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| Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)

5. Vortrag.
20.
[Forts. v. [S. 86] ] Ich verwerfe nicht den Johannes, sondern ich glaube vielmehr dem Johannes. Was glaube ich dem Johannes? Was er durch die Taube gelernt hat. Was hat er durch die Taube gelernt? „Dieser ist es, welcher tauft im Heiligen Geiste.“ Wohlan also, Brüder, haltet dies fest, präget es euren Herzen ein. Denn wenn ich heute eingehender darlegen wollte, warum durch die Taube, so reicht die Zeit nicht aus. Denn daß die zu erlernende Sache, welche Johannes an Christus nicht kannte, obwohl er Christus bereits kannte, dem Johannes durch die Taube mitgeteilt wurde, dies habe ich, wie ich glaube, eurer Heiligkeit dargelegt; aber warum diese Sache durch die Taube angezeigt werden mußte, würde ich, wenn es kurz erklärt werden könnte, gerne sagen. Allein weil noch lange darüber zu reden wäre und ich euch nicht belästigen möchte, so wird, wie ich durch eure Gebete unterstützt wurde, das gegebene Versprechen zu erfüllen, durch fortgesetzte fromme Bemühung und gute Gebete euch auch das noch klar werden, warum Johannes das, was er am Herrn kennen lernte, daß nämlich „er es ist, welcher tauft im Heiligen Geiste“ und daß er keinem seiner Diener die Macht zu taufen überließ, nur durch die Taube kennen lernen sollte.