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Laut alter Legende lebte und arbeitete später heiliger Valentin, damaliger Bischof von Passau, um 450 hier in Pigniu, in einem der landschaftlich reichsten Täler der heutigen Schweiz. Die erste schriftliche Bezeugung über die Weihe der Kapelle zu Ehren St. Valentin stammt aus dem vom 5. August 1465 datierten Konsekrationsbrief. Entsprechend den untersuchten Dokumenten wurde diese Kapelle in Pigniu der Rueuner Pfarrei unterstellt.
Im Jahre 1522 wurde die katholische Kapelle Sogn Valentin neu geweiht. Und schon ab 1560 galt die Kirche in Panixer Tal Pigniu als ein der bekanntesten Wallfahrtsorte in dieser Region. Die Pilger machten sich auf lange Wanderungen durch Gebirge und komplizierte Wanderwege, um nach Pigniu zu kommen und den heiligen Valentin zu verehren, der gegen die Epilepsie helfen konnte.
1643 wurde in Pigniu eine Visitation durchgeführt. Während dieser Prozedur wurde das vorliegende Urkunde bestätigt, und zwar der Konsekrationsbrief aus dem Jahre 1465, sowie auch die Angaben über die Neuweihe der Kapelle.
1667 war das wichtigste Jahr in der Geschichte der Kirche des heiligen Valentin. Der Bischof erhob den Status der Kapelle in Pigniu zur Pfarrkirche. Dadurch erfolgte auch die kirchliche Trennung der Baselgia von Rueun. Sei der Zeit wurde Pigniu eine selbständige Kirchgemeinde.
Zum letzten Mal wurde die Kirche in den Jahren 1977-1982 renoviert. Alle innerlichen und äußerlichen Maßnahmen zur Renovation berücksichtigten den Zustand und das Aussehen der Kirche im 17. Jahrhundert.
Architektur und Inneres der Kirche
Der Turm ist ein elbständiger Bauteil. An der Turmuhr kann man bei dem Zifferblatt die Jahreszahl 1665 erkennen. Das Atrium stellt eine sehr ungewöhnliche Holzkonstruktion vor, die in einem alten Handwerkerstil gezimmert wurde.
Das Kirchenschiff hat eine rechteckige Form, wobei die neue Holzleistendecke der ursprünglichen aus dem 17. Jahrhundert entspricht. Der gotische Chorbereich wurde mit Fresken von dem italienischen Maler Giovanni Battista Macolino bemalt.
Unter den Statuen und Fresken sieht man links:
- Statue der heiligen Maria Magdalena
- Christus als Weltenkönig
- Madonna mit Kind (1607)
Und rechts:
- Statue des heiligen Valentin
- Heilige Katharina mit Schwert
- Heiliger Jakobus mit Wanderstab von 1574
Der Hauptaltar wurde nach der Renovierung von 1977-1982 neugestaltet. Auf dem Altarbild kann man den Gekreuzigten beobachten. Die Predella, die aus dem Jahre 1490 (Spätgotik) stammt, wurde von Filisur gekauft und währen der 1977-1982 Renovierung installiert.
Bedeutung und Wert der Kirche St. Valentin
Die Kirche des heiligen Valentin in Pigniu ist das Architektur-, Kunst- und Kirchendenkmal. Sie ist die Mitte der Gemeinde sowohl nach ihrer Lage, als auch nach ihrer Bedeutung. Die Kirche ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Vorderrhein.
Herzlich Willkommen zur Baselgia da Sogn Valentin!