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Zwischen dem europäischen Flugzeugbauer Airbus und seinem US-Rivalen Boeing tobt seit geraumer Zeit ein Kampf um die Vorherrschaft im Segment der «Narrowbodies», sprich der Schmalrumpfflugzeuge, welche im Transatlantikverkehr eingesetzt werden können. Mitte Juni 2018 kursierten erste Gerüchte, dass Airbus eine neue Version seines erfolgreichen Schmalrumpfmodells A321 prüfe, welche noch mehr Reichweite verspricht. Die Überlegungen für die unter dem Namen «A321XLR» diskutierte Extra-Longe-Range-Variante sind nun offenbar weit fortgeschritten.
Wie Jean-Francois Lemay, Präsident der kanadischen Air Transat, der Nachrichtenagentur «Bloomberg» verriet, hat Airbus ihn nun über einen möglichen Termin für die Markteinführung des «A321XLR» mit noch mehr Reichweite aufgeklärt. Die neue Langstrecken-Version könnte offenbar schon 2023 auf den Markt kommen. Er sei darüber sowohl vom europäischen Flugzeugbauer als auch von der Flugzeug-Leasinggesellschaft Aercap informiert worden. Lemay sieht seine Airline zudem als möglichen Käufer für die neue Super-Langstrecken-Variante von Airbus. Allerdings sei es kein Geheimnis, dass die jetzige A321 noch eine Menge Potential habe, kommentiert ein Airbus-Sprecher gegenüber Bloomberg.
Ab kommendem Jahr erhält Air Transat zunächst einmal einen Airbus A321LR, wobei «LR» für Long Range steht. Mit dieser Maschine kann die Fluggesellschaft Flüge von Kanada nach Grossbritannien, Frankreich, Spanien oder Portugal bewältigen. Doch für Ziele in Mittel- und Osteuropa, so Lemay, genüge die Reichweite nicht. Der mögliche Kauf eines A321XLR wäre also eine Art Kompromisslösung. Er soll durch mehr Raum für Treibstoff eine höhere Reichweite bekommen – dann sollten für Air Transat auch Flüge für weiter östlich gelegene Destinationen drin liegen.
Und was macht Boeing?
Der weltgrösste Flugzeugbauer Boeing bastelt seit einiger Zeit an einem Konzept für einen mittelgrossen Passagierjet, der um das Jahr 2025 herum in Dienst gehen soll. Mit Blick auf Grösse und Reichweite soll er zwischen den Mittelstreckenjets der 737-MAX-Reihe und dem Grossraumjet 787 «Dreamliner» liegen.
Boeing will damit eine Lücke in seiner Modellpalette abdecken. Als Name ist «Boeing 797» im Gespräch. Eine Entscheidung über den Bau will Konzernchef Dennis Muilenburg allerdings erst im Jahr 2019 treffen, wie er im Juli vor der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough gesagt hatte.