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Am 15. April 1989 trafen im englischen Cup-Halbfinal der FC Liverpool und Nottingham Forest in Sheffield aufeinander. Die Partie stellt seither einen Tiefpunkt in der britischen Sportgeschichte dar. Als während des Spiels unkontrolliert Zuschauer in die Fanblöcke des Hillsborough-Stadions strömten, kamen 96 Menschen ums Leben. 766 weitere Personen verletzten sich dabei.
Flucht auf den Rasen
Zur Massenpanik kam es, weil die Polizei 8 Minuten vor dem Anpfiff ein Tor öffnete, da auch vor dem Stadion wartende Fans gegen einen Zaun gedrückt wurden. So strömten viel zu viele Zuschauer auf die ohnehin überfüllte Liverpool-Tribüne.
Etliche Menschen im vorderen Bereich der Fankurve wurden an die Absperrgitter gedrückt. Sie erstickten oder wurden zerquetscht. In Panik versuchten viele Fans, über die Gitter auf den Rasen zu fliehen. Erst da wurde den Spielern und Schiedsrichtern bewusst, was geschah. Nach 6 Minuten wurde die Partie abgebrochen.
Noch immer keine Gerechtigkeit
Die Fans des FC Liverpools kämpften auch Jahre nach der Tragödie immer wieder für «Justice for the 96», doch die Forderungen nach Gerechtigkeit für die Todesopfer von Hillsborough konnten bis heute noch nicht vollständig erfüllt werden. Immerhin erklärte die Jury einer Untersuchungskommission 2016, dass die Opfer von Sheffield «rechtswidrig getötet» wurden.
Das Gericht betonte, alle 96 Fussball-Fans seien komplett ohne eigenes Verschulden und wegen Fehler in der polizeilichen Planung getötet worden. 2019 sorgten dann jedoch weitere Gerichtsurteile für Frust bei den Anhängern der «Reds».
Der fehlbare Sicherheitsbeauftragte von Sheffield erhielt wegen Nichteinhaltens der Sicherheitsvorschriften lediglich eine Geldstrafe von 6500 Pfund. Der zuständige Polizeikommandant wurde sogar ganz freigesprochen.
Weitreichende Folgen
Die Katastrophe von Hillsborough hatte für die englischen Fussballfans massive Auswirkungen. Der 15. April 1989 trug wesentlich dazu bei, dass es heutzutage in einem Grossteil der Stadien auf der Insel nur noch Sitzplätze und keine Zäune mehr gibt. Später wird zudem das Stehplatzverbot auch von der Fifa und Uefa für internationale Spiele übernommen.