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Keine Entschuldigung für Hiroshima
Barack Obama wird Mitte November seine erste Japan-Reise unternehmen. In diesem Zusammenhang stellt sich für viele Japaner die Frage, ob der US- Präsident bereit sein wird, Hiroshima und Nagasaki einen Besuch abzustatten. Die Hoffnung begründet sich auf Obamas Grundsatzrede vom April, in der er von «einer moralischen Verantwortung» Amerikas beim Kampf für eine atomwaffenfreie Welt sprach.
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«Das ist eher unwahrscheinlich», war die heutige Antwort eines hohen Beamten des amerikanischen Aussenministeriums. «Die Entscheidung liegt aber beim Präsidenten. Ich frage mich jedoch, ob es für die politischen Führer beider Staaten überhaupt angebracht ist, solche Besuche abzustatten, um Entschuldigungen auszusprechen. Man sollte die Erwartungen nicht zu hoch ansetzen.» Zudem sei Obamas geplante Reise nach Japan zu kurz, um die beiden Städte zu besuchen.
Für viele Experten ist es ebenfalls unwahrscheinlich, dass Obama als erster amerikanischer Präsident den politischen Seiltanz wagen wird. Die Angst im eigenen Land eine emotionale Kontroverse über die Interpretation der Geschichte auszulösen, scheint zu gross.
Amerikaner stehen hinter den Atombombenabwürfen
Erst gerade diese Woche ereiferte sich mit Morris Jeppson ein ehemaliges Besatzungsmitglied des B-29-Bombers, der die Atombombe am 6. August 1945 über Hiroshima abwarf, über eine mögliche Entschuldigung des US-Präsidenten. «Empört» wäre er über eine solche Handlung. Noch heute stehen 61 Prozent der Amerikaner hinter den Atombombenabwürfen vom 1945.
Unbeirrt davon bekräftigte der Bürgermeister von Hiroshima, Tadatoshi Akiba, in einer Gedenkrede diese Woche den neuen politischen Wind. Er sprach von einer «Obamajority», die sich eine Welt frei von Nuklearwaffen wünscht und bekräftigte seine Aussage mit dem Ausspruch «Yes we can!» (Asienspiegel berichtete).
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