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Die «Davis»-Station ist die südlichste australische Forschungsstation in der Antarktis. Benannt ist sie nach dem australischen Navigator John King Davis, der Schiffe der Mawson- und anderen Antarktisexpeditionen befehligt hatte. Gebaut ist die Station auf felsigen Moränen und liegt nur 100 Meter von der Küste entfernt. Einige der älteren Gebäude stammen aus der Zeit vor dem Wiederaufbauprogramm der 1980er Jahre und sind für das kulturelle Erbe von Bedeutung. Plänen zufolge soll die Station nun in den nächsten Jahren den neusten Bedürfnissen der Forschung angepasst werden.
Anlässlich des ‘Internationalen Geophysikalischen Jahres’ wurde am 12. Januar 1957 erstmals am Ort der heutigen «Davis»-Station ein Zelt aufgestellt, die australische Flagge gehisst und einige Einrichtungen installiert. Einen Monat später wurde das erste Gebäude aufgebaut und die Station feierlich eröffnet. Die «Davis»-Station gilt als eine Schlüsselstation im Netzwerk der australischen Forschungsstationen und beherbergt während der Sommersaison 70 Personen. In der Regel überwintern 22 Forscher auf dieser Basis. Nun sollen die in die Jahre gekommenen Einrichtungen modernisiert werden.
AAD-Direktor Kim Ellis sagte, es sei eine beispiellose Gelegenheit gewesen, Australiens zweitälteste Antarktisstation neu zu definieren, erstklassige Einrichtungen für die wissenschaftliche Forschung zu schaffen und zukünftige operative Aktivitäten zu unterstützen.
„Wir werden Beiträge unserer Forschungsgemeinschaft in der Antarktis mit architektonischem und technischem Know-how kombinieren, um in den kommenden Jahrzehnten eine nachhaltige und effiziente Forschungsstation zu entwickeln“, sagte Ellis.
Der in Großbritannien ansässige Architekt Hugh Broughton und das Ingenieurbüro WSP wurde mit der Entwicklung des Masterplans beauftragt. Die Berater zählen zu den weltweit führenden Designern von Polarforschungseinrichtungen, wie der transportablen «Halley VI»-Forschungsstation für ‘British Antarctic Survey’ und der spanischen Antarktisbasis «Juan Carlos-1» für das spanische Wissenschaftsministerium. WSP und das Hugh Broughton Architekten-Team arbeiten auch an der aktuellen Sanierung der neuseeländischen «Scott Base».
Australien plant auch den Bau einer grösseren, festen Landebahn nahe der Station Davis. Die Liefer- und Baukosten für den „Davis Aerodrome“ müssen noch ermittelt werden und unterliegen einer endgültigen Investitionsentscheidung und einer Umweltbewertungsentscheidung, wie uns die Australian Antarctic Division mitteilt. Diese Art der Landebahn wäre die erste auf dem antarktischen Kontinent. Das Vorhaben wird aber von verschiedenen Verbänden stark in Zweifel gezogen.
Heiner Kubny, PolarJournal