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Die Pfister AG hat in ihrem über hundertjährigen Bestehen eine wechselhafte Geschichte erlebt. Zwei Weltkriege, diverse Rezessionen und Hochkonjunkturen haben das Unternehmen von der Strassenbau-Akkordgruppe aus dem Jahr 1879 zum heutigen Bauunternehmen geprägt.
(1234567890) Das Ehepaar Rossaro, 1915
Im jungen Alter von 20 Jahren verliess der Südtiroler Maurer Franz Rossaro seine italienische Heimat um sich am Zürichsee niederzulassen. Was ihn dazu bewegte, das eben gegründete Königreich Italien zu verlassen, ist uns nicht bekannt, nur dass er 1880 auf der Gemeinde Horgen die Firmengründung anmeldete. Anfänglich konzentrierten sich Franz Rossaro mit seiner jungen Firma auf Tiefbauprojekte im Strassen-, Kanalisations- und Werkleitungsbau.
Das Deckblatt der handschriftlich verfassten Abrechnung vom 1907 erstellten Bau der Verbindungsstrasse von Käpfnach zum Waidli mutet uns heute fast exotisch an.
(Bild Abrech nung) Deckblatt von der Abrechnung der Bauleistungen, 1908
Die Industrialisierung und Entwicklung am Anfang des letzten Jahrhunderts bestellten dem Gewerbe gute Geschäfte. Das kleine Bauunternehmen Franz Rossaro wuchs zu einem beachtlichen Betrieb heran, von welchem auf dem Areal vom heutigen Schulhaus „Bergli“ das Wohnhaus der Familie, der Werkhof und sogar eine Kiesgrube befand. Bis 1951 blieb der Firmensitz an diesem Standort, danach zügelten der Werkhof und die Büros an den Bergliplatz.
Kurz nach dem ersten Weltkrieg heiratete Elise, die Tochter von Franz Rossaro, den Horgner Hans Jakob Pfister. Zusammen übernahmen sie 1921 den Betrieb und führten ihn unter dem Namen „Hans Pfister-Rossaro Bauunnternehmen“ weiter. Der Tätigkeitsbereich wurde in den Hochbau erweitert und die Firma wuchs zu einer festen Grösse im Horgner Gewerbe. Davon zeugt die Anschaffung des Lastwagens der Marke Arbenz, angeblich das erste Nutzfahrzeug dieser Art in der Gemeinde Horgen.
(Bild enz LKW) Lastwagen der Marke „Arbenz“, 1919
Als 1944 Hans Jakob Pfister starb übernahmen seine verbliebene Ehefrau Elise, seine Tochter und Sohn Hans den Betrieb und führten das Geschäft unter dem Namen „Pfister-Rossaros Erben“ weiter. Fünf Jahre später übernahm Hans Pfister 1949 alleine die Firma und führte sie unter dem Namen „Hans Pfister Bauunternehmung“ weiter. Von da an expandierte die Firma , auch konjunkturbedingt, stark in den Hochbau. Einige Zeitzeugen aus dieser Hochkonjunkturjahren sind das Reformierte Kirchgemeindehaus, das DOW-Verwaltungsgebäude, die Fabrikationshallen der Feller AG und die Schinzenhof-Überbauung.
(Bild Snzenhof) Die Schinzenhofüberbauung mit dem Bau vom Gemeindehaus, Mai 1967
Die Ernüchterung auf die Hochkonjunktur kam in den siebziger Jahren. In der Rezession konnte sich die Unternehmung halten, musste aber den Personalbestand von 200 auf 80 Mitarbeiter reduzieren. 1989 übergab Hans Pfister das Geschäft an Thomas Pfister, der bereits einige Jahre im Betrieb mitwirkte. Von da an nennt sich die Firma „Pfister AG Bauunternehmung“. Bereits ein Jahr darauf konnte 1990 der neue Geschäftssitz mit dem neuen Werkhof auf der Oberen Hanegg bezogen werden.
(Bild Hanegg) Der heutige Firmensitz in der „Oberen Hanegg“, 2017
Als Reaktion auf den veränderten Baumarkt führte Thomas Pfister das Unternehmen mit Erfolg in den Erneuerungsbau. Seit da liegt die Kernkompetenz der Pfister AG im Umbau mit dem zusätzlichen Angebot von Gipser- und Plattenarbeiten.
Am 1. Januar 2010 übernahm Richard Moor von Thomas Pfister den Firmenbesitz und führt sie unter dem gleichen Namen „Pfister AG Bauunternehmung“ weiter.