Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03318.jsonl.gz/2221

Zum Thema Festhalten und Klammern habe ich gerade eine Textstelle bei David R. Hawkins, Letting Go: The Patchway of Surrender, Kapitel 5, Abschnitt 3 gelesen (sorry, ich lese das E-Book, und da gibt es keine Seitenzahlen…):
Because of the nature of attachment, the first state preceding the actual experiencing of loss is that of fear of loss. This is usually defended in one of two ways. One is to increase the intensity of the attachment by ever- persistent attempts to strengthen the bonds. This approach is based on the fantasy that “the greater the bond, the less likelihood of loss.”
Das heisst sinngemäss: Wegen der Natur des Klammerns/Anhaften geht der Erfahrung des Verlusts die Angst vor dem Verlust voraus. Normalerweise geht man auf zwei Wege vor. Einer besteht darin, die Intensität des Anhaftens/Klammers zu verstärken, indem man die Bande immer mehr zu stärken versucht. Dieser Ansatz basiert auf der Illusion, dass je stärker das Band, desto unwahrscheinlicher der Verlust sei. (Der zweite Ansatz besteht im Verleugnen des drohenden Verlusts, wie Hawkins weiter ausführt, wobei ich mich auf die erste Variante, das Festhalten beziehe.)
Voilà, ganau das habe ich erlebt. Aus Angst zu verlieren, wollte ich die Bande stärken und klammerte immer mehr. Und was ist passiert?
However, this is the very maneuver that often precipitates loss in personal relationships, because the other person struggles to be free of the possessive attachment and the amount of restrictive control they feel being placed upon them. Thus, because what we hold in mind tends to manifest, the fear of a loss can, paradoxically, be the mechanism of bringing about that loss.
Gerade dieses Klammern geht oft dem Verlust in persönlichen Beziehungen voraus, weil die andere Person sich von dem besitzergreifenden Anhaften befreien will und von der Kontrolle, die sie wahrnehmen. Und weil unsere Gedanken dazu neigen sich zu manifestieren, kann die Angst vor Verlust der Mechanismus sein, der zu diesem Verlust führt… Paradox ist dies jedoch nur aus Sicht des Verstandes. Und genau das ist mir passiert. Die Verlustangst führte zum Klammern und dies schliesslich zum Verlust. Und heute sehe ich, dass ich mich durch das Klammern und Festhalten klein gemacht habe. Mein Weg zum Loslassen führte darüber, dass ich Sicherheit gewann, merkte, dass ich auch alleine sein kann und sein könnte. Und als es so weit war, war ich bereit. Foto: Buchen im Jura vor dem Ergrünen… David R. Hawkins Buch Loslassen gibt es auch auf Deutsch. Ich bin noch am Lesen. Und ich werde wohl noch das eine oder andere Zitat kommentieren. Loslassen ist wohl der Schlüssel zu sich selbst. Wobei ich mir früher loslassen immer als aktive Handlung, im Sinne von abschütteln oder wegstossen vorgestellt habe. Aber das führt nur zum Bumerang-Effekt: was man abstösst, kommt wieder zurück. Loslassen bedeutet Annahme. Man muss die Emotion annehmen, den Widerstand aufgeben. Bei mir war es so: als ich Ja sagen konnte zur Trennung, war das Loslassen geschehen.