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Ein Berufungsgericht in Südkorea hat den Kapitän der vor einem Jahr untergegangenen Fähre «Sewol» zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Kapitän Lee Jun Seok sei wegen Mordes verurteilt worden, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap.
Das Berufungsgericht in Kwangju ging damit über das Urteil der ersten Instanz im November hinaus. Damals wurde gegen Lee wegen grober Fahrlässigkeit eine Haftstrafe von 36 Jahren verhängt.
Offiziell kamen 295 Menschen beim Untergang der «Sewol» am 16. April 2014 ums Leben, neun gelten als vermisst. Die meisten Opfer waren Schüler auf einem Ausflug. Das Schiff war überladen.
Proteste zum Jahrestag
Bei Protesten gegen die Regierung kam es in Seoul zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Zehntausende Südkoreaner demonstrierten am Samstag gegen die Art und Weise, wie die Regierung mit der «Sewol»-Fährkatastrophe vor einem Jahr umgeht. Sie forderten eine unabhängige Untersuchung durch eine Sonderkommission sowie konkrete Pläne zur Bergung des Schiffes.