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Körperliche und psychische Wirkungen des Alkohols: Die toxische Wirkung des Alkohols kann fast jedes Organ des menschlichen Körpers schädigen und die Entwicklung verschiedener Krankheiten begünstigen.
Alkoholkonsum kann auch mit einer Reihe von sozialen Problemen in Verbindung stehen, insbesondere im persönlichen Umfeld der Betroffenen oder in Form von Gewaltakten gegenüber Dritten oder sich selber.
Für alkoholbedingte Krankheiten besteht eine Dosis-Wirkung-Relation, d.h. mit steigender Konsummenge nimmt auch das Risiko zu. Trinkmuster und -häufigkeit sind ebenfalls von Bedeutung. Chronisch risikoreicher Konsum kann die genannten Erkrankungen begünstigen, während punktuell risikoreicher Konsum vor allem das Verletzungsrisiko erhöht und sich im wiederkehrenden Fall auf das Herz auswirkt. Studien zeigen, dass alkoholfreie Tage gewisse Risiken reduzieren, besonders für Leberkrankheiten. Der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und bestimmten Krankheiten, vor allem Krebsarten, sind in der Allgemeinbevölkerung erst wenig bekannt.
Folgen des Alkoholkonsums : Kennzahlen
Behandlung und Spitaleinweisung wegen Alkoholkonsums
Strassenverkehr: Einfluss von Alkohol auf die Fahrtüchtigkeit
Alkoholbedingte Todesfälle
Die meisten der jährlich 1’600 alkoholbedingten Todesfälle sind hauptsächlich Krebserkrankungen, Verletzungen, Unfälle und Krankheiten des Verdauungstraktes zuzuschreiben. In verschiedenen Lebensaltern sind unterschiedliche Erkrankungen vorherrschend:
Durch den Alkoholkonsum der Mutter kann das Kind schon vor der Geburt zahlreiche Schädigungen erleiden und es besteht das Risiko dauerhafter Konsequenzen (wie bspw. geringes Geburtsgewicht, verzögertes Wachstum, Missbildungen an inneren Organen, verspätete geistige Entwicklung, neurologische Entwicklungsstörungen, Verhaltensstörungen, Lernschwächen).
Nach heutigem Wissensstand ist es schwierig, einen Grenzwert für die Menge des konsumierten Alkohols zu definieren, ab welchem während der Schwangerschaft eine Gefährdung für das Kind besteht. Angesichts dieser Unsicherheit und unter Berücksichtigung des Risikos schwerwiegender Auswirkungen auf das Kind, muss schwangeren Frauen vom Alkoholkonsum abgeraten werden. Falls eine werdende Mutter dennoch Alkohol trinkt, sollte sie folgende Empfehlungen beachten:
Beratungsstelle für Unfallverhütung – BFU (2021). STATUS 2021: Statistik der Nichtberufsunfälle und des Sicherheitsniveaus in der Schweiz. Bern: bfu.
Bundesamt für Strassen (ASTRA) (2021). Gesamt-ADMAS-Statistik 2021. Estavayer-le-Lac: ASTRA.
Fischer, B., Mäder, B., Telser, H. (2020). Volkswirtschaftliche Kosten von Sucht. Olten: Polynomics AG. Dokument
Gmel, G. (2020). Alkoholbedingte Sterblichkeit in der Schweiz im Jahr 2017. Lausanne: Sucht Schweiz. Dokument
Kuendig, H. (2010). Estimation du nombre de personnes alcoolo-dépendantes dans la population helvétique. Lausanne: Addiction Info Suisse. Dokument
Maffli, E., Krizic, I., Delgrande Jordan, M., Labhart, F., Gmel, G. (2021). act-info Jahresbericht 2020: Suchtberatung und Suchtbehandlung in der Schweiz. Ergebnisse des Monitoringsystems. Bern: Bundesamt für Gesundheit (BAG). Dokument
Jährlich werden rund 11’500 Personen mit einer Diagnose Alkoholintoxikation in einem Schweizer Spital stationär behandelt. Auch wenn die Anzahl pro 1’000 Einwohnerinnen und Einwohner mit dem Alter zunimmt, fällt auf, dass auch Jugendliche, die legal noch keinen Alkohol erwerben dürfen, betroffen sind.
Intoxikationsdiagnosen stiegen bei stationär hospitalisierten Personen bis 2008 an und nahmen danach wieder ab. Diese Entwicklung ist zwischen den Männern und Frauen vergleichbar. Betrachtet man die Gesamtbevölkerung ab 15 Jahren, so erreichte die Anzahl der Intoxikationsdiagnosen 2016 das gleiche Niveau wie 2003. Bei den 10- bis 23-Jährigen hingegen waren sie 2016 um 28% höher als 2003.
Die Anzahl der Behandlungseintritte von Personen, die ein Hauptproblem mit Alkohol haben, hat seit 2013 leicht abgenommen, und zwar bei den Männern und den Frauen. Die Mehrheit der Personen hat nicht zum ersten Mal eine Behandlung begonnen; rund zwei Drittel der Personen waren bereits vorher in Behandlung.
Die Anzahl der Personen, die wegen eines Hauptproblems mit Alkohol in Behandlung eingetreten sind, hat zwischen 2013 und 2021 abgenommen (indexiert minus 10%).
Krizic, I., Maffli, E., Balsiger, N., Gmel, G., Labhart, F., Vorlet, J. (2022). act-info Jahresbericht 2021: Suchtberatung und Suchtbehandlung in der Schweiz. Ergebnisse des Monitoringsystems. Bern: Bundesamt für Gesundheit (BAG). Dokument
Wicki, M., Schneider, E. (2019). Hospitalisierungen aufgrund von Alkohol-Intoxikation oder Alkoholabhängigkeit bei Jugendlichen und Erwachsenen. Eine Analyse der Schweizerischen „Medizinischen Statistik der Krankenhäuser“ 2003 bis 2016. Lausanne: Sucht Schweiz. Dokument
Die Anzahl der im Strassenverkehr unter Alkoholeinfluss Schwerverletzten und Getöteten hat zwischen 1980 und 2020 deutlich abgenommen. Bei der Anzahl der Leichtverletzen setzte die Abnahme erst ab der Jahrtausendwende ein. In den letzten Jahren scheint sich die Abnahme der Anzahl der Verletzten und Getöteten nicht fortzusetzen.
Alkohol ist für 8.4% aller Todesfälle verantwortlich. Die drei wichtigsten Ursachen sind:
Krebs ist die häufigste Todesursache bei Frauen und Männern. Ein mässiger Alkoholkonsum kann sich leicht positiv auf Herz-Kreislaufkrankheiten auswirken.
Die Leberzirrhose ist das Endstadium chronischer Lebererkrankungen. Die Schädigungen der Leber sind irreversibel. Langjähriger Alkoholmissbrauch stellt in Europa die häufigste Ursache für eine Leberzirrhose dar.
Männer sind in der Schweiz mehr als doppelt so häufig von einer alkoholischen Leberzirrhose betroffen wie Frauen.
Bei den Männern findet sich seit Beginn der 1990er Jahre generell ein leichter Rückgang der durch die alkoholbedingte Leberzirrhose verursachten Todesfälle. Ein solcher Trend ist bei den Frauen nicht erkennbar.
Bundesamt für Statistik (BFS) (2021). Spezifische Todesursachen Link
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