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Ehem. Druckerei Sticher
Adresse
6020 Emmenbrücke
LU
Architektur
Weitere Bauphasen
Die spannungsvolle Komposition des Medienhauses sticht aus der nüchternen Industrieumgebung hervor. Die differenziert gestalteten Fassaden adeln den Bau, der auch funktional Massstäbe setzte.
Chronologie
In einer intensiven Zusammenarbeit zwischen den Architekten, der Bauherrschaft und dem Betriebswissenschaftlichen Institut der ETH Zürich wurde zwischen 1988 und 1990 ein Gebäude für die speziellen Bedürfnisse der Druckerei Sticher entwickelt. Im Oktober 2005 schlossen sich die Sticher Printing AG und die UD Print AG zusammen und gründeten gemeinsam das Medien- und Druckcenter Luzern. Aufgrund des steigenden Platzbedarfs wurde die Druckerei in den Jahren 2006 bis 2007 von der Rigert Bisang AG erweitert und umgebaut.
Lage
Das Mediengebäude steht im Industriegebiet Ibach, im sogenannten Viergemeindeneck zwischen Luzern, Ebikon, Emmen und Littau auf einer nach Norden und Westen offenen Hangschulter. Das Industriegebiet wird im Norden und im Westen von einer Biegung der Reuss beziehungsweise der Autobahn gefasst. Im Süden, jenseits der erschliessenden Reusseggstrasse, erstreckt sich ein leicht ansteigendes Waldareal. Städtebauliche Relevanz besitzt die Anbindung von Ibach an die Ortschaft Emmen über die Reussbrücke. Ein guter Anschluss an das nationale Verkehrsnetz ist durch die Autobahnverzweigung Emmen-Süd gewährleistet.
Beschreibung
Der flach gedeckte Funktionsbau umfasst drei Geschosse. Der aufgrund der ökonomischen und betrieblichen Nutzungsaspekte äusserst kompakt gestaltete Baukörper ist aus vertikalen und horizontalen Scheiben komponiert und wirkt fast wie ein Kartenhaus. Die vertikalen Scheiben sind an der Nord- und Ostseite mit einer Fassade in Leichtbaukonstruktion versehen und durch flexible, justierbare, horizontale Lamellen gegliedert. Die Scheiben formen an der Südostecke in der Breite der Erschliessung einen Kopfbau und markieren den Haupteingang. Sie erhalten damit Volumen. Die horizontalen «Scheiben» befinden sich auf der Ost- und Südseite des Gebäudes. Hier alternieren Sichtbetonbrüstungen und Bandfenster. Ein weiteres horizontales Element bildet das mit runden Öffnungen perforierte Vordach, das die Anlieferungsrampen an der Reusseggstrasse überdeckt beziehungsweise zusammenfasst. Die Erweiterung nimmt den nördlichen Teil der Parzelle ein und orientiert sich am Bestand.
Im Untergeschoss der Druckerei befinden sich Lager- und Abstellflächen, im Erdgeschoss die Produktion, und in den oberen beiden Geschossen sind Büroräume untergebracht. Die Tragstruktur basiert über alle vier Geschosse auf einem identischen Stützenraster. Aufgrund dieser Skelettbauweise sind die Nutzflächen bis auf kleine Einschränkungen frei unterteilbar.
Literatur