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Die Würfel sind gefallen
Wann haben Sie das letzte Mal gespielt? Spielen ist ein sehr natürliches Verhalten. Babies üben Funktionsspiele wie greifen, Kleinkinder stapeln Bauklötze (Konstruktionsspiele) und als Kinder übernahmen wir hin und wieder Teile von Rollenspielen.
Als Erwachsende empfinden wir das Spielen oft als ineffizient, daher sinnlos und zweckfrei. Entwicklungspsychologen wie Rolf Oerter beurteilen eine solche Sichtweise jedoch weitaus positiver. Ein Spiel sei dadurch gekennzeichnet, dass es um seiner selbst willen und freiwillig betrieben werde. Es sei nicht ohne Sinn, auch wenn es wie ein Verhalten ohne Zweck erscheinen mag. Unter anderem spiele der erwachsende Mensch zur Zerstreuung oder der Geselligkeit wegen. Flexibilität, um sich später in unterschiedlichen Situationen zurechtzufinden, könne man in Spielen lernen, wo es ums Kräftemessen und Fähigkeiten erproben geht, meint Professor Oerter.
Spielen bedeutet demnach, freiwillig, intrinsisch motivierte Aktivitäten auszuführen. Der Spieler «spielt» also mit Lebensfreude und Spass an seiner Tätigkeit. Die Lebensfreude führt zu Hormonausschüttungen im Gehirn, was wiederum zu positiv empfundenen Emotionen führt.
Spielen kann auf eine neue Ebene des Seins führen. Brian Sutton-Smith (1924-2015) beschrieb das Spielen so: «In den Spielen spielt sich das Drama zwischen Menschen ab, im Einzelspiel zwischen Emotionen». Mit der angeeigneten Spielkompetenz beschrieb Sutton-Smith sieben Konfliktlösekompetenzen:
1. Fortschrittskonflikte
Spiel bildet Fähigkeiten aus und übt neue Fertigkeiten ein, schafft Persönlichkeitsentwicklung.
2. Konflikte mit dem Schicksal
Spiel dient dem Umgang mit dem Unbeständigen, Unbestimmten, Unvorhersehbaren, mit dem Chaos.
3. Machtkonflikte
Spiel dient der Repräsentation von Machtsituationen und deren Umkehrung (u.a. Sport, mathematische Spieltheorie).
4. Identitätskonflikte
Spiel dient der Feierlichkeit, den Festen und Paraden, schafft Gründe für Massenveranstaltungen, liefert Möglichkeiten der Identifikation.
5. Konflikte mit der Wirklichkeit
Spiel dient der Kreativität, Kunst, Transformation, Veränderung, Innovation und Flexibilität.
6. Konflikte mit dem Selbst
Spiel liefert subjektive Erfahrungen, bietet Impulse für die Jagd nach Spass, Erholung, Flucht, Nervenkitzel.
7. Leistungskonflikte
Spiel ist Müssiggang, Frivolität, Trivialität, Katharsis, Zeitverschwendung, ist der Gegenpol zur Arbeit, zum Ernst.
Ich unterstütze Sie gerne mit den notwendigen Massnahmen dabei, das Leben (wieder) als Spiel zu sehen oder wie Sir Oliver Wendell Helmes meinte: «Menschen hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden, sondern sie werden alt, weil sie aufhören zu spielen.»
Barbara Fitze versteht sich als Impulsgeber. Fragen Sie nach dem Modul «Begeisterte Mitarbeitende – glückliche Chefs».
Spielerische Grüsse
Barbara Fitze