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AW: Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen
Zitat von carlo:
Liebe Mitforisten,
wir alle bringen mehr oder weniger bewußt Erwartungen an unsere Beziehung mit.
Liebe Carlo,
ich ziehe Deine Aussagen jetzt mal etwas auseinander und kommentiere sie einzeln. Dies tue ich in der Hoffnung, dass Du an den einzelnen Stellen genauer hinguckst, wie Du schlussfolgerst. Dann kannst Du Deine Schlussfolgerungen jeweils einzeln überprüfen, sofern Du dies möchtest.
So gehe ich mit mir selbst um, wenn ich mich in einem Vicious Circle befinde. Und genau da steckst Du meiner Meinung nach momentan. Dies meine ich in keinster Weise arrogant, ganz im Gegenteil. Du machst auf mich einen sehr tüchtigen und sozial kompetenten Eindruck, obwohl wir uns ja persönlich gar nicht kennen.
Also:
Geht es Dir hier um "Erwartungen an eine Beziehung" oder um "Erwartungen an die Kommunikationsfähigkeit einer Person, mit der Du eine Beziehung führst oder führen möchtest"?
Zitat von carlo:
Da wir diese in der Kennenlernphase noch nicht gegenseitig kennen, kommt es hier zu Missverständnissen und Konflikten.
Warum führt Unwissenheit zu Missverständnissen?
Warum führt Unwissenheit zu Konflikten?
Zitat von carlo:
Eines der in diesem Zusammenhang immer wieder diskutierten Themen ist der Umgang mit Nähe und Distanz.
Es scheint einen Konflikt zu vereinfachen, wenn man ihn auf ein dualistisches Wortpaar reduziert.
Zitat von carlo:
Wie fühlt sich das an, wenn ihr zu viel oder wenig Nähe bekommt? Wie geht ihr damit um?
"Zu viel" oder "zu wenig" ist etwas komplett Subjektives.
Wenn ich meine, zu viel Nähe zu bekommen, dann grenze ich mich ab. Dass ich mir selber eingestehe, es sei "zu viel Nähe", ist nicht das Problem, auch nicht der Entschluss, mich abzugrenzen. Das Problem ist, wie ziehe ich diese Abgrenzung durch?
Ist es ein unangenehmer Mensch im privaten Bereich, ist es ziemlich einfach, mich abzugrenzen ...
Ist es ein unangenehmer Mensch im beruflichen Bereich, wird es schon schwieriger für mich.
Ist es ein angenehmer Mensch im privaten Bereich, der sich gerade unangenehm verhält, setze ich voraus, dass sie/er ernst nimmt, was ich zum Ausdruck bringe - ansonsten wäre es kein angenehmer Mensch.
Auch bei einem unangenehmen Menschen im beruflichen Bereich, der sich gerade unangenehm verhält, muss ich mich klar, manchmal auch "weise" verhalten, sofern ich Bock darauf habe ;-)
Wenn ich meine, "zu wenig Nähe" zu bekommen, dann muss ich das mitteilen!
Und hier ist auch entscheidend, WIE VIEL NÄHE ICH ZU MIR SELBER habe! Das bedeutet für mich, dass ich mich MEINEM SUBJEKTIVEN EMPFINDEN entsprechend mitteile und NICHT (!), dass ich mich in irgendeiner Weise mitteile, von der ich hoffe, dass mein Gegenüber dann das tust, von dem ich meine, dass ich es so brauche
Zitat von carlo:
Ich selbst scheine immer mehr emotionale Nähe zu wollen als die Männer, die ich mir aussuche, obwohl ich eine sehr selbständige Frau bin und nicht jede freie Minute teilen will.
An anderer Stelle widersprichst Du diesem "immer". Aber wie dem auch sei, IM MOMENT wünschst Du Dir mehr emotionale Nähe ...
Zitat von carlo:
Bloß so ein Mal pro Woche treffen wäre ja doch schön und ein klitzekleines Telefonat jeden Tag?
und auch "tatsächliche" Nähe ...
Zitat von carlo:
Und nicht ohne Absage geplante Treffen platzen lassen....
und etwas, das nicht nur ich für eine Grundvoraussetzung für eine Partnerschaft halte.
Zitat von carlo:
Es fällt mir jedenfalls sehr schwer, den anderen einfach laufen zu lassen und das zu nehmen was kommt oder eben auch nicht.
Glaubst Du, dass dies ein Schwäche ist?
Glaubst Du, dass dies eine Stärke ist?
Glaubst Du, dass das Gegenteil erstrebenswert ist?
Zitat von carlo:
Ich will einfach wissen woran ich bin - ohne große Zukunftsplanung - einfach zum Beispiel für diesen Sonntag, an dem er mich eigentlich zu sich eingeladen hatte. Aber jetzt ist er wieder von der Bildfläche verschwunden, wie schon ein paar Mal. Vielleicht empfindet er Druck von mir, den ich gar nicht machen will? Ich weiß es nicht. Über genau dieses Thema können wir uns nicht wirklich verständigen...
Warum könnt Ihr Euch über dieses Thema nicht verständigen?
Wer fragt, braucht eine - ehrliche - Antwort.
Zitat von carlo:
Also: wie erlebt ihr das??
Das habe ich noch nicht erlebt.
Zitat von carlo:
Offen und ehrlich ansprechen. Wenn er dann auf Wutmännchen macht, ihm genau dies klarmachen und ihn fragen, ob er diese Reaktion für angemessen hält.
Entsprechend seiner Reaktion weitermachen:
Wenn er seine Reaktion für angemessen hält, Dich selbst fragen, ob Du sie für angemessen hältst, entsprechend kommunizieren und handeln.
Wenn er seine Reaktion nicht für angemessen hält, ihn bitten, ein anderes Verhalten auszuprobieren und ihm dafür Raum geben, soweit dies Deinem Befürfnis nach "Nähe" entspricht.
Zitat von carlo:
Für Dich sehr gerne!
Und lass mich noch eins schreiben: "Männer sind halt so" ist wirklich der allergrößte Bullshit!!!
Herzliche Grüße
Raphaela