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Ingwer (Zingiber officinale) gehört botanisch zur Familie der Ingwergewächse (Zingiberaceae). Die Gattung Zingiber umfasst etwa 100 Arten. Wie die Gräser zählt Zingiber officinale zur Gruppe der einkeimblättrigen Pflanzen. Er wächst in den Tropen und Subtropen und wird in Indien, Indonesien, Vietnam, Japan, China, Australien, Brasilien, Jamaika und Nigeria kultiviert. Die ursprüngliche Herkunft ist unbekannt. Er stammt möglicherweise von den Pazifischen Inseln. Nach Europa gelangte die Ingwerpflanze wahrscheinlich zurzeit Christi und in die Schweiz während der Zeit Karls des Grossen (747 – 814). Ingwer ist eine krautige Pflanze, deren dicke Stängel 150 cm Länge erreichen können. Die Laubblätter sind 15 – 30 cm lang, schmal lanzettenförmig und verleihen der Pflanze ein schilfartiges Aussehen. Sie sind parallelnervig, ungestielt und in zweizeiliger Anordnung. Zingiber officinale besitzt einen erfrischend zitronenartigen Geruch. Im Boden bildet Ingwer als Überdauerungsorgan ein verzweigtes fleischiges Rhizom (Wurzelstock). Dieses 2 – 3 cm dicke Rhizom wächst horizontal, ist innen gelblich gefärbt und entfaltet einen aromatisch scharfen Geschmack. Wesentliche Inhaltsstoffe sind ätherische Öle, darunter Zingiberen, Zingiberol, Harzsäuren und Gingerol. Ausserdem enthält Ingwer Vitamin C, Magnesium, Eisen, Calcium, Kalium, Natrium und Phosphor. Die Wurzeln der Pflanze wachsen entlang dieses Rhizoms. Die Blüte entwickelt sich direkt aus dem Rhizom. Sie bildet einen bis 25 cm langen kolbenartigen Blütenstand aus zahlreichen hellgrünen Hochblättern, die häufig einen gelblichen Rand aufweisen und viele kleine Blüten enthalten. Die Blütchen sind dreizählig und die Kronblätter zu einer gelblichen Röhre verwachsen. Der mittlere Kronlappen ist rötlich-purpur und die Staubblätter dunkelviolett. Die schwarzen Samen entwickeln sich in einer Kapselfrucht.
Ingwer als Zierpflanze
Die Ingwerpflanze kann bei uns nur als Zierpflanze gehalten werden; sie ist nicht winterhart. Im Handel sind Rhizome erhältlich, die Sie flach knapp unter der Erdoberfläche einlegen oder in Stücke von 3 – 5 cm schneiden und einzeln mit der Schnittfläche nach unten in die Erde stecken können. Drinnen an einem warmen Platz aufstellen, mässig feucht halten und schon rasch zeigen sich erste Triebe. Ingwer braucht gleichmässige Temperaturen mit hoher Luftfeuchtigkeit.
Ingwer als Gewürz
Hauptsächlich wird die Pflanze jedoch in der Küche eingesetzt. Bevor die Chilischote aus Amerika eingeführt wurde, war sie das einzige scharfe Gewürz in Asien. Je nach Herstellungsmethode und Erntezeit wird aus dem Ingwerwurzelstock ein mildes oder scharfes Gewürz. Wird er ganz jung geerntet, gibt es den grünen Ingwer. Seine Rhizome sind noch faserfrei. Die normale Ernte des Ingwers erfolgt nach zirka acht Monaten. Auch zu diesem Zeitpunkt ist er noch jung und zart. Wenn sich die Blätter gelb verfärben, im Alter von 8 – 10 Monaten, wird der sogenannte„Gewürzingwer“ geerntet. Er wird getrocknet und zu Pulver zermahlen. Ingwer wird in der Küche vielfältig verwendet; er passt zu zahlreichen salzigen oder süssen Speisen. Ingwer kann aber auch eingelegt, kandiert oder als Konfitüre genossen werden. In Getränken wie Ginger Ale (Ingwerbier), Ingwerwein oder als Tee wie auch in Gebäcken, zum Beispiel in Lebkuchen oder Basler Leckerli, findet er Verwendung. In Japan wird Ingwer in Essig eingelegt und als Gari zwischen verschiedenen Sushi-Gängen verspiesen. In den Tropen kocht man junge Triebe auch als Gemüse. In Basel wurde das Zunfthaus der Gewürzhändler im 14. Jahrhundert „Zum Imber“ genannt (Imber ist eine alte Bezeichnung für Ingwer). Später wurde es in „Safran“ umbenannt, weil Safran noch kostbarer war. Heute noch erinnert das Imbergässlein in Basel an die damalige Bekanntheit des Ingwers. Das Imbergässlein war die Gasse der Gewürzhändler.
Ingwer als Heilpflanze
Ingwer entfaltet eine antibakterielle Wirkung, hilft bei Erkältungen und Husten, fördert die Durchblutung, hat eine anregende Wirkung auf die Magensaft-, Speichel- und Gallenbildung und hilft bei Übelkeit.
Quelle: http://www.wyssgh.ch
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