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Er hat es in sich: Artikel 21 Abs. 2 BöB im Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB). Dieser legt fest, unter welchen Bedingungen ein Freihänder zulässig ist.
Der Artikel macht es möglich, dass die Verwaltung unter sehr vielen Umständen einen Auftrag freihändig vergeben darf, beispielsweise, weil es aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll wäre, den Partner zu wechseln, wenn "substanzielle Mehrkosten" drohen. Oder bei einem Prototypen.
Das VBS nutzte diesen Passus für einen "Prototyp App für Angehörige der Armee" für die "Entwicklung von Transaktionsverarbeitungssoftware und kundenspezifischer Software", wie es auf Simap hiess. Der App-Prototyp soll 1,1 Millionen Franken kosten können.
Aber könnte man gerade einen Prototypen nicht im offenen, oder allenfalls selektiven Verfahren ausschreiben, um Leistungen, Know-how und Preise vergleichen zu können? Wîr fragten bei Armasuisse nach.
Was ist für Armasuisse der konkrete Vorteil des Freihänders für einen Prototypen, der eine Million kosten soll, im Vergleich zu einem offenen oder selektiven Verfahren? "Es handelt sich um eine Erweiterung eines bestehenden Systems mit neuen Funktionalitäten, deren Ursprung auf einer WTO-Ausschreibung von 2019 basiert. Der Vorteil ist somit wirtschaftlicher Natur", so eine VBS-Sprecherin auf Anfrage.
Den Zuschlag erhielt die Berner Firma Nexplore für eine Million Franken zusammen mit Lupina, welche für 100'000 Franken die Koordination der Anspruchsgruppen übernimmt.
2019 erhielten die beiden jetzigen Gewinner in einer WTO-Ausschreibung den Zuschlag für MIL Office 5, eine Lösung mit welcher die Truppe während des Dienstes diverse Verwaltungsaufgaben erledigt, wie Simap und Intelliprocure zu entnehmen ist.
Nun ist eine Million Franken für einen Prototypen einer App keine Kleinigkeit. Auf die Frage, was spezifisch die Kosten begründet, antwortet das VBS: "Die Kostentreiber sind die Komplexität und die Softwareentwicklung innerhalb der Schweiz, sowie die Authentifizierung und die aufzubauende Architektur."
Die App werde an bestehende Systeme angebunden, welche mit der Verwaltung der Angehörigen der Armeen sowie der Zwei-Faktor-Authentifizierung zu tun haben.
Nun kann man von einem Prototypen auch enttäuscht werden. Was ist der konkrete Schritt des VBS, nachdem der Prototyp entweder brauchbar oder unbrauchbar ist? "Die erarbeiteten logischen Prozesse sowie die Schnittstellen zu den Umsystemen können in jedem Fall genutzt werden. Diese machen auch zwei Drittel der entstehenden Kosten aus", so die Antwort.