Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03645.jsonl.gz/1755

Die Befestigung des Monte Ceneri wurde ursprünglich als Sperranlage der Strassenachse Lugano-Bellinzona konzipiert, die auch von den damals modernen Festungswerken von Magadino und Gordola unter Beschuss genommen werden konnte, während die Festungsbauten an der Cima di Medeglia und auf der Alpe del Tiglio als Flankierwerke für die Hauptwerke dienten.
Die Planung dieser Befestigungsanlagen stammt aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, so auch der Bau des Flankierwerks “Forte Spina“ von 1913, welches das Gebiet um Giubiasco abdecken sollte.
Während des Ersten Weltkrieges wurden zuerst die Zufahrtsstrassen zu den verschiedenen Geländeabschnitten und danach einige Feldbefestigungen gebaut: offene und gedeckte Schützengräben, Infanteriestützpunkte und Geschützstellungen. Von besonderem Interesse ist ein 3 km langer sogenannter Karpatengraben, ein gedeckter, in den Hang gebauter Schützengraben zum Schutz vor feindlichem Artilleriefeuer, der zwischen der Cima di Medeglia und dem Matro gebaut wurde. Die Flankierbatterie “Spina“ (08) mit ihren drei ursprünglich als Infanteriebunker gebauten Schutzbauten (05, 06, 07) bilden zusammen mit den zwei Kanonenstellungen ein beachtliches Bollwerk, das für die Bauzeit des Ersten Weltkriegs typisch ist. Von besonderem Interesse sind ausserdem die beiden Stützpunkte bei der Cima di Medeglia mit den Geschützstellungen von “Motto Rotondo“ (02) und “Sopra Canaa“ (03) sowie die permanente Artilleriestellung bei der “Alpe delle Lagonce“ (04).
Zahlreiche Bauwerke wurden während des Zweiten Weltkriegs umgebaut und durch einige Infanteriebunker sowie Maschinengewehrstellungen verstärkt. Während des Kalten Krieges wurden dagegen vor allem Schutzräume unter Fels gebaut sowie Kugelbunker eingegraben.
Militärstrassen
Das Netz von Militärstrassen und Saumpfaden, das Robasacco, die Cima di Medeglia, die Alpe del Tiglio und den Monte Ceneri verbindet, wurde bereits 1908 geplant und zwischen 1913 und 1916 in mehreren Etappen errichtet. Zuerst wurde die Militärstrasse von Robasacco bis zum Punkt 1‘050 (Pass zwischen Robasacco und Medeglia) und der Saumpfad vom Punkt 1‘050 bis zur Cima di Medeglia und der Alpe delle Lagonce gebaut. Danach wurde die Strasse, die von Punkt 1‘050 zur Cima di Dentro und wahrscheinlich auch auf die Alpe del Tiglio führen sollte, erstellt. Der Saumpfad in Richtung Cima di Medeglia wurde zu einer Fahrstrasse erweitert. Weitere Saumpfade, die heute teilweise verschwunden sind, dienten als Verbindung zum Monte Ceneri.
Diese Strassen und Saumpfade wurden von beachtlichem technischem Fachwissen zeugen und von grosser Beständigkeit sind. Noch heute bilden sie ein prägendes Element dieser Landschaft. Von besonderem Interesse ist vor allem die Streckenführung der Serpentinen, die von der Cima di Medeglia zur Alpe delle Lagonce runterführen.