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Um 20:00 mitteleuropäischer Zeit ist die amerikanische Pluto-Raumsonde New Horizons abgehoben. Ihre Reise wird 9 Jahre dauern – damit ist sie das schnellste jemals von Menschenhand gebaute Objekt.
Mittlerweile wurde die Raumsonde erfolgreich von der obersten Raketenstufe abgetrennt – sie ist also definitiv unterwegs. Der Start hätte schon am Dienstag stattfinden sollen, wurde aber zwei Mal verschoben. Heute nun, um 2:00:00 Eastern Standard Time (20:00 MEZ) hob die Raumsonde an der Spitze einer Atlas V Rakete ab. Das Raumschiff wird den Mond in nur 9 Stunden (also etwa um 01:00 MEZ morgen Freitag) mit einer Geschwindigkeit von rund 16 km/s passieren – die Apollo-Rauschiffe hatten für diese Strecke noch drei Tage gebraucht. Danach fliegt die Raumsonde weiter zum Jupiter, den sie im Frühling 2007 erreichen wird, danach geht es auf direktem Weg zum Pluto. Der Vorbeiflug an Jupiter wird das Raumschiff mit genügend Geschwindigkeit (rund 65 km/s) ausstatten, um bereits im Jahr 2015 den Pluto zu erreichen (bei einem späteren Start hätte man auf den Zusatzschwung von Jupiter verzichten müssen, womit die Reise rund 4 Jahre länger gedauert hätte). New Horizons wird auf dem Weg zum Pluto eine Strecke von rund 5 Milliarden Kilometern zurück legen.
Pluto ist der einzige Planet des Sonnensystems (mal abgesehen von 2003UB313, der eines Tages als 10. Planet gelten könnte]), der noch nie von einer Raumsonde besucht wurde. Die Voyager-Raumsonden, die in den späten siebziger und achtziger Jahren die äusseren Planeten unseres Sonnensystems besuchten, waren auf einem Kurs, der es ihnen nicht möglich machte, den kleinsten der Planeten zu besuchen. Selbst mit dem Hubble-Teleskop kann die Oberfläche nur sehr verschwommen aufgenommen werden. Abgesehen von seinem Durchmesser, seiner Masse und der Tatsache, dass er drei Monde hat (zwei davon wurden erst kürzlich entdeckt), weiss man fast nichts über Pluto.
Es bestehen berechtigte Hoffnungen, dass sich das mit dieser Mission ändert – und wer weiss, wenn New Horizons beim Pluto ankommt, wird dieser vielleicht schon gar nicht mehr als Planet betrachtet. Dennoch ist die Mission wichtig und äusserst spannend: „Eiszwerge“ wie Pluto könnten nämlich der häufigste Typ planetarischer (planetenähnlicher) Körper im Sonnensystem sein – einige Astronomen vermuten, dass sich noch hunderte von „Plutos“ in den eisigen Weiten des äussersten Sonnensystems verstecken könnten – selbst solche von der Grösse des Mars oder gar der Erde wären denkbar. New Horizons könnte uns mit ihrer Reise wirklich ganz neue Horizonte eröffnen.