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Ich hole Romeo ab, am späten Abend. Romeo Benigni ist Pizzaiolo, wahrscheinlich der beste Pizzabäcker in der Schweiz, wenn nicht in Europa. Pizza ist seine Leidenschaft, neben den donne. Wenn er Pizza bäckt, reiht er zuerst alle Zutaten auf. Dann geht er die Pizza durch, im Kopf, wie die Skirennfahrer am Lauberhorn. Er mag Grappa, und ich mag ihn, also nehme ich ihn zwischendurch in meinem Taxi mit, auf dem Weg nach Hause. Romeos Geist ist sanft wie Pizzateig. Wahrscheinlich kommt er deshalb nie auf den Punkt. Wir sprechen oft über die Liebe. Die hat meistens auch keinen Punkt, eher ein Fragezeichen oder ein Ausrufezeichen oder einen Gedankenstrich. Die Anna, die gehe ihm nicht aus dem Kopf, sagt Romeo, und zieht den Sicherheitsgurt fest. Sie werde sich melden, für ein Treffen, er lasse es darauf ankommen. Romeo ist vorsichtig, das kann ich verstehen. Aber manchmal lohnt es sich doch, Gefühle auf den Punkt zu bringen. Lade sie auf eine Pizza ein, sage ich. Zuerst müsse die Basis passen, sagt Romeo, wie der Teig bei der Pizza, denn wenn der Teig nicht stimme, dann bringe selbst der teuerste Büffel-Mozzarella nichts, obwohl der Käse auch nicht zu vernachlässigen sei. Ein perfekter Pizzateig muss leicht sein, sage ich. Damit man die Details der Zutaten schmeckt. Der Punkt ist, sagt Romeo, dass sie derzeit einen ragazzo hat. Schwerer Teig. Damn.