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Die bedeutendste bauliche Umgestaltung des 19. Jahrhunderts innerhalb der Stadtmauern Basels war die Neuüberbauung des Steinenbergs. Die Stadt hatte hier noch in den Arealen des ehemaligen Steinen- und Barfüsserklosters Landreserven aus dem Spätmittelalter. Noch bis 1821 zogen sich der stadtwärts gelegenen Seite des Steinenbergs entlang Graben und Stadtmauer aus dem 12. Jahrhunderts. Der erste Neubau war das 1824 vom jungen Architekten Weinbrennerschüler Melchior Berri erbaute Casino. Dieser musste leider 1938 dem jetzigen Bau weichen. Berri, der heute als bedeutendster Vertreter des Klassizismus in der Schweiz gilt, wurde an der Eröffnungsfeier seines Baus mit keinem Wort erwähnt. Zwischen 1829 und 1831 erbaute Berri an der Theaterstrasse auf dem Areal des ehemaligen Steinenklosters und der späteren Blömlikaserne der Stänzler das Blömleintheater. Aus Pietätsgründen bezog es 1876 Johann Jakob Stehlin d.J. teilweise in seinen Neubau der Steinenschule ein. 1840/42 wurde als oberer Abschluss des Steinenbergs am Eingang in die Freie Strasse von Johann Jakob d.Ä. der imposante Schilthof als Wohnhaus erbaut. Die originelle Ecklösung mit dem urnenbekrönten, von Halbsäulen gegliederten Rundbau hat ihr Vorbild im Schloss Wilhelmshöhe bei Kassel. 1872 wurde als erster Neubau auf der Gegenseite im Auftrag des Basler Kunstvereins auf Land, das der Staat zur Verfügung gestellt hatte, von Johann Jakob Stehlin d.J. die Kunsthalle in klassizistischem Neobarock erstellt. Der fensterlose Oberlichtsaal wird heute noch gerne wegen seiner hervorragenden Belichtung für Ausstellungen benützt. Als beliebter Treffpunkt gilt das in den Gasträumen zum Glück nicht modernisierte, wegen seiner Proportion "Schluuch" genannte Restaurant. 1887 wurde die Kunsthalle erweitert und so die Schaffung eines dreiseitig umschlossenen Gartens ermöglicht.
Nach zweiundvierzigjährigem Betrieb genügte das von Berri erbaute Theater den Anforderungen der Zeit nicht mehr. Mit dem Neubau wurde Johann Jakob Stehlin d.J. beauftragt. 1875 war der für das damalige Basel gewaltige neobarocke Bau vollendet. Doch schon 1904 wurde dieser durch einen Grossbrand bis auf die Aussenmauern zerstört. Den genauen Wiederaufbau leitete Fritz Stehlin, ein Neffe des Erbauers. Der Abbruch des Baus in den 1970er Jahren war deshalb schmerzlich, weil dadurch die grossartige architektonische Geschlossenheit des Steinenbergs unwiderbringlich verlorenging. Nicht das gleiche Schicksal erlitt hingegen der schräg gegenüber 1876 ebenfalls von Johann Jakob Stehlin d.J. in neubarockem Stil erbaute Musiksaal. Stehlin nahm sowohl in der Gestaltung des Verbindungstrakts als auch beim Musiksaal selber Rücksicht auf das anstossende Casino von Berri. Die Raummasse des Saals entsprechen dem Goldenen Schnitt. Seine Akustik gilt als sehr gut.
Dem uneingeweihten Betrachter verraten all diese Bauten kaum ihre gemeinsame architektonische Abstammung. Das Thema des Neobarocks, teilweise klassizistischer Richtung, wird in Variationen vorgetragen. Die und die freie, gar nicht barocke Anordnung der Bauten machen die gediegene städtebaliche Wirkung des Kulturzentrums aus.