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Liebe Ahthisha,
ich verstehe, dass du mitleidest, dass Du für die alte Dame das absolut Beste
wolltest.
Aber, frage Dich, ob Du nicht ein wenig übers Ziel hinausgeschossen bist.
Ob du Deinen Gefühlen, Deinem Misstrauen Oberhand gegebenen hast.
Wir können die Situation von außen natürlich nicht beurteilen. Aber Du kannst Dich fragen, ob Du Dir sicher bist, objektiv und nicht aus überbordenden Gefühlen die Lage so siehst.
Mir fiel auf, dass Du einerseits von Patientenverfügung so schreibst, als würdest Du sie genauestens kennen. eine Zeit später schreibst du jedoch,
dass das nicht der Fall ist, ja die Patientenverfügung nicht ohne weiteres mehr greifbar ist.
Das deutet darauf hin, dass die PV schon vor längerer Zeit verfasst wurde
und vielleicht sogar nach damaligem allgemeinen Wissenstands sehr vage formuliert wurden.
Woher willst Du also wissen, was die alte Dame in der letzten Zeit mit ihrem Sohne besprochen hatte und trotzdem -warum auch immer-, die Patientenverfügung nicht auf ihren neuesten Willensstand gebracht wurde.
Da gehst Du mit Deiner Meinung, was Kinder und Ärzte hätten tun/nicht tun sollen, über Deine Position hinaus. Du weißt es nicht, (ver-) urteilst aber aufgrund vom Hörensagen und Mutmaßungen.
Und auch das gefiel mir nicht :
Ahthisha hat geschrieben: Es wird angenommen, daß der Sohn mit dem Arzt vereinbart hat, Muttern noch so lange am Leben zu halten, bis seine Schwester aus dem Urlaub zurück ist. (Und das sind noch ca. vier Wochen), um dann gemeinsam Abschied nehmen zu können
und auch dies :
Ahthisha hat geschrieben: Freunde, Nachbarn durften nur nach Rücksprache mit dem Sohn die alte Dame besuchen. Der Sohn schirmte seine Mutter ab. Anscheinend durfte keiner das langsame Sterben dieser Frau sehen
Ein bisschen viel "Annahme" und auch Unterstellungen.
Insgesamt zähle ich in Deinen Beiträgen rd. ein halbes Dutzenden davon.
Es kann so sein, aber Du w e i ß t es nicht. Deshalb frage dich selbst, ob Du
da in bester Absicht und viel Gefühl nicht doch zu schnell und oberflächlich
verurteilst.
Auf jeden Fall aber ist es gut, dass hier durch Dich das Thema Patientenverfügung und Vorsorgevollmachte erörtert werden konnte.
Ahthisha hat geschrieben: Es bleibt aber die Frage ... wozu eine Patientenverfügung?
Damit Angehörige und Ärzte wissen, was man sich für seine Behandlung und für sein Sterben wünscht.
Voraussetzung : sie ist auch wirklich deutlich und nicht schwammig
UND ! man überprüft selber alle paar Jahre, ob man das Festgelegte immer noch genau so haben möchte
UND dokumentiert dies durch ein neueres Datum und seine Unterschrift.
(uralte PV und Vorsorgevollmachten lassen Zweifel aufkommen)