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Printed in
▼▶Repository
|Archive||Swiss Federal Archives, Bern|
▼
▶Archival classification
|CH-BAR#E2001A#1000/45#576*|
|Old classification||CH-BAR E 2001(A)1000/45 52|
|Dossier title||Nr. 502. Einberufung einer internationalen Konferenz durch den BR nach Genf zur Revision der Genfer Konvention von 1864. Uebereinkunft vom 6.7.1906 zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der Heere im Felde, Band 1: Januar-Juni 1906 (1906–1907)|
|File reference archive||B.232|
Ich beehre mich, Ihnen den Empfang Ihres Schreibens vom 6. d.Mts.2 betreffend die Revision der Genfer Convention, sammt den dazu gehörigen Beilagen bestens dankend zu bestätigen.
Es ist klar, dass Russland konsequent darauf hin arbeitet, die Frage der Revision der Genfer Convention der Schweiz zu entziehen und an die Haager Conferenz zu bringen3. Nachdem ein dahin gehender direkter Vorschlag bei den übrigen Mächten keinen Anklang gefunden hat, versucht Russland jetzt auf anderem Wege dieses Ziel zu erreichen. Da von den Vereinigten Staaten und vielleicht ändern Mächten abgegebene Versprechen darauf dringen zu wollen, dass die Conferenz in Genf vor der Haager Conferenz stattfinden müsse, ist offenbar dahin auszulegen, dass, wenn aus irgend einem Grunde die Conferenz in Genf nicht vorher zu Stande kommt, die Frage der Revision der Genfer Convention im Haag zur Behandlung gelangen soll. Russland wird daher jetzt seine Verschleppungstaktik fortsetzen und versuchen, den Zusammentritt der Conferenz in Genf so lange zu verhindern bis es zu spät wird.
Wie Sie aus meinem Berichte vom 5. Febr.4 ersehen haben, hat Staatssekretär Root nicht erklärt, eine etwaige Einladung für August annehmen zu wollen, sondern nur, die Vereinigten Staaten seien bereit, an einer Conferenz zur Revision der Genfer Convention in Genf teilzunehmen, vorausgesetzt, dass diese vor der Haager Conferenz stattfinde.
Die Vereinigten Staaten dürften bei dem bisherigen Zusammengehen mit Russland kaum eine gegen die Schweiz gerichtete Absicht verfolgt haben.
Ich werde nicht verfehlen, Herrn Root und wenn sich die Gelegenheit bieten sollte auch den Präsidenten über den Sachverhalt aufzuklären.
- 1
- Schreiben: E 2001 (A), Archiv-Nr. 502.↩
- 2
- E 2001 (A), Archiv-Nr. 502.↩
- 3
- Am 7. Februar 1906 berichtete Pioda aus Rom: [...] Und nun muss ich Ihnen über ein anderes Thema etwas ganz vertrauliches mitteilen. Es muss ganz geheim gehalten werden sonst könnten grosse Unannehmlichkeiten für uns und für die it. Regierung entstehen. Ich habe versprochen nichts zu sagen, erachte es dennoch als meine Pflicht, Ihnen Folgendes mitzutheilen. Heute morgen habe ich Ihnen offiziell berichtet, die it. Regierung werde aus zwei Gründen mit Verzug auf die Anfrage betreffend Genferkonferenz antworten: der erste Grund ist die Ministerkrisis; der zweite liege darin, dass die it. Regierung mit der russischen in Verhandlungen über den Gegenstand stehe. Ich habe nun vernommen, von bestunterrichteter Quelle, dass die russische Regierung Ende Dezember der it. Rg. den Vorschlag gemacht hat, die Revision der Genferkonvention in das Programm der zweiten Haagerkonferenz aufzunehmen, wie Herr Coraggioni vernommen hat. Die it. Regierung hat prinzipiell zugesagt, aber unter der Bedingung, dass das nur im Einverständnis mit der Schweiz geschehe und dass jedenfalls der Sitz des rothen Kreutzes nicht versetzt werde. Ich habe das Brouillon der Note selbst gelesen. Die russische Regierung hat noch nicht geantwortet.[...] (ZB Zürich MS Z II 555.43 Nr. 4).↩
- 4
- Vogel berichtete darin über eine Unterredung mit dem amerikanischen Staatssekretär Root. Dieser erklärte, die Vereinigten Staaten seien ursprünglich der Ansicht gewesen, die Revision der Genfer Konvention könne an der II. Haager Friedenskonferenz vorgenommen werden. Da sich jedoch die Mehrheit der Staaten dafür ausgesprochen hätte, die Frage solle gesondert behandelt werden, habe sich die amerikanische Regierung dieser Auffassung angeschlossen. Er habe jedoch dem russischen Botschafter versprochen, er werde sich dafür verwenden, dass die Konferenz vor Beginn der Haager Konferenz stattfinden werde. Unter diesen Bedingungen erklärten sich die USA mit jedem Datum einverstanden (E 2001 (A), Archiv-Nr. 502).↩