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Besuch des Präsidenten der Weltbank, James D. Wolfensohn
PRESSEMITTEILUNG
Besuch des Präsidenten der Weltbank, James D. Wolfensohn
Der Präsident der Weltbank, James D. Wolfensohn, wird der Schweiz am 20. und 21.
Mai
1996 einen offiziellen Besuch abstatten. Es handelt sich um den zweiten Besuch eines
Weltbankpräsidenten in der Schweiz seit dem Beitritt unseres Landes zu dieser
Institution am 29. Mai 1992.
Während seines Besuchs wird Herr Wolfensohn mit Bundespräsident Jean-Pascal
Delamuraz, mit den Bundesräten Flavio Cotti und Kaspar Villiger, mit dem Präsidenten
des Direktoriums der Nationalbank, Hans Meyer, sowie mit verschiedenen
Parlamentariern zusammentreffen. Weiter ist eine Arbeitssitzung mit einer Delegation
der Bundesverwaltung vorgesehen. Gesprächsthemen sind die Beziehungen der Schweiz
zur Weltbank, die Rolle der multilateralen Finanzierungs- und
Entwicklungsorganisationen - insbesondere der Weltbank -, globale
Entwicklungsfragen, die Rolle der Weltbank bei der Entschuldung der ärmeren Länder,
die Lage der wirtschaftlichen Reformen in Ost- und Zentraleuropa und in Zentralasien
sowie der Reformprozess, den Herr Wolfensohn in der Weltbank eingeleitet hat. Auch
die Tätigkeit der Weltbank und der Schweiz in Bosnien sowie die Koordination der
Weltbank mit der globalen Umweltfazilität (GEF), die durch die Weltbank verwaltet
wird, werden besprochen.
Vorgängig zu seinem Besuch in Bern wird Herr Wolfensohn vor dem Internationalen
Management-Symposium in St. Gallen einen Vortrag halten und mit Vertretern aus
Geschäftskreisen zusammentreffen.
Die Weltbank als Teil der Bretton-Woods-Institutionen umfasst vier eng miteinander
verbundene Institute: die internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung
(IBRD), die internationale Entwicklungsagentur (IDA), die internationale
Finanzkorporation (IFC) und die Multilaterale Investitionsgarantie-Agentur (MIGA).
Die IBRD gewährt Darlehen an Entwicklungs- und Transitionsländer mit mittleren
Pro-Kopf-Einkommen. Als Schuldner erster Güte erhält sie den Grossteil ihrer Mittel
durch die Ausgabe von Anleihen auf den internationalen Kapitalmärkten, auch in der
Schweiz, wo sie einer der grössten ausländischen Schuldner ist.
Die IDA gewährt ihrerseits Kredite zu Vorzugsbedingungen an die ärmsten
Entwicklungs- und Transitionsländer und unterstützt sie bei Entwicklungs- und
Strukturanpassungsprojekten. Der Hauptteil ihrer Mittel besteht aus
nichtrückzahlbaren Beiträgen ihrer Mitgliedländer. Mitte März dieses Jahres wurden
die Verhandlungen über die elfte Wiederauffüllung der IDA (IDA-11) sowie über einen
provisorischen, auf ein Jahr beschränkten Notfonds abgeschlossen, die den
finanziellen Bedarf der IDA in den nächsten drei Jahren decken sollen. Die Anteile
der Schweiz betragen 2,43% an der IDA-11 bzw. 1,74% am Notfonds; in Zahlen sind
dies
rund 310 Millionen bzw. 92,32 Millionen SFr. Die Gründung eines Notfonds drängte
sich auf, weil die USA nicht in der Lage sind, zum ersten Jahr der IDA-11
beizutragen. Die USA sind aus der Vergabe von Aufträgen ausgeschlossen, die mit
den
Ressourcen des Notfonds finanziert werden.
Die IFC fördert das Wachstum in den Entwicklungs- und Transitionsländern durch
die
Unterstützung des Privatsektors. In Zusammenarbeit mit anderen Kapitalgebern
investiert sie in kommerzielle Unternehmungen sowohl durch Darlehen als auch mit
Kapitalbeteiligungen.
Die MIGA schliesslich trägt dazu bei, Auslandinvestitionen in Entwicklungs- und
Transitionsländern zu fördern, indem sie ausländische Investoren gegen Verluste
aus
politischen Risiken versichert und die Entwicklungsländer bei der Behandlung von
Fremdinvestitionen berät.
Bern, 15. Mai 1996
EIDGENÖSSISCHES VOLKSWIRTSCHAFTSDEPARTEMENT
Presse- und Informationsdienst