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Wawrinka verdiente sich seinen ersten Turniersieg in der Schweiz und den zehnten Finalsieg in Folge mit einem bärenstarken ersten Satz und viel Kampfeswillen im zweiten. Den ersten Durchgang brachte er nach 39 Minuten und einem frühen Break zum 3:1 ins Trockene. Im zweiten Satz machte er einen 2:5-Rückstand wett und wehrte sechs Satzbälle ab, fünf davon im Tiebreak. Beim Stand von 12:11 nutzte er seinen zweiten Matchball bei Aufschlag Cilic.
Einmal mehr demonstrierte Wawrinka sein Flair für entscheidende Spiele: Seit seiner letzten Final-Niederlage im Sommer 2013 in ‘s-Hertogenbosch gegen Nicolas Mahut zeigte er sich auf den Punkt bereit, wenn sich in einem Final die Chance auf einen Turniersieg bot. Der Triumph am Heimturnier war sein 14. Titel auf der ATP-Tour, der dritte in diesem Jahr nach Chennai und Dubai im Frühjahr. Das Resultat diesmal war fast identisch mit jenem in Dubai im Februar gegen Marcos Baghdatis: 6:4, 7:6 (15:13) hiess es damals nach ebenfalls fünf abgewehrten Satzbällen Wawrinkas im Tiebreak.
Wawrinka präsentierte seinem Heimpublikum gegen Cilic alle seine Facetten: Im brillanten ersten Satz liess er seinem Gegner keine Chance zu einem möglichen Break, spielte er fast makellos. Im zweiten zog er zu Beginn eine jener Schwächephasen ein, die ihm sein Trainer Magnus Norman nur zu gerne austreiben würde. Die Unkonzentriertheit und das zwischenzeitliche Hadern kosteten ihn das Break zum 1:3 und um ein Haar den zweiten Satz.
Doch Wawrinka zeigte eben auch, dass er im Rückstand liegend häufig sein bestes Spiel abruft. Mit dem Rebreak zum 4:5 nach abgewehrtem Satzball rettete er sich ins Tiebreak, in welchem er sich zunächst wiederum ins Hintertreffen manövrierte (0:3 und 1:4). Auch hier rappelte er sich wieder auf und schaffte die Wende.
Wawrinka reist damit mit jenem Selbstvertrauen ans French Open in Paris, das er sich vom Auftritt am Heimturnier erhofft hat. Sein Auftaktspiel bestreitet der als Nummer 3 gesetzte Romand am Montag gegen den Tschechen Lukas Rosol (ATP 68), den er in Genf im Halbfinal in drei Sätzen bezwungen hat. Vor einem Jahr holte Wawrinka in Paris mit einem Finalsieg über Novak Djokovic seinen zweiten Grand-Slam-Titel.
(SDA)