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Die Schweizer Speed-Spezialistinnen haben zum Saison-Auftakt in Lake Louise in der ersten Weltcup-Abfahrt gut abgeschnitten.Dieser Inhalt wurde am 29. November 2001 - 23:33 publiziert
Corinne Rey- Bellet wurde Dritte, die überraschende Catherine Borghi Vierte und Sylviane Berthod Achte. Als Siegerin setzte sich mit der Italienerin Isolde Kostner die Favoritin durch.
Von Corinne Rey-Bellet, die auf der gleichen Strecke in den vergangenen zwei Wintern schon Platz 3 belegt hatte, und Sylviane Berthod, die ebenfalls ihre Ergebnisse aus den beiden Vorjahren exakt wiederholte, durften solche Leistungen erwartet werden. Dass aber Catherine Borghi gleich zum Auftakt ihr mit Abstand bestes Weltcup-Resultat realisiert, kommt einer Sensation gleich.
Die 25- jährige Waadtländerin, die im obersten Streckenabschnitt gar Schnellste war, trug mit ihrem Exploit zum besten Abschneiden der Schweizer Abfahrerinnen seit Februar 1995 bei. In Are (Sd) hatten damals Heidi Zurbriggen, Chantal Bournissen und Heidi Zeller-Bähler die Plätze 4, 7 und 8 belegt.
Magnet-Mappe gegen Schmerzen
Sie habe sich eine Platzierung unter den ersten 15 zum Ziel gesetzt gehabt, sagte Catherine Borghi, die bislang den 8. Abfahrtsrang vom Januar dieses Jahres in Haus (Ö) als Bestwert aufgewiesen hatte. "Ich bin selber überrascht, dass es zum jetzigen Zeitpunkt so gut gelaufen ist. Normalerweise habe ich zu Beginn einer Saison Mühe, auf Touren zu kommen."
Den 4. Rang darf Catherine Borghi auch als Entschädigung dafür betrachten, dass sie nach ihrem Schien- und Wadenbeinbruch, den sie im Januar 1999 in Cortina (It) nach der Zieldurchfahrt des Super-G erlitten hatte, den Glauben an sich selber nie aufgegeben hat.
Die Narben am linken Bein sind nach der 22-monatigen Pause zwar längst verheilt, "doch ich spüre die Verletzung doch noch ab und zu." Gegen die Schmerzen hat sie sich eine eigene Therapie zugelegt: "Dann lege ich mich auf eine Magnet- Matte. Das hilft."
Corinne Rey-Bellet hat mit ihrem neuen Podestplatz in Lake Louise die Enttäuschungen im Riesenslalom wettgemacht. "Für mich war wichtig, dass ich heute locker fahren konnte und den Kopf frei hatte", sagte die Walliserin. "Auf diesem Resultat lässt sich aufbauen."
Dass sie nach dem Sturz der unmittelbar vor ihr gestarteten Kanadierin Mélanie Turgeon am Start mehrere Minuten warten musste, sah Corinne Rey-Bellet sogar als Vorteil. "Ich war ein bisschen knapp dran. Da kam die Unterbrechung gerade richtig."
"Königin" Isolde
Eine überstrahlte wieder einmal alle: Isolde Kostner kam zu ihrem bereits dritten Abfahrtssieg im Banff Nationalpark. Dazu gesellten sich in den letzten drei Wintern noch drei zweite Plätze in ihrer Paradedisziplin.
Die Abfahrten laufen immer nach dem "gleichen Schema" ab: Die Differenz zur Konkurrenz schaffte sie dank ihren enormen Gleiter-Qualitäten auch diesmal im untersten Teil der Strecke.
Zum Vergleich: Auf dem obersten Abschnitt waren gleich neun Fahrerinnen schneller gewesen als die Abfahrts- Weltcupsiegerin. "Den Ausschlag zu meinen Gunsten gab aber das Material. Für die schnellen Ski muss ich mich bei meinem Servicemann bedanken", gab sich Isolde Kostner nach ihrem 13. Weltcup-Sieg bescheiden.
Von den Österreicherinnen vermochte einzig Michaela Dorfmeister zu überzeugen. Die Weltmeisterin sorgte mit ihrem 2. Platz dafür, dass die Frauen von Cheftrainer Karl Frehsner nicht als grosse Verliererinnen da standen. Klar unter ihrem Wert geschlagen wurde vor allem Renate Götschl. Die Steirerin, die vor drei Jahren in Lake Louise beide Abfahrten gewonnen hatte, wurde lediglich Zehnte.
Neben der gestürzten Mélanie Turgeon, der Schnellsten des Abschlusstrainings, kam mit Regina Häusl eine weitere Geheimfavoritin nicht ins Ziel. Die Deutsche, die nach einem Schien- und Wadenbeinbruch und einjähriger Pause im Training mit den Plätzen 1 und 2 verblüfft hatte, schied nach einem Torfehler aus.
Swissinfo und David Bernold (sda/si)
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