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Vermutlich haben die meisten Menschen jemandem in ihrem Umfeld, den sie getrost als Pol der guten Laune bezeichnen können. Jemanden, der stets gute Stimmung verbreitet, fröhlich ist und damit auch dafür sorgt, dass die eigene Laune besser wird. Ein solcher Mensch ist für den Verfasser dieses Artikels Maria del Pilar Fernandez – «Pili», wie man sie im KSGR liebevoll nennt.
Spanien – Schweiz und zweimal retour
Pili ist in Spanien geboren und kam als Einjährige in die Schweiz. «Mein Vater war Maurer und in Spanien gab es kaum Arbeit. Da folgte er der Arbeit und kam über Frankreich in die Schweiz», erklärt sie. Mit drei Jahren musste Pili wieder zurück nach Spanien, während ihre Eltern weiter in Chur lebten. Pili lebte von da an bei ihren Grosseltern in einem kleinen Hafenstädtchen in Nordspanien. «Grün und bergig, eigentlich wie die Schweiz. Einfach das Meer kam noch dazu». Während mehrerer Jahre besuchte Pili ihre Eltern regelmässig – etwa zweimal pro Jahr – in der Schweiz. Als sie elf war, war es dann möglich, dass ihre Eltern sie zu sich nach Chur holen konnten.
Schwerer Start in der Schweiz
Die ersten Jahre in der Schweiz waren für das junge Mädchen nicht einfach. «Ich konnte kein Wort Deutsch und hatte keinen richtigen Anschluss im ersten Jahr in der Schweiz. Hinzu kam, dass mir meine Eltern natürlich etwas fremd waren, da ich sie beinahe mein ganzes bisheriges Leben nur jedes halbe Jahr einmal gesehen hatte.» Beide Eltern waren berufstätig. Pili und ihr Bruder mussten ihren Alltag mehr oder weniger alleine bewältigen. Nach dem ersten schwierigen Jahr fühlte sich Pili wohler. Sie beendete in Chur die Primarschule und kam in die Oberstufe. «Und direkt danach begann ich im Kantonsspital zu arbeiten, wo ich auch heute noch bin.»
Nach der Oberstufe ans Kantonsspital
Eine Lehre hat Pili nicht gemacht. «Ich hatte eine Kollegin, die im Kantonsspital arbeitete. Sie sagte mir, dass in der Cafeteria jemand gesucht werde, der für zwei Monate aushelfen könne. Ich habe angefangen und bin im Kantonsspital hängen geblieben.» Sie habe sich ein-, zweimal überlegt, ob sie nicht noch eine Lehre nachholen wolle. «Manchmal bereue ich es ein wenig, dass ich keine Berufslehre gemacht habe. Mir hat es aber am Kantonsspital immer sehr gut gefallen.» Pili fühlt sich zuhause im Kantonsspital Graubünden, was man ihr auch anmerkt. Auf die Frage, ob sie durchgehend gut gelaunt sei, lacht sie und antwortet: «Naja, zu 99 Prozent. Ich hatte kein einfaches Leben. Dennoch bin ich der Meinung, dass es nichts bringt, schlechte Laune zu haben.» Habe man ein Problem, solle man nach einer Lösung suchen. Alles andere mache einen kaputt.
Die Krankheit der Tochter
Nur einfach war Pilis Leben wahrlich nicht. Auch nach der schwierigen Anlaufzeit in der Schweiz. Sie lernte irgendwann ihren ersten Mann kennen und bekam ihr erstes Kind mit ihm. Ihre Tochter hatte im Alter von sieben Monaten eine Hirnhautentzündung. «Als wir hier ins Spital gekommen sind, war sie praktisch schon verstorben und ich nahm Abschied von ihr». In dieser schweren Zeit wurde Pili von den Menschen im Kantonsspital sehr unterstützt. «Durch die Hilfe am Kantonsspital hat meine Tochter überlebt». Danach ging der Leidensweg weiter. «Wir mussten weiter regelmässig ins Spital mit meiner Tochter. Als sie zwei Jahre alt war, hatte sie eine schwere Operation, die sie beinahe nicht überlebt hätte.» Heute, nach einer bewegten Krankheitsgeschichte, ist Pilis Tochter 25 Jahre alt. «Sie hat die Kanti gemacht, arbeitet als Anwaltsassistentin und spricht vier Sprachen. Sie ist eine wundervolle Frau geworden», sagt Pili und man hört ihr an, wie stolz sie auf ihre Tochter ist.
Die Bindung zum Kantonsspital wächst weiter
In dieser Zeit ist Pilis Verbindung zum Kantonsspital immer enger geworden. «Ich habe hier so viel Unterstützung und Halt bekommen.» Nach der Scheidung von ihrem ersten Mann war Pili zehn Jahre lang alleinerziehende Mutter und es war nicht einfach, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Mit ihrem zweiten Ehemann bekam Pili ihr zweites Kind, einen Sohn. «Er war eigentlich gesund, doch dann stellte sich heraus, dass er das Asperger-Syndrom hat.» Ein weiterer Stein, den ihr das Schicksal in den Weg legte. «Es war und ist nicht immer einfach. Aber jammern nützt nichts.» Ihre Arbeit am Kantonsspital Graubünden sieht Pili auch ein wenig als Therapie: «Ich arbeite gerne, ich lache gerne und rede gerne mit den Menschen im Spital.» Sie habe sich im Kantonsspital immer aufgehoben gefühlt. Als Mitarbeiterin und als Mutter. «Ich war nie alleine, wenn ich hier war. Und ich hatte alle Unterstützung, die ich mir nur wünschen konnte.»
Zusammen, was zusammengehört
Sitzt man für ein Interview eine halbe Stunde lang mit Maria del Pilar Fernandez im Restaurant H des neuen Hauptgebäudes, vergehen keine zwei Minuten, ohne dass sie jemandem herzlich winkt oder einen Gruss erwidert. Man merkt: Pili gehört zum KSGR.
Weitere Informationen zur Gastronomie am KSGR unter ksgr.ch/gastronomie