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Gin ist die Idee eines holländischen Apothekers, Dr. Sylvius, der nach einem Mittel suchte, das harntreibend wirkt und den Körper entgiftet. Als das Mittel entwickelt wurde, nannte man es nach seinem Schöpfer „Geniève“, aber die Engländer griffen das Rezept schnell auf und begannen, es als Gin zu produzieren und zu vermarkten. Das ist kein Zufall, denn die britischen Soldaten im Dreißigjährigen Krieg wurden so süchtig nach dem Geschmack des Wacholderschnapses, dass sie ihn mit nach England nahmen. Die Produktion selbst begann in London und unterlag schon damals sehr strengen Regeln. Insgesamt waren drei Standorte für die Herstellung der Spirituose zugelassen: London, Plymouth und Bristol. Aus diesem Grund werden in den klassischen Gins auch heute noch die Gewürze verwendet, die um 1700 in England üblich waren. Was als Gin bezeichnet werden darf, ist in einer speziellen Verordnung festgelegt. Das Ausgangsmaterial für alle Gins ist Gerste oder Roggen. Die Getreidemaische wird zur Herstellung des Getränks kontinuierlich destilliert, das Geheimnis liegt in der Aromatisierung. Die Zutaten sind Wacholder und Gewürze wie Zitrusfrüchte, Koriander, Kamille oder Kardamom. Gin hat einen Alkoholgehalt zwischen 38 % und 45 %, es gibt aber auch Gin-Getränke mit 26 %. London Dry Gin ist eine echte Spezialität, ein Gin, dem keine Zusatzstoffe oder Aromen zugesetzt wurden.