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Im Mai 2022 wählte Kasachstan ein Gebiet in der Nähe des Dorfes Ulken beim Balchaschsee als bevorzugte Region für den Bau des ersten Kernkraftwerks des Landes aus. Als Ausweichregion wurde Kurtschatow bestimmt, das rund 700 km nordöstlich von Ulken liegt. In Kasachstan war bis 1999 in Betrieb bereits ein Kernreaktor: der Schnelle Neutronenreaktor BN-350 des Kernkraftwerks Aqtau am Kaspischen Meer.
Kasachstan ersuchte die IAEO um die Durchführung einer SEED-Mission (Site and External Events Design) zur Bewertung des Verfahrens für den Standortentscheid. Diese Mission fand vom 2. Oktober bis zum 6. Oktober 2023 statt. Im März 2023 hatte die IEAO eine INIR-Mission (Integrated Nuclear Infrastructure Review) durchgeführt, bei welcher der Zustand der nationalen Infrastruktur für die Einführung der Kernenergie bewertet worden war.
Ziel der SEED-Mission war es, Kasachstan bei der Fertigstellung seiner Durchführbarkeitsvorstudie auf der Grundlage der geltenden IAEO-Sicherheitsstandards zu unterstützen. Die Überprüfung konzentrierte sich auf die Qualität der Daten im Standortauswahlbericht und die Methoden der Datenerfassung, die Angemessenheit des Standortauswahlverfahrens und die Gefahrenmodellierung in Bezug auf den Bau von zwei Blöcken an einem ausgewählten Standort.
Das IAEO-Team stellte in seinem vorläufigen Bericht fest, dass keine definitiven Hinweise darauf hindeuten, dass die vorgeschlagenen Regionen als auch die Standorte innerhalb dieser Regionen (in den Regionen Ulken bzw. Kurtschatow) aus sicherheitsrelevanter Sicht ungeeignet wären. Das Team schlug der Kazakhstan Nuclear Power Plant (KNPP) – dem zukünftigen Betreiberunternehmen – dennoch vor, eine begrenzte zusätzliche Datenerfassungskampagne durchzuführen, um das allgemeine Risiko zu minimieren, dass potenzielle Sicherheitsprobleme zu einem späteren Zeitpunkt auftauchen könnten.
Der Schlussbericht wird in rund drei Monaten der Regierung übergeben.
Quelle
M.A. nach IEAO, Medienmitteilung, 6. November 2023 und kasachischem Energieministerium, 2. Oktober 2023