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Für die Erweiterung und den Umbau der Kantons- und Universitätsbibliothek (KUB) beantragt die Kantonsregierung einen Studienkredit von vier Millionen Franken. Damit soll ein detailliertes Projekt ausgearbeitet werden. Dies schreibt der Staatsrat in seinem Dekretsentwurf an den Grossen Rat. Der Bau soll laut einer Mitteilung die Organisation und die Effizienz der KUB verbessern.
Die Investitionen werden auf total 75 Millionen Franken geschätzt. Ein erheblicher Teil würde durch eine Subvention des Bundes gedeckt. Mit dem beantragten Studienkredit würde das bestehende Projekt weiterentwickelt, bis ein detaillierter Plan samt Kostenvoranschlag vorliegt. Philippe Trinchan, Leiter des Amtes für Kultur, hofft, dass die Projektstudie bis Ende 2015 vorliegt. Er rechnet mit zwei bis drei Jahren für die Bauarbeiten und mit dem Bezug der neuen Räume bis zum Jahr 2020.
Eine schwierige Geschichte
Das ursprüngliche Projekt wurde letztes Jahr an den verkleinerten Perimeter angepasst, nachdem der Untergrund des Gartens des Albertinums nicht mehr zur Verfügung stand. Der Kanton war mit den Besitzern des Gartens, der Priesterbruderschaft St. Pius V., wegen unterschiedlicher Vorstellungen des angemessenen Bodenpreises nicht handelseinig geworden (die FN berichteten).
Als Folge wurden die unterirdischen Teile des Projekts zugunsten oberirdischer Arbeitsflächen reduziert. Das neue Programm umfasst rund drei Viertel der Nutzflächen des alten Programms. Laut Trinchan war die Redimensionierung ohne Einbussen möglich. «Das ist eine gute Lösung, wir können die Lagerflächen externalisieren. Dort kommen die Bücher hin, die weniger oft ausgeliehen werden.» Für diese Flächen werde eine andere Lösung gesucht, in der Stadt Freiburg oder ausserhalb. Die Planung ist laut Trinchan Teil der auszuführenden Studie. Möglich sei eine Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, zum Beispiel mit dem Staatsarchiv, das auch unter Platzproblemen leide.
Vereinfachter Zugang
Das Vorhaben ermöglicht der Bevölkerung die Benützung einer modernen Bibliothek mit einem vereinfachten Zugang zu den Beständen und Dienstleistungen. Ausserdem ist der Aufbau eines «Learning Center» vorgesehen. Der Kanton erhalte letztlich ein geeignetes Gebäude für die Aufbewahrung und die Konsultation seiner handschriftlichen, gedruckten und audiovisuellen Kulturgüter.
Konkret sieht das Projekt die Einrichtung eines thematisch geordneten Freihandbereichs vor, in dem die Benutzer alle Dokumente–unabhängig vom Typ des Mediums–in Selbstbedienung ausleihen und wieder zurückgeben können. Mindestens vier Fachbibliotheken der Universität werden in die KUB-Zentrale integriert. Die Empfangs- und Betriebsstrukturen werden verbessert. Dabei nimmt das Projekt namentlich Rücksicht auf die Zugänglichkeit für Behinderte. Ein weiterer Fokus liegt auf der Bereitstellung von Räumen für kulturelle Veranstaltungen.
Auch mehr Arbeitsplätze
Dem Magazin der KUB stehen voraussichtlich ab Ende 2016 keine Lagerreserven mehr zur Verfügung. Das aktuelle Gebäude stammt aus dem Jahr 1910 und muss dringend renoviert werden, so die Mitteilung weiter. Nach dem Umbau erhält das Personal ein Arbeitsumfeld, das den heutigen Bedürfnissen entspricht. Zudem könnten die bis anhin hohen Unterhaltskosten reduziert werden. Und auch die Zahl der Benutzerarbeitsplätze werde deutlich erhöht.
Zahlen und Fakten
Ein reichhaltiger Hort der Erinnerung
In der KUB-Zentrale stehen zwei Millionen Bücher und Periodika zur Verfügung. Die Sammlung umfasst 2000 Handschriften und 200000 Altdrucke, eine Mediathek mit 30000 audiovisuellen Dokumenten sowie mehr als eine Million Fotografien. Die KUB-Zentrale verzeichnet pro Jahr 400000 Ausleihen und erwirbt im Schnitt 35000 Bücher. Das elektronische Angebot umfasst mehr als 13000 Zeitschriften und 400 Datenbanken.fca