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Lernstandsermittlung
"Wenn ich die gesamte Bildungspsychologie auf ein einziges Prinzip reduzieren müsste, so würde ich Folgendes sagen: "Der wichtigste Einzelfaktor, der das Lernen beeinflusst, ist das, was der Lernende bereits weiss. Stelle dies fest und unterrichte ihn entsprechend." (Ausubel, 1968)
Differenzierung im Unterricht wird möglich, wenn die Lehrperson den Lernstand der Schülerinnen und Schüler ungefähr einschätzen kann. Dies muss nicht immer zwingend mit einer Lernstandserfassung geschehen. Oft genügt es, im Lernprozess nahe bei den Schülerinnen und Schülern zu sein ("with-it-ness"; John Hattie). Dies braucht Freiraum für Beobachtungen und Gespräche mit den Lernenden. Im traditionellen Unterricht bleibt dafür kaum Zeit und Raum. Somit braucht es eine andere Anlage des Unterrichts, der diese Voraussetzungen schafft.
Beispiel einer Lernstandserfassung im Mathematikunterricht
Nach einer kurzen Einführung ins Thema (Input) lösen die Schülerinnen und Schüler einen Lernstandstest. Das Ergebnis gibt Hinweise, wo mit dem Lernen einzusetzen ist.
Die eingekreisten Zahlen verweisen auf die entsprechenden Felder im Planungsraster. Die Lernaufgabe steht für die entsprechende Kompetenzstufe. Bei der Korrektur der Lernstandserfassung erkennt die Lehrperson, welche Schülerinnen und Schüler über welches Vorwissen verfügen und wo in etwa die Klasse zum neuen Thema steht. Entsprechend kann die Lehrperson ihren Unterricht ausrichten.
Wird die Lernstandserhebung am Ende der Unterrichtseinheit wiederholt wird, erkennt die Schülerinnen und Schüler und die Lehrperson den Lernzuwachs (Lernen sichtbar machen; John Hattie). Mit beiligender Exel-Tabelle kann der Lerneffekt für jeden einzelnen Schüler und für die Klasse berechnet werden.