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Die 28jährige Sara Bareilles aus Kalifornien hat dieses Jahr den weltweiten Durchbruch mit "Love Song" geschafft. Vor ihrem Konzert im Zürcher Kaufleuten haben wir sie zum Interview getroffen.
hitparade.ch: Du bist in Europa aufgewachsen und nach L.A. gezogen um dort zu studieren. Ist dort jetzt dein festes Zuhause?
Sara Bareilles: Das ist eine gute Frage. Ich denke es ist mein halb-festes Zuhause, auch wenn ich L.A. wirklich als mein Daheim bezeichne. Momentan schaue ich mich nach einem Haus um, darum werde ich sicher noch vier oder fünf Jahre dort wohnen. Eventuell möchte ich in die Küstengegend von Nord Carolina ziehen, wo meine Familie lebt. Es wäre schön, nahe bei ihnen zu sein.
hitparade.ch: Dein Studium hast du inzwischen beendet. Was war dein Hauptfach und könntest du dir vorstellen, auf diesem Gebiet tätig zu sein?
Sara: Ich studierte Kommunikation. Gerade jetzt kommuniziere ich ja auch. Journalismus interessierte mich schon immer. Aber momentan bin ich so stark im Musikbusiness beschäftigt, da kann ich mich gar nicht vorstellen, jemals wieder etwas anderes zu tun! Auch wenn ich vielleicht einmal eher hinter den Kulissen tätig sein werde, zum Beispiel im Bereich der Produktion.
hitparade.ch: Wie bist du dazu gekommen hauptberuflich Musikerin zu werden?
Sara: Wahrscheinlich hatte ich so etwas wie eine Offenbahrung. Ich merkte, dass Musik nicht mehr einfach nur ein Hobby für mich war. Bereits mit sechs oder sieben Jahren begann ich in Chören und Musicals zu singen. Im College entdeckte ich meine Leidenschaft fürs Songwriting. Damals spürte ich, dass die Musik meine Bestimmung ist.
hitparade.ch: Dein erstes Album erschien 2004. Hier in Europa kannten es jedoch höchstens die Insider. Wie war das in Amerika?
Sara: Von diesem Album verkaufte ich nur einige tausend Stücke. Aber für eine unabhängige, selbstveröffentlichte CD war das doch recht erfolgreich! Da ich keine grosse Erwartungen hatte, war ich darüber natürlich sehr erfreut und aufgeregt.
hitparade.ch: Dein neustes Album "Little Voice" bezieht sich mit dem Titel nicht auf dich, nehme ich an?
Sara: Nein, der Titel bezieht sich auf meine innere Stimme. Als ich bei den ersten Aufnahmen zu meinem neuen Album im Studio war, fühlte ich mich sehr verloren, weil alle versuchten Entscheidungen für mich zu fällen. Da wurde meine innere Stimme sehr wichtig. Ich lernte auf meine eigene Meinung zu hören und sie vor allem nicht für mich alleine zu behalten.
hitparade.ch: In deiner Bio schreibst du, dass du und dein Produzent, Eric Rosse, eine harte Zeit hattet. Hat dies eure Zusammenarbeit gestärkt oder eher geschwächt?
Sara: Im Nachhinein kann ich sagen, dass es uns gestärkt hat. Konflikte schüren die Kreativität und helfen heraus zu finden, was man wirklich will. Ich habe grossen Respekt vor Eric und wir sind immer noch Freunde. Unsere Zusammenarbeit hatte viele Höhen und Tiefen, aber zum Schluss konnten wir uns beide sagen: "Gut gemacht!".
hitparade.ch: Du hattest zwei Mal einen Auftritt bei der "Tonight Show" von Jay Leno. Wolltest du so etwas immer schon einmal machen und hast du andere solche Ideen und Träume für deine Zukunft?
Sara: Oh, ja! Das war ein Traum, der in Erfüllung ging. Neben Jay Leno war ich auch noch in "Letterman", auch eine grosse Show in den Staaten. "Saturday Night Live" wäre auch noch etwas... In der "Radio City Music Hall" in New York würde ich auch gerne einmal spielen, wenn wir es gerade so von den Träumen haben.
hitparade.ch: Was denkst du, wie gross ist der Einfluss des Internets (speziell MySpace) auf deinen internationalen Erfolg?
Sara: Meiner Meinung nach ist das Internet sehr wichtig dafür. Besonders deutlich merkte ich dies, als mein neustes Album erschien. Für mich ist es ausserdem eine grossartige Möglichkeit, auch wenn ich nicht so viele Erfahrungen damit habe. Persönlich kaufe ich nach wie vor die meisten CDs im Laden. Da ich nie im Internet nach neuer Musik gesucht habe, realisiere ich erst jetzt langsam, was das für einen grossen Einfluss haben kann!
hitparade.ch: Mit dem Erfolg hast du deine erste Tour gestartet. Wie wars?
Sara: Unglaublich! Total ungewohnt in verschiedenen Hinsichten. Es hat meine Erwartungen übertroffen und inspirierte mich. Ausserdem bin ich dankbar, dass mein Leben momentan so ist, auch wenn das ewige Unterwegs sein schon ermüdend sein kann. In solchen Erschöpfungsmomenten halte ich mir einfach vor Augen, wo ich gerade bin und was ich hier eigentlich tue - es ist so unglaublich und macht grossen Spass!
hitparade.ch: Welcher deiner Songs spielst du am liebsten?
Sara: Live singe ich am liebsten... (überlegt) Normalerweise ist es "Many Miles", aber gerade jetzt eher "Little Voice". Das ist das Lied, das mich beim Aufnehmen der Platte inspirierte.
hitparade.ch: Du sagst, die Schweizer seien warmherzig und offen. Wie sind die Amerikaner im Vergleich?
Sara: Ich würde sagen, die Leute sind höflicher hier. Trotzdem hatten wir einige schöne Erfahrungen mit amerikanischen Fans, als wir auf Tour waren. Das spannende an Live-Auftritten ist, dass die Leute nie gleich sind. In der Schweiz spielte ich erst einmal, aber alle waren sehr nett, das schätze ich, wenn ich auf der Bühne stehe.
hitparade.ch: Du schreibst in deiner Bio, dass Songwriting für dich "das wichtigste im Leben" ist. Du bist aber auch eine talentierte Klavierspielerin. Ich könnte mir vorstellen, dass deine Songs durch Melodien in deinem Kopf entstehen. Ist das so? Oder schreibst du zuerst die Texte?
Sara: Nein, es ist umgekehrt. Die Texte kommen erst am Schluss, zuerst komponiere ich die Musik.
hitparade.ch: Hattest du auch schon eine Schreibblockade? Wenn ja, wie hast du sie überwunden?
Sara: Ja, solche Situationen gibt es. Dabei ist es wichtig, sich nicht unter Druck zu setzen. Ich gehe dann jeweils ein wenig nach draussen und versuche mich zu entspannen.
hitparade.ch: Es sieht aus, als hättest du schon viele Gedichte geschrieben. Möchtest du deine Werke in einem Buch veröffentlichen?
Sara: Ich weiss es nicht. Sag niemals nie. Aber ich finde nicht, dass ich eine gute Dichterin bin. Ich sollte wohl besser beim Songwriting bleiben.
hitparade.ch: Mit deiner Single und dem Album "Love Song" konntest du grosse Erfolge feiern. Wie siehst du selbst seine Zukunft?
Sara: wenn ich weiterhin glücklich dabei bin, darf es ruhig so weitergehen. Tour, mehr Alben, weitere Songs im Radio - hoffentlich! Ich würde mich freuen, wenn das alles weiter geht und ich mehr Möglichkeiten habe, meine Musik zu teilen und die Welt durch die Musik zu sehen.
hitparade.ch: Zum Schluss noch die Top 10 der Schweizer Hitparade. Was kannst du kommentieren?
10. Jack White & Alicia Keys - Another Way To Die
Sara: Kenne ich, ist der James Bond-Song. Ich mag die beiden Interpreten sehr. Aber der Song selbst gefällt mir trotzdem nicht so.
9. Katy Perry - I Kissed A Girl
Sara: Ich liebe dieses Lied, ein richtiger Monster-Hit. Das hat sie gut gemacht!
8. Rihanna - Disturbia
Sara: Den mag ich immer lieber! Ich singe sogar schon mit, wenn ich ihn höre...
7. Gabriella Cilmi - Sweet About Me
Sara: Kenne ich nicht, hoffe aber, dass er gut ist!
6. Maria Mena - Just Hold Me
Sara: Ich liebe Maria Mena. Sie ist bewundernswert. Den Song kenne ich nicht, werde ihn mir aber demnächst anhören.
5. Beyoncé - If I Were A Boy
Sara: Dieses Lied mag ich nicht, aber dafür Beyoncé's Stimme sehr!