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Flaggen auf Halbmast, Sonderausgaben der Zeitungen, Programmänderungen im Fernsehen: Belgien trauert um seine frühere Königin Fabiola, die im Alter von 86 Jahren gestorben ist.
"Belgien verliert eine grosse Königin, eine Königin der Liebe, eine Königin der Reinheit, eine Königin des Herzens", schrieb die Zeitung "La Libre Belgique" am Samstag.
Die belgische Königsfamilie hatte zuvor "mit grosser Trauer" mitgeteilt, dass Fabiola am Freitagabend im Brüsseler Schloss Stuyvenberg gestorben sei. Aussenminister Didier Reynders erklärte, alle Belgier trauerten über ihren Tod. "In der Geschichte unseres Landes wurde ein Kapitel beendet", sagte er dem Sender RTL.
Die Nachricht von Fabiolas Tod erreichte die Belgier während der Abendnachrichten. Die Sender stellten daraufhin ihr Programm um und zeigten Biografien sowie Einschätzungen politischer Gäste. Die Zeitungen gaben Sonderausgaben zur früheren Königin heraus.
Die spanische Adelige war am 11. Juni 1928 in Madrid zur Welt gekommen, Ende 1960 heiratete sie den damaligen belgischen König Baudouin. Die Ehe blieb kinderlos.
Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes 1993 zog sich Fabiola aus der Öffentlichkeit zurück, ihr Schwager Albert wurde König und seine Frau Paola Königin. 2013 übernahm deren Sohn, Fabiolas Neffe Philippe, die Königskrone.
Flaggen auf Halbmast
Unter anderem auf dem königlichen Palast in Brüssel wurde die Flagge auf Halbmast gesetzt, vor dem Palast wurden Blumensträusse niedergelegt und Kerzen entzündet. "Für die Königliche Hoheit Königin Fabiola, mehr als eine Königin, eine grosse Dame", schrieb ein Anhänger auf eine Karte.
Auch im spanischen Küstenort Motril, wo das königliche Paar eine Sommerresidenz unterhielt, wurden die Flaggen auf Halbmast gesetzt und für Samstag ein Trauertag angesetzt.
Frankreichs Präsident François Hollande erklärte, sein Land werde Fabiola als "Frau der Herzen an der Seite ihres Mannes, König Baudouin" in Erinnerung behalten. Trauerbekundungen über den Tod Fabiolas kamen zudem aus den Königshäusern Spaniens und der Niederlande.
Umstrittene Stiftung
Fabiola war zuletzt im vergangenen Jahr mit einer umstrittenen Privatstiftung in die Schlagzeilen geraten. Sogar der damalige Premierminister Elio Di Rupo war eingeschritten.
Laut Kritikern wollte die Aristokratin ein Millionenvermögen an der Erbschaftssteuer vorbeischleusen. Fabiola wies damals die Vorwürfe zurück. Bis 2013 war sie Ehrenpräsidentin des jährlich stattfindenden internationalen Königin-Elisabeth-Musikwettbewerbs.
SDA-ATS