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Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale will bereits 284 Millionen Franken an direkten Bundesteuern bezahlt und alle Bedingungen im Zusammenhang mit seiner Niederlassung im waadtländischen St-Prex erfüllt haben. Die Brasilianer sehen sich zu unrecht kritisiert.
«Wir respektieren in aller Transparenz alle mit den Behörden vereinbarten Konditionen und sind offen für den Dialog», sagte der für Steuersachen zuständige Vale-Direktor, Geert van der Molen, in einem Interview der Tageszeitung «L'Agefi». Vale habe den Kanton Waadt und die Eidgenossenschaft regelmässig informiert.
Bis kürzlich mit dem Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle habe der Bund nie reagiert, fügte van der Molen hinzu. Er stellt sich auf den Standpunkt, dass die Kritik, unrechtmässig von Steuervergünstigungen provitiert zu haben, unzutreffend ist.
Vale habe im Gegenteil alle vereinbarten Ziele übertroffen. So seien unter anderem Partnerschaftsabkommen mit der ETH Lausanne und dem Institut für Management abgeschlossen sowie Gebäudeinvestitionen von 17,5 Millionen statt 3 Millionen Franken getätigt worden. Ausserdem beschäftige die Niederlassung in St-Prex nicht nur 35, sondern sogar 117 Personen, davon 50 vor Ort rekrutierte.
Kritik aus Bern
Nach der Veröffentlichung des Berichts der Eidgenössischen Finanzkontrolle zur Praxis der Kantone im Zusammenhang mit Steuererleichterungen für Unternehmen hatte der Fall Vale kurz vor den kantonalen Wahlen vom 11. März zu einer Polemik geführt.
Die Eidgenössische Finanzkontrolle liegt dabei im Streit mit den kantonalen Steuerbehörden. Bern ist der Auffassung, dass die Voraussetzung für die Steuererleichterungen, die Vale gewährt wurden, nicht vollständig erfüllt waren. Der Konzern erhielt eine Vergünstigung von 80 Prozent bei den direkten Bundessteuern und eine 100-prozentige Steuerbefreiung bei den Kantons- und Gemeindesteuern.
(chb/sda)