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Ausblick 2. Quartal 2020: Navigieren mitten im Sturm
Die Weltwirtschaft erreicht das Zentrum des Sturms, und Investoren erwartet eine sehr schwierige Zeit, bevor sich im zweiten Halbjahr die Lage verbessert, wenn die chinesische Wirtschaft sich erholt. In diesen sorgenvollen Zeiten erhebt sich ein strahlender Stern, nämlich der Einbruch der Ölpreise. Das hilft kurzfristig nicht viel, weil viele Menschen zu Hause bleiben müssen, zahlt sich jedoch aus, wenn die Wirtschaft sich erholt. Wir gehen davon aus, dass die Weltwirtschaft in eine Wachstumsrezession eintritt, die sich im 2. Quartal bemerkbar macht und Ende des Jahres aufhört. Die Prognose für das 2. Quartal ist schwierig, da wir unter einer Krise leiden, wie es sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gegeben hat.
Der Covid-19-Virus breitet sich von China auf den Rest der Welt aus, und die Behörden tun ihr Bestes, um sie durch drastische Maßnahmen, d. h. Ausgangssperren, einzudämmen. In einigen Ländern wie Italien befindet sich das Gesundheitssystem am Rande des Zusammenbruchs. Da die meisten Geschäfte geschlossen sind, leiden die stationären Unternehmen genauso wie Fabriken unter einem sehr schweren Schock, während der viel größere Dienstleistungssektor hauptsächlich von zu Hause aus aktiv sein kann. Die Verbraucher bestellen jetzt selbst dann von zu Hause, wenn sie das vorher noch nie gemacht haben.
Aufgrund dieses Schocks rechnen wir damit, dass viele Unternehmen ihre Arbeitskräfte teilweise oder vollständig entlassen werden, was zu einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit in Europa und den USA führt. Nimmt man den stark gesunkenen Ölpreis hinzu, bedeutet das einen starken Deflationsdruck, insbesondere in den USA, in denen einige Sektoren wie IT sehr hohe Gewinnmargen aufweisen.
Die Folge ist, dass viele Zentralbanken von der Fed bis zur EZB dank des großen Spielraums eine sehr lockere Geldpolitik beibehalten können. Das bedeutet, dass die bestehende quantitative Lockerung und Kreditlockerung sich in den kommenden Quartalen wahrscheinlich verstärkt. Insbesondere gehen wir davon aus, dass die Fed und EZB sich auf das Gebiet der Kreditvermittlung für kleine und sehr kleine Unternehmen begeben, indem sie das Risiko mit Banken teilen, wie es die Fed gerade vormachte. Infolgedessen wird sich die Wirtschaft in einer schweren Rezession stabilisieren, und wenn das Virus sich durch Ausgangssperren und andere Maßnahmen schließlich abschwächt, wird das Wachstum, angeführt von China, sich wohl langsam erholen. Als erstes entwickelt sich wohl nach Wochen des Eingesperrtseins die Kundennachfrage und dann wird realisiert, dass immer noch harte Zeiten vor uns liegen. Banken in Industrieländern gehen auf solider Basis in diese Krise, und wir weisen darauf hin, dass skandinavische Banken traditionell sicher sind.
Das 2. Quartal wird wohl sehr schwierig, aber eine Verbesserung stellt sich sicherlich vor Ende des Jahres ein. Angesichts einer derartig schwierigen Umgebung spielen festverzinsliche Produkte und flexible festverzinsliche Produkte wahrscheinlich eine bedeutende Rolle bei der Asset-Allokation als Zufluchtsorte, die bessere Risiko-Rendite-Profile ausweisen können. Es ist unwahrscheinlich, dass die Duration weiterhin viel hilft, so dass die Allokation in Investment-Grade-Anleihen wahrscheinlich hilft. Wir sind aufgrund seines besonders sicheren Profils schon lange Anhänger des Marktes für Pfandbriefe, und er wird weiterhin durch EZB-Käufe unterstützt. Anleger sollten bedenken, dass in einer Ära hoher Volatilität die Fähigkeit von Portfoliomanagern, in der Krise das Steuer in der Hand zu behalten, eine wichtige Rolle spielt. Ein typisches Beispiel hierfür sind die Fonds für Anleihen aus Schwellenländern, die je nach ihrem Portfoliomanager eine stark unterschiedliche Wertentwicklung zeigten. Flexible Multi-Premia-Lösungen sind ein weiteres effektives Tool zur Stabilisierung eines Portfolios in einem volatilen Markt.
Wir befinden uns im Frühstadium einer historischen Krise. Wenn sich die übergroße Angst legt, sollte sich die Volatilität an den Aktienmärkten abschwächen, so dass die Kurse sich halten und etwas erholen, da der Markt auf verschiedene Rettungspakete setzt. Dennoch liegt die Realisierung einer sehr scharfen Rezession mit vielen Gewinnwarnungen und Insolvenzen noch vor uns. In den sprichwörtlichen Teich wurde ein Stein geworfen, und die Wellen sind bis zum Uferrand spürbar. In einer derart volatilen Umgebung bevorzugen wir börsennotierte Immobilien und börsennotierte Infrastrukturtitel. Sie bieten ein widerstandsfähiges Profil gegenüber sinkenden Kursen und nehmen am Aufwind teil.
—Ende—
Anmerkung: Dies ist eine makroökonomische Ansicht von NAM, nicht die offizielle Ansicht von Nordea.