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Kurzzeitig hielt die Radsportgemeinde den Atem an: Remco Evenepoel stürzte gut 40 Kilometer vor dem Ziel der Lombardei-Rundfahrt während der Abfahrt vom Muro di Sormano über ein Brückengeländer einige Meter in die Tiefe. Der 20-jährige Belgier war in einer Kurve an einem Vorsprung der Begrenzungsmauer hängen geblieben.
Evenepoel wurde bei Bewusstsein geborgen und mit der Ambulanz ins Spital von Como abtransportiert. Über seinen Gesundheitszustand informierte sein Team am Abend: Röntgenuntersuchungen brachten einen Beckenbruch sowie eine Lungenprellung zutage. Der Fahrer bleibt zur Beobachtung in der Nacht im Krankenhaus, bevor er am Sonntag nach Belgien geflogen werden soll.
Evenepoel bestritt in der Lombardei sein erstes sogenanntes Radsport-Monument. Erst vor zehn Tagen war sein Deceuninck-Quick-Step-Teamkollege Fabio Jakobsen an der Polen-Rundfahrt schwer gestürzt. Der Däne musste mit schweren Kopfverletzungen für zwei Tage ins künstliche Koma versetzt werden.
Fuglsang holt sich den Sieg
Aufgrund des schweren Unfalls geriet der Sieg von Jakob Fuglsang fast ein bisschen in den Hintergrund. Der Däne aus dem Astana-Team setzte sich nach 231 Kilometern in Como 31 Sekunden vor George Bennett (NZL/Jumbo-Visma) und 51 Sekunden vor seinem Teamkollegen Alexander Wlassow (RUS) durch.
Der 35-Jährige entschied sein zweites Radsport-Monument für sich, nachdem er vor einem Jahr bereits bei Lüttich-Bastogne-Lüttich triumphiert hatte.
Im Anstieg zum Civiglio startete Fuglsang den Angriff. Wlassow und Bennett konnten folgen, andere Mitfavoriten wie Vorjahressieger Bauke Mollema oder Vincenzo Nibali mussten dem hohen Tempo an der Spitze jedoch Tribut zollen.
Badilatti bester Schweizer
Die Entscheidung führte der in Genf geborene Fuglsang dann 6 Kilometer vor dem Ziel im Schlussaufstieg herbei. Mit einem unwiderstehlichen Antritt hängte er mit Bennett auch seinen hartnäckigsten Verfolger ab und fuhr solo im Ziel ein.
Als bester Schweizer klassierte sich Matteo Badilatti mit 10:25 Minuten Rückstand auf dem 23. Rang.
Schachmann von Auto gerammt
Der Sturz von Evenepoel blieb übrigens nicht der einzige Schreckmoment beim Rennen nahe der Schweizer Grenze. Kurz vor dem Ziel fuhr plötzlich ein Auto auf die Strasse. Der Deutsche Maximilian Schachmann konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und prallte in das Auto. Er fuhr das Rennen zu Ende, brach sich aber das Schlüsselbein.