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Name: Achim Stößer Permalink: https://tierrechtsforen.de/4/371/372

Datum: 10.07.02 11:44
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"Journalisten", die mal rasch ein paar Kumpanen Bettlaken überwerfen, damit sie einen "Bericht" über den Ku Klux Klan drehen können, kennen wir ja. Als solcher ist auch der bekannt, der sich seien "Entführung" durch die ALF ausgedacht hat (hätte er sich mal lieber über die ALF informiert, deren Statuten alle Aktionen ausschließen, die Tiere - einschließlich Journaillen-vertretern der Gattung homo "sapiens" - verletzen.
Und indem Miersch sich solche Lügenpropaganda zu eigen macht, entlarvt er sich selbst als Schmierenjournalist.
Nun ja, würde er sich entlarven, hätte er das nicht längst getan. Auszüge eines Kommentars zum "Lexikon der Öko-Irrtümer":
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Die Argumentation folgt simplen Strickmustern: Bei einigen dieser sogenannten Irrtümer bestehen die Autoren auf Einschränkungen (viele Waldgebiete sind in Gefahr, aber nicht alle), manche sind sophistische Spitzfindigkeiten (ein leerer Zug verbraucht halt mehr Energie als ein vollbesetztes Auto - dabei ist unbestritten, daß Bahnfahren im Durchschnitt umweltfreundlicher ist Autofahren oder Fliegen). Andere Behauptungen des Irrtümer-Lexikons waren früher richtig und sind dank der Umweltschutzerfolge inzwischen überholt (damals wuchsen die Müllberge, aber heute wird mehr recycelt).
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Die beiden ehemals angesehenen Umweltjournalisten segeln in seichten Gewässern, wie sich bei genauerem Hinsehen zeigt. Sie halten keineswegs, was sie im Vorwort versprechen. Statt Fortschritt präsentieren sie alte Klischees gegen "überzogenen" Umweltschutz, statt neuer Ideen servieren sie halbseidene Informationen aus dubiosen Quellen. Statt Aufklärung enthält das Buch ein manipulatives Gemisch aus Halbwahrheiten und Verharmlosungen.
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Wäre das alles, könnte man das Buch getrost zuklappen und in der hinteren Reihe des Bücherregals verstauben lassen. Aber das griffige Motto von den "Öko-Irrtümern" findet Widerhall dort, wo politischer Umweltschutz ein Dorn im Auge ist.
So hat die BILD-Zeitung Gefallen gefunden am Niveau des Lexikons. Das Blut&Busen-Massenblatt erhielt die Vorabdruck-Rechte und startete eine Serie mit dem Titel "Die größten Öko-Lügen". Die Serie ging allerdings schnell wieder zu Ende. Greenpeace konterte mit einer öffentlichen Erklärung über die "Öko-Lügen der BILD-Zeitung" und legte juristische Mittel gegen die Publikation ein. Mit Erfolg: der Springer-Verlag mußte angesichts der sachlichen Fehler im Text eine Unterlassungserklärung unterschreiben.
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Einst waren Maxeiner und Miersch Umweltjournalisten bei der Zeitschrift "Natur". Danach nur noch Journalisten, die bei Hoechst "in Lohn und Brot" standen ("Focus"). Sie machten für den Chemie-Multi "phantasievolle Pressearbeit" ("Handelsblatt") als Textchefs der umstrittenen Hoechst-Zeitschrift "Change". Während Maxeiner den ökologischen Nutzen des Ferntourismus anpreiste und wissenschaftliche Belege für die Klimazerstörung negierte, engagierte sich Miersch für die Tropenwaldzerstörung in Malaysia. Ein "PR-Coup der Holzlobby", schrieb die "taz", Miersch kritisiere "nicht die Menschenrechtsverletzungen und Zerstörung der Tropenwälder - sondern die, die sich dagegen wehren".
[...]Bei der Arbeit am Lexikon mußten die Autoren kurz vor der letzten Textkorrektur feststellen, wie schnell sich die Faktenlage ändern kann. In den Druckfahnen des Lexikons, die der Verlag vorab verschickte, werden die Castor-Transporte noch für unbedenklich deklariert: schon 1600 Atommülltransporte hätten stattgefunden, und "die Öffentlichkeit hat davon über viele Jahre keinerlei Notiz genommen". Dann aber wurde im Mai 1998 der Castor-Strahlenskandale bekannt. Die Öffentlichkeit nahm plötzlich davon Notiz, daß Atomindustrie und Politiker die radioaktive Verstrahlung mit tausendfach überhöhten Grenzwerten jahrelang vertuscht hatten.
Was machen die Autoren, um wieder im Trend zu liegen? Sie korrigierten flugs ihren Buchtext und hängen ihr Fähnchen neu in den Wind. In der gedruckten Fassung des Lexikons heißt es nun an dieser Textstelle: die Verstrahlung und ihre Vertuschung erschüttere "die Glaubwürdigkeit der Verantwortlichen bis ins Mark" - sei aber trotzdem ungefährlich! Zumindest bis der nächste Skandal ans Licht kommt...
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Ohne nun jeden einzenen Punkt obiger Kritik überprüft zu haben - die Realität der Tierrechtsarbeit zeigt, daß es sich mit Mierschs Geschmiere in diesem ganz genauso verhält: Lügen, Verdrehungenen, entstellende Halbwahrheiten ...
Achim