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Do, 27. Mai 2021, Ralf Hersel
Wir erinnern uns: wegen der Mehrdeutigkeit des Namens 'GIMP', wurde 2019 ein Fork des wohl bekanntesten Grafikprogramms aus der freien Software-Welt ins Leben gerufen. Unter dem Namen 'Glimpse' sollte eine alternative Version des Pixeleditors GIMP entstehen, der nicht nur einen weniger anstössigen Namen tragen sollte, sondern auch die Benutzererfahrung (UX) der Anwendung verbessern wollte.
Wie nun in einem Glimpse Blog-Post bekannt gegeben wurde, stellt das Projekt seine Tätigkeiten bis auf Weiteres ein. Der Projektleiter, Bobby Moss, hatte sich bereits im Februar 2021, wegen der Unvereinbarkeit mit seiner beruflichen Tätigkeit, vom Projekt abgewandt. Des Weiteren schreibt er:
In der zweiten Hälfte des Jahres 2020 gab es nur noch mich und ein paar externe Mitwirkende, die am Fork arbeiteten. Unsere anderen verbleibenden Projektmitarbeiter waren damit beschäftigt, mit der Überarbeitung der Benutzeroberfläche zu beginnen. Unser Problem war nicht ein Mangel an finanziellen Beiträgen oder Nutzern, denn das Projekt wuchs in diesen Bereichen immer noch. Unser Hauptproblem war, dass wir keine Mitwirkenden finden konnten, die bereit waren, bei Nicht-Code-Aufgaben zu helfen.
Ehrlich gesagt, bin ich persönlich nicht traurig über dieses Scheitern. Der Wille, die User Experience einer bekannten Anwendung zu verbessern, ist selbstverständlich ein legitimes Anliegen. Die Hauptmotivation lag jedoch bei diesem Fork im ungeliebten Namen (GIMP) begründet; zumindest wurde das immer als erster Grund kommuniziert. Man mag vom Wort 'Gimp' halten, was man will; letztendlich ist es 'nur' eine Software namens 'GNU Image Manipulation Program', nicht mehr und nicht weniger. Ich halte eine Überinterpretation des Namens für nicht angemessen.
Wesentlich wichtiger als die Diskussion über den Namen finde ich jedoch die Ressourcenspaltung, die mit einem Fork einhergeht. Das GIMP-Projekt ist auch nicht sonderlich gut mit Mitarbeitenden ausgestattet. Wenn es nun Interessierte gibt, die an der Verbesserung der Anwendung mitwirken möchten, hätte es viel mehr gebracht, sich in das GIMP-Projekt einzubringen: Mergen statt Forken.