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Die UBS hat am 7. November einen Kaufvertrag für den Erwerb des StabFund von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) unterzeichnet. Der Kaufpreis beläuft sich auf 3,762 Mrd. US-Dollar, was dem vertraglich festgelegten Anteil der SNB am Eigenkapital des StabFund per Ende September 2013 entspricht (vom Eigenkapital gehört die erste Milliarde der SNB, der Rest steht den beiden Parteien hälftig zu). Diese Summe wird dem Stammhaus der SNB überwiesen und dessen Jahresergebnis 2013 positiv beeinflussen. In der Folge hört die Nationalbank auf, ein Konzern zu sein; sie wird deshalb bereits per Ende 2013 keine Konzernrechnung mehr präsentieren.
Rettung der UBS: StabFund vom Oktober 2008
Wie alles begann: Der StabFund (kurz für: SNB StabFund Kommanditgesellschaft für kollektive Kapital-anlagen) war im Oktober 2008 als Teil eines Massnahmenpakets zur Stabilisierung der UBS und damit zur Stärkung des Schweizer Finanzsystems gegründet worden. Der StabFund übernahm in den darauf folgenden Monaten von der UBS illiquide Vermögenswerte im Umfang von 38,7 Mrd. US-Dollar, gleichzeitig stärkte die Eidgenossenschaft das Eigen-kapital der UBS mit 6 Mrd. Franken in Form einer Pflichtwandelanleihe. Die vom StabFund übernommenen Aktiven und Eventualverbindlichkeiten wurden mit einem Darlehen der Nationalbank im Umfang von 25,8 Mrd. US-Dollar finanziert. Gleichzeitig steuerte die UBS 3,9 Mrd. US-Dollar bei. Das damit gebildete Eigenkapital deckte die ersten 10% eines allfälligen Verlustes bei dem vollständig der Nationalbank gehörenden StabFund. Die Differenz zwischen den in den StabFund eingebrachten Mitteln und dem Gesamtbetrag der übernommenen Vermögenswerte bestand aus Eventualverbindlichkeiten, die zu diesem Zeitpunkt keiner Finanzierung bedurften.
Mit der Ankündigung der Transaktion vom Oktober 2008 und der bis April 2009 erfolgten Übernahme der problembehafteten Aktiven wurde die wirtschaftliche Lage der UBS stabilisiert und damit das Ziel des Massnahmenpakets erreicht. Anschliessend galt es, das aus Wertpapieren, Krediten und Derivaten bestehende Portfolio zu verwalten und abzuwickeln.
Dieser Aufgabe widmeten sich die SNB und die UBS gemeinsam. Der Verwaltungsrat des StabFund bestand aus drei Mitgliedern der SNB und zwei der UBS; das Präsidium des Verwaltungsrates lag immer bei der SNB. Die Geschäftsleitung oblag der Nationalbank. Diese bildete dazu ein Team von sieben Mitarbeitern. Bei der UBS setzte eine Gruppe von rund 70 Mitarbeitern die vorgegebenen Leitlinien bei Betreuung und Verkauf der Aktiven um. Da beide Seiten an einem Erfolg des StabFund interessiert waren, funktionierte diese Kooperation gut.
Nachdem die Aktiven zwischen Oktober 2008 und April 2009 in drei Etappen übernommen worden waren, setzte deren Abbau ein. Der StabFund orientierte sich dabei an den Substanz-werten der Aktiven, die aufgrund der zu erwartenden zukünftigen Geldströme ermittelt wurden. Bei guter Marktlage wurden Aktiva zügig verkauft, bei Rückschlägen an den Märkten, etwa im Jahre 2011, mit Veräusserungen zugewartet. Die Geldzuflüsse, welche eine allmähliche Tilgung des SNB-Darlehens an den StabFund erlaubten, setzten sich im Wesentlichen aus Rückzahlungen (13,4 Mrd. US-Dollar), Zinszahlungen (3,9 Mrd. US-Dollar) und Verkäufen (15,8 Mrd. US-Dollar) zusammen. Mitte August 2013 konnte die letzte Tilgungszahlung geleistet werden.
Nach der Tilgung des Darlehens wurde die Options-Transaktion ausgelöst, die es der UBS erlaubte, den StabFund zu kaufen. Nachdem die im Portfolio noch vorhandenen Positionen über die Sommermonate veräussert werden konnten, hielt der StabFund Ende September praktisch nur noch liquide Mittel. Er saldierte zu diesem Zeitpunkt mit einem Eigenkapital von 6,523 Mrd. US-Dollar. Vor allem US-Wertpapiere erzielten über die gesamte Haltedauer des Portfolios einen höheren Erlös, als ursprünglich dafür an die UBS bezahlt worden waren. Dagegen zeigte sich bei den europäischen Aktiva ein negativeres Bild, weil die ab 2010 zutage getretene Euro-Schuldenkrise den Wert dieser Positionen beeinträchtigte.
HappyEnd eines risikoreichen Unterfangens für die Nationalbank
Für die SNB kommt mit der Übergabe des StabFund an die UBS ein ausserordentliches und herausforderndes Unterfangen zu einem guten Ende. In finanzieller Hinsicht gesellen sich zum Anteil am Eigenkapital von 3,762 Mrd. US-Dollar noch Zinseinnahmen von insgesamt 1,6 Mrd. US-Dollar über die Laufzeit des Darlehens, obwohl das Erzielen eines Gewinns, eigentlich nie das Ziel der Rettung gewesen war.
Die UBS allerdings habe der Beinahe-Kollaps und die anschliessende Rettung total rund 4 Millarden Schweizerfranken gekostet, wie SNB-Präsident Thomas Jordan am Freitag vor den Medien erklärte.
Quelle: Schweizerische Nationalbank
Bild: © HappyTimes