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Hochgeehrter Herr
Heute ist eine Depesche des H. Pioda eingelangt, worin er sich im Allgemeinen über die politische Situation verbreitet1, ohne der Eisenbahnfrage irgendwie zu erwähnen.2 Die gleiche Stille auch hier. Möglicherweise wird sich die Stellung des Bundesrathes einigermaßen ändern, wenn H. Fornerod3 ersetzt wird, welcher uns in seiner gestrigen Sitzung seinen Austritt angekündigt hat um sich in | der welschen Schweiz an die Spitze eines Unternehmens «d'utilité publique» zu stellen. Was dieses sein wird weiß ich nicht.4
Herrn Häberli habe ich noch vor der thurgauischen Commißionssitzung geschrieben u ihn dringend gebeten seine Opposition gegen eine Verständigung aufzugeben.5 Es scheint aber meine Bitte nicht nur wenig Erfolg gehabt zu haben, sondern Herr Häberli auch verletzt zu sein; er hat mir bisher nicht geantwor| tet.
Von H. von Röder vernehme ich wiederholt, daß man in Berlin Eröffnungen wegen einer Alpenbahn mit Vergnügen entgegen nehmen würde. Hoffentlich wird sich H. Pioda beeilen u die Sache zu gutem Ziele führen.
Hochachtungsvoll
Ihr ergebenster
E Welti
Bern
1. Okt. 1867