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Queere Theorien und Soziale Arbeit – eine Möglichkeit?
Theoretische Auseinandersetzung mit Queer, Sprache und Diversity
Eine zentrale Aufgabenstellung der Sozialen Arbeit ist die Arbeit mit ‘Anderen’, den ‘Sozialhilfebeziehenden’, den ‘Migrant_innen’, den ‘Frauen*’ den ‘Männern*’. Immer werden Differenzlinien und Differenzordnungen geschaffen, um Menschen in eine dichotome Form identitätsbildend zu kategorisieren.
Menschen werden unmittelbar nach der Geburt dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zugeordnet und somit in ihrer Rolle, in ihrem Sein und Handeln unhinterfragt fixiert. Aus dem anatomisch wahrnehmbaren Geschlecht wird auf das soziale Geschlecht, auf die gegengeschlechtliche Begehrensform und die Identität geschlossen. Alle anderen Formen des Seins wie Homosexualität, Transgender und Intersexualität, welche nicht dieser Kohärenz und der Zweigenderung entsprechen, werden entnormalisiert und somit diskriminiert.
Die Queer Theory rekonstruiert diese Normen, welche sich in alltäglichen Beispielen wiederfinden, als Struktur und Grundlage unseres Denkens, Sprechens und Handelns und kritisiert sie.
In der Arbeit wird ersichtlich, dass queer in der Sozialen Arbeit nicht weit verbreitet ist. Diese Feststellung zeigt sich beispielsweise daran, dass im Handbuch Soziale Arbeit nur wenige Bezüge zu queer gemacht werden. Durch die Auseinandersetzung mit queer wird deutlich, dass auch die Soziale Arbeit durch die herrschende heteronormative und zweigegenderte Norm strukturiert ist. In dieser Arbeit wird anhand von Diversity-Konzepten eine Brücke gebaut zu queer und dem Versuch, Differenzlinien durch eine queergerechte Sprache zu überwinden. Damit kann aufgezeigt werden, welche nützlichen Hinweise die Soziale Arbeit aus der Auseinandersetzung mit der Queer Theory und aus einer Verbindung von Diversity-Konzepten mit queer erhalten kann, wenn es darum geht, Diskriminierung zu verhindern und sich vor Kategorisierungen zu schützen, die im beraterischen Alltag zu Fehlschlüssen führen könnten.