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Der Europäische Biber war nach seiner Ausrottung Anfang des 19. Jahrhunderts in den meisten Teilen von Europa verschwunden. Erst mit der Wiederansiedlung im 20. Jahrhundert konnte er sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet zurückerobern. In der Schweiz wurden in den 1950er- bis 1970er-Jahren gesamthaft 141 Biber an verschiedenen Gewässern ausgesetzt, aus welchen sich nur langsam eine überlebensfähige Population bildete. Heute ist der Biber laut der Roten Liste nicht mehr als gefährdet eingestuft und in der Schweiz in fast allen grösseren Gewässern zu finden. Trotzdem ist er im JSG weiterhin eine geschützte Tierart. Solange genügend Nahrung vorhanden ist, ist der Biber bei der Wahl seines Lebensraumes nicht sehr wählerisch. Langsam fliessende Gewässer und Stillgewässer mit einer Mindesttiefe von 50cm werden gerne bewohnt. In seinen Revieren lebt er entweder als Einzeltier oder im Familienverband.
Als reiner Pflanzenfresser ist der Biber in seiner Nahrungswahl sehr flexibel. Er ernährt sich im Sommer vor allem von krautigen Pflanzen und im Winter von Rinde und Knospen der Gehölze. Mit seinen starken Nagezähnen kann er Bäume und Sträucher fällen und sich somit Zugang zu den Ästen verschaffen. Zudem nutzt er die Gehölze für seine Bauten und Dämme. Mit diesem Vorgehen verändert er die Landschaft rundherum komplett und ist somit eine wichtige Schlüsselart für die Biodiversitätsförderung in semi-aquatisch geprägten Lebensräumen.
Durch seine Aktivitäten können jedoch auch Konflikte mit menschlichen Ansprüchen entstehen: Untergrabungen von Infrastrukturen wie Wegen oder Überflutungen aufgrund der Dämme. Daher sind Revitalisierungen mit ausreichend breiten Uferstreifen und das Einbeziehen des Bibers in neuen Bauprojekten besonders wichtig. Zudem werden besonders Jungtiere bei ihrer Abwanderung in neue Reviere Opfer von Verkehrskollisionen.