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Gross wirbt die Stadt mit Schlagworten für verschiedene Bauvorhaben, die das Burgquartier und anliegende Quartiere aufwerten sollen. «Valoriser» ist das Stichwort. Nun sind aber mindestens drei Bauvorhaben im Entstehen, die meiner Meinung nach eine krasse Abwertung darstellen. Erstens wird der Erweiterungsbau der Kantonsbibliothek nicht nur die Lücke zum Albertinum an der St.-Michaels-Gasse schliessen, sondern auch einen viel zu hohen und zu breiten Klotz an der Joseph-Piller-Gasse bilden. Der geplante Bau wird mit seiner Höhe die alten, stilvollen Rundbauten des Lesesaals und des Zeitschriftensaals erdrücken: Das zeigt sich eindrücklich, wenn man ein paar Schritte durch die Einfahrt zum Garten geht und die Profilstangen betrachtet.
Zweitens ist bei der Pädagogischen Hochschule an der Murtengasse ein Pavillon geplant, der der alten «Villa», dem Hauptgebäude des ehemaligen Lehrerseminars, direkt vor die Nase gestellt werden soll. Der Park mit den alten Bäumen und der Blick auf die Stadtmauern werden dadurch stark beeinträchtigt. Die Touristen werden sich freuen! Ich finde, man sollte nicht nur einzelne Bauten schützen, sondern muss die Umgebung, das heisst Bäume, Grünflächen und so weiter in den Schutz miteinbeziehen. Und drittens wird das Café des Arcades umgebaut, in einer Weise, die mich schaudern macht: Alle alten Holztäfelungen und -einbauten sind herausgerissen, der einzigartige Charakter des Cafés geht ganz verloren. Warum hat man nicht eine sanfte Renovation gewählt wie seinerzeit beim «Gothard»?