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Das TIR-Verfahren ermöglicht die grenzüberschreitende Beförderung von Waren unter zollamtlicher Überwachung ohne Entrichtung von Zöllen und anderen Abgaben, die üblicherweise im grenzüberschreitenden Verkehr fällig werden. Die Waren werden von einer Abgangsstelle in einem Land zu einer Bestimmungsstelle in einem anderen Land mit einem international vereinbarten Zolltransitdokument, dem Carnet TIR, das zugleich eine finanzielle Sicherheit für die Zahlung der ausgesetzten Zölle und Steuern darstellt, befördert. Das System der Sicherheitsleistung wird zur Zeit von der internationalen Strassentransportunion IRU, Genf, verwaltet. Die Grundlage für dieses Zolltransitverfahren ist das internationale TIR-Übereinkommen von 1975. Heute wird das TIR-Verfahren in 59 Ländern angewendet.
Das erste TIR-Übereinkommen aus dem Jahre 1959 wurde aufgrund vieler Erneuerungen überarbeitet und 1975 durch das bestehende TIR-Abkommen 11 ersetzt. Es ist bis heute das einzige weltweit gültige Transit-Zollverfahren. In den EU-/EFTA-Staaten wird jedoch anstelle des TIR das gemeinsame Versandverfahren (gVV) angewendet. Das Kernstück und wichtigste Element dieses Transit-Zollverfahrens ist das Carnet TIR – das in diesem Verfahren einzige Kontrolldokument. Das Abkommen gilt für Warentransporte, bei denen sowohl Be- als auch Entladeort in einem Mitgliedstaat des TIR-Übereinkommens liegt. Zudem müssen die zum Transport benötigten Fahrzeuge, Lastzüge, Behälter etc. den TIR-Anforderungen entsprechen und somit von den zuständigen Zollbehörden zugelassen sein. Sollte es sich um einen kombinierten Gütertransport handeln, so findet das TIR-Verfahren ebenfalls Anwendung auf die Bahn- oder Schiffsstrecke, solange ein Teil des Beförderungsvorgangs auf der Strasse stattfindet. Verwaltet wird dieses Transit-Zollverfahren durch die in Genf ansässige Internationale Strassentransportunion (IRU), durch die nationalen Mitgliedsverbände sowie durch das ebenfalls in Genf ansässige TIR-Sekretariat der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa. Die Abgabe der Dokumente erfolgt in der Schweiz über den Schweizerischen Nutzfahrzeugverband ASTAG.
Zweck und Grundzüge des TIR-Verfahrens
Ziel des Abkommens ist es, den internationalen Güterverkehr unter Zollverschluss in grösstmöglichem Ausmass zu erleichtern und den Transitstaaten trotzdem die erforderliche Zollsicherheit und Abgabebürgschaft zu gewährleisten. Dabei sollen beide Seiten, nämlich sowohl die nationalen Zollbehörden wie auch die international tätigen Transportunternehmen, von diesem Verfahren profitieren. Dies ist jedoch nur durch eine Vereinfachung und Harmonisierung der Förmlichkeiten im grenzüberschreitenden Verkehr und insbesondere an den Grenzen zu erreichen.
Zölle und andere Abgaben müssen während der gesamten Beförderung durch eine international gültige Bürgschaft gedeckt sein. Um die anfallenden Zollgebühren auch dann zu garantieren, wenn der betroffene Transportunternehmer wider Erwarten nicht haften kann, besteht ein internationales Bürgschaftssystem. In jedem Staat bürgt ein von den Zollbehörden anerkannter Verband für alle von ihm zugelassenen TIR-Transporte. In der Schweiz ist das die ASTAG. Im Falle einer Unregelmässigkeit, d.h., wenn ein Transportunternehmer die geschuldeten Sicherheiten und Leistungen nicht erbringen kann, können sich die Zollbehörden an den entsprechenden nationalen Verband wenden. Alle diese Verbände bilden zusammen eine internationale Bürgschaftskette, welche ebenfalls von der IRU in Genf organisiert und verwaltet wird. Sie legt auch die Höhe der Bürgschaftsbeträge für jedes Land fest: Für die Schweiz bzw. die ASTAG beträgt dieser Betrag zur Zeit CHF 100'000 pro Carnet.
Wenn ein Transportunternehmer für Warentransporte nach Drittländern (also ausserhalb der EU und EFTA) möglichst einfach und unkompliziert alle Zollformalitäten erledigen möchte, wendet er sich an die ASTAG, um ein Carnet TIR zu beantragen. Dafür muss der Transportunternehmer aber gewisse Anforderungen erfüllen.

Merkblätter/Formulare

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Franziska Meyer
International/TIR/Berufszulassung
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