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Bei uns nehmen Eier an Ostern eine besondere Stellung ein. Aber in anderen Kulturen gehörten sie zur Schöpfungsgeschichte. So z.B. in der griechischen Antike, in der der Schöpfergott Chronos das silberne Weltenei schuf. Aus der Eierschale entstand schliesslich die Erde, aus dem Dotter das Element Feuer, aus dem Eiweiss das Wasser und die Luft aus der kleinen Blase im Ei. Aber auch bei Indern, Persern und Ägyptern kannte man das Weltenei. Kein Wunder, fanden Archäologen prächtig verzierte echte Eier sowie verzierte Nachbildungen von Eiern aus Marmor, Ton und Alabaster. Auch gefärbte Eier sind aus vorchristlicher Zeit bekannt.
Im Christentum wurde das Ei zum Symbol für die Auferstehung Christi, die zerbrochene Eierschale wurde als leeres Grab gedeutet, und die ab Mittelalter übliche rötliche Färbung war Symbol für Tod und Auferstehung Christi. Später gab es nebst den roten auch grüne, blaue, gelbe, schwarze, goldene und silberne Eier. Zudem wurden diese verziert. In Russland z.B. trug man mit einem Federkiel Ornamente aus flüssigem Wachs auf die Eier auf und legte sie anschliessend in ein Farbbad, wobei die mit Wachs bedeckten Stellen keine Farbe annahmen. Zum Schluss entfernte man das Wachs. In Österreich zeichnete man auf gefärbte Eier, indem man sie mit einer in Salzsäure getauchten Stahlfeder bearbeitete. Und in Mähren beklebte man ausgeblasene Eier mit eingeweichten, aufgeschlitzten und gebügelten Strohhalmen.
Im 18. Jh. wurde das Ei teils auch zum Luxusgegenstand. Ausschlaggebend dafür war die Mode des Ostereierschenkens in adeligen Kreisen. Unter Ludwig XV liess man Ostereier von berühmten Malern bemalen; und der russische Hofjuwelier Fabergé stelle alljährlich auf das Osterfest ein sogenanntes Überraschungsei für die Zarenfamilie her.