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Ich erwachte um fünf Uhr früh. Die «Star Princess» lief nahe eines steilen und stark bewaldeten Ufers; voraus war bereits der Anlegesteg von Skagway zu erkennen. Wir waren die ganze Nacht durch den Upper Lynn Channel und den immer enger werdenden Talya Inlet gefahren. Um 5:28 Uhr legten wir an unserem Ziel, dem Railroad Forward Dock, an.
Skagway heute mit 1036 Bewohner, gegenüber bis zu 10 000 während den 1900-er Jahren des Goldrausches, war Ausgangspunkt der «Stampeders», wie die Goldgräber genannt wurden, zum kanadischen Yukon Territory. Der beschwerliche Weg über den White Pass nach Whitehorse und von da weiter auf Flössen und Booten 900 Kilometer den Yukon River hinab war damals der schnellste.
Wir hatten eine Tour auf der historischen White Pass & Yukon Route gebucht. Sie wurde 1898 in bloss 26 Monaten aus dem schroffen Küstengebirge heraus gesprengt. Beim Warten am Tour-Treffpunkt lernten wir ein Paar aus Offenburg kennen. Wir unterhielten uns angenehm und blieben für die Tour zusammen. Guide Andy holte uns um 8:45 Uhr mit seinem Tourbus am Railroad Dock von Skagway ab und gab eine kurze Einführung: Die Hinfahrt mit dem Bus auf dem Klondike Highway sollte 90 Minuten dauern. Für den Rückweg würden wir in Fraser in den historischen Wagen Nr. 344 einsteigen. Der fast am Ende des von einer Diesel-Lok gezogenen Zuges zu finden sei. Andy teilte noch GPS-gesteuerte Audioguides für punktgenaue, ortsbezogene Informationen auf der Tour aus.
Während der Hinfahrt hielten wir zweimal an Aussichtspunkten an. Der Himmel war aber noch bewölkt und in der Höhe war es zudem neblig. Zwar trocken aber kein Fotografenwetter, später wurde es besser. Die Rückfahrt mit dem Zug erfolgte entlang der Ostseite des Skagway Rivers: Die Geleise führten durch sehr schönes Gelände mit viel Wasser, grünen Fichten, Fireweed Blumen und kurz gewachsem Gebüsch. So ergaben sich immer wieder neue, atemberaubende Ausblicke auf Skagway hinunter. Ich verbrachte die ganze Fahrt auf der Aussenplattform unseres Waggons. So hatte ich eine ungehinderte Sicht.
Nach der Rückkehr kehrten wir für einen kurzen Lunch ein und spazierten später durch den historischen Teil von Skagway. Egal wo man hin ging, man fühlte sich stets in alte Zeiten zurück versetzt. Über sechs Blocks erstrecken sich hier historische Gebäude und deren Nachbauten, in der Mitte der Broadway mit beidseitigen, hölzernen Bürgersteigen. Auch hier in jedem Gebäude Bars, Souvenir-, Schmuck- und Kleiderläden. Auffällig der «Red Onion Saloon», das seinerzeit exklusivste Bordell von Skagway, heute eine Bar und als National Historic Building unter Schutz.
Während des Nachtessens lief um 20:10 Uhr die «Norwegian Pearl», etwas später die «Radiance of the Seas» und schliesslich pünktlich um 20:30 unsere «Star Princess» aus. Es war immer noch sehr hell; die Sonne stand noch am Himmel und leuchtete die umliegenden schneebedeckten Berge an.
Alle Aufnahmen mit Fuji X-Pro2 und Objektiven XF 16-55 mm und XF 100-400 mm.