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| Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)

Einundzwanzigste Unterredung, welche die erste des Abtes Theonas ist, über die Nachsicht in der Quinquagesima.
35. Frage, warum wir zuweilen während des Fastens heftiger von fleischlicher Brunft bedrängt werden.
Germanus: Du hast eine sehr dunkle und gar Vielen, wie wir glauben, unbekannte Frage lichtvoll aufgeklärt. Deßhalb bitten wir, du wollest auch dadurch unsern Fortschritt noch vergrößern, daß du auseinandersetzest, warum zuweilen, selbst wenn wir eifriger fasten und ganz erschöpft und schwach sind, doch heftigere Kämpfe des Leibes entstehen. Denn meistens werden wir, wenn wir nach dem Erwachen bemerken, daß wir eine Befleckung durch das fleischliche Gift erlitten haben, so niedergeschlagen im Gewissen, daß wir nicht einmal zum Gebete vertrauensvoll aufzustehen wagen.