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Von Ende 2015 bis weit ins Jahr 2016 brachte El Niño das weltweite Wettergeschehen aus den Fugen. Vor allem im südlichen und östlichen Afrika hat das Wetterphänomen schwere Dürren verursacht. Die Auswirkungen von El Niño auf die Landwirtschaft haben zu einem grossen Verlust der Ernte und des Viehbestands geführt. Dies wiederum wirkte sich stark auf die Ernährungssicherheit und überhaupt die Vielfalt der Ernährung in Mosambik aus. Laut dem nationalen Sekretariat für Ernährungssicherheit und Ernährung haben etwa 1,5 Millionen Einwohner eine unzureichende Lebensmittelversorgung und über 100‘000 Kinder droht akute Mangelernährung.
Maria ist Mutter von 3 Kindern und lebt in einer der betroffenen Gemeinden. Die Dürre hat ihre Ernte zerstört. Sie kämpft seit Monaten darum, ihre Kinder irgendwie zu ernähren. Einige Zeit lebten die 4 von wilden Früchten, die sie in den Büschen gesammelt hatten. Aber diese Früchte wurden nach und nach knapp. «Wir waren bei weitem nicht die einzige Familie, die wilde Früchte gesammelt hatte. Jeder in der Gemeinde hat das gemacht, weil wir alle kein Essen hatten», erklärt Maria. «Oft machten wir uns nur auf die Suche, um mit leeren Händen zurückzukehren», fährt sie fort.
Die Humanitäre Arbeitsgemeinschaft Mosambik (CHEMO), die aus World Vision und Food for the Hungry besteht und vom britischen Department für Internationale Entwicklung (DFID) finanziert wird, verteilte vor kurzem Nahrungsmittelpakete an 2‘500 von El Niño betroffene Haushalte, also rund 12‘500 Personen.
Kilometerweit kein Laden
In Zusammenarbeit mit MasterCard werden die Lebensmittelverteilungen mit einem innovativen elektronischen Gutscheinprogramm durchgeführt. Dieses erlaubt den Empfängern, selbstständig Nahrungsmittel ihrer Wahl bei einem bestimmten Lieferanten zu kaufen, der unter anderem Mais, Salz, Bohnen, Speiseöl, Reis und Zucker mitbringt. Katharina Witkowski, die bei World Vision für diese Partnerschaft zuständig ist, erklärt, dass World Vision und Food for the Hungry aktiv mit der Regierung im Austausch stünden – sowohl auf Bezirksebene wie auch in den Provinzen –, um diese Massnahme der Lebensmittelverteilung vorzustellen und deren Umsetzung zu unterstützen.
«Wir würden es vorziehen, Menschen Bargeld zu geben, weil sie damit noch mehr Optionen und Entscheidungsfreiheit hätten. Aber die Gemeinden, wo wir das CHEMO-Programm umsetzen, gehören wegen ihrer geografischen Lage zu den am stärksten gefährdeten. Oft gibt es kilometerweit keinen Markt oder Laden. Wir brauchen sogar mit dem Auto Stunden, um die Orte zu erreichen.» Es gibt also gar keine Möglichkeit für die Menschen, ihr Bargeld auszugeben. Hier kommt der Lieferant ins Spiel: «Warum sich der E-Voucher auf diesen beschränkt, hat derzeit logistische Gründe. Da der Lebensmittellieferant von weit her kommt, mussten wir die Esswaren, die er mitbringen sollte, vorbestellen. Wir hoffen, dass wir mit der Zeit lokale Anbieter finden, die bei dem Programm mitmachen und weitere Lebensmittel im Angebot haben. So haben die Menschen eine grössere Auswahl», fügt sie an.
Die Menschen in den betroffenen Regionen jedenfalls freut dieses System. So auch Maria: «Kurz bevor uns die Hoffnung verliess, kam World Vision und versicherte uns, dass wir bald Lebensmittel für das nächste halbe Jahr erhalten würden.» Heute hat die Familie mindestens 2 Mahlzeiten pro Tag.
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