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Wegen eines Beitrags von mir, in dem ich schrieb, ich sei bettelarm, entstand eine Armutsdiskussion. Was ist eigentlich Armut? Wieso denke ich, ich sei arm? Wieso sind andere arm?
Reichtum kann man in verschiedenen Bereichen entwickeln. Reichtum muss also nichts mit Geld oder Punkten zu tun haben. Doch die Konsequenz ist, dass umso reicher man ist, desto mehr Geld und Punkte für den Reichtum geboten wird. Zum Beispiel, indem die Menschen sich freuen. Wird eine gute oder top Leistung nicht belohnt, ist man ärmer, als einer der diese Leistung nicht geboten hat (und auch nicht belohnt wurde). Das heisst, eine nicht belohnte gute Leistung produziert ein Defizit. Deshalb wollen viele Menschen fälschlicher Weise nicht komplett auf böses verzichten. Wird eine schlechte Leistung belohnt, ist man motiviert, weiterhin schlechte Leistung zu erzielen. Der Belohnte hat nichts verdient. Wird eine böse Leistung belohnt, schadet der Belohner sich auf Dauer selbst. Derjenige, der für böse oder schlechte Leistung belohnt wird, leidet unbewusst dafür. Denn ganz tief im innern, weiss der Belohnte, dass er etwas Böses getan hat. Dieses Wissen, dass man selbst Böses getan und gewollt hat, ist gleichzeitig die Erlaubnis und der Wunsch sich schlecht zu fühlen und weiterhin Böses zu tun.
Ob man arm ist, entscheidet sich daran, was man bekommt. Nicht an dem, was man verdient. Verdient hat jeder Mensch den Frieden, Freude und Gerechtigkeit. Aber der Mensch hat sich all dies nicht aufgrund irgendwelchen Leistungen verdient. Es ist eine Art Kredit von Gott. Gott geht es darum, dass der Mensch lernt nichts Böses zu tun. Und Gott wünscht sich dies ohne jeglichen Druck oder Zwang auszuüben. Es geht darum, die Welt zu verstehen, wie sie funktioniert.
Verdient hat man sich viel. Aber man bekommt im Vergleich viel weniger. Leistet ein Mensch nun viel, aber bekommt wenig, ist er arm. Die Frage wie arm man ist, liegt daran, wieviel Nutzen man gibt und wieviel man dafür bekommt. Ist man selbst nicht nützlich, macht es auch keinen Sinn etwas zu bekommen. Arm kann man also nur sein, wenn man weniger bekommt als es nützt. Tut man ständig Dinge die nicht nützen, fehlt Wissen beziehungsweise Liebe, aber man ist nicht arm. Denn dann haben die eigenen Handlungen null Nutzen und man sollte dafür auch nichts bekommen.
Geld, Überleben oder Weisheit
Bettler betteln normalerweise nach Geld. Den Bettler geht es aber ums Überleben. Bettler denken, dass sie ohne Geld sterben würden. Man könnte sagen, dass Bettler von Gott erpresst werden. Gott hat den Hunger und den Tod geschaffen. Die Bettler sterben gewissermassen wegen Gott. Die Bettler geben aber meist nicht Gott die Schuld. Wichtig für den Bettler wäre, zu erkennen, dass es um viel mehr als Geld und das Überleben geht. Gott hat den Hunger und den Tod nicht geschaffen, um die Menschen zu foltern. Und Geld ist nur ein Punktesystem. Anstatt nach Geld zu betteln, könnte ein Bettler einfach von eins auf unendlich zählen. Geld zu bekommen, bringt nichts Neues (es erhöht einfach eine Zahl). Deshalb verteilt Gott auch kein Geld. Gott verteilt aber gerne Weisheit.
2.Chronik 1,7-12 – In derselben Nacht aber erschien Gott dem Salomo und sprach zu ihm: Bitte, was ich dir geben soll. … Salomo: So gib mir nun Weisheit und Erkenntnis, … Da sprach Gott zu Salomo: Weil du dies im Sinn hast und nicht gebeten um Reichtum noch um Gut noch um Ehre noch um deiner Feinde Tod noch um langes Leben, sondern hast um Weisheit und Erkenntnis gebeten, mein Volk zu richten, über das ich dich zum König gemacht habe, so sei dir Weisheit und Erkenntnis gegeben. Dazu will ich dir Reichtum, Gut und Ehre geben, wie sie die Könige vor dir nicht gehabt haben und auch die nach dir nicht haben werden.
Der Wunsch von Salomo waren keine materiellen Punktesysteme: Nicht Reichtum(viele Punkte geschenkt), Gut(Besitz-Punkte) noch Ehre(Punkte bei Mitmenschen), noch der Feinde Tod(am meisten Punkte, da Sieg), noch ein langes Leben(möglichst lange Punkte sammeln).
Der Wunsch Salomo’s war Weisheit und Erkenntnis. Es ging Salomo darum, die Menschen und die Welt zu verstehen. Es ging Salomo weder darum, den Menschen zu schaden noch besser als sie zu sein, sondern eine Hilfe zu sein. Anderen zu schaden oder besser zu sein, bedeutet mehr Punkte zu sammeln. Eine Hilfe zu sein, bedeutet den Menschen zu dienen. Es ging Salomo darum, zu tun, was sein Volk will.
Hast du schon einmal einen Bettler getroffen, der dir sagte: “Ich hör dir zu, ich möchte dir und allen Menschen eine Hilfe sein. Ich kann gut Toiletten reinigen, lass mich dich durch Taten überzeugen, schliesslich bist du Chef in einer Reinigungsfirma.” – Bettler haben das Problem, dass sie sehr ungenau und unpassend sind. Sie fragen dich nur nach Geld. Wenn das nicht funktioniert, fragen sie dich, ob sie deine Putzfrau sein kann (und natürlich bist du zufälligerweise nicht Reinigungs-Spezialist). Jeder Mensch ist einzigartig. Das heisst, der Bettler sollte sich selbst und andere kennenlernen.
Ich schrieb, ich seit bettelarm. Das hat damit zu tun, dass ich einerseits mich als Versager fühle. Andererseits, dass ich nicht alles machen kann, was ich will, da mir natürlich auch Geld fehlt. Es scheint übrigens ein dauerhaftes Problem zu sein. Denn selbst reiche Menschen haben oft zu wenig Geld. Beziehungsweise müssen sie das Geld, das sie ausgeben, irgendwie wieder hereinholen. So gesehen sind gewisser reiche Menschen, wie arme Menschen. Ihnen geht es um Punktesysteme anstatt um genaueres Verständnis. So war es auch bei mir. Ich muss gewisse Dinge bezahlen und halte andere Dinge für sinnvoll.
Doch am Ende geht es darum, einen Weg zu finden, auf dem man selbst nicht süchtig wird. Einfach Geld zu bekommen, würde das Suchtverhalten erhöhen und wäre deshalb schlecht. Das heisst, da es armen Menschen um Dinge, wie das Überleben und Geld geht, bekommen sie, was Gott ihnen nicht geben will. Und das ist sehr schlecht (Gott gibt diesen armen Menschen dann das Überleben oder Geld). Gott war froh, dass Salomo um Weisheit bat. Salomo ging es darum, zu verstehen, wie Menschen sind. Es ging ihm darum, eine Hilfe zu sein. Es ging ihm nicht darum, was er selbst bekommt. Weisheit ist nicht direkt nützlich, sondern braucht eine gewisse Reife-Zeit.
Gott ist bereit jedem Weisheit zu geben. Geld gibt Gott nicht (nur indirekt über Weisheit).
Jakobus 1,5 – Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern und ohne Vorwurf gibt; so wird sie ihm gegeben werden.