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Die 29 Mitgliedsstaaten umfassende Koalition für den Afrikanischen Elefanten (African Elephant Coalition AEC) ruft die Welt auf, sie bei der Rettung der Elefanten zu unterstützen. Das Montreux Manifest lanciert, anlässlich des Treffens der Koalition vom 24. bis 26. Juni in Montreux, eine Kampagne in den sozialen Medien – #WorthMoreAlive, #EndIvoryTrade, #Vote4Elephants – und wirbt damit um Unterstützung für ihr fünfteiliges Paket, mit dem der Elfenbeinhandel beendet werden soll und den Elefanten gleichzeitig den höchsten internationalen Schutz gewährt.
Das Paket der Koalition, besteht aus fünf Anträgen an die 17. Vertragsparteienkonferenz (CoP17) des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES). Diese findet im September-Oktober in Johannesburg, Südafrika statt. Mit diesen fünf Anträgen soll die Wildereikrise, welche die Elefanten bedroht, gestoppt werden. Gemeinsam haben die Anträge zum Ziel, alle Elefanten in den Anhang I von CITES aufzunehmen, weltweit Binnenmärkte für Elfenbein zu schliessen, die Zerstörung oder bessere Verwaltung vorhandener Elfenbeinvorräte, die Beendigung der Gespräche über einen legalen Handelsmechanismus für Elfenbein sowie eine Beschränkung der Exporte von lebenden Elefanten.
«Das Montreux Manifest sendet eine klare Botschaft» so Bourama Niagaté, aus Mali, Mitglied des Ältestenrats der Koalition.
Die AEC äusserte tiefste Besorgnis über die gegenwärtige Bedrohungslage für die Elefanten. Gleichzeitig brachte sie die klare Überzeugung zum Ausdruck, dass ein Verbot des einheimischen und internationalen Elfenbeinhandels am wirksamsten zu besserem Elefantenschutz führe.
«CITES bewahrte die Afrikanischen Elefanten vor 27 Jahren durch deren Listung in Anhang I vor dem sicheren Untergang», sagt Vera Weber, Präsidentin der Fondation Franz Weber, die als Partnerorganisation der Koalition die Tagung in Montreux organisierte. «Später wurde der Elefantenschutz aufgeweicht und prompt ist die Wilderei wieder eskaliert. Nun hat die AEC den Weg bereitet, alle Elefantenbestände wieder einheitlich in Anhang I zu listen und den Elfenbeinhandel ein für alle Mal zu beenden.»
In diesem Sinn ruft das Montreux Manifest alle Regierungen, zwischenstaatlichen und Nichtregierungsorganisationen auf, das Paket zu unterstützen und ruft gleichzeitig alle Bürger auf, ihre Regierungen und CITES-Vertreter zu bitten, die fünf Anträge zu unterstützen.
ANHANG
Die fünf Anträge, welche die AEC der CITES vorgelegt hat:
Dieser Antrag will den Schutzstatus aller Populationen afrikanischer Elefanten unter Anhang I vereinen. Durch die Hochstufung der Bestände in Botswana, Namibia, Südafrika und Zimbabwe von Anhang II auf I gäbe es nicht mehr zweierlei Listungen. Der Afrikanische Elefant als Art ist nicht an Landesgrenzen gebunden und auch die nationalen Bestände sind es nicht. Viele Populationen sind über mehr als ein Land verteilt, was ebenfalls nach einheitlicher Listung ruft. Eine allgemeine Listung in Anhang I würde maximalen Elefantenschutz bedeuten, indem der Elfenbeinhandel nach internationalem Recht verboten, und seine Verfolgung vereinfacht wäre. Dies würde eine klare Botschaft für einen entschlossenen Kampf gegen die Ausrottung der afrikanischen Elefanten in die Welt aussenden.
Dieser Vorschlag fordert, dass CITES empfiehlt, dass alle Regierungen die inländischen Märkte für den Handel mit Rohelfenbein und bearbeitetem Elfenbein schliessen. Die Schliessung der Märkte in den Ursprungs-, Transit- und Abnehmerländern, würde die Elfenbein-Nachfrage drastisch reduzieren. Ebenso die Möglichkeiten des Reinwaschens von aus der Wilderei stammendem Elfenbein unter dem häufigen Vorwand, dass es antik oder legal erworben sei. Dies würde auch die Botschaft unterstreichen, dass alle Elfenbeinverkäufe gestoppt werden müssen, weil sie die Elefanten gefährden.
Dieser Antrag baut auf zwei Dokumenten auf, die dem ständigen CITES-Ausschuss 2014 und 2016 vorgelegt wurden. Er ruft auf zur Ausarbeitung strenger Richtlinien zur Kontrolle der Elfenbeinbestände. Viele CITES-Länder haben seit 2011 öffentliche Zerstörungen von Elfenbeinlagern durchgeführt. Hiermit soll ein klares Signal gesetzt werden, dass der Elfenbeinhandel verboten werden muss, um die Elefanten zu retten. Dieser Vorschlag unterstützt die Zerstörung von Lagerbeständen und verpflichtet das CITES-Sekretariat dazu, die bestmögliche technische Unterstützung bei der Listung, Prüfung, Verwaltung und der Beseitigung von Elfenbeinlagern anzubieten, wozu auch eine Ursprungsbestimmung des Elfenbeins anhand von DNA-Proben gehört.
Der Antrag empfiehlt, der Diskussion über einen Entscheidungsmechanismus (EM) durch CITES ein Ende zu setzen. Neun Jahre lang hat CITES erfolglos einen EM diskutiert, um ein System des legalen internationalen Elfenbeinhandels zu schaffen. Es gibt jedoch keine Aussicht auf Einigung zwischen den Regierungen. Die anhaltende Debatte setzt genau das falsche Signal: Sie begünstigt die Wilderei und die Lagerung von Elfenbein für einen zukünftigen «legalisierten» Handel.
Dieser Antrag visiert ein Ende des Exports afrikanischer Elefanten ausserhalb ihres natürlichen Lebensraumes an, auch in ausländische Zoos. Dies trägt den Erkenntnissen der Weltnaturschutzunion (IUCN) Rechnung, die besagen, dass die Ausfuhr afrikanischer Elefanten aus freier Wildbahn nicht vorteilhaft ist für ihren Fortbestand, sondern im Gegenteil die wilden Bestände schädigt. Dazu kommen bedeutende ethische und kulturelle Einwände aus Afrika selber. Afrikanische Elefanten und deren Elfenbein sollten in Afrika bleiben.
Die Koalition für den Afrikanischen Elefanten (African Elephant Coalition AEC) wurde 2008 in Bamako, Mali, gegründet. Die AEC umfasst 29 Mitgliedsstaaten aus Afrika, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: «Einen tragfähigen und gesunden Elefantenbestand ohne Bedrohungen durch den internationalen Elfenbeinhandel.» Die Tagung in Montreux vom 24. bis 26. Juni 2016 war das 7. Meeting seit dem Bestehen der Koalition.
Die 29 AEC-Mitgliedsländer sind: Äquatorialguinea, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kenia, Komoren, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Ruanda, Senegal, Sierra Leone, Südsudan, Togo, Tschad, Uganda und Zentralafrikanische Republik. Von den 29 Mitgliedsstaaten der AEC befinden sich 26 im Verbreitungsgebiet des Afrikanischen Elefanten. Sie vertreten dadurch eine deutliche Mehrheit (68 Prozent) der 37 Staaten im Verbreitungsgebiet.
Die Fondation Franz Weber (FFW) mit Hauptsitz in Montreux kämpft aktiv und an vorderster Front für Natur- und Artenschutz in Afrika. Die FFW arbeitet weltweit zum Schutz von Tier und Mensch durch die Anerkennung ihrer Rechte und die Abschaffung unmenschlicher Praktiken.
Die Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (kurz CITES), deutsch Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen) wurde 1973 gegründet und trat 1975 in Kraft. Heute gehören 182 Länder dazu. CITES soll einen nachhaltigen, internationalen Handel mit den in ihren Anhängen gelisteten mehr als 35'000 Tieren und Pflanzen gewährleisten. Die nächste Konferenz der CITES-Vertragsparteien (CoP17) findet vom 24. September bis 5. Oktober in Johannesburg, Südafrika, statt. Die Konferenz tagt jedes 3. Jahr.