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Wenn der erste Schock nach einem Suizid abklingt – das ist häufig erst nach der Beerdigung oder um den Termin einer Feuerbestattung herum – folgt eine oft länger dauernde Phase, in der die Hinterbliebenen nicht mehr den Tod an sich hinterfragen, sondern nach möglichen Motiven des Suizides suchen. Es ist die Phase der nagenden Fragen wie «Warum hat er/sie sich getötet?», «Warum hat die verstorbene Person nie etwas über ihre Probleme gesagt?», «Warum hat sie nie um Hilfe gebeten?», «Warum hat sie keinen Abschiedsbrief hinterlassen?», «Warum hat sie sich in unserem Haus/unserer Wohnung getötet?», «Warum habe ich nichts gemerkt?». Auf all diese Fragen gibt es keine Antworten, da die Person, die sie geben könnte, tot ist. Dennoch ist es im Trauerprozess zentral, dass die Hinterbliebenen (Survivors) an den Punkt kommen, an dem sie das Gefühl haben, dass sie sich genug lange mit dieser Frage beschäftigt haben.