Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03276.jsonl.gz/523

Nur 100 statt 7'500'000'000 Einwohner. Was wäre, wenn unser Planet in eine Dorf von 100 Personen zusammengeschrumpft würde? Es wäre ein Ort krassester Widersprüche.
Nachdem wir die Schweiz auf 100 Einwohner geschrumpft haben, tun wir dies jetzt auch noch mit der Welt. So sähe das Dorf «Welt» aus, wenn es statt der rund 7,5 Milliarden Menschen nur deren 100 hätte:
Männer und Frauen gibt es im Welt-Dorf der 100 Einwohner genau je 50.
Alte Menschen (über 65) sind deutlich weniger als Junge (unter 15 Jahren). Während 25 noch keine 15 Jahre zählen, können nur deren 9 auf ein Leben von über 65 Jahren zurückblicken.
Die Asiaten haben ganz klar die Überzahl in unserem Dorf. 20 sind davon Chinesen, 17 Inder und 24 sind aus den weiteren asiatischen Ländern. Europäer hat es immerhin 11. Keiner davon ist Schweizer. Oder reiner Schweizer.
Auch sprachlich dominiert China. Während zwölf Dorfbewohner Chinesisch als Muttersprache angeben, ist die zweitgrösste Sprachgruppe nur sechs Personen stark. Die sprechen Spanisch.
Während fast jeder Fünfte in unserem Dorf keiner Religion zugehört, bilden die Christen mit 31 Personen die grösste Glaubensgemeinschaft.
In unserem Dorf gelten 54 Einwohner als Stadt- oder Agglo-Bewohner. 46 verteilen sich auf die eher abgelegenen Höfe unseres Ortes.
30 Personen sind arbeitslos oder haben zu wenig Arbeit, um davon leben zu können. Gleichzeitig halten sich Menschen, die in der Landwirtschaft und im Dienstleistungssektor beschäftigt sind, in etwa die Waage.
Wie die Weltbank 2018 berichtete, muss rund jeder vierte Weltbürger mit weniger als 3.20 US Dollar am Tag auskommen, fast die Hälfte mit 5.50 USD. Am anderen Ende sind die Menschen mit über einer Million USD Vermögen. Weltweit sind dies rund 18 Millionen Personen. Das wären eigentlich nur 0,25 unserer Dorfbewohner. Wir runden grosszügig auf einen auf.
Schauen wir nur auf das Vermögen, dann teilen sich sechs unserer Einwohner rund 60% des Dorfvermögens. Alle sind Amerikaner. 20 unserer Einwohner müssen sich mit zwei Prozent des Gesamtvermögens durchschlagen.
Hier gibt es keine exakten Zahlen. Aber die UNESCO berichtete 2018 von mindestens 750 Millionen Menschen, die nicht Lesen oder Schreiben können. Das sind in unserem Dorf dann rund 12. Einen Uni-Abschluss (oder vergleichbares) weist hingegen nur einer aus.
Während in der Schweiz 2018 rund 6,1 Millionen Motorfahrzeuge (Ohne Motorräder) eingelöst waren, haben in unserem Dorf der Welt nur 18 Menschen ein Auto.
Bei Gesundheitsfragen haben wir leider keine umfassenden Daten. Aber von den ausgewerteten Krankheiten/Laster lässt sich sagen: Jeder Vierte im Dorf raucht, 14 essen deutlich zu viel.
Während rund 80 unserer Dorfbewohnern in witterungsfesten Unterkünften lebt, haben rund 20 kein Zuhause, das sie vor Wind und Regen schützt.
Wie die WHO im Sommer bekannt gab, hätten nur 70 unserer Dorfbewohner direkten Zugang zu sauberem Wasser. 19 weitere wohnen weniger als 30 Minuten entfernt von einer geprüften Wasserquelle, 3 sind dafür mehr als 30 Minuten unterwegs. 6 verwenden Wasser aus ungeprüften Quellen/Brunnen und 2 müssen sich von Oberflächenwasser bedienen.
Während 68 Einwohner Toiletten benutzen, welche wir uns in der Schweiz meist gewohnt sind, haben 18 solche ohne Spülung oder ähnlichem. 14 haben gar keine Toilette.
Während 30 unserer Dorfbewohner immer Zugang zu ausgewogener Ernährung haben, ist dies bei weiteren 50 meistens der Fall. 20 sind permanent unterernährt und einer oder eine von diesen 20 wird an Unterernährung frühzeitig sterben.
In einem Jahr würden zwei Kinder zur Welt kommen und jemand sterben. Die Bevölkerung würde also um eine Person auf 101 anwachsen.
Das Dorf hätte im Jahr 2018 24'000 US-Dollar in Militärausgaben investiert. Und 133 US-Dollar in Entwicklungshilfe.