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(Französische Version folgt - la version française suivra)
Wer erinnert sie nicht, die WM-Titel von Stéphane Lambiel, den EM-Titel von Sarah Meier? Fünf Jahre erst – fünf Jahre schon ist es her, dass Sarah Meier für den letzten großen Erfolg eines Schweizer Athleten an internationalen Meisterschaften sorgte.
Viele haben sich von Stéphane Lambiel und Sarah Meier inspirieren lassen – noch intensiver trainiert, oder gar erst mit dem Eislaufen angefangen.
6 Jahre nach Lambiels Rücktritt, 5 Jahre nachdem Sarah Meier ihre Karriere beendet hat, sieht es nicht so aus, als ließen sich ähnliche Erfolge in naher Zukunft erneut feiern.
Dennoch bewegt sich etwas im Schweizer Eislauf – Konzepte zur Athletenförderung sind erarbeitet, Strukturen werden angepasst. Erste Schritte sind also gemacht, um sich erneut in der europäischen Spitze und der erweiterten Weltspitze etablieren zu können.
Saison 2015/2016 – Ein Blick zurück
Insgesamt 23 Athleten aus dem Elite- und dem Juniorenkader Kunstlauf und Eistanz haben die Schweiz in der vergangenen Saison an internationalen Wettkämpfen vertreten. Im Synchroneiskunstlauf waren ein Juniorenteam und ein Eliteteam an internationalen Meisterschaften am Start.
Bei den Junioren haben sich Shaline Rüegger und Nicola Todeschini für die Weltmeisterschaften qualifizieren können und dort die Plätze 26 und 22 belegt.
In der Kategorie Elite haben sich an den Europameisterschaften in allen Disziplinen SEV-Athleten mit der Konkurrenz messen können. Die Bilanz von Bratislava: Platz 28 für Tanja Odermatt, Platz 19 für Stéphane Walker, ein 16. Rang für die Paarläufer Alexandra Herbrikova und Nicolas Roulet und Platz 28 für die Eistänzer Katarina Paice und Iourii Ieremenko, die im Anschluss an die EM ihre gemeinsame Karriere beendet haben.
An den Weltmeisterschaften in Boston waren nur Yasmine Yamada und die Paarläufer Ioulia Chtchetinina und Noah Scherer am Start. Sie belegten die Plätze 34 und 18.
Die Burgdorfer Cool Dreams Senior liefen an der WM im Synchroneiskunstlauf auf den 17. Platz, die Junioren wurden 14. am Junior World Challenge Cup.
Beim Blick zurück auf die Saison 2015/2016 sieht Verbandspräsident Thomas Häni viel Positives, aber auch Handlungsbedarf.
„Die selektionierten Athleten haben in der vergangenen Saison die Minimalziele des Verbandes alle erreicht“, so Thomas Häni. „Besonders gefreut hat mich, dass wir sowohl an der EM, als auch an der WM im Paarlaufen antreten konnten. Trotz der guten Leistungen müssen wir erkennen, dass wir international momentan im hinteren Feld der Länder stehen. Das internationale Niveau ist bei allen Disziplinen sehr hoch und vor allem bei den Herren scheint es keine Grenzen zu geben. Mehr als 300 Punkte an Weltmeisterschaften sind selten und trotzdem waren 2-3 Läufer in der Lage, nahe an diese Marke zu kommen bzw. diese zu übertreffen.“
Auf nationaler Ebene sieht der Verbandspräsident großes Potential in den vielen Läuferinnen und Läufern, die sich für leistungsorientierten Sport begeistern und ihre Leidenschaft für die verschiedenen Disziplinen einbringen.
„Mit über 8000 aktiven Läuferinnen und Läufern in der Schweiz, stehen wir im internationalen Vergleich sehr gut da“ resümiert Thomas Häni. „Aus diesem Pool von Sportlern möchten wir in Zukunft mehr herausholen können. Dazu dienen die von uns eingeleiteten Maßnahmen.“
Ersten Achtungszeichen muss nun Konstanz folgen
Es gab sie, die internationalen Podestplätze – nicht an den großen Meisterschaften, aber da, wo wichtige Erfahrungen gesammelt werden. Shaline Rüegger (Küsnacht) hat sich zwei Podestplätze gesichert – wurde 1. an der Tallinn-Trophy und 3. an der Lombardia-Trophy. Ioulia Chtchetinina und Noah Scherer wurden Dritte am Hellmut Seibt Memorial.
Konzepte zur Nachwuchsförderung – zielgerichtete Unterstützung für künftige Olympiateilnehmer - Kaderaktivitäten – Ausbildung der Funktionäre und Trainer – das sind nur einige Bereiche, wo der SEV bereits Maßnahmen auf den Weg gebracht hat . Wer aber schnelle Erfolge erwartet, ist nicht realistisch.
„Kurzfristig können wir nur wenig unternehmen, um die Leistungen der Athleten zu steigern“, erklärt Thomas Häni. „Wir bauen auf einem Fundament auf, welches vor 4-8 Jahren im Verband aufgebaut wurde. Dennoch konnten wir mit verfeinerten Selektionskriterien jeweils diejenigen Athleten an internationale Meisterschaften selektionieren, welche beim Zeitpunkt der Anmeldung die besten Voraussetzungen hatten, um gute Leistungen zu zeigen.
Auch die Planung der Selektionswettbewerbe wurde verbessert und in enger Zusammenarbeit zwischen Verband – also der Kommission Sport, dem Chef Leistungssport und den Trainer bzw. den Athleten- abgestimmt. Damit konnten wir praktisch alle geplanten Startplätze an WM/EM/JWM besetzten.“
Positiv ist die Entwicklung im Paarlauf hervorzuheben. Seit 2012, nach dem Rücktritt von Anais Morand und Timothy Leemann, war kein Schweizer Paar mehr an Europa- oder Weltmeisterschaften dabei.
Mit Herbrikova/Roulet und Chtchetinina/Scherer hat die Schweiz nun wieder zwei Paare, die sich beide in der letzten Saison erstmals an internationalen Meisterschaften präsentieren konnten.
Im Eistanz folgte einer verheißungsvollen Saisonvorbereitung 2015/2016, unverhofft die Ernüchterung.
Eistanz – Der mühsame Start in eine erfolgreiche Zukunft
Es war vor gut einem Jahr, als Roland Wehinger seine Betreuungstätigkeit für den Eistanz SEV aufnahm. Der Verband verfügte vor der Saison 2015/2016 über 5 Paare – 2 Elite- und 2 Juniorenpaare, sowie ein Nachwuchspaar.
In der Kategorie Elite hatten Katarina Paice/Iurii Ieremenko (EC Wettingen) mit der EM Teilnahme 2015 bereits erste internationale Meisterschaftserfahrungen sammeln können und mit Christina Niederer/Nikolai Babin (Zürich Oerlikon) kam ein neues Elitepaar hinzu.
Bei den Junioren hatten Valentina Schär/Carlo Röthlisberger (CP Lugano) mit einer beachtlichen Premierensaison, inklusive Teilnahme an der JWM überzeugt und mit Alycia O’Leary/Oliver Grütter (EC Basel) hatte sich auch in dieser Kategorie ein neues Paar formiert.
Vor dem Sprung in die Kategorie Junioren standen zu diesem Zeitpunkt Marie-Louise Leupold und Christof Steger (EV Mittelrheintal).
Von der jahrzehntelangen Erfahrung und dem Fachwissen von Roland Wehinger, sollten von nun an die bereits aktiven Paare profitieren - besser unterstützt und gefördert werden. Auch der Suche nach neuem Nachwuchs galt und gilt Wehingers Augenmerk.
Erste Schritte und Rückschritte – Die Saison 2015/2016
Regelmäßige Betreuung, die Kontrolle der Trainings und der Programme, sowie der enge Kontakt mit den Trainern und dem familiären Umfeld der Läufer, gehörten zu den ersten Maßnahmen, die umgesetzt werden konnten.
„Leider reduzierte sich diese erfreuliche Zahl der Eistanzpaare sehr rasch“, bedauert Roland Wehinger, als er die letzte Saison resümiert. „Beide Elitepaare trennten sich und ein Juniorenpaar fiel wegen Krankheit der Partnerin aus. Damit zeigten sich einmal mehr die Schwierigkeiten im Paarsport und es verlangte eine große Portion Geduld diese unerwarteten Situationen zu meistern.“
Überraschend kam vor allem der Rücktritt von Katarina Paice und Iurii Ieremenko. Sie wurden im Dezember Schweizer Meister – liefen im Februar an den Europameisterschaften (29.) und beendeten ihre gemeinsame Karriere dann direkt nach der EM.
Die Juniorenmeister Schär/Röthlisberger mussten auf Grund einer Erkrankung von Valentina Schär kurzfristig auf den Start an der JWM verzichten und es bleibt ungewiss, wann Valentina wieder an Wettkämpfen laufen können wird.
Der Blick nach vorne - Die Saison 2016/2017
„Nachdem am Ende letzter Saison verschiedene Paare unerwartet vom Sport zurückgetreten waren, sah für mich die Situation wirklich ziemlich düster aus“, beschreibt Roland Wehinger die Ausgangslage im Eistanz vor der Saison 2016/2017. Inzwischen hat sich diese aber deutlich verbessert.
Auf der Suche nach einer anderen Partnerin für Carlo Röthlisberger, wurde man in Italien fündig. In Victoria Manni, einer international erfahrenen italienischen Eistänzerin, hat sich für Carlo Röthlisberger eine ebenbürtige Partnerin gefunden.
„Wir mussten allerdings für die Freigabe vom italienischen Verband mehrere Anläufe machen“, erzählt der Athletenbetreuer. „Schließlich erhielten wir Ende Juni die gewünschte Freigabe für Victoria. Damit können die beiden im Dezember an der SM Elite teilnehmen und anschließend
haben wir für das Paar mehrere internationale Einsätze geplant. Wir sind zuversichtlich, dass Victoria und Carlo an diesen Starts die nötigen Mindestpunkte für eine Teilnahme an der EM und hoffentlich auch für die WM erreichen.“
Bei den Junioren sah es Ende Saison ebenfalls recht düster aus. „Wir hatten lediglich die Juniorenmeister 2016 Marie-Louise Leupold und Christof Steger, die im April zum zweiten Mal zum ISU Development Camp eingeladen worden waren“, so Roland Wehinger.
„Erfreulicherweise haben sich meine Anstrengungen nach der Suche von neuen Nachwuchspaaren gelohnt. Allerdings ist es sehr viel einfacher junge Damen für den Eistanz zu begeistern als Herren.“
Die ehemalige Einzelläuferin Geena Gugolz (Intergold Test) trainiert seit kurzem mit dem Russen Sergei Alexandrov bei Muriel Zazoui in Lyon.
Neu gefunden haben sich auch die Einzelläuferin Cindy-Lilli Zimmerli und Volodymyr Nakisko (Ukraine) , die in Bordeaux bei Marina Anissina, der ehemaligen Weltmeisterin und Olympiasiegerin im Eistanzen trainieren.
Im Moment laufen für beide Partner die Freigabeprozedere. „ Wir sind zuversichtlich“, so Roland Wehinger, diese bald zu erhalten, sodass beide Paare, sofern sie das Niveau erreichen, ebenfalls für die Schweiz international bei den Junioren starten können. Sie sind von mir für Anfang Dezember zum Vorlaufen in der Schweiz eingeladen und die Resultate an der SM werden über allfällige Einsätze im Ausland entscheiden.“
Zusammenfassend sieht die aktuelle Situation doch recht erfreulich aus.
Mit Manni/Röthlisberger hat der SEV nun ein Elitepaar und im besten Fall werden mit Leupold/Steger, die für den JGP in Liubljana gesetzt sind, mit Gugolz/Alexandrov und Zimmerli/Nakisko, 3 Juniorenpaare die Schweiz an internationalen Wettkämpfen vertreten können.
Athletenbetreuer Roland Wehinger bleibt für die neue Saison zuversichtlich und wird die Betreuung der Tanzpaare vor allem an den internationalen Einsätzen und in den Trainings intensivieren.
Der Blick in die fernere Zukunft
Mit dem Blick in die Gegenwart, stellt sich mit Nachdruck die Frage zur Zukunft des Schweizer Eistanzens – die Frage nach dem Nachwuchs.
Auch hier ist Roland Wehinger aktiv – arbeitet mit der Skating Academy von Gheorghe Chiper in Dübendorf zusammen. „Die Organisation des 1. Eistanztages war ein großer Erfolg, bei dem eine große Zahl von jungen Eiskunstläuferinnen und - Läufer zum ersten Mal mit dem Eistanz in Kontakt kamen“, erzählt der Athletenbetreuer. „Daher habe ich mit den Organisatoren des Eistanztages vereinbart, dass wir diese Veranstaltung mehrmals während der Saison durchführen wollen. Damit soll dem Eistanz eine breitere Verankerung auf nationaler Ebene gegeben werden. Ich hoffe und erwarte vom SEV, dass er für diese Aktivitäten die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung stellt.“
Maßnahmen des SEV
Erste Strukturanpassungen sind vom Verband vorgenommen, erste Schritte eingeleitet, um die noch vorhandene Lücke zur Europäischen- und zur Weltspitze, künftig schließen zu können.
„Besonders die Leistungsbeurteilung der Athleten auf ihrem Weg zur Elite ist nicht mehr zeitgemäß“, erläutert Verbandspräsident Thomas Häni. „Dies wurde im Verband über alle Bereiche erkannt. Durch intensive Gespräche mit Athleten, Trainern, Verbandsfunktionären (Preisrichter, TS, TC etc.) hat der Verband eine Strategie entwickelt, wie sich das in Zukunft ändern lässt. Dafür haben wir auch eine Projektgruppe Kunstlauf ins Leben gerufen, die der Kommission Sport und dem Chef Leistungssport als Mittel dient, die entsprechenden Maßnahmen zu erarbeiten und dem Vorstand zur Genehmigung vorzulegen.“
Änderungen, die schrittweise erfolgen sollen und in den technischen Reglementen, sowie wenn nötig, in den Strukturen des Verbandes ersichtlich sein sollen.
„Ein erster großer Schritt ist die Einstellung von Koordinatoren Leistungssport“, so Thomas Häni. „Sie werden in enger Zusammenarbeit mit dem Chef Leistungssport die leistungsorientierten Athleten und deren Trainer begleiten und beraten, um ihre Karriere besser zu planen. Das betrifft auch die Unterstützung bei der Koordination Schule/Sport, Diagnostik, Mentaltraining etc.. Wir erhoffen uns davon eine bessere Betreuung derjenigen Athleten, welche sich international erfolgreich durchsetzen möchten. Ein nächster Schritt wird auch sein, die Bedingungen zur Qualifikation und ev. auch das Format von Schweizermeisterschaften zu durchleuchten und anzupassen.“
Breitensport
Grundlage und Voraussetzung für künftige Erfolge, bleibt ein funktionierender Breitensportbereich.
Je mehr Kinder und Jugendliche im Eislauf ihre Leidenschaft entdecken, je mehr gute und fachkundige Basisarbeit zu Beginn einer Läuferkarriere geleistet wird, desto grösser sind die Aussichten, Talente darunter zu entdecken und fördern zu können.
Die Entwicklung im Breitensportbereich ist für den SEV daher wichtig – wenn auch momentan nicht Priorität.
„Primär ist die Arbeit für die Entwicklung und Förderung des Breitensports Sache der Clubs“, erklärt Thomas Häni. „Wir überlegen uns, was und wie beispielsweise die Rolle der Regionalverbände dabei sein kann. Die Ressourcen des Vorstandes reichen aber zur Zeit nicht aus, um sich eingehender mit dem Thema zu befassen“, bedauert der Verbandspräsident. „In der Strategie bis 2018 ist deshalb der Breitensport nicht im Fokus. Wir müssen zuerst die Strukturen und Ressourcen rund um den leistungsorientierten Sport anpassen, damit wir auch weiterhin eine wichtige Rolle für Swiss Olympic spielen und entsprechend unterstützt werden. Der Breitensport wird sicherlich im Rahmen der Strategie 2018-22 mehr Gewicht kriegen.“
Wie im Kunstlauf und im Eistanz, sieht man sich auch im Synchroneiskunstlauf einer immer stärkeren internationalen Konkurrenz gegenüber und kämpft mit Nachwuchsproblemen.
Synchroneiskunstlauf – Schweizer mit Reserven und zu wenig Nachwuchs
2015/2016 – die Saison, in der Synchroneiskunstlauf erstmals an einem Grand Prix Final der Kunstläufer ausgetragen wurde – die Saison, wo die besten Teams der Welt an die Shanghai Trophy der Short Tracker eingeladen waren - die Saison, wo der Sprung ins olympische Programm hätte gelingen können – eine gute Saison für die vergleichsweise junge Disziplin, in der erst seit 16 Jahren Welttitelkämpfe ausgetragen werden.
Synchroneiskunstlauf wird weltweit immer populärer, ist beliebt beim Publikum, präsenter in den Medien. Viel hat nicht gefehlt und das Olympische Komitee hätte das Synchronized Skating 2018 ins Programm der Spiele von Pyeongchang aufgenommen.
In der Weltrangliste, angeführt von den Teams aus Russland, Finnland, Schweden, Canada und den USA, finden sich die Schweizer Senioren auf Rang 15, die Schweizer Junioren auf Platz 14. An internationalen Meisterschaften bleibt für die Verantwortliche für den Synchroneiskunstlauf, Rita Tognali, nicht nur der Abstand zu den Spitzenteams derzeit zu groß.
„Die Spitzenteams in den Kategorien Senioren, Junioren und Novice Advanced haben sich dieses Jahr international eher in der hinteren Hälfte bewegt“, bilanziert Rita Tognali. „Wir müssen schauen, dass der Kontakt zum Mittelfeld nicht abreißt und sich längerfristig die Platzierungen wieder gegen die vordere Hälfte bewegen. Langjährige gleichwertige Gegner haben das einzige Schweizer SYS Senioren-Team hinter sich gelassen. Das Junioren-Team ist sehr jung und hat sich mit Höhen und Tiefen geschlagen. Es wäre sehr wichtig, dass das Team in den nächsten Jahren zusammenbleibt, um kontinuierlich arbeiten und sich verbessern zu können.“
Cool Dreams aus Burgdorf dominieren nationale Meisterschaft
Gut organisierte und gut besuchte SYS-Wettkämpfe in der Schweiz zeugten vom Interesse an dieser Disziplin. Ob beim Sys-Cup in Zuchwil, dem Swiss-Cup in Widnau, der Biasca-Trophy, oder der internationalen Mixed Age-Trophy in Basel, überall maßen sich Schweizer Teams aller Kategorien mit nationaler oder internationalen Konkurrenz. Viele im Bereich Breitensport – zu wenige im Bereich Spitzensport.
Sichtbar wurde der Nachwuchsmangel vor allem am Wettkampfhighlight in der Schweiz, an der Neuchâtel-Trophy. Parallel zum ISU Wettkampf wurden auch die nationalen Meisterschaften ausgetragen.
Alle 3 möglichen Meistertitel im Synchroneiskunstlauf gingen an Burgdorfer Cool Dreams-Teams.
Konkurrenzlos gewannen die Cool Dreams Senior an der Neuchâtel-Trophy den nationalen Meistertitel – die Cool Dreams Junior hatten einzig die United Blades zum Gegner – das Novice-Team aus Burgdorf, nur das Team Ice Cube.
Ein nationales Nachwuchsproblem Problem, das international spürbare Auswirkungen hat.
„Ein Problem stellt klar das Fehlen der Konkurrenz dar“, bedauert Rita Tognali. „Die Teams müssen somit im Ausland an Wettkämpfen teilnehmen, um sich messen zu können. Dies erfordert wiederum viel Zeit und mehr Geld.“
Ein Faktor, der dazu beigetragen haben mag, dass sich die Senioren zum Saisonhöhepunkt 2016 mit Platz 17 an der WM zufrieden geben mussten und die Junioren mit Rang 14 am World Junior Challenge Cup. Beide Teams konnten ihr Ziel, die Platzierung des Vorjahres zu halten, nicht erreichen.
Nachwuchssuche und Ausbildung
Um Nachwuchs gezielt aufbauen zu können, wurde bereits in der Saison 14/15 von der Kommission Synchronized Skating ein neues Trainingsmanual erarbeitet. Dort finden sich die Entwicklungsstufen und Ziele für jede Kategorie, sowie Trainingsempfehlungen und Planungen. Mit messbaren Erfolgen darf man allerdings erst längerfristig rechnen.
Um künftig international konkurrenzfähiger zu werden, so weiß auch die Verantwortliche SYS, muss vor allem noch viel Basisarbeit geleistet werden. Trainingsqualität, nicht nur Quantität mahnt sie unter anderem an.
„In der Kategorie Nachwuchs gibt es immer noch zu wenige Teams. Dort sollten die Clubs aktiver werden“, erhofft sich Rita Tognali. „ Die Clubs können sich bei der Kommission SYS Unterstützung holen - dies ist eines der Projekte für die kommende Saison.
Es hat sich zudem gezeigt, dass es unabdingbar ist, dass eine gute Grundschule vorhanden ist. Eislaufen erlernt sich nicht durch Fahren im Team sondern durch vorheriges Üben und Auftreten als EinzelsportlerIn. Diese Einstellung muss sich vor allem auf Stufe Juveniles (5-10 Jahre) durchsetzen. Ein gutes und sauberes Kantenfahren und das Beherrschen von Einzelsprüngen und Pirouetten erleichtern den Eintritt in ein Team ungemein.“