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In einem dreieinhalbstündigen Fight unterliegt Stan Wawrinka im Wimbledon-Viertelfinal Richard Gasquet in fünf Sätzen. Der Romand nimmt die Niederlage zwar mit Fassung, kann seine Enttäuschung nach der Partie aber nicht ganz verbergen.
Eine weit ins Aus segelnde Rückhand Wawrinkas beendete um 20 Uhr nach knapp dreieinhalb Stunden Spielzeit die Partie gegen Gasquet (ATP 20), die im fünften Satz hochklassiges Tennis, und als einziger der Viertelfinals Spannung und Spektakel geboten hatte. 4:6, 6:4, 6:3, 4:6 und 9:11 lautete am Ende das Verdikt aus Wawrinkas Sicht.
«Ich war nicht auf dem Niveau, auf dem ich gerne gewesen wäre», analyisierte der French-Open-Champion nach der Partie. «Ich zeigte nicht mein bestes Tennis, vor allem nicht mit der Rückhand. Wenn man weiss, wie man Grand Slams gewinnt, will man natürlich mehr. Aber Richard hat den Sieg verdient.»
Bereits beim Stand von 3:5 im fünften Satz war Wawrinka nur zwei Punkte vor dem Ausscheiden entfernt gewesen, ehe sich der French-Open-Sieger mit dem Rebreak noch einmal ins Spiel zurückzukämpfen vermochte.
Die ersten zwei Matchbälle wehrte Wawrinka beim Stand von 9:10 noch ab, nachdem er kurz zuvor selbst eine Breakchance vergeben hatte. Ein starker Return Gasquets sicherte diesem aber letztlich den zweiten Halbfinal-Einzug in Wimbledon nach 2007 doch noch.
«Es war ein grosser Kampf. So zu verlieren, ist bitter», sagte Wawrinka, der insgesamt 73 Winner schlug. Mit dem Niveau seines Spiels im fünften Satz zeigte sich Wawrinka zufrieden. «Davor war es ein Auf und Ab gewesen.»
Dank dem Erfolg gegen Wawrinka gelang Gasquet endlich wieder einmal ein grosser Sieg. Zuletzt hatten er und seine französischen Kollegen gerade gegen Wawrinka und Federer immer wieder bittere Niederlagen erlitten – so im letzten November am Davis-Cup-Final in Lille oder auch am French Open in Paris.
Auch deshalb hatte die französischen Sportzeitung «L'Equipe» den Viertelfinal-Tag der Männer als «Stunde der Revanche» angepriesen. Gasquet gelang es auf dem Court Nr. 1. im All England Lawn Tennis and Croquet Club, diese Negativserie zu durchbrechen. «Das ist ein unglaublicher Sieg für mich. Ich wollte unbedingt gewinnen, und habe gekämpft und gekämpft», freute sich der 29-jährige Franzose, dem gegen Novak Djokovic im Halbfinal aber kaum Chancen zu eingeräumt werden. (pre/si)