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Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht. Wer könnte sonst dieses mächtige Volk regieren? (1. Könige 3,9)
Der König Salomo wünscht sich von Gott ein hörendes Herz, als dieser ihm im Traum erscheint und verspricht, ihm eine Bitte zu erfüllen. „Ein hörendes Herz“, was ist das? In einer Übersetzung wird es als „gehorsames“ Herz gedeutet, also vermutlich als ein Herz, das auf Gott hört. Das ist in der Bibel bei einem Vorbild sicher ein Teil des Gemeinten. Dabei steht „Herz“ nicht nur für die Gefühle, sondern für die ganze Person.
Aber mir gefällt die offenere Formulierung „hörendes Herz“ sehr gut. Als König soll Salomo zum Beispiel auch auf sein Volk hören, darauf achten, was die Menschen brauchen und wo sie der Schuh drückt. Oder wenn er in einem Streit urteilen soll, ist es wichtig, beide Parteien genau anzuhören.
Auf wen oder worauf sollten wir besonders gut hören?
Gott,
schenke auch uns einhörendes Herz, eines, das sich auf unsere Mitmenschen und auf dich einlässt. Und lass dieses Hören nicht bei den Gefühlen aufhören, sondern auch unser Handeln und Reden prägen.
Brigitta Josef, Pfarrerin