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Am 7. Februar hielt er in Anwesenheit von Präsident Barack Obama eine Rede am «National Prayer Breakfast» in Washington. Seither haben über zweieinhalb Millionen Menschen seine Rede auf Youtube gehört und Benjamin Carson brachte es auf die Editorial Page des Wallstreet Journals mit der Schlagzeile «Ben Carson for President». Vorgestern titelte die New York Times: «Neurosurgeon’s Speeches Have Conservatives Dreaming of 2016» (Die Rede des Neurochirurgen lässt die Konservativen von 2016 träumen).
Seit der Wahlniederlage scheinen die zerstrittenen Republikaner nach einem neuen Hoffnungsträger zu lechzen. Carson verkörpert das amerikanische Idealbild eines Mannes, der es aus ärmsten Verhältnissen nach oben geschafft hat. Der heute 61-jährige Sohn einer alleinerziehenden Mutter wuchs in einem Detroiter Armenviertel auf. Die Mutter konnte nicht lesen, hielt ihre Söhne jedoch energisch zum Lesen an. Carson brachte es zum berühmten Neurochirurgen, der siamesische Zwillinge in schwierigen Operationen trennte.
Seine politische Botschaft lautet entsprechend: Der Staat soll sich weniger einmischen, jeder und jede hat selber die Chance, zu Geld und Wohlstand zu kommen, wenn er oder sie nur will, fleissig ist und Ausdauer hat. Teure Sozialsysteme wie Medicaid für Bedürftige und Medicare für Betagte brauche es nicht, und erst recht nicht Obamas Gesundheitsreform. Eine Versicherung brauche es nur für die ganz grossen gesundheitlichen Risiken, die mehr als hunderttausend Dollar kosten können. Für den Rest solle jedermann in ein persönliches Gesundheitskonto steuerbefreite Beiträge einzahlen, aus dem er später seine Kosten zahlt. Wer im Alter in Not gerate, soll vom Staat direkt mit Beiträgen auf dieses persönliche Konto unterstützt werden. Mit dem Giesskannensystem zugunsten der Gesundheitsbürokratie müsse es vorbei sein.
Dies würde die welthöchsten Gesundheitsausgaben in den USA enorm senken: Zum Beispiel würde niemand mehr eine teure Notfallstation in einem Spital aufsuchen, wenn er oder sie auch zum Hausarzt gehen könne.
Ähnlich radikale Vorschläge macht Carson, Mitglied der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, für eine künftige Steuerpolitik. Erstens sei das heutige Steuersystem von niemandem mehr durchschaubar, und zweitens lasse sich aus der Bibel ableiten, dass alle einen gleichen Anteil dem Staat abliefern sollen. Wer also zehn Milliarden verdient, soll eine Milliarde Steuern zahlen, wer zehn Dollar verdient, einen davon. Vielleicht schmerze dem Armen der eine Dollar mehr als dem Reichen die Milliarde, aber, fragte Carson in seiner Rede, wo stehe geschrieben, dass man den Reichen weh tun müsse?
Der Chirurg betont immer wieder, dass es in der Regierung Ärzte, Erzieher und Wissenschaftler brauche und keine Anwälte (wie Barack Obama). Anwälte beider Parteien, der Demokraten und Republikaner, seien immer nur auf einseitige Vorteile und das gegenseitige Austricksen aus. Es brauche aber Regierende, welche gute Lösungen finden.
Die einfachen politischen Rezepte, der Fundus aus persönlichen Erfahrungen und die freie, authentisch wirkende Rhetorik haben in den USA beim konservativen Publikum offensichtlich eingeschlagen. Im Sender Fox News ist der Chirurg in Kürze zu einem beliebten Gast geworden. Er schreckt vor republikanischen Tabus nicht zurück und befürwortet zum Beispiel ein Verbot halbautomatischer Waffen in Städten.
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ORIGINALAUSSAGEN CARSONS ZUR STEUERN UND GESUNDHEITSVERSORGUNG
Steuern
DR. BENJAMIN CARSON: What we need to do is come up with something simple. And when I pick up my Bible, you know what I see? I see the fairest individual in the universe, God, and he’s given us a system. It’s called a tithe (ein Zehntel).
We don’t necessarily have to do 10% but it’s the principle. He didn’t say if your crops fail, don’t give me any tithe or if you have a bumper crop, give me triple tithe. So there must be something inherently fair about proportionality. You make $10 billion, you put in a billion. You make $10 you put in one. Of course you’ve got to get rid of the loopholes. Some people say, ‹Well that’s not fair because it doesn’t hurt the guy who made $10 billion as much as the guy who made 10.› Where does it say you’ve got to hurt the guy? He just put a billion dollars in the pot. We don’t need to hurt him. It’s that kind of thinking that has resulted in 602 banks in the Cayman Islands. That money needs to be back here building our infrastructure and creating jobs.
Gesundheitsversorgung
DR. BENJAMIN CARSON: Here’s my solution: When a person is born, give him a birth certificate, an electronic medical record, and a health savings account to which money can be contributed — pretax — from the time you’re born ‹til the time you die. When you die, you can pass it on to your family members, so that when you’re 85 years old and you got six diseases, you’re not trying to spend up everything. You’re happy to pass it on and there’s nobody talking about death panels.
Number one. And also, for the people who were indigent who don’t have any money we can make contributions to their HSA each month because we already have this huge pot of money. Instead of sending it to some bureaucracy, let’s put it in their HSAs. Now they have some control over their own health care.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine