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Dass es zu so einer Situation komme und nun die letzte Generalversammlung der CS stattfindet, habe er sich nicht vorstellen können, sagte Ethos-Vertreter Vincent Kaufmann in seinem Votum. "Wir haben alle einen irreversiblen finanziellen Schaden erlitten", sagte Kaufmann als Vertreter mehrerer Pensionskassen wie auch von Privataktionärinnen und Privataktionären. Es sei deshalb "essentiell", dass die Verantwortlichkeiten für dieses beispiellose Debakel klar identifiziert würden.
Zwar habe es das Eingreifen der Behörden aufgrund der Situation gebraucht, räumte Kaufmann ein. Allerdings sei nicht einzusehen, dass die Credit Suisse nur noch einen Bruchteil ihres Eigenkapitals Wert sein solle. "Uns sind Informationen vorenthalten worden", beklagte der Aktionärsvertreter, der dem Verwaltungsrat einen Katalog an entsprechenden Fragen vorlegte.
CS überprüft aufgeschobene Boni
Klagen der Grossbank gegen ehemalige Verantwortungsträger - also Manager oder Verwaltungsräte - habe die CS allerdings keine eingereicht, sagte VR-Präsident Lehmann in einer summarischen Antwort auf die Fragen. Aufgeschobene Boni, die also in der Zukunft noch ausbezahlt werden sollten, würden derzeit überprüft, versicherte Lehmann weiter.
Summarisch beantwortete Lehmann auch Fragen nach den Zahlungen an den US-Investmentbanker Michael Klein, der laut dem nun hinfällig gewordenen Restrukturierungsplan die CS First Boston hätte leiten sollen. "Sämtliche Verpflichtungen gehen jetzt an die neue UBS über", sagte er.
Derweil riefen Vertreter der Aktionärsvereinigung Actares bereits zu einer "verantwortungsvollen Übernahme durch die UBS" auf. "Wir hoffen, dass UBS-CEO Sergio Ermotti Vertrauen und Stabilität zurückbringt." Er erwarte aber insbesondere auch, dass das CS-Management für die Mitarbeitenden, die vor der Entlassung stünden, soziale Verantwortung wahrnehme.
(AWP)