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Die Veltheimer Kirche steht mitten im Dorf auf einem kleinen Geländesporn und überragt dadurch ein Ensemble historischer Gebäude, deren Bezeichnung als «Pfaffenhäuser» ihre frühere Funktion umschreibt. Das alte, bis 1528 in Gebrauch stehende Beinhaus wurde 1907 abgetragen. Auch das frühere Pfarrhaus von 1681 erlitt 1957 das gleiche Schicksal.
Neben der Kirche stehen heute das Kirchgemeindehaus und das moderne Pfarrhaus.
Hier sind auf alten Fotografien das ehemalige Pfarrhaus von 1681 (links) und das spätmittelalterliche Beinhaus (rechts) zu sehen. Beide Gebäude wurden abgetragen.
Die gesamte Anlage ist von ansehnlicher Grösse und erinnert stellenweise an eine städtische Siedlung. Hier dürfte wohl der Ursprung einer alten Legende vom «Städtchen Veltheim» liegen.
Der massive Turm dient als Eingangshalle zum 1760 neu errichteten Schiff. Der stämmige Turmbau zeigt an den Ecken rohe Bossenquaderung. Über dem profilierten Gesims finden sich gekuppelte, unterspitzbogige kleine Schallöffnungen. Unterhalb sind süd- und nordseitig zwei Zifferblätter der Turmuhr angebracht. Das alte Turmuhrwerk von 1530 mit Pendelantrieb stammte von Laurentius Liechti (†1545) von Winterthur. Es wurde 1952 durch ein Präzisions-Turmuhrwerk mit elektro-automatischem Gewichtsaufzug ersetzt. Zudem werden zwei neue Zifferblätter montiert.
Die glatt verputzten Aussenwände sind von sehr schlichten Rundbogenfenstern mit Muschelkalkrahmen durchbrochen. Den Zugang für die Gottesdienstbesucher gewähren – neben dem westseitigen Turmtor – zwei rechteckige Türen beidseits des Schiffes.
Schiff und Chor verfügen über ein ostseitig abgewalmtes Satteldach, dessen Firstrichtung im Käsbissen des Turms fortgesetzt wird.
Zwischen Turm und Schiff ist – wie bereits erwähnt – eine deutliche Achsenabweichung zu beobachten. Insgesamt ist das Veltheimer Gotteshaus mit seinem dreiseitigen Ostabschluss und den zwei seitlichen Eingängen als Spätform des zweiten Typus des aargauischen protestantischen Predigtsaals zu werten.