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Schweizer Klimaerwärmung auf einen Blick
Das Schweizer Klima hat sich in den letzten gut 150 Jahren um knapp 2°C erwärmt. Eine neue Grafik von MeteoSchweiz präsentiert die Schwankungen und den Anstieg der Schweizer Temperatur besonders anschaulich.
Das Jahr 2015 (Bild) gehört zusammen mit 2011 zu den wärmsten Jahre im Zeitraum 1864 bis 2016.
Die neue Grafik des Bundesamts für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz zeigt für jedes Jahr von 1864 bis 2016 eine Schweizer Karte, auf der die Temperaturabweichung vom Mittel der Jahre 1961-1990 zu sehen ist.
Durch die Einfärbung lässt sich die Erwärmung eindrücklich erkennen: ausgehend von den kalten, weiter zurück liegenden Jahren (blau) zu den nah an der Gegenwart liegenden, warmen Jahren (rot). So wird offensichtlich, dass seit 1987, also seit rund 30 Jahren, warme Jahre besonders häufig aufgetreten sind. Hingegen waren die 1880er und die erste Hälfte der 1890er Jahre vergleichsweise kalt. Änderungsaussagen über die Jahrzehnte hinweg sind mit Hilfe der gezeigten Mittelwerte in Balkenform einfach möglich. Es lässt sich zum Beispiel ablesen, dass die 2010er Jahre bisher rund 2.2°C wärmer sind, als die kühlen 1880er Jahre.
Auf einen Blick: die speziellen Einzeljahre erkennbar
Spezielle Einzeljahre lassen sich einfach ausmachen: zum Beispiel 2011 und 2015, die wärmsten Jahre im Zeitraum 1864 bis 2016, ebenso wie 1879, das den Kälterekord in der Periode hält. Aber auch Jahre, die deutlich kälter (1956) oder wärmer (1961) waren als ihre Nachbarjahre treten immer mal wieder auf. Gründe dafür sind zufällige natürliche Schwankungen im Klimasystem. Damit wird augenscheinlich, dass die Erwärmung nicht jedes Jahr gleich stark ausfällt.
Neben der zeitlichen Entwicklung enthält die Grafik interessante regionale Information. Meist zeigt das Temperatursignal schweizweit in dieselbe Richtung – das Jahr war in der ganzen Schweiz entweder deutlich zu warm oder zu kalt. Es gibt jedoch auch Ausnahmen von dieser Regel, die bei genauerer Untersuchung der Wetterabfolge im entsprechenden Jahr oft meteorologisch erklärbar sind. So gibt es zum Beispiel die Tendenz, dass tiefdruckbestimmte Jahre in hohen Lagen (Alpenkamm) kühler ausfallen als in tiefen Lagen (Mittelland). Ein Beispiel dafür ist das Jahr 2010. Je nach Abfolge der Wetterlagen ist die Erklärung der Muster auch deutlich schwieriger.