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Der Präsident der philippinischen Handelskammer will die wirtschaftliche Abhängigkeit seines Landes von den USA verringern und zeigt Bereitschaft, sich für vermehrte schweizerische Importe einzusetzen.
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dodis.ch/6925
BERICHT ÜBER DIE BESPRECHUNG MIT HERRN DE LAS ALAS [SCHLUSS]2
1. Herr de las Alas3 wurde ganz besonders darauf aufmerksam gemacht, dass – was er bei der Einreise in die Schweiz bereits selbst beobachtet hatte – unser Land keine Devisenbewirtschaftung und auch was sie die Einfuhr anbelangt, keine Beschränkungen anwendet, die den Handelsverkehr mit den Philippinen irgendwie behindern würden. Wir insistieren mehrmals auf diesen Punkt, sowie auf unsere passive Handelsbilanz mit den Philippinen, um eine entsprechende Vergrösserung der Einfuhrmöglichkeiten in die Philippinen für unsere Waren zu postulieren.
2. Es zeigte sich, dass Herr de las Alas keine Ahnung von unseren verschiedenen Liefermöglichkeiten hatte und man sich unser Land in den Philippinen vornehmlich als einen Produzenten von Milch und Milchprodukten vorstellt [die Philippinen sind unser grösster Kunde von Kondensmilch]. An der nötigen Aufklärung liessen wir es nicht fehlen, insbesondere vor und anlässlich der Besichtigung der Ateliers von Sécheron4.
3. Es war somit erfreulich, von Herrn de las Alas zu vernehmen, dass die Philippinen seiner Ansicht nach – im Hinblick auf ihre aktive Handelsbilanz mit der Schweiz – vermehrte Importe aus der Schweiz zulassen sollten und dass er sich dafür einsetzen werde, im Gegensatz zur Einfuhr aus den USA, mit welchem Lande sie eine passive Handelsbilanz hätten. Wir werden uns bei Gelegenheit darauf berufen.
4. Für uns wohl am Wichtigsten war die wiederholte Feststellung Herrn de las Alas, dass die Philippinen «wish to break away from the USA», von welchen sie in wirtschaftlicher Hinsicht gegenwärtig fast vollständig abhingen. Dementsprechend soll das 1954 ablaufende Handelsabkommen mit den USA nach Ansicht der zuständigen philippinischen Kommission, welcher Herr de las Alas angehört, nicht erneuert werden, damit die Philippinen die Möglichkeit erhielten, mit allen Ländern Handel zu treiben und ihre Bezüge dort zu tätigen, wo es am vorteilhaftesten sei. Sollte sich diese Absicht verwirklichen lassen, würden sich auch für den philippinischen Handelsverkehr mit der Schweiz ungeahnte Aussichten ergeben, da die Philippinen gegenwärtig z. B. rund 92% ihres Textilbedarfes in den USA decken und weitaus den grössten Teil ihrer übrigen Importe in den USA tätigen. Auch auf der Ausfuhrseite geht der grösste Teil [Zucker sogar zu 100%] nach den USA.
5. Herr de las Alas äusserte sich in positivem Sinne zu der von uns aufgeworfenen Frage des allfälligen Abschlusses eines Handelsabkommens5 . Bekanntlich liegt schweizerischerseits ein fixfertiger Entwurf zu einem Handels- und Niederlassungsvertrag vor, der jedoch viel zu ausführlich ist, als dass er Chancen hätte, von den Philippinern, die äusserst nationalistisch eingestellt sind, je angenommen zu werden. Deshalb dürfte es, nach Ansicht des Unterzeichneten, zweckmässig sein, sobald als möglich ein, wenn auch nur ganz einfaches Meistbegünstigungsabkommen mit den Philippinen abzuschliessen, das den bestehenden, etwas problematischen diesbezüglichen Briefwechsel von 1946 ablösen würde6. Desgleichen sollte ohne weiteren Zeitverlust der von Philippinen anfangs des Jahres vorgeschlagene Freundschaftsvertrag abgeschlossen werden7. Letztere Angelegenheit liegt in den Händen des EPD.
6. Über die philippinischen Absichten mit Bezug auf die Einfuhrzölle sei auf den Bericht von Herrn Steinemann [Seite 3] verwiesen. Vor 1954 ist jedoch ein neuer Tarif kaum wahrscheinlich, wegen dem bis zu diesem Datum geltenden philippinisch-amerikanischen Abkommen.
7. Die Frage der Weltausstellung in Manila vom 1. 2 bis 30. 4. 1953 wurde nicht angeschnitten, da es noch völlig unabgeklärt ist, ob sich die Schweiz daran wird beteiligen können. An und für sich wäre es – angesichts des unter Ziffer 2 hievor Gesagten – jedenfalls besser, diese Möglichkeit, die philippinischen Interessenten über die schweizerische Produktion zu orientieren, auszunützen.
- 2
- Die Besprechung fand im Hôtel des Bergues in Genf am 21. August 1952 statt. An dieser Besprechung waren A. de las Alas, J. E. Töndury und Steinemann anwesend.↩
- 3
- A. de las Alas, Präsident der Philippinischen Handelskammer, kam im August 1952 als Vertreter des philippinischen Präsidenten E. Quirino in die Schweiz.↩
- 4
- Diese Besichtigung fand am 21. August statt.↩
- 5
- Vgl. E 2001(E)1967/113/150 und E 7110(-)1967/32/1451.↩
- 7
- Zum Freundschaftsvertrag vgl. E 2001(E)1970/217/69.↩