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Nach fünfjähriger Bautätigkeit hat die Swatch Group am Donnerstag den neuen Hauptsitz ihrer gleichnamigen Marke in Biel eröffnet. Die fast ausschliesslich aus Holz gefertigten Gebäude wurden vom japanischen Stararchitekten Shigeru Ban entworfen.
Grosszügige Büros, Konferenzräume, zwei Museen, fünf schwarze Olivenbäume und der erste Drive-in-Uhrenshop der Welt: Swatch sieht mit dem Bau des neuen Hauptsitzes, der am Donnerstag in Biel in Anwesenheit vieler hochkarätiger Gäste offiziell eingeweiht wurde, grosse Chancen.
Hell und mit einer geschwungenen Silhouette, die an eine Schlange erinnert, erstreckt sich das 35 Meter breite Hauptgebäude über eine Länge von 240 Metern. Fünf Jahre Arbeit, Kosten von fast 125 Millionen Franken und 1997 m3 Schweizer Fichte waren nötig, um dieses spektakuläre Gebäude – eine der grössten Holzkonstruktionen der Welt – zu bauen.
An seinem westlichen Ende überquert das Gebäude eine Strasse, die neu nach Nicolas G. Hayek, dem Gründer der Swatch Group, benannt wurde. Diese verbindet die "Cité du Temps" mit der neuen Fabrik von Omega, der Luxusmarke der Uhrengruppe.
Nick Hayek, Leiter der Swatch Group, sieht es als Symbol: "Als die Schweizer Uhrenindustrie Anfang der 1980er-Jahre fast verschwand, rettete die Lancierung der Swatch die Uhrenindustrie in gewisser Weise. Ohne Swatch wäre Omega sicherlich nicht hier. Es ist die wichtigste Marke unserer Gruppe, und es ist Zeit für sie, endlich ein eigenes Haus zu besitzen", sagte er.
Shigeru Ban, fast zu Hause
Um dieses Grossprojekt zu verwirklichen, wandte sich Nick Hayek an Shigeru Ban. Im Jahr 2011 gewann der berühmte japanische Architekt, der sich mit seinen Konstruktionen aus starken Papphülsen für Naturkatastrophen-Opfer einen Namen machte, den Wettbewerb für den Bau des neuen Swatch-Hauptsitzes, der Cité du Temps, und der neuen Omega-Fabrik.
Shigeru Ban war der Hayek-Sippe kein Unbekannter, da er bereits einige Jahre früher in Tokio das Nicolas-Hayek-Center und seinen "Climbing Garden" gebaut hatte. Der japanische Architekt kennt auch die Schweiz gut, denn er war es, der 2013 für die Tamedia-Pressegruppe ein siebengeschossiges Holzgebäude entwarf, das grösste, das je mit diesem Material gebaut wurde. Für den japanischen Architekten stellt der Bau der Swatch-Zentrale jedoch wirklich das "Projekt seines Lebens" dar, wie er swissinfo.ch anvertraut hat.
Der neue Hauptsitz von Swatch wurde "nach den modernsten Standards von Ökologie und Energieeffizienz" auf einem ehemaligen, brachliegenden Industriegelände im Herzen der Stadt Biel errichtet.
Der Bieler Kreativgeist
In der Umgebung der Omega- und Swatch-Gebäude hat die Revitalisierung des Schüss-Baches zur Entstehung eines 50'000 Quadratmeter grossen städtischen Naturparks geführt, einer eigentlichen Oase für Spaziergänger und Radfahrer. Daneben ist eine neue Wohnsiedlung aus vierzehn Gebäuden namens "Paradiesgarten" entstanden, das zur spektakulären Metamorphose des Stadtteils beiträgt.
Mit den umfangreichen Investitionen in diese Gebäude in Biel, wo die Swatch-Gruppe heute eine Fläche von fast 100'000 m2 belegt, unterstreicht sie ihr Engagement für die Stadt, in der sie 1983 gegründet wurde. Mit einem Jahresumsatz von mehr als 8 Milliarden Franken und 18 Marken ist der weltweit grösste Uhrenkonzern ein besonders wichtiger Wirtschaftsakteur für diese Region, die von der Uhrenkrise der 1970er- und 1980er-Jahre hart getroffen worden war.
"In Sachen Attraktivität muss sich Biel nicht mehr vor den europäischen Städten verstecken. Viele junge Leute wollen in dieser Stadt mit einer kreativen und innovativen Denkweise arbeiten. Wir hoffen auch, dass die Eröffnung der Museen Swatch und Omega zahlreiche Besucher in die Region locken wird", sagte Nick Hayek.
"Junge Leute wollen in dieser Stadt mit einer kreativen und innovativen Denkweise arbeiten."
Nick Hayek, CEO der Swatch GroupEnde des Zitats
"Monumental, aber nicht einschüchternd"
Die Präsenz der Swatch Group ist Teil der Dynamik, welche die grösste zweisprachige Gemeinde der Schweiz (55'000 Einwohner) derzeit erlebt. So wie Rolex, die weltweit führende Uhrenmarke, die seit 2012 über einen hochmodernen Produktionskomplex am Ausgang von Biel verfügt, wo fast 2000 Beschäftigte an der Herstellung der mechanischen Uhrwerke der Prestige-Marke arbeiten.
Auch in anderen Regionen der Schweiz hat das aussergewöhnliche Wachstum der Schweizer Uhrmacherkunst ab 2010 viele Marken veranlasst, massiv in den Bau von immensen und auffälligen Fabriken zu investieren. Aber heute steckt der Sektor in einigen seiner Schlüsselmärkte, insbesondere in Hongkong, in Schwierigkeiten. Der eine oder andere Uhrenhersteller sieht sich veranlasst, Lager und Überkapazitäten abzubauen.
Auf die Frage, ob er dem Grössenwahnsinn erlegen sei, antwortete Nick Hayek: "Dieses Gebäude ist monumental, aber nicht einschüchternd. Natürlich brauchte es Mut und eine gewisse Phantasie, um es zu bauen. Aber am Ende geht es nur darum, Swatch und Omega ein Haus zu geben. Die DNA unserer Marken ändern wir nicht."
(Übertragung aus dem Französischen: Peter Siegenthaler)