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Synopsis
Timothy Treadwell lebte in einem Naturpark in Alaska unter Bären. Dreizehn Sommer lang filmte er bis zu seiner tödlichen Begegnung mit einem aggressiven Grizzlybären sein Abenteuer. Er zeigte sich mal kindisch, mal elektrisiert, mal sentimental, dann wieder wütend, egozentrisch, methodisch oder halsbrecherisch. Aus diesem aussergewöhnlichen Material schöpft Herzog den Stoff für seinen Film. Ihre Naturauffassungen sind radikal gegensätzlich: Wo der eine affektive, anthropomorphe Beziehung zu Tieren unterhält, ist der andere der Überzeugung, dass die Gewalt der Natur vor allem einer kolossalen Gleichgültigkeit geschuldet ist. Herzogs Genialität besteht bei diesem Film darin, ihn als Streitgespräch, als einen posthumen Dialog zu begreifen, der nebenbei eine faszinierende Reflexion über das Wesen des Menschen aufwirft. Denn wo Treadwell auf seine Weise mit den Bären sehr vertraut war, versteht es Herzog besser als jeder andere, in das Herz von Menschen zu blicken, in denen ein unstillbares Feuer lodert. Indem er keinen seiner Widersprüche ausschliesst, macht Herzog Treadwell, dessen grandiosen und lächerlichen Selbstgespräche zu dem sehr speziellen Humor des Films beitragen, den ehemaligen Süchtigen und gescheiterten Schauspieler zu dem Star, der er immer sein wollte.
Céline Guénot
Länge: 104'
Land: United States
Jahr: 2005
Sprache(n): Englisch
Produktion
Erik Nelson
(Creative Differences Production)