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Seit Beginn der neunziger Jahre wird die Schweizer Wirtschaftspresse von Artikeln dominiert, die der Leserschaft darlegen, weshalb viele sozial unangenehme Entwicklungen ökonomisch leider unausweichlich sind. So sei es unvermeidbar, dass die Schweizer Beschäftigten im Zeitalter der Globalisierung den Gürtel enger schnallen müssten; Wettbewerbsfähigkeit mit China und höhere Löhne schliessen sich aus. Ebenso wenig käme die Schweizer Wirtschaft umhin, zwischen höherer Lohnungleichheit und höherer Arbeitslosigkeit zu wählen; Vollbeschäftigung sei nur mehr zum Preis einer grösseren Lohnspreizung zu haben. Schliesslich hämmern sie uns ein, dass tiefere Steuern für Unternehmen und Topverdiener im globalen Standortwettbewerb unerlässlich seien; eine geringe Steuerbelastung sei Vorraussetzung für die Neuansiedlung von Unternehmen und wirtschaftlichem Wachstum. Diese Thesen sind nicht nur unerfreulich, sie sind zum Glück auch falsch.
In den 60 Beiträgen dieses Dossiers gehen wir diesen und anderen ökonomischen Fragen auf den Grund. Anhand der Daten zeigen wir, dass sich soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Effizienz keinesfalls ausschliessen. Im Gegenteil: Unsere Analysen fördern eine Reihe von sozialen Missständen zutage, für die es keinerlei ökonomische Legitimation gibt. Darunter fällt ebenso die Lohndiskriminierung der Frauen wie die unverhältnismässige Besteuerung des Existenzminimums oder die Explosion der Managergehälter in den letzten fünfzehn Jahren.