Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03359.jsonl.gz/1748

| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Sechstes Buch
III. Kapitel
31.
1. Nun sagen manche, daß Seuchen und Hagelschläge und Stürme und Ähnliches nicht allein infolge von Störungen in der Natur, sondern auch infolge einer Art von Wutanfällen der Dämonen und der bösen Engel zu entstehen pflegen.
2. So erzählt man, daß die Magier in Kleonai die Wolken am Himmel beobachten, die ein Hagelwetter zu bringen drohen, und durch Zauberlieder und Opfer das drohende Unwetter weglenken. 3. Und wenn sie einmal kein Opfertier haben, dann ritzen sie einen eigenen Finger, so daß er blutet, und begnügen sich mit diesem Opfer.1
[S. 258] 4. Und Diotima von Mantinea erwirkte den Athenern, als sie vor dem Ausbruch der Pest opferten, einen zehnjährigen Aufschub der Krankheit,2 so wie ihnen auch die Opfer des Kreters Epimenides den Perserkrieg um eine ebenso lange Zeit hinausschoben.3 Man meint aber, es mache keinen Unterschied, ob wir nun diese Geister Götter oder auch Engel nennen wollen.
5. So haben die der Lehre Kundigen bei vielen, ja fast allen Tempeln bei der Grundlegung die Gräber der Verstorbenen mit in die Grundmauer hereingenommen, wobei sie ihre Seelen Dämonen nannten und lehrten, daß sie von den Menschen verehrt werden müßten, da sie wegen ihres reinen Lebens durch die göttliche Vorsehung die Befugnis erlangt hätten, zum Dienst an den Menschen auf der Erde umherzuwandeln. Denn sie wußten, daß einige Seelen von Natur an die Körper gefesselt seien.
1: Vgl. Seneca, Nat. quaest. IV b 6f.; Plut. Moral. p. 700 EF.
2: Vgl. Platon, Symposion p. 201 D.
3: Vgl.ebd., Gesetze I p. 642 D.