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1. Es ist gefährlich, nicht zu investieren
Die Teuerung kann sehr viel Kaufkraft wegfressen. Während im Jahr 1914 für 100 Schweizer Franken noch 526 Kilo Kartoffeln gekauft werden konnten, sind es jetzt noch etwa 50 Kilo. In Kartoffeln gemessen hat die Kaufkraft des Schweizer Frankens also 90 Prozent verloren. Bei Schokolade oder Käse sieht der Kaufkraftverlust ähnlich aus.
Wer dagegen an der Börse in Schweizer Aktien investierte, hat den Kaufkraftverlust weit mehr als wettgemacht. Die Bank Pictet berechnet eine nominale (geometrische) Durchschnittrendite von Schweizer Aktien von 1926 bis 2022 und gibt diese mit 7,7 Prozent an. So sind aus 100 Franken im Jahr 1926 bis heute über 131’000 Franken geworden. Damit könnten heute rund 65’000 Kilo Kartoffeln gekauft werden, womit man eine Kleinstadt mit Kartoffeln versorgen könnte.
Wer nicht investiert, sondern eine Hunderternote unter das Kopfkissen legt, hat auch 30 Jahre später (im besten Fall) noch genau 100 Franken. Wer sehr konservativ anlegt und nur 1 Prozent Rendite pro Jahr herausholt, hat nach 30 Jahren fast 135 Franken. Bei einer Rendite von 2 Prozent sind es bereits 181 Franken und mit immer noch konservativen 4 Prozent sind es 324 Franken. Dem Zinseszinseffekt sei Dank.
3. Gewinner laufen lassen und Verlierer aussortieren
Gewinner bleiben an der Börse oft Gewinner. Das ist logisch, denn die guten Unternehmen bleiben oft eine lange Zeit gut. Das ist wie im Tennis: Es ist wahrscheinlicher, dass Novak Djokovic den nächsten Grand Slam holt als irgendein Aussenseiter.
Ebenso bleiben Verlierer oft Verlierer. Hinzu kommt Folgendes: Wenn eine Aktie mal 50 Prozent verloren hat, dann muss sich deren Wert verdoppeln, damit sie wieder dort ist, wo sie gestartet ist. Der Grossbank UBS geht es wieder sehr gut, aber deren Aktie müsste sich noch immer rund vervierfachen, damit sie alte Höchstwerte erreicht. Die CS-Aktie müsste sich gar verdreissigfachen, damit sie alte Höchststände erreicht.
4. Buy low, sell high
Ja, es hört sich wie ein Witz an, aber es ist so. Leider führen psychologische Fallstricke immer wieder dazu, dass Anlegerinnen und Anleger genau das Gegenteil tun. Denn wenn die Aktien bereits gestiegen sind, der Hype am grössten ist, dann wollen alle kaufen. Nur ist das der dümmste Zeitpunkt, weil die Kurse dann schon sehr hoch sind.
Umgekehrt ist es nach einem Crash: Dann wollen die wenigsten kaufen, denn die Geschichten, die dann erzählt werden, sind nicht jene von Gewinnen mit Aktien, sondern jene von Verlusten und noch schlimmer: von künftigen Risiken und weiteren Verlusten. Darum will dann auch niemand kaufen, aber die Kurse wären nun tief. Fazit: Es braucht viel psychologische Überwindung, um günstig zu kaufen und teuer zu verkaufen.
5. Die Zeit arbeitet für Anleger und Anlegerinnen
Je länger der Anlagehorizont einer Anlegerin oder eines Anlegers, desto kleiner werden die Verlustrisiken mit Aktieninvestments. Wer Aktien nur ein Jahr halten will, muss jedes vierte Mal mit einem Verlust rechnen. Wer einen Anlagehorizont von zehn Jahren hat, muss nur noch jedes 20. Mal mit einem Verlust rechnen, bei einem Anlagehorizont von 15 Jahren nur noch jedes 500. Mal – Verlustwahrscheinlichkeit 0,2 Prozent.
Wer jetzt interessiert ist, noch mehr über das Anlegen an der Börse zu erfahren, findet alles dazu im Buch «Plötzlich Geld» von Autor Harry Büsser. Es ist im Beobachter-Verlag erschienen. Die ersten zwei Auflagen sind ausverkauft und derzeit ist die 3. Auflage hier erhältlich.