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- Im Augstbordgebiet haben sich die ansässigen Wölfe im Jahr 2016 erstmals erfolgreich fortgepflanzt. Somit lebt ein Wolfsrudel im Gebiet. Fotografisch und genetisch bestätigt sind vier Welpen, drei Fähen und ein Rüde (F22, F23, F24, M72). Die Elterntiere sind M59 und F14. Die junge Fähe F22 wurde Ende Dezember 2017 im Rahmen eines Regulationsabschusses erlegt. F23 wurde zuletzt im Sommer 2017 im Turtmanntal genetisch nachgewiesen. F24 wurde im Oktober 2017 ausserhalb des Streifgebietes des Augstbordrudels im Mittelwallis nachgewiesen. Über den Verbleib von M72 ist nichts bekannt. Im Sommer und Herbst 2017 konnte M59 mehrfach genetisch im Gebiet nachgewiesen werden. Von F14 fehlen neuere Nachweise. Dafür konnte im Sommer 2017 mit dem Weibchen F28 ein neu zugewanderter Wolf im Streifgebiet des Rudels nachgewiesen werden, der jedoch weitergezogen ist und sich zuletzt im Grimselgebiet aufhielt.
- Im Augstbordgebiet hielten sich bereits zur Ranzzeit im Februar und März 2016 drei bis vier verschiedene Wölfe auf, zwei Weibchen und ein bis zwei Männchen. Drei dieser Tiere wurden genetisch erfasst (F14, F16, M59). Da zur Ranzzeit die beiden Tiere F14 und M59 zusammen unterwegs waren, ist davon auszugehen, dass diese die Elterntiere des Wurfes 2016 sind. Die genetischen Resultate bestätigen dies. Das Weibchen F16 wurde im Februar 2017 im Val d'Anniviers illegal erschossen. Sie bildete zu diesem Zeitpunkt ein Paar mit dem neu eingewanderten Rüden M73.
- Durch die Präsenz von mehreren adulten Wölfen beiderlei Geschlechtes sprachen schon vor dem Reproduktionsnachweis von Ende August 2016 sämtliche Indizien dafür, dass 2016 eine Fortpflanzung stattgefunden hat.
- Anfang März 2017 konnte in der Fährte eines Wolfspaares im Augstbordgebiet Läufigkeitsblut nachgewiesen werden. Dies und die Präsenz von adulten Wölfen und Jährlingen im Umfeld der Wurfhöhle im Frühling und Frühsommer 2017 weisen deutlich auf eine erneute Reproduktion im Augstbordrudel hin. Ein Nachweis für eine erneute Reproduktion konnte aber bisher nicht erbracht werden.
- Trotz bisher fehlendem Nachweis einer Reproduktion im 2017 kann weiterhin von der Präsenz eines Rudels gesprochen werden. Zum einen sind auch in Rudeln Jahre ohne Reproduktion möglich, zum anderen wurde auch im Augstbordgebiet in der biologischen Periode 2017/18 (1.5.2017-30.4.2018) der Nachweis von drei gemeinsam lebenden Wölfen erbracht, womit die Rudeldefinition erfüllt ist. Aktuell kann regelmässig ein Wolfspaar im Gebiet nachgewiesen werden.
- Aufgrund der starken Verbesserungen im Herdenschutz gab es 2017 nur zwei erfolgreiche Wolfsangriffe im Streifgebiet des Augstbordrudels, wovon einer eine geschützte Herde betraf. Dies obwohl im Frühling und Sommer Wölfe nachweislich in den selben Zonen anwesend waren, wo auch Kleinvieh (Schafe und Ziegen) weidete. Für den erfolgreichen Angriff war das neu nachgewiesene Weibchen F28 verantwortlich, das nicht aus dem Rudel stammt. Im Gegensatz zum Vorjahr, als bereits auf den Frühlingsweiden mehrere Dutzend mehrheitlich ungeschützte Nutztiere von den Wölfen gerissen wurden, werden dieses Jahr deutlich bessere Zäune und vermehrt auch Herdenschutzhunde eingesetzt. Keinen Zusammenhang dürfte das Ausbleiben von Rissen hingegen mit dem Regulierungsabschuss vom Dezember 2016 haben, da dieser weder in der Nähe von Nutztieren, noch in unmittelbarer Siedlungsnähe erfolgt ist.