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Im November brachte das US-Technologieunternehmen OpenAI ein Sprachgenerierungsmodell namens ChatGPT auf den Markt, das mittels künstlicher Intelligenz (KI) die meisten Fragen schlüssig und überraschend detailliert beantworten kann und auch Lösungen anbietet. Die Alleinherrschaft von Google als Suchmaschine ist dadurch gefährdet.
Wenn man die richtigen Fragen stellt, ist ChatGPT ein starkes Hilfsmittel und Werkzeug. User haben dies schnell bemerkt - innerhalb von fünf Tagen hatte die Plattform über eine Million Nutzer. Bereits führt Microsoft Gespräche über eine mögliche Investition von 10 Milliarden Dollar in das Unternehmen.
Allgemein werden dem Chatbot überzeugende journalistische Fähigkeiten zugestanden - allerdings nur, wenn man darüber hinwegsehen kann, dass die produzierten Artikel mit Fehlern gespickt sind. Die Finanznachrichtenplattform "Markets Insider" hat ausgetestet, inwiefern ChatGPT auch Börsenwissen in Textform wiedergeben kann.
Börsenwissen auf Knopfdruck
Da die Datenbank von ChatGPT im Jahr 2021 endet, wurde um eine Börsenstory über Handelstrends im Jahr 2020 gebeten. Es dauerte weniger als eine Minute, dann spuckte die KI eine 400-Wörter-Story aus. Diese hatte die Bewegungen des S&P 500, Meme-Titeln und Aktien, die sich in den ersten Tagen der Pandemie erholten, zum Thema.
"Im Jahr 2020 erlebte der Aktienmarkt aufgrund der anhaltenden Covid-19-Pandemie eine Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen", schrieb ChatGPT. Der Bot fügte hinzu, dass Anlegerinnen und Anleger dramatisch in Tech-Aktien umschichteten, da immer mehr Menschen Online-Plattformen für Arbeit und Unterhaltung nutzten. Er fuhr fort, dass "stay-at-home"-Aktien einen Boom erlebten, da die Menschen in Zeiten von Schliessungen und sozialer Distanzierung mehr Zeit zu Hause verbrachten.
ChatGPT schrieb weiter: "Das Jahr 2020 markierte auch den Einstieg einzelner Kleinanleger in die Aktienmärkte durch Handels-Apps. Diese ermöglichten Kleinanlegern, mit geringeren Beträgen in Aktien zu investieren und sogar mit Hebelwirkung zu handeln. Dies hatte enorme Auswirkungen auf den Markt, da die Zahl der Einzelanleger zunahm, was zu einer erhöhten Volatilität insbesondere bei den so genannten Meme-Aktien führte, die auf Social-Media-Plattformen viral gingen und in grossem Umfang von Kleinanlegern gekauft wurden."
Unvollständiger «Börsenausblick für 2023»
Als ChatGPT nach seiner Marktprognose gefragt wurde, sagte es, dass es sich nicht äussern könne, da sein Wissensstand bis 2021 reiche und es keinen Zugang zu Echtzeitdaten habe. Das hat die KI aber nicht davon abgehalten, dennoch eine Prognose abzugeben. "Kurzfristig kann der Markt durch viele unvorhersehbare Ereignisse wie Naturkatastrophen oder geopolitische Spannungen beeinflusst werden. Langfristig wird er jedoch eher von der grundlegenden Gesundheit der Wirtschaft bestimmt", schrieb die KI.
Das Wirtschaftswachstum könnte sich wegen der Erholung von der Pandemie langsamer als üblich entwickeln, was sich negativ auf den Markt auswirken dürfte, meinte ChatGPT zudem. Sollte sich die Weltwirtschaft hingegen weiter erholen, könnte dies den Markt beflügeln. Darüber hinaus könnten auch politische Änderungen von Regierungen und Zentralbanken, wie zum Beispiel Zinsentscheidungen, den Markt beeinflussen.
Es sei erwähnenswert, dass sich die Welt in Richtung digitaler und nachhaltiger Technologie bewegt, so dass die Aktien in diesem Bereich gut abschneiden könnten. Zusammenfassend schreibt ChatGPT aber, dass es schwierig ist, den Aktienmarkt vorherzusagen, und dass es viele Faktoren gibt, die seine Entwicklung beeinflussen können.
"Denken Sie daran, dass dies keine Finanzberatung ist, Sie sollten immer Ihre eigenen Nachforschungen anstellen und einen Finanzberater konsultieren", rät die KI weiter. Während generelle Aussagen von ChatGPT ziemlich fundiert sind, wird deutlich, dass ohne Echtzeitdaten ein Börsenausblick nur unvollständig sein kann.
(cash)