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|Signatur||F 1012_009_A|
|Bestand||F_1012 Erklärung von Bern (EvB) [TON]|
|Bestandesbeschrieb|
Auch: Déclaration de Berne (DB), Dichiarazione di Berna (DB). — Audiobestand von Public Eye (ehemals: Erklärung von Bern): Radioaufnahmen, Konferenzmitschnitte, Interviews.
|Abstract||Bei den Tonaufnahmen handelt es sich einerseits um einen Vortrag des nigerianischen Ökonomieprofessors Bode Onimode sowie ein Interview mit Onimode. Der Tonträger ist mit dem Datum von 17. August 1988 beschriftet, weitere Informationen zum Vortrag und dem Interview (wo, beim welchem Anlass, mit wem) fehlen. Das Interview thematisiert die Verschuldungskrise der afrikanischen Staaten. Onimode nennt es eine Katastrophe, die sich lebensbedrohend auf die Bevölkerung auswirke und die Stabilität und das Funktionieren der Staaten erschüttere. Schuld an der Krise seien weitgehend multinationale Konzerne und europäische und US-amerikanische Banken – wobei er Probleme der entsprechenden Länder wie Korruption, unproduktive Investitionen etc. nicht abstreitet, ihnen aber einen untergeordneten Rang zumisst. Die Rollen der IWF und der Weltbank in afrikanischen Ländern beurteilt Onimode als Versuche der Re-Kolonisierung der unabhängigen afrikanischen Länder, getarnt als Programme zur wirtschaftlichen Besserung. Thematisiert wird ebenfalls die Rolle der Schweizer Banken innerhalb der Verschuldungskrise und die klare Abgrenzung von Schweizer Bankgeschäften und staatlicher Hilfe an arme Länder. Onimode fordert, dass die Schulden der afrikanischen Länder aufgeschoben oder umgewandelt werden könnten. Diese Länder seien ausgebeutet worden, daher sei der Schuldenerlass gerecht. «We are not demanding charity but justice», sagt der Ökonomieprofessor dazu. Des Weiteren sprechen sie über die Möglichkeit eines Zusammenschlusses afrikanischer und lateinamerikanischer Länder zur Lösung der Verschuldungskrise, über Onimodes Wünsche gegenüber der Schweizer Regierung und Bevölkerung sowie über alternative Programme zur Förderung der Unabhängigkeit der afrikanischen Länder. Onimode betont, dass die Verschuldungskrise eine Bedrohung des Weltfriedens sei und die Lösung derselben eine moralische und ethische Pflicht. |
Im Referat spricht Onimode ebenfalls zum Thema der Verschuldungskrise als politische Strategie Afrika zu isolieren und abhängig zu machen, einer aggressiven Re-Kolonisierung. Er spricht über Gründe für die Krise und über den globalen Zusammenhang derselben. Er stellt mehrere Forderungen in den Raum, so etwa ein Moratorium der Rückzahlung der Schulden, das Ende der Abhängigkeit der afrikanischen Länder von IWF und Weltbank (teilweise als direkte Konsequenz der kolonialen Vergangenheit) und eine Umwandlung oder ein Erlass der Schulden. Onimode spricht auch die Problematik an, dass IWF und Weltbank mit jedem Land einzeln Geschäfte machen. Die afrikanischen (und auch lateinamerikanischen) Länder sollten und wollen sich zusammenschliessen, um so in eine bessere Verhandlungsposition zu kommen.
Beide Aufnahmen sind in englischer Sprache und umfassen je etwa 47 Min.
|Copyright||Unbekannt|
|Geopolitik|
|Periode|
|Objektträger|
|Sprache|
|Archivbezug||Erklärung von Bern (EvB), Déclaration de Berne|