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Verantwortlich für das Dissertationsprojekt: Dr. Miriam Wenner (Promotion 2015)
Finanzierung: Humer-Stiftung für akademische Nachwuchskräfte
Projektdauer: September 2010 – August 2013
Promotionskommission: Prof. Dr. Ulrike Müller-Böker, Geographie, Geographisches Institut/UFSP Asien und Europa; Prof. Dr. Shalini Randeria, Graduate Institute of International and Development Studies; Dr. Urs Geiser, Geographisches Institut der Universität Zürich
Abstract
Im Fokus der geplanten Studie steht die Gorkhaland-Bewegung im indischen West Bengalen. Diese fordert einen unabhängigen Bundesstaat innerhalb der indischen Union für eine Bevölkerungsgruppe nepalesischen Ursprungs, die sich - bedingt durch die Britische Kolonialpolitik - während der Kolonialzeit im Gebiet um Darjeeling niederliess. Zur Legitimation ihrer Forderungen betonen die Anführer der Bewegung den aus ihrer Sicht wahrgenommenen Mangel an Entwicklung sowie die Nicht-Anerkennung ihrer Identität als „Indische Gorkhas“.
Vor dem Hintergrund eines post-kolonialen Verständnisses will die Studie herausfinden, welche Idee von „Entwicklung“ von der sehr heterogenen Anhängerschaft der Bewegung vertreten wird, und ob und in wie weit diese sich von vorherrschenden Diskursen in Indien und Europa abhebt. Es wird die These vertreten, dass die gemeinsame Forderung nach Entwicklung als konstituierendes Element einer gemeinsamen Gorkha-Identität dient, welche die heterogenen Bevölkerungsgruppen vereint, und zu deren Mobilisierung beiträgt. Diese Annahme soll gleichzeitig kritisch untersucht und festgestellt werden, ob es Brüche innerhalb der Bewegung gibt, die sich beispielsweise in unterschiedlichen Entwicklungs-verständnissen der Bevölkerung äussern.
Die Wirkmächtigkeit der verschiedenen Entwicklungsdiskurse soll auf der lokalen Ebene untersucht und herausgefunden werden, wie die Konfrontation mit der Idee von „Entwicklung“ auf die Identitäten und Selbstverständnisse der Bevölkerung wirkt. Theoretisch und konzeptionell lehnt sich die Studie an Eisenstadt’s Konzept der „Multiple Modernities“ und Ferguson's Feststellungen von „Disjuncture“ an.