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Chojun Miyagi (1889 – 1953)
Auf der Insel Okinawa gibt es viele Familiennahmen die auf Buchstaben …gi enden, was übersetzt „Schloss“ bedeutet. Früher wurde das Wort „Gusuku“ ausgesprochen. So wurde Chojuns Familiennahmen „Miyagusuku“ ausgesprochen. Chojun Miyagi wurde am 25. April, 1888 in Naha City geboren. Er war der Sohn eines Apothekers, der Zugang zur königlichen Familie hatte. Sein Name war Matsuu. Er wurde von seinem Onkel, der kinderlos war, adoptiert. Chojun bekam seinen Namen von seinen Adoptiveltern als er drei Jahre alt war. Anfang September 1902, begann Chojun im Alter von 14 Jahren mit dem Naha-te Training für drei Jahre unter Leitung von Kanryo Higaonna. Im Jahr 1905 reiste Chojun nach China und besuchte dieselbe Stadt Fuchou in Fukien wie dazumal Kanryo Higaonna.
Reise nach China
Der Grund für diese Reise war, dass er sich dem Militärdienst entziehen konnte. Seit der Reformation 1868, begann die neue japanische Regierung die europäische Regierungsform, die Gesetzgebung sowie die gerichtlichen Behörden langsam zu übernehmen. Japan kopierte das System der französischen Regierung. Gemäss der überarbeiteten Gesetzgebung von 1889, waren alle Männer im Alter zwischen 17 – 40 Jahren dem Dienst verpflichtet. Im Jahr 1890 macht die japanische Regierung die Gesetzgebung auch in der Präfektur Okinawa geltend. Beim ersten Besuch der Stadt Fuchou unterhielt sich Chojun Miyagi finanziell selber, in dem er Bambus Waren herstellte und diese anschliessend verkaufte, so wie es schon Higaonna getan hatte.
Zur Verteidigung von Chojun, dass er sich dem Militärdienst entzog, ist die Tatsache, dass die Menschen auf Okinawa, Opfer der japanische Invasion waren und sich viele aus der Bevölkerung gegen die japanische Regierung stellten. Während der Zeit als der Satsuma Klan im Jahr 1609 Okinawa besetzte, hat der Klan nie die Verbundenheit und Beziehung zwischen den Insulaner und der chinesischen Regierung oder der Verbindung zur monarchischen Regierung unterbunden. 1879 hat die japanische Regierung angefangen Okinawa selber zu regieren und stoppte die Verbindung zu China und unterbrach den Einfluss des Königs. 1879 wurde Okinawa eine japanische Präfektur, in welcher die Insulaner keinen Sinn darin sahen, die japanische Staatsangehörigkeit zu erhalten. Es war daher nicht unüblich, dass die Jungen im Alter von 17 Jahren ihr zu Hause verliessen und nach China emigrierten.
Schwere Zeiten
Chojun musste in der fremden Stadt eine schwierige Zeit durchmachen. Seine Adoptiveltern stellten eine der reichsten Familien dar, die durch die Unterstützung von Chojun fast ihr ganzes Vermögen verlor. Tatsächlich versuchte Chojun in der Stadt die damaligen Lehrer von Higaonna ausfindig zu machen, worin er leider kein Glück hatte. Chojun kehrte dann im Jahr 1908 zurück, und leistete freiwilligen Militärdienst, um seinen Verpflichtungen nachzukommen.
Nach seinem Militärdienst kehrte Miyagi wieder zurück nach Fuchou um die damaligen Lehrer von Higaonna aufzufinden. Gemäss den Angaben seiner ältesten Tochter, war sein Vorhaben fruchtlos, denn die Chinesen waren nicht begeistert davon, mit Chojun zu kooperieren. Die ganze Stadt war mehrheitlich ausländerfeindlich eingestellt, was auch Chojun persönlich erfahren musste. Dennoch, Chojun besuchte einige Kung Fu Schulen und studierte dabei die Fukien Version von Shaolin Chung, wobei die Version nicht immer konsequent und systematisch angewandt wurde. Zum Basistraining im Goju Ryu gehörte die Kata Sanchin. Sanchin beginnt mit geschlossener Faust, wobei Fukien Crane bei der Ausführung meistens offene Hände benutzt. Chojun integrierte die Kata Tensho welche mit offenen Händen ausgeführt wird, in den Unterricht seiner Schule. Es ist möglich, dass Chojun eine andere Version der Kata Sanchin zeigen wollte welche er in China gelernt hatte.
Miyagis Karate wird zu Goju Ryu
Mit seiner charismatischen Ausstrahlung und seinem ergebenen Pflichtgefühl, konnte Chojun Miyagi auf Okinawa erfolgreich sein Karate unterrichten, welches er Goju Ryu Karate nannte, was übersetzt „harte und weiche Stil Kunst der chinesischen Hand“ bedeutet.
Es war jedoch Jinan Arazato, der älteste Schüler vom Chojun, welcher den Stil Goju Ryu benannte. Es war 1933 in Kyoto, als Arazato bei einem Kampfkunst Event Chojun vertrat und auch seinen Stil präsentierte. Die japanischen Kampfkunst Experten schlugen ihm vor, einen Namen für seine Schule zu benutzen. Es war üblich in Japan, dass sich bei Anlässen Schulen mit ihrem Namen anmeldeten. Arazato benutzte den Namen vorübergehend für solche Events und teilte dies auch Chojun mit, was er befürwortete und sodann den Namen Goju Ryu autorisierte. Seit dieser Zeit benutzte Chojun diesen Namen bei offiziellen Anlässen. Er war auf Okinawa, die erste führende Person im Karate, welche den Namen der Schule für den Kampfstil benutzte. Ein bedeutender Beitrag zur Kampfkunst war, dass Chojun das Goju Ryu Karate in die öffentliche Schule, ins Polizei Departement sowie in Athletik Institutionen einbringen konnte.