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Verschiedene Geistliche und städtische Bürger haben während des Basler Konzils erste Erfahrungen mit einer (Konzils-)Universität in der Stadt gesammelt. Sie sollten einige Jahre später zu den wichtigsten Promotoren einer Universitätsgründung in Basel werden.
Enea Silvia Piccolomini/Papst Pius II.
Enea Silvio Piccolomini (1405-1464) nahm ab 1432 als Begleiter von Kardinal Domenico Capranica am Basler Konzil teil und wurde 1440 der Sekretär des Gegenpapstes Felix V. An der Universität Wien hielt er Mitte der 1450er Jahre Vorlesungen über die Dichter der Antike und übte damit einen bedeutenden Einfluss auf den deutschen Humanismus aus. 1447 wurde er Bischof von Triest, 1449 Bischof von Siena und 1456 Kardinal. Am 19. August 1458 wurde er in Rom zum Papst gewählt und am 3. September inthronisiert. Der Basler Rat verband seine Glückwünsche zur Wahl mit der Bitte nach einer Universitätsgründung. Bereits im September 1459 überbrachte der Stadtschreiber am päpstlichen Hof zu Mantua eine entsprechende Supplik mit der Bitte nach Einrichtung eines „studium generale“ mit allen Fakultäten nach dem Muster Bolognas.
Heinrich von Beinheim
Geboren 1398 als illegitimer Sohn des Heinrich von Fleckenstein hat Heinrich von Beinheim in Wien und ab 1422 in Heidelberg studiert und dort 1428 das Lizentiat des kanonischen Rechts erworben. Er nahm als Promotor (Kirchenanwalt) ab 1432 am Basler Konzil teil und diente als Verbindungsglied zwischen Behörden und Konzil sowie 1448 beim Konzilsabschluss. 1439 promovierte er zum Doktor der Dekretalen der Konzilsuniversität. Er gab 1436 den geistlichen Stand auf und war von etwa 1440 bis 1460 als Rechtskonsulent der Stadt Basel tätig und wurde vom Rat als Jurist, Schiedsrichter und Vermittler mit vielen politisch-diplomatischen Missionen betraut. Als früher Humanist war Heinrich von Beinheim massgebend an der Gründung der Basler Universität beteiligt, für die er 1459 zuhanden des Rats ein Gutachten erstellte. Er starb am 17. oder 18. April 1460 wenige Tage nach der Eröffnung der Universität.
Peter von Andlau
Geboren um 1420 im Elsass, studierte ab 1439 in Heidelberg und seit 1443 in Pavia. Von 1450 an war er bischöfl. Kaplan am Münster in Basel, später Propst von St. Michael in Lautenbach und Kanoniker in Colmar. Er war intensiv an den Gründungsvorbereitungen beiteligt und seit 1460 in den Matrikeln der Universität als Doktor der Dekretalen geführt. Bis an sein Lebensende war er deren erster Vizekanzler, dreimal Dekan seiner Fakultät und 1471 Rektor. An der juristischen Fakultät war er erster ordentlicher Professor für kanonisches Recht und zweiter ordentlicher Professor für römisches Recht. Seine beiden reformerischen Schriften "Libellus de Cesarea Monarchia" von 1460 und der "Tractatus de canonicorum saecularium vita" aus den 1470er Jahren wurden noch im 17. Jahrhundert rezipiert und nachgedruckt. Er starb 1480 in Basel.
Hans von Flachslanden
Geboren 1412, einer der wichtigsten Politiker Basles seiner Zeit, war von 1454 bis 1463 Bürgermeister. Er war 1460 massgeblich an der Gründung der Univ. Basel durch Papst Pius II. beteiligt. 1463, als er als Bürgermeister demissionierte, legte er zugleich das Basler Bürgerrecht nieder und wurde markgräflicher Landvogt zu Röttel, wo er 1476 starb. Rötteln (bei Lörrach), 1444-63 von Basel. Sein Bruder, der Domdekan Johann Werner von Flachslanden, unterstützte als Kämmerer am päpstlichen Hof das Projekt der Universitätsgründung massgeblich.
Ein wichtige Rolle bei der Planung und Realisierung der Universitätsgründung spielte schliesslich auch der Stadtschreiber Konrad Kienlin.