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Restaurant Blume Oberwinterthur
Blume Oberwinterthur
Dorfstr. 12
8404 Winterthur
122 Jahre gab es an der Dorfstrasse eine beliebte Wirtschaft mit schöner Terrassenanlage und Kegelbahnen. Es war immer eine urchige Dorfbeiz gewesen. Eine „Beiz“, im positivsten Sinne zu verstehen, und ein Treffpunkt, wie man es sich wünscht, war die „Blume“ immer gewesen. Seit Ende Mai 2009 ist alles Vergangenheit. Das Wirthaus schliesst für immer, das Haus wird umgenutzt zu einem reinen Wohnhaus.
Den ersten Eintrag im Grundbuchamt über die Liegenschaft findet man datiert vom 29. Dezember 1876. Zimmermann Eduard Schellenbaum kauft von Johannes Schellenberg (*1816) eine Parzelle von 4.05 Aren im Püntwiesli zum Preis von 1'023 Franken. Ein knappes Jahr später kann Schellenbaum von seinem Bruder Eduard ein angrenzendes Grundstück von 3.03 Aren für 600 Franken kaufen. Er baut 1878/79 darauf ein Wohnhaus mit Werkstatt und einem gewölbten Keller. Albert Sporrer erwirbt das Haus 1885 und eröffnet das Wirtshaus „zur Blume“. Bereits zwei Jahre später geht Sporrer in den Konkurs und Joachim Müller ersteigert 1887 die Liegenschaft und verkauft sie noch im selben Jahr an Julius Bär, Bäckermeister. 1892 macht auch Bär Konkurs. Das Gebäude wird von den Vereinigten Schweizer Brauereien ersteigert und sogleich an Hans Jakob Spörri für 19'000 Franken weiterverkauft. Als Bürge wird Fritz Schoellhorn, Brauereibesitzer Haldengut, in den Akten vermerkt. Das Besitzerkarussell dreht sich weiter: 1911 Eduard Bühler 45'000 Franken; 1915 Emil Stöckli 40'700 Franken, 1946 Fritz Deubelbeiss/Emil Waldvogel, 1957 Eduard Düggelin, 1980 Robert Zurfluh.
Seit dem Bau der Blume 1879 hat das Haus zehnmal den Besitzer gewechselt, drei davon machten Konkurs. Mit Düggelin ab 1957 und Zurfluh 1980 kehrte dann aber Bestand ein und die „Blume“ wurde zur beliebten Dorfbeiz. Zuvor hatten verschiedene Pächter das Glück auf der Blume gesucht: Wuhrmann, Bodmer, Schweingruber, Brülisauer, Schnyder und Zurfluh. Robert und Margaritha Zurfluh waren ab 1976 Pächter und ab 1980 wirteten sie dann als Besitzer im eigenen Hause.
In den 1950er-Jahren unter Deubelbeiss und Waldvogel wurde die Liegenschaft umgebaut und damit den neueren Anforderungen an ein Gasthaus angepasst. Anstelle der Gartenwirtschaft entstand eine Doppel-Kegelbahn und auf deren Dach das Aussen-Restaurant. Das Restaurant wurde vergrössert und in den oberen Stockwerken Wohnungen eingebaut. Aber auch die Zurfluh’s haben ihr Haus und Gasthaus steht im besten Zustand gehalten, renoviert und angepasst.
Nach 33 Jahren engagierter Arbeit als Wirtsleute traten Herr und Frau Zurfluh im Frühjahr 2009 ins hintere Glied und gingen in Pension. Die Traditionsbeiz inklusive die Kegelbahn wurde geschlossen. In ihren Wänden entstanden Wohnräume. So geht bereits das dritte traditionelle Oberwinterthurer Restaurant (nach dem Freieck 1992 und Schönengrund 2005, und viel früher auch der Frohsinn) gänzlich verloren, während andere (Rössli, Schmiede) unter neuen Titeln ganz anders geführt werden.
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