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Es tobte der 2. Weltkrieg. 740 US Bomber, Boeing B-17 und Liberator B-24 und viele Begleitjagdflugzeugen, wie P-51 Mustang, P-47 Tunderbolt der 3. US Air Division, 8. US Luftflotte starteten am frühen Morgen des 16. März 1944 ab vielen Flugplätzen in England. Ziel war die Bombardierung / Zerstörung der Messerschmitt Flugzeugwerke und des Flugplatzes bei Augsburg.
Östlich von Stuttgart, bei Schwäbisch Gmünd wurden die Bomber von Deutschen Jagdflugzeugen ME-109 und FW-190 angegriffen. Der später im Zugersee gelandete viermotorige US Bomber B-17G «Flying Fortress / Fliegende Festung» mit dem Nicknamen «Lonesome Polecat» und der Nummer J 42-38160 war um 3 Uhr Nachts in Greath Ashfield, östlich von Cambridge gestartet. Hier war die 385 th Bomber Gruppe resp. 550 th Squadron der 3. US Air Division mit total 160 B-17 Bomber stationiert.
Der Bomber hat eine Spannweite von 32 m, eine Länge von 22,5 m, eine Höhe von 6,1 m und die Flügelfläche ist 118,7 m2. Die Besatzung beträgt 10 Mann, das Fluggewicht 30 Tonnen. 13 bewegliche Maschinengewehre Kaliber 12,7 mm waren zum Selbstschutz eingebaut und es konnten bis zu 5800 Kg Bomben mitgeführt werden. Beim Angriff der Deutschen Jagdflugzeuge wurde die Lonesome Polecat an zwei Motoren und am Bug getroffen und schwer beschädigt. 2 Mitglieder der Bombercrew, der untere Kugelturmschütze S/Sgt Charles W. Page und T/Sgt Carl J. Larsen, Bombenschütze wurden durch Beschuss verletzt.
Flug des US Bombers B-17G Richtung Schweiz
Der Pilot scherte aus dem Bomberverband aus und entschied sich, Richtung Schweiz und dann weiter Richtung Spanien zu fliegen. Mit Notabwurf wurden die Bomben und weiteres Material über Deutschland abgeworfen. An der Schweizer Grenze wurde die Maschine von Schweizer M-109 Jagdflugzeugen abgefangen, sie versuchten die Maschine zum Flugplatz Dübendorf zu lotsen. Der Pilot wollte aber Spanien erreichen. Er flog nun Richtung Südwesten. Angesichts der hohen und stark verschneiten Berner Oberländerberge entschied der Pilot, 1st Lt. Robert W. (Bob) Meyer im Raume Brünig umzudrehen und so flog er über Urnersee, Goldau, Zug, Richtung Baar, begleitet wurde der Bomber von Schweizer Jagdflugzeugen Morane D-3801. Über Baar gab der Pilot den Befehl, dass die 9 Besatzungsmitglieder mit dem Fallschirm abspringen sollen; der Navigator 2nd Lt. Robert A. Williams verletzte sich tödlich, der Fallschirm öffnete sich nicht rechtzeitig. Diezwei beim Luftkampf Verletzten landeten sicher und wurden ins Spital Baar überführt, der Rest der Besatzung landete ebenfalls sicher.
Notlandung des US Bombers B-17G auf dem Zugersee
Der 22 jährige Pilot blieb an Bord und steuerte die Maschine zurück auf den Zugersee, wo er mit einer grossartigen Leistung und viel Geschick notwasserte. Er stieg aus dem Cockpit und vom Flügel sprang er ins kalte Wasser. Er wurde bald durch die Gebrüder Norbert und Werner Henggeler in ihr Ruderboot aufgenommen und in der Unteraltstadt Zug, unterhalb Restaurant Taube an Land gebracht.
Eine grosse Zuschauerzahl verfolgte das Geschehen. Der Bomber versank kurz vor 13 Uhr ausserhalb des Casinos, Zug, ca. 500 m ab Ostufer und ca. 1000 m ab Nordufer. Die Crew Mitglieder wurden in Dübendorf und später in einem Hotel in Wengen interniert. Der tödlich verunglückte 2nd Lt. Robert L. Williams wurde mit militärischen Ehren bei der Protestantischen Kirche in Baar beerdigt, später nach Münsingen, Bern resp. in die USA überführt.
Bergung des US Bombers B-17G nach 8 Jahren auf dem Seegrund
Im Jahre 1952 wurde der 4 motorige US Bomber durch den Tankstellenhalter Schaffner von Suhr aus 45 m Tiefe gehoben und am 25. August 1952 beim ehemaligen Kiesplatz, hinter heutigen Bootshafen, neben Hafenrestaurant in Zug an Land gebracht.
In Zug, Basel, Biel-Bözingen, Lausanne, Bümplitz, Suhr, St. Gallen-Winkeln und zuletzt in St. Moritz wurde die Fliegende Festung ausgestellt. Überall gab es viele Besucher die Fr. 1.10 Eintritt bezahlten und zusätzlich noch eine Broschüre mit Details zum Bomber erhielten. Schaffner wurde Spezialist für das Heben von Flugzeugen, Schiffen, usw. in der Schweiz und im Ausland und bekam den Übernamen «Bomber Schaffner».
Am letzten Ausstellungsort, ab 1970 in St. Moritz-Bad, neben Hotel Sonne, wurde der Bomber 1972 verschrottet. Einige wenige Teile des Bombers sind bei Sammlern in der Schweiz (Maschinengewehre/MG, Propeller, usw.) und im Luchtoorloogmuseum in Lisserbrock / Holland (Motoren) vorhanden.