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Die Republik Zürich als Frauengestalt
Im Zentrum steht eine Frauengestalt, die als Allegorie - als Personalisierung eines abstrakten, nicht sichtbaren Begriffs - die Republik Zürich verkörpert. Sie ist von Symbolen umgeben. Diese zeigen Zürich als souveränen Staat mit eigener Blutgerichtsbarkeit (die Liktorenbündel, die Rutenbündel (Fasces) mit Beil, verkörperten im Römischen Reich das Recht, die Todesstrafe auszusprechen) und erschliessen die Staatsphilosophie der Regierenden.
In der oberen Hälfte stehen die positiven Werte Gerechtigkeit, Demokratie und Wohlstand, unten die negativen, welche die Gnädigen Herren vom Volk abwenden wollten. Es sind dies Geiz und Neid, dargestellt von der alternden Frauengestalt, sowie die Grausamkeit schlechthin. Sie wird durch das beissende Pferd dargestellt. Der Thrakerkönig Diomedes hielt menschenfressende Pferde, denen er seine Feinde vorwarf. Herakles (lateinisch Hercules) erhielt zwölf Arbeiten aufgetragen. Eine Aufgabe lautete, die gefährlichen Pferde des Diomedes nach Mykene zu bringen. Dabei überwand er Diomedes und gab ihn dessen eigenen Pferden zum Frass.
Im 18. Jahrhundert symbolisierte diese antike Sage, dass der Grausame (Diomedes) durch seine eigenen, grausamen Methoden bestraft werde. So rechtfertigte die Zürcher Obrigkeit, die über Leben und Tod entscheiden konnte, ihre aus heutiger Perspektive oftmals äusserst harte Gerichtspraxis.