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(Magdalarot). Ein Teerfarbstoff, der jetzt nicht mehr viel angewendet wird, da die damit gefärbten
Gewebe, wenigstens in den dunkleren Tönen, nicht glänzend, sondern etwas matt sind. Das N. ist die
Chlorwasserstoffverbindung einer drei Atome Stickstoff enthaltenden organischen Base, die aus
Naphtylamin bereitet wird und
zu diesem in einem ähnlichen Verhältnisse steht, wie das Rosanilin zum
Anilin, man nennt diese Base daher Rosanaphtylamin.
Im Handel erhält man das N. als schwarzbraunes, undeutlich kristallinisches Pulver; in heißem Wasser
und siedendem
Alkohol mit tiefroter Farbe löslich. - Zollfrei. Vgl.
Anilinfarben.
Diesen Namen führen zwei organische Verbindungen von gleicher Zusammensetzung, aber verschiednen Eigenschaften,
man unterscheidet sie durch die Bezeichnung α oder Alphanaphtol und β oder Betanaphtol; ersteres besteht aus farblosen
Kristallnadeln von kreosotähnlichem Geruche, die bei 94° C. schmelzen, in kaltem Wasser beinahe unlöslich
sind, in heißem sich nur wenig, dagegen leicht in
Alkohol und in
Äther lösen; letzteres, das β-Naphtol, bildet kleine,
farblose, brillant glänzende, beinahe geruchlose Kristallblättchen, die erst bei 122° C. schmelzen.
Beide Naphtole stehen zu dem
Naphthalin in einem ähnlichen Verhältnisse, wie das Phenol
(Karbolsäure)
zu dem Benzol, sind daher alkoholartige Körper der Naphthalinreihe. Diese Naphtole bereitet man gewöhnlich durch Behandlung
des Kalisalzes der Naphthalinsulfosäure (erhalten durch Einwirkung von
Schwefelsäure auf
Naphthalin) mit schmelzendem Ätzkali
in geschlossenen Gefäßen. Beiden Naphtolen entsprechen auch die betreffenden α- und β-Naphtolsulfosäuren, die
man vor der Umwandlung in N. auf geeignete Weise trennt. Die N. werden zur Darstellung verschiedner Naphthalinfarben verwendet.
- Zollfrei.
(Naphthalidin); stickstoffhaltige, zu den Monaminen gehörige wichtige organische Base, wird jetzt in
großer Menge fabrikmäßig dargestellt, da man sie zur Bereitung verschiedner Naphthalinfarben verwendet. Das N. wird in
ähnlicher Weise aus dem
Naphthalin dargestellt, wie das Phenylamin
(Anilin) aus dem Benzol, indem man
nämlich zunächst Nitronaphthalin bildet und dieses dann durch eine, Wasserstoff entwickelnde Mischung reduziert. Das N. bildet
feine weiße Kristallnadeln von unangenehmem Geruch, sie schmelzen schon bei 50° C. und sublimieren bei 300° C. unverändert.
In Wasser ist das N. beinahe unlöslich, löslich dagegen in
Alkohol und in
Äther. Mit den Säuren bildet
das N. die Naphtylaminsalze, die leicht und gut kristallisierbar sind, eine weiße Farbe haben, aber an der Luft leicht rot
werden. - Zollfrei.
sind weiche, feinwollige Stoffe zu Frauenkleidern, Mänteln und Umschlagtüchern, ursprünglich
aus Streichwollengarn gewebt,
jetzt meistens mit Kette von Baumwollenzwirn und Einschuß von Streichgarn. Die ganz wollenen,
welche eine Art feiner
Flanell sind, heißen auch
Lama. Diese sind schlichte, die halbwollenen geköperte Gewebe und es herrscht
in diesen, da sie ein stehender Verbrauchsartikel sind, viel Wechsel in den Farben und Dessins. Man hat
sie in bunten Farben, gestreift und karriert, geflammt, mit eingewebten Mustern, häufig bunt gedruckt. In Deutschland werden
derartige Stoffe schön und wohlfeil im sächsischen Erzgebirge, in Berlin und andern Orten, in Österreich namentlich in
Böhmen und Mähren fabriziert. - Zoll: gem. Tarif im Anh. Nr. 41 d 5 und 6.
(Narceïnum); ein in dem
Opium und den reifen Kapseln des blausamigen
Mohns enthaltenes giftiges
Alkaloid, das
neuerdings vielfach medizinisch verwendet wird, da es eine stärkere schlafbringende und schmerzstillende Wirkung hat, als
das
Morphium, ohne die unangenehmen Nebenwirkungen des letztern zu besitzen. Man erhält es als leichte, voluminöse
Masse, die aus farblosen, seideglänzenden, nadelförmigen Kristallen besteht; es ist geruchlos und bitter schmeckend, in
kaltem Wasser schwer, in kochendem leicht löslich. Außer dem reinen N. hat man im Chemikalienhandel noch schwefelsaures
N. (Narceïnsulfat, Narceïnum sulfuricum) und salzsaures N. (Narceïnchlorhydrat, Narceïnchlorwasserstoff, Narceïnum hydrochloricum);
beide sind farblose Kristalle. Da das N. im
Opium nur zu 1/10% enthalten ist, stellt sich der Preis ziemlich
hoch. - Zollfrei.
(Sodium). Ein metallischer Grundstoff, ist ebenso wenig, wie das ihm ähnliche
Kalium, luftbeständig und daher
in der Natur ebenfalls nur in Verbindungen anzutreffen. Sein Vorkommen in solchen ist aber weit häufiger,
denn es bildet nicht nur, wie das
Kali in Verbindung mit Kieselsäure und
Thonerde, einen Bestandteil vieler kristallinischer
Gesteine, sondern ist auch als Bestandteil des Koch-, See- und Steinsalzes in den ungeheuersten Mengen vorhanden, kommt ferner
auch im natürlichen
Soda- und
Glaubersalz und als Bestandteil des
Chilisalpeters vor.
Aufgelöst finden sich Natriumverbindungen im Meere und in zahlreichen
Mineralwässern. Das Natrium zeigt
sowohl an sich, als in allen seinen Verbindungen die größte Analogie mit dem
Kalium, obschon sich beide durch besondre Eigentümlichkeiten
doch auch wieder scharf voneinander unterscheiden. Das Natriummetall ist ebenfalls silberweiß, bei gewöhnlicher Temperatur
knet- und schneidbar wie
Wachs, leichter als Wasser, bedeckt sich an der Luft rasch mit einer weißlichen
Kruste
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von Oxyd und verwandelt sich endlich ganz in solches. Dieses Natriumoxyd ist das eigentliche Natron, das aus der Luft rasch
Wasser anzieht. Direkt mit ein wenig Wasser zusammengebracht, nimmt es dies unter Erhitzung sogleich auf und verwandelt sich
in Natriumoxydhydrat (Natriumhydrooxyd ^[richtig: Natriumhydroxyd]), das gewöhnliche Ätznatron. Auf eine größere Menge
Wasser geworfen, rennt das Metall, wie das Kalium darauf, als glänzende heiße, immer kleiner werdende Kugel umher; es zersetzt
Wasser und bildet mit dem Sauerstoff desselben Oxyd, das sich sogleich im Wasser löst.
Das mit Natriumdämpfen entweichende Wasserstoffgas entzündet sich dabei unter gewöhnlichen Umständen nicht, wie es beim
Kalium der Fall, wohl aber, wenn das Wasser heiß oder mit einer Säure versetzt ist. Es ist dann
die Zersetzung von einer stark gelben Flamme begleitet. Die Darstellung des Metalls ist der des Kaliums konform und etwas
leichter ausführbar, da es den Sauerstoff nicht ganz so festhält wie jenes. Es werden in bestimmten
Verhältnissen entwässerte Soda, Steinkohle und Kreide als feine Pulver gemischt und in einem eisernen Destillierapparat zur
Rotglut erhitzt.
Das Metall geht dabei in Dampfform über und verdichtet sich in der Vorlage unter Steinöl, Schieferöl u. dgl. zu glänzenden
Kugeln. Unter einem solchen Luftabhaltungsmittel wird es auch gewöhnlich versandt, bequemer und in Kisten
versendbar in einer Umhüllung von Paraffin. Sonst hat man es auch in wohlverschlossenen Glasfläschchen ohne weiteres Schutzmittel,
nur bedeckt von einer oberflächlichen Oxydschicht. Das Metall ist zu verschiednen technischen und chemischen Verwendungen
nützlich und notwendig und wird daher im großen dargestellt, namentlich in England. Es ist durch die
großartige englische Fabrikation dort der Preis des englischen Pfundes bis zu fünf Schillingen (fünf Mark) herabgebracht
worden, während von den Chemikalienhandlungen allerdings weit höhere Preise notiert werden. Es ist unter solchen Umständen
in England ökonomisch thunlich geworden, das Metall wieder zu oxydieren, also in Ätznatron zurück zu verwandeln, wenn
es sich darum handelt, ein sehr reines Ätznatron für chemische Laboratorien zu beschaffen.
Das Metall wird zu diesem Zwecke stückweise in einen tiefen, außen mit Wasser gekühlten silbernen Kessel eingetragen,
ab und zu ein Tropfen destilliertes Wasser zugegeben und umgeschüttelt. Es entsteht ein weißer Brei, der getrocknet, darauf
die Masse bei Rotglut geschmolzen und in Stengelform gegossen wird. Das Metall selbst dient hauptsächlich
zur Darstellung des Aluminiums und des Magnesiums (s. diese), ferner hat es in Kalifornien eine Bedeutung gewonnen für die
Gewinnung des Goldes aus gepulvertem Quarzfels.
Das Ausziehen des Goldes aus solchem mit Quecksilber auf dem Wege der Amalgamation wird erleichtert und
ertragreicher gemacht, wenn dem Quecksilber etwas Natrium einverleibt worden. Solches Natriumamalgam hat auch beim Vergolden
und Versilbern von Metallen und in der Chemie Anwendung. In chemischen Laboratorien wird das Natrium überhaupt als energisches
Reduktions-
und Zersetzungsmittel bei vielen Gelegenheiten gebraucht. Von den zahlreichen Natriumverbindungen sind das
Kochsalz (Chlornatrium) und das kohlensaure Natron oder die Soda (s. d.) die wichtigsten; nach diesen kommen schwefelsaures,
salpetersaures, phosphorsaures und borsaures Natron. - Natrium ist zollfrei. Ätznatron gem. Tarif
Nr. 5 d, Kochsalz Nr. 25 t, kohlensaures Natron Nr. 5 g,
schwefelsaures, borsaures und phosphorsaures N. sind zollfrei.
(Ätznatron, Natriumhydroxyd, Natriumoxydhydrat, kaustisches Natron, Natrum causticum,
Natrum hydricum); dasselbe ist nicht allein seinem Aussehen nach, sondern auch hinsichtlich der meisten seiner Eigenschaften
dem Kalihydrat oder Ätzkali so ähnlich, daß man beide nur durch chemische Reaktionen unterscheiden kann. Das N. ist demnach
eine weiße, in der Hitze schmelzbare, in Wasser leichtlösliche Masse, die teils in Pulverform, teils
in harten Stücken oder, wie Ätzkali, auch in Stengelform verkauft wird. Da das N. aus der Luft leicht Wasser und Kohlensäure
anzieht, so muß es in gut verschlossenen Gefässen aufbewahrt werden.
Die wässrige Lösung des N. heißt Natronlauge oder Ätznatronlauge (liquor natri caustici); sie bildet
ebenfalls einen Handelsartikel und wird nach dem spezifischen Gewichte (Graden Baumé) verkauft; es ist eine sehr scharfe,
ätzende Flüssigkeit. Das meiste N. kommt immer noch aus England, doch wird neuerdings auch in Deutschland mehr fabriziert
als früher. Das N. wird hauptsächlich in der Seifensiederei, ferner bei der Bereitung von Salicylsäure,
zum Auskochen von Holzstoff (Cellulosebereitung) etc. verwendet, es hat vor dem Kali den Vorzug des billigeren Preises, der
auch dadurch noch ermäßigt wird, daß man wegen des niedrigeren Äquivalentengewichtes des Natrons von diesem weniger bedarf,
um denselben Zweck zu erreichen, als vom Kali. Für manche Zwecke kann aber das Kali nicht durch Natron
ersetzt werden, wie z. B. zur Bereitung von weichen Schmierseifen. - Zoll s.
Tarif im Anh. Nr. 5 d.
eine schöne und beständige hell- oder hochgelbe Mineralfarbe, die für die Öl- und Schmelzmalerei Wert
hat. Der Stoff ist seiner Natur nach antimonsaures Bleioxyd und seine Darstellung kann auf verschiednen
Wegen geschehen. Man erhält es z. B. durch vorsichtiges Schmelzen von Brechweinstein, salpetersaurem Bleioxyd mit Kochsalz
und Behandeln der Schmelze mit Wasser, das die löslichen Salze der Masse aufnimmt, indes das Gelb als feines Pulver übrig
bleibt. Beim Vermischen der Lösungen von antimonsaurem Kali und salpetersaurem Bleioxyd entsteht durch
doppelte Zersetzung Kalisalpeter und antimonsaures Bleioxyd, letzteres als weißer Niederschlag. Dieser wird ausgewaschen,
getrocknet und geglüht; in der Hitze nimmt er eine schöne gelbe Farbe an. Letztere Bereitungsart des N. ist eine der besten.
- Zollfrei. Vgl. Anilinfarben.
(Radix Caryophyllatae); ein wenig mehr gebräuchlicher Artikel des Droguenhandels, ist der
ausdauernde Wurzelstock von
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Geum urbanum, einer durch ganz Deutschland an Zäunen, im Gebüsch und lichten Wäldern wachsenden, etwa fußhohen Pflanze
mit einzelnen gelben Blüten, die zur Familie der Rosaceen gehört. Der Wurzelstock ist höckerig, am untern Ende abgestorben,
mit schwarzbraunen Schuppen bedeckt und ringsum mit fadenförmigen Nebenwurzeln besetzt. Die innen braunrote dünne Rinde
umgibt ein gelblichweißes Holz und dieses ein blaurötliches Mark. Die frische Wurzel riecht schwach nach Würznelken;
der Geruch verliert sich indes beim Trocknen. Der Geschmack ist bitter und zusammenziehend. Der mit den Stengelresten und
Wurzeln im Frühjahr zu sammelnde Wurzelstock wird bei gelinder Wärme getrocknet und in wohlverschlossenen Gläsern oder
Blechbüchsen aufbewahrt. - Zollfrei.
(cortex cassiae caryophyllatae); die Stammrinde von Dicypellium caryophyllatum, eines in Brasilien und
Westindien wachsenden, zur Familie der Laurineen gehörigen Baumes; man erhält die Ware in zusammengerollten Röhren, der
Hauptsache nach aus der glatten rotbraunen Bastschicht bestehend und nur teilweise noch vorhandener Außenrinde. Der Geruch
und Geschmack erinnert zugleich an Zimt und an Nelken. Man verwendet die Rinde bei der Bereitung aromatischer
Liköre ebenso das daraus dargestellte ätherische Nelkenzimtöl (oleum cassiae caryophyllatae). Das Pulver der Rinde
wird angeblich auch zur Verfälschung des Gewürznelkenpulvers benutzt. - Zollfrei.
(Waschblau). Das eigentliche N. zum Bläuen der Wäsche besteht aus Stärke, die mit Indigkarmin
gefärbt und in kleine Täfelchen geformt ist. An seiner Stelle wird neuerdings häufig künstliches Ultramarin angewandt,
das in kleinen Portionen mit heißem Wasser angerührt und dem Blauwasser zugesetzt wird. Es ist dieses Blau auch ganz zweckmäßig,
während dagegen Berlinerblau, das ebenfalls zuweilen mit Stärke oder Kreide gemischt als N. verkauft wird,
zum Bläuen gar nicht taugt, da es ein starkes Vergelben der Zeuge bewirkt. Dieses Blau ist leicht daran erkennbar, daß
es seine Farbe verliert und braun wird, wenn man es mit Sodalösung vermischt erhitzt. - Zollfrei.
(Bricken, Pricken, Felsensauger, frz. lamproies; engl.
lambreys). Bekannte Knorpelfische von aalartiger Gestalt, die im Inlande nur mariniert und meist sehr
klein vorkommen, aber auch im frischen Zustande gebraten sehr gut zu essen sind. Diese Tiere haben ihren sonderbaren Namen
daher, daß man die sieben Kiemenlöcher, die auf jeder Seite liegen, für Augen ansah und sich noch dazu
um zwei verzählte. Sie haben die Eigenheit, sich mit ihrem runden, trichterförmigen Maul an Steinen und Felsen oft so fest
anzusaugen, daß sie kaum loszulösen sind. Es gibt zweierlei Arten, die Flußbricke (Petromyzon fluviatilis) und die große
Seebricke oder Lamprete (Petromyzon marinus). Die erstere, die gewöhnlich kaum fingerdick und höchstens 3 dm
lang auf den Tisch kommt, kann bei gehöriger Schonung an 9 dm lang werden und ist dann viel schmackhafter. Das Tier sieht
im Leben oberhalb olivengrün aus, mit weißen Wölkchen durchzogen,
am Bauche silberweiß. Die Fische haben ein sehr zähes
Leben und lassen sich daher auch mit Schnee verpackt lebendig weit versenden.
Dieselben leben besonders in Norddeutschland, den russischen Ostseeprovinzen, auch in England in großer Menge in Flüssen
und Flüßchen. Im Sommer halten sie sich in der Tiefe, werden auch in dieser Zeit nicht gefangen, weil sie da mager und
nicht schmackhaft sind. Im Herbst, Winter und Frühjahr sind sie fetter; der beste Fang ist im Dezember;
man haut dann Löcher ins Eis und steckt Birkenreisig hinein, an das sie sich oft in Menge ansaugen. Sonst fängt man sie
auch im Februar und März mit Hainen und Reusen. Die Tiere werden ausgenommen, schwach geröstet oder gebraten mit Essig,
Gewürzen und Lorbeerblättern eingelegt und in den bekannten Fäßchen von den preußischen Ostseestädten, von Bremen und
Lüneburg in den Handel gebracht. Die aus dem Lüneburgischen sind die besten, daher auch im Kleinhandel allen das Prädikat
Lüneburger beigelegt wird. -
Die Lamprete (P. marinus) lebt in fast allen europäischen Meeren, wird über 9 dm lang und armsdick,
ist grünlich, gelb und braun marmoriert und mit zwei Rückenflossen versehen. Sie hat ein besonders weißes, fettes und
festes Fleisch und gilt als Delikatesse. Im Frühjahr geht der Fisch des Laichens halber in den Flüssen und Nebenflüssen
aufwärts und wird dabei gefangen, am häufigsten in den Flüssen Englands und der Bretagne. In geringerer
Zahl kommt er nach Deutschland in die Stromgebiete der Elbe, Weser und des Rheins und kommt dann in der Regel frisch zum
Konsum. Sonst ist seine Zubereitung wie die der Flußbricken. - Zoll: Frische N. sind zollfrei, marinierte gem.
des Tarifs im Anh. Nr. 25 p 1.
(frz. und engl. ebenso) ist eines der selteneren
und schwierig zu gewinnenden Metalle, dessen Existenz seit 1751 bekannt, dessen technische Verwendung aber weit jünger ist.
Erst als aus Kupfer und N. eine brauchbare silberähnliche Legierung, Argentan, erhalten worden war, erhielt
es seinen Kaufwert. Das reine Metall hat noch jetzt keine Verwendung. Es ist im reinen Zustande fast silberweiß, hat gegossen
ein spezif. Gewicht von 8,3, gehämmert 8,8, ist schwer zu schmelzen, bei Rotglut hämmer- und streckbar, läßt sich schweißen,
in dünne Bleche walzen und zu dünnen Drähten ausziehen. Poliert zeigt es einen schönen dauerhaften
Glanz.
Die Nickelerze sind hauptsächlich Verbindungen des Metalles mit Schwefel oder Arsen, enthalten aber fast immer noch andre
Schwefelmetalle; das N. bildet zuweilen nur einen kleinen Anteil darin. Am häufigsten tritt das Metall in Gesellschaft von
Kobalt auf (s. d.). Das für Deutschland wichtigste Erz
ist das Kupfernickel, von den Bergleuten so genannt, weil es nach seinem Aussehen ein reiches Kupfererz zu sein schien, aber
den Erwartungen nicht entsprach. Es ist Arsennickel mit fast immer mehr oder weniger Gehalt an Arsenkobalt und als
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Nebenbestandteile noch Eisen, Antimon, Schwefel. Andre in kleinerer Menge vorkommende Erze sind Nickelglanz (Verbindung von
Schwefel- und Arseniknickel), Nickelspießglanz (Schwefel- und Antimonnickel), Nickelkies oder Schwefelnickel. Von letzterem
finden sich in der Grafschaft Lancaster in Pennsylvanien bedeutende Lager in schöner Reinheit. Die Gewinnung des N. geht
vielfach Hand in Hand mit der Kobaltblaufabrikation; kleinere Mengen werden wohl auch bei Verhüttung
mancher Silber-, Kupfer- und Bleierze nebenbei gewonnen. In Sachsen wird das Metall auf den Blaufarbenwerken dargestellt aus
der beim Schmaltebrennen abfallenden Kobalt- oder Nickelspeise (vgl. Kobalt), einem früher als unbrauchbar weggeworfenen Nebenprodukt,
das etwa 50% des Metalles enthält. Es werden daselbst, nachdem die alten Halden längst aufgearbeitet
sind, sowohl die inländischen als von auswärts bezogenen Erze verarbeitet.
Die Speise ist ein unreines, Kobalt, Kupfer, Eisen, zuweilen Wismut enthaltendes Nickelarsen. Die Trennung der Masse in ihre
verschiednen Bestandteile kann nach verschiednen Methoden geschehen, ist aber immer sehr umständlich. Gewöhnlich kommt
das Nickelmetall unter dem Namen Würfelnickel in den Handel. Es sind dies kleine stumpf kantige Würfel
von etwa 1 cm Seitenlänge; das aus einer Lösung niedergeschlagene, gewaschene und getrocknete Oxydul wird mit etwas Mehlteig
zusammengeknetet, ausgerollt und in Würfel geschnitten, die man nach völliger Austrocknung mit Kohlenpulver in Schmelztigel
einsetzt und in starke Weißglühhitze bringt, bei welcher das Oxyd zu Metall reduziert wird und die
Würfel bedeutend schwinden. Dieses metallische Produkt hat eine bräunlich gelbe oder gelblich graue Färbung, denn es ist
noch kein reines Metall, sondern enthält Kupfer und Eisen und auch mehr oder weniger nichtmetallische, in Säuren unlösliche
Stoffe.
Es sind die Reinheitsgrade des Metalles nach den verschiednen Bezugsquellen und Herstellungsweisen sehr
ungleich, und kann der wirkliche Metallgehalt von 98 bis auf einige 50% herabgehen. Die Neusilberfabriken haben daher das
käufliche N. meist noch durch Umschmelzen zu läutern, was in einem feuerfesten Flammofen mit abschüssiger Sohle geschieht,
von welcher das strengflüssige Metall nach mehrstündigem Feuern als reiner Regulus langsam herabfließt.
Hierbei treten auch noch Arsenikdämpfe auf. Die Niederlagen der sächsischen Blaufarbenwerke verkaufen Würfelnickel, außerdem
zweierlei Oxyde, grün und schwarz, zu grünen und gelben Nüancen für Porzellanmalerei und Glasfärbung.
Das Metall kommt im Handel auch vor als gepreßter Nickelschwamm, granuliertes N. und in gerissenen Scheiben
wie Kupfer. Nickel-schwamm wird erhalten durch Glühen von oxalsaurem Nickelsalz und bildet eine so feine poröse Masse, daß
sie wie Gips Wasser verschluckt. Die Oxalsäure wirkt in der Glühhitze durch ihren Kohlenstoff reduzierend, es entweicht
Kohlensäure und zurückbleibt ein Schwamm von gediegenem Metall. Reine Nickelsalze, namentlich das oxalsaure
und das salpetersaure, finden sich im Chemikalienhandel und werden bei chemischen
Prüfungen gebraucht.
Das N. findet auch als Münzmetall Verwendung. Deutschland hat 5- und 10-Pfennigstücke aus einer Legierung von Kupfer und
N.; in der Schweiz und Belgien besteht die Scheidemünze, 5- und 10-Centimenstücke, aus Kupfer und N. Nordamerika
hatte, einige südamerikanische Staaten haben noch Nickelmünzen. Eine der wichtigsten Anwendungen des Metalles ist gegenwärtig
die zur Herstellung galvanischer Vernickelungen auf Messing und Zink, vorwiegend aber auf Eisen und Stahl.
Hierzu wird am meisten Nickelammoniumsulfat verwendet. Die Vernickelung ist, wenn gut ausgeführt, äußerst haltbar, denn
das N. ist mindestens ebenso hart wie Schmiedeisen, ist der Oxydation nicht unterworfen und läuft selbst
in Schwefelwasserstoff nicht an. Dabei nimmt die Nickelhaut eine gute Politur an. Vernickelt werden Maschinenteile, Werkzeuge,
Schlösser, Schlüssel und Schloßgriffe, chirurgische Instrumente, Meßinstrumente, Handwaffen, Sporen, Ketten etc. -
Die Gewinnung des N. erstreckt sich über einen großen Teil Europas; über Deutschland, Österreich,
Belgien (aus italienischen Erzen); England (aus ungarischen, spanischen und schwedischen Erzen), Schweden und Norwegen. Das
Ausbringen beläuft sich in Deutschland auf etwa 250000 kg im Jahre. Ein Kilo kostet jetzt etwa 30 Mk.;
1867, also vor Einführung der Nickelmünzen 8 Mk. Der größte Produzent an N. ist Amerika.
Dort liefert eine einzige Grube (La Motte in Missourie) monatlich 5-600000 kg Erze. -
Zoll: Nickelerze sowie Nickelmetall in Barren, Würfeln auch in Verbindung mit andern Metallen (Neusilber, Kobaltspeise)
zollfrei. Nickelmetall geschmiedet oder gewalzt Nr. 19 b des Tarifs. Vernickelte Eisen waren Nr. 6 e 3 β, dgl. Kupfer- oder
Messingwaren Nr. 19 d 3; fein gearbeitete Schmucksachen und Galanteriewaren Nr. 20 b 2. Die
Vernickelung von Maschinenteilen und Instrumenten übt auf die Tarifierung derselben keinen Einfluß aus.
Diesen Namen führen im Droguenhandel dreierlei verschiedne Wurzeln, die man als schwarze, weiße und
grüne Nieswurz zu unterscheiden pflegt. Von diesen sind in der deutschen Pharmakopoe nur die beiden
letzten aufgenommen, die früher offizinell gewesene schwarze ist jetzt nicht mehr offizinell.
Die schwarze N. (radix hellebori nigri) stammt von einer zu den Ranunculaceen gehörigen krautartigen Pflanze, Helleborus
niger, die auf den Apenninen, Pyrenäen und einen Teil der Alpen wächst. Die außen schwarzbraune, innen
weiße Wurzel ist rundum mit strohhalmdicken, helleren Wurzelästen besetzt. Das Pulver der Wurzel erregt heftiges Niesen
und wirkt giftig. -
Die grüne Nieswurz (radix hellebori viridis), von Helleborus viridis, mit grünlichen Blüten, abstammend, ist der schwarzen
ähnlich, aber noch dunkler gefärbt und schärfer, sie ist geringelt, bis 2,5 cm dick und mehrere Centimeter
lang, sie zeigt auf dem Querschnitte einen kreuzförmigen Holzkörper. Man sammelt beide Wurzeln zur Verhütung von Verwechselungen
mit den grundständigen Blättern. -
Die weiße N.
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mehr
(rhizoma veratri, radix hellebori albi) ist der Wurzelstock von Veratrum album, einer zu den Colchicaceen oder Giftlilien
gehörenden, 9-12 dm hohen Pflanze mit grünlichweißen oder grünen Blüten, im Volksmunde weißer Germer genannt, zum Unterschied
vom schwarzen, einer andern Art mit dunkelbraunroten Blüten. Dies Gewächs ist auf hohen Gebirgen heimisch, Riesengebirge,
Karpathen, Alpen etc., und wird die Wurzel meist aus den letztern bezogen. Der Wurzelstock ist
konisch geformt, 7-10 cm lang, oben bis 3½ cm im Durchmesser, öfter mehrköpfig, außen aschgrau, im Durchschnitt weißlich,
mit einer braunen geschlängelten Linie zwischen Kern und Rinde.
Der Wurzelstock treibt eine Menge dünner Fasern aus, die man vor dem Trocknen abschneidet. Die beschnittenen
Wurzeln zeigen daher helle Schnittnarben. Der Geschmack dieser Wurzel ist brennend scharf und bitter; ihr Staub erregt ebenfalls
heftiges, anhaltendes Niesen und das Pulvern muß unter besonderen Vorsichtsmaßregeln geschehen. Innerlich wirkt sie brechenerregend
und stark giftig. Das Pulver wird besonders in der Tierheilkunde äußerlich gegen Räude und andre Hautübel
verwendet und bildet einen Bestandteil des Schneeberger Schnupftabaks und ähnlicher Niesepulver. Die wirksamen Bestandteile
sind in der weißen N. zwei Alkaloide, das Veratrin (s. d.) und das Jervin, von denen das erstere auch medizinische
Verwendung hat; in der schwarzen N. findet sich ein scharfes Glukosid, das Helleboreïn, während in
der grünen außer diesem auch noch ein andres Glukosid, das Helleborin, enthalten ist. - Die weiße Nieswurz ist im Droguenhandel
der bedeutendere Artikel, der auch Abzug nach Amerika hat. - N., auch gepulvert, zollfrei.
(Glonoin, Sprengöl,
Trinitroglycerin, Nitroleum, Salpetersäuretriglycerid, Salpetersäureglycerinester).
Nachdem durch die Erfindung der Schießbaumwolle die Aufmerksamkeit der Chemiker einmal auf die Nitroverbindungen als Sprengstoffe
gelenkt war, mußte man bald auch auf das Nitroprodukt des Glycerin kommen. Dies geschah zugleich in Europa
und Amerika, wo man dem Präparat den Namen Glonoin beilegte. Dasselbe bildet eine farblose oder blaßgelbliche, ölige Flüssigkeit
mit Wasser nicht mischbar, schwerer als dieses; es ist sehr giftig, seine Dämpfe bringen anhaltende Kopfschmerzen hervor;
beim Erhitzen auf 257° C. tritt heftige Explosion ein, ebenso durch Schlag.
Bei +2° bildet das N. eine weiße, feste, kristallinische Masse (gefrornes N.). Im reinem Zustande ist das N. keiner freiwilligen
Zersetzung unterworfen, wohl aber im unreinem. Nachdem das N., außer daß die Homöopathen damit operierten, längere Zeit
nur ein rein chemisches Interesse gehabt, wurde es seit 1864 von dem Schweden Nobel zuerst im großen
dargestellt und als einer der mächtigsten explodierbaren Stoffe in die Praxis eingeführt, hieß nun Sprengöl und fand
in Bergwerken und Steinbrüchen vielfach Verwendung anstatt des gewöhnlichen schwarzen Sprengpulvers, das es an Wirksamkeit
bei weitem, nämlich etwa um das 10-13fache bei gleichen Gewichtsmengen übertrifft; denn die Flüssigkeit,
wenn sie durch den elektrischen Funken, durch den Stoß einer vorgesetzten Pulverzündung oder ein Zündhütchen zur Explosion
gebracht wird, löst sich plötzlich in lauter Gase auf, die, durch die dabei freiwerdende Hitze ausgedehnt, im Augenblick
das 10400fache des Raumes vom Sprengöl einnehmen.
Die mächtigen Wirkungen, die durch solche Kraft bei Sprengarbeiten zu erzielen waren, machten das Mittel
rasch beliebt, um so mehr als man dabei mit viel engern Bohrlöchern arbeiten konnte, dasselbe auch in klüftigem Gestein
seine Wirkung nicht versagt, wo das Pulver mit seiner viel langsamern Verbrennung nichts leistet, und seine Verwendung zu
Sprengungen unter Wasser sehr einfach und bequem ist. Es ergaben sich aber doch bei dem vielfachen Gebrauch
und Transport des Sprengöls immer mehr Unglücksfälle, darunter sehr bedeutende mit dem Verluste vieler Menschenleben,
und man mußte erkennen, daß der Stoff doch weit gefährlicher sei, als man ihn sich vorgestellt hatte.
Das Sprengöl kam nun natürlich in Mißkredit, mehrere Regierungen wie Schweden, England und Belgien
schritten mit Verboten ein und die Transportanstalten verweigerten die Annahme, wurden es aber doch nicht sofort los. indem
es nun unter seinem weniger bekannten Namen Glonoin versandt wurde. Gegenwärtig ist das flüssige Öl wohl wenig mehr in
Gebrauch, da Nobel den Ausweg gefunden hat, es von einem trockenen pulverförmigen Körper aufsaugen
zu lassen und in dieser Form unter dem neuen Namen Dynamit als ein bequemes transportabeles Sprengmittel ins Publikum zu bringen.
Als Versetz- und Bindemittel dient die Kieselgur oder Infusorienerde (vgl. Dynamit). Über die einfachen Prozeduren bei fabrikmäßiger
¶
mehr
Herstellung von N. ist folgendes angegeben. In ein Gemisch von konzentrierter Salpeter- und ebensolcher Schwefelsäure, das
erst völlig wieder erkaltet sein muß, wird möglichst reines wasserfreies Glycerin in einem langsam fließenden Strahle
eingelassen und dabei die Masse energisch umgerührt. Da der chemische Prozeß viel Wärme entwickelt, so hat das Mischgefäß
eine äußere Wasserkühlung, welche bewirken muß, daß die Temperatur 30° nicht übersteigt. Die Mengenverhältnisse der
drei Substanzen sind nach chemischer Rechnung bemessen und wenn die Mischung vollendet ist, so ist auch das N. fertig und
nur zu isolieren und zu reinigen.
Man läßt die Masse entweder ruhig stehen bis das Öl sich als obere Schicht absondert und abgenommen
werden kann, oder man mengt die ganze Flüssigkeit mit der sechs- bis achtfachen Menge Wasser und das Öl, das viel schwerer
ist als Wasser, setzt sich nunmehr als untere Schicht ab. Durch wiederholtes Mischen und Durcharbeiten mit frischem Wasser
und zuletzt mit Sodalösung wird es von anhängender Säure befreit, schließlich durch Filz filtriert.
Das Produkt erscheint jetzt als eine milchige ölige Flüssigkeit, welche sich bald zu einem hell weingelben Öl klärt. -
Zoll gem. Tarif im Anh. Nr. 5 e.
und Nitroprussidkupfer (Nitroferridcyannatrium und -Kupfer, Natrium nitroprussicum, Cuprum nitroprussicum);
zwei Präparate, welche als Reagentien für gewisse chemische Prüfungen Bedeutung haben. Das erstere
wird dargestellt, indem man gelbes Blutlaugensalz mit verdünnter Salpetersäure unter Erwärmen mischt und dadurch zersetzt.
Die saure Flüssigkeit wird dann mit kohlensaurem Natron gesättigt filtriert, und zur Kristallisation verdampft; die Kristalle
werden mit Weingeist behandelt, der das neugebildete Salz aufnimmt, indes die Nebenprodukte zurückbleiben.
Durch Verdunsten wird das Salz in rubinroten Kristallen erhalten, die dem roten Blutlaugensalz ähnlich sind. Die Lösung desselben
dient zur Nachweisung von in Wasser löslichen Schwefelmetallen und namentlich zur Entscheidung der Frage, ob in einem schwefelwasserstoffhaltigem
Mineralwasser neben Schwefelwasserstoff auch noch lösliche Schwefelmetalle enthalten sind. Die Alkalisulfidlösungen
färben sich auf Zusatz des Reagens sofort purpurrot bis blau, mit Schwefelwasserstoff entsteht aber diese Färbung nicht.
Das Nitroprussidkupfer wird erhalten durch Mischen der Lösung des vorigen Salzes mit einer solchen von Kupfervitriol, wobei
es als Niederschlag herausfällt. Es bildet nach dem Trocknen ein graugrünes Pulver und dient zur Prüfung
ätherischer Öle auf Fälschung mit Terpentinöl oder einem andern sauerstofffreien Öl. Die meisten ätherischen Öle sind
sauerstoffhaltig, einige nicht, wie das Terpentinöl, das immer am ehesten als Zusatz zu vermuten ist. Gegen beide Klassen
von Ölen verhält sich nun das Reagens verschieden, wenn eine Probe des Öls mit ein wenig des Pulvers
einige Sekunden lang ins Sieden gebracht wird. In sauerstoffhaltigen Ölen färbt sich dabei das Pulver schwarz oder schwarzgrau
und das Öl nimmt eine andre,
dunklere Färbung an, die je nach der Art desselben verschieden ist. Ist aber Terpentinöl oder
ein andres sauerstofffreies Öl zugegen, so tritt diese Reaktion nicht ein und die Flüssigkeit wie das
Kupfersalz behalten ihre ursprüngliche Färbung. Mit dieser Methode lassen sich, die nötige Einübung vorausgesetzt, noch
sehr kleine Mengen solcher Beimischung nachweisen. - Zollfrei.
(Minks). Das Nörz (Nerz) oder die sog. Sumpfotter (Mustela lutreola) ist
ein Raubtier gleich dem Marder, ebenso groß und von derselben Lebensweise, kein Wasser- oder Sumpftier. Es besucht wie seine
Verwandten Iltis und Marder gern Bauernhöfe, lebt im nördlichen Europa, Asien und Amerika und kommt
auch in Norddeutschland vereinzelt vor. Die Handelsware kommt aus Rußland und Nordamerika. Im letztern Lande sind die Tiere
am häufigsten, größten und haben die schönsten Felle. Besonders die amerikanische Ostküste, Neuengland und Maine, die
Gegenden, wo die Zobel am wenigsten wert sind, liefern die feinsten und dunkelsten Nörze.
Das Tier hat ein glänzend kastanienbraunes Oberhaar, doch nicht so lang als der Zobel, darunter einen
graubraunen Flaum. Es mißt in der Länge circa ½ m, der Schwanz 14 cm. Die amerikanischen
Tiere haben nur an der Lippe weiße Auszeichnung, bei denen in Rußland und Asien ist fast immer auch Kehle
und Brust weiß. Zwischen der Feinheit und dem Kaufwerte der russischen und der amerikanischen Felle besteht ein großer Unterschied;
die erstem gelten nur 2-3 Mk., die andern 2-25 Mk. das Stück. Nörz ist
ein beliebtes Pelzwerk; es rangiert im allgemeinen zwischen Zobel und Edelmarder. Die schönsten nordamerikanischen Stücke
waren früher in Europa fast Seltenheiten, da sie die überseeische Damenwelt für eigenen Gebrauch in
Anspruch nahm, heute ist aber der Artikel auch in Amerika aus der Mode. - Zoll s. Marderfelle.
bekannte Mehlspeise aus getrocknetem, in allerhand Formen gebrachten Mehlteig, als Handelsware in besondern
Fabriken hergestellt. Das Ursprungs- und Haupterzeugungsland der N. ist Italien, wo dieselben, hauptsächlich
in Form der Makkaroni, alltäglich in großen Mengen von allen Ständen verzehrt, aber auch stark nach andern Ländern ausgeführt
werden. Große Nudelfabriken gibt es besonders in Neapel und Genua; die Fabrikate des erstern Orts gelten als die besten.
Man fertigt dort die Primaware aus Mehl von hartem Weizen aus Ländern am Schwarzen Meere, die geringern
aus gewöhnlichem Weizenmehl. Der nur aus Mehl und Wasser bereitete Teig wird auf Knetapparaten mit schweren Hebeln so lange
bearbeitet, bis er die gehörige Zähigkeit hat; man preßt ihn dann durch Formen, aus welchen er in Gestalt von
Röhren heraustritt. Die weitesten dieser Röhren heißen Makkaroni, dünnere Kaliber Vermizelli, Wurmnudeln. Durch Pressen
aus Formen, deren Boden einfache kleine runde Löcher
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