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Die Hornhaut (Kornea) des Auges liegt wie ein Fenster im vorderen Teil des Augapfels und sorgt durch ihre Transparenz und ihre Brechkraft von etwa 43 Dioptrien, zusammen mit den anderen brechenden Medien des Auges, für eine gute Abbildung der Umwelt auf der Netzhaut, auf der die Sinneszellen liegen. Sie ist aus fünf Schichten (siehe untenstehendes Schema) aufgebaut und hat eine Dicke von zentral rund 530 um und peripher rund 670 um. Zur Seite schliesst sich die Lederhaut (Sklera) an, die von der Bindehaut (Konjunktiva) bedeckt ist. Die vorderste Zelllage der Hornhaut ist das Epithel, das durch die am Rand der Hornhaut (Limbus) gelegenen Stammzellen kontinuierlich erneuert und im Falle von traumatischen Defekten repariert werden kann. Darunter liegt die festigende Bowmanschicht und das Stroma, welches für die Stabilität der Hornhaut sorgt. Auf der darunter liegenden Descemetmembran befindet sich das Endothel. Es handelt sich dabei um eine einschichtige Zelllage, deren Funktion das stete Herauspumpen von Wasser aus der Hornhaut ist. Damit wird die Transparenz der Hornhaut aufrechterhalten. Die Endothelzellen erneuern sich nicht und bei Erkrankungen oder Verletzungen kann es als Folge der Minderfunktion zu einem Anschwellen der Kornea (Hornhautödem) kommen, was zu einer Verschlechterung des Sehens und bei weiterem Fortschreiten auch Schmerzen führen kann.
Infektiöse Hornhautentzündung (Infektiöse Keratitis)
Durch das Eindringen von Erregern in die Hornhaut kann es zu einer Entzündung derselben kommen. Als Mikroorganismen stehen Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten (vor allem Akanthamoeben) im Vordergrund. Es kann dabei zu langwierigen Therapie-Verläufen kommen. Besonders gefährdet für infektiöse Keratitiden sind Kontaktlinsenträger. Wichtig ist es, im Falle eines Auftretens von Beschwerden wie einer Augenrötung, Fremdkörpergefühl bis hin zu Schmerzen, Blendungsempfindlichkeit und einer verschlechterten Sehschärfe die Augenärztin oder den Augenarzt frühzeitig aufzusuchen, damit frühstmöglich eine Diagnose gestellt und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden kann.
In der Regel kommt es dabei unter einer intensiven Augentropfentherapie, gegebenenfalls auch unter einer systemischen Therapie, zu einem narbigen Abheilen der Hornhautentzündung, wobei die Narbe je nach Lage auch eine Minderung der Sehschärfe oder eine Blendungsempfindlichkeit verursachen kann. In leichteren Fällen kann die Therapie ambulant erfolgen, in schwererwiegenden Fällen muss eine stationäre Behandlung durchgeführt werden.
Infektiöse Keratitis mit narbiger Abheilung unter Therapie
Hornhaut-Sprechstunde