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Die Geschichte
Soho, das Stadtviertel im West End von London soll nach einem Jagd-Schlachtruf benannt sein, den die royale Gesellschaft sie im 17. Jahrhundert in diesem Gebiet jagte, als es noch ein Park war. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts war aus dem Park ein Amusement-Viertel mit Prostituierten, Konzerthallen und kleinen Theatern geworden. Ab 1930 entdeckten es die Dichter, Poeten, Intellektuellen und Künstler für sich. Es war aber auch doch bekannt als Rotlichtmilieu. In den fünfziger Jahren bekam das Soho einen König: Paul Raymond. Wobei dies nichts mit royaler Geburt oder Heirat zu tun hat. Doch von vorne: Raymond, der aus dem armen Teil von Liverpool stammende Mann legte in Soho eine typische «Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär»-Karriere hin. Nur das es bei ihm die Karriereentwicklung vom Gedankenleser zum Erotikmogul hin führte. Seine grösste Gedanken-leserische Leistung war die, dass er früh erkannte, dass seine Kunden mehr an den Brüsten seiner Assistentinnen, als an seinen Tricks interessiert waren. Deshalb wechselte er das Metier und organisierte schon bald Shows in denen halbnackte Frauen zu sehen waren. Dabei kam er immer wieder mit den strengen moralischen Sittengesetzten in Berührung und wurde öfters angeklagt – doch der gewitzte Unternehmer wusste sich nicht nur aus Strafen herauszureden, sondern nutzte diese Prozesse als Werbung. Unter anderem für seine Revue Bar, die zum ersten Strip-Klub des Landes wurde. Dieser war nur für Mitglieder, was den Vorteil hatte, dass dort die Sittengesetze nicht eingehalten werden mussten. Was schlussendlich bedeutete, dass die nackten Frauen nicht nur still dastehen– sondern sich auch bewegen durften. Eine absolute Neuheit und entsprechend auch der Erfolg. Im Laufe der Zeit kamen zu weitere Cabarets, Restaurants, Sexhefte und vor allem unzählige Immobilien zu den Besitztümern von Raymond hinzu. Damit wurde er zu einem der reichsten Männer Englands. Trotz seiner Erotik-Geschäfte driftete er aber nie in die «billige» Prostitutionssparte ab sondern blieb eine schillernde und auch elegante Playboy-Persönlichkeit sich in einer moralischen Grauzone prächtig amüsierte – ähnlich wie ein Hugh Hefner.
Eine spannende Geschichte finden Sie? Absolut. Das dachte sich auch der englische Schauspieler Steve Coogan und überzeugte den Regisseur Michael Winterbottom, mit dem er schon andere Filme gedreht hatte, einen Film über das Leben vom König von Soho zu drehen. Herausgekommen ist der Film «The Look of Love». Der das Leben des Selfmade Man von den fünfzigern bis in die neunziger nachzeichnet – vor allem die Beziehungen zu den wichtigsten Frauen in seinem Leben: zu seiner ersten Ehefrau Jean, seiner Freundin Fiona Richmond und der wichtigsten überhaupt, seiner Tocher Debbie, nach deren Tod im Jahre 1992 er nie wieder der selbe sein sollte.
Die Kritik
Steve Coogan und Michael Winterbottom ist ein sehr unterhaltsames Bio-Pic gelungen. Nicht nur die Schauspieler überzeugen, auch die Verantwortlichen für Kulissen, Kostüme und Soundtrack haben ganze Arbeit geleistet und lassen die Schauspieler durch die verschiedenen Epochen und Dekaden des Soho lieben, feiern und streiten. Gerne lässt man sich vom Soundtrack durch den Film führen. Daneben zeichnet der Film auch ein gutes Bild der Gesellschaft und deren Moral. Raymond wird als selbstverliebete aber durchaus symphatische Person dargestellt, der die Bedürfnisse der Männer gut erspüren konnte aber für die der Frauen oftmals blind war. Insbesondere wenn man sie nicht mit Geld, Drogen, oder Luxusgüter befriedigen konnte. .
Kinostart
In den Deutschschweizer Kinos ab 29. August 2013
Regie
Michael Winterbottom
Drehbuch
Matt Greenhalgh
Produzenten
Melissa Parmenter
Cast
Imogen Poots, Anna Friel, Steve Coogan, Stephen Fry
Länge
101 Minuten
Produktionsland
England