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Geschichte
Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sich der damalige Bischof der Diözese Sitten der bestehenden sozialen Probleme bewusst. Der Sozialstaat befand sich noch in den Kinderschuhen. Um die fehlende Unterstützung der öffentlichen Hand auszugleichen, gründete er eine Sektion im Oberwallis (1947). Später gründete sein Nachfolger, Bischof Nestor Adam, eine Sektion der Caritas im französischsprachigen Wallis (1954).
STIFTUNG DES CARITAS-VEREINS VALAIS-WALLIS
Erst viel später, im Jahr 1976, fand eine Vereinheitlichung des Vereins unter dem Namen Caritas Valais-Wallis statt, immer noch unter der Schirmherrschaft von Bischof Nestor Adam. Als sozialer Arm der Kirche steht die Caritas Wallis der Diözese Sitten und der Territorialabtei St-Maurice zur Verfügung. Der Verein unterstützt auch alle Pfarreien im Wallis, um auf professionelle Weise auf die zahlreichen Anfragen reagieren zu können..
ENTWICKLUNG
Von 1976 bis 1991 war der Verein hauptsächlich in Sitten tätig, durch einen Laden für Secondhand-Kleidung und einen Sozialdienst für benachteiligte Menschen.
Von 1992 bis 1999 hatte Caritas Wallis zusammen mit dem Roten Kreuz Sektion Wallis ein Bundesmandat für die Verwaltung der Flüchtlinge im Wallis erhalten. Während dieser Zeit war die Organisation hauptsächlich in dieser Problematik aktiv. Für dieses Mandat wurde der grösste Teil des Budgets vom Bund finanziert.
Von 1999 bis 2001 hatte der Verein dieses Mandat für anerkannte Flüchtlinge und die damit verbundene Finanzierung nicht mehr. In diesen Jahren musste Caritas Wallis auf ihre finanziellen Reserven zurückgreifen und sich verschulden, um zu überleben. Diese Übergangszeit führte im Jahr 2002 zu einer sehr kritischen finanziellen Situation. Der Verein entging nur knapp der Schliessung seiner Türen. In der Not wurde eine Rettungsaktion organisiert und die Krise wurde nach und nach überwunden. Es kam zu personellen Veränderungen, sowohl in der Leitung als auch in den Abteilungen sowie einer Neuausrichtung bestimmter Aktivitäten.
Die Dienstleistungen, die sich hauptsächlich an ausländische Personen richteten, wurden auch für einheimische Kunden geöffnet. Derzeit kommen die meisten Anfragen von Walliserinnen und Wallisern, gefolgt von Personen mit einer B- oder C-Bewilligung. Die Vereinigung hat ebenfalls eine Vertretung im Oberwallis und in verschiedenen Regionen im Unterwallis.
Im Jahre 2004 erhielt Caritas Valais-Wallis vom Staatsrat des Kantons Wallis den Auftrag, einen Entschuldungsdienst aufzubauen.
Die Dienstleistungen von Caritas Valais-Wallis werden seit Juni 2004 mit der Qualitätszertifizierung ISO 9001: 2000 ausgezeichnet.
AKTUELL
Heute beschäftigt Caritas Wallis 12 Mitarbeitende. Zusätzlich werden ca. 30 Personen die arbeitslos, Sozialhilfe beziehen oder eine Invalidenversicherung haben für einige Monate in Programme für soziale und berufliche Integrationen bei Caritas Wallis integriert.
Die Sozialberatung von Caritas Wallis wird immer häufiger um Hilfe und Unterstützung bei schwerwiegenden Problemen gebeten. Wir stellen fest, dass diese Situationen leider nicht mehr nur in Grossstädten vorkommen. Die Menschen, die sich an Caritas Wallis wenden tun dies oft als letzte Möglichkeit, nachdem sie andere Formen der Hilfe bereits ausgeschöpft haben. In diesem Zusammenhang arbeiten wir viel mit den sozialmedizinischen Zentren (SMZ) zusammen, denen wir ein ergänzendes Dienstleistungsangebot bereitstellen.
DIE ZUKUNFT
Die Organisation ist einem permanenten Wandel ausgesetzt. Manchmal abrupt, manchmal schrittweise, um sich den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Es sind neue Aktivitäten hinzugekommen, insbesondere im Zusammenhang mit der Unterstützung von überschuldeten und arbeitslosen Menschen. Die gastfreundliche und herzliche Seite war und ist uns immer ein grosses Anliegen.
In Zukunft möchte die Organisation ihr Angebot in diesen beiden Problembereichen weiter verbessern. Sie bleibt offen bezüglich neuer sozialer Projekte. Der Ursprungsgedanke, in Not geratene Meschen in unserem Kanton zu unterstützen wird von Caritas Wallis weiter gelebt. Die historische Verbindung zum christlichen Gedanken der Nächstenliebe wird beibehalten, während gleichzeitig die professionellen Anforderungen seitens der öffentlichen Auftraggeber erfüllt werden. Die Zusammensetzung der Mitglieder unseres Komitees unterstreicht diese Verbindung zu den christlichen Werten der Solidarität deutlich.