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Das letzte Konzert, das die Beatles vor zahlendem Publikum spielten, fand am 29. August 1966 im Candlestick Park in San Francisco statt. Es war der Abschluss einer Welttournee, auf der die «Fabulous Four» zuvor in Deutschland, Japan und auf den Philippinen riesige Stadien und Konzerthallen gefüllt hatten.
Zu komplex für die Bühne
Der Tourneestress und die Ekstase der Fans, die als «Beatlemania» in die Geschichte einging, raubte den Musikern ihre Spielfreude und Kreativität. In den nächsten Jahren verzichteten sie deshalb auf Konzerte. Sie reisten nach Indien, experimentierten mit Meditation und Drogen und nahmen technisch immer anspruchsvollere Stücke auf.
Das 1967 erschienene Konzeptalbum «Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band» markierte den Höhepunkt dieser künstlerischen Entwicklung. Doch es war produktionstechnisch so komplex, dass es auf einer Konzertbühne nicht mehr reproduzierbar war.
Mitten in der Sahara
Besonders Paul McCartney drängte deshalb darauf, ein Album zu machen, auf dem die vier Musiker wieder zurück zu ihren musikalischen Wurzeln – und zueinander – finden sollten. Das Projekt mit dem späteren Namen «Let It Be», war ein Dokumentarfilm mit dazugehörigem Soundtrack.
Die Krönung sollte ein Konzert an einem ausgefallenen Ort sein. Nachdem man die anfängliche Idee eines Auftritts mitten in der Sahara aus Zeit- und Kostengründen aufgegeben hatte, entschieden sich die Beatles, einfach aufs Dach ihres damaligen Studios an der Savile Row unweit des Piccadilly Circus zu steigen.
In Pelzjacke und Regenmantel
Am 30. Januar 1969 um die Mittagszeit begann das «Rooftop Concert» vor einigen wenigen geladenen Gästen. Wegen der kühlen Temperaturen trug John Lennon eine Pelzjacke seiner Frau Yoko Ono und Ringo Starr trommelte in einem knallroten Regenmantel. Begleitet wurden die Beatles von Billy Preston am E-Piano.
Weil das Konzert von der Savile Row aus zwar zu hören, aber nicht zu sehen war, stiegen zahlreiche Angestellte der umliegenden Büros auf Balkone und Dächer. Und da sich unten auf der Strasse ein Verkehrschaos anbahnte, war bald die Polizei zur Stelle und drang ins Hauptquartier der Beatles ein.
Regisseur Michael Lindsay-Hogg filmte mit und schnitt die Sequenzen im Film später so zusammen, dass der Eindruck entstand, die Polizei hätte das Konzert beendet. Tatsächlich hatten die Beamten jedoch nur darum gebeten, die Lautstärke etwas zu reduzieren.
George Harrison austricksen
Die legendären Beatles spielten so ihre letzte Live-Performance vor einer Handvoll Menschen in einer knappen Dreiviertelstunde neun Stücke, darunter etwa «Don’t Let Me Down» «I’ve Got A Feeling» und «Get Back». Diesen Titel hätte «Let It Be» ursprünglich tragen sollen, es war Paul McCartneys Versuch, den bühnenverdrossenen George Harrison umzustimmen und nach drei Jahren wieder zu einer Konzerttournee aufzubrechen. Bekanntlich kam es nicht dazu.
Das «Rooftop Concert» wurde im Keller des Studios aufgenommen, Raubpressungen davon sind zu Sensationspreisen im Internet erhältlich. Fünf Stücke wurden im Film «Let it Be» verwendet, der 1970 in die Kinos kam – dem Jahr, in dem sich die Beatles für immer trennten.