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Die belarussische Sprinterin Kristina Timanowskaja ist nach ihrem Hilferuf am Sonntagabend offenbar am Montag in der polnischen Botschaft in Tokio eingetroffen und hat um Asyl gebeten. Verschiedenen Medienberichten zufolge soll sie bereits am Mittwoch nach Warschau fliegen. Zuvor hat sie die Nacht in einem Hotel am Tokioter Flughafen Haneda verbracht.
IOC-Sprecher Mark Adams bestätigte, Timanowskaja sei «sicher». Am Montagmorgen habe das Internationale Olympische Komitee erneut Kontakt zu ihr gehabt und das belarussische NOK aufgefordert, schriftlich zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen. Nach Adams' Angaben seien Offizielle der UN-Flüchtlingsorganisation UNHCR in den Fall involviert. Weitere Details nannte er nicht.
Am Flughafen Polizei-Schutz gefunden
Timanowskaja hatte am Sonntagabend über die sozialen Medien die Angst geäussert, gegen ihren Willen zurück nach Belarus gebracht zu werden und das IOC um Hilfe gebeten. Am Flughafen fand sie Schutz bei der Polizei, die sich laut Adams mit «anderen Organisationen» weiter um sie kümmert. Um welche japanischen Behörden es sich dabei handelt, sagte Adams nicht. IOC-Direktor James MacLeod, zuständig für die Beziehungen zu den Nationalen Olympischen Komitees, habe am Abend und am Morgen mit Timanowskaja gesprochen.
Ein Video als Auslöser?
Auslöser der Affäre war offenbar ein mittlerweile gelöschtes Video, das Timanowskaja bei Instagram gepostet hatte. Darin kritisierte sie den belarussischen Leichtathletikverband. Timanowskaja gab an, sie sei gezwungen worden, am 4x400-Rennen teilzunehmen, weil der Verband nicht die Anzahl ausreichender Dopingkontrollen für die Athletinnen gewährleistet habe, die für die Staffel vorgesehen waren.
Am Montagvormittag stand die Sprinterin ursprünglich in der Startliste über 200 m. Das belarussische NOK erklärte öffentlich, dass Timanowskaja «aufgrund ihres emotionalen und psychologischen Zustands» nicht mehr an den Spielen teilnehmen könne.