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Schleifsteine,
Steine oder steinähnliche Massen, welche zum Schleifen (s. d.) benutzt werden. Man unterscheidet Wetz- oder Handsteine, größere oder kleinere Steinstücke von meist länglicher Form, oft an einer Seite zugespitzt, um damit in Vertiefungen der Arbeitsstücke gelangen zu können, und Drehsteine, runde, scheibenförmige, mäßig harte Steine von feinem, möglichst gleichförmigem Korn (Sandstein), welche bei der Arbeit mit Hilfe einer Achse und Kurbel [* 2] gedreht werden.
In der
Regel benutzt man zum
Schleifstein die cylindrische
Stirn des
Steins, doch werden ebene
Flächen auch auf einer der
geraden Seitenflächen geschliffen. Je schneller der
Stein rotiert, umso mehr wird die
Arbeit beschleunigt. Die Umfangsgeschwindigkeit
wechselt zwischen 3-12 m in einer
Sekunde,
erreicht bei den
Schleifsteinen für
Nähnadeln 30 m. Hier entsteht
Gefahr durch
die
Wirkung der
Zentrifugalkraft,
[* 3] gegen die man sich durch Anbringung eines
Mantels über der obern Steinhälfte
schützt, während die untere sich in einem
Trog befindet.
Beim Schleifen wird der Stein gewöhnlich naß gehalten, und zwar füllt man entweder Wasser in den Trog, oder man läßt von oben durch eine Röhre Wasser auf ihn fließen. Ein trockner Stein arbeitet zwar schneller als ein nasser, aber er erzeugt gröbere Risse, nutzt sich schneller ab und erzeugt so große Hitze, daß z. B. gehärteter Stahl beim Trockenschleifen weich wird. Die feinen abgeriebenen Teilchen (Schliff) sind für die Gesundheit der Arbeiter sehr gefährlich, und man umgibt deshalb auch aus diesem Grunde die S. mit einem nur an einer Stelle offenen Gehäuse und läßt mittels eines Ventilators durch jene Öffnung einen Luftstrom durchsaugen.
Beim Gebrauch werden die Steine unrund und müssen dann durch Behauen mit einem Meißel [* 4] oder wieder dadurch abgerundet werden, daß man einen spitzen Meißel unbeweglich gegen den in Bewegung befindlichen Umkreis hält. Auch eine mit harten Spitzen besetzte rotierende Walze wird zum Abrichten angewendet. Am sichersten erzielt man eine bleibende Rundung, wenn man zwei Steine gegeneinander dreht. Die Drehsteine erhalten Größen von 15-150 cm im Durchmesser, mitunter auch besondere Formen, z. B. konkave Oberflächen zum Anschleifen der Nadeln [* 5] (s. d.), und sodann vielfach Nebenteile zum Festhalten der Arbeitsstücke, zum Drehen cylindrischer Stücke um ihre Achse etc. Die Sandsteine kommen aus Sachsen, [* 6] Böhmen, [* 7] Thüringen, Bayern, [* 8] Württemberg [* 9] etc., Wetzsteine aus Steiermark, [* 10] Krain, [* 11] Böhmen, Unterammergau.
Die letztern bestehen meist aus grauem Thonschiefer, auch aus Kieselschiefer und werden zum trocknen Schärfen von Sensen, Sicheln etc. benutzt. Wetzsteine zum nassen Abziehen feinerer Schneidwerkzeuge mit Wasser oder Öl (Wetzschalen, Streichschalen) bestehen aus Wetzschiefer (Thüringen, Harz, Sachsen), aus graubraunem, von Kieselsäure durchdrungenem Dolomit (levantische Ölsteine) oder aus einer Art Chalcedon (Arkansasschalen, Kansassteine). Künstliche S. erhält man z. B. durch anhaltendes starkes Brennen von feuerfestem Thon, oder man zerstößt Abfälle von feinkörnigem harten Thonsandstein zu Pulver, knetet dies mit dünnem Thonschlamm zu einem Teig, preßt die Masse in Formen und brennt sie im Scharffeuer des Steingutofens. Auch 4 Teile Raseneisensteinpulver, 2 Teile Sandsteinpulver und 1 Teil Thon geben bei ähnlicher Behandlung einen guten Stein. Den besten aber erhält man durch Erhitzen eines Gemenges von Schellack und scharfkörnigem Quarzsand oder Schmirgel bis zum Schmelzen des erstern. Die Menge des ¶
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Schellacks muß nicht größer sein, als nötig ist, um die Sandkörner zu einer dichten Masse zu vereinigen. Man preßt dieselbe in Formen, kann damit aber auch größere eiserne Trommeln 2,5 cm dick bekleiden.