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Südamerika
Die Länder Lateinamerikas sind einem starken gesellschaftlichen und ökonomischen Wandel unterworfen. Als Antwort auf die jahrhundertelange Dominanz des Nordens und einer von neoliberaler Wirtschaftspolitik geprägten Globalisierung entstehen heute endogene gesellschaftliche Paradigmen. In Bolivien beispielsweise entstand mit "vivir bien/gutes Leben" eine eigenständige Artikulation von nachhaltiger Entwicklung, welche auf indigene Vorstellungen im Umgang mit "Mutter Erde" zurückgreift. Während diese Konzepte in die globale Nachhaltigkeitsdebatte Eingang gefunden haben, ist in Bolivien derzeit eine politische Instrumentalisierung dieses Diskurses im Gange. In Peru wiederum trägt die Rohstoffindustrie zur Finanzierung der öffentlichen Politik bei.
Forschungsschwerpunkte
Das CDE erforscht im Rahmen verschiedener Projekte den Umgang mit natürlichen Ressourcen, die biokulturelle Vielfalt und seine Interpretation durch die lokale Bevölkerung. Fragen der Ernährungssicherheit und der Ernährungsnachhaltigkeit beschäftigen die Forschenden rund um die grossen Sojaplantagen im tropischen Tiefland. Wir untersuchen aber auch die Chancen und Risiken des Quinoa-Booms, die Feminisierung der Landwirtschaft, Arbeitsmobilität und Migration im andinen Hochland rund um die Salzseen nahe der chilenischen Grenze.