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Von Glühwürmchen geht eine spezielle Faszination aus: In der kurzen Leuchtzeit versprühen sie einen besonderen Zauber, der in vielen Kulturen zu Traditionen rund um den Leuchtkäfer geführt hat. In der Dämmerung beginnen die Weibchen an Böschungen oder in krautiger Vegetation, oft an Weg-, Wald- und Heckenrändern, zu leuchten und machen damit Männchen auf sich aufmerksam, die auf Suchflügen nach Paarungspartnerinnen Ausschau halten. Die Männchen des Kleinen Glühwürmchens leuchten im Flug, das Leuchten erscheint dabei wie verglimmende Funken. Das Licht wird weder reflektiert noch gespeichert, sondern wird in speziellen Leuchtorganen durch eine chemische Reaktion vom Glühwürmchen selbst produziert (Biolumineszenz, weitere Details zur chemischen Reaktion). Nach der Paarung am Boden Ablage der Eier, aus denen Larven schlüpfen, die während 3 Jahren wachsen und sich dabei mehrmals häuten. Larven ernähren sich von Nackt- und Gehäuseschnecken, die sie mit Giftbissen überwältigen. Mit dieser Taktik erlegen sie Nacktschnecken die doppelt so lange sind wie sie selbst oder Gehäuseschnecken mit einem Häuschen Durchmesser von bis zu 1 cm. Die Larven besitzen 2 feine, punktförmige Leuchtorgane, die seitlich angebracht sind; leuchten aber nur selten und schwächer als Adulte Tiere. Larven für zahlreiche Fressfeinde ungenießbar und giftig, weshalb Biolumineszenz als Warnlicht für Fressfeinde interpretiert wird.
Beim Kleinen Glühwürmchen sind im Vergleich zum Großen Glühwürmchen auch die Männchen mit einem Leuchtorgan ausgestattet. Das Kleine Glühwürmchen leuchtet heller im Vergleich zum Großen Glühwürmchen. Weitere Informationen zu den verschiedenen Arten hier.
Weibchen 10 mm, Männchen 8-10 mm.
Die Leuchtzeit des Kleinen Glühwürmchens überlappt mit der Leuchtzeit des Grossen Glühwürmchens (Juni bis Juli), ist aber kürzer (nur 2 Wochen). Zu dieser Zeit kann man die erwachsenen Tiere des Kleinen Glühwürmchens am besten an dunklen Stellen in Parkanlagen, alten Gärten, an Waldrändern oder in der Nähe von Feuchtgebieten beobachten. Die Weibchen leuchten sitzend in Bodennähe, während die Männchen im Flug leuchten auf einer Höhe von bis zu 2 Meter (oft kreisend). Zeitlich überlappen sie ebenfalls mit dem Großen Glühwürmchen: Das grünliche Leuchten kann von der Dämmerung bis etwa um Mitternacht beobachtet werden.
Die Kleinen Glühwürmchen verbringen einen Großteil ihres Lebens im Larvenstadium (3 Jahre). Die Larve ist zwar unscheinbar und lebt versteckt im Unterholz, aber mit etwas Glück und einem geübten Blick kann man sie durchaus in der Nähe eines Laub- oder Asthaufen zu Gesicht bekommen. Oft hilft es dabei Laub oder Äste, die am Boden liegen, aufzuheben und darunter nach den Larven zu suchen. Die Larven verbringen das ganze Jahr im Unterholz und können von April bis Oktober dort besonders gut beobachtet werden. An dunklen Stellen kann man sogar das schwache Leuchten der Larven beobachten.
Ein Schnecken-freundlicher Garten ist auch ein Glühwürmchen-freundlicher Garten. Sehr wichtig dafür ist auf den Einsatz von Schneckengift zu verzichten. Glühwürmchen brauchen Kräuter- und Sträuchersäume in denen sie sich verstecken können und wo sie einen geeigneten Ort finden um zu leuchten. Ebenso wichtig sind Verstecksmöglichkeiten wie Ast- und Laubhaufen, die nicht nur den Glühwürmchenlarven sondern auch vielen anderen Tieren Unterschlupf bieten. Wie auch für andere Tiere ist es für Glühwürmchen wichtig, dass man das Gras nicht bodeneben schneidet, sondern einige Kräutersäume stehen lässt, worin sie sich verstecken können.Generell kann gesagt werden, dass je naturnaher der Garten gestaltet ist umso besser ist er als Glühwürmchen-Lebensraum geeignet. Da Glühwürmchen jedoch relativ stationär sind, ist die Vernetzung mit bestehenden Glühwürmchenvorkommen wichtig für die Neubesiedlung eines Gartens. Die Vernetzung kann nur gewährleistet werden, wenn die Lebensrauminseln zwischen dem Vorkommen und dem eigenen Garten nur so weit voneinander entfernt sind, dass ein Glühwürmchen diese Distanz in seinem Leben überwinden kann.
Glühwürmchen leiden unter der Zunahme von Kunstlicht. Neben der direkten Beleuchtung wirkt sich auch der Widerschein an der Wolkendecke negativ aus, der über der Stadt ohne weiteres die Helligkeit einer klaren Vollmondnacht erreicht. Licht unterdrückt die Aktivität der bei Dunkelheit aktiven Larven und erschwert die Wahrnehmung der biolumineszenten Signale. Männchen weichen direktem Licht aus, Weibchen, die sich zufällig im Lichtschein eines Beleuchtungskörpers platziert haben, sterben daher meist unverpaart nach etwa zweiwöchigem Leuchten an der gleichen Stelle.