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Wissenschaftliches Seminar EDUDL+
Seminar «Curriculum Mapping»
EDUDL+ organisierte am 23. August 2019 in Brig in Zusammenarbeit mit dem «Centre de Soutien à l'Enseignement» der Universität Lausanne ein Seminar über digitale Visualisierungsformen von Curricula. Dabei haben Direktionsmitglieder, Studiengangsleiter, Dozierende, Assistierende und administrative Mitarbeiter während eines Tages zusammen die Grundzüge einer solchen Umgebung ausgearbeitet. Der Inhalt des Seminares konzentrierte sich auf die darzustellenden Inhalte, wie diese verwaltet werden sollen, welche Akteure involviert sind und was der konkrete Nutzen einer solchen Applikation im universitären Umfeld ist.
Was bedeutet Curriculum Mapping?
Das Curriculum Mapping ist sozusagen die «Kartografie» eines Curriculum, also eine detaillierte Darstellung eines Lehrplanes. Wie bei einer digitalen Landkarte soll es dann möglich sein, die gewünschten Informationen ein- oder auszublenden, damit dem Nutzer nur das angezeigt wird, was auch von Interesse für ihn ist.
Mit welchen Methoden wurde gearbeitet?
Der Ablauf des Seminars basierte auf den «Design Thinking»-Methoden.
In einer ersten Phase wurde die Technik «Denkhüte von De Bono» eingesetzt. Ziel war es, herauszufinden, was es dazu braucht, um Studierende, Dozierende, Kursverantwortliche und administratives Personal - also die verschiedenen Anspruchsgruppen - vom Nutzen einer solchen Curriculum-Umgebung zu überzeugen. Die Teilnehmer wurden dazu in vier Gruppen aufgeteilt: jede Gruppe konzentrierte sich dabei entweder auf die Sicht der Studierenden, der Dozierenden, der Kursverantwortlichen oder der administrativen Mitarbeiter. Das anschliessende Zusammenfügen der Resultate ermöglichte es den Teilnehmern, andere Blickwinkeln und Bedürfnisse und dadurch das grosse Ganze zu verstehen.
In einer zweiten Phase formulierte jeder Teilnehmer drei weiterführende Ideen in Bezug auf das soeben zusammengefügte Gesamtkonzept. Anschliessend wurden diese Ideen mithilfe der «Brainwriting»-Methode von fünf anderen Teilnehmern in der Gruppe mit weiterführenden Gedanken ergänzt.
In der dritten Phase entschied sich jeder Teilnehmer für eine seiner drei - von anderen Teilnehmern ergänzten - Ideen aus Phase 2 und präsentierte diese dann in Form eines «Speeddatings» wiederum anderen Teilnehmern. Diese gaben ein Feedback zur Idee. Im Anschluss wurden anhand dieser Ideen die Gruppen für die Prototyp-Erstellung definiert: alle Teilnehmer mit ähnlichen Ideen wurden in einem Team zusammengefasst.
In der vierten Phase wurden die Grundzüge eines Prototypen definiert. Jeder Gruppe stand dabei Material zur Verfügung, um Darstellungsform und Navigation dieses Prototypen zu visualisieren.
Zum Abschluss des Seminares präsentierte jede Gruppe ihre Resultate im Plenum.
Was sind die Ergebnisse?
- Generelle Überlegungen, wie eine solche Applikation in ein institutionelles, mehrsprachiges Informationssystem auf möglichst passende Art und Weise eingebettet werden kann.
- Spezifische Überlegungen hinsichtlich der Ausgestaltung eines solchen Programmes.
Für (zukünftige) Studierende erleichtert dieses Curriculum Mapping die Wahl ihrer Ausbildung und der möglichen Optionen und gibt ihnen einen Überblick über die Kompetenzen, die sie dabei erwerben werden. Ausserdem werden Elemente wie ECTS-Punkte, Lernziele der Module, die zeitlichen und pädagogischen Aspekte des Studiums oder dessen Evaluation durch die Studierenden visualisiert und übersichtlich dargestellt.
Den Dozierenden erleichtert das Curriculum Mapping die Entwicklung eines kohärenten Lehrplanes. So können die nötigen Anforderungen definiert, Doppelspurigkeiten zwischen Modulen vermieden und sich ergänzende Lernziele definiert werden. Der Mapping-Prozess fördert ausserdem die Zusammenarbeit.
Den Ausbildungsverantwortlichen ermöglicht das Curriculum Mapping Such- und Filterfunktionen, eine attraktive Darstellung der gesamten Ausbildung, die Einbettung der Ausbildung in den Gesamtkontext sowie in den nationalen wie europäischen Rahmen. Sie erleichtert damit auch das Steuern der Ausbildung und deren Inhalte.
Für das administrative Personal ist die Applikation ein Ort, wo Informationen zu den Ausbildungen stets auf dem neuesten Stand abrufbar sind.
Was sind die nächsten Schritte?
Der EDUDL+-Dienst von FernUni und das «Centre de Soutien à l'Enseignement» der Universität Lausanne setzen ihre Zusammenarbeit zu diesem Thema fort. Die Ergebnisse des Seminars legen - nach einer Phase der eingehenden Analyse und eventuellen Umformulierung der Vorschläge - den Bau eines Prototypen einer solchen digitalen Umgebung nahe. Dieses Modell wird dann als Grundlage für eine breite Ausschreibung in der akademischen Gemeinschaft dienen.
Weitere Folgemaßnahmen sind geplant und hängen teils von den Rückmeldungen anderer Institutionen ab, insbesondere von der Ausarbeitung eines White Papers.