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Heute wehte der Wind in verschiedenen Landesteilen aus unterschiedlichen Richtungen und unterschiedlich stark. Wo, wann und woher erfahren sie im heutigen Blog.
Wetter
Heute wehte der Wind in verschiedenen Landesteilen aus unterschiedlichen Richtungen und unterschiedlich stark. Wo, wann und woher erfahren sie im heutigen Blog.
Die Wetterlage war heute eine ähnliche wie gestern: Von Skandinavien bis zum nördlichen Balkan erstreckt sich ein Tiefdruckkomplex, über dem nahen Atlantik befindest sich ein Hoch. Dazwischen weht weiterhin eine Nordwestströmung, welche in der Höhe kräftig ist.
Die östlichen Landesteile waren heute immer noch beeinflusst von dem nahen Tief. In der Nacht auf heute schwenkte in der Höhe ein Ausläufer dieses Tiefs, ein Teiltrog, über die östlichen Landesteile und brachte auch etwas Feuchtigkeit mit. Dadurch startete der Tag am zentralen und östlichen Alpennordhang, im Bündnerland, in der Ostschweiz sowie teilweise von der Region Zürich bis zur Ajoie mit Wolken.
Der Teiltrog brachte auch etwas Hebung und so gab es etwas Niederschlag, vor allem im Alpstein. Dabei lag die Schneefallgrenze bei rund 1600 Meter.
Die Hebung durch den Teiltrog sorgte dafür, dass die Luft labiler geschichtet war, und somit der kräftige Wind aus der Höhe bis zum Boden durchgemischt werden konnte. So wurde in der Nordostschweiz heute in den Morgenstunden mässige West bis Nordwestwinde verzeichnet, während es weiter westlich windschwach war.
Doch nicht überall in der Nordostschweiz wehte heute früh ein Wind aus Sektor West. In Wasserauen, etwas südlich von Appenzell gab es zeitweise ein Ostwind. Dieser Wind trägt den Namen «Laseyer» und ist bekannt, weil er starke Windböen haben kann und auch schon mal einen Zug aus den Schienen geworfen hat.
Heute in der zweiten Nachthälfte wehte auf dem Säntis ein West- bis Westsüdwestwind mit Böen zunächst um 70 km/h, ab ca. 5:30 Uhr nahmen die Windböen ab. In Wasserauen wehte ein schwacher bis mässiger Wind mit wechselnder Windrichtung, bis sich um ca. 3 Uhr ein Ostwind einstellte. Die Geschwindigkeit der Windböen nahmen zu und erreichten ihr Maximum um ca. 5:30 Uhr, just als der Wind auf dem Säntis abnahm. Die Windspitze lag bei knapp 80 km/h, und somit höher als der Wind auf dem Säntis zum selben Zeitpunkt. So ein Verlauf ist recht typisch für den Laseyer. Noch nicht endgültig geklärt ist, wie der Laseyer-Wind entsteht. Es gibt viele Hypothesen, aber keine abschliessende Antwort konnte bisher gefunden werden. Mehr dazu können sie in diesem wissenschaftlichen Artikel lesen (English).
Auch in den unteren Schichten ist die nordwestliche Strömung vorhanden, allerdings sind da die Alpen im Weg. Somit teilte sich die Strömung nach West und Ost auf, ein sogenannter Flowsplit. Der Ast in Richtung Genfersee war dann als Bise zu spüren. Im westlichen Mittelland wurden Windböen von 33 bis 37 km/h registriert. Der Ast nach Osten war weniger ausgeprägt und es blieb, abgesehen vom frühen Morgen, bei schwachen Windverhältnissen in den Niederungen und der Tag gestaltete sich zunehmend sonnig.
Ein Teil der Nordwestströmung kommt aber auch über die Alpen und konnte heute auf der Alpensüdseite als Nordwind beobachtet werden. In höher gelegenen Tälern, blies der Nordwind die ganze Nacht hindurch, zum Beispiel in Simplon-Dorf oder in Poschiavo/Robbia. Mit der Sonne wird die untere Atmosphäre labilisiert und somit konnte der Nordwind nach Sonnenaufgang bis in die Niederungen durchgreifen. Im Laufe des Tages liess der Nordwind langsam nach, da der Jet in der Höhe nach Osten wanderte.