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Geschichte Chinas
China stürzte mehrmals ab, stieg aber jedes Mal wieder auf. Um das Jahr 1000 war das Land sogar der mit weitem Abstand modernste Staat der Erde. 400 Jahre später war China davor, ihr Territorium nach Indien und Afrika auszudehnen. Doch dann wandte sich das Reich völlig überraschend für lange Zeit von der Welt ab - und war durch diese selbst gewählte Isolation schliesslich so geschwächt, dass es dem Ansturm der Kolonialmächte im 19. Jahrhundert nichts entgegenzusetzen hatte.
Kurz und knackig
Mit gerade mal 15 Tagen war mein Gastspiel in China effektiv etwas zu kurz. Gerne wäre ich tiefer in die faszinierende Geschichte dieses Landes eingetaucht. Nun schlossen aber die ersten Nachbarstaaten ihre Grenzen. Nicht so die Philippinen. Zu gross waren die wirtschaftlichen (und daher auch politischen) Verflechtungen zwischen diesen beiden Ländern. Der Druck auf die Regierung vom philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte stieg merklich - jeden Tag.
Und ich? Ich sass mit einem lachenden und einem weinenden Auge in einer nur spärlich gefüllten AirAsia Maschine. Zieldestination Manila. Das würde bestimmt wieder eine gute Zeit werden - dachte ich.
Umplatzierung
Mit mir an Board war auch mein chinesischer Untergrund-Hacker, sozusagen ein Virus auf zwei Beinen. Dieser aber hatte einen Platz irgendwo in der Mitte der Sardinenbüchse ergattern können. Ich dagegen bekam einen Sitz in der letzten Reihe. Direkt neben mir sass ein filziger Filipino-Musiker: Lange Haare, Rastafari und zahlreiche gelbe, grüne und rote Armbänder.
Nach der freundlichen Begrüssung mit der Filzmaus hagelte es Fragen. Nach etwa sieben Folgefragen in weniger als sechzig Sekunden wurde mir bewusst, dass dies noch ein langer Flug werden könnte. Man könnte es auch ein exklusives, 150-Minuten langes Interview über den Wolken nennen. Doch dann geschah ein Wunder. Da es viele freie Sitze im Flugzeug gab, bat mich ein Flight Attendant um eine Umplatzierung in den vorderen Teil der Maschine.
Die Erlösung
„Selbstverständlich!“, sagte ich ohne auch nur eine Sekunde zu zögern. Ich verabschiedete mich kurz und schmerzlos, packte mein tragbares Hab und Gut und war beinahe schon weg, als ich mit einem Ohr gerade noch hörte, wie der Flugbegleiter die gleiche Frage auch meinem Sitznachbar stellte. Wie aus der Pistole geschossen antwortete dieser: „Selbstverständlich, ich werde mich gleich neben ihn setzen.“
Ich nimm es vorweg. Es waren viele Fragen. Aber da der Flug erst um etwa 03:00 Uhr in der Nacht in Shenzhen abhob, schlief die Maus dann auch relativ schnell einmal ein.
Einreise Philippinen
Dann, Ankunft in Manila. Auch die Einwanderungsbehörde stellte Fragen, allerdings bedeutend weniger und vor allem auch etwas kühler als Bob Marley zuvor. Ansonsten war die Einreise aber kein Problem. Was mir sofort auffiel war, dass vermehrt Masken getragen wurden. Eine gewisse Angst vor dem Virus lag also auch hier bereits in der Luft. Kein Wunder, alleine in Manila soll es weit über eine halbe Million Chinesen geben. Böse Zungen behaupten sogar, dass Makati unterdessen von den Chinesen eingenommen wurde.
Faszinierende Infrastruktur
Die Taxifahrt vom Flughafen zur Unterkunft war insgesamt ereignisarm. Ins Auge stach mir aber erneut der Entwicklungsrückstand in Sachen Infrastruktur. Zwischen Shenzhen und Manila liegen effektiv Welten. Ein Strommast z.B., an welchem ich beinahe täglich vorbei galoppierte, war derart schräg, dass man glauben konnte, bereits der nächste Windstoss von einem vorbei rasselnden Jeepney würde ihn komplett zum kippen bringen. Bei uns in der Schweiz ist der Mast ja dafür da, die Stromkabel zu tragen. Beim philippinischen Mast könnte es durchaus so gewesen sein, dass der einzige Grund, warum dieser überhaupt noch stand, die Kabel waren.
Grab-Taxi #5
Nach Ankunft in der Unterkunft traf ich mich sogleich mit dem übergewichtigen Untergrund-Chinesen. Dieser würde bald etwas Strandurlaub auf einer der 7641 philippinischen Inseln machen und dabei seinen grossen Reifen in der Sonne bruzzeln.
Auf der Fahrt in die Stadt erwischte ich erneut einen überdurchschnittlich gut gelaunten Taxi-Fahrer. Warum ich immer so Glück habe? Hier muss ich aber leider kurz anfügen, dass sich das „überdurchschnittlich gut“ nur auf die ersten drei Minuten bezieht.
Weil direkt nach der Frage zu meiner Nationalität liess er einen sogenannten „fragenden Witz“ heraus platzen:
„Du bist ja nicht von China?“.
„Nein“, antwortete ich ihm lachend.
„Und du warst ja auch nicht in China in letzter Zeit?“ fragte er mich im Glauben die Antwort bereits zu kennen.
„Doch, ich komme direkt von China. Ich bin erst vor ein paar Stunden hier gelandet.“
Er lachte.
Dann lachte er nicht mehr.
In diesem Moment wäre ich wohl besser nicht ganz ehrlich gewesen.
Er positionierte seine Maske, desinfizierte sein Hände und dann sogar noch das Steuerrad.
Im Radio gab der Präsident bekannt, dass sämtliche Flugverbindungen zwischen China und den Philippinen per sofort eingestellt wurden.
Für den Rest der Fahrt herrschte eine Stimmung wie nach einer Fischvergiftung.
Startup Schmiede
Dann, etwa drei Tage nach meiner Ankunft, flog auch noch der Mexikaner ein. Dieser hatte geplant, für einen Monate ebenfalls nach Shenzhen zu kommen, um mit mir das App zu programmieren. Nun versuchten wir unser Startup eben von Manila aus aufzubauen. Unsere Tage sahen meist immer etwa gleich aus. Am Morgen liessen wir uns entweder mit einem Taxi in die Innenstadt transportieren oder trabten die gleiche Strecke zu Fuss entlang der schiefen Strommasten.
Zudem nahmen wir einen ersten Anlauf in einem sogenannten Startup-Accelerator (Startup-Beschleuniger) unterzukommen. Und bereits der erste Versuch war erfolgreich. Bei QBO, einer regierungsnahen Startup-Schmiede klappte es. Wir waren etwas überrascht, schliesslich hatten wir nicht einen einzigen Filipino im Team und planten auch nicht die App hier auf den Markt zu bringen. Trotzdem, wir waren drinnen und bekamen kostenlos Internet und Zugriff auf die weiteren Dienstleistungen.
Mount Balagbag
Am Wochenende dann folgte unser erster Ausflug ausserhalb Metro Manilas. Ein lokaler Insider empfahl uns den Berg Balagbag. Der Tag begann bereits am Morgen um 02.00 Uhr. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Die Hinreise selbst war relativ unspektakulär. Den Wurm haben wir aber nicht gefangen, dafür aber das Pferd getroffen. Der grosse Reisecar brachte uns an den Rand eines Dschungels. Danach durchquerten wir diesen in einem Jeepney - die bunt bemalte Blechbüchse. Unsere Edition wurde definitiv in der Zeit vor Christus gebaut und gehörte eher auf den Jeepney Friedhof als auf die Strasse. Für die letzte Etappe hinauf auf den Berg stiegen wir dann in ein "Tricylce" um - ein Motorrad mit angehängter Kapsel - ebenfalls Blechbüchse. In Thailand heissen diese Dinger TukTuk und sind bei den Touristen beliebt. Hier heissen sie nicht TukTuk und werden deshalb gemieden.
Rasante Fahrt
Um die Geschichte kurz zu halten; die Reise hinauf war kein Problem. Die Wanderung selbst war jetzt kein Bombenhighlight, aber allemal sehenswert. Die Reise hinunter dagegen ist ein eigenes Kapitel wert. Es gleicht ja schon einem Wunder, dass es dieses Ding (Tricycle / TukTuk) geschafft hat, dem steilen Pfad nach den Berg hinaufzukommen. Aber mit dieser Büchse den Berg heil wieder hinunterzukommen war die eigentliche Herausforderung dieses Tages.
Oft sind die Tricyles im Inneren thematisch ausgestaltet. Unsere Kapsel war pink, hatte Neonlicht, ein paar farbige religiöse Aufkleber, hängende Plüschtiere auf der Frontscheibe und sogar eingebaute Musik. Dabei wurden indische Balladen in Endlosschleife gespielt. An Stimmung mangelte es bei dieser Fahrt also definitiv nicht.
Zudem hatte der Seitenanhänger ja kaum Platz für zwei ausgewachsene Personen. Aber jammer brachte ja sowieso nichts. Wir hatten zuvor gesehen, dass die Filipinos, wenn nötig, diese Dinger auch mit der ganzen Familie samt Hund und Affe fahren.
Zu viert den Berg hinunter
Kaum ratterten wir los, merkten wir, dass bei uns auch noch ein Kind auf dem Motorrad sitzt. Immerhin war es nicht am Lenker. Das Geld für die Fahrt gab ich dem Fahrer kurz vor Abfahrt sitzend aus der Kapsel hinaus. Ein schrecklicher Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Der Fahrer hatte nämlich die glorreiche Idee, mir das Rückgeld während (!) der Fahrt zu überreichen. Das man dem Abgrund entlang derart schnell fährt reicht ja schon. Dass er dabei aber mit einer Hand noch etwas Münz zusammenkratzte, liess mich an den Rand einer Nahtoderfahrung kommen.
Die Strategie unseres Fahrers, nicht in den metertiefen Schlaglöchern steckenzubleiben, war es übrigens möglichst schnell darüber zu brettern. Dass sich Babylöwe Simba bis zum Schluss auf dem Hintersitz des Töffs halten konnte, muss definitiv seiner natürliche Begabung geschuldet gewesen sein.
Happy Birthday
Als wir am Zielort ankamen und mit Freude feststellten, dass wir noch hechelten und alle unsere Glieder noch voll funktionstüchtig waren, empfanden wir es als eine gute Gelegenheit diesen Tag gebührend zu feiern. Schliesslich war es auch noch mein Geburtstag. Da kam dieses All-You-Can-Eat Buffet-Restaurant in der Stadt gerade gelegen: „Vikings - Essen wie ein Wikinger“.
Am Geburtstag war dieses für mich kostenlos. Die Feier wurde mir dann aber - für meine Verhältnisse - schnell etwas zu bunt. Das Restaurant hatte nämlich etwa 300 Plätze und 50 Angestellte. Im Inneren ging es zu und her wie in einem Termitenhaufen. Gäste transportierten massenweise Teller hin zum Tisch und der Service diese massenweise wieder zurück. Soweit aber alles normal.
Der Kuchen
Verdächtig wurde es erst, als mir ein Serviceangestellter ein Blatt Papier hinstreckte und mich bat, meinen Namen für die Dekoration eines Kuchen zu notieren. Da ich, gelinde gesagt, etwas aufmerksamkeitsscheu bin, ist mir alles lieber als ein grosses Tohuwabohu in einem öffentlichen Restaurant.
Das Essen, das muss man den Wikinger aber lassen, war Spitzenklasse. Es gab eine riesige Auswahl an Speisen in hoher Qualität. Als ich bei meinem dritten Durchgang vor dem Salatbuffet stand und zufälligerweise meinen Kopf zum Eingang drehte, entdeckte ich durch die Glasscheibe hindurch etwa zwanzig (!) Serviceangestellte - sauber aufgereiht in Reih und Glied. Diese schienen gerade dabei zu sein, in einer Bolognese ins Restaurant loszumarschieren. Der Vorderste hielt ein riesiges „Happy Birthday“-Schild in die Höhe. Dann liess ich beinahe meinen Teller fallen.
Als sich mein Kiefer wieder einrenkte, suchte ich verzweifelt nach einem Fluchtweg. Zum Beispiel könnte ich mich auf der Toilette verstecken. Aber wie lange sie wohl auf mich warten würden...? Ich könnte auch einfach dem Anführer-Häuptling sagen, er könne sich wieder umziehen und die ganze Gruppierung auflösen, ich hätte daran keine Freude.
Fluchtweg
Dann gingen schon die Lichter im Restaurant aus. Ich tappte den Weg zurück zu unserem Tisch. Der Mexikaner sah voller Vorfreude bereits eine Fiesta Mexicana auf uns zukommen. Ich dagegen suchte immer noch verzweifelt nach Möglichkeiten das Ganze zu unterbinden.
Dann ertönten verschiedene Happy Birthday Varianten in ohrenbetäubender Lautstärke. Die Bolognese setzte sich in Bewegung. Nun brauchte ich definitiv ein neuerliches Wunder. Ob mein Kontingent nicht langsam aufgebraucht war?
Ich mache es kurz: An diesem Tag feierten, inklusive mir, noch etwa zwanzig andere Personen im Saal ebenfalls ihren Geburtstag. Als die Karawane mich erreichte, wurde mir zuerst ein Wikinger-Helm auf den Schädel gepflanzt, bevor mich dann einer dieser Lausbuben mit der Smartphone-Kamera ablichtete, um mir letztlich dann aber einen kleinen, personalisierter Kuchen zu überreichen.
Mein Name darauf war übrigens beinahe fehlerfrei geschrieben. Die Angestellten entzündeten die Kerze auf der Zuckerbombe, klatschten und tanzten für einen Happy Birthday Song um den runden Tisch und zogen daraufhin weiter zum nächsten Opfer.
Vulkan Pinatubo
Aufgrund der positiven Erlebnis der Vorwoche entschieden wir uns in der Folgewoche dafür, diesmal einen Vulkan aus der Nähe anzuschauen. Es war zwar nicht der im Januar explodierte „Taal" Vulkan, aber etwas Ähnliches. Die Anreise zum „Mount Pinatubo“ begann für uns erneut um 02:00 Uhr in der Früh. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Nach einer mehrstündigen Busreise entkamen wir dem Beton-Dschungel Manila und stiegen direkt um auf ein Tricyle. Den Wurm haben wir wieder nicht gefangen.
Das schöne war aber, dass die Strassen mehrheitlich in gutem Zustand waren und mehrheitlich auch geradeaus gingen. Das Unschöne war: Unser Fahrer hatte wieder den mit Abstand schnellsten Töff in der ganzen Stadt. Mit Abstand. Dieser flog nämlich regelrecht über den Asphalt. Er überholte jedes andere Tricyle ohne überhaupt zuerst in dessen Windschatten kommen zu müssen. Als er dann anfing selbst Lastwagen zu überholen wurde uns klar, dass es die Formel 1 oder die MotoGP hier verpasst hatte, ein philippinisches Talent frühzeitig aufzuspüren.
Rekordzeit
Das Positive daran war, wir erreichten unser Ziel bereits nach rund 25 Minuten. Und: Aufgrund der Kälte durch den frühmorgendlichen Fahrtwind waren wir für die Hälfte der Fahrt sowieso beinahe betäubt.
Von dort ging es dann in ein militärisches Sperrgebiet und hinauf zum Vulkan. Bewaffnete Soldaten begrüssten uns an heruntergekommenen Checkpoints. Da es von da an keine Strasse mehr gab, schüttelte es unsere eingefrorenen Innereien gleich nochmals durch. Letztlich wanderten wir zusammen mit unseren auftauenden Organen und wenig anderen Touristen unter der stechenden philippinischen Sonne für etwa eine halbe Stunde zu Fuss zu einem sehenswerten Vulkansee.
Essen mit Pinoy Familie
Bei der Familie des Tourguides wurden wir letztlich noch zum Mittagessen eingeladen. Diese erzählte uns, wie arm sie in diesem Dorf doch alle seien und wie das Militär verhindere, dass die Einwohner ihre Häuser reparieren dürften.
Beinahe glaubten wir die Geschichte - bis die 8-Jährige Tochter mit einem neueren Smartphone als ich an den Tisch angerannt kam. Auf dem Parkplatz standen zudem etwa sechs 4x4 Toyota Geländewagen, welche auf unsere Nachfrage hin alle der Familie gehörten. Das Gebäude nebenan hatte zudem einen Pool und gehörte ebenfalls einem Familienmitglied.
Nach dem durchaus unterhaltsamen Besuch bei der reichsten Familie im ärmsten Dorf, machten wir uns dann aber langsam auf, den Heimweg in Angriff zu nehmen. Die Betonung liegt hier auf „langsam“. Die Fahrt dauerte auf dem Papier drei Stunden.
Dichtestress im Bus
Der Reisecar war bis auf den letzten Platz gefüllt. Auch den Gang in der Mitte war bis nach vorne zur Fahrerkabine mit stehenden Filipinos besetzt. Der erste Teil der Reise war für den Fahrer keine Anstrengung. Im Gegenteil. Dieser verköstigte sich auf der Autobahn - notabene während der Fahrt - seelenruhig mit einer Pizza. Nach etwa einer Stunde erreichten wir eine grössere Stadt. Der Car leerte sich. Wir bekamen den ersten Sitzplatz direkt hinter dem Fahrer. Dieser Platz bot uns eine wunderbare Aussicht auf das Treiben (Krieg) in den Strassen.
Dann füllte sich der Bus wieder. Bevor es aber auf die Schlussetappe zu ging, durchkämmten weit über 100 (!) fliegende Essensverkäufer den bereits total überfüllten Reisecar. Das Chaos im Gang war ein Spektakel für sich selbst. Einige fliegende Händler enterten den Reisecar sogar noch, als dieser mit offener Tür bereits wieder rückwärts aus der Parklücke rollte. Ein Getränkeverkäufer schaffte es dann aber nicht mehr rechtzeitig hinaus und musste - wahrscheinlich zur Strafe - etwa einen Kilometer weit mitfahren.
Die Sicherung durchgebrannt
An der Eingangstür zum Reisecar hatte es ein grosses Schild, welches zeigte, dass das Betreten für fliegende Händler verboten sei. Zudem waren Nüsse und Eier im Bus nicht erlaubt. Die meisten unserer Sitznachbarn verspeisten mehrheitlich Nüsse und Eier.
Dann folgte die wohl aggressivste Fahrt, die ich je in einem Reisecar miterlebt habe. Der Fahrer verlor komplett die Nerven, als die Einfahrt in Metro Manila mal wieder verstopft war. Die Situation eskalierte vollends, als wir uns pro Viertelstunde vielleicht nur noch maximal hundert Meter nach vorne bewegten.
Dann riss es dem Fahrer den Geduldsfaden. Und er wiederum riss das Steuer herum, als wäre er in Monaco auf der Rennstrecke. Da die Spurwechsel trotz der niedrigen Geschwindigkeit derart aggressiv waren, mussten sich die Passagiere effektiv auf den Stühlen festhalten.
Die Taktik funktionierte aber wunderbar. Sämtliche Fahrzeuge vor uns hatten wohl derart Schiss vor der Amokfahrt, dass sie sich reihenweise auf eine andere Spur retteten. Wenn sie es nicht taten, bedrängte er sie so lange bis sie gehorchten. Problem gelöst.
Alter Bekannter
Mit uns hat sich aber noch etwas anderes in der Stadt eingenistet. Ein "alter Bekannter" aus China. Genauer gesagt aus Wuhan. Manila meldete eine rapide Zunahme von positiv getesteten Corona Fällen.
Plötzlich ging es schnell. Präsident Rodrigo Duterte riegelte die ganze Metropolregion Manila vom Rest des Landes ab. Er bot das Militär auf, sperrte sämtliche Zufahrtsstrassen, schloss über 10 Millionen Einwohner in der Stadt ein und gab den Ausländern 72 Stunden Zeit, das Land über den Flughafen zu verlassen.

Wer ich bin?
Mein Name ist Andrin. Ich komme aus der Schweiz und stehe durchschnittlich zwei mal pro Jahrzehnt vor tektonischen Veränderungen in meinem Leben.