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In Spitälern erleidet jeder Zehnte einen Schaden
Vermeidbare Fehler und Infektionen in Spitälern verschlingen zehn Prozent der Spitalkosten, erklärt das OECD-Generalsekretariat.
Die Gesundheitsminister der OECD-Staaten befassten sich am 16. und 17. Januar in Paris auch mit dem Problem vermeidbarer Gesundheitsschäden in Spitälern. Als Grundlage diente eine 300 Seiten umfassende Studie des OECD-Sekretariats, welche den Spitälern in den Industriestaaten ein schlechtes Zeugnis ausstellt:
- Jede zehnte Patientin und jeder zehnte Patient wird in OECD-Ländern während des Spitalaufenthalts unnötig gesundheitlich geschädigt.
- Über zehn Prozent aller Spitalausgaben müssen ausgegeben werden, um vermeidbare Arztfehler oder Infektionen zu behandeln.
- Jedes dritte Kind kommt per Kaiserschnitt auf die Welt, obwohl medizinische Richtlinien eine Kaiserschnitt-Rate von höchstens 15 Prozent als nötig erachten.
- Der Marktanteil von günstigen Nachahmer-Medikamenten (Generika) schwankt je nach Land zwischen 10 und 80 Prozent.
2000 bis 3000 vermeidbare Todesfälle in der Schweiz
Für die Schweiz schätzt das Bundesamt für Gesundheit: «Jeder zehnte Spitalpatient erleidet einen gesundheitlichen Schaden und die Hälfte dieser Schäden wäre vermeidbar.» Es handelt sich demnach um jährlich 2000 bis 3000 vermeidbare Todesfälle und um rund 60'000 vermeidbare Schadensfälle.
Die vielen Betroffenen von Komplikationen und vermeidbaren Fehlern sind mit ein Grund, weshalb die Gesundheitsindustrie an einem schlechten Image leidet. Nach Angaben der OECD hält ein Drittel aller OECD-Einwohner die Gesundheitsbranche für «korrupt» oder sogar «extrem korrupt».
Spitalkosten senken
Massnahmen gegen vermeidbare Fehler und Infektionen könnten laut OECD die Spitalkosten um zehn Prozent senken. Als weitere Massnahmen zur Kostensenkung schlägt das Generalsekretariat der OECD vor, keine unzweckmässigen und unnötigen Operationen vorzunehmen, dem Pflege-Fachpersonal mehr Kompetenzen einzuräumen, Anreize für ambulante Behandlungen anstelle von stationären zu schaffen sowie den Verbrauch von Generika zu fördern.
Als Hindernisse sieht die OECD eingespielte Gewohnheiten, finanzielle Interessen der Anbieter und zögerliche Einführungen von kostengünstigeren, gleichwertigen Behandlungsalternativen. Gefordert seien staatliche Regulatoren, Spitaldirektoren, Anbieter von Medikamenten und medizinischen Produkten sowie auch die Patientinnen und Patienten.
Ungenügendes Erfassen der Spitalqualität
Das OECD-Generalsekretariat empfiehlt den Staaten, die Qualität der Behandlungen viel besser zu erfassen. In Norwegen werden die Erfahrungen und Behandlungsfehler von Patientinnen und Patienten nach dem Spitalaustritt systematisch mit einem standardisierten Fragebogen erfasst: Hier öffnen.
Als ein Vorbild nennt die OECD das nationale Gesundheitssystem Schottlands. Schon 2008 lancierte Schottland ein «Patient Safety Programme». Unterdessen kommt es bei Operationen zu 25 Prozent weniger Todesfällen (standardisiert nach Schwere der Krankheiten), zu 80 bis 90 Prozent weniger Infektionen. Seit diesem Jahr sind die Spitäler Schottlands verpflichtet, die Patientinnen und Patienten über alle vermeidbaren und auch über die nicht vermeidbaren, ungeplanten Zwischenfälle zu informieren, falls diese gesundheitliche Folgen haben.
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Keine
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3 Meinungen
Richtig allerdings ist, dass deutlich mehr als 10% aller Spitalsaufenthalte und vielleicht 20% aller Operationen medizinisch nicht indiziert und damit vermeidbar wären. Dann stimmte die Rechnung.
Nur liegt das in der Natur eines kommerziell getriebenen Krankheitsversorgungssystems. Speziell zielt die Fallpauschale auf die Erzeugung medizinisch nicht indizierter Behandlungsmorbidität. Es ist also politisch so gewollt und kein plumper Fehler.
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