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Von den vielen Wahlversprechen, die Donald Trump während seiner Kampagne gemacht hat, ist die Reform der US-Unternehmenssteuern eine derjenigen, deren Verwirklichung am wahrscheinlichsten ist. Das sagen die Experten von Standard Life Investments.
Warum? Erstens gibt es eine bemerkenswerte Einigkeit in der Republikanischen Partei, dass der gesetzliche Steuersatz von 35% auf 15% verringert werden soll. Schon im Juni 2016 gab es einen Vorschlag aus dem Haus der Republikaner, den gesetzlichen Satz auf 20% zu senken. Zweitens ist die Körperschaftssteuer ein Bereich, in dem die USA erheblichen Nachholbedarf im Vergleich mit den jüngsten internationalen Trends hat. Der gesetzliche Zinssatz in den USA ist seit dem Jahr 2000 unverändert. Im selben Zeitraum ist der durchschnittliche Körperschaftssteuersatz in den OECD-Ländern schätzungsweise von 30,4% auf 22,8% gesunken. Darüber hinaus ist das bestehende "weltweite" US-Steuersystem zunehmend veraltet. Es verpflichtet Unternehmen, in den USA Steuern auch auf Gewinne zu entrichten, welche ausserhalb des Landes erwirtschaftet wurden. Nur sechs der 34 OECD-Mitgliedsländer kennen heute noch so ein System; der Rest hat ein "territoriales" Steuersystem. Nach diesem System sind die Einkünfte ausländischer Tochtergesellschaften ganz oder teilweise von der Besteuerung im Land des Unternehmenssitzes befreit.
Eine Normalisierung der US-Steuerpolitik sollte entsprechend eine willkommene Entwicklung sein. Denn in einer Welt der hohen Kapitalmobilität schaffen Anomalien in den globalen Steuerregelungen nur Anreize für Unternehmen, Aktivitäten zur Steueroptimierung vorzunehmen, die zwar für das Unternehmen selbst vorteilhaft sind, aber in der Summe wohlfahrtsreduzierend wirken. So führt die Steueroptimierung nicht nur zu Verzerrungen in der Organisationsform oder in der geografischen Standortwahl von multinationalen Unternehmen, sondern auch zu höheren relativen effektiven Steuersätzen für rein inländisch aktive Unternehmen.
Allerdings sollten die wirtschaftlichen Gewinne aus einer Anpassung der Steuerpolitik nicht überbewertet werden. Denn international ist die Differenz bei den effektiven Körperschaftssteuersätzen deutlich tiefer als bei den gesetzlichen Steuersätzen (siehe Abbildung). Denn Länder mit hohen gesetzlichen Steuersätzen haben tendenziell mehr Ausnahmeregelungen. Gleichzeitig zeigt dies die Effizienz des Kapitals die Nach-Steuer-Rendite zu maximieren. Natürlich unterliegen nicht alle Unternehmen den gleichen globalen Kapitalkräften. So schwankt der effektive Steuersatz bei nicht börsennotierten Unternehmen und KMUs über verschiedene Länder hinweg deutlich stärker. Wenn das Pendel zu weit schwingen würde, würden die USA ihr Problem nach Übersee exportieren, denn die regulatorische Arbitrage würde sich dann wohl umkehren