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Im Land der Buddhas
«Regen, Sonnenschein und Erde ziehen einander kraftvoll an», schrieb der birmanische Poet Khin Zaw. Was das bedeutet, offenbart die erste Fahrt der «Sanctuary Ananda» auf dem Fluss Chindwin. Er ist die beste und über lange Strecken einzige Verbindung in den Nordwesten von Myanmar.
Mit einem sanften Schwenk drehen wir vom Ufer weg, Kurs Süd, und fädeln in die Strömung ein. Der Blick über die Reling: grüne Hügel mit Dutzenden goldener Stupas und Pagoden. Geräuschlos fahren wir auf dem Fluss Irrawaddy – vorerst. Hinter uns liegt die alte Königs- und Konzilstadt Mandalay. Hier fand 1871 die fünfte Versammlung der Buddhisten statt. Die heute quirlig-moderne Stadt war unser «Ausgangshafen»: das Schiff war längs des Ufers vertäut, wie es hier auf Flüssen üblich ist.
Präzis auf dieser Strecke schlichen einst die Kanonenboote der Kolonialisten des British Empire den Fluss hoch, um Mandalay zu beschiessen. 1885 war Burma, wie das Land damals hiess, nach drei Kriegen innert 60 Jahren vollständig besiegt. Im Roman «Burmese Days» beschreibt George Orwell, der damals im Land gelebt hatte, anschaulich und kritisierend die koloniale Herrschaft, die erst 1948 endete.