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Der Vergaser ist ein Maschinenbauteil zum Vermischen von Kraftstoff und Luft, um ein brennbares Gemisch zum Betrieb von Verbrennungsmotoren (Ottomotoren) zu erzeugen und um die dem Zylinder zugeführte Gemischmenge zu steuern. Allgemein gesagt soll damit der Energieträger durch Hinzufügen von Luftsauerstoff für die Verbrennung vorzubereitet werden. Im Grunde genommen ist der Vergaser ein Zerstäuber, denn der Kraftstoff ändert seinen Aggregatzustand nicht wie beim Vergasen, sondern wird feinst möglichst zerstäubt. Das ideale zündfähige Gemisch von Kraftstoff und Luft bei Verbrennungsmotoren liegt bei 1 zu 14.8 Gewichtseinheiten.
Der Vergaser hat die Aufgabe, für jede Betriebsbedingung das günstigste Gemischverhältnis herzustellen. Um genau dieses Mischungsverhältnis in jeder Betriebssituation zu erreichen, stiess man mit dem Vergaser an die Grenzen. Da der Verbrauch gemindert werden sollte liessen sich die gesetzlichen und ökologischen Vorgaben nur noch mit modernen Einspritzsystemen erreichen. Dennoch ist der Vergaser heute im Automobilbau immer noch allgegenwärtig.
In der Anfangszeit der Verbrennungsmotoren (ca. 1893) wurden die Vergaser sehr einfach gehalten, zudem kannte man auch die Benzinpumpe noch nicht. So wurde einfach der Benzintank höher angelegt als der Motor, sodass durch fallendes Benzin im Vergaser eine Tropfenbildung angeregt wurde und mit dem damals sehr einfachen Kraftstoff (leichtflüchtig) ein verbrennungsfähiges Gemisch entstand, welches in einem engen Drehzahlband funktionierte.
Wilhelm Maybach ist es zu verdanken, dass der Vergaser mit Schwimmerkammer, der sogenannte Spritzdüsenvergaser entwickelt wurde. So kam der „Schmiermaxe“ zu einer wichtigen Funktion: Mangels Benzinpumpe wurde mit einer Handpumpe der Vergaser gefüllt und laufend ein kleiner Ueberdruck erzeugt. In der Schwimmerkammer wurde das Niveau korrigiert, so dass die Benzinmenge gezielt und abhängig von Belastung und Drehzahl zerstäubt werden konnte.
In den frühen 20er Jahren wurden die Vergasersysteme rasant weiterentwickelt. Mechanische und elektrische Benzinpumpen sorgten für einen gleichmässigen Druck. Der Kraftstoff wurde laufend verbessert (Siehe Volante Newsletter November 2009). Das Gemisch wurde in aller Regel durch eine Verstellvorrichtung am Lenkrad laufend angepasst, wie auch die Zündverstellung. So konnten damals die Ansprüche von gutem Kaltstart, stabilem Leerlauf, gutem Durchzug im Teillastbereich, voller Leistungsentfaltung bei hoher Drehzahl durch einen technisch versierten Fahrer (oder eben Chauffeur) beeinflusst und eingestellt werden. Technisches Verständnis und ein gutes Gehör vorausgesetzt!
Hans Füglistaler
Eidg. dipl. Automechanikermeister