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Für ihn war es Liebe auf den ersten Blick. Als der sportliche Brite Robin Cavendish (Andrew Garfield) die hübsche Diana nach dem Cricket-Spiel anspricht, ist es schnell auch um sie geschehen. Die beiden heiraten.
Mit 28 Jahren bricht Robin überraschend zusammen. Die Diagnose lautet Kinderlähmung. Vom Hals abwärts kann er sich nicht mehr bewegen und muss künstlich von einer Maschine beatmet werden. Drei Monate geben ihm die Ärzte. Aber er stirbt nicht.
Nach Monaten im Spital verliert er fast den Lebensmut, dann hat er eine Idee: ein Rollstuhl mit integriertem Beatmungsgerät. Er wird gebaut. Er funktioniert. In den späten 1950er-Jahren ist Robin damit der erste mobile Polio-Patient. Der Rollstuhl gibt ihm seine Freiheit zurück. Die Freiheit, sich zu bewegen, zu reisen.
Das inspirierendste Zitat
Der revolutionäre Rollstuhl ist nicht ohne Risiko für Robin. Der Strom für die Beatmungsmaschine kann ausfallen. Ein Hund könnte den Luftschlauch rausreissen. Auf einer Mediziner-Konferenz sagt Robin dazu: «Also habe ich das Risiko akzeptiert, dass ich sterben könnte. Weil ich nicht nur überleben will, ich will leben.»
Der Regisseur
Regisseur Andy Serkis ist vielleicht nicht jedem ein Begriff. Das liegt daran, dass er vor allem als Schauspieler in Motion-Capture-Rollen bekannt ist. Das heisst, er war ein Bewegungsvorbild für computer-animierte Figuren, die nach der Bearbeitung Serkis gar nicht mehr ähnlich sahen. Zum Beispiel spielte er die Kreatur Gollum in der Filmreihe «The Lord of the Rings» oder den Riesengorilla in «King Kong». Mit «Breathe» präsentiert er nun sein Regie-Debüt.
Fakten, die man wissen sollte
Die Geschichte von Robin und Diana Cavendish ist keine Erfindung. Das Ehepaar setzte sich in den 1970er- und 1980er-Jahren intensiv für die Unabhängigkeit von Behinderten ein. Robin Cavendish starb 1994 mit 64 Jahren. Es gibt in Grossbritannien nicht viele, die länger mit Kinderlähmung gelebt haben, als er. Der Sohn, Jonathan Cavendish, ist heute 59 Jahre alt. Er hat «Breathe» mitproduziert. Jonathan und auch seine Mutter Diana besuchten viele Premieren des Films.
Das Urteil
Die echte Geschichte von Robin und Diana Cavendish inspiriert. Der Verfilmung hingegen fehlt der richtige Rhythmus. Zu Beginn hat der Zuschauer nicht genügend Zeit, die Charaktere kennenzulernen, zu schnell ist das Erzähltempo. Damit wird man nicht wirklich in den Film reingezogen. Schade um die schöne Geschichte.