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- Die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad ist nach Ansicht des Weltklimarats IPCC technisch noch machbar.
- Sie kann aber nur durch rasches Handeln auf allen Feldern erreicht werden.
- Der Sonderbericht beschreibt, wie sich zahlreiche Folgen des Klimawandels durch die Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zu einem 2-Grad-Szenario vermeiden liessen.
Jedes bisschen zusätzliche Erwärmung mache einen Unterschied. Die Wissenschaftler identifizierten viele Unterschiede zwischen einer künftigen plus 1.5-Grad- und einer plus 2-Grad-Welt: Es gäbe weniger extreme Hitzeperioden, in manchen Weltregionen weniger gefährliche Starkregen und in anderen weniger Dürren. Auch der Meeresspiegel würde weniger ansteigen und rund 10 Millionen Menschen weniger wären von den Folgen des Anstiegs betroffen.
«Landwirtschaft und Natur profitieren»
Wichtige Vorteile gäbe es auch in der Landwirtschaft, sagt der Mitautor des Berichts, Hans-Otto Pörtner: Werde die Erwärmung bei 1.5 Grad begrenzt, fielen die Ertragseinbussen bei Mais, Reis und Weizen weniger stark aus als bei plus 2 Grad. Es würde aber auch die Natur profitieren: Korallenriffe zum Beispiel könnten bei plus 1.5 Grad wenigstens teilweise überleben, bei höheren Temperaturen kaum mehr.
Der Weltklimarat IPCC und sein 1,5-Grad-Report
Angesichts der Erderwärmung gründeten zwei Uno-Organisationen bereits vor 30 Jahren den Weltklimarat IPCC, der inzwischen fast 200 Mitgliedsländer hat. Er soll aufzeigen, wie sich der Klimawandel auf Natur und Mensch auswirkt, wie er gebremst werden kann und welche Anpassungsstrategien es gibt.
Das Gremium mit Sitz in Genf forscht nicht selbst, sondern sammelt wissenschaftliche Daten und wertet sie aus. Seinen jüngsten umfassenden 5. Report präsentierte es in drei Teilen 2013/2014.
Im Klimaabkommen von Paris wurde 2015 beschlossen, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad, möglichst sogar auf 1,5 Grad zu begrenzen. Letzteres hatten vor allem die kleinen Inselstaaten gefordert. Der Weltklimarat sollte beschreiben, welche Folgen eine Erwärmung von 1,5 Grad haben wird und was alles getan werden muss, damit die Temperatur nicht noch weiter klettert. Das hat er mit dem jüngsten Sonderreport, der am Montag im südkoreanischen Incheon publiziert wurde, getan.
Die Analyse des Weltklimarats zeigt: Das 1.5-Gradziel kann noch erreicht werden – allerdings nur mit noch nie dagewesenen Anstrengungen, sagt Mitautor Jim Skea. In allen Bereichen müsse der Treibhausgas-Ausstoss rapide sinken: Etwa bei der Stromerzeugung, im Verkehr, in der Industrie. Bis 2030 müssten die Emissionen um 45 Prozent abnehmen, bis 2050 um fast 100 Prozent. Damit dies gelänge, müssten alle Länder ihre bisherigen Massnahmen für den Klimaschutz deutlich verstärken.