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Die Geschichte der Dälliker Schule
Die vorhandenen Akten ergeben nur ein unvollständiges Bild über die Schule des 19. Jahrhunderts. Eine garantierte Chronik existiert erst ab 1835, sie wurde von alt Lehrer Ernst Enderlin verfasst. Ihm ist es zu verdanken, dass wir heute in einem umfangreichen Fundus die alte Zeit der Schule aufleben lassen können. Ernst Enderlin war von 1932-1969 als Lehrer in Dällikon tätig.
Um 1800 bewahrten sich die Gemeinden das Recht vor, die Anzahl der Schulwochen selbst zu bestimmen. Dadurch war die Schulzeit sehr unterschiedlich, und im damaligen Schulkreis Dällikon/Dänikon beschränkte man sich auf Winterkurse. Noch vor dem Bezug des alten Schulhauses beim Kreisel wurde aber auch ein Sommerkurs durchgeführt. Mit dem Sing- und Repetierschulgesetz von 1835 wurden unserer Volksschule vor allem zum Zweck ihrer Vereinheitlichung auf kantonaler Ebene auf Jahrzehnte hinaus die Weichen gestellt.
In den Chroniken tauchen immer wieder die Däniker auf. Es war bereits schon die Rede vom Schulkreis Dällikon / Dänikon. Dieser entstand, weil die beiden Dörfer bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts eine einzige politische Gemeinde bildeten. Es bestand eine Schulgenossenschaft Dällikon und eine solche von Dänikon. Als zentrale und übergeordnete Behörde bestand aber zusätzlich die Kreisschulpflege Dällikon - Dänikon. 1876 erfolgte die endgültige Loslösung der Schulgemeinde Dällikon von Dänikon - Hüttikon.
Den heutigen Dällikern ist es wohl kaum bekannt, dass das Dorf einmal die grösste Achtklassenschule mit der höchsten Kinderzahl im Kanton Zürich hatte. Unterrichtet wurde nur von einem Lehrer. Während der Vorkriegsjahre von 1934 - 1937 hatte es in Dällikon jeweils 60 bis 65 Schulkinder. Erst 1955 konnte eine zweite Lehrerstelle für die Unterstufe geschaffen werden.
Das Dorfbild von Dällikon veränderte sich immer mehr, und die Entwicklung vom einstigen Bauerndorf zu einer modernen Vorortsgemeinde ging auch an der Schule nicht spurlos vorbei. Dieser Bauboom war dann Anlass zu Diskussionen im Dorf, ob und wann eine neue Schulanlage gebaut werden sollte. An der Schulgemeindeversammlung vom 9. Februar 1965 wurde eine „Schulbaukommission“ ins Leben gerufen. Somit war der Startschuss für das Projekt gefallen. Das Landstück in der Leepünt, das die Gemeinde weitsichtig und unter finanzieller Belastung der damaligen Steuerzahler im Laufe der Jahre erworben hatte, konnte als Bauland der Schulgemeinde zur Verfügung gestellt werden. Das Gelände bot genug Platz, um weitere Etappen zu realisieren.
Das Staunen der Schüler beim Einzug in das neue Schulhaus war gross. Es begegnete ihnen so viel Unbekanntes. Angefangen bei den grossen Fenstern, beim fliessenden Wasser im Klassenzimmer, beim weiträumigen Treppenhaus bis zu der von den Dälliker Kindern sehnsüchtig begehrten Turnhalle. Beim Bezug des neuen Schulhauses wurde eine weitere Lehrerstelle geschaffen, der dann ein Jahr später, im Frühling 1970, eine vierte folgte. Im Frühling 1969 wurde der erste Kindergarten eröffnet. Die baulichen Tätigkeiten im Dorf gingen natürlich weiter und so wurde 1972 bereits das Leepünt 2 und der Doppelkindergarten an der Grundacherstrasse eingeweiht.
Durch die Revision der Bau- und Zonenordnung anfangs der 90-er Jahre wurde ein weiterer Bauschub ausgelöst, und so musste die Infrastruktur erneut beurteilt werden. Der Entscheid fiel für den Bau eines dritten Schulhauses auf dem jetzigen Schulareal. Die Primarschulgemeinde bewilligte am 14. Juni 1994 einen Wettbewerbskredit für den Bau des Schulhauses Leepünt 3. Die folgenden Projektierungs- und Baukredite wurden von den jeweiligen Gemeindeversammlungen ebenfalls bewilligt und so konnten die Kinder am 2. Juni 1997 gleich selber den Spatenstich für ihr neues Schulhaus vornehmen.
Bedingt durch die erhöhten Kinderzahlen stiegen auch die Lehrerstellen. Im Sommer 1998 waren es bereits 13 Lehrerstellen, die sich auf 15 Lehrpersonen aufteilten Dazu kamen drei Handarbeits-Lehrpersonen, eine Schwimm-Lehrperson, vier Kindergarten-Lehrpersonen und zwei Deutsch- und Stützlehrpersonen mit einem Teilpensum. Auf diese Lehrpersonen warteten 311 wissensdurstige Kinder.
2002 gibt die Primarschulgemeinde ihre Unabhängigkeit auf und wird in die Politische Gemeinde integriert. Dällikon ist fortan eine Einheitsgemeinde.
Im Sommer 2005 wurde das neue Volksschulgesetz angenommen, welches dasjenige von 1899 ablöste, und damit die Bildungslandschaft tiefgreifend veränderte. Der Besuch des Kindergartens wurde obligatorisch und erweiterte die Schulpflicht von 9 auf 11 Jahre. Durch die Einführung der geleiteten Schulen verlagerte sich die operative Tätigkeit der Schulpflege hin zur Schulleitung und Schulverwaltung. Die Schulpflege wurde von 7 auf 5 Mitglieder reduziert und befasst sich weitgehend mit strategischen Aufgaben.
Die sonderpädagogischen Massnahmen, welche vor allem - wo immer möglich - die Integration zum Schwerpunkt hat, wurden gesetzlich geregelt. Geschaffen wurden die Tagesstrukturen, welche einerseits den Blockzeitenunterricht von 08.20 bis 11.50 Uhr sicherstellen, sowie Mittags und Nachmittagsbetreuungen bieten, um dem Wandel der gesellschaftlichen Strukturen und dem Bedürfnis der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Rechnung zu tragen. Zum Einsatz kommt heute auch die Schüler- und Elternpartizipation.
Ab Januar 2011 wurde freiwillig die Schulsozialarbeit eingesetzt und ermöglicht damit eine sinnvolle und überaus geschätzte Beratungsstelle für Kinder, Eltern und Lehrpersonen.
2012 wurde die Primarschule Dällikon eine QUIMS-Schule (Qualität in multikulturellen Schulen = >40% an fremdsprachigen Schülerinnen und Schüler). Mit einem speziellen Programm der Bildungsdirektion und den dafür bereit gestellten Ressourcen werden Sprach- und Schreibkompetenz zusätzlich gefördert, welche allen Schülerinnen und Schülern zu Gute kommt.
2013 wird nach vielen Jahren des Wartens ein neuer Pausenplatz gestaltet und in der Anlage neue Geräte, die zum Spielen einladen, aufgestellt.
Seit dem Jahr 2000 stieg die Schülerzahl nochmals leicht an und pendelte sich in den letzten 8 Jahren bei 330 Schülerinnen und Schülern ein. Im Jahr 2013 beschäftigt die Primarschule 34 Lehrpersonen und 12 Mitarbeitende. In den nächsten zwei bis vier Jahren ist aufgrund der eingegangenen Baubewilligungen nochmals mit einer moderaten Erhöhung der Schülerzahlen zu rechnen. In wie weit sich mit der Neuausrichtugn des pädagogischen Unterrichts und dem Anstieg der Schülerzahlen eine Schulraumerweiterung aufdrängt, wird eine dafür eingesetzte Kommission klären.
Oktober 2013