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Die Adern der Welt
Regie: Byambasuren Davaa
Darst.: Bat-Ireedui Batmunkh, Purevdorj Uranchimeg, Algirchamin Baatarsuren, Enerel Tumen, Yalalt Namsrai, Alimtsetseg Bolormaa, Batzorig Sukhbaatar u.a.
Die Erschütterung darüber, was mit ihrem Land passiere, so die Regisseurin, motivierte die in Deutschland lebende, aus der Mongolei stammende Byambasuren Davaa nach einer Reise in ihre Heimat zu ihrem ersten Spielfilm. Bekannt geworden ist sie mit Dokumentarfilmen, die von der mongolischen Kultur erzählen, wie «Das Lied von den zwei Pferden» oder «Die Geschichte vom weinenden Kamel», der ihr internationalen Erfolg und 2005 eine Oscarnomination einbrachte. In «Die Adern der Welt» erzählt sie von der Verdrängung der mongolischen Nomadenkultur durch Konzerne, die nach Gold schürfen. Im Zentrum steht der zwölfjährige Amra, der mit seinen Eltern und der kleinen Schwester Altaa in der mongolischen Steppe ein ursprüngliches Nomadenleben führt. Mutter Zaya stellt Ziegenkäse her, den Vater Erdene auf dem Markt in der nächstgelegenen Stadt verkauft, wo er sich zudem als Automechaniker anbietet. Erdene, auf dessen zusammengebasteltem Auto ein Mercedes-Stern prangt, ist der Anführer der regionalen Nomadengemeinschaft, die sich dagegen wehrt, dass internationale Bergbauunternehmen ihren Lebensraum immer stärker bedrängen und ihre Umwelt zerstören. Amra hat derweil ein anderes Ziel: Er möchte in der TV-Show «Mongolia’s Got Talent» auftreten. Zunächst muss er sich allerdings in der lokalen Ausscheidung qualifizieren, wofür er die Unterschrift seines Vaters braucht. Doch ein tragischer Unfall stellt das Leben von Amra völlig auf den Kopf, der nun vor einer weit grösseren Herausforderung steht. Britta Schmeis schreibt in epd-Film: «Die Filmemacherin schlägt einen sanften, unaufgeregten Ton an, den Kameramann Talal Khoury in Bilder voller poetischer Schönheit überträgt. In langen Einstellungen fängt er die Natur mit ihren Bewohnern ein. Das schönste Bild ist wohl jenes, das Amra und seine Mutter zeigt, der Blick aus der Dunkelheit der Jurte auf die beiden, Amra in Schuluniform, Zaya in traditioneller Tracht, im Hintergrund die zartgrüne Landschaft mit blassblauem Himmel. Ein Bild, das Amras Konflikte wunderschön schmerzhaft einfängt.»
Weitere Vorstellungen im Januar.