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Der Strauhof konnte nach heftigen Protesten und emotionalen Debatten als Literaturmuseum erhalten werden. Da die neue Trägerschaft ihre Tätigkeit erst nächsten Sommer aufnimmt, ist Charles Linsmayer mit einer grossen Ausstellung zum Autor Kurt Guggenheim in die Bresche gesprungen: Die Schau «60 Jahre ,Alles in Allem›: Zürich im Spiegel von Kurt Guggenheims Romanchronik und von anderen literarischen Werken des 20.Jahrhunderts» ist vom 3.2. bis zum 31.5. zu sehen. Martin Dreyfus, der dem Strauhof seit Jahren verbunden ist, wird durch die Ausstellung führen.
Unter dem Titel „Das Zürich des Fin-de-siècle auf 9 x 14 cm: Der Postkartenpionier Hermann Guggenheim (1864-1912)» wird Ruth Freiburghaus den Cousin von Kurt Guggenheims Vater in Bild und Wort vorstellen. Dieser gestaltete in den 1890er Jahren lithographische Produkte wie Briefköpfe, Geschäfts- und Menukarten, Porträts, kleine Alben und illustrierte Broschüren. Daneben war er als Zeichner und Gestalter und später als Photograph ein Pionier im Ansichtskartengeschäft: Er bereiste Touristenorte in der Schweiz, Italien, Frankreich und Belgien, um selber das Bildmaterial für seinen Verlag zu beschaffen. Der Heirat mit der Therese Wyler, der Tochter eines Berner Warenhausbesitzers, entsprangen 1900 die Zwillinge Erna und Leopold Willy; letzterer sollte als Varlin in die Kunstgeschichte eingehen.
Die tiefe Beziehung zu Zürich, die der eine in Bildern, der andere in Texten zum Ausdruck brachte, verbindet die beiden Guggenheims. Während die Ausstellung Kurt Guggenheim und sein Werk zum Wiederentdecken einlädt, wird mit Hermann Guggenheim eine bisher weitgehend unbekannte Persönlichkeit gewürdigt.