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In Brasilien leben über 17,3 Millionen Kinder in Armut. Das entspricht 40,2 Prozent aller unter 14-jährigen Jungen und Mädchen des südamerikanischen Landes. Von der extremen Armut sind 5,8 Millionen Minderjährige betroffen. Ihre Familien müssen mit einem Pro-Kopf-Einkommen von weniger als 230 Reais im Monat auskommen, umgerechnet derzeit etwa 55 Euro.
Die Zahlen stammen aus dem von der Stiftung Abrinq vorgelegten Bericht ”Cenário da Infância e da Adolescência no Brasil”, der Aufschluß über die Situation der Kinder und Jugendlichen Brasiliens geben will. Die ist keineswegs rosig.
Beinahe vier Millionen der unter 19-Jährigen leben in Favelas. Erschreckend ist auch die Tatsache, dass laut dem Bericht 18,4 Prozent aller 2016 in Brasilien ermordeten Menschen weniger als 19 Jahre alt waren.
Aufgeführt werden ebenso Teenager-Schwangerschaften. 17,5 Prozent der Mädchen sind vor ihrem 17. Geburtstag Mutter geworden. Von der Kinderarbeit sind 2,5 Millionen Jungen und Mädchen betroffen. Gleichzeitig verlassen 15 Prozent der Jugendlichen die Mittelschule ohne Abschluß.
Die Sterblichkeit von Kindern von bis zu fünf Jahren lag 2016 bei 14,9 pro eintausend Neugeborenen. Ein geringer Index der Mütter, die ihre Babys in den ersten Lebensmonaten stillen, sowie ein Mangel an einer qualitätsvollen Ernährung schlagen sich beim Wachstum der Kinder nieder. 12,5 Prozent der Jungen und Mädchen unter fünf Jahren waren 2017 für ihr Alter zu klein.
Einmal mehr macht der Abrinq-Bericht zudem die regionalen Unterschiede des Landes deutlich. Ausgerechnet die kinderreichsten Regionen, der Norden und Nordosten, vereinen die schlechtesten sozialen Indikatoren, wie die höchste Mordrate unter Jugendlichen und die höchste Schwangerschaftsrate unter Teenagern.
Im Nordosten sind zudem 60 Prozent der Jungen und Mädchen von der Armut betroffen, im Norden 54 Prozent. Im Nordosten sind zudem 18 Prozent der Kinder unterernährt.