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Was heisst palliacura?
palliacura ist ein Doppelwort: Der erste Teil des Stiftungsnamens pallia leitet sich von Palliative Care ab, einer medizinischen Behandlung, die bei schweren Krankheiten nicht mehr eine Heilung anstrebt, sondern nur noch Symptome wie etwa Schmerzen lindert sowie auf ganz persönliche Bedürfnisse eingeht, um eine bessere Lebensqualität zu erreichen.In der lateinischen Sprache heisst «pallium» Mantel, hier mit der übertragenen Bedeutung «umhüllen / ummanteln» verwendet. Der zweite Teil des Namens cura bedeute (wie im englischen«care») Pflege,Sorge und Fürsorge.
Warum trägt die Stiftung palliacura keinen deutschen Namen?
Der Begriff Palliative Care hat sich in den letzten Jahren auch im deutschen Sprachraum eingebürgert. Die Stiftung bezeiht sichmit ihrem Namen palliacura auf diesen bekannten Begriff.
Ich erinnere mich, dass die Stiftung ursprünglich anders hiess. Wie lautete ihr Name?
Seit ihrer Gründung im Jahre 1988/89 bis zum Namenswechsel 2007 hiess palliacura «Stiftung für Schweizerische EXIT-Hospize». Im Zweckartikel wurde die Aufgabe festgeschrieben, in der Schweiz nach englischem Vorbild Sterbehospize zu betreiben.
Warum hat man den Namen gewechselt?
Weil sich schon wenige Jahre nach der Gründung eines stiftungseigenen Sterbehospizes in Burgdorf herausgestellt hat, dass Sterbehospize in der Schweiz nicht kostendeckend betrieben werden können. Das Hospiz musste geschlossen werden. Deshalb erweiterte die Stiftung den Stiftungszweck und änderte 2007 entsprechend auch den Namen.
Seit wann existiert die Stiftung?
Die Stiftung für Schweizerische EXIT-Hospize wurde 1988/89 gegründet. Seit 2007 heisst sie palliacura.
Wer hat die Stiftung gegründet?
Die Sterbehilfeorganisation EXIT Deutsche Schweiz gründete die Stiftung 1988/89 auf Initiative ihres damaligen Geschäftsführers Pfarrer Rolf Sigg, der schon früh erkannte, dass in der Schweiz eine Förderung und Verbesserung der palliativen Pflege (Palliative Care) notwendig war. Pfarrer Sigg wollte mithilfe der Stiftung die Situation von Menschen in ihrer letzten Lebenszeit verbessern.
palliacura ist eine Stiftung von EXIT. Nimmt EXIT ideell Einfluss auf die Stiftung?
palliacura ist als Stiftung eine selbständige juristische Person und damit unabhängig. Die Stiftung setzt sich für Palliative Care ein, wobei sie sich ideell dem Gedankengut und den Zielen der Sterbehilfeorganisation EXIT verpflichtet fühlt und die Selbstbestimmung sowie die Würde des Menschen bis ans Lebensende in den Vordergrund stellt. Der EXIT-Vorstand ist Wahlinstanz für die Stiftungsrätinnen und Stiftungsräte, die in ihrer Funktion aber nicht weisungsgebunden handeln.
Gibt es einen Graben zwischen Palliative Care und Sterbehilfe, schliessen sie sich aus?
palliacura sieht keinen unvereinbaren Gegensatz zwischen Palliative Care und Suizidhilfe. In einer aufgeklärten und demokratischen Gesellschaft gehört der wohlüberlegte Bilanzsuizid zum Selbstbestimmungsrecht jedes urteilsfähigen Menschen und sollte daher als ergänzende Alternative zur palliativen Hilfe verstanden werden.
Warum hat man seinerzeit das Sterbehospiz in Burgdorf geschlossen?
1993 wurde in Burgdorf in einem grossen, aufwändig renovierten Chalet das Sterbehospiz «Villa Margaritha» eingerichtet, ein weiteres Hospiz sollte in Zürich-Höngg entstehen. Ständige Unterbelegung, allzu tiefe Beiträge der Krankenkassen, keine Beiträge des Standortkantons, hohe Betriebs- und Personalkosten führten in Burgdorf zu Jahresdefiziten von mehreren hunderttausend Franken. Diese zwangen die Stiftung 1995 zur Schliessung der Villa Margaritha. Ein neutrales Gutachten zeigte letztlich, dass auch das geplante Sterbehospiz in Zürich-Höngg nie hätte kostendeckend betrieben werden können.
Was ist aus dem Hospiz in Burgdorf geworden?
Die Liegenschaft in Burgdorf gehört noch immer der Stiftung palliacura. Der Verein Pro Senectute Amt Burgdorf betreibt darin als Mieter seit fast 20 Jahren das Pflegeheim «Chalet Erika» für demenzkranke Patienten. Das imposante Gebäude samt der weitläufigen, jedoch geschlossenen Parkanlage bietet einen besonderen und angenehmen Lebensraum für demente Menschen. Diese heutige Nutzung des ehemaligen Sterbehospizes entspricht in einem weiter gefassten Sinn der ursprünglichen Bestimmung.
In welchen Bereichen ist palliacura heute tätig?
Die Stiftung unterstützt Institutionen, die im Gebiet der palliativen Medizin und Pflege tätig sind. Überdies fördert palliacura Forschungs-und Ausbildungsprojekte im palliativen Bereich und Sterbehilfe sowie weitere Projekte, die sich mit der Situation der Menschen am Lebensende auseinandersetzen. palliacura hilft zudem EXIT-Mitgliedern, die sich in einem Hospiz palliativ pflegen lassen und nicht alle Kosten selber tragen können, mit finanziellen Beiträgen.
Welche Jobs bietet palliacura im Bereich Palliative Care an?
palliacura fördert Ausbildungen, Weiterbildungen und Kurse durch finanzielle Zuwendungen. palliacura ist im Bereich Palliative Care nicht selber tätig und kann daher keine Arbeitsplätze anbieten. palliacura führt auch keine eigenen Ausbildungen oder Kurse durch.
Wenn ich eine Aus- oder Weiterbildung im Bereich Palliative Care machen möchte, wie kann ich mich bei palliacura um ein Stipendium bewerben?
Es ist von Vorteil, wenn man sich nicht als Einzelperson, sondern im Rahmen einer Institution (etwa ein Pflegeheim, ein Verband etc.) um einen Förderbeitrag bemüht. Informationen dazu finden sich auf dieser Homepage unter der Rubrik «Gesuche».
Bietet palliacura Beratungen an?
palliacura verweist auf Anfrage Hilfesuchende an passende Beratungsstellen, bietet aber keine eigenen Beratungen an.
Betreut palliacura selber Patienten?
palliacura hilft auf Anfrage, passende Beratungsstellen und Betreuungsangebote zu finden. palliacura betreut jedoch selber keine Patienten.
Woher hat palliacura das Stiftungsvermögen?
Das Vermögen der Stiftung palliacura beruht auf Spenden und Legaten von EXIT-Mitgliedern und insbesondere auf persönlichen Zuwendungen des Stiftungsgründers Pfarrer Rolf Sigg.
Wie finanziert sich die Stiftung palliacura?
Ursprünglich stammte ein Gutteil des Stiftungskapitals von der Sterbehilfeorganisation EXIT, vor allem auch vom früheren EXIT-Geschäftsführer Pfarrer Rolf Sigg, der auf verschiedene persönliche Bezüge verzichtete und sie der Stiftung zukommen liess. EXIT übt keinen finanziellen Einfluss auf die Stiftung aus. Weitere Mittel der Stiftung palliacura stammen von Spenden und aus Legaten.
Ich habe vor mehr als 25 Jahren für die Stiftung einen grösseren Betrag gespendet. Es wurde mir damals versprochen, dass ich dann in meinen letzten Lebenstagen ins Hospiz in Burgdorf eintreten könne. Wie sieht dies aus?
palliacura betreibt kein eigenes Sterbehospiz mehr. Die Stiftung übernimmt bei EXIT-Mitgliedern, die ihre letzte Lebenszeit in einem Schweizer Sterbehospiz verbracht haben, einen Teil der allenfalls nicht gedeckten persönlichen Kosten. Das Kostendach pro Mitglied beträgt CHF 5‘000.–
Macht palliacura Sammel- oder Spendenaktionen?
Gegenwärtig verzichtet palliacura darauf, aufwändige und oft auch teure Sammel- oder Spendenaktionen durchzuführen.
Wenn ich palliacura Geld spenden will, wohin kann ich das einzahlen?
Geben Sie uns Ihre Postadresse über das Kontaktformular auf dieser Homepage an oder über die Mail-Adresse <email-pii>. Wir senden Ihnen gerne einen Einzahlungsschein. Unser Postkonto lautet: 80-287-7 und unsere IBAN-Nummer: <iban-pii>.
Kann ich palliacura in meinem Testament berücksichtigen?
Dies ist selbstverständlich möglich. Dank Ihrer finanziellen Unterstützung fördert palliacura einerseits Institutionen und Projekte, die sich mit der Situation der Menschen am Lebensende auseinandersetzen. Andererseits hilft palliacura mit, das Angebot von Palliative Care in der Schweiz qualitativ und quantitativ stetig zu verbessern.
Wie trete ich mit palliacura in Kontakt?
Am besten melden Sie sich mit dem Kontaktformular auf dieser Homepage an oder über die Mail-Adresse <email-pii>.
Die Postadresse lautet:
Stiftung palliacura
c/o EXIT Deutsche Schweiz
Postfach
8032 Zürich