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Eine derartige Entwicklung ist genau das Gegenteil von dem, was die Architekten des Gesetzes beabsichtigen. Das sagt Alex Gerko, der Co-Chief Executive Officer von XTX Markets , einer Algorithmus-Handelsfirma, die eine der grössten der Region ist. Er prognostiziert, dass Dark Trading in Europa so bedeutend wird wie in den USA, wo mehr als ein Drittel des Aktienhandels im Verborgenen geschieht. Etwa zehn Prozent des europäischen Aktienhandels finden derzeit auf Dark Pools statt, die so heissen, weil die Kurse nicht angezeigt werden, bis eine Transaktion abgeschlossen ist.
"Das wird noch eine Weile dauern - es könnte ein Jahr dauern, zwei Jahre", sagte Gerko, dessen Firma diese Woche ankündigte, sie werde eine Plattform betreiben, um Dark Trading abzudecken. "Der Anteil von Dark Trading wird zunächst nach unten gehen. Von diesem niedrigen Niveau dürfte er jeden Monat vielleicht um ein 1, 2 Prozent steigen, bis er irgendwann etwa 30 Prozent erreicht. "
Angetrieben wird die Entwicklung von einer neuen Art von Handelsplätzen, die in Erwartung des scharfen Vorgehens gegen Dark Pools unter MiFID II entstanden sind. Sie nennen sich systematische Internalisierer oder SIs - Plattformen, die von Banken und Algorithmus- Handelsfirmen wie XTX betrieben werden, und auf die laut Gerko der Grossteil der in den vorborgenen Bereich abwandernden Aktienhandelsgeschäfte entfallen wird. SIs dürften Handel von öffentlichen Plattformen wie Börsen abziehen, weil die neuen Regeln ihnen grössere Flexibilität bei der Kursgestaltung geben.
Umstrittener Teil der neuen Finanzregeln
Dark Trading ist einer der umstrittensten Teile von MiFID II. Aufseher und Gesetzgeber, die die Regeln überarbeiten und in ein Gesetz fassen, das für Dark Pools Beschränkungen auferlegt, zielen darauf ab, mehr Handel an die Börsen zu lenken. Die Börsen hatten sich beschwert, dass die zunehmenden Volumina im Dark Trading ihre Fähigkeit beeinträchtigten, die besten Aktienkurse anzubieten.
Und die Bedenken nahmen zu, dass Dark Pools entgegen der ursprünglichen Absicht nun von kleinen, zerhackten Algorithmus-Handelsfirmen dominiert werden. Dark Pools waren eigentlich konzipiert worden, um Mega-Handelstransaktionen im Verborgen zu halten vor Händlern, die dagegen wetten könnten.
Die Börsen haben das bekommen, was sie wollten, und müssen nun erkennen, dass MiFID II einen Weg geschaffen hat, Dark Pools zu umgehen. Handelstransaktionen auf SIs werden bei den Limits nicht gezählt. SIs sind auch von jenen MiFID-Regeln befreit, die unter dem ’Tick-Size’-Regime bekannt sind, das jeden anderen Handelsplatz zwingt, Aktien in den gleichen Abstufungen zu preisen. "Der Unterschied in der Tick-Grösse ist sehr wichtig, weil er einen starken Druck auf das Volumen schafft, sich zu diesem Kanal hin zu bewegen", sagte Gerko.
Nicht nur Gerko prognostiziert, dass SIs den Dark Trade unter MiFID II insgesamt erhöhen statt verringern werden. Larry Tabb, Gründer der New Yorker Research-Gesellschaft Tabb Group, sagte, dass SIs in der Lage sein werden, bessere Kurse als Börsen anzubieten, weil die Banken und Hochfrequenzhändler, die sie betreiben, wählen, mit wem sie handeln. SIs können auch Notierungen für grössere Aufträge anpassen, je nachdem, wer ihre Handels-Gegenpartei ist, sagte er. "Es gibt eine enorme Chance, dass das SI-Volumen grösser sein wird als das Volumen, das von anderen Dark Pools durch die Limits abgezogen wird", sagte Tabb in einem Interview mit Bloomberg.
Werden Aufsichtsbehörden Regeln wieder ändern?
Gerko zufolge machen zwei andere Möglichkeiten zur Vermeidung der Dark-Pool-Limits - periodische Auktionen und Handelsorders mit grossem Volumen (Large-in-scale) - nur einen kleinen Teil der Aktienvoluminas aus.
Nicht jeder ist jedoch davon überzeugt, dass SIs die grossen Gewinner von MiFID II sein werden. Europas Aufsichtsbehörden werden die Regeln ändern, wenn Dark Trading auf SIs zunimmt, meint Anish Puaar von Rosenblatt Securities Inc.
Auch die UBS Group ist skeptisch. Sie schrieb in einer Studie, dass die Volumina an den Börsen zunehmen werden, da die Dark-Pool-Begrenzungen Geschäft an die transparenten Märkte treiben werden. Systematische Internalisierer werden nur einen bescheidenen Anteil an Aktienorders gewinnen, profitieren dürften Börsenbetreiber wie Euronext NV, schrieben die UBS-Analysten.
(Bloomberg)