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1. Neue Technologien
Wie retten wir unser Eis und unseren Schnee?
Klimawandel
Der Klimawandel ist im vollen Gange und beschäftigt uns täglich. Die Gletscher schmelzen und tragen mit dem Rückgang des Eises zusätzlich zum Klimawandel bei. Weiter bedrohen die Gletscher- und Eisrückgänge weltweit in grossen Teilen von Südamerika bis Asien die Menschheit existenziell.
Die Bemühungen, das Eis und dessen Schutzschicht, den Schnee, zu schützen, sind noch weit weg von akzeptierbaren Lösungen, technisch aber mit den heutigen Techniken sehr einfach zu realisieren.
Ideen zum Schutz des Eises
Schon vor dem Jahre 2010 hat Marco Bieri bereits seine Visionen zum Schutz des Eises und des höhergelegenen Schnees auf dem Eis ernsthaft mit Quantenphysikern diskutiert.
Diese Diskussionen haben nicht nur Gletscherflächen mit kommerziellem Skibetrieb betroffen, sondern generell auch grossflächige Eismassive, die nicht kommerziell benutzt werden aber eine weit grössere Wirkung auf das gesamte Öko-System haben.
Die Ideen gingen damals vom Beschneien von Gletschern und grossflächigen, höhergelegenen Schneefeldern in verschiedensten Formen und mit verschiedensten Techniken bis zu Wetter gesteuerten grossflächigen Beschattungsanlagen von Gletschern.
Sprühflugzeuge
Eine Beschneiungsvision ist, dass mit Sprühflugzeugen – ähnlich wie in der Agrarindustrie – zu gewissen Zeiten und bei gewissen Wetterbedingungen Hochtemperatur-Nukleatoren in Wolkensysteme eingesprüht werden, so dass diese in der Lage sind, sich auszuschneien und nicht ausregnen.
Snowstick / Seilsystem
Weiter ist der Schneephysik-Spezialist der klaren Ansicht, dass in diesen Höhenlagen das Beschneiungssystem «Snowstick» energielos und grossflächig mit besten Schneiresultaten eingesetzt werden kann. Bei dieser Variante würde nicht eine Schneilanze eingesetzt, sondern nur die Sprühdüse, die dann in sogenannte Wasserseile, welche über den Gletscher gespannt sind, eingebaut würden. Dieses System wäre äusserst kostengünstig, einfach zu handhaben und hocheffizient.
Marco Bieri geht weiter davon aus, dass bei dieser Technologie das Schmelzwasser des Gletschers, welches durch den Sommer anfällt, benutzt wird, um diesen später wieder zu beschneien. Das Beschneiungssystem «Snowstick» funktioniert auf einfachste Weise, indem Wasser mit einem gewissen Wasserdruck durch die Spezialdüse versprüht wird.
Das Wasser wird, bevor es in die Schneiseile geleitet wird, mit ökologischen Nukleatoren vermischt und wird durch die kalten Temperaturen in diesen Höhenlagen nach dem Austritt aus der Wasserdüse sofort zu Schnee.
Das System «Snowstick» funktioniert absolut energielos, sofern der benötigte Wasserdruck gravitätisch erzeugt werden kann. Die Problematik sieht Marco Bieri nicht in der Beschneiung. Das Seilsystem ist äusserst einfach zu realisieren, sehr kostengünstig und höchst effizient. Die grössere Herausforderung ist, wie man das Schmelzwasser von
einem tiefergelegenen Punkt bzw. Wasserfassung ohne Energie oder zumindest mit CO2-neutraler, erneuerbaren Energie zu einem höhergelegenen Speicher bringt und wie sich dieser Speicher realisieren lässt. Weiter ist auch der Wassertransport in den Seilen in Bezug auf die Wassermenge bei solchen Grössenordnungen von Beschneiungsflächen
eine technische Herausforderung.
Wenn der höhergelegene Speicher mindestens einen Höhenunterschied von ca. 150-200m bis zur Beschneiungsdüse hat, funktioniert das Beschneien äusserst einfach mit gravitätischem Wasserdruckaufbau. Ausserdem ist das Snowstick-System praktisch wartungsfrei und entleerungstechnisch sehr frostsicher. Bei anderen energielosen
Schneisystemen werden komplizierte, sehr frostanfällige und schwierig zu entleerende Konstruktionen eingesetzt. Snowstick-Systeme funktionieren bereits weltweit, 2 davon in der Schweiz. Bei diesen Projekten wurde aber die Snowstick-Technologie ganz einfach auf Schneilanzen-Rohre implementiert. Da die Schneeschutzschicht des Eises hauptsächlich durch Sonneneinstrahlung und Regeneintrag in den Schnee zum Schmelzen gebracht wird, könnten die Seilkonstruktionen auch für grossflächige Beschattungssysteme benutzt werden. Die Beschattungssysteme sind vorstellbar wie eine Art Seilbahn, welche 100 % autonom und durch wettergesteuerte Sensortechnik funktionieren.
Weiter sind Beschattungssysteme technisch wahrscheinlich einfach zu realisieren als Wasserseilsysteme.
Schmelzwasser-Problematik
Die bis heute beste und effizienteste Methode aber, so schätzt Marco Bieri, ist die Abdeckung und die Beschattung des Gletscherschnees. Dies aus folgenden Begründungen:
Bei der Gletscherschmelze fällt sehr viel Schmelzwasser an, welches wiederum gewisse Talschaften bedrohen kann und nicht nur den
Gletscher schmelzen lässt. Werden Gletscher beschneit, wird auch dieser Schnee schmelzen, und die Schmelzwassermenge bleibt gleich gross. Wird der Schnee des Gletschers jedoch abgedeckt oder beschattet, so reduziert sich auch die Menge des Schmelzwassers massiv. Beschattungssysteme haben - nebst der Tatsache, dass sie höchst effizient sind - auch den Vorteil, dass der Gletscher in der Position, wenn das Beschattungssystem im eingefahrenen Zustand ist, durch natürliche Schneefälle aufgebaut wird.
Bei den Gletschern und deren Höhenlagen fällt eigentlich genügend Schnee während des Winters, aber mit den aussergewöhnlichen Temperaturen im Sommer ist das nicht mehr genug. Grossflächige Beschneiung generell Marco Bieri ist weiter der Ansicht, dass grossflächige Beschneiung von Gletscherflächen in der Zukunft zum absoluten Standard gehört und zu einem wichtigen Instrument für den Erhalt von gewissen Eismassiven mit globaler Bedeutung wird. Weiter ist aus praktischen Beispielen klar gezeigt worden, dass bei richtiger Anwendung und richtigem Vorgehen die Eismassive sogar wachsen. Der Einsatz von Sprühflugzeugen hätte den Vorteil, dass es dort individuell einsetzbar ist, wo es benötigt wird, und es weiter auch keine baulichen Massnahmen erfordern würde. Das Timing, die Planung und das Erfassen der wichtigen Wetterlagen sind hier die Herausforderung.
Gletscherbeschneiungs-Seilsysteme sind vom optischen Impakt in die Natur auch sehr gering aber trotzdem mit baulichen Massnahmen verbunden.
Die Idee von grossflächiger Gletscherbeschneiung ist grundsätzlich nicht nur für Gletscherflächen möglich, sondern könnte 100 %-ig auch interessant sein für die Beschneiung von Gletscherskigebieten oder generell auch für alle anderen Skigebiete.