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Das Buch ist nur noch antiquarisch erhältlich, obwohl es ein ewig gültiges Buch ist, eines, das nie vergriffen sein dürfte. «Wenn die Sonne nicht wiederkäme» heisst die Geschichte darin, geschrieben hat sie der Westschweizer Dichter Charles Ferdinand Ramuz 1937. Zwei Jahre später begann der Zweite Weltkrieg.
Der Schauplatz: Ein winziges Bergdorf im Wallis, weit über dem Tal, von Auge kaum sichtbar, halb verdeckt durch eine vorgeschobene Bergkuppe, umringt von hoch aufragenden Felszinken – derart, dass das Dörfchen den ganzen Winter ohne Sonne auskommen muss.
Am 25. Oktober jeweils, um die Mittagsstunde, war über dem Gebirge im Süden noch ein feuriger Streifen zu sehen, eine Funkengarbe, wie sie entsteht, wenn man mit einem Stecken in der Glut schürt; danach war für sechs Monate alles zu Ende. Erst am 13. April erschien die Sonne wieder.
Als sie am 25. Oktober des Jahres 1936 verschwindet, wird auch das Wetter schlecht. Und es bleibt schlecht. Eine trübe Stimmung legt sich über das kleine, sonnenlose Dorf, eine Stimmung, die nicht mehr weggehen will. In anderen Wintern, bei schönem Wetter, war wenigstens der blaue Himmel zu sehen. Aber diesmal bleibt alles grau und verdüstert. Immer nur Nebel. Und dazwischen heftiger Schneefall, der alles zudeckt. …
von Nicolas Lindt
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