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Nachdem wir jetzt die Funktionsweise einer mechanischen Handaufzugsuhr genau analysiert haben, gehen wir nun zur Automatikuhr über.
Ein Automatikuhrwerk funktioniert grundsätzlich gleich wie ein Handaufzugsuhrwerk, das wir im vorhergehenden Artikel erklärt haben. Deshalb werden wir hier die Geschichte der mechanischen Verbesserung und die detaillierte Funktionsweise erklären.
Das nachstehende Beispiel ist eine mechanische Automatikuhr.
Wann wurde das mechanische Automatikuhrwerk entwickelt?
Tauchen wir ein bisschen in die Geschichte ein. Auch wenn die Historiker sich nicht auf einen Erfinder des mechanischen Automatikuhrwerks einigen konnten, ist zu bemerken, dass es schon lange existiert – ob es nun Abraham Louis Perrelet (1777) oder Huberet Sarton (1778) war. Jedenfalls ist es dem Franzosen Pierre Joseph de Rivaz (aus der gleichen Zeit) zu verdanken, dass dieses Prinzip zum ersten Mal in eine Uhr integriert wurde. John Harwood perfektionierte diese Integration anschließend Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Uhrmacher und Uhrenhandwerker entwickelte in Bolton in der Nähe von Manchester (England) die erste Armbanduhr mit Automatikuhrwerk.
Bei diesem System war ein Gewicht verbaut, das eine Hin- und Herdrehung um 130 ° durchführte, wenn sich der Träger der Uhr bewegte. Dieses Foto zeigt John Harwood und ein Beispiel seines Uhrwerks:
1930 verbesserte Rolex dieses System für das legendäre Modell Oyster Perpetual durch Einbau eines halbkreisförmigen Gewichts in der Mitte des Uhrwerks, was eine Drehung um 360 ° ermöglichte. Die berühmte Schweizer Marke erhöhte zudem ebenfalls die Menge der in der Feder gespeicherten Energie und erreichte somit eine Laufzeit von 35 Stunden.
Heute haben mechanische Automatikuhren eine Gangreserve zwischen 30 Stunden und mehr als einem Monat. Dies hängt stark von der Art des Uhrwerks ab, denn die Gangreserve ist dabei jeweils unterschiedlich.
Hauptbestandteile
Bevor wir erklären können, wie ein mechanisches Automatikuhrwerk überhaupt funktioniert, sollten wir uns die wichtigsten Bestandteile erst einmal näher ansehen:
Rotor
Der Rotor ist ein halbkreisförmiges Gewicht, das am Uhrwerk angebracht ist. Wir nennen ihn auch schwingendes Organ. Es dreht um 360 ° mit den Bewegungen des Handgelenks und ermöglicht somit über eine Serie Mechanismen das Aufziehen der Feder, wodurch der Uhr die nötige mechanische Energie zugeführt wird.
Wender
Der Wender befindet sich zwischen dem schwingenden Organ und dem Räderwerk. Dank ihm kann der Rotor den Selbstaufzug unabhängig von der Drehrichtung des schwingenden Organs bewegen. Es gibt verschiedene Wender, wobei der bekannteste jener mit montierten Sperrkegelrädern ist. Er besteht aus zwei Rädern mit einem oberen und unteren Rad. Dazwischen arbeiten die Sperrkegel ohne Feder (d), die das eine oder andere Rad je nach Drehrichtung entsperren.
Krone
Die Krone des Aufzugs ist ein Knopf oder ein Rad, das ausserhalb des Urgehäuses das Uhrwerk anstossen kann. Durch Ziehen oder Stossen der Krone können je nach Position die verschiedenen Optionen angewählt werden. Für eine Standardautomatikuhr (ohne weitere komplexe Elemente) gibt es zwei Positionen: 1) Die Krone ermöglicht ein Aufziehen von Hand (der Feder) der Uhr, wenn wir daran drehen. 2) Die Krone ermöglicht die Zeiteinstellung.
Die Feder
Sie ist die mechanische Energiequelle der Uhr. Sie wird auch Antriebsfeder genannt. Dabei handelt es sich um ein Band, in dem Energie gespeichert wird, wenn es gespannt ist. Diese wird wieder abgegeben, wenn sie sich durch Drehen der Zahnräder entspannt.
Antriebssystem
Das ebenfalls Räderwerk genannte Antriebssystem überträgt die in der Feder gespeicherte Energie über verschiedene Räder bis zum Hemmungsrad.
Hemmungsrad
Dies ist das Resonanzorgan der Uhr. Das Ankerrad ist Teil der Hemmung und lässt die von den Rädern aufgefasste Energie intermittierend und regelmäßig zum Anker entweichen. Um die Reibung zwischen Ankerrad und Anker zu vermindern, wurden Paletten aus künstlichem Rubin zum Anker hinzugefügt. Das Ticktack der Uhr ist einzig das Geräusch, das diese Paletten auf den Zähnen des Hemmungsrads produzieren. Dieses System heißt «Schweizer Ankerhemmung» und wird heute noch in zahlreichen Uhrwerken verwendet, auch wenn das Hemmungssystem sich dank neuer Materialien mit unvorstellbaren Eigenschaften stets weiterentwickelt.
Die Unruh
Sie ist das Herz des Uhrwerks. Sie schlägt pro Sekunde zwischen 5 und 10 Mal kreisförmig hin und her. Sie ist der Regler des Uhrwerks. Sie ist mit der Spirale, einer Feder, verbunden, die die Hin- und Herbewegung erst ermöglicht: die Schwingung.
Die Rubine
Diese künstlich hergestellten Rubinsteine bestehen aus Korund und Aluminiumoxid und sind sehr robust. Die Rubine werden an den Orten eingesetzt, an denen eine hohe Reibung stattfindet, wie beispielsweise in der Mitte eines sich stets drehenden Rads. Sie ermöglichen die Reibung und Abnutzung zu vermindern. Früher handelte es sich dabei um echten Rubin. Als aber die Preise stiegen und künstliche Ersatzsteine entwickelt wurden, konnten diese verwendet werden. Diese künstlichen Rubine sind farblos und wurden aus ästhetischen Gründen rot eingefärbt, um die Farbe der ursprünglichen Steine aufzugreifen.
Wie funktioniert ein Automatikuhrwerk?
Jetzt wo wir die Hauptkomponenten einer Automatikuhr kennen, können wir uns die sechs Etappen näher ansehen, die uns die Zeit messen lassen und die Zeiger auf dem Zifferblatt bewegen:
1. Schritt
Die Bewegungen des Handgelenks lassen den Rotor drehen, der über ein Räderwerk somit die Feder wieder aufzieht. Der Aufzug kann ebenfalls durch Drehen der Krone bedient werden, ganz wie bei einer klassischen Handaufzugsuhr.
2. Schritt
Das Antriebssystem überträgt die Energie auf die Hemmung.
3. Schritt
Die Hemmung dosiert mittels der schwingenden Unruh die Energie in regelmäßigen Intervallen.
4. Schritt
Die Unruh nutzt diese regelmäßige Energie, um das Hinundher konstant zu halten. Sie setzt zunächst die Palette vom Anker frei und erhält danach dank der Kraft im Räderwerk über den Anker Antriebskraft. Diese ermöglicht eine ständige Bewegung der Unruh und entsteht an der Basis der Feder.
5. Schritt
Bei jedem Schlag übertragen verschiedene Räder die Energie auf die Uhrzeiger, die daran angebracht sind.
6. Schritt
Die Zeiger bewegen sich auf dem Zifferblatt. Das Untersetzungs-Räderwerk ermöglicht beispielsweise, dass sich der Minutenzeiger schneller dreht als der Stundenzeiger.
So funktioniert zusammengefasst ein Automatikuhrwerk. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Entdecken Sie unsere unterschiedlichen Kurse für mechanische Automatikuhren. Bei Initium können Sie alle Komponenten Ihrer eigenen Schweizer Uhr wählen und sich entweder für ein mechanisches Uhrwerk mit Handaufzug oder Automatikaufzug entscheiden.