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Es gibt sechs grosse und eine Vielzahl von kleinen Kopfspeicheldrüsen. Zu den grossen
Drüsen gehören die Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis), die Unterkieferspeicheldrüse
(Glandula submandibularis) und die Unterzungenspeicheldrüse (Gandula sublingualis).
Die kleinen Speicheldrüsen sind in der Lippen-, Wangen- und Gaumenschleimhaut lokalisiert.
Die Drüsen produzieren ca. 1 - 1,5 Liter Speichel pro Tag. Der Speichel enthält Abwehrstoffe, er hilft bei der mechanischen Reinigung des Mundes, schützt die Zähne, hat eine Verdauungsfunktion und spielt eine wichtige Rolle beim Schlucken von festen Speisen. Ist die Speichelproduktion eingeschränkt, kann dies unter anderem zu vermehrter Karies und in schweren Fällen zu Schwierigkeiten beim Essen führen.
Die unterschiedlichsten Ursachen können zu einer Störung der Speichelproduktion führen. Im Folgenden sind einige aufgelistet:
Ist die verminderte Speichelproduktion nicht durch einen reinen Flüssigkeitsmangel sondern durch eine Schädigung der Drüsen bedingt, bestehen oft limitierte Behandlungsmöglichkeiten, die sich auf Befeuchtung der Schleimhaut durch regelmässige Flüssigkeitszufuhr oder künstlichen Speichel beschränken.
Infektionen durch Bakterien oder Viren (z.B. Mumps) können zu schmerzhaften Entzündungen der Speicheldrüsen führen. Besonders anfällig sind Patienten mit einer Immunschwäche (erhöhter Blutzucker, AIDS) oder mit vorbestehender Schädigung der Speicheldrüsen (z.B. durch eine der oben erwähnten Ursachen). Eine Speichelabflusstörung kann eine Entzündung ebenfalls begünstigen. Recht oft werden solche Abflussstörungen durch Speichelsteine (meist aus Kalziumapatit bestehend) provoziert. Diese entwickeln sich häufiger in der Glandula Submandibularis. Kleinere Steine lassen sich durch speichelfördernde Massnahmen (Kauen von Zitronenschnitzen, Kaugummi, usw.) gelegentlich ausschwemmen. Gelingt dies nicht, kommt eine Entfernung des Steins durch einen chirugischen Eingriff oder eine endoskopische oder externe Steinzertrümmerung (Lithotripsie) in Frage. In gewissen Fällen muss auch die ganze Speicheldrüse entfernt werden. Gewisse Medikamente, Zuckerkrankheit, Eiweiss- und Vitaminmangel, Alkoholismus, Hormonstörungen können zu einer bleibenden Schwellung, meist der Ohrspeicheldrüse (sogenannte Sialadenose) führen.
In 70 - 75% der Fälle handelt es sich um gutartige Tumoren, die mehrheitlich in der Ohrspeicheldrüse gelegen sind. Diese zeigen häufig ein nur langsames Wachstum und bereiten kaum grössere Beschwerden. 25 - 30 % der Tumoren sind bösartig. Tumoren der Glandula submandibularis oder der kleinen Speicheldrüsen sind häufiger bösartig. Wenn der Tumor Schmerzen bereitet, eine Gesichtsnervenlähmung auftritt oder im Halsbereich weitere Knoten entstehen, deutet dies auf eine bösartige Erkrankung hin. Sowohl gutartige wie auch bösartige Tumoren der Speicheldrüsen lassen sich in der Regel nur durch eine Operation behandeln.