Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03151.jsonl.gz/1167

sgv fordert, dass die Klimaeffizienzprogramme gesichert werden
Markt mit viel Potenzial
SÜDOSTASIEN – Indonesien und Malaysia entwickeln sich wirtschaftlich rasant. Sie verfügen über eine gute Infrastruktur
und günstige Produktionsmöglichkeiten. Der malaysische Mittelstand setzt zusehends auf Qualitätsprodukte. Deshalb sind EFTA-Freihandelsabkommen mit den beiden Staaten für die Schweizer Aussenwirtschaft enorm wichtig.
Liegt Malaysia nördlich von Indonesien? Welcher dieser zwei Staaten ist grösser als die Schweiz? Zwei Länder in Südostasien, zwei potenzielle Partner der Schweiz – aber zwei unbekannte Nationen. «Beide Länder bestehen aus mehreren Inseln und geteilten Festländern. In beiden Ländern wird malaysisch (Bahasa) gesprochen. Sie teilen eine koloniale Vergangenheit. Gemeinsamkeiten sind ferner die islamische Mehrheitsreligion, ein angespanntes Verhältnis zu China und ein kompliziertes Miteinander.» Mit diesen Worten charakterisiert Anthony Kim von der amerikanischen Heritage Foundation in Malaysia und in Indonesien die beiden Länder. Er ergänzt: «Viel länger ist die Liste der Gemeinsamkeiten allerdings nicht.»
Indonesien verfügt mit einer jährlichen Wertschöpfung von 1000 Milliarden US-Dollar über die 16.-grösste Wirtschaft der Welt. Damit platziert sich das südostasiatische Land ein paar Plätze vor der Schweiz, die mit rund 700 Milliarden auf Platz 20 ist. Malaysia belegt den 36. Rang mit rund 360 Milliarden. Doch aufgrund vieler anderer Indikatoren schneidet Malaysia besser als der grössere und südliche Nachbar ab.
Rasante Entwicklung
Gemäss der Heritage Foundation sind beide Länder im Mittelfeld ihres Freiheitsindex. Doch Malaysia hat die geringere Korruption und die höhere Rechtssicherheit. Kim zeichnet ein interessantes Bild: «In Malaysia kann man nicht nur leichter eine eigene Firma gründen, sondern es ist auch wahrscheinlicher, dass ein ausländisches Unternehmen bei lokalen Gerichten Recht bekommt. In Indonesien funktionieren Gründung und Rechtsansprüche meist nur, wenn man lokal gut vernetzt ist.»
Beide Länder entwickeln sich rasant. Indonesien verzeichnete ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich fünf Prozent in der letzten Dekade. In Malaysia betrug das wirtschaftliche Wachstum sogar acht Prozent. Doch gleichzeitig sind es steuerteure Länder. Die durchschnittliche Steuerbelastung der Unternehmen liegt bei 30 Prozent in der langsam wachsenden und bei 38 Prozent in der schnell wachsenden Wirtschaft.
Auf beide Länder setzen
«Trotzdem würde ich auf beide Länder setzen», sagt Kim. Indonesien verfügt mit etwa 265 Millionen Einwohnern über einen grossen Wirtschaftsraum. Das Land arbeitet an der Verbesserung der Rahmenbedingungen und will sich namentlich als bessere Alternative zu China positionieren. Kim betont: «Indonesien verfügt in den urbanen Zentren über eine sehr gute Infrastruktur und über sehr günstige Produktionsmöglichkeiten.» Und weiter sagt er: «Malaysia mit 32 Millionen Einwohnern hat ein Durchschnittseinkommen von über 10 000 Dollar pro Jahr. Gleichzeitig liegt die Lebenserwartung bei 74 Jahren. Beide Werte sind für ein solches Land hoch. Das bedeutet konkret: Hier gibt es einen Mittelstand, der auch Qualitätsprodukte aus dem Ausland kauft.» Kim weiter: «In beiden Ländern liegt das Durchschnittsalter bei etwa 27 Jahren.»
Ronald Kumar, ein Journalist der Zeitung «Malay Mail», beurteilt die wirtschaftliche Situation der beiden südostasiatischen Länder mit einer gesunden Portion Skepsis. «Seit ich klein bin, sagt man mir, die Zukunft gehört unserem Land. Das ist gut. Aber es müsste mal etwas passieren. Bis jetzt spüren wir jedenfalls noch nicht viel davon.» Doch er doppelt zuversichtlich nach: «Wir sind aber gut unterwegs – wie auch Indonesien.» Kumar war jedoch überrascht, als er erfuhr, dass die Schweiz bereits ein Freihandelsabkommen mit Indonesien – es muss noch vom Volk angenommen werden – abgeschlossen hat. Ebenso laufen Verhandlungen bezüglich eines Handelsvertrages mit Malaysia. Darauf meint er: «You are a smart people» – die Schweiz sei ein cleveres Land.
Henrique Schneider,
Stv. Direktor sgv
Medienmitteilungen
Der Schweizerische Gewerbeverband sgv fordert Rückkehr in die normale Lage
Beendigung InstA-Verhandlungen: ein Akt der Vernunft
Bundesrat schlägt zögerlich den Pfad der Vernunft ein
Institutionelles Rahmenabkommen – Wettbewerbsfähigkeit weiterdenken!
Bundesratsentscheid zu zögerlich und nicht auf Covid-Gesetz abgestützt