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Die Marburg-Virus-Infektion ist eine schwere Infektionskrankheit. Die fieberhafte Erkrankung löst starke Blutungen (Hämorrhagien) der Organe aus und wird deshalb auch hämorrhagisches Fieber genannt.
Eine Infektion mit dem Marburg-Virus (MARV) zählt zu den Tropenkrankheiten.
Das Marburg-Virus kommt gehäuft in Afrika vor und kann – wie bei den ersten bekannten Fällen, bei denen das Virus identifiziert wurde – durch exportierte Affen aus betroffenen Gegenden in andere Länder übertragen werden. Besonders medizinisches Personal, welche mit infizierten Patienten in Kontakt kommt und Ärzte und Helfer in den sogenannten Endemiegebieten (Gebiete in denen die Erkrankung gehäuft vorkommt) können sich mit dem Marburg-Virus anstecken.
Das Marburg-Virus gehört zu den Filoviren. Zur gleichen Virusfamilie gehört auch das Ebola-Virus, weshalb diese Viren viele Eigenschaften gemeinsam haben. Dazu gehören beispielsweise die sogenannte Inkubationszeit (Zeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome), die Symptome und welche Organe das Virus hauptsächlich befällt.
Die Ansteckung mit dem Marburg-Virus erfolgt durch direkten, engen Kontakt zu infizierten Tieren und Menschen. Die Marburg-Virus-Infektion beginnt mit allgemeinen Symptomen wie hohem Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und kann einen schweren Verlauf mit Blutungen in verschiedenen Organen nehmen. Hinzu kommen Wassereinlagerungen (Ödeme) und eine Gelbsucht (Ikterus). Trotz intensiver Forschung lassen sich bislang nur die Symptome einer Marburg-Virus-Infektion behandeln, gegen das Virus selbst gibt es keine wirksamen Medikamente. Erkrankte sollte unbedingt isoliert werden und das klinische Personal muss Schutzkleidung und Atemmasken tragen. Erfolgt eine intensive Behandlung rechtzeitig, überleben bis zu 75 Prozent der Erkrankten. Die Marburg-Virus-Infektion zählt laut Infektionsschutzgesetz (IFSG) zu den meldepflichtigen Erkrankungen.
Die Marburg-Virus-Infektion ist eine virale Erkrankung, die starke Blutungen (hämorrhagisches Fieber) hervorrufen kann. Sie zählt laut Infektionsschutzgesetz (IFSG) zu den meldepflichtigen Erkrankungen.
Die ersten bekannten Fälle der Marburg-Virus-Infektion traten 1967 in Deutschland und Jugoslawien auf. Die bis dahin unbekannten Viren gelangten mit importierten Affen (grüne Meerkatzen) aus Uganda nach Europa.
Neben der Marburg-Virus-Infektion gibt es noch andere hämorrhagische (Blutungen hervorrufende) Fiebererkrankungen durch Viren wie Lassa-Fieber oder Ebola.Wie bei diesen Erkrankungen erhielt auch die Marburg-Virus-Infektion ihren Namen nach dem Ort des ersten Auftretens, der Stadt Marburg in Deutschland. Im englischen Sprachgebrauch wird die Krankheit auch als Green Monkey oder Velvet Monkey Disease bezeichnet.
Seit den ersten Marburg-Virus-Infektionen 1967 sind in Europa keine weiteren Fälle aufgetreten. Damals erkrankten 31 Personen, von denen 7 verstarben. In den Jahren danach trat die Marburg-Virus-Infektion in Angola, Südafrika, Kenia und dem Kongo auf. Im Kongo erkrankten im Jahr 1998 154 Personen, 128 von ihnen starben. Der bisher grösste Ausbruch von Marburg-Virus-Infektionen fand im Jahr 2004 in Angola statt: 163 Personen erkrankten, von denen nur 13 überlebten.
Bei einer Marburg-Virus-Infektion sind bestimmte Viren die Ursachen. Das Marburg-Virus bildet gemeinsam mit dem Ebola-Virus die Familie der Filoviren (Filoviridae, «fadenförmige Viren»). In welchen Lebewesen sich das Virus vermehrt, ist bis heute nicht eindeutig bekannt. Es gibt aber Hinweise, dass es sich um Fledermäuse handelt. Die Ansteckung mit dem Marburg-Virus erfolgt durch direkten, engen Kontakt zu infizierten Tieren oder Menschen.
Das Marburg-Virus wird über Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen sowie durch direkten, engen Kontakt mit infizierten Tieren oder Menschen übertragen.
Die Inkubationszeit, das heisst die Zeit von der Ansteckung mit Marburg-Viren bis zum Auftreten von Krankheitssymptomen, beträgt 4 bis 17 Tage.
Bei einer Marburg-Virus-Infektion treten die ersten Symptome meist ohne lange Anlaufzeit auf. Den Erkrankten geht es plötzlich sehr schlecht, sie haben Fieber und Schüttelfrost und klagen über Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen. Nach etwa drei Tagen kommen Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall hinzu. Erkrankte Personen sind in diesem Stadium extrem geschwächt. Am fünften bis achten Krankheitstag treten bei einer Marburg-Virus-Infektion in schweren Fällen weitere Symptome auf, wie Blutungen im Magen-Darm-Trakt, der Lunge sowie der Mund- und Rachenschleimhaut. Die Betroffenen haben hohes Fieber, sind teilweise gelähmt, oft verwirrt oder aggressiv. Treten schwere Organblutungen auf, kann das Herz-Kreislauf-System versagen (Schock). Abhängig von der medizinischen Versorgung überleben bis zu 75 Prozent der Erkrankten.
Tropenmediziner sind spezialisiert darauf, bei Marburg-Virus-Infektionen die richtige Diagnose zu stellen. Treten nach einer Reise in ein Infektionsgebiet plötzlich grippeähnliche Symptome auf, besteht der Verdacht auf eine Marburg-Virus-Infektion. Mit einer speziellen Laboruntersuchung (PCR) kann der Arzt das Virus im Blut nachweisen. Gegen Ende der ersten Krankheitswoche bildet der Körper Abwehrstoffe (sog. Antikörper), die das Marburg-Virus bekämpfen. Die Antikörper lassen sich mit einer Blutuntersuchung nachweisen und sind noch Jahre nach einer überstandenen Marburg-Virus-Infektion im Blut zu finden.
Gegen eine Marburg-Virus-Infektion gibt es derzeit noch keine ursächliche Therapie. Die Erkrankten benötigen Bettruhe und erhalten schmerzlindernde, beruhigende und krampflösende Medikamente. Wichtig ist ein Ausgleich des gestörten Mineralstoff- und Wasserhaushalts durch die Gabe von Flüssigkeit über eine Vene (Infusion).
Bei einer Marburg-Virus-Infektion sind im weiteren Verlauf Komplikationen häufig. Bei vielen Erkrankten kommt es fünf bis sieben Tage nach Ausbruch der Tropenkrankheit zu schweren Blutungen. Da die Viren auch das zentrale Nervensystem (ZNS; Gehirn und Rückenmark) befallen, leiden die Patienten unter Lähmungen, Verwirrtheit und können in ernsten Fällen das Bewusstsein verlieren. Die massiven Organblutungen können schliesslich zum Herz-Kreislauf-Versagen (Schock) führen.
Auch wenn bei einer Marburg-Virus-Infektion auch milde oder sogar symptomlose Verläufe möglich sind, ist die gesamte Prognose eher schlecht. Bei einer unzureichenden medizinischen Betreuung überleben nur 20 Prozent der Erkrankten eine Marburg-Virus-Infektion.
Einer Marburg-Virus-Infektion können Sie nicht durch Schutzimpfungen oder Medikamente vorbeugen. Da die Risikogebiete, in denen das Marburg-Virus vorkommt, nicht zu den typischen Touristenzielen gehören, ist die Gefahr einer Ansteckung für Urlauber allerdings eher gering. Gefährdet sind vor allem Missionare und Entwicklungshelfer, die eng mit Menschen in den Risikogebieten zusammenarbeiten. Besteht bei einer Person der Verdacht auf eine entsprechende Infektion, ist es notwendig, sie auf einer Isolierstation unterzubringen. Auch eventuelle Kontaktpersonen müssen in diesem Fall ausfindig gemacht und medizinisch überwacht werden. Nur so ist es möglich, zu vermeiden, dass sich die Marburg-Virus-Infektion weiter ausbreitet.
Auch Menschen, die mit afrikanischen Affen arbeiten, zum Beispiel in einer Forschungseinrichtung, können sich mit dem Marburg-Virus infizieren, wenn die Tiere den Erreger in sich tragen. Strenge Sicherheitsmassnahmen beim Import von Tieren nach Europa sollen Infektionen mit Viren wie dem Marburg-Virus vorbeugen.