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Rotluchs
Lynx rufus
© 1987 Markus Kappeler
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection)
Der Rotluchs (Lynx rufus) ist über ganz Nordamerika - zwischen Mexiko im Süden und Südkanada im Norden - verbreitet. Neueren Schätzungen zufolge soll es allein in den Vereinigten Staaten über eine Million Rotluchse geben. Innerhalb seines riesigen Verbreitungsgebiets bewohnt der Rotluchs sehr unterschiedliche Lebensräume. So ist er in den Wüstengebieten des Südwestens ebenso zu Hause wie in den Sümpfen des Südostens und in den dichten Wäldern des Nordostens.
Der Rotluchs erreicht im Durchschnitt eine Schulterhöhe von 50 bis 60 cm, eine Kopfrumpflänge von 65 bis 95 cm und ein Gewicht von 9 bis 14 kg. Sein kurzer Schwanz misst nur 13 bis l9 cm. Er sieht dem Nordluchs (Lynx lynx)
sehr ähnlich, der in den Nordstaaten der USA und in Kanada beheimatet ist. Die auffälligen Ohrpinsel und der zipflige Backenbart sind aber beim Rotluchs deutlich kleiner als beim Nordluchs, und seine Schwanzspitze ist weiss, nicht schwarz.
Der Rotluchs führt ein sehr heimliches Dasein. Er lebt einzelgängerisch und ist vorwiegend in der Dämmerung und nachts unterwegs. Wie die meisten Katzen ist er ein typischer Schleichjäger: Langsam und lautlos pirscht er durch sein Revier, in welchem er jeden Winkel kennt. Entdeckt er ein Beutetier, so schleicht er sich vorsichtig so nah wie möglich an das Tier heran. Dann stürzt er sich plötzlich mit ein oder zwei Riesensätzen auf sein ahnungsloses Opfer und überwältigt es. Zu seinen Hauptbeutetieren zählen Hasen, Kaninchen, Hörnchen, Ratten, Mäuse und Vögel aller Art.
Die Paarungszeit der Rotluchse liegt im Januar und Februar. Oft kommt es in dieser Zeit zu heftigen Kämpfen zwischen den rivalisierenden Männchen. Nach einer Tragzeit von 62 bis 63 Tagen bringt das Weibchen im allgemeinen drei Junge zur Welt. Der Wurfplatz befindet sich in einem hohlen Baum, zwischen Felsen oder in dichtem Gebüsch und ist mit Moos und Laub weich ausgepolstert. Nach der Geburt vertreibt das Weibchen das Männchen und zieht sodann seinen Nachwuchs ganz allein auf.
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