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Je grösser das Temperaturgefälle, desto stärker die Winde. Obwohl kein klassisches Windland, sind Winterstürme und Fallwinde im Gebirge (Föhn) für die Schweiz bedeutend.
Lothar gilt hierzulande als der Sturm der Stürme. Der Orkan richtete Schäden von rund 1,8 Milliarden Franken an und forderte 29 Menschenleben. Wie konnte es bei uns dazu -kommen? Dies, zumal die bewohnten Gebiete in der Schweiz aufgrund ihrer geografischen Lage und Topografie relativ gut geschützt sind vor grossflächigen heftigen Stürmen? Hintergrund waren aussergewöhnliche Druckdifferenzen von bis zu 63 Hektopascal zwischen einem Hoch über den Azoren und einem Tief über Island – das führte quer über Westeuropa zu Ausgleichswinden mit Orkanstärke.
Grundsätzlich funktionieren bei uns die Jurabergkette und die Alpen wie Windschutzwälle für das Mittelland und die Bergtäler. Entsprechend sind schwere Stürme hierzulande seltener als etwa in den küstennahen Gebieten Nord- und Westeuropas. Wegen ihrer Lage können gewisse Täler aber zu veritablen Windkanälen werden. Dazu gehören neben dem Mittelland die klassischen Föhntäler im Berner Oberland, der Zentral- und Ostschweiz – wenn starke Winde aus dem Tessin blasen oder wenn Nordwind den Nordföhn auslöst. Föhnorkane sind imstande, ganze Wälder zu knicken oder Baugerüste und Kräne umzureissen – oft führen sie zu massiven Schäden an Gebäuden und Infrastrukturen.
Die höchsten Windgeschwindigkeiten werden aber in der Regel an unbewohnten Orten auf Bergspitzen, Pässen und Kreten in den Alpen und auf dem Jura gemessen. So stehen denn auch die grössten Schweizer Windenergieparks auf den Jurahöhen der Nordwestschweiz und auf dem Gütsch ob Andermatt.
Wenn ein Wind mit 75 Kilometern pro Stunde bläst, gilt er als Sturm (Windstärke 9, BeaufortSkala). Ab Windgeschwindigkeiten von 117 Kilometern pro Stunde spricht man von einem Orkan (Windstärke 12). Die heftigsten Stürme treffen die Schweiz in der Regel im Winterhalbjahr als klassische Winterstürme aus westlicher Richtung. Hurrikane dagegen gibt es hierzulande nicht – sie kommen nur in den Tropen und Subtropen vor. Am heftigsten – aber glücklicherweise nur sehr selten und nur lokal möglich – sind in der Schweiz Tornados. Etwas häufiger lassen sich über Seen sogenannte Wasserhosen beobachten, eine Art Mini-Tornado.