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Johann Liechtenauer war ein deutscher Fechtmeister des 14. Jahrhunderts. Über das Leben von Johann Liechtenauer ist wenig bekannt. Er soll sich selber als weitgereister und erfahrener Mann bezeichnet haben, der die Kunst des Fechtens bis ins Detail beherrscht. Wie er selber gesagt haben soll, habe er sein Wissen nicht selber erfunden, sondern lediglich verstreutes Erfahrungswissen mit vielen Regeln zu einer Kunst zusammengetragen.
Die Kunst des Fechtens mit dem Langen Schwert hatte sich schon vor Liechtenauers Lebenszeit entwickelt und wurde schon vor seiner Zeit von wandernden Fechtmeistern in Europa verbreitet. Liechtenauer war also nicht der erste Fechtmeister, der Fechten mit dem langen Schwert lehrte. Er ist aber der älteste heute noch bekannte Fechtmeister einer Fechtschule. Dies nicht zuletzt, weil sich spätere Fechtmeister in ihren Schriften auf ihn und seine Lehre bezogen haben. Paulus Kal erwähnt sogar eine Gesellschaft Liechtenauers, weshalb Liechtenauer heutzutage von vielen als Begründer der deutschen Fechtschule angesehen wird. Von Liechtenauer selbst sind allerdings keine Schriften bekannt. Die älteste bekannte Schrift, in der Liechtenauer erwähnt wird, ist der Codex MS 3227a, auch Döbringer Codex genannt. Es handelt sich dabei um eine Sammelschrift aus dem Jahr 1389, die vom geistlichen Hanko Döbringer zusammengetragen wurde.
Eine weitere Schrift, die sich auf Johann Liechtenauers Lehre bezieht, ist eine Schrift mit dem Titel „hie hept sich an die ritterlich Kunst des langen Schwerts“, die von Sigmund Ringeck, dem Schirmmeister des bayrischen Herzogs Albrecht III. kommentiert wurde.
Im Fechtbuch von Paulus Kal ist von „Liechtenauers Gesellschaft“ die Rede. Das Buch gibt Auskunft über 16 namentlich genannte Fechtmeister, die Kal der Fechtschule bzw. der Gesellschaft von Johann Liechtenauer zuordnete.
Die 16 von Paulus Kal aufgelisteten Fechtmeister, die er zur Gesellschaft von Johann Liechtenauer (übrigens auch Hans Liechtenauer genannt) zählte:
- Peter Wildhans von Glatz
- Peter von Danzig
- Hans Spindler von Znaym
- Lamprecht von Prag
- Hans Seydenfaden von Erfurt
- Andres Liegnitzer
- Jacob Liegnitzer, dessen Bruder
- Sigmund Amring (Ringeck)
- Hartmann von Nürnberg
- Martin Hundsfeld
- Hans Pegnitzer
- Philips Perger
- Virgil von Krakau
- Diethrich Degen Fechter von Braunschweig
- Ott Jud, Ringer in Österreich
- Hans Stettner von Mörnsheim
Hans Stettner gilt als Lehrmeister von Paulus Kal.