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Ar 176
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Ar 176
1960-2014
2.60 m
René Levy ist emeritierter Professor für Soziologie der Universität Lausanne und war zwischen 1987 und 2016 Vorstandsmitglied des Vereins Schweizerisches Sozialarchiv. René Levy wurde am 26. Januar 1944 in Zürich geboren, wo er auch sein Studium absolvierte. 1975 folgte die Promotion bei Peter Heintz mit der Arbeit „Der Lebenslauf als Statusbiographie“. Seine Forschungsschwerpunkte liegen vor allem in den Bereichen soziale Ungleichheiten, Geschlechterbeziehungen und der Lebenslaufanalyse. Die von ihm und Thomas Held im Auftrag der Schweizerischen UNESCO-Kommission zwischen 1970 und 1976 durchgeführte Studie über die Stellung der Frau in der Schweiz sorgte nicht nur in Wissenschaftskreisen für Furore, sondern führte auch zu einem publizistischen Aufschrei im ganzen Land und zu zahlreichen Reaktionen und Stellungnahmen. Besonders wichtig ist für Levy die Vermittlung wissenschaftlicher Resultate an eine breite Öffentlichkeit, um so soziologisches Wissen für die Gesellschaft nutzbar zu machen. Davon zeugen zahlreiche Zeitungsartikel und die häufige Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen. Exemplarisch sei hier nur noch das Buch „Politik von unten – Bürgerprotest in der Nachkriegsschweiz“ von 1984 erwähnt, das René Levy gemeinsam mit dem Journalisten Laurent Duvanel verfasste. Das Buch ist eine popularisierte Darstellung der Resultate des von René Levy, Peter Heintz und Hanspeter Kriesi geleiteten Forschungsprojektes „Politische Aktivierung in der Schweiz“. Den grössten Teil seiner wissenschaftlichen Laufbahn verbrachte Levy an der Universität Lausanne (ab 1980), wo er sich intensiv mit der schweizerischen Sozialstruktur beschäftigte. Er war unter anderem an der Gründung des Lemanic Center for interdisciplinary studies of life courses and life styles (Pavie) beteiligt und von 2003-2006 Direktor des Institute of interdisciplinary studies of life trajectories (ITB). Ein weiterer wichtiger Tätigkeitsbereich Levys war die Wissenschaftspolitik. Sein Hauptanliegen bestand vor allem darin, die Entwicklung der in der Schweiz eher marginalisierten Sozialwissenschaften und insbesondere der Soziologie positiv voranzutreiben. Dieses Ziel versuchte er durch die Mitarbeit in diversen wissenschaftspolitischen Gremien und Kommissionen zu erreichen. Zwischen 1988 und 1994 präsidierte René Levy die Schweizerische Gesellschaft für Soziologie. Ferner war er Mitglied des Nationalen Forschungsrates des Schweizerischen Nationalfonds (Abteilung IV [Orientierte Forschung, Nationale Forschungsschwerpunkte]). René Levy war massgeblich an der Initiierung des ersten sozialwissenschaftlichen Schwerpunktprogrammes „Demain la Suisse – die Zukunft der Schweiz“ beteiligt (Laufzeit: 8 Jahre [1997-2003], Gesamtbudget: 45 Mio. Franken, rund 100 Projekte in fünf Modulen [Dynamik der Arbeitswelt, Individuum und Gesellschaft, Wissenschaft und Technik, Informations- und Mediengesellschaft, Institutioneller Wandel]).
Dem Schweizerischen Sozialarchiv übergeben am 23.01.2013. Einzelne Nachlieferungen in den Jahren 2013 und 2014.
Vorhanden sind Unterlagen zu Vorlesungen und Lehrveranstaltungen von R. Levy an den Universitäten Fribourg und Lausanne, Akten zur schweizerischen Wissenschaftspolitik und insbesondere zur Förderung der sozialwissenschaftlichen Forschung seit den frühen 1980er Jahren (Arbeitsgruppe Sozialwissenschaften [SoWi], Conseil de politique des sciences sociales [CPS], Arbeitsgruppe Schuwey, Schwerpunktprogramme des Schweizerischen Nationalfonds), Unterlagen zu wissenschaftlichen Projekten von R. Levy und zahlreiche Publikationen. Hervorzuheben sind die Unterlagen zur Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie, die R. Levy zwischen 1989 und 1994 präsidierte.
Kassiert wurden Doppel- und Mehrfachexemplare, einzelne Folien und wenige handschriftliche Notizen von René Levy.
Neuzugänge werden nicht erwartet.
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.
Der Bestand wurde im Juli 2013 von Myriel Ravagli nach Vorarbeit von Urs Kälin bearbeitet.