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Diese technischen Prüfungen, genannt "Visites décennales", haben drei Hauptziele:
- Eine minuziöse Überprüfung der Reaktorkomponenten, speziell des Reaktordruckbehälters, des Reaktorcontainments und des Primärkreises.
- Periodisches Nachführen des allgemeinen Sicherheitsniveaus der Anlage durch Nachrüstungen. Berücksichtigt wird die neuste Entwicklung von Wissenschaft und Technik. Die "Visites décennales" bilden somit eine regelmässige Verjüngungskur für die Anlagen.
- Nachweis zu Handen der nuklearen Sicherheitsbehörde, dass die Anlagen alle Bedingungen für den sicheren Betrieb in den nächsten zehn Jahren erfüllen.
Das Programm der zweiten Serie der "Visites décennales", das die EDF bis ins Jahr 2008 für die 34 Reaktoren der 900-MW-Linie umsetzen will, stellt eine besondere industrielle Herausforderung dar. In den Blöcken Tricastin-1 und Fessenheim-1 wurden in den Jahren 1998 und 1999 zwei solche Inspektionen als Pilotoperationen durchgeführt. Dieses Jahr werden die vier Werke Dampierre-1, Bugey-2, Tricastin-2 und Fessenheim-2 unter die Lupe genommen. Die 28 weiteren Blöcke werden sukzessive im Rhythmus von drei bis sechs pro Jahr überprüft. Jede dieser Visiten erfordert einen ungefähr viermonatigen Anlagenstillstand und mobilisiert jeweils 1000 bis 2000 Personen. Viele davon sind Angestellte von Lieferanten.
Gemäss EDF stellt das Programm eine grosse Investition zu Gunsten der Sicherheit dar. Pro Block werden für die zweite Serie der "Visites décennales" ungefähr 5% der Errichtungskosten eines Werkes ausgegeben. Insgesamt hat EDF für die zweite Serie der "Visites décennales" einen Betrag in der Grössenordnung von FF 10 Mrd. budgetiert.
Quelle
H.K. nach Mitteilung der EDF vom 15. März 2000