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Die Bestimmung Muhammads (s. a. s) zum Propheten Gottes
Die Lage in Mekka
Die Lage in Mekka war zur Zeit von Hz. Muhammad (s.a.s.) sehr schlecht. Die meisten Menschen litten große Not, während eine kleine Minderheit in Luxus auf Kosten der Armen lebte. Unglück, Armut, Krankheit und leider auch Unwissenheit waren weit verbreitet. Hz. Muhammad dachte ständig über die vielen verschiedenen Dinge nach, die er sah und hörte, grübelte über die Geheimnisse des Lebens und suchte nach einer Veränderung der Verhältnisse. Das Schlimmste aber war, daß die Menschen den Glauben Prophet Ibrahims (a.s.) und den Glauben an Allah (t.a.) verlassen hatten. Statt dessen machten sie sich selbst zahlreiche Götzen, die sie anbeteten. Hz. Muhammad wußte jedoch, daß die Verehrung dieser Götzen reine Zeit- und Energieverschwendung war, denn sie halfen den Menschen nicht. Und ist es nicht unter der Intelligenz und Würde des Menschen, von Statuen, die er selbst geschaffen hat, Hilfe zu erbitten?
Verehrung gebührt allein dem Schöpfer des gesamten Universums, dem wir auch unsere eigene Existenz verdanken!
Die Höhle Hira
Zum Gebet und Nachdenken zog sich Hz. Muhammad häufig in eine Höhle oben auf dem Berg Hira zurück, der etwa zwei Meilen nördlich von Mekka liegt. Sie ist von außen kaum zu erkennen, und auch innen bietet sie höchstens Platz für zwei Personen. Aber welche Überraschung, vom Inneren der Höhle kann man sogar die Kaaba in Mekka erkennen
Mehrere Jahre besuchte Hz. Muhammad nun schon die Höhle. Manchmal nahm er seine Frau Chadidscha mit, und manchmal begleitete ihn sein Cousin und Pflegesohn Ali.
Die erste Offenbarung
Eines Nachts, es war der 27. Radschab 610 n. Chr., als Muhammad (s.a.s.) in der Höhle war kam der Engel Gabriel und half, die in das Herz des Propheten gebrannten Worte des Heiligen Qur'an auf seine Zunge zu bingen. "Lies", hörte Muhammad sagen, und die ganze Höhle hallte von dem Echo wieder.
"Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen. Lies im Namen deines Herrn, Der erschuf, erschuf den Menschen aus einem Blutklumpen, Lies! Denn dein Herr ist der Allgütige, der den Menschen lehrte durch die Feder, den Menschen lehrte, was er nicht wußte."
Muhammad (s.a.s.) wiederholte diese Worte und ihm war, als seien sie tief in seinem Herzen eingraviert. Nachdem er die Höhle verlassen hatte, hörte er plötzlich eine Stimme über sich rufen: "Ich bin Gabriel. Muhammad, ich bringe die Botschaft Gottes an Seine Propheten. Du bist Sein Prophet, und du wirst die Menschen den rechten Weg, den Weg der Wahrheit leiten." Mit diesen Worten hatte der Engel Muhammad (s.a.s.) zum Propheten Gottes bestimmt.
Dann kam der Prophet vom Gebirge herunter, wobei er wegen der Herrlichkeit Gottes, die ihn erleuchtet hatte, wie ein kranker Mensch fieberte und zitterte. Weil Gott ihn gegenüber vielen Feindseligkeiten und Widerständen, die auf ihn zukommen sollte, bestärken und ermutigen wollte, ließ Er alle Dinge um ihn herum - Steine, Felsen, Berge - zu seiner Unterstützung zur Sprache kommen. Der Prophet hörte bei jedem Ding, an dem er vorbeiging, diese Stimme: 'Friede sei mit dir, o Muhammad, Friede sei mit dir, o Freund Gottes, Friede sei mit dir, o Gesandter Gottes.' Als der Prophet nach Hause kam, erzählte er seiner Frau Chadidscha von seinem außergewöhnlichen Erlebnis. Sie war schon seit 15 Jahren mit ihm verheiratet und kannte ihn besser als jeder andere. So erfasste sie die Tragweite ihres Berichts und war von seiner Wahrhaftigkeit überzeugt.
Die erste Muslima
Es dauerte nicht lange, da erklärte Hz. Chadidscha: "Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist." Auf diese Weise legte Chadidscha das Glaubensbekenntnis ab und wurde so zur ersten Muslima.
Prophet Muhammad (s.) wartete inbrünstig auf die nächst Offenbarung, doch es dauerte Wochen, bis der Engel Gabriel ihm wieder erschien. Es war eine Zeit des hoffnungsvollen Wartens, der Geduld und Selbstprüfung.
Die frohe Botschaft
Nach langer Wartezeit kam schließlich der Engel Gabriel mit einer frohen Botschaft.
"Bei der Morgenfrühe und der Nacht, wenn sie dunkelt. Nicht verlassen hat dich dein Herr und ist nicht böse. Doch das Jenseits ist gewiss besser für dich als das Diesseits, und dein Herr wird dich bald beschenken, und du wirst zufrieden sein. Fand er dich nicht als Waise und gab dir Obdach? Fand er dich nicht unwissend und leitete dich recht? Und fand er dich nicht arm und machte dich reich? Darum, was die Waisen angeht, so unterdrücke sie nicht, und was den Bittenden betrifft, so weise ihn nicht ab. Und von deines Herren Huld erzähle!" (Sure 93)
Muhammad bekam von jetzt an mehr und mehr Offenbarungen. Bald wurde ihm die Form des Gebetes gelehrt, das er und Chadidscha gemeinsam durchführten. Nicht lange danach entdeckte Abu Talibs Sohn Ali die beiden beim Gebet. Hz. Muhammad erzählte Ali auf seine Fragen hin von Allah, dem Engel und dem Koran, dem geoffenbarten Buch. Von nun an bekannte sich Ali auch zum Islam und wurde der erste Muslim (s. Muhammads Leben, S. 22)
LAILAT-UL-QADR
In seinem 40. Lebensjahr suchte Hz. Muhammad (s.) die Höhle Hira öfter auf als sonst. Besonders im Monat Ramadan verweilte er dort, fastete bei Tag und betete in der Nacht. Es geschah in der Nacht von Lailat-ul-qadr, der Nacht der Bestimmung, dass Allah Seinem Gesandten den Koran als Ganzes in sein Herz hinabsandte und einprägte. Der Koran sagt sinngemäß: Diese Nacht ist besser als tausend Monate und ihr kommen die Engel und der Geist mit der Erlaubnis Allahs auf die Erde herab. Sie nehmen alle Nöte, Bitten und Hilferufe der Menschen in Empfang und tragen sie vor Allah. Deshalb ist es empfohlen, dass die Muslime in dieser Nacht Wache halten, um zu beten, Koran zu lesen und ihre Anliegen vorzubringen.