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(16.02.2011) Alkoholmissbrauch kostet die Arbeitgebenden jedes Jahr CHF 1 Milliarde. Laut Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) sind das Gastgewerbe und das Baugewerbe am stärksten von dem Problem betroffen. Der Löwenanteil der Kosten entsteht durch Produktivitätsverluste.
Innerhalb der untersuchten Stichprobe belief sich der Anteil der Angestellten mit problematischem Alkoholkonsum auf 2%. Bei einer Hochrechnung auf Basis dieser Daten gilt das für rund 70'000 der 3,5 Millionen Erwerbstätigen in der Schweiz. Von den 1'300 befragten Personalverantwortlichen sind 85% überzeugt, dass Alkohol ein Grund für Probleme am Arbeitsplatz sein kann.
Die jährlichen Kosten aufgrund von Fehlzeiten, Unfällen und Produktivitätsverlusten, die dem Alkohol geschuldet sind, belaufen sich in der Schweiz auf CHF 1 Milliarde. Die grosse Mehrheit der Kosten ist auf Produktivitätsverluste zurückzuführen, denn dem BAG zufolge liegt die Leistung eines Angestellten mit problematischem Alkoholkonsum um 15% unter dem Durchschnitt.
Im Vergleich zu grossen Firmen werden in kleinen Betrieben mit 10 bis 20 Angestellten mehr als doppelt so viele Fälle von Alkoholmissbrauch gezählt. Das könnte damit erklären werden, dass die Personalverantwortlichen in kleinen Unternehmen in engerem Kontakt mit den Beschäftigten stehen.
Zu den am stärksten betroffenen Branchen zählen das Gastgewerbe (5,1% der Beschäftigten weisen einen problematischen Alkoholkonsum auf) und das Baugewerbe (3,9%). Die niedrigsten Zahlen finden sich in der öffentlichen Verwaltung einschliesslich des Unterrichtswesens (0,5%).
Rund 14% der befragten Unternehmen haben ein Präventionsprogramm, bei 6% ist eines geplant. In den Branchen, die besonders vom Alkoholproblem betroffen sind, sind solche Programme stärker verbreitet. Von den Unternehmen, die angaben, Angestellte mit problematischem Alkoholkonsum zu beschäftigen, wenden 26% Präventionsmassnahmen an, 10% wollen dem Beispiel folgen. Die wichtigsten Massnahmen bestehen darin, den Alkoholkonsum vor und während der Arbeit zu verbieten und den Zugang zu alkoholischen Getränken am Arbeitsplatz einzuschränken. Im Schnitt investiert ein Unternehmen CHF 9'000 in die Entwicklung und Umsetzung eines entsprechenden Programms.
Letzte Änderung 07.08.2015