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Spielen die New York Islanders (Nick Leddy) Playoffs gegen Jaromir Jagr (links), gewinnen sie. (Foto: Mike Stobe/NHLI via Getty Images)
Am 24. April 2016 gewinnen die New York Islanders nach dem 2:1-Overtime-Sieg gegen die Florida Panthers ihre erste Playoff-Serie (4:2) seit 23 Jahren. Overtime-Torschütze John Tavares war beim letzten Serie-Gewinn der Isles, am 14. Mai 1993 zwei Jahre alt und die Florida Panthers wurden erst einen Monat später, am 14. Juni 1993 aus der Taufe gehoben.
Vor 23 Jahren gewinnen die Islanders unter Kult-Trainer Al Arbour (vier Stanley-Cup-Siege mit den Islanders) ihre letzte Playoff-Serie nach einem 4:3-Overtime-Sieg im siebten Spiel gegen den amtierenden Stanley-Cup-Sieger Pittsburgh Penguins. Der Sieg der Islanders kommt einem Wunder gleich, Experten schätzen die Penguins in diesem Jahr sogar noch stärker als bei ihren letzten zwei Stanley-Cup-Titeln (1992 und 1993) ein.
Penguins Star-Ensemble
Die Penguins holen mit 113 Punkten (10 Punkte vor Boston) die Presidents-Trophy (Regular-Season-Sieger) und haben mit Mario Lemieux (160 Skorerpunkte und Art-Ross-Trophy) den besten Spieler der Liga in ihren Reihen. Mit Lemieux, Kevin Stevens, Rick Tocchet und Ron Francis stehen vier Spieler im Kader, welche über 100 Skorerpunkte gebucht haben.
Bei Jagrs letzter Pleite gegen die Islanders, sind seine Teamkollegen Ekblad, Matheson, Barkov, Huberdeau und Trocheck, sowie die Gegenspieler Pelech, Pulock und Strome noch nicht auf der Welt.
Zu diesem Star-Ensemble gehört auch ein 21-jähriger Tschechoslowake, Jaromir Jagr knackt mit 94 Skorerpunkten beinahe 100-Punkte-Marke. Als Held der Viertelfinal-Serie wird aber mit David Volek ein Landsmann der Islanders gefeiert. Der Sohn des ehemaligen Kloten-Trainers Pavel Volek kommt erst im dritten Spiel zum Einsatz und bucht bis zum siebten Spiel keinen Skorerpunkt. An besagtem 14. Mai 1993 (Spiel 7) erzielt «David» gegen «Goliath» zwei Tore und Jagr und Co. scheiden sensationell in der zweiten Playoff-Runde aus.
Jagr und die Islanders
Gegenspieler des jüngsten Erfolges, der nach Brooklyn umgezogenen Franchise, ist wieder Jagr, in seinen 18. Stanley-Cup-Playoffs im Trikot der Panthers. Der 44-jährige Weltklasse-Stürmer realisiert in der Regular-Season immer noch 66 Punkte und ist Topskorer seiner Mannschaft, aber spielen die Islanders Playoffs gegen Jagr, gewinnen Sie. Bei Jagrs letzter Pleite gegen die Islanders, sind seine Teamkollegen Aaron Ekblad, Michael Matheson, Aleksander Barkov, Jonathan Huberdeau und Vincent Trocheck, sowie die Gegenspieler Adam Pelech, Ryan Pulock und Ryan Strome noch nicht auf der Welt.
Linus Klasen und Kent Johansson (rechts) stammen beide aus Huddinge. (Foto: hockeysverige/keystone)
Am 2. März 1989 trifft Didier Massy in der fünften Minute als erster Spieler der Geschichte in der Finalserie zwischen dem HC Lugano und dem SC Bern zum 1:0. Es ist der Auftakt eines bis heute anhaltenden Klassikers des Schweizer Eishockeys. Lugano gewinnt das erste Spiel «erwartungsgemäss» mit 6:2, verliert die «Best-of-Five» Serie aber mit 2:3. Mit diesem Erfolg beendet der SCB unter Trainer Bill Gilligan Luganos dreijährige Vorherrschaft, denn der grosse Dominator unter John Slettvoll verliert erstmals seit Einführung der Playoffs 1985/86 eine Playoff-Serie.
Bern’s Sieg beendet nicht nur Luganos Dominanz, sondern auch die Schweizer-Karriere des Ausnahmekönners Kent Johansson. Der schwedische Internationale in Diensten Lugano’s ist einer der Baumeister der ersten drei Meistertitel (gegen Davos und Kloten) der Bianconeri. In der Serie gegen den SCB gelingen dem Mittelstürmer im dritten Spiel zwei Tore gegen Renato Tosio und Co., zum Sieg reichts aber trotzdem nicht. In der jüngsten Ausgabe des Klassikers schiesst erstmals seit Johansson und dem 7. März 1989 wieder ein Lugano-Schwede zwei Final-Tore gegen die Mutzen: Linus Klasen.
In der jüngsten Ausgabe des Klassikers schiesst erstmals seit Johansson und dem 7. März 1989 wieder ein Lugano-Schwede zwei Final-Tore gegen den SCB
Wie Johansson stammt auch Klasen vom Stockholmer Provinzklub Huddinge IK. Der schwedische Drittligist, welcher in den 90er Jahren öfters in der Schweiz gastiert, hat unter anderem auch die Weltklasse-Stürmer Michael Nylander (967 NHL-Spiele, 1995/96 bei Lugano) oder Kent’s Bruder Mikael Johansson (vier Meistertitel mit Kloten) hervorgebracht.
Klasen’s Titelhunger
Anders als Klasen hatte Johansson 1989 vor der Finalserie schon vier Meistertitel, drei mit den Bianconeri und einen mit Djurgardens IF Stockholm, in seinem Palmarès. Der Hunger nach einem weiteren Titel war bei Johansson nicht mehr so gross wie das heute bei seinem Klub-Kollegen der Fall ist. Klasen hat zum heutigen Zeitpunkt «erst» eine WM-Bronze-Medaille und einen schwedischen Vize-Meistertitel mit Lulea HF in seiner Tasche. Das ist der kleine aber feine Unterschied zwischen den beiden Ausnahmekönnern innerhalb ihrer Epoche bei den Südtessinern.
Klasen bucht im ersten Finalspiel gegen den SCB vier Skorerpunkte und verhilft, anders als Johansson, seiner Mannschaft zum Sieg (5:4). Mit dieser persönlichen Startbilanz dürfte selbst Petteri Nummelin’s Rekord von neun Skorerpunkten aus fünf Finalspielen 2003/04 gegen den SCB geknackt werden. Klasen muss also nicht in Johansson’s-, sondern aus Johansson’s Fussstapfen treten, dann wird ein Titelgewinn eines «Erben aus Huddinge» gegen den SCB zu realisieren sein.
Erstmals in der Geschichte der NLA scheidet der Qualifikationssieger im Viertelfinal mit 0:4 aus. (Foto: facebook/ZSC Lions)
In keiner anderen Liga der Welt scheitert der Qualifikationssieger so oft in der ersten Runde wie in der National League A (NLA). In den letzten zwölf Jahren ist der Schweizer Qualifikationssieger fünfmal im Viertelfinal ausgeschieden. Jüngstes Opfer sind die ZSC Lions, der souveräne Qualifikationssieger hatte nach 50 Runden 31 Punkte, 21 Tore und 10 Siege mehr auf dem Konto als der Achtplatzierte SC Bern. Erstmals ist der Leader gegen den Prügelknaben der Regular Season gar mit 0:4 ausgeschieden, eine Schmach.
50 Runden Plauschhockey um dann in vier Spielen in die wohlverdienten Ferien zu verreisen? Was haben die ZSC Lions in dieser Saison geleistet? Nichts. Nicht einmal in der Champions-Hockey-League konnten die hochgelobten Zürcher reüssieren. Es ist als würde der Gault-Millau-Koch des Jahres ein Fünf-Gang-Menü zubereiten um es kurz vor dem Servieren unter ständigem rühren in den Ausguss zu kippen. Das ist die wundersame Saison des souveränen Schweizer Qualifikationssiegers, welcher für den Hauptgang der Saison sogar noch ein Playoff-Logo entworfen hat.
Es ist als würde der Gault-Millau-Koch des Jahres ein Fünf-Gang-Menü zubereiten um es kurz vor dem Servieren unter ständigem rühren in den Ausguss zu kippen
50 Runden dahin Geplänkel um sich dann in der ersten Playoff-Runde zu verabschieden, dies hätte man auch nach 44 Spielen schaffen können. Sechs Zusatzrunden generieren für die Clubverantwortlichen zwar zusätzliche Matcheinnahmen, tragen aber nicht zum sportlichen Mehrwert bei, im Gegenteil, durch das Aus des Qualisiegers machen die 50 Runden noch weniger sinn. Wer will sich sechsmal Biel gegen Zug oder Bern gegen Lausanne ansehen? Leider ziehen die überflüssigen Spiele immer noch mehr Zuschauer in die Stadien als Bern gegen Linköping oder Zürich gegen Berlin.
Kreuzlingen hat mehr geleistet als die Lions
Zurück zu den Playoff-Versagern aus Zürich. Wenn einer behauptet der Zweitligist EHC Kreuzlingen-Konstanz, wo Roman Wicks Vater Marcel als Geschäftsführer der Bodensee Arena amtet, habe in dieser Saison mehr erreicht als die ZSC Lions, kann man diese Aussage mit einem nicken anerkennen. Die Kreuzlinger haben ihre erste Playoff-Hürde gegen den EHC Bassersdorf mit 3:0-Siegen gemeistert.
Was sind die Gründe für das Scheitern von fünf Schweizer Quali-Siegern in den letzten zwölf Jahren? Zürich schrammte schon in den vergangenen zwei Jahren gegen Lausanne (4:3-Serie) und Biel (4:3-Serie) haarscharf an einer Blamage vorbei. Liegt es an der Mentalität? Bekanntlich kann der Schweizer im Mannschaftssport nicht mit der Favoritenrolle umgehen, dies gilt national und international, darüber könnte man eine Dissertation schreiben (siehe auch eishockeyblog http://www.eishockeyblog.ch/2012/05/von-marignano-bis-helsinki/
Beste Chancen vom Zweiten Tabellenrang
Der «Schweizer» verkörpert gerne die Rolle des Aussenseiters, eine Rolle welche der SCB in der aktuellen Ausgabe perfekt umgesetzt hat. Seit 1999 wurde der Qualifikationssieger in 18 Spielzeiten nur fünfmal Meister, dies entspricht einer Erfolgsquote von 28%. Der Anspruch die Qualifikation zu gewinnen gilt eigentlich nur für den HC Davos, denn die Bündner holten seit 2002 drei Meistertitel als Qualifikationssieger. Für alle Andern gilt, sich möglichst von der Tabellenspitze fern zu halten. Der Grat ist allerdings sehr schmal, denn vom zweiten Tabellenrang stehen die Titelchancen mit 35% am besten.
Anders augedrückt, die Chance als Quali-Sieger den Titel zu holen ist seit 1999 gleich gross wie im Viertelfinal auszuscheiden. Zwischen 1986 und 1998 wurde der Qualifikationssieger in 13 Spielzeiten achtmal Meister. 1995 gewann mit EHC Kloten (7. Rang) erstmals ein Team aus der unteren Tabellenhälfte den Meistertitel. Ab 1999 gelang dies zweimal den ZSC Lions (6. Rang, 2008 und 7. Rang 2012) und dem HC Davos (5. Rang) vor Jahresfrist. Einzig der Achtplatzierte schaffte den riesen Coup bisher noch nicht.
Viertelfinal-Aus von Qualifikationssieger (seit 1999)
Der SC Bern hat die Niederlagen-Serie von 1966/1967 gebrochen. (Foto: passionhockey.com, Hervé Chavaillaz)
Am Sonntag, 24. Januar 2016 verliert der SC Bern beim EHC Biel (3:4 nV) zum sechsten Mal in Serie. Seit dem Wiederaufstieg (am grünen Tisch) 1986, hat der SCB noch nie sechsmal in Serie verloren. So lautet der Satz, wie er von der Schweizerischen Depeschenagentur (SDA) korrekt vermeldet wurde.
Doppelte Unwahrheit
Andere Medien, wie beispielsweise der Blick ändern den korrekten Satz willkürlich in eine Unwahrheit: «Bern verliert beim Schlusslicht Biel zum sechsten Mal in Folge. Das gabs seit 30 Jahren nicht mehr.» Dieser Satz, des Journalisten dessen Namen mir soeben entfallen ist, beinhaltet gleich zwei Unwahrheiten: Erstens spielte der SCB vor 30 Jahren als Qualifikationssieger in der NLB und zweitens gabs dies seit mehr als 30 Jahren nicht mehr.
Die willkürlichen 30 Jahre verbreiten sich durch die Schweizer Hockey-Medienlandschaft wie der Zika-Virus
Da in der Schweiz die Statistik erst seit 1985/1986 geführt wird, ist es zu aufwändig die Zeit vor den Playoffs zu eruieren. Weder ein Medium, noch der Verband nehmen den Aufwand auf sich, die Daten bis zur Gründung der Nationalliga 1937/1938 in den tiefen der Annalen zu ergründen. Man kann dies auch als mangelndes Interesse eines privilegierten Jobs bezeichnen.
Daher schleichen sich die ominösen und verfälschten 30 Jahre durch die Schweizer Hockey-Medienlandschaft wie der Zika-Virus. Der Virus verbreitet sich bis zu einem Interview mit SCB-CEO Marc Lüthi, welchen die 30 Jahre ebenso wenig interessieren wie die andern 95% der Schweizer Hockey-Gefolgschaft. Selbstverständlich hat der SCB andere Probleme als sich um die Geschichte der eigenen Negativserie zu kümmern.
Grösste Niederlagen-Serie seit der Gründung
Eine investigative Recherche, für die Buchhalter unter den Hockey-Besessenen, ergründet auch in der Berner NLA-Abstiegssaison 1981/1982 nur vier Niederlagen in Serie. Bis zur letzten Berner Niederlagen-Serie von sechs Spielen muss der Hockey-Chronist bis in die Saison 1966/1967 zurückblicken. Zwischen dem 23. Dezember 1966 und dem 21. Januar 1967 mussten die Mutzen letztmals sechsmal* in Folge als Verlierer vom Eis. «Das gabs seit 49 Jahren nicht mehr.» Mit der 4:5-Niederlage in Lausanne wurde der Minusrekord von anno dazumal sogar noch gebrochen und die Mutzen stecken in der grössten Negativ-Spirale innerhalb einer Saison seit der Gründung am 3. November 1930.
Die SCB-Niederlagen-Serie 2015/2016
9. Januar 2016, Genève-Servette 3:4 (h)
15. Januar 2016, SCL Tigers 1:2 (a)
16. Januar 2016, Davos 1:2 nP (h)
19. Januar 2016, Genève-Servette 1:4 (a)
23. Januar 2016, Lugano 2:3 nP (h)
24. Januar 2016, Biel 3:4 nV (a)
26. Januar 2016, Lausanne 4:5 nP (a)
* Resultate und Gegner sind eishockeyblog.ch bekannt. eishockeyblog.ch kennt Eishockey. 0 Länderspiele. 77 AL-Partien und 66 Strafminuten. Ein Dank geht an «SCB-Jüre» Wymann für die sorgfältige Nachprüfung.
Martin Plüss (#28) musste vor zehn Jahren mit den Frölunda Indians gegen die Davoser Marc Gianola und Reto von Arx unten durch. (Foto: passionhockey.com)
Neben dem Schweizer-Vertreter HC Davos, spielen der finnische Landesmeister Kärpät Oulu (Fi), Frölunda Indians HC Göteborg (Sd) und Lukko Rauma (Fi) um den Finaleinzug der Champions-Hockey-League. Noch keiner der vier Halbfinalisten konnte seit Einführung des Europacups 1965/1966 einen europäischen Titel gewinnen.
Die beiden letzten offiziellen europäischen Titel gewannen mit Lulea HF (2015) und den ZSC Lions (2008) Vertreter aus Schweden und der Schweiz. Nun stehen sich die Kontrahenten der beiden letzten Sieger-Nationen bereits im Halbfinal gegenüber.
Schlechte Erinnerungen an den HCD
Zum zweiten Mal in der Klubgeschichte trifft Davos in einem Europacup-Spiel auf die Frölunda Indians. Beim letzten Aufeinandertreffen am 6. Januar 2006 deklassierten die Bündner die Westschweden (Västra Svenska) beim European-Champions-Cup (ECC) gleich mit 6:2.
Die beiden Mannschaften haben mit den Teams vor zehn Jahren nicht mehr viel zu tun. Nur noch Davos-Trainer Arno del Curto, Andres Ambühl und die Frölunda-Stürmer Joel Lundqvist (Zwillingsbruder von Rangers-König Henrik) und Robin Figren sind noch dabei. Ebenfalls mit von der Partie beim schwedischen Meister war damals Berns Martin Plüss (er sass beim ersten Davoser Treffer auf der Strafbank).
Frölunda liegt an der Tabellenspitze der Swedish-Hockey-League (SHL)
Während der HCD auf eine ganze Sturmreihe (Gregory Sciaroni, Dario Simion und Marcus Paulsson) verzichten muss, kann die Mannschaft von Roger Rönnberg in Bestbesetzung antreten, nur Verteidiger Lukas Bengtsson fehlt verletzungsbedingt. Die Schweden liegen nach dem 6:0-Sieg am 9. Januar gegen Färjestads BK Karlstad an der Tabellenspitze der Swedish-Hockey-League (SHL) und scheinen für den CHL-Halbfinal gerüstet.
Für Davos ist es nach 1985, 1986, 2006 und 2008 die fünfte Teilnahme an einem europäischen Klub-Wettbewerb, 2006 gab es European-Champions-Cup-Bronze. Frölunda kämpft zum vierten mal um europäisches Edelmetall, für die Schweden gab es 1997 EHL-Bronze und im Vorjahr mussten sich die Indianer erst im Final gegen ihre Landsmänner aus Lulea geschlagen geben.
Die Davoser Europacup-Bilanz gegen schwedische Teams
5. Februar 1986 in Davos, Södertälje SK 5:9 (3:2, 0:5, 2:2)
6. Februar 1986 in Zürich, Södertälje SK 5:9 (2:1, 2:5, 1:3)
6. Januar 2006 in St. Petersburg, Frölunda Indians HC Göteborg 6:2 (2:0, 2:1, 2:1)
20. August 2015 in Karlstad, Färjestads BK Karlstad 4:0 (0:0, 3:0, 1:0)
28. August 2015 in Davos, Färjestads BK Karlstad 0:1 nV (0:0, 0:0, 0:0, 0:1)
1. Dezember 2015 in Davos, Skelleftea AIK 1:1 (1:0, 0:1, 0:0)
8. Dezember 2015 in Skelleftea, Skelleftea AIK 4:1 (2:0, 0:1, 2:0)
Der Spielbericht vom 6. Januar 2006
Frölunda Indians HC Göteborg – HC Davos 2:6 (0:2, 1:2, 1:2)
Eispalast, St. Petersburg. – 2’500 Zuschauer. – SR Karabanov (Ru); Elistratov, Kalinin (Ru). – Tore: 13. Wilson (Ackeström, Marha/Ausschluss Plüss) 0:1. 17. Wilson (Guggisberg) 0:2. 22. Marha (Guggisberg, Hauer/Ausschluss Sundin) 0:3. 24. Oduya (Witehall/Ausschluss Christen) 1:3. 28. Hauer (Wilson/Ausschluss Niemi) 1:4. 43. Jan von Arx (Reto von Arx, Riesen/Ausschluss Tukio) 1:5. 48. Reto von Arx (Hauer, Riesen/Ausschlüsse Niemi, Lundqvist) 1:6. 53. Kallio (Koivisto, Sundin/Ausschluss Hahl) 2:6. – Strafen: Je 9mal 2 Minuten. – Bemerkungen: Frölunda ohne Kahnberg, Tolsa, Esbjörs (alle verletzt), Axelsson und Sebastian Karlsson (U20 WM). Davos ohne Heberlein und Winkler (beide verletzt). Frölunda: Salo; Sundin, Koivisto; Alavaara, Niemi; Oduya, Tukio; Porseland, Demén-Willaume; Andersson, Johnson, Kallio; Madsen, Plüss, Högardh; Lundqvist, Patrik Karlsson, Witehall; Figren, Zackrisson. Davos: Hiller; Jan von Arx, Gianola; Blatter, Hauer; Kress, Ackeström; Häller, Arne Ramholt; Hahl, Reto von Arx, Riesen; Wilson, Marha, Guggisberg; Willis, Rizzi, Christen; Bruderer, Sutter, Ambühl.
CBR Brave-Spieler Alain Riesen besucht seinen Eishockey-Ursprungsort, die Berner PostFinance Arena. (Foto: M. Krein)
Eishockeytechnisch hat die Schweiz und Australien nicht viele Gemeinsamkeiten. An der C-Weltmeisterschaft 1974 trafen die beiden Nationalteams im Palais-des-Sports in Grenoble erstmals aufeinander. Der 20:0-Sieg der Eisgenossen ist bis heute der höchste Sieg der Geschichte des Schweizer Nationalteams, der ehemalige Nationaltorhüter Robert «Robelon» Meuwly sagt noch heute «i ha ke Pögg berüehrt». Auf die Frage wie hoch wohl seine Mannschaft (Canberra Brave) gegen die beiden heutigen Gegner SC Bern und Kloten Flyers verlieren würde, antwortet Alain Riesen mit demselben Resultat: «twenty-zero.»
Ursprung in der Berner Allmend
Alain Riesen? Sein Name lässt nichts über seine wahre Herkunft vermuten: Australien. Riesens Eltern sind 1987 durch ein Jobangebot in Australiens Hauptstadt Canberra aus Bern nach Down Under ausgewandert. Drei Jahre später, am 5. September 1990 hat Alain Riesen in Canberra das Licht der Welt erblickt. Im Alter von zwölf Jahren reist Riesen mit seinen Eltern in die Schweiz und besucht sein erstes Eishockeyspiel im Berner Allmend-Stadion. «Seit diesem Spiel wollte ich Hockey spielen», nennt Riesen, der auch ein gebrochenes Berndeutsch spricht, als Grund für seine exotische sportliche Affinität im Land des Rugbys.
Der erste Australier in der Schweiz unter Trainer Gian-Marco Crameri bei St. Moritz in der 2. Liga
Als 18-Jähriger debütiert der Doppelbürger 2009 in der Australian-Ice-Hockey-League (AIHL) bei den Canberra Knights, dem traditionsreichsten von acht AIHL-Teams. Seine Schweizer Wurzeln führen den Stürmer in der Saison 2012/2013 zum EHC St. Moritz. Er habe ein paar Schweizer Klubs, darunter auch den EHC Wiki-Münsingen wo einst sein Grossvater gespielt hat, kontaktiert, sagt Riesen. Die Bündner boten dem College-Absolventen neben dem Hockey-Abenteuer auch eine Saisonstelle in einem Sportgeschäft, also spielte der erste Australier in der Schweiz unter Trainer Gian-Marco Crameri bei St. Moritz in der 2. Liga.
Saisonstart im April
Im Dezember 2015 kehrt der 25-Jährige für einen Monat in die Schweiz zurück um seiner Freundin Chloe neben Paris und London auch sein Mutterland zeigen zu können. Neben den obligaten Sehenswürdigkeiten wie Luzern, Zermatt oder Genf gehören auch drei Eishockeyspiele dazu. Riesen, der bei seinem Onkel in Gasel weilt, besucht zwei Spiele in Bern, seinem Lieblingsclub und ein Spiel in Davos. Beeindruckt von der imposanten Kulisse in Bern startet der «Australier» im April 2016, die AIHL läuft von April bis August, in seine achte AIHL-Saison mit den CBR (Canberra) Brave, dort spielt der Rechtsschütze seine Heimspiele vor 800 Zuschauern. Die Leidenschaft für den schnellsten Mannschaftsport der Welt ist aber auch beim «anderen» Riesen mindestens so gross wie die Kulisse der PostFinance Arena.
Alain Riesen (#32) am 6. Juni 2015, bei Canberras 4:1-Sieg gegen die Sydney Ice Dogs. (Foto: Paul Furness)
Ist Luganos Bann der «Besiegbaren» nach dem Spengler Cup 2015 gebrochen? (Foto: HC Lugano)
Wetten dass, der HC Lugano im Frühling 2016 erstmals seit zehn Jahren eine Playoff-Serie gewinnt? Nach der Teilnahme am Spengler Cup 1991 hat Lugano schon einmal einen Bann gebrochen. Nach dem zweiten Spengler Cup Auftritt können die Tessiner in den Playoffs den Bann ihrer neunjährigen Negativ-Serie endlich beenden.
Seit ihrem letzten Meistertitel 2006 haben die stolzen Bianconeri keine einzige Playoff-Serie mehr gewonnen und im Frühling 2016 droht sogar das zehnjährige Jubiläum. Nach Luganos erster Spengler Cup Teilnahme im Dezember 1991 haben die Tessiner unbewusst den Grundstein der «Unbesiegbaren» zu den «Besiegbaren» gelegt.
Bis 1991 kennt Lugano nur den Playoff-Final
Bis im Frühling 1991 haben die Luganesi keine einzige Playoff Viertelfinal- oder Halbfinal Serie verloren. Seit Einführung der Playoffs, 1985/86 spielten die Tessiner bis 1991 immer im Final, dabei ging die Mannschaft von «Trainer-Magier» John Slettvoll viermal als Schweizermeister (1986, 1987, 1988, 1990) hervor, zweimal reichte es «nur» zum Vizemeistertitel (1989, 1991).
Bis zu Luganos erster Spengler Cup Teilnahme kennt man am Lago-di-Lugano meisterschaftstechnisch nur den Playoff-Final. So auch bei der ersten Spengler Cup Teilnahme 1991, als der HC Lugano-Selection erst im Endspiel an ZSKA Moskau (2:5) scheitert. Lugano erreicht an besagtem Turnier als erste Schweizer Klub-Mannschaft das Endspiel der Neuzeit am berühmtesten Grümpelturnier der Welt.
Durch den Spengler Cup vom Bann der Unbesiegbaren zum Bann der Besiegbaren…
Zwei Monate später starten die Bianconeri als Tabellenzweiter und Meisterschaftsfavorit wie üblich in die Playoff-Viertelfinals, der krasse Aussenseiter heisst dieses mal Zürcher Schlittschuhclub (ZSC). Für die Zürcher ist es erst die zweite Playoff-Teilnahme der Klubgeschichte und Luganos weiterkommen daher eine reine Formsache.
Das Wunder von Zürich
Die Zürcher, welche während der Meisterschaft ihren Trainer Dr. Pavel Wohl durch Arno del Curto (von Herisau gekommen) ersetzen, erweisen sich als unerwartete Knacknuss für die erfolgsverwöhnten Südtessiner. Bereits das erste Heimspiel verlieren die Bianconeri überraschend mit 5:7. Trotz einem 10:0-Sieg im dritten Spiel scheiden die Luganesi in der Best-of-Five Serie gegen den Tabellensiebten sensationell mit 1:3 aus. Die Medien berichten über das «Wunder von Zürich», denn erstmals in der Schweizer Playoff-Geschichte verliert ein Viertelfinal-Favorit gegen einen Aussenseiter.
Nach dem erfolgreichen Spengler Cup vor 24 Jahren, wurde der Bann der «Unbesiegbaren» gebrochen und es folgte ein erstmaliges Ausscheiden Luganos in den Viertelfinals. Nach dem erfolgreichen Spengler Cup 2015 wurde der Bann der «Besiegbaren» gebrochen und es folgt Luganos erstmalige Halbfinal-Qualifikation seit zehn Jahren. Die Antwort auf diese Prognose wird uns die Mannschaft von Douglas Arthur Shedden spätestens am 17. März 2016 geben können.
Was geschieht zwischen Interviews und gedruckten Zeilen?
Was erzählen die Spieler abseits von Kamera und Mikrophon?
Was läuft hinter den Kulissen des Spielbetriebs?
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