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Die Ratten leben gern gesellig, kriechen oft in einem gemeinsamen Nest zusammen, fressen aber eine krepierte Genossin sofort
auf. Jung gefangene Ratten werden sehr zahm. Das Weibchen wirft jährlich zwei- bis dreimal etwa einen
Monat nach der Begattung 5-21 nackte Junge, welche sie liebevoll pflegt. Die Hausratte (M. rattusL.) ist 16 cm lang, mit 19 cm
langem Schwanz, auf der Oberseite dunkel braunschwarz, und diese Färbung geht nur allmählich in die
wenig hellere der Unterseite über.
Sie ist noch jetzt in Persien sehr gemein; wann sie nach Europa gekommen, weiß man nicht, zuerst wird sie von Albertus Magnus
als deutsches Tier genannt; gegenwärtig ist sie über alle bewohnten Teile der Erde verbreitet, kommt aber überall mehr vereinzelt
vor und weicht mehrfach der Wanderratte, welcher sie in ihrem Wesen sehr ähnlich ist. Bisweilen findet
man eine größere oder geringere (bis gegen 30) Zahl Ratten mit den Schwänzen so verwachsen oder verflochten, daß sie sich
nicht wieder voneinander befreien können.
Derartige Rattenkönige sind wiederholt beobachtet worden, ohne daß man über ihre Entstehung etwas Sicheres
ermitteln konnte.
In Sondershausen
[* 18] hatten sich einst die Ratten so vermehrt, daß ein eigner Bußtag deshalb angestellt wurde, und in Autun wurden
sie zu Anfang des 15. Jahrh. vom Bischof förmlich in den Bann gethan. Die sogen. Rattenfelle des Pelzhandels
stammen vom virginischen Beuteltier.