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Sensualismus
(neulat.), in der Psychologie die Annahme, daß unsre gesamten Vorstellungen ursprünglich auf sinnlicher Wahrnehmung, also auf den Affektionen der Sinne, beruhen. Hauptvertreter desselben sind Hobbes (s. d.) und Condillac (s. d.), in neuester Zeit A. Comte (s. d.). Während diese Ansicht die Möglichkeit nicht ausschließt, daß aus den Sinnesempfindungen sich höhere, über die Sinneswelt hinausgehende Vorstellungen entwickeln können, stellt der weiter fortgeschrittene S. die Behauptung auf, daß sich alle wahre Erkenntnis lediglich auf das beschränke, was Gegenstand der sinnlichen Wahrnehmung sei oder werden könne, und erklärt demnach alles für Täuschung, was über das empiristische Erkennen hinausgeht. In ethischer Beziehung versteht man unter S. die im Altertum namentlich von der Epikureischen Schule, in der neuern Zeit von Hobbes und den Encyklopädisten vertretene Ansicht, wonach es für das Gute und Böse keinen andern Maßstab [* 3] als die sinnliche Lust und Unlust geben soll.