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Kurse
Alle Menschen sind fähig, nach der Erstsprache weitere Sprachen zu lernen. Die Erwerbsverläufe sind jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Es gibt Menschen, die lange Zeit nichts sagen, andere drücken sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln aus.
Beim Zweitspracherwerb produzieren alle in den ersten Jahren viele zum Teil unterschiedliche Fehler. Diese treten auf, weil jeder Mensch natürliche Spracherwerbsmechanismen einsetzt, die zu Fehlern führen, obwohl der Input eigentlich fehlerfrei ist. Das Besondere an diesen Fehlern ist, dass sie von der sprechenden Person gar nicht erkannt werden und dass viele dieser Fehler sich festigen, das heisst sie fossilieren.
Solche fossilierten Fehler fallen besonders bei anderssprachigen Menschen auf. Mehrsprachige Kinder sagen zum Beispiel «Darf ich in die Toilette gehen?», obschon die Lehrperson diesen Fehler schon hundertmal korrigiert hat. Formabweichungen treten aber auch bei Deutschsprachigen auf, zum Beispiel wenn keine männlichen Akkusativformen benützt werden, z.B. «für mein Schatz».
Im Modul wird einerseits aufgezeigt, welche Mechanismen den Zweitspracherwerb steuern und wie diese Mechanismen didaktisch für eine optimale Förderung genutzt werden können. Andererseits wird beschrieben, wie die Arbeit mit reproduktiv gesprochenen Texten Fossilierungen beheben kann.
Leitfragen
- Welches sind die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Erst- und Zweitspracherwerb?
- Welche Strategien setzen Lernende ein?
- Wie kann der Zweitspracherwerb didaktisch effektiv gesteuert werden?
- Wie können Fossilierungen vermieden bzw. behoben werden?
Videos und Dokumente für die eigenständige Bearbeitung im individuellen Tempo
Kindergarten, Primarschule, Sekundarschule
Institut für interkulturelle Kommunikation: Claudio Nodari