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Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm hat laut einer japanischen Studie «eine neue Phase der Bedrohung» erreicht. Nordkorea habe bedeutsame Fortschritte in seinem Atomprogramm gemacht und sei «möglicherweise» in der Lage, kleinere Atomsprengköpfe zu entwickeln, die auf eine Rakete passten.
Das heisst es in einem am Dienstag veröffentlichten Weissbuch des Verteidigungsministeriums in Tokio. Sollte dies der Fall sein, könnte es die Führung in Pjöngjang «zu selbstsicher» machen und zu riskanten militärischen Provokationen verleiten. Im knapp 570 Seiten langen Bericht wird auch auf zwei Atomtests und 20 weitere Tests mit ballistischen Raketen im Vorjahr verwiesen.
Trotz aller Verbote des UNO-Sicherheitsrates sowie aller Warnungen hatte Nordkorea am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10'000 Kilometern.
Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un sagte nach dem Test, das Festland der USA sei jetzt in Reichweite. Als Reaktion auf den Raketentest hat der UNO-Sicherheitsrat die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea verhängt.
Japans neuer Verteidigungsminister, Itsunori Onodera, hatte am Freitag gefordert, die Angriffskapazitäten seines Landes zu stärken. Kritiker befürchten, dass Japans pazifistische Verfassung verletzt werden könnte. Artikel 9 verbietet die Anwendung von Gewalt zur Beilegung internationaler Streitigkeiten. (whr/sda/dpa)