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Sudans langjähriger Machthaber Omar al-Baschir ist am Montag zu einem Gericht in Khartum gebracht worden, wo ihm der Prozess wegen Korruption gemacht werden soll.
Der 75-Jährige, der das ostafrikanische Land 30 Jahre lang mit harter Hand regiert hatte, wurde mit einem riesigen Militärkonvoi zu dem Gerichtsgebäude in der sudanesischen Hauptstadt gebracht.
Al-Baschir war im April nach monatelangen Massenprotesten von der Armee gestürzt worden. Er wurde inhaftiert und musste Mitte Juni erstmals vor einem Staatsanwalt erscheinen. Die Staatsanwaltschaft legt ihm den Besitz ausländischer Währungen, Korruption und die unerlaubte Annahme von Geschenken zur Last.
In al-Baschirs Anwesen wurde nach Angaben des Militärs Bargeld in Höhe von mehr als 113 Millionen Dollar in drei verschiedenen Währungen beschlagnahmt. Der Korruptionsprozess gegen den Ex-Machthaber sollte eigentlich schon am Samstag beginnen, der Prozessauftakt wurde aber verschoben.
Im Mai hatte der Generalstaatsanwalt zudem eine Anklage gegen al-Baschir wegen der Tötung von Demonstranten bei den monatelangen Protesten angekündigt. Gegen al-Baschir besteht zudem seit Jahren ein internationaler Haftbefehl wegen Völkermordes. In der Provinz Darfur wurden nach Uno-Angaben seit 2003 im Konflikt zwischen Regierung und Rebellen 300'000 Menschen getötet.
Am Samstag hatten der nach al-Baschirs Sturz eingesetzte Militärrat und die Protestbewegung nach wochenlangen Verhandlungen ein Abkommen zur Bildung einer gemeinsamen Übergangsregierung unterzeichnet. Der Militärrat soll durch einen «Souveränen Rat» abgelöst werden, dem sechs Zivilisten und fünf Militärs angehören sollen.
Die Ernennung des «Souveränen Rats», der eine mehrjährige Übergangsphase in dem ostafrikanischen Krisenstaat leiten soll, verzögerte sich dann aber. Nach Angaben aus Oppositionskreisen wurden bislang nur fünf der elf Mitglieder ausgewählt. Erwartet wurde nun eine Ernennung am Montag. (aeg/sda/afp)