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Miami - Nach der Abschwächung eines Tropensturms kann BP den Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko früher als erhofft wieder aufnehmen. Die Vorbereitungen zur Rückkehr einer Plattform, von der aus eine Entlastungsbohrung das Leck in 1600 Meter Tiefe versiegeln soll, hätten begonnen, teilte der britische Konzern am Samstag mit.
BP musste die Arbeiten wegen der herannahenden "Bonnie" am Freitag unterbrechen und Schiffe sowie Anlagen aus der Region abziehen. Im Laufe des Samstags verlor der Sturm allerdings an Kraft. Meteorologen stuften ihn auf das Niveau einer Tropischen Depression zurück.
Die Schlechtwetter-Front werde sich wohl nicht erneut zu einem Tropensturm auswachsen, sagte Lixion Avila vom Nationalen Hurrikan-Zentrum. "Bonnie" sollte am Wochenende über den nördlichen Teil des Golf hinwegziehen. Ein langer Stopp der Arbeiten drohte.
Ein Techniker der gesunkenen "Deepwater Horizon" erhob unterdessen schwere Vorwürfe: Auf der Ölplattform soll ein Alarm absichtlich abgestellt worden sein. "Die Manager der Ölplattform wollten nicht, dass die Mannschaft nachts um drei Uhr durch falschen Alarm geweckt wird", sagte Plattform-Cheftechniker Mike Williams vor US-Ermittlern. Der Alarm hätte die aufsteigende Wolke entflammbaren Methangases melden können, sagte Williams.
Im Gegensatz zu dem Techniker haben jedoch mehrere Mitarbeiter des Bohrturms gegenüber Ermittlern angegeben, Alarmsignale gehört zu haben. Transocean, das die "Deepwater Horizon" für BP betrieb, teilte mit, der Alarm sei nach üblicher Praxis eingestellt gewesen. Bei der Explosion der Plattform Mitte April kamen elf Menschen ums Leben. Wochenlang strömten gewaltige Mengen Öl ins Meer.
Angesichts der verheerenden Katastrophe forderte die Internationale Energieagentur (IEA) eine stärkere Überwachung der Multis. "Wir brauchen neue Regeln und am dringlichsten eine bessere Überwachung der Ölkonzerne durch staatliche Aufsicht", sagte IEA-Chefökonom Fatih Birol der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe). Birol sprach sich für neue Tiefseebohrungen aus.
SDA-ATS