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Nestlé hat zwischen Januar und Juni einen Umsatz von 43,02 Milliarden Franken erzielt und ist damit organisch um 2,3 Prozent gewachsen. Laut der Nachrichtenagentur AWP hatten Analysten im Schnitt 43,68 Milliarden Umsatz und ein Wachstum von 2,7 Prozent erwartet. Es ist der langsamste Jahresstart für den Konsumgüterriesen in einem Jahrzehnt.
Die ausgewiesene operative Ergebnismarge der Gruppe ging wegen verstärkter Restrukturierungsaktivität um 30 Basispunkte (BP) auf 15,0% zurück (-20 BP zu konstanten Wechselkursen). Der EBIT selbst wird mit 6,8 Milliarden Franken (im Vorjahr 6,61) und damit leicht höher als im Vorjahr beziffert. Unter dem Strich stieg der Reingewinn um 19% auf 4,9 Milliarden Franken, wie der weltgrösste Nahrungsmittel-Hersteller am Donnerstag mitteilte.
CEO nicht zufrieden
Insgesamt verzeichneten die Industrieländer laut Mitteilung ein "schwaches" organisches Wachstum von 0,8%, mit solidem RIG von 1,1%, teilweise absorbiert durch negative Preisanpassungen von 0,3%. In aufstrebenden Märkten verlangsamte sich das organische Wachstum um 100 BP auf 4,4%, mit RIG von 1,9% und Preisanpassungen von 2,5%.
Das Wachstum in den Kategorien sei breit abgestützt gewesen, angeführt durch Wasserprodukte, Kaffee und Produkte für Heimtiere, so Nestlé. Süsswaren war die einzige Kategorie mit negativem Wachstum, obwohl sie sich im zweiten Quartal stabilisiert habe.
"Das organische Wachstum im ersten Halbjahr entsprach nicht vollkommen unseren Erwartungen", wird CEO Mark Schneider in der Mitteilung zitiert. Er zeigt sich aber "zufrieden mit dem Fortschritt, den wir im ersten Halbjahr bei der Wertschöpfung erreicht haben". Dazu gehörten solide operative Verbesserungen, Entscheidungen im Portfoliomanagement sowie der Entschluss zur Bilanz-Optimierung.
Ausblick abgeschwächt
In Bezug auf den Ausblick bestätigt der Konzern frühere Aussagen. Sie werden in Bezug auf das Wachstum allerdings leicht abgeschwächt. Der Konzern will weiterhin ein organisches Wachstum zwischen 2% und 4% erreichen, wobei dieses wahrscheinlich in der unteren Hälfte der Bandbreite zu liegen kommen werde, wie es heisst. Letztere Aussage ist neu.
Wie bereits im Februar angekündigt, ist eine erhebliche Erhöhung der Restrukturierungskosten dieses Jahr geplant, um die künftige Profitabilität zu steigern. Daher geht der Konzern von einer lediglich stabilen operativen Ergebnismarge bei konstanten Wechselkursen aus, will aber eine Steigerung des nachhaltigen Gewinns je Aktie bei konstanten Wechselkursen und der Kapitaleffizienz erreichen.
Beim SMI-Konzern ist seit ein paar Wochen ziemlich Feuer im Dach. Wie Ende Juni bekannt wurde, hat der Hedgefonds Third Point des US-Investors Daniel Loeb für rund 3,5 Milliarden USD ca. 40 Mio Aktien und Optionen des weltgrössten Nahrungsmitte-Herstellers erworben und damit eine Beteiligung von rund 1,3 Prozent aufgebaut. Loeb fordert etwa eine höhere Gewinnmarge, Kapitalrückzahlungen an die Aktionäre, eine Bereinigung des Produkteportfolios und den Verkauf des L'Oréal-Anteils. Der neue Nestlé-CEO Mark Schneider liess sich davon bisher nicht gross aus der Ruhe bringen.
(cash/AWP/Reuters)