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Kremationsgeschichte
Die Bestattung verstorbener Menschen im Feuer ist uralt. Sie wurde schon lange vor der christlichen Zeitrechnung neben anderen Bestattungsarten ausgeübt. Karl der Grosse erklärte im Jahre 785 die Beerdigung zur alleinigen christilichen Bestattungsart. Die Feuerbestattung wurde erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts in grossen Teilen Europas aufgrund sanitarischer, ökonomischer und ästhetischer Gründe wieder eingeführt.
Das erste Zürcher Krematorium
Am 15.6.1889 konnte das erste Krematorium der Schweiz (das dritte in Europa) auf dem Friedhof Sihlfeld A feierlich eingeweiht werden; erbaut von Stadtbaumeister Arnold Geiser. Im Eröffnungsjahr waren 21 Verstorbene kremiert worden. Heute wird die Anlage als Abdankungskapelle genutzt.
Das Krematorium im Friedhof Sihlfeld Zürich
In den nächsten Jahren erhöhte sich die Anzahl der Feuerbestattungen konstant (vermutlich auch, weil ab 1900 die unentgeltliche Durchführung für verstorbene EinwohnerInnen der Stadt gewährleistet wurde), sodass ein grösseres Krematorium auf dem Friedhof Sihlfeld D (Eröffnung 6.3.1915) durch den Architekten Albert Froelich gebaut wurde. 1991 ist der technische Teil stillgelegt worden. Heute wird die als Zeitzeuge dienende Anlage als Abdankungskapelle genutzt. Schon 1925 stieg die Zahl der Feuerbestattungen auf 1234 und überschritt damit erstmals diejenige der Erdbestattungen. Das Verhältnis verschob sich weiter zugunsten der Kremation. Einen spürbaren Anstieg erfuhr die Zahl der Feuerbestattungen 1964, als die römisch-katholische Kirche die strikte Ablehnung der Kremation für ihre Mitglieder ablegte und zur Duldung dieser Bestattungsart überging.
Das neue Krematorium Nordheim
Da zahlenmässig immer mehr Kremationen in Zürich durchgeführt wurden, erhielt Prof. Albert Heinrich Steiner den Auftrag ein neues Bauwerk zu gestalten. Es wurde 1967 eröffnet und zeigt mit seiner strengen modernen Sachlichkeit ein wiederum ganz anderes Gesicht. 1980 wurde am Krematorium Nordheim mit seinen beiden harmonischen Abdankungshallen ein grosser Aufbahrungstrakt und ein Urnenhain am Waldrand angebaut.