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Was ist eine Mammografie?
Die Mammografie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust. Sie ermöglicht es, bereits kleine Tumore sichtbar zu machen, lange bevor sie tastbar oder durch Symptome erkennbar sind. Das Bild wird als Mammogramm bezeichnet.
Was ist eine Screeninguntersuchung?
Bestimmte Krankheiten sind zu Beginn nicht spürbar. Manchmal gibt es für diese Krankheiten medizinische Untersuchungen, durch die sich Veränderungen im Körper feststellen lassen. Solche Früherkennungsuntersuchungen sind dann sinnvoll, wenn die Krankheit in einem frühen Stadium erfolgreicher behandelt werden kann als in fortgeschrittenen Stadien. Ein Screening ist an eine gesunde Bevölkerungsgruppe gerichtet und umfasst eine ganze Versorgungskette. Es sollte im Rahmen organisierter, qualitätskontrollierter Programme stattfinden.
Was ist ein Brust-Screening-Programm?
Was ist das Ziel des Brust-Screening-Programms?
Die systematische Durchführung von Mammografien innerhalb eines Programms wird Brust-Screening-Programm oder Mammografie-Screening-Programm genannt. In der Schweiz führen verschiedene Kantone diese Programme durch. In diesen Programmen werden allen im Kanton wohnhaften Frauen ab 50 Jahren, alle zwei Jahre eine Mammografie angeboten. Die Kosten dafür werden grösstenteils von der Grundversicherung übernommen.
Die Programme unterliegen hohen Qualitätsnormen, die regelmässig überprüft werden. Alle Fachpersonen durchlaufen eine spezielle Weiterbildung. Jedes Mammogramm wird von zwei Radiologinnen/Radiologen unabhängig voneinander beurteilt. Wenn diese nicht zum selben Resultat kommen, wird der Befund in einer Videokonferenz (Konsensuskonferenz) besprochen. Die Geräte, mit denen die Untersuchungen durchgeführt werden, unterliegen strengen Qualitätskontrollen. Die Strahlenbelastung ist dank neuster Technik sehr gering.
Es ist das Ziel langfristig die Anzahl Brustkrebstodesfälle im Kanton Bern zu senken.
Wer kann am Programm teilnehmen?
Alle Frauen ab 50 Jahren, die im Kanton Bern wohnen, haben unabhängig von ihrer Nationalität und ihrem Aufenthaltsstatus das Recht, am Programm teilzunehmen. Sie erhalten automatisch alle zwei Jahre eine persönliche Einladung vom Programmzentrum.
Was ist der Unterschied zur privaten Mammografie-Untersuchung, die ich bisher hatte?
Mit der Einladung erhalten Sie eine Liste der Röntgeninstitute, bei welchen Sie per Telefon oder online einen Termin für die Untersuchung vereinbaren können.
Ihre Ärztin/Ihr Arzt kann Sie bei Beschwerden oder erblicher Vorbelastung an ein Röntgeninstitut überweisen und eine Mammografie-Untersuchung verordnen. Das Screening-Programm richtet sich hingegen an gesunde Frauen ohne spezifische Beschwerden oder Verdachtsmoment. Es eine andere Vorgehensweise.
Verhindert das Screening die Entstehung von Brustkrebs?
Nein. Das Screening kann Brustkrebs nicht verhindern. Es ist eine Momentaufnahme. Es ist wichtig, dass Frauen Veränderungen an ihrer Brust jederzeit ernst nehmen und einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen, auch wenn Sie am Screeningprogramm teilnehmen.
Kann ich ohne Rücksprache mit meiner Ärztin/meinem Arzt am Screening teilnehmen?
Ja. Sie wählen selbst, ob und wann und wo Sie teilnehmen wollen. Wenn Sie Fragen zur Untersuchung haben oder nicht wissen, ob Sie diese aufgrund Ihrer Krankengeschichte oder familiären Vorbelastung durchführen lassen sollten, fragen Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt um Rat.
Ich bin jünger als 50 Jahre. Kann ich trotzdem teilnehmen?
Nein. Gegenwärtig ist die Wirksamkeit der Screening-Mammografie bei jüngeren Frauen nicht erwiesen, da das Brustgewebe vor der Menopause dichter und durch eine Mammografie schwieriger zu beurteilen ist.
Ich bin älter als 74 Jahre. Kann ich trotzdem teilnehmen?
Im Kanton Bern werden alle Frauen bis zum Alter von 74 Jahren alle zwei Jahre automatisch eingeladen. Frauen nach dem 75. Lebensjahr werden zwar nicht mehr eingeladen, können sich jedoch unter Telefon 0800 13 24 24 melden und einen Termin vereinbaren. Auch diese Frauen bezahlen lediglich den Selbstbehalt von 10%, was rund 20 Franken ausmacht.
Ich möchte sofort hingehen. Wo kann ich mich anmelden?
Falls Sie sich bereits jetzt für eine Teilnahme entschieden haben und nicht auf die automatische Einladung warten möchten, können Sie uns über das Kontaktformular auf der Webseite oder unter Telefon 0800 13 24 24 kontaktieren. Sie erhalten eine Einladung mit der Informationsbroschüre.
Gibt es Gründe erst später zur Brust-Screening zu gehen?
Welche Vorteile hat das Brust-Screening?
Ja, wenn:
- Ihre letzte Mammografie weniger als zwei Jahre zurück liegt, sollten Sie die nächste Untersuchung nach hinten verschieben.
- Sie bereits einen Tumor hatten, Brustprothesen haben oder kürzlich ein Problem an Ihren Brüsten festgestellt haben, sollten Sie eine Teilnahme am Brust-Screening zuvor mit Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin besprechen.
In diesen Fällen schicken Sie bitte den Antwort-Talon ausgefüllt zurück.
Mit dem Brust-Screening wird das Risiko an Brustkrebs zu sterben gesenkt. Wenn 1000 Frauen ab 50 Jahren währen 20 Jahren am Screening teilnehmen (elf Mammografien), so werden davon in diesem Zeitraum sechs Frauen an Brustkrebs sterben. Ohne Screening wären es zehn Frauen.
Welche Nachteile hat das Brust-Screening ?
Im Mammogramm können auffällige Befunde festgestellt werden, welche sich nach weiteren Abklärungen als nicht bösartig erweisen. Von 1000 Frauen, die ab dem 50. Altersjahr alle zwei Jahre am Brust-Screening teilnehmen, werden während der beobachteten 20 Jahre etwa 250 einen oder mehrere auffällige Befunde erhalten. Im Rahmen der weiteren Abklärungen wird in etwa 100 Fällen eine Gewebeprobe aus der Brust entnommen (Biopsie).
Wie bereite ich mich auf die Mammografie-Untersuchung vor?
Ein Teil der im Brust-Screening entdeckten bösartigen Tumoren wäre von den Frauen in ihrem Leben gar nie bemerkt worden, hätten sie nicht am Programm teilgenommen. Man spricht in diesen Fällen von Überdiagnosen. Wenn 1000 Frauen während 20 Jahren am Brust-Screening teilnehmen, wird bei 65 von ihnen ein Brustkrebs gefunden. Hätten die 1000 Frauen nie am Screening teilgenommen, wäre bei 55 von ihnen ein Brustkrebs gefunden worden. Die zusätzlichen 10 Fälle sind Überdiagnosen. Man weiss zum Zeitpunkt der Diagnose im Rahmen des Screenings nicht, wie sich der Tumor weiterentwickeln wird und ob er gesundheitliche Probleme verursachen wird oder nicht. Deshalb werden alle Frauen bei denen ein Brustkrebs im Screening entdeckt wird, gegen diesen behandelt.
Kann ich anstelle der Mammografie nur regelmässig eine Ultraschalluntersuchung bei meinem Gynäkologen machen lassen?
Vor der Untersuchung
- Terminwahl: Haben Sie noch regelmässige Monatsblutungen? Dann sollten Sie den Termin für die Mammografie-Untersuchung auf die Tage nach Beginn Ihrer Monatsblutung festlegen, weil Ihre Brüste dann weniger empfindlich sind.
- Füllen Sie bitte den Gesundheitsfragebogen aus, den Sie mit der Einladung zum Brust-Screening erhalten haben, und bringen Sie ihn zur Untersuchung mit.
Am Tag der Untersuchung
- Tragen Sie wenn möglich ein Kleidungsstück (z.B. Bluse, Pullover), das Sie leicht ausziehen können, denn die Röntgenaufnahme der Brust wird am freien Oberkörper durchgeführt.
- Sie sollten an diesem Tag weder auf der Brust noch in den Achselhöhlen Deodorant, Puder, Bodylotion oder Parfüm auftragen.
- Tragen Sie für die Untersuchung keinen Schmuck am Oberkörper (Halskette etc.).
Nein. Studien haben nachgewiesen, dass regelmässige Ultraschalluntersuchungen keinen Nutzen zur Reduktion der Sterblichkeit an Brustkrebs bringen.
Ich will nicht am Brust-Screening teilnehmen. Wie kann ich mich abmelden?
Schicken Sie uns bitte den ausgefüllten Antworttalon zurück.
Schaden Röntgenstrahlen meiner Gesundheit?
Die Strahlenbelastung ist dank der Verwendung von Röntgengeräten guter Qualität und der gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen äusserst klein. Dieses Risiko wird bei Frauen ab 50 Jahren als deutlich geringer eingeschätzt als der Nutzen der Mammografie-Untersuchung.
Grafik Strahlung
Schmerzt die Untersuchung? Weshalb muss die Brust zusammengedrückt werden?
Wann liegt das Ergebnis vor und wie werde ich informiert?
Um ein optimales Bild zu erhalten, wird jede Brust während einiger Sekunden zwischen zwei Platten zusammengedrückt. Dies ermöglicht es:
- die Überlagerung des Gewebes zu verringern, was die Beurteilung der Abbildungen vereinfacht,
- die Kontraste und die Bildschärfe zu erhöhen,
- die benötigte Strahlendosis erheblich zu reduzieren.
Dieser Moment kann als unangenehm empfunden werden, ist jedoch nur von kurzer Dauer. Dabei zeigt das Gerät an, wenn die optimale Kompression erreicht ist. So können die bestmöglichste Bildqualität und der Einsatz einer möglichst geringen Strahlendosis erzielt werden. Frauen mit noch regelmässiger Monatsblutung wird empfohlen, den Termin für die Mammografie-Untersuchung auf die Tage nach Beginn der Monatsblutung festzulegen. Dann sind die Brüste weniger empfindlich. Wenn Sie blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen, teilen Sie das bitte der/dem Fachfrau/Fachmann MTRA mit.
Sie erhalten das Resultat innerhalb von acht Arbeitstagen. Diese Zeit benötigen die Radiologinnen/Radiologen, um die Bilder sorgfältig zu beurteilen: Jede Screening-Mammografie wird von mindestens zwei Radiologinnen/Radiologen unabhängig voneinander beurteilt. Sie werden schriftlich über das Resultat informiert. Wenn Sie es im Gesundheitsfragebogen angeben, wird das Resultat auch der Ärztin/dem Arzt Ihres Vertrauens mitgeteilt.
Was sagen die Ergebnisse aus?
Und was tun Sie wenn...
Das Ergebnis kann…
- negativ sein: Auf der Mammografie ist keine verdächtige Stelle zu erkennen.
- positiv sein: Auf der Mammografie ist eine Veränderung sichtbar, deren Ursache abzuklären ist. Es kann sich um eine Stelle mit erhöhter Gewebedichte oder Unregelmässigkeiten (Aufbau der Brustdrüse) handeln oder um kleinste Kalkdepots (Mikroverkalkungen). Um abzuklären, ob eine Erkrankung vorliegt, müssen ergänzende Untersuchungen durchgeführt werden: beispielsweise ein Ultraschall, eine Magnetresonanztomographie (MRI) oder eine Gewebsentnahme an der Brust.
Warum findet vor oder direkt nach der Mammografie –Untersuchung kein Gespräch mit einer Ärztin/einem Arzt statt?
…Sie bereits Veränderungen an Ihrer Brust festgestellt haben?
- Dann warten Sie nicht auf die Einladung, sondern wenden Sie sich direkt an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin
….Sie schon einmal Brustkrebs hatten?
- In diesem Fall informieren Sie sich bei Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin darüber, welche Kontrolluntersuchungen für Sie am besten sind.
…Ihre Mutter, Schwester oder Tochter an Brustkrebs erkrankt ist?
- Dann sollten Sie sich von Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin beraten lassen
…Sie eine Brustprothese haben?
- Dann sollten Sie sich von Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin beraten lassen
…Sie jünger als 50 Jahre sind und dieses Thema Sie beschäftigt?
- Dann empfehlen wir Ihnen, dies mit Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin zu besprechen.
Nach der Mammografie-Untersuchung beurteilen zwei Radiologinnen/Radiologen unabhängig voneinander die Aufnahmen. Das dient der besonderen Qualitätssicherung und braucht Zeit. Aus diesem Grund kann direkt nach der Untersuchung keine Auskunft über das Ergebnis gegeben werden.
Was kostet die Mammografie im Screening-Programm?
Die Grundversicherung der Krankenkasse bezahlt die Untersuchungskosten von rund 200 Franken, ohne dass diese der Franchise angerechnet werden. Als Kundin bezahlen Sie lediglich den Selbstbehalt von 10 Prozent der Untersuchungskosten (rund 20 Franken). Sie erhalten dafür eine Rechnung ihrer Krankenkasse.
Weshalb muss die Mammografie alle zwei Jahre wiederholt werden?
Frauen ab dem 50. Lebensjahr wird empfohlen, alle zwei Jahre eine Mammografie durchführen zu lassen. Ab diesem Alter entwickeln sich die meisten Tumore langsamer, was eine Diagnose im Frühstadium ermöglicht. Bei häufigeren Untersuchungen werden die Brüste auch vermehrt einer Strahlenbelastung ausgesetzt, und die Chancen, einen Tumor zu entdecken, der sich in der Zwischenzeit entwickelt hat, sind relativ gering. Wird dieses Intervall von zwei Jahren jedoch überschritten, besteht ein erhöhtes Risiko, Brustkrebs erst in einem bereits fortgeschrittenen Stadium zu entdecken.
Wie lange dauert eine Mammografie?
Was ist Intervallkrebs?
- Sie müssen insgesamt rund 20 bis 30 Minuten einplanen. Die eigentliche Röntgenuntersuchung dauert nur wenige Minuten.
- Die Untersuchung wird von speziell ausgebildeten Fachpersonen durchgeführt.
- Zur Erstellung der Röntgenaufnahmen müssen Sie sich bis zur Taille ausziehen.
- Um ein optimales Bild zu erhalten, wird jede Brust während einiger Sekunden zwischen zwei Platten zusammengedrückt. Dieser Moment kann deshalb als unangenehm empfunden werden, ist jedoch nur von kurzer Dauer.
- Die Röntgenaufnahmen werden von zwei Radiologen / Radiologinnen unabhängig voneinander beurteilt.
- Wenn sie zu einer unterschiedlichen Beurteilung kommen, wird der Befund in einer Videokonferenz besprochen. Deshalb gibt es zum Zeitpunkt der Untersuchung auch keine Besprechung mit einem Arzt / einer Ärztin.
Schnell wachsende und aggressive Tumoren, bei denen das Brust-Screening keinen Verdacht ergeben hat, können zwischen zwei Screeninguntersuchungen auftreten und diagnostiziert werden.
Was sind Überdiagnosen?
Ein Teil der im Brust-Screening entdeckten bösartigen Tumoren wäre von den Frauen in ihrem Leben gar nie bemerkt worden, hätten Sie nicht am Programm teilgenommen. Man weiss zum Zeipunkt der Diagnose nicht, wie sich der Tumor weiterentwickeln wird, deshalb werden alle Frauen bei denen ein Brustkrebs entdeckt wird gegen diesen behandelt