Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03114.jsonl.gz/2381

Hierher gehört auch diejenige S., welche durch Nichtgebrauch des
Auges allein zu erklären ist, wie diejenige, welche man
fast immer bei dem schielenden
Auge
[* 14] findet (amblyopia ex anopsia). Dieses Übel unterscheidet sich von dem
Unvermögen, in der
Nähe feinere Gegenstände zu sehen, der sogen.
Weitsichtigkeit, welche im gewöhnlichen
Leben auch oft
als ein »Schwächerwerden der Sehkraft« betrachtet wird,
insofern, als
letztere durch optische Hilfsmittel
(Brillen) so verbessert werden kann, daß das Sehvermögen ganz normal wird, während
bei der eigentlichen S. optische
Mittel so wenig nützen, daß feinste Druckschrift nie damit gelesen werden kann.
Schwachsichtige sind sehr kurzsichtig und halten alle Gegenstände sehr nahe oder neigen das
Gesicht
[* 15] den Gegenständen zu,
die sie betrachten wollen.
Gräfe nennt dies
Kurzsichtigkeit aus S. (myopia ex amblyopia), die aber nie, wie die eigentliche
Kurzsichtigkeit, durch konkave, sondern im Gegenteil eher durch schwache konvexe
Linsen (Vergrößerungsgläser) korrigiert
wird. Die genaue Unterscheidung und zweckmäßige Behandlung muß einem Augenarzt überlassen werden.
Vgl.
Star, schwarzer.
(Affinität, Affinitas), das Familienverhältnis des einen zu den Verwandten des andern Ehegatten.
Den
Gegensatz bildet die
Verwandtschaft, das auf
Zeugung und Abstammung gegründete
Verhältnis (Blutsfreundschaft,
Blutsverwandtschaft).
Mit den Verwandten seines
Gatten ist jeder von beiden Ehegatten »verschwägert«, während die
Verwandten des einen Ehegatten selbst zu den Verwandten des andern Ehegatten in keinerlei Familienverhältnis
stehen, wenn man auch ihr
Verhältnis im gewöhnlichen
Leben nicht selten ebenfalls als S. zu bezeichnen pflegt. In Ansehung
der eigentlichen S. ist zu unterscheiden:
2) Die sogen.
Schwiegerverwandtschaft, das Verhältnisses einen Ehegatten (des Schwiegersohns oder der Schwiegertochter) zu
den
Aszendenten (dem Schwiegervater oder der Schwiegermutter) des andern Ehegatten.
dieselbe unter Umständen von der Zeugnispflicht, indem sie aber auch auf der andern Seite das Zeugnis eines mit einer Partei
Verschwägerten als ein nicht unverdächtiges erscheinen läßt. In Großbritannien
[* 20] ist die Ehe mit der Schwägerin, d. h.
mit der Schwester der verstorbenen Ehefrau, verboten. Ein auf Beseitigung dieses Verbots hinzielender Gesetzesvorschlag
(Deceased wife's sister bill) wurde wiederholt eingebracht, 1883 auch vom Unterhaus angenommen, jedoch vom Oberhaus verworfen.