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Der seltsame Turm von Fa
Bei einer der letzten Forschungsreisen ist uns beim Durchstreifen der Landschaft um Rennes-le-Château aufgefallen, dass man von verschiedenen Punkten aus in der Ferne, in westlicher Richtung, immer wieder die Ruine eines grossen Turms erkennen kann.

Wir sind dann schlussendlich via Esperaza in Richtung Rouvenac gefahren und haben dieses Bauwerk besucht. Es handelt sich um den "Tour de Fa" bei der Ortschaft "Fa", einem kleinen Dorf, das in einer grünen Vertiefung des Tales am
Flüsschen "Faby" liegt. Der Ort hat eine geschichtlich reiche Vergangenheit. Der Ursprung des Ortsnamens ist nicht mit Sicherheit festzustellen, da man nicht genau weiss, ob das heutige Dorf ehemals ein Kultplatz oder eine Befestigung war. Erwähnt findet man den Ort um das Jahr 1200 unter dem Namen "Fanum", welcher "Heiligtum" oder auch "Tempel" bedeutet (man fand eine dem Gott "Mithra" gewidmete, kleine Schale aus Silber). Auf dem Gemeindegebiet von Fa fand man auch noch weitere bronzene Artefakte aus römischer Zeit und man kann im Gelände heute noch Spuren römischer Strassen finden.
Der weithin sichtbare Turm, welcher vermutlich aus westgotischer Zeit stammt, steht anscheinend über einem alten Oppidium.
Allerdings, so stellt man fest, steht er grundsätzlich nicht alleine, sondern ist von etlichem Mauerwerk zusätzlicher Bauten umgeben. Besonders, so schien uns, befinde sich unter dem Plateau von ca. 20x40 Metern noch einiges an interessanter Bausubstanz. Man kann unter dichtem Buschwerk, seitlich des Plateaus, gewölbeartige Steinformationen und noch eine Menge Mauerreste finden. Die Hauptblickrichtung fällt nach Osten - man sieht in der Ferne - auch ohne Fernglas - die Ruine von Coustaussa und Rennes-le-Château.
Auf der Karte 1:25'000, Quillan, wird der Ort als "le Château T." mit einer Höhe von 343 müM angegeben. Allerdings ist das ganze Bauwerk, aufgrund seiner einfachen und massiven Beschaffenheit weniger ein Schloss - es gleicht eher einer Garnisons-Festung.
Anmerkung zur Gottheit des Mithras:
Man weiss nur sehr wenig über den römischen Mithraskult und seine Mythologie. Mithras wurde - so die eine Darstellung - von einem Vatergott ausgeschickt, um die Welt zu retten. Er wurde von einer Jungfrau in einer Felsenhöhle geboren und bewirkte verschiedene Wunder auf der Erde. In der "mithräischen Ikonographie" wird Mithras als Jüngling dargestellt, der eine "phrygische Mütze" trägt. Die Innenseite von Mithras Mantel ist oft wie ein Sternenhimmel dekoriert. Das zentrale Motiv des "Mithraismus" ist die einer "Stiertötung". Mithras hat den Stier verfolgt, überwältigt und in seine Höhle getragen. Dort tötet er ihn durch einen Dolchstoß in die Schulter. Aus dem Blut und Samen des Stieres erneuert sich alles Leben auf der Welt. Bei den Römern bekam Mithras oft auch den Beinamen "Sol invictus" (lat. "der unbesiegte Sonnengott"). Viele antike Abbildungen zeigen Mithras gleichrangig mit dem Sonnengott "Sol" oder als Sieger über den sich ihm unterwerfenden Sol. Zwar ist Mithras nicht einfach identisch mit der römischen Gottheit Sol. Mithras bekam nun aber oft den Beinamen "Sol Invictus", vielleicht um auszudrücken, dass er die Rolle des "Kosmokrators" (Beherrschers des Kosmos) übernommen hatte, die vorher Helios/Sol besass. Dieser Kult war auch nach dem Sieg des Christentums in der Spätantike noch lange lebendig.(Quelle: Wikipedia-Lexikon)
Text und Bilder
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