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1937–1955Ateliergemeinschaft von Warja Lavater und Gottfried Honegger
1939Lavater gestaltet das Signet der Schweizerischen Landesausstellung
1940Heirat von Warja Lavater und Gottfried Honegger
1943/44Geburt der beiden Töchter Bettina und Cornelia
1955Aufgabe des gemeinsamen Ateliers
1955–1958Honegger ist beratender Chefgrafiker bei der J. R. Geigy AG in Basel
1958–1960Aufenthalt von Gottfried Honegger und Warja Lavater in New York
ab 1960das Paar widmet sich der freien künstlerischen Arbeit
1972Trennung des Ehepaars Honegger-Lavater
Warja Lavater (1913–2007) und Gottfried Honegger (* 1917) gründeten 1937 ein eigenes Atelier für angewandte Grafik in Zürich. Warja Lavater wurde von 1931 bis 1935 an der Kunstgewerbeschule Zürich bei Ernst Keller als Grafikerin ausgebildet, Gottfried Honegger besuchte ebenfalls die Kunstgewerbeschule Zürich, jedoch nicht die Fachklasse, sondern den Vorkurs. Im Anschluss machte er von 1933 bis 1936 eine Lehre als Schaufensterdekorateur im St. Annahof in Zürich.
Die ersten bedeutenden Aufträge von Warja Lavater waren das Schlüsselsignet für den Schweizerischen Bankverein 1937 und das Signet der Schweizerischen Landesausstellung 1939 im Auftrag von Armin Meili. Neben Signets gestaltete sie auch Werbeplakate und -inserate. Bemerkenswert ist ihre Inseratekampagne der 1950er-Jahre für die Zigarettenmarke Broadway der amerikanischen Firma Maryland-Virgina Tobacco, in der sie Fotografie und grafische Elemente gekonnt miteinander verband. Von 1944 bis 1958 war Lavater Redaktorin und Gestalterin der Kinder- und Jugendzeitschrift “Jugendwoche“, des Weiteren illustrierte sie Kinderbücher, Märchen und Novellen.
Gottfried Honegger war als Gestalter von Signets, Werbemitteln, Buchillustrationen und amtlicher Grafik tätig. Er spezialisierte sich erfolgreich auf die Gestaltung von Ausstellungen, unter anderem für die Abteilung Wirtschaft der Schweizerischen Landesausstellung 1939 in Zürich, für die Ausstellungen “Mehr anbauen oder hungern“ (1941), “Der Weg der Schweiz“ im Helmhaus Zürich (1948), “Grafiker – ein Berufsbild“ im Museum für Gestaltung Zürich (1955) sowie “Kunstform und Naturform“ in der Kunsthalle Basel (1958).
Das Atelier Honegger-Lavater war ab 1940 Mitglied des Schweizerischen Werkbunds (SWB) und gestaltete Werbemittel und Drucksachen für die Firmen BAG Turgi, Kümmerly & Frey, Hans Oprechts Europa-Verlag und die Schweizer Schmirgel- und Schleifindustrie (SIA). Ein sachlich-konstruktiver Gestaltungsansatz, der Grafik und Fotografie in Einklang brachte, zeichnete die Arbeiten der Ateliergemeinschaft aus. Diese gestaltete auch Ausstellungsplakate und beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen, darunter Beste Plakate, Modewoche, Modefotografie, Züka, Zürich, Buch, Grafik, SAFFA und Neue Grafik. 1955 löste sich die Ateliergemeinschaft auf. Gottfried Honegger wurde beratender Chefgrafiker des Grafikateliers der Basler Chemiefirma J. R. Geigy AG und bekam den Auftrag, in Ardsley/New York eine Zweigstelle der Werbeabteilung aufzubauen. 1958 siedelte das Paar deshalb nach New York über, wo es auch mit den führenden amerikanischen Avantgarde-Künstlern in Kontakt kam. Beide erhielten hier entscheidende Anstösse für ihre weitere Arbeit. Honegger wurde in der Folge zu einem der wichtigsten Protagonisten der konstruktiv-konkreten Kunst, Lavater machte sich einen Namen mit ihren in New York und Paris editierten Faltbüchern, die klassische Märchen und andere Geschichten mit künstlerischen Piktogrammen nacherzählen.
Quellen:
“Warja und Gottfried Honegger-Lavater. Illustration und Werbegraphik“, Zürich 1956
Bignens, Christophe, “Geschmackselite Schweizerischer Werkbund“, Zürich 2008
Hollis, Richard, “Schweizer Grafik. Die Entwicklung eines Internationalen Stils“, 1920–1965, Basel 2006
Janser, Andres, Barbara Junod (Hg.), “Corporate Diversity. Schweizer Grafik und Werbung für Geigy, 1940–1970“, Zürich 2009
www.sikart.ch/KuenstlerInnen.aspx?id=4001082
www.sikart.ch/kuenstlerinnen.aspx?id=4000766