Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/58277

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, aufgrund der neuesten Ergebnisse des Pisa-Testes einen Bericht in Auftrag zu geben, der untersucht, ob sich die Ergebnisse in den Kantonen und den Regionen, in denen eine unterstützende Familienpolitik in Form von ausserschulischen und vorschulischen Betreuungs- und Förderungsangeboten besteht, unterscheiden von denen in den Kantonen bzw. den Regionen, wo eine solche (fast) fehlt.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat anerkennt, dass der Vorstoss eine wichtige Frage anspricht. Auch die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hat erkannt, dass eine Bestandesaufnahme der schulergänzenden, d. h. der ausserschulischen und vorschulischen Betreuungs- und Förderungsangebote in den Kantonen nötig ist. Die EDK plant, im Sommer 2005 diesbezüglich mehrere Berichte zu veröffentlichen.</p><p>Eine wissenschaftliche Evaluation der schulergänzenden Betreuung und Förderung der Schülerinnen und Schüler ist indessen zum heutigen Zeitpunkt verfrüht. Zahlreiche Angebote wurden von den Kantonen und Gemeinden erst in den letzten Jahren zur Verfügung gestellt. Diese Angebote müssen jedoch zuerst einige Jahre Bestand haben, um überhaupt ihre Wirkung entfalten zu können. Dies vor allem auch deshalb, weil Pisa Kompetenzen misst, die sich während der gesamten Schullaufbahn der Jugendlichen akkumulieren. Mehrere wissenschaftliche Studien - u. a. auch der internationale Bericht zu Pisa 2003 der OECD - belegen, dass die Ergebnisse von Bildungssystemen relativ langsam auf Veränderungen von Rahmenbedingungen reagieren. Experten sprechen von einer Zeitspanne von mindestens fünf Jahren. Der im Postulat geforderte Bericht könnte deshalb frühestens nach Vorliegen von Pisa 2006 erstellt werden. Noch besser wäre Pisa 2009, wenn die Lesekompetenz erstmals seit 2000 wieder den Testschwerpunkt bildet, denn es ist zu vermuten, dass allfällige Einflüsse schulergänzender Angebote bei der Lesekompetenz am grössten sind.</p><p>Die obligatorische Schule liegt zudem ausschliesslich im Kompetenzbereich der Kantone. Die Bereitstellung schulergänzender Betreuungs- und Förderungsangebote gehört ebenfalls zu den primären Aufgaben der Kantone. Aufgrund dieser föderalistischen Aufgabenteilung im Bildungsbereich und angesichts der finanziellen Lage der Eidgenossenschaft ist es - neben dem bereits erwähnten, zu frühen Zeitpunkt einer Evaluation - in erster Linie Sache der Kantone, etwa im Rahmen der Aktivitäten der EDK, entsprechende Studien in Auftrag zu geben.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.