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Ein Schulzeugnis aus dem Jahr 1859
Gemeindearchiv Wittnau,
aus dem Nachlass der Familie Fricker, "s Lehrers"
Johanna Beck war eine mittelmässige Schülerin der "Oberen Alltagsschule Wittnau".
Ihr Lehrer war Johannes Fricker (1805-1881), der Vater des späteren "Oberlehrers Fricker". Welche Klasse Johanna besuchte, ist aus dem Zeugnis nicht ersichtlich.
Im ganzen Schuljahr gab es insgesamt fünf Zeugnistermine: zu den Sommerferien, zu den Herbstferien, auf Weihnachten, auf Ende Februar ("Hornung") und zum Schuljahresschluss Ende April.
Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler wurden nur summarisch bewertet, in Worten und nicht nach den einzelnen Fächern separat.
Was aus heutiger Sicht besonders eigenartig erscheint: Für jede Klasse erstellte der Lehrer eine Rangliste, der Rang wurde im Zeugnis ausgewiesen.
Johanna Beck stand in ihrer Klasse an 11. Stelle.
→ Familienbuch S. 4: Johanna Beck, geb. am 24. Mai 1845, war die Tochter von Johannes und Agatha
Beck-Müller. Da ihr Vater 1853 starb, unterschrieb ihr Beistand oder Pflegevater Josef Rüetschi die
Zeugnisse.
Ein Schulzeugnis aus den Jahren 1904 bis 1907
Anna Herzog war Schülerin der Wittnauer "Unterschule".
Das entspricht der heutigen 1. bis 3. Klasse der Primarschule.
In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts war es üblich, pro Schuljahr drei Zeugnisse auszustellen. Eines nach dem 2. Quartal und je eines nach dem 3. und 4. Quartal.
In Anna Herzogs Zeugnisbüchlein sind die ersten beiden Bewertungen im ersten Schuljahr nicht eingetragen. Dafür sind verschiedene Erklärungen möglich:
- Offensichtlich stammte Anna nicht aus einer Wittnauer Familie *. Als gesetzlicher Vertreter unterschrieb August Müller die Zeugnisse. Er war wohl ihr Beistand und Pflegevater.
Es ist denkbar, dass Anna erst im Verlaufe des ersten Schuljahres nach Wittnau zur Pflegefamilie kam und die ersten Monate ihrer Schulzeit andernorts absolviert hatte.
- Wenn Anna Herzog schon im Frühling 1904 in Wittnau eingeschult wurde, erlebte sie noch den uralten Unterlehrer Franz Josef Herzog. Seit 1845 unterrichtete dieser an der Unterschule Wittnau und blieb bis Sommer 1904 im Amt. Es kann sein, dass der 80-jährige gegen Ende seiner Zeit als Lehrer kaum mehr die Energie aufbrachte, Zeugnisse zu schreiben. Die Zeugnisse von Anna Herzog sind alle von Marie Basler ausgestellt. Sie trat ihre Stelle an der Wittnauer Unterschule am 18. August 1904 an.
Das letzte Zeugnis in Anna Herzogs Büchlein ist die Beurteilung der ersten zwei Quartale im Jahr 1906. Es scheint, dass das Mädchen im Herbst aus dem Dorf wegzog. Die Lehrerin Marie Basler unterrichtete hier noch bis