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und Mineralogie oblag, gibt die »Flora Marienbadensis, oder Pflanzen und Gebirgsarten, gesammelt und beschrieben von dem Prinzen Friedrich A., Mitregenten von Sachsen, [* 2] und von J. W. v. Goethe«, herausgegeben von Heidler (Prag [* 3] 1837), Zeugnis. 1818 zum Generalmajor und 1822 zum Chef der Infanteriebrigade ernannt, wohnte Friedrich A. seit 1819 auch den Sitzungen des Geheimen Rats bei und zwar seit 1822 mit Stimmrecht, blieb aber trotzdem durch die Eifersucht des Kabinettsministers v. Einsiedel von allem Einfluß auf die Regierung ausgeschlossen.
Bei den Unruhen von 1830 stellte ihn König Anton an die Spitze der zur Aufrechthaltung der Ordnung niedergesetzten Kommission und übertrug ihm nachdem sein Vater, Prinz Maximilian, der Thronfolge entsagt hatte, die Mitregentschaft. Die Entlassung Einsiedels, die Erhebung Lindenaus zum Minister des Innern sowie das unter Friedrich Augusts Mitwirkung erschienene neue Staatsgrundgesetz rechtfertigten das Vertrauen des Volkes zu dem Prinzen. Nachdem die Ruhe im Land hergestellt und das Staatsleben nach den Grundsätzen der neuen Konstitution geordnet war, führte Friedrich A. als Mitregent und nach Antons Tod als König die Regierung im Geist einer den Forderungen der Zeit die nötige Rechnung tragenden Mäßigung.
Dabei nahm er auf Reisen nach Böhmen [* 4] und in die Bayrischen Alpen auch seine botanischen Studien wieder auf. Im Sommer 1838 bereiste er Istrien [* 5] und Dalmatien, 1844 England und Schottland. Der Maiaufstand in Dresden [* 6] 1849 bewog ihn, seine Hauptstadt zu verlassen und Preußens [* 7] Hilfe anzurufen (s. Sachsen). Auf einer Reise in Tirol [* 8] starb er an den Folgen eines Sturzes aus dem Wagen zu Brennbüchel zwischen Imst und Wenns An der Unglücksstätte wurde 1855 eine Kapelle erbaut. Seine Ehe mit der Erzherzogin Karoline von Österreich [* 9] (gest. sowie seine zweite Ehe mit der Prinzessin Maria von Bayern [* 10] (seit gest. blieben kinderlos.
Vgl. Schladebach, Friedrich August II, König von Sachsen (1854).
[Schleswig-Holstein.]
63) Friedrich III., Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorp, ältester Sohn des Herzogs Johann Adolf und der dänischen Prinzessin Augusta, geb. zu Gottorp, kam nach dem Tod seines Vaters 1616 im herzoglichen Anteil zur Regierung. Er gewährte den aus den Niederlanden vertriebenen Arminianern eine Zuflucht und gründete für sie 1619 Friedrichstadt an der Eider. Während des Dreißigjährigen Kriegs bemühte er sich, Neutralität zu beobachten, vermochte aber sein Land nicht vor Plünderung zu bewahren, als nach der Niederlage des Königs Christian IV. von Dänemark [* 11] Tillys und Wallensteins Heere 1627 in die Halbinsel eindrangen.
Doch kam durch seine Bemühungen der Lübecker Friede zu stande, welcher den Herzogtümern keine materiellen Verluste auferlegte. Schon bei einem Regierungsantritt hatte Friedrich die Stände zur Aufgebung ihres Wahlrechts bewogen und mit Zustimmung Dänemarks und des Kaisers die Primogenitur bei seiner Linie eingeführt. Nach dem Aussterben der Grafen von Schaumburg (1640) mußte er aus deren Erbe den Dänen die Grafschaft Pinneberg überlassen, erwarb aber das Amt Barmstedt, das der Kaiser 1650 zu einer reichsfreien Grafschaft erhob.
Zum Dank für seine Neutralität im dänisch-schwedischen Krieg (1657-58) erwirkte ihm sein Schwiegersohn Karl X. Gustav von Schweden [* 12] im Frieden von Roeskilde 1658 die Aufhebung der dänischen Lehnshoheit über Schleswig. [* 13] Als jedoch bald darauf die Schweden den Krieg erneuerten, wurde der herzogliche Anteil von den Dänen heimgesucht, obgleich dem Herzog Neutralität zugesichert war. Inmitten dieser Wirren starb er in Tönning und hatte seinen Sohn Christian Albrecht zum Nachfolger.
64) Friedrich Christian, Herzog von Schleswig-Holstein, [* 14] geb. zu Augustenburg, Sohn des Herzogs Friedrich Christian aus der Sonderburg-Augustenburgischen Linie, erhielt eine vortreffliche Erziehung, bezog 1783 die Universität Leipzig, [* 15] wo er besonders philosophische Studien unter Ernst Platner betrieb, begab sich 1785 nach Kopenhagen, [* 16] wo er sich 1786 mit der Prinzessin Luise Auguste, der einzigen Tochter des Königs Christian VII., vermählte, welche damals Aussicht auf die Thronfolge hatte, und wo er zum Geheimen Staatsminister ernannt wurde.
Seiner Neigung und seinen Studien entsprechend, übernahm er 1790 die Leitung des höhern Unterrichtswesens in Dänemark, das er wesentlich gefördert hat. Auf Anregung des dänischen Dichters Baggesen, den Friedrich C. wirksam unterstützt hatte, schrieb er einen Brief an den damals schwer erkrankten Schiller, in welchem er in Gemeinschaft mit dem Finanzminister Schimmelmann Schiller ein jährliches Geschenk von 1200 Thlr. anbot, das dieser auch annahm, und das fünf Jahre lang gezahlt wurde; es hat wesentlich dazu beigetragen, Schiller aus drückenden Verhältnissen zu befreien und seine Genesung zu befördern.
Zum Dank richtete Schiller an ihn 1793 die »Briefe über die ästhetische Erziehung«, deren Originale beim Brande des Christiansborger Schlosses in Kopenhagen zu Grunde gingen, und die lange Zeit nur in der neuen Bearbeitung bekannt waren, die 1795 in den »Horen« [* 17] erschien. Neuerdings sind sie aber größtenteils in Abschrift wieder aufgefunden und herausgegeben worden (vgl. Max Müller, Schillers Briefwechsel mit dem Herzog Friedrich Christian von Schleswig-Holstein, Berl. 1875; »Schillers Briefe an Herzog Friedrich Christian«, hrsg. von Michelsen, das. 1876). 1479 ward Friedrich C. durch den Tod seines Vaters Herzog und Chef des Hauses, infolgedessen er sich fortan viel auf Augustenburg und Gravenstein aufhielt.
Als 1806 der König Friedrich VI. nach Auflösung des Deutschen Reichs Holstein vollständig in Dänemark inkorporieren wollte, widersetzte sich Friedrich C. dem mit Erfolg, verlor aber dadurch die Gunst und das Vertrauen des Königs. Der völlige Bruch erfolgte, als 1810 nach dem Tode des jüngern Bruders von Friedrich C., des zum Kronprinzen von Schweden gewählten Prinzen Christian August, die Schweden nicht den König Friedrich VI., obwohl Friedrich C. selbst zu seinen gunsten verzichtet hatte, zum Nachfolger wählten, sondern Friedrich C. trotzdem wählen wollten. Friedrich C. zog sich nun ganz nach Augustenburg zurück, wo er starb.
65) Friedrich Christian August, Prinz von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, ältester Sohn des Herzogs Christian (s. Christian 16) und der Herzogin Luise, gebornen Gräfin von Daneskjold-Samsöe (gest. geb. im Schloß Augustenburg auf der Insel Alsen, trat bei der Erhebung Schleswig-Holsteins 1848 in die schleswig-holsteinische Armee ein, machte den dreijährigen Krieg gegen Dänemark als Offizier im Generalstab mit und überbrachte im April 1849, im Auftrag der Statthalterschaft der Herzogtümer, Flagge und Wimpel des bei Eckernförde vernichteten dänischen Linienschiffs Christian VIII. der deutschen Reichsgewalt in Frankfurt. [* 18] Nach Besiegung der Herzogtümer verbannt, studierte Friedrich zwei Jahre lang in Bonn, [* 19] trat ¶
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in die preußische Armee ein, verließ aber dieselbe 1856 wieder als Major à la suite im 1. Garderegiment zu Fuß und lebte zurückgezogen auf dem von ihm erkauften Rittergut Dolzig in der Niederlausitz. Nach dem Tod Friedrichs VII. protestierte er in einer Proklamation vom 16. Nov. gegen die Usurpation der Herzogtümer durch König Christian IX., erklärte, daß er nach dem Verzicht seines Vaters als rechtmäßiger Erbe die Regierung der Herzogtümer Schleswig-Holstein antrete, und nannte sich »Herzog Friedrich VIII.« Mehrere Fürsten erkannten Friedrich als legitimen Herzog an, der badische Bundestagsgesandte v. Mohl legte 21. Nov. seine Vollmacht für Friedrich VIII. der Bundesversammlung vor, welche die Prüfung derselben dem holsteinischen Ausschuß überwies.
Nachdem die dänischen Truppen durch die Bundesexekutionstruppen aus Holstein hinausgedrängt waren und in allen Gemeinden des Landes und in der großen Volksversammlung zu Elmshorn [* 21] 27. Dez. als der rechtmäßige Landesherr proklamiert worden war, begab er sich nach Kiel, [* 22] um die Regierung des Landes zu übernehmen. Seine Anerkennung von seiten des Deutschen Bundes zog sich aber infolge der Langsamkeit der vom Bund veranstalteten Untersuchung seines Erbrechts und des schnellen Vorrückens der preußisch-österreichischen Truppen hinaus, und Friedrich sah sich den neuen Besitzern Schleswig-Holsteins, Preußen [* 23] und Österreich, gegenübergestellt. Es fanden Unterhandlungen mit Preußen statt.
Während dieses die Anerkennung Friedrichs als Herzogs von Schleswig-Holstein davon abhängig machte, daß dieser die preußischen Forderungen, welche die Verfügung über die See- und Landmacht der Herzogtümer betrafen, einging, verlangte Friedrich seine sofortige Einsetzung und wollte dann erst, in Gemeinschaft mit der Landesvertretung, über die Preußen zu machenden Konzessionen entscheiden. Ein Besuch des Prinzen in Berlin [* 24] und eine Unterredung mit Bismarck veranlaßte letztern, Friedrich fallen zu lassen.
Dieser blieb auch nach dem Gasteiner Vertrag 1865 unter österreichischem Schutz in Kiel, da Preußen ihm den Besuch Schleswigs verbot. Als bei dem Einrücken der preußischen Truppen in Holstein die Österreicher unter Feldmarschallleutnant v. Gablenz Holstein verließen, entfernte sich auch Friedrich nach 2½jährigem Aufenthalt aus Holstein und verlor durch den Prager Frieden alle Aussichten auf die Erbfolge in den Herzogtümern. Die formelle Verwahrung, welche er nach dem Kriege gegen die Annektierung der Herzogtümer durch Preußen einlegte, wurde gar nicht beachtet.
Seitdem lebte Friedrich als Privatmann in Gotha; [* 25] den deutsch-französischen Krieg machte er im Stab [* 26] des Kronprinzen von Preußen mit. Am starb er plötzlich in Wiesbaden. [* 27] Er war seit vermählt mit Prinzessin Adelheid, Tochter des verstorbenen Fürsten Ernst von Hohenlohe-Langenburg (geb. Kinder dieser Ehe sind: Prinzessin Augusta Viktoria, geb. seit vermählt mit dem Prinzen Wilhelm von Preußen;
Prinzessin Karoline Mathilde, geb. 1885 vermählt mit dem Prinzen Friedrich Ferdinand von Glücksburg;
Herzog Ernst Günther, geb.
Prinzessin Luise Sophie, geb.
Prinzessin Feodore, geb.
[Schwaben] 66) Friedrich II., der Einäugige, Herzog von Schwaben, älterer Sohn Friedrichs I., des ersten Herzogs aus dem staufischen Haus, und der Tochter Kaiser Heinrichs IV., Agnes, geb. 1090, erhielt nach dem Tode des Vaters 1105 das Herzogtum Schwaben, während sein Bruder Konrad die fränkischen Güter, die königliche Mitgift der Mutter, empfing. Friedrich kämpfte mit unwandelbarer Treue für die Sache seines Oheims Heinrich V. und leistete, als der Kaiser 1116 nach Italien [* 28] gezogen war, als Reichsverweser den vereinten Angriffen der geistlichen und weltlichen Fürsten, welche Heinrichs V. Feinde waren, kraftvollen Widerstand in Schwaben und am Rhein, obgleich er dafür von einer Kirchenversammlung zu Köln [* 29] 1118 in den Bann gethan wurde.
Kaiser Heinrich hinterließ ihm und seinem Bruder das reiche Erbe des salischen Hauses. Obgleich Friedrich als Neffe Heinrichs V. sowie wegen seiner Macht und seiner persönlichen Tüchtigkeit den nächsten Anspruch auf die Kaiserwürde hatte, wurde doch, nachdem ihn der Erzbischof von Mainz [* 30] durch List zur Herausgabe der von Heinrich V. ihm übergebenen Reichsinsignien gebracht hatte, sein Nebenbuhler Lothar von Sachsen zum Kaiser gewählt (1125). Friedrich huldigte zwar Lothar; als dieser aber die Herausgabe der Reichsgüter, welche das salische Königshaus mit seinem Privatgut vereinigt habe, verlangte und Friedrich auf seine Weigerung hin in die Reichsacht erklärte (Januar 1126), befestigte dieser sofort seine Städte und Burgen [* 31] am Rhein, im Elsaß und in Schwaben, entsetzte das vom König und von böhmischen Mietstruppen belagerte Nürnberg, [* 32] verfolgte den erstern bis Würzburg [* 33] und kämpfte, selbst als sein Schwager, der Herzog von Bayern, von ihm abgefallen war, glücklich in Schwaben, Franken und am Rhein.
Aber zuletzt konnte er der Übermacht nicht mehr widerstehen, und als der Herzog Welf Ulm [* 34] einnahm und plünderte und Lothar in Schwaben einfiel, unterwarf sich Friedrich auf dem Reichstag zu Bamberg [* 35] im März 1135 und erhielt unter Vermittelung der Kaiserin Richenza Verzeihung und Bestätigung seines schwäbischen Herzogtums. Auch sein Bruder Konrad, Herzog von Franken, unterwarf sich. Als er nach Lothars Tod wiederum übergangen und sein Bruder Konrad zum Reichsoberhaupt ernannt wurde, stand Friedrich gleichwohl diesem treu zur Seite. Friedrich starb in Hagenau. [* 36]
67) Friedrich V., Herzog von Schwaben, zweiter Sohn Kaiser Friedrichs I. und der Beatrix von Burgund, geb. 1168, folgte 1169 dem Herzog Friedrich IV., Sohn Konrads III., der 1167 kinderlos gestorben war, als Herzog von Schwaben, anfangs unter Vormundschaft seines Vaters, begleitete diesen 1189 auf dem Kreuzzug, verlobte sich in Ungarn [* 37] mit der Tochter des Königs Bela, bestand siegreich mehrere Gefechte gegen die Griechen in Bulgarien, [* 38] wo er die nach Makedonien führenden Pässe erstürmte, und gegen die Türken in Asien, [* 39] eroberte Ikonion und befehligte nach dem Tode des Kaisers das Kreuzheer, dessen Rest er nach Antiochia führte. Darauf wandte er sich nach Akka, welches eben von den Christen belagert wurde, und starb nach tapfern Thaten, eine Zierde der deutschen Ritterschaft,
[Schweden.]
68) König von Schweden, dritter Sohn des Landgrafen Karl von Hessen-Kassel, geb. zu Kassel, [* 40] trat sehr jung in englische Militärdienste und kommandierte das hessische Hilfskorps im englisch-holländischen Heer während des spanischen Erbfolgekriegs. Seit 1715 in zweiter Ehe mit Ulrike Eleonore, der einzigen Schwester König Karls XII. von Schweden, vermählt, trat er mit dem Titel eines Generalissimus in schwedische Dienste [* 41] und ward nach Karls XII. Tod mit Bewilligung der Stände auf Grund einer Wahlkapitulation, welche die königlichen Rechte erheblich beschränkte, König von ¶