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31.01.2014
Stürze und Wundliegen in Schweizer Spitälern
Im Auftrag des ANQ erfolgte am 6. November 2012 die zweite nationale Messung über Stürze und Dekubitus (Wundliegen) im Spital. Beteiligt waren 132 Spitäler und Spitalgruppen, die Daten bei 13‘651 Patientinnen und Patienten erhoben. Die Raten der Stürze und der Dekubitus nahmen im Vergleich zum Vorjahr leicht ab. Allerdings wurde diese Abnahme von der risiko-bereinigten Auswertung nicht bestätigt. Für eine deutlichere Aussage müssen die Resultate der Messung 2013 abgewartet werden.
Im Vergleich zum Vorjahr ging die Rate der im Spital erworbenen Dekubitus Kategorien 1–4* zurück und lag im Messjahr 2012 bei 4.4 Prozent (Vorjahr: 5.8). Klammert man Grad 1 aus, erhält man eine Dekubitus-Rate der Kategorien 2–4 von 1.7 Prozent (Vorjahr: 2.1). Auch die Sturzrate während eines Spitalaufenthalts nahm gegenüber 2011 ab und lag 2012 bei 3.8 Prozent (Vorjahr: 4.3). Diese rück-läufige Tendenz wurde jedoch nach Anwendung des statistischen Verfahrens, das die Risikofaktoren der Patient/innen berücksichtigt, nicht bestätigt. Die risikobereinigten Vergleiche zeigen erneut eine grosse Homogenität der Spitäler. Lediglich sechs Spitäler unterscheiden sich statistisch wesentlich von den andern.
Internationaler Vergleich möglich
Angewandt wurde die Messmethode «International Prevalence Measurement of Care Problems» (LPZ International) der Universität Maastricht, Niederlande. Das LPZ-Verfahren wird in mehreren europäi-schen Ländern eingesetzt und erlaubt entsprechende Vergleiche. Im direkten Vergleich mit LPZ-Messungen anderer Länder und mit Daten in der Literatur sind beide Schweizer Dekubitus-Raten niedrig. Hingegen ist die Häufigkeit der Stürze, die sich im Spital ereignen, relativ hoch.
Nutzen für Spitäler und Hospitalisierte
In den teilnehmenden Spitälern waren am Messtag 18‘105 Patientinnen und Patienten über 18 Jahre hospitalisiert. Davon beteiligten sich 13‘651 an der Messung, was 75.4 Prozent entspricht (Vorjahr: 68.1 Prozent). Für weitere Messungen wird eine Beteiligung von 80 Prozent angestrebt, weil dies die Vergleichbarkeit der Daten erhöht. Alle patientenbezogenen Angaben wurden verschlüsselt erhoben.
Mit dieser Messung liegen zum zweiten Mal umfangreiche Aussagen zur Häufigkeit von Sturz und Dekubitus auf nationaler Ebene vor. Die Messung wird auch in Zukunft einmal pro Jahr durchgeführt werden. Eine jährliche Wiederholung unterstützt die Spitäler in ihren Anstrengungen, die Risiken für Sturz und Dekubitus bestmöglich zu reduzieren. Denn sie erhalten damit die Möglichkeit, ihre eige-nen Messergebnisse regelmässig mit den Gesamtresultaten zu vergleichen und laufend weitere
Massnahmen zur Reduktion von Stürzen und Dekubitus zu ergreifen.
* Der im Spital erworbene Dekubitus ist wie folgt eingeteilt: Kategorie 1: nicht wegdrückbare Rötung der intakten Haut | Kategorie 2: Teilverlust der Haut | Kategorie 3: Verlust der Haut | Kategorie 4: Vollständiger Haut- oder Gewebeverlust.