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Positiver Gesundheitszustand der Walliser Bevölkerung
Der Gesundheitszustand der Walliserinnen und Walliser war noch nie besser. Zu diesem Ergebnis kommt der jüngste Bericht über den Gesundheitszustand der Walliser Bevölkerung, der vom Walliser Gesundheitsobservatorium (WGO) erstellt wurde. Der Bericht belegt einen starken Rückgang der Gesamtsterblichkeit in den letzten Jahren. Die Lebenserwartung bei den Männern ist auf 79,7 Jahre und bei den Frauen auf 84,8 Jahre gestiegen. Obwohl die Bevölkerung länger und gesünder lebt, wird das Alter oft durch chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes oder Demenz begleitet. Diese Krankheiten werden in den kommenden Jahren den Pflegebedarf der Bevölkerung bestimmen.
Wenn die Lebenserwartung weiterhin im gleichen Tempo steigt wie bisher, wird die Hälfte der in den 2000er Jahren geborenen Kinder hundert Jahre alt. Damit die Lebenserwartung weiterhin ohne eine Verschlechterung der Lebensqualität steigen kann, ist es wichtig, gegen eine Zunahme der chronischen Erkrankungen vorzugehen.
Diese Krankheiten sind in der Tat die grössten Gesundheitsprobleme der Bevölkerung - im Wallis wie auch in der gesamten Schweiz. Aufgrund der Auswirkungen der Bevölkerungsalterung und der Entwicklung bestimmter Risikofaktoren (Tabak- und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Ernährung und Adipositas) nehmen diese Erkrankungen zu, was in Bezug auf die Mortalität, Morbidität und Kosten eine erhebliche Belastung darstellt.
Die Krebssterblichkeit ist in den vergangenen 20 Jahren zurückgegangen. Dennoch ist Krebs die häufigste Todesursache für Menschen, die vor dem 80. Lebensjahr sterben. Zu den häufigsten Krebsarten gehören der Lungen-, Prostata- und Darmkrebs bei den Männern und der Brust-, Lungen- und Darmkrebs bei den Frauen. Lungenkrebs hat durch das Rauchen bei den Frauen stark zugenommen und ist inzwischen die Haupttodesursache bei Krebs noch vor dem Brustkrebs.
Eine zunehmende Anzahl an älteren Menschen ist von chronischen Krankheiten wie Demenz und Diabetes betroffen. Diabetes steht häufig im Zusammenhang mit Adipositas. 2012 litten im Wallis über zehn Prozent der Personen ab 65 an Diabetes.
Gesundheit fördern und riskantes Verhalten verhindern
Durch die zunehmende Anzahl von chronisch Erkrankten sind wir dazu aufgefordert, die Gesundheitsförderung und Prävention zu entwickeln und die ambulante Versorgung zu verbessern.
Das Programm im Rahmen der Gesundheitsförderung und Prävention, das vom Staatsrat für die Jahre 2015-2018 verabschiedet wurde, legt Handlungsprioritäten fest, die der Bevölkerung Möglichkeiten zur stärkeren Kontrolle und Verbesserung ihrer Gesundheit gewährleisten. Die Förderung gesunder Ernährung und Bewegung, die Verringerung des Alkohol-, Tabak- und Drogenmissbrauchs, die Förderung der psychischen Gesundheit sowie die Bekämpfung von Krebserkrankungen gehören zu den vorrangigen Handlungsfeldern. Auch die Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen gehört zu den wichtigen Massnahmen des kantonalen Programms.
Einige Verhaltensweisen und Lebensstile fördern das Auftreten chronischer Krankheiten und sind für viele Todesfälle und Erkrankungen verantwortlich. Dies gilt insbesondere für den übermässigen Konsum von Alkohol und Tabak. Wenngleich der Alkoholkonsum im Wallis in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist, liegt er weiterhin über dem gesamtschweizerischen Durchschnitt. Der Anteil der aktiven Raucher hat sich hingegen nicht verringert und repräsentiert etwa 30 Prozent der Bevölkerung.
Im Wallis wie in der gesamten Schweiz ist ein Anstieg der Adipositas zu verzeichnen, die ebenfalls einen wichtigen Risikofaktor für die Gesundheit darstellt. Sie fördert die Entwicklung von Diabetes, Bluthochdruck, eines hohen Cholesterinspiegels und kann Herzerkrankungen und bestimmte Krebsarten auslösen. Zwischen 2002 und 2012 ist der Anteil der übergewichtigen Menschen von sechs auf zehn Prozent gestiegen.
Daher ist es von entscheidender Bedeutung, diese Risikofaktoren durch die Förderung gesunder Verhaltensweisen, insbesondere unter jungen Menschen, anzugehen. Die Erkennung der Faktoren, die für chronische Krankheiten wie Bluthoch-druck oder einen hohen Cholesterinspiegel sowie Krebs in einem frühen Stadium verantwortlich sind (Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Darmkrebs), ist ebenfalls empfehlenswert.
Darüber hinaus sollten Massnahmen zur Gesund-heitsförderung für spezifische Bevölkerungsgruppen eingeführt werden. Im Wallis wie auch in der gesamten Schweiz sind Menschen mit geringerem Einkommen oder niedrigerem Bildungsniveau weniger gesund als der Bevölkerungsdurchschnitt.
Die Verringerung sozialer Ungleichheiten und der Zugang zu Pflege- und Gesundheitsinformationen, unabhängig vom sozioökonomischen Status und Bildungsniveau, sind wichtige Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit im Wallis.