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Herr Suter, vor zwei Jahren wurde die Asiatische Tigermücke zum ersten Mal in der Deutschschweiz nachgewiesen. Wie weit ist das Tier nun vorgedrungen?
Tobias Suter: In den letzten Jahren haben wir vereinzelte Eierfunde an Autobahnraststätten in der Nordschweiz verzeichnet. Dabei handelt es sich höchstwahrscheinlich um einzelne Tiere, die per «Autostopp» in Personen- und Lastwagen mittransportiert werden, beim Anhalten rausfliegen und ihre Eier ablegen. Wegen der kälteren Wintertemperaturen in der nördlichen Schweiz ist es aber eher unwahrscheinlich, dass sich eine Population von Tigermücken fest etablieren kann.
Wie genau sehen diese Untersuchungen aus?
Wir stellen an Autobahnraststätten sogenannte Eiablagefallen auf. Diese werden alle zwei Wochen kontrolliert und im Labor ausgewertet.
Wie hat sich das nun in den letzten zwei Jahren entwickelt?
Wir entdecken immer wieder Eier. Die Funde und die Anzahl der Eier haben leicht zugenommen. Reagieren würden wir, wenn die Anzahl an einem Ort stark ansteigen und die Fallen über eine längere Zeit «positiv» sein würden. Dann müsste man die Überwachung an diesem Ort intensivieren und eventuell auch intervenieren. Aber das war bisher nie der Fall.
Eine Arbeitskollegin ist überzeugt davon, von einer Tigermücke gestochen worden zu sein, weil sich ihre Stiche so entzündet haben.
Wo soll das passiert sein?
Sie lebt in Zürich.
Dann bezweifle ich stark, dass sie von einer Asiatischen Tigermücke gestochen worden ist. In der Stadt Zürich würde das schon fast an eine Sensation grenzen, denn dort wurde noch nie eine Tigermücke nachgewiesen. Allerdings gibt es andere Arten, die zum Teil sehr ähnlich aussehen und nur mit einer Lupe und Sachkenntnis voneinander unterschieden werden können – zum Beispiel die Asiatische Buschmücke. Diese ist jedoch schon seit Jahrzehnten präsent und in der ganzen Nordschweiz fest etabliert.
Ist diese Mückenart gefährlich?
Im Labor hat man feststellen können, dass die Asiatische Buschmücke theoretisch Viren weitergeben könnte. Im Feld – also im «realen Leben» – konnte eine solche Übertragung aber nie festgestellt werden. Deshalb gilt diese Mücke als weniger gefährlich.
Im Gegensatz zur Asiatischen Tigermücke.
Ganz genau. Im Jahr 2007 gab es beispielsweise in Italien einen lokalen Ausbruch des Chikungunyafiebers, welches durch Tigermücken übertragen wurde. Eine infizierte Person war aus Indien zurückgekehrt und diente so als «Infektionsquelle». 200 Fälle wurden gemeldet, eine Person ist ums Leben gekommen. Aus Südfrankreich und Kroatien wurden in den letzten Jahren mehrmals vereinzelte Fälle von Dengue-Übertragungen durch Tigermücken gemeldet.
In der Deutschschweiz sind wir also bisher relativ sicher. Gilt das für die ganze Schweiz?
Nein, im Tessin hat sich die Tigermücke tatsächlich niedergelassen. Darum beschäftigt der Kanton eine Arbeitsgruppe, die für die Überwachung und Kontrolle der Tigermücke verantwortlich ist. Mit Informationskampagnen wird die Bevölkerung miteinbezogen.
Was können die Bürger tun?
Es wird dazu aufgerufen, Gefässe, die als Brutplätze genutzt werden können, aus privaten Gärten zu entfernen oder mit biologischen Insektiziden zu behandeln. Auch eine Hotline wurde eingerichtet, so können sich Privatpersonen informieren oder auch Hilfe anfordern, wenn die Tigermücke an einem Ort in hohen Dichten vorkommt. In Zusammenarbeit mit dem Zivildienst koordiniert die Gruppe auch die Behandlung von potentiellen Brutgebieten auf öffentlichem Grund – wie zum Beispiel Dohlen, Ablaufschächte und Blumenvasen auf Friedhöfen – mit biologischen Insektiziden, die sehr spezifisch auf Stechmücken zugeschnitten sind. Zu einer Übertragung von gefährlichen Krankheiten durch Tigermücken ist es aber in der Schweiz noch nie gekommen.
Wie kann man sich vor der Tigermücke schützen?
Genau wie vor allen anderen Mücken auch – mit langer Kleidung und präventiven Sprays zum Beispiel. Das fiese an der Tigermücke ist, dass sie auch tagsüber aktiv ist – während die meisten anderen Mücken ja nur am Abend in der Dämmerung ihre Opfer suchen. Ausserdem ist die Tigermücke anthropophil, sprich stark auf den Menschen fokussiert.
Das heisst?
Andere Mückenarten befallen auch oder gar ausschliesslich Tiere. Das ist bei der Tigermücke anders: Wenn Menschen in der Nähe sind, bevorzugt sie diese stark als Blutquelle. Und statt sich mit einem Stich vollzusauen, sticht die Tigermücke oft mehrmals zu – zum Teil auch bei mehreren Menschen hintereinander.
Kann man einen Tigermücken-Stich von einem «gewöhnlichen» Stich unterscheiden?
Nein, die Stiche sehen genau gleich aus. Auf Tigermücken-Stiche reagieren allerdings mehr Menschen allergisch.
Was hilft gegen die Stiche?
Genau wie beim «gewöhnlichen» Mückenstich hilft es, den Stich zu kühlen und eventuell zu desinfizieren.
In einem Park in Australien ist eine Trichternetzspinne abgegeben worden, die acht Zentimeter gross ist. Mitarbeiter des «Australian Reptile Parks» erklärten in einer Mitteilung, dass Spinnen wie diese normalerweise etwa fünf Zentimeter gross seien und es die grösste Trichternetzspinne sei, die sie jemals gesehen hätten. Das berichtet CNN.