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Jung, Escher Briefe, Band 6, S. 117–127.
Claudia Aufdermauer, unter der Leitung von Prof. Dr. Joseph Jung
1
Italien war neben der Schweiz
und Deutschland das dritte Land,
welches sich für den Bau der Gotthardbahn engagierte. Die Gotthardvereinigung wollte ihre dortigen
Interessen, namentlich im Zusammenhang mit der Ratifizierung der Staatsverträge
von 1869 und 1877, nicht vollumfänglich durch Giovanni Battista Pioda, den
ausserordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister der Schweiz,
vertreten lassen. Sie errichtete daher eine ständige Agentur, die zunächst vom
elsässischen Ingenieur Ernest Stamm
und ab 1872 vom Tessiner Ingenieur Clemente Maraini besetzt wurde.
Zudem sandte sie den Berner Nationalrat August von Gonzenbach
dreimal als Delegierten nach dem «schönen, aber oft so freudlosen Italien».1
2Die italienische Regierung
hatte sich an der internationalen Gotthardkonferenz von 1869
verpflichtet, dafür zu sorgen, dass
in Italien Subventionen im
Betrag von 45 Mio. Franken gesprochen
würden.2 Bald kamen indes Zweifel auf, ob Italien an dieser
Vereinbarung festhalten werde.3
Es wurde angenommen, dass sich die italienische Regierung nur getrauen werde, den Gotthardvertrag der italienischen Kammer vorzulegen, wenn Mailand ein entsprechendes Zeichen
setze und einer Subventionierung des Gotthards zustimme. Um dies zu erreichen,
begab sich Gonzenbach im
März 1870 auf Wunsch Alfred Eschers und der Gotthardvereinigung nach «dem entscheidenden Kampfplatze» Mailand.4
3
Gonzenbach machte sich in
Mailand sogleich an die Arbeit:
Er gründete ein Unterstützungskomitee für den Gotthard, liess Interna zur Haltung des
Norddeutschen Bundes
sowie
technische Gutachten
und Artikel der «Neuen Zürcher
Zeitung», die ihm Escher übermittelte, mündlich und schriftlich verbreiten und
ging «Mann für Mann» des Mailänder
Provinzialrats durch, um die Mitglieder desselben in «Freunde, Gegner, und
Zweifelhafte» des Gotthards
einteilen zu können.5
Gemäss Eschers Einschätzung tat Gonzenbach somit «alles in Italien, was gethan werden kann &
gethan werden soll».6
Mitte Mai 1870 war sich Gonzenbach «so zu sagen sicher», dass der Mailänder Provinzialrat 2 Mio. Franken für den Gotthard sprechen werde. Zu Gonzenbachs Enttäuschung sprach der Mailänder Provinzialrat am 22. Mai 1870 indes nur 1 Mio. Franken für den Gotthard.7
4Nach Gonzenbachs Heimreise
korrespondierte Escher mit dem Elsässer
Ingenieur Ernest Stamm, der im Mai
1870 zum offiziellen Repräsentanten des Ausschusses der Gotthardvereinigung in Italien ernannt worden war.8
Die Wahl Stamms zum offiziellen
Repräsentanten erwies sich binnen kurzem als Fehlentscheid. Stamm schrieb schwerverständliche Briefe und
Telegramme, handelte ohne Befugnis und forderte bereits nach wenigen Tagen mehr
Geld, da das vereinbarte Gehalt zur Deckung der Lebenshaltungskosten in Italien nicht
ausreiche.9
5Als die italienische
Regierung im Juni 1870 beschloss, den Gotthardvertrag der italienischen Kammer vorzulegen, bat
Escher Gonzenbach, zum
zweiten Mal nach Italien zu
reisen, da er es nicht gut fände, «nur durch die eine & dazu noch sehr
eigenthümlich gefärbte Brille Stamm's zu sehen».10
In Florenz kam es zwischen Gonzenbach und Stamm zum Streit: «Was meine
persönlichen Beziehungen zu Herrn Stamm betrifft, so würde ich darüber lieber schweigen. Er hat mich
empfangen wie ein Ambassadeur einen attaché empfängt: Votre arriveè ne m'a pas
eté annoncée sagte er mir. Combien de jours est ce que vous comptez rester ici?
Ich bleibe um die Sache nicht zu verderben ruhig, erklärte aber H[errn] Stamm, ich sei vor ihm der
Bevollmächtigte der
GB gewesen u brauche ihm daher weder annoncirt zu werden noch ihm zu sagen wie
lange ich bleiben wolle, ich werde bleiben so lange ich es für nützlich halte, indem ich nicht zu meinem Vergnügen hier sei, und nicht wie er mit meiner ganzen Familie in
einer schönen
Wohnung
&
&
& lebe.» Da Gonzenbach «unter
H[errn] St. [...] keine 24 Stunden
in Florenz» verbringen
wollte11,
musste sich Escher um die «Fehde» der beiden Delegierten der Gotthardvereinigung kümmern. Er wies Stamm, den er längst als
«nothwendiges Übel» betrachtete, an, sich nur noch mit den geschäftlichen
Tätigkeiten zu befassen und den Kontakt mit der «offiziellen Welt» Gonzenbach zu
überlassen.12
6Schliesslich reiste Stamm
eigenmächtig nach Paris, während sich
Gonzenbach mit der
italienischen Regierung
in Verbindung setzte. Er drängte darauf, dass sie der italienischen Kammer so schnell wie
möglich den Gotthardvertrag
von 1869 vorlege, auf dass die Kammer darüber abstimmen könne.13 Zu
dieser Abstimmung kam es im Sommer 1870 indes nicht. Gonzenbach packte Ende Juli 1870 seine
Koffer: Da nur noch wenige Mitglieder der italienischen Kammer anwesend seien, werde
die Diskussion unmöglich, die Hitze sei unerträglich, und «der Krieg
allein beschäftigt die Geister!».14
7Anfang 1871 schien es, als ob die Verhandlungen über den Gotthardvertrag in der italienischen Kammer binnen kurzem wieder
aufgenommen würden. Gonzenbach machte sich sogleich bereit, seine dritte Mission
anzutreten. Er sollte dafür sorgen, dass die Kammer den Staatsvertrag noch
vor der Verlegung der Hauptstadt von Florenz nach Rom
ratifizierte.15 Kaum in Florenz angekommen, reiste Gonzenbach wieder in die Schweiz, um zwei
Forderungen der italienischen Regierung mit Escher und mit dem Bundesrat mündlich zu
besprechen. Zum einen erkundige sich die italienische Regierung, ob die Italien gehörenden Maschinen,
welche für den Bau des Mont-Cenis-Tunnels gebraucht worden waren, auch für den Bau des Gotthardtunnels verwendet
werden könnten und ob man Italien dieses Material allenfalls der Subventionszahlung anrechnen
könne. Zum anderen wünsche die Regierung, dass die Ausführung des Gotthardtunnels Ingenieuren
anvertraut werde, welche bereits Erfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt
hätten.16
8Die erste Forderung der italienischen Regierung stiess auf wenig Widerstand. Wie Escher
prognostiziert hatte, willigte der Ausschuss der Gotthardvereinigung ein, beim Bau des Mont-Cenis-Tunnels benutzte
Maschinen und auch Material zu einem noch zu bestimmenden Preis zu übernehmen.
Gonzenbach wurde
ermächtigt, der italienischen Regierung entsprechende Zusicherungen zu
geben.17
9Die zweite Forderung der italienischen Regierung bereitete mehr Kopfzerbrechen. Der Bundesrat
war nicht prinzipiell dagegen, dem italienischen Ingenieur Severino Grattoni, der am Mont-Cenis-Tunnel mitgewirkt hatte und
an den die italienische
Regierung namentlich dachte, einen Anteil, und zwar «[une] part principale», an
der Ausführung des Gotthardtunnels einzuräumen. Genau wie der Ausschuss der Gotthardvereinigung wollte er
indes die Hände der noch zu bildenden Finanzgesellschaft, welche den Bau des
Gotthardtunnels
übernehmen sollte, in keiner Weise vorgängig binden. Gonzenbach sollte daher versuchen, dafür
zu sorgen, dass die italienische Regierung von der zweiten Forderung absehe.18
10Als Gonzenbach Anfang Mai
1871 wieder in Florenz eintraf,
zeigte sich die italienische
Regierung sehr enttäuscht, dass man ihrem Wunsch, «nicht nur italienisches Capital [...], sondern auch
italienische Intelligenz
und Erfahrung» beim Bau des Gotthardtunnels zu verwenden, nicht entsprochen hatte.19
Die Lage verschlechterte sich zusätzlich, als die italienische Kammer mitteilen liess, dass
sie nur dann über die Alpenbahnfrage
debattieren werde, wenn der Bundesrat beide Forderungen der italienischen Regierung akzeptiere. Gonzenbach und Giovanni Battista Pioda,
der Schweizer Gesandte in Italien, wünschten angesichts dieser Umstände, dass Escher so schnell
wie möglich nach Florenz komme, um
Missverständnisse aus dem Weg zu räumen: «La situation est telle que votre
presence ici est urgente [...].»20
11Escher, der aus Termingründen nicht nach Florenz gehen konnte, suchte umgehend Bundespräsident Karl Schenk auf, um mit diesem die
Lage zu besprechen.21 Am 26. Mai
1871 verfasste der Bundesrat eine offizielle Erklärung zuhanden der italienischen Regierung. Auf
Basis seiner auf Artikel 11 des Gotthardvertrags von 1869 zurückgehenden Befugnis verpflichtete sich
der Bundesrat, dafür zu sorgen, dass den Ingenieuren und dem technischen
Personal des Mont-Cenis-Tunnels ein Anteil, und zwar «une part équitable», an den
Arbeiten des Gotthardtunnels
zukomme. Allerdings verstehe es sich von selbst, dass durch diese Zusicherung
die freie Konkurrenz bei der Auftragsvergabe in keiner Weise beschränkt werde.
Der Bundesrat werde sich kraft seiner Befugnis für die beste Offerte
entscheiden. Es stünde den Ingenieuren und dem technischen Personal des Mont-Cenis-Tunnels danach
frei, in den abzuschliessenden Vertrag einzutreten.22
12In der italienischen Kammer
war im Mai und Juni 1871 «eine lebhafte Discussion» über den Gotthardvertrag im Gang.23
Gemäss Gonzenbach hatte
Grattoni, der den
Wahlkreis Voghera in der Kammer vertrat, mit Sachkenntnis für den Vertrag
plädiert. Anschliessend habe er sich gegen den Vorwurf verteidigen müssen,
hinsichtlich des Gotthards
eigene Interessen zu verfolgen. Grattoni habe sodann die Erklärung abgegeben, «daß er beim Gothard weder betheiligt war – noch betheiligt sei – noch
betheiligt sein werde».24 Am 15. Juni 1871 konnte Gonzenbach mitteilen, dass
die Kammer den Gotthardvertrag mit 161 zu 51 Stimmen ratifiziert hatte. «Sehr
erfreut», endlich ans Ziel gelangt zu sein, reiste Gonzenbach in die Schweiz
zurück.25
13Am 5. April 1872 wurden die Arbeiten für den Bau des
Gotthardtunnels
ausgeschrieben. Innert sechs Wochen trafen bei der Gotthardbahn-Gesellschaft
sieben Offerten ein. Zur mündlichen Verhandlung nach Zürich wurden der Genfer Bauunternehmer Louis Favre sowie Bartolomeo Borelli, der Direktor der Società
Italiana di Lavori
Pubblici, eingeladen. Den Zuschlag für die
Bauarbeiten erhielt schliesslich Favre, da bei ihm die geschätzte Bauzeit um ein Jahr kürzer und die
veranschlagten Kosten rund 12 Mio. Franken
tiefer als bei der mitkonkurrierenden Società Italiana di Lavori Pubblici ausfielen.
Ausserdem war Favre im Gegensatz zur
Società bereit, bereits nach Ablauf der von ihm offerierten Bauzeit die
Kautionszahlung zu leisten. Am 7. August 1872
unterschrieb Escher in seiner Funktion als Direktionspräsident der
Gotthardbahn-Gesellschaft mit Favre
einen entsprechenden Vertrag.26
14Die Vergabe der Bauarbeiten an Favre
wirbelte in Italien
«sehr bedeutend Staub» auf.27 Wie Escher von Clemente Maraini erfuhr , der in der
Zwischenzeit Stamms Position als
offizieller Repräsentant der Gotthardbahn-Gesellschaft in Italien eingenommen hatte, ging die
öffentliche Meinung in Italien bald zum Tagesgeschäft über. Anders sehe es aber bei der beim
Wettbewerb unterlegenen Società Italiana di Lavori Pubblici und ihrem Verwaltungsratspräsidenten Severino Grattoni aus. Die
Società habe eine Delegation nach Rom
abgeordnet, um sich bei der italienischen Regierung darüber zu beschweren, dass die
Gotthardbahn-Gesellschaft das italienische Element bei der Auftragsvergabe zu wenig berücksichtigt
habe.28
15Der Bundesrat, der den Vertrag mit Favre genehmigte, liess denselben der italienischen Regierung mit dem Vermerk
übermitteln, dass es den Ingenieuren und dem technischen Personal des Mont-Cenis-Tunnels nun
während vier Wochen freistehe, als solidarisch verpflichtete Mitkontrahenten zur
Hälfte in die Rechte und Pflichten des Vertrags mit Favre einzutreten. Falls dem Bundesrat innert
dieser Frist keine Interessenten genannt worden seien, gehe er davon aus, dass
Italien von seinem auf
der Erklärung vom 26. Mai 1871 basierenden Recht keinen
Gebrauch machen wolle. Infolgedessen würde der Bundesrat Favre als alleinigen Kontrahenten gegenüber der
Gotthardbahn-Gesellschaft anerkennen.29
16
Italien nahm die Mitteilung
und die Frist des Bundesrats «nicht freundlich» auf.30 Wie Bundespräsident Emil Welti Escher anvertraute, begann sich Luigi Amedeo Melegari, der
ausserordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister des Königreichs Italien in Bern, «ganz unleidlich zu geberden»: Er bezeichne
Favre als «ouvrier», als
«conducteur de travaux» und als kleinen «entrepreneur», welcher der Aufgabe, die
Bauarbeiten zu leiten, nicht gewachsen sei. Des weiteren behaupte er «steif
u. fest», dass sich die Ingenieure und das
technische Personal des Mont-Cenis-Tunnels gemäss der Erklärung vom 26.
Mai 1871 auch am Bau des Gotthardtunnels beteiligen dürften, ohne Mitkontrahenten zu
sein.31
17
Welti befürchtete, dass Italien die
Subventionszahlungen einstellen könnte. Er erkundigte sich daher bei Escher, ob
man eine Erklärung zugunsten der Anstellung des Mont-Cenis-Personals abgeben könnte, um
die italienische Regierung
zu beschwichtigen. Escher war der Ansicht, dass die Schweiz in dieser Hinsicht
rechtlich zu keiner Erklärung verpflichtet sei. Ausserdem gelte es zwischen der
Anstellung von Arbeitern, welche durch Favre, und der Anstellung von Ingenieuren, welche durch die
Gotthardbahn-Gesellschaft zu erfolgen habe, zu unterscheiden.32
18Da es Escher aber nicht einfach dem Bundesrat überlassen wollte, «wie er mit Italien fertig wird»33,
suchte er «gewissermaßen um des lieben Friedens willen» Favre auf. Dieser erklärte sich bereit, bei der
Anstellung von Arbeitern das Mont-Cenis-Personal in erster Linie zu berücksichtigen.34
Weiter wollte Escher, dem bereits diese Erklärung nicht behagte, keinesfalls
gehen. Man dürfe die Gotthardbahn-Gesellschaft nicht zwingen, Ingenieure des
Mont-Cenis
anzustellen. Es sei möglich, dass diese Grattoni nahestünden und «der Bauleitung und
Favre unter der Hand entgegen
wirken könnten». Dadurch würde sich Grattonis Behauptung bewahrheiten, «daß wir nämlich nach einiger Zeit
trotz des Vertrages mit Favre ‹den
Hut in der Hand› ihn werden bitten müssen, den Tunnel bauen zu wollen, den wir
ohne ihn auszuführen nicht im Stande seien».35
19Nachdem die Frist von vier Wochen verstrichen war, ohne dass dem Bundesrat von
seiten der italienischen
Regierung weitere Interessenten gemeldet worden waren, ging Escher davon aus,
dass Favre nun alleiniger Kontrahent
für den Bau des Gotthardytunnels sei. Dies stimmte ihn zuversichtlich, dass die Affäre
betreffend Mont-Cenis-Personal binnen kurzem ausgestanden sein werde.36
20Als Welti Escher Mitte Oktober 1872
mitteilte, dass die Situation in Italien immer noch sehr angespannt sei, sandte Escher Maraini nach Rom, um sich über die Angelegenheit Klarheit zu
verschaffen.37
Die Situation, welche Maraini
in Rom vorfand, war «déplorable» und
seiner Ansicht nach das Resultat von Lügen und Intrigen von Grattoni sowie von diplomatischen
Ungeschicklichkeiten. So behaupte Grattoni, im Besitz eines Schreibens zu sein, welches beweise, dass
seine Offerte nur 7 Mio. und nicht 12 Mio. Franken teurer als diejenige Favres gewesen sei. Was die italienische Regierung
anbelange, so sei diese insbesondere darüber verärgert, dass ihr Minister Melegari getäuscht worden
sei. Wie aus Melegaris
Telegrammen hervorgehe, habe Welti
versprochen, dass der Bundesrat mit der italienischen Regierung Rücksprache halten
werde, bevor er einen Vertrag mit einem Bauunternehmen genehmige. Nun erwäge
man, sich vom Gotthardvertrag
zurückzuziehen und die 45 Mio. Franken nicht zu
bezahlen oder aber Melegari zurückzurufen und die diplomatischen Beziehungen zur Schweiz
abzubrechen.38
21
Maraini und Pioda bemühten sich im Oktober und
November 1872 intensiv um eine friedliche Beilegung des diplomatischen Zwistes.
Sie sprachen wiederholt bei der italienischen Regierung vor und konterten Angriffe in der Presse.
Unterstützung erhielten sie dabei von Favre und Melegari, welche sich ebenfalls in Rom befanden. Während Melegari die italienische Regierung zu besänftigen suchte, begab sich Favre mit Abgeordneten der italienischen Regierung nach
Turin, um bezüglich des Mont-Cenis-Materials eine
Einigung zu erzielen.39
22Zur selben Zeit bekannte Welti
gegenüber Escher, dass er «diese ganze Geschichte nicht mehr begreife». Zunächst
habe die italienische
Regierung, nachdem sie vom Bundesrat über den Vertrag mit Favre in Kenntnis gesetzt worden sei, auf Basis der
Erklärung vom 26. Mai 1871 auf der Anstellung von
Arbeitern des Mont-Cenis-Tunnels bestanden. Nachdem der Bundesrat diesbezüglich eine
Erklärung abgegeben habe, sei es um die Übernahme des Mont-Cenis-Materials gegangen. Nun, nach
der Klärung dieses Punktes, komme man wieder auf die Personalfrage zurück, und
«zwar in einer Weise die, es gar nicht einmal zu verbergen sucht, dass die
persönlichen Interessen weit hinauf ihre Vertreter finden».40
23Die Kontroverse zwischen Italien und der Schweiz wurde im Januar 1873 abschliessend gelöst.
Zum einen erklärte die italienische Regierung offiziell, dass die Ingenieure und das
technische Personal des Mont-Cenis-Tunnels von einer Beteiligung am Vertrag mit Favre absehen würden. Zum anderen
konnten Welti und Melegari die Differenzen klären und die
Angelegenheit damit ad acta legen.41
24Im Frühjahr 1875 war die italienische Regierung informiert worden, dass das Kapital der
Gotthardbahn-Gesellschaft nicht genüge, um den Bau der Gotthardbahn zu Ende zu führen. Gemäss Marainis Regierungsquelle hatte
der anonyme Informant von mehr als 60 Mio.
Franken gesprochen, welche für den Abschluss der Arbeiten noch fehlen würden.
Der Informant habe die italienische Regierung ersucht, beim Bundesrat auf eine
internationale Untersuchung der Angelegenheit zu drängen. Maraini bat Escher, ihm Broschüren zum
tatsächlichen Stand der Arbeiten am Gotthard zukommen zu lassen, damit er diese Informationen in den italienischen Zeitungen
verbreiten und entsprechende Gerüchte im Keim ersticken könne.42
25Anfang 1876 wurde bestätigt, dass die Erstellung der
Gotthardbahn mehr
kostete, als 1869 veranschlagt worden war. Eine vom Bundesrat zur technischen
Überprüfung der mutmasslichen Kostenüberschreitung und der diesbezüglichen
Berechnungen eingesetzte Expertenkommission kam im November 1876 zum Schluss,
dass zur Fertigstellung der Arbeiten an der Gotthardbahn rund 74 Mio. Franken fehlten. Escher liess das Protokoll
der Expertenkommission zusammen mit zwei Finanzierungsprogrammen und einem
revidierten Kostenvoranschlag Mitte Dezember 1876 vertraulich Maraini zustellen, zum selben Zeitpunkt, wie
der Bundesrat diese Dokumente an die Regierungen Deutschlands und Italiens abgehen liess. Der Bundesrat
verband damit die Einladung an die beiden Staaten, nach Prüfung der Unterlagen
an einer neuen diplomatischen Konferenz teilzunehmen, um über die Massnahmen zur
Reorganisation der Gotthardbahn zu befinden.43
26Da die offizielle Antwort der italienischen Regierung auf die bundesrätliche Konferenzanfrage auf
sich warten liess, erkundigte sich Escher bei Maraini nach der italienischen Reaktion. Maraini erwiderte ihm, dass der bundesrätliche
Vorschlag, auch wenn es noch etwas dauern werde, mit Sicherheit durchkommen
werde.44 Escher stellte dieses Telegramm umgehend dem Bundesrat zu. Dieser freute
sich über diese Nachricht; von Pioda habe man noch nichts vernommen. Für Escher, der glaubte, dass
die Gotthardbahn-Gesellschaft «keinen bessern Repräsentanten in Italien haben könnte als Maraini»45, war
es «nicht zweifelhaft, daß Maraini mehr weiß als Pioda».46
27Trotz des anfänglichen Enthusiasmus von Maraini verzögerte sich die Angelegenheit. Wie
dem Bundesrat mitgeteilt wurde, war «das italienische Ministerium von den
Tagesfragen so sehr in Anspruch genommen, dass es sich mit dem Gothardt zu beschäftigen keine Zeit»
gefunden habe. Um etwas Schwung in die italienische Regierung zu bringen,
wünschten Pioda und Maraini, dass der Bundesrat
einen Spezialkommissär nach Rom schicke.
Escher lehnte eine solche Abordnung ab, da dies die Angelegenheit zusätzlich
verzögern würde. Ausserdem müsse der Bundesrat jeden Anschein von
Separatverhandlungen mit Italien unter Ausschluss Deutschlands vermeiden.47
28In der Ansicht, dass sich Italien, Deutschland
und die Schweiz vor Beschickung einer internationalen Konferenz auf eine
gemeinsame Grundlage stellen müssten, übermittelte die deutsche Regierung dem Bundesrat am 13. April 1877 ein Promemoria mit Vorschlägen zur
Rekonstruktion der Gotthardbahn. Maraini riet Escher, das Promemoria anzunehmen, da dieses gute
Chancen habe, in Italien –
welches zurzeit auch mit inländischen Finanzierungsschwierigkeiten zu kämpfen
habe – Unterstützung zu finden.48 Escher erwiderte
ihm, dass die deutschen Vorschläge
bezüglich Reorganisation der Gotthardbahn «malheureusement inadmissibles» und in
finanzieller Hinsicht nicht durchführbar seien. Wenn man das Bahnnetz gemäss den
deutschen Vorschlägen auf eine
durchgehende Linie beschränken und die vertragsmässig zu erstellenden
Nebenbahnen Luzern–Immensee, Zug–Arth und Bellinzona–Lugano weglassen würde, so würde dies den
Kantonen und Eisenbahngesellschaften, welche an der Erstellung dieser Linien
interessiert seien, nicht gefallen. Es wäre zu befürchten, dass sie sich weigern
würden, die Subventionszahlungen weiter zu bezahlen, oder dass sie gar die
Rückzahlung ihrer bereits investierten Summen verlangen würden. Komplikationen
könnten sich auch im Hinblick auf das Konsortium und die Aktionäre ergeben. Der
Bundesrat habe unterdessen in Berlin
erklären lassen, dass man eine Konferenz einberufe, um die grundsätzlichen
Punkte zu klären, weshalb man sich nicht im Vorfeld darüber zu einigen
brauche.49
29Nachdem die deutsche Regierung Anfang
Mai 1877 ihre Vorschläge zurückzog und die Beschickung einer internationalen
Konferenz zusagte, beschloss der Bundesrat, den Zürcher Ingenieur Gottlieb
Koller «behufs Klarstellung des wirklichen Standes der Dinge in Italien» nach Rom zu senden.50 Wie Welti Escher anvertraute, erfuhr
dieser «in wenig Tagen mehr [...] als Pioda in Wochen». Gemeinsam suchten
Pioda, Maraini und Koller in der Folge auf die
italienische Regierung einzuwirken. Am 12. Mai 1877 erklärte sich die italienische Regierung ebenfalls zur
Beschickung einer internationalen Konferenz bereit.51
30Die internationale Gotthardkonferenz von Juni 1877 legte die Nachsubventionierung der
Gotthardbahn auf 40 Mio. Franken fest: 12 Mio. Franken musste die Gotthardbahn-Gesellschaft
als weiteres Investitionskapital selbst aufbringen; für die Beschaffung der
verbleibenden 28 Mio. Franken sollten die
beteiligten Staaten sorgen. Die Schweiz sollte 8 Mio. Franken, Deutschland und Italien je 10 Mio. Franken
übernehmen.52
Gemäss Marainis Nachforschungen
waren die italienischen
Abgeordneten mit dem Resultat der Konferenz sehr zufrieden. Maraini war überzeugt, dass die italienische Regierung das
Protokoll der Gotthardkonferenz dieses Mal ohne Umschweife genehmigen werde: «En
Italie tout ira
bien.»53
31Diese Nachricht freute Escher, der noch nicht wusste, woher die
Gotthardbahn-Gesellschaft das Kapital, welches sie gemäss Gotthardkonferenz selbst aufzubringen
hatte, nehmen sollte: «Vous savez que j'ai toujours plaidé la thèse que, dans le
moment actuel, il serait presque impossible de trouver pour l'entreprise du Gothard de nouveaux capitaux
privés, et c'est pour ce motif que la Direction a présenté au Conseil fédéral le
programme que vous connaissez, basé sur une garantie des Etats.» Auch wenn die
internationale Konferenz auf die Idee, dass die beteiligten Staaten für die
Beschaffung des gesamten Nachsubventionsbetrags zuständig sein sollten, nicht
eingegangen war, war Escher nach wie vor überzeugt, dass dadurch das Überleben
des Unternehmens gesichert wäre. Er wollte daher von Maraini wissen, ob Italien allenfalls zu einer weiteren
Staatsgarantie Hand bieten würde.54
32
Maraini missverstand Eschers
Absicht. Er glaubte, dass Escher zur Klärung dieser Frage eine neue Gotthardkonferenz einberufen
wolle, und konsultierte diesbezüglich Agostino Depretis, den Ministerpräsidenten
des Königreichs Italien.
Dieser erklärte sich gegenüber Maraini zur Beschickung einer neuen internationalen Konferenz bereit,
falls die Initiative vom Bundesrat aus komme und sich die deutsche Regierung der Konferenz ebenfalls
anschlösse.55 Der Bundesrat, der seit der Gotthardkonferenz von Juni 1877 auf die
Ratifikation des Konferenzprotokolls pochte und Pioda in dieser Hinsicht in Italien wirken liess, war
über Marainis
«Hintertreppen-Diplomatie, die mit unserer offiziellen Vertretung sich unter
Umständen in widerwärtigster Weise kreuzen könnte», nicht erbaut.56
33Auch Escher war schockiert, dass Maraini ihn derart missverstehen konnte, und wies ihn per Telegramm
an, keine weiteren Schritte zu unternehmen, bevor er nicht seinen eben an ihn
adressierten Brief erhalten habe. Darin teilte er ihm mit, dass er das Protokoll
der Gotthardkonferenz von
Juni 1877 keineswegs habe in Frage stellen wollen. Es sei «absolument
impossible», dass der Bundesrat dieses Protokoll verwerfe und eine neue
Konferenz einberufe. Vielmehr sei es nach wie vor das oberste Ziel, dass das
Protokoll ratifiziert werde, damit die von den drei Staaten in Aussicht
gestellte zusätzliche Unterstützung von 28 Mio.
Franken gesichert sei. Maraini
solle nun alles daransetzen, dass dies so schnell wie möglich geschehe.57
34Im Juni 1879 tauschten die drei Staaten die Ratifikationsurkunden zum
Zusatzvertrag der Gotthardkonferenz von 1877 aus. Zu diesem Zeitpunkt war Alfred Escher
nicht mehr Direktionspräsident der Gotthardbahn-Gesellschaft. Maraini wusste von Eschers im Juli 1878
erfolgten Rücktritt. Da Escher für Maraini aber nach wie vor die Vertrauensperson war, sandte er seine
Berichte weiterhin an ihn: «J'ai bien vu, et avec grand regret, que vous vous
êtes retiré de la Présidence de la Direction [...] Mais je n'ai confiance qu'en
vous et c'est à vous que j'adresse mes notes.»58
1
Alfred Escher an August von Gonzenbach, 17. April 1870.
2
Vgl.
Staatsvertrag Gotthardbahn 1869, Art. 16, 20. – Zur
Konsolidierung des Gotthardprojekts
vgl.
Jung, Aufbruch, S.
574–587; Die Gotthardvereinigung, Die internationale Gotthardkonferenz von 1869; Wanner, Gotthardunternehmen, S. 183–187.
3
Vgl.
Clemente Maraini an Alfred Escher, 24. Februar 1870.
4
Alfred Escher an August von Gonzenbach, 12. März 1870. – Zu
Mailands Bedeutung für das
Gotthardprojekt
vgl.
Clemente Maraini an Alfred Escher, 6. Mai 1870.
5
August von Gonzenbach an Alfred Escher, 19. März 1870.
Vgl.
August von Gonzenbach an Alfred Escher, 22. März 1870;
Alfred Escher an Clemente Maraini, 25. März 1870.
6
Alfred Escher an August von Gonzenbach, 17. April 1870.
7
August von Gonzenbach an Alfred Escher, 20. Mai 1870. Vgl.
August von Gonzenbach an Alfred Escher, 23. Mai 1870.
8
Vgl.
Telegramm Escher an Ernest Stamm, 1. Juni 1870 (SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_006). – Zur
Anstellung von Ernest Stamm
vgl.
Alfred Escher an August von Gonzenbach, 15. Mai 1870;
Alfred Escher an Clemente Maraini, 16. Mai 1870.
9
Vgl.
Ernest Stamm an Alfred Escher, 31. Mai 1870; Ernest Stamm an Alfred Escher, 7. Juni 1870; Ernest Stamm an Alfred Escher, 19. Juni 1870.
10
Alfred Escher an August von Gonzenbach, 11. Juni 1870.
11
August von Gonzenbach an Alfred Escher, 22. Juni 1870.
12
Alfred Escher an August von Gonzenbach, 3. Juli 1870. Vgl.
Ernest Stamm an Alfred Escher, 22. Juni 1870.
13
Vgl.
August von Gonzenbach an Alfred Escher, 26. Juni 1870.
– Im Juli 1870 kannten weder Escher noch Gonzenbach
Stamms Aufenthaltsort. Vgl.
Telegramm August von Gonzenbach an Escher, 7. Juli 1870
(SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_006); Telegramm Escher an August von Gonzenbach, 8. Juli 1870
(SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_006). –
Escher schien Stamms Briefe und
Telegramme zunehmend zu ignorieren bzw. unbeantwortet zu lassen. Vgl.
Ernest Stamm an Alfred Escher, 19. Februar 1871; Telegramm Ernest Stamm an Escher, 2. März 1871 (SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_006).
14
August von Gonzenbach an Alfred Escher, 27. Juli 1870.
Vgl.
August von Gonzenbach an Alfred Escher, 20. Juli 1870.
15
Vgl.
Giovanni Battista Pioda an Alfred Escher, 15. Januar 1871.
16
Vgl.
August von Gonzenbach an Alfred Escher, 5. April 1871. –
Zur Verwendung des Mont-Cenis-Materials beim Bau des Gotthardtunnels vgl.
Giovanni Battista Pioda an Alfred Escher, 14. März 1871;
Alfred Escher an Giovanni Battista Pioda, 20. März 1871.
17
Vgl.
Prot. Ausschuss Gotthardvereinigung, 27. April 1871;
August von Gonzenbach an Alfred Escher, 17. Mai 1871.
18
August von Gonzenbach an Alfred Escher, 17. April 1871.
19
August von Gonzenbach an Alfred Escher, 11. Mai 1871.
20
Telegramm August von
Gonzenbach, 11. Mai 1871 (SBB Historic
VGB_GB_SBBGB01_007). Vgl.
Giovanni Battista Pioda an Alfred Escher, 11. Mai 1871;
August von Gonzenbach an Alfred Escher, 14. Mai 1871.
21
Vgl.
Telegramm Escher an August von Gonzenbach, 15. Mai 1871
(SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_007); Alfred Escher an Karl Schenk, 17. Mai 1871;
Prot. BR, 17. Mai 1871.
22
Prot.
BR, 26. Mai 1871. Vgl.
Prot. Ausschuss Gotthardvereinigung, 22. Mai 1871;
Staatsvertrag Gotthardbahn 1869, Art. 11.
23
August von Gonzenbach an Alfred Escher, 28. Mai 1871.
Vgl.
August von Gonzenbach an Alfred Escher, 11. Juni 1871.
24
August von Gonzenbach an Alfred Escher, 14. Juni 1871.
25
August von Gonzenbach an Alfred Escher, 16. Juni 1871.
Vgl.
Telegramm August von Gonzenbach an Escher, 15. Juni
1871 (SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_007). –
Zur Abstimmung über den Gotthardvertrag im Senat vgl.
Telegramm Giovanni Battista Pioda an Escher, 28. Juni
1871 (SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_006);
Prot. BR, 28. Juni 1871.
26
Vgl.
Vertrag Gotthardtunnel; Prot. VR
GB, 17. August 1872. – Zur Ausschreibung der Bauarbeiten und zum
Wettbewerb zwischen Louis Favre
und der Società Italiana
di Lavori Pubblici von Severino
Grattoni
vgl.
Jung, Aufbruch, S.
590–606; Alfred Escher an Emil Welti, 19. Oktober 1872; Alfred Escher an Johann Heinrich Fierz, 17. April 1876.
27
Emil Welti an Alfred Escher, 14. August 1872.
28
Vgl.
Clemente Maraini an Alfred Escher, 13. August 1872.
29
Vgl.
Vertrag Gotthardtunnel, Art. 13;
Prot. BR, 22. August 1872;
Prot. BR, 23.
August 1872; Prot. Dir. GB, 28. August 1872.
30
Prot.
BR, 28. August 1872. Vgl.
Brief Giovanni Battista Pioda an Emil Welti,
27. August 1872, in: DDS II, S.
678–679.
31
Emil Welti an Alfred Escher, 24. August 1872.
32
Vgl.
Emil Welti an Alfred Escher, 2. September 1872; Alfred Escher an Emil Welti, 3. September 1872.
33
Emil Welti an Alfred Escher, 4. September 1872.
34
Alfred Escher an Emil Welti, 6. September 1872. Vgl.
Emil Welti an Alfred Escher, 9. September 1872.
35
Alfred Escher an Emil Welti, 12. September 1872.
36
Vgl.
Alfred Escher an Clemente Maraini, 24. September 1872.
37
Vgl.
Emil Welti an Alfred Escher, 14. Oktober 1872; Telegramm Escher an Clemente Maraini, 14. Oktober 1872
(SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_006); Telegramm Clemente Maraini an Escher, 15. Oktober 1872
(SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_006).
38
Clemente Maraini an Alfred Escher, 26. Oktober 1872. Vgl.
Emil Welti an Alfred Escher, 16. Oktober 1872; Alfred Escher an Clemente Maraini, 19. Oktober 1872.
– Welti dementierte vehement die
«sonderbare Behauptung des Herrn Melegari von einer ‹entente
preliminaire›». Emil Welti an Alfred Escher, 7. November 1872.
39
Vgl.
Clemente Maraini an Alfred Escher, 27. Oktober 1872;
Telegramm Clemente Maraini und Louis Favre an
Escher, 28./29. Oktober 1872 (SBB Historic
VGB_GB_SBBGB01_006); Clemente Maraini an Alfred Escher, 28. Oktober 1872;
Clemente Maraini an Alfred Escher, 31. Oktober 1872;
Clemente Maraini an Alfred Escher, 19. November 1872;
Prot. BR, 4. November 1872; Prot.
Dir. GB, 4. November 1872.
40
Emil Welti an Alfred Escher, [November 1872?].
41
Vgl.
Prot. BR, 16. Dezember 1872; Clemente Maraini an Alfred Escher, 21. Dezember 1872; Emil Welti an Alfred Escher, 3. Januar 1873; Brief Direktion der Gotthardbahn-Gesellschaft
an BR, 13./14. Januar 1873 (SBB Historic
VGB_GB_SBBGB01_006).
42
Vgl.
Clemente Maraini an Alfred Escher, 2. Mai 1875; Telegramm Escher an Clemente Maraini, 6. Mai 1875 (SBB Historic VGB_GB_SBBGB03_012). – Zur
Rekonstruktion der Gotthardbahn vgl.
Jung, Aufbruch, S.
661–709; Die Rekonstruktion der Gotthardbahn; Wanner, Gotthardbahn, S.
353–522.
43
Vgl.
Alfred Escher an Clemente Maraini, 17. Dezember 1876;
Prot. BR, 20. März 1876;
Prot. BR, 16. Dezember
1876.
44
Vgl.
Alfred Escher an Clemente Maraini, 13. Januar 1877; Telegramm Escher an Clemente Maraini, 30. Januar 1877
(SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_006); Telegramm Clemente Maraini an Escher, 31. Januar 1877
(SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_006).
45
Alfred Escher an Emil Welti, 2. September 1876. Vgl.
Joachim Heer an Alfred Escher, 1. Februar 1877.
46
Alfred Escher an Josef Zingg, 2. Februar 1877.
47
Emil Welti an Alfred Escher, 23. April 1877. Vgl.
Telegramm Clemente Maraini an Escher, 15. März 1877
(SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_006); Telegramm Escher an Clemente Maraini, 16. März 1877
(SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_006). – Aus
denselben Gründen lehnte man es auch ab, einen zusätzlichen Gesandten nach
Berlin zu senden. Vgl.
Fridolin Anderwert an Alfred Escher, 1. März 1877.
48
Vgl.
Prot. BR, 17. April 1877; Clemente Maraini an Alfred Escher, 24. April 1877;
Clemente Maraini an Alfred Escher, 26. April 1877.
49
Alfred Escher an Clemente Maraini, 29. April 1877.
Vgl.
Emil Welti an Alfred Escher, 13. April 1877; Alfred Escher an Emil Welti, 17. April 1877.
50
Prot.
BR, 7. Mai 1877. Vgl.
Emil Welti an Alfred Escher, 30. April 1877.
51
Emil Welti an Alfred Escher, 12. Mai 1877.
Vgl.
Clemente Maraini an Alfred Escher, 10. Mai 1877; Telegramm Clemente Maraini an Escher, 19. Mai 1877 (BAR J I.67-8);
Prot.
BR, 14. Mai 1877.
52
Vgl.
Jung, Aufbruch, S.
662–670; Die Rekonstruktion der Gotthardbahn, Absatz 11.
53
Clemente Maraini an Alfred Escher, 14. August 1877. Vgl.
Clemente Maraini an Alfred Escher, 7. Juli 1877; Clemente Maraini an Alfred Escher, 10. September 1877.
54
Alfred Escher an Clemente Maraini, 21. September 1877.
– Escher hielt die Beschaffung der geforderten Geldsumme zum momentanen
Zeitpunkt für beinahe ausgeschlossen, da die Verhandlungen der
Gotthardbahn-Gesellschaft mit dem Finanzkonsortium in Frankfurt am Main zur Abnahme der
vierten Obligationenserie im Betrag von 20 Mio. Franken vor wenigen Tagen gescheitert waren. Vgl.
Die Rekonstruktion der Gotthardbahn, Das Aktien- und Obligationenkapital der Gotthardbahn; Chronologie der Gotthardbahn 1863–1882: Von der Gotthardvereinigung bis
zur Betriebsaufnahme, Eintrag 109.
55
Vgl.
Telegramm Clemente Maraini an Escher, 24. September
1877 (SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_006); Clemente Maraini an Alfred Escher, 7. Oktober 1877.
56
Joachim Heer an Alfred Escher, 11. Oktober 1877.
Vgl.
Alfred Escher an Joachim Heer, 10. Oktober 1877; Alfred Escher an Joachim Heer, 15. Oktober 1877.
57
Alfred Escher an Clemente Maraini, 14. Oktober 1877. Vgl.
Telegramm Escher an Clemente Maraini, 15. Oktober 1877
(SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_006).
58
Clemente Maraini an Alfred Escher, 20. Februar 1879.
Vgl.
Prot. BR, 19. Juni 1879.
© Alfred Escher-Stiftung
Alfred Escher-Stiftung, c/o Zentralbibliothek Zürich, Zähringerplatz 6, 8001 Zürich, Schweiz
Zitiervorschlag: Jung Joseph (Hrsg.), Digitale Briefedition Alfred Escher, Launch Juli 2015 (laufend aktualisiert), Zürich: Alfred Escher-Stiftung.
https://briefedition.alfred-escher.ch/kontexte/uberblickskommentare/Fuer_die_Gotthardvereinigung_in_Italien/