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Dällebach Kari
Kari wurde am 6. April 1877 als zweitjüngstes von neuen Kindern der Familie Tellenbach in Walkringen geboren. Die Kinderjahre verbrachte er im emmentalischen Biglen, wo er wegen seiner Lippenspalte und des damit verbundenen Sprachfehlers oft von seinen Schulkameraden gehänselt wurde. Das setzte Kari ordentlich zu – er litt zeitlebens unter seiner Beeinträchtigung. Wohl daher entwickelte er seinen scharfen Humor und kompensierte die Minderwertigkeitsgefühle mit schlagfertigen Sprüchen. Dafür wurde er als Erwachsener denn auch zum Berner Stadtoriginal.
Nachdem er in Worb eine Coiffeurlehre absolviert hatte, nahm Kari eine Stelle im fribourgischen Murten an und liess sich 1989 in der Stadt Bern nieder. Am 1. Juli 1900 – im Alter von 23 Jahren – konnte er einen Coiffeursalon an der Neuengasse übernehmen. Sein Traum der Selbstständigkeit wurde wahr.
Was etwas später im gleichen Jahr geschah, sollte Karis Zukunft nachhaltig prägen. An einem Fest im Gasthof «Halenbrücke» lernte Kari im November 1900 die hübsche Fabrikantentochter Annemarie kennen. Ein paar Wochen lang trafen sich die Beiden regelmässig und verliebten sich. Doch Annemaries Eltern waren von der Beziehung ihrer Tochter wenig angetan. Sie sollte einen Mann aus gutem Hause heiraten – keinen Coiffeur. Sie zwangen Annemarie, die Beziehung zu beenden.
Nach dieser Enttäuschung fand Kari Trost im Alkohol. Und wurde zum Stammgast im Restaurant «Grünegg». Inzwischen kannte Kari die halbe Stadt Bern. Lokale Berühmtheiten und Politiker gingen in seinem Salon ein und aus. Vielleicht auch wegen seiner träfen Sprüche, mit denen er die Kundschaft auf dem Coiffeurstuhl unterhielt.
1930 traf Kari ein weiterer Schicksalsschlag: die Diagnose Krebs. Der gesundheitliche Zustand des Coiffeurmeisters verschlechterte sich rasch. Seine Schwester Rosa zog bei Kari ein und kümmerte sich um ihn. Als er am 31. Juli 1931 beschloss, seinem Leben ein Ende zu setzen, hinterliess er ihr einen Brief: «…Es geht nicht mehr. Sei nicht besorgt um mich. Ich suche eine besser Welt auf. Bhüet di Gott.»
In Erinnerung bleiben sein berühmter Humor und seine bauernschlaue Schlagfertigkeit – und die vielen überlieferten Witze, die sich die Menschen in Bern noch lange erzählten.
Polo Hofer
Der 1945 in Interlaken geborene und 2017 verstorbene Urs (Polo) Hofer war ein echtes Berner Urgestein. Schon als kleiner Junge entdeckte er seine Leidenschaft für die Musik. Anfänglich coverte er mit seiner Band «The Jetmen» noch englische Songs, bevor er im Jahr 1971 die Band «Rumpelstilz» gründete. Der Song «Kiosk» wurde zum Kassenschlager. Mit der 1984 gegründeten «SchmetterBand» entstanden unvergessliche Hits wie «Alperose», «Giggerig», «Summer ‘86» oder «Im Letschte Tram». Die 18 herausgegebenen Alben prägten die Schweizer Musiklandschaft jahrzehntelang. Unvergesslich auch der Dokumentarfilm, in dem der Musiker vor laufender Kamera einen Joint drehte. 2016 wurde Polo Hofer zum Schweizer des Jahres gewählt.
Bild: Patric Spahni
Mani Matter
Denkt man an Berner Kultur, kommt man an Mani Matter kaum vorbei. Der Liedermacher war bekannt für seine gesellschaftskritischen Texte und eingängigen Melodien. Zeitlose Werke wie «Hemmige», «Ir Ysebahn», «I han es Zündhölzli azündt» oder «Bim Coiffeur» sind bis heute im ganzen Land bekannt. Schweizer Künstler wie Polo Hofer, Stephan Eicher, Züri West oder Lo & Leduc liessen sich vom Chansonnier inspirieren.
Marc «Cuco» Dietrich
Der 1948 in Bern geborene Marcel Dietrich – besser bekannt als «Cuco» – feierte in den 1970er-Jahren national und international grosse Erfolge als Teil des Trios Peter, Sue & Marc. Sagenhafte vier Mal vertraten die drei Musiker*innen die Schweiz am Eurovision Song Contest. Ihre Lieder – so unter anderem die Hits «Djambo, Djambo», «Cindy» oder «Birds of Paradise» – fanden im Jahr 2015 mit dem Musical «Io senza te» den Weg zurück auf die Bühne. 2022 präsentierten die Thunerseespiele das Stück in neuem Gewand am wunderschönen Thunersee. In den letzten Jahren war der charismatische Cuco insbesondere in seiner Fasnachtsbeiz in der Berner Altstadt anzutreffen, die er bis vor Kurzem gemeinsam mit seiner Frau Trix führte.