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Josef Zwahlen
|Josef Zwahlen|
|* 22.6.1877 in Lengnau|
|† 27.12.1966 in Provo/Utah|
|Uhrenfabrikant|
Die Person[Bearbeiten]
Josef Zwahlen ( 22. Juni 1877- 27. Dezember 1966) Fabrikant, Direktor und Gründer der Uhrenfabrik AMIDA S.A. in Grenchen, Kanton Solothurn. In Lengnau, Kt. Bern, im Jahre 1877 geboren, war Josef das siebte aus 14 Kindern von Josef Zwahlen und Elisabeth Renfer. Josef’s Familie lebte auf einem kleinen gemieteten Bauernhof und die Kinder mussten alle schwer arbeiten. Wie all seine Geschwister, konnte Josef nur durch den Winter in die Schule gehen und zwar nur für sechs Jahre. Dann wurde er als Knecht zu einem reichen Bauern verdingt. Dort begann er sich für die Uhren zu interessieren, weil der Bauer ihn am Abend mit sich in sein Atelier nahm, wo er ihn lernte Uhren zusammen zu stellen. Als seine Zeit beim Bauern zu Ende war, suchte Josef Arbeit in den Uhrenfabriken. Weil er sehr intelligent und gut in der Mathematik war, konnte er die Maschinen so ändern, dass sie besser funktionierten. Von 1897 bis 1918 arbeitete Josef in verschiedenen Uhrenfabriken. Dort lernte er jedes Detail, um Uhren zu fabrizieren und zu reparieren. Im Jahre 1914, als sich die Arbeiter in der Uhrenindustrie organisierten, wurde er als Leiter des Komitees der ausgesperrten Uhrenarbeiter in Grenchen gewählt und er sorgte dafür, dass die Arbeiter bessere Arbeitsbedingungen und einen besseren Lohn erhielten. Danach gründete Josef ein kleines Atelier, in welchem er selbst einige Arbeiter anstellte und dann die fertigen Uhren der Fabrik lieferte.
Der Fabrikant[Bearbeiten]
Am 19. Mai 1918 kam Arnold Wullimann, ein Uhrmacher, zu Josef und wollte mit ihm ein Geschäft gründen. Obschon Arnold ein guter Uhrmacher war, wollte ihm niemand Geld leihen. Josef brauchte sein eigenes Geld für die Ebauches und er erhielt einen Auftrag für 6'000 Uhren. Wullimann stellte deshalb eine Frau an, um die Uhren zusammenzustellen. Aber als Josef die Uhren revisierte, sah er, dass keine richtig lief. So musste er die Zähne vom Rad, das nicht gut war, reparieren und dann alle selber wieder zusammenstellen. Zu dieser Zeit arbeitete Josef immer noch für Adolf Schild in dessen Fabrik. Bald teilte er ihm dann aber mit, dass er ihn verlassen müsse, um in seinem eigenen Geschäft zu arbeiten. Einige Monate später, als dann das Geschäft anfing gut zu laufen, kam der General Arbeiter Streik und dann, im Jahre 1920 die spanische Grippe. Wullimann starb daran. Die Partnerschaft hatte weniger als zwei Jahre gedauert. Dann kam Eduard Braun und wollte Teilhaber werden. Aber weil die Aussperrung dem Geschäft Probleme machte, wurde Braun als Kontrolleur von fertigen Uhren angestellt. Innerhalb von zwei Jahren wuchs das Geschäft von drei Angestellten zu 15 Arbeitern an und Josef hatte tausende Uhren, in welche er über Fr. 250'000.- investiert hatte. Nun, wegen der Aussperrung wurden alle Bestellungen annulliert. Josef hatte Uhren aber kein Geld. Jeden Tag - von Morgen früh bis Abend spät - suchte Josef jemand, der ihm die Uhren abkaufen würde. Endlich, nach drei Wochen, kam er zu einer amerikanischen Firma in La Chaux-de-Fonds, wo Mr. Cuichet, der Manager, ihm die Uhren für Fr. 360'000.- abkaufte. Dies bedeutete ein Profit von Fr. 110'000. Zu jener Zeit hatten alle Leute nur Taschenuhren, denn Armbanduhren waren zu teuer. Josef hatte dann die erste billige Armbanduhr fabriziert und die Kunden kamen in Scharen. Im Jahre 1925 baute Josef seine Fabrik an der Kappellstrasse 24 in Grenchen – die Amida S.A.– welche er im Jahre 1937 so ausbaute, dass letztlich 300 Arbeiter darin arbeiteten. Auch viele Heimarbeiter waren bei der Amida angestellt.
Privatleben[Bearbeiten]
Josef Zwahlen verbrachte seine Kinderjahre auf dem Bauernhof, den seine Eltern gemietet hatten. Seine Jugend verbrachte er als Knecht für einen reichen Bauer, bei dem er ein Interesse an der Uhrenindustrie entwickelte. In seinen Jugendjahren lernte Josef ein hübsches Mädchen, Karolina Heuri von Hägendorf, kennen. Als er 20 Jahre alt war und Karolina einmal von einem Tanz nach Hause begleitet hatte, kehrte er zurück, um ihre Freundin auch nach Hause zu begleiten. Da wurde er von zwei Jungen mit einem Schlagring angegriffen, wobei er ein Auge verlor. Karolina war für ihn in dieser schwierigen Zeit eine grosse Unterstützung. Josef heiratete Karolina Heuri am 11. Oktober 1902. Er arbeitete für die Societé und Karlin war bei der Uhrenfabrik Eterna angestellt. Die beiden arbeiteten hart und sparten so viel wie möglich, damit ihre Fabrik Erfolg haben möchte. Am 26. Oktober 1905 wurde Josef und Karolina’s einziges Kind, Anna Lina, geboren. Weil Karlin danach keine Kinder mehr haben konnte, nahmen sie noch zwei junge Waisenkinder - Fanny und Anna Wyland - in ihr Heim und erzogen sie zusammen mit Anneli. Als Josef geboren wurde, hatte die Hebamme seiner Mutter gesagt, dass dieses Kind einmal ein Heim für sie machen würde. 1906 hatte Josef in Kastels, Grenchen, tatsächlich sein erstes Haus gebaut. Seine Eltern wohnten den Rest ihres Lebens darin. Nach einigen Jahren kaufte Josef eine Villa an der Bielstrasse 51 in Grenchen. Am 10. Dezember 1930 starb Josef’s geliebte Karlin, nach langem Leiden an Krebs. Anneli wohnte ihr ganzes Leben lang in der Villa, auch nachdem sie mit Hans Stämpfli verheiratet war. Dort wuchsen auch ihre zwei Kinder, Hans und Ingrid, auf. Im Jahre 1935 stellte Josef eine berühmte Köchin an und verliebte sich bald in sie. Emma Michel hatte als Chef de Cuisine für den französischen General Mangin gedient. Sie wollte aber keine Stelle mehr annehmen. Walter, ihr Bruder, sagte zu ihr, sie sollte doch nach Grenchen gehen und diesem netten Mann aushelfen. Sie hätte nie gedacht, dass sie Josef am 6. Dezember 1935 heiraten würde. Als Josef und Emma heirateten, kaufte Josef eine Villa, genannt Kastels am Hohen Rain, an der Bettlachstrasse 105. Im folgenden Jahr, am 29. September 1936, wurde ihr einziges Kind, Josefine Emma, geboren. Im Sommer 1942 stiess ein vierjähriges Pflegekind, Emelie Dähler, zu der Familie. Während dem Zweiten Weltkrieg litten die Familie und die Arbeiter der Amida nie an Hunger. 1939 sorgte Josef vor, indem er einen Kontrakt über sieben Jahre für die Miete der Leugene abschloss. Dieser Bach gab genug Fische für alle her. Auch besass er in Partnerschaft mit Herr Längacker einen Teil von einem Bauernhof auf dem Berg. Dieses Land wurde von den Angestellten der Amida bewirtschaftet und alle erhielten dabei ein wenig extra Milch, Butter, Gemüse und Obst. 1949 verkaufte Josef alle seine Habseligkeiten – die Villa und alle Gebäude, welche er in Grenchen hatte. Die Amida verkaufte er seinem Neffen, Ernst Triebold und am 15. Oktober 1949 zog er mit seiner Familie nach Amerika. Er wusste, dass Emma, Josy und Emelie nach Utah gehen möchten, weil sie Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage – zurzeit die einzigen Mormonen in Grenchen - waren. Er kaufte für seine Familie in Logan, Utah ein schönes Heim, wo viele Schweizer und Deutsche wohnten. Auch fing er wieder an auf dem Land zu arbeiten und baute einen schönen Garten mit einem Forellenteich. Nachdem Josy im September 1954 im Tempel von Salt Lake City einen jungen Mann aus Mexiko, Benjamin Federico de Hoyos, geheiratet hatte, begann Josef die Religion der Mormonen zu studieren. Nach einigen Monaten wurde er auch ein Mitglied dieser Kirche. Dann, Ende 1958, heiratete Emelie im Tempel in Logan einen jungen Mann aus Deutschland, Fritz Albert Wächtler. Im Jahre 1963 zügelte Josef von seinem Heim in Logan nach Provo, Utah, um näher bei Josy und ihrer Familie zu sein. Anneli und ihre Familie waren in der Schweiz geblieben. Anneli starb am 21. September 1966. Bald darauf erkrankte Josef an Grippe und schlief am 27. Dezember 1966 in Provo in seinem Heim ruhig ein. Emma ist am 27. April 1993 in Provo gestorben. Josef’s Kinder schenkten ihm 22 Enkelkinder. Annlie hatte zwei Kinder. Josy hatte zwölf, wovon Josef noch die Gelegenheit hatte sieben kennen zu lernen. Emelie hatte 8 Kinder von welchen vier geboren waren bevor Josef starb. Emelie ist am 23. Mai 2013 in Georgetown, Idaho gestorben.
Quellen[Bearbeiten]
- Text von Josefine de Hoyos-Zwahlen, Provo/Utah - Übersetzung Mike Brotschi.