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Text: Fiona Wigger
Der Wohnwagen, genannt «Scharotl» oder «Rottel», ist heute ein wichtiges Symbol der jenischen Kultur.
Der Wohnwagen, genannt «Scharotl» oder «Rottel», ist heute ein wichtiges Symbol der jenischen Kultur. Früher wurde er von einem Pferd gezogen, heute brauchen die grossen Caravans ein starkes Zugfahrzeug. Familien führen oft noch einen zweiten «Kinderwagen» mit, damit genügend Schlafplätze und Rückzugsmöglichkeiten für alle vorhanden sind.
In den Wintermonaten lebt ein Teil der fahrenden Jenischen und Sinti auf Standplätzen in einem Holzchalet oder im Wohnwagen. Manche bewohnen während der kalten Jahreszeit aber auch eine gemietete Wohnung oder ein Haus.Die Mehrheit der Jenischen und Sinti ist das ganze Jahr sesshaft.
Auf dem Durchgangsplatz im Sommer wird nicht campiert, sondern gelebt und gearbeitet.
Der Durchgangsplatz, wo sich Jenische und Sinti im Sommer für einige Tage oder Wochen aufhalten, ist gleichzeitig Werkstatt und Wohnzimmer. Sie führen dort zum Beispiel Kundenaufträge aus, erledigen den Haushalt und machen mit den Kindern Hausaufgaben. Jenische und Sinti sind, wenn immer möglich, als Familiengemeinschaft unterwegs.
Regeln des Zusammenlebens und eigene Rituale werden von einer Generation zur nächsten mündlich weitergegeben. Dabei stehen Grosszügigkeit und Gastfreundschaft im Zentrum. Das abendlich entzündete Feuer bzw. Grill vor den Wohnwagen ist der Mittelpunkt der Gemeinschaft: es ist ein Ort der Gespräche und des Austauschs, manchmal erklingt auch ein Schwyzerörgeli oder eine Gitarre.