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Thelma Carpenter
geboren am 15.1.1922 in Brooklyn, NY, USA
gestorben am 14.5.1977 in New York City, NY, USA
Thelma Carpenter
Thelma Carpenter (* 15. Januar 1922 in Brooklyn, New York City; 14. Mai 1997 in Manhattan) war eine US-amerikanische Jazzsängerin und Schauspielerin.
Leben und Wirken
Thelma Carpenter trat bereits mit fünf Jahren in der Show Kiddies Hour auf, hatte mit elf Jahren eine eigene Radioshow bei WNYC in New York und gewann dann einen Amateurwettbewerb im Harlemer Apollo Theater. Nachdem sie John Hammond entdeckt hatte, debütierte sie als Sechzehnjährige 1939 als Bandvokalistin in Teddy Wilsons kurzlebigen Orchester, mit dem die sie Songs Love Grows on the White Oak Tree und This is the Moment für Brunswick einspielte. 1939/40 gehörte sie dem Coleman Hawkins Orchester an, mit dem sie auf Bluebird Records im Oktober 1939 den Standard Shes Funny That Way aufnahm.
1943 wurde sie für Helen Humes Bandsängerin im Count Basie Orchestra und blieb zwei Jahre in der Band; durch den recording ban entstanden jedoch keine Aufnahmen bei Basie; sie wurde aber durch die Tourneen und die nächtlichen Radio-Übertragungen landesweit bekannt. Mit Basie entstand lediglich eine 78er im Jahr 1944, I Didnt Know About You.
Danach ersetzte sie Dinah Shore als Vokalistin in Eddie Cantors Radioshow (1945/46), wo sie die erste afroamerikanische Künstlerin in einer ansonsten von weißen Künstlern besetzten Show war. In dieser Zeit nahm die populäre Songs wie Cant Help Lovin That Man (für Majestic), Seems Like Old Times, These Foolish Things (Remind Me of You) sowie die patriotischen Hits Hurry Home und My Guys Come Back auf. Bei den Songs Joshua Fit De Battle of Jericho und American Lullaby wurde die von einem Trio namens Amory Brothers begleitet, das bald als Ames Brothers bekannt werden sollte.
Die weiteren Jahre trat sie vorwiegend in New Yorker Nachtclubs auf, u. a. im Le Ruban Bleu, Spivys Roof, Bon Soir und dem Michaels Pub, außerdem im Bricktops in Rom. Sie wirkte auch bei verschiedenen Broadway-Theater-Aufführungen mit, wie dem Capitol, Loews State und dem Palace on Broadway; daneben trat sie mit dem Duke Ellington Orchestra in der Carnegie Hall auf. Für Columbia entstanden vier Songs wie Pie in the Basket mit dem Luther Henderson Orchestra, sie wurden aber wegen der anzüglichen Texte nicht im Radio gesendet.
Im Laufe ihrer Karriere als Sängerin nahm Carpenter für Majestic, RCA Victor, Columbia und Coral Records auf, u. a. mit Musikern wie Don Abney und Herman Chittison; ihre auf Elvis Presley gemünzter Song Yes Im Lonesome Tonight erreichte 1961 die Billboard Top 60.
Bereits 1952 hatte Carpenter eine Rolle als Schauspielerin in der Revue Shuffle Along am Broadway; anschließend ersetzte sie Pearl Bailey in der Titelrolle in Hello, Dolly!. Ende der 1970er Jahre wurde sie von Sidney Lumet engagiert für die Rolle der Miss One in dem Film The Wiz, wo sie an der Seite von Diana Ross und Michael Jackson agierte. 1982 spielte sie die Mutter von Gregory und Maurice Hines in dem Francis Ford Coppola-Streifen The Cotton Club; 1989 arbeitete sie erneut für Coppola in dem Episodenfilm New York Stories.
Thelma Carpenter hatte bis zu ihrem Tod noch einige Auftritte in Fernsehserien, wie der Sitcom Cosby.
Die Sängerin ist nicht mit der gleichnamigen English Billiards-Spielerin der 1940er Jahre zu verwechseln.
Diskographische Hinweise
- Herman Chittison Trio with Thelma Carpenter (Discovery Records, ed. 1988)
- A Souvenir (Audiophile, ed. 1997)
- Seems Like Old Times (Sepia, ed. 2006)
Filmografie
- The Devils Daughter (1973)
- The Wiz Das zauberhafte Land (1978)
- The Cotton Club (1984)
- New Yorker Geschichten (1989)
Fernseh-Serien
- Cosby (Fernsehserie), Folge: "No Nudes Is Good Nudes"
- Love Boat- Folgen: "Lady from Sunshine Gardens", "Eye of the Beholder", "Bugged"
- Eugene Chadbourne: Biographie bei Allmusic
- Portrait
- Thelma Carpenter in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
- Kurzbiographie bei Sepia Records & Albumcover
Literatur
- Bielefelder Kataloge 1988, 2002
- Richard Cook, Brian Morton: The Penguin Guide to Jazz Recordings, 8th Edition. Penguin, London 2006, ISBN 0-14-102327-9
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