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Eine Studie untersuchte, wie sich bei Mäusen der Kampf um Nistplätze auf den Fortpflanzungserfolg auswirkt und ob dies durch kooperatives Verhalten beeinflusst wird. Denn auch wenn der Wettbewerb zwischen Weibchen weniger offenkundig aggressiv ist als zwischen Männchen, kann er negative Folgen haben.
Die weibliche Fortpflanzung wird oft durch den Zugang zu begrenzten Ressourcen wie sicheren Nistplätzen oder Territorien eingeschränkt. Die aus dem Wettbewerb um Nistplätze und deren Verteidigung resultierende Ressourcenkonkurrenz ist eine Form der sozialen Konkurrenz, die unter Säugetieren und anderen Wirbeltieren weit verbreitet ist und zu sozialem Wettbewerb sowohl innerhalb von als auch zwischen Verwandtschaftsgruppen führen kann. Dies hat wichtige Konsequenzen für Sozial- und Fortpflanzungssysteme und für die Populationsdynamik. Trotz dieser weitreichenden Bedeutung sind die evolutionären Folgen des weiblichen Ressourcenwettbewerbs bislang jedoch noch weitgehend unerforscht.
Fortpflanzungserfolg, Ressourcenverfügbarkeit und familiäre Zusammenarbeit
Eine soeben veröffentlichte Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmed) und der Universität Liverpool untersuchte deshalb anhand von Mäusen (Mus musculus domesticus) eine empirisch bisher nicht getestete Theorie, laut der sowohl die Ressourcenverfügbarkeit als auch die familiäre Verbundenheit den Fortpflanzungserfolg beeinflussen. In ihrem Experiment untersuchten die Forscher:innen zum einen die reproduktiven Kosten der Verteidigung der begrenzten Ressource «Nistplätze» und zum anderen ob diese Kosten durch kooperatives Verhalten beeinflusst werden.
Nachteilige Folgen der Ressourcenkonkurrenz
«Unsere Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass der Wettbewerb um Nistplätze zwischen Weibchen nachteilige Folgen für den Fortpflanzungserfolg hat. Wenn die Verfügbarkeit geschützter Nistplätze begrenzt war, waren die von uns untersuchten Mausweibchen aktiver, reagierten stärker auf das Eindringen in ihr Territorium und brachten kleinere Nachkommen hervor», so Studien-Erstautor Stefan Fischer zu den zentralen Studienergebnissen. Zudem hatten gemeinschaftlich brütende Geschwistertiere weniger Nachkommen, wenn sie mit nicht verwandten Weibchen konkurrierten. Andererseits fanden die Wissenschafter:innen keine Hinweise darauf, dass sich die Bereitschaft zur Kooperation innerhalb einer Sippe durch die Konkurrenz mit anderen nicht verwandten Tieren erhöhte.
Die Originalstudie, erschienen in der Publikation «The American Naturalist», finden Sie hier.