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Für den 78-jährigen Hedge-Fonds-Milliardär Paul Singer sind ein Kreditkollaps und eine tiefe Rezession notwendig, um die Finanzmärkte nachhaltig zu sanieren. Durch diese Krisensituationen könnten die Finanzmärkte von den Exzessen befreit werden, die durch mehr als ein Jahrzehnt der Politik des leichten Geldes entstanden sind, so der Gründer der Investmentgesellschaft Elliot Investment Management.
Singer versuchte bereits vor der Finanzkrise von 2008, Investoren und Beamte vor den Gefahren von Subprime-Hypotheken zu warnen. In den fünfzehn Jahren seither hat der Milliardär wiederholt davor gewarnt, dass die Bankenregulierung mit dem Dodd-Frank-Gesetz von 2010 und die damit einhergehende expansive Geldpolitik eine Katastrophe heraufbeschwören würden.
Nun fühlt er sich mit seiner Prognose bestätigt: "Ich glaube, dass wir uns in einer ausserordentlich gefährlichen und verwirrenden Phase befinden", sagte Singer in einem Interview mit dem Wall Street Journal. Er warnte davor, dass die Probleme an den Märkten ein Jahr nach den Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed erst beginnen könnten.
"Die Bewertungen sind immer noch sehr hoch", so Singer, der sein Vermögen mit Investments in notleidende Staatsschulden aufgebaut hat. "Es besteht eine erhebliche Rezessionsgefahr. Wir sehen die Möglichkeit einer langen Periode mit niedrigen Renditen bei Finanzanlagen und Immobilien, tieferen Unternehmensgewinnen, höheren Arbeitslosenquoten als jetzt und viel Inflation in der nächsten Runde."
Hyperinflation als Gefahr für die Gesellschaft
"Ein Kreditkollaps ist zwar schrecklich, aber nicht so schrecklich wie eine Hyperinflation, was die Zerstörung der Gesellschaft bedeutet", fügte er aber auch an. "Der Kapitalismus, der wirtschaftliche Freiheit bedeutet, kann eine Kreditkrise überleben. Wir glauben nicht, dass er eine Hyperinflation überleben kann." In Anbetracht der Geschichte der 1970er Jahre befürchtet Singer, dass kurzfristige Rückgänge die politischen Entscheidungsträger davon überzeugen werden, dass sie die Bestie erlegt haben. Auch vor gut 50 Jahren ging die Inflation mehrmals zurück, um dann mit voller Wucht zurückzukehren,
Singer, der wegen seines epischen Kampfes mit Argentinien wegen der Zahlungsunfähigkeit bereits als "Weltuntergangs-Investor" bezeichnet wurde, ist auch kein Fan von Kryptowährungen - obwohl diese eine Kritik am bestehenden Fiat-Geldsystems zum Ausdruck bringen. So bezeichnete er im Interview mit dem Wall Street Journal Kryptowährungen als "völlig wertlos". Er sagte auch: "Es gibt Tausende von Kryptowährungen. Deshalb sind sie auch null wert. Jeder kann eine machen. Alles, was sie sind, ist ein Nichts mit einem Marketing-Pitch - buchstäblich nichts."
Von Marktinterventionen im Zusammenhang der Bankenkrise hält der Milliardär auch nichts: "Ich weiss, dass diese Leute gefeuert wurden, aber alle Konzepte des Risikomanagements basieren auf der Möglichkeit von Verlusten", sagte er. "Nimmt man sie weg, wird das Konsequenzen haben". Marktbewegungen dürften nicht durch Sicherheitspolster abgefedert werden.
Kurzfristige US-Staatsanleihen als sicherste Wette
"Wir glauben, dass diese Krise eine Folge von Überschuldung, Überbewertung, Blasenwertpapieren und Blasenanlageklassen ist", ordnete er im Interview den Zusammenbruch der Silicon Valley Bank und der Signature Bank ein. "Es ist zwar nicht dasselbe, aber es ist so etwas wie der Zusammenbruch der Bear Stearns Subprime-Kreditfonds im Frühjahr 2007." Diese wurden damals durch Wetten auf riskante Hypotheken in Mitleidenschaft gezogen und dienten als Vorgeschmack auf die bevorstehende Finanzkrise.
Vor diesem Hintergrund gibt es laut Singer nur wenige Möglichkeiten für Anleger, den Sturm, den er heraufziehen sieht, zu überstehen: "In solchen Zeiten halten manche die kurzfristigen US-Staatsanleihen für die sicherste Wette", sagte Singer und fügte hinzu, dass "solche Anleihen eine anständige Rendite abwerfen, ohne dass die Wahrscheinlichkeit eines negativen Ergebnisses besteht". Singer sagte auch, dass es sinnvoll sein kann, etwas Gold in den Portfolios zu haben.
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