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Im Fussball schreitet die Einführung von technologischen Hilfsmitteln voran. Was gibt es bereits? Und was könnte bald möglich sein?
Nach der Championsleague Partie zwischen Real Madrid und Bayern München vom Dienstagabend stellte sich wieder einmal die Frage, ob die Schiedsrichter im Fussball nicht mit modernster Technik unterstützt werden sollten, um in strittigen Situationen ihre Entscheide korrigieren oder bestätigen zu können. Doch welche Techniken gibt es dazu? Und was wird es in Zukunft möglicherweise geben? Wir haben ein wenig nachgeforscht.
Die Torlinientechnologie
Tor oder kein Tor - das ist hier die Frage. Schon seit dem legendären Wembley-Tor an den Weltmeisterschaften 1966, bei dem die englische Nationalmannschaft dank eines umstrittenen Treffers im Endspiel gegen Deutschland gewann, diskutiert die Fussballwelt über diese Frage. Und wie man sie lösen könnte.
Eine Lösung wurde am 5. Juli 2012 beschlossen: Die Torlinientechnologie, bei der unter Einbezug von technischen Hilfsmittel entschieden werden kann, ob der Ball die Torlinie vollständig überquert hat oder nicht, wurde nach ausführlichen Tests eingeführt. Danach wurde das System unter anderem in der Premier League in England und an den Fussballweltmeisterschaften 2014 in Brasilien eingesetzt. Im Dezember 2014 sprachen sich zudem eine Zweidrittelmehreit in der ersten Bundesliga in Deutschland für die Technologie aus. Seitdem wird sie bei strittigen Entscheiden eingesetzt.
Der Videobeweis
Nach einer vierjährigen Testphase zwischen 2012 und 2016 wurde der Videobeweis erstmals in der niederländischen Liga eingeführt. In 26 Pokalspielen in der Saison 2016/2017 werden strittige Szenen durch einen zusätzlichen Schiedsrichter analysiert und dem Hauptschiedsrichter per Funk mitgeteilt. Vor etwas mehr als einer Woche beschloss auch der Deutsche Fussballbund, die Technologie in der Saison 2018/2019 erstmals zum Einsatz kommen zu lassen.
Die Fifa hatte schon in ihrem Jahresbericht 2016 auf verschiedenste Tests hingewiesen. Wie aus dem Bericht hervorgeht, kann ein Video-Schiedsrichterassistent (VSA) zukünftig in folgenden Situationen einschreiten:
1. Wenn ein Tor fällt; Der Videoassistent hilft dem Schiedsrichter etwaige Vergehen zu erkennen, derentwegen ein Tor nicht zu geben ist. Da der Ball die Torlinie überquert hat, ist das Spiel unterbrochen. Es gibt deshalb keine direkten Auswirkungen auf das Spiel.
2. Wenn ein Strafstoss ausgesprochen wird: Der VSA überprüft, ob dem Schiedsrichter bei der Entscheidung für oder gegen einen Strafstoss kein gravierender Fehler unterlaufen ist.
3. Bei Vergabe einer roten oder gelben Karte: Der VSA sorgt dafür, dass der Schiedsrichter bei der Vergabe einer roten oder gelben Karte alles richtig macht und auch kein rotwürdiges Foul oder eine Tätlichkeit übersieht.
4. Bei Verwechslungen: Der VSA informiert den Schiedsrichter, wenn er bei der Vergabe einer Karte die Spieler verwechselt.
Funktionieren soll das ganze in vier Schritten: Der Schiedsrichter informiert den Assistenten über eine zu überprüfende Szene. Dieser schaut sich die betreffende Szene noch einmal auf einem Bildschirm an und informiert den Schiedsrichter wiederum per Funk, was darin zu sehen ist. Aufgrund dieser Informationen entscheidet der Schiedsrichter, ob der Entscheid richtig war oder nicht. In einem weiteren Schritt ist zudem geplant, dass er sich die Szene selbst, ohne den Assistenten, am Spielfeldrand anschauen kann, wie es beispielsweise schon im Eishockey getan wird.
So könnte es in Zukunft in allen Fussballligen aussehen:
Was die Zukunft bereithält
Da der Videobeweis noch in seinen Kinderschuhen steckt, existieren derzeit noch keine weiteren Technologien zur Unterstützung der Unparteiischen. Es gibt jedoch Studien, welche die Zukunft des Fussballerlebnisses für den Fan selbst untersuchen. In diesem Zusammenhang präsentierte der renommierte Zukunftsforscher Ian Pearson in Zusammenarbeit mit dem Smarphonehersteller HTC bereits 2014 einige Visionen, wie ein Fussballspiel in Zukunft erlebt werden könnte.
Die Perspektive machts Zukünftig könnte es laut dem Autor möglich sein, das Fussballspiel über Kameras zu verfolgen, welche in die Trikots der Spieler integriert sind. Dadurch wären die Zuschauer noch näher am Fussball dran - sozusagen selbst auf dem Spielfeld. Der Autor geht sogar noch weiter: Laut einer abenteuerlichen Theorie könnten Miniaturkameras auch in «insektenähnlichen Roboter» untergebracht werden, die den Spielern auf den Platz folgen.
VR-Brillen Laut der Studie könnten die sogenannten VR-Brillen (Virtual-Reality-Brillen) dem Zuschauer eine weitere Welt eröffnen. Nachdem die Brille übergestreift wurde könnte der Zuschauer über jedem Spieler eine Informationsblase erkennen, in der die wichtigsten Details zu seiner Fitness oder zur taktischen Ausrichtung stehen. HTC geht davon aus, dass bis in 25 Jahren solche Technologien «zum Alltag» gehören würden.