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Buchs-Bachstrasse
An der Bachstrasse 14 in Buchs sollten drei Mehrfamilienhäuser mit Tiefgarage gebaut werden. Durch dieses Bauvorhaben sind die Überreste eines römischen Gutshofes weitestgehend zerstört worden. Die Kantonsarchäologie nahm vorher zwischen 13. März und 8. Mai 2015 eine Notgrabung vor.
Die ersten Hinweise auf einen römischen Gutshof stammen aus den 1930er- und 1950er-Jahren. Damals wurden im Bereich des Bühlrains Mauerzüge und Bauschutt entdeckt. In den folgenden Jahrzehnten stiess man bei Bauarbeiten immer wieder auf Überreste dieser Anlage.
Auch bei Ausgrabungen der Kantonsarchäologie im Jahr 2012 kamen an der Oberdorfstrasse Gebäudereste der Anlage zum Vorschein. Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse ist davon auszugehen, dass sich der römische Gutshof von der Oberdorfstrasse über den Bühlrain bis zur Bachstrasse erstreckte.
Man nimmt an, dass das Herrenhaus, die sogenannte pars urbana, auf der Erhebung Bühlrain stand und sich nördlich und südlich davon die Wirtschaftstrakte (pars rustica) erstreckten.
Dokumentieren vor der Zerstörung
Die an der Bachstrasse durchgeführten Sondierungen bestätigten die Annahme, dass auch hier Überreste dieses Gutshofes im Boden schlummern. Deshalb führte die Kantonsarchäologie Aargau zwischen dem 13. März und 8. Mai 2015 eine Notgrabung durch, um die römischen Hinterlassenschaften vor ihrer Zerstörung zu dokumentieren.
Im Zuge dieser Ausgrabung konnte erneut ein Bereich des römischen Gutshofes von Buchs ausgegraben werden. Aufgrund der Befunde ist davon auszugehen, dass Teile eines Hofareals freigelegt wurden, das im Westen und im Süden jeweils von einer Umfassungsmauer umgegeben war.
Auf den Spuren eines antiken Gehöfts
Es konnten mindestens drei Bau- bzw. Nutzungsphasen sowie Unterphasen unterschieden werden. Aufgrund der gefundenen Münzen ist wahrscheinlich, dass das Areal vom 1. bis zum Ende des 3. Jahrhunderts besiedelt wurde.
In der ersten Phase scheint es nur extensiv genutzt worden zu sein. Mehrere Kiesschichten können möglicherweise als Reste von Wegen im Zusammenhang mit der Erschliessung dieses Bereichs interpretiert werden.
In der zweiten Phase wurden die Umfassungsmauern errichtet. Der dadurch entstandene Hof wurde durch einenTorbau im Süden erschlossen. Mächtige Abbruchschichten markieren das Ende dieser Phase etwa in der Mitte des 3. Jh. n. Chr.
In der dritten Phase liessen sich mehrere Nachnutzungen in diesem Bereich der Anlage feststellen. Zu nennen ist etwa ein Pfostenbau, der entlang der zu diesem Zeitpunkt bereits abgebrochenen südlichen Umfassungsmauer errichtet wurde.
Pferdegeschirranhänger und Löffel
Als besondere Funde sind ein silberner oder verzinnter Löffel sowie ein Pferdegeschirranhänger aus Bronze zu nennen.