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ZUR GESCHICHTE DES GYRENBADS OB TURBENTHAL
1364 wurde das Bauerngehöft «Zur Rüti» als Rodungshof erstmals erwähnt.
1464 wurde der Badebetrieb aufgenommen und das Gyrenbad erschien zum ersten Mal mit Namen.
Aus dem Jahr 1602 stammt die älteste Badeordnung, die 1825 zum letzten Mal kopiert und auf Holztafeln aufgezogen wurde (Bibliothek Damensalon Gyrenbad). Um 1622 wurde der stattliche Mitteltrakt als Fachwerkbau mit Giebeldach errichtet.
Nach 1800, im anbrechenden bürgerlichen Zeitalter, interessierte sich eine neue Gesellschaftsschicht für den Badeaufenthalt. Das Gyrenbad wurde ab dem 19. Jahrhundert von einem breiteren Publikum aus Stadt und Landschaft zur Erholung und Unterhaltung aufgesucht.
1826 entstand der heutige Westtrakt als Badhaus mit Gästezimmern anstelle eines Badehauses.
1843 bis 1845 lässt man das kleine Badehaus abbrechen und einen freistehenden, dreigeschossigen Gästetrakt, den heutigen Ost- oder Saaltrakt, mit dem über die ganze Länge des 1. Obergeschosses führenden Speisesaal und dem Damensalon erbauen.
Gartenseitig wird eine zweigeschossige Terrasse vorgelagert. Die Verbindung zum Hauptbau bildete ein freigespannter Holzsteg mit einer Glocke.
1867 erfolgte der Bau eines im südlichen Abhang freistehenden Gewächshauses.
1908 erfolgte sehr früh die Elektrifizierung des Kurhauses.
Nach dem 2. Weltkrieg blühte der Badebetrieb nochmals auf und 1968 wurde der Badebetrieb endgültig eingestellt. Den Gasthof aber führten nach dem Tod von Huldreich Kunz seine Witwe sowie Hans und Lore Kunz weiter.
1989 wird das Gyrenbad vom ICOMOS (international coucil in monuments and sites) mit dem Preis «Das historische Hotel des Jahre» ausgezeichnet (der Preis wurde damals zum ersten Mal verliehen).
Gesamtrenovation 1990 bis 1992:
Ziel war es trotz den Ansprüchen eines modernen Gastbetriebes und den einschneidenden Auflagen
der Feuerpolizei, den traditionellen Charakter des Gebäudes und seine kulturhistorisch wertvolle
Ausstattung weitgehend zu erhalten.
Kulturdetektive GmbH | Claudia Fischer-Karrer, lic. phil. I, Historikerin/Kunsthistorikerin