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Kardinal Orani João Tempesta nahm das Bild der Wolken, die die Christusstatue zuletzt umhüllten, in seiner Predigt demnach auf. In dieser Zeit der Pandemie, in der wir bereits mit Optimismus, mit Vertrauen in die Impfung in die Zukunft blicken, wollen wir auch die dunklen Wolken des vergangenen Jahres sehen, sagte er.
An einer anderen Stelle wies der Kardinal darauf hin, dass der Cristo Redentor (Christus der Erlöser) mit den immer offenen Armen auch davon zeuge, dass es möglich sei, sich brüderlich zu begegnen - selbst in Zeiten der Polarisierung und des Hasses.
Die Christus-Statue ist zugleich Wahrzeichen und Beschützer Rios. Aus fast jeder Ecke der Stadt ist sie zu sehen. Die Cariocas, wie die Bewohner der Stadt heissen, verehren den Cristo. Die Geschichte der Statue ist voller Mythen und Lücken, wie der brasilianische Journalist Rodrigo Alvarez in einer Live-Übertragung zum Erscheinen seines Buches Redentor jüngst sagte. Eine der Legenden, die er stürzt, ist, dass ein französischer Pfarrer 1903 erstmals von einem Cristo auf dem Corcovado-Berg geträumt habe.
Seinen Recherchen zufolge hatte Prinzessin Isabel von Brasilien bereits 1888 die Idee, auf den Corcovado einen Christus zu stellen. Das habe nicht mal die katholische Kirche gewusst, auf deren Initiative der Wettbewerb für die Statue in den 1920er Jahren ausgeschrieben wurde. Fakt ist, dass diese am 12. Oktober 1931 eingeweiht wurde.
(sda)