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Kaum jemand weiss heute noch, dass die Zürcher Kantonalbank, wie auch andere Banken, einst Banknoten herausgegeben hat. Bereits bei ihrer Gründung 1870 erhielt sie das Recht zur Notenemission. Sie behielt es bis zur Errichtung des Emissionsmonopols auf Bundesebene und zur Gründung der Schweizerischen Nationalbank im Jahr 1907. Mit der Herausgabe von Banknoten verschaffte sich das Institut eine Art «unverzinslichen» Kredit. 1875 emittierte sie etwa die Hälfte der Banknoten im Kanton. Auf Bankseite wurde zwar für die sofortige Rückzahlung eine gewisse Menge an Edelmetall im Tresor gehalten, zum Teil standen als Sicherheit aber lediglich hinterlegte Wertpapiere und der Verweis auf die Staatsgarantie zur Verfügung. Die Gelder aus der Notenemission dienten der Bank als Finanzierung, um günstige Kredite an Kunden vergeben zu können.
1 Million Mal unterschreiben, bitte!
Nicht nur, dass die Zürcher Kantonalbank ihre Banknoten früher selbst drucken liess – es wurde auch jede einzelne noch handschriftlich unterschrieben. Und das hat lange gedauert. Sehr, sehr lange.
Banknotenherstellung in echter Handarbeit
Gültig war jeder Geldschein erst durch die Unterschriften dreier Personen, nämlich des Bankpräsidenten, des Direktors und des Kassiers. Und dies musste zwingend von Hand geschehen – die Unterschriften wurden nicht aufgedruckt. Schon 1870 war der Kassier vom grossen Arbeitsanfall überfordert. «Das Bankgeschäft läuft so gut an, dass Herr Walser mit dem Unterschreiben jeder einzelnen Banknote nicht mehr mitkommt », heisst es im Bankratsprotokoll. Und das war erst der Anfang. Die Summe der emittierten Banknoten stieg ständig: von 3 Millionen (1870) auf 30 Millionen Franken (1906). 1883 mussten deshalb pro Jahr bereits 129’000 Banknoten unterschrieben werden, das heisst, der Präsident, der Direktor und der Kassier waren sage und schreibe 70 volle Tage nur damit beschäftigt. Über die Jahre wanderten so über eine Million Noten über die Schreibtische der drei Herren.
Antrag abgelehnt!
Im Jahr 1883 schlug der Bankrat Alarm: «Abgesehen nun davon, dass einer solch einförmigen und der Gesundheit nachteiligen Arbeit sich Niemand gern unterzieht, müsste sich der Bankrath sagen, dass es nicht angehe, diejenigen Beamten, die mit den wichtigsten Funktionen in der Bankverwaltung betraut sind, dem Geschäfte auf so lange Zeit zu entziehen.» Er beantragte somit den Druck der Unterschriften, wie es auch bei anderen Emissionsbanken gemacht wurde.
Doch der Kantonsrat entschied sich dagegen. Die drei Männer mussten weiterhin zur Feder greifen und jeden Geldschein einzeln unterschreiben. Bei der nächsten Überarbeitung des Geschäftsreglements von 1886 klappte es dann endlich: Paragraph 45 erwähnt gedruckte Unterschriften (Faksimile) und entlastete die Herren von der monotonen Arbeit.
«Sodann wird beschlossen, zwanzig bis zweiundzwanzigtausend Stück neue Einhundert Franken Banknoten bei Orell Füssli & Comp. anfertigen zu lassen.»
Bereits seit dem 19. Jahrhundert auf den Druck von Wertpapieren und Banknoten spezialisiert: Notendruckerei der Aktiengesellschaft Art. Institut Orell Füssli, um 1910.