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Reinhart Balthasar, Kaufmann, 1916-2005
Der zweite Sohn Georg Reinharts, Balthasar, verbrachte die Kriegsjahre in Indien. In die Schweiz zurückgekehrt, widmete er sich neben seiner Tätigkeit als Gesellschafter und Verwaltungsrat engagiert der 1951 neu ins Leben gerufenen Volkart Stiftung. Mit Sitz in Winterthur und Ablegern in Bombay, Colombo und Karachi hatte die Stiftung den Zweck, Projekte im Bereich Kultur, Sozialwesen, Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit zu fördern.
Im Oktober 1916 kam Balz Reinhart als jüngster Sohn von Georg und Olga Reinhart-Schwarzenbach zur Welt. Zusammen mit einem Bruder und zwei Schwestern verlebte er eine glückliche Jugend im 1909 neu erstellten Haus im Tössertobel am Lindberghang. Bereits als 21-jähriger trat er in die Firma Gebrüder Volkart ein, welche sein Vater und Grossvater zu einer Weltfirma emporgearbeitet hatten. Ab 1940 wahrte Balthasar Reinhart die Interessen der Firma in Indien und machte sich mit der indischen Kultur vertraut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in die Schweiz zurückgekehrt, wurde er gleichberechtigter Partner des Gebrüder Volkart-Unternehmens zusammen mit seinem zehn Jahre älteren Bruder Peter. In der Geschäftsleitung spielte er stets eine ausgleichende Rolle und engagierte sich zusätzlich für die kulturellen Belange. Mit der 1949 gegründeten Volkart Stiftung, deren Präsidium er während 15 Jahren innehatte, verband sich ein fruchtbares und intensives kulturelles Engagement. Von 1949 bis 1970 gehörte er der Vorsteherschaft des Musikkollegiums an und von 1959 bis 1970 war er Präsident des Kunstvereins Winterthur. Nachdem er sich 1985 vom aktiven Geschäftsleben zurückgezogen hatte, wurde es stiller um Balthasar Reinhart. Der 1995 realisierte Erweiterungsbau des Kunstmuseums war ihm noch ein grosses Anliegen gewesen.
Alberto Giacometti-Stiftung
Als sich 1963 eine Gruppe von Kunstfreunden in Zürich zusammen taten, um die bedeutende Sammlung von Werken Alberto Giacomettis des amerikanischen Industriellen G. David Thompson zu erwerben, begeisterte sich Balthasar Reinhart für diese Idee. Im Namen der Volkart-Stiftung beteiligte er sich 1965 an der Gründung der Alberto Giacometti-Stiftung, in der er das Amt des Vizepräsidenten übernahm und bis 1981 ausübte. Dieses Engagement hatte zur Folge, dass Giacomettis Werk nicht auf Zürich konzentriert blieb. Der Kunstverein Winterthur wurde auf sein Berteiben hin, neben dem Kunsthaus Zürich und dem Kunstmuseum Basel, als dritter Partner der Giacometti-Stiftung benannt. Dank diesem weitsichtigen Entscheid nimmt Alberto Giacometti heute in der Sammlung des Kunstvereins Winterthur einen prominenten Platz ein.
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