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Ausgangslage
Per 1. August 2007 beschlossen der Bundesrat und die Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) eine Teilrevision des Maturitätsanerkennungsreglements(MAR) vom 16. Januar /15. Februar 1995. Die wichtigsten Änderungen betrafen die Aufwertung der naturwissenschaftlichen Fächer und den Einbezug der Maturitätsarbeit, samt Benotung, in die Maturitätsprüfungen. Weitere Änderungen betrafen das bisherige Kombinationsfach Geistes- und Sozialwissenschaften und das neue Ergänzungsfach Informatik.
Antrag des Realgymnasiums Rämibühl Zürich
Das Realgymnasium Rämibühl Zürich ersucht mit Schreiben vom 27. Juni 2010 um die Bewilligung der vorgeschlagenen Anpassungen in Stundentafel und Lehrplan auf Beginn des Schuljahres 2011/12.
In ihrem Antrag begründet die Schulleitung die auch durch Schulkommission und Konvent gestützten Änderungen mit einem schulinternen, von der MAR-Teilrevision ausgehenden Reformprojekt. Als Resultat dieses 2009 durchgeführten Projekts wurden durch die Schule verschiedene Ziele definiert, an erster Stelle die Stärkung der Naturwissenschaften. Ein zweites Ziel ist die Vermeidung von Unterbrüchen im Bildungsgang für alle Fächer. Diese Zielsetzung erfolgt auch gestützt auf eine Empfehlung der EVAMAR II-Studie, wonach kontinuierliches Lernen zu ermöglichen ist. Weiter sollen die Komplexität im Wahlbereich der 6. Klasse reduziert, Jahresstundenplänen erstellt und das ICT-Konzept angepasst werden.
Die Stärkung der Naturwissenschaften wird erreicht, indem die Dotation von Biologie um zwei, diejenige von Chemie um eine Semesterstunde erhöht wird. Gleichzeitig wurden Unterbrüche in diesen beiden Fächern reduziert. In Physik wurde, bei gleichbleibender Dotation, eine durchgehende Erteilung dieses Fachs in der vierten und fünften Klasse erreicht. Diese Stärkung wurde ermöglicht durch eine massvolle Reduktion im sprachlichen Bereich.
Das bisherige Präferenzfachsystem (6. Klasse) konnte in seiner Komplexität dadurch reduziert werden, dass in der neuen Stundentafel nur noch ein Präferenzfach (bisher zwei) und ein Ergänzungsfach gewählt werden können. Dies hat zur Folge, dass Französisch wieder für alle Schülerinnen und Schüler bis zu den Maturitätsprüfungen obligatorisch wird. Auch die dritte Sprache (Latein, Englisch, Italienisch) wird wieder obligatorisch bis zur Maturität unterrichtet. Ein zusätzlicher Effekt dieser Massnahme ist eine geringere administrative Belastung der Schule.
Die neue Stundentafel dient auch als Grundlage für die geplante Einrichtung eines Jahresstundenplans, wie ihn andere Schulen schon kennen. Ferner wird Informatik von der Unterstufe in die dritte Klasse verschoben.
Anpassungen wurden auch beim Lehrplan vorgenommen. Neben den eingangs erwähnten Grundlagen fanden dabei auch verschiedene HSGYM-Empfehlungen Berücksichtigung. Umfassende inhaltliche Neuerungen erfolgten im Lehrplan für die Fächer Mathematik, Anwendungen der Mathematik, Biologie und Informatik. Nur einzelne Elemente wurden für die Fächer Chemie, Wirtschaft und Recht sowie Bildnerisches Gestalten erneuert.
Die beantragten Änderungen stehen im Einklang mit der MAR-Teilrevision und weiteren Reformprojekten, führen zu einer erwünschten Stärkung der Naturwissenschaften, vereinfachen das System der Wahlmöglichkeiten im letzten Schuljahr vor der Maturität und ermöglichen einen Jahresstundenplan. Der Antrag des Realgymnasiums Rämibühl auf Einführung der angepassten Stundentafel und des erneuerten Lehrplans auf Beginn des Schuljahres 2011/12 (einlaufend, beginnend mit den 1. Klassen) ist zu bewilligen.
Antrag
Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Bildungsrat:
- Die beantragten Stundentafel- und Lehrplanänderungen des Realgymnasiums Rämibühl Zürich werden auf Beginn des Schuljahres 2011/12 bewilligt.
- Publikation des Bildungsratsbeschlusses in geeigneter Form im Schulblatt und im Internet
- Mitteilung an das Realgymnasium Rämibühl Zürich, Frau Ursula Alder, Rektorin; den Präsidenten der Schulkommission, Herrn Dr. Theo Loretan; den Präsidenten der Präsidentenkonferenz Schulkommissionen, Herrn Peter Weiss; den Präsidenten der Schulleiterkonferenz Mittelschulen, Herrn Prof. Dr. Peter Ritzmann; den Präsidenten der Lehrpersonenkonferenz Mittelschulen, Herrn Martin Lüscher, sowie das Mittelschulund Berufsbildungsamt.