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Gabriel Trujillo Muñoz, geboren 1958 in Mexicali im Norden Mexikos, war ursprünglich Chirurg und hat heute eine Professur in Kommunikationswissenschaften an der Universidad Autónoma de Baja California inne. Als Schriftsteller gilt er als Vertreter der frontera, als »die Stimme der Baja« an jener geografischen Grenze, an der Mexiko und die USA, Arm und Reich, Norden und Süden so radikal aufeinandertreffen.
Gabriel Trujillo Muñoz wurde 1958 in Mexicali in Baja California geboren, direkt an der Grenze zu den Vereinigten Staaten, und studierte an der Universität von Guadalajara Medizin. In den Achtzigerjahren – er arbeitete damals als Chirurg – nahm er intensiv am künstlerisch-intellektuellen Leben Mexicalis teil und begann, Essays, Lyrik und Romane zu schreiben, die das Leben in der Grenzregion reflektierten. Mit der zunehmenden Professionalisierung des nordmexikanischen Literaturbetriebs in den letzten Jahren trat die Medizin immer weiter zurück, und das Schreiben wurde zu seinem Hauptberuf.
Trujillo Muñoz ist einer der meistveröffentlichten Autoren seiner Heimat. Zudem hat er eine Professur für Kommunikationswissenschaften an der Universidad Autónoma de Baja California inne und fungiert als Herausgeber der Zeitschrift Semillero. In all diesen Funktionen steht sein Engagement für die Einzigartigkeit der frontera und ihrer kulturellen Identität im Mittelpunkt. Diese Grenze, an der die USA und Mexiko, Reich und Arm, Norden und Süden so radikal aufeinandertreffen und Menschen und Drogen gehandelt werden, ist seine Kontrastfolie für die nationale Identität Mexikos, aber auch ganz allgemein für den Menschen an der Wende zum 21. Jahrhundert.
Von besonderer Bedeutung hierbei ist die Kriminalliteratur. Erstmals wandte sich Trujillo Muñoz diesem Genre 1987 mit seinen Erzählungen Lucky Strike und De sueños y nostalgia. Lucky Strike und eine weitere Erzählung wurden 1990 in die erste Krimi-Anthologie Mexikos, En la línea de fuego, aufgenommen. 1995 veröffentlichte er seinen ersten Kriminalroman Mezquite Road, in dem erstmals Miguel Ángel Morgado auftaucht, ein auf Menschenrechte spezialisierter Anwalt, eine neue Art Detektiv. Mit ihm hält in die mexikanische Kriminalliteratur eine neue, periphere Sichtweise Einzug. Mit Mezquite Road war Trujillo Muñoz Mitinitiator eines regelrechten Krimibooms Mitte der Neunzigerjahre in Mexiko, der mit der bis dahin in der Literatur vorherrschenden Konzentration auf die Hauptstadt brach und das gesamte Land als literarischen Schauplatz von Korruption, Verrat, Sehnsüchten und Leiden entdeckte.
Trujillo Muñoz’ Tätigkeit als Schriftsteller wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt. So erhielt er beispielsweise den Premio Estatal de Literatura 1992 in der Kategorie Kulturjournalismus, 1994 in der Kategorie Roman, 1994 und 1996 in der Kategorie Poesie und 2000 in der Kategorie Erzählung, Zudem erhielt er 1998 den Premio Excelencia Frontera, 1999 den Premio Narrativa Colima und 2004 den Premio Nacional de Poesía Sonora.
»Gabriel Trujillo Muñoz gilt als Stimme der ›frontera‹, des Grenzgebiets, in dem die unerfreulichsten Seiten der Ersten und der Dritten Welt aufeinander prallen, was freilich nicht nur Scheußliches, sondern auch eine eigene, nicht zuletzt sexuelle Vitalität erzeugt. Trujillo Muñoz schreibt gut. Schnelle, witzige Dialoge wechseln mit beschreibenden Passagen, in denen der Leser auch Morgados stumme Gedanken und Erinnerungen erfährt.«
»Gabriel Trujillo Muñoz war Chirurg (kommt daher die Präzision seiner Feder?), bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Er ist heute Professor für Kommunikationswissenschaften in Nordmexiko, seine Krimis über die düstere Grenzregion haben ihn zu einem der meistgelesenen Schriftsteller in Mexiko gemacht.«