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Geschichte des Logos
«Also ihr habt wirklich ein tolles Signet»
hören wir immer wieder und wenn es interessiert, erzähle ich dann dieses Geschichte:
Unser Signet wurde 2001 von dem Künstler und Grafiker Celestino Piatti angefertigt, der im Dezember 2007 im Alter von 85 Jahren verstorben ist. Fast jeder, der einmal einen älteren dtv-Band in der Hand hatte, dürfte diesen Künstler kennen. Er fertigte über 6300 Buchtitel-Illustrationen für den Münchner dtv-Verlag an.
Wir hatten bis 2001 ein anderes Signet, das von einem Grafiker, der auch unsere Programmhefte gestaltete, angefertigt wurde. Eine Zeitlang war das in Ordnung und wir machten uns kaum Gedanken darüber, aber irgendwann merkten wir, dass es uns nicht mehr so richtig gefiel.
Unsere damalige Sekretärin Denise Schenkel, mit der ich darüber redete, meinte, wir könnten uns doch einmal an den Künstler und Grafiker Celestino Piatti wenden. Auf meinen Einwand hin, dass der doch als internationaler Künstler wahrscheinlich extrem hohe Preise hat, erzählte sie, dass sie viele Jahre in der Nachbarschaft des Künstlers wohnte und immer noch einen guten Kontakt zu ihm habe.
Sie rief ihn an, erklärte ihm unser Anliegen - eben die Gestaltung eines neuen perspectiva-Signets - und tatsächlich bot er an, uns behilflich zu sein. Sein Preis dafür läge zwischen zehn und fünfzehn Tausend Franken.
Na prima, das können wir doch nie bezahlen, dachten wir, nahmen seine Einladung, ihn doch in seinem Atelier zu besuchen gerne an.
Das war dann schon ein Erlebnis, diesen berühmten Künstler in seinem Atelier in Basel, direkt am Rhein gelegen, zu besuchen. Und er nahm sich wirklich Zeit für uns, meinte, nachdem wir ihm geschildert hatten, worin unsere Arbeit bestehe, das unser jetziges Signet nicht das nach aussen kommunizieren würde, was wir tun. Es könnte, so wie es aussieht, genau so gut das Logo eines Sägewerkes oder ähnliches sein. Dann öfnete er Schublade um Schublade und bot uns an, einige Originale, die er als Vorlage für unser neues Signet sehen würde, mitzunehmen, um sie in aller Ruhe anzuschauen und zu vergleichen.
Auch über den Preis liess er mit sich reden, nachdem wir ihm unsere Situation geschildert hatten. Für 2500 Schweizer Franken könnten wir von ihm ein Signet bekommen.
Auf einem grossen Tisch in unserem Büro lagen dann die Originale von ihm und Roland, Ulrike, Denise und ich standen immer wieder an diesem Tisch, um über die eine oder andere Vorlage zu diskutieren, passt sie zu uns, kommuniziert sie das, was wir tun usw.
«Man kann eine Eule tausendmal zeichnen»
Es dauerte ungefähr eine Woche, dann hatten wir unseren Favorit ausgewählt, brachten ihm die Vorlagen zurück und er gestaltete uns dieses Signet mit dem Titel «Vier Menschen im Gespräch».
Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube er schickte es uns per Post mit einem Gruss und einer handgeschriebenen Rechnung. Das Signet, die Rechnung und der Gruss hängen eingerahmt in unserem Besprechungszimmer.
Mit dem Signet selbst sind wir sehr glücklich, es passt zu uns und zeigt nach aussen sehr exakt, was unser Anliegen als Ausbildungsinstitut ist: Begegnung, Dialog und lebendiges Lernen.
Piattis Werke wurden mit über 40 Ausstellungen im In- und Ausland geehrt.
30 seiner über 500 Plakate wurden als bestes schweizerisches Plakat des Jahres ausgezeichnet. Ihm selbst wurde 1985 der Preis des Schweizer Buchhandels verliehen. Mehrere von ihm gestaltete Bücher bekamen das Prädikat «schönstes Buch des Jahres».
Er entwarf zudem Glas- und Wandbilder sowie Eisenskulpturen. Als feinsinniger Karikaturist war Piatti viele Jahre für das Schweizer Satiremagazin «Nebelspalter» tätig. Für die Schweizer Post entwarf er von 1959 an Briefmarken, als deren bekannteste jene zum Jubiläum «100 Jahre Gotthardbahn» gilt. Der Deutsche Taschenbuch-Verlag ehrte Piatti mit einem eigenen Band. 1987 erschien in der dtv-Reihe unter dem Titel «Celestino Piatti: Meister des graphischen Sinnbilds» ein Porträt, herausgegeben vom Kunsthistoriker und Bibliothekar Bruno Weber aus Zürich. (jvo/dpa)