Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03362.jsonl.gz/1515

Die Evaluation von Studienprogrammen dient der ganzheitlichen Überprüfung der Curricula an den Instituten. Ziel der Evaluationen ist die Gewährleistung des hohen Qualitätsniveaus der Studiengänge an der Phil.-hist. Fakultät. Die Verantwortung für die Umsetzung der Evaluationen liegt beim Dekan/bei der Dekanin der Fakultät, kann jedoch an geeignete Organe delegiert werden (z.B. an eine Evaluationskommission).
Die Evaluation beginnt mit der Bildung einer Evaluationskommission und der Anmeldung der Evaluation beim Collegium Decanale. Am Ende der Evaluationsphase entsteht ein Selbstevaluationsbericht, der auf dem Leitfaden zur Studienprogrammevaluation (vom 23.10.2018) basiert. Zur Erstellung des Berichts werden verschiedene Personengruppen (Dozierenden, Studierende, externe GutachterInnen,...) miteinbezogen und mittels geeigneter Methoden Informationen zusammengetragen und analysiert. Anschliessend werden Massnahmen zur Anpassung der Studienprogramme diskutiert und festgelegt. Drei Jahre danach erfolgt ein sogenanntes Follow-Up, im Zuge dessen die Massnahmen überprüft werden.
Informationen zu den abgeschlossenen Studienprogrammevaluationen befinden sich untenstehend und im Archiv der Studienprogrammevaluation.
Das Institut für französische Sprache und Literatur hat im Frühling 2021 seine fünf angebotenen Studienprogramme evaluiert. Dabei ging es darum herauszufinden, inwiefern der 2017 eingesetzte Studienplan zu Verbesserungen der Ausbildung geführt hatte und ob die Qualität der Lehre den Bedürfnissen der Studierenden gerecht wird. Eine Arbeitsgruppe wurde bereits im Herbst 2020 mit den Evaluationsvorbereitungen beauftragt. Anschliessend wurde eine Evaluationskommission eingesetzt, welche der Ständebeteiligung und dem Einbezug externer Perspektiven Rechnung trug. Letztere Aussensicht konnte durch die Beteiligung der fakultätsinternen Spanischprofessorin Bénédicte Vauthier und des Französischprofessors Richard Huyghe aus der Universität Fribourg integriert werden. Die immatrikulierten Studierenden der BA- und MA-Programme wurden im März 2021 online befragt, wobei die hohe Rücklaufquote von 60% erzielt werden konnte. Ebenfalls wurden die Auswertung der Lehrveranstaltungsevaluation 2019, die Forschungsevaluation des Instituts (Dreijahresmittel 2017-2019) und die statistischen Daten der Universität Bern und des BfS beigezogen.
Die Evaluation setzt einen Schwerpunkt auf die spezifische Situation des Französischinstituts an der Uni des deutsch-französischsprachigen, also zweisprachigen Kantons Bern. Dabei soll die Frage nach dem Platz des Französischen im mehrheitlich deutschsprachigen Kanton geklärt werden. Ebenfalls wurden die Aspekte der Qualität der Lehre, der gesellschaftlichen Relevanz und der Entwicklungsfähigkeit des Instituts besprochen. Zusammengefasst ergibt die Evaluation ein sehr positives Bild des Lehrangebots, d.h. zufriedene Studierende mit der Lehre am Französischinstitut. Aufgrund der Auswertungen haben die Evaluationskommission und die Institutsmitglieder Massnahmen zur Verbesserung des Lehrangebots und des internen und externen Informationsflusses formuliert. Im folgenden Abschnitt werden die wichtigsten Ergebnisse und Massnahmen vorgestellt:
Die Evaluation hat ergeben, dass die Mehrheit der deutschsprachigen Studierenden (welche sowieso die überwiegende Mehrheit ausmachen) das eigene Französischniveau, wie es auf Gymnasialstufe erreicht wurde, als ungenügend für das Studium am Französischinstitut einstuft. Der Bericht sieht hier als Massnahme vor, das Linguistiktutorat durch ein Sprachtutorat zu ersetzen, um die mündliche und schriftliche Sprachkompetenz der Studierenden auf akademischem Niveau zu stärken. Zudem soll eine Broschüre auf nützliche Materialien hinweisen, welche den Studierenden helfen, ihr Sprachniveau zu verbessern. Zusätzlich werden Studierende ermutigt, den obligatorischen Sprachaufenthalt im dritten oder vierten Bachelorsemester zu absolvieren, um auf diese Weise ebenfalls frühzeitig das Sprachniveau anzuheben. Die Evaluation hat zudem ergeben, dass das erste Bachelorjahr, die propädeutische Phase, womöglich überladen ist. Auch hier sieht das Institut eine Umgestaltung hinsichtlich der Lateinkurse vor, um den Arbeitsaufwand besser auf die sechs Semester zu verteilen. Eine weitere Erkenntnis aus der Evaluation ist, dass für fortgeschrittene BA-Studierende und für Minor-Studierende das Lehrangebot teilweise zu klein ist. Aus diesem Grund versucht das Französischinstitut künftig besser auf externe Kursangebote (CSLS und BeNeFri) hinzuweisen. Eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem CSLS ist auch aus dem Grund anzustreben, dass ein Grossteil der befragten Studierenden ein besonderes Interesse für Fragen der Sprach- und Sozialwissenschaft angibt. Die Studierendenbefragung hat ausserdem ergeben, dass die Studierenden nicht immer eine zufriedenstellende Rückmeldung auf (mündliche oder schriftliche) Leistungskontrollen erhalten. Aus diesem Grund hat sich das Französischinstitut entschieden, jeweils eine Feedback-Stunde nach erfolgter Prüfung einzurichten, um es den Studierenden zu ermöglichen, bei Bedarf eine detailliertere Rückmeldung zur erbrachten Leistung einzuholen. Eine nationale Tendenz, die sich auch am Berner Französischinstitut abzeichnet, ist der Rückgang der Studierendenzahlen an den Französischinstituten. Aus diesem Grund wollen die Mitglieder des Instituts Informationen zum Französischstudium in Bern an den Berner und allgemein Deutschschweizer Gymnasien zugänglicher machen und die Studienprogramme dort stärker bewerben.
Der Evaluationsbericht fasst die Massnahmen in einer sehr übersichtlichen Tabelle zusammen. Es ist geplant, die vorgesehenen Massnahmen bis 2023 umzusetzen. Einige der Massnahmen erfordern eine Anpassung des Studienplans. Der Abschlussbericht wurde am 20.09.2021 vom Fakultätskollegium genehmigt.
Das Institut für Spanische Sprach- und Literaturwissenschaft bietet fünf Studienprogramme an. Die hier besprochene Studienprogrammevaluation untersucht Qualität der Lehre, die gesellschaftliche Relevanz und die Entwicklungsfähigkeit dieser Studienprogramme. Die Evaluationskommission, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Lehrkörpers, des Mittelbaus und der Studierenden, kam erstmals Ende Januar 2020 zusammen.
Um Studierende und Alumni befragen zu können, haben die Verantwortlichen eine online-Umfrage durchgeführt. Ehemalige Studierende, die nach dem Studienplan von 2012 studiert hatten, wurden im Frühjahrssemester 2020 befragt und alle immatrikulierten Studierenden mit Ausnahme der Erstsemestrigen wurden im Herbstsemester 2020 befragt. Letztere Umfrage wurde wo immer möglich während Lehrveranstaltungen durchgeführt, was zu einer sehr hohen Rücklaufquote von 86% geführt hat. Zusätzlich wurden vom Controllerdienst des Stabs Universitätsleitung aufbereitete statistische Daten und Kennzahlen ausgewertet.
Das Spanischinstitut in Bern ist schweizweit einmalig auf synchrone Sprachwissenschaft spezialisiert. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Varietätenlinguistik, der Dialektologie, den Diasporasprachen, der Text- und Diskursanalyse sowie auf der Soziolinguistik. Mit diesem Forschungs- und Lehrschwerpunkt ist das Institut zudem am Center for the Studies of Language and Society des Walter Benjamin Kollegs vertreten. Die Lehre der Literaturwissenschaft umfasst den gesamten zeitlichen und räumlichen Bogen vom Mittelalter bis in die Aktualität, währenddessen der literarische Forschungsfokus insbesondere auf den zeitgenössischen literarischen Werken Spaniens und Hispanoamerikas (19.-21. Jh.), der Literaturtheorie unter besonderer Berücksichtigung von interdiskursiven und transarealen Phänomenen (Spanien / Hispanoamerika), und der Editionsphilologie (kritische, genetische und digitale Edition von Manuskripten und Texten) beruht. Die Literaturabteilung engagiert sich zudem am interdisziplinären Forschungszentrum Center for Global Studies(LAS Studium, World Literature und Editionsphilologie).
Da die Unterrichtssprache Spanisch ist, sind ausreichende Sprachkenntnisse Voraussetzung für das Studium. Zudem werden aufgrund der universitären Umgebung in Bern auch Deutschkenntnisse verlangt. Aktuell sind für Bachelorabsolventen und Absolventinnen die Abgangskompetenzen wie folgt formuliert: «[Sie] verfügen über grundlegende Kenntnisse der Spanischen Sprach- und Literaturwissenschaft, sind mit den wichtigsten Instrumenten der Linguistik und der Literaturanalyse vertraut, können das erlernte Wissen in exemplarischen Untersuchungen […] anwenden. Die Masterstudierenden verfügen am Ende ihres Studiums über «vertiefte Kenntnisse der Spanischen Sprach- und Literaturwissenschaft und können die wichtigsten Instrumente […] in wissenschaftlich exemplarischen Untersuchungen […] anwenden.»
Die gesellschaftliche Relevanz der Disziplin ergibt sich bei einem globaleren Blick auf das Weltgeschehen: Die spanische Sprache wird weltweit von fast 600 Millionen Menschen als Erst- oder Fremdsprache gesprochen und ihre Sprecheranzahl nimmt kontinuierlich zu. Sie geniesst in 21 Ländern einen offiziellen Status, verteilt sich auf fünf Kontinente und wird von einer relevanten Anzahl der etwa 50 Millionen Migranten und Migrantinnen lateinamerikanischer Abstammung in den USA und zahlreichen Migranten und Migrantinnen in Westeuropa als Umgangssprache genutzt. Spanisch ist nebst dem Chinesischen und dem Englischen die drittmeist genutzte Sprache im Internet und die zweitmeist gesprochene Sprache in den sozialen Netzwerken. Nicht zuletzt ist sie als eine der weltweit meistgesprochenen Sprachen eine der Amtssprachen vieler internationaler Organisationen. Diese Entwicklungen der spanischen Sprache widerspiegeln sich auch in der internationalen Zusammensetzung der Dozierenden und Studierenden. Dabei ist speziell der hohe Anteil von fast 25% lateinamerikanischer und spanischer Studierender am Institut hervorzuheben.
Das Institut verzeichnet in den letzten Jahren tiefere Studierendenzahlen. Diese Entwicklung spiegelt sich in der Schwerpunktfachwahl der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten wider. Das Schwerpunktfach Spanisch stösst auf weniger Interesse oder wird nicht mehr angeboten. Eine mögliche Erklärung könnte auch ein gesteigertes Bewusstsein für die eingeschränkten Berufsaussichten als Gymnasiallehrperson im Fach Spanisch sein.
Im Folgenden werden einige Erkenntnisse aus der Evaluation exemplarisch vorgestellt: Die Umfrage hat ergeben, dass die Studierenden mit der aktuellen Veranstaltungsstruktur zufrieden sind. Auch inhaltlich zeigten sich die Befragten grösstenteils zufrieden mit der Lehre. Bereits vor der Evaluation wurde eine Studienplanreform durchgeführt, welche unter anderem Schwächen im Aufbau des Propädeutikums im ersten Studienjahr behoben hat. Dieser Studienplan ist seit Herbst 2020 in Kraft. Einige Schwächen und Kritikpunkte aus der Umfrage wurden vermutlich durch den neuen Studienplan bereits verbessert. Beispielsweise wird der Auslandaufenthalt im Bachelor Major durch einen Sprachkurs ergänzt und entsprechend höher kreditiert. Um Schwierigkeiten in Sprachkompetenz und wissenschaftlichem Schreiben besser meistern zu können, will das Institut zusätzlich jährlich ein Modul «schriftlicher Ausdruck» anbieten.
Am 10. Mai 2021 genehmigte das Fakultätskollegium den Abschlussbericht der Evaluation
Das Institut für Philosophie evaluierte seine zehn Studienprogramme im Rahmen der fakultär verankerten Qualitätssicherungsmassnahmen und ohne besonderen Anlass. Die letzte Studienprogrammrevision stammt aus dem Jahre 2013; sie basierte nicht auf einer Studienprogrammevaluation und zog nur unerhebliche Anpassungen der Studienprogramme nach sich. Der Zeitpunkt 2019-2020 bot sich für eine Evaluation an, weil erstmals seit längerer Zeit wieder alle Professuren besetzt waren. Das Hauptinstrument der hier vorgestellten Evaluation war eine umfangreiche Umfrage, die unter den Studierenden im HS 2019 durchgeführt wurde. Am 9.12.2019 wurde mit den Studierenden ein Roundtable veranstaltet, wo wichtige Ergebnisse einer ersten Auswertung der Umfrage vertieft diskutiert wurden. Die Evaluationskommission hat die Angehörigen des Instituts am 19.10.2020 über das Ergebnis der Auswertung informiert und mögliche Massnahmen besprochen.
Der Berner Bachelor Philosophie bietet eine Einführung in Grundbegriffe und zentrale Fragestellungen der Philosophie. Das Spektrum umfasst sowohl die theoretische Philosophie, z.B. Sprachphilosophie, Erkenntnistheorie und Logik, als auch die praktische Philosophie, z.B. Ethik, Handlungstheorie und die politische Philosophie. Dazu kommen Spezialgebiete wie die Philosophie des Geistes und die Wissenschaftsphilosophie. Auch ein Studium der Geschichte der Philosophie ist Teil des Programms. Zusätzlich zu den inhaltlich ausgerichteten Lehrveranstaltungen wird das Lehrangebot durch einführende Veranstaltungen ergänzt, in denen insbesondere Studienbeginnerinnen und -beginner grundlegende Techniken des philosophischen Arbeitens erlernen.
Im Masterprogramm der Philosophie besteht für die Studierenden die Möglichkeit, spezifischere Fragestellungen und aktuelle Debatten der Philosophie kennenzulernen und gemäss den eigenen Interessen auch längerfristig zu verfolgen. Das inhaltliche Spektrum umfasst alle relevanten Teilbereiche der gegenwärtigen Forschungslandschaft. Neben regulären Seminaren können Studierende in Kolloquien, Blockseminaren und im Rahmen von intensiv betreuten Projektarbeiten ihre philosophischen Interessen profilieren und werden so optimal auf das Verfassen der Masterarbeit und eine etwaige weiterführende wissenschaftliche Karriere vorbereitet. Die Masterarbeit (ca. 25000 Wörter ohne Bibliographie, 30 ECTS) ist eine umfangreichere wissenschaftliche Arbeit. Sie wird im letzten Semester des Master-Studienprogramms Philosophie (Major) verfasst und im Rahmen eines Kolloquiums vorgestellt und diskutiert. Neben dem Bachelor- und Masterprogramm in Philosophie bietet das Institut für Philosophie weitere, spezialisiertere Studienprogramme an:
Der internationale Monomaster of Arts in Political, Legal, and Economic Philosophy (PLEP) richtet sich an Studierende, die über einen Bachelor in Philosophie, Politikwissenschaften, Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaften oder einem Programm verfügen, in dem diese Fächer in einer Mischung auftreten (etwa Philosophy and Economics).
Der Master in Wissenschaftsphilosophie richtet sich an Studierende, die sich ausgehend von der Philosophie oder auch Sozial- und Naturwissenschaften für die philosophische Reflexion der Wissenschaften interessieren. - Der Minor in Wissenschaftsphilosophie (Bachelor und Master) ist ein attraktives Nebenfachangebot für Studierende aus der Phil.-hist. Fakultät, aber auch anderer Fakultäten.
Der Bachelor-Minor in Philosophie des Geistes ist insbesondere als Nebenfach für Studierende der Psychologie konzipiert. Im Folgenden werden alle Studienprogramm ausser dem PLEP gemeinsam behandelt.
Die Evaluation untersuchte die Qualität der Lehre sowie die gesellschaftliche Relevanz und die Entwicklungsfähigkeit der Studienprogramme. Dabei zeigten sich die besonderen Stärken der Programme wie auch kleinere Schwachpunkte:
Von den Studierenden werden das breit gefächerte Angebot, die interdisziplinären Perspektiven und die relativ freie Gestaltung des Studiums besonders geschätzt. Dabei hat sich gezeigt, dass Studierende die Möglichkeit, im Bachelor sehr frei zu studieren, schätzen, dass aber gleichzeitig ein sinnvoller Studienverlauf klarer, verbindlicher und besser kommuniziert werden sollte. Aus diesem Grund wurde als Massnahme beschlossen, die Regelstudienpläne besser bekannt zu machen. Kritisch wurden von den Studierenden die Durchmischung von Bachelor- und Masterstufe in den Veranstaltungen bewertet. Masterstudierende fühlen sich zu wenig gefordert und wünschen sich, dass sich das Masterstudium stärker vom Bachelorstudium abhebt. Um diesen Herausforderungen angemessen begegnen zu können, werden seit 2019 Kombinationsangebote für Bachelor- und Master-Studierende nur noch in begründeten Fällen angeboten. Die Lehrplankonferenz entscheidet über diese Fälle.
Wertet man die offenen Antworten der Masterstudierenden zur allgemeinen Zufriedenheit mit dem Studium aus, lassen sich drei Faktoren ausmachen, die zur Unzufriedenheit beitragen könnten: In Bezug auf das Lehrangebot wünschen sich einige Studierende mehr Auswahl bei den Themen. Hier werden z.B. genannt: mehr praxisbezogene Kurse, mehr oder auch weniger Klassiker und kanonische Texte, zudem spezifische Themen (z.B. Umwelt- und Nachhaltigkeitsethik, Metaethik) und Philosophen (z.B. Spinoza, Nietzsche, Arendt). Hinsichtlich der Kommunikation zwischen Studierenden und Dozierenden ist immer noch eine gewisse Unzufriedenheit mit den Rückmeldungen zu schriftlichen Arbeiten zu verzeichnen. Schliesslich scheint es bei einigen Studierenden Schwierigkeiten beim Verfassen schriftlicher Arbeiten zu geben, was sich darin äussert, dass einige denken, schriftliche Arbeiten hätten ein zu starkes Gewicht, und dass mehr methodische Angebote im Bereich Schreibkompetenzen angeregt werden.
Neben bereits getroffenen Massnahmen wie einer besseren Kommunikation und einer spezifischen Erweiterung des Studienangebots sollen in den nächsten Jahren weitere Massnahmen umgesetzt werden, etwa zur Förderung der Schreibkompetenz. Das Fakultätskollegium hat den Bericht am 31.05.2021 zu Händen der Fakultät verabschiedet.
Die Masterstudienprogramme Lateinamerikastudien (LAS)sind ein Lehr- und Forschungsangebot der Universität Bern und dem Walter Benjamin Kolleg (WBKolleg)angeschlossen. Ohne eine eigene Institutsstruktur beziehen sie ihre Lehre wesentlich aus den angeschlossenen Instituten (Historisches Institut, Instituto de Lengua y Literaturas Hispánicas, Institut für Musikwissenschaftund Institut für Sozialanthropologie).
Der interdisziplinäre Masterstudiengang wurde als Mono-Programm erstmals 2010 angeboten. Seit dem Herbstsemester 2016 werden drei Masterstudienprogramme angeboten (Mono 120 ECTS, Major 90 ECTS und Minor 30 ECTS). Der Schwerpunkt liegt dabei auf einer interdisziplinären und transkulturellen Annäherung an die Geschichte und Gegenwart Lateinamerikas im globalen Kontext.
Die Studienprogrammevaluation fand im Rahmen der zyklisch durchgeführten Studienprogrammevaluationen an der Phil.-hist. Fakultät statt. Bereits 2018 wurden die LAS-Studierenden im Rahmen der Selbstevaluation des WBKolleg befragt. Diese Ergebnisse konnten vergleichend für die im Rahmen der hier besprochenen Evaluation durchgeführten digitalen Studierendenbefragung vom Frühling 2020 verwendet werden. Die Studierenden konnten im FS2020 an der Umfrage zur Qualität der Lehre, der gesellschaftlichen Relevanz und der Entwicklungsfähigkeit der Studienprogramme teilnehmen. Dabei konnte die hervorragende Rücklaufquote von 73% erzielt werden. Ebenfalls konnten sechs Alumni befragt werden, deren Rückmeldungen insbesondere hinsichtlich beruflicher Tätigkeit und Integration in den Arbeitsmarkt wichtig waren. Der von der Evaluationskommission, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Lehrkörpers, des Mittelbaus und der Studierendenschaft, verfasste Evaluationsbericht wurde am 15. März 2021 vom Fakultätskollegium genehmigt.
Im Evaluationsbericht werden die grossen Stärken des Studienprogramms deutlich; gleichzeitig benennt er auch klar die Schwachstellen. Die wichtigsten Punkte werden im folgenden Abschnitt verkürzt wiedergegeben:
Studierende schätzen das breit gefächerte Angebot, die Interdisziplinarität und den Gegenwartsbezug der Themen. Kritisiert werden hingegen Organisation und Kommunikation: Da die LAS interdisziplinäre Lehre aus verschiedenen Einheiten zusammenstellen und ohne Institutsanbindungsind, gestaltet sich dies etwas komplexer als an einem zentral organisierten Institut. Vor allem in administrative Fragen wünschen sich die Studierenden mehr Unterstützung. Betreuung und Informationsfluss empfinden sie als optimierungsfähig.Der Evaluationsbericht schlägt mehrere Massnahmen zur Verbesserung vor, wie etwa Aktualisierungen und bessere Sichtbarmachung bestimmter Themen auf der LAS-Webseite, Informationsveranstaltungen und intensivierter Austausch.
Die Studierenden wünschen sich insbesondere in der Sozialanthropologie, aber auch in der Musikwissenschaft/-anthropologie mehr Veranstaltungen mit einem klaren Lateinamerikabezug. Die Anpassung des Lehrangebotes ist deshalb ein Ziel. Eine Massnahme ist daher, dass im Rahmen der Möglichkeiten gemeinsam durchgeführte Veranstaltungen zweier KollegInnen aus zwei der vier Fächer der LAS angeboten werden, um den interdisziplinären Charakter der Lehre zu unterstützen. Die LAS erhofft sich zudem eine Stärkung des Lateinamerikabezugs durch die Besetzung der Assistenzdozentur innerhalb der lateinamerikanischen Literatur- und Kulturwissenschaft des Bernischen Spanischinstituts. Eine breitere Vernetzung im In- und Ausland (BeNeFri, Kooperationen mit lateinamerikanischen Botschaften und internationalen Organisationen, evtl. Gastvorträge, Tagungen, Ausstellungen und Workshops) soll zu einer zusätzlichen Bereicherung des Lehrangebots führen.
Die Umsetzung der vorgeschlagenen Massnahmen ist für das Jahr 2022 geplant.
Die im Oktober 2019 anlaufende und Anfang 2021 abgeschlossene Evaluation am Institut für Musikwissenschaft hat die gesellschaftliche Relevanz, die Entwicklungsfähigkeit und die Qualität der Lehre der fünf am Institut für Musikwissenschaft (IMW) angebotenen Studienprogramme geprüft. Zu diesem Zweck wurden zwischen Februar und Mai 2020 Studierende im Bachelor und Master sowie Alumni mittels Fragebögen nach den relevanten Indikatoren zu ihrem Studium befragt. Zusätzlich wurden im Oktober 2020 vier eineinhalbstündige Fokusgruppengespräche mit Studierenden und Dozierenden geführt, um Erfahrungen, Einschätzung und Entwicklungsmöglichkeiten zu besprechen. Drei der Fokusgruppengespräche widmeten sich den Bereichen Historische Musikwissenschaft, Kulturelle Anthropologie der Musik (KAM) und Musiktheater; im vierten Treffen kamen alle TeilnehmerInnen zusammen, um die Ergebnisse zu diskutieren. Neben der Auswertung der Studierenden- und Alumni-Fragebögen sowie der Fokusgruppengespräche wurden der Studienplansowie statistische Daten und Kennzahlen zu Rate gezogen.
Die gesellschaftliche Relevanz wird insbesondere im Kontakt mit den Alumni sichtbar. Das Berner IMW leistet mit seinem Lehrangebot zuverlässig einen wesentlichen Beitrag zur Ausbildung des Nachwuchses für Kultur- und Musikleben, Erziehung und Akademie. Die Berufschancen der AbsolventInnen sind sehr gut. Thematisch wird auf gesellschaftliche Relevanz und Aktualität sowie auf die strategischen Schwerpunkte der Universität geachtet. Die am Institut verankerten Kompetenzen sind von privaten und öffentlichen Organisationen gefragt.
Die Entwicklungsfähigkeit wird im Grossen und Ganzen positiv gewertet. Das IMW beobachtet schon länger das Phänomen eines sehr kleinen Studierendenbestandes auf Masterstufe bei gleichzeitig sehr vielen Doktorierenden. Die Profilschärfung des Ausbildungsangebots und die Flexibilisierung des Minorangebots auf Masterstufe sollen die Attraktivität der Masterprogramme stärken. Ansonsten werden die interdisziplinäre Vernetzung beispielsweise mit dem Walter Benjamin Kolleg und ebenfalls die Vernetzung mit der Arbeitswelt positiv erwähnt. Zuweilen stösst das IMW an seine Kapazitätsgrenzen in Bezug auf personelle und räumliche Ressourcen, weshalb strategisch fokussiert werden muss.
Die Evaluationskommission bewertet die Qualität der Lehre insgesamt als gut, sieht jedoch konkretes Verbesserungspotential in einigen übergreifenden Punkten. Ein wichtiger Punkt betrifft beispielsweise die Profilschärfung und Stärkung der Attraktivität der Studienprogramme. Statt Musik vor / nach 1600 und KAM sind künftig die drei Themenbereiche historische Musikwissenschaft, kulturelle Anthropologie der Musik und Musiktheater vorgeben, die jeweils als Schwerpunktthemen mit Spezialisierung auf Masterstufe im Diploma-Supplement absolviert werden können. Der spezielle Umstand, dass gerade eine Wiederbesetzung einer Professur am IMW läuft, begünstigt Umstrukturierungen und Profilschärfungen. Zudem wird die historische Musikwissenschaft neu als Basiskompetenz aufgestellt, entlang methodischer Kriterien (Arbeit mit musikalischen Quellen inklusive Digital Musicology) mit einer Erweiterung des in den Veranstaltungen behandelten musikalischen Repertoires (Musikhistoriographie global unter besonderer Berücksichtigung der Schweiz). Ebenfalls verlangen die beiden Schwerpunkte KAM und Musiktheater eine Intensivierung der interdisziplinären Kooperation besonders mit der Theaterwissenschaft. Ein wichtiger Punkt für den reibungslosen Ablauf bei der Lehre ist die Berücksichtigung musikalischer Vorkenntnisse bei Studienbeginn und individualisierte Kompensationsangebote. Dies soll im neuen Studienplan formalisiert werden. Es gibt noch weitere, zum Teil sehr konkrete Massnahmen wie die klare Definition des Praktikumsberichts oder die regelmässige Einführung von Schreibwerkstätten.
Vom Zeitplan her ist vorgesehen, den neuen Studienplan im FS 2022 zur Verabschiedung zu präsentieren. Die Terminsetzung erlaubt es der Neubesetzung am IMW Einfluss zu nehmen. Ca. drei Jahre danach sollen in einem Follow-up die Massnahmen überprüft werden.Das Fakultätskollegium hat den Abschlussbericht des IMW am 22. Februar 2021 genehmigt.
Die interdisziplinären Osteuropa-Studien Bern/Fribourg (OES) wurden 2009 (BA) und 2010 (MA) gleichzeitig an beiden Universitäten eingeführt. Das Studienangebot wurde mit dem Ziel entwickelt, die an beiden Universitäten breit vorhandene Expertise im Bereich der Osteuropaforschung zu bündeln und für die Lehre nutzbar zu machen. Motivation war ein Interesse an ExpertInnenwissen zur Grossregion Osteuropa, die die Regionen Ostmitteleuropa, Südosteuropa und den postsowjetischen Raum umfasst. Die jüngere Geschichte und Gegenwartsproblematiken stehen im Fokus. Beteiligt sind Vertreterinnen und Vertreter der Geschichtswissenschaft, der Politikwissenschaft, der Berner und Fribourger Slavistik und der Sozialanthropologie. Auf den vier fachlichen Säulen Geschichte, Kulturwissenschaften (Slavische Sprachen, Literatur, Philosophie), Politikwissenschaft und Sozialanthropologie wurden interdisziplinäre Studienprogramme auf BA- und MA-Ebene entwickelt. Diese Interdisziplinarität zusammen mit dem Fokus auf die neueste Geschichte und dem Einbezug der sozialwissenschaftlichen Komponente sind Alleinstellungsmerkmale im deutschsprachigen Raum.
Die Programme haben sich in den letzten Jahren so erfolgreich entwickelt, dass die vorhandene Infrastruktur und die zugewiesenen Ressourcen, trotz zusätzlicher, befristeter Beiträge der Phil. hist. Fakultät zu knapp bemessen sind. Bereits vor der Evaluation begannen Überlegungen, die Programme in einen Joint Degree mit gemeinsamem Reglement und Studienplan beider beteiligten Universitäten zu überführen. Wichtige Impulse erhielten die Osteuropa-Studien durch die Studierendenbefragung, die im Frühjahr 2018 im Rahmen der Evaluation des Walter Benjamin Kollegs, in dessen Center for Global Studies die Osteuropa-Studien in Bern angebunden sind, durchgeführt wurde. Zusammen mit den intensiven Vorarbeiten für den Joint Degree und der Arbeit der Strukturkommission Slavistik (im HS 2020) schien der ideale Zeitpunkt für eine Studienprogrammevaluation gegeben. Der Evaluationsbericht wurde vom Fakultätskollegium am 14.12.2020 verabschiedet.
Aus dem Evaluationsbericht werden die grossen Stärken des Studienprogramms deutlich; gleichzeitig benennt er auch klar die Schwachstellen. Diese liegen im Wesentlichen in dem von Anbeginn unterschätzten administrativen Aufwand, der durch die stark angestiegenen Studierendenzahlen zusätzlich zunahm. Gerade der zeitintensive Koordinationsaufwand sowie die manuelle Übertragung von Leistungen von einem Universitätssystem zum anderen sind grosse Herausforderungen, die nur dank des hohen Engagements der beteiligten Parteien bislang abgefedert werden konnten.
Exemplarisch werden hier einige konkrete Beispiele aus der OES-Evaluation aufgeführt, die zur Verbesserung der Qualität der Lehre beitragen können: In der propädeutischen Phase des BA-Studiums sind im aktuellen Studienplan keine selbständigen schriftlichen Arbeiten vorgesehen, weshalb Studierende fehlende Schreibkompetenz in späteren Semestern beklagten. Der neue Studienplan (Joint Degree) soll hier Abhilfe schaffen. Ein wiederkehrendes Problem stellt der Informationsfluss zwischen BeNeFri-Studierenden und Gastuniversität, aber auch schon zwischen den unterschiedlichen Parteien (Institute, Zentren), die innerhalb der Universität Bern am Lehrangebot der Osteuropa-Studien beteiligt sind, dar. Die gemeinsame OES-Webseite der Universitäten Bern und Fribourg und eine Mailingliste für alle Studierende haben hier bereits geholfen, doch wird die Studienleitung durch die intensive Koordinations- und Planungsarbeit stark belastet. Auch die OES-Studierenden haben in der Befragung angegeben, der hohe administrative Aufwand des Studiums sei demotivierend, wobei sich die Möglichkeit, an zwei Standorten zu studieren, ebenfalls motivierend auswirke. Die OES-Verantwortlichen hoffen, dass künftig eine konstante Schnittstelle im Rahmen eines Joint Degree geschaffen werden kann. Dies würde auch helfen, universitäre und fachliche Unterschiede in den Leistungsüberprüfungen angemessen zu bewältigen. Ebenfalls wird eine räumliche Anlaufstelle für eine zentrale Studienberatung angestrebt. Diese und weitere Massnahmen sollen nach Möglichkeit in den nächsten zwei Jahren umgesetzt werden.
Das Masterstudienprogramm Soziolinguistik gehört zum Center for the Study of Language and Society (CSLS), welches am Walter Benjamin Kolleg der Universität Bern (WBKolleg) angesiedelt ist. Das CSLS ist ein interdisziplinäres Lehr- und Forschungszentrum ohne eigene Institutsstruktur. Es bezieht sein Lehrangebot hauptsächlich aus den sieben angeschlossenen Instituten, bietet aber auch eigene Lehrveranstaltungen an. Das CSLS konzentriert sich auf die wissenschaftliche Erforschung des Verhältnisses von Sprache und Gesellschaft und ihrer wechselseitigen Beeinflussung im weitesten Sinn. Seit August 2020 ist der Lehrstuhl Soziolinguistik mit Prof. Dr. Erez Levon besetzt, davor war er vakant. Im Rahmen der Evaluation des WBKollegs im Frühjahr 2018 fand vom 8. bis 26. Februar 2018 eine Studierendenbefragung sämtlicher dort angesiedelten Studienprogramme statt, in dessen Rahmen auch die Studierenden des CSLS befragt wurden. Die Studienprogrammevaluation von 2020 bezieht sich auf die Ergebnisse von 2018 und diskutiert die Ergebnisse gemeinsam mit Studierenden und Lehrenden der Soziolinguistik.
Für die Selbstevaluation des WBKollegs wurden in Bezug auf das CSLS u.a. folgende Ergebnisse zusammengefasst: Die Lehrangebote aus verschiedenen Instituten werden von den Studierenden des MA Soziolinguistik geschätzt, ermöglichen ihnen eine breite wissenschaftliche Basis und bieten gleichzeitig die Möglichkeit zur Spezialisierung innerhalb des Faches. Von 2015 bis 2020 war das Studienprogramm in Lehre, Betreuung und thematischer Vielfalt stark von einzelnen Instituten abhängig (u.a. wegen den beiden vakanten Professuren Digital Humanities und Soziolinguistik). Zwar sicherten Lehraufträge in der Übergangszeit die Lehre, konnten aber keine Kontinuität herstellen.
Weitere Punkte werden in der 2020er Evaluation des CSLS eingehender diskutiert, wobei hier nur einige genannt werden: Studienprogramme ohne Institutsanbindung im traditionellen Sinn verfügen häufig über keine gemeinschaftsbildende Begegnungsräume. Im Evaluationsbericht wurden zwei Ziele formuliert, um die Identifizierung der Studierenden mit dem Center sowie den Austausch und die Kommunikation innerhalb des CSLS zu fördern. Dies sind einerseits die Schaffung eines physischen Centers an der Unitobler und zweitens die Überarbeitung von Webseite und Informationskanälen. Mit der Konzentration der Büros im ersten Stock des Forschungspools in der Unitobler (ab 1. Februar 2021) wurde der erste Punkt bereits zu einem grossen Teil umgesetzt. Auch die Planung einer neuen Kommunikationsstrategie ist mehrheitlich abgeschlossen. Die Umgestaltung der Webseite zur Verbesserung des virtuellen Austauschs ist ein laufendes Projekt im FS 2021. Studieninteressierten und Studienanfänger*innen soll der Studieneinstieg durch eine übersichtlichere Struktur der Website erleichtert werden.
Zudem kann der in der Befragung geäusserte Wunsch nach stärkerer thematischer Gewichtung der Schweizer Soziolinguistik und der Diskursanalyse durch die mittlerweile besetzten Vakanzen erfüllt werden. Ein wesentlicher Teil des Evaluationsberichts beschäftigt sich mit der Kontinuität der Lehre und der frühzeitigen Vermittlung von Methodenkompetenz. Als Lösung zur Verbesserung dieser Punkte wurde in der Evaluation ein Pflichtmodul zu Beginn des MA-Studiums vorgeschlagen. Das CSLS hat noch im Herbst 2020 eine entsprechende Studienplanrevision durchgeführt, die bereits von der Fakultät genehmigt wurde. Der neue Plan soll ab HS 2021 in Kraft treten. Das Fakultätskollegium hat den Evaluationsbericht am 30. November 2020 genehmigt.
Anlass zur Evaluation der Studienprogramme gaben eine geplante Studienplanrevision und die Neubesetzung einer Professur für Theaterwissenschaft. Die Evaluationskommission erarbeitete vier Hauptfragestellungen: erstens ob die angebotenen Studienprogramme in Aufbau und inhaltlicher Gewichtung angepasst werden müssten; zweitens ob sich Struktur und inhaltliche Gewichtung der propädeutischen Phase bewährt hätten; drittens ob das Angebot eines Bachelor Theaterwissenschaft Mini-Minor (30 ECTS) zielführend sei und viertens ob Bedarf nach zusätzlich spezialisierten Master-Studienprogramme bestehe.
Um diese Fragen beantworten zu können, hat das Institut für Theaterwissenschaft zusätzlich zur Auswertung vorhandener Daten und Statistiken eine Studierendenbefragung und ergänzend dazu, mithilfe seiner Fachschaft, ein Fokusgespräch durchgeführt. Die Ergebnisse wurden anschliessend ebenfalls in der Institutsretraite im Juni 2019 besprochen. Der Abschlussbericht wurde am 30. November 2020 vom Fakultätskollegium verabschiedet.
Die Evaluation hat zu folgenden Antworten geführt: Es besteht kein grundlegender Änderungsbedarf bei der inhaltlichen Ausrichtung der Bachelorprogramme. Dennoch gibt es einige Punkte, die bei der Studienplanrevision berücksichtigt werden sollten. So soll „Gegenwartstheater“ als Schwerpunkt der Forschung und Lehre des Instituts genannt und Anpassungen im Verhältnis von Vorlesungen zu Seminaren, der Praxisanteil und die Kreditierung der kleinen schriftlichen Arbeiten vorgenommen werden. Grösserer Überarbeitung bedürfen Struktur und inhaltliche Gewichtung der propädeutischen Phase. Hier müsse die Zuordnung der Lehrveranstaltungen geprüft werden und die Grundkurse müssten überarbeitet werden, da sie gemäss Studierendenbefragung inhaltlich überfrachtet seien. Der Bachelor Theaterwissenschaft Mini-Minor (30 ECTS) soll nach Meinung der Evaluationskommission beibehalten bleiben, da der Mini-Minor fallweise Studierende zum Übertritt in den Bachelor Major oder Minor bewogen habe. Für die Master-Studienprogramme wird eine stärkere Profilierung in Abgrenzung zu den Bachelor-Studienprogrammen empfohlen, ebenso eine höhere Kreditierung des obligatorischen Praktikums und die obligatorische Verankerung des Forschungskolloquiums für Masterstudierende während der Erstellung der Masterarbeit. Die Ausarbeitung eines zusätzlichen spezialisierten Master-Studienprogramms wird eingehend geprüft. Die beschlossenen Massnahmen sollen in den nächsten beiden Jahren ausgearbeitet und umgesetzt werden, so dass der revidierte Studienplan im HS 2023 in Kraft treten kann.
Im Jahr 2015 wurde das Monomaster-Studienprogramm «Religionskulturen – Historizität und kulturelle Normativität» überarbeitet und wird nun unter dem neuen Programmtitel «Religion in globaler Gegenwart» / «Religion in Contemporary Society» (im Weiteren RGG) am Center for Global Studies weitergeführt. Die Überarbeitung von 2015 wurde wegen zu grossen Überlappungen zu dem am Institut für Religionswissenschaft angesiedelten Masterprogramm «Science of Religion» vorgenommen. Dabei wurde der Monomaster stärker auf Gegenwartsphänomene ausgerichtet und die Ausbildung in sozialwissenschaftlichen Forschungsmethoden verstärkt. Zudem wurde auf das Erlernen klassischer Quellensprachen verzichtet. Diese Neuerungen waren ohne grundlegende Evaluation erfolgt, weshalb für die vorliegende Befragung der Titel «Zwischenevaluation» zutreffender ist als «Follow-up».
2018 fand im Rahmen der Selbst-Evaluation des Center for Global Studies bzw. des Walter Benjamin Kollegs zudem eine Befragung der Studierenden des RGG statt, deren Ergebnisse für die Zwischenevaluation genutzt werden konnten. Die damals 10 Studierenden waren mit dem Studienprogramm insgesamt sehr zufrieden. Sie nahmen aber das je Semester schwankende Veranstaltungsangebot, das zu kleine Angebot von Veranstaltungen aus «zuliefernden» Instituten und ausserdem die nur bedingt sichtbare Kooperation mit diesen Instituten als Schwächen wahr.
Für die Zwischenevaluation wurden per Mail Evaluationsbögen versandt. Zusätzlich wurden die Resultate der Befragung im Beisein einer Studierendenvertretung und einigen am Studiengang beteiligten Personen diskutiert. Der Zwischenevaluationsbericht bezieht sich auf die Ergebnisse beider Anlässe (Befragung und Diskussion). Die Umfrage ergab eine sehr grosse Zufriedenheit mit der gegenwartsbezogenen Ausrichtung des Programms und dem Studienangebot. In drei Bereichen wurden Punkte kritischer bewertet: Erstens sei der Bezugsrahmen der Veranstaltungen nicht immer eindeutig gekennzeichnet. Zweitens wird das von den beteiligten Instituten abgedeckte Angebot der Methodenkurse als nicht ausreichend bemängelt und der Wunsch über früher einsetzende Schulung im Bereich Methodenkompetenz festgestellt. Drittens sind die Studierenden geringfügig weniger zufrieden mit den Feedbacks nach Leistungskontrollen. Für die drei oben beschriebenen und kritischer bewerteten Bereiche sind im Bericht entsprechende Massnahmen festgelegt worden. Das Fakultätskollegium hat den Zwischenbericht am 28. September 2020 genehmigt.
Das Institut für Englische Sprachen und Literaturen führte im Jahre 2016 als Grundlage einer Revision seines Studienplans von 2010 eine Evaluation seiner Bachelor- und Master-Studienprogramme durch. Aufgrund der Evaluationsergebnisse beschloss das Institut gezielte Anpassungen des Studienplans zur Optimierung seiner Lehre. Neben weiteren Massnahmen, wie etwa der Aktualisierung der Studieninformationsmaterialien, trat 2017 der revidierte Studienplan in Kraft. 2019 bis 2020 führte das Institut im Sinne einer Überprüfung umgesetzter und geplanter Massnahmen ein Follow-Up zur 2016er Evaluation und dem neuen Studienplan durch. Hierfür wurden im Herbst 2019 Englisch-Studierende online befragt. Anhand der Fragen konnten die Studierenden ihrer
(Un-)Zufriedenheit mit den jeweiligen Änderungen und Neuerungen Ausdruck verleihen. So wurde beispielsweise gefragt, ob die Kursinformationen in KSL ausreichend seien und ob Studierende eine angemessene Rückmeldung auf schriftliche Arbeiten und Projekte erhielten. Die Evaluation hat ergeben, dass die 2017 getroffenen Massnahmen und insbesondere die Studienplan-Revision von den Studierenden positiv aufgenommen wurden und somit erfolgreich waren. Der Bericht wurde am 25. Mai 2020 von der Fakultät genehmigt.
Eine Evaluation des relativ jungen Masterstudienprogrammes der Editionsphilologie (erstmalig seit HS 2011 studierbar) fand im Rahmen der Gesamtevaluation des Walter Benjamin Kollegs im Frühjahr 2018 statt. Hierfür wurden vom 8. bis 26. Februar sämtliche Studiengänge in einer Befragung berücksichtigt, wobei die Rücklaufquote in der Editionsphilologie als relativ kleinem Studiengang erfreulich hoch war. Neben der Umfrageauswertung flossen der Studienplan und statistische Daten der Controllerdienste der Universität sowie ein externes Gutachten in die Untersuchung mit ein.
Bezüglich des MA Editionsphilologie kommt die Evaluationskommission des WBKollegs zum Schluss, dass das Studienprogramm Schweizer Studierenden ein Äquivalent zu entsprechenden Programmen im Ausland bieten soll. Tatsächlich ist der Anteil derjenigen, die ihren BA an einer anderen Schweizer Universität absolviert haben, überdurchschnittlich. Stärken des Programms zeigen sich in der klaren Struktur und in der Nachvollziehbarkeit der Ausbildungsziele. Die Studierenden sind besonders an den Fachinhalten als Ergänzung zu einem philologischen oder auch musikwissenschaftlichen Fach interessiert. Sie nehmen das Programm überwiegend als interdisziplinär bzw. transdisziplinär wahr. Eine Schwäche besteht aus der Sicht einiger Studierender in der zu einseitig germanistischen Ausrichtung des Angebots. Chancen für die Programmgestaltung bestünden in einer weiteren Stärkung des interdisziplinären Profils wie besonders in einem verlässlichen Angebot zur digitalen Editorik aus dem Bereich Digital Humanities.
In der durchgeführten Einzelevaluation des MA Editionsphilologie konnten die Ausführungen verifiziert und das Stärken- und Schwächenprofil weiter differenziert werden. Hierbei zeigt sich, dass die gesellschaftliche Relevanz des Studienprogramms insgesamt mit exzellent zu bewerten ist, was besonders auf Aspekte der Nachhaltigkeit, des Praxisbezuges und der Trans- / Interdisziplinarität zurückzuführen ist. Die Qualität der Lehre wurde allgemein mit hoch eingestuft. Um das sehr gute Ergebnis der international anerkannten Lehre auch künftig sicherzustellen, wurden beispielsweise eine Anreicherung des Lehrangebotes mit Veranstaltungen, die weitere transdisziplinäre Fachhorizonte (evtl. sogar zu nicht-philologischen Disziplinen) eröffnen und die Vermittlung von Selbstlernkompetenzen als ergänzenden Massnahme vorgeschlagen. Bezüglich der Entwicklungsfähigkeit des Studienprogramms wird eine mittlere Bewertung erreicht, wobei sich das Studienprogramm in den vergangenen Jahren gut entwickelt habe und man die Fachentwicklungen richtig einschätze. Wo nötig, wurden Massnahmen zur Verbesserung angeregt. Massgeblich für die vorliegende Einschätzung sind unter anderem die Tatsache, dass das Studienprogramm der Editionsphilologie als ein am Walter Benjamin Kolleg angesiedeltes Lehrangebot ohne eigene Institutsstruktur seine Lehre weitgehend aus den angeschlossenen Instituten und Studienprogrammen beziehen muss. Dies zieht teilweise strukturell bestehende Planungsunsicherheiten als Risiken für die künftige Entwicklung nach sich, ermöglicht aber auf der anderen Seite die unter Studierenden besonders anerkannte interdisziplinäre Vernetzung von Einzelfächern der Phil.-hist. Fakultät. In diesem Zusammenhang ebenfalls positiv hervorzuheben ist die geschätzte enge Verbindung von Forschung und Lehre, zu der nicht zuletzt die Öffnung von Tagungsprogrammen beigetragen hat.
Die Studienprogramme am Institut für Religionswissenschaft (BA/MA Religionswissenschaft Science of Religionund BA Minor/MA Zentralasiatische Kulturwissenschaft Central Asian Studies) wurden von 2017 bis 2019 evaluiert. Es ist die erste Evaluation seit der Einführung der gestuften Studienprogramme 2006 (Bologna-Reform). Im Fokus der Evaluation standen die Überprüfung der Leistungen, der Attraktivität und der Ziele der Programme sowie die Konkurrenzfähigkeit zu verwandten Studienprogrammen benachbarter Universitäten. Als Kriterium der Bewertung wurde massgeblich die Zufriedenheit der Studierenden in Bezug auf inhaltliche Ausrichtung, erworbene Kenntnisse sowie Struktur und Umsetzung der Programme berücksichtigt. Der Evaluationsbericht wurde am 21. Oktober 2019 vom Fakultätskollegium verabschiedet.
Neben der Auswertung der Studierendenumfrage und des Fokusgruppengesprächs stützt sich der Evaluationsbericht auf die Evaluationsbögen der Lehrveranstaltungen der letzten beiden Jahre, den Studienplan und die statistischen Daten und Kennzahlen, die der Controllerdienst des Stabs Universitätsleitung geliefert hat.
Der Evaluationsbericht betont die klare Profilierung des Berner Instituts für Religionswissenschaft in der nationalen Hochschullandschaft. Dies beruht zum einen auf der Schwerpunktsetzung des Instituts (Theorie und Methode der Religionsforschung, Globale Religionsgeschichte, Buddhismus in globaler Perspektive und der Religionslandschaft des buddhistischen Zentralasiens). Mit der nur in Bern angebotenen Studienrichtung Zentralasiatische Kulturwissenschaft / Central Asian Studies erhältdas Institut zum anderen ein Alleinstellungsmerkmal. Ebenfalls wird am Institut die sich verändernde religiöse Landschaft der Schweiz in Lehre und Forschung reflektiert.In der Zusammenarbeit mit dem am CGS (als Teil des Walter Benjamin Kollegs) angegliederten Master-Monoprogramm Religion in globaler Gegenwart, das massgeblich von Angehörigen des Instituts für Religionswissenschaft koordiniert und durchgeführt wird, unterstreicht das Institut die inhaltliche Schwerpunktlegung auf globale historische und zeitgenössische Prozesse. Dieses Programm wird zu einem anderen Zeitpunkt separat evaluiert.
Die Auswertungen der Gespräche haben allgemein eine hohe Zufriedenheit der Studierenden mit dem Studienangebot der Religionswissenschaft aufgezeigt. Die Analyse der Gespräche und vorhandenen Daten haben das Institut dazu bewogen, wo nötig Massnahmen zu treffen. So besteht der Wunsch nach mehr Hilfestellungen und ausführlicherem Feedback zu Leistungsnachweisen. Konkret wurde ein als Schreibwerkstatt gestaltetes Tutorium gewünscht, welches den mitunter als grosse Hürde wahrgenommenen Einstieg in das Abfassen schriftlicher Arbeiten erleichtern soll. Bereits im FS 2018 wurde im zweiten obligatorischen Tutorium eine Schreibwerkstatt fest in der Ausbildung verankert. Das neu eingeführte Tutorium, das die Studierenden engmaschig in der Abfassung schriftlicher Arbeiten begleitet, könnte dazu führen, dass die beiden schriftlichen Essays in Zukunft in einem früheren Studiensemester abgefasst werden, was wünschenswert wäre. In Bezug auf das Bedürfnis nach Feedback sollen in Zukunft die Dozierenden darauf verpflichtet werden, eine zeitnahe, ausführliche schriftliche oder mündliche Stellungnahme zum Ergebnis der Leistungskontrolle vorzuweisen. Eine weitere Massnahme dient dazu, den religionsspezifischen (empirischen) Bezugsrahmen systematischer Seminare sichtbar zu machen. In KSL soll die inhaltliche Vielfalt systematischer Seminare explizit in den Veranstaltungsbeschreibungen und den Learning outcomes der systematischen Seminare in KSL ausgewiesen werden. Die Abteilung Religionswissenschaft will eine obligatorische Leseliste Religionsgeschichtefür Major-Studierende der Religionswissenschaft (mit mündlicher Prüfung) einführen, um das Überblickswissen im Selbststudium zu stärken.
Im Bereich der Mongolistik werden die gute Vernetzung mit mongolischen Institutionen und die Möglichkeiten der Teilnahme an den Summerschools in der Mongolei von den Studierenden begrüsst. Hingegen stellt die fehlende Möglichkeit, am Institut die notwendigen Kenntnisse des modernen Standardtibetischen zu erwerben, eine Herausforderung dar. Mit den vorhandenen Ressourcen könne jedoch hier keine Abhilfe geleistet werden.
Für 2020 ist eine Teilrevision des Studienplans vorgesehen, ausserdem soll das vorhandene Mentoring-Programm verstärkt werden, um eine frühe Orientierung bei der Planung einer wissenschaftlichen Karriere zu ermöglichen. Drei Jahre nach Abschluss der Studienprogrammevaluation erfolgt turnusgemäss eine Überprüfung beschlossener Massnahmen (Follow-up).
In ihrem Bericht überprüft die Evaluationskommission die im Evaluationsbericht von 2016 vorgeschlagenen Massnahmen und deren Implementierung. Die meisten Massnahmen betreffen die Lehre und Vieles konnte bereits umgesetzt werden. So verläuft die Planung der Lehrveranstaltungen transparenter, Informationen und auch Learning Outcomes werden frühzeitig publiziert. Das Lehrangebot konnte sowohl für die Historische als auch für die Allgemeine Linguistik erweitert werden. Die vormalige strikte Trennung der beiden linguistischen Richtungen wurde aufgehoben, was auf positive studentische Resonanz stiess. Bestehende Veranstaltungen wurden thematisch aktualisiert und modernisiert und der Studienplan überarbeitet und neu strukturiert. Der revidierte Studienplan wurde 2018 verabschiedet und tritt im HS 2019 in Kraft.
Weitere bereits umgesetzte Massnahmen betreffen beispielsweise das konsequente Aktualisieren und die benutzerfreundlichere Gestaltung der Institutswebseite und allgemein das Bereitstellen aktueller Studieninformationsmaterialien. Teilweise umgesetzt wurden Massnahmen zu den schriftlichen Arbeiten am Institut. Der Bericht zeigt jedoch, dass die Institutsleitung sehr genau weiss, welche Massnahmen noch nicht umgesetzt werden konnten, welche Massnahmen in naher Zukunft umgesetzt werden können und welche begründet derzeit nicht umsetzbar sind. Insgesamt scheint sich die Studienprogrammevaluation sehr positive Auswirkungen auf die Zusammenarbeit innerhalb des Instituts für Sprachwissenschaft und auf ihr Lehrangebot gehabt haben.
Anstehende Studienplanänderungen, eine 2014 durchgeführte institutsinterne Studierendenbefragung, eine im April 2015 durchgeführte Institutsretraite sowie der Wunsch nach einer verstärkten internationalen Mobilität in der Lehre hatten das Institut für Sozialanthropologie zu einer Studienprogrammevaluation im Jahr 2015 bewogen. Im Hinblick auf die strategischen Ziele in der Lehre hat die Evaluation Handlungsbedarf bezüglich Internationalisierung auf Masterstufe aufgezeigt. In der Folge schloss sich das Institut für Sozialanthropologie 2016 in Ergänzung zum bestehenden Curriculum dem europaweit vernetzten englischsprachigen Mono-Masterprogramm CREOLE (Cultural Differences and Transnational Processes) an. Das Follow-Up von 2018 beurteilt in einem ersten Teil die Wirksamkeit beschlossener Massnahmen hinsichtlich der bestehenden Studienprogramme und in einem zweiten Teil die dreijährige Pilotphase des CREOLE. Der Bericht Follow-Up zur Evaluation und Curriculumsentwicklung der Bachelor- und Master-Studienprogramme & Evaluationsbericht zum Masterprogramm CREOLE wurde am 17. Dezember 2018 vom Fakultätskollegium verabschiedet.
Im ersten Teil des Berichts wird transparent dargelegt, welche Massnahmen im Bereich des bestehenden Studienangebots beschlossen wurden und ob bzw. wie und mit welchem Resultat diese umgesetzt wurden. Die Massnahmen betreffen u.a. die Beschreibung der Veranstaltungen, die Trennung des Studienangebots für BA- und MA-Niveau, Kommunikation (Webseite), Infrastruktur, Berufseinstieg u.a. Belange. Insgesamt zeigt der Bericht auf, dass das Institutspersonal sehr ernsthaft und eigenständig Qualitätssicherung betreibt.
Der zweite Teil des Berichts analysiert anhand der gesetzten Ziele, wie erfolgreich der spezialisierte Master CREOLE seit dessen Einführung ist. Zunächst wird hervorgehoben, dass mit dem Anschluss an das internationale Programm ein Alleinstellungsmerkmal des Berner Instituts innerhalb der Schweizer Hochschullandschaft bestehe. Nach einem Rückgang der Mobilität in den vorangehenden Jahren sei seit 2017/2018 eine Zunahme zu beobachten, wobei noch nicht absehbar sei, ob es sich um einen konstanten Trend handle. Gleichzeitig werde mittels CREOLE auch die Mobilität von Dozierenden gefördert. Die BewerberInnen-Lage für das Programm habe sich stabilisiert, wobei die Kapazitäten von bis zu sechs CREOLE-Studierenden pro Jahr mit 2-3 Teilnahmen jährlich nicht ausgeschöpft würden. Die BewerberInnen würden dabei in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählt. Das Institut für Sozialanthropologie könne CREOLE mit den vorhandenen Ressourcen (Kursangebot und Personal) durchführen. Anschliessend werden Probleme, die sich aus der internationalen Zusammenarbeit mit anderen Universitäten ergeben, aufgezeigt. Zudem werden die Kosten pro StudentIn für das Intensivprogramm (Austauschwoche) dargelegt. Im Abschluss werden die Resultate der Studierendenbefragung aller bisherigen CREOLE-AbsolventInnen in Bern und die Evaluation des Intensivprogramms besprochen. Hauptkritikpunkt ist der Informationsfluss über den Aufbau des Masters an den jeweiligen Partneruniversitäten gewesen. Grosses Lob für den Inhalt und die Organisation gab es für CREOLE in Bern. Das Interesse am Programm sei zwar gross, doch setzten sich MA-Studierende häufig erst mit einer möglichen Teilnahme an CREOLE auseinander, wenn es schon zu spät sei. Aus diesem Grund werden BA-Studierende künftig gezielter über CREOLE informiert. Das Institut für Sozialanthropologie will einen Antrag für die künftige Finanzierung des Programms stellen. Es erachtet CREOLE weiterhin als ausgezeichnete Massnahme zur Förderung der Mobilität seiner Studierenden auf Masterstufe und möchte das Programm über die Pilotphase hinaus weiterführen.
Ziel der Evaluation war es zu prüfen, inwieweit sich die im Zuge der Bologna-Reform für das Bachelor- und Masterstudium teilweise beibehaltenen und teilweise veränderten Strukturen der Studienprogramme des Lizenziatsstudiums bewährt haben. Die Evaluation erfolgte im Nachgang zu mehreren Diskussionen zur Zukunft der Islamwissenschaft und der Middle Eastern Studies im Rahmen von Forschungskolloquien. Die daraus gewonnen Erkenntnisse und Fragen fanden Eingang in die Umfrage unter den Studierenden. Daneben wurden für die Evaluation der aktuelle Studienplan sowie statistische Daten einbezogen. Die Evaluation wurde im September 2017 abgeschlossen; das Fakultätskollegium hat den Bericht, der die Ergebnisse zu Qualität der Lehre, gesellschaftliche Relevanz und Entwicklungsfähigkeit der Studienprogramme präsentiert, am 30.10.2017 zu Handen der Fakultät verabschiedet.
Sowohl das Bachelor- als auch das Masterstudium am IINOP wurden in der Umfrage unter den Studierenden sehr gut bewertet. Dennoch konnte in einzelnen Punkten Änderungsbedarf ermittelt werden, und die daraus gezogenen Schlüsse weisen auf mögliche Aspekte einer Teilrevision der Studienprogramme hin. Diese Revision soll dem Berner Institut ein klares Profil mit deutlich markierten Schwerpunkten verschaffen, um es gegenüber den anderen Schweizer Instituten hervorzuheben. Damit einhergehend soll die Attraktivität des IINOP für Bachelor-Studierende weiter gesteigert werden. Ihr Anteil war zwischen 2011 und 2015 allmählich gesunken, ist aber seit dem HS16 wieder auf einem hohen Stand. Die Zahl der Masterstudierenden zeigt sich stabil.
Die Evaluation hat deutlich gezeigt, dass die Studierenden im Bachelor- wie im Masterstudium eine Stärkung der Sprech- und Hörkompetenzen in den angebotenen Sprachen wünschen. Da das Usbekische nicht mehr nachgefragt wird, soll die durch die Aufgabe des Usbekisch-Unterrichts frei werdende Lehrkapazität zugunsten der anderen Sprachen und der Fachausbildung eingesetzt werden. Eine weitere Möglichkeit zur Freisetzung von Ressourcen zugunsten des Sprachunterrichts ist die Zusammenlegung der zwei allgemeinen Tutorien, die sowohl von Studierenden als auch von Dozierenden als redundant erachtet werden. Deutlich ausgebaut werden sollen die Kontakte des IINOP zu Intensivsprachkursen in den entsprechenden Regionen wie auch an Universitäten und akkreditierten Ausbildungsstätten im übrigen Ausland. Konkret plant das IINOP für das FS2018 eine stärkere Verschränkung von Sprach- und Fachunterricht sowie die Angleichung der dafür vergebenen ECTS-Punkte entsprechend der insgesamt geleisteten Arbeitsstunden. Ausserdem werden eine Abstufung der Bachelorseminare (Arabisch) entsprechend der Sprachkompetenz der Studierenden sowie eine schärfere Konturierung der methodischen Übungen angestrebt.
Das Lehrangebot am IINOP ist bisher in vier Schwerpunkte eingeteilt: SP 1: Islamische Religions- und Wissenschaftsgeschichte; SP 2: Geschichte der islamischen Welt, Kulturgeschichte; SP 3: Sozialwissenschaft und Anthropologie; SP 4: Literatur und Sprachwissenschaft. Diesen Schwerpunkten zugeordnet sind die Lehrveranstaltungen, was den Studierenden erlaubt, das Studium thematisch zu strukturieren. Der Freiraum eines individuellen Studienprofils birgt natürlich auch Schwierigkeiten, beispielsweise durch eine unscharfe Schwerpunktzuordnung einzelner Veranstaltungen oder ungenügende systematische Abdeckung einzelner Themen. Die Evaluation hat gezeigt, dass die Schwerpunkte für MA-Studierende deutlich sind, für BA-Minor-Studierende hingegen zu wenig ersichtlich scheinen. Ausserdem hat die Evaluation ergeben, dass das Interesse an SP 1 und insbesondere an SP 4 verhältnismässig schwächer ist. Als Konsequenz daraus erwägt das IINOP die in SP 4 vertretenen Disziplinen Literatur- und Sprachwissenschaft nicht länger als Schwerpunkt fortzuführen, zumal sie auf professoraler Ebene in methodisch-systematischer Hinsicht kaum mehr vertreten werden können. Literarische Texte und aktuelle literaturwissenschaftliche Studien werden in den anderen Schwerpunkten aber selbstredend weiterhin berücksichtigt. Auf der Grundlage der Evaluation wird daher eine leicht veränderte Fortführung der ersten drei der bisher insgesamt vier Studienschwerpunkte geplant.
Die Ausrichtung der Studienschwerpunkte im Einzelnen hängt teilweise von der Neubesetzung der Professur von Prof. Dr. Reinhard Schulze ab. Daher soll über Anpassungen des Studienplans erst nach der Wiederbesetzung der Professur entschieden werden. Die Ausschreibung für diese Professur hat sich bereits an den Evaluationen und den Erfahrungen der Dozierenden orientiert.
Die Evaluation der Studienprogramme des Historischen Instituts basiert auf einem längerfristigen Prozess, der zwischen 2012 und 2017 stattfand. Sie hat insbesondere die Qualität der Lehre und die Entwicklungsfähigkeit der Studienprogramme zum Thema. Eine von der Fakultät durchgeführte Befragung der Masterstudierenden (2012), statistische Daten und Kennzahlen und sowie eine 2014 und 2015 vom Historischen Institut durchgeführte vergleichende Analyse der Studienprogramme in Geschichte an deutschsprachigen Universitäten in der Schweiz bilden die Grundlage des Berichts.
Der Vergleich mit anderen Historischen Instituten der Deutschschweiz zeigt, dass eine Stärke des Berner Instituts in der Gliederung des Bachelorstudiums in nur zwei Zeitbereiche (Geschichte vor und Geschichte nach 1800) liegt. Dies erlaubt Studierenden bereits im Bachelor eine selbstgewählte Konzentration auf bestimmte Bereiche und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, in allen Epochen und Themenfeldern Veranstaltungen zu belegen. Allerdings ist damit eine breite Ausbildung in allen wichtigen Epochen nicht vollumfänglich gewährleistet. Das Historische Institut in Bern legt auch vergleichsweise grosses Gewicht auf das Selbststudium, weshalb die Veranstaltungen eher hoch kreditiert werden – mit Ausnahme der BA-Arbeit. Besonders ist zudem, dass die Seminararbeiten separat und nicht im Rahmen einer Veranstaltung kreditiert werden. Charakteristisch ist ebenfalls das Konzept der Literaturliste.
Das Berner Historische Institut hat auf der Basis der Evaluationsergebnisse diverse Massnahmen beschlossen, die teilweise bereits umgesetzt wurden: Hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Leistungen und Kreditierung mit ECTS-Punkten hat es sich vorerst gegen eine Veränderung bei den Kreditierungen und für eine Erhöhung und Angleichung bei den Anforderungen in verschiedenen Veranstaltungen entschieden. Die Dozierenden wurden 2015 aufgefordert, entsprechende Massnahmen zu ergreifen. Namentlich ist dazu Sorge zu tragen, dass der tatsächliche Arbeitsaufwand den ECTS-Punkten entspricht. Dabei lag das besondere Augenmerk auf den Seminaren, wo in jedem Fall sowohl schriftliche als auch mündliche Leistungen zu erbringen seien. Dies führt dazu, dass mehr schriftliche Leistungen erbracht werden müssen. Das Institut möchte sowohl an der Einteilung vor 1800/nach 1800 festhalten als auch weiter ein Schwergewicht auf das Selbststudium legen, besonders mittels Literaturlistenprüfungen – teilweise im Unterschied zu anderen Historischen Instituten.
Im Hinblick auf einen Rückgang der Bachelorstudierendenzahlen hat das Institut die Darstellung seines Profils verbessert. Es wirbt nun mit der Breite seines Angebots und mit dem Schwerpunkt auf transnationale Geschichte im weiteren Sinne. In diesem Zusammenhang wurde die Webseite 2015-2016 umfassend neugestaltet. Der Information des Studierenden dient die ILIAS-Plattform „Forum Geschichte“. Die interne Kommunikation konnte durch den Einzug vormals extern untergebrachter Teile des Instituts in die Unitobler verbessert werden. Im Bereich der Studienverwaltung und Studienberatung hat das Institut in den letzten Jahren noch stärker als bisher auf eine Bündelung der Aufgaben gesetzt. Institutspolitisch wurde das Direktorium des Historischen Instituts demokratisiert und alle Stände sind nun vertreten. Somit sind dessen Entscheidungen besser abgestützt und es ist möglich, schneller auf Wünsche und Veränderungen einzugehen.
Hinsichtlich des Lehrangebots profitierte das Historische Institut von zusätzlichen Mitteln der Universitätsleitung zur Verbesserung der Betreuungsverhältnisse. Damit wurde unter anderem eine befristete Dozentur für Migrationsgeschichte eingerichtet, die das Profil des Berner Instituts hinsichtlich transnationaler Geschichte geschärft hat. Zudem konnten durch die Einrichtung zweier befristeter Postdoc-Stellen zusätzliche Veranstaltungen mit hoher Anbindung an die aktuelle Forschung angeboten werden. Im Evaluationszeitraum kam es ausserdem zur Entfristung bestimmter Stellen bzw. festen Zuweisung von Punkten und damit einhergehend zur Stabilisierung des Lehrangebots. Durch die Angliederung mehrerer SNF-Professuren wuchs die Zahl der angebotenen Lehrveranstaltungen zusätzlich. Insbesondere die Anzahl der Seminare konnte erhöht werden. Die beschränkte Platzzahl in den Seminaren und die damit verbundene vorsorgliche Mehrfacheinschreibung einiger Studierender ist jedoch weiterhin ein Problem. Die Kurse sind dadurch innert kürzester Zeit ausgebucht.
Was die lange Studiendauer im Bachelor angeht, hat das Institut mehrere Massnahmen ergriffen. Angesetzt wird bei der Beschleunigung schriftlicher Arbeiten: 2016-2017 wurde das nicht als einzelne Lehrveranstaltung umgesetzte Propädeutikum neu gefasst, wodurch Studierende früher als zuvor vor der Notwendigkeit stehen, ihre Proseminararbeiten zu schreiben (vgl. Revision des Studienplans vom 23. Mai 2016, ab August 2016 in Kraft). Bezüglich der Bachelorarbeiten wurden Regeln für einen engeren Kontakt zwischen Betreuungspersonen und Studierenden festgelegt, der über die obligatorische Festlegung eines Zeitplans sowie mehrere Besprechungstermine sichergestellt werden soll.
Das Historische Institut versteht Qualitätssicherungsmassnahmen als kontinuierlichen Prozess. Für das Jahr 2018 plant das Institut eine Umfrage unter den Bachelor- und Masterstudierenden zur Zufriedenheit mit dem Studium sowie zur Umsetzung des Propädeutikums.
Zehn Jahre nach ihrer Einführung in der aktuellen Form wurden die beiden Studienprogramme, die am Institut für Italienische Sprache und Literatur angeboten werden, evaluiert. Dabei handelt es sich um einen Bachelor sowie einen Master mit je einer Spezialisierungsmöglichkeit in Sprach- bzw. in Literaturwissenschaft. Für die Evaluation wurden Daten einer im HS 2015 durchgeführten Online-Befragung der Studierenden verwendet; ausserdem wurden statistische Kennzahlen und der bestehende Studienplan berücksichtigt.
Im Evaluationsbericht wird das einzigartige Profil des Berner Instituts hervorgehoben: Der Schwerpunkt liegt auf dem Italienischen in der Schweiz (z.B. als Landessprache, aber auch als Sprache vieler Personen, die immigriert sind). In diesem Kontext entstanden u.a. die Zusammenarbeiten der sprachwissenschaftlichen Abteilung mit dem Center for the Studies of Language and Society und der literaturwissenschaftlichen Abteilung mit dem Center for Global Studies. Die Italianistik in Bern bietet den Studierenden ein Studienprogramm, das stark an der Forschung orientiert ist. Das Studienangebot wurde von den befragten Studierenden vorwiegend positiv bewertet ebenso wie das bestehende Betreuungsangebot. Die Kommunikation wird von der Evaluationskommission als gelungen betrachtet. Dem Institut komme hier seine geringe Grösse zugute – entsprechend existierten neben den offiziellen auch genügend „informelle“ Informationskanäle in Form des direkten Austauschs mit den Dozierenden und Mitarbeitenden des Instituts. Als Herausforderung wird das hohe geforderte Sprachniveau der Studierenden genannt. Daneben wird von den Studierenden eine differenzierte Unterscheidung von Bachelor- und Masterveranstaltungen im Lehrangebot gewünscht.
Der Evaluationsbericht schlägt Massnahmen vor, welche den diagnostizierten Schwächen abhelfen sollen und teilweise in einem verbesserten Studienplan umgesetzt werden sollen. Die wichtigsten Massnahmen und Ziele umfassen eine differenziertere Formulierung von Lernzielen, eine Reduktion der Prüfungen durch modulartige und dafür umfangreichere schriftliche Leistungsnachweise, eine bessere Abgrenzung zwischen Bachelor- und Masterstufe und eine gezielte Förderung überfachlicher Kompetenzen sowie des Selbststudiums. Zusätzlich sollen mehr Werbemassnahmen potentiell interessierte Studierende auf das Berner Institut aufmerksam machen und letztlich der Anhebung der Studierendenanzahl dienen.