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Sabine R. Huebner
Der Sohn des Zimmermanns. München 2016. (Monographie 2012-2016)
Diese Monographie, die kurz vor dem Abschluss steht, untersucht die sozialgeschichtlichen Realitäten neutestamentlicher Erzählungen auf Basis der Papyri des römischen Ägypten. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit der angeblichen Sonderstellung Ägyptens in der römischen Welt und damit der mangelnden Übertragbarkeit der aus den Papyri gewonnenen Informationen auf andere Provinzen, das 2. Kapitel untersucht den Ablauf des römischen Zensus, die Datierung des ersten Zensus in Judäa, das 3. Kapitel analysiert die Stellung der Frau unter den Anhängern Jesu und in der frühkaiserzeitlichen Gesellschaft der östlichen Provinzen, der Alltag der Hirten als gesellschaftliche Randgruppe wird im 4. Kapitel behandelt, Kapitel 5 dreht sich um die soziale und wirtschaftliche Stellung und häusliche Situation eines Zimmermanns und das 6. Kapitel schließlich untersucht die Schwierigkeiten des Reisens für die Unter- und Mittelschichten in der Antike, die ebenfalls mobil sein mussten, sich aber anders als die Eliten nicht auf die Annehmlichkeiten des cursus publicus, mehrere Landhäuser entlang der wichtigen Verkehrswege und die Gastfreundschaft reicher Freunde verlassen konnten.
mit Geoffrey Nathan: Families in the Ancient Mediterranean. Oxford 2015. (Konferenz und Sammelband 2012-2015)
Mit ihrem australischen Kollegen, Prof. Dr. Geoffrey Nathan, Sydney, hat Huebner im Juni 2012 eine internationale Konferenz am Max-Planck Institut in Rostock zum Thema „The Mediterranean Family from Antiquity to the Early Modern Period“ organisiert (14./15. Juni 2012). Die Max-Planck Gesellschaft hat Huebner für die Organisation der Tagung finanzielle Mittel für die Unterbringung der rund 15 internationalen Vortragenden, die Verpflegung und einen Tagungsraum zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse werden in Form eines Sammelbands bei Wiley-Blackwell, Oxford, publiziert. Das Buch erscheint im Frühjahr 2016 als S. R. Huebner and G. Nathan (eds.) Families in the Ancient Mediterranean. Oxford 2015.
mit anderen: Encyclopedia of Ancient History. Wiley: Oxford 1. Edition 2012; 2. Edition 2015; 3. Edition 2017.
Huebner ist seit 2007 als einer der Hauptherausgeber der Encyclopedia of Ancient History (Oxford: Wiley-Blackwell) tätig, die im Juni 2012 in einer 13-bändigen Erstedition mit über 5.000 Artikeln zu allen Themen der antiken Mittelmeerwelt in einer Druck- und Onlineversion erschien. Die Encyclopedia of Ancient History wurde mit der Auszeichnung 'Honorable Mention' (2013 Dartmouth Medal of the American Library Association) bedacht und als “Most Outstanding Reference Work” ausgezeichnet. Seit März 2013 arbeitet Huebner mit ihren Mitherausgebern Roger Bagnall, Kai Brodersen, Craige Champion und Andrew Erskine an einer um rund 500 Artikel erweiterten Zweitauflage.
mit Christian Laes: Singles in the Roman and Later Roman Empire. Cambridge University Press (under review). (Konferenz und Sammelband 2014-2016)
Im Mai 2015 hat Huebner zusammen mit ihrem belgischen Kollegen, Prof. Dr. Christian Laes (Universität Antwerpen), eine internationale Tagung an der Academia Belgica mit Unterstützung des Istituto Svizzero, des Institutum Romanum Finlandiae und des Netherlands Institute in Rom zum Thema „Singles and the Single Life in Roman and Late Antiquity“ organisiert. Der Konferenzband, den sie gemeinsam herausgeben, ist momentan bei Cambridge University Press in Begutachtung.
Die Beiträge hochkarätiger Wissenschaftler in diesem Band beleuchten das Single-Leben in der Antike aus demographischer, wirtschaftlicher, sozialer und religiöser Perspektive unter Berücksichtigung von juristischen, philosophischen, hagiographischen, theologischen, demographischen, epigraphischen sowie dokumentarisch-papyrologischen Quellen. Als Single zu leben, wird für ein gesellschaftliches Phänomen des 20. und 21. Jhs. gehalten, doch deuten verschiedenste Quellen darauf hin, dass auch in römischer und spätantiker Zeit ein ganz beträchtlicher Prozentsatz der Bevölkerung unverheiratet blieb. Während heute zunehmende Individualisierung und finanzielle Unabhängigkeit junger Frauen und Männer für das wachsende gesellschaftliche Phänomen verantwortlich gemacht wird, waren es in der Antike und Spätantike oftmals ganz andere Gründe. Dieses Forschungsprojekt reiht sich ein in Huebners jüngste Forschungen zur römischen und spätrömischen Familie, in denen auch den einzelnen Familienmitglieder gebührende Aufmerksamkeit zukommt und ‚andere’ Formen von Familien untersucht werden. Auch dieses Forschungsprojekt von Huebner betont, dass wir keinesfalls von der römischen Familie sprechen können, sondern von einer Vielfalt von römischen Familien abhängig von sozialen, statusrechtlichen, ökonomischen und kulturellen und individuellen Umständen und Lebensformen.
Konferenz und Sammelband (2015-2017): Growing up Motherless in Antiquity: A Conference on Mother Absence in the Ancient Mediterranean
Organizers:
Prof. Dr. Sabine R. Huebner, Universität Basel, Switzerland
Dr. David M. Ratzan, New York University
Basel, Switzerland, 26 – 28 May 2016
The last forty years have witnessed a vast reclamation project in ancient history, as scholars have worked to recover the lives of historically muted groups, particularly those of women and children. The result is an impressive body of work collecting the traces ancient women and children have left behind, as well as a sophisticated epistemology of the biases, gaps, and silences in the historical record. From this perspective, the absence of ancient mothers has represented an ineluctable reality and a methodological hurdle, but rarely a subject of study in its own right. Yet the evidence suggests that mother absence was not merely a secondary artifact of bias or artistic and historiographical conventions; it was also a primary condition of antiquity, one whose root causes, social articulations, and psychological effects have never been fully described or explored, even as it had a profound effect on ancient family life and the experience of childhood.
In approaching the causes, forms, and effects of ancient mother absence we now stand to benefit not only from the last four decades of research into the ancient and pre-modern family (including a growing bibliography on ancient mothers, e.g., the recent collection of Petersen and Salzman-Mitchell (eds.), Mothering and Motherhood in Ancient Greece and Rome [Univ. Texas Press, 2012]), but also from recent research into contemporary mother absence. The root cause of ancient mother absence, of course, was death, with the result that a significant proportion of ancient children grew up without their biological mothers. In the contemporary West, by contrast, mother absence is increasingly the product of the number of working and career mothers (now two-thirds to three-quarters of all mothers in Germany, Switzerland, France, and the U.S.), a social revolution that is rapidly transforming the practices, economics, ideals, and politics of mothering. Cameron Macdonald’s Shadow Mothers: Nannies, Au Pairs, and the Micropolitics of Mothering (Berkeley 2011), for example, investigates the ways in which mother-work has been commoditized, outsourced, and negotiated between mothers and “shadow mothers” over the last two decades. Macdonald’s account of the economics, class tensions, and strategic postures shaping the relationships between contemporary mothers and a quasi-professionalized class of surrogates is a thought-provoking read for anyone acquainted with the various “shadow mothers” of antiquity. This and similar research suggests that ancient historians should attempt to see the phenomenon of ancient mother absence as a continuum, ranging from its obvious manifestation in the total absence caused by maternal death, to the partial absences of various forms of maternal separation brought about by economic necessity, divorce, slavery, social conventions, and perhaps even choice on occasion. It also provides us with a potential framework to understand the ways in which different parties or groups cognized and responded to maternal absence, from the children who grew up without their mothers to varying degrees, to those who stepped in, were employed, or commanded to mother them, a patchwork cast of stepmothers, family members, wet nurses, and domestic slaves—and perhaps we may even extend this analysis to the absent mothers themselves, to the extent that we can recover or reconstruct their experiences.
Alfred Schmid
Alfred Schmid: Die Geburt der Historie aus dem Geiste der Politik. Zum Gewicht frühgriechischer Historiographie, mit einem Seitenblick auf Altchina (Monographie)
Finanzierung (seit 2009) durch: Gerda-Henkel-Stiftung; Freie Akademische Stiftung, Freiwillige Akademische Gesellschaft
Stefanie Schmidt
Stefanie Schmidt: Assuan in früharabischer Zeit
Die arabische Eroberung Ägyptens in den frühen 640er Jahren brachte Veränderungen mit sich, die das Land nachhaltig prägten. Die urbanen Zentren dürften als Orte des wirtschaftlichen und kulturellen Austausches hiervon besonders betroffen gewesen sein. Gerade für den Süden des Landes sind Entwicklungen in früharabischer Zeit aber noch weitestgehend unerforscht. Unter den Fatimiden war zum Beispiel Assuan, das römische Syene, ein wichtiger Umschlagplatz für den Handel über das Rote Meer und Nubien sowie für den Pilgerverkehr nach Mekka. Über den wirtschaftlichen Aufstieg der Stadt unter den Umayyaden und frühen Abbasiden ist allerdings noch wenig bekannt. Das Forschungsprojekt widmet sich Assuan als Handels- und Produktionszentrum in der Übergangsperiode von der spätbyzantinischen zur früharabischen Zeit. Angestrebt wird eine Wirtschaftsgeschichte von Stadt und Region, die sowohl archäologische als auch schriftliche Quellen berücksichtigt.
Lukas Thommen
Lukas Thommen: Archaisches und klassisches Griechenland (Monographie)
Lukas Thommen: Die Wirtschaft Spartas
Sparta als "Stadt ohne Geldwirtschaft" gilt als "vorsintflutlicher Widersacher" von Athen, so dass seine Wirtschaft auch als "klassischer Anachronismus" bezeichnet wurde. Das Eindringen von Geld am Ende des Peloponnesischen Krieges wird nicht zuletzt für den Untergang Spartas verantwortlich gemacht. Erst die Forschungen der letzten 20 Jahren haben das Bild der vermeintlichen Austerität beträchtlich korrigiert, aber noch keine wirklich umfassende Übersicht über die Wirtschaft Spartas hervorgerufen. Sparta soll daher in allen seinen wirtschaftlichen Facetten betrachtet und die ökonomische Entwicklung von der archaischen bis zur römischen Zeit differenziert untersucht werden.
Lukas Thommen: Umweltgeschichte der Antike
In der griechisch-römischen Antike entwickelte sich ein zwiespältiges Verhältnis von Mensch und Natur, das den Umgang mit der Umwelt wesentlich beeinflusste. Einerseits wurde die Natur als ein von göttlichen Mächten geprägter Raum betrachtet, dem entsprechender Respekt zusteht. Andererseits zeichnete sich eine rationale Sichtweise ab, bei welcher der Mensch mit seinen technischen Fertigkeiten die Natur zähmt und über sie verfügt. Im Rahmen des Forschungsprojektes werden die verschiedenen Bereiche, in denen die Menschen in die Umwelt eingriffen, systematisch beschrieben und dabei das Spannungsverhältnis von Ressourcennutzung und Naturschonung vom frühen Griechenland bis in die Spätantike verfolgt. Gleichzeitig wird die umfassende Erschließung des Mittelmeergebietes und der nördlich angrenzenden Regionen als Siedlungs- und Wirtschaftsraum deutlich.