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Walliser Geschichte
Die ersten Walliser
Die ältesten bisher im Wallis gefundenen menschlichen Spuren gehen auf 30 000 v. Chr. zurück. In der Nähe von Tanay, im Chablais, auf 700 m ü. M. lebten Jäger und Sammler, die Werkzeuge herstellten, in einer Höhle.
Ab diesem Zeitpunkt können die Archäologen die Entwicklung der Besiedlung, der Techniken und Lebensweisen nachzeichnen – erst mit Unterbrüchen, später lückenlos. Im Paläolithikum (gehauener Stein) und im Neolithikum (geschliffener Stein) siedelten im Wallis verschiedene Menschengruppen, und in der Bronzezeit (bis 1800 v. Chr.) entwickelte sich eine Gemeinschaft mit genügend Besonderheiten, sodass die Spezialisten von einer Kultur sprechen. Aus der Römerzeit überliefern die ersten Texte zusätzliche Informationen. Jedoch sind es die Ausgrabungen, welche die meisten Informationen über die bedeutenden Stämme – die Veragrer, die Seduner und die Nantuaten – und über die wichtigsten Siedlungen liefern, die im Einflussbereich Roms standen (Octodurus).
Trotz der Berge folgte das Wallis den Entwicklungen der umliegenden Regionen. Im Mittelalter entstanden Gemeinschaften, sie beanspruchten Gebiete, bauten Festungen, Dörfer, Weiler. Sie lebten noch unter unsicheren Bedingungen und ihre Entwicklung wurde teils von Katastrophen behindert (Pest, Kriege usw.).
Im Jahr 999 schenkte der König von Burgund dem Bischof von Sitten die Grafschaft über das Wallis. Diese Handlung vermittelt die gesellschaftliche Bedeutung, welche die Kirche in der Folge erlangte und stand ausserdem am Anfang eines langen Prozesses, der zur Entstehung eines Staates führte. Im östlichen Wallis lehnten sich die Zenden gegen die Herrschaft des Bischofs auf und bildeten die Republik der sieben Zenden. Im Jahr 1475 besiegten sie die Savoyer, die das westliche Wallis (von Conthey bis Monthey) besetzen, das darauf zum Untertanengebiet wurde.
Die Ausbreitung neuer Ideen und der Einfluss der Französischen Revolution brachten das Ende des Ancien Régime herbei. Das Wallis war zwischen den Mächten, die sich um die Kontrolle über Europa stritten, hin- und hergerissen und erlebte bewegte Zeiten. Im Jahr 1815 wurde es in die Schweizerische Eidgenossenschaft aufgenommen und folgte fortan deren Geschicke.
Die Modernisierung
Die grosse Modernisierung des Wallis setzte ein. Sie begann mit politischen Anpassungen, die im Jahr 1848 zur Bildung eines Staats führten, der sich die ersten Mittel gab, um die allgemeinen Bedürfnisse zufriedenstellen zu können. So war er besser in der Lage, die wirtschaftlichen Veränderungen zu begleiten, die den Kanton nach der Erschliessung durch die Eisenbahn – Sitten im Jahr 1860 – stark prägten. Eindämmung der Rhone, Ausbau der Verkehrswege, Nutzung der Wasserkraft, die ersten grossen Industrien – das waren die Höhepunkte dieser Veränderungen, die sich auch in der Entwicklung anderer Bereiche niederschlugen (Schulwesen, Presse, Kunst usw.). Und natürlich zog die Walliser Gesellschaft nach. Der Einfluss von aussen wurde insbesondere im Alltag zunehmend spürbar. Auf den Beginn des 20. Jahrhunderts, der von gesellschaftlichen Veränderungen geprägt war, folgte eine Zeit tiefgreifender Umwälzungen. Die Modernisierung der Infrastrukturen, der Bau der grossen Staumauern, der Tourismusboom gingen mit radikaleren Veränderungen einher, welche die Walliser zwangen, ihre Kultur und ihre Identität in Frage zu stellen.
Bibliographie
- Arthur Fibicher, Walliser Geschichte, Visp, 1983-1992
- Collectif, Histoire du Valais, Société d'histoire du Valais romand, Sion, 2002
- Michel Salamin, Histoire du Valais, Sierre, 1987