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Einsiedeln ist ein malerischer Ort im Kanton Schwyz, der hauptsächlich wegen seines jahrhundertealten Klosters und als Wallfahrtsort weitum bekannt ist. In diesem malerischen Ort
verbirgt sich aber auch die geschützte Spitalanlage Einsiedeln, die im Jahr 1984 mit den vereinten Mitteln und Kräften der Armee, des Kantons Schwyz und der Gemeinde Einsiedeln
errichtet wurde.

Hinter der gemeinsamen Verwirklichung stand die Idee, dass ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtverteidigung der Sanitätsdienst ist, und dass durch das Zusammenspiel von
militärischen und zivilen Mitteln der Selbstbehauptungswille der Bevölkerung durch die Erhaltung der Lebensgrundlagen erhalten und gesichert wird.
Die Armee plante Ende der 1970er-Jahre in Einsiedeln ein unterirdisches Militärspital und bot dem Kanton Schwyz dabei eine kombinierte Lösung Armee und Zivilschutz an. Dieser
sah nach einer eingehenden Prüfung grosse Vorteile in dieser Lösung und stimmte dem Plan, eine gemeinsame Anlage zu bauen dann mit Unterzeichnung einer Vereinbarung am 7.7.1980
zu. Im Jahr 1984 konnte die Spitalanlage dann eröffnet werden. Durch die Bereitstellung eines vollkommen eingerichteten Spitals konnte dem in einem Ernstfall zum Einsatz kommenden
Sanitätspersonal - sowohl dem militärischen, als auch dem zivilen - eine optimale Einrichtung zur Verfügung gestellt werden. Vor allem das mühsame Einrichten eines improvisierten
Spitals mit der daraus resultierenden mühsamen Behandlung und Pflege von Patienten konnte dadurch entfallen.
Die Spitalanlage Einsiedeln ist ein rechteckiger Kubus, der sich unterirdisch über drei Stockwerke mit gesamt 8.200 m² erstreckt. Die zwei gedeckten Rampen dienen als Zugänge zu
den beiden oberen Geschossen der Anlage. Im 1. Untergeschoss befindet sich die pharmazeutische Notproduktion mit den Laderampen für die An- und Ablieferung, im 2. Untergeschoss ist
der Behandlungsbereich mit der geschützten Vorfahrt für die Patientenanlieferung untergebracht. Das 3. Untergeschoss beherbergt die Personalunterkunft und den Verpflegungsbereich.
Aufbau der Anlage
Die Spitalanlage Einsiedeln besteht im Wesentlichen aus den Bereichen AC-Schleuse, Aufnahmebereich, Behandlungsbereich, Intensivpflege und Aufwachbereich, Pflegestationen mit
Infektionsstation, Wirtschaftsräume, Spitalapotheke, pharmazeutische Notfabrikation, Truppenbüros und -unterkunft und technische Einrichtungen.
Im Aufnahmebereich erfolgt neben der administrativen und medizinischen Aufnahme die Triage (18 Plätze) mit eventueller Schockbehandlung und die erste medizinische Beurteilung und -
sowie notwendig - die ersten medizinisch notwendigen Sofortmassnahmen.
Der Behandlungsbereich gliedert sich dann in die genormten Elemente Diagnose mit Röntgen sowie medizinisch-chemisches und Blutlabor, Operationsvorbereitung und -nachbehandlung mit
Gipsraum (8 Plätze), zwei Operationssäle mit vier Tischen, Instrumentensterilisation und Personalvorbereitung mit Garderoben, Händewaschraum und Ärzteschreibplätzen.
Im Intensivpflegebereich können die Patienten versorgt und gepflegt werden, die in lebensbedrohenden Situationen (vor oder nach einer Operation) besonders überwacht werden müssen.
Dafür stehen auf den dafür besonders ausgerüsteten Stationen 40 Intensivpflegebetten zur Verfügung.
Auf der Aufwachstation können in 24 Betten diejenigen Patienten gepflegt werden, die nach einer Operation noch eine gewisse Zeit intensiver überwacht werden müssen, bevor sie in den
normalen Pflegestationen weiter gepflegt werden können.
Ebenfalls steht eine Infektionsstation mit 22 Betten für Patienten bereit, bei denen bei der Einlieferung oder später eine Infektion festgestellt wurde, die eine Absonderung
erforderlich macht.
Im Pflegebereich können Patienten, die sich mehr oder weniger selbst bewegen können, 452 Pflegebetten zur Verfügung, wobei diese zum Teil aus einstöckigen und zum Teil aus
zweistöckigen Zivilschutzbetten bestehen. Der Pflegebereich sind ergänzt durch Materialdepots, Personalarbeitsplätze, Untersuchungs- und Behandlungsräume.
Um die Aufgaben eines Spitals erfüllen zu können, stehen neben dem Wirtschaftsbereich (Wäscherei, Küche etc) auch eine Spitalsapotheke sowie eine pharmazeutische Notproduktionsstelle
für den Ernstfall bereit. Ausserdem ist auch für die administrativen Bedürfnisse sowie die Unterkunft (363 Liegestellen) und Verpflegung der Truppe vorgesorgt.
Um das Ganze auch am Laufen erhalten zu können, ist eine umfangreiche Technik (Notstromaggregate, Notwasserversorgung und eine moderne Lüftungsanlage) erforderlich.
(Quelle: Einweihungsbroschüre der Spitalanlage Einsiedeln 1984)
Die Spitalanlage Einsiedeln heute
Auch heute noch wird die Spitalanlage Einsiedeln von Militär und Zivilschutz rege genutzt. So war auch während unserer Besichtigung die Spital RS 41 aus Moudon in der Spitalanlage
in der Verlegung. Wie euch sicher beim Betrachten der Fotos auffallen wird, ist aufgrund dessen in der Anlage nicht "aufgeräumt", was aber die Führung auch umso interessanter machte,
da dies ein Bild ergibt, wenn Leben in dieser Anlage ist. Auch wird euch sicherlich auffallen, dass in den Zivilschutzräumen und im Pflegebereich sehr viel Material in den Gängen
steht. Bei der Auflösung des Zeughauses Seewen wurde das benötigte Material in die Spitalanlage gebracht und wird nun direkt vor Ort im Spital gelagert. Im Ernstfall wäre es dadurch
sofort und unkompliziert verfügbar.
Dank der Einladung von Werner Pfenninger konnten wir bei der äusserst interessanten Führung dabei sein. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank.

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