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26.01.2012
TERRE DES FEMMES Schweiz hat im Dezember 2011 eine Studie zur Anerkennung frauenspezifischer Fluchtgründe in der Schweizer Asylpraxis veröffentlicht. Sie kommt aufgrund der Analyse von 32 Asylverfahren von Frauen aus den Jahren 2004 – 2010 zum Schluss, dass insbesondere in erster Instanz vorschnell auf Unglaubwürdigkeit entschieden wird (in 30 % der untersuchten Fälle wurde den Frauen in erster Instanz nicht geglaubt). Den Grund dafür sieht die Studie in den häufig ungenügenden frauenspezifischen Länderkenntnisse der Behörden. Dies führe dazu, dass den Asylsuchenden Stereotypen und Verhaltensweisen zugeschrieben werden, die nicht mit ihrer Lebensrealität als Frau in ihrem Land übereinstimmen. Auch werde vorschnell angenommen, dass staatlicher Schutz in den Heimatländern vorhanden sei, obwohl sich Frauen in den allermeisten Ländern vor privater Verfolgung (z.B. Zwangsverheiratung oder Morddrohungen wegen Ehrverletzungen) kaum oder überhaupt keinen Schutz erhoffen können.