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|Heiligkreuz-Kapelle|

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Wie lang sich der einmal geprägte Topos des Totentanzes gerade in ländlich abgeschiedenen, katholischen Gegenden halten konnte, zeigt das Beispiel von Emmetten.
Analog der Darstellung der ländlichen Bevölkerung im Totentanz wird auch hier dokumentiert, wie sich die einfachen Leute um oder kurz nach 1700 kleideten, wie sie lebten und arbeiteten.
Emmetter Totentanz
Einzelne Landesvertreter zeichnen sich durch Porträtzüge aus, um die Vergänglichkeit, das dem Tode-Verfallensein nicht in einem abstrakten Raum zu dozieren, sondern mit dem Hier und Jetzt zu verknüpfen.
Der Totentanz, der sich heute in der Heiligkreuz-Kapelle befindet, ist weder signiert noch datiert.
Er wurde um 1710 für das damals neu errichtete Beinhaus geschaffen. Ursprünglich hing der Totentanz an der Giebelseite über den schwarz gestrichenen Holzgestellen, die in jedem Fach einen einzelnen Schädel enthielten und so der barocken Forderung nach Individualisierung noch im Tode entgegenkamen. Die gitterartig wirkende Konstruktion mit den aufgereihten Totenköpfen hat wohl optisch mit der Unterteilung des Totentanzes korrespondiert.
Das Beinhaus Emmetten gehörte wie andere Innerschweizer Ossuarien zum zweitürigen Typus. Es bildete so das Torhaus zum heiligen Bezirk, durch das jeder Kirchgänger oder Friedhofbesucher schreiten musste.
Glücklicherweise wurde das Gemälde 1932 beim Abbruch von Kirche und Beinhaus gerettet und auf Veranlassung von Pfarrer Franz Xaver Gabriel durch den Beckenrieder Kunstmaler Willy Mernsinger renoviert. Vergleiche des heutigen Zustandes mit einer Abbildung von der Restauration zeigen, dass die ergänzten Stellen sich ziemlich genau an die Vorlage des Originals halten.
Als Auftraggeber kommen die Emmetter Pfarrherren Carl Tanner, der 1679 den Pfarrhof errichten liess, oder Johann Peter Hegglin in Frage, der sich durch Gelehrsamkeit und Frömmigkeit auszeichnete.
Mit dem Totentanz in Emmetten haben wir es nicht mit einem Fresko zu tun, sondern mit einem Tafelbild, Öl auf Holz. Es besteht aus einzelnen Brettern, auf die Leisten genagelt sind. Unten weist es eine Breite von 4.72 m auf, oben endet es in einem Rundbogen. Die 23 fast quadratischen Felder sind in vier Reihen übereinander angeordnet und durch rote Borten gerahmt. Unter den Bildern läuft ein heller Streifen mit den vierzeiligen Inschriften durch.