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Geschichte
Bereits im berühmten Papyrus Ebers, der etwa 1550 v.Chr. geschrieben wurde, wird Anis erwähnt. In der Antike war Anis Bestandteil der Wunderarznei Theriak, die laut Plinius gegen alle Krankheiten und Vergiftungen wirksam sein soll. Da Anis als appetitanregend galt, nannte man ihn auch aniketon, «den Unbesiegbaren». Der römische Militärarzt Dioskurides nannte Anisum in seiner Materia medica «eine besonders gute Arznei». Der Ursprung der Bezeichnung pimpinella liegt im Dunkeln. Sie stammt aus dem Romanischen und erscheint erstmals im 7. Jahrhundert beim italienischen Arzt Benedictus Crispus. Der Name wurde jedoch für die verschiedensten Pflanzen gebraucht, so dass sich heute nicht mehr feststellen lässt, welche Art damit gemeint war. Der Anis erfreute sich durch die Jahrhunderte einer grossen Beliebtheit. Davon zeugen die vielen Anisschnäpse wie Ouzo, Raki, Pernod, Pastis, Goldwasser oder Anisette.
Botanische Merkmale
Der Anis ist eine einjährige Staude, die bis 60 cm hoch wird. Die unteren Blätter sind rundlich-nierenförmig, während die Stängelblätter nach oben zunehmend feiner zerteilt und zwei- bis dreifach fiederspaltig sind. Der runde, gerillte Stängel verzweigt sich im oberen Teil und bildet endständige, zusammengesetzte Dolden mit weissen Blüten. Die graugrünen, birnenförmigen Früchte sind dicht behaart und enthalten zwei Teilfrüchte mit hellen Rippen. Die ganze Pflanze riecht aromatisch nach Anis. Die Blütezeit ist von Juli bis August.
Vorkommen
Die Heimat des Anis wird im Mittelmeergebiet und im westlichen Asien vermutet. Heute wird er vor allem in Südeuropa, im Mittelmeerraum, im Vorderen Orient, in Indien und auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion angebaut. Anis kommt nur selten verwildert vor. Bei der Ernte werden die Pflanzen aus der Erde gerissen und getrocknet, die Früchte ausgedroschen und verlesen.
Verarbeitung
A.Vogel verwendet Anisöl, das mittels Wasserdampfdestillation aus den reifen Spaltfrüchten des Anis gewonnen wird. Das DAB 10 und die Ph.Helv.VII schliessen in ihren Monographien für Anisi aetheroleum das Sternanisöl von Illicium verum HOOKER mit ein, das in seiner Zusammensetzung fast völlig mit dem Anisöl übereinstimmt. Die Anisfrüchte werden, meist im Mörser zerkleinert, als Infus zubereitet. Wie schon erwähnt dienen sie ausserdem zur Herstellung von Schnäpsen und Likören sowie als Gewürz in der Feinbäckerei.
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