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«Die weltweite Energiesituation hat sich durch den russischen Einmarsch in der Ukraine völlig verändert, ebenso die Struktur des globalen Energieangebots und -bedarfs. Mit Blick auf künftige Krisenszenarien muss Japan ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Bewältigung der aktuellen Krise und der Förderung der grünen Transformation finden», so Kishida.
Er fügte hinzu: «Um die derzeitige Krise der knappen Energieversorgung und -nachfrage zu überwinden, werden wir nicht nur in diesem Winter, sondern auch in den nächsten Jahren alle möglichen Massnahmen ergreifen, um unvorhergesehene Umstände zu vermeiden. Was insbesondere die Kernkraftwerke betrifft, so wird die Regierung neben der Sicherstellung des Betriebs der zehn bereits wieder angefahrenen Blöcke alle möglichen Massnahmen ergreifen, um die bereits genehmigten Kernkraftwerke wieder in Betrieb zu nehmen.»
Es sei notwendig, die kollektiven Anstrengungen aller Beteiligten für die Wiederaufnahme des Betriebs zu mobilisieren und die Betriebsdauer unter der Prämisse der Gewährleistung der Sicherheit zu verlängern. Zu den «Zukunftsentscheidungen» gehören die maximale Nutzung von Kernkraftwerken und die Entwicklung und der Bau innovativer Reaktoren der nächsten Generation mit neuen Sicherheitsmechanismen.
Nach den überarbeiteten Vorschriften, die im Juli 2013 in Kraft traten, haben japanische Reaktoren eine Betriebsdauer von 40 Jahren. Verlängerungen können nur einmal gewährt werden und sind auf maximal 20 Jahre begrenzt, wobei sie an strenge Sicherheitsanforderungen geknüpft sind.
Kishida wies darauf hin, dass die Umsetzung einiger dieser Massnahmen einige Zeit in Anspruch nehmen werde, aber erneuerbare Energien und Kernkraft dekarbonisierte Energien seien, die für die Förderung der grünen Transformation unverzichtbar seien.
Letzten Monat hatte Kishida dazu aufgerufen, bis zu neun der zehn Reaktoren, die bereits wieder angefahren wurden, über den Winter in Betrieb bleiben sollten, um Stromengpässe zu vermeiden. Dies würde etwa 10% des gesamten japanischen Stromverbrauchs sichern.
Vor dem Reaktorunfall im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi im März 2011 hatte Japans Kernkraftwerkskapazität rund 30% des Stroms des Landes geliefert. Innerhalb von 14 Monaten nach dem Unfall wurde die Atomstromerzeugung des Landes jedoch bis zur Änderung der Vorschriften gestoppt. Bislang haben zehn der 33 betriebsfähigen japanischen Reaktoren die Inspektionen bestanden, die bestätigen, dass sie die neuen Sicherheitsstandards erfüllen, und den Betrieb wieder aufgenommen. Für weitere 17 Reaktoren wurde ein Antrag auf Wiederinbetriebnahme gestellt. Im Jahr 2021 lieferte die Kernenergie 7,2% der Elektrizität des Landes.
Quelle
A.D. nach Prime Minister’s Office of Japan, 24. August 2022, und WNN, 24. August 2022
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