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Die Partnerorganisation Fundación Munasim Kullakita (FMK) verfügt über langjährige Erfahrung in der rechtebasierten sozialen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die Opfer kommerzieller sexueller Ausbeutung im Kontext von El Alto und La Paz wurden. Die Organisation verfolgt einen integralen Ansatz, welcher sowohl die direkte Betreuung von Kindern und Jugendlichen, als auch gemeindebasierte Präventionsarbeit beinhaltet. Zudem stärkt sie staatliche Institutionen, welche den Schutz von Kindern und Jugendlichen zum Ziel haben. Das vorliegende Projekt ergänzt und stärkt mit seinen Aktivitäten das mangelhafte Angebot der öffentlichen Hand zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die Opfer von kommerzieller sexueller Ausbeutung wurden oder diesem Risiko ausgesetzt sind.
Im Rahmen des Projekts erhalten 75 Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren, die Opfer kommerzieller sexueller Ausbeutung wurden, eine integrale Betreuung. FMK verfügt über ein Übergangszentrum, in welchem sich die Mädchen zwischen drei und zwölf Monaten aufhalten. Dort erhalten sie individuelle Begleitung und Betreuung, die von Gesundheitsversorgung über Schulbetreuung bis hin zu psychologischer Unterstützung reicht. Zudem erhalten sie juristische Beratung und Begleitung. Um die Mädchen wieder in ein geschütztes soziales Umfeld zu integrieren, arbeitet das Projekt bei Möglichkeit eng mit deren Familien zusammen. Ein zusätzlicher Schwerpunkt liegt auf der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der jungen Frauen und ermöglicht ihnen den Zugang zu verschiedenen Ausbildungsoptionen.
Nebst dem Zentrum verfügt FMK über eine Tageseinrichtung, welche als Anlaufstelle für Mädchen und Jungen aus der Gemeinde dient, die einen Grossteil ihrer Zeit auf der Strasse verbringen, Opfer kommerzieller sexueller Ausbeutung wurden oder diesem Risiko ausgesetzt sind. Das Zentrum befindet sich in El Alto. Dort erhalten 120 Mädchen und Jungen während der Projektlaufzeit individuelle Unterstützung wie beispielsweise Schulmaterialien oder Nahrungsmittel, aber auch durch juristische, sozialpädagogische und psychologische Betreuung. Ziel der Arbeit ist es, Kindern und Jugendlichen von der Strasse neue Lebensperspektiven aufzuzeigen und das Risiko zu minimieren, dass sie Opfer kommerzieller sexueller Ausbeutung werden.
Neben der direkten Betreuung setzt FMK einen Fokus auf die Stärkung des bolivianischen Justizsystems. Mitarbeitende der Jugendämter und der Polizei werden in der Identifikation und Verfolgung von Delikten weitergebildet, die mit kommerzieller sexueller Ausbeutung in Verbindung stehen. Hierfür führt FMK Workshops für 1‘600 Personen durch, erstellt einen Leitfaden zur Anwendung innerhalb der Polizeieinheiten und führt gemeinsam mit einer lokalen Universität einen dreimonatigen Aufbaustudiengang durch, in welchem sich Mitarbeitende der Polizei und der Jugendämter fortbilden können.
Auch Präventionsarbeit ist für FMK wichtig. An acht Schulen in El Alto und La Paz werden Workshops durchgeführt, um das Schulpersonal, Eltern und die Lernenden für die Gefahren der kommerziellen sexuellen Ausbeutung im direkten Schulumfeld zu sensibilisieren. Um diese Arbeit auch in Zukunft fortzusetzen, werden in jeder Schule Gruppen gebildet, die regelmässig Aktivitäten zu diesem Thema durchführen und als erste Anlaufstelle im Fall von Verdachtsfällen im schulischen Umfeld dienen. FMK gibt den Kindern und Jugendlichen eine Stimme, indem sie diese darin unterstützt, sich zu organisieren und sich politisch zu positionieren.