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Frage: Wir - drei Kinder - haben von unserem ledigen Onkel ein grösseres Wertschriftenportefeuille geerbt. Es enthält diverse Aktien wie Nestlé und Novartis sowie zahlreiche Obligationen. Wie sollen wir das Ganze aufteilen? Wir können ja eine einzelne Obligation nicht gut durch drei teilen. A.S., Köniz BE
Ich weiss zwar nicht, welche Aktien neben Nestlé und Novartis sich noch im Portefeuille befinden. Dennoch wage ich die Empfehlung, sämtliche Aktien zu verkaufen. Den Erlös können Sie sich dann untereinander brüderlich aufteilen. Wenn Sie nämlich damit anfangen, einzelne Wertschriftenpositionen von einem Depot auf das andere zu verschieben, zahlen Sie unnötig Gebühren. Kommt hinzu, dass die Erbteilung zu einem günstigen Zeitpunkt erfolgt: Die Aktienkurse notieren Rekorde. In einem solchen Börsenumfeld ist es nie falsch, Aktien zu verkaufen. Schwieriger wäre es für mich gewesen, wenn Sie mir die Frage Anfang 2003 gestellt hätten. Damals befanden sich die Aktienkurse im Wellental.
Auch die Obligationen können Sie im heutigen Umfeld guten Gewissens verkaufen. Es wäre aber auch nicht falsch, die einzelnen Obligationen auslaufen zu lassen und die Zinserträge alle Jahre schön aufzuteilen. Und sobald eine Anleihe zurückbezahlt wird, teilen Sie sich den Erlös wiederum durch drei. Wird nämlich die Obligation am Ende der Laufzeit zurückbezahlt, so werden Ihnen dafür keine Gebühren belastet. Wenn Sie hingegen die Obligation vorzeitig an der Börse verkaufen, zahlen Sie dafür eine Courtage von gut 1 Prozent.
Eine Einschränkung mache ich bei Euro-Obligationen. Je nachdem, ob Sie und Ihre Geschwister das Geld sofort haben möchten, könnten Sie insbesondere die Euro-Papiere auch vorzeitig verkaufen - Courtage hin oder her. Die Einheitswährung befindet sich im Vergleich zum Schweizer Franken in einem wahren Höhenrausch. Bei einem vorzeitigen Verkauf könnten Sie vom teuren Euro profitieren. Lassen Sie hingegen die Euro-Obligation auslaufen, so riskieren Sie, in ein paar Jahren einen Frankenwert gutgeschrieben zu erhalten, der unter dem heutigen Buchwert der Obligation zu stehen kommt.
Erschienen im BLICK am 23. Mai 2007