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Palmöl auf Kosten des Orang-Utans?
Ökologisch gesehen ist Palmöl kein Unsinn. Es ist vielseitig, ertragreich, und im Vergleich zu Raps benötigt die Produktion von Palmöl zwei bis drei Mal weniger Anbaufläche. Aber muss diese Fläche, auch wenn sie relativ klein ist, ausgerechnet dem Orang-Utan den Lebensraum wegnehmen?
Die friedlichen Waldbewohner sind in den Baumkronen zuhause, wo sie sich gemütlich von Ast zu Ast hangeln. Früher gab es Orang-Utans von Indonesien bis Südchina, heute findet man sie noch auf den Inseln Sumatra und Borneo. Ihr Lebensraum, der Wald, wurde Stück für Stück zerstört, zum Beispiel für den Anbau von Palmöl. Um für eine Palmölplantage Platz zu machen, werden Waldflächen abgeholzt. Dabei werden viele Orang-Utans aus ihrer Heimat vertrieben.
Wald braucht SchutzPalmöl auf Kosten des Waldes und seiner zahlreichen tierischen Bewohner zu produzieren, geht nicht. Da ist es auch kein Argument, dass Palmöl ertragreicher, vielseitiger und preis werter ist als viele andere Öle. Und doch ist es mittlerweile das wichtigste Pfl anzenöl der Welt, mit Malaysia und Indonesien als den weitaus grössten Hauptproduzenten.
Der WWF geht das Problem auf zwei Ebenen an: Zum einen versucht er, den Regenwald unter Schutz zu stellen. Beispielsweise unterstützt er die Produktionsländer mit nachhaltigen Managementplänen, um die für die Tiere verbliebenen Waldstücke mit sogenannten Waldkorridoren zu verbinden oder Schutzgebiete auszuweiten. Zum anderen setzt er sich für nachhaltig produziertes Palmöl ein.
Es braucht höhere Standards2004 rief der WWF den Round Table for Sustainable Palm Oil (RSPO) ins Leben, eine freiwillige Initiative von Produzenten, Industrie und Handel. Die RSPO-Anforderungen an den Palmölanbau sind strenger als die gesetzlichen Vorschriften in den Produktionsländern.
Heute werden global 22 Prozent des Palmöls nach den RSPO-Richtlinien produziert. Dem WWF gehen die RSPO-Standards inzwischen aber nicht mehr weit genug. Deshalb versucht er seit 2013 mit einer neuen Initiative deutlich höhere Standards einzufordern: um die Zerstörung der Tropenwälder zu begrenzen, und um das Überleben der Orang-Utans, aber auch anderer seltenen Waldbewohner wie dem Sumatratiger, dem asiatischen Elefanten und dem Sumatra-Nashorn, langfristig zu sichern.