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Wasserknappheit in Italien bedroht die Ernten
Die Hitze führt zu Wasserverknappung und Waldbränden (hier an einem Hügel in Rom). (Keystone)
In mehreren italienischen Regionen wurde die Weinernte vorverlegt, weil die Trauben wegen der hohen Temperaturen längst reif sind - so etwa in Sizilien und Kalabrien. Würde nicht geerntet, könnten die Trauben ausdörren.
Auch in der lombardischen Weingegend Franciacorta startete die Ernte bereits - einen Monat früher als üblich. Die Weinproduzenten rechnen in der Region mit einem 20-prozentigen Produktionsrückgang -aber exzellenter Qualität.
Italien leidet unter hohen Temperaturen und Trockenheit. Der Folgen für die Landwirtschaft, namentlich für die Weinproduktion, sind bereits sichtbar. Italiens Bauern befürchten schwere Ernteausfälle.
«Zuzeit ist ganz Italien, mit Spitzenwerten in Mittelitalien und Norditalien von 35 bis zu 40 Grad, betroffen», sagt Rolf Pellegrini, Italien-Mitarbeiter von Radio DRS. Allerdings sei nicht nur die Hitze das Problem, sondern die durch den Klimawandel herbeigeführte, so genannte Tropicalisierung des Klimas. «Diese macht sich in Italien besonders bemerkbar.»
1Milliarde Schaden
Für die Landwirtschaft hat dies drastische Folgen. «Der Verlust wird von den landwirtschaftlichen Dachorganisationen für jene Kulturen, die nicht bewässert werden, auf mindestens 30 Prozent geschätzt, 50 Prozent für Beete und Soja.» Die Maiskulturen hätten Schaden genommen, es gebe weniger Futtermittel, Früchte, Tomaten und Oliven. Und: «Die Kühe geben weniger Milch.»
Im Piemont und in den anderen nördlichen Gebieten gebe es weniger Pilze und Kastanien, so Pellegrini weiter. «Der Gesamtschaden wird auf rund 1 Milliarde Euro beziffert.»
Verschiedene Gegenden im Norden hätten Nothilfe von der Regierung angefordert, denn zahlreiche Landwirtschaftsbetriebe seien existenziell bedroht.
Veraltete Bewässerungssysteme
Ein grosses Problem bei der Trockenheit seien die veralteten Bewässerungssysteme, sagt Pellegrini. «In ganz Italien wird 70 Prozent des Wassers von den Landwirtschaftsbetrieben verbraucht, in der Po-Ebene sind es sogar 95 Prozent.» Italien könne sich die Wasserverschwendung nicht mehr leisten, denn das Land werde durch die Klimaveränderung zu einer halbtrockenen Zone.
Wasserrationalisierung
In einigen Städten im Süden und in der Toscana werde ins Auge gefasst, das Wasser zu rationieren, sagt Pellegrini. «In Sizilien ist Wasserrationierung ein Dauerthema, in einigen Gegenden fliesst das Wasser nur zu bestimmten Zeiten, nicht den ganzen Tag lang.» (lin, sda)
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