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Die «Bush Dynastie» nimmt zum dritten Mal das Weisse Haus ins Visier. Nach seinem Vater und seinem Bruder will nun auch der Republikaner Jeb Bush US-Präsident werden. «Ich werde antreten, um zu gewinnen», sagte der ehemalige Gouverneur von Florida bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur an einer Universität in Miami.
Zugleich machte er grosse Versprechen: Er wolle die US-Wirtschaft zu 4 Prozent Wachstum bringen und 19 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen. Amerika solle «eine Supermacht wie keine andere» sein. Er sprach sich auch für eine «vernünftige Einwanderungsreform» aus.
Sollte der als moderat geltende 62-Jährige bei den parteiinternen Vorwahlen gewinnen, könnte es im nächsten Jahr zum Wahlkampf Bush gegen die Ex-First-Lady Hillary Clinton kommen. Medien sprechen bereits vom «Kampf der Dynastien».
Bush pries seine Erfolge
«Wir werden die Zukunft in diesem Land wieder in die Hand nehmen», rief Bush seinen Anhängern zu. Washington sei derzeit blockiert und erlahmt. Dem müsse man ein Ende setzen. «Ich weiss, dass ich es reparieren kann», sagte Bush, der mit Blick auf das wichtige Wählerpotenzial der Latinos auch auf Spanisch sprach.
Bush pries die Erfolge seiner Regierungszeit als Gouverneur. «Wir haben Florida zur Nummer eins bei der Schaffung von Jobs und der Gründung kleiner Unternehmen gemacht», sagte er. Nun wolle er als Präsident dafür sorgen, dass Washington, die «statische Hauptstadt dieses dynamischen Landes», keine Probleme mehr verursache.
Militär stärken
In der Aussenpolitik forderte er ein starkes Amerika. Er wolle vor allem das Militär stärken, das Amtsinhaber Barack Obama in die «Unterlegenheit« geführt habe. Ausdrücklich bekannte er sich zur Freundschaft mit Israel. Scharfe Kritik richtete er auch an Hillary Clinton.
Sollte Jeb Bush die Wahlen gewinnen wäre er nach Vater George (1989-1993) und Bruder George W. (2001-2009) das dritte Mitglied der Familie Bush, das im Weissen Haus regiert. Allerdings meinen Kommentatoren, es gebe auch erhebliche Vorbehalte gegen einen «dritten Bush«.
Er selber bemühte sich bei dem Wahlkampfauftakt, seine Herkunft in den Hintergrund zu stellen. Das Logo seiner Kampagne enthält nur seinen Vornamen. Sein Vater und sein Bruder blieben der Veranstaltung fern, nur seine Mutter Barbara sass im Publikum. Niemand verdiene das Präsidentenamt aufgrund seiner Familienbande, stellte Bush klar. Der Kampf um die Präsidentschaft sei «vollkommen offen«.
Laut Umfragen gilt Jeb Bush zwar als einer der aussichtsreichsten Bewerber im parteiinternen Vorwahlkampf. Aber mehrere Konkurrenten haben bereits ihren Hut in den Ring geworfen: Etwa der 44-jährige Senator Marco Rubio aus Florida, der Afroamerikaner Ben Carson und Rand Paul. Weitere Konkurrenten dürften sich zu Wort melden. Die parteiinternen Vorwahlen beginnen im Januar und laufen mehrere Monate.
Clinton haushohe Favoritin
Bei den Demokraten gilt die ehemalige Aussenministerin und Ex-Präsidentgattin Clinton als haushohe Favoritin. Es könnte also im nächsten Jahr zu einem «Kampf der Familien» kommen. Insider halten «Bush3» als den gefährlichsten Gegner für die populäre Clinton.
Beide - Clinton und Bush - haben ihren Wahlkampf längst begonnen. Clinton hielt am Wochenende eine grosse Rede in New York, Bush besuchte Deutschland, Polen und das Baltikum - um sich als Aussenpolitiker zu profilieren. Er tritt für einen harten Kurs gegen Russland ein.
Bush war von 1999 bis 2007 Gouverneur im wichtigen Swing-State Florida, das bei Präsidentenwahlen oftmals eine entscheidende Rolle spielt. Sein zweiter Vorteil: Er hat eine mexikanische Ehefrau und spricht Spanisch, was ihn bei der wichtigen Wählergruppe der Latinos beliebt machen dürfte.
Erster Fauxpas
Allerdings ist ihm schon ein erster Fauxpas unterlaufen: Ausgerechnet beim Thema Irakkrieg änderte er innerhalb weniger Tag seine Meinung. Zunächst meinte er, er hätte ebenso gehandelt wie sein Bruder George W., der 2003 im Irak einmarschierte - später ruderte Jeb Bush zurück.
Anhänger sind zudem besorgt, dass der eher introvertierte Bush im Vergleich zu Mitbewerbern wenig energiegeladen wirken könnte. Erst vor wenigen Tagen tauschte er seinen Wahlkampfmanager aus, was auf Probleme hindeutet.
Politisch hält «Bush3» eine Mittelposition im Spektrum der Republikaner. Als Gouverneur senkte er Steuern und privatisierte, was der konservativen «Tea Party« gefällt. Andererseits setzte er sich für ein neues umfassendes Einwanderungsgesetz ein.
(sda/me/chb)