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Die Evangelien waren noch nicht geschrieben; der Himmel über dem Römischen Reich noch von vielen Göttern bevölkert; die ersten Jesus-Anhänger noch eine kleine jüdische Sekte. Da machte sich der spätere Apostel Paulus, der damals noch der Pharisäer Saulus war, auf den Weg nach Damaskus, um sich dort an der Verfolgung der Urchristen zu beteiligen. Doch durch sein Bekehrungserlebnis bei Damaskus wurde ausgerechnet er zum Jesus-Anhänger. Und nicht nur das: Er wurde Wanderprediger, unternahm ausgedehnte und gefahrvolle Missionsreisen, und in seinen Briefen, etwa an die jungen Gemeinden von Philippi, Korinth oder Thessalonike, entwickelte er seine Botschaft von der befreienden Liebe Gottes. Eine Liebe, die als Gegenleistung keinen strengen Gehorsam und keinen Opferkult mehr braucht.
Alois Prinz stützt sich nicht nur auf die legendenhafte "Apostelgeschichte", sondern rekonstruiert Paulus Leben und Wirken auf der Basis neuerer archäologischer und theologischer Erkenntnisse. Dabei geht es auch um die Rolle der Frau in der Gemeinde. Es entsteht ein einfühlsames Bild von der Persönlichkeit des Apostels, der bei aller Tatkraft auch Schwäche und Selbstzweifel kannte.
About the author
Alois Prinz, geb. 1958, studierte Literaturwissenschaft und Philosophie. Er lebt mit seiner Familie in Feldkirchen-Westerham.