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«Gripen-Kauf steht im Kontrast zu Sparmassnahmen» – Leserbrief in der FN-Ausgabe vom 22. März
Das Konzentrat an Unwahrheiten und Fehlinformationen im Leserbrief von Herrn Paul Werthmüller darf nicht unwidersprochen bleiben. Beim Gripen ging es nie um den Ersatz der F/A-18, sondern wie es der Projektname «Tiger-Teil-Ersatz (TTE)» seit Jahren sagt, um den teilweisen Ersatz der einst 110, jetzt noch 54 F-5 Tiger durch 22 Gripen, also eine Reduktion auf einen Fünftel der ursprünglichen Flotte des völlig veralteten Flugzeuges. 1980 verfügte die Schweizer Luftwaffe über knapp 500, 1990 über zirka 300 Kampfflugzeuge. Schon bald werden es nur noch 32 F/A-18 und hoffentlich 22 Gripen sein. Die F-5-Flotte stammt aus den 1970er-Jahren und hat das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.
Deren Ersatz kann nicht mit «leeren Kassen» oder mit «Sparen» in Zusammenhang gebracht werden. Tatsache ist, dass über die letzten Jahrzehnte nur das Verteidigungsdepartement die Ausgaben gesenkt hat, während alle anderen Bereiche sie gesteigert haben. Zudem wird der Gripen vollumfänglich aus dem Armee-Budget bezahlt, es wird also niemandem Geld weggenommen, und dieses verbleibt auch dann im Armee-Budget, wenn der Gripen nicht gekauft werden sollte.
Weiter ist ein Zusammenhang mit den 1213 Diensttagen von Paul Werthmüller beim besten Willen nicht zu erkennen. Ehrlicher und aufschlussreicher wäre zu erwähnen, dass er seit Jahrzehnten strammer SP-Parteigänger ist. Eine Partei, welche die Abschaffung der Armee in ihr Parteiprogramm aufgenommen und sich damit selbst aus der Diskussion über die Ausgestaltung der Armee verabschiedet hat. Vor diesem Hintergrund ist der Versuch der schrittweisen Abschaffung unserer Miliz-Armee – welche übrigens im letzten September bei der Wehrpflichtabstimmung mit einem überwältigenden Mehr von über 73 Prozent durch das Volk bestätigt wurde–durch Verhinderung dringend notwendiger Ersatzbeschaffungen zwar vielleicht nachvollziehbar. Demokratischer wäre aber, den Volkswillen zu respektieren und der Armee eine faire Ausrüstung zu gewähren. So hat denn der Beitrag von Herrn Werthmüller auch nichts mit dem von ihm beanspruchten Grips, dafür umso mehr mit erschreckender Unkenntnis und Mangel an Verständnis der Zusammenhänge zu tun.
Der Beschaffungsprozess eines Kampfflugzeuges dauert fast 15 Jahre, Krisen und Konflikte lassen sich aber nicht so lange vorhersehen – die Krim ist nur das jüngste drastische Beispiel dafür. Die Schweiz braucht für ihre Sicherheit die Armee und damit eine leistungsfähige Luftwaffe.
Deshalb braucht es am 18. Mai ein klares «Ja»
«Tatsache ist, dass über die letzten Jahrzehnte nur das Verteidigungsdepartement die Ausgaben gesenkt hat, während alle anderen Bereiche sie gesteigert haben.»