Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03528.jsonl.gz/936

Taizé Gebet in Erschmatt
An vielen Orten auf der Welt findet einmal wöchentlich ein abendliches Taizé-Gebet statt. Es folgt im Ablauf den gemeinschaftlichen Gebeten in Taizé im Burgund, wo ein ökumenischer Männerorden seit Jahrzehnten unzählige Menschen aus ganz Europa, vor allem Jugendliche, zum Mitbeten einlädt. In diesen Gottesdiensten, aber auch an den jährlichen Treffen in einer europäischen Stadt, wird viel gesungen. Die typischen Taizé-Lieder sind lateinische oder mehrsprachige Kanons oder vierstimmige Gesänge, die vielfach wiederholt werden. Die Kirchen werden für die Abendgebete durch zahlreichen Kerzen erleuchtet, die Betenden knien oft auf einem Teppich am Boden.
Geschichte der Gemeinschaft von Taizé
Diese geistliche Gemeinschaft ist ein internationaler ökumenischer Männerorden in der Nähe von Cluny (Frankreich) im Burgund. Jährlich pilgern etwa 200'000 Besucher zumeist Jugendliche aller Nationalitäten und Konfessionen nach Taizé. Gegründet wurde der Orden durch den Schweizer Roger Schutz, der im Jahre 1940 nach Taizé wanderte und dort ein Haus kaufte, in dem er Kriegsflüchtlinge aufnahm. 1942 floh er vor der Gestapo, kehrte jedoch nach der Befreiung 1944 wieder nach Taizé zurück. In der Zwischenzeit hatten sich ihm die ersten Brüder angeschlossen, die gemeinsam die Communauté gründeten. Seit den 60er Jahren finden das ganze Jahr über Jugendtreffen statt. 1961 begann der Bau der Versöhnungskirche am Rande des Dorfes, nachdem die romanische Dorfkirche für die Communauté zu klein geworden war. 1966 fand das erste Jugendtreffen mit 1400 Jugendlichen aus 30 Ländern statt. Vom „Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde“ werden die Jugendlichen dazu aufgerufen, sich in ihrem Alltag für Frieden, Versöhnung in der Kirche und Vertrauen auf der Erde zu engagieren. Diese Pilger-Etappen werden jährlich einmal in Grosstädten auf der ganzen Welt organisiert. Am 16. August 2005 wurde der Prior inmitten des Abendgebets in Taizé von einer anscheinend geistesgestörten Rumänin mit einem Messer so schwer verletzt, dass er wenig später im Kreise einiger Brüder seinen Verletzungen erlag. Nach der Beerdigung übernahm der bereits vorbestimmte Frère Alois die Priorschaft, welcher der Gemeinschaft bis Ende November 2023 vorstand. Danach übernahm Frère Matthew, der aus der anglikanische Kirche statt, diese Aufgabe.