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"Man könnte die Rohstoffbranche dem Geldwäschereigesetz unterstellen", sagt Thelesklaf im Interview mit dem "Tages-Anzeiger" und dem "Bund" vom Mittwoch. Doch das sei nicht so einfach. Die Frage sei, bei welchen Geschäftstätigkeiten erhöhte Sorgfaltspflichten gelten müssten.
Es gehe um private Firmen, die grundsätzlich legale Geschäfte machten, die aber hohe Korruptionsrisiken hätten. Ab welchen Beträgen müsste man prüfen?, fragt der Geldwäscherei-Experte. Man könne hier viel von den Banken lernen. Zuerst einmal müsste sich die Rohstoffbranche selber kontrollieren. Aber das könne auch eine Art Wettbewerbskommission machen.
Ein alter Trick von Konzernen sei es, bei Finanztransaktionen einen Intermediär zu benutzen, weil man meine, man mache sich dann nicht strafbar. Das britische Gesetz zum Beispiel sehe bei Sorgfaltspflichtverletzungen sehr scharfe Sanktionen vor, sagt Thelesklaf.
DREHSCHEIBE DES ROHSTOFFHANDELS
Nur weil es im Ausland Ermittlungsmöglichkeiten gebe, heisse das nicht, dass sich die Schweizer Politik zurücklehnen könne. Es müsse im Interesse der Schweiz sein, dass der Rohstoffhandel sauber laufe. Mit Glencore im Kanton Zug als grösster weltweit im Rohstoffhandel tätiger Unternehmensgruppe und Vitol in Genf gilt die Schweiz als Drehscheibe des internationalen Rohstoffhandels.
Und Glencore ist mit den "Paradise Papers"-Enthüllungen vom Wochenende über massive Steuerflucht und Machenschaften im Kongo, dem früheren Zaire, in ein zweifelhaftes Licht geraten. Über einen israelischen Mittelsmann soll Glencore nämlich den Preis für Abbau-Lizenzen drastisch gedrückt haben, wobei der Verdacht auf Schmiergeldzahlungen an die als sehr korrupt geltende Regierung besteht.
In vielen afrikanischen Ländern, in denen Korruption herrsche und Rohstoffkonzerne einkauften, seien gleichzeitig das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) oder das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mit Entwicklungsprojekten aktiv, sagt Thelesklaf und gibt zu bedenken: "Es gäbe weniger Migrationsdruck, wenn das Geld für Rohstoffe tatsächlich in den afrikanischen Staatskassen landen würde."
(AWP)