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Die Patientensicht und persönliche Erfahrung hinsichtlich der Krebsbehandlung ist von zentraler Bedeutung, wenn es darum geht, die Qualität der Gesundheitsversorgung und die Bereitschaft, auf Patientenbedürfnisse einzugehen, zu bewerten und zu verbessern.
Im Jahr 2018 führten wir die erste SCAPE-1-Studie durch; dabei wurden Krebspatient/-innen in der französischsprachigen Schweiz zu ihren Erfahrungen mit der Krebsversorgung befragt.
In einer zweiten Studie (SCAPE-2, 2021) werden auch Krebspatienten/-innen befragt, die in der deutschsprachigen Schweiz wohnen.
Ziel der SCAPE-1-Studie war es, in Erfahrung zu bringen, wie Betroffene von Brust-, Prostata-, Lungen-, Dickdarm-, Haut- und Blutkrebs in vier Spitälern in der Westschweiz behandelt wurden, und herauszufinden, ob die Erfahrungen je nach Krebsart und Spitaltyp unterschiedlich sind.
Die SCAPE-2-Studie erweitert das Sample: Gefragt wird jetzt nach den Patientenerfahrungen von Krebsbetroffenen in acht Spitälern der französischen und deutschen Schweiz. Auch hier steht die Frage im Vordergrund, ob diese Erfahrungen je nach Sprachregion, Spital und Krebsart variieren.
In England wird die Patientensicht seit vielen Jahren routinemässig evaluiert. Wir haben einen zu diesem Zweck verwendeten Fragebogen aus dem Englischen übersetzt und an den Schweizer Kontext angepasst. Dieser Fragebogen enthält Fragen zu den Ereignissen vor dem Spitalaufenthalt, zu diagnostischen Tests, zur Diagnose, zu Behandlungsentscheidungen, zur ambulanten Pflege im Spital und während des Spitalaufenthalts, zur Pflege und Unterstützung zu Hause und zur Nachsorge nach der Behandlung.
Im Jahr 2021 wurden Fragen zu den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Krebsversorgung hinzugefügt.
Teilnehmen können Personen, die zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2021 wegen Krebs (damit ist jede Krebsart gemeint) in einem der folgenden Spitäler betreut oder behandelt wurden: Centre Hospitalier Universitaire Vaudois (CHUV), Hôpital fribourgeois (HFR), Hôpital du Valais (HVS), Universitätskliniken Genf (HUG), Kantonsspital Graubünden (KSGR), Luzerner Kantonsspital (LUKS), Universitätsspital Zürich (USZ) und Zuger Kantonsspital (ZGKS). Von den an einer Studienteilnahme interessierten Personen werden pro Spital 850 als Zufallsstichprobe ausgewählt und anhand der administrativen Datenbanken der Spitäler identifiziert.
Von den 7.145 Patienten/-innen, die zur Teilnahme an SCAPE-1 eingeladen wurden, haben 3.121 den Fragebogen ausgefüllt und zurückgeschickt, was einer Teilnahmequote von 44% entspricht.
Insgesamt wurden die Erfahrungen der Patienten/-innen in Bezug auf die diagnostischen Tests, den Kontakt mit den Pflegefachpersonen, die Operationen und die Betreuung während des Spitalaufenthalts oder der ambulanten Behandlung als eher positiv geschildert. Weniger positiv erscheinen die Erfahrungen in Bezug auf die Informationen, die zum Zeitpunkt der Diagnose erhalten wurden, die Informationen über unerwünschte Wirkungen der Behandlung, über psychosoziale und finanzielle Aspekte der Krankheit, die Unterstützung nach der Behandlung und den Einbezug der Familie.
Die Ergebnisse der SCAPE-2-Studie werden für den Sommer 2022 erwartet.