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|Petrogr. Bezeichnung
||Quell- und Kalktuff

|Handelsname
||Travertin

|Steinbruch
||La Tuffière, Corpataux FR

|Tektonische Einheit
||Quellaustritt aus der Molasse

|Alter, Chrono (B-T)
||Holozän (ca. 8‘000 BP)

Tuff besteht aus feinkörnigen vulkanischen Ascheablagerungen (Pyroklasten). Bausteine aus Tuff sind sehr beliebt (z.B. Dom von Köln). In der Schweiz gibt es keinen vulkanischen Tuff. Der schweizerische Tuff hat eine völlig andere geologische Entstehungsgeschichte. Es sind hauptsächlich Quell- und Kalktuffe, oft Travertin genannt.
Siehe auch Jürg Meyer. Tuff, Kalktuff, Quelltuff, Travertin, Sinter. Kunst und Stein 04/21.
Geschichte
Die Römer setzten den Quell- und Kalktuff gerne als Fundamentstein grosser Bauten ein, weil seine Offenporigkeit eine hohe Verdunstungsoberfläche ergibt und kein kapillares Aufsteigen des Wassers ermöglicht. Der Sockelbereich wurde so auf natürliche Weise permanent trockengelegt. Im Mittelalter wurde er für ganze Burg- und Wehrmauerbauten, an Brücken und zahlreichen weiteren Bauwerken eingesetzt. Besonders oft wurde er für Tür- und Fensterstürze verwendet. In Corpataux, südlich von Freiburg, bildeten kalkreiche Quellen, die aus der Unteren Meeresmolasse heraustraten, mächtige Quell- und Kalktuffe. Entlang der Saane gibt es über eine Distanz von 1.5 Kilometer mächtige Ablagerungen. Der Abbau in Corpataux wurde 1954 eingestellt. Heute gibt es in der Schweiz keine aktiven Quell- und Kalktuffsteinbrüche mehr.
Entstehung
Kalktuff ist ein sekundäres Sediment, weil die primären Kalksedimente nach chemischer Kohlensäure-Lösungsverwitterung und Ausfällung erneut sedimentiert wurden. Kohlesäurehaltiges Wasser löst aus dem Kalkstein Kalk bis zur Sättigung. Wenn die gesättigte Lösung in andere Umgebungsbedingungen gerät (Temperatur oder Druckänderungen), wird der Kalk durch chemische Ausfällung erneut abgelagert. Die an den Quellen wachsenden Moose und Algen entziehen dem Karstwasser durch die Photosynthese zusätzlich CO2. Der pH-Wert des Wassers steigt und die Löslichkeit von Kalk sinkt. So wird die Ausfällung von Kalk gefördert.
Steinbruch ist stillgelegt.