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Predigerkirche und Dominikaner
Herr D. / 03.November 2005:
Stimmt die Zahl 1233 als Gründung des Dominikaner = Predigerordens beim heutigen Totentanz mit dem Bau der Predigerkirche überein?
Meine zweite Frage lautet: wann wurde der Orden an diesem Platz aufgelöst, d.h. bis wann darf man die Predigerkirche als Kirche der Dominikaner sehen, und wie sind die weiteren Besitzverhältnisse. Ging sie an die Stadt (mir scheint so: Salzlager im Chor) und später an die Christkatholische Gemeinde in Basel.
Antwort von altbasel.ch:
Mit der Berufung der Dominikaner nach Basel durch Bischof Heinrich von Thun erhielt der Orden von diesem vermutlich auch einen Platz zum Bau eines Klosters vor dem damaligen Kreuztor. Die ersten Predigermönche in Basel dürften wohl aus der Strassburger Niederlassung gekommen sein, die 1224 gegründet wurde. Von einer Kirche des Basler Klosters ist erstmals 1236 die Rede. Ablässe aus den Jahren 1237 und 1243/44 lassen durchblicken dass noch immer an Kirche und Kloster gebaut wurde.
Die Predigerkirche am Totentanz
Eindeutig zur Unterstützung der Bauarbeiten dienten zwei weitere Ablässe aus den Jahren 1249 und 1251. Die Kirche wuchs in mehreren Stufen, so wurde 1261 das Fundament für einen neuen Chor gelegt. Es war dann auch dieser Chor der das Erdbeben von 1356 überstand während das Langhaus offenbar grossteils einstürzte. Das Kloster der Dominikaner galt in Basel nach dem Bildersturm von 1529 als Treffpunkt der Altgläubigen. Um 1530 verliessen die Dominikaner das Kloster.
Mit diesem Zeitpunkt endete die Epoche in der die Kirche als Gotteshaus des Dominikaner diente. Der verwaiste Klosterkomplex wurde vom Rat der Stadt der Verwaltung der Kirchen- und Schulguts unterstellt und der Obhut eines Schaffners übergeben. 1532/33 wurde im Kloster dann ein Zuchthaus und ein Kollegium der Universität eingerichtet. Die Kirche durfte ab 1614 von der Französischen Gemeinde für den Gottesdienst genutzt werden.
Das von Ihnen angesprochene Salzlager wurde von 1750 bis 1854 vom Salzamt der Stadt Basel in der Kirche unterhalten, was dem Mauerwerk des Gotteshauses grossen Schaden zufügte. Die verlotterte Predigerkirche wurde 1876/77 umfassend saniert und danach der Christkatholischen Gemeinde zur Nutzung überlassen. Im Jahr 1911 wurde das Gotteshaus schliesslich deren Eigentum.
Literatur:
François Maurer, Kunstdenkmäler des Kantons Basel Stadt, Band 5, 1966, Birkhäuser Verlag, Seiten 206 bis 216
Eugen A. Meier, Basel Einst und Jetzt, 3.Auflage 1995, Buchverlag Basler Zeitung, ISBN 3-85815-266-3, Seite 238
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