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Montag, 8.5.2023 (Fortsetzung)
Etwas müde nehmen wir die Strecke nach Alcántara unter die Räder…. es sind ja nur knapp 70 km. Die Landschaft ist wunderschön, wir sehen Tausende von Storchenpaaren…. kaum ein Strommast, auf dem nicht Störche ein Nest auf der Spitze errichtet haben und brüten.
Der Stellplatz Parking Piscina Publica liegt ruhig am Rand des Ortes, das Schwimmbad ist noch geschlossen und ausser uns steht nur noch ein Fahrzeug da. Wir machen erst mal Siesta bevor wir in’s Städtchen laufen.
Alcántara hat ca. 1’400 Einwohner und liegt in der Provinz Cáceres. Der Ortsname ist vom arabischen القنطرة / al-qanṭara abgeleitet, was wörtlich die Brücke bedeutet. Der historische Ortskern ist als Conjunto histórico-artístico eingestuft.
Die Plaza de Toros de Alcántara, erbaut 1946, fasst 3’500 Zuschauer…. daneben ist ein kleiner Campingplatz, der Camping Puente de Alcántara, auf Google Maps sieht man nicht viel davon.
Am kommenden Wochenende findet hier das Fest zu Ehren der Nuestra Señora de los Hitos (Unsere Liebe Frau von den Meilensteinen), deren Einsiedelei sich in der Nähe des Dorfes befindet. Hier wird das Bild der Virgen de los Hitos, die Schutzpatronin von Alcántara, aufbewahrt. Die meisten Häuser im Dorf sind geschmückt und mit Bildern der Jungfrau versehen.
Damit verbunden ist der Orden de Alcántara (Alcántaraorden), ein spanischer Ritterorden, der sich an der Reconquista der von den Mauren im 8. Jh. eroberten Gebiete beteiligte. Das grüne Ordenszeichen sieht man recht häufig im Dorf.
Der Palacio de los Roco Camprofrío
Im Jahr 1213 eroberte die christliche Armee von Alfonso IX de León endgültig Alcántara von den Muslimen. In dieser Schlacht tat sich Bernardo Roco hervor und er erhielt in Anerkennung für seinen Kampf die Dehesa de Campofrío (Dehesa = Weideland), die jahrhundertelang im Besitz der Familie Roco bleiben sollte.
In der Renaissance wird in Alcántara begonnen, wie auch in anderen Teilen Europas, luxuriöse Palasthäuser zu errichten. Die Bauarbeiten werden vom Klerus und dem wohlhabenden Adel des Ortes voranangetrieben. Eines dieser Gebäude, bei dem mit dem Bau begonnen wurde, ist das Palasthaus der Familie Roco-Camprofrío, das sich auf der heutigen Plaza de la Corredera befindet.
Der erste dokumentarische Hinweis auf das Gebäude stammt aus dem Jahr 1401.
Überall im Dorf…. Störche!
Zur Puente de Alcántara geht’s steil bergab!
Die Staumauer des Embalse de Alcántara (Alcántara-Stausee) oder auch Embalse de José María de Oriol-Alcántara II, benannt nach einem Direktor des früheren Eigentümerunternehmens Hidroeléctrica Española, heute Iberdrola, liegt etwa 600 m flussaufwärts der Puente de Alcántara. Die Gewichtsstaumauer ist 130 Meter hoch und 570 Meter lang. Der Stausee fasst 3’162 Mrd. Kubikmeter und ist 104 Quadratkilometer gross. Das Wasserkraftwerk leistet 915 Megawatt.
Zur Mitte der Brücke hin befindet sich ein dem Kaiser Trajan gewidmeter, etwa 14 Meter hoher Ehrenbogen, der auf Tafeln die den Bau finanzierenden Munizipien nennt. Ausserdem wurde aus den auch zum Bau der Brücke verwendeten Granitquadern an der Südostseite ein kleiner, den vergöttlichten römischen Kaisern gewidmeter Tempel errichtet, der die Grablege des Erbauers der Brücke enthält, Caius Iulius Lacer, vermutlich ein römischer Militäringenieur.
Im Tempel befand sich eine (im 19. Jahrhundert durch eine Neuanfertigung aus Marmor ersetzte) Steintafel mit einer Inschrift, die den Architekten nennt und der Brücke bestimmt, die Jahrhunderte zu überdauern:
Pontem perpetui mansurum
in saecula mundi
fecit divina nobilis arte Lacer.…
Die Brücke, auf Dauer zu bleiben
in des ewigen Weltlaufs Jahrhunderten,
schuf der löbliche Lacer mit göttlicher Kunst.…
Der Templo romano de Alcántara (römischer Tempel) befindet sich gegenüber dem südlichen Eingang der Brücke. Zusammen mit dem Templo romano de Vic sind dies die einzigen beiden praktisch vollständig erhaltenen römischen Tempel in ganz Spanien.
Wir nehmen den Aufstieg in’s Dorf an der anderen Seite…. vorbei an zahlreichen alten Mauern.
Nochmal ein Blick herunter zur Brücke…. da dürfen auch Lastwagen drüber fahren!
Die Ruinen des El Convento de las Comendadoras de Sancti Spiritus…. dieses Kloster ist eines der wenigen Beispiele für weibliches Klosterleben im Alcántara-Orden.
Dieses Foto ist am nächsten Tag von der anderen Seite des Río Tajo aufgenommen.
Nochmal die Iglesia de San Pedro de Alcántara
Denkmal für den heiligen Pedro de Alcántara (Petrus von Alcántara)
Das Ayuntamiento de Alcántara (Rathaus) an der Plaza de España
Es geht ständig auf und ab! 😀
Blick zum Convento San Benito de Alcántara
Irgendwie verpassen wir den Zugang zur Plaza San Benito….
…. aber es ist auch schon nach 20 Uhr…. und wir haben Hunger und Durst! 😀 😀
Und wieder der Schmuck an den Gebäuden zu Ehren der Schutzpatronin des Dorfes
Der Arco de la Concepción (Bogen der Empfängnis….???)
Bei der Cafe-Bar Lisboa an der Plaza Portugal können wir schön draussen sitzen, es gibt süffiges Bier und einfaches, aber leckeres Essen…. hier bleiben wir eine Weile sitzen.
Cruz de todos los caídos en la guerra por sus ideales….
…. Kreuz für alle, die im Krieg für ihre Ideale gefallen sind!
Schön war’s…. und wieder mal die Erkenntnis, dass auch kleinere Orte oder Dörfer sehenswert sein können!
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