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Wind in den Bergen
Welchen Einfluss hat der Wind aufs Wetter in den Bergen? Gibt es in den Alpen anderes Wetter als im Tessin oder im Mittelland?
Neblig im Flachland und sonnig in den Bergen. Sonnig im Süden und regnerisch und stürmisch auf der Alpennordseite. Die Berge, insbesondere die Alpen, haben einen grossen Einfluss auf das Wetter. Welche Phänomene sind typisch für das Wetter in den Bergen und wo liegen die Unterschiede?
Dieser weht in den Alpen vom lauen Frühlingslüftchen bis zum grösseren Sturm in vielfältiger Ausprägung. Für die Bildung von Wind braucht es Druckunterschiede. Diese sind im Bereich eines Tiefdruckgebietes bedeutend grösser als während eines Hochs. Daher kann bei einem Tief immer mit mehr Wind gerechnet werden. Um zum Beispiel bei einer Wanderung zu erkennen, wo tendenziell stürmischere Luft herkommt, gibt es eine einfache Regel: Wenn der Wind in den Rücken bläst befindet sich das Tief auf der linken Seite.
Stabile und ruhige Wetterlagen ohne jeglichen Wind sind in den Bergen sehr selten. Am ehesten ist dies während einer Hochdrucklage im Winter möglich. Bei einem Hoch im Sommer gibt es aufgrund der Sonneneinstrahlung Lokalwinde in Form von Talwinden. Diese haben zur Folge, dass in einigen Tälern und Gipfeln Winde bis 60 km/h wehen können, während unweit Windstille herrscht. Hochdrucklagen in den Bergen sind im Sommer tendenziell schwieriger zu prognostizieren, da es aufgrund der Talwinde zu sehr grossen regionalen Unterschieden kommen kann. Generell gibt es aber vier Windszenarien, die unterschieden werden können.
Der Alpenföhn
Dieses Wetterphänomen ereignet sich hauptsächlich im Frühling und im Herbst. Dabei wird ein Tief meist aus Süden an den Alpenkamm herangeschoben. Dabei trifft die Luft auf das Gebirge der Alpen und wird nach oben abgelenkt. Es bildet sich eine Föhnmauer in Form eines Wolkenstaus, welcher auf der windzugewandten Seite zu kühleren Temperaturen und Niederschlag führt. Die angestaute Luft steigt dabei auf und erwärmt sich.
Dieser Südföhn kann auf der windabgewandten Seite des Berges für starke Winde sorgen, die in Richtung Tal ziehen. Die warme Luft sorgt für schönes und warmes Wetter sowie für eine tolle Fernsicht auf dem Alpenkamm.
Über die Gipfel ziehen diese Winde als Sturm- oder gar Orkanböen. Für Berggänger gilt es dabei zu beachten, dass wenn der Föhn im Tal zu spüren ist, dass sicherheitshalber nochmals der Wetterbericht studiert werden sollte. Auf Wanderungen an ausgesetzte Berggipfel sollte aufgrund der starken Winde eher verzichtet werden.
Der Nordföhn
Das Gegenstück zum Alpenföhn, welcher meist durch Südwind entsteht, ist der Nordföhn. Hierbei handelt es sich um Kaltluft, welche von Norden her die Alpen überströmt und wasserfallartig Richtung Süden strömt. Der Nordföhn bringt dabei starken Böen mit sich und führt zu starker Bewölkung in den Alpen. Im Tessin und in Südbünden herrschen bei Nordföhn meist sonnige Bedingungen.
Die Bise
Die Bise ist ein bekanntes Phänomen, bei welcher Ost- bzw. Nordostwinde im Jura und der Genferseeregion zu Stürmen führen kann. In den Alpen ist die Bise kaum spürbar und birgt dadurch kaum ein Risiko für Wanderausflüge in den Bergen. Der Ausflug in die Berge lohnt sich bei Bisenlage teilweise besonders. In den Wintermonaten gibt es durch die Bise im Flachland dicken Nebel während in den Alpen, über der Nebelgrenze, die Sonne scheint.
Der Westwind
Dieser Wind aus Westen bringt insbesondere im Winterhalbjahr das grösste Gefahrenpotenzial in den Bergen mit sich. In diesen Monaten gibt es starke bis stürmische Westwinde, welche teils orkanartig in den Alpen wüten. Hierbei prallt die kalte Polarluft auf die warme tropische Luftmasse, was zu stürmen führt. Bei Westwind ist es auf der Alpennordseite äusserst wechselhaft infolge Kalt- und Warmfrontverschiebungen. Die Alpensüdseite bleibt bei Westwind meistens wetterbegünstigt. Bei Westwind mit den wechselhaften Bedingungen gilt es Ausflüge gut zu planen und die Prognosen zu beachten.
Gewitterstürme im Sommer
Nebst der Gewittergefahr den Bergen gilt es die damit verbundenen Winde zu berücksichtigen. Dabei handelt es sich um Böen, welche dem Gewitter vorauseilen, welche Sturmstärke erreichen können. In den Bergen kann es schnell zu Wetterwechseln und aufziehenden Gewitter kommen. Mehr zum Thema Gewitter in den Bergen und das richtige Verhalten sind hier zu finden.
Wetterprognosen für Täler und Gipfel
In der Wetter-Alarm App werden für 15'000 Datenpunkte in der Schweiz und Liechtenstein Wetterprognosen angezeigt. Dabei werden auch spezifische Prognosen für Täler und Berggipfel und somit auch Unterschiede zwischen Berg- und Talwetter erkennbar.
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