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Far from Heaven
Regie: Todd Haynes
Darst.: Julianne Moore, Dennis Quaid, Dennis Haysbert, Patricia Clarkson, Viola Davis, James Rebhorn, Michael Gaston, Ryan Ward, Lindsay Andretta, Celia Weston u.a.
In der Idylle eines luxuriösen Anwesens in Hartford, der beschaulichen Hauptstadt des Bundesstaates Connecticut, führen der dynamische Verkaufsleiter Frank und seine reizende Ehefrau Cathy ein scheinbar perfektes Eheleben mit zwei Kindern und zwei schwarzen Bediensteten. Man schreibt das Jahr 1957, und während Frank gerade die Karriereleiter im Unternehmen hochklettert, kümmert sich Cathy um die Kinder, das Haus und den Garten. Für letzteren wäre eigentlich der schwarze Gärtner zuständig, doch dieser taucht seit Längerem nicht mehr auf. Eines Tages steht dessen Sohn Raymond vor der Tür und teilt Cathy mit, dass sein Vater verstorben sei. Schon bei dieser ersten Begegnung wird deutlich, dass sich bei Cathy nie gekannte Gefühle zu manifestieren beginnen. Kurz zuvor war ihr Mann in einen seltsamen Vorfall verwickelt, dem Cathy zunächst keine Bedeutung beimass. Als sie Frank wenig später in seinem Büro beim Herumknutschen mit einem Mann erwischt, bricht für sie eine Welt zusammen … In perfekten Technicolor-Farben und mit einem Set, das bis in kleinste Details der Studioproduktion eines Hollywood-Melodramas der 1950er-Jahre ähnelt, schafft Todd Haynes mit einem herzzerreissenden Plot eine brillante Hommage an «Imitation of Life» und «All That Heaven Allows» – zwei der wohl bekanntesten Meisterwerke des grossen Douglas Sirk, die in ihrer Anklage gegen Klassendünkel, Heuchelei und Rassismus damals ihrer Zeit weit voraus waren. Bei Todd Haynes kommt nun zusätzlich die Denunzierung von Homophobie dazu. Julianne Moore, die nach dem Psychodrama «Safe» (1995) zum zweiten Mal mit Todd Haynes zusammenarbeitet, ist schlicht grossartig. Bei der Weltpremiere von «Far from Heaven» am Filmfestival Venedig von 2002 wurde sie verdientermassen mit einem Silbernen Löwen als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Marli Feldvoss schrieb seinerzeit in der NZZ: «Todd Haynes schreibt mit seiner Hommage an das Kino der Studios ein neues Kapitel in der Geschichte des Melodramas, indem er mit analytischem Gespür die Zwischentöne anschlägt, das Verschwiegene offen ausspricht, dabei voller Diskretion das Zeitgemälde nicht verlässt – nur die Hoffnung wird jetzt ganz begraben. Und deshalb bleibt kein Auge trocken.»