Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03372.jsonl.gz/878

Manchmal muss ich mich selbst an der Nase nehmen. Im Laufe meiner langjährigen Tätigkeit im Bildungswesen habe ich viele didaktische Überlegungen entwickelt und übernommen und „einfach“ deshalb für richtig gehalten, weil sie meinen Überlegungen und scheinbar meinen Erfahrungen entsprachen. Studien zeigen nun, dass ich teilweise richtig lag aber teilweise der Lernerfolg nicht mit meinem Engagement in bestimmten Bereichen korrelierte.
John Hattie, ein neuseeländischer Bildungsforscher, hat in einer Studie mit mehr als 800 Metaanalysen, die mehr als 50‘000 Einzeluntersuchungen mit 250 Millionen Schülern, untersucht, was guten Unterricht ausmacht. Er hat insgesamt 136 Einflussgrössen untersucht und bewertet. Die wichtigsten zusammmengefasst ergibt folgende Aufzählung und Einstufung:
Was schadet:
Was nicht schadet, aber auch nicht hilft:
Was nur wenigen hilft:
Was mehr hilft:
Was richtig hilft:
Es ist also Zeit, dass wir nicht mehr vor allem über "kooperatives Lernen", "selbstorganisiertes Lernen", "lernen durch lehren" diskutieren und dieses fördern, sondern dass wir uns auf das konzentrieren, was den Lernerfolg in besonderem Mass begünstigt. Zudem werden wir bei der nächsten Diskussion über kleinere Klassen und mehr Mittel für digitale Hilfsmittel darauf besinnen, dass diese kaum zum Lernerfolg beitragen.