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Ein schrecklicher Unfall
Janviera erinnert sich noch genau an den Nachmittag – es war Donnerstag, der 23. Oktober 2008. Die Kinder waren etwas später von der Schule gekommen. Im Schein der Lampe sassen sie an den Schulaufgaben, als das Kerosin zu Ende ging.
Carole als die Älteste half meist beim Auffüllen der Lampen. Sie begann das Kerosin einzufüllen. Das Licht wurde schwächer, deshalb rief sie ihre Mutter Janviera zu Hilfe. Plötzlich explodierte die Lampe und alles war schwarz.
„Ich wachte auf der anderen Seite des Raums wieder auf”, sagt Janviera. „Der Arm tat mir weh. Ich sah ihn an und merkte, dass er verbrannt war. Aber als Mutter musste ich meine Schmerzen vergessen. Ich dachte nur an Carole. Ich sah mich um und dann sah ich sie. Sie war bewusstlos und ihr Schulkleid brannte!” Janviera griff nach einer Decke, warf sie über Carole und eilte mit ihrer Tochter ins Spital.
Es dauerte drei Wochen, bis Carole wieder essen konnte, denn durch die Verbrennungen konnte sie weder Mund noch Augen öffnen. Jeden Tag wurden die Verbände gewechselt, abgestorbene Haut entfernt und Salbe auf die Wunden aufgetragen. Die Schmerzen waren unvorstellbar. Am schlimmsten war es, wenn die Haut an den Betttüchern festklebte.
„Wir haben sehr viel Geld für die Behandlung ausgegeben”, sagt Janviera. Nach drei Monaten Spitalpflege war Caroles Arm noch immer steif. Wegen der Brandwunden konnte sie ihn nur bis zu einem gewissen Grad beugen.
Hoffnung auf eine bessere Zukunft
Anfang dieses Jahres hörte Janviera im Radio von Mercy Ships. Weil ihr das Wohlergehen ihrer Tochter am Herzen liegt, beschloss sie, Carole nach Cotonou zum Hafen zu bringen, in der Hoffnung, dass ihr an Bord des Spitalschiffes geholfen werden konnte. Für April wurde eine Operation angesetzt und es gelang dem Ärzteteam, verwachsene Haut zu lösen und an Ellbogen und Handgelenk Transplantationen vorzunehmen. Kim Shankland, eine Physiotherapeutin aus Südafrika, arbeitete dann mit Carole, um die Beweglichkeit von Arm und Handgelenk zu trainieren.
„Für eine Mutter muss es frustrierend sein, zu sehen, was für Probleme ihr Kind hat – wenn es die normalsten Dinge nicht mehr tun kann”, sagt Kim. Dies, so meint sie, treibt Janviera an. Denn die Mutter achtet sehr darauf, dass Carole den verletzten Arm gebraucht und die Reha-Übungen absolviert. Janvieras Ermutigung und Hartnäckigkeit haben einen wesentlichen Teil zu Caroles erfolgreicher Wiederherstellung beigetragen.
Beide, Mutter und Tochter, tragen weiter die Narben des schrecklichen Unfalls. Aber seit Carole ihren Arm wieder bewegen kann, sieht die Zukunft viel heller aus ...