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Wirbel um Flug MH370
Malaysias «Chaos» mit den Informationen - das lief alles schief
Noch immer fehlt jede Spur von Flug MH370, täglich gibt es neue Spekulationen - und der Unmut über Malaysias Informationspolitik steigt. China kritisierte die widersprüchlichen Angaben nun als "ziemlich chaotisch".
Auch an Tag fünf nach dem Verschwinden des Flugs MH370 der Malaysia Airlines gibt es keine konkrete Spur von der verschollenen Boeing, dafür wird die Kritik an der Informationspolitik des malaysischen Krisenstabs lauter.
Besonders China zeigte sich verärgert: Die widersprüchlichen Angaben über das vermisste Flugzeug seien "ziemlich chaotisch", kritisierte das chinesische Aussenministerium. 153 der 239 Passagiere an Bord waren Chinesen.
Eine Auswahl unklarer oder widersprüchlicher Informationen im Fall des vermissten Fluges MH370:
- Der Zeitpunkt des Verschwindens: Malaysia Airlines hatte zunächst gesagt, dass der Kontakt zum Flugzeug um 2 Uhr 40 morgens verlorenging, nachdem die Maschine zwei Stunden in der Luft war. Später hiess es dann jedoch, der Zeitpunkt des Verschwindens sei 1 Uhr 30 gewesen. Die inkorrekte erste Information führte zu Spekulationen, das Flugzeug sei zwischen Vietnam und China abgestürzt.
- Drehte das Flugzeug um? Am ersten Tag sagte die malaysische Regierung, es gebe Anhaltspunkte, dass das Flugzeug umdrehen wollte. Nach Tagen der Konfusion und der Spekulationen erklärte das Militär nun, dass es Radaraufnahmen von einem nicht identifizierten Flugzeug 370 Kilometer nordwestlich der Insel Penang über dem Andamanischen Meer empfangen habe. Das wäre mehrere hundert Kilometer westlich der Route von Flug MH370. Ob es sich tatsächlich um die vermisste Boeing handelte, sei allerdings unklar, betonte der Chef der Luftwaffe, Rodzali Daud. Das Militärradar sei nicht in der Lage, Art und Kennung eines Flugzeugs zu identifizieren.
- Vermisste Passagiere: Malaysische Offizielle hatten zu Beginn der Ermittlungen bekanntgegeben, dass vier oder fünf Passagiere des Flugs zwar eingecheckt hatten, jedoch nicht mitflogen. Ihr Gepäck sei deshalb wieder aus dem Flugzeug geholt worden. Das führte zu Spekulationen über einen terroristischen Anschlag. Am Mittwoch relativierten die Behörden ihre Aussagen dann wieder: Es seien zwar ein paar Passagiere mit Reservierungen nicht gekommen, diese hätten aber auch nicht eingecheckt, es sei auch kein Gepäck entfernt worden.
- Die Passagiere mit gestohlenen Pässen: Innenminister Ahmad Zahid Hamidi beschrieb das Aussehen der beiden Fluggäste, die mit gefälschten Pässen an Bord gegangen waren, zunächst als asiatisch. Doch einen Tag später widersprach der Chef der Luftfahrtbehörde, Azharuddin Abdul Rahman, Interpol identifizierte die beiden letztlich als Iraner.
Sind kritisch: die Chinesen. Bild: Reuters
Der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein verteidigte das Vorgehen der Behörden: Es gebe keinerlei "Verwirrung" bei der "beispiellosen" Suche nach der Maschine. "Es ist nicht einfach. Wir suchen mit so vielen Schiffen und Flugzeugen, müssen so viele Länder koordinieren und ein riesiges Areal durchsuchen", sagte Hussein. "Aber wir werden niemals aufgeben, das schulden wir den Familien der Passagiere."
Ungeachtet der Kritik an der Informationspolitik geht die Suche weiter: Auf Bitten der malaysischen Regierung schloss sich auch Indien dem Einsatz an und liess seine Küstenwache in der Andamanensee sowie um die Nikobaren-Inseln Ausschau nach Wrackteilen halten.
Nach Angaben der malaysischen Regierung beteiligen sich damit inzwischen zwölf Länder mit 42 Schiffen und 39 Flugzeugen an der Suche. Das fragliche Gebiet umfasst mittlerweile 93.000 Quadratkilometer, was ungefähr der Fläche Ungarns entspricht. Auch normale Internetnutzer können mittlerweile bei der Suche helfen, eine amerikanische Firma hat aktuelle Satellitenbilder ins Netz gestellt. (bka/ap/dpa)
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