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“Inneres Kind” heilen
Das «innere Kind» ist der Anteil in uns, der durch Prägungen aus der Kindheit auch heute noch unser Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Verhalten bestimmt. Er lebt also in uns weiter, obwohl in der Zwischenzeit erwachsen wurden, was nicht immer zu unserem Vorteil ist. Daher sage ich manchmal: «Erwachsene sind auch nichts anderes als grosse Kinder». In diesem Blog-Beitrag gehe ich darauf ein, wie Du Dein «Inneres Kind» heilen kannst.
Über das «innere Kind» gibt es in der Zwischenzeit viel Literatur und Anleitungen, die erläutern, wie mit dem inneren Kind gearbeitet werden kann, um sein Leben positiv zu verändern.
Was ist das «innere Kind»
Wahrscheinlich hast Du auch schon Situationen erlebt, in denen Du völlig überreagiert hast und Dein Gegenüber vielleicht gar nicht gewusst hat, wie ihm geschieht, weil er oder sie Deine Reaktion in keiner Art und Weise nachtvollziehen konnte.
Vielleicht reagierst Du auch in gewissen Situationen gereizt oder wütend, wenn Dir jemand ungebeten gut gemeinte Ratschläge gibt. Oder Du fühlst Dich beleidigt, weil Dich jemand ignoriert und Du Dich nicht gesehen fühlst. Oder Du ziehst Dich schmollend zurück, weil Du Dich allein gelassen fühlst.
In all diesen Situationen meldet sich Dein «inneres Kind». Dieser Prozess gestaltet sich in etwa wie folgt:
- Du nimmst in solchen Situationen etwas wahr (unerwünschtes Wahrnehmen).
- Das Wahrgenommene wird durch einen unbewussten (Denk-)Prozess ausgewertet (unerwünschtes Denken).
- Wenn Dein «System» zum Schluss kommt, dass ein (Grund-)Bedürfnis von Dir verletzt wurde, führt dies zu einer «negativen» Emotion (unerwünschtes Fühlen).
- Und diese Emotion führt zu einem unerwünschten Verhalten.
Dieser Prozess geht in der Regel so schnell vor sich (unbewusst), dass wir mit unserem rationalen Verstand nicht rechtzeitig eingreifen können.
In solchen Situationen werden wir also von Gefühlen übermannt, die zu einer Handlung führen, die wir eigentlich gar nicht wollen.
Das «innere Kind» ist der kindliche Anteil in uns, der unbewusst in uns weiterlebt, auch wenn wir schon erwachsen sind. Dieser Anteil wurde durch Erfahrungen in der Kindheit geprägt – sowohl durch positive wie auch durch negative Erfahrungen – und beeinflusst unser Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Verhalten auch im Erwachsenenalter.
Wenn man vom «inneren Kind» spricht, meint man jedoch typischerweise jenen kindlichen Anteil, der durch negative Erfahrungen, wie «Traumatisierungen» oder emotionale Verletzungen geprägt wurde. Denn alles, was wir einmal erlebt haben, was mit einer Emotion verbunden war, wird in unserem Unterbewusstsein abgespeichert.
Wenn wir uns also in der Kindheit beispielsweise abgelehnt, allein gelassen, ungeliebt, unverstanden oder nicht akzeptiert gefühlt haben, können Situationen, die uns (unbewusst) an dieses Gefühl erinnern, auch heute noch in uns starke Emotionen auslösen.
Wie entsteht ein verletztes «inneres Kind»?
Als Kind sind wir, damit wir überleben darauf angewiesen, dass unsere Bedürfnisse von aussen erfüllt werden, da wir alleine nicht überlebensfähig sind. Es ist jedoch ein Ding der Unmöglichkeit, dass unsere Bezugspersonen in unserer Kindheit jederzeit all unsere Bedürfnisse erfüllen können. So kann es sein, sass wir uns in der Kindheit manchmal ungeliebt, alleine, verzweifelt, ungerecht behandelt oder nicht unterstützt gefühlt haben.
Wenn diese Bedürfnisse nach Liebe, Sicherheit oder Zuwendung über einen längeren Zeitraum – oder immer wieder – nicht erfüllt werden, können sich aus diesem Erfahrungsfilter negative Glaubenssätze entwickeln, die sich auch im Erwachsenenalter noch auswirken und dann eben als «inneres Kind» bezeichnet werden.
Unsere Erfahrungsfilter beeinflussen jeden Lebensbereich. So können Glaubenssätze, die aus dem Erfahrungsfilter entstehen dafür verantwortlich sein, ob wir uns beispielsweise für einen Traumjob bewerben oder ob wir uns trauen jemanden nach einem Date zu fragen.
So kann sich etwa der Glaubenssatz «Ich bin nicht gut genug» sich daraus entwickelt haben, sass sich Vater oder Mutter nicht genügend um das Kind gekümmert haben. Vielleicht hat der Vater Schulaufführungen oder andere für das Kind wichtige Anlässe nicht besucht und das Kind hat daraus die Schlussfolgerung gezogen (welche auch falsch sein konnte), dass es nicht liebenswert oder gut genug ist. Aus diesem Gefühl heraus entwickelt es Schutzstrategien, um mit diesen emotionalen Verletzungen umzugehen.
Eine Schutzstrategie könnte beispielsweise sein, dass das Kind sich auf andere Art und Weise Zuwendung und Anerkennung sucht, vielleicht durch gute Noten in der Schule. Emotionale Verletzungen können auch dazu führen, dass das Kind sich zurückzieht, sich angepasst und brav verhält, Konflikte vermeidet oder versucht, alles perfekt zu machen, um Zuwendung zu erhalten.
Welche Verhaltensweisen zeigen sich im Erwachsenenalter?
Diese beschriebenen Verhaltensmuster aus der Kindheit nehmen wir also mit ins Erwachsenenalter. In Situationen, die uns an negative Erlebnisse aus der Kindheit erinnern, verhalten wir uns immer noch wie das Kind von damals. Daher kommt die Bezeichnung «inneres Kind». Man spricht auch davon, dass wir von solchen Erlebnissen, die uns an früher erinnern «getriggert» werden und dieses «Triggern» führt dann zum unerwünschten Fühlen und Verhalten.
Wenn beispielsweise der Partner, die Partnerin vergisst Dein Kleid in die Reinigung zu bringen, ob wir darum gebeten haben, kann es sein, dass wir «erwachsen» reagieren, uns vielleicht kurz ärgern, das Thema ansprechen und schon ist es erledigt. Wenn jedoch das «innere Kind» daran beteiligt ist, interpretiert «unser System» die gleiche Situation dahingehend, dass wir nicht gut genug sind und der Partner nicht nur das Kleidungsstück sondern uns vergessen hat. Vielleicht kommen verdrängte Gefühle der Enttäuschung oder Traurigkeit hoch, die sich dadurch äussern, dass wir wütend werden und den Partner anschreien oder uns beleidigt zurückziehen und kein Wort mehr sprechen.
Folgende Verhaltensweisen können sich aufgrund von Verletzungen in unserer Kinderseele entwickeln:
Opferrolle – das hilflose innere Kind: Schutzstrategien aus der Vergangenheit könne sich im Erwachsenenalter jedoch auch auf andere Arten äussern. So können wir in der Kindheit Hilflosigkeit als Schutzstrategie verwenden haben, um mehr Zuneigung zu erhalten. Als Erwachsener sind wir dann eventuell immer noch in der Opferrolle gefangen und fühlen uns hilflos. Dies kann sich beispielsweise dadurch äussern, dass wir uns in gewissen Situationen als Opfer sehen und jammern, anstatt zu versuchen, aktiv nach Lösungen zu suchen und Verantwortung zu übernehmen.
Perfektionismus – Das «innere Kind» will alles richtig machen: Vielleicht haben wir in der Kindheit auch versucht, durch Perfektionismus mehr Zuwendung oder Liebe zu bekommen und möchten nun auch als Erwachsener noch alles perfekt machen, um so erfolgreich wie möglich zu sein oder eine perfekte Beziehung zu führen.
Beziehungsunfähigkeit – Das «innere Kind» hat Angst vor Ablehnung: Möglicherweise wurden wir aber auch als Kind von einem Elternteil (vielleicht durch Scheidung) verlassen oder von anderen Menschen abgelehnt. Vielleicht hatten unsere Eltern bestimmte Vorstellungen, wie wir sein sollten. Und wenn wir diese Vorstellung nicht erfüllten, wurden mit einem «Liebesentzug» bestraft. Diese Erlebnisse können (müssen aber nicht) im Erwachsenenalter zu angst vor Ablehnung führen. Da wir in der Kindheit erfahren haben, dass emotionale Nähe mit Schmerz verbunden ist lassen wir niemanden mehr ans uns heran.
Was passiert, wenn wir unser «inneres Kind» ignorieren?
Wenn wir uns als Erwachsene nicht bewusst mit diesen Verhaltensweisen auseinandersetzten und uns nicht um Heilung unserer verletzen Kinderseele bemühen, entsteht die Gefahr eine psychische oder auch physische Erkrankung zu entwickeln, beispielsweise ein Burnout, eine Depression, Süchte oder Angsterkrankungen. Daher ist es wichtig, dem «inneren Kind» Beachtung zu schenken.
Es ist mir aber wichtig zu betonen, dass eine «Missachtung» des inneren Kindes zu einer Erkrankungen führen kann aber nicht muss. Alle Menschen haben in der Kindheit seelische Verletzungen erfahren und viele davon wurden gesund alt, obwohl sie sich nie bewusst um die verletzte Kinderseele gekümmert haben.
Vertrau Dir, Du wirst selber spüren, was für Dich der richtige Weg ist.
Mit Hypnose mit dem «inneren Kind» arbeiten
Die Arbeit mit dem «inneren Kind» benötigt manchmal Zeit. Trotzdem empfehle ich davon auszugehen, dass auch schon in kurzer Zeit sehr viel erreicht werden kann. Wenn Du davon ausgehst, dass es lange dauern wird, Dein «inneres Kind» zu heilen wird es garantiert auch lange dauern. Wenn Du jedoch darauf vertraust, dass auch in kurzer Zeit viel zum Positiven verändert werden kann, ist die Wahrscheinlichkeit viel grösser, dass dem auch so sein wird. Und gerade bei der Arbeit am «inneren Kind» mittels Hypnose, zeigt sich häufig, dass schon mit wenigen Sitzungen grosse Erfolge verzeichnet werden können.
Wenn man mit Hypnose mit dem «inneren Kind» arbeitet, treten wir in einer (Zeit-)Reise mit dem «inneren Kind» in Kontakt und geben ihm in den verschiedensten Situationen genau das was es damals gebraucht hätte. Es ist immer wieder erstaunlich, was in Hypnose schon in kurzer Zeit erreicht werden kann.
Weiteres
Die Arbeit mit dem «inneren Kind» ersetzt auf keinen Fall eine notwendigen schulmedizinische Behandlung. Sie kann jedoch eine schulmedizinische Behandlung sinnvoll ergänzen.
Zögere nicht, mich bei Fragen zur Arbeit mit dem “inneren Kind” zu kontaktieren.
Herzlichst
STEFAN SIDLER
Gründer und Inhaber von BORN TO BE FREE