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Schäden durch Hurrikan Matthew: mindestens 300 Tote in Haiti
Am 4. Oktober erschütterte die Verwüstung durch Hurrikan Matthew erneut ein Land, das sich bis heute nicht von den Ausmassen des verheerenden Erdbebens 2010 erholt hatte. Die erneute Katastrophe in Haiti hat schon über 300 Tote verursacht und betrifft mehr als eine Million Menschen. 15.000 Einwohnende mussten evakuiert werden. Ein grosser Teil der betroffenen Gebiete im Süden des Landes ist immer noch schwer erreichbar. Das Ausmass der Schäden lässt erhebliche humanitäre Bedürfnisse vorhersehen. Handicap International stellt ein Notfallteam bereit, das die Bedürfnisse der betroffenen Menschen ermittelt.
Les Cayes, Haïti, 5. Oktober 2016 | © REUTERS / Andres Martinez Casares
Hurrikan Matthew, der am Dienstag, den 4. Oktober, auf Haiti traf, hat auf mehr als 25% der Landesfläche erhebliche Schäden hervorgerufen. Vor allem sind im Süden des Landes die Departements Grand’Anse und Sud betroffen. Dieser Hurrikan hat laut Angaben der haitianischen Behörden über 300 Menschen das Leben gekostet, und 15.000 Einwohner und Einwohnerinnen mussten evakuiert werden. Der materielle Schaden ist beträchtlich, mehr als 1800 Häuser wurden zerstört. Über eine Million Menschen sind betroffen, von denen 350.000 sofortige Unterstützung brauchen[1].
Diesen Donnerstag war wegen der beschädigten Infrastruktur (beschädigte oder zerstörte Brücken, Überschwemmungen, Erdrutsch) ein grosser Teil der Halbinsel immer noch unzugänglich. Mindestens 11 Städte wurden in den Departements Grand-Anse, Nippes und Sud überflutet; die Evakuierungen dauern noch an.
Die Teams von Handicap International, die bereits in Haiti sind, werden in die betroffenen Gegenden fahren, um die grundlegenden Bedürfnisse der Bevölkerung festzustellen. Ein erstes Notfallteam, das aus fünf Personen besteht, trifft am Freitagmorgen zur Verstärkung unserer Teams in Haiti ein. Es wird zur Ermittlung der Bedürfnisse beitragen und den Zugang für humanitäre Organisationen zu den Regionen erleichtern, die am stärksten vom Hurrikan Matthew betroffen sind.
„Überschwemmungen bergen in der Regel ein langfristiges Risiko. Neben dem Verlust der Lebensgrundlagen besteht das Risiko von Epidemien wie Cholera und Dengue-Fieber. Diese bereits in Haiti vorhandenen Krankheiten könnten wieder ausbrechen. Eine der Prioritäten wird es sein, dass die betroffenen Menschen schnell von der humanitären Hilfe profitieren können, zum Beispiel Zugang zu Trinkwasser, Gesundheitsversorgung, Medikamenten und Mückennetzen haben“, erklärt Audrey Lecomte, Koordinatorin des Notfallteams von Handicap International in Haiti.
Gaëlle Vandeputte, Projektleiterin von Handicap International in Haiti, fügt hinzu: „Der Hurrikan Matthew hat hier ein Volk getroffen, das regelmässig Naturkatastrophen ausgesetzt ist und sich noch nicht vom tödlichen Erdbeben im Januar 2010 erholt hat. Es ist also zu befürchten, dass die Folgen dieses Hurrikans langfristig die Schutzbedürftigsten noch mehr schwächen.“
Der Hurrikan setzte seine Route fort und erschütterte im weiteren Verlauf die Dominikanische Republik und die Ostspitze von Kuba – dort mussten mehr als 300.000 Menschen in provisorische Notunterkünfte evakuiert werden. Am Donnerstagmorgen fegte er über die Inselgruppe der Bahamas. Am Donnerstagabend näherte er sich der Ostküste Floridas.
Handicap International in Haiti und auf Kuba
Handicap International ist seit 1998 auf Kuba (Provinz Pinar del Rio, Granma, Santiago de Cuba, Baracoa und Guantanamo) und seit 2008 in Haiti vor Ort (Region von Port-au-Prince, Departement Nippes, Gemeinde Delmas, Gemeinde Carrefour, Gemeinde l’Artibonite und das Departement Nord). Auf Haiti führten wir im Januar 2010 einen schnellen und grossen Nothilfeeinsatz durch, als das Erdbeben zehntausende Menschen betroffen hatte.