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Die Immobilienmärkte laufen heiss. Wann platzt die Blase? Nordea Asset Management zieht Parallelen zur Subprime-Krise.
17.05.2022, 10:28 Uhr
Redaktion: cwe
Die Geschichte neigt dazu, sich zu wiederholen, was auf eine Vielzahl von Mechanismen zurückzuführen ist. So können Zentralbanken die Geldpolitik zu stark straffen, Haushalte sich zu hoch verschulden, und Kapital kann in den falschen Sektoren alloziert werden. Dies eröffnet Anlegern jedoch gleichzeitig die Möglichkeit, ihre Risiken besser zu steuern. Welche Lehren man aus dem Subprime-Krise ziehen kann, hat Nordea Asset Management in einem Marktkommentar zusammengefasst.
Nach der Rezession in den USA im Jahr 2001 stützten Steuersenkungen und eine lockere Geldpolitik das Wachstum und die Nachfrage nach chinesischen Waren, was durch einen künstlich schwachen Renminbi noch verstärkt wurde. China und die BRIC-Staaten (Brasilien/Russland/Indien/China) stiegen auf, indem sie Deflation exportieren, während US-Banken auch Käufern mit schlechter Bonität den Kauf immer teurerer Häuser finanzierten. Die Banken bündelten und verkauften diese riskanten Subprime-Hypotheken einfach am Markt weiter. Schliesslich brach der Immobilienmarkt zusammen und es kam zu einer enormen globalen Kreditkrise. Die Frage stellt sich, ob der sehr teure Immobilienmarkt in China jetzt vor einem ähnlichen Wendepunkt steht.
Stürzt das Kartenhaus ein?
Die Zeit nach 2008 war durch eine weltweit sehr lockere Geld- und in gewissem Masse auch Steuerpolitik gekennzeichnet, die in China zu einem massiven Anstieg der Investitionen in Infrastruktur und Immobilien führte. Finanzielle Vermögenswerte stiegen, wobei der Wert der Aktien viel schneller stieg als die Schulden, wodurch die Verschuldung abnahm. Auf der Suche nach realen Vermögenswerten profitierten Immobilien, Technologie und schliesslich Kryptowährungen enorm. In China beispielsweise ist der grösste Teil des Vermögens der privaten Haushalte im Immobilienmarkt angelegt. Da die Inflation nun die Wirtschaft erschüttert, stellt sich die Frage, ob das Kartenhaus einstürzen wird. Wie bei der Subprime-Krise senden verschiedene Märkte Frühwarnsignale aus.
Dieses Mal ist es (etwas) anders
China dürfte es auch wegen der Null-Covid-Strategie kaum gelingen, die Kreditverknappung zu verhindern. Im Gegensatz dazu sind die Banken in Europa und den USA weitaus strenger reguliert als früher, und die Zentralbanken sind stärker auf die Finanzstabilität bedacht, so dass sie den Wert teurer Vermögenswerte durch die Steuerung der Liquidität beeinflussen können. Das Hauptaugenmerk könnte auf den sehr teuren Immobilienmärkten liegen.
Die Aktien ausserhalb der USA sind für Nordea Aasset Management allmählich attraktiv bewertet, während sie in den USA noch weit vom fairen Wert entfernt sind - abgesehen vom Tech-Sektor, in dem viele Einhörner bereits stark im Wert gesunken sind. In einer Zeit anhaltender wirtschaftlicher und politischer Instabilität empfiehlt Nordea Asset Management, sich auf weniger risikoreiche Unternehmen zu konzentrieren, die günstig sind und einen soliden Ertragspfad bieten, wie beispielsweise Coca-Cola und Air Liquide.
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