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Die rechtskonservative US-Regierung will kritische Stimmen unterdrücken und macht Jagd auf Linke, die sie zu einem grossen Teil in der Unterhaltungsindustrie wittert. Hollywood setzt suspekte Individuen auf eine schwarze Liste, was faktisch einem Berufsverbot gleichkommt. So geschehen in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Filmpodium-Reihe Blacklist Reloaded, ko-kuratiert von Hannes Brühwiler und in Zusammenarbeit mit dem Berliner Kino Arsenal entstanden, ist den damals Geächteten und ihrem Filmschaffen gewidmet und zeigt, welche Ideen und Themen zu jener Zeit für «unamerikanisch» erklärt wurden.
Zu den gezeigten Filme gehören solche radikale Klassiker wie Abraham Polonskys Regiedebüt Force of Evil, eine der wütendsten Verurteilungen kapitalistischer Gier, die das US-Kino je hervorgebracht hat oder Joseph H. Lewis' Gun Crazy über ein kriminelles Paar auf der Flucht, der 1950 bereits in vielerlei Hinsicht Bonnie and Clyde vorwegnahm.
Am 30. Oktober wird der Filmkurator Hannes Brühwiler in einem Referat mit Filmausschnitten aufzeigen, wie die Geschichte der Blacklist sich auch als Stadtgeschichte von Los Angeles, als Wirtschaftsgeschichte der Filmindustrie und linke Vision der USA erzählen lässt. Und wie sie auch für ein 20. Jahrhundert steht, das durch Exilerfahrungen von Künstlerinnen und Künstlern massgeblich geprägt wurde.