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Solothurn: Ein Streifzug durch die Geschichte
Von Salodurum bis Solothurn: Die Römer waren die ersten, welche die Region Solothurn besiedelten. Von diesen Anfängen bis heute hat Solothurn einige Epochen überstanden.
Das Mittelalter war wichtig. Das Stadtbild von heute prägte jedoch die Barockzeit.
Keramikscherben, welche bei Grabungen in der Altstadt gefunden wurden, haben das Alter der Stadt Solothurn verraten. Die antiken Scherben stammen aus den Jahren 15 bis 25 nach Christus. Aventicum war damals der Hauptort der Schweiz.
Die Römerzeit
Beim Bau der Strasse von Aventicum nach Vindonissa und Augusta Raurica fanden die Römer eine enge Stelle am Fluss, bauten dort eine Brücke und gründeten „Salodurum“. Die Bedeutung dieses Namens schwankt zwischen Wogentor, Wellentor und Wassertor. Um 330 nach Christus bauten die Römer eine Festung (Castrum), die bis 1250 das Stadtgebiet definierte. Bis heute findet man eindrückliche Reste dieser Festung.
Das Mittelalter
Vom 6. bis 15. Jahrhundert war Solothurn nebst Lausanne, Basel und Zürich die einzige städtische Siedlung. Diese Epoche war zudem die längste Zeit der Stadtgeschichte. Aus heutiger Sicht fand im 11. Jahrhundert ein regelrechter „G7-Gipfel“ statt. Dies aufgrund der Anwesenheit des ganzen burgundischen Hochadels anlässlich der Krönung zum König von Heinrich III durch seinen Vater, den römisch-deutschen Kaiser Konrad II.
Die Barockzeit
Das barocke Stadtbild, wie wir es heute kennen, ist auf die Zeit zurückzuführen, als die Ambassadoren des französischen Hofes in Solothurn residierten. Prächtige barocke Kirchen wie die St. Ursen-Kathedrale und Repräsentationsbauten entstanden, die bis heute den Reiz der Stadt ausmachen. Die Kulturaffinität der Solothurner könnte ebenfalls aus dieser Epoche stammen.
Die Industrialisierung
Schon im 18. Jahrhundert investierte die Oberschicht der Stadt in gewagte Industrieprojekte. Die Baumwoll-Druckerei Wagner von 1756 und vor allem das Eisenwerk von Roll ab 1810 zählen schweizweit zu den Pionierbetrieben der Industriegeschichte. In der Blütezeit ereignete sich etwas von weltweiter Bedeutung: Die erste kommerzielle Starkstromleitung wurde in Betrieb genommen − von Oekingen in die Schanzmühle. Konzipiert wurde die Leitung von Charles Brown, die originalen Generatoren stehen heute im Deutschen Museum München.
Die 68er − Retraite à Soleure
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war es turbulent in der Schweiz: Mit Frauenwahlrecht, Schulreformen, ausufernden Drogenszenen und dem Kalten Krieg ist viel passiert. Interessanterweise war Solothurn in dieser Zeit ein kultureller und politischer Schmelztiegel. Die Genossenschaft Kreuz wurde zum Beispiel gegründet − die erste genossenschaftlich geführte Beiz. Die Literaturtage, die Filmtage und die GSoA entstanden ebenfalls in dieser Epoche.
Die Gegenwart
Heute ist Solothurn eine lebendige und lebenswerte Kleinstadt mit rund 17’000 Einwohnern und Einwohnerinnen. Das Einzugsgebiet ist nicht zu unterschätzen. Solothurn bildet das Zentrum einer Agglomeration mit rund 65’000 Menschen. Die Dichte an Restaurants, Geschäften und Kulturangeboten ist im Vergleich zu anderen Schweizer Städten ähnlicher Grösse unübertroffen.
Weitere Informationen: www.solothurn-city.ch
Quelle: Tourismus Lifestyle Verlag GmbH
Titelbild: © Solothurn Tourismus, Tino Zurbrügg