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Ich lese trotzdem bangend weiter … langsam, weil das Buch eben Zeit zum Verdauen braucht.
Die grossen Probleme dieser Welt (S. 46f) werden 3 primären verzahnten Sozialsystemen zugeteilt (S. 53f): Wohlstand, Sicherheit und Gleichheit. Als erstes greift er die Sicherheit auf, und erläutert unser Sehnen danach. Dies äussert sich bei vielen (zB beim US-Reich!) durch eine Sucht nach Krieg, bei anderen durch die Langeweile des Friedens! Entgegengesetzt ist dann die bei Jesus dominierende Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit (S. 183f). Lest es vielleicht doch selber!
Sehr herausfordernd finde ich McL’s Analyse der heute dominierenden westlichen “Meta-Narrative” (richtungsweisende Perspektive) im Bereich des zweiten Sozialsystems: nämlich des Wohlstands. Er redet von “Theokapitalismus” (S. 199f). [Ich finde das eine schlechte Worterzeugung: löst bei mir Assoziationen zu Theosophie oder Theokratie aus. Dabei bedeutet es nichts anderes als die Verehrung des schnöden Mammons.]
Die 4 geistlichen Gesetze des Glaubensbekenntnisses des Theokapitalismus:
- Fortschritt durch schnelles Wachstum
(Ich glaube an den einen Gott: Fortschritt, Schöpfer alles existierdes, …)
- Glück durch Besitz und Konsum
- Heil durch Konkurrenz allein
- Freiheit zu gedeihen durch verantwortungsfreie Unternehmen
(Ich glaube an die eine heilige, katholische und apostolische Wirtschaft, und an die Gemeinschaft der verantwortungsfreien Unternehmen)
Spannend! Dann kommen die Ansätze von Jesus (S. 213f), um diese Selbstmordmaschinerie zu sabotieren:
- Gute Taten für das gemeinsame Wohl
- Zufriedenheit durch Dankbarkeit und Teilen
- Heil durch Einsatz für Gerechtigkeit
- Freiheit, gedeihen zu können durch die Förderung besserer Gesellschaften…
Nach einem mahnenden Zitat von Bono über die Rolle der Kirche als Gewissen des freien Markts (S. 230), behauptet McLaren: Die Wirtschaftslehre … könnte sein die Geschichte von Menschen, die zusammenarbeiten für das gemeinsame Wohl im Rahmen der Liebeswirtschaft Gottes!
Als nächstes kommt das Thema Gleichheit…