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Botschaft betreffend Verpflichtungskredit zum Neubau des Reservoirs in Castrisch

Sehr geehrte Parlamentspräsidentin

Sehr geehrte Parlamentarierinnen, sehr geehrte Parlamentarier

Gemäss dem Generellen Wasserversorgungsprojekt (GWP) Ilanz/Glion besteht ein dringender Handlungsbedarf bei der Sanierung des Reservoirs in Castrisch. Der geplante Neubau des Reservoirs wird gemäss Kostenschätzung Brutto 1.4 Mio. Franken kosten. Die rechtskräftig zugesicherten Beiträge von Bund, Kanton und Gebäudeversicherung betragen gesamthaft rund 600'000 Franken. Ein Verpflichtungskredit ist in der Regel brutto zu beschliessen (vgl. Art. 16 Finanzhaushaltsgesetz, FHG, BR 710.100). Er kann netto beschlossen werden, wenn Beiträge Dritter in ihrer Höhe rechtskräftig zugesichert sind. Was bei der Sanierung des Reservoirs Castrisch der Fall ist. Der Nettokredit beträgt demnach 800'000 Franken. Hierzu beantragt der Gemeindevorstand dem Gemeindeparlament die Genehmigung eines Verpflichtungskredits.

Ausgangslage

Das bestehende Reservoir in Castrisch ist zweikammerig und hat einen Inhalt von 150 m3 Brauch- und 150 m3 Löschreserve. Das Reservoir wurde im Jahr 1920 gebaut, 1994 und 2007 (kleinere Maler- und Sanitärarbeiten für rund 30'000 Franken) teilsaniert.

Die Löschwasserreserve ist mit 150 m3 zu gering und muss um mindestens 50 m3 erhöht werden. Der Ausbau des bestehenden Löschwasserbehälters ist baulich nur schwer realisierbar und birgt ein hohes Kostenrisiko. Wenn der Bau weniger alt und in betrieblicher Hinsicht ausreichend wäre, hätte es sich aufgedrängt, Alternativen zur Vergrösserung der Löschreserve zu suchen. Ein Ausbau am bestehenden Reservoir ist jedoch nicht sinnvoll, da das bestehende Betriebsgebäude zwischen den beiden runden Behältern liegt und für eine neue Wasserkammer nicht mehr gebraucht werden kann. Ausserdem ist das Betriebsgebäude bereits heute zu klein ist. Das bestehende Reservoir ist über 100 Jahre alt und die Bausubstanz weist erhebliche Mängel auf. Zudem ist die notwendige Wasserzirkulation über zwei Behälter aufwendig und birgt einige betriebliche Probleme.

Verrostete Armaturen

Zustand Behälter

Eingangsbereich

Neubau des Reservoirs

Aufgrund dieser aufgeführten Argumente ist der Neubau des Reservoirs in Castrisch langfristig die optimale Lösung. Beim Neubau eines Reservoirs stehen heute grundsätzlich zwei Ausführungsmöglichkeiten offen: konventionell in Beton oder vorfabriziert in Kunststoff. Ein Anbieter für Kunststoffreservoire ist die Firma HWT. Alle Bauteile können komplett vorgefertigt und direkt vom LKW in die Baugrube gehoben werden. Ein Rohr mit DN 2300 und 6 Meter Länge wiegt lediglich 800 kg und kann problemlos mit einem vorhandenen Bagger bewegt werden. Diese Gewichte sind selbst für profilierte Kunststoffrohre sehr niedrig und liegen rund 30 % unter den Gewichten von Polyethylen. Trotzdem werden bei der Stabilität der Rohre und Bauwerke keine Abstriche gemacht. Die Trinkwasserreservoire werden aus dem hochwertigen PP-C Kunststoffmaterial gefertigt. Trinkwasserbauwerke aus Kunststoff werden seit über 30 Jahre in der Schweiz verbaut. HWT hat bereits mehrere hundert Reservoire und Brunnenstuben aus dem Kunststoff PP-C erstellt. Die wasserberührende Oberfläche ist wie eine Glasstruktur. Diese reine, glänzende Materialschicht nimmt praktisch keinen Schmutz auf, wodurch auch die Unterhaltskosten minimiert werden. Die Haltbarkeit der Oberflächen der Wasserreservoire wird auf 80 – 100 Jahren geschätzt. Ein Grund hierfür ist, dass die PP-C Kunststoffbauwerke ausschliesslich im Erdreich eingebaut werden und somit nicht der UV-Strahlung ausgesetzt sind, welche Kunststoff über längere Zeit schädigen kann.

Gemäss Kostenschätzungen sind die Kosten eines konventionellen Reservoirs aus Beton zudem rund 30 % höher als bei einer Variante aus Kunststoff. Der Gemeindevorstand hat sich aufgrund dieser Argumente für den Neubau mit einem Kunststoffreservoir entschieden. Das Projekt wurde im Jahr 2023 konkretisiert und die Baubewilligung wurde im Dezember 2023 eingeholt.

Projektbeschrieb

Das neue Reservoir wird neben dem bestehenden Gebäude gesetzt und fast vollständig mit Erde überdeckt.

Abbildung 1: Situationsplan

Es werden zwei Behälter (Brauch- und Löschwasser) mit jeweils 200 m3 erstellt. Am Kopf dieser Behälter wird quer dazu der Betriebsraum angebracht.

Abbildung 2: Visuelle Darstellung des Reservoirs

	Kosten

Arbeitsgattung

Kosten in CHF

Vorarbeiten

		3'000

Baumeisterarbeiten

		250'000

Sanitärinstallationen

		40'000

Elektroarbeiten

		20'000

Kunststoffbehälter

		600'000

Einrichtungen und Steuerungen

		120'000

Weitere Arbeiten (Reinigung, Vermessung, Versicherungen)

		17'000

Planung, Projekt und Bauleitung

		80'000

Unvorhergesehenes

		165'000

Total

		1'295'000

Mehrwertsteuer 8.1 % (MWST)

		104'895

Total inkl. MWST (aufgerundet)

		1'400'000

Termin

Nach der Genehmigung des Kredits muss das Projekt beim Amt für Natur und Umwelt Graubünden (ANU) eingereicht werden. Die Bearbeitungsdauer beträgt dort mindestens drei Monate, sodass die Ausführung des Baus voraussichtlich im August 2024 in Angriff genommen werden kann.

Finanzierung 

		Das generelle Wasserversorgungsprojekt GWP von Castrisch wurde beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und beim Amt für Natur und Umwelt Graubünden (ANU) eingereicht. Das BLW teilte am 22. Juli 2021 mit, dass das Projekt als beitragsberechtigt anerkannt wird. Der Beitragssatz beträgt 20.1 Prozent von den beitragsberechtigen Kosten. Das ANU beteiligt sich mit weiteren 90 Prozent vom Bundesbeitrag. Die Gebäudeversicherung wird sich mit 5 Prozent an den Kosten beteiligen. Die Restkosten werden über die kommunale Spezialfinanzierung der Wasserversorgung getragen.

		

		Anteil

		Betrag in CHF

		Kanton (abgerundet)

		18.09 %

		250'000

		Bund (abgerundet)

		20.10 %

		280'000

		Gebäudeversicherung Graubünden (Anteil Löschwasser)

		ca. 5.00 %

		70'000

		Spezialfinanzierung Wasserversorgung

		

		800'000

		Total inkl. MWST

		1'400'000

Gemäss Art. 35 Abs. 1 lit. i. Ziff. 1 der Gemeindeverfassung (RIG 11.1) liegt dieses Geschäft in der Kompetenz des Gemeindeparlamentes.

Antrag

		Aufgrund der vorangehenden Ausführungen stellt der Gemeindevorstand dem Parlament folgende Anträge:

		Für die Erstellung eines neuen Reservoirs in Castrisch wird ein Nettokredit von 800'000 Franken zuzüglich einer allfälligen Teuerung gewährt.

		Der Gemeindevorstand wird ermächtigt, den Beschluss umzusetzen.

	Ilanz/Glion, den 16. Januar 2024	Gemeindevorstand Ilanz/Glion

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