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Als Rumi noch ein Kind war, fielen die Mongolen unter Dschingis Khan im Jahr 1219 in Balch ein. Das hatte sein Vater vorausgesehen, da der Choresm-Schah einige Kaufleute der Mongolen töten liess und ein Racheakt zu befürchten war. So hatte er mit seiner Familie die Gegend schon verlassen, um nach Mekka zu pilgern.
Im Anschluss an die Pilgerfahrt nach Mekka machte sich die Familie auf den Weg nach Anatolien (Rūm, das damals von den Rum-Seldschuken beherrscht wurde, also den Römern des damaligen Oströmischen Reiches (daher der Beiname Rūmī = Römer), Während eines Aufenthalts in Laranda, dem heutigen Karaman (bei Konya in der Türkei), starb Rumis Mutter; ihr Grab ist bis heute ein Wallfahrtsort. Daraufhin zog die Familie nach Konya. Dort heiratete Rumi Gauhar-Hatun, die ebenfalls aus dem Osten geflüchtet war.
Der Seldschuken-Sultan Ala ad-Din Kai-Qubad hörte 1228 von Baha ad-Din Walads, Rumi’s Vaters, neuem Aufenthaltsort. Weil er die Wissenschaften und die Philosophie schätzte und förderte, schrieb er an ihn, um ihm einen Wohnsitz und einen Lehrstuhl an der Madrasa (Universität) von Konya anzubieten. Rumi studierte dort unter seinem Vater islamische Wissenschaften und übernahm nach dessen Tod im Jahr 1230 oder 1231 seinen Lehrstuhl.
In den Sufismus wurde er von einem Murschid namens Sayyid Burhanuddin Muhaqqiq Tirmidhi eingeführt. Gemeinsam reisten sie nach Aleppo und Damaskus, wo sie Ibn Arabi aus Spanien (Murcia), einem einflussreichen Sufi-Meister, begegnet sein sollen.
Als Gelehrter erlangte Rumi grosse Berühmtheit und er lebte und handelte, wie es sich für einen gestandenen und hochangesehenen Gelehrten traditionellerweise gehörte. Erst als er im Jahr 1244 in Konya auf den Derwisch Schams-e Tabrizi traf, änderte sich sein Leben von Grund auf. Die spirituelle Bindung zwischen den beiden Freunden wurde so stark, dass Rumi der Welt zeitweilig entsagte, um sich ganz den Geheimnissen des Freundes zu verschreiben.
Nachdem die Eifersucht und der Neid vieler einflussreicher Konyaer zu gross wurde, floh Schams aus der Stadt. Rumis Trauer war gross, bis Schams eines Tages zurückkehrte. Vermutlich, weil die Situation nach einiger Zeit wieder ebenso unerträglich wurde wie vorher, verschwand Schams für immer. Es wird heute angenommen, dass er ermordet wurde.
Die Sehnsucht nach dem Freund inspirierte Rumi zu dem bis heute nachgeahmten Reigentanz und zum Dichten seiner ebenfalls bis heute vielzitierten Verse, die seine Trauer ausdrücken.
Rumis Poesie, besonders sein 25.700 Verszeilen umfassendes Gedicht Mathnawi, enthält in persischer Reimform einige der schönsten mystischen Verse, die jemals geschrieben wurden.
Texte von Rumi stehen auf der Facebookseite von OFFLIine https://www.facebook.com/offlinebasel/?ref=bookmarks jeweils freitags um 9.00 Uhr, am 3., 10. und 17. Und 24. April 2020