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Die Qualität der Schule ist in Freiburg kein neues Anliegen. Sie ist in der Bundesverfassung und im HarmoS-Konkordat verankert. Auch die jüngste kantonale Schulgesetzgebung enthält mehrere Bestimmungen, die sich mit diesem Thema befassen. Nun gilt es, diese Bestimmungen in die Praxis umzusetzen. Zu diesem Zweck wurde ein neues Rahmenkonzept erarbeitet, bei dem die obligatorische Schulzeit als Gesamtheit von der 1H bis 11H betrachtet wird, wobei die kollektive und persönliche berufliche Entwicklung der Lehrpersonen in den Vordergrund gestellt wird. Das Konzept stützt sich auf Forschungsarbeiten zur Schul- und Bildungsqualität und basiert auf bewährten Projekten, nämlich auf einem in Schottland sowie einem in Bayern entwickelten Qualitätskonzept.
Das Freiburger Konzept ist in einem vor zwei Jahren begonnenen partizipativen Prozess entstanden, an dem mehr als 190 Personen beteiligt waren. Es wird heute allen französischsprachigen Schulen sowie sämtlichen Lehrpersonen präsentiert. Mit diesem Konzept soll insbesondere ein gemeinsamer Handlungsrahmen für die französischsprachigen Schulen des Kantons geschaffen werden. Zugleich soll es ihnen die Möglichkeit geben, ihre jeweiligen Besonderheiten bei der Erarbeitung eines eigenen Entwicklungsplans einzubeziehen.
Es wurden fünf Entwicklungsschwerpunkte gewählt. Sie erläutern den von der Schule festgelegten Begriff der «Schulqualität».
- Der 1. Schwerpunkt betrifft den Unterricht und das Lernen. Er bezieht sich insbesondere auf das Kompetenzniveau, das die Schülerinnen und Schüler erreichen.
- Beim 2. Schwerpunkt geht es um Kohärenz und Kontinuität mit dem Ziel, die Schullaufbahn der Schülerin oder des Schülers so harmonisch wie möglich zu gestalten.
- Der 3. Schwerpunkt befasst sich mit dem Einbezug der Schülerin bzw. des Schülers und der Eltern. Er setzt das Anwenden von Differenzierung im Unterricht (angepasst an jede Schülerin/jeden Schüler) und eine gut gepflegte Kommunikation zwischen Schule und Eltern voraus.
- Beim 4. Schwerpunkt geht es um die Führung und die Verantwortung. Dieser Schwerpunkt dient dazu, die spezifischen Fähigkeiten der Lehrpersonen gut zu erfassen und zu nutzen sowie die Zusammenarbeit zu stärken.
- Der 5. Schwerpunkt betrifft den Umgang mit den Ressourcen und insbesondere die Art und Weise, wie personelle oder materielle Ressourcen in der Schule eingesetzt werden.
Als Methoden wurden die Selbstbeurteilung und die externe Beurteilung gewählt. Die Selbstbeurteilung erfolgt im Hinblick auf die berufliche Entwicklung der Lehrpersonen. Sie soll die Lehrpersonen und die Schule ermutigen, mögliche Ressourcen und Entwicklungspfade zu identifizieren, um den Schülerinnen und Schülern einen kohärenten Unterrichtsrahmen und optimale Lernbedingungen zu bieten. Hinzu kommt ein Blick von aussen, eine unerlässliche externe Begutachtung. So ist die Schulinspektorin bzw. der Schulinspektor für die externe Beurteilung der Qualität der Schule verantwortlich.
Die Entwicklung der Schulqualität wird nach einer Umfeldanalyse mit konkreten Projekten und gemeinsamen Massnahmen in die Praxis umgesetzt. Das Schulteam analysiert die Bedürfnisse und geht auf diese ein: So wird in einer Schule ein spezielles Unterstützungssystem für Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten eingeführt, in einer anderen ein Kommunikationsplan mit den Eltern erstellt, um sie hinsichtlich der Sicherheit des Schulwegs zu beruhigen, oder in einer weiteren eine Strategie entwickelt, um Schülerinnen und Schüler beim Erwerb von Lernstrategien zu unterstützen. Zwei Ziele sind vorrangig: Erstens gilt es, die Bedürfnisse zu erfassen und darauf einzugehen, und zweitens sollen die Erfolge genutzt und mit anderen geteilt werden.
Das Video ist nur auf Französisch erhältlich.