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Die Welt rückt näher zusammen: Waren, Dienstleistungen, Informationen, Kapitalströme und nicht zuletzt Waffen passieren die Landesgrenzen in immer grösserer Menge und mit immer geringeren Hindernissen. Bei all dieser Liberalität im Austausch zwischen Ländern geht jedoch eines vergessen: der Mensch.
Gegenläufig zum Abbau von Barrieren für den globalen Handel werden von den meisten Ländern zunehmend Hindernisse für die Einreise von Personen aufgebaut (siehe auch GSoA-Zitig 130). Dies lässt sich ganz konkret am Beispiel Schweiz beobachten: Im Zeitraum von 2001 bis 2006 stiegen die Schweizer Exporte im Mittel um jährlich ca. 8% (Quelle: seco). Auch die Waffenexporte nahmen von 2001 bis 2006 um jährlich durchschnittlich 9% zu (Quelle: seco). Auf der anderen Seite sank die Zuwanderung aus Nicht-EU-Staaten im selben Zeitraum kontinuierlich um ca. 9% pro Jahr (Quelle: Bundesamt für Statistik).
Im globalen Wirtschaftssystem scheinen Waren, Dienstleistungen und Geld über mehr Rechte zu verfügen als Menschen. Dass Güter über Grenzen hinweg gehandelt werden, wird als wohlstandsfördernd verstanden, sowohl für die Empfänger- wie auch für die Absenderstaaten. Doch die offenen Grenzen werden offensichtlich dann als Problem empfunden, wenn sie von Menschen überquert werden, die sich eben nicht so leicht in einen Warenwert umrechnen lassen. Diese Logik offenbart sich am deutlichsten am Beispiel des Waffenhandels. Der grenzüberschreitende Handel mit Tötungsinstrumenten wird als Beitrag zur internationalen Stabilität und zur Sicherung von europäischen Arbeitsplätzen gerechtfertigt. Die Flüchtlingsströme, welche mit den gelieferten Waffen alimentierte Bürgerkriege auslösen, werden jedoch mit allen Mitteln abzuwehren versucht.
Handel bringt nicht automatisch Wohlstand
Zwar wird das System des freien Handels oft damit verteidigt, dass es zur Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in allen Ländern beitragen würde, und damit den Druck für Migration an sich reduziere. Diese Logik könnte aber nur dann Geltung haben, wenn alle Länder perfekte Demokratien wären. In der Realität werden aber viele Staaten von despotischen Regimes regiert, die den freien Handel dazu benutzen, die Rohstoffe ihres Landes international zu verkaufen, die Erlöse auf ausländischen Banken zu parkieren, und davon Waffen zur Unterdrückung ihrer Bevölkerung zu kaufen. Zum Beispiel hat Äquatorialguinea dank hoher Ölpreise das höchste Pro-Kopf-Einkommen Afrikas, was aber hauptsächlich der Herrscherclique um Präsident Obiang zugute kommt, derweil ein Grossteil der Bevölkerung in bitterster Armut lebt, mit einer Lebenswartung von unter 45 Jahren (Quelle: ai).
In Europa versuchen wir krampfhaft, die negativen Auswirkungen dieses Systems durch schärfere Asylgesetze fernzuhalten. Eine solche Politik kann auf Dauer keine stabile Weltordnung garantieren. Es ist deshalb höchste Zeit, das globale Handels- und Migrationssystem wieder auf den Menschen auszurichten. Einen kleinen Schritt in diese Richtung versucht die GSoA mit der Waffenexportsinitiative.