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Autor: Anton Jungo
Freiburg Fritz Goetschi gehörte noch zur Generation von Oberamtmännern, die nicht vom Volk gewählt, sondern vom Staatsrat ernannt wurden. Am 10. März 1970 ernannte ihn der Staatsrat als Nachfolger von Fritz Herren zum Oberamtmann des Seebezirks. Er trat sein Amt am 1. Juni 1970 an.
Er hielt das Amt bis Ende 1996 inne. Sein Mandat wurde jeweils stillschweigend erneuert, und als ab den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts die Oberamtmänner vom Volk gewählt wurden, wurde er jeweils in stiller Wahl bestätigt. Am Ende seiner langen Amtszeit äusserte er die Überzeugung, dass das Oberamt der interessanteste Posten gewesen sei, den der Staatsrat zu vergeben hatte.
Fritz Goetschi hat sein Amt nicht einfach als eine Verwaltungstätigkeit verstanden. Er versuchte die Entwicklung seines Bezirks mitzugestalten. Während der Dauer seiner Amtszeit wuchs die Bevölkerung um rund einen Viertel auf 25 000 Einwohner an. Er förderte die Zusammenarbeit unter den Gemeinden beim Bau von Alters- und Pflegeheimen, aber auch bei Fusionsprojekten. Zählte der Bezirk zu Beginn seiner Amtszeit 43 Gemeinden, so waren es bei seinem Rücktritt noch 34. Nach seinem Rücktritt koordinierte er die Herausgabe des Seebezirk-Buches «Der Seebezirk – Le district du Lac», das im Jahr 2000 erschien.
Fritz Goetschi wurde am 15. Mai 1932 in Murten geboren. Nach der Matura am Kollegium St. Michael in Freiburg studierte er an den Universitäten Bern und Freiburg. Er schloss das Studium in Freiburg mit dem Lizenziat in Rechtswissenschaften ab.
Ab 1956 war er zuerst Gerichtsschreiber-Adjunkt am Gericht des Seebezirks und später Substitut des Staatsanwaltes in Freiburg. 1967 machte er das Staatsexamen zum Anwalt und wurde auf den 1. Mai 1968 zum Gerichtspräsidenten des Seebezirks gewählt.
Fritz Goetschi war verheiratet und Vater von drei Kindern.