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In der Nacht auf Dienstag wird eine Raumsonde der NASA mit rund 22.000 Kilometer pro Stunde auf einem Asteroiden aufschlagen. Dabei handelt es sich nicht etwa um ein Versehen – die Sonde wurde eigens für diesen Zweck entwickelt.
Bei der sogenannten DART-Mission (Double Asteroid Redirection Test) soll eine Kamikaze-Raumsonde auf einen von der Erde 11 Millionen Kilometer entfernten Asteroiden einschlagen. Ziel ist es die Umlaufbahn des Asteroiden DIMORPHOS zu verändern. Dies ist das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, dass versucht wird die Flugbahn eines Himmelskörpers zu beeinflussen.
Von dem Asteroiden geht grundsätzlich keine Gefahr für die Erde aus. Bei diesem Manöver handelt es sich lediglich um einen Test für wissenschaftliche Zwecke. Falls in Zukunft ein Asteroid der Erde gefährlich nahekommt, können Erkenntnisse der DART-Mission allerdings hilfreich für Abwehrversuche sein. Immerhin fliegen Schätzungen zufolge über 15.000 noch unbekannte Asteroiden durch unser Sonnensystem, die gross genug sind, um ganze Städte zu zerstören.
Die Raumsonde startete vor fast einem Jahr ins Weltall und befindet sich nun auf der Zielgeraden. In der Nacht zum Dienstag um 01:14 Uhr mitteleuropäischer Zeit soll die Sonde auf den Asteroiden aufschlagen.
Beobachtet wird das Spektakel von den Kameras eines Kleinsatelliten, der zuvor auf der Sonde mitgeflogen war und kürzlich abgetrennt wurde. Zusätzlich werden die Weltraumteleskope James Webb und Hubble sowie mehrere Teleskope auf der Erde den Einschlag mitverfolgen.
DIMORPHOS ist mit etwa 170 Meter Durchmesser der kleinere Körper des Doppelasteroiden DIDYMOS. Durch den Aufprall der Raumsonde soll die Geschwindigkeit von DIMORPHOS reduziert werden. Dies hätte zur Folge, dass der Asteroid seinen "Bruder" auf einer kleineren Umlaufbahn umkreist. Gemäss den Berechnungen der Wissenschaftler verkürzt sich dadurch die Umlaufzeit von 12 Stunden um etwa 10 Minuten.