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Als brasilianisches hämorrhagisches Fieber (BHF) wird die Erkrankung bezeichnet, die durch das Sabiá-Virus hervorgerufen wird. Bis heute sind nur sehr wenige Fälle dokumentiert. Die Erkrankung verläuft progressiv und führt zu konstitutiven Symptomen und Hämorrhagien, aber aufgrund einer Beteiligung des zentralen Nervensystems sind auch neurologische Defizite zu beobachten. In schweren Fällen kommt es zu potenziell lebensbedrohlichen Komplikationen wie hochgradiger Bewusstseinstrübung und Schock.
Das kausale Pathogen ist das Sabiá-Virus, eine der fünf Vertreter der Gattung Arenavirus, die in Südamerika beschrieben wurden [1]. Es ist kaum bekannt, wo das Reservoir für das Sabiá-Virus liegt und wie es übertragen wird. Allerdings weiß man, dass andere Arenaviren in Nagern zu finden sind [2]. Der Hauptgrund für das begrenzte Wissen um die Ätiologie und Pathogenese des BHF ist die sehr niedrige Inzidenz der Erkrankung: Im Jahr 1990 wurde das Virus isoliert und beschrieben, nachdem sich eine Agraringenieurin in São Paulo, Brasilien, infiziert hatte [3]. Zwei weitere Fälle waren auf Laborinfektionen zurückzuführen.
Das BHF scheint sich jedoch hinsichtlich der Inkubationszeit und Klinik ähnlich zu verhalten wie andere hämorrhagische Fieber, die auf dem südamerikanischen Kontinent vorkommen. Etwa zwei Wochen nach der Infektion setzen die Symptome schleichend ein, aber die Krankheit nimmt einen progressiven Verlauf [4] [5]:
Südamerikanische hämorrhagische Fieber sind als Multi-Organ-Erkrankungen bekannt [8]. Die Patienten entwickeln Krampfanfälle und neurologische Defizite im Rahmen einer Enzephalopathie [9], aber auch über die Akkumulation von Flüssigkeit in den Körperhöhlen und Hepatitiden wurde berichtet [3]. Aus den anhaltenden Blutungen ergibt sich eine Dehydratation, ein Blutdruckabfall, eine Bewusstseinstrübung bis hin zum Koma, ein hämorrhagischer Schock und schließlich der Tod des Patienten [8] [9].
Patienten, die mit den o.g. Symptomen vorstellig werden, sind einer gründlichen Allgemein- und neurologischen Untersuchung zu unterziehen und bezüglich eines kürzlichen Aufenthalts in Endemiegebieten zu befragen. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht die Einleitung der Therapie, sodass Komplikationen und Mortalität vermieden werden können.
Zunächst sind Blutuntersuchungen anzustellen, wobei BHF-Patienten möglicherweise eine Leukopenie, Thrombozytopenie und sonstige Anomalien, die auf eine Beteiligung der Leber hinweisen, zeigen [3] [10]. Um jedoch die Diagnose BHF stellen zu können, muss in Sabiá-Virus aus Blut- oder Gewebeproben nachgewiesen werden, entweder in einer Reverse Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion oder mit Hilfe eines ELISA [11]. Serologische Analysen können ebenfalls vorgenommen werden. So lassen sich im ELISA, indirekten Immunfluoreszenz-Assay oder Virusneutralisationstest Antikörper gegen Arenaviren nachweisen [11]. Allerdings kann es bis zu drei Wochen dauern, bis eine Serokonversion stattfindet, weshalb zur akuten Diagnose der Antigennachweis besser geeignet ist.