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Fast 100 Jahre lang toste die Lüschine im «Sandweidli» über eine 6 m hohe Sperre aus Stein und Beton. Der «Sandweidlifall» war das letzte grössere Hindernis für die Fischwanderung in der Lütschine zwischen Brienzersee und Stechelberg. Der Kanton Bern errichtete das Bauwerk zur Sicherung der Gerinnesohle im Jahr 1933, nachdem ein Hochwasser grössere Schäden an der Bahnstrecke der Berner Oberland Bahnen und an Gebäuden verursacht hatte.
Altersbedingte Schäden am Bauwerk und ein unzuverlässig funktionierender Fischpass, welcher seit 1995 in Betrieb war, erforderten eine Instandstellung des Gewässerabschnitts. Auf Grundlage eines Variantenstudiums und nach Modellversuchen an der Fachhochschule Rapperswil, hat die Schwellenkorporation Lauterbrunnen im Jahr 2016 als Ersatz der Sperre ein fischgängiges System mit mehreren Traversen (Blockriegeln) zu einem Wasserbauprojekt ausarbeiten lassen.
Die Bauausführung startete im Herbst 2020. Die erste Bauetappe schaffte den nötigen Platz für den Eingriff im Gerinne. Der Forstweg wurde bergwärts verschoben und die Leitung der Swisscom angepasst. Um die Arbeiten im durch Steinschlag gefährdeten Gelände ausführen zu können, waren 250 m temporäre Steinschlagschutznetze zu montieren. Die Arbeiten am Gewässer erfolgten in einer zweiten Etappe zwischen September 2021 und Mai 2022. Während den Arbeiten wurde die Lütschine in einem Holzkanal umgeleitet. Besonders herausfordernd bei der Bauausführung waren die engen Platzverhältnisse und wechselnde Baugrundverhältnisse, welche eine Sicherung der Böschungen mit Nagelwänden erforderte.
Das Wasserbauprojekt kann rund 10 % unterhalb der veranschlagen Kosten von 6.0 Mio. Franken abgerechnet werden.
Interlaken, August 2022
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