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Am 5. Januar startete das Indische «National Centre for Antartic and Ocean Research» (NCPOR) seine 40. Antarktis Expedition. Die 43 Mitglieder der Expedition sollen in 30-45 Tagen mit dem von FESCO gecharterten russischen Eisbrecher MV «Vasiliy Golovnin» die Antarktis erreichen. Der Eisbrecher startete in Goa und soll im April 2021 nach Indien zurückkehren.
Das gecharterte Schiff fährt zuerst nach Kapstadt und wird 5 weitere Expeditionsteilnehmer an Bord nehmen. Der Eisbrecher wird je nach den Eisverhältnissen voraussichtlich in 30-45 Tagen die Antarktis erreichen und die 48 Forscher und Techniker zurückbringen, die seit 15 Monaten in den zwei indischen Stationen in der Antarktis sind.
Ein Sprecher des NCPOR sagte, dass die Expedition darauf beschränkt sei, die laufenden wissenschaftlichen Projekte zum Klimawandel, der Geologie und zur Beobachtung der Ozeane, sowie Umweltüberwachung zu unterstützen. Zudem werden die Stationen «Maitri» und «Bharati» mit Nahrungsmitteln, Treibstoffen, Lebensmitteln und Ersatzstoffen versorgt und die letzte Wintermannschaft zurückgenommen.
Im Übrigen trat Indien am 1. August 1983 offiziell dem Antarktisvertrag bei.
Indische Stationen in der Antarktis
Indien betreibt auf dem Antarktischen Kontinent zurzeit aktiv zwei Polar-Stationen, die «Maitri»- und die «Bharati»-Station. Die erste «Dakshin Gangotris»-Station wurde bereits im Jahr 1991 aufgegeben.
Die Maitri-Station ist Indiens zweite permanente Forschungsstation in der Antarktis. Die Arbeiten an der Station wurden zuerst von der Indischen Expedition begonnen, die dort Ende Dezember 1984 mit einem Team unter der Leitung von Dr. B.B. Bhattacharya landete. Dr. D.P. Joshi, der Chirurg des Teams, war der erste Lagerkommandant des Zeltlagers Maitri. Der Bau der ersten Hütten wurden von der IV. Antarktis-Expedition begonnen und 1989 fertiggestellt, kurz bevor die erste Einrichtung, die Dakshin Gangotri-Station durch ständige Schneeverwehungen ins Eis eingesunken war und 1990–91 aufgegeben wurde.
Maitri liegt in einer felsigen Region, genannt Schirmacher Oase. Die indische Station ist nur 5 km von der russischen Forschungsstation «Novolazarevskaya» entfernt. In der Schirmacher-Oase lag auch die erste deutsche Station, die von der ehemaligen DDR betriebene Station „Georg Forster“.
Die Maitri-Station verfügt über moderne Forschungseinrichtungen in verschiedenen Studien wie Biologie, Geowissenschaften, Glaziologie, Atmosphärenwissenschaften, Meteorologie, Ingenieurwesen für kalte Regionen, Kommunikation, Humanphysiologie und Medizin. Es bietet Platz für 25 Personen im Winter. Süßwasser wird durch einen Süßwassersee namens Lake Priyadarshini bereitgestellt.
In 10 Kilometer Entfernung befindet sich eine Landebahn für Flugzeuge auf blankem Eis, die vom Antarctic Logistics Center International (ALCI) betrieben wird.
Die Bharati-Station ist eine permanente Antarktis-Forschungsstation. Es ist Indiens dritte Antarktis-Forschungseinrichtung und neben der Maitri-Station eine von zwei aktiven indischen Forschungsstationen. Indien hat im Gebiet neben den Larsemann-Hills in der Ostantarktis die Bharati-Station als modernen Bau errichten lassen. Die Elemente wurden in Duisburg hergestellt und über Antwerpen und Kapstadt per Schiff in die Antarktis transportiert. Sie wurden schließlich in der Region Larsmann Hills als Forschungsstation Bharati zusammengefügt. Der Entwurf stammt von BOF Architekten, realisiert wurde er gemeinsam mit der IMS Ingenieurs-Gesellschaft, beide aus Hamburg. Vorausgegangen war im Dezember 2006 ein Wettbewerb.
Die Forschungsstation ist seit dem 18. März 2012 in Betrieb. Seit ihrer Fertigstellung ist Indien eine von neun Nationen mit mehreren Stationen innerhalb des Polarkreises. Bharatis Forschungsauftrag konzentriert sich auf ozeanographische Studien und das Phänomen der Kontinentalaufspaltung. Es erleichtert auch die Forschung, um das aktuelle Verständnis der geologischen Geschichte des indischen Subkontinents zu verfeinern.
Die Dakshin Gangotris-Station wurde während der dritten indischen Expedition in die Antarktis in den Jahren 1983-84 errichtet. Dies war das erste Mal, dass ein indisches Team einen Winter in der Antarktis verbrachte, um wissenschaftliche Arbeiten durchzuführen. Die Station wurde in acht Wochen von einem 81-köpfigen Team gebaut. Der Bau wurde Ende Januar 1984 mit Hilfe der indischen Armee abgeschlossen und der indische National-Feiertag am 26. Januar 1985 wurde in der Station zusammen mit den Sowjets und Ostdeutschen von der nahe gelegenen Georg-Forster-Station gefeiert.
Es handelte sich um eine unbemannte Station, die mit einheimischer indischer Ausrüstung errichtet wurde und mit Solarenergie betrieben wurde. Die Station war vollständig computerisiert, um alle Daten, die erforscht wurden, aufzuzeichnen. Sie wurde aus vorgefertigten Holzteilen gebaut und war als permanente Station gedacht. Sie hatte ein Inmarsat-Kommunikationsterminal sowie eine Amateurfunkstation.
Heiner Kubny, PolarJournal