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Der amerikanische Mais ändert in wenigen Jahren bei uns ab; der Halm, ursprünglich 4-5,5 m hoch (Riesenmais), geht auf 2,5
m und weniger herab, und die Körner gestalten sich um. Der amerikanische Mais reift auch so spät, daß
er für uns als Kornfrucht wenig Wert besitzt. Die zahlreichen europäischen Arten weichen hinsichtlich der Höhe des Halms,
der Länge und Gestalt des Kolbens, der Größe und Farbe der Körner und der Reifezeit wesentlich voneinander ab.
Die eigentliche Maisregion fällt mit der des Weins zusammen; sein Gedeihen ist aber weniger von der mittlern Jahrestemperatur
als von der Höhe der Sommertemperatur abhängig, und er reift noch in Gegenden mit kurzem, aber heißem Sommer. Je nördlicher
der Mais gebaut werden soll, um so niedrigere Sorten muß man wählen, wenn man reife Körner haben will;
als Grünfrucht eignet sich auch noch für Mittel- und Norddeutschland der große badische Mais von 2-2,5 m Höhe.
Der Mais verlangt einen warmen, lockern, tiefgrundigen Boden von mäßiger Frische und reichliche Düngung. Man säet ihn nach
der Frostzeit in Reihen, wobei jede Pflanze auf Korn 0,4, auf Grünfutter 0,2 qm Raum beansprucht. Ist die
Saat handhoch, so wird sie, wie bei Kartoffeln, durchpflügt, vom Unkraut gereinigt und von den überschüssigen Pflanzen zum
Teil befreit. Später entfernt man alle überschüssigen Pflanzen und behäufelt die stehen bleibenden. Die Ernte
[* 7] des Futtermaises
beginnt in der Blüte
[* 8] der Fahne, und man schneidet ihn, bis die Körnung beginnt.
Bei Körnerbau erntet man, wenn die Deckblätter schlaff werden, die Kolben sich neigen und die Körner ausgebildet, wenn auch
noch nicht erhärtet sind. Vor dem Beginn der Ernte kann man die Spitzen derHalme bis gegen den obersten Kolben abschneiden,
auch muß man während des Wachstums alle Nebentriebe entfernen. Man säet auf 1 Hektar 1,5-2 Neuscheffel,
für Futtermais 2-3 Neuscheffel und erntet von 1 Hektar 43-130 Neuscheffel Körner und 3900 bis 5900 kg Stroh. Der Mais behält
seine Keimfähigkeit zwei Jahre; ein Neuscheffel wiegt 36,4 kg.
Der Mais gedeiht auch in eingeschlossener Lage und gerät nach sich selbst mehrere Jahre gut. Er widersteht
der größten Hitze und bringt das beste Futter, wenn in regenarmen SommernKlee, Heu, Kartoffeln versagen.
Donau heißt eine ähnliche SpeiseMammeliga. Als Maizena kommt feines Maismehl oder Maisstärke in den Handel. Unreife Maiskolben
werden in vielfacher Weise zu Speise zubereitet, besonders auch eingemacht. Der unreife Maisstengel ist so reich an Zucker,
[* 13] daß man diesen daraus fabrikmäßig gewinnen kann. Das Maiskorn verarbeitet man auf Stärkemehl, Spiritus
[* 14] und Bier. Bei der Gärung der Maische scheidet sich ein fettes, dünnflüssiges, trocknendes, in Alkohol von 80 Proz. lösliches,
nach der Varietät verschieden gefärbtes, beim Aufbewahren dunkelndes Öl ab, welches technische Verwendung findet.
Beim Mälzungsprozeß geht das Fett des Korns zum größern Teil in die Keime, welche man beim Vermahlen
absondert und auf Öl verarbeitet. Die Deckblätter der Kolben dienen als Polstermaterial, doch wird das Maisstroh auch auf
Papier verarbeitet. Man entkörnt die Kolben mittels Maschinen und benutzt die Spindeln als Brennmaterial. Die Entdecker Amerikas
fanden den Mais überall, soweit es das Klima
[* 15] zuließ, in Kultur. Seit dem Anfang des 16. Jahrh. säete man
ihn in europäischen Gärten, aus denen er auf die Felder überging.