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Wir mit den Jahrgängen um 1930
Wir wurden geboren, als es noch kein Fernsehen gab, kein Penizillin, keine Impfung gegen Kinderlähmung, keine Gefrierprodukte,
keinen Xerox-Drucker, kein Plastik, keine Kontaktlinsen oder Video.
Wir haben weder Snowboards noch die Pille gekannt.
Wir wurden geboren, bevor es Radar, Kreditkarten,
Atomspaltung, Laserstrahlen oder den «Kuli» (Kugelschreiber) gegeben hat.
Bevor die Abwaschmaschine, der Tumbler, Heizdecken, Air Conditionning und pflegeleichte Kleider hergestellt wurden, bevor
der erste Mensch auf dem Mond gelandet ist (1969).
Wir haben uns damals zuerst verheiratet und erst nachher zusammen gelebt (warum nicht gar?)
Wir waren der Meinung,
Fastfood esse man in der Fasnachtszeit und ein Big Mac sei ein übergrosser Schottländer.
Uns hat es gegeben, bevor man den Hausmann kannte und wenn jemand von «Emanzen» geredet hat, hat man
eher an eine Art Hauswanze gedacht.
Uns hat es gegeben, bevor Tagesheime, KITAS, Wohngemeinschaften und Wegwerfwindeln («Pampers») da waren.
Wir hatten noch
nichts von elektrischen Schreibmaschinen, Computer, IPhones und Smartphones, Tablets, Hörapparaten, künstlichen Herzen und Nieren oder Mannen mit Halskettelis, Ohr-und Nasenringen gehört.
Unter «Hardware»
haben wir Schrauben und Nägel verstanden, unter «Software» Kissen für das Bett oder Kanapee. ABS (Antiblockier-systeme), Turbo, Nylonstrümpfe, Tranquilizer, Digitaluhren und Airbags (Aufprallkissen) waren für uns unbekannte
Begriffe.
«Made in Japan» hat vor 1930 Ramsch-Ware bedeutet. Von MacDonalds, Pizzerias, Instant Kaffee (getrocknetem Kaffee Extrakt) oder Kaffee-kapseln wussten wir noch nichts.
In unserer Jugendzeit war das Zigaretten-Rauchen eine Art Mode. Mit Nielen ist die gemeine Waldrebe = Clementis vitalba gemeint. Nielen haben wir manchmal im Geheimen bevorzugt. (Dass sie ebenso schädlich sind, konnte uns niemand verraten.)
Anstatt «Hallo» oder «Hay» haben wir einander Tschou oder Salü zugerufen.
«Gras» war für die Kühe und ein «Joint»
für eine Rohrverbindung.
«Koks» lag im Heizkeller. Und unter «Aids» hätten wir entweder Schönheitspflege oder Hilfe an Bedürftige verstanden.
Wir wurden geboren, bevor es Taschenrechner, Jumbo Jets, Breitwand-filme, Surfbretter, Garten-Shredder (zum Zerkleinern von allerhand Materialien), Küchen-Mixer und Jasskarten-Mischmaschinen gegeben hat.
Melchmaschinen,
Personal-Computer und Grossraumbüros waren unbekannt.
In der Freizeit haben wir gesungen, gejasst und sind Wandern gegangen, haben den Garten gepflegt oder miteinander gespielt.
Niemand musste River Rafting betreiben oder mit Delta-Gleitschirmen durch die Luft fliegen, im Toten Meer tauchen, Joggen, im Himalaya trecken (bergwandern) oder Bungi Springen (von einem Bauwerk in die Tiefe springen).
Dass riesige Kreuzfahrtschiffe heute bis zu 10'000 Personen an Bord haben, konnte uns nicht einmal im Traum einfallen.
Wir haben im «Lädeli» einkauft – heute shoppen wir im Supermarkt
oder bestellen «online.»
Selbstbedienung war damals noch ganz unbekannt.
Die Wagen der SBB hatten damals noch eine 3. Klasse, die wir Holz-klasse nannten
und wo man über Aussentreppen seitlich eingestiegen ist.
Die Strassenbahn hatte noch keine flachen Einstiegsmöglichkeiten für Kinderwagen, Rolatoren und Rollstühle.
Bei den Trams konnte man in Eile noch auf- und abspringen.
Jeder Wagen hatte einen Kondukteur.
1942 wurde der grosse Aare-Viadukt in Bern – an dem mein Vater Walter Gerber als
Dipl. Ing ETH aktiv mitgearbeitet hatte - mit gewichtigen Dampflokomotiven getestet.
Hat es nicht viel Charakter und Stärke gebraucht, um uns an alle diese Veränderungen anzupassen, die mit der
Zeit über unsere Welt hereingebrochen sind?
Kein Wunder, dass wir manchmal ein wenig verwirrt sind und von einem Generationenproblem reden.
Wie dem auch sei: wir haben es überlebt!
Erich Gerber