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Allgemeines zum Beruf OrganistIn
Als OrganistIn spielt man die Orgel, ein Tasteninstrument, das auf den ersten Blick an ein Klavier erinnert. Bei genauerem Betrachten entdeckt man jedoch die Pedale. Diese sind ein Abbild der Manualiter und werden während dem Manualspiel mit den Fussspitzen und -fersen gespielt. Diese Fertigkeit zu erlernen, fordert ein hohes Mass an Selbstbeherrschung, Übung und Technik.
Neben der Fähigkeit, das Instrument zu spielen, verfügen Organisten/-innen meist auch über viel Fachwissen in Bezug auf die Orgel und den Orgelbau. So ist es den Organisten/-innen beispielsweise möglich, die oftmals verstimmten Zungenregister selbst zu stimmen.
Das Durchschnittsalter der aktiven Organisten/-innen ist im Vergleich zu anderen Berufen sehr hoch, vor allem bei den Organisten/-innen im Neben- oder Ehrenamt.
Mit den unzähligen Registern, über die eine grosse Orgel verfügt, lassen sich einmalige Klangfarben mit einem riesigen Klangvolumen erzeugen. Deshalb findet das Orgelspiel nicht nur in der Kirche Anklang, sondern auch in der klassischen und modernen Konzertmusik.
Geschichtlicher Hintergrund der Orgel
Das erste orgelartige Instrument wurde bereits vor Christi Geburt in Alexandrien konstruiert. Dieses Instrument wurde mit Wasser betrieben, welches einen gleichmässigen Winddruck für das Ertönen der Pfeifen erzeugte. Die Römer übernahmen die Orgel von den Griechen und verwendeten sie in den Arenen. Aus diesem Grund gewährten die frühen Christen der Orgel keinen Einzug in die Kirchen.
Im 9. Jahrhundert gewann die Orgel in Westeuropa an Bedeutung, als sie in Kirchen eingebaut wurde. Zu Beginn diente die Orgel jedoch mehr als Statussymbol denn als Instrument. Zum Hauptinstrument des kirchlichen Gesangs wurde die Orgel erst im Zeitalter der Gotik. Dieses Instrument entsprach aber noch lange nicht der heutigen Orgel. Der Bau und somit die Spieltechnik waren komplett verschieden.
Die Renaissance war eine sehr entscheidende Epoche für den Orgelbau und die Registerfarben. Die Grundsteine für die Orgel, wie wir sie heute kennen, wurden gelegt, indem man das Pedal integrierte, nicht mehr bloss anhängte und die Register einzeln zuschalten und trennen konnte. Zudem wurden die Register entwickelt, die noch heute die Basis jeder Orgel bilden.
Bereits in der Barockzeit spielten die Organisten im reformierten Norden Konzerte in den Kirchen, um diese zu repräsentieren. Im 19. Jahrhundert war die Orgel vermehrt in Konzertsälen anzutreffen und wurde dann sogar in Opern verwendet. So entstanden viele verschiedene Orgelwerke, in denen die Orgel mit dem Orchester verschmilzt oder dem Orchester gegenübergestellt wird. Durch diese Entwicklungen, die Präsenz der Orgel in der Jazzmusik und den geografischen Gegebenheiten entwickelten sich die unterschiedlichsten Musikstile
Sehr berühmt ist dabei der barocke Stil, dessen berühmtester Vertreter J.S. Bach ist, denn in dieser Zeit erfreute sich die Orgelmusik grosser Beliebtheit und es entstanden viele neue Werke mit besonderen Merkmalen. Ebenfalls berühmt sind die Werke aus England, Paris oder Wien. Jeder Stil hat besondere Merkmale in Bezug auf die Registrierung, die Interpretation und auch auf die Spieltechnik. So wird bei Musikwerken aus der Romantik möglichst viel legato gespielt, also gebunden. Im Gegensatz dazu steht der Barock, bei dem im Pedal ursprünglich ausschliesslich die Fussspitzen verwendet wurden. Dadurch kam es zu einem abgesetzten Spiel.
Organisten im Dienste der Kirchgemeinde
Das Orgelspiel im geistlichen Rahmen wird auch als liturgisches Orgelspiel bezeichnet. Es umfasst Choräle, Intonationen, Präludien, Zwischenspiele, Postludien sowie eventuelle Chor- oder Instrumentalbegleitungen.
Die angestellten Organisten übernehmen neben den Sonntagsdiensten auch bei speziellen Festgottesdiensten, Taufen, Reformationen, Firmungen, Hochzeiten und Beerdigungen die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes.
Berufsorganisten/Innen sind neben dem Orgelspiel im Gottesdienst meist auch noch als Konzertorganisten/Innen tätig, da es nur wenige Stellenangebote mit einem so grossen Arbeitspensum gibt. In kleineren Gemeinden wird der Orgeldienst deshalb oft von nebenberuflichen Organisten/-innen ehrenamtlich verrichtet.