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Während australische Trucker in ihren Road Trains vor allem genügend Wasser und eine funktionierende Klimaanlage haben sollten, sind die Fahrer der transsibirischen Strecken vor allem auf warme Kleidung, eine funktionierende Heizung und Schneeketten angewiesen. Die R504, besser bekannt als Kolyma Trasse oder Russlands härteste Trucker-Route führt von Magadan im Südosten Russlands bis nach Jakutsk im Westen. Mit 2032 Kilometern ist sie zwar deutlich kürzer als die Strecke von Perth nach Canberra – aber auch deutlich härter für Mensch und Maschine.
Hart, härter, Kolyma Trasse
Die Kolyma Trasse wird auch oft „Straße der Knochen“ genannt. Denn bei ihrer Erbauung durch Strafgefangene des russischen Regimes, die aus Gulags aus dem ganzen Land hergebracht wurden, ließen zahllose Bauarbeiter ihr Leben. Die Bauarbeiten dauerten von 1932 bis 1953 und wurde schnell zu einer der berüchtigtsten Straßen der Welt.
Das besondere: trotz ihrer Deklaration als „Straße“ ist die Kolyma Trasse in vielen Teilen nur mit geländefähigen Fahrzeugen befahrbar. Eine weitere Besonderheit: manche Teile der Straße sind nur im Winter befahrbar, da Brücken über einige Gewässer fehlen und diese somit erst überquert werden können, wenn sie von einer dicken Eisschicht bedeckt sind. Fährt der Fahrer sein 32 Tonnen-Vehikel zu früh auf das Eis kann es sein, dass er mitsamt seiner Ladung einbricht – so kommen viele Fahrer auch heute noch ums Leben und zementieren den Ruf der Kolyma Trasse als „Straße der Knochen“.
Kein Durchkommen mit dem Motorrad
Der Schauspieler und Dokumentarfilmer Ewan McGregor fuhr weite Teile der Kolyma Trasse mit einem Motorrad ab. Für die britische TV-Sendung „Long Way Round“ fuhren er und sein Kollege Charley Boorman im Sommer auf der berühmten Strecke, schafften es jedoch nur mithilfe eines Geländewagens, auf den sie immer wieder ihre beiden Motorräder aufladen mussten um weite Teile der Strecke bezwingen zu können.
Einzige Verbindung zur Zivilisation
Dabei ist die Straße der Knochen von großer Bedeutung für die Stadt am südöstlichen Ende der Strecke: Magadan. Die Stadt am Nordpazifik ist 8 Zeitzonen von Russlands Hauptstadt Moskau entfernt und damit so weit abgeschnitten wie keine andere Stadt des Landes. Sogar der US-Bundesstaat Alaska ist näher an Magadan als die russische Weltmetropole. Trotz alledem ist die Stadt auch bei Touristen beliebt, da sie viele Möglichkeiten zum Wandern, Angeln und für den Bergsport bietet und eine Art der Entschleunigung und Naturverbundenheit ermöglicht, die man in vielen Regionen der Welt vergeblich sucht.
Heutzutage ist die Kolyma Trasse übrigens nicht mehr die einzige Verbindung nach Magadan: auch mit dem Flugzeug oder per Schiff können Menschen und Waren in die abgelegene Küstenstadt transportiert werden. Soll etwas jedoch per Truck an den Pazifik transportiert werden, führt einzig diese berüchtigte Straße ans Ziel – sofern Mensch und Maschine sie bezwingen können ohne ein weiteres Opfer der Straße der Knochen zu werden.