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Im Zentrum dieses Buches steht die Inszenierung des Körpers, verbunden mit der Erregung der Phantasie. Niklaus Largier richtet den Blick auf die Geschichte eines zunächst asketischen Rituals der freiwilligen Geißelung und zeigt, daß hier nicht der Schmerz im Zentrum steht, sondern eine gezielte Stimulierung des Körpers, der
Phantasie und der Emotionen. Der Übergang von Handlungen der Strafpraxis zu solchen der Bußpraxis steht im Zeichen einer betonten Körperlichkeit: Es ist eine Angleichung von Gott und Mensch im Leiden beabsichtigt.
Schon bei der Betrachtung des asketischen Geißelns erweist sich, daß die Rolle der Imagination in der Askese und in der Erotik analog ist. Es überrascht denn auch nicht, daß die erotische und pornographische Literatur auf die asketische Praxis der Geißelung zurückgreift und sie für ihre Zwecke benutzt. Dabei bleibt die Flagellation
- bis zu Marcel Proust und James Joyce, mit denen das Buch schließt - ein Ritual der Erregung, dem letztlich auch der moderne Begriff der "Sexualität" nicht beizukommen vermag.