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Am späten Montagvormittag stürzte ein Kleinflugzeug auf ein Wohnhaus im Westen Basels ab. Der bekannte Pilot Hans Georg Schmid fand dabei den Tod. Sechs Personen wurden verletzt.
Schmid war in Basel-Mühlhausen mit einem Spezialflugzeug zu einem Nonstop-Flug nach Wisconsin (USA) gestartet. Dies in Erinnerung an den ersten Alleinflug über den Atlantik vor 80 Jahren.
Das auf dem EuroAirport in Basel-Mühlhausen gestartete Kleinflugzeug stürzte um 11.25 Uhr in Basel West nahe der französischen Grenze ab.
Verletzt wurden vier Einsatzkräfte und zwei Anwohner, darunter eine ältere Frau, die einen Schock erlitt.
Beim betroffenen Wohnhaus, das sich über drei Hausnummern erstreckt, geriet der Dachstock in Brand. Es wurde Katastrophenalarm ausgelöst.
Die Feuerwehr hatte den Brand nach dem Mittag unter Kontrolle. Das Dach sei zerstört, die oberen Wohnungen seien nicht mehr bewohnbar, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Für die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner werden Notunterkünfte in einer Zivilschutzanlage bereitgestellt.
Im ganzen Quartier lagen Flugzeugtrümmer herum. Die Leiche des verunglückten Piloten wurde auf einem Robinsonspielplatz in der Nähe des Wohnhauses gefunden.
Auf dem Spielplatz befanden sich nach Angaben eines Spielplatzleiters zum Zeitpunkt des Unfalls 19 Kinder, die an einem Tagesferienlager teilnahmen. Keines der Kinder wurde verletzt. Ein Spielhaus brannte ab.
Experimentelles Flugzeug
Beim Opfer des Flugzeugabsturzes in Basel handelt es sich um den knapp 59-jährigen ehemaligen Swissair-Piloten Hans Georg Schmid. Er war verheiratet und hinterlässt eine Frau und zwei Söhne.
Schmid wollte die 8000 Kilometer Distanz zu einem Flugmeeting nach Oshkosh im amerikanischen Bundesstaat Wisconsin nonstop zurücklegen, in Erinnerung an den ersten Nonstop-Alleinflug über den Atlantik von Charles A. Lindbergh im Jahr 1927.
Das Unternehmen mit dem Namen "Saint-Louis memory flight" hätte rund 30 Stunden gedauert. Vor dem Start in Basel hatte Schmid seine Maschine auf dem Flugfeld noch interessierten Journalisten gezeigt, erklärte ein Sprecher der Fluggesellschaft Swiss.
Sein einmotoriges Flugzeug vom Typ "Express 2000 ER" war laut der Sprecherin mit 1700 Liter Kerosin betankt. Das Flugzeug soll laut dem stellvertretenden Direktor des Flughafens Startprobleme gehabt haben.
Schmid hatte die "Express 2000 ER" (Extended Range) in mehrjähriger Arbeit selbst gebaut. Den Erstflug absolvierte die Maschine am vergangenen 12. Juni, beim Flugzeug habe es sich um ein "experimentelles Modell" gehandelt.
Spezialbewilligung
Die "Express 2000 ER" war mit einer Spezialbewilligung des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) unterwegs. Diese ermöglichte es dem Piloten, auf Grund des hohen Treibstoffbedarfs mit erweitertem Gewicht zu fliegen.
Die Bewilligung wurde am vergangenen Mittwoch erteilt und war befristet bis Ende Oktober, weil der Pilot auch eine Polarumrundung plante, für die noch Anpassungen nötig gewesen wären.
Das Spezialflugzeug hatte vor der Bewilligungserteilung ab Mitte Juni mehrere Testflüge durchgemacht. Die Zustandsprüfung wurde vom Verein für Eigenbauflugzeuge "Experimental Aviation" im Auftrag des BAZL durchgeführt. Die Behörde erteilte darauf die Zulassung.
Diese Bewilligung war mit einigen Vorgaben verknüpft. So durfte das Flugzeug beispielsweise nach dem Start keine grossen Schlaufen drehen. Grundsätzlich wäre keine Bewilligung erteilt worden, wenn ein normaler Start für das Flugzeug nicht machbar gewesen wäre, sagte ein BAZL-Sprecher.
swissinfo und Agenturen
Bekannter Pilot
Beim tödlich verunglückten Piloten handelt es sich um den 59-jährigen ehemaligen Swissair-Captain Hans Georg Schmid. Der begeisterte Pilot war in der Aviatikwelt kein Unbekannter.
Schmid hatte im Jahr 2000 zwei Weltrekorde aufgestellt: "Millennium Flight - Twice Around the World". Dabei startete er von Zürich aus zu einer ersten Weltumrundung in östlicher Richtung, für die er 192 Stunden brauchte.
Für die zweite Umrundung in westlicher Richtung benötigte er 201 Stunden. Die Rekorde stellte er mit einem selbstgebauten Flugzeug auf.
Bereits 1997 war Schmid mit einem selbstgebauten Leichtflugzeug, einer Long-Ez, nach Südafrika geflogen, ein Jahr später nach Südamerika.
Auch das Unglücksflugzeug, eine "Express 2000 ER" hatte Schmid selbst gebaut. Den Erstflug hatte die Maschine erst am 12. Juni absolviert. Am vergangenen Mittwoch hatte das Bundesamt für Zivilluftfahrt für die Maschine eine zeitlich befristete Spezialbewilligung ausgestellt.
Mit der "Express 2000 ER" plante Schmid im Herbst eine Weltumrundung über beide Pole. Der heutige Direktflug nach Oshkosh im US-Bundesstaat Wisconsin sollte als Vorbereitung für den geplanten Rekordflug dienen.