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New York - Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben von Haiti, bei dem etwa 250'000 Menschen starben, sind nach UNO-Angaben nicht einmal zwei Drittel der versprochenen Gelder angekommen. Demnach registrierten die Helfer bislang den Eingang von nur 63,6 Prozent des versprochenen Geldes.
Nach dem Beben im Januar 2010 hatten die Vereinten Nationen den grössten Spendenaufruf ihrer damaligen Geschichte gestartet. Nur der nach der Flutkatastrophe in Pakistan ein halbes Jahr später war etwas grösser.
Etwa 60 der 192 UNO-Staaten hatten Milliardenhilfe zugesagt, mit der eigentlich die Wünsche der Helfer für Versorgung der Opfer und Wiederaufbau des Landes erfüllt werden könnten. So sollten in den nächsten fünf Jahren fünf Milliarden Dollar kommen, davon im vergangenen Jahr allein 2,1 Milliarden. Nicht einmal zwei Drittel des Geldes ging ein.
Die USA, die allein mehr als eine Milliarde Dollar zugesichert haben, wollen die UNO-Kritik relativiert sehen. Offenbar gebe es Missverständnisse über das Tempo, mit dem die Versprechen erfüllt werden könnten.
"Eine Zusage ist kein Barscheck", sagte Carleene Dei vom Hilfsprogramm USAID. "Eine Zusage muss eine Kongressvorlage werden. Eine Kongressvorlage muss in die Haushaltspläne gehen. Ein Haushalt muss überprüft und abgesegnet werden. Und das Geld muss irgendwo herkommen."
Nationaler Trauertag ausgerufenDie Regierung von Haiti rief unterdessen den 12. Januar zum "Nationalen Tag der Trauer und Besinnung" aus. Im ganzen Land sollten Behörden, Schulen, Geschäfte und Fabriken geschlossen bleiben, hiess es am Freitag (Ortszeit) in einem Regierungsdekret.
Die Flaggen vor öffentlichen Gebäuden werden auf Halbmast gesetzt, im Radio und Fernsehen soll es am Mittwoch kommender Woche "angemessene Sendungen" geben. Zur Erinnerung an die Todesopfer des Bebens soll zudem ein Denkmal in der Nähe des zerstörten Präsidentenpalastes errichtet werden.
Das ärmste Land der westlichen Hemisphäre war am 12. Januar 2010 von einem Erdbeben der Stärke 7,0 erschüttert worden. Rund 250'000 Menschen starben, 1,3 Millionen Menschen wurden obdachlos. Im Oktober brach in dem Karibikstaat zudem eine Cholera-Epidemie aus, an der bislang mehr als 3600 Menschen starben.
SDA-ATS