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(franz. tulle anglais; engl.
bobbinnet; englischer Tüll, Spitzengrund, Doppeltüll); ein durchbrochenes auf
Maschinen hergestelltes zierliches Geflecht
aus gezwirntem
Baumwollgarn, welches in einfacher Darstellung den mit der Hand geklöppelten Spitzengrund vollständig nachahmt,
bei Anwendung von weitern maschinellen Mitteln aber auch mit Mustern aller Art versehen werden kann und dann wirkliche ausgebildete
Spitzen, die der Handarbeit so gefährlichen Maschinenspitzen, bildet.
Der in England 1809 erfundene und seither mehr und mehr vervollkommnete Bobbinnetstuhl ist eine sehr sinnreiche, komplizierte
und nicht wohl zu beschreibende
Maschine, die mit einem Webstuhl nichts gemein hat, deren Arbeitsweise an die Bewegung der
Klöppel beim Handspitzenmachen erinnert. Die Kettenfäden sind hiersenkrecht gespannt; für das Einarbeiten
des Einschlags dienen bei m Kettenfäden 2n-1 Spulen. Diese metallenen Spulen, welche den Scheibenspulen der Wheler &
Wilson-Nähmaschine gleichen, haben den Eintragfaden in sich aufgewickelt und drehen sich im Ausschnitt einer Platte, dem
Schlitten.
Ist die Breite des Stoffs z. B. 2,5 Yards und sind auf 1'' engl. 24 Kettenfäden
vorhanden, so sind 4319 = 2 × 2,5 × 36 × 24-1 Spulen und Schlitten erforderlich. Diese Schlitten gleiten dicht an den
Kettfäden in Führungen, durch Stößer getrieben, so hin und her, daß jede Spule ihren Faden um einen Kettfaden herumlegt,
dann zum folgenden übergeht und dasselbe wiederholt u. s. f. So durcharbeiten
Tausende dieser kleinen Organe die Kette fortwährend von einer Zeugkante zur andern; da aber die Kette dabei auch fortschreitet,
so ist der Arbeitsweg jedes Spulenfadens ein Zickzack durch das ganze Zeug.
Aus der Gesamtwirkung aller Fäden mit der Kette entstehen sonach sechseckige Maschen, die aber erst
ihre ganze Zierlichkeit annehmen, wenn das Zeug vom Stuhl abgespannt wird, weil dann die Kettenfäden aus der geraden Linie
auch in eine geschlängelte übergehen. Im Handel kommt der B. in Stücken von 12 bis 20 Yards = 11 bis 17 m in sehr verschiedenen
Breiten vor. Gestreifter B. für Modistinnen zu Damenhutfuttern heißt Appret; in Streifen gewebt, die
sich auseinandernehmen lassen und Ein- und Besätze geben, heißt die Ware Entoilagen.
Der größte Teil der früher gebräuchlichen Baumwollgaze und
Pettinet, der handgeklöppelten, gewebten und gewirkten
Spitzen
ist durch die Produkte des Bobbinnetstuhls verdrängt worden. Die Engländer haben mit diesem Fabrikzweig ungeheure
Gewinnste gemacht und sind noch jetzt die ersten am Markt, doch hat die französische Industrie sich schon zu einiger Konkurrenzfähigkeit
erhoben. In Österreich sind neuerlich einige
Unternehmungen in Wien u. s. w. in Gang gekommen;
in Deutschland scheint sich, seitdem der Aktienverein im Erzgebirge gescheitert, nichts wieder regen zu wollen. Verzollung: Roher ungemusterter B. gemäß Tarif im Anh. Nr. 2 d 1;
(GriechischerHeukleesamen,Siebengezeitsamen,Hornkleesamen, lat. semenfoeni graeci, frz. fenu-grec, engl. fenu greck); die Samen einer
krautartigen Pflanze aus der Familie der Legimunosen, Trigonella foenum-graecum, welche ihre Heimat in Kleinasien und dem
südlichen Europa hat, in manchen Gegenden Deutschlands und in Polen angebaut wird. Die bräunlichgelben,
sehr harten Samen sind ungleich vierseitig, glatt, oben und unten abgestutzt. Die gepulverten B. besitzen einen aromatischen,
an Melilot erinnernden Geruch und schleimig bittern Geschmack; man verwendet das Pulver als Zusatz zu Kräuterkäse und zu
Viehpulvern. - Zollfrei.
und Gesteinsarten; die wissenschaftlichere Richtung in der Landwirtschaft hat das Studium
der bodenbildenden Gesteinsarten zum Gegenstand sorgsamer Forschungen gemacht; für einzelne Landwirte und besonders für
landw. Lehranstalten haben Sammlungen von solchen und von den aus dem Gestein gebildeten charakteristischen Bodenarten einen
hohen Wert;
es gibt sehr verständige Agronomen, welche solche Sammlungen zum Verkauf zusammenstellen;
sie bilden jetzt einen Gegenstand des Handels;
man stellt sie in passenden Fässern zusammen oder hält Lager davon und verkauft
sie einzeln oder in Partieen.
Dem Kaufmann ist zu raten, wenn er sich damit abgeben will, des Rates Sachverständiger sich
zu bedienen.
(frz. fèves, engl. beens); Bezeichnung für 1)
Schmink-Gartenbohne,Phaseolus, eine über die wärmeren Gegenden der ganzen
Erde in 60 Arten verbreitete Pflanze, welche
bei uns in zahlreichen Sorten angebaut wird. Die vielblütigeSchm., Ph. multiflorus, mit der
Feuerbohne (türkische oder anatolische B.) aus Südamerika findet ihre Verwendung meist nur als frisches Gemüse, ebenso
die gem.Schm. (Stangen-, Vitsb., Ph. vulgaris) mit der Busch- oder Zwergbohne,
aus Ostindien stammend.
Die Mungobohne, Ph. Mungo, in Ostindien gehört dort in ihren Samen zu den wichtigsten Nahrungsmiteln
(Anmerkung des Editors: richtig: Nahrungsmitteln), und hat sich auch nach Afrika und Südeuropa verbreitet. Die Strahlenbohne
(Ph. radiatus) liefert in ganz Ostasien vonChina bis Ostindien die nahrhaftesten Samen; weniger bedeutend
sind die Simlibohne (Ph. trilobus) und die Muxbohne (Ph. Mux), welche
beide in
China, Japan, Java und Ostindien vorkommen; von den Schm. ist die weiße Zwergbohne auch der Samen wegen bedeutend.
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forlaufend
Ertrag vom ha 12-38 hl Körner und 14-40 metr. Ztr. Stroh und Blätter.
Die Feuerbohnen dienen auch als Zierpflanze, die Stangenbohne fast nur zu grünem Gemüse, die Wachsbohne auch zu Salat,
die weißen B. als Samen; letztere bilden den Handelsartikel für den Großverkehr und werden für sich oder in Mischung
mit eingemachten grünen B. gegessen. In Form von Büchsen kommen diese auch für sich in den Handel. In Deutschland wird
besonders in Erfurt diese Bohnenzucht sehr umfassend betrieben, großartiger aber in Holland, Italien, England und Frankreich
(Angiens besonders). -
2) Buffbohne (Saubohne, Pferdebohne). Vicia major und minor, die Hauptpflanze für Samenzucht,
für den Großhandel und für die Landwirtschaft, weniger für die Gärtnerei, von welcher die Schminkbohne fast allein angebaut
wird. Nahrungspflanze für Menschen und für Tiere (zu Mastzwecken) von sehr hohem Nahrungswert, wohlschmeckend im noch jugendlichen
Zustand der Samen, weniger zart und fein im Zustand der Reife. Die B. liefert auch noch gutes Futterstroh
und wird auch im grünen Zustand gefüttert.
Sie stammt aus Persien und Ägypten und wird in mehreren Arten, besonders auf etwas bündigem und feuchten Boden angebaut
und zwar in starker Düngung, sodaß sie vortreffliche Vorfrucht für Weizen gibt, zumal sie den Boden dicht beschattet. Der
Anbau erfolgt meist in Reihenkultur; gefährdet wird der Ertrag durch Blattläuse, Bohnenkäfer und Rostpilze;
man rechnet vom ha 20-50 hl Körner zu durchschnittlich 82 kg und 35-50 m. Ztr.
Stroh. Diese B. werden vorzugsweise in Norddeutschland, in Holland und England gezogen und bilden ein Nahrungs- und Futtermittel
von höchstem Nährwert, welches den billigsten Stickstoff liefert. Vgl. Hülsenfrüchte. -
3) Faselbohne (Heilbohne), Dolichus, Pflanze der wärmeren Klimate, in vielen Arten, am wenigsten in Südamerika,
vorkommend; sie liefert Gemüse und Viehfutter, die chinesische Fasel Soja, auch eine Sagoart; sie wird neuerdings zum Anbau
für Mitteleuropa empfohlen. -
Im Deutschen Reich waren bestellt im Jahre 1878: In Speisebohnen 18405,8 ha zu 26,8 hl Ertrag. zus. 493839
hl, Ackerbohnen 132644,5 ha zu 30,8 hl Ertrag, zus. 4094009 hl. Gesamtsumme: 151050,3 ha und
Gesamt-Ertrag 4587848 hl, Der Preis der B.n ist etwa um ⅓ höher als der des Roggens, der Nährwert mindestens doppelt so
hoch. Frische zollfrei, getrocknete s. Tarif im Anh. Nr. 9 a.