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Stellen Sie sich vor, Sie übernehmen bei Abwesenheit Ihres Vorgesetzten dessen Stellvertretung und bekommen dafür in dieser Zeit den Lohn Ihres Vorgesetzten! Wahrscheinlich stimmen Sie mir zu, dass dieses Gedankenexperiment in der Wirtschaft kaum anzutreffen ist. Bei Stellvertretung von Schulleitungen ist dies hingegen gängige Praxis. Dies hat mich veranlasst, dem Regierungsrat einige Fragen zu stellen.
Für eine Abwesenheit von einer Woche bis zu zwei Monaten kann die Stellvertretung der Schulleitung für den administrativen Aufgabenbereich bis zum halben Pensum der Schulleitung besoldet werden. Die Stellvertretung wird in der Lohnstufe der zu vertretenden Schulleitung entschädigt. Die Schulpflege als Anstellungsbehörde hat die Kompetenz, bei fehlender Qualifikation einen Lohnabzug von maximal 10 Prozent vornehmen. Ab dem dritten Monat ist sogar eine Besoldung für das gesamte Pensum möglich.
In der Praxis kann es also vorkommen, dass beispielsweise die Schulsekretärin oder der Schulsekretär die administrative Stellvertretung wahrnimmt und folglich mit der Besoldungsstufe einer Schulleitung entschädigt wird – wohlgemerkt ohne entsprechende Ausbildung. Eine vergleichbare Praxis ist in der Wirtschaft selten bis nie zu finden. Ich bin der Meinung, dass der Zusatzaufwand durchaus entlohnt werden soll. Die Höhe der Entlöhnung aber auf dem Niveau der zu vertretenden Schulleitung anzusetzen erscheint mir unverhältnismässig.
Vom Regierungsrat möchte ich deshalb wissen, wie er diese relativ unübliche Praxis rechtfertigt und ob diese Regelung auch in anderen Departementen der kantonalen Verwaltung angewendet wird. Auf die Antworten bin ich sehr gespannt.