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Gymnastische Gesellschaft Bern (GGB)
Chronologische Übersicht
1910 wird am 11. April auf Initiative von Dr. Jakob Steinemann, Turnlehrer am Berner Gymnasium, von ihm zusammen mit ehemaligen Schülern die GGB gegründet, um weiter Leichtathletik betreiben zu können. Trainiert wird im Schwellenmätteli, wo auch Wettkämpfe durchgeführt werden.
1915 hatte die GGB bereits 136 Mitglieder und gründete eine Damenabteilung.
1917 erschien die erste Nummer der GGB-Mitteilungen.
1918 wurde die Dürrentannenhütte im Gantrischgebiet eingeweiht.
1922 konnte der eigene Sportplatz Eichholz, mit einer 400m-Rundbahn, bezogen werden.
1923 findet dort ein grosser Sporttag mit 3'000 Zuschauern statt.
1924 wird Willy Schaerer überraschend Zweiter an den Olympischen Spielen in Paris über 1500m, hinter dem legendären Finnen Paavo Nurmi.
1927 wechselt die GGB aufs Neufeld, da der Eichholzplatz zu versumpfen drohte.
1930 zählte die GGB 428 Mitglieder und gründete eine eigene Ski-Gruppe.
1933 kommen die Handball-Abteilung und für kurze Zeit eine Eishockeysektion dazu.
1935 wird auf Initiative von Franz Rammelmeyer der 1. Berner OL durchgeführt.
1936 findet auf dem Neufeld ein Internationales Jubiläumsmeeting statt,
1937 das erste Amerikaner-Abendmeeting.
1941 werden die Handballer erstmals Schweizer Meister und wiederholen diesen Erfolg 1942 und 1943.
1948 siegt die GGB erstmals am SVM-Final der Männer, mit Edith Jakob (60m) gewinnt zum ersten Mal eine GGBistin einen Schweizer Meistertitel.
1949 wird die GGB Ski-Staffel-Schweizermeister über 4 x 10 km.
1951 Im Rahmen des Länderkampfes Schweiz – Deutschland stellt die Holländerin Fanny Blankers-Koen auf dem Neufeld einen Weltrekord im Frauen-Fünfkampf auf.
1952 Die GGB wird zum zweiten Mal Sieger in der SVM, 1955 zum dritten Mal.
1954 Leichtathletik-Europameisterschaften auf dem Berner Neufeld.
1960 Beim 50-Jahr-Jubiläum hat die GGB über 1000 Mitglieder. Am Jubiläumsmeeting startet die ganze USA-Olympiamannschaft. Es gibt zwei Weltrekord-Egalisierungen: zuerst über 200m-Hürden durch Glenn Davis in 22,5 und anderntags über 110m-Hürden durch Lee Calhoun in 13,2.
1960 sind die GGBisten erstmals nicht im SVM-Final dabei. Die Leichtathletikgruppe wird neu organisiert, das Schülertraining boomt, es werden Disziplinentrainer eingesetzt und der Wiederaufschwung kommt.
1960 beginnt für die GGB-Langlaufgruppe ein erfolgreiches Jahrzehnt: Aushängeschilder sind Käthi von Salis als mehrfache Schweizer Meisterin und Ueli Wenger als Medaillengewinner und Mitglied der Nationalmannschaft, die er später trainiert. Auch in den alpinen Disziplinen gibt es dank grosser Breite Erfolge, vor allem auf regionaler Ebene, zu feiern.
1966 gewinnen die GGB-Frauen zum bisher einzigen Mal die SVM.
1968 sind die Leichtathleten wieder vorne dabei und gewinnen überraschend mit winzigen 2,5 Punkten Vorsprung den SVM-Final vor dem LCZ und schaffen 1969 und 1970 den Hattrick.
1969 verbessert Trix Rechner, die als erste Schweizerin eine Art Flop springt, den seit 1941 bestehenden Landesrekord (1,66m waren damals Weltrekord) auf 1,74m und bis 1971 weitere sechs Mal bis auf 1,82m.
1970 tritt Walter „Päng“ Grütter (1896-1984) nach 45 Jahren als Obersportwart zurück, ist aber weiterhin fast täglich auf dem Neufeld als Trainer anzutreffen.
1971 wird die GGB Schweizer Meister im Kleinfeldhandball, der den Feldhandball ablöst, und gewinnt 1973 den Sommerpokal. In der Halle steigt die GGB 1972 und 1974 in die Nationalliga A auf, kann sich aber dort nicht halten.
1973 baut die GGB im Bremgartenwald eine Finnenbahn.
1974 erhält Bern endlich eine Kunststoffbahn, allerdings im Wankdorf, sodass die GGB dort - trotz ungenügender Infrastruktur mit Erfolg - wieder Nationale bzw. später Internationale Meetings organisiert.
1976 wird auf Anregung der GGB ein neuer SVM-Modus mit Vor- und Endrunde eingeführt. Die Männer sind bald vorne nicht mehr dabei, dafür das starke Frauenteam mit den Schweizer Rekordhalterinnen Elisabeth Hofstetter (400m), Denise Thiémard (Speer) und Caroline Plüss (400m-Hürden).
1977 gründete die GGB eine Tischtennisgruppe, der sich 1980 der TTC Elite anschloss, sodass die GGB bald in allen Ligen vertreten war. Sie hatte über 100 Mitglieder und organisierte in den folgenden Jahren sogar internationale Turniere.
1983 erhält endlich auch das Neufeld Kunststoffanlagen, sodass die GGB neben den grossen Meetings von Zürich und Lausanne ihr „Internationales“ wieder aufzubauen beginnt.
1985 Im Jubiläumsjahr „75 Jahre GGB“ kommen 5'500 Zuschauer aufs Neufeld, um in intimem Rahmen Spitzen-Leichtathletik live zu erleben.
1986 steigen die GGB-Leichtathleten in der SVM in die Nationalliga B ab und es folgt ein auf und ab bis ins Jahr 2004. Besser macht es das Frauenteam, das mit Ausnahme des Jahres 1993 immer der obersten Kategorie angehört.
1987 und 1988 gewinnt Corinne Spahr einen Riesenslalom im Europacup und startet, als letzte erfolgreiche Skifahrerin der GGB, auch im Weltcup.
1989 findet das letzte internationale ARENA-Meeting auf dem Neufeld statt. 6'500 Zuschauer vermögen dem Anlass nicht die nötige finanzielle Basis zu geben.
1994 steigen die Handballer nach einer längeren Durststrecke wieder in die Nationalliga B auf. Mehrere Juniorenteams gehören zur Schweizer Spitze, einige ihrer Spieler (wie Baumgartner, Schärer, Massa und Ebinger) werden später Stützen der Schweizer Nationalmannschaft.
1994 beginnt die Erfolgsstory von Anita Weyermann auf internationalem Parkett: Sieg an den Junioren-WM über 1500m als noch nicht 17jährige, zwei Jahre später über 3000m. Bei den Aktiven folgt dann 1997 der 3. Rang an den WM über 1500m („Gring abe u seckle“!), ebenfalls Bronze an den EM 1998 und dann 1999 der Sieg an den Cross-EM. Dazu stellt sie in fünf Disziplinen Schweizer Rekorde auf.
1999 beherrscht das Thema Fusionen die GGB: am 3. Dezember wird der Fusion der Handballer mit dem HBC Muri-Gümligen, der bald darauf seinerseits mit dem BSV Bern fusioniert, klar zugestimmt. Die Leichtathleten stimmen über einen Zusammenschluss von GGB, STB und TVL ab. Der STB ist dafür, der TVL nicht und bei der GGB gibt es zwar ein ja, aber nicht mit den nötigen ¾ der Stimmenden, sodass die Fusion nicht zustande kommt.
2000 Mit dem Abgang der Handballer erhält die GGB neue Statuten, ein neues Leitbild und eine neue Organisation. Der Verein besteht noch aus Untergruppen ohne übergeordneten Hauptvorstand.
2003 gewinnt Michael Weyermann den Slalom der Universiade und startet, als letzter lizenzierter Skifahrer der GGB, auch im Weltcup.
2007 Nachdem GGB, STB und TVL bereits seit einiger Zeit Meetings gemeinsam organisierten, gründen sie zu diesem Zweck den Verein „LA-Bern“.
2008 gewinnt das GGB-Männerteam die SVM und kann am Europacup der Club-Landesmeister teilnehmen. Philipp Bandi qualifiziert sich über 5000m für die Olympischen Spiele in Peking.
2010 feiert nicht nur die GGB ihr 100jähriges Bestehen und zwar mit einem Jubiläumsapéro und einem GGB-Fest sowie der Durchführung der Finals „Dr schnällscht Schwizer“ auf dem Bundesplatz. Auch der Laufträff von Heidrun Hadorn am Dienstagvormittag kann auf 25 erfolgreiche Jahre zurückblicken. Dies zeigt, dass die GGB ihren rund 500 Mitgliedern neben Leistungssport auch Breitensportaktivitäten anbietet.M-
Am SVM-Final in Basel gewinnen die Männer und Frauen die Silbermedaille. Das Männerteam klassiert sich am Europacup der Club-Landesmeister (ECCC) - Final der Gruppe B in Bern im 3. Rang.
In den Schweizer-Meisterschafts-Einzelwettkämpfen sammeln unsere Athletinnen und Athleten aller Altersklassen 19 Gold-, 23 Silber- und 10 Bronze-Medaillen.
Gründung der LG Bern am 30. Oktober (GGB, TV Länggasse, LC Wohlen, LGgerbersport). Das Ziel ist alle Team-Wettkämpfe in allen Alterskategorien mit gemeinsamen Mannschaften zu bestreiten. Dabei bleiben alle Vereine weiterhin selbständig.
30.11.2010 Hans Pfäffli, GGB-Archivar, geb. 1944, Mitglied seit 1960
Kontakt: Kappelenstrasse 19, 3270 Aarberg, 032 392 32 64, pfaeffli44[a]bluewin.ch
Die historischen GGB-Akten sind, soweit vorhanden, im Stadtarchiv Bern (bern.ch), deponiert und können dort eingesehen werden.
Hans Pfäffli nimmt GGB-Akten, auch Gegenstände, gerne entgegen, um unser Archiv zu ergänzen.