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In den Jahren 1895, 1896 und 1898 wurden weitere Züge beschafft, um dem unerwartet großen Ansturm Herr zu werden. Trotzdem reichte die Kapazität kaum aus. Besonders problematisch war die ungünstige Trassierung zwischen Lauterbrunnen und Wengen mit 25 % Steigung ohne Ausweichmöglichkeit. Aus diesem Grunde wurde mit der geplanten Elektrifizierung im Jahr 1910 auch eine neue Strecke mit geringerer Steigung in Betrieb genommen. Die alte Strecke wurde jedoch nicht stillgelegt, sondern dient bis heute als Ausweichmöglichkeit für Spitzenverkehrszeiten.
1916 standen endlich genügend Fahrzeuge zur Verfügung, um den Betrieb rein elektrisch durchzuführen. Der Winterbetrieb auf der Seite Lauterbrunnen konnte bereits 1909 aufgenommen werden; auf der Seite Grindelwald verzögerte sich der durchgehende Betrieb bis 1993, da zahlreiche Lawinengalerien die kritische Strecke sichern mußten. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die WAB grundlegend modernisiert. So erhielt sie mehrere Serien neuer Zahnradtriebwagen, die einen Teil der alten Loks ablösten. Diese wurden an die Schynige Platte-Bahn abgegeben. Zur Bewältigung des Winterverkehrs werden sie auch heute noch zur Verstärkung zurückgeholt.
Die Station Kleine Scheidegg erscheint mit ihren vier Bahnsteiggleisen sehr groß, dennoch reicht in Spitzenzeiten der Platz kaum aus. Obwohl es eine Gleisverbindung zwischen den zwei Streckenästen gibt, existieren keine durchgehenden Züge Grindelwald-Lauterbrunnen, da sich die Triebfahrzeuge aus Sicherheitsgründen immer talseitig befinden müssen. Damit die Fahrzeuge zwischen den beiden Teilen ausgetauscht werden, wurde im Jahr 1948 ein Gleisdreieck an der Kleinen Scheidegg angelegt, das zum Teil unterirdisch verläuft. Bei Hochbetrieb dient das Dreieck als Abstellgleis.
Betriebliche Unterschiede der Strecken ergeben sich aus den unterschiedlichen Maximalsteigungen von 19,0% und 25,0%. Triebwagenzüge von Lauterbrunnen über die "neue" Linie nach Wengen und weiter zur kleinen Scheidegg können im Sommer mit zwei Vorstellwagen geführt werden, auf der Grindelwalder Seite wird stets nur ein Wagen beigestellt. Wie bei Bergbahnen üblich wird in Zuggruppen mit Folgezügen gefahren.
Die alte Linie nach Wengen wird nur im Sommer betrieben und dient dann als Kapazitätsreserve für den Spitzenverkehr oder um Leerzüge oder die langsamen Güterzüge verkehren lassen. Die alten elektrischen Lokomotiven, die noch auf der WAB vorhanden sind, laufen meistens in Güterzugdiensten oder stehen als Reserve zur Verfügung. 1993 wurden vier neue Triebwagen abgeliefert, die mit höherer Geschwindigkeit verkehren können, 1996 wurden zwei neue Lokomotiven He 2/2 für den Güterzugbetrieb in den Bestand aufgenommen.
Die WAB-Züge fahren im Takt der BOB-Linien mit annähernd halbstündigem Verkehr und bieten Anschlüße an beiden Endbahnhöfen. Zwischen Lauterbrunnen und Wengen verkehren die Züge alle 20 Minuten. Im Bergbahnhof Kleine Scheidegg besteht direkter Anschluß an die Jungfraubahnen.