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Schilddrüsenoperation
Bei vielen Erkrankungen der Schilddrüse ist eine Schilddrüsenoperation unumgänglich. Mittels der Schilddrüsenchirurgie können Tumore und knotige Veränderungen der Schilddrüse entfernt und Schilddrüsenüberfunktionen beseitigt werden. Die Entscheidung über die beste Behandlung und ob die Schilddrüsenchirurgie die einzige Möglichkeit zur Behandlung darstellt oder ob es Alternativen gibt, muss immer individuell mit den behandelnden Ärzten besprochen werden.
Die Schilddrüsen-OP ist mittlerweile ein Routineeingriff, in Deutschland werden etwa 80.000 bis 100.000 Schilddrüseoperationen durchgeführt. Vor einer Schilddrüsenoperation muss neben der umfassenden Untersuchung der Schilddrüse die Narkose- und Operationsfähigkeit abgeklärt werden. Die Schilddrüsen-OP erfolgt in der Regel in Vollnarkose und dauert ungefähr ein bis zwei Stunden.
Themenübersicht dieses Artikels
- Basiswissen: Schilddrüse
- Schilddrüsenerkrankungen: Überblick
- Vor der Schilddrüsen-OP
- Schilddrüsen-OP: Indikationen
Basiswissen: Schilddrüse
Aufbau der Schilddrüse
Die Schilddrüse liegt im Bereich des Kehlkopfes, vor und zu beiden Seiten der Luftröhre, wobei der rechte und der linke Seitenlappen der Schilddrüse durch eine kleine Brücke verbunden sind. Durch diesen Aufbau ergibt sich das für die Schilddrüse typische Bild eines Schmetterlings. Die Grösse der Schilddrüse ist individuell unterschiedlich, ohne dass deswegen ein krankhafter Befund vorliegen muss. Bei einer krankhaften Vergrösserung der Schilddrüse (Struma oder Kropf), kann es sowohl zu einer sichtbaren Verdickung der Schilddrüse kommen als auch zu Atem- oder Schluckbeschwerden, sofern eine Verdickung nach innen vorliegt.
Funktionsweise der Schilddrüse
Die Schilddrüse produziert und speichert die Hormone Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4). Diese beeinflussen den Energiestoffwechsel, den Sauerstoffverbrauch der Zellen, die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems und des Magen-Darm-Traktes und sind wichtig für das Wachstum sowie die geistige Entwicklung von Ungeborenen und Kindern. Ein wichtiger Bestandteil der beiden Schilddrüsenhormone ist Jod, das in ausreichender Menge im Körper vorhanden sein muss, damit die Schilddrüsenhormone gebildet werden können. Jod gelangt über den Magen-Darm-Trakt ins Blut und dann in die Schilddrüse, wo der Einbau in die Schilddrüsenhormone erfolgt. Die Schilddrüse kann die Jodaufnahme dem Angebot anpassen und vorhandenes Jod speichern. Überschüssiges Jod wird über die Niere ausgeschieden.
Hormonregelkreis der Schilddrüse
Wann und in welcher Menge die Schilddrüsenhormone produziert und abgegeben werden, wird von übergeordneten Stellen im Gehirn geregelt und zwar vom Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) und von der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse). Sinkt der Hormonspiegel im Blut unter den Normwert, setzt die Hypophyse ein Hormon frei, das sogenannte TSH (Thyroid Stimulating Hormone), das die Produktion der Schilldrüsenhormone anregt. Diese werden dann ins Blut abgegeben, so dass der Hormonspiegel im Blut wieder steigt. Eine Kontrolle der TSH-Freisetzung erfolgt über das vom übergeordneten Hypothalamus freigesetzte Hormon TRH (Thyreotropin Releasing Hormone). Steigt der Hormonspiegel im Blut stark über den Normwert, wird dieser Regelmechanismus in die andere Richtung in Gang gesetzt.
Schilddrüsenerkrankungen im Überblick
Zu den häufigsten Erkrankungen der Schilddrüse zählen Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und Schilddrüsenkrebs.
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Bei der Schilddrüsenüberfunktion kommt es zu einer Überversorgung des Körpers mit Schilddrüsenhormonen. Die häufigsten Ursachen einer Überfunktion sind der sogenannte Morbus Basedow sowie die Schilddrüsenautonomie. Der Morbus Basedow ist wie die Hashimoto-Thyreoiditis (siehe Schilddrüsenunterfunktion) eine Autoimmunerkrankung. Dabei bildet der Körper infolge einer überschiessenden Reaktion des Immunsystems Antikörper gegen körpereigenes Gewebe. Diese aktivieren die auf den Schilddrüsenzellen liegenden Rezeptoren für TSH (siehe Hormonregelkreis), was zu einer unkontrollierten Produktion und Abgabe grosser Mengen von Schilddrüsenhormonen führt.
Bei der Schilddrüsenautonomie bilden Teile der Schilddrüse ungehemmt Schilddrüsenhormone, ohne denübergeordneten Zentren (siehe Hormonregulation) zu gehorchen. Das autonome Schilddrüsengewebe kann diffus verteilt sein oder in einem oder mehreren Knoten vorliegen. Man spricht von einem autonomen Adenom oder einem heissen Knoten.
Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kommt es zu einer Gewichtsabnahme trotz unverändertem oder sogar gesteigertem Appetit. Es kann zu Haarausfall kommen, zu verstärktem Schwitzen und zu Durchfällen, bei Frauen auch zu Zyklusstörungen. Da Schilddrüsenhormone auf das Herz-Kreislauf-System stimulierend wirken, kommt es zu einer Erhöhung der Herzfrequenz. Der Einfluss der Schilddrüsenüberfunktion auf das Zentralnervensystem äussert sich in Nervosität, Rastlosigkeit, Zittern und Schlafstörungen.
Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Bei der Schilddrüsenunterfunktion erhält der Körper zu wenige Schilddrüsenhormone. Die häufigste Ursache einer Unterfunktion ist eine Autoimmunthyreoiditis (z.B. Hashimoto-Thyreoiditis). Die Schilddrüse ist aufgrund von Zerstörung oder Verlust an Gewebe nicht mehr in der Lage, den Bedarf an Schilddrüsenhormonen zu decken oder die Wirkung der Schilddrüsenhormone im Körper ist unzureichend. Man unterscheidet zwischen einer primären, sekundären und tertiären Hypothyreose. Eine primäre Hypothyreose kann bereits angeboren sein. Dann besitzt der Körper entweder keine oder eine zu kleine Schilddrüse oder die Schilddrüse kann aufgenommenes Jod nicht verwerten. Häufiger entwickelt sich eine primäre Hypothyreose jedoch im Laufe des Lebens, nach einer Entzündung der Schilddrüse, einer Schilddrüsenoperation oder -bestrahlung, einer Radiojodtherapie oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente.
Erkrankungen der übergeordneten Zentren, sprich der Hypophyse oder des Hypothalamus (siehe Hormonregelkreis) führen zu einer sekundären, bzw. tertiären Hypothyreose. Die Schilddrüse selbst ist in diesem Fall intakt, während Produktion und Ausschüttung der Hormone TSH und TRH (meist infolge eines Tumors) gestört sind. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis kommt es zur Bildung von Antikörpern gegen körpereigenes Schilddrüsengewebe. Dies führt zur Entzündung der Schilddrüse, wodurch keine ausreichende Menge an Schilddrüsenhormonen mehr gebildet werden kann.
Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion
Bei Erwachsenen kommt es häufig zu Müdigkeit, Antriebsarmut, einem gesteigerten Schlafbedürfnis sowie Gedächtnisstörungen. Betroffene frieren häufig, leiden an Verstopfung und Gewichtszunahme. Ihre Haut ist trocken, kühl und blass, Haare und Nägel sind brüchig. Der Puls ist langsam und die Muskelreflexe sind geschwächt. Bei Frauen kann es zu Zyklusstörungen kommen. Warnzeichen bei Neugeborenen im Fall einer angeborenen Hypothyreose sind Trinkunlust, Verstopfung und ein langsamer Puls. Neugeborene und Kinder mit einer Schilddrüsenunterfunktion haben oft keine Lust, sich zu bewegen und meist eine schlaffe Muskulatur.
Schilddrüsenkrebs (bösartige Tumore der Schilddrüse)
Schilddrüsenkrebs, auch als Schilddrüsenkarzinom bezeichnet, kann an jeder Stelle der Schilddrüse auftreten. In etwa 75% der Fälle gehen Schilddrüsenkarzinome von den Zellen der Schilddrüse aus, in denen die Schilddrüsenhormone gebildet werden. Tumoren dieses Ursprungs werden auch als differenzierte Karzinome bezeichnet. Schilddrüsenkrebs ist in Deutschland eine eher seltene Tumorerkrankung, pro Jahr erkranken etwa 7.000 Menschen. Schilddrüsenkrebs kann in jedem Alter auftreten, am häufigsten kommt er allerdings zwischen dem vierten und fünften Lebensjahrzehnt vor, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Bei rechtzeitig erkanntem Schilddrüsenkrebs sind die Heilungsaussichten gut.
Voruntersuchungen und Vorbereitungen vor einer Schilddrüsen-OP
Welche Voruntersuchungen werden vor einer Schilddrüsen-OP durchgeführt?
Es wird der Allgemeinzustand des Patienten untersucht und die Krankheitsgeschichte (Anamnese) aufgenommen. Das Abtasten der Schilddrüse vermittelt einen ersten Eindruck von Grösse und Ausdehnung der Schilddrüse. Eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) kann genaueren Aufschluss über Form, Grösse und Ausdehnung der Schilddrüse liefern. Mittels einer Blutuntersuchung wird zunächst der TSH-Wert (siehe Hormonregelkreis) bestimmt. Liegt dieser ausserhalb des Normbereiches kann die Menge von Schilddrüsenhormonen im Blut bestimmt werden (Gesamtkonzentrationen und Konzentration der freien Schilddrüsenhormone). Auch die Bestimmung der Antikörper kann weitere Aufschlüsse geben (z.B. bei Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow).
Eine weitere diagnostische Möglichkeit besteht in der Szintigraphie. Mit ihrer Hilfe wird unter anderem der Funktionszustand der Schilddrüse genauer untersucht. Hierbei kann zwischen Bereichen mit unterschiedlich ausgeprägter Aktivität unterschieden werden. Die Strahlenbelastung einer Szintigraphie ist meist kleiner als bei einer Röntgenuntersuchung. Und schliesslich können durch eine Punktion Gewebeteilchen der Schilddrüse entnommen und untersucht werden. Zudem erfolgt vor einer Schilddrüsenoperation in Vollnarkose eine allgemeine Laboruntersuchung sowie ein Elektrokardiogramm (EKG). Ob vor der Schilddrüsenoperation noch ein Hals-Nasen-Ohrenarzt hinzugezogen wird, um die Funktion der Stimmbänder zu prüfen, wird im Einzelfall entschieden.
Wie sieht die Vorbereitung vor einer Schilddrüsen-OP aus?
Neben der umfassenden Untersuchung der Schilddrüse durch einen Schilddrüsenspezialisten muss die Narkose- und Operationsfähigkeit abgeklärt werden. Die Schilddrüsenhormone, die man mittels einer Blutabnahme untersucht, sollten sich zum Zeitpunkt der Schilddrüsen-OP im Normbereich befinden. Dies bedeutet, dass eine vorliegende Fehlfunktion (vor allem eine Überfunktion) vor einem chirurgischen Eingriff mit Medikamenten behandelt werden sollte.
Indikationen für eine Schilddrüsen-OP
Die Schilddrüse sollte insbesondere dann operiert werden, wenn durch eine Vergrösserung der Schilddrüse andere Organe eingeengt werden, wie Luft- oder Speiseröhre und dies zu Schluck- oder Atembeschwerden oder einem Druckgefühl im Hals führt. Auch wenn der Verdacht auf eine bösartige Erkrankung besteht oder ein bösartiger Schilddrüsentumor bereits nachgewiesen wurde, sollte operiert werden.
Kalte Knoten, die wegen ihrer Grösse stören, schnell wachsen oder eine Bösartigkeit vermuten lassen, werden ebenso der Schilddrüsenchirurgie zugeführt, wie heisse Knoten, die eine Überfunktion verursachen, die sich medikamentös und mittels Radiojodtherapie nur unzureichend behandeln lassen. Auch eine Vergrösserung und Überfunktion der Schilddrüse im Rahmen des sogenannten Morbus Basedow lässt sich mittels der Schilddrüsenchirurgie behandeln, sofern eine Radiojodbehandlung nicht sinnvoll oder nicht gewünscht ist.
Vorgehen bei einer Schilddrüsen-OP
Die meisten Schilddrüsenoperationen werden in Vollnarkose durchgeführt und dauern etwa ein bis zwei Stunden. Die Schilddrüsenoperation erfolgt über einen kleinen Schnitt (4-5 cm) unterhalb des Halses (sogenannter Kragenschnitt). Der Chirurg legt die Schilddrüse dann frei und entfernt erkranktes Gewebe. Wie viel Gewebe entfernt wird, hängt davon ab, ob es sich um einen einzelnen Knoten handelt oder wie gross ein möglicher bösartiger Tumor ist. Gelegentlich muss ein ganzer Schilddrüsenlappen oder die komplette Schilddrüse entfernt werden. Bei Schilddrüsenkrebs wird in der Regel die gesamte Schilddrüse, einschliesslich der sie umgebenden Lymphknoten entfernt.
Ist nicht klar, ob es sich um einen bösartigen Tumor handelt, wird bereits während der Schilddrüsenoperation das entnommene Gewebe untersucht (Schnellschnittuntersuchung). Werden hierbei keine Hinweise auf Bösartigkeit gefunden, findet nach der Schilddrüsen-OP eine weitere genaue histologische Untersuchung statt, so dass sich erst einige Tage nach der Schilddrüsenoperation mit Sicherheit feststellen lässt, ob ein Schilddrüsenkrebs vorliegt oder nicht. Während der Schilddrüsenoperation wird insbesondere darauf geachtet, die Stimmbandnerven und die Nebenschilddrüsen zu schonen. Vor dem Verschluss der Wunde wird ein Drainageröhrchen eingelegt, über das Blut und Wundsekret abfliessen können. Die Wunde wird meist mit selbstauflösenden Fäden und mittels einer kosmetisch unauffälligen Nahtmethode verschlossen.
Risiken und Komplikationen einer Schilddrüsen-OP
Neben den allgemeinen Risiken, die eine Operation in Vollnarkose mit sich bringt, kann es im Rahmen der Schilddrüsenchirurgie zu einer Verletzung der Stimmbandnerven kommen und zu einer Verletzung oder ungewollten Entfernung der Nebenschilddrüsen. Allerdings treten diese Komplikationen nur bei einem sehr kleinen Teil der Patienten auf. Sollten die Nebenschilddrüsen bei der Schilddrüsenoperation verletzt oder entfernt worden sein, muss nach der Schilddrüsenoperation eine Versorgung mit Kalzium- und Vitamin-D-Tabletten erfolgen.
Werden die Nebenschilddrüsen im entfernten Schilddrüsengewebe gefunden, können sie an andere Stelle im Körper (z.B. Halsmuskeln) wieder eingepflanzt werden. Da die Schilddrüse eines der am besten durchbluteten Organe ist, kann es unmittelbar nach der Schilddrüsenchirurgie zur Nachblutung kommen, weswegen die Patienten nach der Schilddrüsenoperation mindestens 24 Stunden in der stationären Überwachung bleiben sollten.
Nach einer Schilddrüsenoperation kommt es bei etwa 0,5 Prozent der Betroffenen zu einer dauerhaften Lähmung eines oder beider Stimmbandnerven (Recurrensparese) und bei etwa 3 Prozent zu einer vorübergehenden Lähmung. Die Gefährdung der Stimmbandnerven während einer Schilddrüsenoperation hängt mit ihrer besonderen Nähe zur Schilddrüse zusammen. Auf der Rückseite jedes Schilddrüsenlappens verläuft ein Stimmbandnerv. Durch Schwellung oder Blutergüsse im Operationsgebiet können diese Nerven nach der Schilddrüsenoperation vorübergehend irritiert sein, durch Zerrung, Druck oder Schnitt kann es allerdings auch zu einer nicht rückgängig zu machenden teilweisen oder vollständigen Verletzung und Lähmung dieser Nerven kommen.
Bei Irritation der Nerven kann es zu einer Veränderung der Stimmqualität kommen oder zur Heiserkeit, bzw. zu erheblichen Problemen beim Sprechen. Wurden die Nerven nur irritiert geht die Beeinträchtigung der Stimme in der Regel sechs bis zwölf Wochen nach der Schilddrüsen-OP vorüber. In Ausnahmen kann bis zur Normalisierung ein Jahr vergehen. Bei dauerhafter Schädigung der Stimmbandnerven können die Beeinträchtigungen durch Sprachtraining (Logopädie) behandelt werden.
Nachsorge nach einer Schilddrüsen-OP
In der Regel liegt die Dauer des Krankenhausaufenthaltes für eine Schilddrüsenoperation bei zwei bis drei Tagen. Bereits am Tag nach der Schilddrüsenoperation können Betroffene aufstehen, dürfen trinken und essen. Die Wunddrainagen (Röhrchen zum Abfluss von Blut und Sekret) werden am ersten oder zweiten Tag nach der Schilddrüsenoperation gezogen, die Hautfäden am fünften bis siebten Tag, sofern keine sich selbstauflösenden Fäden verwendet wurden. Meist erfolgt zudem eine Kontrolle der Stimmbandfunktion durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Fünf bis sieben Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus können in der Regel alle gewohnten Aktivitäten wieder aufgenommen werden.
Vier bis sechs Wochen nach der Schilddrüsenoperation wird die Stoffwechsellage mittels Blutentnahme kontrolliert. Sodann muss entschieden werden, ob und in welcher Menge Schilddrüsenhormone gegeben werden. Nach der kompletten Entfernung der Schilddrüse im Rahmen der Schilddrüsenchirurgie ist eine lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormon erforderlich. Entsprechend sollte der Hormonspiegel regelmässig kontrolliert werden. Wurde Schilddrüsengewebe bei der Schilddrüsenoperation belassen, wird je nach Grösse des verbliebenen Schilddrüsenrestes zusätzlich eine Jodeinnahme empfohlen, um eine erneute Vergrösserung oder Knotenbildung zu vermeiden.
Schilddrüsenoperation: Spezielle Nachsorge bei Schilddrüsenkrebs
Erfolgt die Schilddrüsenoperation aufgrund einer bösartigen Erkrankung der Schilddrüse (Schilddrüsenkrebs) schliesst sich in aller Regel vier bis sechs Wochen nach der Schilddrüsenchirurgie eine Radiojodtherapie an (ausser beim sogenannten medullären Schilddrüsenkarzinom, das kein Radiojod aufnimmt). Begleitend werden nach der Schilddrüsenoperation die Tumormarker im Blut kontrolliert und es wird eine Sszintigraphie zur Kontrolle gemacht.
Tipps für die Zeit nach einer Schilddrüsen-OP
Die Wunde sollte unmittelbar nach der Schilddrüsenoperation mit einem Pflaster geschützt werden. Damit kann sogar am Tag nach der Schilddrüsenoperation geduscht werden. Auf das Baden sollte allerdings etwa bis zwei Wochen nach der Schilddrüsen-OP verzichtet werden. Eine Woche nach der Schilddrüsenoperation ist die Wundheilung so weit abgeschlossen, dass kein Pflaster mehr benötigt wird. Allerdings können zu diesem Zeitpunkt noch leichte Schwellungen und Rötungen bestehen. In den auf die Schilddrüsenoperation folgenden drei Monaten sollte die Narbe vor Sonneneinstrahlung geschützt werden. Von Saunagängen, Parfüm, Chlor- oder Salzwasser ist innerhalb dieses Zeitraums abzuraten.