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Es war im alten Flughafen von Bukarest im Jahr 1990. Ich war dort als IKRK-Delegierter und wartete mit einem Vertreter der rumänischen Armee auf Gäste. Im Lauf des Gesprächs fragte mich der rumänische Offizier, ob ich wüsste, dass der rumänische Tenor Joseph Schmidt in der Zeit des Zweiten Weltkriegs in der Schweiz gestorben sei. Ich wusste es nicht, hatte den Namen bisher noch nie gehört.
In Czernowitz erinnert ein Stern – nachts von unten beleuchtet – auf dem Theaterplatz an den grossen Tenor. Und im Kino – in der einstigen Synagoge – ist ein Gedenktafel zu finden.
1904 kam Joseph Schmidt in Dawideny bei Czernowitz zur Welt. Als Tenor erlebte er eine triumphale Karriere in den 30er Jahren – nicht zuletzt dank dem Titelsong zum Film „Ein Lied geht um die Welt“. Seine Flucht aus Deutschland führte über mehrere Etappen in die Schweiz, wo er 1942 ankam und ins Internierungslager von Girenbad im Zürcher Oberland verbracht wurde. Eine vermeintlich harmlose Erkältung erwies sich als schwere Erkrankung, die am 16.November 1942 zu seinem Tod führte. Schmidts Grab ist im jüdischen Friedhof Friesenberg in Zürich-Wiedikon.