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Eine Wall-Street-Legende ist bei einem Interview mit CNBC wegen der GameStop-Rebellion der Kragen geplatzt. Es ist nicht das erste Mal, dass er im TV die Contenance verliert.
Leon Cooperman ist reich. Sehr reich. Gemäss Forbes besitzt er aktuell 2,5 Milliarden US-Dollar. Er verdiente sein Geld unter anderem bei Goldman Sachs, wo er das Asset Management aufbaute. Zudem gründete er 1991 den Hedge Fond «Omega Advisor», womit er ein Vermögen scheffelte. Ganz sauber lief dies allerdings nicht über die Bühne. Im Jahr 2017 musste er eine 4,9-Millionen schwere Busse bezahlen wegen Insiderhandels. Forbes bezeichnet ihn als «Wall-Street-Legende».
Genau jene «Wall-Street-Legenden» sind in den vergangenen Tagen ins Zentrum der medialen Aufmerksamkeit gerückt. Grund dafür ist eine Rebellion von Kleininvestoren, welche die GameStop-Aktien in unerwartete Höhen trieben. Sie wischten somit den Wall-Street-Milliardären eins aus, die grosse Summen auf den Niedergang der Ladenkette wetteten. (Eine Zusammenfassung der Ereignisse findest du hier.)
Der Schlag der Kleininvestoren scheint gesessen zu haben. Bei der Wall-Street-Legende Leon Cooperman liegen die Nerven blank. In einem Interview mit dem führenden US-Wirtschaftssender CNBC verlor der 77-Jährige die Contenance und verurteilte die Aktion der Kleininvestoren. Diese hätten «keine Ahnung, was sie tun», schimpfte Cooperman. «Die Leute sitzen zuhause, bekommen ihre Checks von der Regierung und handeln für fast keine Kommissionen und Zinsen.»
Cooperman kritisierte die Forderung, dass die Reichen ihren «fairen Anteil» an Steuern bezahlen sollen. Dabei platzte ihm der Kragen. «Das ist Bullsh***!», wetterte der Milliardär. «Es ist nur eine Art, reiche Leute anzugreifen, und Sie wissen, dass ich es für unangebracht halte.» Stattdessen forderte Cooperman: «Wir müssen alle zusammen arbeiten und am gleichen Strang ziehen.»
Gegenüber der Washington Post sagte Cooperman später, dass die GameStop-Rebellion kein Aufstand gegen die Wall Street sei. Es gehe den Kleininvestoren doch nur darum, «reich zu werden». Demgegenüber stehen zahlreiche Posts auf der Social-Media-Plattform Reddit, welche davon zeugen, dass es den Kleininvestoren sehr wohl darum geht, ein Zeichen gegen die Wall Street zu setzen und auf deren umstrittene Geschäftspraktiken aufmerksam zu machen.
Cooperman verteidigte gegenüber der Zeitung sich und seine Milliardärskollegen damit, dass sie viel Geld für gemeinnützige Zwecke spenden würden. «Ich zahle die College-Gebühren für tausend schwarze Kinder in Newark, New Jersey ...».
Es ist nicht das erste Mal, dass sich Cooperman ins Zeug für die Superreichen legt. In einem Interview im Jahr 2019 brach er in Tränen aus, als er zu den Reichen-Steuern der damaligen Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren Stellung nahm. «Die Verunglimpfung von Milliardären macht für mich keinen Sinn», sagte er mit tränenerstickter Stimme.
Nun hat Cooperman seinerseits die Kleininvestoren verunglimpft. Ob er dem Ruf von sich und seinen Milliardärskollegen damit einen Gefallen getan hat? (cma)