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Die Auswanderung in die "Neue Welt" im 19. Jahrhundert
DIE AUSWANDERUNG IN DIE "NEUE WELT" IM 19. JAHRHUNDERT
In den Jahren zwischen 1815 und 1914 wanderten insgesamt in etwa 33 Millionen Menschen von Europa nach Amerika aus. Anders als oft in Film und Literatur beschrieben, wurde diese Auswarung kaum durch "Abenteuerlust" motiviert. Denn die meisten Auswanderer und Auswanderinnen gehörten der mittleren bis unteren Bevölkerungsschicht an und wurden durch Armut, Arbeitslosigkeit und der schlechten Zukunftsaussichten zu dieser Entscheidung gedrängt. Ein Großteil der Auswander/innen waren also Tagelöhner, Dienstmägde und Knechte, Handwerker und Dienstboten. Gerade 5% der gesamten Auswanderschaft gehörten dem Bildungsbürgertum an. Die zahlreichen Romane, Reiseberichte, Briefe und Ratgeber wurden also nur von einem Bruchteil der Betroffenen publiziert und spiegeln daher nur begrenzt die historische Realität ab.
Die Auswanderbriefe wurden von Menschen verfasst, welche selten ihre Erlebnisse und Erfahrungen niederschrieben. Daher spiegeln diese Texte, anders als andere Werke des "Amerika-Diskurses", die Alltagssprache der Menschen wieder (vgl. Zalto, S. 2).