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Alkoholismus ist seit 1968 als Krankheit anerkannt. In Europa gilt Alkoholmissbrauch als Suchtkrankheit Nummer 1.
Die relevanten Krankheitsmerkmale bestehen nach weltweit anerkannten Forschungen im Kontrollverlust oder der Unfähigkeit zur Abstinenz. Doch: Wer gilt als Alkoholiker? Wo liegt die Grenze zwischen Genusstrinker und Alkoholiker? Im ICD (International Classification of Diseases) der WHO (Weltgesundheitsorganisation) werden mehrere Kriterien aufgestellt, nach denen die genaue Diagnose ''Alkoholabhängigkeit'' gestellt wird.
Was ist Alkoholmissbrauch?
Der Gebrauch von Drogen im weitesten Sinne gehört zu unserem Alltag. Dazu gehören Genussmittel wie z. B. Kaffee, Tee oder Tabak. Im Gegensatz zum Alkohol, einigen Medikamenten und den sogenannten illegalen Drogen wie Heroin, Kokain haben diese Genussmittel jedoch keine persönlichkeitsverändernden Wirkungen.
Die Bedeutung dieser Aussage wird klar, wenn Sie sich einen Menschen vorstellen, der einen halben Liter Kaffee getrunken hat und einen Menschen, der einen halben Liter Schnaps getrunken hat.
Werden durch den Konsum von Alkohol deutlich sichtbare Veränderungen der psychischen und/oder physischen Reaktionen bewirkt, spricht man von Alkoholmissbrauch.
Wenn Alkohol zum Zwang wird
Wird aus dem Missbrauch ein zwanghaftes Bedürfnis und das Angewiesensein auf bestimmte Substanzen, spricht man von Alkoholsucht. Der Begriff "Sucht" wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durch den Begriff der "Abhängigkeit" ersetzt. Es ist zu unterscheiden zwischen psychischer Abhängigkeit, d.h. das übermächtige und unwiderstehliche Verlangen, eine bestimmte Substanz wieder einzunehmen, und körperlicher Abhängigkeit, die durch Dosissteigerung und das Auftreten von Entzugserscheinungen gekennzeichnet ist.
Der Übergang von der psychischen zur physischen (körperlichen) Abhängigkeit ist fliessend. Wird die regelmässige Alkoholzufuhr plötzlich unterbrochen (z. B. durch einen Krankenhausaufenthalt), kommt es zu typischen Entzugssymptomen wie Unruhe, Tremor, Übelkeit und Erbrechen. In schlimmen Fällen kann es auch zu schweren Krampfanfällen und schliesslich zum Delirium tremens (s. Schädigungen der Gesundheit) kommen, das sich neben Tremor und Übelkeit in Halluzinationen, Muskelzuckungen und Krämpfen bis hin zum Koma äussern kann.