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Basler Artilleristen standen in besonderem Rufe, seit sie eine kleine Revolution vom Zaun brachen. Während alle Basler Truppen 1844 einen leichten Tschako fassten, musste die Artillerie das alte schwere Modell behalten. Der Artillerist und Zeitungsredaktor Karl Brenner machte seinen Ärger darüber derart publik, dass ihn die Obrigkeit kurzerhand als Aufwiegler einkerkerte. Am 4. August 1845 rotteten sich jedoch die Basler Kanoniere bei einer Übung in der Klingentalkaserne zusammen und zogen zum Lohnhofgefängnis. Dort befreiten sie den Waffenbruder eigenmchtig aus der Zelle und trugen ihn stolz durch die Stadt. Blut floss nicht bei diesem „Käppisturm“, doch konservative Basler Gemüter waren zutiefst erschüttert. Dennoch, als 1847 die Batterie 7 auf eigenes heftiges Drängen hin als einziges Basler Militär mit den eidgenössischen Truppen in den Sonderbundskrieg zog, trugen auch die Kanoniere den neuen leichten Tschako. Das Faschinenmesser, das Karl Brenner in diesem Feldzug trug, hütete heute übringens der Artillerie-Verein Basel-Stadt. Unser Bild zeigt einen Trompeter der Basler Batterie 7 um 1854. Sein Tschako entspricht dem neuen Modell von 1844, von dem oben die Rede war. Der Helm wurde mit einigen Änderungen der eidgenössischen Ordonnanz 1852 angepasst und trägt nun einen roten Pferdehaarbusch, der den Artillerietrompeter auszeichnet. Darunter prangt die Kokarde in den Standesfarben. Diese Kokarde wird durch eine Metallganse fixiert, die eine kleine platzende Granate ziert. Darunter erkennt man die messingfarbenen gekreuzten Kanonenrohre der Artillerie. Ganz unten, hier vom Schirm verdeckt, steht die Nummer der Basler Batterie 7.
Der rote Kragen des dunkelblauen Uniformfracks weist eine orangegelbe Borte aus Kamelhaar auf, welche ebenfalls den Trompetern der Kavallerie vorbehalten ist. Der Frack hat rote Vorstösse und ist mit messingfarbenen Knöpfen versehen, welche die Insignien der Artillerie tragen. Die als Schulterschutz getragenen gefransten Epauletten sidn ind der Waffenfarbe Rot gehalten. Am linken Arm wird die eidgenössische Armbinde getragen.
Über seine linke Schulter trägt der Trompeter die so genannte Giberne, die Munitionstasche für Pistolenträger. Die Tasche aus schwarzem Leder hing auf dem Rücken, um den Mann nicht beim Reiten zu behindern. An ihr war der Ladestock befestigt, mit einem Lederriehmen gegen das Verlorengehen gesichert. Hier ist von der Tasche nur ihr Traggireme aus wiessem Büffelleder sichtbar, der vorne mit einer halbrunden Zündhütchentasche versehen ist.
Dekorativ befestig ist die Räumnadel zum Freistossen eines verschutzten Pistons. Sie ruht in einer Messinghülse und ist mit einem Kettchen an einer Zierplatte am Riemen befestigt. Ebenfalls aus weissem Büffelleder ist der Gurt mit der messingfarbenen Schliesse. Auf ihr tragen die Artilleristen wiederum die gekreuzten Kanonenrohre. Als Seitenwaffe trägt unser Trompeter hier den Säbel der Ordonnanz 1852 für Berittene. Die Trompete ist mit einer roten Kordel versehen, mit der das Instrument umgehängt getragen werden kann.
Roger Rebmann, Basel