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„Der Schönste in unseren Himmelsgegenden“ – ein Highlight im Rietli
Der bunt schillernde Eisvogel ist unverwechselbar. Er ist etwas größer als ein Sperling, wirkt gedrungen, ist auffallend kurzschwänzig und besitzt einen geraden kräftigen Schnabel. Je nach Lichteinfall wirkt die Oberseite seines Gefieders kobaltblau bis türkisfarben, wodurch er mit der Farbe des Wassers verschmilzt und perfekt getarnt ist. Die Unterseite ist orangebraun und lässt ihn auf einem Baum sitzend unauffällig erscheinen. Seine weißen Halsseitenflecke sind auch aus größerer Distanz noch leicht zu erkennen. Am ehesten wird man auf ihn aber durch seinen durchdringenden, hohen Ruf aufmerksam, den er beim schnellen und gradliniegen Flug direkt über der Wasserfläche ausstößt.
Ruf
Neben dem durchdringenden, hohen und pfeifenden Ruf, besteht sein rhythmisch variabler Gesang aus verschiedenen weiteren Rufen. Dazu zählt ein kurzes tji als Lockruf, ein schärfer und gedehnter klingendes tjii bei Erregung und ein raues khrit-rit-rit.
Eisvogel | Alcedo atthis – RufAudio: Krey, Winfried
© Tierstimmenarchiv – Museum für Naturkunde
Aufnahmedatum: 25.03.1974
Nahrung
Der Eisvogel brütet an langsam fließenden oder stehenden Gewässern. Seine Beute bezieht der Eisvogel ausschließlich aus bzw. an Gewässern. Mit seinem großen dolchartigen Schnabel erbeutet er hauptsächlich kleine Süßwasserfische, indem er kopfüber und wie ein Pfeil die Wasseroberfläche durchstößt. Außerdem frisst er Insekten, kleine Frösche und Kaulquappen. Zeitweise erweitert er sein Nahrungsspektrum auch mit Molchen, kleine Krebsen und Mollusken.
Der Eisvogel baut seine Nisthöhle an Steilufern von Gewässern. Zwei Jahresbruten sind beim Eisvogel üblich.
Gefährdeter Bestand
Der europäische Gesamtbestand wird auf etwa 120.000 Brutpaare geschätzt. In weiten Teilen Europas ist schon seit längerem ein Rückgang festzustellen, so dass der Eisvogel mittlerweile in den Roten Listen der Schweiz, Deutschland, Niederlande, Luxemburgs, Tschechiens und Österreichs verzeichnet ist.
„Dieser Vogel ist der schönste in unseren Himmelsgegenden, und es giebt keinen in Europa, den man an Reinheit, Reichtum und Glanz der Farben mit dem Eisvogel vergleichen könnte: die Farben haben die Schattirungen des Regenbogens, den Glanz des Schmelzes, die Pracht der Seide: der ganze mittlere Rücken mit dem obern Schwanz hat ein helles und glänzendes Blau, das gegen die Sonnenstrahlen wie ein Saphir spielt und den Glanz des Türkis hat; das Grüne vermischt sich auf den Flügeln mit dem Blau, und die meisten Federn haben eine meergrüne Spitze und Puncte; der Kopf und der Hals sind ebenso puncitert, mit hellern Flecken auf einem himmelblauen Grunde.“
Der französische Naturforscher Georges Louis Leclerc de Buffon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
Informationen aus: nabu.de
Fotos Rainer Kühnis