Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03237.jsonl.gz/1039

Zwei unermüdliche Exponenten der experimentellen Musikszene Frankreichs, haben Jerôme Noetinger (Elektroakustische Geräte) und Erik M. (Elektronik, Plattenspieler) lange fast parallele Wege begangen, bevor sie 2001/02 für das vom amerikanischen Label Erstwhile unter dem ironischen Titel «What A Wonderful World» veröffentlichte gemeinsame Debut aufzunehmen begannen.
Dabei betreibt Noetinger seit 1989 das Label und den Vertrieb Metamkine, dessen Magazin «Revue & Corrigée» er mit herausgibt, er beteiligt sich am Club 102 in Grenoble, und unterhält mit der Cellule D’Intervention Metamkine ein multimediales Projekt, in dem es um das Zusammenwirken von Klang und bearbeitetem Filmmaterial geht, neben anderen Projekten wie dem Duo mit Lionel Marchetti.
Er ist der «Old School» der Musique Concrète verpflichtet, arbeitet mit analogen Tonquellen wie Tonbändern, Cassettengeräten, Analogsynthesizern, Kontaktmikrophonen und dergleichen, die ihm eigene, gleichzeitig rohe, ungeschliffene und subtile, nuancierte Klangwelt zu schaffen.
Erik M. nahm sein Interesse für die bildenden Künste als Gitarrist mit in die Rockmusik, ist auch immer mal wieder mit Kill The Thrill aus Marseille zu hören, nahm aber einen anderen Weg, als er an einem DJ-Workshop von Christian Marclay und Otomo Yoshihide anlässlich des MiMi-Festivals teilnahm:
Er wurde zum Klang-Skulpteur, zum «Guerrier des Platines». Zu seinen Aktivitäten als solcher gehört, neben den Solo-Veröffentlichungen, seit 1998 auch Poire_Z, eine Formation, welche ihn im Verbund mit Norbert Möslang und Andy Guhl, a.k.a. Voice Crack, und deren «Broken Everyday Electronics», und dem Schlagzeuger Günter Müller zeigt, erweitert auch schon mit Yoshihide, Marclay und Sachiko M., oder dem Stimm-Akrobaten Phil Minton, mit Keith Rowe, Kevin Drumm.
Immer schon auch mit Minidiscs unterwegs, um vorwiegend Feldaufnahmen ins Mix zu fügen, hat er inzwischen auch den Computer zum Ausdrucksmittel genommen, mittels Loops seine witzigen bis beängstigenden Klangreisen zu schaffen.