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Der Laika stammt aus Nordrussland und wird dort seit Jahrtausenden von verschiedenen indigenen Völkern als Jagd- und Schlittenhund gehalten. Er besitzt ein urwüchsiges Äusseres und ein mutiges, lebhaftes Wesen.
Laika
© joppo / stock.adobe.com
Der Westsibirische Laika stammt aus dem Ural und den bewaldeten Regionen Westsibiriens.
Inhalt
- Laika: Ein Name, mehrere Rassen
- Wolfsähnliche Optik: Wie sieht der Laika aus?
- Charakter: Mutiger, eigenständiger Jagdhund
- Haltung und Beschäftigung: Der Laika braucht viel Auslauf
- Pflege und Ernährung: Proteinreiches Futter für den Laika
- Gesundheit: Wie alt wird ein Laika?
- Geschichte: Treuer Begleiter indigener Völker
- Anschaffung: Woher bekomme ich einen Laika?
- Fazit: Kein Anfängerhund
- Steckbrief zum Laika
Laika: Ein Name, mehrere Rassen
Unter dem Oberbegriff „Laika“ werden verschiedene nordische Hunderassen zusammengefasst. Sie ähneln sich in vielen Merkmalen und unterscheiden sich oftmals nur in den Details voneinander. Systematisch werden sie der Gruppe 5 „Spitze und Hunde vom Urtyp“ und darin der Sektion 2 „Nordische Jagdhunde“ zugeordnet.
In verschiedenen Schlägen gezüchtet
Von der FCI, der weltweit grössten kynologischen Organisation, sind folgende Rassen anerkannt:
- Der Ostsibirische Laika
- Der Westsibirische Laika
- Der Russisch-Europäische Laika
- Der Yakutskaya Laika (seit 2019 vorläufig anerkannt)
Der Finnische Spitz, der auch unter dem Namen Karelo-Finnischer Laika bekannt ist, ist ebenfalls offiziell anerkannt.
Daneben gibt es weitere regionale Schläge, die bislang nur von russischen Verbänden als eigenständige Hunderassen anerkannt sind. Dazu zählen beispielsweise der Tschuktschen-Laika, der Ewenken-Laika und der Nenzen-Laika bzw. Rentierspitz.
Was heisst Laika übersetzt?
Der Name Laika leitet sich vom russischen Wort „layat“ ab, das übersetzt „bellen“ bedeutet. Ein Laika ist also ein „Beller“ oder „Kläffer“.
Schon gewusst?
Hündin Laika, das erste Lebewesen im All, gehörte keiner der genannten Rassen an. Sie wurde 1957 im Rahmen des sowjetischen Raumfahrtprogramms in den Orbit geschossen und war ein Mischling – vermutlich ein Husky-Terrier-Mix.
Allen Laiki gemeinsam ist ihr ursprüngliches Äusseres. Die Tiere erreichen eine Widerristhöhe von circa 53 bis 65 Zentimetern und ein Gewicht von etwa 21 bis 30 Kilogramm. Der Ostsibirische Laika ist der grösste aller offiziell anerkannten Laiki, der Russisch-Europäische Laika der kleinste.
Die Hunde besitzen hartes, gerades Deckhaar mit viel Unterwolle. So sind sie bestens vor der klirrenden Kälte ihrer Heimat geschützt. Die Fellfarben variieren von Rasse zu Rasse.
So ist der Russisch-Europäische Laika typischerweise schwarz-weiss, bei anderen Laiki kommen auch Farben wie Grau, Braun, Rot und Falb vor.
Spitze Schnauze, gebogene Rute
Charakteristisch für Laiki ist ihr wolfsähnliches Aussehen. Wegen ihres keilförmigen Kopfes, der spitzen Schnauze, der Stehohren und der buschig behaarten, gebogenen Ringel- beziehungsweise Sichelrute erinnern sie stark an den wilden Vetter unserer Haushunde.
Laiki sind unerschrockene Jagdhunde, die selbstständig Wild aufstöbern, stellen und verbellen. Ihrer Fähigkeit, Wildtiere lautlos aufzuspüren, diese anschliessend einzukreisen und den Jäger durch lautes Bellen über ihren Fund zu informieren, verdanken sie ihren Namen „Beller“.
Als gewissenhafte, leistungsstarke Jagdhunde besitzen Laiki Ausdauer und einen grossen Bewegungsdrang. Sie binden sich eng an ihre Bezugsperson, mit der sie während der Jagd regelmässig Kontakt halten.
Ist der Laika ein Familienhund?
Ein gut ausgelasteter Hund dieser Rassegruppe zeigt sich zu Hause von seiner ruhigen, sanften Seite und kommt in der Regel gut mit Kindern zurecht. Als reiner Begleit- oder Familienhund eignet er sich aber nicht.
Dieser Vierbeiner sollte in einer ländlichen Gegend in einem Haus mit Garten gehalten werden. Denn sein Hang zum Bellen würde in einer Stadtwohnung schnell zum Problem werden.
Darüber hinaus brauchen Tiere dieser Rassegruppe viel Auslauf.
Hundesport als Auslastung
Wird er nicht zu jagdlichen Zwecken gehalten, sollte dieser agile Vierbeiner mit Hundesport wie Agility, Treibball oder Obedience ausgelastet werden. Auch der Zughundesport kommt infrage, da Laiki in ihrer russischen Heimat oft als Schlittenhunde eingesetzt werden.
Als Rettungs- und Spurensuchhunde machen diese arbeitswilligen Fellnasen ebenfalls eine gute Figur.
Das Fell des Laikas erfordert nicht viel Pflege. Meist reicht es aus, das Haarkleid gelegentlich zu bürsten. Nur während des Fellwechsels sollte das Bürsten zum täglichen Ritual werden.
Auch bei der Ernährung zeigt er sich als anspruchsloser Vierbeiner. Wichtig ist, ein Futtermittel mit hohem Fleischanteil zu wählen, da diese Rassegruppe Kohlenhydrate nicht gut verträgt. Rohes Fleisch und fleischhaltige Knochen mag der Jagdhund am liebsten, weshalb sich die Fütterungsmethode Barf anbietet.
Laiki gelten als robuste, widerstandsfähige Hunde. Rassetypische Krankheiten sind kaum bekannt. Bei einigen Exemplaren, vor allem beim Yakutskaya Laika, können vereinzelt genetisch bedingte Augenkrankheiten oder Hüftgelenksdysplasie auftreten.
Die Lebenserwartung dieser nordischen Jagdhunde liegt bei circa zwölf Jahren.
Die Geschichte dieser Tiere reicht weit zurück. Schon seit der Antike halten Naturvölker in verschiedenen Regionen Nordrusslands diese urwüchsigen, zähen Arbeitshunde.
Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über ganz Eurasien, von Finnland bis ans Beringmeer.
Zu ihren klassischen Aufgaben gehören die Jagd auf Gross- und Kleinwild sowie das Ziehen des Lastenschlittens. Auch als Wachhund wurden und werden diverse Schläge gern eingesetzt.
Offizielle Anerkennung durch die FCI
Im Jahr 1947 wurden in der Sowjetunion Rassestandards für vier Rassen festgelegt: den Westsibirischen, den Ostsibirischen, den Russisch-Europäischen und den Karelo-Finnischen Laika.
Deren Anerkennung durch die FCI erfolgte 1980. Seit 2019 ist auch der Jakutische Laika vorläufig anerkannt.
Anschaffung: Woher bekomme ich einen Laika?
Die meisten Schläge sind ausserhalb Russlands schwer zu bekommen. Am weitesten verbreitet ist noch der Russisch-Europäische Laika.
Kaufinteressenten sollten sich an einen seriösen Züchter wenden, der Mitglied in einem offiziellen Verband ist.
Fazit: Kein Anfängerhund
Laiki möchten ihrer Bestimmung nachkommen: laufen, Wild aufstöbern, Schlitten ziehen. Sie sind am liebsten draussen in der Natur unterwegs und benötigen daher aktive, hundeerfahrene Besitzer.
Für Anfänger eignet sich dieses lebhafte Energiebündel nicht.
Steckbrief zum Laika
|Besonderheiten:
|Sammelbegriff für mehrere nordische Jagdhundrassen. Stöbert Wild selbstständig auf, stellt und verbellt es.
|Charakter:
|ausdauernd, furchtlos, intelligent, anhänglich
|Widerristhöhe:
|53–65 cm
|Gewicht:
|21–30 kg
|Fell:
|dicht, viel UnterwolleFellfarbe bei den verschiedenen Rassen unterschiedlich, u. a. schwarz-weiss, grau, rot, braun, gelb
|Fellpflege:
|geringer Aufwand
|Auslauf:
|braucht viel Beschäftigung und bewegt sich gerne
|Anfängerhund:
|nein
|Bellen:
|bellt viel
|Lebenserwartung:
|12 Jahre
|Typische Krankheiten:
|robuste Rasse, kaum erblich bedingte Krankheiten, gelegentlich Hüftgelenksdysplasie
|FCI-Gruppe:
|5 „Spitze und Hunde vom Urtyp“
|Bewegungsbedarf:
|hoch
|Herkunft:
|Russland