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Demnach eroberte die Scottish National Party (SNP) bei der Wahl am Donnerstag 63 von 129 Sitzen – sechs weniger als im letzten Parlament. SNP-Chefin Nicola Sturgeon hatte schon kurz zuvor einen “historischen” Sieg bejubelt, weil die SNP die dritte Wahl in Folge gewinnen konnte.
Im letzten Parlament konnten die Nationalisten allerdings mit 69 Mandaten alleine regieren. Im neuen Parlament werden sie die Unterstützung einer kleineren Partei brauchen – in Frage kämen etwa die Grünen.
Auf Platz zwei kamen die Schottischen Konservativen mit 31 Sitzen – ein grosser Erfolg für eine Partei, die in Schottland lange unbeliebt war. Die schottische Labour-Partei stürzte hingegen auf 24 Sitze ab – und wurde damit nur noch drittstärkste Kraft.
40 Millionen Briten hatten am Donnerstag neue Regional- und Kommunalparlamente sowie neue Bürgermeister in London und anderen Städten gewählt. Der von Medien “Super Thursday” getaufte Wahltag gilt als erster Test für den linken Parteichef Jeremy Corbyn, der den Labour-Vorsitz im Spätsommer vergangenen Jahres übernommen hatte.
Labour musste grundsätzlich Verluste hinnehmen. Diese fielen allerdings wohl geringer aus als erwartet. Nach Auszählung von fast zwei Drittel der Stimmen verlor Labour Dutzende Mandate in den örtlichen Parlamenten. Im konservativ geprägten Süden des Landes konnte Labour ersten Stimmauszählungen zufolge indes einige seiner wenigen Hochburgen verteidigen.
Als Trost für die Partei gilt der absehbare Sieg des Menschenrechtsanwalts Sadiq Khan bei der Stadtpräsidentenwahl in London. Mit dem 45-jährigen Politiker pakistanischer Abstammung könnte erstmals eine europäische Metropole von einem Muslim regiert werden. In Umfragen lag er deutlich vor dem konservativen Zac Goldsmith.
Die Rechtspopulisten und EU-Gegner konnten landesweit einige Erfolge erzielen. Die UKIP (UK Independence Party) des EU-Gegners Nigel Farrage konnte bei der Abstimmung zum Regionalparlament in Wales erstmals Sitze gewinnen. UKIP kämpft für einen Austritt aus der EU, der Labour-Parteichef Corbyn für den Verbleib.
Die Briten müssen am 23. Juni in einem Referendum entscheiden, ob sie in der EU bleiben wollen oder nicht. Der Ausgang ist laut Umfragen offen.
(SDA)