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Kanalisation Bündtenstrasse–Aeschwuhr, Oftringen
Die grosse Bautätigkeit in Oftringen und die Zunahme von starken Regenereignissen machten zur Entlastung des Leitungsnetzes eine neue 700 m lange Leitung notwendig. Diese quert die vielbefahren Kantonsstrasse K104 und die SBB-Hauptlinie Olten–Luzern. Im Bereich des Regenbeckens «Aeschwuhr» erfolgt unter einer weiteren Kantonsstrasse der Anschluss an den grossen Hauptsammelkanal der ERZO (Entsorgung Region Zofingen). Die technischen Herausforderungen bestanden in den grossen Bautiefen (bis 6 m tiefe Gräben), den beiden Rohrvortrieben unter den SBB-Gleisen und der Kantonsstrasse sowie der hydraulischen und baulichen Anbindung an den Hauptsammelkanal.
Die beiden Rohrvortriebe hatten eine Länge von 34 m und 57 m. Aufgrund des trockenen und kiesigen Untergrundes wurde für den Rohrvortrieb das Teilschnittverfahren mit offenem Schild gewählt, welches insbesondere auch eine permanente Überwachung von Lage und Höhe des Vortriebes ermöglichte. Der Materialabtrag während des Vortriebes erfolgte manuell von Hand. Bei Arbeitsunterbrüchen (z. B. in der Nacht) wurde die Ortsbrust jeweils gesichert. Während des Vortriebes wurde zur Reduktion der Reibungskräfte sukzessive Bentonit injiziert (Stütz- und Schmierinjektion). Am Schluss wurden die restlichen Hohlräume mit Zement verpresst. Auf einer Länge von ca. 8 m war der kiesige Boden so locker, dass vorinjiziert werden musste. Bei der Unterquerung der SBB-Linie sah das Alarm- und Überwachungskonzept eine permanente Überwachung der Gleisanlage durch einen Sicherheitswärter sowie vier Präzisionsnivellemente vor.
Die beiden Stossgruben sind verschieden konstruiert: bei der K104 kam eine konventionelle Konstruktion mit vorgetriebenen Spundwänden zum Einsatz. Bei der Unterquerung der SBB-Linie wurde der Baugrubenabschluss aufgrund der Nähe zu den Gebäuden mit nachgetriebenen Kanaldielen erstellt, welche zur Aufnahme der Presskraft mit zwei Bohrpfählen verstärkt wurden. Weiter musste vorgängig ein Elektro-Hochspannungstrassee auf einer Länge von 50 m unter Betrieb verlegt werden.
Beim Grabenbau ist speziell die Verwendung von Durchlaufschächten zu erwähnen, welche die teuren und aufwendigen Ortsbetonschächte bei kleineren Ablenkwinkeln unnötig machte. Der Anschluss an den ERZO-Hauptsammelkanal erfolgte in einem am Kanal angebauten Ortsbetonschacht. Aufgrund der vorhandenen Werkleitungen in der Kantonsstrasse kamen auch hier nachgetriebene Kanaldielen zum Einsatz. In der Projektierungsphase mussten verschiedene hydraulische Zustände (verschiedene Wassermengen in Kombination miteinander) nachgewiesen und eine optimale Konstruktion der Einleitung in den Kanal der ERZO gefunden werden.