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Der «Caucasus Analytical Digest (CAD)» als monatliche Internet-Publikation wird gemeinsam herausgegeben vom Caucasus Research Resource Center / Forschungszentrum für Osteuropäische Studien der Universität Bremen, dem Center for Security Studies (CSS) der ETH Zürich, dem Center for Eastern European Studies (CEES) an der Universität Zürich und der deutschen Gesellschaft für Osteuropäische Studien (DGO). Der «Caucasus Analytical Digest (CAD)» analysiert die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation in den drei südkaukasischen Staaten Aserbajdschan, Armenien und Georgien hinsichtlich der internationalen und der Sicherheitsdimension der Entwicklung dieser Region. Der CAD wird editiert von Lusine Badalyan, Bruno De Cordier, Farid Guliyev, Diana Lezhava, Lili Di Puppo, Jeronim Perović, Abel Polese, Licínia Simão, Tinatin Zurabishvili. Der CAD Korrespondenz-Editor ist Heiko Pleines und der Layout-Editor ist Matthias Neumann.
Aktuelle Ausgaben
Diese Ausgabe analysiert nationale und nationalistische Sichtweisen auf Europa und die Selbstpositionierungsstrategien der südkaukasischen Staaten aus historischer und/oder heutiger Perspektive. Narek Sukiasyans Fallstudie zu Armenien untersucht den offiziellen Diskurs über Europa auf der Ebene der Staatsoberhäupter seit der Unabhängigkeit und öffentliche Narrative, die die Rolle der EU interpretieren; die Fallstudie von Najmin Kamilsoy und Anna Zamejc zu Aserbaidschan analysiert die wachsende Desillusionierung der Zivilgesellschaft mit der EU als normativer Macht; Nino Gozalishvili gibt Einblicke, wie die europäische Idee in den Mobilisierungsstrategien rechtsextremer politischer Gruppen in Georgien eingesetzt wurde.
Das Thema dieser Ausgabe lautet „Nachwirkungen des Karabachkriegs 2020: Neue geopolitische Realität im Südkaukasus“. Eka Javakhishvili untersucht die widersprüchlichen Präferenzen der südkaukasischen Staaten (Armenien, Aserbaidschan und Georgien) und einiger grösserer regionaler Akteure (Türkei, Russland, Iran) in Bezug auf die „3+3“-Plattform, eine Nachkriegsinitiative für regionale Zusammenarbeit. Tatia Chikhladze beschreibt die Aussichten für den jüngsten Annäherungsversuch zwischen der Türkei und Armenien. Akif Musayev, Khatai Aliyev, Shabnam Maharramova und Mirvari Gazanfarli analysieren das Umsiedlungspotenzial von Binnenvertriebenen in den Nachkriegsgebieten Aserbaidschans auf der Grundlage von Daten aus einer Umfrage, die von einer unabhängigen Agentur durchgeführt wurde.
Das Thema dieser multidisziplinären Ausgabe lautet „Ambitionierte Agenda – begrenzte Substanz? Kritische Untersuchungen zum ‚Resilience Turn‘ (Resilienzansatzes) der EU im Südkaukasus“. Veronika Pfeilschifter untersucht EU-Resilienzaufbau im Bereich des postautoritären Übergangs-Justizsystems in Armenien. Diana Forker und Natia Botkoveli untersuchen den Einfluss von Sprachen auf die gemeinschaftliche und individuelle Resilienz in Minderheitengemeinschaften in Georgien. Tiffany G. Williams untersucht, wie Synergien der EU-US-Sicherheitsgovernance resiliente Selbstverteidigung in Georgien stärken können. Schliesslich untersuchen Bidzina Lebanidze, Ashot Aleksanyan und Irena Gonashvili, ob und wie ein Mangel an geopolitischer „actorness“ (Akteursschaft, Handlungsfähigkeit) den EU-Resilienzaufbau in Armenien und Georgien untergräbt.
Das Thema dieser Ausgabe ist die landesspezifische Anpassung von Smart Urban Development in Aserbaidschan. Zunächst beginnt Anar Valiyev mit einer allgemeinen Diskussion des Konzepts der „Smart City“ und geht auf die Probleme der Umsetzung des Smart City-Konzepts in Aserbaidschan ein. Zweitens erörtert Bairam Akhundov die bestehenden Erfahrungen Aserbaidschans mit der Smart City-Entwicklung und untersucht, inwieweit die breite Öffentlichkeit an diesen Reformen teilnimmt. Drittens untersucht Gunay Mukhtarova bestehende Modelle der Verkehrstelematik und welche ihrer Komponenten in Aserbaidschan eingesetzt werden könnten. Viertens diskutiert Narmin Ismayilova die Möglichkeiten der Umsetzung von „Smart Village“-Konzepten in der Region Karabach.
Das Thema der Ausgabe lautet «Die Beteiligung der Zivilgesellschaft an der Klimapolitik von Georgien». Zunächst gibt Giorgi Mukhigulishvili einen Überblick über die aktuelle nationale Klimapolitik, wie sie im Dokument «Nationally Defined Contribution» (national festgelegter Beitrag gemäss dem Pariser Klimaabkommen) beschrieben ist. Zweitens untersuchen Larissa Donges und Mikheil Kurdadze die Umsetzung von Beteiligungsrechten in der Praxis, ausgehend von der Forderung, die Zivilgesellschaft an der Entwicklung solcher Dokumente zu beteiligen. Drittens beleuchten Anna Samwel und Ana Muradashvili dieses Thema unter einem weiteren Gesichtspunkt: Die Frage, warum Gender in der Klimapolitik eine Rolle spielt.
Diese Ausgabe des Caucasus Analytical Digest konzentriert sich auf die Polarisierung als ein Schlüsselmerkmal der georgischen Politik, genauer gesagt auf die wichtigsten Akteure und Instrumente dieser Polarisierung: rechte Gruppen, Medien und die Georgische Orthodoxe Kirche. Tamta Gelashvili untersucht die Rolle der extremen Rechten bei der politischen Polarisierung; Salome Kandelaki analysiert Radikalisierung und illiberale Tendenzen in Georgien, indem sie sich auf die Rolle eines der mächtigsten beteiligten Akteure, der Georgischen Orthodoxen Kirche (GOC) konzentriert; Lasha Kavtaradze thematisiert die Rolle der georgischen Mainstream-Medien im aktuellen polarisierten politischen Umfeld.
Das Thema dieser Ausgabe ist Tourismus in Georgien: Von den Lehren der Vergangenheit zu den Perspektiven der Zukunft. Erstens analysieren Merab Khokhobaia und Temur Gugushvili das Wachstum des Tourismus in der Sowjetzeit sowie seine frühen Entwicklungsstadien im unabhängigen Georgien; zweitens konzentriert sich Gvantsa Salukvadze auf die Auswirkungen der angespannten politischen Beziehungen Georgiens zu Russland auf die tourismusabhängige Ausrichtung des Landes; drittens diskutiert Lela Khartischwili alternative Formen des Tourismus als potenzielle Perspektive für die Entwicklung Georgiens.
Diese Ausgabe des Caucasus Analytical Digest befasst sich mit lokalen Dimensionen des Berg-Karabach-Konflikts. Erstens untersucht Leila Alieva die Ver- und Entsicherheitlichungsprozesse und die Einstellungen zum Konflikt in Aserbaidschan in den Zeiträumen vor, während und nach dem Konflikt in Karabach 2020; zweitens diskutiert Tamar Shirinian die affektiven Verbindungen zwischen den beiden Gespenstern der vermissten oder gefallenen Soldaten und der alten politisch-ökonomischen Elite, die nun droht, die Macht zurückzugewinnen, und die politischen Auswirkungen nationaler Traumata auf die Nachkriegszukunft Armeniens; drittens analysieren John O’Loughlin, Gerard Toal und Kristin Bakke die etwas widersprüchlichen Ergebnisse einer im Februar 2020 durchgeführten Umfrage unter Einwohnern Karabachs zu Fragen von Territorium und Frieden.
Diese Ausgabe befasst sich mit erneuerbaren Energien im Südkaukasus. Zunächst untersucht Agha Bayramov die Entwicklung der erneuerbaren Energien in Aserbaidschan. Als Zweites prognostiziert Mary Keogh, dass die Entwicklung einheimischer erneuerbarer Energieressourcen eine Schlüsselrolle in der Stärkung von Armeniens Energiesicherheit spielen wird, wobei es insbesondere darum geht, die Abhängigkeit von Russland zu verringern. Dabei konzentriert sie sich auf die Möglichkeiten, die durch die Zusammenarbeit mit externen Akteuren entstehen. Als Drittes bewertet Tracey German den Beitrag, den Wasserkraft zu Georgiens Energiemix leistet, und erläutert die Lehren, die aus den georgischen Erfahrungen bei der Abwägung des Strombedarfs gegen ökologische und soziale Kosten gezogen werden können.
In dieser Ausgabe geht es um die Milderung der sozialen Folgen der COVID-19-Pandemie. Als Erstes untersuchen Gurgen Aslanyan, Vardan Baghdasaryan und Gayane Shakhmuradyan die gesellschaftspolitischen Reaktionen der armenischen Regierung auf die COVID-19-Krise. Als Zweites fordert Farid Guliyev, dass Aserbaidschans Sozialhilfe- und Einkommenssicherungssysteme, die während der COVID-19-Pandemie eingeführt wurden, im Kontext des bestehenden Sozialversicherungssystems und der Sicherheitsnetze gesehen werden müssen. Als Drittes weisen Vakhtangi Demuria und Teona Absandze darauf hin, dass sich die Bemühungen der georgischen Regierung, die Bevölkerung mit Sozialhilfe zu versorgen, zwar verzögerten und in puncto Effizienz ins Stocken gerieten, insgesamt aber mehr oder weniger komplexe Hilfsprogramme ausgearbeitet wurden. Zuletzt analysieren Ramina Murshudova, Aytan Shahmarova, Mirvari Gasimova, Gunel Poladova und Malahat Valiyeva die Veränderungen in der Einstellung zum Online-Unterricht in Aserbaidschan während des beispiellosen globalen Lockdowns infolge der COVID-19-Pandemie.