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COMET-Global: Bilanzierung von Treibhausgas-Emissionen
Die Nutzung des Bodens beeinflusst die Freisetzung von klimarelevanten Bodengasen wie Kohlendioxid, Lachgas und Methan. Eine Treibhausgas-Buchhaltung auf Betriebsebene ermöglicht es Landwirten und Entscheidungsträgern weltweit, den Einfluss einer geplanten Landnutzung oder veränderten Bodenbewirtschaftung auf die Emissionen quantifizieren können.
Hintergrund (abgeschlossenes Forschungsprojekt)
Die bisherige Forschung hat bereits intensiv untersucht, welchen Einfluss Veränderungen in der Landnutzung oder Bodenbewirtschaftung auf die Emissionen von Treibhausgasen (THG) haben. In der Praxis wurden die Erkenntnisse bislang aber kaum als Strategie zur Reduktion von THG-Emissionen genutzt.
Ziele
Das Hauptziel war es die Langzeitauswirkungen einzelner Bewirtschaftungsmethoden sowie deren Kombination auf den Ernteertrag und die THG-Emissionen auf betrieblicher und regionaler Ebene in der Schweiz zu berechnen.
In zweiter Linie ging es darum, "COMET-Global" zu entwickeln. Dieses entscheidunterstützende System macht es möglich, THG-Emissionen auf betrieblicher Ebene zu berechnen. Es basiert auf dem in den USA verwendeten Instrument "COMET-Farm".
Ergebnisse
Konventionell bewirtschaftete Böden sind eine Emmissionsquelle von THG. Eine Bewirtschaftung mit teilweise verwestem organischen Dünger, in Kombination mit reduzierter Bodenbearbeitung und Gründüngung mit Wicken im Winter, erzielt die grösste Verminderung von THG-Emissionen. Doch sie führt zu einer Ertragseinbusse von bis zu 36%. Im Gegenzug führte eine Bewirtschaftung mit schnell abbaubarem organischem Dünger in Kombination mit reduzierter Bodenbearbeitung und Gründüngung zu einer substanziellen Reduktion der THG-Emissionen und einem erhöhten Ertrag. Die Zunahme des Bodenkohlenstoffanteils ist zu 86-100% für das Verminderungspotenzial verantwortlich.
Bedeutung für die Forschung
Wir bezifferten das Potenzial zur Verminderung von THG-Emissionen von verschiedenen Bewirtschaftungsmethoden auf lokaler und regionaler Ebene. Wir verfügen jetzt über ein besseres Verständnis darüber, wie Bewirtschaftungsmethoden über längere Zeiträume und in grösseren räumlichen Dimensionen die THG-Emissionen des Bodens beeinflussen. Unsere Ergebnisse können bei der Entwicklung zukünftiger THG-Feldversuche nützlich sein. Die Parametrisierung des Modells DayCent kann auch für andere Modellierungen angewandt werden.
Bedeutung für die Praxis
Die Ergebnisse des Projekts können zur Förderung von Bewirtschaftungsmethoden mit hohem THG-Emissionsverminderungspotenzial beitragen, ohne hohe Ertragseinbussen zu bewirken. Die Resultate sind deshalb interessant für Landwirte, Landbewirtschafter und landwirtschaftliche Berater. Zur Festlegung von Reduktionszielen des Klimawandels können sich Politik und Entscheidungsträger auf die regionalen Schätzungen abstützen. Die verbesserte Methodik von "COMET-Global" macht es möglich, alle THG-Emissionen aus der Landwirtschaft zu erfassen; das Instrument steht allen Landwirten und Entscheidungsträgern zur Verfügung.
Originaltitel
COMET-Global: Whole-farm GHG estimation and environmental diagnostic platform