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starb 1360 in sehr hohem
Alter der Sieger von
Laupen Rudolf von
Erlach (die Geschichte seiner Ermordung durch seinen Schwiegersohn
ist eine Fabel). Später kam das
Schloss an das Patriziergeschlecht von Fischer, und 1743 war es das Absteigequartier des
englischen Gesandten John
Burnaby. Ein aus 1669 stammendes Gemälde desMalers Kauw stellt die Schlossterrasse
mit zwei, seither verschwundenen, wertvollen Statuen vor. Das Wappen zeigt einen sich schnellenden Fisch in goldenem
Feld.
Nahe dem
Schloss der sog. Heidenstein, ein grosser erratischer Block.
Ackerbau und Viehzucht. Holzhandel. Fremdenindustrie. Schöne
Aussicht ins
Kanderthal. Ausgangspunkt für den Besuch des
Kienthales, das an Beliebtheit stetig gewinnt.
Drei grosse Viehmärkte
im Herbst. Etwas unterhalb Reichenbach setzt die
Thalstrasse mit einer gedeckten Holzbrücke über die
Kander. Das Dorf hat
noch eine Anzahl von alten
Holzhäusern, unter denen namentlich das sog. Stuckihaus Beachtung verdient.
An seinem N.-Ende steht in einer kleinen Bodensenke die aus dem 16. Jahrhundert stammende Pfarrkirche.
Malerische Dorfgasse. Reichenbach wird erst seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts urkundlich genannt, da die ältesten
Siedelungen der häufigen Ueberschwemmungen wegen nicht in der Thalsohle, sondern an den Gehängen am Ausgang
des
Engel- und
Kienthales angelegt worden sind. Vor der Reformation Filiale von
Aeschi, seit 1546 eigene Kirchgemeinde. Im Laufe
des 19. Jahrhunderts wanderten eine Anzahl Bewohner von Reichenbach mit ihren Familien nach Russland aus, wo die meisten
als
Käser Anstellung fanden.
Der Landstrich längs der
Linth ist sumpfig. Die von den Bewohnern gesprochene Mundart nähert sich mehr dem
Glarner Dialekt als demjenigen der
March. Schöne neue Pfarrkirche, Schulhaus. Wollkämmerei, 2 Molkereien, 2
Mühlen, 3
Sägen.
Druckwasserversorgung. Während der Manöver von 1904 sind in der Umgebung Befestigungsanlagen errichtet worden, die jedes
Jahr den Truppenübungen dienen werden. Schwefelquelle mit interessanter Entdeckungsgeschichte. Das Christentum wurde in
dieser Gegend von den Heiligen Fridolin, Kolumban und Gallus eingeführt. Im 10. Jahrhundert errichtete
hier ein König Festungsanlagen zum
Schutz des Landes gegen die Einfälle der Hunnen.
Herren von Reichenburg waren in der Mitte des 13. Jahrhunderts die Edeln von
Windegg, dann die
Grafen von
Aspermont und später
Rudolf Tumpter, genannt Keller, von
Rapperswil. 1370 kaufte das Kloster
Einsiedeln die
Herrschaft um die
Summe von 1200 Dukaten an und liess sich den Kauf 1434 in Basel
durch Kaiser Sigismund bestätigen. Die Leute von Reichenburg bezahlten
dem Kloster 100 Pfund unter der Bedingung, dass sie niemals an einen andern Herrn veräussert werden sollten.
Einsiedeln liess seine Hoheitsrechte durch einen seit 1536 in Reichenburg residierenden Vogt ausüben. 1798 verlangte
das Dorf seine
Freiheit und gehörte während der Helvetik zum Bezirk
Schännis des Kantons
Linth, um 1803 an den Kanton Schwyz
zu kommen.
Einsiedeln aber behielt noch bis 1831 einige Hoheitsrechte bei, eine Erscheinung, wie wir sie für
diese Zeit auch noch in
Disentis und im Wallis
antreffen. Reichenburg hatte einst sein eigenes Landrecht, dessen zum erstenmal 1464 in
einer Urkunde Erwähnung getan wird und das 1536 in 70 Artikeln von neuem urkundlich niedergelegt wurde. Die Männer von
Reichenburg nahmen als Untertanen des Abtes von
Einsiedeln am alten Zürichkrieg und an den Villmergerkriegen
teil, und am fielen in den Kämpfen von
Wollerau und
Schindellegi 5 Reichenburger. 1300: Richenburg. Vergl. Ringholz,
Odilo. Geschichte des StiftesEinsiedeln.
Einsiedeln 1904; Zehnder. Die vierte Säkularfeier der Pfarrei Reichenburg.Lachen 1900.
(Kt. Basel Land,
Bez. und Gem. Arlesheim).
480 m. Burgruine auf einem bewaldeten Bergvorsprung 800 m nö.
Arlesheim.
Reichenstein gilt für die Stammburg des freiherrlichen Geschlechtes der Reich von Reichenstein, das der Stadt
Basel seit
dem 13. Jahrhundert verschiedene Bürgermeister, Domherren und einen
Bischof gegeben hat. Die Burg soll 1269 auf Befehl von
Rudolf von
Habsburg belagert und zerstört worden
¶
mehr
sein, weil die Reichensteiner zum Bischof hielten, der damals mit dem Habsburger im Streit lag.
Sie wurde bald wieder aufgebaut,
bis das grosse Erdbeben von 1536 sie endgiltig in Trümmer legte.
Heute steht von ihr noch ein verhältnismässig gut erhaltener
Turm, für dessen weitere Erhaltung der Verkehrs- und Verschönerungsverein Arlesheim sorgt.
Ein Peter
Reich von Reichenstein war 1288 Bischof von Basel
und ein Mathias 1306, ein Heinrich 1386 und ein Johann 1391 Bürgermeister von
Basel.
Die Familie teilte sich in drei Zweige, deren Landbesitz im Elsass und im Bistum Basel
lag.
Der letzte Reichensteiner starb 1867 arm
und elend im Spital zu Hirsingen.