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Wir betreten ein lebendes Bild: Schauspieler demonstrieren zum Schrei «Sie repräsentieren uns nicht!», Schlachtruf der Bewegung der «Empörten der Puerta del Sol», die 2011 ihren Wunsch nach einem Raum für die direkte Demokratie zum Ausdruck brachten. Wie auch Irène Muñoz Martin. In ihrem persönlichen Essay blickt sie auf diese Erfahrung zurück, die ihren «Ausdruck» noch nicht gefunden hat: ein kanonisches Bild, das sie vergeblich zu greifen versucht. Diese Unmöglichkeit führt sie dazu, die Kunstgeschichte und ihre Fähigkeit, ein Vektor der Ideologie zu sein, zu hinterfragen. Hierzu beobachtet sie Studenten, die an der Madrider Schule der Schönen Künste klassische Werke spanischer Meister kopieren, oder sie erinnert an eine Episode des Bürgerkriegs, als die Republikaner die Evakuierung selbiger Gemälde in die Schweiz organisierten, eine Rettungsaktion, die Franco schliesslich zu seinem Vorteil nutzte. Indem sie zeitlich und räumlich voneinander entfernte Ereignisse zusammenführt, schafft die Filmemacherin eine faszinierende Lesart der Begriffe 'Kopie' und 'Original' und stellt einen Dialog zwischen der offiziellen Geschichte, der Vergangenheit, und der mehrdeutigen und pluralistischen Darstellung der politischen Kämpfe der Gegenwart her.