Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/88981

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, unverzüglich die Verwendung von Quecksilber für Zahnfüllungen zu verbieten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Dentalamalgam ist eine Mischung von Quecksilber und anderen Metallen zur Behandlung von kariesbedingten Zahndefekten. Seit seiner Einführung vor über hundert Jahren werden die gesundheitlichen und umweltrelevanten Aspekte des Quecksilbers in der Wissenschaft und Bevölkerung kontrovers diskutiert. In der Schweiz wurde Dentalamalgam als Füllstoff in Zähnen weitgehend von alternativen Füllmaterialien verdrängt.</p><p>Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) orientiert auf seiner Internetseite über die gesundheitlichen Risiken von Quecksilber. Es hat die Exposition der Bevölkerung durch Quecksilber untersucht und die Resultate im Juni 2007 im Internet veröffentlicht und in einem Factsheet zusammengestellt. Die Belastung durch Quecksilber liegt weit unter den von der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) publizierten Grenzwerten. Nach heutigem Wissensstand können negative Auswirkungen durch Dentalamalgam auf die Gesundheit, insbesondere zentralnervöse Störungen, nicht nachgewiesen werden. Der Bundesrat ist daher der Ansicht, dass sich ein Verbot von Dentalamalgam aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht rechtfertigen lässt.</p><p>Die Vereinten Nationen und die EU unternehmen aus Umweltschutzgründen Anstrengungen zur Verringerung der Belastung der Umwelt durch Quecksilber. Verschiedene Zweige der europäischen Industrie sind bestrebt, den Einsatz von Quecksilber schrittweise zu reduzieren. Im Rahmen der Gemeinschaftsstrategie der EU wird gegenwärtig eine Beschränkung oder ein Verbot von Dentalfüllungen mit Amalgam aus Umweltschutzüberlegungen geprüft. Die Schweiz setzt sich in den zuständigen Gremien der Vereinten Nationen aktiv für eine rechtsverbindliche globale Quecksilberregelung ein. Im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt wird zurzeit eine Studie zur Identifikation der wichtigsten verbleibenden Quecksilberquellen durchgeführt. Nach Vorliegen der Studienergebnisse - voraussichtlich Mitte 2010 - wird der Bundesrat eine Anpassung der Empfehlungen zum Einsatz von Dentalamalgam prüfen. Ein Verbot im jetzigen Zeitpunkt wäre verfrüht. Er lehnt die Motion deshalb ab.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.