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Verweigerung
Wenn du trotz gültigem Aufgebot nicht in den Militärdienst einrückst und du zum Ausdruck gibst, auch künftig nicht einzurücken, wird dies als Militärdienstverweigerung bezeichnet.
Bezieht sich deine Verweigerung dagegen nur auf einen bestimmten, einzelnen Militärdienst nennt man dies Dienstversäumnis (zB. wenn du keine Zeit wegen dringender beruflicher Angelegenheiten hast).
So der so - du bist damit zu einem Fall für die Militärjustiz geworden. Im Rahmen der Strafuntersuchung kannst du ein Zivildienstgesuch bei der Zentralstelle Zivildienst oder ein ärztliches Zeugnis beim Militärärztlichen Dienst einreichen. Hast du damit Erfolg, musst du für dein Nichterscheinen lediglich mit einer Busse rechnen - häufig gibt es nicht einmal das.
Klappt es nicht mit Gesuch oder Ausmusterung, wirst du wegen Militärdienstverweigerung zu einer unbedingten Gefängnisstrafe zwischen zwei und acht Monaten verurteilt ? je nachdem, wie viel Militärdienst du noch zu leisten hast und wie egoistisch die Beweggründe sind. Erklärst du dich bereit, das nächste Mal wieder einzurücken, wird dich dass Militärgericht wahrscheinlich "nur" zu einer bedingten (vorläufig nicht zu vollziehenden), mehrwöchigen Gefängnisstrafe verurteilen.
Siehe auch:
Militärstrafgesetz (Art. 81 ff.)
Vorgehen
Wenn du nicht in den Militärdienst einrücken willst, teile dies am besten vorher deinem Einheitskommandanten und/oder dem VBS mit. Damit wird der «Kadi» kaum auf die Idee kommen, dich per Militärpolizei suchen zu lassen.
Etwa zwei Monate nach dem Einrückungstermin erhältst du eine Vorladung vor den Untersuchungsrichter (UR). Dieser hat die Aufgabe zuhanden des Divisionsgerichts (Militärgericht) die Fallakten zusammenstellen. Machst du einen Gewissenskonflikt geltend, wird dich der UR auffordern, ein Zivildienstgesuch einzureichen. Das kannst du aber auch schon vorher - unabhängig vom Strafverfahren. Wird das Gesuch nicht bewilligt oder reichst du gar keines ein, kommt es zu einer Verurteilung und zu einer Gefängnisstrafe. Bei RS-Verweigerung ist mit einer Strafe zwischen 6 und 11 Monaten, bei WK-Verweigerung mit einigen Monaten weniger zu rechnen.
Ein Dienstversäumnis wird je nach Begründung mit mehreren hundert Franken Busse oder auch mit einer bedingten Haftstrafe geahndet. Dies hängt davon ab, was du alles getan hast, um den Dienst zu verschieben und ob die Gründe nicht allzu eigennützig sind.
Strafvollzug
Unbedingte Strafen bis zu 12 Monaten werden in den meisten Kantonen in Halbgefangenschaft vollzogen, das heisst: tagsüber am bisherigen Arbeitsplatz arbeiten, nachts und am Wochenende ins Gefängnis. Bei längeren Strafen muss auch im Gefängnis intern gearbeitet werden. Strafen über drei Monate können bei guter Führung um einen Drittel gekürzt werden.
Neu eingeführt wurde die Möglichkeit der gemeinnützigen Arbeit. Strafen bis zu 3 Monaten können mit Gratisarbeit zugunsten gemeinnütziger Institutionen und Organisationen in Tagessätzen zu 4 Stunden abgebüsst werden. Das Übernachten im Gefängnis bleibt einem da erspart, nicht aber ein Strafregistereintrag.
Bis 1996 verweigerten jährlich ein paar Hundert Männer und vereinzelt auch Frauen den Militärdienst. Am meisten waren es im Jahr 1984 mit 788 Verweigerern, ab 1996 waren es gemäss VBS-Statistik jährlich zwischen 41 und 110.
Urteile
Entscheide der Militärjustiz sind abrufbar unter: