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Neuroplastische Schmerzen
Ich bin so alt,
ich starte meinen Netflix-Film aus
Gewohnheit um 20:15 Uhr.
Unsere Pfade im Gehirn
Im Gehirn gibt es Milliarden von Nervenzellen, die miteinander verknüpft sind. Du kannst dir das Ganze als ein dichtes Netz aus Strassen vorstellen: Es gibt Autobahnen, Haupt- und Nebenstrassen, aber auch Pfade, die so selten begangen werden, dass sie durch dichten Dschungel führen.
Handlungen, die du oft tust, sind die Autobahnen. Du musst nicht mehr überlegen, wie Zähneputzen, Laufen, Autofahren, Tastaturschreiben oder Lesen funktioniert. Du hast die Abläufe unzählige Male geübt und alles läuft automatisch ab. Unser Gehirn ist fantastisch darin, Neues zu lernen. Der Nachteil daran ist, dass es nicht zwischen nützlichen und schädlichen Fähigkeiten unterscheiden kann.
Gute Nachrichten
Genau wie Auto fahren oder Zähne putzen kann das Gehirn auch das Fühlen von Schmerzen lernen. Im englischen Sprachraum spricht man dann von "neuroplastic pain" oder "neural curcuit pain", bei uns wird eher der Begriff noziplastischer Schmerz oder Neuroinflammation verwendet. Ich finde den Begriff "neuroplastische Schmerzen" passender und einfacher zu merken, deshalb spreche ich ab hier von neuroplastischen Schmerzen.
Haben sich solche gelernten Schmerzen entwickelt, braucht es entweder gar keinen Auslöser für Schmerzen, manchmal reicht eine Bewegung, ein kleines körperliches Problem, ein Gedanke oder ein Gefühl und PUFF! du spürst die schlimmsten Schmerzen, obwohl es gar keinen Grund dafür gibt.
Jonna drückt es so aus:
«Wir glauben nicht, dass TMS Schmerzen [neuroplastische Schmerzen] so schlimm sein können, aber ich hatte deshalb die schlimmsten Schmerzen. Selbst meine Tochter zu gebären, war nichts im Vergleich dazu […] wie es sich anfühlt.»
Jonna
The Cure for Chronic Pain with Nicole Sachs – Folge 114
Doch was ist der Grund dafür, dass überhaupt neuroplastische Schmerzen entstehen? Warum interpretiert das Gehirn harmlose Signale aus dem Körper falsch? Warum gibt es dieses Missverständnis?