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Poker hat in den letzten Jahren, genauer seit Ende des letzten Jahrhunderts, einen Boom erfahren, vor allem dank dem Aufkommen des Online-Pokers, dank den TV-Übertragungen - und nicht zuletzt deshalb, weil die Meinung, Poker sei ein reines Glücksspiel, nach und nach beerdigt wird und die gesellschaftliche Akzeptanz des Spiels zunimmt. Pokerprofi Alex Lauzon (Jahrgang 1957) war dies schon länger bekannt, andernfalls hätte er sich seinen Lebensunterhalt mit Poker nicht über Jahre erspielen können. In seinem Pokerbuch "Hold'em Poker! Geld verdienen mit dem spannendsten Kartenspiel der Welt" legt er dar, wieso ein guter Spieler einen Vorteil hat - und langfristig, aufgrund den Gesetzen der Wahrscheinlichkeitsrechnung und psychologischer Analyse der Gegner, auch zum erfolgreichen, zum Winning Player wird.
Das Buch gliedert sich in vier Teile: In einer "Allgemeinen Einführung" werden Wert der verschiedenen Karten-Kombinationen sowie die Regeln von Texas Hold’em erläutert. Es folgen die Bezeichnungen der verschiedenen Position am Tisch sowie das Erläutern der Wichtigkeit der Position am Tisch. Schliesslich folgen Ausführungen zur Spielbarkeit von Anfangskarten (Richtlinien zum Mitgehen und Erhöhen) sowie zur Spielweise an Turn und River.
Der mentale Faktor
Im folgenden Kapitel werden fortgeschrittene Konzepte erläutert, beispielsweise der so genannte Semibluffs. Ausserdem äussert sich Lauzon unter anderem zur Dynamik des Tisches, der Spielweise der Gegner - und über die häufigsten Fehler. Man unterschätzt ihn gern, aber gerade der mentale Faktor spielt beim Poker eine weit grössere Rolle, als es manches Pokerface glauben möchte.
Es folgt nun ein Kapitel zu No Limit Hold’em, darin finden sich auch Ausführungen dazu, wie man in den verschiedenen Phasen von Turnieren spielen sollte. Das letzte Kapitel schliesslich ist dem Internet gewidmet. Sehr unterhaltsam liest sich das Unterkapitel zur "World Series of Poker" (WSOP), wo Lauzon unter anderem die wichtigsten gespielten Hände des Hauptevents von 2005 nacherzählt.
Verdeutschte Jargon-Ausdrücke
Sehr hilfreich sind - gerade für Poker-Frischlinge - Tabellen, Links, Literaturverweise und ein ausführliches Glossar mit der Erklärung englischer Begriffe. Was ausserdem ins Auge sticht, sind die verdeutschten Ausdrücke aus dem Poker-Jargon. Lauzon etwa spricht nicht von einem "Gutshot-Draw", sondern von einem "Bauchschuss". Die Zukunft wird zeigen, ob die deutschen Ausdrücke von der (deutschsprachigen) Poker-Gemeinde angenommen werden - oder ob sie weiterhin die englischen favorisiert.
Fazit: Gerade als Anfänger lohnt sich die Lektüre des Buches, da man einiges lernen kann und nicht mit trockenster Theorie gefüttert wird. Im Übrigen hat der Pokerprofi Alex Lauzon auch ein gutes Händchen, wenn es ums Schreiben geht. Sein Schreibstil ist flüssig und der Anschaulichkeit verpflichtet. Davon überzeugen kann man sich übrigens auch auf folgender Internetseite: pokerakademie.com (inaktiv). Hier gibt Lauzon einige interessante und kurzweilige Poker-Analysen und -Geschichten zum Besten.