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Der Zugang zu Land ist ein ernst zu nehmendes Problem. Es reicht nicht, Landwirtschaftszonen zu schützen, um eine regionale, umweltfreundliche und gesunde Landwirtschaft zu erhalten. Das Land muss auch verteilt und faire Arbeitsbedingungen garantiert werden.
Überall in Europa wachsen die landwirtschaftlichen Betriebe, kleinere Güter werden aufgegeben, das Land aufgeteilt. Der Preisdruck bei der Produktion und die ungenügenden Einkommen sind die grössten Probleme bei der Aufgabe und Übernahme eines Bauernbetriebs. So werden die Bauernhäuser in reine Wohnhäuser umgebaut und das Land wird verpachtet, an Bauern, die immer grössere Distanzen zurücklegen müssen, um zu ihren Feldern, Lagerräumen und Verarbeitungseinheiten zu gelangen. Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Bauernkinder, welche die Ausbildung zur Landwirtin/zum Landwirt machen, dann aber keinen Bauernbetrieb finden. Eine ausserfamiliäre Übernahme ist alles andere als einfach. Natürlich gibt es gute Alternativen im Pacht- oder Baurecht, aber die passen nicht in allen Fällen. Das Wohnhaus und der Ökonomieteil, das Inventar und das Grundstück, das sind auf dem Markt so wertvolle Kapitalanlagen, dass sie nicht durch eine landwirtschaftliche Tätigkeit abbezahlt werden können. Zudem braucht es zu viele Eigenmittel. Auch die Bedingungen der Banken werden immer strenger und die Auflagen für Investitionskredite sind nicht mit den Zielen der bäuerlichen Landwirtschaft vereinbar. Die Anlagefonds der Vorsorgeeinrichtungen, die kolossale Beträge verwalten, wollen nicht in ein nachhaltiges Ernährungssystem auf Grundlage der bäuerlichen Landwirtschaft investieren. Obwohl eine solche Investitionspolitik sicher wäre und der Gemeinschaft zugute käme. Es ist halt kurzfristig nicht so lukrativ wie das Investment in spekulative Anlagen. Hier steht uns noch viel Lobby-Arbeit bevor, um die Finanzwelt zu überzeugen.
Was tun?
Als Antwort auf diese Frage werden schon seit einiger Zeit in aller Welt nicht gewinnorientierte Organisationen geschaffen, um den Aufbau und den Erhalt von bedrohten Bauernbetrieben zu fördern. In Frankreich gibt es Terre de Liens, in den englischsprachigen Ländern die Community Land Trust und in Deutschland die Kooperative Kulturland. Sie alle haben sich dem Erhalt kleiner Strukturen verschrieben.
In der Region Genfersee/Frankreich wurde 2012 die Stiftung Le Lombric gegründet, welche den Erhalt oder die Gründung von kleinen, vielseitigen Landwirtschaftsbetrieben und die Niederlassung von neuen Bäuerinnen und Bauern in der Schweiz und im grenznahen Frankreich fördert. Entschlossenes Handeln im Bereich Zugang zu Land bedingt beträchtliche finanzielle Mittel und eine solide, rechtliche Grundlage. Deshalb wurde die Form einer Stiftung gewählt - sie garantiert Beständigkeit und eine transparente Nutzung der Geldanlagen. Die Stiftung hat verschiedene Instrumente geschaffen, um ihren Zweck zu erfüllen:
• Sie kann mit zinslosen Darlehen oder Spenden die Übernahme eines landwirtschaftlichen Betriebs ermöglichen oder selber Grundstücke erwerben und bestehende Projekte finanziell unterstützen (Zugang zu Wasser verbessern, Lager-, Verarbeitungs- oder Wohnräume bauen/renovieren).
• Sie kann informieren (rechtliche Kenntnisse, praktische Informationen).
• Sie kann zwischen Projektträgern und Eigentümern von Grundstücken vermitteln.
• Sie kann die Weiterentwicklung des bäuerlichen Bodenrechts vorantreiben.
Die Stiftung Le Lombric unterstützt also die Realisierung von bäuerlichen Projekten, um bestehende Bauernbetriebe zu erhalten und neue Projekte für eine regionale Produktion zu fördern. Seit ihrer Gründung hat sie bereits vier Projekte in der Region Genf unterstützt.
Die Stiftung Le Lombric ist als gemeinnützige Einrichtung anerkannt, sie kann Spenden und Schenkungen ohne Registriergebühren annehmen. Die Spenden können von den kantonalen und kommunalen Einkommenssteuern abgezogen werden.
Rudi Berli
Zusätzliche Informationen über die Aktivitäten der Stiftung und darüber, wie sie unterstützt werden kann, finden Sie auf der Webseite: http://www.lelombric.org/