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Kieferorthopädische Modelle CAD/CAM- oder DVT-generiert
Eine exakte Behandlungsplanung kann nur mit Hilfe einer genauen Bewertung von Studienmodellen, intra- und extraoralen Fotos sowie Panoramaschichtaufnahmen bzw. Fernröntgenbildern erfolgen. Die Fortschritte in den aktuellenTechnologien haben die diagnostische Phase erheblich verbessert, und analoge Daten werden zuneh- mend durch digitale Informationen ersetzt. Die digitalen Alternativen bieten große Vorteile, wenn man die Platz- und Lagerbedürfnisse herkömmlicher Gipsmodelle in Betracht zieht. Digitale Modelle können virtuell anstatt physisch aufbewahrt werden, was den Platzbedarf stark reduziert. Darüber hinaus lassen sie sich heute auch schon mit Hilfe von 3-D-Daten eines digitalen Volumentomographen (DVT) herstellen.
In dieser Studie sollte mit Hilfe einer Oberflächenanalyse die Präzision von digitalen, aus DVT-Daten generierten Modellen ermittelt und mit derjenigen von OrthoCAD-Modellen (Fa. Cadent, Carlstadt, USA) für die kieferorthopädische Diagnostik und Behandlungsplanung verglichen werden. Es wurden je zwei Sätze Ober- und Unterkiefermodelle von 30 Patienten hergestellt. Die Modelle wurden aus mit OrthoCAD gescannten Ab- formungen und aus den DVT-Daten der entsprechen- den Patienten generiert. Die jeweiligen Modellpaare der Patienten wurden mit Hilfe einer speziellen Software überlagert und die Oberflächen im Hinblick auf Übereinstimmungen verglichen. Die Messung der durch- schnittlichen linearen Differenz zwischen den beiden Datensätzen erfolgte auf allen Punkten der Oberflächen, und es wurden Toleranzwerte von 0,25, 0,5, 0,75, 1,0, 1,25 und 1,5 mm zur Korrelation der Modelle bestimmt. Zusätzlich wurden sechs vordefinierte Punkte linear verglichen. Die durchschnittliche lineare Differenz der Oberkiefermodelle lag zwischen 0,28 und 0,60 mm und die der Unterkiefermodelle zwischen 0,34 und 0,61 mm. Es wurde eine über 90%ige Korrelation der Oberflächen im Schnitt bei 1,00 mm in den Oberkiefer- und bei 1,25 mm in den Unterkiefermodellen gefunden. Die linearen Unterschiede der Ober- und Unterkiefer- modelle lagen bei 0,071 und 0,018 mm.
Schlussfolgerungen: Der Vergleich der OrthoCAD- Modelle mit den digitalen Modellen aus den DVT-Daten zeigte eine gute Übereinstimmung der beiden Proto- kolle. Die Genauigkeit der mit Hilfe der DVT-Daten hergestellten Modelle ist für eine initiale kieferorthopädische Diagnostik ausreichend. Der Fortschritt in der DVT-Technologie wird die Genauigkeit solcher Modelle in Zukunft noch verbessern.
Lightheart KG, English JD, Kau CH et al. Surface analysis of study models generated from OrthoCAD and cone- beam computed tomography imaging. Am J Orthod Dentofacial Orthop 2012;141:686-693.
Einfluss der Behandlererfahrung auf die Haftwerte von Dentinadhäsiven
Die Haftung der Adhäsive zum Dentin wird vor allem durch die Diffusion in die freiliegende demineralisierte Kollagenmatrix sowie in Dentintubuli und deren Seiten- äste erreicht. Verschiedene Systeme wurden entwickelt, um genügend große Haftwerte auf Schmelz und Dentin zu erzielen. Viele dieser Systeme setzen auf einen mehrstufigen spezifischen klinischen Einsatz, welcher an den Behandler gewisse Anforderungen stellt und aus diesem Grund zu unterschiedlichen Vorgehens- weisen und Ergebnissen führen kann. In der vorliegenden Studie sollte der mögliche Einfluss der Erfahrung des Behandlers auf die Haftwerte mit Hilfe zweier Adhäsivsysteme in vitro untersucht werden. Für denTest wurden ein Zwei-Schritt-Etch-and- Rinse-Adhäsiv (Single Bond [SB], Fa. 3M Espe) und ein Zwei-Schritt-Self-Etching-Adhäsiv (Clearfil SE Bond [CSE], Fa. Kuraray) verwendet. Die Füllungen wurden mit einem Hybridkomposit simuliert (Clearfil AP-X, Fa. Kuraray).
Folgende Behandlergruppen nahmen an der Untersuchung teil:
- Gruppe 1 = Spezialisten für konservierende Zahnmedizin;
- Gruppe 2 = postgraduierte Studenten mit Erfahrung in der konservierenden Zahnmedizin;
- Gruppe 3 = Studenten mit wenig Erfahrung im Umgang mit adhäsiven Materialien;
- Gruppe 4 = Allgemeinpraktiker mit 10-jähriger Berufserfahrung und Routine im Umgang mit adhäsiven Materialien.
Je vier Behandler aus den vier verschiedenen Gruppen mussten an Dentinoberflächen von 120 extrahierten Weisheitszähnen nach den Angaben des Herstellers die Adhäsive verwenden und mit lichthärtendem Kom- posit abdecken (n = 15). Die Proben wurden anschließend vor der Messung der Haftwerte 24 Stunden bei 37 °C in Wasser gelagert.
Für CSE lagen die Haftwerte in den vier Gruppen bei: (1) 54,4 ± 15,6a, (2) 55,3 ± 7,6a, (3) 49,4 ± 10,5ab, (4) 41,6 ± 13,1b. Für SB wurden folgende Haftwerte gemessen: (1) 28,6 ± 10,3c, (2) 32,7 ± 11,2c, (3) 17,5 ± 5,6d, (4) 24,4 ± 9,5cd. Gruppen mit gleichen Buchstaben am Ende waren nicht statistisch signifikant verschieden. CSE zeigte in allen Gruppen höhere Haftwerte als SB (p < 0,05). Es gab zwischen den Gruppen 1 und 2 für beide Adhäsive keinen statistisch signifikanten Unter- schied (p > 0,05). Je nach Adhäsiv wiesen die Gruppen 3 und 4 statistisch signifikante Unterschiede zu den Gruppen 1 und 2, aber nicht untereinander auf.
Schlussfolgerungen: Eine größere Erfahrung mit einem bestimmten Adhäsivsystem und dem spezifischen Einsatz/Protokoll desselben führt zu höheren Haftwerten. Es ist also ratsam, sich in ein Adhäsivsystem einzuarbeiten und dieses regelmäßig anzuwenden, um so bessere klinische Ergebnisse zu erzielen und nicht ständig neue Produkte einzusetzen.
Unlu N, Gunal S, Ulker M, Ozer F, Blatz MB. Influence of operator experience on in vitro bond strength of dentin adhesives. J Adhes Dent 2012;14:223-227.