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Prägedruck, Steingravur, -radierung
Nicht alle Tiefdruckverfahren folgen demselben Schema. Es gibt einige Druckverfahren, bei denen sich sogar die drei Haupttechniken, der Hoch-, Tief- und Flachdruck, kreuzen; sie seien hier geschildert.
Der Prägedruck ist eine Mischung zwischen Hoch- und Tiefdruck. Die Darstellung wird manuell oder durch Ätzung auf einen Druckstock übertragen, von dem in anschliessend durch einen Abguss eine Gegenform erstellt wird. Zwischen die beiden Blöcke wird der stark angefeuchtete Papierbogen gelegt, der beim Druck eine reliefartige Prägung annimmt.
Oftmals wird dieses Verfahren als Ergänzung zu beliebigen Drucktechniken verwendet, entweder um dem Blatt eine bereichernde Struktur beizufügen oder um einzelne Passagen des Abzugs hervorzuheben und so z.B. zusätzliche Tiefe in die Darstellung zu bringen. Ebenfalls beliebt sind Blindprägungen, die mit einer transparenten Glanzfarbe oder ganz ohne Farbe einen reliefartigen Effekt bewirken.
Anwender des Prägedrucks sind u.a. Dalí, Ernst und Corneille.
Ganz ähnlich funktioniert die Steinradierung, die ebenfalls Komponenten der Lithografie und der Radierung (Kaltnadelradierung) verbindet. Auf den polierten Stein wird ebenfalls die Grundierung in Form eines Ätzgrunds angebracht. Der Stein wird aber mit einer stumpfen Nadel wie bei der Kaltnadelradierung bearbeitet. Die Ätzung erfolgt mit verdünnter Essigsäure.
Als Mittelding zwischen Flachdruck (Lithografie) und Tiefdruck (Radierung) gilt die Steingravur, die heute jedoch selten mehr angewendet wird. Hierbei werden wegen ihrer Härte ausschliesslich graue oder blaue Steine verwendet, die flach geschliffen sein müssen. Die Oberfläche der Druckplatte wird mit einer Gummi-Salpetersäure angeätzt, oder mit einem Brei, bestehend aus einer Gummilösung mit Sauerkleesalz, grundiert. Damit der Künstler sieht, was er zeichnet, wird der Stein geschwärzt (mit einer Lösung aus Asphalt, Mastix, Wachs und Russ; Rötelpulver oder Russ und Gummi), bevor er mit einer scharfen Stahlnadel, einem Zeichendiamant oder Schabern (für breite Linien) eine Darstellung in die Steinplatte graviert. Ist die Darstellung vollendet, wird die Platte mit Salpetersäure geätzt, der Deckgrund entfernt und die Oberfläche des Steins mit Leinöl eingerieben. In die entstandenen Linien wird verdünnte Umdruckfarbe gerieben, der Stein angefeuchtet und dann unter starkem Druck unter dem Reiber hindurch gepresst. Oftmals wird der Umdruck geätzt, um die Steingravur nachher auf der Schnellpresse zu drucken. Hans Fischer («fis») hat bedeutende Steingravuren geschaffen.