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Rita Gautschy
Sonnenfinsternisse und ihre chronologische Bedeutung
Die historische Chronologie basiert auf einem engen Zusammenspiel zwischen theoretischer Astronomie und historischen Begebenheiten. Der Nutzen der Astronomie für die Chronologie besteht darin, astronomische Erscheinungen rechnerisch absolut zu fixieren, von denen in historischen Quellen die Rede ist. Wegen ihres seltenen Vorkommens an einem bestimmten Ort auf der Erde, haben Sonnenfinsternisse das grösste Potential, ein historisches Ereignis auf den Tag genau datieren zu können, wenn eine totale oder beträchtliche Bedeckung der Sonne durch den Mond schriftlich überliefert ist.
Der elektronische Kanon der Sonnenfinsternisse enthält Karten aller Sonnenfinsternisse, die im Zeitraum zwischen 2501 v. Chr. und 1000 n. Chr. im geographischen Bereich zwischen (20°N, 5°O), (20°N, 50°O), (50°N, 5°O) und (50°N, 50°O) potenziell auffällig waren und somit für eine Identifikation von Finsternisberichten aus diesem geographischen Bereich in Frage kommen, auch wenn die Sonnenfinsternis nicht vorhergesagt wurde. Ist eine Sonnenfinsternis schriftlich belegt, so ist der entsprechende Quellentext über den Sonnenfinsterniskanon direkt zugänglich.
Den link zum Kanon der Sonnenfinsternisse von 2501 v. Chr. bis 1000 n. Chr. finden Sie hier.