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Maria Becker wurde am 28. Januar 1920 in Berlin als Tochter der Schauspieler Maria Fein und Theodor Becker geboren. 1936 verliess Maria Becker mit ihrer Mutter Berlin, um am Reinhardtseminar in Wien zu studieren. 1938 erhielt sie als Achtzehnjährige ein Engagement am Züricher Schauspielhaus, an dem sie mit Unterbrechung bis 1965 tätig war. In Zürich – damals die einzige deutschsprachige Bühne, welche die Tradition der freien Kunst aufrechterhielt, nachdem in Nazi-Deutschland die Bühnen 1943 geschlossen wurden – erlebte Maria Becker eine glanzvolle Karriere. Von der Penthesilea bis zur modernen Komödie, von Sophokles, Hebbel, Kleist, Goethe, Schiller, Shakespeare, Ibsen, Hauptmann, Strindberg, Wilder, Brecht, Williams, Giraudoux, O’Neill, Dürrenmatt bis Bernanos und Cocteau spielte Maria Becker alle denkbaren klassischen und modernen Rollen. Gastspiele führten sie unter anderem ans Burgtheater in Wien, an das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, zu den Salzburger Festspielen, den Berlinern Festwochen und nach München. In England wurde sie mehrfach zu Gastspielen an die BBC geholt.
Eine kleine Auswahl ihrer wichtigsten Bühnenrollen: Maria Becker spielte unter anderem die Uraufführungen von Jean-Paul Sartre «Die Fliegen» und von Edward Albees «Wer hat Angst vor Virginia Woolf ?». In der «Gute Mensch von Sezuan» von Brecht und «Der Blinde» von Dürrenmatt, «Die Präsidentin» in Bernhards «Der Präsident», die Sarah Bernhardt in Murrells «Memoiren». Unter der Regie von Leopold Lindtberg spielte sie 1984 in Zürich die Uraufführung «Die Antrittsrede der amerikanischen Päpstin» von Esther Vilar und als erste Frau den «Mephisto» in Goethes Faust am Residenz-Theater in München.
Im Fernsehen war Maria Becker öfters in den Serien «Derrick» und «Der Alte» zu sehen. 1956 gründete Maria Becker mit ihrem Mann Robert Freitag und Will Quadflieg ein eigenes Tournee-Theater: Die Schauspieltruppe-Zürich. Mit der Schauspieltruppe-Zürich wurde Maria Becker weit über den deutschsprachigen Raum hinaus bekannt; sie gab Gastspiele in den USA, Kanada, Belgien und den Niederlanden. In diese Zeit fällt auch ihre Arbeit als Regisseurin. Am Stadttheater St. Gallen inszenierte sie Lorcas «Bernarda Albas Haus» und 1982 in Heilbronn die deutsche Erstaufführung von Bernsteins Musical «Candide», im Juni 2002, ebenfalls unter ihrer Regie, die Aufführung «Jedermann» von Hugo von Hofmannsthal, im Rieterpark Zürich. 2003 war Maria Becker auf In- und Auslandstournee mit Esther Vilars Bühnenstück «Reisen mit Lady Astor». Im Rahmen der Veranstaltung des Klosters Einsiedeln, «Im Clinch mit der Kirche» spielte sie das Stück «Die Antrittsrede der amerikanischen Päpstin» in der Kathedrale von Einsiedeln.
Auszeichnungen:
"Dem Leben recht geben - Klara Obermüller im Gespräch mit J.R. von Salis"
1952
Hans Reinhardt-Ring der Schweiz. Gesellschaft für Theaterkultur
1965
Bundesverdienstkreuz
1992
Luise-Dumont-Goldtopas
1997
Verleihung der Goldenen Ehrenmedaille des Regierungsrates des Kantons Zürich
2005
Akademie der Künste, Berlin
Mitgliedschaft