Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03389.jsonl.gz/2511

Seit jeher ist es so, dass eine relativ grosse Zahl von Asylsuchenden untertaucht. Dabei handelt es sich nicht um ein neues Phänomen, das mit dem Testverfahren eindeutig in Zusammenhang gebracht werden kann. Die in der Öffentlichkeit viel verwendeten Zahlen aus der Evaluation des Testbetriebs, wonach dort viel mehr Personen untertauchen würden (32,4%) als im Regelbetrieb (9,9%), sind wenig aussagekräftig und sogar irreführend. Es werden nämlich Zahlen verglichen, die im Prinzip nicht vergleichbar sind. Auf der einen Seite werden die Zahlen aus dem Testbetrieb verwendet, d.h. aus einem Verfahrenszentrum, in welchem in rund 60% der Fälle die gesamten Verfahren durchgeführt werden und in dem sich die Asylsuchenden bis zu 140 Tagen aufhalten. Auf der anderen Seite werden die Zahlen aus den Empfangs- und Verfahrenszentren (EVZ) verwendet, wo in der Regel nur die Erstbefragungen durchgeführt werden – bei hohen Gesuchszahlen wie im Herbst 2015 sogar nur die Registrierungen – und in welchen sich die Asylsuchenden während höchstens 90 Tagen aufhalten, in der Praxis aber meist weniger (die aktuelle Aufenthaltszeit in den EVZ liegt bei zwei bis drei Wochen).
Es ist nicht bekannt, wohin sich die Personen, die aus dem Testbetrieb verschwunden sind, begeben. Bekannt ist jedoch, dass diese in der Folge nur in sehr geringer Anzahl (5 %) in den Statistiken zur Nothilfe der Kantone auftauchen. Dies legt die Vermutung nahe, dass diese Asylsuchenden in der Regel aus der Schweiz ausreisen.