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Die COVID-19-Pandemie hat die Tourismuszahlen weltweit komplett einbrechen lassen. Gerade für die Regionen, die im Polartourismus eine Rolle spielen, ist die Pandemie eine Katastrophe. Auf der einen Seite möchte man eine Epidemie umgehen, da man nicht die notwendigen Schutzkapazitäten für die Bevölkerung hat. Auf der anderen Seite sind die wirtschaftlichen Folgen der fehlenden Touristen existenzbedrohend. Die Falklandinseln, für die der Antarktistourismus eine wichtige Einnahmequelle bedeutet, machen sich Gedanken, wie sie dieser Situation entgegentreten sollen.
Die für den Tourismus verantwortliche Geschäftsführerin des Falkland Islands Tourist Board, Steph Middleton, liess im Gespräch mit der lokalen Zeitung Penguin News durchblicken, dass die Entscheidung, wie die Saison auf den Falklandinseln verlaufen soll, noch nicht gefallen ist. «Die Verwaltung der Falklandinseln (FIG) wird in den nächsten drei Monaten eine Entscheidung über die Einreisepolitik ab Oktober und darüber hinaus fällen», sagte sie. «Diese Entscheidung kann danach auf einer monatlichen Basis weitergeführt werden oder die Abgeordneten entscheiden sich für eine Beendigung der Unsicherheiten und werden sie für einen längeren Zeitabschnitt festlegen, so dass jeder effektiver planen kann.»
Die Falklandinseln sind als britisches Überseegebiet von einem Gouverneur verwaltet. Doch in vielen Bereichen ist der rund 3’000 Einwohner zählenden Archipel selbstverwaltet. Dazu existiert die Legislative Assembly, die 11-köpfige Abgeordnetenversammlung. Sie entscheidet unter anderem, wie in der gegenwärtigen Situation verfahren wird. Seit dem 7. April sind die Inseln für alle nicht-essentiellen Reisen geschlossen. Über eine Luftbrücke nach Grossbritannien besteht eine Verbindung zur Aussenwelt. Doch andere Flugverbindungen und Schiffe sind gegenwärtig nicht erlaubt. Die Verwaltung überwacht sehr genau die weitere Entwicklung der Pandemie auf globaler Ebene. Denn die Besucher der Falklandinseln kommen von überall her und reisten zum grössten Teil per Schiff an. Gemäss den Zahlen der Hafenbehörden wurden zwischen Oktober 2019 und März 2020 knapp 82’000 internationale Touristen gezählt, die mit Schiffen nach Port Stanley kamen. Daher will man die Entwicklung in den Ländern, aus denen anteilsmässig die meisten Besucher stammen, genau beobachten. Doch auch die Reaktionen der Fluggesellschaften und die Schiffsbetreiber sollen miteinbezogen werden in die Entscheidung.
Gemäss Steph Middleton sind aber auch Faktoren wie die Meinung der Medizinexperten und die Fähigkeit der Falklands, zu testen und mögliche Infektionen nachzuverfolgen und vor allem die Versorgung der Erkrankten, besonders der eigenen Bevölkerung massgebend für eine Entscheidung der Abgeordneten. Sollten diese gegen den Tourismus entscheiden, ist dies ein Fakt und fertig. Sollte aber eine Öffnung beschlossen werden, könnte diese in verschiedene Richtungen gehen. Möglich sind beispielsweise nur Schiffe zu akzeptieren, deren Gäste und Crew im Vorfeld getestet worden sind, oder nur Gäste, die via Luftbrücke eintreffen werden, dürfen einreisen. Doch neben den globalen Zahlen und Entscheidungen soll auch die lokale Tourismusbehörde Zahlen und Fakten liefern, wie verschiedene Szenarien, Besucherzahlen und Massnahmen sich auf die Wirtschaft der Falklandinseln auswirken könnten. Wichtig sind in jedem Fall die Tatsachen zu COVID-19, nicht die Wünsche der Wirtschaft allein. «Es wäre falsch, zu sagen: Bereitet euch auf die Saison vor, alles ist ok. Denn wir wissen es einfach nicht. Es wäre aber auch falsch, zu sagen: Es ist unwahrscheinlich, dass wir im Moment irgendjemanden bis 2021 hineinlassen», erklärt sie. «Wir müssen den (Tourismus)-Sektor verfolgen, unsere Quellmärkte und die Entscheidungen ihrer Regierungen beobachten und uns dann entsprechend vorbereiten. Es wird eine «neue Realität» im Tourismus ab 2020 geben und wir müssen bereit sein dafür. Auch wenn wir nicht wissen, wann sie kommen wird. Ansonsten könnten wir viele Jahre zurückgeworfen werden gegenüber den Destinationen, die sich jetzt vorbereitet haben.»
Quelle: Penguin News / Mercopress