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Messung der Beckennerven
Blasenfunktionsstörungen und unwillkürlicher Harnverlust können als Begleiterscheinungen von Erkrankungen des Nervensystems auftreten. So kann ein Schlaganfall die Steuerung des Harntraktes im Gehirn beschädigen, eine Multiple Sklerose die Nervenverbindungen im Rückenmark unterbrechen oder ein Diabetes mellitus die Blasennerven direkt lähmen.
In allen diesen Fällen ist eine Untersuchung der für die Harntraktfunktion wichtigen Teile des Nervensystems sinnvoll. Einige Nervenverbindungen können direkt in der körperlichen Untersuchung beurteilt werden, andere nur durch aufwendigere Test wie das Elekromyogramm und die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit.
Ein wichtiges Kriterium ist die Sensibilität der Haut im Bereich des Unterbauchs, des Genitalbereichs, des Damms und rings um den Darmausgang. Eine Einschränkung der Hautsensibilität in diesen Arealen kann auf eine Beschädigung von Nervenverbindungen im Rückenmark hindeuten.
Das Auslösen oder Fehlen von Reflexen der Beckenmuskeln ermöglicht Rückschlüsse auf intakte oder gestörte Nervenverbindungen zwischen den entsprechenden Muskeln und den Nervenverbindungen im Rückenmark. Für den wasserdichten Verschluss der Harnröhre und damit die sichere Kontrolle der Blase ist der Schließmuskel von herausragender Bedeutung.
Folglich steht auch das Testen der Schliessmuskelfunktion mit auf dem Programm einer neurologischen Untersuchung. Auch ohne eine Anspannung zeigt der Schließmuskel eine gewisse Aktivität. Der Ruhetonus erlaubt Rückschlüsse auf eine zu vermutende Störung. Darüber hinaus wird die Fähigkeit geprüft, den Schließmuskel auf Kommando anspannen und entspannen zu können.