Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03202.jsonl.gz/1954

Die Burgruine Alt-S. am Westrand von Paspels in der Gemeinde Domleschg GR besteht aus einer zweiteiligen Anlage mit einer Vorburg im Südwesten und einer Hauptburg im Nordosten, Letztere mit einem viergeschossigen Wohnturm mit rundbogigem Hocheingang im dritten Geschoss. Die Ringmauer ist direkt an den Turm angebaut und besitzt eine auffällige Mauerstrukur (Opus spicatum). Die um 1200 erbaute Anlage war wohl eine Gründung der Frh. von Vaz, die sie als Verwaltungszentrum der Herrschaft Domleschg benutzten. Nach dem Aussterben der Vazer gelangte Alt-S. an die Gf. von Werdenberg-Sargans.
Von der Burgruine Neu-S. südöstlich von Paspels beim Hofgut Canova sind Überreste eines runden, viergeschossigen Wohnturms mit Zinnenkranz erhalten. Im Innern bestehen Spuren von Wohneinrichtungen, u.a. eine grosse Kaminhaube, Rauchabzüge, ein Schüttstein, ein Aborterker mit Waschbecken, ein Fenster mit Sitznische sowie der Ansatz eines Heizofens. Der Bering umschliesst einen kleinen Hof. Die Anlage wurde wohl in der 2. Hälfte des 13. Jh. von den Frh. von Vaz errichtet. Als Vazer Erbe ging sie an die Gf. von Werdenberg-Sargans über. Wie Alt-S. wurde sie in der Schamserfehde 1451 von den Talleuten zerstört und nicht wieder aufgebaut.
Literatur
– O.P. Clavadetscher, W. Meyer, Das Burgenbuch von Graubünden, 1984, 119-123
Autorin/Autor: Maria-Letizia Boscardin