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Pilze, welche einen anaeroben Stoffwechsel aufweisen und ohne Sauerstoff leben, finden sich oft im Verdauungstrakt von Wiederkäuern. Dort leben diese faszinierenden Organismen in Symbiose mit anderen Mikroorganismen und tragen dazu bei, schwer abzubauende Naturstoffe wie Zellstoff oder Lignin aufzuschliessen.
In diesem trinationalen Forschungsprojekt gehen Forschende der Universität Innsbruck, der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften den Fragen nach, wo in der Natur anaerobe Pilze isoliert werden können, wie ihr Stoffwechsel funktioniert und wie sie unter kontrollierten Bedingungen vermehrt werden können.
Hauptziel des Projektes ist es, Methoden zur Isolierung, zur Identifizierung und zur Charakterisierung anaerober Pilze zu entwickeln und zu harmonisieren. Dies beinhaltet auch die Charakterisierung der Habitate und der syntrophischen Lebensgemeinschaften anaerober Pilze mit anderen Mikroorganismen.
Weiter werden grundlegende Techniken zur Kultivierung anaerober Pilze im Labormassstab erarbeitet sowie Bedingungen zur langfristigen Stammhaltung definiert. Mit eingeschlossen ist die Entwicklung entsprechender Kultivierungsmedien und die Beschreibung von permissiven Wachstumsbedingungen.
Die Erarbeitung von Kultivierungsstrategien für eine Massenvermehrung unter kontrollierten Laborbedingungen in semi-kontinuierlicher Kultur und die Beurteilung erfolgversprechender Anwendungsfelder z.B. im landwirtschaftlichen und biotechnologischen Umfeld runden die Forschungsaktivitäten ab.
Die erarbeiteten Techniken und Methoden werden publiziert und der internationalen Forschergemeinde zugänglich gemacht.