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| Athanasius (295-373) - Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos)

[Vierte] Rede gegen die Arianer
7.
Denn wie er unsere Schwächen auf sich nimmt, obwohl er nicht schwach ist und hungert, obschon er nicht hungert, sondern das Unsrige [dem Vater] darbringt, damit es vernichtet werde, so nimmt er auch die anstatt der Schwächen von Gott verliehenen Geschenke wieder in Empfang, damit der mit ihm verbundene Mensch daran Anteil nehmen könne. So sagt ja der Herr: "Alles, was Du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben", und wieder: "Für sie bitte ich"1. Denn er bat für uns, indem er das Unsrige auf sich nahm, und er gab uns, was er empfing. Da nun wegen der Verbindung des Wortes mit dem Menschen der Vater im Hinblick auf das Wort dem Menschen verlieh, daß er [S. 353] erhöht wurde, alle Macht empfing und alles ähnliche, so wird alles auf das Wort selbst bezogen und wird gleichsam ihm gegeben, was durch ihn wir empfangen. Denn wie er unsertwegen selbst Mensch wurde, so werden wir seinetwegen erhöht, und es ist durchaus nicht ungereimt, wenn man von ihm sagt, er sei unsertwegen erhöht worden, wie er sich unsertwegen erniedrigte. "Er schenkte" also "ihm" anstatt: uns seinetwegen, und: "er erhöhte ihn" anstatt: uns in ihm. Und wenn wir erhöht werden und empfangen und Hilfe erhalten, so dankt das Wort selbst dem Vater, wie wenn er selbst erhöht würde, empfinge und Hilfe erhielte, indem er das Unsrige auf sich überträgt und sagt: "Alles, was Du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben".
1: Joh. 17,7.9.