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Langsam pirscht sich der Fächerfisch an seine Beute heran. Unbemerkt von den Sardinen steckt er seine Schnauze – Rostrum genannt – in den Schwarm. Und dann reisst er seinen Kopf mit einer solchen Wucht hin und her, dass den Sardinen keine Chance für die Flucht bleibt.
So beschreiben Forscher des Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei das Jagdverhalten des Altlantischen Fächerfischs im Fachjournal «Proceedings B». Sie errechneten für die Rostrumspitze eine mittlere Beschleunigung von 130 Metern pro Quadratsekunde. Ein Auto käme mit diesem Wert in viereinhalb Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde.
Das Rostrum kracht dann mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von gut 20 Stundenkilometer auf die Beute. Die Fächerfische greifen entweder gezielt eine Sardine an oder quirlen das Wasser inmitten eines Schwarms blitzschnell auf, um möglichst viele der Fische zu verletzen und anschliessend zu erbeuten. Die Forscher konnten jedoch nie beobachten, dass die Fische ihr Beute mit ihrer spitzen Schnauze aufspiessten.
Untereinander blieben die Fächerfische weise auf Abstand. Es griffen nie mehrere gleichzeitig an – die Forscher nehmen an, dass so Verletzungen von Artgenossen bei den rasanten Attacken vermieden werden.