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Was sind ETFs?
ETFs sind eine einfache Option für Privatanleger, unkompliziert und mit relativ wenig Risiko eine Rendite zu generieren. Ein ETF (Exhange Traded Fund) ist ein passiv gemanagter Investmentfonds, der wie andere Wertpapiere und Aktien an der Börse gehandelt werden kann. Das Produkt ist in den USA schon lange beliebt und kommt nun auch immer mehr bei uns an. Die Bekanntheit von ETFs seigt rasant und Pensionskassen sowie Versicherungen nutzen diese bereits seit Jahren als fester Bestandteil des Portfolios.
Ein ETF kopiert immer einen bestimmten Basisindex, wie beispielsweise den SMI, und bildet diesen exakt nach. Durch einen Kauf von Anteilen eines ETFs kann somit, einfach ausgedrückt, in einen ganzen Markt oder eine gesamte Branche investiert werden. Die Wertentwicklung des ETFs verläuft immer gleich wie die Entwicklung seines Basisindexes. Ein ETF ermöglicht dir, mit einem Wertpapier günstig und einfach in ganze Märkte zu investieren.
Als Beispiel ausgedrückt: Du kaufst dir 5 Anteile am ETF «UBS ETF (CH) SMI (CHF) A-dis». Ein ETF von der UBS herausgegeben, der Dividende ausschüttet und dem SMI nachbildet. Damit partizipierst du mit einem Bruchteil (entsprechend der Gewichtung im SMI) einer Aktie an der Entwicklung jedes Unternehmens im SMI.
Ein Aktienindex, kurz nur Index, umfasst eine Gruppe von Aktien, die genutzt wird, um die Entwicklung einer Wirtschaft oder eines Sektors abzubilden. Aktienindizes ist die Mehrzahl von Aktienindex, kurz Indizes. Der Index selbst hat keinen Wert und dient nur als Kennziffer zur Darstellung der Kursentwicklung.
Es gibt Indizes, die eine geographische Zusammensetzung haben und solche, die eine branchenspezifische Zusammensetzung haben, das heisst sich aus Aktien von bestimmte Industrien zusammensetzten. Ein Index eignet sich als Vergleichswert. Du kannst zum Beispiel die Marktentwicklung von Deutschland (DAX) mit der Marktentwicklung der Schweiz (SMI) vergleichen.
Bekannte Beispiele für einen Aktienindex sind:
- Dow-Jones-Index: Enthält 30 grosse US-Aktien und ist der weltweit bekannteste Index.
- DAX (Deutscher Aktien Index): Umfasst die 30 grössten und liquidesten Unternehmen Deutschlands.
- NASDAQ: Der Nasdaq Composite ist der größte Aktienindex an der NASDAQ (rösste elektronische Börse in USA). Er enthält über 3000 Unternehmen mehrheitlich aus dem Technologiesektor.
Der SMI steht für Swiss Market Index und beinhaltet 20 Schweizer Firmen. Diese entsprechen insgesamt 90% der Marktkapitalisierung der Schweiz. Im Börsenjargon ist die Rede von Blue Chips, also von umsatzstarken Aktien von Grossunternehmen. Deswegen wird der SMI auch als Blue-Chip-Index bezeichnet. Beim SMI ist etwas Vorsicht geboten aufgrund der Diversifizierung. Er enthält zwar Firmen aus unterschiedlichen Kategorien wie Güter (Swatch), Versicherungen (Zürich, Swiss Re), Technik (ABB) und Banken (UBS, Credit Suisse) aber über 50% des Index fallen auf lediglich drei Unternehmen Nestlé, Novartis und Roche.
Was ist der Unterschied zwischen einem Fonds und einem ETF?
In der Schweiz sind Fonds weitaus bekannter als ETFs. Beides sind gebündelte Aktienpakete, die einen bestimmten Inhalt haben. Der klassische Fonds, den die Banken empfehlen, wird jedoch aktiv gemanagt, hat deswegen höhere Gebühren und ist dementsprechend für die Banken das attraktivere Produkt. Aktiv gemanagt heisst, es werden laufend einzelne Aktien bewertet und gehandelt. Bei ETFs werden dem Finanzberater keine Provisionen für den Verkauf bezahlt.
Beim ETF werden nur die Aktien und Wertpapiere gekauft, die den Index nachbilden und im ETF mit derselben Gewichtung abgebildet. Oftmals passiert dies bereits weitgehend digitalisiert. Das ist der Grund, warum ETFs in der Regel wesentlich günstiger sind als aktiv gemanagte Fonds.
ETFs sind, im Gegensatz zu Fonds, ähnlich wie Aktien an der Börse täglich handelbar. Fonds werden von der Fondsgesellschaft gehandelt.
Historisch gesehen, haben ETFs besser performt als Fonds. Ein ETF lohnt sich also nicht nur wegen den tieferen Gebühren, sondern auch wegen der besseren Performance.
Was sind die Vorteile eines ETFs?
Du kannst dein Geld einfach über einen ETF-Anbieter (UBS, Credit Suisse, ZKB, iShares, etc.) direkt in den gewählten ETF investieren. Der Anbieter übernimmt dann den Kauf der einzelnen Aktien, die im entsprechenden Index enthalten sind.
Da sich ein Index naturgemäss immer aus vielen unterschiedlichen Unternehmen zusammensetzt, hat man bei einem ETF eine breite Streuung und grosse Diversifikation. Das reduziert das Risiko beträchtlich.
Mit einem ETF kaufst du dir anstatt einer, hoffentlich langlebigen, Rose ein ganzes Blumfeld.
Die Kosten für einen ETF sind verhältnismässig sehr gering, da die ETF-Anbieter nicht aktiv in das Geschehen eingreifen. Bei den Kosten solltest du auf die Gesamtkostenquote (TER) achten. TER bedeutet Total Expense Ratio und ist als Prozentsatz des durchschnittlichen Fondsvolumens angegeben. Diese Kennzahl macht die Kosten für die verschiedenen ETFs direkt vergleichbar. Die Kosten starten bei 0,12% und gehen bis zu 0,8%.
Der Aufwand mit einem ETF ist gering. Im Gegensatz zu Einzelaktien, die verstanden und analysiert werden müssen. Weiter muss bei Einzelaktien die Marktentwickung verfolgt werden. Bei einem ETF entfällt dies und es handelt sich somit um ein passives Investment.
Was sind die Risiken eines ETFs?
Ein ETF bildet einen Index nach, wodurch er den gleichen Schwankungen unterliegt wie der Index, den der ETF nachbildet. Ein ETF, welcher zum Beispiel den SMI kopiert, wird, wenn die Schweizer Konjunktur eine schwache Phase hat, im Kurs fallen. Daher sollten ETFs immer als eine langfristige Investition betrachtet werden. Je länger desto besser, aber grundsätzlich solltest du das Geld für einen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahre investieren wollen. So kannst du auch mögliche Krisen und fallende Kurse einfach aussitzen (und sogar noch von den günstigen Ankaufskursen profitieren).
In den letzten 45 Jahren ist der Aktienmarkt in der Schweiz jährlich im Durchschnitt um mehr als 10% gewachsen (Quelle: LUKB). Mit einem ETF auf den SMI hätte man so also jedes Jahr 10% Wertsteigerung gehabt. Jedoch hätte man auch drei Mal in einer Krise rund die Hälfte des Vermögens verloren. Psychologisch gesehen ist es eine Herausforderung, diese Schwankungen auszuhalten.
Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich. – André Kostolany (US-amerikanischer Finanzexperte, Journalist und Schriftsteller)
Wo kann ich ETFs finden und kaufen?
ETFs findest du bei jeder Schweizer Bank und bei jedem Online-Trader. Du kannst ETFs anhand der ISIN finden und auseinanderhalten. Jeder ETF hat eine eigene ISIN. Neben der TER gibt es noch die üblichen Kauf- und Verkaufsgebühren.
Ich nutze Swissquote und habe dort meine ETFs gekauft. Hier gilt es, die Augen bei den Gebühren aufzuhalten. Swissquote hat attraktivere Gebühren für einige Anbieter wie Vanguard, UBS, ZKB und iShares.
Bei der Auswahl der ETFs gibt es viele verschiedene Möglichkeit, da nicht nur jedes Land und jede Region in ETFs abgebildet ist, es gibt auch noch die ETFs nach Sektoren, Immobilien, Rohstoffen und Trends. Dies führt zu einer unglaublichen Zahl an verfügbaren ETFs und es gibt für praktisch alles einen ETF. Zum Suchen und Zusammenstellen von ETFs gibt es sehr gute Seiten wie justetf.com oder extraetf.com. Die Websites funktionieren wie Suchmaschinen und anhand verschiedener Filter kann man die vielen angebotenen ETFs aussortieren.
Wie man ein komplettes Portfolio mit ETFs aufbaut erkläre ich hier. Es gilt auch beim Kauf von ETFs das Gebot, dass man diversifizieren sollte, um das Risiko zu reduzieren. Deshalb reicht ein einzelner ETF nicht aus und du solltest dir Gedanken über ein Portfolio machen.