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(vergl. den betr. Abschnitt im Artikel über den Kanton Solothurn). Von allgemein vaterländischen Verbänden bestehen in Solothurn rührige Sektionen der schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft, des schweizer. Gemeinnützigen Frauenvereins, des Gewerbevereins und des kaufmännischen Vereins, welch letztere zwei ganz besonders auch die Weiterbildung ihrer Mitglieder im Auge haben und durch berufliche Prüfungen das Ansehen ihres Standes zu heben sich alle Mühe geben. Ornithologische und Gartenbaugesellschaften, sowie Jagdschutzvereine wenden ihre Aufmerksamkeit mehr praktischen Zwecken zu. Eine Reihe religiöser Vereine, Brüderschaften, Kongregationen u. s. w., die z. T. in alte Zeit zurückdatieren, treten wenig an die Oeffentlichkeit. Zahlreich sind Schützengesellschaften und Turnvereine. Im gemütlichen Solothurn ist auch die Zahl derjenigen Vereinigungen nicht klein, die die Förderung von geselliger Fröhlichkeit zum Zwecke haben. Zu den beliebtesten zählt die Narrenzunft Honolulu, wie der selige «Postheiri» die Stadt Solothurn benannte, welche sich seit der Erbauung des Konzertsaales durch die Veranstaltung von Ballfesten grossen Stiles einen Namen gemacht hat.
Geschichtliche Uebersicht.
Nach einer frommen Ueberlieferung sind ums Jahr 300 die von Agaunum (Saint Maurice) im Wallis hierher geflüchteten Thebäer Ursus und Viktor mit ihren Genossen durch den römischen Statthalter Hirtacus ihres christlichen Glaubens wegen gemartert und schliesslich enthauptet worden. Die St. Peterskirche an der O.-Seite des Klosterplatzes soll die Stelle bezeichnen, wo die Märtyrer, die sich ihre Häupter wieder auf die Schultern gesetzt und von Dreibeinskreuz w. der Stadt auf der Aare schwimmend den langen Weg zurückgelegt haben sollen, ihre letzte Ruhe gefunden hätten. Im 5. Jahrhundert trieben die Alemannen die Römer aus ihrem helvetischen Besitz.
Die Urbewohner kämpften vereint mit den Burgundionen gegen die Eindringlinge, vermochten sich ihrer aber nicht zu erwehren. Erst Chlodwig, der kraftvolle Frankenkönig, bezwang die alemannischen Horden. Nun wurde das Castrum Solodorense wieder bezogen und innerhalb der Mauern die St. Stephans-Kapelle errichtet, die erst zu Ende des 19. Jahrhunderts in ein Wohnhaus umgebaut worden ist. Ausserhalb des Castrum erhob sich zur Zeit der Karolinger ein zweites Gotteshaus auf einer östl. vom befestigten Platz aufragenden Anhöhe, die durch ein Bachbett und eine Schlucht von jenem abgetrennt war. Es war dem Andenken der thebäischen Märtyrer Ursus und Viktor und ihrer Genossen geweiht und stand am gleichen Fleck, wo heute das St. Ursusmünster sich befindet.
Nach 1200 wurde Solothurn freie Reichsstadt. Jetzt legte man um einen weit grössern Landkomplex herum Wall, Türme und Graben an, wodurch die Stadt Solothurn nach W., N. und O. zu der Grösse gebracht ward, die sie nachher Jahrhunderte lang beibehielt. Die Kleine Stadt (Vorstadt) am rechten Ufer der Aare stand durch eine und später durch zwei Brücken mit der grössern linksufrigen Siedelung in Verbindung. Aus dieser Zeit bedeutender baulicher Entwicklung sind noch eine Anzahl von im Laufe der Zeiten stark veränderten Bauten erhalten, wie z. B. der Zeitglockenturm, das Franziskanerkloster u. a. m.
Im Jahr 1318 wurde Solothurn durch Herzog Leopold von Oesterreich vergeblich belagert. 1481 trat die Stadt in den Bund der Eidgenossen. Kurze Zeit nachher erstanden die heute noch vorhandenen, so überaus charakteristischen Muttitürme an der NW.- und NO.-Ecke, sowie das Baslertor am O.-Eingang von Solothurn.
Die Stadt erhielt eine besondere Bedeutung, als in ihr von Franz I. weg bis auf Ludwig XVI. Frankreichs ständige Ambassadoren residierten. Es hat dies auch auf den architektonischen Charakter der Stadt einen grossen Einfluss gehabt. Die Gotik musste vielfach dem jeweiligen Geschmack der französischen Herrscher weichen. Seit 1667 wurden nach dem Vauban'schen System mächtige und hohe Schanzen um die Stadt herum gelegt, die seit den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts zum grössten Teil abgebrochen worden sind, sodass sich davon bloss noch ¶
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die lindengekrönte St. Ursenbastion am NO.-Ende der Stadt erhalten hat.
Die von 1838 an erfolgende Erweiterung der Stadt über die fallenden Wälle und sich füllenden Gräben weg zeitigte neue Quartiere besonders im W., N., S. und NO. Ringsum von Mauern eingefasste stattliche Landhäuser mit ausgedehnten Gärten, Wiesen und Parkanlagen sind im St. Josephs-Quartier seit Generationen im Besitz der nämlichen Familien. Ein Frauenkloster im O., sowie zwei Frauenklöster und ein Männerkloster nördl. der Stadt bedecken gewaltige Komplexe und drängen die bauliche Entwicklung weiter an die Peripherie.
Die in Solothurn immer festern Fuss fassende Uhrenindustrie hat die rasche Erweiterung der Stadt gegen W. und NW. nach Bellach und Langendorf hin zur Folge gehabt.
Altertümer.
Anlässlich der Abtragung der Wälle fand man eine Lanzenspitze aus Bronze und bei Kanalisationsarbeiten Trümmer von Töpferwaren aus der ersten Eisenzeit. Fibeln aus der ersten La Tène Zeit und keltische Münzen deuten auf eine frühzeitige Siedelung vor der Zeit der Römerherrschaft. Die Römer erstellten das Kastell Salodurum, von dem man heute noch Mauerreste sieht (z. B. in der Löwengasse). In der Mauer eines Hauses an der Schaalgasse hat man einen Stein gefunden, der vom Hermesbühl und dem dort stehenden Merkurtempel stammen muss, und dessen Inschrift anzeigt, dass Opilius Restius, Soldat der 22. Antoninischen Legion, mit der Hut des Vicus Salodurum betraut war.
Von den übrigen in Solothurn gefundenen römischen Inschriften nennen wir den zur Zeit von Caracalla errichteten Meilenstein und die zahlreichen Votivtafeln, die bei der Restauration des St. Ursusmünsters zutage gekommen sind. Reste von Römerbauten hat man auch ö. der heutigen Stadt, nahe der Kathedrale, in der Hauptgasse, nahe der Dreibeinskreuzkirche und am Schöngrün, sowie Römergräber bei der Kathedrale und bei Dreibeinskreuz aufgedeckt. Die Steinbrüche von Solothurn wurden schon von den Römern ausgebeutet. Unter den zahlreichen Einzelfunden heben wir hervor einen Commoduskopf (nahe dem Dunantkäppeli) und eine 75 cm hohe Venusstatue in weissem Marmor. Germanengräber sind nahe der St. Stephanskapelle und auf dem Zeughausplatz zum Vorschein gekommen. Nahe der Kathedrale fand man im Jahr 1762 etwa 200 Münzen aus der Zeit der Karolinger und der Ottonen.
Die etymologische Erklärung des Namens Solothurn hat zu mancherlei seltsamen Hypothesen geführt. Alte Formen sind: 219 (auf dem Epona-Monument) Salodurum;
im 9. und 10. Jahrhundert ebenfalls Salodurum, dann Salotarum, Soloturum, Salatarn, Solatren.
Solauro (woher französ. Soleure), Soloturn. Der Name ist heute noch nicht befriedigend erklärt.