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Um 1914 erhielten die Fabrikarbeiter ihren Lohn jede Woche in einem Lohnsäckli ausbezahlt. Ein Fabrikmitarbeiter verdiente zwischen 3 und 9 Franken pro Tag. Ein Kilo Brot kostete damals etwa 40 Rappen.
«Viel Geld blieb da nicht übrig, denn rund die Hälfte des wöchentlichen Verdienstes gab eine Familie für Lebensmittel aus», erzählt die Historikerin Nicole Billetter. Über ein Bankkonto habe die breite Bevölkerung nicht verfügt: «Das hätte sich nicht gelohnt.» Wenn einmal etwas Geld übrig blieb, dann habe man damit ein Stück Land oder ein Haus gekauft. «Das waren die wichtigsten Geldanlagen damals.»
Anschreiben lassen war in
Wenn man kein Geld hatte, konnte man beim Bäcker oder Metzger anschreiben lassen, erzählt Nicole Billetter: «Allerdings nur solange man die Schulden Ende Woche auch bezahlte. Wenn sich im Dorf herumsprach, dass man nicht bezahlte, bekam man auch in den anderen Geschäften keinen Kredit mehr.»
Vor 100 Jahren gehörte die Schweiz zur Lateinischen Währungsunion. Das war ein Zusammenschluss zwischen Frankreich, Belgien, Italien, Griechenland und der Schweiz. So befanden sich damals beispielsweise auch in der Schweiz französische Fünf-Franken-Stücke im Umlauf. Banknoten waren kaum in Gebrauch, sagt Nicole Billetter: «Für den Mittelstand waren die Notenbeträge viel zu hoch.»