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Grindelwalder in wichtigen Ämtern des Bundes
Nationalräte und ein Bundesrat aus Grindelwald
In der obersten Behörde der Eidgenossenschaft sassen um 1930 nicht weniger als vier gebürtige Grindelwalder zur gleichen Zeit: Ernst Nobs, der nachmalige Bundesrat, Hans Roth, Peter Balmer und der spätere Oberrichter Dr. Robert Wagner.
Bundesrat Ernst Nobs war der erste sozialdemokratische Bundesrat der Schweiz und wuchs im Gletscherdorf Grindelwald auf, wo sein Vater als Schneidermeister tätig war.
Ernst Nobs wurde am 14. Juli 1886 in Seedorf im Kanton Bern geboren. Er wirkte 6 Jahre lang als Lehrer, dann als sozialistischer Redaktor, von 1915 bis 1935 am "Volksrecht" in Zürich, wo er 1935 in den Regierungsrat gewählt wurde. 1942 wurde Nobs als Nachfolger Dr. Klötis Stadtpräsident von Zürich. Dem Nationalrat gehörte er seit 1919 an. Im Dezember 1943 wurde Ernst Nobs als Nachfolger von Ernst Wetter in den Bundesrat gewählt und übernahm das Finanz- und Zolldepartement. 1949 war sein Jahr als Bundespräsident. 1951 trat er zurück.
Auf Grund seiner grossen Verdienste wurde Ernst Nobs an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 15. Januar 1944 einstimmig zum Ehrenbürger von Grindelwald ernannt.
Ernst Nobs hat seine Jugendheimat nie vergessen und ihr Zeit seines Lebens eine grosse Anhänglichkeit bewahrt. Eine besondere Freundschaft verband ihn lebenslang mit Samuel Brawand und mit den Hoteliersleuten vom "Gletschergarten", Huldi und Dani Füllemann. Mit Dani Füllemann verbrachte er viele Ferientage beim Malen. Neben dem Malen schrieb er auch gerne. Grindelwald widmete er 1956 den Band "Breitlauinen", der lauter Erzählungen und eigene Illustrationen aus dem Gletschertal enthält. Ernst Nobs starb am 15. März 1957 in Meilen am Zürichsee. Man gedenkt seiner in Grindelwald stets mit grosser Zuneigung und Achtung.
Hans Roth, bekannt als "Bodmi Hans", wurde 1925 als sozialdemokratischer Vertreter in den Nationalrat abgeordnet, dem er bis 1955 angehörte.
Peter Balmer wurde 1928 als Vertreter der FDP in den Nationalrat gewählt, dem er acht Jahre lang angehörte.
Robert Wagner, er war Dr. jur. et phil., gehörte als Sozialdemokrat von 1928 bis 1931 dem Nationalrat an.
1935 wurde auch Samuel Brawand, bereits als Grossrat und Regierungsrat zitiert, in den Nationalrat gewählt. Er gehörte dem eidgenössischen Parlament von 1935 bis 1947 sowie von 1955 bis 1968 an.
Weitere Nationalräte, die zumindest in Grindelwald heimatberechtigt oder wohnhaft waren und sind : Christian Rubi (Wengen, 1954 bis 1959), Fred Rubi (Wengen/Adelboden, 1967 bis 1987), Marcel Brawand (Vevey, 1963 bis 1971) sowie Hanspeter Seiler (Ringgenberg, 1987 bis 2002).
Christine Häsler aus Burglauenen wurde am 8. Juni 2015 als Nationalrätin der Grünen vereidigt. An den National- und Ständeratswahlen vom Herbst 2015 hat sich Häsler in beiden Kammern zur Wahl gestellt. Mit Erfolg wurde Sie im Nationalrat wiedergewählt. Häsler politisierte von 2002 bis am 5. Juni 2015 im Berner Kantonsparlament.