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Vor 120 Jahren verschwand das Basler Rösslitram. Es musste dem neuen, elektrisch angetriebenen Staatstram weichen, das auf Schienen durch die Basler Innenstadt fuhr.
Am frühen Morgen des 29. Mai 1895 erlebte das Gundeldingerquartier ein wohl einmaliges Schauspiel. Das erste Tramdepot Basels beim damaligen Hauptsitz von Settelen an der Solothurnerstrasse wurde geräumt. Um vier Uhr in der Früh machte sich ein grosser Teil des Wagenparks mit knapp 50 Pferden auf die zweitägige Reise nach Winterthur, wo das Rösslitram drei Tage später seinen Betrieb aufnahm. In Basel wurde es nicht mehr gebraucht, denn seit dem 6. Mai verkehrte ein schienengebundenes, elektrisches "Staatstram" durch die Stadt. Doch wie kam es zu dieser technologischen und organisatorischen Umwälzung?
Die erste Schweizer Stadt mit einem Rösslitram war Genf. Private Investoren hatten sich um eine Konzession bemüht. Die rund drei Kilometer lange Strecke vom Place Neuve nach Carouge wurde am 19. Juni 1862 eröffnet - und die "Société des Tramways de Genève à Carouge" startete erfolgreich: Im ersten Betriebsmonat nutzten weit mehr als 100 000 Passagiere das moderne, schienengebundene Verkehrsmittel.