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Für Erwachsene ab 14 Jahren.
GO = hart, fünf, Kraft, Gegenangriff
JU = weich, sanft
RYU = Schulungsmethode, Art
KARA = leer, blank
TE = Hand
Die Herkunft des Karate liegt in Mittelasien, wo Mönche, denen das Waffentragen untersagt war, Techniken zur Selbstverteidigung gegen Wegelagerer und Räuber entwickelten. Mit der Wanderung der Mönche gegen Osten verbreiteten sich diese Kampfkünste dann in China zu unzähligen Stilen des Kung-Fu. Händler brachten diese als China-te (China-Hand) bezeichneten Künste nach Okinawa, wo die ersten grossen Meister ihre Schulen (Dojo) errichteten. Auch Chojun Miyagi war einer dieser Meister. Beeinflußt von südchinesischen Kung-Fu-Stilen entwickelte er das Goju-Ryu-Karate (wörtlich übersetzt: die Schule des Harten und Weichen), das in der Karateschule Ren Shin Kai gelehrt wird. Durch die Schüler von Miyagi-Sensei kam das Goju-Ryu-Karate schliesslich nach Japan. Die Karateschule Ren Shin Kai richtet sich nach Eichi Miyazato, 10. Dan, der das Dojo von Miyagi-Sensei seit dessen Tod als Nachfolger weiterfährt.
Als Kampfkunst hat Karate in erster Linie die Selbstverteidigung zum Inhalt. Dazu enthält es Techniken aller Art, wobei vor allem Schläge mit Hand und Fuss und deren Abwehr betont werden. Das Ziel ist es, sich innert kurzer Zeit und ohne grossen Aufwand eines Angreifers zu entledigen. Daneben dient Karate auch der Gesundheit. Ausdauer, lokale Muskelkondition, Dehnbarkeit, Schnell- und Rohkraft werden gleichmässig gefördert. Das Sportinstitut Köln prüfte schon zum wiederholten Male den Fitnessgrad verschiedener Sportler und der Karateka rangiert hinter dem Kunstturner und dem Tänzer auf dem 3. Platz.
Einer besonderen Beanspruchung unterliegt der Geist des Karatekämpfers. Die komplizierten Bewegungen mit Händen und Füssen fördern die koordinativen Fähigkeiten. Bei Übungen zu zweit sind höchste Konzentration und Aufmerksamkeit ein unabdingbares Erfordernis. Der Karateka ist gezwungen, sich nur mit sich, seinem Gegenüber und dem Karate zu beschäftigen. Er muss Abstand gewinnen von seinem Alltagsgeschäft und seinen Geist leeren, wozu ihm eine kleine meditative Phase zu Beginn des Trainings hilft.
Karate kann auch als Wettkampfsport betrieben werden. An diesen Turnieren misst man sich in den Kategorien Kata und Kumite.
Eine Kata ist ein fest vorgeschriebener Ablauf von Techniken gegen imaginäre Gegner. Mit der Kata werden Technik und Stellungen perfektioniert, Kraft und Dynamik gesteigert. Im Kata-Wettkampf werden diese Kriterien mit Noten bewertet, ähnlich wie bei einer Eiskunstlauf-Kür.
Kumite ist der Kampf zweier Karateka gegeneinander. Traditionelles Karate kennt keinen Kontakt, und alle Schläge müssen 2 - 3 cm vor dem gegnerischen Körper gestoppt werden. Bei "Treffern" werden Punkte erteilt, ganze (ippon), wenn der Schlag technisch perfekt und zum richtigen Zeitpunkt ausgeführt wurde, halbe (wazaari) bei nicht optimalen Techniken.
Turniere simulieren Ernstsituationen und sind ein gutes Training, in dem das Gelernte auch unter Extrembedingungen unter Beweis gestellt werden kann. Auch die Geselligkeit kommt beim Karate nicht zu kurz. Da man durch das Training gezwungen wird, sich mit sich und den anderen intensiv auseinanderzusetzen, lernt man einander besser kennen, und pflegt diese im Training gewonnene Partnerschaft auch in ruhigeren Momenten. Alles in allem. führt das Karate zu einer Fülle von körperlichen und geistigen Erfahrungen. Karate ist eine Persönlichkeitsschule, die den Karateka vieles lernt, was ihn auch in seinem Alltag von höchstem Nutzen ist. Mag da Karatedo - der Weg, den man geht, wenn man Karate trainiert - beim einen den ganzen Lebensweg, beim andern nur einen kurzen Abschnitt davon bestimmen, immer hat es einen grossen Einfluss auf den Übenden.