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Lukh Ah Choi ist meiner bisherigen Erfahrung nach nicht der Ahne in unserer Reihe, welchen man zuerst nennt. Er verschwindet genau wie andere hinter den schillernden Namen Wong Fei Hung und Hung Hee Gung oder dem uns zeitlich viel näheren Chiu Kau. Die Tatsache jedoch, dass Lukh Ah Choi Mandschu war und damit seiner Herkunft nach ins Feindeslager gehört hat, macht ihn in meinen Augen zu einer besonders interessanten Gestalt. Bekannterweise übernahmen die Mandschu anfangs des siebzehnten Jahrhunderts die Macht in China – die Qing-Dynastie. Gegen diese wehrten sich die Shaolin vehement, bis sie schlussendlich das südliche Shaolin-Kloster zerstörte.
Geschichte
Das, was über sein Leben bekannt ist, ist schnell erzählt. Zeitgenössische Niederschriften sind bisher keine aufgetaucht und es ist unwahrscheinlich, dass welche existieren. Das ist deswegen, da in der Kulturrevolution von Mao grosse Teile des chinesischen Kulturgutes zerstört wurde.
Als Kind lebte der verwaiste Lukh Ah Choi bei seinem Onkel. Den Geschichten nach floh er mit ungefähr vierzehn Jahren vor dessen übermässig strenger Hand. Wahrscheinlich als Strassenjunge traf er den Mönch Lei Baak Fu. Lei Baak Fu nahm sich des Jungen an und unterrichtete ihn in Kung Fu. Nach mehreren Jahren des Studiums brachte er ihn nach Shaolin.
Die Aufzeichnungen von Jyu Yu Jai berichten, dass die Annahme von Lukh ah Choi als Schüler kurz vor der eigentlichen Zerstörung Shaolins geschah. Dieser floh dann gemeinsam mit den überlebenden Mönchen ins Kloster Hoi Tong, wo er offiziell als Schüler des Abtes Ji Sin Sim See geführt wurde. Zu diesem Zeitpunkt muss der Abt schon sehr alt gewesen sein. Lukh Ah Choi war einer der letzten Schüler überhaupt, die annahm.
Aufgrund des hohen Alters Ji Sins entschied dieser, seinen jungen Schüler zum Abschluss seiner Ausbildung fortzuschicken. Er sandte ihn zu Hung Hee Gung. Lukh ah Choi folgte dieser Anweisung und machte sich auf die Reise zu seinem älteren Kung-Fu-Bruder. Das kann zu dieser Zeit keine einfache Sache gewesen sein. Es ist dabei zu bedenken, dass die Shaolin ihre Kunst im Geheimen ausüben mussten. Lukh ah Choi war jedoch erfolgreich und fand Hung Hee Gung, wurde von ihm als Schüler übernommen und schlussendlich als Stilerbe eingesetzt.
Eigene Schule
Später unterrichtete Lukh ah Choi in Gwongjau. Einer seiner Schüler wiederum war Wong Tai, wobei es auch die Meinungen gibt, dass nicht dieser, sondern direkt dessen Sohn Wong Kai-Ying bei ihm lernte – oder sogar beide.