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George Grosz, der Kritiker und Chronist seiner Zeit, der gegen das Bürgertum, gegen den Krieg und gegen den Kapitalismus wetterte und als solcher sowohl in seiner Heimat Deutschland als auch in seiner Wahlheimat Amerika, wo er in mehreren Umfragen zu den besten Künstlern seiner Zeit gezählt wird, zu Ruhm gelangte, zeigt sich in der Ausstellung von einer ganz anderen Seite: als einfühlsamer Verehrer des weiblichen Aktes, vor allem, wenn ihm seine geliebte Frau Eva Modell steht - eine ganz große Liebe.
Den Kern der Ausstellung bildet eine Serie von Aktaquarellen, die George Grosz in Amerika gemalt hat und die alle direkt aus dem Nachlass des Künstlers stammen. Diese Aquarelle sind Teil der intensiven und fruchtbaren Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Thema des Aktes während der Zeit, die er in einem von seiner Heimat Deutschland weit entfernten Land verbrachte. Großstadtmotive wie Straßenszenen, Musiksäle, Ballett, Jahrmärkte und andere Orte der Freizeit und des Vergnügens waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr beliebt und inspirierten Grosz zu einigen seiner Meisterwerke. Warum aber widmete sich der Künstler in seinen Jahren in Amerika in mehreren hundert Gemälden und Arbeiten auf Papier fast ausschließlich dem Thema des Aktes?