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Kein Leben ohne Herz: Das komplizierte Pumpwerk mit Klappen und Rückschlagventilen versorgt den Körper mit Blut – und steht für uns im Dauereinsatz. Kein Wunder, wird dadurch der Herzmuskel im Alter schwächer. US-Forscher wollten wissen, wie Herze altern und ob es dabei Unterschiede zwischen Frau und Mann gibt. Zehn Jahre lang haben sie dafür die Herze von 3000 gesunden Menschen im Alter von 54 bis 94 Jahren mit Hilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) beobachtet.
Die Herze des starken Geschlechts sind 15 Zentimeter länger als Frauenherze und wiegen 300 Gramm. Sie schlagen im Schnitt 60 Mal pro Minute. Die Adern, die den Herzmuskel versorgen, sind 4,5 Millimeter weit. Beim Mann gibt es in den Blutgefässen, die das Herz versorgen, mehr Verwirbelung – das Blut fliesst schlechter als bei Frauen. Dadurch hat das Männerherz ein höheres Risiko für Kreislaufkrankheiten.
Ganze 50 Gramm leichter sind Frauenherze, aber sie schlagen mit 70 Mal pro Minute schneller. Das Tempo muss deutlich höher sein, weil die Herze kleiner sind und trotzdem alle Organe mit Blut versorgen müssen. Zudem sind die weiblichen Herzkranzgefässe nur 3,5 Millimeter weit, darum erfordern Frauenherze mehr Geschicklichkeit von Chirurgen bei Operationen.
Die US-Forscher haben in der Langzeitstudie entdeckt, dass sich die Hauptherzkammer im Alter verkleinert. Dadurch wird die Durchblutung des Gehirns und der anderen Organe geringer. Gleichzeitig nimmt der Herzmuskel bei Männern zu (+8 Gramm), schrumpft hingegen bei Frauen (–1,6 Gramm).
Das geschlechtsspezifische Altern des Herzes hat zur Folge, dass Mediziner nachdenken, welche Therapien nur bei gewichtigen Männerherzen oder bei weiblichen Schrumpfherzen Sinn machen.