Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03109.jsonl.gz/570

In dieser Rubrik finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Themenbereich "Trinkwasser". Gleichzeitig leiten Sie Links zu weiterführenden Informationen.
Haben auch Sie eine Frage, deren Antwort von allgemeinem Interesse sein könnte? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail.
"In der Schweiz wird grundsätzlich angenommen, dass ein öffentlich zugänglicher Brunnen Trinkwasser führt, das ohne Bedenken konsumiert werden kann." Diese Aussage findet man in einer rechtlichen Stellungnahme zuhanden der Lebensmittelkontrolle Solothurn aus dem Jahr 2005. Der Eigentümer – meist die Gemeinde – hat dafür zu sorgen, dass der Brunnen Trinkwasser führt, oder er muss zwingend ein Schild mit der Aufschrift „kein Trinkwasser“ anbringen. Der Brunnenmeister einer Gemeinde prüft stichprobenartig die Qualität der öffentlich zugänglichen Brunnen.
Einen längeren Text zu diesem Thema gibt es im Wasserspiegel 3/14 des SVGW.
Trinkwasser wird am besten frisch und kühl konsumiert. Falls es gelagert werden muss, kann es bis zu 4 Tage gekühlt und im Dunkeln aufbewahrt werden. Weitere Einflussfaktoren neben Temperatur und Lichteinfall sind bei der Lagerung Sauberkeit und der Werkstoff des Behälters (Herauslösen von Stoffen).
Die gute Qualität des bereitgestellten Trinkwassers kann innerhalb des Hauses, wo der Besitzer selber verantwortlich ist, abnehmen. Die grösste Gefahr geht von fehlerhaften Hausinstallationen, von stagnierendem Wasser und von unsauberen Filtern und Siebeinsätzen aus. Deshalb ist es wichtig, bei Hausinstallationen nur ausgewiesene Fachleute beizuziehen, bei unbenutzten Wasserhähnen das Wasser etwas vorlaufen zu lassen und die Siebeinsätze von Armaturen regelmässig zu reinigen.
Hartes Wasser kann unter gewissen Bedingungen (erhitzen, verdampfen, verdunsten oder im Kontakt mit basischen Stoffen wie Seifen) zu Ablagerungen von Kalk führen. Diese Verkalkungen können oft mit einfachen Mitteln entfernt werden.
Trinkwasser ist nicht steril; es enthält auch bei Einhaltung aller gesetzlichen Anforderungen Mikroorganismen. Diese natürliche Flora bildet feine Biofilme in den Leitungen. Sie ist Bestandteil jedes Trinkwassers, hilft dieses hygienisch stabil zu halten und ist normalerweise nicht von hygienischer Relevanz. So können in einem Glas einwandfreiem Trinkwasser bis zu einer Million Bakterien vorkommen.
Zur Anreicherung des Trinkwassers mit Kohlensäure sind weder gesundheitlichen Vor- noch Nachteile. Es kann allenfalls den Harndrang etwas verstärken und beim Sport oder körperlicher Anstrengung aufstossen.
Die Wasserversorgungen sind verpflichtet, die Qualität des von ihnen bereitgestellten Trinkwassers regelmässig zu überprüfen. Die Häufigkeit solcher Kontrollen hängt vom vorgängig festgestellten Gefahrenpotential im Fassungsgebiet bzw. in den Anlagen und von der Anzahl versorgter Einwohner ab. Weniger relevante Parameter wie Sulfat, Sauerstoffgehalt oder Natrium werden sporadisch im Rahmen von Laboranalysen untersucht.
Die kantonalen Laboratorien führen zusätzlich und unabhängig amtliche Stichprobenkontrollen durch.
Nitrat kommt in tiefen Konzentrationen natürlicherweise in Böden und Gewässern vor. In der Landwirtschaft und in privaten Gärten wird es jedoch in grossem Stil als Düngemittel eingesetzt. Wegen seiner guten Löslichkeit gelangt dabei stets auch ein Teil ins Grundwasser. Schutzzonen rund um Trinkwasserfassungen haben zum Zweck, diesen Eintrag zu reduzieren. Nimmt man zuviel Nitrat auf, können im Körper über die Zwischenstufe Nitrit krebserregende Nitrosamine gebildet werden. Nitrit wird u.a. zum Pökeln von Fleischwaren verwendet. Der Toleranzwert für Nitrat im Trinkwasser liegt bei 40 mg/l.
Die Wasserversorgungen sind gesetzlich verpflichtet, mindestens einmal jährlich umfassend über die Qualität des Trinkwassers zu informieren. Die Wasserversorgungen können ihre Daten auf www.wasserqualitaet.ch eingeben oder sie an anderer Stelle veröffentlichen. Für spezifische Fragen zur Qualität Ihres Trinkwassers, können Sie bei der zuständigen Wasserversorgung oder bei der Gemeinde nachfragen.
40% des Quell- und Grundwassers kann ohne Aufbereitung als Trinkwasser abgegeben werden. Der Rest wird ein- oder mehrstufig aufbereitet. In gewissen Wasserversorgungen werden dabei geringe Mengen Chlorverbindungen als Desinfektionsmittel beigefügt, später aber wieder entfernt. Hingegen wird Chlor für den Netzschutz eingesetzt und gelangt so in die Haushalte. Doch auch diese Mengen sind vom Menschen meist nicht wahrnehmbar.
Desinfektion mittels UV und Ozon hinterlässt keine Rückstände.
Komischer Geruch und sichtbare Verschmutzung, welche durch das Spülen der Leitungen nicht eliminiert werden können, deuten auf eine Trinkwasserverschmutzung hin. In einem solchen Fall muss sofort die lokale Wasserversorgung informiert werden.
Folgende Angaben sind wichtig:
In der Schweiz sind wir in der glücklichen Lage, über umfangreiche Wasserressourcen zu verfügen, so dass der Wasserbedarf an den meisten Orten gedeckt werden kann.
Die Wasserversorgung muss genügend Wasser für die Brandbekämpfung bereitstellen. Dies braucht ein Mindestmass an Wasservorräten. Bei übermässigem Wassersparen kann es deshalb vorkommen, dass Wasser eine hohe Verweildauer im Netz hat. Dies kann die Trinkwasser-Qualität beeinträchtigen und führt dazu, dass das Netz vermehr gespült werden muss.
Warmwasser sparen bringt’s: Warmwasser vom Hahn enthält durchschnittlich 150-mal mehr Energie als Kaltwasser! Ein bewusster Umgang mit Warmwasser spart Energie und Geld.
Tipps:
Weil sich Trinkwasser nach längeren Standzeiten in der Hausinstallation qualitativ verschlechtert, lautet die Empfehlung, nur frisches Kaltwasser zu trinken und für die Lebensmittelzubereitung zu verwenden. Um qualitativ gutes Wasser aus dem Wasserhahn zu erhalten, sollte man es jeweils solange vorlaufen lassen, bis es konstant kühl ist. Bei der Rückkehr aus den Ferien ist längeres Spülen angezeigt.
Rost ist die häufigste Ursache für rotbraun verfärbtes Trinkwasser. Er enthält im Wesentlichen für den Menschen unschädliches Eisen. Rostwasser kann nach Arbeiten an Hausinstallationen auftreten oder generell auf Probleme in diesem Bereich hinweisen. Spült man die Leitungen, wird das Wasser in den meisten Fällen wieder klar.
In einigen Fällen können sich jedoch in Rostblasen gesundheitsschädliche Bakterien ansiedeln. Geschieht dies, oder lassen sich Verfärbungen durch das Spülen nicht eliminieren, suchen Sie das Gespräch mit der Wasserversorgung in Ihrer Gemeinde.
Nein, Trinkwasser ist grundsätzlich nicht gesundheitsschädlich.
Die Fortschritte in der Laboranalyse erlauben den Nachweis von Kleinstmengen an chemischen Stoffen im Trinkwasser. Deren Nachweisbarkeit an sich ist jedoch noch kein Risiko. In den derzeit nachgewiesenen Konzentrationen sind diese Substanzen für den Menschen nach heutigem Wissensstand unbedenklich. Arzneimittelrückstände beispielsweise liegen in der Regel zehntausend- bis millionenfach unter den medizinisch indizierten Dosen. Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und hormonaktive Substanzen sind hingegen dabei kritischer zu beurteilen, da sie bereits in geringen Mengen eine nachteilige Wirkung haben können.
Die Grenzwerte für Fremdstoffe im Trinkwasser regelt die eidg. Fremd- und Inhaltsstoffverordnung.
Die Wasserhärte ist ein Mass für Kalzium und Magnesium im Wasser. Vereinfacht kann man sich darunter den Kalkgehalt des Wassers vorstellen. Die Wasserhärte wird in der Schweiz in französischen Härtegraden (ofH) gemessen. Die Skala reicht von 0 ofh (sehr weich) bis ca. 50 ofh (hart).
Zu Hause nutzt jeder Schweizer im Durchschnitt 142 Liter Wasser pro Tag. Der grösste Anteil Wasser (ca. 70%) fällt auf WC-Spülung, Duschen, Baden und Küchenspültisch. Zählt man den Wasserverbrauch am Arbeitsplatz, in der Freizeit und in den Ferien hinzu, ergeben sich über die gesamte Bevölkerung gemittelt rund 162 Liter pro Person und Tag.
Dazu kommt eine grosse Menge an virtuellem Wasser. Als virtuelles Wasser wird derjenige Wasseranteil bezeichnet, der in der Nahrung beispielsweise durch die Bewässerung von Getreidefeldern oder die Aufzucht von Rindern und in der Industrie zur Herstellung von Konsumgütern und Kleidern verbraucht wird. Gemäss Studien macht dies täglich ca. 4000 Liter pro Person aus. Oft wird dieses Wasser nicht in der Schweiz, sondern in Ländern mit geringeren Wasserreserven verbraucht.
Nein, früher wurde von einigen Wasserversorgungen zusätzlich Fluorid zur Kariesprophylaxe ins Trinkwasser gegeben. Dies geschieht heute in der Schweiz nicht mehr.