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Rund 50 Prozent der Ausschreibungen von Arbeiten auf dem öffentlichen Markt sind qualitativ nicht genügend oder nicht konform mit der Gesetzgebung. Zu diesem Schluss kam ein Observatorium der öffentlichen Märkte in der Waadt. Ähnliche Probleme waren zuvor bereits im Kanton Genf festgestellt worden.
Startschuss in Freiburg
Nun entsteht ein Observatorium der öffentlichen Märkte für die Westschweiz. Dieses wird am 23. Januar an der Universität Freiburg formell lanciert. Das neue Instrument geht aus einer Zusammenarbeit der Westschweizer Sektion des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins mit der Westschweizer Konferenz der Ingenieur- und Architektenverbände hervor, wie diese in einem Communiqué bekannt geben.
Die beiden Westschweizer Berufsverbände gehen nämlich davon aus, dass ähnliche Probleme wie in der Waadt und Genf auch in Freiburg, Neuenburg, im Jura und im Wallis vorkommen. Explizit erwähnt werden formell schlechte Ausschreibungen, unbekannte oder unangepasste Vergabekriterien, nicht spezifizierte Vergabeverfahren, nicht erwähnte oder inkompetente Vergabeinstanzen und nicht respektierte Autorenrechte. Wie die neue Organisation schreibt, hätten die Beobachtungen in der Waadt zu einem besseren Dialog mit den hauptsächlichen Vergabeinstanzen geführt.
Nach der Lancierung in Freiburg werde sich das Observatorium zum Ziel setzen, die öffentlichen Märkte in den Bereichen Architektur, Ingenieurwesen, Umwelt und verwandte Berufe in fünf Westschweizer Kantonen zu beobachten. Genf behält ein eigenes System.
Das Observatorium möchte erreichen, dass die Vergabeverfahren auf den öffentlichen Märkten vermehrt der eidgenössischen und den kantonalen Gesetzgebungen sowie den Regeln der Berufsstände entsprechen. Der Dialog zwischen den verschiedenen Partnern soll verstärkt werden. Mit einer besseren Qualität würde auch die Transparenz verbessert, und das Risiko von Einsprachen gegen öffentliche Vergaben würde minimiert.