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Agricola als Mineraloge
Seit Beginn der menschlichen Kultur haben Minerale und Gesteine als Rohstoffe eine strategische Rolle gespielt. Bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. kannte man in Mesopotamien und im Mittelmeerraum den Erzbergbau. Ernsthafte Versuche, Minerale zu klassifizieren, unternahmen die Griechen und Römer: Aristoteles, Theophrast und Plinius beschrieben die damals bekannten Mineralarten. Der Begriff "Mineral" findet sich erstmals bei Albertus Magnus (1193 -1280). Seine Schrift De rebus metallicis et mineralibus mag als ein erster Versuch gelten, eine vollständige Systematik der Minerale zu entwickeln.
Georgius Agricola fasst in seinem Werk De natura fossilium das gesamte damalige Wissen über die unbelebte Natur zusammen. Trotz seiner elementaren Bestimmungsmethoden stellt er ein umfassendes System auf und klassifiziert Steine und Minerale erstmals nach ihren natürlichen Eigenschaften. Man hat daher Agricola auch als "Vater der Mineralogie" bezeichnet.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts kursierten in der Mineralogie an die 30 verschiedene Systeme. Auch Agricolas Systematik war teilweise in Gebrauch, sein Buch De natura fossilium geriet jedoch in Vergessenheit, bis Abraham Gottlob Werner (1749-1817) erneut auf die Bedeutung dieses Werkes hinwies.