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Time After Time ist wohl der letzte grosse Filmscore von Miklos Rozsa, auch wenn fast gleichzeitig mit diesem Film von Nicholas Meyer über die Zeitreisen des H.G. Wells, der sich auf die Spuren des in die Zukunft gereisten Jack the Ripper macht, The Last Embrace und noch zwei weitere folgen sollten (Eye of the Needle und Dead Men Don’t Wear Plaid).
Von der bisher bekannten Entr’acte LP bzw. der Southern Cross CD unterscheidet sich die FSM Scheibe gleich in mehrfacher Hinsicht:
1. Werden hier die Filmaufnahmen, die in Kalifornien auf der Sound Stage von Warner Brothers mit einem 60 Mann Orchester aufgenommen wurden, präsentiert, während die erwähnten ersten Veröffentlichungen von Time After Time einer gelungenen Neuaufnahme unter Rozsa selbst mit dem Royal Philharmonic Orchestra entstammen (die Regisseur Meyer mitfinanzierte).
2. Dauerte die die Neuaufnahme knapp 39 Minuten, während der Filmscore auf der FSM mit 55 Minuten zu Buche schlägt.
3. Kommt dazu, dass sich Rosza die Freiheit nahm, für die Neueinspielung mit einem scheinbar auch etwas grösseren Orchester die ein oder andere, kleinere und grössere Anpassung vorzunehmen. Unter anderem ist das im Track „Taking Off/Time Travel“ zu vernehmen, in einer akzentuierteren Fassung von „The Fifth Victim“ in der Originaleinspielung und in kürzeren Tracks zu bemerken, die Rozsa für die Neueinspielung zusammenfasste (so wird aus den Tracks „The Vaporising Equaliser“ und „The Time Machine“ zum Beispiel „Vaporising Equaliser: The Time Machine“). Zum Ende der FSM CD verwöhnt uns der Komponist noch mit dem „Time Machine Waltz“ in einer ausführlichen Klavierversion.
Time After Time ist eine sehr gelungene, schön altmodisch klingende und ebenso konzipierte Filmmusik mit, wie es sich bei Rozsa gehört, ausschweifender Romantik („The Redwood“, „Time Machine Waltz“) und Themenarbeit (Hauptthema, Liebesthema, Ripper-Motiv, Zeitmaschine). Dieses war wohl mit ein Grund wieso das Studio Rozsas Musik mit einer von Bill Conti ersetzen wollte und nur durch ein gut getimtes Lobesinserat für die tolle Musik von Rozsa von Produzent und Regisseur und sehr guten Ergebnissen in Testscreenings „gestoppt“ wurde. Obwohl ich den ein oder andere Conti durchaus mag, aber man stelle sich diesen romantischen Science Fiction Thriller ohne Rozsas Musik vor. Geht nicht!
Wer also Rozsa mag, wird mit Time After Time folgerichtig gut im Rennen liegen. Die oben erwähnten Unterschiede sprechen durchaus dafür, sich die neue CD anzuschaffen, auch wenn man die Neueinspielung sein Eigen nennt. So oder so haben aber beide Versionen nach wie vor ihre Daseinsberechtigung, wenn ich auch den „echten“, weniger glatt geschliffenen Filmscore der um 15 Minuten kürzeren Neueinspielung vorziehe.