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Als er zur Welt kam, war anzunehmen, dass er der jüngste und letzte Spross der Familie sein würde. Denn zum einen war er das siebte Kind und zudem war Velassia auch nicht mehr die Jüngste. Mit einem Gewicht von 7 Pfund hatte seine Mutter wahrlich eine schwere Geburt. Man vermutete daher schon, er würde eindeutig dem Vater nachschlagen – dies auch wegen seinen hellen Haaren und blauen Augen.
Doch als kleiner Junge wurden seine Haare dunkler und er erhielt wie alle Kinder die typischen Sommersprossen seiner Mutter. Zudem war er ein schmächtiger Junge, der seinen älteren Geschwister körperlich eindeutig unterlegen war. Dies bereitete ihm einige Mühe, denn seine Schwester Kaidana war zwar ein Mädchen, aber ihm genauso überlegen wie auch die anderen Geschwister, welche alle etliche Jahre älter waren. Einzig Andral war nur 2 Jahre älter aber dennoch deutlich grösser und stärker als Eassrael. Doch mit Andral kam er trotzdem sehr gut aus, denn dieser war zum einen sehr friedliebend und eher scheu. So war er ebenfalls lieber draussen im Wald am Fluss - oder noch lieber Oben im Turm - als im Hof mit den andern am herumalbern. So sassen sie oft am Fluss oder auf dem Turm und dachten sich zusammen Geschichten aus über fremde Wesen, Welten und Zeiten. Entsprechend liebten sie Geschichten und Märchen und konnten davon nie genug kriegen. Sie begannen auch früh zu lesen, auch wenn es nur wenige Kinderbücher hatte.
Mit Kaidana kam Eassrael als kleiner Junge wesentlich schlechter aus. Sie nutzte gnadenlos aus, dass sie älter und grösser als er war.
Von den drei ältesten Geschwister kam er besonders mit Sastiara gut aus, sie war die grosse Schwester. Sie nahm ihn oft in Schutz, schaute ein wenig für ihn und brachte ihm manchmal Sachen mit. Denn sie arbeitete bereits im Geschäft und brachte von dort (oder selten vom Markt) kleine Andenken oder defekte Ware mit. Doch am meisten interessierten ihn die Geschichten von den Händlern, die sie im am Abend oft erzählte.
Da bereits die Drillinge im Handelssektor tätig waren, war schon von Anfang an klar, dass er eine andere Richtung einschlagen würde. Als siebtes und letztes Kind der Familie wurde seine Erziehung nicht mehr ganz so streng gehandhabt wie noch bei den ersten. Er zeichnete sich schon früh durch seinen Wissensdurst und der Liebe zu Bücher aus. Und da er nicht in den Familienbetrieb einsteigen würde, wurde er nicht so sehr in die Handelsgeschäfte eingeführt. Entsprechend hatte er auch mehr Zeit, um seinen eigenen Interessen nach zu gehen. Sein Vater rief oft aus, wenn er ihn beim spielen oder träumen erwischte. Kaladrin reklamierte oft, Eassraels Erziehung sei viel zu locker gewesen. Doch Velassia hatte mehr Verständnis dafür, dass seine Interessen eher im Geistigen lagen. Im Betrieb hatte er keine Zukunft, und in körperlichen Bereichen stand er dauernd im Schatten seiner Geschwister. Daher förderte sie seinen Wissensdurst. Denn Velassia schielte bereits auf eine andere Ausbildungsrichtung.
Mit 9 Jahren setzte seine Mutter sich durch, dass Eassrael eine gezieltere Ausbildung erhielt, die seinen Vorlieben entsprach. So musste er kaum jene typischen Bereiche lernen, die für seine älteren Geschwister noch elementar gewesen waren. Vielmehr wurde seine Ausbildung sehr breit ausgelegt. So verbrachte er auch viel Zeit mit seinem Bruder Andral, bei dem sich ebenfalls abzeichnete, dass er sich nicht so recht für den Handelsbereich interessieren konnte. Er hatte zwar ein schnelles Auffassungsvermögen, doch zu oft wurde dies auf immer neue Bereiche gelenkt. Eassraels Wissensdurst versiegt auch in den kommenden Jahren nicht und er bewunderte immer mehr die Magie. So wurde ihm die Ausbildung zum Magier ermöglicht, zumal das Haus Siuan-Sae Damar sowieso auf der Seite der Magier stand und etliche Mitglieder der Magierakademie in seinen eigenen Reihen hatte. Falls er erfolgreich die Ausbildung abschliessen und sich in einer der Magiergilden hocharbeiten könnte, dann brächte dies auch der Familie Aberon weitere Macht und Einfluss.
Zuerst schickten die Eltern Eassrael zu einem Magier, um ihn in die Wissenschaft der Magie einzuführen. Dieser war eigentlich nicht gerade geeignet, am als Lehrer zu wirken. Er war ungeduldig und setzte zu viel Wissen voraus, das ihm wohl trivial erschien, einem elfjährigen aber unverständlich war. So war er ziemlich unfreundlich und wirsch zu Eassrael, was sich aber schlagartig änderte, als er bemerkte, dass Eassrael sich für Alchemie uns seine Forschung interessierte. Von da an nahm er ihn oft mit in sein Labor, wo Eassrael ihm als Gehilfe bedienlich war und am Abend aufräumen musste. Doch Eassrael lernte hier viel und hier entstammte seine Vorliebe für die Erforschung und Entwicklung von neune Zaubern oder Gegenständen.
Mit 14 wurde er dann auf eine Magierakademie geschickt, wo er die Ausbildung zum Magier begann. Als Studiumshauptrichtung wählte er natürlich seinen Vorlieben entsprechend die Entwicklung und Fabrikation von mag. Objekten. Er war ein ziemlich begabter und vorbildlicher Schüler, was seine Mutter stolz machte, da sie ihm offensichtlich die richtige Ausbildung ermöglicht hatte. Im Alter von 20 Jahren schloss er die Ausbildung ab.
Als sich der Krieg auf dem alten Kontinent zuspitzte, nahmen auch die Machtkämpfe in den eigenen Reihen zu. Jedes Haus wollte sich bestätigen, denn wenn der Krieg erst einmal gewonnen war, würde viel Macht und Besitz zu verteilen sein. So gab es immer mehr Ränkespiele und Intrigen, in die auch das Haus Siuan-Sae Damar verwickelt war. Im Jahr 42 wurde das Haus Siuan-Sae Damar des Hochverrates beschuldigt und beinahe sämtliche Mitglieder der inneren Familien wurden hingerichtet. Ohne die Macht der Hauptfamilien des Hauses waren aber die Seitenlinien ein Spielball der Mächtigen und somit den anderen Häusern schutzlos ausgeliefert. Dies erkannte die Familie Aberon sehr schnell und sie beschlossen, vom alten Kontinent zu fliehen. Da aber sowohl Salasar als auch Sastiara noch auf dem Heimweg von ihren Handelsreisen waren, wurde Eassrael mit seinen Geschwistern Kaidana und Andral schon einmal vorausgeschickt. Denn es war gerade ein Schiff der Boras’te im Hafen, welches mit einigen Familienmitglieder der Boras’te auf dem Weg zu den unbekannten Küsten im Westen war. Die Eltern wollten nachkommen, zuvor aber noch möglichst viel Besitz zu Geld machen. Daniara wollte als älteste - und inzwischen nebst ihrem Vater die federführende Person im Betrieb - dabei Behilflich sein.