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“If you’re going
to San Francisco
be sure you wear
flowers in your hair.”
Das riet Scott McKenzie all jenen, die 1967 in die Metropole an der kalifornischen Westküste pilgerten, um mit-, über- und untereinander den “Summer of love” zu feiern.
50 Jahre später spielen die echten Hippies in San Francisco kaum noch eine nennenswerte Rolle. Für die Touristen wird ihre Kultur aber künstlich am Leben erhalten.
“Perfekt gestylte, hippe Alibi-Hippies” nennt “Die Welt” mit nur notdürftig kaschierter Verachtung all jene, die 2017 an einem der unzähligen Gedenkanlässe “das 60er-Jahre-Gefühl aufleben lassen wollen, das sie gar nicht kennen.”
Statt Blumen im Haar tragen die Menschen nun Aktenköfferli in den Händen, der Joint wurde durch den Selfiestick ersetzt, die Radiosender spielen Hiphop statt Musik. Es ist alles geregelt und organisiert und sauber und schön; neben einem Basketballfeld mahnt ein Schild: “Drug-free Zone.”
Niemand erweckt auch nur den Anschein, als ob er oder sie sich schon jemals den Gedanken erlaubt hätte, etwas zu tun oder zu sagen, was zwei Millimeter links oder rechts neben der gesellschaftlichen Norm liegen würde.
Zumindest ein hippieähnliches Wesen ist in San Francisco aber noch unterwegs. Wir entdeckten es eher zufällig bei einer Fahrt durch die Stadt: Aus einer Seitenstrasse näherte sich uns ein alter Mann im Rollstuhl. An die Rückseite seines Gefährts hatte der verwitterte Senior, der von seinem Äusseren her jederzeit bei ZZ Top einsteigen könnte, eine Kühlbox montiert und vornedran ein Tischchen, auf dem eine Geldsammelbüchse stand. Rechts von seinem Kopf prangte ein kleines Plakat, auf dem stand, “Fuck Trump”.
Wobei: “Fuck Trump” sagt heute ja jeder.