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Die beiden Gemeinden hatten den Schliessungsentscheid der Post nicht akzeptiert und die eidgenössische Postkommission PostCom eingeschaltet. Dort fanden sie aber kein Gehör: Am Donnerstag gab die Regulierungsbehörde in einer Mitteilung bekannt, dass sie zu beiden Schliessungen “eine zustimmende Empfehlung” ausspreche.
Die Kommission habe geprüft, ob die betroffenen Gemeinden angehört wurden, ob nach einer einvernehmlichen Lösung gesucht worden sei und ob der Entscheid die regionalen Gegebenheiten berücksichtigte. Das Fazit: “Die PostCom gelangte zur Beurteilung, dass die Post die Gemeinden in genügender Weise angehört und mit ihnen eine einvernehmliche Lösung gesucht hat”, heisst es in der Mitteilung.
Zumutbare Reisezeiten
Bei der Überprüfung sei ins Gewicht gefallen, dass die Post jeweils eine Agentur in einem Volg-Laden eröffnen wolle. Ein grosser Teil
der Dienstleistungen bleibe damit den Gemeinden dauerhaft erhalten.
Die PostCom erachte die Reisezeiten zu den umliegenden Poststellen als zumutbar, gehe aber davon aus, dass in dieser Region die Poststelle Müllheim dauerhaft betrieben werde.
Gemäss der Postverordnung müsse das Angebot so angelegt sein, dass 90 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung zu Fuss oder mit dem öffentlichen Verkehrsmitteln eine Poststelle oder Postagentur innerhalb von 20 Minuten erreichen könne, informierte die PostCom.
“Postalisches Ödland”
Wegen der Schliessungen von Poststellen war neben den beiden Gemeinden auch der Kanton Thurgau aktiv geworden. Der Leiter des Amtes für Öffentlichen Verkehr und Tourismus hatte im November von einem “Kahlschlag” gesprochen und den Gemeinden empfohlen, sich zu wehren. Seit 2001 seien im Thurgau 92 der 132 Poststellen geschlossen worden. Ganze Regionen verkämen so “zu postalischem Ödland.”
(SDA)