Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03607.jsonl.gz/1989

Allgemeines
Die Tierwelt hat sich dem rauhen Klima in Alaska bestens angepasst. Viele Tiere tragen im Winter ein weisses Fell, das wärmeökonomisch günstig ist und zudem die Tiere in ihrer Umgebung gut tarnt. Unter dem dichten Winterfell liegt oft eine dicke Fettschicht, die zusätzlich gegen die Kälte isoliert und darüber hinaus eine Nährstoffreserve für die harte Winterzeit darstellt. Schliesslich reduzieren verschiedene Tierarten auch die Durchblutung der Haut an exponierten Körperstellen wie Ohren, Schnauze, Schwanz und Beinen, so dass hier kein oder nur geringer Wärmeverlust entsteht. Sie können aber auch die entsprechenden Organe klein halten, z.B. hat der Eisbär viel kleinere Ohren als der Braunbär und der Polarfuchs ebenfalls kleinere Ohren als der Rotfuchs. Die Karibus - und in ihrem Gefolge oft die Räuber Wolf und Vielfrass - ziehen von ihren Sommer- weiden im Herbst nach Süden bis in die Übergangszone zur Taiga, wo sie wesentlich günstigere Nahrungsbedingungen als im hohen Norden vorfinden. Wieder andere Arten verbringen den Winter in mehr oder weniger passivem Zustand. Wirbellose und wechselwarme Wirbeltiere fallen in Winterstarre. Eis- und Braunbär verweilen in der Winterruhe (nicht Winterschlaf) in Höhlen und bringen dort sogar ihre Jungen zur Welt. Einen echten Winterschlaf halten das arktische Erdhörnchen und das eisgraue Murmeltier.
Erstaunliches
In der Arktis gibt es Frösche (frogs), die im Winter zu glasharten Objekten gefrieren. Auch eine arktische Schildkröte wird im Winter zu Eis. Bei den eingefrorenen Fröschen stehen Herz und Kreislauf still. Damit die Organe überleben, läuft in den Geweben mit Hilfe eingelagerter Stärkereserven ein schwacher Stoffwechsel weiter. Bei solchem saisonalen Erstarren gefriert allerdings nur gut die Hälfte der Körperflüssigkeit. Wie die Natur es schafft, dass Zellinnere eisfrei zu halten, ist ein physikalisch-chemischer Trick. Denn die gefrorene Zwischenzellflüssigkeit zieht durch die Zellmembrane hindurch Wasser aus dem Zellinnern ab. Dadurch erhöht sich in der Zelle der Gehalt an Salzen und anderen gelösten Stoffen, was den Gefrierpunkt heruntersetzt.
Und noch etwas Besonderes: Der Eiswurm (Gletscherwurm) lebt im ewigen Eis. Er ist 2 cm lang, weiss und ungefähr so dick wie eine Stopfnadel. Als Nahrung dienen ihm Rotalgen und angewehte Nadelbaumpollen. Im Visitor Information Center des Portage Glacier kann er besichtigt werden.
Karibu (Caribou)
Karibus sind die wildlebenden, nordamerikanischen Vertreter der domestizierten Rentiere. Sie legen auf ihrer Wanderung zwischen Sommer- und Winternahrungsgebiet Distanzen bis zu 1'500 Kilometer zurück. Mit ihren sehr breiten Hufen und den weit spreizbaren Zehen können sie sich sowohl in der morastigen Tundra als auch im Schnee gut fortbewegen. Gesamthaft gibt es in Alaska ca. 32 Herden mit einem geschätzten Bestand von über 1 Million Tiere (allein die westliche Arktis-Herde zählt 400'000 und die Porcupine-Herde ist 170'000 Tiere stark). Als einzige Vertreter der Hirschfamilie tragen beide Geschlechter ein Geweih. Das Typische daran sind die kräftig ausgebildeten Augsprossen, die oft schaufelartig verbreitert sind. Die Bullen werfen von Mitte Oktober bis Ende Dezember ihre Geweihe (bis 1,70 m lang und 90 cm breit) ab. Trächtige Kühe hingegen behalten ihr Geweih bis April/Mai und verteidigen sich damit gegen Bullen, die versuchen sie vom Futterplatz zu verdrängen. Karibus (Wiederkäuer) ernähren sich im Sommer von Gräsern und besitzen die Gabe, im Winter die sogenannten Rentierflechten unter dem Schnee zu riechen und graben diese mit der Augsprosse aus.
Tierwelt: siehe www.adfg.alaska.gov/ > species > animals
Tiere
(Animals)
- Alle
(List all)
- Vögel
(Birds)
- Fische
(Fish)
- Wirbellose
(Invertebrates)
- Säugetiere
(Mammals)
- Reptilien/Amphibien
(Reptils/Amphibians)