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- Stiftungen lassen sich nicht nur nach thematischen Wirkungsbereichen, Standorten oder Wirkungskreisen segmentieren, sondern auch nach sechs Stiftungstypen, nach denen die Kontaktierung von Stiftungen durch Fundraiser spezifisch geformt werden kann (z. B. thematisch-generalistisch vs. thematisch-fokussierte Unterstützungsgesuche).
- Stiftungen können sich über das Kriterium der Zweckdiversifikation ähnlicher sein, als dies die einzelnen thematischen Stiftungszwecke vermuten lassen.
Obwohl in den Stiftungszwecken nicht immer deutliche Hinweise auf die Stiftungsmotive oder den persönlichen Bezug der Stifterin oder Stifters zum begünstigten Wirkungsbereich gegeben werden, lassen sich in der Schweizer Stiftungslandschaft über die Zuordnung von ähnlich strukturierten Stiftungszwecken gewisse Muster in der Begünstigung feststellen, die auf bestimmte Motivstrukturen der Gründer/-innen schliessen lassen.
Analysiert man die rund 13’000 schweizerischen Stiftungszwecke nach thematischen Mustern, ist erkennbar, dass einige Wirkungsbereiche häufig alleine im Stiftungszweck stehen, während andere wiederum eher in Kombination genannt werden. Sämtliche Stiftungen lassen sich anhand ihrer Zweckstruktur in jeweils eines von sechs Clustern von Stiftungen (vgl. Abbildung) zuordnen, wobei sich die Stiftungszwecke innerhalb desselben Clusters jeweils ähnlich sind.
- Die visionären Veränderer: 23% der Stiftungen begünstigen, häufig in Kombination, Projekte in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik sowie Ethik und Religion. Diese Wirkungsbereiche finden ihre gemeinsame Basis in ihren visionären, normativen Ideen, die auf Stifter-/innen schliessen lassen, die umfassend und nach gewissen Prinzipien gemeinnützig sein möchten.
- Die umweltbewussten Generalisten: 21% der Stiftungen begünstigen sehr breit, häufig, ohne thematisch gewisse Schwerpunkte zu setzen. Diese Eigenschaft trifft insbesondere auf rein fördernde Stiftungen sowie Stiftungen zu, die den Umweltschutz begünstigen. Als Stiftermotiv fungiert hier ein allgemeines Bedürfnis nach Wohltätigkeit, im Sinne von «man möchte der Gesellschaft etwas zurückgeben».
- 17% scheinen «fokussierte Künstler» zu sein; Kunst- und Kulturstiftungen, die ausser der Bildung keine anderen Wirkungsbereiche berücksichtigen.
- 16% sind Stiftungen, die sehr eng und oft operativ karitative Anliegen und Randgruppen unterstützen. Dies lässt auf Stifter/-innen schliessen, die als «empathische Helfer» konkret und direkt soziale Herausforderungen angehen möchten.
- 13% der Stiftungen begünstigen Anliegen im Bereich Gesundheit, häufig kombiniert mit Förderung der Forschung und sozialen Projekten. Viele dieser Stiftungszwecke suggerieren einen starken persönlichen Bezug der Stiftenden zum Thema, allenfalls als «betroffene Angehörige».
- Schliesslich umfasst das letzte Cluster noch 10% der Stiftungen, die Themen der Wissenschaft und Bildung in allfälliger Kombination mit Kunst und Kultur sowie gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Anliegen begünstigen. Die Themenstruktur sowie die starke Korrelation zwischen dem durchschnittlichen Einkommen am Stiftungsstandort und dem Stiftungscluster lassen auf «kultivierte und intellektuelle» Stiftende schliessen.
Wie diese Clusteranalyse zeigt, sind Stiftungszwecke nicht einfach willkürlich thematisch ein- oder mehrdimensional festgelegt. So existieren Interaktionen zwischen den Wirkungsbereichen, die sogar – wenn auch nur stereotype – Hinweise zu den Gründerpersönlichkeiten geben.