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Adorno entwickelt in zahlreichen Schriften den Begriff der „Kulturindustrie“, der die drastischen Folgen für Gesellschaft und Kultur, die der Kapitalismus mit sich bringt, thematisiert.
Täuscht er dabei nicht eine scheinbare Einheit von denjenigen Bereichen, die Kultur und Industrie gewöhnlich charakterisieren, wenn er diese beiden Begriff in einem einzigen Begriff miteinander zusammenschmelzen lässt? Die Industrie wird oftmals mit etwas Maschinellem, Monotonem, Sich-immer-Wiederholenden verbunden, während die Kultur doch gerade den Ort des Genialen, Neuen, Kreativen kennzeichnet. So werden in der Industrie auch meist alltägliche, vergängliche Güter produziert und in fast unendlicher Weise reproduziert, während Kultur, diejenigen Ereignisse und Erzeugnisse beinhalten soll, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit nicht nur den Alltag zu überdauern, sondern gar ganze Epochen zu überleben vermögen. Welche Schnittpunkte weisen diese beiden Bereiche nach Adorno auf und bieten dem Begriff der “Kulturindustrie” einen fruchtbaren Grund?
Bevor ich mich dieser Frage widme und genauer auf den Begriff der “Kulturindustrie” und der damit verbundenen Kapitalismuskritik eingehe, soll erst einmal ein Grundverständnis von dem, was Kultur ist und zu was es fungiert, etabliert werden, in dessen Lichte folglich in einem zweiten Schritt darauf eingegangen werden kann, inwiefern der Kapitalismus diesem so definierten Wesen und Funktion von Kultur zu Schaden kommt.
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