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Rifater wirkt gegen die Bakterien, die Tuberkulose verursachen. Es wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin zur Behandlung der Lungentuberkulose während den ersten zwei Monaten einer mindestens sechs Monate dauernden Behandlung eingesetzt.
Dieses Arzneimittel wurde Ihnen von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zur Behandlung Ihrer gegenwärtigen Erkrankung verschrieben. Die Antibiotika in Rifater sind nicht gegen alle Mikroorganismen, welche Tuberkulose verursachen, wirksam. Die Anwendung eines falsch gewählten oder nicht richtig dosierten Tuberkulostatikums kann Komplikationen verursachen. Wenden Sie es deshalb nie von sich aus für die Behandlung anderer Erkrankungen oder anderer Personen an. Auch bei späteren neuen Infektionen dürfen Sie Rifater nicht ohne erneute ärztliche Konsultation anwenden.
von Personen mit Gelbsucht oder bekannter Überempfindlichkeit gegen einen der drei Wirkstoffe (Rifampicin, Isoniazid, Pyrazinamid) oder einen der Hilfsstoffe.
Eine Überempfindlichkeit äussert sich z.B. durch Asthma, Atemnot, Kreislaufbeschwerden, Schwellungen der Haut (z.B. Nesselfieber) und der Schleimhäute oder Hautausschläge;
von Patientinnen und Patienten mit:
? einer einmal durchgemachten medikamentös bedingten
Leberentzündung;
? akuten Leberkrankheiten;
? Nervenentzündungen;
? Gicht;
? einer Störung der Blutbildung (Porphyrie);
bei eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatin-Clearance <30 ml/min);
bei gleichzeitiger Therapie mit den Wirkstoffen Voriconazol (Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen) oder Halothan (Inhalationsanästhetikum);
bei gleichzeitiger Behandlung mit den antiviralen Arzneimitteln Ritonavir/Saquinavir.
Bei einem Auftreten von akuten, schweren Überempfindlichkeitsreaktionen ist Rifater sofort abzusetzen. Patienten, bei welchen solche Erscheinungen auftreten, dürfen nie wieder mit Rifater behandelt werden.
Die Therapie darf nicht ohne ärztliche Absprache unterbrochen werden.
Eine allfällige Wiederaufnahme der Therapie darf auf keinen Fall ohne ärztliche Konsultation erfolgen, da sonst unter Umständen schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können.
Die in Rifater enthaltenen Wirkstoffe können Leberfunktionsstörungen, Leberentzündungen und schwere Leberschäden, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf verursachen.
Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird deshalb Ihre Leberfunktion sorgfältig überwachen, insbesondere bei Vorliegen folgender Rsikofaktoren für Leberzellschäden:
Zunehmendes Alter.
Vorbestehende Lebererkrankung.
Gleichzeitige Einnahme leberschädigender Arzneimittel.
Beeinträchtigte Nierenfunktion.
Täglicher Alkoholkonsum/Alkoholüberkonsum.
Schlechter Ernährungszustand.
Schwarze oder lateinamerikanische Frauen.
Frühe Warnzeichen einer Leberentzündung sind Müdigkeit, Schwächegefühl, Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen. Weitere Zeichen sind Gelbfärbung der Augen (Bindehaut) oder der Haut oder entfärbter Stuhl. Suchen Sie bei Auftreten solcher Symptome umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf.
Patientinnen und Patienten mit schlechtem Ernährungszustand, Jugendlichen oder Patientinnen und Patienten mit Neigung zu Nervenleiden (z.B. bei Zuckerkrankheit) wird der Arzt bzw. die Ärztin allenfalls zusätzlich Vitamin B6 verordnen.
Patientinnen und Patienten mit Epilepsie müssen unter besonderer medizinischer Überwachung stehen. Bei Epileptikern können Anfälle möglicherweise vermehrt auftreten.
Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird zu Beginn und danach in regelmässigen Abstand neben der Leberfunktion auch das Blutbild und die Nierenfunktion überprüfen.
Sehr viele Arzneimittel (Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin wissen welche) können weniger wirksam sein oder es können vermehrt Nebenwirkungen auftreten, wenn sie gleichzeitig mit Rifater verabreicht werden (z.B. bestimmte Mittel gegen Epilepsie, Riluzol [ein Arzneimittel bei einer seltenen Nervenerkrankung], bestimmte Mittel gegen die Zuckerkrankheit, gewisse Herzmittel, Mittel zur Blutverdünnung, Pilzmittel, Linezolid, Kortikosteroide, magensäurehemmende Mittel, Antidepressiva, Neuroleptika, zentralwirksame Schmerzmittel, Methadon, Antabus®, Mittel gegen Schilddrüsenerkrankungen, Mittel gegen Bluthochdruck, Asthmamittel, Mittel gegen AIDS, bestimmte die Immunabwehr herabsetzende Mittel [z.B. Azathioprin, Tacrolismus, Mycophenolat], Irinotecan [ein Krebsmittel], Praziquantel [ein Wurmmittel], bestimmte Arzneimittel gegen Übelkeit und Erbrechen, bestimmte Cholesterinsenker [sog. Statine], bestimmte Beruhigungsmittel und Antibiotika, Östrogene, Antiöstrogen [z.B. Tamoxifen, Toremifen], Gestrinon [ein Hormonderivat bei vorkommen von Uterusschleimhaut ausserhalb der Gebärmutter, sog. Endometriose]). Dies gilt insbesondere auch für die «Pille»; es sollten deshalb andere Verhütungsmethoden angewandt werden.
Patientinnen und Patienten mit Zuckerkrankheit müssen vorsichtig sein, da die Kontrolle des Diabetes während der Behandlung mit Rifater erschwert ist. Vorsicht ist auch bei Gichtpatienten angezeigt. Um Abwehrreaktionen zu vermeiden (Hautreaktionen, grippeähnliche Symptome und andere schwere Reaktionen), darf die Behandlung nicht ohne ärztliches Einverständnis unterbrochen werden.
Wechselwirkungen können mit bestimmten Nahrungsmitteln (Fisch, Käse, Rotwein) auftreten und zu übermässigen Reaktionen wie Kopfschmerzen, Schwitzen, Herzklopfen und Gesichtsrötung führen. Die Einnahme dieser Nahrungsmittel sollte während einer Behandlung mit Rifater vermieden werden.
Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen oder Werkzeuge zu bedienen, beeinträchtigen.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte) einnehmen oder äusserlich anwenden!
Während den letzten Wochen der Schwangerschaft kann durch Rifampicin bei der Mutter und beim Kind Blutungen ausgelöst werden. Beim Menschen ist das genaue Risiko auf den Fötus nicht bekannt. Systematische wissenschaftliche Untersuchungen wurden nie durchgeführt. Vorsichtshalber sollten Sie während der Schwangerschaft möglichst auf Arzneimittel verzichten oder den Arzt oder den Apotheker bzw. die Ärztin oder die Apothekerin um Rat fragen.
Mütter, die mit Rifater behandelt werden, sollten Ihr Kind nicht stillen, da die Wirkstoffe von Rifater mit der Muttermilch ausgeschieden werden.
Rifater muss gemäss den Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin eingenommen werden. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin setzt die Dosierung und Behandlungsdauer fest.
Rifater wird üblicherweise während den ersten zwei Monaten einer mindestens sechs Monate dauernden Tuberkulosebehandlung eingesetzt. Unter Umständen verschreibt Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin ein zusätzliches Arzneimittel gegen Tuberkulose. Rifater wird täglich ungefähr 1 Stunde vor einer Mahlzeit eingenommen. (Tagesdosis auf einmal einnehmen und nicht über den Tag verteilen.)
Die Tagesdosis beträgt je nach Körpergewicht 3?6 Dragées. Sofern vom Arzt bzw. der Ärztin nicht anders verordnet, wird Rifater wie folgt dosiert:
Gewicht 30?39 kg: 3 Dragées Rifater/Tag.
Gewicht 40?49 kg: 4 Dragées Rifater/Tag.
Gewicht 50?64 kg: 5 Dragées Rifater/Tag.
Gewicht 65 kg und mehr: 6 Dragées Rifater/Tag.
Rifater eignet sich nicht für die Behandlung von Kindern.
Nach Beendigung dieser zweimonatigen Phase wird die Behandlung mit anderen Arzneimitteln für mindestens weitere vier Monate fortgesetzt.
Es ist wichtig, dass Rifater täglich, ohne Unterbruch eingenommen wird, da sonst die Wirksamkeit nicht gewährleistet ist oder vermehrt schwerwiegende unerwünschte Wirkungen auftreten können (siehe auch Rubrik «Wann ist bei der Anwendung von Rifater Vorsicht geboten?»).
Eine begonnene Therapie mit Tuberkulostatika sollte so lange wie vom Arzt bzw. von der Ärztin verordnet durchgeführt werden. Weder die tägliche Dosis noch die Therapiedauer dürfen ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin geändert werden.
Die Krankheitssymptome verschwinden oft bevor die Infektion vollständig ausgeheilt ist. Führen Sie die Behandlung auch dann nach den Anweisungen Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin weiter, wenn Sie keine Krankheitszeichen mehr spüren. Eine ungenügende Anwendungsdauer oder ein zu frühes Beenden der Behandlung kann ein erneutes Aufflammen der Erkrankung zur Folge haben.
Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Rifater auftreten:
Sehr häufig Grippesymptome (Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Benommenheit, Knochenschmerzen) vor allem nach Wiederaufnahme einer unterbrochenen Therapie.
Selten anaphylaktische Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen mit Kreislaufversagen), Kurzatmigkeit, Keuchen, Blutdruckabfall, Oedeme (Wasseransammlung im Gewebe), angioneurotisches Ödem (Schwellungen im Gesicht, Zunge, Rachen oder Kehlkopf mit Schluck- und Atembehinderung), akutes Nierenversagen, Abbau der roten Blutkörperchen, rheumatische Beschwerden, Autoimmunerkrankungen.
Sehr häufig Gesichtsrötung und häufig Juckreiz mit oder ohne Hautausschlag, Akne und erhöhte Lichtempfindlichkeit, gelegentlich Nesselsucht, sehr selten schwere Hautreaktionen.
Diese können sich durch Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Gasansammlung im Darm, Magenschmerzen, Oberbauchbeschwerden oder Durchfall äussern. Bei Auftreten von schweren, anhaltenden Durchfällen während oder nach der Behandlung sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin konsultieren.
Beim Auftreten von Durchfall dürfen keine Arzneimittel welche die Darmperistaltik (Darmbewegung) hemmen eingenommen werden.
Sehr selten Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eine Verschlimmerung von Magengeschwüren.
Leberfunktionsstörungen, Leberentzündungen, Gelbsucht und Leberschäden, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf (siehe «Wann ist bei der Einnahme von Rifater Vorsicht geboten?»). Zeichen einer Leberentzündung können Müdigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit, Unwohlsein, Übelkeit und Erbrechen sein. Kontaktieren Sie bei Auftreten diese Symptome sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.
Ein Mangel an Blutplättchen (mit oder ohne punktförmige Hautblutungen), an weissen Blutkörperchen sowie eine Blutarmut können auftreten. Eine Zunahme bestimmter weisser Blutkörperchen wurde ebenfalls beobachtet. Konsultieren Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn punktförmige Hautblutungen auftreten.
Häufig Müdigkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel, Kribbelgefühl, Verlust der Sehnenreflexe, selten Koordinationsstörungen der Bewegungen, Verwirrtheit, Muskelschwäche, Krämpfe, Epilepsieanfälle, Gedächtnisstörungen und Bewusstseinsveränderungen.
Bindehautreizung, Augenrötung, Sehstörungen.
Selten Beschwerden beim Wasserlösen und Nierenentzündung.
Häufig leichte Muskelschwäche und Gelenkschmerzen.
Während einer längeren antituberkulösen Behandlung mit Rifater können selten Störungen des Menstruationszyklus auftreten. Selten tritt ein Gichtanfall auf. Der Vitamin-D-Stoffwechsel kann beeinflusst werden und zu einer Veränderung der Elektrolytspiegel führen.
Erhöhung von Bilirubinspiegel und Leberwerte. Blutparameter, Calcium-, Phosphat- und Parathormonspiegel können sich verändern.
Rötliche Verfärbung von Körperflüssigkeiten.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.
Urin, Speichel, Schweiss und Tränen und damit auch weiche Kontaktlinsen (letztere dauerhaft) können sich aufgrund der roten Farbe eines der Wirkstoffe rötlich verfärben. Sie sollten daher während der Behandlung keine weichen Kontaktlinsen tragen.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Bewahren Sie das Arzneimittel trocken in der verschlossenen Originalpackung bei Raumtemperatur (15?25 °C) auf und ausserhalb der Reichweite von Kindern auf.
Nach Beendigigung der Behandlung das Medikament mit dem restlichen Inhalt Ihrer Abgabestelle (Arzt oder Apotheker) zum fachgerechten Entsorgen bringen.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.
1 Dragée Rifater enthält: 50 mg Isoniazid, 300 mg Pyrazinamid und 120 mg Rifampicin und Hilfsstoffe.
47063 (Swissmedic).
Sie erhalten Rifater in Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.
Packungen zu 60 Dragées.
sanofi-aventis (schweiz) ag, 1217 Meyrin/GE.
Diese Packungsbeilage wurde im August 2009 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.