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Wenn sich Zellen der Gebärmutterschleimhaut verselbstständigen
Endometriose ist eine der häufigsten gutartigen Erkrankungen der Frau im geschlechtsreifen Alter. Jedes Jahr kommen 50.000 Neuerkrankungen hinzu.
Bei der Endometriose handelt es sich um Zellen der Gebärmutterschleimhaut, die sich anstatt nur in der Gebärmutter auch ausserhalb, zum Beispiel im Bauchraum ansiedeln. Von Endometriose betroffen sein können auch die Eierstöcke, der Halteapparat der Gebärmutter, das Bauchfell, die Blase, der Darm, selten auch die Lunge oder andere Organe.
Auf welchem Wege und warum diese Zellen dorthin gelangen, ist noch nicht endgültig geklärt. Wie in der Gebärmutter auch werden sie vom Hormonhaushalt beeinflusst und verändern sich mit dem weiblichen Zyklus.
Durch ihr Wachstum verursachen Endometriosezellen eine örtliche Entzündung, welche zu zunehmenden Schmerzen im Unterbauch und auch sogenannten Verwachsungen sowie zu ungewollter Kinderlosigkeit führen kann.
Da diese Krankheit trotz ihrer Häufigkeit in der Bevölkerung nicht sehr bekannt ist und als "unklare Beschwerden" oder "starke Menstruationsschmerzen" abgetan wird, vergeht leider oft eine lange Zeit, bis eine Endometriose erkannt wird.
Synonym: Endometriosis, Morbus Breckwoldt
Lokalisation
Nach dem Ort des Vorkommens kann man verschiedene Formen der Endometriose unterscheiden.
1. Endometriosis genitalis interna
Bei der Endometriosis genitalis interna findet man Endometrioseherde innerhalb der Gebärmutter (interna), aber außerhalb der Gebärmutterschleimhaut. Auch die Endometriose des Eileiters wird dazu gerechnet.
1.1. Adenomyosis uteri
Im Rahmen der Endometriosis uteri interna entsteht Drüsengewebe in der Muskulatur der Gebärmutter. Dies wird als Adenomyosis uteri bezeichnet. Es kann wenige Tage vor der Menstruationsblutung aufgrund der Wassereinlagerung (raumfordernder Prozess) in die Endometrioseherde zu einer Dysmenorrhö (Regelschmerzen) kommen. Demzufolge lassen die Schmerzen bei Einsetzen der Regelblutung nach. Ein weiteres Symptom der Endometriosis uteri interna kann eine Menorrhagie darstellen. Hierrunter versteht man eine verlängerte und oft verstärkte Menstruationsblutung. Hintergrund ist, dass die Blutgefäße, die die Gebärmutterschleimhaut versorgen durch den Muskel verlaufen und bei Muskelkontraktion komprimiert werden. Dies ist dann sinnvoll, wenn im Rahmen der Menstruationsblutungen die schleimhautversorgenden Gefäße eröffnet sind. Liegt eine Endometriose oder ein Myom vor, kann die Kontraktion des Muskels an dieser Stelle eingeschränkt sein. Folge ist die fehlende Kompression der Blutgefäße und somit eine verlängerte Regelblutung.
1.2 Endometriosis tubae
2. Endometriosis genitalis externa
Die Endometrioseherde befinden sich innerhalb des Genitalbereichs (genitalis), aber außerhalb der Gebärmutter (externa). So lassen sich nach Lokalisation unterscheiden:
2.1. Ovarialendometriose
Hier befinden sich Herde im Eierstock. Sie "bluten", das Blut kann jedoch nicht aus dem Eierstock entfernt werden. Es sammelt sich an, dickt ein und bildet so einen Hohlraum, der aufgrund des dunklen geronnenen Blutes Teer- oder Schokoladenzyste genannt wird.
2.2. Vaginalendometriose
Die Vaginalendometrioseherde blutet simultan zum Uterus. Daher bleiben sie unbemerkt, es sei denn, die Gebärmutter wird aus irgendwelchen Gründen entfernt. Dann kommt es trotz fehlender Gebärmutter weiterhin zu "Menstruationsblutungen".
2.3. Douglas-Endometriose
Die Bauchfellvertiefung zwischen Gebärmutter und Mastdarm wird als Douglas-Raum bezeichnet. Dort können Endometrioseherde durch Vernarbung zu Adhäsionen (Verwachsungen) von Mastdarm und Gebärmutter führen. Durch die eingeschränkte Bewegungsfreiheit der Gebärmutter hat die Frau Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Dies nennt man eine Dyspareunie. Hintergrund ist, dass der Penis des Mannes im Schnitt länger ist, als die 10 cm lange Vagina. Daher muss sich die Gebärmutter beim Geschlechtsverkehr mitbewegen können, ansonsten kommt es zu Schmerzen.
3. Endometriosis extragenitalis
Quelle: http://flexikon.doccheck.com/de/Endometriose