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Vertreter der 189 Signatarstaaten der Genfer Konventionen, sind am Dienstag (05.09.) in Genf zusammengetroffen, um über die Schaffung eines neuen, dritten Rotkreuzemblems zu diskutieren. Das informelle Treffen wurde von der Schweiz organisiert.Dieser Inhalt wurde am 05. September 2000 - 13:50 publiziert
Das Projekt eines neues Emblems soll im Oktober an einer diplomatischen Konferenz der Signatarstaaten der Genfer Konventionen verabschiedet werden. Ob dies möglich ist, will die Schweiz als Depositärstaat der Genfer Konventionen an dem zweitägigen Konsultationstreffen in der Rhonestadt sondieren.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hatte Ende August als neuen Vorschlag einen "roten Winkel" als drittes Symbol neben dem Roten Kreuz und dem Roten Halbmond vorgeschlagen. Der Winkel soll bei allen nationalen Rot-Kreuz-Organisationen Anwendung finden, die keines der beiden anderen Zeichen benutzen wollen. Ein erster Vorschlag des IKRK, der eine Raute vorsah, hatte bei vielen Ländern keine Zustimmung gefunden.
Hintergrund ist der Streit um die Anerkennung des Davidsterns. Insbesondere die israelische Gesellschaft Magen David Adom (MDA, "Roter Davidstern") bestand bisher darauf, den Davidstern als drittes Zeichen zu führen. Das US-amerikanische Rote Kreuz hatte sogar damit gedroht, seine Beiträge an die Rotkreuz-Bewegung zu stornieren, falls der rote Davidstern nicht anerkannt wird.
Widerstand von arabischer Seite
Der grösste Widerstand dürfte aber inzwischen von arabischer Seite kommen. Die Einführung eines dritten Emblems sei indirekt an den Friedensprozess im Nahen Osten geknüpft, hiess es in arabischen Diplomatenkreisen in Genf. In einer Erklärung der Arabischen Liga wurde am Montag in Kairo festgehalten, dass der Davidstern von den Mitgliedern nicht akzeptiert wird.
Nachdem noch vor einem Jahr die Chancen auf Fortschritte im Friedensprozess gut gewesen seien, handle es sich nun um einen "ungünstigen Moment", erklärten arabische Diplomaten gegenüber der Nachrichtenagentur sda in Genf. Die bisherigen Vorschläge für ein drittes Emblem stiessen deshalb nicht auf die Zustimmung aller Parteien.
Ein drittes Rotkreuz-Emblem muss mit einem Zusatzprotokoll zu den Genfer Konventionen mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit verabschiedet werden. Die Schweiz möchte jedoch einen Konsens erreichen.
Das Treffen in Genf wird von Botschafter Nicolas Michel, Chef der Direktion für Völkerrecht beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), geleitet. An dem Treffen in Genf nehmen nach EDA-Angaben rund 300 Personen teil.
swissinfo und Agenturen