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Filmkritik: Mutter am SpinnradeZurich Film Festival 2019
Zum wievielten Mal sie wohl schon da steht, vor der grauen Blechwand, die zum Spital führt? Sie sieht eine Ärztin aus dem Auto steigen, folgt ihr mit Blicken. Dann macht sie sich auf den Heimweg. Ana (Snezana Bogdanovic) ist auf der Suche. Seit 18 Jahren schon. Und sie weiss, sie wird eines Tages fündig. Kurze Zeit später steht sie wieder einmal im Spital. «Hatten Sie hier je eine Leiche mit dieser ID?», fragt sie den Mann hinter dem Schalter. Der winkt ab. Zuhause backt sie einen Kuchen und steckt eine Kerze drauf. Ihre Tochter Ivana (Jovana Stojiljkovic) nimmt einen Bissen und verlässt wortlos das Esszimmer. Ihr Mann Jovan (Marko Bacovic) tut es ihr gleich.
Nun sitzt Ana in ihrer Schneiderstube. Während sie ihren Gedanken nachhängt, hackt die Nadel ihrer Nähmaschine in den Stoff. Plötzlich steht eine Frau vor ihr. Sie habe jemanden in der «Vereinigung» gefunden, der Ana helfen könne und schiebt ihr einen Zettel zu. Ana folgt den Angaben und macht dadurch eine Entdeckung, die sie völlig irritiert. Als sie ihrem Mann davon erzählt, schlägt der die Hände über dem Kopf zusammen. Sie habe ihm versprochen, damit aufzuhören, fährt er Ana an: «Oder willst du ins Irrenhaus kommen?»