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Hauptstadt eines neuen Kantons
Schloss Mon-Repos
Die Villa Mon-Repos liegt mitten im bezaubernden gleichnamigen Park, der grünen Lunge des westlichen Stadtteils. Seit den 1920er-Jahren befindet sich in diesem Park auch das Bundesgericht. Das Haus und der umliegende Park sind das persönliche Werk des schwerreichen Financiers Vincent Perdonnet (Vevey 1768 – Mon-Repos 1850), der in Paris ein Vermögen gemacht hatte. 1817 kaufte er das Landgut und baute es bis 1827 um. Der Park wurde vollständig umgestaltet und mit zahlreichen Nebengebäuden und Sehenswürdigkeiten ausgestattet (Bauernhaus, Orangerie, Nachahmung eines mittelalterlichen Turms ...).
Das Haus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde im Norden durch einen Anbau erweitert und um ein Attikageschoss erhöht. Die Aussenansicht wird durch eine sehr moderne neoklassizistische Architektursprache bestimmt. Belebt wird die allgemeine Schlichtheit durch stärker aufgeladene Elemente wie die Attika, die mit einem Frontispiz und Wandpfeilern geschmückt ist, und den Portalvorbau mit Säulen aus schwarzem Marmor. Das Innere wurde in ausgesuchtestem Luxus umgebaut. Die Umgestaltung der Campagne de Mon-Repos erfolgte durch Landschaftsgärtner, Architekten und Innendekorateure, die Perdonnet aus Frankreich und Italien kommen liess. Das Gebäude hatte einen grossen Einfluss auf die neoklassizistische Architektur der Region.
1910 kaufte die Stadt Lausanne das Gut. Von 1922 bis 1967 diente die Villa als Sitz des Internationalen Olympischen Komitees; hier wirkte insbesondere Baron Pierre de Coubertin. Heute wird sie von den Stadtbehörden von Lausanne für Empfänge genutzt und beherbergt die wertvolle Sammlung Benoist von alten Wandteppichen. Ab 1998 wurden der Park und seine Einrichtungen einer minutiösen Restauration unterzogen, um ihn im ursprünglichen Geist wiederherzustellen.