Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03489.jsonl.gz/2070

Das Wichtigste in Kürze
- Die Insel Okunoshima in Japan wird auch Haseninsel genannt.
- Vielerorts tummeln sich dort zahme Kaninchen.
- Bis 1945 wurde auf der Insel Giftgas hergestellt.
Die japanische Insel Okunoshima ist vor der Küste der Stadt Hiroshima angesiedelt. Sie wird auch Haseninsel genannt, weil dort eine grosse Anzahl an Kaninchen lebt.
Die possierlichen Vierbeiner locken jedes Jahr viele Besucher an. Den wenigsten Gästen ist die dunkle Vergangenheit der Insel bekannt.
Okunoshima als Produktionsstätte für Giftgas
Ab 1926 diente Okunoshima zur Herstellung von Giftgas. Um die Produktion geheim zu halten, wollte die damalige japanische Regierung die Insel als Standort für die Fischindustrie ausbauen.
Ab 1938 war Okunoshima militärisches Sperrgebiet und wurde aus sämtlichen Registern und Seekarten gestrichen. Die Produktionsanlagen für Fischkonserven dienten von nun an als Chemiewaffenfabrik.
Dort erfolgte die Herstellung von Senfgas und anderen giftigen Substanzen. Für die Arbeiten wurden unter Anderem Koreaner zwangsverpflichtet.
Kaninchen als Versuchstiere
Als Objekte für die Versuche dienten Kaninchen, weil Ratten als zu gefährlich aufgrund der Seuchengefahr galten. Die Kaninchen wurden auf Bauernmärkten beschafft, sodass zahlreiche unterschiedliche Rassen auf die Insel kamen.
Nach Kriegsende 1945 erfolgte die Sprengung der Giftproduktionsanlagen und das Militär gab die Insel auf, während die Kaninchen zurückblieben und sich nachhaltig vermehrten.
Weil sich auf Okunoshima keine Fressfeinde der Tiere befinden, zeigen sich die Tiere ungewöhnlich zahm und zutraulich.
Okunoshima als Ausflugsziel
In der Gegenwart stellt Okunoshima in Japan ein beliebtes Ausflugsziel dar und gilt als Naherholungsgebiet. Neben einem Campingplatz sind auch ein Kurhotel und Grillzonen vorhanden. T
ypisch für die niedlichen Kaninchen auf der Haseninsel ist, dass sie von den Besuchern Futter haben wollen. Dann trauen sie sich dicht an die Menschen heran und lassen sich füttern. Ansonsten liegen sie meist an einem schattigen, gemütlichen Plätzchen herum.
Mit dem Velo lässt sich die beschauliche Haseninsel gut erkunden.