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Montreux, Schweiz, 05. September 2018 - Eine Sache lernt man früh im Sport: Alles ist möglich, wenn man an sich glaubt. Favoriten können geschlagen werden.
Genau das hat die polnische Mannschaft, in einem bis zur letzten Sekunde spannenden Spiel, gegen die amtierenden Sieger der Montreux Masters geschafft. In fünf spannenden Sätzen (20:25, 25:21, 25:22, 22:25, 12:15) schlugen sie die Brasilianerinnen, die schon vor Anpfiff wenig Zeit für Späße hatten.
Die brasilianische Mannschaft um Cheftrainer José Roberto Lages Guimaraes wurde direkt zu Beginn des ersten Satzes von einer polnischen Lockerheit überrollt, die diesen schnell zu einer 0:3 Führung verhalf. Erst durch eine starke Rosamaria konnten sie ihre ersten Punkte erzielen (3:5). Wie im Rausch punkteten die Polinnen immer weiter und ließen nahezu keine Chancen zu (3:8). Die erste brasilianische Auszeit des Spiel konnte den Lauf ihrer Kontrahentinnen unterbrechen, was Brasilien eiskalt nutzte um mit 10:9 in Führung zu gehen. Julia Twardowska blockte ihr Team zurück in Führung, ehe die Punkte deutlich umkämpfter wurden. In langen Rallys zogen die Brasilianerinnen letztendlich jedoch doch den Kürzeren und gegen die geschickt gespielten Drops direkt hinter dem Netz war auch der Brasilianische Dreierblock machtlos. Nach einem abgewehrten Satzball, verwandelte schließlich erneut Twardowska den Ball zum 20:25 Satzgewinn.
Satz zwei begann und Brasilien kehrte in derselben Formation auf den Court zurück, in der sie den ersten Satz beendet hatten. Carol sicherte mit einem Ass früh die 3:2 Führung, die ihre jetzt deutlich fokussierten Mannschaftskamerradinnen, trotz einigen individuellen Fehlern auf beiden Seiten, immer weiter ausbauten (16:12). Eiskalt und gnadenlos effektiv spielten die Südamerikanerinnen ihre Gegner in dieser Phase des Spiels aus und sicherten sich Satz 2 mit 25:21.
Vor Beginn des dritten Satzes nutzten beide Teams die technischen Besprechungen intensiv, sodass der Satz deutlich ausgeglichen begann (4:4), als der letzte geendet hatte. Erst nach mehreren Minuten schafften es die Brasilianerinnen sich zu befreien, indem sie ihr Tempo deutlich erhöhten. Bis zum 12:5 konnten sie ihre Führung ausbauen, ehe die Europäerinnen sich fingen und Punkt um Punkt gutmachen konnten, sodass die Führung von 7 auf nur noch 2 Punkte schmalz. Mit der Wiedereinwechslung von Carol und taktisch klug gewählten Time-Outs schaukelte sich der Satz, in immer wieder wechselnden Aufschlagspielen, bis auf 24:20 hoch. Nach einem Schlag ins Aus und einem individuellen Fehler, war es letztendlich Drussyla, die ihrer Mannschaft den zweiten Satzgewinn bescherte (25:22).
Satz vier begann mit offen stehenden Mündern bei den Zuschauern. Eine lange Rally, in der immer wieder eine Spielerin doch noch ihre Finger am Ball hatte, ging letztendlich an die Polinnen, die aus dem Spiel noch etwas mitnehmen wollten. Wiederholt wechselte die Führung die Seiten. Mit ihren Fans im Rücken gelang es letztendlich den Polinnen sich auf drei Punkte zum 16:19 abzusetzen. Einen Abstand, den sie sich nicht mehr nehmen ließen. Mit 22:25 gelang ihnen den Satzausgleich und ihre Chance auf einen Sieg gegen die erfahrenen Brasilianerinnen blieb realistisch.
Im fünften Satz, der im Tie-Break bis 15 gespielt wurde, war von Beginn an hohes Tempo in allen Aktionen. Erneut wechselte die Führung immer wieder nach langen Rallys die Seiten, ehe Malwina Smarzek ihr Team mit ihrem 26. Punkt in diesem Spiel zur 5:8 in Führung blockte und ihre konstant starke Leistung erneut unterstrich. Nicht nur bei den Brasilianerinnen häuften sich in dieser finalen Phase des Spiels die Abstimmungsprobleme, auch die Technik setzte zwischenzeitlich aus. Kurz nachdem die Brasilianerinnen ihren 13 Punkt erzielen konnten, setzte zwischen den Schiedsrichtern aus den Niederlanden und der Türkei die Punkteübertragung aus. Nach einer kurzen Wartezeit und zwei polnischen Auszeiten, wurde es beim Stand von 11:13 laut in der Halle: Polen hatte die Chance auf seinen ersten Matchball und die überwiegend polnischen Fans feuerten ihr Team gemeinsam mit der polnischen Bank so laut an, dass jegliche brasilianischen Gesänge in <Polska> Rufen untergingen. Letztendlich war es ein Annahmefehler auf brasilianischer Seite, der deren Niederlage besiegelte und der im polnischen Freudentaumel unterging.
Über die Spielerin des Spiels waren sich nicht nur die Spielerinnen, sondern auch die Fans direkt einig. Mit 31 Punkten, darunter 18 direkte Shots, sicherte Malwina Smarzek ihrem Team knapp ein Drittel seiner Zähler und war maßgebend daran beteiligt, dass sich ihre Mannschaft mit Siegen gegen Russland und Kamerun noch den Gruppensieg sichern kann.
All zu viel Zeit zur Regeneration bleibt allerdings keinem der beiden Teams. Am morgigen Donnerstag steht für das polnische Team, im erneut letzten Spiel des Tages, um 21:15 Uhr MEZ, das Duell mit Kamerun auf dem Plan, während die Brasilianerinnen am Freitag um 21:15 Uhr MEZ ebenfalls auf die Afrikanerinnen treffen.