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Pisa-Zoagli
04.07.2017 Pisa-Zoagli
Ganz früh am Morgen beginne ich, Pisa zu erkunden. Der schiefe Turm wird jetzt von vorne angeleuchtet. Ich laufe an den Arno-Fluss hinunter, der noch völlig ruhig liegt, so dass sich die Häuser darin spiegeln. Dann besuche ich hintereinander die Piazza Francesco Carrara, die Piazza San Frediano und die prächtige Piazza dei Cavalieri, deren schönster Palast leider im Gegenlicht liegt. Dafür wird der Palazzo del consiglio dei Cavalieri dell'ordine di S. Stefano von der Sonne angeschienen. Ich laufe wieder an den Arno hinunter, über die Ponte die Mezzo, bewundere den Palazzo Pretorio und den Palazzo Gambacorti, der jetzt als Post- und Verwaltungsgebäude dient und die fantastische Chiesa di Santa Maria della Spina, leider noch geschlossen. So laufe ich den Lungarno Pacinotti hinunter, über die Ponte della Cittadelle zur Cittadella e Arsenale Republicano. Hier steht noch ein Stück Stadtmauer, das man sogar über eine etwas verlotterte Treppe besteigen kann. Davor liegt die Piazza Arsenale Marittimo. Ueber den Ponte della Cittadelle laufe ich zurück zum südlichen Stadtteil und stets der Stadtmauer entlang, bis ich zur Piazza Vittorio Emanuele II gelange. Hier beginnt die Fussgängerzone und Shoppingstrasse Corso Italia. Ich aber laufe weiterhin der ehemaligen Stadtmauer entlang zur Fortezza und dem dahinterliegenden Giardino Scotto. Die Chiesa di San Martino ist schon offen. Es ist eine Basilika nach römischem Vorbild. Ueber die Piazza Garibaldi und die Piazza delle Vettovaglie, auf der gerade ein Markt stattfindet, laufe ich zu den Thermen von Nero (Terme di Nerone), wo noch ein paar Ueberreste der römischen Thermen vorhanden sind und ein Team von Archäologen gerade mit Ausgrabungen beschäftigt ist. Nun laufe ich zurück zur Piazza die Miracoli. Rasch gehe ich im China-Import-Geschäft vorbei, doch sie haben keine Reisebesteckgarnitur. So kehre ich zurück und besuche die Kathedrale. Die Kanzel ist riesig und mit schönen Säulen abgestützt. Eine uralte Ikone zeigt die Madonna di sotto gli Organi. In einem Seitenaltar liegen in einem gläsernen Sarg die Ueberreste von San Ranieri. Noch vor dem Check-Out um 10:30 Uhr bin ich wieder im Hostel und hole meine Sachen. Dann fahre ich los. Den Weg aus Pisa hinaus finde ich problemlos. Bei der Zona archeologica Luni in Ortonovo halte ich, esse mein Mittagessen aus dem Supermarkt und besichtige die kläglichen Ueberreste der einstigen Römerstadt. Viel ist nicht mehr vorhanden. Einiges wurde in die drei Museen vor Ort gesteckt, doch leider ist nur eines davon offen. Der Rest vergammelt. Auch das Amphitheater ist nicht offen. Schade. Immerhin darf ich kurz im Pavillon mit den geretteten Fresken vorbeischauen. Davor hat es ein paar Mosaike. Die Anlage besteht aus Ueberresten von Tavernae, des Forums, des Domus degli affresci, des Dianatempels, der Thermen und mittelalterlichen Strukturen, des Capitolio and Triportico, des grossen Tempels und der zivilen Basilika. Im einen offenen Museum ist vor allem interessant zu sehen, dass die Ziegel mit aufgesetzten Verzierungen versehen wurden. Auch ein Akroterium (Giebelschmuck) wurde gefunden. Ich fahre nun weiter. Da ich nicht auf die Autobahn darf und auch nicht will, fahre ich alles auf dem Lungomare. Ueberall ist 30er oder 50er Beschränkung und im Gegensatz zu Sardinien sind die Blitzautomaten hier keine leere Drohung. Sie sind so klein, dass sie fast nicht zu erkennen sind, oft oben an einem Lichtmast befestigt. Um 15 Uhr komme ich in La Spezia an, da machen die Tankstellen wieder auf und ich kann nachtanken. Ich fahre auf der Küstenstrasse. Von oben habe ich einen herrlichen Ueberblick über La Spezia. Bei der Weiterfahrt komme ich an den hübschen Dörfchen Riomaggiore und Corniglia vorbei. Levanto ist bereits wieder eine grössere Stadt. Ueber Deiva-Marina erreiche ich über lange, einspurige Tunnels (vor denen ich jeweils lange warten muss, bis das Signal grün wird), Moneglia und schliesslich Sestri Levante. Beim Herausfahren aus Sestri Levante hat es kilometerlange Staus, die ich überhole. Bei Lavagna allerdings werde ich von einem Drängler überrascht, der sich von rechts her quer durch die Kolonne drängeln will. Ich hupe, aber der Drängler gibt noch Gas. So stossen wir fast zusammen, der Drängler streift noch mein Gepäck. Ueber Chiavari erreiche ich Zoagli, wo ich im Hotel Zoagli herzlich begrüsst werde. Das Hotel ist gleich gegenüber des Bahnhofs. Ich laufe ins Dorf hinein – dieses wird von einem riesigen Eisenbahnviadukt dominiert, der das Dorf quer durchschneidet. Auf dem Fussgänger-Lungomare laufe ich um die Felsen herum und wieder zurück, dann leiste ich mir wegen guter Zuckerwerte heute eine Pizza zum Abendessen.