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Blaze Foley hiess eigentlich Michael David Fuller. Aufgewachsen ist er in den 50-Jahren in Texas als Mitglied der Gospel-Gruppe «The Singing Fuller Family».
In den 70er-Jahren hatte er sich aber mehr oder weniger ausgeklinkt und lebte mit anderen Musikern und Künstlern ein Country-Hippie-Leben im Wald von Whitesburg, Georgia.
Weg vom Eichhörnchen-Leben
Bis seine Freundin Sybil Rosen eines Tages erklärte, es sei Zeit, nach Austin zu gehen und seine Songs unter die Leute zu bringen: «Time for you to peddle your songs!»
Ob sie denn bereit sei, das Paradies zu verlassen, fragt der von Country-Sänger Ben Dickey gespielte Blaze im Film von Ethan Hawke.
Ja, erwidert Sybil. Es gehe nicht an, dass sie die Einzige sei, die seine Songs kenne. Und sie könnten nicht den Rest ihres Lebens als Eichhörnchen verbringen.
Ziemlich zwingend umklammert der Film mit viel Musik und saftigen Szenen dieses eigenwillige Musikerleben.
Von der frühen Szene, in der Blaze Foley seiner Sybil erklärt, er wolle kein Star werden, sondern eine Legende – bis zu der Szene, in der sich die ebenfalls absolut grossartige Alia Shawkat als Sybil an Blazes Grab beklagt, nun sei er wohl eine Legende, und sie eine Country-and-Western-Witwe.
Den roten Faden im Film bildet ein Radiointerview mit Blaze Foleys berühmterem Freund Towns van Zandt. Wer denn dieser «Blaze Fooly» sei, dem der Song «Blaze’s Blues» gewidmet sei, fragt der Radio-Host.
«Foley» korrigiert Towns van Zandt. Und sagt, dass der Moderator ihn eigentlich kennen sollte – den Mann, der Songs für Merle Haggard und andere geschrieben habe. Dann erzählt Van Zandt, wer dieser Blaze war.
Seine Anekdoten und Erinnerungen organisieren die chronologischen Sprünge und geben dem Film eine tolle Intensität.
Gespielt wird Van Zandt mit unheimlichem Charisma von einem weiteren Musiker, von Bob Dylans Gitarrist Charlie Sexton. Regisseur Ethan Hawke selbst spielt den Radio-Host.
Sein Freund und Erfolgsregisseur Richard Linklater («Boyhood») spielt einen neureichen Ölbaron, Country-Legende Kris Kristofferson gibt Blaze Foleys dementen Vater, und die echte Sybil Rosen spielt im Film ihre eigene Mutter.
Glücksmomente und Abstürze
Ethan Hawke hat mit «Blaze» nicht einfach ein Biopic gemacht, eine Musiker-Biographie. Der Film ist ein raffiniert verschränktes Musikerdrama, das in der Zeit vor und zurück springt.
Es kontrastiert die glücklichsten Momente des Musikerlebens mit den Abstürzen, dem Alkohol und den Misserfolgen. Dabei lässt der Film das Bild eines eigenwilligen, kreativen, gestörten, enorm musikalischen Bären von einem Mann entstehen.
Es ist die spürbare Begeisterung des Filmemachers für seinen Stoff und die organische Verschränkung von Musiker-Mythen und Realität, mit echten Musikern als Schauspielern, welche aus «Blaze» ein einzigartiges Kinoerlebnis machen, einen Film mit tiefen Wurzeln und viel Sehnsucht.