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Postnatale Depression: wie vorbeugen?
Inwiefern Vorbeugung möglich ist, lässt sich nicht genau sagen. Studien zeigen jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit, an einer postnatalen Depression zu erkranken, unter bestimmten Voraussetzungen deutlich vermindert wird.
Die Vorbeugung einer postnatalen Depression ist mit Gymnastik und Entspannung möglich. Foto: iStock, Sergey Borisov, Thinkstock
In mehreren Untersuchungen haben Wissenschaftler festgestellt, dass einige Massnahmen während der Schwangerschaft und auch direkt nach der Geburt helfen können, eine postnatale Depression zu verhindern. Da es insgesamt nur wenige Studien zum Thema gibt, lassen sich keine generellen Empfehlungen ableiten. Die Forscher zeigen einige Möglichkeiten auf, wie besonders gefährdete, werdende Mütter sich auf die Zeit nach der Geburt vorbereiten können.
Während der Schwangerschaft
Eine Studie der Universität Melbourne besagt, dass Bewegung und Massnahmen zur Förderung des Wohlbefindens während der Schwangerschaft die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer postnatalen Depression vermindern. Laut Auswertung der Daten trat die postnatale Depression wesentlich seltener bei Müttern auf, die in ihrer Schwangerschaft einen Gymnastikkurs unter Anleitung eines Physiotherapeuten absolviert hatten. So litten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die während der Schwangerschaft keinen Sport getrieben hatte, bei den Sportlerinnen nur ungefähr halb so viele Frauen nach der Geburt unter Depressionen. Ein Grund dafür ist, dass Bewegung, Entspannung und Wellness helfen, während der Schwangerschaft Stress abzubauen und somit tragen sie auch zum allgemeinen Wohlbefinden nach der Geburt bei.
Nach der Geburt
Eine weitere Studie zur Vorbeugung postnataler Depression wurde in Kanada an der Universität Toronto durchgeführt. Für die Untersuchung riefen psychologisch geschulte Mitarbeiter frisch gebackene Mütter einige Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus an und befragten sie zu ihrem Wohlbefinden.
Wurden diese Frauen nach dem Gespräch als gefährdet eingestuft, erhielten sie auf Wunsch psychologische Betreuung. Das Ergebnis zeigte, dass dieses Vorgehen erfolgreich war. Von den betreuten Frauen litten nach 12 Wochen nur 14 Prozent an einer postnatalen Depression oder Wochenbettdepression. In der Kontrollgruppe, in der die Mütter eine Betreuung abgelehnt hatten, waren es 25.
Die vorliegenden Untersuchungen zeigen, dass vorbeugende Massnahmen helfen können, die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer postnatalen Depression herabzusetzen. Jedoch beweisen sie auch, dass ein anhaltendes Stimmungstief nicht bei allen Frauen verhindert werden konnte. Deshalb sollten sie Krankheitssymptome auf jeden Fall ernst nehmen.
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