Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/117413

<h2>SubmittedText<h2><p>Mit der Inkraftsetzung des neuen Berufsbildungsgesetzes verloren die Schulen, die Bildungsgänge auf dem Niveau "höhere Fachschule" anboten, ihre eidgenössische Anerkennung. Heute werden anstelle der Schulen allein die Bildungsgänge eidgenössisch anerkannt. Der Systemwechsel erweist sich immer mehr als Nachteil für die Träger der Bildungsgänge der höheren Fachschulen.</p><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht vorzulegen, der die Vor- und Nachteile der heutigen Regelung aufzeigt und Auskunft darüber gibt, welche positiven Auswirkungen eine eidgenössischen Anerkennung der höheren Fachschulen für die Positionierung der höheren Fachschulen im Tertiärbereich, auf die administrativen Kosten der Anerkennung der Bildungsgänge der höheren Fachschulen und für die internationalen Beziehungen der "höheren Fachschulen" hätte.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Bildungsgänge der höheren Fachschulen haben sich als anspruchsvolle praxis- und arbeitsmarktorientierte Bildungsangebote auf Tertiärstufe bewährt. Heute gibt es 31 eidgenössisch anerkannte Rahmenlehrpläne mit 47 Fachrichtungen. Zwei Rahmenlehrpläne sind in Erarbeitung. Von den insgesamt 426 Bildungsgängen, die angeboten werden, sind 254 altrechtlich und 22 neurechtlich anerkannt. Bei den übrigen 150 Bildungsgängen läuft derzeit das Anerkennungsverfahren.</p><p>Bei der Diskussion über das neue Berufsbildungsgesetz war angesichts der dezentralen Struktur und der Vielzahl der Bildungsgänge der höheren Fachschulen unbestritten, dass nicht Institutionen, sondern Bildungsgänge eidgenössisch anerkannt werden sollten. Die damals wegleitenden Überlegungen haben seit Inkrafttreten des neuen Berufsbildungsgesetzes im Jahr 2004 nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Die höhere Berufsbildung ist stark arbeitsmarktorientiert und weist eine entsprechende Differenzierung von Abschlüssen auf.</p><p>Die Anerkennung von Bildungsinstitutionen hingegen steht im Kontext der Hochschulen und ihrem auf Diplomstufen bezogenen Bologna-System. Hier werden wissenschaftsorientierte Titel in hochschulautonomer Verantwortung abgegeben.</p><p>Die höhere Berufsbildung würde ihre spezifische Qualität verlieren, würde ihre Arbeitsmarktlogik durch eine akademische Logik ersetzt. Die qualitätsentscheidenden Arbeitsmarktbezüge können nicht von Institutionen, sondern nur von den Organisationen der Arbeitswelt gewährleistet werden, die hinter den jeweiligen eidgenössisch anerkannten Rahmenlehrplänen stehen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.