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Basel, um 1735
Goldschmied: Hans Jakob d'Annone (1684 - 1744)
Silber
H. 26,3 cm, B. 20,6 cm
Inv. 2010.256.
Die Kaffeekanne des Basler Goldschmiedes Hans Jacob d'Annone (1684-1744, zünftig 1714) gehört zur Gruppe der birnförmigen Kannen auf drei Füsschen und mit eingraviertem Régence-Dekor. Derartige Kannen waren in Basel im 18. Jahrhundert sehr beliebt. Form und Dekor haben französische und süddeutsche Vorbilder, dennoch erkennt ein geübtes Auge schnell die für Basler Silberkannen dieser Zeit charakteristischen, leicht gedrungenen Proportionen. Im letzten Jahr konnte das Historische Museum eine bereits seit einigen Jahren als Dauerleihgabe im Haus zum Kirschgarten ausgestellte Teekanne desselben Goldschmieds erwerben (Inv. 1983.925.) - die früheste überhaupt bekannte Teekanne aus Basel, aus der Zeit um 1720. Die jetzt überraschenderweise dazugekommene, bisher nicht bekannte Kaffeekanne aus den Jahren um 1730-1740 zeigt, dass d'Annone auch Kannen im inzwischen beliebten Régence-Stil hergestellt hat. Ob der Meister selbst oder ein spezieller Stecher die feinen Gravuren hergestellt hat, wissen wir nicht. Auffällig ist, dass alle Gravuren leicht aus der Mitte zu weit nach links gerutscht sind, was eher gegen einen professionellen Stecher spricht. Dem Charme der Kanne schaden diese kleinen Imperfektionen aber nicht.
Der Donator Andrew Staehelin erbte die Kaffeekanne von seinem Vater Lucas E. Staehelin-von Mandach, der sie wiederum von seinem Vater geerbt hatte. Schon Lucas E. Staehelin beschenkte einst das Museum der Kulturen, das Kunstmuseum und das HMB (Inv. 1959.201.; 1962.3.). Sein Sohn Andrew ist in Australien geboren, aber in Bern aufgewachsen. Er studierte in Zürich und wanderte 1970 zusammen mit seiner Frau Margit (aus Zürich) in die Vereinigten Staaten nach Colorado aus, wo er als Professor für Zellbiologie an der Universität von Colorado in Boulder tätig war.
(C. Hörack)