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Keltische Götter und Göttinnen?
Obschon in keltischer Kultur am europäischen Festland um oder vor der Zeiten-Wende mit an Sicherheit grenzender Wa[h]rscheinlichkeit von Kelten selber kein einziger Gegenstand mit einem religiösen Namen beschriftet wurde, wird stets rezitiert und voneinander abgeschrieben, mehrere Hundert Namen von keltischen Göttern und Göttinnen wären bekannt?
Tatsächlich sind lediglich einige wenige Behauptungen historisch nachweisbar wie etwa die von dem im jungen Alter von 26 Jahren verstorbenen römischen Dichter Marcus Annaeus Lucanus [39-65]: in seiner Pharsalia ist von Esus, Teutates und Taranis, in Dialogi Deorum ist von Ogmios die Rede. Dazu kommen noch die Umdeutungen durch Julius Cäsar in De Bello Gallico, 6,17, womit der römische Diktator seine eigene, vom griechischen Polytheismus [Götter-Himmel] geprägte Vorstellung synkret-imperialistisch auch auf die andere Denk-Art, die keltische Kultur, anwendet mit Mercurius, Apollon, Mars, Jupiter, Minerva und Dis.
Cäsar [VI 18,1] berichtet aus seiner römischen Sichtweise mit zwei-geteilter [Götter]-Welt, die gallischen Kelten hätten Dis [Pater] für den Stammvater ihres Volks gehalten. Mit anderen Worten von den Toten abzustammen bzw. Wieder-Auferstandene zu sein. Mit seiner Aussage liefert Cäsar den Nachweis für die keltische Dreieinigkeit [Trinität]: Zwischen lebendig und leblos die unvergängliche Seele [als physikalische Gegenwart] ohne Gottheiten.
Auf der eigentlichen Nicht-Grundlage bzw. römisch und griechischen Irre-Führung wird zeitgenössisch mit späteren, den nach-keltisch gallo-römischen Inschriften verbunden mit irischer Sagen- und Märchen-Welt beliebig den Berg hinauf interpretiert und den Bach herunter spekuliert. Werden Gottheiten behauptet im keltischen Namen? Keltische Götter und keltische Göttinnen sind frei erfunden ohne jeden belegbaren Nachweis. Die Behauptung der angeblich keltischen Gottheiten ist eine Unterstellung aus der römischen oder aus der griechischen Kultur mit deren eigenen, anderen Vorstellungen von einer zwei-geteilten [Götter]-Welt im Gegensatz zur Dreieinigkeit der keltischen Kultur in einer monistischen Natur.
Der gedankliche Ansatz, wie er nach wie vor auch in der wissenschaftlichen Keltologie vorhanden ist, ein Pantheon-System, keltisch oder allgemein tocharo-keltisch [früher indo-germanisch], als Theorie erfassen zu wollen, ist mit der tatsächlichen Überlieferung einer Vorstellung von zeitloser, unvergänglicher Seele nicht vereinbar. Zeitlos bedeutet Gegenwart mit Bezug auf die persönliche Handlung und Wirkung. Das Heiligtum [Pantheon] erscheint hier von selbst als Kooperation, also durch die Mitwirkung und Teilnahme der Individuen.
Keltische GottheitenWas sind Götter? Voraus eine Bemerkung zum Begriff der Wörter göttlich und Götter: Der mit diesen Ausdrücken bis heute verwendete theistische Inhalt kam erst mit den Römern und der Christianisierung nach Westeuropa nördlich der Alpen. Das ursprünglich germanische Wort bzw. Neutrum *guda [= Gott] selber meinte vielleicht in etwa das Gute. Im Kulturkreis des christlichen Abendlandes werden die metaphysischen Platzhalter heute automatisch in Bezug gesetzt mit den monotheistischen Vorstellungen. Etwas anderes ist nach nun bald 2000 Jahren gar nicht mehr möglich, aber das ist alles andere wie keltisch.
Im Verständnis dieser Zusammenhänge ist auch der Zugang zum ehemals keltischen verborgen:
Möglich wird dies mittels Erfassung der göttlichen Geistlichkeit mit dem Leib-Seele-Dualismus [Animismus], welche das keltische Druidentum überlagerten. Hier ein ein individuelles Beispiel: die keltische Mythologie: Das natürliche ist selber ist jenes, was andernorts als etwas über-natürliches benannt wurde, direkt und ohne Symbole. Ein Verständnis der keltischen Mythologie setzt voraus den zentralen Inhalt jener Glaubens-Vorstellungen, wie sie, als Beispiel, bei Lucanus [Pharsalia] überliefert sind:
Der Tod sei wie die Mitte eines langen Lebens ... es herrsche weiterhin der gleiche Gedanke [nicht Geist], nur in einem anderen Körper und in einer anderen Welt - [in dieser Welt] und andererseits die Kenntnis der Unterschiede zwischen einem magischen [monistisch] und einem theistischen [dualistisch] Weltbild.
Der Begriff Metaphysik war ursprünglich nur Buchtitel für Werke von Aristoteles und wurde vom griechischen Herausgeber Andronikus von Rhodos um 70 v.Chr. in Rom eingeführt. Heute wird damit eine im engeren philosophischen Sinn sehr allgemeine, auf die Totalität der Wirklichkeitserfassung abzielende Denkweise verstanden.
Der Monotheismus ist geschichtlich belegt, seit der ägyptische Pharao Echnaton [Amenophis IV.] den Aton zur alleinigen meta-physischen Instanz über Ägypten bestimmte [um 1340 v.Chr.], was zu grossen Unruhen führte. Kurz davor wird in Ägypten mit der aramäischen eine weitere grosse semitische Völkerwanderung registriert, als Pharao Ahmose die einst von Mesopothamien zugewanderten Hyksos aus dem Nildelta verjagte. Aus den Fremdarbeitern, die in Ägypten Aperu hiessen, von einem Mann mit dem ägyptischen Namen Mose angeführt wurden und sich erst spät, im 13. Jh. v.Chr., der aramäischen Wanderung anschlossen, sind die späteren Hebräer entstanden. Sicher ist, dass diese Menschen aus Ägypten bereits vom Monotheismus des Pharao Echnaton Kenntnis haben mussten und diese neuen Vorstellungen in die kanaanäischen Kleinfürstentümer mitbrachten, zwischen welchen sie sich schliesslich ansiedeln konnten. Daraus entstand später das monotheistische Christentum, welches dann, im Verbund vor allem mit antiker griechischer Philosophie, zur Staatsreligion im alten Rom wurde und als Vulgata, dann Bibel in die ganze Welt verbreitet werden sollte. Imperial und universal nach dem Motto: Und glaubst nicht willig, so hast Gewalt.
Heute ist schlicht falsch oder irreführend, die deutschsprachigen Wörter Gott, Götter, Gottheit anders wie im historischen Zusammenhang zu verwenden. Die Gegenwart als Moderne hat gar keinen Zugang mehr zu diesen Platzhaltern oder Figuren aus früheren gedanklichen Zusammenhängen. Wer also diese Wörter noch aktuell verwendet, trägt auch eine Christenkluft, im Ursprung altägyptischer Herkunft oder sonst was, wenn auch oft bzw. meist unbemerkt.
Ein Beispiel möge dies verdeutlichen:
Diodor von Sizilien berichtete im 1. Jh. v.Chr. von einer lange vor seiner Zeit durchgeführten Reise des phokäischen Seefahrers Pytheas in die nördlichen Meere und bemerkte eine enge Beziehung zwischen dem Kult von Delphi und den Britischen Inseln: Eine Geliebte des Zeus, Latona/Leto - die Mutter der Zwillingskinder Apollon und Artemis, soll nämlich aus Britannien stammen. Diodor, II, 47: Und das erklärt, warum die Inselbewohner Apollon so ausserordentlich verehren. Sie sind alle sozusagen seine Priester. Es gibt dort einen riesigen Steinkreis, der dem Apoll geweiht ist, sowie einen prachtvollen Rundtempel mit zahlreichen Opfergaben. Alle neunzehn Jahre soll Apoll diese Insel besuchen. [Weshalb 19? ... der keltische Kalender]
Der entdeckungsreisende Seefahrer Pytheas, ein Grieche aus Marseille, findet auf einer britischen Insel einen Kult, der offenbar dem griechischen Apollonkult ähnlich war. Alle Inselbewohner, die er dort gesehen hat, seien seine Priester. Nun kann heute davon ausgegangen werden, dass er damit vermutlich die vorzeitliche Sternwarte Stonehenge meint, demnach beschreibt er eine Einklassengesellschaft von Gelehrten, welche sich mit der Sonne, dem Mond und den Gestirnen befassen. Die sogenannten Priester waren die Wissenschaftler in Form der damaligen Druiden bzw. derer Vorgänger [Stonehenge war schon vor der keltischen Besiedlung in Betrieb].
Die alten Griechen waren sich offenbar vollkommen im Klaren über die nordische Herkunft der Sonnenwissenschaft, erwähnen doch Überlieferungen, die mit ihrem Sonnenkult von Delphi zusammenhängen, einen hyperboreischen [nördlichen] Sonnenkult. Noch der römische Gelehrte Cicero unterscheidet später vier verschiedene Apoll-Gestalten, von denen die dritte aus den hyperboreischen, d.h. nördlichen Regionen nach Delphi gekommen sei. [De natura deo-rum, III, 23]. Der Mythos von der Ankunft Apolls in Delphi und seinem siegreichen Kampf gegen die Schlange Python berichtet hingegen historisch gesehen vom plötzlichen Auftauchen der indo-europäischen Dorier, die bereits das Eisen kannten und den durch die Python symbolisierten Erdkult durch einen Sonnenkult bzw. deren Wissenschaft ersetzten.
Die Wörter welche auf Deutsch mit Gott, Götter, Gottheit übersetzt sind, wurden in der Antike im Polytheismus demnach nicht in einem meta-physischen [totalitären] Sinne verwendet wie heute, sondern als Bezeichnung für eine Wissenschaft, Naturereignisse oder andere heraus ragende reale Sachverhalte.
Anders ist der Zusammenhang im Druidentum des Keltentums. Die Grundlage des Monismus, alles und nichts sind eines im Ganzen, verunmöglicht die Denkbarkeit von meta-physischen Wesensheiten.
Die keltischen Druiden konnten sich gar keine Götter oder Göttinnen denken, vorausgesetzt, die überlieferten Hinweise auf Monismus und Trinität seien zutreffend. Was da heute modern in den Kreisen der Esoterik, Mystik, Spiritualität, Neuheidentum, Paganismus, Rekonstruktion [Celtoi Recon, CR ] und dergleichen rezitiert und voneinander abgeschrieben wird, kann lediglich Figuren und Platzhalter im Sinne einer Vorstufe von Gesetzen meinen, wie es sie auch tatsächlich gab, je nach Notwendigkeit und Ort verschieden. Aber keltisch Gott und Göttin? Keltische Götter? Keltische Göttinnen? Keltische Gottheiten? Eindeutig nein, sind nicht vorhanden im trinitären Monismus.
Weil:
Alles [1] und Nichts [2] sind Eines [3] im Ganzen [Monismus]
oder die angepasste [christliche] Trinität
Im Namen [Monismus] der Eltern [1] der Kinder [2] und des Heiligen Geistes [3]
Obwohl sie sich darüber wundern, bezeugen alle Autoren der Antike ohne Ausnahme und unmissverständlich die Vorstellung in der keltischen Kultur von der unvergänglichen Seele und der Wiederauferstehung und Existenz in einer anderen Welt, [monistisch aber in dieser Welt]
Die in der Überlieferung durch griechische und römische Quellen als etwas Göttliches interpretierten Namen haben nichts mit den meta-physischen Vorstellungen aus der Kultur der Beschreibenden mit deren Gottheiten zu tun. Die vielen Hunderte an gefundenen Inschriften und Figuren aus keltischer Kultur sind keine als stell-vertretende Menschen abgebildete Götter oder Göttinnen, sind keine Gottheiten, sondern Signatur [= Hinweis] auf einen tatsächlich vorhandenen Inhalt oder gedanklichen Zusammenhang. Vergleichbar heute dem Hauptwort, einer sprachlichen Substantivierung mit Ober-Begriff. [Durch Diodor von Sizilien, Fragm. XXII, ist überliefert wie Brennus, der Führer der Gallier auf dem Zug durch Griechenland, in Lachen ausbrach angesichts der Tatsache, dass dort dem Natürlichen im Tempel menschliche Gestalten zugemutet und Symbol-Figuren aus Holz und Stein hergestellt wurden].
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