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Die Türkei ist ja nicht gerade als Motorsportmekka bekannt. Wie sind Sie zum Motorradrennsport gekommen?
Ich begann 2000 zusammen mit meinen beiden älteren Brüdern mit Motorradrennsport. Zusammen gewannen wir 2001 die Ränge 1 bis 3 in der kleinen Meisterschaft in der Türkei. Danach haben wir den Entschluss gefasst, dass ich als Jüngster es mit einer Rennkarriere in Europa versuchen solle. 2002 stand ich dann in Deutschland am Start des R6 Cups.
Hat Ihr erster Titel den Motorradrennsport in der Türkei populärer gemacht?
Mein erster Titel hat den Motorradrennsport in der Türkei definitiv populärer gemacht. Nach dem Gewinn meines ersten Weltmeistertitel 2007 wurde ich durch den Türkischen Präsidenten Abdullah Gül empfangen und auch die Medien berichteten gross über diesen Erfolg, was mich in der Türkei berühmt machte. Noch heute meldet sich der Präsident regelmässig und freut sich über meine Erfolge.
Brachte Ihnen dieser auch Sponsoren?
Das war leider sehr schwierig. In der Türkei wird Geld vor allem in den Fussball investiert und da die Motorradrennen nicht in der Türkei stattfinden, ist das Interesse leider sehr gering.
Welcher Titel freut Sie am meisten?
Der erste Titel 2007 hat mich sehr gefreut, auch wenn viele damals der Meinung waren, dass dies auch sehr der Verdienst meines damaligen Teams war. 2012 war dies anders. Kawasaki gewann den Titel letztmals im 2001. Die Kombination aus Team, Fahrer und einem wirklich starken Motorrad ermöglichte es mir, den Titel bereits im ersten Jahr für Kawasaki zu holen. Wir sind von einem Zweijahresplan ausgegangen und hatten das Ziel, den Titel im 2013 zu holen. Umso erfreulicher, dass es bereits jetzt geklappt hat.
Welcher Titel war am schwierigsten zu gewinnen?
Am schwierigsten war es im 2010. Ich hatte sehr starke Gegner, konnte aber dank Regelmässigkeit trotzdem genug Punkte für den Titel einfahren.
Warum hatten Sie in der Moto2-WM keinen Erfolg?
Bei meinen beiden Wildcard Einsätzen 2010 war ich sehr gut unterwegs und war mit an der Spitze. Leider erhielt ich für 2011 nicht das versprochene Material und das Chassis wurde auf Marc Marquez zugeschnitten. Die Moto2 ist politisch stark beeinflusst und trotz Einheitsmotoren und –elektronik glaube ich nicht, dass wirklich alle mit dem gleichen Material unterwegs sind. Dies war mitunter ein Grund für meine Rückkehr in die Supersport WM.
Welche Pläne haben Sie für die Zukunft? Reizt Sie die Worldsuperbike nach den Erfolgen von Kawasaki Pilot Tom Sykes (Vize-Weltmeister)?
Ich habe mich für zwei Jahre bei Kawasaki für die Supersport WM verpflichtet. Auch wenn ich den Titel bereits im ersten Jahr gewinnen konnte, möchte ich diese Verpflichtung mit vollem Einsatz erfüllen und strebe 2013 erneut den Titel mit der Kawasaki Ninja ZX-6R an. Was danach kommt, ist offen. Die Worldsuperbike mit Kawasaki wäre sicher reizvoll und ich werde während Testfahrten die Chance haben, das Ninja ZX-10R Superbike zu fahren. Wenn ich mich dabei wohl fühle, werde ich mir Gedanken machen, wo es mich in Zukunft hinziehen wird.
Wir danken Kenan Sofuoglu für das Gespräch und gratulieren im Namen alle Schweizer Kawasaki Fans herzlich zum Weltmeistertitel.