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Am Anfang sprach nichts dafür, dass die sozial engagierte Politikstudentin Gabriele Gast, Mitglied der CDU, zur wichtigsten Agentin von Markus Wolf aufsteigen würde. Doch die Schrecken des Kalten Krieges und das politische Klima Ende der 1960er Jahre machten die Studentin empfänglich für die Argumente des östlichen Geheimdienstes. Angeworben während eines DDR-Aufenthaltes lernt die junge Frau das Handwerk der Konspiration von der Pike auf, sie wird zu einer Kundschafterin des Friedens, wie die HV A ihre Agentinnen nannte. Und als sie schliesslich Anfang der 1970er Jahre eine Stelle beim BND in Pullach bekommt, wird sie zu einer entscheidenden und Markus Wolf direkt unterstellten Quelle.
Portrait
Gabriele Gast, 1943 in Remscheid geboren, wurde 1968 während einer Studienrecherche vom DDR-Geheimdienst angeworben. 1972 promovierte sie zum Dr. phil. Von 1973 bis 1990 arbeitete sie beim Bundesnachrichtendienst, dort im Sowjetunion-Referat der Politischen Auswertung. 1991 zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 9 Monaten verurteilt, wurde sie 1994 vorzeitig aus der Haft entlassen.