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Am Rohölmarkt sind alle Augen auf das Opec-Treffen in Wien gerichtet. Dort treffen sich Energieminister, um über ihre Förderung im kommenden Jahr zu beratschlagen. Angesichts des Einbruchs der Erdölpreise in den vergangenen Wochen wäre alles andere als eine spürbare Förderkürzung eine Überraschung. Seit Anfang Oktober sind die Ölpreise um bis zu 30 Prozent gefallen.
Am späten Vormittag hatte der saudische Ölminister Khalid Al-Falih vor Journalisten gesagt, dass es noch keine Einigung auf eine Förderkürzung gebe. Derzeit würden verschiedene Kürzungsszenarien in einem Volumen von 0,5 Millionen bis 1,5 Millionen Barrel pro Tag diskutiert. Nach Einschätzung des einflussreichen saudischen Opec-Vertreters könnte es auf eine Förderkürzung um 1 Million Barrel pro Tag hinauslaufen.
Die Opec-Staaten und die mit ihnen verbündeten Länder ausserhalb der Opec, darunter Russland, scheinen sich bereits auf die Notwendigkeit einer Produktionsverringerung über einen Zeitraum von sechs Monaten ab Januar verständigt zu haben. Dies hatte der Energieminister Omans, Mohammed Al Rumhi, am Mittwochabend in Wien gesagt. Allerdings bestehe noch keine Einigkeit über das Ausmass der Kürzung.
"Eine Schlüsselrolle nimmt dabei Russland ein", heisst es in einer Einschätzung von Rohstoffexperten der Commerzbank. Wie Delegierte berichteten, würde die in der "OPEC+" zusammengefassten Förderländer nur um 1 Million Barrel pro Tag kürzen, wenn Russland an seiner bisherigen Position einer Reduktion um 150 000 Barrel pro Tag festhalte.
Erklärt sich Russland dagegen bereit, seinen Kürzungsbeitrag auf 250 000 Barrel pro Tag zu erhöhen, könnte die OPEC+ die Produktionsmenge um 1,3 bis 1,4 Millionen Barrel pro Tag kürzen. "Letzteres wäre ausreichend, damit der Ölmarkt im nächsten Jahr wieder ins Gleichgewicht kommt, also ein Überangebot vermieden wird", schreiben die Commerzbank-Experten./jkr/bgf/stw
(AWP)