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Spermien-SchnelltransportWann eine Insemination sinnvoll ist
Die Insemination ist die sanfteste Methode der künstlichen Fortpflanzungsmedizin. Für welche Paare die Insemination infrage kommt und welche Chancen, Risiken und Kosten damit einhergehen.
Die intrauterine Insemination, kurz IUI, zählt zu den natürlichsten Formen, um Fruchtbarkeitsstörungen zu behandeln. Sie kann bei leichter bis mittlerer Einschränkung der männlichen Zeugungsfähigkeit oder bei zu zähem Muttermundschleim durchgeführt werden. Zum Beispiel wenn der Mann zu wenige und unbewegliche Samenzellen hat oder bei der Frau Probleme am Gebärmutterhals vorliegen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Frau mindestens einen intakten Eileiter hat.
Ablauf der Insemination in der Schweiz
Die Insemination wird entweder im natürlichen Zyklus oder nach einer hormonellen Behandlung durchgeführt. Aufgrund der höheren Erfolgsaussichten ist eine einfache hormonelle Stimulation üblich. Die hormonelle Behandlung lässt mitunter mehrere Eibläschen reifen, weshalb eine Zwillingsschwangerschaft nicht ausgeschlossen ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Insemination ist eine sanfte Art der künstlichen Befruchtung und hat bei leichten Fruchtbarkeitsstörungen gute Erfolgschancen.
- Bei einer Insemination in der Schweiz übernimmt die Krankenkasse die Kosten für drei Versuche bei Frauen unter 40.
Ob ein Eibläschen vorhanden ist, wie gross und reif es ist, wird mit dem Ultraschall festgestellt. Der Eisprung kann medikamentös mit einer Spritze ausgelöst werden, damit die Insemination zu einem günstigsten Zeitpunkt stattfinden kann. Kurz danach oder spätestens 36 Stunden nach der Spritze beginnt die Insemination.
Dafür wird eine Kappe mit dem Samen des Mannes vor den Muttermund der Frau gelegt. Meist kommt aber eine andere Methode zum Einsatz: Mithilfe von einem schmalen Katheter werden die Spermien direkt in die Gebärmutterhöhle eingebracht. Von dort müssen sie selbstständig in die Eileiter schwimmen, um dort eine Eizelle zu befruchten.
Die Behandlungen sind schmerzlos für die Frau und finden ambulant statt. Insgesamt ist die Insemination auch nicht so belastend wie eine künstliche Befruchtung mit einer In-vitro-Fertilisation.
Spermien werden vor Insemination aufbereitet
Die Samenflüssigkeit muss der Partner durch Masturbation gewinnen. Um die Befruchtungschancen zu erhöhen und möglichst viele und gut bewegliche Samenzellen zu erhalten, werden die Spermien des Partners im Labor aufbereitet. Der Katheter erleichtert den ausgewählten Spermien den Weg durch den zähen Schleim im Gebärmutterhals. Sie kommen dadurch schneller und in grösserer Dichte als auf natürlichem Wege zu ihrem Ziel, der Eizelle.
Kosten der Insemination
Für Frauen, die das 40. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, werden die Kosten einer Insemination in der Schweiz von den Krankenkassen getragen. Dies ist im Artikel 3 der Krankenkassenleistungsverordnung, der KLV, festgelegt. Übernommen werden jedoch maximal drei Versuche pro Schwangerschaft. Die behandelnden Ärzte und Kliniken informieren die Paare im Vorfeld, wie viel die Insemination genau kosten wird.
Chancen der Insemination
Wie bei einer Insemination die Chancen stehen, schwanger zu werden, hängt davon ab, mit welchen Voraussetzungen sich ein Paar der Behandlung unterzieht.
Versucht es schon sehr lange vergeblich, ein Kind zu bekommen, so liegen die Erfolgsaussichten bei einem auffälligen Spermiogramm laut der Universitätsklinik für Frauenheilkunde am Inselspital Bern bei etwa zehn bis 20 Prozent pro Zyklus.
Hat das Paar Probleme beim Geschlechtsverkehr wie etwa Schmerzen, eine Erektions- oder Ejakulationsstörung liegen die Chancen laut dem Inselspital bei 25 Prozent, genau wie bei gesunden Paaren, die zum Eisprungtermin Geschlechtsverkehr haben. Etwa 70 Prozent der Frauen werden nach mehreren Behandlungszyklen schwanger.
Wenn die Gründe für die Unfruchtbarkeit jedoch ungeklärt sind, führt laut der Klinik auch die intrauterine Insemination nicht zu einer Verbesserung der Schwangerschaftsrate.