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Die Aufgabe von Urin, der in den Nieren produzier wird, ist das Ausscheiden von Stoffwechselprodukten, Giften, Fremdsubstanzen und überschüssigem Wasser. Darum lassen sich im Urin bestimmte Stoffe wie Eiweiss, Glukose oder Bakterien nachweisen.
Der Urin kann also bestimmte Risiken für dem Verlauf der Schwangerschaft erkennen. Aus diesen Grund wird Ihr Urin bei jeder Schwangerschaftskontrolle auf folgende Bestandteile untersucht:
Eiweiss (Protein) im Urin
Geringe Mengen Eiweiss im Urin sind normal und nicht besorgniserregend. Bei einem zu hohen Wert ist eine Erkrankung jedoch wahrscheinlich, zum Beispiel eine Harnwegsinfektion. Auch weisse Blutkörperchen (Leukozyten), Nitrit und Sediment im Urin können – wie Eiweiss – auf einen Harnwegsinfekt hinweisen.
Besonders wichtig wird die Analyse des Eiweisswertes im Urin in der späteren Schwangerschaft. Dann kann ein zu hoher Eiweisswert nämlich ein Anzeichen für eine eingeschränkte Nierentätigkeit bei Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung, Gestose) sein. Zu den Symptomen der Präeklampsie gehören Wassereinlagerungen vor allem in den Beinen und Händen, eine starke Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, Sehstörungen und Bluthochdruck. Durch die regelmässige Untersuchung des Urins auf Eiweiss und die Kontrolle des Blutdrucks kann eine beginnende Präeklampsie in den meisten Fällen rechtzeitig erkannt werden.
Zucker (Glucose) im Urin
Wenn im Urin wiederholt hohe Zuckerwerte gefunden werden, kann dies auf einen Diabetes mellitus, also eine Zuckerkrankheit, hinweisen. In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft kann es auch bei Nicht-Diabetikerinnen zu einer meist leichteren, weniger gravierenden Form der Zuckerkrankheit kommen, die als Gestationsdiabetes (GDM) bezeichnet wird. Dieser Schwangerschaftsdiabetes tritt wahrscheinlich bei 5-10% aller Schwangerschaften auf und gehört damit zu den häufigsten Komplikationen.
Der Schwangerschaftsdiabetes verschwindet normalerweise schon kurz nachdem die Plazenta ausgestossen wird. Bei manchen Frauen bleibt die Stoffwechselstörung jedoch auch noch nach der Geburt bestehen, und bei 30-50% aller Mütter kommt es innerhalb von fünf bis zehn Jahren nach der Geburt zu einem echten Diabetes mellitus vom Typ I oder II.
Bakterien im Urin
Selbst wenn bei der Schwangerschaftskontrolle Bakterien im Urin festgestellt wurden, ohne dass Sie Beschwerden haben, ist eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich. Da während der Schwangerschaft die Harnwege erweitert sind, können Bakterien leichter eindringen und sich in der Blase vermehren. Harnwegsinfekte in der Schwangerschaft sollten immer behandelt werden, da sie nicht nur das Risiko einer Frühgeburt erhöhen, sondern auch zu einer Nierenbeckenentzündung führen können, was für Mutter und Kind gefährlich wäre.