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Bremgarten und die Reuss
Die Reuss war während Jahrhunderten eine viel benutzte Wasserstrasse. Rompilger und sonstige Reisende fuhren auf Schiffen den Fluss hinunter. Kaufmannsware aus Italien und Holz auf der Innerschweiz fanden ihren Weg nordwärts auf dem Fluss. Bis weit in die Neuzeit hinein waren nämlich die Landstrassen noch sehr schlecht ausgebaut und mit Fuhrwerken nur beschwerlich befahrbar.
In Bremgarten kreuzte aber auch der Landweg von Ost nach West die Reuss. Seit alters her führte im Gebiet der Unterstadt eine Furt oder eine Fähre über die Reuss. Diese wichtige Verkehrslage dürfte die Habsburger zur Gründung der Stadt bewogen haben. Der Bau der Holzbrücke in den 1270er Jahren machte die Stadt zu einem wichtigen Brückenkopf. Lange Zeit war die Bremgarter Brücke die einzige zwischen Luzern und Mellingen. In der seit der Reformation konfessionell zerstrittenen Alten Eidgenossenschaft bekam Bremgarten ein wichtiges politisches und militärisches Gewicht, weil sich hier machtpolitisch wichtige Strassen der reformierten und der katholischen Orte kreuzten.
Auch die Wasserkraft der Reuss wurde genutzt und trug zum wirtschaftlichen Leben der Stadt bei. Unterhalb der Brücke liefen zwei grosse Mühlen, die Innere Mühle und die Äussere Mühle oder Bruggmühle. Über die charakteristischen beiden Wehre oberhalb der Brücke wurde das Wasser auf die Wasserräder geleitet. Neben den beiden grossen Mühlen trieb die Reuss auch noch eine Ölmühle im Gebiet des Isenlaufes und die Pulvermühle in der Au. Im 19. Jahrhundert nutzten auch die ersten Textilfabriken in der Au die Wasserkraft des Flusses.
Bild: aus der Chronik des Wernher Schodoler, um 1514.