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Bevor du jetzt anfängst zu lesen, was ich zu unserer Deutsch Halbklassen-Lektion zu sagen habe, bitte ich dich, den folgenden Animationsfilm anzuschauen, der unter Anderem auch im Fantoche gesehen werden konnte
Es handelt sich um einen als geizig bezeichneten Mann, um die fünfzig Jahre alt, der einen Kirschkern isst, weil es ihm wie eine Verschwendung vorkommt, es nicht zu essen. Mit der Zeit wächst ein Kirschbaum auf seinem Kopf und es kommen immer mehr Menschen, die dort ihre Freizeit verbringen und dabei ihren Müll zurücklassen. Später wird es dem Mann genug und er reisst den Baum aus. Leider bleibt da aber ein Loch, den die Menschen als Pool benutzen, und das ist ein weiterer Problem für den alten Mann, der dann den einzigen Ausweg nimmt, der ihm übrig bleibt.
Der einzige?
Betrachten wir die Pflanze auf seinem Kopf als ein Problem. Ein kleines, nerviges, immer wieder auftauchendes Problem, welches den alten armen Mann einfach nicht alleine lassen will. Die einfachste Lösung ist das Abschneiden, das Eliminieren des Problems. Nur merkt der Mann nicht, dass das Problem schon Wurzeln geschlagen hat, und deswegen immer wieder zurück wächst, weil er es nur an der Oberfläche geschnitten hat. Das deutet darauf hin, dass der Mann seine Handlungen nicht wirklich bewusst tut, nicht einmal überdenkt. Seine scheinbar gute Lösung ist nur temporär.
Da er sieht, dass er es nicht schafft, dieses Pflänzchen (das Problem) loszuwerden, gibt er sich selbst mal eine Pause und lässt es wachsen. Vielleicht wird es ja von selbst weggehen. Falsch. Wie die meisten Probleme, werden sie mit der Zeit grösser und grösser und selten können die Menschen sie unter Kontrolle halten. Die Geschäftsleute, die normalerweise immer nur graue Gebäude sehen, gehen unter diesem schönen, mittlerweile blühenden Kirschbaum, haben Spass, essen, trinken, bezeichnen wir das als egoistisches Vergnügen. Sie merken nicht, wie sehr sie dem Mann (der in anderen Zusammenhängen auch als die verschmutzte Umwelt betrachtet werden könnte) schaden, gehen weg, und lassen ihn völlig zerstört, schmutzig, und vor allem alleine. Mit dem in der Suppe fallenden Schuh zeigt man, dass das Problem in der Realität viel schlimmer ist, als der Mann es sich jemals vorstellen könnte. Und wie die meisten Menschen, die alleine gelassen werden, wenn sie ein grosses Problem lösen müssen, wird der Mann wütend und reisst das aus, was seiner Meinung nach die Wurzel, der Grund seines Problems ist. Er löst es mit Gewalt, wie er es immer gemacht hat.
Nun kommt mit der „Lösung“ des einen, ein anderes Problem; dort, wo der Baum seine Wurzeln hatte, ist jetzt ein riesiges Loch, welches mit Wasser gefüllt ein toller Pool für Badefreudige wird. Und während sie alle sorglos auf Kosten des alten Mannes ihren Spass haben, merkt er, wie alles, was er wachsen gelassen hat, völlig unbemerkt seine Folgen tief in seinem Kopf gesteckt hat. Lange vor dem Blühen des Baumes. Und als alle Rechnungen wieder aufgehen, als er merkt, wie sehr er sich selbst geschadet hat, indem er die Pflanze ignoriert hat, sieht er in der Dunkelheit der Nacht keinen anderen Ausweg mehr aus diesem Problem, als in sich selbst zu fallen.
Finally, the man threw himself into his head pond.
Er ertrank in seinem Problem.
Ich muss sagen, dass dieser Film mich sehr beeindruckt hat, vor allem weil es viel Platz zur Interpretation gab. Man sieht, wie viel Arbeit sie darin gesteckt haben und wie viel Bedeutungen es haben kann. Dieser Film wird als grotesk bezeichnet, weil es nicht der Realität entspricht und überhaupt nicht vorstellbar ist. Wem wächst schon eine Pflanze auf dem Kopf?
Es gab noch folgende Frage:
„Was würden Sie jemandem sagen, der behauptet, dieser Film sei schlecht, weil es nicht der Realität entspricht?“
Schreibt doch was in den Kommentaren, wenn ihr Lust und Zeit habt. Eure Meinungen interessieren mich ;D
by taricon