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Die Wasserfarbe wechselt von türkis auf blau. Noch ist kein Land zu sehen. Zwei Stunden später tauchen am Horizont – gleich Wolkenschatten – erste sehr flache Landstriche auf. Suriname in Sicht.
Weitere 3 Stunden später ist aus dem Strich am Horizont eine flache sich 3-4 m über dem Meer erhebende Küste geworden. Wenige Kilometer vor der Flussmündung ändert sich die Farbe des Wassers schleichend: das Blau weicht einem hellen Braun. Aus dem Meer wird unmerklich eine riesige Flussmündung. Aus 10-12km werden allmählich 2-3 km. Das Wasser ist nun mittel-braun, undurchsichtig, von Erde durchdrungen. Wir haben den Suriname River erreicht.
Nach einer ersten Nacht vor Anker im Fluss und einem langsamen Driften des Anker über den Schlamm des Flussgrundes, motoren wir am nächsten morgen ab 6 Uhr mit der Flut gemächlich den Fluss hinauf.
Das linke Flussufer ist nach dem ersten Fischerdorf unbebaut - die Hauptstadt Paramaribo links und rechts des Flusses verdrängt schnell den Regenwald. Hier leben 241,000 der 610.000 Einwohnern des Landes. Paramaribo ist das zentrale Ballungsgebiet von Suriname. Wie sich später zeigen wird ist es eine Stadt mit unzähligen wuselnden kleinen Geschäften, einem historischen Altstadtkern, der seit 2002 zum Weltkulturerbe gehört, sowie vielen, vielen Autos die täglichen die Straßen auf vielen Kilometern verstopfen.
Nach weiteren 2 Stunden haben wir diese urbane Gegend hinter uns gelassen: das linke Flussufer ist kilometerlang unbewohnter Regenwald, am rechten Flussufer stehen in lose Reihe unterschiedliche Wohnhäuser, die alle einen doch sehr noblen und neu erbauten Eindruck machen. Wie wir später erfahren, soll dort in manchem Haus die ein oder andere Million an „Rauschmittel-Geld“ reinvestiert worden sein ….
Nach 5h Stunden Fahrt unter Motor erreichen wir 60 km flussaufwärts unseren Liegeplatz. Dieser liegt nach einer grossen Flugschleife hinter Domburg an einem Steg für 12 Boote. Links wie immer unbebaute Natur - eine grüne ununterbrochene Linie Regenwald. Am rechten Flussufer verstreut Siedlungshäuser auf riesigen Grundstücken mit tropischer Vegetation dazwischen.
Am eindringlichsten ist am Anfang die wechselnde Strömung des Flusses: auch hier 60 km flussaufwärts kentert die Strömung im Fluss noch alle 6 Stunden, der dann mit 5-7 km flussauf- oder abwärts oder mit grosser Kraft vorbeiströmt. Das schnell an unserem Schiff vorbeiströmende Wasser erzeugt sogar Fahrgeräusche. Mit der Störung kommen viele kleine grünen Inseln von Wasserlilien, abgerissenen Zweigen und Ästen an uns vorbeigetrieben. Schon etwas anders als am Rhein :)
Der nächste Morgen empfängt uns mit einem unbekannten Geräusch: fast wie das an- und abschwellende Pfeifen des Windes hört man aus dem Regenwald den Morgengruss der Brüllaffen. Der tägliche Weckruf dauert nur wenige Minuten - ist aber für uns ein völlig neues Geräusch. Noch haben wir keinen Affen zu Gesicht bekommen dafür gab es die erste Sichtung einer Schlange auf dem Steg … die hoffentlich ihren Weg zurück ins Gebüsch des Ufer findet.
We keep you posted ( „Prostet” :) )