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Wenn aber alles falsch läuft, dann ist das
Gesetz. Und zwar Murphys Gesetz, das Folgendes besagt: Alles, was
schief gehen kann, geht schief. Daraus folgert dann etwa der Leitsatz:
Willst Du ein Darlehen bekommen, musst du zuerst beweisen, dass
du keines brauchst.
Die Entstehungsgeschichte dieses Gesetzes war recht trivial: 1949
entwickelte US Air Force Captain Edward A. Murphy einen Messwandler,
der misst, wie viel Beschleunigung der menschliche Körper aushalten
kann. Bei den Testpiloten wurden 16 Sensoren für Messzwecke
angebracht. Ein Techniker schaffte es, alle Sensoren, die man auf
zwei Arten anschliessen konnte, verkehrt zu montieren. So formulierte
Ed Mur¬phy die ursprüngliche Form des Murphy-Gesetzes:
Wenn es zwei oder mehrere Wege gibt, etwas zu erledigen, und einer
davon kann in einer Katastrophe enden, so wird jemand diesen Weg
wählen. Murphy ist heute 87jährig, falls er noch lebt.
Im Alltag ist er so lebendig wie kaum ein anderer. Etwa in der Autokolonne,
wo man selbst dann in der falschen Reihe fährt, wenn man vorher
fünf¬-mal die Kolonne gewechselt hat.
Zu Murphys Gesetz gibt es zahlreiche Varianten und sogar Steigerungen.
Eine davon wurde mit dem Churer Baugesetz aufgestellt, vermutlich
geht diese als Tremp’s Gesetz in die Geschichte ein: «Alles
geht auf einmal schief.» Und das immer genau dann, wenn man
es am wenigsten braucht. Dabei ist nichts so schlecht, dass es nicht
noch schlechter gemacht werden kann. Für Behörden gibt
es sowieso einen eigenen Murphy: «Wenn etwas schief gehen
kann, dann geht es in dreifacher Ausführung schief...»
Radfahrer kennen ebenfalls ihren eigenen Murphy: Ganz egal, welchen
Weg du nimmst, es geht immer aufwärts und gegen den Wind. Sollte
es auf dem Rückweg wirklich bergab gehen, hast du einen Platten
oder einen anderen irreparablen Defekt. Dafür wird es regnen.
Murphy gibt es auch fürs tägliche Leben, etwa mit dem
Kennsatz: «Wenn man einmal Mist gebaut hat, wird alles nur
noch schlimmer, wenn man versucht, es wieder in Ordnung zu bringen.»
Jedes Mal, wenn du deine Fingernägel geschnitten hast, könntest
du sie eine Stunde später brauchen.
Was kann man daraus folgern? Jede Lösung bringt mindestens
zwei neue Probleme, die man falsch anpacken kann. So weiss man nach
der Miss Schweiz-Wahl einmal mehr, dass Schönheit nur oberflächlich
ist. Dafür geht Hässlichkeit durch und durch.
Nach dem Kauf der Digitalkamera etwa wird eindrücklich die
Folgerung von Murphy bestätigt: Wenn etwas einfach aussieht,
ist es schwierig. Wenn etwas schwierig aussieht, ist es unmöglich.
Wenn etwas unmöglich aussah, wird sich im Nachhinein rausstellen,
dass es ganz einfach gewesen wäre. Dann ist die Kamera meist
schon kaputt. Die besten Schnapp¬¬-schüsse ergeben
sich gemäss Murphy sowieso dann, wenn der Speicher voll ist,
die zweitbesten scheitern am Objek¬tivdeckel.
Wenn es scheint, als wenn alles gut verlaufen wäre, so hat
man nur irgend etwas übersehen. Wer diesen Satz verinnerlicht,
bewältigt den Alltag am besten.
Stefan
Bühler
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