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Die Wetterbedingungen haben die Suche nach dem abgestürzten und zunächst fast einen Tag lang vermissten F/A-18-Kampfjet stark erschwert. Das berichteten Verantwortliche der Luftwaffe in Bern an einer Medienkonferenz.
Bis Dienstagmittag sei der Ort im Sustengebiet, an dem der Absturz vermutet worden sei, in Wolken gelegen, sagte Felix Stoffel, Chef des Berufsfliegerkorps und ehemaliger F/A-18-Pilot. Weder im Sichtflug noch mit Infrarotlicht habe deshalb gesucht werden können.
Das Flugzeug, der Schleudersitz und der Pilot selbst waren mit Notsendern ausgestattet. Von diesen Sendern seien lediglich am Montagabend nach dem Verschwinden des Flugzeugs Notsignale empfangen worden, sagte Stoffel. «Das war zu kurz für eine genaue Lokalisation und die Identifikation des Flugzeugs.»
Zum Verstummen der Notsender ergänzte F/A-18 Pilot Pierre Goumoëns, dass diese Sender dazu dienten, nach einem Abschuss des Kampfjets den Piloten zu orten und in Sicherheit zu bringen. «Um einen Aufprall an einer Felswand zu überleben, sind sie nicht gebaut.»
Nach einer Wetterbesserung habe die Absturzstelle bei intensiven Suchflügen lokalisiert werden können, berichtete Stoffel weiter. Er hatte im Helikopter am Nachmittag den Unfallort überflogen. Es handele sich um einen relativ grossen Bergkessel mit Schnee- und Gletscherflächen und steilen Felswänden darüber.
Geschwärzte Fläche
Unterhalb der Krete sei an der Felswand eine geschwärzte Fläche vom Durchmesser einer Lastwagenlänge zu erkennen gewesen. Vor der Krete, aber vor allem dahinter, in Flugrichtung gesehen, habe er auf den Schnee- und Gletscherflächen sehr kleine Trümmerteile ausmachen können.
«Als Kamerad und als Fachmann sind diese Bilder schwer zu verstehen und zu ertragen», sagte Stoffel. Er und Goumoëns drückten der Familie des bis zum frühen Dienstagabend noch nicht gefundenen Piloten ihr Mitgefühl und ihre Betroffenheit aus.
Über das Schicksal des Piloten war am Dienstagnachmittag nichts bekannt, die Suche nach ihm wurde fortgesetzt. Zum Hergang des Unfalls machten die Vertreter der Luftwaffe vor den Medien keine Angaben. Sie verwiesen auf die laufenden Untersuchungen der Militärjustiz.
Armeesprecher Daniel Reist sagte nach Angaben einer Fotografin der Bildagentur Keystone am Nachmittag auf dem Flugplatz Meiringen BE vor Medienvertretern, dass die F/A-18 in der Umgebung des rund 3440 Meter hohen Gipfels Hinter Tierberg abgestürzt und zerschellt sei.
Im Hochgebirge
Das verunglückte Kampfflugzeug war am Montag um 16.01 Uhr in Meiringen BE zu einem Trainingsflug gestartet. Zunächst verlief der Funkverkehr normal, der Pilot meldete sich auf einen ersten Aufruf. Um 16.05 Uhr verlor die Einsatzzentrale dann den Kontakt zum Piloten, der sich auf einen zweiten Aufruf nicht mehr meldete.
Die abgestürzte Maschine war 15 Sekunden nach einer anderen gestartet. Die beiden F/A-18 sollten den Luftkampf gegen einen F-5-Tiger üben. Wegen einer Wolkendecke hatten die Piloten keinen Sichtkontakt und flogen nach Instrumentenflugregeln. (sda)