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Stein-Erleben
Einführung ins "Stein-Erleben"
Meine Kernfrage betrifft: "die Wirkungen von Steinen auf den Menschen". Ich werde in den folgenden Beiträgen dieses Thema von verschiedenen Gesichtspunkten beleuchten.
Zu dieser Frage gibt es viele Bücher und viele Websites. Sie beinhalten Auflistungen von Steinen mit ihren Wirkungen auf den Menschen (Indikationen). In diesem Kontext wird gar von einer "Stein-Heilkunde" gesprochen.
Über 20 Jahre erlebe ich die Stein-Welt und beschäftige mich mit dieser Frage.
Nach Bearbeitungen von Steinen mit Hammer und Meissel fing ich 2005 an Steine zu schleifen. Mir ging es nicht darum eine wohlgefällige Oberfläche des Steines glatt zu polieren. Ich suchte den Ausdruck des Steines. Wenn auch grosse Steine, von einigen Kilos, einen besonderen Kraftakt erforderten und eine Ausdauer von über 50 Stunden nötig war, so nahm ich diese Herausforderungen auf mich.
Es entstanden "Kleinskulpturen". Kleinere Steine formte ich zu "Handformen" und noch kleinere gestaltete ich zu "Anhängern". Über 1000 Exemplare sind in den verflossenen Jahren entstanden.
Ich habe nie Gewinne erzielt, konnte aber dank verschiedenen Märkten und Ausstellungen so viel Absatz erzielen, dass ich die verbrauchten und sehr teuren Schleifräder (die mit künstlichem Diamanten bestückt sind) immer wieder ersetzen konnte.
Ich machte unzählige Erfahrungen mit Steinen. Die Kernfrage wandelte sich! Ich sprach nicht mehr "von Wirkungen der Steine auf den Menschen", sondern davon "was die Menschen (beim Beobachten) aktiv mit Steinen tun". Wer die Frage nach der Beständigkeit von Stein und Mensch untersucht, wird mir beipflichten, dass der Stein die längere "Lebensdauer" besitzt, der Mensch hat nur ein Bruchteil davon. Der Stein bleibt über Jahrtausende unverändert, der Mensch ist dagegen - in seinem kurzen Leben - ein sehr unbeständiges Wesen mit einem hohen Wandlungspotential 1)
Als ich Bücher und Websites daraufhin überprüfte, wie die Wechselwirkung zwischen Menschen und Steine zustande kommt, wie man zu Beobachtungen gelangt und was sich bei dem Beobachtungsakt alles abspielt, da wurden die Schriften rar. Viele, die die Wirkungen von Steinen auf den Menschen vertreten, verstummten bei meinem Nachfragen.
In meinem direkten Umfeld lernte ich dagegen viele Menschen kennen, die ein persönliches Stein-Erleben haben.
Das ist das Thema dieser Beiträge. Statt Bücher über Steinwirkungen sollen Steine "wie Bücher" gelesen werden. Dazu braucht es keine Bücher, sondern viel Geduld, Ausdauer und Übung. Drei menschlichen Fähigkeiten, die heute immer rarer werden.
1) Die Formulierung dieses Absatzes wirkt wie eine Behauptung. Die Beurteilungskriterien dieser Behauptung fehlen. Wenn Sie die Stufen der Beobachtung weiterlesen, wird klar, weshalb ich diese Formulierung so wählte. Ich werde später darauf zurückkommen.
Dürnten, 29.06.2022 /Hans van der Heide
1. Stufen der Beobachtung beim Stein-Erleben
Ich möchte nun mögliche Stufen der Beobachtung beschreiben. Muss dabei betonen, dass das Stein-Erleben individuell sehr verschieden ist und wenn ich meine Beobachtungen in Worte fasse, werden nochmals Missverständnisse möglich sein. Doch irgendwann muss über dieses Erleben gesprochen werden.
1.1 Die erste Stufe der Beobachtung. Jeder kennt diese. Sie ist die der sinnlichen Beobachtung, das heisst es umfasst alles dasjenige, was mir durch meine Sinneswerkzeuge erfahrbar wird.
Hierzu zwei Bemerkungen: zur Kausalität und zur Eigenaktivität:
1.1.1 Kausalität Unser Denken ist heute stark von wissenschaftlichen Vorstellungen geprägt (richtig konditioniert). Wenn wir etwas über "Wirkungen" erfahren, sucht unser Denken schon nach "Ursachen". Unser Denken ist eingebunden in diesem Netzwerk der Kausalität. Ein paar Beispiele: - Es schlägt ein Stein (Ursache) an die Frontscheibe meines Autos und beschädigt sie (Wirkung). Woher kam der Stein? Er lag auf der Fahrbahn und als gerade ein Lastwagen an mir vorbeifuhr, hatte sein Rad den Stein erfasst und ihn an meine Scheibe geschleudert. Die Verkettung von Ursachen und Wirkungen, kann also weiter zurückverfolgt werden. Oder bei den folgenden Sinneswahrnehmungen: - In der Dunkelheit sehe ich plötzlich ein Licht. Ich gehe davon aus, dass dieses Licht mein Begleiter selbstverständlich ebenso gesehen hat. - Als ich plötzlich ein starkes Rauschen (Rohrbruch) höre, frage ich meine Frau, ob sie dasselbe Rauschen hört.
Bei den Sinneseindrücken gehe ich davon aus, dass dasjenige, was die Sinne erregte für andere ebenso wahrnehmbar ist. Aber sobald ich das Feld der Kausalität verlasse und ich eine Beobachtung habe, die mein Begleiter nicht hat, dann sagt mein Begleiter womöglich:" Du spinnst!"
Hier muss man einsehen, dass Menschen unter bestimmten Bedingungen Erfahrungen machen, die andere nicht haben. Das Ertragen von Hitze oder von Zugluft zum Beispiel kann individuell recht verschieden sein. Nun sind Hitze oder Zugluft immerhin noch nachweisbar, weil sie gemessen werden können. Wenn aber die sensibelsten Messgeräte versagen, weder elektromagnetische Wellen noch eine Strahlung gemessen werden kann und dennoch Beobachtungen gemacht werden, stehen wir an einer Verständnisgrenze. Bis heute ist es der Wissenschaft zum Beispiel nicht gelungen, Meridiane (Leitbahnen im Körper) nachzuweisen. Ich habe trotzdem erfahren, wie heilsam die Akupunktur sein kann.
1.1.2 Eigenaktivität Wir haben meistens die Vorstellung: ein Sinnesorgan "empfängt" aus der Welt der Wahrnehmungen einen Eindruck. Was darauf physiologisch vor sich geht, will ich hier nicht besprechen. Untersuchen wir die Vorstellung des "Empfangs". Sitzend vor dem Fernseher sind wir fast in der Lage von einem "Empfang" von Eindrücken zu sprechen. Sobald wir in die Natur oder in eine Ausstellung gehen, das heisst Naturobjekte oder Kunstwerke anschauen, sind wir in einer anderen Lage. Ich möchte betonen: prüfen Sie die Beobachtungen genau! Wir gehen auf etwas zu, schauen es an von verschiedenen Seiten an, gehen mit dem Kopf etwas näher heran. Unsere Gestalt ist in Bewegung, unser Kopf ist in Bewegung, unser Auge bewegt sich, wir fokussieren das Auge immer wieder neu. Schauen Sie auf die "Eigenbetätigung" beim Anschauen: Lauter Eigenaktivität, willentliche Entscheidungskraft ergreift alle diese Betätigungsmöglichkeiten!
Bei der Sinnesbetätigung von "Empfang" zu sprechen, ist höchst problematisch. Mit solchen Vorstellungen setzen wir unsere eigen-aktive Verbindung zur Welt herab, solche Ansichten wirken lähmend.
1.2 Die zweite Stufe der Beobachtung
Bei der zweiten Stufe der Beobachtung sprechen viele Menschen, die ich kennenlernte, davon, dass zum Beispiel ein Bergkristall oder eine Amethystdruse bei der Berührung "chrüüselet" oder "prickelt". Es braucht dazu nicht unbedingt die direkte Berührung, schon wenn die Hand in der Nähe des Steines kommt, kann diese Erfahrung gemacht werden. Da sagten mir Bekannten bei der Berührung desselben Steines: "der pulsiert!", der anderer sagte: "oh, der schmerzt!" Wieder einer sagte: "Ich merke nichts". Wie individuell verschieden die Eindrücke sind!
Prickelt ein Stein, pulsiert er, schmerzt er? Tut das alles ein Stein? Es ist verständlich, wenn das Oben gesagte geäussert wird, aber es entspricht nicht der Wirklichkeit. Nicht der Stein tut etwas, sondern wir tun etwas!
Bei den Beobachtungen dieser Art müssen wir sehr sorgfältig und aufmerksam die Vorgänge prüfen. Dann werden wir den Ausdruck von Stein-Wirkungen, wie sie üblich aufgefasst werden, anders anschauen lernen. Wenn man vermeint, dass man sich in aller Demut den Wirkungen eines Steines hingeben kann, wartet man vergebens. Nicht der Stein wirkt, sondern der Mensch wirkt mit dem Stein. Der Mensch muss den Bezug aktiv legen und sich nicht passiv etwas "Unbekanntem" aussetzen wollen.
1.3 Die dritte Stufe der Beobachtung.
Die dritte Stufe der Beobachtung kann der "Strahlung" betreffen (eine Strahlung, die nicht gemessen werden kann). Vor allem bei einer Stufe kann die Strahlung recht unterschiedlich (gebündelt) sein. Dieses Erleben kann sich auch auf die Erdstrahlung ausdehnen. Es kann auch sein, dass jemand spürt, wie ein "Strom" durch seinen Körper zieht.
1.4 Die vierte Stufe der Beobachtung
Die vierte Stufe der Beobachtung ist eine "Indirekte". Wenn ich über eine längere Zeit einen Stein bei mir trage, am besten um den Hals und in Berührung mit der Haut (aufliegend auf dem Brustbein, nicht irgendwo auf dem Brustkorb herumbammelnd über die Kleidung! Hinweis zum Auflageort führe ich hier unten auf), dann kann ich bemerken, dass der Stein wie ein "seelisches Vergrösserungsglas" wirken kann. Bestimmte seelische Elemente, die mir bekannt sind, scheinen wie hervorgehoben. Ich möchte betonen, dass der Stein nie "fremdbestimmend" wirkt. Nie tauchte bei mir irgendein Gefühl auf, wie wenn ich etwas Unbekanntem ausgeliefert wäre. Ich prägte sogar nach einiger Zeit den Satz: je mehr ich mich mit den Steinen verbinde, umso besser lerne ich mich selber kennen.
Wo
soll der "Hals-Stein" am besten aufliegen?
Den Zeigefinger der linken Hand in die Halsgrube legen, die rechte Hand an den Zeigefinger heranschieben. Der beste Ort ist beim Ringfinger und kleinem Finger. Dieser Ort entspricht die Lage der Thymusdrüse, die an dieser Stelle unter dem Brustbein verborgen liegt. An dieser Stelle soll der Stein mit der Haut in Berührung sein. Jeder kann das bei sich ausprobieren.
Ich erlebe diese Stelle als den besten Ort der Auflage.
Es folgen nun drei weiteren Stufen der Beobachtung. Diese drei weiteren Stufen haben einen völlig anderen Charakter. Hier passt die Bezeichnung "beobachten" oder "wahrnehmen" nicht mehr. Ich muss das kurz erläutern, weil uns davon aus dem Leben schon Elemente bekannt sind.
Wenn ich einen mir fremden Menschen begegne und wir kurz ins Gespräch kommen, dann habe ich gewiss einen Gesichtseindruck, die Mimik, vielleicht auch Gestik oder die Kleidung beobachtet, aber was der Ander mir gesagt hat und wie er es gesagt hat, habe ich nicht an alledem abgelesen und beobachtet. Auch war es nicht der Dialekt oder der Tonfall. Was sich zwischen uns abgespielt hat bei der Begegnung, war einmalig und wird sich in dieser Art nie wiederholen, auch wenn wir uns am nächsten Tag zufällig nochmals begegnen würden.So erlebe ich die Erfahrungen der drei weiteren Stufen. Sie sind nicht wiederholbar, sie sind Ereignisse, sie sind im eigentlichen Sinne "Begegnungen".
1.5 Die fünfte Stufe Die fünfte Stufe kann ich als ein Licht-Erleben bezeichnen. In einer Mineralien-Ausstellung kam ich an einem Ort, wo dicht an dicht Bergkristalle und geschliffene Gegenstände aus Bergkristall angehäuft waren. In kürzester Zeit empfand ich mich "durchleuchtet" von dieser Ansammlung von Steinen. Das "Licht" und die "Spannung" war so geballt, dass ich es nicht mehr aushielt und mich entfernen musste.
1.6 Die sechste Stufe Die sechste Stufe muss ich bezeichnen als eine wirkliche Begegnung. Das Bild, das mir übermittelt wurde oder der Klang, den ich hörte, lebte sowohl in dem Stein als in mir. Ich war mit dieser Begegnung so verschmolzen, dass ich mit dem Stein "eins" wurde und mich dabei beobachten konnte. Ich möchte diese Begegnung eine Wesens-Begegnung nennen.
1.7 Die siebente Stufe Die siebente Stufe war ein unmittelbares Eins-Werden mit den Kräften, die in dem Stein wirkten. Bei der Gestaltung solcher Steine erlebe ich dann eine unbändige Freude und Dankbarkeit, wenn dieses Eins-Werden gelingt (denn das ist nicht immer der Fall).
Ich glaube, dass über den besonderen Dialog mit Steinen immer mehr berichtet werden soll. Ich kann nur wiederholen, was ich in der Einleitung bereits sagte: Natürlich gibt es viele Bücher über Stein-Wirkungen, auch im Internet findet man dazu Ausführungen. Als ich aber nachgefragt habe, wie man zu diesen Ergebnissen kommt, als ich erfahren wollte, wie die Steine erlebt wurden, da schwiegen die meisten.
Meines Erachtens ist es wichtig das Stein-Erleben zu schulen. Ich kann nur wiederholen: Die Steine selbst sind die Bücher, die gelesen werden müssen.
Dürnten, 26.07.2022 / Hans van der Heide