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In der letzten Deutschstunde haben wir uns mit der Sprache befasst, dabei kam unteranderem auch das Wort „Ghoti„, eine Erfindung des Schriftstellers George Bernhard Shaw, vor. Diesen Herren, wie auch dieses „Ghoti„, möchte ich euch in diesem Beitrag etwas näher bringen.
George Bernard Shaw, geboren am 26. Juli 1856 in Dublin, war ein englisch-irischer Bühnenautor, Schriftsteller und Politiker. Er wuchs in problematischen Familienverhältnissen auf, seine Mutter verliess ihn als er sechzehn war. Anfangs arbeitete er als kaufmännischer Bediensteter, zog dann aber im Alter von 20 nach London. Nachdem er fünf Romane geschrieben hatte und von fünf Verlagen abgelehnt wurde, machte er seine ersten Schritte in die Welt der Literatur als Musikkritiker, er schrieb erfolgreich ironische Beiträge für die Londoner Zeitung „Star„. Ansehen erhielt er auch, weil er der erste Musikkritiker war, welcher das Geschlecht des Komponisten in seinen Beurteilungen ausser Acht liess.
Seine politische Karriere begann er als Vortragsredner in der Fabian Society, eine Vereinigung, welche nicht eine revolutionäre, sondern eine evolutionäre Veränderung der Gesellschaft anstrebte. Dort begegnete er auch erstmals seiner zukünftigen Ehefrau, Charlotte Payne-Townshend. Zu Shaws Erfolgen zählt auch die Mitbegründung der London School of Economics and Political Science, kurz LSE.
Die Premiere seines ersten erfolgreichen Theaterstück, Candida, wurde 1898 aufgeführt. Darauf folgten viele weitere Stücke, darunter: Arms and the Man (1898), Cäsar and Cleopatra (1901) und Pygmalion (1913). Nach dem ersten Weltkrieg widmete er seine Zeit eher seriöseren Dramen, wie Haus Herzenstod (1919) und Die heilige Johanna (1923). Auch als alter Mann, mit etwa 80, war er noch als Autor tätig, sein Engagement galt jedoch immer mehr der Politik.
Ein weiteres seiner berühmteren Werke ist das Wort „Ghoti„. Ein fiktives Wort, mit dem er sich über die Logik der englischen Rechtschreibung lustig macht. „Ghoti“ ist aus verschiedenen Lauten der englischen Sprache zusammen gesetzt und soll, nach Regeln der Rechtschreibung, „Fisch“ heissen. Das „gh“ ausgesprochen als f wie in dem Wort laugh, das „o„ als i wie in women (plural) und das „ti“ als sch wie in nation.
Zu seinen grössten theatralisch- und literarischen Erfolgen zählt die Auszeichnung mit dem Nobelpreis für Literatur (1925) und dem Oscar für das beste adaptierte Drehbuch (1939). Er ist der einzige Nobelpreisträger, welchem auch ein Oscar verliehen wurde.
Auch war Shaw in der Politik eifrig tätig, er war lange ein anerkanntes Ratsmitglied in St. Pancras, London. Ebenfalls zählt er zu den Initiatoren des Gründungsprogrammes der britischen Labourpartei (1900). Für grosse Aufregung sorgte er durch einen Artikel von 1914, in dem er England und Deutschland zu Verhandlungen aufrief und deren Nationalstolz stark kritisierte. Auch war Shaw ein Unterstützer oder Gegner vieler politischen Bewegungen, zu denen er auch offen seine Meinung kund gab, wie die Hegemoniepolitik in China, welche er stark kritisierte oder die Zwangskollektivierung in der Sowjetunion, die er befürwortete.
Shaw starb 1950 im Alter von 94 Jahren in Ayot Saint Lawrence, England und war nach seinem Tod weit über Grossbritanien hinaus bekannt, als Politiker, wie auch als genialer Schriftsteller.
Von benksy
Quellen: