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Der Winterschnitt an den Reben kann in der ganzen laubfreien Zeit erfolgen, je nach Wetterlage sind die Monate Januar bis März sehr geeignet.
Im Kleingarten fehlt selten, sofern das Klima es erlaubt ein Weinstock. Reben im Garten als Spalier an der Hauswand oder als Beschattung einer Pergola sind ein schmackhaftes und dekoratives Gestaltungselement. Die Stammhöhe richtet sich nach unseren Gegebenheiten und sollte 40cm bis 100cm betragen.
Reben brauchen einen sonnigen, trockenen Standort. Bei der Pflanzung werden sie auf zwei Augen zurückgeschnitten und mit lockerer Erde überhäufelt. Nach dem Durchtrieb belässt man nur den stärksten Trieb und leitet diesen an einem Stecken auf. Im 2. Jahr schneidet man die Stammhöhe an und bildet aus den beiden obersten Austrieben die Kordon. Dazu heftet man die Triebe links und rechts schräg aufwärts an, da beim Waagrechtbinden die jungen Triebe leicht brechen würden. Die übrigen Neutriebe werden laufend ausgebrochen.
Im 3. Jahr kürzt man die beiden Kordons auf 4 bis 6 Augen ein und bindet sie waagrecht.
Im 4. Jahr wird der Spitzentrieb zum Aufbau des Spaliers länger belassen, etwa 6 bis 8 Augen, und in der gewünschten Lage geheftet, am besten wieder waagrecht. Von den übrigen Austrieben werden die fast alle ganz entfernt, nur etwa alle 20-30cm schneidet man einen starken aufrechten Trieb auf Zapfen, d.h. auf 2 gut entwickelte Augen, die schwachen Basisaugen nicht gerechnet.
Im 5. Jahr beginnt der eigentliche Wechselschnitt, der weiterhin beibehalten wird. Nun schneidet man von den beiden Ruten an den Zapfen jeweils die obere weg, die untere, also näher beim Stamm stehende, wieder auf 2 Augen. Bei Sorten, die besser am längeren Holz tragen, wie Gutedel und andere belässt man den Zapfen auch 3 bis 4 Augen. Der Verlängerungstrieb wird zum Weiterbau des Spaliers auf 6 bis 8 Augen eingekürzt, andere gute Triebe werden neue Zapfen.
Treibt einmal ein Zapfen nur schwach aus, lässt man in der Nähe einen starken Austrieb aus dem Kordon stehen und schneidet ihn im Jahr darauf als neuen Zapfen an, während der schwache mit all seinen Ruten entfernt wird.
Wichtig ist bei der Weinrebe, dass das Spalier nie zu dicht und durch ein Gewirr schwacher und unfruchtbarer Ruten geschwächt wird. Aber auch die starken Triebe müssen in Grenzen gehalten werden, wenngleich die Versuchung gross ist, alle starken Ruten anzuschneiden, nicht nur diejenigen im Abstand von 20-30cm. Die Folge wäre ein Nachlassen der Triebkraft und die Ausbildung kleiner Trauben, also eine baldige Erdschöpfung des Weinstockes.
Falls wir Ihr Interesse am Rebenschneiden geweckt haben, besuchen sie doch einen von unseren Kursen im Gartencenter in Schinznach-Dorf.
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