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Brasilien mit seinen rund 214.800.000 (Stand Juli 2022) Einwohnern produziert entsprechend viel Müll oder Abfall. Die brasilianischen Haushalte produzierten 2020 ca. 219.600 Tonnen Abfall täglich. Das bedeutet, dass jeder Brasilianer im Durchschnitt mehr als 1 kg Abfall pro Tag erzeugt. Mit dieser Menge an Abfall ist Brasilien einer der fünf größten Müllproduzenten weltweit.
Obwohl sich das Land beim Recycling von Aluminiumdosen und PET-Flaschen, mit Quoten von über 95 Prozent weltmeisterlich verhält, wird erst ein kleiner Bruchteil (rund 15%) des Mülls korrekt getrennt und entsorgt. Der große Rest wird einfach auf einer der hunderten Müllhalden deponiert. Da hält Brasilien auch einen Superlativ: die größte Müllhalde Lateinamerikas befindet sich in Brasilia.
In den Megastädten scheint es ein Umdenken bei den Regierenden und der Bevölkerung zugeben. Es gibt immer mehr Entsorgungs-Inseln, die Behörden versuchen mit Kampagnen die Bevölkerung zu sensibilisieren und ein wichtiger Faktor spielen die “Catadores“ (die Müllsammler), die unermüdlich den Abfall einsammeln und für die Entsorgung garantieren.
Die “Catadores“ sind leider immer noch von der Mehrheit der Gesellschaft geächtet, aber ihre Funktion – welche inzwischen als Berufsbezeichnung anerkannt wird – bleibt unersetzbar. Ihnen ist zu verdanken, dass nahezu jede Cola- und Bierdose in Brasilien recycelt wird. In den meisten Megastädten sammeln die Catadores viermal so viel Abfall wie die Stadt selber.
Menschen ohne Bildung, die keine Arbeit finden und unter gesundheitsschädlichen Bedingungen Müll sammeln sind diese Menschen, die den Müll weiterverkaufen. Die Abnehmerfirmen nehmen sich rund 90 Prozent des Profits, den Catadores bleiben nur etwa 10 Prozent. Dennoch ist ihre Situation heute viel besser als noch vor einigen Jahren. Zudem entwickelt das nationale “Solid Waste and Carbon Finance Project“ (einem Projekt der Weltbank) Strategien zur Einbindung von Abfallsammlern in lokale Abfallbewirtschaffung.
Ist man in den Megastädten auf dem Weg, das Problem anzugehen, sieht es im Interior oder anderen Großstädten leider immer noch katastrophal aus. So gehört der Amazonas zu einem der schmutzigsten Flüsse der Welt (aus Flüssen und Kanälen in Manaus, sammelt die städtische Reinigung täglich 30 Tonnen angeschwemmter Müll).
Warum findet bei den Bewohnern oder Flussbewohnern der Kampagnen immer noch kein Umdenken statt und alles wird in die Flüsse geworfen und gekippt?
Vielleicht einen Einschub, dass bis vor einiger Zeit Plastikartikel inkl. Plastiksack nicht in Amazonasregionen vorhanden waren. Die Bewohner haben aus Palmblätter Körbe und Taschen gefertigt die Nachhaltig sind bis heute. Bei uns sind Nachhaltige Taschen und Körbe wieder im Trend. Wie kann man der Landbevölkerung aufzeigen, dass solche Artikel nur Vorteile bieten und erst noch schick sind?
Es gibt also noch viel Aufklärungsbedarf bei Behörden und Einwohnern, um die Themen Abfallmanagement, Entsorgung, Nachhaltigkeit, Recycling und Umweltbewusstsein anzugehen! Nachfolgend einige positive Ansätze.
Die ILO und ihre Aufforderung
Nach Angaben der Weltarbeitsorganisation (ILO) arbeiten weltweit mehr als 15 Millionen Menschen in der Sammlung, Sortierung und Verwertung von Abfällen, die in Städten anfallen. Anfang März (1. März) wird der Welttag der Müllsammler zum Gedenken an die Opfer des Massakers von Ottawa begangen, das sich 1992 an der Freien Universität von Ottawa in Kolumbien ereignete, als 11 Müllsammler bei der Arbeit ermordet wurden.
Die von den Müllsammlern geleistete Arbeit ist von grundlegender Bedeutung für die nachhaltige Entwicklung unseres Planeten – ein Thema, das eng mit “CIRSOL“ verbunden ist. Indem sie tonnenweise Abfälle aus Häusern, Betrieben, von öffentlichen Straßen, Flussufern und anderen ungeeigneten Entsorgungsorten entfernen, tragen sie zur umgekehrten Logistik von wiederverwertbaren Materialien bei. Ihre Arbeit trägt auch zur Verringerung der Gasemissionen in die Umwelt bei.
Trotz dieser wichtigen Beiträge leiden Müllsammler unter schlechten Arbeitsbedingungen und ohne angemessenen sozialen Schutz. Der Termin macht auch auf die Notwendigkeit aufmerksam, menschenwürdige Arbeit für diese Berufsgruppe in Brasilien zu fördern.
Eine integrativere Abfallbewirtschaftungspolitik, die Müllsammler in formelle Recyclingketten integriert, kann zur Förderung des Recyclings, zur Schaffung menschenwürdiger Arbeit, zur Armutsbekämpfung und zur sozialen Eingliederung beitragen.
Umweltdienstleistung
Es ist wichtig, die Rolle der Müllsammler in Brasilien hervorzuheben. Im Durchschnitt entsorgen 52 % der brasilianischen Gemeinden ihre Abfälle zumindest auf Mülldeponien. In Pernambuco tun dies bereits 85 % der Gemeinden. Sie (die Sammler von Recyclingmaterial) recyceln mehr als 90 % des Aluminiums und verhindern so, dass wir das Metall, das bereits abgebaut, verbraucht und zu einem Metall verarbeitet wurde, das zu einer Dose gewalzt werden kann, in die Natur zurückwerfen müssen.
Dies ermöglicht das Funktionieren der Kreislaufwirtschaftskette, die die Wiederverwendung dieser Materialien ermöglicht und Arbeitsplätze und Einkommen schafft. Mit der Feier dieses Datums soll also die Rolle derjenigen gewürdigt werden, die meiner Meinung nach heute in Brasilien die größten Umweltdienstleister sind.
Investitionen in Pernambuco
Der Bundesstaat Pernambuco hat einen bedeutenden Beitrag zur Arbeit der Recyclingsammler geleistet, u.a. durch die Ankündigung des Gouverneurs auf der COP26, 15 Mio. R$ zu investieren, um Deponien zu schließen und die Einrichtung von Abfallsortierzentren zu fördern, die mit den Sammlergenossenschaften zusammenarbeiten. Vorgeschlagen wird, diese Schuppen im ganzen Bundesstaat zu errichten, Ausrüstungen wie Pressen und Waagen zu kaufen, Schulungen anzubieten und auch die Gründung von Müllsammlergenossenschaften zu fördern.
Dies schafft Arbeitsplätze und Einkommen, qualifiziert die Produktionskette und ermöglicht es uns, im Sinne der Einhaltung des Abfallgesetzes zu handeln und eine positive Kreislaufwirtschaftskette mit der Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommen, dem Schutz der Gesundheit von Menschen und Arbeitern und vor allem einer positiven Rendite für die Umwelt zu schaffen.
Müllsammler und Genossenschaften in Brasilien
Die Arbeitsbedingungen dieser Kräfte sind nicht immer mit denen der Mitarbeiter von “Recicle a Vida“ vergleichbar, die aufgrund einer Vereinbarung mit der Universität Brasília (UnB) medizinische Unterstützung erhalten und sogar über einen Gesundheitsplan verfügen.
Nach Ansicht der Autorinnen ist „das Sammeln von Wertstoffen eine ungeschützte Tätigkeit, die größtenteils unter prekären und äußerst ungesunden Bedingungen ausgeübt wird: Gesundheitsrisiken, ergonomische Probleme, Unfälle, physische und moralische Gewalt und vieles mehr. Es gibt auch einen psychologischen Schaden durch das starke Stigma, das die Figur des Sammlers weiterhin trägt.
In einer Studie heißt es, dass die Nationale Politik für feste Abfälle die führende Rolle von Genossenschaften und Verbänden einkommensschwacher Sammler bei der integrierten Bewirtschaftung fester Siedlungsabfälle begründet hat, dass diese Aktivitäten jedoch häufig ohne Unterstützung durch die lokalen Regierungen stattfinden.
Die Autoren der Studie stellen außerdem fest, dass die integrierte Abfallbewirtschaftung mit einer sozialen Ausrichtung auf die Einbeziehung prekärer Arbeitnehmer eines der herausragendsten Merkmale des PNRS ist, dass zu einer internationalen Referenz geworden ist. „Parallel zu den rechtlichen und institutionellen Fortschritten hat der Staat eine öffentliche Politik zur Unterstützung der Müllsammler entwickelt, mit erheblichen Investitionen in die Ausbildung und den Aufbau von Genossenschaften.“
Das Erbe von CIRSOL
Die CIRSOL (Conferencia Internacional de Residuos Solidos) ist eine internationale Veranstaltung, die es ermöglicht, dieses Thema (Abfallwirtschaft und Klimawandel) mit der gebührenden Bedeutung zu behandeln. Es ist eine große Chance, sie in Brasilien abzuhalten, eine große Verantwortung, die Rolle des Organisators dieser Konferenz in Pernambuco zu übernehmen und vor allem hervorzuheben, dass ein Thema, das relevant ist, mit den positivsten Erfahrungen in Brasilien und in der Welt behandelt werden muss.
Eine internationale Konferenz über feste Abfälle, an der das UNDP, die Weltbank, der Nationale Verband der Gemeinden, die Regierungen der Bundesstaaten, die Nationale Front der Bürgermeister, Universitäten und Wirtschaftsverbände beteiligt waren, zeigt, dass Interesse besteht und dass es sich um eine wichtige Produktionskette handelt.
Eine internationale Konferenz, auf der die Notwendigkeit der Bekämpfung des Klimawandels hervorgehoben wird, zeigt, dass sie im Einklang mit den größten Herausforderungen steht, vor denen unser Planet steht, nämlich ein neues Modell der nachhaltigen Entwicklung zu schaffen, das Arbeitsplätze und Einkommen schafft und die Umwelt schützt.