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Wenige Monate erst lebte ich in der «Waldegg» - doch bereits sah ich mich als erfahrenen Kommunarden, der den Trend zur neuen, alternativen Wohnform aus linker Sicht mit kritischem Blick verfolgte. In der September-Nummer des «focus» schrieb ich:
28. Jan 24
Eines Tages im Sommer lag ein amtlicher Brief in der Post. Der lange Arm der Schweizer Armee reichte bis auf die Waldegg. Es war der Stellungsbefehl für die militärische Aushebung im September.
21. Jan 24
Fast alle 300 Plätze im Basler Volkshaus sind ausverkauft. Vielen Zuschauern sieht man die verwegenen Reiseabenteurer an. Andere, älteren Semesters, scheinen sich einfach über den Wagemut und Entdeckerlust der beiden jungen Frauen zu freuen. Alle wollen die beiden mutigen Schwestern sehen.
14. Jan 24
Meine ultimative Abrechnung mit dem Rockbusiness in der Schweiz schrie geradezu nach einer Alternative. An einem Samstag im Juni 1973 fuhr ich deshalb von Zürich nach Lenzburg. Was mich dort erwartete, schilderte ich in meiner Reportage für die «Woche».
17. Dez 23
Selber aus der Kirche ausgetreten zu sein, genügte mir nicht. Was ich für mich erkannt und entschieden hatte, wollte ich wie immer in die Welt hinaustragen.
03. Dez 23
«Waldegg» hiess die Wohngemeinschaft, in die ich einzog und die sich wie alle WGs in jener Zeit nach ihrer Adresse benannte. Kaum war ich dort, wollte ich Elias, meinem ehemaligen Schulfreund, der jetzt das Lehrerseminar absolvierte, von meinem neuen Zuhause erzählen.
19. Nov 23
«Welche Station kommt als nächste nach Inishbofin?» fragte mich, vielsagend lächelnd, ein Inselbewohner während der Fahrt auf die Insel. «Manhattan», gab er gleich selber die Antwort. Weil die Insel im äussersten irischen Westen liege, sei der nächste Ort in westlicher Richtung New York.
05. Nov 23
Ich hatte in Nordirland so viel gesehen und erlebt, dass ich Stoff genug hatte, um zurück in der Schweiz gleich mehrere Reportagen verfassen zu können.
15. Okt 23
Am Abend des Ostersamstags betrat ich in Derry das Bogside Inn, das einzige Pub im katholischen Arbeiterviertel, das ich von unserem Aufenthalt im Jahr davor bereits kannte.
01. Okt 23
Am folgenden Nachmittag verliess ich Dublin, stellte mich an die Ausfallstrasse in Richtung Norden und hatte nach kurzer Wartezeit bereits Glück. Ein junger Lehrer, der in der Hauptstadt einen Kurs besucht hatte, nahm mich mit bis Dunleer, wo er wohnte.
17. Sep 23
Nach meiner kritischen Beschäftigung mit dem Pestalozzi-Kalender – und der offenbleibenden Frage, ob Pestalozzi wohl seinen Namen dafür entlehnt hätte – musste ich diese Überdosis an Schweiz schnell wieder loswerden. Ich reiste nach Irland.
03. Sep 23
Nach meiner Hymne auf Joni Mitchell und ihr Leben jenseits der Konvention holte mich der Tages-Anzeiger unsanft zurück in die brave Schweiz zurück mit einem Thema, das mich zunächst nicht begeisterte: Ob ich nicht ein Porträt des Pestalozzi-Kalenders verfassen könne?
20. Aug 23
Das Jahr 1973 begann, und es sollte auch das Jahr werden, das mich dem sozialistischen Weg näher und näher brachte. Aus dem Kokettieren mit der Ideologie wurde mehr und mehr ein Bekenntnis, das mich in allem, was ich verfasste und dachte, begleitete. Am 4.
06. Aug 23
Zwei Wochen vor Heiligabend 1972 wartete auf die Rockmusikfans ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk der besonderen Art. Im Rahmen ihrer Europatournee kam eine britische Band nach Zürich, die – ähnlich wie Led Zeppelin – zu den ganz Grossen aufgerückt war: Pink Floyd.
23. Jul 23
Kaum dem Korsett der Schule entronnen, näherte sich meiner frischgewonnenen Freiheit neues Kettengerassel: der Militärdienst. Noch war ich erst 18, doch in einem Jahr würde auch ich mich entscheiden müssen. Einrücken – oder verweigern und dafür ins Gefängnis wandern?
22. Jul 23
Jesùs hängt sich an unsere Hüften. Oder sagt uns, den Singenden beim Becken zu halten und tief tief in die Erde zu ziehen. Ich stehe vor dem Klavier und nehme Töne ab. Ein Teil von mir will wegfliegen. Andreas hält mich fest.
09. Jul 23
Wenn ich die Vision meiner persönlichen Zukunft heute, 50 Jahre danach, wieder lese, bin ich ehrlich gesagt bewegt und auch dankbar.
25. Jun 23
Nach elf Jahren Schule, von denen die Zeit am Wirtschaftsgymnasium eine einzige Durchhalteübung gewesen war, drängte es mich unaufhaltsam ins echte Leben. Ich wollte mich spüren und das Leben erfahren – das richtige Leben.
22. Jun 23
Matala ist nicht nur wunderschön gelegen und nicht nur eines der sonnigsten Dörfer von Kreta – die Felsen am Strand von Matala sind von Höhlen durchsetzt, und junge Leute aus aller Welt machten die Höhlen zu ihren Wohnstätten. Einer von ihnen war der Deutsche Arn Strohmeyer.
11. Jun 23
September 1972. Die mündlichen Prüfungen verliefen erwartungsgemäss. Während ich im Fach Deutsch frei drauflos redete, blieb ich in der Mathematik geradezu sprachlos vor Unwissenheit, sodass ich nun wusste: Für die Matur reichte es nicht. Die 2 1/2 in Mathematik war mir sicher.