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Der Brutalo-Bond! 11 Fun Facts zu «James Bond - Licence To Kill»
Timothy Daltons zweiter Einsatz als 007 gilt als der brutale Bond-Film. Auch hinter den Kulissen wurde mit harten Bandagen gekämpft, wobei sich sogar Regisseur und Star immer wieder stritten.
Budget-Bond
Der Grossteil der Produktion von Licence To Kill fand neben Florida und der karibischen Küste hauptsächlich in Mexiko statt. Mexico City diente als Kulisse für die fiktive Stadt Isthmus City. Nur die Nachbearbeitungen wurden in Pinewood vorgenommen. Die Produktionskosten wurden so um ca. fünf Millionen US-Dollar gesenkt. Trotzdem beteuerte Koproduzent Wilson im Nachhinein, dass der Mangel an guten Technikern sich negativ auf den Film ausgewirkt hatte.
Amis und Italiener
Für Licence To Kill war der Titel «License Revoked» geplant, weswegen der er an den Filmfestspielen in Cannes so plakatiert wurde. Doch die Marketingverantwortlichen der Bond-Produktion stellten fest, dass das amerikanische Publikum mit dem Begriff «Revoked» nichts anfangen konnte. Deswegen wurde der Titel auf Licence To Kill geändert. Weitere Titel-Quereleien gab es in Italien, da «Licenca d‘Uccidere» schon als Überschrift für Dr. No verwendet wurde. Licence To Kill heisst deshalb in unserem Nachbarland «Vendetta privata».
KISS(,) the Bad Guy
Gene Simmons (von der Band KISS) sollte ursprünglich den Bösewicht spielen, war aber wegen anderer Verpflichtungen nicht dazu in der Lage. Daraufhin engagierte man Robert Davi, der Sanchez verkörperte. Um ihn authentisch darzustellen, lernte Davi den kolumbianischen Akzent und studierte das Verhalten der dortigen Drogenbosse. Für die Szene, in der Sanchez unter Wasser aus einem gepanzerten Transporter flieht, musste Davi das Tauchen erlernen.
Let Leiter live!
David Hedison hatte die Ehre, zum zweiten Mal Felix Leiter zu spielen. Sein erster Auftritt in dieser Rolle lag schon einige Jahre zurück: 1973 in Live And Let Die. Die in Licence To Kill vorkommende Verstümmelung Felix Leiters hat man interessanterweise aus der Fleming-Geschichte «Live And Let Die» entnommen.
Wenn es Q schon nicht macht ...
Q, der von Desmond Llewelyn verkörpert wird, hat hier seinen längsten Film-Auftritt. Diesmal darf er Bond nicht nur mit einer hier begrenzten Anzahl Gadgets ausrüsten, sondern auch bei dessen Mission ein wenig zur Hand gehen. Q mahnt Bond für gewöhnlich, die Ausrüstung in tadellosem Zustand wieder zurückzubringen. In Licence To Kill allerdings benutzt Q selbst einen in eine Besen eingearbeiteten Sender, den er nach dem Funkspruch einfach ins Gebüsch wirft - welche Ironie!
Alle in Deckung - ausser Bond
Auf der kurvigen Küstenstrasse «Baja California» zwischen Mexicali und Tijuana fanden die Dreharbeiten zur LKW-Verfolgungsjagd statt. Wie schon bei A View for a Kill kam dabei Stuntdriver Remy Julienne zum Einsatz, der hier den LKW samt Ladung auf zwei Rädern fuhr. Die Schlussexplosion hat es in sich: Während die Crew sich in sicherer Entfernung hinter dicken Plexiglasscheiben befand, musste Dalton selbst vor dem flammenden Inferno wegrennen.
Music!
Regisseur John Glen empfahl, den Komponisten Michael Kamen zu verpflichten. Zusammen mit Eric Clapton entwickelte Kamen eine Titelmelodie, die allerdings von den Produzenten abgelehnt wurde. Trotzdem durfte Kamen den Score schreiben. Für ihn ging damit ein Traum in Erfüllung. Den Titelsong durfte Gladys Knight performen und Patti LaBelle konnte den End-Credit-Song beisteuern.
Hemingway
Die Szene, in der M Bond zur Rede stellt und dieser seine Kündigung beim MI6 einreicht, wurde in Ernest Hemingways Haus in Key West, Florida gedreht. Hier lässt Bond den Satz «I guess this is a farewell to arms» («Jetzt heisst es, Abschied von den Waffen zu nehmen») fallen. Der Zusammenhang: «A Farewell to Arms» ist einer der berühmtesten Romane Hemingways.
Abschied und Streik
Maurice Binder, der seit Thunderball für die Titelsequenzen zuständig war, beendete mit Licence To Kill sein Schaffen für die Bond-Reihe. Auch Drehbuchautor Richard Maibaum stieg nach dem Film aus der Bond-Franchise aus. Dieser nahm zuvor selbst beim Autorenstreik von 1989 teil, infolgedessen er das Drehbuch nicht zu Ende schrieb. Co-Produzent und Co-Autor Michael G. Wilson schrieb das Skript zu Ende.
Dalton war hässig
Zwischen Regisseur John Glen und Darsteller Timothy Dalton kam es während den Dreharbeiten immer wieder zu heftigen Streits wegen der künstlerischen Gestaltung der Rolle «James Bond». Angeblich löste dies bei Dalton während den Dreharbeiten höchsten Unmut aus, sodass er sich in Mexiko mit Hotelgästen anlegte, unhöflich zum Personal war und rabiat Autogrammwünsche zurückwies. Während einem Dinner mit dem Gouverneur von Florida machte sich Dalton überdies früher als erwartet aus dem Staub. Licence To Kill ist Daltons letzter Auftritt als Bond und John Glens letzter Bond-Film. Trotz dem vielen Ärger findet Glen, dass dieser Film sein bester Bond ist.
Brutalo-Bond
Bei einem Budget von 32 Mio. Dollar spielte Licence To Kill weltweit über 156 Mio. Dollar ein. Die Produzenten hatten jedoch deutlich mehr erhofft. Wegen der Brutalität mussten in England gewisse Szenen gekürzt werden, um nicht eine Freigabe «ab 18» zu riskieren. Da das am Ende erhaltene 15er-Rating im Vergleich zu anderen Bond-Filmen immer noch hoch war, verlor man einen wichtigen Teil des Publikums. Die 15er-Version lief in den USA mit dem PG-13-Rating (Begleitung eines Minderjährigen von einem Erwachsenen stark empfohlen) und schaffte es dort gerade einmal auf den 20. Platz der Jahrescharts. Mit der Veröffentlichung der Ultimate Editions im Jahre 2006 wurde dann schliesslich die unzensierte Version von Licence To Kill veröffentlicht.