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Donnerstag, 28 Mär. 2019 - 20:00 Uhr
Le Cap (Französische Kirche Eingang Predigergasse)
…ein Schwerpunkt liegt auf der Aufführung unbekannter, selten aufgeführter Musik…
Das Ensemble neuverBand wurde 2012 von Absolventen des Masterstudiengangs in Zeitgenössischer Musik der Hochschule für Musik Basel gegründet. Die neunköpfige Kammermusikformation widmet sich der Verbreitung und Vermittlung der Kunstmusik des 20. und 21. Jahrhunderts. Durch häufige zusammenarbeit mit KomponistInnen soll das existierende Repertoire erweitert werden.
Seit seiner Gründung hat neuverBand etwa dreissig Werke von KomponistInnen aus Australien, Frankreich, Japan, Südkorea, Slowenien, Schweden, den USA und der Schweiz in Auftrag gegeben, ausserdem Schweizer Erstaufführungen von Werken finnischer, französischer, slowenischer, koreanischer, amerikanischer und australischer Komponisten gespielt. Innerhalb kürzester Zeit hat sich das Ensemble einen festen Platz in der Szene der zeitgenössischen Musik in der Schweiz erarbeitet.
Ivan Fedele hat für seine Komposition „Imaginary Skylines“ die Flöte und die Harfe ausgewählt. Er sagt dazu: „Skyline ist ein amerikanischer Ausdruck, der auf das Profil, die Silhouette einer Stadt oder einer Landschaft hinweist, die sich in der Abenddämmerung am Himmel abhebt“. Die Flöte und die Harfe folgen dem Profil, sie kreuzen sich und treten so in einen gegenseitigen Dialog. Zu Beginn zeichnet die Harfe die Skyline, während die Flöte stark akzentuiert. Die Rollen werden dann schrittweise umgekehrt.
Die Struktur von Klaus Langs „Origami“ ist erst unruhig und wird nach und nach meditativ. Es entsteht aber paradoxerweise der Eindruck, dass ein Ausbruch unmittelbar bevorsteht, dass die Geschwindigkeit immer grösser wird und es eine Bewegung aufwärts gibt. Jedoch verlangsamt sich die Bewegung nur und es entstehen nach und nach langsamere und weniger scharfe Klänge. Die Struktur von Origami ist also dem anfänglichen Eindruck entgegengesetzt.
Im „Trio“ von Hans Eugen Frischknecht finden sich verschiedene „Szenen“, in denen die drei Instrumente auf vielfältige Weise zusammen klingen. Zu Beginn spielt die Harfe in extremen Lagen, die hohe Flöte und die tiefe Viola füllen den Zwischenraum mit Glissandi aus. Oder die Flöte spielt in ihrer tiefen Lage lang ausgehaltene Töne, die Viola in hoher Lage kurze Floskeln und die Harfe in sehr hoher Lage eine besondere Art von Trillern. In einer anderen Szene spielt die Flöte durch eine spezielle Technik Töne unterhalb ihres eigentlichen Umfangs, die Viola tiefe Pizzicato-Töne und bei der Harfe wird mit dem Knöchel der Hand auf das Holz geschlagen. Alle Instrumente gelangen auch solistisch zum Einsatz, ohne oder auch mit Begleitung.
Gubaidulinas «In Croce» (am Kreuz) für Cello und Orgel ist eine musikalische Meditation über die Thematik des Kreuzes. Das Kreuz als Symbol der Vereinigung der Gegensätze des Horizontalen mit dem Vertikalen wurde im christlichen Glauben zum Symbol der Vereinigung des Göttlichen mit dem Menschlichen, in deren Schnittpunkt der gekreuzigte Jesus als Mensch gewordener Gott steht. Diese Symbolik bildet Gubaidulina zu Beginn ihres Stückes ab, in dem Horizontale Elemente wie flackernde Triller der Orgel und liegende Töne des Cellos von Arpeggien der Orgel gekreuzt werden. Nach diesem filigranen Beginn verdichtet sich das Zusammenspiel zwischen Cello und Orgel und die Musik nimmt dramatische und schmerzerfüllte Züge an. Dunkle Klangwolken der Orgel schweben heran, vor denen sich improvisationsartige Pizzicati des Cellos abheben. Dann wird der Raum plötzlich erfüllt von der Vision einer überirdischen Schönheit. Das Cello stimmt einen ausdrucksvollen Gesang an, der immer höher dem Himmel entgegen strebt. Diese Entwicklung mündet wieder in den flackernden Trillern und den arpeggienartigen Figurationen des Beginns. Nur werden diese nun vom Cello gespielt, während die Orgel liegende Klänge intoniert. Die Verwandlung am Kreuz hat stattgefunden. Die Elemente haben ihre gegensätzliche Form angenommen. Das Horizontale die vertikale Form, oder das Göttliche die menschliche Form. Sinnbildlich.
Elemente : Erde, Wasser, Luft, Feuer
Texte von Lea Gottheil
Nach der Vier-Elemente-Lehre besteht alles Sein in bestimmten Mischungsverhältnissen aus den vier Grundelementen „Erde“, „Wasser“, „Luft“ und „Feuer“ als Prinzipien des Festen, Flüssigen, Gasförmigen und Glühend-Verzehrenden. Markus Hofer sagt dazu: Am schwierigsten fand ich, dem Element Erde näher zu kommen, das heisst, Erde musikalisch darzustellen. Ich habe versucht sie in ihren Farben (Klangfarben) zu malen, da ich nicht auf „Eruptionen“ zurückgreifen wollte. Einfacher war es für mich mit den Elementen Wasser und Luft, die in ihrer Bewegung gehört werden können (das Blubbern und das Rauschen des Wassers – das Säuseln, oder das Heulen des Windes). – Auch Feuer ist akustisch durchaus realisierbar. Musik lebt allerdings nicht nur von der Assoziation. Die musikalischen Spannungsfelder der Harmonik (des Zusammenklangs) sind, soweit sie nicht Symbolcharakter haben, eine wesentliche treibende Kraft in der Musik. Auch wesentlich sind rhythmische Muster und motivisch wiederkehrende Teile, die innere Zusammenhänge der Musik ja erst recht erkennen lassen.
ASIA pour flûte, alto et harpe von Jean-Luc Darbellay
L’Asie...quel univers fascinant! Comme compositeur j’ai eu la chance de découvrir le continent grâce à des concerts dans plusieurs pays. En Chine j’ai entendu, à Wu-han, l’instrument le plus ancien du monde, qui, pendant 3000 ans, enfoui dans une tombe submergée, est encore en parfait état. Un Glockenspiel de 64 éléments, couvrant plusieurs octaves, grâce à son „crescendo“ des dimensions des cloches, de la plus petite à des unités impressionnantes dans le registre grave. L’accord des cloches est tempéré! Étonnant. À Tokyo j’ai été frappé par les contrastes énormes rencontrés dans cette ville. L’impressionnante confrontation d’éléments hypermodernes et de rituels qui émergent de la nuit des temps caractérisent la vie de la cité. En Corée du Sud l’amabilité de la population est touchante. En musique j’ai découvert une énorme richesse compositionnelle. Hong Kong: quelle métropole extraordinaire! Surtout la nuit, au bord de l’eau. J’y ai vécu la création asiatique de ma propre pièce „orientale“, OYAMA, par le Hong Kong Philharmonic. Une expérience inoubliable! La Malaisie, son paysage magnifique, le climat tropical, sa végétation et surtout le gamelan... Toute la pièce ASIA est basée sur les deux notes La et Si, le motif (L)A-SI-(L)A formant le noyau de l’oeuvre. Un noyau, qui, exposé au début de la composition devient le point de départ des differents développements très contrastés en agissant comme un pivot musical et en reliant les parties sous la forme d’un trait d’union ou alors en calmant le climat sonore tourbillonant. Le „choral“ de la flûte alto conclut ASIA en étendant la séquence initiale sur plusieurs mesures lui conférant ainsi une forme elliptique.