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Felis silvestris heisst die Wildkatze auf lateinisch. Damit ist klar, wo der Mensch die Wildkatze hauptsächlich verortet, nämlich im Wald. Hier kann sie sich verstecken, ihre Jungen zur Welt bringen und Mäuse jagen. Zu ihren Jagdgründen gehören aber auch die angrenzenden Wiesen. Zudem hat man in jüngster Zeit herausgefunden, dass Wildkatzen sich auch in einer vielfältigen Kulturlandschaft aufhalten, wenn sie dort genügend Strukturen zum Verstecken und für Ortswechsel finden. Deshalb hat Pro Natura die Wildkatze dieses Jahr als Botschafterin für vielfältige ungestörte Wälder und naturnahe Kulturlandschaften ausgewählt.
Nachdem die wilde Katze einst nahe der Ausrottung stand, nimmt ihr Bestand heute wieder zu. Die Umweltorganisation hält es deshalb für möglich, dass sie sich von ihren jetzigen Territorien im Jura über das Mittelland bis in die Voralpen ausbreitet – sofern intakte Wanderkorridore diese Ausbreitung begünstigen. Pro Natura plädiert deshalb dafür, nicht nur im Wald Wildnis zuzulassen, sondern auch im offenen Gebiet wilde Ecken, die gute Deckung bieten, zu bewahren oder zu schaffen.
Ein Problem für das Überleben der ursprünglichen Wildkatze ist allerdings, dass sie sich mit Hauskatzen paaren kann, und verwilderte Hauskatzen überall anzutreffen sind. Die Hauskatze ist zwar mit der europäischen wilden Katze verwandt, stammt aber von der afrikanischen Wildkatze ab. Eine Vermischung (Hybridisierung) zu vermeiden, liegt in der Verantwortung jener, die Katzen halten, mahnt Pro Natura. Freilaufende Katzen sollte man kastrieren lassen, um Kreuzungen mit Wildkatzen zu verhindern. Das laufende Wildkatzenmonitoring wird Daten dazu liefern, wie weit Wildkatzen in der Schweiz bereits heute Hauskatzen-Gene tragen.
Mehr zum Lesen und Anschauen bei pro natura: Tier des Jahres 2020: Die Wildkatze