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Business ist eine ernste Angelegenheit. Es kostet Zeit, Mühe und Energie, Leitbilder zu erstellen, Strategiepläne auszuarbeiten und die Geschäftsergebnisse im Auge zu behalten. Für viele Unternehmen ist es jedoch wichtiger, gemeinsame Ziele zu erreichen, als sich Zeit zu nehmen, sich auf zwischenmenschliche Dynamiken zu konzentrieren. Ein zukunftsweisender Forschungszweig der positiven Psychologie stellt diese Fokussierung auf das Ergebnis anstatt auf die „sozialen“ Elemente der Arbeitsumgebung in Frage.
Trotz der Ernsthaftigkeit der Geschäftswelt ist es für das Gedeihen eines guten Arbeitsumfeldes (und anscheinend auch für das Gedeihen von Beziehungen) ausgesprochen wichtig, auf eine positive Einstellung zu achten.
Positive Kommunikationsmuster erhöhen die Team-Performance
Eine fesselnde, aber häufig unterschätzte Studie von Marcial Losada (1999) beleuchtet die Merkmale effizienter Teams eingehend. In dieser bahnbrechenden Arbeit untersucht er die zwischenmenschliche Dynamik bei 60 Führungskräfteteams. Besonders gefällt mir an dieser Studie die Einfachheit ihres Aufbaus. Eine Gruppe geschulter Beobachter hat die Interaktionen von Gruppenmitgliedern untereinander untersucht, indem einfach die positiven und negativen Aussagen gezählt wurden, die sich im Laufe der Besprechungen ergaben. Eine Aussage wurde als negativ gewertet, wenn sich der Sprecher sarkastisch, zynisch oder anderweitig negativ äusserte. Positive Aussagen waren unterstützend, ermutigend oder anerkennend.
Losada unterteilte die Teams in drei Performanceniveaus (hohe, uneinheitliche und niedrige Performance). Die Ergebnisse zeigten, dass das Verhältnis von positiven zu negativen Aussagen der bei weitem wichtigste Faktor bei der Vorhersage der Performance der Teams war. Bei den Teams mit der besten Performance lag das Verhältnis von positiven zu negativen Aussagen bei 5,6 zu 1. Das bedeutet, dass für jede negative Aussage im Schnitt fünf positive Aussagen getätigt wurden. Im Gegensatz dazu lag das Verhältnis bei den Teams mit der schlechtesten Performance bei 0,36 zu 1. Mit anderen Worten erfolgten in den Teams mit der schlechtesten Performance für jeden positiven Kommentar drei negative Kommentare.
Über statistische Modellierung konnte Losada auch zeigen, dass positive Kommunikationsmuster hohe Performance hervorbringen und nicht umgekehrt (dass also hohe Performance nicht zu positiver Kommunikation führt).
Hoher Positiv-Quotient fördert auch eine gesunde Paar-Beziehung
Als weiteres Zeugnis der Beständigkeit dieser Erkenntnis sollte auch angemerkt werden, dass John Gottman, ein weltbekannter Experte im Bereich der glücklichen Ehe, von einem gleichen Verhältnis zwischen erfolgreichen Eheleuten berichtete. Dieses 5-zu-1-Verhältnis von positiven zu negativen Aussagen zwischen Eheleuten wird als der „Gottman-Index“ bezeichnet und gilt in der Literatur zur Familien- und Paartherapie als weithin anerkannter Indikator für die Gesundheit einer ehelichen Beziehung.
Wie die oben genannten Forschungsergebnisse zeigen, bildet die Dynamik unserer zwischenmenschlichen Beziehungen den Kern des persönlichen Erfolgs sowie des Erfolgs als Team und als Unternehmen. Die Performance einer Organisation steigt Hand in Hand mit der Verbesserung der zwischenmenschlichen Dynamik unserer internen und externen Kommunikation. So kann die Einführung von positiven Aussagen in unsere täglichen Dialoge direkte Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis haben. Daher ist es ebenso viel Zeit, Mühe und Energie wert, ein angemessenes Verhältnis von positiven zu negativen Aussagen einzuhalten wie Zielvorgaben und Strategiepläne zu erstellen.
Quelle
Losada, M. (1999). The Complex Dynamics of High Performance Teams. Mathematical and Computer Modelling 30, 179-192.
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