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Am 12. März 2018 verstarb der bedeutende Innerschweizer Musiker, Musikpädagoge, Komponist, Organist und Cembalist Joseph Röösli. Geboren wurde er am 5. September 1935 in Schüpfheim. Zusammen mit sechs Geschwistern wuchs er in einer musikalischen Familie auf.
Seine erste Berufsausbildung erhielt er am Lehrerseminar Hitzkirch. Nach dem Seminarabschluss wirkte er drei Jahre lang als Primarlehrer in Hohenrain und Dagmersellen. Nebenberuflich studierte er Kirchenmusik in Luzern und Schulmusik in Winterthur bei Willi Gohl. Im Sommer 1960 schloss er die Kirchenmusikschule ab. Zwei Jahre später trat er am Seminar Hitzkirch eine Stelle als Musiklehrer an. Gleichzeitig wählte ihn die Pfarrei Hitzkirch zum Organisten und Leiter des Kirchenchors.
1966 heiratete er Irma Fähndrich. Zusammen gründeten sie eine Familie, aus der vier Kinder heranwuchsen. Joseph war für seine Kinder und seine fünf Grosskinder ein liebenswerter und grosszügiger Vater und Grossvater.
Joseph Röösli war ein begeisterter Musiker, der die Gabe besass, diese Begeisterung mit seinen Mitmenschen zu teilen. Die Weiterentwicklung und Erneuerung des Musikunterrichts sowie die Förderung der Seminaristinnen und Seminaristen war ihm ein grosses Anliegen. Während seiner Lehrtätigkeit am Seminar machte sich Joseph Röösli als Autor von musikdidaktischen Werken einen Namen. Er schrieb eine Didaktik für den Musikunterricht und verfasste zusammen mit seinen Lehrerkollegen Unterrichtshefte für das 1. bis 9. Schuljahr. Er gründete auch den Jugendchor und die Musikschule Hitzkirch. Er leitete zudem verschiedenste Kurse und Weiterbildungen im In- und Ausland sowie während 15 Jahren das Forum für Musik und Bewegung in Lenk.
Joseph Röösli war mit ganzem Herzen Organist. Schon früh begegnete er an der Orgel dem Werk von Johann Sebastian Bach, dessen Werke ihn fortan begleiteten und prägten. Er setzte sich zeitlebens für die Kirchenmusik ein und wurde im Jahr 2012 mit dem päpstlichen «Bene Merenti»-Orden für sein 50-jähriges Wirken in der Pfarrkirche Hitzkirch geehrt. Dort hat er auch die Erneuerung der Hauser-Orgel initiiert.
In zahlreichen Konzerten betätigte er sich als Continuo-Begleiter am Klavier, am Cembalo und an der Orgel. Joseph Röösli war auch ein ausdrucksstarker und einfühlsamer Liedbegleiter. Mit Kurt Widmer und Sämi Zünd führte er verschiedene Liedzyklen auf. Zu seinem 80. Geburtstag erfüllte er sich den Wunsch, die «Winterreise» von Franz Schubert mit Sämi Zünd nochmals öffentlich aufzuführen.
Es war Joseph Röösli immer wichtig gewesen, die Musik zu teilen. So rief er die Hitzkircher Orgelnacht und den Konzertzyklus ins Leben, der heute als Kulturforum weiterbesteht. Vielen Künstlern bot er damit eine willkommene Plattform.
Joseph Röösli war offen für jede Art von Musik und versiert im freien Improvisieren. Er komponierte zahlreiche Werke, unter anderem eine Passion, die Weihnachtsmusik und die «Missa Mundi». Bekannt und beliebt sind seine vielen Chorsätze. Als leidenschaftlicher Leser und Liebhaber von Literatur vertonte er zudem verschiedene Gedichte, namentlich von Rainer Maria Rilke, Hermann Hesse, Rose Ausländer, Mascha Kalenko und Silja Walter. Zu Texten von Erika Burkardt schrieb er die beiden Liederzyklen «Das letzte Spiel hat das Licht» und «Himmel aber ist nur einer». Am 16. September 1995 wurde Joseph Röösli für seine grossen Verdienste um die Erneuerung des Musikunterrichts in der ganzen Schweiz und in Anerkennung seines vielseitigen und intensiven Musikschaffens der «Innerschweizer Kulturpreis» verliehen.
Für die Disentiser Klosterwochen, die er nach seiner Pensionierung von 2001 bis 2015 musikalisch leitete, komponierte er jedes Jahr eine Kantate.
Seine Offenheit für Musik lebte er auch auf zahlreichen Reisen aus. Musik von fremden Ländern und Kulturen waren eine Quelle der Inspiration für ihn. Dieses Wissen floss immer wieder in seine musikalische Tätigkeit ein. Neben der Musik war er auch der bildenden Kunst sehr zugetan. Oft war er beim Skizzieren in der freien Natur anzutreffen und er hatte einen grossen Freundeskreis von Künstlern.
Im letzten Halbjahr machte ihm seine Gesundheit zusehends zu schaffen. Nach einigen kurzen Spitalaufenthalten verstarb Joseph Röösli am 12. März 2018. Ein begnadeter Musiker und Musikpädagoge, der das kulturelle Leben mit intensiver Schaffenskraft nachhaltig beeinflusste, ist von uns gegangen.
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