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Überblick
Im Kampf gegen AIDS wurden in den letzten 20 Jahren grosse Fortschritte gemacht. Dennoch wird in der Schweiz jährlich weiterhin bei rund 500 Menschen die HIV-Infektion neu festgestellt. Insgesamt leben in der Schweiz etwa 20 000 Menschen mit HIV. Die Mehrheit der Betroffenen kann dank der effektiven Behandlung ein normales Leben führen und nur wenige erkranken jemals an der Immunschwächekrankheit AIDS.
Häufige Fragen
Ursachen
AIDS ist eine Infektionskrankheit, welche durch eine Infektion mit dem HI-Virus entsteht. Das Virus kann jedoch nur durch bestimmte Aktivitäten übertragen werden. HIV kann nicht durch den blossen Aufenthalt im selben Raum oder das Berühren von infizierten Personen weitergegeben werden. Auch Oberflächen oder Speichel übertragen das Virus nicht.
Anstecken kann man sich mit HIV durch Sperma, Vaginalsekrete, Flüssigkeiten aus dem After und Blut. Diese infizierten Flüssigkeiten müssen entweder mit den Schleimhäuten in Kontakt kommen oder direkt in die Blutbahn gelangen. Häufig geschieht dies beim sexuellen Kontakt mit einer unbehandelten, infizierten Person. Hinsichtlich der HIV-Übertragung ist Analsex die riskanteste Art der sexuellen Aktivität. Anstecken kann man sich auch durch das gemeinsame Benutzen von Nadeln oder anderen Injektionsgeräten mit einer AIDS-infizierten Person, beispielsweise beim Drogenkonsum. Zuletzt ist HIV auch durch infiziertes Blut oder Blutspenden in Ländern, in denen Blutspendende nicht auf HIV getestet werden, übertragbar.
Unbehandelte Frauen mit einer HIV-Infektion können das Virus während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder durch Stillen auf ihr Kind übertragen.
Symptome
- Fieber
- Halsschmerzen
- Geschwollene Lymphknoten
- Hautausschläge
- Verdauungsbeschwerden
- Kopfschmerzen
Diagnose
Nach einer Risikosituation, vor einer neuen Partnerschaft aber auch bei betreffender Symptomatik, sollte ein HIV-Test durchgeführt werden. Unsere anonyme HIV-Teststelle kann hier unkompliziert helfen. Die Diagnose der HIV-Infektion ist einfach: Eine Blutentnahme oder ein kleiner Fingerstich genügen, um Antikörper und Virusbestandteile nachzuweisen. Der Test kann ab der zweiten oder dritten Woche nach Ansteckung positiv ausfallen. Um eine Infektion aber mit Sicherheit auszuschliessen, muss der Betroffene sechs Wochen warten, das heisst den Test nach dieser Zeit wiederholen.
Im Falle eines positiven Testresultats muss ein zweiter Test erfolgen, um ein falsch positives Testergebnis auszuschliessen. Ist die Diagnose so gesichert, werden zusätzliche Laborabklärungen erfolgen, um unter anderem eine optimale Behandlung einleiten zu können. Wird eine HIV-Infektion diagnostiziert, erleben dies die Betroffenen als sehr einschneidend. Unsere Spezialisten und Spezialistinnen bieten dann kompetente Beratung und leiten rasch die weiteren Schritte ein.
Verlauf
Die HIV-Infektion verläuft oftmals lange unbemerkt. In den Wochen nach der Ansteckung mit HIV können die Betroffenen an grippeähnlichen Beschwerden erkranken. Die Symptome können aber auch sehr schwach ausfallen oder gänzlich fehlen. Während dieser Zeit befinden sich viele HI-Viren im Blut und man ist hoch ansteckend. Diese Phase klingt nach wenigen Wochen ab und die betroffene Person verspürt kaum etwas von ihrer Infektion (latentes Stadium). Währenddessen zerstört das HI-Virus im Körper zunehmend wichtige Anteile des Immunsystems, sodass nach wenigen Jahren bis Jahrzehnten AIDS (akquiriertes = erworbenes Immundefizienz-Syndrom) entstehen kann. AIDS bedeutet, dass bestimmte Infektionen, zum Beispiel Tuberkulose, Lungenentzündungen und Pilzerkrankungen auftreten. Es können auch verschiedene Krebsarten der Lymphdrüsen, Haut oder Gebärmutterhals auftreten. Die Symptome von AIDS sind entsprechend unterschiedlich. Die Mehrheit aller AIDS-Betroffenen wusste zuvor nichts von ihrer HIV-Infektion.
Behandlung
Medikamente
Gross angelegte Studien zeigten, dass HIV-positive Menschen von einem frühen Therapiebeginn profitieren, ungeachtet wie weit die Immunschwäche bereits fortgeschritten ist. Daher empfehlen wir heute allen Betroffenen eine medikamentöse Behandlung (antiretrovirale Therapie). Seit Mitte der 90er Jahre gibt es effektive Medikamente gegen das HI-Virus. Diese bestehen im Allgemeinen aus drei verschiedenen Substanzen, welche die Vermehrung der Viren im Körper unterdrücken. So kann sich das angegriffene Immunsystem allmählich erholen. Der Patient ist nach einer gewissen Zeit nicht mehr ansteckend. Das Virus verbleibt jedoch gewissermassen schlafend in langlebigen Körperzellen und beginnt sich erneut zu vermehren, sobald die Medikamente über mehrere Tage nicht genommen werden.
Im Verlauf der letzten 20 Jahre konnte die Behandlung dank neuer Medikamente drastisch vereinfacht werden. So wird die Mehrheit aller Betroffenen heute mit einer Tablette täglich behandelt, schwere Nebenwirkungen sind selten geworden.
Den Mitarbeitenden unserer HIV-Sprechstunde ist es ein Anliegen, die Betroffenen vom Zeitpunkt der Diagnose an zu begleiten und zu beraten, die richtige Therapie für Sie zu finden und Sie zu motivieren, diese über Jahre fortzusetzen.
Manchmal treten zu Beginn oder im Verlauf der Krankengeschichte Erkrankungen im Zusammenhang mit HIV oder gar AIDS auf. Die medikamentöse Therapie dieser Zustände kann herausfordernd sein und bedarf oftmals einer Behandlung im Spital.
Gewisse HIV-Medikamente werden auch dazu verwendet, eine Ansteckung mit dem HI-Virus zu verhindern, indem sie vor und während Phasen erhöhten Risikoverhaltens (Präexpositionsporphylaxe; PrEP) oder unmittelbar nach einer möglichen Exposition eingenommen werden (Postexpositionsprophylaxe; PEP).
Vorsorge
- Bei jedem Sexualkontakt ein neues Kondom verwenden
- Kein Sperma oder Blut in den Mund
- Nach Risikosituationen oder vor ungeschütztem Sexualverkehr in einer Partnerschaft beide Partner testen lassen
- Keine Nadeln oder andere Utensilien zum Drogenkonsum teilen
- Die beste Prävention vor weiteren Ansteckungen ist die medikamentöse Behandlung von Infizierten
- Safer Sex Regeln: Kondom bei Vaginal- und Analsex zwischen ungetesteten Partnern