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Der Hirsch – seit 1980 in der Region heimisch
Wie besiedelte der Hirsch das Saanenland?
Der Hirsch ist weltweit zu Hause. Er ist nicht ortsgebunden, sondern auf steter Wanderung. Aus dem Osten zog es ihn länger je mehr westwärts.
Im Jahr 1850 gab es im Kanton Bern wegen Wilderei und Übernutzung keine Hirsche mehr. In der Folge wurde in der Bundesverfassung 1874 der Schutz der Wildtiere aufgenommen, so auch der Rothirsch. Die Situation verbesserte sich. Der Rothirsch wanderte wieder ins Land, aus dem Tirol und dem Vorarlberg kommend.
Im Jahr 1870 wurden die ersten Hirsche in den Kantonen Graubünden und St. Gallen gesichtet. Dann zog es sie immer mehr westwärts. Im Kanton Bern gab es lange keine Hirsche mehr. Das ist eine Tatsache. Die alten Überlieferungen mit Hirschmotiven in Gasthäusern datieren aus Zeiten vor 1850. Zu Beginn des Jahres 1960 kamen die ersten Rothirsche über den Brünig und besiedelten den Kanton Bern. Sie kamen aus den Kantonen Ob- und Nidwalden.
Im Jahr 1980 kam der Rothirsch langsam in die Wälder des Saanenlandes. Die ersten, die man entdeckte, zogen aber weiter. Später wanderten sie aus den Kantonen Freiburg, Waadt und dem östlichen Berner Oberland kommend wieder ins Saanenland ein.
In der Schweiz sind die Rothirsche praktisch in allen Bergkantonen vertreten. Zusehends trifft man sie auch im Mittelland. Im Winter kommen sie oft bis in die Nähe von Siedlungen. Das Streusalz lockt sie oft auf die Kantonsstrassen.
Bast
Das Geweih wird ab den Monaten Juni/Juli gefegt, d.h. Hirsche reiben dann die fellähnliche Haut, den sogenannten Bast, der das Geweih zur Nährstoffversorgung während des Wachstums umhüllt, an Stämmen und Zweigen ab.
Zum Abreiben der absterbenden Basthaut wählen die Tiere eine ihrer Stärke entsprechende, verholzte Pflanze von schwachem Bewuchs bis zur armstarken Stange aus. Förster und Forstwarte schützen Jungbäume mit Tubexröhren und Gehege vor Schälschaden, Verbiss genannt.
Sinne
Geruch-, Seh- und Hörsinn sind sehr gut ausgebildet. Der Hirsch ist seit jeher äusserst sensibel und feinfühlig. Die gut ausgebildeten Sinnesorgane schützen den Hirsch vor Feinden. Wild wittert den Jäger bei der Jagdausübung oftmals über mehrere Hundert Meter. Das macht die Jagd so schwer!
Fell
Das Sommerfell ist rotbraun (daher Rothirsch) und das Winterfell ist dunkelgrau bis braungrau. Das Fell schützt den Hirsch einerseits vor den Aussentemperaturen und dient vor allem der Tarnung. Eine optimale Verhüllung erhöht die Überlebenschancen.
männlich
Gewicht: bis 200 kg*
Schulterhöhe: bis zu 150 cm
Geweih: Die Hirsche tragen ein
Geweih, das bis zu 15 kg schwer
werden kann. Es wird Ende Februar bis April abgeworfen und bis zum Frühherbst wieder komplett
aufgebaut.
weiblich
Gewicht: um die 100 kg
Schulterhöhe: bis zu 120 cm
Tragzeit: 34 Wochen
Geweih: Hirschkühe tragen wie die Kälber kein Geweih; diese werden daher auch als Kahlwild bezeichnet.
*Anmerkung des Wildhüters; Im Saanenland leben noch schwerere Exemplare. Hirsche mit 260 bis 270 kg Lebendgewicht wurden in der Region schon erlegt. Das ist auf den intakten Lebensraum und das Vorhandensein von genügend Nahrung zurückzuführen.
Beratung: Rolf Zumbrunnen, Wildhüter, Gstaad; Autor: Eugen Dornbierer-Hauswirth
Fotos: Rolf Zumbrunnen, Wildhüter, Gstaad