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In der Stellungnahme, die ArgoviaToday vorliegt, distanziert sich das Kantonsspital Aarau einleitend ausdrücklich von den Behauptungen, die derzeit als Audiodatei auf einschlägigen Kanälen kursieren. Laut dem Leiter Marketing und Kommunikation des KSA, Julien Buro, gebe es keine Kenntnis darüber, dass ein Arzt des KSA sich negativ zur Impfung äussere. Die medizinischen Falschaussagen, die auf Hörensagen beruhten und denen keine Fakten zugrunde lägen, stellt das Kantonsspital in seiner Stellungnahme richtig:
Behauptung: «Die zehn Personen auf der IPS des Kantonsspitals Aarau sind nicht Ungeimpfte.»
Berichtigung KSA: Von den zehn zuletzt auf der Intensivstation des KSA betreuten Patientinnen und Patienten sei nur eine Person vollständig geimpft. Die restlichen Personen seien nicht oder noch nicht vollständig geimpft. Es sei bestens dokumentiert, dass der volle Impfschutz erst zwei Wochen nach der zweiten Impfung erwartet werden könne.
Behauptung: «Lungenkrankheiten können nicht weggeimpft werden.»
Berichtigung KSA: Impfungen seien gegen eine Vielzahl von Bakterien und Viren wirksam, schreibt das KSA. Insbesondere gegen Windpocken und Masern, welche schwere Lungenentzündungen auslösen können, sei die Impfung über 95 Prozent wirksam und habe schon tausende Leben gerettet. Impfungen wirkten präventiv, sie würden Krankheiten also verhindern.
Behauptung: «Eine Epidemie kann nicht während einer Epidemie weggeimpft werden.»
Berichtigung KSA: Sowohl die Kinderlähmung wie auch Ebola waren schwere Pandemien und Epidemien, welchen durch eine Impfung habe Einhalt geboten werden können. Durch die notfallmässige Ringimpfung habe man Epidemien lokal kontrollieren und stoppen können.
Behauptung: «Einige Geimpfte klagen über starke Kopfschmerzen. Die Impfung verursacht Thrombosen, die erst diese Kopfschmerzen hervorrufen und langfristig das Herz belasten.»
Berichtigung KSA: Eine Infektion mit dem Coronavirus verursache ein Mehrfaches an Entzündungen und damit auch an Thrombosen. Deshalb werde empfohlen, bei Erkrankten das Blut medikamentös zu verdünnen. Dies sei bei einer Impfung nicht notwendig, da das Risiko von Thrombosen viel kleiner sei. Die bei AstraZeneca beobachtete erhöhte Zahl an Thrombosen sei mitunter ein Grund, weshalb dieser Impfstoff in der Schweiz nicht zulässig sei. Bei mRNA-Impfstoffen komme dies nicht vor. Für das Herz seien sogenannte Mikro-Thrombosen keine Belastung, da das Gefässvolumen nur unwesentlich vermindert sei.
Im Weiteren schreibt das Kantonsspital Aarau, dass mittlerweile über vier Milliarden Menschen weltweit geimpft seien. Man müsse akzeptieren, dass in ein paar Monaten jeder Mensch entweder geimpft oder infiziert sein werde.
Gleiches Memo, andere «Quelle»
Von wem das fragliche Sprachmemo verfasst wurde, ist nicht klar. Es ist auch nicht die einzige Nachricht, die fast inhaltsgleich aktuell verbreitet wird – dies bestätigt sowohl das Kantonsspital Aarau als auch das Kantonsspital soH Olten. Denn ein anderes, in seiner Aussage gleiches Sprachmemo beruft sich als «Quelle» auf eine Mitarbeiterin der soH. Hannes Trionfini, Mediensprecher der Solothurner Spitäler, bestätigt auf telefonische Anfrage von ArgoviaToday: «Wir haben begründete Zweifel, dass eine unserer Mitarbeitenden sich in dieser Form zur Impfung äussert. Ausserdem merkt man schon einleitend, dass die Person, welche das Sprachmemo verbreitet, nicht gut recherchiert hat. Es ist auch bei uns nach wie vor so, dass vorwiegend ungeimpfte Corona-Patientinnen und -Patienten auf unserer Intensivstation liegen.»
(sfr)