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Erfreulich, aber gleichzeitig verwunderlich ist, dass ein erfolgreicher ehemaliger Gewerkschaftssekretär, seit Jahren bekannt als Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung, die hohen Löhne der Spitzenbeamten im Interview vom 6. August kritisiert. Es handelt sich um Serge Gaillard, bekannt auch als erfahrener Volkswirtschafter. Für ihn ist das gegenwärtige Lohnwachstum im Kaderbereich generell eine Fehlentwicklung, weil sich damit ein sozialpolitisches Problem immer mehr verschärfe. Mit diesen oder ähnlichen Feststellungen und Beobachtungen ist Gaillard nicht allein. In verschiedenen nationalen und internationalen Medien war in den vergangenen Wochen die Rede vom modernen Kapitalismus.
So kritisierten beispielsweise Ex-Nationalbank-Chef Philippe Hildebrand und Jamie Dimon, Chef der Bank JP Morgan, die Auswüchse des Kapitalismus in der TV-Sendung ECO vom 13. Mai und forderten mehr soziale Gerechtigkeit. Der weltweit bekannte amerikanische Professor für Volkswirtschaft, Joseph Stiglitz, schrieb zwei Bücher mit den Titeln «Schatten der Globalisierung» und «Chancen der Globalisierung». In beiden Werken zeigt er eindrücklich, dass infolge der Globalisierung der weltweite Wohlstand insgesamt wohl zugenommen hat, aber auch das Gefälle zwischen Arm und Reich immer grösser wird.
Laut den Aussagen aller erwähnten Persönlichkeiten verschärft sich das sozialpolitische Problem immer mehr, so dass die Armut in gewissen Ländern zunimmt! Kann es in einem neoliberalen Wirtschaftssystem überhaupt eine Gleichberechtigung geben, wo aufstrebende rechtskonservative und populistische Parteien immer mehr zu sagen haben?