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Nach Angaben von lokalen AktivistInnen wurde Samar Badawi am Morgen des 12. Januar in Dschidda zusammen mit ihrer zwei Jahre alten Tochter Joud zu einer Polizeistation gebracht. Nach einer vier Stunden andauernden Befragung wurde sie in das Dhaban-Gefängnis überführt. Es wird angenommen, dass sie unter anderem wegen ihrer angeblichen Mitwirkung an einem Twitter-Account festgenommen wurde, der sich für die Freilassung ihres früheren Ehemanns, des inhaftierten Menschenrechtsanwalts Waleed Abu al-Khair, einsetzt. Samar Badawi wurde gleichentags gegen Kaution wieder freigelassen, muss jedoch für weitere Befragungen erneut vor der Staatsanwaltschaft erscheinen.
Samar Badawis kurzzeitige Festnahme ist ein weiterer alarmierender Rückschritt für die Menschenrechte in Saudi-Arabien und das jüngste Beispiel für Saudi-Arabiens völlige Missachtung des Rechts auf freie Meinungsäusserung.
Im Dezember 2014 hatte das Innenministerium gegen Samar Badawi bereits eine Reisesperre verhängt, um sie davon abzuhalten, an einer Menschenrechtsveranstaltung in Brüssel teilzunehmen. Drei Monate zuvor hatte sie in Genf vor dem Uno-Menschenrechtsrat die Verhältnisse in ihrer Heimat kritisiert.
Samar Badawis früherer Ehemann, der Rechtsanwalt Waleed Abu al-Khair, wurde wegen seiner Arbeit zum Schutz der Menschenrechte in Saudi-Arabien zu 15 Jahren Haft verurteilt. Samar Badawi ist ausserdem die Schwester des inhaftierten Bloggers Raif Badawi, der wegen seiner friedlich geäusserten Kritik und der von ihm betriebenen Webseite für einen offenen Meinungsaustausch zu politischen und gesellschaftlichen Fragen in Saudi-Arabien zu zehn Jahren Haft und 1000 Stockhieben verurteilt wurde. Vor einem Jahr erhielt er die ersten fünfzig Stockhiebe. Waleed Abu al-Khair und Raif Badawi sind gewaltlose politische Gefangene, die sofort und bedingungslos freigelassen werden müssen.