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Im Frühling kommen die gefürchteten Prozessionsraupen von den Bäumen herunter und man findet sie auf dem Boden. Neugierige Hunde können dann versuchen, mit ihnen zu "spielen". Leider sind diese Raupen gefährlich und eine Berührung kann zu schweren Verletzungen und bleibenden Schäden führen. Was können Sie tun, wenn Ihr Hund diesen Raupen zu nahegekommen ist?
In der Schweiz sind zwei Arten von Raupen für die meisten Verletzungen verantwortlich: der Pinienprozessionsspinner und der Eichenprozessionsspinner.
Die Pinienprozessionsspinner (Thaumetopoea pityocampa) bauen ihre Nester in Kiefern. Im Frühjahr kommen Kolonien von haarigen Raupen in einer langen Prozession von den Bäumen herunter und vergraben sich im Boden. Dort findet ihre Verpuppung statt und im Frühsommer fliegen die Schmetterlinge aus.
Eine weitere Art von Prozessionsspinnern, die ebenso hautreizend sind, befällt Eichen. Es handelt sich um die Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea). Sie sind vom Frühjahr bis zum Sommer anzutreffen. Sie bilden jedoch keine Prozessionen auf dem Boden, sondern bleiben entlang den Baumstämmen, wo sie sich auch verpuppen.
Die Prozessionsraupen sind mit feinen Haaren bedeckt, die extrem nesselnd und allergieauslösend sind. Sobald die Raupe gestresst ist, kann sie ihre hochgiftigen Haare aktiv in die Luft ausschläudern. Diese können sowohl bei Menschen als auch bei Tieren schwere Reizungen hervorrufen. Katzen sind im Allgemeinen misstrauischer als Hunde. Daher nähern sie sich den Prozessionsraupen seltener und sind weniger gefährdet.
Die hautreizenden Eigenschaften der Haare bleiben noch lange erhalten, auch nachdem die Raupe sie abgestossen hat. Die Haare können zudem durch Wind oder Wasser verbreitet werden. Daher ist es nicht ratsam, in der Nähe von befallenen Gebieten spazieren zu gehen. Ihre Präsenz ist an den aus weissen Fäden gesponnenen Nestern zu erkennen, die in den Ästen von Kiefern oder entlang der Stämme von Eichen zu sehen sind
Wenn Sie in Ihrem Garten Prozessionsraupen entdecken, halten Sie Ihre Haustiere fern und wenden Sie sich an Ihre Gemeinde, um zu erfahren, welche Bekämpfungsmethoden Sie einsetzen können.
Was tun, wenn Ihr Hund sich zu nah an Prozessionsraupen herangewagt hat?
Wenn ein Hund auf dem Spaziergang auf eine Kolonne von Prozessionsraupen stösst, kann diese seltsam bewegliche ‘Schnur’ am Boden sein Interesse wecken, so dass er daran schnuppert und damit spielen will. Doch selbst ein einfacher Hautkontakt mit der Pfote oder der Schnauze kann zu einer schweren allergischen Reaktion führen (Ödem oder sogar anaphylaktischer Schock). Die Symptome treten in der Regel innerhalb weniger Stunden nach dem Kontakt auf. Jeder Kontakt mit einer Raupe ist daher als lebensbedrohlicher Notfall zu betrachten!
Wenn es sich lediglich um "Hautkontakt" handelt, können Sie die betroffene Stelle zunächst gründlich mit Wasser abspülen, ohne zu reiben und ohne sie selbst zu berühren, um Haare und Giftstoffe zu entfernen. Schützen Sie sich selbst dabei wenn möglich mit Handschuhen. Sie können den Bereich auch shampoonieren, sobald Sie zu Hause sind. Das Gesicht oder die Schnauze können in den folgenden Stunden schnell anschwellen. Wir empfehlen Ihnen daher, Ihren Hund zu einem Tierarzt zu bringen, damit er so schnell wie möglich eine antiallergische Behandlung erhält.
Leider neigen Hunde dazu, an den Prozessionsraupen zu lecken oder sie sogar zu verschlucken. In diesem Fall handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall und Ihr Tier muss schnellstens zu einem Tierarzt gebracht werden.
In den nächsten Stunden wird Ihr Hund nämlich nicht nur Hautsymptome entwickeln, sondern auch Beschwerden der Atemwege und des Verdauungstrakts. Er wird anfangen, sich zu kratzen, zu speicheln und zu erbrechen. Anschliessend kommt es zu einer Schwellung (Ödem) des Gesichts und/oder der Zunge. Normalerweise wird sich die Zunge knallrot verfärben und es bilden sich Schleimhautläsionen. Es kann auch zu Atembeschwerden kommen, wenn die Schwellung die Atemwege betrifft und diese verschliesst.
Diese Symptome sind schwerwiegend und schmerzhaft. Sie erfordern eine schnelle, intensive Behandlung und daher oft auch eine Hospitalisierung.
Wenn die Behandlung zu spät erfolgt oder die Schleimhautläsion zu weit fortgeschritten ist, können Teile der Zunge absterben und eine Amputation nötig machen (oder das abgestorbene Stück fällt von selbst ab). In seltenen Fällen kann ein Hund auch an den Folgen des Kontakts mit den Raupen sterben.
Bekämpfung der Raupen
Die Bekämpfung von Raupen ist nicht Aufgabe von Privatpersonen. Achten Sie auch darauf, dass Sie die Raupen niemals mit blossen Händen anfassen oder sich selbst um die Nester kümmern.
Wenn Sie die Anwesenheit von Prozessionsraupen feststellen, halten Sie Ihren Hund von diesem Gebiet fern, warnen Sie Bekannte, die ebenfalls Tiere haben, und informieren Sie die Gemeinde.
Aufgrund des Gesundheitsrisikos für Einwohner und Haustiere setzen die Kantone spezifische Methoden zur Bekämpfung dieser gefürchteten Insekten ein.