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Selun
Der Name Selun in der Kette der Churfirsten ist ein weiteres Zeugnis für die einstige Verbreitung des Rätoromanischen. Grundlage des Namens ist das lateinische Wort sol für Boden, aus dem mittels Suffix das rätoromanische Wort sulam oder sulom für Hofstatt, Bauplatz, Grund oder Boden entstand. Sein zweiter Vokal ist im Namen zu einem u gehoben, während die schwach betonte erste Silbe nach dem Sprachwechsel abgeschwächt wurde: Als Salun, Silun ist seit 1433 die Alp unter dem Gipfel überliefert, und den gleichen sprachlichen Ursprung haben auch eine Siedlung in Laax, ein Maiensäss in Bonaduz und ein Einzelhof oberhalb von Schuders im Prättigau, die alle Salums heissen. Tatsächlich liegt die Alp Selun auf einer auffälligen Geländeabflachung oberhalb des sehr steilen Chemeten-Walds, ihre Bezeichnung als «Boden» lag also nahe. Ihren Namen hat sie später nicht nur dem Gipfel geliehen, sondern auch dem bekanntesten Findelkind der Schweiz: Johannes Seluner, der 1844 auf der Alp gefunden wurde.