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Basel pflegte im Mittelalter enge Handelsbeziehungen mit dem Sundgau, wo man einen grossen Anteil des Bedarfs an landwirtschaftlichen Produkten decken konnte. Durch dieses Tor rollten die beladenen Fuhrwerke auf ihrem Weg zu den Märkten. Der Turm sperrte die hier in die Stadtummauerung einmündende Sundgauer Landstrasse, und seine Errichtung fällt sicher mit der Ummauerung der Spalenvorstadt zusammen, die zwischen 1206 und 1398 durchgeführt wurde. Wann jedoch in diesen fast zweihundert Jahren die Toranlage entstand, ist ungewiss. 1920 wurden bei einer Untersuchung durch die Basler Denkmalpflege Steinmetzzeichen festgestellt, die sich ebenso im Martinsturm des Münsters und in der Kapelle zu St. Peter finden liessen. Auch Mauerrisse, die vom Erdbeben 1356 zeugen sollen, wurden festgestellt. Allerdings ist in der Wachtordnung von 1374 an dieser Stelle noch nicht von einem Tor die Rede. Erst 1387 erscheint erstmals das Spalentor namentlich mit einem Waffeninventar. 1408 und 1428 ist die Bezeichnung des Spalentors als "neues Tor" überliefert, was vermuten lässt, dass der Bau kurz vor der Vollendung der äusseren Stadtmauer 1398 entstanden ist oder doch damals die durchgreifende Umgestaltung erfahren hat, die sich im heutigen Bauwerk erhalten hat. Dafür spricht auch die Jahreszahl 1398 auf der Darstellung des Spalentors auf einer im Historischen Museum befindlichen Glasscheibe.
Auf älteren Darstellungen des Spalentors fehlt das heutige Vortor. das nach den Rechnungen des Rats 1473/74 im Zusammenhang mit der Reparatur einer grösseren Strecke der Stadtmauer von Jakob Sarbach erbaut wurde. Ob es sich dabei um einen Neubau oder um die prunkhaftere Ausgestaltung einer älteren Anlage handelt, weiss man nicht. Die Darstellungen von Matthäus Merian d.Ä. von 1615 zeigen den Hauptturm wenig verändert, aber mit dem Vortor verstärkt. Die Befestigungen jenseits des Grabens bestehen aus einem doppelten Barrierevorhof, der beidseits von niedrigen Zimmemrundtürmchen mit Plattformen flankiert wird. Der Barrierehof ist mit dem Tor durch eine Fallbrücke verbunden. Darstellungen von Emanuel Büchel aus den Jahren 1745 und 1758 zeigen im Wesentlichen keine Veränderungen, nur kaum erwähnenswerte Kleinigkeiten sind anders geworden. Eine farbige Darstellung von Franz Feyerabend aus dem Jahr 1788 zeigt die Farben der Rautenornamentik des Hauptturms: grüne Streifen auf braunem Grund; alle Bauglieder (Eckkanten, Fenster- und Türrahmen) sind aus rotem Sandstein. Jetzt überbrückt eine feste Grabenbrücke den Stadtgraben, im Graben weiden Hirsche.
Im Jahr 1800 wurde die mittlere Barriere vor dem Graben wegen Baufälligkeit weggeräumt. Beim Durchmarsch der alliierten Truppen 1813 wurden die beiden Rundtürme der Strassensperre vor dem Graben zum Teil abgebrochen. 1823 ist von der Bemalung der Heiligenbilder die Rede; sie sollten, wohl zur Einheitsbemalung, mit Farbe und Firnis getränkt werden. 1837 wurde das Tor und der Vorbau in dreimaligem Anstrich mit einer passenden Ölfarbe versehen; die Seitentürme erhielten einen Besenbewurf. 1842 trug ein Sturm beide Dächer der Seitentürme fort und beschädigte benachbarte Häuser. Daraufhin wurde beschlossen, die ehemaligen Zinnen auf den Seitentürmen des Tores wiederherzustellen und die notwendigen Dächlein hinter die Zinnen, von aussen nicht sichtbar, zu versenken. 1866 wurde das Spalentor durch Abbruch der anstossenden Stadtmauern isoliert. 1867 setzte seine Restauration ein, bei der im nördlichen Seitenturm gegen das Vortor eine Türöffnung ausgebrochen und eine Speindeltreppe eingebaut wurde, als neuer Zugang zu den oberen Turmgeschossen. Vorher war das Tor nur über die Stadtmauer zugänglich gewesen. Aus den Steinen der gefallenen Stadtmauer wurden kleine Gräben um die Seitentürme des Tores hergestellt.
Heute, da das Spalentor sich isoliert vor modernen und altstilistischen Bauten erhebt, ist seine Wirkung im Stadtbild die eines selbstherrlichen, strassenumzogenen Triumphtores. Sein mittelalterlicher Charakter war anders. Es war als Haupteingang der Stadt künstlerisch und baulich ein markant hervorgehobener Teil des um die Stadt herumlaufenden Mauerrings, konstruktiv mit ihm durch runde, zinnenbekrönte Ecktürme verbunden, die wie die ehemaligen anderen Mauertürme in den einstigen Stadtgraben vortraten, diese aber in der Höhe deutlich überragten. Wie innig dieser Torbau mit der Stadtmauer verbunden war, geht auch daraus hervor, dass bis ins 19. Jahrhundert der Aufstieg zu den oberen Stockwerken nur von der Stadtmauer aus erfolgen konnte.
Das Quadermauerwerk des Hauptturms und alle seine Architekturteile sind in rotem Sandstein, zumeist aus Degerfelden, ausgeführt. Das übrige Mauerwerk ist aus Steinen verschiedenen Materials und unterschiedlicher Grösse in rohem Verband in viel Mörtel verlegt und vor allem bei den Rundtürmen mit Schichten rundgeschliffener Flusswacken durchsetzt. Der Hauptturm ist mit skulpturellem Dekor ordentlich ausgestattet, doch entspricht es ganz seiner ehemaligen Gebundenheit in den Zug der Stadtmauer, dass der Turm nur zwei eigentlich künstlerisch ausgestattete Seiten besitzt. Die beiden Turmwände gegen die ehemalige Stadtmauer sind sozusagen schmucklos. Je zwei schmale, rechteckige Fenster belichten das zweite und dritte Turmobergeschoss.
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