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Franz Lehár
30. April 1870 - 24. Oktober 1948
Franz Lehár wurde am 30. April 1870 in Komorn (Ungarn) geboren. Sein Vater war Militärkapellmeister, seine Mutter deutschen Ursprungs. Die musikalische Begabung trat früh hervor und mit sechs Jahren begann Lehár zu komponieren. 1882 kam er auf das Prager Konservatorium, wo er mit Dvorák bekannt wurde, der ihn durch seine Anerkennung förderte. Auch Johannes Brahms äusserte sich wohlwollend über Lehárs erste Arbeiten. 1888 wurde Lehár Kapellmeister am Stadttheater Elberfeld-Barmen, trat aber dann in die Fussstapfen seines Vaters und wurde Militärkapellmeister. Mit kleineren Kompositionen weckte er schon früh das Interesse der Fachwelt.
1896 wurde in Leipzig seine Oper KUKUSCHKA erfolgreich aufgeführt. In Wien begann er die zuerst mühsame Suche nach einem guten Operettenbuch, die schliesslich mit dem Auftrag zur Vertonung von zwei Libretti gekrönt wurde, nämlich DER RASTELBINDER und WIENER FRAUEN. 1905 kam nach anfänglich schlechten Prognosen DIE LUSTIGE WITWE im Theater an der Wien heraus und wurde ein Welterfolg. Mit grossem Schaffenseifer liess Lehár anschliessend Werk auf Werk folgen, darunter auch DER GRAF VON LUXEMBURG (1909) als ein weiterer Geniestreich.
Im Jahre 1925 leitete Lehár eine neue Schaffensperiode ein. Mit der Operette DER ZAREWITSCH gelang ihm wiederum ein Spitzenwerk. Die Uraufführung fand 1927 in Berlin statt, wohin sich nun für einige Zeit das Wirken Lehárs hauptsächlich verlegte. Seine Neigung, Werke mit geringer Wirkung umzuarbeiten, veranlasste ihn zur Neufassung von DIE GELBE JACKE. So entstand 1929 DAS LAND DES LAECHELNS. 1922 wurde FRASQUITA uraufgeführt, 1934 die Premiere von GIUDITTA weltweit im Rundfunk übertragen.
1946 übersiedelte Lehár nach Zürich und beschäftigte sich mit einem grossen historischen Stoff, einer Operette um den ungarischen Freiheitshelden Kossuth Lajos. Er konnte sie nicht mehr vollenden, denn kurz nach seiner Rückkehr nach Bad Ischl, wo er jahrzehntelang seinen Sommersitz hatte, starb Franz Lehár von der ganzen Musikwelt betrauert, am 24. Oktober 1948.
Franz Lehár gilt als einer der Hauptvertreter der häufig als "Silberne Operettenära" bezeichneten Phase des unterhaltenden Musiktheatergenres zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Er hinterliess mit DIE LUSTIGE WITWE, DER GRAF VON LUXEMBURG oder DAS LAND DES LAECHELNS hervorragende Werke, die noch heute regelmässig auf den Spielplänen grosser Theater zu finden sind.