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Weshalb haben wir Schmerzen?
Jeder weiss, dass ein verstauchter Fuss, ein Stich oder eine Verbrennung Schmerzen auslösen. Diese alltäglichen Schmerzen sind Warnsignale für das Gehirn, dass das Gewebe bedroht und eine Handlung erforderlich ist.
Erinnerungen an den Schmerz (heisse Kochherdplatte, Bienenstich) schützen uns davor, denselben Fehler nochmals zu begehen. Der Schmerz dient als Warnsignal und hat eine Schutzfunktion.
Bei chronischen (anhaltenden, dauernden) Schmerzen ist es jedoch sehr schwer, den Nutzen zu sehen. Der Schmerz hat die Funktion als Warnsignal verloren. Aus irgendeinem Grund interpretiert das Gehirn die ankommenden Signale als Gefahr und man empfindet wieder Schmerz.
Nicht die Ursache, sondern der Zweck der Schmerzen ist hier die Frage.
Was sind die typischen Begleitsymptome bei chronischem Schmerz?
- Müdigkeit, Vergesslichkeit, Konzentrationsstörung
- Blutdruck und Puls steigen, schnellere Atmung
- Schlafstörungen
- Gelenkschmerzen
- Colon irritabile (Reizmagen, Reizdarm)
- Sensibilitätsstörungen (Kribbeln, Einschlafen der Hände/Füsse)
- Kopfschmerzen
- Enge beim Schlucken
- Sozial: verminderte Leistungsfähigkeit, Belastungsintoleranz, Abhängigkeit, Rückzug
Wie werden Patienten heute mit chronischen Schmerzen behandelt?
Heute werden die Patienten mit chronischen Schmerzen vermehrt auf der Grundlage des biopsychosozialen Modells behandelt. Im Gegensatz zu früher weiss man heute, dass nicht nur allein eine Gewebeschädigung alle Symptome des chronischen Schmerzes erklären kann.
Diese äusserst komplexen Vorgänge werden sehr stark durch psychosoziale und auch sozioökonomische Faktoren beeinflusst.
Nachdem die biomechanischen Faktoren (Krankheiten wie z.B. Schilddrüsenübberfunktion, bestimmte Vitaminmangelzustände, rheumatisch-entzündliche Erkrankungen) als Ursache für die chronischen Schmerzen ausgeschlossen worden sind, versucht man die Schmerzen über eine Verbesserung der Lebensqualität zu beeinflussen.
Der Schmerz kann indirekt sehr gut beeinflusst werden durch
- Verbesserung des Schlafes
- Abbau von Muskelverspannungen mittels verschiedenen Entspannungstechniken
- Abbau von Ängsten und Vermeidung von Katastrophisierung durch Schmerzaufklärung
- Graduierter Abbau von Schon- und Vermeidungsverhalten
- Therapie einer möglichen zugrundeliegenden Depression und Bewältigung von psychosozialen Problemen (Arbeitslosigkeit, familiäre Probleme)
- Muskelaufbau, Haltungsverbesserung, Verbesserung der Fitness
- Strukturierung des Tagesablaufes, von Aktivität und Inaktivität
- Optimierung der Schmerzmedikation
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Dr. Jaschko & Dr. Strassner
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