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Vor der Insel Samos hätten die Insassen eines mit 37 Menschen besetzten Schlauchboots ihr Boot zerschnitten, das dann untergegangen sei. Die Küstenwache habe 36 Menschen retten können, darunter ein Kleinkind, das erfolgreich reanimiert worden sei. Eine Frau sei jedoch ums Leben gekommen. Immer wieder bringen Migranten oder auch die Schleuser an Bord die Boote absichtlich zum Sinken, etwa durch Zerschneiden der Schläuche eines Schlauchboots. Auf diese Weise kann die griechische Küstenwache das Boot nicht zurück in türkische Gewässer drängen, sondern ist verpflichtet, die Menschen zu retten und zu griechischen Inseln oder dem Festland bringen. Das Vorgehen ist sehr riskant, da die Migranten in vielen Fällen nicht schwimmen können.
Am Montag seien abgesehen von den zwei verunglückten Booten 80 Menschen mit anderen Booten auf Lesbos angekommen, sagte der Sprecher der Küstenwache. Aktuellen Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR zufolge sind in diesem Jahr bislang knapp 16 000 Menschen irregulär nach Griechenland eingereist - rund 12 000 über das Meer zu den griechischen Inseln, rund 4000 über die Landesgrenze von der Türkei in den Nordosten Griechenlands. Im gesamten vergangenen Jahr verzeichnete die Organisation knapp 13 000 Ankünfte.
Zahlen der Todesopfer in diesem Jahr liegen noch nicht vor; im vergangenen Jahr waren laut UNHCR 343 Menschen bei den gefährlichen Überfahrten in oft rostigen Kuttern und seeuntüchtigen Booten ums Leben gekommen.