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Corona-Todesfälle könnten mit Blutverdünnern reduziert werdenSchreiben Sie einen Kommentar
Die durch das Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19 galt bisher als Lungenkrankheit. Neue Erkenntnisse deuten aber daraufhin, dass diese Sicht zu kurz greift. In vielen Fällen könnten schwere Verläufe und Todesfälle mit einer einfachen Thrombose-Prophylaxe verhindert werden, berichtet der «Tages-Anzeiger» am Dienstag.
Zwei Veröffentlichungen von Medizinern des Unispitals Zürich (USZ) unterstützen diese These. Ein Team um Nils Kucher, den Direktor der Klinik für Angiologie, analysierte Krankheitsakten von fast 400 Corona-Patienten, die am Unispital in Mailand im Februar und März behandelt wurden. Das Team stellte fest, dass rund jeder Dritte an einer Lungenembolie litt. Bei der Hälfte trat diese innerhalb der ersten 24 Stunden auf. Die Patienten hatten die Embolie also bereits zu Hause und wurden deswegen hospitalisiert. Die zweite Studie des Unispitals weist nach, dass bei verstorbenen Covid-Patienten nicht nur die Lunge, sondern Blutgefässe im ganzen Körper in verschiedensten Organen entzündet sind.
Die Mediziner vermuten, dass die Lungenembolie eine grosse Rolle spiele bei schweren Verläufen und Todesfällen. Bei einer solchen Embolie verschliessen Blutgerinnsel die Lungenvenen. Dadurch wird der Druck auf das Herz so gross, dass es zu einem plötzlichen Kreislaufzusammenbruch und schliesslich zum Herzversagen kommen kann. Dies liesse sich mit einem einfachen Blutverdünner in vielen Fällen verhindern. In Spitälern ist eine Thrombose-Prophylaxe bei Corona-Patienten üblich, jedoch nicht bei Infizierten, die sich in Heim-Quarantäne befinden.
Laut Kuchers Schätzung sterben in der Schweiz 70 Prozent der Coronapatienten daheim oder in Alters- und Pflegeheimen und nicht in den Spitälern. Das deute daraufhin, dass die Patienten ganz plötzlich sterben, während sie sich in Quarantäne befinden.
Eine Studie soll nun Klarheit schaffen, ob eine einfache Thrombose-Prophylaxe helfen kann. Die Studie muss noch durch Swissmedic und die Zürcher Ethikkommission bewilligt werden.