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Kloster St. Maria der Engel - Fazenda da Esperança
1653 konnte von der Klostergemeinschaft die Überführung von Reliquien des Katakombenheiligen Leander aus Rom gefeiert werden. Die offenbar zu diesem Anlass entstandenen beiden Leander-Gemälde zeigen auch die älteste Darstellung von Wattwil.
Unruhige Zeiten erlebte das Kloster nach der Besetzung der Eidgenossenschaft durch die Franzosen im Mai 1798. Die Besatzer verursachten hohe Kosten, hielten sich aber immerhin an die Regel der Klausur.
Die Aufhebung der Abtei St. Gallen im Jahr 1805 hatte für das Kloster keine wesentlichen Nachteile und es blieb für die lokale Bevölkerung eine wichtige Institution. In der grossen Hungersnot von 1816/17 kochten die Schwestern im Waschhaus des Klosters fünf Monate lang Suppe, jeden Tag für 100 Personen.
Noch von 1980 bis 1996 betreute eine Schwesterngruppe die Feuermeldestelle der Gemeinden Wattwil, Lichtensteig und Ebnat-Kappel. Zuletzt lebten nur noch sieben Kapuzinerinnen im Kloster St. Maria der Engel. 2010 verliessen auch sie das Kloster und wurden in anderen Klöstern aufgenommen.
Seit dem Frühjahr 2012 ist die "Fazenda da Esperança" im ehemaligen Kloster beheimatet. Es handelt sich um eine Wohngemeinschaft für junge Menschen in schwierigen Situationen – oftmals mit Suchtproblemen –, die sich wieder in die Gesellschaft integrieren wollen. Die Gemeinschaft bietet klare Strukturen, verlangt aber auch einiges von den Bewohnern. Die Fazenda basiert auf drei Säulen: der Gemeinschaft, der Arbeit und der Spiritualität.