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ICT-Studien
Im Kanton Schwyz führen wir regelmässig Erhebungen und Studien zur ICT-Infrastruktur und zur ICT-Nutzung an der Volksschule durch.
Wissenschaftlich begleiteter Schulversuch zum Tastaturschreiben (2007-2009)
Im Kanton Schwyz wurde zwischen Sommer 2007 und 2009 ein dreijähriger Schulversuch zum Tastaturschreiben auf der Primarstufe durchgeführt. Der Schulversuch startete im Schuljahr 2007/2008 mit acht vierten Klassen und je einer 5. und 6. Klasse und endete im Juni 2009.
Ausgangsfrage: Es sollte die Frage geklärt werden, ob bereits Primarschülerinnen und -schüler (ab der 4. Klasse) das Zehnfinger-Tastaturschreiben eigenständig mit Lernprogrammen erlernen können. In diesem Alter von 10 Jahren starten viele Kinder ihre Schreiberfahrungen am häuslichen Computer und hätten so die Chance, ihre Lernprozesse im Tastaturschreiben gleich zuhause anzuwenden. Zugleich kann mit dem früheren Erlernen des Zehnfinger-Tastaturschreibens verhindert werden, dass Schülerinnen und Schüler ineffiziente Gewohnheiten des Tippens automatisieren, die später nur noch schwer zu korrigieren sind.
Durchführung: Im Schulversuch übten Schülerinnen und Schüler ab der vierten Klasse in offenen Arbeitsphasen selbstständig und mithilfe von entsprechender Lernsoftware das Tastaturschreiben im Zehnfingersystem.
Der Schulversuch begann im ersten Jahr mit zehn Experimentalklassen, in denen die Tastaturschreibprogramme zum Einsatz kamen, und vier Kontrollklassen, in denen kein Tastaturschreiben geübt wurde. Im zweiten Jahr waren es noch fünf Experimentalklassen und vier Kontrollklassen. Zusätzlich wurden zwei Klassen, die den Schulversuch nach dem ersten Jahr beendet hatten, zeitverzögert nach dem zweiten Jahr wieder getestet.
Wissenschaftliche Auswertung: Der Schulversuch wurde vom Institut für Medien und Schule der PHZ Schwyz wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Die Bedingungen, Prozesse und Effekte des Schulversuchs wurden im Vergleich mit einer Kontrollgruppe (in der kein Tastaturschreiben geübt wurde) zu drei Erhebungszeitpunkten evaluiert (Vortest Ende August 2007, erster Nachtest Juni 2008 und zweiter Nachtest Juni 2009). Im Juni 2008 wurden darüber hinaus auch die Klassenlehrpersonen der Experimentalklassen und die Eltern der am Schulversuch teilnehmenden Schülerinnen und Schüler mit einem Fragebogen zu ihren Einschätzungen befragt. Im September 2008 wurde der Zwischenbericht, bei dem zwei Erhebungszeitpunkte (Aug. 2007 und Juni 2008) mitberücksichtigt wurden, und im Juli 2010 der Schlussbericht der Evaluation vorgelegt.
Zwischenbericht [PDF] der Evaluation zum "Schulversuch zum Tastaturschreiben in Primarschulen des Kantons Schwyz", vom 16. Sept. 2008
Schlussbericht [PDF] der Evaluation zum "Schulversuch zum Tastaturschreiben in Primarschulen des Kantons Schwyz", vom 8. Juli 2010
Wichtigste Ergebnisse:
- Im Schulversuch ist es grundsätzlich gelungen, das Tastaturschreiben bereits 10-12jährigen Kindern zu vermitteln. 70% der Kinder der Experimentalklassen konnten nach zwei Jahren in einem flüssigen (46%) oder zumindest erkennbaren (24%) Zehnfingersystem schreiben. Die Schülerinnen und Schüler der Experimentalgruppe, welche während 22 Monaten das Tastaturschreiben geübt haben, konnten die Anzahl der in 10 Minuten getippten Zeichen von 432 Zeichen (und 3.7 Fehlern/100 Zeichen) um durchschnittlich 512 korrekte Anschläge auf insgesamt 943 Anschläge (und 3.2 Fehlern/100 Zeichen) steigern, was 94 Anschlägen pro Minute entspricht. Dieser Fortschritt entspricht einer Verdoppelung der Tippgeschwindigkeit bei gleichzeitiger Verbesserung der „Treffsicherheit“, d.h. Verminderung der Fehlerquote.
- Dies bedeutet zugleich, dass die Lehrpersonen (ohne aufwendige Weiterbildungskurse) fähig sind, das Tastaturschreiben mit geeigneter Software zu vermitteln.
- Es ist allerdings deutlich geworden, dass ein Jahr nicht genügt, um ein flüssiges Zehnfingersystem zu entwickeln. Die Schülerinnen und Schüler, die das Einüben des Tastaturschreibens nach einem Jahr eingestellt hatten, konnten am Ende des Schulversuchs nur zu einem geringen Teil mit zehn Fingern flüssig schreiben. Ihre Umstellung auf das Zehnfingersystem hat ihnen zum einen die Weiterentwicklung ihrer früheren individuellen Tippgewohnheit verhindert, andererseits konnten sie im neu erlernten Zehnfingersystem noch keine geläufige Routine aufbauen.
- Kinder, die im Zehnfingersystem schreiben, können insgesamt schneller tippen (98 Anschläge/Min. gegenüber 75 Anschlägen/Min.) und machen tendenziell weniger Fehler als solche, die die Tastatur auf andere Weisen betätigen.
- Unterschiede in Bezug auf die Geschwindigkeit des Tastaturschreibens konnten in den zwei Jahren nicht vermindert werden. Profitiert haben vor allem Schülerinnen und Schüler, die bereits zu Beginn des Schulversuchs bessere Leistungen im Tastaturschreiben gezeigt haben.
- Schnelles Tastaturschreiben ist Übungssache. Da trotz Schulversuch in allen untersuchten Klassen nur sporadisch auf der Tastatur geschrieben wird, hat vor allem die Häufigkeit des häuslichen Tastaturschreibens einen grossen Einfluss. Kinder, die regelmässig chatten oder E-Mails schreiben, sind schneller auf der Tastatur als solche, die dies nicht tun.
- Kinder der Experimentalklassen stehen dem Tastaturschreiben in der grossen Mehrheit positiv gegenüber, sie haben Spass dabei, erleben es als nicht sehr mühsam und glauben, dass es wichtig ist, dies zu lernen. Die Motivation zum eigentlichen Üben des Tastaturschreibens in der Schule nahm jedoch im Verlaufe der Erprobung deutlich ab.
- Eine grosse Mehrheit der Eltern sieht das Tastaturschreiben sehr positiv. Sie empfinden es als wichtig, dass ihr Kind das Tastaturschreiben im Zehnfingersystem erlernt und betrachten es als Aufgabe der Schule, dies zu vermitteln. Explizit finden es über 90% der Eltern wichtig, dass ihr Kind das Tastaturschreiben im Zehnfingersystem lernt. Und 78% der Eltern sind der Ansicht, dass das Tastaturschreiben bereits in der Primarschule gelernt werden soll. Die Mehrheit der Eltern empfindet die 4. Klasse als idealen Zeitpunkt, um mit der Einübung des Tastaturschreibens zu beginnen.
Schlussfolgerungen und Empfehlungen:
- Primarschülerinnen und Primarschüler sind in der Lage, das Tastaturschreiben im Zehnfingersystem zu erlernen. Kinder und Eltern stehen dem Thema positiv gegenüber. Lehrpersonen sind mit geeigneter Software fähig, Tastaturschreibkompetenzen zu vermitteln. Es gibt insofern keine grundsätzlichen Bedenken, die dagegen sprechen würden, das Tastaturschreiben zu einem Unterrichtsinhalt von Primarschulen zu machen.
- Wenn nicht nur gute Schülerinnen und Schüler von dem Angebot profitieren sollen, dann benötigt das Tastaturschreiben eine höhere Verbindlichkeit.
Studie zu ICT im Unterricht der Sekundarstufe I (2009)
Eine vom Institut für Medien und Schule der PHZ Schwyz im Auftrag des Bildungsdepartements durchgeführte Studie bietet einen Überblick über den Stand der Integration von Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) an den öffentlichen Schulen der Sekundarstufe I im Kanton Schwyz. Hierzu wurden im Sommer 2009 im Rahmen einer kantonalen Vollerhebung insgesamt 357 Lehrpersonen und 1’051 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen befragt und letztere auch einem Test unterzogen. Dieser zeigte, dass tatsächlich etwa die Hälfte der Jugendlichen über gute bis sehr gute Computer- und Internetkenntnisse verfügt.
Umsetzung der Vorgaben
Anhand der Ergebnisse soll die Umsetzung verschiedener Massnahmen der letzten Jahre überprüft werden. Dazu gehören die Einführung des zentralschweizerischen Ergänzungslehrplans „ICT an der Volksschule“ sowie die Bestimmungen zur minimalen Infrastruktur, zur Weiterbildung von Lehrper-sonen in Bezug auf die Lehrplaneinführung und zur Einrichtung von geregeltem Support und methodisch-didaktischer Beratung an den Schulen.
Die Resultate zeigen, dass erst etwa ein Drittel der Lehrpersonen im Klassenraum über die geforderten zwei Computer mit Internetanschluss verfügt. Zwar stehen zusätzlich Geräte in den separaten Informatikräumen zur Verfügung, die integrierte Nutzung in anderen Fächern lässt sich jedoch so nicht umsetzen (örtliche Trennung, Raumbelegung, Tastaturschreiben etc.).
Einsatz von ICT im Unterricht
Annähernd zwei Drittel der Lehrpersonen haben sich im Bereich ICT in technischen oder pädagogisch-didaktischen Kursen weitergebildet. Die Inhalte des Ergänzungslehrplans können jedoch nur mit einem vermehrten Einbau von ICT im regulären Unterricht umgesetzt werden. Die überwiegende Mehrheit der Lernenden würde gerne häufiger in der Schule am Computer arbeiten. Als Hauptgründe, dass dieser Einbau in den Kernfächern noch wenig geschieht, nennen Lehrpersonen vor allem die unzureichende ICT-Ausstattung im Klassenzimmer, das Fehlen brauchbarer digitaler Lerninhalte und Lernsoftware sowie auch mangelnde Zeit und Freiräume.
Erste Massnahmen
Es zeigt sich, dass die pädagogische Unterstützung an den Schulen noch verstärkt werden muss. Zur Verbesserung des integrierten ICT-Einsatzes ist eine Handreichung mit möglichen Umsetzungsvorschlägen in Ausarbeitung. Schulen, welche die Mindeststandards noch nicht erfüllen, sind aufgefordert, die entsprechenden Schritte umgehend einzuleiten. Nach einer vertieften Analyse der Ergebnisse sollen das ICT-Konzept aus dem Jahre 2000 überprüft und dem Erziehungsrat im Herbst 2010 allfällige Anpassungen vorgeschlagen werden.
Auswertungsbericht
Auswertungsbericht "ICT im Unterricht der Sekundarstufe I" [PDF, 216 KB]
Anhang 1 zur Studie "ICT im Unterricht der Sekundarstufe I" [PDF, 260 KB]
Anhang 2 zur Studie "ICT im Unterricht der Sekundarstufe I" [PDF, 277 KB]
Anhang 3 zur Studie "ICT im Unterricht der Sekundarstufe [PDF, 131 KB]
ICT-Erhebung 2009 im Kt. Schwyz
Das Amt für Volksschulen und Sport hat im Frühjahr 2009 zum dritten Mal eine umfassende Erhebung der ICT-Situation an den Volksschulen im Kanton Schwyz durchgeführt.
Im Auswertungsbericht finden Sie eine Reihe von Angaben, die Aufschluss über den Umfang der Computerausstattung an den Schulen geben, aber auch aufzeigen, wie zufrieden die ICT-Verantwortlichen an ihren Schulen mit der ICT-Situation sind und in welchem Ausmass die kantonal vorgegebenen Mindeststandards heute erfüllt werden. Durch den Vergleich mit den letzten beiden Befragungen (2000 und 2004) lässt sich auch die Entwicklung der ICT-Integration in unserem Kanton in diesem Jahrzehnt ein Stück weit nachvollziehen. Die Ausstattung der Schulen mit Computern hat sich in den letzten fünf Jahren vor allem auf der Primarstufe deutlich verbessert. Es zeigen sich aber erhebliche Unterschiede zwischen den Schulträgern und Handlungsbedarf bei einzelnen Schulen der Sekundarstufe I.