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Geologische Karte des Rieskraters
Ältere Luftaufnahme des Rieskraters. Die Feuchtigkeitswölckchen über dem bewaldeten Kraterrand markieren schön die Kraterstruktur.
Der "Daniel" der Kirchturm mit der besten Aussicht auf den Kraterrand und ein gutes Training beim Hinaufsteigen.
Aus Suevit gebaut und schon an einigen Stellen repariert.
Impaktkrater -
Das Nördlinger Ries I
Gegenüber den "Senioren" wie Vredeford (Südafrika) oder Sudbury (Kanada) ist der Rieskrater in Süddeutschland mit seinen 14,5 Millionen Jahren direkt ein "junger Spund". Er ist aber einer der ältesten in Europa bekannten Einschlagkrater. 1960 wurde er als solcher erkannt und ist heute einer der am besten erforschten Astrobleme (Impaktstrukturen). Der Einschlagkörper (Impaktor) hatte einen Durchmesser von gut einem Kilometer. Als solcher hatte er einen Durchmesser, der in etwa dem Durchmesser des Stadtmauerrings von Nördlingen entspricht. Der Krater selber hat einen Durchmesser von 22 - 24 km. Da die Stadt Nördlingen in ihm liegt, nennt man diese Formation auch Nördlinger-Ries. Der Kraterboden ist heute gegenüber dem Umland der Schwäbisch-Fränkischen Alb um ca. 100 - 150 m abgesenkt. Früher war der Ries-Krater während rund 2 Millionen Jahren ein See, was Fossilien beweisen. Der Krater war vollständig von marinen Sedimenten bedeckt, was seine gute Erhaltung bis in die heutigen Tage erklärt. Die Erosion der Jahrmillionen trug nämlich zuerst die Seesedimente ab, wobei der ursprüngliche Krater stellenweise wieder zum Vorschein kam.
Am besten sieht man den Kraterrand vom Glockenturm des „Daniel“. Hier wird auch sichtbar, dass Nördlingen eher am Kraterrand liegt. Der Kraterkamm zieht sich rund um die Stadt. Eine Touristin fragte mich auf dem Kirchturm, wo denn nun der Krater sei. „Sie stehen mitten drin“, antwortete ich. Sie schaute mich an, als ob ich von einem fremden Stern käme. Die Kirche St. Daniel ist übrigens aus dem berühmten Impaktgestein, dem „Suevit“ mit seinen eigeschlossenen Impaktgläsern („Flädle“) aufgebaut. Leider ist dieses Gestein nicht besonders korrosionsbeständig, weshalb bei den heutigen Umweltimmissionen (saurer Regen) immer wieder umfangreiche Reparaturen an der Fassade notwendig sind.
2013 hatte ich Gelegenheit mit einem lieben Freund und profunden Kenner des Rieses eine „Expedition“ durch den Krater zu machen, der auch den Apollo-Astronauten als Übungsgelände für ihre Mondexpeditionen gedient hat. Wie ich, vielleicht noch etwas intensiver, haben sie die Grundstrukturen des Einschlagkraters studiert. Das Ries ist gut ausgeschildert. Trotzdem ist es eine immense Erleichterung, einen kompetenten Fachmann an der Seite zu haben, der sich im Ries auch geografisch auskennt, denn das Gebiet zieht sich. Nur allzu leicht übersieht man wichtige Aufschlüsse, die einen Blick ins „Innere der Kraterstruktur“ erlauben.
Blick vom „Daniel“ über die Stadt Nördlingen
in westlicher Richtung an den Kraterrand des Ries-Kraters.