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Was ist Astrologie?
Astrologie war einst Religion.
Die ältesten Tierkreisbilder, in Stein gehauen, reichen über die Schwelle des vierten Jahrtausends v. Chr. hinüber. Der Gehalt dieser Sternenreligion kann auf einen einzigen Nenner gebracht werden: Den ganzen Kosmos durchflutet Leben. Die Welt ist ein ewiger Kreislauf ohne Anfang und Ende. Das Geschehen am Himmel findet sein genaues Gegenspiel auf der Erde: “Wie oben, so unten”. Dem Geist des Guten, steht der Geist des Bösen gegenüber. Doch in der Synthese beider Pole löst sich die Dualität wieder auf.
Die zweite Blüte der Astrologie entwickelte sich in Ägypten, das bereits um 2400 v. Chr. eine Sonnenreligion besass. Nach heutigen Erkenntnissen der Wissenschaft weiss man, dass die Pyramiden von Gysee keine Grabmale für Pharaone waren, sondern dass mit den heutigen Berechnungsmöglichkeiten dargestellt werden konnte, dass die Sphinx das Gegensymbol des Tierkreiszeichen Löwe ist und erst mit der Rückwärtsberechnung in das zwölfte Jahrtausend vor Chr. passt das Bild der Sphinx gradgenau in das Sternbild des Löwen und der Mittelpunkt der grossen Cheops-Pyramide genau in den mittleren Gürtelstern des Sternbildes Orion.
Ca. 150 v. Chr. ist die damals sehr angesehene hellenistische Astrologie entstanden. Die sehr ernst zu nehmenden Werke wie etwa das Buch des Hermes. Die Schriften des Hermes wurden streng geheim gehalten, galten als “hermetisches Wissen”, das nur den Eingeweihten, Priestern und Königen zugänglich war.
Claudius Ptolemäos übernahm die Aufteilung des irdischen Körpers in die zwölf Tierkreiseinflüsse. Das Weltbild des Ptolemäos (um 90 – 160 n.Chr.) schlug die Geister in ihren Bann, und die Astrologie bekam griechisches Gepräge. Die Lehre von den kosmischen Gesetzmässigkeiten und ihre Rückwirkung auf das irdische Geschehen und das Menschenschicksal war nun über die ganze Welt verbreitet, jedoch den völkischen Besonderheiten und Entwicklungsstufen entsprechend gefärbt.
Erst anlässlich des byzantinischen Konzils 553 n.Chr. wurde unter dem Kaiserpaar Justinian und Theodora die Astrologie sowie die alternativen Heilmethoden aus der Bibel entfernt. Trotzdem liessen viele bekannte und gekrönte Häupter sich für bestimmte Situationen ein Horoskop erstellen und bekannten sich auch zu diesem uralten Wissen.
Es kam das 15. und 16. Jahrhundert mit seinen revolutionären Entdeckungen. Kopernikus hob mit seiner neuen Lehre vom “heliozentrischen Weltbild” die alte Welt aus den Angeln und nahm der Erde ihre althergebrachte “Würde” als Zentralgestirn. Das bisherige geozentrische System (Erde als Mittelpunkt) musste dem heliozentrischen (Sonne als Mittelpunkt des Planetensystems) weichen. Damit setzte auch die Abkehr der bisherigen Astrologie ein.
Die Renaissance der Astrologie begann mit dem Ende des 19. Jahrhunderts, ging von England aus und hat heute viele berühmte Bekenner auch aus vielen Bereichen der Wissenschaft. Sie beruht auf Erfahrungen und Beobachtungen und ist somit eine Erfahrungswissenschaft. Sie verfügt über ein wohlgeordnetes Beziehungs- und Entsprechungssystem, in dem jeder einzelne Faktor im Zusammenhang mit dem Ganzen betrachtet wird.
Soweit die Astrologie sich mit einer Voraussage befasst, will sie keineswegs eine unabänderliche Schicksalsprognose geben, sondern sie spricht von Möglichkeiten und Tendenzen in dem Bewusstsein, dass es eine ganze Reihe von Faktoren gibt, die auf dieser Grundlage nicht erfasst werden können, und dass schliesslich der freie Wille des Menschen auch noch mitspricht.