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Posttochter Presto AG: Lohnkürzungen auf Kosten von Sozialhilfegeldern
Martin A. Steiner
Vom Sommer 2011 bis Sommer 2015 arbeitete ich als Zeitungsverträger bei der Posttochter Presto AG. Ich hatte schon früher zwischen 1966 und 2009 mehrmals für die Presto AG, beziehungsweise deren Vorgängerfirmen gearbeitet.
Als 2009 die Schweizerische Post verschiedene Zeitungszustellerfirmen aufkaufte und als Presto AG in den Postkonzern eingliederte, schenkte die Schweizerische Post AG in Basel allen Angestellten ein „grosszügiges“ Willkommensgeschenk . Das war eine allgemeine Lohnkürzung von rund 20%. Also eher ein gemeines als ein grosszügiges Willkommensgeschenk.
Im Februar 2014 erfolgte eine weitere Lohnkürzung von 3%. (Der Feiertagslohn wurde um rund 3% gekürzt.)
Wie ich aus eigener Erfahrung weiss, sind etliche ZeitungsverträgerInnen auch SozialhilfeempfängerInnen. Allgemein bekannt ist auch, dass die Post den Bund mit 200 Millionen „quersubventioniert“. Also kann man sagen, die Schweizerische Post subventioniert den Bund und kürzt unter anderem Löhne von SozialhilfeempfängerInnen.
Ich habe nun mit meinen Verdiensten ausgerechnet, wieviel Sozialhilfe die Stadt Basel mir mehr zahlte, weil die Posttochter die Löhne in Basel um rund 23% gekürzt hat.
Ohne Lohnkürzungen hätte ich von 2011 bis 2015 rund 11´ 000 Franken mehr verdient! In diesem Falle hätte mir die Sozialhilfe Basel rund 7350 Franken weniger Sozialhilfegelder zahlen müssen.
Wenn man das nun hochrechnet, kommt man in Basel schnell auf zigtausend, wenn nicht sogar auf hunderttausende Franken Lohnkürzungen in den letzten sechs Jahren auf Kosten der Basler Sozialhilfe.
Also eines ist mir ganz klar: Bevor die Schweizerische Post den Bund weiterhin „quersubventioniert“ soll sie die Lohnkürzungen bei ihrer Tochterfirma Presto AG rückgängig machen und endlich wieder einigermassen gerechte Löhne zahlen.
Es ist wirklich paradox: Geldabgabe an den Bund und „abzapfen“ von Sozialhilfegeldern.
Zum Autor:
Martin.A.J. Steiner ist working poor und Sozialhilfeempfänger. Er lebt in Basel.