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Heute meldet „20 Minuten“, die Familie Pulimeno habe eine der 98 von der Stadt Zürich gebauten stylishen (!) Wohnungen an der Rautistrasse ergattert. Ergattert ist ein vollkommen passender Begriff, wenn die Nachfrage das Angebot um das mehr als 14-fache übersteigt. Denn über 1’400 Familien hatten sich um die subventionierten preisgünstigen Wohnungen beworben. Für die 5 1/2-Zimmer-Wohnung im obersten Stockwerk bezahlt die Familie inklusive Tiefgaragen-PP sage und schreibe die lächerliche Montasmiete von CHF 2’300.
Bei anderen städtischen subventionierten Wohnbauprojekten ist das Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ähnlich. Jedem Ökonomistudenten im ersten Semester ist klar, was es bedeutet, Wohungen so „dem Markt zu entziehen“ wie dies die Stadt im Auftrag der rot-grün-genossenschaftlich eingefärbten Mehrheit des Stadtzürcher Stimm- und Wahlvolkes tut und damit einen Parallelmarkt für „preisgünstigen“, im Jargon „bezahlbaren“ Wohnraum schafft.
Man wundert sich über die seltsame Auffassung von sozialer Gerechtigkeit, wenn die Zuteilung von so extrem knappem günstigem Wohnraum in den Händen von genossenschaftlichen oder städtischen Zuteilungsbeamten liegt und nur ein kleiner Teil der Bevölkerung überhaupt je die Chance hat, eine solche Wohnung zu ergattern. Dieses ungerechte System mit privilegierten Glücklichen, die das grosse Los gezogen haben, ist natürlich nicht unbeschränkt nach oben skalierbar, ohne den Wohnungsmarkt gänzlich aus den Fugen zu werfen. Aus Untersuchungen ist aber bekannt, dass die Mehrheit der Leute administrative Zuteilungsverfahren bei Knappheit von Gütern dem Preissystem vorziehen. Offenbar leben die Leute von der eitlen Hoffnung, doch auch mal selbst zum Zug zu kommen. Ein besseres System, das Ökonomen bevorzugen würden, läge in der Versteigerung zumindest eines Teils der Wohnungen. Mit den höheren Mietpreisen könnte dann der andere Teil der Wohnungen querverbilligt werden.
Am besten wäre aber ein möglichst freier Wohnungsmarkt kombiniert mit Subjektunterstützung an ärmere Haushalte.