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Die Feier sei gut über die Bühne gegangen, erklärte der Präsident des Organisationskomitees, Domenico Mesiano, auf Anfrage. Sie sei emotional gewesen, aber auch geprägt von Geselligkeit und vom Austausch unter den Teilnehmenden.
Im offiziellen Teil der Gedenkfeier, gedachte der Walliser Staatsrat Jacques Melly der Arbeiter, die am 30. August 1965 gegen 17.15 Uhr "im Dienst für das Land und den Kanton" ihr Leben lassen mussten. "Wir sind zusammengekommen, um uns die Katastrophe wieder ins Gedächtnis zu rufen, aber, vor allem, um uns der Opfer zu erinnern."
Regierungspräsident Melly sprach den Arbeitern, "die ihr Wissen für den Fortschritt ihres Gastlandes eingesetzt haben", seine "aufrichtige Anerkennung" aus und entrichtete ein "tief empfundenes Merci". Unter den 88 Opfern, die vor 50 Jahren während des Baus des Mattmark-Staudamms unter Millionen von Kubikmetern Eis und Geröll der Zunge des Allalingletschers umkamen, befanden sich 56 Italiener, 23 Schweizer, vier Spanier und fünf Menschen aus anderen Nationen.
In Anspielung auf die Empörung nach dem Freispruch der Verantwortlichen der Katastrophe und der Tatsache, dass den Klägerfamilien die Hälfte der Prozesskosten auferlegt wurden, erklärte Melly, dass der Gedenkanlass nicht der Abrechnung diene. Viel mehr gehe es darum, die Tragödie mit Hilfe der historischen und politischen, der wirtschaftlichen und sozialen sowie der kulturellen und didaktischen Aufarbeitung zu verstehen.
Die Aufgabe der Politik sei es, in grossen Linien zu denken und zu planen, Präventionsmassnahmen zu erarbeiten, um solche Katastrophen künftig zu vermeiden, erklärte der Walliser Politiker vor den Teilnehmenden.
Die Feier hatte mit einer Gedenkmesse begonnen. Sie wurde vom italienischen Bischof von Belluno-Feltre, Giuseppe Andrich, und vom Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey, geführt. Ein Angehöriger eines Opfers las ein Gedicht. "Das war ein besonders berührender Moment", sagte Mesiano.
Nach dem offiziellen Teil wurde eine Gedenktafel mit einem italienischen und einem deutschen Satz aufgestellt und von den Bischöfen gesegnet. Sie ehrt die 88 Arbeiter.