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Ein Unterwassereinsatz mit Metallsonden in einem Osttiroler Alpensee
Unterwegs mit Metallsonden. Ein Foto von Markus Inglin
In einer Höhe von 2436 m.ü.M., vor der eindrucksvollen Bergkulisse des Alkuser Sees, werden seit mehreren Jahren archäologische Grabungskampagnen unter Prof. Harald Stadler und seinem Team des Instituts für Archäologien, Universität Innsbruck, durchgeführt. Die Kampagnen förderten unter anderem bis zu vierzig Zentimeter dicke Kohleschichten zutage, die nicht nur, wie ursprünglich angenommen, in die Römerzeit zurückreichen, sondern teilweise bereits der Laugen-Melaun-Kultur und somit der späten Bronze- und frühen Eisenzeit zuzuordnen sind.
Anstoss für diese wissenschaftlichen Grabungen gab ein Fund, der in den 1970er-Jahren entdeckt worden war: eine beschriftete Steinplatte aus dem 2. oder 3. Jahrhundert nach Christus. 2011 konnten die Archäologen obertägige Strukturen wie Vieheinfriedungen und eine Feuerstelle freilegen, und sie fanden römischen Schmuck sowie römische und prähistorische Keramik. Die Grabungskampagne von 2012 konzentrierte sich zudem auf einen Bereich des Potschepols. Beim Potschepol handelt es sich um ein Plateau, das vermutlich einst als Opferplatz diente. Hier dürften rituelle Handlungen stattgefunden haben, denn es fanden sich verbrannte Knochen, Keramik, Bergkristalle und Eisenobjekte, die mit einer Abdeckung aus Steinplättchen versiegelt waren.
2017 wurden schliesslich die «Swiss Archeodivers» zu den Untersuchungen hinzugezogen. Zwei Tage lang tauchten sie mit Metallsonden den Seegrund ab, was allerdings nur in Ufernähe möglich war, denn bezeichnend für den Alkuser See sind riesige Geröllmassen, die sich während tausenden von Jahren immer wieder von den umliegenden Berghängen lösten und so die Spuren vergangener Epochen unter meterdicken Gesteinsablagerungen begraben haben. Metallsuchgeräte funktionieren nur bis zu einer Tiefe von wenigen Zentimetern, und aus diesem Grund konnten lediglich die Schlammschichten vom Ufer bis in eine Tiefe von 12 Metern genauer untersucht werden. Nebst Unrat fanden sich dort aber nur Metallteile wie eine Schaufel, Nägel und Blechstücke aus den letzten zwei Jahrhunderten.
Die Suche an Land - ebenfalls mit Metallsuchgerät - förderte immerhin noch einen römischen Schuhnagel sowie eine Musketenkugel ans Tageslicht.
Die Untersuchungen am Alkuser See gehen weiter.
Projektleitung: Adelrich Uhr
Jahr: 2017
Ort: Alkuser See, Innsbruck
Taucher: Adrian Bogdan, Markus Inglin, Fabian Kohlas, Boebi Kull, Benno Schüpfer, Adelrich Uhr
Maximale Tauchtiefe: 36 Meter
Detaillierter Projektbericht (nur intern einsehbar): Adelrich Uhr
Zusammenfassung: Daniela Wiesli