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Orbe–Chavornay
|Kürzel||OC|
|Bahntyp||Normalbahn|
|Betriebseröffnung||1894-04-17|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1894 eröffnete und von Beginn an elektrisch (Gleichstrom) betriebene OC gehörte einer Aktiengesellschaft. Sie verband Orbe mit der Hauptlinie Lausanne–Yverdon. Die OC war die erste elektrische Normalspurbahn der Schweiz (Gleichstrom).
1899 wandelte die OC die kurzfristigen Verbindlichkeiten (schwebenden Schulden) in feste Anleihen um. Anfangs war der Personenverkehr die primäre Einnahmequelle der OC. Dies änderte sich nach 1900. Der Gütertransport stieg zum dominanten Geschäftsfeld auf. 1920 stammten 80 Prozent der Einkünfte aus der Warenspedition, wobei sich diese Einkünfte allein seit 1917 verdreifacht hatten. Die Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung sowie zur Bilanz der OC sind verwirrlich. Einen wesentlichen Posten in beiden Buchhaltungen stellte nämlich das ihr gehörende Elektrizitätswerk in Orbe mit einem Anlagewert von rund 375'000 Franken (Stand 1905) dar. Bis 1910 kam ein zweites Werk in Montcherand hinzu (Bilanzwert beider Einrichtungen 1920 zusammen 775'000 Franken). Das Anlagekapital der OC war deshalb bedeutend höher als die ausgewiesenen Baukosten, die nur die Aufwendungen für die Bahn umfassten. Die «Erträge aus Nebengeschäften», welche die Werke abwarfen, betrugen anfangs rund 10'000 Franken, steigerten sich bis um 1910 auf über 50'000 Franken und erreichten 1920 knapp 95'000 Franken. Dass die OC ab 1901 stets eine Dividende zahlen konnte, hing somit weit weniger mit dem Bahnbetrieb, sondern mit den genannten «Nebengeschäften» zusammen. Bis 1919 stiegen die Dividendenzahlungen auf 10 Prozent des eingesetzten Aktienkapitals. Auch die Zinsvergütungen oder die Bewegungen bei den Rückstellungen usw. sind immer mit Bezug auf die Gesamtunternehmung einschliesslich der Kraftwerke zu sehen.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.