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Im Giessereimuseum in der Budapester Bem-Strasse wird die Erinnerung an Abraham Ganz und seine Errungenschaften bewahrt: Kaum jemand weiss, dass der bekannteste ungarische Eisengiesser aus dem Kanton Zürich stammte und sein Leben lang Schweizer Bürger blieb, auch wenn er sich in der Öffentlichkeit als patriotischer Ungar zeigte. Strassen, Fabriken, ungarische Lokomotiven und Trams sind heute nach Ganz benannt. Auch die Aufhängungen der berühmten Kettenbrücke in Budapest wurden von Ganz gegossen.
Mit 17 Jahren trat Abraham Ganz bei der Maschinenbaufirma Escher Wyss eine Lehre als Eisengiesser an. 1841 hörte er von der Einrichtung einer neuartigen Dampfmühle in Budapest mit Schweizer Know-how. Ganz bewarb sich für eine Stelle und wurde bald Leiter der Giesserei. Nach einem Zerwürfnis mit dem Schweizer Direktor, machte er sich 1845 selbständig. Seine Giesserei im Stadtteil Buda, gehörte zu den «ersten Industriebetrieben» in Ungarn.
Aufgrund der mangelnden Fachkräfte in Ungarn, holte sich Ganz welche aus der Schweiz. Während der Ungarischen Revolution von 1848/49 produzierte Ganz für die Aufständischen Kanonen und Munition. Wegen «Hofverrat» wurde er nach der Niederschlagung der Revolution zum Tode verurteilt. Die Vollstreckung konnte zwar verhindert werden, doch sein Besitz wurde zum grossen Teil konfisziert. Ganz liess sich indes nicht entmutigen und baute den Betrieb wieder auf. 1853 schaffte er mit der Erfindung des Schalengusses für Eisenbahnräder den endgültigen Durchbruch. Seine Räder waren langlebig und einfach herzustellen. Für jedes Rad gab Ganz eine fünfjährige Qualitätsgarantie ab. Bald zählte er zu den reichsten Bürgern von Budapest. Für seine Spenden an soziale Einrichtungen in Buda erhielt er das Ehrenbürgerrecht, blieb aber stets Schweizer Bürger und unterstützte weiterhin seine Familie in Embrach.