Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03662.jsonl.gz/240

Klosteranlage
In der Kleinen Emme wurde früher Gold gewaschen. Um das Jahr 1500 verspätete sich eines Abends ein Goldwäscher aus den Niederlanden und errichtete unter einem Felsvorsprung sein Nachtlager. Von da an blieb dieser Niederländer in unserer Gegend, und nachdem sich eine Erscheinung des Goldwäschers im Volke herumgesprochen hatte und verschiedene wunderbare Heilungen erfolgten, wurde das vom Goldwäscher selbst errichtete Gebetshäuschen im Jahre 1520 durch eine Kapelle mit drei Altären ersetzt. In den Jahren 1608 bis 1616 wurde aufgrund des grossen Pilgerstroms die heutige Kirche erbaut. 1630 und 1636 folgte dann der Bau des Klosters, in welches die Franziskaner einzogen um die grosse Pilgerschar zu betreuen. Noch heute wird der grosszügig angelegte Kreuzgang bestaunt, der im Anschluss an den Klosterbau vollendet wurde.
In der Hochblüte der Wallfahrt (im 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts) pilgerten pro Jahr mehrere zehntausend Menschen nach Werthenstein, um Mut, Trost, Zuversicht und Heilung zu erbitten. Die Franziskaner haben über 400 Wunderzeichen festgehalten. Auch die Quelle am Weg zur Wallfahrtskirche (Gnadenbrünneli), die 1636 erstmals erwähnt wird, erfreut sich heute noch grosser Beliebtheit.
Zusammen mit anderen Klöstern wurde im Jahre 1838 auch das Kloster Werthenstein durch die Luzerner Regierung aufgehoben. Kurze Zeit später dienten die Klosterräumlichkeiten vorübergehend als Taubstummenanstalt und die Kirche wurde nun ausschliesslich als Pfarrkirche benützt. Die Wallfahrt selber brach nie ab; sie erfuhr in den letzten Jahrzehnten sogar einen Aufschwung. Ebenso wird die in den Jahren 1972 bis 1974 renovierte Kirchen- und Klosteranlage heute noch täglich besucht. Die kunsthistorisch interessanten Gebäulichkeiten werden in mehreren kunstgeschichtlichen Werken umfassend dargestellt und als Kunst- und Kulturjuwel von nationaler Bedeutung gewürdigt.
Jakobsweg
Es war 1987, als der Europarat die Pilgerwege nach Santiago de Compostela (Spanien) als erste Kulturwege Europas bezeichnete. In der Schweiz führt dies schliesslich zur Ausschilderung einer rund 400 km langen Hauptroute mit verschiedenen „Varianten“. Unter anderem führt eine Route auch über Luzern nach Werthenstein, Willisau, Huttwil, Burgdorf usw. Werthenstein liegt also am Jakobs-Pilgerweg. Die Klosteranlage auf dem Felsvorsprung in der idyllischen Gemeinde Werthenstein bietet den Pilgern allerhand. Man kann sich kulturell mit dem Kloster auseinandersetzen oder direkt in der ehemaligen Klosteranlage bzw. in der Pilgerwohnung übernachten (derzeit Fr. 30.00 für Übernachtung und Frühstück).
Mehr zum Jakobsweg unter www.jakobsweg.ch