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Owê war sint verswunden alliu mîniu jâr!
Ist mîn leben getroumet oder ist ez wâr?[1]
Ernst betrachtet Ernst im Spiegel. Wäre es nicht an der Zeit, Ernsts Esstheater abzubrechen, um Ernst für die paar Jahre, die Ernst noch bleiben, etwas Sinnvollem zuzuwenden, etwas das Ernst Freude macht?[2] Wie oft hat Madame Debienne Ernst gemahnt: «Ernst warte nicht, bis Ernst Zeit hat.»
«You are old, dear Ernest,» the young man said,
«And your hair has become very white;
And yet you incessantly stand on your head—
Do you think, at your age, it is right?»[3]
Justgenauda hört Ernst, wie jemand an Ernsts Tür klopft. Es ist Toni. Bei einer Tasse Tee kommen sie noch einmal auf «The Easter Suite» zu sprechen. Sie sind sich einig, dass verschiedene Dinge noch nicht perfekt waren und so kommt es, dass sie den Film öffnen und Correcturen machen.[4]
Es ist kurz vor Mitternacht, als sie mit einem Anji Baicha auf Ernsts Balkon gehen, wo sie schweigend in den wolkenverhangenen Nachthimmel schauen.
[1] Walther von der Vogelweide
[2] Ernst nimmt an, dass Ernst noch «einige Jahre» bleiben, und übersieht, dass Ernsts Lebensfaden jederzeit abreissen kann.
[3] «Ernst ist alt», sagt der junge Mann, «und Ernsts Haar ist schlohweiss. Und doch steht Ernst noch immer auf Ernsts Kopf. Denkt Ernst – in Ernsts Alter – das ist weis?» Lewis Carroll, Ernst’s Adventures in Wonderland, Chapter V, Advice from a Caterpillar, Übersetzung Ernst
[4] Toni und Ernst sind sich einig, dass der Film zu lang war. Sie kürzen ihn von 1:09:35 auf die schöne Zahl 1:00:01. Dann ändern sie die Musik. Anstatt nur Percussion setzen sie zu jedem Kapitel eine andere Composition ein: John Cage, Unsuk Chin, Franco Evangelisti, Stefano Gervasoni, Marcel Duchamp, W. A. Mozart, Sofia Gubaidulina. Ernst ist vor allem auf die beiden Stücke von Marcel Duchamp stolz. Sie sind selbst bei Musikologen praktisch unbekannt und eignen sich für «The Easter Suite», weil sie verspielt sind und auf dem Zufall basieren; in «Musical Sculpture» (Caput V) hört man sogar das Hupsignal einer Spieleisenbahn. Auch ein Filmlet wird ersetzt: Der Hase vor dem Rübenberg (Caput IV) schaut sich nicht mehr die Rhätische Bahn an, sondern während 41 Sekunden eine kleine Modeschau mit Bade-Outfits: «Le défilé balnéaire». Und die Zugabe im «Onsen heymelicken Tresor» (die neu «Ahimè!» heisst) setzen sie auf die originale Version zurück, so dass da, wo der schmelzende Schokoosterhase umkippt, ein markantes Toc zu hören ist. Nach vielen Stunden Arbeit ersetzen sie schliesslich in Episode 61 «The Easter Suite» durch die neue Version.