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«Der Bundestag muss kleiner und weiblicher werden»
«Der Bundestag muss kleiner und weiblicher werden», sagt der Vizepräsident des Bundestages, Thomas Oppermann. Er will das Wahlrecht in Deutschland grundlegend verändern und hat dafür zwei konkrete Vorschläge.
Am Donnerstag findet im Bundestag eine Feierstunde zu 100 Jahren Frauenwahlrecht statt, denn im Januar 1919 konnten Frauen in Deutschland dieses Recht erstmals nutzen. Vizepräsident Thomas Oppermann hat nun eine umfassende Reform des Wahlrechts gefordert. «Der Bundestag muss kleiner und weiblicher werden», sagte der SPD-Politiker der «Welt».
«Das können wir mit einem grossen Wurf erreichen, einer Reform des Wahlrechts, die beide Probleme gleichzeitig löst.» Diese sollte erst zur übernächsten Bundestagswahl in Kraft treten, sodass sich alle Beteiligten langfristig auf die neue Regelung einstellen könnten.
Oppermann schlug konkret vor
- die Zahl der Wahlkreise von jetzt 299 auf künftig 120 zu reduzieren,
- dafür aber in jedem Wahlkreis zwei Direktkandidaten wählen zu lassen – jeweils einen Mann und eine Frau.
«Die Optionen des Wählers werden also erweitert: Er kann einen Mann, eine Frau und eine Partei wählen. Wir hätten also quasi ein Drei-Stimmen-Wahlrecht», sagte Oppermann. Durch die Reduzierung der Wahlkreise gäbe es ausserdem einen Puffer, mit dem fast alle Überhang- und Ausgleichsmandate abgedeckt werden könnten. Die Zahl der Abgeordneten würde somit abnehmen.
Der Bundestag zählt derzeit mehr als 700 Sitze – so viele wie nie zuvor. Der Frauenanteil ist im Vergleich zur vorherigen Wahlperiode gesunken: auf rund 31 Prozent (mehr dazu erfahren Sie hier!)