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Explosionskatastrophe in Beirut - alle Verdächtigen freigelassen
Weil mehrere beschuldigte Ex-Minister Beschwerde gegen Bitar eingereicht hatten, lagen die Ermittlungen zuvor 13 Monate lang auf Eis. Ein Kassationsgericht sollte eigentlich entscheiden, ob der Richter wegen des Vorwurfs der Voreingenommenheit seinen Posten räumen muss. Ein Urteil liegt bislang nicht vor. Oweidat kündigte nun rechtliche Schritte gegen Bitar an.
Viele Libanesen sind wütend und geben der politischen Führung die Schuld für die Katastrophe, die sich im August 2020 ereignet hat. Mehrere hochrangige Politiker sehen sich durch Bitars Ermittlungen bedroht. Dessen Vorgänger hatte aufgrund von Beschwerden mehrerer ehemaliger Minister bereits seinen Posten räumen müssen.
Die Angehörigen der Opfer, unter denen Bitar viel Vertrauen geniesst, drohten am Mittwoch mit Protesten. Oweidats Entscheidung sei "eine Schande für alle Opfer", sagte Nancy Noun, deren Bruder bei der Explosion während seiner Arbeit als Feuerwehrmann gestorben war, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir werden nicht schweigen." Richter Bitar bezeichnete die Freilassung der Inhaftierten als "rechtswidrig".
Bei der Explosion waren mehr als 190 Menschen getötet und rund 6000 verletzt worden. Sie soll durch grosse Mengen der hochexplosiven Chemikalie Ammoniumnitrat ausgelöst worden sein, die über Jahre ohne Schutzmassnahmen im Hafen gelagert wurde. Grosse Teile des Hafens und der anliegenden Wohngebiete wurden durch die Detonation zerstört.