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Imperatriz Leopoldinense sorgt für humorvolles Eintauchen in Kultur des Nordostens
Humorvoll, mit detailreichen Kostümen und prächtigen Allegorien präsentierte sich Imperatriz Leopoldinense. Auch sie hat sich der Kultur des Nordostens Brasiliens gewidmet und mit einer gelungenen Parade aufgewartet. Aufgeknüpft hat sie ihr Thema anhand von „Cordeis“, einer eigenen Literaturform der Region, und der Geschichte des Lampião.
Samba-Enredo 2023 (Themen-Samba)
O aperreio do cabra que o Excomungado tratou com má-querença e o Santíssimo não deu guarida
Das Leiden der Ziege, durch die Exkommunizierten mit Böswilligkeit behandeln
Mitwirkende: 3.000
Alas (Themen-Gruppen): 24
Allegorische Wagen: 5
Tripets: 2
Lampião war eine umstrittene Figur. Er führte im Sertão, einer halbwüstenähnlichen Region des Nordostens Brasiliens, eine marodierende Bande an. Die einen verteufelten ihn wegen seiner Überfälle und Greueltaten. Andere wollen ihn als eine Art Robin Hood sehen. Bei Imperatriz ging es jedoch nicht um die Frage wer er war, sondern wohin es mit ihm nach dem Tod ging, in den Himmel oder in die Hölle.
Erzählt hat Imperatriz die Geschichte in Form anhand von „Cordeis“. Cordeis sind eine Eigenart des Nordostens Brasiliens. Es sind in Reimform erzählte Geschichten oder Gedichte, die in kleine Heftchen gedruckt und an Leinen zum Verkauf aufgehängt werden.
Cordeis sind eine Volkskunst, Karnevalsdirektor Leandro Vieira hat deshalb auf die Umsetzung im Stile eines Volkstheaters gesetzt und ebenso auf Humor.
Die Frage, ob der legendäre Lampião nach seiner Erschießung im Himmel oder in der Hölle gelandet ist, hat Imperatriz nicht wirklich beantwortet. Ein allegorischer Wagen zeigte die Grenzen zur Unterwelt mit Löcher grabenden Gürteltieren, Totenschädeln und rot-orangenen Feuerzungen.
Bei der nächsten Allegorie diskutierte Lampião dann bei einer Tasse Tee mit Petrus und sorgte schließlich im Himmel für ein Durcheinander.