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Mehr als 50% der Wildbienenarten in Mitteleuropa nisten in selbstgegrabenen Gängen im Boden. Ein Drittel dieser Arten graben ihre Gänge in Sand- oder Lössboden. Natürliche Vorkommen wären in Auengebieten oder im Agrarraum in Form von offenem mehrheitlich ungestörtem Boden. In den letzten Jahrzehnten sind Flüsse und Bäche eher begradigt und Agrarland eher intensiver bewirtschaftet worden, so haben diese Arten einen Grossteil ihres Lebensraums verloren und sind heute alle als gefährdet eingestuft.
Im Rahmen des Projekts ‚Bienenfreundliche Landwirtschaft im Kt. AG‘ werden diese Arten gefördert, indem im Agrarland Sandhaufen angelegt werden. Die Massnahme fand bisher grossen Anklang. Seit 2017 wurden im Kt. AG mehr als 650 Sandhaufen angelegt, in der Hoffnung bodenbrütenden Wildbienenarten damit eine Nistgelegenheit zu bieten.
Das Agroscope hat im Frühling 2018 Sandhaufen untersucht und tatsächlich bereits Wildbienennester gefunden. Nahrungs- und Wasserquellen in der nahen Umgebung und möglichst wenig Bewuchs auf den Sandhaufen sind entscheidende Faktoren für die Besiedelung der Haufen. Ausserdem hat das Agroscope das Substrat der Haufen untersucht und herausgefunden, dass Haufen aus Sand mit Lössanteil eher besiedelt sind als Haufen aus Ton und Schluff.
(Bild: S. Imboden)