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ZÜRICH: Die Schweizer Stimmberechtigten werden am Sonntag (15. Mai) in einem Referendum entscheiden, ob globale Video-Streaming-Dienste Schweizer Filmemacher subventionieren und mehr Geld für die europäische Grenzschutzagentur Frontex ausgeben sollen, um die Beziehungen zur Europäischen Union auf die Probe zu stellen.
In der verbindlichen Volksabstimmung über die sogenannte Lex Netflix werden die Stimmberechtigten entscheiden, ob die internationalen Rundfunkanstalten 4 Prozent ihrer in der Schweiz erzielten Einnahmen in die lokale Filmproduktion investieren sollen, wie es die lokalen Sender jetzt tun. Zudem müssen 30 Prozent der Inhalte von Streamingdiensten aus in Europa produzierten Filmen oder Serien bestehen.
Gegner sagen, das Gesetz – unterstützt von der Regierung und dem Parlament – könnte das Angebot an globalen Inhalten reduzieren und Streaming-Dienste zwingen, die Preise zu erhöhen.
„Wir haben großen Respekt vor dem demokratischen Entscheidungsprozess des Schweizer Volkes und werden das Ergebnis des Referendums abwarten“, sagte ein Netflix-Sprecher und fügte hinzu, dass das Unternehmen nicht an dem Referendumsbegehren beteiligt gewesen sei.
Wenn die Stimmberechtigten zustimmen, den Geld- und Personalbeitrag der Schweiz zum Ausbau von Frontex zu erhöhen, werden die Schweizer bis 2027 jährlich 61 Millionen Schweizer Franken (61,5 Millionen US-Dollar) zahlen, gegenüber 24 Millionen im Jahr 2021, schätzt die Regierung.
Aber wenn Gegner, die Frontex Menschenrechtsverletzungen im Umgang mit Flüchtlingen vorwerfen, sich durchsetzen können, könnte es mehr als nur finanzielle Folgen geben.
Scheitert die Massnahme, könnte sie die Schweiz aus der 26-köpfigen passfreien Schengen-Zone und dem Dublin-System zur Koordinierung von Asylanträgen drängen.
Das sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson dem Tages-Anzeiger.
Eine Umfrage des SRF-Kanals gfs.bern ergab, dass 69 Prozent die Frontex-Finanzierung unterstützen, im Vergleich zu 25 Prozent dagegen. Das Filmgesetz sollte 56 Prozent Zustimmung finden, dagegen 41 Prozent dagegen.
Die Fehlerquote bei der Ende April durchgeführten Umfrage unter 6.315 Wahlberechtigten lag bei 2,8 Prozentpunkten.
Die Stimmberechtigten werden auch im Rahmen des Schweizer Systems der direkten Demokratie entscheiden, ob der Erwerb von Organen für Transplantationen erleichtert wird, was voraussichtlich ebenfalls passieren wird.
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