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| Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)

39. Vortrag
2.
Doch was werden wir tun? Wird es zwei Anfänge geben? Dies zu sagen, muß man sich hüten. Wie [S. 583] also? Wenn der Vater Anfang ist und der Sohn Anfang ist, wie soll es da nicht zwei Anfänge geben? Gerade so wie wir den Vater Gott und den Sohn Gott nennen, und doch nicht von zwei Göttern reden. Denn man darf nicht sagen: zwei Götter, und darf nicht sagen: drei Götter, und gleichwohl ist der, welcher der Vater ist, nicht Sohn, und der, welcher der Sohn ist, nicht Vater; der Heilige Geist aber ist der Geist des Vaters und des Sohnes und nicht der Vater noch der Sohn. Obwohl also, wie katholische Ohren im Schoße der Kirche, unserer Mutter, belehrt sind, weder der, welcher Vater ist, Sohn ist, noch der, welcher Sohn ist, Vater ist, noch der Heilige Geist des Vaters und Sohnes sei es Sohn sei es Vater ist, so sagen wir doch nicht, es seien drei Götter, obwohl wir, wenn es sich um einen einzelnen handelt, jeden, wenn wir über ihn gefragt werden, als Gott bekennen müssen.