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| Zeno von Verona (um 370) - Traktate (Predigten und Ansprachen)

Buch 1
Traktat X. Die Habsucht II.
Inhaltsangabe
Der Traktat bewegt sich in ähnlichen Gedankengängen wie der vorausgehende.
Die Herausgeber Ballerini suchten seinerzeit die Zeit [S. 139] der Abfassung näher zu bestimmen. Sie bezogen die Sätze von Kap. 5: „Aber das gilt nicht euch, Brüder, eure Mildtätigkeit ist allen Provinzen bekannt; die Saat eurer Liebe wird ja fast in allen Teilen des Erdkreises gesät. Viele, die durch euch losgekauft wurden, viele, die von der Verurteilung zum Tod befreit wurden, viele, die drückender Lage entrissen wurden, danken es euch" auf die Schlacht bei Adrianopel (378), deren Folgen durch den Wohltätigkeitssinn der Veroneser gemildert wurden. Auch Ambrosius gedenket in De off, II, 15, 70 und II, 28, 136 ähnlicher Verhältnisse (Dissertatio prima de S. Zenonis tractatibus eiusque aetate § 7). Aber die Worte sind zu unbestimmt, um sich gerade auf die Milderung der Folgen der Schlacht bei Adrianopel beziehen zu müssen, Von Kriegsnöten ist nicht direkt die Rede; Gelegenheit zur Entfaltung des Wohltätigkeitssinnes bot sich auch sonst in jener Zeit genug. Nach den Ausführungen über das Leben Zenos (Einleitung) lebte damals Zeno nicht mehr. Vielleicht aber darf man annehmen, daß die Abfassung des Traktates in die spätere Zeit Zenos fällt.