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Im Mittelalter boten Zünfte eine gewisse Unterstützung für Sozialfälle. Sie errichteten Unterstützungskassen, Zunftbüchsen, die im Bedürftigkeitsfall Minimalleistungen erbrachten. Ihr
Leistungsumfang richtete sich nach freiem Ermessen.
Seit dem 12. Jahrhundert waren Zünfte genossenschaftliche Verbände der Gewerbetreibenden (Handwerker, Krämer), sie vertraten die wirtschaftlichen Interessen gegenüber dem Stadtrat, erliessen
verbindliche Vorschriften über Rechte und Pflichten (Zunftordnungen) . Es herrschte Beitrittszwang für den Betrieb eines selbständigen Gewerbes. Mit dem Aufkommen der Gewerbefreiheit im
19. Jahrhundert wurde dieser Zwang aufgelöst.
Die Zunftwappen stilisierten ein handwerkliches Zeichen.
Die Zunftinsignien haben ihre Bedeutung:
- der Hut als Zeichen der Schirmherrschaft
- die Kette als Zeichen der Würde
- das Zepter als Zeichen der Macht
- die Plakette als Zeichen der Zusammengehörigkeit
Fasnacht
Das Wort „Fas(t)nacht“ ist eine Kombination aus den Altdeutschen Begriffen „Fastenzeit“ und „nahen“. Der Begriff „Fastnacht“ bezeichnet seit dem 15. Jahrhundert die Woche vor der 40-Tägigen Fastenzeit bis Ostern. Fastnacht ist also ursprünglich die Bedeutung für die letzte Woche der Völlerei bevor die Entbehrung anfing.
Schmutziger Donnerstag
„Schmutz“ ist ein altes Dialektwort für „Fett“. Da die Fastenzeit am Aschermittwoch beginnt, ist der Donnerstag zuvor der erste Tage der Fastnacht – also der einwöchigen Zeit vor dem 40-tägigen Fasten – und traditionell der letzte Tag an dem Schlachten erlaubt war. Zu Fleisch und Würsten der vielen “Metzgeten“ ass man im Fett, also dem Nebenprodukt des Schlachtens, gebackene Teilchen wie Zigerkrapfen und Schenkeli.
Güdis-Montag und Güdis-Dienstag
Auch der Begriff „Güdis“ hat mit der nahenden Fastenzeit zu tun: „Güdel“ ist ein Althochdeutsches Wort für Magensack, Bauch oder Wanst – und dieser wurde an den letzten Tagen vor der Fastenzeit noch einmal richtig gefüllt.
Aschermittwoch
Jetzt wird's ernst: Denn am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Die Bezeichnung dieses Tages entstammt einem christlichen Brauch: Am ersten Tag der Fastenzeit, also am Mittwoch, werden im Gottesdienst seit jeher Palmzweige verbrannt und die entstehende Asche gesegnet. Den Gläubigern wird dann damit ein Kreuz auf die Stirn gemalt, das an die eigene Sterblichkeit erinnern soll.
Quelle: Marktindex.ch