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Mit dem ruhmreichen Namen „Orient-Express“ verbindet sich heute ein Bild voller Mystik, Zauber, Sehnsüchte und Fernweh, denn im Laufe vieler Jahre bildete sich aus dem Luxuszug der Diplomaten, Abenteurer, Agenten, Schieber, „Femmes fatales“ sowie gekrönter und ungekrönter Häupter eine Legende. Er spielte in unzähligen Büchern, Kriminalromanen, Spionagegeschichten und Filmen eine Hauptrolle. Seinen Anfang nahm er mit der grandiosen Idee von Georges Nagelmackers, Luxus-Schlafwagenzüge auf dem europäischen Kontinent einzuführen. Er gründete die noch heute existierende „Compagnie Internationale des Wagons-Lits“ (CIWL) am 4. Dezember 1876 in Brüssel. Mit dem wachsenden Schienennetz in Richtung Balkan entwickelte Nagelmackers Pläne für einen komplett aus Wagen der CIWL zusammengestellten Zug von den Kanalhäfen in die Balkanstaaten und dem damals noch nicht auf der Schiene zu erreichenden Endziel Konstantinopel (heute Istanbul). Schließlich begann am 5. Juni 1883 in Paris mit dem ersten „Express d´Orient“ die Legende. Lediglich ein Speise-, zwei Schlaf- und zwei Gepäckwagen bildeten den ersten „Orient-Express“, der sich an jenem denkwürdigen Nachmittag im Gare de l´Est aufmachte, Verkehrsgeschichte zu schreiben. Noch war die Reise auf dem Balkan allerdings recht mühsam, denn die Fahrgäste mussten Teilstrecken auf Schiffen oder Postkutschen zurücklegen. Schließlich erreichte am 12. August 1888 der Orient-Express erstmals über Budapest, Belgrad und Sofia sein Endziel Konstantinopel und schnell entwickelte sich der Luxuszug zu einem vollen Erfolg.
Mit Beginn des Ersten Weltkriegs musste der Luxuszug eingestellt werden. Nach Kriegsende fuhr zunächst ab Februar 1919 mit Waggons der CIWL ein sogenannter „Train de luxe militaire“ der Siegermächte zwischen West- und Osteuropa, allerdings unter Umgehung Deutschlands. Erst ab 1920 durften ihn auch Normalreisende benutzen und die Route führte wieder über Straßburg, Karlsruhe, Stuttgart und München. Schließlich verkehrte ab dem Sommerfahrplan 1921 der Zug wieder unter seinem traditionellen Namen und wurde von Wien über Bratislava und Budapest bis nach Bukarest verlängert. Bespannt wurde der Orient-Express dann auf dem badischen Teil seiner Route mit den badischen Pacific-Schnellzugloks der Gattung „IV h“, welche von 1918 bis 1920 von Maffei in drei Baulosen mit insgesamt 20 Exemplaren geliefert worden waren. Prädestiniert für den schweren Schnellzugdienst vornehmlich auf der Rheintalbahn Basel – Mannheim zogen die eleganten, modernen 2’C1’h4v-Maschinen auch den Orient-Express. Mit ihrem Vierzylinder-Verbundtriebwerk mit Tandemschieber und dem nahezu einmalig großen Rost von 5 m² in Verbindung mit dem guten Massenausgleich avancierten sie zu vorzüglichen, schnellen Langläufern. Zwischen Januar 1923 und dem 29. November 1924 konnte der Orient-Express infolge der Ruhrbesetzung nicht mehr durch Deutschland fahren und musste auf die Arlberg-Strecke ausweichen. Danach sah man in Baden wieder die formschönen IV h vor dem Luxuszug, ab 1925 dann als DRG-Baureihe 18.3 mit den Nummern 18 301-303, 18 311-319 und 18 321-328.