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In einem Interview mit der Schweizer Zeitschrift L'Illustré forderte Michel Platini den Rücktritt des aktuellen Fifa-Präsidenten Gianni Infantino. Dieser habe sich seinen Posten «durch eine clevere Kombination von Umständen» ohne eine «besondere Legitimität» gesichert, sagte der 64-Jährige.
Infantino und Lauber «über dem Gesetz»
Zuletzt hatten drei nicht protokollierte Geheimtreffen von Infantino mit dem Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber in den Jahren 2016 und 2017 für Aufregung gesorgt. Die Treffen sollen auf Wunsch des Fifa-Präsidenten arrangiert worden sein.
Gegen Lauber stehen Vorwürfe von Amtsmissbrauch, Amtsgeheimnisverletzungen und Begünstigungen im Raum, hatte er doch zu diesem Zeitpunkt mehrere Verfahren gegen den Weltfussball geleitet. Am Mittwuch gab die Gerichtskommission bekannt, dass Lauber zur Anhörung antreten muss. Danach wird entscheiden, ob gegen den Bundesanwalt ein Amtsenthebungsverfahren eröffnet wird.
«Infantino und Lauber denken, sie seien unantastbar und stünden über dem Gesetz», sagte Platini im Interview weiter. Lauber wisse, dass er eine rote Linie überschritten habe. «Was Infantino angeht: In meinen Augen sollte er sein Amt zur Verfügung stellen. Als Opportunist wird er aber alles dafür tun, um seine Position nicht aufzugeben.»
Platini kein unbeschriebenes Blatt
Platini selbst war 2016 von der Ethikkommission der Fifa zu einer achtjährigen Sperre für alle Funktionen im Fussball verurteilt worden. Grund war eine Zahlung des damaligen Fifa-Präsidenten Joseph Blatter an den Franzosen, die unter Korruptionsverdacht fiel. Die Strafe wurde später auf vier Jahre reduziert und endete im Oktober vergangenen Jahres.