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Ein Vortrag gab Einblick in das bewegte Leben und Wirken des Schwyzer Offiziers und Staatsmanns Alois von Reding (1765–1818).
Als Gastgeber fungierte der Marchring, die kulturhistorische Gesellschaft der March. Vorstandsmitglied Franz Xaver Risi versprach nicht zu viel, als er den Besuchern am Donnerstagabend im Hotel «Bären» in Lachen interessante Ausführungen und Fakten über eine bedeutende Persönlichkeit der damaligen Zeit in Aussicht stellte. Referent Valentin Kessler, Staatsarchivar und Leiter des Amtes für Kultur des Kantons Schwyz, zeichnete mit Worten und teils mit Bildern nicht nur ein interessantes Bild dieses militärischen Führers und Staatsmannes, der es 1796 – politisch als unbeschriebenes Blatt – zum ersten Landammann der Helvetik brachte und der aus dem Abwehrkampf vom 2. Mai 1798 gegen die Franzosen als Held von Rothenthurm in die Geschichtsbücher einging. Es war eine ganze Brigade, rund 4000 Mann, die dabei in die Flucht geschlagen wurde. Ohne Aussicht auf Erfolg erfolgte zwei Tage später dennoch die ehrenvolle Kapitulation.
Starke Persönlichkeit mit zwei Seiten
Kessler brachte den Zuhörern auch die Zerrissenheit dieser bewegten Zeit nahe. Franzosen und kaiserliche Truppen (Österreicher) wechselten sich in der Besetzung ab. Die Föderalisten wollten an der alten Ordnung festhalten. Im Gegenzug wünschten die Unitarier eine neue Ordnung, einen Einheitsstaat. Alois von Reding wurde am 6. März 1765 in Schwyz geboren. Das Geschlecht der von Reding lässt sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Ahnherr ist Ital von Reding der Ältere (1370–1447). Alois von Reding gehört der sogenannten Schwyzer Schmiedgasslinie an, deren prächtiges Herrschaftshaus noch erhalten ist. Er sei edelmütig gewesen, militärisch gut gebildet, sehr beliebt und galt als Bewahrer der alten Ordnung, beschrieb Kessler seine Persönlichkeit. Nicht umsonst wurde er 1803 für zwei Jahre zum Schwyzer Landammann gewählt, später nochmals von 1809 bis 1811. Das höchste Ehrenamt wurde ihm mit der Ernennung zum Bannerherrn zuteil. Die andere Seite Redings zeigte sich selbstherrlich und herrisch. Mit Napoleon und dem Zaren am Verhandlungstisch Alois von Reding hatte ein bewegtes Leben, errang Reichtum in fremden Diensten, organisierte das Schwyzer Wehrwesen neu, sass als Tagsatzungsgesandter mit bedeutenden Persönlichkeiten wie Napoleon, dem Zaren und dem Fürsten von Metternich am Verhandlungstisch, vermittelte, führte und mischte mit. Pflichtbewusst übernahm er politische Aufgaben, die ihn zuweilen überforderten. «Cuius nomen summa laus» – sein Name ist Ruhm – diese zutreffende Inschrift steht auf einer Grabtafel für Reding an der Südseite der Pfarrkirche in Schwyz.
Höfner Volksblatt und March-Anzeiger / Verena Blattmann
Autor
Höfner Volksblatt & March Anzeiger
Kategorie
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Publiziert am
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schwyzkultur.ch/wwpykT