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Valerie Plame ist die Ehefrau des Exbotschafters
Joseph Wilson, der vor 5 Jahren nach Niger gesandt worden war, um
Berichte zu bestätigen, dass der Irak nukleares Material vom afrikanischen
Staat erhalten haben soll.
Wilson schrieb im Sommer 2003 einen Gastbeitrag für die Zeitung "New York Times",
in dem er der Regierung vorwarf, zur Rechtfertigung des Irak-Kriegs fragwürdige
Geheimdienstinformationen genutzt zu haben. Acht Tage später wurde
seine Frau in einem Artikel des Journalisten Robert Novak als CIA-Agentin
enttarnt. Es wird vermutet, dass die Enttarnung ein Racheakt aus Regierungskreisen
war.

Das Verfahren gegen Vizeipräsidents Ex-Stabschef "Scooter" Libby war erst
vor ein paar Wochen zu Ende gegangen: Libby wurde wegen Meineids und
Behinderung der Justiz verurteilt. Das Strafmass wird im Juni bekanntgegeben.
Der frühere US-Vizeaussenminister Richard Armitage gab bereits im
September 2006 zu, die Identität Plames versehentlich enthüllt zu haben.
Schon das Scooter Libby Verfahren gab in den USA viel Presse. Valerie Plume hat ein
Buch geschrieben, dessen Publikation aber noch aus "Sicherheitsbedenken" vom CIA
aufs Eis gelegt worden ist. Die Geschichte hat auch Potential für einen Film.

WELT ONLINE dokumentierte am 6. März
Chronik der US Agentenaffaire":|
6. Juli 2003: Der frühere US-Diplomat Joseph Wilson
veröffentlicht einen Meinungsartikel in der Zeitung "The New York
Times", in dem er von seiner vom US-Geheimdienst CIA gesponserten Reise
nach Afrika aus dem Jahr 2002 berichtet. Demnach konnte Wilson die
Vorwürfe der Bush-Regierung nicht bestätigten, dass der Niger
dem Irak bei der Beschaffung von Nuklearmaterial geholfen habe.
23. Juni 2003/8. und 12. Juli 2003: Die New York Times-Journalistin Judith
Miller spricht mit dem damaligen Stabschef von Vizepräsident Cheney,
Lewis Libby, über Wilsons' Reise nach Niger. Libby und Miller treffen
sich erneut am 8. Juli und telefonieren am 12. Juli miteinander. In der
Anklage gegen Libby heisst es, er habe Miller bei diesen Gesprächen
erzählt, dass Wilsons Ehefrau für die CIA arbeitete. Miller hat
dagegen gesagt, Libby habe Wilsons Frau Valerie Plame nicht namentlich
genannt. In der Anklage heisst es weiter, dass Libby am 12. Juli auch
mit Matthew Cooper von der Zeitschrift Time gesprochen habe. Libby habe
dabei bestätigt, gehört zu haben, dass Wilsons Ehefrau mit
dessen Reise nach Niger zu tun gehabt habe.
8. und 11. Juli 2003: Der damalige politische Top-Berater von
US-Präsident George W. Bush, Karl Rove, spricht am 8. Juli mit dem
Journalisten Robert Novak und am 11. Juli mit Cooper über Wilsons
Ehefrau. Rove erwähnte angeblich keinem Reporter gegenüber
den Namen von Plame oder ihre Tätigkeit als Agentin.
14. Juli 2003: Novak veröffentlicht einen Artikel, wonach
Wilsons Ehefrau eine CIA-Agentin ist. Novak zufolge haben ihm zwei
Regierungsmitarbeiter gesagt, sie habe Wilsons Reise in den Niger
vorgeschlagen. Daraufhin wirft Wilson dem US-Präsidialamt vor,
die Identität seiner Ehefrau offen gelegt zu haben, um ihn wegen
seines Artikels über den Irak zu diskreditieren.
26. September 2003: Das US-Justizministerium ermächtigt die
Bundespolizei FBI, eine Untersuchung einzuleiten, ob im Zusammenhang mit
Novaks Artikel über Plame das gesetzliche Verbot der Enttarnung
von US-Geheimdienstagenten verletzt wurde. Drei Monate später
übernimmt Patrick Fitzgerald als Sonderermittler die Untersuchung.

30. September 2005/12. Oktober 2005: Miller sagt vor der Grand Jury
über die Gespräche mit Libby aus. Zuvor sass sie fast drei
Monate wegen der Weigerung in Haft, ihre Quellen offen zu legen. Am
12. Oktober sagt Miller erneut aus. Vorher übergab sie Unterlagen
mit Einzelheiten zu ihrem Gespräch mit Libby vom 23. Juni 2003.|
28. Oktober 2005: Gegen Libby wird wegen Falschaussage, Behinderung der
Justiz sowie Meineids Anklage erhoben. Bei einer Verurteilung drohen ihm
bis zu 30 Jahre Haft. Libby tritt umgehend nach der Anklage zurück
und erklärt, er rechne damit, entlastet zu werden. Rove bleibt
weiter unter Beobachtung, wird aber nicht angeklagt.
3. November 2005: Libby beteuert bei seiner ersten Anhörung nach
der Anklage seine Unschuld.
3. Februar 2006: Ein Bundesgericht setzt den Termin für den Beginn
des Prozesses gegen Libby auf Anfang 2007 fest.
13. Juni 2006: Roves Anwalt erklärt, Sonderermittler Fitzgerald
wolle keine Anklage gegen Rove erheben. Damit muss sich der damalige
Spitzenbeamte nicht vor Gericht verantworten.
16. Januar 2007: Der Libby-Prozess beginnt.
6. März 2007: Libby wird in vier von fünf Anklagepunkten
verurteilt. Ihm drohen 25 Jahre Haft.