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Thema: "OTC-Handel mit Nebenwerten"
Das Dissertationsprojekt untersucht den ausserbörslichen Handel mit nicht börsenkotierten Aktien auf elektronischen Handelssystemen (nachfolgend OTC-Plattformen). Die OTC-Plattformen werden von Banken betrieben und ermöglichen den Handel mit Aktien mittelgrosser Unternehmen. Da OTC-Plattformen nur geringe Anforderungen an die Emittenten stellen, bieten sie mittelgrossen Unternehmen einen niederschwelligen Zugang zum Kapitalmarkt.
Aus regulatorischer Perspektive sollen die Fragen der Notwendigkeit und Ausgestaltung der Regulierung von OTC-Plattformen grundlegend geprüft werden. Aufgrund der Internationalität von Regulierung und Forschung soll hierfür ein Rechtsvergleich mit ausländischen Jurisdiktionen vorgenommen werden. Auf Basis dieser Erkenntnisse soll eine kritische Auseinandersetzung mit dem aktuellen Gesetzgebungsvorhaben FinfraG erfolgen.
Das Auftreten von OTC-Plattformen stellt den Gesetzgeber auch im Handelsrecht vor neue Herausforderungen. Das geltende Aktien- und Börsenrecht unterscheidet faktisch zwischen einem Recht der Publikumsgesellschaften und einem Recht der privaten Aktiengesellschaften, indem es an die börsenrechtliche Kotierung anknüpft. Dies führt dazu, dass Gesellschaften, deren Titel an einer OTC-Plattform gehandelt werden, den rechtlichen Rahmenbedingungen der privaten Aktiengesellschaften unterliegen. Die damit einhergehenden rechtlichen Probleme sollen im zweiten Teil des Dissertationsprojekts untersucht werden.