Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03433.jsonl.gz/428

Viele Schizophrenie-Patienten erhalten Antipsychotika. Als Ergänzung dazu können bestimmte Vitamine und Mineralstoffe bei der Kontrolle der Symptome helfen. So können Nährstoffdefizite ergänzt, oxidativer Stress bekämpft und neurologischen Signalwege moduliert werden. Neuere Forschungen zeigen, dass B-Vitamine dabei eine wichtige Rolle spielen.
Nach Auswertung der Daten von 18 Studien zeigte sich, dass B-Vitamine im Vergleich zu Placebo die Symptome von Schizophrenie signifikant reduzieren. Symptome von Schizophrenie sind unter anderem Halluzinationen, paranoides und verwirrtes Denken, verworrene Sprache und verflachte Emotionen.
„Hohe Dosen von B-Vitaminen können dabei helfen, die Symptome von Schizophrenie zu lindern. Jedoch waren die Studien so unterschiedlich, dass nicht alle Ergebnisse gut miteinander zu vergleichen waren. Auch kann es sein, dass bestimmte Gruppen von Patienten empfindlicher auf eine Behandlung mit B-Vitaminen reagieren, zum Beispiel, weil sie vor dem Beginn der Untersuchung einen Mangel aufwiesen“, räumen die Wissenschaftler ein.
Vitamin B3 ist wichtig für das normale Funktionieren des Gehirns und des Nervensystems und spielt historisch gesehen eine wichtige Rolle in der Schizophrenieforschung. Der Orthomolekular-Pionier Dr. Abram Hoffer begann bereits in den frühen 50er Jahren damit, Schizophrenie-Patienten mit hohen Dosen von Niacin und Vitamin C zu behandeln
B-Vitamine können eigentlich nicht losgelöst von dem Komplex, in dem sie auftreten, betrachtet werden. Dennoch wird angenommen, das vor allem Vitamin B3 (Niacin) eine zentrale Rolle bei der Wirkung spielt; die psychiatrischen Symptome der frühen Stadien des B3-Mangels (Pellagra) sind praktisch nicht von Schizophrenie zu unterscheiden.
Außerdem nimmt Vitamin B3 einen hohen Stellenwert in der orthomolekularen Psychiatrie ein. Niacin wird nämlich dazu verwendet, um Halluzinationen, Wahnvorstellungen und starken Stimmungsschwankungen entgegenzuwirken, die bei einigen psychischen Erkrankungen einschließlich der Schizophrenie auftreten.
„Besondere Aufmerksamkeit sollte auch auf die Wirkungen von Kombinationen günstiger Nährstoffe in Multipräparaten gerichtet werden“, erklären die Forscher. Aber welche Substanzen sollten zusätzlich verwendet werden?
Vitamin B12 und Folat scheinen beide eine wichtige Rolle für eine gute Gehirnfunktion zu spielen. Sowohl B12- als auch Folatmangel werden mit Depressionen, Demenz und Schizophrenie in Zusammenhang gebracht. Cholin, ein Bestandteil des Vitamin-B-Komplexes, wird heute oft zur adjuvanten Therapie bei der Behandlung mit Antipsychotika eingesetzt, zum Beispiel bei Psychosen und Schizophrenie. Ein adjuvantes Präparat mit dem gesamten B-Komplex ist daher zu empfehlen.
Auch für Vitamin C und Zink wurde gezeigt, dass sie die Symptome der Schizophrenie bekämpfen können, wobei diese Studie allerdings noch repliziert werden muss. Schließlich erhöht eine länger anhaltende suboptimale Aufnahme von DHA (und EPA) das Risiko von Störungen im Bereich des Denkens, des Verhaltens und der Stimmung, worunter unter anderem Depressionen, bipolare Störungen und Schizophrenie fallen. Daher sind auch Fischfettsäuren ein essenzielles Adjuvans.
Firth J, et al., The effects of vitamin and mineral supplementation on symptoms of schizophrenia: a systematic review and meta-analysis, Psychol Med. 2017 Feb 16:1-13.