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Der Zusammenschluss von Henderson Group mit Janus Capital, aus dem ein Vermögensverwalter mit einem Anlagevolumen von 320 Milliarden Dollar und einem Marktwert von etwa 6 Milliarden Dollar hervorgeht, dürfte nur der Anfang einer Konsolidierungswelle in der Investmentbranche sein. Diese kämpft mit erhöhter Regulierung und stärkerem Wettbewerb.
"Andere werden sagen, sie wünschten, sie hätten es getan, oder sie werden selbst darüber nachdenken", sagte Henderson Chief Executive Officer Andrew Formica am Montag in einem Interview mit Bloomberg TV. "Es ist die zweckmässigste Sache für unsere Kunden, unsere Mitarbeiter und unsere Aktionäre."
Investmentmanager, die aktiv Aktien und Anleihen auswählen, haben in den letzten Jahren Marktanteile an Gesellschaften verloren, die passiv investieren und niedrigere Gebühren nehmen. Die fusionierte Janus Henderson Global Investors wird gleichwohl nur ein kleiner Fisch sein im Vergleich Blackrock und Vanguard, die 4,9 Billionen Dollar beziehungsweise 3,5 Billionen Dollar verwalten.
«Das Feld wird sich verkleinern»
Laurence D. Fink von Blackrock hatte im Mai gesagt, er erwarte eine Konsolidierung in der Branche, da die Firmen Schwierigkeiten hätten, ihre Benchmarks zu schlagen und die Regulierung Index-Strategien bevorzuge. Analysten von Jefferies und Cantor Fitzgerald sagen, der Zusammenschluss werde das Interesse auf weitere Transaktionen in der Branche lenken.
"Das Feld wird sich verkleinern", erklärte Richard Weil, CEO von Janus in einem Interview mit Bloomberg TV. "Wir versuchen nicht, Blackrock oder einer der ganz grossen zu werden, aber zusätzliches Volumen beim verwalteten Kapital ermöglicht uns, mehr Erträge für unsere Aktionäre zu generieren und angemessene Investments zu tätigen."
Sowohl Formica als auch Weil waren bestrebt, ihr Geschäft durch Akquisitionen, neue Fondsangebote und Expansion im Ausland zu diversifizieren. Weil hatte 2014 Bill Gross von Pacific Investment Management zu Janus geholt. Gross betreut dort den Global Unconstrained Bond Fund, der inzwischen ein Volumen von mehr als 1,5 Milliarden Dollar hat.
Gegenwind für die Branche
"Es gibt unmittelbaren Gegenwind für die Branche", sagte Alex Birkin, Leiter Wealth und Asset Management beim Berater EY in Europa. "Die organische Wachstumsstrategie ist schwierig und langsam, insbesondere im heutigen Umfeld. Wenn man also schnell einen grossen Schritt beim Wachstum vorankommen will, ist es die einzige Option."
Die Aktionäre von Janus werden für jede ihrer Aktien 4,719 neue Henderson-Aktien erhalten. Die Henderson-Aktionäre werden 57 Prozent an der vereinten Gesellschaft halten, die Janus-Aktionäre 43 Prozent. Die Transaktion soll im zweiten Quartal 2017 abgeschlossen sein.
"Diese Transaktion dürfte eine Runde der Fusionsspekulationen einläuten, unter Einbezug anderer Asset Manager wie etwa Jupiter", schrieb der Cantor-Analyst Keith Baird in einer Einschätzung.
Brexit hat keinen Einfluss
Formica zufolge begannen die Gespräche mit Janus bereits im Februar, vor dem Votum der Briten, die Europäische Union zu verlassen. Der Brexit "hat die Transaktion weder beschleunigt noch irgendwelche Auswirkungen gehabt", sagte er.
Formica wird Janus Henderson Global Investors als Co-CEO zusammen mit Weil leiten, der nach London umziehen wird, wo die Gesellschaft ihren Hauptsitz haben wird. Die jährlichen Netto-Kosteneinsparungen belaufen sich auf mindestens 110 Mio. Dollar, wie beide Gesellschaften mitteilten. Sie erwarten zudem, bis zu drei Prozentpunkte an zusätzlichem Anlagekapital zu gewinnen.
Falls die Doppelspitze nicht funktionieren sollte, werde einer der beiden Co-CEOs das Feld räumen, sagte Weil gegenüber Bloomberg TV. Das sei so mit dem Verwaltungsrat vereinbart. Möglich sei auch, dass eine neue Person die Verantwortung übernimmt.
Janus Henderson wird in Grossbritannien steuerpflichtig sein und zu den 50 grössten Asset Managern weltweit zählen. Die japanische Versicherung Dai-ichi Life Holdings, der grösste Aktionär von Janus, wird einen Anteil von neun Prozent an der fusionierte Gesellschaft halten und hat vor, diese Beteiligung auf mindestens 15 Prozent zu erhöhen. Die Hauptnotierung der Aktie soll an der New York Stock Exchange erfolgen, weil diese eine höhere Liquidität bietet, die Zweitnotiz in Australien, um asiatische Investoren zu locken. In London soll die Aktie wegen der damit verbundenen Kosten nicht gehandelt werden, wie aus der Mitteilung weiter hervorging.
(Bloomberg)