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1) Auf der Talfahrt waren 151 Gäste an Bord.
2) Ich verwende im Bericht die bisherige Elbkilometrierung, weil Deutschland die neue noch nicht umgesetzt hat und deshalb die Kilometertafeln am Ufer die Alte markiert. Dabei beginnt der Kilometer 0 an der Landesgrenze Tschechei/Deutschland. Bei der neuen Kilometrierung beginnt der Kilometer 0 an der Elbemündung in Cuxhaven; die Tschechen haben auf ihrem Staatsgebiet die Reform bereits umgesetzt.
3) Theoretisch liesse sich PD Dresden so umbauen, dass auch er bis Hamburg fahren könnte. Auch wenn eines Tages das Schiff jährlich (so die Absichtserklärung der SDS-Führungsspitze) Hamburg anpeilen würde, lohnt sich ein solcher Umbau nicht, zumal das Schiff nach baulichen Veränderungen behördlich neu abgenommen werden müsste. Was in einem solchen Fall unter „Besitzstandwahrung“ laufen könnte und was allenfalls den aktuellen Vorschriften zu unterziehen wäre, ist für alle eine unangenehme Frage. So wird auch in Zukunft die Fahrt in Lauenburg enden, zumal sich dort ein ausgezeichnetes Schifferumfeld bietet (mit allerdings wenig Hotelbetten).
4) DS Dresden blieb bis zum 27. April 2023 in Meissen, doch der Pegel hätte schon am 24. April 2023 die Rückfahrt nach Dresden zugelassen. Die Zeit in Meissen wurde zur Reparatur einer Kesselleitung genutzt.
5) Die Hochwasser-Warnstufen lauten: • Stufe 1: Meldebeginn, volles Flussbett, kleine Ausuferungen, keine Gefahr für Anlieger • Stufe 2: Kontrolldienst einrichten, Überflutung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen • Stufe 3: Ständiger Wachdienst auf Deichen, Überflutung einzelner Grundstücke, Sperrung von Verkehrsverbindungen • Stufe 4: Hochwasserabwehr, Überflutung grösserer bebauter Flächen, Gefahr für die Allgemeinheit, aktive Abwehrmassnahmen von Deichverteidigung
6) Die Tradition der Schifferbrüderschaft Lauenburg reicht bis ins Jahr 1635 zurück. Was heute als fröhliches Spektakel gefeiert wird, hat in den Ursprüngen einen traurigen Anfang. Gegründet wurde die Schifferbrüderschaft zu Zeiten des 30-jährigen Krieges. Tödliche Krankheiten wie die Pest griffen um sich, Not, Hunger und Armut herrschten. Verstarb dann ein geliebtes Familienmitglied war es vielen nicht möglich, die Kosten der Bestattung zu tragen. Es schlossen sich die ansässigen Schiffer und Schiffsbediensteten zusammen und gründeten die Schifferbrüderschaft. Gemeinsam zahlten alle in eine Kasse. Verstarb dann ein Familienmitglied konnten so die Kosten der Bestattung übernommen werden. So wird es noch bis heute gehandhabt.
7) Noch länger als die hier beschriebene «Dresden»-Fahrt konnte ich auf DS Schönbrunn 1988 dank dem damaligen Maschinisten Florian Pausch auf einer Leerfahrt von Budapest nach Wien einen Raddampfer-Rekord verbuchen und geniessen. Auf dieser 300 km langen Donaufahrt machten wir nur an der ungarischen Grenze in Komorn Halt, als der Zoll uns morgens um 4.30 Uhr im Salon sehen wollte, um sicher zu sein, dass nur die Mannschaft (mit zwei kurzzeitig angeheuerten Matrosen…) an Bord waren. Diese Fahrt dauerte rund 21 Stunden (mit einem Halt).
8) Günter Leinweber, ein geflüchteter DDR-Schiffer, hat den PD Dresden 1989 in Hamburg bereits am ersten Tag nach seiner Ankunft besucht. Er ist der überzeugten Ansicht, dass zwei Schlepper die «Dresden» in den Hafen Hamburg brachten. Auch andere mündliche Quellen erzählen ähnliche Versionen. Demgegenüber dementieren andere, die auch dabei waren, diese Thesen. Im zitierten Film sieht man längere Filmsequenzen, wo der Dampfer frisch-fröhlich mit voller Fahrt mit der Hamburger Skyline im Hintergrund in die Hansestadt einfährt; dabei sind weit und breit keine Schlepper oder Bugsierer in Sicht. Filme zu retuschieren waren damals sehr aufwändig, sodass mir eine mögliche «Verfälschungsthese» unwahrscheinlich vorkommt.
9) Die Crew an Bord von PD Dresden: Andreas Weber (Titularkapitän PD Dresden), Lutz Peschel* (2. Kapitän, sonst Titularkapitän des PD Leipzig), Enrico Kiessling (Titularmaschinist DS Dresden), Frank Hempel (2. Maschinist, sonst Titularmaschinist PD Krippen), Philipp Hammer (Bootsmann und Steuermann), Erik Köchy (Bootsmann), Daniel Jankowsky (Küchenchef), Elisabeth Streng (Gastro-Verantwortliche)
*) Lutz Peschel ist nicht nur «Ablöser», sondern auch Inhaber des Elbe-Schiffer-Patentes für den Abschnitt Magdeburg – Hamburg, was Andreas Weber noch nicht eingelöst hat. «Ich habe das Patent aus reinem Interesse in der Freizeit gemacht,» erzählt Peschel.