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Stand: 8.3.2021
Was ist der Herpesvirus?
Es gibt 5 verschiedene Typen von Equine Herpesviren. Beim spanischen Springturnier in Valencia handelt es sich um einen Ausbruch des Virus-Typs 1. Die Herpestypen EHV-2, EHV-3 und EHV-5 sind klinisch weniger relevant und verursachen andere klinische Symptome als EHV-1 und EHV-4.
Eine Infektion mit den Equine Herpesviren Typ 1 (EHV-1) kann zu schwerwiegenderen Symptomen führen als denen von Herpesviren Typ 4.
Wie wird der Herpesvirus übertragen?
Die Übertragung erfolgt via Tröpfchen und kann durch direkten Kontakt zwischen Pferden oder indirekt via verunreinigtem Futtergeschirr, Tränke-Eimern, Händen, seltener Kleidung, etc. übertragen werden. Unter idealen Bedingungen kann der Erreger bis zu 4 Wochen überleben. Im Normalfall überlebt er jedoch maximal ca. 7 Tage.
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Ausgeschieden wird der Erreger über Sekrete der Maul- und Nasenschleimhaut. Dies beginnt erst nach dem Auftreten der ersten klinischen Symptome.
Wie lange ist die Inkubationszeit?
Die Inkubationszeit ist der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit und beträgt im Fall von EHV-1 6-10 Tage.
Ist mein Pferd nach einer durchgemachten Infektion immun?
Eine Immunität (Schutz gegen einen erneuten Krankheitsausbruch) nach einer durchgemachten Infektion gibt es nicht. Aus diesem Grund ist ein Ausbruch immer wieder möglich und kann jedes Pferd immer wieder treffen. Daher sollte auch eine Verschleppung der Krankheit möglichst vermieden werden.
Was sind die Symptome einer Herpesvirus-Infektion?
EVH verursacht eine Infektion der oberen Atemwege. Die Symptome können wie folgt sein:
- Fieber (bis 41°C)
- reduzierter Allgemeinzustand
- Appetitlosigkeit
- Schluckbeschwerden
- Augen-, und Nasenausfluss
- evt. Husten
In der Regel kommt es zu einer schnellen Selbstheilung.
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In einigen Fällen kommt es nach dem Befall der Atemwege zu einer Ausbreitung durch die Blutbahn im Körper und es kann zu weiteren Verlaufsformen kommen:
Bei trächtigen Stuten kann Fieber und einen Abort im letzten Trächtigkeitsdrittel (7.-11. Monat) auftreten.
Ebenfalls kann das Virus eine neurologische Form annehmen. Folgende Symptome können bei dieser Form, aufgrund einer Schädigung des Hirns und Rückenmarks auftreten:
- Fieber
- schwankender Gang
- Störung der Bewegungskoordination (Ataxie)
- Gliedmassenlähmung vor allem der Hinterhand bis Festliegen
- Blasen-, After- und Schweiflähmung
- verändertes Bewusstsein
Wie sollte man mit einem Verdacht oder einer bestätigen Herpesvirusinfektion umgehen?
Bei dieser Infektion besteht keine behördliche Meldepflicht, wie z.B. bei Druse und auch keine rechtlichen Grundlage für Stallsperren.
Es ist aber für alle Beteiligten (Pferde- und Stallbesitzer) von grossem Vorteil, sich an Empfehlungen des Tierarztes zu halten und so eine Verschleppung der Krankheit zu vermeiden.
Das erste Anzeichen ist oft Fieber, daher sollte bei verdächtigen Pferden 2x täglich die Körpertemperatur gemessen werden. (Normal: 37.5-38.2°C).
Alle involvierten Personen sollten umgehend informiert werden und der betroffene Stall sollte mit Hilfe des Tierarztes unter Quarantäne gestellt werden. Das bedeutet auch, dass jeglicher Pferdeverkehr von und zum betroffenen Betrieb unterbunden und der Personenverkehr reduziert werden soll.
Kranke Pferde dürfen nicht geritten werden. Gesunde Pferde dürfen geritten werden. Beim Ausreiten sollte aber einen Mindestabstand von 50 m zu fremden Pferden eingehalten werden und die Pferde am Weg nicht grasen oder tränken lassen.
Alle Gegenstände, mit welchen die betroffenen Pferde in Berührung gekommen sind, reinigen und desinfizieren sowie Kleider inkl. Schuhe waschen, bevor ein anderer Betrieb besucht wird.
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Die Hände sollten immer gründlich gewaschen und desinfiziert werden!
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Wie ist die Prognose nach einer durchgemachten Infektion?
Bei einer reinen Atemwegserkrankung ist die Prognose gut und die Heilung verläuft meistens komplikationslos.
Bei trächtigen Stuten kann nach einer Infektion der Abort nicht verhindert werden. Sie kann aber in der nächsten Saison wieder ohne erhöhtes Risiko für Komplikationen belegt werden.
Bei der neurologischen Form ist der Verlauf und die Prognose abhängig vom Schweregrad der Symptome. Die Pferde können sich vollständig erholen oder es können bleibende neurologische Schäden entstehen. In seltenen Fällen müssen Pferde wegen der schweren Symptome eingeschläfert werden.
Die Pferdewoche hat in Zusammenarbeit mit führenden Veterinären einige wichtige Fragen geklärt:
Sie kommen zum Schluss, dass “das Risiko für die anderen Pferde in der Schweiz ist sehr klein und nicht grösser als in anderen Jahren.” In der Schweiz gibt es jedes Jahr Ausbrüche des Herpesvirus, sowohl Typ 1 also auch Typ 4. Das kommt daher, dass etwa 80% der Pferde mit Herpesviren infiziert sind und damit “stille Träger” sind. Diese Pferde können in bestimmten Situationen (Stress auf Turnier, beim Transport, usw.) mit der Ausscheidung der Viren beginnen und damit auch andere Pferde infizieren, welche erkranken können. Diese Situation findet aber glücklicherweise nur selten statt, so dass das Risiko von einem grossen Ausbruch sehr gering ist.
Die Tierärzte sagen, dass das Risiko sehr klein ist, so dass man die Pferde wie gewohnt halten, reiten und trainieren soll. Weiter ist das Risiko einer Ansteckung bei einem kurzen Kontakt mit einem Ausscheider sehr klein, auch Personen stellen kein erhöhtes Risiko einer Übertragung dar eine Herpesinfektion zu übertragen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass das Risiko einer Infektion in der Schweiz gering ist. Jedoch sollte trotzdem darauf geachtet werden, dass sicher die Hände gewaschen und desinfiziert werden, wenn man sich in mehreren Ställen aufhält.
Wir hoffen dass Du und Deine Pferde gesund bleiben!
Liebe Grüsse Dein reitsport.ch Team
Quellen: https://www.npz.ch/wp-content/uploads/2021/03/FINAL_2019-04-24_Merkblatt_Herpes_Laien_DE.pdf und http://www.pferdewoche.ch/news/detail/article/informationen-zum-herpesvirus/?fbclid=IwAR1G5EqqeS73_xnV6tVFS82OriHxf_68_pq4Exl7Kqbc-R4x8znFiWlAoNM