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Er hat das neue deutsche Kino nach Hollywood gebracht. «Das Boot» von Wolfgang Petersen bekam sechs Oscar-Nominierungen und viele weitere Ehrungen. Nun ist der Regisseur mit 81 Jahren gestorben.
Der Filmklassiker aus dem Jahre 1981 war einer der Grundsteine für die späteren Wechsel von Regisseur Petersen und Kameramann Jost Vacano nach Hollywood. Auch für viele der Schauspieler bedeutete der Film einen Karriereschub oder den Durchbruch im Filmgeschäft. In bester Erinnerung ist Herbert Grönemeyer, der als Schauspieler startete und erst nach seinem Auftritt als junger Leutnant und Kriegsberichterstatter in «Das Boot» neben Stars wie Martin Semmelrogge, Uwe Ochsenknecht oder Jürgen Prochnow auch als Sänger wahrgenommen wurde.
In Hollywood konnte Wolfgang Petersen mit weiteren Erfolgen anknüpfen wie «Air Force One» oder «Der Sturm». Seine Werke brachten es auf insgesamt 15 Oscar-Nominierungen. Er arbeitete mit Stars wie Diane Kruger, Clint Eastwood, Rex Harrison, Dustin Hoffman, Brad Pitt, George Clooney …
Zum Durchbruch vorher in Deutschland wurde ein «Tatort». Die Lolita-Story «Reifezeugnis» hat auch die damals kaum 16-jährige Nastassja Kinski mit einer für damalige Zeiten sehr freizügigen Szene über Nacht berühmt gemacht.
Bereits einmal zum Tabubrecher wurde Petersen 1977 mit dem Kinofilm «Die Konsequenz». Die Handlung basiert auf dem autobiografischen Roman des Zürchers Alexander Ziegler und handelt von einer verbotenen homosexuellen Liebe eines Schauspielers zu einem Jugendlichen, der ausgerechnet der Sohn eines Gefängnisaufsehers ist. Dieser Film wurde auch zum Grundstein des Erfolgs für den späteren Produzenten Bernd Eichinger, einem weiteren Deutschen, der es in Hollywood geschafft hat.
Mit Eichinger hat Petersen später «Die unendliche Geschichte» nach Michael Ende realisiert.
Wolfgang Petersen verstarb «friedlich im Kreise seiner Familie» am Freitag in Los Angeles. Er litt an Bauchspeicheldrüsenkrebs, wie seine Assistentin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Nach dem Bekanntwerden von Petersens Tod würdigte Bundeskanzler Olaf Scholz am Dienstagabend den Regisseur als «besonderen Erzähler». Er schrieb auf Twitter: «Die unendliche Geschichte von Wolfgang Petersen ist zu Ende gegangen.» Aber «Das Boot» und viele andere seiner Filme würden weiterleben, «und zwar weit über Deutschland hinaus».