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Das meist sonnige Wochenende vom 20./21. Januar lockte viele Tourengänger und Variantenfahrerinnen in den Pulverschnee. Dabei wurden einige Lawinen durch Personen ausgelöst. Lawinen rissen meist in oberflächennahen Schichten an und waren meist klein, vereinzelt mittelgross.
Die ergiebigen Schneefälle der Vorwoche fielen auf eine lockere, kantig aufgebaute Altschneeoberfläche und Oberflächenreif (s. Blog Vorwoche). Am Freitag, 19. Februar wurden bei Sicherungssprengungen gute Erfolge erzielt und einzelne Lawinen wurden auch fernausgelöst. Es stellte sich die Frage, ob sich hier ein Altschneeproblem entwickelt, weshalb wir hier kurz auf die Lawinenaktivität vom Wochenende 20./21. Januar zurückblicken (Bildstrecke, Abbildung 1).
Der Neuschnee der letzten Woche wurde am Wochenende mit meist mässigem Wind aus unterschiedlichen Richtungen verfrachtet. Die dadurch entstandenen Triebschneeansammlungen waren meist nicht gross, aber an allen Expositionen vorhanden. Neu- und Triebschnee lagen auf einer ungünstigen Altschneeoberfläche, weshalb das Lawinenproblem auch als Altschneeproblem im Lawinenbulletin erwähnt war. Am Samstag wurde mit erheblicher Lawinengefahr (Stufe 3) im Westen und am Alpennordhang von einer hohen Auslösebereitschaft und potenziell grossen trockenen Lawinen ausgegangen. Wie die Rückmeldungen zeigten, war die Auslösebereitschaft der Lawinen teils hoch, dagegen waren die Lawinengrössen meist aber nur klein, teils auch mittelgross. Einzelne mittelgrosse Lawinen wurden aus dem Unterwallis und dem Gotthardgebiet gemeldet; hier gab es sehr vereinzelt Lawinen, die in tieferen Schichten der Schneedecke anrissen (s. Bildgalerie oben). Auch am Sonntag wurden noch einige, meist kleine Lawinen durch Personen ausgelöst (Abbildung 1).
Es gibt verschiedene mögliche Gründe, wieso die Lawinen nicht häufiger flächig in der aufgebauten Oberflächenschicht der Vorwoche anrissen. Welcher dieser Gründe ausschlaggebend war, oder ob es eine Kombination der Gründe war, ist nicht klar.
- Fehlende Flächigkeit der Schwachschicht: Der Wind hat die Oberflächenschicht vor dem Schneefall stellenweise erodiert, so dass diese nicht mehr über grössere Flächen zusammenhängend vorhanden war
- Eigenschaft der Schwachschicht: Die oberflächennahe Schicht war nicht so stark aufgebaut wie erwartet (die kantigen Kristalle kleiner als erwartet) und somit war die Bruchinitiierung nicht so einfach.
- Eigenschaft des Schneebretts: Die Neu- oder Triebschneeschicht oberhalb der Schwachschicht hatte Eigenschaften, welche die Bruchausbreitung nicht begünstigten. Dies kann sein, weil das Schneebrett zu hart, zu weich, zu dünn oder einfach zu wenig flächig vorhanden war.
Für eine ausgeprägte Altschneesituation müssen also einige Faktoren zusammenkommen. Dies schien am vergangenen Wochenende zum Glück nicht erfüllt gewesen zu sein, so dass die Situation allgemein günstiger war als vorgängig erwartet.
Am Wochenende wurden 20 Lawinen durch Personen ausgelöst, wobei elf Personen erfasst wurden. Es gab keine ganzverschütteten Personen und es ereignete sich auch kein tödlicher Lawinenunfall.
Neben diesen Lawinen gingen am Wochenende auch einige Gleitschneelawinen nieder (Bildstrecke). Nach dem Abgang einer Gleitschneelawine am Sonntagabend im Gebiet Lenzerheide wurde eine Sicherheitssuche durchgeführt, die glücklicherweise negativ ausfiel (d.h. ohne Personenverschüttung).
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.