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Lectisternium
(lat.), bei den alten Römern eine eigentümliche Art von religiöser Feier, zuerst 399 v. Chr. durch die Sibyllinischen Bücher veranlaßt und mit der Zeit in allgemeine Aufnahme gekommen, bestand darin, daß man den Göttern wie zu einem heiligen Mahl Pfühle (lectus, pulvinar) bereitete, auf diese ihre Attribute oder ihre Büsten legte und dann ihnen Speise vom Opfer oder von den Mahlzeiten mitteilte, welche gleichzeitig durch die ganze Stadt mit großer Festlichkeit gehalten wurden. Gewöhnlich waren damit allgemeine Supplikationen verbunden, bei welchen vom Volke gebetet und Wein und Weihrauch geopfert wurde. Es gab ordentliche, d. h. regelmäßig wiederkehrende, und außerordentliche Lektisternien. Letztere, die 3, 8 und mehr Tage währten, fanden bei glücklichen oder unglücklichen Ereignissen, die den Staat betrafen, statt. Wahrend des Festes herrschte allgemein Friede, Versöhnlichkeit und Gastlichkeit.