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Andacht
„Er aber sprach zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“ Lukas 20,25
Ich glaube, dass jeder oder jede von uns schon einmal in einer Gesprächsfalle gewesen ist. In so einer Situation, wo die Fragen, die uns gestellt werden, keine echten Fragen sind, sondern nur ein Vorwand oder Möglichkeiten, uns eine Falle zu stellen. Und egal, was für eine Antwort wir geben würden, es wäre immer falsch. Ebenso war es bei Jesus.
Dieses Gleichnis zeigt uns ein Gespräch zwischen Jesus und den Pharisäern. Ein Gespräch, wo so eine Frage, die Jesus gestellt wurde, keine echte Frage war, sondern nur Vorwand, um ihm eine Falle zu stellen. Das war damals nicht anders als heute. Die Frage zeigt uns ganz genau, dass die Menschen auch in alten Zeiten versucht haben, ihre Steuern nicht zu bezahlen. Und daher kommt die Frage an Jesus.
„Ist es richtig, dass man dem Kaiser Steuern zahlt?“ wird Jesus gefragt. Das ist eine Fangfrage. Nehmen wir an Jesus sagt «Nein». Wozu sollen wir Steuern zahlen, wenn wir doch das Geld selbst nötig brauchen? Steuern zahlen, wer tut das gern? Damit würde er das Volk begeistern, weil er sich gegen die Obrigkeit (Römer) durchsetzt. In diesem Fall wird er Probleme mit den Römern haben.
Oder Jesus sagt «Ja». Dann hat er mit den Römern keine Probleme, aber beim Volk hat er dann alles verspielt. Es ist also eindeutig eine Falle, in die Jesus gelockt werden soll.
Und was macht Jesus? Er nimmt eine Münze und sagt: „Wessen Bild ist darauf? Des Kaisers Bild natürlich. Also dann gebt dem Kaiser, was ihm gehört, und gebt Gott, was Gott gehört.“
Zunächst, geht es hier nicht um die Frage, ob wir überhaupt Steuern zahlen sollen, sondern um die Fragen, die uns heute gestellt wird: Geben wir Gott, was Gottes ist? Nach meiner Interpretation würde da heißen: «Geben wir Gott in unserem Leben genug Platz oder bekommt er das was übrig bleibt?»
Ist es wichtig für uns, dass wir regelmäßig Steuern zahlen? Ich sage: «Ja, es ist wichtig!» Aber das ist nur eineEbene, nämlich die, die von unserer Gesellschaft verlangt wird. Jesus sagt uns, dass unser Leben aber nicht nur diese Ebene hat, sondern es gibt auch noch eine Bedeutsamere, nämlich die Ebene Gottes. Diese Ebene soll uns erinnern, dass alles was wir haben, nicht uns gehört, sondern Gott. Das gleiche haben wir bei der Münze, sie hat auch zwei Ebenen. Eine Ebene wo die Zahl steht und eine andere Ebene, wo das eingravierte Symbol ist, das uns zeigt zu welchem Staat sie gehört. Die Münze gehört dem Staat. So ist es auch mit dem Leben, unser Leben gehört nicht uns, sondern Gott.
Das trifft auf alle Menschen zu und besonders auf die Menschen, die sich entschieden haben, in einer Beziehung mit Gott zu leben. Wenn sie Gott gehören, dann sollen sie Gott nicht das geben, was am Schluss übrigbleibt. Sondern im Gegenteil sie sollen lernen, dass sie Gott in ihrem Leben genug Platz geben. Dann kann in ihrem Leben die Gottesliebe erkennbar werden. Wenn sie ein solches Leben wollen, dann müssen sie es auch zulassen. Nur dann können sie sich selbst mit allem, was sie sind und haben, Gott anvertrauen. Nur dann können sie sich seiner Liebe hingeben.
Halten wir fest: Gott will unser ganzes Leben. Er will nicht das, was übrigbleibt. Er erwartet von uns, dass wir lernen, ihm alles anzuvertrauen, was wir haben. Wenn wir Gott geben möchten, was Gottes ist, dann müssen wir Ihn in unser Leben lassen, dass er wirken kann. In dem Moment, wo wir Ihm unser Leben überlassen haben, werden wir erfahren wie kostbar diese Gottesliebe ist.
Pfarrer Novica Brankov
Videobotschaft von Pfarrer Novica Brankov vom 5. November 2020
Mit grosser Dankbarkeit dürfen wir auf die „etwas andere“ Sonntagschul-weihnachten in der Kapelle Breitenegg zurückblicken. Siebzehn motivierte Kinder, im Alter zwischen vier und fünfzehn Jahren, durften mit Ihrem tollen Einsatz die Herzen der Besucher erfreuen.
Das Weihachtsstück „Aui sy härzlech iglade“, basierend auf dem Gleichnis vom grossen Festessen aus dem Lukasevangelium, hat Thomas Lerch für die Kinder geschrieben. Die ganze Familie ist an Weihnachten zum hohen Geburtstagsfest vom 95-jährigen Grossvater Gottfried Freudiger eingeladen . Es mangelt bei den Nachkommen nicht an Entschuldigungen. Sei dies nun ein Hockeymatch, eine Schlagersendung mit Leni Fischer, die Geburt eines Kalbes oder Ferien auf den Malediven. So begibt sich Tante Lydia auf die Strasse und lädt eine einsame Briefträgerin, eine hungrige Bettlerin und eine alleinerziehende Spitexfrau zum Geburtstagsfest vom betagten Grossvater ein. Am Weihnachtstag besinnen sich die Angehörigen darauf, was wichtig ist, und nehmen überraschenderweise trotz anfänglichen Entschuldigungen am Geburifest vom Grossätti teil.
Jedes von uns ist bei Jesus eingeladen, an seinem Tisch hat es für alle Platz. Jesus Christus klopft auch mehrere Male an unsere Herzenstür. Es ist nie zu spät, umzukehren und an seinem reich gedeckten Tisch Platz zu nehmen. Vielleicht stellt sich auch in einer Pandemiezeit die Frage, was Ewigkeitswert hat und wie es mit unserem Gottvertrauen steht. Weihnachten wird es so oder so. Gott hat uns an Weihnachten seinen Sohn geschenkt, Jesus Christus, der Retter von uns allen. Mit singen, musizieren und theäterle haben uns die Sonntagschüler das Weihnachtswunder einmal mehr näher gebracht.
Allen Kindern und meinen drei treuen Sonntagschulfrauen, Myriam Christen, Therese Reinhard und Barbara Rothenbühler, danke ich herzlich für ihren wertvollen Einsatz in dieser schwierigen Zeit. Ein besonderes Dankeschön geht auch an die Eltern der Kinder, die uns immer wieder das Vertrauen schenken.
An vier Aufführungen durften insgesamt fünfundsechzig Besucher, im Alter zwischen zwei Monaten und neunzig Jahren, die Weihnachtsfreude der Sonntagschulkinder erleben. Die Planung erwies sich pandemiebedingt als ziemlich unsicher. Es war uns als Team ein Anliegen, nicht den Weg des geringsten Widerstandes zu wählen und die Sonntagschulweihnachten von Anfang an abzusagen. Wir wählten einen vorsichtigen und trotzdem mutigen, vor allem aber den Menschen zugewandten, Weg. Dabei durften wir unerhört viel Führung, Schutz und Segen von unserem „Himuvatter“ erleben. Nach der Aufführung verzichteten wir auf das gemütliche Beisammensein mit unseren Gästen uns schenkten allen ein „Chlouseseckli“ für auf den Heimweg. Unsere treue Organistin Lisbeth Müller umrahmte die Sonntagschulweihnachten mit feierlichen Musikstücken. Die traditionelle Geschichte für die Kinder teilten sich Pfarrer Peter von Känel, Lisbeth Müller und Thomas Lerch auf. Für treue Besucher, die den Schritt in die Kapelle aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht wagten, werden wir im Frühling oder Sommer einen Filmabend mit dem aufgeführten Theaterstück organisieren.
Mängs isch chly angers gsy weder angeri Johr, aber d‘ Wiehnachtsfreud het üs üs das tuusigs Chäferli nid chönne näh. Mir danke Euch aune härzlech für d’s trüie Mitträge, für jedes Gebät und die aktivi Mithilf. Bhüet Euch Gott!
Im Name vor Sunntigschuel Thomas Lerch
Bahnhofstrasse 12, 3400 Burgdorf,
Tel. 076 323 92 34
Flurweg 25, 3400 Burgdorf, Tel. 034 422 47 00
Hohengasse 5, 3400 Burgdorf, Tel. 079 821 22 33
Jahrgang 1960, aufgewachsen in Aeschi bei Spiez BE. Nach der Schulzeit handwerkliche Ausbildung, danach Theologiestudium an der nun Theologischen Hochschule Reutlingen, Deutschland. Nach verschiedenen Pfarrstellen in der Evangelisch-methodistischen Kirche in der Schweiz seit Sommer 2013 in Burgdorf und Breitenegg in einer 80% Anstellung.
Theologe, Supervisor M.A.(Master of Arts)