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|"The Working Rich"||
11.02.2020 21:49:00

Die Schweiz - Heimat der "HENRY"
High Earners, Not Rich Yet
Wenn Sie zwischen 1980 und den 1990er Jahren geboren sind, ein sechsstelliges Jahresgehalt verdienen und sich dennoch ständig bankrott fühlen, dann sind Sie möglicherweise ein "HENRY".
Als HENRYs bezeichnet man Millennials, die ab 100‘000 US-Dollar und bis 250‘000 US-Dollar verdienen und dennoch kein Erspartes vorweisen können. HENRY steht für "High Earners, Not Rich Yet", also viel verdienen, aber noch nicht reich sein. Demnach repräsentiert ein HENRY einen bestimmten Lebensstil innerhalb der Millennial-Generation.
Thematisiert werden HENRYs vor allem in den USA, hier schrieben das Magazin Fortune und die New York Post Ende des vergangenen Jahres bereits über das Phänomen. In einem Interview mit der New York Post lässt ein HENRY, der anonym bleiben wollte, wissen, wie sich sein finanzielles Dasein gestaltet: "Ich habe das Gefühl von Gehalt zu Gehalt zu leben und das war schon immer der Fall", erzählt der 30-jährige.
HENRYs in der Schweiz
Dabei ist das Problem der HENRYs nicht etwa die Lebenshaltungskosten, sondern der exklusive und luxuriöse Lebensstil, welchen sie unter keinen Umständen missen wollen.
Wenn man die Kriterien eines HENRYs betrachtet, liegt die Behauptung nahe, dass die Schweiz möglicherweise ein HENRY-Land verkörpert. In der Schweiz lassen sich auch im jüngeren Alter, also für Millennials, über 100‘000 Schweizer Franken verdienen. Dies lässt sich durch die Lohnstudie des Dachverbands der Fachhochschulen bestätigen, hier lag der Median der Studienteilnehmer bei 101‘000 Schweizer Franken. Begrenzt man die Studie nur auf Zürich, ergibt sich hier ein durchschnittliches Monatsgehalt von 10‘388 Schweizer Franken für Studienabsolventen.
Demnach werden diese Gehälter auch schon in den jungen Jahren eines Millennials verdient. Denn wie der Experte Urs Klinger im Gespräch mit dem Handelsblatt zum Ausdruck bringt, steigen Absolventen von Hochschulen mit Gehältern von 65‘000 bis 120‘000 Schweizer Franken ein, sofern sie bei einem internationalen Konzern arbeiten.
Die Schweiz - Spielwiese für HENRYs
Wenn man typischen Charakteristika eines HENRYs genauer betrachtet, braucht es keine besonderen analytischen Fähigkeiten, um zu erkennen, weshalb es ihnen nicht möglich ist Geld zur Seite zu legen.
Nachdem die Grundbedürfnisse des Menschen gedeckt wurden, also Lebensmittel und Wohnraum, verwenden HENRYs das restliche Gehalt für Shoppingexzesse bei Nobelmarken-Boutiquen, verbringen Wochenendreisen in teuren Hotels, sind im Fitnessstudio für 100 Schweizer Franken im Monat eingeschrieben und so weiter.
HENRYs sind laut einer Studie von Investopedia demnach in einer Spirale gefangen, aus welcher sie nicht entfliehen können. Denn HENRYs gehören zu den Gutverdienern und versuchen dies durch einen gewissen Lebensstil zu verkörpern. Sie sind somit vermögend, solange sie ihren Lohn erhalten, würde dieser wegfallen, könnte ein HENRY seine Lebenshaltungskosten nur für kurze Zeit decken.
"Du hältst das Rad am Laufen, aber dabei kommst du deinem finanziellen Ziel nicht näher", erklärt Gideon Drucker, Finanzberater bei Drucker Wealth, im Interview mit Businessinsider. Daher werden HENRYs von Experten auch häufig "The Working Rich" bezeichnet.
Dabei verkörpert die Schweiz ein Land, welches für HENRYs wie gemacht erscheint. Die Schweiz beheimatet die Industrie für Luxusgüter und jene Industrie bildet eine Symbiose mit den HENRYs. Für die Luxusgüterindustrie sind HENRYs wichtige Abnehmer, da sie um einiges weiter verbreitet sind, als Superreiche.
Henry Ely / Redaktion finanzen.ch
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