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Marie Bucher-Fragnière hatte ein bewegtes Leben mit vielen Höhen und Tiefen. Es begann am 13. Mai 1917 in Freiburg. Die Eltern Léon und Jeanne Fragnière-Jungo hatten acht Kinder. Schon mit vier Jahren kam Marie als Pflegekind nach Garmiswil zur Wirtefamilie Grossrieder-Gobet. In Düdingen besuchte sie die Primarschule. Ein harter Schlag für das Mädchen war der frühe Tod ihres Pflegevaters 1929. Da 1934 die Wirtschaft verkauft wurde, übernahm die Pflegemutter das Hotel Bellevue. Hier machte sich Marie mit allerhand Arbeiten nützlich. Um etwas Geld zu verdienen, wurde sie Serviertochter in der Stadt. Hier lernte sie ihren Gatten, Christian Bucher, kennen. 1936 trat sie mit ihm an den Traualtar. Die Ehe wurde mit drei Kindern gesegnet. Christian hatte eine geschickte Hand. So wurde er vom Handlanger zum Maurer und Mechaniker. Mehrmals zog die Familie um: von der Neustadt ins Galterental. Schwere Zeiten brachte der Zweite Weltkrieg. Maries Mann musste einrücken: zwei Franken Taggeld; Marie suchte zusätzliche Arbeit in der Cartonnage in Laupen. Ihr Stundenlohn betrug ganze 25 Rappen. Im Militärdienst wurde Christian schwer krank und musste nach Vevey ins Spital. Mit Mut und Gottvertrauen wurde diese Prüfung angenommen und getragen. 1949 übernahm er im Riederberg bei Bösingen eine kleine Garage. Marie half mit den Lebensunterhalt zu bestreiten durch Arbeit in der Cartonnage. 1964 wurde der Riederberg aufgegeben. In Mariahilf kaufte die Familie ein Haus. Christian konnte jedoch nicht einziehen, da er plötzlich zu kränkeln anfing. Er starb an einer schweren Lungenoperation. Nur vier Jahre später folgte ein ein weiterer harter Schicksalsschlag: Sohn Herbert verunfallte im Wallis mit seiner jungen Frau tödlich. Sie hinterliessen ein sechs Monate altes Kind.
In der Wirtschaft von Mariahilf fand Marie einen neuen Verdienst. 1974 kam Tochter Sonja mit ihrer Familie zu ihr. Es folgten Umzüge nach Geretach, in die Heitera und schliesslich in die Wohnung im Mehrfamilienhaus bei der Kirchgasse in Alterswil. Hier verbrachte Marie einige schöne, ruhige und glückliche Jahre. Sie genoss die kleinen Freuden des Alltags: Lotto, Altersnachmittag, Jassrunden, Mütterverein, die häufige Werktagsmesse. Gerne ging sie auf Werbereisen, mit Pater Christoph auf die Wallfahrten nach Padua und Altötting, denn Marie war eine gläubige, priesterfreundliche Person.
Trotz allen Schicksalsschlägen blieb sie eine Frohnatur. Sie lehrte ihren Kindern singen; pflegte mit Freude ihren Garten und die Blumen. Sie war eine gesellige, zufriedene Frau. Sehr schwer ist es ihr gefallen, als die Altersbeschwerden sie zwangen, die Wohnung aufzugeben und ins Pflegeheim zu ziehen. Die Kräfte liessen nach; das Augenlicht erlosch; das Dasein fiel ihr schwer. So war der Tod am 26. April 2011 für sie eine Erlösung. Eing.