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österreichischen Fachmännern, mit dem Ergebnis, die «Normalisierung»
sei ungenügend und die Ausführung des D. D. daher angezeigt und notwendig. Nach langen Verhandlungen kamen der schweizer.
Bundesrat und die österr. Regierung 1908 zu dem Beschluss, dass der D. D. mit Fr. 18100000 zu devisieren, ferner die Allgemeinen
Kosten der Rheinregulierung zu Fr. 29546000 sowie die ausschliesslich von der
Schweiz zu tragenden Kosten
für den Kanal im alten Rheinbett und den
Diepoldsauer Ueberleitungskanal zu Fr. 860000, total Fr. 30406000 anzusetzen seien.
Durch Bundesbeschluss vom wurde diese Uebereinkunft sanktioniert, der Baubeginn auf 1909 angesetzt und die Bauzeit
auf sieben Jahre vorgesehen. Im Sommer 1908 wurde der rechtsseitige Parallelgraben fertiggestellt, und 1909 begann
man mit den Arbeiten im D. D. selbst.
Seite 138, Abschn. II der zweiten Spalte soll nach «Abschneiden der untersten
grossen Flussbögen» wie folgt lauten: Davon kostete der untere oder Fussacher Durchstich samt Unterhalt Fr. 9372000 (statt
Fr. 6438000);
der obere oder
Diepoldsauer Durchstich ist mit Fr. 18100000 (statt Fr. 9169000) devisiert;
die Normalisierung der Zwischenstrecke beider Durchstiche kostet Fr. 1024000 (statt Fr. 593000) und diejenige der obern Strecke
bis zur Illmündung Fr. 1050000 (statt Fr. 360000). - Abschn. III: Der reinthalische
Binnenkanal kostete Fr. 6500000 und wurde 1910 fertig.
Seite 141,
Sp. I, Zeile 24-25 ist zu lesen: Die erste ist der «Kleine
Laufen», etwas oberhalb der Aaremündung. - Auf der gleichen
Seite ist auf dem obern
Bilde zu lesen: Rheinfähre bei
Koblenz anstatt bei
Klingnau.
(Kt. Aargau,
Bez. Rheinfelden).
Ehemaliges Armenbad, jetzt Sanatorium mit Abteilung für arme kranke Kinder. - Schnürband- und
Tuchfabriken; Töpferei. Die
Saline erzeugt 280000 kg
Salz. - Siehe die
Seite richtig gestellter Wappen am Ende des Supplements.
Auf dem steilen
Felsen, der sich im
Rhein erhebt,
stand ehemals der von den Schweizern so gefürchtete
Stein zu Rheinfelden (Schloss), von wo aus schon im Jahre 934 der
Graf
Kuno von
Stein die Gegend beherrschte.
Die Rheintafel oder rheinische Meseta stellt den ausserhalb des eigentlichen Juragebirges (Faltenjura)
und des schweizerischen Anteils an der oberrheinischen Tiefebene (Basel-Aesch) gelegenen Abschnitt des Schweizerlandes dar.
Andre Bezeichnungen für diese Landschaft sind: «Tafeljura» (im engern Sinn) besser auch «Basler
und
Aargauer Tafelland»;
ferner «schwäbische (oder alemannische) Tafel» (inkl. ein Stück Boden
des Grossherzogtums Baden),
im Gegensatz zu der den Vogesen vorgelagerten «sequanischen
Tafel». Morphologisch gehört die Rheintafel dem Gürtel nicht gefalteter sekundärer Formationsglieder um den S.-
und SW.-Fuss des Schwarzwaldmassives an. Sie reicht aber weder bis Basel
noch bis zum
Jura von Pfirt (Ferrette)
oder bis in den
Elsgau
(Ajoie), welch beide letztern Landschaften bereits dem Faltenjura angehören.
Als südl. und südwestl. Vorland des Schwarzwaldes gehört die Rheintafel morphologisch diesem Massiv
an. Nordwärts erscheint als beste Begrenzung der Rheintafel die Kammlinie der Hügelzüge aus Muschelkalk, die als sehr
gut ausgebildete Landstufe (subherzynische Landstufe) dem linken Rheinufer zwischen
Koblenz und
Augst folgen. Dabei ist aber
zu bemerken, dass diese Grenze eine Folge der präglazialen Erosionsarbeit des
Rheines ist und das selbe
Gestein auch am rechtsseitigen Thalgehänge, am S.-Fuss des Schwarzwaldes, wieder ansteht, wie z. B. bei Waldshut, nördl.
von Rheinfelden
und am Dinkelberg.
Die starke Denivellation NS. zwischen dem Gneis nördl. Säckingen und dem Muschelkalk am Dinkelberg macht sich auf der Rheintafel,
d. h. im Gebiet der südl. Fortsetzung dieser Bruchlinie um
Zuzgen und
Wegenstetten nicht besonders bemerkbar,
ebenso wenig wie in der Erosionsfurche des
Frickthales. Als ganzes senkt sich die Rheintafel langsam südostwärts, derart,
dass ihre im Basler Hügelland mit der Tennikerfluh bis zu 600 m hoch liegende Tertiärdecke um Brugg
das Niveau der
Aare (bei
Villnachern 350 m) erreicht.
Ihr stärkster Fallwinkel richtet sich somit durchschnittlich von NW. nach SO., und nicht von N. nach S., wie man nach der
Lage der Rheintafel am S.-Fuss des Schwarzwaldes schliessen möchte. Ihre O.-Grenze erscheint daher auch stark verschwommen,
in dem sie im
Siggenthal und im
Wehnthal nördl. der
Lägern durch Eintauchen unter das tertiäre obere
Miozän (Oeningerstufe) mit dem schweizerischen Mittelland
verschmilzt. Als Grenze kann hier für Rheintafel wie für Faltenjura die
Linie
Dielsdorf-Kaiserstuhl gelten.
Der rechts des
Rheines gelegene Kaltwangen und
Randen erscheinen zwar noch als natürliche Fortsetzung des Tafeljura, können
aber bereits als eine neue, nordostwärts ansteigende Tafel angesehen werden. Weiterhin treffen wir die
Rauhe
Alb und die Schwäbische
Alb, die vom
Randen durch die Senke und die
Brüche des
Hegaues getrennt sind. Dieser breiten Senke
nördl. der
Lägern zwischen dem Kaltwangen und der Rheintafel kommt in hydrologischer Hinsicht eine grosse Bedeutung zu,
indem sie zur Zeit des Absatzes des Deckenschotters den Wasserabfluss und die Richtung der Erosionsthäler
des
Rheins und der
Aare bestimmt hat. In der Tat durchbrechen an dieser Stelle die beiden Flüsse die
Schwelle der gegen den
Schwarzwaldfuss schwach aufgerichteten sekundären Felsschichten (Durchbrüche von
Kaiserstuhl und von
Turgi).
Die beiden Blätter II und III der Geologischen Karte derSchweiz in 1:100000 lassen den geologischen
Bau der Rheintafel leicht erkennen. In ihrer Gesamtheit bildet sie ein
Plateau, das in den Kantonen Aargau
und Basel Land
durch die zahlreichen linksseitigen
Zuflüsse zum
Rhein in einzelne Tafelberge zerschnitten erscheint.
Der Lauf dieser Wasseradern ist der
Fallrichtung der Rheintafel entgegengesetzt, und das ganze Flussnetz kann nicht älter sein als der Deckenschotter. Durch
Erosion der
Schwelle der mit dem Schwarzwald noch ein ganzes bildenden Rheintafel mussten zuerst die ältesten Laufrichtungen
von
Rhein und
Aare nach W. abgelenkt werden, was schon sehr früh stattgefunden haben muss, da der Deckenschotter
den N.-Rand der Rheintafel begleitet und aus der Umgebung von Basel
in den Sundgau und ins Thal des
Doubs und der Saône sich fortsetzt.
Malmreihe durch vormiozäne Erosion ihrer obern Stufen unvollständig geworden ist. Auch weiter westwärts, in Basel Land,
spielt der
Malm der Rheintafel am N.-Fuss der grossen Muschelkalküberschiebungen des Fluhbergs, Wiesenbergs und Dielenbergs zwischen
Oltingen und Waldenburg nur eine schwache orographische Rolle, weil er hier bis auf das fast ganz mergelige Argovien
reduziert ist. Bloss stellenweise findet sich noch etwas oberes Argovien (Geissbergschichten) oder kalkiges und oolithisches
Sequan als Relikten des erodierten Malmscheitels. Im SW. tritt von Seewen an das sehr mächtige und ganz korallogene Rauracien
an die Stelle des Argovien. Es hat der Erosion weit erfolgreichern Widerstand als dieses letztere zu
leisten vermocht und baut in der Gegend von Hochwald und Gempen im Kant. Solothurn
zusammen mit dem Sequan die beträchtlichsten Höhen der
Rheintafel auf: Herrenmatt (auf Bergli 695 m), Lochfluh (731 m), Gempenfluh oder Schartenfluh (765 m).
Die eozänen Sedimente der Bohnerzformation bilden heute auf der Rheintafel keine zusammenhängende Decke
mehr. Da sie vom Miozänmeer stark abradiert und verschwemmt wurden, findet man bloss noch vereinzelte Fetzen in von vormiozänen
Verwerfungen begrenzten und geschützten Taschen und Spalten. Am bemerkenswertesten sind die Vorkommnisse von Hochwald (Hobel)
und Lausen (Kohlholz, Wasserschöpfe); an letzterm Ort wird feuerfeste Tonerde (Huppererde) vermutlich lutecischen Alters von
weissen in Nestern stark fossilführenden Süsswasserkalken mit Planorbis pseudammonius normal überlagert.
Ueber diesen Kalken folgt eozäner Bolus mit erbsenförmigen Bohnerzkörnern. Gleich der Huppererde enthält auch der Bolus
z. T. poröse Konkretionen von Jaspis und Chalzedon mit Steinkernen von Fossilien des obern Malm (Nattheimer Schichten).
Diese Tatsache beweist, dass die eozänen Bohnerzbildungen teilweise von einer Deckstufe aus obern Jurakalken
herstammen, die vor der Eozänzeit auf der Rheintafel lag und dann zerstört, aufgelöst und weggeschwemmt worden ist.
Eigentümlich erscheint auf der Rheintafel das fast völlige Fehlen von oligozänen Sedimenten, während der eigentliche
Jura in seinen Falten solche enthält. Demnach finden wir hier als Ueberzug auf der erodierten jurassischen
Oberfläche eine stark fossilhaltige marine Trümmerformation, die dem Randengrobkalk entspricht und gleich ihm als mittelmiozäne
Uferfazies (vindobonische Stufe) des Molassemeeres aufzufassen ist. Diese Gesteine liegen bald auf dem abradierten Dogger
(Tennikerfluh), bald auf einer Mosaik aus Dogger und unterm Malm (Zunzgerberg etc.) und enthalten oft
kleine vindelizische Gerölle (Porphyre etc.). Darüber folgen Süsswasserkalke und vom Schwarzwald herstammende Konglomerate,
die zeigen, dass dieses Massiv zur Miozänzeit eine dem Dogger und Malm der Rheintafel analoge jurassische Decke trug.
Die einstigen Gletscher aus dem Wallis
haben die Rheintafel zur Riss-Eiszeit (3. Vergletscherung nach Penck und Brückner) und
vielleicht schon früher erreicht. So findet man aus den penninischen Alpen herstammende Felstrümmer über den ganzen nördl.
Faltenjura und die Rheintafel zerstreut bis in die Umgebungen von Liestal, Herznach, Bötzen etc. hin. Die der 1. und 2. Eiszeit
angehörenden Deckenschotter bilden um die Rheintafel einen von noch rezenteren Alluvionen
durchbrochenen
Gürtel.
Obwohl die den Faltenjura und die Rheintafel aufbauenden Formationen einander entsprechen, weist doch letztere stark vom
erstern abweichende morphologische Charakterzüge auf und gleicht eher dem Randen und N.-Fuss der schwäbischen Alb, die trotz
ihrer bedeutenderen Höhenlage und der gleichmässigeren Mergelfazies die selbe geologische Struktur zeigen. Hier wie auf
der Rheintafel werden die Oberflächenformen durch den geologischen Bau des Bodens bedingt.
Ueberall herrscht Tafelform und gleiche Schichtfolge der Gesteine. Freilich treten zahlreiche vormiozäne Bruchlinien auf,
die NO.-SW., d. h. gegen den Schwarzwald, hin, oder auch, gleich dem grossen Bruch östl. vom Dinkelberg, N.-S. streichen.
Den Brüchen entsprechen im Dogger und Malm zahlreiche Denivellationen von kleinerer oder grösserer
Sprunghöhe. Näher untersucht hat man sie namentlich in den Umgebungen von Liestal, Gelterkinden und Laufenburg.
Andre Dislokationslinien verlaufen ziemlich schief zu den erstgenannten oder auch dem Streichen des östl. Faltenjura nahezu
parallel. Am bemerkenswertesten sind diejenigen südl. Mandach und westl. Liestal. In ihrer Gesamtheit
bilden alle diese Brüche ein eigenartiges Dislokationsnetz, einer riesigen Mosaik oder den Absonderungskluften eines Steinbruches
vergleichbar. Die Ursache dieses Phänomens ist noch nicht vollständig klargestellt, besteht aber vielleicht im Nachsinken
und der Auswaschung der Salzmergel der Anhydritgruppe und des Perm.
Festgestellt ist endlich, dass die kristallinen Felsarten des Schwarzwaldes, die das Grundgestell der
Rheintafel bilden, unter der Sedimentdecke dieser letztern diskordant gefaltet und zu einer Rumpffläche abradiert erscheinen.
Paläozoische Gebilde hat man mit dem Bohrloch in Rheinfelden nicht erreicht. Da sie aber anderwärts in O.-W. streichenden
Mulden zwischen archäischen Felsarten sich zeigen (Steinkohle von Schönau), ist ihr Vorhandensein unter der
Rheintafel und dem Faltenjura nicht ausgeschlossen. Das Bohrloch von Rheinfelden traf eben auf eine Falte von Schwarzwaldgneis
mit Diorit- und Granitadern.
Wirtschaftlich gehört die Rheintafel zu den wichtigsten Landschaften der Schweiz, weil sie in ihrem Schoss die reichsten
Steinsalzlager unsres Landes birgt. Die von Hofrat Glenck 1834 in Schweizerhalle(Basel Land),
der heute noch bedeutendsten
Saline der Schweiz, entdeckten Salztone an der Sohle des Muschelkalks (Anhydritgruppe) sind in der Folge auch weiter ostwärts,
in Kaiseraugst, Rheinfelden und Riburg(Aargau)
in Abbau genommen worden. Noch kürzlich haben Bohrversuche in der Umgebung von Koblenz
die Fortsetzung des Salzlagers längs dem Rheinufer erwiesen. Der jährliche Ertrag der vier schweizerischen
Rheinsalinen belief sich 1907 auf 538263 Meterzentner.
Bibliographie.
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- Moesch, C. Geolog. Beschr. desAargauerJura. (Beiträge ... IV, 1867). - Greppin, J. B. Descriptiongéolog. duJurabernois et de quelques districts adjacents. (Beiträge ... VIII, 1870). - Moesch, G. Der südl.AargauerJuraund seine Umgebungen. (Beiträge ... X, 1874). - Rollier, Louis. 2eSupplémentà la descr. géolog. de la partie¶