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Waadt
Aus der Geschichte
Pierre Viret (1511-1571) aus Orbe: der grosse Waadtländer Reformator
Zu Beginn der Reformation in der Westschweiz waren der Franzose Guillaume Farel und der Waadtländer Pierre Viret die ersten Prediger des Evangeliums in den Kantonen Waadt, Neuenburg und Genf. Kurze Zeit nach der Besetzung durch die Berner Armee errangen Viret, Farel und Calvin einen klaren Sieg, sodass im Dezember 1536 das Reformationsedikt in Lausanne erlassen wurde. Während über 20 Jahren führte dann Viret, Pfarrer in Lausanne, die Landeskirche, baute die ersten Grundschulen auf wie auch die Académie, wo er dann Theologie lehrte.
Er setzte sich auch besonders für die Trennung von Staat und Kirche ein. Somit war er der Vorreiter von Alexandre Vinet (1797-1847), welcher 300 Jahre später zur Erweckung in diesem Kanton aufrief. In dieser Zeit fanden auch die Gründung der evangelischen Gesellschaften und das Aufkommen neuer, staatsunabhängiger Kirchen statt, als Folge des Wirkens von Vinet in Lausanne.
Alexandre Vinet (1797-1847), Theologieprofessor in Lausanne
Eine Erweckungsbewegung erfasste rund um 1810 die Westschweiz, einige Jahre später auch die Deutschschweiz. Im Kanton Waadt folgten ihr vor allem einige abtrünnige Gruppen, aber auch Pfarrer und Gläubige der Landeskirche. Alexandre Vinet, die Leitfigur des damaligen Westschweizer Protestantismus, äusserte sich mit der Veröffentlichung diverser Schriften. Seine religiöse Haltung war stark von der Erweckung aus Schottland geprägt, und er unterstützte diese durch seine Handlungen und Schriften. Er war der Hüter der inneren Freiheit als Christ und der Freiheit der Kirche gegenüber dem Staat. Durch seine unbändige Unterstützung konnten sich die evangelischen Gesellschaften weiterentwickeln und aus ihnen erwuchsen neue Freikirchen – 1847 im Kanton Waadt, 1848 in Genf und 1873 in Neuenburg. Der Status der Staatskirche wurde dadurch in Frage gestellt, die Beziehungen zwischen den öffentlichen und den kirchlichen Ämtern wurden stark diskutiert. 1907 trennte sich die Kirche vom Staat im Kanton Genf; drei Jahre später auch im Kanton Basel-Stadt (1910).
Erweckung im Vallée de Joux im Mai 68
Während die jüdisch-christlichen Werte überall unter Beschuss kamen, erweckte Gott seine Kirche in vielen Ländern. Das Vallée de Joux erlebte in dieser Zeit die Heimsuchung des Heiligen Geistes. Zu den Menschen, die Gottes Werk in die Tat umsetzten, gehörten: David Duplessis – Herr Pfingsten, wie er genannt wurde –, welcher quer durch Europa reiste, um Christen aller Konfessionen aufzufordern, die Taufe im Heiligen Geist zu erhalten; evangelische Zigeuner, die durch Wirken des Heiligen Geistes ihre Zelte in Morges und Yverdon aufschlugen; die Pfarrei von Lignerolle (reformierte Kirche) unter dem Wirken des Pfarrerehepaars André und Lise Rochat, die sich der Botschaft öffnete und wo sich wöchentlich Christen, denen es nach mehr dürstete, versammelten; und nicht zuletzt die Jugendlichen, die sich scharenweise in dieser Zeit in der Wohnung einer Lehrerin in Pont trafen. Auch die anderen Pfarreien im Vallée de Joux erlebten eine Erweckung.
Das Pfarrhaus du Sentier, die Croisée de Joux à l'Abbaye, das Chalet des Ermitages, das Foyer Agapé sind weitere sichtbare Zeichen von Gottes Wirken im Heiligen Geist. Pfarrer, Diakone, Zeugen, Frauen und Männer zahlreich in der Zahl sind lebende Beweise, wie Gott innerhalb der Gläubigen gewirkt hat.
Kantonsfahnenträger
Raymond und Suzanne Curchod
021 944 64 20