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Im Juli finden die Weltmeisterschaften der Leichtathletik statt, zum ersten Mal in den USA. Welche Wettkämpfe werden zu sehen sein? Wer sind die Favorit*innen und wer hat sich aus der Schweiz qualifiziert? Und warum steht der Event und die Sportart selbst in der Kritik?
Das Wichtigste in Kürze
Wenn es einfach schnell gehen soll, dann findest du in diesem Kasten die Hauptaussagen des Artikels:
- Die WM findet das erste Mal in den USA statt. Sie wird in Eugene, Oregon vom 15.7.-24.7. ausgetragen.
- Der Austragungsort und die Sportart selbst sind umstritten, weil es keinen Bewerbungsprozess gab und Doping ein grosses Problem ist.
- Fakten: 27 Disziplinen, 2‘000 Athlet*innen und 49 Wettkämpfe.
- rfolgreichste Nationen bisher: USA, Deutschland, Kenia, Russland und Jamaika.
- Favorit*innen der Schweiz: Mujinga Kambundji (60 Meter), Loïc Gasch (Hochsprung) und Simon Ehammer (Mehrkampf).
- Live im TV auf ARD, ZDF und SRF (Achtung: Zeitverschiebung beachten).
Die Weltmeisterschaften der Leichtathletik hätten ursprünglich im August 2021 stattfinden sollen. Da die olympischen Sommerspiele in Tokio jedoch wegen der Corona Pandemie ins Jahr 2021 verschoben wurden, musste die Weltmeisterschaft (WM) um ein Jahr verrückt werden. Deshalb wird sie nun vom 15. Juli bis 24. Juli in Eugene, Oregon (USA) ausgetragen.
Leichtathletik(-Weltmeisterschaft) in der Kritik
Der Entscheid, dass die diesjährige WM in Eugene stattfindet, wurde 2015 beim Treffen des Leichtathletik-Weltverbandes namens IAAF (heute: World Athletics) in Peking vereinbart. Der Entscheid ist umstritten, weil es keinen Bewerbungsprozess gab. Normalerweise dürfen andere Interessent*innen sich bewerben und dann erst wird der Austragungsort bestimmt. Warum dies bei der diesjährigen WM nicht der Fall war, ist noch unklar. Es wird aber vermutet, dass es etwas mit dem damaligen Vizepräsidenten des Verbands, Sebastian Coe, zu tun hatte. Dieser habe damals als Botschafter des Unternehmens NIKE gearbeitet, welches in Eugene gegründet wurde. Er habe versucht den damaligen Präsidenten des IAAF, Lamine Diack, zu überzeugen.
Nicht nur der Austragungsort ist umstritten, sondern auch die Sportart selbst. Die Sportlerinnen in der Leichtathletik werden immer besser. Sie sprinten schneller, können weiter und höher springen und haben eine längere Ausdauer. Warum ist das so? Einerseits sind neue Erkenntnisse in den Sportwissenschaften oder in der Trainingsoptimierung Gründe dafür. Andererseits werden aber auch viele Athletinnen gedopt. Obwohl die Dopingregeln sehr streng sind, werden die Methoden immer besser, sodass Dopingfälle erst spät oder gar nicht ans Licht kommen.
Auch für die kommende WM wurden Athlet*innen wegen Dopings ausgeschlossen. So wurde beispielsweise das Frauenteam aus Nigeria von der 4x100-m-Staffel disqualifiziert. Ebenfalls der Schweizer Sprinter Alex Wilson wurde wegen Dopings für vier Jahre gesperrt und kann nicht nach Eugene reisen.
Disziplinen und Favorit*innen
In Oregon werden sich rund 2‘000 Athlet*innen aus aller Welt in 27 Disziplinen messen. Insgesamt werden 49 Goldmedaillen vergeben: für die Männer und Frauen je 24 Wettkämpfe und zusätzlich die Mixed-Staffel über 4x400 Meter. Neu wird an dieser WM die sogenannte Team Trophy vergeben. Das Land, das am meisten Top 8 Platzierungen erzielt, gewinnt diesen Preis.
Eine Übersicht über die Disziplinen und das ganze Programm der WM findest du hier:
Die erfolgreichste Nation bisher ist die USA mit insgesamt 377 Medaillen. Daneben haben aber auch Deutschland (186 Medaillen), Kenia (150 Medaillen), Russland (170 Medaillen) und Jamaika (130 Medaillen) grosse Erfolge erreicht.
Folgende Favorit*innen können für die diesjährige WM genannt werden:
· Joshua Cheptegei (Uganda): 5‘000m / 10‘000m, Herren
· Letesenbet Gidey (Äthiopien): 5‘000m / 10‘000m, Damen
· Peres Jepchirchir (Kenia): Marathon, Damen
· Armand Duplantis (Schweden): Stabhochsprung, Herren
· Yulimar Rojas (Venezuela): Dreisprung, Damen
· Ryan Crouser (USA): Kugelstossen, Herren
· Thompson-Herah (Jamaika): 100m / 200m, Damen
Die Schweiz an der WM
Eine grosse Hoffnungsträgerin der Schweiz ist Mujinga Kambundji. Die 30-jährige Bernerin überzeugte im April mit ihrem Sieg über 60 Meter an der Hallen-WM in Belgrad. Auch der 27-jährige Waadtländer Loïc Gasch konnte im Hochsprung brillieren. Er gewann die Silbermedaille und hat grosse Ambitionen für die WM im Juli. Seit langer Zeit hat die Schweiz ausserdem auch wieder einen begnadeten Mehrkämpfer, welcher sich an der Hallen-WM Silber holte. Simon Ehammer aus dem Appenzell ist erst 22 Jahre alt, möchte in Eugene aber hoch hinaus.
Die Wettkämpfe der WM werden live unter anderem auf ARD, ZDF und SRF übertragen. Zu beachten ist aber, dass Eugene neun Stunden hinter der Mitteleuropäischen Sommerzeit liegt. Das heisst, dass viele Übertragungen in der Nacht sein werden.
Arbeitsmaterial
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