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Im Tennis-Zirkus sorgt die Nachricht von Djokovics Teilnahme in Melbourne für Gesprächsstoff. Im Rahmen des ATP Cups in Sydney äusserten sich diverse Profis zum Entscheid der Organisatoren des ersten Grand-Slam-Turnieres des Jahres. Der Australier Alex de Minaur (ATP 34) etwa findet diesen «sehr interessant». Die Ironie in seinen Aussagen ist augenfällig.
Auch Landsmann James Duckworth (ATP 49) tut seine Meinung nur durch die Blume kund. «Er muss die Kriterien irgendwie erfüllt haben, und dann sollte er natürlich dabei sein.» Die beiden Australier scheinen sich bei ihren Ausführungen zu amüsieren.
Jamie Murray: «Ich hätte keine Bewilligung erhalten»
Klarere Worte wählt der Brite Jamie Murray (7 Grand-Slam-Titel im Doppel): «Falls ich nicht geimpft wäre, würde ich keine Sonderbewilligung erhalten, so glaube ich.» Für Djokovic gelte es zu sagen: «Gut gemacht für ihn, dass er es geregelt hat und in Australien miteifern kann.»
Sein Landsmann Liam Broady (ATP 128) vergrub ob dieser Aussage sein Gesicht lachend unter seinen Händen. Danach fügte er mit ernster Miene an: «Man muss darauf vertrauen, dass er einen guten Grund hat für die medizinische Ausnahmeregelung.»
Es ist anzunehmen, dass sich die Begeisterung bei ungeimpften Spielern wie beispielsweise Pierre-Hugues Herbert (FRA/ATP 110), welcher vorzeitig auf Melbourne verzichtet hat, in Grenzen halten dürfte.
Unklar ist, ob Djokovic geimpft ist oder nicht. Das australische Gesundheitsministerium sieht jedenfalls 5 Kriterien für die Ausnahmebefugnis von Personen vor: Eine Herzerkrankung in den letzten 3 Monaten, eine Corona-Erkrankung in den letzten 6 Monaten, ein akuter schlechter Gesundheitszustand, aufgetretene schwere Nebenwirkungen bei einer früheren Anti-Corona-Impfung oder wenn ein grosses Impfrisiko besteht. Der australische Tennisverband beruft sich auf das Arztgeheimnis und nennt den Grund bei Djokovic nicht.
«You must be Djoking» – Australische Medien spotten
In Australien, das von Anfang an ein hartes Corona-Regime etablierte, dürfte das Thema die Gemüter erhitzen. Die Zeitung Daily Mail titelte online «You must be Djoking» und schreibt, angeblich gäbe es Pläne von frustrierten Fans, die am 17. Januar beginnenden Australian Open zu boykottieren.
Das Turnier wird also unter speziellen Vorzeichen stattfinden. Ohnehin ist Melbourne für Djokovic ein besonderer Ort. Dort hat er sein erstes Major-Turnier gewonnen (2008), mit 9 Titeln ist er Rekordchampion. Und mit einem Triumph würde er seinen 21. Grand-Slam-Titel perfekt machen und damit Roger Federer und Rafael Nadal (beide 20) distanzieren.