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Die Entfernung
der Mündung des Stroms von seiner Bildung bei Münden beträgt in gerader Linie 275 km, der Stromlauf mit allen Krümmungen 451 km
und, wenn man die Werra als Quellfluß betrachtet, im ganzen 720 km. Das gesamte Stromgebiet der
Weser wird zu 47,960 qkm (872 Q M.) berechnet. Bei Münden ist sie 94, bei Minden 180, bei Bremen 220 m und an der Mündung 12 km
breit; die Tiefe derselben beträgt bei niederm Wasserstand zwischen Münden und Hameln nur 0,8, unterhalb Bremen 2-4, von Bremerhaven
abwärts 7 m. Der Wasserspiegel liegt bei Münden 120, bei Minden 40, an der Allermündung 10 und bei Bremen 5 m ü. M.
Nur von der Huntemündung ab umschließt sie einige Werder, sonst fließt sie immer in ungeteiltem Strom, ist bis Vegesack aufwärts
für Seeschiffe fahrbar und trägt bis Münden aufwärts Kähne von 200 Ton. Last.
Die Weser ist eine wichtige Wasserstraße, doch ist sie in ihrem obern und mittlern Lauf wegen Versandung im Sommer oft monatelang
nicht zu befahren. Das erste Dampfschiff
[* 23] auf derselben ging 1843. Später ward der Fluß auf der ganzen Strecke von Münden ab
mit Dampfschiffen befahren; jedoch wurde die Dampfschiffahrt infolge der Eisenbahnbauten mehr und mehr
beschränkt. Neuerdings hat sich die Schifffahrt mehr gehoben; ein nennenswerter Verkehr von Personenschiffen findet indessen
nur auf der Unterweser und zwischen Karlshafen und Münden statt.
Die Weserschiffahrt hat von jeher durch das Stapelrecht mehrerer Städte, durch das Einlegerecht, durch die Bevorzugung der
MündenerSchiffer, durch den kostspieligen und an manchen Orten gar nicht gestatteten Leinpfad, durch das Vorspannrecht, das
manche Ortschaften prätendierten, durch die große Zahl der Weserzölle und andre Abgaben wesentlich
gelitten. Um diese Hindernisse zu beseitigen, fanden schon früher mehrmals Konferenzen statt, hatten aber eine gründliche
Abhilfe des Übels nicht zur Folge.
Erst durch die zu Minden unterzeichnete Weserschiffahrtsakte traten erleichternde Bestimmungen ein. Die Verhandlungen
der 1824 und 1829 sowie später zusammengetretenen Revisionskommissionen haben diese Bestimmungen noch
mehrseitig zu vereinfachen gesucht. Seit der AnnexionKurhessens und Hannovers berührt der Strom fast ausschließlich preußisches
Gebiet, und die letzten Hindernisse für den freien Verkehr wurden nun beseitigt. Von besonderer Wichtigkeit hierfür war
der 1888 erfolgte Zollanschluß Bremens und der damit im Zusammenhang stehende
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