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Der Patentantrag, den Carlton Cole Magee am 13. Mai 1935 einreichte, zeigt einen futuristischen Apparat mit Drehknopf und Sichtfenster am oberen Ende einer Stange. Magee war Anwalt, Lokalpolitiker und Chef des Verkehrsausschusses von Oklahoma City. Mit seiner Erfindung wollte er Dauerparkierer aus dem Stadtzentrum verbannen und die Parkplätze statt dessen für Shoppingkunden freihalten. Die Parkuhr sollte, so erklärt die Patentschrift, das Bezahlen einer vom Münzwert abhängigen Parkzeit ermöglichen und, nach deren Ablauf, ein Verbotsschild anzeigen. Die Patentbeamten beäugten die dargestellte Münzuhr mit ihren komplizierten Innereien misstrauisch – und liessen sich Zeit, viel Zeit. Dem Antrag wurde erst drei Jahre später stattgegeben.
Da allerdings hatte der findige Anwalt Magee seine Parkuhren längst bauen lassen. Beliebt waren sie nicht: Die erste, noch im selben Jahr in der Stadt aufgestellt, trug bald den Spitznamen «Black Maria». Aufgebrachte Bürger protestierten gegen die neue «Wegelagerei»; einzelne Parkuhren wurden kurzerhand umgefahren. Allein, die Proteste waren vergeblich. Mit Magees Erfindung hatte das Gratis-Parkieren in den Städten dieser Welt ein Ende. Die erste «Parkograph» genannte Münzuhr Europas wurde 1952 in Basel aufgestellt.
Doch auch die Zeit der Parkuhr ist abgelaufen: Zu heikel die Mechanik, zu teuer die Wartung. Das endgültige Aus in Europa kam mit der Euro-Einführung am 1. Januar 2002: Es hatte sich schlichtweg nicht gelohnt, die jahrzehntealten Präzisionsgeräte auf die neuen Münzen umzurüsten.