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Holzhandel und Viehzucht. Das heute so wohlhabende Dorf
ist im 15. Jahrhundert von etwa 100 aus der
GrafschaftValangin ausgewanderten Neuenburgern gegründet worden. Die Ableitung
des Namens La Ferrière ist sehr unsicher. Das neue Gemeinwesen kam bald zu hoher Blüte, wurde aber im 30jährigen Krieg
von den Schweden heimgesucht und geplündert. 1852 zur eigenen politischen und 1861 zur Kirchgemeinde
erhoben. Das Dorf litt stark unter dem Durchzug der Alliierten im Winter 1813-1814. Heimat der beiden Naturforscher Abraham
und Daniel Gagnebin (1707-1800 und 1709-1781), deren erster besonders als Geologe und Meteorologe und deren anderer als Physiker
sich einen Namen gemacht hat. Beide wurden 1763 von J. J. Rousseau besucht.
(Piz)(Kt. Graubünden,
Bez. Glenner).
2874 m.
Höchster Gipfel über den Alpweiden von
Sanina, Endpunkt der langen Grenzkette zwischen
Lugnez
und
Safienthal. Diese aus Bündnerschiefern aufgebaute wilde und steilwandige Kette ist am
W.-Hang von den obersten Verzweigungen
des grossartigen
Rieinertobels angefressen. Der im
Safienthal Scheerenhorn genannte Piz Fess trägt ein kleines
Firnfeld, den sog. Schneeboden, und kann trotz seines abschreckenden Aeussern von verschiedenen
Seiten her bestiegen werden.
Bester Anstieg von
Tenna im
Safienthal aus über das
Thäli zum
N.-Grat und von da direkt südlich auf den Gipfel. Vom genannten
N.-Grat aus ist auch der
Piz Riein (2752 m) zugänglich.
Der vom Piz Fess über den
PizSanina (2836 m) zum
Grünerhorn (2842 m) ziehende
S.-Grat ist dagegen nur sehr schwierig zu begehen.
Ein zerrissener Felsgrat zwischen Piz Fess
und
PizSanina scheint unzugänglich zu sein und erhebt sich vielleicht noch höher als die zwei genannten Gipfel.
Piz Fess
und
Piz Riein zum erstenmal 1874 von Hoffmann-Burckhardt aus Basel
mit dem Führer Christian Jann bestiegen.
(Gross und Klein), romanisch
FtanGrond u.
FtanPitschen (Kt. Graubünden,
Bez. Inn,
Kreis
Unter Tasna). 1648 und 1636 m.
Politische und Kirchgemeinde mit zwei
Dörfern, auf schöner Terrasse am S.-Fuss des
Piz Minschun, 4 km w.
Schuls. Postbureau,
Telegraph, Telephon; Postwagen nach
Ardez. 95
Häuser, 403 reform. Ew. romanischer Zunge. Alpwirtschaft. Fremdenindustrie.
Zwischen Gross Fetan im W. und Klein Fetan im O. das
Val Püzza, beide 500 m von einander entfernt. Schöne
Gebirgsstrasse nach
Ardez und
Schuls. Fetan dreimal (1721, 1795 und 1885) durch Feuer zerstört und mehrfach von Lawinen heimgesucht,
deren eine 1720 32 Menschen tötete und 13
Häuser wegriss. 1890 traten
¶
mehr
am Fuss des Hanges der Terrasse von Fetan bedenkliche Erdrutschungen auf, die zu grossen Besorgnissen Anlass gaben, heute
aber durch Entwässerungs- und Verfestigungsarbeiten zum Stillstand gekommen sind. Heimat des als Verfasser von romanischen
Erbauungsbüchern bekannten Joh. Rosius a Porta; des Historikers Pet. Dom. Rosius a Porta, genannt Ungareis (1732-1808), der
seine sehr geschätzte Geschichte der Reformation in Graubünden
in lateinischer Sprache 1770 veröffentlichte; des Chronisten Jak. Ant.
Vulpius, der die Ereignisse während der Religionskriege in Graubünden
aufgezeichnet und 1680 mit Dorta zusammen eine romanische Bibelübersetzung
im Engadinerdialekt veröffentlicht hat. Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts gründete Andreas Rosius a Porta
in Fetan eine höhern Ansprüchen dienende private Erziehungsanstalt, das sog. Institut a Porta, das seit der Einrichtung
der paritätischen Kantonsschule in Chur (1807) an Bedeutung einbüsste, aber doch noch bis 1870 fortbestand.