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Exhumierungen als letzte Instanz der Wahrheit
- Mittwoch, 6. November 2013, 19:45 Uhr, aktualisiert um 20:45 Uhr
Spekulationen um die Todesursache führen immer wieder dazu, dass Gräber von wichtigen Persönlichkeiten wieder geöffnet werden. Wie im Fall des ersten Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat geht es jeweils darum, noch Jahre später einen Mordverdacht zu klären.
- 2012: Die Grabstätte des ehemaligen Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat wurde geöffnet. Experten-Teams aus der Schweiz, Frankreich und Russland erhielten Gewebeproben des Leichnams, um sie auf Hinweise auf die radioaktive Substanz Polonium 210 zu untersuchen. Ergebnisse wurden noch nicht bekannt. Der Palästinenserführer starb im November 2004 in einem Militärkrankenhaus bei Paris im Alter von 75 Jahren. Die Todesursache konnte damals nicht zweifelsfrei geklärt werden. Die Palästinenser sind überzeugt, dass die Israelis Arafat vergifteten.
- 2012: Fast 20 Jahre nach dem Tod des türkischen Staatspräsidenten Turgut Özal liess die Justiz ihn exhumieren, um Berichte über eine mögliche Ermordung zu prüfen. Bei den Untersuchungen fand man Spuren verschiedener Giftstoffe. Unklar blieb dennoch, ob die Chemikalien den Politiker töteten oder eine übliche Schadstoffbelastung waren. Als Todesursache war 1993 Herzversagen genannt worden.
- 2011: Die Leiche des von Neruda unterstützen chilenischen Präsidenten Salvador Allende wurde exhumiert, um Klarheit über die Todesumstände zu schaffen. Die Untersuchungen bestätigten, dass Allende sich am 11. September 1973 während des Angriffs der Putschisten im Präsidentenpalast selbst erschossen hatte. Es hatte Spekulationen gegeben, Militärs hätten Allende ermordet.
- 2010: Venezuelas Ex-Staatschef Hugo Chávez liess die Überreste des südamerikanischen Freiheitskämpfers Simón Bolívar exhumieren. Wissenschaftler konnten nicht klären, ob der Nationalheld 180 Jahre zuvor wirklich an Tuberkulose gestorben ist, oder – wie Chávez mehrfach behauptete – einem Giftmord zum Opfer fiel.