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Petit paysan
Regie: Hubert Charuel
Darst.: Swann Arlaud, Sara Giraudeau, Bouli Lanners, Isabelle Candeller, Valentin Lespinasse, Clément Bresson, Marc Barbé u.a.
Im Zentrum des ersten Spielfilms von Hubert Charuel (*1985) steht der 30-jährige Pierre, ein unverheirateter Jungbauer, der seine 30 Milchkühe nicht nur hegt und pflegt, sondern sie aufrichtig liebt. Den Betrieb hat er von seinen Eltern übernommen, die nach wie vor jeden seiner Schritte überwachen. Als eine rätselhafte Seuche, vom Nachbarland Belgien kommend, die Existenz von Pierres Kühen bedroht, sucht der Jungbauer erst Hilfe bei seiner Schwester, der Veterinärin des Distrikts. Doch als eine erste Kuh Symptome dieser – auch für Menschen bedrohlichen – Krankheit aufweist, kann auch sie nicht mehr helfen. Pierre greift zu unkonventionellen Mitteln … Am letztjährigen Filmfestival Cannes war «Petit paysan» in der Semaine de la critique der meistdiskutierte Beitrag dieser prestigeträchtigen Nebenreihe. Jérôme Garcin vom Le Nouvel Observateur meinte: «Dieser erste Film von Hubert Charuel ist ein Schock. Nur ein Bauernsohn, Einzelkind auf einem Hof in der Haute-Marne, der ihm hier als Location diente, konnte einen so wahrhaftigen Film realisieren, für den er sogar seine Eltern und seinen Grossvater als Schauspieler einsetzte. Und nur ein geborener Cineast, ausgebildet an der Fémis in Paris, konnte seine Kamera so perfekt platzieren, konnte so meisterlich zwischen natürlichem und künstlichem Licht changieren, konnte realistische Szenen mit solch unfassbar fantastischen Details anreichern und dabei eine Geschichte erzählen, die als regionalistischer Dokumentarfilm beginnt und dann zum Psychothriller mutiert – man stelle sich hier eine unmögliche Begegnung zwischen Joachim Lafosse und Quentin Tarantino vor. Denn dieser Film entwickelt sich weniger in den Ställen einer industrialisierten Landwirtschaft als vielmehr im brennenden Kopf eines jungen Viehzüchters, der sich aus Liebe zu seinen Kühen immer mehr entmenschlicht, am Ende mehr Tier als menschliches Wesen ist. ‹Petit paysan› ist ein wilder Film, einer, in dem man das Gemisch aus Rauch, gemähtem Gras, nassem Fell, dampfendem Blut und warmer Milch förmlich zu riechen meint.»