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- Prader Hausgeschichte(n)
Praden - das langgestreckte Bündnerdorf auf der linken Talseite des Schanfigg nahe bei der Stadt Chur - hat sein ursprüngliches, von den Walsern geprägtes Siedlungsbild weitgehend bewahren können. Die dunklen Holzstrickbauten, zum Teil geschmückt mit dekorativen Haussprüchen und umgeben von kleinen Hausgärten und Vorplätzen, wechseln sich ab mit den dazugehörigen Rundholzställen. Die 42 besprochenen Wohnhäuser sind Zeugen der einheimischen Baukultur von der Mitte des 17. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie zeigen die Entwicklung der Wohnformen und die sich wandelnden Anforderungen an die Wohn- und Wirtschaftsräume.
Die Hausgeschichten sind eng verbunden mit den Geschichten der Bewohner und Bewohnerinnen. Die ältesten Prader Wohnhäuser stehen seit vier Jahrhunderten und haben neun bis zwölf Menschengenerationen Obdach gewährt. Es sind einige wenige Geschlechter, die über die ganze Zeit im Bergdorf leben, sie heissen: Bircher, Christoffel, Clement, Gerber, Jenny, Lorenz, Lys.
Amtliche Akten, Kaufverträge, Dokumente und Briefe aus den Familienarchiven ermöglichen einen Einblick in die harten und wechselhaften Lebensbedingungen: Dazu gehören wirtschalftliche Schwierigkeiten, Kinderreichtum, Arbeitssuche im In- und Ausland, persönlicher Erfolg und gescheiterte Träume.
Aktuelle und alte Fotografien, Dorfansichten aus verschiedenen Epochen, Personen- und Familienportraits fügen sich mit den beschreibenden Texten zu einem lebendigen Bild des kleinen Dorfes und seiner Lebensgemeinschaft.