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1953 war Clark Gable, bekannt aus «Gone With the Wind» («Vom Winde verweht»), mit Dreharbeiten zum Film «Never Let Me Go» («Es begann in Moskau») in England beschäftigt. Für seinen Aufenthalt in Europa bestellte sich Gable das Nachfolgemodell aus Stahlblech des 1949 gekauften Jaguar XK 120 Aluminium, den er bereits in den USA besass – eines der schnellsten Autos der damaligen Zeit.
Gable liess das Auto nach seinen Wünschen anpassen – was den Jaguar zu einem Unikat machte. Mit dem Auto fuhr der Hollywood-Star quer durch Europa, unter anderem logierte er im «Hotel National» in Luzern. An seiner Seite: Das französische Model Suzanne Dadolle.
Dadolle erzählte den Medien, dass sie sich mit Gable verlobt habe. Sehr zum Ärger des Filmstars, der darauf gleich zurück nach Los Angeles abreiste. Den Jaguar nahm er mit.
Über Südafrika ins Appenzellerland
Kurze Zeit später verkaufte Gable den Wagen. Der neue Besitzer wiederum verkaufte ihn weiter an einen Studenten aus Südafrika. Dieser brachte das Auto mit in seine Heimat. Ein weiterer Besitzer, der das Auto vom Studenten übernahm, verkaufte den Jaguar 1982: An einen Appenzeller.
2011 – unterdessen gehörte das Auto dem Sohn des Appenzellers – brauchte der Jaguar eine Generalüberholung, da er in der Schweiz fast 20 Jahre lang nie gefahren wurde. Dazu schickte ihn der Lenker zum bekanntesten Spezialisten im luzernischen Roggliswil.
Umfangreiche Restauration
Georg Dönni nimmt sich dem Jaguar an. «Ich schau mir immer die Geschichte des Autos an und habe lange geforscht. Dabei fand ich anhand von Unterlagen und der Chassisnummer raus, dass dies der legendäre Jaguar von Clark Gable war», sagt Dönni.
Der XK 120 wird darauf so originalgetreu wie möglich restauriert. Dönni: «Man musste alles machen. Das Auto war nicht fahrtauglich, es benötigte eine komplette Sanierung, wobei der grösste Teil der Substanz erhalten werden konnte. Weil es Clark Gables Auto war, mussten wir alles geben.»
Alleine der massgefertigte Gepäckträger, den Gable anbringen liess, war eine Herausforderung. «Es gibt keinen zweiten solchen Gepäckträger. Wir hatten nur die Fotos. Ich habe auf Flohmärkten alles zusammengekauft, was irgendwie passte und daraus wieder einen absolut korrekten Gepäckträger gebaut», sagt Dönni.
Nach rund fünf Jahren war das Auto endlich wieder in perfektem Zustand und kam zurück ins Appenzellerland.
Ein «Schnäppchen»
Jetzt folgt das nächste Kapitel des legendären Jaguars. Ende Mai wird der XK 120 mit der Nummer «MDU 420» im italienischen Cernobbio von RM Sotheby's versteigert. Der Verkaufswert liegt laut dem Auktionshaus bei 350'000 bis 500'000 Euro.
Fast schon ein «Schnäppchen» für ein Stück Hollywood – mit einem kleinen Stück Appenzell.
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