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Weitere Luftaufnahmen von Bursinel
Dieser aussergewöhnliche Wohnsitz wurde 1828 für Armand Delessert verwirklicht, dessen Familie (der Zweig von Cossonay), eines des bekanntesten aus dem Waadtland im 18. und 19. Jahrhunderte war. Seine bekanntesten Vertreter zeichneten sich besonders in den Finanzen, den Wissenschaften und der Politik aus; sie hatten wichtige Posten in Frankreich inne. Der in 1780 geborene Armand Delessert, führte eine glänzende Karriere in Frankreich und in den Vereinigten Staaten. In 1810 heiratete er Maria Archer, ursprünglich aus England, deren Familienmitglieder das Gebiet von Oujonnet bis Bursinel besassen. Das Paar hatte vier Kinder, und hielt sich in Frankreich auf, bevor es in die Schweiz in 1825 zurückkam, wo es dann wichtige Landkäufe betätigte.
Diese Landkäufe in der Nähe der Ländereien der Schwiegereltern von Armand, bildeten ein ausgedehntes Gebiet, das "Choisi" (Erwählt) neugetauft wurde, auf dem das Herrenhaus und seine Abhängigkeit in 1828 vom Unternehmer-Architekten Samuel Noblet nach Plänen des Tessiner Architekten Louis Bagutti verwirklicht wurde.
Arthur Delessert, der ältere Sohn von Armand und Maria, erbte Choisi in 1857 und verkaufe es 1871 an Arthur-Auguste Brölemann. Anfangs des 20. Jahrhunderts gelangte das Gebiet durch Ehe an Adolphe Bontoux.
Seit ungefähr den 30er Jahren gehört das Eigentum einer Genfer Bankier Familie. Diese stellten im Jahre 1946 das Haus Sir Winston Churchill zur Verfügung, der sich dort vom 23. August bis 16. September aufhielt.
Die Arbeiten wurden vom Unternehmer-Architekten Samuel Noblet durchgeführt (der ebenfalls das Schloss Beaulieu bei Gilly für Jean-Gabriel Eynard verwirklichte) nach Plänen, die an den Tessiner Architekten Louis Bagutti zurückzuführen sind. Letztere ist ebenfalls der Verantwortliche der Saladin-Villa in Pregny, das gegen 1858 abgerissen wurde, um Platz für das Rotschild-Schloss zu machen. Er verwirklichte ebenfalls das Haus von Bellerive, in der Nähe von Rolle, für den Schwiegerbruder von Armand, Antoine Rosset. Ausserdem plante die luxuriöse innere Einrichtung der Villa Mon Repos bei Lausanne und renovierte den Wohnsitz Beaulieu bei Gilly. Durch die soziale und kulturelle Umwelt des Bauherrn, durch die Persönlichkeit des Architekten und durch die Qualität der Werke mit einer formellen Sprache, gehört Choisi unumstritten zum grossen Corpus der neo-klassischen Architektur. Als nüchterne Konzeption, aber dennoch Zeuge einer grossen Nachforschung über die Harmonie der Proportionen und der peinlich genauen Pflege der Einzelheiten, fliesst dieses Herrenhaus in einem ästhetischen Strom, der insbesondere ab dem dritten Viertel des 18. Jahrhunderts entwickelt wurde, und stellt somit ein globales Werk dar, an dem nicht nur die Architektur, die Skulptur und ihr bemaltes Dekor, aber auch der Park mit seinen Garten, Alleen, Bäumen und seiner romantischen Insel teilhaben; diese Gesamtheit integriert das Herrenhaus in die Landschaft.
Dieser reine Neo-Klassizismus, der sowohl vom antiken Griechenland, Palladio und generell von der italienischen Renaissance inspiriert wurde, zeugt von einer internationalen stilistischen Bewegung. Im Wohnbereich und für dieses Zeitalter, zählt Choisi unumstritten zu den besten architektonischen Werken der Schweiz.
Die Eingangstür, mit einem halbrunden Tympanon und einer Glasmalerei geschmückt, datiert aus 1828. Dort stehen die Wappen der Familien Delessert und Archer nebeneinander. Die Empfangszimmer präsentieren stolz ihre Decken, die in der Palladischen Tradition gewölbt wurden, mit bemerkenswerten grau in grauen Malereien geschmückt, und reichlich zusammengesetzten Parkette; jedes Zimmer wird mit einem Kamin oder mit einem Ofen ausgestattet (die Heizkörper erschienen erst später). Das hohe Fenster im Innern des Esszimmers erlaubte wahrscheinlich der Hausherrin, laufend während den Mahlzeiten, diskret den Angestellten auf der kleinen Galerie Befehle zu geben. Die Bar-Raucherzimmer wurde in den dreissiger Jahren (?) im Art Deko Stil eingerichtet; dort rauchte Sir Winston Churchill einige Zigarren und trank einen Whisky...
Ein sehr geschickter doppelter Weg erlaubte es den Angestellten, die Wege der Herren des Hauses nie zu kreuzen: einerseits die grosse anspruchsvolle Treppe die von unten in die oberen Stockwerke führt und auf der anderen Seite die Dienstboten-Treppe als versteckte Wendeltreppe, die das Untergeschoss (Küchen, Keller, Wäscheräume usw..) mit den Dächern (Personalkammern) verbindet. Die äusserst zahlreichen Statuen sind aus massivem Marmor und von grosser Qualität; früher umfasste der Park viel mehr davon, und man kann erkennt gegenüber vom Eingang, einen jungen Apollo, eine Kopie eines antiken Werkes, das im Museum in Florenz steht. In den Innenräumen befinden ebenfalls mehrere Statuen, die weder unterzeichnet noch datiert sind.
Die künstliche Insel von 70 m am Ufer, mit einer sehr seltenen ovalen Form (10 auf 15 m), im Lac Léman, könnte eine der ältesten sein (Insel Harpe bei Rolle (1837-1844), Insel Salagnon bei Clarens (Beginn des 20. Jahrhunderts).
Bibliographie