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Nie ist Geschichtsunterricht packender und anschaulicher als bei Steven Spielberg. Ob er uns vom Holocaust erzählt («Schindler's List»), von der Invasion in der Normandie im Zweiten Weltkrieg («Der Soldat James Ryan»), von der dunklen Ära der Sklaverei («Die Farbe Lila»), vom US-Präsidenten, der für die Befreiung der Sklaven einen Bürgerkrieg in Kauf nahm («Lincoln») oder vom Blutbad bei den olympischen Spielen 1972 («München») – wir schauen und hören gespannt zu. Und können noch was lernen.
Jetzt versetzt uns der Gross-Regisseur zurück ins Jahr 1961, als die Russen in Berlin die Mauer hochzogen und Westberlin zu einer Insel machten. Wir heften uns dem US-Anwalt James Donovan (Tom Hanks, wie immer einfach gut) an die Fersen, marschieren mit ihm durch Berlin und drücken ihm für einen Geiselaustausch die Daumen. Wie in allen Spielberg-Filmen sind wir beeindruckt von den authentischen Kulissen und Kostümen, dem makellosen Drehbuch (die Coen-Brüder haben mitgeschrieben), der dichten Atmosphäre und der aufwändigen Actionszenen, die nur ein Grossmeister hinbekommt.