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Weiter Luftaufnahmen von Champvent
Auf einem hohen Hügel, der das breite Tal der Thièle beherrscht, hat Schloss Champvent unter den Waadtländischen Festungen seinen reinen mittelalterlichen Charakter behalten. Die aktuelle Konstruktion umfasst tatsächlich nicht mehr, als das gegen 1250 aufgerichtete Schloss. Das Schloss umfasst eine Ringmauer, die mit runden Türmen flankiert wird. Einer von diesen wurde in einen Wachtturm umgewandelt. Die Behausungen im Innern der Umfriedungsmauer umgeben einen zentralen Hof. Im Laufe der Jahre wurde das Innere der Gebäude mehrmals an den Geschmack und an den Wohnungsstil verschiedener Zeitalter umgestaltet. Mit seiner rechteckigen Umfriedungsmauer und seinen vier runden Türmen entsprach das Werk einem überaus verbreiteten Typ von Burgen französischer Inspiration die in der französischen Schweiz Mitte des 13. Jahrhunderts durch die Herzöge aus Savoyen eingeführt wurden.
Diese Art Konstruktion stammt offensichtlich aus der byzantinischen Architektur und erschien zweifellos in Westeuropa zur Zeit der Kreuzzüge. Im Allgemeinen ist es die Art Schloss, die in der Ebene gebaut wurden, wo die Verpfählung eines regelmässigen Grundrisses im flachen Gelände einfacher war. Die Tatsache, dass dieser Bauplan auch für das Schloss Champvent verwendet wurde, das hoch oben liegt, war vermutlich eine Ausnahme; der Erbauer hat damals zweifellos darauf bestanden, nicht von den Mode des Zeitalters abzuweichen.
Die ersten Erwähnungen der Herrschaft von Champvent erschienen um das Jahr 1100 herum. Das Dorf Champvent, das zu Beginn des 12. Jahrhunderts schon durch Manuskripte erwähnt wurde, gehörte wahrscheinlich den Königen von Ober-Burgund. Was sicher ist, ist dass die Herren von Grandson sich bereits in der Region von Champvent vor Beginn des 12. Jahrhunderts niedergelassen und dort eine beträchtliche Herrschaft gegründet hatten. Champvent gehörte zu den Familiengütern dieses Hauses bis zum 13. Jahrhundert. Was die Herrschaft betrifft, so entstand sie nachdem Ebal IV, Herr von Grandson und La Sarraz, zu Beginn des 13. Jahrhunderts seine Güter zwischen seinen Erben aufteilte. Sie gelangten an seinen Sohn Henri und umfassten damals die Territorien von Champvent, Mathod, Suscévaz, Essert, Orges, Vugelles-la-Mothe, Vuiteboeuf, Sainte-Croix und Bullet. Sie dehnte sich also weit über die Zone des Waadtländischen Jura aus und schuldete einen grossen Teil ihrer Bedeutung sicher der starken Besiedlungsaktivität, die durch das Haus von Grandson unternommen wurde. Später wurden andere befestigte Burgen auf dem Territorium der Herrschaft von Champvent errichtet, wie die beiden Schlösser Mothe und Covatanne in der Nähe von Sainte-Croix. Aber das Zentrum der Herrschaft blieb immer die Festung von Champvent, aufgerichtet unter Karl de Grandson.
Champvent par Delpech 1850 (graphica-antiqua.ch)
Nach dem Tod von Heinrich trennte sich die Herrschaft vom Haus Grandson und bildete einen eigenen territorialen Komplex; die Söhne von Heinrich nannten sich nicht mehr Herren von Grandson, sondern nahmen nicht nur einen neuen Namen an, denjenigen ihres Wohnsitzes, sondern auch neue Wappen an. Im Laufe des 13. und 14. Jahrhunderts genossen die Herren von Champvent ein hohes Ansehen in den Waadtländischen Ländern. Die Familie starb aus in 1336, beim Tod von Jean de Champvent. Die Herrschaft ging in die Hände von Ludwig von Neuenburg, der in seinen alten Tagen Margerite de Vufflens heiratete. Nach seinem Tod - er hatte keine Nachkommen heiratete Margerite in zweiter Ehe Jacques de Vergy, der zum Herr de Champvent wurde. Die de Vergy, die als vermögende und distinguierte Familie galten, zählten zu den intimen Freunden der Burgunder Herzöge. Sie bewohnten Champvent während mehrere Generationen, so dass die Herrschaft sich lange Zeit unter dem Einfluss des Herzogtums von Burgund befand. Während der burgundischen Kriege schlug sich Wilhelm de Vergy an die Seite von Karl den Kühnen. Daher wurde aus dem Schloss Champvent nur Asche und Schutt, als die die Truppen und die Eidgenossen nach der Schlacht von Grandson vorbeikamen. Es scheint, dass Wilhelm sofort Instandsetzungsarbeiten unternehmen liess. Nach der Eroberung des Waadtlandes durch die Berner in 1536 kamen die Herrschaftlichen Rechte zur Stadt Bern zurück und wurden von Yverdon verwaltet. Das Schloss diente nur noch als privates Herrenhaus und wechselte oft den Eigentümer.
Bibliographie