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Während meines Jus- Studiums an der Universität Zürich arbeitete ich in einem Zürcher Restaurant, wo ich als Servicemitarbeiterin begann, danach die Bar betreute und schliesslich auch die Service-Leitung übernahm.
Dieser Nebenjob prägte mich sehr und generierte finanzielle Selbstständigkeit.
Ebenfalls noch während des Studiums hatte ich die Gelegenheit mit meinem damaligen Freund und heutigen Ehemann 1998 für ein Jahr nach Singapur zu reisen, wo ich ein Praktikum bei der Credit Suisse First Boston absolvieren konnte. Nach Erwerb des Anwaltspatents 2003 war ich zunächst für einige Monate freiwillige Mitarbeiterin bei einer NGO namens «International Bridges to Justice» in Genf.
Schliesslich nahm ich meine Anwaltstätigkeit in einer Wirtschaftskanzlei in Zug auf. Im Jahr 2008 zogen mein Mann, meine kleine Tochter und ich aufgrund eines Karriereschrittes meines Mannes für zwei Jahre nach New York, wo unser Sohn zur Welt kam.
Wieder zurück in Zürich folgten weitere Jahre in derselben Wirtschaftskanzlei in Zug. 2017 wechselte ich, mittlerweile dreifache Mutter, in eine Kanzlei in Wetzikon, die auf Baurecht spezialisiert ist. Im Frühjahr dieses Jahres beendete ich diese Anstellung, um mich beruflich neu zu orientieren. Im Januar 2022 werde ich voraussichtlich eine Weiterbildung im Bereich Nonprofit und Public Management beginnen.
SWONET: Was fasziniert und begeistert Dich an Deiner Arbeit?
Fabienne Schürmann: Mich reizte es immer, nach mündlicher Schilderung der Klienten den relevanten Sachverhalt zusammenzutragen und rechtlich zu analysieren, um dann mit dem Klienten zusammen die beste Lösungsstrategie zu erarbeiten. Spannend finde ich insbesondere die Dynamik dieses Prozesses. Die Strategie musste je nach Verhalten der Gegenpartei immer wieder angepasst werden. Vor allem mochte neben der analytischen Arbeit die (aussergerichtlichen) Verhandlungen und die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Menschen.
Heute aber möchte ich mehr Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen.
SWONET: Wie betrachtest Du Karriere, früher und heute?
Fabienne Schürmann: Ich habe mir nie Gedanken über meine Karriere gemacht. Im Gegenteil: Mir war stets klar, dass ich vor allem auch Mutter werden wollte. Den Job wollte ich natürlich bestmöglich machen. Dazu gehörte für mich immer auch Verantwortung zu übernehmen und zwar nicht nur für die von mir betreuten Rechtsfälle, sondern auch für das Gedeihen der Kanzlei.
Heute überlege ich mir bewusst, was für ein Job zu mir und meinen Fähigkeiten passen könnte, welche Tätigkeit mich erfüllen würde. Eine gewisse Selbstständigkeit und Verantwortung sind mir dabei sehr wichtig. Das soziale Ansehen einer beruflichen Tätigkeit hat für mich weniger Bedeutung.
SWONET: Was ist Dein Rat für Berufseinsteigerinnen oder Gründerinnen?
Fabienne Schürmann: «Follow your heart» mag ein abgedroschener Slogan sein. Ich finde es aber wirklich wichtig, schon bei Berufseinstieg auf seine Intuition zu hören und nicht nur den Konventionen zu folgen.
SWONET: Wie startest Du in den Tag?
Fabienne Schürmann: Ich frühstücke mit den Kids (Je nach Stundenplan sitze ich dreimal hintereinander am Tisch). Am liebsten gehe ich danach -wenn es die Zeit erlaubt- im Wald joggen, dabei lässt sich so Vieles gedanklich ordnen.