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Die 22jährige Olga Ivanovna heiratet den 31jährigen Arzt und Titularrat Osip Stepanyč Dymov. Dieser ist äusserst fleissig, arbeitet in zwei Krankenhäusern gleichzeitig und führt nebenher noch eine Privatpraxis. Dymov lernte Olga am Sterbebett ihres Vaters kennen: Dieser arbeitete mit Dymov zusammen als Arzt und wurde bis zum Tod von seinem jüngeren Kollegen gepflegt. Dymov verliebte sich in Olga und machte ihr einen Heiratsantrag. Zur Hochzeit erscheinen alle Freunde und Bekannten Olgas, worunter sich einige mehr oder weniger erfolgreiche Künstler befinden, darunter auch der 25jährige blonde und hübsche Maler Rjabovskij, der Olgas Malstudien korrigiert.
Das Paar führt ein glückliches Eheleben, und Olga dekoriert das gemeinsame Haus mit viel Hingabe. Ihre Tage bringt sie mit Malen und Musizieren zu, lässt sich bei der Schneiderin für wenig Geld neue Kostüme anfertigen, besucht Konzerte oder das Theater. Ihr grösstes Talent ist es jedoch, sich schnell mit allerlei aufstrebenden Berühmtheiten anzufreunden, die sie jeweils am Mittwoch auf ihren Salon einlädt. Dort wird gemalt, musiziert und über Literatur und Kunst debattiert. Dymov, der zwar viel von der Wissenschaft, aber kaum etwas von der Kunst versteht, bleibt dieser Salongesellschaft fern und stösst erst später zur Runde, indem er die Gäste zu später Stunde für einen Imbiss ins Esszimmer führt. Olga hat auch häufig Besuch von Rjabovskij, der ihre Fortschritte in der Malerei verfolgt und ihr Ratschläge zur Verfeinerung ihres Stils gibt. Für den Sommer fährt Olga zum Landhaus ihres Mannes, um sich dort ganz ihren Malstudien zu widmen.
Nach zwei Wochen fährt Dymov zu seinem Landhaus, um Olga zu besuchen und um sie mit einigen Köstlichkeiten zu überraschen. Doch Dymov ist nicht der einzige Gast: neben Olga und Rjabovskij halten sich auch drei weitere Künstler im Landhaus auf. Olga freut sich zwar sehr über Dymovs Besuch, schickt ihn aber gleich wieder zurück nach Hause: Am nächsten Tag will Olga ein Hochzeitsfest besuchen, ihr fehle aber dazu die passende Garderobe. Dymov soll sofort nach Hause fahren, um tags darauf wieder mit Olgas Kleidern zu ihr zurückzukommen.
In einer Mondscheinnacht im Juli unternimmt Olga zusammen mit Rjabovskij eine Schiffahrt auf der Volga. Rjabovskij schmeichelt Olga, gesteht ihr seine Liebe und erklärt sich gar dazu bereit, für Olga die Kunst aufzugeben. Olga hat zunächst Bedenken, denn sie will ihren Mann nicht betrügen. Als sich aber Rjabovskij davon unbeeindruckt zeigt, küssen sich die beiden doch noch.
An einem Septembertag bezeichnet Rjabovskij Olga gegenüber die Malerei als die langweiligste aller Künste. Er selber sei auch gar nicht talentiert, und wer etwas anderes behaupte, der sei ein Dummkopf. Er bereut es mittlerweile auch, sich auf Olga eingelassen zu haben und gibt ihr seinen Gesinnungswandel auch zu spüren. Dymov sendet seiner Frau derweil Geld für ihren Lebensunterhalt, ja er begleicht sogar die Schulden eines befreundeten Künstlers von Olga. Diese sehnt sich nach ihrem Hause und auch nach dem Theater. Rjabovskij will Olga nicht an der Abreise hindern, und Olga kehrt zurück zu Dymov.
Im Winter beginnt Dymov zu ahnen, dass er von seiner Frau betrogen wird. Um weniger Zeit mit Olga alleine verbringen zu müssen, lädt er öfters seinen Kollegen Korostelëv zum Essen ein und unterhält sich mit ihm während der ganzen Mahlzeit über Medizin. Olga glaubt zwar, dass sie Rjabovskij nicht mehr liebe und dass mit ihm alles vorbei sei. Doch sie geht dennoch wieder zu Rjabovskij, um dessen neuestes Werk zu bestaunen. Olga beschwört ihn, sie zu lieben und droht damit, sich zu vergiften, falls er sie nicht besuchen komme. Von nun an erscheint Rjabovskij bei Olga und Dymov zum Essen, wo die beiden Nebenbuhler öfters Dreistigkeiten austauschen. Um Olga eifersüchtig zu machen, gibt Rjabovskij jeweils nach dem Essen vor, nun eine andere Dame zu besuchen. In ihrer Gesellschaft äussert Olga, vom Grossmut ihres Mannes bedrückt zu werden. Von Dymovs erfolgreicher Dissertation zeigt sie sich unbeeindruckt.
Als Vorwand für einen Besuch bei Rjabovskij malt Olga eine neue Studie. In seinem Aterlier bemerkt Olga eine andere Frau, die sich hinter einem Bild vor ihr versteckt. Rjabovskij mustert Olgas Studie und legt ihr nahe, sich nicht weiter mit der Malerei, sondern lieber mit der Musik zu beschäftigen. Olga verlässt Rjabovskijs Atelier schliesslich mit dem festen Vorsatz, dass es zwischen ihnen nun endgültig vorbei sein werde. Zu Hause angekommen ruft Dymov ihr aus seinem Arbeitszimmer zu, dass er sich im Krankenhaus mit Diphtherie angesteckt habe, und sie sich ihm wegen der Ansteckungsgefahr nicht nähern dürfe. Auf seine Anweisung ersucht Olga Hilfe bei Korostelëv.
Dymov soll sich bei der Untersuchung eines diphtheriekranken Knabens angesteckt haben. Bald kümmern sich drei Ärzte um ihn und halten abwechslungsweise Krankenwache. Olga bekommt Schuldgefühle, sie glaubt, dass die Erkrankung ihres Mannes Gottes Strafe für ihr Fremdgehen sei. Olgas viele Freunde kümmern sich nicht um sie und ihren Mann, ihr ganzes vergangenes Künstlerleben kommt ihr auf einmal nichtig vor. Korostelëv glaubt nicht an eine Genesung Dymovs und beklagt den Verlust eines aussergewöhnlichen Wissenschaftlers, der für seine Arbeit und seine Mitmenschen wie ein Ochse geschuftet habe. Dabei lässt er Olga merken, dass sie die Schuld am Tod ihres Mannes trage. Olga erkent nun in Dymov einen aussergewöhnlichen und – im Gegensatz zu ihren Künstlerfreunden – einen wahrlich grossen Mann. Als sie zu ihm ins Zimmer geht, um ihm Hoffnung auf ein weiteres, glücklicheres gemeinsames Leben mit ihr zu machen, ist Dymov bereits tot.
Olga Semënovna («Olenka») lebt mit ihrem alten und kranken Vater, dem pensionierten Kollegienassessor Plemjannikov, in einem Haus am Stadtrand, in der sogenannten Zigeunervorstadt. Aufgrund ihrer Liebenswürdigkeit nennt man Olenka oftmals «Herzchen». Unweit ihres Hauses befindet sich der Vergnügungspark Tivoli, der von Ivan Petrovič Kukin geleitet wird. Dieser klagt bei Olenka oftmals über das Regenwetter, das die Leute vom Besuch des Tivoli abhalte und ihm seine Einnahmen schmälere. Olenka findet Gefallen an Kukin. Er macht ihr einen Antrag, die beiden heiraten, und Kukin nennt sie schon bald auch «Herzchen».
Das Ehepaar führt gemeinsam den Tivoli, wobei sie sich besonders für das Theater engagieren. Olenka beklaft oftmals die Gleichgültigkeit des Publikums für die Kunst und glaubt, dass man nur im Theater den wahren Genuss empfinden könne. In der Fastenwoche fährt Kukin nach Moskau, um dort eine Theatergruppe zu engagieren. Er kehrt nicht mehr zurück, und in der Karwoche empfängt Olenka ein Telegramm mit der Meldung von Kukins plötzlichem Tod.
Drei Monate später macht Olenka die Bekanntschaft mit Vasilij Andreič Pustovalov, dem Verwalter eines Holzlagers. Eine ältere Dame äussert sich bei Olenka lobend über ihn, worauf Olenka schon bald Gefallen an ihm findet. Pustovalov macht Olenka einen Antrag und die beiden heiraten. Olenka hilft ihrem Mann fleissig bei der Arbeit im Holzlager. Das Ehepaar arbeitet ständig oder sitzt in der Freizeit zu Hause. Für Zerstreuungen zeigen sie keinerlei Interesse, Olenka findet auch nichts Gutes mehr am Theater. Der Besuch des Gottesdienstes und des Dampfbads sind neben der Arbeit die einzigen ausserhäuslichen Aktivitäten des Ehepaars.
Wenn Pustovalov sich auf Geschäftsreisen begibt, sehnt sich Olenka nach ihm. Die Besuche des Regimentsveterinärs Vladimir Platonyč Smirnin, der im Nebengebäude wohnt, sind ihr dann eine willkommene Abwechslung. Smirnin ist zwar verheiratet, er lebt aber getrennt von seiner Frau und seinem Sohn Saša. Olenka findet, dass Smirnin sich mit seiner Frau aussöhnen sollte, damit der Junge wieder mit beiden Elternteilen zusammenleben könne.
Nach sechs Ehejahren wird Pustovalov plötzlich krank und stirbt. Nach sechsmonatiger Trauer nähert sich Olenka an Smirnin an und beginnt sich für die Angelegenheiten der Veterinärmedizin zu begeistern. Als Smirnins Regiment abgezogen wird, ist Olenka wieder alleine, denn auch ihr Vater ist in der Zwischenzeit verstorben. Olenka kann sich für nichts mehr begeistern und hat zu nichts mehr eine Meinung. Die einst hübsche Olenka wird alt und hässlich, Haus und Hof verfallen. Die schwarze Katze Bryska ist schon bald ihre einzige Gesellschaft.
Eines abends taucht Smirnin bei ihr auf, der sich mit seiner Frau nun ausgesöhnt hat und sich niederlassen will. Olenka lässt ihn und seine Familie in ihrem Haus leben, zieht selber ins Nebengebäude und blüht erneut auf. Den für seine zehn Jahre etwas zu kurz geratenen Saša behandelt sie bald wie ihren eigenen Sohn. Als er aufs Gymnasium kommt, fährt seine Mutter zu ihrer Schwester und kommt nicht wieder zurück. Sein Vater ist oftmals tagelang beruflich unterwegs, sodass Olenka den völlig vernachlässigten Saša bald zu sich ins Nebengebäude holt. Sie entwickelt ein starkes mütterliches Gefühl für den Jungen und ist bereit, sich für ihn aufzuopfern. Die Abende verbringt sich zusammen mit ihm über seinen Schularbeiten, nachts träumt sie von Sašas Zukunft als wohlhabenden Arzt oder Ingenieur.
Sašas Mutter teilt per Telegramm mit, dass sie den Jungen wieder zu sich holen wolle. Olenka gerät darüber in äusserste Verzweiflung und beruhigt sich erst wieder, als Smirnin nach Hause zurückkehrt.
Der Moskauer Philologe und Bankangestellte Dmitrij Dmitrič Gurov ist noch keine 40 Jahre alt, hat aber bereits eine Tochter von zwölf Jahren und zwei Söhne. Mit seiner Frau wurde er schon verheiratet, als er noch im zweiten Semester studierte. Sie ist sehr belesen und elegant, doch Gurov hält nur wenig von ihr und bleibt nur ungern allein mit ihr zu Hause. Er bezeichnet die Frauen zwar als minderwertiges Geschlecht, fühlt sich aber dennoch stark zu ihnen hingezogen.
Gurov weilt etwa seit zwei Wochen zur Kur in Jalta. Dort taucht ein neuer Kurgast auf: Anna Sergeevna, die immer einen weissen Spitz spazieren führt und deswegen von den anderen Kurgästen «die Dame mit dem Hündchen» genannt wird. In einem Gartenrestaurant kann Gurov sie in ein Gespräch verwickeln, indem er ihr Hündchen zu sich lockt. Sie erzählt ihm, dass sie in Petersburg aufgewachsen sei, dann aber nach S. geheiratet habe. Sie langweile sich in Jalta, wird aber dennoch einen ganzen Monat dort verbringen. Auf Gurov wirkt sie noch ein bisschen unsicher im Umgang mit Fremden. Er denkt, dass er sie am nächsten Tag wieder sehen wird.
Anna Sergeevna und Gurov verbringen einen Feiertag zusammen. Sie beobachten das Anlegen eines Dampfers, und nach dem Manöver küssen sie sich. Auf Gurovs Vorschlag gehen sie auf Anna Sergeevnas Zimmer. Dort wird sie plötzlich traurig und beginnt zu weinen. Sie bezeichnet sich als Sünderin, als eine schlechte und gemeine Frau. Ihren rechtschaffenen Mann hält sie für einen Lakai. Sie hat ihm eine Krankheit vorgetäuscht, um nach Jalta zur Kur fahren und dort das Leben geniessen zu können. Gurov kommt diese Beichte etwas deplatziert vor. Er tröstet sie, worauf sie bald wieder fröhlicher wird. Gemeinsam fahren sie spätabends nach Oreanda, wo sie gemeinsam einige Stunden verbringen und schliesslich auf einer Bank den Sonnenaufgang beobachten.
Sie verbringen nun all ihre Tage zusammen. Anna Sergeevna macht sich zwar immer wieder Vorwürfe, sie können ihre gemeinsame Zeit aber dennoch geniessen. Von ihrem Mann, der sie eigentlich in Jalta hat abholen wollen, erhält Anna Sergeevna ein Telegramm: Er sei erkrankt und sie solle sofort zu ihm zurückreisen. Sie folgt dieser Aufforderung und verabschiedet sich von Gurov, der nun glaubt, Anna Sergeevna nie wieder sehen zu werden.
Gurov kehrt zurück nach Moskau und gewöhnt sich recht schnell wieder an den Grossstadtalltag. Er glaubt, Anna Sergeevna bald ganz vergessen zu haben. Doch Gurov muss immer häufiger an sie denken und verspürt das Verlangen, mit jemandem über seine Liebe zu sprechen. Als er seinem Partner aus der Bank diesbezüglich eine Anmerkung macht, geht dieser nicht darauf ein und antwortet bloss mit einer Banalität. Gurov ärgert sich über diese Gleichgültigkeit und regt sich über das gleichtönige und oberflächliche Stadtleben auf. Er beschliesst, Anna Sergeevna in S. zu besuchen und gibt vor, geschäftlich nach Petersburg verreisen zu müssen.
In S. erfährt Gurov, dass Diederitz, Anna Sergeevnas Mann, wohlhabend und in der ganzen Stadt bekannt sei. Gurov erhält auch Auskunft über dessen Wohnort, worauf er sich zu Diederitz’ Haus begibt. Er hält es für zu riskant, das Haus einfach zu betreten oder Anna Sergeevna einen Brief zukommen zu lassen. Also wartet Gurov vor dem Zaun, ob vielleicht Anna Sergeevna vorbeikomme. Nach einiger Zeit erfolglosen Wartens kehrt Gurov zum Hotel zurück, wo er bis am Abend schläft. Er erinnert sich an ein Theaterplakat und fährt zur Premiere, in der Hoffnung, dort Anna Sergeevna anzutreffen. Auf den Rängen kann er sie dann auch tatsächlich ausmachen; sie ist in Begleitung eines Mannes – Diederitz, wie Gurov vermutet.
Als dieser Mann den Saal in der ersten Pause verlässt, geht Gurov zu Anna Sergeevna und spricht sie an. Sie stürmt aus dem Saal, doch Gurov kann sie einholen. Sie offenbart ihm, dass sie ständig an ihn habe denken müssen. Darauf beginnt Gurov sie leidenschaftlich zu küssen. Anna Sergeevna versucht ihn von sich wegzuschieben und fordert ihn zur sofortigen Abreise auf. Sie schwört, ihn in Moskau besuchen zu kommen und kehrt – einen unglücklichen Eindruck hinterlassend – in den Theatersaal zurück. Gurov verlässt das Theater.
Anna Sergeevna reist nun regelmässig nach Moskau, unter dem Vorwand, sich dort wegen eines Frauenleidens behandeln zu lassen. Sie steigt in einem Hotel ab und lässt Gurov durch einen Boten über ihre Ankunft benachrichtigen, worauf er sie im Hotel besucht. Von da an führt Gurov ein Doppelleben: ein offizielles mit seiner Familie und ein heimliches mit Anna Sergeevna. Gurov wird sich seines fortschreitenden Alters bewusst und glaubt, sein ganzes Leben lang noch nie geliebt zu haben – bis zu seiner Liebschaft mit Anna Sergeevna. Die beiden glauben, dass sie zusammengehören und können es nicht verstehen, warum sie mit einem anderen Mann und er mit einer anderen Frau verheiratet ist. Sie suchen nach einer Lösung, um aus dieser Verstrickung herauszufinden, um gemeinsam ein glückliches Leben führen zu können. Sie sind sich bewusst, dass die grössten Schwierigkeiten noch auf sie zukommen würden.
Anton Čechov: Meistererzählungen, Zürich: Diogenes (1989). Aus dem Russischen von Hertha von Schulz und Gerhard Dick. ISBN-13: 978-3257-21702-5