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Nicht zu 100% den eigenen Präferenzen entsprechende Bedingungen im Büroraum sind für Gebäudenutzende einfacher zu akzeptieren, wenn sie (zumindest subjektiv) ein Gefühl der Kontrolle über die nicht ganz zufriedenstellenden Bedingungen haben[1]. Eine Facility-Management-Massnahme, die dieses Gefühl der Kontrolle über die vorhandenen Bedingungen bei den Nutzenden fördern kann, ist es, schnell und ggf. effektiv auf Beschwerden zu reagieren. Hierbei ist es aber wichtig, darauf zu achten, dass energie- und komfortrelevante Anpassungen in der Gebäudesteuerung aufgrund von Nutzerbeschwerden nur dann vorgenommen werden sollen, wenn diese repräsentativ sind und andere Massnahmen keine Wirkung zeigen.
Ein weiterer, in diesem Zusammenhang relevanter Aspekt zum Thema subjektive Kontrolle ist folgender: Im Grunde wird durch eine Erhöhung der subjektiv empfundene Kontrolle oft gar nicht nur die Akzeptanz unangenehmer Bedingungen sondern stattdessen die tatsächliche Zufriedenheit mit den vorhandenen Bedingungen gefördert – dies trifft oft selbst dann zu, wenn objektiv gesehen gar keine Kontrolle ausgeübt wurde (bspw. im Falle von Placebo-Thermostaten oder wenn Betreiber als Reaktion auf Beschwerden Massnahmen kommunizieren, die effektiv gar nicht durchgeführt wurden). Die Ausnutzung des Placebo-Effekts ist aber nicht nur im Kontext der Medizin sondern auch in Zusammenhang mit dem Betrieb von Gebäuden ethisch umstritten.
[1] Cole and Brown (2009)