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Gefleckter Kohltriebrüssler
Charançon de la tige du chou (franz.); cabbage stem weevil (engl.)
wissenschaftlicher Name: Ceutorhynchus pallidactylus (Marsh.), Synonym: Ceutorhynchus quadridens (Panz.)
Taxonomie: Animalia, Arthropoda, Insecta, Coleoptera, Curculionidae
Der gefleckte Kohltriebrüssler (Ceutorhynchus pallidactylus) unterscheidet sich vom grossen Rapsstängelrüssler (C. napi) durch das Vorhandensein eines typischen weissen Fleckes an der Flügelbasis sowie durch rostrote Fussglieder. Ersterer ist deutlich weniger schädlich. Der Käfer wandert im Frühjahr in die Rapsbestände ein und legt die Eier in die Blattstiele und den Stängel. Die Larven fressen im Inneren der Rapspflanze. Der Zuflug der Käfer in die Rapsbestände kann mit Gelbschalen oder Leimtafeln bestimmt werden.
Abb. 1. Gefleckter Kohltriebrüssler (Ceutorhynchus pallidactylus)
Schadbild
Der gefleckte Kohltriebrüssler ist deutlich weniger schädlich als der grosse Rapsstängelrüssler (C. napi). Er ruft keine äusseren Schäden hervor. Die Einstiche für die Eiablage erfolgen vorzugsweise in den untersten Teil der Blattstiele, aber auch in den Stängel (Paul 1992). In befallenen Blattstielen und Stängeln findet man durch Kot braun verfärbte Frassgänge und die weisslichen Larven, welche von den Larven des grossen Rapsstängelrüsslers kaum zu unterscheiden sind. Der gefleckte Kohltriebrüssler verursacht keine Verkrümmungen der Stängel. Bei starkem Befall werden die Pflanzen im Wuchs gehemmt und die Stängel knicken.
Beschreibung des gefleckten Kohltriebrüsslers
Der Rüsselkäfer ist 2.5 bis 3.5 mm gross (Hoffmann und Schmutterer 1999) (Abb. 1 und 2). Der Kopf ist in einen dünnen nach unten gebogenen Rüssel verlängert. Am Rüssel setzen dunkle, gekniete und gekeulte Fühler an. Der Käfer ist grundsätzlich schwarz gefärbt, erscheint aber wegen schuppenartiger Behaarung als grau gefleckt. Typisches Merkmal des gefleckten Kohltriebrüsslers ist ein heller kreisförmiger Fleck an der Flügelbasis (Achtung: Fleck verschwindet mit dem Versinken des Käfers in der Gelbschale!). Die Füsse sind rötlichgelb bis rostrot.
Die weissen Larven sind etwa 4 mm lang und nach innen gekrümmt. Die Larven haben eine braune Kopfkapsel und sind beinlos.
Verwechslungsmöglichkeit: Der grosse Rapsstängelrüssler (Ceutorhynchus napi) ist etwas grösser als der gefleckte Kohltriebrüssler: 3.2 bis 4.1 mm. Er hat aber keinen weißen Fleck an der Flügelbasis und die Fussglieder sind schwarz.
Lebenszyklus
Der gefleckte Kohltriebrüssler überwintert als Käfer in abgefallenem Laub von Hecken oder Waldrändern. Die Käfer verlassen die Winterquartiere im zeitigen Frühjahr und fliegen in die Winterrapsbestände ein. Der Zuflug ist meist einige Tage später als derjenige des Rapsstängelrüsslers. Nach einem kurzen Reifungsfrass (10 bis 14 Tage) legen die Weibchen ihre Eier bevorzugt in die Blattstiele aber auch in die Stängel ab. Die Larven schlüpfen nach etwa 5 Tagen und beginnen das Innere von Blattstielen und Stängeln zu fressen. Im Sommer verlassen sie den Raps und verpuppen sich im Boden. Nach wenigen Wochen schlüpfen die Käfer und machen einen kurzen Reifungsfrass an Kreuzblütlern, bevor sie ihre Winterquartiere aufsuchen. Der gefleckte Kohltriebrüssler bildet pro Jahr nur eine Generation.
Wirtsspektrum
Wirtspflanzen sind Raps, Rübsen, Kohlarten, Senf, Rettich, Radies, Gartenkresse sowie wild wachsende Kruziferen wie Hederich (Hoffmann und Schmutterer 1999).
Vorbeugende Massnahmen und Bekämpfung
- Frühschossende Rapssorten anbauen
- Förderung der Rapsentwicklung im Jugendstadium: zum Beispiel durch eine frühe N-Düngung.
- Zuflug der Käfer mit Gelbschalen oder gelben Leimtafeln an den Feldrändern und im Rapsbestand verfolgen. Damit können der Beginn der Eiablage und der Termin einer möglichen chemischen Bekämpfung bestimmt werden.
Literatur
Häni FJ, Popow G, Reinhard H, Schwarz A und Voegeli U, 2008. Pflanzenschutz im nachhaltigen Ackerbau. Edition LMZ, 7. Auflage. 466 S.
Hoffmann GM, Schmutterer H, 1999. Parasitäre Krankheiten und Schädlinge an landwirtschaftlichen Kulturpflanzen. Verlag Eugen Ulmer Stuttgart (2. Auflage): 675 S.
Kühne S, Burth U, Marx P, 2006. Biologischer Pflanzenschutz im Freiland. Eugen Ulmer KG: 288 S.
Paul V, 1992. Krankheiten und Schädlinge des Rapses. Verlag Th. Mann 2. Auflage: 132 S.