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Den Anstoss zum AUKUS-Bündnis von Australien, Grossbritannien und den USA gab der australische Marine-Befehlshaber: Vizeadmiral Michael Noonan besuchte in London den Ersten Seelord Tony Radakin.
- Er unterbreitete dem überraschten Briten die Idee, Australien könnte von den USA Atom-U-Boote erwerben und keine konventionelle französische Unterseeboote kaufen. Chinas Expansion im Südpazifik gebiete das. Allerdings müsste Australien Zugang zur geheimen Nukleartechnik erhalten, die nötig ist, U-Boote atomar anzutreiben.
- Namentlich brauche Australien Boote, die lange unter Wasser gegnerische Bewegungen aufklären können. Zudem sei sein Land auf Schiffe angewiesen, die Jahrzehnte lang nuklear durchhielten; schliesslich besitze das Land keine eigene Atom-Industrie. Die Franzosen müssten nuklear alle sieben Jahre nachrüsten, während die amerikanischen und britischen Boote 35 Jahre lang ohne Nachrüstung operierten.
- Gleichzeitig schlage Australien gegen China ein Dreier-Bündnis mit London und Washington vor.
Geheime Dreier-Treffen in Cornwall
- Radakin trug den Vorschlag dem zuständigen Staatssekretär vor, der wiederum Premier Johnson informierte. Johnson erkannte die strategische Tragweite der australischen Idee sofort.
- Er machte den Vorschlag zum Staatsgeheimnis und gab ihm den Code Operation “HOOKLESS” – hakenlos. Nur zehn Persönlichkeiten erhielten Einblick ins Dossier.
- In Washington öffneten die Briten den Australiern Tür und Tor. Präsident Biden, Pentagon-Chef Austin, Aussenminister Blinken und das Energie-Departement wurden miteinbezogen. Die Australier drückten aufs Gaspedal; sie wollten mit Paris hohe Konventionalstrafen vermeiden und den neuen Weg zügig beschreiten.
- Im Juni amtierte Johnson als Gastgeber des G-7-Gipfels; er lud “beiläufig” auch den Australier Morrison ein. Ausser ihm und Biden wusste niemand, warum der australische Premier in Cornwall auftauchte. Während Präsident Macron über den Brexit herzog, brachten Biden, Johnson und Morrison ihr Bündnis geheim auf den Schlitten.
- Biden sichert Morrison die Teilhabe an der U-Boot-Nukleartechnik zu. Frankreich wurde bewusst ausgeschlossen.
- Wie die Londoner Times zu berichten weiss, habe man Paris wegen der ausserordentlich hohen Geheimhaltungsstufe nicht vertraut; denn es gehe um sensible Nukleartechnik – was stimmt: Derzeit setzen nur sechs Flotten Atom-U-Boote ein, ausser den USA und den Briten Russland, China, Frankreich und Indien.
Gegen Chinas Machtstreben
So kamen das AUKUS-Bündnis und der Atom-U-Boot-Handel rasch zum Abschluss. Nach dem Kabul-Debakel war auch den USA an einem raschen Abschluss gelegen. Die Vereinigten Staaten plus Grossbritannien plus Australien – das war auch in Bidens Augen eine redoutable Antwort auf Chinas Machtstreben.
Die Franzosen wurden über AUKUS und Australiens neue U-Boot-Strategie erst kurz vor der Bekanntgabe unterrichtet. Der französische Aussenminister Le Drian wirft den drei Nationen vor, sie hätten Frankreich hintergangen. Zudem sei es ein Affront, dass sie AUKUS exakt am Tag vorstellten, als die EU ihre eigene Strategie für den Indopazifischen Ozean präsentierte.