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Bereits der Untertitel des Buches gibt viel über den Inhalt preis. Grundlagen Erfahrungen Perspektiven gliedern die Arbeit der Autoren, ohne dabei einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen. Blonski et al stellen in acht Kapiteln dar, wie die Verbindungen vom Qualitätsmanagement zum Prozessmanagement aussehen und welche qualitativen Voraussetzungen gegeben sein müssen, um Prozesse in Pflegeorganisationen effektiv und effizient gestalten und steuern zu können.
Nach Einführung von Grundbegriffen, welche den Prozessverlauf begleiten und prägen führt Blonski den Begriff der Dienstleistungsorganisation für Seniorinnen ein, der, im weiteren Verlauf, Begriffe wie Alten- oder Pflegeheim ersetzen soll.
Anschließend wird sich ausführlich dem Prozesscontrolling gewidmet, welches differenziert in acht Teilschritten betrachtet wird, aus denen sich dann Verbesserungsmaßnahmen ableiten lassen können.
Im Folgenden wird das EFQM-Modell anhand eines Praxisberichtes einer Altenpflegeeinrichtung beschrieben und dargelegt, dass für diesen Schritt ein bereits bestehendes Qualitätsmanagementsystem nach der DIN ISO 9000 ff. von Vorteil ist, wenn die Prozessqualität in Pflegeorganisationen weiter optimiert werden soll.
Im vierten Kapitel wird kurz das TQM-Modell beschrieben und Bezug auf die Umsetzung im Krankenhaus genommen. Hier findet auch eine kurze Darstellung der mittlerweile gängigen Unterteilung der Qualität nach Donebedians Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität statt.
Anschließend wird sich dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess in der Hauswirtschaft von Pflegeorganisationen gewidmet, in der, neben dem Pflegebereich, mit die höchsten Personal- und Sachkosten einer Organisation entstehen. Durch ein optimiertes Prozessmanagement wird dargestellt, wie in diesem Bereich eine stärkere Kundenorientierung erreicht werden kann, und auf welche Bereiche sich konzentriert werden sollte. Um dies zu verdeutlichen wird die Gliederung in Nutz-, Fehl-, Stütz- und Blindleistungen herangezogen und deutlich gemacht, dass eine Konzentration auf das Wesentliche zu einer gesteigerten Wertschöpfung führt.
Im weiteren Verlauf wird ausgeführt, welchen Schwächen das Gesundheitswesen vor Einführung des Prozessmanagements unterlag und welchen großen Stellenwert dabei das Personalmanagement hatte. Nach Ausführung der Autoren sollte die Aufgabe der Führung darin bestehen Mitarbeiter zu Mitdenkern zu machen, Eigenverantwortlichkeit zu stärken, Entscheidungen dorthin zurückzuverlagern, wo das Sachwissen angesiedelt ist und hierarchieübergreifende Lösungen zu fördern. Ein Anspruch, der in Richtung der lernenden Organisation zielt.
Besonders hervorzuheben ist die abschließende, mit zwei Kapiteln, intensive Auseinandersetzung mit der Thematik der EDV-gestützten Dokumentation, dem Prozess- und Qualitätsmanagement sowie dem Intranet, wobei die Darstellung von drei Programmen im Vordergrund steht. Die geschilderten Prozesse und Analysemöglichkeiten lassen sich jedoch durchaus auf Vergleichbare, hier nicht erwähnte Programme, übertragen.
Fazit
: Die Autoren bieten eine umfangreiche und breite Basis an Konzepten, Modellen und Theorien des Prozess- und Qualitätsmanagement, erwähnen jedoch das Problem im Rahmen dieses Buches tiefer auf das jeweilige Modell einzugehen. Sie verweisen durch ein umfangreiches und adäquates Literaturverzeichnis aber auf die Arbeiten anderer Autoren. Durch seinen relativ hohen Abstraktionsgrad (von den wenigen Beispielen abgesehen) richtet sich das Buch eher an Führungskräfte in Pflegeorganisationen, insbesondere jenen der Altenhilfe. Ein Basiswissen ist hier nicht zwingend notwendig, da die Autoren die Grundlagen verständlich darstellen. Durch diese Tatsache wird dem geneigten und erfahrenen Leser nur wenig Neues geboten. Dennoch sind die Grundlagen hier kompakt und kompetent zusammengestellt, so dass auch Kenner der Materie durch den guten und durchweg leicht leserlichen Schreibstil Interesse haben können und Neulinge in diesem Bereich der Einstieg leicht gemacht wird.