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Das, in diesem Beitrag enthaltene, Interview mit Yogi Paramapadma Dhiranandaji wurde 1987 in der Zeitschrift ‚The Truth / Kriya-Yoga-Magazin‘ veröffentlicht.
Diese Zeitschrift, welche von Bruno Stark, CH-Wolfhalden, herausgegeben wurde, erschien in den Jahren 1986 und 1987 insgesamt 8-mal und enthielt Beiträge von Yogi Paramapadma Dhiranandaji sowie von Bruno Stark.
Dieser Beitrag enthält auch Informationen über Yogi Paramapadma Dhiranandaji’s Guru Brahmarshi Satyadeva. Zudem wird erklärt, wie Dhiranandaji den Titel ‚Paramapadma‘ ein Jahr vor seinem Heimgang von Brahmarshi Satyadeva erhalten hat.
Inhaltsverzeichnis
Interview mit Yogi Dhiranandaji geführt von Bruno Stark
Erschienen in der Zeitschrift ‚The Truth / Kriya-Yoga-Magazin‘ Ausgabe April – Juni 1987 (pdf):
Bruno Stark: Dhirananda, können Sie uns ein bisschen aus Ihrer Jugendzeit erzählen?
Dhirananda: Mit vier Jahren besuchte ich den Kindergarten, danach ging ich 4 Jahre in die Primarschule, danach bestand ich die ersten Schulexamen. Mein Vater war bei der indischen Eisenbahn angestellt. Dieser Beruf brachte es mit sich, dass wir oft den Wohnsitz wechseln mussten. Als wir in die Nähe von Kalkutta zogen, besuchte ich dort die Klassen 5 – 7. Wir zogen dann wieder in eine andere Stadt, ebenfalls in der Nähe von Kalkutta, nur 24 Km von Kalkutta entfernt im Howrah-Distrikt. Dort legte ich meine letzten Schulexamen ab. Danach hatte ich den Wunsch Medizin zu studieren, aber auch der Sport interessierte mich. Ich konnte aber das Medizinstudium nicht fortsetzen und war völlig begeistert vom Sport. Aber seit Kindheit her hatte ich Hatha-Yoga und einige Meditationsarten praktiziert, aber nicht Kriya-Yoga. Zuerst wurde ich von meinem Vater geführt, und dann traf ich zwei Lehrer, das waren sehr gute Hatha-Yoga Lehrer, die den echten Yoga weitergaben, und ich lernte einige natürliche Heilungsmethoden, wie Ayurveda-Medizin von ihnen und danach, mit 22 Jahren schloss ich mich der Bata-Schuhfabrik als Fussballspieler an, und ich spielte 3 Jahre im Firmensportclub Fussball. Dann stoppte ich meine Fussballkarriere und den Vertrag mit Bata. Im Jahre 1959 wurde ich durch Swami Hariharananda in den Kriya-Yoga eingeweiht. Aber ich hatte nicht so viel Zeit den Kriya-Yoga auszuüben, denn schon am frühen Morgen musste ich mich für das Fussballtraining vorbereiten und zugleich machte ich ein Handelsstudium. Ende 1964 hatte ich einen komplizierten Beinbruch und musste über 6 Monate im Bett liegen. Das zwang mich, den Fussball aufzugeben und schliesslich wandte ich mich nun dem Kriya zu und übte intensiv. Nach 3 Monaten beendete ich den 1. Kriya und wurde in den 2. Kriya eingeweiht. Nach drei Jahren beendete ich den 2. Kriya und ein weiteres Jahr praktizierte ich den 3. Kriya. im Jahre 1974 wurde ich in den 4. Kriya eingeweiht und von 1974 bis Juni 1977 lehrte ich überall in Indien den Kriya-Yoga. Zwar nicht so intensiv wie jetzt hier, aber die meiste Zeit bereitete ich mich vor und sprach über Kriya und die Kriya-Einweihung. Am 6. Juni 1977 erreichten wir [zusammen mit Swami Hariharananda] Stuttgart, nachdem wir auf dem Flughafen Zürich -Kloten gelandet waren. Wir wohnten 3 Monate auf einem Bauernhof und in der City von Stuttgart. Viele Leute fanden gefallen am Kriya. Danach starteten wir eine Rundreise um die ganze Welt. Von Deutschland nach Holland, dann nach Belgien, nach England, nach Curracao, dann nach Miami, nach Washington D.C, von dort nach New York, Bogotha, Kolumbien, alle diese Orte. 3 – 4 Monate später kehrten wir wieder nach Deutschland zurück. Die meisten Leute hatten den Kriya-Yoga wieder aufgegeben und ich musste wieder eine neue Organisation aufbauen, an der ich heute noch arbeite.
B. St.: Wie kamen Ihre Eltern zum Yoga?
Dhirananda: Alle Familienmitglieder waren vor mir in den Kriya eingeweiht. Ich war der letzte der Familie, der zum Kriya kam.
B. St.: In welchem Grad sind Sie mit Paramahansa Yogananda verwandt?
Dhirananda: Mein Grossvater und Paramahansa Yogananda waren Cousins zueinander. Wir sind auch mutterseits weit entfernt mit Yogananda verwandt. Meine Mutter ist die Nichte zu Paramahansa Yogananda. Aber das ist auch eher eine weiter entfernte Verwandtschaft, wie der Cousin. Aber in Indien sind die Verwandtschaften gewöhnlich sehr nahe verbunden miteinander.
B. St.: Kamen Sie auch durch Ihre Eltern zum Kriya-Yoga?
Dhirananda: Unsere ganze Familie war über Generationen mit Yoga verbunden, vor allem mit Hatha-Yoga und anderen Arten von Meditation, und ich praktizierte dies von Kindheit an. Es war hauptsächlich der Wunsch meiner Mutter, dass ich Kriya-Yoga ausüben sollte, und lange Zeit versuchte sie mich zu überzeugen, aber das war die Zeit vor 1959, als ich in den Kriya-Yoga eingeweiht wurde.
B. St.: Wie lange praktizieren Sie nun Yoga?
Dhirananda: Intensiv übe ich den Kriya-Yoga seit 1965 aus. Bis 1974 erreichte ich den 4. Kriya. In Deutschland erreichte ich im August 1979 den 5. Kriya. Am 27. August 1983 *) erreichte ich die Stufe des Nirvikalpa-Samadhi.
*) Bemerkung: dies wurde vom Interviewer falsch geschrieben, es war am 27.08.1982.
B. St.: Welches war der Grund, dass Sie nach Europa kamen? War das Ihr Lehrer?
Dhirananda: Es war der Wunsch meines Lehrers [Swami Hariharananda], dass er Hilfe wollte. Vor mir war jemand anders ausgesucht, doch dieser wollte aus persönlichen Gründen nicht in diese westlichen Länder gehen. So wählte mein Lehrer schliesslich mich aus, ihm beizustehen und zu helfen, die Botschaft des Kriya-Yoga auszubreiten. Es war aber auch der Wunsch der anderen Gurus, denn sie hatten die Information auch von Sri Yukteswarji, dass ich nach Europa und nach Deutschland gehen müsse, um die Botschaft des Kriya-Yogas zu verbreiten.
B. St.: Was würden Sie interessierten Menschen sagen, was der Kriya-Yoga bringe?
Dhirananda: Kriya-Yoga ist eine Methode welche zugleich für Körper, Seele und Geist eine Entwicklung bringt. Jede Art von Wissen, z.B. das Christus-Bewusstsein, aber auch das Gottesbewusstsein ist in jedem Menschen verborgen. Durch den Kriya-Yoga ist es möglich, dieses Bewusstsein zu öffnen und das Endziel des Menschen zu erreichen. Und daneben ist es möglich, bevor man dieses Endziel erreicht hat, dass man Harmonie in jeder Arbeit und jeder Situation erreicht. Man wird ruhig und gelassen in jeder Situation und auch in der Familie, und im Freundeskreis wird alles stärker. Kriya bringt jedem Menschen eine totale Harmonie, sowohl in der Gesellschaft nach aussen, wie auch nach innen. Kriya fördert die Ruhe und Geduld. Die zunehmende Toleranz wird zur Kraft und letztlich öffnet es all die Tore des Bewusstseins. Kriya-Yoga ist eine sehr alte Methode. Lange Zeit war es eine geheime Technik, Bis Babaji sie durch die Bitte von Lahiri Mahasaya öffnete, und es war natürlich auch der Wunsch von Babaji, dass sich der Kriya-Yoga aus dem geheimen Raum öffne und für jeden Menschen und in jedem Winkel der Welt zugänglich werde. Es ist eine Methode, welche jeder, egal welcher Religion er angehört, praktizieren und das Endziel erreichen kann, indem er Körper, Geist und Seele zugleich entwickelt. 1920 brachte Paramahansa Yogananda diese Technik in den Westen.
B. St.: Welches waren Ihre Lehrer?
Dhirananda: Im Yoga war mein Vater mein erster Lehrer. Dann kannte ich einen sehr netten Mann, sein Name war Herr Anath Banerjee, er war ein Homöopath. Er war ein Privatlehrer, er hatte keine Yogaschule, aber unterrichtete Yoga. Ich war ihm sehr nahe und er hatte mich sehr gerne. Er erzählte mir viele Geheimnisse des Yoga, welche man gewöhnlich in Büchern nicht findet. Nur zuverlässige Bücher können diese Kenntnisse wirklich erklären. Ich erhielt sehr viel von Herr Anath Banerjee. Dann reisten wir an einen neuen Ort, dort traf ich einen Mann namens Dwarakanath Mukherjee. Er lebte in Benares schon lange Zeit. Auch sein Guru war ein bekannter Hatha-Yogi, aber ich kann mich an seinen Namen nicht mehr erinnern. Auch von ihm lernte ich viel, vor allem die Yoga-Technik. Das waren meine zwei Lehrer und zwei, drei Hatha-Übungen lernte ich von Hariharananda. Mein Kriya-Yoga Lehrer in dieser Inkarnation war Swami Hariharananda. Mein wirklicher Guru aber ist Brahmarshi Satyadeva. Ich habe mit ihm Kontakt und bin sein Jünger. In dieser Inkarnation war es nicht möglich, ihn zu treffen [Dhiranandaji’s Geburt war nach dem Tod von Brahmarshi Satyadeva 1932]. Er hat mir alles geschildert und er ist glücklich. Er wird mich im nächsten Leben wieder treffen. Eine andere Sache ist Yoga-Therapie, die ich auch von Herr Dwarakanath Mukherjee von Benares lernte, der auch ein umfassendes Wissen in der Yoga-Therapie hatte. Viele Arten von Leiden können mit dieser Yoga-Therapie geheilt werden. Und in der Folge, wenn mich Schüler um Hilfe und Rat bitten, versuche ich ihnen mit dieser Yoga-Astro-Therapie zu helfen, welche für Diagnosen ausgezeichnet ist.
B. St.: Haben Sie noch Zeit für Hobbies?
Dhirananda: Ein wenig Zeit bleibt mir noch für Hobbies, und ich bin immer noch sehr interessiert am Sport, wie Fussball und Tennis. Leider erlaubt es mir die Zeit nicht, selber zu spielen. Aber manchmal, wenn kein Seminar stattfindet, schaue ich mir am Fernsehen Fussball und Tennis an, das ist hauptsächlich mein Hobby. Andererseits hätte ich noch andere Hobbies, aber ich habe keine Zeit, um sie zu pflegen. Ich liebe die Musik sehr oder singe gerne Lieder, aber es ist sehr schwer, dafür Zeit zu finden.
B. St.: Welches ist Ihr Lieblingsessen?
Dhirananda: Das ist schwer zu sagen, da ich viele Sachen gerne habe. Eines meiner Lieblingsgerichte ist Tungu, das ist ein chinesisches Pilzgericht.
B. St.: Haben Sie unseren Lesern vielleicht noch etwas Spezielles zu sagen?
Dhirananda: Sehr wichtig ist, dass es unser ernsthafter Wunsch ist, auf diesen spirituellen Weg oder Kriya-Yoga-Weg zu gehen, so wie wir uns materielle Dinge wünschen in dieser Welt, das heisst, dieselben Wünsche sollte man für die Gottesverwirklichung haben, sonst ist es nicht möglich, es in diesem Leben zu erreichen. Soviel kann ich sagen. Dann, wenn dieser Wunsch da ist, wird man alles finden, sei es der richtige Lehrer oder der richtige Weg.
B. St.: Dhirananda, ich möchte mich für das Gespräch herzlich bedanken.
Dhirananda: Auch ich möchte mich ebenfalls bedanken. Ich habe mich über das Gespräch sehr gefreut.
Über Dhiranandaji’s Guru Brahmarshi Satyadeva
Im Interview erwähnt Dhiranandaji bei der Frage ‚welches waren Ihre Lehrer?‘, dass Swami Hariharanandaji sein Lehrer in dieser Inkarnation gewesen ist und erklärt weiter, dass aber sein wirklicher Guru Brahmarshi Satyadeva sei. Dieser lebte von 1883 – 1932 und verliess seinen Körper, bevor Dhiranandaji 1937 geboren wurde.
Dhiranandaji erwähnte dies während seiner Seminare mehrmals und betonte jeweils, dass er seit dem Erreichen des Nirvikalpa-Samadhi-Zustandes innerlichen Kontakt mit Brahmarshi Satyadeva hatte.
Brahmarshi Satyadeva ist der Autor der Buch-Trilogie ‚Sādhan-Samar‘ (der innere spirituelle Krieg). Die drei Bücher wurden kürzlich ins Englische übersetzt.
Es existiert auch eine Biografie über das Leben und die Lehren von Brahmarshi Satyadeva.
Paramapadma Dhiranandaji sagte über Brahmarshi Satyadeva:
„Es gibt nicht viele spirituelle Meister, welche den Titel ‚Brahmarshi‘ (göttlicher Rishi oder Seher) erhalten haben. Es gibt viele ‚Rajarshi‘ (königliche Rishis) und ‚Maharshi (grosse Rishis), doch der Titel Brahmarshi zeigt einen enorm hohen Verwirklichungsgrad.“
Über den von Brahmarshi Satyadeva verliehenen Paramapadma-Titel
Ungefähr ein Jahr vor seinem Heimgang, erzählte Yogi Paramapadma Dhiranandaji anlässlich des 2.-Kriya-Seminars in Weggis 2010, dass er die Woche zuvor den 2. glücklichsten Tag seines Lebens erleben durfte. Sein glücklichster Tag sei der 27. August 1982 gewesen, als er den Zustand des Nirvikalpa-Samadhi erreichte und am 2. glücklichsten Tag sei ihm während der Meditation sein Guru Brahmarshi Satyadeva erschienen und habe ihm den Titel ‚Paramapadma‘ gegeben.
Ich habe Dhiranandaji am 8.5.2010 während der Yogalehrerausbildung gebeten, nochmals seinen Kontakt mit Brahmarshi Satyadeva zu schildern (siehe unten stehender Link der Audioaufzeichnung auf YouTube).
Informationen von Yogi Dhiranandaji über seinen Paramapadma-Titel auf YouTube:
Audioaufzeichnung anlässlich der Yogalehrerausbildung in Speicher am 8.5.2010, Dauer 12:18