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Ein Hotelbesitzer raubte Teile von Senul Abdeen Saleemas Grundstück, auf dem sie eine Kokosnussfarm betrieb. Aber Senul setzte sich zur Wehr. Trotz Rückschlägen zeigt ihre Geschichte, dass sich Landraub nicht lohnt.
Heute lebt Senul Abdeen Saleema zusammen mit ihrem Mann, ihrer Tochter und den Enkelkindern zufrieden in einem Haus in Kalpitiya Town, in der Nordwestprovinz von Sri Lanka. Für ihr Glück musste sie aber kämpfen. Dafür hat sie dreimal an unserem Workshop teilgenommen, wie auch an unseren beiden Runden Tischen in Colombo.
Über viele Jahre hinweg betrieb Senul Abdeen Saleemas eine Kokosnussfarm auf der Insel Dutch Bay bei Kalpitiya auf dem Land ihrer Grossmutter. Vor fünf Jahren dann der Schock: Eines Tages bemerkte sie, dass das Dutch Bay Resort, eine Hotelanlage, auf Teilen ihres Grundstücks mit dem Bau von Urlaubshütten begonnen hatte. „Als ich den Besitzer damit konfrontierte, sagte er nur, dass er das Land legal gekauft hätte“, erzählt Senul ungläubig und erklärt: „Dabei waren alle besitzbeweisenden Unterlagen bei mir.“ Es stellte sich später heraus, dass der Besitzer des Dutch Bay Resorts das Land von einer Person gekauft hatte, welche zusammen mit der Lokalbehörde die Besitzurkunde gefälscht hatte. Doch einfach gab sich Senul Abdeen Saleemas nicht geschlagen. Mit der Unterstützung von lokalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen, darunter auch die GfbV, wehrte sie sich gegen den Landraub. Sie verklagte das Dutch Bay Resort und bekam vor einem Amtsgericht in Kalpitiya Recht. Der Besitzer des Dutch Bay Resorts wurde dazu verurteilt, Senul Abdeen Saleemas fünf Millionen Sri Lanka Rupees (CHF 32‘900) als Kompensation für das geraubte Land zu bezahlen.
Sie macht anderen Mut
Nach dem positiven Gerichtsurteil folgte jedoch ein Rückschlag: Der Hotelbesitzer gab Senul Abdeen Saleemas ihr Land nicht zurück. Und es kam noch schlimmer: Weil er den Zugang zu ihrem Grundstück komplett versperrte und sie es nur noch mit dem Boot erreichen konnte, sah Senul Abdeen Saleemas sich gezwungen, ihr gesamtes Land an das Resort zu verkaufen. Die Kokosnussfarm musste sie aufgeben und in die Stadt ziehen. Trotzdem ist sie glücklich darüber, dass sie Recht bekommen hat. Sie möchte anderen, welche dasselbe Schicksal erlitten haben, Mut machen, sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren.
Dem Resort blieben seinerseits die Gäste aus und der Besitzer musste dieses Jahr Konkurs anmelden. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen sagt Senul: „Ich musste laut lachen als ich hörte, dass das Dutch Bay Resort zugeht. Das beweist, dass sich Landraub nicht lohnt.“