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Zwei Sitze sind noch zu vergeben im zweiten Wahlgang für die Luzerner Stadtregierung. Es treten aktuell im Ganzen sieben Kandidierende an bei dieser Wahl, die am 28. Juni stattfindet. Neben den beiden Bisherigen Franziska Bitzi Staub (CVP) und Manuela Jost (GLP) sind dies Judith Dörflinger (SP) sowie Skandar Khan (Juso), Jona Studhalter (Junge Grüne), Silvio Bonzanigo und der Parteilose Rudolf Schweizer.
Silvio Bonzanigo wird von der «Chance Littau-Reussbühl» portiert. Im ersten Wahlgang war der ehemalige CVP-Politiker Bonzanigo für die SVP angetreten, erreichte aber nur eine dürftige Platzierung. Die SVP hatte nach dem ersten Wahlgang bekannt gegeben, dass sie im zweiten Wahlgang, der am 28. Juni stattfindet, nicht mehr antreten werde.
SRF News: Silvio Bonzanigo – Ihre Partei, die SVP, wusste nichts von Ihrer Kandidatur und distanziert sich davon. Sie selber sind als Parlamentarier für die SVP gewählt worden. Ein SVP-Parlamentarier, der als Nicht-SVP-Vertreter für den Stadtrat kandidiert. Kommt sich das nicht in die Quere?
Silvio Bonzanigo: Nein, das kommt sich nicht in den Weg. Die SVP blieb sich treu. Sie hat den Kandidaten zurückgezogen und kann ihn jetzt nicht auf einer anderen Liste unterstützen. Die Liste «Chance Littau-Reussbühl» hat auch einen ganz anderen Fokus, nämlich die Vertretung der Interessen dieses Stadtteils. Auf der anderen Seite ist die SVP eine bürgerliche Partei mit ganz klar profilierten Programmzielen.
Es ist auch eine Frage des Vertrauens. Diese Liste wurde offenbar schon am 31. März eingereicht. Es gab danach eine SVP-Parteileitungssitzung. Sie haben der Partei nichts von Ihren Plänen erzählt.
Zu dieser Sitzung war ich ausdrücklich nicht eingeladen. Ob dort die Liste «Chance Littau-Reussbühl» ein Thema war, weiss ich nicht.
Ich nehme an, die Parteileitung nimmt Kandidaturen der anderen Listen auch wahr.
Aber die Partei wusste gar nichts davon. Sie haben sie ja gar nicht informiert.
Natürlich haben sie davon gewusst. Ich nehme an, die Parteileitung nimmt Kandidaturen der anderen Listen auch wahr. Insofern wäre es die Aufgabe der Parteileitung gewesen, auf mich zuzukommen und zu fragen, wie sich das mit meiner Kandidatur auf der Liste «Chance Littau-Reussbühl» verhält.
Ist es für Sie nicht ein seltsamer Start in die Arbeit in der SVP-Fraktion, wenn es schon vor Beginn der Legislatur solche Kommunikationsprobleme gibt?
Das denke ich nicht. In der Fraktion werden wir einen guten Austausch haben. Über die Parteileitung haben wir hier vielleicht nicht optimal kommuniziert. Aber innerhalb der Fraktion sehe ich kein Problem. Zuerst müssen wir uns aber über das nicht gerade überzeugende Wahlergebnis unterhalten. Dort sehe ich die Hauptarbeit, und nicht darin, dass man sich über die Interessen einzelner Personen austauscht.
Das Gespräch führte Beat Vogt.