Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03247.jsonl.gz/2641

Die Musikschule Riehen wurde 1980 als Filiale der Musik-Akademie Basel im renovierten Elbs-Birr’schen Landhaus in Riehen eröffnet. Sie bietet Instrumentalunterricht für in Riehen wohnhafte Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis 25 Jahre an.
1968 diskutierte der Weitere Gemeinderat von Riehen erstmals die Idee einer eigenen Musikschule. Als die Gemeinde 1976 den baselstädtischen Anteil an den Sarasin’schen Gütern kaufte, wählte man das Elbs-Birr’sche Landhaus an der Rössligasse 51 als Standort der Riehener Musikschule. Der Gemeinderat gewährte den Kredit für Renovation und Umbau des barocken Landhauses und des dazugehörenden ‹Südpavillons›.
Um die Frage der Betriebsführung zu klären, wurde 1976 eine Kommission eingesetzt, die zwei mögliche Modelle verglich: eine gemeindeeigene Musikschule oder eine als Aussenstandort der Musik-Akademie Basel. Obwohl die Filiallösung bürokratisch weniger Aufwand versprach, plädierte die Kommission anfänglich für eine gemeindeeigene Musikschule, weil sonst die Möglichkeit der Gemeinde zur Mitgestaltung auf ihre Funktion als Geldgeberin begrenzt schien. Verhandlungen mit der Musik-Akademie einerseits und die Wertschätzung ihres hohen Niveaus andererseits führten zur Revision der anfänglichen Einschätzung, sodass sich die Kommission im April 1979 für das Filialmodell aussprach. Am 25. Juli 1979 verabschiedete der Weitere Gemeinderat Riehen den ausgehandelten Vertrag mit der Musik-Akademie.
Die Musikschule Riehen nahm im Frühjahr 1980 unter der Leitung von Frank Nagel ihren Betrieb auf und wird seither als Aussenstandort der Musik-Akademie Basel in Riehen betrieben und vollständig von der Gemeinde Riehen finanziert.
Die Musikschule Riehen bezog 1980 das Elbs-Birr’sche Landhaus. Dicht hinter dem barocken Landhaus liegt der Sarasinpark. Nebst dem zweigeschossigen Hauptgebäude an der Rössligasse 51 werden auch das ehemalige Ökonomiegebäude (2019 Saalgebäude) und die ehemalige Orangerie von der Musikschule genutzt. Im Musiksaal des Ökonomiegebäudes finden regelmässig Konzerte und Veranstaltungen statt.
Die Musikschule startete 1980 mit 326 Schülerinnen und Schülern und 17 Lehrpersonen. Der Instrumentalunterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis 25 Jahre wird von der Gemeinde subventioniert. Das Angebot umfasst heute Musikstile und Gattungen von der Alten bis zur Neuen Musik, von Pop, Jazz und Elektro bis zu Musik der Kulturen.
Um ihre Arbeit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, bietet die Musikschule Riehen einen reichen Veranstaltungskalender mit über 200 Anlässen im Jahr. Dazu gehören das seit 1980 alljährlich stattfindende Musikschulfest, zahlreiche öffentliche Musizierstunden, die periodisch in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Riehen durchgeführte Grossveranstaltung ‹Son & Lumière› sowie weitere Projekte in Zusammenarbeit mit Kulturbüro Riehen und der Musik-Akademie Basel.
Die Musikschule Riehen wirkt an Dorffesten, Ausstellungseröffnungen oder Präsentationen des Jahrbuchs z’Rieche mit, organisiert seit 2004 die Konzertreihe ‹samstagsclub.konzert› und gemeinsam mit den übrigen Musikschulen der Musik-Akademie die Reihe ‹Familienkonzerte›. Zudem führt sie eine eigene Konzertreihe unter dem Titel ‹Sarasinkonzerte›.
Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 21.7.2022
Sammlung topographischer Zeitungsartikel. Dossier Elbs-Birr’sches Landhaus: 3–4 Artikel zur Musikschule und zur Umnutzung der Orangerie.
Berczelly, Bea: Musik – Nahrung für Seele, Geist und Körper. In: Jahrbuch z’Rieche 2004. S. 99–101.
Burckhardt-Lauber, Martin: Das Elbs-Birrsche Landhaus als Stätte der Musikschule Riehen. In: Jahrbuch z’Rieche 1979. S. 6–19.
Heitz, Dominik: Musik mitten im Dorf. In: Jahrbuch z’Rieche 2020. S. 96–101.
Seiler-Spiess, Lukrezia: Zehn Jahre Musikschule Riehen. In: Jahrbuch z’Rieche 1990. S. 68–73.