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Der Begriff «Manille» soll seine Wurzeln im Spanischen, Portugiesischen oder Lateinischen haben. In allen Sprachräumen nimmt der jeweils verwandte Begriff Bezug auf tragbaren Schmuck. 1505 wurden die Armreifen, welche das Handgelenk nicht ganz umschliessen, im afrikanischen Königreich Calabar zum ersten Mal als Zahlungsmittel eingesetzt.
Manillen wurden in Afrika aber auch in anderen gesellschaftlichen Kontexten verwendet. Beispielsweise zum Bezahlen des Brautpreises, im Rahmen von Beerdigungen oder als Ausdruck des Wohlstands. Material, Form und Wert der Reifen unterschieden sich von Region zu Region. Alleine in Nigeria kannte man fünf verschiedene Manillen-Typen.
Als Zahlungsmittel kamen die Armreifen vor allem beim internationalen Handel zum Einsatz, weshalb sie auch ausserhalb Afrikas hergestellt wurden. Besonders für den Sklavenhandel spielten Manillen eine zentrale Rolle. Ein europäisches Handelsschiff brachte beispielsweise Waren und Manillen nach Afrika und erhielt im Gegenzug Sklaven, die wiederum nach Amerika verschifft wurden. Um 1500 kostete ein Sklave zwischen 8 und 14 Manillen.
Durch die Flut an Manillen, die über den Schiffsweg nach Afrika gelangten, verlor das Zahlungsmittel an Kaufkraft. Alleine die Portugiesen führten zwischen 1504 und 1507 knapp 300’000 Armreifen ein. Aufgrund der Inflation kostete ein Sklave 50 Manillen und mehr.
Die britische Vorherrschaft in Westafrika führte während des 19. und 20. Jahrhunderts zur Verdrängung des Zahlungsmittels. Um den Manillen ganz den Garaus zu machen, starteten die Briten 1949 die «Operation Manilla». Die Währung war fortan nicht mehr als Zahlungsmittel zugelassen und konnte während sechs Monaten in Britische Pfund umgetauscht werden.