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BORDEAUX – CHÂTEAU LAFAURIE-PEYRAGUEY
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Fotografie: Christine Zenz, Château Lafaurie-Peyraguey
Text: Marion Michels
Die Einfachheit der grossen architektonischen Linien des Schlosses beherrschen die umliegenden 37 Hektar Rebfläche von Lafaurie-Peyraguey, aus deren Reben die besten Weine des Sauternes gekeltert werden. Die Geschichte des einstigen Gutshofes reicht zurück ins Mittelalter. Sein eindrückliches Portal und die mächtigen Schutzmauern stammen aus dem 13. Jahrhundert. Die ersten in Archivalien erwähnten Besitzer, die Familie Peyraguey, war seit dem Ende des 16. Jahrhunderts in Bommes ansässig. 1618 pflanzte sie die ersten Reben und führte einen gezielten Weinbau ein. 1682 wurde das Weingut an Messire Christophe de Tuquoy, Prêtre, ancien Abbé de Pimbô, Seigneur de Montaut verkauft. Er erbaute die noch heute bestehende Kapelle. 1709 ging das Weingut an die noble Familie de Pichard über. Der in Bordeaux ansässige Baron Nicolas Pierre de Pichard war Berater des Königs und Parlamentspräsident von Bordeaux. Auch das legendäre Château Lafite gehörte zu seinem Besitztum. 1755 verfügte Château Lafaurie-Peyraguey über 13,8 Hektar Rebland. Doch zur Zeit des Barons Nicolas Pierre de Pichard wurden die Rebflächen auf 8 Hektar reduziert, eine erstaunliche Marketingidee, denn die Qualität und Rarität der Weine war derart gross, dass Höchstpreise erzielt wurden. Die Französische Revolution führte eine gravierende Veränderung herbei. Baron Nicolas Pierre de Pichard wurde zusammen mit seiner Ehefrau 1794 in Paris enthauptet. Sein Besitz wurde von den Revolutionären konfisziert, geschätzt und versteigert. Am 22. Juni 1796 wurde das Gut von den bürgerlichen Herren Lafaurie und Mauros ersteigert, ging jedoch nach kurzer Zeit in den alleinigen Besitz der Familie Lafaurie über. Pierre Lafaurie, der Ältere, verhalf dem Besitz zu grossem Ansehen. König Alfons XII von Spanien kaufte ein Fass Sauternes zum sensationellen Preis von 6000 Goldfranken. 1855 erreichten die Weine von Château Lafaurie-Peyraguey bei der Klassifizierung den zweiten Platz aller Premiers Grand Crus Classés. 1865 modernisierte der französische Innenminister Graf Duchâtel die technischen Installationen des Weinkellers und renovierte die Gebäude im heute noch erhaltenen spanischbyzantinischen Stil. 1917 kaufte der Händler Désiré Cordier das Schloss. «Der auf diesem Anwesen produzierte Wein ist sehr gefragt, er zeichnet sich durch die Erlesenheit seines Geschmacks und seiner Aromen aus», war 1939 in der Broschüre Les grands vins de Bordeaux zu lesen. In de folgenden Jahrzehnten erlebte der Besitz eine wechselhafte Geschichte. Viele Jahre später erkannte Silvio Denz das Potenzial dieses aussergewöhnlichen Anwesens und der dazugehörigen Rebberge und erwarb 2014 das Schloss als drittes Juwel der Kette seiner Bordeaux-Schlösser Château Faugères und Château Rocheyron, die sich alle durch Grand- Cru Lagen auszeichnen. Während der vier Jahre dauernden Renovation stand die ursprüngliche Identität des Hauses und seine einzigartige Formensprache im Vordergrund. Die Materialien der einzelnen Bauepochen waren von einer derart exzellenten Qualität, dass vieles erhaltenswert war. So behielt das Anwesen seine historische Identität und besticht gleichzeitig mit dem Luxus eines 5 Sterne-Hauses.
CHÂTEAU LAFAURIE-PEYRAGUEY
Lieu-dit Peyraguey – 33210 Bommes
Tel. 0033 (0)52 422 80 11
<email-pii>
www.lafauriepeyragueylalique.com
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