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Mit Freude lese ich das autobiografische Werk von C. S. Lewis „Überrascht von Freude“. Er berichtet darin, wie er vom Atheismus zum Christentum gekommen ist. Er selber schreibt, er habe noch nie eine Autobiografie gelesen, in den nicht „die Teile, die sich mit den frühen Jahren befassten, die bei weitem interessantesten gewesen wären“.
Nachdenklich gemacht haben mich folgende Aussagen über seinen Vater:
Er war viel zu mannhaft und grosszügig, als dass er ein Kind aus Zorn hätte schlagen können; gleichzeitig war er zu impulsiv, um jemals ein Kind mit klarem Kopf und auf Grund von Prinzipien zu bestrafen. Deshalb verliess er sich ganz auf seine Zunge als Instrument der häuslichen Disziplin. Und hier führte jener fatale Hang zur Dramatik und zum Rhetorischen (von dem ich um so freimütiger spreche, als ich ihn geerbt habe) zu einem ebenso bemitleidenswerten wie komischen Ergebnis. Wenn er seinen Mund öffnete, um uns zu tadeln, beabsichtigte er zweifellos nichts anderes als einen kurzen und wohlformulierten Appell an unseren gensunden Menschenverstand und unser Gewissen. Doch ach … die Worte strömten ihm zu und berauschten ihn dabei. … Mein armer Vater vergass, während er sprach, nicht nur das Vergehen, sondern auch die Fähigkeiten seiner Zuhörer. Alle Schätze seines unermesslichen Vokabulars strömten hervor. … Etwas Schlimmeres hätte er kaum tun können. Bis zu einem gewissen Alter erfüllten mich diese Ausbrüche mit grenzenlosem Schrecken und Entsetzen. … Alle Geborgenheit schien mir genommen zu sein; ich hatte keinen festen Boden mehr unter den Füssen. … Diese Wirkung hatte die Rhetorik meines Vaters auf mich bis zu einem gewissen Alter; danach wandelt sie sich ganz plötzlich ins Lächerliche. (S. 51-53)
Vorsicht: Wer standig Ankündigungen macht ohne sie einzulösen, macht sich lächerlich. (Aber vielleicht geht es ja nur mir manchmal so.)