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Kohlruss Käfer grau 1:43
Wien in der kurzen Nachkriegszeit: Die Karosseriefirma von Hans Kohlruss fasste den Entschluss, aus der Vielzahl der noch aus der Kriegszeit übrig gebliebenen VW Typ 82, Kübelwagen mit der ebenfalls noch vielfach vorhandenen Steyr 50 bzw. Steyr 55 - im Volksmund Steyr-Baby genannt - einen eigens aufgebauten Personenwagen zu schaffen. Diese Kombination war deswegen möglich, da beide Fahrzeuge einen annähernd gleichen Radstand hatten und während vom VW das Fahrwerk und der Motor meistens noch verwendbar waren, hingegen die Karosserie kaputt war, konnten hingegen die Karosserien des Steyr-Fahrzeugs meist noch gebraucht werden, da die meisten Autos durch Motor- oder Getriebeschaden liegen geblieben waren.
Diese Mixtur ergab aber das Problem, dass der VW-Motor im Heck sass, während der Steyr-Baby seinen Antrieb unter der vorderen Haube hatte. Als Lösung spendierte Hans Kohlruss dem VW-Motor ein zusätzliches Gebläse unter seiner neuen Steyr-Haut. Der Wiener Karosseriebauer schuf mit seiner Schöpfung in den ausgehenden 1940er und frühen 1950er Jahre einen Wagen, der gerade die Bedürfnisse derjenigen Leute befriedigen konnte, die bereit waren, dafür etwas mehr Geld auszugeben. Umfangreiches Zubehör wie Radio oder innen beleuchtete Rückspiegel sowie diverse optische Unterschiede in seinen Modelle zeugen von der Individualität und der hohen kreativen Handwerkskunst des Wieners.
Für diese Handwerksarbeit liess sich der Carosserie- u. Fahrzeugbau Hans Kohlruss fürstlich entlohnen. Bekannt ist, dass im Jahre 1952 ein Wagen für 55.000 Schilling verkauft wurde, was einem damaligen Kaufpreis von 8.000 DM entsprach. Zum Vergleich: Ein originaler VW-Käfer stand ab 1.1.1954 in der Exportversion dagegen für fast schon bescheidene 5.150 DM bei den Wolfsburger Händlern.
Heutzutage gehörte der Kohlruss-Mix von VW Typ 82 und Steyr 50 bzw. Steyr 55 zu den ganz seltenen Exemplare der Automobilgeschichte