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Die gesonderte Betrachtung der Kap 56–66 und ihre Zuweisung an einen anonymen Propheten, den die wissenschaftliche Exegese seit Bernhard Duhm (1892) als «Tritojesaja» (dritter Jesaja, III-Jes) bezeichnet, hat sich nicht komplett durchgesetzt. Dieser These des Tritojesaja wird die Theorie einer rein redaktionellen Fortschreibungsprophetie entgegengesetzt. Doch der konzentrische Aufbau rund um die Licht-Verheissung über Jerusalem lässt vermuten, dass hier eine dritte prophetische Einzelstimme zu hören ist, die die Einweihung des wiedererbauten Jerusalemer Tempels im Jahre 515 v. Chr. zum Anlass nahm, der Gottesstadt eine strahlende Zukunft anzusagen. Reflektiert wird in III-Jes aber auch, dass trotz der Einweihung des Tempels kein heiles Jerusalem entstand, sondern soziale Ungerechtigkeit und die Bedrohung des reinen Glaubens durch Nichtbeachtung kultischer Regeln und dem Eingehen von Mischehen fortbestand.
Evangelien – AT-Lesungen – NT-Lesungen – Lesejahre A,B,C
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