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Aus der Ausstellung „Nicht Nur Blut“ von Jana Erny und Caroline Misteli
Über die Hälfte der Schweizer Bevölkerung zwischen dem Teenageralter und den Wechseljahren menstruiert. Und dies Monat für Monat, wodurch hohe Kosten für Binden und Tampons anfallen. Schon vor der Corona-Krise lebten laut Caritas 1,2 Millionen Menschen in der Schweiz am Existenzminimum, wobei Frauen besonders betroffen sind. «Ein richtiger Moment also, um das Thema öffentlich zu diskutieren und politisch anzugehen» argumentiert Léonore Porchet, Nationalrätin aus der Waadt und Präsidentin von SEXUELLE GESUNDHEIT SCHWEIZ. Sie reicht ein Postulat ein, das die Periodenarmut aufzeigen und Massnahmen vorschlagen soll, damit kostenlose Menstruationsprodukte für alle, die sie benötigen, zugänglich sind.
Für Mädchen und Frauen, aber auch für nicht-binäre Menschen und Trans-Männer - kurzum für alle, die menstruieren - kann der teure Kauf von Menstruationsprodukten zu einer finanziellen Belastung werden. Doch diese Artikel gehören genauso zum Grundbedarf wie Toilettenpapier und Seife, welche selbstverständlich in allen öffentlichen Toiletten kostenlos zur Verfügung stehen.
Eine bessere Zugänglichkeit bewahrt menstruierende Menschen vor der Sorge um Blutflecken, Isolation und vor gefährlichen Situationen, wenn sie diese Produkte durch andere, gesundheitsschädigende Materialien ersetzen müssen. Es braucht insbesondere Massnahmen für Schulen und Ausbildungsstätten, damit menstruierende Schüler*innen nicht aus Scham nach Haus gehen, wenn sie keine Tampons oder Binden bei sich haben. Porchet erhofft sich durch den Vorstoss, «dass die Menstruation nicht länger ein Tabu und eine Quelle der Unsicherheit für menstruierende Menschen sein wird, sondern einfach eine biologische Tatsache, die eine faire und unterstützende Antwort findet».
Das schottische Parlament hat kürzlich einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der Tampons und Binden an öffentlichen Orten, wie etwa Apotheken, Jugendclubs und Gemeindezentren kostenlos zur Verfügung stellt. Die jährlichen Kosten der Massnahmen für Schottland werden auf rund 30 Millionen Franken geschätzt. Vor dieser bahnbrechenden Entscheidung gab es in Schottland bereits kostenloses Menstruationsmaterial in allen Schulen und Universitäten. Seit 2018 gibt es in Neuseeland, aber auch in Städten wie New York ähnliche Angebote. Auch in der Schweiz ist das Thema in den letzten Jahren regelmässig diskutiert worden. Die kostenlose Abgabe von Menstruationsprodukten an Schulen wurde im November 2020 vom Grossen Rat des Kantons Basel-Stadt gutgeheissen und ist in der Berner Gemeinde Tavannes bereits in Kraft getreten.
Medienmitteilung (PDF)