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Ab 2020 müssen Flugreisende ab Frankreich eine «écotaxe», also eine Klinmaschutzabgabe, entrichten, wie das französische Transportministerium am Dienstag, 9. Juli 2019 mitgeteilt hat. Die Flugtickets werden mit 1.50 bis 18 Euro (je nach Flugklasse) belastet, und zwar sämtliche ab Frankreich geflogenen Routen, mit Ausnahme von Flügen nach Korsika und zu den französischen Überseeterritorien. Auf ankommende Flüge wird die Taxe nicht entrichtet.
Sämtliche ab Frankreich fliegenden Airlines müssen die Taxe entrichten. Laut der französischen Umweltministerin Élisabeth Borne stehe ausser Frage, dass die eigene nationale Airline benachteiligt werden solle. Doch diese, also Air France, fühlt sich trotzdem stark benachteiligt. In einem Communiqué beklagt sich Air France, dass über 50 Prozent des Umsatzes mit Flügen ab Frankreich erwirtschaftet werden, sie also härter getroffen wird als andere Airlines. Air France rechnet mit Zusatzkosten von 60 Millionen Euro pro Jahr - diese Mittel würden nun beispielsweise bei Investitionen in umweltfreundlicheres Flugmaterial fehlen, wird argumentiert. Es ist doch aber wohl davon auszugehen, dass diese 60 Millionen über die Passagiere zurückgeholt werden? Air France sieht jedoch wegen möglichen Preisanstiegen ihre Konkurrenzfähigkeit beeinträchtigt.
Auch die französischen Flughäfen protestieren. Die UAF (Union des aéroports français) geht davon aus, dass die Standortattraktivität von Frankreich für Airlines weiter sinkt und beklagt, dass man durch die überraschende Einführung dieser Taxe auf dem falschen Fuss erwischt worden sei. Die Verbesserung der Umweltbilanz des Luftverkehrs solle von diesem selbst erarbeitet werden, aber nicht über solche «Straf-Taxen».
Umverteilung an die Bahn
Konkret wird die «écotaxe» je nach Flugsitzkategorie unterschiedlich erhoben. Die Kosten sehen folgendermassen aus:
- Economy Class: 1.50 Euro (Domestic- und Europaflüge), 3 Euro (Flüge nach ausserhalb der EU)
- Business Class: 9 Euro (Domestic- und Europaflüge), 18 Euro (Flüge nach ausserhalb der EU)
Das französische Transportministerium erhofft sich mit der neuen Abgabe Einkünfte in Höhe von rund 182 Millionen Euro ab dem kommenden Jahr. Pikant: Dieses Geld soll in «umweltfreundlichere Transport-Infrastruktur» investiert werden, darunter den Bahnverkehr.