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Weltweit sind ca. 40 Millionen Menschen mit dem HIV-Virus infiziert. Im Jahr 2011 haben sich 2.5 Millionen Personen neu infiziert und 1.7 Millionen Menschen sind weltweit an AIDS gestorben. Insgesamt sind bereits über 30 Millionen Menschen an den Folgen von AIDS gestorben.
Besonders betroffen von der HIV-Pandemie waren und sind teils heute noch Zentral- und Südafrika, Süd-, Südost- und Zentralasien, Südamerika sowie Osteuropa.
In der Schweiz ist der Anteil an HIV infizierten Personen im Vergleich zu anderen Westeuropäischen Ländern mit 0.4% (ca. 25 000 Personen)der Gesamtbevölkerung relativ hoch. Zu den Risikogruppen gehören Homosexuelle und Einwanderer aus ohnehin stark betroffenen Weltregionen wie Afrika südlich der Sahara, Südost-und Zentralasien sowie Osteuropa. 44% aller Ansteckungen beruhen jedoch auf heterosexuellem Kontakt.
Im Jahr 2014 wurden 519 neue HIV–Diagnosen gemeldet. Die Zahl der Neudiagnosen ist seit 2008 stets leicht zurückgegangen. Dank verbesserter Behandlungsmöglichkeiten sterben immer weniger Menschen an dieser Krankheit. 1994 wurden noch 686 Todesfälle gezählt, seither sank die Zahl stetig und betrug 2012 nur noch 12 Todesfälle.
Insgesamt sind in der Schweiz von 1983 bis im Jahr 2014 über 7000 Menschen an AIDS verstorben (Angaben der AIDS-Hilfe Schweiz).
Der Verlauf einer HIV-Infektionskrankheit ist individuell unterschiedlich und hängt von mehreren Faktoren ab. Virustyp und -menge, Zustand des Immunsystems, Alter und Geschlecht des Betroffenen haben einen Einfluss, vermutlich auch psychische Belastungen und soziales Umfeld. Bei manchen, unbehandelten HIV-Infizierten machen sich bereits nach ein paar Monaten Symptome einer AIDS-Erkrankung bemerkbar, andere sind nach 15 Jahren noch symptomlos. Nicht klar ist bis anhin, ob es Infizierte gibt, die nie an AIDS erkranken werden.
In 30 Jahren medizinischer Forschung über das AIDS-Virus wurde viel Fortschritt gemacht. Nach wie vor ist HIV aber unheilbar. Mit der aktuellen Kombinationstherapie lässt sich die Krankheit jedoch inzwischen kontrollieren. Aus der zum Tod führenden Krankheit ist dank der verbesserten Therapie eine chronische Erkrankung geworden. Der Grossteil der Menschen, die eine antiretrovirale Behandlung erhalten, kann ein fast normales Leben führen und sogar Kinder kriegen. 70% der HIV infizierten in der Schweiz sind erwerbstätig, 2 von 3 sogar in einem 100% Pensum.
Abkürzung für „Human Immunodeficiency Virus“, den Krankheitserreger von AIDS. Das Virus verbleibt im Körper; es lässt sich nicht vollständig eliminieren, auch wenn mit neuen Medikamenten eine erhebliche Reduktion der Anzahl Viren im Blut möglich ist. Impfschutz sowie neue, wirksamere und besser verträgliche Medikamente sind Gegenstand intensiver Forschung.
Dies bedeutet, dass ein Mensch mit dem HI-Virus infiziert wurde und andere Personen anstecken kann. Die Infektion schwächt das Immunsystems und führt allmählich zur Abwehrschwäche des Körpers gegen viele Krankheitserreger und Tumore, ohne dass vorerst eine manifeste AIDS-Erkrankung besteht.
(„Acquired Immuno-Deficiency Syndrome“, erworbenes Abwehrschwäche-Syndrom): Der Name der Krankheit bezieht sich auf das Zusammenbrechen der Immunabwehr eines HIV-Infizierten. Nicht beherrschbare Infektionen und Tumorbildung sind dann Todesursachen.
Das HI-Virus gelangt aus Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma und Scheidensekret durch minimale Verletzungen von Schleimhaut oder Haut (auch Injektionsstiche) in den Körper. Eine „vertikale Übertragung“ von der Schwangeren auf das ungeborene Kind ist möglich, zudem die Infektion beim Stillen. Bluttransfusionen und Organtransplantationen sind heute wegen routinemässigen HIV-Tests seltene Infektionsquellen.
Im Blut des Infizierten zerstört das Virus weisse Blutkörperchen, die zum Immunsystem gehören, die so genannten CD4-Zellen oder CD4-T-Lymphozyten. Diese (oft „T-Helferzellen“ genannt) braucht der Körper, um die Erkrankung zu verhindern. Sinkt die Zahl der CD4-Zellen unter einen bestimmten Wert, ist der Schutz vor Infektionen erheblich beeinträchtigt. Je stärker sich das Virus vermehrt, desto schwächer wird die körpereigene Abwehr, so dass schliesslich Bakterien, Pilze oder Viren, die für den gesunden Menschen nicht lebensbedrohend sind, eine schwere Erkrankung mit Todesfolge auslösen können.
Nicht zu einer HIV-Infektion führen: Händeschütteln, Umarmen, Anhusten, Anniesen, der gemeinsame Gebrauch von sauberem Geschirr, Besteck, Toiletten und Handtüchern, Sauna- und Schwimmbadbesuche oder Mückenstiche. Der Kontakt beim Schulbesuch und am Arbeitsplatz ist demnach ungefährlich.
Die Infektion durch das Virus bleibt unsichtbar; an die Möglichkeit, „dass es passiert sein könnte“, muss daher jeder Mensch nach einer entsprechenden Verhaltensweise denken. In der Regel ist das Virus nach wenigen Wochen im Blut direkt festzustellen (direkter Nachweis) und bereits zu diesem Zeitpunkt besteht ein hohes Risiko, andere anzustecken. Der Antikörpertest ist gegenüber dem direkten ein indirekter Nachweis und wird erst nach Wochen oder sogar Monaten positiv (serologische Latenzzeit, „serologisches Fenster“) – der Infizierte ist dann HIV-positiv.
In der Frühphase der Krankheit, einige Wochen nach der Ansteckung, sind grippeähnliche Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber, Lymphknotenschwellungen, Kopf- und Gliederschmerzen meist die einzigen Hinweise auf die Infektion (bezeichnet als „akute HIV-Krankheit“).
Nach Abklingen dieser Erscheinungen folgt ein symptomfreies Intervall von einigen Monaten bis zu vielen Jahren. In dieser so genannten Latenzphase fühlen sich die Infizierten nicht krank, sie bleiben jedoch ansteckend.
Schafft es das Immunsystem später nicht mehr, die Virusvermehrung zu verhindern, kommt es zur voll ausgeprägten AIDS-Krankheit mit Lymphknotenschwellungen, Fieber, Durchfall, Gewichtsverlust und verminderter Leistungsfähigkeit. Symptome von Seite des zentralen Nervensystems ist eine chronische Hirnentzündung mit motorischen Ausfällen und intellektuellem Abbau. Nun können auch verschiedene Folgekrankheiten und Infektionen auftreten, die Menschen mit einer intakten Abwehr nicht bekommen, insbesondere so genannte opportunistische Infektionen und bestimmte bösartige Tumore. Beispiele:
Generell gelten nach wie vor die Safer Sex Regeln:
Es ist entscheidend, dass die HIV-Infektion einer werdenden Mutter bekannt ist und behandelt wird. Die Schwangere benötigt eine optimale Therapie, die von einem erfahrenen Team von Infektiologen, Geburtshelfern und Kinderärzten festgelegt werden sollte. Eine Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf das Kind lässt sich fast immer verhindern (das Restrisiko liegt unter 2%) und das Neugeborene hat damit eine grosse Chance, gesund geboren zu werden. Ein erhöhtes Missbildungsrisiko ist nicht bekannt.
Eine prophylaktische antivirale (antiretrovirale) Behandlung für die Dauer von 4 Wochen wird für das Neugeborene einer HIV-positiven Mutter empfohlen, auf das Stillen ist sicherheitshalber zu verzichten.
HIV-Tests erfolgen unter strengen Datenschutzvorschriften und jedes positive Resultat wird durch mehrere Tests überprüft. Eine bestätigte HIV-Infektion bedarf der Begleitung eines Arztes.
HIV-Positive und AIDS-Kranke werden mit Medikamenten-Kombinationen behandelt (antiretrovirale Therapie auch HAART genannt), welche die HI-Viren oder deren Vermehrung bekämpfen und kontrollieren. Diese Therapie ruft viele und teils schwerwiegende Nebenwirkungen hervor, ist belastend und muss langfristig und regelmässig erfolgen. Bezüglich Nebenwirkungen und Verträglichkeit der medikamentösen Therapie wurden grosse Fortschritte erzielt. Regelmässige ärztliche Kontrollen sind aber nötig. Der Krankheitsausbruch wird durch diese Therapie wesentlich hinausgezögert oder sogar verhindert. Ein Grossteil der Patienten die sich in einer antiretroviralen Therapie befinden, hat heute eine nahezu normale Lebenserwartung, kann ein fast normales Leben führen und Kinder kriegen.
Das Eliminieren des Virus aus dem Körper und damit die vollständige Heilung lassen sich aber auch heute noch nicht zusichern.