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Eitelkeit ist tödlichvon Marie Gfeller Zum 100-jährigen Bestehen der Eisenbahner-Baugenossenschaft Bern inszeniert Lilian Naef das Stück «Tüüfelskreis». Die Aufführungen finden unter freiem Himmel im Eisenbahner-Quartier Weissenstein statt.
Gladys Eisenach kämpft mit ihrer Vergänglichkeit. «Versprichsch mer öppis?», fragt sie einmal ihre Tochter, «dass du mi am Tag, wo du mi alt gsehsch, würklech alt, im Schlaf ersticksch.» Gladys hat jung geheiratet, wurde bald schwanger und Witwe, noch bevor das Kind auf der Welt war. Als alleinerziehende Mutter sieht sie ihre Stellung in der Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts gefährdet. Deshalb leugnet die schöne Frau aus reichem Haus ihr wahres Alter – und das ihrer Tochter Marie-Therèse. Mit kriminellem Ausgang.
Wüste Auswüchse des Egoismus
Die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen, als die 20-jährige Marie-Therèse ihrer Mutter verkündet, dass sie verlobt ist – und schwanger von einem SBB-Beamten. Gladys erträgt den Gedanken nicht, Grossmutter zu werden. Zwanzig Jahre später steht sie vor Gericht, angeklagt des Mordes an einem jungen Mann.
Das Theaterstück «Tüüfelskreis» erzählt das Leben von Gladys Eisenach vom Ende her und fokussiert auf die wüsten Auswüchse von Eitelkeit und Egoismus. Basierend auf dem 1936 erschienenen Roman «Jesabel» der französischen Schriftstellerin Irène Némirovsky verfasste die Autorin Livia Anne Richard eine berndeutsche Fassung mit Einsprengseln aus der Schweizer Zeitgeschichte.