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Seit einigen Monaten werden an den Kapitalmärkten die vertrauten Fallen Angels (siehe dazu unseren Blog vom 12. Nov.) von den furchterregenderen Zombies aus den Schlagzeilen verdrängt. Zombie-Firmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht sterben können. Ein Siechtum charakterisiert dadurch, dass im operativen Geschäft kaum Gewinne erwirtschaftet werden und trotzdem die Refinanzierung der Schulden an den Kapitalmärkten immer wieder gelingt. Aktuelle Studien der BIZ und OECD belegen, dass vor allem die tiefen Zinsen das Wachstum dieser Untoten begünstigen. Im Durchschnitt - über die USA, Europa, Japan und Australien - hat sich der Anteil an Zombies seit 1986 verdoppelt . Die Zombie-Bonds sind unter uns.
Die Identifikation von Zombie-Anleihen ist einfach nachvollziehbar. Die Definition lautet: Wenn über eine oder mehrere Perioden der betriebliche Ertrag unter den Zinskosten liegt, dann spricht man von einem Zombie-Bond.
Jüngst hat Bloomberg die Firmen im "Russell 3‘000 Index" der grössten US-Firmenanleihen analysiert. Die Anzahl der als Zombies klassifzierten Firmen hat sich seit Jahresbeginn von 335 auf 527 Firmen erhöht, was ausstehenden Schulden von 378 Mrd. bzw. 1‘360 Mrd. entspricht. Damit liegt der prozentuale Schuldner-Anteil mit Zombie-Charakteristiek bald bei 20%. Eine Grössenordung, die auch von anderen Studien mit leicht abweichenden Kriterien weitgehend bestätigt wird. Die Spannweite reicht von grossen, etablierten "Investment Grade (AAA-BBB)" Schuldnern wie Boeing oder General Electric, (Zombies seit 2016), bis zu kleineren Firmen im "High Yield" Segment. Ein Blick auf die betroffenen Firmen zeigt, dass weder die Entwicklung des Aktienpreises noch das Kreditratings zur Identifikation von Zombies brauchbare Indikatoren sind.
Die folgende Grafik zeigt den Anstieg der Zombies (d.h. Firmen, deren Gewinne geringer sind als die Schuldzinsen, seit mindestens 3 Jahren).