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Eine Dame kam mit einer von ihrem Chef gestalteten PowerPoint-Präsentation zu Herr Poehm ins Coaching. Neben all den anderen Todsünden konnte sie noch mit einer ganz besonderen Folie aufwarten: Vorher war anhand mehrerer wissenschaftlicher Diagramme verdeutlicht worden, dass Wasser aus dem Wasser hahn schädliche Stoffe enthält.
Auf besagter Folie stand nun zu lesen: „Wir haben gesehen, dass Wasser aus dem Wasserhahn für den Körper ungesunde Stoffe enthält.“ Und nach einer Leerzeile die Frage: „Sehen Sie das auch so?“
Das stand tatsächlich da: „Sehen Sie das auch so?“
Die ultimative Frage, die, von der Folie abgelesen, die Zuhörer fraglos zu Standing Ovations und umarmen des Referenten hinreißen wird. Das ist in etwa so, als würde man zum ersten Rendezvous mit einer PowerPoint-Präsentation gehen, weil man sich nicht frei zu sprechen traut. Überprüfen Sie selbst, welche romantischen Gefühle es auslöst, wenn die Angebetete liest und gleichzeitig dazu hört: „Was machst du beruflich?“ – „Gehst du öfter hierher?“ Und zum Schluss: „Darf ich dich küssen?“*
Lassen Sie uns ein hypothetisches Szenario entwerfen:
Ein Manager referiert zwei Stunden lang vor 50 Führungskräften. PowerPoint is on! Die Information rauscht auf Nimmerwiedersehen durch das Kurzzeitgedächtnis, die Gedanken schweifen nach zehn Minuten zum Feierabend – Motivation wird nicht aufgebaut, sondern vernichtet.
50 Führungsleute kosten eine Firma in zwei Stunden runde 7.000 Euro – die Arbeit, die in dieser Zeit liegen geblieben ist, nicht mitgerechnet. Wenn man einmal annimmt, dass pro 100 Mitarbeiter wöchentlich fünf solcher Vorträge gehalten werden, und das mit den rund 38 Millionen Beschäftigten in Deutschland multipliziert, dann wird auf diese Art und Weise deutschlandweit pro Woche ein Betrag von 1,6 Milliarden Euro verpulvert.
Und das Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr.
So gesehen wäre es volkswirtschaftlich sinnvoll, PowerPoint und Fertigfolien zu verbieten:
Es würde den einzelnen Firmen Millionen einsparen helfen und der Volkswirtschaft Milliarden Zugewinne bringen.
Man könnte, anstatt einen Feiertag zu kürzen, einen neuen zusätzlichen Feiertag einführen.
Wir schlagen den PowerPoint-Gedächtnistag vor.