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MARLY- MERTENLACH
Zahlreichen Funden nach war Marly schon in der Römerzeit besiedelt, was auch der Name, den man von fundum Martiliacum, Gut des Martilius, herleitet,
zu bestätigen scheint.
Der Ort bildete wohl schon früh eine Herrschaft im Besitz einer gleichnamigen Familie, die für das Jahr 1162 mit Ritter Kuno von Marly bezeugt ist. Wiederholt werden die Ritter von Marly als Wohltäter von Altenryf genannt. So schenkt 1184 Kuno dem Kloster seinen Besitz zu Chesalles, 1252 Rudolf Land zu Illens und Spinz. Letzterer, dominus Rodolfus de Marlie, ist mit seinem Sohne unter den Rittern, die 1251 dem Grafen von Savoyen Gefolgschaft schwören und sich zur Verteidigung von Illens und Arconciel verpflichten. Ende des 13. Jahrhunderts scheint sich die Lage der Herren von Marly verschlechtert zu haben, denn sie belasten ihren Besitz und verkaufen ihn teilweise.
Die kleine Herrschaft war anscheinend von den Herren von Maggenberg abhängig, doch gehörte die Hälfte des Ortes später den Thierstein und kam mit deren Besitz an Freiburg.
Schon 1808 heisst es, dass man von der Burg der Herren von Marly nichts mehr wisse. Der Überlieferung nach soll sie auf dem Hochplateau südöstlich des Ortes gelegen haben, wo eine grosse rechteckige Parzelle, begrenzt durch Böschung und Strauchwerk, sich deutlich abhebt. Etwa 150 Meter westlich hebt sich eine kleine Erhöhung heraus mit Bäumen und Strauchwerk, auf der jetzt noch Mauerreste in einer Länge von etwa zwei Meter vorhanden sind aus Kieseln in starken Mörtellagen. Da hier zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Gewölbe aufgedeckt wurde mit einem Tongefäss und Resten eines Mosaiks, darf man hier wohl Überbleibsel einer römischen Anlage annehmen. In Verbindung damit ist die Vermutung nicht ganz von der Hand zu weisen, dass der grosse lagerartige Platz ebenfalls mit der Römerzeit noch Zusammenhängen könne, da er für eine Burganlage zu gross wäre. So wäre auch hier die mittelalterliche Burg die Fortsetzung einer römischen Anlage gewesen.
Bibliographie