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In US-Regierungskreisen ist der Darstellung von Präsident Donald Trump widersprochen worden, Nordkorea habe mit der Zerstörung von Raketenanlagen begonnen und bereits die «totale Denuklearisierung» eingeleitet.
Trump sagte am Donnerstag während einer Kabinettssitzung zum Raketenprogramm: «Sie haben bereits eine ihrer grossen Test-Anlagen gesprengt, tatsächlich sind es vier ihrer grossen Test-Anlagen.» Die «grosse Sache» sei allerdings die «totale Denuklearisierung, die bereits stattfindet».
Aus mit Geheimdienst-Informationen vertrauten US-Kreisen verlautete dagegen, es habe seit dem Treffen von Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un am 12. Juni keine neuen Abbau-Aktivitäten gegeben. Eine Stellungnahme des Präsidialamts dazu lag nicht vor.
US-Verteidigungsminister James Mattis hatte am Mittwoch erklärt, ihm seien keine Schritte bekannt, die Nordkorea seit dem Treffen in Richtung einer Denuklearisierung unternommen habe.
Der Prozess stehe offensichtlich noch am Anfang, die Verhandlungen über die Einzelheiten hätten noch nicht begonnen, sagte er Journalisten. «Ich würde das zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwarten», erklärte er zur atomaren Abrüstung.
Mattis sass am Donnerstag bei der Kabinettssitzung neben Trump. Das Verteidigungsministerium antwortete zunächst nicht auf eine Bitte um eine Stellungnahme.
Unterdessen haben Süd- und Nordkorea im Zuge ihrer Annäherung Gespräche über neue Begegnungen zwischen Familien aufgenommen, die durch den Korea-Krieg (1950-53) auseinandergerissen worden waren.
Unterhändler beider Seiten kamen dazu am Freitag in einem Erholungsgebiet am Kumgang-Gebirge an der nordkoreanischen Ostküste zusammen, wie südkoreanische Sender berichteten.
Die Gespräche über neue Familientreffen und andere humanitäre Fragen sind Teil der Vereinbarungen, die Südkoreas Präsident Moon Jae In und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un bei ihrem Gipfeltreffen Ende April getroffen hatten.
Einer gemeinsamen Erklärung der beiden zufolge sollen neue Familientreffen um den Befreiungstag am 15. August stattfinden. Zuletzt fanden solche kurzfristigen Familien-Wiedersehen im Oktober 2015 statt.
Seoul hofft darüber hinaus, dass regelmässige Treffen zwischen getrennten Familien ermöglicht werden. Wie der Sender KBS berichtete, wollte die südkoreanische Delegation bei den Gesprächen auch einen Briefwechsel zwischen den betroffenen Familien und Heimatbesuche vorschlagen. (sda/reu/dpa/mlu)