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16.5.1666 (Wolfgang Ernst), 7.3.1740 St. Gallen, kath.; Sohn des Johann Christoph, aus Laibach (heute Ljubljana, Slowenien), Oberstleutnants und kaiserl. Kommandanten in Konstanz, und der Maria Salome von Bernegg. 1683 Eintritt in die St. Galler Klosterschule, 1685 Profess, 1690 Priesterweihe. Küchenmeister in St. Gallen, St. Johann und Rorschach. 1708 Kustos, 1712 Subprior. 1717 Wahl zum Fürstabt von St. Gallen im Exil auf Schloss Neuravensburg im Allgäu. Nach dem Frieden von Baden 1718, der das Kloster in seinen alten Rechten restituierte, kehrte R. nach St. Gallen zurück und nahm die Huldigung im Toggenburg sowie in der Alten Landschaft entgegen. 1719 erhielt er einen grossen Teil der 1712 nach Zürich gebrachten Bibliothek, 1721 Glocken und Feuerspritzen aus der Beute der Berner zurück. Im Archiv führte er eine neue Urkundenregistratur ein und liess sog. Fluchtkisten anfertigen. Ungelöst blieb der Konflikt mit den Toggenburgern, der sich v.a. am Mannschaftsrecht neu entzündete. 1735 gipfelte dieser in der Ermordung der äbt. Beamten Johann Baptist Keller und Niklaus Rüdlinger, die früher die Opposition gegen die Abtei angeführt hatten. Die darauf auch auf Drängen Frankreichs einberufene Konferenz der sechs Schiedsorte in Frauenfeld endete 1739 ergebnislos. Verdienste um die Seelsorge erwarb sich R. durch die Gründung neuer Pfarreien, zahlreiche Visitationen und 1737 durch die Einberufung einer Synode. Die Ausweisung des Offizials Franz Andreas Rettich aus dem sankt-gall. Territorium 1739 führte zu erneutem Streit mit dem Bistum Konstanz um die geistl. Jurisdiktions- und Visitationsrechte. Im gleichen Jahr wurde als Ergebnis einer Konferenz der Kaufleute und Gewerbetreibenden in Rorschach eine neue Handels- und Gewerbeordnung verabschiedet. Dank umsichtiger Verwaltung und Sparsamkeit verringerte R. die Schuldenlast des Klosters beträchtlich und schuf so die finanziellen Voraussetzungen für die enorme Bautätigkeit seines Nachfolgers.
Literatur
– A. Scheiwiler, Josef von R., der viertletzte Fürstabt von St. Gallen, 1925
– HS III/1, 1340-1342
Autorin/Autor: Peter Erhart