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Die Schweizer Banken haben 3100 zusätzliche Namen von Konto-Inhabern nachrichtenloser Vermögen im Internet aus der Zeit des Holocaust veröffentlicht.Dieser Inhalt wurde am 13. Januar 2005 - 09:34 publiziert
Es ist die vierte solche Liste, die erste wurde im Jahre 1997 veröffentlicht.
Seit Donnerstag steht die vierte und voraussichtlich letzte Liste mit Namen von Kontoinhabern bei den Schweizer Banken aus der Nazizeit im Internet. Sie umfasst rund 3100 Namen. So sollen zusätzliche Überlebende und Nachkommen von Holocaust-Opfern Entschädigungen aus dem Bankenvergleich erhalten.
Kontroverse um die Auszahlung
Die Schweizer Banken hatten der Publikation einer weiteren Namensliste im Internet bereits am vergangenen 17. Juni zugestimmt. Seither haben auch die Eidgenössische Bankenkommission und das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement der Publikation der vierten Liste zugestimmt.
Zuvor war die Kontroverse über den Zugang zu Schweizer Bankkonten aus der Nazizeit neu aufgeflammt und mit einem neuen Kompromiss mit den Anwälten der jüdischen Sammelkläger in den USA beigelegt worden.
Ziel ist es, die Auszahlung jener Gelder zu beschleunigen, die für die ehemaligen Kontoinhaber reserviert sind. Es handelt sich um 800 Mio. der insgesamt 1,25 Mrd. Dollar, die UBS und Credit Suisse in dem 1998 abgeschlossenen Vergleich bezahlt hatten.
Wichtiger Schritt
"Es ist ein wichtiger Schritt bei der Vervollständigung des Prozesses um die Forderungen", sagte Burt Neuborne, Anwalt der Holocaust-Opfer und ihrer Erben, gegenüber der "New York Times" vom Donnerstag. "Wir glauben, dass viele der 3100 Konten Holocaust-Opfern gehörten."
Wer Familienangehörige in der neuen Liste entdeckt, hat sechs Monate Zeit, seine Ansprüche anzumelden.
Es geht um die Namen von Kontoinhabern, bei denen das Volcker-Komitee, das die Schweizer Banken durchleuchtet hatte, einen möglichen Bezug zum Holocaust festgestellt hatte. Die Konten liegen bereits dem internationalen Schiedsgericht vor, das die Ansprüche auf die Konten erledigt.
Schleppende Verteilung
Die erste Liste mit Namen wurde 1997 veröffentlicht. 2001 wurde eine weitere Liste mit 21'000 Namen veröffentlicht. Bisher wurden rund 2800 Auszahlungen aus der Vergleichssumme von 1,25 Milliarden an Überlebende oder Nachfahren getätigt.
Von den 800 Mio. Dollar, die der US-Richter für Ansprüche aus nachrichtenlosen Vermögen vorgesehen hat, sind bisher erst rund 240 Millionen verteilt.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Die neue Liste umfasst 3100 zusätzliche Namen.
Die letzte Liste 2001 umfasste 21'000 Namen.
Es ist die vierte solche Liste.
1,25 Mrd. Dollar sollen insgesamt verteilt werden.
In Kürze
Die beiden Schweizer Banken UBS und Credit Suisse, die Bankenkommission und das Justizministerium haben der Veröffentlichung weitere Namen von Inhabern mutmasslicher nachrichtenloser Konten zugestimmt.
Wer in der neuen Liste einen Verwandten entdeckt und seine Erb-Ansprüche anmelden will, kann das innerhalb von sechs Monaten tun.
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