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«Strasse» und «Schiene»: Diese beiden Begriffe werden oft wie Gegensätze verwendet. Für eine geplante Reise kann man entweder den Zug nehmen oder man fährt mit dem Auto. Aber ist es nicht vielmehr so, dass der Strassen- und der Schienenverkehr komplementär und nicht konkurrierend gedacht werden müssen?
Optimales Zusammenspiel
Hier kommt der Begriff der Multimodalität ins Spiel. Darunter ist die Verknüpfung der Verkehrsträger zu verstehen. Diese Verknüpfung ermöglicht es, dass Strasse und Schiene optimal zusammenspielen und dass jeder Verkehrsträger seine eigenen Stärken ausspielen kann. Mit dem Auto zum S-Bahnhof, von dort aus mit dem Zug in die Stadt, und zuletzt mit dem Tram an den Zielort. So könnte eine optimale Reise aussehen. Dasselbe lässt sich analog auch für den Güterverkehr konstruieren: Waren werden mit dem Güterzug gebündelt ins Verteilzentrum geliefert und von dort aus mit dem Lastwagen ans Endziel gebracht.
Die Beispiele zeigen auch, dass die Multimodalität über die Stadtgrenzen hinausgeht. Mit anderen Worten: Nationalstrassen und Fernverkehrszüge stehen stets in engem Zusammenhang mit dem Agglomerationsverkehr. Verkehrsdrehscheiben ermöglichen das Umsteigen auf andere Verkehrsträger und stellen sicher, dass die Anschlüsse zwischen dem Fern- und dem städtischen Verkehr effizient funktionieren.
Gemeinsam geht es besser
Manch einer könnte sich nun fragen, ob es nicht einfacher und umweltfreundlicher wäre, wenn der gesamte Verkehr auf der Schiene und nicht mehr auf der Strasse stattfinden würde. Ein solches Vorgehen ist jedoch schlichtweg nicht praktikabel. Denn Fakt ist, dass es in der Schweiz beim Verkehr überall Engpässe gibt. Auf der Strasse genauso wie auf der Schiene. Dass eine Verlagerung hier keine Abhilfe schaffen kann, zeigt sich schon nur darin, dass diese Engpässe meistens in den gleichen Regionen, und auch zu den gleichen Wochen- und Tageszeiten, vorherrschen. Die Schiene ist also schlichtweg nicht in der Lage, zusätzliche Kapazitäten von der Strasse aufzunehmen.
Anstatt die beiden Verkehrsträger gegeneinander auszuspielen, sollte darin investiert werden, sowohl Strasse wie auch Schiene parallel auszubauen, wo es notwendig ist, und die beiden noch besser mitei-nander zu verknüpfen.
Ausbauprojekte stellen Verknüpfung sicher
Damit die dringend notwendige Multimodalität optimal ausgespielt werden kann, müssen die entsprechenden Verkehrsinfrastrukturen à jour gehalten, aber auch ausgebaut werden. Nur wenn der Verkehr sowohl auf der Strasse als auch auf der Schiene reibungslos ablaufen kann, ist auch die Verknüpfung gewährleistet. Und ohne diese Verknüpfung dürfte es kaum möglich sein, die künftig steigende Mobilitätsnachfrage – das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation geht von +11 Prozent im Personen- und von +31 Prozent im Güterverkehr in den nächsten 25 Jahren aus – in den Griff zu bekommen.
Im Sinne der Multimodalität und zur effizienten und nachhaltigen Bewältigung der Verkehrsnachfrage unterstützt der Schweizerische Gewerbeverband sgv die geplanten Ausbaumassnahmen für die Verkehrsinfrastruktur.
«Nur mit einem ganzheitlichen JA zum Infrastrukturausbau – sowohl auf der Strasse als auch auf der Schiene – kann die Zukunft ins Rollen gebracht werden.»
Dies umfasst einerseits die Ausbauprojekte für die Nationalstrassen, welche das Parlament bereits im vergangenen Jahr beschlossen hat. Ebenso wichtig sind die Ausbauprojekte der Eisenbahninfrastruktur, über welche derzeit im Parlament diskutiert wird. Nur mit einem ganzheitlichen JA zum Infrastrukturausbau – sowohl auf der Strasse als auch auf der Schiene – kann die Zukunft ins Rollen gebracht werden.
Michèle Lisibach,
Ressortleiterin sgv