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Eine Vitamin D Intoxikation ist eine potentiell lebensbedrohliche Komplikation und ist praktisch immer auf eine zu hohe Zufuhr von Vitamin D Präparaten zurückzuführen. Normalerweise ist die Leber der Vitamin D Speicher im Körper. Bei sehr hoher Zufuhr von Vitamin D wird ein Grossteil des überschüssigen Vitamin D im Fettgewebe gespeichert. Bei gesättigten Fettspeicher nach mehrmonatiger Einnahme wie im beschriebenen Fall muss von einer sehr langen Halbwertszeit ausgegangen werden, was den erneuten Anstieg des Serumcalciums nach Spitalaustritt erklärt. Neuere Therapieansätze wie das „Coimbra-Protokoll" bei der MS müssen aufgrund der möglichen schwerwiegenden Nebenwirkungen kritisch betrachtet werden und eine engmaschige Überwachung der Elektrolyte und Nierenfunktion ist unabdingbar. Das Wichtigste für die Praxis: Eine Ultrahochdosistherapie mit Vitamin D über mehrere Monate kann zu einer schweren, lange anhaltenen Vitamin D Intoxikation, Hypercalcämie und Niereninsuffizienz führen mit potentiell irreversiblem Nierenschaden. Ohne gute Studienlage zu einem eindeutigen Benefit dieser Therapie auf die MS sollte davon abgeraten werden und Patienten sollten auf die Gefahren hingewiesen werden, wenn sie Vitamin D aus dem Ausland beziehen.
Gastrointestinale Blutungen aus Varizen sind eine der häufigsten Komplikationen mit hoher Mortalität bei Patienten mit portaler Hypertonie. In über 95% bluten Varizen im gastroösophagealen Übergang oder Magen. In 1-5% blutet eine ektope Varize, welche ausserhalb des gastroösophagealen Überganges oder des Magens in verschiedenen Lokalisationen im gesamten Magendarmtrakt auftreten können.
Wir beschreiben einen Patienten mit portaler Hypertonie, der sich mit einer kreislaufrelevanten Blutung aus einer ektopen Varize in einer choledochojejunalen Anastomose nach Lebertransplantation präsentierte. Nach ergebnisloser wiederholter oberer und unterer Endoskopie, CT-Angiographie und Kapselendoskopie, konnte die Blutungsquelle während einer Erythrozyten-Szintigraphie lokalisiert werden.
Da die Blutungsstelle über einen analen oder peroralen endoskopischen Zugang nicht sicher erreicht werden konnte wurde der Zugang chirurgisch nach einer medianen Laparatomie über eine Längsenterotomie 30cm distal der Hepatico-jejunostomie geschaffen. Die endoskopische Blutungsstillung erfolgte mit einem normalen Gastroskop durch eine herkömmlichen Gummibandligatur der blutenden Varize. Durch das kombinierte chirurgisch-endoskopische Vorgehen konnten das chirurgische Risiko und die Operationszeit im Vergleich zu einer Resektion der hepato-jejunalen Anastomose deutlich reduziert werden und ermöglichte eine technisch einfache und sichere endoskopische Intervention.