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In vielen Gesprächen höre ich immer wieder, man sei «am Anschlag» und der Druck wäre inzwischen unerträglich. Es stellt sich wirklich die Frage, wie viel mehr Geschwindigkeit und Komplexität noch drin liegt. Auf der anderen Seite müssen wir uns aber auch überlegen, ob es wirklich das Mehr an Geschwindigkeit ist, was uns weiterbringt. Von Henry Ford ist das Zitat überliefert: «Wenn ich die Leute gefragt hätte, was sie brauchen, hätten sie geantwortet: schnellere Pferde». Oder denken wir an Dick Fosbury, der 1968 an den Olympischen Spielen in Mexico rückwärts anstatt vorwärts über die Hochsprunglatte sprang und seine Disziplin damit in eine neue Dimension brachte. George Bernhard Shaw hat es so ausgedrückt: «Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute – seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben…!»
Für uns im Personalmanagement könnte das bedeuten, dass die nächste Überarbeitung der Personalstrategie und die nächste Prozessoptimierung keinen echten Mehrwert mehr bringen. Vielleicht sind viele von uns auf der Optimierungsstufe schon so weit fortgeschritten, dass der Aufwand für Verbesserungen deutlich höher ist als der Ertrag, den wir damit erzielen können. Vielleicht haben unsere Pferde die biologisch maximal mögliche Geschwindigkeit schon erreicht, und wir müssten über die Erfindung des Autos nachdenken, wenn wir noch schneller werden wollen. Henry Ford war gelernter Maschinist und kein Pferdezüchter.
Wir sollten noch offener werden und auch Dinge infrage stellen, die wir bisher für sakrosankt gehalten haben. Wir sollten «Verrückte» in unsere HR-Organisationen einbauen, die uns vielleicht mit ihren Fragen nerven, aber uns damit auch weiterbringen können, wenn wir uns auf sie einlassen. Wir könnten von Philosophen ebenso lernen wie von Atomphysikern, von Kybernetikern, Sozialwissenschaftlern, Pädagogen, Historikern oder von Biologen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Es gibt hervorragende Netzwerke von HR Professionals, die sehr viel Mehrwert bieten, aber jetzt ist es meiner Meinung nach wichtig, diese Netzwerke weiter zu öffnen, interdisziplinär zusammenzuarbeiten und so zu neuen Ideen zu kommen. Die Arbeitswelt entwickelt sich immer mehr zu einem Netzwerk und wenn wir darin als HR erfolgreich sein wollen, müssen wir die Verbindungen über die Grenzen unserer eigenen Disziplin hinaus knüpfen. Let’s get connected.