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In der Stadt Baden lebte ein reicher Kornhändler, der den armen Leuten seine Ware teuer aufzunötigen wusste und ihnen während der Hungerszeiten manchen Sack Korns oft zur Hälfte bloß mit Spreuer gefüllt verkaufte. Nach seinem Tode begrub man ihn stattlich auf dem Kirchhofe, aber die Erde wollte ihn nicht leiden. Jeden Morgen fand sich das Grab frisch aufgedeckt und der Totenbaum aus dem Grabe herausgeworfen. Zweimal schon hatte man ihn wieder beerdigt, da erkannte man die vergebliche Bemühung. Auf Anraten des Pfarrers lud man nun den Sarg auf einen Wagen, und wohin ihn die vorgespannten Stiere ziehen würden, da sollte die Leiche verscharrt werden. Die Stiere zogen ihn in den entfernten Tannenwald auf der oberen Sommerhalde und blieben dort vor einer Grube stehen, die zu unbekannten Zwecken frisch aufgeworfen war und voll Spreuer lag. Hier hinein stellte man den Sarg und überdeckte ihn mit dem Spreuerhaufen; so ist er weiter nicht mehr zum Vorschein gekommen. Als aber ein Nesselbacher unlängst einmal nachts vom Markte zu Baden heimging und hier die frischgekauften Rinder vorbeitrieb, hörte er einen schneidenden Pfiff aus dem Walde und beim Umsehen gewahrte er eine schwarze Gestalt ohne Kopf.
E. L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 2, Aarau 1856
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.