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Fragen der Nachhaltigkeit sind mehrschichtig. Oft divergieren die Ziele der einzelnen Bereiche. Um die Nachhaltigkeit oder Teilbereiche davon im Baubereich messen und vergleichen zu können, wurden dazu seit den 1990er-Jahren Labels und Standards entwickelt. Zusätzlich dienen sie zwischen dem Besteller und dem Auftragnehmer der Kommunikation und Orientierung und ermöglichen dadurch Diskussionen und Entscheide über die relevanten Kriterien. Angewandt in Kombination mit einem Label-Zertifikat erhalten sie die Zusatzfunktion einer externen Qualitätssicherung.
Standards und Labels sind im Baubereich auf unterschiedlichen Ebenen bekannt. Es gibt Labels, die zeichnen Produkte (z.B. Anstriche) aus, andere wiederum Gebäude (z.B. MINERGIE) und dritte sogar Areale (z.B. 2000-Watt-Areal). Neben der Auszeichnung des gebauten Objektes werden heute oft auch die Prozesse zur Erstellung oder des Betriebes zertifiziert.
Im Gebäudebereich unterscheidet man zwischen Standards der ersten und der zweiten Generation. Standards der ersten Generation konzentrieren sich vorwiegend auf die Thematik Energie mit Schwerpunkt Raumklima und Warmwasser. Standards der zweiten Generation (z.B. Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz SNBS) berücksichtigen neben dem Aspekt Energie noch weitere Themen aus den Bereichen Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt.
Grosse Investoren zertifizieren Bauten oft nach mehreren Labels. Dabei werden nationale und internationale Labels (z.B. Leadership in Energy and Environmental Design LEED) miteinander kombiniert. Ziel dieser Mehrfachzertifizierung ist einerseits die Sicherstellung der Kommunikation mit dem lokalen Umfeld und andererseits, um den Anforderungen der internationalen Kundschaft gerecht zu werden.
Übersicht der Labels und Standards im Bereich Nachhaltigkeit. Darstellung der Anforderungen. (Grafik: aardeplan, 2014)