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DMZ – KULTUR ¦ Patricia Jungo ¦
Der Kanton Freiburg darf eine sehr süsse Dame „sein Eigen“ nennen. Besonders in der Chilbi-Saison präsentiert sie sich von ihrer besten Seite; die „Büschelibirne“ oder auf Französisch die „Poire à Botzi“. Der Name „Botzi“ heisst im Welsch-Freiburger Patois so viel wie Büschel oder in Trauben oder zu mehreren.
Über diese einzigartige Birnensorte gibt es betreffend Ursprung keine klaren Angaben und auch nur sehr wenige Dokumente. Eine interessante Information aus einer älteren Schrift besagt, dass Freiburger Söldner diese Birnensorte vor 300 bis 400 Jahren aus der Region von Neapel nach Freiburg gebracht haben sollen. Das Voralpenklima bekam der Büschelibirne so gut, dass sie sich danach schnell verbreitete. Im Jahre 1911 wand auch die Zeitschrift „Der schweizerische Obstbauer“ der Birne ein Kränzchen, lobte sie als einer der besten Herbstbirnen und empfahl wärmstens ihren Anbau. Auf dem Land redet man oft von den diversen Sorten der Büschelibirne: der weissen, gelben oder roten. Im Jahre 1988 entstand dann eine Liste mit über hundert Bäumen der Sorte verschiedenster Herkunft aus dem Kanton Freiburg und angrenzenden Gebieten.
Danach wurden 13 ausgewählte Bäume auf den gleichen Typ Unterlage gepfropft. So wollte man die verschiedenen Sorten vergleichen. Heute steht fest, dass es von der Sorte Büschelibirne nur einen einzigen Typ gibt. Seine Eigenschaften variieren je nach Alter des Baumes, Unterlagentyp, Boden und Standort. Als in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die intensiven Obstanlagen aufkamen, wurde die Sorte im Kanton Freiburg ausschliesslich in moderne Weise angebaut. Die Büschelibirne ist heute die wohl bekannteste und auch wohlschmeckendste Birne im Kanton. Ohne die Poire à Potzi ist kein Chilbi-Menu vollständig. Seit 12 Jahren ist die süsse Dame als AOC eingetragen. Ebenso hat das Bundesamt für Landwirtschaft die „Poire à Botzi“ in das Register der geschützten Ursprungsbezeichnungen aufgenommen. Am besten probieren; mit oder ohne Chilbi!
Das „Chilbi“/"Bénichon"-Menü:
Safranbrot (Cuchaule) mit Kilbi-Senf
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Schafvoräss*
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Chabissuppe
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Beinschinken und geräucherte Fleischspezialitäten, Chabis, Karotten und Salzkartoffeln
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Lammgigot, Büschelibirnen AOP, Kartoffelstock und grüne Bohnen
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Gruyère AOP und Vacherin Fribourgeois AOP
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Méringues mit Doppelrahm
Café mit Kilbi-Süssigkeiten (Küchlein, Blätterteigfladen, Guetzli mit Hagelzucker, Bretzeli, Anisbrötli)
Mit der Zeit hat sich das Kilbi-Menu je nach Regionen und Geschmack leicht geändert und auch der Zeitpunkt der Chilbi ist je nach Bezirk anders.
* nur im Sensebezirk.
Quellen: www.poire-a-botzi.ch/www.benichon.org ¦
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