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Tau,
der Niederschlag von Wassertropfen an Gegenständen unter freiem Himmel, [* 2] gewöhnlich während windstiller, klarer Sommernächte. Unter solchen Bedingungen kühlen sich schlechte Wärmeleiter, z. B. Pflanzen, Wolle und andere Stoffe durch Wärmeausstrahlung leicht unter den Taupunkt der Luft ab, und dann findet eine Ausscheidung des Wasserdampfes an den kalten Körpern statt. Blanke Gegenstände aus guten Wärmeleitern betanen nur wenig, da sie durch Ausstrahlung sich nicht so stark an ihrer Oberfläche abkühlen können und der Wärmeverlust nach außen schnell durch Wärmezuleitung von innen ersetzt wird.
Die Menge des sich bildenden
Tau hängt von der Klarheit und Reinheit der
Atmosphäre und von dem Wassergehalt der untern Luftschichten
ab. Diese
Bedingungen finden sich in manchen Klimaten vor, wo während der trocknen Jahreszeit durch den
Tau der
Regen ersetzt wird. So veranschlagt man die
Taumenge einer klaren Nacht an der
Loangoküste gleich der eines Regenfalles
von 3
mm Ergiebigkeit, also mehr als die normale Regenmenge eines
Tages im
Sommer in
Deutschland.
[* 3] In England
schätzt man die jährliche
Tauwassermenge auf 26
mm.