Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03651.jsonl.gz/1897

Basel/Arlesheim, um 1755
Oberstoff: Seide, rostfarben
Futterstoff: Leinen in Leinwandbindung Fransen: Seide, gelb
Schliesse: Messingblech, vergoldet
L. 139 cm (vorne); Umfang 422 cm
Inv. 2007.381.
Liturgische Gewänder, die nachweislich für Basler Fürstbischöfe gefertigt und von diesen zu den Zeremonien im Münster oder nach der Reformation in Freiburg i.Br. und ab 1678 im Dom zu Arlesheim getragen wurden, sind selten als solche dokumentiert und erhalten. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass sich ein sehr schönes Exemplar aus der Mitte des 18. Jahrhunderts in Privatbesitz befand, das nun in die Sammlung des Museums gelangte. Dieses auch Pluviale genannte, halbkreisförmig geschnittene priesterliche Gewand ist aus hochwertigem Lyoner Seiden-stoff gearbeitet. Es ist mit 3 cm breiten Goldborten besetzt und weist auf der Rückseite einen aufgesetzten Schild mit Seidenfransen und eine auffallend grosse Seidenquaste auf. Dieses Dorsalelement hat sich im Verlauf der Jahrhunderte aus einer Kapuze zu einem reinen Zierelement entwickelt.
Stil und Technik der Herstellung des Chormantels sind typisch für die Zeit um 1750/60. Damals war Joseph Wilhelm Rinck von Baldenstein (1744-62) Fürstbischof des Basler Bistums.
Vermutlich gelangte das kostbare Pluviale nach den Wirren der Französischen Revolution, die in den frühen 90er Jahren des 18. Jahrhunderts auch das Fürstbistum Basel in Mitleidenschaft zog, oder nach der Säkularisierung im Jahre 1803 in Privatbesitz.