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Avenches (d)
Hauptstadt des römischen Helvetiens, zu Beginn des 1. Jh. n. Chr. gegründet, durch Kaiser Vespasian in den Rang einer Kolonie erhoben. Aventicum, das im Lauf des 1. und 2. Jh. Grossen Wohlstand erlebt, zählte damals 20’000 Einwohner und war von einer 6 km langen Mauer umgeben. 260 und 354 wird die Stadt von den Alemannen angegriffen und verwüstet, wovon sie sich nie mehr ganz erholt. Vom 4.-6. Jh. ist Avenches Bischofssitz; die Verlegung des Sitzes vor 594 nach Lausanne nimmt der Stadt ihre restliche Bedeutung. Die Siedlung selbst nimmt nur noch einen kleinen Teil der ehemaligen römischen Stadt ein, so vor allem den Hügel, der Mitte 11. Jh. befestigt wird. 1536 kommt Avenches in bernischen Besitz und wird Sitz einer Vogtei.
Die röm. Stadt dient seit dem Mittelalter als Steinbruch, so dass ihre Bauwerke fast völlig verschwinden. Seit 1885 systematische Grabungen und Konservierungsmassnahmen. Von der Ringmauer, durch vier Tore durchbrochen und durch 75 halbrunde Turme verstärkt, haben sich zänkische Überreste erhalten, aufgrund derer das Osttor, ein Teil des Hauptwalles und einer der Turme, die Tornallaz, wiederhergestellt wurden. In der Unterstadt Überreste der Thermen, des Kapitols, des Theaters, des Cigognier-Tempels, so benannt nach der noch aufrechten, 12m hohen Säule, die früher ein Storchennest trug. Am Eingang der mittelalterlichen Stadt besterhaltenes Amphitheater der Schweiz, mit einem Fassungsvermögen von 12'000 Zuschauern.
Aus dem Mittelalter ist ein Teil der Befestigungen mit zwei Türmen des 14. Jh. erhalten: im Süden der Benneville-Turm, im Nordosten der Vuilly-Turm. Am Rand des Amphitheaters befestigter Turm aus dem 11. Jh., wahrscheinlich Teil der ersten Stadtbefestigungen, heute römisches Museum. Im nordöstlich Winkel des Marktfleckens das Schloss, ursprünglich Bischofssitz, im 16. Jh. durch den bernischen Landvogt umgebaut und vergrössert. Renaissancefassade von 1565 vom neuenburgischen Architekten Antoine Ballanche, Nordflügel des Bauwerks aus dem 18. Jh. An der Grand-Rue réf. Kirche (Ste-Marie-Madeleine). Ende des 11. Jh. errichtet, m der Gotik erweitert und 1709-11 umgebaut. In der Südfassade der Kirche sind zwei Gebälkfragmente, als Sitzbänke verwendet, eingelassen; im Norden roman. Rundapsis. Gegenuber der Kirche Hôtel de Ville, 1753 von N. Hebler erbaut. Dreistöckiges Bauwerk auf Arkaden, Passade bekrönt von einem skulptierten Giebeldreieck mit zwei Mohren als Schildhalter des Stadtwappens. In derselben Strasse Hotel de la Couronne und bemerkenswerte Hauser. Rue du Jura Nr. 3, Tour de Montauban. Polygonaler Treppenturm, Überrest eines Herrensitzes aus dem 15. Jh. Rue des Alpes Nr. 3 mid 5, spätgot. Hauser. Im Musée Romain Sammlung der Ausgrabungsfunde von Avenches.
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