Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/83436

<h2>SubmittedText<h2><p>Die amerikanische Stadt Birmingham (Alabama) hat entschieden, ihren 2400 städtischen Angestellten die Einführung der Viertagewoche auf den 1. Juli 2008 vorzuschlagen; dadurch soll Energie gespart werden. Gemäss den Stadtbehörden könnten die betroffenen Angestellten so jährlich zwischen 500 000 und 1 Million US-Dollar allein an Treibstoffkosten sparen. Des Weiteren könnten sie Kosten für die Kinderbetreuung sparen. Nicht zuletzt würde der Schadstoffausstoss reduziert.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Antwort auf folgende Fragen:</p><p>1. Hat der Bundesrat von diesem Projekt gehört?</p><p>2. Könnte er sich vorstellen, nach genauer Prüfung für das Bundespersonal eine ähnliche Regelung vorzusehen?</p><p>3. Das Bundespersonal arbeitet gegenwärtig - im Gegensatz zu den städtischen Angestellten von Birmingham - mehr als 40 Stunden pro Woche. Es ist ausserdem unrealistisch und gefährlich, länger als 10 Stunden am Tag zu arbeiten. Wäre der Bundesrat angesichts dessen damit einverstanden, dass das Bundespersonal während einer noch festzulegenden Übergangsfrist "nur" 4 mal 10 Stunden pro Woche arbeitet?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat hat Kenntnis von diesem Projekt.</p><p>2. Bei der Beurteilung, ob ein solches Projekt auch in der Schweiz einen Nutzen hinsichtlich der Einsparung von Treibstoff und damit verbunden einen positiven Effekt für die Umwelt bringen würde, ist neben der Länge des Arbeitswegs auch die Wahl des Verkehrsmittels, welches die Bundesangestellten benutzen, in Erwägung zu ziehen. Der Grossteil der Angestellten benützt für den Arbeitsweg den öffentlichen Verkehr oder das Fahrrad. Im Weiteren sind die Distanzen zwischen Wohn- und Arbeitsort bei den meisten Angestellten relativ kurz. Verglichen mit den USA, wo der Arbeitsweg in der Regel mit dem Auto zurückgelegt wird und vielfach relativ lang ist, muss in der Schweiz daher von grundlegend anderen Voraussetzungen ausgegangen werden. Eine Reduktion der Arbeitswoche von fünf auf vier Tage hätte somit nur einen minimen Effekt hinsichtlich der Einsparung von Treibstoff. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass viele Angestellte an ihrem zusätzlichen freien Tag ihr privates Fahrzeug ebenfalls nutzen würden, was den positiven Einfluss auf die Umwelt zusätzlich schmälern würde.</p><p>3. Der Bundesrat lehnt ein solches Projekt, wie es in Birmingham vorgesehen ist, auch aus der Sicht des Arbeitgebers ab. Arbeitstage von regelmässig 10 Stunden oder sogar mehr sind sowohl aus gesundheitlichen als auch aus personalpolitischen Gründen höchst problematisch. Die Belastung für die Angestellten würde mit einer Erhöhung der täglichen Arbeitszeit um nahezu 25 Prozent unverhältnismässig ansteigen, was sich auf die Dauer negativ auf die Motivation, die Leistungsfähigkeit und schlussendlich auch auf die Gesundheit des Personals auswirken würde. Viele Angestellte haben zudem das Arbeitszeitmodell "Jahresarbeitszeit" gewählt, bei dem sie ihre Arbeitszeit frei einteilen können. Ein solches Modell wäre mit der Einführung des erwähnten Projekts nicht mehr möglich, was mit den Interessen der betroffenen Angestellten und eines fortschrittlichen und attraktiven Arbeitgebers Bund nicht vereinbar wäre.</p>  Antwort des Bundesrates.