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Rund 500 Temperatur-Datensätze aus allen Kontinenten ausser Afrika hat eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern zusammengetragen. Die Daten stammen aus Baumringen, Pollen oder Korallen; aus See- und Meeressedimenten, Stalagmiten und historischen Dokumenten und reichen insgesamt 2000 Jahre zurück. Erstellt wurde die Studie für das Projekt «Pages 2k Network», das von der Universität Bern initiiert und koordiniert wird.
Im Norden anders als im Süden
Die ausgewerteten Daten zeigen, dass die wirklich grossen Klima-Trends auf dem ganzen Globus aufgetreten sind – allen voran eine Abkühlung von durchschnittlich 0,2 Grad pro 1000 Jahre über den gesamten Zeitraum, die Ende des 19. Jahrhunderts endete. Ursache für die Abkühlung waren Faktoren wie die Aktivität der Sonne und von Vulkanen.
Auch globale Perioden wie die «kleine Eiszeit» ab der Renaissance und die «Mittelalterliche Warmzeit» um 1000 nach Christus konnten die Forscher deutlich ausmachen. Sie fanden heraus, dass sich das Klima auf der Nordhalbkugel anders als das der Südhalbkugel entwickelt hat. So ist die Mittelalterliche Warmzeit auf der Nordhalbkugel deutlich früher eingetreten als im Süden. Vermutlich sind die Temperaturausschläge auf der Südhalbkugel durch den grossen Ozeankörper gedämpfter.
Menschengemachter Einfluss
Erst die Erwärmung der jüngsten Zeit, so die Studie, hat den langfristigen Trend zur Abkühlung unterbrochen. Die Forscher ermittelten, dass die globale Durchschnittstemperatur in den letzten 1400 Jahren wahrscheinlich nie höher lag als zwischen 1971 bis 2000. Einzig in der Antarktis blieb es kalt.
«Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dies der menschliche Einfluss», sagt Projekt-Koordinator Heinz Wanner. Der emeritierte Professor für Klimatologie erhofft sich von den Ergebnissen aus der Vergangenheit Erkenntnisse für die Zukunft. Mit den erhobenen Daten soll die Wissenschaft nun besser abschätzen können, welche Bedeutung der menschliche Einfluss hat.
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