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Esat (Ezzat) al-Kamhawi (El Kamhawy) (EG)
Bait al-Dîb
2010
Als das Verhältnis des Gärtners zu seinem Garten bezeichnete Esat al-Kamhawi einmal seine Beziehung zu seiner Privatbibliothek. Gehegt und gepflegt wird darin. Und vielfältig will er sie halten, ebenso wie sein Schreiben. Bei jedem neuen Werk zeigen sich seine Kritiker aufs Neue überrascht über ein neues Thema, einen neuen Stil, eine neue Stimmung. Einig sind sich diese Kritiker, dass in allen Werken al-Kamhawis das Spielerische sichtbar wird. Und das will der Autor so: Schreiben als ernstes Spiel.
Aus: Esat (Ezzat) al-Kamhawi (El Kamhawy). Bait al-Dîb. 2010
Hochbetagt konnte Mubaraka al-Fuli noch erleben, dass ihre Enkel mit Freunden überall auf der weiten Welt plauderten, ohne sie je zu sehen. Da bat sie sie doch einmal an Gott zu schreiben. «Nur eine kleine Notiz, die ihn an mich erinnert», bettelte sie. Der Junge, der am Computer sass, richtete sehr ernst eine neue Seite ein und bat seine Grossmutter zu diktieren, was er schreiben solle. Sie hub zu einem gewaltigen Prolog an, den der Junge emsig schrieb. Doch ihre Unsicherheit bei der Wortwahl brachte ihn schliesslich zum Lachen. Er hielt inne und fragte sie scherzhaft, warum sie es denn so eilig habe. «Weil es eine Schande ist. Es ist wirklich eine Schande.» Sie fürchtete, schamlos zu erscheinen, weil sie ein so hohes Alter erreicht hatte. Und sie redete, als versuchte sie, sich von der Peinlichkeit einer Existenz in einer so unangemessenen Situation rein zu waschen.