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Viertes Gold für Hug, Schär mit fünfter Medaille
Die Paralympics in Tokio enden mit den Medaillen Nummer 13 und 14 für das Schweizer Team. Marcel Hug wird wie 2016 in Rio de Janeiro im Marathon Olympiasieger, Manuela Schär holt Silber.
Die Rollstuhlsportler Hug und Schär sind die herausragenden Athleten in Tokio. Ersterer stand im Marathon nach den Siegen über 5000, 1500 und 800 m zum vierten Mal zuoberst auf dem Podest und verlässt die japanische Hauptstadt ungeschlagen. Der 35-Jährige hält nun bei zwölf Medaillen an Paralympics, die Hälfte davon sind goldene. Für die 36-jährige Schär war der 2. Platz im Marathon die fünfte Medaille an diesem Anlass, die dritte silberne. Dazu kommen die Triumphe über 400 und 800 m.
Damit zeichneten die beiden für neun der 14 Medaillen der Schweizer an den Paralympics in Tokio verantwortlich. Mit siebenmal Gold, viermal Silber und dreimal Bronze schaute im Medaillenspiegel Rang 19 heraus. Zuletzt hatte es 2004 in Athen mehr Podestplätze für die Schweiz an Sommer-Paralympics gegeben. Damals waren es 16.
Entsprechend positiv fällt die Bilanz von Missionschef Roger Getzmann aus: „Ich bin mit dem Abschneiden insgesamt sehr glücklich, weil wir auch ausserhalb der Medaillenränge einige sehr gute Leistungen gesehen haben.“ Als Ziel waren sechs Podestplätze ausgegeben worden. „Als wir uns das Programm anschauten, kamen wir auf 14 realistische Medaillenchancen, nur werden normalerweise nicht alle umgesetzt“, sagte Getzmann. Er erinnerte an 2016, als es andersherum gelaufen war. Damals reiste das Team mit exakt gleich vielen realistischen Chancen nach Rio de Janeiro, am Ende schauten fünf Medaillen heraus.
Im Marathon der Männer setzte sich Hug rasch mit Zhang Yong ab, er konnte den Chinesen aber erst kurz vor dem Ziel entscheidend distanzieren. Der in Nottwil lebende Athlet musste bange Momente überstehen, weil sich schon nach sieben Kilometern der Gummi beim Antrieb am linken Rad löste. „Das war extrem schwierig, vor allem mental“, sagte Hug. Er habe sich nicht mehr richtig getraut zu attackieren. Umso grösser war die Erleichterung, als er realisierte, dass Zhang am letzten Anstieg vor dem Ziel nicht mehr mithielt.
Im Ziel war Hug die Erschöpfung nach dieser Ausnahmeleistung anzusehen. Er fühle sich sehr glücklich, „aber so richtig realisieren, was hier passiert ist, das kann ich noch nicht”. Er wird die Saison zu Ende fahren und sich dann Gedanken machen, wie es weitergeht. Ob er 2024 in Paris nochmals dabei sein wird, das liess Hug offen.
Schär war aufgrund der Wettersituation unsicher bei der Wahl ihres Equipments. Vor dem Start habe der Grip nicht funktioniert, „ich musste im letzten Moment noch Anpassungen vornehmen“, erzählte die Luzernerin. Dennoch stellte sich bei ihr rasch ein gutes Gefühl ein. Sie musste jedoch ihre Taktik etwas umstellen, weil bei ihren Attacken nur Madison de Rozario mitging. Kurz vor der Einfahrt ins Stadion gelang es der Australierin, sich abzusetzen. Schär kam aber nochmals heran, am Ende fehlte eine Sekunde zum Sieg. Dennoch war die Schweizerin überglücklich – 2016 in Rio de Janeiro hatte sie keine Medaille gewonnen.
Zur Medaillenflut in Tokio sagte Schär: „Wir dürfen uns nicht blenden lassen. Die Arbeit muss weitergehen, man darf sich nicht so stark auf einzelne Athleten verlassen.“ Der Para-Spitzensport müsse breiter abgestützt werden, „ich hoffe, wir konnten ein Zeichen setzen, dass es auf diesem Weg weitergeht.“ Getzmann sieht das sehr ähnlich: „Im Erfolg werden oft die grössten Fehler gemacht.“ Man müsse sich klarmachen, dass auch jetzt nicht wirklich alles optimal gelaufen sei, gerade das müsse genau analysiert werden.
Im Badminton belegten Cynthia Mathez/Karin Suter-Erath im Doppel den 4. Platz, der aufgrund der Konkurrenz das Optimum war. Wie schon im Halbfinal zeigten die Schweizerinnen auch im Spiel um Rang 3 gegen Sujirat Pookkham/Annouy Wetwithan eine starke Leistung. Sie setzten die Thailänderinnen immer wieder unter Druck und lagen zur Hälfte des zweiten Satzes gar in Führung. „Wir können stolz sein“, sagte Mathez. Suter-Erath ergänzte: „Wir gaben alles, aber die Gegnerinnen waren wie eine Wand und brachtenalles zurück.“ Badminton stand an diesen Paralympics zum ersten Mal überhaupt im Programm.
(text&bild:sda)