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Der Scheidungsgrund im Vatikan
Wenn man so zuguckt, meine Damen und Herren, dann wirkt es ein bisschen wie «Keeping up with the Trumps»: Ich meine, ob man nun Melania Trump oder Kris Jenner vor Michelangelos «Jüngstes Gericht» stellt, ist doch wirklich kein so grosser Unterschied. Der Papst ist wenig begeistert, der montenegrinische Ministerpräsident, den vorher kein Mensch kannte, ward zur Seite geschoben, genau wie Donalds Hand von Melania auf dem roten Teppich, Hashtag Handgate. Vielleicht war Melania auch noch irritiert über das Geschlechterrollenverständnis des Papstes, sich in dessen halb scherzhafter Frage ausdrückend, ob sie, Melania, den Donald mit jenem slowenischen Nationalgebäck namens Pontica füttere, worauf einige katholische Medien zunächst meldeten, die Präsidentengattin hätte «Pizza» verstanden (und bejaht). Auch dies ein wundervoller Kardashian-Moment. Hashtag Ponticagate. Melania will von Slowenien nichts mehr wissen, aber das wussten wir schon vorher. Doch was haben wir sonst noch gelernt im Mai? Folgendes:
Callista Gingrich soll neue US-Botschafterin im Vatikan werden. Welche Befähigung ausser Kirchenchorerfahrung die zweite Gattin von Trump-Unterstützer Newt Gingrich, Ex-Sprecher des Repräsentantenhauses (und Ex-Präsidentschaftskandidat), mitbringt, ist unklar. Klar ist, dass sie ohne Kostümwechsel sofort als Statistin in «The Stepford Wives» mitwirken könnte.
Joan Collins, gerade 84 geworden, hat einen jüngeren Bruder namens Joseph William Collins, Jr., genannt Bill.
Prince Philip, Herzog von Edinburgh, hat bekannt gegeben, dass er ab Herbst keine königlichen Pflichten mehr wahrnehmen wird. Schade. Meine Lieblingsüberlieferung von Prince Philip (aus vielen) ist die aus dem Jahr 2001, als ihm ein 13-jähriger Junge erzählte, sein Traum sei es, ins All zu fliegen, worauf Prince Philip erwiderte: «Du bist zu dick, um Astronaut zu werden.»
Melania Trumps Auftritt in Saudiarabien war emanzipierter als der von Micheline Calmy-Rey im Iran.
Apropos Emanzipation: In Bezug auf Homo-Rechte hat indessen Taiwan die Schweiz überholt. Wir sind hier so ungefähr auf dem Niveau von Albanien. Hinter Ungarn.