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Gegenstand und Zentrum des Dissertationsprojekts von Nick Schwery ist die Projektmanagementmethode HERMES, die in der Schnittstelle zwischen Ökonomisierung und Computerisierung der eidgenössischen Bundesverwaltung liegt. Die Arbeit folgt der Annahme, dass dort, wo technische, politische, ökonomische und bürokratische Logiken aufeinandertreffen, Aushandlungszonen entstehen. Indem HERMES der Koordination, Kontrolle und Planung von Computerprojekten in der Bundesverwaltung diente, strukturierte die Methode die Aushandlungszonen zwischen Verwaltung und Computer. Sie wurde zum Aushandlungsinstrument aller folgenden Aushandlungszonen in diesem Bereich. Um 1970 für IT-Projekte entwickelt, ist die Methode seit 2015 Standard zur Bearbeitung von Projekten aller Art. Das Dissertationsprojekt interessiert sich dafür, wie und wo eine Aushandlungszone wie HERMES im Archiv zu lokalisieren ist, wie sie entwickelt wurde, wie sie verwaltungsinterne Handlungslogiken strukturierte und was für Konflikte sie auslöste.
Die technikgeschichtliche Untersuchung soll darüber Auskunft geben, wie sich mit HERMES Computer und Bundesverwaltung in ihren Aufgaben und Prozessen synchronisiert und wechselseitig (re-)konfiguriert haben. HERMES zu analysieren bietet schliesslich die Möglichkeit, den Wandel in der Bundesverwaltung vom Paradigma der Bürokratie hin zum Paradigma des New Public Managements jenseits von technischer Generationen und ökonomischer Imperative der Rationalisierung von Verwaltungshandeln zu erzählen.
Das Vorhaben ist Teil des SNF Projekts Aushandlungszonen. Computer und Schweizerische Bundesverwaltung, 1960-1990 und wird in Kooperation mit dem Projekt Die Zeit der Informationssysteme. Digitale Staatlichkeit und die Transformation des Digitalen (1960-1990) von Ricky Wichum sowie dem Projekt Die Fremden und der Computer. Zur Entstehung des Zentralen Ausländerregisters von Moritz Mähr durchgeführt.