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HEILIGE WOCHE - KARWOCHE
Karfreitag
KREUZIGUNG
Was ist eine Kreuzigung?
Ein Arzt erklärt in einer physische Beschreibung: Das Kreuz wird auf den Boden gelegt und der erschöpfte Mann wird hart mit den Schultern gegen das Holz nach hinten geworfen. Der Legionär ertastet die Vertiefung an der Vorderseite des Handgelenks. Er treibt einen schweren, quadratischen schmiedeeisernen Nagel durch das Handgelenk und tief in das Holz. Schnell bewegt er sich auf die andere Seite und wiederholt die Aktion, wobei er darauf achtet, die Arme nicht zu fest zuziehen, sondern etwas Flexibilität und Bewegung zuzulassen. Das Kreuz wird dann an seinen Platz gehoben.
Der linke Fuß wird nach hinten gegen den rechten Fuß gedrückt, und den mit beiden ausgestreckten Füßen nach unten gerichteten Zehen wird jeweils ein Nagel durch das Fußgewölbe getrieben, wobei die Knie gebeugt bleiben. Das Opfer ist jetzt gekreuzigt. Während er langsam mit mehr Gewicht auf den Nägeln in den Handgelenken zusammen-sackt, schießt qualvoller, feuriger Schmerz entlang der Finger und der Arme, um dann im Gehirn zu explodieren - die Nägel in den Handgelenken üben Druck auf die mittleren Nerven aus. Während er sich nach oben drückt, um diese Dehnungs-qual zu vermeiden, legt er das volle Gewicht auf den Nagel durch seine Füße. Wieder spürt er den brennenden Schmerz des Nagels, der durch die Nerven zwischen den Knochen seiner Füße fährt. Während die Arme ermüden, fahren Krämpfe durch die Muskeln und verbinden sich in tiefen, unerbittlich pochenden Schmerzen. Mit diesen Krämpfen geht die Unfähigkeit einher, sich zum Atmen nach oben zu drücken. Luft kann in die Lunge gesaugt, aber nicht ausgeatmet werden. Er kämpft darum, sich aufzurichten, um auch nur ein wenig Luft zum Atmen zu bekommen. Schließlich sammelt sich Kohlendioxid in der Lunge und im Blutkreislauf an und die Krämpfe lassen teilweise nach. Krampfhaft kann er sich nach oben drücken, um auszuatmen und lebensspendenden Sauerstoff einzuatmen.
Stunden dieses grenzenlosen Schmerzes, Verdrehungen der Muskeln, Gelenkkrämpfe, Erstickungsanfälle, brennender Schmerz, wenn Gewebe aus seinem geschundenen Rücken gerissen wird, während er sich gegen das raue Holz auf und ab bewegt. Dann beginnt eine weitere Qual: ein tiefer, quetschender Schmerz tief in der Brust, während sich der Herzbeutel langsam mit Serum füllt und beginnt, das Herz zu- zudrücken. Es ist jetzt fast vorbei - der Verlust von Gewebeflüssigkeiten hat ein kritisches Niveau erreicht - das komprimierte Herz kämpft darum, schweres, dickes, träges Blut in das Gewebe zu pumpen - die gequälten Lungen bemühen sich verzweifelt, in kleinen Schlucken nach Luft zu ringen. Er kann fühlen, wie die Kälte des Todes durch die Gewebe kriecht. Schließlich kann er seinen Körper sterben lassen.
All dies berichtet die Bibel mit den einfachen Worten: "Und sie haben ihn gekreuzigt." (Markus 15:24). Was für eine wundersame Liebe ist das?
Adaptiert von C. Truman Davis, M.D. in Der Bibelkommentar des Exponenten Vol. 8.
Die Leidensgeschichte ist viel mehr als ein bloßer Bericht;
sie ist Deutung und Verkündigung, sie sagt nicht nur, was geschah, sondern auch warum und wozu es geschah. Das Johannesevangelium zeigt noch deutlicher als die früheren Evangelien, dass Jesus sich mit klarem Wissen freiwillig dem Tod ausgeliefert hat. Souverän steht er seinen Anklägern und Richtern gegenüber. Niemand kann ihm das Leben entreißen, er selbst gibt es hin. Nach der Darstellung des Johannesevangeliums starb Jesus zu der Stunde, als im Tempel die Lämmer für das Paschamahl geschlachtet wurden. Er selbst ist das wahre Osterlamm, sein Blut ist der Preis für unsere Rettung.