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(ergänzt mit weiteren Details, v.a. zu Inflation)
Zürich (awp) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält an ihrer expansiven Geldpolitik fest. Sie hat das Zielband für den Dreimonats-Libor unverändert auf 0,0% bis 0,75% belassen, wobei ein Dreimonats-Libor im unteren Bereich des Zielbandes um 0,25% angestrebt wird, wie sie am Donnerstag mitteilte. Am gestrigen Mittwoch war der Libor bei 0,175% festgesetzt worden. Der Zinsentscheid war in dieser Form von den meisten Ökonomen erwartet worden.
Die Prognose der SNB für das reale Bruttoinlandprodukt BIP im Jahr 2011 lautet weiter "rund 2%". Die Inflationsprognose für 2011 hat sie auf 0,9% (von 0,8%) erhöht, diejenige für 2012 auf 1,0% (1,1)% und diejenige für das Jahr 2013 auf 1,7% (zuvor 2,0%) gesenkt.
Die weltweite Konjunkturerholung setze sich fort, auch wenn sich die Aussichten in den letzten Wochen leicht eingetrübt hätten, meint die SNB. Die Schweizer Wirtschaft sei zunehmend gut ausgelastet. Sie profitiere trotz der starken Aufwertung des Frankens weiterhin von der robusten internationalen Nachfrage. Allerdings gerieten die Margen der Exportwirtschaft zunehmend unter Druck.
Insgesamt überwögen jedoch weiterhin die Abwärtsrisiken. Dazu zähle insbesondere die Schuldenproblematik in den peripheren Ländern der Eurozone. Zudem sähen sich aufgrund hoher Defizite weltweit verschiedene Länder dazu gezwungen, fiskalische Konsolidierungsmassnahmen zu ergreifen, obwohl ihre Wirtschaftslage fragil sei.
Der erfolgte Rohstoffpreisanstieg belastet laut SNB das Wachstum der Weltwirtschaft und birgt Gefahren für die globale Teuerungsentwicklung. In der Schweiz bleiben nach Ansicht der Notenbanker die Hauptrisiken einerseits die Auswirkungen der Frankenstärke auf die Exportwirtschaft, andererseits die Überhitzungsgefahr im Immobiliensektor.
Die bedingte Inflationsprognose der Nationalbank liegt bis Anfang 2012 über der Prognose vom Vorquartal. Dies sei auf die Annahme eines im Vergleich zum Vorquartal höheren Ölpreises und etwas höherer Importpreise zurückzuführen, heisst es. Wegen der jüngsten Aufwertung des Frankens und des etwas schwächeren internationalen Wachstums falle die neue Prognose im Verlauf von 2012 unter diejenige vom März. Gegen Ende des Prognosezeitraums steige die Teuerung rasch an und überschreite die Grenze von 2%.
Daraus gehe hervor, dass die gegenwärtige, expansive Geldpolitik nicht über den gesamten Prognosehorizont weitergeführt werden könne, ohne die Preisstabilität längerfristig zu gefährden. Aufgrund der erwähnten Risiken sei die bedingte Inflationsprognose jedoch mit hoher Unsicherheit behaftet.
uh/ps
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