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Tastenwechsel – oder als die Weissen schwarz und die Schwarzen weiss waren
Jeder Mensch kennt es, das Instrument mit den weissen und schwarzen Tasten. In den vielen Haushalten ist eines zu finden. Und Klavierunterricht gehört vielerorts immer noch zum Bestandteil einer „gutbürgerlichen“ Kinderstube und Bildung.
Das Klavier, oder Pianoforte, oder Piano: Ein universell einsetzbares Tasteninstrument mit seinen 88 Tasten. Den sieben „natürlichen“ Noten jeder Oktave auf den weißen Tasten und den fünf Halbtönen auf den schwarzen Tasten dazwischen. Aber das war keineswegs immer so. Im 18. Jahrhundert, zu Lebzeiten Mozarts, waren die Farben der Tasten nämlich genau umgekehrt: Die weißen Tasten waren schwarz, die schwarzen Tasten weiß. Das war nicht nur bei Pianos so, sondern auch bei allen anderen Tasteninstrumenten wie Orgeln und Cembali.
Damals war also das Gegenteil der heutigen weiss/schwarz-Aufteilung üblich. Erst als sich im 19. Jahrhundert das Piano als gebräuchlichstes Tasteninstrument durchsetzte, wurden die Farben der Tasten irgendwann umgekehrt. Warum? Der Grund dafür ist leider nicht bekannt, aber es lag vermutlich daran, dass visuell die Farbe weiss heraussticht , während schwarz eher eine Hintergrundfarbe ist. Deshalb geht man davon aus, dass sich die Halbton-Tasten in schwarz abheben sollten, da das dem Auge ein stabileres Bild bietet. Eine überwiegend helle Tastatur schien wohl auch einfach ansprechender, als das Piano von immer mehr Menschen verwendet wurde.
Erfunden wurde das Piano übrigens vom Italiener Bartolomeo Cristofori (1655-1731).
Zu seiner Zeit war das gebräuchlichste Tasteninstrument das Cembalo. Cristofori war jedoch unzufrieden mit der unzureichenden Kontrolle über die Lautstärke, die Musiker beim Spielen des Cembalos hatten. Wenn man beim Cembalo eine Taste drückt, zupft einfach ein kleiner Federkiel an der Saite. Das macht den sehr eigenen kristallenen Klang des Cembalos aus. Es führt aber auch dazu, dass es egal ist, wie stark man eine Taste drückt. Der Ton ist immer gleich laut oder leise!
Cristofori wird die Idee zugeschrieben, diesen Zupf-Mechanismus durch Hämmer ersetzt und im Jahre 1709 das moderne Piano erschaffen zu haben. Das Instrument wurde zunächst als „clavicembalo col piano e forte“ bezeichnet, wörtlich übersetzt: „Cembalo, das leise und laute Töne spielen kann“. Die Bezeichnung wurde im Laufe der Zeit zunächst in „Piano-Forte“ und schliesslich ins heute gebräuchliche „Piano“ verkürzt.
Text: Till Löffler