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Hansruedi Frey erinnert sich noch genau, wie es an einem Sonntag im Frühling 1972 an seiner Tür klingelte. Drei junge Männer standen da und erklärten, sie möchten gern einen Fussballklub gründen: Ob er sie unterstützen würde? «Ich hatte sofort Sympathien für das Anliegen, wollte aber zuerst klären, ob im Dorf Interesse besteht», erzählt der heute 81-Jährige. Schliesslich musste er einst als Junior beim FC Turgi anheuern: «Ich wäre damals froh gewesen, wenn es schon einen FC im Dorf gegeben hätte.»
Schnell stellte sich heraus, dass die Idee eines Fussballklubs in der Gemeinde auf offene Ohren stiess. Am 18. August 1972 fand die Gründungsversammlung mit 45 Personen statt. Hansruedi Frey wurde zum ersten Präsidenten gewählt.
Doch fehlte in Würenlingen noch etwas Essenzielles – ein Fussballplatz. Mit dem «Käppeli» gab es zwar einen Trainingsplatz, doch dieser war nur für Junioren geeignet. Frey bat deshalb beim PSI um Gastrecht auf dessen Sportplatz. Man sicherte ihm zu, dass der FC Würenlingen dort seine Meisterschaftsspiele austragen dürfe. Im November 1972 konnten zwei Aktivmannschaften und zwei Juniorenteams angemeldet werden.
Der PSI-Sportplatz war über zwanzig Jahre die «Heimat» des FC Würenlingen, doch die fehlende Infrastruktur im Dorf selber blieb – trotz Unterstützung der Gemeinde – jahrelang das Sorgenkind des Klubs. Man konnte zwar die Garderoben der Turnhalle Gartenstrasse nutzen, musste aber zwei Kilometer bis zum Platz gehen oder fahren. Der Witterung waren die Spieler schutzlos ausgesetzt.
Im Hintergrund liefen jedoch bereits länger Bestrebungen im Hinblick auf eine Sportanlage im Kuhgässli. Die Grundlage bildete ein Landumlegungsverfahren, welches 1982 abgeschlossen wurde. 1987 wurde der Planungskredit für die Sportanlage genehmigt und ein Jahr später die neue BNO bewilligt.
Platz, aber keine Garderoben
Trotzdem dauerte es weitere vier Jahre, bis die Gemeindeversammlung 1992 grünes Licht für den Baukredit von 1,414 Millionen Franken gab. Das geplante Betriebsgebäude musste aus finanziellen Gründen noch zurückgestellt werden.
Der Spatenstich fand am 11. Juni 1993, die Einweihung am 20. Mai 1995 statt. Damit verfügte der FC Würenlingen nun über zwei Rasenplätze und in deren Mitte einen Sandplatz. Ein Meilenstein für den FC. Inzwischen war der Verein auf 43 Aktive, 28 Senioren und 118 Junioren sowie 85 Passivmitglieder angewachsen. Die Mannschaften durften zwar die Garderoben im Weissenstein benutzen, und vorübergehend wurde ein provisorischer Pavillon im Kuhgässli aufgestellt. Doch es sollte weitere fünf Jahre dauern, bis das Betriebsgebäude realisiert wurde. «Dahinter steckten viel Arbeit und Engagement», erinnert sich Hansruedi Frey.
Es war eine glückliche Fügung, dass der bereits 1988 gegründete Verein IG Jugend Würenlingen auf der Suche nach einem Jugendraum im Dorf war. Die beiden Vereine taten sich zusammen und gelangten mit der Anfrage für ein Betriebsgebäude Kuhgässli mit integriertem Jugendraum an den Gemeinderat. «Diese Kombination fand Anklang», erinnert sich Frey. Der Spatenstich für den rund
1,2 Millionen Franken teuren Bau konnte am 20. Oktober 2000 durchgeführt werden. Am 9./10. November 2001 wurde das Betriebsgebäude eingeweiht und an die beteiligten Vereine übergeben. Ein weiterer Meilenstein in der Klubgeschichte.
Der Zustand des Sandplatzes verschlechterte sich jedoch mit den Jahren und musste im Herbst 2015 durch einen Kunstrasen ersetzt werden. Dieser ermöglicht es dem Verein, 365 Tage im Jahr Fussballspiele durchzuführen. «Jetzt gibt es keine Verschiebungen mehr», freute sich der damalige FC-Präsident Andreas Spuler und versprach: «Wir werden dieses Baby hegen und pflegen, damit es lange hält.»
Heute ist der FC der grösste Verein im Dorf mit über 300 Junioren – und seit 2019 auch Juniorinnen. Achtzehn Teams sind in der Meisterschaft engagiert. Die erste Mannschaft hat im Jubiläumsjahr den erstmaligen Aufstieg in die 2. Liga nur knapp verpasst – es wäre ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte gewesen.
Ancillo Canepa und Monique Am kommenden Wochenende findet das grosse Jubiläumsfest statt. Highlight ist das Prominentenspiel der All Stars FC Zürich gegen eine Würenlinger Mannschaft, die aus Mitgliedern des FC-Vorstands und des Gemeinderats besteht, verstärkt mit «Special Guests». In den Reihen des FC Zürich sind Ex-Stars wie Georges Bregy, Daniel Gygax, Rekord-Nationalspielerin Martina Moser und Raimondo Ponte. Captain ist FCZ-Präsident Ancillo Canepa. Nach dem Match wird ein Meistertrikot mit allen Unterschriften versteigert. Auf dem Festareal wird das grösste Tipizelt der Schweiz mit einer Bar und Festwirtschaft aufgebaut. Dort tritt am Freitagabend auch Schlagerstar Monique auf, und am Sonntag lädt der «Jodlerklub Echo vom Surbtal» zum Brunch.