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Aussicht aus oberhalb von Grimentz (Bendolla- Avoin). In der zweiten Saisonhälfte fiel generell wenig Niederschlag. (Foto : M.Doctor)
Methode
Die Niederschläge, die Sonnenscheindauer und in geringerem Ausmass auch die Temperatur gehören zu den wichtigsten Wetterparametern für Touristen. Im Winter spielt die Schneehöhe auch eine wichtige Rolle. Für das ganze Wallis wurden diese Parameter für jeden Monat der Wintersaison 2014/15 mit dem dreissigjährigen Mittel 1981-2010 über sechs Messstationen von MeteoSchweiz verglichen. Es handelt sich um Zermatt (1638 m), Visp (640 m), Montana (1508 m), Sitten (482 m), Gross-Sankt-Bernhard (2472 m) und Aigle (381 m). Für die Schneehöhe wurde ein Vergleich mit dem Referenzmittel um die Monatsmitte berechnet. Dieses Mittel stützt sich jeweils und im allgemeinen auf mehr als 30 Jahre. Die 4 verwendeten Stationen vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos sind: Les Ruinettes (2200 m), Planachaux (1870 m), Montana (1590 m) und Zermatt (1600 m). Dies erlaubt es, einen Wetterrückblick für die vergangene Saison im Wallis zu erstellen. Da das Wochenend- (We) und Feiertagwetter sich für den Tourismus besonders wichtig erweist, wurde ein Durchschnitt einzig für diese Tage und für jeden Parameter separat berechnet.
Anleitung zur Grafikinterpretation
Die Abweichungen (in %) der Niederschlagsmenge (blau), der Sonnenscheindauer (gelb) und der Schneehöhe (grau bis blau) zur Norm wurden in einer Grafik zusammengestellt. Wenn die Abweichungen der Niederschlagsmenge (bzw. der Sonnenscheindauer und der Schneehöhe) negativ sind, erweist sich der betrachtete Monat im Vergleich zum langjährigen Mittel als zu trocken (bzw. zu trüb und schneearm). Wenn alle Abweichungen hingegen positiv sind, deutet dies auf einen Niederschlags-, einen Sonnen- sowie einen Schneehöheüberschuss hin. Wenn positive Temperaturabweichungen (in Grad Celsius) aufgetreten sind, weist dies auf wärmeres Wetter als normal hin.
Februar 2015: Kalt, trocken und Verbesserung der Schneebedingungen
Während sich Dezember 2014 und Januar 2015 als zu mild erwiesen, war der Februar 2015 von tieferen Temperaturen als das langjährige Mittel von 1981-2010 gekennzeichnet. Somit betrug die Kälteabweichung 0.7°C für das ganze Wallis. Das unterscheidet ihn stark vom Februar 2014. Dieser erwies sich mit einem Wärmeüberschuss von 1.8°C deutlich wärmer als im langjährigen Mittel von 1981-2010. Erwähnenswert ist, dass im Rhonetal jeder Tag des Monates Februar 2014 wärmer als üblich ausfiel. 2012 und 2013 fiel dagegen der Februar deutlich kälter aus als im langjährigen Mittel von 1981-2010. Die Wärmeabweichungen betrugen für den gesamten Kanton -4.3°C bzw. -2.6°C.
Im Februar 2015 war es vor allem in der ersten Dekade kalt. In Montana, zum Beispiel, übertraf das Wärmedefizit täglich 4°C. Während der zweiten Dekade (mit Ausnahme des Wochenendes vom 14./15. Februar) folgte eine hochdruckbestimmte Periode. Diese verursachte eine Milderung in der Höhe, währenddessen die kalten Nächte, typisch für hochdruckbestimmte Wetterlagen, diese Milderung im Rhonetal verzögerten. Ab dem 21. Februar wurden die Wetterlagen generell tiefdruckbestimmt. In der Höhe gingen die Temperaturen wieder zurück, während die oft bewölkten Nächte einen Wärmeverlust in den Tälern, vor allem im Rhonetal, verhinderten. Aufgrund der Abwechslung von hoch- und tiefdruckbestimmten Wetterlagen, fielen die Temperaturabweichungen in den tieferen Lagen und in der Höhe ähnlich aus. Diese Abwechslung bot ausserdem eine Sonnenscheindauer nahe zu der Norm –mit einem Defizit von nur 9%. Ein ungewöhnlicher Hochnebel, der anfangs Februar ins Rhonetal bis auf eine Höhe von 1500 bis 1700 M. ü. M. einsickerte, war die Ursache dieses geringen Defizits. Die sehr sonnenreiche zweite Dekade des Monates (entsprach den Genfer- und Fastnachtsferien) kompensierte die letzten 8 Tage des Monats (Sportferien der Waadtländer), die generell sonnenarm waren.
Anderes Merkmal des Monats: der ausgeprägte Niederschlagsmangel. Tatsächlich machten die Niederschläge (Regen oder Schnee) nur die Hälfte der üblichen Mengen in dieser Periode aus. In den meisten Regionen des Kantons waren die Störungen eher wenig aktiv. Im Zentralwallis erreichten die Niederschlagssummen nur 10% der Normwerte 1981-2010. Im Kontrast dazu fiel im Februar 2014 die Niederschlagssumme beinahe doppelte so hoch wie das langjährige Mittel 1981-2010 aus.
Es muss noch vermerkt werden, dass das Wetter an den Wochenenden im Vergleich zum Gesamtdurchschnitt des Monats Februar unfreundlicher ausfiel: Die Niederschlagsmengen waren weniger defizitär (-32% auf die Wochenenden, -52% auf den gesamten Monat bezogen) und das Sonnendefizit höher (-52% d.h. nur die Hälfte der üblichen Sonnenscheindauer versus -9% für den gesamten Monat). Betrachtet man die Frequenz, so fielen in Zermatt Niederschläge jeden Samstag und Sonntag, mit Ausnahme des schönen Wochenendes von 7./8. Februar. Auf dem Grossen Sankt Bernhard gab es an den Wochenenden keinen einzigen Sonnenstrahl, mit Ausnahme vom 7./8 Februar.
Schneebedingungen
Die ergiebigen Niederschläge, die von Ende Januar bis Anfangs Februar fielen, gewährleisteten generell deutlich bessere Schneeverhältnisse im Februar als während der ersten Winterhälfte. Im Februar fielen sie ausserdem – im Gegensatz zur ersten Winterhälfte – in Form von Schnee meist bis in tiefere Lagen. Somit wurden die Regionen mit bescheidenen Höhen (1000- 1500 M. ü. M.) auch gut beschneit. Da die Schneemengen jedoch in der ersten Winterhälfte sehr gering waren, erwiesen sich die Schneehöhen für den ganzen Monat als mittel (generell 70 bis 90% der langjährigen Mittel der Schneehöhen). Nichts desto trotz wurde ein grosser Teil des Defizits kompensiert. Zur Erinnerung erreichten die Schneehöhen Mitte Dezember nur 25% der langjährigen Mittel und 50% Mitte Februar (http://www.slf.ch/schneeinfo/Archiv/lwdarchiv/2015/hsrel/de/gif). Ausserdem sind die absoluten Schneemengen im Mittel grösser im Februar als im Dezember und im Januar. Wie diese untenstehende Tabelle schildert, erwies sich jedoch der Februar der vorangegangenen Jahre generell als schneereicher. Ende Februar 2014 wurden für das ganze Wallis durchschnittlich 14% grössere Schneehöhen als üblich gemessen. Dieser Überschuss war sogar doppelt so gross Ende Februar 2013 und knapp dreifach so gross Ende Februar 2012. Dagegen gab es im Februar 2011 (-38%) einen deutlich grösseren Schneemangel als in diesem Jahr. Ende Februar 2010 erreichte das Schneedefizit nur 3%.
Ähnlich wie im Januar 2015, hielten die regional unterschiedlichen Verteilungen der Schneeverhältnisse an. Diese Karte des SLF vom 26. Februar 2015 zeigt es auf: http://www.slf.ch/schneeinfo/Archiv/lwdarchiv/2015/hsrel/de/gif/20150226_hsrel_de_c.gif. Wenn die verschiedenen Karten des Monats Februar berücksichtigt werden, können die Schneebedingungen für den ganzen Februar in folgende Regionen unterteilt werden:
1) Region von Saas-Almagell bis Nufenen über Simplon und Binntal
Sie waren die einzigen Regionen im Wallis, wo die Schneehöhen überdurchschnittlich ausfielen. Diese entsprachen 100 bis 125% der Normwerte. In dieser Region wuchsen die Schneedecken vor allem in der zweiten Monatshälfte (bis 140%) an, dank der ergiebigen Schneefälle der Wochenenden vom 14./15. und 21./22. Februar bei starker Südströmung.
2) Portes du Soleil, Ovronnaz, von Saas-Fee bis Goms und vom Grossen Sankt Bernhard nach Arolla über Bagnes-Tal
Die Schneehöhen erreichten 90 bis 100% des langjährigen Durchschnittes.
Am Anfang des Monats waren die Schneehöhen vor allem im Westen des Kantons überdurchschnittlich (Portes du Soleil, Ovronnaz), weil die ergiebigen Schneefälle von Ende Januar bei vorherrschender Westströmung fielen. Die Schneefälle bei südlicher Anströmung der Wochenenden 14./15. und 21./22. Februar kamen vor allem in Saas-Fee, Goms und in den Regionen vom Grossen Sankt Bernhard nach Arolla übers Bagnes-Tal vor.
3) Region von Siders bis Lötschental und Mattertal
Die Höhen der Schneedecken entsprachen nur 50-70% des Normwertes. Während dieses Februars waren diese Walliser Regionen am wenigsten beschneit. Ende Januar/Anfangs Februar kamen die Höhenströmungen zu oft aus Westen (statt Nordwest), um genügend Schnee vom Lötschental bis Montana zu bringen. Ausserdem waren die Südströmungen während der Wochenenden vom 14./15. und 21./22. Februar nicht stark genug für das Anniviers Tal (Eifischtal) und Mattertal und nicht genügend südöstlich orientiert, um diese Regionen genügend zu beschneien.
4) Übriges Wallis
Die Schneehöhe erreichte nur 70-90% des Normwertes. Alle dieser Region zugeordneten Orte wie Hérens Tal, Anzère, sowie Nendaz-Veysonnaz wurden vor allem von den westlichen Strömungen Ende Januar/Anfangs Februar beschneit.
Zum Schluss, ein anderes Element, das die touristische Frequenz beeinflussen kann: Die Schneedecke in den tieferen Lagen... Eine Schneedecke in den Niederungen kann die Touristen anregen, um auf die Skipisten zu fahren. Wie diese untenstehende Tabelle zeigt, erwiesen sich die Anzahl Tage mit einer Schneedecke von wenigstens 1 cm in den Niederungen als hoch. Mit 16 Tagen war dieser Februar am schneereichsten seit 2010 in Sitten. Im Flachland (Genf und Payerne) waren Februar 2012 und 2013 noch schneereicher. Dagegen war die Stimmung sowohl im Februar 2011 wie im Februar 2014 kaum winterlich in den tieferen Lagen der Westschweiz.
März 2015: Mild, Niederschläge grösstenteils am Monatsende
Nach einem kälteren Februar 2015 als üblich, fiel der März 2015 im ganzen Wallis wärmer aus als das langjährige Mittel 1981-2010. Der Wärmeüberschuss von 1.3°C war in allen Höhenlagen relativ homogen. Grund dafür waren die abwechselnden Wetterlagen von sehr turbulent am Anfang sowie am Ende des Monats, und den deutlich stabileren Hochdruckwetterlagen Mitte Monat (von 5. bis 20, März). Mit Wärmeüberschüssen von etwa 1.8°C waren die Monate März 2011 und 2014 leicht milder als der März 2015. Im 2012 erwies er sich jedoch als noch wärmer mit einer Temperaturabweichung von +3.2°C im Vergleich zum langjährigen Temperaturmittel 1981-2010! Nur der März 2013 verzeichnete eine negative Temperaturabweichung zum Temperaturnormwert von 1981-2010.
Ein wichtiges Merkmal vom März 2015: Der grosse Niederschlagsüberschuss von über 150% für das ganze Wallis. Es muss unbedingt ein Augenmerk auf die Interpretation dieser Aussage gelegt werden: Die übermässigen Niederschläge konzentrierten sich nur auf 4 Tage! Bei stürmischen Westwinden regnete es am 1. und 2., sowie vor allem auch am 29. und 30. März. Tatsächlich fielen an diesen zwei Tagen mehr Niederschläge im Zentral- und Oberwallis, als während eines gewöhnlichen Monats März insgesamt. In Sitten zum Beispiel wurden am 29. und 30. März 43 mm Regen gemessen. Im Vergleich dazu liegt das langjährige Mittel von 1981-2010 der kumulierten Niederschläge für März bei 42 mm. In Zermatt fielen an besagten Tagen sogar 48 mm Niederschläge, wobei die langjährigen kumulierten Märzniederschläge bei 39 mm liegen. Hätte der März nur 28 Tage (wie der Februar), wären die Niederschläge deutlich defizitär ausgefallen. Erwähnenswert ist die sehr stabile Periode vom 5. bis 20. März. Das Wetter blieb im Wallis meist trocken (mit Ausnahme der Schneefälle vom 15. bis 17. März bei starken Süd- bis Südostwinden, welche vom südlichen Saastal bis zum Nufenen über den Simplon und das Binntal fielen, während es anderswo im Wallis wegen des Föhns trocken war. Diese hochdruckbestimmte Periode war auch sehr sonnig; was die Sonnenarmut des Monatsanfangs (1.-4. März) sowie diejenige der letzten Monatsdekade kompensierte. Die Sonnenscheindauer vom März 2015 war somit im Wallis beinahe normal. Erwähnenswert ist, dass die Sonnenscheindauer in der Nordschweiz einen grossen Überschuss verzeichnete ( http://www.meteoschweiz.admin.ch/content/dam/meteoswiss/de/Klima/Gegenwart/Klima-Berichte/doc/klimabulletin_maerz_2015.pdf ).
Macht man einen Vergleich der letzten 5 Jahre, kann die positive Korrelation zwischen der Sonnenscheinrate und der Temperaturabweichung beobachtet werden: Der März im 2011 und 2014 fiel jeweils milder aus als dieses Jahr und es wurde jedes Mal ein Sonnenüberschuss von etwa 30% gemessen. Im 2012 waren es sogar über 50% und der Wärmeüberschüsse sogar doppelt so gross wie im 2011 und 2014! Im März 2013 hingegen schien die Sonne eher spärlich (Rate von -23%) und er fiel daher auch kälter aus als üblich.
Ähnlich wie im Februar war das Wetter an den Wochenenden noch ungünstiger als dasjenige des Monatsdurchschnittes: Eine deutlich unterdurchschnittliche Sonnenscheindauer (-17%) und markant überschüssige Niederschläge (der Überschuss war sogar doppelt so hoch an den Wochenenden im Vergleich zum ganzen Monat). Dies kann durch das sehr trübe und niederschlagsreiche Wetter vom 1..und 29. März, und in bescheidenem Ausmass dasjenige vom 21. März, erklärt werden. Nur das sehr schöne Wochenende vom 7./8. März war wirklich ideal für die Wintersportler. Als Erinnerung, im Februar waren genau die gleichen Tage 7./8. wirklich schön.
Schneebedingungen: Akzeptabel am Monatsanfang, danach ungünstig, vor allem unterhalb von 1800 M. ü. M.
Die Schneehöhen im März lagen im Wallis unter dem Durchschnitt (generell zwischen 60 und 90% des langjährigen Mittels). Dies resultierte vor allem aus der bereits unterdurchschnittlichen Schneehöhe vom Februar, sowie einem Niederschlagsdefizit bis am 29. März und überdurchschnittlichen Temperaturen.) (http://www.slf.ch/schneeinfo/Archiv/lwdarchiv/2015/hsrel/de/gif ).
Der Schneemangel war jedoch deutlich weniger akut als während der ersten Winterhälfte (die Schneehöhen erreichten nur 25 bis 50% der Normwerte).
Die untenstehende Tabelle zeigt die Entwicklung der Schneehöhen im März von 2010 bis 2015. Daraus kann zum Beispiel abgelesen werden, dass sich die Schneehöhen Ende März 2015 weit unter dem Rekord von 2013 befinden (Überschuss von 50%), aber nicht so stark wie im 2011, als die durchschnittliche Schneehöhe im Wallis insgesamt 67% unter dem langjährigen Mittel lag.
Bei der Analyse der verschiedenen Perioden vom März 2015 kann festgestellt werden, dass am Monatsanfang, im Allgemeinen, fast normale Schneehöhen verzeichnet wurden. Das ist auf die ziemlich ergiebigen Niederschläge vom 1. bis 4. März, gefolgt von eher kaltem Wetter, zurückzuführen. Danach folgte jedoch weitgehend trockenes Wetter (mit Ausnahme des 15. bis 17. März, südlich des Oberwallis, und dem 21.März) und frühlingshafte Temperaturen. Das Schneedefizit nahm im Verlauf des Monats bis am 28. März vor allem in den höheren Lagen der Skiorte zu. Zum Schluss vermochten die starken Niederschläge ganz am Ende des Monates die Höhenlagen oberhalb von etwa 1800 M. ü. M. beträchtlich zu beschneien.
Im Allgemeinen waren die Schneehöhen oberhalb von 1800 M. ü. M. während dieses Monates März mehr oder weniger normal, während ein Defizit unterhalb dieser Höhe festgestellt wurde. Dies war übrigens auch im Januar der Fall.
Wie bereits im Januar und Februar 2015, wurden im März des gleichen Jahres beträchtliche Unterschiede in den verschiedenen Walliser Regionen festgestellt. Folgende Karte des SLF vom 26. März 2015 zeigt dies deutlich: (http://www.slf.ch/schneeinfo/Archiv/lwdarchiv/2015/hsrel/de/gif/20150326_hsrel_de_c.gif). Die Verteilung der Schneemenge nach Region ist zu vergleichen mit derjenigen vom Februar.
Wenn die verschiedenen Karten des Monats März berücksichtigt werden, können die Schneebedingungen in folgende Regionen unterteilt werden:
1) Südliches Saastal bis Nufenen über Simplon und Binntal
Ähnlich wie im Februar waren sie die einzigen Regionen im Wallis, in der die Schneehöhen überdurchschnittlich ausfielen. Diese entsprachen 100 bis 130% der Normwerte. Diese Regionen waren die einzigen im Wallis, die um die Monatsmitte dank einer starken Süd bis Südost Strömung von ergiebigen Schneefällen erfasst wurden, während das Wetter anderswo im Wallis trocken blieb. Unmittelbar nach diesen Schneefällen erreichten Schneehöhen oberhalb von 2000 M. ü. M sogar 140% der Normwerte.
2) Region von Siders bis Lötschental und Mattertal
Die Höhen der Schneedecken entsprachen nur gerade 30-60% des Normwertes. Wie auch in den anderen Wintermonaten wurden diese Regionen am wenigsten beschneit. Am Monatsanfang waren die Niederschläge, die von Westströmungen gebrachten wurden, nicht ergiebiger als im übrigen Wallis. Somit konnte der bereits im Februar registrierte Schneemangel nicht kompensieret werden. Dazu kam, dass sich die Schneefälle vom 15. bis 17. März, die von Süd- bis Südostströmungen gebracht wurden, sich auf das südliche Saastal und Simplon beschränkten und das Annivers- und Mattertal nicht erreichten.
3) Übriges Wallis
Die Schneehöhen erreichten global 60-90% des Normwertes. Es ist zu vermerken, dass die Schneemengen während der ersten Woche des Monates immerhin 90 bis 110% des Normwertes erreichten, was dem langjährigen Mittel entsprach. In den Regionen des Grossen Sankt Bernhards bis Arolla und über das Bagnestal, fielen die Schneehöhen in dieser ersten Woche, vor allem oberhalb von 2000 M. ü. M., sogar überdurchschnittlich aus. Erwähnenswert ist, dass die Schneedecke in der Region der Portes du Soleil geringer war (vor allem in der zweiten Monatshälfte), aufgrund ihrer relativ bescheidenen Höhe.
Zum Schluss ist zu vermerken, dass an keinem Tag im März 2015, weder in den tieferen Lagen im Wallis, noch im Westschweizer Mittelland, eine Schneedecke registriert wurde.
April 2015: Sonnig, trocken und warm, aber kalt über Ostern
Nach einer eher kalten Woche über Ostern fiel der April 2015 milder als üblich aus. Die Wärmeabweichung erreichte beinahe 2°C für das gesamte Wallis im Vergleich zum langjährigen Mittel 1981-2010. Dank diesem Wärmeüberschuss entwickelte sich die Vegetation speziell schnell. Während ihre Entwicklung am Monatsanfang noch dem langjährigen Mittel entsprach, verzeichnete sie am Monatsende eine Woche Vorsprung im Vergleich zum langjährigen Mittel (http://www.meteoschweiz.admin.ch/content/dam/meteoswiss/de/Klima/Gegenwart/Klima-Berichte/doc/klimabulletin_april.pdf). In höheren Lagen überschritt der Wärmeüberschuss sogar 2°C, während er im Rhonetal etwas bescheidener ausfiel. Die grössere Wärmeabweichung in den Bergen im Vergleich zu den tieferen Lagen ist typisch für stabile Hochdruckwetterlagen, wie sie im vergangenen April vorherrschten. Dies ist selten für einen Monat April, in dem normalerweise „das Wetter macht, was es will“…. In verschiedenen Schweizer Wetterstationen wurden sogar Rekordluftdruckwerte gemessen (http://www.meteoschweiz.admin.ch/content/dam/meteoswiss/de/Klima/Gegenwart/Klima-Berichte/doc/klimabulletin_april.pdf). Es gab zwei ziemlich lange und stabile Hochdruckperioden, und zwar vom 6. bis 15. April (mit Ausnahme der wenig aktiven Störung vom 11.) und vom 18. bis 24. April. Erwähnenswert ist, dass der April 2014 noch milder war. Speziell das Wetter an Ostern (die 2 Wochen später war als im 2015) fiel, deutlich wärmer aus. Der April 2011 war mit einer Wärmeabweichung von knapp 4°C im Vergleich zum langjährigen Mittel 1981-2010 sogar doppelt so warm wie 2015!
Die vorherrschenden Hochdruckwetterlagen wirkten sich positiv auf die Sonnenscheindauer aus. Ihr Überschuss erreichte im Mittel 22% für das ganze Wallis und alle Regionen profitierten davon - vor allem solche, wie das Chablais, die Berner Alpen, die Gipfel des Walliser Hauptkammes und das Goms, die eher zu den sonnenarmen Regionen des Wallis zählen, was typisch für andauernden langen hochdruckwetterlagen ist. Während der langen Hochdruckperioden vom April 2015 wurden in vielen Walliser Stationen eine relative Sonnenscheindauer von 90 bis 100% gemessen – wobei 100% der maximal möglichen Sonnenscheindauer entspricht. Im April 2014 schien die Sonne auch öfter als üblich, im Gegensatz zu April 2012 und 2013. Im aussergewöhnlichen April 2011 war der Sonnenscheindauer-Überschuss sogar zwei Mal so hoch wie in diesem Jahr.
Eine andere Folge des vorherrschenden Hochs im April 2015: unterdurchschnittliche Niederschläge. Die Monatssumme der Niederschläge erreichte nur zwei Drittel der langjährigen Monatssumme. Alle Walliser Regionen waren von diesem Niederschlagsdefizit betroffen, besonders am Simplon (10% der langjährigen Monatssumme). Im Gegensatz dazu waren die Monate April von 2012 bis 2014 niederschlagsreicher als der Normwert. Im April 2011 herrschte Trockenheit.
Wenn nur die Wochenende und Osterfeiertage berücksichtigt werden, fiel das Wetter, wie schon im Februar und im März, weniger günstig als für die Werktage aus,. Erwähnenswert ist, dass die Osterferienwoche (7.-10. April) speziell sonnenreich war. Der Wärmeüberschuss der Wochenende und Feiertage war zweimal bescheidener als im Monatsdurchschnitt. Dies wirkte sich jedoch eher positiv auf die Frequenzzahl der Skipisten aus. Wenn es im Frühling warm ist, zieht es die Leute nicht mehr häufig in den Schnee..
Was die Schneebedingungen betrifft, so waren sie dank der ergiebigen Schneefälle der letzten Märztage noch ziemlich gut oberhalb von 1800 M. ü. M. Jedoch wurden die Schneehöhen wegen der warmen, trockenen und sonnenreichen Witterung im April ziemlich schnell defizitär. In der Monatsmitte erreichten die mittleren Schneehöhen im Wallis nur noch die Hälfte der üblichen mittleren Schneehöhen. Erwähnenswert ist, dass die Schneehöhen im April 2014 noch defizitärer als dieses Jahr ausfielen, im Gegensatz zu den anderen Monaten der Wintersaison. Ein möglicher Grund: Im 2014 wurde es Anfang April bereits warm, während dessen es dieses Jahr erst eine Woche später warm wurde. Ausserdem nahmen die Differenzen der Schneemenge je nach Region ab.