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Artemether und Lumefantrin und Amitriptylin und Psycholeptika beeinflussen sich gegenseitig
Kombination vermeiden
Risiko
Additive QT-Zeit-Verlängerung möglich
Mechanismus
Unter Lumefantrin sind Verlängerungen der QT-Zeit im EKG aufgetreten [, 2008][Bakshi R, 2000]. Arthemeter und Lumefantrin werden hauptsächlich über CYP3A4 metabolisiert, eine mögliche Inhibition von CYP2D6 durch Lumefantrin wurde beschrieben [Giao PT, 2001]. Amitriptylin wird über CYP2D6 metabolisiert [Hicks JK, 2013] und besitzt QT-Zeit-verlängerndes Potential [Teschemacher AG, 1999].
Effekt
Unter additiver QT-Zeit-Verlängerung besteht ein erhöhtes Risiko für ventrikuläre Arrhythmien vom Typ Torsade de pointes. Unter Hemmung des CYP2D6-vermittelten Metabolismus von Amitriptylin kann es möglicherweise zu erhöhten Konzentrationen des Antidepressivums kommen.
Empfehlung
Gemäss der Schweizer Fachinformation für Artemether und Lumefantrin ist die gleichzeitige Anwendung von QT-Zeit-verlängernden Medikamenten wie Antidepressiva und die Anwendung von über CYP2D6 metabolisierten Medikamenten kontraindiziert. Die Kombination sollte wenn möglich vermieden werden. Ist dies nicht möglich, sollten regelmässige EKG-Kontrollen sowie eine Überwachung der Elektrolytkonzentrationen (insb. Kalium) durchgeführt werden. Auf Hinweise einer möglicherweise verstärkten Amitriptylinwirkung sollte geachtet werden. Die Halbwertszeit von Lumefantrin ist mit 2-6 Tagen verhältnismässig lang, sodass die Interaktion auch mehrere Tage nach der letzten Lumefantin-Gabe noch auftreten kann.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018