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Das New Museum soll seinen Standort auf einer Parzelle finden, die in die Baufront auf der Ostseite der Bowery im New Yorker Stadtteil SoHo eingegliedert ist. Ziel ist es hier ein weiteres Mal, die Architektur des Museums in den Dienst der Kunst zu stellen, für die es entworfen wird. Die Bauherrschaft formuliert die Losung des Gebäudes im Wettbewerbsprogramm folgendermassen: ‚The building should be so great that you can’t miss it on the outside, and so great that you don’t notice it on the inside.‘
Die unterschiedlichen Funktionsbereiche des Museums sind zu einem Turm von 48 Meter Höhe gestapelt, der die Nachbargebäude deutlich überragt. Den Sockel bildet eine grosszügige, mehrgeschossige Lobby als Bindeglied zwischen aussen und innen. Buchladen, Kasse, Garderobe und Erschliessungskerne sind als verglaste Kuben in die Halle eingestellt; ein Saal für Wechselausstellungen liegt auf der Rückseite. Über der lobby folgen im Galeriegeschoss das der Strasse zugewandte Café, dann eine Media-Lounge und die Museumsverwaltung.
Die obersten fünf Geschosse beherbergen die Ausstellungsräume, deren Höhen zwischen 5,50 und 6,70 Meter variieren. Der Erschliessungskern liegt hier leicht von der Mitte des Gebäudes versetzt, sodass die umgebenden Ausstellungsräume jeweils unterschiedlich proportioniert sind. Jedes Geschoss bildet so einen eigenen, abwechslungsreichen Rundgang. Auf der siebten Ebene erlaubt ein für das New Yorker Baureglement typisches Setback eine öffentliche Terrasse als Rastplatz und Aussichtspunkt auf dem Weg durch die Ausstellung.
Die Ausstellungsräume des New Museum werden grundsätzlich als ‚Gefässe‘ für die Kunst aufgefasst. Sie sind als klare, zumeist rechtwinklige Räume konzipiert, mit einem sorgfältig komponierten Zusammenspiel von Proportionen, Materialien und Beleuchtung. Hoch liegende, seitliche Fensteröffnungen aus geätztem Glas versorgen die Ausstellungsgeschosse mit gleichmässigem, diffusem Tageslicht. Die Böden bestehen aus gegossenem Beton.
Die Fassaden spiegeln die verschiedenen Bedingungen des Gebäudes: die Besonderheiten des Bauplatzes, die Konstruktion und den städtischen Kontext. Verschiedene Glasoberflächen generieren faszinierende, diffus fliessende Übergänge zwischen klarem, reflektierendem und geätztem Glas, in dem sich die Umgebung sowohl spiegelt als auch wieder verliert. Die hierfür verwendeten Materialien sind zwar charakteristisch für New York, werden aber auf unkonventionelle Weise verwendet. Das Äussere des Gebäudes macht die Funktionen des Museums ablesbar und verschleiert sie zugleich, es arbeitet und spielt mit dem Licht und bringt dadurch nicht zuletzt zum Ausdruck, dass es ein gebautes ‚Instrument der Wahrnehmung‘ ist.