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Trizyklische Antidepressiva sind Psychopharmaka. Ihre Bezeichnung geht auf ihre chemische Struktur zurück. Sie bestehen aus insgesamt drei Ringen. Davon sind in der Regel zwei Phenylringe, die an einen zentralen Ring mit sieben Gliedern angehängt sind. Trizyklische Antidepressiva werden schon lange zur Behandlung von Depressionen eingesetzt. Das erste Mittel aus dieser Gruppe war Imipramin, das von einem Pharmaunternehmen in Basel entwickelt wurde. In den 1950er Jahren stellte der Schweizer Psychiater Roland Kuhn die antidepressive Wirkung dieser Medikamente bei seinen Patienten in der psychiatrischen Klinik fest. Einige Jahre später, etwa um 1958, wurden diese Psychopharmaka erstmals in der Schweiz zur Behandlung von Depressionen zugelassen.
Trizyklische Antidepressiva können in drei Gruppen eingeteilt werden. Man unterscheidet folgende Wirkstoffe:
In der Schweiz sind folgende Wirkstoffe zur Behandlung von Depression zugelassen:
Nicht zulässig sind hingegen Medikamente mit folgenden Wirkstoffen:
Trizyklische Antidepressiva können nicht nur zur Behandlung von Depressionen angewendet werden. Die Medikamente können auch bei den folgenden Störungen und Erkrankungen wirksam sein:
Bei Menschen, die an einer Depression leiden, herrscht häufig ein Mangel an Neurotransmittern wie Noradrenalin, Serotonin oder Dopamin. Das Ziel von Antidepressiva ist darum, dieses Ungleichgewicht zu beheben. Sie haben auf Patienten eine stimmungsaufhellende, teilweise beruhigende bis dämpfende Wirkung. Darüber hinaus können sie angstlösend und schlaffördernd sein. Ihre Wirksamkeit beruht auf dem Effekt, dass sie anstelle der Neurotransmitter an die Transportmoleküle binden und so ihre Rückführung in die postsynaptische Nervenzelle blockieren. Auf diese Weise verhindern trizyklische Antidepressiva die Wiederaufnahme von Serotonin, Noradrenalin und anderer Botenstoffe und sorgen dafür, dass diese länger im synaptischen Spalt bleiben können. Die Wirksamkeit der Substanzen zeigt sich in der Regel erst nach etwa ein bis zwei Wochen.
Im Gegensatz zu den neueren Medikamenten zur Behandlung von Depressionen sind trizyklische Antidepressiva in ihrer Wirksamkeit wenig selektiv, wodurch sie neben den erwünschten Ergebnissen häufig auch negative Nebenwirkungen mitbringen. Durch ihre chemische Struktur können sie die Wiederaufnahme von verschiedenen Neurotransmittern blockieren. Sie wirken ausserdem nicht nur im zentralen Nervensystem, sondern können auch das periphere Nervensystem beeinflussen. Daher kommen sie in der Psychotherapie immer seltener zum Einsatz und werden zunehmend von Medikamenten ersetzt, die gezielt die Wiederaufnahme von bestimmten Neurotransmittern wie Noradrenalin, Serotonin oder Dopamin blockieren. In der Psychotherapie werden trizyklische Antidepressiva nur noch bei Patienten mit einer sehr stark ausgeprägten Depression angewendet. Das gilt besonders, wenn die Symptome mit selektiven Neurotransmitter-Wiederaufnahme-Hemmern nicht behandelt werden können.
Wie bereits erwähnt, kann die geringe Selektivität von trizyklischen Antidepressiva viele sehr unterschiedliche Nebenwirkungen haben. Mögliche Nebenwirkungen sind:
Bestehen folgende Vorerkrankungen, dürfen trizyklische Antidepressiva nicht eingenommen werden:
Trizyklische Antidepressiva können darüber hinaus starke Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zeigen. Das gilt besonders für Medikamente, die einen ähnlichen Wirkmechanismus haben. Wenn du bereits andere Antidepressiva oder Psychopharmaka einnimmst, solltest du von der Einnahme der trizyklischen Antidepressiva absehen. Das gilt auch für pflanzliche Beruhigungsmittel wie Johanniskraut. Es könnte zu einer Überdosierung und folglich einem stark erhöhten Serotonin-Spiegel, dem sogenannten Serotonin-Syndrom, kommen. Dieser kann lebensbedrohlich sein. Eine Wechselwirkung kann ausserdem auftreten, wenn die Medikamente mit Alkohol oder Drogen kombiniert werden. Hier besteht ebenfalls die Gefahr der verstärkenden Wirkung.
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