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Autor
Frédéric Dovat ist Generalsekretär der USPI Suisse. <email-pii>
Das entscheidende Kriterium für die Vergabe eines Mietvertrags ist die Kreditwürdigkeit der Wohnungssuchenden. Geschlecht, Hautfarbe, soziale Klasse oder Herkunft der Bewerberinnen und Bewerber spielen keine Rolle. Die USPI Suisse, der Dachverband der Immobilienfachleute des sechs Westschweizer Kantone, der Schweizerische Verband der Immobilienfachleute, verurteilt und bekämpft jede Form von Diskriminierung aufs Schärfste.
Die Union suisse des professionnels de l'immobilier (USPI Suisse) ist die Westschweizer Dachorganisation der Immobilienfachleute, die in der Immobilienvermittlung, -verwaltung, -entwicklung und -expertise tätig sind. Sie umfasst die kantonalen Verbände der Immobilienwirtschaft in den sechs Westschweizer Kantonen. Die Mitglieder unserer Organisation betreuen etwa 80 Prozent der verwalteten Immobilien in der gesamten Westschweiz.
Eine Wohnung ist eine wesentliche Voraussetzung für die soziale Integration jedes Menschen. Die Schaffung und Bereitstellung von Wohnraum muss den Bedürfnissen aller Bevölkerungsgruppen gerecht werden, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe oder Herkunft.
Die USPI Suisse und ihre kantonalen Sektionen sind sich dessen bewusst und machen sich deshalb für die Bekämpfung jeglicher Form von Diskriminierung stark. Über ihre Stiftung unterstützt die USPI Waadt Personen, die ihre Miete nicht mehr bezahlen können. Die meisten Genfer Immobilienagenturen beteiligen sich an einem Projekt, das verhindern soll, dass Mieterinnen und Mietern, die Mühe haben, ihre Miete zu bezahlen, die Wohnung räumen müssen. Die USPI Freiburg arbeitet mit den Sozialdiensten im Rahmen eines Systems von Mietgarantien und Kautionen zusammen, um den Zugang zu Wohnraum für Personen zu erleichtern, die von diesen Diensten betreut werden.
Mit Bezug auf die vom Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) in Auftrag gegebene Studie «Ethnische Diskriminierung auf dem Schweizer Wohnungsmarkt» (Daniel Auer, Julie Lacroix et al., 2019) stellt USPI Suisse fest, dass über 70 Prozent der fiktiven Bewerber, die um eine Wohnungsbesichtigung gebeten hatten, eine positive Antwort erhielten, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Ausbildung und Herkunft. 74 Prozent der Personen, deren Name auf eine schweizerische Herkunft hinweist, werden zu einer Besichtigung eingeladen. Die Rate liegt bei Personen mit Namen aus Nachbarländern (Frankreich, Deutschland, Italien) höher.
In einigen Regionen ist der Mietwohnungsmarkt durch eine hohe Nachfrage und ein geringes Angebot, sprich eine Mangellage, geprägt. Dies allein ist ein Grund, weshalb Eigentümer nicht alle Besichtigungsanfragen positiv beantworten, wenn sie viele Anfragen erhalten haben und bereits viele Bewerbungen vorliegen. In Regionen mit hoher Leerstandsquote, in denen also das Wohnungsangebot die Nachfrage übersteigt, ist die Quote der positiven Besichtigungsantworten höher, da die Suche nach potenziellen Mietern schwieriger ist. Angesichts der Zahlen aus der BWO-Studie stellt die USPI fest, dass in den meisten Fällen keine Diskriminierung vorliegt.
Dessen ungeachtet verurteilt und bekämpft die USPI Suisse jede Form von Diskriminierung beim Zugang zu Wohnraum entschieden. Es ist die Pflicht jeder Immobilienagentur, ihre Kunden, die Eigentümer sind, daran zu erinnern, dass Diskriminierungen, insbesondere aufgrund des Geschlechts oder der ethnischen Herkunft, illegal sind.
Die USPI Suisse hat bei mehreren Mitgliedsagenturen nachgefragt. Alle bestätigen, dass sie beim Zugang zu Wohnraum nicht diskriminieren, und erinnern daran, dass das entscheidende Kriterium bei der Auswahl der Mieter ihre Solvenz sei. Die Aufgabe jeder Immobilienagentur, die im Auftrag der Eigentümer arbeitet, besteht ja darin, jemanden zu finden, der die Miete für die Wohnung zuverlässig zahlt. Auch dass die Bewerbungsunterlagen vollständig sind und die Anzahl der Bewohnerinnen und Bewohner zu der zu vermietenden Wohnung passt, sind wichtige Kriterien.
Die beste Möglichkeit für Wohnunssuchende, ihre Chancen auf eine Wohnung zu erhöhen, besteht unabhängig von Nationalität, Geschlecht und sozialer Schicht darin, nachzuweisen, dass das Einkommen ausreicht, um die Miete zu bezahlen, und dass sie keine Schulden haben, zumindest nicht zu hohe.