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Künstler: Mogulmaler (Indien, 20. Jh.).
Titel: Ohne Titel.
Jahrgang: Um 1970.
Format: 240 x 170 mm. (LM).
Technik: Tempera auf Seide.
Bezeichnet: Unbezeichnet.
Auflagehöhe: Original.
Literatur: ---
Anmerkung: Gerahmt.
Zustand: Ordentlich, nicht ausgerahmt.
Provenienz: Privatsammlung, Bern.
Zu Künstler und Werk: Obwohl der Koran kein ausdrückliches Bilderverbot enthält, wird die figürliche Darstellung von Lebewesen in der islamischen Kunst bis heute verschiedentlich vermieden. Dennoch bestand im Mogulreich eine hochstehende Malerei, die sich aus persischen (safawidischen) und timuridischen Maltraditionen ableitet, aber auch indische Elemente absorbiert hat. Die höfische Malschule der Moguln entstand unter Humayun, der bei seiner Rückkehr aus dem persischen Exil im Jahre 1555 erstmals zwei persische Maler, Mir Sayyid Ali und Khwaja Abd as-Samad, am indischen Mogulhof eingeführt hatte. Die Malerei der Mogulzeit beschränkt sich auf Miniaturen, die zur Illustration von Büchern meist im Hochformat geschaffen wurden. Die Themen sind überwiegend weltlich. Übliche Motive sind Darstellungen des Hofes, Jagdszenen, Abbildungen von Tieren und Pflanzen, Illustrationen zu Chroniken und Dichtungen sowie – zum ersten Mal in der indischen Kunstgeschichte – Porträts führender Persönlichkeiten des Staates einschließlich der Herrscher selbst.
Die Datierung der Miniaturen ist mitunter schwierig, da viele Gemälde, einschließlich der Künstlernamen und Datierungsangaben, von Künstlern späterer Epochen kopiert wurden. Eines der frühesten datierbaren Werke ist eine zwischen 1558 und 1573 während der Regierungszeit Akbars (1556–1605) verfasste Handschrift des Hamzanama, das ursprünglich etwa 1400 Miniaturen enthielt. Von den rund 150 erhaltenen Illustrationen folgen einige der persischen Maltradition: Textzeilen sind in die flächigen, eher statischen wirkenden Abbildungen integriert. Die meisten weisen jedoch deutliche indische Einflüsse auf: Die Bildkomposition ist weitaus flexibler, die Figurenanordnung äußerst dynamisch, Bild und Text sind meist nebeneinander gestellt. Anders als frühere jainistische und hinduistische Manuskripte ist jedoch jedes Folio mit einer Abbildung versehen. Tatsächlich waren die Schüler der von persischen Künstlern geleiteten Malschule Akbars fast ausschließlich Hindus.
Neue Impulse erhielt die Mogulkunst unter Jahangir (reg. 1605–1627), der ein außerordentliches persönliches Interesse an der Malerei hatte und diese nach Leibeskräften förderte. Jahangir legte wenig Wert auf Massendarstellungen, wie sie unter Akbar üblich waren. Stattdessen forderte er möglichst realistische Darstellungen von Personen und Dingen. Dies kommt unter anderem in zahlreichen naturalistisch wirkenden Abbildungen der indischen Tier- und Pflanzenwelt sowie in äußerst detailgetreuen Porträts, die in Alben gesammelt wurden, zum Ausdruck. Auch ersetzen indische Landschaften die vorher üblichen stilisierten persischen Bildhintergründe. Die Farbgebung bleibt hingegen persisch: Leuchtende Farben und Gold dominieren. Während zuvor oft mehrere Künstler an einem Gemälde gearbeitet hatten, waren die meisten Malereien der Jahangir-Zeit Einzelwerke. Dadurch entstanden zwar weniger Kunstwerke, die dafür ein höheres künstlerisches Niveau erreichten. Selbst europäische Einflüsse machen sich bemerkbar, wenn auch nur in geringem Maße. Europäische Gemälde waren bereits 1580 durch portugiesische Missionare erstmals an den Hof Akbars gelangt, doch erst Jahangir ordnete seine Hofmaler an, europäische Kunstwerke zu studieren und deren Stil zu kopieren. In der Folge fanden Miniaturporträts nach europäischem Vorbild ebenso Eingang in die Mogulkunst wie der christlichen Heiligendarstellungen entnommene Heiligenschein, der das Haupt des Herrschers schmückte. Insgesamt gilt die Epoche Jahangirs als Blütezeit der Mogulmalerei. Aus jener Zeit sind viele Namen berühmter Künstler überliefert, darunter Abu al-Hasan, Mansur, Bichitr und Bishandas.
Der Malstil unter Shah Jahan (reg. 1627–1657/58) unterscheidet sich kaum von dem der Jahangir-Zeit. Es entstanden hauptsächlich höfische Szenen, in denen der Kaiser im Mittelpunkt steht, und Sittenbilder. Aurangzeb (reg. 1658–1707) vernachlässigte die Pflege der Malerei. Viele Künstler verließen den Mogulhof, trugen aber andernorts zum Aufblühen der Regionalschulen des 18. Jahrhunderts bei, etwa in Rajasthan, wo sich bereits im 16. Jahrhundert parallel zum Mogulstil der Rajputenstil herausgebildet hatte. Der höfische Mogulstil selbst erlosch gegen Ende des 18. Jahrhunderts. .
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