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Am Samstag und Sonntag erzielten die Niederlande (Sieger gegen die USA), Frankreich (Sieg gegen Polen) und England (Sieg gegen den Senegal) jeweils vor der Pause ein Tor. Zufall? Sicherlich nicht.
Zum einen sind grosse Mannschaften diejenigen, die im richtigen Moment zuschlagen können. Die Minuten kurz vor der Halbzeit sind ideal, um ein Tor zu erzielen. Die Gegner haben nicht genug Zeit, um darauf zu reagieren. Sie gehen psychisch angeschlagen in die Kabine und versuchen mit allen Mitteln, sich für den Rest des Spiels zu motivieren, was nie einfach ist.
Im Final der WM 1998 erzielte Zinédine Zidane in Minute 45+1 sein zweites Kopfballtor. «Der Blitz hat zwei Mal eingeschlagen», sagte der Kommentator und fügte hinzu: «Was für ein Moment, um ein zweites Tor zu schiessen.» Der Rest ist bekannt: Brasilien kam nicht mehr zurück, «Les Bleus» siegten 3:0 und wurden erstmals Weltmeister.
Der Mythos, dass ein kurz vor der Halbzeit erzieltes Tor wesentlich zum Sieg beiträgt, wird durch Treffer in solch bedeutenden Partien noch verstärkt. Dies belegt auch eine kürzlich in der Zeitschrift PLOS ONE veröffentlichte Studie. Nils Rudi, Professor für operatives Management an der Yale SOM, und Jo Nesbø, ein ehemaliger Fussballer und Krimiautor, analysierten die Daten von mehreren hunderttausend Spielen und stellten fest, dass der Mythos einen wahren Kern hat.
Für ihre Studie konzentrierten sie sich nicht auf Spiele, in denen eine Mannschaft zur Pause führte, denn das wäre zu einfach. Sie untersuchten diejenigen, bei denen es 1:1 stand, nachdem eines der beiden Teams in der ersten Halbzeit nach der 44. Minute getroffen hatte. Das bedeutete, dass sich die Leistungen der Mannschaften nur in der Reihenfolge und dem Zeitpunkt der Tore unterschieden.
Im Laufe der Zeit haben grosse Spieler gelernt, ihre Gegner in diesem schicksalhaften Moment vor der Halbzeitpause zu bestrafen. Es ist vielleicht auch kein Wunder, dass die drei Fussballer, die am Wochenende um die 45. Minute herum trafen, alle talentiert und erfahren sind. Sie spielten zusammengerechnet 291 Länderspiele (Blind 97, Giroud 116 und Kane 78).
Man kann sich leicht vorstellen, dass sie im Laufe der Zeit gelernt haben, mit der «Money Time» umzugehen, die das Ende jeder Halbzeit darstellt.
Er sei froh, dass seinem Verband nicht «das Messer an den Hals gesetzt» werde, sagt Claudio Spescha. Der Satz des Präsidenten des SAFV, des Schweizerischen American Football Verband, gibt die aktuelle Gemütslage im Schweizer Sport recht gut wieder. Der war in Aufruhr, seit die Sportministerin Viola Amherd ihre Pläne für eine Frauenquote präsentiert hatte. Er setzte sich mit seiner ganzen Lobby-Power zur Wehr – mit Erfolg, wie sich gestern zeigte.