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Alumnae-Lunch Montag, 27. Februar 2017, 12:15
Prof. Dr. Elisabeth Bronfen referierte zum Thema «Von Shakespeares Königinnen zu Hollywoods Herrscherinnen. Eine filmische Betrachtung weiblicher Politik.»
Prof. Bronfen begann ihr Referat mit Elizabeth I., der «virgin queen», die von sich selbst sagte «I have the body of a weak and feeble woman; but I have the heart and stomach of a king». Shakespeare hat diese machtbewusste Frau – in Bronfens Worten «die erste politische Diva» – nie direkt thematisiert, aber indirekt lernt man in seinen Stücken viel über die kulturellen Ängste, die in der damaligen patriarchalen Welt vor einer solch mächtigen Frau herrschten. Egal ob Titania im «Sommernachtstraum», Cleopatra oder Queen Margaret, Shakespeares Königinnen enden allesamt in einer sie beschränkenden Ehe, im Exil oder im Tod. Und wie ist Hollywood mit Elizabeth I. umgegangen? «Die Hollywood Elizabeth ist nie spielerisch, sondern entweder eine patriotische Befehlshaberin oder sie wird auf ihr Amt reduziert und ist eine melodramatische Entsagerin der Liebe», sagte Bronfen. Die kapriziöse Herrscherin, die im Alter gerne Gesandte in einem Gewand mit entblösster Brust empfing, passt offenbar nicht ins puritanisch-demokratische Denken der Filmemacher. Bis heute tut sich Hollywood schwer mit der Idee von Frauen und Macht, denn im Vordergrund steht immer die Paarbildung.
Zweimal hat sich Hollywood eine Präsidentin vorgestellt, 1953 in «Project Moon Base», ein Science Fiction Film, in dem das Geschlecht der Präsidentin erst am Schluss aufgedeckt wird und 1964 in «Kisses for My President», wo es vor allem darum geht, dass sich der «First Husband» in seiner Rolle unwohl fühlt, die Präsidentin am Ende schwanger wird und deshalb ihr Amt niederlegt. Bronfen zeigte weitere anschauliche Beispiele zum Thema Frauen und Macht und endete mit der Serie «House of Cards», die letztes Jahr im Zeichen des Wahlkampfes die Tagline «every season gets the president it deserves» einsetzte. «Haben wir tatsächlich mit Donald Trump den Präsidenten, den wir verdienen?» fragte sie am Ende oder anders gesagt: «Warum haben wir Hillary Clinton nicht verdient?».