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Dies ist ein ausgesprochen nützliches Buch, nur schon all der Internet- und anderen Adressen wegen, die man darin aufgeführt findet. Verzeichnisse von Firmen und Verbänden gibt es da; Online Adresseverzeichnisse für Museen und Sammlungen; Online- und Offline-Lexika und Nachschlagewerke, die zudem thematisch unterteilt sind in Geschichte, Kunstgeschichte, Film, Fotografie, Medien und Kultur. Dann sind Zeitschriftendatenbanken und Pressearchive aufgeführt, auf Ausbildungsstätten wie auch auf die allgemeine Recherche im Internet wird eingegangen.
Neben den "öffentlichen" Bildsuchmaschinen wie Google, Altavista, Yahoo, Picsearch und Yotophoto, führt dieser Band Bildquellen (und zwar unterteilt in stehende Bilder und Fotografie sowie Filmquellen / Footage Material) in Deutschland, Europa, Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika, Nordamerika und Ozeanien auf. Wer wusste, dass man etwa in Afghanistan fündig werden konnte? Man kann, bei der Agentur Aina, ainaworld.org (obwohl, der Hauptsitz ist in Paris). Oder im Jemen? Auch das geht, bei SABA, sabanews.net. Oder in Nepal? Man gehe zur Nepal Photo News Agency nepalfoto.com.
Doch dieses Buch ist nicht einfach ein gutes Nachschlagewerk (das ist es auch), es liefert auch Kontext und dies meint: "Die Recherche nach stehenden und bewegten Bildern entspricht in ihrer Methodik der allgemeinen Recherche nach Information und Wissen, deshalb gehen wir … auf einige Grundlagen der Recherchetechniken ein, die notwendig sind, um an die nötigen Informationen zu gelangen, die schliesslich zum richtigen Bildmaterial führen"
Unter dem Titel "Die Bildkompetenz" liest man, dass, um die Qualität von Bildern "richtig einordnen und beurteilen zu können" eine Einteilung in "Bildanalyse’ und "Bildinterpretation’ getroffen werden solle, "wobei Erstere sich ausschliesslich mit den formalen Aspekten der Motive beschäftigt. Hier geht es um Fragen der objektiven Klassifizierung von Format, Schärfe, Helligkeit, Farben, Vorder- und Hintergründen, Freistellbarkeit, Elementen im Bild und deren Anteil am Gesamtbild, Formen und mehr. Erst wenn diese Beurteilung des Bildes vollzogen wurde, kann man sich mit den Bildinhalten (Bildinterpretation) beschäftigen, wobei hierbei die Subjektivität der Eindrücke dazu führt, dass diese oftmals von anderen, also beispielsweise Auftraggebern, völlig anders wahrgenommen werden."
Ein beträchtlicher Teil dieses Werkes setzt sich mit rechtlichen Fragen auseinander. "Wenn man weiss, was man keinesfalls tun sollte, wenn man weiss, as man tun kann, und wenn man weiss, wohin man sich wenden muss, um etwas zu erreichen, dann spart man sich sicherlich nicht nur eine gute Portion Nerven und Zeit, sondern auch eine Menge Geld" liest man in der Einführung. Ein einleuchtender Ansatz. In der Folge lernt man unter anderem die verschiedenen Nutzungsrechte kennen, erfährt, was es mit lizenzfreien Bildern auf sich hat (das meint nicht, dass die Bilder gratis sind, sondern dass man einen bestimmten Betrag für das Bildmaterial zahlt und dieses dann unbegrenzt nutzen darf) und liest mit Verwunderung von der "Panoramafreiheit": "Auch Architektur ist mittlerweile, ebenso wie ein Kunstwerk, urheberrechtlich geschützt... Die Aufnahme von Grundstücken und Gebäuden und die Verwertung der entstandenen Bilder sind dann als relativ unbedenklich zu bewerten, wenn sie von öffentlichem Grund und Boden aus erstellt wurden. Im Allgemeinen können derartige Aufnahmen sogar für Werbezwecke verwendet werden. Hier spricht man von der so genannten "Panoramafreiheit’. Voraussetzung ist, dass man die Aufnahme des Gebäudes eindeutig von einem Ort aus angefertigt hat, der für die Öffentlichkeit problemlos zugänglich ist. In dem Moment, in dem man aber auf eine Leiter steigt, um eine besserer Perspektive auf das Gebäude zu erhalten, ändert sich die Sachlage umgehend." Da soll mal einer sagen, Juristen hätten keine Fantasie! In Österreich ist das übrigens anders geregelt. Überhaupt: es regiert das Territorialitätsprinzip, schliesslich müssen die vielen Juristen doch auch etwas zu tun haben.