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Archive der Erde
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Sedimentgesteine und ihre Ablagerungsräume sind die Archive der Erdgeschichte, aus denen sich die Umweltbedingungen früherer Zeitepochen ablesen lassen. Über Jahrtausende bis Jahrmillionen dokumentieren Sedimentschichten somit die früheren Oberflächenprozesse auf der Erde und die langfristige Entwicklungsgeschichte zahlreicher Organismengruppen. So zeugen etwa Moränen von Vereisungen, Flussablagerungen spiegeln die Hebung von Gebirgen im Hinterland wider, und Fossilien in Sedimentgesteinen geben Auskunft über Kalt- und Warmzeiten und dokumentieren die Entwicklung des Lebens. Viele Sedimente entstehen dadurch, dass verwittertes Gestein vom Festland durch Flüsse in Seen und schliesslich ins Meer transportiert und abgelagert wird. Dort liefern selbst kleinste Schalen- und Skelettteile abgestorbener Organismen Material für die Ablagerungen im tiefen Meeresgrund. Im Flachwasser wachsen Korallen am Meeresboden, deren Kalkskelette Riffe aufbauen, welche dann über lange Zeiträume zu Kalksteinen umgewandelt werden.
Katastrophale Ereignisse wie Vulkanausbrüche und die Einschläge grosser Meteoriten hinterliessen mitunter ebenfalls deutliche Spuren in den Sedimentablagerungen. Die im Laufe der Erdgeschichte erfolgten Massensterben von Tieren und Pflanzen lassen sich daran erkennen, dass sich der fossile Inhalt in den Sedimentgesteinen abrupt verändert.
Obwohl die Ozeane zwei Drittel der Erdoberfläche bedecken, sind sie vergleichsweise wenig erforscht. Forscher vermuten, dass irdisches Leben seinen Ursprung bei heissen Quellen am Meeresboden nahm. An solchen Stellen - in absoluter Finsternis - beziehen einfache Organismen noch heute lebenswichtige Nährstoffe aus heissen Minerallösungen. Die ältesten bekannten Lebensspuren jedoch sind über 3 Milliarden Jahre alte versteinerte Bakterienteppiche (Stromatolithe), die sich im seichten Wasser bildeten. Erst in den letzten 500 Millionen Jahren eroberten Pflanzen und Tiere schliesslich auch das Festland.
Was zeigt die Ausstellung?
- Paläobotanik: Die Evolution der Pflanzen, Versteinerungen als Indikatoren von Umweltveränderungen
- Sedimentbildung: Sedimentschichten geben Auskunft über das während der Ablagerung an der Erdoberfläche herrschende klimatische, hydrodynamische und geomorphologische Milieu
- Spuren im Schlamm: Umweltveränderungen im Zürichsee
- Das Klima im Laufe der Erdgeschichte
- Ozeane: Sedimente der Ozeanböden und Kleinstfossilien als deren Bauteile.
- Vulkane, Rauch und Leben am Meeresboden: Lost City und Black Smokers
- 12 Millionen Jahre Landschaftsentwicklung um die Stadt Zürich:
Das linke Bild zeigt die heutige Landschaft um Zürich mit dem Seebecken und Moränenkranz entstanden beim letzten Vorstoss und Rückzug des Linth-Gletschers vor rund 24 000 bis 16 000 Jahren.
Das rechte Bild zeigt eine weitläufige Fluss- und Schwemmlandschaft, wie sie möglicherweise vor 12 Millionen Jahren im Raum Zürich vorzufinden war. In dieser Zeit herrschte in Zürich ein relativ warmes Klima.