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Schneehase (Lepus timidus)
Merkmale
Ordnung : Hasentiere
Länge : 48 - 60 cm
Gewicht : 1.8 - 3.5 kg
Bestand CH : ca. 14’000
Status : nicht gefährdet
Vom Aussehen her besteht praktisch kein Unterschied zwischen Männchen und Weibchen. Das Fell wechselt im Laufe des Jahres dreimal: im Herbst geht es von graubraun in weiss über, wird im Frühling wieder graubraun und wechselt im Sommer zu braun. Der kurze Schwanz ist einheitlich gefärbt (im Gegensatz zum Feldhasen auf der Oberseite nicht schwarz).
Die Hinterfüße sind stark behaart und weisen besonders spreizbare Zehen auf – diese „Schneeschuh-Funktion“ erleichtert die Fortbewegung im tiefen Schnee erheblich. Darüber hinaus bietet das Winterfell, dessen Haare zur besseren Isolierung mit Luft gefüllt sind, einen ausgezeichneten Schutz gegen Kälte (vgl. Infrarotbild).
Fortpflanzung und Verhalten
Erste Paarung : März bis April
Tragzeit : 7 Wochen
Anzahl Würfe pro Jahr : 1 - 3
Anzahl Junge pro Wurf : 2 - 4
Die Hasenjungen sind Nestflüchter. Sie haben bei der Geburt bereits ein Fell, können sofort sehen und sich selbständig fortbewegen. Jedes Junge erhält schon bald von der Mutter einen bestimmten Platz im Revier zugewiesen, von wo aus es allein die Umgebung erkundet. Drei Wochen lang besucht die Mutter ihre Nachkommen in regelmässigen Abständen, um sie zu stillen. So werden die Kleinen zu Einzelgängern erzogen.
Zahlreiche Feinde wie Fuchs, Raubvögel und Mensch sowie Krankheiten und harte Lebensbedingungen führen zu hohen Sterblichkeitsraten unter den jungen Schneehasen. Um das Überleben der Art sicherzustellen, hat sich die Natur etwas Einmaliges einfallen lassen. Schon ein paar Tage vor der Geburt der Jungen im Frühsommer findet eine erneute Paarung statt. Die Häsin ist dann „doppelt schwanger“, was als Superfötation bezeichnet wird. So sind trotz des kurzen Bergsommers mehrere Geburten pro Jahr möglich.
Nahrung
Sommer : Kräuter, Gräser und Knospen
Winter : zusätzlich Baumrinden und Wurzeln
Der Schneehase praktiziert die so genannte Caecotrophie, d.h. er frisst seinen eigenen, feuchten und weichen, während seiner Ruhephase aus dem Blinddarm ausgeschiedenen Kot. So kommt das im Blinddarm gebildete Vitamin B in den Magen, wo es vom Körper aufgenommen werden kann. In seiner aktiven Zeit hingegen scheidet der Schneehase harte Kotbohnen aus, die er nicht wieder einnimmt.
Lebensraum
Der Schneehase bewohnt offene Flächen oberhalb der Waldgrenze, im Winter auch lichte Wälder. Er benutzt nur sehr selten unterirdische Höhlungen, um sich auszuruhen. Im Winter kann er Löcher in den Schnee graben, um darin entweder Schutz oder Nahrung zu suchen. Der Schneehase ist nachtaktiv. Im Bereich der Alpen, wo er weniger gestört wird, ist er z.T. auch tagsüber aktiv, vor allem im Sommer, wenn die Nächte kurz sind.
Reaktionen gegenüber Wintersportlern – Folgen für die Tiere
Der Schneehase hat ein stark isolierendes Winterfell. In der Ruhehaltung minimiert er den Wärmeverlust mit seiner Körperhaltung. Wird er von seinem Aufenthaltsort (z.B. apere Flächen, Sträucher, Felsblöcke) vertrieben, muss er diese energiesparende Ruhehaltung verlassen. Wenn z.B. Skifahrer oder Snowboarder in raschem Tempo auf sein Versteck zufahren, verlässt er seine Ruheposition im letzten Augenblick fluchtartig. Er verbraucht dadurch viel zusätzliche Energie.