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| Palladius von Helenopolis († vor 431) - Leben der Väter (Historia Lausiaca)

57. Candida und Gelasia.
[S. 424] Ihrem Beispiel folgte die selige Candida, die Tochter des Heerführers Trajan, die ein höchst ehrwürdiges und tugendhaftes Leben führte, den Bischöfen und Kirchen Ehren erwies und die eigene Tochter für ein jungfräuliches Leben gewann und sie, da diese frühzeitig starb, gleichsam als Opfergabe des eigenen Leibes zu Christo voraussandte. Dann lebte sie selbst nach dem Beispiel der eigenen Tochter in Entsagung und Keuschheit und gab ihren Reichtum den Armen. Ich weiß, daß sie ganze Nächte der Arbeit oblag und eigenhändig Getreide mahlte zur Abtötung des Leibes, indem sie sagte: "Fasten allein ist nicht stark genug: ich geb' ihm darum Arbeit und Nachtwachen als Bundesgenossen, um die Wildheit Esaus1 zu bändigen." Sie enthielt sich von allem, was Blut und Leben hatte,2 nur Fisch und Gemüse mit Öl genoß sie, doch nur an Festen; sonst nahm sie nur Wasser mit Essig und trockenes Brot.
Ihrem Eifer ahmte die hochehrwürdige Gelasia nach, die Tochter eines Tribunen; von ihrer Tugend erzählt man besonders, daß die Sonne niemals unterging über ihrem Zorne gegen einen Diener oder eine Magd noch jemand anderen.
1: Vgl. Gen 25,24 ff.
2: Noch ein Rest der noachidischen Gebote (A G 15,20) [?; Gen 9,4].