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«Wer ein Bild von General Guisan über seinem Sofa aufhängt, müsste eigentlich eines von Walter Stucki daneben plazieren», sagt der Historiker und Publizist Konrad Stamm, der die Biografie über Stucki verfasst hat.
Stucki sei für das Überleben der Schweiz im Zweiten Weltkrieg genauso wichtig gewesen wie der General.
Stucki habe als Chefunterhändler für Handelsverträge dafür gesorgt, dass die Schweiz in schwierigen Zeiten noch immer importieren und exportieren konnte.
Und während des Krieges habe er durch seine guten diplomatischen Kontakte für die Schweiz Handelswege zu den wichtigen Meerhäfen offen gehalten, sagt Stamm.
Bern - Vichy - Japan
Walter Stucki machte in Bundesbern eine steile Karriere. Schon mit 29 Jahren war er Generalsekretär des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements. Später wurde er Chefunterhändler für alle Handelsverträge der Schweiz.
Und noch später war er der Schweizer Gesandte in Vichy, der zeitweiligen Hauptstadt von Frankreich während des zweiten Weltkrieges. Nach dem Krieg wirkte er wieder von Bern aus.
Stucki hat die Stadt Vichy durch geschicktes Verhandeln vor dem Bombardement der Deutschen bewahrt. Damit wurde er über die Schweiz hinaus bekannt und bekam die Ehrenbürgerschaft von Vichy. Eine ebenso entscheidende Rolle spielte er bei der Kapitulation der Japaner im zweiten Weltkrieg.
Weitere Informationen:
Die Biographie «Der grosse Stucki» ist im NZZ Verlag erschienen.
Das Museum «Alter Bären» in Stuckis Heimatort Konolfingen zeigt bis November eine Ausstellung über Walter Stucki: museum-alter-baeren.ch