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Gleich zwei einzigartige Verkehrsbauten finden sich am oberen Ende der Schöllenen auf engstem Raum: Die berühmte Teufelsbrücke über die Reuss und das so genannte Urnerloch, als erster Alpentunnel eine Pioniertat aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Die Schöllenenschlucht stellte lange ein natürliches Hindernis auf dem Weg ins Urserntal dar. Die Begehung der Gotthardroute wurde erst ab 1230 erwähnt, eine «stiebende Brugg» (später Teufelsbrücke) wird erstmals 1306 genannt. Im 16. Jahrhundert wurde die Holzkonstruktion der Teufelsbrücke mit einer Steinkonstruktion ersetzt. Hier fanden 1799 die Kämpfe der französischen und russischen Truppen unter General Suworow statt, an die das 1898 eingeweihte Russendenkmal erinnert.
Die heute noch sichtbare Teufelsbrücke entstand 1830 im Rahmen des Baus einer befahrbaren Kommerzialstrasse. Nachdem diese das hohe Verkehrsaufkommen Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr aufnehmen konnte, wurde ein Ausbau der Strasse mit Neubau einer zweiten Teufelsbrücke geplant. Nach einer heftigen Kontroverse kam schliesslich 1954-55 das Projekt des Luzerner Ingenieurs Hugo Scherrer zur Ausführung. Beim Bau der Brücke und des entsprechenden Tunnels in der Felswand wurde ein Teil des 1950 von Heinrich Danioth geschaffenen Wandbilds «Teufel und Ziegenbock» zerstört, jedoch nach Fertigstellung der Brücke seitlich des Tunnelportals als Kopie wieder angebracht.
Etwas weniger bekannt, aber nicht minder eindrücklich, ist das 1708 erstellte Urnerloch. Die Wirkung für die Reisenden jener Zeit war gewaltig: Soeben die Überquerung der stiebenden Reuss überstanden, tauchte man ein in die Dunkelheit des Felsinnern, in ein Loch, dessen Ende wegen der Bogenform nicht einmal sichtbar war. Es ist denn auch bezeichnend für die pionierhafte Ingenieurleistung, dass die Felsdurchdringung «Loch» genannt wurde den Begriff Tunnel gab es damals nicht.
Baujahr: Urnerloch 1708, Teufelsbrücke 1830
Architektur: Pietro Morrettini, Locarno (Urnerloch), Karl Emmanuel Müller (Teufelsbrücke)
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Urnerloch und Teufelsbrücke
AdresseSchöllenen, 6490 Andermatt
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz