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Portrait
Merkmale
Goldschakal (Canis aureus)
- Aussehen: hundeartiger, der einem Fuchs ähnelt, aber gegenüber einem Fuchs hochbeiniger und kräftiger gebaut, mit kürzerem Schwanz (20–30 cm) und goldbrauner Rückseite der Ohren (beim Fuchs schwarz). Im Vergleich zum Wolf graziler gebaut mit deutlich feinerer Schnauze. Fellfarbe sehr variabel, meist goldfarbig bis gelbbraun, mit dunkel melierter Seiten-/ Rückenpartie und Gesichtsmaske, mit weissen Flecken um Fang, Kehle und Brust. Schwanz oft mit dunkelster, bis schwarzer Färbung.
- Größe: Kopfrumpflänge 80–105 cm, Schulterhöhe 44–50 cm. Männchen leicht grösser als Weibchen
- Gewicht: Männchen 11–16 kg, Weibchen 8–13 kg
- Lebenserwartung: bis zu 8 Jahren in freier Wildbahn
Status und Gefährdung
Gesetzlicher Status:
- Jagdgesetz, JSG (SR 922.0): geschützt
- Berner Konvention: nicht gelistet
- EU Habitat Direktiven: Anhang V (Tierart von gemeinschaftlichem Interesse, deren Entnahme und Nutzung Gegenstand von Verwaltungsmassnahmen sein kann)
- Washingtoner Artenschutzabkommen, CITES (FR, EN): Appendix III (nur indische Population, Rest nicht gelistet)
- Schutz Status CH: nicht gelistet
Rote Liste gefährdeter Arten:
Die Art ist in der Schweiz noch nicht etabliert. Mögliche Gefährdungen bestehen durch illegale Tötungen, Fehlabschüsse und Kollisionen mit Fahrzeugen.
Raum- und Sozialstruktur
Der Goldschakal ist äusserst anpassungsfähig was den Lebensraum angeht. Bevorzugt lebt er in reich strukturierten Gebieten und in der Nähe von Gewässern bzw. in Feuchtgebieten, wo sie genügend Schutz und Nahrung finden. Der Goldschakal kann auch in Siedlungsnähe vorkommen. Was er aber meidet sind dichte Siedlungen, Höhenlagen mit lange geschlossener Schneedecke und intensiv betriebene Landwirtschaftsgebiete ohne Deckung. Ausserdem werden Gebiete mit Wölfen häufig gemieden, denn diese können Goldschakale bei Aufeinandertreffen töten.
Goldschakale sind grösstenteils nachtaktiv. Sie leben entweder allein, in Paaren oder auch in kleinen Rudeln. Der Verbund als Paar oder im Rudel macht sie zu erfolgreichen Jägern und sie können so auch grössere Beutetiere erlegen. Goldschakale leben meist in lebenslanger Treue zusammen. Reviere erreichen eine Grösse von ca. 5–15 km² und werden gemeinsam verteidigt.
Fortpflanzung
Die Ranzzeit dauert in Europa von Januar bis Februar. Nach einer Tragzeit von ca. 60 Tagen, kommen meist 4-5 Junge zur Welt. Es wurden aber bereits Würfe mit bis zu 12 Jungtieren dokumentiert. Weibchen erreichen die Geschlechtsreife im Alter von 10–11 Monaten, Männchen im Alter von 21–22 Monaten. Die Jungtiere wandern kurz vor der Geburt des nächsten Wurfes grösstenteils ab. Einige Individuen bleiben im Familienrudel und helfen bei der Aufzucht der neuen Jungtiere. Abwanderungen können über 200 km erreichen.
Nahrung
Der Goldschakal ist Allesfresser und kann dadurch viele Nahrungsquellen nutzen. Ähnlich dem Fuchs frisst er kleine Beutetiere wie Nager, Amphibien, Reptilien, Hasen oder Vögel. Er nutzt aber auch Aas und pflanzliche Nahrung. Im Paar oder in der Familiengruppe ist der Goldschakal in der Lage, größere Beutetiere, wie zum Beispiel Rehe zu erbeuten.
Geschichte in der Schweiz
Der Goldschakal ist kein Neozoe: Er wurde nicht vom Menschen in ein anderes Verbreitungsgebiet gebracht. Der Goldschakal ist in weiten Teilen Arabiens, Indiens, des Nahen Ostens über die Türkei bis nach Europa heimisch. In Europa kam er ursprünglich nur in Südosteuropa vor. Er profitiert aber vom menschen-verursachten Fehlen des Wolfes in weiten Teilen Europas, der Klimaerwärmung und der Fragmentierung der Wälder. Durch diese und weitere Faktoren konnte der Goldschakal sein Verbreitungsgebiet etwa seit den 50er Jahren gegen Mitteleuropa ausdehnen. In den Jahren 2015-16 gab es bereits die ersten Nachweise in West- und Nordeuropa. Im November/Dezember 2011 erfassten erstmals Fotofallen einen Goldschakal in der Schweiz. Danach gab es eine Pause bevor Ende 2015 erneut ein Goldschakal nachgewiesen wurde. Seither gibt es immer wieder einzelne Nachweise von Goldschakalen in der Schweiz.
Mensch und Goldschakal
In der Gruppe sind Goldschakale fähig grössere Beutetiere, z.B. auch Nutztiere zu erlegen. Dies könnte zu Konflikten mit der Landwirtschaft, aber potenziell auch mit der Jägerschaft führen.