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Ohne Wahl zur Gourverneurin
So einfach hatte es sich Mieko Yoshimura, Gouverneurin der Präfektur Yamagata, wohl kaum vorgestellt. Ohne eine einzige Stimme wurde sie für eine zweite, 4-jährige Amtszeit als Gouverneurin bestätigt. Das gab es in dieser Präfektur seit 54 Jahren nicht mehr.
In Japans Demokratie ist eine solche Ernennung eines Gouverneurs möglich. Sofern nur eine Person für das Gouverneursamt kandidiert, wird diese ohne Wahl ins Amt gehievt. In der Präfektur Kochi auf der kleinen Hauptinsel Shikoku kam dies zuletzt zur Anwendung, als Gouverneur Masanao Ozaki ohne Gegner und Wahlen 2011 in seinem Amt bestätigt wurde, wie die Sankei Shimbun berichtet.
Yoshimuras Aufstieg
Gerade in den kleineren Präfekturen, Yamagata hat mit 1,5 Millionen vergleichsweise wenig Einwohner, hält sich der politische Nachwuchs offenbar in Grenzen. Noch 2009 schrieb Mieko Yoshimura Geschichte, als sie die Bildungs- und Verwaltungsexpertin gegen den Amtsinhaber Hiroshi Saito obsiegte.
Mit der Unterstützung der damals aufkommenden Demokratischen Partei, der Sozialdemokratischen Partei und den Kommunisten schlug die Unabhängige den Mann der starken Liberaldemokraten. Yoshimura war die erste Frau im höchsten Exekutivamt der Präfektur Yamagata. Landesweit ist sie die sechste Frau im Gouverneursamt.
Anti-AKW-Politik
Die 61-jährige Yoshimura hat sich in den letzten Jahren auf die Straffung der Finanzen fokussiert. Sie reduzierte die Gouverneursbezüge und halbierte die Zahl der Vize-Gouverneure auf eine Person. Zudem versuchte sie mit Subventionsprogrammen die kriselnde Fischerei-, Forst- und Landwirtschaftsbranche wiederzubeleben.
Nach der AKW-Katastrophe von Fukushima, das an die Präfektur Yamagata angrenzt, nahm sie eine klare Haltung gegen die bisherige Atompolitik der Zentralregierung ein. Yoshimura plant für die Präfektur Yamagata, die keine AKW besitzt, erneuerbare Energien zu fördern. Damit sollen neue Jobs geschaffen werden.
Kein Politiker wollte sich dieses Mal Mieko Yoshimura offenbar in den Weg stellen. Selbst 70 Prozent der Liberaldemokraten unterstützten die Unabhängige. Damit wurde sie zur Gouverneurin ohne Wahl.
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