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Die italienisch-schweizerische Migrationsgeschichte wird heute hauptsächlich mit den Bauarbeiterbaracken der Nachkriegszeit und der vor 50 Jahren heftig debattierten Schwarzenbach-Initiative assoziiert. Sie ist aber, wie zwei jüngere Buchpublikationen zeigen, weit vielgestaltiger und beinhaltete auch politische und kulturelle Austauschprozesse.
Der Mailänder Demokrat Carlo Cattaneo (1801-1869) als Aussenseiter des Risorgimento verbrachte die letzten beiden Jahrzehnte seines Lebens im Tessiner Exil, wo er zu einem wichtigen Mentor der liberal-radikalen Bewegung wurde. Und die Immigration nach dem Zweiten Weltkrieg bescherte der Schweiz nicht nur billige Arbeitskräfte, sondern auch kulinarische Bereicherungen, die heute aus der helvetischen Küche nicht mehr wegzudenken sind.
Die Bücher von Sabina Bellofatto und Carlo Moos geben Anlass, grundsätzlich über die Vielschichtigkeit von Migrationsgeschichte zu diskutieren.
Mit der Autorin Sabina Bellofatto und dem Autor Carlo Moos sowie Christian Koller (Schweizerisches Sozialarchiv)