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Welchen Wechselkurs sollte man für internationale Einkommensvergleiche verwenden?
Der Vergleich von Einkommen und Wohlstand zwischen Ländern ist ein komplexes Thema. Ein zentraler Aspekt dabei ist die Wahl des Wechselkurses, der das Ergebnis solcher Vergleiche maßgeblich beeinflussen kann.
Einleitung
Eine stetig zunehmende Globalisierung hat in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass Unternehmen und Einzelpersonen immer häufiger grenzüberschreitende Aktivitäten durchführen(Black & White, 2003). Die wirtschaftliche Integration der Länder, insbesondere in der Europäischen Union und den aufstrebenden Schwellenländern, hat die Komplexität dieser internationalen Aktivitäten erhöht. Einkommensvergleiche über Ländergrenzen hinweg spielen eine immer wichtigere Rolle, um die wirtschaftliche Leistung von Unternehmen und Einzelpersonen zu bewerten und zu vergleichen(Bishop et al., 1991). Ein zentraler Aspekt bei der Durchführung von Einkommensvergleichen über Ländergrenzen hinweg ist die Wahl des Wechselkurses, da dieser das Ergebnis des Vergleichs maßgeblich beeinflussen kann. Es gibt verschiedene Ansätze zur Wahl des Wechselkurses, jedoch gibt es keine einheitliche Methode, die allgemein akzeptiert wird (Spahn & Bliss, 2001, S. 12). Aus diesem Grund ist die Wahl des Wechselkurses ein umstrittenes und komplexes Thema in der Wirtschaftswissenschaft.
Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, die verschiedenen Methoden zur Bestimmung von Wechselkursen zu untersuchen und Empfehlungen zur Wahl des Wechselkurses für internationale Einkommensvergleiche zu geben. Zunächst werden die theoretischen Grundlagen geklärt. Anschließend geht die Arbeit auf das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ein und erläutert das Thema der Kaufparität. Dem folgt eine Erläuterung von Ansätzen zur Wahl des Wechselkurses für internationale Einkommensvergleiche. Anschließend wird das Thema der internationalen Einkommensvergleiche diskitiert und werden die Faktoren bei der Wahl des Wechselkurses aufgezeigt. Abschließend werden Empfehlungen für die Wahl des Wechselkurses gegeben und ein Fazit gezogen.
Theoretische Grundlagen
a. Definition von Wechselkursen
Ein Wechselkurs ist ein Preis, zu dem eine Währung in eine andere Währung umgetauscht werden kann (Jacob, 2019, S. 32). In anderen Worten: Es ist das
Verhältnis zwischen dem Wert einer Währung und dem Wert einer anderen Währung. Der Wechselkurs wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt und ist somit eine Funktion von verschiedenen Faktoren, wie zum Beispiel den Zinssätzen, dem BIP-Wachstum, der Inflation und dem Handelsbilanzsaldo (Jacob, 2019, S. 34).
Es gibt verschiedene Arten von Wechselkursen, je nachdem, welche Währungen verglichen werden. Ein bilateraler Wechselkurs ist der Kurs zwischen zwei Währungen, während ein multilateraler Wechselkurs der Kurs zwischen mehreren Währungen ist (Bilson et al., 1984, S. 3). Es gibt auch flexible und feste Wechselkurse. Ein flexibler Wechselkurs ist ein Wechselkurs, der sich frei durch Angebot und Nachfrage auf dem Devisenmarkt bestimmt, während ein fester Wechselkurs ein Wechselkurs ist, der von der Zentralbank eines Landes festgelegt wird (Bilson et al., 1984, S. 3).Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Definition von Wechselkursen ist die Unterscheidung zwischen nominalen und realen Wechselkursen. Der nominale Wechselkurs ist der Preis, zu dem eine Währung gegen eine andere Währung gehandelt wird(Jacob, 2019, S. 44). Der reale Wechselkurs ist der Preis, zu dem ein Warenkorb in einem Land gegen den gleichen Warenkorb in einem anderen Land getauscht werden kann(Jacob, 2019, S. 44). Der reale Wechselkurs berücksichtigt somit die Preisniveaus in den beiden Ländern und ermöglicht somit einen Vergleich der Kaufkraft der Währungen. Wechselkurse spielen eine wichtige Rolle in der internationalen Wirtschaft und haben Auswirkungen auf Handel, Investitionen und Einkommensvergleiche. Eine genaue Kenntnis der Definition von Wechselkursen ist daher von großer Bedeutung, um die Auswirkungen von Wechselkursen auf die Wirtschaft verstehen zu können.
Feenstra argumentiert, dass Wechselkurse eine wichtige Rolle im internationalen Handel spielen, da sie den Preis von Waren und Dienstleistungen in verschiedenen Ländern beeinflussen (Feenstra& Taylor, 2021, S. 448-450). Ein starker Wechselkurs bedeutet beispielsweise, dass die Waren eines Landes im Vergleich zu anderen Ländern teurer sind, was ihre Exporte reduzieren und die Importe erhöhen kann.Darüber hinaus betont Feenstra, dass Wechselkurse auch eine wichtige Rolle bei der Bestimmung der internationalen Kapitalströme spielen. Ein starker Wechselkurs kann dazu führen, dass ausländische Investoren in das Land investieren, was wiederum den Wechselkurs beeinflussen kann (Feenstra& Taylor, 2021, S. 448-450). Feenstra untersucht auch die verschiedenen Faktoren, die die Wechselkurse beeinflussen, wie z.B. die Zinssätze, die Inflation, die politischen Ereignisse und die Handelsbilanzen. Er diskutiert auch die verschiedenen Instrumente, die die Regierungen und Zentralbanken einsetzen können, um Wechselkurse zu beeinflussen, wie z.B. Deviseninterventionen und Zinssatzpolitik (Feenstra& Taylor, 2021, S. 448-450).
b. Internationale Einkommensvergleiche
Ein internationaler Einkommensvergleich ist ein Vergleich von Einkommen, die in verschiedenen Ländern erzielt werden(Beckerman& Bacon, 1966, S. 519). Dies kann von Unternehmen und Einzelpersonen durchgeführt werden, um ihre wirtschaftliche Leistung zu bewerten und zu vergleichen. Ein internationaler Einkommensvergleich kann auch dazu beitragen, die wirtschaftliche Entwicklung von Ländern zu bewerten und zu vergleichen(Bishop et al., 1991, S. 470).Einkommensvergleiche können auf verschiedene Arten durchgeführt werden. Einige der gängigsten Methoden sind der nominale Wechselkursvergleich, der reale Wechselkursvergleich und der Kaufkraftparitätsvergleich. Der nominale Wechselkursvergleich vergleicht das Einkommen auf der Grundlage des aktuellen Wechselkurses zwischen den Ländern(Bishop et al., 1991, S. 471). Der reale Wechselkursvergleich vergleicht das Einkommen auf der Grundlage des Wechselkurses, der durch die Preisniveaus in den beiden Ländern bereinigt wurde(Hermann, 1996, S. 473). Der Kaufkraftparitätsvergleich vergleicht das Einkommen auf der Grundlage der Kaufkraft der Währungen in den beiden Ländern (Hermann, 1996, S. 477).Es gibt auch andere Faktoren, die bei internationalen Einkommensvergleichen berücksichtigt werden müssen, wie zum Beispiel Steuern, Sozialversicherungsbeiträge und andere Abgaben. Diese Faktoren können von Land zu Land unterschiedlich sein und können den Vergleich von Einkommen erschweren(Black & White, 2003, S. 33). Darüber hinaus können Wechselkursrisiken bei internationalen Einkommensvergleichen eine Rolle spielen, da Schwankungen in den Wechselkursen die Ergebnisse des Vergleichs beeinflussen können(Hoffmeyer-Zlotnik& Warner, 1998, S. 60). Internationale Einkommensvergleiche sind wichtig, um die wirtschaftliche Leistung von Unternehmen und Einzelpersonen zu bewerten und zu vergleichen. Eine genaue Kenntnis der verschiedenen Methoden und Faktoren, die bei internationalen Einkommensvergleichen berücksichtigt werden müssen, ist daher von großer Bedeutung. Einige Faktoren, die bei der Durchführung von internationalen Einkommensvergleichen berücksichtigt werden sollten, sind die Art des Einkommens, die Währung des Landes, in dem das Einkommen erzielt wird, und die Währung des Landes, in dem der Vergleich stattfindet (Hoffmeyer-Zlotnik & Warner, 1998, S. 42). Es gibt auch verschiedene Methoden zur Absicherung gegen Wechselkursrisiken, die bei internationalen Einkommensvergleichen hilfreich sein können(Hoffmeyer-Zlotnik& Warner, 1998, S. 61). Insgesamt sind internationale Einkommensvergleiche ein wichtiges Instrument, um die wirtschaftliche Leistung von Unternehmen und Einzelpersonen zu bewerten und zu vergleichen.
Feenstra (2002) hat in dem Buch "Advanced International Trade: Theory and Evidence" internationale Einkommensvergleiche durchgeführt. Dabei vergleicht erdas Pro-Kopf-Einkommen in verschiedenen Ländern und untersucht, welche Faktoren dazu beitragen, dass einige Länder ein höheres Einkommen haben als andere.Der Autor argumentiert, dass das Pro-Kopf-Einkommen ein wichtiger Indikator für den Wohlstand eines Landes ist und dass es wichtig ist, die Unterschiede im Einkommen zwischen Ländern zu verstehen(Feenstra., 2002, S. 2-44). Es werden verschiedene Faktoren diskutiert, die dazu beitragen können, dass einige Länder ein höheres Einkommen haben als andere. Dazu gehören unter anderem die Produktivität der Arbeit, der technologische Fortschritt, der Grad der wirtschaftlichen Integration und die Qualität der institutionellen Rahmenbedingungen.Feenstra untersucht auch die Auswirkungen von Handelspolitik auf das Einkommen von Ländern (Feenstra, 2002, S. 7-49 ff.).Er kommt zu dem Schluss, dass Handelsliberalisierung und eine offene Handelspolitik in der Regel dazu beitragen, das Einkommen der beteiligten Länder zu steigern.
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf
a. Definition
Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf ist ein Maß, welches verwendet wird, um den Wert der gesamten Waren und Dienstleistungen zu messen, die innerhalb eines Landes produziert werden, geteilt durch die Anzahl der Einwohner dieses Landes. Es ist somit ein Indikator für die Wirtschaftsleistung pro Person in einem bestimmten Land und wird oft als Maßstab für den Lebensstandard und das Wohlstandsniveau eines Landes verwendet.
Die Berechnung des BIP pro Kopf erfordert die Verwendung von Daten über das BIP des Landes und die Anzahl der Einwohner des Landes. Die Berechnung des BIP pro Kopf ermöglicht es, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Ländern miteinander zu vergleichen und zu bewerten, wie viel Wohlstand jeder Einwohner des Landes genießt.
Es gibt in der Literatur verschiedene Ansätze zur Bestimmung des Bruttoinlandsprodukts:
1. BIP als Summe aller verkauften Endprodukte innerhalb eines geographischen Gebiets in einem bestimmten Zeitraum (Burda &Wyplosz, 2018, S. 25).
2. BIP als „Summe der Wertschöpfung innerhalb eines geographischen Gebietes und während eines bestimmten Zeitraums“. (Burda &Wyplosz, 2018, S. 27).
3. BIP als Summe der Faktoreinkommen aus den wirtschaftlichen Aktivitäten innerhalb eines geographischen Gebietes und während eines bestimmten Zeitraums (Burda &Wyplosz, 2018, S. 27).
b. Berechnung
Es gibt drei Möglichkeiten, das BIP zu messen, die alle dasselbe Ergebnis liefern sollten.Diese Methoden sind (Central Statistic Office, 2023):
- Die Output-Methode (alle Wertschöpfung von jedem Produzenten)
- Die Einkommensmethode (alle erzielten Einnahmen) und
- Die Ausgabenmethode (alle Ausgaben).
Die Output-Methode
Die Output-Methode misst das BIP als Wert von Output (was produziert wird) abzüglich des Werts der Waren und Dienstleistungen, die bei der Herstellung dieser Outputs verbraucht wurden (die Inputs oder Vorleistungen) zuzüglich aller Steuern auf Produkte wie Mehrwertsteuer abzüglich aller Subventionen für Produkte wie Subventionen für erneuerbare Energien.
Einkommensmethode
Die Einkommensmethode misst das BIP, indem sie zusammenzählt: Der Rohertrag von Unternehmen und Selbstständigen, zuzüglich der Löhne der Arbeitnehmer (Entschädigung der Arbeitnehmer), zuzüglich aller Steuern auf Produkte wie Mehrwertsteuer, abzüglich aller Subventionen für Produkte wie Subventionen für erneuerbare Energien.
Ausgabenmethode
Beim Ausgabenansatz messen wir, wie der Name schon sagt, wie viel für Waren und Dienstleistungen ausgegeben wird.Wichtig ist, dass Ausgaben nur einmal gezählt werden.Wir schätzen: Konsumausgaben von Einzelpersonen (Persönliche Konsumausgaben) zuzüglich Nettoausgaben der Zentral- und Kommunalverwaltung zuzüglich aller Kapitalausgaben (wie Gebäude und Maschinen) plus Exporte, da Exporte zum BIP Irlands beitragen, weil es von anderen Ländern für in Irland produzierte Waren und Dienstleistungen ausgegeben wird minus Importe, weil diese Summe für die Produktion anderer Länder ausgegeben wird.
Die meisten Länder verwenden eine Kombination dieser Methoden, um das BIP zu berechnen. Der Zeitraum, für den das BIP berechnet wird, kann variieren, aber die meisten Länder berechnen das BIP jährlich.
Kaufkraftparität
a. Definition
Das Konzept der Kaufkraftparität besagt, dass der gleichgewichtige Wechselkurs konstant ist (Harms, 2008, S. 257).„Kaufkraftparität" (KKP) ist ein wirtschaftliches Konzept, das sich auf den Vergleich von Preisen und Werten zwischen verschiedenen Ländern bezieht. Es bezieht sich auf die Idee, dass Währungen in verschiedenen Ländern nicht direkt miteinander verglichen werden sollten, sondern dass ihre Kaufkraft berücksichtigt werden sollte.
Die Kaufkraftparität besagt, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen in verschiedenen Ländern auf lange Sicht konvergieren sollten, wenn sie in einer bestimmten Währung ausgedrückt werden. Mit anderen Worten, ein bestimmtes Bündel von Waren und Dienstleistungen sollte in verschiedenen Ländern den gleichen Preis haben, wenn er in einer bestimmten Währung ausgedrückt wird.
Das Konzept der Kaufkraftparität wird oft verwendet, um internationale Preisvergleiche und den Wechselkurs zwischen Währungen zu analysieren. Es ist auch wichtig für die Messung des realen Wirtschaftswachstums und der Kaufkraft von Ländern im Vergleich zu anderen.
Nach EU sind Kaufkraftparitäten (KKP) Indikatoren für Preisniveauunterschiede zwischen den Ländern.Sie geben an, wie viele Währungseinheiten eine bestimmte Menge an Waren und Dienstleistungen in verschiedenen Ländern kostet. KKP können als Währungsumrechnungskurse verwendet werden, um in nationalen Währungen ausgedrückte Ausgaben in eine künstliche gemeinsame Währung (den Kaufkraftstandard, KKS) umzurechnen, wodurch die Auswirkungen von Preisniveauunterschieden zwischen den Ländern eliminiert werden (Eurostat, 2023).
b. Berechnung
Die Kaufkraftparität kann auf verschiedene Arten berechnet werden, aber eine häufig verwendete Methode ist die Verwendung des Big Mac Index (The Economist, 2023).
Der Big Mac Index ist ein von der Zeitschrift The Economist entwickelter Indikator, der die Kaufkraftparität zwischen verschiedenen Ländern anhand des Preises eines Big Macs, eines bekannten Fast-Food-Produkts von McDonald's, in verschiedenen Ländern vergleicht.
Die Berechnung der Kaufkraftparität mit dem Big Mac Index erfolgt wie folgt (The Economist, 2023):
- Bestimmung des Big-Mac-Preises in verschiedenen Ländern: Der Preis des Big Macs wird in verschiedenen Ländern in der jeweiligen Landeswährung ermittelt.
- Umrechnung der Preise in eine gemeinsame Währung: Die Preise der Big Macs werden in eine gemeinsame Währung umgerechnet, z.B. in US-Dollar, um sie direkt vergleichen zu können.
- Bestimmung des Wechselkurses: Der Wechselkurs zwischen der gemeinsamen Währung und der Landeswährung wird berechnet.
- Vergleich der Preise: Der Preis des Big Macs in den verschiedenen Ländern wird unter Berücksichtigung des Wechselkurses verglichen, um die Kaufkraftparität zwischen den Ländern zu ermitteln.
Allerdings wird dieser Ansatz in der vorliegenden Arbeit nicht weiter verfolgt werden, da der Autor den Ansatz des Marktwechselkurses nicht weiter verfolgt, sondern auf die Bedeutung der Kaufparität insistiert.
Die Berechnung der Kaufkraftparität nach Feenstra basiert auf dem Konzept der Preisindexmethode, bei der die Preise eines repräsentativen Warenkorbs in verschiedenen Ländern verglichen werden. Die Methode wurde von Robert C. Feenstra entwickelt und wird oft in der Wirtschaftswissenschaft verwendet. Hierbei spielt das bekannte Bergin-Feenstra-Modell eine wichtige Rolle (Bergin&Fenstra, 2001, S. 335 ff.). Das Modell untersucht den Handel zwischen zwei Ländern und wie er von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird. Das Modell basiert auf der Annahme, dass die Produktion in jedem Land auf zwei Faktoren zurückzuführen ist: Arbeit und Kapital.
Das Bergin-Feenstra-Modell geht davon aus, dass die Handelsströme zwischen zwei Ländern von drei Faktoren beeinflusst werden: der technologischen Entwicklung, den Transportkosten und den Unterschieden in der Produktionsstruktur zwischen den Ländern. Das Modell zeigt auch, wie sich Veränderungen in diesen Faktoren auf den Handel auswirken.
Eine wichtige Annahme des Modells ist, dass die Länder sich in Bezug auf ihre Produktionsstruktur unterscheiden, so dass jedes Land aufgrund seiner spezifischen Faktorausstattung bestimmte Güter relativ effizient produzieren kann. Das Modell zeigt, dass der Handel zwischen zwei Ländern umso größer ist, je größer die Unterschiede in der Produktionsstruktur sind.
Das Bergin-Feenstra-Modell hat sich als nützliches Instrument erwiesen, um die Auswirkungen von Handelspolitik, technologischem Wandel und anderen wirtschaftlichen Veränderungen auf den Handel zwischen Ländern zu untersuchen. Es hat auch dazu beigetragen, das Verständnis der Gründe für die Bildung von Handelsströmen zu verbessern und die Vorteile des Freihandels zu verdeutlichen.
Die Berechnung der Kaufkraftparität nach Feenstra erfolgt wie folgt:
- Auswahl eines repräsentativen Warenkorbs: Ein repräsentativer Warenkorb von Gütern und Dienstleistungen wird ausgewählt, der eine breite Palette von Produkten und Dienstleistungen enthält, die von den Verbrauchern in verschiedenen Ländern gekauft werden.
- Preisdaten sammeln: Die Preise für jeden Artikel im Warenkorb werden in den verschiedenen Ländern gesammelt, in denen er angeboten wird. Die Preise werden in der jeweiligen Landeswährung notiert.
- Umrechnung der Preise in eine gemeinsame Währung: Die Preise der einzelnen Artikel werden in eine gemeinsame Währung umgerechnet, z.B. in US-Dollar, um sie direkt vergleichen zu können.
- Berechnung des Preisniveaus: Das Preisniveau für jeden Artikel wird in jedem Land berechnet, indem der Preis des Artikels durch den Wechselkurs in die gemeinsame Währung umgerechnet wird.
- Berechnung des Preisindexes: Der Preisindex für jedes Land wird berechnet, indem die Preisniveaus für jeden Artikel im Warenkorb gewichtet und summiert werden.
c. Unterschiede zur nominalen Wechselkursberechnung
- Die Berechnung der Kaufkraftparität und die Berechnung des nominalen Wechselkurses sind zwei verschiedene Ansätze zur Messung von Währungsverhältnissen zwischen verschiedenen Ländern.
Die Berechnung der Kaufkraftparität (KKP) bezieht sich auf die Messung der Kaufkraft einer Währung in einem bestimmten Land im Vergleich zu einer anderen Währung in einem anderen Land. Es berücksichtigt den Preisniveauunterschied zwischen verschiedenen Ländern und versucht, den tatsächlichen Wert der Währungen zu messen.
Im Gegensatz dazu bezieht sich die Berechnung des nominalen Wechselkurses auf die Messung des Wertes einer Währung im Verhältnis zu einer anderen Währung auf dem Devisenmarkt. Es zeigt, wie viel eine Währung in Bezug auf eine andere Währung wert ist, ohne die Kaufkraft zu berücksichtigen.
Die KKP-Berechnung gibt einen besseren Einblick in die tatsächliche Kaufkraft der Währungen, während die Berechnung des nominalen Wechselkurses oft von kurzfristigen Spekulationen und Marktschwankungen beeinflusst wird.
Beide Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile und werden oft in verschiedenen Kontexten verwendet. Die Berechnung der Kaufkraftparität kann beispielsweise nützlich sein, um die tatsächliche Kaufkraft von Ländern zu vergleichen und internationale Preisunterschiede zu analysieren. Die Berechnung des nominalen Wechselkurses kann jedoch nützlich sein, um den Handel zwischen Ländern zu analysieren und Wechselkursschwankungen zu prognostizieren.
Ansätze zur Wahl des Wechselkurses für internationale Einkommensvergleiche
a. Nominaler Wechselkurs
Um internationale Einkommensvergleiche zu realisieren, ist es erforderlich, die BIP-Zahlen in eine gemeinsame Währung umzurechnen, z.B. US-Dollar (Harms, 2008, S. 289). „Wird der (Markt-)Wechselkurs verwendet, kann dies in der Folge zu Fehleinschätzungen führen. Das Problem besteht darin, den nominalen Wechselkurs so zu wählen, dass er die unterschiedlichen nationalen Preisniveaus berücksichtigt, und damit erlaubt, kaufkraftbereinigte [..] Einkommensdaten zu vergleichen.“ (Harms, 2008, S. 289).
Ein nominaler Wechselkurs bezieht sich auf den Preis einer Währung in Bezug auf eine andere Währung. Er gibt an, wie viele Einheiten einer Währung benötigt werden, um eine Einheit einer anderen Währung zu kaufen. Ein höherer nominaler Wechselkurs bedeutet, dass eine Währung stärker ist als eine andere Währung und dass mehr von dieser Währung benötigt wird, um eine Einheit der anderen Währung zu kaufen.
Einkommensvergleiche hingegen beziehen sich auf den Vergleich von Einkommen in verschiedenen Ländern oder Währungen. Wenn man Einkommen in verschiedenen Währungen vergleicht, muss man den nominalen Wechselkurs berücksichtigen, um eine angemessene Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Ein höherer nomineller Wechselkurs bedeutet, dass ein bestimmtes Einkommen in einer Währung mehr wert ist als in einer anderen Währung.
Allerdings sagt der nominale Wechselkurs nichts über die Kaufkraft der Währung aus, da er sich auf den Preis von Währungen auf dem Devisenmarkt bezieht. Die Kaufkraft einer Währung hängt von vielen Faktoren ab, wie beispielsweise der Inflation und der Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen. Wenn man also Einkommen in verschiedenen Ländern oder Währungen vergleicht, sollte man auch die Kaufkraftparität berücksichtigen, um eine genauere Einschätzung zu erhalten.
b. Realer Wechselkurs
Ein realer Wechselkurs bezieht sich auf den Preis einer Währung in Bezug auf eine andere Währung, der um die Inflation bereinigt wurde. Der reale Wechselkurs gibt an, wie viele Waren und Dienstleistungen eine Einheit einer Währung im Vergleich zu einer anderen Währung kaufen kann.
Internationale Einkommensvergleiche basieren auf dem Vergleich des realen Einkommens in verschiedenen Ländern, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und den Lebensstandard der Bevölkerung zu messen und zu vergleichen. Wenn man das reale Einkommen in verschiedenen Währungen vergleicht, muss man den realen Wechselkurs berücksichtigen, um eine angemessene Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Ein höherer realer Wechselkurs bedeutet, dass ein bestimmtes Einkommen in einer Währung mehr wert ist als in einer anderen Währung, wenn man die Inflation berücksichtigt.
Es ist wichtig zu beachten, dass der reale Wechselkurs nicht nur von der Inflation abhängt, sondern auch von anderen Faktoren wie den Unterschieden in der Produktivität und den Handelsbedingungen zwischen den Ländern beeinflusst wird. Ein höherer realer Wechselkurs kann beispielsweise auf eine höhere Produktivität oder bessere Handelsbedingungen in einem Land hinweisen.
Die Verwendung des realen Wechselkurses bei internationalen Einkommensvergleichen ist daher eine wichtige Methode, um eine angemessene Vergleichbarkeit des realen Einkommens in verschiedenen Ländern zu gewährleisten. Allerdings gibt es auch andere Methoden zur Messung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und des Lebensstandards in verschiedenen Ländern, wie beispielsweise die Verwendung von Kaufkraftparitäten (PPP).
Die Weltbank verfolgt mit ihrem International ComparisonProgram (ICP) eine der größten und beständigsten statistischen Initiativen der Welt.Es wird von der Weltbank unter der Schirmherrschaft der Statistikkommission der Vereinten Nationen (UNSC) verwaltet und stützt sich auf eine Partnerschaft internationaler, regionaler, subregionaler und nationaler Stellen, die unter einem robusten Governance-Rahmen arbeiten und einer etablierten statistischen Methodik folgen (The World Bank, 2023).
Dieses Programm dient dazu, (i) um Kaufkraftparitäten (KKP) und vergleichbare Preisniveauindizes (PLI) für die teilnehmenden Volkswirtschaften zu erstellen;und (ii) Volumen- und Pro-Kopf-Messungen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und seiner Ausgabenkomponenten unter Verwendung von KKP in eine gemeinsame Währung umzurechnen. PPPs wandeln verschiedene Währungen in eine gemeinsame Währung um und gleichen während des Umrechnungsprozesses ihre Kaufkraft aus, indem sie Unterschiede im Preisniveau zwischen den Volkswirtschaften kontrollieren.Sie bieten ein Maß dafür, was die lokale Währung einer Volkswirtschaft in einer anderen Volkswirtschaft kaufen kann.KKP-basierte Vergleiche der Wirtschaftsleistung unterscheiden sich von marktwechselkursbasierten Vergleichen, da letztere nicht zwischen den relativen Preisniveaus verschiedener Güter in Volkswirtschaften unterscheiden.PPP-basierte Vergleiche werden auch weniger von der potenziellen Volatilität der Marktwechselkurse beeinflusst (The World Bank, 2023).
c. Kaufkraftparitätsansatz
Deaton und Heston haben sich mit der Entwicklung von Methoden zur Berechnung von Kaufkraftparitäten (PPP) und PPP-basierten nationalen Rechnungslegungen beschäftigt. Ihre Arbeit konzentriert sich darauf, die Herausforderungen bei der Messung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit von Ländern zu bewältigen, insbesondere bei der Vergleichbarkeit von Einkommen und Preisen in verschiedenen Ländern.
Kaufkraftparitäten (PPP) ermöglichen den Vergleich von Einkommen und Preisen in verschiedenen Ländern auf der Grundlage der tatsächlichen Kaufkraft der Währungen, anstatt auf der Basis des nominalen Wechselkurses. Mit anderen Worten, PPP berücksichtigen die tatsächlichen Kosten von Waren und Dienstleistungen in verschiedenen Ländern, um eine bessere Vergleichbarkeit der Einkommen zu gewährleisten (Deaton& Heston, 2010, S. 1-35).
Deaton und Heston entwickelten die sogenannte International ComparisonProgram (ICP), die PPPs in einer Vielzahl von Ländern berechnet und vergleichbare Preis- und Einkommensdaten liefert. Diese Daten werden in nationalen Rechnungslegungen verwendet, um die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Ländern zu messen und zu vergleichen (Deaton& Heston, 2010, S. 1-35).
Ihre Arbeit hat dazu beigetragen, die Bedeutung von PPPs und PPP-basierten nationalen Rechnungslegungen zu verdeutlichen und die Vergleichbarkeit von Einkommen und Preisen in verschiedenen Ländern zu verbessern. Ihre Methoden haben auch dazu beigetragen, eine genauere Einschätzung der Armut und Ungleichheit auf der Welt zu ermöglichen, da PPPs es ermöglichen, die tatsächliche Kaufkraft von Einkommen in verschiedenen Ländern zu vergleichen (Deaton& Heston, 2010, S. 1-35).
Der Kaufkraftparitätsansatz (auch bekannt als Kaufkraftparität) wird verwendet, um internationale Einkommensvergleiche durchzuführen. Die Idee hinter diesem Ansatz ist, dass Währungen unterschiedliche Kaufkraft haben und dass die tatsächliche Kaufkraft einer Währung der beste Maßstab für den Vergleich von Einkommen ist.
Feenstra betont, dass der Kaufkraftparität-Ansatz ein nützliches Instrument für internationale Einkommensvergleiche ist, insbesondere wenn es darum geht, den Lebensstandard und die Kaufkraft der Menschen in verschiedenen Ländern zu vergleichen. Er weist jedoch auch darauf hin, dass dieser Ansatz nicht perfekt ist und einige Einschränkungen hat (Feenstra& Kendall, 1994, S. 1-27).
Eine wichtige Einschränkung ist, dass der Kaufkraftparität-Ansatz nur eine Annäherung an die tatsächliche Kaufkraft eines Landes bietet und nicht alle Faktoren berücksichtigen kann, die die tatsächliche Kaufkraft beeinflussen. Zum Beispiel können die Preise für bestimmte Güter oder Dienstleistungen in einem Land aufgrund von Angebots- oder Nachfragefaktoren unterschiedlich sein, was sich auf die tatsächliche Kaufkraft auswirken kann (Feenstra& Kendall, 1994, S. 1-27).
Ein weiterer Nachteil des Kaufkraftparität-Ansatzes besteht darin, dass er aufgrund von Datenbeschränkungen und methodischen Herausforderungen nicht immer genau sein kann. Insbesondere können Daten zu Preisen und Einkommen in einigen Ländern begrenzt oder ungenau sein, was die Genauigkeit des Ansatzes beeinträchtigen kann.
Trotz dieser Einschränkungen betont Feenstra jedoch, dass der Kaufkraftparität-Ansatz immer noch ein wichtiges Instrument für internationale Einkommensvergleiche ist und dass er dazu beitragen kann, den Lebensstandard und die Kaufkraft in verschiedenen Ländern zu vergleichen.
Internationale Einkommensvergleiche
a. Herausforderungen und Probleme beim Vergleichen
Es gibt mehrere Probleme beim Vergleich des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in verschiedenen Ländern (Steinrücken &Jaenichen, 2005, S. 4-11):
- Unterschiedliche Währungen: Das BIP wird in der Landeswährung gemessen, was den Vergleich erschwert, da Wechselkursschwankungen die Bewertung der Wirtschaftsleistung beeinflussen können. Eine Möglichkeit, dieses Problem zu lösen, besteht darin, das BIP in einer einheitlichen Währung, z.B. US-Dollar, auszudrücken.
Preisniveaueffekte: Ein weiteres Problem ist, dass die Preise in verschiedenen Ländern unterschiedlich sind, was die Bewertung der Wirtschaftsleistung beeinflusst. Ein Land mit höheren Preisen wird eine höhere BIP-Zahl haben als ein Land mit niedrigeren Preisen, auch wenn die tatsächliche Wirtschaftsleistung vergleichbar ist. Um dieses Problem zu lösen, kann das BIP mit Kaufkraftparitäten (PPP) berechnet werden, die die unterschiedlichen Preisniveaus in verschiedenen Ländern berücksichtigen.
- Unterschiedliche Messmethoden: Die Messung des BIP kann in verschiedenen Ländern unterschiedlich erfolgen, was den Vergleich erschwert. Zum Beispiel kann die Messung von unbezahlter Hausarbeit oder der Schattenwirtschaft in einigen Ländern anders sein als in anderen. Auch hier kann die Verwendung von PPP helfen, da sie auf standardisierten Methoden der BIP-Berechnung basieren.
- Unterschiedliche Wirtschaftsstrukturen: Unterschiedliche Wirtschaftsstrukturen in verschiedenen Ländern können ebenfalls den Vergleich des BIP erschweren. Zum Beispiel kann ein Land mit einer größeren Dienstleistungsbranche ein höheres BIP haben als ein Land mit einer größeren Industriebranche, auch wenn die tatsächliche Wirtschaftsleistung vergleichbar ist. Um dieses Problem zu lösen, können verschiedene BIP-Maßnahmen wie das Bruttonationaleinkommen (BNE) oder das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (BIP pro Kopf) verwendet werden.
Insgesamt ist der Vergleich des BIP in verschiedenen Ländern aufgrund der oben genannten Probleme eine komplexe Angelegenheit. Es erfordert eine sorgfältige Berücksichtigung verschiedener Faktoren, um genaue und aussagekräftige Vergleiche zu ermöglichen.
b. Bedeutung von Kaufkraftparität und Bruttoinlandsprodukt pro Kopf
Da die theoretischen Positionen bereits weitreichend dargelegt wurden, soll dieser Abschnitt dazu dienen, die verschiedenen Herangehensweisen an Zahlenbeispielen zu illustrieren:
Eine Berechnung besteht im BIP-Vergleich zum Marktwechselkurs:
Die Formel zur Berechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nach Marktwechselkurs lautet (worldometer, o. J.):
BIP nach Marktwechselkurs = Summe aller Endprodukte und Dienstleistungen, die in einer bestimmten Periode im Land produziert wurden, multipliziert mit dem Wechselkurs
Die Berechnung des BIP nach Marktwechselkurs erfolgt in der Landeswährung, und das Ergebnis wird dann in einer anderen Währung, z.B. US-Dollar, ausgedrückt, indem der Wechselkurs angewendet wird.
Die Formel zur Umrechnung von BIP in einer bestimmten Währung in eine andere Währung lautet:
BIP in Zielwährung = BIP in Ausgangswährung x Wechselkurs
Dabei gibt der Wechselkurs das Verhältnis zwischen der Ausgangswährung und der Zielwährung an. Wenn beispielsweise das BIP in Euro berechnet wurde und in US-Dollar umgerechnet werden soll, wird das BIP in Euro mit dem Wechselkurs Euro/US-Dollar multipliziert. Das Ergebnis ist das BIP in US-Dollar.
Eine Berechnung besteht im BIP-Vergleich auf der Grundlage der Kaufparität:
Abb. 1. Die 20 Länder mit dem größten kaufkraftbereinigten Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2021 – in Billionen US Dollar- (Quelle: Urmersbach, 2022).
Die Formel zur Berechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nach Marktwechselkurs lautet (worldometer, o. J.):
BIP nach Marktwechselkurs = Summe aller Endprodukte und Dienstleistungen, die in einer bestimmten Periode im Land produziert wurden, multipliziert mit dem Wechselkurs
Die Berechnung des BIP nach Marktwechselkurs erfolgt in der Landeswährung, und das Ergebnis wird dann in einer anderen Währung, z.B. US-Dollar, ausgedrückt, indem der Wechselkurs angewendet wird.
Die Formel zur Umrechnung von BIP in einer bestimmten Währung in eine andere Währung lautet:
BIP in Zielwährung = BIP in Ausgangswährung x Wechselkurs
Dabei gibt der Wechselkurs das Verhältnis zwischen der Ausgangswährung und der Zielwährung an. Wenn beispielsweise das BIP in Euro berechnet wurde und in US-Dollar umgerechnet werden soll, wird das BIP in Euro mit dem Wechselkurs Euro/US-Dollar multipliziert. Das Ergebnis ist das BIP in US-Dollar.
Eine Berechnung besteht im BIP-Vergleich auf der Grundlage der Kaufparität:
Abb. 1. Die 20 Länder mit dem größten kaufkraftbereinigten Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2021 – in Billionen US Dollar- (Quelle: Urmersbach, 2022).
Die Formel zur Berechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nach Kaufkraftparität (PPP) lautet (Srivastav, 2023):
BIP nach PPP = Summe aller Endprodukte und Dienstleistungen, die in einer bestimmten Periode im Land produziert wurden, multipliziert mit dem Preisniveauverhältnis.
Das Preisniveauverhältnis gibt das Verhältnis der Preise für Güter und Dienstleistungen in einem Land im Vergleich zu einem anderen Land an. Es wird verwendet, um die Wirkung unterschiedlicher Preisniveaus auf die BIP-Berechnung zu berücksichtigen.
Die Berechnung des BIP nach PPP erfolgt in einer einheitlichen Währung, z.B. in internationalen Dollar, die auf einer standardisierten Methode der BIP-Berechnung basiert. Das Ergebnis des BIP nach PPP ermöglicht einen Vergleich der tatsächlichen Wirtschaftsleistung zwischen Ländern, indem die Unterschiede in den Preisniveaus berücksichtigt werden.
Die Formel zur Umrechnung des BIP in einer bestimmten Währung in PPP-basierte BIP lautet:
BIP nach PPP = BIP in Landeswährung / Preisniveauindex
Der Preisniveauindex gibt das Verhältnis der Preise in einem Land im Vergleich zu einem anderen Land an. Wenn beispielsweise das BIP in Euro berechnet wurde und in PPP-basiertes BIP umgerechnet werden soll, wird das BIP in Euro durch den Preisniveauindex zwischen dem Euro-Währungsraum und dem Land, mit dem verglichen wird, dividiert. Das Ergebnis ist das BIP nach PPP.
Die Umrechnung von BIP-Zahlen in KKP-bereinigte Zahlen kann auf verschiedene Weise erfolgen. Eine häufig verwendete Methode ist die Verwendung von KKP-Konversionsfaktoren, die den Wechselkurs zwischen den Währungen und die unterschiedlichen Kosten für Waren und Dienstleistungen in verschiedenen Ländern berücksichtigen.
Die Umrechnung von BIP-Zahlen in KKP-bereinigte Zahlen kann in Worten wie folgt beschrieben werden:
Die Umrechnung von BIP-Zahlen in KKP-bereinigte Zahlen erfolgt durch die Anwendung von KKP-Konversionsfaktoren, die die unterschiedlichen Kaufkraftparitäten zwischen verschiedenen Ländern berücksichtigen. Dadurch wird ein Vergleich der wirtschaftlichen Leistung zwischen verschiedenen Ländern möglich, der unabhängig von den unterschiedlichen Währungen und den Kosten für Waren und Dienstleistungen in verschiedenen Ländern ist.
In mathematischen Formeln kann die Umrechnung von BIP-Zahlen in KKP-bereinigte Zahlen wie folgt dargestellt werden (Destatis, 2023):
KKP-BIP = BIP x (KKP-Konversionsfaktor)
Dabei steht KKP-BIP für das kaufkraftbereinigte Bruttoinlandsprodukt, BIP für das Bruttoinlandsprodukt und der KKP-Konversionsfaktor für den Faktor, der den Wechselkurs und die Kaufkraftparität zwischen verschiedenen Ländern berücksichtigt.
Es gibt verschiedene Organisationen und Institutionen, die KKP-Konversionsfaktoren berechnen und veröffentlichen, wie zum Beispiel die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF).
Die Unterschiede im internationalen Vergleich des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zwischen der Weltbank und der Universität Groningen resultieren aus unterschiedlichen Methoden und Datenquellen, die von beiden Organisationen verwendet werden.
Die Weltbank verwendet die Atlas-Methode zur Umrechnung des BIP nach Marktwechselkursen. Diese Methode basiert auf den offiziellen Wechselkursen zwischen Währungen und berechnet das BIP eines Landes in US-Dollar. Die Atlas-Methode der Weltbank ist jedoch umstritten, da sie nicht die tatsächlichen Preisniveaus in den Ländern berücksichtigt und somit nicht die tatsächliche Kaufkraft der Währungen widerspiegelt.BNE-Zahlen (Bruttonationaleinkommen) sind die von der Weltbank geschätzten Zahlen aus den entsprechenden Werten des Systems of National Accounts der Vereinten Nationen, ausgedrückt in Landeswährung. Die Umrechnungsmethode des Weltbankatlas dient der Glättung von Preis- und Wechselkursschwankungen im Ländervergleich der Volkseinkommen (World Health Organization, 2023).
Die Universität Groningen hingegen verwendet die Methode der Kaufkraftparität (PPP) zur Berechnung des BIP. Diese Methode berücksichtigt die tatsächlichen Preisniveaus in den Ländern und ermöglicht einen Vergleich der tatsächlichen Wirtschaftsleistung zwischen den Ländern. Die PPP-basierten BIP-Zahlen der Universität Groningen sind daher oft höher als die Atlas-Methode der Weltbank(University of Groningen, 2023).
Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Organisationen besteht in den Datenquellen. Die Weltbank verwendet Daten, die von den nationalen Statistikbehörden der Länder gemeldet werden. Diese Daten können jedoch unvollständig oder ungenau sein, insbesondere in Ländern mit schwachen institutionellen Kapazitäten. Die Universität Groningen verwendet hingegen eine Vielzahl von Datenquellen, einschließlich nationaler Statistiken, Umfragen und anderen Studien, um ihre BIP-Schätzungen zu erstellen.
Insgesamt sind die Unterschiede im internationalen Vergleich des BIP zwischen der Weltbank und der Universität Groningen auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, darunter die Methoden und Datenquellen, die von beiden Organisationen verwendet werden. Es ist wichtig zu beachten, dass beide Methoden Vor- und Nachteile haben und dass die Wahl der Methode davon abhängt, welche Aspekte der Wirtschaftsleistung im Fokus stehen.
Der Penn World Table (PWT) ist ein bekannter Datensatz, der von Forschern verwendet wird, um die Wirtschaftsleistung von Ländern auf der ganzen Welt zu vergleichen.Es wurde erstmals in den 1970er Jahren erstellt und seitdem mehrfach aktualisiert, um die Veränderungen in der Weltwirtschaft widerzuspiegeln. Die nächste Generation des PWT wird voraussichtlich in naher Zukunft veröffentlicht und wird voraussichtlich mehrere wichtige Verbesserungen enthalten.Eine der wichtigsten Änderungen ist die Erweiterung des Datensatzes um weitere Länder, insbesondere in Subsahara-Afrika und im Nahen Osten.Dies wird den Forschern einen umfassenderen Überblick über die Weltwirtschaft geben und bessere Vergleiche zwischen den Regionen ermöglichen. Eine weitere wichtige Verbesserung ist die Einbeziehung neuer Datenquellen, einschließlich detaillierterer Informationen zu Einkommensungleichheit, Urbanisierung und anderen sozioökonomischen Faktoren.Dies wird es den Forschern ermöglichen, die wirtschaftliche Entwicklung von Ländern und die Auswirkungen verschiedener Politiken und Interventionen genauer einzuschätzen. Die nächste Generation des PWT wird voraussichtlich auch verbesserte Methoden zur Messung der Kaufkraftparität (KKP) enthalten, die zur Umrechnung von Wirtschaftsdaten aus verschiedenen Ländern in eine gemeinsame Währung verwendet werden.Dies wird dazu beitragen, Messfehler zu reduzieren und ein genaueres Bild der Weltwirtschaft zu liefern. Insgesamt wird erwartet, dass die nächste Generation des PWT den Forschern einen detaillierteren und umfassenderen Überblick über die Weltwirtschaft bietet, was genauere Vergleiche und Analysen von Wirtschaftstrends und -politiken ermöglicht.
Version 8.1 des PWT enthielt Aktualisierungen der Methodik zur Schätzung der Wechselkurse der Kaufkraftparität (KKP), die verwendet werden, um die relativen Preise von Waren und Dienstleistungen zwischen den Ländern zu vergleichen (Feenstra et al., 2015, S. 3150-3182).Dies führte zu genaueren Schätzungen des realen Einkommens und Verbrauchs in den Ländern und verbesserte die Möglichkeit, den Lebensstandard in verschiedenen Regionen der Welt zu vergleichen. Darüber hinaus wurde mit Version 8.1 des PWT ein neues Maß für die Arbeitsproduktivität eingeführt, das Unterschiede in der Qualität des Arbeitseinsatzes zwischen den Ländern berücksichtigt.Dies ermöglichte genauere Vergleiche der Produktivitätsniveaus zwischen den Ländern und eine bessere Einschätzung der Quellen des Wirtschaftswachstums. Version 8.1 des PWT enthielt auch Aktualisierungen der im Datensatz verwendeten Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungsdaten, wodurch die Genauigkeit der Maße des BIP und anderer makroökonomischer Variablen verbessert wurde. Insgesamt brachte Version 8.1 des PWT mehrere wichtige Verbesserungen für den Datensatz, einschließlich genauerer Messungen von PPP-Wechselkursen, Produktivität und makroökonomischen Variablen.Diese Aktualisierungen ermöglichten genauere Vergleiche der Wirtschaftsleistung zwischen den Ländern und eine bessere Einschätzung der Quellen des Wirtschaftswachstums (Feenstra et al., 2015, S. 3150-3182).
Zwischenzeitlich existiert die PWT Version 10.01. Dies ist eine Datenbank mit Informationen zu relativen Einkommens-, Output-, Input- und Produktivitätsniveaus in 183 Ländern zwischen 1950 und 2019 (University of Groningen, 2023).
Berücksichtigung von Faktoren bei der Wahl des Wechselkurses
a. Art des Einkommens
Die Art des Einkommens und die Wahl des Wechselkurses sind zwei wichtige Faktoren, die die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes beeinflussen können.
Wenn eine Volkswirtschaft hauptsächlich aus rohstoffbasierten Industrien wie Öl oder Bergbau besteht, kann sie anfälliger für Schwankungen auf den Weltmärkten sein. Andererseits können Länder, die eine diversifizierte Wirtschaft haben, die auf mehreren Branchen wie Dienstleistungen, Industrie und Landwirtschaft basiert, widerstandsfähiger gegenüber externen Schocks sein (Twin & Brock, 2022).
Insgesamt hängt die Wahl der Wechselkurspolitik von vielen Faktoren ab, darunter der Art des Einkommens, der Größe der Volkswirtschaft und den politischen Bedingungen. Eine sorgfältige Abwägung der Vor- und Nachteile jeder Wechselkurspolitik kann dazu beitragen, die Widerstandsfähigkeit einer Volkswirtschaft gegenüber externen Schocks zu erhöhen und das Wirtschaftswachstum zu fördern (Twin & Brock, 2022).
b. Währung des Landes, in dem das Einkommen erzielt wird
Die Währung des Landes, in dem das Einkommen erzielt wird, und der Wechselkurs sind zwei wichtige Faktoren, die das Einkommen und den Lebensstandard einer Person beeinflussen können.
Der Wechselkurs ist der Preis, zu dem eine Währung gegen eine andere ausgetauscht werden kann. Wenn der Wechselkurs zwischen zwei Währungen sich ändert, kann dies Auswirkungen auf die Einkommen und Preise haben. Eine Aufwertung der Währung des Wohnsitzlandes kann beispielsweise dazu führen, dass Waren und Dienstleistungen im Ausland günstiger werden und die Importpreise sinken. Andererseits kann eine Abwertung der Währung des Wohnsitzlandes dazu führen, dass Waren und Dienstleistungen im Ausland teurer werden und die Inflation im Inland ansteigt.
Insgesamt können die Währung des Landes, in dem das Einkommen erzielt wird, und der Wechselkurs eine wichtige Rolle bei der Bestimmung des Einkommens und Lebensstandards einer Person spielen.
c. Währung des Landes, in dem der Vergleich stattfindet
Die Währung des Landes, in dem der Vergleich stattfindet, und der Wechselkurs sind wichtige Faktoren bei der Bestimmung des relativen Werts von Waren und Dienstleistungen in verschiedenen Ländern.
Wenn der Vergleich in einem Land stattfindet, dessen Währung stark gegenüber anderen Währungen ist, können die Preise in diesem Land im Vergleich zu anderen Ländern höher erscheinen. Wenn jedoch der Wechselkurs sich ändert und die Währung des Vergleichslandes abwertet, können die Preise in diesem Land im Vergleich zu anderen Ländern sinken (Khan Academy, 2023).
So können die Währung des Vergleichslandes und der Wechselkurs einen erheblichen Einfluss auf die Bewertung von Waren und Dienstleistungen in verschiedenen Ländern haben.
Empfehlungen für die Wahl des Wechselkurses
Allgemein gesprochen hängt die Wahl des Wechselkurses von einer Vielzahl von Faktoren ab, wie zum Beispiel (Casiraghi et al., 2022, S. 15 ff.):
- Wirtschaftliche Bedingungen: Der Wechselkurs hängt von der wirtschaftlichen Stärke des Landes ab. Eine starke Wirtschaft und eine niedrige Inflation können zu einer höheren Währungsbewertung führen.
- Politische Lage: Instabile politische Bedingungen können die Währung eines Landes beeinträchtigen, was zu einer Abwertung führen kann.
Zinssätze: Höhere Zinssätze können zu einer stärkeren Währung führen, da sie dazu beitragen können, Kapital anzuziehen.
- Handelsbilanz: Ein Land mit einem Handelsüberschuss (Exporte größer als Importe) wird in der Regel eine stärkere Währung haben als ein Land mit einem Handelsdefizit.
- Marktbedingungen: Der Wechselkurs wird auch von Angebot und Nachfrage bestimmt. Wenn es eine starke Nachfrage nach einer Währung gibt, kann dies zu einem höheren Wechselkurs führen.
Es ist auch wichtig zu beachten, dass die Wechselkurse von vielen Faktoren beeinflusst werden und Schwankungen unterliegen können. Es kann hilfreich sein, eine breite Diversifikation von Währungen in Betracht zu ziehen, um das Risiko von Wechselkursschwankungen zu minimieren.
Zusammenfassung und Ausblick
Der Vergleich von Bruttoinlandsprodukten (BIP) zwischen Ländern kann entweder durch den Marktwert-Wechselkurs oder durch die Kaufkraftparität (PPP) durchgeführt werden.
Der Marktwert-Wechselkurs misst den Wert einer Währung in Bezug auf eine andere Währung. Es wird verwendet, um den Wert der Wirtschaftsleistung eines Landes in der jeweiligen Landeswährung und in der Währung eines anderen Landes zu vergleichen. Es spiegelt jedoch nicht die unterschiedlichen Preisniveaus und die Kaufkraft in verschiedenen Ländern wider. Daher können die Ergebnisse verfälscht sein, wenn Länder mit unterschiedlichen Preisniveaus verglichen werden.
Die Kaufkraftparität hingegen versucht, den Unterschied im Preisniveau und in der Kaufkraft zwischen Ländern zu berücksichtigen. Dieser gibt an, wie viel von eineWährung benötigt wird, um die gleiche Menge an Gütern und Dienstleistungen zu kaufen, die in einem anderen Land zu einem bestimmten Preis erhältlich sind. Die Kaufkraftparität ist somit ein besserer Indikator für die tatsächliche Kaufkraft eines Landes im Vergleich zu einem anderen.
Daher kann die Kaufkraftparität bei der Messung des BIP zwischen Ländern ein genauerer Vergleichsmaßstab sein, insbesondere bei der Analyse der wirtschaftlichen Stärke und des Wohlstands von Ländern. Jedoch kann auch der Marktwert-Wechselkurs in einigen Fällen relevant sein, z.B. wenn es darum geht, den Wert von Exporten und Importen zu messen oder internationale Investitionen zu tätigen.
Obwohl der Vergleich von Bruttoinlandsprodukten (BIP) mittels Marktwert-Wechselkurs und Kaufkraftparität (PPP) weit verbreitet ist, gibt es noch Forschungslücken und kontroverse Diskussionen in diesem Bereich.
Einige der Forschungslücken sind (Ganti&Reddy, 2019, S. 1-8):
Methodik: Es besteht die Notwendigkeit, die Methodik für die Berechnung von BIP mittels PPP weiter zu verbessern. Einige der Herausforderungen umfassen die Bestimmung des geeigneten Preisniveaus für Güter und Dienstleistungen sowie die Verfügbarkeit von Daten in verschiedenen Ländern.
Datengenauigkeit: Es gibt Herausforderungen bei der Bereitstellung von genauen Daten zur Berechnung von BIP mittels PPP, insbesondere in Ländern mit begrenzter Datenverfügbarkeit.
Bewertung von Qualität und Verfügbarkeit von Gütern und Dienstleistungen: Es kann schwierig sein, die Qualität und Verfügbarkeit von Gütern und Dienstleistungen in verschiedenen Ländern zu bewerten, insbesondere wenn es um den Vergleich von Dienstleistungen wie Bildung und Gesundheitswesen geht.
Dynamik der Wechselkurse: Die Dynamik der Wechselkurse kann die Aussagekraft des Marktwert-Wechselkurses beeinflussen. Insbesondere können starke Schwankungen der Wechselkurse die Gültigkeit von Vergleichen über längere Zeiträume hinweg beeinträchtigen.
Unterschiedliche Konsummuster: Es gibt Unterschiede im Konsummuster zwischen verschiedenen Ländern. Der PPP-Ansatz geht davon aus, dass Verbraucher in verschiedenen Ländern ähnliche Konsummuster haben, was möglicherweise nicht der Realität entspricht.
Zusammenfassend gibt es noch immer Forschungslücken und Diskussionen hinsichtlich des Vergleichs von BIP mittels Marktwert-Wechselkurs und PPP. Es ist wichtig, die Vor- und Nachteile jedes Ansatzes zu verstehen und die angemessene Methode in Abhängigkeit von den jeweiligen Fragestellungen zu wählen.
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