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<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wie unterscheiden sich die Kompetenzprofile, Zulassungsbedingungen, Titel und Berufsfelder der Bildungstypen der Höheren Fachschulen und Fachhochschulen. Was gedenkt der Bundesrat zu tun, um Überschneidungen zu vermeiden?</p><p>2. Nach welchen Kriterien werden zukünftig die Anerkennungskommissionen unterschiedlich geregelte Bildungsgänge, die aber zu identischen Berufstiteln führen, überprüfen und anerkennen?</p><p>3. Wie gedenkt der Bundesrat die Bedürfnisse der Jugendlichen nach einer qualifizierten Ausbildung mit den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes im Bereich der Abgrenzungsfrage zwischen Höheren Fachschulen und Fachhochschulen aufeinander abzustimmen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der tertiäre Bildungsbereich unterliegt seit einigen Jahren einem dynamischen Wandel. Auf der einen Seite bilden die Höheren Fachschulen einen wichtigen Teil der höheren Berufsbildung. Sie dienen der Vermittlung und dem Erwerb von Qualifikationen, die für die Ausübung einer anspruchs- und verantwortungsvollen Berufstätigkeit erforderlich sind und befähigen zur Übernahme von selbstständiger Fach- und Führungsverantwortung. Auf der anderen Seite finden sich die sieben Fachhochschulen. Sie nehmen als dritter Pfeiler des Hochschulbereiches neben den kantonalen Universitäten und den Eidgenössischen Technischen Hochschulen einen wichtigen Platz ein.</p><p>Bis anhin gestaltete sich die Positionierung der beiden Ausbildungsgefässe Höhere Fachschulen und Fachhochschulen durch den Bund, die Kantone, die Organisationen der Arbeitswelt und die Anbieter in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Design ohne nennenswerte Probleme. Dem Bund sind mit der Totalrevision der Bundesverfassung 1999 zusätzliche Regelungskompetenzen auf Gesetzesstufe im Bildungsbereich übertragen worden. In der Berufsbildung wurde mit dem Inkrafttreten des neuen Berufsbildungsgesetzes Anfang 2004 der Geltungsbereich um die Bereiche Gesundheit, Soziales und Kunst (GSK-Bereich) erweitert (vgl. auch die Erweiterung des Geltungsbereiches im Rahmen der laufenden Teilrevision FHSG). Gegenwärtig wird die Positionierung des GSK-Bereiches analysiert. Einer Vertiefung bedarf auch die Positionierung bezüglich Sekundarstufe II und Tertiärbereich.</p><p>Der Bundesrat ist gewillt, in den neuen Bereichen unter Einbezug aller Akteure partnerschaftlich und innerhalb der fünfjährigen Übergangsfrist optimale Lösungen zu erzielen.</p><p>1. Die bestehenden Bildungsangebote in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Design auf der tertiären Stufe weisen klar erkennbare Unterschiede auf: Die Fachhochschulen zählen zum Hochschulbereich der Tertiärbildung (Tertiär A). Die Zulassung führt grundsätzlich über eine Berufsmatura. Die höheren Fachschulen sind Teil der nichtuniversitären Tertiärbildung (Tertiär B). Voraussetzung für die Zulassung sind ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis und entsprechende Berufspraxis.</p><p>Der Leistungsauftrag der Fachhochschulen ist weiter gefasst und umfasst neben der Lehre auch die angewandte Forschung und Entwicklung sowie Dienstleistungen. Unterschiede zeigen sich auch in den Kompetenzprofilen: Die Fachhochschulen sind stärker generalistisch ausgerichtet. Sie vermitteln den Studierenden die Fähigkeit zu Entwicklungsarbeit auf der Basis angewandter Forschung. Die Höheren Fachschulen dagegen fördern die Spezialisierung. Im Zentrum steht die Kompetenz der Studierenden, Lösungen auf der Basis von differenzierten Situationsanalysen umzusetzen und zu implementieren.</p><p>Die Bildungsgänge beider Schultypen bauen auf einem hohen Grad von Selbstständigkeit und Eigenaktivität der Lernenden auf.</p><p>Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) erarbeitet momentan im Hinblick auf die Integration des GSK-Bereiches gemeinsam mit der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) und der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) Kriterien für die Zuteilung von Bildungsgängen zu den höheren Fachschulen und den Fachhochschulen. Dabei zeigt es sich, dass die Schulen und ihre Positionierung oftmals einen historisch zu verstehenden Werdegang aufweisen. Dieser folgt nicht in allen Fällen systematischen Unterscheidungskriterien. Zudem spielen bei der Positionierung von Schulen und Bildungsgängen immer auch regionalpolitische Aspekte und Finanzierungsfragen eine wichtige Rolle. Zunehmend geht es auch darum, die Vergleichbarkeit der Abschlüsse im internationalen Umfeld im Auge zu behalten.</p><p>Entscheidend wird letztlich sein, dass die beiden Schultypen unterschiedliche Bildungswege und damit unterschiedliche Bildungskarrieren ermöglichen. Auch gilt es, den heutigen und künftigen Bedarf des Arbeitsmarktes nach unterschiedlich qualifizierten Arbeitskräften abzudecken. Die Unterscheidung in Tertiär A und B wird sich nicht immer absolut trennscharf durchführen lassen. Es wird zudem auch künftig unabdingbar sein, den verantwortlichen Hauptakteuren (Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt) einen Handlungsspielraum in der Positionierung und Entwicklung der Ausbildungsangebote einzuräumen.</p><p>2. Die Titel der Höheren Fachschulen und der Fachhochschulen sind klar identifizierbar. Dies wird u. a. mit einem entsprechenden Zusatz zum Bildungsgang deutlich gemacht. Zudem werden frühere Bezeichnungen an die neue Terminologie angepasst: Beispielsweise wird die Bezeichnung "Techniker/Technikerin TS" in Zukunft "Techniker/Technikerin HF" heissen. Im Rahmen der Einführung von Bologna in den Fachhochschulen werden zudem die neuen FH-Titel Bachelor und Master zu einer noch klareren Abgrenzung beitragen. Das BBT achtet bei der Anerkennung der Bildungsgänge der Höheren Fachschulen und der Fachhochschulen auf klar unterscheidbare Titel.</p><p>3. Wie in der Antwort zu Frage 1 aufgezeigt worden ist, geht es vor allem um eine adäquate Positionierung und Weiterentwicklung der Fachhochschulen und der Höheren Fachschulen. Dies schafft Transparenz und ist der Forderung nach einer klaren Abgrenzung dienlich. In Zukunft wird es ausserdem von zentraler Bedeutung sein, die Passerellen zwischen den beiden Bildungswegen zu verbessern und transparenter zu gestalten. Dies ist sowohl für die Absolventinnen und Absolventen als auch für die Anbieter dieser Bildungsgänge eine Chance, der erhöhten beruflichen Mobilität und den sich ständig ändernden Bedürfnissen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden.</p><p>BBT, EDK und GDK erarbeiten zurzeit Lösungsvorschläge, um die Durchlässigkeit weiter zu steigern. Ziel ist es, einen Rahmen zu erarbeiten, der die Transparenz für Schulen und Studierende erhöht und gleichzeitig eine einheitliche Anwendung bei der Frage nach der Anrechenbarkeit von erworbenen Kenntnissen und Kompetenzen ermöglicht. Konkrete Resultate sind bis Ende dieses Jahres zu erwarten.</p>  Antwort des Bundesrates.