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Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine sind nun 6 Monate vergangen. Sechs Monate der Gewalt, die Tausende von Menschenleben gekostet und Millionen von Menschen gezwungen hat, auf der Suche nach Sicherheit aus ihren Häusern zu fliehen. Während sich der Konflikt weiter hinzieht und der Winter naht, werden Millionen von Vertriebenen die kalten Monate unter harten Bedingungen überstehen müssen. Kostyantyn Dmytrenko, Associate Shelter Officer bei UNHCR, berichtet aus dem Einsatzgebiet, wie sich die Situation in den letzten Monaten entwickelt hat und was als nächstes zu erwarten ist.
Mit dem nahenden Winter fahre ich jeden Tag in die Dörfer in den Regionen Kyiv und Chernihiv. In diesen Gebieten wurde heftig gekämpft, und in den ersten Monaten des Krieges wurden viele Häuser - und in einigen Fällen ganze Dörfer - völlig zerstört. Der Bezirk Makariv in der Region Kiew beispielsweise besteht aus 17 Dörfern, von denen acht über einen Monat lang von den russischen Streitkräften besetzt waren. Die Bewohner dieser Gebiete brauchen dringend Hilfe, um vor dem Winter ein Dach über dem Kopf zu haben, und als Team für Notunterkünfte helfen wir mit direkten Reparaturen. Wir verteilen auch Materialien für Notunterkünfte wie Planen, um die Häuser vor Regen, Wind und Schnee zu schützen, sowie wichtige Haushaltsgegenstände wie Kühlschränke. Auch die anderen UNHCR-Teams leisten Unterstützung, indem sie Schutzdienste, Rechtsbeistand und psychologische Hilfe anbieten.
Der Krieg hat das Leben von Millionen von Menschen in der Ukraine stark verändert, auch das von UNHCR-Mitarbeitern und mir. Schon vor dem 24. Februar 2022 war der Bedarf an humanitärer Hilfe in den östlichen Regionen der Ukraine gross. Aufgrund des Krieges und der massiven Vertreibung der Bevölkerung entstand der Bedarf an humanitärer Hilfe in anderen Teilen des Landes - zunächst in den nördlichen und südlichen Gebieten und später in den westlichen und zentralen Regionen. So hat UNHCR in den letzten acht Jahren mehr als 25'000 durch die Kämpfe in der Ostukraine beschädigte Häuser repariert, doch nun sind viele weitere Gebäude beschädigt und müssen repariert werden. Für die Menschen, die ihre Häuser verloren haben und nun in Kollektivunterkünften oder Privatunterkünften untergebracht sind, werden nach wie vor lebenswichtige Güter wie Matratzen und Decken benötigt.
Die Winter in der Ukraine sind sehr kalt, sogar in den südlichen Regionen. Im Norden und Osten können die Temperaturen auf Minusgrade fallen. Angesichts des bevorstehenden Winters sind wir sehr besorgt um die Menschen, die in den am stärksten betroffenen Gebieten leben. Viele Städte und Gemeinden in der Ukraine verfügen über zentrale Heizwerke, die Tausende von Haushalten versorgen, und jetzt, da die Anlagen beschädigt wurden, werden die Menschen keinen Zugang zu Heizung haben. Ausserdem haben viele Häuser beschädigte Dächer und Fenster, so dass die Bewohner Kälte, Regen und Schnee ausgesetzt sind. Viele Familien werden Schwierigkeiten haben, warme Kleidung zu kaufen, die Nebenkosten zu bezahlen oder feste Brennstoffe zum Heizen zu kaufen, da viele ihre Arbeit und ihren Lebensunterhalt verloren haben und der Krieg eine Wirtschaftskrise ausgelöst hat. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass die Häuser angemessen saniert und isoliert werden, um die Menschen vor den eisigen Temperaturen und dem Schnee zu schützen.
Die Menschen haben bereits so sehr unter dem Krieg gelitten; es gab Verluste an Menschenleben, Arbeitsplätzen, Lebensgrundlagen, ziviler Infrastruktur und Vermögen. Der Winter könnte noch grössere Herausforderungen mit sich bringen, und wir vom UNHCR werden alle notwendigen Schritte unternehmen, um die Bemühungen der Regierung zur Bewältigung dieser Herausforderungen zu ergänzen.
Jeder in der Ukraine weiss, dass man sich gut auf den Winter vorbereiten muss, der Mitte Oktober beginnt und bis Mitte/Ende April dauert, aber angesichts des Ausmasses der Zerstörung wird das sehr schwierig sein.
Ein sicheres und warmes Zuhause ist ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen. Das gilt vor allem im Winter, wenn die Menschen sehr krank werden oder sogar sterben können, wenn sie den kalten Wetterbedingungen ausgesetzt sind. Die Unterbringung ist daher eine der wichtigsten Prioritäten, um Leben zu retten.
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