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Lungenparasit auf dem VormarschDer Lungenwurm Angiostrongylus vasorum (auch Französischer Herzwurm genannt) ist ein Parasit, der von Schnecken übertragen wird und Hunde sowie auch Füchse und Wölfe infiziert. Der Lungenwurm Angiostrongylus vasorum darf nicht mit dem Herzwurm Dirofilaria immitis verwechselt werden, der von Mücken übertragen wird.
Lebenszyklus
Der Herz- und Lungenwurm hat einen komplexen Lebenszyklus und ist auf Schnecken als Zwischenwirte angewiesen. Sich von Kot ernährende Schnecken nehmen dabei die Wurmlarven auf. Diese entwickeln sich in den Schnecken in ein anderes Larvenstadium. Fressen Füchse oder Hunde Schnecken, können diese Larven im Darm in die Blutbahn gelangen. Im Herz und in der Lungenarterie entwickeln sie sich zu erwachsenen Würmern, die sich sexuell vermehren. Die Wurmeier entwickeln sich dort zu neuen Larven, die im Lungengewebe in der Regel heftige Abwehrreaktionen auslösen. Eine Lungenentzündung mit zum Teil sehr schwerer Atemnot ist die Folge. Zudem kann es zu Blutgerinnungsstörungen kommen und - falls Larven ins zentrale Nervensystem wandern - auch zu neurologischen Störungen.
Hunde nehmen A. vasorum durch Verzehr infizierter Schnecken auf, wenn sie im Unterholz herumwühlen, Gras fressen, oder aus Pfützen trinken. Die Schleimspur von infizierten Schnecken kann ebenfalls Larven enthalten. Solche Spuren können sich an Futter, Knochen, Spielsachen, Wassernäpfen, usw. befinden, die im Freien gelassen werden.
Hunde jeden Alters können sich infizieren; Hunde unter 2 Jahren scheinen jedoch anfälliger zu sein. Eine direkte Infektion von Hund zu Hund ist nicht möglich und Menschen sind nach heutigem Kenntnisstand nicht empfänglich für eine Infektion mit dem Lungenwurm. Eine Infektion mit Lungenwurm kann unbehandelt zum Tod führen.
Symptome
Viele der Symptome können mit anderen Krankheiten verwechselt werden. Sollte Ihr Hund aber eines oder mehrere der folgenden Symptome aufweisen, muss unverzüglich der Tierarzt aufgesucht werden.
- Husten oder Atemprobleme, sowie schnelles Ermüden bei aktiver Tätigkeit.
- Blutungen zufolge Blutgerinnungsstörungen können überall vorkommen, z.B. aus Nase, Augen und Zahnfleisch. Die Blutungen können so stark sein, dass sie zu Blutarmut führen.
- Allgemeines Unwohlsein, wie Appetitlosigkeit, Magen-Darmbeschwerden, Gewichtsverlust.
- Krämpfe können ausgelöst werden, falls das Hirn angegriffen ist.
Behandlung und Vorbeugung Glücklicherweise kann eine Infektion mit Angiostrongylus vasorum medizinisch behandelt werden, z.B. mit Panacur® (mit dem Wirkstoff Fenbendazol). Nach der Behandlung erholen sich die meisten Hunde vollständig, vorausgesetzt die Behandlung wird frühzeitig eingeleitet. In endemischen Gebieten sollte eine periodische Behandlung mit Anti-Parasitmitteln erwogen werden. Fragen Sie Ihren Tierarzt.
Falls Sie besorgt sind, dass Ihr Hund mit Lungenwurm infiziert wurde oder ein Risiko dafür besteht, sollten Sie den Tierarzt aufsuchen. Auch im Falle, dass Ihr Hund Schnecken frisst, ohne Symptom für eine Infektion zu zeigen, sollte zur Sicherheit der Tierarzt konsultiert werden.*)
Sorgen Sie auch dafür, Ihren Garten und Umgebung von Hundekot freizuhalten und lassen Sie Spielsachen und Wassernäpfe über Nacht nicht im Freien.
Bitte beachten Sie, dass die Schneckenpopulation in Ihrem Garten auch mittels grosser Mengen von Schneckenkörnern kaum in Schach gehalten werden kann. Manche dieser Produkte sind extrem giftig für Hunde und andere Tiere und sollten - wenn überhaupt - nur mit grösster Vorsicht angewendet werden.
Verbreitung von Angiostrongylus vasorum
Der Lungenwurm ist weit verbreitet in Europa, Afrika sowie in Nord- und Südamerika. In Europa ist der Lungenwurm vor allem in gewissen Gebieten Dänemarks eine Plage.
In Grossbritannien, Deutschland und der Schweiz haben Infektionen mit dem Herz- und Lungenwurm bei Hunden in den letzten Jahren zugenommen. Laut Tiermedizinern hängt dies mit der Zunahme von Füchsen im Siedlungsgebiet zusammen.
*) IDEXX Angio Detect™ ist ein neuer, kostengünstiger Bluttest, womit innerhalb von 15 Minuten festgestellt werden kann, ob der Hund mit Angiostrongylus vasorum infiziert ist. Die Einsammlung von Kotproben während 3 Tagen erübrigt sich somit.