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Als der Mensch damit begonnen hat, seinen Geist zu benutzen, also über das jeweils Offensichtliche hinauszudenken, fand er sich in einer Welt voller Wirkungen wieder, deren Ursache er nicht finden konnte. Offensichtlich war, dass eine Ursache dafür, dass man nass werden konnte, Wasser war, das vom Himmel fiel, doch wo die Ursache dafür lag, dass immer wieder große Mengen von Wasser vom Himmel fallen konnten, das erschloss sich ihm nicht. Dies war unbefriedigend. Väter konnten ihren Kindern, Anführer ihren Gefolgsleuten nicht erklären, wie es dazu kam, dass es regnete. Dies barg die Gefahr in sich, an Autorität zu verlieren, was schon damals, wie zu allen Zeiten, die Spötter auf den Plan rief, und wenn genug gespottet war, die Gierigen, die sich des Besitzes der Verspotteten bemächtigen wollten.
Was blieb Eltern und Anführern also übrig? Sie mussten eine Erklärung abgeben, die halbwegs plausibel und daher glaubhaft, aber vollkommen unüberprüfbar war, und ihnen statt Spott Anerkennung einbrachte, ob ihrer Klugheit, oder gleich die Verehrung als Gesandter der Götter.
„Der Regen kommt, das könnt ihr sehen, aus den Wolken.“
„Ja, das ist wahr!“
„Wie alles Wasser in Flüssen und Bächen, kennt auch das Wasser in den Wolken nur eine Richtung. Es fließt oder fällt von oben nach unten.“
„Ja, das ist wahr!“
„Wenn es aufgehört hat zu regnen, sind die Wolken unsichtbar geworden.“
„Oh ja, das haben wir beobachtet.“
„Aber, was ihr nicht beobachtet habt, was nur mir und anderen Weisen vergönnt war zu sehen: Die Wolken, diese unsichtbaren Gebilde, die am Himmel umherziehen und uns den Regen bringen, das sind Götter, die uns Menschen lieben, wenn wir uns ihnen wohlgefällig verhalten, die aus den Tiefen der Meere das Wasser schöpfen und zu uns bringen, auf dass der Boden Früchte trägt und uns ernährt. Haben sie sich das Wasser aufgeladen, sind sie für uns sichtbar, doch ihr seht in Wahrheit nur das Wasser, nicht die unsichtbare Gottheit, die dem Wasser die Form der Wolke gibt!“
„Oh, oh. Oh ja. Das leuchtet ein. Wolken, unsichtbare Götter, die uns das Wasser bringen. Wir danken dir, du weiser Prophet!“
So wird aus Verzweiflung und Angst, das Gesicht zu verlieren, ganz schnell ein Glaubenssystem, das sich, wenn der Keim erst einmal gelegt ist, von selbst erweitert und ergänzt und immer fantastischer da wird, wo noch……