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Seit den 1990er Jahren ist bekannt, dass in den Thrombozyten (den bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle spielenden Blutplättchen) diverse Wachstumsfaktoren und Zytokine enthalten sind, die unter bestimmten Bedingungen das Zellwachstum im Gewebe anregen. Werden Thrombozyten aus dem eigenen Blut isoliert und (nach Aktivierung) in ein Körpergewebe wieder eingespritzt, bewirken sie dort eine wundersame Anregung der vorhandenen Stammzellen, was zu einer verstärkten Vermehrung der umliegenden Gewebszellen führt. Die Thrombozyten können nach Blutentnahme durch ein relativ einfaches, mechanisches Verfahren (das auf einer Anwendung der Zentrifugalkraft beruht) aus dem Blut separiert werden. Es gibt sogar die Möglichkeit, nach der Plasmapherese die Erythrozyten sowie das plättchenarme Plasma wieder zu retransfundieren. Das Präparat aus dem Eigenblut, das PRP (plättchenreiches Plasma) kann in der Arztpraxis, Vorort auch in verhältnismässig kleinen Blutmengen von nur 20 bis 100 ml hergestellt werden, muss aber möglichst sofort zur Anwendung kommen (d.h. dem eigenen Körper wieder injiziert werden). In der Kosmetischen Dermatologie kann es dort zum Einsatz gelangen, wo die Haut an Substanz und Spannkraft verloren hat: In die Unterhaut eingespritzt, unterstützen die Wachstumsfaktoren aus dem PRP die Aktivitäten der Fibroblasten, was zu einer merklichen Regenerierung der Haut führt.
Wo wird das PRP eingesetzt?
Ursprünglich wurde die Eigenbluttherapie im Bereich der Sportorthopädie erprobt und eingesetzt, weil in diesem Medizinbereich, vor allem beim Behandeln lädierter Sehnen und Gelenken erstmals herausgefunden wurde, dass das plättchenreiche Plasma einen Selbstheilungsprozess in Gang setzt, der zur Reparatur und zur Regeneration von überbeanspruchtem Gewebe beiträgt. Mit Doping hat das absolut nichts zu tun, denn es handelt sich keineswegs um eine leistungssteigernde Massnahme, sondern allein um eine Förderung bzw. Beschleunigung der Heilung bei strapazierten oder verletzten Körperteilen, zumeist an den Extremitäten. Danach, in den späteren 1990er Jahren, kam die PRP-Therapie auch in anderen Bereichen zur Anwendung, zumeist als ergänzende Massnahme. So wurde sie zur Wundheilung eingesetzt, oder zur unterstützenden Behandlung von Knochenbrüchen, Gelenkleiden und Sehnenentzündungen. Auch in der Augenheilkunde und der Zahnmedizin wird die PRP-Methode mittlerweile angewendet. Letztlich wurde die regenerative Wirkung des plättchenreichen Plasmas auch in der Kosmetischen Dermatologie erprobt. Auch hier, bei der Anwendung zum Gewebeaufbau z.B. im Gesicht ist die PRP-Behandlung zumeist eine begleitende Massnahme, zusätzlich zu anderen, schneller wirkenden Behandlungsmethoden. Denn das PRP wirkt nur langsam, bringt also keine schnellen optischen Erfolge - dafür ist die Wirkung aber nachhaltig und lange andauernd. So wurde erkannt, dass PRP eine ideale Ergänzung zu einem Gesichtsaufbau mittels Hyaluronsäure darstellt.
Das PRP-Verfahren zur Gesichtsauffrischung
Wir haben gesehen, dass eingespritztes PRP-Präparat das umliegende Gewebe zum Wachstum anregt. Dieser Prozess lässt sich auch bei Injizieren des plättchenreichen Konzentrats in die Unterhaut beobachten: Die angeregten Fibroblasten bewirken eine vermehrte Zellteilung, wodurch das Kollagengeflecht der Lederhaut gestärkt wird. Ein unmittelbarer Effekt ist die Glättung kleiner bis mittelgrosser Falten, eine Reduzierung von Pigmentstörungen sowie, als indirekte Folge, auch ein Ansteigen des Feuchtigkeitsgehaltes in der Epidermis. Die Haut insgesamt wird voller und fester. Diese nachhaltige Wirkung tritt allerdings mit zeitlicher Verzögerung ein. Die PRP-Behandlung ist weitgehend schmerzfrei. Nach der Blutentnahme und der Herstellung des Präparats erfolgt die punktuelle Einspritzung des plättchenreichen Plasmas an die gewünschten Stellen. Abgesehen von möglichen, geringfügigen Einblutungen an den Einstichstellen und gelegentlichen Schwellungen und Rötungen sind keine gravierenden Begleiterscheinungen zu befürchten. Als körpereigenes Material sind auch keinerlei allergische Reaktionen denkbar. Gut kombinieren lässt sich die PRP-Methode ausser mit einer Hyaluronsäurebehandlung auch mit einem oberflächlichen Peeling. Um mit PRP optimale Ergebnisse zu erzielen, sind zwei oder drei Sitzungen im Abstand von etwa ein bis zwei Monaten sinnvoll. Der Behandlungszyklus kann danach beliebig oft wiederholt werden.