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Das
Bild
der
Woche
2021
West-Portal im Konstanzer Münster:
Epitaph für Weihbischof Georg Sigismund Miller (1615-86). Er weihte 1667 die Kapelle im Freulerpalast Näfels, 1679 das Kloster auf dem Burgstock ein. (Foto: David McLion, Schwanden)
Freitag, 9. April 2021
Trouvaille
Als die Rauti über die Ufer trat...
Am Freitag, 26. Juni 1953 trat die Rauti über die Ufer. Das Bachbett füllte sich mit Steinen und "verstopfte" den üblichen Abfluss. Geschiebe ging beim Bühl über die Steinwände des Bachbettes und überschüttete den ganzen Hirzenplatz mit Geröll, ein kleiner Lastwagen "Gemüse Gigli" ragte nur wenig aus der Steinlawine. Das Wasser überschwemmte die hintere Gerbi und floss durch das drittunterste Haus der Gerbireihe des Gemeinderats und Kaufmanns Fritz Grüninger, Oele & Fette, und wurde durch den Hausgang auf die Gerbistrasse gespült. Die Kinder erkenne ich noch teilweise.
V.l.n.r.; Knabe am linken Bildrand könnte Aurelio Landolt, Traube, sein; den Knirps kann ich nicht identifizieren, der Knabe mit der Strähne ist Karl Gallati, Sohn des Elektrikers Karl Gallati-Müller, wohnhaft im viertobersten Gerbihaus, der Knabe mit Hut ist meine Wenigkeit, wir wohnen im drittobersten Gerbihaus, der Knabe barfuss ist Kurt Müller, Giessenbrücke, Sohn des Otto Müller, Schreiner, hinter ihm Peter Jutzeler, der später weltberühmte Ringer und Schwinger, den verdeckten Knaben kann ich nicht erkennen, schliesslich Rolf Fischli, "Joho", Sohn des Elektrikers Josef Fischli, Tolderhaus, "dr läng Fischli", die beiden Mädchen kann ich nicht identifizieren (Bild: Privatarchiv Armin Rusterholz).
Die Ursache des verheerenden Hochwassers wurde weitgehend verschwiegen. Während des Zweiten Weltkrieges wurden intensive Ausbauten der Festung unter der Plattenwand getätigt. Das Steinmaterial wurde einfach in den Abhang der Rauti geleert. Infolge des unerwartet gewaltigen Hochwassers wurde dieses Steinmaterial von der Rauti erfasst und zu Tale geschwemmt und verstopfte das schmale Steinbett. Beim Bühle ging es über die Ufer. Das dadurch gestaute Wasser suchte seinen Weg über die hintere Gerbi und floss durch das Haus Grüninger. Ich erinnere mich, wie wir als Kinder das Rumpeln der rollenden Steine im Bachbett hörten, ehe das Bachbett allmählich überfüllt war.
Als Ausweg sprengten Männer unterhalb der Rautibrücke beim oberen Bühl auf den nordseitigen Damm, worauf sich das Wasser über die Wiesen "Bühl", "Bäräfritz" ergoss und die Wiesen weitgehend mit Steinen übersäte..
V.l.nr. Aurelio Landolt, Traube, Knirps unbekannt, Karl Gallati, später "Karim", Sohn des Karl Gallati-Müller, Elektriker, Fridolin Hauser (Fridli Osterhazy), Kurt Müller, Giessenbrücke, des Otto Müller, Schreiner, Peter Jutzeler, Rössli, später internationaler Ringer und Schwinger, verdeckt evtl. Konrad Schwitter, Rautibrücke, Rolf Fischli, "Joho", Sohn des Josef Fischli, Elektriker, Tolderhaus, "dr läng Fischli". (Fotoausschnitt: Archiv Armin Rusterholz)
Donnerstag, 8. April 2021, Näfelser Mini-Fahrt
Zwei Männer gaben ihr Debut...
Landesstatthalter Benj Mühlemann als Fahrtsredner
und
Peter Staub, Fahrtsbrieflektor
Zum ersten Mal trat Landesstatthalter Benjamin Mühlemann als Fahrtsredner auf, ebenso wie Peter Staub, der das erste Mal als Lektor des Fahrtsbriefes im Ein-satz war. Aussergewöhnlich: In der St. Hilariuskirche in Näfels. Der Regierungsrat hat sich entschlossen, die Fahrt nicht wie letztes Jahr wegen Pandemie ausfallen zu lassen, sondern hat ein Mini-Fahrt beschränkt auf eine verkürzte Form (ohne Prozession, ohne Chöre und Harmoniemusik, ohne Begrüssung im Schnei-singen, ohne Fahrtsbrief und -predigt auf dem Fahrtsplatz, ohne Festakt vor dem Denkmal und ohne Kirche).
Die Mini-Fahrtsfeier in der Kirche war trotz Einschränkungen eine gediegene, würdige Feier in kleinem Rahmen.
Hier die beiden Debütanten... nach ihrem ersten Auftritt an einer Näfelser Fahrt.
Peter Staub, sichtlich erleichtert, nachdem sein erster Auftritt glücklich gelungen ist, umrahmt von einem Weibel und einer Weibelin in den Farb.
Landesstatthalter Benjamin Mühlemann hatte seine erste Begrüssungsrede an einer "Fahrt"
ausnahmsweise in der St. Hilariuskirche. Begleitet vom einem Weibel und einer Weibelin in der Farb.
Ostersonntag 4. April 2021
Die häufigste Frage... ausser wie geht's?
Schu gimpft?
Wänn-d' ä-n-öppärem vrkunndsch,
fraaged d Lüüt "We gaht's?",
säisch drnaa "Häsch sust ä Wundsch?"
und "We gaht's, we schtaht's?"
"Häsch duu d Impfig schu vrbii?
und wänn chunnt di zwäit?",
fraagisch si dä nuch gag-glii,
lachä tüänd-s' dä bräit.
"Näi, iich hebä daa nüd anä,
ha g Coroona gkaa.
Jemerlis und häit'rö Fanä,
zeerscht chänd ander draa!"
-y.
Donnerstag, 1. April 2021
Oberseetalstrasse soll Einbahn werden
Verbindung über Sulz Lachen ins Klöntal
Der Gemeinderat Glarus Nord und der Regierungsrat haben die Nase voll. Der schlagartig aufgekommene Run ins Oberseetal erforderte Sofortmassnahmen, indem bei der Kreuzung Oberseetalstrasse/Herrenweg bei der unteren Rauti-brücke ein Sperrgitter und Verkehrskehrshelfer nur noch handverlesene Motorfahrzeuglenker hochfahren liessen. Wer nachweisen konnte, dass er eine Ferienhütte, im "Aeschen" oder "Obersee" eine Essen bestellt hatte, beruflich einen Auftrag zu erfüllen hatte, ein Alp gepachtet hatte oder im Obersee- oder Schwändital wohnt, hatte freie Fahrt. Alle anderen wurden abgewiesen oder mit dem Klöntal getröstet, das seinerseits einen Run zu vekraften hat.
Verkehrsexperten wie ETH-Ing. Felix Indergand-Blumer, Zürich, der Leiter des Verkehrsamtes der Innerschweiz Dr. Moritz Stöfferle, Luzern, sowie der Leiter des Bundesverkehrsamtes Maximilian Sandroz, Bern, haben eine Projekt vor-gelegt, wonach die Oberseetalstrasse im Einbahnverkehr geführt werde.
1. Jeweils morgens ab 10 Uhr bis nachmittags 13 Uhr bis 21 Uhr bergwärts, vormittags bis 9.30 und nachmittags ab 18 Uhr talwärts. Damit soll der Berg-bevölkerung, die am frühen Morgen ihre Milchtransporte ins Tal macht, den Be-rufstätigen zur Auswärtsarbeit und dem Transport der Schulkinder zur Schule im Tal, seit das Bergschulhaus geschlossen wurde, entgegenkommen.
2. Rücksicht auf das Gastgewerbe nimmt die EInbahnregelung wie auch auf Fischer und Jäger sowie die Gemeinde- und Forstarbeiter.
3. Zum Schutz der Fussgänger sollen in einem Mehrjahresplan Trottoirs und/ oder Abkürzungen gebaut werden.
4. Erste Massnahmen wurden bereits beim sogenannten "Springbrunnen"-Platz realisiert und Strassenpfosten mit reflektierenden Katzenaugen montiert.
5. Positiv unterstützt auch die Gemeinde Glarus, die unter dem Klöntaler-ver-kehrsboom leidet, das Projekt, die Sulzbodenstrasse Obertal-Sulz-Lachen bis zum Längenegggrat auszubauen und anderseits vom Klöntal bis zur Längenegg ein Gegenstück zu schaffen, damit der Einbahnverkehr vom Oberseetal ins Klön-tal weitergezogen werden kann.
6. Auf dem Längeneggpass ist eine Raststätte mit Imbissraum und Tankstellen, auch Elektro-Tankstellen geplant sowie eine überdeckte Aussichtsterrasse.
7. Das Projekt sieht langfristig eine weitere Variante vor, indem der Längen-eggpasse von Oberlachen bis zur Längeneggalp untertunnelt werden soll. Das EMD Bern ist daran interessiert, da immer wieder Projekte für den Zivilschutz ge-
sucht werden. Damit würde ein Grossteil der Kosten vom Bund übernommen.
Diese Variante wird von der Grünen wärmstens unterstützt, weil dadurch auf dem Längenegggrat und Umgebung die Natur erhalten bliebe.
8. Die Baudirektion des Kantons Glarus, das Eidgenössische Verkehrsamt, das Bauamt Glarus Nord sowie diverse Fachexperten haben heute beschlossen, im
Gelände und an Ort und Stelle zu tagen, sobald dort schneefrei ist. Dies dürfte etwa Mitte Mai 2021 möglich sein.
9. Glarus Tourismus unterstützt die geplanten Massnahmen und hält sie für einen wertvollen Beitrag zur Förderung des Tourismus.
10. Einwände gegen solche Eingriffe in die Jagdgebiete vor allem auf der nörd-lichen Teile des Jagdasyls Rauti Troos, die Ruhestörung für das Jagdreservat selber hat das Amt für Jagd und Fischerei Glarus bereits eingereicht.
11. Der Bund ist interessiert und würde die Realisierung eines Umfahrungstun-nels im Tal (Tankgraben bis Mühle) vorläufig zurückstellen, da er ein Chance sieht, das die Oberseetalstrasse auch als Umfahrung benützt werden könnte.
Glarus/Bern/Glarus Nord, 1. April 2021 Bundes-/Regierungs-/Gemeinderat
Mittwoch, 31. März 2021
Schon wieder eine Trouvaille
Friggä Franz, "Schützenweltmeister" im 19. Jahrhundert
Dieses Bild - nun ist endlich der Schöpfer bekannt - fand Kurt Müller, Bühl, in seinem Archiv.
Der Fotograf Fritz Hauser stammte auch vom Bühl und war ein talentierter Zeichner. Auf dem Bühl befand sich eine Fotoanstalt. Diese Bild ist in etlichen Publikationen immer wie-der erschienen. Bekannt ist mir das Titelbild der Jubiläumsschrift der Standschützen ver-fasst von Josef Müller (Bico-Sepp).
Friggä Franz, auf dem Bild als Gemsjäger Franz Schwytter, Näfels, bezeichnet, war ein Sulzbödeler und fand deshalb schon in der zweiten Nummer des "Dr ghülpet Bott, Sulzbodäziitig" 1976 auf Seite 7 gebührende Beachtung.
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Genealogie
Franz Schwitter von Näfels, Schütze, Gemsjäger,
des Kaspar Fridolin und der Maria Magdalena Landolt No.112
* 1828 März 12. + 1904 Mai 4.
oo
1853 Okt.3. Anna Katharina Landolt von Näfels,
des Bauer Jakob Fridolin und der Maria Anna Josefa Dorothea Müller No.117
* 1831 Okt.19. + 1894 Jan.15. an Hirnschlag, an der Gerbestr.
Schützenkönig, Weltmeister am Nationalschiessen in Mailand 1864.
Schützenkönig eidg. Schützenfeste 1857 in Bern, 1867 in Schwyz.
1855 März 12. JAKOB FRIDOLIN VIDE No.237
1856 Aug.1. VERENA vide Oswald No.121
1859 Feb.24. Marianna Katharina + 1942 Apr.5. in Näfels
1862 Nov.24. Katharina + 1916 Jan.23. ledig
1864 Okt.29. KASPAR JOST VIDE No.262
1876/38: Amtsblatt des Kts. Glarus von Samstag, den 16. September 1876.
Amtliches Verzeichnis der Jäger, welche für das Jahr 1876 das Jagdpatent bezogen haben. Wahlgemeinde Näfels.
SCHWITTER, Franz, Schütze, wohnhaft in Näfels.
Glarus, den 13. September 1876.
Im Auftrag der Polizeikommission, deren Aktuar: Fr. Landolt. (Wiederholt 1877/34)
Diese Schwitter-Linie ist in der dritten nachfolgenden Generation ausgestorben.
Montag, 29. März 2021
Trouvaille
Aus dem Nachlass von
Fotograf/Kunstmaler Josef Hauser
405-302-167-101-71-50-24-5-E-D-B-A Gen.12
Eugen Josef Schwitter von und in Näfels, Kaufmann,
des Melchior und der Anna Maria Baumgartner No.302
* 1909 Mai 8. + 1988 Juli 3. in Glarus, wohnhaft gewesen in Näfels
oo
1936 Apr.9. in Näfels: Maria Magdalena Landolt von Näfels,
des Fridolin und der Maria Hauser No.465
* 1915 März 28.
1937 Juni 30. in Näfels: IRMA MARIA cop. 1960 Mai 13. in Näfels mit Heizungstechniker
Pascal Josef Lüthi von Stettfurt, in Näfels, des Josef August und der Maria
Magdalea Landolt, * 1931 März 28. in Wil SG
Manchmal stolpert man über alte Fotos. So erging es mit dem obigen Bild, das aus dem Nachlass von Fotograf und Kunstmaler Josef Hauser, Fahrtsplatz, Näfels, stammt. Das kleine Mädchen kam mir wegen seines verschmitzten Lächels bekannt vor. Meine Recherchen ergaben, dass es sich - wie vermutet - um Irma Maria Schwitter, Höfli, Näfels, handelt. Sie wurde am 30. Juni 1937 als erstes Kind von Eugen Josef und Maria Magdalena Landolt in Näfels geboren, heiratete am 13. Mai 1960 Pascal Josef Lüthi, schenkte ihm zwei Söhne und war lebenslang als beachtenswerte Pianistin eine grosse Chopin-Verehrerin.
Ihr Vater Eugen war Direktor bei Fritz Landolt AG (Seilerfritz, Oberrichter und Regierungsrat Fritz Landolt-Hauser) und Gründer der Lälli-Fasnachts-Clique, ihre Mutter eine Tochter des erwähnten Seilerfritz. Ihr Bruder Eugen tratt in die Fusstapfen des Vaters als Direktor der Fritz Landolt AG und gründete später eine eigene Firma.
Leider sind Irma und Pascal Lüthi schon verstorben.
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405-302-167-101-71-50-24-5-E-D-B-A Gen.12
Eugen Josef Schwitter von und in Näfels, Kaufmann, des Melchior und der Anan Maria Baumgartner No.302
* 1909 Mai 8. + 1988 Juli 3. in Glarus, wohnhaft gewesen in Näfels
oo
1936 Apr.9. in Näfels: Maria Magdalena Landolt von Näfels, des Fridolin und der Maria Hauser No.465
* 1915 März 28.
1937 Juni 30. in Näfels: IRMA MARIA cop. 1960 Mai 13. in Näfels mit Heizungstechniker
Pascal Josef Lüthi von Stettfurt, in Näfels, des Josef August und der Maria
Magdalea Landolt, * 1931 März 28. in Wil SG
Sonntag, 28. März 2021
Markus Heer wird Regierungsrat
Glarus Nord Glarus Glarus Süd Total Kanton
Zahl der Stimmberechtigten 11’655 7’681 6’775 26’111
Zahl der Stimmenden 4’197 3’236 2’972 10’405
Eingelegte Wahlzettel 4’196 3’236 2’972 10’404
Massgebende Stimmen 4’151 3’218 2’940 10’309
Stimmbeteiligung in % 36 % 42.13 % 43.87 % 39.85 %
Jürg Feldmann 1’973
1’341 1’538 4’852
Markus Heer 2’152 1’851 1’379 5’382
Vereinzelte 26 26 23 75
Gewählt ist Markus Heer, SP, Niederurnen.
Früher war es bei hohen geistlichen Besuchen üblich, diese in einer Prozession vom Freulerpalast in die Pfarrkirche zu begleiten.
Ich erkenne folgende Personen: v.l.n.r. Himmelträger Julius Landolt (Müli-Juli), später Kirchenpräsident, Geistlicher mit Birett unbekannt, Himmelträger Postverwalter Ferdinand Fischli, P. Raymund Stocker OFMCap, Nuntius Erzbischof Pietro di Maria, Pfarrer Blasius Braun, verdeckter Himmelträger unbekannt, Landrat Fritz Schwyter, Kirchenpräsident, mein Vater Gemeinde- und Waisenrat Fridolin Hauser (Hasä-Fritz), Himmelträger Buchbinder Emil Müller, Bruder aus dem Kloster unbekannt, Landrat und Briefträger Karl Müller (Plattä-Kari), Waisenrat Sattler Josef Müller, Dr. Josef Gallati, hinter ihm Landesstatthalter Engelbert Schropp, weitere zwei Behördenmitglieder unbekannt. Der "Himmel" (Baldachin) befindet sich immer noch im Dachgeschoss der Hilariuskirche, ist aber nicht mehr brauchbar.
Gemäss der Kirchlichen Chronik von Kaplan Jakob Fäh war der feierliche Anlass das 400-Jahr-Jubiläum der Pfarrei an Pfingsten, 15. Mai 1932.
Der erwähnte, italienische Erzbischof Pietro di Maria, Titularbischof von Iconium, war von 1926 bis 1935 Nuntius (Iconium, türkisch Konya, ist eine Stadt in Kleinasien).
Lebensdaten von Nuntius Erzbischof Pietro di Maria
Geboren 3. August 1865 in Potenza und Marsico Nuovo, Italien
Priester 23. Mai 1891
Bischof 6. Dezember 1906 in Catanzaro (ernannt)
30. Dezember 1906 (ordiniert)
Titular-
bischof 11. Juni 1918 Titularerzbischof von Iconium
Apost.
Delegierter 11. Juni 1918 in Kanada u. Neufundland (ernannt)
Nuntius 3. Juni 1926 in der Schweiz (ernannt)
1. September 1935 (als Nuntius zurückgetreten)
Gestorben 3. September 1937 (als emeritierter Nuntius in der Schweiz)
Wappen des Erzbischofs Pietro di Maria
Donnerstag, 25. März 2021
Erinnerungsbild
an einen lieben Freund und Förderer
der Partnerschaft mit Bad Säckingen
Mit lieben Ostgrüssen übermittelte mir die Gattin von Werner Rauscher das un-tenstehende Erinnernungsbild mit dem Spruch auf der Rückseite: "Ein Gläschen Wein für alte Knaben, eines von den besten Gaben!"
Werner Rauscher 29. April 1933 bis 8. April 2019
"Ein Gläschen Wein
für alte Knaben,
ist eines von den
besten Gaben!"
Werner Rauscher war Stadtrat und Vorsitzender des Kirchgemeinderates und Mann der ersten Stunde bei der Gründung der Partnerschaft zwischen Näfels und Bad Säckingen anno 1988.
Dienstag, 23. März 2021
Albert Heer wird neuer Landrat für Glarus Nord
Albert Heer, Beriebsökonom FH, leitende Funktion im Kreditmanagement der Credit Suisse rutscht für den scheidenden Landrat Martin Laupper im Glarner Parlament nach. Heer ist mit der Näfelserin Ursi Müller verheiratet, wohnt in Oberurnen und ist Vater der Töchter Livia und Carla.
Samstag, 20. März 2021
Churer Bischof Joseph am Josefstag geweiht
oder
Habemus tandem episcopum novum
Ende gut - alles gut? Dies möchte man sich gerne nach den mühsamen Umständen rund um die Nachfolge eines Churer Bischofs fragen. Nach jahrelangen Querelen und nach der Ablehnung des vatikanischen Dreiervorschlags durch das Domkapitel (Wahlgremium an Domherren) hat Papst Franziskus I. von sich aus einen Nachfolger für Bischof Vitus Huonder ernannt. Kurienkardinal Kurt Koch war Hauptzelebrant, erstmals figurierten auch drei Frauen im Chor der Kathedrale, die Bänke waren aber bewusst sehr spärlich und handverlesen besetzt, da die Coronaregeln eingehalten werden mussten. Die besondere und würdig gestaltete Feier wurde im Livestream übertragen, so dass Interessierte diese zu Hause mitverfolgen konnten.
Bei aller Schlichtheit und Würde des Zeremoniells waren offensichtlich kirchen-diplomatische Entscheide gefällt worden, indem - neben den Regierungsvertre-tern - auch zentralschweizerische und zürcherische Rollenverteilungen berück-sichtigt worden sind, auffällig auch die Integration von Frauen.
Der ganze feierliche Akt war getragen durch Ruhe, Symbolik und dem Bemühen um Versöhnung.
Mit besonderer Spannung erwartete man die Erklärung des neuen Bischofs.
Schlusswort des neu geweihten Bischofs Joseph Bonnemain
"DANKE!
Am Schluss dieser Bischofsweihe kann ich als Erstes nur tief bewegt danken.
Ich danke euch, die ihr heute hier seid und all den vielen, die heute über die Medien mitgefeiert und mitgebetet haben.
Drei Anliegen möchte ich an dieser Stelle zum Ausdruck bringen.
Die Schweizer Bistümer befinden sich zurzeit auf dem Weg zur Erneuerung der Kirche. Eine Phase des Betens und eine weitere des Austausches haben im Bistum bereits stattgefunden. Die dritte Phase sollte mit dem neuen Bischof beginnen. Jetzt ist es soweit!
Papst Franziskus will die Synodalität in der Kirche stärken und vertiefen. Im Einklang mit ihm will ich den anspruchsvollen Weg der Synodalität wagen. Das ist zunächst einmal Ausdruck der Geschwisterlichkeit in der Kirche. Aber er ist noch viel mehr als das. Was wir gemeinsam wollen, ist wichtig – noch viel wichtiger ist aber, was der Heilige Geist für unser Bistum will, vereint mit dem Papst und in der Communio der ganzen Kirche.
Lernen wir neu, achtsam aufeinander zu hören. Lernen wir neu, im Beten auf Gott zu hören. Denn das habe ich in der Vergangenheit oft schmerzlich vermisst.
Sobald wie möglich will ich die verschiedenen diözesanen Beratungsgremien neu konstituieren. Im Miteinander, das keinen Triumph der Mehrheit über eine Minderheit kennt, wollen wir uns durch die Gnade Gottes verwandeln lassen. Streben wir aufrichtig die Einheit des Bistums an, und lassen wir dessen Vielfalt aufblühen.
Mein zweites Anliegen: Jede Frau und jeder Mann ist kostbar und eine Botschaft Gottes. Andere zu provozieren, anzugreifen, zu verletzen, lieb- oder respekt-los zu behandeln, ist nicht christlich. Zu viel von all dem hat unsere Diözese krankgemacht. Diese Krankheit muss geheilt werden.
Ich bemühe mich darum, allen mit der Empathie zu begegnen, die jeder Mensch verdient und ganz besonders die Geschwister im Glauben. Ich bitte euch alle ganz innig, diese Art des Umgangs und der Kommunikation miteinander einzuüben und zu pflegen.
Und schliesslich ein Drittes. Für die heutige Weihe habe ich den ältesten Bi-schofsstab des Bistums ausgesucht: nämlich das Churer Pedum aus Elfen-bein. Vielleicht trug schon der erste dokumentierte Bischof von Chur, Asinio, im fünften Jahrhundert diesen Hirtenstab. Ein Pedum war damals noch der Wander-stab der Glaubensboten, welche die Frohbotschaft überallhin brachten. Nach ihrem Vorbild will ich in unserem Bistum den Aufbruch wagen, «hinausgehen» – «uscire», wie Papst Franziskus so gerne betont. Schliesst euch mir an!
Wir sollten uns «dezentrieren»; wir sollten uns nicht mit uns selbst beschäftigen, ja nicht einmal die diözesanen Institutionen und Strukturen sollten unser Denken und Reden dominieren. Die Menschen, die auf uns warten, interessiert das nicht!
Die Menschen draussen möchten von uns hören und an uns sehen, dass Gott jeden Menschen liebt – immer –, dass er unser Glück will, dass er uns ein ewiges Zuhause bereitet hat. Institutionen und Strukturen interessieren sie nicht.
Jede Pfarrei sollte vermehrt eine Geh-hin-Kirche werden: Da hingehen, wo die Kranken, Leidenden, die Einsamen, Suchenden, Entmutigten, die Randstän-digen, Ausgegrenzten und Armen sind. Dort sollen wir begleiten, unterscheiden und integrieren, wie es uns das Apostolischen Schreiben Amoris laeti-tia aufzeigt. Möge Gott uns heute helfen, die Schritte zu wagen, die uns zu einer frohen und zuversichtlichen Gemeinschaft im Bistum führen – zum Wohl der Kirche und der Gesellschaft, zum Wohl jedes und jeder einzelnen.
Liebe italienischsprachige unseres Bistums, ich freue mich, Ihre schöne Sprache in Zukunft wieder öfter sprechen zu dürfen.
A tutte le care persone di lingua italiana della nostra diocesi: sono contento che in futuro potrò di nuovo parlare più spesso questa vostra bella lingua!
Erlauben Sie mir noch ein Wort auf Rätoromanisch! Liebe Gläubige im Bünd-nerland: Ich weiss nicht, ob ich in fünf Jahren Romanisch lernen kann. Was ich aber weiss: Sie können darauf zählen, dass ich mich als Churer Bischof mit euch besonders verbunden weiss. Dies stets in Solidarität mit der bunten Realität des ganzen Bistums.
Lubi a mi aunc in per plaids en romontsch! Cars cartents el Grischun, cars car-tents romontschs. Jeu sai buc sche jeu vegnel d’emprender il lungatg romontsch enteifer tschun onns. Vus astgeis denton esser segirs, che jeu lessel s’identificar sco uestg da Cuera cun quei cantun ed siu pievel, senza tralaschar la solidaritad cun la realitad divergenta en nies uestgiu.]
Das Zeremoniell sieht vor, dass ich jetzt durch die Kirche schreite und den Segen erteile. Bevor ich Ihnen den Segen erteilen kann, brauche ich Ihren Segen. Deshalb werde ich nun hier vorne niederknien und um Ihren Segen bitten. Danke von Herzen!"
Ehe er beim Auszug das Volk segnete, kniete der neu geweihte und eingesetzte Bischof von Chur vor dem Altar, gegen das Kirchenschiff gewandt, nieder und bat das Volk um seinen Segen. (Bilder: Bistum Chur; Text: Infoblatt des Bistums Chur)
Und vier persönliche Nachbemerkungen
1. In der Allerheiligenlitanei vermisste ich die Nennung des Heiligen Hilarius und Fridolin.
Beide sind - insbesondere für den Kanton Glarus - von historischer Bedeutung. (Dies
schon bei der Weihe des inzwischen zurückgetretenen Weihbischofs Marian Eleganti)
2. Dieser Eindruck wurde noch durch das Schlusswort des neuen Bischofs verstärkt, als er
vom ältesten Pedum (Wanderstab) sprach, der an die Glaubensboten erinnerten. (Ein
Blick auf das Glarner Wappen bekräftigt seine Erwähnung)
3. Dass eine Lektorin - nebst normaler Brille - noch eine Sonnenbrille im Haar stecken hat-
te, verwunderte mich; ob das ein optimistisches Zeichen für künftig "blendende Zeiten"
des Bistum Chur sein mag?
4. Als Glarner vermisse ich eine bessere Einbindung ins Bistum. Als ehemalige Bistum-
Konstanzer sind wir nach wie vor nur "provisorisch" dem Bistum Chur angegliedert
(die meisten Glarner Kirchen sind von Konstanzer Bischöfen oder Weihbischöfen einge-
weiht worden.). Die katholische Glarner Landeskirche hat keine Synode (Legislative) und
nicht einmal mehr einen Domherrn! In Bistumsgremien tätig sind Pfarrer Kurt Vogt,
Näfels, (Bistums-Baukommission) und Gebhard Jörger, Niederurnen (Katechetische
Kommission) und Diakon Winfried Weimert, Mollis (Diakoniekommission)
Das hindert mich aber nicht, meiner Freude und Dankbarkeit über die ganze Bischofsweihe auszudrücken und zu wagen, zur vermuten, dass nach der Ära Bonnemain in vorauissicht-
lich fünf Jahren ein Zürcher Bischof von Chur wird.
Freitag. 19. März 2921 (Seppätaag)
Alles Beste zum heutigen Namenstag
den Seppen, Josefen und Josefinen!
Der Josefstag ist gesetzlicher Feiertag in bestimmten überwiegend katholisch bevölkerten Kantonen der Schweiz. (Kantonsweit: Ob- und Nidwalden, Schwyz, Uri, Tessin, Wallis; einzelne Gemeinden: Graubünden, Luzern, Solothurn, Zug) und im Fürstentum Liechtenstein.
Josefstag = 37 Jahre "Tschampersunntig" in Näfels
Am 22. Juni 1973, im gleichen Jahr, als die Landsgemeinde den "Fridlistag" ab-schaffte und dagegen "Allerheiligen" als gesetzlichen Feiertag einführte, be-schloss die Näfelser Kirchgemeinde den Josefstag als Ruhetag abzuschaffen. Schon am 1. Juni 1911 hatte die gleiche Körperschaft beschlossen, statt dem Jo-sefstag den Karfreitag zu feiern. Die Beschluss habe viel "Verbitterung und Erregung" in der Bevölkerung ausgelöst.
Doch am 14. Juni 1936 stand Leichenträger und Arbeiter Melchior Landolt, ein "eifriger Katholik und rühriges Mitglied des Arbeitervereins" auf und bean-tragte der Kirchgemeinde erfolgreich, den Josefstag als "freiwilligen Feiertag" wieder einzuführen. Der Antragsteller wurde im Volk wegen seiner Gangweise auch "Tschamper" genannt. Danach wurde der Josefstag künftig auch "Tscham-persunntig" geheissen.
Dieser Antrag blieb 37 Jahre, von 1936 bis 1973 wie eingangs erwähnt in Kraft.
1999 - als die Josefen immer spärlicher wurden und moderneren Namen weichen mussten, gründeten aufrechte Seppen - nach dem Vorbild des aus den gleichen Gründen 1986 gegründeten Fridolinbundes - den "Seppentreff". Dieser wurde jeweils am 19. März für Seppen und Josefinen mit einem feinen Essen, "Seppi-wii" und lustiger Unterhaltung gefeiert. Der "Seppentreff" wurde allerdings nur 20 Jahre alt und am 19. März 2019 wieder aufgehoben. Gründerpräsident war Josef Fischli-Krähenmann, Näfels, der letzte Präsident Josef Gallati-Schönbächler, Fällanden.
Mittwoch, 17. März 2021
Ein hochverdienter Oberurner ist nicht mehr
Hans Stucki, langjähriger Gemeinderat
Hans Stucki-Metzger hat uns im hohen Alter von 94 Jahre für immer verlassen. Er hat die Geschicke der Gemeinde Oberurnen mitgeprägt und unauffällig, aber engagiert und vielseitig am Dorfleben teilgenommen. Ein dorfbekannter, liebenswürdiger und lantlicher Mann fehlt in der Dorfgemeinschaft. Nach den Gebresten des Alters und nach einem kurzen Aufenthalt im Altersheim durfte er die Augen für immer schliessen. In heutiger, so schnelllebiger und so schnell vergessender Zeit soll er hier ein wenig verewigt werden.

Freundlicherweise hat uns seine Familie den Lebenslauf zur Verfügung ge-stellt, der im Trauergottesdienst von Sohn Hansjörg vorgetragen wurde. Schlicht und einfach ist ein treffliches Porträt festgehalten, das aufzeigt wie vielseitig Hans Stuckis Leben war und wie sehr er das Dorfleben in Oberurnen mitgeprägt hat:
Lieber Tädi

Am 5. August 1927 hast du das Licht der Welt erblickt. Du bist mit drei Schwestern und einem Bruder aufgewachsen, später ist noch ein Halbbru-der dazu gekommen.
Du hast die Primarschule in Oberurnen und die Klosterschule in Näfels besucht.
Euer Vater hat verschiedene öffentliche Ämter wahrgenommen und ist da-durch stark beansprucht gewesen.
Ihr habt darum der Mutter helfen müssen, weil auf dem Bauernhof viel Handarbeit angefallen ist.
Als junger Bursche wärest du gerne Velomechaniker geworden. Doch deine Arbeitskraft wurde daheim in der Landwirtschaft gebraucht.

1947 hast du im Alter von 20 Jahren die Gebirgsinfanterie-Rekrutenschule in Luzern absolviert. Nachher hast du die Arbeit als Briefträger aufge-nommen. So hast du auch für drei Jahre in Zürich und in Rüschlikon gear-beitet, wo du deine Frau kennen gelernt hast.

Ich erinnere mich, wie du und Mutti vom damaligen Wochenendausflug ins Glarnerland erzählt haben. Am Samstag seid ihr mit dem Velo von Rüsch-likon nach Oberurnen gefahren. Am Sonntag ging es weiter ins Klöntal und zurück nach Rüschlikon. Die anstrengende Velofahrt ist dem Mutti in unvergesslicher Erinnerung geblieben.

Deine Wiederholungskurse hast du in der Gebirgs-Schützenkompagnie I/85 geleistet. Der Scesaplana WK ist dir nachhaltig in Erinnerung geblieben.

1952 bist du als Briefträger zurück nach Oberurnen gekommen.
1953 hast du geheiratet und die Parterre-Wohnung an der Landstrasse 39 bezogen.

1954 im Alter von 27 Jahren bist du erstmals Vater von einer Tochter ge-worden.
1956 bin ich zur Familie gestossen.

Im gleichen Jahre hast du mit Kollegen den Skiclub Oberurnen gegründet

1961 bist du zum dritten Mal Vater geworden.

Anfangs der 60er Jahre ist unser Ferienhaus auf der Sonnenalp in Eigen-regie entstanden. Die Sonnenalp ist einer deiner Lieblingsplätze gewesen. Heuen, holzen und wenig Erholung. Wochenendbesuche von Verwandten und Bekannten. Allen hat es immer gut gefallen auf der Sonnenalp.

Ende der 60er Jahre hast du das Haus an der Landstrasse 39 kaufen können. In den 70er Jahren haben wir an- und umgebaut. Auch da hast du viel Eigenleistung erbracht.

Während 19 Jahren hast du als Gemeinderat der alten Gemeinde Oberur-nen gedient.

Ebenfalls warst du Fürsorgerat und Vormund.
Auch hast du mitgewirkt:
im Skiclub
im Schützenverein Nieder- und Oberurnen
im Verkehrsverein
im Samariterverein
und in der SVP

Bis zu deiner Pensionierung im Jahre 1992 hast du die Post in Oberurnen ausgetragen.

Hast Deinen Hobbies holzen und heuen weiter gefrönt.

Grosse Freude hast du auch an deinen Gross- und Urgrosskindern gehabt.

Vor den Weihnachten 2018 ist dann im Anschluss an einen leichten Hirn-schlag der Übertritt ins Altersheim notwendig geworden. Deine Frau ist dort nie heimisch geworden und ist im Februar 2019 verstorben.

Du hast ein Leben lang gedient und geholfen. Das Wohl der anderen stand dir immer vor deinem eigenen Wohl.
Tädi, wir danken dir für alles, was du für uns getan hast.
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DORFBROSCHÜRE DES VERKEHRSVEREINS OBERURNEN
OBERURNEN – MIIS DORF
2013
Margrith Neeracher-Tschudi interviewte Hans Stucki-Metzger 2013 unter Rubrik
"Leute wie du und ich"
Name: Hans Stucki
Adresse: Landstrasse 39, Oberurnen
Zivilstand: verheiratet
Geburtsdatum: 5. August 1927
Hobbies: Holzen, Heuen, Sonnenalp
Lieblingsessen: Kartoffelstock mit Braten, Nierli
Welchen Traumberuf hattest du in deiner Kindheit?
Nach Abschluss der Schulzeit mussten wir zu Hause auf dem Bauernhof helfen. Unser Vater war in öffentlichen Ämtern tätig und deswegen viel abwesend. Da mussten wir der Mutter helfen, insbesondere da auf einem Bauernhof viel in Handarbeit zu erledigen war.
Einmal da wollte ich Velomechaniker werden. Ich habe in dieser Zeit viele Fahr-räder geflickt.
Hast du schon immer in Oberurnen gelebt, oder hattest du auch deine sog. Lehr- und Wanderjahre?
Ich bin in Oberurnen aufgewachsen und besuchte während zweier Jahre die Klo-sterschule in Näfels. Am Ende der Schulzeit war bereits das Werkzeug bereit, um zu Hause zu helfen. Bereits während der Schulzeit mussten wir in der Freizeit im-mer mithelfen.
So war ich zu Hause, bis ich ungefähr zwanzig Jahre alt war. Ich habe dann während fünf Stunden auf der Post ausgeholfen und eine kurze Tour gemacht. Danach musste ich in St. Gallen einen Kurs bei der Post besuchen und wurde nach Siebnen eingeteilt. Kurzfristige Planänderungen verschlugen mich aber nach Zürich. Dort habe ich während der ersten Woche oberhalb des Postbüros in einem Ruhezimmer geschlafen. Während ungefähr drei Jahren blieb ich dann in Zürich und Rüschlikon. Im zweiten Jahr in Rüschlikon habe ich mir gesagt, jetzt kaufe ich einen Töff oder suche eine Freundin. Ich lernte dann Elisabeth kennen und kaufte ein Velo!
Als wir verlobt waren fuhren wir einmal an einem Samstag mit dem Velo von Rüschlikon nach Oberurnen, am Sonntag ins Klöntal und anschliessend wieder nach Rüschlikon.
In Oberurnen war zu dieser Zeit eine Posthalterin tätig. Ein Kollege, Beni Noser, der Probleme im Umgang mit dieser Frau hatte, beantragte seine Versetzung und so kam ich 1952 zurück nach Oberurnen.
Es war nicht gerade einfach am Anfang und das Verhältnis mit der Posthalterin war sehr gespannt. Dank der Unterstützung meiner Frau Elisabeth habe ich durchgehalten, auch wenn es zeitweise sehr belastend war.
Ist dir die Entscheidung, hier in Oberurnen zu leben und zu arbeiten, einfach ge-fallen?
Wie gesagt, der Dienst war oft sehr belastend, nicht wegen der Arbeit, sondern wegen der Vorgesetzten.
Mein Elternhaus steht neben dem Rössli. Meine Frau und ich haben nach unse-rer Hochzeit 1953 in der Parterre-Wohnung in unserem jetzigen Haus gewohnt. Als es dann verkauft wurde, gaben wir ein Angebot ab und haben dann den Zu-schlag bekommen. Ein Schwager hatte ein Heizungs- und Lüftungsbüro in Rüschlikon, ein Verwandter von diesem war Bauführer und so konnten wir vieles in Eigenregie machen.
Meiner Frau fiel es am Anfang schwer, hier in den Bergen zu leben. Ich bin ja hier aufgewachsen und lebe sehr gerne hier. Anfangs der 60er Jahre konnten wir ein Häuschen bauen auf der Sonnenalp, wo wir auch immer wieder mit viel Liebe in Eigenregie arbeiten.
Inwieweit hat sich Oberurnen seit deiner Kindheit verändert?
Die Zeiten waren einfacher, der Verdienst war nicht besonders hoch. Viele Leute arbeiteten bei der Seidenweberei Spitz, in der Spinnerei Heer und auch beim Eternit. Viele dieser Arbeitsplätze sind jetzt nicht mehr vorhanden
Die Leute waren meiner Ansicht nach zufriedener, auch wenn sie weniger ver-dienten. Auch der Glaube früher war tiefgründiger. Das Leben und auch die Feste waren viel bescheidener. An einer Kilbi zum Beispiel holte man sich ein Krämli beim Bäcker und sass zu einem Kaffee zusammen. Und auch die Feuerwehr Oberurnen agierte sparsam und benutzte den alten Buick der Familie Heer als Feuerwehrauto.
Im Gegensatz dazu finde ich, dass heute in der Gemeinde zu wenig gespart wird. Viele Angestellte haben ein gemeindeeigenes Auto, die ja alle auch wieder unterhalten werden müssen.
Hans Stucki in guten Zeiten, täglich auf der Tour als Zustellbeamter der PTT!
(Foto: Margrit Neeracher)
Oberurner Dorfwappen (bis Gemeindefusion 2011)
Dienstag, 16. März 2021
35 Jahre Fridlibund 1986-2021
Und es wurde 2020 doch ein Fridolin geboren!
In der Sendung Rondo-Fokus bei Tele Südostschweiz vom 5. März 2021 (Vorabend Fridlistag) wurde im Hinblick auf den Fridlistag ein Spezialinterview mit dem Oberfridli des Fridlibundes, Fridolin Hauser (Fridli Osterhazy), von Franco Landolt ausgestrahlt, das viel positives Echo auslöste. In der Sendung wurde mitgeteilt, im Jahr 2020 sei wahrscheinlich kein Fridolin geboren worden. Am Tag nach der Aufnahme teilte eine Hebamme der Gebärabteilung des Kantonsspitals mit, es sei im Vorjahr tatsächlich kein Fridolin geboren worden.
Eine Woche nach der Ausstrahlung meldete sich ein sympathische Frauen-stimme, sie habe in einer Hausgeburt am 19. Dezember 2020 einen Fridolin als drittes Kind nach zwei Töchtern zur Welt gebracht.
Der Fridlibund (Oberfridli Hauser, Schatzmeister Fridli Gallati, Revisor Ruedi Fridolin Jenny) kreuzten
deshalb heute Dienstag beim glücklichen Ehepaar Fridolin und Amanda Tschudi in Ennenda auf, um zu
gratulieren und dem Neu-mitglied ein kleines Startkapital mit Urkunde zu überreichen. Damit ist die Fehlinformation korrigiert. Fridolin Tschudi jun. ist damit das jüngste Mitglied des
Fridlibundes. Mit von der Partie war auch Profi-Fotograf Sasi Subra-maniam, der ein Reportage für die "Glarner Nachrichten" machen wird. Nicht nur im Fridlibund herrscht mächtig Freude!
F. O.
Fridolin und Amanda Tschudi-Roth mit dem jüngsten Fridolin im Kanton Glarus.
Dreimal Fridolin: links der jüngste Fridolin, rechts Grossvater und Vater Fridolin Tschudi
Fridolin Tschudi, *19. Dezember 2020, ist der jüngste Spross eines ellenlangen Stammbaums mit berühmten Vorfahren, Gemeindepräsidenten, Landamännern, Ratsherren, Richter, Pannerherren, gar mit Rittern und einem Baron. Die Genea-logie der Ennendaner und Stadtglarner reicht zurück bis 1356. Als "Stammvater" aller reformierten und katholischen Tschudenen von Ennenda, Schwanden, Näfels, Chur, Gräpplang-Wasserstelz, Rapperswil und Wil gilt der Pannerherr
Heinrich Tschudi, Linthal, der in der Mordnacht von Weesen am 22. Feb-ruar 1388 umgekommen ist und der, falls die Genealogie stimmt, jeweils im Fahrtsbrief verlesen werden müsste (genannt sind dort ein Hans und Heinrich Tschudi von
LInthal).
Die Delegation des Fridlibundes sagt dem jungen Erdenbürger voraus, er werde einmal Gemeinderat, was angesichts seiner Ahnenreihe und der vielen politi-schen und
staatsmännischen Gene durchaus möglich sein könnte!
Und der 87-tägige Fridolin tut schn so, als ob er lesen könnte...! (Foto:Sasi Subramaniam)
Donnerstag, 11. März 2021
Fridli Schiesser mit der Fridlifahne berichtet
aus
"Fridolin", Schwanden, Nr. 10, 11. März 2021, Seite 26 (mit frdl. Bewilligung des "Fridolin")
Fridolin Schiesser, Fähnrich, angefressener und begeisterter Fridolin-
Fan auf seiner von ihm produzierten Karte "Fünf Fridolins".
(Karte: Fridolin Schiesser)
Mittwoch, 10. März 2021
Näfelser Fahrt ohne Prozession und grosse Orchestermesse
Näfelser Fahrt light in der Hilariuskirche
Regierungsratssitzung 9. März 2021 • Damit die Näfelser Fahrt 2021 wegen der Pandemie nicht vollständig ausfallen muss, wird eine reduzierte Feier in der Kirche St. Hilarius in Näfels durchgeführt. Sie wird live im Fernsehen übertragen.
Damit nach 2020 die Näfelser Fahrt nicht erneut ganz abgesagt werden muss, genehmigt der Regierungsrat für 2021 eine Näfelser Fahrt «light». Weil derzeit aufgrund der Pandemiemassnahmen weder eine Prozession noch die Darbie-tungen von Chören, Musikformationen und Tambouren möglich sind, findet die Fahrtsfeier mit wenigen Teilnehmern in der Kirche St. Hilarius in Näfels statt, sie wird aber in TV Südostschweiz live übertragen.
Erweiterter Gottesdienst
Mit maximal 50 Personen wird die Näfelser Fahrt im reduzierten Rahmen eines erweiterten Gottesdienstes in der Kirche St. Hilarius durchgeführt. Die Feier wird umrahmt mit Orgelmusik. Die Messe wird ausserdem von vier professionellen Solosängerinnen und –sängern unter Einhaltung der dazugehörenden Schutz-massnahmen begleitet. Messe, Fahrtspredigt, Fahrtsrede und die Verlesung des Fahrtsbriefes finden allesamt in der Kirche statt. Die Näfelser Fahrt «light» wird live durch Tele Südostschweiz übertragen.
Alte und neue Gesetze
Die Näfelser Fahrt ist im ältesten noch gültigen Gesetz – dem Gesetz betreffend die Feier der Näfelser Fahrt vom 24. Mai 1835 – geregelt. Das Gesetz enthält Vorgaben über die Fahrtspredigt, die Bestimmung des Fahrtspredigers und der «üblichen Begrüssungsrede». Zu beachten sind aber auch die Vorgaben des Bundes zur Bewältigung der Coronavirus-Pandemie. Sie verbietet aktuell die Durchführung von Veranstaltungen. Die Näfelser Fahrt ist eine solche Veran-staltung, für sie gibt es auch keine Ausnahmeregelung. Erlaubt ist dagegen die Durchführung eines Gottesdienstes.
Programm

Zeit

Kirche St. Hilarius, Näfels

8. April 2021

09.45 Uhr

Besammlung für Einmarsch

Saal (neben Kirche)

10.00 Uhr

Einmarsch zu Solo-Orgelspiel

Orgel

Eröffnung

Pfarradministrator

10.05

Fahrtsrede

Landesstatthalter

10.15

Gebet

Pfr. Krysztof Glowala

10.20

Verlesen des Fahrtsbriefes

Peter Staub

10.35

Gloria

Gesangsquartett

10.40

Fahrtspredigt mit Bibeltext

Probst Harald Eichhorn

10.55

Messe Kirche

Pfr. Krysztof Glowala

11.25

Schlussspiel

Ausmarsch
Die Protagonisten der Näfelser Fahrt light 2021
Zur Aufführung gelangt die Messe in G von Giuseppe Antonio Bernabei inter-pretiert von Stefania Gniffke Thalmann (Sopran), Susanne Andreas (Alt), Cor-nelius Bader (Tenor) und Beat Merz (Bass) Leitung: Cornelius Bader.
Erste Reihe v.l.n.r.:
Landesstatthalter Benjamin Mühlemann, Fahrtsredner; Orts-Pfarrer Kurt Vogt, Gastgeber; Peter Staub, Fahrtsbrief-Lektor; Stadtpfarrer Krzystof Glowala, Zele-brant, Propst Harald Eichhorn, Fahrtsprediger.
Zweite Reihe v.l.n.r.:
Stefania Gniffke Thalmann (Sopran), Susanne Andres (Mezzosopran/Alt), Cor-nelius Bader (Tenor) und Beat Merz (Bass) Leitung: Cornelius Bader.
Der Komponist der Missa in G
Giuseppe Antonio Bernabei.
*1649 im Rom, + 9. März 1732 in München
Italienischer Organist, Komponist und Hofkapellmeister in München
Sohn von Ercole Bernbeis, bei dem er seine Ausbildung erhielt. 1675-77 war er Organist am Oratorium der Kiche San Macello in Rom. Kurz von Antritt seiner Reise nach München wurde er zum Priester geweiht. In München wurde er 1677
Vizekapellmeister an der Seite seines Vaters und 1688 sein Nachfolger als Hof- kapellmeister.
Fünfzehn seiner Opern sind grösstenteils erhalten. Ferner schrieb er Kirchenmu-sik im traditionellen Stil und mehrere weltliche Kantaten. Ein Sammlung mit In-strumentalwerken Orpheus ecclesiasticus, Syphonias varias commentus (Augs-burg 1698), enthält je sechs drei- und vierstimmige Sonaten für Streicher und B. c. (aus: Wikipedia)
Mittwoch, 10. März 2021
Schnappschüsse von der Ballustrade
Susanne von Dach fotografierte
Die von Franco Landolt (Tele Südostschweiz) produzierte TV-Interviewsendung, die am Vorabend zum Fridlistag ausgestrahlt wurde, wurde am 3. März 2021 noch vor der Öffnungszeit der Landesbibliothek aufgenommen. Susanne von Dach, die für die "Glarner Woche" schreibt und in einem Teilpensum in der Landesbibliothek arbeitet, war zufällig auf der Ballustrade und knipste.
Die TV-Equippe stellte zuerst ihre Apparaturen auf, stellte Stühle bereit, Franco Landolt gab die entsprechenden Anweisungen. Nach einer kurzen Vorbespre-chung zwischen dem Produzenten und dem zu Interviewenden, machten die bei-den Damen Bild und Tonproben (Bild- und Soundcheck). Dann ging es speditiv
los. Die ersten Aufnahmen wurden stehend ausgeführt, danach unterhielten sich Franco Landolt und der Interviewpartner sitzend. Der Standpunkt wurde so ge-wählt, weil im Hintergrund eine eisengeschmiedete Figur des Sant Fridli stand. Sie stammt von Christian Zimmermann, Hammerschmiede, Mühlehorn und begleitete die grosse Glarner Delegation ans Sechseläuten. Glarus war Gastkanton. Die künstlerische Arbeit wurde später in einem feierlichen Anlass der Landesbibliothek übergeben.
Susanne von Dach stellte folgende "Erinnerungsbilder" zur Verfügung.
Montag, 8. März 2021
Ein Nachtrag zu den Beiträgen vom Fr 29.1.2021/So 14.2.2021
Was kostet ein "Ferienzimmer" im Altersheim Näfels?
|Abschrift der Abrechnungen nach einem Aufenthalt vom 25. Januar bis und 12. Februar 2021|
|25.1.bis 31.1.21|
|Pensions-, Betreuungs- und Pflegetaxen Bewohner|
|Betreuungstaxe||7 Tage||28.15||197.05|
|Pflegetaxe Bewohner Stufe 2||7 Tage||20.60||144.20||341.25|
|Pflegekosten Versicherer|
|Pflegetaxe Anteil Vers. Stufe 2||7 Tage||19.20||134.40||134.40|
|Total|
|Pflegekosten Restfinanzierer|
|Pflegetaxe Ant.Gemeinde Stufe 2||7 Tage||0.00||0.00||0.00|
|Total|
|./, Inkasso Pflegetaxe Anteil Vers. Stufe 2||-19.20||-134.40||-134.40|
|./. Inkasso Pflegetaxe Ant. Gemeinde Stufe 2||0.00||0.00||0.00|
|Total Rechnung||341.25|
|Pension Ferienzimmer/Kurzaufenthalter||7 Tage||115.00||805.00|
|Eintrittspauschale Ferien-/Kurzaufenthalter||250.00||250.00|
|Zuschlag Ferien-/Kurzaufenthalter||7 Tage||15.00||105.00||1'160.00|
|Zusatzleistungen|
|Süsswasser Pet 5 dl||14 Flaschen||3.00||42.00|
|Reust Taxi Spital ins Letz||60.00||106.00|
|Gesamttotal 25.1. bis 31.1.2021||1'262.00|
|1.2. bis 12.2.21|
|Pensions., Betreuungs- und Pflegetaxen Bewohner|
|Pension Ferienzimmer/Kurzaufenthalter||12Tage||115.00||1'380.00|
|Zuschlag Ferien-/Kurzaufenthalter||12 Tage||15.00||180.00|
|Betreuungstaxe||12 Tage||28.15||337.80|
|Pflegetaxe Bewohner Stufe 2||12 Tage||20.60||247.20||2'145.00|
|Pflegekosten Versicherer|
|Pflegetaxe Anteil Vers. Stufe 2||12 Tage||19.20||230.40||230.40|
|Pflegekosten Restfinanzierer|
|Pflegetaxe Anteil Gemeinde Stufe 2||7 Tage||0.00||0.00||0.00|
|Total|
|Zusatzleistungen|
|Süsswasser||1 Flasche||3.00||3.00|
|Zimmer-Schlussreinigung||100.00||100.00||103.00|
|Inkasso|
|./, Inkasso Pflegetaxe Vers.||12 Tage||-19.20||-230.40|
|./. Inkasso Pflegetaxe Gemeinde||0.00||0.00||-230.4||0|
|Gesamttotal 1. bis 12.2.21||2'248.00|
|Rechnung Concordia Krankenkasse|
|Rechnung vom Altersheim direkt / Selbstbehalt||134.40|
|Gesamttotal Aufenthalt Ferienzimmer Altersheim Näfels||3'985.65|
Tagesdurchschnitt 3'985.85:19 Tage= 209.77 gerundet 209. 80 Fr
Sonntag, 7. März 2021
"Fridlini" in Bad Säckingen stark reduziert
Keine Prozession, kein Empfang im Kursaal, keine Prominenz
Das jährlich am Sonntag nach dem 6. März (Fridlistag) stattfindende "Fridlini", wie die Bad Säckinger das Grosse Fridolinsfest nennen, fand 2021 nur in "abge-speckter" Form statt. Wegen der Corona-Einschränkungen durften die grosse Prozession, bei der der "Fridolinsschrein" durch die Altstadt getragen wird, und der Empfang beim Bürgermeister im Kursaal nicht durchgeführt werden. Der fei-erliche Gottesdienst im Fridolinsmünster hingegen musste ohne Chor aus-kommen, die Kirchenbesucher hatten sich vorher anzumelden und die Kirchen-bänke waren grossräumig abgesperrt. Die Delegationen der fünf Partnerstädte fehlten, ebenso die Ritter vom Heiligen Grab. Von der Prominenz war lediglich der Bürgermeister und seine Gemahlin anwesend, die sonst zahlreichen Politiker und Politikerinnen fehlten weitgehend. Ein trauriges, schmerzliches Bild.
Dennoch zelebrierte der volksnahe emeritierte Weihbischof Johannes Zeindler an der Seite von Münsterpfarrer und Dekan Peter Berg und weiteren Mitzelebranten den Festgottesdienst und hielt die Festpredigt. An Stelle des Chores und Or-chesters sang und spielte ein nur achtköpfiges Ensemble unter Leitung von Bezirkskantor Markus Mackowiak mit den Gesangssolisten Miriam Feuersinger (Sopran), Raphael Höhn (Tenor), Jan Börner (Altus) und Manfred Bittner (Bass) und den Instrumentalisten mit zwei Violinen, einem Fagott und einem Bass (Violone), nämlich Angelika Balzer, Gabriela Scheinpflug, Eckhard Lenzing und Matthias Müller. Im Zentrum stand die "Missa in d" von Wolfgang Amadeus Mozart. Zwei Kirchensonaten, die Motette "Ave verum corpus" und das "Laudate Dominum" gehörten zur musikalischen Umrahmung des Hochamtes.
Die Feierlichkeiten wurden elektronisch übertragen, aber nur spärliche Abrufe ausgewiesen (mal 270 User)
Die am PC aufgenommenen Bilder folgen als Bilddokumentation dieses beson-deren Fridolinsfestes, das hoffentlich in dieser eingeschränkten Form ein Ein-zelfall bleibt.
Fridlini 2021 Bad Säckingen, abgespeckt, aber am PC live ausgestahlt. Hier auf meinem Schreibtisch. Weihbischof Johannes Zeidler predigt am Ambo. Im Hintergrund die "Fridlikerze", die wir mit dem Fridlibund am 6. März 2020 nach Bad Säckingen gebracht haben. (Aufnahmen mit Handy)
Ein Glarner Sankt Fridli war dabei!
Auch ohne Glarner Delegation war der Sankt Fridli dabei.
Am Fuss ist die am 6. März 2020 vom Fridlibund überbrachte "Fridolinskerze" mit dem abgebilde-ten Fridolin des Schlachtbanners von 1388 auf-gestellt.
Sie wurde in einer Einsiedler Kerzenfabrik herge-
stellt.
Die zweite Kerze stammt aus der etwa vierzig Kilometer nördlichen gelegenen deutschen Stadt Neuenburg am Rhein. Sie wird jährlich von Pri-vaten gestiftet als Dank für heil überstandenen Hoch-wassergefahren im 17. Jahrhundert.
Die Inschrift auf dem offenen Buch in den Händen des Sankt Fridli lautet:
"Lebet nach dem Evangelie Jesu Christi
das Ich dahier zuerst verkündet.
Dies euer Heil!"
Fridlini 2021: Weihbischof Johannes Zeidler predigt vor der Fridolinskerze des Fridlibundes.
Fridlini 2021: Der feierliche Gottesdienst bei beschränktem Zutritt wurde am PC livc über-tragen. Der PC auf meinem Bürotisch. Weihbischof Johannes Zweidler am Ambo während seiner volksnahen Festpredigt.
LInks: Fridlinni-Hochamt, Dekan und Münsterpfarrer Peter Berg zweite Reihe im Bildmitte.
Rechts: Auszug nach dem Gottesdienst. (Fotos: Handy)
Sonntag, 7. März 2021
Fridolin und Ursus im TV Suedost
Franco Landolt (TV-Moderator TV Suedostschweiz) produzierte letzten Donnerstag in der Landesbibliothek vor der Eisenskulptur "Fridolin" (von Christian Zimmermann) einen Beitrag für "Rondo-Fokus" einen Beitrag zum Thema "Fridolin" im Hinblick auf den "Fridlistag" 6. März. Der Links dazu
oder
Wer Lust und Interesse hat, klicke die obigen Link-Adressen an. Mit einem Click auf den zweiten, längeren Link trifft man direkt auf die Sendung.
Fridolin und Ursus auf dem Weg nach Rankweil. Standesscheibe Glarus im Kreuzgang des Klosters Muri.
Sonntag, 7. März 2021
Regierungsratswahl - erste Runde
Jürg Feldmann mit 158 Stimmen vor Markus Heer
GL Nord Glarus GL-Süd Total
Jürg Feldmann 2'006 1'307 1'396 4'709
Markus Heer 1'814 1'592 1'145 4'551
Vereinzelte 170 178 171 519
Das absolute Mehr von 4'890 ist nicht erreicht.
Der 2. Wahlgang findet am 28. März 2021 statt.
Samstag, 6. März 2021 (Fridlistag)
Die ersten Gratulanten zum Fridlistag:
Wolfgang und Beat Hauser,
Söhne des unvergessenen Regierungsrates und Finanzdirektors Dr. Fridolin Hauser
Als kleine Dankesgeste schalte ich das von Bildhauer Hans Kennel, Näfels, geschaffene Grabmal auf dieser Seite auf. Der prominente Regierungsrat Fridolin war auch Unternehmer eines Kaffeegeschäftes in Näfels. Das Grabmal wurde nach der Aufhebung des Grabes in den Garten des "Linthhofs", dem Wohnhaus der Familie Hauser, aufgestellt.
Der Bildhauer Hans Kennel hat ungezählte Werke geschaffen, viele Grabsteine auf dem Näfelser Friedhof stammen von ihm. Der imposante Grabstein für Regierungsrat Dr. Fridolin Hauser ist ein Meisterwerk mit dem Motiv des Heiligen Fridolin, unseres Glarner Landes, Kirchen- und Namenpatrons. Die vier üblichen Insignien sind dargestellt: Heiligenschein (hier als Quadrat), Stab, Buch (Bibel) und Reliquientasche.
Spätere Aufnahme / Ausschnitt Sankt Fridolin mit witterungsmässiger Patina.
(Foto: Sasi Subramaniam)
Samstag, 6. März 2021
Tanggä, liäbs Annemarie!
Vrgält's Gott für p Moorächöpf!
Dieser Tage hing an meiner Tür ein Beutel mit einer ganzen Batterie feinster Mohrenköpfe (politisch Korrekte bitte ich um Nachsicht für die offenbar umstrittene Bezeichnung) mit dem Vermerk "Äs liäbs Grüässli Annemarie".
Zunächst "Liäbä Dangg!" (Deine Süssigkeiten sind justament rechtzeitig auf meinen Namenstag (Fridlistag) eingetroffen und ein Trost für den erstmals nicht stattfindenden "Fridlitreff" der Fridlenen, Fritzen, Friggen und Fridenen abends um 20 nach 20 Uhr sewit 1986!
Mein Problem:
Ich kenne so viele sympathische Annemaries, dass ich in der Verlegenheit bin, nicht zu wissen, welcher edlen Spenderin von Süssigkeiten ich danken kann.
Ich rufe deshalb ins Internetnetz hinaus:
Wo bist du, liebe Annemarie? Gerne möchte ich dir herzlich danken. Deine Überraschung ist gelungen!
Samstag, 6. März 2021 (Fridlistag)
"Ursus stand uuf!"
St. Fridolin ruft Ursus als Zeugen vor Gericht auf
Fridolin ruft Ursus aus dem Grab als Zeugen vor das Rankweiler Gericht. (Foto: Glasfenster in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Andelsbuch (Vorarlberg). Geschaffen 1943. Künstler: Wolfgang Sauber. (Quelle: Pfarrkirche Andelsbuch – Wikipedia)
Die Legende von Fridolin und Ursus
oder
Wie das Glarnerland in den Besitz des Klosters Säckingen kam
Nacherzählt von Fridli Oschterhazy
Zwischen 960 und 970 n. Chr. gab Balther von Säckingen eine "Fridolins-Vita» oder eine Lebensbeschreibung vom Heiligen Fridolin heraus.
Etwas zweihundert Jahre später kam eine Legende dazu, die erzählt, wie Sankt Fridolin zu seinem Land gekommen sei.
Zur Zeit als Fridolin in Säckingen am Oberrhein ein Kloster gegründet hatte, hätten im Glarnerland zwei vermögliche Brüder gewohnt. Der eine hiess Ursus, der andere Landolf.
Ursus war vom heiligmässigen Leben des Sankt Fridolin so überwältigt, dass er ihm bzw. dem Kloster Säckingen, Haus und Hof und alles, was ihm im Glarnerland gehört hat, als Erbe vermachte. Sein Bruder Landolf soll damit einverstanden gewesen.
Als Ursus plötzlich starb, wollte sein Bruder Landolf von einem Testament zu Gunsten von Sankt Fridolin nichts mehr wissen und behauptete, er sei der rechtmässige Erbe.
Da ging Sankt Fridolin vor Gericht und wollte so zum versprochenen Land kommen. Die Richter aber verlangten Beweise oder Zeugen.
Darauf begab sich der Heilige Fridolin zum Grab des Ursus und betete um Gerechtigkeit. Ursus solle in Gottes Namen bezeugen, dass er Anspruch auf das Erbe habe. Er breitete die Arme aus und rief dreimal laut: «Ursus stand uuf!», «Ursus stand uuf!», «Ursus stand uuf!». Und Ursus entstieg dem Grab und begleitete Fridolin nach Rankweil im Vorarlberg, wo das Gericht tagte. Als sie so vor das Gericht traten, erschraken die Richter und auch Bruder Landolf sehr.
Ursus trat vor seinen Bruder Landolf und fragte ihn: «Bruder, wieso willst du mein Land dem Fridolin streitig machen, so wie es abgemacht war? Wieso störst du meine Seelenruhe im Grab?»
Bruder Landolf wurde es wind und weh und er sprach: «Lieber Bruder Ursus, ich gebe zurück, was dem Sankt Fridli gehört.» Und er schämte sich dermassen, dass er fortfuhr: «Und obendrein gebe ich dem Kloster Säckingen meinen Teil auch noch!»
Als dies so geschehen war, kehrten der Heilige Fridolin und Ursus wieder ins Glarnerland. Ursus stieg wieder in sein Grab. Seither steht auf der Grabplatte:
«Güter schenken sie hin,
diese Brüder, an Sankt Fridolin.
Liegt aber einer im Grabe,
verweigert der andre die Gabe.
Der Tote steht auf ans Licht,
folgt dem, der ihn weckt, vor Gericht.
Jetzt muss der Gegner erbleichen,
der Heilige sein Erbrecht erreichen.»
...und hier eine Mundartfassung:
Legändä vum Fridolin und vum Ursus
naachävrzellt vum Fridli Oschterhazy
Zwüschet 970 und 980 nach Chrischtus hätt dr Balther vu Säckingä ä "Fridolins-Vita" odr ebä-n-ä Läbesbeschriibig vum Sant Fridli usä g'gii.
Öppä zwei Jahrhundert schpeeter isch ä Legändä drzuä chuu, wo vrzellt we dr Häilig Sant Fridli zu siim Land chuu sig. Und diä gaht äsoo:
Duä, wo dr Häilig Sant Fridli des Säckingä äm Rhii äs Chlooschter p'buuä hätt, häiged im Glaarnerland nämä zwee vrmögli Brüäderä gwont. Dr äi hätt Ursus ghäissä und disä Landolf.
Dr Ursus sig vum häiligmässigä Läbä vum Sant Fridli äsoo übrwältiget gsii, as'r-em äm Chlooschter Säckingä Huus und Hoof und allä Bodä, wo-n-em im Glarnerland gkört hätt, vrmacht häig. Sinä Brüäder Landolf sig iiverschtanda gsii.
Wo abr dr Ursus plötzli gschtoorbä sig, häig sinä Brüäder Landolf vu dem Tesch-tämänt nüüt meh wellä wüssä und bhauptet, alles gköri ä-n-imm.
Dr Sant Fridli isch dä vor Gricht und hätt wellä zu siim vrschprochänä Land chuu. Abr de Richter häiged dä gsäit, uhni Züügä sig da nüüt z machä. Alles gköri äm Landolf. Daas hätt-dä dr Sant Fridli müäsä agzäptiärä und gsäit, so söled-em dr Oort und Taag vum Gricht aagii.
Drnaa isch dr Sant Fridli uff Glaris zrugg uff ds Graab vum Ursus. Dett hätt'r dä p'bättet um Gerächtigkäit, und dr Ursus söll doch i Gottsnamä bezüügä, was wahr sig. Dr Häilig Sant Fridli häig dä d Aarmä uusgschtreggt und drüümaal luut grüäft: "Ursus schtand uuf! Ursus schtand uuf! Ursus schtand uuf!". Duä sig dr Ursus zum Grab usächuu und de zwee siged im Armäloch bis uff Rankweil im Vorarlbärgischä gloffä. Wo-si dä vor Gricht aachämed, siged de Richter und ebä-n-ä dr Brüäder Landolf eländ vrschroggä.
Dr Ursus sig vor-ä Landolf harägschtandä und häig-nä gfraaget: "Brüäder, wesoo häsch du miis Land äifach gschtolä und nüd äm Fridli g'gii, we-mer's abgmachet händ? Werumm schtöörsch du mini Seeläruäh im Graab?"
Dä wäärdi's äm Landolf wind und weh und är sägi: "Liäbä Brüäder Ursus, ich gibä zrugg, was äm Fridli gkört!" Und är häig-si deräwääg gschämt und gsäit: "Und drüberinä gibi miinä Täil äm Chlooschter Säckingä gad ä nuuch!"
Wo dä daas äsoo id Oornig chuu isch, sig dr Sant Fridli zantem Ursus wider häi, und dr Ursus sig i ds Graab zurugg. Und sitt duä schtaht uff dr Grabtafälä_
"Güter schenken sie hin,
diese Brüder, an Sankt Fridolin.
Liegt aber einer im Grabe,
verweigert der andre die Gabe.
Der Tote steht auf ans LIcht,
folgt dem, der ihn weckt, vor Gericht.
Jetzt muss der Gegner erbleichen,
der Heilige sein Erbrecht erreichen."
Fridolin und Ursus vor dem Gericht in Rankweil (Vorarlberg). Emser Chronik. Johann Georg Schleh von Rottweil, 1616 (Holzschnitt).
Mittwoch, 3. März 2021
Trouvaille
Familie Metzger Fischli auf Sulzboden (Oberseetal)
Heute überbrachte mir ein lieber Nachbar, der kürzlich den 90. Geburtstag feiern konnte, Franz Landolt-Fischli, das obige Erinnerungsbild. Es dürfte aus der er-sten Hälfte der Vierzigerjahre des letzten Jahrhunderts stammen und wurde vor unserer Hütte auf Sulzboden aufgenommen.
V.l.n.r.: Metzgermeister Josef Fischli mit Hund Taras, Julius Müller, Eich, Magd Josy Zambelli (später Pesaballe), Knabe verdeckt (Ferienbub bei Fischlis), Josef, Fritzli (Osterhazy), Ruth, Lydia, Rita, Berteli, Christine Fischli-Müller. Im Hintergrund am Fenster meine Mutter Maria Hauser-Holzer. (Foto: Privatbesitz Franz und Ruth Landolt-Fischli)
Dienstag, 16. Februar 2021
Achtung! Gefakte E-Mails!
Bereits zum zweiten Mal erhielt ich ein E-Mail von "swisscom" mit der Mitteilung, ich hätte eine Rechnung zweimal bezahlt. Damit ich eine Rückzahlung erhalten könne, sei es notwendig, "innert 12 Stunden das Rückforderungsformular" per Email anzufordern. Diese dringliche Bemerkung kam mir seltsam vor. "swisscom" ist ja ein sehr renommiertes Unternehmen; aber diese "innert 12 Stunden-Formel" kam mir recht seltsam vor. Ich konnte mir keinen Sinn zusam-menreimen, wieso so eine einschränkende Frist überhaupt notwendig sei. Nach Konsultation meines Sohnes M. riet er mir, ich soll doch "swisscom" telefonisch anfragen, auf den jeweiligen Rechnungen sei die Telefonnummer angegeben.
So tat ich und erhielt unter 0800 800 800 die freundliche Antwort: "Das ist eine Fälschung. Gestern ist bereits eine ähnliche Meldung bei uns eingegangen." Die E-Mails seien gefakt und kämen aus dem Ausland. Die Herkunft sei nur sehr schwierig ermittelbar.
In der Tat fand ich beim genaueren Hinsehen eine Homepage mit deutscher End-silber und eine E-Mailadresse mit einem italienischen Kürzel am Schluss.
Falls Sie ebenfalls das verlockende Angebot einer Rückzahlung erhalten sollten, ist die einzige Antwort "löschen".
In einem früheren E-Mail erhielt ich von spanischer Herkunft die freudige MIt-teilung, ich hätte mehrere Millionen in der spanischen Lotterie gewonnen und müsste nun mein Bankkonto angeben, damit der Betrag ausbezahlt werden kön-ne. Ich leitete die E-Mail an meine Bank weiter und erhielt postwendend einen eindringlichen Anruf: "Machen Sie das nie wieder! Wir mussten unseren Tech-niker kommen lassen, um abzuklären, ob auf der E-Mail nicht versteckte Viren, Trojaner o.ä. vorhanden sind." Und damit musste ich nicht mehr weiter träumen, was ich mit den "mehreren Millionen" machen sollte....
Äs gitt äifach zviil bschissni Siächä uff derä Wält!
Montag, 15. Februar 2021
Habemus episcopum!!!
Papst Franziskus ernennt Joseph M. Bonnemain
Nach dreijähriger Zangengeburt hat das Bistum Chur endlich wieder einen Oberhirten: Nachdem das Wahlgremien der 22 Domherren an der offizellen Wahl aus dem Dreierticket keinen Kandidaten wählte, ging das "Geschäft" an den Vatikan zurück. Papst Franziskus hat nun entschieden und Joseph Bonnemain als neuen Bischof des Bistums Chur ernannt.
Der neu ernannte Bischof ist bereits 72-jährig und dürfte ein Übergangsbischof sein, weil Bischöfe mit 75 dem Papst ihren Rücktritt anbieten müssen. Hoffen wir, dass Bischof Bonnemain - nomen est omen - ein gutes Händchen haben wird und viele Wogen der letzten Zeit etwas glätten kann.
Dem neuen Oberhirten wünscht man alles Glück, Geschick und Gottes Segen.
Der neue Bischof ist Bürger von Les Pommerats JU.
Geboren wurde er am 26. Juli 1948 in Barcelona. Nach der Matura 1967 studierte er in Zürich Medizin, ab 1975 in Rom Theologie. Priesterweihe 1978 durch Kardinal König (der als Student mehrmals im Oberseetal weilte bei Äschä-Bärti). Bonnemain gilt als gemässigter Priester der Prälatur Opus Dei. Er promovierte 1980 in Kirchenrecht und kehrte in die Schweiz zurück und ist seit 40 Jahren im Bistum Chur tätig. Er soll fünf Sprachen sprechen: katalanisch, spanisch, französisch, deutsch und italienisch. Der Arzt und Theologe war Mitglied der Delegation des Heiligen Stuhls bei der Weltgesundheitsdelegation in Genf WHO von 1983-91.
Msgr. Dr. med, Dr. iur. can. war bis heute residierender Domherr und Domkantor.
Der vom Papst ernannte neue Churer Bischof Msgr. Joseph M. Bonnemain
(Bild Kirchenzeitung)
Freitag, 29. Januar 2021
Start ins neue Jahr 2021
wegen Corona-Erkrankung
verzögert
Am 5. Januar 2021 sprachen meine Kinder Markus, Gaby und Urs ein Machtwort
und liessen die Ambulanz kommen, um mich ins Spital Uznach einzuliefern. Mein Zustand war offenbar so besorgniserregend, das mein Hausmütterchen Rita die Kinder aufbot.
Zwei astronautenähnlich aussehende vermummte Gestalten trugen mich auf einem Stuhl in die viereckige, bestens ausgerüstete Ambulanz (St. Fridolin) und fuhren Richtung Uznach los. Unterwegs entnahm ich dem Funkverkehr, das das Spital Uznach eine Aufnahme verweigere, offenbar weil ich ein Sauerstoff-Risiko-patient sei und man über zu wenig ausreichende Einrichtungen verfüge. Die Ambulanz machte rechtsumkehrt und fuhr ins Spital Glarus.
In der Notaufnahme im Kantonsspital Glarus schienen mir die Gesichter der mich sofort unter die Lupe nehmenden Ärztinnen nur auszudrücken "Ou,ou,ou,ou!". die Diagnose war offenbar sehr bald gemacht und nach dem obligaten Nasen-test, bei dem man einem ein Wattestäbchen fast bis in den Rachen stösst, bis dir die Tränen einschiessen, wurde ich in ein separates Zimmer transportiert und dort an ein Sauerstoffgerät angeschlossen. Ein Gefühl wie beim Gasmaskendienst in der RS kam auf und das pfeifende Geräusch beim Ein- und Ausatmen. Ich selber schien gar nicht wahrzunehmen, in welch elendem Zustand ich mich befunden habe. Ich hatte keine bemerkenswerten Schmerzen, ausser Atemnot, war einfach schlapp wie ein Hund. Zwei Tage später verriet mir mein jüngster Sohn Urs, die Assistenzärztin hätte ihm zweifelnd zum Ausdruck gebracht, ob ich überhaupt überlebe ....
Allein im quarantäneähnlichen, dunklen Raum keuchte ich vor mich hin, spürte, dass man mir nicht mehr viel zutraute und lehnte mich innerlich auf. "Sterben?", um Gottes Willen, ich hatte ja noch drei wichtige Ziele im Leben nicht erreicht. Als man mir ernsthaft zusprach, mein Zustand sei bedenklich, sprach ich das auch aus, zum Sterben zu früh...eben wegen meiner unerledigten Ziele, die Reaktion war Schweigen.
Plötzlich wurde eine ältere Frau als Patientin ins gleiche Zimmer gefahren. Sie lachte andauernd "Ich weiss gaar nüd was ich ha?" Doch die Frau schien mich zu kennen und meinte "ähää, dr Oschterhäsi, deer kanni dö schuu". Sie wisse nicht , weshalb sie hier sei, ihre Kinder hätten sie eingeliefert. Es handelte sich um Frau Sch. aus Niederurnen. Bald hatten wir unsere "Familiengeschichten" ausge-tauscht, und es stellte sich heraus, dass ihr Sohn ein eifriges Mitglied des Fridli-bundes war. Die Frau war dermassen gut gelaunt und schien sich darüber zu amüsieren, warum sie überhaupt im Spital sei. Auf jeden Fall vergesse ich ihr entspanntes Gelächter meiner Lebtag nie mehr.
Etwas später wurde ich in einen anderen Raum verlegt, in dem bereits ein Patient, wie sich herausstellte, mein lieber Freund Hans Senn, jahrzehntelang vorzüglicher Gastwirt und Spitzenkoch im "National" Näfels, befand. Er war seit fünf Wochen wegen eines Unfalls im Spital. Beim Hereinfahren kreuzten wir mit einem anderen Bett, das in einen anderen Raum verlegte wurde. Nach einem frohen Hallo mit Hans, meinte er: "Wäisch au, wer-si etz gad usägfara händ?" "Dr Antonio Micheroli!" - "Waas, mit demm hani äm 20. Dezämber im Hotel schwärt Netschtel z Nacht g'gässä! TCS-Voorschtands-Jahresabschluss-Ässä."
Später stellte sich heraus, dass wir selbdritt von diesem Essen im Spital waren_ Der erwähnte, ehemalige TCS-Glarus-Präsident Antonio, der amtierende Präsi-dent Hansjörg Rhyner und meine Wenigkeit. Während die ersteren recht bald wieder entlassen wurden, musste ich zwanzig Tage ausharren... davon später.
Ambulanz in der Gerbi.
So wurde ich abgeholt...in ungewissen Spitalaufenthalt
(Foto: Markus Hauser, Zug)
Montag, 1. Februar 2021
Die zwanzig Tage waren eindrucksvoll geprägt durch eiserne Disziplin des ganzen Spitalpersonals von den beiden Zivilschutzdienst leistenden jungen Männern bis zum Chefarzt. Der Tagesablauf war strukturiert, jede und jeder wussten, was sie zu tun hatten und alle Abläufe spielten sich, als ob sie intensiv vorher geübt worden seien. Frühmorgens gab es Licht und eine vermummte Dame machte den ersten Augenschein beim Bett, fragte nach dem Befinden, brachte Mineralwasser. Eine weitere Vermummte fuhr einen Instrumentenwagen herein: Blutdruck, Puls, Sauerstoffgehalt, Nasenbrille (Sauerstoff). Sämtliche Werte wurden minutiös aufgezeichnet, Nächste Dame: Blutzuckerkontrolle und entsprechende Insulinspritzen, ebenfalls genaue Vermerke. Zwischendurch schwebten die "Küchentigerinnen" mit dem Tablett und der freundlichen Ankündigung "Zmorgä!"
Danach blieb Zeit für die Morgentoilette. Duschen, Haare waschen, Rasieren, Zähneputzen und zusammengefasst "Mani-, Pedi-, Füdliküre". Dieser ganze Vorgang war äusserst mühsam, weil ich mich dabei derart erschöpfte, dass ich gleich danach eine Ruhephase im Bett anfügte. Dazwischen taucht eine weitere Vermummte auf, die Böden, Türen, Klinken, Fenster und Tische desinfizierte. Zwischendurch brachte jemand Tee oder Mineralwasser. Die Frühstückstablette wurden wieder abgeholt. Auf jedem Tablett und bei jedem Essen lag ein schriftlicher Beleg, der die Speisen und Getränke beschrieb. Im Laufe des Tages rund um die Uhr wiederholten sich die erwähnten Messprozesse. Im Verlauf des Vormittags war Visite. Arzt, Assistenzärztin samt Gefolge tauchten auf. Nach dem üblichen Prozedere "We gaht's inä?" stellte der Arzt eine Situationsanalyse, die Assistenzärztin ergänzte ihn und das Gefolge staunte mich an, als ob ich neu geboren wäre. Dann wurden die beabsichtigen Massnahmen erklärt, allfällige Gegenfragen zugelassen; dann rauschte das ganze "Rösslispiel" zum nächsten Patienten. Ich schätzte diese "Rapporte", weil ich meinen Zustand an den Aus-sagen der Ärzte einzuordnen versuchte. Ich hatte den Eindruck, dass ich für die erfahrenen und kompetenten Mediziner lange Zeit ein Rätsel gewesen sein muss. Denn die ermittelten Messwerte schienen zwiespältig zu sein. Nach einigen Tagen wurden die Aussagen konkreter, Hindernis waren aber noch Fieberanzeichen und irgendwelche Entzündungsherde.
Der Tages- und Nachtablauf waren aber geprägt durch die vielen Kontrollgänge und aufmerksamen Kontrollen. Uns Patienten war es strikte untersagt, den Raum zu verlassen, und das Personal musste einen goldig durchscheinenden Mantel sofort wechseln, wenn es, den Raum verlassen oder frisch von aussen hereingekommen war.
Wohltuende Abwechslung war nachmittags ein Spaziergang in Begleitung des Zivilschutzleistenden auf der Terrasse.
Lang waren die Nächte, manchmal schweissreich, doch immer wieder schaute das Personal nach uns. Wer immer ein Problem hatte, bekam durch Knopfdruck sofort Hilfe.
Zusammengefasst möchte ich respektvoll und dankbar feststellen, dass mir optimal die sehr aufmerksame Aufsicht und Pflege zukam und offenbar dazu beitrug, dass die Befürchtungen beim Eintritt nicht eintrafen.
Den intensivsten Kontakt hatte ich wohl mit der Assistenzärztin, die sehr genau und präzise den Krankheitsverlauf überwachte und immer wieder neu einschätzte. Dabei möchte ich besonders erwähnen, dass ich den Wortschatz der Ärzte bewunderte. Keine Floskeln, kein Blabla, sondern sehr präzise Befunde, klare Anweisungen und recht individuelles Eingehen auf die Person.
Alles in allem. Grosse Hochachtung für die ganze Crew! Ich staune, was hier geleistet wird!
Eins sei aber vorausgenommen: Die Spitalküche verdient fünf Sterne. Sehr gepflegtes, auserlesenes Essen!
Sonntag, 14. Februar 2021
19 Tage im "Ferienzimmer" im Altersheim Letz 11
Altersheimbewohner auf Zeit umzingelt von Seniorinnencharme (Bild: M. Hauser)
Am 25. Januar 2021 hatte ich - gemäss Vorschlag und Abmachungen des Sozialdienstes im Spital - ins Altersheim Näfels einzurücken. Zur Diskussion hatten eine Einweisung in eine REHA-Station (Walenstadt, Rüti ZH, ...etc.) oder in ein "Fe-rienzimmer" im Altersheim Näfels gestanden. Das Alters- und Pflegeheim Letz 11 im Rautidorf bietet Rekonvaleszenten, die noch der Beobachtung bedürfen, ein Zimmer an, in dem Pflegefachfrauen für Betreuung sorgen.
Den Transport besorgte ein Taxiunternehmen, dessen spezielles Taxis mit allen Schikanen ausgerüstet ist: Sauerstoff, Erste-Hilfe-Ausrüstungen und zudem wird man im Rollstuhl über eine kleine Rampe direkt ins Taxi geschoben. Draussen hatte es geschneit und der Verkehr von Glarus nach Näfels harzte.
Im Altersheim wurde ich mit all meinen Utensilien (Köfferchen, Kleider, Toiletten-artikel) abgeladen. Die Strecke vom Nordeingang bis zu meinem Zimmer 204 ging ich zu Fuss, eine freundliches Wesen schob auf einem Rolley mein Gepäck mit.
Ein helles, sonniges Zimmer gewährte Ausblick auf die Sändlenwiese, Denkmal, Idaheim (General Bachmann Haus und Stallungen) und Kirchturm und pracht-voller Sicht auf die Molliser Berge Mürtschen, Fronalp, Schilt im Osten, Rauti und Wiggis im Westen und das Glärnischmassiv nach Süden mit Vorderglärnisch, Vrenelisgärtli und Ruchen, sowie weit hinten Hausstock und Kärpf. Eine Nass-zelle mit Toilette und Dusche war eingebaut, und im Zimmer standen ein Bett, ein Tisch und ein Fernsehgerät. Da mein Laptop keine Internetverbindung herstellen konnte, rief die mich einweisende Betreuerin den Melgg vom Technischen Dienst, der in kürzester Zeit auftauchte und mit einem "Das hämmer gaad!" auf dem Lap-top fingerte, in einer Steckdose herumstocherte und Simsalabim waren Internet und Email-Verkehr möglich. Da ich noch Mühe im Umgang mit meinem neuen Handy hatte und plötzlich auf dem Display nur noch schwarz sah, brauchte der erwähnte Melgg zwei, drei Kunstgriffe und auch diese Verbindung nach aussen war hergestellt.
Dann kam die erste jähe Überraschung. Da ich für zehn Tage in Quarantäne zu bleiben hatte, lies - das Zimmer nicht verlassen durfte - wurde das Essen aufs Zimmer serviert. Verwöhnt durch die 1a-Spitalkost sah ich auf dem Tablett einen Teller mit 1/50 eines Hühnchens und zwei Kartoffelknöllchen und ein Süppchen. Vermutlich durch eine Fehlinformation oder eine Anweisung zur Diät war mein Speisezettel auf Halbmast gesetzt. Als ich die Pflegefachfrau, die mir diese Mini-aturmahlzeit mit einem freundlichen "ä Guätä!" vorgesetzt hatte, fragte, ob das alles sei, zuckte unwissend mit den Achseln. Abends gab es ein wunderbar kre-iertes Käseküchlein, von der Grösse eines geschwollenen Fünflibers und wiede-rum ein Süppchen. Als ich die Betreuerin, die immer wieder abwechselten, ob im Altersheim die Hungersnot ausgebrochen sei, löste die bei ihr nur ein belustigtes Kichern aus. Sie konnte wirklich nichts dafür, da sie nur ausführende Kraft war, die hereinbrachte, was ihr auf dem Tablett gebracht worden war. Allmählich schien mein Magenknurren an Intensität zuzunehmen. Bin ich hierher gekommen, um abzumagern oder meine im Spital verlorenen zehn Kilos aufzubauen? Nach zwei Tagen der offenbar gezielten Diät. servierte man mir einen wunderbar duf-tenden Schüblig, mit hervorragend zubereiteten Kartoffeln und Sauerkraut. Doch der Schüblig war zu Hälfte abgeschnitten. Ich stürzte mich mit Heisshunger auf das halbierte Stück und als mir das so richtig zu munden begann, war der Teller bereits ausgegessen. Da lüpfte es mir den Deckel, ich schaute auf dem Laptop nach der Adresse des Alters- und Pflegeheims und entdeckte unter den Abtei-lungsangaben "Küche".
Natürlich wählte ich gleich diese Nummer und eine nette Stimme meldete sich. Ob ich den Küchenchef sprechen dürfe. Offenbar muss ich das recht energisch gesagt haben, auf jeden Fall liess die freundliche Stimme nicht locker, bis der Chef persönlich abnahm: "Herr Küchenchef, darf ich Ihnen ein Riesenkompliment machen: Sie kochen hervorragend und fantastisch". Auf das hocherfreute "Danke" fuhr ich beinahe wimmernd und fast flehend fort "Aber ich verhungere fast! Kann ich wenigstens eine ganze Portion erhalten?". "Oh, entschuldigen Sie, selbstverständlich, muss ein Missverständnis sein: Machen wir gerne!"
Abends war auf meinem Teller ein Riesenhaufen feinster "Zigerhöräli", was mich versöhnte und die ich mit Heisshunger verschlang. Wenige Tage später teilte mir die Teamverantwortliche - möglicherweise aus lauter Erbarmen oder aus sachlichen Gründen - mit, meine Quarantäne könne etwas verkürzt werden und ich dürfte künftig im Speisesaal essen.
Gleichzeitig wies sie mich dem grossgewachsenen Tischgenossen P. zu, der mich kameradschaftlich in die Gepflogenheiten einführte. Aus dieser Tischge-meinschaft wurde eine echte Freundschaft, zumal wir beide jeweils vor dem Es-sen bei der Pflegefachfrau mit der grossen Spritznadel einzutreffen hatten, weil sie unsere Diabetes II-Blutwerte ermitteln musste und dann das entsprechende Quantum Insulin in den Bauch bereit hielt.
Der Speisesaal ist sehr geräumig und die Bewohnerinnen und Bewohner sassen an Einer- oder Zweiertischen. Auf einen Klapf war mein asketisches Hungern vorbei. Sehr freundliches und aufgestelltes Personal brachte zuerst eine grosse Auswahl an Salaten, dann folgte ein Süppchen (sämtliche aufgetischten Suppen waren von hervorragender Qualität!), nachher wurden der Hauptgang vorgelegt (vorzüglich gekocht) und reichliches Nachschöpfen angeboten. An gewissen Tagen gab es sogar einen exquisiten Dessert. Was für eine andere Welt! Die Altersheimküche kam wie eine gepflegten Hotelküche daher, und ich kann die ganze Küchencrew mit besten Prädikaten nur rühmen. Küche und Service leisten Spitzenarbeit! Der Speisezettel ist vielseitig, man kann sogar aus drei jeweiligen Varianten auslesen. Und obendrein konnten sich die Bewohnerinnen und Bewohner am Ende mit reichlich Obst ausstatten (zum Mitnehmen).
Eine m.E. sinnvolle Besonderheit ist die Angewohnheit einiger Bewohnerinnen und Bewohner, sich vor dem Essen vor dem Speisesaal zu versammeln und mit-einander zu plaudern. Dieser soziale Kontakt ist wie ein Miniaturstammtisch, an dem man sich über Alltäglichkeiten austauscht, herzlich lacht und sich austauscht. Eine ähnliche "Versammlung" (siehe Bild oben) entstand jeweils nach dem Essen auf der eigenen Etage, wo - übrigens auf feinsten Stühlen der Möbelfabrik Horgen-Glarus - gescherzt und geplaudert wurde. Abends kam wie aus Heinzelmännchens Wachtparade eine Pflegefachfrau, die der Reihe nach Augentropfen einträufelte und in einem Fall die Füsse einer Dame mit einem Balsam pflegte und dann die Strümpfe überstülpte.
Den Höhepunkt an Umsorgung erlebte ich bei einer "Nachtwache". Man ist rund um die Uhr unter Beobachtung, als sie, ich war schon im Pyjama, fragte: "Kommen Sie zurecht? Muss man Ihnen beim Umkleiden helfen? Kommen sie mit Ihrem Gebiss zurecht? Brauchen Sie Hilfe beim Duschen?..." Unglaublich dieser Service! Etwas überrascht hat mich die "Gebissfrage", da ich nicht über ein solches verfüge. Doch die Dienstfertigkeit ist offensichtlich.
Ähnlich erging es mir, als plötzlich eine strahlende, aufgestellte Dame auftauchte und sich als zuständig für "Aktivierung" vorstellte. Ob ich Halma spielen möchte, oder turnen...oder andere Möglichkeiten des Zeitvertreibs. Fast etwas beleidigt antwortet ich: "Höchstens Eile mit Weile oder "Chübälibinder". Lachend meinte die "Aktivistin": "Ich glaube, Sie brauchen das nicht". Ich erklärte ihr, ich hätte wirklich keine Zeit, müsste am Laptop arbeiten und ich sei ein Mensch, dem es nie langweilig sei, ... und zum Turnen sei ich zu faul.
Hingegen besonders erwähnenswert ist die Aussicht aus meinem "Ferienzimmer"
Der Ausblick bietet eine Besonderheit, von der heutige Generationen kaum mehr etwas wissen: Die "Jungfrau im Glärnisch" oder wenn man will, das "Vreneli", das mit ihrem Geliebten unter dem Sennenchessi und schwerer Schneelast gestorben ist, weil ihr Liebster Käselaibe in den Dreck vor der Hütte gelegt hat, damit sie mit ihren Schühlein sauberen Fusses die Hütte betreten kann. Wer so mit Nahrung umging, musste bestraft werden, so die Sage.
Seit Urgedenken haben fantasievolle Köpfe das "Vreneli", das in der Sage ja ursprünglich "Tiidi" hiess, im Felsmassiv des Vorderglärnisch entdeckt und immer wieder überliefert. Die obige Aufnahme ist der Blick aus dem "Ferienzimmer Letz 11". Und hier die Vergrösserung:
Die Jungfrau schaut mit dem Kopf gegen den Wiggis, sie breitet die Arme aus und scheint in jeder Hand weisse Tücher zu schwingen, ihr Körper rechts zum unteren Schneeband und kann als flatterndes Gewand gesehen werden. (Foto: M. Hauser)
Montag, 15. Februar 2021
Alters- und Pflegeheim Letz 11
Haus "Fronalp" - prächtig gelungener Neubau
Es verwundert einem heutzutage schon, dass das Dorf Näfels bis 1937 kein eigenes Altersheim besass. Alte, gebrechliche und teilweise auch Waisen wurden im "schönsten Bürgerhaus des 17. Jahrhunderts der Schweiz" im Freulerpalast untergebracht. Der berühmte Kaspar Freuler, der am französischen Hof als Oberst die königliche Garde anführte, liess in seinem Herkunftsort Näfels den Prachtspalast erbauen. Als jedoch die Freulerfamilie auszusterben drohte, konnte die Gemeinde Näfels diesen Palast und die Obersee-Alp erwerben.
Vorübergehend war auch Sr. Maria Theresia Scherer als barmherzige Schwester im Freulerpalast tätig und führte unter schwierigsten Umständen auch die Armenanstalt.
Erst 1937 wurde in Näfels ein Altersheim gebaut (heute Altersheim "Rauti" genannt). Noch greifbar sind die Beschreibungen der "Züglete" des Mobiliars aus dem Freulerpalastes an die Letz.
Der Freulerpalast-Ostflügel wurde künftig als Gemeindehaus benützt für die Gemeindekanzlei, die Gemeindeverwaltung, den Gemeindeweibel und im Obergeschoss als Saal für die Gemeinderatssitzungen. Auch Zivilheiraten fanden dort statt. Erst später wurde der Prachtsbau zum "Museum des Landes Glarus" und dient heute ausschliesslich diesem Zweck. (1988 zügelten die Gemeindeorgane in die 1985 von den Kapuzinern erworbenen Schulhäuser an der Büntgasse und die dazugehörigen Liegenschaften Burg samt Turnhalle)
Das Altersheim Letz war eine Errungenschaft für das nicht eben reiche Rautidorf und wurde erst in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts durch weitere Neubauten (heute "Mürtschen") massiv erweitert. Erst im 21. Jahrhundert und mehrere Jahre nach der glarnerischen Gemeindefusion wurde ein beherztes Neubauprojekt geplant. Es sollte 62 Betten anbieten, Alters- und Pflegeplätze schaffen und den heutigen Anforderungen entsprechen.
Für rund 30 Millionen Franken ist ein imposanter Prachtsbau entstanden, der seit 2019 bezogen ist.
Diese Errungenschaft interessierte mich brennend. Gemeinsam mit dem ehemaligen Altersheimverwalter Walter Landolt-Rhyner wurden wir auf Anfrage durch die hervorragend informierte für den Pflegebereich verantwortliche C. Schäfer durch die neue Anlage.
Sie ist durch einen langen, lichten Gang vom Haus "Mürtschen" erreichbar, öffnet mit einer Lobby und einem grosszügigen Empfangsbereich den Zugang (der später von Westen her erfolgen sollte). Durch hohe und lichtfreudige Glaswände konnte man nicht nur die Baustelle überschauen, sondern auch feststellen, dass das ursprüngliche Haus "Rauti" bereits abgebaut war. Im Untergeschoss werden Tiefgaragen entstehen.
In drei Stöcken sind teils geschlossene Bereiche für Demenzkranke und Pflegebedürftige, aber auch geräumige und komfortable Einzelzimmer für Altersheimbewohnerinnen oder -bewohner, die bereits besetzt sind. Gediegene Sitzecken und Tischgruppen für Freizeit und Essen mit sehr schöner Aussicht sind über die Etagen verteilt. Es gibt Arbeitsräume, Stationszimmer und Bereiche für medizinische Behandlung und viel Raum für Ablagen, Gymnastikgeräte u.a.m.
Alles ist blitzsauber, hoch und geräumig und vor allem lichtdurchflutet. Den Verantwortlichen und Machern kann nur gratuliert werden.
Als Baupräsident und Planungsverantwortlicher wirkte der ehemalige Gemeinderat Ruedi Schwitter, Verwaltungsratspräsident ist Fritz Noser, Niederurnen. Der Geschäftsführer ist Harald Klein.
Derzeit sollen rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Vollamt oder in Teilanstellungen den Gesamtbetrieb bewältigen.
Der Neubau "Fronalp" ist eine Visitenkarte, die gerne vorgezeigt werden kann.
Die Bilder sind den einschlägigen Fotos von der Homepage www.apgn.ch oder den Planungsfirmen entnommen.
Donnerstag, 18. Februar 2021
Blick aus dem Alters- undPflegeheim
auf das gediegen aussenrenovierte Idaheim
(General Bachmann Haus)
Die Urenkelin des ersten eidgenössischen Generals Franz Niklaus von Bachmann (1740-1831) Ida von Müller ( ) schenkte das herrschaftliche Haus dem Tagwen Näfels (Bürgergemeinde) als Hort für arme, elternlose Kinder der Tagwenbürger. Die Zahl der "Idaheimkinder" war beachtlich, Näfels eine arme Gemeinde. Im 20. Jahrhundert wurde das Haus zur "Scuola materna" und schliesslich zum heutigen "Chinderschloss". Heute ist das Idaheim im Besitz und unter Aufsicht der am 6. Mai 1939 gegründeten "Stiftung Idaheim".
Dies hat kürzlich ein sehr gelungene und erfreuliche Aussenrenovation vollzogen.
Die folgenden Bilder geben einen Eindruck von der sehr schönen Gestaltung des Hauses von aussen gesehen.
Wer sich für einen Blicks ins Innere des "Chinderschlosses" interessiert, tippe auf https://www.chinderschloss-naefels.ch/
Unten in Bildmitte: Die grossmütige Spenderin Ida von Müller, Urenkelin des Generals Niklaus Franz von Bachmann (Bilder M. Hauser, Zug, im Februar 2021).
Die derzeitigen Mitglieder der Stiftung:
Peter Gallati-Moon, Präsident
Francesco Stocco, Aktuar
Bruno F. Gallati, Mitglied
Fridolin Landolt, Vizepräsident
Rita Erika Feldmann, Verwalterin
Umberg Treuhand AG, Revisionsstelle
Früher und bisherige Stiftungsratsmitglieder: