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Heiri wurde als jüngstes Kind Eduard Rölli und Louise Rölli-Steinmann in die Wiege gelegt. Er durfte die ersten jungen Jahre mit drei Schwestern und einem Bruder im Mühlehof, Altbüron, verbringen. Als sein Vater Eduard Rölli das Amt als Waisenvogt innehatte, wurde die Familie Rölli-Steinmann um die Pflegetochter Rosmarie grösser. Heiri hatte eine sehr schöne, unbeschwerte Kindheit.
Das Händlern wurde ihm von seinem Vater vererbt. So handelte er bereits in der Primarschule mit Bleistiften und Gummi, später dann mit Hasen. Schon mit 15 Jahren wollte der junge, schlaue Heinrich des Vaters Kundenschaft selber betreuen und verkaufte deren Schweine schon selbst. Diese Taktik kam bei seinem Vater nicht immer gut an. Da die Familie Eduard Rölli schon sehr früh voraussichtig war, musste der junge, dynamische Heinrich ein Welschlandjahr in seinem Werdegang aufweisen. Spannend erzählte er von diesen Erfahrungen, z.B. dass er am ersten Schultag vom Lehrer so überschätzt wurde, dass er fähig sein sollte, einen Aufsatz auf Französisch zu schreiben. Dieser wurde dann mehrheitlich mit deutschen Wörtern geflickt. Die Erfahrungen in der französischen Schweiz haben ihn positiv beeindruckt.
Nach der Zeit im Welschen lernte er seine Ehefrau Theres Müller vom Wolfenstall kennen. Die beiden waren zu dieser Zeit sehr jung, doch der taffe Heinrich scheute keine Mühe, seine Theres zu treffen. So kam es, dass er als Aushilfspöstler mit dem Töff in Richtung Wolfenstall unterwegs war, dabei stürzte und die zu vertragenden Briefe dabei mehrheitlich verlor.
Der Start dieser Ehe zwischen Heiri und Theres verlief schwierig, die beiden wurden sehr jung Eltern, so bekamen sie oft Zweifel von aussen zu spüren, ob sie den Herausforderungen des Alltags gewachsen sind. Nach der 1966 geborenen ersten Tochter Astrid vervollständigten 1970 Antonia und 1971 die jüngste Tochter Andrea das Familienglück von Heinrich und Theres. Sein Dreimädelhaus erfüllte ihn mit Stolz, so baute er zusammen mit seinem Vater ein Zweifamilienhaus.
Nachdem sein geliebter Vater 1974 verstarb, gründete er mit seinem Bruder Eduard den Schweinehandel Gebrüder Rölli und traten so in die Fussstapfen ihres Vaters. Sie arbeiteten über 30 Jahre tatkräftig zusammen. Mit Engagement und Herzblut war Heiri der Händler. Er war viel mit seinem Lastwagen unterwegs. Trotz seiner impulsiven Art gelang es ihm immer wieder, die Menschen für sich zu gewinnen. Er verstand es, auf Mitmenschen einzugehen und hatte immer ein offenes Ohr für sie, so war er mehrmals engagiert, Menschen in schwierigen Situationen zu helfen.
Die Liebe zu seiner Familie und zu Freunden war sehr lebendig zu spüren. Als eine Tochter mit vier Jahren nach einem Autounfall bewusstlos im Spital lag, stand er fast täglich an ihrem Bett. Das Highlight der Familie waren die gemeinsamen Ferien am Meer. Er sprach immer wieder von dieser schönen, unvergesslichen Zeit.
Auch war er ein sehr geselliger Typ und das Zusammensein mit Freunden war ihm sehr wichtig. Theres und er hatten immer ein offenes Haus, auch spontane Gäste wurden nach der Polizeistunde mit Salami, Speck und Brot verköstigt – an Speis und Trank fehlte es nie. Dieses gemütliche Zusammensein konnte bis in die Morgenstunden dauern. So kamen auch ab und zu einige Freunde in den Genuss seines ellenlangen, theatralisch inszenierten Gedichts «der moderne Bauer». Es entstanden lebenslange Freundschaften.
Mit 41 Jahren wurde er bereits das erste Mal Grossvater. Nach und nach kamen dann sieben weitere Enkel dazu. Alle nannten ihn «Götti». Er liebte es, mit ihnen zu spielen, sei es mit dem Ball, jassen oder einen überlegten Töggelimatch. Er war offen für Diskussionen über aktuelle Themen oder Vergangenes… Auch zu seinen Schwiegersöhnen hatte er bis zuletzt ein sehr inniges, gutes und väterliches Verhältnis. Er stand der ganzen Familie immer mit Rat und Tat zur Seite. Seine Meinung war für uns alle immer wichtig und hilfreich.
Seine Interessen waren sehr vielfältig, so war er ein politisch aktives Mitglied seiner Partei und auch Gründungsmitglied des FC Algro. Auch liess er es sich nicht nehmen, kräftig und mit ausgefallenen Ideen im letzten Moment an Fasnachtsumzügen mitzuwirken. Z.B. als Sam Hawkins hoch zu Ross, ohne dass er reiten konnte oder mit der legendären Wybermühle. Heiri war sehr belesen, hatte ein grosses Wissen über Wirtschaft, Politik, Geschichte und das Weltgeschehen. Als Visionär half er mit, die Idee für eine Mehrzweckhalle zu realisieren und umzusetzen.
Die Pensionierung war für Heiri nur ein Ereignis, welches er nicht gelebt hat, er war bis vor einem Jahr fast täglich immer noch im Lastwagen unterwegs. Seit längerer Zeit zeigte sich bei dem von Energie strotzenden Menschen eine Schwachstelle – das Herz. So kam es vor einem Jahr in Ungarn zu einem Herzstillstand. Nur dank der Soforthilfe von seiner Frau Theres, den Rettungskräften vor Ort und der REGA konnte er zu Hause wieder zu Kräften kommen. Leider wurde sein Herz durch diesen Vorfall schwächer und seine Kräfte liessen immer mehr nach. Am vergangenen Ostersonntag musste er am Mittag wegen Unwohlsein in die Notaufnahme, in Langenthal, eingeliefert werden. Trotz sofortigen Bemühungen und Wiederbelebungsversuchen hat sein Herz für immer aufgehört zu schlagen.
Es ist unfassbar, diesen geliebten Menschen loslassen zu müssen. Wir sind unendlich dankbar, dass er in Würde gehen konnte. Wir tragen dich mit sehr viel Liebe, Respekt und Dankbarkeit in unseren Herzen.
Lieber Heiri, lieber Paps, lieber Götti…, wir vermissen dich!