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Wer sich ein wenig für den Europacup interessiert, der kommt ums Rechnen nicht herum. Fast alles hat auf den europäischen Bühnen eine mathematische Logik – und die ist mitunter so komplex, dass der normale Zuschauer bei all den Länder- und Clubkoeffizienten, in den 5-Jahres-Wertungen, Setzlisten und Zugangslisten so ziemlich schnell den Überblick verliert. Gut also, gibt es Bert Kassies aus der Nähe von Amsterdam. Der Mann kann rechnen – und hat für all die Listen ein Programm entwickelt, das schon am anderen Morgen einen Blick zulässt, wie es denn nun steht um die Rahmenbedingungen zum Beispiel der Schweizer Vereine auf der europäischen Bühne.
Hier kann man nachschauen, mit wie vielen Clubs die Schweiz im Sommer 2014 (und über den reden wir hier ja, wenn wir von Zahlen, Fakten und Koeffizienten sprechen) an den Qualifikationen für die Champions und die Europa League wird teilnehmen können. Man kann das auch schon für den Sommer 2015, den Sommer 2016 oder den Sommer 2017 tun, wobei natürlich mit der zeitlichen Distanz der Prognose auch deren Verlässlichkeit sinkt, weil die Punkte für die späteren Listen erst noch gesammelt werden müssen. Interessant ist deshalb vor allem ein Blick auf die „Echtzeit“-Länderkoeffizienten-Liste, die für die Plätze ab der Saison 2014/2015 massgebend sein wird. Hier stellen wir folgendes Fest nach dem Sieg des FC Basel gegen Sporting Lissabon und dem Punktgewinn der Young Boys an der Anfield Road von Liverpool: die Schweiz ist momentan auf Rang 14 aller UEFA-Nationen klassiert, was so viel bedeutet, dass die Schweiz nicht nur in der Saison 2013/2014 (für diese ist der Koeffizient aus dem Sommer 2012 massgebend), sondern auch in den folgenden Jahren zwei Clubs in die Qualifikation der Champions League schicken kann, die beide in der dritten Runde (der Meister in der Champions Tour, der Zweite in der Non-Champions-Runde) einsteigen werden. Vielleicht reicht es den Schweizern sogar noch auf Rang 13 (es stehen noch die Zyprioten vor der Sonne) verbessern – und da gibt es Hoffnung, sogar wieder einen direkten Gruppenplatz (wie der FC Basel in der Saison 2011/2012) zu bekommen.
Die Chancen stehen gut, dass die Schweizer Clubs sich wieder an diesen Punkt heranarbeiten. Das Europacup-Jahr 2012/2013 ist jetzt schon weit besser als die Saison 2008/2009 die nächstes Jahr aus der Wertung fallen wird. Und die Saison ist ja noch nicht zu Ende, beide Clubs können sich noch mehr oder weniger Hoffnungen auf die Sechzehntelfinals im Frühjahr machen. Was vor allem erfreulich ist: erstmals sammelt nicht vor allem der FC Basel Punkte für den Schweizer Koeffizienten (derzeit 9,5 nach UEFA-Rechnungsmodell), sondern auch der BSC Young Boys (8,0). Weil aber alle erspielten Punkte durch alle Schweizer Teilnehmer dieser Saison (also auch die ausgeschiedenen Servette und Luzern) geteilt werden, bleibt für den Koeffizienten nicht mehr viel übrig. Beispiel der Donnerstags-Runde: Basel gewann gegen Lissabon, das ergibt 2 Punkte für den Koefffizienten (hier zählt die Drei-Punkte-Regelung nicht…), YB holte ein Remis in Liverpool, das ergibt 1 Punkt. Die 3 Punkte werden durch 4 Schweizer Teilnehmer gerechnet, das ergibt 0,75 Punkte Zuwachs für den Schweizer Koeffizienten, der in dieser Saison 5,375 beträgt und in der Fünfjahres-Wertung (fünf Saisons addiert) 25,925.
Das alles kann man, wenn man sich für Zahlen und Zahlenspiele tiefer interessiert, bei Bert Kassies in allen Variationen, in Jahresmodellen, auf Länder heruntergebrochen, aber auch auf die einzelnen Vereine, nachlesen. Seine Hompage mit der nicht eben einfach zu merkenden Adresse http://kassiesa.home.xs4all.nl/bert/uefa/index.html war vor Jahren noch ein Insider-Tipp, Anfragen beantwortete Bert Kassies höchstselbst. Nun gehört sie zu den meistbesuchten Seiten in Europas Fussball und erfreut sich ein paar Anzeigen. Das Rechnen beginnt sich zu rechnen…