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Der Prozess der Werkproduktion und die mit ihr verbundene körperliche Anstrengung spielt eine zentrale Rolle im Schaffen des amerikanischen Künstlers Oscar Tuazon. Er entwirft und realisiert – häufig im Kollektiv mit entsprechenden Fachleuten – Skulpturen sowie raumgreifende Installationen, die in der Verbindung von Abstraktion und Konstruktion Parallelen zur Minimal Art und zur Land Art aufweisen.
Die Skulptur Then What besteht aus einem Baumstamm, einem Betonrohr und einem aufgesetzten Betonbalken. Sie erinnert an einen Brunnen auf einer Alp, aus dem jeden Moment Wasser fliessen könnte. Genau hierauf, auf die vermeintliche Funktionalität der Konstruktion, bezieht sich der Titel, der sinngemäss übersetzt «Und was kommt jetzt?» bedeutet. Indem der Künstler architektonische oder konstruktive Strukturen zerlegt und neu zusammensetzt, spielt er mit unserer Erwartungshaltung gegenüber dem Gebrauchswert von Gegenständen. Oscar Tuazons Werk knüpft thematisch und formal an die Geschichte der Installationskunst an.
Tuazons künstlerische Karriere begann, als er im Studio Acconci arbeitete. Vito Acconci, Künstler und Architekt, untersucht in seinen Installationen und seiner Landschaftsarchitektur seit den 1980er-Jahren das Verhältnis von privaten und öffentlichen Innen- und Aussenräumen. Tuazon führt diese Untersuchung im eigenen Stil weiter und trägt so auf unverwechselbare Weise zur fortlaufenden Entwicklung der Installationskunst bei.
Oscar Tuazon wurde 1975 in Seattle (USA) geboren. Er lebt und arbeitet in Los Angeles (USA).
Tätigkeitsbereiche: Skulptur, Mixed Media, Text,
"Art is useful in many ways, some of them profoundly difficult to describe. We all need different things from works of art, even things we don’t know we need. But the potential of an artwork to answer a simple utilitarian need is, to me, its greatest power. What can one person do? I think that’s the question that drives anyone to make a work of art. It’s an open question, maybe the only question, the one I keep asking. The answer, if there is one, is somewhere between you and I. Art is the outcome of that encounter. I make things for people to use." («Kunst ist auf viele Weisen nützlich, wovon einige extrem schwierig zu beschreiben sind. Wir alle benötigen unterschiedliche Dinge in Kunstwerken, sogar Dinge, von denen wir gar nicht wissen, dass wir sie brauchen. Das Potential eines Kunstwerks, einen einfachen Verwendungszweck zu erfüllen, ist für mich jedoch seine grösste Stärke. Was kann eine einzelne Person tun? Ich denke, das ist die Frage, die jeden zum Schaffen eines Kunstwerks bewegt. Es ist eine offene Frage, vielleicht die einzige Frage, die Frage, die ich immer wieder stelle. Die Antwort, sofern es eine gibt, liegt irgendwo zwischen dir und mir. Kunst ist das Ergebnis dieser Begegnung. Ich schaffe Dinge, die Menschen nutzen können.»)