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6) Jan, der jüngere, Sohn von Kessel 3), geb. 1654 zu
Antwerpen, ging 1680 nach
Madrid,
[* 6] wo er vorzugsweise als Porträtmaler thätig
war, aber auch dekorative
Bilder (die Geschichte der
Psyche im
Alkazar) malte. Er starb daselbst 1708.
die beim
Kochen von hartem
Wasser sich bildende, an der innern Gefäßwandung mehr
oder weniger fest haftende steinartige Kruste. Man beobachtet die
Bildung von in jedem Kochtopf, in Theekesseln etc.; besondere
Wichtigkeit aber erlangt derselbe in
Dampfkesseln. Als schlechter Wärmeleiter beeinträchtigt er die
Übertragung der
Wärme
[* 26] an das
Wasser und steigert dadurch den Brennmaterialaufwand, zugleich aber werden auch die
Platten des
Kessels zu stark erhitzt; ja, sie können, wenn die Kesselsteinablagerung stark ist, rotglühend werden und gehen dann
bald zu
Grunde, zumal wenn von diesen glühenden
Platten der Kesselstein abspringt und das
Wasser plötzlich mit denselben in Berührung
kommt.
(Schmieröl) in den Kessel, so entstehen Kalk- und Eisenoxydulseifen, welche sehr gefährlich werden können. Hat sich einmal
Kesselstein gebildet, so muß er mit Hammer
[* 29] und Meißel
[* 30] entfernt werden. Dies ist eine sehr mühsame Arbeit, stört den Betrieb und greift
die Kesselbleche stark an. Man hat sich daher seit langer Zeit bemüht, die Bildung des Kesselsteins zu
verhindern, und zu diesem Zweck sehr verschiedene Mittel empfohlen. Von diesen erwiesen sich viele als durchaus unwirksam;
über andre lauten die auf Erfahrungen gegründeten Urteile sehr verschieden, offenbar ein Zeichen, daß verhältnismäßig
geringfügige Abweichungen in der Beschaffenheit des Wassers und im Betriebe (beständiger oder unterbrochener
Betrieb) die Kesselsteinbildung nicht unwesentlich modifizieren.
MancheMittel wirken rein mechanisch, wie Blechschnitzel, Glasscherben etc., die man oft in großer
Menge in den Kessel gethan hat, damit sie beständig gegen das Kesselblech reiben und es rein erhalten; sie sind wenig empfehlenswert,
und ihre Wirksamkeit erlischt jedenfalls vollständig, sobald sich größere Mengen von Schlamm abgeschieden
haben. Sehr sinnreich sind Vorrichtungen, welche die im Kessel herrschenden Strömungen benutzen, um die ausgeschiedenen Substanzen
aufzufangen und auf unschädliche Weise abzulagern.
Hierher gehören die vielfach günstig beurteilten Popperschen Kesseleinlagen, muldenförmig zusammengebogene Eisenbleche,
welche gleichsam einen zweiten Boden im Kessel bilden, mit ihren Oberkanten etwa bis unter die Mitte des
Kessels reichen und hier von der Kesselwand weiter entfernt sind als am Boden. Zwischen Kesselwand und Einlage entsteht eine
starke Strömung, durch welche alle Ausscheidungen in die Mulden geführt werden, wo sie sich alsbald ablagern.
Bei gipshaltigem Wasser benutzte man mit Vorteil eine Lösung von Katechu und Kochsalz, von welcher man täglich ein bestimmtes
Quantum dem Kesselwasser zusetzte. Versetzt man gipshaltiges Wasser mit Chlorbaryum, so entsteht lösliches Chlorcalcium, welches
nie Kesselstein bildet, und unlöslicher schwefelsaurer Baryt, der sich als Pulver ausscheidet, aber nicht festbrennt.
Mehrfach hat sich ein Zusatz von Glycerin (1 kg auf 300-400 kg verbrannte Kohle) bewährt, und in neuester Zeit wird vielfach
gerühmt, daß ein im Kessel befindliches und mit dem Eisen
[* 32] in metallischen Kontakt gebrachtes StückZink die Bildung von Kesselstein verhindere.
In allen bisher erwähnten Fällen bleiben die ausgeschiedenen Stoffe im Kessel, und oft wird die Menge des
Schlammes noch vermehrt durch den Zusatz eines unlöslichen Schutzmittels.
Von diesem Schlamm werden aber endlich namhafte Mengen durch den Dampf
[* 33] mit fortgerissen und verunreinigen und beschädigen
die Ventile und Maschinenteile. Sehr viel rationeller sind daher kesselsteinverhindernde Mittel, durch
welche eine Abscheidung der erdigen Substanzen außerhalb des Kessels bewirkt wird. Man hat dies durch Apparate zu erreichen
gesucht, in welchen das Wasser mit Dampf in Berührung kommt und die durch denselben zur Ausscheidung gebrachten Körper zurückläßt.
So hat Henschel einen senkrecht
über dem Kessel angebrachten Dampfkasten mit Zickzackstreifen als Reiniger
benutzt;
Man kann aber auch jene Stoffe durch chemisch wirksame
Körper aus dem Wasser fällen und in besondern Gefäßen sich absetzen lassen. Fügt man z. B. zu gipshaltigem Wasser eine Sodalösung,
so entsteht aus Gips (schwefelsaurem. Kalk) und Soda (kohlensaurem Natron) kohlensaurer Kalk und schwefelsaures Natron. Ersterer
scheidet sich als unlösliches Pulver ab und setzt sich zu Boden; das klare Wasser aber enthält schwefelsaures
Natron gelöst, welches niemals Kesselstein bildet.
Gips kann auch durch Chlorbaryum entfernt werden; es entsteht unlöslicher schwefelsaurer Baryt und leicht
lösliches Chlorcalcium, welches niemals Kesselstein bildet. Enthält aber das Wasser wie gewöhnlich neben doppeltkohlensaurem Kalk
auch Gips, so muß man zwei Fällungsmittel anwenden, entweder Chlorbaryum und Kalkmilch oder kohlensaures Natron und Kalkmilch.
Die Fällung kann in gewöhnlichen Bottichen vorgenommen werden, doch sind auch Apparate konstruiert worden,
welche die Fällungsmittel dem Wasser selbstthätig zuführen.