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Urs Lüthi, 1947 in Kriens bei Luzern geboren, lebt und arbeitet seit 1986 in München. 1963 und 1964 besuchte er die Kunstgewerbeschule in Zürich; bereits 1966 stellte er Malerei mit dem Titel Pinksize aus. Anschliessend wandte er sich der Fotografie zu und hatte 1970 mit androgyn inszenierten Selbstbildnissen erste Erfolge. Auf den teils lebensgrossen Schwarzweissbildern zeigte er sich unter anderem als Vamp, der mit Tränen in den Augen den Betrachter anschaut. Im gleichen Jahr war er in der Ausstellung «Visualisierte Denkprozesse» im Kunstmuseum Luzern vertreten. Nachfolgend wurde Urs Lüthi den «Transformern» zugerechnet, Vertretern einer Performance-Richtung, die den eigenen Körper verwandelt einsetzten, um gesellschaftliche und geschlechtsspezifische Rollenklischees zu beleuchten. Bekannt wurden aus dieser Zeit Lüthis androgyne «Numbergirl»-Fotos. Ende der siebziger Jahre setzte er zunehmend Farbfotografien ein, um das Banale, Alltägliche der dargestellten Personen und Objekte aufzuzeigen. Die Teilnahme an der documenta 6 in Kassel und an der spektakulären Show «Westkunst» 1981 in Köln markieren Urs Lüthis Weg zu internationaler Bedeutung. Ab 1980 suchte Lüthi mit großformatigen, konzeptuellen Acrylbilder-Serien eine neue Bildsprache; Ende der 1980er Jahre wandte er sich verstärkt mit Rauminstallationen von Werkserien den Themen der Werbung und ihren ästhetischen Strategien zu. 1993 gab es eine erste grosse Retrospektive im Bonner Kunstverein; seit 1994 ist Urs Lüthi Professor an der Kunsthochschule Kassel. 1996 erhielt er für sein Gesamtwerk den Ehrenpreis des Kantons Zürich. Einen Höhepunkt seines Schaffens bildet im Jahr 2001 Urs Lüthis Installation im Schweizer Pavillon auf der Biennale in Venedig. Die Retrospektive «Art is the better life» im Februar 2009 zeigt die ganze Breite eines so vielfältigen wie konsequenten und zielstrebigen Werks. Im März 2009 erhielt Urs Lüthi den Arnold-Bode-Preis der documenta-Stadt Kassel. Das Kuratorium würdigte den unbeirrbaren Versuch des Künstlers, «den polaren Gegensatz von Kunst und Leben zu überbrücken.