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Aktualisiert: 15. Okt 2019
Der ausschlaggebende Unterschied zwischen Rosé, Weißwein und Rotwein, welcher auch die Farbgebung beeinflusst, findet sich in der Verarbeitung der Weintrauben nach der Lese.
Weißwein
Klassische Weißweine, so etwa Sauvignon Blanc, Chardonnay oder Riesling, müssen relativ schnell verarbeitet werden. Dafür werden die Trauben gepresst und die Stiele hierbei in der Regel entfernt, da diese für den Weißwein unerwünschte Bitterstoffe haben. Eine kühle Verarbeitung ist wichtig, damit die Gärung nicht ungewollt zu früh einsetzt. Nach dem Pressen der Trauben wird lediglich der Saft (auch Traubenmost genannt), ohne Schalen und Kerne, für den Gärungsprozess verwendet. Deshalb bezeichnet man die Herstellung von Weißwein auch Mostgärung. Im Normalfall werden für Weissweine weiße Trauben verwendet. Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Gewürztraminer und Grauburgunder entstehen beispielsweise aus Trauben mit rötlicher Schale.
Rotwein
Rotweintrauben werden nach der Lese nicht gepresst. Die Trauben, aus denen Rotwein erzeugt wird, sind eigentlich nicht rot sondern blau, meist richtig dunkelblau bis violett. Die Trauben werden manchmal entrappt (das heißt vom Stiel getrennt) und mehrheitlich als ganzes mit Stiel, Schalen und Kernen für die Gärung als Maische verwendet, weshalb man hierbei auch von einer Maischegärung spricht. Bei diesem Prozess lösen sich unter anderem Phenole und Tannine aus den Schalen. Diese geschmacksgebenden Verbindungen sind in in beliebten Rotwein-Sorten wie etwa Merlot, Tempranillo oder Pinot Noir durchaus erwünscht. Außerdem werden während dieses Prozesses auch Farbstoffe aus der Schale gelöst, welche für die rötliche Färbung des Weines sorgen.
Roséwein
Fälschlicherweise wird meistens angenommen, dass Rosé eine Mischung aus Rot- und Weißwein ist und daher seine rosa Farbe erhält. Es gibt Mischungen der beiden Weine, diese werden allerdings als Schaumwein oder Rotling bezeichnet. Ähnlich wie Rotwein, wird Rosé durch eine Maischegärung hergestellt. Diese erfolgt jedoch verkürzt und die die farbgebenden Schalen der roten Trauben werden nach einer Zeit aus der Maische heraus genommen. Somit wird die Färbung des Weines gestoppt. Eine weitere Möglichkeit Rosé zu produzieren ähnelt dem Herstellungsprozess des Weißweins. Die Trauben werden dazu nach der Lese gepresst und danach ohne Schale vergoren. Nur wenige Farbstoffe gelangen somit aus den Schalen der Trauben in den Most und es entsteht ein sehr heller Rosé.
Die Farbe von Rosé, Rot- und Weißwein hat also weniger mit verschiedenen Traubensorten zu tun, wie meist angenommen, als vielmehr mit der unterschiedlichen Verarbeitung der Trauben als Most- oder Maischegärung.
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