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Erika Mann

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Deutsche Schriftstellerin, Kabarettistin, Schauspielerin. *09.November 1906, München; †27. August 1969, Zürich
Inhaltsverzeichnis
Biografie mit Bezug zur Schweiz[Bearbeiten]
Erika Mann und ihr Bruder Klaus wurden 1929 erstmals von Annemarie Schwarzenbach für eine Lesung, organisiert von der Studentenschaft, an die Universität Zürich eingeladen. Die Freundschaft überdauerte der drei überdauerte viele Jahre, auch wenn sie zuweilen sehr kompliziert war. Zusammen mit ihrer Freundin und Geliebten Therese Giehse, sowie ihrem Bruder Klaus, Magnus Henning und weitern Freunden, begründete sie am 1. Januar 1933 in München das politisch-literarische Kabarett Die Pfeffermühle. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Berlin migrierte Erika Manns ganze Familie (Eltern und Geschwister) in die Schweiz, nach Küsnacht. Die Pfeffermühle wurde am 30. September 1933 im Hotel Hirschen wieder eröffnet. Die beiden tragenden Säulen waren Therese Giehse und Erika Mann, oder wie es Monika Sperr in ihrer Biografie zu Therese Giehse ("Ich habe nichts zu sagen") formulierte: “Die Giehse war Kopf und Körper, Erika Mann die „Frau Direktor“ und das Gehirn des beherzten Unternehmens. Sie schrieb die Texte und machte die Conférence. Ihr zuzuhören war für die Giehse „ein immer neuer Genuss. Sie konnte mit dem Publikum auf unvergleichliche Art und Weise reden, gleichzeitig überzeugend und verführerisch." Von November bis Dezember 1933 folgte eine erfolgreiche Tournee durch fünf Schweizer Städte und mit neuem Programm eine zweite Tournee von Mai bis Juni 1934. Das dritte Programm vom Herbst 1934 wurde von der Schweizer Presse verrissen und löste Krawalle aus. Das Ensemble wich daher auf die Tschechoslowakei, Belgien, Holland und Luxemburg aus. Erst Ende 1935 gastierte Die Pfeffermühle wieder in der Schweiz. Die schlechte Presse des dritten Programms lastete Erika Mann der Mutter ihrer Freundin Annemarie Schwarzenbach an, Renée Schwarzenbach-Wille, Tochter des Generals Ulrich Wille, die ihr einen schlechten Einfluss auf Annemarie unterstellte und die zudem mit dem Nationalsozialismus sympathisierte.
Erika Mann wurde ihr am 11. Juni 1935 die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen. Abhilfe war schnell gefunden, denn am 15. Juni 1935 heiratete sie auf Vermittlung von Christopher Isherwood, einem Freund Klaus Manns, in zweiter Ehe den ihr unbekannten homosexuellen englischen Literaten Wystan Hugh Auden und erlangte damit die britische Staatsbürgerschaft. Die Pfeffermühle wurde bis Mai 1936 in der Schweiz und den Benelux-Staaten weiter aufgeführt und erreichte insgesamt 1034 Auftritte. Danach waren keine weiteren Auftritte mehr möglich. Der Versuch, in New York die Pfeffermühle zu etablieren, scheiterte. Erika Mann blieb in den USA, machte Lectures, schrieb Reden, Essays und Kinderbücher, arbeitete als Managerin für ihren Vater.
Nach dem Krieg begleitete Erika Mann ihren Vater Thomas Mann auf seiner ersten Europareise nach dem Krieg. Nach Kriegsende hatte sie zunehmend begonnen, für Thomas Mann als „Sekretärin, Biographin, Nachlaßhüterin, Tochter-Adjutantin zu arbeiten, wie er in seinem Tagebuch schrieb. Im Dezember 1950 zog Erika Mann ihren 1947 gestellten und immer noch nicht bewilligten Antrag auf die amerikanische Staatsangehörigkeit mit einem Beschwerdebrief an die zuständige Behörde zurück: Erika Mann verließ mit ihren Eltern 1952 die USA. Erika Mann entschloss sich dazu, bei den Eltern zu wohnen. Familie Mann hatte bis zum Jahr 1954 ihren Wohnsitz in Erlenbach bei Zürich, danach in Kilchberg am Zürichsee, in die Villa an der Alten Landstrasse 39. Die späten Jahre widmete sie der Aufarbeitung des Nachlasses ihres Vaters Thomas Mann, der am 12. August 1955 wenige Monate nach seinem 80. Geburtstag starb. Auch die Werke ihres Bruders Klaus wurden von ihr betreut.
Erika Mann starb am 27. August 1969 im Kantonsspital Zürich an einem Hirntumor. Sie wurde im Familiengrab auf dem Friedhof in Kilchberg beigesetzt.
In Zürich, nahe beim Bahnhof Oerlikon, gibt es eine Erika Mann Strasse und eine Therese Giehse Strasse, allerdings nicht direkt nebeneinander: dazwischen liegt die Elias Canetti Strasse.