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Verlust der Güter im Veltlin
Als einziges Kind des Friedrich Anton von Salis-Soglio (1747–1809) und der Perpetua von Salis-Tagstein (1763–1792) wurde Rudolf Maximilian am 5. Februar 1785 in Chiavenna geboren. Seine Jugend verbrachte er in der Casa di Mezzo in Soglio. Rudolf Maximilian von Salis-Soglio wurde in eine Zeit politischer Umwälzungen hineingeboren. Das politische Selbstverständnis der traditionellen Führungsschicht war immer noch im alten, aristokratisch geprägten System des Freistaats der drei Bünde verhaftet, während die aufklärerischen Reformströmungen unaufhaltsam auf einen modernen Nationalstaat hinarbeiteten. Wie viele Bündner vor ihm verdiente sich Rudolf Maximilian seine ersten Sporen in fremden Diensten ab und zwar ab 1799 in Bayern unter dem Kurfürsten und späteren König Max I. Joseph, dessen Patenkind er war. Sein Vater hatte Max Joseph in französischen Diensten kennengelernt und pflegte von da an persönlichen Kontakt zum Zweibrückerprinzen, so auch während der Wirren der bündnerischen Confisca, als sämtliche bündnerischen Grundbesitze in den ehemaligen norditalienischen Untertanenlanden verloren gingen. Davon nahmen die Mitglieder der Familie von Salis in besonderem Masse Schaden, denn die meisten von ihnen gründeten einen grossen Teil ihres Reichtums auf den Einkünften aus den Südtälern.
In einem Brief aus dem Jahr 1801 bat Friedrich Anton von Salis-Soglio den Kurfürsten, für die Interessen der Grundbesitzer im Veltlin einzustehen: ”Ce sera le seul moyen qui pouvra me remettre en possession des trois quarts de mon patrimoine.” Auch Rudolf Maximilian setzte sich nach dem Tod seines Vaters und der Rückkunft in die Heimat um 1809 mit aller Kraft für sein grosses Erbe in den beschlagnahmten Ländereien ein. Erfolglos allerdings, denn mit dem Wienerkongress um 1815 zerbrach jede Hoffnung, die ehemaligen Besitztümer zurückzuerhalten.
Trotzdem – und das ist das eigentlich Erstaunliche am Haus Salis auf dem Sand – begann Salis kurz nach seinem Umzug nach Chur um 1818 mit der Errichtung seines klassizistischen Repräsentationsbaus. Wie er sich das nach dem Verlust seines Erbes im Veltlin leisten konnte, ist ungeklärt. Arm war er jedenfalls nicht, denn neben seinem Haus in Chur gehörten ihm die Casa di Mezzo in Soglio und das Schloss Greifenstein bei Rheineck. Zudem besass er in der Stadt Chur ein Haus mit Weingarten ”auf Schönenberg” und zwei Wiesen ”in der Lachen“.