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Den eigenen Kindern beim Lernen zu helfen, kann ganz schön anstrengend sein. Da sind Geduld, Ausdauer und Kreativität gefragt. Dieser Blog zeigt, mit welchen Taktiken das Lernen mit Kindern Spass macht.
Bevor ein Kind überhaupt zu lernen beginnt, braucht es Motivation. Laut dem Elternratgeber mit-Kindern-lernen.ch setzt sich die Motivation eines Kindes aus drei Faktoren zusammen. Erstens muss das Kind das Gefühl haben, dass es heute noch etwas tun muss, zweitens muss es sich dazu in der Lage fühlen und drittens muss dem Kind das Resultat wichtig sein. Ein Kind kann dann das Gefühl haben, dass es die Arbeit nicht tun muss, wenn es sich unterfordert fühlt. In diesem Fall braucht das Kind eventuell eine psychologische Abklärung sowie Sonderförderung. Weiter glaubt das Kind die Arbeit vielleicht nicht erledigen zu müssen, wenn die Hausaufgabe erst in ein paar Tagen fällig ist. Hier müssen Sie dem Kind den Vorteil davon aufzeigen, die Dinge möglichst früh zu erledigen (ganz nach dem Motto zuerst die Arbeit dann das Vergnügen). Das zweite Motivationshindernis (dass sich das Kind nicht in der Lage fühlt die Hausaufgaben zu machen) entsteht, wenn das Kind sich überfordert fühlt. In diesem Fall sollten Sie dem Kind aufzeigen, dass Sie die Aufgabe gemeinsam meistern werden. Wenn Ihrem Kind das Resultat der Hausaufgaben wichtig ist, etwa weil es seine Lehrperson mag, so ist die Motivation gross. Falls nicht, müssen Sie eine andere Methode finden, um die Wichtigkeit des Resultats zu betonen. In diesem Fall helfen etwa Anerkennung oder Belohnungen. Eventuell können Sie dem Kind auch erklären, dass es nie Astronaut wird, wenn es keine Mathematik versteht.
Je nach Kind macht es Sinn, den Lernort zu variieren. Sie können auch einmal im Garten oder in einem Café lernen. Insbesondere für Kinder, die sich schnell ablenken lassen, macht aber ein ruhiger, designierter Arbeitsplatz Sinn. Aber Achtung; falls Ihr Kind schlechte Erinnerungen an den Arbeitsplatz hat, etwa weil hier bereits viele Tränen aufgrund des Lernens geflossen sind, sollten Sie sich einen anderen Platz suchen. So hat das Kind keine negativen Assoziationen. Der Arbeitsplatz sollte zudem ruhig, hell und mit einem gemütlichen Schreibtisch ausgestattet sein.
Es ist wichtig, dass Sie das Lernen Ihres Kindes zeitlich strukturieren. Erstellen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind einen Lernplan. Dieser ermöglicht, dass sich das Kind an gewisse Zeiten hält und dass das Erreichen von Zwischenzielen ersichtlich wird. Versuchen Sie, gewisse motivierende Rituale in den Lernalltag des Kindes zu integrieren. Beispielsweise könnte das Kind jeweils vor Lernbeginn seinen Lieblingssong hören oder ein Glas Fruchtsaft trinken. Es kann auch Sinn machen, dass Sie mit Ihrem Kind kreative Verträge gestalten. Sie können beispielsweise auf einem schön gestalteten Poster festlegen, welche Leistungen Sie vom Kind erwarten und welche Belohnungen das Kind im Gegenzug erhält. Der Vertrag gibt dem Kind das Gefühl, dass Sie es ernst nehmen. Dadurch fühlt es sich aber auch verpflichtet, seinen Teil der Abmachung einzuhalten.
Die Zeiten, in denen Kinder für gute Schulnoten mit Geld belohnt worden sind, gehören zum Glück der Vergangenheit an. Nichtsdestotrotz können Sie Ihre Kinder für ihren Fleiss belohnen. Damit vermitteln Sie dem Kind die Botschaft, dass sich Fleiss im Leben auszahlt. Verzichten Sie aber auf grosse materielle Geschenke. Sinn machen kleine Belohnungen wie etwa das gemeinsame Anschauen eines Films nach einer Stunde gemeinsamem Lernen. Wichtig ist auch, dass Kinder gelobt werden, wenn sie etwas gut machen. Anerkennung für die eigene Leistung motiviert die Kinder. Studien haben allerdings aufgezeigt, dass sich Kinder besonders über Lob bezüglich der Dinge freuen, die sie selbst beeinflussen können. Wenn ich mein Kind beispielsweise für seine Intelligenz lobe (wozu es ja nichts beigetragen hat), ist dies weniger effizient als wenn ich das Kind für seinen Fleiss lobe. Man sollte auch versuchen, das Kind möglichst gezielt zu loben, um gewisse Ziele zu erreichen. Wenn das Kind etwa sehr unselbstständig ist, kann man es loben, sobald es kleine Schritte Richtung Selbstständigkeit macht.
Das regelmässiges Lesen die Basis für viele Fähigkeiten wie Rechtschreibung und Textverständnis ist, ist nichts Neues. Genauso wenig die Tatsache, dass sich einige Kinder mit aller Macht gegen das Lesen wehren. Wie stellen Sie Lesemotivation her? Zuerst einmal sollte das Kind lesen, was ihm Freude macht. Versuchen Sie nicht, dem Kind den Comic auszureden, wenn dieser das Kind interessiert. Ein Comic enthält zwar weniger Wörter als ein Buch, fördert aber allemal die Lesefähigkeit. Empfehlenswert ist etwa die witzige und lehrreiche Comicserie Gregs Tagebuch. Zudem bietet der Buchmarkt viele spannende Alternativen, wie etwa Zeitschriften oder Mitmachkrimis. Falls Sie es schaffen, das Kind von einem spannenden Mehrteiler zu überzeugen, ist das Kind lange versorgt. Eine Möglichkeit, das Kind zum Lesen zu motivieren, besteht darin, mit dem Kind kurz vor dem Schlafen zu lesen. Kinder gehen bekanntlich nicht gerne schlafen und entscheiden sich lieber für das Lesen als das Schlafen. Zudem ergibt sich aus dem täglichen Lesen vor dem Schlafengehen auch ein Ritual, welche Kindern sehr wichtig sind. Es macht Sinn, das Lesen möglichst spielerisch zu gestalten. Basteln Sie etwa ein schönes Lesezeichen mit dem Kind oder verteilen Sie pro gelesenes Kapitel Punkte, die später in Spielzeit eingelöst werden können.
Wer mit Kindern lernt, der muss sehr viel Geduld aufweisen. Insbesondere, wenn das Kind nicht schnell lernt, dürfen die Eltern nicht zeigen, dass sie genervt sind. Wenn das Kind die Enttäuschung und Ungeduld spürt, so wird es nur noch schlechtere Leistungen erzielen. Eine Methode, geduldiger zu sein, besteht darin, sich kleine Etappenziele zu setzen. Wenn Sie merken, dass es eine Weile dauern wird, bis Ihr Kind auf Französisch bis auf zwanzig zählen kann, dann zeigen Sie einfach Freude darüber, wenn es das Kind fehlerfrei bis auf Fünf schafft.
Obwohl sich einige Eltern sehr viel Mühe mit den Kindern geben, stossen sie an ihre Grenzen. Es ist nun mal nicht jeder ein Ass im Erklären von Matheaufgaben, pädagogische Fähigkeiten sind nicht angeboren. Bevor Eltern verzweifeln und sich schlecht fühlen, sollten sie über professionelle Hilfe nachdenken. Wer dem Kind einen Nachhilfelehrer organisiert und die Verantwortung zumindest teilweise abgibt, ist deshalb nicht eine schlechte Mutter oder ein schlechter Vater. Im Gegenteil. So erhöhen die Eltern die Chancen auf eine erfolgreiche Schulkarriere ihrer Kinder. Vielleicht können die Eltern auch einmal an einer Nachhilfestunde teilnehmen und die pädagogischen Tricks der Tutoren anschliessend selbst anwenden.
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