Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03196.jsonl.gz/2940

Bestandsentwicklung der Enten
Entenvögel
Schwimmente - Gründelnde Stockenten Erpel (Foto: Ulrich Prokop (Scops) from de.wikipedia.org)
Die auffallendsten Vögel am Klingnauer Stausee sind die Entenvögel (Familie Anatidae), zu denen auch die Gänse, Schwäne und Säger gehören. Bei den eigentlichen Enten unterscheidet man zwei Gruppen: die Schwimmenten mit den Gattungen Anas, Aix u.a. und die Tauchenten mit den Gattung Aythyas und Netta.
Schwimmenten, beispielsweise die Stock- oder Schnatterente, suchen ihre Nahrung meistens gründelnd im ufernahen Flachwasser von der Wasseroberfläche aus, indem sie nur den Kopf und allenfalls den Vorderkörper unter Wasser halten. Tauchenten, beispielsweise die Reiherente, suchen ihre Nahrung auch im tieferen Wasser, wo sie zum Gewässergrund hinunter tauchen.
Tauchenten : Schwimmenten
Nach dem Aufstau 1935 dominierten am Klingnauer Stausee zunächst die Tauchenten. In den Wintermonaten wurden regelmässig über 5000 Reiher- und Tafelenten gezählt. Im Laufe der 1960/70er Jahre nahm der Bestand an Tauchenten dramatisch ab, so dass heute jeweils nur noch ein paar Hundert beobachtet werden können und die Schwimmenten klar in der Überzahl sind.
Der Rückgang der Tauchenten am Klingnauer Stausee ist besonders bemerkenswert, weil ihr Bestand in der selben Zeit in der übrigen Schweiz stark anstieg. In den 1960/70er Jahren wurde die Wandermuschel (Dreissena polymorpha) in vielen Schweizer Gewässern eingeschleppt und breitete sich stark aus. Dadurch verbesserte sich das Nahrungsangebot für Tauchenten radikal und die Bestände nahmen gesamthaft zu. Am Klingnauer Stausee machte sich dagegen die Verlandung immer mehr bemerkbar. Über zwei Millionen Kubikmeter Sand und Schlick lagerten sich innert drei Jahrzehnten ab. Dadurch verringerte sich die durchschnittliche Wassertiefe von 5 m auf weniger als 2 m. 30 – 40 % des Stausees sind heute weniger als 1 m tief. Solche Verhältnisse sind für Tauchenten ungünstig. Sie müssen sich andere Nahrungsgründe erschliessen. Für die Schwimmenten haben sich die Bedingungen zwar eher verbessert, zahlenmässig ist jedoch ebenfalls ein Rückgang festzustellen. Insbesondere nach 1974 erfolgte ein unerklärlicher, massiver Bestandeseinbruch. Seither haben sich die Bestände stabilisiert oder sogar etwas erhöht. Heute findet man im Winter regelmässig 1000 bis 2000 Stock-, Spiess-, Krick- und Schnatterenten am Stausee, während die Summe der häufigsten Tauchenten (Tafel-, Reiher- und Schellenten) heute um 500 liegt.
Durchschnittliche Anzahl Enten im Winter.