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Was ist Keratokonus?
Keratokonus ist eine degenerative Augenerkrankung. Darunter versteht man eine fortschreitende Ausdünnung der Vorwölbung der Hornhaut des Auges, auch Cornea genannt. Dies geht mit schwankender und abnehmender Sehschärfe bzw. Sehleistung einher. Diese Sehverschlechterung im betroffenen Augen, wird durch die Kurzsichtigkeit sowie eine Hornhautverkrümmung, auch irregulärer Astigmatismus genannt, verursacht.
Die Erkrankung ist selten, tritt aber meistens bei jungen Erwachsenen auf. Die genaue Ursache von Keratokonus, die fortschreitende Ausdünnung der Hornhaut, ist unbekannt, aber es wird angenommen, dass sie mit einer Störung der Produktion oder des Abbaus von Kollagen in der Hornhaut zusammenhängt.
Die Symptome von Keratokonus umfassen:
Es gibt zwei Formen des Keratokonus – die klassische Form und die sogenannte Forme fruste. Beide sind charakterisiert durch eine Abnahme der Schichten der Hornhaut, aber bei der Forme fruste ist die Hornhautschicht nicht so stark abgenommen wie bei der klassischen Form. Die Forme fruste ist auch weniger progressiv als die klassische Form und kann sich stabilisieren oder sogar verbessern, während die klassische Form weiter fortschreitet.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Keratokonus?
Es gibt verschiedene Methoden, um Keratokonus zu behandeln. Die Behandlung variiert, abhängig vom Schweregrad der Krankheit. Wenn der Keratokonus sich noch in einem frühen Stadium befindet, ist eine Brille oft ausreichend. Später werden spezielle Keratokonus Kontaktlinsen eingesetzt. Diese werden in der Regel von einem Augenarzt angepasst und müssen in regelmässigen Abständen kontrolliert werden. Die Kosten für die Kontaktlinsen, die regelmässigen Kontrollen und den Austausch der Linsen werden von den Krankenkassen in der Regel nicht übernommen.
Bei einer frühen Form kann diese Erkrankung durch Crosslinking, eine Quervernetzung der Hornhaut, behandelt werden.
Kontaktlinsen als Behandlungsoption
Es werden verschiedene Kontaktlinsen Typen für Menschen mit Keratokonus eingesetzt. Im Folgenden werden einige beschrieben.
Weiche und formstabile Kontaktlinsen
Zunächst einmal gibt es zwei Haupttypen von Kontaktlinsen für Patienten mit Keratokonus: weiche und formstabile. Weiche Kontaktlinsen sind in der Regel bequemer zu tragen, da sie aus aus Hydrogel oder Silikonhydrogel hergestellt sind. Diese Materialien sind weich und flexibel, so dass sie sich dem Auge anpassen und Irritationen vermeiden können. Die Nachteile der weichen Kontaktlinsen sind, dass sie anfälliger für Beschädigungen und schwerer zu reinigen sind, da sie mehr Feuchtigkeit aufsaugen als formstabile Linsen. Zudem können sie Infektionen verursachen.
Formstabile Kontaktlinsen werden aus Polymethylmethacrylat (PMMA) oder einem Kunststoff mit ähnlicher Härte hergestellt. Diese Kontaktlinsen liefern bei Keratokonus oft die beste Sehkorrektur und werden aktuell bei Patienten mit Keratokonus am häufigsten von Augenärzten eingesetzt. Nachteile sind, dass sie schwieriger anzupassen und in der Regel teurer als weiche Kontaktlinsen sind.
Hybridlinsen
Es gibt auch Hybridlinsen. Diese sind eine Kombination aus weichen und gasdurchlässigen Kontaktlinsen. Sie sind weich, um Komfort zu bieten, und gasdurchlässig, um Sauerstoff zu den Augen zu transportieren. Hybridlinsen werden in der Regel als Monatslinsen getragen und müssen alle drei bis sechs Monate ausgetauscht werden.
Sklerallinsen
Sklerallinsen sind eine Art von Kontaktlinsen, die bei Keratokonus ebenfalls häufig verwendet werden. Sklerallinsen sind weiche Kontaktlinsen, die auf der Hornhaut des Auges befestigt sind. Sie sind größer als andere Linsen und erstrecken sich bis zur Sklera, dem weißen Teil des Auges. Sklerallinsen werden in der Regel alle drei bis sechs Monate ersetzt.
Sklerallinsen haben einige Vorteile gegenüber anderen Kontaktlinsen. Zum Beispiel sind sie bequemer zu tragen und einfacher zu pflegen. Sie sind auch weniger anfällig für Verunreinigungen und minimieren die Infektionsgefahr.
Piggyback Kontaktlinsen
Piggyback Kontaktlinsen sind zwei Linsen, die übereinander angeordnet sind. Die untere Linse wird als Hauptlinse bezeichnet und die obere Linse als Piggyback Linse. Die Hauptlinse wird auf die Hornhaut des Auges gelegt und die Piggyback Linse wird auf die Hauptlinse gelegt. Die Piggyback Linse ist die Linse, die für die Korrektur der Sehkraft verantwortlich ist.
Es ist sehr wichtig die richtige Kontaktlinse auszuwählen, da sie einen grossen Einfluss auf das Sehvermögen und die allgemeine Gesundheit des Auges hat. Der Kontaktlinsentyp, der am besten geeignet ist, variiert von Person zu Person und hängt von den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab. Daher ist es wichtig, dass Sie sich von einem Augenarzt oder Augenoptiker beraten lassen, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
Chirurgischer Eingriff
Wenn die Kontaktlinsen bei einer fortschreitender Keratokonus nicht mehr ausreichen, kann eine Hornhauttransplantation (Keratoplastik) erforderlich werden. Die Erfolgsrate bei diesem Eingriff ist sehr hoch. Allerdings muss nach der Transplantation lebenslang ein Antibiotikum eingenommen werden. Zudem ist eine regelmässige ärztliche Nachuntersuchung erforderlich, um Komplikationen bei der Transplantation zu erkennen und zu behandeln.
Zusammenfassung
Keratokonus ist eine degenerative Augenkrankheit, die unheilbar ist, aber behandelt werden kann. Sie tritt normalerweise im Jugendalter auf und kann sich im Laufe der Zeit verschlechtern. Die Behandlung hängt von der Schwere der Krankheit ab. Zuerst muss der Patient eine Brille tragen, um die Sehstärke wiederherzustellen. Falls eine Brille alleine nicht ausreicht, können spezielle Kontaktlinsen helfen. In ausgeprägten Fällen kann eine Hornhauttransplantation erforderlich sein. Die meisten Patienten können ihr Leben jedoch weiterhin normal führen, nachdem die Transplantation abgeschlossen ist. Allerdings ist eine regelmässige Nachuntersuchung beim Augenarzt notwendig.
Quellen
- Timothy L Jackson: Moorfields Manual of Ophthalmology, third edition, Seite 193.