Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03393.jsonl.gz/859

Dienstag, 10.09.2019 / 14:55
48 US-Bundesstaaten ermitteln gegen Google wegen Kartellverstössen
Gegen Google wird in USA wegen kartellrechtlicher Verstösse ermittelt. 48 US-Bundesstaaten sowie Washington DC und Puerto Rico haben sich der von der texanischen Generalstaatsanwaltschaft angeführten Initiative angeschlossen.
Dies teilte das Bündnis aus republikanischen und demokratischen Behördenvertretern bei einer Pressekonferenz mit. Die Untersuchung soll zunächst klären, ob Google in den USA den Wettbewerb im Geschäft mit Werbung im Internet behindert hat.
Es wird erwartet, dass Google 2019 mehr als 48 Milliarden Dollar an Einnahmen aus digitalen Anzeigen in den USA erzielen wird, was weit mehr ist als bei der Konkurrenz, während Google 75 bis 80 Prozent des Marktanteils für Suchmaschinen-Werbung habe, so die Marktforscher 'eMarketer'.
Die Untersuchung könnte je nach den Erkenntnissen auch auf andere Bereiche ausgeweitet werden, erklärte der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton.
Dazu seien Dokumente von dem Unternehmen angefordert worden. Die Untersuchungen seien
vorläufig. Google wolle mit den Behörden konstruktiv zusammenarbeiten, erklärte der Internet-Konzern umgehend. Google erwartet, dass die staatlichen Behörden das Unternehmen nach ähnlichen Untersuchungen in den USA und international fragen werden, schrieb der Senior Vice President of Global Affairs, Kent Walker, letzte Woche in einem Blogbeitrag. Das US-Justizministerium hatte bereits im Juli angekündigt, potenziell wettbewerbsschädliche Praktiken in der Technologie-Branche zu prüfen.
Eine Massnahme, welche die Kartellbehörden prüfen könnten, ist laut Experten im 'Guardian', Google zu zwingen, die Suche als separates Unternehmen abzuspalten. Die Behörden könnten sich auch auf Bereiche wie Googles beliebte Videoseite YouTube konzentrieren.
Die Ermittlungen erhöhen jedenfalls den Druck. "Antipathie gegenüber den Technologie-Giganten dürfte das einzige sein, das überparteilich Menschen wie Präsident Donald Trump und Elizabeth Warren, die demokratische Präsidentschaftskandidatin, vereinen kann", schreibt 'Bloomberg' ergänzend. Google ist denn auch nicht allein im Visier. Vor kurzem hatte eine Allianz von US-Bundesstaaten unter Führung von New York eine Wettbewerbsprüfung gegen Facebook angekündigt. (mag/Keystone-sda)