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Auch schmückte man den Altar zum Opferdienst mit Kränzen und Binden. Die Altäre der obersten Götter standen thronartig auf
Stufen erhöht. Man errichtete einzelnen Göttern und auch mehreren zusammen Altäre, in Rom
[* 6] auch den Kaisern,
wie überhaupt auch Heroen dieser Ehre teilhaftig wurden. Bei Griechen und Römern standen die Altäre außer in Tempeln an den
Straßen und Plätzen, in Hainen und bei Quellen, überhaupt an allen für den Verkehr bedeutsamen Orten. So pflegten auch Eroberer
die Grenze ihres Vordringens durch die Errichtung eines Altars zu bezeichnen.
Lange erhielt sich auch bei den Juden die altnationale Sitte, auf den Höhen Altäre zu errichten, bis seit Salomo oder vielmehr
seit Josias der von jenem erbaute Tempel
[* 7] in Jerusalem
[* 8] als ausschließliche Kultusstätte durchgesetzt wurde. Hier stand der
Brandopferaltar im Vorhof unter freiem Himmel;
[* 9] an den vier Ecken befanden sich Hörner, die mit dem Opferblut
bestrichen wurden. Der Rauchaltar im Heiligtum, auf dem nur Räucherwerk verbrannt wurde, war mit Gold
[* 10] überzogen. Die katholische Kirche
hat nach ihrer Opfertheorie den Abendmahlstisch in einen Altar um-
Renaissance und Gotik haben dann den Altären willkürlich gewählte Architekturformen der Antike verliehen.
Das Altarbild im eigentlichen Sinn, als großes Gemälde, welches den Hauptbestandteil des Altarschmucks ausmacht, datiert
aus dieser Periode. Auf dem Altar stehen Kruzifix, Blumen undLichte (s. Altarkerzen). Gleichfalls zum Schmuck dient die Altarbekleidung,
deren Farbe nach den verschiedenen kirchlichen Zeiten und Feiern wechselt. Über den Altar gebreitet wird
das Altartuch (palla, mappa) von feiner Leinwand.