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Torggel oder Torkel sind riesige Weinpressen mit einem enormen Trottbaum aus Eichenholz als Hebel; dafür verwendete man die grössten Eichen, die zu finden waren.
Weinfelden besass einmal 55 (!) solcher "Torggel", was heisst, dass wohl fast jeder Rebbauer selbst einen solchen Torggel besessen haben muss.
Im Blatterntorggel hier im "Tobel" befand sich der Torggel mit dem schwersten Torggelbaum der Schweiz. Als er einmal ersetzt werden musste, zogen 220 "auserlesene Rebbauern und Bauernsöhne" einen 15 Tonnen schweren Eichenstamm vom Untersee über den gefrorenen Seerücken nach Weinfelden! Dabei haben sich einige Männer aber so sehr verausgabt, dass sie "einen frühen Tod erleiden mussten".
Lesen Sie die eindrückliche Geschichte über diesen unglaublichen Kraftakt in diesem Dokument.
Der Trottbaum dieses Blatterntorkels ist später leider zu Möbeln verarbeitet worden; im "Tobel" ist noch die Scheune erhalten, in der dieser Torkel einmal gestanden hatte.
Doch gibt es schon noch bis heute erhaltene Torkel:
Leider ist der Torggel in einer Scheune eingeschlossen. Sie können aber von hinten einen Blick durch das "Katzentürchen" (in Wirklichkeit ist es eine Belüftungsöffnung) erhaschen - oder wenden Sie sich für eine Führung an Herrn Willi Burkhart.
Der Weinfelder Sekundarschüler David Wolfer hat im Rahmen einer Projektarbeit ein Modell dieses Läderlitorggels gebaut (begleitet von Rolf Reubi, seinem künftigen Lehrlingsbetreuer in der Schreinerei Bornhauser):
Es ist übrigens jener David, der auch schon diesen 65 kg schweren Weizensack geschleppt hat - wie 1771 jene halbverhungerten Weinfelden, die während einer Hungersnot solche Säcke von Bellinzona über die Alpen nach Weinfelden getragen hatten.