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Partnerregionen
Seit geraumer Zeit pflegt der Kanton St.Gallen ausgewählte Regionen-Partnerschaften in Ost- und Mitteleuropa sowie in Norditalien. Durch Know-how Transfers in verschiedenen Verwaltungs- und Politikbereichen leistet der Kanton St.Gallen seit mehr als 20 Jahren einen kleinen Beitrag zum Aufbau von stabilen Politik- und Verwaltungsstrukturen in den Staaten des ehemaligen Ostblocks. Dies trägt zur Sicherheit und zur Stabilität bei. Ausserdem werden dadurch die vorhandenen Bestrebungen in den Partnerregionen, föderalistische Strukturen einzurichten und die dezentralen Strukturen auszubauen, unterstützt.
Ausgangslage für die Beziehungen waren meist kulturelle Kontakte, wie gemeinsam konzipierte Ausstellungen oder private Initiativen wie Vereine, die sich damals zusammenschlossen, um einer Region beim Aufbau neuer Strukturen behilflich zu sein. Offizialisiert wurden die institutionalisierten Kooperationen, indem sie mittels Vereinbarungen auf Regierungsebene angehoben wurden. Zudem werden jeweils in zweijährigen Umsetzungsprogrammen konkrete Austauschprojekte definiert, die sich nach den Bedürfnissen der Partner richten. Dadurch konnten in den letzten Jahren unzählige Menschen vernetzt, Beziehungsnetze aufgebaut und etliche Projekte umgesetzt werden.
Liberecky kraj (Tschechische Republik)
Bereits nach dem Mauerfall im Jahr 1989 startete die Partnerschaft zwischen dem privaten Verein «Kooperation St.Gallen-Liberec» und der Stadt Liberec. Die Zusammenarbeit beinhaltete damals vor allem einen intensiven Gedanken- und Erfahrungsaustausch und umfasste die Ausbildung von Verwaltungsbeamten, die Vermittlung von Kontakten in der Land- und Textilwirtschaft und die Vermittlung von Praktika für Ärzte und Pflegepersonal. Im Rahmen der Reform der Gebietsverwaltung im Jahr 2000 wurde die Region Liberec geschaffen. Dieser ist einer der 14 Bezirke der Tschechischen Republik und hat eigene Befugnisse in den Bereichen der Sozial-, Bildungs-, Gesundheits- und Verkehrspolitik. Im Jahr 2001 schlossen die Region Liberec und der Kanton St.Gallen eine Vereinbarung über regionale Zusammenarbeit ab. In den darauf folgenden Umsetzungsprogrammen wurden etliche Austausche in den Bereichen politische Bildung, Landwirtschaft, Umweltschutz, wirtschaftliche und regionale Entwicklung, Tourismus, Verkehr, Strassenbau und öffentlicher Verkehr, Forstwirtschaft, Bildung und Kultur verwirklicht. Das Bedürfnis zum Austausch besteht nach wie vor auf beiden Seiten, dabei rückte bei der Zusammenarbeit in der Vergangenheit die Qualität anstatt die Quantität in den Vordergrund.
5. Umsetzungsprogramm 2010/2011: Es wurden Austauschprojekte in den Bereichen öffentlicher Verkehr, Landwirtschaft, Amtsnotariate, Gemeindezusammenarbeit, Bibliotheken, Bildung und Sport sowie Denkmalpflege umgesetzt.
6. Umsetzungsprogramm 2012/2013: Es sind Austauschprojekte in folgenden Bereichen geplant: Gewässer, Raumplanung, Abfallwirtschaft, Verkehr und Beschaffungswesen.
7. Umsetzungsprogramm 2014/2015: Es wurden Austauschprogramm in den folgenden Bereichen durchgeführt: Raumplanung, Gesundheitswesen, Landwirtschaft, Tourismus, Bildung, Sicherheit, Beschaffungswesen, Verkehr und Umwelt.
8. Umsetzungsprogramm 2016-2018: Es sind Austauschprogramme in den folgenden Bereichen geplant: Raumplanung, Verkehr, Bildung, Forstwesen, Gesundheitswesen, Kultur, Demokratie und Föderalismus, Kommunale Selbstverwaltung und Umwelt.
Komitat Hajdú-Bihar (Ungarn)
Mitte der 90er Jahre begannen verschiedene Verwaltungsstellen des Kantons St.Gallen, namentlich das Departement des Innern und das Finanzdepartement, mit dem Komitat Hajdú-Bihar zusammenzuarbeiten. Die Beziehungen bestanden damals aus einem Gedanken- und Erfahrungsaustausch in den Bereichen Steuerverwaltung, Polizei, Kultur sowie Schüler- und Lehrlingsaustausche. Als Grundlage für die offizielle, behördlich abgestützte Zusammenarbeit dient die im Jahr 2002 unterzeichnete Vereinbarung. Die Zusammenarbeit wird heute auf die Bedürfnisse beider Partner zugeschnitten und findet vor allem in den Bereichen Bildung, Sport, Arbeitsmarkt sowie Kultur statt.
Judetul Bihor (Rumänien)
Die Partnerschaft mit dem rumänischen Bezirk Bihor ist bislang die jüngste: Die ersten Kontakte erfolgten im Jahr 1999 über eine gemeinsame Ausstellung, an der sich Debrecen, die Hauptstadt des Komitats Hajdú-Bihar (H), Lublin (PL), der Kanton St.Gallen sowie Oradea, die Hauptstadt des Bezirks Bihor (RO) beteiligten. Die Vereinbarung, welche die Grundlage für die erfolgreiche Partnerschaft legt, wurde im Jahr 2006 unterzeichnet. Schwerpunkte der darauffolgenden Zusammenarbeit bilden die Themen Gesundheitswesen, Kultur, Bildung und Tourismus.
2. Umsetzungsprogramm 2009/2010: Es wurden Austauschprojekte in den Bereichen Forstwirtschaft und Gesundheitswesen durchgeführt.
Provincia di Udine (Italien)
Seit dem Jahr 1976 bestehen zwischen dem Kanton St.Gallen und dem Friaul enge Beziehungen, insbesondere auf Behördenebene und im kirchlichen Bereich, aber auch unter Privatpersonen. Das Erdbeben, das die Region im Jahr 1976 erschütterte, löste in St.Gallen eine grosse Welle der Solidarität aus. Das damals gegründete Komitee «Pro Friuli St.Gallen» existiert heute im Verein «Pro Friuli» weiter und dient der Pflege der gesellschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen beiden Regionen. Der Kanton St.Gallen förderte die Beziehungen zum Friaul kontinuierlich und festigte diese durch eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit der Provinz Udine im Jahr 2004. Die beiden Gebietskörperschaften pflegen vor allem eine gemeinsame Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur und Bildung. Im Jahr 2005 entschloss sich die Gemeinde Pfäfers zu einem gleichen Schritt, in dem sie sich mit der Gemeinde Moggio partnerschaftlich verband.