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Wohnüberbauung Hoferbad, Appenzell AI
Der Bereich südlich des Bahnhofs ist in Appenzell geprägt durch eine dichte, kleinmassstäbliche Bebauung, ergänzt mit einigen dominanten Bauvolumen. Bei der Bebauung des Areals Hoferbad gilt es, den Massstabssprung zu moderieren zwischen der geschützten, identitätsstiftenden historischen Baute im Norden und dem querliegenden, grossen Industriebau im Süden, der Ausblick und Besonnung verstellt.
In diesem Spannungsfeld werden zwei grossformatige Baukörper erstellt, die jeder für sich in vier gegeneinander verschobene Giebel unterteilt sind, um sich in die benachbarte Baustruktur einzufügen, die Nutzung abzubilden und die typische Appenzeller Bauweise der eng zusammenstehenden, farbigen, giebelständigen Häuser aufzunehmen. Zusammengefasst werden die zwei Gebäude mit einem im Schnitt 1m hohen Sockel, der die Tiefgarage aufnimmt und die öffentlichen und privaten Bereiche im Aussenraum auf einfache Weise trennt.
Der nördliche Baukörper dient als Kulisse für den historischen Bau des Bauernverbands und gibt diesem einen angemessenen Rahmen im Stadtgefüge. Die Stellung des Neubaus definiert einen Platzraum zum Bahnhof und schirmt die von der Nachbarschaft benötigte Verkehrsfläche ab.
Beide Baukörper werden als effizienter Mehrspänner organisiert, mit jeweils einer Einheit pro Giebel. Der nördliche Baukörper orientiert sich komplett gegen Süden, während sich der südliche Baukörper aufgrund der Beeinträchtigung durch den angrenzenden Gewerbebau zweiseitig nach Westen und Osten ausrichtet.
Die Fassaden und die Bauweise orientiert sich an der traditionellen Appenzeller Bauweise, mit mehrheitlich geschlossenen Seitenwänden und Lochfenstern auf der einen Seite und repräsentativen Giebelfassaden mit Brüstungen sowie Fensterbändern mit vertikaler Teilung. Als in dieser Typologie neue Elemente werden die privaten Aussenräume eingezogen als Loggia ausgeführt und erhalten eine aufgelöste Brüstung. Die vorspringenden Seitenwände fassen zusammen mit dem Dachüberstand die einzelnen Einheiten.
|Ansprechpartner||Marion Spirig|
|Wettbewerb||1. Rang 2019|
|Auftraggeber||Relesta AG|
|Architekt||Itten+Brechbühl AG|
|Projektbeginn||2019|
|Projektende||2022|
|Geschossfläche||5 777 m2|
|Gebäudevolumen||19 214 m3|
|Wohnungen||33|
|Visualisierungen||nightnurse images, Zürich|
|Modell||Beatrice Brocker, St. Gallen|