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Dienstag, 25.4.2023
Letzter Tag heute in València…. ich habe gerade mal gerechnet…. seit 2018 ist das der 20. Tag, den wir uns in dieser wunderschönen Stadt aufhalten…. und immer noch sind wir weit davon entfernt, alles Sehenswerte auch gesehen zu haben. Heute wird wieder ein weisser Fleck auf dem Stadtplan geschlossen…. die Llotja de la Seda (span. Lonja de la Seda, dt. Seidenbörse). Diese war ein wichtiger Handelsplatz für Seide im 15. und 16. Jahrhundert. València war zu dieser Zeit eine der wichtigsten Seidenstädte Europas, und die Lonja de la Seda war das Zentrum des Seidenhandels.
Auf dem Weg dahin kommen wir an der Plaça Redonda (span. Plaza Redonda) vorbei…. die ist immer einen Blick und ein paar Fotos wert!
Die Església de Sant Joan del Mercat (span. Iglesia de San Juan del Mercado) gegenüber der Seidenbörse
Links sieht man den Mercat Central (span. Mercado Central, dt. Zentralmarkt)
Das UNESCO-Welterbe Llotja de la Seda (span. Lonja de la Seda) ist ein Meisterwerk der Gótico valenciano (valencianische Gotik) im historischen Zentrum der Stadt. Francesc Baldomar, der Architekt des ursprünglichen Projekts der Lonja, begann mit der Arbeit in den Jahren 1470-1471. Seine Schüler Joan Ivarra und Pere Compte erhielten 1481, fünf Jahre nach seinem Tod im Jahr 1476, den Auftrag, den Bau nach den prächtigen ursprünglichen Plänen, die er in seinen letzten Lebensjahren gezeichnet hatte, fertigzustellen. Für den Bau wurden 25 Häuser gekauft und abgerissen.
Baldomars Ansatz folgte dem Vorbild der Lonja de Barcelona (1380-1392) und der Lonja de Palma de Mallorca (1420-1448) mit spiralförmigen Pfeilern, auf denen die dreischiffigen Kreuzrippengewölbe stehen. Die Lonja wurde zu einem sinnbildlichen Gebäude des Reichtums des Siglo de Oro Valenciano (des valencianischen Goldenen Zeitalters), des 15. Jahrhunderts. Die ersten Steine wurden am 15. Februar 1483 geliefert und es wurde mit dem Bau begonnen. Die Fertigstellung des zinnenbekrönten spätgotischen Baus dauerte bis zum Jahr 1533. Zwischen den Jahren 1541 und 1551 wurde die Lonja de Zaragoza des gleichen Typs errichtet, jedoch bereits im Renaissance-Stil.
Das Obergeschoss der Fassade des Konsulatspavillons besteht aus acht Fenstern mit Spitzbögen, von denen eines verdeckt ist.
Drei der 28 Wasserspeier des Gebäudes…. die meisten mit satirischen oder erotischen Szenen
Ein Video über die Gárgolas (Wasserspeier)
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Das Wappen von València an der rechten Ecke des Gebäudes
Die Lonja besteht aus vier Gebäudeteilen…. dem Torre (Turm), dem Saal Consulado del Mar (Konsulatspavillon), dem Patio de los Naranjos (Hof der Orangenbäume) und dem Salón Columnario oder Sala de Contratación (Säulensaal oder Vertragssaal).
Der Säulensaal…. ist ein grosser Innenraum mit drei Längshallen (Breite 21.4 m) und fünf Querschiffen (Länge 35.6 m), deren Decke eine Reihe von Kreuzrippengewölben ist, mit einer Höhe von 17.4 m, gehalten durch 8 schlanke spiralförmige Säulen und sechzehn Pilaster (tragende Pfeiler), die die Gewölbe tragen.
Die Decke der Säulenhalle
Hier sieht man die in den Mauerverbund eingearbeiteten Teilpfeiler, die auch als Wandpfeiler bezeichnet werden. Sie können tragende statische Funktion haben, müssen aber nicht. Ähnlich wie die Halb- oder Blendsäule kann der Pilaster ein Element der Scheinarchitektur in Putz und Stuck sein…. auch Reliefpfeiler genannt, der als langes Palindromwort bekannt ist.
Entlang des höchsten Teils der vier Wände, der an die Gewölbe grenzt, gibt es lateinische Inschriften in Gold auf einem dunklen, rahmenförmigen Hintergrund, die die Kaufleute an ihre Pflichten als Kaufleute und gute Christen erinnern, nicht mit Wucher im Geschäft zu handeln, um so das ewige Leben zu erlangen.
Inclita domus sum annis aedificata quindecim. Gustate et videte concives quoniam bona est negotiatio, quae non agit dolum in lingua, quae jurat próximo et non deficit, quae pecuniam non dedit ad usuram eius. Mercator sic agens divitiis redundabit, et tandem vita fructur aeterna.
Ich bin ein stolzes Haus, das seit fünfzehn Jahren gebaut wird. Probieren Sie und sehen Sie, meine Freunde, dass es ein gutes Geschäft ist, das nicht betrügerisch mit der Zunge umgeht, das seinem Nächsten schwört und nicht scheitert, das kein Geld für seine Zinsen gibt. Der Kaufmann, der auf diese Weise lebt, wird voller Reichtum sein und schliesslich das ewige Leben geniessen.
Eine beeindruckende Architektur…. und das alles ohne Computer und CAD!
Im ersten Stock, über eine monumentale Steintreppe vom Hof der Orangenbäume zugänglich, befindet sich das Consulado del Mar, eine 1238 gegründete Institution, in der Richter oder Handelskonsuln Sitzungen zu maritimen und kaufmännischen Angelegenheiten abhielten. Der Raum wird auch Cámara Dorada, die Goldene Kammer genannt.
Die Decke aus polychromem Holz ist ein Meisterwerk….
…. genauso wie der Fussboden.
Faszinierend….
…. je nach Blickrichtung sieht’s anders aus!
Der Torre der Lonja, der gleichzeitig mit dem Vertragssaal gebaut wurde, ist viereckig und etwa ein Drittel höher als der Rest des Gebäudes. Die oberen Stockwerke des Turms dienten als Gefängnis und waren für die säumigen Kaufleute, die ihre Zahlungen nicht leisteten, bestimmt.
Das war’s aus València…. wir kommen wieder!
Wir sehen noch einen schönen Sonnenuntergang auf dem Campingplatz…. morgen geht’s weiter!
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