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Mit der Komposition der Sechsten hat Schostakowitsch im Frühling 1939 begonnen, und zur Jahreszeit passend ist eine Aussage des Komponisten überliefert: «Ich wollte darin die Stimmungen des Frühlings, der Freude und der Jugend wiedergeben». Das Leichte und Verspielte mag für die Sätze 2 und 3 stimmen, doch das grübelnde Largo mit dem die Sinfonie beginnt? Ein Largo, das mehr als doppelt so lang ist wie die beiden nachfolgenden Sätze zusammengenommen und also entsprechend Gewicht erhält? Schostakowitschs Sechste hat – einmal mehr und typisch für diesen Komponisten – ihre Rätsel. Diese Rätsel kann eine Interpretation zwar nicht unbedingt lösen, aber vielleicht Ansätze zu einer Lösung bieten.
Gäste von Norbert Graf sind die Musikwissenschaftlerin Martina Wohlthat und der Musikwissenschaftler Felix Michel.