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Das freie Spiel der Bilder
Vernunft und Fantasie bei Schleiermacher
Beschreibung
Die elementare Funktion bildlicher Repräsentation für das Denken und Handeln durchzieht das Gesamtwerk Schleiermachers. Sie wird in dieser Dissertation vor dem Hintergrund der Zusammengehörigkeit von Bild- und Fantasiekonzept erschlossen.
Der im Frühwerk etablierten Gleichstellung von Vernunft und Fantasie bzw. Rationalität und Kreativität korrespondiert die Gleichursprünglichkeit von Begriff und Bild als Formen kommunikativer Vergegenwärtigung der gemeinsamen Welt. Firchow rekonstruiert im ersten Hauptteil die werkgeschichtliche Etablierung der Fantasie als »individuelle Vernunft« im zeitgenössischen Kontext des Deutschen Idealismus. Der zweite Teil bietet eine systematische Darstellung der Grundfunktionen der gestaltbildenden Fantasie im Rahmen einer Platonischen »Bild-Anthropologie«, die sich als anschlussfähig für den gegenwärtigen »iconic turn« erweist. Die theologische Relevanz betrifft den Ursprung der Gottesidee und die Vergegenwärtigung des »Bildes des Erlösers« als Kernelement der Wesensbestimmung des Christentums.
[The Free Play of Pictures. Reason and Fantasy in Schleiermacher]
Schleiermacher's complete work is crossed by the elementary function of figurative representation for thinking and acting. This study extrapolates it amidst the affiliation of fantasy and image theory. The equality of reason and fantasy, resp. rationality and creativity, as established in the early work, corresponds to the relationship of concept and image as forms of communicative representation in Schleiermacher´s later work.
In the first part, Firchow reconstructs the justification of fantasy as »individual reason« within the contemporary context of German Idealism. The second part contains a systematic statement of the basic functions of figurative representation in the context of a Platonic »image-anthropology«, which can be connected to fundamental aspects of the recent »iconic turn«. The theological relevance of the topic culminates in issues concerning the origin of the idea of God and the visualization of the »image of the Redeemer« which is considered to be a core element within the essential determination of Christianity.
Markus Firchow, Dr. theol., Jahrgang 1979, studierte Evangelische Theologie und ist gegenwärtig Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Ethik (Systematische Theologie III) an der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen. Die vorliegende Hamburger Dissertation entstand im Rahmen des DFG-Projekts »Bild und Zeit. Exegetische, hermeneutische und systematisch-theologische Untersuchungen zur Bildlichkeit religiöser Repräsentationsformen«.