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Schwyzerörgeli lernen für Anfänger*innen – ein Exot stellt sich vor
Liebst du die Volksmusik, vielleicht sogar explizit die Schweizer Volksmusik und möchtest hier gerne aktiv werden? Spielst du deshalb mit dem Gedanken, das Schwyzerörgeli zu lernen und hast noch ein paar Fragen dazu im Kopf? Gerade bei einem Exoten wie diesem Instrument ist das mehr als verständlich und dieser Beitrag soll dir eine Hilfestellung für deine Entscheidung sein.
Bildquelle: Wikipedia
Was ist das Schwyzerörgeli überhaupt für ein Instrument?
Bei dem Schwyzerörgeli handelt es sich um ein sogenanntes diatonisches Akkordeon. Die Diatonik ist ein frühes Tonsystem, bei dem sich die Tonleitern aus Ganz- und Halbtonschritten zusammensetzen. Sie sind die Vorgänger unseres heute bekannten und verwendeten Dur-Moll-Tonsystems. Diatonisch gestimmte Instrumente haben ihren ganz eigenen, charakteristischen Klang. Synonym wird das Schwyzerörgeli (Schweizer Orgel) auch Handorgel (Handörgeli) genannt. Es wird vorwiegend in der Schweizer Volksmusik eingesetzt und wird von verschiedenen Herstellern in unterschiedlichen Modellen und Tonarten angeboten.
Wie ist das Schwyzerörgeli aufgebaut?
Das Schwyzerörgeli wird meist in B gestimmt und es verfügt auf der Melodieseite über 31 Knöpfe und auf der Bass-Seite über 18 Knöpfe. Gespielt wird es grundsätzlich nur mit Knöpfen, nicht wie andere Akkordeons mit Tasten. Die Melodieseite ist beim Stossen und Ziehen wechseltönig, während die Bass-Seite gleichtönig angeordnet ist. Die Melodietöne sind in der ersten und zweiten Reihe nach Terzen angeordnet, während die dritte Reihe nach und nach immer weiter ergänzt wurde. Die Bassreihe verläuft horizontal in Quinten: Die erste Reihe ist dabei der Grund-Bass, während die zweite Reihe die Dur-Akkorde abbildet.
Woher kommt das Schwyzerörgeli?
Der Vorläufer des Schwyzerörgeli hiess Langnauerörgeli, das ab 1836 in Langnau produziert wurde. Der Aufbau war im Vergleich zu den heutigen Modellen eher reduziert und die Hersteller nannten sich anfangs „Harpfenmacher“ (Harfenmacher) und erst später Harmonikafabrikanten. Einer der ersten Schwyzerörgelibauer war Robert Iten, der im späten 19. Jahrhundert seine Hauptwirkungsphase hatte. Er stellte das Instrument im Kanton Schwyz her, woher mutmasslich auch der Name kommt.
Was sind die Besonderheiten des Schwyzerörgeli?
Das Instrument ist, anders als das klassische Akkordeon, sehr leicht zu tragen und es ist auch von der Grösse her sehr kompakt. Du kannst es daher leicht mit dir herumtragen und auch zu Veranstaltungen kannst du es ganz einfach mitnehmen.
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Ist es schwer, das Schwyzerörgeli spielen zu lernen?
Tatsächlich ist es sogar die vergleichsweise kompakte Grösse, die das Spielen nicht besonders leicht erscheinen lässt. Hinzu kommt die Tatsache, dass beim Ziehen ein anderer Melodieton erklingt als beim Stossen. Viele von uns kennen die Klaviertastatur und da ist es schon eine ziemliche Umgewöhnung, nur noch mit Knöpfen zu spielen. Bis du dem Schwyzerörgeli einmal eine wirkliche Tonleiter entlockst, brauchst du ein wenig Übung. Das Schwyzerörgeli ist sicher nicht das am leichtesten zu erlernende Instrument. Der exotische Klang und die Tatsache, dass es nicht allzu viele Spielende gibt, dürfte dich aber entlohnen.
In welcher Körperhaltung wird das Schwyzerörgeli gespielt?
Das Instrument wiegt relativ wenig und ist auch von der Grösse her überschaubar. Gerade Profis können ohne Probleme im Stehen das Schwyzerörgeli spielen. Gerade als Anfänger*in solltest du dich hinsetzen. Du hast dadurch eine deutlich entspanntere Haltung und kannst dich voll und ganz auf das Spielen und das Finden der Töne konzentrieren.
Was kostet ein Schwyzerörgeli?
Schwyzerörgeli gibt es nicht bei besonders vielen Herstellern, weshalb die Preise bei neuen Instrumenten auch nicht allzu stark voneinander abweichen. Rechne in der Regel mit um die 1500 CHF für ein gutes Instrument.
Muss ich mir direkt ein eigenes Instrument kaufen?
Das ist zum Glück nicht nötig. Du kannst dir für den Anfang ebenso gut ein Instrument mieten. Dadurch bekommst du direkt ein Gefühl für das Instrument und kannst ausprobieren, ob du dich damit wohlfühlst. Bei diesen Systemen hast du den Vorteil, dass dir bei einem späteren Kauf des Instruments die gezahlte Miete zumindest teilweise angerechnet wird und du dann weniger zahlst. Für passende Angebote kannst du das Web durchstöbern oder deine Lehrperson fragen.
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In welchen Konstellationen wird das Schwyzerörgeli gespielt?
Für das Schwyzerörgeli gibt es verschiedene Einsatzmöglichkeiten: Du kannst einerseits solistisch spielen. Dann gibt es aber auch etliche Orchester, die sich auf Schweizer Volksmusik spezialisiert haben und die das Instrument dann als Begleitinstrument einsetzen. Nicht zuletzt gibt es aber auch Volksmusik-Gruppen, bei denen mehrere Schwyzerörgeli zusammen spielen.
Ab welchem Alter kann mein Kind Schwyzerörgeli spielen lernen?
Grundsätzlich können auch schon kleine Kinder lernen, das Schwyzerörgeli zu spielen. Die kleinsten Instrumente am Markt können sehr gut von Kindern ab einem Alter von 5 Jahren gespielt werden. Darunter ergibt es auch rein technisch noch keinen Sinn, denn dann gibt es kaum sinnvolle Unterrichtsmethoden.
Ich träume schon seit vielen Jahren davon, das Schwyzerörgeli spielen zu lernen – bin ich vielleicht zu alt dafür?
Diese Sorge können wir dir nehmen. Das Instrument ist nicht besonders schwer zu tragen und wenn du schon etwas älter bist, hast du eine gute Vorstellung davon, welchen Klang du mit dem Schwyzerörgeli erzeugen willst. Umso leichter wird es dir fallen, es umzusetzen. Ausserdem kannst du ein eventuelles Motivationstief kognitiv leichter überwinden. Dann bleibst du konstanter am Ball.
Wie wird das Schwyzerörgeli unterrichtet?
Die meisten Lehrpersonen entscheiden sich, das Schwyzerörgeli im Einzelunterricht anzubieten. Das ist allein schon deshalb sinnvoll, weil du als Lernende*r die volle Aufmerksamkeit deiner Lehrperson haben solltest, um das doch recht komplexe Tonsystem des Schwyzerörgelis kennenzulernen. Um deine Motivation zu erhalten, kannst du dir aber schon recht bald auch ein Ensemble suchen. Achte hier darauf, dass ihr alle in etwa einer Lernphase seid, so dass ihr euch ergänzen und anspornen könnt, ohne dass jemand unter- oder überfordert wird.
Der Unterricht unterscheidet sich dann bei vielen Lehrpersonen sehr von anderen Instrumenten. Während du bei anderen Instrumenten einfach mal ein Instrument in die Hand bekommst und probieren sollst, ob du einen Ton herausbekommst, geht es beim Schwyzerörgeli zunächst um das Kennenlernen des Instruments und darum, die Theoriekenntnisse zu stärken. Denn du musst erst einmal lernen, wie du dem Schwyzerörgeli Töne entlocken kannst und wie du mit dem Instrument an sich umgehen solltest. Dann geht es wirklich sehr kleinschrittig an erste Töne, bis irgendwann dann einmal Melodien kommen. Steigere dich ruhig langsam, dann werden die Fortschritte umso nachhaltiger sein.
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Ist es möglich, sich das Schwyzerörgeli Spielen selbst beizubringen?
Für die allermeisten Instrumente gibt es inzwischen gute Videos im Internet, bei denen du dir sicher den einen oder anderen Trick abschauen könntest. Da sich das Schwyzerörgeli aber wirklich massgeblich von anderen Instrumenten unterscheidet, ist der Unterricht bei einer geeigneten und ausgebildeten Lehrperson absolut zu empfehlen. Diese kann auch dafür sorgen, dass du die richtige Haltung beibehältst. Gerade sehr kleine Instrumente verleiten zum Einnehmen von Fehlhaltungen und diese bemerkst du selbst natürlich nicht so gut.
Dann geht es aber auch um die nötige Motivation, denn ein so anspruchsvolles Instrument wie das Schwyzerörgeli kann schon einmal Momente der Frustration erzeugen. Du könntest dir natürlich Literatur besorgen und dann probieren, durch ständiges Wiederholen deine Technik zu perfektionieren. Aber all das basiert dann auf deinen eigenen Annahmen und gerade für den Anfang ist es schon sinnvoll, wenn du bei einer Lehrperson bist, die dich korrigiert und dir hilft, das Instrument zu verstehen.
Muss ich Noten lesen können, damit ich das Schwyzerörgeli spielen kann?
Was das Thema Noten und Schwyzerörgeli angeht, gibt es zwei sehr gegensätzliche Meinungen:
• mit Noten: Noten für das Schwyzerörgeli werden meistens in der sogenannten Griffart notiert. Das bedeutet, dass du hier zwar klassischen Noten siehst, aber dass eben nicht ganze Akkorde ausgeschrieben sind. Stattdessen verläuft eine Melodie und dabei stehen Bezeichnungen für die Griffe. Wenn du also das Schwyzerörgeli nach Griffen spielen möchtest, solltest du dich zunächst einmal entscheiden, die Grifftabellen zu lernen. Anderenfalls musst du nämlich bei jedem Akkord einzeln nachsehen, was nun gemeint ist. Das wäre auf Dauer eher frustrierend.
• ohne Noten: Es gibt die Purist*innen beim Erlernen des Schwyzerörgeli. Diese empfehlen, dass du ausschliesslich aus dem sogenannten Stegreif spielen solltest. Du probierst in diesem Sinne aus, was wie klingt und wenn du ein bereits vorgegebenes Stück spielen willst, spielst du es nach Gehör.
Wenn du dich entscheidest, das Schwyzerörgeli spielen zu lernen, dann solltest du dich mit deiner Lehrperson besprechen, welche Art diese bevorzugt. Wenn es dann in Richtung „mit Noten“ geht, dann solltest du auch die entsprechende Literatur dazu besitzen, so dass du wirklich fundiert lernst, wie du dann später flüssig spielen kannst, sobald Noten in der Griffschreibart vor dir stehen. Anderenfalls besteht die Herausforderung darin, dass du dein Gehör schulst und dann entsprechend spielst.
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Wie kann ich mich am besten zum Üben motivieren?
Im Idealfall hast du eine Lehrperson direkt in deiner Nähe, so dass du regelmässig Lektionen erhalten kannst. Diese Lektionen sollten bestenfalls vor Ort sein, so dass du Haltung und Spieltechnik reflektiert bekommst. Zu Hause solltest du dir einen festen Platz zum Üben einrichten und dort sollte idealerweise die Möglichkeit bestehen, das Instrument ausgepackt zu lassen. So kannst du dich jederzeit hinsetzen und zu üben beginnen. Wenn du merkst, dass du heute nur wenig Lust hast, zu üben, kannst du dir ein Stück heraussuchen, das dir Spass macht und das dich einfach am Üben hält.
Ich bin mir noch sehr unsicher, ob das Schwyzerörgeli überhaupt etwas für mich ist – wie kann ich damit umgehen?
Vereinbare doch ein Probe-Abo mit einer überschaubaren Anzahl an Lektionen. So bekommst du ein Gefühl für das Instrument und auch für die Lehrperson. Wenn du noch mehr Fragen hast, nimm doch einfach Kontakt zu uns auf.
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