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Klimawandel
Arktis-Eis: Rekordminimum?
Nordpolarmeer taut rasant auf
Das Eis im Nordpolarmeer schmilzt rasant. In den letzten Wochen ist so viel Eis abgetaut, dass die bisherige Rekordmarke aus dem Jahr 2011 wahrscheinlich unterboten werden wird. Damals lag die Eisfläche Anfang September bei 2,9 Millionen Quadratkilometern. Jetzt sind es zwar noch 3,2 Millionen Quadratkilometer, was aber bereits weniger ist als 2011 zur gleichen Zeit. Es besteht also eine realistische Chance, dass das diesjährige Minimum unter die Marke von 2011 abfällt.
Rekordminimum beim Arktis-Eis?
Das Abschmelzen des arktischen Meereises passt zu ähnlichen Meldungen der vergangenen Wochen aus Grönland. Dort hat es im Juli ein extrem starkes Tauwetter gegeben, von dem die komplette Fläche des Inlandeises betroffen war. Grund für dieses Ereignis, dass nur alle 150 Jahre vorkommt, war eine außergewöhnliche Großwetterlage, die sehr warme Luft weit nach Norden transportiert hat. So wurden mitten auf dem Inlandeis in 3.000 Metern Höhe Temperaturen von bis zu 3 Grad Plus gemessen, an der Küste war es wiederholt bis zu 20 Grad warm.
Nordostpassage weitgehend eisfrei
Die Eisbedeckung der Polargebiete steht in einer sehr komplexen Wechselwirkung mit dem Klima unseres Planeten. So könnte die Abnahme eisbedeckter Flächen einen Rückkoppelungsprozess einleiten, der letztendlich zu einer beschleunigten Erderwärmung beitrüge. Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Nordpolargebiet in nicht mehr ferner Zukunft während der Monate von August bis Oktober komplett eisfrei sein wird. Dies könnte einen Abbau der mutmaßlich reichhaltigen Öl- und Gasvorkommen in der Nähe des Nordpols ermöglichen.