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Auf diese Frage versuchen wir in dieser Nummer Antworten zu geben.
Was ist die Aufgabe einer Musikzeitschrift? Sie berichtet, sie stellt vor, sie analysiert und kommentiert, sie bietet Raum für Dissens und Manifeste, für Debatten und Theorie.
Es gibt einen schillernden Begriff, der all diese Aktivitäten umfasst und zugleich über sie hinaus geht: die Kritik. Musikkritik beginnt schon, bevor der erste Satz geschrieben ist: Wenn Autoren und Redakteure die Entscheidung treffen, einem Künstler, einem Werk, einer Gruppe oder einer künstlerischen Frage ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Kritisieren heisst zuallererst: Auswählen.
Andererseits findet das kritische Urteilen auch in keinem der Texte, die eine Zeitschrift wie dissonance versammelt, zu einem endgültigen Abschluss: Jeder Analyse, jedem Kommentar, jedem Bericht und jedem Porträt ist eine Aufforderung eingeschrieben, ein Aufruf an die Leserin und den Leser, selbst zu einer kritischen Einschätzung zu finden. Kritik ist eine Herausforderung.
dissonance ist eine der wenigen Zeitschriften, die sich dieser Herausforderung stellen. Ob sie dies auch weiterhin tun kann, ist ungewiss. Wenn wir in dieser Ausgabe die Frage der Musikkritik aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und in einer Vielzahl an Formaten vollziehen, so fragen wir nicht zuletzt: Was ginge der Schweizer Musikszene verloren, gäbe es die Zeitschrift dissonance nicht mehr?
Cécile Olshausen und Christoph Haffter
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