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Die amerikanische Barna-Forschungsgruppe hat ihren neuen Report«Reviving Evangelism» (Die Evangelisation wiederbeleben) herausgegeben. Eine der zentralen Erkenntnisse der Forschungsarbeit ist, dass «Millennials» in Bezug auf die Evangelisation im Konflikt stehen; fast die Hälfte der Christen dieser Altersgruppe der 22-37jährigen glaubt, dass es falsch ist, mit einer Person anderen Glaubens über den eigenen Glauben zu reden in der Hoffnung, dass der andere eines Tages auch zum Glauben kommt.
Wichtigkeit von Jesus: grosse Übereinstimmung
Zwischen 94 und 97 Prozent der befragten Christen in den USA sind der Meinung, dass es «das Beste, was jemandem passieren kann, ist, Jesus kennenzulernen». Und Millennials fühlen sich mehr als andere Altersgruppen befähigt, Antworten zu geben, wenn sie über ihren Glauben befragt werden. Unter den Angehörigen der Generation X sind es 66, unter den Boomers 59 und den Senioren 56 Prozent.
In interessantem Gegensatz dazu steht nun die Überzeugung von 47% der Millennials, dass es falsch ist, zu «Menschen anderen Glaubens» über den eigenen Glauben zu reden. Noch bei der Generation X waren nur 27% dieser kritischen Ansicht, bei den Boomers und den Senioren nur rund 20%.
Am Wissen liegt es bei den Millennials also nicht. Was ist der Grund, dass sie der Evangelisation so kritisch gegenüberstehen?
Höhere kulturelle Sensitivität
Nach Barna sind jüngere Christen sich der «kulturellen Temperatur» in Bezug auf religiöse Gespräche mehr bewusst als ältere Generationen. Die Wahrscheinlichkeit ist auch grösser, dass die jüngere Generation Freunde oder Familienangehörige hat, die einen anderen Glauben als den christlichen vertreten.
Nach Ansicht Barnas ist es heute schwieriger, das Evangelium weiterzusagen, weil unsere Kultur «allgemein gegen Gespräche ist, wo die Unterschiede der Menschen im Vordergrund sind». Eine weitere Frage unterstützt das: 40% der Millennials empfinden, «wenn jemand nicht deiner Meinung ist, heisst das, dass er dich kritisiert bzw. verurteilt». Bei der Generation X waren nur gut die Hälfte dieser Meinung, bei den Boomers nochmal halb so wenig (rund 10%). Eine frühere Untersuchung hatte ergeben, dass drei von fünf Millennials glauben, dass Menschen einen Anstoss daran nehmen, wenn man seinen Glauben mit ihnen teilen will.
«Resilienten Glauben entwickeln»
Nach Ansicht des Präsidenten der Barna-Forschungsgruppe zeigt der Report die Wichtigkeit für Christen, ihren Glauben in bestimmten Überzeugungen abzustützen; unter anderem gehört dazu die Überzeugung, dass «Menschen zu evangelisieren gut ist und wert, Zeit, Energie und Mittel hier zu investieren… Wir müssen junge Christen lehren, dass Evangelisation ein lebenswichtiger Bestandteil der Nachfolge Jesu Christi ist».
Und er fährt fort: «Eine tiefe, resiliente christliche Überzeugung zu entwickeln ist schwierig in einer Welt, wo jeder 'sein Ding tut' und wo man auf keinen Fall die Entscheidungen eines anderen kritisieren darf. In unserer Kultur kommen halt Gefühle zuerst.» Und er schliesst: «Mehr denn je müssen wir klarmachen, dass es bei Evangelisation nicht nur um die Rettung von Verlorenen geht; wir müssen uns selbst immer wieder daran erinnern, das das alles wichtig ist, dass man der Bibel vertrauen kann und dass Jesus alles verändert.»