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Kirche Jesu Christi
The Church of Jesus Christ, Bickertoniten Kirche, Rigdoniten Organisation, Bickerton Organisation, Pennsylvania Mormonen
Die Kirche entstand aus einer der vielen Abspaltungen der von Joseph Smith gegründeten Kirche Christi. Nach dem Tod von Joseph Smith erhob sein Erster Ratgeber Sidney Rigdon (1793 – 1876) Anspruch auf die Funktion als Präsident der Kirche. Dieser war dafür aus Pittsburgh, Pennsylvania nach Nauvoo, Illinois angereist. Dies entsprach jedoch nicht den Vorstellungen der Mehrheit, die Brigham Young und dem Kollegium der zwölf Apostel folgten. Da Rigdon weiterhin Anspruch auf die Rolle des Präsidenten machte, wurde er am 8. September 1844 aus der Kirche exkommuniziert. So reiste Rigdon mit seinen verbliebenen Anhängerinnen und Anhängern zurück nach Pennsylvania und setzte sich in Monongahela nieder. Dort steht noch heute das historische Kirchengebäude.
Die neue Glaubensgemeinschaft nannte sich erst Kirche Christi und später Kirche Jesu Christi der Kinder von Zion. Rigdon erklärte die Kriche öffentlich als rechtmässige Weiterführung der von Smith gegründeten Kirche Christi. Rigdon ernannte ein neues Kollegium der zwölf Apostel und die Kirche schien aufzublühen, dies hielt jedoch nur bis zum Jahr 1847 an. Die vielen Differenzen, unteranderem über die Ernennung eines neuen Standortes, führten dazu, dass Anhängerinnen und Anhänger die Kirche verliessen oder erneute Abspaltungen gründeten.
Einer von Rigdon’s grössten Ahängern und ernannter Evangelist in der Kirche war William Bickerton (1862 – 1880). Nach dem Zerfall der Kirche schloss er sich der herkömmlichen HLT-Kirche an und wurde Ältester. Brigham Young soll Rigdon in dieser Zeit besucht und aufgefordert haben, das Prinzip der Polygamy zu lehren. Dies wiedersprach jedoch den Wertvorstellungen von Rigdon und er lehnte dies ab. Er blieb in der HLT-Kirche und leitete eine Niederlassung in West Elizabeth, Pennsylvania. Im Jahr 1862 schlossen sich Rigdon’s Niederlassung und andere aus dem Raum Pennsylvania, Ohio und Virginia zusammen, dessen Wertvorstellungen nicht mit deren aus Salt Lake City übereinstimmten. Gemeinsam gründeten Sie die Kirche Jesu Christi.
Bickerton wurde als rechtmässiger Nachfolger von Joseph Smith sowie Prophet, Seher und Offenbarer ernannt. Er blieb bis zum Jahr 1880 Präsident der Kirche und bis zu seinem Tod im Jahr 1905 Mitglied der Kirche.
Im Gegensatz zu anderen Mormonen-Kirchen setzte sich die Kirche Jesu Christi zu Beginn für eine rassische Integration ein und hiess Mitglieder aus allen Ethnien willkommen. In der Zeit der Segregation in den USA waren zwei Mitglieder des Kollegiums der zwölf Apostel dunkelhäutig und übernahmen wichtige Funktionen in der Kirche.
Viele Mitglieder waren italienische Einwanderer und so konnte sich die Kirche auch in Italien etablieren. Momentan bestehen noch drei Gemeinschaften.
Rockstar Alice Cooper wuchs im Glauben der Kirche Jesu Christi auf, wurde jedoch nie getauft. Sein Grossvater war von 1963 bis 1965 Präsident der Kirche.
Der Glaube und die angewendete Praxis der Kirche Jesu Christi ähneln baptistischen Glaubensgemeinschaften in den USA. Da die Kirche Jesu Christi aus der Mormonen-Bewegung stammt, gibt es jedoch theologische Unterschiede und es wird neben der Bibel auch das Buch Mormon verwendet. Gemeinsam gelten die Bibel und das Buch Mormon als heilige Schriften, die Gottes Plan für die Menschheit darstellen.
Die Kirche Jesu Christi glaubt, dass sie die exakte Darstellung und Weiterführung der von Jesus Christus gegründeten Kirche ist. Hier bezieht sie sich auf das Buch Mormon, in welchem steht, dass viele christliche Glaubensgemeinschaften vom „richtigen“ Weg abgekommen sind und nun die korrekte und wiederhergestellte Offenbarung daliegt. So glaubt auch die Kirche Jesu Christi, dass sie die Weiterführung der von Joseph Smith gegründeten Kirche Christi ist.
Im Gegensatz zu anderen aus dem Mormonentum stammenden Kirchen, sehen sie Joseph Smith nicht als Propheten an. Dies begründet die Kirche wie folgt: „Als Joseph Smith die Offenbarung von Moroni erhielt, wurde klar festgehalten, dass Smith lediglich die Schriften übersetzten soll und es wurde keine andere Aufgabe für ihn vorhergesehen. Die Rolle als Prophet, Seher und Offenbarer wurde von Menschenhand erzeugt und entspricht nicht der Kundgebung von Moroni. Folglich wiedersprechen viele Offenbarungen von Joseph Smith, unternaderem das Buch Lehre und Bündnisse, dem Inhalt des Buch Mormon und der Bibel und die Kirche Jesu Christi kann dies nicht akzeptieren.“
Der gepredigte Glaube hält an die Bibel und das Buch Mormon fest und es gibt keinen grossen Spielraum für Interpretationen.
Die Kirche Jesu Christi behauptet wahrheitsgetreu nach den Predigten und der Praxis von Jesus Christus zu leben. Die folgenden praktizierenden Rituale werden von der Kirche gelistet:
Taufen durch das Eintauchen in Wasser, das Handauflegen als Empfang des Heiligen Geistes, Durchführung des Abendmahls, das gegenseitige Waschen der Füsse, Kranke mit Öl salben, das Ordinieren von sämtlichen spirituellen Kirchenfunktionären und das Segnen von Kindern.
Mitglieder bezeichnen sich untereinander als auch in Ansprachen als Brüder und Schwester. Dies um eine Bescheidenheit und Gleichwertigkeit unter den Mitgliedern zu wahren.
Es werden die Bibel und das Buch Mormon verwendet.
Der Kirchenpräsident und seine zwei Ratgeber sind Mitglieder des Kollegiums der zwölf Apostel. Die zwölf Apostel übernehmen die spirituelle Leitung der Kirche als auch operative und exekutive Funktionen. Sie ernennen unteranderem auch Mitglieder des Priestertums.
Neben Aposteln besteht die Kirchenstruktur aus 70 Evangelisten, Ältesten, Lehrern, Diakonen und Diakoninnen. Alle diese ordinierten Funktionen sind unbezahlt.
Die Kirche ist laut Eigenaussage auf allen Kontinenten bis auf Australien und Antartika vertreten.Sie nennt jedoch keine Zusammenarbeit mit anderen Glaubensgemeinschaften und lehnt auch die Zugehörigkeit zum Mormonentum ab. Daher ist sie auch nicht mit Kirchen aus gleichem Ursprung verbunden.
12’136 Mitglieder