Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03525.jsonl.gz/2312

Basel, 1960 datiert
Fred Spillmann (1915 - 1986)
Maschinenspitze über Seidentaft; Seidenpongé, Tüll, Seidenorganza (Futter)
VL. 107 cm, TW. 74 cm, OW. 98 cm; B. 4 cm, L. 82,5 cm (Gürtel)
Legat Marie-Eva Ségal-Bamberger
2001.351.
Das 1960 im Atelier von Fred Spillmann geschaffene Cockailkleid besticht durch seine äusserst aufwendige und sorgfältige Arbeit.
Fünfzehn von Hand in den Rock eingesetzte Zwickel sorgen für die riesige Weite, die am Saum einen Umfang von über fünf Metern erreicht. Ein stark plissierter Unterrock unterstützt die gebauschte Form. Sie ist eine damenhafte und vornehme Ausprägung der seit den Fünfziger Jahren beliebten Petticoat-Mode, die auch zu Beginn des neuen Jahrzehnts ihre Beliebheit noch nicht eingebüsst hatte.
Die schwarze Spitze ist dem Kleid nicht nur partiell appliziert, sondern bedeckt die ganze Oberfläche. Während der grösste Teil durch die Tüllspitze mit den eingestreuten Tupfen belegt ist, verdichtet sich die Spitze zu der reichen Blumenbordüre am Saum. Der bogige Abschluss der Spitze bestimmt den entsprechenden Verlauf des Saumes, der in zeitintensiver Handarbeit genäht wurde.
Der aus der Weite entstehende Reiz des Kleides entfaltet sich besonders in der Bewegung, und der Name des Modells, Charleston, deutet die Möglichkeit der Nutzung als Tanzkleid an. Ein weiteres Kleid von Fred Spillmann mit diesem Titel, entstanden 1966, befindet sich ebenfalls in der Sammlung des HMB (siehe Jahresbericht HMB 1999, S.82). Der Vergleich der beiden Kleider zeugt vom modischen Wandel in den sechs Jahren und der Kreativität ihres Schöpfers.