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Thomas Volk
Turkey´s Self-Perception in the Middle East: 1983-2002
Thomas Volk forscht über die veränderte Selbstwahrnehmung der Türkei im Nahen Osten von 1983 bis 2002. Er untersucht wie sich die türkische Selbstwahrnehmung in der Region seit der Militärintervention 1980 und der Wahl Turgut Özals zum Ministerpräsidenten 1983 bis zum Amtsantritt der islamisch geprägten Gerechtigkeits- und Fortschrittspartei (AKP) von Recep Tayyip Erdoğan änderte und welche Faktoren zur Erklärung dieser Veränderung heranzuziehen sind. Konkret gilt es zu verstehen, wie sich die türkische Selbstwahrnehmung von einem Brückenland (köprü ülke) in den 1980er Jahren zu einem Flankenland (kanat ülke) in den 1990er Jahren hin zu einem Zentralland (merkez ülke) seit Beginn der 2000er Jahre wandelte. Dabei wird das Dissertationsprojekt von der Annahme geleitet, dass eine veränderte regionale Positionierung der Türkei stets im Zusammenhang und in Wechselwirkung zu nationalen und regionalen Transformationsprozessen und dem Spannungsverhältnis zwischen Nationalismus und Islam innerhalb der Türkei gesehen werden muss.
Das Dissertationsprojekt widerspricht in seiner Grundauslegung der vorherrschenden Meinung der gegenwärtigen Fachliteratur, wonach eine „neo-osmanische“ Tendenz der türkischen Außenpolitik seit dem Amtsantritt der AKP-Regierung zu erkennen sei. Vielmehr geht das Projekt davon aus, dass die Ursprünge einer Achsenverschiebung in der türkischen Selbstwahrnehmung im Nahen Osten deutlich früher zu suchen sind und ein verstärktes Interesse der Türkei an ihrer unmittelbaren – islamisch geprägten – Nachbarschaft bereits seit den 1980er Jahren einsetzte.
Supervisor: Maurus Reinkowski
Co-Supervisor: Hüseyin Bağcı (METU)
Bio:
Thomas Volk ist seit Februar 2012 Doktorand am Seminar für Nahoststudien der Universität Basel.
Er studierte von 2006 bis 2009 Islamwissenschaft im Hauptfach und Geschichte im Nebenfach an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau und verfasste seine Bachelorarbeit zum Thema „Kann die Türkei eine Vermittlerrolle zwischen der Europäischen Union und dem Nahen Osten einnehmen? Über die Außenpolitik der AKP-Regierung“. Von 2009 bis 2011 absolvierte er ein Masterstudium im Rahmen des interdisziplinären und internationalen „German-Turkish Masters Program in Social Sciences“ an der Middle East Technical University (METU) Ankara und der Humboldt-Universität zu Berlin. Er verfasste seine Masterarbeit zum Thema „The Politics of Turkish-Israeli Relations – Between Stagnation and Progress: Evolving ties among two regional Exceptions“. Thomas Volk war während seiner Studien für einen Abgeordneten im Europäischen Parlament in Straßburg und als Studentischer Mitarbeiter im Zentrum Moderner Orient in Berlin tätig. Von 2006 bis 2011 und erneut seit 2012 erhält Thomas Volk ein Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung.
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