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Im Jahr 1904 ereignete sich in Wales (Süd-England) eine Erweckung, die an Tiefe und Ausdehnung alles bisher auf diesem Gebiet Erlebte übertraf. Der Heilige Geist war in spezieller Weise gegenwärtig und die Anwesenden erlebten gewaltige Kraftwirkungen. Die leeren Kirchen wurden durch den geistlichen Aufbruch wieder gefüllt und innerhalb zweier Jahre bekehrten sich 70000 Menschen zu Christus. In verschiedenen Ländern bildeten sich Kreise ernster Christen, welche sich zu anhaltendem Gebet um eine neue Ausgiessung des Heiligen Geistes versammelten.
Geschichte der Schweizerischen Pfingstmission (SPM)
Innerhalb der Pfingstbewegung ist man sich über das Entstehungsjahr nicht einig, da der Heilige Geist nach der Erweckung in Wales an verschiedenen Orten auf der Welt spontan und fast gleichzeitig auf die Gläubigen ausgegossen wurde. Es ist aber üblich geworden, den Beginn der Bewegung mit bemerkenswerten Versammlungen in Verbindung zu bringen, welche in Los Angeles, Kalifornien, in der alten Azusa Street-Mission während des Jahres 1906 längere Zeit fortbestanden. Diese Versammlungen fanden zum ersten Mal weltweite Beachtung und lockten Besucher aus aller Welt an. Die Vorgänge waren die folgenden:
Während des ganzen Jahres 1905 suchten verschiedenste Gläubige in Los Angeles, die von der Erweckung in Wales beeinflusst waren, den Herrn. In der Regel handelte es sich um Hauskreistreffen. Eine dieser kleinen Gruppen berief am 22. Februar 1906 einen Ältesten aus Houston, Texas, der sich sehr nach einem neuen Geisteswirken sehnte, zu ihrem Pastor. William J. Seymour, so hiess dieser Älteste, hatte bereits erlebt, wie der Heilige Geist über Menschen kam und wie sie in neuen Sprachen anfingen zu reden. Von Februar bis April 1906 versammelte sich die Gemeinde in einem Privathaus. Für die damalige Zeit recht ungewöhnlich war das Gemisch aus Menschen schwarzer und weisser Hautfarbe, die zu diesen Treffen kamen. Seymour, der selber ein Schwarzer war, leitete Bibel- und Gebetsstunden mit einem starken Akzent auf dem Gebet für Erweckung und der Erwartung des Wirkens Gottes unter den Gläubigen. Am Montag, 9. April 1906 hatte Seymour vor dem Abendgottesdienst eine Gebetsgemeinschaft mit einem Bruder der Gemeinde. Als Seymour, nachdem dieser eine Vision gehabt hatte, mit Edward Lee betete, begann Lee sofort in neuen Sprachen zu beten. Als Seymour am gleichen Abend vor der Gemeinde über dieses Ereignis berichtete, kam der Heilige Geist auf alle anwesenden herab, und sie redeten gleichfalls in neuen Sprachen. Innerhalb einer Woche danach mietete die Gruppe das Gebäude an der Azusa-Street und die Azusa-Street Mission war gegründet. Bereits am 17. April berichtete die grösste Zeitung der Stadt, die Los Angeles Times, über die Versammlungen. Es gibt verschieden Quellen, die klar bezeugen, dass während des Jahres 1906 jeweils mehrere hundert Personen den Treffen beiwohnten. Ab dem Herbst 1906 kamen viele Besucher nach Los Angeles, welche das Pfingstzeugnis dann weiter verbreiteten.
Die Pfingstbewegung entwickelt sich
In Windeseile verbreitet sich diese Geistesbewegung ausgehend von Los Angeles zuerst in den Vereinigten Staaten dann in Skandinavien, Grossbritannien, Irland, Deutschland, Holland, Schweiz und in vielen anderen Ländern der Erde. Dabei bestätigte sich die von Torrey herausgearbeitete Konzeption der Taufe im Heiligen Geist als Krafterfahrung zum Zeugendienst. Überall war die Bewegung begleitet von Zeichen und Wundern, von einem neuen evangelistischen Eifer der Gläubigen und einem tieferen Sehnen nach einem Leben in der Heiligung. Allmählich wuchs das Verständnis für die in der Urchristenheit in den Gemeinden vorhandenen charismatischen Gaben (Röm. 12 und 1. Kor. 12) und die Gemeinden wurden durch den Dienst aller Gläubigen mit diesen Gaben erbaut. Charakteristischerweise fehlt in dieser Gründungsphase der Pfingstbewegung die grosse geistliche Leiterpersönlichkeit. Leonhard Steiner hat diesen Umstand in seiner Darstellung der Geschichte der Pfingstbewegung treffend folgendermassen zusammengefasst: Bei der Pfingstbewegung bleibt es unmöglich, den Namen eines Menschen zu finden, den man als Gründer bezeichnen könnte. Sie ist vielmehr eine spontane, weltumfassende Geistesbewegung, welche einem tiefen geistlichen Bedürfnis unter Hunderttausenden von ernsten Christen entsprach. Die im Laufe der Geschichte in Erscheinung tretenden Führer sind aus der Bewegung heraus geworden.
Die geistlichen Wellen der Erweckung erreichten die Schweiz über Skandinavien, England und Deutschland. Bereits im Jahre 1907 bildete sich in Zürich ein kleiner Kreis von Pfingstfreunden. In diesem Kreis wirkten zuerst die zwei norwegischen Missionarinnen Agnes Telle und Dagmar Gregersen. Kurze Zeit später folgte ihnen Pastor T.L. Barratt, und bald wurden die ersten Gläubigen im Heiligen Geist getauft. 1919 fand in Zürich eine erste grössere Konferenz statt, die für die Pfingstbewegung in der Schweiz wegweisend werden sollte.
Gründung der Schweizerischen Pfingstmission (SPM)
Bereits 1907 wurde ein Monatsblatt mit dem Namen Verheissung des Vaters ins Leben gerufen, das dann später in der noch heute publizierten Schrift Wort + Geist aufging. 1920 wurde das Pfingstzeugnis durch den englischen Pastor Smith Wigglesworth mit apostolischer Vollmacht in manchen Schweizer Städten in die Öffentlichkeit getragen. So bildete sich 1921 zuerst die Schweizerische Pfingstmissionsgesellschaft mit dem Zweck, Missionare auszubilden, auszusenden und zu unterstützen. 1926 hatte die Zahl der Pfingstgemeinden bereits 50 Überschritten, und es drängte sich eine nationale Vereinigung auf. Es entstand zunächst aus den leitenden Predigern ein Ältestenrat, welcher die Verantwortung der Entwicklung des Werkes auf biblischer Linie übernahm, eine bessere Einheit förderte und Irrtümer und Unordnung bekämpfte. Im Jahre 1935 wurde erstmals eine Generalversammlung einberufen, in welcher alle Gemeinden durch ihre Ältesten vertreten waren, und es konstituierte sich die Schweizerische Pfingstmission (SPM), wobei die Missionsgesellschaft als ein Zweig derselben angegliedert wurde.