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Japán
(s. Karte »China und Japan«), großes Inselreich im äußersten Osten von Asien, das Japon romanischer Völker und Nihon, Nippón oder Dai Nippon der Japaner (Nipponjin, »Nipponleute«), hieß nach Marco Polos Vorgang im Mittelalter Zipangu und war bis 1542 terra incognita. Die erwähnten Namen stammen teils von der chinesischen Bezeichnung Dschi-pönnkwo, teils den siniko-japanischen Wörtern Nitus (»Sonne«) und Hon (»Ursprung, Aufgang«), wonach Nippon also »Land des Sonnenaufgangs«, »Morgenland« oder »Orient« bedeutet. Solange die Bewohner in Abgeschiedenheit und geographischer Unkenntnis lebten, sahen sie ihr Land für die große Mitte der Welt an und setzten dem Namen Dai (»groß«) vor.
Lage, Grenzen, Einteilung.
Das japanische Reich besteht aus mehreren gebirgigen Inselreihen, welche im O. Chinas und Russisch-Asiens die Insel Formosa mit Korea, dieses mit Sachalin und letzteres mit Kamtschatka verbinden. Es wird vom Stillen Ozean und dessen großen nordwestlichen Buchten: dem Gelben, Japanischen und Ochotskischen Meer, sowie deren Verbindungsgliedern bespült und erstreckt sich von 24°-51° nördl. Br. und von 123°-156½° östl. L., demnach über 27 Meridian- und 33½ Breitengrade. Die lange Inselreihe gliedert sich naturgemäß in folgende vier Gruppen: 1) Altjapan, das eigentliche J., zwischen Colnet- und Tsugarustraße, von 30°-41½° nördl. Br. Es führte in ältester Zeit den Namen Ôya-shima (»die großen acht Inseln«), worunter Hondo, Kiushiu, Shikoku, Awaji, Sado, Oki, Iki und Tsushima zu verstehen sind, denen sich noch Tanegashima und Yakunoshima im S., Koshikishima, Amakusa und die Goto (»Fünfinseln«) im W. von Kiushiu, ferner die Shichito (»Siebeninseln«) im S. von Hondo zugesellen. Hondo (oder Honshiu), die Hauptinsel, das Nippon früherer Geographen, wird von Jeso durch die Tsugarustraße, von Shikoku durch die Linschotenstraße, von Kiushiu durch die Enge von Shimonoseki getrennt, während Bungo Nada die Inseln Kiushiu und Shikoku scheidet. Zwischen diesen beiden und dem südwestlichen Hondo breitet sich das schöne, inselreiche Seto-uchi (»innerhalb der Straßen«) oder japanische Binnenmeer aus. 2) Die Insel Jeso, von den Japanern jetzt gewöhnlich Hokkaidô (»Nordseestraße«) genannt, liegt nordöstlich von Hondo zwischen der Tsugarustraße und der Meerenge Lapérouse, welche dieselbe von Sachalin trennt (41½°-45 ⅔° nördl. Br.). 3) Die Kurilen (japan. Chi-jima, »Tausendinseln«), 36 größere Inseln zwischen Jeso und Kap Lopatka (43°-51° nördl. Br.). 4) Die Riukiu-Inseln (gewöhnlich Liukiu, auch Lu-tschu), zwischen der Colnetstraße und der Insel Formosa (30° und 24° nördl. Br.). Hierzu kommt noch als kleinstes und abseits gelegenes Besitztum Japans: 5) die Gruppe der Bonininseln, früher Muninto oder Muninjima (»menschenleere Inseln«), jetzt nach ihrem japanischen Entdecker Ogasawarashima genannt, im Stillen Ozean, 220 km südöstlich von der Halbinsel Idzu unter 142° östl. L. und 27°-28° nördl. Br. gelegen. Insofern die vier letzten Gruppen erst während der letzten Jahrhunderte oder in neuester Zeit dem Reich einverleibt wurden, kann man sie als Neujapan bezeichnen.
Das japanische Reich umfaßt jetzt 24,979 QRi (382,447 qkm = 6944 QM.). Hiervon kommen 74,4 Proz. (18,541 QRi = 284,283 qkm = 5162 QM.) auf Altjapan und 25,6 Proz. (6256 QRi = 98,164 qkm = 1782 QM.) auf Neujapan. Von den vier großen Inseln enthält
|QRi||QKilom.||Proz. des ganzen Areals|
|Hondo||14571||224731||59|
|Jeso||5108||78164||20,6|
|Kiushiu||2621||38735||10,5|
|Shikoku||1181||18222||4,7|
Im 3. Jahrh. wurde Altjapan nach dem Muster von Korea in Provinzen geteilt, die man zu sieben Landstraßenbezirken (Dô) und dem Go-kinai (den fünf Stammprovinzen oder kaiserlichen Residenzländern) vereinigte. Im J. 1868 betrug die Zahl aller dieser Provinzen 73. Es kam Jeso als achter Landstraßenbezirk unter dem Namen Hokkaidô hinzu, mit zehn Provinzen, denen man die Kurilen (Chijima) als elfte anschloß, so daß das Land nunmehr in 84 Provinzen zerfiel. Als wenige Jahre darauf das ganze Feudalsystem zusammenbrach, mußte, wie in allen Dingen, so auch in der Verwaltung eine andre Organisation vorgenommen werden. Dem entsprechend teilte man 1872 das Land ein in 3 Fu oder Hauptstädte (Tokio, Kioto, Osaka) und 72 Ken oder Departements. Daran schlossen sich Jeso als Kolonie und die Riukiu als besonderes Königreich oder Han. Später reduzierte man die Zahl der Ken auf 35 und fügte die Riukiu als 36. hinzu, indem man ihren König, gleich den frühern Feudalherren (Daimiôs), im eigentlichen J. mediatisierte. In neuerer Zeit wurde die Zahl der Ken auf 44 erweitert, indem man auch Jeso mit dieser Einteilung versah. Die Provinzen sind zum Verständnis der Geschichte und Kulturentwickelung Japans wie nicht minder zur geographischen Orientierung von großer Wichtigkeit, da ihre Einteilung meist natürlichen Grenzen folgt, während
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diejenige in Fu und Ken ihrer Willkür und Unbeständigkeit wegen für den Geographen von geringem Interesse ist. Diesem Umstand tragen auch die neuesten Karten vollauf Rechnung. Jede Provinz führt zwei Namen. In der folgenden Übersicht wurde der gebräuchlichere durch gesperrten Druck ausgezeichnet und da, wo beide Namen gleichviel gebraucht werden, der gleiche Druck für beide angewandt.
Übersicht der 9 Landschaften und 84 Provinzen Japans nebst deren Hauptstädten.
|Japanischer Name||Siniko-japan. Name||Hauptstädte|
|I. Go-kinai oder die 5 Stammprovinzen:|
|1.||Yamashiro||Jôshiû||Kiôto|
|2.||Yamato||Washiû||Nara|
|3.||Kawachi||Kashiû||Yaogo, Sayama|
|4.||Idzumi||Senshiû||Sakai|
|5.||Settsu||Sesshiû||Ôsaka, Hiogo|
|II. Tôkaidô (Ostseestraße) mit 15 Provinzen:|
|6.||Iga||Ishiû||Uyeno|
|7.||Ise||Seishiû||Tsu, Kuwana, Yamada|
|8.||Shima||Shishiû||Toba|
|9.||Owari||Bishiû||Nagoya|
|10.||Mikawa||Sanshiû||Okazaki|
|11.||Totomi||Enshiû||Hamamatsu|
|12.||Suruga||Sunshiû||Shidzuoka|
|13.||Kai||Koshiû||Kofu|
|14.||Idzu||Bushiû||Nirayama|
|15.||Sagami||Sôshiû||Odawara|
|16.||Musashi||Bushiû||Tôkio|
|17.||Awa||Bôshiû||Katsuyama|
|18.||Kadzusa||Sôshiû||Kurui|
|19.||Shimôsa||Sôshiû||Koga, Chiba, Chôshi|
|20.||Hitachi||Jôshiû||Mito|
|III. Tôsandô (Ostberglandstraße) mit 13 (früher 8) Provinzen:|
|21.||Omi||Gôshiû||Otsu, Hikone|
|22.||Mino||Nôshiû||Gifu|
|23.||Hida||Hishiû||Takayama|
|24.||Shinano||Sinshiû||Matsumoto, Nagano|
|25.||Kôdzuke||Jôshiû||Takasaki|
|26.||Shimotzuke||Yashiû||Utsunomiya|
|27.||Iwaki||Ôshiû||Taira, Shirakawa|
|28.||Iwashiro||Ôshiû||Fukushima, Wakamatsu|
|29.||Rikuzen||Ôshiû||Sendai|
|30.||Rikuchiû||Ôshiû||Morioka|
|31.||Mutsu||Ôshiû||Hirosaki, Aomori|
|32.||Uzen||Dewa||Tsurugaoka, Yamagata, Yonezawa|
|33.||Ugo||Dewa||Akita|
|IV. Hokurokudô (Nordlandstraße) mit 7 Provinzen:|
|34.||Wakasa||Jakushiû||Ohama|
|35.||Echizen||Esshiû||Fukui, Tsuruga|
|36.||Kaga||Kashiû||Kanazawa|
|37.||Noto||Nôshiû||Nanao|
|38.||Etchiu||Esshiû||Toyama, Takaoka|
|39.||Echigo||Esshiû||Niigata, Takata, Nagaoka|
|40.||Sado, Insel||Sashiû||Aikawa|
|V. Sanindô (Bergschattenseitenstraße) mit 8 Provinzen:|
|41.||Tamba||Tanshiû||Kameyama|
|42.||Tango||Tanshiû||Miyadzu|
|43.||Tajima||Tanshiû||Idzushi, Toyooka|
|44.||Inaba||Inshiû||Tottori|
|45.||Hôki||Hakushiû||Yonago|
|46.||Idzumo||Unshiû||Matsuye|
|47.||Iwami||Sekishiû||Tsuwano|
|48.||Oki, Insel||Yabi (Yamashima)|
|VI. Sanyôdô (Bergsonnenseitenstraße) mit 8 Provinzen:|
|49.||Harima||Banshiû||Himeji, Akasaki|
|50.||Mimasaka||Sakushiû||Tsuyama|
|51.||Bizen||Bishiû||Okayama|
|52.||Bitchiû||Bishiû||Matsuyama|
|53.||Bingo||Bishiû||Fukuyama|
|54.||Aki||Geishiû||Hiroshima|
|55.||Suwô||Bôshiû||Yamaguchi|
|56.||Nagato||Choshiu||Hagi, Shimonoseki|
|VII. Nankaidô (Südseestraße) mit 6 Provinzen:|
|57.||Kii||Kishiû||Wakayama|
|58.||Awaji, Insel||Tanshiû||Sumoto|
|59.||Awa, Insel Shikoku||Ashiu||Tokushima|
|60.||Sanuki, Insel Shikoku||Sanshiû||Takamatsu|
|61.||Iyo, Insel Shikoku Yoshiû||Matsuyama|
|62.||Tosa, Insel Shikoku||Toshiû||Kochi|
|VIII. Saikaidô (Westseestraße) mit 9 Provinzen:|
|63.||Chikuzen, Insel Kiushiu||Chikushiû||Fukuoka-Hakata|
|64.||Chikugo, Insel Kiushiu||Chikushiû||Kurume|
|65.||Buzen, Insel Kiushiu||Hôshiû||Kokura|
|66.||Bungo, Insel Kiushiu||Hôshiû||Funai|
|67.||Hizen, Insel Kiushiu||Hishiû||Nagasaki, Saga|
|68.||Higo, Insel Kiushiu||Hishiû||Kumamoto|
|69.||Hiuga, Insel Kiushiu||Nishiû||Miyasaki, Nobeoka, Sadowara|
|70.||Ôsumi, Insel Kiushiu||Goshiû||Kajiki|
|71.||Satsuma, Insel Kiushiu||Sashiû||Kagoshima|
|72.||Iki, Insel||Ishiu||Katsumoto|
|73.||Tsushima, Ins.||Taishiu||Idzunohara|
|IX. Hokkaidô (Nordseestraße) mit 11 Provinzen:|
|74.||Oshima||Insel Jeso||Hakodate, Matsumaye|
|75.||Shiribeshi||Insel Jeso||Otaru|
|76.||Iburi||Insel Jeso||Mororan|
|77.||Ishikari||Insel Jeso||Sapporo|
|78.||Hitaka||Insel Jeso||Saru|
|79.||Tokachi||Insel Jeso||Hira (Birô)|
|80.||Teshiwo||Insel Jeso||Rurumoppe|
|81.||Kushiro||Insel Jeso||Akeshi|
|82.||Nemuro||Insel Jeso||Nemuro|
|83.||Kitami||Insel Jeso||Sôya|
|84.||Chijima oder die Kurilen||Tomari auf Kunashir|
Hierzu kommen die Riukiu-Inseln (jetzt Okinawa-Ken) mit der Hauptstadt Shiuri auf Okinawa-shima und die Ogasawara-shima (Bonininseln) mit Port Lloyd.
Die Bevölkerung Japans, nach dem Zensus vom 1. Jan. 1887 über 38 Mill., verteilt sich auf 11,140 Städte und 57,155 Dörfer. Von den drei Fu oder Hauptstädten hat die kaiserliche Residenz Tôkio (»Osthauptstadt«), vor 1868 Jedo genannt, 800,000 Einw., Osaka 300,000 Einw., Kiôto oder Saikio (»Westhauptstadt«) 230,000 Einw. Es folgen der Bevölkerung nach: Nagoya 130,000 Einw., Kanazawa 110,000, Hiroshima 80,000, Jokohama 70,000, Wakayama 60,000, Sendai und Tokushima je 54,000, Hiogo-Kobe und Fukuoka-Hakata je 50,000, Kumamoto, Hagi, Toyama und Fukui je 45,000, Matsuyama, Nagasaki, Kôchi, Matsuye und Akita je ca. 40,000, Niigata, Morioka, Okayama, Kagoshima, Hakodate je ca. 30,000 Einw.
J. ist durch seine prächtigen, wasserreichen Landschaften, insbesondere durch die Fülle und Mannigfaltigkeit seiner Vegetation, durch den Fleiß, Geschmack und die Sorgfalt, mit welchen seine Bewohner die Felder bebauen und ihre Ziergärtchen pflegen, durch das heitere, höfliche Wesen und den Reinlichkeitssinn der Bevölkerung, durch die hohe Kulturstufe, welche dieselbe, insbesondere auf manchen Gebieten des Kunstgewerbes, erreicht hat, durch ihre Bildungsfähigkeit und ihren großen Bildungstrieb ein höchst interessantes Land.
Bodenbeschaffenheit. Gewässer.
In geologischer Beziehung wurde J. erst während der letzten 15 Jahre genauer bekannt. Auf den Urgneis, der indes nur an wenigen Stellen ansteht, folgen alte kristallinische Schiefer, welche namentlich auf Shikoku mächtig entwickelt sind und hier alle höhern Berge bilden, dann paläozoische Schichten von Thonschiefer, Grauwacke, Quarziten und Kalksteinen
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mit oft starken Verwerfungen. Fusulinenkalke finden sich namentlich im mittlern Hondo. Auch Glieder der Trias, des braunen Jura und der Kreide wurden auf dieser Insel und auf Jeso nachgewiesen. An diese ältern Gebirgsglieder, zumal an den Rändern gehobener Buchten, lagern sich vielfach miocäne und pliocäne Konglomerate, Sandsteine, Schieferthone, Braunkohlen, vulkanische Tuffe und Meeressande mit vielen Resten mariner Konchylien oder einer reichen Landflora. Dagegen hat man Anzeichen von Eocän und Diluvium noch nicht gefunden.
Die ältesten Eruptionen, welche die metamorphen und paläozoischen Schichtenkomplexe vielfach durchbrochen und überlagert haben, waren die des Granits und verwandter Gesteine. Der Granit ist namentlich im südwestlichen und mittlern Hondo weit verbreitet; er bildet hier einen großen Teil des höhern Gebirges und erreicht im Komagatake an der Grenze von Koshiu 3000 m Höhe. Bei vielen andern ansehnlichen Bergen bildet er die Unterlage. Jüngere vulkanische Bildungen, insbesondere trachytische und doleritische, durchsetzen fast noch häufiger die verschiedensten Schichtenkomplexe, überlagern sie wie auch den Granit und bilden so vielfach die krönenden Kuppen oder seitlich, dem Gebirge vorgelagert, isolierte Berge von bekannter Kegelgestalt.
J. ist vorwiegend Gebirgsland. Seine Gebirgszüge folgen meist der Hauptrichtung der Inseln von SSW. nach NNO. und sind dann aus jenen ältern Schiefern und Quarziten aufgebaut und nicht selten von vulkanischen Kuppen gekrönt oder seitlich begleitet. In der größten Breite von Hondo, zwischen 35° und 37° nördl. Br., erreicht das Land in einigen vulkanischen Gipfeln (Fuji-no-yama 3750 m und Ontake 3004 m) seine höchste Erhebung und in der Meridiankette zwischen den Provinzen Shimano und Hida, dem »japanischen Schneegebirge«, den ausgeprägtesten und wildesten Gebirgscharakter. Mauerartig ansteigende Granit- und vielzerklüftete Porphyrmassen erheben sich hier im Yari-ga-take bis gegen 3000 m, während die Paßübergänge, wie nirgends sonst in J., 1800-1900 m hoch liegen und fast nie ganz schneefrei werden. Gipfel von 2500 m Höhe und darüber sind im mittlern Hondo zahlreich. Hierher gehören der Haku-san, Tate-yama, Norikura, Asama-yama, Kimpu-zan, Komaga-take, Shirane-san, Nan-tai-san, Jide-san u. a. Im nördlichen Hondo zeigen Chôkai-san, Ganju-san und Iwaki-san, drei mächtige vulkanische Gipfel, am frühsten Schneehauben. Auf der Insel Jeso erreicht der Tokachi-dake im zentralen Erhebungsgebiet gegen 2500 m Höhe. Dagegen bleiben alle Berge der Hauptinsel westlich des Biwasees und der Bucht von Owari unter 2000 m. So erreicht der Omine-san unter 34° nördl. Br. als höchster Gipfel der gebirgigen Halbinsel Yamato, welche östlich der Linschotenstraße den südlichsten Teil von Hondo darstellt, nur 1880 m Höhe und der Daisen, als höchster Berg in Chiugoku (Zentralland), wie das südwestliche Hondo früher hieß, sogar nur 1640 m. Auch die Schieferrücken der Insel Shikoku dürften sich bei genauer Messung nicht viel höher erweisen. Desgleichen sind die höchsten Gipfel der Insel Kiushiu, die Vulkane Asô-yama und Kirishima-yama, gegen 1600 m hoch.
Den verschiedenen Spuren vulkanischer Thätigkeit begegnet man in J. nach allen Richtungen. In dem großen vulkanischen Gürtel, welcher den Stillen Ozean umgibt, bildet das Land seiner ganzen Länge nach ein wichtiges Glied mit etwa 20 thätigen und Hunderten von erloschenen Vulkanen. Von erstern nennen wir besonders Asô-yama östlich der Stadt Kumamoto auf Kiushiu, Asama-yama nordwestlich von Tokio, Shirane-yama im Nikkogebirge nördlich von Tokio, Komaga-take auf Jeso. Zu den erloschenen oder ruhenden gehören der Kirishima-yama und die meisten der genannten hohen Gipfel auf Hondo wie auch der erhabene Fuji-san oder Fuji-no-yama, dessen beschneiter Gipfel im W. von Tokio und Jokohama wie ein riesiger Zuckerhut hoch in die Lüfte ragt, ein Wahrzeichen für den Schiffer und Landmann, der heiligste Berg des Landes, den in der schneefreien Zeit (Juli und August) jährlich zwischen 15,000 und 20,000 weiß gekleidete Pilger besteigen.
Indifferente und Schwefelthermen zählt das Land mehrere Hunderte. Erdbeben sind häufig und haben in frühern Zeiten, gleich vulkanischen Aschenregen, oft weite Landstrecken verheert. J. ist wasserreich; doch konnten bei der geringen Breite der Inseln und dem Umstand, daß Gebirge dieselben der Länge nach mitten durchziehen, große Flußsysteme nicht zur Entwickelung kommen. Die meisten Flüsse haben im Oberlauf ein zu starkes Gefälle und lagern im kurzen Unterlauf zu viel Sand ab, um für den Verkehr von großer Bedeutung zu sein. Zu nennen sind der lachsreiche Ishikari auf Jeso, der Shinano-gawa, Tone-gawa und Kiso-gawa sowie der Kitakami-gawa und der Yodo-gawa (als Abfluß des großen Biwasees) auf Hondo; der Chikugo-gawa auf Kiushiu und der Yoshino-gawa auf Shikoku. Der Kuro-shiwo oder japanische Golfstrom bespült die südlichern Gestade Japans, der Oya-shiwo, eine kalte, polare Strömung, die Kurilen und benachbarte Teile der Insel Jeso. Drehstürme, Taifune genannt, bringen im Nachsommer und Herbst der Schiffahrt zeitweise die größten Gefahren, während dieselbe an der flachen, hafenarmen Küste des Japanischen Meers heftiger Nordwinde wegen während des Winters fast ganz unterbrochen wird, wenigstens soweit Segelschiffe in Betracht kommen.
Klima. Pflanzen- und Tierwelt.
Das Klima Japans ist gesund. Es steht unter der Herrschaft der Monsune: warmer, feuchter Südwinde im Sommer, kalter, rauher Nord- und Nordwestwinde während des Herbstes und Winters. Mäßigt auch das Meer mit dem Kuro-shiwo die großen Gegensätze des benachbarten Festlandes zwischen dem heißen, regenreichen Sommer und dem trocknen, kalten Winter mit vorherrschend heiterm Himmel, so sind die Extreme, verglichen mit andern Ländern unter gleicher Breite, doch noch sehr groß. Der Winter ist beispielsweise viel kälter als in der Mittelmeerregion. Er bringt, wenn auch nur vorübergehend, selbst dem südlichen Kiushiu noch Frostnächte und Schnee in der Breite des Nildelta, den Gebirgen überall und im N. auch dem Flachland große Schneemassen, doch keine hohen Kältegrade. In Tokio (35° 40' nördl. Br.), dessen mittlere Jahrestemperatur 13° C. beträgt, sinkt z. B. die Temperatur ausnahmsweise auf -9 bis -10° C. und steigt im Juli zuweilen auf 35° C. Nachtfröste kommen hier über 60 im Jahr und noch im März vor. Vom November bis März beträgt die mittlere Temperatur nur 5,5° C. und bewirkt einen langen Stillstand der Vegetation. Da das Land vom Meeresniveau bis zu Gipfeln über 3000 m sich erhebt und in Meridianrichtung sich über 27 Breitengrade erstreckt, kann von Gleichartigkeit des Klimas nicht die Rede sein. Reiche Niederschläge kommen im Sommer der Vegetation zu gute und fördern die große Mannigfaltigkeit und Üppigkeit, durch welche sich die japanische Flora auszeichnet. Erstaunlich
Im Meyers Konversations-Lexikon, 1888
Japan.
Die Bevölkerung von J. war 1888 auf 39,069,007 Seelen angewachsen. Durch die Beseitigung des Feudalsystems und die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht ist die scharfe Scheidewand zwischen den Ständen gefallen. Nach der im J. 1885 erfolgten Reorganisation des Adels, bei welcher auch das Verdienst um die kaiserliche Familie und den modernen Staat gebührende Anerkennung fand, gibt es 5 Adelsklassen mit zusammen 565 Mitgliedern (11 Fürsten, 25 Marquis, 81 Grafen, 355 Vikomtes und 93 Barone). Nur der älteste Sohn ist Erbe des Ranges und der damit verbundenen Einkünfte. Die kaiserliche Hochschule (Teikoku Daigaku, früher Kaisei-Gakko genannt) ist seit ihrer Reorganisation (1886) einem Präsidenten oder Kurator unterstellt und umfaßt fünf Fakultäten, welche vorher besondere Schulen bildeten, nämlich die juristische, medizinische, polytechnische, philosophische und naturwissenschaftliche. Während in der medizinischen Fakultät nur Deutsche oder in Deutschland gebildete Japaner als Professoren wirken, herrscht in der polytechnischen das englische und in der naturwissenschaftlichen Fakultät das japanische Element vor; die juristische und die philosophische Fakultät tragen noch immer ein kosmopolitisches Gepräge. Die Studierenden leben insgesamt im Internat und tragen eine Art Uniform. Das Zeitungswesen hat sich seit seinem Entstehen (1869) erstaunlich schnell entwickelt. 1889 erschienen allein in Tokio 215 Zeitschriften mit einer Gesamtauflage von 3,7 Mill. Exemplaren.
Die fortschreitende materielle Entwickelung Japans erkennt man am besten an seinem Außenhandel sowie an der Zunahme seiner Verkehrsmittel. Der Wert des Warenumsatzes ist von 1887 zu 1888 bei der Einfuhr von 51,6 Mill. Silber-Jen (à 3,10 Mk.) auf 65,5 Mill. Jen, bei der Ausfuhr von 52,4 Mill. auf 65,7 Mill. Jen gestiegen, was beim Gesamthandel eine Steigerung um 27 Mill. Jen ergibt. An der Einfuhr, resp. Ausfuhr waren die Häfen Jokohama mit 56, resp. 65 Proz., Hiogo-Osaka mit 40, resp. 25 Proz. und Nagasaki mit 3,3, resp. 8,5 Proz. beteiligt. Hauptverkehrsländer waren bei der Einfuhr Großbritannien (28,7 Mill.) und China (10,4 Mill. Jen), bei der Ausfuhr die Vereinigten Staaten von Nordamerika (22,6 Mill.), Frankreich (13,3 Mill.), China (11,4 Mill. Jen). Deutschland nimmt im Handelsverkehr erst die fünfte Stelle ein (bei der Einfuhr mit 5,3 Mill., bei der Ausfuhr mit 1,6 Mill. Jen). Obwohl nun die günstige Handelsbilanz für 1888 durch eine reiche Ernte von Reis und Seide sowie durch hohe Kupferpreise stark beeinflußt war, so ergibt sich doch, daß sich der Gesamtumsatz seit zehn Jahren fast verdoppelt hat. Eine wichtige Rolle bei der Einfuhr spielen nach wie vor Webwaren (Schirting, Wollmusselin, Italian Cloth, Tuche) und behaupten sich gegenüber der Konkurrenz der japanischen Fabriken; es bestehen z. B. schon 22 Baumwollspinnereien im Land, aber sie liefern nur Gespinste von geringer Güte. Die einheimische Fabrikation von Zucker ist sogar 1885-87 von 43,780 auf 36,698 Ton. zurückgegangen, während die Einfuhr von 63,783 auf 81,002 T. stieg. Demnach wird J. in betreff der Fabrikate nach wie vor vom Ausland abhängig bleiben. Einen wichtigen Fortschritt auf dem Gebiet des Handels bezeichnet der 1889 mit dem Deutschen Reich
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abgeschlossene Handelsvertrag, welcher gegen Aufhebung der Konsulargerichtsbarkeit ganz J. den deutschen Unterthanen eröffnet.
Das japanische Eisenbahnnetz hat sich bis zum Sommer 1889 auf 1670 km erweitert, von denen 975 km dem Staat und 695 km verschiedenen Privatgesellschaften gehören. Die schon früher bestehen Kioto-Otsu, Tsuruga-Ogaki, Ogaki-Taketogo und Takasaki-Jokogawa erhielten eine wesentliche Ergänzung durch die Tokaidobahn, welche die Verbindung zwischen der Landeshauptstadt Tokio und den westlichen Hauptstädten Kioto und Osaka herstellt und 16. April 1889 eröffnet wurde (346 km lang). Auch die Hokkaido- oder Jesobahn (zwischen dem Hafen Otarumai, der Stadt Sapparo und den Kohlengruben von Poronai) gehört dem Staat. Unter den zahlreichen Eisenbahngesellschaften, welche sich seit 1881 und namentlich im J. 1888 gebildet haben, steht die Japanische (Nippon-Tetsu-do-Kaisha) nach Alter und Bedeutung obenan; sie hat schon die Linien Tokio. Takasaki-Maëbaschi und Sendai-Shiogama gebaut und vor wenigen Jahren den 720 km langen Bahnbau von Tokio nach Awomori an der Tzugarustraße unternommen und größtenteils beendet. Auf der Insel Shikoku sind zwei Lokalbahnen im Betrieb, und zwei Linien befinden sich auf Kiusiu im Bau. Von allen japanischen Bahnen hat nur diejenige von Tokio nach Jokohama ein zweites Geleise; sie ist zugleich die einzige, welche sich bis jetzt gut rentiert, indem sie z. B. 1886 einen Reinertrag von 11,73 Proz. brachte, während die zweitälteste Bahn von Hiogo nach Otsu nur 3,08 Proz. Ertrag lieferte. Wenn die Legierung nichtsdestoweniger den meisten Privatgesellschaften eine Zinsgarantie von 8 Proz. zugesichert hat, so ist dies vor allem dem landesüblichen hohen Zinsfuß zuzuschreiben. Die Länge der Telegraphenlinien betrug 1886: 9468 km. Der Postverkehr hatte 1887 folgenden Umfang: befördert wurden im Inlandverkehr 106 Mill. Briefe und Postkarten, 20 Mill. Drucksachen u. Warenproben, 2,9 Mill. Einschreibesendungen; im internationalen Verkehr gingen 908,000 Sendungen ab, und 773,000 kamen an. Für das Finanzjahr 1888/89 wurden die Staatseinnahmen auf 80,755,923 Jen, die Ausgaben auf 50,747,854 Jen veranschlagt. Die Staatsschuld belief sich 1887 auf 307 Mill. Jen, denen in Aktiven 54 Mill. Jen gegenüberstanden. J. besitzt (1886) eine stehende Armee von 69,388 Mann (darunter 3202 Offiziere) in Friedenszeit und an 200,000 Mann auf dem Kriegsfuß. Dazu kommt eine Flotte von 29 Schissen, worunter ein Panzerschiff und 20 Torpedoboote sich befinden.
[Verfassung.]
Entsprechend dem Wahlspruch Meiji (spr. mehdschi, d. h. erleuchtete Regierung), welchen der gegenwärtige Mikado Mutsuhito für die Dauer seiner Herrschaft wählte, hatte er seit seiner Thronbesteigung den Erlaß einer Verfassung für J. im Sinn und leistete schon 6. April 1868 vor den versammelten Großen darüber ein feierliches Versprechen. Doch das Volk mußte erst zum rechten Verständnis der Rechte und der Pflichten erzogen werden, welche ihm durch eine Verfassung auferlegt werden sollten, und der Beamtenstand sich die nötigen Vorkenntnisse zur Handhabung der neuen Gesetze erwerben. Deshalb wurde die Einführung einer Verfassung hinausgeschoben, und auch nach dem Aufstand von Satsuma wurden 1878 zunächst nur Kreistage ins Leben gerufen, welche jährlich im März zur Beratung von Ken-Angelegenheiten zusammentraten. Auf die zahlreichen Petitionen um Einführung einer Verfassung versprach der Mikado 1881 die Berufung eines Parlaments für das Jahr 1890. Nach sorgfältigem Studium der politischen Systeme Deutschlands, Frankreichs, Englands und der Vereinigten Staaten beschloß man die preußische Verfassung und die deutsche Reichsverfassung für J. zum Muster zu nehmen. Endlich erfolgte 11. Febr. 1889 die feierliche Verkündigung der Verfassung. Dieselbe enthält folgende Bestimmungen: J. ist ein erbliches Kaiserreich, in welchem die Thronfolge auf die männlichen Nachkommen des Kaisers beschränkt bleibt. Der Kaiser vereinigt in seiner geheiligten und unverletzlichen Person die Rechte des Souveräns und übt sie nach den Bestimmungen der Verfassung. Er sanktioniert die Gesetze, läßt sie verkünden und ausführen. Ihm steht das Recht zu, den Reichstag zu berufen, zu schließen oder zu vertagen und das Haus der Abgeordneten aufzulösen. Seine Erlasse bei nicht versammeltem Reichstag haben Gesetzeskraft, müssen aber dem nächsten Reichstag vorgelegt werden, der über ihre Fortdauer zu beschließen hat. Der Kaiser führt den Oberbefehl über Heer und Flotte und bestimmt deren Organisation, er erklärt Krieg, schließt Frieden und Verträge, hat das Begnadigungsrecht und verleiht Rang, Titel und Ehrenzeichen. Der Reichstag besteht aus dem Herrenhaus und dem Haus der Abgeordneten. Nach dem Wahlgesetz soll jedes von ihnen 300 Mitglieder zählen. Zum Herrenhaus gehören 1) auf Lebenszeit die männlichen Mitglieder der kaiserlichen Familie nach zurückgelegtem 20. Lebensjahr, ferner die Koshaku, nämlich 11 Fürsten und 32 Marquis; 2) ein Fünftel der Grafen, Vicomtes und Barone, gewählt auf 7 Jahre, wobei jede dieser drei Rangklassen für und aus sich wählt; 3) vom Mikado auf Vorschlag der Regierung auf Zeit oder lebenslänglich berufene Mitglieder. Die untere Altersgrenze für alle nicht dem kaiserlichen Haus angehörigen Mitglieder ist das vollendete 25. Lebens)ahr. Für das Abgeordnetenhaus ist das Wahlrecht auf Männer beschränkt, welche im Vollgenuß ihrer bürgerlichen Freiheit stehen, das 25. Lebensjahr vollendet haben und wenigstens 15 Jen (ca. 50 Mk.) direkte Steuern zahlen. Wählbar sind nur solche Wahlmänner, welche das 30. Lebensjahr zurückgelegt haben, mit Ausnahme der Hofbeamten, Richter, Kassen-, Steuer- und Polizeibeamten, der Priester und des Militärs. Ein Abgeordneter darf außerdem nicht gleichzeitig dem Herrenhaus oder einem Kreistag angehören. Die Einteilung der Wahlbezirke erfolgt nach der Bevölkerungszahl und der administrativen Gliederung in 3 Hauptstädte (Fu) und 42 Regierungsbezirke (Ken). Der Reichstag soll jedes Jahr einberufen werden, eine Sitzungsperiode in der Regel drei Monate dauern. Bei den Beratungen herrscht Redefreiheit, bei den Beschlüssen entscheidet einfache Majorität, zur Beschlußfähigkeit gehört wenigstens ein Drittel aller Mitglieder. Gesetzesvorlagen gehen erst an das Haus der Abgeordneten; verworfene dürfen in derselben Sitzungsperiode nicht zum zweitenmal eingebracht werden. Die Finanzen unterstehen der Kontrolle des Reichstags, dem jährlich das Budget zur Genehmigung vorgelegt werden muß. Die Ausgaben des kaiserlichen Hauses, welche bereits festgesetzt sind, und alljährlich aus dem Nationalschatz bestritten werden, sollen jedoch der Zustimmung des Reichstags nur dann bedürfen, wenn eine Erhöhung derselben nötig werden sollte. Die Rechtspflege soll von den Gerichtshöfen nach den Gesetzen und im Namen des Kaisers gehandhabt werden. Die Richter dürfen
Im Meyers Konversations-Lexikon, 1888
Japan,
Geschichte. Im Mai 1890 schieden der Minister für Ackerbau und Handel, Graf Inouye Kaora, und der Minister des Unterrichts, Vikomte Enomoto Takeaki, aus dem Ministerium aus. Der bisherige Minister der Marine, Graf Saigo Tsukumichi, übernahm das Ministerium des Innern an Stelle des Ministerpräsidenten Grafen Yamagata Aritomo, der bisherige Vizeminister des Innern, Yoshikawa Akimasa, wurde Unterrichtsminister, Mutsu Minister für Ackerbau und Handel und der bisherige Vizeminister der Marine, Kabayama Sukenori, Marineminister. Die Wahlen für das Abgeordnetenhaus des Reichstags, von welchen infolge des hohen Zensus allerdings die untern Klassen ganz und auch ein Teil der Mittelklassen ausgeschlossen waren, sanden 1. Juli 1890 statt und vollzogen sich ohne erhebliche Störungen. Darauf wurde auch das Herrenhaus gebildet und Graf Ito zum Präsidenten desselben ernannt. Der Kaiser eröffnete selbst 29. Nov. das erste japanische Parlament mit einer kurzen Thronrede, in der es hieß: »Ernstlich flehen wir, daß wir mit Ihrer Mitwirkung die Vergangenheit einheitlich vollenden, die Zukunft hell und licht gestalten, die trefflichen Früchte, welche die Verfassung zeitigen wird, treu bewahren und somit fortfahren mögen, den Ruhm unsers Reiches zu wahren und zu Haus und in der fremde den bewunderungswürdigen und loyalen Charakter unsers Volkes zu bethätigen.« Der vom Abgeordnetenhaus gewählte Präsident Nakashima, ein Christ, wurde vom Kaiser bestätigt. Beide Häuser beantworteten die kaiserliche Thronrede mit Ergebenheitsadressen. Nicht lange nachher brannte das provisorische Gebäude des Parlaments ab. - Zur Litteratur: Whitney, Concise dictionary of the principal roads, chief towns and villages of J. (Lond. 1889); v. Matsudaira, Die völkerrechtlichen Verträge des Kaisertums J. (Stuttg. 1890); Kleist, Bilder aus J. (Leipz. 1890); Kassáka, Das japanische Geldwesen (Berl. 1890); Exner, Japan. Skizzen von Land und Leuten, mit besonderer Berücksichtigung kommerzieller Verhältnisse (Leipz. 1891).