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Das Wichtigste in Kürze
- Der Credit Suisse Trust ist derzeit in Singapur vor Gericht.
- Der Trust gibt zu, dass er über die unautorisierten Transfers hätte informieren sollen.
- Der Betrüger hat sich im Sommer 2020 das Leben genommen.
Im Prozess in Singapur zwischen dem Credit Suisse Trust und einem früheren Kunden hat der Trust offenbar ein Fehlverhalten eingeräumt. Der Trust akzeptiere, dass er den Kläger im Jahr 2008 über unautorisierte Transfers eines betrügerischen Kundenberaters hätte informieren sollen.
Der Genfer CS-Berater Patrice Lescaudron hatte spätestens ab 2011 reichen Kunden dreistellige Millionenbeträge aus dem vom ihm betreuten Vermögen abgezweigt. Darunter auch dasjenige von Bidzina Ivanishvili. Die CS hat sich stets auf den Standpunkt gestellt, dass der CS-Kundenberater alleine gehandelt und seine Machenschaften geheim gehalten habe.
Beim Kläger handelt es sich um den ehemaligen georgischen Regierungschef Bidzina Ivanishvili. Das Eingeständnis bedeute einen Wechsel in der Strategie der Verteidigung, wie die US-Nachrichtenagentur Bloomberg schreibt.
Geänderte Strategie des Credit Suisse Trust
In den vorherigen Prozesstagen habe der Anwalt des angeklagten Credit Suisse Trusts noch anders argumentiert: Der georgische Milliardär habe schlussendlich die Entscheidungen über die Investitionen selbst getroffen. Deshalb müsse er selbst allfällige Verluste tragen.
Offenbar wolle der CS-Anwalt nun aber den Schaden nach einer ungünstigen Zeugenaussage eines Angestellten des CS Trust begrenzen, glaubt Bloomberg. Ivanishvili selbst hatte vor Gericht geltend gemacht, dass er nicht in die Verwaltung seines Vermögens involviert war. Demnach habe er alle Investitionsentscheide dem betrügerischen CS-Berater überlassen.
Betrügerischer Berater hat sich selbst umgebracht
Lescaudron war 2015 bei der Credit Suisse fristlos entlassen worden. Überdies war er im Jahr 2018 in Genf wegen Betrugs zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Im Sommer 2020 nahm er sich das Leben.
Ivanishvili hatte die CS bereits auf den Bermudas verklagt. Das dortige Gericht war Ende März zum Schluss gekommen, dass Lescaudron von der Bank zu wenig kontrolliert worden war. Es verurteilte die Grossbank zur Zahlung einer Schadenersatzsumme in Höhe von 607 Millionen US-Dollar.