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Metron Förderpreis 2010, erster Rang Nesa Gschwend, Niederlenz
Eine Ausstellung ist 2011 in New Delhi geplant und anschliessend eine Vorstellung in der Schweiz. Das konkrete Vorhaben zeugt von gesellschaftlicher Relevanz und hoher künstle-rischer Qualität, ist überzeugend und bricht neue Dimensionen auf. Der Förderpreis kann hier einen wesentlichen Teil zur Durchführung des Projektes beitragen.
Rot
Nesa Gschwend
Ausstellung im Metron Gebäude
Die Arbeiten, die im Metrongebäude gezeigt werden, spielen einerseits mit der Farbe Rot in verschiedenen Nuancen und Bedeutungen, anderseits nehmen sie Bezug auf meine persönliche Wahrnehmung der indischen Kultur.
In der Videoinstallation 'red strings through my hands' werden gebrauchte Saris aus unterschiedlichen Materialien zu einem langen Band verknüpft, mit dem ich anschliessend am Chowk (Kreisel) in Varanasi als Living Sculpture einige Stunden stehe.
Dieser zentrale Kreisel teilt die Stadt in ein muslimisches und ein hinduistisches Quartier. Der grosse Teil der Menschen im öffentlichen Raum sind Männer. Die Serie der Stills 'Chowk' zeigt eine Begegnung mit einem Strassenjungen. Er sitzt erst bei den anderen Männern am Kreisel, die dort auf Arbeit warten. Einer dieser Männer gibt ihm Anweisungen, wie er mit mir in Kontakt treten könnte. Als er sich neben mich stellt, droht ihm ein Polizist mit dem Stock und vertreibt ihn.
Bei der Ausstellung dieser Arbeit in Delhi schrieb ein indischer Journalist folgendes Statement: "Die
Arbeit 'red strings through my hands' ist eine schöne Beobachtung und Wahrnehmung, die dem Betrachter einen tiefen Einblick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der indischen Welt ermöglicht. Menschsein in der Welt heisst, dass wir die Welt sind und Leben ist, was wir in einer ständigen, grenzenlosen Bewegung daraus machen. In seiner ewigen Tiefe breitet sich das Leben nach allen vier Richtungen aus und kann von jedem Winkel aus wieder relativiert werden. In seinem Ausdruck bleibt der Mensch letztendlich unbesiegbar.
Im etwa 4 Meter langen genähten Objekt aus Stoff und Wachs 'Innen ␣ Aussen' nehme ich Bezug zum Jali
(Netz), ein Element aus der indischen Architektur. Sie bilden eine diffuse Grenze zwischen innen und aussen,
in den Öffnungen erscheint der Aussenraum wie vergrössert. Grundform in diesem Objekt ist eine abstrahierte
Form meiner Hand, die sich immer wieder überlagert. Durch die unregelmässigen Verschiebungen entstehen ganz
unterschiedliche Öffnungen und Durchsichten.
Eine weitere Gruppe sind gestickte Bilder. Anders als die Oberfläche im gemalten Bild stehen vorne und hinten, innen und aussen in einer steten Wechselwirkung. Der Stich dringt durch die Oberfläche und das Innere wird durch den Faden nach aussen gezogen.
Sie sind mit der Darstellung des Körpers verbunden, sei dies als Ausdruck in den Porträts, oder als Verbildlichung von Prozessen.