Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03517.jsonl.gz/1967

Vor 15 Jahren gab der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit der Verabschiedung der Resolution 1325 zu Frauen, Frieden und Sicherheit ein wichtiges Signal zugunsten der Mitwirkung der Frauen an Friedensprozessen. Die Schweiz hat 2007 als eines der ersten Länder einen Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung dieser Resolution und der Folgeresolutionen verabschiedet. Dieser Plan umfasst alle Aspekte der Friedenspolitik, der humanitären Politik und der Aktivitäten der Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz, einschliesslich der Rekrutierungspolitik der Bundesverwaltung. Die Schweiz ist ausserdem in etwa vierzig Konflikten und fragilen Kontexten, vor allem in Nordafrika und in der Region der Grossen Seen, aktiv. Sie unterstützt dort Projekte zur wirtschaftlichen und politischen Stärkung der Frauen, zum Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt und zur psychosozialen Betreuung der Frauen, die Opfer dieser Gewalt sind.
Zum 15. Jahrestag der Resolution 1325 hat die Schweiz ihr Engagement erneut bekräftigt, indem sie am Mittwoch, 9. September 2015, im Maison de la Paix in Genf eine internationale Konferenz organisierte, mit dem Ziel, die Erfahrungen und Meinungen verschiedener lokaler und internationaler Akteure zu sammeln. Diese Konferenz ist ein Beitrag zur Evaluierung der globalen Umsetzung der Resolution 1325, die im Oktober 2015 am UNO-Hauptsitz in New York stattfinden wird.
In seiner Eröffnungsrede ermutigte Bundesrat Didier Burkhalter die Akteure der internationalen Gemeinschaft, auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten: den Wechsel von bewährten Normen zu bewährten Praktiken. Der EDA-Vorsteher erwähnte einerseits die Fortschritte, welche die internationale Gemeinschaft während der letzten fünfzehn Jahre erzielt hat, betonte andererseits jedoch die Notwendigkeit, weitere Anstrengungen zu unternehmen. Die herrschende Unsicherheit und die schweren Verstösse gegen die Rechte der Frauen sind in zahlreichen Konflikten weiterhin äusserst besorgniserregend. Auch der Einbezug der Frauen in Friedens- und Transitionsprozesse ist weltweit mehr als unzureichend.
Didier Burkhalter bezeichnete die Resolution 1325 in seiner Ansprache als Wendepunkt. Einerseits handelt es sich dabei um den ersten vom Sicherheitsrat verabschiedeten Text, der in Fragen zu Frieden und Sicherheit eine Gender-Perspektive einnimmt. Andererseits betrachtet die Resolution die Frauen nicht einfach als Opfer, sondern als wesentliche Akteurinnen bei Friedens- und Transitionsprozessen.
Das internationale Engagement der Schweiz in Bezug auf die Resolution 1325 umfasst lokale Programme zur psychosozialen Betreuung, zur sozialen und wirtschaftlichen Reintegration und zur juristischen Unterstützung für Opfer sexueller Gewalt, namentlich in der Region der Grossen Seen in Afrika. Die Schweiz unterstützt ausserdem eine Initiative syrischer Frauen für Frieden und Demokratie. Dieses Projekt vereint verschiedene Frauennetzwerke, mit dem Ziel, an den Verhandlungen über eine politische Lösung für die Syrien-Krise beteiligt zu werden. Auch im Friedensprozess in Myanmar wurde den Frauen mehr Gehör verliehen, indem die institutionellen Partner der Schweiz vor Ort Schulungen durchführten.
Weiterführende Informationen
Adresse für Rückfragen:
Information EDA
Bundeshaus West
CH-3003 Bern
Tel.: +41 58 462 31 53
Fax: +41 58 464 90 47
E-Mail: <email-pii>