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Schweizer Städte führten im ausgehenden 19. Jahrhundert Netzwerke zentraler Wasserversorgungen ein. Deren Leitungen standen unter Druck, was garantierte, dass immer genügend Wasser im gesamten Netz garantiert werden konnte. Innovationsfördernd wirkte dabei die Angst vor grossen Feuersbrünsten. Kantonale Feuerversicherungen begannen aus diesem Grund sogar, den Ausbau der Wasserversorgung zu subventionieren.
Bis zur Entdeckung der Krankheitserreger Cholera (1883) und Typhus (1906) galt Trinkwasser als ungefährlich. Dem Wasser als Infektionsweg wurde wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Durch die weitläufige Vernetzung innerhalb der Städte konnten sich deshalb solche Keime ausbreiten und Epidemien auslösen. Als erste Massnahme gegen krankmachende Keime wurde das Trinkwasser abgekocht. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurden laufend neue Reinigungsverfahren entwickelt.
Vor allem im 19. Jahrhundert traten in europäischen Städten häufig katastrophale Epidemien auf. Bis zu 50% der erkrankten Menschen starben. Aber auch in jüngerer Vergangenheit gibt es Beispiele von Trinkwasserverunreinigungen grösseren Ausmasses:
Die Entwicklung von Badezimmern und Küchen mit permanentem Wasseranschluss erfolgte schrittweise. Zunächst wurden die Grundstücke an das Wassernetz angeschlossen, anschliessend zog man Leitungen in die Küche.
Toilette, Bad und Dusche verbreiteten sich in den Schweiz Städten erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In ländlichen Gebieten dauerte es manchmal bis nach dem 2. Weltkrieg.