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PeKa (Entwurf und Hersteller), Neuenburg, um 1919/1925
Silber, geprägt; Bronze, geprägt; Karton, Wollstoff
H. 26 cm, B. 17,5 cm
Inv. 1997.96. 1.–46. Tausch.
Einige Tausend Schweizer hatten im zaristischen Russland einen Lebensunterhalt gefunden, vorwiegend als Konditoren, Käser, Winzer, Architekten oder Hauslehrer.
Aus Basel waren meist Kaufl eute, Wissenschaftler und Künstler nach Russland gezogen; doch hatte diese Emigration stets den Charakter einer Einzel-, nicht einer Massenauswanderung gehabt. Die Revolution in Russland 1917 beendete die für Ausländer so günstige Zarenherrschaft. Der sich anschliessende Systemwechsel und vor allem der grausame Bürgerkrieg führten zu einem Massenexodus von in Russland ansässigen Ausländern und russischen Revolutionsgegnern.
Fast alle Schweizer, die über einen Zeitraum von über einem Jahrhundert nach Russland ausgewandert waren, kehrten nun plötzlich und gleichzeitig zurück.
In Basel als Grenzort machte sich diese Fluchtbewegung durch mehrere Sonderzüge deutlich bemerkbar: «Am Samstag, 19. Oktober [1918] traf ein Zug mit über 600 Schweizern in Basel ein, Leuten, die durch die neuen Verhältnisse aus Russland vertrieben, nun in ihrer Heimat Zufl ucht suchten. […] In unserer Stadt waren alle Vorsichtsmassregeln getroffen, um eine Verschleppung von Krankheiten zu verhüten. Der Bundesrat hatte namhafte Summen zur Verfügung gestellt, um die Ankömmlinge vor allzu empfi ndlichen Verlusten bei Auswechslung des russischen Geldes zu schützen und um ihnen erste Hilfe im Vaterland zu sichern», berichtete das Basler Jahrbuch 1919.
Durch den hastigen Aufbruch hatten die Flüchtlinge keine Zeit für eine Regelung ihrer Vermögensverhältnisse oder für eine Mitnahme ihrer Güter gehabt. So standen viele Heimkehrer vor dem wirtschaftlichen Ruin und benötigten massive fi nanzielle Unterstützung. Neben öffentlichen Mitteln wurden weitere Gelder durch den Verkauf von Abzeichen gesammelt. Freiwillige, das mit leuchtend rotem Stoff bezogene Präsentationstableau um den Hals gehängt, verkauften acht verschiedene Abzeichen mit patriotischen Motiven: Helvetia, Reisläufer und Soldat, Berghütte, Edelweiss und Tannenzapfen. Mit diesen national geprägten Bildmotiven appellierte man an die Solidarität mit den heimgekehrten Auslandschweizern; auf den eigentlichen Anlass für die Sammelaktion wurde jedoch keinerlei Bezug genommen. Preislich waren die Abzeichen von 50 Rappen bis zu vier Franken gestaffelt und in Silber oder Bronze erhältlich. Mit Kauf und Anstecken der Abzeichen bekundete man seine Solidarität mit den in Not geratenen Heimkehrern.
Einige dieser in die Schweiz gefl ohenen Russland- Schweizer hatten in den vielen Jahren oder Jahrzehnten in der Fremde anscheinend russische Gewohnheiten angenommen, wirkten vielleicht mehr wie Russen als wie Schweizer.
Dass sie in Basel einiges Befremden hervorriefen, belegt ein weiterer Satz des oben zitierten Berichtes: «Die teilweise fremdartig ausgestatteten Erscheinungen belebten unser Strassenbild in eigentümlicher Weise.»