Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03350.jsonl.gz/1070

Übergewicht hat viele Auswirkungen auf die Haut - die meisten davon sind ungünstig. Eine der ganz wenigen positiven Effekte ist z.B. eine etwas niedrigere Hautkrebsrate bei Übergewichtigen - wahrscheinlich dadurch bedingt, dass sich adipöse Personen in Schnitt weniger oft der Sonne aussetzen. Auch die Gesichtsfalten prägen sich bei wohlernährten, beleibten Individuen weniger stark aus, weil ihre Haut sich durch das prall gefüllte Fettgewebe spannt, und sie dadurch weniger zur Faltenbildung neigt. Das wäre aber auch so ziemlich alles, was man dem Übergewicht bezüglich der Haut an Positivem abgewinnen kann.
Was passiert bei Adipositas in der Haut?
Adipositas ist der Fachausdruck für starkes Übergewicht. Wegen des stark vermehrten Fettes in der Unterhaut erhöht sich der Gewebedruck im Hautgewebe, auch bedingt durch den schlechteren Lymphabfluss. Dadurch wird der Durchfluss der oberflächlichen Blutgefässe behindert, was die Durchblutung des Gewebes zurückgehen lässt. Das führt nicht nur zu einer schlechteren Wundheilung, sondern hat auch weitere Auswirkungen: Die Schweiss- und Talgdrüsen arbeiten schlechter, die Haut wird trocken und schuppig. Weil sich der schützende Wasser-Fett-Film, der Säureschutzmantel weniger gut ausprägen kann, leidet das Hautbild insgesamt. Die Barrierefunktion der Haut verschlechtert sich, ihre schützende Wirkung lässt nach.
Welche Hautkrankheiten werden durch Adipositas begünstigt?
Eine oft beobachtete Folge der Adipositas ist die Akanthosis nigricans, das sind schmutzig-braune bis graue Hautverdickungen. Eine andere Begleiterscheinung ist die Keratosis pilaris, eine Verhornungsstörung der Haarfollikel. Weil im extrem vermehrten Fettgewebe adipöser Patienten auch die Produktion von Androgenen (männlicher Hormone) steigt, gibt es zwangsläufig Auswirkgen auch auf die Haut. So kann sich bei Frauen ein männliches Verteilungsmuster der Haare (Hirsutismus) ausbilden: Es entwickelt sich z.B. ein Damenbart, oder die Körperbehaarung nimmt zu. Durch die hormonell bedingte kürzere Wachstumsphase der Haare kann es zu androgenetischem Haarausfall kommen. Ausserdem steigt die Neigung zu Akne vulgaris (der Entzündung der Talgdrüsen an den Haarfollikeln).
Was bewirkt die Gewichtsabnahme bei Adipositas-Patienten?
Viele der genannten Hautveränderungen Symptome und Störungen sind reversibel, sobald das Gewicht auf ein Normalmass reduziert wird. Mit dem Abnehmen kann also auch das Hautbild deutlich verbessert werden. Ebenso können Erkrankungen wie das Lymphödem oder eine chronisch venöse Insuffizienz gelindert werden. Hautinfektionen treten seltener auf, eine übermässige Verhornung der Haut (Hyperkeratose) geht zurück, und auch bei einer Psoriasis (Schuppenflechte) oder beim atopischen Ekzem (Neurodermitis) wird oft ein Rückgang der Krankheitsmerkmale beobachtet.
Fazit:
Es lohnt sich also, das Körpergewicht in Grenzen zu halten - nicht nur vom allgemeinen gesundheitlichen Gesichtspunkt her und des ästhetischen Aspektes der Körperfigur wegen, sondern auch wegen der positiven Auswirkungen auf die Haut!