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Sexualität und Macht. Gewaltverhältnisse und Normierungsbestrebungen
Donnerstag, 9. Juni
15:00 bis 16:30 Uhr
Raum 3088
In der Etablierung spezifischer Geschlechterordnungen erscheinen Sexualität und Macht aufs engste und unter wechselnden Voraussetzungen miteinander verwoben. Diskurse über eine „naturgemäss“ männlich-aggressive und eine weiblich-passive Sexualität beispielsweise eigneten sich wesentlich, um in der Moderne männliche Herrschaftsansprüche abzusichern. Während bestimmte sexuelle Machtansprüche dazu fungierten, Normen von „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ durchzusetzen, drohten andere, die soziale Ordnung einer Gesellschaft zu zerstören. Was in sexuellen Beziehungen jeweils als illegitim-gewältig bezeichnet wurde, war Gegenstand von historischen Aushandlungsprozessen, ebenso wie die Frage, welches „Gut“ bei Formen sexueller Gewalt verletzt wurde. Galt es die Ehre, die persönliche Freiheit oder die psychische und physische Integrität zu schützen? Den Institutionen des Rechts und der Rechtsprechung kam dabei eine Schlüsselrolle zu. Diese definierten Grenzen von legitimen und illegitimen Formen von Gewalt, schützten bestimmte Personengruppen vor sexueller Gewalt während andere auf Grund ihres Alters, ihres Geschlechts oder ihres sozialen Status keinen Anspruch auf Schutz geltend machen konnten.
Das geplante Panel setzt sich zum Ziel, die komplexen Verhältnisse zwischen Sexualität und Macht zu untersuchen und in unterschiedlichen zeitlich-räumlichen Kontexten aufzuzeigen, wie Machtverhältnisse in sexuellen Beziehungen einerseits als Momente der Stabilisierung von Herrschaftsverhältnissen verwendet wurden, wie Gesellschaften aber andererseits Grenzüberschreitungen auch sanktionierten: Welche Praktiken galten als illegitim und wurden als sexuelle Gewalt geahndet? Welche Normen standen im Mittelpunkt?