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Shalom!
Viele Menschen bei uns kennen das hebräische Wort shalom. Es heisst "Frieden" – ein Wort, das schön im Ohr und schöner noch in friedfertigen Herzen klingt. In der ersten Übersetzung des Alten Testaments, der sogenannten "Septuaginta", finden wir ungefähr 25 verschiedene Worte für shalom – es ist ein weit gefasster Begriff, so weit wie das, was "Frieden" für die Menschen bedeuten kann.
Verwandt ist shalom unter anderem mit shilum, was "erstatten" heisst (vgl. Jesaja 34,8), und mit shalem, was eine Vollendung anzeigt (Mauerbau in Nehemia 6,15) oder ein "Vollkommen-vollendet-Sein". Das Wort wird in 2. Chronik 8,16 auch verwendet, um den Tempelbau Salomos zu beschreiben. Zusammengefasst steht shalom-Frieden für "Wohlbefinden, Unversehrtsein, gesundes und vollkommenes Leben, Vollendetsein".
Dies alles – so weiss es schon das Alte Testament – geht nicht ohne den, der im Jesajabuch 9,6 "der Friedefürst" heisst! Nur er bringt alles zur Vollendung, was sich der Mensch seit eh und je wünscht.
Im Neuen Testament ist klar, wer dieser personifizierte Frieden ist: Jesus Christus. Im Epheserbrief 2,14 steht (frei übersetzt): "Denn er ist unser Frieden, der aus zweien eines gemacht hat und damit die Zwischenwand abbrach." Aus zweien eins machen? Ja, denn Frieden zeigt sich im Neuen Testament als etwas, das nicht alleine oder nur mit sich selbst erreicht werden kann.
Es braucht zwei, damit echter Frieden herrschen kann. So wie zwischen dem Menschen und seinem Gewissen. Oder zwischen Gott und Mensch. Oder zwischen Israel und den Nationen. Oder zwischen Mann und Frau, zwischen Alt und Jung usw. Jesus bricht Mauern ab, wenn er als Friedefürst wirkt und sich zwischen zwei Pole stellt.
Eirene hymin!
"Frieden euch!" Dies ist der erste Gruss von Jesus, als er nach der Auferstehung bei seinem Jüngerkreis eintritt (Johannes 20,19). Im Neuen Testament wird aus shalom das griechische eirene. Es beinhaltet sicherlich die alttestamentliche Bedeutung, fügt jedoch einen weiteren Gedanken hinzu – den der Gnade. Bei eirene klingt das Wort eiretai mit, frei übersetzt mit "Er ist (mit Frieden?) beredet worden". Frieden hat der Mensch also, dem der Gott des Friedens mit seinem Wort, seinem Zuspruch, Gnade gibt.
Gnade, griechisch charis, bedeutet ein "mit Freuden gegebenes Geschenk". Dieses Geschenk, diesen Friedensgruss, hatten die Jünger sehr nötig. Sie waren noch von Furcht vor den Juden geprägt, wie uns auch der Text aus Johannes 20,19 aufzeigt. Angst bringt Unfrieden, Jesus bringt Frieden.
Der Gott des Friedens
Der Frieden, den Gott uns durch Jesus Christus gibt, kommt am besten aus einer inneren Gebetshaltung, aus einem Abladen von Sorgen bei ihm. Paulus schreibt dies den Philippern im Kapitel 4,6–7. Gläubigen Menschen ist der gesuchte und gefundene innere Frieden ein lebenswichtiges Element ihres Glaubens. Paulus berichtet weiter in den Versen 8–9, wie man durch das Einüben guter Gedanken und durch sein Vorbild von dem "Frieden, der höher ist als alle Vernunft" zu einem noch "besseren Frieden" gelangt – nämlich zu dem "Gott des Friedens"!
Immer wieder einmal mit Frieden beschenkt zu werden, ist schön. Aber vergessen wir nicht, dass uns Gott mehr noch mit der Gewissheit seiner Gegenwart beschenken will. Und dies ist der dauerhafte Frieden.