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5. Mai 2016 um 12:00 Uhr, 1 Kommentar
Semikolon ist mein Lieblingsbuchstabe
Ich mag Aussenseiter. Egal ob Gälisch, den Genitiv oder eben das Semikolon.
Letzte Woche hatte ich einen seltsamen Traum: Ich sprach mit Urs und er hat total oft Sätze mit Semikolon benutzt. Das fand ich mega toll. So toll, dass ich allen meinen Freunden im Traum erzählte, dass er das tut und dass das Semikolon eben mein Lieblingsbuchstabe sei.
Ja, natürlich ist das Semikolon kein Buchstabe, dennoch finde ich es super; auch wenn sich seine wahre Funktion meinem Verständnis entzieht. Klar brauche ich als Programmierer das Semikolon nahezu täglich. Beim Programmieren zeigt das Semikolon das Ende einer Anweisung und somit meistens das Ende einer Zeile an. Gewählt wurde es höchstwahrscheinlich genau weil man es in der normalen Satzstruktur kaum sieht und es somit nicht verwirrt. Ich weiss, dass einige der von mir verwendeten Programmiersprachen dieses Zeichen gar nicht mehr bräuchten. Ganz einfach, weil heute tatsächlich eine neue Zeile als Indikator für eine neue Zeile reicht. 🙂
Leider ist dies nicht dasselbe Semikolon, wie wir es in der normalen Sprache benutzen. Das Programmiersemikolon sagt: «Hier ist es fertig!» während das normale Semikolon sagt: «Hier hätte es fertig sein können; ist es aber nicht!» Wie gesagt, wirklich verstehen tu ich das Semikolon nicht. Anscheinend trennt es zwei gleichrangige Sätze, die auch mit einem Komma getrennt werden können. Klingt für mich nach einem Ausweichzeichen für faule Schreiberlinge, die sich nicht zwischen Punkt und Komma entscheiden können. Abgesehen davon, dass ich eigentlich selten wirklich weiss, wo ein Komma hinkommt, kommt es noch seltener vor, dass ich das Gefühl habe, man könnte einen Punkt anstelle eines Kommas machen; offensichtlich kann ich kein Deutsch. Aber das sollte ja niemanden überraschen.
Eine andere Regel, die total einfach und sinnvoll ist, ich aber noch nie im echten Leben gesehen habe: Bei Aufzählungen zusammen gehörende Dinge mit einem Semikolon trennen. Zum Beispiel hatte ich zum Frühstück eine Banane, einen Apfel; Brot, Müsli; Kaffe, Saft und ein Glas Wasser. Wirklich was bringen tut das aber nicht; sollte das Semikolon komplett gestrichen werden? Nein! Wir sollten einfach mehr gleichwertige Sätze machen oder so.
Heute ist übrigens ein Feiertag und ich muss nicht arbeiten. Feiertage an Donnerstagen sind wie Semikola: Die Woche tut so, als wäre sie fertig; ist es aber nicht.
Und jetzt möchte ich euch noch zu einem kleinen Rätselspiel animieren. Wer findet heraus wie oft ich in diesem Beitrag das Semikolon falsch verwendet habe; für Kommafehler gibt es Extrapunkte; jegliche Hinweise auf andere Schreibfehler geben einen Punktabzug. 🙂
Cheers
Pfoffie, der nicht mal seine Muttersprache wirklich versteht