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Einst war die Dunkle Biene in der Schweiz die einzige Honigbiene. Sie ist damit gleichzeitig ein Wildtier und ein Schweizerisches Kulturerbe. Durch die Einführung auswärtiger Rassen wurde sie in den letzten hundert Jahren aus vielen Regionen verdrängt.
Während der letzten Eiszeit, die vor gut 12'000 Jahren zu Ende ging, zog sich die Dunkle Biene (Apis mellifera mellifera) in den wärmeren Mittelmeerraum zurück. Danach eroberte sie Nord- und Mitteleuropa zurück und lebte hier über Jahrtausende als einzige Honigbiene. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie durch den Import von südlichen Rassen wie der Carnica-Biene oder von Zuchtformen wie der Buckfast-Biene in Bedrängnis gebracht und ist heute als reine Rasse nicht mehr so häufig anzutreffen.
Das Problem mit der freien Liebe
Weil Bienen zur Paarung auf Hochzeitsflug gehen, ist die kontrollierte Zucht schwierig, wenn Drohnen (männliche Bienen) anderer Rassen im Gebiet sind. Für eine erfolgreiche Reinzucht müssen sich darum alle Imker*innen einer Region auf eine Rasse einigen, was mitunter eine grosse Herausforderung für ein Erhaltungsprojekt ist. Der Kanton Glarus löste dieses Problem politisch, indem er nur die Haltung der Dunklen Biene erlaubt. Eine Alternative sind abgeschiedene Gebiete, in denen nur mit einer Rasse geimkert wird. Ein Beispiel dafür ist das Münstertal in Graubünden, wo der lokale Imkerverein der Dunklen Biene ein Schutzgebiet geschaffen hat – ein wirksamer Beitrag zur Erhaltung der Rassenvielfalt. Denn unter den Bienenrassen in der Schweiz stellt die Dunkle Biene mit ihrer eigenständigen, lokalen Genetik einen wertvollen Teil der genetischen Vielfalt dar. Die Rasse ist noch immer bedrängt, aber mit jedem «Reservoir» an genetisch reinen Dunklen Bienen wächst die Hoffnung, dass ihre wertvollen Eigenschaften erhalten bleiben.
Eine Biene für die Berge
Ihre dunkle Farbe ist im kälteren Gebirge vorteilhaft, denn diese lässt die Bienen in der Sonne rascher aufwärmen. In der Tat ist die Dunkle Biene dafür bekannt, dass sie kältetolerant und ausgesprochen winterhart ist. Indem sie ihre Brutaktivität sensibel der Witterung und somit dem vorhandenen Futterangebot anpasst, machen ihr unstete Wetterperioden weniger Mühe. Ein weiterer Pluspunkt ist die Sanftmütigkeit, die Imker*innen, die mit reinrassigen Völkern arbeiten, der Dunklen Biene bescheinigen. Nur durch Einkreuzung mit anderen Bienen nimmt ihre Stechlust zu.
Honig und mehr
Unter dem Motto «Fördern durch Nutzen» lancierte ProSpecieRara zusammen mit dem Verein Schweizerischer Mellifera Bienenfreunde und Slow Food Honig der Dunklen Biene. Dieser erstmals unter einer speziellen Bienenrasse vermarktete Honig kommt gut an und zeigt, dass Konsument*innen das Engagement für die einheimische Biene schätzen. Wie alle Bienen liefert die Dunkle Biene nebst Honig aber auch Bienenwachs, Propolis-Harz und Pollen, der als Ernährungszusatz beliebt ist.
Nutzung
- Honig
- Bestäubung von Blütenpflanzen
- Wachs
- Propolis
- Gelée Royale
- Bienengift für die Alternativmedizin.
Wesensbedingte Eigenschaften
- Winterfest
- Sparsam
- Fliegt bei niedrigeren Temperaturen als andere Rassen
- Brutfreie Phase im Winter
- Passt Bruttätigkeit an Futterangebot an
- Ausgewogene Honigleistung
- Eintrag einer grossen Vielfalt von Pollen
Zuchtziele
- Gesundheit
- Sanftmütigkeit
- Ertrag
Der Verein Schweizerischer Mellifera Bienenfreunde ist als nationaler Rasseverein organisiert.
Verein Schweizerischer Mellifera Bienenfreunde (VSMB)
Präsident:
Dr. Padruot M. Fried
7543 Lavin
Tel. 081 862 26 38, padruot.fried(at)mellifera.ch
und Ormisstr. 85
8706 Meilen
Tel. 044 371 71 46, padruot.fried(at)mellifera.ch
www.mellifera.ch
Die Wochen-News zur Dunklen Biene finden Sie hier