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Böden entwickeln sich sehr, sehr langsam. Ein Millimeter Boden entwickelt sich in durchschnittlich etwa 150 Jahren. Die meisten Schweizer Böden sind nach der letzten Eiszeit, d.h. in den letzten 10'000 Jahren entstanden. Die Entstehung der Böden ist ein komplizierter Vorgang.
Wind, Regen und der Wechsel von Kälte und Wärme lassen Gesteine verwittern. Die Gesteine werden zerkleinert oder teilweise aufgelöst – das Ausgangsmaterial der Bodenbildung entsteht. Die Eigenschaften des späteren Bodens sind dabei stark von den ursprünglichen Gesteinseigenschaften abhängig.
Aus den sich langsam zersetzenden Gesteinsteilchen können die ersten Pionierpflanzen Nährstoffe beziehen. Die abgestorbenen Reste dieser Pioniervegetation werden durch den Einfluss der Witterung und von Tieren in ihre organischen Bestandteile zerlegt. Allmählich entsteht der so genannte Humus.
Humus und Ausgangsmaterial werden vor allem von Bodenlebewesen durchmischt und miteinander verbunden. Ganz allmählich entsteht so ein dunkel gefärbter, humoser Oberboden. Er enthält die lebensnotwendigen Mineral- und Nährstoffe, welche die Pflanzen zum Wachstum brauchen.
Die Verwitterung der Mineralien und mit ihr die Bodenentwicklung setzt sich immer weiter in die Tiefe fort - ein Unterboden entsteht. Er enthält nur wenig oder gar keinen Humus, ist aber belebt, durchwurzelt und weist eine gewachsene Bodenstruktur auf. Der Unterboden spielt eine grosse Rolle im Wasser- und Nährstoffhaushalt. Häufig werden in ihm auch die mit dem Sickerwasser verlagerten Stoffe angereichert.