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Was ist Divestment?
Wenn du dein Geld anlegen willst, dann investierst du in Aktien, Anleihen oder andere Vermögensanlagen, durch die Einnahmen erwirtschaftet werden. Universitäten (in Deutschland über unselbständige Stiftungen), religiöse Institutionen, Pensionskassen und andere Institutionen investieren auf ähnliche Weise Milliarden, um sich Einnahmen für ihre Betriebskosten zu verschaffen.
Divestment ist das Gegenteil einer Investition. Es bedeutet, dass man sich von Aktien, Anleihen oder Investmentfonds trennt, die unökologisch oder unter ethischen Gesichtspunkten fragwürdig sind. Investitionen in fossile Brennstoffe stellen ein Risiko für Investoren und für den Planeten dar – darum rufen wir sämtliche Institutionen dazu auf, ihr Vermögen aus diesen Unternehmen abzuziehen.
Es gibt in der jüngsten Geschichte einige Beispiele für erfolgreiche Divestmentkampagnen, darunter Darfur, Tabak und andere, aber die größte und wirkungsvollste spitzte sich während der Apartheid in Südafrika zu. Bis Mitte der 80er Jahre hatten 155 Universitäten in den USA, darunter einige der höchst angesehenen, ihr Vermögen aus Unternehmen abgezogen, die in Südafrika wirtschafteten. Die Regierungen von 26 Bundesstaaten, 22 Landkreisen und 90 Städten, darunter einige der größten im Land, deinvestierten ihr Vermögen aus den multinationalen Unternehmen. Die südafrikanische Divestmentkampagne trug wesentlich dazu bei, dem Apartheidregime das Rückgrat zu brechen und eine Ära der Demokratie und Gleichberechtigung einzuläuten.
Unser Manifest
Wir fordern, dass Entscheidungsträger*innen öffentlicher Institutionen mit sofortiger Wirkung sämtliche neue Investitionen in fossile Brennstoffe stoppen und sich darüber hinaus von ihren bestehenden Kapitalanlagen fossiler Brennstoffe sobald wie möglich, spätestens aber innerhalb der nächsten 5 Jahre trennen. Dazu gehören Aktien, Mischfonds, Anleihen, Beteiligungen und sonstiges Kapital worüber die jeweilige Institution Verfügungsgewalt hat.
Wir konzentrieren uns bei unserer Forderung auf 200 börsennotierte Unternehmen, die derzeit im Besitz des Großteils der verzeichneten Kohle-, Öl- und Gasreserven sind. Wir fordern, dass unsere Institutionen ihr Vermögen aus diesen Unternehmen abziehen. Die Forderungen, die wir an diese Unternehmen stellen, sind einfach, da sie die unbestreitbaren Fakten der Klimawissenschaften widerspiegeln:
- Sie müssen umgehend aufhören, neue Kohlenstoffquellen zu suchen.
- Sie müssen ihre Lobby-Arbeit, die darauf abzielt ihre Sonderbehandlung beizubehalten, einstellen.
- Und am wichtigsten: Sie müssen sich verpflichten 80% ihrer derzeitigen, noch unter der Erde befindlichen Reserven dort zu belassen.
Wenn es falsch ist das Klima zu zerstören, dann ist es falsch von dieser Zerstörung zu profitieren.
Was ist die Fossil Free Bewegung?
Wenn es falsch ist das Klima zu zerstören, dann ist es falsch von dieser Zerstörung zu profitieren. Wir glauben, dass öffentliche und private Institutionen klimaschädliche Investments beenden müssen.
Um die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, müssen etwa 80% der bisher bekannten fossilen Brennstoffreserven unter der Erde bleiben. Ansonsten drohen katastrophale Folgen für Natur und Gesellschaft. Trotzdem investieren Unis, Städte, Kommunen Kirchen und andere Institutionen direkt oder über sogenannte Klimakillerbanken in RWE, Shell und Gazprom. Deswegen fordern wir Divestment von Kohle, Öl und Gas.
Diese Fossil Free Bewegung wird von einer breiten Basis tausender Graswurzelaktivist*innen angetrieben, die ihre Institutionen dazu auffordern, aus fossilen Brennstoffen zu desinvestieren. Koordiniert wird dieses Vorhaben durch die Kampagne Fossil Free, die auf internationaler Ebene wiederum von der Organisation 350.org angeleitet wird. Verschiedene nationale Partner sind außerdem an lokalen Kampagnen beteiligt.
Inzwischen ist die Fossil Free Bewegung ein breites, internationales Netzwerk von Organisatione, Gruppen und Einzelpersonen, die in Kanada, den USA, Australien, Neuseeland, Schweden, Norwegen, Großbritannien, Japan, Südafrika, den Niederlanden und Deutschland Divestment fordern. Unsere Forderungen unterstreichen wir mit kreativen, öffentlichkeitswirksamen Aktionen. Damit wollen wir den gesellschaftlichen Druck auf diejenige Industrie aufbauen, die mit ihrem Geschäftsmodell unsere Zukunft aufs Spiel setzt.
Werde Teil der wachsenden, internationalen Klimabewegung, die sich der Kohle-, Öl- und Gasindustrie entgegenstellt. Für eine gerechte, nachhaltige, postfossile Gesellschaft.
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FAQs
Häufig gestellte Fragen
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Gründe für Divestments aus fossilen Energien
1 Divestment ist ökonomisch sinnvoll
Die volkswirtschaftlichen Kosten eines zunehmenden Klimawandels aufgrund weiter steigender Emissionen werden um ein Vielfaches höher als die Kosten, die zur Bekämpfung notwendig sind [Zitat Stern Studie]. Ganz zu schweigen von dem menschlichen Leiden und dem Landverlust, wasmit Geld nicht zu beziffern ist.
Investitionen in fossile Geschäftsfelder sind direkte Forderungen von Unternehmungen, die den Investoren Profit verschaffen, der Gesellschaft als Ganzes aber überproportionale Kosten erzeugen. Der einzige Weg, die Erderwärmung zu begrenzen, ist der Weg in eine post-fossile Gesellschaft. Diese Weg kann nur mit Investitionen in erneuerbare Energien beschritten werden.
Divestment lohntsich auch für die Investoren . Die sogenannte "Carbon Bubble / Kohlestoffblase" ist im Finanzsektor ein sehr aktuelles Thema. Um die Erderwärmung auf unter 2° Celsius zu begrenzen, müssen weite Teile der bekannten Reserven fossiler Energieträger ungenutzt bleiben. Dadurch geraten immer mehr Unternehmenswerte unter Druck, denn die geplante Nutzung fossiler Brennstoffe übersteigt das 2° kompatible Budget um den Faktor Fünf. Der stark schwankende Ölpreis ist ein weiteres Signal für die Unsicherheiten, der die Weltgemeinschaft bei der Nutzung der fossilen Energien ausgesetzt ist.
2 Divestment ist sozial gerecht
Die Folgen des Klimawandels sind in zweierlei Hinsicht ungerecht. So sind teils Entwicklungsländer, die historisch den geringsten Treibhausgasausstoss zu verantworten haben, am meisten von den Folgen der Klimaveränderung betroffen. Langfristig werden aber kommende Generationen überproportionale Kosten für die Folgen dieser Veränderungen tragen müssen. Somit ist Klimawandel sowohl eine geographische, als auch eine intergenerationelle Ungerechtigkeit. Darum ist Divestment auch ein aktiver Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit.
3 Divestment ist ökologisch unabdingbar
Klimaforscher sind sich einig: Um möglicherweise katastrophale Folgen der Klimaerwärmung zu vermeiden, müssen endlich die weltweiten Treibhausgasemissionen gesenkt werden. Diese grosse Herausforderung der Staatengemeinschaft kann nur durch die Aufgabe von Geschäftstätigkeiten, die im Zusammenhang mit dem Abbau und der Verbrennung von fossilen Energieträgern stehen, umgesetzt werden.
4 Ist Divestment effektiv?
Divestment ist zuerst einmal nur ein Inhaberwechsel von Wertpapieren, denn die veräusserten Wertpapiere werden vom Markt sofort wieder gekauft. Damit darf Divestment nicht mit der Abschaffung der entsprechenden Geschäftstätigkeit gleich gesetzt werden. Auch ein starker Wertverfall oder totale Illiquidität wären nur bei wiederholten Verkäufen der entsprechenden Wertpapiere zu erwarten.
Die Divestment-Bewegung glaubt aber an die mit dem Divestment verbundene Stigmatisierung der betroffenen Firmen. Das reflektiert sich auch in der Medienpräsenz der weltweiten Kampagne. Die damit verbundene Signalwirkung ist der eigentliche Sinn von Divestment.
Der Nutzen von Divestment Kampagnen ist historisch erwiesen. In den 80er Jahren war Divestment ein Teil des erfolgreichen amerikanischen Wirtschaftsboykotts zur Abschaffung der Apartheid in Südafrika. In den USA wurde die Tabakindustrie wirkungsvoll in die Schranken gewiesen.
Der Ansatz wird von wichtigen Persönlichkeiten gefördert. Zu den Unterstützern gehören unter anderem Ban Ki-Moon (UNO Generalsekretär), Jom Yong Kim (Präsident der Weltbank) und Hans Joachim Schellnhuber (Gründungsdirektor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung).
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Wer kann an der Divestment Kampagne teilnehmen?
Institutionen und Firmen, die Gelder angelegt haben, z.B. in Fonds, Pensionskassen oder Aktien. Solche Anlagen haben fast immer auch Anteile in fossilen Brennstoffen oder damit verbundenen Firmen. Interessant ist Divestment vor allem für Gemeinden, Hochschulen, Kirchen, Pensionskassen, Versicherungen, Banken und wohlhabende Privatpersonen. Aber auch andere Privatpersonen können aktiv werden und Einfluss auf die Anlage ihres eigenen Geldes nehmen, indem Sie z.B. die Bank wechseln oder Briefe an Ihre Pensionskasse oder ihre Wohngemeinde schreiben.
Divestment im Detail
Divestment (englisch für Desinvestition) ist das Gegenteil von Investition. In der Betriebswirtschaftslehre ist dies die Freisetzung von Kapital des Investors durch den Verkauf von Vermögensgegenständen. Es werden also Sachwerte, Wertschriften oder liquide Geldmittel veräussert.
Die Desinvestition stellt aufgrund der Kapitalfreisetzung eine Form der Innenfinanzierung dar. Es handelt sich um eine Wiederbeschaffung von investierten Mitteln, die dann erneut für Investitionen zur Verfügung stehen.
Wir von fossil-free.ch betrachten Vermögenswerte, die direkt oder indirekt in fossile Brennstoffe investiert wurden. Diese werden durch Divestment Investments in nachhaltige und klimaneutrale Anlagen reinvestiert. Dieser Schritt ebnet den Weg für eine wertvolle und nachhaltige Zukunft.
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Kohlenstoffblase - Carbon Bubble
Die Carbon Bubble bezeichnet die aufgeblähte Investitionsblase in fossile Brennstoffe. Sie ist das Ergebnis einer Überbewertung von Kohle-, Öl- und Gasreserven, die nicht berücksichtigt, dass der Großteil der fossilen Reserven einem hohen Risiko ausgesetzt ist, unverwertbar zu sein. Damit würden sie als sogenannte stranded assets stark oder gar ganz an Wert verlieren.
Bei diesem Risiko spielen verschiedene umweltbedingte Faktoren eine Rolle wie beispielsweise sinkende Kosten für Erneuerbare Energien, Veränderungen auf dem Energiemarkt, Wasserknappheit, Auswirkungen des Klimawandels, soziale Normen und Regulierungen zu Luftqualität und Klimaschutz. Wenn die Politik ihr erklärtes Ziel, die globale Erwärmung unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, hält, bedeutet dies, dass uns noch ein CO2 – Budget von 565 Gt bleibt. Die fossile Brennstoffindustrie verfügt über das Äquivalent von 2.795 Gt CO2 in ihren derzeitigen Reserven – also fünfmal so viel. Das bedeutet, dass 80% der derzeit bekannten Erdöl-, Erdgas- und Kohlevorkommen nicht verbrannt werden können, um unter der 2-Grad-Marke zu bleiben. (Quelle: Carbon Tracker Initiative)
Würde die Carbon Bubble platzen, hätte dies verherrende Auswirkungen auf alle Märkte, auch auf die europäische Wirtschaft. Eine Studie im Auftrag der Grünen/ Europäischen Freien Allianz warnt davor, dass finanzielle Institutionen in Europa über €1 Milliarde dem Risiko der Carbon Bubble aussetzen.
Angesehene Expert*innen wie der britische Ökonom Lord Stern, die britischen Banken HSBC und Citi, die Internationale Energieagentur, Standard & Poor’s, Forbes, Bloomberg, die London School of Economics und die Smith School der Universität Oxford warnen vor den finanziellen Risiken von Investitionen in fossile Brennstoffe. HSBC spricht beispielsweise davon, dass 40-60% des Börsenkapitals von Öl- und Gasunternehmen der Carbon Bubble ausgesetzt sind. Die derzeit ausgewiesenen Vorkommen von fossilen Brennstoffen werden auf rund €16 Billionen geschätzt.
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Was ist die Fossil Free Bewegung
Wenn es falsch ist das Klima zu zerstören, dann ist es falsch von dieser Zerstörung zu profitieren. Wir glauben, dass Unis, Kirchen, Städte und Kommunen klima-schädliche Investments beenden müssen.
Um die globale Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen, müssen etwa 80% der bisher bekannten fossilen Brennstoffreserven unter der Erde bleiben. Ansonsten drohen katastrophale Folgen für Natur und Gesellschaft. Trotzdem investieren Unis, Städte, Kommunen Kirchen und andere Institutionen direkt oder über sogenannte Klimakillerbanken in RWE, Shell und Gazprom. Deswegen fordern wir Divestment von Kohle, Öl und Gas.
Diese Fossil Free Bewegung wird von einer breiten Basis tausender Graswurzelaktivist*innen angetrieben, die ihre Institutionen dazu auffordern, aus fossilen Brennstoffen zu desinvestieren. Koordiniert wird dieses Vorhaben durch die Kampagne Fossil Free, die auf internationaler Ebene wiederum von der Organisation 350.org angeleitet wird. Verschiedene nationale Partner sind außerdem an lokalen Kampagnen beteiligt.
Inzwischen ist die Fossil Free Bewegung ein breites, internationales Netzwerk von Organisatione, Gruppen und Individuen, die in Kanada, den USA, Australien, Neuseeland, Schweden, Norwegen, Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland Divestment fordern. Unsere Forderungen unterstreichen wir mit kreativen, öffentlichkeitswirksamen Aktionen. Damit wollen wir den gesellschaftlichen Druck auf diejenige Industrie aufbauen, die mit ihrem Geschäftsmodell unsere Zukunft aufs Spiel setzt.
In Deutschland gibt bereits Fossil Free Gruppen in Bayreuth, Berlin, Münster, Heidelberg, Stuttgart, Freiburg, Karlsruhe und Konstanz. Unser Netzwerk wächst stetig und wir würden uns freuen, wenn du dabei bist.
Werde Teil der wachsenden, internationalen Klimabewegung, die sich der Kohle-, Öl- und Gasindustrie entgegenstellt. Für eine gerechte, nachhaltige, postfossile Gesellschaft.
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Was sind verlorene Vermögenswerte bzw. Stranded Assets?
Verlorene Vermögenswerte (Engl.: Stranded Assets) sind ökonomische Ressourcen eines Unternehmens, die diesem jedoch keinen wirtschaftlichen Nutzen bringen. Im Falle der fossilen Brennstoffe bedeutet das, dass Umwälzungen auf dem Markt sowie dem Regulierungsumfeld, die auf die stärkere Ausrichtung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft zurückzuführen sind, eine Entwicklung zur Folge haben werden, die zukünftig fossile Brennstoffe wirtschaftlich unrentabel und somit für weitere Investitionen unattraktiv machen.
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Welche Unternehmen sind die größten Übeltäter?
Wir alle sind mitschuldig, was den Verbrauch fossiler Brennstoffe betrifft und wir sollten alles dafür tun unseren eigenen Verbrauch zu reduzieren, aber die wahren Übeltäter, die das System manipulieren, sind die fossilen Brennsotffunternehmen. Die größten 200 Kohle-, Gas- und Ölunternehmen besitzen Reserven, die einen signifikanten Anteil am globalen Markt darstellen (1). Übrigens sind es eben diese Unternehmen, die Politiker gleich welcher Partei hier und weltweit am stärksten finanziell unterstützen, sie sind es die die Gesetze vordiktieren und, die jährlich von staatlichen Zuschüssen in Millardenhöhe profitieren (2). Es gibt noch viele weitere Unternehmen, die indirekt zum Klimawandel beitragen – multinationale Konzerne, die die Tiefbohrtechnik herstellen, Öl-Pipelines legen oder Kohle transportieren und natürlich Stromkonzerne, die Energie kaufen und handeln. Aber im Moment konzentrieren wir uns auf diese 200 Unternehmen. Eine vollständige Liste der Unternehmen und ihrer Reserven findest du hier.
Top 5 Kohlekonzerne
- Severstal JSC
- Anglo American PLC
- BHP Billiton
- Shanxi Coking Co. Ltd.
- Exxaro Resources Ltd.
Top 5 Mineralölunternehmen
- Lukoil Holdings
- Exxon Mobil Corp.
- BP PLC
- Gazprom OAO
- Chevron Corp.
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Ich möchte auch mein eigenes Vermögen aus fossilen Brennstoffunternehmen deinvestieren - wie stelle ich das an?
Während Graswurzelbewegungen überall im Land die Institutionen ergreifen, nehmen auch viele Privatpersonen die Sache in die Hand und entscheiden sich, ihr eigenes Vermögen aus fossilen Brennstoffen abzuziehen. Und das ist großartig!
Die fossilen Unternehmen werden derzeit stark überbewertet und, da die internationale Gemeinschaft hin zu strengeren Emissionsregulationen strebt, kann Divestment gleichzeitig eine gute Langzeitanlagestrategie als auch der ethisch richtige Schritt sein.
Das nicht so Kleingedruckte dabei: Die Fossil Free Kampagne und 350.org geben keine Investitionsempfehlungen ab, sondern halten nur Informationen über mögliche Alternativen zu Anlagen in fossile Brennstoffe bereit. Privatpersonen sollten jegliche Alternativen auf ihre persönliche Angemessenheit prüfen.
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Unsere treuhänderische Verantwortung verpflichtet uns rechtlich dazu, kurzfristige Gewinne zu maximieren.
Treuhänderische Verantwortung ist eine gesetzlich vorgeschriebene Pflicht, die das ausschließliche Handeln im Interesse einer dritten Partei festlegt. Ein Vermögensverwalter, der im Namen eines Investors finanzielle Entscheidungen trifft, handelt also im Einklang mit dessen Wünschen und Absichten. Dies bedeutet, dass es einem individuellen oder institutionellen Anleger freisteht, festzulegen, wie mit seinem Geld verfahren werden soll, z.B. es von fossilen Brennstoffen fernzuhalten.
Christiana Figueres, Generalsekretärin des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, sprach von einer eklatanten Missachtung der treuhänderischen Verantwortung, wenn Banker es versäumen, zügig ihre Portfolios auf Nachhaltigkeit anzupassen. „Investitionsentscheidungen sollten eindeutige wissenschaftliche Erkenntnisse widerspiegeln und treuhänderische Verantwortung muss der generationenübergreifenden Realität Rechnung tragen: nämlich, dass ungebremster Klimawandel dazu in der Lage ist, die Leben, die Existenzgrundlage sowie die Ersparnisse vieler Menschen heute und in der Zukunft zu beeinträchtigen und zu zerstören.“
Großbritannien : Fondsmanager stehen in der Pflicht, langfristige Umwelt- sowie soziale Risiken in ihre Investitionen miteinzubeziehen. Bericht der UK Law Commission (2014)
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Wir verfügen lediglich über indirekte Investitionen und unsere Bank besitzt kein alternatives Portfolio frei von fossilen Brennstoffen.
Dann sollten Sie sich über einen Bankwechsel informieren.
Durch steigende Nachfrage an Portfolios frei von fossilen Brennstoffen werden Vermögensverwalter zwangsläufig diesen Bereich ausbauen und entsprechende Optionen entwickeln müssen.
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Direkte Beteiligungen sind zu riskant. Wir bevorzugen Mischfonds, da diese sicherer sind.
Wer betreut diese Fonds? Sie haben das Recht, sich über die genaue Verwendung Ihrer Investitionen zu informieren. Falls fossile Brennstoffe im Spiel sind, können Sie Ihren Vermögensverwalter nach alternativen Optionen fragen.
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Wir verfügen über keine Investitionen in fossile Brennstoffe.
Haben Sie bereits sichergestellt, dass Ihr Geld nicht in fossile Brennstoffe investiert wird? Solange Sie sich diesbezüglich nicht sicher sind, können Sie davon ausgehen, dass Ihre Anlagen leider sehr wohl in diesem Bereich verwendet werden.
Wenn Sie sich sicher sind, dass Ihre Institution keine fossilen Investitionen tätigt, laden wir Sie herzlich dazu ein sich dem Fossil Free Netzwerk anzuschließen. Dazu müssen Sie sich nur verpflichten auch in Zukunft keine solchen Investments zu tätigen. Dann werden Sie auf dieser Seite der Divestmenterfolge aufgeführt werden und als Vorbild für andere Institutionen in Ihrem Sektor dienen.
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Wir haben kein Geld.
Verwalten Sie Gelder? Zum Beispiel über unselbständige Stiftungen (häufig bei Unisversitäten). Falls ja, wo ist das Geld angelegt und über welche finanziellen Institutionen?
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Investitionen ohne fossile Brennstoffe sind zu riskant.
Es ist wahr, dass die Konzerne der fossilen Industrie große Gewinne erwirtschaftet haben. Die Investitionen in diesen Bereich sind jedoch sehr riskant, wenn man die Kohlenstoffblase und die Gefahr von stranded assets berücksichtigt. Die Geschäftsmodelle der Kohle-, Öl- und Gaskonzerne gehen davon aus, fünf mal mehr CO2 in die Atmophäre auszustoßen, als unsere Zivilisation verkraften kann. Ihre derzeitigen Buchwerte sind dadurch viel höher als ihr tatsächlicher Wert.
Hinzu kommt, dass die Energiemärkte aufgrund von Katastrophen wie Exxon Valdez, dem BP Ölunfall sowie massiven Fluktuationen in Angebot und Nachfrage bei Kohle, Öl und Gas besonders instabil und somit riskant sind.
Die Berichte häufen sich, in denen bewiesen wird, dass Investitionen in saubere Energien, Effizienz und andere nachhaltige Technologien profitabler sein können als solche in fossile Brennstoffe (siehe Forbes, UK Studie, Australische Studie).
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Wir schieben die Schuld auf das Geldinstitut/die Bank.
Konzerne der fossilen Brennstoffe sind Teil des Global Compact. Dies bedeutet einen eindeutigen Interessenskonflikt. Zweifelt die Prinzipien an (wie oben bereits erwähnt). Prinzipien, die den Klimawandel nicht berücksichtigen, können kaum auf einer ethischen Grundlage beruhen. Erkennt die existierenden Bemühungen an. Beharrt weiterhin auf unseren Prinzipien und ermutigt sie zu weiterführenden Maßnahmen. Der Klimawandel bleibt als Problem bestehen. Er ist in vollem Gange und wird sich verschlimmern, wenn wir nicht handeln. Verwendet die Argumente des finanziellen Risikos und verlorener Vermögenswerte
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Wir haben keine Zeit, Kapazitäten bzw. wir haben andere Prioritäten.
Dieses Thema betrifft Sie direkt. Der Klimawandel stellt eine ernste Gefahr für Ihre Vermögenswerte dar.Das größte Risiko unserer Zeit ist der Klimawandel und seine Konsequenzen. Jede*r, der als Verantwortungsträger*n fungiert, muss diese Gefahr berücksichtigen.
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Es gibt nicht genügend Fürsprecher bzw. keine große Nachfrage nach Fonds frei von fossilen Brennstoffen.
Das Gegenteil ist der Fall (siehe Göteborg als Beispiel). Siehe die offiziellen Unterstützer*innen der Kampagne.
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Divestment ist zu radikal, wir bevorzugen Einflussnahme als Aktionäre bzw. Shareholder Aktivismus.
Erkundigt Euch im Detail nach deren Engagement und den Resultaten. 80% der Kohlenstoffreserven müssen im Erdboden bleiben, unabhängig von den Fortschritten der Aktionäre: das gesamte Geschäftsmodells des fossilen Unternehmens ist das Problem. Wenn Sie bereits aus anderen Industrien deinvestiert haben (z.B. die Church of England), erkundigt Euch, warum bei der Tabak- oder der Waffenindustrie Ausnahmen gemacht wurden. Zeigt, dass ein Land auch ohne fossile Brennstoffe auskommen kann. (Zero Carbon Britain Bericht)
Shareholder-Aktivismus kann ein effektives Werkzeug für bescheidene Reformen innerhalb eines Unternehmens sein. Im Verlauf des vergangenen Jahrzehnts ließen sich Bemühungen beobachten, die die fossile Brennstoffindustrie zu einem Umdenken bewegen wollten. Hier gab es einige begrenzte Erfolge. Fakt ist jedoch, dass das Kernproblem innerhalb dieser Industrien nicht in den Fokus gebracht werden konnte: die gewaltigen Mengen CO2, die die betreffenden Konzerne weiterhin fördern und in die Atmosphäre ausstoßen wollen, ohne irgendeinen Preis dafür zu bezahlen. Sich für klimaschonende Übereinkünfte zu entscheiden ist eine gute Sache, wird jedoch das Grundproblem nicht lösen.Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass ein Konzern eher bereit ist, Daten über seine Treibhausgasemissionen öffentlich zu machen, wenn dies unter Druck der Regierung, von NGOs und der Öffentlichkeit geschieht. Eigenkapital- und Darlehensgeber beeinflussen die Unternehmen jedoch kaum in ihren Entscheidungen.“ – Richtlinien für Verantwortungsvolles Investieren – RI Quarterly (erster Artikel).
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Wir haben bereits positive oder negative Kriterien bezüglich unseres Portfolios und deshalb benötigen wir kein zusätzliches.
Erkennt an, was bereits versucht wird, ermutigt zu weiterführenden Schritten. Falls wir ihn ignorieren sollten, wird der Klimawandel verheerende Folgen für die finanziellen und materiellen Lebensgrundlagen aller Menschen haben.
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Divestment ist zu schwarz-weiß.
Weist auf die genauen Forderungen hin: Sie haben 5 Jahre, um vollständig zu deinvestieren. Radikal sind die Führungskräfte der Kohle-, Öl- und Gaskonzerne, nicht diejenigen, die sich für Divestment einsetzen.
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Wir brauchen einfach die gesamten Kohlenstoffreserven, um dem globalen Energiebedarf gerecht zu werden.
Der Anstieg des weltweiten Energiebedarfs ist nicht automatisch gleichzusetzen mit einer Forderung nach mehr fossilen Brennstoffen. Das ‘Zwei-Grad-Szenario’ der Internationalen Energieagentur (IEA) projiziert eine zukünftige Nachfrage nach Öl, die ungefähr die Hälfte der heutigen Produktion entspricht.
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Dank CCS werden wir mehr CO2 ausstoßen können, als es das derzeitige Kohlenstoffbudget zulässt.
Auch wenn die CCS-Technologie (CO2-Abscheidung und -speicherung) in einem Best-Case-Szenario eingesetzt werden würde (ca. 3.800 CCS-Projekte, die bis 2050 realisiert werden), ließe sich eine Reduktion der Emissionen erst nach 2030 feststellen. Das Kohlenstoffbudget würde lediglich um 12-14% (125 Gt.) erweitert und der Effekt wäre dementsprechend gering. (siehe Unburnable carbon 2013).
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Andere werden sich diese Aktien aneignen. Die Geschäftspraktiken der fossilen Industrie werden sich durch Divestment nicht ändern.
Die fossile Industrie hat deutlich gemacht, dass sie nicht die Absichten hat, ihr Geschäftsmodell in irgendeiner Art und Weise zu überdenken. Weiterhin gibt sie jährlich Millionen dafür aus, noch mehr Kohlenstoffreserven zu finden und zu erschließen, Fehlinformationen über den Klimawandel zu verbreiten und jeglichen politischen Fortschritt sowie die Energiewende zu blockieren. Unabhängig davon, ob andere von diesen Aktien profitieren werden oder nicht: solange Sie in Unternehmen der fossilen Industrie investiert, begünstigen Sie die fortwährende Zerstörung unseres Klimas. Sie sollten deinvestieren, da es in moralischer Hinsicht den einzig richtigen Weg darstellt und darüber hinaus ein wichtiges Signal aussendet, welches langfristig die gesellschaftliche Akzeptanz für die fossile Brennstoffindustrie beenden wird. Divestment hat als Taktik in der Vergangenheit mehrere Erfolge verbuchen können. Sie war einer der Schlüssel für den Kollaps des Apartheidregimes in Südafrika. Siehe auch: ‘Divestment ist zu radikal, wir bevorzugen Einflussnahme durch Aktionäre bzw. Shareholder Aktivismus.’
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Gas ist ein Übergangskraftstoff, den wir für den Wechsel hin zu erneuerbaren Energien brauchen. Warum also sollte die Divestment auch für Gas gelten?
Während wir zwar anerkennen, dass Erdgas kurzfristig eine Rolle als Übergangskraftstoff übernehmen wird, weisen wir darauf hin, dass diese Funktion zeitlich sehr begrenzt bleiben muss, um den Klimawandel nicht zusätzlich anzukurbeln. Eine ‘Business-as-usual’-Förderung von Erdgas würde zu einem steilen Anstieg im Gaskonsum sowie einem Ausbau gefährlicher Fracking-Methoden führen. Es reicht definitiv nicht aus, Öl und Kohle mit Gas zu ersetzen, um innerhalb des 2°C Kohlenstoffbudgets zu bleiben. Erdgas stellt weiterhin einen signifikanten Faktor für den rapiden Anstieg von CO2 in der Atomosphäre dar.
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Klimagesetze werden nicht zu verlorenen Vermögenswerten führen.
Shell hat behauptet, ihre Vermögenswerte seien nicht in Gefahr. Eine detaillierte Analyse der Carbon Tracker Intiative hat die Argumente des Konzerns jedoch bereits entkräftet und herausgefunden, dass diese zudem irreführend und realitätsfern sind. (Details unter http://www.carbontracker.org/shell-response/)
Durch die Behauptung, fossile Brennstoffreserven liefen nicht Gefahr, sich in verlorene Vermögenswerte zu verwandeln, ignorieren fossile Konzerne die 2°C-Grenze, welches eingehalten werden muss, um einen ungebremsten Klimawandel zu verhindern. Die aktuell bekannten Kohlenstoffreserven dieser Industrien betragen das Fünffache der CO2-Menge, die wir uns noch erlauben können, zu verbrennen, um im Rahmen einer 2°C-Erwärmung zu bleiben. Das Verbrennen der fünffachen Menge würde den Planeten jedoch in eine 6-8°C wärmere Zukunft katapultieren und dieses erschreckende Szenario wird die Welt einfach nicht akzeptieren können. Anstelle einer Aufgabe der 2°C-Grenze und einem Festhalten am ‘Business-as-usual’ sollten die fossile Konzerne ernsthaft darüber nachdenken, wie sie ihre Geschäftsmodelle einer bevorstehenden Energiewende anpassen können.
Neben der Klimagesetzgebung gibt es weitere Faktoren, die zu verlorenen Vermögenswerten führen können wie z.B. sinkende Kosten im Sektor der erneuerbaren Energien, ökologische Herausforderungen, der Wandel in der Ressourcenlandschaft, bei sozialen Normen und unserem Konsumverhalten, darüber hinaus das Risiko von Rechtsstreitigkeiten sowie veränderte Gesetzesauslegungen.
Sollten die realen Risiken verlorener Vermögenswerte weiterhin von der fossilen Industrie ignoriert werden, könnte dies ein klares Signal an Investoren senden, Geldanlagen von diesen Konzernen zurückzuziehen. Es wird immer deutlicher, dass diese Industrie durch ihre Spekulationen eine vollständige Zerstörung des globalen Klimas in Kauf nimmt.
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Sicherungsgeschäfte (hedging) bringen mehr Vorteile im Vergleich als Divestment.
Sicherungsgeschäfte (hedging) im Bereich der fossilen Brennstoffe sind wie eine gewonnene Wette mit einem Mitpassagier auf der Titanic. Die wenigen Extra-Euros in der Tasche werden nicht mehr allzu nützlich sein, während Sie mit dem Schiff untergehen. Es würde mehr Sinn machen, Ihre kostbare verbleibende Zeit dazu zu verwenden, das Schiff entweder vor dem Sinken zu bewahren oder in Rettungsboote zu investieren. In unserem Fall bedeutet dies natürlich, durch Divestment effektiv Druck auf die fossile Industrie auszuüben und finanzielle Mittel stattdessen in Lösungen für das Klimaproblem zu investieren. Wir sollten den Planeten verteidigen und aufhören, Wetten auf seine Zerstörung abzuschließen.
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Aus einer finanziellen Perspektive ist es sinnvoll aus Kohle zu deinvestieren jedoch nicht aus Öl.
Das finanzielle Risiko verlorener Vermögenswerte resultiert u.a. aus globalen Klimagesetzgebungen, die CO2-Emissionen begrenzen wollen. Alle großen Ölkonzerne wären somit durch diese Gesetze bereits überbewertet und jegliche zusätzlichen Investitionen könnten sich als verschwendetes Kapital herausstellen. Hinzukommen weitere Faktoren wie z.B. bedeutende Fortschritte im Bereich der erneuerbaren Energien, Effizienz, Luft- und Wasserverschmutzung sowie soziale Faktoren (z.B. Divestment), die es sehr unwahrscheinlich machen, dass in der Zukunft Ölreserven mit großen Profiten erschlossen werden können.
Die einzige Möglichkeit, der Klimakrise entgegenzutreten besteht darin, Erdöl, Erdgas und Kohle anzugehen. Die großen Ölkonzerne wehren sich immer wieder gegen Fortschritt, Konsens und Veränderung.
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Die Kohlenstoffblase muss nicht unbedingt platzen.
Auch wenn wir uns in der gefährlichen Annahme, die Kohlenstoffblase sei stabil, dazu entscheiden, untätig zu bleiben, müssen wir uns trotzdem weiterhin mit den horrenden finanziellen und menschlichen Kosten des Klimawandels auseinandersetzen. Es ist klar, dass die Kosten der Untätigkeit weitaus größer sein werden als die des Handelns. Wenn wir die verheerenden Auswirkungen und die daran gekoppelten Kosten vermeiden wollen, müssen wir aktiv dafür sorgen, dass 80% der bekannten fossilen Brennstoffreserven im Boden bleiben.
Divestment Erfolge
Die Erfolge der sowohl ökonomisch als auch politisch agierenden Divestment-Kampagne können sich sehen lassen: Städte und Universitäten in den USA und Europa haben ihr Investment in fossile Energien zurückgezogen; der norwegische Pensionsfonds, der größte Staatsfonds der Welt, zieht sein Geld aus Kohlefirmen ab. Auch einfache Sparer und Kleinanleger können zum Divestment beitragen, indem sie zu ökologisch und ethisch orientierten Banken wechseln oder ihre Fondsanteile kritisch prüfen.
Die wichtigsten Erfolge sind hier aufgelistet.
Key messages
Fossile Brennstoffunternehmen sind mit für die Klimakrise verantwortlich und behindern unsere Demokratien, die Lösungen umzusetzen. Wenn wir die soziale Akzeptanz für diese Unternehmen, durch eine laute, spektrumüber- greifende und bunte Divestment-Bewegung entziehen, können wir die Macht der fossilen Industrie brechen. Dann ist ein Paradigmenwandel möglich und wir können unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen beenden und Raum für das Einsetzen von Klimalösungen schaffen.
Moralisch
Um unter 2°C globaler Erderwärmung zu bleiben, dürfen 80% der fossilen Brennstoffreserven nicht verbrannt werden. Öffentliche Institutionen machen sich an der Zerstörung unseres Klimas mitschuldig, indem sie in die fossile Brennstoffindustrie investieren.
Anstatt den Klimawandel weiterhin anzufachen, sollten öffentliche Institutionen den Übergang zu einer regenerativen Wirtschaft unterstützen, die auf sozialer und ökologischer Gerechtigkeit basiert.
Finanziell
Die wachsende Carbon Bubble stellt ein hohes finanzielles Risiko dar. 80% der bekannten Kohlenstoffreserven laufen Gefahr, als stranded assets verloren zu gehen. Öffentliche Institutionen, die in die fossile Industrie investieren, missachten ihre treuhänderische Pflicht, das ihnen anvertraute Geld nachhaltig zu verwalten. Institutionelle Investoren müssen aus direkten und indirekten Investitionen in fossile Energien aussteigen und systemische Risiken wie den Klimawandel proaktive angehen.
Wirtschaftlich gerecht
Der Kern der Wirtschafts- und Klimakrise ist, dass die kurzfristigen Profite für 1% der Menschen auf Kosten der 99% gehen. Öffentliche Institutionen investieren in fossile Unternehmen, die zu den profitabelsten und mächtigsten Konzernen der Geschichte geworden sind, indem sie Menschenrechte und Umwelt mit Füßen getreten haben. Divestment kann das kurzfristige Denken unserer ungerechten Wirtschaftsordnung durchbrechen, damit Mensch und Umwelt vor den Profiten einiger Weniger kommt.