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Nordöstlich von Damaskus, etwa 60 km entfernt, liegt das Dorf Maalula an den Hängen einer steil aufragenden Felslandschaft, 1720 m über dem Meeresspiegel. Der Weg dorthin führt durch das karge Qalamun-Gebirge, einer Region des Anti-Libanon. Wegen des angenehmen Klimas verbringen hier die Syrer gerne ihre Sommerferien – sofern sie es sich leisten können. Sehenswürdigkeiten sind hier die Klosterkirche des Heiligen Sergios und das Kloster der Heiligen Thekla. Maalula ist auch deshalb von besonderem Interesse, weil hier noch ein Dialekt des Aramäischen gesprochen wird, das vor dem Arabischen die gebräuchliche Sprache im Vorderen Orient war. Vermutlich hat auch Jesus diese Sprache gesprochen.
Die Klosterkirche wurde zum Gedenken des Heiligen Sergios erbaut, einem syrischen Soldaten, der zur Zeit des Kaisers Maximian (3. Jh.) gelebt hatte. Er hatte sich der Teilnahme am Opferkult für Jupiter verweigert und war deshalb in Resafa enthauptet worden. Hier, wo er begraben liegt, hatte man ein Kloster gegründet. In der Klosterkirche ist hinter der Ikonostase eine interessante Altarplatte zu sehen: sie ist noch für den Gebrauch heidnischer Opfer konzipiert – sie hat eine Rinne für den Blutabfluss, die typische Form von Altarplatten der Übergangszeit vom Heidentum zum Christentum. Die Kirche hat den Grundriss einer Kreuzkuppelkirche. Rechts und links von der Apsis, wo der Gottesdienst stattfand, befinden sich Protesis (der Aufbewahrungsort für die Kirchengeräte) und Diakonikon (ein Umkleideraum für die Priester). Sofern man Glück hat, spricht ein geschäftstüchtiger Priester in der Kirche das Vaterunser in aramäischer Sprache, auch darf man vom Klosterschnaps kosten, der allerdings fürchterlich schmeckt.
Durch eine Schlucht gelangte man zum Kloster der Heiligen Thekla. Auch sie wird in Maalula verehrt. Die Legende erzählt, dass sie vom Apostel Paulus zum Christentum bekehrt wurde. Sie wollte ihr Leben Gott weihen und ein jungfräuliches Leben führen. Als sie sich auf der Flucht vor den Nachstellungen ihrer Verehrer – eine Version erzählt auch, auf der Flucht vor wilden Tieren – in eine Grotte gerettet habe, soll sich diese hinter ihr verschlossen haben. Um die Grotte wurde ein Kloster erbaut, in der Kapelle, die in das Felsgestein gehauen wurde, ruht die Heilige Thekla in ihrem Sarg. Der Ort ist ein Wallfahrtsort für griechisch-orthodoxe Christen: das Wasser aus einem der Brunnen gilt als wundertätig.