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Cinnamomum
Burm.
(Zimtbaum),
Gattung aus der
Familie der
Lauraceen, immergrüne
Bäume oder
Sträucher mit gegen- oder wechselständigen,
meist dreinervigen, lederartigen Blättern, kleinen oder mittelgroßen, weißen oder gelblichen
Blüten
in achselständigen oder terminalen
Rispen und einsamiger
Beere in dem abgestutzten, verhärteten
Kelch. Etwa 50
Arten im tropischen
und subtropischen
Asien.
[* 3]
Cinnamomum ceylanicum
Breyn (s. Tafel
»Gewürzpflanzen«),
[* 4]
ein höchstens 16 m hoher Baum mit fast vierkantigen, kahlen Ästen, eiförmigen, ganzrandigen, drei- bis siebennervigen, dunkelgrünen, oben glänzenden, unten graugrünen Blättern, end- und achselständigen, grau seidenhaarigen, schwach, aber unangenehm riechenden Blütenrispen mit kleinen, gelben Blüten und ovalen, 1,3 cm langen, bläulichbraunen Beeren, ursprünglich heimisch auf Ceylon [* 5] und vielleicht auch in Kochinchina, wird seiner Innenrinde halber, welche den Ceylonzimt liefert, hauptsächlich im südwestlichen Küstenstrich Ceylons, mit viel geringerm Erfolg in andern Teilen der Insel, in Vorderindien, Java, Sumatra, Malakka, Cayenne, Brasilien [* 6] etc. kultiviert.
Die Zimtgärten fordern einen feinen weißen Quarzsand oder sehr sandigen Thonboden mit gutem Untergrund, reichliches Sonnenlicht und viel Regen. Die besten Zimtgärten liegen auf Ceylon ausschließlich auf dem 4-5 Stunden breiten ebenen Küstensaum zwischen Negumbo, Kolombo und Madura bis höchstens 330 m ü. M. In hohem Grad aber hängt die Güte des Ceylonzimts auch von der Pflege der Pflanze ab. Man unterdrückt durch Zurückschneiden die eigentliche Stammbildung und erzieht einen Strauch von 4-5 etwa 3 m hohen Schößlingen (Stockausschlägen), welche im Alter von 1½-2 Jahren, wo sie etwa 1,5 cm dick sind, geschnitten werden.
Durch Aussaat oder Stecklinge werden von Zeit zu Zeit die ganzen Pflanzungen erneuert, damit die Wurzel [* 7] selbst nicht zu alt werde. In 2-3 Jahren kann man von Sämlingen gute Rinde gewinnnen ^[richtig: gewinnen]. Den feinsten Zimt liefern die Spitzen der in der Mitte des Strauches stehenden Schößlinge. Die Haupternte erfolgt im Frühjahr, die Nachernte im Spätjahr, weil sich alsdann infolge des nach starken Regengüssen vermehrten Safttriebes die Rinde leicht ablösen läßt.
Ist dies geschehen, so wird die bitterlich zusammenziehend schmeckende Außenrinde entfernt und der größte Teil der Mittelrinde abgeschält; man steckt 8-10 Halbröhren derselben ineinander, schneidet sie in bestimmter Länge ab, trocknet sie im Schatten [* 8] und verpackt sie in kleinere und dann in größere Bündel (Fardelen), welche in den Schiffen mit schwarzem Pfeffer bedeckt werden, angeblich, um die Feuchtigkeit von dem Zimt abzuhalten. Letzterer besteht also fast nur aus den 0,25-0,5 mm dicken Platten der Innenrinde.
Aus der Beere gewinnt man ein schwach aromatisches, festes Fett, aus der Wurzel durch Destillation [* 9] mit Wasser Kampfer, welcher aber nicht in den Handel kommt; die Blätter riechen und schmecken beim Zerreiben nelkenartig und geben ein schweres, dunkles, ätherisches Öl, welches dem Gewürznelkenöl sehr ähnlich ist und wohl auch unter diesem Namen in den Handel kommt. Das Holz [* 10] ist sehr wenig gewürzhaft, aber aus den Rindenabfällen destilliert man ätherisches Zimtöl.
Der Ceylonzimt ist bei der
Kultur in andern
Ländern überall ausgeartet; der etwas dickere Javazimt riecht und schmeckt schwächer;
die in
Cayenne und
Brasilien gezogene
Rinde ist viel stärker, dunkler, schmeckt schleimig und stark adstringierend.
Die auf dem
Festland
Indiens
(Malabar, Silhet und Ostbengalen) gezogene
Pflanze artete vollständig aus und wurde schon von
Linné
als
Laurus
Cassia beschrieben; ihre
Rinde
(Holzkassie,
Malabarzimt,
Cassia lignea) riecht und schmeckt schwach zimtartig, nicht
angenehm, vorherrschend schleimig und herb.
Cinnamomum
Cassia
Blume, ein
Baum von höherm Wuchs, mit hellgrünen,
lanzettlichen, dreinervigen, unterseits bläulichgrünen, kurz weichhaarigen Blättern, in Kochinchina und
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den chinesischen Provinzen Kuangsi (»Zimtwald«),
Kuangtung und Kueitschou heimisch und dort wie auf den Sundainseln und in Vorderindien (Malabar), aber nicht mit gleicher Sorgfalt wie der Ceylonzimt kultiviert, liefert den chinesischen Zimt (Zimtkassie). Der Baum wird niedrig gehalten, und wenn er zehn Jahre alt ist, werden die Zweige abgeschnitten und geschält, worauf er zehn Jahre ruht. Die die unreifen Früchte einschließenden abgeblühten Blumenkronen kommen als Zimtblüten (Flores Cassiae) in den Handel.
Cinnamomum Culilawan Nees, ein hoher, dickstämmiger Baum auf den Molukken, mit stielrunden, kahlen Ästen, eirund-länglichen,
kahlen, unten graugrünen Blättern und achselständigen, grauflaumhaarigen Blütenrispen, liefert den aromatisch nelkenartig
schmeckenden und eigentümlich riechenden Kulilabanzimt (Kulilabanrinde), aus welchem man ein ätherisches
Öl zum Parfümieren von Seife bereitet.
Cinnamomum dulce Nees (
Cinnamomum chinense Blume), ein Baum mit stielrunden, kahlen Zweigen, länglichen,
nach beiden Enden spitz zulaufenden, kahlen, oben und unten gleichfarbigen Blättern und end- oder achselständigen Blütenrispen,
in China
[* 12] und Japan, liefert Zimtblüten.
Cinnamomum Loureirii Nees, ein Baum mit zusammengedrückt vierkantigen, kahlen
Zweigen, fast ovalen, an beiden Enden verschmälerten, lang zugespitzten, unterseits feinschuppigen Blättern und ähnlichen
Blütenrispen wie
Cinnamomum dulce, in Japan, liefert ebenfalls Zimtblüten.
Cinnamomum Tamala Nees, ein Baum mit fast stielrunden, in der Jugend
flaumhaarig-scharfen Zweigen, länglich-lanzettlichen, an beiden Enden zugespitzten, kahlen Blättern und
fast end- und achselständigen, ausgespreizten Blütenrispen, in Ostindien,
[* 13] liefert in der Rinde den echten Mutterzimt, Cortex
Malabathri.
Zimt ist wohl das am frühsten in Gebrauch gezogene Gewürz und wird schon in einem chinesischen Kräuterbuch 2700 v. Chr. erwähnt;
ebenso war es im frühsten Altertum in Ägypten
[* 14] bekannt, und die Phöniker lieferten dem hebräischen Altertum
die beiden Zimtsorten
Cinnamomum und Kasia. Auch Theophrast erwähnt beide Gewürze, die damals zu den größten Kostbarkeiten zählten,
und wahrscheinlich verstand man unter Kasia ungeschälte Zimtzweige, wie sie noch jetzt in China einen bedeutenden Handelsartikel
bilden.
Auch im Mittelalter blieb Zimt zunächst eine kostbare Drogue, von welcher man wußte, daß sie aus China stammte. Über den Ceylonzimt fehlen Nachrichten aus dem Altertum; als Produkt der Insel wird er erst gegen Ende des 13. Jahrh. genannt, aber schon damals galt der Zimt aus Südindien weniger als der der Insel. Bedeutend dürfte der Zimthandel Ceylons zu jener Zeit sicher nicht gewesen sein, und die große Menge des auf den Weltmarkt gelangenden Zimts war gewiß stets chinesischen Ursprungs.
Zimtkultur bestand 1590 noch nicht auf Ceylon, doch scheint die Ausbeutung der Wälder bereits organisiert gewesen zu sein. Der holländische Gouverneur Falk versuchte zuerst die Aussaat des Zimtbaums, und alsbald wurde die Zimtkultur an der Südwestküste der Insel mit so gutem Erfolg betrieben, daß die Holländer von dem Kandireich, in dessen Wäldern bisher der Zimt geschnitten worden war, unabhängig wurden und jährlich 400,000 Pfd. auszuführen, damit den ganzen europäischen Bedarf zu decken und dies Geschäft völlig zu beherrschen vermochten.
Nach der Besitznahme Ceylons durch England (1796) wurde der Zimthandel Monopol der Englisch-Ostindischen Kompanie, welche nun wieder mehr Zimt aus den Wäldern ausführte. Doch scheint die jährliche Produktion höchstens ½ Mill. Pfd. erreicht zu haben. 1833 wurde das Monopol der Kompanie, 1853 der hohe Ausfuhrzoll aufgehoben, unter welchem die Kultur durch die Konkurrenz des Javazimts und des chinesischen Zimts stark gelitten hat. In neuester Zeit hat die Kaffeekultur den Zimt auf Ceylon mehr und mehr zurückgedrängt.