Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/85836

<h2>SubmittedText<h2><p>Vor dem Hintergrund des Mangels an qualifizierten Akademikerinnen und Akademikern wird der Bundesrat aufgefordert, die Voraussetzungen zu schaffen, damit Hochschulabsolventinnen und -absolventen aus Nicht-EU-/-Efta-Ländern, die nach dem Studium in der Schweiz arbeiten möchten, eine Aufenthaltsbewilligung gewährt wird, die sechs Monate über den Studienabschluss hinaus reicht. Nur so erhalten die betreffenden Personen die Möglichkeit, in der Schweiz eine geeignete Stelle zu finden, und nur so kann die Schweiz aus der Investition in die Ausbildung dieser Personen direkt einen Nutzen ziehen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich bewusst, dass ein Mangel an Fachkräften in den technischen, naturwissenschaftlichen und mathematischen Berufen besteht, namentlich bei Ingenieuren und Ingenieurinnen. In diesem Zusammenhang hat er diverse politische Vorstösse mit entsprechenden Anliegen angenommen, u. a. die Postulate Recordon 07.3747, Hochreutener 07.3538 und Widmer 07.3810.</p><p>In seiner Antwort auf die Motion Barthassat 07.3782 hat der Bundesrat letztmals am 27. Februar 2008 umfassend dargelegt, wie das neue Ausländergesetz eine erleichterte Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen an Hochschulabsolventen und -absolventinnen aus Nicht-EU/-Efta-Staaten ermöglicht, wenn deren Erwerbstätigkeit von wissenschaftlichem oder wirtschaftlichem Interesse für die Schweiz ist. Damit können in erster Linie die von der Wirtschaft und Forschung benötigten Fachkräfte mit universitärer Ausbildung in technischen und exakten Wissenschaften zugelassen werden. Die entsprechende Bewilligungspraxis ist deshalb namentlich bei Ingenieurberufen und im naturwissenschaftlichen Bereich ausgesprochen grosszügig.</p><p>Im Jahre 2007 schlossen 611 Nicht-EU/-Efta-Bürger und -Bürgerinnen mit einem Diplom und 348 mit einem Doktorat ab. Im Herbstsemester 2007/08 waren an den universitären Hochschulen der Schweiz ca. 117 000 Studierende immatrikuliert (ohne Fachhochschulen). Bei knapp 28 000 oder 24 Prozent handelt es sich um ausländische Studierende, was einer Zunahme von 43 Prozent seit 2000/01 entspricht (bei den Schweizern +15,5 Prozent). Rund 32 Prozent stammen aus Nicht-EU/-Efta-Staaten. Von denjenigen Ausländern und Ausländerinnen, welche neu zum Studium an die universitären Hochschulen in die Schweiz gekommen sind, studieren 40 Prozent Natur- oder exakte Wissenschaften, 27 Prozent Geistes- und Sozialwissenschaften und 19 Prozent Wirtschaftswissenschaften. Die Wirtschaft und Forschung ist jedoch nicht an allen Studienabgängern der universitären Hochschulen gleichermassen interessiert.</p><p>Studierende, sehr oft auch angehende Ingenieure und Ingenieurinnen, erarbeiten sich während des Studiums ein berufliches Beziehungsnetz durch Praktika und fachspezifischen Nebenerwerb. Unternehmen mit Rekrutierungsbedarf positionieren sich im Kampf um Talente vorzeitig an den Universitäten, um vielversprechende Absolventen an sich zu binden. Für diese gefragten Arbeitskräfte gestaltet sich der Übergang von der Hochschule ins Berufsleben weitgehend problemlos, wie dies zahlreiche Unternehmen den Behörden auch bestätigen.</p><p>Wer keine entsprechende Stelle findet, muss in der Regel nach Ablauf der Aufenthaltsbewilligung ausreisen. Es besteht aber die Möglichkeit von Besuchsaufenthalten bis zu drei Monaten innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten. Internet und E-Mail erleichtern die Kontakte auch vom Ausland her.</p><p>Die heutige Zulassungsregelung ermöglicht im Wesentlichen allen für den Arbeitsmarkt gut Qualifizierten aus Drittstaaten einen weiteren Verbleib in der Schweiz. Dadurch kann dem konjunkturellen Wandel und den geänderten Nachfragebedürfnissen flexibel Rechnung getragen werden. Der Denk- und Werkplatz Schweiz profitiert so von den Investitionen in die hier ausgebildeten ausländischen Wissensträger in grossem Masse. Die mit der Motion gewünschten Wirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft werden mit den bestehenden ausländerrechtlichen Bestimmungen sowie der aktuellen Bewilligungspraxis deshalb erreicht, ohne dass neue Rechtsansprüche geschaffen werden müssen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.