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Der Rotsee ist die Perle des Maihofs und das(!) Naherholungsgebiet für das Rontal. Deshalb widmet der «Rontaler» einem der beliebtesten Ruderbecken der Welt zu Jahresbeginn einen Beitrag.
esa. Um die Verhältnisse am Rotsee muss es im Sommer 1929 noch recht schlimm bestellt gewesen sein. Im Garten des Restaurants Maihof kamen deshalb die drei Herren J. Renggli, J. Andres und M. Vögeli zum Entschluss, die «Gesellschaft Pro Rotsee» zu gründen. Am 30. November 1929 wurde die Gründung Tatsache und die Vereinigung beschrieb ihren Zweck in den Statuten mit folgenden Richtlinien: Erhaltung des Rotsees und dessen natürliche Ufer, Verbesserung der Weganlagen, Übernahme der Fischerei auf Pachtbasis, Belebung der Fauna des Rotsees, Pflege der Wasservögel und der Flora. Aus dieser über 80-jährigen Vereinigung wurde der Quartierverein Maihof mit dem derzeitigen Präsidenten Oskar Scherer, der sich auch heute noch den aufgeführten Maximen verpflichtet fühlt.
Traditionsreiche Sportstätte
Am 30. Juli 1933 wurde der Rotsee erstmals als Regattastrecke genutzt. Im Jahre 1947 war die Rontaler Perle Austragungsort der Ruder-Europameisterschaft, an der 15 Nationen teilnahmen. Seither geniesst der Rotsee den Ruf einer absolut fairen Regattabahn. Dank den ausgeglichenen Verhältnissen weiss man, wer auf dem Rotsee gewinnt, der ist der Beste unter den Anwesenden, egal ob auf Bahn 1 oder auf Bahn 8 gestartet. Dank diesem Umstand war das Regattabecken Rotsee auch Austragungsstätte der ersten Ruder-Weltmeisterschaft im Jahr 1962. Aus diesen Tagen stammt die Bezeichnung «Göttersee» vom Delegierten des japanischen Ruderverbandes. Seither fand die Ruder-WM noch drei Mal (1974, 1982 und 2001) auf dem Rotsee statt.
Ruder-Mekka am Göttersee
Der Rotsee gehört der Stadt Luzern, obwohl drei Viertel des Sees auf Ebikoner Boden liegt. Insgesamt treffen jährlich knapp 400 Anfragen für Veranstaltungen auf und um den See ein. Da das Uferbecken jedoch geschützt ist, werden die Veranstaltungen genaustens geprüft und in grossem Masse nicht bewilligt. Zu den Höhepunkten gehört der jährlich stattfindende Wettkampf «Ruderwelt» jeweils im Sommer, an dem sich Athleten aus aller Welt auf dem natürlichen See messen. Da sich der Rotsee für den Rudersport sehr gut eignet, werden in Zukunft die Regattastrecken ausgebaut. Das führt unter anderem dazu, dass die Badi Rotsee ihrerseits gewisse Einschränkungen in Kauf nehmen muss.
Blühende Flora und Fauna
Auf und im Wasser tummeln sich aber nicht nur Rudersport-Begeisterte. Einerseits existiert schon seit über 600 Jahren ein Fährbetrieb, der die Leute von der einen Uferseite auf die andere befördert. Andererseits zeichnet den Rotsee eine grosse Vielfalt an Tieren aus. Die Vogelwarte Sempach sammelt im Sommer Daten über die Brutzeit. In der kalten Jahreszeit werden jeden Monat die Wintergäste gezählt. Von den einheimischen Vögeln fällt vor allem die hohe Zahl an Tafel- und Reiherenten auf, von denen durchschnittlich jedes Jahr 1200 Individuen am Rotsee überwintern. Es gibt aber auch hin und wieder exotische Arten anzutreffen, wie zum Beispiel eine asiatische Mandarinente aus dem Jahre 2001.
Interview mit dem Präsidenten des Ruderclubs Rotsee und des Quartiervereins Maihof, Oskar Scherer:
Was sind die Haupterrungenschaften des Quartiervereins Maihof bezüglich Rotsee?
Es ist fast unglaublich was sich mit dem Rotsee alles in Verbindung bringen lässt. In früheren Jahren im Winter Eislieferant für die Luzerner Brauereien, schöne Spazierwege, ein seit über 600 Jahren existierender Fährbetrieb, beeindruckende Vielfältigkeit von Fischarten. Seine Ufer, Rieder und Moore beherbergen eine Vielfalt interessanter und teilweise seltener Tiere und Pflanzen, die unter den heutigen Verhältnissen unbedingt des Schutzes bedürfen. Die Gegend stellt ein landschaftliches und naturkundliches Kleinod in Stadtnähe dar.
«Die Gegend stellt ein landschaftliches und naturkundliches Kleinod in Stadtnähe dar.»
Stehen Sie in Konflikt mit dem Regatta-Club oder der Stadt (betr. Bauliche Massnahmen, Naturschutz etc.)?
Der Quartierverein steht weder mit dem Regattaverein Luzern noch mit der Stadt Luzern in Konflikt. Sondern es ist ein Zusammenspiel, sich finden mit den einzelnen Interessen und da sind wir auf gutem Wege. Wo wir Konflikte haben ist mit der Schweizerischen Ruderverband, da leider die Verantwortlichen von SRV nur ihre Bedürfnisse sehen. Aber dieses Problem bekommen wir zusammen mit den städtischen und kantonalen Ämtern in den Griff.
Welche Ziele verfolgt der Quartierverein Maihof zukünftig mit dem Rotsee?
Erhaltung des Rotsees, dessen natürliche Ufer, Verbesserung der Weganlagen, pachtweise Übernahme der Fischerei, Belebung der Fauna des Rotsees, Pflege der Wasservögel und der Flora, u.s.w.
Wie schätzen Sie die natürliche Entwicklung beim Rotsee ein?
Auf diese Frage möchte ich mit einem Zitat aus dem Gründungsprotokoll der Gesellschaft Pro Rotsee vom Herbst 1929 antworten: «Die Jdylle des schönen Rotsees bzw. dessen Umgebung darf nicht durch unschöne Bauten verunziert werden. Es käme einer Verschandelung des ganzen landschaftlichen Bildes gleich, das heute unerreichte stimmungsvolle Reize bietet.
Auch der Schutz der Ufer, Wälder und Anlagen ist absolut notwendig. Die Wälder sind die Lungen des Quartiers, viel ist in letzter Zeit gesündigt worden. Wir müssen darauf dringen, dass kein Baum mehr gefällt wird am Rotsee! Deshalb soll es zukünftig heissen «Bannbezirk», Reservat für Pflanzen, Bäume und Tiere! Der ganze Rotsee muss Schongebiet, Reservat werden. Auch die Fauna muss gehegt und geschützt werden. Vieles, sehr vieles haben wir noch zu tun, aber es wird eine schöne und dankbare Aufgabe werden. Es lebe der liebe Rotsee und seine Umgebung, die schönste Zierde unserer Stadt Luzern.» Wir, der Vorstand des Quartiervereins Maihof, fühlen uns diesen Aussagen unserer Altvorderen absolut verpflichtet.