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Die Geldpolitik von Ethereum
Mai, 2020
Natürlich führt das dezentrale Finanzwesen in vielerlei Hinsicht zu dieser positiven Veränderung für Ethereum, aber es ist nicht nur das, obwohl DeFi die meiste Aufmerksamkeit erhält. Auf Ethereum passiert eine ganze Reihe weiterer Dinge.
Eines der Hauptanliegen des Ethereum ist die Inflation. Die Geldpolitik von Ethereum wird durch die Belohnungen definiert, die zu einem bestimmten Zeitpunkt vom Protokoll ausgezahlt werden. Das Netzwerk wurde so aufgebaut und codiert, welches vorallem für das Proof-of-Work mit den Miner gebaut wurde, dass aber auch mit dem Proof-of-Stake eine unbestimmte Inflation möglich ist. Wenn Ethereum auf Proof-of-Stake umgestellt würde, würde diese Inflation nicht aufhören. Dies bedeutet wie bekanntlich am Anfang eine hohe Inflation, aber mit der Zeit nimmt diese Inflation ab, würde aber niemals Null erreichen. Dies unterscheidet sich stark von Bitcoin, das beim Halving im Jahr 2024 unter 1% fallen und sich nach jedem Halving einer Inflation von Null nähern und diese erreichen wird. Es wird geschätzt, dass das letzte Halving dann im Jahr 2140 stattfinden wird und Bitcoin offiziell eine deflationäre Währung wird.
Das neue Modell von Ethereum 2.0 hält die Inflationsraten unter 1% und eine sich dynamisch anpassende Belohnungsskala für den Einsatz des Validators. Der "Ethereum Improvement Proposal 1559" – bekannt als EIP-1559 - wurde in erster Linie nicht erstellt, um das Inflationsproblem zu beheben, sondern um einen Gebührenmarkt für Gas für die Aufnahme einer Transaktion in einen Ethereum-Block festzulegen. Die Tatsache, dass dies auch die Inflation unterstützt, ist jedoch ein positiver Nebeneffekt. Um dies zu erklären, muss man zunächst verstehen, wie die aktuelle Gebührenstruktur funktioniert. In Bitcoin müssen wir zum Senden einer Transaktion eine Mining-Gebühr hinzufügen. Auf diese Weise motivieren wir die Miner, es in einen Block aufzunehmen. In Ethereum 1.0 müssen wir auch die Miner für ihren Beitrag zur Rechenleistung zum Supercomputer von Ethereum motivieren. Das Ethereum-Netzwerk läuft mit Gas. Jede Codezeile, die vom Netzwerk ausgeführt werden muss, nimmt eine bestimmte Menge an Gas auf. Wenn kein Gas mehr vorhanden ist, wird der Code nicht mehr ausgeführt. Man gibt an, wie viel Gas man im Voraus verwenden möchten und kann dies im Nachhinein nicht ändern. Dieses System motiviert Smart-Contract-Programmierer, ihren Code schlank und optimiert zu halten, da Gas Geld kostet. Gas, das Sie bezahlen, geht an die Miner, da diese Rechenleistung investieren, um das Hauptbuch der Ethereum-Transaktionen zu aktualisieren, ähnlich wie bei Bitcoin. Gas ist nicht etwas, das man besitzen kann, sondern nur eine Rechnungseinheit, um zu messen, wie viel Arbeit zum Ausführen eines Zeilencodes erforderlich ist. Man kann es als das Äquivalent von Arbeitsstunden betrachten. Gas wird in Ether bezahlt, und da sich der Preis von Ether ständig ändert und wir Smart Contracts in Ether bewerten würden, wäre der Preis jedes Mal anders, wenn wir ihn berechnen. Wenn man bei Gas denselben Contract mehrmals ausführen, wird immer eine feste Menge an zu zahlendem Gas zurückgebracht. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Gebühren in Ethereum ein allgemeiner Begriff sind, der sich auf das verwendete Gas multipliziert mit dem Gas-Preis bezieht, den Sie bereit sind zu zahlen. Etwa wie ein einfaches Auktionsmechanismus. Das Problem mit diesem Mechanismus ist, dass normalerweise Miner Transaktionen mit den höchsten Gebühren auswählen, was dazu führt, dass viele Benutzer stark überbezahlen.
Die neue Gebührenstruktur für Ethereum’s Proof-of-Stake enthält eine sogenannte Grundgebühr (bekannt als ‘Base Fee’) und ein mögliches Trinkgeld (bekannt als ‘Tip’). EIP 1559 legt den Marktpreis für die Blockeinbeziehung fest und verbrennt den Grossteil der ETH in der Transaktionsgebühr – genauer gesagt die Grundgebühr. Diese Grundgebühr ist ein Betrag, die basierend auf dem aktuellen Überlastungsgrad von Ethereum hergeleitet wird und somit automatisch zu und abnimmt, wenn sich dieser Grad ändert. Dies ist vergleichbar mit Bitcoin’s Schwierigkeitsgrad. Die Grundgebühr erhält niemand, was bedeutet, dass Validatoren das momentane Gebührenmodell nicht zum ihrem Vorteil manipulieren können und es stellt auch sicher, dass nur Ether für immer zur Bezahlung von Transaktionen auf Ethereum verwendet werden kann. Und wozu ist dieses Trinkgeld? In Zeiten hoher Netzwerknutzung kann eine Person sicherstellen, dass ihre Transaktion enthalten ist, indem sie ein Trinkgeld zusammen mit dem Grundgebührenbetrag hinzufügt. Das Trinkgeld geht an die Miner und die Validatoren und ist die einzige Transaktionsgebühr, die sie einbehalten können.
Welche Auswirkungen könnte dies auf die Emission und die Inflation haben?
Gemäss Eric Connor’s Tweet am 25. September 2019 würde die Inflation nur 150 Ether pro Tag oder ca. 56'000 pro Jahr betragen. Mit einem Gesamtanzahl von ca. 110 Mio. Ether, würde die Inflationsrate somit sehr nahe bei Null liegen.
Laut Vitalik Buterin werden die Emissionen jedoch voraussichtlich zwischen 100'000 und 2 Millionen pro Jahr liegen, wobei das wahrscheinlichste Szenario darin besteht, dass sie weit unter 2 Millionen liegen werden. Angesichts der aktuellen jährlichen Emission von 4.7 Millionen Ether an Miner, dürfte der Ether-Preis aufgrund dieses massiven Angebotsschocks stark reagieren.