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Ouro Preto: Die Stadt des Goldes
Unten: Weitere Kolonialstädtchen
Die 95 km lange Strecke zwischen Belo Horizonte und Ouro Preto führt in vielen Kurven durch schönes grünes Hügelland. Ouro Preto, fast 1200 m hoch gelegen - zu deutsch schwarzes Gold - ist die schönste aller Brasilianischer Kolonialstädte und wohl eine der schönsten der Welt, weil sie als Ganzes erhalten geblieben ist und fast keine Neubauten hinzukamen. 1981 wurde Ouro Preto von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Die Stadt wurde als Vila Rica (Reiche Stadt) 1711 gegründet und erst später in Ouro Preto umbenannt. Die Stadt wuchs ungemein schnell. Im Jahre 1776, als in New York gerade 21'000 Menschen lebten, zählte Vila Rica 78'616 Einwohner. Es war damals die grösste und vielleicht reichste Stadt des amerikanischen Kontinents. Von 1700 bis 1820 wurden ca. 1200 t Gold gefördert, 80% der damaligen Weltproduktion.
Ein Ort mediterranen Charakters. Denn seine Einwohner hatten ihre Zivilisation und Lebensstil aus Europa, insbesondere aus Portugal und Frankreich mitgebracht.
Tiradentes: Der Zahnzieher
Ebenfalls prominenter Bürger Ouro Pretos war Tiradentes, der Zahnzieher. Er war Anführer der Inconfidência Mineira, einer Verschwörung gegen die portugiesische Kolonialmacht, die von der vor allem die "Mineiros" treffenden Steuerpolitik Portugals ausgelöst wurde und an der sich selbst ein grosser Teil der damaligen Oberschicht von Ouro Preto beteiligte. Die Kolonialverwaltung erfuhr jedoch von den Plänen der "Mineiros" und liess 1789 Tiradentes festnehmen und drei Jahre später hinrichten. Die politische Wirkung dieser harten Bestrafung kehrte sich aber ins Gegenteil. Tiradentes wurde keineswegs vergessen, sondern ging als Held, als Vater der ersten Brasilianischen Unabhängigkeitsbewegung, in die Geschichte Brasiliens ein.
Ein paar Historiker stellen fest, dass auch mit dem Gold und Edelsteine von Ouro Preto und Umgebung die industrielle Revolution in England finanziert wurde.
Gold und Edelsteine brachten, wie schon vorher das Zuckerrohr, keine echte Entwicklung für das Land. Die Schätze flossen nach Portugal, aber auch dort hatten nur wenige Familien einen Vorteil davon, denn der Grossteil des Reichtums ging weiter nach England. England hatte schon seit dem Mittelalter im Tausch gegen wirtschaftliche Vorteile Portugal politische und militärische Unterstützung gewährt (Brasilien: Reiseführer mit Landeskunde. Mai's Weltführer 24, 1998).
Keinesfalls sollte man einen Besuch in dem erlesenen Museu de Mineralogia am Praça Tiradentes, angegliedert an die Universität, und auch in dem Museu da Inconfidência, versäumen. Neben den Museen und den unzählbaren schönen Kirchen des Barockes, Ouro Preto bietet noch den Touristen den Naturpark Itacolomi.
Weitere Informationen: http://www.ouropretoturismo.com.br.
Sommertemperatur: von 16 bis 30º C. Wintertemperatur: von 6 bis 25 ºC.
In der Umgebung Ouro Pretos findet man auch Mariana, eine andere Kolonialstadt.
Weitere Kolonialstädtchen von Minas Gerais:
- Diamantina: Zum Weltkulturerbe von der UNESCO erklärt;
- Tiradentes;
- São João Del-Rey;
- Congonhas: Heiligtum "Bom Jesus do Matozinhos" - Weltkulturerbe von der UNESCO.