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SSRI's bei depressiven Kindern
Man geht davon aus, dass 2-6% der Kinder und Jugendlichen an Depressionen leiden. Der Suizid ist die 3häufigste Todesursache bei den 10-19jährigen, deshalb braucht es sichere und effektive Medikamente. Wie soll man behandeln? Die Trizyklika verursachen beträchtliche Nebenwirkungen (NW) und von der Verabreichung eines Serotonin-Wiederaufnahmehemmers (SSRI’s) wird ebenfalls gewarnt (Suizidrisiko, vereinzelt schwere NW). Diese Studie überprüfte Daten aus publizierten und unpublizierten Daten, welche sich mit der Sicherheit der SSRI bei depressiven Kindern befassten. Das Risiko und der Benefit wurden analysiert.
Daten von randomisierten Studien, welche SSRI’s versus Placebo bei 5-18jährigen depressiven Kindern evaluierten, wurden metaanalysiert. Von Studienrelevanz war eine Remission, das Ansprechen auf die Behandlung, ein Symptomen-Score, schwere NW, suizid-ähnliches Verhalten, Absetzen der Therapie auf Grund von NW.
Aus den Daten der publizierten Studien resultierte, dass Fluoxetin (315 Kinder) ein vorzügliches Risiko-Benefit-Profil aufweist. Die unpublizierten Daten kamen zum gleichen Resultat. Publizierte Daten von einer Paroxetin-Studie und 2 Sertralin-Studien demonstrierten ein ausgeglichenes oder nur schwach positives Risiko-Benefit-Profil. Nahm man die unpublizierten Daten zur Hand überwog das Risiko den Benefit (dies galt für beide Medikamente). Unpublizierte Daten zu Citalopram und Venlafaxine zeigten ein ungünstiges Risiko-Benefit-Profil.
Konklusion der Autoren: An Hand publizierter Daten konnte nur für Fluoxetin ein positives Risiko-Benefit-Profil gezeigt werden. Bei den anderen SSRIs kann das Risiko den Benefit überwiegen.
Ob und wie Sie nun eine schwere Depression beim Kind/Jugendlichen behandeln ist immer noch nicht geklärt, weitere Studien werden sicher folgen. Einige Anhaltspunkte zum Einsatz oder eben nicht Einsatz der SSRIs finden sie hier. Prof. Dr. Dr. H.-C. Steinhausen (Kinderspital Zürich) hat ein Dokument zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit SSRIs verfasst.
Lancet 2004; 363: 1341-45 - C. Whittington et al
27.04.2004 - undefined