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Zwei Klavierstücke standen im Mittelpunkt des Konzerts unter dem Titel «Impressionismus pur», mit dem das Sinfonieorchester Kanton Schwyz am Sonntagabend im Monséjour gastierte.
Für das Sinfonieorchester bildete der Auftritt in Küssnacht den Abschluss des dritten Konzertprojekts in diesem Jahr. Anders als am Vorabend in der Kirche von Lachen blieben viele Plätze leer. Weniger als 100 Personen wollten die klassische Musik hören, welche das mit einer Besetzung von über 60 Berufs- und Laienmusikern angetretene Orchester präsentierte. Dennoch schätzt Dirigent Urs Bamert den Saal wegen seiner Akustik und nahm den Aufwand auf sich, einen Konzertflügel aus Lachen nach Küssnacht zu transportieren. Die junge Konzertpianistin Eleonora Em, die an der Kantonsschule Ausserschwyz unterrichtet, spielte darauf zwei Stücke, die der Stilrichtung des Impressionismus zuzurechnen sind.
Nach der Pause ein intensives Klavierstück
Einer der beiden grossen französischen Impressionisten, Maurice Ravel, komponierte um 1931, einige Jahre nach dem «Boléro», ein abwechslungsreiches Klavierkonzert mit drei Sätzen. Es besteht aus zirkusartiger Musik, hat aber auch einen poetischen Teil, bei dem das Orchester minutenlang dem langsamen Klaviersolo lauscht, bevor Streicher und Flötisten dazustossen. Nach der Pause folgte das intensive Klavierstück «Concertino», das rund zwölf Minuten dauert. Komponist Wladyslaw Szpilman, zu dessen Vorbildern Ravel gehörte, hat es 1940 im Warschauer Ghetto geschrieben. Eleonora Em kannte den Spielfilm «Der Pianist» von Roman Polanski, der von der Leidenszeit des polnischjüdischen Komponisten handelt. Speziell für das Konzertprojekt hat sie nun dieses Werk einstudiert, welches sie sehr beeindruckend fand. Stilmässig erinnert es an Gershwin, dessen «Rhapsody in Blue» Em auch noch als Zugabe darbot. Zu Beginn und am Ende standen Ravels «Le Tombeau de Couperin» und «Petite Suite» von Claude Debussy, der seine klangmalerische Musik am Ende des 19. Jahrhunderts komponiert hat. Ravels orchestrierte Suite entstand im Ersten Weltkrieg und wurde erst zum Schluss fröhlich, während bei Debussy das Tänzerische schon von Beginn an anklingt.
Bote der Urschweiz / Patrick Kenel
Autor
Bote der Urschweiz
Kategorie
- Musik
Publiziert am
Webcode
schwyzkultur.ch/aX4MWv