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Der Wohnungsneubau (zwei Maisonette- und zwei Geschosswohnungen) von Oliver Brandenberger Architekten im Basler Gundeldingen Quartier rückt für eine klare Strassenfront an die Baulinie – mithin um den Blockrand wahrzunehmen, von dem aber das unmittelbare Nachbarshaus immer noch deutlich zurücksteht. Diesen Versatz nimmt der Architekt mittels eines vom Gesetze her möglichen Risaliten auf; er faltet ihn auf der gesamten Gebäudehöhe, damit eine Vermittlung zwischen den unterschiedlichen Fassadenfluchten stattfinden kann.
Horizontale Fugenlinien unterteilen die Strassenfassade und machen die drei Betonieretappen sichtbar. Diese Fassadenfelder bilden das Übereinanderstapeln der zwei unterschiedlichen Wohntypologien ab. Die Ablesbarkeit der inneren (An-)Ordnung ist in der rückseitigen, verglasten Hoffassade durch unterschiedlich dimensionierte und geknickte Balkone gegeben. Erschliessungs- und Sanitärkerne gliedern den Grundriss. Raumöffnende, partiell einsetzbare Schiebe- und Tapetentüren sowie der Verzicht der Sockelleisten entlang der langen Flurwände ermöglichen in der Tiefe den „durchfliessenden Raum“ zwischen Strassen- und Hofseite.
Die durchwegs von der Massivität des Nachbarhauses abgekoppelten konstruktiven Elemente sorgen sowohl statisch, schall- wie auch brandschutztechnisch für eine unabhängige Lösung. Die eingezogenen Deckenplatten übertragen die Gebäudelasten auf den betonierten Treppenhauskern, zwei Betonscheiben für die Erdbebensicherung und auf insgesamt fünf Stahlstützen.
Fotografie: © Basile Bornand, Basel & Sarah Staiger, Paris