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HCM
Hypertrophe Kardiomyopathie
Betroffene Rassen: alle!! Gentest nur für Maine Coon und Ragdoll erhältlich.
Kardiomyopathie bedeutet übersetzt Herzmuskelerkrankung. Die Abkürzung HCM abgeleitet vom Englischen „hypertrophic cardiomyopathy“ wird auch im deutschsprachigen Raum benutzt. Die HCM ist die am häufigsten diagnostizierte Herzerkrankung bei Katzen. Die Krankheit tritt auch beim Menschen und Hunden auf.
Man unterscheidet zwischen Primärer (genetischen) und Sekundärer (erworbenen) HCM. Primär bedeutet, dass die Ursache im Herzmuskel selbst liegt. Bei der Sekundären HCM liegt zuerst eine andere Krankheit zugrunde, wie Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion, Nierenprobleme etc.
HCM ist, nach dem heutigen Stand der Forschung dominant. Wobei beim Menschen mittlerweile auch schon eine rezessive Variante gefunden wurde. Ob es bei Katzen auch einen rezessiven Erbgang gibt, der über Generationen unbemerkt plötzlich für böse Überraschungen sorgt, ist nicht bekannt.
Beim Menschen wurden bisher über 100 Mutationen von sieben Genen gefunden, die für HCM verantwortlich sind. Diese Mutationen verändern die Proteinstruktur der Muskelfasern des Herzens, was die Verdickung der Herzwand verursacht. Der Wirkungsgrad dieser Mutationen auf das Krankheitsbild ist unterschiedlich. Die Krankheit tritt zwar immer auf, wenn sie genetisch vorhanden ist (vollständige Penetranz), die jeweiligen Mutationen beeinflussen aber die Ausprägung und den Verlauf (variable Expressivität). So können Elterntiere, die relativ spät an HCM erkranken dennoch Nachwuchs haben, der schon mit 9 Monaten schwer betroffen ist.
Aus den bisher über HCM bei Katzen durchgeführten Studien ergibt sich kein Hinweis, dass ein erkranktes Tier zwei gesunde Elternteile haben könnte. Männliche Tiere sind häufiger bzw. früher betroffen als weibliche Katzen. Die betroffenen Katzen sind zumeist Tiere im Alter von ¾ bis 5 Jahren. Es gibt Katzen, die relativ spät daran erkranken und unter Umständen schon einiges an Nachwuchs gezeugt haben.
Für die Rassen Maine Coon und Ragdoll existiert ein Gentest. Dieser Test ist relativ umstritten, da es verschiedene Gene gibt, die HCM auslösen können und der Gentest bloss ein einzelnes anzeigt. So können im Gentest negative Katzen dennoch an HCM erkranken, wie auch im Test positive gesund bleiben. Dennoch wird nicht empfohlen, mit im Gentest homozygoten positiven Katzen zu züchten.
Die einzige sichere Diagnosemöglichkeit ist derzeit eine Ultraschalluntersuchung im Alter ab 11 Monaten resp. vor der der ersten Deckung.
Wichtig ist, dass man diese Vorsorgeuntersuchung beim Spezialisten durchführt und alle 2 Jahre bis mindestens zum 6ten -optimal: 8ten- Lebensjahr wiederholt. Nur ein ausgebildeter und entsprechend geschulter und zertifizierter Tierkardiologe kann kleine Veränderungen am Herzen und HCM auch schon vor dem Auftreten von Symptomen feststellen. Eine im frühen Stadium festgestellte Herzerkrankung hat auf den Verlauf der Krankheit keinen Einfluss, aber man kann Komplikationen besser voraussehen.
Eine Liste von zertifizierten Kardiologen:
https://pawpeds.com/healthprogrammes/vetlist.html