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Mesdames Butterfly in Prag
Wie ein Schmetterling über den Dächern der Goldenen Stadt Prag fühlte ich mich während meiner ersten zwei Tage, als es die berühmte Burg und ihre weitläufige Umgebung zu erkunden galt. Im April, die japanischen rosafarbenen Kirschblütenbäume leuchteten vereinzelt in den Gärten in vollster Pracht. Die Krönung war der anschliessende Besuch der Oper: Madama Butterfly von Giacomo Puccini (1858-1924) in der Prager Staatsoper. Es wird gesagt, Puccini hätte dieses Oeuvre als eines seiner Lieblingswerke bezeichnet.. Obwohl die mit asiatischer Exotik untermalte Oper bei der Uraufführung 1904 in der Mailänder Scala von der Kritik und dem Publikum verrissen wurde. Puccini liess sich nicht unterkriegen, er überarbeitete seine Schöpfung. Drei Monate später wurde sie ein Erfolg im Teatro Grande in Brescia.
Die Inspirationen oder auch Belehrungsquellen holte sich der Komponist aus dem aktuellen Leben, von Verdi und aus den eigenen Fehlern. Der Puccinische Stil gründete vor allem darin, dass er die grundlegenden menschlichen Gefühle mit suggestiver Wirkung zum Ausdruck bringen konnte. Des Künstlers Methode war, nicht nur der realistischen Denkweise der Gesellschaft zu genügen, die in die nervöse Zeit um die Jahrhundertwende des technischen Fortschritts schlitterte. Die Rolle der Frau machte er zum Zentralmotiv seines Werkes.
Bei der Arie: Un bel di vedremo, schmelzt auch das eisernste Herz. Butterfly glaubt mit Hingabe an die Rückkehr ihres amerikanischen Ehemannes, nach seiner dreijährigen Abwesenheit von Nagasaki. Er kehrt dann wieder zurück, leider nicht zu seiner japanischen Gattin. Wie in jeder genialen Opernaufführung werden zeitliche und geographische Grenzen übertreten, die auch im 21. Jahrhundert aktuell sind. Mme. Butterfly (Cio-Cio-San, Jitka Svobodovà, Sopran) sagt zu F.B. Pinkerton (Peter Berger, Tenor): „Es heisst, die Amerikaner spiessen die Schmetterlinge auf.“ Er antwortet schlau: „Wir tun dies, damit sie nicht mehr wegfliegen!“
Orchester und Sänger bezauberten mit ihren Leistungen das Publikum.
Mit freundlicher und grosszügiger Unterstützung von Herrn Bernhard Schilling von: