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Zürich 20. Juni 1870.
Hochgeachteter Herr!
Es gereicht mir zum Vergnügen, Ihnen mitzutheilen, daß das Directorium der C.B. & die Direction der N.O.B. mit dem uns gef. mitgetheilten, in der Beilage zurückfolgenden Beschlussesentwurfe bis auf zwei kleine Modificationen vollkommen einig gehen. Fürs erste wünschen wir nämlich, daß nicht bloß Ein Decret gemeinschaftlich für die C.B. & die N.O.B. erlassen, sondern daß für jede dieser beiden Bahnen ein besonderer Beschluß gefaßt werde. Erläßt man nämlich ein gemeinschaftliches Decret für die zwei Bahnen, so müßte man, um erschöpfend zu sein, | von dem Rückkaufe der C.B. oder der N.O.B. oder auch dieser beiden Bahnen sprechen & es wären in Folge dessen noch weitere Redactionsmodificationen angezeigt, welche die Fassung des Decretes complizirter & deshalb auch unklarer machen dürften. Allem dem wird dadurch in der einfachsten Weise vorgebeugt, daß für jede der beiden Bahnen ein besonderer Beschluß gefaßt wird. Sodann wünschen wir, daß der Eingang des Art. 1 der zwei Decrete folgendermaßen laute: «Falls der Bund auf den 1 Mai 1888 von dem ihm gegenüber der N.O.B. (beziehungsweise C.B. ) zustehenden Rückkaufsrechte Gebrauch macht, gelten» u. s. f. Drückt man sich nämlich aus: «Insofern der Bund auf den 1 Mai 1888 den Rückkauf der N.O.B. erklärt», so könnte die Behauptung versucht werden, es habe der Rückkauf der gan | zen N.O.B. zu erfolgen, um die in Art. 1. a.) & b.) aufgeführten Folgen eintreten zu lassen. Es ist nun aber zu bemerken, daß der Bund einzelne Theile der N.O.B., nämlich die Zürich–Zug–Luzerner- & die Bülach–Regensberger-Bahn zum ersten Male auf 1894 zurück kaufen kann. Die in Vorschlag gebrachte Redaction scheint uns dazu geeignet, diesen Umstande gebührende Rechnung zu tragen & dadurch jeglicher Streitigkeit, welche dießfalls auftauchen könnte, von vornherein zu begegnen. Ich denke, diese beiden von uns vorgeschlagenen bloßen Redactionsveränderungen werden von Ihnen & der bundesräthlichen Gotthardcommission unbedenklich acceptirt werden können.
Die beiden Directionen sehen nunmehr der offiziellen Mittheilung der Beschlussesentwürfe durch den Bundesrath entgegen & wir werden sodann in der letzten Mitwoch verabredeten Weise antworten, daß wir | Bedingung 1. unserer Subventionsbeschlüsse fallen lassen & für den Fall der Annahme der Decretsentwürfe betr. den Rückkauf unserer beiden Bahnen Bedingung 2. als erfüllt betrachten.
Noch lege ich diesen Zeilen
1.) die letzten mit Sybel gewechselten Depeschen in Abschrift
2.) die letzten Mittheilungen aus Italien im Originale
bei. Sie ersehen aus 1.), daß die Unterhandlungen mit der deutschen Finanz trotz meiner Bemühungen nicht recht vorwärts wollen. 2.) betreffend ist mir die Depesche Gonzenbach's ziemlich unverständlich. Darf ich um Rücksendung der Schriftstücke 2.) bitten.
Ich ersuche Sie, mir beim Bundesrathe eingehende Mittheilungen über das Schicksal der [Mony?]'schen Interpellation mit gef. Beförderung zukommen lassen zu wollen.
Mit freundschaftlichen Grüßen
Ihr
Dr A Escher