kamen Nationen ins Turnier zurück oder rutschten durch. Die Halbfinalisten aus Norwegen verloren die ersten drei Partien 2:5, 1:10 und nochmals 1:10. Und starteten dann zu ihrer Aufholjagd.
Die Schweizer zeigten über weite Strecken, dass sie nach den schwachen Auftritten in Turin (2006) und Vancouver (2010) inzwischen zur erweiterten Weltspitze zählen, aber sie verloren alle Duelle gegen jene vier Mannschaften, die um die Medaillen kämpfen. Die hinter ihnen klassierten Teams hatten sie im Griff. Stefan Pfister zog daraus den Schluss: „Vielleicht fehlt uns noch etwas bis ganz nach vorne.“
Fehlender Kampfgeist konnte dem Quartett über weite Strecken nicht nachgesagt werden. Doch in entscheidenden Phasen unterliefen zu viele „Eigenfehler“, wurden Chancen auf zwei, drei Steine nicht genutzt, glückte der „Matchpoint“ auch Skip Felix Wagner nicht. Enttäuscht hatten sie nicht. „Wir wussten, dass es schwer werden würde, wir uns ein hohes, leider nicht erreichtes Ziel gesetzt hatten“, resümierte Stefan Pfister.
Ein grosser Wermutstropfen in der Bilanz ist die abschliessende Niederlage gegen Schweden. Damit weisen die Schweizer eine negative Bilanz auf. Sechs Niederlagen stehen fünf Siege gegenüber.
Interview Felix Wagner