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Fuer heute ist Action angesagt: wir haben bei Gocar ein Mobil reserviert. Mit dem dreiraedrigen Fahrzeug mit Toeffmotor kann man dank dem eingebauten GPS eine Stadtfuehrung auf eigene Faust machen. Sobald man an einem "Point of Interest" vorbeifaehrt, erhaelt man automatisch Informationen zum Objekt. Und theoretisch lotst einen die freundliche "Julia aus Frankfurt", an die schoensten Orte, wo die Tour-Busse nicht hinkommen. Leider ist Julia (die deutsche Version zumindest) nicht ganz sattelfest mit der Geografie Lissabons, so dass wir uns nach kuerzester Zeit verfahren und unsere eigene Tour fahren. Es erweist sich als sehr hilfreich, dass Joël in der Schule gelernt hat Karte zu lesen! Er navigiert uns zuverlaessig durch das Gewirr von unzaehligen Einbahnstrassen. Vielleicht sollten wir Julia mal in die Schule zu Frau Leuzinger und Frau Fenini schicken! ;-)
Wir waehlen die Tour durch Belém, da die Sehenswuerdigkeiten hier weit auseinanderliegen - ideal fuer uns mit unserem supercoolen Toeff!
Als erstes besuchen wir den Markt und decken uns mit Fruechten und Saeften ein. Auf dem Weg vom Stadtzentrum nach Belém fahren wir unter der Bruecke des 25 Aprils durch, die ueber den Tejo fuehrt und der Golden Gate in San Francisco nachempfunden wurde. Sie wurde von der gleichen Firma gebaut und Julia erzaehlt uns, dass dies 1966 im Auftrag des Diktators Salazar geschah, und dass sie frueher "Ponte Salazar" hiess. Bis man die schlechten Erinnerungen an den Tyrannen loswerden wollte und sie umbenannte, in Erinnerung an die "Nelkenrevolution" vom 25. April 1974, an dem Tag, andem die Portugiesen die Demokratie zurueckerhielten.
Dann kommen wir am "Palacio de Belém" vorbei, dem Koenigspalast, in dem die Koenigsfamilie das grosse Erdbeben von 1755 nahezu unversehrt ueberlebte, waehrend der Palast im Stadtzentrum von dem Beben und der nachfolgenden Flutwelle voellig zerstoert wurde. Heute ist es der Sitz des Praesidenten. Eine gruene Fahne zeigt an, ob der Praesident zu Hause ist - heute ist er ausgeflogen!
Vor der Pastelaria, wo die weltberuehmten "Pasteis de Belém" verkauft werden, steht wie immer eine lange Schlange. Die Suessigkeiten muessen wirklich gut sein...!
Als wir das Kloster "Mosteiro dos Jerónimos" erblicken, staunen wir ab der Groesse. Der endlos scheinende Westfluegel war frueher Schlafsaal der Moenche und beherbergt heute ein Museum.
Wir tuckern durch den Strassenverkehr weiter zum "Padrão dos Descobrimentos", einem massiven Denkmal, das den Entdeckern des 15. und 16. Jahrhunderts gewidmet ist. Seine Lage am Tejo, die Golden Gate im Hintergrund, sind atemberaubend, auch wenn dem Monument die Eleganz gaenzlich abgeht. Vom anderen Ufer des Tejo winkt uns Cristo Rei, die Statue, deren Antlitz uns von Bildern von Rio de Janeiro bestens bekannt ist.
Zum Zvieri goennen wir uns Suesses aus der Pastelaria und einen Galão, ein Kaffee mit viel Milch und ganz wenig Kaffee. Ein bisschen Shopping vertreibt uns die Zeit bis zum Apéro und als die Geschaefte schliessen setzen wir uns ins Hard Rock Café und bestaunen die vielen Kleidungsstuecke und Gitarren von Beruehmtheiten wie Madonna, Prince, usw.
Den ereignisreichen Tag lassen wir in einer Marisquería ausklingen, bei Weisswein aus dem Dão (danke fuer den Tipp, Thierry, schmatz!), Gambas und Pulpo vom Grill, der hier Polvo heisst.