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Laurocerasus
ZENTRALE BEGRIFFE
Fokus der inneren Aufmerksamkeit
Laurocerasus muss sich und allen anderen die Resultate seiner Lebenskraft und Vitalität präsentieren. Er hält sich dauernd in Aktivität und gönnt sich keine Pause, denn er verspürt den inneren Drang, etwas zu schaffen. Es fehlt die innere Ruhe, die für einen stabilen Standpunkt nötig ist. Seine Angst tritt in allen Lebensphasen auf, die seine Vitalität bedrohen, bei Krankheit und Alter z.B. Dadurch fehlt ihm die Voraussetzung, um Weisheit und Erfahrung zu sammeln. Laurocerasus wandelt auf einem schmalen Grat, da seine Freude sich einer dauernden Aktivität verdankt. In Phasen der Erschöpfung erfolgt der Einbruch.
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Die Themenliste umfasst eine inhaltlich gruppierte Sammlung von Original Prüfungssymptomen
Wie zeigt sich das Leiden des Patienten? (Sekundäre Psora)
Wie kompensiert er sein Leiden? (Egotrophie, Egolyse, Alterolyse)
Wie lautet die eigentliche Hypothese „nach Masi“? (Primäre Psora)
Hier finden Sie spannende Interpretationen von einzelnen Themen oder Symptomen
Hauptthemen
Die Themen von Laurocerasus drehen sich um drei Punkte. Zunächst geht es um die Freude, v.a. diejenige, die ihm seine Arbeit bereitet. Die Bewegung tut ihm gut, er leidet bei Inaktivität.
Ein zweiter Schwerpunkt hat zu tun mit der Unsicherheit des Standpunkts. Er steht nicht auf festem Boden, sondern am Rande eines Abgrunds, oder aber in luftiger Höhe.
Drittens hat Laurocerasus Probleme mit der Mitteilung seiner Affekte: Seine Emotionen geraten leicht aus den Fugen (gefühlsabhängige Chorea), er ist sentimental, er fühlt sich verlassen (Erinnerung an den Tod der Mutter). Er fühlt sich ausgekühlt, andererseits leidet er an der Ofenwärme. Er träumt vom Feuer, doch fehlt ihm die gewünschte Lebensenergie, die Daseinsfreude, er träumt von Toten. Die Kommunikation ist erschwert, die Stimme versagt.
1. Freude
Er ist aufgelegt, es freut ihn die Arbeit. HT 34
Heiter, theilnehmend, Nachmittags 2 Uhr. HT 35
Lustig, aufgelegt. HT 36
Lustig und aufgelegt. HT 37
Sehr aufgelegt, ausgelassen. HT 38
alles dünkt sie im Körper frischer, sie ist aufgelegt. HT 39
Lustig, aufgelegt, heiter. HT 40
Schlaf gut, voll lustiger und trauriger Träume. HT 976
Lachen verschlechtert, Sorgenlos. Rep
2. Traurigkeit
Traurig, freudenlos, abgeschlagen. HT 2
Misslaunig, traurig, kurze Zeit. HT 3
Grosse Ängstlichkeit um geringfügige Sachen, Abends im Bette; er kann nicht einschlafen. HT 6
Es ärgert und verdriesst sie alles, Nachmittags 2 Uhr. HT 12
Es verdriesst ihn alles. HT 13
Muthlos im höchsten Grade. St 225
Sehr weinerlich und muthlos gestimmt; er möchte lieber sterben als leben. St 226
Verlassenes Gefühl. Rep
3. Arbeit und Aktivität
Eine Art Beklemmung, die ihn in ängstliche Stimmung versetzt; er kann nicht arbeiten, muss aus der Stube und ins Freie: aber die Schwermuth verlässt ihn den ganzen Tag nicht. HT 7
Träge und zum Arbeiten nicht tüchtig. HT 14
Träge, unaufgelegt zu allem. HT 16
Er ist aufgelegt, es freut ihn die Arbeit. HT 34
Alles ist ihm zuwider, er geht mit Widerwillen an sein Geschäft. St 224
4. Bewusstsein und Gedächtnis
Langsamer Ideengang. St 3
Kopfeingenommenheit beim Nachdenken und Schreiben. St 5
Der Kopf ist immer schwer, und sein Gehirn scheint stets umfinstert zu sein. St 8
Aufgelegt zu geistigen Beschäftigungen, den 2. Tag. St 227
Gedächtniss vermindert, Nachmittags. HT 18
Er erinnert sich des gestern Abends mit ihm Vorgegangenen gar nicht. HT 20
Er vergisst sich sehr leicht. HT 21
Ein Traum, dessen er sich nachts vollständig bewusst war, konnte morgens nicht mehr ins Gedächtnis zurückgerufen werden. A 1018
5. Voreiligkeit und Hast
Hastigkeit, Voreiligkeit des Willens. HT 28
Eile in geistiger Arbeit. Rep
6. Vitalkraft
Fehlende Energie der Lebenskraft und fehlende Reaktionskraft, vor allem bei Brust- und Herzerkrankungen. He 36.1
Rascher Kräfteverlust: langanhaltende Ohnmachtsanfälle. He 36.2
Fehlende Nervenstärke; das gut gewählte Mittel wirkt nicht. He 36.6
Am Tag des Begräbnisses der Mutter plötzlicher Bewusstseinsverlust, von dem er sich während längerer Zeit nicht mehr erholte; seither wurden die Anfälle immer häufiger und dauerten länger, schliesslich erfolgten sie ein- bis zweimal pro Woche, einer dauerte 9 Stunden; vor dem Anfall Gesichtsblässe; Herabhängen des Unterkiefers; Herabsinken der Arme zur Seite; weit geöffnete, starrende Augen; Bewusstseinsverlust; aussetzende Atmung; schwacher Puls, kaum spürbar; blasses Gesicht; steife Glieder; Hände zusammengepresst, die Daumen nicht eingezogen; Augen geschlossen; Mund leicht geöffnet, kein Schäumen; bei Beginn des Anfalls Zähneknirschen; nach anderthalb bis neun Stunden ändert er die Lage seiner Glieder und streckt sie, dann, zwischen langen Pausen, holt er tief Luft, öffnet die Augen, zittert am ganzen Leibe und klagt über grosse Müdigkeit und heftige Kopfschmerzen. He 36.8
(...) Schmerzen wie von Kraftlosigkeit der Schulter (...) He 42.1
Ein bisschen Körperbetätigung verursacht Schnappen nach Luft. He 35.11
7. Schlaf
Gähnen ohne Schläfrigkeit. HT 946
Gähnen und schläfrig. HT 947
Gähnen mit Schläfrigkeit, Nachmittags 3 Uhr. HT 948
Schläfrig, Gähnen und Renken. HT 949
Sehr zeitig schläfrig, Abends 6 Uhr; er konnte sich des Schlafes nicht erwehren. HT 955
Schlaf gut und länger als sonst. HT 963
Beständiges Herumwerfen im Bette, sie kann nicht einschlafen bis 1 Uhr Nachts. HT 971
Er erwacht um Mitternacht und kann nicht wieder einschlafen, muss sich immer hin und her werfen, als wenn das Lager zu hart wäre. HT 972
Er konnte sich Abends vor Schlaf nicht halten, um 7 Uhr weckte man ihn zum Abendessen; er stand auf, ass, ging aber gleich wieder schlafen, ohne etwas zu sprechen. Nach einer Weile fuhr er im Schlafe zusammen, dass es ihn hoch in die Höhe warf, zum Schrecken der Anwesenden, stand auf, stellte sich mitten ins Zimmer, mit starren Augen, rothem Gesicht. Endlich legte er sich, ohne etwas zu sprechen, wieder nieder, und schlief fest bis früh. HT 973
vgl. HT 950, 952, 954, 956-959, 968-970
8. Frische Luft
Eine Art Beklemmung, die ihn in ängstliche Stimmung versetzt; er kann nicht arbeiten, muss aus der Stube und ins Freie: aber die Schwermuth verlässt ihn den ganzen Tag nicht. HT 7
Ängstig im Kopfe, mit äusserer und innerer Wärme in der Stirne, bei unverändertem Pulse, in freier Luft vergehend. HT 8
Schwindel in freier Luft verstärkt. HT 74
Drückender Kopfschmerz, der, so lange er sich in freier Luft aufhielt, unbedeutend war, aber im geheizten Zimmer, wo er sich überhaupt abgespannt fühlte, heftiger wurde. HT 141
Bei Annäherung an den Ofen: Übelkeit, Kältegefühl. He 39.3
9. Alte Männer
Er glaubt wachend Greise mit langen Bärten, verzerrten Gesichtern und Funken zu sehen. HT 29
10. Illusion der grossen Objekte
Eigenthümliche Gesichtstäuschung: alles erscheint ungeheuer gross, mit der grössten Angst; z.B. die Stühle, dass man nicht hinaufkommen könne; die Treppenstufen, dass man nicht hinunter kann; doch sobald man den Gegenstand berührt, verschwindet die Täuschung und er nimmt die gewöhnliche Gestalt an. HT 241
Schwere im Kopfe, besonders im vordern Theile desselben, mit mässigem Drucke in den Augenhöhlen, gleich als wären die Augäpfel etwas zu gross für ihre Höhlen. HT 99
11. Traum von der Höhe
Er träumt, er stehe auf einer sehr hohen und nicht fest stehenden Leiter, oder auf einem hohen Gerüste, ohne ängstlich zu sein. St 214
12. Feuer
Schreckhafte Träume von Feuersbrünsten. HT 977
Furchtbare Träume von todten Menschen, von Feuer. HT 797
Er glaubt wachend Greise mit langen Bärten, verzerrten Gesichtern und Funken zu sehen. HT 29
Er glaubt wachend Greise mit langen Bärten, verzerrten Gesichtern und Funken zu sehen. HT 29
Zunge: kalt oder taub, wie verbrannt. He 11.1
13. Verzerrung und Krämpfe
Er glaubt wachend Greise mit langen Bärten, verzerrten Gesichtern und Funken zu sehen. HT 29
Benommenheit des Kopfs, die sich zugleich mit über den ganzen Körper verbreitete, so dass er weder seinen eignen Zustand genau wahrnehmen, noch Dinge ausser sich mit der gewöhnlichen Klarheit fühlen konnte, ohne alle Spur einer begleitenden Hitze. HT 49
Plötzliches Anschwellen des Gesichts, Schwindel, Verzerrung des Mundes, Zucken der Gesichtsmuskeln (...) He 2.2
Schüttelkrämpfe der Glieder, mit lähmender Schwäche; kein Verlust des Bewusstseins. He 36.3
Viel Luftschnappen vor, während und nach den Krämpfen, mit bläulicher Hautfarbe; nach Schreck (...) He 36.4
Emotionale Chorea, furchterregende Verdrehungen und Durchschüttelungen des Körpers beim Wachsein; unruhiger Schlaf; Luftschnappen. He 36.5
Chorea mit ständigen Zuckungen, kann sich nicht stillhalten; Sprache undeutlich, wird wütend, wenn er nicht verstanden wird; Ringen nach Luft (...) He 36.7
Nach 8 Tagen Krankheitsgefühl, währenddem mehrere Anfälle von Erbrechen geschmacklosen Wassers auftraten, setzen Krampfanfälle ein; grosse Angst, Augen nach oben verdreht und auf einen Punkt fixiert, erweiterte Pupillen, dahinschwindendes Sehvermögen, Dröhnen und Klingeln in den Ohren, Zittern und Zucken der Gesichtsmuskeln, Verzerrung des Gesichts, Blutandrang zum Kopf, Hitze und Röte des Gesichts, Zähneklappern, zuerst Zittern der oberen und dann der unteren Glieder, gefolgt von Schütteln des Körpers wie bei einem heftigen Schüttelfrost, aber mit Hitze und Schwitzen des Körpers; Zucken und und krampfhafte Verzerrungen des ganzen Körpers und der Gliedmassen; Herzklopfen; Stöhnen und Ächzen; teilweiser Verlust des Bewusstseins; Krampfanfälle dauern einige Minuten; während den Intervallen Verwirrung des Kopfes, Schmerz im Oberbauch, grosse Mattigkeit, Schwäche, Angst und Unruhe; gelegentliche kurze Nickerchen werden durch Träume von Feuer gestört, erschrecktes Aufwachen oder Zucken des ganzen Körpers; gelegentliches Irrereden, schreit um Hilfe; kein Fieber. He 36.11
14. Herz
Krampfhafter Schmerz in der Herzgegend, fürchtet den sofortigen Tod; Empfindung, als ob etwas Schweres — wie ein Bleiklumpen — von der Magengrube auf den Rücken gefallen wäre, immer wenn sie versuchte, sich von einer liegenden Stellung aufzurichten. He 29.6
15. Schwere und Gewicht
Schwere im Kopfe, besonders im vordern Theile desselben, mit mässigem Drucke in den Augenhöhlen, gleich als wären die Augäpfel etwas zu gross für ihre Höhlen. HT 99
Schwere im Scheitel, besonders beim Bücken, durch Aufrichten erleichtert. HT 100
Kopfweh, wie dumm und schwer, im Schlaf vergehend. HT 101
Dummliche Schwere im Kopf. HT 102
Schwere und Benommenheit im Kopfe mit Abgeschlagenheit und Schlafneigung, und die folgende Nacht einen sehr festen und tiefen Schlaf, nach dem ihm früh das Aufstehen schwer fiel, weil er noch nicht genug geschlafen zu haben glaubte. HT 103
Schweregefühl im Kopfe, wie bei einem beginnenden Schnupfen oder wie nach Weinrausch, 2 Stunden lang. HT 105
Gefühl im Hinterhaupte, als wenn dort die flechsen zu kurz wären und den Kopf rückwärts ziehen wollten, wie schmerzhafte Schwere, mit Aufhören des Schmerzes in der Stirne. HT 106
Gefühl von Schwere im Kopfe, und als ob es von rückwärts nach vorne drückte. HT 107
Herabdrückende Schwere im Kopfe. HT 108
Kopf schwer mit Gefühl von Herabdrücken, vom Scheitel an, beim Gehen im Zimmer. HT 109
Es schwert ihr den Kopf abwärts, beim Aufrichten gemindert. HT 110
Herabdrückendes Schwerheitsgefühl im Kopfe und Gesichtsverdunklung beim Aufstehen vom Sitze. HT 111
Beim Tiefbücken Schmerz im linken Vorderhaupte, mit Gefühl als ob das Gehirn vorfiele, nach Aufrichten vergehend. HT 112
Beim Bücken Schwere im Kopfe, mit Gefühl, als ob etwas von der linken Seite her in der Stirne vorfiele; beim Gehen im Freien. HT 113
Empfindung, wie von einem Gewicht auf dem Scheitel (...) als ob ein schwerer Klumpen von oberhalb des Bauchnabels aufs Kreuz fallen würde (...) He 43.1
16. Explosion
Empfindung, als ob der Abszess in der Leberregion bersten würde (...) He 43.1
17. Verlust der Sprache
Bewusstseinsverlust mit Verlust der Sprache und der Bewegung. He 1.1
Zunge: kalt oder taub, wie verbrannt; linke Seite steif und geschwollen, mit Verlust der Sprache. He 11.1
Heftiger Magenschmerz, mit Verlust der Sprache. He 17.1
Veitstanz, mit ständigen Zuckungen, kann sich nicht stillhalten; Sprache undeutlich, wird wütend, wenn er nicht verstanden wird; Ringen nach Luft (...) He 36.7
Empfindung, als ob ein schwerer Klumpen von oberhalb des Bauchnabels aufs Kreuz fallen würde, dies wird durch Sprechen oder Überanstrengung verursacht, auch mit krampfhaften Schmerzen in der Herzgegend. He 19.3
18. Emotionale Chorea
Emotionale Chorea, furchterregende Verdrehungen und Durchschüttelungen des Körpers beim Wachsein; unruhiger Schlaf; Luftschnappen. He 36.5
Chorea mit ständigen Zuckungen, kann sich nicht stillhalten; Sprache undeutlich, wird wütend, wenn er nicht verstanden wird (...) He 36.7
19. Kälte und Frost
Häufige grüne, schleimige Stühle; vollständige Appetitlosigkeit, aber durstig; das Kind konnte nichts anderes als Wasser zu sich nehmen, welches hörbar gurgelnd die Speiseröhre hinunter zum Magen floss; Atmung sehr langsam und schwach; Puls kaum spürbar; die Glieder kalt wie der Tod, mit Kälte des gesamten Körpers. He 20.5
Empfindung von Kälte in Stirn und Scheitel, als ob ein kalter Wind draufblasen würde, durch den Nacken zum Rücken herabsinkend; schlechter im Raum, besser in frischer Luft. He 4.1
Fast immer frostig. HT 980
Heftiger Schüttelfrost, wogegen Ofenwärme nichts half. Nur durch Auflegen warmer Tücher auf den Bauch ward die Kälte gemindert, und dauerte im Bette noch 2 Stunden fort, wo sie dann einschlief. HT 986
Angenehme Kühle im Kopfe nach dem Schweisse. HT 994
Kältegefühl in der warmen Stube, die Nase eiskalt. HT 1001
Die Temperatur ihres Körpers war weit unter dem normalen Zustande. HT 1007
Kälte und Schüttelfrost, durch Ofenwärme nicht zu tilgen, im Zimmer, (...) Abends nach Gehen im Freien. HT 1009
vgl. HT 981 -985, 990-992, 995-997, 999-1006, 1008, 1010
20. Liegen und Sitzen
Schwindel und dummlich im Kopfe beim Aufstehen vom Sitzen. HT 69
Kopfweh, wie dumm und schwer, im Schlafe vergehend. HT 101
21. Verlust des klaren Bewusstseins
Bewusstseinsverlust mit Verlust der Sprache und der Bewegung. He 1.1
Unempfindlichkeit; vollständiger Verlust der Sinneswahrnehmung. He 1.2
Schwäche des Verstandes und Verlust des Gedächtnisses. He 1.4
Benommenheit des Kopfs, die sich zugleich mit über den ganzen Körper verbreitete, so dass er weder seinen eignen Zustand genau wahrnehmen, noch Dinge ausser sich mit der gewöhnlichen Klarheit fühlen konnte, ohne alle Spur einer begleitenden Hitze. HT 49
Merkliche Betäubung mit Schwindel. HT 60
22. Unempfindlichkeit
Das Empfindungsvermögen schien gänzlich aufgehoben. HT 27
Benommenheit des Kopfs, die sich zugleich mit über den ganzen Körper verbreitete, so dass er weder seinen eignen Zustand genau wahrnehmen, noch Dinge ausser sich mit der gewöhnlichen Klarheit fühlen konnte, ohne alle Spur einer begleitenden Hitze. HT 49
Unempfindlichkeit; vollständiger Verlust der Sinneswahrnehmung. He 1.2
23. Loses Hirn
Empfindung von einer Lockerheit des Gehirns, als ob es in die Stirn fallen würde beim Bücken, ohne Schmerzen. He 3.10
24. Gesichtsverdunkelung
Gesichsverdunkelung; sie sieht die Gegenstände nicht recht deutlich. HT 243
Das Sehen wird ihr erschwert, sie sieht die Gegenstände nur dunkel. HT 244
25. Ungeziefer
Gefühl auf der Stirne, als wenn Flöhe oder Fliegen herumkröchen, zum Reiben nöthigend, und davon, wiewohl lange nicht, vergehend (...) HT 196
Auf der rechten Gesichtsseite beständiges Gefühl wie Laufen von Fliegen oder Spinnen, dass sie immer wischen musste. HT 298
26. Fixierung des Blicks
(...) grosse Angst, Augen nach oben verdreht und auf einen Punkt fixiert, erweiterte Pupillen, dahinschwindendes Sehvermögen (...) He 36.11
27. Wärme
Bei Annäherung an den Ofen: Übelkeit, Kältegefühl. He 39.3
28. Luftnot
Atemnot mit der Empfindung, als ob die Lungen nicht genügend gedehnt, oder als ob sie gegen die Wirbelsäule gedrückt würden. He 26.2
Schlagende, flatternde Empfindung; schnappt nach Luft; trockener Husten. He 29.3
Sitzende Stellung verursacht Luftschnappen. He 29.4
Erstickungsanfälle mit Schnappen nach Luft; Stechen in der Herzgegend; übermässige Schwäche. He 29.7
Neugeborenen-Zyanose; blaues Gesicht mit Ringen nach Luft. He 29.10
Ein bisschen Körperbewegung verursacht Luftschnappen und verstärkte Blauverfärbung; die Spitzen der Finger und Zehen sind knotig, und grösser als die übrigen Teile der Glieder; ruhig Liegen bessert. He 29.11
29. Ärger bei Missverständnis
Chorea mit ständigen Zuckungen, kann sich nicht stillhalten; Sprache undeutlich, wird wütend, wenn er nicht verstanden wird (...) He 36.7
30. Die rechte Gesichtshälfte
Gefühl in der rechten Wange, als wenn ein Haar sich dort bewege: er muss immer wischen, ohne dass es vergeht. HT 297
Auf der rechten Gesichtsseite beständiges Gefühl wie Laufen von Fliegen oder Spinnen, dass sie immer wischen musste. HT 298
31. Losreissen
Gefühl um den Nabel, als wenn etwas dort losriss, Nachmittags 2 Uhr. HT 462
Laurocerasus ist in der psorischen Phase unsicher bei allen Aktivitäten, denn er will, dass diese Aktivitäten sich selbst begründen. Damit aber gründet sein Glücksstreben auf unstabilen Terrain. Er gleicht jemandem, der eine Leiter benutzt hat, um höher hinauszukommen, diese aber dann, als er oben ist, umgestossen hat. Seine physische Konstitution und seine Leistungsfähigkeit stellen für Laurocerasus die in den Himmel ragende Leiter dar. Fehlt ihm seine Aktivität, so fühlt er sich gleich wie ein Bergwanderer mit Höhenschwindel. Er will alles tun, um sich seiner Vitalkräfte zu versichern. Er trifft Vorsorge gegen Zustände wie Krankheit und Alter, weil in diesen seine Kräfte reduziert sind.
Egotrophie
Seine Kraft und sein Schwung bereiten ihm Freude und Glück. Er sucht Situationen, in denen er Erfahrungen mit seiner Vitalität und körperlichen Kraft macht, damit er seinen Lebensschwung beweisen kann.
In der einen Phase der Egotrophie sehen wir einen Menschen, der wie ein Generator gesellschaftliche Prozesse antreibt, einen fröhlicher Arbeitsethiker, zum Beispiel einen Sport-Promotor, ein Grossmaul, das über unüberwindlich viel Energie verfügt. Jemand, dessen geschickte Öffentlichkeitsarbeit jedes seiner Sport-Ereignisse zur Topsensation macht. Dabei kommen ihm nie Zweifel, denn letztlich ist der Inhalt seiner Aktivitäten zweitrangig. Es kommt nur darauf an, mit enormen Druck tätig zu sein. Er ist ein extrovertierter Gesellschaftsmensch, neugierig, leidenschaftlich und zu sentimentalen Ausbrüchen neigend. Man denke an einen zur Theatralik neigenden Sportler wie Boris Becker. Seine bewegenden Tennismatches sind dadurch gekennzeichnet, dass das Publikum all seine emotionalen Höhen und Tiefen miterlebt.
Der egotrophe Laurocerasus-Mensch glaubt, sich die Liebe und Zuneigung seiner Mitmenschen durch seine gute Stimmung zu verdienen. Sein überfliessendes Glück soll die anderen mitreissen, er fühlt sich dann besonders wohl, wenn seine gute Laune das Publikum angesteckt hat. Die konkreten Arbeitsprodukte sind eher zweitrangig: es geht um die Dokumentation seiner Freude in der Arbeit, die bei Laurocerasus eben nicht Mittel zum Zweck ist. Ein so interpretierbares Beispiel ereignet sich am Ende des Films "Alexis Sorbas": Das Projekt, das Sorbas mit grossem Elan betrieben hat, zerstört sich beim ersten Einsatz selbst, und er fragt: "Hast Du schon mal etwas so schön zusammenkrachen sehen?"
Eine andere Variante des egotrophen Laurocerasus-Menschen bevölkert die schelmischen Romane von E. Henscheidt, da ist z.B. der zurückgezogen lebende Frührentner und Bonvivant, der seinen Beruf mit "Privatier" angibt. In diesen Romanen geschieht überhaupt nichts Weltbewegendes, die Helden schlagen nur auf gepflegt-gelangweilte Weise ihre Zeit tot. Trotzdem wird so getan, als ob sich gerade dabei Sensationelles ereigne. Das Ganze funktioniert nur aufgrund der abstrusen Eloquenz, mit der der Ich-Erzähler das sinnlose Treiben im einzelnen beschreibt. Mit Hilfe seines eleganten Stils führt Henscheidt seine Helden über einen schmalen Grat der guten Laune, wobei jeder Fehltritt der handelnden Personen jäh die Bodenlosigkeit dieser Umtriebe zeigt.
Der Rockmusiker Iggy Pop, ein Mann von enormer Energie, hat das auf andere Weise in einem Song verarbeitet: "Ich bin angeödet! Ich bin der Vorsitzende aller Langweiler! Ich langweile mich in den Schlaf, ich langweile mich ins Entzücken..." singt er. Dies wäre ein Beispiel für die egotrophe Phase von Laurocerasus, in welcher der Verlust verneint wird.
Egolyse
In der egolytischen Phase haben wir jemanden vor uns, der am gähnenden Abgrund steht. Ihm fehlt jeder Schwung. Was er auch tut, führt zur Katastrophe, sei es in bezug auf das Resultat der Arbeit oder auf das Ergebnis für ihn selbst. Ihm fehlt die Kraft, mittels seiner Aktivitäten zur Freude zu kommen. Alles wiegt zentnerschwer und seinen Aktionen fehlt jede Lockerheit. Stattdessen wirkt er überdrüssig und verkrampft.
Alterolyse
Der alterolytische Laurocerasus-Mensch ist eine gescheiterte Stimmungskanone: Selbst sein Übermass an guter Laune kann die anderen nicht anstecken, deshalb wird er zum Spassverderber. Er vergällt den andren die Lebensfreude.
Laurocerasus will Vitalität und Arbeit zum Garanten seiner Freude machen. Er fühlt sich bei guter Gesundheit nach einer Anstrengung, jede Aktivität steigert sein Lebensgefühl.
Laurocerasus sucht sein Glück in der Verwirklichung seiner Projekte, er will seiner Lebenskraft sichtbaren Ausdruck geben in Form von enormen Aktivitäten. Er ist ein extrovertierter Mensch, bei dem jede Regung an Gestik und Mimik abzulesen ist.
Transzendenter Wert
Statt die Quelle seine Glücks in der Freude am letzten Ziel zu suchen, will er durch eigene Schaffenskraft glücklich werden.
Menschliche Daseinsbedingung
Für den Menschen ist Arbeit nur die notwendige, aber nicht eine hinreichende Bedingung, um sich auf dem Weg zum letzten Ziel zu vervollkommnen. Arbeit dient der Ausweitung der im Menschen angelegten Möglichkeiten und ist damit Voraussetzung zum irdischen Glück. In der Arbeit soll sich die Glückssuche jedoch nicht erschöpfen. Laurocerasus bindet sein Glück allein an seine Arbeitsfähigkeit.
Kerne
Schuld
Die Tätigkeit soll die einzige Quelle seiner Freude, seines Lebensgefühls und seiner körperlichen Kraft darstellen.
Verlust
Laurocerasus verliert die Kontrolle und die Freude über die Ergebnisse seiner Aktivitäten. Die Arbeitsresultate sind ihm nämlich nicht so wichtig wie die Aktivität selber. Da er dabei keinen festen Standpunkt findet, steht er am Rande des Abgrunds. Seine Aktivitäten sind nicht so sicher wie sie sein sollten.
Strafe
Angst bei jeder Aktivität. Er steht auf unsicherem Boden, nichts vermag ihn zu stützen. Das Leben ist ein gewaltiger Strom, und er fürchtet, davongerissen zu werden.
Illusion des Abgrunds (Thema ?)
Laurocerasus geht es darum, von Vitalität überzufliessen. Dieser ausufernde Kraftstrom soll alles mitreissen. In der hier beschriebenen Illusion steht er am Rande diese Ufers. Eine andere Deutung zielt auf die Unsicherheit einer Existenz, die ihre Energie nicht durch äussere Ziele erhält, sondern ihre Lebenskraft aus sich selbst kreiert, wie ein Perpetuum mobile.
Schwere und Gewicht (Thema 15)
Die Schwere ist Ausdruck der verlorenen Lebenskraft. Alles ist lästig, lastet schwer.
Voreiligkeit und Hast (Thema 5)
Sein Ungestüm soll allen seine Energie zeigen.
Alte Männer mit langen Bärten (Thema 9)
Ein Symbol für das Alter und die Weisheit. Laurocerasus ist aber eher an jugendlicher Vitalität gelegen.
Frische Luft (Thema 8)
Er braucht die frische Luft, den Sauerstoff, den freien Atem, denn er fürchtet den Stillstand der Zirkulation. Hierhin gehören auch die Zyanose-Problematik und die Herzsymptome (Thema 14) von Laurocerasus.
Sprache (Themen 17 und 29)
Er muss sich ganz auf sein Kommunikationsorgan verlassen können, wenn er seine Lebendigkeit mitteilen will. Daher rührt sein Ärger bei Missverständnissen.
Kälte und Frost (Thema 19)
Die Kälte ist Ausdruck seiner mangelnden Lebenswärme und -kraft.
Wärme (Thema 27)
Die Unverträglichkeit von Heizungswärme zeigt, dass er ungern auf die äussere Unterstützung angewiesen ist. Er will keine Zuneigung empfangen müssen.
Alle Mittel, bei denen Arbeit, Projekte und Freude eine Rolle spielen, stehen zur Auswahl:
Digitalis
Leidet an der Macht der Liebe, die ihn wie ein Magnet zum begehrten Gegenstand hinzieht. Seine Freude gehört Projekten, die er aus eigenem Willen begehrt. Er ist ein Gefangener aus Liebe.
Rhus toxicodendron
Ein Workaholic wie Laurocerasus, da er die Welt in Gang halten will. Er gönnt sich keine Ruhe, sonst steht die Welt still.
Angustura
Er wählt Projekte in seiner Phantasie und wähnt sie schon verwirklicht. Die Einbildung ersetzt in der Planung seiner Ziele den Verstand.
Bufo rana
Hier ist der Ärger über die Missverständnisse anders motiviert: Bufo fühlt sich unverstanden. Er will durch Worte offenbaren, wofür die Sprache in ihrer Unvollkommenheit nicht ausreicht.
THOMAS VON AQUIN
"Kommt Gott Leben zu?" "Ist alles in Gott Leben?" (DTA I 18.3 und 4)
Laurocerasus neidet Gott die sich selbst verdankende Finalität und Lebendigkeit. Der Mensch ist in seinem letzten Ziel auf etwas ausgerichtet, das er nicht seiner eigenen Kraft und Vitalität verdankt. Bewegung und Arbeit sind lediglich Mittel auf dem Weg zum letzten Gut, nämlich zu Gottes Güte.
ZUR SUBSTANZ
Prunus laurocerasus, Kirschlorbeer (Familie: Rosaceae)
Der Kirschlorbeer enthält — wie z.B. auch der Mandelbaum — Blausäure. Die Giftwirkung kommt durch Blockierung der Zellatmung zustande. Damit fällt gewissermassen der physische Lebensmotor aus, da dem Gewebe die Energie ausgeht. Der Sauerstoff zirkuliert, kann aber nicht verwendet werden. Es ist, als wolle die Zelle selber für ihren Energiehaushalt sorgen.
QUELLEN
Autor: Christoph Weihe, Materia Medica Homoeopathica – revidiert nach Dr. Alfonso Masi-Elizalde
|HT||Hartlaub und Trinks, Reine Arzneimittellehre, Leipzig 1828, Neuauflage Hamburg 1991|
|St||Stapf, Archiv für die homöopathische Heilkunst, Band 15/2, Leipzig 1835|
|He||Hering Constantin, The Guiding Symptoms of our Materia Medica, New Delhi 1989, Band 7|
|A||Allen T.F., The Encyclopedia of pure Materia Medica, New Delhi 1988, Band 5|
|DTA||Thomas von Aquin, Die Deutsche Thomas-Ausgabe, Band 2, Leipzig 1934|
|Bild||Keines|
Anmerkung: In der Primärquelle, der Symptomsammlung in Hartlaub und Trinks´ Reiner Arzneimittellehre, sind vier Substanzen vereinigt: bittere Mandeln, der ausgepresste Saft des Kirschlorbeers, destilliertes Kirschlorbeerwasser und das "wirksame Prinzip" dieser drei, nämlich die künstliche Blausäure. Für die vorliegende Bearbeitung sind nur die echten Laurocerasus-Symptome verwandt worden. Damit fallen ungefähr die Hälfte der Symptome von Hartlaub und Trinks weg. Wie so oft unterscheiden aber die abkünftige Literatur (Allen, Hering, usw.) sowie das Repertorium die vier verschiedenen Arzneiquellen nicht.