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Asiatische Unternehmen sind ja dafür verrufen, dass sie gerne europäische und amerikanische Technologien kopieren. Dementsprechend würde so manch ein Scotch-Aficionado meckern, dass die Japaner schottischen Whisky einfach nur kopiert haben. Das stimmt auch zu einem gewissen Grad: Japanische Whisky-Hersteller lernten die erforderlichen Techniken und Fähigkeiten während ihrer Reisen durch Grossbritannien, liessen die Gerätschaften kurzerhand importieren und sind bis heute zum grossen Teil auf europäische Malzimporte angewiesen. Doch mit der Zeit optimierten sie die Herstellungsprozesse im eigenen Land, entwickelten neue Techniken und liessen den Whisky unter ganz anderen Klimaverhältnissen reifen. Wer japanischen Whisky einmal vor 30 bis 40 Jahren probiert hat, wollte es nie wieder tun: Damals herrschten billige Spirituosen vor, die aus Kostengründen mit Neutralalkohol aufgefüllt wurden und somit niemals ein charakterstarkes Geschmacksprofil entwickelten. Doch ab 1989 kam die Wende und im neuen Jahrtausend erhielten gleich mehrere japanische Whiskysorten hoch angesehene Auszeichnungen.
Aufgrund der leicht höheren Preise (die sich aus den Malzimporten bedingen) und dem Fehlen einer ausgeprägten Whisky-Tradition wie in Schottland herrschen immer noch Berührungsängste – wer allerdings seinen Horizont erweitern und dabei nicht auf Qualität verzichten möchte, sollte zu einem japanischen Getreidebrand greifen. Die Whisky-Riesen Suntory und Nikka vertreiben gleich mehrere Marken wie Hakushu, Yamazaki, Hibiki, Yoichi, Togouchi und Akashi. Dafür betreiben sie Anlagen über ganz Japan verteilt, wobei in einigen von ihnen nur Teile des Produktionsprozesses (z.B. Lagerung oder Abfüllung) durchlaufen werden.