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Einleitung
Auch in der Pferdezucht ist die instrumentelle Samenübertragung längst eine etablierte Methode. Die Vorteile der künstlichen Besamung haben sich durchgesetzt. Darunter fallen die Haltbarkeit, Transportierbarkeit und stärkere Verbreitung wertvoller Genetik, gleichzeitiger Einsatz der Vatertiere im Sport, die Hygiene und Elimination von Deckinfektionen und ein geringeres Verletzungsrisiko.
Diese Vorteile überwiegen auch die Schwierigkeiten, die sich der Entwicklung einer optimalen Besamungspraxis noch immer entgegen stellen. Verschiedene Faktoren - wie die labile Gefriertauglichkeit von Hengstsperma - erschweren die erfolgreiche Verarbeitung und Samenübertragung beim Pferd.
In der Vollblutzucht wird die künstliche Besamung als Zuchtmethode bisher grundsätzlich abgelehnt. Auf diese Weise gezüchtete Fohlen werden nicht ins Herdestammbuch der Vollblutpferde aufgenommen und sind bei Rennen nicht zugelassen.
Gewinnung
Die Samengewinnung geschieht routinemässig mit einer entsprechend dimensionierten künstlichen Scheide. Hierbei wird ein Phantom verwendet, häufig mit einer davor quer gestellten Animierstute. Bewährt hat sich ein Phantom mit Halsansatz, in dem sich die Hengste entsprechend ihrem physiologischen Deckverhalten festbeissen können. Die mehrphasige Ejakulation des Hengstes kann zur fraktionierten Spermagewinnung genutzt werden. Dabei werden die ersten spermienreichen Fraktionen aufgegangen, während die späteren spermienarmen aber bakterienreichen Fraktionen (Gelphase) nicht ins Spermaröhrchen gelangen. Bis jetzt konnte aber noch nicht gesichert werden, ob aus der selektiven Übertragung von Sperma aus den ersten Fraktionen bessere Konzeptionsraten resultieren.
Die besten Ejakulate hinsichtlich Volumen und Qualität für Frischsperma werden bei einer Absamungsfrequenz von 24 Stunden erzielt, allerdings bestehen individuelle Unterschiede zwischen den Hengsten.
Bei Hengsten, die zwar das Phantom bespringen, aber die künstliche Scheide nicht akzeptieren, kann ein Kondom verwendet werden. Dieses hat allerdings den Nachteil einer erhöhten Kontamination, da das Sperma die Glans penis umspült.
Bei nicht mehr sprungfähigen Hengsten kann eine Ejakulation mittels manueller Penismassage oder mittels pharmakologischer Methoden indiziert sein. Letztere beruht auf der Injektion von Xylazin, Imipramin oder Prostaglandin F2α. Die Zuverlässigkeit der Methode ist allerdings gering.
Hengstsperma wird nach den gleichen Gesichtspunkten untersucht wie Rindersperma, die Richtwerte sind jedoch verschieden.
Je nach Einsatz wird das Ejakulat unmittelbar nach der Absamung, analog zum Rind, verdünnt. Die Substanzen sind Milchprodukte, eventuell mit Eidotter zur Proteinlieferung und Membranprotektion angereichert, Puffer, weitere Nährstoffe, Antioxidantien und Antibiotika.