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Einleitung
Bösartige Schleimhautwucherungen (Karzinom) im Dickdarm (Kolon = Dickdarm) oder im Enddarm (Rektum = Enddarm) werden Kolonkarzinom, respektive Rektumkarzinom genannt und stellen in Westeuropa die dritthäufigste Krebserkrankung bei Mann und Frau dar. Diese beiden Lokalisationen alleine machen ungefähr 10 % aller jährlich neu diagnostizierten Krebserkrankungen aus.
Das Kolonkarzinom entsteht häufig aus einem Polypen und kann überall im Kolon auftreten (Abb.1). Infolge dieses Tumors kann es zu Blutbeimischung zum Stuhl kommen. Er kann im Spätstadium auch zu einem Darmverschluss führen.
Risikofaktoren
Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, nimmt mit steigendem Alter zu. Männer erkranken im Durchschnitt mit etwa 65, Frauen mit ca. 70 Jahren. Nur 10% der Dickdarmkarzinome entstehen bei Patienten unter 40 Jahren. Aufgrund der Konzentration der Erkrankung auf das höhere Alter sollte ab 50 Jahren alle 10 Jahre zur Vorsorge eine Dickarmspiegelung durchgeführt werden. Durch eine Dickdarmspiegelung kann ein Tumor auch schon in einem frühen Stadium sichtbar gemacht werden. Erstgradige Verwandte (Eltern, Geschwister) von Patienten mit Darmkrebs haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls an einem kolorektalen Karzinom zu erkranken. Ein sehr hohes Darmkrebsrisiko weisen Patienten mit den seltenen Erkrankungen FAP (familiäre adenomatöse Polyposis) oder dem hereditären, nicht-polypösen kolorektalem Krebssyndrom (HNPCC) auf. Der Verdacht auf ein HNPCC besteht, wenn mehrere erstgradige Verwandte in relativ jungen Jahren an Darmkrebs erkranken.
Symptome
Der Dickdarmkrebs zeigt leider häufig keine Symptome. Auch darum sollte wie bereits erwähnt alle 10 Jahre eine Dickdarmspiegelung zur Vorsorge durchgeführt werden. Wenn Symptome auftreten, dann sind dies Blutbeimengungen beim Stuhlgang, Stuhlunregelmässigkeiten (Durchfall wechselnd mit Verstopfung), Schmerzen und Gewichtsverlust. Bei derartigen Beschwerden sollte unbedingt der Hausarzt aufgesucht werden, damit dann eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie) vorgenommen wird. Aber auch bei ungewolltem Gewichtsverlust sollte eine Vorstellung beim Hausarzt erfolgen. Sämtliche Abklärungen sind umso wichtiger, wenn gleichzeitig Hämorrhoiden oder eine Analfissur bestehen, die ähnliche Symptome verursachen können und damit die Symptome eines Dickdarmkrebs maskieren und die Diagnose verzögern.
Prognosen
Trotz der Diagnose einer bösartigen Erkrankung kann heutzutage bei einem Grossteil der Patienten mit Darmkrebs eine Heilung erzielt werden. Die Heilung wird durch die radikale Entfernung des tumortragenden Darmabschnitts in einer onkologischen Operation erzielt.
Auch bei Patienten mit Absiedelungen der Erkrankung in anderen Organen (Metastasen) sind in den letzten Jahren grosse Fortschritte erzielt worden, sodass auch bei diesen Patienten zunehmend eine Heilung erreicht werden kann. Da meist die Leber von Absiedelungen betroffen ist, arbeiten wir eng mit dem Team Leber und Gallenwege zusammen.
Abbildung 1:
Schematische Darstellung des gesamten Dickdarmes
(Kolon)
1. Aufsteigendes Kolon (Kolon ascendens)
2. Querkolon (Kolon transversum)
3. Absteigendes Kolon
(Kolon descendens)
4. Mastdarm (Kolon sigmoideum)
5. Enddarm
(Rektum)
6. Tumor (Karzinom)
Behandlung des Dickdarmkrebses
Die Operationen werden bei uns standardmässig minimal-invasiv, also mit nur einzelnen kleinen Hautschnitten (sog. Schlüssellochtechnik oder Laparoskopie). Für diese Chirurgie (laparoskopische Dickdarmentfernung) wird eine Kamera über einen kleinen Schnitt (2cm) am Bauchnabel in den Bauchraum eingeführt (Abb. 2 und 3). Mithilfe weiterer feiner Instrumente, welche im Mittel- und Unterbauch durch kleine Hautschnitte (0.5-1.5cm) eingeführt werden, kann der betroffene Dickdarmabschnitt im Bauch gelöst und anschliessend über einen etwa 7 bis 10 cm grossen Schnitt im Mittel- oder Unterbauch entfernt werden. Anschliessend werden die verbleibenden Darmenden miteinander verbunden (Anastomose). Nach der Operation können sie in der Regel innerhalb von wenigen Tagen wieder normal essen und sich frei bewegen.
Mittlerweile wird auch oft ein Operations-Roboter eingesetzt, mit dem in Kombination mit unserer grossen laparoskopischen Erfahrung auch in schwierigeren Fällen ein grosser Hautschnitt oft vermieden werden kann.
Der Vorteil aller minimal-invasiven Techniken ist, dass die Erholung nach der Operation rasch vorangeht und die kleinen Schnitte kosmetisch unauffällig sind.
Bei uns ist nur noch in vereinzelten Fällen bei Dickdarm-Operationen ein längerer Hautschnitt notwendig. Dies kann zum Beispiel notwendig werden, wenn ein Patient schon mehrfach operiert wurde. Dann wird die Operation sogenannt «offen» durchgeführt und das betroffene Dickdarmstück über einen Schnitt in der Mitte des Bauches entfernt (offene Dickdarmresektion). Alle Techniken sind bezüglich der Radikalität (umfassende Entfernung des kranken Gewebes) und Aussicht auf Heilung gleichwertig.
Abbildung 2:
Laparoskopische Kolonsegmentresektion
Ein künstlicher Darmausgang kann in den allermeisten Fällen vermieden werden. Falls er doch notwendig sein sollte, berät und unterstützt unsere Stomapflege in allen Belangen.
Nach der Operation fördern wir die frühe Mobilität und Selbständigkeit, um Ihnen eine rasche Rückkehr in Ihre häusliche Umgebung zu ermöglichen.
Abbildung 3:
Arbeitstrokare und Schnittführung bei einer
laparoskopischen Entfernung des Dickdarmes.
Operationsinformationen
Laparoskopische Dickdarmsegmentresektion beim bösartigen
Tumor
|Vorbereitung: ||kleiner Einlauf |
|Anästhesie: ||Vollnarkose|
|180 bis 240 min|
|Krankenhausaufenthalt: ||5 bis 7 Tage|
|Arbeitsunfähigkeit:||3 bis 4 Wochen|
|Nachbehandlung: |
keine Fadenentfernung
Evt. Chemotherapie
|Nachkontrollen:|
Offene Dickdarmsegmentresektion beim bösartigen Tumor
|Vorbereitung: ||kleiner Einlauf |
|Anästhesie: ||Vollnarkose|
|120 bis 180 min|
|Krankenhausaufenthalt: ||7 bis 10 Tage|
|Arbeitsunfähigkeit:||4 bis 5 Wochen|
|Nachbehandlung: |
keine Fadenentfernung
Evt. Chemotherapie
|Nachkontrollen:|
Das Kolorektal-Team (Lower GI Team) bietet eine umfassende Behandlung für alle Erkrankungen des Darmes (Dünn-, Dick- und Enddarm) und des Afters (Proktologie) auf universitärem Niveau an. Auch können unsere Patientinnen und Patienten an klinischen Studien teilnehmen und erhalten so Zugang zu den neuesten und innovativsten Therapien.
Kolorektale Chirurgie Proktologie Online-Anmeldung für Ärzte & Spitäler
Verantwortliche Kaderärzte
Prof. Dr. Matthias Turina, PhD
Dr. Andreas Rickenbacher
Dr. Daniela Cabalzar-Wondberg
PD Dr. Karoline Horisberger
Sprechzimmer
UniversitätsSpital Zürich
Kolorektale Sprechstunde
Ambulante Disposition (AUFN A 370)
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Kontaktadresse
UniversitätsSpital Zürich
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