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Inkontinenz in den Wechseljahren? Kein Grund zur Sorge!
Blasenprobleme sind als klassisches Symptom der Wechseljahre weniger bekannt. Urologen schätzen jedoch, dass bis zu zwei Drittel der Frauen in den Wechseljahren unter einer Blasenschwäche leiden. Wenn Sie während der Wechseljahre Probleme mit einer Harninkontinenz haben, müssen Sie daher keinerlei Scheu haben, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Die Beschwerden können meist mit einfachen Therapiemassnahmen effektiv gelindert werden.
So entsteht eine Blasenschwäche in den Wechseljahren
Die durch Wechseljahre bedingte Inkontinenz hängt in erster Linie mit einer Umstellung der Hormone zusammen. Diese bringt einige Veränderungen mit sich, die ungünstige Auswirkungen auf die Blase und den Beckenboden haben können. In den Wechseljahren geht die Produktion der weiblichen Hormone Östrogen und Gestagen zurück. Das geschieht, weil die Eierstöcke langsam aufhören zu arbeiten, da der Vorrat an Eizellen erschöpft ist. Im Durchschnitt findet dies im Alter zwischen 47 und 51 Jahren statt. Der Hormonpegel im Blut sinkt und das hat vielfältige Auswirkungen auf die Gesundheit. Zunächst reagiert der weibliche Körper durch den gesunkenen Östrogenspiegel sensibler auf verschiedene Reizstoffe im Urin. Sie können dadurch einen gesteigerten Harndrang auslösen. Der verringerte Östrogenpegel führt ausserdem dazu, dass der pH-Wert im weiblichen Genitaltrakt steigt und die Schleimhäute schlechter durchblutet werden. Sie werden dünner, trockener und weniger elastisch und sind dadurch empfindlicher. Keime und Krankheitserreger haben dann leichtes Spiel, sodass die Gefahr für Harnwegsinfektionen und Blasenentzündungen steigt. Treten solche Infektionen häufiger auf, begünstigen sie zusätzlich eine Blasenschwäche. Östrogen- und Gestagen-Mangel beeinflussen auch Muskeln, die entscheidend für die Kontinenz sind. Schliessmuskel und Beckenbodenmuskulatur, sowie umliegende Bindegewebe werden durch den Mangel an Hormonen geschwächt. Es kann dadurch zu einer leichten Senkung von Blase und Gebärmutter kommen. Solch eine Senkung begünstigt häufig eine Blasenschwäche. Das Absinken der Blase führt zu einer Krümmung der Harnröhre und der Blasenschliessmuskel wird stärker belastet. Auf Dauer kann der Schliessmuskel dieser Belastung nicht mehr standhalten und es kommt zur Inkontinenz. Östrogen ist weiterhin ein wichtiger Faktor für die Regulierung des Schliessdrucks am Blasenschliessmuskel. Bei einem Mangel kommt es daher zu Beeinträchtigungen, sodass ungewollt Urin austreten kann.
Was tun bei einer Blasenschwäche in den Wechseljahren?
In den Wechseljahren ist Blasenschwäche normal, aber sie verschwindet nicht von allein. In den allermeisten Fällen ist sie jedoch mit einer geeigneten Therapie heilbar. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin hilft Ihnen dabei, die individuell richtigen Massnahmen gegen die Inkontinenz zu finden.
- Bei starker Inkontinenz kann Ihnen eine Hormontherapie verschrieben werden.
- Sportarten, die den Beckenboden stärken, wie Fahrradfahren, Schwimmen oder Yoga, sind ein weitere Therapiemassnahme.
- Auch direkte Beckenbodenübungen werden von Urologen empfohlen. Zusätzlich könnte hier der RECA fem Vaginaltampon helfen, welcher ein diskretes Hilfsmittel bei Blasenschwäche und Senkungsbeschwerden ist.
- Egal welche Massnahmen Sie gegen eine Blasenschwäche durchführen, in dieser Zeit helfen Ihnen geeignete Inkontinenz-Hilfsmittel, damit Sie trotzdem aktiv am Leben teilnehmen können.
Wie kann ich eine Blasenschwäche vorbeugen?
Sich über die in den Wechseljahren auftretende Blasenschwäche zu informieren ist der erste Schritt, ihr entgegenzuwirken. Wenn Sie mit diesem Wissen auf einige Grundregeln achten und Ihre Blasen- und Beckenbodenmuskulatur stärken, kann dadurch das Risiko für Blasenprobleme während der Wechseljahre verringert werden.
- Gesunder Lebensstil: Eine ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen und Vitaminen, genügend Flüssigkeit und regelmässige Bewegung tun dem gesamten Körper und damit auch der Blase gut.
- Gezieltes Training der Blase hilft ebenfalls bei der Vorbeugung der Inkontinenz. Die Blase sollte beim Toilettengang weder über- noch unterfordert werden. Im Klartext heisst das, dass ein Toilettengang nicht zu lange hinausgezögert werden sollte, die Blase aber auch nicht zu oft entleert werden sollte. Ist die Blase zu voll, kann die Muskulatur auf Dauer überdehnt werden. Wird sie dagegen zu häufig entleert, kann bereits eine geringe Menge Urin zu einem starken Harndrang führen. Hier sollte daher ein gesundes Mass der Mitte gefunden werden.
- Darüber hinaus wirken Gymnastikübungen zur Stärkung des Beckenbodens nicht nur als Therapie gegen Blasenschwäche. Sie dienen auch zur Vorbeugung derselben.