Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/64454

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, die Voraussetzungen für einen quantitativ und qualitativ ausreichenden Schulsportunterricht zu schaffen, insbesondere mit folgenden Massnahmen:</p><p>- Beibehaltung eines mindestens dreistündigen gesamtschweizerischen Turnobligatoriums im Schulunterricht;</p><p>- Harmonisierung der Lernziele und Lerninhalte im obligatorischen Schulturnen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der grossen Bedeutung von täglicher Bewegung und Sport für eine gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen bewusst. Regelmässige Bewegung und Sport im Kindes- und Jugendalter haben folgende positive Auswirkungen auf die Gesundheit:</p><p>- Verhütung und Bekämpfung von Übergewicht und Adipositas;</p><p>- Prävention und Bekämpfung der nicht insulinabhängigen Diabetes mellitus;</p><p>- bessere Gesundheit des Bewegungsapparates, insbesondere höhere Knochenmasse mit Bedeutung für die Osteoporoseprävention;</p><p>- verbessertes Profil der Herz-Kreislauf-Risikofaktoren;</p><p>- Verbesserung der psychischen Gesundheit, kognitiven Leistung und sozialen Integration durch Sport;</p><p>- präventive Wirkung bezüglich Suchtmittel und -abhängigkeit.</p><p>Hierbei spielt quantitativ und qualitativ ausreichender Sportunterricht eine wichtige Rolle. Eine entscheidende Determinante für die sportliche Betätigung Jugendlicher ist das Ausmass, in welchem der Sportunterricht positiv erlebt wird. Wer als Kind oder Jugendlicher positive Erlebnisse und wertvolle Bewegungs- und Körpererfahrungen im Sportunterricht sammelt, wird auch als Erwachsener Bewegung, Spiel und Sport als sinnvolle Aktivitäten in seine Freizeitgestaltung einbeziehen. Der Bundesrat steht deshalb nach wie vor hinter den in der Sportförderungsverordnung vorgeschriebenen drei wöchentlichen Lektionen Sportunterricht. Aus gesundheitlicher Sicht sollten sich Kinder und Jugendliche sogar täglich mindestens 60 Minuten lang bewegen. Aktionen wie "schule.bewegt - täglich mehr Bewegung in den Schulen" können dabei den Sportunterricht ergänzen, aber keinesfalls ersetzen. Das Bundesamt für Sport ist mit den Kantonen, welche die Vorgaben nicht erfüllen, im Gespräch, um angemessene Lösungen zu finden.</p><p>Die Harmonisierung von Lernzielen und -inhalten in bestimmten zentralen Fachbereichen ist Inhalt des Projekts "Harmonisierung der obligatorischen Schule" (HarmoS), das unter der Führung der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren steht. Das Fach Sport spielt in diesem Bereich aus historischen Gründen (bundesweites Obligatorium und einheitliches Lehrmittel) eine wichtige Rolle und ist durch das Projekt "Qualität im Sportunterricht" (qims.ch) mit HarmoS koordiniert.</p><p>Der obligatorische Sportunterricht ist nicht Gegenstand der Neugestaltung des Finanzausgleiches (NFA). Die Botschaft des Bundesrates vom 7. September 2005 zur NFA-Ausführungsgesetzgebung hält fest, dass diese Frage ausserhalb der NFA, im Zuge der anstehenden Revision des Sportförderungsgesetzes und der Sportförderungsverordnung, beantwortet wird. Der Bundesrat wird sich für eine zukunftsorientierte Lösung einsetzen, die das grosse Bildungs- und Gesundheitspotenzial von Bewegung und Sport entsprechend berücksichtigt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.