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Die irakisch-britische Stararchitektin Zaha Hadid ist völlig überraschend gestorben. Sie erlag am Donnerstag in Miami (USA) im Alter von 65 Jahren einem Herzinfarkt, teilte ihr Büro in London mit. Dort sei sie wegen einer Bronchitis behandelt worden.
Hadid zählte zu den weltweit erfolgreichsten Architekten – wegen der fliessenden Formen ihrer Gebäude wurde sie auch «Königin der Kurven» genannt. Hadid war 2004 als erste Frau mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet worden, der als «Nobelpreis für Architektur» gilt.
«Plötzlich verstorben»
«Es ist mit grosser Trauer, dass Zaha Hadid Architects bestätigt, dass Zaha Hadid heute morgen früh in Miami plötzlich verstorben ist», teilte ihr Büro mit. Demnach litt die 1950 in Bagdad geborene Architektin, Designerin und Architekturprofessorin in Miami seit einigen Tagen an einer Bronchitis, als sie während ihrer Behandlung in einem Spital des US-Bundesstaats Florida einer Herzattacke erlag.
«Zaha Hadid wurde heute weithin als die grösste Architektin der Welt betrachtet», erklärte ihr Londoner Büro auf seiner Website. Mit ihrem Partner Patrik Schumacher habe sie sich «für das Verhältnis zwischen Architektur, Landschaft und Geologie» interessiert, die sie in ihrer Arbeit mit «innovativen Technologien» verbunden habe, was oft zu «unerwarteten und dynamischen architektonischen Formen» geführt habe.
Gewagte Entwürfe
Hadid studierte zunächst Mathematik an der American University in Beirut, bevor sie 1972 ein Architekturstudium an der Architectural Association School in London absolvierte, wo sie später auch Professorin wurde. 1979 gründete sie ihr eigenes Büro, doch obwohl sie weltweit mit ihren Entwürfen rasch für Aufsehen sorgte, waren ihre Pläne den Bauherrn lange zu gewagt.
Als Highlights ihres Schaffens gelten etwa das Olympische Schwimmstadion in London und das Nationalmuseum für Kunst des 21. Jahrhunderts in Rom. Weitere bekannte Werke: Das Contemporary Arts Center in Cincinnati im Bundesstaat Ohio, die neue Serpentine Sackler Gallery in London, das Opernhaus im chinesischen Guangzhou und das kürzlich eröffnete Design-Museum in Seoul. Noch vor wenigen Monaten entwarf sie gemeinsam mit dem Bergsteiger Reinhold Messner in Südtirol ein neues Bergmuseum. Das Museum «Corones» in über 2700 Meter Höhe ist teilweise unterirdisch, Hadid liess den Berg dazu streckenweise aushöhlen.
In Bagdad aufgewachsen
Hadid wuchs zunächst in Bagdad auf, doch ihre Familie verliess die Stadt nach der Machtübernahme des Diktators Saddam Hussein und dem Ausbruch des Krieges mit dem Iran den Irak. Zunächst lebte sie in Jordanien, später ging Hadid zum Architekturstudium nach London, wo sie auch ihr Architektenbüro gründete.
2004 erhielt sie als erste Frau mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet, der weltweit wichtigsten Auszeichnung für Architektur, 2009 erhielt sie den japanischen Praemium Imperiale.
Zu kühn für die Schweiz
Für die Schweiz entwarf sie unter anderem 2008 eine spektakuläre Zweifamilien-Villa in Küsnacht, ihr erstes Privathaus überhaupt. Gebaut worden ist das 30 bis 40 Millionen Franken teure Prestigeobjekt mangels Käufer bis heute nicht.
Auch ein Entwurf Hadids für ein neues Basler Stadtcasino wurde nicht realisiert. Das Stimmvolk lehnte ihn 2007 ab. Und im Projektwettbewerb für den «Circle» am Flughafen Zürich wurde sie nur zweite hinter Riken Yamamoto. Dem Bauherrn Unique war Hadids Entwurf zu gewagt.
(sda/ise/hon)