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So bleiben Sie von Gicht verschont - von Beate Rossbach
Gicht ist eine Stoffwechselstörung, bei der es zu erhöhten Harnsäurewerten im Blut kommt. Harnsäure entsteht beim Abbau von Purinen. Diese Bestandteile der Erbsubstanz DNA (Chromosomen) liegen in den Kernen aller tierischen und pflanzlichen Zellen. Entscheidend für die Menge der Purine ist das Verhältnis der Größe der Zellkerne zur Größe der einzelnen Zelle. Besonders reichlich sind Purine in tierischen Zellen und sehr eiweißhaltigen Nahrungsmitteln enthalten. Beim Tod von körpereigenen Zellen werden die Purine freigesetzt und anschließend zu Harnsäure abgebaut, die dann hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden wird. Zusätzlich müssen weitere Purine bei der Verdauung tierischer und eiweißreicher pflanzlicher Nahrung verstoffwechselt werden. Selbst wenn Ihre Harnsäurewerte über dem Normalbereich liegen, werden Sie jedoch wahrscheinlich lange Zeit nichts davon bemerken. Manchmal kann es sogar Jahrzehnte dauern, bis „das Fass übergelaufen ist" und es zum ersten Gichtanfall kommt. Der wichtigste Schritt zur Senkung Ihres Gichtrisikos ist immer das Senken der Harnsäurekonzentration im Blut.
Brennnesseln sind sehr kaliumreich, wirken dadurch harntreibend und erhöhen die Harnsäureausscheidung. Trinken Sie daher täglich eine Tasse Brennnesseltee, den Sie sich aus getrockneten Blättern (aus der Apotheke) leicht selbst herstellen können. Alternativ eignet sich auch ein Brennnesselfrischsaft.
Forscher der Universität von Kalifornien in Davis/USA entdeckten die entzündungshemmende und harnsäuresenkende Wirkung von Kirschen. Sie hatten in einer kleinen Studie zunächst das Blut von 10 Frauen auf den Harnsäuregehalt untersucht, und ihnen danach ca. 560 g Kirschen zu essen gegeben. Eine anschließende Blutuntersuchung ergab, dass die Harnsäurewerte um 1,5 mg/dl gesunken waren.
Eine Studie der Universität von British Columbia in Vancouver/Kanada mit 46.000 Männern zeigte, dass Vitamin C die Aufnahme der Harnsäure in die Nieren erhöhen und damit das Gicht-Risiko senken kann. Die Forscher fanden in einer 20-jährigen Beobachtung heraus, dass die Probanden, die pro Tag mindestens 500 mg Vitamin C zu sich genommen hatten, ein um 17 % geringeres Gichtrisiko hatten als die Studienteilnehmer, deren Vitamin-C-Aufnahme geringer war. Bei den Männern, die täglich 1.500 mg Vitamin C einnahmen, war das Erkrankungsrisiko sogar um 47 % niedriger als bei den „Vitaminmuffeln".
>> Gicht zählt insbesondere bei Männern zu den bekanntesten und häufigsten Ursachen für eine entzündliche Arthritis. Dass die Einnahme von Vitamin C den Serum-Spiegel der Harnsäure zu senken vermag, wurde schon in zahlreichen früheren Studien aufgezeigt. Was bisher aber nicht gezeigt wurde, ist der Einflussauf das Gicht-Risiko. In dieser Prospektivstudie konnte gezeigt werden, dass eine höhere Vitamin C-Einnahme mit einem geringeren Risiko für Gicht einhergeht. In einer Beobachtungsdauer von 20 Jahren, von 1986 bis 2006, wurde der Zusammenhang zwischen der Vitamin C-Einnahme und dem Risiko an Gicht zu erkranken an 46’994 Männern beobachtet. Zum Zeitpunkt des Studienbeginns waren die Probanden nicht an Gicht erkrankt.
Die Vitamin C-Zufuhr wurde dabei mittels Auswertung eines Fragebogens alle vier Jahre ermittelt. Während den 20 Jahren wurden 1317 Fälle von Gicht-Erkrankungen diagnostiziert. Eine hohe Vitamin C Einnahmemenge ist mit einem niedrigeren Risiko für Gicht assoziiert. Verglichen mit Männern, welche weniger als 250 mg Vitamin C pro Tag zu sich nahmen, hatten solche mit einer täglichen Vitamin C-Einnahme von 500 bis 999 mg ein um 27% geringeres Risiko für eine Erkrankung. Bei noch höherer täglicher Vitamin C Zufuhr fiel die Risikominderung dementsprechend höher aus: bei 1000-1499 mg Vitamin C pro Tag 33% und bei 1500 mg Vitamin C oder mehr pro Tag 45%.
Aufgrund der Resultate dieser Studie besteht zwischen der täglichen Vitamin C-Zufuhr und dem Risiko an Gicht zu erkranken ein eindeutiger Zusammenhang. Eine ausreichende Vitamin C Supplementierung mit Nahrungsergänzungspräparaten ist daher bei der Prävention von Gicht hilfreich. Ebenfalls einen positiven Effekt scheint Vitamin C auf die Verhinderung von Gallensteinen zu haben. Dies konnten Wissenschaftler in einer im Oktober 2009 veröffentlichten Studie zeigen. Bei denjenigen Studienteilnehmern, welche regelmässig Vitamin C supplementierten, traten im Vergleich zu den übrigen Probanden (8,2%) um etwa 50% weniger häufig Gallensteine auf (4,7%).
Chai H.K. et al., Vitamin C intake and the risk of gout
in men, Arch Intern Med, 169 (5), March 9, 2009.
Walcher T. et. al., Vitamin C supplement use may
protect against gallstones: an observational
study on a randomly selected population,
BMC Gastro enterology 2009, Oct. 8; 9:74.
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