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Eine Dresdner Trümmerscherbe erzählt
Eine Dresdner Trümmerscherbe schildert, wie sie gefunden wird, wie sie damals Teil eines Obsttellers war, von einer Frau gekauft, auf die Kommode gestellt und mit Äpfeln gefüllt wurde.
Dann kam der 13. Februar 1945, der Grund dafür, dass sie als Scherbe auf den Elbwiesen landete.
Das Leben der Familie, bei der sie als Obstteller stand, ist eingebettet in die Erzählung. Dramatisch werden die Stunden der Zerstörung beschrieben, die diese Familie, genau wie die Scherbe, miterlebt.
Der Autor sieht sich in der Scherbe widergespiegelt, denn auch er erlitt einen Schicksalsschlag, der als eine Folge des Krieges "aus meinem Leben einen Scherbenhaufen machte, aber ich habe gelernt, etwas Schönes daraus zu machen, und so ist mein Leben ein buntes Mosaik geworden",
Burkhard Rühl
Geboren 1943 im Spreewald, aufgewachsen am Niederrhein. Über meinem Bett hing in meiner Kindheit eine Kreuzspinne in ihrem Netz. Darunter stand: Einer spinnt immer.
Verbotenes, Verborgenes, scheinbar Unmögliches oder Verrücktes haben mich immer gereizt. So kam es, dass ich in meinem Leben viele Wechsel und Überraschungen erfuhr, aber auch vieles unternommen habe, das vom Gewöhnlichen abwich, gemäss der Hermann Hesse’schen Devise:„...Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, kann lähmender Gewöhnung sich entraffen...“
Nach der mittleren Reife habe ich verschiedene Sparten des Hotel- und Restaurantgewerbes erlernt, 1967 das Abitur nachgeholt und anschliessend (1970) in Berlin an der Pädagogischen Hochschule Politik und Kunst als Hauptfächer belegt. Wegen meiner politischen Tätigkeit und wegen Konflikten im persönlichen Bereich blieb mein Studium ohne Abschluss.
An die politische Zeit schloss sich die Phase der Selbsterkenntnis an, Marx und Mao als Vorbilder wurden von Baghwan und anderen Grössen der Psychologie und Meditation abgelöst. Mein Geld verdiente ich mit Jobben in allen möglichen Branchen...
1980 erlernte ich durch Umschulung den Beruf eines Metallfacharbeiters.1984 spürte ich in verschiedenen Sommercamps, dass die Natur sehr heilsam auf mich wirkt. So beschloss ich 1988, mein bisheriges Leben aufzugeben. Ich verkaufte mein Auto, löste meinen Haushalt auf, kündigte meine Arbeitsstelle, packte mein Rad und fuhr für ein Jahr nach Afrika. Ich schlief, bis auf wenige Ausnahmen, immer draussen und kochte am Feuer (siehe Afrikabuch).
Danach unternahm ich noch mehrere Radreisen: eine Tour um die Britischen Inseln, eine andere nach Skandinavien, eine weitere um die iberische Halbinsel, einige durch Frankreich (letztere alle als Blockflöte spielender Strassenmusikant) und eine Fusswanderung über Polen, die Ukraine nach Rumänien. Bei einem längeren Aufenthalt auf Gomera lernte ich Hippies kennen, und anderthalb Jahre in einer Hütte in den Pyrenäen brachten mich mit Aussteigern verschiedener Nationen zusammen.
Als ich zur Ruhe kam, widmete ich mich wieder der schon früher ausgeübten Kunst und verarbeitete sowohl gestalterisch (Holzfiguren und Mosaik) als auch schriftstellerisch meine in den Reisejahren erfahrenen visuellen und geistigen Eindrücke. Ich lebe innerhalb von Mauern in einer abgetrennten Ecke des Leutershausener Friedhofs. Ich liebe mein kleines Reich mit seinem Garten, das ich in meinen Gestaltungsdrang miteinbeziehe.