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Die Staatsanwaltschaft der toskanischen Stadt Grosseto hat für Francesco Schettino, Kapitän des 2012 vor der toskanischen Insel Giglio gesunkenen Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia, 20 Jahre Haft wegen fahrlässiger Tötung gefordert. Dies sagte Staatsanwalt Francesco Verusio, der die Ermittlungen gegen Schettino führt.
Schettino, der erstmals seit Beginn des Prozesses gegen ihn vor eineinhalb Jahren vor Gericht aussagte, rechtfertigte seinerseits die gefährliche Kursänderung des Schiffs. Die Tatsache, dass das Schiff so nahe an die Insel Giglio gefahren sei, habe auch kommerzielle Gründe gehabt.
Zudem habe er damit einem Kellner einen Gefallen tun wollen, der von der Insel stammt. Die Reederei habe er über die Kursänderung nicht informieren müssen. Bei dem Manöver, das als Spektakel für die Passagiere galt, hatte die Costa Concordia vor knapp drei Jahren einen Felsen gerammt. 32 Menschen starben.
Schettino erhob zudem schwere Vorwürfe gegen den indonesischen Steuermann, dem er auf Englisch Befehle gegeben, die dieser offenbar nicht verstanden habe. Der Steuermann und zwei Schiffsoffiziere waren 2013 mit Haftstrafen zwischen einem Jahr und sechs Monaten und einem Jahr und elf Monaten belegt worden.
Schettino erschien im grauen Anzug und mit Sonnenbrille im Teatro Moderno. Der Kapitän wollte bei der live übertragenen Verhandlung aber nicht gefilmt werden. Der 54-Jährige muss sich seit knapp eineinhalb Jahren wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Schettino wird vorgeworfen, das Schiff zu früh verlassen zu haben.
SDA-ATS