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Diese Schmiede in der Vordergasse 8 in Neunkirch, in einem Wohnhaus aus dem 16. Jh., wurde im Jahr 1824 erstmals in Betrieb genommen.
Hans Martin Uehlinger hat die Schmiede in 1824 erstmals als Waffenschmiede eingerichtet. Sohn des Neunkircher Küfers Johannes Uehlinger, bildete sich – gemäss traditioneller Handwerksvorschrift der Wanderschaft – während mehrerer Jahre in Strassburg zum Huf- und Waffenschmied aus. Ungewöhnlich war seine Zusatzausbildung zum Windenmacher, eine Spezialsparte der Schlosserei, die unter zünftischen Verhältnissen des 18. Jahrhunderts noch einen eigenen Berufszweig dargestellt hätte. Uehlingers Berufsbezeichnung und Adressanschriften lauten alternierend Waffenschmied oder Windenmacher.
Die Grundausstattung der Werkstatt geht ins Jahr 1824 zurück, als Hans Martin Uehlinger seinen eigenen Betrieb als selbständiger Schmied eröffnete. Dazu gehören: Esse, Blasebalg, Werkbank, Feuerwerkzeuge und Feuergeräte (Amboss, Schmiedehämmer, Zangen, Gesenke, Nageleisen, Meissel, Dorne usw.), Bankwerkzeuge (Schraubstöcke, Bankhämmer, Richthaken, Feilen, Feilkloben, Bankmeissel, Punzen, Greifzirkel, Lehren usw.), Reifenhaken, Rädchen zum Radreifmessen usw.
Später, ab 1859 übernahm Johannes Uehlinger den Betrieb bis sie später Hermann Uehlinger 1899 bis 1948 als Schlossereibetrieb nutzte.
Die Elektrifizierung im Kanton Schaffhausen ermöglichte im Jahre 1910 die Installation von «Elektrischen Lichtleitungen». Dies erlaubte die Mechanisierung der eigenen Werkstatt durch den Einbau eines Elektromotors samt Transmissionen sowie von diversen, heute noch vorhandenen Werkzeugmaschinen. Drehbank und Bohrmaschine wurden als typische Schlossereimaschinen möglicherweise bereits früher gekauft und mit einer Fusswippe bzw. einem waagrechten Schwungrad in Bewegung gesetzt. Als selbstständiger Schlosser fertigte Hermann Uehlinger Schlösser, Baubeschläge, Geländer, Tür- und Fenstergitter an, montierte Wasserleitungen.
Nach 1948 blieb die Arbeitsstätte verwaist und unangetastet. Seine Frau sowie später seine im Hause verbliebene ledige Tochter (Schlosser-Bertha) sollen die Werkstatt verschlossen und niemanden mehr hineingelassen haben, so dass der Zustand der letzten Gebrauchszeit unverändert blieb. 1996 vermachte die Erbengemeinschaft Bertha Uehlinger das gesamte Schmiede- und Schlosserei-Inventar der Gemeinde Neunkirch mit dem Wunsch, dass „die ehrwürdige … Werkstatt … für die kommenden Generationen am alten Standort erhalten und wieder in Betrieb genommen werden könnte“.
Seit 1997 finden Schauschmiede Vorführungen und andere Führungen in der Schmiede statt und erfreuen sich grosser Beliebtheit.
Seit 2018 hat der Verein Kulturgschicht Nüchilch die Trägerschaft des Museumbetriebs der alten Schmitte übernommen.
Sie finden vertiefte historische Informationen über die Schmiede auf unserer Vereinswebsite.