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Als die ersten
Gefechte, bei
Montebello und
Palestro, unglücklich ausgefallen waren, ging Gyulay über den Tessin
zurück und
erwartete, daß ihn der Feind vom
Po aus angreifen würde. Dieser wandte sich jedoch durch einen Flankenmarsch hinter der
sardinischen
Armee gegen den Tessin
und überschritt diesen bei Turbigo und Buffalora; am 4. Juni kam es zur
Schlacht bei
Magenta, in
welcher die zu vereinzelt auf dem Schlachtfeld verwendeten österreichischen Heeresteile dem konzentrischen
Angriff der Verbündeten weichen mußten. Gyulay räumte sofort
Mailand
[* 5] und alle am
Po besetzten
Punkte und zog sich hinter den
Mincio
zurück.
Hierauf ward er 16. Juni des Oberbefehls enthoben und später als
Feldzeugmeister in
Ruhestand versetzt, und es gelang ihm, durch
manche von ihm ausgegangeneDenkschriften die zum Teil sehr übertriebenen Beschuldigungen gegen sein
Verhalten vor und während der
Schlacht von
Magenta zu entkräften und namentlich sein Festhalten an der Tessinlinie durch
Befehle aus
Wien
[* 6] zu rechtfertigen. Gyulay starb kinderlos in
Wien, nachdem er seinen
Neffen, den
General v.
Edelsheim (s. d.
2), adoptiert hatte, der nun seinen
Namen annahm.
h, lat. H, h, der
Hauch, nach den Ergebnissen der Lautphysiologie ein Kehlkopfgeräusch, das durch
Verengerung der
Stimmritze entsteht, indem die an den
Stimmbändern vorbeistreichende
Luft ein Reibungsgeräusch hervorbringt, das sich dann
durch den wie bei der
Aussprache der
Vokale offen stehenden
Mund fortpflanzt. Die Griechen nannten den
Hauch
spiritus asper zum Unterschied von spiritus lenis, womit sie das ganz leise
Geräusch bezeichneten, das z. B. auch bei der
gewöhnlichen
Aussprache der deutschen
Vokale durch den vorhergehenden Verschluß der
Stimmritze entsteht.
Das h der germanischen
Sprachen geht, geschichtlich betrachtet, auf älteres k zurück; so in
Horn, engl.
horn, got. haurn, lat. cornu. Der
Buchstabe h stammt aus dem alten phönikischen
Alphabet; die Griechen behielten ihn in ihren
ältern
Alphabeten als
Hauchlaut bei, gaben ihm aber später den Lautwert eines langen e (Eta), während er sich bei den
Römern
alsHauchlaut erhielt. Die romanischen
Sprachen haben selbst in dem
Namendes h den
Hauchlaut aufgegeben:
ital. acca, franz. hache (spr. asch,
daraus engl. ache, spr. etsch), span.
ache (spr. ätsche).Über das deutsche Dehnungs-h s.
Orthographie.
Zweigbahn verbunden, und bildet mit dem Fischerdorf und bekannten Badeort Scheveningen an der Nordsee eine Gemeinde. Der Haag gehört
durch seine Umgebung, den Besitz des berühmten Haagschen Busches und die Nachbarschaft des Meers sowie durch seine schönen
Straßen, großen Plätze und vielen palastartigen Gebäude zu den schönsten Städten der Niederlande. Grachten
umziehen und durchschneiden die Stadt. In der Mitte derselben liegt der Weiher (Vijver), ein von Alleen umgebenes Wasserbecken
mit Insel, in dessen Nähe das königliche Residenzschloß steht.
Unter den Plätzen zeichnen sich aus: der Buitenhof, südlich vom Weiher, mit dem Standbild Wilhelms II., der von Gräben umschlossene
Binnenhof mit vielen ansehnlichen Gebäuden, das Plein, der Vijverberg, der Plaats, das Tournooiveld.
Die Hauptstraßen, Kanäle etc. sind: das mit Bäumen bepflanzte Voorhout, der Kneuterdyk, der Prinzen- und Prinzessinnen-,
der Königinnengraben, der Wilhelmspark. Von den künstlerisch wenig bedeutenden Kirchen der Stadt gehören fünf der größten
den Reformierten (darunter eine französische), ebenso viele den Römisch katholischen; die Juden haben
zwei Synagogen, eine deutsche und portugiesische.
ferner das Mauritshuis am
Platz Plein (vom PrinzenMoritz von Nassau erbaut), mit einer ausgezeichneten Sammlung von Gemälden niederländischer
Maler (von denen jetzt aber viele nach dem Reichsmuseum zu Amsterdam
[* 22] übergeführt worden sind);
das Rathaus mit vier großen Gildebildern von Jan van Ravestein;
das 1875 restaurierte Gefangenenthor, worin 1672 die
Brüder Cornelis und Jan deWitt gefangen saßen und vom Pöbel zerrissen wurden.
Haag zählt mit Scheveningen (1886) 138,696 Einw. Im ganzen ist der Haag mehr
Luxus- als Handelsstadt und verdankt seine Blüte
[* 24] meist der Anwesenheit
des Hofs, der Diplomaten und des
Regierungspersonals, den aus Indien zurückgekehrten Beamten und Pflanzern sowie den zahlreichen Fremden. Doch ist die Industrie
nicht ohne Bedeutung; es gibt zahlreiche Tischlereien, Wagenbauanstalten, Ofenfabriken, Eisen-, Kupfer- und Bleigießereien,
Gold- und Silbertressen- und Schminkefabriken, Buchdruckereien und eine Geschützgießerei.