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Diese * Royal Enfield - Firmengeschichte * entstand aus reiner Wissensgier, Meilensteine in der Entwicklung dieser ältesten Motorradfirma aus England herauszufinden. Dank vieler englischer Literatur, Beiträge aus Händlerkreisen und Kollegen, ist es mir als Quereinsteiger gelungen, einen Überblick aus der damaligen Zeit der Firma Royal Enfield zu gewinnen.
1851 - Die Pioniere
George Townsend gründet eine Fabrik zur Produktion von Nadeln, Angelhaken und Maschinenteilen in Hunt End, nahe bei Redditch UK (die Givry Works).
20 Jahre später bringt George’s Stiefsohn eine der ersten "boneshaker" (=Knochenrüttler), in die Fabrik (ungefedertes Fahrrad). George Townsend Jr. und sein Team bauten ein "geringfügig" besseres Rad mit einem patentierten gefederten Sattel und gingen dazu über, Fahrräder und Fahrrad-Teile zu bauen.
1880 - Umzug nach Redditch
Die Geschichte beginnt mit der "Townsend cycle company" in Redditch, UK. Bis 1892 wurden in diesem Betrieb neben der ange-stammten Produktion von Nadeln, Angelhaken und Maschinenbauteilen, auch komplette Fahrräder hergestellt.
1892 - finanzielle Schwierigkeiten
Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten übernahmen Albert Eadie als Manager und Robert Walker Smiths als Leitender-Ingenieur den Betrieb. In enger Kooperation mit Royal Small Arms Factory in Enfield-Middlesex (spätere BSA) wurden nun auch Gewehrteile in der neu gegründeten Enfield Manufactering Company gefertigt. Um den rasch wachsenden Absatz von Fahrrädern nachzukommen wurde 1896 die New Enfield Cycle Company gegründet. Die Eadie Fahrräder wurden nun in Royal Enfield Fahrräder unbenannt und unter dem Slogan *Made like a Gun* vermarktet.
Der Name *Royal Enfield* steht nun für Innovation und Entwicklung in der Motorradgeschichte.
"Made like a Gun"
1898 - Quadri- und Tricycles
Erste Motorisierung mit 269 ccm - 2,25 h.p. De-Dion-Motoren in Vier- oder Dreirad-Rahmen. Das mit zwei Personen besetzte Fahrzeug erreichte 30 km/h Auf der Stanley Motor Show ist Royal Enfield mit drei von Walker Smith entworfen-en Fahrzeugen vertreten.
1901 - erstes Motorrad bei Royal Enfield(Patent Werner)
An der Lenkstange eines konventionell konstruierten Fahrradrahmens ist ein Minerva-Motor 2Takter montiert. Über einen gekreuzt verlaufenden Riemen wird das Hinterrad angetrieben.
Mit Spritzvergaser und Batteriezündung bringt der 172 ccm Motor 1,5 hp. Da bei dieser Konstruktion des Franzosen Jules Gobiet der Schwerpunkt der Maschine sehr weit oben lag, war das Motorfahrrad unhandlich zu fahren.
1903 - erster eigener Motor
Verlegung des Motors in die Nähe des Tretlagers was aufgrund des tiefen Schwerpunktes zu deutlich verbesserterm Fahrkomfort führte.
Motor aiv mit Spritzvergaser und 2 ¼ hp: B 70mm x H 72mm Hubraum 277 ccm Für diese Zeit unüblich ist der Kettenantrieb auf das Hinterrad. (British Patent 7330/1902 Smith/Gobiet)
1903 - drei neue Modelle
Zwei der neuen Modelle hatten Enfield Motoren vertikal in einer Rahmen-Schleife eingebaut.
Einer war der 239ccm mit Gürtel-Laufwerk, und der andere ein 2.25hp wassergekühlter Motor mit Ketteantrieb.
Ein drittes Modell, mit einem Minerva Motor der am vorderen Rohrrahmen liegt wurde bald fallen gelassen.
1904 unbedeutende Aenderungen
Die einfache Ausführung aus 1903 ist geblieben. Ein 2.75hp oder 3.5hp Minerva-Motor mit Riemenantrieb - plus eine billige luftgekühlte Version werden angeboten.
1905 - mit zwei Gang-Getriebe
das Getriebe stammte vorerst aus der Schweiz von Motosacoche um später in einer Kopie als Eigenbau verkauft zu werden. (nicht das Expansionsgetriebe a là Kafimüli gemeint)
1903-1905 - Warum nicht auch Autos bauen?
Schliesslich steht der Name Royal Enfield für Innovation und Entwicklung.
Die Enfield Werke versuchten sich mit einer Reihe von Einzylinder Prototyp-Autos auf der Straße. Das 8 PS-Modell von 1904 ist im National Museum in England zu sehen.
1907 - Schwierigere Zeiten
Es überraschte sehr, als bekannt wurde, dass Albert Edie 1907 aufgrund Interessenkonflikte als Generaldirektor zu BSA (Birmingham Small Arms) wechselte. (Er hatte über längere Zeit die BSA mit Waffen- und Royal Enfield Motorradteilen versorgt)
Ab sofort wurde Bob Walker Smith zum leitenden Direktor der Royal Enfield Werke ernannt. 1909 musste auch Robert Walker Smith die Dienste für RE quittieren. (ebenfalls Interessenkonflikte mit BSA)
1907 - 1909 Alldays & Onions!
Alldays & Onions! oder das Aus mit dem britisch königlichen Motorrad?
Eine tüchtige Finanzspritze durch den Automobilhersteller aus Frankreich, Alldays & Onions, rettet Royal Enfield vor dem Kollaps.
In den Hallen der Motorradproduktion wurde es sehr eng. Autozubehör war gefragt und es galt fortan die Devise: dessen Brot ich esse dessen Lied ich pfeife. Doch diese Situation dauerte gerade bis 1909.
1909 der Zusammenbruch!
Nach dem Zusammenbruch der Autofirma wurde der Schweizer Ingenieur Werner Guillon in die Royal Enfield Motorradwerke übernommen um die Gestaltung und Entwicklung eines neuen Royal Enfield Motorrades voranzutreiben. Geschäftsführer wurde J.W. Davis. (ex Generalsekretär des Unternehmens) T.C. Patchett übernahm als Company Secretary an seiner Stelle.
1909 - nach dem Zusammenbruch des Autofimmels
Nach dem Zusammenbruch der Autofirma wurde der Schweizer Ingenieur Werner Guillon (Ex-Konstrukteur von FN) in die Royal Enfield Motorradwerke übernommen um die Gestaltung und Entwicklung eines neuen Royal Enfield Motorrades voranzutreiben. Geschäftsführer wurde J.W. Davis. (ex Generalsekretär des Unternehmens) T.C. Patchett übernahm als Company Secretary an seiner Stelle.