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In der Schilddrüse werden die Hormone Thyroxin (T4), Trijodthyronin (T3) und Thyreocalcitonin hergestellt. Letzteres ist am Calciumstoffwechsel beteiligt und benötigt Jod, sowie eine bestimmte Aminosäure. Die Schilddrüse kann Jod, das über die Nahrung aufgenommen wird, speichern, denn sie braucht es, um ihre Hormone produzieren zu können.
Die Schilddrüsenhormone sind wichtig für das Wachstum, die Hirnentwicklung und fördern den Abbau von Cholesterin in der Leber. Sie sind für die Wärmeproduktion des Körpers maßgeblich und bewirken, dass der Stoffwechsel beschleunigt und der Energieumsatz gesteigert wird. Sie sind also an wichtigen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt und stehen mit dem Nervensystem über einen so genannten Regelkreis in Verbindung: Das Zwischenhirn meldet über das Hormon TRH (engl.: tyreotropine releasing hormone) an die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), dass zu wenig Schilddrüsenhormone im Blut vorhanden sind. Dann veranlasst die Hypophyse, dass TSH (thyreoideastimulierendes Hormon) ausgeschüttet wird und dieses wiederum regt die Schilddrüse an, T3 und T4 zu produzieren. Ist eine „Sättigung“ erreicht, stellt das Zwischenhirn die Produktion von TRH ein, solange bis wieder Bedarf besteht. Wenn dieser Regelkreis gestört wird, kann es zu verschiedenen Erkrankungen kommen.
Bei allen Schilddrüsenerkrankungen muss immer mitgedacht werden, dass die Schilddrüse eine hormonproduzierende Drüse ist und in diesem Fall mit dem vegetativen Nervensystem in Verbindung steht. Das heißt wiederum, dass bei allen Prozessen die Psyche eine entscheidende Rolle spielt, denn der sympathische Anteil des vegetativen Nervensystems lässt sich willentlich nicht beeinflussen.
Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
Homöopathie und Schilddrüsenüberfunktion:
Schilddrüsenüberfunktion - was ist das?
Eine Schilddrüsenüberfunktion bedeutet, dass die Schilddrüse zu viele Schilddrüsenhormone produziert. Deren Aufgabe im Körper ist es, alle möglichen Funktionen zu beschleunigen. So klopft das Herz schneller, die Verdauung läuft schneller, der ganze Mensch verspürt eine nervöse Eile und ihm ist warm.
Diese Hormone (T3 und T4) werden mit Hilfe von Jod in der Schilddrüse erzeugt. Der Jodmangel in den Alpentälern war der ursprüngliche Grund, warum die Jodierung des Speisesalzes in der gesamten westlichen Welt eingeführt wurde.
Homöopathie bei Schilddrüsenüberfunktion:
Eine Schilddrüsenüberfunktion, die sogenannte Hyperthyreose, macht sich durch eine Vielzahl von körperlichen und psychischen Symptomen bemerkbar. Typisch sind Gereiztheit, Nervosität und Schlaflosigkeit. Viele Patienten entwickeln eine Struma, die Schilddrüse wird dicker und lässt sich deutlich tasten. Schwitzen, Herzklopfen und Gewichtsabnahme trotz Heißhungers sind ebenfalls häufig. Die Homöopathie kennt einige Mittel, die hier nicht nur die Symptome lindern, sondern zu einer ganzheitlichen Heilung führen können.
Erkrankungen der Schilddrüse
Schilddrüsenerkrankungen homöopathisch behandeln
Die Schilddrüse ist eine Hormondrüse vor der Luftröhre und unterhalb des Kehlkopfes. Sie produziert verschiedene Hormone zur Regulierung von Organfunktionen und übernimmt eine zentrale Funktion beim Körperwachstum. Diese Drüse kann durch bestimmte Krankheitsbilder, von der Medizin unter der Bezeichnung Thyreoditiden zusammengefasst werden, betroffen werden. Funktionsstörungen bzw. Fehlfunktionen der Schilddrüse führen zu einer erhöhten oder verringerten Produktion von Schilddrüsenhormonen. Die Folge sind nachteilige Auswirkungen auf den allgemeinen Gesundheitszustand des Betroffenen, darunter Wachstumsstörungen.
Schilddrüsenfehlfunktionen
Schilddrüsenerkrankungen können akut, subakut und chronisch sein. Es gibt schmerzhafte Schilddrüsenentzündungen und schmerzlose Unterfunktion bzw. Überfunktion der Schilddrüse, teils mit Knötchenbildung. Charakteristisch für die Schilddrüsenunterfunktion ist die ungenügende oder nicht vorhandene Ausschüttung von Hormonen durch die Schilddrüse. Bei der Überproduktion von Schilddrüsenhormonen führt zu einer Hyperthyreose. Bei manchen Patienten kommt es zu einer Vergrößerung der Schilddrüse. Dann zeigen sich Knoten am Hals, die gutartig, manchmal aber auch bösartig sein können. Schilddrüsenerkrankungen können unabhängig vom Alter auftreten, neuesten Forschungsarbeiten zufolge sind aber Frauen anfälliger für Schädigungen der Schilddrüse als Männer.
Schilddrüsenerkrankungen – Symptome
Erkrankungen der Schilddrüse sind besonders heimtückisch, sie zählen zu den schleichenden Krankheiten, da sie zu Beginn keine wirklich typischen Symptome zeigen. Kleinere Schilddrüsenknoten bereiten dem Betroffenen in der Regel keine lokalen Beschwerden. Für eine Unterfunktion der Schilddrüse gibt es verschiedene Alarmsignale. Typische Anzeichen einer entstehenden Hypothyreose oder Schilddrüsenunterfunktion sind Kraftlosigkeit und Leistungsminderung, häufiges Frösteln, Verlangsamung der Herzschläge, Haarausfall, Gewichtszunahme trotz Appetitlosigkeit sowie Muskelschwäche. Bei Kindern kommen Wachstumsstörungen bzw. Verzögerungen des Wachstums hinzu. Typisch für die stärkere Vergrößerung der Schilddrüse sind neben der Bildung eines Kropfs ein beschleunigter Pulsschlag, Herzrasen, Schlaflosigkeit, übermäßiges Schwitzen, das Hervortreten der Augen aus ihren Höhlen (Exophthalmus, „Glubschaugen“), Angststörungen, Nervosität und Erschöpfung der Muskeln.
Bei der Frau können Störungen der Schilddrüsenfunktionen zu Störungen im Menstruationszyklus führen und unregelmäßige oder besonders starke Blutungen oder auch ein Ausbleiben der Regelblutung bewirken. Ein auf Dauer unerfüllt bleibender Kinderwunsch sollte an eine Schilddrüsenfehlfunktion denken lassen. Bei älteren Menschen können Schädigungen der Schilddrüse Gedächtnisstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten bewirken. An einer Schilddrüsenerkrankung leidende Säuglinge und Kleinkinder haben häufig eine gelb verfärbte Haut, sie schlafen extrem viel, ihre Zunge kann geschwollen sein, sie leiden häufig unter Verstopfung, in manchen Fällen kann eine Verzögerung des Wachstums gegenüber Gleichaltrigen beobachtet werden.
Schulmedizinisch: Medikamente, die die Schilddrüsenhormonproduktion hemmen (Thyreostatika). Nachteil: dadurch kann eine künstliche Unterfunktion mit Kropfbildung entstehen.
Stress: Das ursächliche Problem nicht in der Schilddrüsenüberfunktion, sondern in dem Ungleichgewicht zwischen Be- und Entlastung des Menschen. Ein Mensch, der häufig Stressfaktoren ausgesetzt ist, oder dazu neigt, Stress aufzubauen, dessen Schilddrüse kann beispielsweise eher in die Schilddrüsenüberfunktion rutschen, als jemand, der in der Lage ist, Stressfaktoren konstruktiv umzusetzen. Er kann mit entsprechender Reaktion eine Entlastung, auch organisch gesehen, herbeiführen. Die Persönlichkeit spielt eine weit größere Rolle als gedacht.
Ernährung: Die Ernährung sollte basisch sein und reich an langsam resorbierbaren Kohlehydraten. Keine jodhaltigen Nahrungsmittel zu sich nehmen, wenig würzen und Kaffee, schwarzen Tee, Cola und Alkohol, so gut es geht, meiden.
Vorbeugung und Selbsthilfe: Was der Betroffene selbst tun kann
• Halswickel mit Quark, Heilerde oder Kohlblätter
• Kalte Armgüsse
• Auf der Arbeitsebene, delegieren lernen
• Stressfaktoren abbauen, Entspannungstechniken erlernen
• Jod meiden
• Beruhigende Atemübungen durchführen
• Hochgebirge, Sonnenbäder meiden
• Ausreichend schlafen
• nicht zu warme Bäder mit Melisse und Baldrian
• Salbei bei starkem Schwitzen
Alle Lebensmittel sollten wenn möglich aus kontrolliert-biologischem Anbau stammen. Hitzebehandelte oder industriell verarbeitete Lebensmittel sollen gemieden werden. So würden sich alle Zivilisationskrankheiten heilen/vermeiden lassen. Dabei ist gerade auch bei Schilddrüsenerkrankungen zu berücksichtigen, dass Körper und Seele untrennbar eine Einheit bilden. Die Störung der Schilddrüse ist, wie er es ausdrückt, lebensbedingt. Körperlicher Zusammenhang: Falsche Ernährung, Jodverwertungsmangel, körperliche, hormonelle Umstellungen, Allergien, bakterielle Herde, Ekzeme, Immunverschiebungen, erbliche Disposition, Umweltbedingungen können zur Störung der Schilddrüsentätigkeit beitragen.
Schilddrüsenüberfunktion und Kropfbildung
In der Behandlung von Schilddrüsenüberfunktion werden homöopathische Heilmittel mit allopathischen Medikamenten assoziiert, um bessere Ergebnisse zu bringen. Schilddrüsenknoten, auch als Kropf bekannt, entstehen hauptsächlich durch den Mangel an Jod. Korrekte Jodzufuhr schützt den Körper vor der Entstehung der Krankheit. In der Regel können jodbasierte Arzneimittel in der Behandlung von Hyperthyreose und Schilddrüsenknoten helfen.
Kropf (Struma) - Definition
Welche Symptome treten auf?
Der Kropf an sich beschreibt zunächst einmal nur das Symptom, nämlich eine Vergrößerung der Schilddrüse oder Teile davon. Unabhängig davon, ob der Kropf knotig, ob er noch gut- oder schon bösartig ist, ob er nach innen oder außen wächst. Der Kropf selber macht zunächst einmal wenig Beschwerden, denn er entwickelt sich in der Regel langsam. Die Symptome sind meist schleichend und diffus, ähneln der Schilddrüsenunterfunktion und können deswegen auch andere Ursachen haben. Eine genaue laborärztliche Bestimmung der Schilddrüsenwerte ist deshalb wichtig.
Anamnese: Die Ursachen liegen nicht ausschließlich in der genetischen Struktur, sondern auch auf der systemischer Ebene. Das heißt, dass die familiäre Anamnese, das soziale Umfeld und die Persönlichkeitsstruktur in die Behandlung miteinbezogen werden müssen. Festzustellen bleibt, dass die Hyperthyreose häufig in hormonellen Umstellungszeiten, wie Pubertät, Schwangerschaft und Klimakterium auftritt. Wer massiver Jodzufuhr ausgesetzt ist, die Pille nimmt oder tief greifende seelische Erschütterungen erlebt, kann ebenfalls dem Risiko ausgesetzt sein, an einer Überfunktion zu erkranken.
Organotrope Therapie
Bei der organotropen Therapie geht es darum, geschwächte Organe zu unterstützen.
Pflanzenheilkunde: es werden stabilisierend und regenerativ wirkende Pflanzen eingesetzt. Da es eine große Auswahl gibt, wird die beste Pflanze für jedes Organ bestimmt.
Homöopathisch: aufbereitete mineralische, pflanzliche oder Organbestandteile werden nach einem bestimmten Verfahren potenziert, d. h. aufbereitet, verdünnt und verschüttelt.
Orthomolekulare Therapie: mit den passenden Vitaminen, Mineralstoffen, Amino- und Fettsäuren wird eine Unterstützung der betroffenen Organe angestrebt.
Personotrope Therapie
Anders als bei der organotropen Therapie geht es nicht um die einzelnen Organe, sondern um den ganzen Menschen. Es werden bei der personotropen Therapie die Konstitution und damit die Selbstheilungskräfte des Menschen unterstützt. Die schulmedizinische Diagnose spielt hierbei keine Rolle, sondern die Ausprägungen des körperlichen Abwehrsystems.
Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die in kommen.
Die homöopathische Behandlung:
In einer ausführlichen Anamnese (Krankengeschichte) versucht der Homöopath, den Patienten als Ganzes in all seinen Lebensbereichen zu erfassen und alle Symptome und bisherigen Erkrankungen zu ordnen. Anhand dieser Gesamtheit der Symptome, wird anschließend das homöopathische Mittel bestimmt, das in seinem Arzneimittelbild die beste Übereinstimmung mit den Symptomen des Patienten aufweist. Eine homöopathische Behandlung von chronischen Krankheiten wird auch als Konstitutionsbehandlung bezeichnet.
Die phytotherapeutische Behandlung:
Es werden stabilisierend und regenerativ wirkende Pflanzen eingesetzt. Da es eine große Auswahl gibt, wird die beste Pflanze für jedes Organ bestimmt.
Akupunktur:
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre.
Wichtig: Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen!
Abraten möchte ich vor Versuchen der Selbstbehandlung. Es geht hier nicht darum, mal eben schnell ein Symptom aus dem Weg zu räumen, sondern um die Stimulierung regulatorischer Prozesse tief im Organismus. Hier ist unbedingt ein Fachmann gefragt, der nach gründlichem, mehrjährigem Studium der klassischen Homöopathie in der Lage ist, das passende Einzelmittel auszuwählen und den Verlauf der Therapie zu beurteilen. Generell gibt es hunderte von potentiell wirksamen Arzneien für diese Krankheit. Davon werden mindestens zwei Duzend besonders häufig mit Erfolg eingesetzt. Aber im jeweiligen Einzelfall ist es immer ein bestimmtes Mittel oder eine ganz bestimmte Mittelfolge, die dem Patienten hilft, seine Schwierigkeiten besser zu meistern. Die Veränderungen, die auf das Mittel eintreten sind oft sehr subtil und für den Laien schwer zu beurteilen.
Bei der homöopathischen Behandlung geht es nicht darum, in die Persönlichkeit des Patienten einzugreifen. Wir alle haben unsere größeren oder kleineren Schwachstellen, die ein Teil unserer Individualität sind und uns von allen anderen Menschen abheben. Nur indem wir lernen, diese zu akzeptieren, können sie unser Leben bereichern. Dagegen beschneidet der Versuch, menschliches Verhalten in Schablonen zu pressen, unser Selbst und macht uns ärmer und kränker. Daher kann es nicht unser Ziel sein, nur ein besseres „Funktionieren“ des Patienten durch reine Symptomenunterdrückung zu erreichen.