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GC nach Entscheidungsspielen Meister
Auf die Saison 1941/42 war mit der Aufstockung der National-Liga von 12 auf 14 Mannschaften ein neues Spielklassensystem eingeführt worden. Und gleich in der ersten Austragung landeten zwei Klubs punktgleich auf dem 1. Platz. Erstmals musste ein Entscheidungsspiel um den Titel ausgetragen werden. Respektive zwei. Erfolglos.
Mit der neuen 14er-Liga, bei der in je 13 Hin- und Rückrunden der Schweizer Meister ermittelt wurde, war nach verschiedenen Anpassungen in den 1930er-Jahren das Ei des Kolumbus gefunden worden – zumindest für die kommenden drei Jahrzehnte. Bis ins Jahr 1976 sollte dieser Modus die gültige Formel bleiben.
Gleich die erste Austragung im neuen Modus gipfelte in einem engen Rennen zwischen dem Grasshopper Club Zürich, dem FC Grenchen und dem Servette FC. In Runde 19 von 26 gewann Grenchen gegen GC auswärts überraschend mit 1:0. Doch auf dem Weg zum ersten Titel der Klubgeschichte wurde der FCG nervös und liess gegen Servette (3:4 nach 3:0-Führung!), Chaux-de-Fonds (0:0) und Luzern (1:1) entscheidende Punkte liegen. Leader Servette hatte in der letzten Meisterschaftsphase zahlreiche Verletzungen zu beklagen und kam ebenfalls in Straucheln, während GC souverän blieb und sich mit einem 8:0 im Stadtderby (5 Tore von Amadò!) viel Selbstvertrauen holte.
Denkwürdiger letzter Spieltag
Vor der letzten Runde hatte Servette den Titel vor Augen und führte mit einen Punkt vor GC und Grenchen. An einem denkwürdigen letzten Spieltag verspielten die Genfer den Titel mit einer Niederlage gegen Lausanne - das entscheidende Tor zum 4:3 für die Waadtländer fiel in der 86. Minute. Ein Unentschieden hätte Servette zumindest für die Entscheidungsspiele gereicht... Im gleichzeitig stattfindenden Spiel gegen den FC Cantonal Neuchâtel lagen die Grasshoppers mit 0:2 im Rückstand, bevor sie das Spiel 20 Minuten vor Schluss noch zum 3:2 drehen konnten. Fünf Minuten später ging auch Grenchen in St.Gallen in Führung und gewann am Ende mit 2:0. So lagen die Zürcher und die Solothurner in der Schlusstabelle punktegleich an der Spitze, Servette fiel mit einem Punkt Rückstand aus der Entscheidung.
Erstmals in der Geschichte der National-Liga in einer Einergruppe ab 1933 musste folglich ein Entscheidungsspiel über die Vergabe des Schweizer Meistertitels entscheiden. Das damit fällig gewordene Entscheidungsspiel am 19. Juli 1942 im Stadion Wankdorf in Bern endete «bei schwerer Sommerhitze», wie im Jubiläumsbuch «75 Jahre Grasshopper-Club Zürich» nachzulesen ist, nach Verlängerung 0:0.
Torverhältnis entschied schliesslich zu Gunsten von GC
Eine Woche später kam es zur Wiederholung. Am 26. Juli 1942 in Basel stand es nach 120 Minuten ebenfalls unentschieden, diesmal 1:1. «Nach dem damals geltenden Geschäfts-Reglement der National-Liga wurde in einem solchen Falle derjenige Verein Schweizermeister, der über das bessere Torverhältnis verfügte», steht dazu im «Goldenen Buch des Schweizer Fussballs» aus dem Jahr 1958. Die Zürcher Grasshoppers verfügten mit 63:23 gegenüber 56:23 über die besseren Karten und feierten den 11. Meistertitel der Geschichte. Später trat für die Wertung an die Stelle des Torverhältnisses die Tordifferenz. Erst in den 1970er Jahren wurde die Lösung des Elfmeterschiessens in die Reglemente aufgenommen.
Die Zürcher feierten 1941/42 sogar das dritte Double der Klubgeschichte. Bereits im Frühjahr hatten die Grasshoppers den Cup-Wettbwerb gewonnen. Auch dort waren gegen den FC Basel zwei Finalspiele nötig geworden: nach dem 0:0 setzten sich die Zürcher im Wiederholungsspiel im Berner Wankdorf mit 3:2 nach 0:2-Rückstand durch. Es war der 9. Cupsieg für GC.
Die grossen Figuren
Die grossen Figuren bei den Zürchern hiessen Severino Minelli und Alfred «Fredy» Bickel. Minelli feierte in 13 GC-Jahren bis 1943 fünf Meistertitel und acht Cupsiege, dazu kamen ein weiterer Meistertitel mit Servette und 80 Länderspiele. Bickel spielte von 1936 und 1956 für GC und war an sieben Meistertiteln und acht Cupsiegen beteiligt. Er hält mit 203 NLA-Toren in 408 Einsätzen mit riesigem Vorsprung den Klubrekord. Weitere «Stars» dieser Zeit waren Lauro Amadò (mit 22 Toren 2. des Torschützenklassements) und Hans-Peter Friedländer.
Der FC Grenchen seinerseits erreichte zum dritten Mal nach 1938/39 und 1939/40 nur den Ehrenplatz in der Meisterschaft. Zum Meistertitel reichte es dem FCG nie. Das Tor der Solothurner hütete Erwin Ballabio, der 1959 als 41-Jähriger doch noch einen Titel holte - und Cupsieger wurde. Zehn Jahre später betreute er als Trainer die Nationalmannschaft. 1967 zuerst für zwei Spiele interimistisch (u.a. beim 7:1 gegen Rumänien) und 1968/69 dann auch offiziell für 12 Länderspiele als Nachfolger des Italieners Alfredo Foni.