Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03337.jsonl.gz/2342

Die Diskussion, ob Rory Mcilroy Grossbritannien oder Irland an den Olympischen Spielen vertreten soll, ist müssig geworden. Die Weltnummer 4 verzichtet auf einen Start. Grund: Angst vor dem Zika Virus.
Vor viereinhalb Jahren entbrannte eine heisse Debatte darüber, ob Rory McIlroy an den Olympischen Spielen für Nordirland oder Grossbritannien an den Start gehen soll (vergl. Rio Blog Januar 2012). Die damalige Weltnummer eins gab sich diplomatisch: Falls es ein nordirisches Team geben würde, würde er schon gerne für seine engere Heimat antreten, er habe aber auch kein Problem für Grossbritannien zu starten. Sollte es deswegen ernsthafte politische Probleme geben, würde er aber lieber ganz verzichten, als jemand (also die nationalistischen Fans) vor den Kopf zu stossen. Vor zwei Jahren beendete Rory dann die Spekulationen und gab bekannt, er werde Irland repräsentieren.
Doch jetzt ist alles wieder anders: Am 22. Juni teilte der 27jährige mit, er werde nicht nach Rio de Janeiro reisen. «Ich habe mit meiner Familie gesprochen, und wir sind zum Schluss gekommen, dass meine Gesundheit und jene meiner Familie über allem anderen stehen», gab er bekannt. «Ich hoffe, dass das irische Volk meine Entscheidung respektiert, ich werde versuchen, meine Fans bei anderen Golfturnieren zufrieden zu stellen und stolz zu machen.» Das IOC Irlands veröffentlichte nur Stunden später eine Medienmitteilung, in welcher es sein Bedauern darüber ausdrückt, dass der Star nun nicht nach Rio reisen wird. Allerdings respektiert das Komitee den Entscheid.
Positiv sei dieser Rückzug immerhin für einen anderen Vertreter Irlands. Neben Shane Lowry wird jetzt ein weiterer Ire am Olympischen Turnier teilnehmen können. Möglicherweise kommt so der ehemalige Majorsieger Padraig Harrington (PGA Championship 2008, Open Championship 2007/2008) zu einem unerwartete Aufgebot für Rio. Eine schöne Überraschung für die 167 der Welt!
Inzwischen ist bekannt geworden, dass auch die aktuelle Nummer eins der Welt, Jayson Day, sowie US-Open-Sieger 2010, Greame Mcdowell, auf eine Teilnahme in Rio verzichten. Grund: Angst vor der Zika-Mücke. Wenn das mit den Absagen so weitergeht, rückt irgendwann vielleicht sogar noch der in der Weltrangliste am besten platzierte Schweizer, Joel Girrbach (Nr. 764), nach.
Piero Schäfer