Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03512.jsonl.gz/1759

Lübeck – Eisenach – Leipzig
Das Projekt müsste eigentlich heissen : Lübeck – Leipzig – Eisenach – Leipzig – Eisenach
Denn, es sind dies die Hauptwirkungsstätten der fünf Komponisten in der Reihenfolge ihres Todesjahres.
Und die fünf Komponisten sind allesamt miteinander auf irgendeine Art und Weise verhängt. Buxtehude: DAS grosse Vorbild für Johann Sebastian Bach. Bach war bereits 22 Jahre alt als Buxtehude verstarb. Und trotzdem haben sich die beiden nie persönlich kennengelernt. Der Philosoph, Jurist, Schriftsteller, Mathematiker, Rhetoriker und Musiker Johannes Kuhnau – damit entsprach er dem seit der Reformationszeit üblichen Typus des akademisch gebildeten Kantors – war wiederum der direkte Vorgänger Johann Sebastian Bachs als Thomaskantor in Leipzig. Übrigens: Nach einem zeitgenössischen Urteil galt Kuhnau als Universalgelehrter unter den Musikern. Von Johann Christoph Adelung heißt es über Kuhnau: „Ich weiss nicht, ob er dem Orden der Tonkünstler oder den anderen Gelehrten mehr Ehre gebracht. 1723 Wurde Johann Sebastian Bach als neuer Thomaskantor in Leipzig eingestellt. Sein um neun Jahre älterer Cousin, Johann Bernhard Bach, studierte gemeinsam mit Johann Sebastian in Weimar. Johann Sebastian führte immer wieder und gerne Werke seine Cousins auf. Er war denn auch Patenonkel und Lehrer von Johann Ernst Bach, dem Sohn Johann Bernhards. Dieser trat als Organist in die Fussstapfen seines Vaters als Organist in Eisenach. So ist also diese „Fünfeckbeziehung“ zu verstehen.
Jedes dieser fünf Werke kann in der Zeit nach Ostern aufgeführt werden. Spannend dabei ist die Entwicklung der Musik in dieser Zeitspanne von ungefähr 140 Jahren in einer 150-Kilometer-Distanz von Leipzig nach Eisenach, immer vom grossen Vorbild Dietrich Buxtehudes ausgehend.