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Auf Ebay habe ich günstig sechs alte Münzen gekauft. Die älteste Münze stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert und ist ein kleines Vermögen wert. Insgesamt schätze ich diese Münzen auf etwa 3000 bis 5000 Franken. Und jetzt kommt das Beste: Für die Münzen habe ich nur einen Franken bezahlt (plus sieben Franken Porto).
Ich sage immer: «Kaufe günstig, verkaufe teuer.» Mit dieser Devise bin ich im Leben schon sehr weit gekommen.
Ich legte die Münzen in mein Brillenetui und fuhr zur Erwin Dietrich AG am Werdmühleplatz. Ein dicker Münzenexperte stand im Laden und ignorierte mich lange. Ich räusperte mich und zeigte auf meine Münzen: «Ich habe diese Münzen für 6000 Franken gekauft und möchte sie für 5000 Franken verkaufen.» So steigt man immer in Preisverhandlungen ein. Der Typ nahm meine alten Münzen in die Hand und sagte gleich: «Alle gefälscht.»
Natürlich war ich perplex. Draussen guckte ich meine Münzen nochmals genauer an. Bei einer stand am Rand «Replica». Das kann natürlich alles heissen.
Ich ging auf die Regionalwache. Beim Empfang sass eine Polizeifrau, die aussah wie meine Mutter. Ich zeigte ihr die Münzen und fragte, ob ich mich damit strafbar mache.
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Ich ging auf die Regionalwache City. Beim Empfang sass eine ältere Polizeifrau. Sie sah aus wie meine Mutter. Ich zeigte ihr die Münzen und fragte sie, ob ich mich damit strafbar mache. Sie guckte mich fragend an. Ich erklärte ihr, dass diese Münzen angeblich alle gefälscht sind. Die Polizistin, die wie meine Mutter aussah, belehrte mich: Verkaufen darf ich sie nicht, aber verschenken.
Na toll. Verschenken wir sie also. Aber wem? Vielleicht meinen Kindern, wenn sie irgendwann einmal eine gute Note nach Hause bringen? Vielleicht meiner Frau, wenn sie mich ranlässt?
Traurig ob dieser Entwicklung ging ich auf den Lindenhof. Ich begann leise zu weinen. Ich wollte doch mal so richtig absahnen – wenigstens einmal in meinem erbärmlichen Leben.
Traurig ob dieser Entwicklung ging ich auf den Lindenhof. Ich begann leise zu weinen. Ich wollte doch mal so richtig absahnen – wenigstens einmal in meinem erbärmlichen Leben.
Ich schaute zwei Männern beim Schachspielen zu. Sie bewegten die grossen Figuren so lange, bis alle Schachfiguren in der Dunkelheit schwarz aussahen und das Spiel keinen Sinn mehr machte.
Dann stellten sie die Könige, Läufer und Springer wieder brav in die Kiste zurück und entfernten sich. Ich guckte ihnen noch lange nach. Was jetzt? Saufen gehen? Endlich eine konstruktive Idee.
Die Münzen habe ich übrigens unter der Schachfiguren-Kiste versteckt. Wer sich hinkniet und den wertlosen Schatz hervorholt, darf ihn behalten. Die Münzen aber bitte nicht verkaufen – das ist nämlich verboten. Sonst kommt die Polizei, die so aussieht wie meine Mutter.