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|Zofingen einst und jetzt|

Aus der Geschichte
Ab fünftem Jahrhundert wurde Zofingen der kirchliche Mittelpunkt einer alemannischen Mark. Archäologische Grabungen unter der Stiftskirche St. Mauritius (heutige Stadtkirche aus dem späten 12. Jh.) förderten 1979/80 zwei Steinkistengräber von Adeligen mit prachtvollen goldenen Beigaben aus der Mitte des 7. Jh. zutage. Am gleichen Ort müssen - wie ausgegrabene Mauerzüge zeigten - mindestens drei Vorgängerkirchen der heutigen Stadtkirche gestanden haben.
Der am Handelsweg von Basel nach Luzern gelegene Ort wurde mit Mauern und Gräben geschützt und zu einem Markt- und Verwaltungszentrum ausgebaut. Gegen Ende des 12. Jh. wurde die heutige Zofinger Stadtkirche in ein Chorherrenstift umgewandelt; Stift und Dorf wurden zur Stadt mit Markt- und Münzrecht erhoben. Die spätere Handveste von Herzog Rudolf IV. von Österreich weist Stadtrecht mit Marktrecht, Münzrecht und Blutbann aus. 1299 musste Graf Ludwig V. von Frohburg Zofingen an die Habsburger verkaufen. Die Stadt hielt hierauf treu zum Hause Habsburg, so beim Guglereinfall und auch am 9. Juli 1386, als in der Schlacht bei Sempach Alt-Schultheiss Niklaus Thut und zwölf Bürger unter Herzog Leopold III. fielen. Sterbend rettete Thut das Zofinger Fähnlein; dieses wurde bei der Aufbahrung der Leiche in der heimatlichen Kirche bei ihm gefunden. Niklaus Thut wurde so zum Stadthelden (heute mit Standbild auf dem gleichnamigen Brunnen und Platz in der Altstadt).
Handwerk und Gewerbe gediehen; die Wigger floss dicht an der westlichen Stadtmauer vorbei; Flösser und Fischer hatten reiche Beschäftigung. Die ersten Zünfte entstanden. 1393 wurde die Unterstadt durch einen Brand vernichtet; 1396 legte ein weiterer Brand fast die ganze Stadt in Schutt und Asche. Beim Übergang an Bern 1415 - nach der Niederlage der Herzöge von Österreich und einer Intervention von Kaiser Sigismund bei den Bernern - konnte sich Zofingen seine von den Habsburgern verbriefte Autonomie bewahren. Um 1430 existierten bereits die Schneider-, Schützen-, Ackerleute- und Metzgernzunft. Zinngiesser, Glockengiesser und Glasmaler freuten sich eines guten Rufes. Der Markt, die Mauritiusmesse, lockte Käufer und Händler selbst aus Frankfurt am Main, aus dem Wallis und dem "Frankenrych" an.
1528 beschloss der Rat von Bern die Einführung der Reformation. Das Chorherrenstift fiel der Säkularisation zum Opfer. Die bernische Herrschaft erlosch 1798 mit der Bildung des helvetischen Kantons Aargau. 1803 kam Zofingen endlich zum heutigen Kanton
Zu Beginn des 19. Jh. blühten Handel und Gewerbe; die Ringmauern engten die Stadt ein und an den Toren staute sich der Verkehr. Ab 1820 wurden deshalb die Ringmauern abgerissen und die Gräben eingeebnet.
Ein vielfältiges Kulturleben
Das Museum an der General Guisan-Strasse, welches vom Luzerner Architekten Emil Vogt in den Jahren 1899 - 1901 erbaut worden ist, bietet mit seiner historischen und naturhistorischen Abteilung ein breites Spektrum an historischen und zeitgenössischen Ausstellungsobjekten.
Die Kunst hat mit der städtischen Kunstsammlung im alten Schützenhaus sowie mehreren privaten Galerien ebenfalls einen wichtigen Stellenwert in Zofingen. Alljährlich im August findet zudem ein Kunstmarkt statt.
Verantwortlich für das musikalische und kulturelle Jahresprogramm im Stadtsaal ist die Musik- und Theater. Aber auch die kleine Bühne und OX.Kultur im Ochsen organisieren Veranstaltungen in den verschiedensten Stilrichtungen.
Ohne Übertreibung darf auch das Zofinger Kinderfest als ein Stück Kultur bezeichnet werden. Dieses auch als "schönster Tag des Jahres" bezeichnete Ereignis begeistert seit über 150 Jahren Gross und Klein sowie Leute von nah und fern.
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