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PDF/A-1 (entspricht PDF-Version 1.4 von 2001) mit PDF/A-1a und PDF/A-1b (2005) – zusätzlich sind PDF/A-2 und PDF/A-3 publiziert. Da keine PDF/A-Version eine andere ablöst, sind alle Versionen gleichermassen gültig.
Beschreibung
PDF/A-1 ist ein Portable Document Format, das für die Archivierung geschaffen wurde. Das Format wurde im Standard "ISO-19005-1 - Document management – Electronic document file format for long-term preservation" genormt. Dieser Standard entspricht der PDF-Version 1.4. Im Standard wird nur aufgelistet, welche Funktionen der einzelnen PDF-Versionen obligatorisch, empfohlen, eingeschränkt oder verboten sind.
Man unterscheidet zwischen
PDF/A-1a: vollständige Übereinstimmung mit dem Standard PDF/A
PDF/A-1b: Mindestanforderungen von PDF/A erfüllt (Barrierefreiheit gemäss Abschnitt 508 des US Rehabilitation Act nicht erfüllt)
Bewertung
Offenheit: 4
PDF/A-1 beruht auf der Version 1.4 der PDF-Spezifikation, die von der Firma Adobe Systems entwickelt und zur Verfügung gestellt wird. PDF/A-1 ist als ISO-Standard 19005-1 publiziert und somit offengelegt.
Lizenzfreiheit: 3
Das Kriterium Lizenzfreiheit ist erfüllt; insbesondere, weil u.a. nicht alle Kompressionsalgorithmen verwendet werden dürfen.
Verbreitung: 4
PDF/A-1 entspricht der PDF-Version 1.4 (mit gewissen Vorbehalten). Der Einsatz dieser Version ist logischerweise abnehmend. PDF/A-1 selber ist jedoch verbreitet und bekannt. Die Verbreitung wird nach wie vor zunehmen, insbesondere dadurch, dass die Version 1 gültig bleibt und nicht migriert werden muss.
Funktionalitaet: 2
Im Gegensatz zu PDF 1.4 sind Transparenz, Ton-/Videoproduktion und JavaScript-Objekte nicht erlaubt. Strukturierte Objekte (Texte, Vektorgraphiken, Rasterbilder) bleiben erhalten, sofern sie eingebettet werden. WYSIWYG ist mit kleineren Einschränkungen gewährleistet. Visuelle Reproduzierbarkeit und natürliche Leseordnung sind garantiert.
Bei PDF/A-1a bleiben Textextraktion und Durchsuchbarkeit erhalten, bei PDF/A-1b sind sie nicht gewährleistet.
Implementierung: 4
Es existieren verschiedene Tools zur Erzeugung von PDF/A-Dokumenten, auch Open-Source-Produkte. Gelesen werden können die PDF/A-Dateien mit allen PDF-Readern (z.B. Adobe Reader).
Speicherdichte: 2
PDF/A-1 ist in der Regel relativ kompakt. Die Einbettung der Schriftarten verursacht jedoch gegenüber PDF einen zusätzlichen Speicherbedarf.
Verifizierbarkeit: 4
PDF/A-1-Dateien können mittels Bytesequenz erkannt werden. Es existiert eine Vielzahl voneinander unabhängiger Validatoren.
Best Practice: 4
PDF/A-1b wird von vielen Archiven als Archivformat gefordert und auch bereits archiviert. PDF/A-1 eignet sich besonders gut für die dauerhafte Archivierung und kann zusätzlich ohne Informationsverlust ausgedruckt werden.
Perspektive: 3
Der Standard PDF/A-1b hat sich für die Langzeitarchivierung durchgesetzt. Da die verwendete Technologie bereits relativ alt ist, ermöglicht PDF/A-2 allerdings bessere Ergebnisse bei der Neuerstellung von Dokumenten. Neuentwicklungen finden in neuen Versionen statt, welche jedoch diese Version nicht ausser Kraft setzen.
Formatklasse: B
PDF/A ist im Hinblick auf die Archivierung spezifiziert worden und widerspricht nicht den Anforderungen an die dauerhafte Archivierung.
Fazit
PDF/A-1 ist als Format für die Langzeitarchivierung geeignet.
Für neu erstellte PDF/A-Dokumente empfiehlt die KOST die Version PDF/A-2 im Konformitätslevel U, damit die Transparenz ermöglicht wird und Durchsuchbarkeit und Extraktion garantiert sind. Existierende PDF/A-1-Dateien bleiben für die Langzeitarchivierung unbedenklich und müssen keinesfalls aktualisiert werden.
Preservation Planning
Die in PDF und PDF/A erlaubte Komprimierungsart JBIG2 speichert gleichwertige Symbole nur einmal ab und verwendet diese mehrfach im ganzen Dokument. Dieses Verfahren nennt sich "Pattern matching and substitution" (PMS) und führt bei bestimmten Implementierungen und Einstellungen dazu, dass in Textdokumenten einzelne Zeichen durch andere ersetzt werden. Da der Fehler irreversibel ist und nicht festgestellt werden kann, ob das verlustbehaftete PMS-Verfahren eingesetzt wurde oder nicht, empfiehlt die KOST, beim Erstellen von PDF-Dateien vorerst auf die Kompressionsart JBIG2 zu verzichten. Für Details siehe https://kost-ceco.ch/cms/index.php?jbig2-compression_de.