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Die mythologische Geschichte der Musik, in der okzidentalen Welt, begann mit dem Tod der Titanen. Nach dem Sieg der Götter des Olymp über die sechs Söhne des Uranus (Oceanos, Ceos, Crios, Hyperianos, Japetos und Chronos), besser bekannt als die Titanen, wurde Zeus gebeten, Divindades zu erschaffen, welche den Sieg der olympischen Götter besingen sollten. Also teilte Zeus sein Lager mit Mnemosina, der Göttin der Erinnerung, während neun Nächten hintereinander und, nach entsprechender Zeit, wurden die neun Musen geboren.
Unter diesen befanden sich auch Euterpe (die Musik) und Aede, oder Arche (der Gesang). Die neun Göttinnen pflegten den Berg Parnaso, in Fócida, zu frequentieren, wo sie zum Hofstaat des Apollo gehörten, dem Gott der Musik.
In der Mythologie gibt es noch andere Götter, die man mit der Geschichte der Musik verbindet, wie zum Beispiel Museo, Sohn des Eumolpo, der ein so grossartiger Musiker gewesen sein soll, dass er mit seiner Musik Krankheiten vertreiben konnte – oder Orpheus, Sohn der Muse Caliope (Muse der lyrischen Poesie und als die Ranghöchste der neun Musen bezeichnet), der Sänger, Musiker und Poet war – und Anfião, Sohn des Zeus, der, nachdem er vom vielbeschäftigten Hermes eine Lyra bekommen hatte, sich nur noch der Musik widmete.
Wenn wir mit Umsicht die Mythologie der Völker studieren, werden wir feststellen, dass jedes Volk einen Gott oder sonst einen mythologischen Repräsentanten der Musik besitzt. Bei den Ägyptern, zum Beispiel, soll die Musik von Tot und Osiris erfunden worden sein – bei den Hindus von Brahma – bei den Juden von Jubal und so weiter, und so weiter – was beweist, dass die Musik etwas wesentliches innerhalb der Geschichte der Menschheit ist – und eine ihrer ältesten und bedeutendsten Manifeste.
Sie besteht aus zwei Teilen: der erste ist der Ausdruck von Gefühlen durch die menschliche Stimme – der zweite besteht aus dem natürlichen Phänomen von Tönen im Zusammenklang von zwei oder mehreren Stimmen. Der erste ist die Wurzel der vokalen – der zweite die Wurzel der instrumentalen Musik.
In der nicht-mythologischen Geschichte der Musik sind zwei Persönlichkeiten von besonderer Bedeutung: Pythagoras, der Erfinder des Monokordions – um die Relation der einzelnen Töne mathematisch zu bestimmen – und Lassus, der Meister des Pindaro, der um 540 vor Christus über die Theorie der Musik nachdachte und schrieb.
Von Bedeutung ist auch der Chinese Lin-Len, der ebenfalls eines der ersten Dokumente in Bezug auf die Musik verfasste – das war 234 vor Christus, der Epoche des Kaisers Haung-Ti. Zur Zeit dieses Herrschers, legte Lin-Len, der einer seiner Minister war, die Oktave in zwölf Halbtönen fest, welche er die “zwölf Lius“ nannte. Diese zwölf Lius wurden aufgeteilt in “Liu Yang“ und “Liu Yin“, die unter anderem auch den zwölf Monaten des Jahres entsprachen.
Nach der Musiktheorie besteht die Musik aus drei Grundelementen: dem Rhythmus, der Harmonie und der Melodie. Unter diesen drei Elementen ist der Rhythmus die Basis und das Fundament des gesamten musikalischen Ausdrucks.
Ohne Rhythmus gibt es keine Musik. Man nimmt an, dass die rhythmischen Bewegungen des menschlichen Körpers die Musik begründet haben. Der Rhythmus hat insofern eine ganz besondere Bedeutung, als er das einzige Element ist, welches unabhängig von den beiden anderen, der Harmonie und der Melodie, existieren kann.
Das nächstbedeutende Element, die Harmonie, ist verantwortlich für die Entwicklung der musikalischen Kunst. Aus der Harmonie menschlicher Stimmen entwickelte sich die instrumentale Musik.
Die Melodie ihrerseits, ist die erste und direkte Ausdrucksform musikalischer Kapazitäten, denn sie entwickelt sich aus der Sprache, der Akzentuierung der Worte und formt eine Folge von charakteristischen Noten, die ein wiedererkennbares rhythmisches und harmonisches Werk ergeben.
Was sich aus der Vereinigung von Melodie, Harmonie und Rhythmus ergibt, sind die so genannten Konsonanzen und die Dissonanzen. Allerdings sind deren Definitionen von einer Kultur zur anderen unterschiedlich. Im Mittelalter zum Beispiel, wurden gewisse Akkorde als Dissonanzen empfunden, welche unseren Ohren von heute als durchaus konsonant erscheinen – besonders für gewisse Rocker (und Fans von Heavy Metal) ganz bestimmt!
Diese Unterschiede sind sogar noch grösser, wenn man okzidentale Musik mit der aus Indien oder aus China vergleicht – in diesem Fall stösst man sogar auf völliges Unverständnis und Ablehnung.
Um dies Differenzen zwischen Konsonanz und Dissonanz besser zu verstehen, ist es vielleicht ganz gut, sich der lateinischen Sprache zu entsinnen: “Consonantia“ bedeutet Übereinstimmung, das heisst, konsonant sind alle Töne, welche uns angenehm erscheinen, die mit unserem Musikgeschmack übereinstimmen und mit den anderen Tönen, welche ihm entsprechen.
“Dissonantia“ bedeutet Disharmonie, Ablehnung, das heisst, dissonant sind alle Töne, welche uns unangenehm erscheinen – oder, mehr im Sinne der Musiktheorie, jeder Intervall, der nach einer Auflösung durch eine Konsonanz verlangt.
Das Unverständnis ergibt sich weil Konkordanzen und Diskordanzen von einer Kultur zur andern wechseln, und wenn wir Okzidentalen eine typisch orientalische Musik hören, haben wir manchmal den Eindruck, dass deren Klang in totaler Unstimmigkeit zu dem steht, was unsere Ohren gewöhnt sind.
Und deshalb kann man sagen, dass die verschiedenen Völker in Wirklichkeit ihre eigenen Konsonanzen und Dissonanzen haben, denn die repräsentieren ihre Sujektivitäten, ihre Idiosynkrasien, den Geschmack und das Wesen eines jeden Volkes und seiner besonderen Kultur.