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Liebhaber und letzte Zuflucht: Der Schauspieler Peter Turner (Jamie Bell) liess Gloria Grahame nicht im Stich. (Ascot Elite)
Eine Diva im Rampenlicht und Finsternis
Selbst Filmhistoriker werden sie nicht sofort auf dem Radar haben: Gloria Grahame, 1923 in Los Angeles geboren und 1981 in Manhattan gestorben. Die Schauspielerin wurde vom Broadway von Filmmogul Louis B. Mayer (Metro-Goldwyn-Mayer) nach Hollywood geholt. Sie wirkte im Klassiker «It's a Wonderful Life» (1946), im Musical «Oklahoma» (1955) oder in «The Bad and the Beautiful» (Stadt der Illusionen, 1953, Oscar für die Beste Nebenrolle) mit. Viermal war sie verheiratet, gebar vier Kinder, doch erst ihr letzter Liebhaber Peter Turner war ihr ein zuverlässiger Begleiter. Er bewahrte sie vor dem Vergessen und schrieb ihre Memoiren (1987). Auf diesen Erinnerungen basiert der Spielfilm «Film-Stars Don't Die in Liverpool».
Fast sarkastisch: In der Stadt der Beatles, in Liverpool, wollte die ehemalige Hollywood-Ikone, bei der man bereits um 1970 Brustkrebs entdeckt hatte, nicht sterben. Der junge britische Schauspieler Peter Turner (Jamie Bell, «Billy Elliot») war Freund, Kumpel, Liebhaber und letzte Station. Die innige Liebesbeziehung scheiterte. Sie ist Kern der Filmtragödie um die alternde Diva, hinreissend gespielt von Annette Bening. Hollywoods Blütezeit in den Fünfzigerjahren wird wieder lebendig, aber auch das letzte eher düstere Lebenskapitel des Skandalstars Gloria Grahame, der zuletzt Zuflucht suchte im Elternhaus des Freundes Turner in Liverpool (siehe Filmtitel). Paul McGuigans Hollywoodtragödie pendelt zwischen den Vierziger- und Fünfzigerjahren sowie den Siebzigern bis 1981. Es scheint, als flüchte sich GG, die absteigende Femme fatale, in jene glorreiche Zeit (und Illusionen), um der Wirklichkeit (ihrer Krankheit) zu entkommen. Die Sehnsucht wird zum Fluchtpunkt, die Gegenwart zur Last. So spiegelt sich ihr Leben doppelt im Kino, in Hollywood und Liverpool.
Das berührende Drama beschränkt sich leider nur auf diese endliche Liebesepisode. Die Jahre des Aufstiegs, der Glorie, der Flops, die Zeit der privaten Desaster, der Skandale bleiben weitgehend ausgeklammert. Der Film erinnert packend an einen vergessenen Star, wird ihm als biografische Rückblende aber nicht gerecht.
Grossbritannien 2017
105 Minuten
Regie: Paul McGuigan
Drehbuch: Matt Greenhalgh, Peter Turner
Kamera: Urszula Pontikos
Darsteller: Jamie Bell, Annette Bening, Julie Walters, Vanessa Redgrave
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