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Elisabeth Binder, 1951 in Bürglen TG geboren, studierte in Zürich deutsche Literatur und Kunstgeschichte. Seit 1994 ist sie freie Schriftstellerin. Ihr Werk umfasst Romane und Essays. Zuletzt sind erschienen: Orfeo (2007), Der Wintergast (2010), Ein kleiner und kleiner werdender Reiter. Spuren einer Kindheit (2015).
Was aber Johann Sebastian Bach betrifft. Als feine musikalische Linie durchzieht er den Roman «Der Wintergast». Und in ihrem Erinnerungsbuch «Ein kleiner und kleiner werdender Reiter» ist er, verbunden mit einem Naturbild, Auslöser einer kindlichen Herzerhebung. «Es war im Saal des Restaurants Bahnhof, wo ich mit sechs oder sieben Jahren meinen allerersten Film sah. Es war ein Film über Albert Schweitzer, der gezeigt wurde. Ein Farbfilm. Und so konnte man auch die blühenden Obstbäume gut sehen. Diesen Obstgarten an einem sonnigen Morgen. Obstbäume hatten wir bei uns auch, im Dorf und um das Dorf herum. Und bei unseren alljährlichen Maientouren in sonntäglicher Frühe blühten sie auch zuverlässig. Maisonntäglich gestimmt wie wir. Aber doch nicht so himmlisch wie jene Obstbäume im Elsass, durch die an dem Maimorgen im Film Orgelmusik erklang. Es war Albert Schweitzer, der in der nahen, hinter den Obstbäumen sichtbaren Kirche seines Heimatorts Johann Sebastian Bach spielte…»