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Das goldene Kalb, um das heute die ganze Welt tanzt, heisst Öl. Und gemeint ist hier weder Olivenöl noch Teebaumöl, sondern Erdöl. Havarierte Öltanker; explodierte Bohrinseln; Ölscheichs, die ihr Geld zum Fenster raus werfen; schwankende Benzinpreise; der flüssige Rohstoff ist beinahe allgegenwärtig. Seitdem im 19. Jahrhundert entdeckt wurde, dass sich Erdöl ausgezeichnet als Brennstoff eignet (zum Beispiel für das Automobil), hat das Ölfieber die ganze Welt ergriffen. Neuerdings soll sogar in der Arktis gebohrt werden. Aber Öl ist nicht nur ein wirtschaftlicher Rohstoff, sondern auch ein Politikum.
Alles beginnt am 26. Mai 1908. An diesem Tag stösst der Kanadier William Knox d’Arcy in Persien auf Öl – und verändert damit eine ganze Weltregion für immer. Männer wie Calouste Gulbenkian treiben die Ölsuche auch in anderen Ländern am Persischen Golf voran, mit durchschlagendem Erfolg, aber nicht immer zur Freude der örtlichen Machthaber. In Russland sind es vor Allem die Familien Rothschild und Nobel, die den Handel mit dem begehrten Brennstoff aufbauen. Die Ölgeschichte Amerikas beginnt 1855 in Pennsylvania. 50 Jahre später beherrscht ein Mann das Geschäft: John D. Rockefeller, dessen Konzern 1911 von Staats wegen zerschlagen wird.
Gerhard Konzelmann schreibt in seinem Buch Öl – Schicksal der Menschheit? über die Geschichte der Erdölförderung, über ihre Gegenwart und ihre Zukunft.