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Wien (ots/PRNewswire) - Aserbaidschan ist bereit, eine grössere Rolle in der langfristigen Energiesicherheit Europas zu spielen, hat jedoch die internationale Gemeinschaft daran erinnert, dass es im Gegenzug von Europa, seinem grössten Energieabnehmer, ein geschärftes Bewusstsein für die Sicherheitsprobleme im eigenen Land erwarte.
Auf der Konferenz in Wien mit dem Titel The Geopolitics of Azerbaijan and European Energy Security (Die Geopolitik Aserbaidschans und die europäische Energiesicherheit) sprachen am Montag aserbaidschanische und europäische Politiker, Diplomaten und Experten der internationalen Öl- und Gaswirtschaft. Es hiess, dass die seit der Unabhängigkeit in die aserbaidschanische Infrastruktur investierten 60 Mrd. US-Dollar eine gute Investition gewesen seien, um die 2,6 Billionen Kubikmeter nachgewiesener Erdgasreserven zu fördern.
"Wir können noch wesentlich mehr bereitstellen", sagte Natig Aliyev, Energieminister von Aserbaidschan.
Sein aserbaidschanischer Parlamentskollege Elkhan Suleymanov aber warnte, dass die Stabilität, die diese Blütezeit erst möglich gemacht habe, täglich durch einen Konflikt auf die Probe gestellt werde, den die meisten Gasendkunden ignorieren - die seit 21 Jahren währende Besetzung von Bergkarabach durch Armenien.
"Die durch diesen Krieg entstandenen finanziellen Schäden betragen 431,5 Mrd. US-Dollar", sagte er und zitierte damit eine 2012 in den USA veröffentlichte Studie namens The Invasion of Azerbaijani Lands (Die Invasion der aserbaidschanischen Region).
Er unterstrich ausserdem die neueste Bedrohung seiner Nation: den baufälligen Sarsang-Stausee im von Armenien besetzten Bergkarabach. Jüngsten Einschätzungen von Ingenieuren und Hydrologen zufolge drohen dort katastrophale Schäden, und das schlechte gewartete Bauwerk ist Saboteuren schutzlos ausgeliefert.
"Der Sarsang-Stausee befindet sich in einem äusserst kritischen Zustand", sagte Suleymanov auf der Konferenz.
"Das Leben von 400.000 Menschen in sechs Provinzen in Aserbaidschan ist in Gefahr."
Trotz einiger Resolutionen der UN, der parlamentarischen Versammlung des Europarats, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und des Europäischen Parlaments hält Armenien nach wie vor 20 Prozent des aserbaidschanischen Territoriums besetzt.
Die andauernden Aggressionen in Bergkarabach "lassen sich nicht als schlummernden Konflikt betrachten", so Professor Gerhard Mangott von der Universität Innsbruck.
Der israelische Botschafter in Österreich, Aviv Shir-On, sagte, sein Land und Aserbaidschan seien beide "kleine Nationen in einem schwierigen Umfeld" und fügte hinzu: "Wir schätzen die Bemühungen von Aserbaidschan in Sachen Handels- und Energiepolitik, ebenso wie seine Aussenpolitik, bei der es sich um eine delikate Balance im Angesicht internationaler und regionaler Organisationen handelt."
Die Veranstaltung unterstand der Leitung des früheren österreichischen Kanzlers Alfred Gusenbauer, der sagte, Nationen würden gerne Konflikte wie Bergkarabach ignorieren, da "der neueste Konflikt zugleich der interessanteste Konflikt ist".
Er schloss mit einem Appell an die internationale Gemeinschaft, mehr zu tun, um die armenische Besetzung des aserbaidschanischen Territoriums zu beenden, sowohl aus humanitären Gründen als auch unter Aspekten der Energiesicherheit.
Kontakt:
Eli Hadzhieva, +32-472-485-987