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Teurer Treibstoff und millionenteure Raketen: Die Kostenkrise am Roten Meer
Der Konflikt im Roten Meer zwischen den vom Iran unterstützten Huthi-Milizen und dem Westen hat Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Die Angriffe auf Handelsschiffe haben in den letzten Wochen stark zugenommen und stellen eine Bedrohung für den Welthandel dar. Die Sicherheitslage in der Region hat bereits zu Verspätungen und Umleitungen von Schiffen geführt, was zusätzliche Kosten und Lieferverzögerungen zur Folge hat.
Auswirkungen auf den Handel
Die Straße von Bab el-Mandeb zwischen Dschibuti und dem Jemen ist zum Brennpunkt der Angriffe der Huthi-Milizen geworden. Die schmale Meerenge markiert den südlichen Eingang zum Roten Meer, einer wichtigen Wasserstraße zwischen Europa und Asien, die mit dem Suezkanal verbunden ist. Etwa 12 bis 15 Prozent des Welthandels werden über diese Route abgewickelt, darunter ein erheblicher Anteil des Containerverkehrs. Die Angriffe haben dazu geführt, dass Betreiber ihre Lieferungen verzögern oder Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung in Afrika umleiten, was zu Lieferverzögerungen von bis zu zwei Wochen und zusätzlichen Kosten führt.
Mehrere internationale Reedereien, darunter die Mediterranean Shipping Company, die deutsche Reederei Hapag-Lloyd und die dänische Containerreederei Maersk, haben aufgrund der unsicheren Lage im Roten Meer ihre Transporte durch diese Wasserstraße vorübergehend eingestellt. Dies dürfte in den kommenden Wochen zu Preissteigerungen für die Verbraucher führen. Produkte wie schottischer Whisky und Kleidung aus Indien, Vietnam, Thailand und Bangladesch durchqueren den Suezkanal.
Obwohl die aktuellen Auswirkungen nicht mit der tagelangen Blockade des Kanals durch das Containerschiff Ever Given im Jahr 2021 vergleichbar sind, da einige Schiffe den Kanal immer noch passieren können, ist die Situation ebenfalls sehr volatil. Die Angriffe der Huthis sind ein weitaus komplexeres und schwieriger zu lösendes Problem als die Blockade durch die Ever Given. Gleichzeitig wurde der Welthandel bereits durch eine Dürre im Panamakanal eingeschränkt.
Folgen für die Energieversorgung
Das Rote Meer ist auch eine wichtige Route für den Energietransport. Tanker transportieren zwischen 8 und 10 Prozent des weltweiten Öls und bis zu 8 Prozent des verflüssigten Erdgases durch die Meerenge. Der Energieriese BP gehört zu denen, die die Wasserstraße meiden müssen und stattdessen den langen Weg um das Kap der Guten Hoffnung nehmen.
Dadurch steigen die Transportkosten, und das erhöhte Risiko könnte zu höheren Versicherungsprämien führen. Im Dezember stiegen die Gasfutures um 7 Prozent, da die Reedereien ihre Flotten umleiteten und höhere Preise für Januar erwartet wurden. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent stieg um 2 Prozent, nachdem Nachrichten über weitere Zusammenstöße bekannt wurden.
Es wird auch befürchtet, dass die Rolle des Irans bei der Eskalation des Konflikts in der Region zu neuen Maßnahmen westlicher Staaten gegen die Energieexporte des Landes führen könnte. Laut Simone Tagliapietra von der Brüsseler Denkfabrik Bruegel gab es in den letzten Monaten eine „wirklich bewusste Anstrengung“, die Beschränkungen für den Verkauf von iranischem Öl zu lockern. Ein erneuter Konflikt könnte zu einer härteren Gangart gegenüber Teheran führen und Versorgungsängste verstärken.
Schlussfolgerung
Der Konflikt im Roten Meer hat erhebliche Auswirkungen auf den Welthandel und die Energieversorgung. Die Angriffe der Huthi-Milizen haben zu Verzögerungen, Umleitungen und Kostensteigerungen geführt. Die Straße von Bab el-Mandeb, eine wichtige Wasserstraße für den internationalen Handel, ist von den Angriffen betroffen. Reedereien haben bereits ihre Transitrouten geändert und die Passage durch das Rote Meer vorübergehend eingestellt. Dies führt zu Lieferverzögerungen und Preiserhöhungen für die Verbraucher.
Auch die Energieversorgung ist betroffen, da Tanker gezwungen sind, alternative Routen zu nutzen. Dadurch steigen die Transportkosten und möglicherweise auch die Versicherungsprämien. Der Iran spielt in diesem Konflikt eine Rolle, was die Möglichkeit von Maßnahmen gegen seine Energieexporte erhöht.
Es ist klar, dass der Konflikt im Roten Meer erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen hat. Die internationale Gemeinschaft muss zusammenarbeiten, um eine Lösung zu finden und die Sicherheit in der Region wiederherzustellen. Die Auswirkungen auf den Welthandel und die Energieversorgung sind spürbar und erfordern rasches Handeln, um die Kosten zu minimieren und die Stabilität wiederherzustellen.