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Littérature Française Moderne
Der Symbolismus ist das erste âge d’or der Belgischen Literatur und Kunst, dessen internationaler Höhepunkt der an Maurice Maeterlinck verliehene Nobelpreis ist und dessen paneuropäische Ausstrahlung (auf den deutschen Expressionismus, auf Autoren wie Pessoa oder D’Annunzio) nur noch mit dem Belgischen Surrealismus verglichen werden kann.
Der Rahmen des Belgischen Symbolismus erlaubt es, in einem ersten Teil auf generelle Fragen einzugehen: was ist Symbolismus? Gibt es überhaupt eine solche „Schule“, eine Frage, die bereits Valéry in seinem Essay Variété beschäftigt. Besonderes Augenmerk soll auch auf die Beziehungen – durchaus in beide Richtungen – zwischen Französischem und Belgischen Symbolismus gelegt werden. Dies auch im Hinblick auf die vielen kritische Studien, welche die Spezifizität des Belgischen Symbolismus herausarbeiten, der sich durch einen „Nordic turn“, durch Einflüsse des Mystizismus, der Englischen Präraphaeliten oder des Deutschen Idealismus. Ganz in Gegensatz zu Autoren wie Mallarmé, findet sich im Belgischen Symbolismus durchaus ein zum Teil prononciert politisches Engagement. Auch in den theoretischen Schriften (Propos de littérature von Mockel, Impressions von Verhaeren, Kommentare von Maeterlinck in seinem Cahier bleu), insbesondere in Bezug auf die Abgrenzung des Symbols zur Allegorie, kann eine Besonderheit des Belgischen Symbolismus verortet werden, der auf die Dichtung ausstrahlt. Aus der Sichtweise der „francophpnie“ kann der Belgische Symbolismus als Bewegung verstanden werden, die einen “discours de singularité” (Denis/Klinkenberg) herausarbeitet, um sich von seinem starken Nachbarn abzugrenzen, auch im Sinne einer eigenen nationalen Literatur, die mit Maeterlinck, Verhaeren, oder Rodenbach als solche wahrgenommen wird und internationale Anerkennung erfährt.
Der Corpus der Studie soll auf Dichter dieser Zeit fokussiert sein, aus deren dichterischen Werk einzelne bedeutende Anthologien ausgewählt werden, so Serres Chaudes von Maurice Maeterlinck, Le Règne du silence und Vies encloses von Georges Rodenbach, Campagnes hallucinées ou Villes tentaculaires d’Emile Verhaeren, Dominical und Enluminures von Max Elskamp. Methodologisch der Semiotik verpflichtet, will die Arbeit einzelne Gedichte einer genauen „analyse de texte“ unterziehen, welche insbesondere auf die Struktur und Konstruktion der Texte abzielt. Es soll die Kohärenz von Symbolen und deren Bezug untereinander in den Blick genommen werden, ein Aspekt, der in der kritischen Literatur, die sich vornehmlich auf die teilweise recht arbiträre Deutung von Symbolen konzentriert oder methodologisch Verse mit einzelnen Symbolen und Bildern isoliert, bis jetzt wenig Beachtung gefunden hat. text
Doctorat en Littérature Française Moderne (Soutenance HS 2012) :
« Physiognomonie et lecture du corps dans l’œuvre de Barbey d’Aurevilly : entre mystère et transparence »
« Il se déguise en vain: je lis sur son visage », sagt Agrippina selbstbewusst über ihren Sohn Nero in Britannicus von Racine. Die Analogie von innerem Wesen und Gemütszustand sowie äusserer Physis hat Autoren seit der Antike fasziniert, seien das „ruhende“ Körpermerkmale (Physiognomik) oder bewegte Körpersprache und non-verbale Kommunikation. Der Kontrast zwischen Opazität einer (literarischen) Person und deren Lesbarkeit ist auch im Zentrum der Poetik von Barbey d’Aurevilly, der – im Zuge von Balzac und Stendhal – vor allem auch auf die Physiognomischen Fragmente von Lavater rekurriert.
Nach dem Abschluss des Studiums an der UZH arbeitete ich von 2007-2015 als Assistent bzw. Oberassistent und Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Neuere Französische Literatur unter Prof. Dr. Peter Fröhlicher, der auch mein Doktoratsprojekt betreute. Neben Studien zu Barbey d’Aurevilly galt mein Forschungsinteresse während dieser Jahre ausserdem Autoren wie Ramuz, Céline, Lautréamont und Maeterlinck. Ab 2008 engagierte ich mich als Redaktionsmitglied der Literaturzeitschrift Variations und im Organisationskomitee des Dies Romanicus.