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Wahlsystem
Was ist genau der Unterschied zwischen Proporz- und Majorzsystem und warum gibt es überhaupt zwei unterschiedliche Wahlsysteme in der Schweiz?
Wie bereits in der Frage korrekt erwähnt, handelt es sich bei Majorz und Proporz um zwei verschieden Wahlsysteme, welche in der Schweiz benutzt werden.
Majorz:
Die Majorzwahl oder auch Mehrheitswahl bezeichnet eine Wahl, bei welcher der Kandidat gewählt ist, der die Mehrheit der Stimmen erhält. Kandidaten treten dabei als Einzelpersonen zur Wahl an, werden aber meist von einer Partei nominiert und unterstützt.
Der Vorteil der Majorzwahl ist, dass bei diesem Wahlsystem eindeutige Mehrheiten erreicht werden. Sie wird deshalb in der Schweiz überwiegend für die Wahl der Exekutive auf Gemeinde-, Kantons- und eidgenössischer Ebene verwendet.
Proporz:
Die Proporzwahl oder auch Verhältniswahl bezeichnet eine Wahl, bei der statt einzelnen Kandidaten Listen (von Parteien) gewählt werden. Gemäss dem Wähleranteil, welche die Listen erhalten, werden dann die zur Wahl stehenden Sitze an die Listen verteilt. Erst dann werden die Sitze unter den Kandidaten, welche auf der Liste genannt sind, aufgeteilt. Wer innerhalb der Liste am meisten Stimmen erhalten hat, bekommt einen Sitz.
Der Vorteil der Proporzwahl ist, dass auch kleinere Parteien und Minderheiten eine Chance erhalten, gewählt zu werden. In der Schweiz wird sie deshalb oft für die Wahl der Legislative auf Gemeinde-, Kantons- und eidgenössischer Ebene verwendet.
Keine Regel ohne Ausnahme:
Obwohl die beiden Wahlsysteme meist für die Wahl der unterschiedlichen Staatsgewalten (Exekutive und Legislative) verwendet werden, gibt es auch Kantone und Gemeinden, welche die Wahlsysteme gerade umgekehrt oder in anderer Form als oben beschrieben benutzen.