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Klickertraining
Woher kommt das Klickertraining?
Die Ursprünge gehen zurück in die 1920er Jahre. Der Psychologe B.F. Skinner studierte an Tieren das Lernverhalten durch operante Konditionierung (spontanes Verhalten wird durch seine Konsequenzen häufiger oder weniger). Mit dieser Methode wurden Hunde und andere Tiere für Shows trainiert.
In den 1960er Jahren machte Karen Pryor durch ihre Veröffentlichungen diese Trainingsmethode in den USA bekannt. Sie selbst trainierte auf diese Weise Delfine und später auch Hunde.
Erst gegen Ende des letzten Jahrhunderts kam diese Trainingsmethode aus den USA nach Europa, fand aber auch hier immer mehr Anhänger.
Was ist Klickertraining?
Klickertraining ist eine Trainingsmethode die auf operanter Konditionierung basiert. Das heisst, der Hund lernt durch Versuch und Irrtum. Mit einem klassisch konditionierten Sekundärverstärker (eben dem Klicker) wird dem Hund angezeigt, welches Verhalten erwünscht ist und in der Folge belohnt und somit verstärkt wird.
Bei dieser Trainingsmethode wird ausschliesslich über Belohnung gearbeitet. Falsches oder unerwünschtes Verhalten wird ignoriert oder von vorn herein durch Management verhindert. Der Hund wird auch nicht körperlich manipuliert.
Wie funktioniert Klickertraining?
Zuerst wird der Klicker klassisch konditioniert. Dazu klickt man mit dem Klicker und gibt dem Hund, egal was dieser gerade tut, unmittelbar darauf ein Leckerchen. Diesen Vorgang wiederholt man so oft bis der Hund sofort den Kopf dreht und einen erwartungsvoll anschaut, wenn er das Klickgeräusch hört. Ab diesem Moment hat der Hund das Geräusch des Klickers mit dem Leckerchen verknüpft. Das Klickgeräusch ist zum Sekundärverstärker geworden. Ab jetzt sollte man den Klicker nur noch benutzen um dem Hund an zu zeigen wenn er etwas tut das man verstärken möchte.
Es gibt verschieden Möglichkeiten den Klicker ein zu setzten. Eine Möglichkeit ist, man gibt dem Hund durch locken Hilfestellung etwas zu tun. Sobald der Hund das gewünschte Verhalten zeigt, wird dieses mit dem Klicker markiert. Z.B. man lockt den Hund mit einem Leckerchen ins „Sitz“ und klickt in dem Moment in dem er sich hinsetzt. Nach wenigen Wiederholungen wird der Hund eine Idee davon haben, was wir von ihm möchten. Eine andere Möglichkeit ist, man lässt den Hund ausprobieren und formt ein Verhalten. Das funktioniert wie das „heiss-kalt-Spiel“, man belohnt Verhalten, welches immer mehr dem anvisierten Ziel entspricht bis man das gewünschte Verhalten ausgeformt hat. Es ist auch möglich Mischformen an zu wenden. Zum Beispiel, dass man dem Hund am Anfang etwas hilft, in dem man ihn ein paar mal durch locken zu dem erwünschten Verhalten verleitet. Danach lässt man den ihn Verhalten anbieten und formt das gewünschte Verhalten fertigt.
Warum ist Klickertraining so effizient?
Grundsätzlich sind es 3 Faktoren, welche das Klickertraining so erfolgreich machen.
- Es ist eine Methode, bei welcher Fehler nicht bestraft werden. Der Hund darf und soll ausprobieren was Erfolg bring. Dadurch verknüpft er ausschliesslich positive Gefühle mit dem Training, was wiederum zu einer wesentlich besseren Lernfähigkeit führt.
- Das Knackgeräusch des Klickers ist kurz und prägnant und unterscheidet sich deutlich von anderen Geräuschen im Alltag. Dadurch dass das Geräusch so kurz ist, ist für den Hund viel klarer welches Verhalten genau wir mit dem Geräusch markieren.
- Mit dem Klicker ist zusätzlich das Timing viel besser. Das liegt zum einen an dem was ich unter Punkt 2 beschrieben habe, zum andern liegt es aber auch daran, dass dem Halter viel deutlicher auffällt, wenn der Klick nicht haargenau im richtigen Moment erfolgt als es ihm beim Training mit einem Lobwort oder direkt mit Belohnung auffällt. Das führt automatisch zu einem Timingtraining und so zu einem bessern Timing.
Wozu kann man Klickertraining nutzen?
Mit dem Klicker lässt sich jedes Verhalten trainieren. Der Klicker kann sowohl für die Grunderziehung als auch zum Erlernen von Kunststücken verwendet werden. Ja sogar im Training bei Problemverhalten leistet er grosse Dienste.