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Der erste rätoromanisch gesprochene Spielfilm verwebt Motive aus verschiedenen mythologischen Erzählungen aus dem bündnerischen Schamsertal. Im Zentrum steht Flugi, der Sohn des Dorfpfarrers, der nach Jahren der Abwesenheit nach Hause zurückkehrt. Die langsame Annäherung ans Heimatdorf wird durchbrochen von Rückblenden, die von seiner kindlichen Freundschaft zu Strinsla, der Tochter des mächtigen Landammanns, und seinem nicht mehr kindlichen Verhältnis zu dessen Frau erzählen, dem Grund seiner überstürzten Abreise damals.
Kurz nach der Ankunft Flugis stirbt der Vater, und Flugi soll sein Nachfolger werden. Der seltsame Machtkampf zwischen dem durchaus fortschrittlich gesinnten Landammann und dem konservativen, heidnischen Ansichten nicht abgeneigten Pfarrer überträgt sich auf den Sohn. Und während der Vater zumindest in engem Briefkontakt mit der Frau des Landammanns gestanden war, nähern sich Flugi und Strinsla einander, nun gereift und in Schönheit erblüht. Das zwischen Ernst und Humor pendelnde, streckenweise konfuse Drehbuch läßt diese Handlungsfäden und das zahlreiche mythologische Personal, verkörpert von theatralisch agierenden Laiendarstellerinnen, bisweilen aneinander vorbeilaufen. Da sind die Wahrsagerin und Zauberin Bariota, der Schmuggler Isidor, die tolpatschigen Helfer des Landammanns, der dressierte Rabe Conrad, der der Frau des Landammanns die Briefe des Pfarrers bringt, oder die Nachtgeister, die in einer poetischen Vision um den Dorfbrunnen tanzen.
Durch die Kostüme und Gerätschaften scheint La rusna pearsa im 19. Jahrhundert verankert. Der Landammann aber plant Brücken und Staudämme, in seinem Büro hängt ein
Arosa-Werbeplakat der dreißiger Jahre, und er benutzt auch einmal eine Taschenlampe, während der Organist in der Kirche heutige freie Improvisationen spielt. Die so angestrebte Universalität scheint aber eher einer romantischnaiven Nostalgie des Autors zu entsprechen, der sich nicht zwischen dem Bewahren regionaler Traditionen und dem Anspruch der Zeitlosigkeit entscheiden mag.