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20.09.2021, 17:31 Uhr
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Die Infrastruktur in Asien ist die Investitionsmöglichkeit des 21. Jahrhunderts, sagt Nick Parson von ThomasLloyd. Besonders interessant sei Indien. Das Land gilt laut dem Renewable Energy Country Attractiveness Index von Ernst & Young als weltweit attraktivster Markt für Solarenergie. Also ein idealer Standort für Investitionen in nachhaltige Sachwertanlagen?
Indien ist die grösste Demokratie der Welt, hat eine investitions- und unternehmensfreundliche Politik, eine stabile Regierung und bietet einen modernen geldpolitischen Handlungsrahmen. Die Weltbank hat Indien für seine Bemühungen um die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmen gewürdigt. "Indiens ausgezeichnete Nachhaltigkeitsbilanz, die wachsende Nachfrage nach erneuerbaren Energien und die natürlichen Vorteile der Sonnenenergie machen das Land zu einer guten Wahl für Investoren, die auf der Suche nach rentablen Sachwerten sind, die auch den nachhaltigen Fortschritt unterstützen", meint Nick Parsons, Head of Research & ESG bei der ThomasLloyd Group.
Indien ist gemessen an seiner Landmasse das siebtgrösste Land der Welt und das zweitgrösste gemessen an seiner Bevölkerungszahl. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird es China bis 2028 als bevölkerungsreichstes Land der Welt ablösen. Indien hat den weltweit grössten Anteil an jungen Menschen in der Bevölkerung und deren Ehrgeiz treibt eine rasche Urbanisierung weiter voran. Das Land hat bereits 40 Städte mit mehr als einer Million Einwohnern und zwei Megastädte mit mehr als 10 Millionen Einwohnern. Bis 2050 wird die Zahl der indischen Megastädte vermutlich auf acht ansteigen, wodurch die Nachfrage nach Elektrizität die derzeitige Erzeugungskapazität bei weitem übersteigt. Schon jetzt ist das Land nach den USA und China der drittgrösste Stromverbraucher der Welt, wobei der Stromverbrauch zwischen 2010 und 2018 um 33% gestiegen ist.
Wie Parsons weiter ausführt, sei Indien seit langem ein Verfechter von erneuerbaren Energien und habe über einen langen Zeitraum hinweg entschlossene, koordinierte Massnahmen unternommen, ohne die zyklischen und teuren, subventionsfinanzierten Misserfolge, die die europäischen Bemühungen kennzeichneten. Seit 2008 habe Indien einen nationalen Aktionsplan zum Klimawandel, der einen klaren Weg zum Übergang von der derzeitigen Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu einer auf erneuerbaren Energiequellen basierenden Wirtschaft vorsehe. Als Unterzeichner des Pariser Abkommens zum Klimawandel hat sich Indien bis 2030 verpflichtet:
Neben der Notwendigkeit von Klimaschutzmassnahmen steht laut Parsons auch der Kohlesektor des Landes unter Druck aufgrund der Unausgeglichenheit zwischen der Lage der Kohlereserven, die sich in Ost- und Zentralindien befinden, und den urbanen Zentren mit hoher Nachfrage im Nordwesten, Westen und Süden. Ausserdem sei Solarstrom etwa 75% günstiger als Kohlestrom, was bedeutet, dass die Wirtschaftlichkeit eine weitere treibende Kraft bei der Umstellung auf erneuerbare Energien ist, die bereits 35% der installierten Energieerzeugung in Indien ausmachen.
"Das Land macht sich die Tatsache zunutze, dass Anlagen für erneuerbare Energien kostengünstiger und schneller zu errichten sind und weniger in die Umwelt eingreifen als Kohlekraftwerke, und dass es bereits über die viertgrösste installierte Windkapazität der Welt verfügt. Indien strebt nun an, bis 2022 175 GW an erneuerbaren Energien zu installieren: 100 GW aus Solarenergie, 60 GW aus Windkraft, 10 GW aus Biomasse und weitere 5 GW aus kleinen Wasserkraftwerken", erläutert der Experte.
Indien profitiert von einer hohen Sonneneinstrahlung, insbesondere im Nordwesten und im zentralen Süden (den Bevölkerungszentren), wodurch grosse Mengen an Strom erzeugt werden können. Diese Werte seien deutlich höher als der mögliche Durchschnitt in europäischen Ländern – mehr als doppelt so hoch wie in Südeuropa – wodurch die Anlagerenditen entsprechend höher ausfallen als in den europäischen Ländern, so Parsons.
Dank politischer Unterstützung, zukunftsorientierter Führung und der offensichtlichen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Vorteile, mache Indien das Beste aus diesem natürlichen Solarvorteil. Fast die gesamte derzeitige Solarkapazität sei in den letzten zehn Jahren installiert worden, und zwar in einer Geschwindigkeit, die weltweit führend sei. Das ursprüngliche Ziel der Regierung, bis 2022 eine Kapazität von 20 GW zu erreichen, sei vier Jahre früher als geplant verwirklicht worden, wobei die Branche zwischen 2015 und 2020 eine Verzehnfachung erzielte.
"Finanziert werden die neuen Solarfarmen auf dem indischen Subkontinent zum Beispiel von privaten und institutionellen Kapitalanlegern. Dabei handelt es sich um Fonds, die mit Projekten rund um erneuerbare Energien nicht nur Rendite erwirtschaften, sondern auch eine erhebliche Wirkung für die Umwelt und die Bevölkerung erzielen", betont Parsons.
Wie der Experte weiter erläutert, befinden sich die grössten Solaranlagen Indiens in Karnataka, wo auch die auf Energieinfrastruktur in Asien spezialisierte Investment- und Beratungsgesellchaft ThomasLloyd Group zwei Anlagen besitzt und betreibt. Im Oktober 2018 kaufte ThomasLloyd einen Anteil an der in Neu-Delhi ansässigen Firma SolarArise und ist jetzt grösster Aktionär des Unternehmens. SolarArise ist ein auf Indien spezialisierter Projektentwickler, der Solarparks plant, baut und betreibt.Anleger sind über den lokalen Entwicklungspartner SolarArise India Projects Pvt Ltd in fünf netzgekoppelte Solarenergieprojekte investiert, die insgesamt rund 380 Megawatt produzieren. Der erzeugte Strom erreicht bisher über 600'000 Menschen und ermöglicht eine CO2-Reduktion von insgesamt über 360'000 Tonnen pro Jahr.
"Indien hat eine nachweisliche Erfolgsbilanz in der Solarenergie. Das Land ist heute ein etablierter und hoch angesehener Investitionsstandort mit erheblicher positiver Dynamik. Die zukünftigen Möglichkeiten in diesem Land sind so gross wie sein Ehrgeiz, angetrieben durch den technologischen Fortschritt, den geografischen Vorteil und den demografischen Wandel", sagt Parsons abschliessend.