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«Tausche für sechs Wochen Wohnung in New York (inkl.Pflanzen giessen und Hund füttern) gegen ein Appartement in Paris » Mit diesem Inserat in der Herald Tribune sucht der hochbezahlte aber gestresste Psychoanalytiker Henry Harriston (William Hurt) etwas Ruhe vor seinen Patienten und seiner Verlobten Lisbeth Honeywell. Die Tänzerin Béatrice Saulnier (Juliette Binoche) hat gleichermassen genug von ihren zahlreichen Liebhabern und nimmt das Angebot an. Kaum in New York angekommen, klopft bereits der erste Patient an ihre Tür und sie hört sich eher widerwillig seine Leidensgeschichtean. Mit Hilfe von Anne, ihrer einzigen Freundin in New York, lässt sie sich darauf in die schlichten Geheimnisse der Psychoanalyse einführen und findet langsam Gefallen daran, Henrys Patienten zu therapieren.
Henry liest derweil in Paris die Briefe ihrer Verehrer und macht kurz darauf die unfreiwillige und schmerzhafte Bekanntschaft mit einem davon und findet einen weiteren in ihrem Bett. Nach einem Wasserrohrbruch in der heruntergekommenen und unordentlichen Wohnung hat er schliesslich genug und kehrt entnervt nach New York zurück. Hier muss er zu seiner Verwunderung feststellen, dass Béatrice zusammen mit Anne vorübergehend seine Praxis übernommen hat und seine Patienten plötzlich alle viel glücklicher aussehen. Er kommt vorläufig bei seinem Bruder Dennis in Brooklyn unter und meldet sich selber unter dem Namen John Wire als Patient in seiner eigenen Praxis an. Unfähig, seine wahre Identität preiszugeben, wird er vom sanften und offenen Wesen von Béatrice bald gefangengenommen und die Beziehung zu seiner neuen Therapeutin entwickelt sich langsam zu einer Liebesbeziehung, die sich aber beide nicht eingestehen wollen und können. Erst als Béatrice schliesslich nach Paris zurückkehrt, reist er ihr nach und die Geschichte findet endlich ihren glücklichen Abschluss.
Was zuerst als eine romantische Komödie daherkommt und einen dank der Ähnlichkeit von Juliette Binoche mit Sandra Bullock an den Film «While you were sleeping» erinnern lässt, entpuppt sich zunehmend als eine schwerfällige und langatmige Liebesgeschichte zwischen einem introvertierten Psychiater, der eine Therapie selber dringend nötig hätte und einer lebenslustigen Tänzerin, die nicht so recht in die ihr vom Drehbuch zugewiesene Rolle passen will. Besonders deutlich wird dies in der Szene, als John Wire zum ersten Mal bei Béatrice auf der Couch liegt und sich beide (noch) nichts zu sagen haben. Béatrice streut einige «Mmh» und «Yes» ein und entschuldigt sich anschliessend für Ihre schlechte Therapie. Die Szene ist überlang und wirkt unglaubwürdig und reichlich an den Haaren herbeigezogen. So richtig in Fahrt kommt der Film erst gegen den Schluss, als sich Henry seiner Liebe für Béatrice endlich bewusst wird und der Plot einige überraschende Wendungen nimmt. Die letzte Szene wirkt dann aber wieder so unbeholfen und konstruiert, dass man an der ganzen Geschichte zu zweifeln beginnt.
Heinz Gnehm
Angaben zum Film
Bewertung: **...