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Der kleine Schweizer ganz gross
Der kleine Schweizer. Eigentlich ist er nicht so klein, aber sehr agil und beliebt als Freizeitpferd. Obwohl er eigentlich ein Kaltblut ist, wirkt er doch sehr wie ein Warmblut. In der Deutschen Reiterlichen Vereinigung wird er als schweres Warmblut geführt. Damit wird man vielleicht den heutigen Typ gerecht aber nicht dem Original Freiberger. Dank der neuen Zuchtziele in der Schweiz bleibt zum Glück der Freiberger weiterhin ein Kaltblut. Auch wenn es in der Linie ein paar Light -Versionen gibt.
Im Jahr 1997 wurde in Schönbühl der Verein zur Erhaltung des Original Freibergers gegründet. Der Verein wurde in den Freibergerzuchtverband aufgenommen. Ein Grund zur Gründung dieses Vereins war, dass 1997 nur noch etwa 10% der Fohlen ohne Fremdblut waren. Im vergleich 1977 waren es noch ca. 64%. Diese Zahlen zeigen wie nötig es war, diesen Verein des Original Freiberger zu gründen.
Der Name „Freiberger“ stammt aus den Schweizer Freibergen (die heissen wirklich so). Diese befinden sich im Jura nahe der Französischen Grenze. Der Name von dort Stammenden Kaltblüter lautet korrekterweise „Franches-Montagnes“. Heute sieht man des Öfteren die Abkürzung für diesen Namen „FM“.
Bereits im 11. Jahrhundert züchteten Mönche diese Pferde, jedoch waren sie damals mehr im Warmblut stehend. Im 15. Jahrhundert wurden vorwiegend robuste und kräftige Arbeitspferde gezüchtet. 1476 wurden die nach dem Krieg zurückgebliebenen Reithengste in die Zucht einbezogen. So entstand die Grundlage für ein gedrungenes, kräftiges, aber nicht unedles Pferd. Die Pferde waren sehr beliebt. Nicht nur in ihrer Heimat sondern auch in Frankreich. Der Freiberger wurde vorwiegend als Arbeits- und Zugpferd eingesetzt. 1705 wurde die Zucht staatlich gefördert, mit der Begründung, dass die Pferdezucht dafür sorgte dass das Land keine Armut erleidet. 1714 gingen ca. 10000 Jungpferde nach Frankreich darunter auch viele Freiberger. Das Verhältnis zu Frankreich war aber nicht immer gut. Im Jahr 1798 nahmen die Franzosen mit Gewalt die beliebten Pferde und räumten das Gestüt Einsiedeln.
Die napoleonischen Krieger sorgten für einen Ausverkauf an wertvollen Zuchtpferden. Die Pferde wurden von überall her rekrutiert. Nur zu junge oder völlig unbrauchbare Pferde wurden zurückgelassen. 1840 begannen die Franzosen selber mit der Zucht und so wurde der Absatzmarkt für die Freiberger gebrochen.
Da viel Eingekreuzt und vermischt wurde, waren nicht mehr viele Pferde geblieben. Zuerst wurde der Freiberger leicht gezüchtet, dann wollte ein anderer wieder schwerere Tiere und kreuzte Percheron und Shire-Horse mit ein, was den alten Schlag beinahe ruiniert hatte. 1898 begann die Errichtung des Hengst- und Fohlendepots in Avenches, dessen Stallungen die verbleibenden besten Pferde im Jahr 1901 bezogen haben. Aber erst im Jahr 1910 wurde der Freiberger wieder rein gezüchtet. Die Pferde dienten in beiden Weltkriegen als Pferd fürs Militär sowie auch in der Landwirtschaft waren sie sehr beliebt. Mit dem aufkommen der Traktoren wurde das Zuchtziel 1946 wieder auf schwerere Tiere verlegt. Diese gut gemeinte Idee, war aber nicht gut. Reumütig besann man sich auf vorher gelegene Werte und bemühte sich die genügsamen Pferde, mittlerer Größe mit guten Bewegungen und gutem Charakter wieder zu erhalten.
In den 60.Jahren und den 70.Jahren wurden Warmblüter wieder in die Zucht eingekreuzt. Die folgen waren zuerst ein besseres Reitpferd, dann aber der Einbus von Bewegung, Trittsicherheit und Robustheit. Heute wird wieder vermehrt darauf geachtet, kein Fremdblut mehr einzukreuzen.
Stockmass:
Zwischen 1.50m – 1.60m
Gewicht:
Zwischen ca. 550kg – 650kg
Gebäude:
Kleiner, edle Köpfe mit lebhaften Augen. Kurze, bewegliche Ohren und ein hoch aufgesetzter und kräftiger Hals. Die Schulter ist schräg. Breite, kräftige und gespaltene Kruppe. Der Rücken ist tragfähig und kurz. Stabile Beine mit recht kurzer Fesselung, kaum Behang und kräftigen, harten Hufen.
Farben:
Meistens Braun, aber auch Füchse, selten Schimmel oder Rappen.
Eigenschaft:
Ausdruckstarkes, leistungsbereites, umgängliches Pferd, mit schwungvollen Bewegungen und trittsicheren Gängen. Also ein tolles Reit- und Fahrpferd. Auch geeignet für Zirkuslektionen und langer Zügel.