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Margrit Spiller und Rosmarie Strickler erlebten die Untergasse anders als die wenigen Kinder, die heute noch an ihr wohnen. Obwohl als letzte der vier Hauptgassen asphaltiert und im Sommer vom Fordson Heiri mit einem übelriechenden Teerbelag überzogen, war es eine Spielstrasse ohne viel Verkehr. Der Walterli Huber nahm ebenso an den Spielen teil, wie Margrits Schwester Elisabeth, die dann auch prompt den Walter heiratete. Etwas vornehm ging es bei Hasenfratz zu, die eine Gummistrickerei betrieben und mit einem Taunus ans Meer fahren konnten.
Von Spillers Hof ist nichts mehr zu sehen. An dessen Stelle wurde ein Gebäude mit Alterswohnungen gebaut, der Zirkel. Auch andere Bauernbetriebe überlebten nicht, wurden Handwerksbetriebe wie die Wagnerei Räss. Auch nicht das Gefängnis gegenüber dem Schlachthaus, wo zuletzt der David Turnball, ein britischer Internierter, einsass, der im Lindenhof Kantonnement (heute ZLB) eine Wolldecke gestohlen hatte.
Den grössten Wandel jedoch hatte die Untergasse bereits hinter sich. Nach dem grossen Brand von Elgg wurden für den Wiederaufbau, grosse Abstände zwischen den Häusern vorgeschrieben.
An Trunkenbolden fehlte es in Elgg in früheren Zeiten nie. Dass der Messmer der reformierten Kirche dazugehörte, mag erstaunen. Aber auch der Heiri Frei an der Hintergasse, pflegte als Mitglied der reformierten Kirchenpflege ein gar unchristliches Fluchrepertuar. Auch dafür vermag die Kirche nichts, dass der Gusti Graf, der seine Ehrenämter dazu ausnützte, um Geld zu unterschlagen, ihr gerade gegenüber wohnte.
PETER ZINGGELER