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Kognitive Funktionen können (auch) durch Schädigung bestimmter Teile des Gehirns nachlassen. Bislang lag die Antwort auf die Frage, ob Neurogenese auch in diesem Fall eine wichtige Rolle spielen könnte, noch im Dunkeln. Kann Neurogenese bei der Reparatur von beschädigtem Hirngewebe helfen? Eine aktuelle Studie zeigt, dass dies zumindest bei Mäusen der Fall ist.
Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem und der medizinischen Fakultät der Universität Helsinki haben untersucht, ob neuronale Stammzellen in der Lage sind, einen sehr stark geschädigten Gyrus dentatus bei einer Maus zu reparieren.
Der Gyrus dentatus ist ein empfindlicher Hirnbereich. Er bildet einen Bestandteil des Hippocampus und ist für Gedächtnis und Stimmung zuständig. Zugleich ist er einer der zwei Orte im Gehirn, an denen adulte neuronale Stammzellen angetroffen werden. Stammzellen sind nicht nur wichtig für die ständige Erneuerung der Zellen, sondern auch für die Reparatur von Gewebe nach einer Schädigung.
Die Forscher verursachten bei den Mäusen große Schäden am Gyrus dentatus. Diese führten zu einem erheblichen Größenverlust des betroffenen Bereichs. Anschließend wurde untersucht, wie das Nervensystem der Mäuse darauf reagierte.
Es zeigte sich, dass das Nervensystem der Mäuse in der Lage war, den Körper dazu zu stimulieren, eine fast vollständige Genesung des geschädigten Gyrus dentatus herbeizuführen.
Offenbar war das Nervensystem in der Lage, die Proliferation von neuronalen Stammzellen im Gyrus dentatus zu stimulieren und die Überlebenszeit dieser Stammzellen zu verlängern. Die derart stimulierten neuronalen Stammzellen sorgten dann für die Wiederherstellung der geschädigten Nervenzellen. Die afferenten und efferenten Verbindungen der Neuronen wurden ebenfalls wiederhergestellt. Sogar das verloren gegangene räumliche Gedächtnis, das unter anderem zur Orientierung benötigt wird, wurde wiederhergestellt.
Aus anderen Studien ist inzwischen bekannt, dass die Fähigkeit zur Neurogenese mit zunehmendem Alter abnimmt. In der vorliegenden Studie wurde nun ebenfalls erkennbar, dass auch die Wiederherstellungskapazität von neuronalen Stammzellen mit zunehmendem Alter abnimmt.
Die Studie zeigt, dass der Körper – zumindest bei Mäusen und vor allem in jüngeren Lebensphasen – eine ausgeprägte Fähigkeit besitzt, diesen empfindlichen Teil des Gehirns nach ernsthaften Schäden wieder zu regenerieren. Entsprechende Untersuchungen am Menschen stehen noch aus. Wenn sich auch beim Menschen zeigt, dass die Neurogenese eine wichtige Rolle bei der Reparatur von geschädigtem Hirngewebe spielt, unterstreicht dies die Bedeutung der Neurogenese für ein gesundes Altern.
Natürlich benötigt der Körper die richtigen Bausteine, um die Neurogenese optimal durchzuführen. Diese müssen daher in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. In unserem Webinar *** werden ** wir uns detailliert damit befassen. Über den folgenden Link können Sie sich zum Webinar anmelden: ***
Neurosci 2020; 10.1523/JNEUROSCI.1010-19.2019, Age-dependent remarkable regenerative potential of the dentate gyrus provided by intrinsic stem cells.