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Maienfeld wurde im 1. Jahrhundert – aufgrund seines Standortes an der Kreuzung des Weges nach Zürich und Bregenz – von den Römern als Zollstätte genutzt. Es wird vermutet, dass es zu dieser Zeit eine römische Besatzung gab, die entsprechende Verteidigungsanlangen erstellte. Möglicherweise steht der Turm des Schlosses an der Stelle, wo sich einst eine römische Feste befand. Er wurde wahrscheinlich im 10. Jahrhundert durch die Grafen von Bregenz erstellt, welche zu jener Zeit in dieser Region herrschten.
Verantwortlich für die Vorbereitung und Durchführung der Europäischen Denkmaltage auf dem Gebiet der Schweiz sind das Bundesamt für Kultur (BAK), die Schweizerische UNESCO-Kommission, der Bund Schweizer Architekten (BSA), die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK), der Schweizer Verband für Konservierung und Restaurierung (SKR), viele weitere Verbände und natürlich die Mitarbeiter der Denkmalpflege vor Ort.
Als Wahrzeichen und beliebtes Fotomotiv gilt die mittelalterliche Kapellbrücke, eine der ältesten überdachten Holzbrücken Europas mit einmaligen historischen Giebelbildern und dem restaurierten Wasserturm. Diese Brücke verbindet die durch die Neuss getrennte Altstadt mit der Neustadt. Ein weiteres Wahrzeichen ist die Museggmauer, eine mittelalterliche Wehranlage mit Türmen, für deren Erhalt eine Stiftung verantwortlich zeichnet. Als berühmtestes Denkmal wird der Sterbende Löwe von Luzern gehandelt, ein überdimensionales Monument, das aus einer Wand des ehemaligen Sandsteinbruchs herausgearbeitet wurde und an den Heldentod der Schweizergarde beim Tuileriensturm erinnert.
Vor dem Bau der Gotthardbahn führte der gesamte Saumverkehr in Richtung Norden durch Giornico. Der alte Passweg querte den Fluss über zwei bis heute gut erhaltene rund 600 Jahre alte Steinbrücken. Diese wurden im 16. Jahrhundert restauriert. Durch die Eisenbahn verlor das Dorf sein Ansehen als Handelsplatz, sodass Weinanbau und Landwirtschaft zum Haupterwerbszweig wurden. Der alte Gotthardweg wird heute vor allem von Wanderern und Touristen genutzt. Er trifft im Zentrum von Giornico auf die Casa Stanga.
Das Löwendenkmal wurde zum Andenken an den Heldentod der 1792 beim Sturm des Pariser Tuilerienpalastes gefallenen Mitglieder der Schweizergarde geschaffen. Den Entwurf lieferte der berühmte dänische Bildhauer Berthel Thorvaldsen. Aber der Löwe sollte nicht tot sein. Er sollte trotz seiner Verwundung Kraft ausstrahlen, ohne gefährlich zu wirken. Dieser künstlerische Spagat stellte eine grosse Herausforderung dar, der zur damaligen Zeit offensichtlich kein Schweizer Künstler gewachsen war.
Die grösste und historisch bedeutendste Burgruine der Region ist Belfort in Mittelbünden. Diese befindet sich heute im Besitz von Brienz/Brinzauls und hat als Kulturdenkmal nationale Bedeutung erlangt. Die beeindruckende Gesamtansicht der Ruine besteht aus Türmen, weiten Ringmauern und ausgedehnten Wirtschafts- sowie Wohngebäuden. Vermutlich bestand die Anlage bereits im 11. Jahrhundert und wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts umfassend erneuert. Aus dieser Zeit stammen die heute noch sichtbaren Teile der Burg. Leider ist nichts darüber bekannt, wie einst die Dächer von Belfort aussahen.
Johanna Louise Spyri, geborene Heusser, erblickte am 12. Juni 1827 das Licht der Welt. In ihrem Geburtsort Hirzel im Kanton Zürich wurde zum Gedenken an Heidis Schöpferin ein kleines Museum eingerichtet. Dieses befindet sich im alten Schulhaus, einem schönen Fachwerkgebäude aus dem Jahre 1660. Fotos der Familie Spyri sind hier ebenso zu sehen wie Handschriften und alte Ausgaben von Spyris Werken. Im Heidi Zimmer wird die Welt der kleinen Heldin aus dem Bündnerland dargestellt.
Natürlich besitzt die Stadt Genf im südwestlichsten Zipfel der Romandie auch handfeste Baudenkmäler sowie eine historische Bausubstanz, die sich dank moderner Denkmalpflege sehen lassen kann. Möglicherweise konnten sich die Stadtoberen nicht für eines der vielen historischen Gebäude entscheiden und wählten deshalb den Jet d’eau als Wahrzeichen für Freiheit und Unabhängigkeit. Im viergeteilten Stadtgebiet findet sich eine Vielzahl an Museen, die sich mit der Kulturgeschichte und der Entwicklung der heute französischsprachigen Schweiz befassen sowie zahlreiche alte Kirchen, Bauwerke und Denkmäler von kulturhistorischem Wert. Genf kann auf eine über 2.000 Jahre alte Entstehungsgeschichte zurückblicken.
Die Ortschaft Mollis in der Gemeinde Glarus-Nord liegt inmitten einer beeindruckenden Landschaft: in der Talebene zwischen Schlattbach und Walensee und umgeben von Hügeln und Bergen der Fronalp. Die Linthebene war nach der letzten Eiszeit komplett mit Wasser bedeckt und bildete eine Einheit mit dem Zürcher See und dem Walensee. Seit dem Frühmittelalter verbindet das Flüsschen Linth die beiden Seen, jetzt Linthkanal und Escherkanal. In der verlandeten Ebene entstanden die Ortschaften Bilten, Niederurnen, Oberurnen, Näfels und Mollis. Von der ursprünglichen Besiedlung durch die Römer zeugen alte Mauerreste.
Wer denkt, die Denkmalpflege kümmert sich nur um historische Gebäude, technische Denkmäler oder alte Skulpturen, wird hiermit eines Besseren belehrt. Allein in der Stadt Zürich wurden im vergangenen Jahr 321 Gräber aus dem 19. und 20. Jahrhundert unter Denkmalschutz gestellt. Das wurde auch höchste Zeit! Zürich verfügt über insgesamt sieben städtische Friedhöfe, von denen einige wahre Kleinode sind, deren Gestalter zahlreiche Preise einheimsen durften. Auch eine Gartenanlage kann kulturhistorisch wertvoll sein und unter Denkmalschutz stehen, wie beispielsweise der Seeburgpark Kreuzlingen, über den wir erst kürzlich berichteten.