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Als die Fahrer an der Tour de France am 17. Juli 1992 von Dole nach Saint-Gervais-les-Bains 267,5 Kilometer absolvieren mussten, war dies die längste Etappe des Jahres – und der grosse Tag von Rolf Järmann.
Schon nach 150 Kilometern griff der Schweizer Jogi Müller an und setzte sich ab. Nur Järmann und der Franzose Fabrice Philipot konnten das hohe Tempo des ehemaligen Schweizer Meisters mitgehen.
Starke Verfolger
Nachdem der Vorsprung des Trios grösser und grösser wurde, setzten sich prominente Verfolger vom Feld ab und machten sich auf die Jagd. Die ehemaligen Tour-de-France-Sieger Stephen Roche (IRL) und Pedro Delgado (ESP) sowie der damalige Gesamtachte Giancarlo Perini (ITA) holten schnell auf und fanden den Anschluss an die Spitze.
Ich hätte Delgado schon früher stehenlassen können
Schlussanstieg entschied die Etappe
Auf den letzten 7 Kilometern hoch nach St. Gervais fiel die Entscheidung. Während Perini, Philipot und Müller abreissen lassen mussten, ging es zwischen Roche, Delgado und Järmann um den Tagessieg.
Als Delgado den vermeintlich entscheidenden Angriff setzte, konnte Järmann im Gegensatz zu Roche mitgehen. Der damals 26-Jährige hatte danach genug Energie übrig, um den Spanier auf der Zielgerade zu überspurten und sich den Tagessieg zu holen.
«Ich hätte Delgado schon früher stehenlassen können», sagte Järmann nach der Etappe. «Ich wollte den früheren Gesamtsieger nicht demütigen.»
Doping-Geständnis nach der Karriere
Als Järmann 7 Jahre später zurücktrat, hatte er 28 Siege gesammelt, darunter 1993 und 1998 Erfolge am prestigeträchtigen Gold Race. Dass ein Teil der Siege mit Hilfe von Dopingmitteln zustande kam, gab er kurz nach dem Ende seiner Laufbahn zunächst anonym zu.