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Kenntnisse über Pilze und ihre baumartenspezifischen Auswirkungen sind für eine erfolgreiche Baumbeurteilung sehr wichtig. Voraussetzung ist, dass man den Holzaufbau und die Möglichkeiten der Wundabschottung der einzelnen Baumarten kennt.
Pilze haben in Millionen von Jahren Holzabbaustrategien entwickelt. Im Gegenzug haben Bäume im gleichen Zeitraum - zum Teil – sehr erfolgreiche Wundabschottungsverhalten entwickelt. Durch diesen so entstandenen Überlebenskampf können holzabbauende Pilze Bäume über Jahrhunderte parasitieren, ohne dass die Standsicherheit beeinträchtigt wird.
Dennoch kommt es in einzelnen Fällen zum Baumbruch. Ungünstige Faktoren im Holzaufbau, durch den Menschen und von der Umwelt oder dem Standort ausgehend, können einen Holzabbau durch Pilze stark beschleunigen.
Codit - Compartmentalization of Decay in Trees
Abschottung von Schäden an Bäumen
- Bäume reagieren auf Schäden, Pilz- und Lufteintritte im lebenden Teil des Holzes mit Schutz- und Reaktionszonen.
- Barrierezonen - Schutz- oder Sperrzonen - werden bei Schäden, die das Kambium miteinbeziehen, gebildet. Es ist die effizienteste Abwehr gegen eindringende Pilze.
- Die Schutzzone ist eine komplex gebaute, sehr dünne, langlebige Zellverbindung, die früher entstandenes, infiziertes Holz vom Neugebildeten abrupt trennt.
- Bau und Wirkung sind je nach Baumart unterschiedlich.
- Nur die wenigsten Pilzarten sind in der Lage, die Schutzzone aus eigener Kraft zu durchbrechen.
- Reaktionszonen sind direkt betroffene, lebende Gewebe im Holz, die auf einen Pilzbefall reagieren.
- Reagiert wird mit der Einlagerung von pilzhemmenden Stoffen sowie der Versiegelung von Durchgängen wie Gefässen und Tüpfeln.
- Wachstumsbedingt hat der anatomische Holzaufbau ebenfalls pilzhemmende Zonen, es sind dies: Jahrringabgrenzungen, Markstrahlen und eingelagerte Gerbstoffe.