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Folsäure ist das aktuelle Beispiel in der Ernährung für ein über das Ziel hinausschiessen. Aufgrund der Gefahr einer Fehlbildung im noch ungeborenen Kind wurde und wird eine ausreichende Zufuhr an Folsäure stark gefördert. Der Konsum von mit Folsäure angereicherten Lebensmitteln oder von Folsäurehaltigen Supplementen sind zwei Wege, um den Konsum zu erhöhen; in den USA ist eine Anreicherung des Mehls mit Folsäure gar zwingend. Aber auch wenn Folsäure ein Vitamin ist und wohl noch viele glauben, dass man deswegen niemals zu viel abbekommen kann, ist dies leider nicht der Fall.
In den USA wurden die Daten der nationalen Gesundheits- und Ernährungserhebung NHANES jetzt bezüglich der Zufuhr an Folsäure untersucht. Berücksichtigt wurden alle über 14-jährige, die nicht schwanger und nicht stillend waren, insgesamt über 12’000 Personen. Die wichtigsten Ergebnisse: rund 35 % nahmen Folsäurehaltige Supplemente zu sich – obwohl weder schwanger noch stillend. Ungefähr 10 % hatten eine tiefere Zufuhr als der geschätzte durchschnittliche Bedarf, aber dennoch erzielten knappe 5 % eine Zufuhr, die über dem tolerierten Höchstwert lag. Bei diesen sind negative gesundheitliche Auswirkungen aufgrund der hohen Zufuhr nicht mehr auszuschliessen. Diese Ergebnisse zeigen eindeutig auf, dass der Konsum von angereicherten Lebensmitteln oder von Supplementen durchaus ungewollte Effekte nach sich ziehen kann. Hingegen ist es praktisch unmöglich, über “normale” Lebensmittel zu viele Nährstoffe aufzunehmen. Denn dafür hat die Natur vorgesorgt.
Bailey et al. Total folate and folic acid intake from foods and dietary supplements in the United States: 2003-2006. Am.J.Clin.Nutr. In Druck, 2009.