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Ein Blick zurück: die Geschichte des Tonhalle-Orchesters Zürich
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Zürich der Ruf nach einem ständigen professionellen Orchester immer lauter. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten wurde 1862 ein erster Orchesterverein ins Leben gerufen. Nach dem Schweizerischen Musikfest 1867 in Zürich gelang es interessierten Kreisen, die Begeisterung zu nutzen und 1868 eine Aktiengesellschaft zu gründen mit dem Ziel, das Musikleben durch ein ständiges Orchester zu fördern: die Tonhalle-Gesellschaft Zürich, die bis heute Trägerin des Tonhalle-Orchesters Zürich ist und als Verein organisiert ist.
Unter dem ersten Dirigenten Friedrich Hegar wurde das Tonhalle-Orchester Zürich endgültig zum Berufsorchester. Er stand dem Orchester während beinahe vier Jahrzehnten vor. Auch sein Nachfolger Volkmar Andreae blieb dem Orchester über 40 Jahre lang treu.
1944 stiessen die 48 Musiker des Radioorchesters Beromünster zum Tonhalle-Orchester Zürich, das damals gleichzeitig Konzert- und Theater-/Opernorchester war. Anfang der 1980er-Jahre gehörten den beiden Formationen 167 fest verpflichtete Musikerinnen und Musiker an. Das änderte sich allerdings bald: 1985 wurde das Orchester geteilt und das Orchester der Oper, heute Philharmonia Zürich, eigenständig.
Dirigenten, Intendanten und Musikerpersönlichkeiten sowie gesellschaftliche und wirtschaftliche Umstände haben das Tonhalle-Orchester Zürich geprägt und zu dem gemacht, was wir heute sind: ein Orchester, das mit Leidenschaft auf höchstem Niveau spielt.
Chefdirigenten
1868–1906 Friedrich Hegar
1906–1949 Volkmar Andreae
1949–1957 Erich Schmid
1957–1962 Hans Rosbaud
1965–1972 Rudolf Kempe, Charles Dutoit 2. Dirigent (1967–1971)
1975–1980 Gerd Albrecht
1982–1986 Christoph Eschenbach
1987–1991 Hiroshi Wakasugi
1991–1995 Claus Peter Flor (ständiger Gastdirigent)
1995–2014 David Zinman
2014–2018 Lionel Bringuier
ab 2019/20 Paavo Järvi
Grosse Gastdirigenten
Karl Böhm, Wilhelm Furtwängler, Otto Klemperer, Jeroným Rafael Kubelík, Carl Schuricht, Bruno Walter, Sir George Solti, Andris Nelsons, Mariss Jansons, Bernard Haitink, Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Franz Welser-Möst, Kent Nagano und andere.
Unser Zuhause
… ist eigentlich die Tonhalle Zürich. Damit wir auch in Zukunft in Sälen auftreten können, die zu den besten der Welt gehören, wird sie von 2017 bis 2020 zusammen mit dem benachbarten Kongresshaus umfassend renoviert.
Die beiden Säle erhalten ihre ursprüngliche Farbigkeit zurück, und hinter der Bühne gibt es wesentlich mehr Platz für die Musikerinnen und Musiker. Dank der überfälligen Renovation wird unser Publikum auch in Zukunft attraktive Konzerte in prachtvollen Sälen geniessen können.
Tonhalle Maag – Spielstätte 2017 bis 2020
Bis wir im Sommer 2020 ans Seebecken zurückkehren können, arbeiten und spielen wir in unserer Interimsspielstätte Tonhalle Maag im Zürcher Industriequartier. Auch der wunderbare Fichtenholzsaal, der in eine Industriehalle gebaut wurde und über eine ausgezeichnete Akustik verfügt, ist ein Besuch wert!