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Schifferfachschulen
haben den Zweck, den im Schiffergewerbe beschäftigten jungen Leuten neben einer Befestigung und Erweiterung der Elementarschulkenntnisse einen fachwissenschaftlichen Unterricht in Bezug auf dieses Gewerbe zu teil werden zu lassen. In Deutschland [* 2] bestehen die S. erst seit den letzten Jahren, hauptsächlich als ein Verdienst des Elbeschiffervereins in Magdeburg, [* 3] der an der Elbe bereits eine Anzahl dieser Schulen gründete. Der Unterricht in den S. findet zu einer Zeit statt, wo die Schiffahrt ruht, etwa vom 15. Dez. bis Ende Februar, und erstreckt sich auf Rechnen, deutsche Sprache, Geographie, Schiffsdienst, Schiffbau, Korrespondenz, Handelslehre und Gesetzeslehre.
Aufnahmefähig ist jeder mindestens 16 Jahre alte Jungmann des Schiffergewerbes mit genügender Elementarbildung, welcher bereits eine Schiffahrtsperiode praktisch in der Schiffahrt thätig war. Die Kosten des Unterrichts werden aus den gemeinsamen Mitteln des jährlich für jede Schule vom preußischen Handelsminister bis zur Höhe von 500 Mk. zur Verfügung gestellten Betrags sowie von den Schulgeldbeiträgen (3 Mk. pro Schüler und Kursus) bestritten. Von besonderer Wichtigkeit werden die S., wenn, wie dies beabsichtigt ist, für das Schiffergewerbe der Befähigungsnachweis eingeführt wird.
Vgl.
»Die preußischen Elbe
schifferfachschulen, ihre Entstehung,
Zweck und
Organisation« (hrsg. von der
Kommission für preußische
Elbe
schifferfachschulen, Magdeb. 1889).