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Bei der Regionalwahl im deutschen Bundesland Bremen sind die oppositionellen Christdemokraten laut Prognosen erstmals stärkste Partei geworden. Die regierenden Sozialdemokraten verloren massiv Stimmen.
Die SPD von Bürgermeister Carsten Sieling erhielt laut den Prognosen von ARD und ZDF 24.5 Prozent, die CDU mit Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder 25.5 bis 26.5 Prozent. Zulegen konnten Grüne (18.0 bis 18.5 Prozent) und Linke (12 Prozent), die FDP kommt auf 6 Prozent, die rechtspopulistische AfD auf 5 bis 7 Prozent.
Für die Bremer SPD ist es eine historische Schlappe. Schon 2015 hatten die Sozialdemokraten mit 32.8 Prozent einen Tiefstwert hinnehmen müssen. Bisher regierten sie in einer Koalition mit den Grünen.
Nach den Prognosen würde es für ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken reichen. Die Linke würde in dem Fall erstmals in einem westdeutschen Land in Regierungsverantwortung kommen.
Möglich wäre auch eine grosse Koalition aus CDU und SPD, allerdings hatte Sieling einem Zusammengehen mit der CDU eine Absage erteilt. Sollte die FDP im Landtag vertreten sein, wäre auch ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP möglich. Die CDU würde in dem Fall erstmals das Bremer Rathaus erobern.
Am Sonntag fanden auch in zehn deutschen Bundesländern Kommunalwahlen statt. Dort richtete sich das Augenmerk vor allem auf das Abschneiden der AfD im Osten.
In Sachsen, Brandenburg und Thüringen finden Anfang September und Ende Oktober Landtagswahlen statt. In Ostdeutschland ist die AfD stärker als im Westen. Ihr wurden jetzt Chancen eingeräumt, in der deutsch-polnischen Grenzstadt Görlitz erstmals einen Oberbürgermeisterposten zu gewinnen. (sda/dpa)