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Lizzie Doron ist in Tel Aviv in einem Viertel aufgewachsen, in dem sich Überlebende der Shoah angesiedelt hatten. Zu ihnen zählte auch Dorons Mutter. Nach deren Tod schrieb die israelische Autorin ihr erstes Buch «Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?» (dtv 2004), in welchem sie sich mit ihrer Familiengeschichte auseinandersetzte. Dorons neuer Roman «Nur nicht zu den Löwen» (dtv 2023, aus dem Hebräischen von Markus Lemke) handelt von der Seniorin Rivi Grinfeld, die wegen eines Umbaus ihre Wohnung in Tel Aviv räumen muss. In den Tagen vor der Räumung durchläuft die Protagonistin ein intensives Gefühlschaos, welches sie dazu veranlasst, an alle Menschen zu schreiben, die in ihrem Leben eine wichtige Rolle gespielt haben. Durch ihr obsessives Schreiben erfährt Rivi Wahrheiten über ihre eigene Vergangenheit und die Schwierigkeiten ihres Frauseins.
Lizzie Doron gehört zu den wichtigsten Stimmen der israelischen Literatur, ihr erster Roman ist mittlerweile Schullektüre. 2019 war sie Friedrich Dürrenmatt Gastprofessorin für Weltliteratur an der Universität Bern. Das Gespräch mit ihr führt die Filmhistorikerin und Kulturwissenschaftlerin Marcy Goldberg.