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Das Schweizer Frauen-Kunstturnen lag am Boden, als Zoltan Jordanov 2007 aus Grossbritannien zum Schweizerischen Turnverband stiess. Der Ungar mit britischem Pass folgte auf den Franzosen Eric Demay, gegen den sich die Athletinnen um Ariella Kaeslin aufgelehnt hatten.
Jordanov entwickelte sich zum Glücksfall für den STV. «Er prägte das Schweizer Frauen-Kunstturnen wie kein Zweiter seit den «Martschini-Girls» in den Siebzigerjahren», sagte Felix Stingelin, Chef Spitzensport im STV. Unter Jordanovs Führung gelang Ariella Kaeslin der Aufstieg an die europäische Spitze. Als erste Schweizerin gewann sie 2009 Edelmetall an internationalen Titelkämpfen, 2010 folgte mit WM-Silber die nächste Premiere.
Eine Medaille als Höhepunkt
Giulia Steingruber knüpfte nach dem Rücktritt Kaeslins nahtlos an die Erfolge an. Fünf EM-Titel und vier weitere EM-Medaillen errang die Ostschweizerin und entwickelte sich unter Jordanov von der Sprung-Spezialistin zur Allrounderin. Der Höhepunkt folgte 2016 mit dem Gewinn von zwei EM-Titeln in Bern und der Olympia-Bronzemedaille am Sprung in Rio.
Die Medaille – es war auch Trainer Jordanovs erste an Olympischen Spielen – widmete Steingruber ihrem langjährigen Förderer. Einen besseren Trainer könne sie sich nicht vorstellen. Jordanov wusste, wann er seine Athletinnen fordern konnte. Er wusste aber auch, wann er die Belastung zu reduzieren hatte.
Auf dem Höhepunkt und mit etwas Wehmut tritt Jordanov, der einst slawische Sprachen und Sport studierte, Ende des Jahres ab. «Es war der beste Entscheid meines Lebens, in die Schweiz zu kommen», sagte er.
Sendebezug: SRF 1, «Sports Awards», 18.12.2016, 20:05 Uhr