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Bei dem zürichdeutschen Dialekt, für den es mit „Züridüütsch“ sogar eine eigene Bezeichnung existiert, handelt es sich um einen alemannischen Dialekt, der zumeist im Schweizer Kanton Zürich gesprochen wird. Ausgenommen sind einige nördliche Teile des Weinlandes sowie Rafzerfeld oder auch im östlichen Grenzgebiet bei Frauenfeld, mitsamt der Gemeinden Ellikon und Hagenbuch, wo der zürichdeutsche Dialekt nicht gesprochen wird. Stattdessen wird hier der schaffhausisch-thurgauische Dialekt gesprochen.
Anders verhält sich diese im Norden sowie im Osten des Kantons, wo klare Grenzen zwischen den verschiedenen Dialekten verlaufen. Dagegen verlaufen die Übergänge zwischen den verschiedenen Dialekten im südlichen und westlichen Teil schon fließender und so ähnelt der Dialekt, der in Rapperswil-Jona, im Kanton St. Gallen, gesprochen wird, dem Zürichdeutsch doch sehr stark und ist mit diesem sogar nahezu identisch. Dagegen weißt der Dialekt, der beispielsweise im Knonaueramt gesprochen wird, schon starke Einflüsse der Dialekte aus den umliegenden Gebieten auf.
Geht man allein nach der Anzahl der Menschen, die im Kanton Zürich wohnhaft sind, dann handelt es sich bei dem zürichdeutschen Dialekt um den meistgesprochenen alemannischen Dialekt in der gesamten Schweiz, da Zürich, mit etwa 1,2 Millionen Menschen, die meisten Einwohner aller Schweizer Kantone aufweist.
Die Geschichte des Zürichdeutsch
Da es sich beim Zürichdeutsch um einen hochalemannischen Dialekt handelt, weist dieser sämtliche Merkmale der alemannischen Sprache auf und besitzt seinen ganz eigenen Klang, der von so manchem schon mal als rau wahrgenommen wird. Äußerst charakteristisch für den zürichdeutschen Dialekt, sind sowohl das „ch“ als auch das „k“, die wie bei einem Großteil der Deutschschweizer Dialekte sehr kehlig ausgesprochen werden. Vokale, wie vor allem das „a“, werden dagegen sehr tief ausgesprochen, jedoch im Gegensatz zu anderen Dialekten im Schweizer Norden, nicht bis zu einem „o“ verdumpft.
Im Gegensatz zu anderen Schweizer Dialekten kommt der zürichdeutsche Dialekt schon immer recht gleichmäßig daher und die Dialekte der umliegenden Gemeinden im Kanton Zürich unterscheiden sich nur in kleinen Einzelheiten voneinander. Im Gegensatz zu dem Kanton Bern, wo die Grenzen zwischen den verschiedenen Dialekten klar abgegrenzt sind, verbreitete sich der zürichdeutsche Dialekt, bereits zu Zeiten des Mittelalters, von der Stadt bist in die angrenzenden Randgebiete.
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Der zürichdeutsche Dialekt lässt sich von den vielen anderen Schweizer Dialekten vor allem insofern abgrenzen, dass hier das verdumpfte „a“ in der Neuzeit wieder gesenkt wurde. Dagegen wird im Züricher Oberland das „a“ zu einem „o“ verdumpft.
Wenngleich Zürichdeutsch bis heute gesprochen wird, hat der Dialekt längst nicht mehr die gleiche Bedeutung früherer Tage, sondern ähnelt großteils dem normalen Schweizerdeutsch sehr stark. Dies hat seinen Ursprung besonders im 20. Jahrhundert, in dem sich die Stadt Zürich immer mehr zu einem internationalen Wirtschaftszentrum gewandelt hat, was in der Folge zu einem Wandel des zürichdeutschen Dialekts geführt hat.
Weitere Varianten des Zürichdeutsch
Der im Weinland gesprochene Dialekt gehört aus sprachwissenschaftlicher Sicht zwar eher dem schaffhausisch-thurgauischen Dialektraum an, dennoch wird dieser in der heutigen Zeit immer mehr von dem zürichdeutschen Dialekt verdrängt.
Und auch im Bezirk Winterthur verhält es sich ähnlich, wenngleich auch hier verschiedene charakteristische Eigenarten vorherrschen, wie beispielsweise geschlossen ausgesprochene Kurzvokale oder die Aussprache der Tiefzungenvokale. Diese Tiefzungenvokale werden im Stadtgebiet von Zürich lang gesprochen, während diese in Winterthur sowie fast der gesamten Nordhälfte des Kantons kurz ausgesprochen. Als eine sprachliche Besonderheit gilt in Winterthur das Wort „Pünt“, welches für einen Kleingarten gebraucht wird.
Selbiges gilt auch im Unterland, wo es sich bei dem Wort „nüd“ um ein typisch gebräuchliches Wort für „nicht“ handelt. Hierfür ist in Winterthur oder im Weinland der Begriff „nid“ gebräuchlich. Der Unterländer Dialekt ähnelt in vielen Bereichen dem Dialekt in der Seeregion, mit dem Unterschied, dass im Unterland stets auf die Dehnung der Tiefzungenvokale verzichtet wurde.
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Im Oberland gehört dagegen das lange „o“ fest zu dem dort gebräuchlichen Dialekt dazu, mit welchem häufig ein langes „a“ ersetzt wird, wie beispielsweise im Fall von Stroos / Straas (Straße). Des Weiteren gehört es zu den Besonderheiten des Oberländer Dialekts, dass, wie zum Beispiel auch in St. Gallen, „ii“, „uu“, oder „üü“, die vor einem „t“ stehen, abgekürzt werden. So wird aus dem „Ziit“ im Oberland das Wort „Zit“.
Der Dialekt welcher in der Seeregion gesprochen wird, ist im Kern identisch mit dem ursprünglichen zürichdeutschen Dialekt. Bis zum 20. Jahrhundert galt die Seeregion als das Zentrum langgezogener Tiefzungenvokale mitsamt einer offenen Silbe, wie im Fall von „baade“ (baden). Daneben beinhaltete der Dialekt zudem auch viele einsilbige Feminina, wie Naas (Nase) oder Flüüg (Fliege). Allerdings sind diese beiden ehemaligen Merkmale heutzutage weites gehend aus dem dortigen Sprachgebrauch verschwunden. Heute werden die Begriffe „Nase“ (Nase) und „Flüüge“(Fliege) für diese Worte deutlich häufiger verwendet. Als eine der Besonderheiten des Dialekts, der in der Seeregion gesprochen wird, gilt das Wort „Chrottepösche“, welches nur im Raum Zürich für „Löwenzahn“ verwendet wird.
Der Dialekt im Süden und Südwesten Zürichs kann als eine Art Übergangsdialekt bezeichnet werden und verbindet das Zürichdeutsch mit den Dialekten von Aargau und Luzern. Im Gegensatz zum Zürichdeutschen werden die Sonanten „l“, „m“ und „n“ hier lang ausgesprochen, wodurch aus dem Zürichdeutschen „schwüme“ in dieser Region „schwümme“ (schwimmen) wird. Auch bei der verbalen Pluralendung unterscheidet sich der Dialekt, so heißt es „mir/ir/si machid“ anstelle von „mir/ir/si mached“. Eine sprachliche Besonderheit findet sich in Knonaueramt zum Beispiel mit dem Wort „olt“, welches ansonsten, wie im hochdeutschen Sprachgebrauch, als „alt“ ausgesprochen wird.
Der Dialekt in der heutigen Zeit
Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Stadt Zürich, aufgrund ihrer Funktion als Landeszentrum sowie der immer stärkeren Globalisierung auf der Welt, zum Mittelpunkt der Schweiz. Dadurch bedingt bildet der hier gesprochene Dialekt sogleich den Kern eines immer mehr vereinheitlichten Dialekts im Norden und Osten der Schweiz. Aufgrund der Stellung von Zürich, als eines der wichtigsten Wirtschaftszentren in Europa, genießt der, oftmals als modernes Zürichdeutsch bezeichnete Dialekt, eine gewisse Vormachtstellung unter den verschiedenen Schweizer Dialekten und dominiert auch das gängige Schweizer Sprachbild in einem Großteil der Medien, wie in Zeitschriften, Zeitungen oder dem Fernsehen.
Jedoch wird dies von vielen nicht in Zürich lebenden Schweizern alles andere als wohlwollend aufgenommen, weshalb sich bereits ein deutlicher Widerstand gegen die Vormachtstellung von Zürich regt, die einige Schweizer Bürger wahrnehmen.
Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass die Welt in der heutigen Zeit insgesamt immer weiter zusammenrückt und der zürichdeutsche Dialekt mit der Zeit immer mehr seiner früheren Eigenarten zugunsten von Merkmalen anderer Dialekte aufgegeben hat. Dabei finden sich heute besonders viele Begriffe in diesem Dialekt wieder, welche eindeutig auf die hochdeutsche Sprache zurückzuführen sind. Das hat besonders den Hintergrund, dass die Deutsche Sprache gemeinhin neben der englischen und französischen Sprache die dritte Weltsprache darstellt und die vielen verschiedenen Schweizer Dialekte oftmals für große Verwirrung im Rahmen von internationalen Prozessen sorgen. Somit kann von einer Verdrängung anderer Schweizer Dialekte durch das Zürichdeutsch auch eigentlich keine Rede sein, vielmehr ist in der Schweiz aktuell der Weg hin zu einer eindeutigen und einheitlichen Landessprache zu beobachten.
Etwas Derartiges konnte man bereits zuvor in vielen Ländern beobachten, in denen sich, in einem von mehreren Dialekten geprägten Bereich, mit der Zeit eine gemeinsame Verkehrssprache herausbildete. Auch bei der hochdeutschen Sprache handelt es sich somit um eine sogenannte „Kone“, da auch dieser Dialekt, die einstmals vielen regionalen Dialekte, heutzutage großteils verdrängt hat. Eben genauso wie das, was sich in der Schweiz gerade abspielt und an dessen Ende ein einheitlicher Schweizer Dialekt stehen wird.
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