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Zeitgleich mit der ständigen Zunahme der Start-ups und den unabhängigen Berufstätigen erscheinen neue Arbeitsbereiche. Die gemeinsamen Arbeitsbereiche, auch bekannt unter den Begriffen «lab», «hub», «pepinère d’entreprise» (Gründerzentrum) oder «coworking» haben die Eigenheit, mehrere Selbstständige in ein und demselben Arbeitsbereich zu beherbergen. Einige profitieren während mehrerer Monate oder Jahre von dieser Gelegenheit, Andere suchen für ein paar Stunden einen Büro- oder Konferenzraum.
Der Erfolg dieses neuen Arbeitsprinzips hat mehrere Erklärungen. Das Teilen von Lokalen und/oder Material ermöglicht eine Optimierung der Kosten. Dies ist sehr nützlich, solange die Einnahmen noch nicht regelmässig sind oder das junge Unternehmen vorübergehend stagniert. Ein anderer Vorteil ist, dass man sich mit den Mitgliedern der Gemeinschaft austauschen kann, was sich häufig als ein veritabler Kreativitäts- und Innovations-Katalysator erweist. Der Rahmen und die Umgebung dieses Tätigkeitfelds bieten den Jungunternehmen wesentlich bessere Überlebenschancen.
- Gründerzentrum und Business Accelerator
Die Trägerstrukturen können assoziativ, öffentlich, privat oder gemischt sein. Sehr häufig werden die aufgenommenen Unternehmen nach ihrem Innovationscharakter selektioniert. Das Gründerzentrum hat die Aufgabe, ein neues Unternehmen in seiner Gründungsphase zu begleiten. Das Modell des Accelerators ist demjenigen des Gründerzentrums sehr ähnlich. Der wesentliche Unterschied zwischen den Beiden besteht darin, dass der Aufenthalt im Accelerator kürzer ist, weil die Entwicklung des Unternehmens bereits weiter fortgeschritten ist als im Gründerzentrum.
Um das Networking zu begünstigen und um attraktiver zu werden, spezialisieren sich zahlreiche Gründerzentren in einer Aktivitätsbranche, vor allem auch im Tourismus.
Die privaten Gründerzentren lancieren sogar ihre eigenen Förderungsprogramme, um den Jungunternehmern ein günstiges Umfeld zu schaffen. Dies ist der Fall bei Booking.com, den Flughäfen von Paris, der SNCF und bei Marriott, um nur einige unter ihnen zu nennen.
Damit diese Strukturen auch im regionalen Bereich in Erscheinung treten, hat Frankreich im Sommer 2017 ein nationales Netzwerk von touristischen Gründerzentren und Business Accelerators aufgebaut. Dabei handelt es sich um France tourisme Lab, das in Paris mit Welcome City Lab einen Auftritt hat. Ende vergangenen Jahres wurde mit Provence Travel Innovation im Süden von Frankreich ein ähnliches Zentrum ins Leben gerufen.
Periphere und ländliche Regionen wollen sich auch als Kompetenzzentren profilieren. Tourism’Up in Deauville (Normandie) ist auch ein Accelerator, der sich dem digitalen Tourismus widmet, während Slow Tourisme Lab in der Aube (Champagne) sich um nachhaltige Innovation im Tourismus kümmert. Der Accelerator Annecy Base Camp unterstützt Innovationsprojekte im Bereich des Open-Air Sports und seit 2018 Ausbauprojekte im Gebirge.
- Coworking Bereiche
Die Coworking Bereiche oder geteilten Arbeitsbereiche befinden sich in voller Expansion, auch in den Bergstationen.
In Lake Taho (Nevada), Frisco (Colorado), Whistler (Canada), Chamonix oder Verbier existieren diese Coworking Bereiche bereits. The Bridge (Laax), auf 2'252 Metern gelegen, öffnete seine Tore im vergangenen Januar und ist in der Lage, 45 Arbeitende zu empfangen. Dieses kürzlich renovierte alternative Design-Gebäude ist auch mit einer Saft-Bar, einem Kinosaal und mit einem Restaurant mit Panoramablick ausgestattet. Seine geografische Lage erlaubt es den Coworkern, sichzu jeder Tageszeit auf den Pisten zu tummeln.
- Das coworking während der Ferien
Der Fortschritt des Digitalen hat die Mobilität begünstigt und die Arbeitsorganisation flexibler werden lassen. Für die freelancer und die «Technomaden» wird das Berufs- und persönliche Leben weniger eingeengt. Das kürzlich aufgetauchte Wort bleisure (business-leisure) beweist, dass die Grenze zwischen Arbeitsreisen und Freizeit nicht mehr so klar ist.
Unter den neuen Konzepten findet man die coworkation (Verschmelzung des Wortes coworking und vacation), d. h. auf Distanz zu arbeiten und doch von Ferien profitieren zu können. Entgegen dem üblichen Denken sind die Tage, an denen sich die Arbeitsperioden und die Freizeitbeschäftigung abwechseln, für die coworkers offensichtlich sehr produktiv. Internetauftritte wie coworkation.com interessieren sich für Nischenmärkte der Freischaffenden und schlagen sogar Aufenthalte vor. In der Schweiz findet man z. B. Grimentz als Aufenthaltsort in ihrem Katalog.
Die privaten Unternehmen und die Ferienzentren sind nicht die einzigen, welche die mobilen Fachleute im Visier haben. Hotelunternehmen wie diejenigen der Gruppe Okko Hôtels haben ebenfalls Angebote, die sich an diese Selbstständigen richten (Eingerichtete Arbeitsräume mit fester Infrastruktur).