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Kaffee und Nachhaltigkeit?
Jede Person hat abweichende Vorstellungen von dem, was nachhaltiger Kaffee beinhaltet soll. Die Meisten dürfen einverstanden sein, dass Kaffee einerseits fair hergestellt und möglichst viel Rücksicht auf Umwelt, Mensch, Tier und Planet nehmen soll. Wie soll das gehen, können uns hierbei Fair Trade Siegel weiterhelfen?
Produktion von Kaffee
Der Ursprung des Kaffees ist historisch nicht dokumentiert. Angeblich soll die aufputschende Wirkung des Kaffees auf einer Waldlichtung in Äthiopien entdeckt worden sein. Der äthiopische Kaffee gilt als exquisiter Arabica Kaffee. Das Land ist fünftgrösster Kaffeeproduzent hin¬ter Brasilien, Vietnam, Kolumbien und Indonesien. Kaffee ist mit Abstand das wichtigste Exportgut für Äthiopien.
Verschiedene Quellen gehen davon aus, dass etwa zwei Drittel des weltweit produzierten Kaffees über die Schweiz gehandelt wird. Somit ist die Schweiz das Kaffeeland. In der Schweiz wurde das Kapselsystem erfunden und auch beim durchschnittlichen Konsum liegen wir mit 1’110 Tassen pro Kopf und Jahr an weltweit dritter Stelle.
Die Kaffeeproduktion benötigt viel Wasser. Eine Studie geht davon aus, dass pro Kaffeetasse 140 Liter Wasser gebraucht werden, von Bewässerung über Verarbeitung, Transport und Zubereitung. Damit ist Kaffee nach Kakao das zweit wasserintensivste Lebensmittel. Es wird davon ausgegangen, dass der Wasserverbrauch für Kaffee aufgrund des Klimawandels weiter steigen wird. Plantagen in Kolumbien müssen schon heute stark bewässert werden, damit weiterhin brauchbare Bohnen wachsen.
Fairer Handel
Es gibt unterschiedliche Definitionen von „fairem Handel“. Auf internationaler Ebene haben sich die vier grössten internationalen Organisationen des fairen Handels (FLO, WFTO, NEWS, EFTA) auf eine gemeinsam anerkannte Definition geeinigt:
„Fairer Handel ist eine „Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzent*innen und Arbeiter*innen – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der faire Handel seinen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. Fair-Handels-Organisationen engagieren sich (gemeinsam mit den Verbraucher*innen) für die Unterstützung der Produzent*innen, die Bewusstseinsbildung sowie die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels.“
Herausforderung des Fairen Handels
Es gibt keinen gesetzlichen Rahmen, den man beim fairen Handel einhalten muss. Jede Organisation definiert und beschreibt ihre Standards selbst. Die «Charter of Fair Trade Principles» ist lediglich eine Orientierung, an die sich Organisationen halten können. Die Realität zeigt, dass jede Organisation einen etwas anderen Ansatz innerhalb des Modells des “fairen Han¬dels” verfolgt. Was fair und nachhaltig ist, bleibt somit Auslegungssache.
Fair Trade Systeme kritisch betrachtet
Was bringt ein Fair Trade Siegel? In ihrer Eigendarstellung sind die Siegel besonders wirkungsvoll. Ihr Versprechen ist, dass nahezu alle Beteiligten profitieren – Bauern erhalten mehr Geld und Konsument*innen können mit gutem Gewissen einkaufen. Eine finanzierte Studie vom Staatsekretariat für Wirtschaft (SECO) kommt zu folgenden Ergebnissen: «Alle Labels verbessern grundsätzlich die Lebensgrundlage der Bauern, der Kauf eines gelabelten Produktes ist also immer besser als ein No-Name-Produkt. Es stellt sich nur die Frage, wie sehr das den einzelnen Labels gelingt. Untersucht wurden rund 5’000 Kaffee- und Kakaofarmen auf Ertragssteigerung und Verkaufspreise. Bei zertifizierten Farmen stellte die Studie Produktionssteigerungen von 13% (Fair Trade), 15% (Rainforest Alliance) und 32% (UTZ) im Vergleich zum konventionellen Anbau fest. Der Verkaufspreis hingegen steigerte sich nur um 9% (Fairtrade), 10% (Rainforest Alliance) oder sogar nur um 4% (UTZ).»
Was ist nun nachhaltig?
Fair Trade-Labels scheinen eine gute Basis zu sein. Noch besser ist es jedoch, Kaffee direkt bei den Kooperativen zu kaufen. Dabei wird sichergestellt, dass die Kleinbäuerinnen und -bauern, ihren Kaffee selbstorganisiert weiterverarbeiten und exportieren. Da es keinen internationalen Handel zwischen Hersteller und Konsumenten gibt, erhalten Bauern und Bäuerinnen mehr Geld für ihre Arbeit. Ist man als reine/r Händler*in unterwegs, kann man auf nachhaltige Materialien zurückgreifen, womit ein kleiner Teil der Nachhaltigkeit berücksichtigt wird.
Nachhaltigkeit System (E.S.E. System)
Genau dort möchte King’s Coffee als Händler und Fulfillment ihre Werte einbringen. Auf Stufe Produkt setzten wir deshalb auf das E.S.E. System. Sie ist die Alternative zum Kapselsystem, lässt sich ideal kompostieren und hat unter anderem der deutlich besseren Co2-Bilanz gegenüber den Kapseln. E.S.E. Portionen binden pro Portion weniger Gramm Verpackungsmaterial. Zudem enthält eine Portion nach E.S.E. Norm 7 Gramm Kaffeepulver rund 40% mehr Kaffee als die durchschnittliche Kapsel. Damit sinkt der Verpackungsanteil pro Kaffee. In Kooperation mit Caffé Napoli werden die E.S.E. Pads im Beutel verpackt. Zukünftig verzichten wir auf die Einzelverschweissung je Portion.