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04.12.16 • 20:15 • 2014
Die Außenhändler
DDR im Ausverkauf
In der zweiten Lebenshälfte der DDR geht es neben der Beschaffung von Technologie und "know how" und der Erschließung neuer Märkte immer mehr darum, die angeschlagene Wirtschafts - und Versorgungslage zu verbessern, sowie im Land Kaufkraft abzuschöpfen. Die Außenhändler werden nun endgültig zu Managern, die Waren einkaufen und verkaufen, oft ohne, dass diese Warenströme die DDR auch nur berührten. Sie bewegen sich auf den Weltmärkten um die schlechten Bilanzen der Planwirtschaft auszugleichen und sie erzielen dabei Milliardengewinne, die das kleine Land noch einige Jahre länger am Leben halten.
Seit Ende der 70er-Jahre sinkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit vieler DDR-Exportprodukte drastisch. Mit der Einführung elektronischer Steuerungen kann die DDR nicht mehr mithalten. Im Ostblock ist sie in der Mikroelektronik zwar führend, doch dem Weltmarkt hinkt sie dennoch hoffnungslos hinterher.
In dieser Zeit macht den Außenhändlern zunehmend die Embargo-Politik zu schaffen. Vieles von dem, was sie für die DDR einkaufen sollen, steht auf den Embargo-Listen, oft überschreiten sowohl die Außenhändler als auch ihre westeuropäischen Geschäftspartner die Grenzen der Legalität.
Diese Technologie-Importe sind teuer, um sie sich leisten zu können, beginnt die DDR ab den 70er-Jahren hochwertige Güter fast nur noch für den Export zu produzieren, und sie dann im Westen nahezu zu verschleudern. 1988 übersteigt die Einfuhr von Waren aus den westlichen Industrieländern zum ersten Mal den Export in diese Länder. Das Land steuert auf seinen Untergang zu - und die DDR-Außenhändler können ihn längst nicht mehr aufhalten.
|Jahr:||2013|
|Länge:||43 Minuten|