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Aktuell haben es sich innovative Innenarchitekten zur Aufgabe gemacht, den davongaloppierenden Preisen mit intelligenten, bezahlbaren Konzepten entgegenzusteuern. Es braucht nicht mehr eines Luxus-Lofts in den teuersten Stadtvierteln, um ein Industrial Interior Design sein eigen zu nennen. Längst lässt sich der Industrial Style auch in einer normalen Wohnumgebung realisieren.
Entwicklung des Industrial Style
Das anfänglich aus einer Notlage entstandene Wohnkonzept kam bereits in den sechziger Jahren allmählich in Mode. Es waren zunächst Künstler, Kreative, Studenten und Hippies, welche die alten Fabriketagen für sich entdeckten und als Ateliers nutzten. Schnell begannen sie, auch in ihnen zu wohnen. Das Raumkonzept einer Wohnung mit völlig trennungs- und wandfreien Bereichen passte gut zum revolutionären Denken, sich von den "einschränkenden Grenzen des Establishment" zu befreien. Das Konzept einer traditionellen Wohnung mit Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad und Küche, sorgfältig durch Wände und Türen getrennt, passte so gar nicht in den Zeitgeist einer modernen Nachkriegs-Generation.
Auch Jazzmusiker nutzten zunehmend ausgediente Fabrikräume für Konzerte. So eröffnete der Saxophonist Sam Rivers im Jahre 1970 ein ebenerdiges Loft als Studio und Veranstaltungsraum. Bald wurde es "chic", die Lofts zu besuchen, und der Run auf die alten Industrieflächen als Wohnräume begann. Jüngst findet übrigens nach Jahrzehnten des nachlassenden Interesses am Jazz und zunehmender Kommerzialisierung eine "Revolution" in New York statt: Neuerdings kehrt das knisternde Musik-Klima der Aufbruchjahre in die alten Lofts zurück. Für ein paar Dollar lauschen Jazzfans der neuen Jazz-Avantgarde. Das ist nicht verwunderlich, passt der Industrial Style doch perfekt zu dieser Musikrichtung.
Kreisläufe im urbanen Umfeld
In der urbanen Entwicklung sind bestimmte Muster zu erkennen, die sich turnusmäßig wiederholen. Fast immer haben die bekanntesten "In-Trends" ihren Ursprung in einigen avantgardistischen Kreativen, die neue Formen des Ausdrucks oder sozialen Lebens erforschen. In armen, oft konfliktiven Stadtvierteln treffen sich Künstler, Musiker, Intellektuelle, Studenten und "schräge Typen", kreieren neue Formen des Wohnens und Zusammenlebens. Die Gegenwart der intellektuellen Avantgarde zieht die ersten Neugierigen an, die sich im perfekten, kommerziellen Ambiente der etablierten Stadtviertel zu langweilen beginnen. Schnell werden erste "Szene-Lokale" wie Cafés, Bio-Läden oder alternative Kunstgalerien eröffnet, pfiffige Immobilienmakler und Investoren erkennen das Potenzial des noch günstigen Stadtviertels. Die Gebäude der Zone werden nach und nach saniert, die Preise steigen, der Zuzug von einer vermögenden Bevölkerungsschicht beginnt. Dies führt zur Verdrängung der "Entdecker" des Viertels, sie beginnen, ein anderes, noch unbekanntes Stadtviertel zu "erobern". Der Entwicklungsprozess beginnt von vorne.
Gute Beispiele sind die Stadtflucht der siebziger Jahre, die Wiederentdeckung der ungepflegten Altstädte durch Kreative, die massiven Innenstadt-Sanierungsprogramme der achtziger Jahre, bis sie wieder an Attraktivität verloren und die Flucht in hochmoderne Stadtviertel begann. Inzwischen hat sich die Bewegung wieder umgekehrt und die meisten Altstädte haben die höchsten Miet- und Grundpreise der gesamten Stadt.
Der Industrial Style auf dem Weg zum Trendsetter
Der Industrial Style bildet in diesem Kreislauf keine Ausnahme. Dennoch muss man feststellen, dass er in der Tat wesentlich langlebiger zu sein scheint als andere urbane Wohntrends. Seit fast einem halben Jahrhundert kennen die Preise für Gebäude im Industrial Style nur eine Richtung, und zwar steil nach oben. Bis jetzt ist kein Ende dieses Trends erkennbar. Das mag daran liegen, dass die Anzahl "echter" Lofts in allen Städten sehr begrenzt ist. Besonders in Deutschland fielen die meisten alten Fabrikgebäude den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg zum Opfer. Aber auch in den folgenden Jahrzehnten wurden noch viele leerstehende Fabrikgebäude abgerissen und machten dringend benötigten Neubaugebieten oder modernen Gewerbebauten Platz. Erst die bereits erwähnten berühmten Hafen-Lofts in London und Hamburg läuteten in den achtziger Jahren die Trendwende ein, zu spät für die meisten alten Fabriketagen.
Daher war das Wohnen im Industrial Style bis noch vor wenigen Jahren nur einer kleinen Elite vorbehalten, welche das nötige Kleingeld besaß, sowohl das passende Loft als auch die exklusiven Möbel zu erwerben. So kann ein Industrial Style Wohnzimmer mit einigen ausgesuchten Möbelstücken allein von der Innenausstattung schnell einen hohen fünfstelligen Betrag kosten. Zum Glück haben sich die Zeiten geändert. Innovative Interior Designer verstehen es heutzutage, außergewöhnliches Industrial Design einer großen Anzahl von Menschen zugänglich zu machen. Dazu findet zurzeit ein Demokratisierungsprozess in der Innenarchitektur statt. Ein wertiges Industrial Interior Design ist nicht mehr nur einer Handvoll von Personen vorbehalten, sondern ist dank intelligenter Planung und der Kreation eines internationalen Netzwerks erschwinglich geworden.
Was charakterisiert den Industrial Style?
Der Name ist Programm: Das industrielle Ambiente alter Fabrikgebäude liefert die Vorlage für den heutzutage längst im hochwertigen Wohnbereich angesiedelten Look. Typische Merkmale des Industrial Interior Designs sind zum Beispiel:
- unverputzte Backsteinwände
- Sichtbeton
- Stahlstützen und sichtbare Deckenbalken
- Sichtbare Holzbalken
- Stahltreppen und -geländer
- Industrieküche aus Edelstahl
- Aufwandinstallationen in Kupfer- und Edelstahlrohren
- Lampen im Büro- oder Fabriklook
- offener Grundriss mit Raumteilern
- moderne, minimalistische Möbel oder
- Möbel aus recycelten Materialien
- wenige, großformatige Kunstobjekte und Bilder
Generell werden im originalen Industrial Style in erster Linie "rohe" Materialien für Wände, Fußböden und Installationen eingesetzt. So finden Sie statt hochglänzender Chromoberflächen beispielsweise unverzinktes Roheisen oder matten Edelstahl vor. Häufig macht der gesamte Wohnbereich einen "unfertigen" Eindruck durch die unbehandelten Baustoffe oder nur halb verputzten Wände.
Es soll nicht verschwiegen werden, dass heutzutage der Begriff "Industrial Style" sehr viel allgemeiner gefasst ist als in der Anfangszeit und durchaus auch für luxuriöse Wohnumgebungen verwendet wird, die bis ins letzte Detail perfekt endbehandelt wurden und nur noch einige typische Design-Elemente des Industrial Interior Designs aufweisen. Längst sind ein hochwertiges Edelholz-Parkett oder ein teurer Stucco-Putz auch in edlen Lofts zu finden.
Der Industrial Style in der Architektur
Der aus alten Fabrikgebäuden entstandene Industrial Style inspiriert inzwischen auch zeitgenössische Architekten zu Entwürfen neuer Gebäude in der Optik antiker Fabriken. Moderne Bürogebäude greifen die Ästhetik dieser ehemaligen Werkstätten und Produktionshallen auf und integrieren sie in ihr Gestaltungskonzept. Raumgreifende Stahlträger, Metallstrukturen, die sich bis in die Büromöbel fortsetzen, farbig abgesetzte Installations- und Konstruktionselemente finden sich in vielen Architekturprojekten der letzten Generation.
Auch bei Privatprojekten schöpfen Architekten aus dem reichen Kanon des Industrial Style zur Kreation beeindruckender Häuser, die sich wohltuend aus der Masse der Einheitsarchitektur abheben. Das bezieht sich sowohl auf komplette Neubauten als auch auf Sanierungsvorhaben alter Gebäude. Insbesondere in Städten wie Zürich, Basel, Berlin oder Hamburg, die eine lange Tradition in industrieller Architektur haben, finden Sie viele Beispiele für Gebäudeerweiterungen, sei es als Anbau oder als Dachgeschoss, die typische Elemente des Industrial Style aufgreifen und auf eine kreative Weise in den Entwurf integrieren. Dazu gehören in der Regel unverkleidete Tragwerke, offene Grundrisse, Split Levels, offene Stahltreppen und unverputzte Wände, die mit Holzböden und Einrichtungselementen aus unbehandelten Materialien kombiniert werden.
Zentrum der Projekte ist fast immer das Industrial Style Wohnzimmer mit seinem eigenen, an Industriehallen ausgerichteten Einrichtungsstil. Nicht immer ist jedoch ein umfangreiches Bauprojekt und ein Architekt notwendig, wenn Sie von einem Industrial Style Wohnzimmer träumen. Dank moderner Industrial Interior Design Konzepte ist es heutzutage relativ einfach, das Ambiente echter Fabriketagen auch in das eigene Zuhause zu holen. Es ist weder ein teurer Umbau noch eine hohe Investition nötig, um aus einem nichtssagenden Wohnzimmer ein extravagantes Industrial Style Wohnzimmer zu machen. Die intelligente Kombination aus einigen ausgesuchten Möbeln, einem passenden Fußboden und einigen Retuschen an den Wänden verwandelt Ihr in die Jahre gekommenes Zuhause in ein aufregendes Wohnerlebnis im Industrial Style.
Inspirierende Stilvielfalt für ein individuelles Zuhause
Ein Industrial Style Wohnzimmer ist nicht die einzige Möglichkeit, um aus Ihrer Wohnung ein kreatives Designerlebnis zu machen. Im Gegenteil: Gerade die Vielfalt der Stile ist es, mit der Sie Ihr ganz persönliches Ambiente erschaffen können. Während für Fans der industriellen Architektur die Einrichtung eines Industrial Syle Wohnzimmers der Traum ist, wünschen sich andere Menschen vielleicht ein besonders elegantes oder gemütliches Wohnambiente. Unsere Einrichtungsstile Übersicht erleichtert Ihnen die Wahl und hilft Ihnen bei der Suche nach Ihrem individuellen Einrichtungsstil. Von minimalistisch über Mid-Century bis zum spektakulären Glam-Stil – für jeden ist etwas dabei. Entdecken Sie unsere Reise durch die vielen Einrichtungsstile und verabschieden Sie sich vom langweiligen, nichtssagenden Wohnstil der üblichen Möbelhäuser!
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