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«Der letzte Tag hätte nicht sein müssen», sagt Mujinga Kambundji im Sonntagsgespräch eine Woche nach ihrem Missgeschick im Staffelrennen, «aber die EM in Zürich war für mich gleichwohl ein unglaublicher Erfolg und ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung.» Im Sprint über 100 und 200 Meter hatte die 22-jährige Bernerin je einen neuen Schweizer Rekord aufgestellt und war 4. und 5. geworden. Im Staffelrennen über 4x100 Meter aber hatte sie als Startläuferin auf den ersten Metern den Stab verloren «und alle bitter enttäuscht, die sehr viele Hoffnungen auf dieses Rennen gesetzt hatten». Das stimme sie immer noch traurig.
Ohne Mentaltrainer überwinden
Mujinga Kambundji glaubt, dass sie diese Enttäuschung ohne Unterstützung eines Mentaltrainers selber wird überwinden können, so wie sie auch sonst vieles selber entscheidet, schliesslich sei sie primär Einzelsportlerin. Vor der EM hätte sie niemals gedacht, dass sie soweit kommen könnte. Aber sie gilt als Turnierläuferin, die im Rennen und unter Druck stärker wird. Sie brauche eine gewisse Anspannung, sagt sie selber, dann vergesse sie alles rundherum.
Seit einem Jahr trainiert Kambundji zeitweise in Mannheim, bei Trainer Valerji Bauer und zusammen mit der früheren Europameisterin Verena Sailer. Diese Veränderung und neue Herausforderung habe sie gebraucht, sagt sie im Gespräch. Und freut sich auf das Weltklasse-Meeting am kommenden Donnerstag in Zürich. Vorher trainiert sie am Dienstag zuammen mit der mehrfachen Weltmeisterin Allyson Felix Kinder in Thun. Auch Felix ist eines ihrer grossen Vorbilder, weil sie «nicht so ein Riesen-Tier ist und einen nicht an einen Mann erinnert.»
Aus der schweizerischen und der afrikanischen Kultur auswählen
Mujinga Kambundji ist Tochter einer Schweizerin und eines Kongolesen. Sie hat sich in einer Arbeit für ihr Studium (Betriebswirtschaft an einer Fachhochschule) mal gefragt, weshalb Dunkelhäutige schneller seien als Weisse. Eine eindeutige Antwort hat sie nicht gefunden, glaubt aber schon, dass es auch an den Genen liegt. Für sich selber findet sie es schön, aus der schweizerischen und der afrikanischen Kultur auswählen zu können: «Ich kann mir aus beiden Kulturen das Beste herausnehmen.»
(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17.30 Uhr)