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In einem Interview mit Bloomberg sagte Damian Courvalin, Leiter für Energieforschung bei Goldman Sachs, dass der eigentliche Wert von Krypto in seinem Netzwerk bestehe. Ähnlich würde der Wert von Öl in der Tatsache bestehen, dass es verbraucht wird. Dagegen soll Gold keinen solchen Wert haben. Courvalin bezeichnete Gold als einen defensiven Vermögenswert, der jedoch über einen längeren Zeitraum eine Outperformance erzielen kann.
Courvalin: Es fängt erst richtig an
Während es umgangssprachlich heisst, dass Silber „das Gold des armen Mannes“ ist, könnte laut Courvalin nun vielleicht auch Gold zum „Krypto für Arme“ werden. Auf die Frage, ob anstatt Gold auch andere Vermögenswerte wie Kryptowährungen von Investoren zur Absicherung gegen Inflation verwendet werden, antwortete er:
„Ich habe das Gefühl, es fängt erst richtig an. Wir haben erst in letzter Zeit eine Substitution gesehen“, erklärte er und fügte hinzu „Wir haben in der Vergangenheit argumentiert, dass Krypto und Gold sich nicht gegenseitig ausschlachten müssen.“
Doch seitdem hat es einige Änderungen gegeben. So hat beispielsweise China Ende September damit begonnen, Kryptos zu verbieten, und seitdem habe es Anzeichen für eine starke Goldnachfrage in China gegeben, sagte er.
Abwanderung von Gold zu Bitcoin
Regelmässige Mitteilungen zeugen davon, dass institutionelle Anleger anscheinend zu Bitcoin (BTC) zurückkehren und es wahrscheinlich als besseren Inflationsschutz gegenüber Gold betrachten. Der frühere Trend, dass das Geld von Gold abwandert und in Bitcoin investiert wird, ist in den letzten Wochen wieder aufgetaucht.
Nach Angaben der Bank sind seit Anfang des Jahres über 10 Milliarden US-Dollar aus Gold-ETFs geflossen, während über 20 Milliarden US-Dollar in Bitcoin-Fonds geflossen sind. Dies hatte dazu beigetragen, dass der Bitcoin-Anteil am Kryptomarkt von 41 Prozent Mitte September auf aktuell fast 45 Prozent stieg.
Laut CoinShares verzeichneten die Anlageprodukte für digitale Vermögenswerte allein in der ersten Novemberwoche Zuflüsse in Höhe von 174 Millionen US-Dollar, was die 12. Woche in Folge mit Zuflüssen markiert. Infolgedessen beliefen sich die Zuflüsse in digitale Vermögenswerte im bisherigen Jahresverlauf auf 8,9 Milliarden US-Dollar gegenüber 6,7 Milliarden US-Dollar im ganzen Jahr 2020.
Viele Leute sind aus Angst vor Inflation zu Bitcoin umgestiegen. Laut dem milliardenschweren Hedgefonds-Aufseher Paul Tudor Jones gibt es eindeutig einen Platz für Krypto, das mittlerweile profitabler ist als das Rennen mit Gold.
Währenddessen mögen einige Leute sowohl Gold als auch Bitcoin. Der Autor vom beliebten Bestseller „Rich Dad Poor Dad“, Robert Kiyosaki, hat seinen Fans die beiden Vermögenswerte empfohlen. In seiner jüngsten Prognose warnte er vor einem riesigen Marktcrash, gefolgt von einer neuen Depression. Er empfahl: „Seien Sie schlau: Kaufen Sie Gold, Silber, Bitcoin.“
Auch Goldpreise könnten in die Höhe schiessen
Was in den letzten 5 Jahren laut Courvalin gefehlt habe, seien Ersparnisse in Gold. Er sagte, dass sich dies jetzt erholen könne und wies darauf hin, dass Länder wie Russland aufgrund des niedrigeren Ölpreises nicht so viel an Gold sparen konnten. Jetzt hat sich der Ölpreis erholt und es könnte ein Überschuss an Vermögen (in Form von Ersparnissen) geben. Die Zentralbanken könnten nun auf Gold setzen, um diesen Wert zu speichern. Laut Courvalin sei auch Indien ein Beispiel dafür, dass es eine Goldnachfrage gibt.
Laut der Investmentbank Goldman Sachs könnte ein schwächerer US-Dollar sowie die aufkommende Nachfrage nach Gold als Investment in den nächsten Monaten den Goldpreis nach oben treiben. Dafür gibt es allerdings eine Voraussetzung, denn es muss ein Ereignis auftreten, das die Risikobereitschaft der Anleger herabsetzen und die Nachfrage nach defensiven Inflationsabsicherungen vergrössern würde – wie beispielsweise die Rückkehr von Inflationssorgen.
Wann es allerdings dazu kommen könnte, dass sich Anleger der Risiken von Aktienanlagen wieder bewusst werden, ist offen. Seit dem Ausverkauf anfangs Pandemie hat sich der weltgrösste Aktienindex S&P 500 innerhalb eines Jahres verdoppelt. Es ist der stärkste und schnellste Bullenmarkt seit der Rally nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg.
Doch die Gefahr liegt darin, dass diese Erholung weniger durch eine traditionelle konjunkturelle Erholung ausgelöst wurde, sondern vielmehr durch monatliche Liquiditätszuführungen durch die amerikanische Notenbank in Höhe von 120 Milliarden US-Dollar. Der Goldpreis ist seit dem Pandemie-Tief um gut einen Viertel angestiegen und notiert nun an der 200-Tage-Linie.
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