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Gut ein Jahr nach der folgenschweren Eruption des Eyjafjallajökull ist auf Island erneut ein Vulkan ausgebrochen. Massgebliche Auswirkungen auf den Flugverkehr über dem europäischen Kontinent wie vor einem Jahr wurden aber nicht erwartet.
In einem Radius von 220 Kilometern um den Grimsvötn-Vulkan wurde der Luftraum gesperrt, der Flughafen der Hauptstadt Reykjavik wurde am Sonntag geschlossen. Wie eine Sprecherin des Flughafens Keflavik mitteilte, erfolgte die Schliessung am Morgen, nachdem eine rund 20 Kilometer hohe Wolke aus Rauch und Asche über dem Grimsvötn aufgestiegen war.
Den Angaben zufolge wurde die Wolke aber vom Wind nach Westen in Richtung Grönland getrieben. Eine Gefährdung des Flugverkehrs in Europa sei daher nicht zu befürchten. In der nur dünn besiedelten unmittelbaren Umgebung des Vulkans fielen schwere Aschepartikel herunter. Die Polizei musste aus Sicherheitsgründen eine Hauptverkehrsstrasse sperren.
Der Grimsvötn gilt als der aktivste isländische Vulkan und liegt unter dem Vatnajökull-Gletscher. Die Eruption am Samstagabend wurde nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes von mehreren kleineren Erdbeben begleitet.
Bei der Sperrung des Luftraums handle es sich um eine Routinemassnahme, teilte eine Sprecherin der Luftverkehrskontrolle mit. Die Rauchwolke habe die Flughöhe von Passagierflugzeugen erreicht und es seien Massnahmen eingeleitet worden, um den Flugverkehr südlich an der Gefahrenzone vorbei zu leiten, sagte sie. Die vergangenen Ausbrüche des Grimsvötn - der letzte ereignete sich im Jahr 2004 - hatten keinen grossen Einfluss auf den Flugverkehr.
Kein Reisechaos erwartet
Vor gut einem Jahr hatten nach dem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull über Europa treibende Aschewolken tagelang zu Sperrungen des Luftraums geführt und für ein Chaos im internationalen Flugverkehr gesorgt.
Schätzungen zufolge waren damals weltweit etwa zehn Millionen Passagiere betroffen. Experten gehen aber davon aus, dass die Eruption des Grimsvötn kein derartiges Reisechaos zur Folge haben wird.
Gröbere Asche
Der isländische Geophysiker Páll Einarsson bezeichnete den Ausbruch im April 2010 als seltenen Vorfall. Die Asche des Eyjafjallajökull sei sehr fein gewesen.
"Die Asche des Grimsvötn ist gröber und deshalb ungefährlicher, weil sie viel schneller auf die Erde zurück sinkt und nicht so lange in der Luft bleibt, wie es bei der Eruption des Eyjafjallajökull der Fall war", sagte er.
Gerät Vulkanasche in die Flugzeugtriebwerke, können sie beschädigt werden und sogar ausfallen. Ein Flugzeug der isländischen Küstenwache mit Wissenschaftlern an Bord soll über den Vulkan fliegen und die Lage erkunden.
Der Grimsvötn liegt unter dem Vatnajökull-Gletscher. Nach der Entdeckung von Schmelzwasser hatten Experten seit November einen weiteren Ausbruch des Vulkans erwartet. Wie dramatisch die Auswirkungen des Ausbruchs noch werden, hängt unter anderem davon ab, wie lang die Eruption andauert und wie hoch die Aschewolken in die Luft geschleudert werden. Auch die Windrichtung spielt eine Rolle.
(rcv/sda)