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Der Springer-Konzern verkauft zwei Regionalzeitungen und die Programm- und Frauenzeitschriften. Was bedeutet das für Axel Springer Schweiz, Herausgeberin von Wirtschafts- und Programmpresse und dem "Beobachter"? EDITO+KLARTEXT fragte bei Ralph Büchi, Vorstand Internationales Axel Springer AG und Delegierter des Verwaltungsrates Axel Springer Schweiz AG, nach.
Ende Juli wurde bekannt, dass die Axel Springer AG die Regionalzeitungsgruppen "Berliner Morgenpost" und "Hamburger Abendblatt” an die Funke Mediengruppe verkauft. Wenig später gab der Konzern auch den Verkauf des französischen Zeitschriften-Verlags PGP bekannt. Was bedeutet das für Axel Springer Schweiz, die neben dem "Beobachter" und den Wirtschaftstiteln "Bilanz" und "Handelszeitung" auch die Programmzeitschriften "TELE", "TV-Star", "TV2" und "TVvier" herausgibt? Wenn nach den deutschen Produkten auch französische verkauft werden, sind dann auch in der Schweiz Verkäufe zu erwarten?
Digital in Frankreich
"Wir überprüfen fortlaufend die Ausrichtung unseres Portfolios und haben uns entschieden, unseren strategischen Fokus in Frankreich künftig vollständig auf Digitalaktivitäten zu legen", sagt Ralph Büchi, Vorstand Internationales Axel Springer AG, Berlin, und Delegierter des Verwaltungsrates Axel Springer Schweiz AG, auf die Frage nach dem Verkauf in Frankreich. Der nun verkaufte PGP-Verlag in Frankreich konzentriere sich auf drei Magazin-Segmente in den Bereichen Kochen, Gesundheit und TV, die über Supermärkte vertrieben würden. Ansonsten sei Frankreich jedoch neben Deutschland der Markt, in dem Axel Springer in den vergangenen Jahren die grössten Investitionen getätigt habe, "etwa in das führende Frauenportal aufeminin.com oder die das Online-Rubrikenportal Seloger.com, ausserdem sind wir sind in einem Joint-Venture auch weiterhin an den drei marktführenden französischen Automobilzeitschriften beteiligt."
Deutschland: Regionalzeitungen und Zeitschriften ohne "Marktführerschaft" verkaufen
In Deutschland, so Büchi weiter, setze Axel Springer auf "unsere beiden grossen multimedialen" Marken "Bild" und "Welt" und habe bereits vor einigen Jahren damit begonnen, Beteiligungen an Regionalzeitungen zu verkaufen. Diese Strategie habe man nun "konsequent" weiterverfolgt. Der Verkauf der Zeitschriften hingegen hat laut Büchi einen anderen Grund: "Wir sind überzeugt davon, dass vor dem Hintergrund weiter sinkenden Auflagen im Printgeschäft die Besetzung marktführender Positionen noch wichtiger wird. Axel Springer sieht sich hier im Heimmarkt Deutschland aber wettbewerbsrechtlichen Hürden gegenüber." Bei den Programm- und Frauenzeitschriften sehe man auch deshalb keine Chance, die Marktführerschaft zu erreichen und habe sich darum von diesen Produkten getrennt.
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Schweiz: "Wir setzen weiterhin auf diese Titel"
Anders in der Schweiz. Hier, so Büchi, sei Axel Springer im Bereich TV-Zeitschriften "absoluter Marktführer", zudem sei der "Beobachter" die "grösste massgebliche Publikumszeitschrift, eine multimediale Marke mit sehr stabiler Leserschaft und grossem Potential". Auch bei der Wirtschaftspresse sei Axel Springer klarer Marktführer: "Im Unterschied zu den Beispielen aus Deutschland verfügen wir somit in diesen drei Segmenten über zukunftssichernde Marktpositionen und setzen weiterhin auf diese Titel. Wir sind sehr zufrieden mit dem Schweizer Geschäft und fördern mit aller Kraft die Digitalisierung unserer starken Medienmarken."
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