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großen Bucht gleichen Namens. Die bedeutendste derselben ist Samak, die sich 52 km von N. nach S. mit einer größten Breite
[* 3] von 15 km erstreckt, im Innern fruchtbar, reich an Quellwasser und Dattelpflanzungen ist und in 15 Dörfern und der Hauptstadt
Menameh (am Nordostende) über 40,000 Seelen zählt. Nordöstlich vor derselben liegt die kleine InselArad oder Moharrak. Die Bahreïninseln sind besonders wichtig durch Perlenfischerei, welche in ausgiebiger Weise hier seit alten Zeiten
und noch immer, wie es Edrisi vor 700 Jahren schilderte, betrieben wird.
Sie dauert vom Mai bis Ende September, beschäftigt 2000-2500 Boote und hat einen durchschnittlichen jährlichen
Wert von 5 Mill. Mk. Die Perlenbänke der Bahreïninseln liegen 8-30 Faden
[* 4] unter der Meeresfläche und ziehen sich durch einen beträchtlichen
Teil des Meerbusens bis zu den Biddulfsinseln hin. Die Taucher sind gewöhnlich Neger, welche nach Palgraves (wohl übertriebener)
Angabe bis zu 2 Minuten unter Wasser bleiben können, aber von den reichen indischen Kaufleuten, in deren
Händen sich die Fischerei
[* 5] befindet, schlecht bezahlt werden. Die Bahreïninseln waren schon den Alten als Tylos und Arados bekannt.
Die Portugiesen besetzten sie bald nach der Eroberung von Ormus. Nachdem ihnen SchahAbbasOrmus entrissen hatte, mußten sie
auch Samak ausgeben; 1784 bemächtigten sich die Araber der Insel, die sie noch heute im Besitz haben. Seit 1861 steht
der Fürst unter englischem Protektorat.
Theodore
Bent, welcher die Inseln, namentlich die größte derselben, die flache, nur an einer Stelle
zu 120 m ansteigende Samak, kürzlich besuchte, bezeichnet als ihre größte Merkwürdigkeit die vielen Tausende von Grabhügeln
auf der Nordhälfte von Samak (oder Bahreïn), von denen er einige öffnete. Er hält dieselben nach den darin gemachten Funden
für Werke der Phöniker, deren Ursitze Herodot, irrtümlich und durch falsche Etymologien verleitet,
hierher verlegt. - Manameh, eine Stadt von 8000 Einw., welche sich langgestreckt an der Nordküste von Samak hinzieht, ist der
Hauptsitz der berühmten Perlenhändler und Taucher, letztere meist afrikanische Neger.
Beschäftigt sind beim Perlenfischen etwa 400 Boote mit 8-20 Mann Besatzung; die Saison dauert vom April bis Oktober. Jedes Boot
zahlt dem unter britischem Schutze stehenden ScheichEsau, dessen Familie früher auch die gegenüberliegende, jetzt türkische
Küstenlandschaft Hasa be- herrschte, eine Steuer. Noch heute sind bei diesem Handel die alten portugiesischen Gewichte und Namen
im Gebrauch (die Portugiesen besaßen die Inseln etwa ein Jahrhundert lang, 1521-1622). Hauptstadt des Inselreichs ist
Moharek; außerdem zählt dasselbe etwa 50 Dörfer, die von fleißigen Ackerbauern bewohnt werden und sich durch kunstvolle
Bewässerungsanlagen und schöne Palmenpflanzungen auszeichnen. Die Bewohner der Küste sind meist fanatische Wahabiten, die
des Innern Schiiten. Berühmt im ganzen Orient sind die weißen Esel von Bahreïn. - Nach den Erkundigungen des niederländischen
Generalkonsuls Keun de Hoogerwoerd hatte die Einfuhr der Bahreïn-Inseln im Jahr 1885/86 einen Wert von
3,821,960 holl. Gulden, die Ausfuhr von 3,598,600 Guld. Es liefen ein 34 europäische Dampfer von 42,549 Ton. und 764 arabische,
indische, persische Küstenschiffe von 10,757 T., zusammen 798 Schiffe
[* 6] von 53,306 T.