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Überblick
Bösartige Wucherungen der Bronchien und Lunge, werden als Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) bezeichnet. Lungenkrebs gehört zu den häufigsten und aggressivsten Krebsarten.
Häufige Fragen
Ursachen
Lungenkrebs entsteht meist aufgrund von Schadstoffen, welche über die Atemluft in die Lunge gelangen, sich dort ablagern und die gesunden Zellen schädigen. Beginnen diese Zellen zu wuchern und breiten sie sich auf gesundes Gewebe aus, spricht man von Lungenkrebs. Man unterscheidet zwischen zwei Gruppen von Lungenkrebs:
Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs ist die weitaus häufigere Form. Dazu gehören das Plattenepithelkarzinom, das Adenokarzinom und das grosszellige Karzinom.
Kleinzelliger Lungenkrebs wächst sehr schnell.
Ein Grossteil der Lungenkrebserkrankungen hängt mit dem Rauchen zusammen. Das Risiko steigt, je länger bereits geraucht wurde und je mehr Zigaretten täglich konsumiert wurden. Umgekehrt nimmt das Risiko für Lungenkrebs ab, wenn mit dem Rauchen aufgehört wird. Ein weiteres Risiko stellen Schadstoffe dar, welche bei der Arbeit eingeatmet werden können, wie beispielsweise Asbest oder radioaktiver Staub. Eine hohe Konzentration an Radon im Boden von Wohngebieten kann das Risiko ebenfalls erhöhen, in den meisten Gemeinden der Zentralschweiz ist der Radongehalt jedoch niedrig genug. Selten kann Lungenkrebs auch vererbbar sein und in Familien gehäuft auftreten.
Symptome
- Trockener Husten, länger als drei bis vier Wochen
- Schmerzen in der Brust
- Kurzatmigkeit
- Heiserkeit
- Wiederkehrende Atemwegsinfektionen
- Fieber oder Nachtschweiss
- Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
- Müdigkeit
- Blutiger Auswurf beim Husten
Diagnose
Die Erkrankung wird meistens aufgrund von Symptomen oder zufällig im Rahmen einer Bildgebung der Lungen entdeckt. Vorsorgeprogramme um Lungenkrebs frühzeitig zu erkennen (wie z.B. für Darmkrebs), gibt es für Lungenkrebs bis jetzt nicht.
Bei Verdacht auf Lungenkrebs wird die Computertomographie (CT) eingesetzt und bei der Suche nach Metastasen die Positronen-Emissionstomographie (PET/CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) des Schädels.
Um einen Lungenkrebs endgültig und verlässlich zu diagnostizieren, wird die Lungenspiegelung (Bronchoskopie) verwendet. Dabei wird ein dünner Schlauch mit Kamera durch die Atemwege zur Lunge geführt. Bei der Spiegelung der Atemwege wird Gewebe (Biopsie) zur mikroskopischen Untersuchung entnommen. Dies erlaubt Aussagen über das Stadium der Erkrankung, den Umfang des Tumors, den Lymphknotenbefall und allfällige Krebsableger in anderen Organen.
Zudem erhalten wir durch die Funktionsprüfung der Lunge (Spirometrie) ein Bild über deren Leistungsfähigkeit. Neben bösartigen werden zuweilen auch gutartige Lungentumoren entdeckt. Diese müssen in der Regel ebenfalls operativ entfernt werden, da sie sich zu bösartigen weiterentwickeln können.
Behandlung
Alle Patientinnen und Patienten besprechen wir individuell an den regelmässigen Konferenzen des Tumorzentrums, an denen unter anderem Fachpersonen der Pneumologie, Thoraxchirurgie, Radiologie, Onkologie teilnehmen. Das Tumorzentrum des LUKS ist durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert und bietet eine hervorragende Krebsversorgung.
Die Art der Behandlung ist abhängig vom Stadium der Erkrankung, vom Umfang des Tumors, vom allfälligen Lymphknotenbefall und ob der Krebs bereits in andere Organe gestreut hat.
Operation
Ein lokal begrenzter Lungenkrebs kann durch eine Operation entfernt und geheilt werden, sofern er sich noch nicht in andere Körperteile ausgebreitet hat. Eine Operation hängt nicht nur von der Art, der Lage und der Ausbreitung des Tumors ab, sie kommt auch nur infrage, wenn sichergestellt ist, dass das nach dem Eingriff zurückbleibende Lungengewebe für die Atemfunktion ausreicht. Eine Operation kann das Entfernen eines einzelnen Lungenlappens (Lobektomie) oder das Herausnehmen der ganzen rechten oder linken Lunge (Pneumonektomie) umfassen. Bei der operativen Entfernung des Lungenkrebses muss zur Sicherheit rund um den Tumor etwas mehr Gewebe entfernt werden. Zusätzlich beseitigt man auch angrenzende Lymphknoten.
Wenn möglich bevorzugen wir Methoden, bei welchen nur ganz kleine Schnitte notwendig sind (Schlüsselloch-Methoden).
Zurzeit gibt es zwei Verfahren: die Videoassistierte Thorakale Chirurgie (VATS) und die Single-Port-VATS. Bei der VATS sind drei kleine Schnitte erforderlich. Bei der Single-Port-VATS genügt sogar ein einziger kleiner Schnitt. Für ausgewählten Situationen wird am LUKS auch die roboter-assistierte Thoraxchirurgie angeboten.
Chemotherapie
Vor oder nach einer Lungenkrebs-Operation erfolgt häufig eine Chemotherapie. Wenn eine Operation nicht möglich ist, wird mit Chemo- und Strahlentherapie versucht, den Tumor zu verkleinern oder das Tumorwachstum zu verlangsamen. Die eingesetzten Medikamente (Zytostatika) zerstören die Krebszellen und bekämpfen die Ausbreitung des Krebses im Körper. Die Wirkstoffe werden als Infusion, neuerdings zum Teil auch in Tablettenform verabreicht. Die Kombination und die Dosierung der Mittel hängen ebenso wie die Behandlungsdauer vom Tumorstadium und vom Gesundheitszustand der Betroffenen ab.
Strahlentherapie
Beim nicht resezierbaren Lungenkrebs oder bei schmerzhaften Metastasen bietet sich die Strahlentherapie an. Moderne Techniken ermöglichen es, die Tumoren hoch dosiert und äusserst genau zu bestrahlen. Um das umgebende Gewebe zu schonen, wird am Luzerner Kantonsspital die hochpräzise stereotaktische Radiotherapie durchgeführt. Die Art der Behandlung richtet sich nach dem Tumorstadium und dem Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten.
Die Strahlentherapie wird auch bei gestreutem Krebs gegen Knochenschmerzen eingesetzt. Wenn ein Tumor die Atemwege einengt, kann unter Umständen die Brachytherapie die Symptome lindern.
Zielgerichtete Therapie
Unter einer gezielten Tumortherapie versteht man ein Medikament, welches an einem bestimmten Molekül in der Tumorzelle ansetzt und nur dann wirkt, wenn dieses Molekül eine Abnormalität (Mutation) aufweist. Ist dies nicht der Fall, wirkt die Therapie nicht. Aus diesem Grund werden Lungentumoren heute im Labor auf Mutationen getestet. So werden Tumoren erkannt, die gezielt behandelt werden können. Dabei handelt es sich oft um eine Therapie mit Tabletten, die täglich und dauerhaft eingenommen werden müssen.
Immuntherapie
Tumoren können sich der Kontrolle durch das menschliche Immunsystem entziehen. Immuntherapien können Tumoren für das Immunsystem wieder erkennbar machen. Diese Medikamente werden den Betroffenen als Infusion verabreicht.
Nachsorge und weitere Angebote
Wie bei anderen Krebserkrankungen sind auch beim Lungenkrebs regelmässige Nachsorgeuntersuchungen wichtig. Durch die gute Zusammenarbeit mit Haus- und Spezialärzten ermöglichen wir den Betroffenen einen nahtlosen Übergang zwischen stationärer und ambulanter Betreuung. Die weitere Begleitung im Rahmen der sogenannten Tumornachsorge erfolgt in einem stetigen interdisziplinären Austausch. Dieser hat das Ziel, die bestmöglichen Ergebnisse nicht nur im Hinblick auf die Tumortherapie, sondern auch auf den Erhalt der Lebensqualität im Alltag zu erreichen. Gezielte Rehabilitationsmassnahmen bieten Abhilfe. Zu diesen gehören die ärztliche und pflegerische Behandlung, die psycho-onkologische Beratung, Physiotherapie, Atemgymnastik, Ernährungsberatung und Psychotherapie. Psychosoziale Angebote dienen der Bewältigung der neuen Lebenssituation, der Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung, der Verbesserung der Lebensqualität und dem Abbau von Angst und allfälligen Depressionen.
Vorsorge
- Nicht rauchen
- Schutz vor Schadstoffen in der Luft (z.B. Asbest)
- Vorsorgeuntersuchung bei Kontakt mit Schadstoffen im Beruf