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Geopolitisch gilt es Anfang 2022 vorrangig drei Hotspots zu beachten:
- Russlands Aufmarsch gegen die Ukraine, verbunden mit Truppenverschiebungen nach Belorus und neu Kasachstan.
- Chinas Expansion im Südchinesischen Meer und die Gegenwehr seiner Widersacher.
- Irans ungebremste Atomrüstung über die Uran-Anreicherung von 20% hinaus, die Angst der arabischen Golfstaaten und Israels militärische Planung.
Japan, Australien, USA
Zum zweiten Brennpunkt bringt der Jahresanfang erfreuliche Nachrichten:
- Australien und Japan stärken ihre militärische Zusammenarbeit. Die Premierminister Scott Morison und Fumio Kishida vereinbarten am 6. Januar gemeinsame Manöver. Sie öffnen ihre Staaten zum gegenseitigen Austausch von Waffen und Kriegsgerät. Die beiden Inselstaaten begründen ihren Schritt ausdrücklich mit Chinas Machtstreben im pazifischen Raum.
- Ein derartiges Abkommen hatte Japan bisher nur mit den USA. Noch im Zweiten Weltkrieg waren Japan und Australien Todfeinde. Als die kaiserlich-japanische Armee im Februar 1942 Singapur besetzte, retteten sich Teile der australischen Garnison in höchster Not übers Meer. Tempi passati.
- Mit den Vereinigten Staaten verstärkt Japan die seit 1951 bestehende Kooperation. Damals ging die amerikanische Besetzung Japans in die US Truppenstationierung zum Schutz Japans über. Die japanische “Selbstverteidigungsarmee” ist mittlerweile zur sechststärksten Streitmacht der Welt herangewachsen. Die Übereinkunft vom 7. Januar 2022 regelt die Präsenz starker amerikanischer Verbände auf fast zwei Dutzend Stützpunkten, mit Schwergewicht Okinawa, mit Blick auf den gemeinsamen Gegner China.
Insgesamt verdichten und koordinieren die Verbündeten ihre Abwehr gegen Pekings Expansion. Ein grosser Schritt war am 15. September 2021 die AUKUS-Gründung: Australien, Grossbritannien und die USA schlossen für den Indopazifik ein starkes Militärbündnis. Der Beizug der Briten kommt auch der Quad-Gruppe zugute: Sie umfasst Japan, Australien, Indien und die Vereinigten Staaten.