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01.11.2013 Die Nadel ist immer noch weit verbreitet
Suchthilfestatistiken act-info. Das Spritzen von Drogen ist wegen diverser gesundheitlicher Gefahren die risikoreichste Konsumform. Zwar wird heute etwas weniger häufig injiziert als noch 2005, bei Opiaten wie Heroin wird aber immer noch sehr oft zur Nadel gegriffen. Das zeigt eine neue Studie.
Die Daten der Studie stammen aus dem Monitoringsystem act-info, der Zusammenfassung der Suchthilfestatistiken in der Schweiz. Von 2005 bis 2011 wurden Klientinnen und Klienten von Suchthilfeeinrichtungen über ihr Konsumverhalten in den sechs Monaten vor dem Eintritt in die Einrichtung befragt. Das Injizieren gehört zu den riskantesten Einnahmeformen. Neben der Gefahr einer Ansteckung mit Hepatitis B, Hepatitis C oder HIV bei einem Spritzentausch besteht auch ein hohes Risiko für andere Krankheiten wie Hautinfektionen, Blutvergiftungen, Venenentzündungen bis hin zu Lungenentzündungen oder Milzbrand. Ausserdem steigt die Gefahr von Überdosierungen, die zum Tod führen können.
Opiate werden gespritzt, Kokain wird zunehmend gesnifft
Die Daten weisen darauf hin, dass der intravenöse Konsum immer noch relativ weit verbreitet ist: In den letzten sechs Monaten vor Behandlungsbeginn hatte die Hälfte der Klienten und Klientinnen mit Hauptproblem Opiate und ungefähr ein Fünftel der Klienten und Klientinnen mit Hauptproblem Kokain eine oder mehrere illegale Substanz injiziert (2011). Befragt nach der vorwiegenden Einnahmeart gaben 26% (2011) der Klienten mit dem Hauptproblem Opiate den intravenösen Konsum an. Dies entspricht zwar einer Abnahme gegenüber den 33% aus dem Jahr 2006, das Injizieren ist in dieser Gruppe zusammen mit dem Inhalieren und Rauchen aber immer noch die häufigste Einnahmeart. Bei der Gruppe mit dem Hauptproblem Kokain zeigt sich ein anderes Bild. Hier steht das Sniffen mit Abstand an erster Stelle: 60% (2011) der Befragten nehmen Kokain vorwiegend auf diese Weise ein.
Mehr Spritzentausch im Kokainrausch
Kokainkonsumenten injizieren zwar weniger häufig als Heroinkonsumenten, dafür aber risikoreicher: Zwischen 21% (2005) und 15% (2011) dieser Gruppe gaben an, in den letzten sechs Monaten vor der Befragung Injektionsbesteck geteilt zu haben. Spritzentausch begünstigt vor allem die Übertragung von Infektionskrankheiten. Im Gegensatz zur steten Abnahme des intravenösen Konsums in dieser Gruppe ist diesbezüglich kein klarer Abwärtstrend zu erkennen. Der Anteil Personen mit Spritzentausch in der Gruppe mit Hauptproblem Opiate liegt mit 9% bis 15% tiefer. Dieser Unterschied könnte mit der Tatsache zusammenhängen, dass injiziertes Kokain einen Rausch mit ausgeprägtem Kontrollverlust hervorruft, welcher auch zu sukzessiven Injektionen führen kann.
Kontakt
Thomas Gentil, Co-Leiter Sektion Grundlagen, <email-pii>