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Der in Lugano ansässige Investor Privilège Ventures hat einen neuen Investmentfonds lanciert. 20 Millionen Franken stehen laut einer Mitteilung für Investitionen in Jungunternehmen aus den Bereichen Digital Economy, Deeptech und Medtech zur Verfügung. Das Besondere: Investiert werden soll ausschliesslich in Startups, die von Frauen mitgegründet und -geführt werden. "Unsere Anlagethese stützt sich auf starke statistische Belege dafür, dass Unternehmen, die von Frauen geführt werden, bessere Ergebnisse erzielen, sagt Lucian Wagner, Gründungsgesellschafter von Privilège Ventures in der Mitteilung.
"Es ist eine Tatsache, dass es Frauen schwerer haben als Männer, Kapital zu beschaffen, und dass sie härter arbeiten müssen, um ihre Fähigkeiten zu beweisen", so Privilège-Gründerin Ruedin Rüsch zur 'Handelszeitung'. Einer der Gründe sei wohl, dass es bei Venture-Capital-Firmen in Europa nur 15% weibliche General Partner gebe und sie weniger Investitionsmacht hätten als Männer.
Aus Statistiken gehe hervor, dass frauengeführte Unternehmen einen besseren Return of Investment erzielen, erklärt Rüsch dem US-Magazin 'Tech Crunch'. Eine Untersuchung der Boston Consulting Group über 5 Jahre zeigte, dass von Frauen gegründete und mitgegründete Startups weniger als die Hälfte der durchschnittlichen Investitionen erhalten, die in von Männern geführte Unternehmen fliessen – dies, obwohl die von Frauen geführten Jungunternehmen im Laufe der Zeit 10% mehr Umsatz erzielen würden.
Es gehe aber nicht nur darum, ethisch zu sein und Gutes zu tun, so Wagner von Privilège weiter. Das globale BIP würde um 6% wachsen, wenn die Raten des Unternehmertums zwischen Männern und Frauen gleich wären.
Ava-Gründerin Lea von Bidder an Bord
Der neue Fonds werde neben Wagner und Rüsch von Lea von Bidder betreut, heisst es in der Mitteilung weiter. Sie ist Mitgründerin des Medtech Startups Ava, das dieses Jahr in die USA verkauft
wurde. Cecilia Orlando, die Erfahrung von der UBS und Credit Suisse mitbringt, werde die Investor Relations leiten.
Die von Privilège bereitgestellten 20 Millionen Franken sollen in erster Linie in der Frühphase in Startups fliessen. Geplant sind Investitionen in der Höhe von 250'000 Franken. Dabei suche man in ganz Europa nach geeigneten Jungunternehmen. Eine Frauenquote komme aber nicht zur Anwendung, erklärt Rüsch gemäss der 'Handelszeitung' weiter. Ein frauengeführtes Startup sei nach ihrer Definition ein Unternehmen, in dem mindestens eine Frau das Sagen habe, als Mitgründerin in einer Führungsposition und mit einem wichtigen Anteil am Unternehmen.