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Um dem Image als «Virenschleuder» zu entkommen und endlich wieder die Massen zu einer Kreuzfahrt zu bewegen, arbeiten viele Reedereien mit Hochdruck an der Ausarbeitung spezieller Protokolle, welche die gesundheitliche Sicherheit an Bord und bei Ausflügen überzeugend sicherstellen soll. Nun kooperieren zwei Giganten der Branche, die Konkurrenten Royal Caribbean Group (RCI) sowie Norwegian Cruise Line (NCL), bei der Ausarbeitung eines solchen Protokolls - mit dem Ziel, damit allgemeingültige Regeln aufstellen zu können.
Konkret wurde eine Arbeitsgruppe namens «Healthy Sail Panel» ins Leben gerufen. Deren Vorsitzende sind allerdings «neutral»: Es handelt sich um Mike Leavitt, ein ehemaliger Gouverneur des Bundesstaates Utah und früherer Gesundheitsminister während der Präsidentschaft von George W. Bush, sowie um Scott Gottlieb, den früheren Vorsteher des «U.S. Food and Drug Administration». Sie werden gemeinsam mit den Profis von RCI und NCL Empfehlungen ausarbeiten, welche der ganzen Kreuzfahrtbranche zur Verfügung stehen sollen. Ende August 2020 sollen diese vorliegen.
Richard Fain, CEO von Royal Caribbean, spricht im nachfolgenden, fast halbstündigen Video mit Leavitt über die Arbeitsweise und Ziele des «Healthy Sail Panel» - darin wird auch dargelegt, weshalb die Ausarbeitung der Empfehlungen so lange dauert. Vorweg: Das hat einerseits mit der Komplexität der modernen Kreuzfahrt zu tun, wo auf Schiffen Hotels, Restaurants, Casinos, Attraktionen und mehr zu finden sind, und andererseits mit der enormen bürokratischen Arbeit zur behördlichen Absegnung besagter Protokolle.