Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03552.jsonl.gz/1944

E | D
Wohnhaus Reinach BL
Ausführung 2009 - 2010 Merki Schmid Architekten
Der Föhrenweg liegt am oberen Rand des südwestlichen Hangs in Reinach und ist Teil des Quartierplans Hinterlinden aus den frühen 1960er-Jahren. Vorgesehen sind darin ein- und zweigeschossige Wohnhäuser, die meist freistehend oder in Gruppen teppichartig platziert werden können. Auf den vorgeschriebenen Flachdächern sind keine weitere Attikageschosse erlaubt. Bis 1980 wurde das Quartier weitgehend nach diesem Plan errichtet und erscheint nun als homogene Überbauung.
Das Grundstück war die letzte unbebaute Fläche am Rande dieses Gebiets. Mit den Richtlinien des Quartierplans galt es, ein Passstück zu finden, welches Bezüge zu den umliegenden Gebäuden aufnimmt aber auch einen aktuellen Beitrag zum Thema Einfamilienhaus leistet. Eine ungewohnte Randbedingung ist der mit drei Metern ausserordentlich kleine Bauabstand zum angrenzenden Wald.
Der würfelförmige Kubus mit zwei versetzen Volumen ist für den Eingang und Sitzplatz ausgeschnitten. Die grossen übereck liegenden Fensterflächen führen diese Modulierungen fort und bilden erweiterte Ausblicke mit spannenden Innen-Aussenbezügen.
Das von der Bauherrschaft formulierte Raumprogramm sieht vor, ein neues Zuhause für sich und die Kinder zu errichten.
Eingang, Wohnen, Kochen, Essen als fliessende Raumzone und ein separates Zimmer befinden sich im Erdgeschoss. Im oberen Geschoss sind drei Zimmer mit einer grosszügigen „Badestube“ angeordnet.
Dem Untergeschoss mit Kellerräumen wurde eine Doppelgarage vorgelagert, deren Dach auf der Wohnebene als Terrasse dient.
Über dem Keller in Massivbauweise ist das Erd- und Obergeschoss in vorfabrizierten Holzelementen erstellt.
Die fein verputzten Fassaden unterstreichen die kubische Erscheinung des Gebäudes und passen sich mit der Farbgebung in das Quartierbild ein. Die inneren aussteifenden OSB-Holzplatten sind unverkleidet und so gestrichen, dass deren Spahnstruktur sichtbar bleibt. Bei der Doppelgarage wurden die Aussenwände mit Gabionen ausgeführt, deren Körbe mit regionalen Kalksteinen gefüllt sind.
Das Wohnhaus ist ein zertifiziertes Minergie-Gebäude. Beheizt wird es mit einem im Wohnzimmer zentral platzierten Holzofen unterstützt mit einer Solaranlage. Die kontrollierte Lüftung erfolgt über zwei dezentrale Einzelgeräte, welche in die Fensterflächen eingebaut sind.Über einen erdverlegten Tank beziehen Toiletten, Waschmaschine und Gartenhahnen das anfallende Regenwasser vom Dach. Im Bereich der elektrischen Installationen wurde das Wohnhaus mit einem Home-Net und einer zentralen Staubsaugeanlage versehen.
Fotos
Tom Bisig