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Archivaufgabe 1: Schweizer Filmwochenschau
Produktionsumstände - Einleitung
Die Produktion der Filmwochenschau übernahm die Genfer Firma Cinégram. An der Produktion waren dreizehn Mitarbeiter*innen beteiligt. Typisch für die Filmindustrie war dabei eine geschlechtsspezifische Arbeitsteilung: Die Kamera und das Einsprechen des Kommentars waren ausschliessliche Männerdomänen, als Cuter*innen und in der Musik- und Geräuscharbeit prägten aber auch Frauen die Wochenschaubilder. Finanziert wurde die Wochenschau in den ersten Jahren zu 46 Prozent von den Abonnementen der Kinos (die vom Bundesrat für obligatorisch erklärt worden waren), 13 Prozent durch Verleiher, und rund 40 Prozent durch den Bund. Der Grossteil der Beiträge wurde auf 35mm-Film aufgenommen, später wurden auch 16mm-Kameras verwendet. Anfangs war die Wochenschau nur 100 Meter lang (ca. 3.5 Minuten), später konnten die Ausgaben bis zu 13 Minuten gehen. Da Filmmaterial sehr teuer war, mussten die Kameramänner sehr selektiv damit umgehen, man konnte nicht einfach »drauflosfilmen«. Ein funktionierendes Tonaufnahmegerät besass die Wochenschau bis 1955 nicht, Originaltonaufnahmen sind höchst selten und etwa wichtigen Ansprachen von Bundesräten und ähnlichen politisch gewichtigen Momenten vorbehalten. Danach wurde ein kompaktes Aufnahmegerät gekauft, das den Operateuren mehr Originaltonaufnahmen ermöglichte. Die Aufnahmen wurden bis Ende 1960er-Jahre weiterhin nachträglich vertont, die Geräuschkulissen dem Archiv der Cinégram entnommen. Bei seriellen Quellen wie der Filmwochenschau ist es wichtig, bei der historischen Analyse auch die Veränderung der Produktionsbedingungen über die Zeit in Betracht zu ziehen.