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Nach elf unvergleichlichen Jahren geht die Zeit von Scott Chipperfield beim FC Basel 1893 nach Ablauf dieser Saison zu Ende. Die Führung des Vereins ist nach intensivem Abwägen aller Argumente und im Bewusstsein, dass in diesem Fall eine optimale Lösung nicht zu finden war, zum Schluss gekommen, den auslaufenden Vertrag mit dem bald 37jährigen Australier nicht mehr zu erneuern.
Scott Chipperfield, der im Sommer 2001 von den Wollongong Wolves nach Basel kam, war an jedem Titelgewinn des FCB der Neuzeit beteiligt. Mit den sieben Meisterschaftsgewinnen und den sechs Cupsiegen, die der FCB mit Chipperfield innerhalb eines Jahrzehntes gewann, wurde der Australier zum erfolgreichsten FCB-Spieler der Vereinsgeschichte, zumal er auch an allen vier Champions-League-Kampagnen beteiligt war. Insgesamt bestritt Chipperfield für den FCB bisher 387 Wettbewerbsspiele und erzielte dabei 85 Tore. Einzig Massimo Ceccaroni und Benjamin Huggel sammelten noch mehr Spieleinsätze für den FCB als „Scottie“.
Wegen einer langwierigen Verletzung kam Chipperfield im laufenden Kalenderjahr 2012 allerdings nicht mehr zum Einsatz – zum letzten Mal spielte er am 11. Dezember 2011 beim 1:1 im Auswärtsspiel gegen Xamax für den FCB um Punkte. Wie für den FCB war der vielseitig einsetzbare Chipperfield, der seine Fähigkeiten mal als Linksverteidiger, mal als Aufbauer oder als zentraler Spielmacher oder gar als Stürmer einbrachte, auch für Australiens Nationalmannschaft eine langjährige Teamstütze. 68 Länderspiele, das letzte Spiel davon an der WM 2010 in Südafrika, zeugen davon.
Seine Loyalität zum FCB, sein bescheidenes Auftreten, seine fussballerischen Fähigkeiten und sein Kampfgeist machten Chipperfield, der vor einigen Jahren auch die Schweizer Staatsbürgerschaft erwarb, zu einem der populärsten FCB-Spieler überhaupt. Deshalb stand die Führung des FCB in diesem Frühjahr vor einem der schwierigsten Personalentscheide, die sie in den letzten Jahren zu fällen hatte. Es galt für Präsidium, technische Kommission und den Cheftrainer zwischen ganz verschiedenen Faktoren abzuwägen, die zwischen rein menschlichen, aktuell sportlichen und perspektivischen Argumenten pendelten. im Fall dieses so verdienten Spielers waren das derart unterschiedliche Kriterien, das sie beim besten Willen nicht unter einen Hut zu bringen waren. Auf einen Nenner gebracht: Die optimale Lösung gab es schlicht nicht.
Dass sich der FCB schliesslich entschied, den auslaufenden Vertrag nicht noch einmal zu erneuern, hatte letztlich mit sportlichen und perspektivischen Gründen zu tun. Einsatzzeiten in der nächsten Saison in einem Umfang, der eine Vertragsverlängerung wirklich gerechtfertigt hätte, konnten Chipperfield nicht in Aussicht gestellt werden, zumal die Plätze im Kader beschränkt sind und es der Philosophie des FCB entspricht, auf der Spielerliste der ersten Mannschaft stets auch genügend Plätze für nachdrängende Talente aus dem eigenen Nachwuchs zu schaffen.
Umgekehrt hat sich der FCB in den letzten Jahren der Maxime verschrieben, nach Möglichkeit für verdiente Spieler Lösungen auch für die Zeit nach der Karriere zu suchen. Diese sind jedoch bei weitem nicht immer zu finden. Im Fall von Scott Chipperfield fielen zum Beispiel Überlegungen für einen so genannten Anschlussvertrag im Trainer- oder Betreuerstab weg, weil er sich die Option, die Aktivkarriere als Spieler anderswo fortzusetzen, offen halten will.
Damit geht kommenden Mittwoch eine weitere Ära in der Geschichte des FC Basel 1893 zu Ende. Die Vereinsverantwortlichen, die Trainer, die Mitspieler, die Clubangestellten, vor allem aber auch die Fans werden sich im letzten Heimspiel der Saison mit einer gewissen Wehmut, in erster Linie aber mit riesiger Dankbarkeit und mit den besten Zukunftswünschen von einem unvergleichlichen Spieler verabschieden, der die erfolgreichste Phase des FCB seit seiner Gründung massgeblich mitgeprägt hat.
Bitte an die Matchbesucher vom 23. Mai 2012
Die Verabschiedung Chipperfields soll zusammen mit jener der anderen verdienten Spielern, deren FCB-Zeit am 23. Mai zu Ende geht, in einem würdigen Rahmen stattfinden, für den sich der FCB vor dem Match auch die gebührende Zeit nehmen will. Deshalb bittet der FCB schon jetzt alle Besucherinnen und Besucher des Heimspiels gegen die Young Boys nachdrücklich, ihre Plätze im St. Jakob-Park spätestens eine halbe Stunde vor Anpfiff (20.15 Uhr) einzunehmen.
Ein Grosser tritt ab - Publikumsliebling Scott Chipperfield blieb dem FCB seit 2001 treu.
Der Schweiz-Australier war auch auf höchsten Niveau immer ein sicherer Wert für den FCB.
In 387 FCB-Spielen erzielte er 85 Tore, darunter auch sehr wichtige wie hier in der Finalissima 2010 auswärts gegen den BSC Young Boys.
"Chippy" in seiner Anfangszeit - 2003 in einem Champions-League-Heimspiel im Joggeli.