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Johann Thomas Stettner (Medailleur), Georg Adam (Stecher)
Nürnberg, 1817
Zinn; Umrissradierungen, koloriert
Dm. 4,9 cm (Medaille)
Inv. 1905.450.
Der schwere Ausbruch des Vulkans Tambora im heutigen Indonesien im April 1815 hatte so riesige Mengen von Staub und Asche in die Atmosphäre geschleudert, dass die Sonneneinstrahlung behindert wurde und eine Abkühlung des Weltklimas die Folge war. Besonders betroffen waren im folgenden Jahr grosse Teile Mitteleuropas und der Osten Nordamerikas. Extrem tiefe Temperaturen und starke Regen- und Schneefälle führten 1816 zu einer katastrophalen Missernte, und in der Folge stiegen die Getreidepreise extrem an. Württemberg, Franken und die Schweiz waren sehr stark betroffen.
Erst die gute Ernte des Jahres 1817 füllte die Kornlager und liess die Getreidepreise sinken. Die Dankbarkeit der Menschen über das Ende der Not äusserte sich in prunkvollen Erntezügen, zahlreichen Darstellungen des Erntedankfestes 1817 und in diversen Erinnerungsmedaillen.
Der Nürnberger Medailleur Johann Thomas Stettner (1785–1872) schuf nach dem Ende der Hungersnot aufschraubbare Gedenkmedaillen, die auf runden Papieren acht Darstellungen und zugehörige Texte enthalten. Vier beziehen sich auf die Zeit des Hungers und der Not. Die anderen haben die Freude und Dankbarkeit der Menschen über die gute Ernte des Jahres 1817 zum Thema, mit der die Hungersnot ein Ende fand. Die in Nürnberg gefertigten Medaillen wurden durch Beigabe lokaler Preistabellen für den Verkauf in anderen Regionen angepasst. Bei dem ausgestellten Exemplar ist in den Deckel des zugehörigen Etuis eine Tabelle mit den Basler Nahrungsmittelpreisen eingeklebt, die im Juli 1817, kurz vor der neuen Ernte, ihren Höchststand erreicht hatten.