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- Joe Biden hat eine der wichtigsten Entscheidungen seiner Kandidatur im US-Präsidentschaftswahlkampf gefällt: Kamala Harris soll als seine Vize-Kandidatin ins Rennen gehen, wie Biden auf Twitter mitteilt.
- Mit Harris steht zum ersten Mal eine nicht-weisse Frau an der Seite eines
US-Präsidentschaftskandidaten.
- Damit setzt der demokratische Präsidentschaftsanwärter nach den landesweiten Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus ein klares Zeichen.
Joe Biden gab schon früh bekannt, dass er eine Frau als seine Nummer 2 bevorzuge. US-Medien sprachen Kamala Harris die besten Chancen auf die Vize-Präsidentschaftskandidatur zu – und behielten Recht.
Auf Twitter verkündet Biden: «Ich habe die grosse Ehre, bekannt zugeben, dass ich Kamala Harris – eine furchtlose Kämpferin für die einfachen Menschen und eine der besten öffentlichen Bediensteten des Landes – als meinen Running Mate ausgewählt habe.» Der 77-Jährige hatte bereits Mitte März angekündigt, im Fall eines Wahlsiegs eine Frau zur Vize-Präsidentin zu machen.
Gutes Verhältnis untereinander
Die 55-Jährige wollte einst selbst gegen Donald Trump antreten und galt zu Beginn als chancenreiche Kandidatin. Im Dezember 2019 zog sie ihre Kandidatur jedoch aus finanziellen Gründen zurück.
Harris ist frühere Staatsanwältin. Die Tochter von Eltern aus Jamaika und Indien gilt als angriffslustig, was im Wahlkampf bei Vize-Kandidaten gerne gesehen wird. Ihre Beziehung zu Biden gilt als gut, auch wenn die beiden im Präsidentschaftsrennen einige Male aneinandergerieten.
Harris könnte Bidens Erbe antreten
Bidens Entscheidung war mit Spannung erwartet worden, weil sie sich nicht nur auf seine Wahlchancen auswirken dürfte, sondern auch entscheidend auf die Zukunft des Landes auswirken könnte. Bei Amtsantritt wäre Biden 78 Jahre alt.
Es wird erwartet, dass er nur eine Amtszeit lang regieren würde, sollte er die Wahl am 3. November gewinnen. Als Vize-Präsidentin könnte sich Harris an seiner Seite profilieren und den Weg dafür bereiten, sein Erbe anzutreten. Biden war Vize-Präsident unter dem früheren Präsidenten Barack Obama.
Als Generalstaatsanwältin habe sie eng mit Bidens Sohn Beau zusammengearbeitet, zusammen hätten sie es mit den grossen Banken aufgenommen, die arbeitende Bevölkerung unterstützt und Frauen und Kinder vor Missbrauch geschützt, erklärte Biden. «Ich war damals stolz und ich bin jetzt stolz, sie als meine Partnerin in dieser Kampagne zu haben.»
Harris ist die zweite schwarze Amerikanerin in der Geschichte, die in den US-Senat gewählt wurde. Sie vertritt dort Kalifornien.
Obama: «Harris ist mehr als bereit für die Aufgabe»
Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat die Entscheidung von Joe Biden für Kamala Harris als Kandidatin der Demokraten für den Vizepräsidenten-Posten ausdrücklich begrüsst. Die 55-Jährige sei «mehr als bereit für die Aufgabe», erklärte Obama.
«Wenn du im Oval Office bist, die schwersten Probleme abwägst, und eine Entscheidung, die du triffst, die Leben und Existenzen eines ganzen Landes beeinflusst – da brauchst du jemanden bei dir, der das Urteilsvermögen und den Charakter hat, um die richtige Entscheidung zu treffen», betonte Obama.
Stars gratulieren Kamala Harris
US-Sängerin Pink vergiesst «wahre Freudentränen», Schauspielerin Kerry Washington ist von dem «historischen Moment» völlig überwältigt. «Ich freue mich für dich und bin erleichtert und froh für unser Land», gratulierte Sharon Stone der Senatorin aus Kalifornien auf Twitter.
Er könne es kaum erwarten für das Biden-Harris-Team zu stimmen, schrieb Sänger John Legend. Die Afroamerikanerin Kerry Washington verwies auf den historischen Moment, dass erstmals eine Schwarze und eine Frau mit indischen Wurzeln für eine der beiden grossen Parteien als Vize-Kandidatin ins Rennen zieht.
Sängerin Cher schmückte ihren Tweet «Gratulation Madame Vize-Präsident» mit einem Partyknaller-Emoji. «Ich weine vor Freude», schrieb Schauspieler Josh Gad. «Gab es je einen aufregenderen Tag», jubelte die indisch-amerikanische Komikerin Mindy Kaling. Charlize Theron rief ihre Twitter-Follower zum Wählen auf.
US-Präsident Donald Trump sagte an einer Medienkonferenz, er sei vom Entscheid Bidens überrascht. Er bezichtigte Harris unter anderem als Lügnerin. Harris wolle die Steuern erhöhen und die Militärausgaben senken.