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Ein schneller und dann auch noch gigantischer Gewinn am Aktienmarkt – davon träumt jede Anlegerin und jeder Anleger. Ein 20-jähriger Universitätsstudent hat, wie die «Financial Times» berichtet, durch den Verkauf eines Anteils an dem angeschlagenen Detailhandelsunternehmen Bed Bath & Beyond einen Gewinn von rund 110 Millionen Dollar erzielt.
Jake Freeman heisst der Student, der Mathematik und Wirtschaftswissenschaften an der University of Southern California studiert. Wie ist er vorgegangen?
Er kaufte im Juli rund 5 Millionen Aktien von Bed Bath & Beyond. Dies wurde in veröffentlichten Dokumenten bekannt, nachdem das Unternehmen miserable Zahlen veröffentlicht und der Geschäftsführer seinen Job verloren hatte. Der Aktienkurs des Unternehmens sank stark.
Student Freeman stieg zu einem Preis von weniger als 5,50 Dollar pro Aktie ein. Am Dienstag kletterte der Kurs von Bed Bath & Beyond auf über 27 Dollar je Aktie.
Der Student verkaufte später Aktien im Wert von mehr als 130 Millionen Dollar, aus seinen Konten bei TD Ameritrade und Interactive Brokers, wie die FT berichtet.
«Ich war schockiert, dass es so schnell nach oben ging»
«Ich habe sicherlich nicht mit einer so heftigen Rally nach oben gerechnet», zitiert die FT den jungen Investor. «Ich dachte, es würde sich um einen Wert handeln, der über sechs Monate läuft. Ich war wirklich schockiert, dass es so schnell nach oben ging.»
Die krisengeplagten Titel von Bed Bath & Beyond gehören zu den Meme-Aktien, die Anfang des Jahres 2021 populär wurden, aber weniger Aufmerksamkeit erregt haben als etwa Gamestop, der Videospielhändler, und die Kinokette AMC. Hintergrund dabei ist, dass sogar Privatanlegerinnen und Privatanleger mit ihren Aktionen den Aktienkurs von Firmen massiv beeinflussen können.
Die Privatanleger versuchen dabei in einem sehr engen Markt, den Aktienkurs dieser Titel rasant nach oben zu treiben. Aktien von Bed Bath & Beyond stiegen seit Ende Juli um rund 400 Prozent. Profi-Investoren, die ebenfalls investiert sind, aber auf fallende Kurse setzen, könnten dann gezwungen sein, ihre Positionen zu reduzieren. In der Folge klettert der Aktienkurs noch weiter.
Bloomberg berichtet, dass die spektakuläre Rally von Bed Bath & Beyond eine Rekordmenge an Geld von Kleinanlegern anzog, die ihre Wetten auf beliebten Social-Media-Websites und in Händler-Chatrooms platzieren. Daher kommt ursprünglich auch der Begriff «Meme-Aktien».
Student Freeman, der bei einem New Yorker Hedgefonds als Praktikant gearbeitet hatte und auch sonst rege Investorenerfahrung sammelte, hatte zuletzt eine mehr als 6-prozentige Position bei Bed Bath & Beyond aufgebaut. Freunde und Familienmitglieder sollen geholfen haben, den Aktienkauf mitzufinanzieren.
Wie läuft nun das Leben des Studenten? Nach dem Verkauf der Aktien sei Freeman mit seinen Eltern in der Nähe von New York City zum Essen gegangen, am Mittwoch flog er nach Los Angeles, um zur Uni zurückzukehren.
Sein Timing in Sachen Aktienkauf war perfekt: Der Kurs des Unternehmens ist seitdem wieder stark gesunken.
(tim)