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Sekretmobilisation
Leiden Sie unter verstärkter Schleimbildung in der Lunge, die Ihre Atemnot verschlimmert?
LUNGE ZÜRICH hat für Sie Tipps zusammengestellt, wie der zähe Schleim nach oben geschafft werden kann und welche Hilfsmittel dabei unterstützend eingesetzt werden können.
Sekretmobilisation Variante A
Diese Technik eignet sich, wenn das Sekret zentral in den Bronchien sitzt und sie es bei fester Ausatmung brodeln oder ganz oben im Hals spüren und raustransportieren möchten.
Ausgangsstellung
Machen Sie es sich auf einem Stuhl bequem. Neigen Sie den Kopf leicht nach vorne und stellen Sie beide Füsse fest auf den Boden. Um beim Ausatmen mitzuhelfen, können Sie die Arme zur Unterstützung vor dem Bauch überkreuzen und die Rippen umfassen.
Schritt 1
Atmen Sie tief durch die Nase ein.
Schritt 2
Versuchen Sie, Ihren Atem während drei Sekunden zu halten und anschliessend nochmals etwas tiefer einzuatmen.
Schritt 3
Atmen sie mit einer hauchenden Atmung mit offenem Mund aus, als ob Sie einen Spiegel anhauchen möchten. Atmen Sie anschliessend gleich ein zweites Mal mit stärkerem Hauchen aus. Beim ersten Ausatmen löst sich das Sekret, beim zweiten wird es in den Mund transportiert.
Schritt 4
Spucken Sie das Sekret in ein Papiertaschentuch.
Schritt 5
Warten Sie einen Augenblick und wiederholen Sie das Ganze noch ein- oder zweimal, bis sich das gesamte Sekret löst. Waschen Sie sich anschliessend gründlich die Hände.
Sekretmobilisation Variante B
Wenn das Sekret tiefer oder weiter aussen in den Bronchien liegt, dann ist die Technik der langsamen Ausatmung mit der Lippenbremse (Siehe Infobox unten) und anschliessendem feinen Hauchen mit offenem Kehldeckel sinnvoll. So kann das Sekret zuerst zentralisiert werden, um es anschliessend mit der Technik „Variante A“ rauszuschaffen.
Ausgangsstellung
Machen Sie es sich auf einem Stuhl bequem. Neigen Sie den Kopf leicht nach vorne und stellen Sie beide Füsse fest auf den Boden. Sie können sich ebenfalls bequem seitlich hinlegen und die Seite wechseln, wenn Sie die Übung wiederholen.
Schritt 1
Atmen Sie tief durch die Nase ein und versuchen Sie, Ihren Atem während drei Sekunden anzuhalten.
Schritt 2
Atmen Sie nun etwa die Hälfte der eingeatmeten Luft dosiert mit der Lippenbremse aus. Öffnen Sie danach den Mund und hauchen Sie stossweise die restliche Luft aus – als würden Sie einen Spiegel anhauchen.
Schritt 3
Wiederholen Sie diesen Vorgang circa zehnmal, bis Sie das Sekret im Hals spüren. Wenn Sie das Sekret spüren, können Sie anschliessend die Variante A durchführen.
Anleitung "Blubberflasche"
Sie können diese ganz einfach selber zusammenbauen:
- Füllen Sie dafür eine handelsübliche 0.5 Liter PET-Flasche halbvoll mit Wasser.
- Setzen Sie sich aufrecht mit abgestützten Ellbogen an einen Tisch.
- Nehmen Sie tief Luft und atmen Sie durch einen dickeren Strohhalm mit einem Durchmesser von circa einem Zentimeter und etwa 30 Zentimeter Länge möglichst konstant und langsam in das Wasser aus, sodass es blubbert.
Empfohlen sind zwei- bis dreimal täglich für fünf bis zehn Minuten.
Lippenbremse
Bei Anstrengung können Sie die Lippenbremse anwenden: Legen Sie die Lippen dazu locker aufeinander und spitzen Sie sie leicht. Atmen Sie dann ein und langsam durch die kleine Lippenöffnung aus. Das Ausatmen sollte etwa doppelt so lange dauern wie das Einatmen. Durch diese Technik können Sie die Ausatmung dosieren und somit ein Kollabieren der Bronchien verhindern. Atmen Sie ausserdem wenn immer möglich durch die Nase ein. Dies wärmt, säubert und befeuchtet die Luft.
Weitere Informationen
Sind Sie auf der Suche nach einer Lungenrehabilitationstherapeutin? Hier finden Sie ausgebildete Therapeuten.
Zuletzt geändert:
17. April 2019