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So
06
Apr
2014
von Vaclav Havel / F. Balzer
Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
dass etwas gut ausgeht sondern die
Gewissheit, dass etwas
Sinn hat, egal wie es ausgeht.
Mi
19
Mär
2014
von Jorge Luis Borges / F. Balzer
Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte,
im nächsten Leben würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht so perfekt sein wollen,
ich würde mich mehr entspannen,
ich wäre ein bisschen verrückter, als ich es gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen,
ich würde nicht so gesund leben,
ich würde mehr riskieren,
würde mehr reisen,
Sonnenuntergänge betrachten,
mehr bergsteigen,
mehr in Flüssen schwimmen.
Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten;
freilich hatte ich auch Momente der Freude,
aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.
Falls du es noch nicht weisst,
aus diesen besteht nämlich das Leben.
Nur aus Augenblicken; vergiss nicht den jetzigen.
Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.
Und ich würde mehr mit Kindern spielen,
wenn ich das Leben noch vor mir hätte.
Aber sehen Sie ... ich bin 85 Jahre alt und weiss,
dass ich bald sterben werde.
Di
11
Mär
2014
Quelle unbekannt / von F. Balzer
Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zenmeister.
"Herr", fragten sie "was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich wie du es bist."
Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich."
Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: "Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir doch auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?"
Es kam die gleiche Antwort: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ist und wenn ich esse, dann esse ich."
Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend fügte der Meister nach einer Weile hinzu: "Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet. So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein."
So
23
Feb
2014
in Psychologie-heute.de, Feb.2014, S. 59 / von F. Balzer
Ein Psychologenteam von der University of Wisconsin untersuchte, welchen Einfluss Angst auf den Geruchssinn hat.
Hierfür umnebelten sie ihre Probanden mit neutralen, eher angenehmen Düften, wie dem süsslichen Acetophenon, dem rauchigen Guajakol, dem aromatischen Anisol oder dem nelkigen Eugenol. Der Hirnscanner "zeigte eine Aktivität geruchsverarbeitender, nicht jedoch emotionaler Areale". Die Probanden "nahmen die Aromen mit nüchternem Wohlwollen zur Kenntnis". In einem weiteren Durchgang mussten die Probanden zusätzlich Fotos von Zerstörung, Gewalt und Krankheit anschauen, welche mit Texten versehen waren wie "jeder ist gefährdet, entführt zu werden" oder "Strassengewalt eskaliert und ist unberechenbar". Nun begannen die Probanden die Düfte als unangenehm zu empfinden. Der Hirnscanner zeigte in diesem Durchgang eine enge Verbindung des Geruchs- und des Angstschaltkreises. "Im Kontext von Angst riecht die Umgebung schlecht", so der Kommentar vom Studienleiter Wen Li. "Das könne bei Angstkrankheiten in einen Teufelskreis führen, denn all die mit Angst assoziierten Gerüche, denen sie alltäglich begegnen, verstärken die Furcht".
(DOI: 10.1523/JNeurosci.1835-13.2013)