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Nach der vom Forschungsinstitut Ipea und dem brasilianischen Forum für öffentliche Sicherheit am Dienstag (22.) vorgelegten Studie liegt die Mordrate bei 29,1 pro 100.000 Einwohner. Mit knapp 60.000 Todesopfern entfallen zehn Prozent aller weltweit registrierten Morde auf Brasilien
Angesichts der Zahlen fordert der Vize-Präsident des Sicherheitsforums, Renato Sérgio de Lima, eine landesweite Mobilisation auf allen Ebenen. Dabei sollte die öffentliche Sicherheit nicht als Synonym für Polizei stehen, so Lima. Vielmehr spielt nach seinen Worten auch die Politik der Munzipe, die Mobilität und die öffentliche Beleuchtung eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung.
Er spricht zudem davon, dass ein sichtbarer Zusammenhang mit dem schnellen Wachstum der Städte besteht, bei dem Infrastruktur und Organisation nicht mithalten. Neue Städte mit einem hohen Bedarf an Investitionen zur Verbesserung der Lebensqualität tendieren nach Limas Aussage zu einer hohen Gewaltrate.
Laut dem “Atlas da Violência” ist die Mordrate zwischen 2004 und 2014 in sechs der brasilianischen Bundesstaaten sogar um über 100 Prozent gestiegen. Sie alle befinden sich im Nordosten des Landes. Eine Reduzierung wurde indes in acht Bundesstaaten verzeichnet.
Der im Nordosten Brasiliens liegende Bundesstaat Alagoas ist mit 63 Ermordeten pro 100.000 Einwohnern Spitzenreiter. In seiner Hauptstadt Maceió liegt die Rate sogar bei 80,3. Dennoch wurde dort mit Hilfe des Programmes “Brasil Mais Seguro“ in den vergangenen Jahren ein leichter Rückgang von 3,8 Prozent erreicht.
Die niedrigste Mordrate weist der südbrasilianische Bundesstaat Santa Catarina mit 21,7 pro 100.000 Einwohner auf. An zweiter Stelle steht São Paulo. Dort sind die Zahlen der Morde zwischen 2004 und 2014 um 52,4 Prozent gesunken.
Fast die Hälfte aller Mordopfer waren zwischen 15 und 29 Jahre alt, wobei der Anteil dieser Altersgruppe um 16 Prozent zugenommen hat. Von der Gewalt besonders betroffen sind junge Afro-Brasilianer. Mit 21 Jahren ist ihre Chance, gewaltsam ums Leben zu kommen, um 147 Prozent höher als unter Weißen, asiatisch Stämmigen oder Indios.