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Um solche sogenannte Sekundärinfektionen zu vermeiden, lohnt es sich, zum Beispiel Erkältungsbeschwerden von Anfang an richtig zu behandeln. Dazu gehört neben Ruhe und Wärme (beispielsweise in Form von entzündungshemmenden Zwiebel- oder Leinsamenwickeln) auch viel Flüssigkeit, wie Drogistin HF Sarina Antener rät. Ausserdem gibt es in der Drogerie viele Mittel, auch aus der Komplementärmedizin, die gegen Erkältungen helfen.
Zum Arzt
Klingen Beschwerden trotz Behandlung nicht ab oder verstärken sich sogar, rät Drogistin Antener zum Gang zum Arzt. Weil bei einer Sekundärinfektion zu einem viralen häufig ein bakterieller Infekt dazukommt, sind Antibiotika oft unvermeidlich. Begleitend können Mittel aus der Drogerie eingenommen werden, um den Heilungsprozess zu unterstützen und das geschwächte Immunsystem zu stärken. «Weil Antibiotika bei vielen Menschen Verdauungsprobleme auslösen, verabreiche ich während der Medikamenteneinnahme gerne Bakterienpräparate, die die Darmflora stärken.»
Was ist eine Sekundärinfektion?
Von einer Sekundärinfektion spricht man, wenn ein Krankheitserreger einen Organismus befällt, in dem bereits eine Infektion (sogenannte Primärinfektion) mit einem anderen Erreger vorliegt. Also wenn zum Beispiel jemand nach einer von Viren ausgelösten Grippe eine von Bakterien verursachte Lungenentzündung bekommt. Als typische Sekundärinfektionen bei einer Erkältung, die von Viren verursacht wird, gelten die Nasennebenhöhlenentzündung sowie die Mittelohrentzündung. Weitere Sekundärinfektionen können beispielsweise Bronchitis, Mandel-, Rippenfell- oder Lungenentzündung sein.
Die Beschwerden bei einer grippalen Sekundärinfektion beginnen mit den typischen Erkältungssymptomen: Schnupfen, Halsschmerzen, Husten und Niesen. Weitere Beschwerden wie Kopfschmerzen, Druckgefühle in den Nasennebenhöhlen oder eine Bronchitis können dazukommen. Ebenfalls ein typisches Anzeichen einer bakteriellen Sekundärinfektion: eine grün-gelbliche Sekretion, die in der befallenen Schleimhaut entsteht.
Grippe und Erkältung
Bei Erkältungs- und Grippesymptomen helfen die Schüssler-Salze Nummer 4 und 10. Um den Schleim zu lösen, sind die Nummern 6 und 8 empfehlenswert und als Stärkung des Immunsystems die Nummern 3 und 21. «Ein Erkältungstee mit Holunder, Lindenblüten, Thymian oder Schlüsselblume hilft weiter, den Schleim zu verflüssigen, damit er einfacher ausgehustet werden kann.» Ein spezieller Tipp von Sarina Antener ist ein Schüssler-Salz-Cocktail: Einfach die oben genannten Schüssler-Salze mit in die Teetasse geben und mit heissem Wasser aufgiessen.
Ebenfalls wohltuend sind ätherische Öle. Salben mit Thymian, Eukalyptus und Lavendel auf der Brust oder am Rücken eingerieben. Eine Alternative für Berufstätige ist das Auftragen auf den Fusssohlen. «Dies hat eine reflektorische Wirkung. Ausserdem riecht man dann nicht so stark nach Erkältung.» Auch Pelargonium-Tinktur hat eine gute Wirkung.
Bei einer Mittelohrentzündung könne man neben der vom Arzt verschriebenen Therapie etwas der oben erwähnten ätherischen Öle neben dem Ohr einreiben. Es gibt auch gute homöopathische Ohrentropfen. Ausserdem ist es sehr hilfreich, mit einem abschwellenden Nasenspray die Wege der Nebenhöhlen zu öffnen, um so die Entzündung im Ohrbereich schneller ausheilen zu lassen.
Umfrage
Nasennebenhöhlenentzündung
Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung rät Sarina Antener zu einer Nasendusche. Dazu einfach den Kopf in den Nacken legen und die salzhaltige Flüssigkeit mithilfe der Nasendusche über dem Lavabo in die Nasengänge fliessen lassen. Einen Moment abwarten und den Kopf senken und alles rausfliessen lassen. Anschliessend mit Nastüchern nachschnäuzen.
Und in Sachen Spagyrik gibt es ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten beziehungsweise Sprays. Was sie meistens empfiehlt, ist Kapuzinerkresse. «Diese Essenz wirkt antibakteriell – einfach in pflanzlicher Form.»
- Quellen
Drogistin HF Sarina Antener
Leiterin Wissenschaftliche Fachstelle (WIF) des Schweizerischen Drogistenverbandes: Dr. phil. nat. Anita Finger Weber