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Am 25. Oktober 2003 trat die Europäische Richtlinie (2003/87/EG) zum Europäisches Emissionshandelssystem (EU-ETS) in Kraft. Vom 1. Januar 2005 an müssen Unternehmen in allen durch das EU-ETS betroffenen Branchen ihre CO2-Emissionen auf die in zwei Perioden (2005-07 und 2008-12) zugeteilten Mengen reduzieren. Über 12.000 Anlagen mit etwa 50% der gesamten CO2-Emissionen der EU, werden durch das EU-ETS abgedeckt. Dies ist ein deutliches Zeichen, dass der Handel mit Zertifikaten in naher Zukunft ein wichtiges Instrument für Unternehmen sein wird.
-Der Emissionshandel startet am 1. Januar 2005, die erste Phase von 2005-2007, die zweite Phase von 2008-2012
-In der ersten Phase sind vorerst nur die CO2-Emissionen beinhaltet, wobei eine Ausdehnung auf die weiteren 5 Treibhausgase ab der zweiten Phase möglich ist
-Die vom EU-ETS abgedeckten Bereiche der Branchen sollen nach und nach ausgeweitet werden, so dass ab 2008 auch die Chemie-, Aluminium-, und Transportbranche eingeschlossen werden
-Jeder Mitgliedstaat entscheidet über die Zuteilung der Zertifikate durch den Nationalen Allokations Plan (NAP), der von der Europäischen Kommission bestätigt werden muss
-Sanktionen: € 40 je Tonne CO2 die nicht abgegeben wurde (1. Phase) / € 100 für jede Tonne in der 2. Phase / Die fehlenden Zertifikate müssen nachgeliefert werden
Der Handel mit Emissionsrechte besteht nun schon seit über einem Jahr und dabei wurden mehrere Millionen Zertifikate gehandelt. Mit der Bestätigung des griechischen Allokationsplanes steht die Zuteilung der Emissionszertifikate auf die Unternehmen der EU fest (siehe Tabelle am Ende der Seite).
Es haben sich bereits unterschiedliche Handelsplätze und Möglichkeiten für den Emissionshandel entwickelt:
Derzeit ist die häufigste Form des Emissionshandels die Forward-Basis. Käufer und Verkäufer vereinbaren den Preis und die Menge an Emissionsrechten, durch geführt wird der Handel aber erst zu einem Zeitpunkt in der Zukunft. Meist wird dafür der Dezember gewählt, um sicher zu sein, dass alle Mitgliedstaaten die Zertifikate an die Betreiber ausgegeben haben. Derzeit stehen für Forward-Geschäfte drei Vertragstypen zur Verfügung: IETA, EFET und ISDA. Bei dieser Form des Emissionshandel ist die Prüfung der Kreditwürdigkeit des Geschäftspartners besonders wichtig.
Der Spot-Markt unterscheidet sich vom Forward-Markt nur durch den Zeitpunkt der Durchführung des vereinbarten Geschäfts, sie erfolgt unmittelbar nach dem Abschluss. Der erste Spot-Handel wurde Anfang Februar 2005 von zwei dänischen Unternehmen gemeldet. Sobald die nationalen Register funktionieren und weitere Länder die Zertifikate überwiesen haben, wird diese Handelform wahrscheinlich zum wichtigsten Instrument im Emissionshandel werden.
Emissionrechte können auch an Börsen gehandelt werden, wobei es nahe liegend ist, dass Energiebörsen als Handelsplatz dienen. Die wichtigsten Börsen sind die NordPool (Oslo), EEX (Leipzig), ECX (Amsterdam), PowerNext (Paris) und EXAA (Graz). CO2 Börsen bieten einige Vorteilen für bestehende Mitglieder (meist Unternehmen aus dem Sektor Energie). Neumitglieder müssen allerdings Hürden wie z.B. hohe Jahresgebühren, komplexe Zulassungsbestimmungen sowie die Hinterlegung von Sicherheiten überwinden bevor sie an CO2 Börsen handeln können. Für Unternehmen mit einer geringeren Zuteilung ist es daher meist nicht lohnenswert den Emissionshandel über Börsen abzuwickeln.
Zu den bereits genannten Möglichkeiten des Emissionshandels wird sich auch ein Optionen-Markt entwickeln der ein interessantes Risk-Management-Intstrument darstellt.
Für die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben kann ein Unternehmen auch Emissionrechte verwenden, die durch CDM/JI-Projekte generiert werden. Der Vorteil der Zertifikate, so genannte CERs, aus CDM-Projekten ist, dass sie ihre Gültigkeit in den folgenden Perioden beibehalten. Die von den Mitgliedsstaaten ausgegebenen Emissionsrechte in der Periode 05-07 verlieren ihre Gültigkeit und können daher nicht in die Periode 08-12 mitgenommen werden. Diese Tatsache stellt ein enormes Riskio dar, denn eigentlich müsste zum Ende der jetztigen Periode eine Punktlandung gelingen, dh die Emissionsmenge entspricht genau der Zertifikatemenge. Bei einem generellen Zertifikateüberschuss wird der Preis stark fallen, bei einer Zertifikatknappheit stark steigen. Ein Portfolio mit CERs in einer ausreichden Menge minimiert dieses Risiko gänzlich.
Quelle: Climate Corporation