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Im Pestjahr 1629 wird Herrliberg eine eigene Kirchgemeinde und erhält mit seiner Filiale Wetzwil ein eigenes Tauf-, Ehe- und Bestattungsrecht. Kurz darauf wird auch ein eigener Friedhof angelegt, sodass die Toten nicht mehr in Küsnacht, sondern in Herrliberg bestattet werden können. Herrliberg erhält auch einen eigenen Pfarrer und ein Pfarrhaus.
1686 wird die gotische Kapelle abgebrochen. Die Herrliberger vollenden 1687 auf dem Vorgängerbau eine neue und grössere Kirche, da die Bevölkerung angewachsen ist. Der Taufstein von 1629 wird übernommen, die Kanzel aus Nussbaumholz stammt aus dem Jahr 1688. Die Kirchturmhöhe beträgt 45 m.
Die Kirche Tal liegt in der südlichen Ecke der Gemeinde, daher sind am Kirchturm bis 1852 nur zwei Zifferblätter angebracht, die gegen den Berg und Richtung Erlenbach schauen. Im Turmknopf liegen u.a. eine Beschreibung des Kirchenbaus von 1687 sowie eine kurze Gemeindechronik aus dem Jahre 1926 von Rudolf Egli, Lehrer und VVH-Präsident. Eine grosse Renovation der heutigen Kirche ﬁndet 1963 ihren Abschluss. Projekt und Bauleitung liegen beim Herrliberger Architekten Hans von Meyenburg (1915–1995).
Der mit der Jahreszahl 1569 beschriftete Stein an der Aussenseite der südlichen Chorwand stammt noch von der gotischen Kapelle. Darunter schafft der Feldmeilener Maler und Graphiker Max Geiser (1903–1976) im Jahr 1943 eine Sonnenuhr, die bei der Renovation von 1963 überdeckt wird.
Bis 1941 erinnert eine Gedenktafel an der Aussenwand der Kirche sowie eine steinerne Sitzbank mit Armlehnen in Form von Raupenhelmen an Bruno Übel. Sie wird durch einen Brunnen mit einem Relief des Herrliberger Künstlers Carl Fischer (1888–1987) ersetzt.
Zur reformierten Kirche gehören: Das Mehrzweckgebäude «Chilehügel» neben der Kirche (1971 eingeweiht, 2007 erweitert), das Kirchgemeindehaus «Büchsenschmitte» an der Schulhausstrasse 40 (Baujahr um 1650, Umbau 1954), und die beiden Pfarrhäuser Grütstrasse 33 und Langackerstrasse 118. Das Kirchensekretariat beﬁndet sich an der Forchstrasse 57. In diesem Lokal führt bis 1985 Franz Rainer einen Giro-Markt.