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Ebola ist ein Virus, das beim Menschen (1976 erstmals im Sudan und in der DR Kongo beschrieben) innere und äussere Blutungen verursacht und meistens tödlich verläuft. Eine Therapie gibt es zur Zeit noch nicht (eine Impfung wird entwickelt).
Es wird vermutet, dass gewisse Flughunde, die in den tropischen Wäldern von Zentral – und Westafrika heimisch sind, das natürliche Reservoir von Ebola bilden. Als Virusträger weisen sie keinerlei Symptome auf und scheinen grosse Affen und Menschen über ihren Kot oder durch Biss anzustecken. Das Virus kann sich auf den Menschen auch nach dem Kontakt mit toten oder lebenden infizierten Tieren oder mit anderen infizierten Personen übertragen.
Der aktuelle Ebola-Ausbruch hat Ende 2013 in Guinea begonnen und sich dann auf Liberia und Sierra Leone erstreckt. Bisher sind rund 27’100 Menschen erkrankt und über 11‘100 verstorben. In Liberia wurde der letzte Todesfall am 27. März 2015 verzeichnet. Da in den folgenden 42 Tagen keine neuen Fälle mehr aufgetreten sind, hat die WHO das Land am 9. Mai 2015 für Ebola-frei erklärt.
Im Oktober 2014 waren erstmals vereinzelte Erkrankungen ausserhalb von Afrika aufgetreten (in den USA und Spanien). Eine Ausbreitung des Virus blieb jedoch aus.
Das Risiko, dass die Krankheit in die Schweiz eingeschleppt wird, bleibt unverändert gering. Die Gefahr eines Ebola-Falls in der Schweiz ist klein. Diese Beurteilung deckt sich mit jener der EU. Ebola wird nicht so einfach übertragen wie ein Schnupfen oder eine Grippe. Für eine Infektion braucht es Körperkontakt zu einer bereits erkrankten Person. Konkret: mit deren Blut, Speichel, Urin, Exkrementen, Erbrochenem, Schweiss oder Sperma. Über die Luft ist eine Ansteckung nach derzeitigem Wissensstand nicht möglich. Und: Wer noch keine Krankheitssymptome zeigt, kann niemanden infizieren. Im Bundesamt für Gesundheit (BAG) gibt es seit Anfang August 2014 eine spezielle Arbeitsgruppe (Task Force) zu Ebola. Sie pflegt im In- und Ausland engen Kontakt mit allen wichtigen Stellen und hat sich mit diesen umfassend auf mögliche Ebola-Fälle vorbereitet.
Zu einem ersten solchen Flug kam es Ende September 2014 bei einem Asylsuchenden in Vallorbe VD mit schliesslich negativer Diagnose (nur Überwachung). Ende November 2014 wurde dann der erste Ebola-Patient, ein kubanischer Arzt, von Sierra Leone ins Universitätsspital Genf überführt. Die Behandlung erfolgte durch speziell geschultes Personal und in einem Spital mit Isolationszimmer, also unter Abschottung von der Aussenwelt.
Mehrere Universitäts- und andere grosse Spitäler in der Schweiz können Ebola-Patienten behandeln. Dazu haben sie Konzepte erarbeitet und getestet und ihre Mitarbeitenden ausgebildet.
Passagiere aus Guinea und Sierra Leone werden bei der Ausreise aus ihrer Heimat kontrolliert. In den Flughäfen Genf und Zürich erhalten sie die Information, sich beim BAG zu melden, sollten sie sich krank fühlen. Bezüglich Ebola bestehen seitens der Schweizer Behörden keine Reiseempfehlungen respektive -einschränkungen.
Aus Guinea und Sierra Leone kommen nur sehr wenige Flüchtlinge in die Schweiz. Das Risiko, dass solche Asylsuchende das Virus über den Landweg nach Europa einschleppen, ist gering. Denn auf diesem Weg ist es Infizierten während der Inkubationszeit von maximal 21 Tagen praktisch unmöglich, die Schweiz zu erreichen.
Das BAG hat sich zusammen mit dem Staatssekretariat für Migration (SEM) und den Kantonen frühzeitig gewappnet, um das Ebola-Risiko im Zusammenhang mit Flüchtlingen zu minimieren.
Quellen: Medicins sans frontière; Bundesamt für Gesundheitswesen