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Geschichte
Das Jodeln, Alphornblasen und
Fahnenschwingen in der Nordostschweiz
Vor der Gründung des Jodlerverbandes
Der Jodel und das Jodellied waren in der Ostschweiz schon im 19. Jahrhundert bekannt, besonders bei den Appenzellern und Toggenburgern. Es waren die Sennen und Hirten, die ihre Weisen erschallen liessen. An Alpstubeten wurden - oft in Begleitung des Hackbretts - Jodel und Jodellieder gesungen, zusammen mit Talerschwingen und Schellenschötten. Nebst den Sennen und Hirten waren es vor allem die Turner, in deren Reihen sich Gesangsgruppen bildeten, die auch das Jodellied pflegten. Die älteste Jodlergruppe der Schweiz stammt aus unserem Verbandsgebiet. Es ist das 1895 gegründete Jodlersextett des Turnvereins "Alte Sektion", Zürich. Weitere Gruppen entstanden in den Jahren 1902 in Zürich-Seebach, 1906 in Veltheim und 1907 in Winterthur (1905 wurde auch im Fussballclub Zürich ein Jodeldoppelquartett gegründet). Fast alle Gruppen der Turner lösten sich allmählich von ihren Stammvereinen und begannen ein Eigenleben. Die in der Zeit von 1895 bis 1920 entstandenen rund 20 Jodlergruppen der Nordostschweiz schlossen sich nach und nach der Schweizerischen Jodlervereinigung an.
Die Gründung des Nordostschweizerischen Jodlerverbandes
1923 rief der Jodlerklub vom Rheinfall, Neuhausen, zum Zusammenschluss der Ostschweizer Jodler, Fahnenschwinger und Alphornbläser auf. Man traf sich zu einer Aussprache, doch fand die Mehrzahl der Teilnehmenden, es genüge, der Schweizerischen Jodlervereinigung anzugehören (ab 1924 Schweizerischer Jodlerverband, ab 1932 Eidgenössischer Jodlerverband).
Da der Schweizerische Jodlerverband immer grösser wurde, schlug der Zentralvorstand schliesslich vor, zu den beiden bereits bestehenden Unterverbänden (Bernisch Kantonaler- und Zentralschweizerischer Jodlerverband) noch je einen westschweizerischen, nordwestschweizerischen und nordostschweizerischen Jodlerverband zu gründen.
An der Jahresversammlung vom 24. April 1932 in Winterthur stimmten die Delegierten diesem Vorschlag zu. Daraufhin wurde am 26. Juni 1932 in der "Walhalla" in Winterthur der "Nordostschweizerische Jodlerverband" gegründet, welcher die Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden, St. Gallen, Schaffhausen, Thurgau, Zürich und das Fürstentum Liechtenstein umfasst. Nebst den Jodlerinnen und Jodlern gehören dem Verband auch Alphornbläserinnen und -Bläser sowie Fahnenschwinger (und bald auch Fahnenschwingerinnen) an.
Alle drei Jahre wird in der Nordostschweiz ein Unterverbandsjodlerfest durchgeführt, an welchem sich die Aktiven für die Teilnahme am Eidgenössischen Jodlerfest qualifizieren müssen. Nur wer Klasse 1 "sehr gut" oder Klasse 2 "gut" erreicht, kann am "Eidgenössischen" teilnehmen. Das erste NOS-Jodlerfest, das sich damals noch "NOS-Jodlerverbandstag" nannte, fand am 2. September 1934 in Arbon statt. Es nahmen 29 Jodlergruppen, 5 Duette/Terzette, 32 Einzeljodler, 5 Einzeljodlerinnen, 7 Alphornbläser und 4 Fahnenschwinger daran teil.
Gegenwart und Ausblick
Der Jodlerverband legt Wert darauf, das Kulturgut und das Brauchtum des Jodelns, Alphornblasens und Fahnenschwingens unverfälscht und in hoher Qualität zu pflegen und weiter zu geben. Dem Kurswesen wird daher auf allen Ebenen (Aktive, Kursleiterinnen/Kursleiter, Dirigentinnen/Dirigenten, Jurymitglieder) viel Aufmerksamkeit geschenkt. Getreu dem Motto: "Nach der Arbeit das Vergnügen" kommt auch dem gemütlichen Beisammensein grosse Bedeutung zu. Es sei hier betont, dass die Jodler, Alphornbläser und Fahnenschwinger gesellige, aufgeschlossene Menschen sind, die sich Neuem nicht verschliessen, auch wenn sie echtes Brauchtum pflegen wollen. In diesem Umfeld können sich Jung und Alt wohl fühlen und gemeinsam viel Schönes erleben.
Damit auch die Kleinen mit dem Volksgut vertraut werden, unterstützt der Verband Kinderjodelchörli sowie deren Leiterinnen und Leiter tatkräftig und lässt sie an Anlässen der "Grossen" teilnehmen.