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Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
Mit dem stetigen Wachstum der schiitischen Gemeinschaften in der Türkei, geprägt durch die iranische Revolution (1977-1979), den Zusammenbruch der Sowjetunion und den Irakkrieg Anfang der 2000er Jahre, erfuhr die schiitische Gemeinde eine grössere Sichtbarkeit gegenüber Staat und Gesellschaft. Aus der Erinnerung entwickelten sich Rituale, die sie jährlich zu Aschura, den ersten Tagen des Monats Muharram, begehen. Dazu gehören Prozessionen, Aufführungen, die die Schlacht nachspielen, und das gemeinsame Trauern.
Das Projekt will untersuchen, welchem Wandel die Ritualpraxis, kondensiert in der Erinnerung an die Schlacht, durch historische Gegebenheiten im nationalen Kontext unterworfen ist. Hierzu sollen Minderheitsdiskurse, innerschiitische Dynamiken über die Deutungshoheit der Erinnerungskultur und Aushandlungsprozesse zu religiösen und nationalen Identitäten untersucht werden. Das Projekt will damit dazu beitragen, ein detailliertes Verständnis der Bedeutung der Rituale in Erinnerung an die Schlacht bei Kerbela für Schiitinnen und Schiiten in Istanbul zu entwickeln.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Es ist von Bedeutung, grundlegendes Wissen über schiitische Gemeinschaften in Istanbul und der Türkei bereitzustellen, einen Beitrag zur Kartierung der türkischen Religionslandschaft zu leisten und Muster ethnischer sowie religiöser Zugehörigkeit in der Türkei herauszuarbeiten.
Keywords
Schia, Istanbul, Türkei, Rituale, Kerbela, Aschura, Muharram, Minderheit, Identität, Religion.