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Schutzbürger, im Mittelalter diejenigen Bewohner des platten
Landes, welche das
Bürgerrecht in einer
Stadt erworben hatten. Den
Namen leitete man daher, daß sie außerhalb der Grenzpfähle der Stadt (extrapalum civitatis) wohnten.
Adel und Fürsten betrachteten es als eine
Anmaßung, daß die
Städte kleinern Freibauern auf diese
Weise gegen die Willkür mächtiger Nachbarn Schutz zusagten, und seit dem 13. Jahrh.
verboten eigene Reichsgesetze die
Aufnahme von Aus- oder Pfahlbürgern. Zuweilen wurden auch die Vorstädter
Pfahlbürger genannt, im Gegensatz zu den in der eigentlichen Stadt wohnenden
Spießbürgern (s. d.).
eine der grausamsten
Strafen des Mittelalters für
Notzüchter,
Hexen und
Kindesmörder. Dem Verbrecher wurde
ein dürrer, eichener, spitzer
Pfahl durch das
Herz getrieben. Die Peinliche Halsgerichtsordnung
Karls Ⅴ.
ließ das Lebendigbegraben und Pfählen noch zu, aber nur insofern, als das
Verbrechen um sich greifen würde. Gegen Ende des 16. Jahrh.
nahm auch das Pfählen ein Ende. Im
Orient war diese
Strafe dem byzant. und mohammed.
Rechte nicht bekannt, wurde aber von einzelnen
Tyrannen durch das Aufspießen auf spitze
Pfähle angewendet.
die namentlich in Süddeutschland noch jetzt in ausgedehnten Resten vorhandenen
Anlagen der
Römer
[* 5] zum
Grenzschutz ihrer rechtsrhein. Besitzungen auf deutschem
Boden. Der
Name Pfahlgraben oder
Pfahl rührt von den neuerdings
noch in Resten aufgefundenen Palissaden auf einzelnen
Strecken der röm. Grenzlinie her. Der Pfahlgraben bildete den durch die
Römer
gegenüber den deutschen Völkern mit ganz besonderer Sorgfalt ausgestatteten Grenzstreifen(limes). Einen solchen Limes
legte zunächst der
CäsarTiberius nach der
Niederlage des
Varus auf der Ostseite des röm. Untergermanien auf
der rechten Rheinseite einige
Stunden östlich vom Rheinstrom an; dieser Limes zog sich von der Gegend bei Duisburg
[* 6] südlich
bis Neuwied. In ausgedehnter
Weise dagegen wurde das röm. Obergermanien, zuerst unter Domitianus, der neben der
Anlage am
Taunus das Neckarthal in die röm. Linien hineinzog, dann unter Hadrianus und seinen
Nachfolgern, welche die
Arbeiten bis zur obern Donau führten, in solcher Art geschützt.
Diese 542 km lange künstliche Grenze, die den einspringenden Winkel
[* 7] des Oberlaufs der beiden großen röm.
Grenzströme, des Rheins und der Donau, deckte (s. die Karte:
Germanien
[* 8] u.s.w., Bd. 7, S. 862), zerfällt in den obergerman.
und rhätischen Limes. Der obergermanischeLimes (368 km) beginnt bei Rheinbrohl, zieht südöstlich
über Ems
[* 9] zum
Taunus, umfaßt diesen und wendet sich südlich dem Main zu, den er bei Groß-Kotzenburg erreicht. Dann folgt
er dem Main bis
Miltenberg und geht in schnurgerader südsüdöstl.
Linie bis Pfahlbronn. Hier schließt sich derrhätischeLimes an (die sog.
Teufelsmauer, 174 km), der nördlich ausbiegend der Donau zustrebt
und sie oberhalb Kehlheim erreicht. Die Bauweise des Limes
war, soweit nicht die Flußgrenze vorhanden war, eine verschiedene. Der
Grenzstreifen wurde nach innen durchgängig durch
eine Grenzstraße, nach außen durch eine, in einem kleinen
Graben verborgen liegende Versteinung abgeschlossen.
Zwischen beiden lag entweder wie in Obergermanien ein bis 3 m hoher Erdwall mit
Graben (bis 1 m tief) oder wie in Rhätien
eine Verpalissadierung, später eine
Mauer, hinter oder in denen sich zahlreiche Wachthäuser oder Wachttürme befanden.
Weiter zurück lagen in wechselnden Abständen Kastelle, eine Art befestigte
Kasernen, von denen auf der
ganzen Linie bisher
(Sommer 1894) 60 sicher gefunden sind, 17 mit Wahrscheinlichkeit vermutet werden. Die nähere Bestimmung
des ganzen Grenzsystems und seiner allmählichen Entstehung wird erst möglich sein, wenn die seit 1892 begonnenen Ausgrabungs-
und Aufnahmearbeiten zu Ende geführt sind; der
Reichstag hat dafür 1892 200000 M. bewilligt, und eine
aus Fachleuten aller beteiligten
Bundesstaaten bestehende
Kommission ist zusammengetreten; sie giebt das «Limesblatt»
(Trier,
[* 10] seit 1893) zur Orientierung über die neuesten Forschungsresultate heraus.
Immerhin läßt sich schon jetzt mit Sicherheit sagen, daß der Limes keine Verteidigungslinie, sondern in erster Hinsicht
eine Grenzsperre gegenüber den benachbarten Barbarenvölkern darstellte. Er wurde durch ständige Posten
und
Patrouillen überwacht, ein Signaldienst nach rückwärts war eingerichtet. Die Überschreitung war nur an gewissen
Stellen
unter gewissen Vorsichtsmaßregeln und unter Erlegung der Grenzzölle erlaubt, bei Nacht keinem, bei
Tage bewaffneten Leuten
nicht gestattet.
Der Pfahlgraben ist verfallen, seitdem in der Zeit des
Gallienus das rechte Rheinufer den
Römern verloren ging.
[* 17] ein Bauwerk aus in die Erde eingetriebenen
Pfählen, welches als Gründung (s.
Grundbau)
[* 18] angewendet wird. Das Eintreiben der
Pfähle kann geschehen durch Einrammen, Einschrauben oder Einspritzen mittels Druckwasser.
Das Einrammen geschieht durch eine Ramme
[* 19] (s. d.), das Einschrauben durch Anbringung
eines Schraubenschuhes von der in
[* 1]
Fig. 9 des
ArtikelsGrundbau ersichtlichen Form. Die Schraube ist bei Holzpfählen weniger
gut als bei eisernenPfählen zu verwenden. Das Einspritzen der
Pfähle, neuerdings sehr beliebt, geschieht
in der Art, daß an dem einzelnen
Pfahle ein unten offenes Rohr befestigt wird, in welches von oben her Wasser in reichlicher
Menge eingepumpt oder durch den Druck einer Wasserleitung
[* 20] eingelassen wird. Dieses
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