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Die grossen Waldgebiete des Zürcher Oberlandes, insbesondere die gegen um den Bachtel, wurden spät besiedelt. Eine beträchtliche Anzahl kleiner Burgsitze zeugt von der intensiven Rodungstätigkeit im 12. und 13. Jahrhundert. Im Gebiet von Wald lässt sich eine eigentliche Häufung kleiner Burgen feststellen. Auf engem Raum drängten sich die bescheidenen Rodungsitze Batzberg, Strickenberg, Windegg, Fründsberg, Rüteliroos und die beiden Baliken. Urkundlich treten sie wenig oder überhaupt nicht in Erscheinung, und in den meisten Fällen sind höchsten Spuren im Gelände erhalten. Im Fall von Batzberg sind immerhin verwandtschaftliche Beziehungen zu den Meiern von Dürnten nachweisbar. Auch auf der Westseite des Bachtels finden sich solche Rodungsburgen; in der Umgebung von Hinwil etwa Dürnten, Ringwil und Bernegg. Von ihnen weist einzig die letztgenannte noch Mauerreste auf, die in den dreissiger Jahren unseres Jahrhunderts ausgegraben wurden. Die Ruine liegt auf einer kleinen Hügelkuppe, westlich unterhalb des Girenbads. Auf der Nord- und Nordwestseite bot der tief eingeschnittene Wildbach mit seinem vierzig Meter hohen Steilhang einen natürlichen Schutz. Auf den übrigen Seiten wurden künstliche Gräben ausgehoben. Deutlich erkennbar ist der östliche Doppelgraben, über den wohl der Zugang zur Burg führte. Aber auch der Verlauf der übrigen, stärker eingeebneten Gräben ist leicht auszumachen.
Die trapezförmige Anlage von 25 auf 13.5 Meter folgt auf der Bachseite dem Plateaurand. Ausserhalb der mauern liegen östlich und südwestlich eigenartige ebene Freiflächen, wie sie auf einem Burghügel aus Sicherheitsgründen unlogisch sind. Die Umfassungsmauern weisen eine Stärke von zwei Metern auf und bestehen aus grösseren, teilweise roh behauenen Bollensteinen, Sandstein-, Tuff- und Nagelfluhstücken. Die innere Trennmauer mit dem Torbogen wurde aufgrund von Fundstücken rekonstruiert.
Die Ausgrabung der Burg war nur auf das Aufspüren von Mauerzügen ausgerichtet. Deshalb kann sich eine Deutung lediglich auf Vermutungen stützen. Ein Bergfried scheint nicht vorhanden gewesen zu sein. Hingegen könnte im Ostteil ein Wohnbau gestanden haben, während die Ringmauer im Westteil wohl einen Hof mit Wirtschaftsbauten aus Holz umschloss. Die ganze Anlage nimmt sich sowohl vom Standort wie von den Ausmassen her recht bescheiden aus und fügt sich damit in die Reihe ähnlicher Rodungsburgen ein.
Als Bewohner der Burg können wir seit 1229 die Herren von Bernegg betrachten, die vor allem im Dienst des Abtes von St. Gallen standen, aber auch im Gefolge der Rapperswiler auftraten. Verschiedenes deutet auf eine enge Beziehung zu den Landenbergern hin, die gleiche Vornamen und das wiederholte gemeinsame auftreten mit den Landenbergern in Zeugenlisten. Vielleicht bestand hier ein ähnliches Verhältnis wie das oben erwähnte zwischen Dürnten und Batzberg.
Der Bau der Burg dürfte etwa mit dem ersten Auftauchen der Herren von Bernegg gegen 1230 zusammenfallen. Im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts nahmen die Verkäufe von Gütern und Gerechtigkeiten durch die Burgbesitzer rasch zu und gipfelten 1283 im Verkauf der Burg selbst an die Johanniterkomturei Bubikon. Der Verkauf erfolgte unter der Auflage, die Burg innert drei Wochen abzureissen. Das weitgehende Fehlen von Fundgegenständen lässt sich mit der vorangegangenen systematischen Räumung der Burg erklären. Im 14. Jahrhundert verliert sich das Geschlecht, das nach Ansicht Roger Sabloniers möglicherweise unter anderem Namen, vielleicht sogar als „von Landenberg“, an einem anderen Ort weiterlebte.
Bibliographie