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Es ist schon eine Weile her, da habe ich aus Eichelhütchen einen Kranz gemacht. Florale Kränze sind für mich wie Bilder aus der Natur. Ich habe also, ausgestattet mit einem Strohkranz, Eicheln und Heissleim, am Tisch gewerkelt, als einer der Buben fragte, ob er helfen könne. Ich machte ihm Platz und sagte ihm, dass er mir aus dem Sack mit dem Sammelsurium aus dem Wald die Eichelhütchen heraussuchen soll. Dies klappte prima und ich kam zügiger voran als vorher.
Nach einer Weile begann er jedoch aus den Eichelhütchen Kolonnen auf dem Tisch zu legen. Ich durfte immer nur das oberste Hütchen nehmen. Er musste dann alle nachschieben und ich hatte zu warten. Zu Beginn machte ich bei seinem Spiel mit, aber ich war nun extrem viel langsamer als vorher. Ich wies ihn darauf hin, dass er mir doch helfe, aber er entwickelte sein eigenes Spiel weiter und nun durfte ich keine Eichelhütchen mehr aus seiner Kolonne nehmen.
Ich merkte, dass er ein eigenes Ziel entwickelt hatte, nämlich eine möglichst lange Eichelhütchenkolonne zu machen. Dieses Ziel entsprach aber nicht dem ursprünglichen, und von mir aus gesehen, übergeordneten Ziel.
Ich dachte daran, dass wir teilweise auch bei der Arbeit oder in der Erziehung das übergeordnete Ziel aus den Augen verlieren. Darum habe ich die Situation nochmals neutraler beschrieben und gezeichnet.
Jemand braucht Hilfe bei der Erfüllung eines Zielt. Jemand hilft und übernimmt eine Aufgabe. Die Aufgabe wird eine Zeit lang gewissenhaft erledigt und hilft somit das Ziel schneller und besser zu erreichen
Mit der Zeit wird dem Helfenden seine Aufgabe sehr wichtig und er/sie beginnt die Aufgabe zu optimieren und entwickelt daraus eigene Kriterien zur Beurteilung der Qualität. Er/Sie definiert sein/ihr persönliches Ziel.
Das persönliche Ziel nimmt viel Raum ein und wird wichtiger als der ursprüngliche Auftrag. Der Helfende schaffte es nicht mehr die Aufgabe fristgerecht abzuliefern. Der Helfende ist somit kein Helfer mehr, sondern wird mit den besten Absichten zum Ziel-Verhinderer.
Mit diesem Beispiel will ich in keiner Art und Weise sagen, dass jeder Auftrag genauso ausgeführt werden soll, wie er erteilt wird. Natürlich soll jeder/jede mitdenken, aber dabei darf das übergeordnete Ziel nicht verloren gehen. Sonst wird Nebensächliches zur Hauptsache.
Dazu stellte ich mir selber die Fragen:
- Welchen übergeordneten Zielen bin ich verpflichtet?
- Wo behindern meine persönlichen Ziele die Übergeordneten?
- Wie kann die Ziel-Diskrepanz minimiert werden?