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Armut ist in der Schweiz meist von kurzer Dauer. Zwischen 2019 und 2022 waren 16,7% der Bevölkerung in mindestens einem der vier Beobachtungsjahre von Einkommensarmut betroffen, aber lediglich 1,4% in allen vier Jahren. Im Lauf von vier Jahren waren somit deutlich mehr Personen armutsbetroffen, als die jährlichen Armutsquoten aufzeigen.
Europäischer Vergleich
Für den Vergleich mit anderen Ländern Europas wird die von Eurostat definierte Armutsgefährdungsquote verwendet.
Über die Jahre 2019 bis 2022 wurden 26,8% der Schweizer Wohnbevölkerung mindestens einmal als armutsgefährdet eingestuft. In Europa variiert dieser Wert zwischen 13,6% (Slowenien) und 35,9% (Griechenland).
Die Schweiz gehört zu den Ländern mit einem niedrigen Anteil an langzeitgefährdeten Personen. 3,3% der Bevölkerung waren in allen vier Jahren armutsgefährdet. Am tiefsten war dieser Anteil in Ungarn mit 2,5% und am höchsten in Litauen mit 12,1%.
Die SILC-Längsschnittdaten
Die an der Erhebung SILC teilnehmenden Personen werden während vier aufeinanderfolgenden Jahren befragt. Auf diese Weise können wesentliche Veränderungen der Lebensverhältnisse einzelner Personen beschrieben und die Entwicklung der Lebensbedingungen untersucht werden. Für die vorliegenden Auswertungen wurden alle Personen berücksichtigt, die von 2019 bis 2022 an SILC teilgenommen und in allen vier Jahren geantwortet haben (rund 3000 Personen). Weitere Informationen finden Sie im Bericht «SILC-Längsschnittsdaten».
Das Gewichtungsmodell für die Längsschnittdaten wurde revidiert. Die Resultate ab 2017 (Längsschnittdaten 2014-2017) sind deshalb nicht mehr direkt mit den Vorjahren vergleichbar (Bruch in der Zeitreihe). Weitere Informationen finden Sie im «Synthesebericht zur Revision der Längsschnittgewichtung SILC-2018».
Weiterführende Informationen
Grundlagen und Erhebungen