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Dünndarmspiegelung
Mit der Dünndarmspiegelung, auch Enteroskopie genannt, werden Entzündungen, Tumore oder Blutungen im Dünndarm untersucht. Der gesamte Dünndarm hat eine Länge von ca. 4 Metern aufweist. Die vollständige Spiegelung des Dünndarms ist daher nur möglich wenn die Dünndarmspiegelung von oben und von unten durchgeführt wird. Eine spezielle Form stellt die Kapselendoskopie dar. Bei dieser Methode wird eine Kamerakapsel verschluckt.
Die Dünndarmspiegelung wird zur Abklärung von Erkrankungen im Dünndarm eingesetzt. Da der Dünndarm ca. 4 m lang ist, kann er weder mit einer Magenspiegelung noch mit einer Dickdarmspiegelung vollständig erfasst werden. Je nachdem, in welchem Dünndarmabschnitt die Erkrankung liegt, wird die Dünndarmspieglung daher entweder von oben (obere Dünndarmspiegelung) oder von unten (untere Dünndarmspiegelung) durchgeführt. Manchmal ist auch eine Kombination beider Verfahren notwendig. Als Alternative zur Dünndarmspiegelung mit dem Endoskop kann die Kapselendoskopie eingesetzt werden. Es handelt sich um ein Verfahren, bei dem eine Kapsel verschluckt wird, die eine Kamera enthält.
Welche Vorbereitungen werden getroffen?
Die obere Dünndarmspiegelung erfolgt in der Regel unter Narkose. Für eine Dünndarmspiegelung müssen Sie daher entsprechend nüchtern sein. Für die untere Dünndarmspiegelung ist vorgängig eine Reinigung des Darmes mit Abführmitteln notwendig. Vor der unteren Dünndarmspiegelung erhalten Sie Schlaf- oder Beruhigungsmittel. Dazu wird eine Infusion am Arm angelegt.
Medikamente wie Blutverdünner müssen allenfalls vor der Untersuchung abgesetzt werden.
Wie wird die Untersuchung durchgeführt?
Bei der Dünndarmspiegelung wird ein langer, dünner und beweglicher Schlauch (Endoskop) in den Dünndarm vorgeschoben. An dessen Spitze ist eine Kamera montiert. Der Schlauch enthält zudem einen Arbeitskanal, über den chirurgische Instrumente eingeführt werden können. Die Instrumente dienen zur Entnahme von Gewebeproben, zur Blutstillung oder zur Entfernung von Dünndarmpolypen.
Obere Dünndarmspiegelung
Bei der oberen Dünndarmspiegelung wir das Endoskop über den Mund, die Speiseröhre und den Magen in den Dünndarm vorgeschoben. Das Vorschieben des Endoskops im Dünndarm erfolgt dabei unter Durchleuchtungskontrolle und mithilfe spezieller Techniken (Doppelballon, Monoballon, Spiraltechnik). Mit der oberen Dünndarmspiegelung können die oberen zwei Meter des Dünndarms untersucht werden. Zur Untersuchung des gesamten Dünndarms muss die obere Dünndarmspiegelung mit der unteren Dünndarmspiegelung kombiniert werden. Sind beide Untersuchungen notwendig, werden diese im Allgemeinen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt.
Untere Dünndarmspiegelung
Bei der unteren Dünndarmspiegelung wird das Endoskop durch den Anus und den Dickdarm in den Dünndarm vorgeschoben. Mit dieser Untersuchung können die unteren zwei Meter des Dünndarms untersucht werden. Im Dünndarm selber läuft die Untersuchung gleich ab wie bei der oberen Dünndarmspiegelung. Die Untersuchung dauert zwischen 1 und 2 Stunden.
Kapselendoskopie
Die Kapselendoskopie ist eine Alternative zur Dünndarmspiegelung mit dem Endoskop. Bei dieser Methode wird eine Kapsel, ähnlich einer Medikamentenkapsel, verschluckt. Die Kapsel enthält eine Minikamera, die während der Passage durch den Darm Videobilder aufzeichnet und an einen Datenspeicher sendet, der am Gürtel befestigt ist. Nach dem Schlucken der Kapsel, werden Sensoren auf den Bauch geklebt, welche die Videosignale empfangen und an den Datenspeicher am Gürtel weiterleiten. Während der Aufzeichnung der Daten können Sie Ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen. Nach acht Stunden werden die Sensoren entfernt und der Datenspeicher abgenommen. Die Videobilder werden auf einen Computer übertragen und ausgewertet. Die Kapsel wird nach 1 bis 3 Tagen mit dem Stuhl ausgeschieden.
Die Kapselendoskopie wird zur Auffindung von Blutungsquellen im Dünndarm, zur Suche nach Polypen oder Tumoren und zur Abklärung bei Morbus Crohn eingesetzt.
Wie sieht die Erfolgsquote der Untersuchung aus?
Mit der Dünndarmspiegelung können Veränderungen an der Dünndarmschleimhaut sehr gut beurteilt werden. Aus verdächtigen Veränderungen werden Gewebeproben entnommen und anschliessend analysiert. Kleinere Dünndarmpolypen können während der Untersuchung gleich entfernt werden.
Was sind die Komplikationen oder Risiken der Untersuchung?
Die Dünndarmspiegelung ist eine risikoarme Untersuchung. In seltenen Fällen kann es zu kleineren Schleimhautblutungen, Bauchschmerzen, Erbrechen oder Halsschmerzen kommen. Schwerwiegende Komplikationen wie eine Verletzung der Darmwand oder grössere Blutungen sind sehr selten.
Wie geht es nach der Untersuchung weiter?
Nach der Untersuchung werden Sie überwacht, bis Sie vollständig wach sind. In den ersten Stunden kann durch die vermehrt vorhandene Luft im Darm ein Druckgefühl im Bauch auftreten. Das vorläufige Untersuchungsergebnis wird mit Ihnen besprochen. Bei Gewebeentnahmen kann es ein paar Tage dauern, bis das definitive Untersuchungsergebnis vorliegt. Nach ein paar Stunden können Sie normalerweise nach Hause. Wegen der Narkose oder den Schlafmitteln dürfen Sie für 12 Stunden kein Fahrzeug lenken.