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Die brasilianischen Frauen um Marta starteten überzeugend ins Olympiaturnier und scheiterten am Dienstag unter vielen Tränen im Halbfinal gegen Schweden. Die Männer wurden nach zwei Spielen ohne Torerfolg gegen Südafrika und Irak öffentlich verhöhnt. Heftig diskutierte die brasilianische Öffentlichkeit, ob nun Marta oder Neymar der grössere, sympathischere oder schlicht bessere Star sei.
Spätestens im Halbfinal beendeten die Männer diese Diskussion. Nach einem 4:0 zum Abschluss der Gruppenphase gegen Dänemark und einem 2:0 im Viertelfinal gegen Kolumbien erreichten sie den Final gegen Honduras ohne jeglichen Zweifel. Bereits nach 15 Sekunden erzielte Neymar das schnellste Tor der Olympia-Geschichte. Der Star des FC Barcelona profitierte von einem katastrophalen Fehler von Johnny Palacios, der sich als hinterster Mann verdribbelte. Ausgerechnet der 29-jährige Palacios mit der Erfahrung von 17 A-Länderspielen, der als einer der drei erlaubten über 23-jährigen Spieler im Team von Honduras war.
Die Mittelamerikaner hatten sich in ihrer Gruppe dank eines 1:1 gegen Argentinien und eines 3:2 gegen Pierre-André Schürmanns Algerien überraschend hinter Portugal durchgesetzt und im Viertelfinal Südkorea ausgeschaltet. Doch im Halbfinal waren sie völlig überfordert. Brasiliens Goalie Weverton geriet nie in Gefahr, sein erstes Gegentor im diesjährigen Turnier zu kassieren. In regelmässigen Abständen erhöhten zweimal Gabriel Jesus (26. und 35.) noch vor der Pause, Marquinhos (50.), Luan (79.) und nochmals Neymar per Foulpenalty in der Nachspielzeit das Skore bis zum 6:0.
Angeführt von Neymar und dem im Januar zu Manchester City wechselnden Gabriel Jesus haben die Brasilianer die letzten drei Spiele mit einer Tordifferenz von 12:0 gewonnen und scheinen bereit, im Maracanã ihren ersten Olympiasieg im Fussball zu feiern. Vor vier Jahren scheiterte die Seleção in London im Final an Mexiko.
Um die Goldmedaille in ihren Besitz bringen zu können, müssen die Brasilianer mit Deutschland jedoch noch eine hohe Hürde meistern. Die Equipe von Horst Hrubesch setzte sich im zweiten Halbfinal gegen Nigeria mit 2:0 durch. Leipzigs Verteidiger Lukas Klostermann brachte die Deutschen bereits in der 9. Minute in Führung; dem Tor war eine schöne Kombination zwischen Serge Gnabry und Max Meyer vorausgegangen. Klostermann brauchte den Ball nur noch über die Linie zu drücken – genauso wie Nils Petersen vom SC Freiburg in der 89. Minute.
Die beste Chance zum Ausgleich hatte Nigerias Captain John Obi Mikel nach einer halben Stunde. Sein Schuss wurde von Dortmunds Weltmeister Matthias Ginter in extremis geblockt.
Deutschland feierte in São Paulo den grössten Erfolg an einem olympischen Fussballturnier. Als Bestresultat stand für eine DFB-Auswahl vor den diesjährigen Sommerspielen ein 3. Platz 1988 in Seoul zu Buche.
(SDA)