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Knochen- und Gelenkkrankheiten und ähnliche Störungen.
Knochen- und Gelenkkrankheiten und ähnliche Störungen verursachen unter der Bevölkerung der heutigen Industriegesellschaften sehr viele Beschwerden, Schmerzen und funktionelle Beeinträchtigungen.
Die Vorgänge, welche Schäden verursachen, sind im allgemeinen anormaler Knochenstoffwechsel, begleitet von Veränderungen der Knochenbildung und -resorption oder entzündliche Prozesse in den Gelenken.
Rheumatoidarthritis
Rheumatoidarthritis (RA) ist eine chronische Autoimmunkrankheit, bei der entzündliche Veränderungen auftreten. Entzündete, geschwollene Gelenke bedeuten funktionelle Beeinträchtigung, Schmerzen und Steifheit.
Bei Rheumatoidarthritis werden gewöhnlich zur Reduzierung von Schmerzen und anderen Symptomen nichtsteroidale Entzündungshemmer (englisch NSAIDs) verschrieben.
Man kennt zahlreiche schädliche Nebenwirkungen dieser Medikamente, darunter erhöhtes Risiko von Herz- und Gefässkrankheiten, Verlust von Knochenmasse (Osteoporose), sowie gastrointestinale Störungen.
Durch das Bekanntwerden der unerwünschten Nebenwirkungen hat das Interesse an alternativen Behandlungsmethoden für Rheumatoidarthritis beträchtlich zugenommen.
Osteoarthritis
Osteoarthritis ist die häufigste Gelenkerkrankung weltweit.
Sie ist das Ergebnis von Knorpelabbaustoffwechsel und Knochenabbau. Ihre Wahrscheinlichkeit wächst mit dem Alter, und kennzeichnend für sie sind die steifen Gelenke, vor allem am Morgen, sowie das Schmerzen der Gelenke.
Verschiedene Faktoren können zu ihrer Entstehung beitragen; Übergewicht, Knochenbrüche, übermässiger Sport.
Herkömmlicherweise werden zur Behandlung Bewegung, NSAIDs oder chirurgische Eingriffe vorgeschlagen. Omega-3 wird als nützliche unterstützende Therapie betrachtet.
Osteoporose
Osteoporose, über deren Häufigkeit auf der ganzen Welt berichtet wird, ist verbunden mit viel Schmerz und Bewegungsunfähigkeit der Patienten, meist Frauen nach der Menopause.
Zu den charakteristischen Symptomen zählen Verlust an Knochenmasse und erhöhtes Risiko von Knochenbrüchen.
Vererbung
Unterschiede in der Knochenmasse der einzelnen Menschen sind zu 70% erblich bedingt, somit ist ein Grossteil der ursächlichen Faktoren nicht zu ändern.
Lebensweise und Kost, die beiden wichtigsten nicht erblichen Faktoren, welche die Knochenmasse mitbestimmen, können jedoch weitgehend modifiziert werden.
Einer angemessenen Ernährung und Lebensweise in den Jahren der Kindheit und Jugend schreibt man zu, das Risiko von Osteoporose im späteren Alter zu verringern. Omega-3-Phospholipide und Ernährungsfaktoren werden als ausschlaggebend betrachtet dafür, ein Leben lang Knochen, Knorpel und Gelenke gesund zu erhalten.
Es heisst, Omega-3 spiele eine wichtige Rolle bei der Reduzierung des Risikos und der Schwere von Knochen- und Gelenkerkrankungen und -beschwerden.
Über die gute Wirkung von Omega-3 wurde berichtet, es habe Gelenkschmerzen gemindert, die Dauer der Unbeweglichkeit nach dem morgendlichen Aufstehen verkürzt, und bei Patienten mit entzündlichen Gelenkpathologien sei die Anzahl der schmerzenden empfindlichen Gelenke zurückgegangen.
Bei Patienten mit entzündlichen Gelenkkrankheiten konnten die Gaben von NSAIDs verringert werden, wenn Omega-3 Nahrungsergänzung genommen wurden.
Da hierbei nahezu keine unerwünschte Nebenwirkungen auftreten, wurde Omega-3 als unbedenkliche Ergänzung bei der medikamentösen Behandlung von Gelenkschmerzen oder als Alternativbehandlung vorgeschlagen.
Die Entstehung grosser Mengen von Entzündungsmediatoren durch Omega-3 schwächt die Entzündungsreaktion ab, so dass die umliegenden Gewebe weniger Schaden leiden.
Die Aufnahme von Omega-3 in die Zellmembranen scheint es sich vorteilhaft sowohl auf verschiedene Gehirnzellenfunktionen als auch auf die Zellsignale auszuwirken.
Wie halten Omega-3-Phospholipide Knochen und Gelenke gesund?
Omega-3 fördert die Gesundkeit der Knochen, wobei verschiedene Mechanismen ins Spiel kommen, die den Knochenstoffwechsel, entzündliche Reaktionen in Knochen und Gelenken, Knorpelabbau und örtliche Entzündungen beeinflussen.
Skelettwachstum und Knochenbildung beschränken sich zum grössten Teil auf Kindheit und Jugend. Anfang des Erwachsenenalters wird die maximale Knochenmasse erreicht.
Der sog. Knochenumbauzyklus, d.h. Knochenresorption und Umbildung, geht das ganze Leben weiter.
Omega-3 wirkt sich sowohl auf das Skelett- und Knochenwachstum in Kindheit und Jugend als auch auf den Knochenumbauzyklus günstig aus.
Omega-3 wird hiermit als vorteilhaft angesehen für die Knochengesundheit in jedem Lebensalter. Ferner besteht die Auffassung, Omega-3 spiele eine Rolle bei der Verzögerung des Gelenkknorpelabbaus, d.h., Omega-3-Zusatz zur Kost könne arthritische Symptome mildern.
Ferner kann Omega-3 in der Ernährung entzündliche Reaktionen in den Gelenken beeinflussen.
Bei einer Entzündungsreaktion entstehen Entzündungszellen. Wenn nun Omega-3 in den Phospholipiden der Zellmembranen vorhanden ist, verlaufen die Entzündungsreaktionen weniger heftig, und die produzierten Entzündungszellen sind für andere Zellen und Gewebe weniger schädlich.
Weniger starke Entzündungsvorgänge in den Gelenken, weniger Symptome und milderer Verlauf der RA Knochenkrankheiten und -beschwerden werden dem ausreichenden Vorhandensein von Omega-3 in den Geweben zugeschrieben.
Referenzen:
Am J Clin Nutr. 2007; 85: 803-7. Wang Y, Wluka AE, Hodge AM, et al.
Effect of fatty acids on bone marrow lesions and knee cartilage in
healthy, middle – aged subjects without clinical knee osteoarthritis.
Osteoarthritis Cartilage. 2008; 16(5): 579-583. Watkins BA, Lippman HE,
Bouteiller LL et al. Bioactive fatty acids: role in bone biology and
bone cell function. Prog Lipid Res. 2001; 40: 125-148.