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Orgeln
Die Metzler-Orgel der Stadtkirche Bremgarten
Zur Bestürzung aller stand die Stadtkirche Bremgarten am 28. März 1984 in Flammen und der Brand
verursachte einen riesigen Schaden im Innern der Kirche. Auch die damalige Kuhn-Orgel wurde total zerstört.
Nach dem Unglück sah sich die Kirchenpflege gezwungen, ein neues Instrument anzuschaffen.
Es wurde eine Orgelbaukommission gegründet und vier intensive Jahre später, am 21. August 1988,
wurde die prächtige Metzler- Orgel feierlich eingeweiht.
In Bremgarten gab es bereits 1458 eine erste Orgel, welche aus der Stadtkirche Baden erworben wurde.
Ab 1616 befand sich dann eine Orgel von Thomas Schott aus Urach, später Bürger der Stadt Bremgarten, in der Kirche.
Im Jahre 1788 wurde ein Orgelneubau durch Franz Joseph Otter von Trimbach angefertigt.
Danach folgte 1898 ein weiterer Neubau von Friedrich Goll, Luzern
und schliesslich im Jahre 1953 die besagte Orgel von Theodor Kuhn AG, Männedorf ZH.
Der Prospekt der neuen Orgel wurde nach dem Vorbild der alten Otter-Orgel gestaltet.
Aufgrund des erhalten gebliebenen, stummen Prospektes des Otter-Rückpositives,
sowie detailliertes Foto- und Dokumentationsmaterial war es möglich eine exakte Rekonstruktion anzufertigen.
Die neue Orgel wurde jedoch den erweiterten Raumverhältnissen angepasst und im Vergleich zur Otter- Orgel deutlich vergrössert.
Die 3-manualige Metzler-Orgel ist nach dem Werkprinzip konzipiert: Hauptwerk, Rückpositiv, Schwellwerk.
Die gesamte Spiel- und Registertraktur ist rein mechanisch. Keilbälge sorgen für eine optimale Windversorgung.
Für die Pfeifen wurden ganz unterschiedliche Legierungen verwendet: von fast reinem Zinn für die Prospektpfeifen,
bis zu fast reinem Blei in den Flötenregistern. Die Intonation der Orgel ist sehr gelungen und zeigt sich vor allem darin,
dass jedes Register einen charakteristischen Eigenklang besitzt, und sich dennoch im Gesamtklang perfekt mit den anderen Registern mischen lässt.
Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Holzfigur welche sich zuoberst auf der Orgel befindet,
hat durch eine glückliche Fügung als einziges Stück der alten Orgel den Kirchenbrand überlebt und verkörpert den Erzengel Michael.
Konrad Keller-Gruber damaliger Organist schreibt über die Figur: „Symbolisch zwischen Erd‘ und Himmel waltet vermittelnd der Bote Gottes
mit seinem schützenden und führenden Geist, dass der einzelne Mensch sich mit der versammelten Gemeinde ins Feiern einlasse, ...“.
Es bleibt zu hoffen, dass er dies noch viele weitere Jahre tun darf.