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Idries Shah
Sayyid Idries Abutahir Shah (1924-1996) wurde in Sardhana/Indien in einer hochgeachteten afghanischen Familie (sie soll vom Mohammed abstammen) geboren. Sein Vater hatte bereits in England ein Sufizentrum gegründet und erzog den jungen Idries in einem offenen sufischen Geist. In den 1960er Jahren begann Idries Shah Bücher über den Sufismus zu schreiben, die in England grossen Erfolg hatten. Idries Shah soll in zwei sufischen Orden als Scheikh (Ehrentitel eines islamischen Geistlichen/Oberhaupt eines Ordens) verehrt werden: Von den Naqschbandis und von den Chischtis. Shah war britischer Staatsbürger. Anhänger fand er vor allem im englischsprachigen Raum, doch gibt es sie auch im kontinentalen Europa.
Die Lehre von Shah ist stark vom Gründer des Naqschbandiyya-Ordens, Baha‘ ad-Din Naqschband (1318–1389) geprägt. Wie diesem war Shah die Pflege der inneren Haltung (verbunden mit Atemtechniken und stiller Meditation) wichtiger als gemeinsames Dhikr (Andachtsübung mit Rezitationen des Gottesnamens) und Sama‘ (Anhören oder Singen von Sufi-Liedern und Tanzen in rhythmischen Bewegungen). Sufismus ist die Wegleitung zum Erreichen des höchsten Bewusstseins. Dazu bedarf es der aktiven Unterstützung eines Meisters. Als Vertreter des Neo-Sufismus zeichnete sich Shah dadurch aus, dass er die sufische Lehre für älter als alle Religionen erklärte. Sufismus sei darum der Schlüssel zum wahren Verständnis jeder Religion. Diese seien als lokale Ausprägungen aus dem Sufismus entstanden.