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Grundsätzlich wollen Veganer*nnen, dass kein Tier wegen ihnen sterben oder leiden muss. Vielen ist auch die Umwelt und das Klima eine Herzensangelegenheit. Es gibt jedoch auch andere Motive, sich vegan zu ernähren. Zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen oder wegen religiösen Pflichten. Oftmals sind es verschiedene Faktoren, die zusammenspielen, die zu einer entgültigen Enscheidung führen. Unten findest du eine Übersicht der meist genannten Gründe.
Allgemein denken Veganer*nnen, dass die Menschen nicht das Recht haben Tiere einzusperren, zu züchten oder zu missbrauchen.
Auf Fleisch wird verzichtet, da ein Tier nur existiert, damit es nachher gegessen werden kann. Das Leben, welches ein Nutztier erwartet, wünscht sich keiner. Schweine beispielsweise verbringen ihr Leben auf 0.9m² (nach Schweizer Gesetz). Viele haben nie eine Wiese gesehen. Sie werden gemästet und dann geschlachtet. Beim Schlachten funktioniert bei 5-10% aller Tiere der Bolzenschuss nicht und die Tiere werden bei Bewusstsein ausgeblutet.
Damit eine Kuh Milch gibt, muss sie jedes Jahr ein Kalb zur Welt bringen. Die Kuh wird künstlich geschwängert. Die Kälber werden der Mutter kurz nach der Geburt weggenommen, damit der Mensch die Milch für sich nehmen kann. Die männlichen Kälber sind ein Abfallprodukt. Sie werden entweder zur Mast gebracht, um einige Wochen später zu Kalbfleisch zu werden, oder sie werden direkt umgebracht. Weibliche Kälber werden meist zu Milchkühen aufgezogen. Eine Milchkuh wird etwa sechs Jahre alt (statt 24) in denen sie jährlich schwanger ist und gleichzeitig Milch geben muss.
Damit die Eierproduktion rentiert soll ein Huhn 300 Eier pro Jahr legen. Nach einem Jahr legt sie nicht mehr so viele, sie wird dann «entsorgt». Männliche Küken werden direkt nach ihrer Geburt vergast oder (im Ausland) geschreddert, da für sie keine Verwendung vorliegt.
Bei Honig gehen selbst die Meinungen der Veganer*innen auseinander. Doch Honig ist nicht vegan. Bienen produzieren ihren Honig nicht für die Menschen, sondern für sich selber. Wir nehmen ihnen ihren Lebensinhalt weg und ersetzen ihn mit Zucker, der keinerlei Nährstoffe mehr enthält. Eine Biene produziert in ihrem Leben etwa zwei Teelöffel Honig. Zudem empfinden Bienen Emotionen und sind intelligent. Honig aus dem Ausland (vorallem von den USA) ist bedenklich: Dort werden oft der Bienenkönigin die Flügel abgeschnitten, damit sie besser erkannt werden kann. Zudem werden häufig ganze Bienenvölker vergast, statt sie über den Winter zu versorgen.
www.swissinfo.ch, www.juckerfarm.ch, www.admin.ch, www.vegan.ch, www.surgeactivism.org
Eine pflanzenbasierte Ernährung ist gesund. Zudem können durch eine vegane Ernährung einige Krankheiten verbessert oder vermieden werden.
Zur Bekämpfung von Infektionen bei Tieren werden Antibiotika und Nahrungszusätze eingesetzt. Diese werden oft dem ganzen Bestand der Tiere, statt einzelnen, verabreicht. Bakterien werden zunehmend resistenter gegen Antibiotika. Dies erhöht das Krankheitssrisiko für den Konsumenten und führt zu Lebensmittelvergiftungen. Es gibt Lebensmittel, die häufig Erreger für Infektionen und Vergiftungen enthalten. Zu den Risikolebensmittel gehören Rohmilch, rohe Eier, Eiprodukte, rohe Fleisch- und Wurstwaren, Geflügel, Seetiere, Cremes und Mayonnaise.
Durch eine fleischlose Ernährung wird der Blutzucker- und Blutdruckwert gesenkt. Zudem mindert es das Risiko von Diabetes, bösartigen Tumoren und durch die Senkung des Cholesterin auch das Risiko einiger Herzkrankheiten. Auch bei Krankheiten wie Multiple Sklerose sollte als Massnahme auf eine fleischlose Ernährung umgestiegen werden und auf tierische Fette verzichtet werden.
Buch von Clements, K. (1996). Vegan - Über Ethik in der Ernährung & die Notwendigkeit eines Wandels, Buch von Barth, S. (2009). Ernährungsmedizin, www.focus.de
Viele Hinduisten, in deren Glaube eine Kuh heilig ist, ernähren sich vegan. Denn das Gebot «Ahimsa», was so viel wie «Nicht-Töten» bedeutet, steht an oberster Stelle und es bezieht explizit Tiere mit ein. Auch wird das Gebot im Christentum «Du sollst nicht töten» von einigen als Aufforderung verstanden, sich pflanzlich zu ernähren.
Buch von Leitzmann, C. (2018). Veganismus: Grundlagen, Vorteile, Risiken.,
Buch von Rinas, B.-U. (2012). Veganismus: Ein postmoderner Anarchismus bei Jugendlichen?
Eine der Hauptursachen der Umweltverschmutzung ist unsere Agrarwirtschaft. Gemäss dem Öko-Institut e.V. sind Butter, Käse und Rindfleisch die Lebensmittel mit der schlechtesten Ökobilanz. Mit einer Umstellung auf eine vegane Ernährung kann der ökologische Fussabdruck der Ernährung um 40% verringert werden. Warum diese tierischen Produkte Klimakiller sind erfährst du hier:
Weltweit wird etwa 80 % der gesamten Sojaernte als Tierfutter eingesetzt. Um dieses zu gewinnen wird viel Regenwald abgeholzt. Wenn wir das Soja direkt essen würden, statt es den Tieren zu verfüttern, um daraus Fleisch zu gewinnen, wäre der Platzanspruch 5x geringer. Sojaprodukte wie Tofu, die in der Schweiz erhältlich sind, werden übrigens in den meisten Fällen aus Schweizer Soja hergestellt und sind BIO. In der Schweiz werden jährlich 268’000 Tonnen Tierfutter-Soja importiert. Das ist schon deutlich weniger Soja pro Kuh als beispielsweise in Amerika üblich ist. Doch wenn eine Kuh mehr Wiesenfutter isst, produziert sie auch mehr Methan.
Methanausstösse, eines der bedeutendsten Klimagase, gehen grösstenteils auf das Konto der Landwirtschaft. Methan entsteht in den Mägen der Kühe und wird als Rülpser oder Pupser ausgestossen. Methan kommt zwar weniger oft vor als Kohlendioxid, doch ist 20x klimaschädlicher. Damit sind unsere Rindfleisch- und Milchproduktionen für 9% aller menschengemachten Klimaerwärmungen zuständig.
Dem Tierfutter wird Zink und Kupfer als Nahrungsergänzung beigemischt. Durch Gülle und Mist gelangen diese Schwermetalle in den Boden und somit auch ins Grundwasser und beeinträchtigt die Bodenfruchtbarkeit, was schlussendlich zu Ernteverlusten führt. Rund zwei Drittel der von Menschen verursachten Stickstoffeinträge stammen aus der Viehhaltung. Dieser übermässige Stickstoffeintrag ist ein Grund für den schleichenden Verlust an Biodiversität in der Schweiz und versauert unsere Böden.
Durch die Gülle gelangen Tierarzneimittel in die Böden. Dies begünstigt die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen. Siehe auch Lebensmittelvergiftungen unter den gesundheitlichen Motiven.
Die Menschen haben es geschafft, dass innerhalb von wenigen Jahrzehnten die Fischbestände und somit der Bestand aller Meeresbewohner stark abgenommen hat. Im Mittelmeer beispielsweise gelten mehr als 60% der Fischbestände als überfischt. Jährlich werden viel mehr Fische aus dem Meer geholt, als von der europäischen Union festgelegt wurde. Dies liegt daran, dass sich modernisierte Fischerunternehmen nicht daran halten und illegal fischen. Das passiert oft in Gewässern von Entwicklungsländern, da dort keine grosse Konkurrenz herrscht und die einheimischen Fischer nicht über die Mittel verfügen, um sie aufzuhalten. Ein weiteres Problem: Der Beifang. Ein Drittel des gesamten Fischfangs weltweit ist bloss Beifang. Somit werden etliche Wale, Delfine, Schildkröten, Krabben und so weiter versehentlich (und doch wissentlich) umgebracht und tot wieder ins Meer geworfen.
Ein durchschnittlicher Haushalt braucht täglich 100 bis 500 Liter Wasser (Trinken, Duschen, Waschen, etc.). Im Schnitt werden jedoch 2'000 bis 5'000 Liter Wasser für die tägliche Ernährung einer Familie verbraucht. Dies hängt stark davon ab, welche Nahrungsmittel wir konsumieren. Mit einer vegetarischen Ernährung kann der Wasserverbrauch um die Hälfte gesenkt werden. Um 1kg Rindfleisch herzustellen braucht es beispielsweise 15'400 Liter Wasser. In der Schweiz haben wir das Glück, keine Wasserknappheit zu haben. In anderen Ländern sieht dies jedoch ganz anders aus.
Buch von Suchanek, N (2010), Der Soja-Wahn, Schweiz Soja Netzwerk, www.umweltbundesamt.de, www.swissmilk.ch, Bundesamt für Umwelt BAFU: Boden in der Schweiz, www.umweltnetz-schweiz.ch, www.iinas.org, www.swissveg.ch, www.wwf.ch, www.naturefund.de
Die Menschen haben ihr eigenen Gründe, warum sie sich vegan ernähren wollen. Doch meist haben sie eines gemeinsam:
Sie wollen nicht, dass wegen ihnen ein Tier sterben oder leiden muss.