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Inhalt und Ziele des Forschungsprojektes:
Tinnitus ist eine Hörstörung, bei welcher Betroffene Phantomgeräusche wahrnehmen. Bis heute werden die der Ursachen zugrunde liegenden neurophysiologischen Mechanismen nicht ausreichend verstanden. Ziel des Projektes ist es, die Entstehung des Tinnitus longitudinal zu verfolgen und diese Phantomgeräusche sowie ihre neuronale Korrelate dynamisch zu erfassen. Im Mausmodell wird vor und nach einer Tinnitusinduktion (d.h. Geräuschtrauma oder Verabreichung von Aspirin) mittels der Fluoreszenzbildgebung Aktivität in der Hörrinde gemessen, welche mit dem “Tinnitusverhalten” in Zusammenhang gebracht wird. Letzteres wird mittels eines angepassten “Startle” Paradigma erhoben. Im Projekt wird getestet, zu welchem Ausmass die tonotopische Organisation in der Hörrinde sich in Abhängigkeit des “Tinnitusverhalten” verändert.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts:
Tiermodelle sind für ein besseres Verständnis der Pathophysiologie und letztlich für das Entwerfen einer evidenzbasierten Therapie gegen Tinnitus unverzichtbar. Der direkte und wiederholte Zugang zu denselben Nervenzellen in der Hörrinde, welche die Fluoreszenzbildgebung im Mausmodell ermöglicht, sollte bezüglich den neurophysiologischen Mechanismen Aufschluss geben, welche Phantomgeräusche verursachen und aufrechterhalten. Die gewonnen Erkenntnisse lassen sich möglicherweise auch auf andere Phantomphänomene, etwa auf den Phantomschmerz, übertragen.