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Am Freitag, 06.01. endete im Norden der erste bedeutende Schneefall seit Mitte November. Neu- und Triebschneeschichten wurden insbesondere an Schattenhängen oberhalb von rund 2200 m auf eine schwache Altschneedecke abgelagert. Lawinen konnten dort leicht ausgelöst werden (Abbildung 1). Diese heikle Lawinensituation blieb in den neuschneereichen Gebieten während der ganzen Wochenberichtsperiode erhalten.
In der Nacht auf Freitag endete der seit Mittwochnachmittag, 04.01. anhaltende Schneefall auch im Osten. Am meisten Schnee fiel am nördlichen Alpenkamm und in Nordbünden (Abbildung 2).
Tagsüber war es sonnig und mit teils starkem Nordwind sehr kalt. Die Lufttemperaturen lagen mittags auf 2000 m bei -10 °C im Westen und Süden sowie -17 °C im Osten.
Am Wochenende war es im Norden mehrheitlich stark bewölkt und in der Nacht zum Sonntag fiel etwas Schnee.
Im Süden war es mehrheitlich sonnig.
Die Temperaturen stiegen etwas an. Der Nordwind blies besonders am Alpenhauptkamm, im nördlichen Tessin sowie in Graubünden weiterhin mässig bis stark.
In den Bergen war es sonnig und mehrheitlich schwachwindig (Abbildung 3). Die Temperaturen stiegen etwas an und lagen mittags auf 2000 m zwischen 0 °C im Westen und Süden sowie -3 °C im Osten.
Am Dienstag gab es im Osten Aufhellungen. Sonst war es meist stark bewölkt. Von Westen her setzte im Tagesverlauf schwacher Schneefall ein, welcher in der Nacht auf Mittwoch endete. Am westlichen und zentralen Alpennordhang sowie im Unterwallis fielen rund 10 cm Schnee, sonst weniger. Tagsüber war es in den Bergen teils sonnig.
In der Nacht auf Donnerstag fiel am Alpennordhang erneut wenig Schnee. Tagsüber war es abgesehen von längeren Aufhellungen im Osten mehrheitlich stark bewölkt.
Die Temperaturen lagen am Dienstag und Mittwoch mittags auf 2000 m zwischen -6 °C im Norden und -9 °C im Süden und stiegen am Donnerstag gegen 0 °C an.
Der Wind blies zunächst mehrheitlich schwach, ab Mittwochnachmittag dann teils stark aus westlichen Richtungen (Abbildung 4).
Schneedecke, Lawinengefahr und Lawinenaktivität
Vor der 3-tägigen Schneefallperiode bis zum Freitagmorgen, 06.01. lag nur eine dünne Schneedecke. Die Schneegrenze lag an Schattenhängen im Bereich der Waldgrenze, Sonnenhänge waren verbreitet bis auf eine Höhe von rund 2400 m schneefrei.
Der Schneedeckenaufbau war kleinräumig sehr unterschiedlich und häufig vom Wind geprägt: Oft war die Schneedecke komplett aufbauend umgewandelt und locker, teils waren Schmelzharschkrusten oder härtere, alte Triebschneeansammlungen eingelagert. An windgeschützten Schattenhängen waren die oberflächennahen Schneeschichten meist aufbauend umgewandelt und locker.
Die Neu- und Triebschneeschichten wurden daher besonders an Schattenhängen oberhalb von rund 2200 m auf eine schwache Schneedecke abgelagert (Abbildung 5). In tieferen Lagen war die Altschneedecke meist sehr dünn und hart, im Hochgebirge stark windbeansprucht und dadurch weniger schwach.
Am Freitag, 06.01. – dem ersten schönen Tag nach der Schneefallperiode mit teils stürmischem Nordwind – konnten Lawinen besonders an Schattenhängen oberhalb von rund 2200 m leicht ausgelöst werden. Auch Fernauslösungen und Sekundärlawinen (Abgang einer Lawine löst eine weitere aus) wurden gemeldet. Die Sicherungsdienste konnten Lawinen erfolgreich künstlich auslösen. Lawinen rissen aufgrund der verbreitet geringmächtigen Altschneedecke nicht sehr flächig an, hatten aber teils beachtliche Anrisshöhen (Abbildung 1). Aus den neuschneereichen Gebieten wurden zudem häufig Rissbildungen und etliche Wummgeräusche gemeldet (Abbildung 6).
Die Lawinengefahr wurde am Freitag, 06.01. verbreitet mit Gefahrenstufe 3 (erheblich) eingeschätzt. In den neuschneereichen Gebieten herrschte eine kritische Lawinensituation (siehe Gefahrenverlauf). Schneesport abseits gesicherter Pisten brauchte Erfahrung in der Beurteilung der Lawinensituation und Vorsicht, da neben dem Neu- und Triebschneeproblem wegen der schwachen Altschneedecke auch das Altschneeproblem beachtet werden musste.
Auch in den Gebieten mit mässiger Lawinengefahr (Stufe 2) waren Wummgeräusche und Risse in der Schneedecke zu beobachten, die auslösbaren Schneemengen waren aber nur klein.
Wesentlich günstiger war die Lawinensituation in den südlichen Gebieten, wo nur wenig Schnee fiel, respektive in den Voralpen, wo der Neuschnee bis in die Gipfellagen mehrheitlich auf aperen Boden fiel.
Im weiteren Verlauf dieser Wochenberichtsperiode nahm die Lawinengefahr zunächst langsam ab, blieb aber in den neuschneereichen Gebieten mit dem ausgeprägten Altschneeproblem auf der Gefahrenstufe 3 (erheblich). Lawinen konnten entweder am Übergang zur Altschneedecke oder sogar in bodennahen Schichten anbrechen. Am Freitag, 06.01. und Montag, 09.01. wurden mehrere Personenauslösungen in bodennahen, schwachen Schichten der Altschneedecke gemeldet (Abbildung 3, Bildgalerie).
Mit teils starkem Wind aus westlichen Richtungen entstanden am Mittwoch, 11.01. und Donnerstag, 12.01. leicht auslösbare Triebschneeansammlungen (Abbildung 4). Die Lawinengefahr stieg verbreitet an.
Im Vergleich zum langjährigen Mittel lag am Donnerstag, 12.01. immer noch sehr wenig Schnee. Auf 2500 m betrug die Schneehöhe verbreitet 50 bis 80 cm (Abbildung 7).
In dieser Wochenberichtsperiode ereigneten sich zwei tödliche Lawinenunfälle.
Am Mittwoch, 11.01. wurde eine Person an einem Nordwesthang vom Schafttällihorn (Arosa, GR) auf rund 2400 m von einer Lawine erfasst und teilverschüttet. Sie konnte sich selbst befreien.
Auf unserer Website gibt es eine Übersicht zu den tödlichen Lawinenunfällen im aktuellen Winter sowie über die letzten 20 Jahre in Form einer Tabelle oder georeferenziert auf einer Karte.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.