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Wir schreiben das Jahr 1944: Noch immer erschüttert der Tod von Walter Davidson und William „Bill“ Harley das Unternehmen. Doch aller Rückschläge zum Trotz geht es weiter. Nachdem die Company jahrelang praktisch ausschließlich Militärmaschinen hergestellt hatte, beginnt Harley-Davidson im November 1945 wieder mit der Produktion von zivilen Motorrädern und ein Jahr später stellt man mit der „WR“ einen neuen Racer vor, der sich als sehr erfolgreich erweisen soll.
1947 kauft die Company eine ehemalige Propellerfabrik im Capitol Drive im Vorort Wauwatosa und nimmt dort die Fertigung von Motorradteilen auf. Die Endmontage erfolgt weiterhin in der Juneau Avenue.
Im Modelljahr 1948 werden die Big-Twin-Modelle mit einem neuen, 61 oder 74 Cubic Inch (1.000 bzw. 1.200 Kubikzentimeter) großen ohv-Triebwerk ausgerüstet, das bald den Spitznamen „Panhead“ erhält, weil die Zylinderkopfdeckel an umgedrehte Pfannen erinnern. Doch für die Company brechen schwere Zeiten an: Erreicht die Jahresproduktion 1948 noch 31.136 Maschinen, so sinkt sie in den 1950er Jahren zeitweise unter 10.000 Einheiten.
1950 kommt Arthur Davidson, der letzte der vier Firmengründer, bei einem Autounfall ums Leben. Arthurs Nachfolge als Vertriebschef tritt sein Neffe Walter Davidson jun. an. Auf ihn wartet eine harte Aufgabe, denn Harley-Davidson steuert gerade auf seine zweite große Krise zu. Schuld daran sind nicht zuletzt die Spätfolgen des Krieges. Dennoch arbeitet das Unternehmen emsig an der Weiterentwicklung seiner Motorräder. So präsentiert man 1952 die sportliche Modellreihe „K“ mit seitlichen Ventilen und einem gemeinsamen Gehäuse für Motor und Getriebe. Ein Jahr später verbleibt Harley-Davidson als letzte amerikanische Motorradmarke, nachdem Indian die Pforten schließen muss. Es ist das Jahr, in dem die Motor Company ihren fünfzigsten Geburtstag feiert.