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Wie Recht hatte der Filmemacher Alexander Kluge, als er sagte, dass Filme eine hochemotionale Wirkung in der Seele von uns Menschen haben können. «Im Kino gewesen. Geweint.» Mit dieser lakonischen Tagebuchnotiz zeigte Franz Kafka schon in den Zwanzigerjahren, dass er sich von den Filmen seiner Zeit mitreissen liess.
Mir geht es seit Jahrzehnten nicht anders. Immer wieder sehe ich mich als der kleine Salvatore di Vita, den alle Toto rufen, aus Giuseppe Tornatores Film «Cinema Paradiso» von 1988. Er wächst in den Fünfzigerjahren in einem sizilianischen Dorf auf, Fernsehen gibt es dort noch nicht. Toto ist fasziniert vom Dorfkino, schleicht sich immer wieder hin und befreundet sich mit dem alternden Filmvorführer Alfredo. Für den Jungen, der sich kaum an seinen im Krieg gefallenen Vater erinnern kann, wird er zu einem Ersatzvater. Gemeinsam schauen sie die Filme an und beobachten, wie das Publikum darauf reagiert. Bei einem Brand im Kino erblindet Alfredo, nun führt Toto die Filme vor.
In diesem Umfeld wächst Toto mit den Filmgeschichten und Alfredos Ratschlägen zu den grossen Themen des Lebens wie Liebe und Freundschaft, Schmerz, Tod und Trauer auf. Alfredo, der seine Weisheiten gerne mit Filmzitaten belegt, erweist sich aber als Realist und Skeptiker gegenüber einem allzu harmonisch gezeigten Lebensglück, wie es in den Filmen erscheint: «Das Leben ist nicht wie im Kino, es ist viel schwieriger.» Den Beweis dafür liefert Toto gleich selber: Aufgrund einer unglücklichen Liebesgeschichte zieht er nach Rom und wird selber Filmregisseur. Als er dreissig Jahre später hört, dass Alfredo gestorben ist, reist er zur Beerdigung in sein Heimatdorf und erinnert sich noch einmal an seine Erlebnisse mit Alfredo im Kino. Aber das «Cinema Paradiso» wird abgerissen, damit ein Parkplatz gebaut werden kann.
Filme können zu einem Fenster zur Welt werden, zu einer Projektionsfläche vieler grosser Träume, ja zu einem zweiten Zuhause, und die Kinos zu einem Ort voller Magie – und das seit der Filmvorführung der Gebrüder Lumière am 28. Dezember 1895 im Salon Indien in Paris. Der erste erzählende, über zwei Stunden dauernde Film «Soldiers of the Cross», uraufgeführt am 13. September 1901 in Melbourne, Australien, handelte von den teilweise grausamen Geschichten früher Christen, die für ihren Glauben gekämpft haben und gestorben sind. Bereits im Jahr 1902 sieht man in Farbe drei Kinder um ein Goldfischglas sitzen, ein Werk des jungen Fotografen Edward Turner. Kein Wunder, dass der Film seit dem 20. Jahrhundert als eines der wichtigsten Massenmedien überhaupt angesehen werden kann. Er ist zu einem festen Bestandteil der modernen Populärkultur geworden und prägt diese entscheidend mit.
In dieser Rubrik werden Filme aus der Frühzeit bis heute vorgestellt – Filme, die Sie unbedingt gesehen haben sollten. Aber machen Sie sich auf manche Überraschungen gefasst, Sie werden erstaunt sein, wie modern viele der alten Filme wirken, die schon Ihre Eltern oder gar Grosseltern gesehen haben.
Dieses Rezeptbuch aus dem Jahr 1950 gilt als die Bibel der echten italienischen Küche. Seit 2006 ist es auch in deutscher Sprache verfügbar und seither ein Bestseller. Die 2016 neu überarbeitete und erweitere Auflage bi...