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Dieser Kurs analysiert Demokratien, Autokratien und Demokratisierungsprozesse sowohl in einer theoretischen Perspektive, als auch auf einer konkreten, regionalen Ebene («aera studies»), in Osteuropa. Man kann nicht sagen, dass die liberale Demokratie gegenwärtig weltweit und insbesondere in Osteuropa auf dem Siegeszug ist. Sie wird durch Autokratien bzw. durch hybride politische Regimes vielfach in Frage gestellt. Und Demokratisierungsprozesse haben vielerorts nicht demokratische Regimes hervorgebracht, sondern die Bedingungen geschaffen für ein unfaires Spiel zugunsten der Machthaber. Die Vorlesung kontrastiert in einem ersten Teil Autokratien mit Demokratien und frägt nach dem Erklärungspotential von sozialwissenschaftlichen Theorien und Ansätzen, die sich mit der Entwicklung von politischen Regimes und der Herausbildung von Typologien beschäftigen. Im Fokus des ersten Teiles des Kurses sind Themen wie: Bedingungen von Demokratie bzw. Autokratie, Messung von Demokratie und Klassifikationen, Reproduktion, Stabilisierung und Leistungsfähigkeit von Autokratien im Unterschied zu Demokratien, Demokratisierungstheorien. Der zweite Teil des Kurses ist der Beschreibung von politischen Regimes v.a. im post-sowjetischen Raum gewidmet. Im Vordergrund stehen hier die politischen Entwicklungen in Russland, in der Ukraine, in Weissrussland und im Südkaukasus. In der Transformationsforschung wird die immer grösser werdende Differenz in den politischen Entwicklungen zwischen dem post-sowjetischen Raum und dem Ost- und Südosteuropa der EU schon seit längerem hervorgehoben. Nach der Besetzung der Krim durch Russland und dessen verdeckten Krieg gegen die Ukraine kommt nun der geopolitische Faktor hinzu, eine neue Grenze, die den osteuropäischen Raum durchzieht und unterschiedliche Demokratisierungs-, Reform- und Modernisierungspotentiale markiert: zwischen einem von einem imperialen und demokratieresistenten Russland kontrollierten post-sowjetischen Raum, einerseits, und einem europäischen Teil, wo eine Aussicht auf eine EU-Mitgliedschaft besteht, andererseits. Der Kurs trägt diesen Entwicklungen Rechnung und wird auch nach den innen- wie aussenpolitischen Spielräumen fragen, die den Ländern unter dem Einflussbereich Russlands bleiben.
Eine detaillierte Programmübersicht wird den Studierenden vor Beginn der Vorlesung vorgelegt. Eine Auswahl von einführender Literatur zum Thema des Kurses wird nachfolgend aufgeführt.