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Am 8. Juni war der Welttag der Ozeane. Sie setzen sich seit gut 30 Jahren für den Schutz der Meere und seiner Bewohner ein. Welche Erfolge sind Ihnen besonders wichtig?
Es gibt keine Delfinarien mehr in der Schweiz, und 2012 wurde ein Importverbot für Delfine eingeführt. Gemeinsam mit anderen haben wir erreicht, dass Fischprodukte deklariert werden müssen, um zu verhindern, dass Lebensmittel aus der illegalen Fischerei importiert werden. Und wir haben massgeblich dazu beigetragen, dass das Walfangmora-torium noch immer existiert.
War das denn infrage gestellt?
Oh ja. Die Walfangländer versuchen seit Jahren, das Moratorium zu kippen. Zur Illustration: Vor der Einführung 1986 wurden jedes Jahr über 30 000 Wale getötet, heute sind es insgesamt nicht mal mehr 3000. Es ist also äusserst wirksam.
Japan hat sich im vergangenen Jahr von der internationalen Walfangkommission zurückgezogen und will nun wieder kommerziell Wale jagen – allerdings nur vor den eigenen Küsten. Wie bewerten Sie das?
Wir können nicht sicher sein, dass Japan sich auf die nationalen Gewässer beschränkt; kürzlich etwa wurde eines ihrer Walfangschiffe in Mauritius gesehen. Zudem ist ein verheerendes Signal: Mit diesem Rückzug hat Japan im Grunde das Gleiche gemacht wie US-Präsident Trump beim Klimaabkommen. Aber die Weltgemeinschaft kann sich die Erde nur mithilfe von internationalen Prozessen friedlich teilen – und die stehen seit ein paar Jahren stark unter Druck. Dabei ist es immer besser, gemeinsam an einem Tisch zu diskutieren, als davonzulaufen und einfach zu tun, was man will.