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Medizinische Begriffe
Hier eine Erklärung medizinischer Begriffe, für deren Richtig- und Vollständigkeit wir aber keine Verantwortung übernehmen können. Korrekturen und Anregungen sowie weitere Erklärungen nehmen wir gerne entgegen. Wenn ihr euch unsicher seid oder Beschwerden habt, wendet Euch bitte an euren Arzt/ eure Ärztin!!!
Fehlgeburt heißt medizinisch „Abort" oder „Abortus". Eine Fehlgeburt liegt vor, wenn die Schwangerschaft vor der vollendeten 22. SSW(=Schwangerschaftswoche) beendet wird oder wenn das Kind das Gewicht von 500g unterschreitet, egal ob das Kind lebt oder nicht. Das Baby hat bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Rechte.
Frühabort: bis zur 16. SSW, Spätabort: 16-28. SSW, vorausgesetzt das Kind zeigt keine Lebenszeichen, wie Atmung und Herzschlag und wiegt unter 500g.
Es gibt Extremfrühchen, die ab der 23./24.SSW Überlebenschancen haben. In der Schweiz wird aber bei Extremfrühchen, die vor der 24.SSW geboren werden, auf lebenserhaltende Massnahmen verzichtet.
Die Fehlgeburtsrate erhöht sich mit dem Alter und der Anzahl vorheriger Schwangerschaften. Bei den meisten betroffenen Frauen wird die Fehlgeburt von Blutungen begleitet.
Also bei Blutungen sofort zum Arzt oder den Arzt rufen! Bei starken Blutungen in einen kühlen Raum legen, die Beine höher als die Hüften positionieren und den Arzt rufen. Eine starke Blutung kann evtl. auf eine Ablösung der Plazenta hinweisen und ist im schlimmsten Fall lebensbedrohlich für Mutter und Kind - sofort Arzt oder bei akuter Kreislaufinstabilität Rettungsdienst rufen!
Die meisten Fehlgeburten lassen sich darauf zurückführen, dass der Fetus schwere Defekte aufweist und sich nicht richtig in der Gebärmutterwand eingenistet hat. Die Natur sorgt dann dafür, dass der Fetus, der nicht lebensfähig wäre, abgestoßen wird. Ursachen können Gebärmuttermissbildungen, große Myome (Wucherungen in der Muskelschicht der Gebärmutter), hormonelle Störungen, Infektionen, Spermaanomalien oder RH-Unverträglichkeit (Rhesusunverträglichkeit, Unverträglichkeit zwischen dem Blut der Mutter und des Kindes) sein.
Nur sehr wenige Fehlgeburten werden durch Plazentainsuffizienz ausgelöst. Das sind unterschiedliche Funktionsstörungen der Plazenta (Mutterkuchen), so dass der Fetus nicht ausreichend versorgt wird. Bei manchen Frauen kommt es auch zu einer Zervixinsuffizienz. Das heißt, dass sich der Gebärmutterhals verkürzt und somit der Muttermund vorzeitig öffnet.
Massnahmen bei einer Zervixinsuffizienz sind primär Bettruhe, Magnesium, wehenhemmende Medikamente (vom pflanzlichen Bryophyllum bis zum Progesteron) und engmaschige Beobachtung. Wenn nötig kann der Arzt den Muttermund mit einer Schlinge bis zur 36. SSW verschließen.
Nach einer Fehlgeburt wird in der Regel eine Ausschabung der Gebärmutter durchgeführt (Curettage). Dieser Eingriff wird unter Narkose durchgeführt.
Die Medizin ordnet Fehlgeburten verschiedenen Kategorien zu:
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Drohende Fehlgeburt/ Abortus imminens
Eine Fehlgeburt kann, muss aber nicht erfolgen (50 % zu 50 %). Symptome: Blutungen und manchmal Schmerzen. Sie kommt bei ca. 10 % aller Schwangerschaften vor und könnte mit den leichten Blutungen verwechselt werden, die sich manchmal zum Zeitpunkt der fälligen Periode bemerkbar machen. Therapie: Absolute Bettruhe, Koitusverbot, Magnesium und evtl.. Hormone (meist Progesteron vaginal oder oral), in den späteren SSW evtl. auch weitere Tokolytika.
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Beginnende Fehlgeburt / Abortus incipiens
Sie ist von Schmerzen infolge von Uteruskontraktionen und starken Blutungen (Koagelabgang und Gewebeabgang) begleitet. Der Verlust des Embryos ist nicht aufzuhalten.
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Unvollständige Fehlgeburt/ Abortus incompletus
Der Embryo wird "geburtsähnlich" (unter Blutungen und Wehen) ausgestoßen, aber einige Teile der Nachgeburt (Plazenta) verbleiben in der Gebärmutter. Eine Ausschabung ist erforderlich.
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Vollständige Fehlgeburt/ Abortus completus
Embryo und Plazenta werden vollständig ausgestoßen, manchmal ohne Symptome. Er lässt sich durch eine Ultraschalluntersuchung bestätigen.
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Verhaltene Fehlgeburt/ Missed abortion
Embryo und Plazenta sterben ab, bleiben aber für längere Zeit in der Gebärmutter. Die Schwangerschaftssymptome verschwinden, aber Anzeichen für den Tod machen sich erst viel später bemerkbar. Häufig treten auch Schmierblutungen über mehrere Tage bis Wochen auf. In der Frühschwangerschaft wird eine Ausschabung durchgeführt, in fortgeschrittener Schwangerschaft werden die Wehen durch Medikamente eingeleitet.
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Habituelle Fehlgeburt/ Abortus habitualis
Sie liegt vor, wenn mindestens drei Schwangerschaften im gleichen Stadium mit einer Fehlgeburt endeten, möglicherweise aus denselben Gründen. Nach drei Aborten sollte eine genaue medizinische Abklärung stattfinden um die Ursache für die Fehlgeburten zu finden
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Zu den Komplikationen einer Fehlgeburt zählen starke Blutungen, die aber nur in sehr seltenen Fällen eine Bluttransfusion erforderlich machen. In extrem seltenen Fällen ist der Abort von hohem Fieber und der Entzündung der Gebärmutter (evtl. auch der Eierstöcke) begleitet. Diese Entzündung kann auf den gesamten Körper übergehen und lebensgefährlich sein. Sehr selten kommt es im Anschluss an eine Ausschabung zu einer Entzündung von Gebärmutter und/oder Eierstöcken.
In seltenen Fällen ist das Schwangerschaftsprodukt nur unvollständig entfernt und es kommt zu langanhaltenden Schmierblutungen oder einer plötzlichen starken Blutung. In so einem Fall sollte man sofort den behandelnden Arzt/ die Ärztin aufsuchen.
Bei der bereits stattgefundenen Fehlgeburt lässt sich im Ultraschall kein Embryo mehr nachweisen, es liegt aber noch eine vaginale Blutung vor. In diesem Fall sollte eine Ausschabung der Gebärmutter erfolgen, da nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann, dass keine Reste des Schwangerschaftsproduktes mehr in der Gebärmutter vorhanden sind. Hierzu ist eine kurze Narkose (in der Regel Vollnarkose) erforderlich. Die Gebärmutter wird mit einem Instrument ausgeschabt, die Reste werden dann durch den Pathologen untersucht.
Beim verhaltenen Abort muss ebenfalls eine Ausschabung durchgeführt werden. Der Muttermund ist in der Regel noch geschlossen. Um das Schwangerschaftsprodukt entfernen zu können, muss der Muttermund sich jedoch öffnen. Er kann in Narkose mechanisch aufgedehnt werden, je nach Grösse des Aborts muss er mehr oder weniger weit gedehnt werden. Wenn man ihn weit öffnen muss, wird der Muttermund mit einem prostaglandinhaltigen Scheidenzäpfchen, das etwa 3 Stunden vor der geplanten Ausschabung eingelegt wird, weicher gemacht. Durch das Prostaglandin kommt es zum Erweichen des Muttermundes, begleitet wird dies von krampfartigen Unterbauchschmerzen und schliesslich einer vaginalen Blutung. Wenn die vaginale Blutung auftritt, ist in der Regel der Muttermund so weit geöffnet, dass die Ausschabung durchgeführt werden kann.
Nach einer Ausschabung kann noch einige Tage lang eine leichte Blutung auftreten. Normalerweise zieht die Ausschabung keine schweren körperlichen Beeinträchtigungen nach sich.
Wichtig ist die Bestimmung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors im Rahmen der Fehlgeburt: Wenn der Rhesusfaktor der Mutter negativ ist, muss eine Spritze mit Antikörpern (Anti-Rhesus-Immunglobulin) verabreicht werden, um einer Sensibilisierung des mütterlichen Immunsystems vorzubeugen.
Wenn bereits mehr als drei Aborte stattgefunden haben (habitueller Abort) sollte eine genaue medizinische Abklärung stattfinden; dabei wird nach Autoimmunerkrankungen, sonstigen Störungen des Immunsystems, Hormonstörungen, Fehlanlagen der Gebärmutter und Umweltgiften geforscht.
Grundsätzlich ist nach einem Abort die Wahrscheinlichkeit, eine weitere Fehlgeburt zu erleiden im Vergleich zu Schwangeren ohne Fehlgeburt nicht erhöht. Es hängt von der Abortursache ab; wenn die Ursache erkannt und therapiert (z.B. eine Infektion) wird, gibt es keine erhöhte Gefahr. Das Risiko, wiederholte Fehlgeburten zu erleben, steigt aber mit der Anzahl der erlebten Fehlgeburten.
Bei späten Aborten wird von ärztlicher Seite dazu geraten, ein paar Monate (bzw. Zyklen) abzuwarten bevor man wieder versucht schwanger zu werden, da die Hormone und die Gebärmutter sich erst zurückbilden müssen. Bei den Frühaborten ist keine "Wartezeit" nötig.
Als totgeboren gilt ein Kind, wenn es mit einem Gewicht ab 500g ohne Lebenszeichen auf die Welt kommt. Dieses Kind hat ein Recht auf eine Bestattung und einen Eintrag ins Familienbuch.
Mögliche Ursachen:
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Chromosomenanomalien (Fehler in den Träger der Erbinformationen oder bei Teilung)
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Nabelschnurumschlingungen oder Knoten in der Nabelschnur
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Fehlbildungen des Uterus (Gebärmutter)
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endokrine (hormonelle) Gründe z.b. Corpus-Luteum-Insuffizienz
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Infektionen
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Stoffwechselerkrankungen z.B. Diabetes mellitus
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Präklampsie oder Eklapsie (Schwangerschaftsvergiftung)
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Vorzeitige Plazentaablösung
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Toxische Schäden durch Medikamente, Drogen oder Alkohol
Anzeichen:
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Keine spürbaren Kindsbewegungen, das Kind lässt sich nicht wecken. Wenn sie unsicher sind, gehen sie zum Arzt!
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Nach dem Tod des Kindes in der Gebärmutter verschwinden als erstes die Schwangerschaftshormone aus dem Blut und damit die Schwangerschaftsempfindungen.
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Es kann auch sein, dass eine schnelle Gewichtsabnahme einsetzt, weil das Fruchtwasser resorbiert wird. Deshalbsollte eine Gewichtsabnahme in der Schwangerschaft immer abklären werden.
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Evtl. vaginale Blutungen oder Wehen (diese setzen meist 2-3 Tage nach dem Tod ein)
Das Kind sollte wenn möglich vaginal entbunden werden. Die Geburt wird mit Medikamenten eingeleitet. Bei der Geburt kann man starke Schmerzmittel verlangen, das erleichtert die Schmerzen (psychisch und körperlich). Ein Kaiserschnitt wird, wenn nicht unbedingt notwendig, nicht durchgeführt, da er ein zu hohes Risiko für die Mutter darstellt. Ausserdem ist die Art der Geburt wichtig für die spätere Verarbeitung des Verlusts.
Es wird geraten ein paar Monate (bzw. Zyklen) abzuwarten, bevor man wieder versucht schwanger zu werden, weil sich die Gebärmutter und die Hormone erst wieder zurückbilden müssen.
Ein Abbruch ist medizinisch indiziert (angezeigt, angebracht) wenn die Mutter z.B. schwer herzkrank ist und die schwangerschafts- und geburtsbedingten Herzbelastungen die Herzkrankheit wesentlich verschlimmern würden oder evtl. zum Tode führen könnten. Ab der 13. - 15. SSW (kommt auf die Grösse des Embryos an) ist es nicht mehr möglich die Schwangerschaft operativ abzubrechen, das Baby muss durch eine Einleitung zur Welt gebracht werden.
In der Schweiz spricht man auch da von einem medizinisch indizierten Abbruch. So bezeichnet man den Abbruch der Schwangerschaft nachdem beim Kind z.B. durch Ultraschall, Fruchtwasseruntersuchung, Bluttests ein schwere Erkrankung oder Entwicklungsstörung festgestellt wurde. Ab der 13. - 15. SSW (kommt auf die Grösse des Embryos an) ist es nicht mehr möglich die Schwangerschaft operativ abzubrechen, das Baby muss durch eine Einleitung zur Welt gebracht werden.
Wenn Babys innerhalb von 28 Tagen nach der Geburt sterben, spricht man vom Neugeborentod. Der Tod eines Neugeborenen kann auf Anpassungsschwierigkeiten (meist der Lunge und dem Herzkreislaufsystem) zurückzuführen sein, vor allem bei Frühgeburten, bei übertragenen Babys und Babys, die an schweren angeborenen Anomalien (Fehlbildungen) leiden. Infektionskrankheiten sind heute in der Schweiz nur noch selten verantwortlich. Sie sind durch Routine-Testung der Mutter auf Infektionskrankheiten (Hepatitis/HIV/Lues usw.) und vaginale Abstrichuntersuchungen stark zurückgegangen.
Die Eileiterschwangerschaft oder die Bauchhöhlenschwangerschaft sind Schwangerschaften, die sich außerhalb der Gebärmutter ansiedeln. Man nennt dies eine extrauterine Schwangerschaft (abgekürzt EU, von lateinisch "extra" = außerhalb, "uterus" = Gebärmutter) oder eine ektope Schwangerschaft.
Normalerweise nistet sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter ein. Sie kann sich aber auch in den Eileitern, den Eierstöcken, dem Gebärmutterhals und der Bauchhöhle einnisten. 99% der extrauterinen Schwangerschaften haben ihren Sitz im Eileiter. Entsprechend des Ortes der Einnistung wird eine derartige Schwangerschaft dann als Eileiterschwangerschaft oder Bauchhöhlenschwangerschaft bezeichnet.
Eine extrauterine Schwangerschaft kann durch das Wachstum des Embryos oder des Mutterkuchens starke Blutungen verursachen, die unter Umständen lebensgefährlich für die Mutter werden können. Deshalb ist es unumgänglich die extrauterine Schwangerschaft zu beenden.
Erste Anzeichen können (meist einseitige) starke, krampfarte oder stechende Schmerzen im Unterleib sein, teilweise kombiniert mit Schmier- oder Vaginalblutungen. Bei einem akuten Verlauf zeigen sich Schocksymptome (infolge innerer Blutungen) wie Blässe, Schwächeanfälle, Übelkeit, Ohnmacht etc. Deshalb sollte man bei Verdacht auf eine akut verlaufende extrauterine Schwangerschaft sofort den Notarzt rufen!