Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03315.jsonl.gz/86

Wenn es auch kein gesetzlicher Feiertag ist, so wird auch heute noch die Tradition der Sonnenwende Feuer gepflegt. Ende Juni wird ein Feuer angezündet und mancherorts springt man auch über das Feuer.
Aber ist das nun ein Sonnwendfeuer oder ein Johannisfeuer?
Der Zufall will es, dass die Sommersonnenwende und der Johannistag eng beieinander liegen.
Was ist die Sommersonnenwende?
Als Sonnenwende wird der Zeitpunkt des höchsten Sonnenstandes bezeichnet.
Die Sommersonnenwende findet über dem nördlichen Wendekreis am 21. Juni und am 21. oder 22. Dezember über dem südlichen Wendekreis statt.
Mit dem höchsten Sonnenstand hat die Nordhalbkugel am 21. Juni ihren längsten Sonnentag und den Beginn des Sommers.
Gibt es dann auch eine Wintersonnenwende?
Wintersonnenwende bedeutet, dass der kürzeste Sonnentag im Jahr erreicht ist. Das ist der 21./22. Dezember auf der Nordhalbkugel. Es ist gleichzeitig der Winterbeginn.
Für die Südhalbkugel ist wiederum der 21. Juni der kürzeste Tag im Jahr. Ab dann werden die Tage wieder länger.
In vielen, vor allem nördlichen Regionen der Welt, wurden von alters her Sonnenfeste und Feuerrituale abgehalten. Sonnenwendfeiern hat es bereits in germanischer Zeit gegeben.
Eingeführt wurde es wohl nach dem Sesshaft werden vieler nordischer Völker, die mit der Landwirtschaft begangen, in der der Lauf der Sonne wichtig war, um den richtigen Pflanz- und Erntezeitpunkt zu erkennen und zu nutzen.
Bei der Sonnenwendfeier wurde ein Feuer angezündet und auch heute noch hat sich die Tradition erhalten, über das Feuer zu springen.
Es heisst, dass man mit dem Sprung über das Feuer Unheil überwindet und sich von Krankheit reinigt. Springt ein Paar gemeinsam über das Feuer ohne sich loszulassen, dann war das ein Zeichen für eine bevorstehende Hochzeit oder für ein gutes Eheleben.
Ja Feuerlaufen gibt es in ähnlicher Form ja auch Heute.
Was ist das Johannisfeuer?
Im Zuge der Christianisierung wurden heidnische Feste, wie beispielsweise das der Sonnwendfeiern bekämpft. Doch wie auch andere besondere Bräuche liessen sich nicht alle auslöschen. Kurzer Hand christianisierte die Kirche solche Riten. Das bedeutet, dass ihnen eine christliche Bedeutung aufgedrückt wurde.
Im Falle der Sonnwendfeier wurde es kurzerhand in das Johannisfeuer um genannt. Am 24. Juni ist der Johannistag, der sechs Monate vor Jesu Geburt liegt. An diesem Tag gedenken die christlichen Kirchen Johannes dem Täufer
In christlichen Gemeinden wird auch heute noch aus diesem Grunde am 24. Juni ein Johannisfeuer entfacht.
Die Popularität dieses Sonnwendfestes schreibt man allerdings Johannes dem Täufer zu, der im Volksglauben sehr verehrt wurde. Erkennen lässt sich das noch an der zahlreichen Namensgebung vorn Hans, Johannes, Jan oder Jean.