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Gründer
Der Gründer Oskar Reinhart
Der Club zur Geduld verdankt seine Existenz der Initiative einer Einzelperson. Hineingeboren in eine der führenden und wohlhabendsten Familien der Schweiz, wuchs Oskar Reinhart in einem bürgerlich-elitären Elternhaus auf. Der Vater Theodor Reinhart-Volkart (1849-1919) war von 1879 bis zu seinem Tod Teilhaber des 1851 gegründeten Handelshauses Gebrüder Volkart, dessen Leitung er von seinem Schwiegervater Salomon Volkart (1816-1893) übernommen hatte. Das Unternehmen Gebrüder Volkart war führend im Handel mit Kolonialwaren und bis 1999 der viertgrösste Baumwollhändler der Welt.
Seine Ausbildungsjahre hatte Oskar Reinhart in den Niederlassungen der Volkart Brothers in Berlin, Indien und London verbracht. Die Erfüllung der Erwartungen seiner Familie schob er gezielt hinaus. In den Briefen, die er nach Hause sandte, spielt das Berufliche praktisch keine Rolle. Wofür er sein ganzes Herzblut investierte, war die Kunst. In London studierte er im Britischen Museum Graphik, besuchte Künstler und Galeristen, begann Graphik zu kaufen und begeistere sich für die Lebensart eines Gentleman’s: Er verkehrte in einflussreichen Häusern, vornehmen Clubs, auf den Renn-, Tennis- und Golfplätzen ebenso wie in Konzertsälen, Museen und Galerien.
Wahlfamilie
Ungestörtheit und gepflegtes Essen gehörten zu Reinharts Grundbedürfnissen. Zurückgezogenheit war ihm wichtig, jedoch nicht um allein zu sein, sondern um mit wenigen Vertrauten «das schöne und stilvolle Leben sowie die Liebe zur Kunst und Kultur teilen zu können.» Zu seiner Wahlfamilie gehörten die Künstlerfreunde seiner Jugend, Carl Hofer (1878-1955), Hermann Hubacher (1885-1976), Hermann Haller (1880-1959), Hans Sturzenegger (1875-1943), Alfred Kolb (1878-1958) und Karl Walser (1877-1943), sodann seine drei Brüder und die Schwester Emma sowie auch der Winterthurer Géricault-Sammler und Verwandte Hans Eduard Bühler.
Nach englischem Vorbild
Mit der Realisierung des Clubs zur Geduld und des Tennisclubs beauftragte Reinhart die damals modernsten und wichtigsten Architekten Winterthurs, Robert Rittmeyer und Walter Furrer, die das Winterthurer Kunstmuseum erbaut hatten. Den 1921 eröffneten Club zur Geduld konnte er zu Fuss bequem in zehn Minuten erreichen. Der 1923 eröffnete Lawn Tennis Club (LTC) an der Ecke Seidenstrasse Pflanzschulstrasse lag noch näher. Beide «kultivierten Refugien exklusiver Männergesellschaften» gingen auf seine England-Jahre zurück.