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Crotalus r. ruber
Crotalus ruber ruber
Rote Diamantklapperschlange (Cope, 1892)
Crotalus ruber besitzt zwischen 12 und 19, meist 16 Oberlippen- und zwischen 13 und 21, meist 17 oder 18 Unterlippenschilde. Die stark gekielten Schuppen umgeben die Körpermitte in 25 bis 33, meist 29 Reihen. Zwischen 176 bis 206 Bauchschilde und 15 bis 29 Schwanzschilde bedecken die Körperunterseite. ( Trutnau 2000 )
Unsere Tiere sind Wildfänge aus Kalifornien. Genauer kommen sie aus Hemet, einem Gebiet in der Nähe zwischen Riverside und Palm Spring. Sie sind sehr schön ziegelrot mit weissen Diamanten, die ein Kettenmuster bilden. Die Bauchseite ist rotbraun und weisslich gefleckt. Eine undeutliche Linie verlauft beidseitig vom Auge zum Mundwinkel. Die Schwanzspitze ist schwarz- weiss geringelt.
Länge: bis 150 cm selten mehr.
Lebensraum
Crotalus r. ruber bewohnt das südwestliche Kalifornien und das mittlere bis nördliche Baja California ( Mexiko ).
Sie bewohnt vorwiegend sehr trockene Gebiete und kommt auch im Gebirge bis auf 1700 Meter über Meer vor. Man trifft sie an Berghängen, die dicht bewachsen sind mit Gestrüpp und Kakteen. Sie bewohnt in der Ebene die Wüste wie auch lichte Kiefer- Eichen Mischwälder. Die vorwiegend Tagaktive Schlange ernährt sich von Kleinsäugern wie Mäusen, Ratten, Kaninchen und Erdhörnchen und aber auch von Vögeln, die sie erwischt.
Je nach Witterung geht sie zwischen Oktober und November für 4 bis 5 Monate in die Überwinterung,
Die Paarung erfolgt erst nach der Überwinterung und nach Kommentkämpfen zwischen den Männchen. Die bis zu 14 Jungen, die zwischen August und September auf die Welt kommen, häuten sich das erste mal so nach 10 bis 12 Tagen. Danach gehen sie meist ohne Probleme an beharrte Mäusebabys.
Haltung und Zucht
Obwohl unsere Tiere Wildfänge sind, bin ich erstaunt, wie Ruhig sie im Umgang sind. Sie sind eher Neugierig und haben nie versucht, mich zu beissen. Nach einer Woche Einzelhaft haben sie frisch getötete Mäuse angenommen, die ich einfach neben ihnen auf den Boden gelegt habe.
Crotalus ruber braucht ein grösseres Terrarium, dass auch eine gute Höhe hat. Der Bodengrund besteht aus Sand. Im hinteren Teil werden Steine aufeinander zu einem Berg geformt, mit felsigen Höhlen und Einbuchtungen, die als schattige Liegeplätze dienen. Korkrinden werden als Versteckmöglichkeiten angeboten. Bei mir gibt es auch immer ein grösseres Wasserbecken. Die Tagestemperaturen sind zwischen 24° in der Nacht und 28° am Tage. Mit einem Spot gibt es Örtlich Liegeplätze mit bis zu 32° C.
Crotalus ruber bekommt eine Winterruhe von ende Dezember bis ende Februar bei Temperaturen von 12 bis 15° C.
Leider habe ich keine Fallbeschreibungen gefunden. Ich gehe davon aus, dass das Gift ähnlich wie das der atrox, molossus oder mitchelli ist. Anscheinend ist es nicht sehr stark, jedoch trotzdem wegen der Menge der Abgabe durch einen Biss nicht zu unterschätzen.
Die ersten Nachzuchten vom 2006
Nach der beobachteten Paarung vom 18.04.2006 gab es am 28.08.2006 die ersten 5 Babys von einem der beiden Paare. Nach der ersten Häutung die zwischen dem 05. und 07.09.2006 war, haben alle kleine Springermäuse gefressen. Leider habe ich vergessen sie zu Wägen und Messen. Doch das wird nächstes Jahr nachgeholt. Die kleinen kommen jedoch schon mit einer stattlichen grösse auf die Welt.
Am 28.09.2006, also einen Monat später hat uns das zweite Weibchen 5 Junge geboren. Die Geschlechterverteilung beim ersten Wurf war 2,3 und beim zweiten Wurf 4,1. Die weitere Aufzucht erfolg in Boxen. Als Bodengrund verwenden wir Sand, eine Korkrinde und ein Wasserbecken vervollständigen die Einrichtung. Die kleinen wachsen extrem gut heran.
Giftwirkung und Symptome, die bei einem Vollbiss eintreten können:
Autopharmakologische Gifteffekte
- Übelkeit
- Erbrechen
- wiederkehrende Episoden arterieller Hypotension und Tachykardie; unter anderem erhöhte Kapillarpermeabilität mit Flüssigkeitssequestration in den Extravasalraum und direkte hypotensive Giftwirkung.
Lokale Gifteffekte
- Generalisierte Ekchymosis
- systemische Blutung
- Koma
- Meningismus
Therapie
- Flüssigkeitssubstitution
- Behandlung der Hypovolämie/ des hypovolämischen Schocks
Antivenin
- CROFAB
Wirkung des Antivenin
Bezüglich der Entwicklung von Nekrosen hat die Gabe von Antivenin praktisch keine Wirkung. Wirkung zeigt es jedoch für hämostatische Gifteffekte. Blutungen werden gestoppt.
Erste Hilfe
- Notarzt und Krankenwagen anrufen und Ruhe bewahren
- Eventuell mit Saugglocke versuchen Gift abzusaugen
- Seiten- oder Schocklagerung und gebissenes Glied ruhig stellen
- Keine Kompressionsbinde anlegen, nur gebissenes Körperglied sehr ruhig halten, eventuell Schienen ohne Druckstellen zu produzieren
(Notfall- Handbuch Gifttiere, Th. Junghanss + M. Bodio 1996 )