Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03595.jsonl.gz/2248

1279 m. Dorf, auf der den besiedelten Teil der Gemeinde bildenden Alpweidenterrasse,
gegenüber
Unterbäch und von diesem
Ort durch den nach N. fliessenden und bei
Turtig von links in die
Rhone
mündenden
Laubbach getrennt. 21
Häuser, 110 kathol. Ew. Kirchgemeinde
Birchen.
(Val)(Kt. Graubünden,
Bez. Inn).
2900-1730 m. Thal; beginnt am Muraiglgletscher und mündet ziemlich in der Mitte zwischen
Samaden
und
Pontresina von rechts aufs Thal des Flazbaches aus. Zieht bis zur Alp Muraigl (2200 m) gegen NW.,
um dann nach WSW. abzubiegen. 5 km lang;
hat bis zur Alphütte Muraigl ein Gefälle von 196‰ und von da bis zur Mündung
ein solches von 223‰. Der
Wald reicht bis kurz vor die Alp Muraigl hinauf, die mit der von
Muottas Muraigl
zu
Samaden gehört. Im
Hintergrund liegt unter der
Fuorcla Muraigl ein schönes kleines Seebecken von etwa 200 m Länge, neben
dem deutliche Reste eines einstigen grossen
Bergsturzes sichtbar sind.
(Kt. Tessin,
Bez. Locarno).
200-260 m. Gem. und Dorf, Aussenquartier von
Locarno, in prachtvoller Lage. Die Grenze zwischen beiden
Gemeinden bildet die von vier steinernen oder eisernen Brücken überschrittene
Ramogna. Während die Dampfschiffstation zu
Locarno gehört, steht der Bahnhof
Locarno auf Boden von Muralto. Gemeinsame Gas-, Glühlicht- und Wasserversorgung
(aus der grossen Quelle von Remo, die 13 km w.
Locarno am Eingang ins
Centovalli gefasst ist).
Das alte Dorfviertel liegt am Ufer des
Langensees und hat hier einen schönen Quai mit an exotischen Gewächsen reichen öffentlichen
Gartenanlagen; die Mehrzahl der
Häuser mit vielen Gasthöfen, Pensionen,Villen mit immergrünen Gärten
und Parks steht aber am sanft-geneigten Fuss des
MonteSan Bernardo. Postbureau, Telephon. Sehr mildes und gesundes Klima;
vor den N.-Winden gänzlich geschützt und voll nach S. exponiert. Gleichmässigste Temperatur der
Schweiz. Nebel treten beinahe
nie auf. Der Winter bringt manchmal gar keinen
Schnee, und nicht selten zählt man im Januar bis auf
¶
mehr
25 Tage mit Sonnenschein. Dementsprechend weist auch die Pflanzenwelt einen durchaus südlichen Charakter auf. Der Lorbeer
wächst wild, Orangen- und mächtige Kampherbäume dauern im Freien aus, und bis zu 5 m hohe Kamelien öffnen ihre prachtvollen
Blüten schon im Februar. Die weisslichen Blumen der Olea fragrans und der japanischen Mispel (Mespilusjaponica) erfüllen die Luft während des ganzen Winters mit ihrem Wohlgeruch, und Veilchen und Schlüsselblumen blühen
auch in den kühlsten Monaten auf den umliegenden Höhen am Fuss von.
Mauern und mitten in Weinpflanzungen. Muralto ist wegen seines milden Klimas, seiner malerischen Umgebung und der grossen
Anzahl von abwechslungsreichen Spaziergängen ein sehr beliebter Aufenthaltsort von Fremden; Deutsche,
Engländer und Holländer, sowie besonders auch Schweizer aus allen Kantonen schlagen hier mit Vorliebe ihren Ruhesitz auf.
Bis 1817 bestand Muralto blos aus einigen Fischerhütten, dem alten Schloss Muralto und der Kirche zu San Vittore. Es gehörte
zur Gemeinde Orselina, war aber nach Locarno eingepfarrt und wurde erst 1881 zur selbständigen Gemeinde
erhoben. 1502 Ew. (wovon 138 meist aus den übrigen Kantonen stammende Reformierte). Kirchgemeinde Locarno. Die Reformierten
haben sich 1900 mitten im Dorf eine schöne kleine Kirche erbaut. 178 Ew. sprechen deutsch. 219 Häuser und 353 Haushaltungen.
Im Herbst, Winter und besonders im Frühling wimmelt es hier von Fremden, die sich inmitten einer schönen
Natur und fern vom Lärm und dem aufreibenden Leben der grossen Städte von Arbeit oder Krankheit erholen wollen. Die Industrie
ist in Muralto (mit Ausnahme natürlich der Fremdenindustrie) nur wenig entwickelt. Immerhin bestehen eine grosse Bierbrauerei
(eine der ältesten im Kanton), eine Selters- und Eiswasserfabrik, eine Gerberei und eine Wagen- und Karrenfabrik.
Neben den Gemeindeschulen hat der Ort ein privates Erziehungsinstitut für Mädchen italienischer Sprache und ein Institut
für junge Leute beider Geschlechter, die italienisch lernen wollen. Die Kirche zu San Vittore
ist an der Stelle
eines einstigen Bacchustempels im 4. Jahrhundert gestiftet und im 12. Jahrhundert zur Basilika umgebaut worden; ihre Gruft
reicht bis zur Römerzeit zurück, und die Freskomalereien im Chor stammen aus 1583. Der 1524 im Bau begonnene grosse Turm
aus Bruchsteinen ist wegen der im 16. Jahrhundert hausenden Pestepidemien und Hungersnöte nur bis zu
zwei Dritteilen der vorgesehenen Höhe vollendet worden und nur provisorisch eingedeckt.
Bemerkenswert ist besonders ein an der S.-Seite des Turmes befindliches Basrelief aus Marmor, das den h. Viktor zu Pferd darstellt
und folgende Inschrift trägt: Victor ego his armis tueor dextraque Locarnum. Atque Deo trino supplico vocepiaJustitia darum comitem dominumque potentem Franchinum Ruscham progeniemque tegat. ^[Latein:] Diese aus dem Beginn der Renaissancezeit
stammende kostbare Arbeit schmückte zuerst den Haupteingang zum Kastell von Locarno und soll nach Oldelli im 15. Jahrhundert
von den Eidgenossen zum grössten Teil zerschlagen worden sein. Vom alten Schloss Muralto, das nach Ballerini
von den Longobarden erbaut und dann vom Bischof von Como der Familie Muralto verliehen worden ist, stehen heute nur noch einige
Mauern und ein Portal mit dem Wappenschild, das die Gemeinde 1881 zu ihrem eigenen Wappen erklärt hat. Römische Inschrift
und Römersiedelung. Muralto wird zum erstenmal 906 genannt.