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Detroit, Michigan. Es ist der 6. Januar 1994, kurz vor den Olympischen Winterspielen in Lillehammer, als die schöne Welt des Eiskunstlaufens mit der brutalen Attacke auf die US-amerikanische Medaillenhoffnung Nancy Kerrigan jäh erschüttert wird. Mehr noch schockiert aber die Tatsache, dass Erzrivalin Tonya Harding in den Anschlag verwickelt sein soll. Doch wie konnte es soweit kommen? Tonya (Margot Robbie) wächst auf mit einer fordernden Mutter (Allison Janney), die auch vor Misshandlungen nicht zurückschreckt.
Trotz aller Widrigkeiten quält sie sich auf dem Eis zur Perfektion. Während sie Sprünge und technische Elemente beherrscht, fehlt es ihr an Ausstrahlung und Eleganz. Als Tonya Jeff Gillooly (Sebastian Stan) trifft, verhilft er ihr zur lange ersehnten Trennung von der tyrannischen Mutter und schafft gleichzeitig die Verbindung zur anrüchigen Unterwelt. Denn bald wird klar, dass Everybody's Darling Nancy Kerrigan auf dem Eis kaum mit legalen Mitteln zu schlagen ist...
Sie war die berühmteste Person der Welt – nach Bill Clinton. Als erste Amerikanerin vollzog Tonya Harding innerhalb eines Wettbewerbs gleich zwei sogenannte Dreifach-Axel – der anspruchsvollste Sprung im Eiskunstlauf. Ihr Name wird jedoch für alle Zeiten mit dem schlecht geplanten und stümperhaft durchgeführten Attentat auf ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan in Verbindung bleiben, das ihre Erzrivalin trainingsunfähig machen und Tonya den Sieg in den amerikanischen Meisterschaften sichern sollte.
Mit viel schwarzem Humor erzählt «I, Tonya» die unglaubliche, aber wahre Geschichte der Eiskunstläuferin Tonya Harding, um die sich einer der grössten und verrücktesten Skandale der Sportgeschichte spannt. Regie führte Craig Gillespie. «I, Tonya» bringt dem Zuschauer eine junge Frau näher, die viele bloss als «die Eishexe» in Erinnerung haben. Ohne ihre Herkunft zu romantisieren leistet der Film eine Art Wiedergutmachung und versucht aufzuzeigen, wie aus der burschikosen Hinterwäldlerin eine teils gefeierte, teils verachtete Eiskunstläuferin wurde und wieviel diese mit dem legendären Attentat auf Nancy Kerrigan zu tun hatte.
Fazit: Den schwarzen Humor im Film kann man mögen oder nicht - als Stilmittel passt er bei der Vielzahl von Dilettanten und Hillbillys in dieser Geschichte ganz gut. Regisseur Craig Gillespie schafft es, in seinem Film relativ neutral zu bleiben und äussert auch leise Kritik an der gierigen Berichterstattung der Medien, die den Skandal nur zu gern ausgeschlachtet haben. Die Zuschauer werden Tonya Harding nach diesem Film wohl nicht besser mögen, aber zumindest die Person Tonya besser verstehen.
Director:
Craig Gillespie
Cast:
Margot Robbie, Allison Janney , Sebastian Stan, Caitlin Carver, Mckenna Grace, Bojana Novakovic