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Guayana (Bundesstaat Bolivar)
Das Guayana Schild - Das Hochland, Canaima und die Gran Sabana
Die Provinz Guayana umfasst das gesamte venezolanische Gebiet südöstlich des Orinonco, das ist die Hälfte des ganzen Landes. Die Gegend ist reich an natürlichen Resourcen wie Gold, Diamanten, Eisen und Bauxit, und hat in den letzten Jahren viele Subventionen erhalten, womit es zu der am schnellsten wachsenden industriellen Region in Venezuela geworden ist. Es gibt unzählige Lebensräume in Guayana mit verschiedenen, unglaublichen Landschaften - sie reichen vom Amazonas Dschungel bis zu den Tafelbergen der Gran Sabana - die Heimat für eine der abwechslungsreichsten Flora und Fauna auf dem ganzen Kontinent sind.
Guayana ist gewöhnlich ins Orinoco Delta, das Guayana Hochland und den Amazonas geteilt. Für nähere Informationen über diese Gebiete klicken Sie bitte den entsprechenden Link.
Das Guayana Hochland
Das Guayana Hochland ist ein felsiges Hochland, das den zentralen Teil Guayanas südlich des Orinoco Deltas umfasst. Es ist von Guyana im Osten und von Brasilien im Süden begrenzt. Die Region ist unglaublich reich, verwirrende Landschaften werden nur durch ihre Verschiedenheit der Flora und Fauna übertroffen. Die Region beinhaltet den Staat Bolívar und zeigt die fabelhafte Tafelberglandschaft der Gran Sabana und den höchsten Wasserfall der Welt, die legendären Angel Falls.
Ciudad Bolívar
Ciudad Bolivar liegt am Südufer des Orinoco und ist die Hauptstadt des Staates Bolívar. Es wurde als Angostura 1764 gegründet und wuchs als Fischereihafen.
Erst durch die Ankunft von Simón Bolívar 1817 machte sich die Stadt richtig bemerkbar. Angostura wurde ein strategisches Planungszentrum zur Stellung und Organisation von Truppen nach Schlachten. Und es war hier, wo die Briten, Iren und Deutschen Simón Bolívars Truppen beitraten, um ihn beim Kampf für die Unabhängigkeit zu unterstützen.
Am 3. Mai 1836 wurde Angostura zu Ehren des grössten Helden Lateinamerikas in Ciudad Bolivar umbenannt. Heute ist die Hauptstadt eine lebhafte, historische Stadt. Einige koloniale Bauwerke sind heute noch zu sehen und es gibt einige Museen und andere interessante Sehenswürdigkeiten in der Stadt. Die bekanntesten sind Fortín el Zamuro, eine Festung auf einem Hügel vom Beginn dieses Jahrhunderts, Puente de Angostura, die einzige Brücke über den Orinoco (1'678 m), Jimmy Angels restauriertes Flugzeug, zu sehen am Flughafen und die Felsmalereien in der Cueva del Elephante südlich der Stadt.
Ciudad Bolívar hat eine Durchschnittstemperatur von 29° C, allerdings gibt es auch kühle Brisen am Abend. Es gibt viele Hotels, Restaurants und Reisebüros in der Stadt. Es können Ausflüge zu den Angel Falls, der Gran Sabana, Canaima, dem Orinoco Delta, dem Amazonas und eigentlich auch jedem anderen Punkt im Land gebucht werden. Der Flughafen bietet tägliche Flüge nach Caracas und es gibt Busverbindungen in alle grösseren Städte des Landes.
Ciudad Guayana
Ciudad Guayana liegt südlich des Orinoco an der Mündung des Caroni. Die Stadt, 1961 gegründet, besteht eigentlich aus der alten Stadt San Felix und der neuen Stadt Puerto Ordaz, die an je einer Seite des Caroni liegen und mit zwei Brücken verbunden sind. Heute liegt die Bevölkerungszahl der beiden Städte bei 600'000. San Felix bietet trotz seiner frühen Wurzeln keine historisch interessanten Plätze. Puerto Ordaz ist eine relativ neue Stadt mit modernen Bauwerken und Fabriken, aber trotzdem sauber und sehr wohlhabend. Alles in allem bietet Ciudad Guayana wenig für Touristen, abgesehen von zwei schönen Wasserfällen. Es ist aber ein guter Ausgangspunkt für die Gran Sabana und das Orinoco Delta. Sehenswürdigkeiten sind eher industrieller Natur, wie zum Beispiel das Macagua Wasserkraftwerk, der Guri Staudamm und die Cerro Bolívar Mine. Es gibt auch zwei restaurierte Festungen in Los Castillos. In der Stadt findet man viele gute Hotels und Restaurants. Tägliche Flug- und Busverbindungen nach Caracas und anderen grösseren Städten machen es möglich, zu anderen interessanten Zielorten zu gelangen.
Santa Elena de Uairén
Santa Elena de Uairén ist die einzige Stadt in der Region. Sie ist die Hauptstadt der Gran Sabana. Die Stadt wurde 1922 als Capuchin Mission gegründet und wuchs in den 1930ern mit der Gründung von Diamantenminen in der Region.
Der Flughafen bietet tägliche Verbindungen nach Ciudad Bolivar, wie auch der Busbahnhof, der ausserdem Verbindungen nach Ciudad Guayana, Porlamar und über die Grenze nach Boa Vista bietet.
Die Gran Sabana
Die Landschaft der Gran Sabana charakterisiert den Canaima Nationalpark und das Guayana Hochland. Das 35'000 km² grosse Plateau, das grösste der Erde, ist mit ausgedehnter Graslandsavanne, tropischen Wäldern und Hochland bedeckt, verstreut sind Tafelberge und Wasserfälle. Eine Strassenverbindung gibt es erst seit 1973 und die Region ist kaum bevölkert. Die meisten Einwohner sind Indianer.
Die grösste Niederlassung ist die Stadt Santa Elena de Uairén. Es gibt über 100 Tepuis (Pémon für 'Berg', Tafelberg) in der Gran Sabana. Diese oben flachen Berge entstanden, als die weichere Umgebung im Laufe der Zeit erodiert ist, und heute bieten sie die einzigartigsten Lebensräume der Erde. Die Tierwelt auf der Oberfläche hat sich in vollkommener Isolation entwickelt, und über 2'000 Pflanzenarten leben nur in dieser 'ausserirdischen' Felslandschaft.
Der Angel Fall
Die Angel Fälle, die höchsten Wasserfälle der Welt, sind zweifellos die bekannteste Touristenattraktion in Venezuela. Die Fälle sind 979 m hoch und stürzen vom regenwaldbedeckten Plateau des Auyán-Tepui, der auf Pémon 'Berg des Gott des Bösen' bedeutet. Das Wasser fällt in den Canón del Diablo (die Teufelsschlucht), einer gigantischen Schlucht, die fast den Auyán-Tepui die zwei Teile teilt. Die Fälle sind nach dem amerikanischen Flieger und Forscher Jimmy Angel benannt, der auf der Fläche des Auyán-Tepui 1937 landen konnte, nachdem er zwei Jahre zuvor die Wasserfälle mit seinem Flugzeug gesehen hatte. Das Flugzeug blieb aber im Sumpf stecken und er konnte nicht weiterfliegen. Angel und seine drei Begleiter mussten elf Tage lang die Felswand nach unten klettern und einen Pfad durch den Dschungel schlagen, bis sie endlich bei einer Mission im Kamarata Tal ankamen. Obwohl die Entdeckung der Fälle Jimmy Angel zugeordnet ist, gebühren die eigentlichen Lorbeeren Ernesto Sánchez, einem pensionierten Marineoffizier, die die Fälle schon 1910 besucht und skizziert hatte. Die Seiten des Tafelberges sind mit Wald und reicher Pflanzenwelt bedeckt. Baumstämme und Äste bieten Platz für Epiphyten wie Bromelien und Orchideen. Die feuchte Luft und Höhe bieten perfekte Konditionen für viele Arten, wie Lianen, Palmen, Heliconias, Moose, Farne und Pilze.
Canaima
Canaima, ein kleines Pemón Indianerdorf ist heute berühmt als Ausgangspunkt zu den Angel Fällen. Es liegt wunderschön 50 km südwestlich der Fälle, an einem Teil des Río Carrao, bekannt als Laguna Canaima, einem schönen, strandgesäumten See. Obwohl es eine kleine Niederlassung bleibt, ist Canaima gehörig gewachsen, seit es dort ein Touristencamp und einen Flughafen gibt. Es gibt einige bekannte Wasserfälle in Canaima, den Salto El Sapo, Salto El Sapito und Salto El Yuri. Bootsausflüge rund um den Canaima See sind genauso möglich wie Wanderungen in den Dschungel.
Die Angel Fälle sind aber bei weitem die Hauptattraktion. Es ist am besten, die Fälle in der Regenzeit zu besuchen, da führen sie am meisten Wasser. Nachdem es keine Wanderwege zu den Fällen gibt, müssen Besucher einen Boots- oder Flugtripp buchen. Flugzeuge starten in Canaima und umkreisen die Fälle 45 - 60 Minuten lang. Bootsausflüge gibt es nur während der Regenzeit (November bis Juni), wenn die Wasserstände hoch sind.
Canaima kann nur durch die Luft erreicht werden, es gibt keine Landverbindung. Es gibt tägliche Flüge von und nach Caracas, Porlamar und Puerto Ordaz, weniger oft Flüge nach Santa Elena de Uairén und Ciudad Bolívar, das auch ein guter Ausgangspunkt für einen Trip zu den Fällen ist.
Kavac
Südlich vom Auyán-Tepui gelegen ist Kavak ein weiterer Ausgangspunkt, um die Angel Fälle zu besuchen. Es ist ein von Indianern betriebenes Resort mit einer kleinen Flugpiste und bietet tägliche Flüge zu den Fällen. Ein anderer beliebter Ausflug von Kavak führt zur Kavakschlucht und La Cueva Fällen. Kavak ist in der Trockenzeit als Alternative zu Canaima beliebt, weil die Wasserstände höher bleiben.
Der Berg Roraima
Der Tafelberg Roraima liegt an der Grenze zu Brasilien und Guyana. Der massive Tafelberg, dessen Plateau auf 2'700 m, sein Gipfel auf 2'810 m liegt, zählt zu den grössten des Kontinents und wurde 1884 erstmals bestiegen. Der Roraima, was in der Sprache der Pémon Indianer "die grosse, immer fruchtbare Mutter der Ströme" heisst, ist dramatisch und eigenartig in seiner Erscheinung. Schwarze Felsen, verschleiert im Nebel und überzogen mit Moosen dominieren die Landschaft und formen farbige Steinbecken mit kleinen Stränden und umgeben von schönen Blumen. Die faszinierende Landschaft und der relativ leichte Aufstieg machen den Berg zu einem sehr beliebten Touristenziel.
Die Trockenzeit ist von Dezember bis April, obwohl die Plateaus das ganze Jahr über wolkig und feucht sein können.
Nationalparks von Guayana
Canaima Nationalpark
Der Canaima Nationalpark ist einer der sechs grössten Nationalparks der Welt. Mit einer Fläche von 300'000 km² und einer vertikalen Ausdehung von 400 - 2'400 m umfasst der Park die Laguna Canaima, das Carrao Becken, die Berge der Sierra de Lema, die Gran Sabana und die Angel Fälle. Die Landschaft des Parks ist dramatisch und kontrastreich. Massive geologische Verschiedenheit und Höhenunterschiede bieten eine Vielzahl an Lebensräumen, die sich in einer üppigen Flora zeigen. Die Savanne reicht von trockenem Grasland bis zu Sumpfland mit Moriche Palmen. Die feuchte Luft des Regenwalddaches ist die Heimat für Bromelias und Baumfarne. Der Park ist charakterisiert von Tafelbergen, hauptsächlich in der Gran Sabana, die eine erstaunliche Kulisse bei Sonnenauf- und Untergängen bieten. Der Park hat auch eine exotische Tierwelt: Jaguar, Puma, Ozelot, Brillenbär, Riesenotter, Tapir, Gürteltier, Wasserschwein, Agouti, Riesenameisenbär, Faultier und Kapuzineraffe und Brüllaffen sind nur einige der unzähligen Säugetierarten der Region. Canaima ist berühmt für seine Menge an Vogelarten, darunter der Tukan, Papageien und Kolibris. Es gibt ausserdem viele Arten an Reptilien und Amphibien, wie Chamäleons, Kaimane, Leguane, Baumfrösche und viele Schlangenarten. Die Durchschnittstemperatur reicht von 10 - 21° C, abhängig von Höhe und Jahreszeit, die Trockenzeit ist von Januar bis März.
Jaua-Sarisariñama Nationalpark
Jaua-Sarisarinama Nationalpark liegt in der südöstlichen Ecke der Region und bedeckt 330'000 ha. Die drei grossen Tafelberge der Region sind bekannt für ihre Höhlen. Geformt von unterirdischen Wasserwegen sind sie wahrscheinlich die ältesten Höhlen des Kontinents. Es gibt eine große Zahl an Lebensformen, darunter auch viele endemische Arten. Der Zutritt zum Park ist nur wissenschaftlichen Forschern erlaubt.
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