Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03163.jsonl.gz/853

Name: martin Permalink: http://tierrechtsforen.de/2/8508/8527

Datum: 31.03.11 17:45
Dieser Beitrag wurde 1682 mal gelesen
Du sagst, der FAQ-Eintrag sei veraltet. Insofern würde ich gerne deine Antwort auf zwei Punkte daraus hören:
1) Dass Pflanzen kein Empfindungsvermögen haben wird u.a. evolutionsbiologisch geklärt: Sie können sich nicht von der Schmerzquelle entfernen, also wäre eine Schmerzempfindung nutzlos und eher noch kontraproduktiv. (Was ist an dieser Feststellung eigentlich "veraltet"?)
2) Selbst wenn Pflanzen ethische Berücksichtigung verdienten, bliebe die Feststellung, dass Veganismus die Lebensweise (ins. die Ernährung betreffend) ist, die die wenigsten Pflanzen verbraucht. (Insofern müsste man die Pflanzendiskussion nicht führen, da das Ergebnis ohnehin dasselbe ist.)
> Jein, man hat Nervenähnliche Strukturen entdeckt und dass
> eine Pflanze unterscheiden kann zwischen Selbst und
> Nichtselbst. Für mich eindeutige Hinweise, dass man zumindest
> damit rechnen müsste dass Pflanzen empfindungsfähig sein
> könnten
Dass Pflanzen zwischen Selbst und Nichtselbst unterscheiden können, ist zum einen eine eher banale Feststellung (ansonsten würden sich z.B. Wurzeln gegenseitig "bekämpfen", wenn sie aneinander geriehten, was nicht sehr sinnvoll wäre; und wie ich sehe ist das auch ihr Beispiel); zum anderen ist diese Unterschiedung zwar eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Empfindungsfähigkeit. Von daher folgt allein daraus noch nichts.
> (auch bei Tieren war die Forschung mal der Meinung
> dem sei nicht so!)
Ja, aber das war lange vor der Neurobiologie. Heute haben wir Neurobiologie und die stellt fest, wenn sie ihre Erkenntnisse auf Pflanzen anwendet, dass Empfindungsfähigkeit äußerst unwahrscheinlich ist.
> Eine gute Zusammenfassung/Übersicht finde ich diese hier:
>
> http://www.gentechnologie.ch/pdfs/MM-Koechlin.pdf
Dort steht:
Zitat:
Empfindungen? Für eine Empfindungsfähigkeit von Pflanzen gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Es gibt Indizien, nicht aber eine ganze Indizienkette. Heute zu behaupten, sie könnten nichts empfinden, ist nach den vielen neuen Erkenntnissen genau so spekulativ wie das Gegenteil. Es ist uns die Gewissheit abhanden gekommen, den Pflanzen eine Wahrnehmungsfähigkeit abzusprechen. Immerhin wurde die Pflanze bisher in ihren Fähigkeiten, die Umwelt wahrzunehmen, weit unterschätzt.
Die ersten zwei Sätze sind richtig, da auf Fakten beruhend, danach fängt die Spekulation und das "aber könnte es nicht sein, dass" an. Ich und andere hier sagen also nichts anderes, als was die Fakten hergeben und was hier sie ersten beiden Sätze sind.
Ansonsten ist ihre Argumentation anthropomorphisierend. Es gibt Informationsweitergabe zwischen Pflanzen gleichzeitig und über Generationen hinweg. Das bezeichnet sie nun als "kommunizieren" und als "lernen". Das ist irreführend, weil für diese beiden Handlungen eine Reflexionsvermögen notwendig ist, das nicht nachgewiesen wurde. Es ist und bleibt einfach nur Informationsweitergabe, die auch nicht "beabsichtigt" ist; sie folgt schlicht schematischen Mustern wie Reiz-Reaktions-Schemata, denn für beabsichtigte Weitergabe wäre wiederum Intelligenz notwendig, die ja nicht nachweisbar ist.
Und zum eigentlichen Punkt: Unter den "Pflanzenrechten", die sie formuliert (z.B. hier) habe ich nirgendwo gelesen, dass man Pflanzen nicht nutzen bzw. töten dürfte. Auch in diesem Punkt sehe ich keine grundsätzliche Infragestellung des Veganismus.