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| Origenes († 253/54) - Gegen Celsus (Contra Celsum)

Viertes Buch
78.
Celsus hält sich hierauf selbst das entgegen, was zugunsten der Menschen vorgebracht wird, nämlich, es seien die unvernünftigen Tiere ihretwegen geschaffen, und sagt: " Wenn uns jemand die Herrscher der belebten Schöpfung nennen wollte, da wir die übrigen lebenden Wesen jagen und verspeisen, so werden wir fragen: Warum sind nicht wir vielmehr ihretwegen geschaffen, da sie doch Jagd auf uns machen und uns fressen? Aber wir bedürfen auch der Netze und der Waffen und zahlreicher Menschen als Helfer und der Hunde wider die zu erjagenden Tiere; jene dagegen sind von der Natur sofort und an sich mit den Waffen versehen worden, mit denen wir von ihnen leicht bezwungen werden? " Aber gerade da kann man sehen, ein wie starkes Hilfsmittel uns in dem Verstand gegeben worden ist, das mehr Schutz gewährt als jede Waffe, die die Tiere zu besitzen scheinen. Obgleich wir also an Körperstärke den Tieren weit nachstehen und an Körpergröße von einigen gar sehr übertroffen werden, so herrschen wir doch mit unserem Verstand über die wilden Tiere. Wir verjagen die gewaltigen Elefanten; die Tiere, die sich zähmen lassen zwingen wir durch milde Behandlung; gegen diejenigen, die sich nicht zähmen lassen, oder von deren Zähmung wir uns keinen Nutzen versprechen können, verhalten wir uns vorsichtig und schützen uns dadurch vor ihnen, dass wir solche Tiere eingesperrt halten, wenn wir wollen; wenn wir aber ihr Fleisch zu unserer Nahrung brauchen, so töten wir sie ebenso leicht wie die Haustiere. Der Schöpfer hat also den vernünftigen Wesen und ihrem natürlichen Verstand alles dienstbar gemacht. Und zu dem einen Zwecke brauchen wir die Hunde, zum Beispiel zum Bewachsen unserer Schafherden oder Rinderherden oder Ziegenherden oder Häuser, zu anderen Zwecken die Ochsen, zum Beispiel zum Feldbau; die Zug- und Lasttiere verwenden wir wieder zu anderen Dingen. Und so kann man auch sagen, die Löwen, Bären, Panther, Wildschweine und ähnliche wilde Tiere seien uns gegeben, dass wir die in uns vorhandene Anlage zu männlicher Kraft ausbilden können.