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Treibhausgas-Fussabdruck
Der Konsum von Gütern und Dienstleistungen ist häufig mit dem Ausstoss von Treibhausgasemissionen verbunden, beispielsweise aus dem Verkehr, der Gebäudeheizung, der Industrie, aber auch aus der Gewinnung von Rohstoffen. Lachgas- und Methanemissionen stammen insbesondere aus der Land- und Abfallwirtschaft.
In einer globalisierten Wirtschaft müssen nicht nur die in der Schweiz emittierten Treibhausgase erfasst werden, sondern auch die im Ausland aufgrund der Schweizer Endnachfrage (Summe der Ausgaben der privaten Haushalte und des Staates für den Endverbrauch) entstandenen Emissionen. Wegen des hohen Import-Anteils am Gesamtkonsum fällt ein grosser Teil der durch den Konsum der Schweizer Bevölkerung verursachten Treibhausgasemissionen im Ausland an.
Der Treibhausgas-Fussabdruck pro Kopf betrug im Jahr 2018 rund 13 Tonnen CO2-Äquivalente und liegt damit deutlich über dem Durchschnitt der EU-Länder. Im Jahr 2000 betrug er noch knapp 18 Tonnen pro Kopf, das heisst er reduzierte sich um ca. einen Viertel.
Der Treibhausgas-Fussabdruck liegt weit über einem Mass, das mit den Belastbarkeitsgrenzen des Planeten vereinbar ist. Eine Studie, die von einem weltweit gleichen Anrecht auf Emissionen ausgeht (Dao et al., 2018) verortet ein solches bei 0,6 Tonnen pro Person im Jahr 2015. Die derzeitige Entwicklung liegt deutlich über dem nötigen Absenkpfad. Aus diesen Gründen wird der Zustand als negativ und die Entwicklung trotz Abnahme als unbefriedigend eingestuft.
Obwohl die Bevölkerung im Betrachtungszeitraum um 18% zunahm, haben die Gesamtemissionen abgenommen, nämlich um 11%.
Die Anteile der inländischen und importbedingten Emissionen blieben relativ konstant. Im Jahr 2018 wurden 65% im Ausland verursacht.
Die Treibhausgas-Fussabdruck-Effizienz nahm zwischen 2000 und 2018 um rund 44% zu. Somit hat eine Entkoppelung zwischen Wohlstandszunahme und Treibhausgasemissionen stattgefunden. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben wie beispielsweise ressourceneffizientere Technologien oder einen steigenden Marktanteil umweltfreundlicher Güter und Dienstleistungen.
Aufgrund unterschiedlicher Systemgrenzen und der hinterlegten Ökobilanzmodelle ist ein internationaler Vergleich nur indirekt möglich. Gemäss Tukker et al. (2014) und Berechnungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist der Treibhausgas-Fussabdruck der Schweiz überdurchschnittlich hoch.
Mit dem statistischen Konzept des Treibhausgas-Fussabdrucks werden die Treibhausgasemissionen ermittelt, die durch die Endnachfrage nach Gütern und Dienstleistungen in der Schweiz gesamthaft entstehen. Berücksichtigt sind dabei neben dem inländischen Ausstoss auch die Emissionen, die im Ausland bei der Herstellung von für die Schweiz bestimmten Gütern und Dienstleistungen entstehen.
Der Fussabdruck setzt sich aus den direkten Emissionen der Haushalte, den Emissionen aufgrund der Endnachfrage der Haushalte und des öffentlichen Sektors, sowie den Emissionen im Zusammenhang mit den Bruttoanlageinvestitionen zusammen.
Beim Treibhausgas-Fussabdruck handelt es sich um eine Grösse, die modelliert werden muss. Die vorliegenden Resultate beruhen auf den Luftemissionskonten, den Input-Output Tabellen (IOT) der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und einer Gewichtung der importierten Emissionen. Diese Gewichtung berücksichtigt die CO2-Intensität der Herkunft der Schweizer Importe. Die Treibhausgasintensität der Exporte aus der EU wird mit einem gesamtwirtschaftlichen Verhältnis des gesamten CO2-Ausstosses zum Bruttoinlandprodukt (BIP) der jeweiligen Wirtschaftsregion gewichtet.
Als Treibhausgase berücksichtigt werden Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O) und synthetische Gase (HFC, PFC, SF6, NF3) in CO2-Äquivalenten.
|Angestrebte Entwicklung||Anfangswert||Endwert||Abweichung vom theoret. Zielpfad in %||Beobachtete Entwicklung||Beurteilung|
|0.6 in 2015||2000||2018||21.48%||In Richtung des theoretischen Zielpfads||unbefriedigend|
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