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|In den letzten Jahren ist der Bedarf an Gonadotropinen ständig gestiegen. Dies hatte zur Folge, dass die von Ares-Serono gesammelte Urinmenge für die Extraktion von Gonadotropinen von 2.2 Mio. Liter im Jahr 1975 auf über 60 Mio. Liter im Jahr 1996 gestiegen ist. Demzufolge musste die Anzahl Spenderinnen von 9000 auf über 200000 erhöht werden. Es ist deshalb immer schwieriger geworden, genügend Spenderinnen zu rekrutieren und die Sammelgebiete mussten demzufolge nach China, Brasilien und in andere Gebiete ausgedehnt werden.

Biotechnologisch hergestellte Gonadotropine
Eine Lösung dieser Problematik kam mit der Entwicklung eines biotechnologisch hergestellten FSHs (vgl. Abb. unten). Dieses Präparat ist mit dem in der Natur vorkommenden FSH identisch. Es ist aber im Gegensatz zu urinären Präparaten absolut frei von urinären Fremdproteinen. Somit können heutzutage, dank dem Einsatz von biotechnologisch hergestelltem FSH, alle Bedenken der urinären Präparate bezüglich möglicher Nebenwirkungen von Stoffen, die unweigerlich zusammen mit dem Wirkstoff aus dem Urin extrahiert und miteingespritzt werden, aus dem Weg geräumt werden. Zudem sollte, angesichts des Auftretens neuer Infektionen, im heutigen Zeitalter die Verwendung von menschlichem Material zur Produktion von Arzneimitteln soweit als möglich vermieden werden.
Aufgrund ihrer extrem hohen Reinheit eignen sich die biotechnologisch hergestellten Gonadotropin-Präparate ebenfalls zur subkutanen Injektion, was für Sie als Patientin die gleichen Vorteile wie die Anwendung hochgereinigter urinärer FSH-Präparate bringt.
Zu beachten ist, dass biotechnologisch hergestelltes FSH pro Ampulle teurer ist als urinäres FSH. Da dieses aber eine höhere Wirksamkeit aufweist, brauchen Sie für einen Behandlungszyklus normalerweise eine kleinere Anzahl Ampullen des biotechnologisch hergestellten FSHs, so dass der Medikamentenpreis pro Zyklus im Vergleich zu hochgereinigtem urinärem FSH nicht höher ist. Zusätzlich wird die Stimulationsdauer durch Gaben von biotechnologisch hergestelltem FSH im Vergleich zu urinärem FSH um einige Tage verkürzt, was für Sie eine kleinere Anzahl Injektionen und eine Abnahme der psychischen und physischen Belastung zur Folge hat.
1.2 Medikamentöse Therapie beim Mann
Eine medikamentöse Behandlung mit Gonadotropinen beim Mann kann die Spermienreifung verbessern und somit die Spermienzahl und deren Beweglichkeit erhöhen, falls die körpereigenen Hormone nicht ausreichen.
Da die Spermatogenese ein langer Prozess ist, muss die Behandlung mit Gonadotropinen über eine Länge von mindestens drei Monaten erfolgen.
Während dieser Zeit muss der Patient 3 x pro Woche eine Spritze bekommen. In diesem Fall ist eine subkutane Selbstapplikation mit biotechnologisch hergestelltem FSH ebenfalls von grossem Vorteil.