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Herausforderung und Strukturentwicklung der Berglandwirtschaft
Das Berggebiet ist einem stetigen Wandel unterworfen. Gleichzeitig steht die Berglandwirtschaft vor vielfältigen Herausforderungen, die sich aus der bisherigen Entwicklung und aus den zukünftigen Rahmenbedingungen ableiten.
Die wirtschaftlichen Möglichkeiten im Berggebiet sind durch die topographischen und strukturellen Standortnachteile eingeschränkt. Die veränderten Rahmenbedingungen führen dazu, dass das Berggebiet und die Berglandwirtschaft zunehmend in Bedrängnis geraten, womit die wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Stabilität in Zukunft (weiter) untergraben wird.
Strukturentwicklung der Berglandwirtschaft
Der Strukturwandel in der Berglandwirtschaft geht stetig weiter. Seit 1999 ist die Zahl der Betriebe jährlich um 1.7% gesunken. Im Jahr 2012 existierten in der Bergregion insgesamt noch 15870 Betriebe mit 39590 Beschäftigten. Die verbleibenden Betriebe haben vom Strukturwandel profitiert, indem sie die freiwerdenden Flächen zur Vergrösserung ihrer Betriebe nutzen konnten. Im Vergleich zu 1999 sind die Betriebe heute fast 30% grösser und bewirtschaften im Mittel 17.9 Hektaren Fläche.
Die Strukturen in der Landwirtschaft verändern sich auch in der Bergregion laufend; im Vordergrund stehen die Zahl der Betriebe und deren Grössenverhältnisse. Gemäss der landwirtschaftlichen Strukturerhebung 2012 sank die Zahl der Betriebe in der Bergregion zwischen 1999 und 2012 von 20394 auf noch 15870 Betriebe. Dies entspricht einem jährlichen Rückgang um 1.7%. Zwischen den Bergzonen bestehen jedoch deutliche Unterschiede: Während in der Bergzone II pro Jahr nur 1.5% der Betriebe aufgegeben werden, verläuft der Strukturwandel in der Bergzone IV mit einer Aufgaberate von 1.6% und vor allem in der Bergzone III mit 2.1% rascher.
Mit dem Rückgang der Betriebe sinkt auch die Beschäftigung in der Landwirtschaft. Im Jahr 2000 arbeiteten noch über 49700 Personen auf den Landwirtschaftsbetrieben in der Bergregion, im Jahr 2012 waren es noch 39590 Beschäftigte. Dies entspricht einem Rückgang um über 20%.Die durch den Strukturwandel und die Betriebsaufgaben freigesetzten Flächen werden von den verbleibenden Betrieben übernommen; die gesamthaft bewirtschaftete landwirtschaftliche Nutzfläche bleibt praktisch stabil. Entsprechend bewirtschaften die Betriebe heute im Mittel deutlich mehr Fläche als noch im Jahr 1999. Während die Bergbetriebe im Jahr 1999 im Mittel 13.8 Hektaren bewirtschafteten, nutzen sie heute 17.9 Hektaren oder fast 30% mehr Fläche. Am stärksten sind die Betriebe in der Bergzone IV gewachsen; im Mittel haben sie ihre Fläche um 44% ausdehnt. Demgegenüber fiel das Betriebswachstum in der Bergzone II unterdurchschnittlich aus.
Einkommensentwicklung Bergbetriebe
In der Bergregion sind die landwirtschaftlichen Einkommen je Betrieb im Zeitraum 1999/00 bis 2010/11 um sechs Prozent auf 42 640 Franken gesunken. Der Arbeitsverdienst je Familienarbeitseinheit stieg im selben Zeitraum um zwölf Prozent auf 27 870 Franken.
Zwischen den Bergzonen II bis IV bestehen jedoch grosse Unterschiede. Gleichzeitig streuen die landwirtschaftlichen Einkommen und der Arbeitsverdienst stark. Während in der Bergzone II bei einem praktisch unveränderten landwirtschaftlichen Einkommen die Arbeitsverdienste deutlich gestiegen sind, hat sich der Arbeitsverdienst je Familienarbeitseinheit in der Bergzone III seit 1999/00 lediglich um 1,8 Prozent verbessert. In der Bergzone IV ist der Arbeitsverdienst hingegen um 2,8 Prozent gesunken.