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Eine Kooperation habe seit 2004 bestanden und sei vor allem bei der Werbung und bei einigen Redaktionsinhalten erfolgt, sagte der Chefredaktor des "Giornale del Popolo", Gregorio Schira, am Dienstag auf Anfrage der sda. Seine Zeitung habe beispielsweise beim Sport und in der Justizberichterstattung Meldungen vom "Corriere del Ticino" bezogen.
Das katholisch geprägte "Giornale del Popolo" will demnach ab kommendem Jahr auf eigenen Beinen stehen. Laut Schira seien im Zuge der Verhandlungen mit dem "Corriere del Ticino" über eine neue Partnerschaft Meinungsverschiedenheiten zum Vorschein gekommen.
"SCHEIDUNG" STATT STELLENABBAU ?
Konkret: Vom "Corriere" seien Einsparungen beim Redaktionspersonal gefordert worden, sagte Schira. Derzeit beschäftigt die Zeitung rund 30 Journalisten. 2004 war das "Giornale del Popolo" durch Gelder der Corriere-Stiftung vor dem Untergang gerettet worden.
Es sei dann der Herausgeber und Besitzer des GdP, Bischof Valerio Lazzeri, gewesen, der sich für ein Ende der Kooperation entschieden habe.
Für die Zukunft sind gemäss Schira auch keine anderen Kooperationen - etwa mit der Tageszeitung "La Regione" - geplant. Das "Giornale del Popolo" erhält über Stiftungen Geld von der Kurie im Tessin. Dies zeigt sich auch teilweise an der redaktionellen Ausrichtung: Unter der Rubrik "Catholica" berichtet das Medium regelmässig über Glaubensthemen.
CORRIERE: KEIN PLATZ FÜR DREI
Der Präsident der Corriere del Ticino-Stiftung, Fabio Soldati, schrieb am Dienstag in einem Kommentar seines Blatts, dass der "Corriere" zwar immer dem GdP nahe gewesen wäre, doch dass es in Zukunft keinen Platz für drei Tageszeitungen auf dem Tessiner Markt gebe.
Es wäre jetzt an der Zeit gewesen, "die Struktur beim 'Giornale del Popolo'" zu ändern. Da die Zeitung aber weitermachen wolle wie bisher, bleibe ihm nur übrig, ihr alles Gute für die Zukunft zu wünschen, sagte Soldati.
Der Direktor von "La Regione", Matteo Caratti, rief am Dienstag in seinem Kommentar in Erinnerung, dass der "Corriere del Ticino" bislang auf dem Werbemarkt von der Kooperation profitieren konnte, weil er so insgesamt die meisten Leser vorzuweisen habe. Das "Giornale del Popolo" habe dagegen entschieden, sich selbst eine Diät zu verordnen, anstatt sie sich von anderen vorschreiben zu lassen, so Caratti.
cf/
(AWP)