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TYP-1-DIABETES
Eine chronische Erkrankung, die sich schon im frühen Kindesalter entwickeln kann
Dieser Diabetes-Typ entwickelt sich meist im Jugendalter, weil die Bauchspeicheldrüse nicht in der Lage ist, ausreichend Insulin zu produzieren. Es scheint, dass die Krankheit durch eine schleichende Autoimmunerkrankung und die damit einhergehende Zerstörung der β-Zellen ausgelöst wird. Allerdings sind ihre Ursachen, bei denen genetische Veranlagung und umweltbedingte Faktoren eine Rolle spielen, noch nicht vollständig geklärt.
Die Häufigkeit, mit der die Erkrankung bei Kindern (zwischen 0 und 14 Jahren) auftritt, variiert je nach Land zwischen 0,5 und 60 Fällen pro 100’000, wobei die Raten in den Länder Europas am höchsten sind.
Bis heute besteht die einzig mögliche Therapie in der externen Zufuhr von Insulin und einer fortwährenden, mehrmals täglich durchzuführenden, lebenslangen Kontrolle des Zuckerspiegels.
Regeneration und Immunmodulation
Das einzige Mittel zur Behandlung dieser lebensbedrohenden Erkrankung bestünde darin,
- die Erneuerung des Bauchspeicheldrüsengewebes zu fördern
- die Zerstörung der β-Zellen durch das Immunsystem des Patienten zu verhindern
Die Transplantation von Stammzellen (SCT) erscheint in dieser Hinsicht ein vielversprechender Ansatz zu sein. Es wurden bereits zahlreiche vorklinische Studien und darauf aufbauende klinische Versuche durchgeführt, um die Sicherheit und die Wirksamkeit ganz neuer Zelltherapien zu erforschen.
Danach zeigt sich, dass es bei dem kombinierten Einsatz verschiedener (hämatopoetischer und mesenchymaler) Stammzellenarten unterschiedlicher Herkunft (Knochenmark und Nabelschnurgewebe) zu Synergieeffekten kommt. Dies ist auf die komplementären Eigenschaften der verschiedenen Stammzellenarten zurückzuführen. Während die Stammzellen des Knochenmarks die Erneuerung der β-Zellen bewirken, sind die Stammzellen aus Nabelschnurgewebe in der Lage, die Autoimmunreaktion zu beeinflussen.
Überprüfung von Sicherheit und Wirksamkeit
Kürzlich wurde von einem Forscherteam des Diabetes Research Institute of Miami (Florida, USA) und der Xiamen University (China) eine klinische Pilotstudie zur Überprüfung von Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung durchgeführt. Dabei ging es um die körpereigene Produktion von Insulin bei Patienten, die an Typ-1-Diabetes erkrankt waren, indem ihnen gleichzeitig Stammzellen aus Nabelschnurgewebe (UC-MSC) und autologe mononukleäre Zellen, die aus Knochenmark gewonnen wurden (aBM-MNC), transplantiert wurden.
Die randomisierte kontrollierte Studie umfasste 42 Patienten
• Die 21 Patienten der Testgruppe erhielten eine SCT (UC-MSCs + aBM-MNC) und die klassische klinische Behandlung
• Die 21 Patienten der Kontrollgruppe erhielten ausschliesslich die klassische klinische Behandlung
Die Beobachtungen wurden in vierteljährlichen Abständen über den Zeitraum eines Jahres nach der Behandlung fortgeführt.
Verringerung des Bedarfs an extern verabreichtem Insulin
Die Sekretion des Peptids C, das traditionell zur Messung der körpereigenen Insulinproduktion dient, war in der Testgruppe (SCT) signifikant angestiegen, während zeitgleich in der Kontrollgruppe eine abnehmende Tendenz beobachtet wurde.
Der Wert für Glykohämoglobin (HbA1c), durch den die durchschnittliche Glukosekonzentration im Plasma für einen Zeitraum von drei Monaten ermittelt werden kann, ging bei der Testgruppe (SCT) nach 3, 6, 9 und 12 Monaten signifikant zurück, während er bei der Kontrollgruppe stagnierte.
Zwar erreichten es die Patienten der Testgruppe (SCT) nicht, von Insulin ganz unabhängig zu werden, aber sie konnten eine Verringerung des Bedarfs an extern verabreichtem Insulin verzeichnen, während dieser Bedarf bei der Kontrollgruppe unverändert blieb.
Eine messbare Verbesserung der Stoffwechselfunktion
Die Autoren der Studie betrachten ihre Ergebnisse als Therapiekonzept-Nachweis, da die Transplantation von Stammzellen (SCT) zu einer messbaren Verbesserung der Stoffwechselfunktion bei Patienten führt, die an Typ-1-Diabetes erkrankt sind.