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Kirchgemeindehaus
Innenraum (Foyer)
Kirchgemeindehaus
Adresse
3860 Meiringen
BE
Architektur
Kunst am Bau
Das Kirchgemeindehaus in Meiringen setzt einen erfrischend modernen Akzent und passt sich dennoch sorgsam in seine vielseitige Umgebung ein. Hans-Peter Bysäth und Aloys Linke arrangierten die beiden Volumina geschickt zueinander, sodass sich ihre unterschiedlichen Formen gegenseitig bereichern. Materiell ist der Bau reduziert gestaltet, doch gerade der Sichtbeton mit seinen Schalungsspuren und das verwitterte Holz entfalten eine kraftvolle Wirkung.
Chronologie
Das von Hans-Peter Bysäth und Aloys Linke entworfene evangelisch-reformierte Kirchgemeindehaus in Meiringen wurde 1997 realisiert. Es ersetzte eine Backstube und schafft einen neuen Treffpunkt.
Lage
Das zentral gelegene Kirchgemeindehaus liegt in der Pfrundmattenstrasse an der Kreuzung zur Kirchgasse. Im Südosten schliesst es als Annexbau an ein historistisches Gebäude an, das unmittelbar nach dem Dorfbrand von 1891 errichtet wurde. Es befindet sich an der Nahtstelle der alten, eher lockeren Bebauung im Norden und der rasterförmigen Struktur des Wiederaufbaus im Süden. Im Norden liegt eine Parkanlage, die im Nordwesten von der denkmalgeschützten Pfrundscheune aus dem Jahr 1763 abgeschlossen wird. Diese wurde von den Architekten 1995 in einen Begräbnisraum umgestaltet.
Beschreibung
Das Kirchgemeindehaus besteht aus einem zweigeschossigen Riegel unter leicht geneigtem Satteldach und einem schmalen, davorgesetzten Trakt unter Flachdach. Der Riegel gliedert sich in ein minim zurückversetztes Sockelgeschoss aus Sichtbeton und in ein weiss verputztes Obergeschoss. Die längliche Nordfassade weist grosszügige Fenster auf, das Sockelgeschoss ist ganz verglast. Die Fensterrahmen des Obergeschosses sind in verschiedenen Formaten ausgeführt und fügen sich zu einem rhythmisierten Fensterband zusammen. Gegen die südseitige Strasse hin präsentiert sich der komplett in Sichtbeton ausgeführte Trakt mit einem Bandfenster, das unmittelbar unter dem auskragenden Flachdach ansetzt und die vorspringende Ecke im Westen allseitig umfasst. Ostseitig ist der Block über die gesamte Gebäudehöhe aufgelöst und bietet einen Einblick in das Treppenhaus, zudem ist das Erdgeschoss partiell zurückversetzt. Die Erschliessung erfolgt von Osten her über eine Rampe, die sich nördlich hinter dem Altbau befindet. Neben der Eingangsrampe ist ein Naturweg angelegt, der zum verglasten Erdgeschoss des Riegels führt. Sein Aussenplatz ist durch das auskragende Obergeschoss gedeckt. Im Garten ist für junge Erwachsene ein Hof in das Gelände eingetieft, dessen Nordwand vom Künstler Pierre Haubensak blau gestaltet wurde. Der Ort ist mit dem Jugendraum im Untergeschoss verbunden.
Im Innern dominieren ebenfalls Sichtbeton und Holz. Der Fussboden in den Erschliessungsräumen besteht aus geschliffenen Natursteinplatten, im Saal wurde Eichenparkett verlegt. Im Obergeschoss, das gegenüber dem Erdgeschoss des Altbaus nur wenig höher liegt, befindet sich der Hauptsaal für 180 Personen.
Literatur
Bhend, Bettina. Von der Scheune zum erhabenen Raum, in: Jungfrau Zeitung 12.9.2005. – Walker, Robert. Schwinget im Chalet-Land: zeitgemässe Architektur im Berner Oberland wird schnell gebodigt, in: Hochparterre 11/1998, S. 18–20. – Verbindende Form, in: Werk, Bauen + Wohnen 7–8/1998, S. 44–47.