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28 Jahre ist es her, als bei einer Bierwette die Idee des sportlichen Dreikampfes geboren wurde. Die wichtigsten Stationen auf dem Weg zum weltweiten Mythos inklusive Schweizer Highlights.
1977: US-Navy-Commander John Collins und ein paar Soldaten fassen alkoholgeschwängert in einer Kneipe in Honolulu den Entschluss, die Distanzen des «Waikiki Rough Water Swim» über 3,8 km, des «Around Oahu Bike Race» über 180 km und des Honolulu-Marathon über 42,195 km zu einem Wettkampf zusammen zu fassen, um herauszufinden, wer der kompletteste Sportler ist im ganzen Land.
1978: Zum ersten Ironman Triathlon finden sich am 18. Februar an der Waikiki Beach in Honolulu/Oahu tatsächlich 15 Abenteuerlustige ein. Zwölf erreichen das Ziel, Schnellster ist Gordon Haller in 11:46:58 Stunden.
1979: Der zweite Ironman sieht bereits die erste Frau am Start. Lyn Lemaire, eine erfolgreiche Radrennfahrerin aus Boston, überquert die magische Linie als Sechste. Erster ist Tom Warren in 11:15:56 Stunden. In «Sports Illustrated», einem der bekanntesten amerikanischen Sportmagazine, erscheint eine 10-Seiten-Geschichte über den Ironman.
1980: Der US-Fernsehsender ABC ist erstmals für seine Sendung «Wide World of Sport» mit einem Team vor Ort. Dave Scott erringt seinen ersten von sechs Hawaii-Siegen und drückt den Streckenrekord auf damals sagenhafte 9:24:33 Stunden!
1981: Valerie Silk übernimmt die Rennleitung und verlegt den Ironman von der wirtschaftlichen und daher verkehrsmässig stark frequentierten Hauptinsel Oahu nach Hawaii, der ruhigsten und größten Insel des Archipels, die auch «Big Island» genannt wird. Die Teilnehmerzahl verdreifacht sich auf 326 Athleten. Mit Walt Stack erreicht ein 73-Jähriger in 26:20:00 Stunden das Ziel.
1982 (Februar): Bud Light, eine Biermarke, wird Titelsponsor. Die Amerikanerin Julie Moss kollabiert in Führung liegend wenige Meter vor der Ziellinie. Während sie sich auf allen Vieren krabbelnd dem Ziel nähert, wird sie von Kathleen McCartney passiert, die damit die Frauenwertung für sich entscheidet. Die Krabbelbilder von Moss, die Zweite wird, gehen via Fernsehen um die ganze Welt.
1982 (Oktober): Das einzige Jahr, in dem zwei Ironman-Rennen stattfinden. Hintergrund der Verschiebung in den Herbst ist, dass man den Nordamerikanern und Europäern die Möglichkeit geben möchte, sich in den Sommermonaten auf die Ironman-Strapazen adäquat vorzubereiten. Scott drückt den Ironman-Rekord auf 9:08:23 Stunden.
1983: Das Zeitlimit wird auf 17 Stunden reduziert, bislang waren die letzten Finisher über 20 Stunden unterwegs. Zum ersten Mal wird ein Qualifikationssystem eingeführt.
1985: Scott Tinley siegt in 8:50:54. Carl Kupferschmid schafft es in 9:26:32 als erster Nichtamerikaner aufs Podest (Rang 3) und ist damit bis heute der bestklassierte Schweizer am Ironman Hawaii.
1986: Zum ersten Mal offeriert der Ironman Hawaii Preisgeld für die Besten (100 000 US-Dollar). Für Scott bleiben die Uhren bei fantastischen 8:28:37 Stunden stehen, bei den Frauen siegt zum ersten Mal Paula Newby-Fraser in 9:49:14 Stunden, sieben weitere Triumphe sollten folgen.
1988: Der Ironman Europe in Roth/Deutschland wird als vierter weltweiter Qualifikationswettkampf installiert.
1989: Erstmals in der Hawaii-Geschichte triumphiert Mark Allen über Dave Scott. Beide treiben sich zu unglaublichen Marathon- (Allen: 2:40; Scott: 2:41) und auch Gesamtzeiten (Allen: 8:09:15; Scott: 8:10:13) an.
1990: Valerie Silk verkauft die Rechte am Ironman Hawaii an Dr. Jim Gills aus Florida. Er gründet die World Triathlon Corporation (WTC). Die WTC führt eine weltweite Ironman-Serie ein, in der ein Gesamtpreisgeld von 450 000 Dollar zu gewinnen ist. An verschiedenen Ironman-Wettkämpfen in aller Welt muss man sich für den Ironman Hawaii qualifizieren.
1992: Erstmals bleibt mit Paula Newby-Fraser eine Frau unter der 9-Stunden-Marke: Unglaubliche 8:55:28 Stunden.
1994: Erster Ironman-Sieg eines Nichtamerikaners: Der Australier Greg Welch gewinnt vor dem 40-jährigen Dave Scott. Paula Newby-Fraser gewinnt zum siebten Mal das Rennen der Frauen und überbietet damit die sechs Hawaii-Siege von Dave Scott.
1995: Mark Allen zieht mit Scott gleich und gewinnt seinen sechsten Ironman-Titel. Ein Drama ereignet sich um die Siegerin der letzten vier Jahre, Paula Newby-Frazer. Diese steigt mit grossem Vorsprung vom Rad und läuft scheinbar ungefährdet ihrem achten Sieg entgegen. Doch einige hundert Meter vor dem Ziel versagen die Kräfte Newby-Frazers und sie muss sich für rund 15 Minuten auf die Strasse setzen. Sie wird von Karen Smyers und zwei weiteren Konkurrentinnen überholt und beendet das Rennen als Vierte.
1996: Der Belgier Luc van Lierde ist der erste Europäer, der den Ironman gewinnt, und auch der erste Athlet – die Pionierjahre ausgenommen – der dies gleich bei seinem ersten Start schafft. Bei den Frauen siegt Paula Newby-Fraser nach ihrem letztjährigen Drama zum achten und letzten Mal in 9:06:49. Hinter ihr erreicht Natascha Badmann bei ihrer Hawaii-Premiere auf Anhieb den fantastischen zweiten Rang.
1997: Ein dramatisches Krabbelduell sorgt für Furore. Die Amerikanerin Sian Welch liefert sich auf der Zielgeraden mit ihrer Landsfrau Wendy Ingraham ein packendes Duell um Rang vier. Beide gehen völlig erschöpft und dehydriert immer wieder in die Knie, bis Ingraham realisiert, dass sie auf allen Vieren schneller im Ziel ist. Sian Welch krabbelt ihr hinterher und wird Fünfte (vgl. Video am Textende).
1998: Die Schweizer erleben beim Ironman Hawaii einen grossen Tag: Natascha Badmann gewinnt zum ersten Mal das Rennen der Frauen (9:24:16) und Christoph Mauch (8:38:06) wird überraschend Vierter bei den Männern.
1999: Christoph Mauch bestätigt seine Leistung aus dem Vorjahr und wird abermals Vierter (8:27:06) vor Olivier Bernhard, der in 8:27:12 nur wenige Sekunden dahinter auf Rang fünf einläuft. Ironman-Wettkämpfe beginnen wie Pilze aus dem Boden zu schiessen.
2000: Zweiter Hawaii-Sieg für Natascha Badmann (9:26:16), Christoph Mauch wird Sechster (8:35:37).
2002: Natascha Badmann gewinnt nach einem fantastischen Radsplit bereits zum vierten Mal auf Hawaii und liegt am Schluss insgesamt nur 37 Minuten hinter der Männerspitze.
2004: Ein Dopingfall erschüttert Hawaii. Das Rennen der Damen sieht frühzeitig wie ein absoluter Triumphlauf der Deutsche Nina Kraft aus. Die Ernüchterung folgt wenige Tage nach dem Zieleinlauf. Nina Kraft wurde des Dopings mit EPO überführt und ist geständig. Der Titel (ihr fünfter insgesamt) wird der Zweitplatzierten Natascha Badmann zugesprochen.
2005: Die Olympiazweite von Sydney 2000, Michellie Jones, liegt lange Zeit in Führung und wird erst auf der Laufstrecke von Natascha Badmann überholt, die damit ihren sechsten Hawaii-Erfolg feiern kann. Die Deutschen bestätigen ihre aussergewöhnliche Leistungsdichte und feiern bei den Männern durch den Münchner Faris Al-Sultan einen überlegenen Sieg.
2007: Natascha Badmanns Siegesserie geht mit einem Sturz zu Ende. Auf der Radstrecke kollidiert sie mit einem Motorrad und muss das Rennen mit einer schweren Schulterverletzung aufgeben.
2008: Ronnie Schildknecht stürmt nach einer furiosen Laufleistung bis auf Rang vier vor. Noch immer ist ausser Carl Kupferschmid kein Schweizer aufs Hawaii-Podest gestiegen.
2009: Die Australierin Chrissie Wellington verbessert den seit 1992 bestehenden Streckenrekord Paula Newby-Frasers in 8:54:02 Stunden um 86 Sekunden.
2010: Als erst zweite Schweizerin nach Natascha Badmann erklimmt Caroline Steffen mit Rang 2 das Hawaii-Podium. Karin Thürig stellt mit 4:48:22 den Streckenrekord auf der Radstrecke auf.
2011: Endlich wird auch der Männer-Rekord gebrochen. Craig Alexander unterbietet mit seiner Siegerzeit von 8:03:56 den Rekord des Belgiers Luc Van Lierde von 1996 – um hauchdünne 12 Sekunden.
2013: Mirinda Carfrae stellt in 8:52:14 den aktuellen Frauenrekord auf. Grundlage dafür ist ihre unglaubliche Marathonzeit von 2:50:38 h. Nur zwei Männer liefen schneller als Carfrae!