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Lockere Spaziergänge auf heissem Sand
Der Rumäne Victor Crivoi (Nr. 1) und die Ukrainerin Alyona Sotnikova (5) siegen erstmals am Crossklinik Basel Tennis-Open
Von Beat Caspar
Basel. Die Stärke und Dichte der Felder, die Rekordbeteiligung mit über
300 Nennungen und das heisse Wetter: Die Jubiläumsauflage des Turniers von
Kurt und Steven Schudel hielt, was der traditionelle Pfingstanlass versprach.
Auch wenn die in Biel trainierende topgesetzte Russin Regina Kulikova
verletzungsbedingt kurzfristig absagen musste, entwickelten
sich beide Topkonkurrenzen (N1 bis R2) mehrheitlich
gemäss den etablierten Hierarchien. Bei den Männern
erreichten die Gesetzten 1 bis 8 geschlossen die Viertelfinals,
beiden Frauen schaffte es die Tessinerin Alessia Rossetti
als einzige Ungesetzte in die Runde der letzten acht. Das
höchste Preisgeld von 5600 Franken sicherte sich der topgesetzte
Rumäne Victor Crivoi überlegen. Der 32-Jährige (ATP 228),
einst die Nummer 75 der Welt, gab in seinen ersten
vier Matches jeweils nur wenige Games ab. Er wischte
im Viertelfinal sogar den dreimaligen argentinischen Titelgewinner
Cristian Villagran mit 6:3, 6:2 förmlich vom staubtrockenen Platz.
Sein Halbfinalgegner Ivo Klec (De), der ebenso locker durchmarschiert
war, musste nach verlorenem ersten Satz verletzt aufgeben.
Den Titelkampf gegen Raphael Lustenberger gewann der
Rumäne 7:5, 6:4. Dem Schweizer blieb es im Final als
Einzigem vorbehalten, Crivoi zu fordern und neun Games
zu gewinnen. Der routinierte Rumäne fühlte sich trotz
Spaziergängen in den ersten Runden «müde und alt», freute
sich jedoch über das Preisgeld. Er wähle seine Turniere so,
dass sein Budget nicht überstrapaziert werde, erklärte Crivoi
seinen Start in Basel. Ob er 2015 zurückkehre, liess er mit
kritischem Unterton offen: «Zwei Matches pro Tag sind unüblich.
Ab dem Viertelfinal sollte es nur ein Spiel pro Tag geben. Das
Niveau wäre besser.» Der letztjährige Finalist Raphael Lustenberger
erwies sich wie im Vorjahr als stärkster Einheimischer. Er profitierte
allerdings vom Vorteil, am Montag seinen Halbfinal kampflos zu gewinnen.
Der Zürcher Robin Roshardt, der beim 6:4, 2:6, 6:3 im Viertelfinal
am Sonntagabend im seinem dritten Dreisätzer gegen den als
Nummer 4 gesetzten Franzosen Alexandre Renard den Fairnessgedanken
mehr als strapazierte und verwarnt wurde, machte eine Verletzung
geltend und trat nicht mehr an. Dieser Misston blieb trotz der grossen
Hitze die Ausnahme.
Sieg für die Baslerin Klincov
Die Finalistinnen der Frauen-Events hatten «nur» sechs Matches zu bestehen.
Trotzdem mussten sie am Ende die letzten Reserven mobilisieren.
Die 22-jährige Ukrainerin Alyona Sotnikova (WTA 363), hatte etwas
mehr davon als die 31-jährige Argentinierin Salome Llaguno, die
nach gewonnenem Startsatz mit 0:6, 2:6 einging. Im R2/R6-Turnier
siegte die Baslerin Bojana Klincov sogar durch Aufgabe der am
Knie verletzten topgesetzten 17-jährigen Lea Amrhein im zweiten Satz.
Klincov wird am 22. Juni erst 13-jährig. Sie hat bereits R1-Niveau
und trainiert täglich in Waldshut-Tiengen im Camp von Eric van Harpen.
Auch das R2/R6-Tableau der Männer brachte einen Basler Sieger hervor:
Michael Koran. Der 23-jährige US-Student auf Semesterurlaub schlug den zwei
Jahre jüngeren Clément Guerra in drei Sätzen.