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Mein Problem mit dem Gendergap
Aug. 19, 2017
Der Gendergap ist die entweder mit einem Unterstrich _ oder mit einem Stern * gekennzeichnete Lücke zwischen der männlichen und weiblichen Form. Die Lücke dient dazu, im Gegensatz zum Binnen-I, zu zeigen, dass es nicht nur maskulin und feminin gibt. Die Lücke steht also gewissermassen für die Inklusion aller, die sich zwischen Mann und Frau identifizieren. Das sieht dann etwa so aus: Arbeiter_in oder Arbeiter*in, Lehrer*in, usw. Im Grunde keine schlechte Idee. Trotzdem bin ich nicht wirklich glücklich über diese vermeintliche Lösung.
Probleme der Gender*gaps
- Wo ist der Gendergap, wenn die weibliche Form eben nicht nur durch das hinzufügen einer Endung gebildet wird, sondern noch ein Teil der männlichen Form weggelassen wird? Ist es Genoss_in, Genosse_in oder gar Genoss_e_in?
- Wie funktioniert der Gendergap beim Sprechen? Häufig wird er durch eine Pause gekenzeichnet, aber das unterbricht den Redefluss und tönt komisch.
- Der Gendergap zementiert das binäre Geschlechtermodel und schliesst Menschen aus!
Auf den letzten Punkt möchte ich noch genäuer eingehen. Der Gendergap gibt zwei Punkten auf dem Genderspektrum eine spezielle Rolle. Die weibliche und männliche Form werden als Eckpunkte definiert. Damit erhalten sie eine spezielle Rolle innerhalb der anderen Genders. Und genau deshalb schliesst der Gendergap auch aus. Menschen, die sich nicht zwischen, sondern ausserhalb der klassichen Geschlechter definieren, werden durch den Gendergap nicht mit einbezogen. Mathematisch sehe ich eine parallele zum realen Zahlenraum ℝ, der zwischen -∞ und +∞ aufgespannt wird. Doch durch die Erweiterung des Zahlenstrahls durch eine senkrechte (imaginäre) Achse durch den Nullpunkt entsteht der Komplexe Zahlenraum ℂ. In diesem Zahlenraum entsehen neue Möglichkeiten zur Berechnung von allem Möglichen, zum Beispiel gibt es in ℂ für jedes Polynom mindestens eine Lösung. Aber das ist ein anderes Thema😉
Was ist mein Vorschlag
Wenn ich schon motze, muss ich auch eine Lösung haben. Das habe ich natürlich auch: das Gender-X. Ich habe es nicht erfunden, gesehen habe ich eshier.
Es funktioniert also ganz einfach. Arbeitx, Genossx, Studierx, Proffessx und so weiter. Das x kann auch als Personalpronomen verwendet werden oder andere Pronomen ergänzen: Einx Arbeitx isst einen Apfel, x hat jetzt keinen Hunger mehr. Oder: Wenn die Ampel grün ist, kann x losfahren.
Die Vorteile sind zahlreich:
- Es ist nur ein Buchstabe, die meisten Wörter werden sogar kürzer. Gerade auf Twitter ein Vorteil.
- Die Aussprache ist "icks", ohne Pause und ohne hinzugefügte Silben.
- Die Form bricht komplet mit dem binären Geschlechtermodel.