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Apples Solar-Anlagen produzieren mehr Strom als Datencenter braucht
Veröffentlicht am Dienstag, 19. November 2013, um 13:22 Uhr von Patrick Bieri
Katie Fehrenbacher von Gigaom hat sich für einen Bericht die Energieversorgung des Apple Datencenters in Maiden genauer angesehen.
Um das Datencenter in North Carolina mit sauberer Energie versorgen zu können, hat sich Apple im Jahr 2012 entschieden, eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 20 Megawatt zu installieren. Im Verlaufe des Jahres 2012 hat Apple den Bau einer zweiten Anlage in Auftrag gegeben, die ebenfalls 20 Megawatt leistet. Die Panels werden je nach Tageszeit automatisch ausgerichtet, um eine möglichst hohe Energieausbeute erreichen zu können. Allerdings können die Panels nur in eine Richtung ausgerichtet werden. Eine erweiterte Ausrichtbarkeit hätte die Kosten für Apple spürbar in die Höhe getrieben. Für Anlagen in der Grösse, wie sie Apple gebaut hat, wären diese Kosten wohl zu hoch.
Damit das Land unter den Panels nicht gemäht werden muss, lässt Apple in regelmässigen Abständen Schafe auf das Gelände. Die Tiere fressen das Gras ab und machen so das Mähen obsolet.
Die Solarpanels auf dem Gelände von Apple wurden vom Unternehmen SunPower gebaut. Das Unternehmen ist auch für den Betrieb der gesamten Anlage zuständig. Damit muss sich Apple das Knowhow für den Betrieb der Anlage nicht selbst aneignen.
Zusätzlich haben die auf dem Gebiet installierten Brennstoffzellen eine maximale Leistung von 10 Megawatt. Apple betreibt die Brennstoffzellen mit Biogas. Alternativ könnte auch Erdgas eingesetzt werden. Erdgas ist zwar deutlich günstiger als Biogas, dafür aber auch nicht erneuerbar.
Die Reporterin beobachtete während ihres Besuches auch Arbeiten an den Brennstoffzellen. Diese müssen in regelmässigen Intervallen gewartet werden. Nach einer gewissen Betriebsdauer muss zudem ein wichtiges Bestandteil der Anlage ausgetauscht werden, was für den Betreiber der Anlage hohe Kosten zur Folge hat.
Mit einer maximalen Leistung von 50 Megawatt übertreffen die Anlagen von Apple den Verbrauch des Datencenters. Das Datencenter verbraucht unter Volllast eine Leistung von 40 Megawatt. Damit könnte Apple theoretisch, wenn die Sonne scheint und die Brennstoffzellen eingeschaltet sind, 10 Megawatt ins lokale Energienetz einspeisen.
Der lokale Energieversorger bezieht fast die gesamte Energie aus nicht erneuerbaren Quellen. Apples Anstrengungen im Bereich des Umweltschutzes wirken so über das Grundstück hinaus.
Apple investiert sehr viel Geld für die Nutzung der erneuerbaren Energien. Bereits im Frühjahr konnte das Unternehmen verkünden, dass alle Datencenter sowie der Hauptsitz in Cupertino zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgt werden. Apple will in Zukunft 100 Prozent des Energiebedarfs mit Strom aus erneuerbaren Quellen decken. Im Frühjahr rekrutierte das Unternehmen zudem die frühere Chefin der US-Umweltbehörde EPA, Lise Jackson, für die Leitung der Umwelt-Abteilung von Apple.
In den Vorjahren gab es immer wieder Kritik aus den Kreisen der Umweltschützer über den Bezug von Energie aus nicht erneuerbaren Quellen. Seitdem Apple die Umweltschutzziele konsequent veröffentlicht, ist diese Kritik mehrheitlich verstummt. Apple übernimmt in der IT-Industrie eine Vorreiterrolle, wenn es um die Nutzung erneuerbarer Energien geht. Anstelle lediglich auf den Kauf von Zertifikaten zu setzen, investiert Apple selbst Geld in die Produktion erneuerbarer Energien.