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Wald | Realisiert im Juli 2021 | Naturnetz-Mobil
Der historische Wanderweg von Nadro führt von der Kirche SS. Pietro e Paolo in Biasca bis zum Eingang des Santa Petronilla Tals und überwindet dabei einen Höhenunterschied von über 1000 Metern.
Bis auf etwa 1000 MüM steigt der Weg zwischen Felsen und steilen Hängen hinauf, wo die Bauern einst ihr Heu mähten und ihre Ziegen auf die Weide führten. Mit der Rückgang der traditionellen Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten hat der Wald jedoch das Gebiet zurückerobert. Die Birken und Buchen, die entlang des Weges gewachsen sind, werden immer grösser, behindern den Weg und zwingen die Wanderer dazu, an exponierten und gefährlichen Stellen unterhalb des ursprünglichen Pfades zu gehen. Das Naturnetz-Team hat daher entlang des gesamten Weges die Vegetation, die seitlich des Weges gewachsen ist, zurückgeschnitten. Diese Massnahme ermöglichte es, Trockenmauern und alte Treppen zu schützen und die Sicherheit der Wanderer zu gewährleisten.
Zwischen 1000 und 1200 MüM wird die Vegetation üppiger, und man trifft auf jahrhundertealte Buchen, Weisstannen und Fichten. Wir befinden uns im Bannwald (Faura Sacra) von Nadro: einem Wald, der charakterisiert ist von der natürlichen Vegetation, die einst die Berghänge der Region bedeckte und heute nur in reliktischer Form im Nadro-Tal, zwischen den Steilhängen unterhalb des gleichnamigen Berges zu finden ist. Seit jeher ist es verboten, in der Faura Sacra Bäume zu fällen und das Vieh zu weiden, da der Wald eine wichtige Schutzfunktion für das Dorf Biasca ausübt. Die Faura Sacra ist wie ein Urwald: Es gibt eine Unmenge an Totholz mit vielen seltenen Bockkäfer- und Vogelarten, welche empfindlich auf menschliche Störungen reagieren. Ein Spektakel der Natur!
Der Absturz einiger Äste und der Fall einer alten Buche haben einige Abschnitte des Weges versperrt. Gemeinsam mit den Zivis entfernten wir die Äste und gruben neue Teile des Weges aus. Ausserdem füllten wir das von den Wurzeln der Buche gebildete Loch mit Steinen und Erde auf, um zu verhindern, dass der neue Weg vom Regen weggespült wird. Wir legten die Steine so, dass sie sich gegenseitig stützten und auf einer soliden Unterlage ruhten. Schliesslich setzten wir den Weg instand, indem wir ihn an den engsten Stellen verbreitert, einige Stufen befestigt und instabile Steine entfernt haben.
Nach 1200 Metern erreichen wir den Monte Nadro, wo der Weg durch Wiesen führt, die durch ein dichtes Buchen- und Birkengestrüpp getrennt sind. Zwischen dem dichten Laub entdeckten wir jahrhundertealte Lärchen und einige Wasserbecken, die einst die einzige Wasserquelle für Mensch und Vieh darstellten. In diesem Areal schnitten wir die Pflanzen zurück, die den Weg versperrten, und befreiten auch eine grosse Lärche und die Wasserbecken von der Vegetation. Die Besucher werden von ihrer geheimnisvollen und uralten Aura überrascht sein!
Oberhalb von Nadro, wenn man auf 1300 m Höhe aufsteigt, führt der einzige Zugang zum Santa-Petronilla-Tal über eine Querung auf einem steilen Grashang. Der Abschnitt ist landschaftlich sehr reizvoll, aber auch gefährlich, denn es besteht die Gefahr, dass man ausrutscht und vom Felsen herunterfällt! Die Zivi Gruppe hat sich daher bemüht, die Strecke zu verbreitern, um diesen Abschnitt sicher zu machen. In Handarbeit wurde der Boden ausgehoben, die alten Steinstufen restauriert und solide Entwässerungsrinnen gebaut, um das Wasser von der Strecke abzuleiten. Leider kam es auch zu schlechtem Wetter und Hagel, doch wurden dadurch die Arbeiten am Nadro-Weg erfolgreich getestet.
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