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Der israelische Bergbauunternehmer Beny Steinmetz bestreitet die vom Genfer Staatsanwalt erhobenen Korruptionsvorwürfe gegen ihn. Ein Anwalt des Diamantenmagnaten erklärte, dieser habe in Guinea «keinen einzigen Dollar» an Regierungsvertreter oder Angehörige gezahlt.
Rechtsanwalt Marc Bonnant sagte am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass Steinmetz von Beginn weg «jegliches Fehlverhalten» von sich gewiesen habe. «Er hat nie einen einzigen Dollar an einen Beamten des guineischen Regimes unter Lansana Conté gezahlt - weder an den Präsidenten noch an seine Frau, seine Geliebte oder sonst jemanden.»
Steinmetz wird nach Angaben von Bonnant zu dem in einigen Monaten erwarteten Prozess vor dem Genfer Strafgericht erscheinen. Dem Angeklagten aus Israel droht im Falle einer Verurteilung in der Schweiz eine Freiheitsstrafe von zwei bis zehn Jahren.
Zehn Millionen Dollar
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmer und zwei weiteren Angeklagten nach rund sechsjährigen Ermittlungen vor, bei der Erteilung von Bergbaulizenzen im westafrikanischen Guinea zwischen 2005 und 2010 Schmiergelder gezahlt zu haben. Demnach sollen gegen zehn Millionen Dollar geflossen sein.
Die drei Angeklagten werden beschuldigt, 2005 einer der Ehefrauen des damaligen Präsidenten Guineas, Lansana Conté, Bestechungsgelder gezahlt zu haben, um einen Konkurrenten auszuschalten. Damit habe das Unternehmen Beny Steinmetz Group Resources (BSGR) Bergbaurechte in der Region Simandou im Südosten des Landes erhalten.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten zudem vor, Verträge und Rechnungen fingiert zu haben, um die Schmiergeldzahlungen zu verschleiern. Ein Teil des Geldes ging laut der Anklage auf Konten in der Schweiz.
In einem seltenen Interview mit der israelischen Nachrichtenseite YNet im Jahr 2013 hatte Steinmetz Korruptionsvorwürfe gegen ihn als «Witz» bezeichnet.
Einer der reichsten Israelis
Guineas Präsident Conté verstarb 2008 im Amt. Wenige Stunden nach der Verkündung des Todes übernahm das Militär die Macht. Als mineralreiches, aber tief verarmtes Land leidet Guinea seit langem unter Korruption und versucht, seine natürlichen Ressourcen zu nutzen. Die Region Simandou ist eine der weltweit grössten Eisenerzquellen.
Die Steinmetz-Gruppe war damals zu einem grossen Teil von Genf aus operativ tätig. Der israelische Milliardär hatte auch seinen Sitz am Genfersee. Steinmetz gehört laut Forbes mit einem Vermögen von geschätzten 1.24 Milliarden zu den reichsten Israelis.
Der Fall sorgt seit Jahren für Schlagzeilen. Israelische Behörden verhafteten Steinmetz im Dezember 2016, später wurde er unter Auflagen freigelassen. Sein Unternehmen hat heute den Sitz auf der Kanalinsel Guernsey, und Steinmetz lebt in Israel. (sda/ap)