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Was tun, wenn keine Kantorin oder kein Kantor vorhanden ist?
Tipps für Vorstehende einer Wort-Gottes-Feier. Grosse Bedeutung kommt in der Wort-Gottes-Feier der Kantorin/dem Kantor zu, da sich in Wechselgesängen und Akklamationen der dialogische Charakter des Gottesdienstes entfaltet. Weil es vielerorts leider noch keine Kantoren gibt, finden Sie hier einige Vorschläge, wie Gottesdienste ohne Kantoren dennoch gehaltvoll musikalisch gestaltet werden können.
Der dialogische Charakter des Gottesdienstes entfaltet sich besonders in Wechselgesängen, Kehrversen, Akklamationen, Rufen, Litaneien und durch den Antwortpsalm. Diese Gesänge werden grundsätzlich von Kantoren vorgetragen. Sie übernehmen in Wort-Gottes-Feiern mit dem neuen liturgischen Feierbuch "Die Wort-Gottes-Feier am Sonntag" einen wichtigen Part.
Weil es an vielen Orten leider noch keine Kantoren gibt, finden Sie hier einige Vorschläge, wie Gottesdienste ohne Kantorendienst dennoch gehaltvoll musikalisch gestaltet werden können.
a. Wahl von einfachen Kehrversen und Rufen
Nicht zu komplexe Kehrverse wählen. Falls diese nicht vorgesungen werden, sollte die Melodie gut hörbar sein (siehe Punkt c). Gut eignen sich z.B. KG 500.6 „Dein Wort, o Herr geleite uns" und Kehrverse, die sich in einem tonalen Rahmen bewegen (Dur/Moll). Haben Sie Mut zur Wiederholung. Weniger ist oft mehr.
Auch viele Refrains und einzelne Liedabschnitte von bekannten Liedern können als Kehrverse dienen (KG 211 „Preiset seinen Namen...", KG 523 „Lobt froh den Herrn...", KG 711 „Gib uns du das gute Wort...").
Ausserhalb der Fastenzeit eignen sich in besonderer Weise Halleluja-Rufe (KG 88 ff oder der Refrain KG 447 in der Osterzeit), die vor und nach dem Evangelium gesungen werden können.
b. Selber vorsingen
Auch Liturgie-Vorstehende können ausnahmsweise in die Rolle der Vorsängerin/des Vorsängers schlüpfen, was aber nicht die Regel sein sollte.
c. Einsatz der Organistin/des Organisten
Orgelspielende haben auch eine Stimme!
Die verschiedenen Gesänge können von einer stimmlich begabten Organistin/eines stimmlich begabten Organisten vor dem Gottesdienst mit der Gemeinde angesungen werden.
Falls es die Stimme nicht zulässt, sollte die Melodie gut vorgespielt werden (evtl. mit einem Solo-Register). Das Vorspiel übernimmt somit das „wortlose Vorsingen" um anschliessend die Gemeinde in einer Plenum-Registrierung zum Singen zu animieren.
Lobpreisgebete erfahren eine besondere Dichte, wenn sie mit leisen feinen Orgelklängen (Schwebung, Streichregister) untermalt werden und zur Akklamation hinführen. Hier ist zu beachten, dass nicht zu viel Harmoniewechsel stattfindet, da ansonsten durch zu viel Aktivismus die Aussage des Textes untergeht. Der Orgelklangteppich unterstützt die Aussage des Textes und hat somit dienende Funktion.
Weitere Tipps finden Sie > hier.
Stand: 01.05.2015