Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03104.jsonl.gz/1675

Das Mixed-Team mit Nathalie Brugger (30) und dem argentinisch-schweizerischen Doppelbürger Matias Bühler (33) stach als letzter Schweizer Trumpf in Rio auch nicht. Im Medal Race vermochten die Schweizer ihr Handicap aus den zwölf Qualifikationsregatten (6. Zwischenrang) nicht mehr wettzumachen. Im “Final” blieb den Schweizern nur den zehnte und letzte Platz, in der Gesamtwertung fielen sie auf Position 7 zurück, immerhin erhielten sie das olympische Diplom.
Dennoch: “Das einzige Wort, welches meine Stimmung halbwegs beschreiben kann, ist Enttäuschung”, meinte Matias Bühler. Seine Partnerin Nathalie Brugger konnte die Tränen nicht zurückhalten. Auch die Westschweizerin konnte sich bei ihrer dritten Olympia-Teilnahme über das zweite Diplom nicht richtig freuen. “Denn es wäre viel mehr möglich gewesen.”
Die entscheidenden Fehler unterliefen Brugger/Bühler aber in den Regatten vor dem Medal Race. Zwei Läufe gewann der Schweizer Katamaran, daneben gab es aber auch viel(e) Pleiten, Pech und Pannen. Mal ging ein Mann über Bord, mal kenterten sie in aussichtsreichster Position, in der letzten Wettfahrt kostete sie ein Strafkreisel viele Rangpunkte. Bühler: “Vor dem Final wussten wir, dass es nicht einfach wird, nochmals nach vorne zu kommen. Wir mussten Risiken eingehen. Wir wählten eine aggressive Strategie. Und die Rechnung ging nicht auf.”
Gleich beim Start verloren die Schweizer, Bronzemedaillengewinner an der WM 2013 in Den Haag, die Medaille endgültig aus den Augen. Zwar startete Leader Argentinien miserabel, und die zweitplatzierten Italiener mussten wie die Schweizer am Vortag einen Strafkreisel drehen, aber die Schweizer überschätzten ihrerseits beim Start die Windstärke, und vorne zogen mit den Neuseeländern und Australiern die direkten Gegner auf und davon.
Der Medaillensatz ging an Argentinien (Gold), Australien (Silber) und Österreich (Bronze). Das Duo Tanja Frank/Thomas Zajac gewann erstmals seit Peking wieder Edelmetall für Österreich an Sommerspielen. Der Diplomrang von Brugger/Bühler ist die beste Klassierung eines Schweizer Segelteams seit dem 6. Platz von Nathalie Brugger bei ihrer ersten Olympiateilnahme 2008 in Peking.
(SDA)