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Von der Schweiz kaum bemerkt, schlug die philippinische Armee vom Mai bis Oktober 2017 in der Schlacht von Marawi (Mai bis Oktober 2017) ein ganzes Bündel islamistischer Terrorgruppen auf der Südinsel Mindanao nieder. Dabei spielte ein älterer britischer Schützenpanzer eine besondere Rolle: der GKN Simba. Das mit dem Simba ausgestattete 5thMechanized Battalion stand im Brennpunkt der Kämpfe. Häufig brachten die Besatzungen eine improvisierte Zusatzpanzerung aus dicken Brettern an den Fahrzeugen an!
Der Panzerfachmann Hagen Seehase berichtet von den 150 4×4 Schützenpanzern, welche die Philippinen seinerzeit für ganze 46 Millionen $ erwarben.
Der GKN Simba
Der Simba ist ein 4×4 Schützenpanzer, der von der britischen Firma GKN Sankey in den 1980er-Jahren für den Export entwickelt wurde. Das elf bis zwölf Tonnen schwere Fahrzeug – je nach Ausstattung – wurde von den Streitkräften der Philippinen als Transportpanzer ausgewählt.
150 Stück wurden zu einem Gesamtpreis von 46 Millionen Dollar beschafft, die meisten (142) bei einem philippinischen Unternehmen (Asian Armoured Technologies Corporation) aus vorgefertigten Teilen endgefertigt. Auf den Philippinen ergänzten sie die relativ ähnlich ausgelegten, aber älteren V-150 Commando. Man hatte auf den Philippinen einen eigenen Entwurf, den Hari-DigmaAPC, entwickelt, der eine direkte Weiterentwicklung des V-150 darstellte.
Aber nach Fertigstellung eines einzigen Prototypen durch die Firma Steelcraft, die sonst gepanzerte Fahrzeuge für den Geldtransport herstellt, wurde die Produktion wieder eingestellt. Die Philippinen waren schon in der Vergangenheit Kunde britischer Panzerfahrzeuge, so wurden beispielsweise Daimler Ferret beschafft (jetzt nicht mehr in Gebrauch) und einige Angehörige der CVR(T)-Familie von Alvis (Scorpion, Samson, Sarmaritan).
Man kann den Simba als eine Weiterentwicklung des von der britischen Armee genutzten Transportpanzers Saxon sehen, der auch von GKN Sankey gefertigt wurde. Genauso wie der Saxon wird der Simba derzeit nicht mehr produziert.
Neben dem Fahrer (er hat seinen Platz vorne links neben dem Motorraum) und dem Kommandanten gehören acht Infanteristen zur Besatzung, die den hinteren Kampfraum durch eine Hecktür oder durch eine Seitentür verlassen können.
Die meisten der von den Philippinen beschafften Simbas gehören zur Schützenpanzervariante, es gibt aber auch einige andere Versionen im Inventar:
- Command & Control (Führungsfahrzeug)
- Recovery (Bergefahrzeug)
- Reconnaissance Surveillance & Target Acquisition (Beobachtungs- und Feuerleitfahrzeug)
- Ambulance (Krankentransport)
Die meisten Transportpanzer sind mit einem Kaliber .50 Maschinengewehr in einem Drehturm bewaffnet, drei Fahrzeuge haben auch eine 25mm-Bushmaster-Maschinenkanone und ein Koaxial-MG. Beide Varianten können mit einer in Singapur gefertigten 40-mm-Granatmaschinenwaffe in offener Lafettierung auf dem Drehturm nachgerüstet werden.
Zudem verfügen die philippinischen Streitkärfte über insgesamt 17 Simbas in den varianten Ambulance, Command & Control und Reconnaissance Surveillance & Target Acquisition. Eine Variante zur Feuerunterstützung (mit 90mm-Kanone von Cockerill) wurde nicht eingeführt. Malaysia zeigte eine Zeitlang Interesse am GKN Simba, führt das Fahrzeug dann aber doch nicht ein. Hauptnutzer ist die „Mechanized Infantry Division“ (hervorgegangen aus der „Light Armor Division“) mit ihren sechs mechanized Infantry Battalions der „Philippine Army“, aber auch die „Presidential Security Group“ bekam einige Simbas.
Angetrieben wird das Fahrzeug von einem Perkinsturbodiesel mit rund 200 PS, der den Simba auf eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h bringt. Die Panzerstärke beträgt rund acht Millimeter. Bei den Besatzungen ist der GKN Simba recht beliebt, denn er verfügt über eine Klimaanlage, im feuchtheissen Klima der Philippinen ein kaum zu überschätzender Vorteil.
Ein kurzer Blick auf die Abmessungen:
|Gewicht||11.2 – 11.9 Tonnen|
|Länge||5.35 m|
|Breite||2.5 m|
|Höhe||2.19 m|