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Gemäss einem Bericht des "Wall Street Journal" haben kürzlich konkrete Verhandlungen zwischen Intel und Apple über den Einsatz von Intel-CPUs in Macintosh-PCs stattgefunden haben. Bisher verwendet Apple ausschliesslich "PowerPC"-CPUs von IBM.
Als Quelle beruft sich das Wirtschaftblatt dabei auf zwei Industrieinsider, die "Kenntniss von den Verhandlungen" haben sollen. Die beiden sind überzeugt, dass Apple bald Intel-Chips verwenden wird und einer ging sogar so weit, ein konkretes Datum zu nennen: Schon am 6. Juni, so dieser Insider, könnte Apple-CEO Steve Jobs an der Apple-Entwicklerkonferenz in San Francisco die Zusammenarbeit mit dem Chipriesen bekannt geben.
Konkrete Informationen hat aber auch das "Wall Street Journal" wenige. So ist es unklar – falls überhaupt – in welchem Masse Apple Intel Chips einsetzen würde: Nur als Ergänzung oder als vollen Ersatz für die IBM-Chips. Auch über die Motivation für einen solchen Schritt zum jetzigen Zeitpunkt kann man nur spekulieren. Apple könnte mit Intel Chips vom reinen Preis/CPU-Leistungsverhältnis her näher an die Windows/Intel-Welt heranrücken, würde aber auch einen Teil seiner Besonderheit verlieren. Ausserdem ist Apple mit seiner bisherigen Strategie in letzter Zeit gar nicht schlecht gefahren und konnte seine Mac-Absätze im letzten Quartal verglichen mit vor einem Jahr fast verdoppeln. Plausibel scheint allerdings, dass die stromsparenden Notebook-Chips von Intel einen Reiz für Apple darstellen könnten.
Unklar ist auch, was mit dem Mac OS X passieren würde, von dem sich Apple ganz sicher nicht verabschieden wird. Dieses könnte zwar relativ einfach für den Einsatz auf Intel-Chips portiert werden – wäre dann aber im Prinzip auch auf Nicht-Apple-PCs einsetzbar. Das könnte zwar Apple zu anfänglichen Mehreinnahmen verhelfen, würde aber die eigene Hardware konkurrenzieren – und der wichtige Software-Partner Microsoft dürfte auch wenig Freude haben. Apple hat schon einmal 1992 – und gerüchteweise auch später einige Male – sein OS für Intel-Chips portiert, es dann aber nie gewagt, ein solches OS auch wirklich auf den Markt zu bringen. Es ist darum anzunehmen, dass Apple ein hypothetisches "MAC OS X for x86" mit anderen technischen Massnahmen exklusiv an eigene Apple/Intel-Modelle knüpfen würde. (Hans Jörg Maron)