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Am Donnerstagabend um 19.57 Uhr brandete im altehrwürdigen Leichtathletik-Stadion von Amsterdam, das anlässlich der Olympischen Spiele 1928 gebaut worden war, riesiger Jubel auf. Eben war bekannt geworden, dass das Zielfoto zugunsten Churandy Martinas entschieden hatte. In 10,07 setzte sich der auf Curaçao geborene Sprinter vor dem zeitgleichen gebürtigen Jamaikaner Jak Avi Harvey durch.
2011 waren die diesjährigen Titelkämpfe nach Amsterdam vergeben worden – und just seit jenem Jahr startet Martina unter niederländischer Flagge.
Der europäische Jahresbeste und Topfavorit Jimmy Vicaut aus Frankreich musste sich in 10,08 mit Bronze bescheiden.
Über 200 m bei den Frauen setzte sich dagegen die Favoritin deutlich durch. Dina Asher-Smith aus Grossbritannien kam am besten aus den Startblöcken und lief souverän zum Sieg in 22,37 Sekunden – 15 Hundertstelsekunden vor der Bulgarin Ivet Lalova-Collio. Für die erst 20-Jährige war es die erste Einzelmedaille bei internationalen Wettkämpfen auf Elite-Stufe, vor drei Jahren in Moskau gewann sie mit der britischen 4×100-m-Staffel Bronze und wurde so zur jüngsten Medaillengewinnerin in der WM-Geschichte.
Das niederländische EM-Aushängeschild Dafne Schippers verzichtete zugunsten der 100 m auf einen Start über die halbe Bahnrunde. In dieser Disziplin wäre die letztjährige Weltmeisterin als haushohe Favoritin angetreten, führt sie die Jahresweltbestenliste mit 21,93 doch deutlich an.
Im Frauen-Hochsprung liess sich die EM-Goldmedaille zum dritten Mal de suite die Spanierin Ruth Beitia umhängen. Nach ihrem ersten EM-Titel 2012 in Helsinki war die 37-Jährige zurückgetreten, entschied sich jedoch bereits zwei Monate später, die Karriere fortzusetzen.
(SDA)