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Forscher der Universität Minnesota in den USA (J. M. Siewert, J. A. Salfer und M. I. Endres) veröffentlichten 2019 eine Studie, in der ein Defizit von 0.5 Melkungen in der frühen Laktation bei erstlaktierenden im Vergleich zu mehrlaktierende Kühe beobachtet wurde, was auf die fehlende Routine der ersten Melkungen im Roboter zurückzuführen war. Die fehlenden Melkungen wirkten sich direkt auf die Menge der produzierten kg Milch in der Laktationsspitze aus, welche unter dem erwarteten Ziel lag. Entsprechend tiefer war die gesamte Milchleistung in der ersten Laktation. 2018 analysierten M. Peiter et al. (Universität Minnesota) den Unterschied zwischen erstlaktierenden, die vor dem Abkalben an den Roboter gewöhnt wurden, gegenüber erstlaktierenden, welche erst für die erste Melkung im Roboter waren. Das Robotertraining erfolgte über einen Zeitraum von zwei Wochen, wobei täglich 1.0 kg Kraftfutter gefüttert wurde, während der Melkarm unbeweglich blieb. Die trainierten Tiere hatten zu Beginn der Laktation bis zu einer Melkung mehr pro Tag. Dieses zusätzliche Melken entsprach etwa 1.1 kg Milch pro Tag, d. h. 250‒300 kg zusätzliche Milch in der ersten Laktation.
Timing ist alles
Damit eine solche Leistungssteigerung möglich ist, muss das Training zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Denn die Vorbereitungszeit auf das Abkalben ist entscheidend, um ein Abkalben ohne Stoffwechselstörungen und einen guten Laktationsbeginn zu gewährleisten. Wenn davon ausgegangen wird, dass 25 % der erstlaktierenden Kühe subklinische Hypokalzämie haben (Dr. Olivier Crenn, 2022), sollte in den vier Wochen vor dem Abkalben auf einen niedrigen DCAB in der Ration geachtet werden. Das Training der Rinder erfolgt idealerweise vor Beginn dieser Vorbereitungsfütterung. Ist ausreichend Platz vorhanden, können die Rinder während zwei Wochen in der Gruppe der laktierenden Kühe an den Roboter gewöhnt werden, bevor sie angefüttert werden. Bei knappen Platzverhältnissen können die Tiere von Hand zum Roboter geführt werden, was jedoch sehr arbeitsintensiv ist. Dafür sind Stress und Aufwand nach dem Abkalben umso geringer, da das Tier bereits an das Futter im Roboter gewöhnt ist. Wie anfangs erwähnt, ist zudem mit mehr Melkungen und damit mit mehr Milch zu rechnen.
Genug Kapazität ist Voraussetzung
Je nach Voraussetzungen hat dieses Training jedoch nicht nur positive Auswirkungen. Wenn die freie Zeit am Roboter oder die Anzahl der Liegeboxen nicht ausreicht (wenn davon ausgegangen wird, dass eine 90-protzentige Belegung der Boxen ideal ist), wirkt sich das Training der Rinder negativ auf die Produktion der laktierenden Kühe aus, da sie weniger Zeit am Roboter oder in den Liegeboxen verbringen können. Das Angewöhnen erfordert zudem ausreichend Personal. Um mit dem Robotertraining die Milchproduktion zu optimieren, müssen also genügend Arbeitskräfte sowie freie Kapazitäten am Roboter und im Stall vorhanden sein.
Ist es nicht möglich, das Training vollumfänglich zu gewährleisten, kann vor dem Anfüttern während zwei Wochen das Futter der ersten Melkung vorgelegt werden. Dies hilft, den Stress beim Start in die erste Laktation zu reduzieren.