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Benutzer:innen lesen Websites nicht, sondern scannen sie auf der Suche nach denjenigen Informationen, die unmittelbar interessieren. Besondere Aufmerksamkeit erhalten Bilder, Überschriften und Links. Der eigentliche Fliesstext wird höchstens überflogen oder «angelesen». Präsentieren Sie deshalb Ihre Inhalte so, dass die Website-Besucher:innen ihre gewünschten Informationen beim «Scannen» möglichst rasch und klar auffinden und dass diese für sich allein stehend verstanden werden können.
Wählen Sie Seitentitel, welche den Inhalt möglichst genau und klar umfassen und nicht weniger und nicht mehr versprechen. Die Website-Besucher:innen sollen möglichst rasch erkennen können, ob sie hier ihre gewünschten Informationen finden oder nicht.
Erleichtern Sie den Website-Besucher:innen die Orientierung, indem Sie die Inhalte klar strukturieren. Inhalte, die im zentralen Gesichtsfeld platziert sind, werden besser wahrgenommen und intuitiv als wichtiger empfunden. Platzieren Sie darum die wichtigsten Informationen immer in der mittleren Spalte. Nutzen Sie für die weitere Strukturierung Überschriften und Listen und setzen Sie Zusatzinhalte oder weiterführende Inhalte in die rechte Spalte (Related Content).
Website-Besucher:innen erfassen Web-Inhalte nicht linear, sondern picken sich die für sie interessanten Inhalte heraus. Präsentieren Sie mehrere Themen, dann gruppieren Sie die einzelnen Inhalte in klar erkennbare Bereiche. Erstellen Sie für jedes Unterthema einen eigenen Textabschnitt mit Überschrift, welcher für sich allein stehen und verstanden werden kann. Setzen Sie Überschriften, die möglichst genau beschreiben, worum es geht. Erläutern Sie umgekehrt im Textabschnitt nur das, was die Überschrift verspricht. Platzieren Sie allfällige Fotos, Grafiken oder Tabellen so, dass klar ist, zu welchem Textabschnitt sie gehören.
Die optimale Lesbarkeit von Texten im Web liegt bei einer Textbreite von 50–70 Zeichen (oder 8–12 Wörtern) pro Zeile. Kürzere Textbreiten bieten zu wenig erfassbaren Inhalt pro Zeile. Und bei grösseren Textbreiten fällt es dem Auge schwer, den Zeilenanfang für die nächstfolgende Zeile zu finden. Wählen Sie darum für Web-Texte immer die Content-Spalte in der Mitte und vermeiden Sie wenn immer möglich längere Texte in Teasern oder Linklisten.
Kurze Web-Texte werden lieber und häufiger gelesen als lange. Seiteninhalte sollten über maximal drei Scroll-Längen reichen oder maximal 700 Wörter beinhalten. Ist mehr Inhalt nötig, lohnt es sich, die Seitenstruktur zu überdenken und die Inhalte auf weitere Unterseiten aufzuteilen bzw. auszulagern.
Eine gute Website bietet nur diejenigen Inhalte, die die Benutzer:innen benötigen und erwarten – nicht mehr und nicht weniger. Unnötiger Ballast stört die Website-Besucher:innen bei ihrer Suche nach den gewünschten Informationen. Lassen Sie «nutzlose» Wörter weg. Halten Sie Einleitungen und Instruktionen kurz oder lassen Sie sie ganz weg, falls sie inhaltlich nicht nötig sind oder keinen Mehrwert bieten. Die sogenannten «Happy Words» aus den Anfängen der Webzeit («Willkommen auf unserer Website», «Auf dieser Seite erhalten Sie alle Informationen zu...», «Bitte füllen Sie das untenstehende Formular aus») halten sich zwar hartnäckig, liefern aber keinen nützlichen Inhalt und haben darum auf einer «modernen», gut aufgebauten Website nichts mehr zu suchen.
Ein nutzergerechter Sprachstil ist von hoher Wichtigkeit. Es ist ein Unterschied, ob Sie einen Text für Erstsemestrige, für Laien oder für ein wissenschaftliches Fachpublikum schreiben. Passen Sie Ihre Formulierungen an die Zielgruppe an und erklären Sie fachspezifische Begriffe genügend und ausführlich. Vermeiden Sie komplizierten «Fachjargon», wenn sich die Inhalte (auch) an Laien richten. Nutzen Sie Abkürzungen spärlich und erläutern Sie diese bzw. führen Sie diese verständlich ein.
Schreiben Sie wo immer möglich in der aktiven statt passiven Form. Ein aktiver, direkter Stil wirkt freundlicher, persönlicher und weniger «bürokratisch» als ein passiver, distanzierter Stil, welcher an Gesetzestexte oder Geschäftsbedingungen erinnert. Beispiel: «Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unser Support-Team» statt «Fragen werden von unserem Support-Team entgegengenommen».
Machen Sie kurze Sätze, verwenden Sie bekannte Wörter. Vermeiden Sie Füllwörter, Ausschmückungen und «blumigen» Stil. Anders als in Journalismus oder Literatur geht es bei der Präsentation von Informationen im Web nicht darum, möglichst schön, ideenreich oder phantasievoll zu schreiben. Meist sind die naheliegendsten oder bekanntesten Formulierungen die besten und verständlichsten. Falls möglich, nutzen Sie die Vorteile von bestehenden Konventionen und «erfinden Sie das Rad nicht neu».
Verwenden Sie Begriffe und Bezeichnungen einheitlich über mehrere Textabschnitte oder Seiten hinweg. Dies erleichtert es den Website-Besucher:innen, sich zu orientieren und Zusammenhänge zu erkennen. Anders als bei Nachrichten oder Blog-Beiträgen sind darum Wiederholungen hier nicht tabu, im Gegenteil: Synonyme verwirren die User mehr. Für gesamtuniversitäre Begriffe (wie zum Beispiel «Antrittsvorlesung» oder «Assoziiertes Institut») konsultieren Sie bitte die UZH-Terminologie-Datenbank www.uniterm.uzh.ch und verwenden Sie die dort festgesetzte, offizielle Bezeichnung und Schreibweise (in Deutsch und Englisch).
Texte in Gross- und Kleinschrift sind besser lesbar als REINE GROSSSCHRIFT oder reine kleinschrift. Grossbuchstaben «SCHREIEN» zudem und erschweren damit die Lesbarkeit zusätzlich.
Mehrere fett und/oder kursiv hervorgehobene Wörter schaffen Unübersichtlichkeit und Fleckigkeit und behindern den Lesefluss. Beschränken Sie darum solche Formatierungen innerhalb von Textabschnitten auf ein Minimum. Müssen mehrere Ausdrücke oder Wörter hervorgehoben werden, überdenken Sie die Textstruktur und setzen Sie diese stattdessen als Überschrift oder Zwischentitel.
Die Lesbarkeit und das Textverständnis von Web-Texten ist umso schlechter, je mehr Links innerhalb eines Textabschnittes gesetzt sind. Die Website-Besucher:innen müssen bei jedem Link blitzschnell entscheiden, ob sie diesen folgen oder nicht. Der Lesefluss (und damit auch das Textverständnis) wird somit auch dann gestört, wenn die Website-Besucher:innen dem Link gar nicht folgen. Wenn immer möglich, setzen Sie darum Links an das Ende einer Seite, eines Textabschnittes oder eines Teasers. Dies erhöht ausserdem die Übersicht und fördert die Leseführung im Sinne einer Zusammenfassung, Wiederaufnahme oder Weiterführung der erwähnten Informationen. Ausserdem werden Website-Besucher:innen, die sich nur für die Links interessieren, nicht «gezwungen», den ganzen Textabschnitt erst durchzulesen.
Beschreiben Sie in der Bezeichnung der Links das Link-Ziel möglichst genau und klar. Falls möglich, verwenden Sie den Seitentitel des Link-Ziels als Link-Text. Die ideale Länge von Link-Texten liegt zwischen einem und fünf Wörtern. Inhaltsleere Link-Texte wie «hier» oder «mehr» sind tabu, es sei denn, es handelt sich um strukturierte Seitentypen (wie News-Übersichten oder Team-Seiten), wo diese Links automatisch gesetzt werden.