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In einem Artikel der NZZ von gestern, 1.2.2007, lesen wir, dass im letzten Jahr über 5 Studenten der Universität Zürich eine bedingte Exmatrikulation verhängt worden sei, weil sie in Arbeiten Zitate ohne Quellenangaben verwendet hätten. In den letzten eineinhalb Jahren hätten sich die aufgedeckten Plagiatsfälle gehäuft. Es werden neue Massnahmen geprüft oder neu eingeführt, um diesen Anstieg der Plagiatsfälle zu bekämpfen.
Das Problem ist natürlich auf allen Stufen erkennbar, vor allem in der Mittelschule im Zusammenhang mit den Maturaarbeiten. An der Kantonsschule Solothurn müssen die Schüler der Maturaarbeit eine Erklärung beifügen, in der sie bestätigen, dass sie die Arbeit ohne unerlaubte fremde Hilfe gemacht und dass sie alle benützen Quellen angegeben haben.
In seinem Buch Das Google-Copy-Paste-Syndrom bringt Stefan Weber dieses Phänomen der "Ergoogelung der Wirklichkeit" unter anderem in einen Zusammenhang mit der postmodernen Haltung der neuen Generation. Diese Generation habe ein völlig anderes Verhältnis zur Autorschaft von Texten.
Wie ich in einem Weblog im lehrerfreund lesen konnte, unterstützt offenbar der japanische Ministerpräsident den Vorschlag einer Expertenkommission, leichte phsychische und physische Gewaltanwendungen an Schulen wieder zuzulassen, um aufsässige Schülerinnen und Schüler zu bändigen. Als Quelle wird in diesem Beitrag die Kleine Zeitung angegeben. Ein einfacher google-Suchauftrag mit dem ganzen Titel dieses Weblog-Beitrags zeigt eine ganze Reihe von Webseiten, die dieses Thema aufgenommen haben. Nach weiterer Recherche auf news.google bin ich nun hier auf eine Agenturmeldung von AFP gestossen, die Kleine Zeitung hat diese Meldung wortwörtlich übernommen, ohne Quellenangabe. Schliesslich habe ich noch einen Spiegel-Artikel gefunden, der die gleiche Meldung bringt. Als Quelle wird dort auch Reuters erwähnt.
In einem Forum, auf das die genannte Kleine Zeitung verlinkt, wird schon sehr emotional über dieses Thema diskutiert. Im Spiegel-Artikel wird dann allerdings der kulturelle Hintergrund des japanischen Bildungswesens immerhin erwähnt. Somit wird klar, dass diese Art der Bestrafung nicht das ist, was besorgte Pädagogen im erwähnten Forum kommen sehen. Diese Meldung ist wahrscheinlich ein weiteres Beispiel für das Aufbauschen und Verändern von Nachrichten.
Durch Zufall bin ich auf einen interessanten Weblog gestossen: Lehrerzimmer von Herrn Rau. In diesem Weblog informiert ein Lehrer über allerhand aus dem schulischen Alltag: etwas aus den Italienisch-Unterricht, über eine neue Software, über den Unfalltod eines Schülers und vieles mehr. Was die Seite sehr interessant macht, sind die vielen Kommentare von Schülern, Lehrerkollegen und auch Fremden. Für mich jedenfalls ein sehr gut gelungener Blog.
Auf einer der Webseiten der Iniversität Wien wird ein Projekt vorgestellt, das sich für den schulischen Einsatz eignen könnte, ein Hpertextcreator. "Der Hypertextcreator ist ein Redaktions- und Datenbanksystem (VMS5), in das Inhalte (Text, Bild, Video, Ton, etc.) eingewoben und flexibel miteinander verknüpft werden können." So steht es auf der entsprechenden Website. Dieses Programm soll gemäss Ankündigung Studierende und Lehrende unterstützen. Auf der entsprechenden Homepage sind die meisten Links allerdings nicht mehr intakt. Ich habe aber noch eine andere Seite gefunden.
Wenn man das Programm ausprobieren will, muss man sich allerdings per Email melden. Ich werde es dies tun, demnächst mehr dazu.