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Mit einem passenden Stein und einem gezielten Schlag knackt Julio im Zoo Zürich eine Nuss. Werkzeuggebrauch ist für Gelbbrustkapuziner überhaupt kein Problem. «Sie sind absolut clevere Tiere», sagt Zookurator Robert Zingg.
Ihre Heimat sind die atlantischen Küstenwälder im Süden und Südosten der Provinz Bahia in Brasilien. Doch durch grossflächige Rodung ist der Lebensraum der Gelbbrustkapuziner massiv geschrumpft und in voneinander isolierte Inseln zerfallen. Weil sie wichtige Verbreiter von Samen sind, leidet auch die Vegetation unter dem Rückgang der Affenpopulation.
Bereits 1980 wurde in Brasilien ein Zuchtprogramm gestartet. 1996 trafen fünf Gelbbrustkapuziner im Zoo Zürich ein, darunter der inzwischen 29-jährige Julio, der viele der Zoomitarbeiter kennt und sie entsprechend lautstark begrüsst. Inzwischen sind hier zahlreiche Jungtiere geboren und in neun europäische Zoos abgegeben worden.
Auch bei der Erhaltung des ebenfalls in Brasilien beheimateten Goldgelben Löwenäffchens spielen Zoos eine grosse Rolle. 1960 waren sie im Freiland nahezu ausgestorben. Dazu beigetragen hatte neben der Zerstörung ihres Lebensraums vor allem auch der Handel.
Ziel ist es, dass es bis zum Jahr 2025 wieder mindestens 2000 Individuen in einem mindestens 250 Quadratkilometer grossen, geschützten und vernetzten Lebensraum geben soll. Dies soll mit Wiederansiedlung und Umsiedlung erreicht werden.
Inzwischen wurden in europäischen Zoos geborene Tiere nach einem Freilandtraining erfolgreich wieder ausgewildert. Ausserdem werden durch Aufforstung die inselartigen Lebensräume wieder miteinander verbunden. Im Jahr 2014 wurden 3200 freilebende Goldgelbe Löwenäffchen gezählt, verteilt auf vier getrennte Waldbereiche. Mehr als ein Drittel davon sind Nachkommen ausgewilderter Tiere.
Als nicht gefährdet gelten dagegen die Bolivianischen Totenkopfäffchen. Zwar ist ihr Bestand etwas zurückgegangen, doch die kleinen Primaten kommen immer noch in einem grossen Verbreitungsgebiet vor, entlang des nördlichen Fusses der Anden in Bolivien, Brasilien und Peru. Mehrere grossflächige Reservate garantieren ihren Schutz.
Eine Gruppe Totenkopfäffchen zog 2012 im Zoo Zürich ein. Sie bewohnen eine Innenanlage und zwei Inseln. Eine davon ist zu bestimmten Zeiten für Besucher zugänglich, sodass diese den Tieren aus nächster Nähe begegnen können.
(SDA)