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In der Nacht können Weintrauben mit einer niedrigeren Temperatur als tagsüber geerntet werden. Wie die nächtliche Weinlese die Aromastoffe und die sensorische Qualität von Sauvignon-Blanc beeinflusst, zeigt eine neue Studie von Agroscope und dem Weinbauzentrum Wädenswil.
Einer der Gründe für die Weinlese bei Nacht besteht darin, die Qualität der Trauben zu erhalten, indem man sie bei niedrigen Temperaturen erntet. So müssen die Trauben vor dem Pressen nicht gekühlt werden, und die Beeren sind widerstandsfähiger gegenüber niedrigeren Temperaturen. Hohe Traubentemperaturen begünstigen eine suboptimale Gärung des Traubenmosts, was sich negativ auf den Geschmack und die Qualität des Weins auswirken kann.
Für die vorliegende Studie wurden Trauben der Sorte Sauvignon Blanc verwendet, die am Ufer des Zürichsees geerntet wurden. Ziel des Projekts war es, die Auswirkungen des Erntezeitpunkts auf die Qualität von Sauvignon-Blanc-Weinen aufzuzeigen.
Erntezeitpunkt beeinflusst Aromastoffe
Die Forschenden stellten fest, dass die nächtliche Erntezeit eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Aromastoffen wie etwa den für die Sorte Sauvignon Blanc typischen Schwefelverbindungen spielt. Eine sensorische Bewertung durch ein Panel von dreizehn geschulten Verkostern ergab für Weine aus Trauben der nächtlichen Weinlese zwar eine nicht signifikant höhere Punktzahl bei der Fruchtigkeit, aber eine signifikant höhere Punktzahl bei der Qualität/Finesse. Dies zeigt, dass sich die gemessenen Unterschiede bei den Aromastoffen auch in einer unterschiedlichen Aromawahrnehmung beim Konsum niederschlagen.
Damit liefert die Studie wertvolle Erkenntnisse für die Weinproduktion und könnte dazu beitragen, die Qualität von Sauvignon Blanc weiter zu verbessern.
Studie
Harvesting at Night or During the Day – What is the Impact on the Sauvignon Blanc’s Varietal and Aroma Profiles?