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Vor 125 Jahren wurde die NB gegründet. Wie sah die Schweiz damals aus, was bewegte die Menschen, was waren die damaligen Trends und Moden? 2020 blicken wir zurück: Diesen Monat auf ein britisches Schlittschuh-Spiel namens Bandy.
Einige Schweizer Kurorte etablierten sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts auch als Sportdestinationen. Der Ausbau der Verkehrswege spielte dabei eine wichtige Rolle, jedoch ebenso die Vermählung von sportlicher Tätigkeit mit medizinischer Heilung. Sporttreiben an der frischen Luft wurde als Bestandteil einer gesunden bürgerlichen Kultur immer beliebter.
Besonders in England, dem Mutterland der Industrialisierung wurde als Ausgleich zur oft monotonen Fabrikarbeit am Wochenende gerne Sport getrieben. Fussball zum Beispiel diente zur Stärkung nicht nur der Körper, sondern auch des Klassenbewusstseins.
Doch auch die britische Oberschicht frönte neuerdings dem Sport. Sie leisteten sich Auslandreisen und suchten den Thrill neuer Sportarten an ausgefallenen Orten auch zu kühleren Jahreszeiten. So begannen um 1860 britische Touristen auf dem See bei Davos mit dem Schlittschuhlaufen. Die natürliche Eisbahn bot jedoch vielerlei Hindernisse und Gefahren, weshalb bald darauf künstliche Eisbahnen angelegt wurden. Im Winter 1892 / 1893 stand den Gästen in Davos ein sagenhaftes Eisfeld von 16000 m2 zur Verfügung.
Die Gäste liessen sich allerlei Spiele einfallen, um sich auf dem Eis die Zeit zu vertreiben: Männer mussten auf Schlittschuhen, Frauen auf Schlitten über das Eisfeld ziehen oder auf allen Vieren Eier über die Eisfläche blasen. Bald schälten sich aber das Schnell- und das Figurenlaufen als die Königsdisziplinen auf der Eisfläche heraus. Ein internationales Eis-Wettlaufen wurde 1894 vom neu gegründeten Internationalen Schlittschuh-Club Davos (ISCD) organisiert.
Doch auch Teamsportarten sollten sich bald auf dem Eis durchsetzen. Die Briten und Britinnen (!) spielten neben Curling gerne Bandy, eine frühe Form des Eishockeyspiels, das statt mit einem Puck mit einem Ball gespielt wurde.
Die Einheimischen begeisterten sich ebenfalls mehr und mehr für den neuen Sport und gründeten 1918 den ersten Eishockeyclub in Davos. Die heutige sportliche Grösse des HC Davos musste allerdings durch viele Niederlagen erlitten werden: So verlor Davos bei seinen ersten Gehversuchen gegen Oxford 0:22 und gegen St. Moritz 0:14. Um gute Trainingspartner zu haben, vereinbarte der HC Davos regelmässige Treffen mit dem Team aus Oxford, das zu grossen Teilen aus kanadischen Studenten bestand. Mit der finanziellen Hilfe des Arztes Carl Spengler (1860-1937) wurden diese regelmässigen Treffen 1923 institutionalisiert – der Spengler Cup war geboren. Nach dem Ersten Weltkrieg bot er einen Anlass, sich sportlich und international wieder näher zu kommen.
In der Gründungszeit der NB erfreuten sich nicht nur Eishockey und Schlittschuhlaufen, sondern auch das Skifahren und das Schlitteln immer grösserer Beliebtheit. Dieser Zuspruch bei Gästen und Einheimischen liess die Schweiz zu einem Wintersport-Land par excellence werden.
In der Vereinsschriften-Sammlung der NB:
- Internationaler Schlittschuhclub Davos, Signatur V GR 12244
- Hockey Club Davos (EHC), Signatur V GR 12171
Letzte Änderung 22.01.2020