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Der Maler und Illustrator besuchte in München die
Kunstgewerbeschule und er ging danach 1897 nach Rom.
Dort konnte er auf der Strasse erste Zeichnungen verkaufen, um
sich seinen Aufenthalt zu finanzieren. Als er von Orazio Maruchi entdeckt
wurde, lud ihn der Archäologe in den Vatikan ein, wo er Bilder dieser Sammlung kopierte.
Dies führte zum Auftrag, als Kirchenmaler tätig zu werden.
Als Ludwig Heinrich Jungnickel 1899 nach Wien ging studierte er dort Malerei an der Wiener
Akademie, es folgten zeichnerische Motive (Tiermaskenball) für die damals bekannten Stollwerck-Sammelbilder.
Nach Abschluss seiner Ausbildung konnte er ab 1906 erste Ausstellungen seiner Bilder durchführen und schon bald
feierte er erste Erfolge mit seinen Farbholzschnitten, die sich meist der Tierwelt widmeten - seine Motive fand er
oftmals im Tiergarten Schönbrunn. 1910 richtete er sich zusammen mit Egon Schiele ein Atelier in Wien ein.
1911 wurde er für diese Arbeiten mit dem Grafikerpreis in Rom ausgezeichnet, eine goldene Medaille in
Amsterdam und weitere Auszeichnungen folgten.
Als vielseitiger Künstler entstanden in den nächsten Jahren auch Farbholzschnitte zu Motiven in Frankfurt,
er entwarf Ex Libris und ab 1915 setzte er vermehrt auch Arbeiten mit Kohle, Bleistift und Kreide um.
Ab Ende der 10er Jahre erschienen Teile seiner Arbeiten auch in Buchform wie "Äsopsche Tierfabeln" (19),
"Das italienische Skizzenbuch" (21) und "Studien aus der Spanischen Hofreitschule" (22).
In den 20er Jahren bannte L. H. Jungnickel gerne Küstenlanschaften auf das Papier, aber auch
die Tierwelt übte nach wie vor eine grosse Anziehungskraft auf ihn aus.
In den Jahren des Nationalsozialismus musste Jungnickel wegen Kontakten zu Juden
1938 nach Jugoslawien emigrieren und er liess sich in Opatija nieder. In seiner
Abwesenheit wurde sein Atelier bei einem Bombenangriff 1945 zerstört und
damit viele seiner frühen Arbeiten.
Nach dem Krieg kehrte er erst 1952 wieder nach Österreich zurück
und er konnte an seine frühen Erfolge erneut
anknüpfen.