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Die Sportschützin Nicole Häusler nimmt vom 15. bis 18. März an den Europameisterschaften im norwegischen Hamar teil. Die Pfaffnauerin, die an den Paralympics in Tokio als einzige Schweizer Sportschützin am Start war, möchte dort mit dem Luftgewehr in ihrer Paradedisziplin 10 m stehend sowie in der Disziplin 10 m liegend wenn möglich den Final erreichen.
Seit 2014 nimmt Nicole Häusler an internationalen Para-Schiesssport-Wettkämpfen teil. Die Rollstuhlsportlerin ist dort eine der wenigen Frauen in den Mixed-Wettbewerben. Ihr bestes Ergebnis bisher war der 9. Rang an der WM in Südkorea 2018, sowie an der International Shooting Competition 2015 in Hannover. Die EM in Norwegen ist der erste internationale Wettbewerb seit den Paralympischen Spielen von Tokio.
Häusler: «Ich habe das Gefühl, ich bin auf einem guten Niveau jetzt.»
Die Paralympics in Tokio beendete Nicole Häusler mit Rang 20 in der Disziplin 10 m stehend und Rang 13 im 10 m liegend, wobei sie sich dort als beste Frau klassierte. «Für mich hat in Tokio alles gestimmt, auch wenn ich im 10 m stehend wegen meines Handicaps einen Rückschlag hatte, ausgelöst durch Lichtwechsel. Mit dem 13. Rang im 10 m liegend konnte ich zeigen, was ich kann. Es war ein versöhnlicher Abschluss der Paralympics für mich», erzählt Nicole Häusler. Seitdem hat die Rollstuhlathletin oft in der Luzerner Schiessanlage trainiert und an Home Range Wettbewerben teilgenommen. «Ich habe das Gefühl, ich bin auf einem guten Niveau jetzt», so Häusler.
Dementsprechend optimistisch blickt die Pfaffnauerin auf die kommende EM: «Ich glaube, dass ich in Hamar bessere Resultate liefern kann als damals in Belgrad», so die Sportschützin. In Belgrad 2018 war ihr Luftgewehr defekt, was sie erst später herausgefunden hatte. «Nun habe ich ein neues», so Häusler. An ihrem ersten internationalen Auftritt nach Tokyo 2020, möchte die Schweizer Athletin deshalb ihre beste Leistung abrufen und wenn möglich den Final erreichen. «Und wenn ich sehe, dass ich als beste Frau abschneide, dann ist das auch ein gutes Gefühl», so Häusler.
Durch Multiple Sklerose zum Sportschiessen
Die Wettkämpfe bestreitet Nicole Häusler sitzend in ihrem Rollstuhl, auf den die Radiologiefachfrau aufgrund der Multiplen Sklerose angewiesen ist. Das Gewehr ist auf einer Feder aufgestützt, da sie es mit ihrem rechten Arm nicht selbständig halten kann. Für das Laden und Ausrichten ihres Sportgeräts und das Einstellen des Diopters ist sie auf die Hilfe ihres Trainers Walter Berger angewiesen, der sie auch an die EM begleiten wird. Die Disziplinen stehend und liegend unterscheiden sich jeweils in der Haltung der Arme respektive der Ellbogenposition.
Starke Ukrainer, Slowenen, Italiener und Franzosen
Auf europäischem Niveau gehören die Ukrainer, Slowenen, Italiener und die Franzosen zu den besten Sportschützen. Die EM in Norwegen wird gemeinsam von der European Shooting Confederation (ESC) und World Shooting Para Sport organisiert. Es ist die grösste internationale Para-Schiesssport-Veranstaltung, die jemals in einem skandinavischen Land stattgefunden hat und der erste Grossanlass nach den Paralympics in Tokio, an dem sich die Europäer*innen messen.
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Foto: Gabriel Monnet