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Wer hat sich schon einmal näher Gedanken gemacht, was „Familie“ eigentlich genau bedeutet und welche Rolle „Familienoberhäupter“ haben? Auf wikipedia habe ich eine Erklärung gefunden.
Eine Familie ist eine durch Partnerschaft, Heirat oder Abstammung begründete Lebensgemeinschaft. Im westlichen Kulturkreis besteht sie meist aus Eltern bzw. Erziehungsberechtigten und Kindern und manchmal durch weitere auch im gleichen Haushalt wohnende Verwandte. Die Familie ist demnach eine engere Verwandtschaftsgruppe.
Der Begriff ist ursprünglich abgeleitet von lateinischen Wort „famulus“ , was Haussklave bedeutet und bezeichnete ursprünglich nicht die heutige Familie (also Eltern und deren Kinder), sondern den Besitz eines Mannes, nämlich den gesamten Hausstand: seine Ehefrau, Kinder, Sklaven und Freigelassene sowie das Vieh. Der „pater familia“ war also der Besitzer der Familie.
Die Begriffe „familia“ und „pater“ waren somit keine Verwandtschafts-, sondern Herrschaftsbezeichnungen. Der biologische Erzeuger (das, was wir als Vater bezeichnen) hiess genitor und nicht pater .
Der pater familias war also das Familienoberhaupt bzw. der „Herr im Haus“ und als solcher verfügte er über die Macht über Leben und Tod – über seine Kinder, seine Frau, seine Sklaven sowie über alle weiteren Familienmitglieder aus allen Generationen. Wenn ein Kind unehelich, krank oder nicht zu ernähren war, hatte der pater familias die Macht, das Kind auszusetzen und so dem Tod zu weihen oder diese in die Sklaverei zu verkaufen. Ausserdem hatte er die Macht, die Hochzeit eines Sohnes oder einer Tochter zu billigen oder sie zu verhindern, übte das Hausrecht aus und vertrat das Haus nach aussen. Der Frau oblag die Organisation und die Kontrolle des Hauses.
Logischerweise konnte in jedem Haushalt nur eine Person seine Funktion ausüben. Sogar erwachsene männliche Kinder blieben unter der Autorität ihrer Väter und konnten daher auch nicht die Rechte eines paters familias erwerben, solange dieser noch lebte. Erst diejenigen, die zum Zeitpunkt des Todes ihres Vaters in einem eigenen Haushalt lebten, erlangten den Status eines pater familias über ihren jeweiligen Haushalt.
Glücklicherweise wurde die absolute Autorität der patres familias mit der Zeit geschwächt, und so wie sich die Familienformen verändert haben, so hat sich auch die Rolle eines „Familienoberhaupts“ verändert.
Was bleibt, ist, dass die Familie eine Form von Lebensgemeinschaft darstellt, für die Werte und Regeln des Zusammenlebens definiert werden müssen und für deren Versorung jemand die Verantwortung übernehmen muss. Diese Aufgaben übernimmt nach wie vor das „Familienoberhaupt“ – und dieses kann selbstverständlich männlich oder weiblich sein – sei es „Chef“ der Familie, sei es als „Primus inter pares“ oder sei es in Co-Leitung mit einem anderen Familienmitglied.
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