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Sarah Biasini hatte einen schwierigen Start ins Leben: Als Kleinkind verlor die französische Schauspielerin erst ihren Halbbruder David durch einen Unfall, ein Jahr später, am 29. Mai 1982, starb ihre Mutter, Schauspiel-Ikone Romy Schneider im Alter von 43 Jahren an Herzversagen. Da war Sarah gerade mal vier Jahre alt.
Nun, mit 43 Jahren, gewährt Sarah Biasini erstmals tiefe Einblicke in ihr Leben, das durch diese beiden Verluste geprägt wurde. In ihrem kürzlich erschienenen Buch «La beauté du ciel» beschreibt die Französin ihre intimsten Gedanken zum frühen Tod der Mutter.
Darum sprach Sarah Biasini lange nicht über ihre Mutter
In ihrem Buch beschreibt Sarah Biasini, dass die Trauer über den Verlust ihrer Mutter sie bis heute begleitet. «Niemand will meine Mutter vergessen, außer mir. Alle wollen an sie denken, nur ich nicht. Niemand wird beim Gedanken an sie mehr weinen als ich.»
Lange habe sie beschämt reagiert, wenn sie nach Erinnerungen an ihre Mutter gefragt wurde, gibt Sarah Biasini zu. «Ich antwortete mit roten Wangen, dass ich es vorziehen würde, diese für mich zu behalten.» Es habe gedauert, bis sie sich traute, den Fragestellenden vor Augen zu führen, wie verletzend diese Frage ist. Denn sie erinnert Sarah Biasini jedes Mal daran, dass sie sich das Bild ihrer Mutter selber wie ein Puzzle aus Medienberichten zusammenstellen musste. «Wie wollen Sie Erinnerungen mit viereinhalb Jahren haben.»
Zwei Quellen dienten Sarah Biasini für ihr eigenes Bild von ihrer Mutter: Die Medien, die Romy Schneider als unglückliche, depressive, vom Schicksal gebeutelte Ikone stilisieren. Und das private Umfeld, das ihr von einer lachenden, wunderschönen und talentierten Frau erzählte.
Sarah Biasini erinnert sich an Romy Schneiders Todestag
Nur an Romy Schneiders Todestag hat Sarah Biasini vage Erinnerungen. Sie beschreibt, wie ihr Vater, Daniel Biasini, ihr die Nachricht überbringt und rekonstruiert den Moment in Gedanken. «Ich weine nicht. Ich sage nichts. Ich bleibe vor ihm, ohne mich zu bewegen. Ich tue so, als würde ich nicht auf das hören, was mein Vater mir erzählt. Oder nur mit einem Ohr. Ich verstehe, was passiert, will es aber nicht hören.»
Nun, da sie selber nach jahrelangen Versuchen doch noch Mutter geworden sei - ihre Tochter ist bald drei Jahre alt - hat Sarah Biasini ihr Buch geschrieben, um mit der Vergangenheit abzuschliessen. Um ihre Mutter, an deren Beerdigung sie als kleines Mädchen nicht teilnehmen durfte, auf ihre Weise zu verabschieden. Und, um ihrer Tochter das eigene Schicksal zu ersparen - egal was passiert. «Ich habe so wenig von meiner Mutter, ich hätte mir gewünscht, dass auch sie mir geschrieben hätte, aber wie konnte sie ahnen, was passieren würde?»
Romy Schneiders schicksalgeprägtes Leben
Romy Schneider wurde durch ihren Auftritt als Hauptfigur in den «Sissi»-Filmen schon als 16-Jährige zum Star. Um das Kaiserinnen-Image loszuwerden, folgte die gebürtige Wienerin ihrer ersten grossen Liebe, dem französischen Filmpartner Alain Delon, nach Paris. Dieser Schritt ebnete ihr den Weg zu einer internationalen Karriere. Sie war für den Golden Globe nominiert und wurde mehrfach mit dem César ausgezeichnet.
Beruflich wie privat prägten Leidenschaft und Schicksalsschläge das Leben von Romy Schneider. Die grösste Tragödie war der Tod ihres Sohnes David, der sich mit 14 Jahren tödlich verletzte, als er über einen Zaun klettern wollte. Ein Jahr später, am 29. Mai 1982 starb Romy Schneider im Alter von 43 Jahren. Als offizielle Todesursache wird Herzversagen aufgeführt. Die Medien gingen von einem Suizid aus. Sie hinterliess ihre vierjährige Tochter Sarah aus der Ehe mit ihrem ehemaligen Sekretär Daniel Biasini.