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Haare färben und tönen: Was passiert dabei?
Von Braun zu Blond oder Rot zu Blau – bei der Haarfarbe sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ein bisschen Chemie hilft dir dabei, deinen Wunsch in die Tat umzusetzen.
Deine Haarfarbe gefällt dir nicht? Dann bist du in guter Gesellschaft. Überall auf der Welt verändern Menschen die Farbe ihrer Haare, und bereits die alten Ägypter, die Römer und die Griechen wussten Mittel dazu.
Woher hat das Haar seine Farbe?
Die natürliche Haarfarbe verdanken wir den Pigmenten in unseren Haaren. Pigmente sind farbgebende Stoffe in den Zellen, wie zum Beispiel Melanine im Haar.
Das Schwarz-Braun-Pigment (Eumelanin genannt) ist für dunkle Haare verantwortlich. Blonde und rote Haare besitzen mehr Phaeomelanin, das Rot-Pigment. Im Haar sind jeweils beide Pigmentarten zu finden und die Mischung daraus bestimmt schlussendlich die Haarfarbe.
Ergrauen die Haare mit dem Alter, so geschieht das, weil die Melaninproduktion abnimmt und stattdessen Gasbläschen eingelagert werden.
Für immer? Oder doch nur für zwei Wochen?
Wenn du deine natürliche Haarfarbe verändern möchtest, stellt sich zunächst die Frage nach der Dauer der Farbveränderung. Bei einer Haartönung bleiben die natürlichen Farbpigmente erhalten, und nach einigen Haarwaschgängen ist die Farbe wieder weg. Entscheidest du dich für die dauerhafte Variante, die Haarfärbung, so werden die Haarpigmente chemisch verändert und die Färbung verschwindet erst mit dem Nachwachsen der Haare.
Haartönung und Haarfärbung
Eine Haartönung enthält ein fertiges Farbstoffgemisch. Damit kann man helles Haar dunkler machen, eine Aufhellung geht jedoch nicht. Die Farbmoleküle heften sich an das Keratin, ein Protein in der Haarstruktur. Ein „Farbmantel“ wird um das Haar gelegt, der nach 8–10 mal Haarewaschen wieder verschwindet. Auch Pflanzenfarben wie Henna oder Rastik tönen das Haar vorübergehend.
Eine dauerhafte Haarfärbemischung enthält meistens Ammoniak, ein Färbemittel und ein Wasserstoffperoxid. Durch das Ammoniak quillt das Haar auf, und die anderen Stoffe können ins Haarinnere eindringen. Das Wasserstoffperoxid hellt durch eine chemische Reaktion die natürlichen Farbpigmente auf. Das Färbemittel besteht aus kleinen Molekülen. Diese sind so winzig, dass sie ebenfalls ins Haarinnere gelangen können. Dort werden sie zu grossen Farbmolekülen zusammengebaut und sind danach im Haar eingesperrt wie in einem Käfig. Darum verschwindet die Farbe nicht beim Haarewaschen.
Übrigens sind die chemischen Vorgänge für Haut und Haar ziemlich belastend. Die Inhaltsstoffe können Allergien auslösen und vielleicht sogar Krebs fördern. Informiere dich also vor dem Färben genau über darüber, was für ein Färbemittel du benützt.