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- Im US-Bundesstaat Colorado hat ein heftiger, windgetriebener Waldbrand Hunderte von Häusern zerstört.
- Mindestens ein halbes Dutzend Menschen wurden verletzt und Tausende zur Flucht gezwungen.
- In Louisville und Superior seien rund 34'000 Einwohner aufgefordert worden, sich in Notunterkünften in Sicherheit zu bringen, teilte das Sheriff-Büro des Bezirks Boulder mit.
Kleinere Grasfeuer hätten sich wegen extrem starker Winde in zwei grössere Brände verwandelt, sagte Sheriff Joe Pelle vor Journalisten. Einer davon habe unter Kontrolle gebracht werden können, der andere habe sich jedoch rasend schnell ausgebreitet. Innerhalb von Stunden habe sich das Feuer in der staubtrockenen Landschaft von Boulder County ausgebreitet und schätzungsweise 647,5 Hektar erfasst und mehr als 500 Häuser zerstört.
Möglicherweise seien die Feuer dadurch ausgelöst worden, dass der starke Wind Stromleitungen zu Boden gerissen habe, hiess es in Medienberichten. Die seit Monaten andauernde Dürre habe die Lage verschärft. Der Nationale Wetterdienst sprach angesichts von Böen von bis zu rund 170 Kilometern pro Stunde von einem «wahrhaft historischen» Sturm.
Evakuierungsbefehle wurden für die Stadt Superior mit etwa 13'000 Einwohnern und für die angrenzende Gemeinde Louisville mit 18'000 Einwohnern erlassen.
Sheriff Pelle sagte, eine ganze Siedlung von 370 Häusern sei westlich von Superior in Flammen aufgegangen und 210 Wohnungen seien in der Altstadt von Superior zusammen mit weiteren Wohnungen in der Gegend verloren gegangen. Zu den Sachschäden gehörten auch ein Einkaufszentrum und ein Hotel in Superior, teilten Beamte mit. Damit könnte es sich laut einem Bericht der «Denver Post» um das bisher schlimmste Feuer in der Geschichte des Bundesstaates handeln.
Berichte über Todesfälle hat es bisher nicht gegeben. Sechs Menschen wurden im Spital in der Nachbarstadt Broomfield wegen Verletzungen durch die Waldbrände behandelt. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. «Angesichts der Ausmasse und der Intensität des Feuers in einem dicht besiedelten Gebiet wären wir nicht überrascht, wenn es Verletzte oder Tote gäbe», betonte der Sheriff allerdings.
Laut Pelle machten es stürmische Winde unmöglich, das schnelle Vordringen des Feuers zu stoppen. In Boulder wurden Windböen von bis zu 177 km pro Stunde gemeldet. Laut den Wetter-Vorhersagen sollten die starken Winde am Freitag allerdings nachlassen. Ausserdem kündigten Meteorologen für die nächsten Tage Schneefall an, was den Kampf gegen die Brände erleichtern könnte.
Colorados Gouverneur Jared Polis sprach von einer Naturgewalt und erklärte für den Bezirk nördlich der Regionalhauptstadt Denver den Notstand. Innerhalb von Sekunden breiteten sich die Flammen auf der Länge eines Football-Feldes aus, sodass die Menschen kaum Zeit gehabt hätten, ihre wichtigsten Habseligkeiten zu retten. «Für die direkt betroffenen Familien in Colorado wird es ein schwieriger Prozess werden, ihre Leben wiederaufzubauen», fügte der Gouverneur hinzu.