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Geschichte zum Standort Lindau
1833: Gründung der Universität Zürich
1853: Gründung des Strickhof und Aufbau am Standort Irchel Zürich
1855: Gründung der ETH Zürich
1972: Aufbau der pflanzenwissenschaftlichen Station der ETH Zürich in Eschikon Lindau
1976: Bezug des Strickhofs am neuen Standort in Eschikon Lindau
2017: Eröffnung von AgroVet-Strickhof, der Kooperation für Bildung und Forschung
Vorgeschichte der Landwirtschaftsschule Strickhof
Die Landwirtschaftsschule Strickhof hat eine lange Vorgeschichte und auch Vorläufer. Zu nennen ist als Beispiel der Bläsihof in Winterberg, der am 10. Juni 1818 mit acht «Zöglingen» sein Wirken aufnahm. Treibende Kraft bei der Gründung und Präsident der Aufsichtskommission der landwirtschaftlichen Schule im Bläsihof war Hans Konrad Escher von der Linth (1767–1823), der nach seinem Tod in Erinnerung an sein Lebenswerk, die Linthmelioration, den Ehrentitel «von der Linth» erhielt. 1826 wurde die Armenschule Bläsihof geschlossen und es dauerte noch mehrere Jahrzehnte bis zu der Gründung des Strickhofs.
Am 3. Mai 1853 war es so weit und die erste Ackerbauschule am Strickhof in Zürich konnte eröffnet werden. Die Schule startete mit 12 Zürcher und zwei Berner Bauernsöhnen. Ab 1897 wurden auch Winterkurse angeboten.
An diesem Ort wurde danach das Areal Irchel der Universität Zürich entwickelt. Bevor der Strickhof dort wirkte, gehörte das Bauerngut «Der Strickhof» dem ehemaligen Spital. Ab dem Jahre 1852 bis 1976 beherbergte der Strickhof in Oberstrass die Landwirtschaftliche Schule des Kantons Zürich (siehe Foto).
Im Jahre 1967 bot sich dem Kanton die Gelegenheit das ehemalige Fabrikareal der Firma Néstle (früher Maggi) in Lindau für einen neuen Schulstandort zu erwerben. Das Zürcher Stimmvolk unterstützte 1970 die Umzugspläne der Landwirtschaftlichen Schule mit einem deutlichen 70% Ja-Votum an der Wahlurne. 1973 konnte der Grundstein für die «grüne Universität» in Lindau gelegt werden und bereits am 3. September 1976 erfolgte die feierliche Eröffnung.
Fotos vom Gründungsstandort des Strickhofs an der Strickhofstrasse in Zürich
Exkurs zur Entstehung der Landwirtschaftlichen Schulen im 19. Jahrhundert
Das Bedürfnis nach einer theoretischen Ausbildung der Bauern erwachte Ende des 18. Jahrhunderts im Gefolge der Physiokratie und der sich anbahnenden Verwissenschaftlichung der Landwirtschaft und so entstanden in der Schweiz im 19. Jahrhundert die ersten Landwirtschaftlichen Schulen. Einige waren Vollzeitschulen, wie der Strickhof (Zürich, 1853) sowie die Schulen Rütti (Gemeinde Zollikofen, BE, 1860), Cernier, NE (1885) und Grangeneuve, FR (Posieux, 1922). Die meisten boten jedoch nur Winterkurse von November bis März an. Manche waren auf ein bestimmtes Gebiet spezialisiert, wie z.B. Milch- oder Alpwirtschaft, Garten- oder Weinbau. An allen Schulen richtete sich der Unterricht nach den Bedürfnissen der für die schweizerische Bauernschaft typischen kleineren und mittleren Familienbetriebe. Der Lehrplan umfasste Allgemeinbildung (Muttersprache, Rechnen, Geschichte), Naturwissenschaften (Botanik, Zoologie, Chemie) sowie technische und berufskundliche Fächer (Tierzucht, Obst-, Garten- und Weinbau, Agrargesetzgebung, Agrarökonomie und Buchhaltung). Die Ausbildung dauerte mindestens zwei Semester. Diese kantonalen Schulen (häufig mit Internat) wurden von Jugendlichen besucht, welche die obligatorische Schulzeit abgeschlossen und im Familienbetrieb bereits praktische Kenntnisse erworben hatten. 1890 gab es in der Schweiz 6 Landwirtschaftliche Schulen (218 Schüler), 1913 20 Schulen (1'329 Schüler) und 1960 40 Schulen (3'229 Schüler).
Geschichte der landwirtschaftlichen Schule Wülflingen
Die landwirtschaftliche Schule wurde 1927 gegründet und hat sich ständig weiter entwickelt. Im Jahre 1998 wurden die damals noch verblieben landwirtschaftlichen Schulen des Kantons Zürich, darunter auch die landwirtschaftliche Schule Wülflingen, unter dem Dach des Strickhofs vereint. Damit wurde auch der Landwirtschaftsbetrieb der damaligen landwirtschaftlichen Schule Wülflingen in den Strickhof integriert. Der Standort Wülflingen entwickelte sich dann zum zweiten wichtigen landwirtschaftlichen Standort des Strickhofs, wohingegen der dritte damals noch bestehende landwirtschaftliche Standort Wetzikon wenige Jahre später geschlossen wurde.
Historische Bilder von Wülflingen
Geschichte zum Standort Früebüel
Hochmoor des Walchwiler Berg als Quelle der Energieversorgung während der Weltkriege
Das Hochmoor auf dem Walchwiler Berg spielte im ersten wie auch im zweiten Weltkrieg, neben anderen Hochmooren der Schweiz, eine besonders wichtige Rolle in der Versorgung von Energie. Das Hochmoor ist sehr gross und war gut erschlossen. So wurde während den beiden Weltkriegen zur Energieversorgung der Region wie auch der gesamten Schweiz in diesem Hochmoor viel Torf abgebaut und dies nicht nur mit Stechen per Hand sondern in grossem Stil maschinell. So arbeiteten im Eigenried bis zu 350 Personen von vier Firmen, welche den Torfabbau im Auftrage des Bundes im Rahmen der Kriegsversorgung tätigten. Die Leute wohnten in primitiven Baracken am Rande des Abbaugebietes. Vom maschinellen Abbau zeugen verschiedene Berichte und auch Bilder.
Auch nach dem zweiten Weltkrieg wurde bis in die 1960-er-Jahre weiter Torf abgebaut, dies zum Zwecke der Verbesserung der Böden der Hausgärten. Dadurch wurde das Hochmoor Eigenried noch länger durch den Torfabbau beträchtlich geschädigt, da das Hochmoor durch den Abbau austrocknete. Danach lösten Kompostprodukte den Torf als Bodenverbesserer nach und nach ab.
Nach einer Pause nahm man zu der Zeit des zweiten Weltkrieges den Abbau des Torfes wieder auf und man war zuversichtlich, dass auf den rund 10 Hektaren des Hochmoores mit einer Mächtigkeit von 3-5 Metern noch auf Jahre hinaus Torf zur Verfügung stehen werde. In den 60-iger-Jahren wurde man sich der Schädigung bewusst und man gab in der ganzen Schweiz den Torfabbau auf. In der Folge wurde auch die Moorschutzinitiative lanciert, welche zum Schutze der Hochmoore per Bundesverfassung führte.
Zugerberg als Militärstraflager
1943, noch im zweiten Weltkrieg kaufte das Militärdepartement der Schweizerischen Eidgenossenschaft den Früebüel von der Korporation Walchwil zum Zwecke der Errichtung einer Militärstrafanstalt, da die Verlegung der Militärstrafanstalt von St. Maurice VS nötig wurde. Zum Preise von CHF 3'600 pro Hektare, was einen Gesamtkaufpreis von CHF 166'085 entsprach, wurden 46,134 Hektaren von der Korporation Walchwil erstanden. 1944 kaufte das Militärdepartement der Schweizerischen Eidgenossenschaft weitere 15,72 Hektaren Land zu CHF 3'600 pro Hektare von der Korporation Walchwil für CHF 56'581. Somit ist die Fläche des Früebüel im Besitze der Eidgenossenschaft seit 1944 konstant bei 61,9 Hektaren geblieben.
In den Jahren 1943 bis 1988 diente der Früebüel auf dem Zugerberg als militärische Strafanstalt Zugerberg. Während des sowjetisch-afghanischen Krieges (1979–1988) nahm die Schweiz elf von den afghanischen Widerstandskämpfern gefangengenommene Sowjetbürger als Kriegsgefangene auf, da die Widerstandskämpfer nicht in der Lage waren, die Gefangenen gemäss den Genfer Konventionen zu behandeln. Dies geschah im Einvernehmen beider Kriegsparteien, die Unterbringung erfolgte für zwei Jahre auf dem Zugerberg. Zur militärischen Strafanstalt gehörte der Landwirtschaftsbetrieb sowie vier Wohnhäuser mit insgesamt neun Wohnungen für die Mitarbeitenden inklusive Aufseher. Die Baracken der Sträflinge wurden Anfang der 1990er-Jahre abgerissen. Im Jahr 2010 wurde auch noch der Maschendrahtzaun als Überbleibsel dieser Zeit demontiert (siehe Bild).
Nach der Übernahme des Betriebes durch die ETH wurden die Baracken anfänglich noch durch den Kanton für Asylbewerber benutzt. Im Übernahmevertrag war auch geregelt, dass der Betrieb und die Gebäude so aufrechterhalten bleiben müssen damit innert nützlicher Frist, die Funktion als Militärische Strafanstalt wiederaufgenommen werden kann.
Projekt Früebüel
Im Frühjahr 2014 wurde die Planung der Um- und Ausbauten des Früebüel in Angriff genommen. In einer Arbeitsgruppe der ETH Zürich, verstärkt mit einem Architekten und Landschaftsplaner, wurde eine intensive Planung mit Vertretern der Gemeinde Walchwil und des Kantons Zug hin zur Realisierung der notwendigen Infrastrukturen für das Konzept AgroVet-Strickhof, welches dem Früebüel besondere Funktionen zuwies. Diese sind bedingt durch die Aufgabe der Chamau, dem Quasi-Hauptbetrieb zum Früebüel bis 2016. Durch die grosse Entfernung des Hauptbetriebes in Lindau ZH, muss der Früebüel selbständiger werden.
Am 30.11.2016 wurde die Baueingabe über ein umfangreiches Projekt eingeben, welches nun im Bewilligungsprozess ist. Die bauliche Ausführung ist im 2018 vorgesehen.
Bauliche Umsetzung
Im Kontext von AgroVet-Strickhof werden bauliche Anpassungen und Erweiterungen auf dem Früebüel vorgenommen. Dazu gehören Anpassungen an Bauten und der Bau von Gehegen für Damwild, welche für die kommenden Jahre neben Schafen und Mutterkühen auf dem Früebüel gehalten werden.
Universität Zürich, ETH Zürich und Kanton Zürich haben AgroVet-Strickhof etabliert, um die Herausforderungen für die Sicherung einer nachhaltigen und gesunden Produktion von tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln anzugehen.
Inzwischen ist die Ausführungsplanung soweit gediehen, dass die Ausführung des Projektes mit den Abbrucharbeiten im Juli begonnen werden können.
Die Projektbeteiligten
Grundeigentümer / Bauherrschaft:
Schweizerische Eidgenossenschaft, vertreten durch die ETH Zürich, Abteilung Immobilien
Projektverfasser:
- Architektur: Alois M. Fischer, Cham
- Landschaftsplanung: Benedikt Stähli, Landschaftsarchitekt BSLA, Cham
- Gesamtleitung: Lauber Ingenieure AG, Holzbau & Bauwerkserhalt, Luzern
Nutzer:
AgroVet-Strickhof (Strickhof, ETH Zurich, University of Zurich)
Terminplan Ausführung
Der folgende Terminplan Ausführung zeigt die die verschiedenen baulichen Massnahmen auf der Zeitachse. In der Arealübersicht ist die Lage der im Terminplan aufgeführten Gebäude ersichtlich.
Pläne
- Übersicht aktuell
- Pläne Stall: Stand Baueingabe
Weitere Informationen
Bei Fragen zum Bauprojekt respektive zu der Forschung und zu der Lehre, wenden Sie sich bitte an die folgenden Personen:
Kontakt Leitung Bauprojekt:
Simon Pfenninger Presler
ETH Zürich, Abt. Immobilien
+41 44 633 84 30
<email-pii>
Kontakt Leitung Forschung:
Dr. Melissa Terranova
Leiterin Forschung AgroVet-Strickhof
+41 52 354 91 37
<email-pii>
Geschichte zum Standort Alp Weissenstein
Im Jahre 2015 wurde das Alpgebäude komplett saniert und die Alp Weissenstein ans Intranet der ETH Zürich angeschlossen. Der Rindviehstall wurde mit neuen flexiblen Stalleinrichtungen (Laufstall sowie Anbindestall) ausgerüstet und mit einem Laufhof ergänzt.
Chamau: Forschungsstation der ETH Zürich von 1948 bis 2017
Der Betrieb Chamau wurde 1948 durch die Schweizerische Eidgenossenschaft erworben um eine Forschungsstation zu errichten.
Im Jahre 1986 konnte der Milchviehstall in Betrieb genommen werden, welcher in einem Laufstall mit Melkstand und Grundfutterwaagen viele Forschungsansätze ermöglichte.
Im März 2017 wurde die Chamau als Forschungsstation aufgegeben und an den Kanton Zug verkauft. Der Landwirtschaftsbetrieb wird seither durch die Landwirtschafliche Schule Schluechthof betrieben (LBBZ Schluechthof - Gutsbetrieb Chamau).
Allgemeines
Der Landwirtschaftsbetrieb «Untere Chamau» wurde 1948 durch die Schweizerische Eidgenossenschaft erworben und der ETH Zürich zur Errichtung eines Lehr- und Versuchsgutes für Tierzucht übertragen. Seither stand der Betrieb bis zur Aufgabe im Jahre 2017 in steter Weiterentwicklung, um den sich wandelnden Forschungsbedürfnissen dienen zu können.
Umgebung
Die Chamau liegt in einem flachen und offenen Talboden mit Nord-Süd-Ausrichtung zwischen den beiden Flüssen Reuss und Lorze im nordwestlichen Zipfel des Kantons Zug auf 400 m ü. M.
In den Jahren 1959 - 1994 hatte es durchschnittlich 1136 mm (890-1563) Niederschlag bei durchschnittlich 150 Regen-Tagen (108 - 182).
Der Untergrund ist Niederterrassenschotter und darauf hat es schweren humosen, tiefgründigen, schwachsandigen Lehm. Der pH reicht von 6.1 bis 7.6. Der Grundwasserstand ist hoch.
Betriebsfläche
64.2 ha Fläche total 2.8 ha Unproduktiv (Strassen, Hausplätze, Gebäude) 8.7 ha Wald, Hecken und Feldgehölze, Streueflächen 54.7 ha Landwirtschaftliche Nutzfläche 52.7 ha Futterfläche 27.2 ha Naturwiesen und Weiden 22.5 ha Kunstwiesen 3.0 ha Silomais
Tierbestände
72 Milchkühe
40 Mutterkühe *
35 pro Jahr Aufzuchtkälber
36 Mastremonten
100 Mutterschafe
7 Zuchtwidder
45 Mutterschweine **
5-10 Eber **
40 Mastschweine pro Umtrieb
* (Winter) ** (inkl. Remonte)
Spezielle Versuchseinrichtungen
- Respirationsanlage für 2 GVE
- Stoffwechselstall für 20 GVE