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Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Organisationen teilen sich die Macht über die Formel 1 auf.
- Der Motorsport-Weltverband bestimmt das Reglement der Königsklasse.
- Die Vermarktungsrechte liegen seit 2017 beim US-Konsortium Liberty Media.
Sage und schreibe 23 Grands Prix sieht der Formel-1-Kalender für die Saison 2021 vor. Hinter einem solchen Mammut-Plan steckt ein horrender organisatorischer Aufwand. Im Fall der Formel 1 teilt sich der auf zwei Ebenen auf.
Für den sportlichen Aspekt ist der Automobil-Weltverband FIA zuständig. Die seit 1904 bestehende Fédération Internationale de l’Automobile vergibt den Status als Weltmeisterschaft und legt das Reglement fest.
Demgegenüber steht die Organisation und Vermarktung der Formel 1 als globales Event. Damit machte sich Bernie Ecclestone – einst selbst Rennfahrer und Teambesitzer – einen Namen. Mittlerweile hat er die Rechte an der Königsklasse aber verkauft.
Die FIA – der Dachverband der Formel 1
Der Automobil-Weltverband ist das höchste Organ im internationalen Motorsport. Wenn es mehr als zwei Räder hat und sich schnell bewegt, dann ist die FIA dafür zuständig. Langstrecken-WM, Rallye-WM, Tourenwagen-WM oder eben Formel 1 – alles unter der FIA.
Die Vorgänger-Organisation der FIA wurde 1904 in Paris gegründet. Unter dem Namen «Association Internationale des Automobile Clubs Reconnus» entstand der erste Dachverband für Motorsport-Clubs.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus der AIACR die FIA, die Organisation blieb aber eher amateurhaft. Das führte in den 1970ern zu Spannungen im Umfeld der Formel 1. Auf der einen Seite stand die FOCA, auf der anderen die FISA.
Der FISA-FOCA-Krieg
Die FOCA war die von Bernie Ecclestone gegründete Formula One Constructors Association. Ecclestone hatte die Teams organisiert, um gemeinsam über Grand-Prix-Preisgelder und ähnliches zu verhandeln.
Die FIA befürchtete, dass ihr die Königsklasse des Motorsports entgleiten könnte. Also wurde das bisherige Sport-Gremium CSI in die FISA, die Fédération Internationale du Sport Automobile, umstrukturiert. Deren Kopf war Jean-Marie Balestre.
Unter Ecclestone und Balestre folgte der «FISA-FOCA-Krieg», der zu Boykotten und Rennabsagen führte. Dieser Konflikt endete erst im Januar 1981 mit der Unterzeichnung des ersten Concorde Agreement.
Seither wird in unregelmässigen Abständen neu verhandelt – das Concorde Agreement ist die Verfassung der Formel 1. Es regelt die Preisgeldverteilung, TV-Einnahmen, aber auch die Mitbestimmung der Teams bei den Regeln.
Vor allem sorgte das erste Concorde Agreement aber für eine klare Gewaltenteilung in der Formel 1. Es sprach der Team-Vereinigung unter Ecclestone die Vermarktungsrechte zu. Die sportliche Bestimmungsgewalt verblieb hingegen bei der FIA.
Die Ecclestone-Ära
Bis Ende 2016 hielt Bernie Ecclestone – respektive seine Formula One Group – die kommerziellen Rechte an der Formel 1. Der Grand-Prix-Zampano erschloss neue Austragungsorte, verhandelte TV-Verträge und lockte Hersteller an.
Allerdings sah sich der Brite mehr als einmal Gegenströmungen innerhalb seiner Rennserie ausgesetzt. Die wohl gefährlichste war die Gründung der «Grand Prix World Championship Holding» durch Ferrari, McLaren, Williams und Renault.
Die vier Hersteller lehnten Ende 2007 ein neues Concorde Agreement ab und planten eine eigene Rennserie. Aus der Piraten-Weltmeisterschaft wurde aber nichts – letztlich wurde man sich doch über einen neuen Vertrag einig.
Verkauf an Liberty Media
Ende 2016 beschloss Ecclestone den Verkauf der Formel-1-Rechte an die US-Investmentgruppe Liberty Media. Rund vier Milliarden Franken überwies das US-Konsortium an Ecclestone und seine Mit-Eigentümer.
Nach der Übernahme wurde Chase Carey zum Nachfolger von Ecclestone als Vorsitzender der Formula One Group bestellt. Per Ende 2020 verliess der Carey diese Rolle jedoch wieder. Ex-Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali übernahm mit Jahreswechsel.