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Eines Tages für die Vereinten Nationen oder eine internationale Organisation zu arbeiten ist ein Traum von vielen jungen Absolventinnen und Absolventen. Allerdings ist der Einstieg in eine solche Organisation nicht einfach und für eine erfolgreiche Bewerbung gilt es einige Hürden zu überwinden. Wer diese Hürden erfolgreich meistert, wird mit einer faszinierenden Tätigkeit in der internationalen Welt und einzigartigen Karriereperspektiven belohnt.
Am 14. April 2016 findet in Lausanne der International Career Day statt. Rund 50 internationale Organisationen stellen ihre Arbeit und die damit verbundenen Karrieremöglichkeiten vor. Der Anlass bietet eine einmalige Gelegenheit, sich mit den Verantwortlichen der Personalabteilungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.
Wie gelingt der berufliche Einstieg in eine internationale Organisation? Nachfolgend zeigen wir einige Möglichkeiten auf.
Internationale Organisationen schreiben Stellen direkt aus, die Anforderungen an die Bewerber sind hoch. Sie sollten nicht nur einen Universitätsabschluss auf Masterebene haben und mindestens fünf Jahre relevante Berufserfahrung vorweisen können, sondern auch über sehr gute Sprachkenntnisse in Französisch, Englisch und einer weiteren UNO-Sprache verfügen. Da die Organisationen ihr Personal auf der ganzen Welt rekrutieren, ist das Bewerbungsverfahren sehr kompetitiv. Oft bewerben sich mehrere hundert Kandidatinnen und Kandidaten auf einen Posten. Generell kann man sagen: je renommierter die Organisation oder je breiter die Stellenprofile, desto mehr Bewerbungen. Bei kleineren, spezialisierten Organisationen sind die Erfolgschancen einer Bewerbung daher oftmals höher. Die Schweiz ist Mitglied bei über 100 internationalen Organisationen, unter denen es auch viele kleine, spezifizierte Einheiten gibt. Dies sind Organisationen wie zum Beispiel die ITU (Internationale Fernmeldeunion), die OIV (Internationale Organisation für Rebe und Wein) oder das IBMG (Internationales Büro für Mass und Gewicht).
Viele Organisationen bieten eigene Einstiegsprogramme an. Diese Young Professionals Programmes (YPP) geben jungen Fachkräften mit wenig Berufserfahrung die Möglichkeit, wertvolle Arbeitserfahrung innerhalb einer Organisation zu sammeln.
Die Schweiz finanziert jährlich mehrere Einstiegsstellen innerhalb der Vereinten Nationen. Diese Junior Professional Officer Stellen (JPO) sind auf einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren beschränkt und ermöglichen den Karriereneinstieg in eine internationale Organisation. Die Stellenprofiele sind auf die Schwerpunkte der Schweizer Aussenpolitik ausgerichtet: langfristige Friedensförderung, Menschenrechte und humanitäre und wirtschaftliche Hilfe. Die Einsätze für die Vereinten Nationen finden meist an den Hauptsitzen in Genf, New York oder Wien aber auch im Feld statt. Auf die JPO-Stellen können sich Schweizer Bürgerinnen und Bürger unter 33 Jahren bewerben. Ebenfalls werden einen Universitätsabschluss auf Stufe Master und mindestens drei Jahre relevante Berufserfahrung verlangt. Weitere Informationen zu den ausgeschriebenen Stellen finden Sie auf www.eda.admin.ch/iojobs oder auf www.cinfo.ch. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) finanziert zusätzlich jährlich mehrere UN Youth Volunteer Stellen. Diese Programme richten sich primär an junge Absolventinnen und Absolventen, welche noch keine beruflichen Erfahrungen sammeln konnten.
Die Stellen in internationalen Organisationen setzen oft einige Jahre Berufserfahrung voraus - ein Problem mit dem viele Absolventinnen und Absolventen zu kämpfen haben. Ein Praktikum im relevanten Arbeitsbereich erleichtert den Einstieg. Fast alle internationalen Organisationen bieten Praktika an (jedoch werden diese oft nicht vergütet). Das EDA bietet bezahlte Praktika an, die als gute Vorbereitung für eine spätere Stelle in der Vereinten Nationen dienen. Die fast 250 Nichtregierungsorganisationen, welche in der Schweiz ihren Sitz haben, bieten ebenfalls Praktikumsstellen an.
Die Sektion Präsenz der Schweiz in internationalen Organisationen des EDA steht Ihnen bei weiteren Fragen gerne zur Verfügung. Zudem informieren sie in ihrem Newsletter regelmässig über aktuelle Karrieremöglichkeiten in den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen. Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an <email-pii>.
Transforming our World – ganz unter diesem Motto standen meine Erfahrungen in den ersten Monaten als Junior Professional Officer (JPO) beim Sekretariat des Chief Executives Board for Coordination der UNO (CEB) in New York. Im September verabschiedeten die UNO-Mitgliedsstaaten die langfristige Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, welche die Welt verändern soll. Bei diesem bedeutenden Moment direkt dabei gewesen zu sein, und nun die Aufbruchsstimmung zu spüren, sind für mich eine grosse Motivation für das Sekretariat des CEB zu arbeiten.
Anders als die 2015 ausgelaufenen Millenniums-Ziele setzen die Ziele nachhaltiger Entwicklung der neuen Agenda bei allen UN-Mitgliedsstaaten an und umfassen verschiedenste Bereiche. Damit die UNO die Erreichung dieser Ziele effizient unterstützen kann, ist eine gute Koordination der verschiedenen UN-Organisationen unumgänglich. Im Sekretariat des CEB, planen meine Arbeitskollegen und ich die halbjährlichen Sitzungen der Chefs dieser Organisationen und bereiten Material zu den brennendsten Themen so auf, dass die Vorsteher der Organisationen Entscheide über die künftige strategische Ausrichtung der UN fällen können. Als persönlicher Assistent der Direktorin des Sekretariats bekomme ich zudem Einblick in diverse Prozesse und habe dadurch viel über das Funktionieren des ganzen UN-Systems gelernt.
Inspirierend bei dieser Arbeit sind für mich insbesondere die unzähligen Themen mit denen sich die UNO befasst und die Vielfältigkeit der Menschen aus verschiedenen kulturellen Hintergründen, mit denen ich in Kontakt komme.
Mein Weg zur Stelle bei der UNO war keinesfalls ohne Umwege. Nach der Ausbildung zum Lehrer und einigen Jahren Erfahrung in diesem Beruf, entschied ich mich zum Studium der internationalen Beziehungen und der Politikwissenschaft. Einem Zivildiensteinsatz bei einer NGO folgte ein Praktikum bei der Bundesverwaltung und schliesslich landete ich beim Departement für auswärtige Angelegenheiten, wo ich dann zum ersten Mal direkt mit der UNO in Kontakt kam und auch vom JPO-Programm der Schweiz erfuhr.
Ich kann allen jungen Berufstätigen mit Interesse für internationale Zusammenarbeit eine Bewerbung auf dieses Nachwuchsprogramm nur wärmstens empfehlen. Gute Sprachkenntnisse in Englisch und einer anderen UNO-Sprache sind selbstverständlich eine Grundvoraussetzung. Daneben entscheiden aber auch die bisherigen Erfahrungen, Auslandeinsätze aller Art und natürlich eine sorgfältige Vorbereitung über den Erfolg. Die Schweizer JPOs bei verschiedenen UN Organisationen, welche ich bisher kennengelernt habe, kommen von unterschiedlichsten Studienrichtungen und Laufbahnen. Da nicht ein bestimmtes Profil gesucht wird lohnt es sich, fortlaufend über offene Stellen informiert zu sein und auf keinen Fall aufzugeben, wenn es nicht gleich bei der ersten Bewerbung klappt
Silvan Scheiwiller
Junior Professional Officer in New York