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Hier geht es weniger um einen IQ-Test als vielmehr um die Frage, welche charakterlichen Merkmale einen überdurchschnittlich intelligenten Menschen ausmachen. Um dies zu beantworten, haben sich Professoren, Studenten, Hochbegabte, Physiker und andere Wissenschaftler auf der Diskussionsplattform Quora ausgetauscht.
Hier das Ergebnis in neun Punkten:
Genie und Wahnsinn gehören zusammen, Genialität und Chaos offenbar auch – wie Albert Einstein schon wusste und Untersuchungen der Northwestern University zeigen: Menschen in unordentlichen Räumen sind kreativer und haben originellere Ideen.
Die Daten von 150'000 Menschen zwischen 18 und 28 wurden von den Psychologen der London School of Economics analysiert – unter anderem nach Wohnort, Beziehungen und IQ. Dabei kam heraus, dass schlaue Menschen, die weniger Zeit mit ihren Freunden verbringen, mit ihrem Leben zufriedener sind.
Carol Graham von der University of Maryland formulierte dies so:
Intelligente Menschen mögen Alkohol. Bei Dichtern tritt das ganz offensichtlich zutage: Edgar Allan Poe hat gesoffen wie ein Loch, ebenso Joseph Roth, Truman Capote, Anthony Burgess, Ernest Hemingway, F. Scott Fitzgerald etc. Der römische Dichter Horaz hat bereits gesagt:
Die Wissenschaftler der London School of Economics bestätigen diese Tatsache zumindest im Fall von Amerikanern und Briten: Diejenigen, die in den IQ-Tests besonders gut abschnitten, tranken als Erwachsene mehr Alkohol.
Aaaaaaber:
Das heisst jetzt nicht zwingend, dass du intelligenter wirst, je mehr du trinkst.
Richard Muller, Professor für Physik an der renommierten University of Berkeley, traf den berühmten Physiker Freeman Dyson, der sein Fach durch seine wegweisenden Forschungen massgeblich beeinflusste. Doch bei ihrem Gespräch redete der Mann kaum. Er stellte nur andauernd Fragen.
Sprich: Informationen aufnehmen, verarbeiten und in neue Zusammenhänge bringen.
Die Forscher um den Evolutionspsychologen Satoshi Kanazawa der London School of Economics haben Daten von 14'000 US-amerikanischen Jugendlichen ausgewertet. Dabei kam heraus, dass intelligente Menschen dazu tendieren, soziale und politische Werte zu vertreten, die in der menschlichen Evolution neu sind. Das Bewahren alter Werte ist hingegen Sache der Konservativen, die im Durchschnitt weniger intelligent seien.
Dasselbe gelte, wenn es um ein Umdenken von Werten und Lebensstilen gehe, sagt der Psychologe weiter. Ein höherer IQ ermögliche es, neue Wege zu gehen, die nicht mit Werten und Überzeugungen übereinstimmten, die sich im Laufe der Evolution herausgebildet hätten. Konservative würden sich vor allem um ihre Familie und Freunde kümmern, während Linke und Liberale auch ein Herz für fremde, ihnen genetisch nicht nahestehende Personen hätten, behauptet der Londoner Wissenschaftler.
Auch in Sachen Religiosität spricht die Studie von Satoshi Kanazawa eine klare Sprache: Die Gruppe der Nicht-Religiösen hatte mit 103 den höchsten Intelligenzquotienten, die Strenggläubigen kamen auf einen mittleren IQ von 97 – ein minimaler, aber nachweisbarer Unterschied.
Das ist eine ziemlich naheliegende Erkenntnis, die das deutsche Begabtenzentrum auf seiner Webseite beschreibt: Intelligente Menschen geben sich nicht mit dem Status quo zufrieden, sondern hinterfragen alles und suchen nach neuen Lösungen.
Zusätzlich komme es bei Hochbegabten selten vor, dass sie sich nur in einem Teilbereich profilieren: Neben dem Streben nach naturwissenschaftlichen Erkenntnissen lernen sie beispielsweise auch fremde Sprachen.
Übrigens: Als hochbegabt gilt, wer einen IQ über 130 hat. Statistisch gesehen weisen zwei von 100 Menschen eine Hochbegabung auf.
Intelligente Menschen bilden sich nichts auf ihre Intelligenz ein. Im Umkehrschluss kann man sagen: Wer immer wieder betonen muss, dass er schlau ist, ist es wahrscheinlich nicht so.
Die wahren Intelligenzbestien wissen eben, dass sie nichts wissen. Sie haben Respekt vor der Bildung und hören nicht auf, diese zu mehren.
Ältere Studien legen nahe, dass Kinder, die Musikunterricht hatten, intelligenter sind. Eine neue Studie der University of Toronto fand dagegen heraus, dass begabte Kinder dazu tendieren, Musikunterricht zu nehmen. Musikunterricht macht also nicht schlauer, aber Schlaue hatten eher Musikunterricht.
(rof via The Huffington Post)