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Nino Schurter hat die perfekte Saison geschafft. Der ungeschlagene Gesamtweltcupsieger krönte das Jahr im australischen Cairns mit dem Gewinn seines sechsten WM-Titels im Cross-Country.
Jaroslav Kulhavy forderte Schurter bis fast zuletzt. Der am Ende zweitplatzierte Olympiasieger von 2012 bestimmte während der meisten Zeit das Tempo. Doch abschütteln konnte er den Schweizer nicht. Zu einem Sprint liess es Schurter nicht kommen. Mit einem Antritt auf der siebten und letzten Runde sorgte der 31-jährige Bündner dafür, dass das Rennen so endete wie jedes andere wichtige in dieser Saison: mit einem jubelnden Schurter als Sieger.
«Jaro war heute klasse», befand Schurter. «Glücklicherweise konnte ich mich in seinem Rücken lange Zeit schonen, und glücklicherweise kam es nicht zum Sprint. So wie er durch die Fläche fährt, hätte ich keine Chance gehabt.» Kulhavy erreichte das Ziel schliesslich sieben Sekunden nach Schurter. Kurz danach traf der 28-jährige St.Galler Thomas Litscher ein, der seine hohe Pace durchhalten konnte. Als WM-Dritter feierte der ehemalige U23- und Junioren-Weltmeister, den nur wenige auf der Rechnung gehabt hatten, seinen grössten Erfolg.
Früh zeichnete sich ab, dass Schurter und Kulhavy über die stärksten Beine verfügen würden. Die beiden fuhren von Beginn weg an der Spitze und schufen bald eine Lücke, die Litscher noch einmal zu schliessen vermochte. Die hoch gehandelten Franzosen erlitten derweil eine Niederlage. Altmeister Julien Absalon musste sich mit Platz 7 abfinden. Direkt hinter ihm reihte sich Maxime Marotte ein, dem ebenfalls einiges zugetraut worden war.
Für Schurter endete die Saison mit dem totalen Triumph. Der Seriensieger, der als erfolgreichster Mountainbiker in die Geschichte eingehen wird, blieb in dieser Saison in sämtlichen Rennen der höchsten Stufe ungeschlagen. Sechsmal gewann er im Weltcup vor der Krönung im WM-Rennen. Eine vergleichbare Serie ist noch niemandem gelungen. «Die Gelassenheit und das Selbstvertrauen machen mich stark. Wenn ich leide, weiss ich, dass der Gegner auch leidet. Es ist unglaublich, es läuft einfach perfekt für mich.»
Schurter avancierte durch die erfolgreiche Titelverteidigung zum alleinigen Rekordweltmeister vor Absalon. Zusammen mit Litscher, Lukas Flückiger (6.) sowie Reto Indergand (10.) realisierte er ein weiteres starkes Schweizer Teamergebnis.
Ohnehin war der vorletzte Tag der Titelkämpfe an der australischen Nordostküste ein Schweizer Tag. Dank Schurter, Jolanda Neff (Frauen) und Sina Frei (U23) ging Gold in allen Entscheidungen an die Schweiz. Es waren die Schweizer Medaillen Nummern 6 bis 8 vor den Downhill-Rennen am Schlusstag, vier davon sind golden – eine ganz starke Bilanz der führenden Mountainbike-Nation. (sda)