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Im Abstimmungskampf um die zweite Gotthardröhre wird allerhand erzählt: Vieles davon stellt sich jedoch bei genauer Betrachtung als unwahr heraus. Die Befürworter der zweiten Röhre führen gerne das Argument der Sicherheit an, verschweigen aber, dass Strassentunnel die sichersten Abschnitte im Strassenverkehr darstellen. Eine sofortige Renovation des Gotthard-Strassentunnels – also ohne Bau einer zweiten Röhre – würde die Sicherheit durch absenkbare Mittelleitplanken und besserer Lüftung zusätzlich erhöhen. Durch die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene wird zudem ein grösseres Sicherheitsrisiko aus dem Wege geräumt: die vielen Lastwagen!
Der zweite Mythos ist die angebliche Abschottung des Tessins von der Restschweiz. Ohne die zweite Röhre würde das marginalisierte Tessin noch weiter von der Schweiz entfernt. Das Oberwallis ist seit jeher von der Deutschschweiz aus per Auto nur durch einen Umweg über den Genfersee erreichbar. Oder durch den Lötschberg-Autoverlad, der seit Jahren gut funktioniert. Würde jemand auf die Idee kommen, das Wallis als marginalisiert und von der Restschweiz losgelöst zu bezeichnen? Nein! DasOberwallis lockt Jahr für Jahr Tausende Touristen aus der Restschweiz an, die vorzugsweise mit dem Zug hinfahren. Der neue Neat-Basistunnel bietet schnelle und regelmässige Verbindungen ins Tessin. Mit dem Auto wäre das Tessin von der Westschweiz aus über den Simplon und von der Ostschweiz aus über den San Bernardino erreichbar. Im Sommer könnte man über den Gotthardpass fahren. Und das ganze Jahr über würde ein Autoverlad alle paar Minuten durch den alten Gotthard-Eisenbahntunnel fahren! Das Tessin wäre also alles andere als abgeschnitten.
Warum sollten wir den Neat-Basistunnel und die Verladepolitik der Schweiz unnötig torpedieren, wenn der Gotthard-Strassentunnel auch ohne den Bau einer zweiten Röhre saniert werden kann? Darum am 28. Februar Nein zum unnötigen zweiten Gotthard-Strassentunnel.