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Diagnose Kleiner Beutenkäfer
Aktualisierung 21.09.2015
Gemäss VDRB wurde der kleine Beutenkäfer 2015 erneut in Kalabrien gefunden.
Der Kleine Beutenkäfer, ist ein Parasit von Völkern sozialer Bienen (Honigbienen und Hummeln) beheimatet in Afrika südlich der Sahara, wo er allerdings nur geringe Schäden verursacht. Der Käfer ist zu einer invasiven Art geworden und konnte sich seit 1996 in den USA und 2002 in Australien etablieren.
Die Deckflügel sind hinten etwas abgestutzt und lassen den Hinterleib frei. Die Fühler sind "kegelförmig", die Fühlerkeule ist dreisegmentig. Der Käfer ist abgeflacht mit ovalem Körperumriss, er ist direkt nach dem Schlupf rotbraun, später dunkelbraun bis schwarz gefärbt, 5-7mm Millimeter lang und 2.5- 3.5 Millimeter breit (etwa ein Drittel so groß wie eine Arbeitsbiene). Ausgewachsene Käfer lassen sich bei der Öffnung des Stockes häufig beobachten, wie sie vor dem Tageslicht fliehen.
Die creme-farbenen, madenähnlichen Larven werden bis 12 Millimeter lang und könnte auf den ersten Blick mit der Larve der Wachsmotte verwechselt werden. Bei näherer Betrachtung ist sie jedoch durch ihre 3 Vorderbeinpaare (a), Stachelborsten auf dem Rücken jedes Körpersegments (b) und zwei großen Dornfortsätzen am hinteren Ende (c) leicht von dieser zu unterscheiden.
Während sich ausgewachsene Kleine Beutenkäfer im Bienenstock meist in Verstecken aufhalten, in denen sie vor den Bienen geschützt sind und sich mit relativ wenig Nahrung zufrieden geben, fressen sich die Larven unentwegt durch Honig-, Pollen- und Brutwaben und zerstören dabei nicht nur das Wabenmaterial, sondern sie verderben auch den Honig – er wird verschmutzt, beginnt zu gären und wird für Mensch und Biene unbrauchbar.
Adulte Käfer fliegen aktiv und suchen Bienenvölker zur Vermehrung auf. Im Bienenstock kommt es zur Paarung, nach welcher die Weibchen ihre Eier vor den Bienen geschützt in Ritzen oder Spalten aber auch direkt auf den Waben in Paketen ablegen. Aus den Eiern schlüpfen nach etwa 2–3 Tagen Larven. Die Larven ernähren sich bevorzugt von Bienenbrut, Pollen und Honig. Sie können sich aber auch einer ganzen Reihe anderer Nahrungsquellen bedienen (z.B. Wachs, tote Bienen, Früchte). Bei starkem Larvenbefall können auch relativ starke Völker innerhalb kurzer Zeit strukturell zerstört werden. Nach Beendigung der Fressphase, die je nach Futterangebot zwischen 10–29 Tage dauern kann, verlassen die sogenannten Wanderlarven das Volk, um sich im Boden zu verpuppen.
Falls der Boden in unmittelbarer Nähe der Beute ungeeignet ist, sind die Wanderlarven in der Lage auch weite Strecken zurücklegen (> 50 m). Je nach Bodentyp werden von den Wanderlarven Verpuppungskammern in ca. 1 – 20 cm Tiefe ausgehöhlt. Die Verpuppung dauert je nach Umweltbedingungen (Temperatur und Bodenfeuchte) zwischen zwei Wochen und drei Monaten. Anschließend verlassen die Käfer die Verpuppungskammern, fliegen über grössere Strecken und suchen neue Wirtsvölker oder andere Nahrungsquellen, um den Lebenszyklus neu zu beginnen. Abhängig von den Umweltbedingungen kann der Kleine Beutenkäfer jedes Jahr ca. 1-6 Generationen hervorbringen. Bemerkenswert ist, dass adulte Käfer die Fähigkeit entwickelt haben Futter von den Bienen zu erbetteln und dadurch mit den Bienen zusammen in der Wintertraube überwintern können.
Der Befall oder der Verdacht auf den Kleinen Beutenkäfer ist eine zu bekämpfende und somit meldepflichtige Tierseuche. Im Verdachtsfall ist umgehend der Bieneninspektor beizuziehen.
Nachweis Schäfer-Diagnose-Streifen