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Vorschau – Adventskonzert 2016
Johann Hermann Schein – Komponist des Frühbarock
1586 -1630
Johann Schein wurde als fünftes Kind eines Pfarrers im sächsischen Erzgebirge geboren. Nach dem Tod seines Vaters 1593 ging die Familie nach Dresden. Im Alter von 13 Jahren wurde Schein als Kantoreiknabe in die Hofkapelle aufgenommen, wo er eine umfassende musikalische Grundausbildung erhielt. Die kurfürstliche Landesschule Pforta, die er ab 1603 besuchte, vermittelte ihm eine humanistische Bildung. Ab 1608 studierte er an der Universität Leipzig ‚Freie Künste’ sowie ‚Jura’ (Abschluss im Jahr 1612). Sein Interesse jedoch galt der Dichtkunst und der Musik. Er begann zu komponieren und im Jahr 1609 veröffentlichte er sein erstes musikalisches Werk unter dem Titel Das Venus Kräntzlein, ein Werk zum weltlichen Musizieren für Chöre mit fünf bis acht Stimmen und mit Instrumentalstücken. Direkt nach dem Studium nahm er 1612 die Stelle des Hausmusik-Direktors auf Schloss Weißenfels an. Nach drei Jahren ging er nach Weimar, um dort als Hofkapellmeister tätig zu werden. Dort blieb er aber nicht sehr lang, denn bereits ein Jahr später trat er als Thomaskantor in Leipzig an, einem Amt, das 100 Jahre später von Johann Sebastian Bach bekleidet werden sollte. Im Jahr 1616 heiratete Johann Schein seine erste Ehefrau Sidonia, mit der er fünf Kinder hatte. Nach ihrem Tod – acht Jahre später – heiratete er erneut. Mit seiner zweiten Ehefrau hatte er ebenfalls fünf Kinder, wovon vier im frühen Säuglingsalter starben. In Scheins Cantional aus dem Jahre 1629, einem der wichtigsten Gesangbücher, finden sich 58 von ihm komponierte, teils auch von ihm gedichtete Trauergesänge, darunter zum Begräbnis seiner ersten Frau und für sieben seiner Kinder.
In seiner Weimarer Zeit um 1615 begann die Freundschaft zu dem Komponisten Samuel Scheidt und ungefähr zu dieser Zeit knüpfte er auch enge Kontakte zu Heinrich Schütz, die ihn beide musikalisch beeinflussten. Die drei Komponisten Schein, Scheidt und Schütz brachten den italienischen Kompositionsstil nach Deutschland und wirkten wesentlich auf die Musik ihrer Zeit. Schein gilt als einer der Mitbegründer des weltlichen deutschen Liedes.
In seiner Leipziger Kirchenmusik bemerkenswert ist die beginnende Entwicklung der Kantate durch selbstständige Verwendung von Instrumenten.
Schon früh litt Schein unter schwerer Krankheit. Kurz vor seinem 45. Geburtstag erlag er in Leipzig der Schwindsucht.
(aus: Wikipedia; portraits.klassik.com)
Advendskonzert 2016 provisorisches Programm und Hörproben