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Der Rundturm diente dazu, das ca. 40 m entfernte Strassentor zu überwachen. Die gleiche Funktion hatte ein ähnlicher Turm, der sich etwa 60m nördlich von jenem Tor befand. Dieses Tor war an der Stelle, wo heute die Landstrasse verläuft. Im Gegensatz zu den rechteckigen Türmen der innerschweizerischen Letzimauern standen hier in Gamsen Rundtürme (Savoyische Wehrarchitektur).
Ergebnisse archäologischer Sondierungen beim Rundturm
Ursprüngliche Ausmasse des Bauwerkes beim Rundturm.
Mauer: Die Höhe vom ursprünglichen Gehniveau bis Wehrgang betrug cirka 3,20 m. Die Gesamthöhe der Wehrmauer beim Rund betrug cirka 6,30 m, bei einem Fundament von cirka 80 cm.
Laufgang: Der Zinnenkranz auf der Mauer hatte eine ungefähre Höhe von 1,60 m bei einer Mauerstärke von 1 m. Die Brustwehr wies eine Höhe von cirka 90 cm auf. Der ostseitige Wehrgang hatte eine Breite von 1,20 m.
Erschlossen wurde der Laufgang durch sieben Treppenstufen.
Die Gamsa verlief an dieser Stelle entlang der Mauer und erfüllte die Funktion eines Burgbaches. Ein Teil dieses Grabens wurde bei den archäologischen Grabungen gefunden. Bergwärts geht der Turm fast stromlinienförmig in die Mauer über, was ebenfalls darauf hindeuten dürfte, dass hier die Gamsa die Funktion des „Burggrabens“ übernahm.
Verschiedene Chronisten bestätigen, dass es in früheren Jahrhunderten entlang der Mauer auf der Bachseite Gräben gab. Zwei Dämme aus den Jahren 1686 und 1757 – 64 im obersten Teil des Schuttkegels leiteten die Gamsa in späteren Jahren von der Landmauer weg.
Im Vergleich zu anderen Letzimauern war die Landmauer in Gamsen leichter zu verteidigen.
Die Gamsa und deren Schutzmassen behinderten Angreifer massiv. Ausserdem bildete die Landmauer von Gamsen nicht eine Gerade wie bei anderen Letzimauern. Die Flankierungstürme erlaubten hier ein wirkungsvolles Beschiessen der feindseitigen Mauerflucht.
Generell hielten diese Wehranlagen einer langfristigen Belagerung nicht stand. Der Angreifer konnte seine Kräfte konzentrieren.