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Das Taunerhaus wurde um 1850 als Kleinbauernhaus erbaut. Gemeinsam mit den Nachbarhäusern und der mittelalterlichen Kirche bildet es ein wunderbar in sich geschlossenes Ortsbild.
Verfügbarkeit
Beschreibung und Geschichte
Der Name Taunerhaus leitet sich von den früheren Bewohnern, den Taunern, ab. Bis ins 19. Jahrhundert nannte man in der Schweiz die Kleinbauern Tauner (abgeleitet von Tagelöhner), die im Gegensatz zu den reichen Grossbauern zur armen Unterschicht gehörten. Ihr landwirtschaftlicher Betrieb bestand nur aus wenigen Acker- und Wiesenparzellen und warf zu wenig ab, um die Familie zu ernähren. Um ihren Lebensunterhalt zu sichern, mussten sie zusätzlich als Tagelöhner bei Grossbauern oder beim Klerus arbeiten. So ist es wahrscheinlich, dass das Taunerhaus in Vinelz, in unmittelbarer Nähe der mittelalterlichen Kirche gelegen, ursprünglich von der Pfarrei verpachtet wurde.
Der älteste Teil des Taunerhauses wurde um 1850 erbaut. Aus dieser Zeit stammt der historische Wasserausguss. In späteren Bauphasen wurde das Haus erweitert und erhielt um 1940 seine heutige Form. Die gut erhaltene Ründi (Rundbogen unter dem Vordach) deutet ebenfalls darauf hin, dass die Erbauer des Taunerhauses dem Klerus angehörten oder ihm nahestanden. Die Ründi tauchte zuerst im 18. Jahrhundert in den Städten auf und wurde erst später auch auf dem Land, vorzugsweise bei Pfarrhäusern, erbaut. Sie galt als modernes architektonisches Element repräsentativer Häuser.
Im Erdgeschoss befindet sich die mit einem Kachelofen ausgestattete Stube mit angrenzendem Stübli. Vom Flur aus gelangt man in die Küche, die ursprünglich einen direkten Zugang zur Tenne, dem befestigten Boden der Scheune, hatte. Im Obergeschoss befindet sich eine zweite Stube-Stübli-Kombination, was auf eine Nutzung durch zwei Familien oder zwei Generationen hindeutet. Die zweite russgeschwärzte Küche im Obergeschoss unterstützt diese Vermutung. Das Taunerhaus stand mehrere Jahre leer und wurde im Dezember 2015 von den damaligen Eigentümer:innen der Stiftung Ferien im Baudenkmal geschenkt. Die Finanzierung und Instandsetzung des Baudenkmals dauerte fünf Jahre. Seit Herbst 2020 kann das Taunerhaus von Feriengästen bewohnt werden.
Das Taunerhaus befindet sich im Eigentum der Stiftung Ferien im Baudenkmal.
- Das Taunerhaus vor der Restaurierung im Jahr 2015.
- Stube im Obergeschoss vor der Restaurierung.
Baukulturelle Besonderheiten
Das Taunerhaus ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau, der in mehreren Bauetappen seine heutige Form erhielt. Zusammen mit seinen Nachbarhäusern rund um die mittelalterliche Kirche bildet es ein in sich geschlossenes Ensemble von nationaler Bedeutung, das im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) aufgeführt ist. Der einfache Riegelbau weist viele Details aus seiner Entstehungszeit auf. So ziert – typisch für das Bernbiet – eine gut erhaltene Ründi (Rundbogen unter dem Vordach) die Strassenfront. Die Tenne (befestigter Scheunenboden), der Heustock und die Kleintierställe weisen auf die Nutzung als Kleinbauernhaus hin.
Das Taunerhaus wurde vermutlich von zwei Parteien genutzt. Das Erdgeschoss wurde von Westen erschlossen, das Obergeschoss über die Aussentreppe und die Laube. Um 1940 wurde das Taunerhaus zu einem Einfamilienhaus umgebaut. Die späteren Veränderungen waren stark durch den damaligen Eigentümer, einen in der Region bekannten Treppen- und Türenschreiner, geprägt. So wurden im Wohnhaus und in der Tenne neue Treppen eingebaut, mit alten Türblättern Trennwände errichtet und die Nordwestfassade, die der Witterung ausgesetzt ist, mit einer Schindelverkleidung aus Eternit geschützt.
Der langjährige Leerstand hat dem Kleinbauernhaus stark zugesetzt, weshalb es sich bei der Übernahme in einem sehr schlechten Zustand befand. Die von der Stiftung in Auftrag gegebenen und vom Bieler Büro 0815 / sim Architekten ausgeführten Instandsetzungsarbeiten mit dem Ziel, das Haus wieder seiner ursprünglichen Form anzunähern, konnten im Sommer 2020 abgeschlossen werden. So zeigt sich beispielsweise die Nordwestfassade wieder in ihrer Fachwerkform und das Haus kann wie früher mit Kachelöfen beheizt werden. Um die historische Bausubstanz nicht zu beschädigen, wurden die Nasszellen und die Kücheneinrichtung in der Tenne untergebracht. So entstand eine reizvolle Symbiose aus Alt und Neu. Das schlichte und elegante Einrichtungskonzept der Zürcher Agentur selected interiors setzt die geschichtsträchtige Architektur gekonnt in Szene.
- Die für das Bernbiet typische Ründi unter dem Vordach.
Informationen zum Ferienhaus
- Grundriss Erdgeschoss
- Grundriss Obergeschoss
Das Taunerhaus bietet auf zwei Etagen mit insgesamt vier Schlafzimmern grosszügig Platz für bis zu fünf Feriengäste. Dank einer Fussbodenheizung in der Tenne ist das Haus im Winter gut beheizt. Zusätzlich können die beiden historischen Kachelöfen befeuert werden.
Zum Verweilen im Freien laden die Laube mit Blick auf die mittelalterliche Kirche, ein Sitzplatz vor dem Haus und ein weiterer im ehemaligen Stall ein.
Das Taunerhaus ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass gewisse funktionelle Details wie Fenster- und Türöffner, Treppenhandläufe und Stufenhöhen nicht der gängigen Norm entsprechen und eine eventuelle Gefahrenquelle bergen können.
Personen: 5
Schlafzimmer: 1 Zimmer mit Grand Lit, 1 Doppelzimmer, 2 Einzelzimmer
Saison: ganzjährig
Kurzferien: Nebensaison (mind. 3 Nächte)
Höhe: 460 m ü. M.
Haustiere: gegen Aufpreis erlaubt
ÖV: Mit der SBB bis Bahnhof Biel, dann mit dem Regionalzug Richtung Neuchâtel. In Ins umsteigen in den Bus nach Vinelz. Im Dorf Richtung Kirche.
Parkplatz: Privater Parkplatz
Aussenbereich: Zwei Lauben und ein überdachter Sitzplatz im ehemaligen Stall, ausgestattet mit Gartentischen und -stühlen.
WLAN: vorhanden
Heizung: In der Tenne gibt es eine Fussbodenheizung und im alten Wohnteil auf jeder Etage einen Ofen.
Ofen / Cheminée: Zwei Kachelöfen im alten Hausteil, eines auf jeder Etage.
Küche: Geschirrspüler vorhanden, Mokkakanne.
Badezimmer: 1 (Badewanne, separates WC)
Waschmaschine: vorhanden
Extras: Die Böden sind aus Holz und Stein, deshalb empfehlen wir gute Hausschuhe.
Lage
Lage
Vinelz liegt im Grossen Moos, einem besonders fruchtbaren Gebiet mit fast schwarzen Böden im Berner Seeland. Der Dorfkern liegt auf einer Anhöhe am Südufer des Bielersees und bietet eine herrliche Aussicht auf den See und die Hügellandschaft. Das Dorf ist im ISOS (Inventar der nationalen Ortsbilder der Schweiz) als Ortsbild von nationaler Bedeutung eingestuft.
Geschichte
Die Gemeinde liegt quasi auf dem „Röstigraben“, weshalb sich der Ortsname im Laufe der Zeit mehrmals änderte. Um 1100 hiess es Fenis, woraus 1228 Vinelis wurde und später Finilis. Heute lautet der offizielle Gemeindename auf Deutsch Vinelz und auf Französisch Fenis. Das Gemeindegebiet ist seit frühester Zeit besiedelt. Funde am Seeufer gehen auf das Jahr 4000 v. Chr. zurück. Durch seine geschützte Lage auf einer Anhöhe galt Vinelz lange Zeit als Zentrum des überschwemmten Seelandes. Der Stammvater der Grafen von Neuenburg und Nidau, Ulrich der Erste, residierte auf der Hasenburg südlich des Dorfes.
Ausflüge
Über die Hofmannsfluh im Budligwald führt ein schöner Wanderweg nach Lüscherz, von wo aus man eine herrliche Aussicht auf den Bielersee und den Chasseral geniesst. Der Bielersee ist ein Naherholungsgebiet zu jeder Jahreszeit. Tagesausflüge lohnen sich auch in die historischen Altstädte von Murten, Biel oder Freiburg.
NATURPARK CHASSERAL
Das Ferienhaus Taunerhaus befindet sich im Naturpark Chasseral.
Der Naturpark Chasseral befindet sich zwischen Neuenburg, La Chaux-de-Fonds und Biel. Er vereint 23 Gemeinden rund um den Berggipfel des Chasserals. Die Landschaft der Region ist sehr vielfältig: Auf kleinem Raum finden sich Jurahöhen, Wytweiden, Schluchten, Weinberge, Wälder und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Diese Vielfalt bringt Berg- und Seenkultur zusammen und verbindet Natur und menschliche Eingriffe, hauptsächlich durch Landwirtschaft und Industrie, und ist daher bezeichnend für die Region.
www.parcchasseral.ch
ARCHITEKTEN, HANDWERKER, EINRICHTUNG
Architektur
0815 architekten / sim architekten, 2502 Biel / Bienne
Inneneinrichtung
selected interiors
Karin Briefer und Jacqueline Lalive d’Epinay
Da im Taunerhaus bei der Übernahme durch die Stiftung kaum noch Möbel vorhanden waren, musste die Inneneinrichtung neu beschafft werden. Die Möbel stammen mehrheitlich von Schweizer Möbelproduzenten und Designern. Diese haben sich grosszügigerweise bereit erklärt, der Stiftung Ferien im Baudenkmal Rabatte zu gewähren.
Wir danken an dieser Stelle allen Beteiligten ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit!
Rückbau
EQUIPE VOLO, 2504 Biel/Bienne
Baumeister
Roth&Maurer AG, 3272 Walperswil
Gerüst
Gatti AG, 2560 Nidau
Stahlbau/Metalltüren
Lauper Metallbau AG, 1716 Plaffeien
Zimmermann
Rumbau GmbH, 2503 Biel
Fenster/Türen
LPG Schreinerei, 2613 Villeret
Spenglerarbeiten
Thomas Lanz Haustechnik, 3234 Vinelz
Elektroanlagen
Elektro Engel AG, 2513 Twann/Ligerz
Heizungsanlagen
Grimm Heizungstechnik AG, 2576 Lüscherz
Sanitäranlagen
Marolf Haustechnik AG, 3235 Erlach
Küche
LPG Schreinerei, 2613 Villeret
Metallbau
Metallart Kissling, 3270 Aarberg
Schreiner
Hartmann Thomas, 2517 Diesse
Hafnerarbeiten
Rüeggsegger Ofenbau, 4535 Hubersdorf
Restauration
H.J. Gerber, Atelier für Restaurierung, 2560 Nidau
Gartenbau
Gartenbau Seeland GmbH, 3234 Vinelz
Bauphysik
Büro für Bauphysik, Heinz Leuthe, 2504 Biel/Bienne
Kant. Denkmalpflege
Hr. Simon Haldi / Fr. Michèle Bless, 3001 Bern
Bauherrschaft
Stiftung Ferien im Baudenkmal, 8008 Zürich
Bauherrenvertretung
Pit Bieri, Architekturbüro, 3045 Meikirch
Möblierung
Garderobe
Holzkorb: Basket – Kathrin Eckhardt Studio; Behälter: Restore Basket & Tray – Muuto; Hocker: Péclard – Horgen Glarus; Kleiderbügel: Soft Coat Hanger – HAY
Esszimmer
Stühle: Eames Side Chair, Vintage – Individum; Tisch: Delta – Horgen Glarus; Pendelleuchte: Glo-Ball – Flos; Regal: Aluminiumregal – Lehni
Wohnzimmer
Stehleuchte: Tolomeo – Artemide; Sofa: STF6 – Martin Hauser / Stoff Kvadrat Umami; Teppich: – Tessanda; Sessel: LC1 Vintage – Individum, Stuzh38; Couchtischli: MR Knoll; Regal: 70 – Wogg; Stehleuchte: Costanza – Luceplan 18
Schlafzimmer EG
Bett: Anana RAL 6019 – Kuno Nüssli; Regal/Kleiderablage: 70 – Wogg; Hocker: Péclard – Horgen Glarus; Behälter: Restore Tray – Muuto; Tischleuchte: Beam – Muuto; Vorhang: Umami 973 – Kvadrat; Wandhaken: Dots – Muuto
Schlafzimmer OG
Regal/Kleiderablage: 70 – Wogg; Nachttisch: Billhocker – WB Form; Schauckelstuhl: RAR Eames – Vitra; Behälter: Restore Tray – Muuto
Badezimmer
Bank: Stabellenbank Vintage – Ricardo; Korb: Kathrin Eckhardt Studio; Hocker: Péclard – Horgen Glarus; Porzellanbecher: Jacqueline Lalive d’Epinay NOI; Handtücher: Soeder
Aussensitzplatz
Gartenstühle: Atelier Alinea; Gartenstisch: Atelier Alinea; Gartenhocker: Atelier Alinea; Gartentisch rund: Häfeli – Embru Portable; Leuchte: Carrie – Menu
Dank
Wir danken allen, die uns dabei helfen, Baukultur für die kommenden Generationen zu erhalten und die Geschichten historischer Häuser erlebbar zu machen. Jeder noch so kleine Baustein hilft, ein Bauwerk zu erhalten.
Wir danken allen Spender:innen, Institutionen sowie allen Mitglieder:innen unseres Tragwerks, die uns bei der Restaurierung des Taunerhauses mit Beiträgen unterstützt haben, aber nicht namentlich genannt werden wollen.
Besonders bedanken möchten wir uns bei den folgenden Personen, Stiftungen und Institutionen für ihre grosszügige Unterstützung:
– Bundesamt für Kultur
– Denkmalpflege Bern
– Ernst Göhner Stiftung
– Sophie und Karl Binding Stiftung
– Hölzle Stiftung
– Jubiläumsstiftung der Schweizerischen Mobiliar
– Hans Imhof Stiftung
– Markus Oettli Stiftung
– Kitty Barandun
– Schweizer Heimatschutz
– Diverse Kleinspender:innen