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Kunst ist für ihn kein Tabu
Name: Christian Jankowski
Jahrgang: 1968
Nationalität: Deutschland
Berühmt durch: Bekannt wurde Christian Jankowski durch Videos wie „The Hunt“: Man sieht den Künstler in einem Supermarkt mit Pfeil und Bogen unter anderem auf Jogurtbecher, tief gefrorene Hähnchen, Margarine und Brot schiessen. Von seiner „Beute“ ernährte er sich dann eine Woche lang.
Markenzeichen: Mit Ironie schafft der Künstler die nötige Distanz, um den Kunstbetrieb sowie unsere Wertvorstellung und Kommunikationsweisen kritisch zu thematisieren.
Bemerkungen: Christian Jankowski befragt Kunst als Unterhaltungsmittel, politisches Sprachrohr, marktwirtschaftliches Instrument, kommunikatives Allzweckmittel, Werbetechnik, Rhetorik und städteplanerischen Nonsense.
Kunst ist für Jankowski kein Tabu. Er nimmt die Kunst auseinander, untersucht sie in ihren Eigenschaften als Werbetechnik, Handelsware und Rhetorik. In seinem Video „Kunstmarkt TV“, lässt er von professionellen TV Verkäufern unter anderem die Kunst von Jeff Koons und Franz West so anpreisen, dass sie sich nicht von einer typischen Fernseh-Verkaufsaktion für Küchensets und Diätmittel unterscheiden.
In einer anderen Arbeit thematisiert er den Wettstreit im Kunstbetrieb, in dem er professionelle Redenschreiber gegeneinander antreten lässt, die in floskelhafter Werbesprache jeweils einen seiner Künstlerkonkurrenten anpreisen. Brisant war, dass es um einem Kunstförderung der Berliner Nationalgalerie im Wert von 50 000 Euro ging. Die ironische Redeperformance war Jankowskis künstlerischer Beitrag, der ihn aber nicht zum Gewinn verhalf.
Roger Amgwerd