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TRN 21
»Wir sind für unseren Humor überall bekannt. Das ist das grosse und wichtige amerikanische Erbe. Es ist das, was von den Amerikanern erwartet wird.«
John Fante, Selected Letters 1932 – 1981
Das Einkommensniveau der Top 0,1 Prozent – die 152 000 Leute, die über 5,6 Millionen Dollar pro Jahr verdienen – hat sich um 385 Prozent erhöht.
Die Reichsten in diesem Lande hatten es noch nie so gut.
Aber die Reichen haben Angst. Sie fürchten die Steuern.
»Als Geschäftsmann kann ich eine weitere Steuererhöhung nicht verkraften. Bis ich meine Familie ernährt habe, bleiben mir vielleicht noch 400 000 Dollar.«
Die Republikaner sprechen nicht viel über die Armen, ausser dass sie mit Hilfe des Kapitalismus gerettet werden können.
Sie reden davon, das Sozialwesen abzuschaffen, da dies eine Kultur der Abhängigkeit schaffe.
»Das ist Freiheit – das Risiko in die eigene Hand nehmen.«
So lautet die Antwort eines republikanischen Präsidentschaftskandidaten auf die Frage, was mit einer Person zu tun ist, die ins Koma fällt und keine Krankenversicherung hat.
Auch die Demokraten haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, wenn es darum geht, Lösungen für die Armen anzubieten.
Im Wesentlichen haben sie einfach aufgehört darüber zu sprechen.
Sämtliche Informationen wurden in der November 2011 Ausgabe der Zeitschrift
»The Progressive« gefunden. Selbstverständlich wurden die Zitate aus dem grösseren Kontext heraus gehoben.
TRN 22
»Nun, all das weiss ich nicht, aber ich sage Dir, ich FÜHLE,
glaube ich, dass irgendwo hinter all dem etwas ist, das darauf
wartet, dass ich es finde.« Harry Angstrom in »Rabbit, Run« von John Updike
Die einzige Möglichkeit an ein Ziel zu gelangen, ist herauszufinden, wohin du willst, bevor du dahin gehst.
Aber das ist falsch.
Es geht an der Essenz der Sache vorbei.
Wenn du deinem Instinkt folgst, kann dir die Welt nichts anhaben.
Und ein eigenartiges Gefühl überkommt sie. Sie kann alles tun.
Einfach sich gehenlassen.
Und plötzlich weiss sie: Alles ist möglich.
Der Leistungswille. Die Heiligkeit etwas zu erreichen, indem man sein Bestes gibt.
Sie hat dies dem Siegesdrang schon immer vorgezogen. Denn auch in der Niederlage kann Erfolg liegen.
Und sie weiss, sie sollte sich aus dem Staub machen.
TRN 23
Wie ein Boxer, der für einen Kampf trainiert. Ein Fotograf geht die Strassen entlang, schaut, fotografiert, kommt nach Hause und am nächsten Tag wieder raus, genau das Gleiche, wieder fotografieren. Es kommt nicht darauf an, wie viele Bilder er macht, oder ob er überhaupt welche macht. Es bereitet ihn darauf vor, zu wissen, was er fotografieren soll, oder was zu tun das Richtige ist, und wann.
Robert Frank, Künstler
Wenn du Meinungen hast, kannst du nicht sehen.
Joe Strummer, Musiker
Alles war kurz vor dem Geschehen, aber nichts tat sich wirklich.
John Fante, Schriftsteller
Leg dich fest. Sei Jemand. Mach eine Aussage.
John Burnet, Kunstagent
Es sind bloss intime Erfahrungen und diese in öffentliche Aussagen übersetzt.
Museumsbesucher erklärt was Kunst ist
Wenn ich es machen kann, ist es keine Kunst.
Rudy Giuliani, Politiker
Nichts geschah und dann passierte etwas.
Jake Silverstein, Schriftsteller
Du musst wissen, wie du es betrachten musst. Du musst langsamer gehen.
Es ist nicht hübsch, aber es ist schön.
Kent Haruf, Schriftsteller
Ich mag das Wort SO.
Wir haben einen Song IF.
Ed Rusha, Künstler und Anthony Kiedis, Musiker
Ich mag das Elitäre der Kunstwelt, und ich mag die Idee, dass sie nur einer kleinen Gruppe von Leuten passen muss. Ich finde Volkskunst eine schreckliche Idee. Das Volk verachtet zeitgenössische Kunst in der Regel. Um zeitgenössisch zu sehen, muss man in einer anderen Art schauen und man muss anders zu reden lernen, ein anderes Vokabular erlernen. Und ich denke, die meisten Leute sind nicht bereit dazu.
John Waters, Künstler
Und doch liegt poetische Kraft in dieser unbestreitbaren Tautologie,
wie in allem bei dem es nichts zu verstehen gibt.
Jean Baudrillard, Philosoph
TRN 24
Sie hatte keine speziellen Wünsche, keine Freunde mehr und keinen Job. Sie ist dieser Welt schon lange entflohen. Aber nun kam sie zurück. Und sie wusste nicht was tun. So entschied sie, sich anderer Leutes Leben anzusehen. Sehen, was Leute tun.
Und was sie sah, gefiel ihr.
Frau sitzt hinter der Theke ihres Schuhmacher-Geschäfts.
Mann steht hinter der Theke seines Hutmacher-Geschäfts.
Lehrerin und Studentin sitzen in der Studierkoje.
Musiker schaut auf sein Instrument.
Frau wartet am Telefon.
Maler kniet vor seinen Gemälden.
Mann sitzt im Auto.
Mann steht auf der Wiese.
Frau schaut aus dem Küchenfenster.
Frau sitzt und wartet.
Mann sitzt und wartet.
Mann schaut auf einen Baumstamm.
TRN 25
Texas Reliable News schliesst seine Tore und zieht weiter. Wir werden die News von einem anderen Ort zu einer anderen Zeit wieder senden. In der Zwischenzeit denkt daran: Wir lügen nicht, aber wir erzählen auch nicht die ganze Geschichte. In diesem Sinne – bleibt gesund, arbeitet fleissig und lasst von Euch hören.
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Sabine Troendle Fotografie • Zürich / Belfast • Tel +41 77 432 0441 / +44 77 1009 8573 • <email-pii>