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Port-au-Prince - Haiti bereitet sich auf schwere Unwetter vor: Die Behörden begannen, tausende Bewohner der nach dem schweren Erdbeben im Januar errichteten Notlager in Sicherheit zu bringen.
Eine Evakuierung der Lager im Zentrum der Hauptstadt Port-au-Prince werde vorbereitet, kündigte der Zivilschutz am Sonntagabend (Ortszeit) an. Demnach drohen in den Camps Erdrutsche und Überschwemmungen.
Die Behörden des Landes rechnen mit schweren Regenfällen in den kommenden beiden Tagen. Die Meteorologen des Nationalen Wetterdienstes befürchten zudem, dass der Wirbelsturm "Igor" über dem Atlantik weiter an Stärke gewinnt und Kurs auf Haiti nimmt.
Der Zivilschutz erliess für das gesamte Land die zweithöchste Alarmstufe wegen drohender Überschwemmungen. Besonders gefährdet sind nach Angaben von Zivilschutz-Vertreterin Nadia Lochard die seit acht Monaten in den Notunterkünften von Port-au-Prince lebenden Menschen.
Bei dem verheerenden Erdbeben am 12. Januar kamen 250'000 Menschen ums Leben, 1,3 Millionen Bewohner des verarmten Karibikstaates wurden obdachlos. Rund 125'000 wurden damals in Notlagern untergebracht - die meisten leben noch heute dort. Sie haben inzwischen keine Hoffnung mehr, dass sich ihre Lage in nächster Zeit bessern wird.
Wachsende VerzweiflungDie Menschen im Lager "Solidarität", das auf den Trümmern des gleichnamigen Viertels der Hauptstadt entstanden ist, sowie im Camp "Champ de Mars" unweit des zerstörten Präsidentenpalasts sind verzweifelt.
Vor dem Erdbeben konnten sie mit ihren Löhnen als Maurer, Schreiner oder Kaufmann ihre Familien ernähren - jetzt wissen sie nicht einmal, wann sie wieder ein vernünftiges Dach über dem Kopf haben werden.
Einige hoffen, eines Tages in die benachbarte Dominikanische Republik auswandern zu können. Andere warten in ihrer Verzweiflung nur noch auf die wöchentlichen Lebensmittelhilfen der Nichtregierungsorganisationen.
Diese aber sind von der anhaltenden Not so überfordert, dass sie sich nur mit Mühe um die von ihnen errichteten eigenen Lager kümmern können. Die Menschen in wild errichteten Camps sind grossteils sich selbst überlassen.
SDA-ATS