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Kremation: Alles, was Sie über die Einäscherung wissen müssen
Die Einäscherung ist in der Schweiz sehr verbreitet. Vier von fünf verstorbenen Menschen werden letztendlich in ein Krematorium gebracht. Die Asche der verstorbenen Person wird in einer Urne gesammelt und beigesetzt. Die Asche kann sowohl auf dem Friedhof beigesetzt werden, als auch zu Hause aufbewahrt oder verstreut werden.
Kremation – das Wichtigste in Kürze:
- Bei einer Kremation ist ein Sarg vorgeschrieben. Wozu benötigt man einen Sarg?
- Nach dem Kremieren bleiben Knochenkalk, Zahngold, Zähne, künstliche Gelenke, Sargnägel und die Asche des Sarges übrig. Was ist mit Herzschrittmachern?
- Der eigentliche Verbrennungsvorgang dauert etwa 75 Minuten. Was passiert mit der Asche?
- Die Preise der Einäscherung variieren von Krematorium zu Krematorium. Wer übernimmt die Kosten?
Vier von fünf verstorbenen Menschen werden in der Schweiz eingeäschert. Nach der Kremation entscheiden die Angehörigen, was mit der Asche geschieht. Doch was passiert im Krematorium, wie teuer ist eine Kremation und wer finanziert diese?
Wie geht eine Kremation in der Schweiz vor sich?
In den meisten Kantonen dauert die Totenruhe mindestens 48 Stunden. Frühestens dann darf der Verstorbene eingeäschert werden. Ort der Einäscherung ist das Krematorium. Ein Sarg ist vorgeschrieben – er dient im elektrischen Ofen als Brennmaterial, das sich selbst entzündet und den eigentlichen Verbrennungsvorgang in Gang setzt. Per Knopfdruck fährt der Sarg mit dem Verstorbenen über eine Schiene in einen Krematoriumsofen ein, der meist eine Temperatur von etwa 800 bis 1000 Grad Celsius erreicht.
Die Urne kann auf dem Friedhof beigesetzt werden. Doch eine Bestattungspflicht besteht in der Schweiz nicht. Angehörige können die Asche zu Hause aufbewahren, im eigenen Garten beisetzen oder in der Natur ausstreuen. «Oft verstreuen Angehörige die Asche am Meer oder auf einem Berg – je nachdem, welcher Ort eine besondere Bedeutung für sie hat», sagt Berto Biaggi, Pressesprecher des Schweizerischen Verbandes der Bestattungsdienste.
Was bleibt nach dem Kremieren übrig?
Was genau vom Menschen und vom Sarg während des Verbrennungsvorgangs geschieht, fragen sich die Angehörigen oft. «Haut, Muskeln und Haare des verstorbenen Menschen verdampfen im Ofen», erklärt Berto Biaggi. Was vom Menschen nach dem Verbrennungsvorgang bleibe, seien Knochenkalk und kleine Knochenstücke, zum Beispiel aus der Hüfte und dem Oberschenkel, auch Zähne, Zahngold und Schmuckgold, ausserdem künstliche Gelenke wie zum Beispiel ein künstliches Hüftgelenk und orthopädische Implantate wie die Verschraubungen des Hüftgelenkes. Berto Biaggi: «Herzschrittmacher dagegen werden meist vor der Kremation entfernt – dies würden Krematorien aber unterschiedlich handhaben.» Der Sarg dagegen verbrennt bis auf Nägel, Scharniere und Schrauben vollständig und wird zu Asche.
Nach der Verbrennung werden Teile aus Metall – dazu gehören zum Beispiel die Sargnägel – entfernt. Edelmetalle wie Zahn- und Schmuckgold aber verbleiben beim verstorbenen Menschen. Was passiert mit den Knochen im Krematorium? «Eine Mühle zerkleinert grössere Knochenteile zu kleineren Knochenfragmenten», sagt Berto Biaggi.
Übrig bleiben Knochenkalk als auch die Asche des Sarges, die in die Urne gefüllt werden. «Das sind in der Regel drei bis vier Liter», erklärt Berto Biaggi, warum Urnen relativ gross sind. «Je nachdem, wie gross der Verstorbene war, können es auch mehr Liter sein.»
Dauer: Wie lange dauert eine Kremation?
Die eigentliche Kremation dauert im Durchschnitt etwa 75 Minuten. Die Asche muss danach noch auskühlen, die Knochenreste gemahlen, Metall entfernt und die Asche in die Urne abgefüllt werden. Der gesamte Prozess erstreckt sich der Stadtgärtnerei Kanton Basel-Stadt zufolge über etwa drei Stunden.
Kosten: Wie viel kostet eine Kremation in der Schweiz?
Die Kosten für eine Kremation variieren. Berto Biaggi: «Jedes Krematorium hat unterschiedliche Preise, denn jede Gemeinde hat ein eigenes Friedhofsreglement.» Einige Gemeinden übernähmen die Kosten für die Kremation in Höhe von 535 Franken zuzüglich der Kosten für ein Grabkreuz, wenn der Verstorbene in der Gemeinde lebte. «Die Familie erhält zum Teil auch Beiträge an die Bestattungskosten», erklärt der Pressesprecher. Auch in Zürich übernimmt die Stadt die Kosten für die Feuerbestattung.
In vielen Gemeinden dagegen müssen Familien selbst die Kosten tragen. Im Durchschnitt koste eine Kremation etwa zwischen 500 und 600 Franken, so Berto Biaggi. In dieser Summe sei die Urne noch nicht enthalten. Eine einfache Holzurne ist bereits für etwa 40 Franken erhältlich, eine Schmuckurne dagegen ist nach oben unlimitiert.
Wer bezahlt die Kremation?
Aufgrund eines Urteils des Bundesgerichtes (BGE 54 II 90) müssen Familien für die Bestattung aufkommen, auch dann, wenn sie das Erbe ausschlagen. Die Bezahlung der Bestattungskosten gehört zu den familiären Pflichten der Verwandten. «Die Bestattungskosten werden nicht aus dem Nachlass bezahlt, sondern vom Auftraggebenden», erläutert das Präsidialdepartement der Stadt Zürich die Rechtslage.
Was kostet es, eine Katze einäschern zu lassen?
Tiere werden in speziellen Tierkrematorien eingeäschert. Der Preis ist von Krematorium zu Krematorium unterschiedlich und auch abhängig vom Gewicht des verstorbenen Tieres. Beim Tierkrematorium Schafisheim zum Beispiel kostet die Kremation einer fünf Kilogramm schweren Katze 154 Franken. Wird sie zusammen mit anderen Tieren eingeäschert, fallen 93.50 Franken an.