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Abstract
Fallpräsentation: Eine Patientin mit Jahrgang 1986 litt an Leistenschmerzen rechts. Im Rahmen von gynäkologischen Untersuchungen kam der Verdacht auf Endometriose auf und der Patientin wurde angeraten, sich deswegen operieren zu lassen. Als die Patientin mir davon erzählte, bot ich ihr an, ihre Leistengegend zu palpieren, um die muskuläre Situation dort abzuklären. Dies nahm die Patientin an.
Behandlung und Resultate: Die Palpation der Leiste ergab Triggerpunkte im rechten Hüftbeugermuskel (M. iliopsoas: im Bild separat als Iliacus und Psoas major dargestellt). Drei Behandlungen dieses Muskels mit Triggerpunkt-Therapie sowie Querfriktionen an der Insertion führten zur Schmerzfreiheit der Patientin. Eine instruierte Eigenübung (Dehnung des M. iliopsoas) erlaubt es der Patientin nun, ihre Schmerzfreiheit selber aufrechterzuhalten. Die Therapie konnte abgeschlossen und eine Operation wegen Endometriose vermieden werden.
Diskussion: Wie so oft zeigt dieser Fall auf, wie wichtig die myofasziale Komponente bei der Behandlung von Schmerzen ist und wie effektiv und kostengünstig Beschwerden behandelt werden können, wenn zuerst diese myofasziale Komponente abgeklärt wird. Dazu kommt, dass weitere (oft deutlich invasivere) Untersuchungen und Eingriffe vertretbarer sind, wenn davor eine myofasziale Komponente ausgeschlossen wurde.
Fallpräsentation
Eine Patientin (Jahrgang 1986) litt an Leistenschmerzen rechts. Im Rahmen von gynäkologischen Untersuchungen kam der Verdacht auf Endometriose auf und der Patientin wurde angeraten, sich deswegen operieren zu lassen. Da die Patientin vor einer Operation Respekt hatte, suchte sie vier Spezialisten auf, um sich vor ihrer Entscheidung möglichst vielseitig zu informieren. Drei der vier Gynäkologen rieten ihr zu einer Operation, die vierte Spezialärztin meinte, ein solcher Eingriff sei nicht nötig, hatte aber keinen Vorschlag, wie die Schmerzen zu behandeln seien. Eher zufällig berichtete die Patientin mir von ihren Leistenschmerzen und ihren Versuchen, die Sache abzuklären (sie war bei mir wegen Schulterverspannungen in Behandlung). Darauf bot ich ihr an, eine Palpation der Leistengegend vorzunehmen, um eine mögliche muskuläre Komponente abzuklären, was die Patientin annahm.
Behandlung und Resultate
Zuerst erfolgte die erwähnte Palpation der Leiste (wo der M. iliopsoas oberflächlich gut tastbar ist) und am Trochanter minor femoris (wo der Muskel ansetzt). Die Palpation im Seitenvergleich ergab deutliche Triggerpunkte sowie eine starke Druckdolenz des Ansatzbereichs rechts, aber nur einen leichten Hypertonus links. Dies bestätigte die Vermutung, das Problem könnte einen muskulären Ursprung haben. Mit Einwilligung der Patientin erfolgten nun drei Behandlungen von je etwa zehn Minuten mit Triggerpunkt-Therapie im Leistenbereich und Querfriktionen im Ansatzbereich (also am Trochanter minor femoris) rechts. Diese Behandlungen wurden in Rückenlage mit einer Rolle unter den Knien durchgeführt. Damit die Triggerpunkte und Ansatzreizungen gelindert werden konnten, wurde an der Schmerzgrenze der Patientin gearbeitet, was hohe Aufmerksamkeit und eine gute Zusammenarbeit zwischen Patientin und behandelnder Person erforderte. Bereits nach der 2. Behandlung waren die Triggerpunkte gelöst, die Ansatzreizungen stark gelindert und die Patientin hatte ab da bereits deutlich weniger Schmerzen. Eine dritte Behandlung sowie die Instruktion einer geeigneten Dehnung des M. iliopsoas führte schliesslich zur Schmerzfreiheit und dazu, dass ein Abschluss der Therapie möglich wurde. Auch eine Operation wegen Endometriose konnte vermieden werden.
Diskussion
In diesem Fallbericht wird geschildert, wie eine Patientin, bei der ein Verdacht auf Endometriose bestand, effizient und kostengünstig von ihren Leistenschmerzen befreit werden konnte, indem ihr Hüftbeugermuskel (M. iliopsoas) mit Triggerpunkt-Therapie und Querfriktionen behandelt wurde. Wie so oft zeigt dieser Fall auf, wie wichtig es ist, die myofasziale Komponente im Diagnoseprozess zu berücksichtigen. Wird dies getan, kann eine häufige Ursache von Beschwerden schnell und sicher bestätigt oder ausgeschlossen werden, was die Behandlung beschleunigt und für die Patientinnen effizienter und kostengünstiger macht.