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Erstmals im Bild festgehalten
Schwarzbrauen-Albatros: zwei Jungtiere aufgezogen
Der Schwarzbrauen-Albatros (Diomedea melanophris) wird erst zwischen dem 9. und dem 12. Lebensjahr geschlechtsreif. Bekannt ist folgendes Brutverhalten: Das Elternpaar zieht normalerweise gemeinsam ein Jungtier auf, das von November bis April reichlich gefüttert wird. Gewaltige Futtermengen werden ans Nest gebracht, sodass der Nestling 88 Tage nach dem Schlupf ein durchschnittliches Maximalgewicht von 4,61 kg erreicht. Das Abfluggewicht allerdings beträgt rund 3 kg; das Jungtier muss vor dem ersten Flug also noch abspecken.
Das Kücken verbleibt während der gesamten Aufzucht in einem etwa 80 cm hohen, kunstvoll getöpferten Nest. Um das hungrige Jungtier mit Kalmaren, Krill und Fischöl zu füttern, müssen die ausgewachsenen Albatrosse ausgedehnte Segelflüge unternehmen. Mit zunehmendem Alter bleiben die Adulttiere dem Nest bis zu 12 Tagen fern. Fällt ein Nestling aus dem Nest, wird er nicht mehr gefüttert - er wird von den Eltern ignoriert.
Zärtlichkeit vor der Futterübergabe
Auf Saunders Island (Falkland) wurde beobachtet, dass nicht eines, wie dies normalerweise der Fall ist, sondern zwei Jungtiere aufgezogen wurden. Zwei Nestlinge sassen dicht beieinander, der eine im Nest, der andere auf dem Boden. Beide Jungtiere erfreuten sich einer ausgezeichneten Gesundheit.
Nach tagelangem Warten konnte mit derVideokamera folgende Beobachtung gemacht werden: Nach mehreren Probeanflügen und einer schliesslich geglückten Landung stand ein stattlicher Adultvogel dicht neben dem Nest. Von der Jungschar war ein leises Wimmern zu vernehmen. Wie bei den Albatrossen üblich, wurden die Jungen aber nicht sogleich gefüttert. Der soziale Kontakt, ein zärtliches Kraulen mit dem Schnabel, hatVorrang.
Sowohl das Jungtier im Nest als auch das sich auf dem Boden befindende Jungtier wurden gekrault. In der Folge begann der eine Nestling, mit dem Schnabel in rascher Reihenfolge auf den Schnabel des Altvogels zu tippen - ein Verhalten, mit dem die Jungen sagen wollen, dass sie gefüttert werden möchten. Während knapp 19 Minuten fand danach eine alternierende Fütterung statt.
Insgesamt wurden 29 Futterportionen abgegeben: 14 Portionen für das Kücken im Nest, 15 Portionen für das Kücken auf dem Boden. Es herrschte kein Futterneid; dasjenige Jungtier, das nicht gefüttert wurde, wartete geduldig, bis es wieder an der Reihe war. Später entfernte sich der am Boden sitzende Nestling während mehrerer Stunden von seinem Nestgenossen, krabbelte in ein leeres Nest und trainierte seine Flugmuskeln mit heftigem Flügelschlag. Vor Einbruch der Dunkelheit kehrte er jeweils wieder zu seinem Nestgenossen zurück. Das Aufziehen zweier Jungtiere wurde bisher so noch nie beobachtet.
Inzwischen dürften die beiden Vögel erfolgreich losgesegelt sein. Nun werden sie drei Jahre auf hoher See verbringen und in dieser Zeit mehrmals im dynamischen Segelflug die Südhalbkugel umkreisen.
Erstmals im Bild festgehalten