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Ein Fotoapparat, der direkt nach dem Auslösen ein fertiges Foto ausgibt, wird als Sofortbildkamera bezeichnet.
Bei klassischen analogen Sofortbildkameras wird anstatt eines einfachen Films ein Stapel Papierblätter mit lichtempfindlicher Schicht verwendet. In diesem Fotomaterial sind auch die Chemikalien enthalten, die zum Entwickeln des Bildes notwendig sind. Zieht man das Bild aus der Kamera heraus, werden diese zwischen Negativ und Positiv verteilt. Bei Material für Schwarz-Weiss-Bilder werden Silberteilchen transportiert und bei Colorfilmen Farbstoffe, die im Positiv eingelagert werden.
Während unter Verwendung eines normalen Negativfilms mehrere Abzüge einer Aufnahme gemacht werden können, ist eine Duplizierung bei Sofortbildkameras nur durch sogenannte Bild-vom-Bild-Verfahren möglich.
Die erste Sofortbildkamera, wie man sie heute kennt, entwickelte der amerikanische Physiker Edwin Herbert Land im Jahr 1947 mit seinem Unternehmen Polaroid. Die frühen Modelle verwendeten Schwarz-Weiss-Rollfilme in verschiedenen Grössen für das Trennbild-Verfahren. Die Filme dieser sogenannten 40er-Serie musste man allerdings unmittelbar nach der Entwicklung, welche zwischen 15 und 30 Sekunden dauerte, zum Schutz mit dem beiliegenden Klarlack überziehen. 1954 folgte ein etwas kleineres Bild-Format, die 30er-Serie, um die Sofortbildkameras kleiner und leichter herstellen zu können.
Eine grosse Schwäche von Trennbild-Filmen war ihre enorme Empfindlichkeit gegenüber der Entwicklungszeit. Hierbei spielte unter anderen die Umgebungstemperatur eine entscheidende Rolle. Analoge Countdown-Stoppuhren oder auch Tabellen, die die entsprechenden Entwicklungszeiten aufführten, sollten dem Fotografen bestmögliche Entwicklungsqualitäten ermöglichen. Zu lange Entwicklungszeiten führten bei Schwarz-Weiss-Filmen lediglich zu erhöhten Kontrasten, während es bei Farbfilmen zu unerwünschten Farbstichen kommen konnte.
Der erste Integralfilm, der SX-70, wurde 1972 ebenfalls von Polaroid auf den Markt gebracht. Spricht man heute von Sofortbildfotografie denken die Meisten an das Filmformat des Typ 600, welches 1982 als Nachfolger des SX-70 Film vorgestellt wurde. Dieser wies einen höheren Belichtungsspielraum auf, wodurch er auch mit billigen Kameras eingesetzt werden konnte, welche weniger genau belichteten. 600er Filme waren dennoch mit SX-70 Kameras kompatibel, da die Abmessungen mit den SX-70 Filmen identisch waren.
Im Zeitalter der Digitalfotografie, mit ihrer ausgefeilten Technik und immer besseren Bildqualitäten, war es lange Zeit sehr ruhig am Sofortbildkamera-Markt. Doch ähnlich wie Schallplatten geniessen Sofortbildkameras besonders bei der jungen Generation wieder mehr und mehr Aufmerksamkeit. Die Funktionen der klassischen Sofortbildkamera werden mit modernster Smartphone Technologie vereint und sprechen somit besonders die „Sharing“-Community an. Die neuesten Modelle sind mit digitalem Bildschirm ausgestattet und besitzen die gleiche Pixelzahl wie vergleichbare Digitalkameras. Durch verbesserte Technik können digitale Sofortbildkameras ein wisch-und wasserfestes Bild innerhalb einer Minute ausdrucken. Durch integrierte WLAN oder Bluetooth Verbindungen können die Nutzer sogar dem aktuellen Trend sozialer Netzwerke folgen. So können beispielsweise auf der neuesten Polaroid „Socialmatik“ Social Media Apps installiert und somit Schnappschüsse sofort auf Facebook, Instagram und Co. geteilt werden.
Auch die klassischen analogen Polaroid-Kameras werden wegen des künstlerischen Wertes der Falschfarben wieder gern eingesetzt. Bei professionellen Fotografen sind die Fotos mit ihrem speziellen Touch und die Sofortbildkameras mit ihrem eigenen Charme besonders beliebt.
Eines der neuesten Modelle des Herstellers Polaroid ist die Polaroid Z2300. Auch, wenn es sich bei der Sofortbild-Fotografie heutzutage nur um eine Nische handelt, ist es der persönliche, künstlerische Wert, welcher Polaroid-Fans auch heute noch begeistert.