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Schätzungsweise 2000 Biber leben an Schweizer Bächen und Flüssen. Das war nicht immer so. Vom Ende der 50er Jahre bis zum Ende der 70er Jahre waren die Biber in der Schweiz ausgerottet. Daraufhin wurden Biber aus Norwegen, Russland und Frankreich für die Wiederansiedlung importiert.
Ursachen für die Ausrottung der Biber
Im Mittelalter wurde der Biber für den Verzehr gejagt. Im Christentum galt Biberfleisch als offizielle Fastenmahlzeit. Als Wassertier mit Schuppenschwanz wurde er damals als Fisch deklariert. Im 17. Jahrhundert erschien sogar ein Kochbuch für Mönche ausschliesslich mit Biberspezialitäten. Des Weiteren war ein Bibersekret sehr begehrt, das sogenannte „Bibergeil“. Diese harzige Substanz wird von der Castrodrüse im Anus der Tiere freigesetzt. Es wurde als Heilmittel für verschiedenste Beschwerden eingesetzt. Später fand auch die Parfümindustrie daran Gefallen, da der Duft anscheinend eine verführerische Wirkung hat. Der Biber selbst pflegt damit sein Fell und markiert sein Revier. Ebenso wurde er wegen seines dichten, wasserabweisenden Fells verfolgt.
Dazu trat später die Veränderung seines Lebensraums. Durch den Gewässerausbau wurden die natürlichen Uferlinien und –strukturen erheblich eingeschränkt. Zudem änderte sich die Gewässerdynamik, was zu schnellerem und höherem Hochwasser führte. Aber auch andere äussere Einflüsse, speziell der Ausbau des Verkehrs wurden dem Biber zum Verhängnis.
Eigenschaften des Bibers
Der Biber ist ein im Land und am Ufer lebendes Säugetier, dabei entfernt er sich nicht mehr als 300 Meter vom Gewässer. Indem er mit Ästen und Lehm Bäche staut und kleine Seen schafft, verbessert er sich seinen Lebensraum. Dabei ist der Biber äusserst geschickt. An Uferstellen konstruiert er sich Wohnbauten, wobei es verschiedene Bauarten gibt. Bei allen Wohntypen liegt der Eingang unter Wasser, was ihm einen weitgehenden Schutz vor Eindringlingen bietet. Der Biber ernährt sich ausschliesslich pflanzlich von insgesamt 170 Pflanzenarten sowie 60 Gehölzarten. Weil der Biber keinen Winterschlaf macht, ernährt er sich in der kalten Jahreszeit von Baumrinden, Ästen, Zweigen und Wurzeln. Die Zweige und Holzstücke lagert er am Baueingang, da er bei Schnee und Kälte über längere Zeit im Bau bleibt.
Ein Ärgernis für Forst- und Landwirte
Da Biber nicht klettern, nagen sie so lange am Baumstamm, bis er umfällt. Sie verursachen dadurch nicht nur Schäden am Gehölz, sondern auch an Infrastrukturanlagen im Gewässerraum, wie z. B. an landwirtschaftlichen Uferwegen, Fuss- und Wanderwegen sowie an Hochwasserschutzbauten. Allerdings steht der Biber auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten in der Schweiz und ist durch das eidgenössische Jagdgesetz geschützt. Um den Konflikten mit dem Biber aus dem Weg zu gehen, können Bäume so eingezäunt werden, dass der Biber nicht an ihnen nagen kann. Landwirte können ihre Obstgehölze mit Elektrozäunen sichern. Die nachhaltigste Lösung wäre aber natürlich, unseren Gewässern wieder breitere Uferzonen zu schaffen.
https://www.umweltnetz-schweiz.ch/themen/tierschutz/2349-der-biber-der-bauherr-des-waldes.html#sigProId9a9524c690
Obwohl der Biber auch Ärgernisse verursacht, leistet er einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt. In Biber-Lebensräumen konnte ein deutlicher Anstieg der Artenvielfalt erkannt werden, denn für Tiere und Pflanzen wie Laubfrosch, Libellen- oder Röhrichtarten eröffneten sich erst nach den Biberaktivitäten geeignete Lebensräume.