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KW Sousbach, Lauterbrunnen (BE)
Für die Verkleidung des 380 m hohen Lotschachts des KW Sousbach planten wir die Windenanlage und die Schachtbühne, ab welcher der Spritzbeton im Lotschacht aufgebracht wird. Wir nutzten die Erfahrung aus früheren Projekten, um eine geeignete Anlage zu entwerfen.
Im Gegensatz zu früheren Windenanlagen befindet sich die hier beschriebene nicht auf freiem Feld, sondern in der Schachtkopfkaverne des Lotschachts. Das bedeutet, dass die Abmessungen der Windenanlage beschränkt sind. Des Weiteren darf die Anlage die Versorgung der Baustelle nicht beeinträchtigen. Der Antransport des benötigten Baumaterials muss immer gewährleistet sein. Innerhalb dieser Randbedingungen und unter Berücksichtigung der «Technischen Anforderungen an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS)» und der «Bergverordnung für Schacht- und Schrägförderanlagen (BVOS)» planten wir eine passende Windenanlage. Die Windenanlage wurde bis Mitte Oktober in der Schachtkopfkaverne montiert und ist seit Ende Oktober in Betrieb.
Massgeschneiderte Windenanlage
Die Windenanlage besteht aus vier Hauptbestandteilen: dem Windengerüst mit zwei Alimak- Winden, dem Windenbock mit den Umlenkscheiben und drei Litzenhebern, der Schachtbühne und dem Schiebeboden als Verschluss des Lotschachts. Die Verkleidung des Lotschachts wird ab der Schachtbühne aufgebracht. Diese hängt an drei Stahllitzen, welche mittels Litzenheber auf dem Windenbock gelagert sind. Die Schachtbühne bewegt sich im Verlauf der Arbeiten sukzessive schachtabwärts, wird jedoch nicht für die Personenbeförderung genutzt. Das Personal und das Verbrauchsmaterial werden mit einem speziellen Korb an einer der beiden Alimak-Winden transportiert. Die zweite Alimak-Winde ist für die Rettung im Ereignisfall reserviert. Damit die Zufahrt in der Schachtkopfkaverne gewährleistet ist, befinden sich die beiden Alimak-Winden auf einem eigenen, knapp 5 m hohen Windengerüst. Die LKW können unter den Winden hindurchfahren und die Baustelle versorgen.
Enge Verhältnisse auf der Schachtbühne
Aufgrund des kleinen Ausbruch- bzw. Ausbaudurchmessers des Lotschachts sind die Platzverhältnisse auf der Schachtbühne eingeengt. So weisen die drei Böden der Schachtbühne einen Durchmesser von lediglich 1.73 m auf. Innerhalb dieses Durchmessers platzierten wir gemeinsam mit dem Betriebscenter sämtliche erforderlichen Installationen wie z. B. Leitern, Hydraulikzylinder samt Aggregat, Gunitpumpe und Betonsilo für 1.5 m3 Trockenspritzbeton.
Technische Daten
Stahl Windenanlage 11 t
Schachtdurchmesser roh 2.13 m
Schachtdurchmesser ausgebaut 1.83 m
Schachthöhe 380 m
Roman Cavegn