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Frage: Ich bin 58 Jahre alt und erhalte seit Juli 2006 eine volle IV-Rente. Dazu erhalte ich von der «Zürich» eine Rente der beruflichen Vorsorge. Nun möchte ich mir von der «Zürich» mein Pensionskassen-Kapital auszahlen lassen. Wie muss ich vorgehen? R.G. via E-Mail
Antwort: Wenn ich den Sachverhalt richtig verstehe, haben Sie keine Möglichkeit, das Kapital der beruflichen Vorsorge (BVG) zu beziehen. Sie erhalten von der Vorsorgeeinrichtung, also von der Zürich-Versicherung, eine Invaliditätsrente. Bei Erreichen des Pensionierungsalters wird diese Rente in eine Altersrente umgewandelt. Sie können also nicht zusätzlich zu dieser Rente auch noch eine Kapitalleistung beanspruchen. Es ist ebenfalls nicht möglich, auf die Rente zu verzichten und stattdessen das Kapital auszahlen zu lassen. Kapitalbezug statt Invaliditäts-Rente ist nur in Ausnahmefällen möglich.
Zum Beispiel: Wenn die Invaliditätsrente der beruflichen Vorsorge weniger als 10 Prozent der Mindestaltersrente der AHV beträgt, so ist die Vorsorgeeinrichtung befugt, Ihnen das Guthaben auszuzahlen und auf die Rentenzahlungen zu verzichten. Dies aber nur unter der Voraussetzung, dass diese Möglichkeit im Reglement der Vorsorgeeinrichtung ausdrücklich festgehalten ist. So stehts in Artikel 37 BVG.
Die Mindestaltersrente der AHV beträgt derzeit 1105 Franken pro Monat; 10 Prozent davon sind 110.50 Franken. Wenn Ihre monatliche Invaliditätsrente der beruflichen Vorsorge weniger als besagte 110.50 Franken ausmacht, besteht zumindest laut Gesetz die Möglichkeit, das Kapital statt die Rente zu beziehen. Dies wie gesagt nur unter der Bedingung, dass im Vorsorgereglement diese Ausnahmebestimmung erwähnt ist.
Von dieser Ausnahmebestimmung kann man aber nur bei Rentenbeginn Gebrauch machen. Man kann nicht ein Jahr lang Renten beziehen und dann auf den Gedanken kommen, das Kapital wäre eigentlich ganz «gäbig».
Theoretisch gibt es auch die Möglichkeit, dass IV-Rentner bei Erreichen des Rentenalters das Kapital beziehen und fortan auf die Invaliditäts-Rente verzichten. Aber auch diese Wahlmöglichkeit ist nur dann rechtens, wenn sie im Pensionskassenreglement vorgesehen ist.
Erschienen im BLICK am 18. Juli 2007