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Gürtel, Gurke und Google. Oder auch: die normalen Dinge des Lebens
Was haben Gürtel, Gurke und Google gemeinsam? Abgesehen von ihren Anfangsbuchstaben und der ähnlichen Tonalität, die Tatsache, dass sie eben ganz normale Dinge unseres Lebens sind. Die Selbstverständlichkeit, mit welcher man sich einen Gürtel um den Hüftumfang schleift oder man eine Gurke schält und verspeist, ist in etwa die gleiche, mit welcher man bei Bedarf etwas in eine Suchzeile der Google-Homepage tippt.
Suchmaschinen wie Google, aber auch Bing, Yahoo oder Ask, sind die Motoren des Internets (und nicht nur). Sie besitzen in ihrer Natur ein Quasi-Monopol: lediglich das direkte Eingeben einer URL in die URL-Leiste kann als wirkliches Umgehen des Dienstes von Suchmaschinen angesehen werden. Doch was leisten Suchmaschinen eigentlich genau?
Search engines sind Programme, die in kürzester Zeit Milionen von Dokumente durchsuchen und die auf die Suchbegriffe eines Nutzers (query) abgestimmten Resultate anzeigen. Die Dokumente werden von spiders oder crawlers, Software die zur Analyse der Webseite dienen, aufgefunden. Die aufgefunden Resultate werden daraufhin in einer database gespeichert und indexiert. Auf diese wird bei jedem Suchvorgang zurückgegriffen.
Die Suchmaschinentechnik begann mit Archie…
Search engines entwickelten sich parallel zur anfänglich in akademischen und wissenschaftlichen Kreisen erlangten Erkenntnis, dass das Internet Unmengen an Daten produziert und diese organisiert werden müssen.
Auch Alan Emtage beschäftigte dieser Gedanke. Er studierte 1990 an der McGill University in Mountreal. Dort entwickelte er Archie, das als Embyro der heutigen Suchmaschinentechnik angesehen werden kann. Archie wurde vor allem in akademischen Milieus verwendet, um Dokumente, die sich in Netzwerken auf FTP-Basis befanden, zu suchen und finden. Die Suchmaschine war dabei in der Lage, eine Liste aller indizierten Dateien zu erstellen. Das grösste Manko von Archie: seine Technologie erlaubte es nicht, eine Textsuche auch innerhalb von Dokumenten zu starten. Das Programm durchsuchte lediglich den Inhalt der URL. Um demnach ein Dokument zu finden, musste man unbedingt dessen Titel oder Bezeichnung kennen.
Mit der Geburt des Webs im Jahr 1993 stieg die Zahl von registrierten Webseiten auf beachtliche Weise und es entstand das Bedürfnis einer umfassenden Suchmaschine. Sie musste den neuen Anforderungen gerecht werden und somit auch grössere Mengen von Dokumenten gleichzeitig auffinden können. Diese Anforderung zeichnete die Geburtsstunde der crawler. Es war Brian Pinkerton von der University of Washington, welcher die Anwendung WebCrawler entwickelte und 1994 der Netzgemeinschaft anbot.
Die erste wirklich erfolgreiche Suchmaschine war dann aber AltaVista von Dec. Dank ihrer schnellen Reaktionszeit und der einfach zu bedienenden Benutzeroberfläche wurde AltaVista schnell populär und erregte die Aufmerksamkeit von 25 Millionen monatlichen Usern. Im Jahr 1998 wurde AltaVista von Compaq erworben und in ein Portal umgewandelt, welches indirekt die Türen des Erfolgs einer neuen Suchmaschine weit öffnete: Google.
…und führte zu Google.
Am 27. September 1998 ging Google online. Von zwei ehemaligen Studenten der Stanford University entwickelt, gewann Google rapide an Anerkennung und den Status als zuverlässtigste und schnellste Suchmaschine. Die Bereitstellung relevanter Suchergebnisse erfolgte gemäss dem PageRank, einem Algorithmus, der jede Webseite mit einer Punktzahl von 1 bis 10 verwies.
Seit 1998 hat Google immer wieder Änderungen am bisher geheimgehaltenen Algorithmus seiner Suchmaschine vorgenommen, was zu einer Verbesserung der Qualität der Ergebnisse führte. Im letzten Jahrzehnt wurde zwar versucht, die Herrschaft des Riesen von Mountain View zu mildern: Ask, Cuil, Wolfram Alpha und Bing sind einige der Mitbewerber, die sich um (Rest)anteile reissen. Trotzdem bleibt Google (vorerst) die am häufigsten verwendete Suchmaschine des Webs.
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