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Der April 2022 lag im globalen Mittel 0.28 °C über dem Durchschnitt 1991−2020. Es war der sechstwärmste April im Copernicus Datensatz ab 1979. Im europäischen Mittel blieb April 0,42 °C unter dem Durchschnitt 1991−2020. Ungewöhnlich hohe Aprilwerte wurden vom nordöstlichen Afrika über den Nahen Osten bis nach Zentral- und Südasien verzeichnet. Extrem hohe Werte registrierten Pakistan und Nordindien.
Die globale Übersicht
Eine ausgedehnte Region mit weit überdurchschnittlichen Temperaturen erstreckte sich vom nordöstlichen Afrika über den Nahen Osten bis nach Zentral- und Südasien. Nach den Rekordwerten im März waren die Temperaturen vor dem Monsun in Pakistan und Nordindien aussergewöhnlich hoch. Die Hitzewelle führte zu kritischen Wasser- und Stromengpässen sowie zu Schäden an den Ernten. Auch in Ägypten und im Sudan kam es zu einer Hitzewelle.
Hohe Temperaturen wurden aus den zentralasiatischen Republiken gemeldet. Auch über Grönland, dem östlichsten Teil Russlands und dem Ross- und Weddell-Sektor der Antarktis lagen die Temperaturen weit über dem Durchschnitt 1991−2020. Weitere Regionen mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen waren der Süden und Südwesten der USA, Mexiko, Teile des Fernen Ostens und der Norden Australiens.
In Nordwestafrika, in Südostasien, im südlichsten Afrika, in Südwestaustralien und in der Ostantarktis lag die Apriltemperatur unter dem Durchschnitt 1991−2020.
Deutlich unter dem Durchschnitt 1991−2020 lag der April 2022 in Zentral- und Westkanada und in weiten Teilen des eisbedeckten Arktischen Ozeans. In Übereinstimmung zur unterdurchschnittlichen Arktistemperatur lag die arktische Meereisbedeckung im April 2022 nur 2 % unter dem Durchschnitt 1991−2020. Dies setzt die Reihe relativ kleiner negativer Meereis-Anomalien fort, die seit Juli 2021 zu beobachten ist.
Über Teilen aller grosser Ozeanbecken lag die Lufttemperatur im April deutlich über dem Durchschnitt. Unterdurchschnittliche Werte gab es im tropischen und südlichen subtropischen Ostpazifik, was auf anhaltende La-Niña-Bedingungen hindeutet.
Der April in Europa
Die Durchschnittstemperatur für den April 2022 unterschied sich in Nord-, West- und Südeuropa kaum vom Durchschnitt 1991−2020. In Mitteleuropa und Teilen Osteuropas lagen die Aprilwerte unter Durchschnitt, während es im äussersten Südosten des Kontinents überdurchschnittlich mild war.
Im April 2022 fiel in weiten Teilen Europas überdurchschnittlich viel Niederschlag. Die grössten positiven Abweichungen zum Durchschnitt 1991−2020 wurden in Osteuropa und über Ostspanien beobachtet.
In den übrigen Regionen Europas war es trockener als im Durchschnitt, insbesondere in Südskandinavien, Italien und in einem Teil des Balkans. Auch in der Türkei und in der Kaukasusregion blieben die Niederschlagssummen verbreitet unter dem Durchschnitt 1991−2020, dies in auffälligem Gegensatz zu den überdurchschnittlich feuchten Bedingungen im vergangenen März.
Der April 2022 in der Schweiz
Das erste Aprildrittel zeigte sich im Norden wechselhaft, im Süden mehrheitlich sonnig. Im Norden fiel zum Monatsbeginn Schnee bis in tiefe Lagen. Das zweite Monatsdrittel brachte in der ganzen Schweiz viel Sonnenschein. Auf der Alpensüdseite gab es sommerliche Temperaturen von über 25 °C. Im letzten Monatsdrittel verzeichnete die Alpensüdseite die ersten kräftigen Niederschläge seit längerer Zeit.
Im landesweiten Mittel erreichte die Apriltemperatur 4,6 °C. Das liegt 0,1 °C unter der Norm 1991−2020. Lokal blieb die Apriltemperatur auch deutlich unter der Norm, wie z.B. in St. Gallen mit 0,8 °C oder in Altdorf mit 0,7 °C. In Berglagen stieg die Monatstemperatur regional bis 0,4 °C, lokal auch bis 0,6 °C über die Norm. Die Niederschlagssummen lagen nördlich der Alpen verbreitet im Bereich oder über der Norm 1991−2020. Mengen unter der Norm erhielten vor allem das Tessin und Graubünden.