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Phosphorgehalt in Seen
Phosphor ist ein Nährstoff, der in der Schweiz vor allem in Futtermitteln und in Dünger enthalten ist. Wenn er durch Auswaschung oder Bodenabtrag in die Gewässer gelangt, fördert dies die Überdüngung der Seen. Dadurch wird mehr Biomasse produziert, deren Abbau vermehrt Sauerstoff verbraucht. Dies führt zu Sauerstoffmangel und Anreicherung giftiger Stoffe vor allem im Tiefenwasser. Auf diese Weise gefährdet die Überdüngung das Leben von Fischen und die aquatische Biodiversität.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach 1945 nahm die Phosphorbelastung der Gewässer aus den Siedlungen, der Industrie und der Landwirtschaft zu. Seit den 1980er Jahren geht sie wieder zurück, was vor allem den Gewässerschutzmassnahmen ab 1970, dem Ausbau der Abwasserreinigung, dem Verbot von Phosphat in Textilwaschmitteln (1986), und der Ökologisierung der Landwirtschaft ab 1990 zu verdanken ist.
Aufgrund unterschiedlicher Charakteristika (z.B. Tiefe, Wasseraustausch oder Windexposition) reagieren Seen individuell auf Veränderungen in der Phosphorbelastung. Deshalb kann kein generelles Ziel für den Phosphorgehalt in Seen festgelegt werden. Bei Werten unterhalb von 15 bis 20 µg/l Phosphor ist die gesetzliche Vorgabe einer höchstens mittleren Produktion von Biomasse in der Regel aber erfüllt. Dies ist mittlerweile bei der Mehrzahl der Seen der Fall. Trotzdem ist in vielen Seen die gesetzliche Vorgabe, dass der Sauerstoffgehalt zu keiner Zeit und in keiner Seetiefe weniger als 4 µg/l betragen darf, noch nicht oder nur dank einer künstlichen Belüftung oder einer Zirkulationshilfe erreicht. Aus diesem Grund ist der Zustand noch nicht befriedigend.
Eine weitere Verbesserung ist nicht für alle Seen garantiert, da vor allem in Gebieten, in denen viele Nutztiere gehalten werden, nach wie vor Phosphor im Boden angereichert wird. Selbst wenn in diesen Gebieten die Verwendung von phosphorhaltigem Dünger reduziert würde, würde die Phosphorbelastung nur langsam abnehmen. Denn die Reduktion der Bodenvorräte ist ein langsamer Prozess, der Jahrzehnte dauert.
Die Schweiz hat im internationalen Vergleich bezüglich der Belastung mit Phosphor sehr saubere Seen. Der europäische Durchschnitt für den Phosphorgehalt liegt bei etwas unter 100 µg/l. Mit den Gewässerschutzmassnahmen ab 1970, dem Ausbau der Abwasserreinigung, dem Verbot von Phosphat in Textilwaschmitteln (1986), und der Ökologisierung der Landwirtschaft ab 1990 hat die Schweiz im internationalen Vergleich früh eine Vorreiterrolle eingenommen. In der EU trat das Phosphatverbot für Haushaltswaschmittel und Geschirrspülmittel 2017 in Kraft. In Bezug auf das Phosphatverbot für Geschirrspülmittel wird sich die Schweiz am Zeitplan und Vorgehen der EU orientieren.
Der Phosphorgehalt wird anhand der Jahresmittelwerte der volumengewichteten Tiefenprofile oder Frühjahrszirkulationswerte berechnet.
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