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Paraquat von Syngenta, im Handel "Gramaxone", sei ein hochgiftiges Herbizid und gefährde die Gesundheit. Die "Erklärung von Bern" fordert ein Verbot.
"Gramaxone" wird seit 1962 hergestellt und ist ein sogenanntes nicht selektives Herbizid. Das heisst, es vernichtet jegliche Vegetation. Laut dem Hersteller Syngenta ist es eines der drei weltweit meistgefragten Herbizide und das zweitbest-verkaufte Produkt des Basler Agrochemie-Konzerns. Am Dienstag findet Syngentas jährliche Generalversammlung der Aktionäre statt.
Die "Erklärung von Bern" und andere NGO's stellten in Bern eine neue Untersuchung aus Malaysia vor, die auf die gesundheitlichen Risiken dieses Herbizids aufmerksam macht. Die Studie belege klar, dass "Gramaxone" eine Gefahr für die Gesundheit der Arbeiterinnen und Arbeiter darstellt, die regelmässig das Herbizid versprühen, hiess es.
Die Studie "Poisoned and Silenced - a study of Pesticide Poisoning in the Plantation" analysiert die enge Beziehung zwischen Syngenta und Paraquat. Die Studie nennt folgende gesundheitlichen Folgen: Erkrankung der Lunge, Haut, Augen, Nase, Finger- und Zehennägel. Leute würden "sterben, andere bleiben schwer krank zurück".
Verbot nach drei Jahren
Gesundheits- und Umweltprobleme im Zusammenhang mit Pestiziden gebe es überall, hiess es an der Medienkonferenz in Bern. Die besonderen Bedingungen für den Gebrauch von Pestiziden würden es mit sich bringen, dass es praktisch unmöglich sei, die hochgiftigen Pestizide in den Entwicklungsländern ohne Schaden für die menschliche Gesundheit anzuwenden.
Deshalb verlangt die "Erklärung von Bern", dass der Verkauf von Paraquat in den Entwicklungsländern innerhalb von drei Jahren eingestellt wird. Alternative Methoden zur Unkrautkontrolle würden heute bestehen, sagt die Organisation. Auch sei Paraquat bereits in elf Ländern verboten oder nur noch in beschränktem Umfang zugelassen.
Syngenta weist Vorwürfe zurück
Georg Diriwächter, Sprecher der Division Crop Protection von Syngenta, wies die Kritik und die Forderungen der NGO zurück. Gramoxone sei eines der bestuntersuchten Herbizide und in mehr als 100 Ländern zugelassen.
Zu den Gesundheitsrisiken sagte Syngenta-Sprecher Diriwächter, ganz normale Schutzmassnahmen seien ausreichend. Syngenta wisse, dass das Herbizid vor allem in Entwicklungsländern nicht immer richtig angewendet werde und dass es Missbräuche gebe. Deshalb seien zum Beispiel in Malaysia bereits 1988 Trainingsprogramme angelaufen, die inzwischen von 210'000 Bauern besucht worden seien.
Auf die von den Entwicklungs-Organisationen erwähnten Todesfälle angesprochen, sagte der Sprecher von Syngenta, die Studie über Malaysia spreche häufig verschiedene Produktegruppen an, deren Symptome nichts mit Gramoxone zu tun hätten.
swissinfo und Agenturen