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Dreisprachige Textproduktion bei Sekundarschülern mit unterschiedlichen Lernbedingungen
Type
06 - Präsentation
Primary target group
Science
Created while belonging to FHNW?
Yes
Zusammenfassung
In dieser Studie werden bei Lernenden der Sekundarstufe I Bezüge zwischen der schriftlichen Textproduktion in drei Sprachen (Schulsprache Deutsch, Französisch und Englisch als Fremdsprachen) untersucht. Die Studie situiert sich im Kontext einer Curriculumsreform in der Ostschweiz, bei welcher der Beginn des Englischunterrichts von der 7. in die 3. Klasse vorverschoben wurde, während Französisch weiterhin ab der 5. Klasse unterrichtet wird. Die schriftliche Textproduktion wurde in sprachenübergreifender Perspektive im Rahmen der Fremdsprachenerwerbsforschung (Schoonen et al. 2011), der Bilingualismusforschung (Egli Cuenat 2008, Riehl 2013) sowie der Tertiärsprachenerwerbsforschung (Sagasta-Errasti 2003, De Angelis&Jessner 2012) bei jüngeren Lernenden untersucht. Diese (und andere) Studien weisen eine Interdependenz zwischen den Sprachen nach, welche in einem komplexen Zusammenspiel zwischen Faktoren wie beispielsweise typologischer Distanz, Metakognition, Kompetenzniveaus, Status der Sprachen oder Lernbedingungen variiert. Wenig ist bislang über die dreisprachige Textproduktion beim doppelten Fremdsprachenerwerb im Anfängerstadium bekannt. Unsere Studie ist Teil eines vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützten Projektes zum schulischen Mehrsprachenerwerb. In diesem Beitrag werden beschreibende Texte untersucht, die von 96 Lernenden vor und 192 Lernenden nach der Reform jeweils am Ende der ersten Sekundarklasse (7. Schuljahr, 12-14 Jahre) im Rahmen einer identischen Aufgabenstellung verfasst wurden. Die Texte (n=864) werden im Hinblick auf Textlänge und Konnektoren (Schneuwly 1997) sowie lexikalische Transfers (Agustín-Llach 2014) analysiert. Folgende Forschungsfragen werden gestellt: - Inwiefern unterscheiden sich die Textprodukte der beiden Gruppen in den drei Sprachen bezüglich der codierten Textvariablen? - Finden sich unterschiedliche Muster des Zusammenspiels zwischen den Sprachen bei den beiden Gruppen, insbesondere bezüglich der Verwendung von lexikalischen Transfers? Es wird u.a. vermutet, dass die Lernenden, welche früher mit Englisch beginnen, tendenziell längere, durch mehr und diversere Konnektoren strukturierte englische Texte produzieren. Dies wird auch für das Französische erwartet, wobei angenommen wird, dass diese Lernenden Englisch stärker als Brückensprache aktivieren, was sich in einem erhöhten Auftreten von lexikalischen Transfers manifestieren dürfte (Steinhauer 2006, Tremblay 2006).