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Antibiotika bei vorzeitigem Blasensprung schaden dem Kind nicht
In der ORACLE I Studie wurde der Effekt von Erythromycin und Amoxicillin/Clavulansäure bei Frauen mit vorzeitigem Blasensprung untersucht. Aktuell haben die Studienautoren die Kinder der ehemals behandelten Frauen im Alter von 7 Jahren untersucht, um den Langzeiteffekt der Antibiotika auf die kindliche Entwicklung abschätzen zu können.
An der ORACLE I Studie nahmen über 4'000 schwangere Frauen mit vorzeitigem Blasensprung ohne eindeutige Zeichen eines Infekts entweder Erythromycin und/oder Amoxicillin/Clavulansäure beziehungsweise Placebo ein. Aktuell haben die Studienautoren der ORACLE Children Study I die Gesundheitsdaten von 4'148 im Schnitt 7-jährigen Kindern der in ORACLE analysierten Frauen ausgewertet. Die Information über den Entwicklungs- und Gesundheitszustand bezogen die Experten aus standardisierten, von den Eltern der Kinder ausgefüllten Fragebogen.
Schliesslich konnten die Daten von 3'298 Kindern ausgewertet werden. Die Studienautoren fanden weder für die Verabreichung von Erythromycin noch für die Gabe von Amoxicillin/Clavulansäure in der betreffenden Schwangerschaft Anhaltspunkte für einen ungünstigen Effekt auf Gesundheit, Entwicklung oder Verhalten der Nachkommen. Auch bei Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben oder Rechnen waren keine Unterschiede zwischen Antibiotika-exponierten Kindern und solchen ohne Antibiotikaexposition in utero nachweisbar.
Konklusion der Autoren: Die Verabreichung von Antibiotika bei Schwangeren mit vorzeitigem Blasensprung scheint die Gesundheit des Kindes auch auf längere Sicht nicht zu beeinträchtigen.
Lancet 2008;372:1310-1318 - Kenyon S et al
16.10.2008 - dde