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Innerhalb des Panels „Crossing Borders: Travelling Practices and Knowledge in Africa“ präsentierten vier Afrika-ForscherInnen Beiträge zum Thema Reisen in Afrika im 19. und 20. Jahrhundert. Unter der Leitung von Prof. Dr. Patrick Harries berichteten die Referenten von Missionaren, Händlern, politischen Leadern und anderen Reisenden, die nicht nur geographische und politische, sondern auch kulturelle, soziale und sprachliche Grenzen überquerten. Ihre Reiseberichte beeinflussten und konstruierten die Wahrnehmung und das Wissen über Afrika, dem „Andern“ und ihr Verhältnis zu diesen. Das abschliessende Referat von Susanne Baller zeigte im Weiteren auf, wie westafrikanische Politiker in den 1950er Jahren Reisen nutzten, um neue Konzepte innerhalb des aufkommenden Afrikanischen Nationalismus und Panafrikanismus zu fördern und sich gegen koloniale Strukturen abzugrenzen.
Die Funktionen und Formen vorkolonialer afrikanischer Grenzen präsentierte die erste Referentin Sonia Abun-Nasr mit ihren Ausführungen über europäische und afrikanische Reisende ins und durchs Asantereich im 19. Jahrhundert. Reiseberichte beschreiben sowohl das Reich und die Bevölkerung der Asante, als auch die Erfahrungen der Autoren bei der Grenzüberschreitung, das heisst dem Eintritt ins Reichsterritorium. Auch im Asantereich brachten die Grenzen einen territorialen Anspruch zum Ausdruck. Die Grenzverschiebungen, die sich im frühen 19. Jahrhundert durch Expansion, später durch die Zurückdrängung durch koloniale Unternehmungen ergaben, widerspiegeln demnach auch die Verschiebung der Machtverhältnisse. Die Referentin konnte mit ihren Ausführungen also auch gewisse Ähnlichkeiten in den Funktionen und Formen kolonialer und vorkolonialer Grenzen in Afrika aufzeigen.