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Skurrile Smartphone-TestsDas iPhone SE in der Folterkammer
Pionier Auguste Piccard
Bertrand Piccard macht sich auf, seine Weltumrundung mit der «Solar Impulse» abzuschliessen. Der Abenteurer stammt aus einer Schweizer Forscherfamilie, die sich nicht nur im Tiefseetauchen und in der Luftfahrt ein Denkmal gesetzt hat, sondern auch in der Comic-Welt von «Tim und Struppi».
Nadja von Burg (Text), zVg (Fotos), 15. April 2016
Wer kennt ihn nicht, den zerstreuten, fast tauben Professor, der stets seinem Pendel folgt und Kapitän Haddock regelmässig zur Weissglut treibt. Balduin Bienlein ist sein Name, und was ihn wirklich auszeichnet, sind seine genialen Errungenschaften: etwa die atomgetriebene Mondrakete, das Mini-U-Boot, die unheilbringende Ultraschallwaffe, seine Motorrollschuhe, die er selbst testete – und zum grossen Ärgernis von Haddock die Tablette, die nach ihrer Einnahme Alkohol ungeniessbar macht.
Die Ähnlichkeit zu Professor Bienlein ist offensichtlich. Ein Bewunderer malte dieses Porträt von Auguste Piccard, dem Grossvater von Betrand Piccard.
Laut seinem Enkel wusste Auguste Piccard, der 1962 verstarb, nicht, dass er als Inspiration für Bienlein diente.
Der kleine Mann mit der Halbglatze, dem Ziegenbart und den runden Brillengläsern gehört zu den populärsten Figuren in den Abenteuern von «Tim und Struppi». Weitaus weniger bekannt ist hingegen der Fakt, dass die Figur Bienleins einem realen Wissenschaftler nachempfunden ist. So diente der Grossvater des Solar-Impulse-Piloten Bertrand Piccard als Vorbild für die Comic-Figur.
Laut seinem Enkel wusste Auguste Piccard, der 1962 verstarb, nicht, dass er als Inspiration für Bienlein diente. Ob er sich mit der Figur identifizieren konnte, ist daher unklar. Zumindest Bertrand freut sich über die Karikatur seines Grossvaters. So erzählte er einst in einem Interview: «Als meine älteste Tochter sechs Jahre war, hat sie mir gesagt: ‹Weisst du, Papa, du musst nicht traurig sein, dass dein Grossvater tot ist. Wann immer du willst, kannst du ihn bei Tim und Struppi sehen.›»
1/5 Auguste Piccard war ein Ballon-Pionier. Er flog 1931 bis auf 15'781 Meter in die Stratosphäre. Diesen Türgriff der Druckkapsel (rechts) verlor er bei seinem Rekordflug. Ein Amerikaner fand ihn viel später auf einem Gletscher im Obergurgl, Österreich.
«Tim und Struppi»-Zeichner Hergé war dem Schweizer Auguste Piccard mehrmals in Brüssel auf der Strasse begegnet und war fasziniert von dessen aussergewöhnlichem Erscheinungsbild. Glaubt man Bertrands Vater Jacques, hatten Auguste Piccard und Bienlein charakterlich nicht viele Gemeinsamkeiten. Was den Pionier- und Erfindergeist betrifft, bestehen aber zweifellos Parallelen. Denn die Abenteuer von Auguste Piccard stehen denen der Comic-Figur in nichts nach.
Piccard und Kipfer waren die ersten Menschen, die die Erdkrümmung mit eigenen Augen gesehen haben.
Im Mai 1931 flog Auguste Piccard mit seinem Assistenten Paul Kipfer mit einem Gasballon bis in die Stratosphäre. Die Flughöhe wurde nachträglich auf 15'781 Meter berechnet. Von dieser Rekordmarke aus waren Piccard und Kipfer die ersten Menschen, die die Erdkrümmung mit eigenen Augen gesehen haben.
Bertrands Vater, Jacques Piccard, kurz nach seinem Rekord-Tauchgang von knapp 11'000 Metern Tiefe am 23. Januar 1960.
Mit seinem Stratosphärenballon setzte Auguste Piccard einen Meilenstein in der modernen Luft- und Raumfahrt. Nach 1937 wendete er sich der Tiefseeforschung zu und versuchte in mehreren Anläufen, mit einer selbst angetriebenen, unbefestigten Tiefseetauchkugel aus Metall den Tiefenrekord zu brechen.
Zehn Jahre später baute er sein erstes U-Boot und erreichte damit eine Tiefe von 4000 Metern. Was Auguste Piccard begann, vollendete sein Sohn Jacques, der 1960 im Marianengraben auf eine Tiefe von 10'916 Metern vorstiess. Dieser Rekord ist nach wie vor ungebrochen.
Im Marianengraben (Pazifik) liegt der tiefste Punkt der Weltmeere: 11'034 Meter unter dem Meeresspiegel.
Nach dem Höhenrekord seines Grossvaters und dem Tiefenrekord seines Vaters sicherte sich Bertrand Piccard 1999 mit der ersten Weltumrundung in einem Ballon einen Längenrekord.
In seinem aktuellen Projekt Solar Impulse will Bertrand Piccard zusammen mit Pilot André Borschberg die Welt in einem Solarflugzeug umrunden, ohne einen Tropfen Brennstoff zu verbrauchen.
Bertrand Piccard: Der Enkel von Auguste fliegt demnächst weiter und will mit der Solar Impulse die Weltumrundung zu Ende bringen.
Weil im vergangenen Sommer auf der Rekordetappe von Japan nach Hawaii die Batterie überhitzte, musste das Projekt für neun Monate unterbrochen werden. Nun sind die Abenteurer bereit, die Reise in den nächsten Tagen wieder aufzunehmen.
Die beiden Piloten Bertrand Piccard und André Borschberg sind im Jahr 2015 gestartet, die Welt mit Solarenergie zu umfliegen. Unterstützt von Swisscom, starten die beiden demnächst zur nächsten, abschliessenden Etappe.
Alle Informationen zu Solar Impulse gibt es auf Bluewin.ch
Verfolgen Sie die Abenteuer der Familie Piccard? Was kommt nach der Weltumrundung mit einem Solarflugzeug?
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