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Der Idealist Robert Bilott (Mark Ruffalo) scheint auf verlorenem Posten, dennoch gibt er nach 19 Jahren nicht auf, den Chemiekonzern DuPont zur Rechenschaft zu ziehen, der Wasser und Menschen durch die Teflon-Produktion verseucht hat. (Ascot Elite).
David gegen GoliathFür einmal trifft der deutsche Verleihtitel das Thema genau: «Vergiftete Wahrheit». Die ersten Vorfälle ereigneten sich 1975 in West Virginia. Tiere drehten durch, Menschen erkrankten. Der Anwalt Robert Bilott war Zeuge und ging der Sache nach. Er fand heraus, dass der Chemiegigant Auslöser dieser Verseuchung war. Todd Haynes («Carol», «Far from Heaven – Dem Himmel so nah») hat diesen Umweltskandal aufgegriffen. Der Regisseur adaptierte einen Bericht von Nathaniel Rich im «New York Times Magazin».
Was war geschehen? Unternehmensanwalt Robert Bilott (Mark Ruffalo) wird Zeuge, wie eine Kuh regelrecht durchdreht und den Viehzüchter Wilbur (Tennnant Bill Camp) angreift, der sie erschiessen muss. Ein Vorfall in West Virginia, der Bilott aufhorchen und nicht mehr in Ruhe lässt. Er vertritt den betroffenen Rancher und findet heraus, dass das Wasser in dieser Gegend verseucht ist. Auslöser ist der Chemieriese DuPont. Der produziert die Chemikalie PFOA, besser bekannt als Teflon, die zur Herstellung von Pfannen und anderen Küchengeräten, wasserdichter Kleidung, Verpackungen und mehr dient. Ein Milliardengeschäft. Doch wie so oft haben grossartige Produkte auch eine Kehrseite. Bei der Produktion werden toxische, krebserregende Substanzen freigesetzt, das verseuchte Wasser fliesst in den Ohio River und ins Grundwasser, verseucht Böden, Menschen und Tiere.
Der reale Robert Bilott, Partner einer Anwaltskanzlei, recherchiert, befragt Betroffenen und initiiert letztlich medizinische Untersuchungen, bei denen 69'000 Menschen getestet werden. Der Chemie-Gigant DuPont setzt alle Mittel (vor allem Anwälte) ein, um die Anschuldigungen zu beschönigen oder unter den Tisch zu wischen. Sage und schreibe kämpfte Bilott fast zwanzig Jahre gegen «Windmühlen», eben den Konzern, um Entschädigungen für Betroffene herauszuholen und die Wahrheit publik zu machen.
«Dark Waters beschreibt akribisch eine gigantische, bewusste Umweltverschmutzung, die kein Ende nimmt und auch heute noch Fragen offen lässt. Ein Lehrstück auch über den Kampf Davids gegen Goliaths. Mark Ruffalo, der auch an der Produktion beteiligt ist, verkörpert den Einzelkämpfer, der die Verursacher zwar nicht in die Knie zwingen kann, aber doch eine Wahrheit ans Licht bringt, die unangenehme Gedanken weckt über Teflon und die Folgen.
Regisseur Haynes liefert ein Sittenbild, das sich nicht auf die USA beschränkt. Sein Umwelt- und Prozessthriller beschreibt auch eine wirtschaftliche Haltung, die bis heute gang und gäbe ist und in der Profit über Gesundheit und Unversehrtheit von Mensch und Tier geht. Packend und erschütternd.
USA 2019
128 Minuten
Regie: Todd Haynes
Buch: Mario Correa, Matthew Michael Carnahan
Kamera: Edward Lachman
Darsteller: Mark Ruffalo, Anne Hathaway, Tim Robbins, Louisa Krause, Kevin Crowley, Denis Dal Vera
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