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Im Buch «Das Café am Rande der Welt» schreibt John Strelecky über eine grüne Meeresschildkröte, die ihre Bewegungen der des Wassers anpasste und für sich nutzte:
«Wenn sich eine Welle auf das Ufer zubewegte und der Schildkröte ins Gesicht schwappte, liess diese sich treiben und paddelte gerade soviel, um ihre Position zu halten. Und wenn die Welle wieder zum Ozean hinausströmte, paddelte sie schneller, um die Bewegung des Wassers zu ihrem Vorteil zu nutzen. Die Schildkröte kämpfte nie gegen die Wellen an, sondern nutzte sie für sich.»1
Die Meeresschildkröte verbringt, bis auf die Eiablage, ihr gesamtes Leben im Wasser. Sie weiss genau, wohin sie will und was ihre, der Natur entsprechende, Aufgabe ist. Das Ziel genau vor Augen weicht sie nicht vom Weg ab, sie schont ihre Energien und hält doch ihre Position und nutzt dabei die Kräfte der Elemente gekonnt für sich.
Als ich die Geschichte mit der Meeresschildkröte las, stellte ich mir die Frage: «Was sind meine Ziele?»
Ich muss gestehen: «Ich weiss es nicht!», lautet meine Antwort. Meine Ziele geraten immer wieder ins Wanken. Die Gefahr, das Ziel aus den Augen zu verlieren, besteht bei mir häufig, und das Feuer der ursprünglichen Idee droht zu erlöschen. Schnell ergibt sich dann ein neues Ziel. Doch wie geht das?
Ein neues Ziel entspringen bei mir oft aus einem Gedanken, aus einer Idee heraus. Es ist wie eine kleine Spirale: Im Zentrum steht eine Idee, welche sich durch die Gedanken immer weiter kreisförmig ausdehnt und dabei neue Elemente und weitere, zusätzliche Ideen miteinbezieht. Dadurch wird die Ursprungsidee immer grösser und bekommt seine eindeutigere Form.
Die Meeresschildkröte kennt ihr Ziel genau und lässt diese nicht aus den Augen. Meine Ziele hingegen werden oft durch Äusseres beeinträchtigt. Ich lasse mich zu sehr ablenken vom Alltag. Oft werden auch die Prioritäten falsch gesetzt und alles andere ist wichtiger als mein Ziel. Der konsequente Fokus hin zum Ziel wird so getrübt oder geht ganz verloren.
Durch die Geschichte mit der Meresschildkröte wird mir bewusst, auch im Alltag den Fokus meiner Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Es gilt, genau wie die Schildkröte, bewusst die Kraft da einzusetzen, wo sie sinnvoll ist und auch benötigt wird. Und sich durch Energien, die um einen herum sind, nicht in falsche Richtungen treiben zu lassen, sondern diese Energien in eigener Sache zu nützen.
Um meine Ziele dauerhaft erkennen zu können und nicht aus den Augen zu verlieren, muss ich mich immer wieder zurückziehen und meine Ursprungsidee fürsorglich hegen. Ich muss mich immer wieder in die Spirale der Idee begeben, zurück an den Anfang, da, wo der Funke entsprungen ist, um das Feuer und die Kraft zu spüren, die ganz am Anfang standen. Dies hilft mir, meine Ziele wieder klar sehen zu können und meine Prioritäten entsprechend fokussiert einzusetzen.
Und wie ist es bei Dir? Wie gelingt es Dir, den Fokus auf Deine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren?
1) «Das Café am Rande der Welt», John Strelecky, ISBN 978-3-423-25357-4, Seite 71