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In der vergangenen Woche wurden mehr als eine Million Flüchtlinge gezwungen, auf der Suche nach Sicherheit und Schutz aus der Ukraine zu fliehen, so das UNHCR in einer Medienmitteilung. Hunderttausende von ihnen seien Kinder, viele seien unbegleitet oder von ihren Eltern oder Familienangehörigen getrennt.
Kinder ohne elterliche Fürsorge sind einem erhöhten Risiko von Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt, so die Mitteilung weiter. Wenn unbegleitete Minderjährige die Landesgrenzen überquerten, vervielfachten sich die Risiken. Auch das Risiko des Menschenhandels steige in Krisensituationen.
UNICEF und UNHCR fordern alle Nachbarstaaten und betroffenen Länder auf, unbegleiteten und von ihren Familien getrennten Kindern, die aus der Ukraine fliehen, Zugang zu gewähren und sie unverzüglich zu identifizieren und zu registrieren. Die Staaten werden aufgefordert, unmittelbar nach dem Grenzübertritt sichere Räume für Kinder und Familien zu schaffen und diese mit den nationalen Kinderschutzsystemen zu verbinden.
Die derzeitige Notsituation erfordere zudem eine rasche Erhöhung der Kapazitäten von Aufnahmeeinrichtungen mit qualifiziertem Betreuungspersonal und anderen wichtigen Diensten zum Schutz von Kindern. Dazu zählten der Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt sowie Mechanismen zur Familiennachverfolgung und -zusammenführung.
Für Kinder, die ohne ihre Angehörigen über die Grenzen geflohen seien, biete eine vorübergehende Pflegefamilie oder eine andere gemeinschaftliche Betreuung durch ein staatliches System entscheidenden Schutz. Adoptionen sollten nicht während oder unmittelbar nach einer Notsituation stattfinden. Hingegen müssten alle Anstrengungen unternommen werden, Kinder wieder mit ihren Familien zusammenzuführen, falls dies zu ihrem Besten sei.
In der Ukraine leben laut Mitteilung fast 100.000 Kinder in Heimen und Internaten, die Hälfte davon seien Kinder mit Behinderungen. Viele dieser Kinder hätten lebende Verwandte oder Erziehungsberechtigte. Das UNHCR erkenne an, dass humanitäre Evakuierungen unter bestimmten Umständen lebensrettend sein könnten, und begrüsse Bemühungen, Kinder in Sicherheit zu bringen. Zugleich sei es von entscheidender Bedeutung, dass besondere Massnahmen im besten Interesse der Kinder ergriffen würden und ihre Eltern oder die für sie verantwortlichen Personen ihre Zustimmung erteilten. Unter keinen Umständen dürften Familien als Folge von Umsiedlungen oder Evakuierungen getrennt werden.