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Geschichte und ziel des berichts
arbeitsprogramm
Je nachdem, welche Definition man dem Wort "Forschung" gibt, kommt der uns anvertrauten Aufgabe eine sehr unterschiedliche Bedeutung zu. Wenn man dem Begriff eine strenge und akademische Definition zuordnet und sich auf die in Zeitschriften für Bildungswissenschaften veröffentlichten Forschungen beschränkt, kann man letztere vermutlich an den Fingern einer Hand abzählen. Ordnet man dem Begriff jedoch einen weitgehenderen Sinn zu und berücksichtigt man sämtliche Zeitschriften, dann wandelt sich das Bild weitgehend, und ein echtes Netzwerk entsteht vor unseren Augen. Dieses Netz verknüpft die Tätigkeitsbereiche (öffentliche Hand und Privatsektor), die Disziplinen (Informatik, Psychologie usw.), die Aufgaben (Lehrkräfte, Forscher, Entwickler) und die Kompetenzebenen (Amateure, Enthusiasten, Leute aus Fach und Forschung). Darum haben wir beschlossen, uns nicht an eine strenge Definition zu halten, sondern eine "thematische Analyse" der wissenschaftlichen Inhalte durchzuführen, welche die Schweizer Forscher im Zusammenhang mit den Problemen behandeln, die Entwicklung, Konzeption und Bewertung der im Unterricht eingesetzten NIT stellen. Es hat sich auch herausgestellt, dass diese Arbeit die Gelegenheit bieten könnte, die Beziehungen zu untersuchen, die zwischen den verschiedenen, oben erwähnten Gemeinden (Forscher, Lehrkräfte und Fachleute) bestehen, sowie die Mittel, die sie benutzen, um zu interagieren und ihre Ergebnisse zu verbreiten. Es ist klar, dass unsere Arbeit weder fertige Antworten auf eventuell von uns aufgeworfene Fragen gibt noch programmatische Lösungen hinsichtlich der von uns erfassten Arbeiten anbietet. Wir beschränken uns hier auf eine möglichst vollständige und lebendige thematische Bestandsaufnahme der Forschungsproblematiken.
Schliesslich äussern wir den Wunsch, dass diese Bestandsaufnahme der Ausgangspunkt einer Debatte in der wissenschaftlichen Gemeinde sein möge. Diese Debatte hat am Kolloquium vom 6. & 7. April 1995, das TECFA im Rahmen dieses Projektes in Genf organisierte, begonnen. Sie setzte sich fort an den in Freiburg veranstalteten UDO[1] Tagen im September 1995, an denen das 25jährige Bestehen der pädagogischen Informatik gefeiert wurde, und in einem Workshop des Kongresses "Sociétés en construction" im Oktober des selben Jahres. Um die Debatte zu erweitern, hatten wir zu diesen Kolloquien ausländische Experten eingeladen und diese gebeten, im Beisein der wichtigsten Akteure der Forschung in der Schweiz zu diesem Bericht Stellung zu nehmen. Das vorliegende Dokument ist aus dieser friedlichen Konfrontation und Ermittlungsarbeit hervorgegangen. Wir hoffen, dass wir der Leitung des Programms NFP 33 ein echtes Reflexionsinstrument an die Hand gegeben haben, und wir wünschen uns, dass sie alle nötigen Schritte unternehmen wird, damit die Dynamik, welche die Erstellung des Berichts ausgelöst hat, nicht erlöschen wird. Mehrere Forschungsteams unter jenen, die in diesem Bericht erwähnt sind, haben schon positiv auf diesen Wunsch geantwortet, indem sie gemeinschaftliche Projekte entwickelten, welche ohne die diesem Bericht zugrundeliegende Erfahrung nicht zustande gekommen wären.
[1] UDO: "Utilisation Didactique de l'Ordinateur" (Didaktische Nutzung des Computers)
Nationales Forschung Programm 33 - 29 JAN 1996
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