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Eine Hornhautschwiele ist eine diffuse Verhärtung mit breiter Basis und relativ gleichmässiger Dicke ohne abgegrenzten Rand. Die betroffene Haut ist rau und weiss bis grau-gelb oder braun verfärbt. Eine Hornhautschwiele entwickelt sich meistens am Fussballen oder am Fersenbereich des Fusses, sie kann sich aber auch an der Handfläche oder an den Fingerknöcheln bilden.
Eine Hornhautschwiele wird auch als Kallus bezeichnet, in der Dermatologie auch als Tylom. Es handelt sich dabei um einen kleinen Bereich aus verdickter Haut. Eine Hornhautschwiele entsteht aufgrund von ständiger Reibung, ständigem Druck oder einer anderen physikalischen oder chemischen Reizung. Der Bildung einer Hornhautschwiele liegt eine leichte, immer wieder auftretende Verletzung zugrunde, die eine verstärkte Aktivität des Zellwachstums der Epidermis (der obersten Hautschicht) bewirkt. Dadurch entsteht ein lokaler Gewebezuwachs an der Haut, der zu einer verhärteten, verdickten Stelle mit abgestorbenen Hautzellen an der Hautoberfläche führt. Eine Hornhautschwiele dient dazu, das darunter liegende Gewebe zu schützen.
Über jedem vorstehenden Knochen kann sich eine Hornhautschwiele bilden. Am häufigsten treten Hornhautschwielen an den Händen und Füssen auf. Üblicherweise sind der Fussballen, die Ferse und die Unterseite des grossen Zehs betroffen. Sie können sich aber überall bilden. Eine Hornhautschwiele kann lästig sein, wird aber vom Körper zum Schutz empfindlicher Haut gebildet. Sie ist für gewöhnlich harmlos, Druck und Reibung können jedoch Schmerzen verursachen, Bei Hornhautschwielen am Fuss gilt insbesondere, dass Schuhe mit dünner Sohle und hohem Absatz die Beschwerden verstärken. Wird der Fuss nicht belastet, tritt eine Linderung ein. Hornhautschwielen sind bei Frauen häufiger als bei Männern.
Sie sind häufig nicht schmerzhaft und bei manchen Athleten sogar von Vorteil. Boxer und Kampfsportler bauen beispielsweise an ihren Händen Hornhautschwielen auf, um bei Schlägen gegenüber den Schmerzen unempfindlicher zu werden. Tänzer finden, dass Hornhautschwielen Drehungen erleichtern.
Hühneraugen und Hornhautschwielen werden häufig miteinander verwechselt. Bei Hornhautschwielen handelt es sich im Allgemeinen um verdickte, flache, verfärbte Hautbereiche, die nur selten schmerzhaft sind. Es ist aber möglich, dass sie schmerzhaft werden und Beschwerden und Entstellungen verursachen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn sich eine konusförmige Hornhautschwiele bis in die tieferen Hautschichten fortsetzt und bei Druck schmerzhaft ist. Eine solche Hornhautschwiele wird als Hühnerauge bezeichnet. Hühneraugen sind kleine runde Stellen verdickter Haut und bilden sich für gewöhnlich oben oder seitlich an den Zehen oder auch an der Fusssohle. Hornhautschwielen sind grösser als Hühneraugen und haben keinen gut definierten Rand.
Es gibt eine Vielzahl von externen und internen Faktoren, die zur Entwicklung einer Hornhautschwiele führen. Externe Faktoren stehen im Zusammenhang mit einer Reibung der Haut, z. B. gegen einen Knochen, einen Schuh oder den Fussboden. Ein Faktor ist zum Beispiel schlecht sitzendes Schuhwerk. Wenn Schuhe zu klein oder zu eng sind oder den Zehen zu wenig Platz lassen, können sie zur Entstehung einer Hornhautschwiele führen. Andere Ursachen sind barfuss gehen, das Tragen von Schuhen mit dünner Sohle oder hohen Absätzen, das Tragen dicker Socken oder von Socken mit Nähten an den Zehen. Auch längeres und wiederholtes Stehen führt zur Bildung einer Hornhautschwiele oder, bei Hornhautschwielen an der Hand, das regelmässige Halten von Gegenständen, wie beispielsweise eines Hammers oder Tennisschlägers. Bei Sportlern entwickeln sich Hornhautschwielen durch sich wiederholende Bewegungen und ständig wiederkehrenden Druck auf dieselbe Stelle.
Interne Faktoren, die zur Bildung von Hornhautschwielen führen können, sind beispielsweise eine ungünstige Mechanik des Fusses oder eine Störung des Gangbilds, starkes Übergewicht, trockene Haut, reduzierte Fettpolster (ältere Menschen haben weniger Fettgewebe in ihrer Haut) und verschiedene Deformitäten des Fusses. Da Hautstellen mit einer Hornhautschwiele verdickt sind, sind sie Berührungen gegenüber oftmals unempfindlicher als die umliegende Haut.
Die meisten Hornhautschwielen sind harmlos und erfordern weder eine Diagnose noch eine Behandlung, mitunter fühlen sich die Betroffenen jedoch veranlasst, einen Arzt aufzusuchen. Die Diagnose von Hornhautschwielen erfolgt auf der Grundlage des Befunds einer klinischen Untersuchung. Es werden Art und Merkmale der Läsion festgestellt, und der betroffene Bereich wird auf Vorhandensein eines hervorstehenden Knochens unter der Hautoberfläche abgetastet. Es kann sein, dass die zugrunde liegende Knochenstruktur per Röntgen untersucht wird um festzustellen, ob sie die Ursache für die Hornhautschwiele darstellt.
Der Arzt berücksichtigt bei seiner Beurteilung der betroffenen Stelle auch etwaige Zusatzfaktoren, wie zum Beispiel Schuhwerk, wiederholte Beanspruchung, die medizinische Krankengeschichte und vorgängige Operationen. Durch Beobachtung des Gangbilds eines Patienten kann die Fussmechanik beurteilt werden. Die Identifizierung einer zugrunde liegenden Ursache für eine verstärkte mechanische Beanspruchung des betroffenen Körperteils kann den Verlauf der Versorgung und Behandlung einer Hornhautschwiele beeinflussen.
Hornhautschwielen, die sich am gewichtstragenden Teil des Vorderfusses befinden und äusserst schmerzhaft werden können, werden mitunter als hartnäckige Plantarkeratose diagnostiziert. Bei manchen Patienten ist der Schmerz im zentralen Kern einer einzelnen Hornhautschwiele konzentriert, bei anderen handelt es sich um einen diffuseren Schmerz im gesamten gewichtstragenden Teil des Vorderfusses. Andere Anomalien mit ähnlichem Aussehen wie eine Hornhautschwiele sind Warzen, Tumore der Haut und des Unterhautgewebes und eine Reaktion auf einen in die Haut eingebetteten Fremdkörper (z. B. einen Holzspan oder Glassplitter). Auch genetische Störungen und Stoffwechselstörungen in der Haut können zu einer Hautverdickung führen, die mit einer Hornhautschwiele verwechselt werden kann.