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Per Autopilot durch die Stadt
Per Autopilot durch die Stadt
Der Wettbewerb Grand Challenge der DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency), bei der es um die Entwicklung komplett autonom agierender Bodenfahrzeuge geht, ist Anfang November in die dritte Runde gegangen. Nach zwei Rennen in den Jahren 2004 und 2005, bei denen Roboterfahrzeuge rund 240 Kilometer durch die Wüste fahren mussten, ging es dieses Mal in der Urban Challenge um die Bewältigung eines Stadtparcours – inklusive Gegenverkehr. Die Autos mussten dabei 100 Kilometer in maximal 6 Stunden zurücklegen, möglichst ohne einen Unfall zu bauen oder die kalifornischen Verkehrsregeln zu missachten. Als Preisgeld winkten insgesamt 3,5 Millionen Dollar. Ziel der DARPA ist bis 2015 die Entwicklung von Fahrzeugen, die in Krisenregionen ohne Personal eingesetzt werden können.
Angetreten zum Parcours auf der George Air Force Base in Victorville, östlich von Los Angeles, sind ursprünglich 89 Teams, von denen es aber nur 11 in die Finals schafften. Die Teams, die vor allem aus dem universitären Umfeld kommen und von etlichen Industrie-Grössen unterstützt werden – von Auto-Herstellern wie VW oder General Motors und IT-Unternehmen wie Intel oder Google –, stammten vornehmlich aus den USA. Aber auch vier Teams aus Deutschland waren dabei.
Um den Parcours zu bewältigen, waren die Autos nicht nur mit Sensoren, Entfernungsmessgeräten, Radar und Videokameras übersät, sondern auch mit IT-Equipment vollgestopft, das für die Verarbeitung der Sensordaten und die Steuerung der Autos zuständig ist. Zum Einsatz kamen dabei eine Vielzahl verschiedener Plattformen: Von etlichen zusammengeschlossenen Mac Minis mit Linux oder Windows bis hin zum Blade-Center mit 40 Prozessorkernen war alles zu sehen. Für die Programmierung kam eine ebenso breite Palette an Sprachen zum Einsatz, unter anderem C, C++, C#, Java oder LabView. Auch bei den Autos herrschte keine Einigkeit, welcher Typ für die Urban Challenge am besten geeignet ist. Vom bulligen Offroader über den Kombi bis hin zum Toyota Prius mit Hybrid-Motor waren fast alle Autotypen vertreten.
Beim Final wurden die Autos nacheinander losgeschickt und mussten möglichst schnell drei verschiedene Missionen erfüllen. Für Fehler, beispielsweise die Missachtung der Verkehrsregeln, gab es Abzug. Zu den auszuführenden Manövern gehörte unter anderem Einparken, das Überholen langsamerer Autos und das Erreichen bestimmter Wegpunkte. Von den 11 Finalisten kamen fünf nicht ins Ziel, zu denen auch die beiden deutschen Teams im Final gehörten.
Sie schieden entweder wegen Computer-Abstürzen oder kleinen Unfällen aus, die sich aber auf Blechschäden beschränkten. Die anderen sechs Autos erreichten das Ziel mehr oder weniger problemlos, wobei zwei Teams das 6-Stunden-Limit überschritten. Auch wenn «Junior», ein VW Passat vom Stanford Racing Team, als erstes Auto die Ziellinie querte, musste es sich in der Endabrechnung mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Der später gestartete «Boss», ein Chevrolet Tahoe der Carnegie Mellon University, war schneller und kam in der Endabrechnung auf Platz 1. Platz 3 erreichte das Virgina Technology Institute mit «Odin», einem Ford Hybrid Escape.