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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Siebtes Buch
XI. Kapitel
63.
1. So ist er mit Anstrengung bemüht, zu der höchsten Stufe der Erkenntnis zu gelangen; er ist zuchtvoll in seinem ganzen Wesen, bescheiden in seiner Haltung und hat alle jene Vorzüge, die für den wahren Gnostiker kennzeichnend sind; dabei blickt er auf die rühmlichen Vorbilder, auf die vielen Patriarchen, die vor ihm den Kampf siegreich bestanden haben, auf die noch größere Zahl von Propheten, auf die unendlich vielen Engel, die wir nicht zählen können,1 und auf den Herrn an letzter Stelle, der ihn lehrte und ihn dazu fähig machte, jenes höchste2Leben zu erlangen. Deshalb liebt er alle die wertlosen Güter dieser Welt nicht, um von ihnen nicht hier unten auf der Erde festgehalten zu werden; er liebt aber die Güter, auf die er hofft, vielmehr diejenigen, die er bereits erkannt hat, auf deren Empfang er aber noch hofft.
2. Deshalb also erträgt er die Leiden und die Foltern und die Bedrängnisse, nicht, wie nach der Erzählung der Philosophen die tapferen Männer, in der Hoffnung, daß die gegenwärtigen Leiden aufhören würden und er selbst wieder Angenehmes erfahren werde, sondern die Erkenntnis hat in ihm die unerschütterliche Überzeugung geweckt, daß er die zukünftigen Güter erhalten werde. Deshalb achtet er nicht nur die Verfolgungen, sondern auch alle Freuden hier auf Erden gering.
3.3 So wird erzählt, daß der selige Petrus, als er sah, wie sein Weib zur Hinrichtung fortgeführt wurde, sich über ihre Berufung zur Seligkeit und über ihre Rückkehr in die wahre Heimat gefreut habe; er habe ihr aber schöne Worte der Ermahnung und des Trostes zugerufen, habe sie bei ihrem Namen genannt und zu ihr gesagt: "Sei du des Herrn eingedenk".
1: Ich lese mit Hort (xxx).
2: Vgl. Strom. VII 57,1.
3: § 63,3 und 64,1 sind angeführt von Eusebios, Krichengeschichte III 30,2.