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Bei der zweiten Runde der Kommunalwahlen in Frankreich ist der Kandidat des rechtsextremen Front National (FN), Robert Ménard, zum Bürgermeister der Stadt Béziers im Süden des Landes gewählt worden. Auch in Fréjus war die Partei gemäss Hochrechnungen siegreich.
Dagegen scheiterte der FN-Kandidat im südfranzösischen Perpignan. Die Stadt Avignon, wo die Rechtsextremen ebenfalls in der ersten Runde stark waren, ging laut Ipsos an die Sozialisten. In zahlreichen Städten musste die Regierungspartei jedoch ihre Mehrheiten abgeben.
Ménard hat als ehemaliger Chef der Organisation Reporter ohne Grenzen Bekanntheit erlangt. Der 60-Jährige ist parteilos, war aber von einer rechten Liste unter massgeblicher Beteiligung der FN unterstützt worden. Der frühere Präsidentschaftskandidat François Bayrou gewann derweil die Bürgermeisterwahlen in der südfranzösischen Gemeinde Pau.
Die sozialistische Regierung von Präsident François Hollande zeigte sich von den Resultaten enttäuscht. Die Ergebnisse seien «unbestreitbar schlecht für die Linke» und «enttäuschend», sagte Regierungssprecherin Najat Vallaud-Belkacem dem Sender TF1. Der Wahlausgang könnte auch einen Umbau in der Regierung Hollandes nach sich ziehen. Jean-François Copé, Chef der konservativen UMP, sprach angesichts der Erfolge seiner Partei von einer «Welle», die das Land erfasst habe.
Die Wahlbeteiligung im zweiten Durchgang betrug gemäss Umfragen zweier Institute 61,5 Prozent. Das ist ein historischer Tiefstwert. Der FN hatte in der ersten Runde vor einer Woche überraschend stark abgeschnitten. Er war in 328 der insgesamt 6455 Gemeinden in der Stichwahl vertreten; in der ersten Runde war er in 21 Kommunen auf den ersten Platz gekommen. Parteichefin Marine Le Pen ging davon aus, dass ihre Partei «vielleicht 1200» Stadt- und Gemeinderäte in Frankreich stellt. (sza/sda)