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Bern, 25. August 2016. Stress am Arbeitsplatz zählt zu den grössten Herausforderungen der modernen Arbeitswelt. Der Job-Stress-Index von Gesundheitsförderung Schweiz zeigt, dass jeder vierte Erwerbstätige am Arbeitsplatz gestresst ist und sich erschöpft fühlt. Als Folge davon entstehen für Unternehmen in der Schweiz Kosten: das ökonomische Potential wird auf 5,7 Mrd. Franken geschätzt.
Bereits zum dritten Mal veröffentlicht Gesundheitsförderung Schweiz den Job-Stress-Index als wissenschaftliche Studie in Zusammenarbeit mit der Universität Bern und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Das Stress-Monitoring ermittelt jährlich drei Kennzahlen zu den Auswirkungen von arbeitsbedingtem Stress auf Gesundheit und Produktivität von Erwerbstätigen: den Job-Stress-Index, den Anteil Erschöpfte und das ökonomische Potenzial von Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in Bezug auf Stress. Die Resultate der Erhebung 2016 bestätigen die Ergebnisse der zwei vorangegangenen Erhebungen:
- Jeder vierte Erwerbstätige (25,4 %) hat Stress, das heisst mehr Belastungen als Ressourcen am Arbeitsplatz.
- Jeder vierte Erwerbstätige (25,4 %) ist erschöpft.
- Stress kostet die Arbeitgeber rund CHF 5,7 Mrd. pro Jahr.
- Der Fokus in diesem Jahr zeigt: Junge Mitarbeitende sind häufiger gestresst und erschöpft und haben mehr gesundheitsbedingte Leistungseinbussen.
Die Erhebung 2016 zeigt, dass ein Viertel aller Erwerbstätigen über zu wenig Ressourcen verfügt, um die hohen Belastungen am Arbeitsplatz abfedern zu können. Ressourcen beschreiben die Möglichkeiten, auf ein Ungleichgewicht zwischen Belastung und Anforderung zu reagieren. Fast die Hälfte der Erwerbstätigen (46,3 %) befindet sich demnach im «sensiblen Bereich». In diesem Bereich reichen vorhandene Ressourcen nur knapp aus, um die aktuellen Belastungen auszugleichen.
Vollzeiterwerbende sind erschöpfter als Teilzeitarbeitende
Jeder vierte Erwerbstätige (25,4 %) ist zudem ziemlich oder sehr erschöpft. Rechnet man dies auf alle Erwerbstätigen in der Schweiz hoch, betrifft dies insgesamt 1,3 Mio. Menschen. Erschöpfung ist ein wichtiger Indikator für das Befinden der Erwerbstätigen und ein entscheidendes Bindeglied zwischen Belastungen und gesundheitlichen Folgen. Erwerbstätige, die Vollzeit arbeiten, sind erschöpfter als Erwerbstätige, die Teilzeit arbeiten. Dies gilt besonders für die Gruppe der 25- bis 39-Jährigen.
Stress kostet die Arbeitgeber jährlich rund CHF 5,7 Mrd.
Das ökonomische Potenzial wird für die Betriebe in der Schweiz im Jahr 2016 auf rund CHF 5,7 Mrd. geschätzt. Berücksichtigt wird dabei einerseits die verbesserte Arbeitsleistung durch weniger gesundheitliche Probleme während der Arbeit; diese macht 84,4 % des ökonomischen Potenzials (d. h. CHF 4,9 Mrd.) aus. Hinzu kommt andererseits die Reduktion von Fehlzeiten, die 15,5 % (d. h. CHF 0,9 Mrd.) beträgt.
«Das Stress-Monitoring von Gesundheitsförderung Schweiz erfasst die Arbeitsbedingungen und macht Aussagen über das Verhältnis von Ressourcen und Belastungen am Arbeitsplatz. Durch diese jährliche Erhebung des Job-Stress-Index verfügt Gesundheitsförderung Schweiz über detaillierte Daten zum Thema Stress am Arbeitsplatz und dessen Zusammenhang mit Gesundheit und dem ökonomischen Potential», unterstreicht Prof. Thomas Mattig, Direktor von Gesundheitsförderung Schweiz die Aussagekraft der jährlichen Erhebung. Der Job-Stress-Index ermöglicht das frühzeitige Erkennen von Entwicklungen bei den erfassten Arbeitsbedingungen, um mit geeigneten Massnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements den negativen Auswirkungen entgegenzuwirken.
Der «Job-Stress-Index 2016»
Der Job-Stress-Index ist repräsentativ für die Schweizer Erwerbsbevölkerung. Im Frühjahr 2016 wurden 2‘973 Erwerbstätige zwischen 16 und 65 Jahren befragt. Die Befragung wurde online mit dem S-Tool durchgeführt. Das S-Tool ist ein Online-Befragungsinstrument von Gesundheitsförderung Schweiz zur Analyse der Ressourcen und Belastungen sowie des momentanen Befindens der Mitarbeitenden am Arbeitsplatz.
Weitere Informationen
Für weitere Auskünfte oder Fragen steht Ihnen die Medienstelle von Gesundheitsförderung Schweiz per E-Mail medien(at)gesundheitsfoerderung.ch oder unter der Telefonnummer 031 350 04 04 zur Verfügung.
Gesundheitsförderung Schweiz
Gesundheitsförderung Schweiz ist eine Stiftung, die von Kantonen und Versicherern getragen wird. Mit gesetzlichem Auftrag initiiert, koordiniert und evaluiert sie Massnahmen zur Förderung der Gesundheit (Krankenversicherungsgesetz, Art. 19). Die Stiftung unterliegt der Kontrolle des Bundes. Oberstes Entscheidungsorgan ist der Stiftungsrat. Die Geschäftsstelle besteht aus Büros in Bern und Lausanne. Jede Person in der Schweiz leistet einen monatlichen Beitrag von 20 Rappen zugunsten von Gesundheitsförderung Schweiz, der von den Krankenversicherern eingezogen wird.
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