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Das reale (also preisbereinigte) Bruttoinlandprodukt (BIP) und dessen Entwicklung können als Konjunkturindikator interpretiert werden, der anzeigt, wie sich die Volkswirtschaft insgesamt entwickelt und welche Zyklen sie durchläuft. Als Summe der Wertschöpfung der produzierten Güter ist das BIP zudem ein Indikator für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft.
Das reale BIP pro Kopf drückt die Wirtschaftsleistung eines Landes in Bezug zu dessen Bevölkerung aus. Über die Zeit betrachtet, ermöglicht es somit eine Einschätzung darüber, wie sich die mittlere Wirtschaftsleistung pro Einwohner entwickelt. Steigt der Wert dieses Indikators im Verlauf der Zeit, so steigen tendenziell auch die materiellen Möglichkeiten der Einwohner eines Wirtschaftsgebiets, da sie über die ausbezahlten Arbeits- und Vermögenseinkommen am wirtschaftlichen Erfolg teilhaben.
Das reale (also preisbereinigte) Bruttoinlandprodukt (BIP) und dessen Entwicklung können als Konjunkturindikator interpretiert werden, der anzeigt, wie sich die Volkswirtschaft insgesamt entwickelt und welche Zyklen sie durchläuft. Als Summe der Wertschöpfung der produzierten Güter ist das BIP zudem ein Indikator für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft.
Stand 22. Dezember 2021
Die wichtigsten Ergebnisse
Das reale BIP pro Kopf wies im Jahr 2020 einen Indexstand von 125,3 Punkten auf (1991: 100). Das sind 3,1% weniger als im Vorjahr, in dem der höchste je erreichte Wert verzeichnet worden war. Der Indikator hat sich über die letzten 29 Jahre vorwiegend positiv entwickelt, mit einer mittleren jährlichen Wachstumsrate von 0,8%. Es wechselten sich Phasen des Rückgangs mit Phasen des Anstiegs ab. Ein sinkendes oder stagnierendes BIP pro Kopf war in insgesamt vier Phasen zu verzeichnen: in der Rezession bis 1996, in den beiden Stagnationsjahren 2002 und 2003, während der internationalen Finanzkrise von 2009 sowie im jüngsten Berichtsjahr 2020 als Folge der Covid-19-Pandemie. Die verbleibenden Jahre des Berichtszeitraums sind von durchgehend positiven Wachstumsraten geprägt.
Kontext
Die ersten Jahre des beobachteten Zeitraums (1991 - 2000) waren geprägt von den Nachwehen einer inländischen Immobilienkrise sowie von umfassenden Restrukturierungen der Schweizer Wirtschaft. Das mittlere jährliche Wachstum des BIP pro Kopf betrug hier 0,8%.
In die darauffolgende Dekade fielen zwar mit 2002/2003 und 2009 zwei durch internationale Ereignisse ausgelöste Rezessionsphasen, wobei letztere in einer Vielzahl entwickelter Länder einen massiven Einbruch der Wirtschaftstätigkeit mit sich brachte. Die Schweizer Wirtschaft zeigte sich jedoch in dieser Zeit als robust in Bezug auf solche Einflüsse. Das mittlere Wachstum des BIP pro Kopf betrug 2000 - 2010 1,1%.
In der letzten Dekade des Beobachtungszeitraums (2010 - 2020) flachte die Wachstumsdynamik unter dem Eindruck verschiedener Umstände (Aufwertung des Schweizer Frankens, verhaltenes internationales Umfeld, Covid-19-Pandemie) ab. Im Mittel war hier nur noch ein Wachstum von 0,5% des BIP pro Kopf zu verzeichnen.
Vergleich mit subjektiven Daten
---
Internationaler Vergleich
|Mittel

1991-2000
|Mittel

2000-2010
|Mittel

2010-2020
|Mittel gesamt

1991 - 2020
|Schweiz||0,8||1,1||0,5||0,8|
|Italien||1,7||-0,2||-0,9||0,1|
|Frankreich||1,8||0,6||0,0||0,7|
|Deutschland||1,4||1,0||0,7||1,0|
|Österreich||2,1||1,1||0,1||1,1|
|USA||2,6||0,8||1,0
||1,4

|EU (27 Länder)||--||1,0||0,6||--|
|OECD - Total||--||1,0
||--
||--|
Tabellen
Methodologie
Die Werte des realen BIP pro Kopf für die Jahre 2019 und 2020 sind provisorisch.
Definitionen
Definition des Indikators
Das reale BIP pro Kopf errechnet sich als Quotient aus dem realen BIP und dem Jahresmittelwert der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz. Bei der hier gezeigten Reihe handelt es sich um einen Index, d.h. die Reihe ist so skaliert, dass das Basisjahr (1991) den Wert von 100 erhält. Das reale BIP wird bestimmt, indem zunächst jährliche reale Wachstumsraten errechnet werden, und zwar jeweils auf Basis des BIP zu Preisen des Vorjahres für sämtliche Jahre des Berechnungszeitraums. Aus den so ermittelten jährlichen Wachstumsraten wird ein Volumenindex errechnet („Verkettung“).
Unter ständiger Wohnbevölkerung versteht man alle Personen Schweizerischer Staatsangehörigkeit mit Wohnsitz in der Schweiz sowie ausländische Staatsangehörige mit einer Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilligung für die Dauer von mindestens einem Jahr. Auch Personen des Asylbereichs (Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene) mit einer Aufenthaltsdauer von mindestens einem Jahr werden in der ständigen Wohnbevölkerung mitgezählt.
Publikationen
Links