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von Dr. Kathrin Krause
Kann uns die Intensität des Lächelns einer Person auf einem Foto etwas darüber verraten, wie alt die abgebildete Person werden wird? Oder mit anderen Worten: Wie gross ist der Einfluss von positiven Emotionen auf die Dauer unserer Lebenszeit? Mit dieser Frage setzten sich die Forscher Ernest Abel und Michael Kruger von der Wayne State University in Detroit, USA, auseinander.
Bisherige Forschung zeigt, dass Emotionen sich darauf auswirken, wie Menschen denken, sich verhalten und wie sie mit anderen Menschen umgehen. Sie haben also Einfluss auf die Persönlichkeit und den Lebensweg eines Menschen. Basierend auf Studien von Ekman und Kollegen, die zeigten, dass der Gesichtsausdruck ein Barometer für Emotionen ist, analysierten Ernest Abel und Michael Kruger Fotografien von 230 Baseball-Spielern, die sie dem Baseball-Register von 1952 entnommen hatten.
Die Fotografien wurden von drei Forschern auf die Intensität des Lächelns der abgebildeten Personen hin bewertet. Die Forscher, auch „Rater“ (Bewertende) genannt, ordneten das Lachen der Personen in die drei Kategorien „kein Lachen“, „teilweises Lachen“ und „volles Lachen“ ein. Zwei der Forscher waren dabei „blind“, das heisst, sie kannten die Hypothesen und den Zweck der Bewertung nicht. Die Bewertungen gingen dann in eine Datenbank ein, die auch viele weitere Informationen aus dem Baselball-Register enthielt, die sich auf die Lebensdauer auswirken können, zum Beispiel das Geburtsjahr, den Body Mass Index (BMI), die Dauer der sportlichen Karriere (als Mass für dauerhafte körperliche Fitness und Leistungsfähigkeit), den Familienstand sowie den Ausbildungsgrad (Collegebesuch ja oder nein).
Die Forscher bildeten aus den vorhandenen Daten ein statistisches Modell, mit dem sie die Lebensdauer der Sportler vorhersagen konnten. Es zeigte sich, dass Spieler der Kategorie „kein Lächeln“ durchschnittlich 72.9 Jahre, Spieler der Kategorie „teilweises Lachen“ durchschnittlich 75.0 Jahre und Spieler der Kategorie „volles Lachen“ durchschnittlich 79.9 Jahre alt wurden. Einige der Spieler lebten im Jahr 2009 sogar noch.
Anhand des Modells wurde in einem zweiten Schritt für alle anderen Faktoren kontrolliert. So konnten die Forscher eine Aussage darüber machen, welche Vorhersagekraft allein das Lächeln auf dem Foto hatte. Es zeigte sich, dass das Lächeln auf den Fotos einen signifikanten eigenen Beitrag zur Vorhersage der Lebensdauer leisten konnte. Die Wahrscheinlichkeit, in egal welchem Jahr zu sterben, war für Spieler der Kategorie „volles Lächeln“ halb so hoch wie für Spieler der Kategorie „kein Lächeln“.
Interessant ist, dass in einer Folgestudie drei Forscher die Attraktivität der auf den Fotografien abgebildeten Sportler bewerteten, um sie zur Vorhersage der Lebensdauer verwenden zu können. Zwischen der Attraktivität der Sportler und der Lebensdauer konnte jedoch kein Zusammenhang gefunden werden.
Quelle: Abel, E. A., & Kruger, M. L. (2010). Smile intensity in photographs predicts longevity. Psychological Science, 21, 542-544.
Bitte beachten Sie, dass diese Studie nicht in unserem Labor durchgeführt wurde. Wenn Sie an einer Studie in unserem Labor teilnehmen möchten, finden Sie dazu hier weitere Informationen.