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Heute gehen wir einmal getrennte Wege: Christoph zieht es auf eine kleine Insel, auf der alte Militäranlagen und Werke von Tinguely und Nikki de Saint Phalle zu sehen sind.
Ich will eine Stadtführung per Hop on hop off-Bus machen, um etwas mehr von der Stadt zu erfahren. Die Fahrt dauert zwei volle Stunden und meine Geduld wird vom Fahrstil des Chauffeurs und von den vielen roten Ampeln strapaziert.
Hier einige meiner Erkenntnisse, die ich trotz meiner Ungeduld aus den interessanten, manchmal sogar amüsanten Informationen gewinnen konnte. Es ist eine Aufzählung, die keine bestimmte Reihenfolge einhält und überhaupt nicht historisch fundiert ist. Ein Mosaik aus verschiedensten Informationen zu Stockholm:
Am Ufer des Mälarensees wohnen die Reichen Stockholms. Hier sind die teuersten Wohnungen und Häuser der Stadt zu finden.
Am gegenüberliegenden Ufer steht das Gebäude der alten Münchner Bierbrauerei, wo vor langer Zeit Frauen die Flaschen und Fässer abfüllten. Die Brauerei sollte abgerissen werden, doch protestierten die Stockholmer und aus der Brauerei wurde ein Kulturzentrum.
Eindrücklich ist, dass eine Schleuse den Mälarensee vom Meer trennt: der Seespiegel liegt 8 cm über dem Spiegel des Meeres. Hier bei der «Schluss» (Schleuse) vereinen sich der See und das Meer. Der Untergrund der Häuser am Ufer bei der Schleuse hebt sich pro Jahr um 2mm, was bewirkt, dass sich die Häuser immer mehr zur Seite oder nach hinten neigen. Keines dieser Häuser sei gerade und alle hätten schiefe Wände und Böden.
Stockholm wurde erst zu Schwedens Hauptstadt, als sich der damalige König nach seinem ständigen Herumreisen fest in Stockholm niederliess.
Im 18. Jahrhundert ordnete der König an, dass die Häuser gelb oder orange angemalt würden, damit die dunkel wirkende Stadt heller werde. Die rote, dunklere Farbe, die Macht anzeigte, wurde nicht mehr verwendet.
Der Stockholmer Zirkus ist in einem gemauerten Rundbau untergebracht und noch heute finden dort Vorstellungen statt.
In Stockholm gibt es eine Eisbar, die das ganze Jahr auf -5 Grad Celsius hinunter gekühlt wird. Die Möblierung und die Gläser sind aus Eis und die Gäste werden mit warmen Ponchos und Handschuhen ausstaffiert, damit sie nicht frieren. Diese Bar sei vor allem im Sommer bei den Stockholmern beliebt.
Nach dieser informativen Fahrt will ich nochmals Gamla Stan, die Altstadt, besuchen. Ich bin neugierig, wie weit sich der Trubel der Touristen ausbreitet und ob es auch stille Gassen und Orte gibt. Tatsächlich ist schon eine Nebengasse der Hauptgasse kaum belebt und wunderschön, besonders da es hier weder Läden noch Restaurants gibt. Hier findet man eher Handwerker und Buchläden. Es gibt viele solcher Gassen zu entdecken, eine fällt besonders auf. Sie ist nur 90 cm breit, wird jedoch nachts auch mit Strassenlaternen erleuchtet.
Zwischendurch finde ich Plätze, die beliebte Fotosujets für Touristen sind, etwa die bunte Häuserreihe, die auf Postkarten und Souvenirs immer wieder abgebildet werden.
Ich treffe mich mit Christoph. Doch für ihn und sein Gefährt sind die unregelmässigen Pflastersteine kräfteraubend und mitunter schmerzhaft. So geniesst er einen Kaffee, während dessen ich auf die Suche nach Mitbringsel gehe. Das sollte hier eigentlich kein Problem sein, es wird eines, wenn man keinen Ramsch kaufen will.
Zum Abschluss unserer Stockholmer Zeit gibt es noch ein feines Abendessen, dann spazieren wir durch die moderne Geschäftsstrasse zurück zum Hotel.