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Messier 20, Trifidnebel
Objektbeschreibung
Der Trifidnebel ist einer der Hauptattraktionen des Sternbildes des Schützen. Er liegt etwa 1.5° nordnordwestlich vom Lagunennebel und gehört möglicherweise demselben weiten kosmischen Nebelkomplex an.
M 20 wurde vermutlich erstmals im Jahre 1747 von LeGentil während seiner Beobachtung von M 8 gesichtet und später 1764 von Charles Messier wiederentdeckt. Messier sah vermutlich nur den Sternhaufen, denn das Lichtsammelvermögen seiner Teleskope war zu gering um den Nebel erkennen zu können. Sir William Herschel fand den Nebel auffällig durch ein seltsames Muster dunkler Linien unterteilt und katalogisierte die hellsten Bereiche des Nebels als vier unterschiedliche Objekte. Sein Sohn John beschrieb den Nebel als aus drei hellen, unregelmässig geformten Nebelmassen bestehend, von einem dreifach gegabelten Riss oder leeren Bereich unterbrochen. Im Zentrum wird der Nebel von einem schönen Dreifachstern gekrönt (siehe Abb. 2). Der Name «Trifidnebel» (lat. trifid = dreigeteilt) schien John die passendste Bezeichnung zu sein.
Der Trifidnebel vereint die Charakteristika eines Emissionsnebels und die eines Reflexionsnebels. Angeregter Wasserstoff in der Zentralregion emittiert Photonen in der Balmer-Wellenlänge und leuchtet daher in einem pinkfarbenen Licht. Die äussere Region enthält viel Staub und reflektiert das Licht der heissen blauen Sterne und bildet den blauen Teil des Trifidnebels. Der helle Stern HD 164514 im Norden ist von einem ausgeprägten blauen Reflexionsnebel umgeben. Der Stern ist nicht heiss genug um das umliegende Gas zum Leuchten anzuregen und so wird alles Licht vom kalten Gas und Staub reflektiert oder gestreut.
Der hellste Bereich des Nebels misst etwa 20' x 15', doch schwächere Aussenregionen lassen die Dimension des Nebels auf etwa 25' anwachsen. Das «Trifid-Muster» findet sich im südlichen hellen Teil des Nebels, wo die drei dunklen, etwa 45" breiten Staubbänder vom Zentrum nach aussen führen und sich vom leuchtenden Hintergrund abheben. Die Masse des Nebels reicht aus, mehrere tausend Sonnen zu formen. Der Nebel wird von der starken Ultraviolettstrahlung heisser, junger Sterne zum Leuchten angeregt. Der mehrfache Zentralstern trägt die Bezeichnung HN 40 oder GC 24537 und sein Alter wird auf etwa 7 Mio. Jahre geschätzt. Hierbei handelt es sich um O7-Sterne mit einer berechneten absoluten Helligkeit von -5.2 mag. Mit dem 36-Zoll Refraktor vom Lick Observatorium fand S. W. Burnham gar sechs Sterne in diesem System, deren Helligkeiten, Abstände und Positionswinkel in folgender Tabelle wiedergegeben sind: [4]
Paar Magnitude Abstand Positionswinkel A-B 7.0-10.6 5.4" 23° A-C - 8.8 10.6" 212° A-F -13.8 22.1" 106° C-D 8.8-10.5 2.2" 282° C-E -12.4 6.2" 191°
Vor über 150 Jahren zeichnete Herschel die Zentralsterne exakt in der Mitte von einem der dunklen Bänder statt etwas daneben, wie es in der Abbildung 2 schön zu sehen ist. Dies lässt vermuten, dass sich der Nebel in der Zwischenzeit verändert hat, doch ein Vergleich von 80-jährigen Fotografien mit heutigen zeigt keine sichtbaren Veränderungen.
Wie bei den meisten galaktischen Nebeln streuen sich die publizierten Distanzen in einem weiten Bereich. Es finden sich Werte von 2200 bis 7700 Lichtjahren. Die neusten Werte liegen etwa im Bereich von 5000 Lichtjahren, welches etwa mit der Distanz vom Lagunennebel korrespondiert. Die Entfernung von M 20 wird etwa 1500 Lichtjahre weiter als die von M 8 geschätzt. Die beiden Nebel sind möglicherweise einer gigantischen H-II Assoziation, wie es die Abbildung 3 vermuten lässt, doch diese Verbindung ist noch nicht bewiesen. Wie M 8 ist auch dieser Nebel eine Quelle starker Radio- und Infrarotsrahlung, was typisch für Sternentstehungs-Gebiete ist. [4]
|Bezeichnungen||M 20, NGC 6514, Trifid nebula|
|RA / Dec (B2000.0)||18h 02.3m / -23° 02' [142]|
|Sternbild||Sgr [142]|
|Objekt Klasse||C+N [142]|
|Abmessungen||29.' [142]|
|Scheinbare Magnitude||6.3 mag [142]|
|Beschreibung (Dreyer)||!!! vB, vL, trifid, D* inv; = M20 [142]|
Auffindtipp für den Trifidnebel
Der Trifidnebel befindet sich im Sternbild Sagittarius. Verlängert man die Achse von φ Sagitarii zu λ Sagitarii und positioniert dort den äusseren Ring des Telrads, sollte der Trifidnebel bereits in einem Grossfeldokular sichtbar sein. In den Monaten Juni bis August kann er am besten beobachtet werden. Etwa 0.7° in nordöstlicher Richtung befindet sich der kleine offene Sternhaufen M 21.