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A. Wäber: Bibliographie der schweizerischen Landeskunde. Faszikel III
Wer als Redaktor einer alpinen Zeitschrift, als Verfasser von Reiseführern, als Historiker oder als Geograph, sei er nun Fachgelehrter oder unzünftiger Dilettant, sich mit der Litteratur der schweizerischen Landeskunde in dem in obigem Titel vermerkten Sinne zu beschäftigen hat, der weiß die Arbeit zu würdigen, welche in diesem Repertorium steckt. Es ist sehr zu begrüßen, daß die Zentralkommission für schweizerische Landeskunde 1902 beschlossen hat, die Bibliographie, statt mit 1890, mit dem Jahre 1900 abzuschließen und die früher erschienenen Faszikel durch Supplementhefte zu ergänzen. Ein solches Supplement ist nun der vorliegende Faszikel IIIb. Er ergänzt in sehr verdienstlicher Weise den 1899 veröffentlichten Faszikel der Landes- und Beisebeschreibungen des nämlichen Verfassers. Dr. Ad. Wäber hat an der bewährten früheren Einteilung und Bearbeitung des Stoffes nur da Änderungen vorgenommen, wo sich dieselben von selbst ergaben; d.h. es wurden etwa frühere Unterabteilungen fallen gelassen, wo für dieselben zu wenig Stoff vorhanden war, dagegen neue geschaffen, wo für große geographisch leicht zu gliedernde Gebiete, wie Wallis, Graubünden u. s. w., sehr viel Material vorhanden war. Der Genfersee, in dessen Ufer sich drei schweizerische Kantone und ein französisches Departement teilen, wurde unter. „ Westschweiz, Allgemeines " eingereiht, der Südabfall der Berner Alpen dem Wallis zugeteilt, dem er politisch angehört, und ebenso Chablais und Faucigny, die orographisch kaum vom Wallis zu trennen sind. Diese Änderungen beruhen teils auf Bemerkungen, die seinerzeit dem Verfasser von Faszikel III gemacht wurden, teils auf praktischen Erwägungen und scheinen mir durchaus gerechtfertigt. Der Litteratur von 1891 bis 1900, nämlich Druckschriften — Bücher, Broschüren, Artikel in Zeitschriften — in deutscher, englischer, französischer und italienischer Sprache, sind einige Nachträge und Berichtigungen aus der Zeit vor 1891 beigefügt, so z.B. auf Veranlassung des Referenten ein wichtiger Beitrag zu dem auch in unserm Jahrbuch entbrannten Streit Balmat versus Paccard. Entgangen ist Dr. Wäber, wie übrigens noch andern, die sich sehr kundig glaubten, die Tatsache, daß Joh. Jaun über die angebliche Mönchbesteigung der Gräfin Dora d' Istria ( vgl. Faszikel III, pag. 139 ) vom 10./11. Juni 1855 einen pikanten Originalbericht geschrieben hat, der in Dollfus-Aussets Matériaux V, pag. 346 — 347, abgedruckt ist, bisher aber keine Beachtung gefunden hat. Daß zwischen 1891 und 1900 die Litteratur der Landesund Reisebeschreibungen gewaltig angeschwollen ist, beweist der Umstand, daß der Nachtrag zu Faszikel III ( dieser hat XXII und 440 Seiten ) XVI und 162 Seiten umfaßt. Was wird in 50 oder 100 Jahren aus dem Faszikel geworden sein? Vielleicht ein Foliant. Dr. A. Wäber, der seine so verdienstvolle Arbeit in der Vorrede bescheiden nur als „ Beitrag " einschätzt, kann versichert sein, daß alle Kenner ihm das Lob, das schon Faszikel III verdiente, für diese Ergänzung nicht versagen werden. Beide zusammen sind ein unentbehrliches Hülfsmittel und ein zuverlässiger Wegweiser in dem Wirrsal der Landes- und Reisebeschreibungen der Schweiz von Albrecht von Bonstetten, 1479, bis auf unsere Tage.Redaktion.