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Im Story Talk interviewt Ancilla Gäste mit inspirierenden Geschichten. Sie geben Anregungen, Ideen, Motivation und hoffentlich Inspiration.
Fotos im Beitrag und Video:
© Jenny Ackert
© Impact Consulting
Im Story Talk interviewt Ancilla Gäste mit inspirierenden Geschichten. Sie geben Anregungen, Ideen, Motivation und hoffentlich Inspiration.
Fotos im Beitrag und Video:
© Jenny Ackert
© Impact Consulting
Ein Heft, um Notizen reinzuschreiben. Klein, daumendick, erhältlich in DIN A5 oder DIN A6, kariert oder blanko, in einem schwarzen Synthetik-Einband und mit einem Gummiband versehen, das den Umschlag zusammenhält. 2006 war dieses Heft eine unscheinbare Marke. Heute ist es eine Erfolgsgeschichte (die Zahlen sprechen für sich: dieteren.com/en/financial-information).
Doch wie kam es dazu? Die Basis für die Erfolgsgeschichte ist der Bestseller von Chatwin “Traumpfade”. Im 1987 erschienen Buch schreibt der Autor, dass er bei jeder Reise nach Paris in der Papeterie in der Rue de l’Ancienne Comédie einen Vorrat von einem Heftlein einkaufe. Doch eines Tages war der einzige Hersteller verstorben, die Besitzerin der Papeterie bekomme keine Notizbücher mehr.
2006: Die Recherchen ergaben keinerlei Anhaltspunkte: Weder fand sich ein Unternehmen, dass diese Heftlein produziert hatte, noch Einträge im Handelsregister, auch die legendäre Papeterie in der Rue de l’Ancienne liess sich nicht ausfindig machen. Und Chatwin selber war 1989 im Alter von 49 Jahren verstorben.
Etwas jedoch liess sich feststellen: Viele Denker und Künstler, von Picasso bis Sartre hatten mit schwarzen Notizbüchlein zu tun gehabt. Es fanden sich auch gebrauchte Notizbücher, die dem von Chatwin beschriebenen sehr ähnlich waren. Und so entstand die Idee, eine Geschichte zu entwickeln.
So wurde das schwarze Notizbüchlein, angelehnt an die Beschreibung von Chatwin, neu produziert (übrigens in China) und an italienische Buchhandlungen ausgeliefert. Angepriesen wurde es als das legendäre Notizbüchlein, das Buch der Künstler und Denker, das erst noch darauf warte, geschrieben zu werden. Die Leute kauften es wie verrückt.
Also liessen die Hersteller den Namen schützen und begannen mit der Expansion und damit mit der bis heute anhaltenden Erfolgsgeschichte.
Geschichten helfen nicht nur Erzählenden und Zuhörenden, Erlebtes zu einem Ganzen zu verschmelzen und ihm dadurch Sinn zu verleihen. Die Darbietung der Informationen ist glaubwürdig und leicht verständlich und brennt sich daher im Gedächtnis ein. Gute Geschichten eignen sich daher, um Marken entstehen und entwickeln zu lassen. Denn starke Marken basieren auf starken Produkten / Dienstleistungen und leben in den Köpfen der Konsumentinnen und Konsumenten.
Im letzten Punkt unterscheidet sich meine Haltung von anderen Storytelling-Experten. Gerne raten andere dazu, sich selbst – sprich das Unternehmen – als Helden darzustellen. Ich selber bin kein Fan von dieser Option. Wenn ich von meiner Zielgruppe etwas möchte (dass sie mein Produkt / Dienstleistung kaufen), dann ist es psychologisch naheliegender, die Zielgruppe in die Rolle der Heldin/Helden zu stellen.
Im Falle des Notizbüchlein lautet die Geschichte wie folgt:
Das Unternehmen ist der Held. Denn es hat das Notizbüchlein für alle zugänglich gemacht. Und es stemmt sich gegen uniformes Denken und die Gleichschaltung von Kultur und Geschmack. Nur so kann es Individualisten, Denkern, Künstlern eine qualitativ hochwertige Plattform für deren Ideen zur Verfügung stellen.
Die Botschaft lautet:
Das Notizbüchlein ist der selbstlose Partner der Kreativen. Es ist nicht nur Ort für Notizen, sondern macht seine Besitzer zu Kreativen. Deshalb ist auch klar, dass diese Notizbüchlein einen höheren Preis haben. Dieser überträgt sich auf die Bedeutung der Gedanken, die die Besitzer reinschreiben und damit auf diese selbst. Hinzu kommt, dass die Besitzenden von solchen Notizbüchlein Gedanken eintragen UND Zeit opfern. Ein Gut, welches heute selten und kostbar ist. Das macht per se, dass der Inhalt wertvoll ist. Auch wenn es an Kreativität und Reichtum an Geist fehlt. Das Notizbüchlein ist also ein Statement: Wer es hat, zeigt, dass sie/er Zeit fürs Denken und Schreiben hat oder sich dafür Zeit nimmt. Selbst wenn nur Telefonnummern eingetragen werden… (ha!).
Die Geschichte muss gut sein und ein Stück weit auf der Wahrheit basieren. Ich bin davon überzeugt, dass gutes Storytelling glaubwürdig sein muss. Eine Geschichte von Grund auf erfinden, würde daher nicht funktionieren. Im Falle des Notizbüchlein haben wir diese Spuren aus der Vergangenheit: Künstler, Denker, Poeten nutzten Notizbüchlein für ihre Arbeiten. Auch wenn es nie ein Unternehmen mit diesem Namen gab. Auch wenn die Papeterie vielleicht nie existiert hatte. Gleichzeitig bedient eine gute Geschichte Sehnsüchte des Zielpublikums. Das hat zur Folge, dass die Identifikation der Benutzenden hoch ist. So viele Menschen berichten über ihre Nutzung des Notizbüchleins, lassen sich damit abbilden, binden es in Kinofilme ein und erwähnen es mit lobenden Worten (Brad Pitt, Richard Branson, Magnolia, Der talentierte Mr. Ripley, Die fabelhafte Welt der Amélie, Der Teufel trägt Prada, usw.).
Das Unternehmen hinter dem Notizbüchlein weiss, dass die offizielle Geschichte auf wackligen Füssen steht. Deshalb nutzt es die Reaktionen ihrer Kundschaft für ihre Marke. Die Menschen, die das Notizbüchlein nutzen und darüber berichten, sind wichtig für die Marke. Denn sie verbreiten die Geschichte und damit das Produkt weiter. Und sie zeigen, dass das Unternehmen das Kernversprechen einlöst: die Plattform für Denkende, Künstlerinnen/Künstler, Kreative zu bieten.
Das Unternehmen investiert deshalb viel darin, die Kundschaft mitgestalten zu lassen: Die Website sieht so aus, als ob die Nutzerinnen und Nutzer der Notizbüchlein diese gestalten, sie verfassen Stadtführer, teilen ihre Eindrücke und Erfahrungen auf den Blogs. Bekannte Kunstschaffende werden eingeladen, Notizbüchlein zu gestalten und die entstehenden Ausstellungen touren durch die Welt. Weiter geht das Unternehmen Kooperationen mit inspirierenden Orten und Menschen ein. Daraus entstehen dann Notizbüchlein in limitierten Auflagen. Proaktiv wird die Kundschaft eingeladen, mitzumachen, mitzudenken, Ideen zu entwickeln. Die Grenzen sind dadurch nicht mehr klar ersichtlich: Was stammt jetzt von den Mitarbeitenden des Unternehmens, was von Dritten?
Und wer noch nicht herausgefunden hat, um welche Marke es sich hier handelt:
Moleskin
Mehr zu Moleskin: us.moleskine.com/about-us
Zahlen zu Moleskin: dieteren.com/en/financial-information
Fotos im Beitrag:
© Marcos Paulo Prado on Unsplash (Titelfoto)
© Impact Consulting
© Rachael Gorjestani on Unsplash
© Hannah Olinger on Unsplash
© Matt Ragland on Unsplash
In den letzten Jahren habe ich mich verliebt. In die einsamen Steppen Afrikas. Und in diese Rusks (Biskuits) von OUMA, eine südafrikanische Biskuitmarke. OUMA ist Afrikaans und heisst Grossmutter. Diese Rusks eignen sich hervorragend, wenn man über Wochen im Busch unterwegs ist, wo es keine (vor allem frischen) Lebensmittel zu kaufen gibt und an deren Lagerung andere Anforderungen gestellt werden. Die Rucks von Ouma halten sich lange, ohne auszutrocknen und geben eine einfache und gute Zwischenmahlzeit ab.
Nun gibt es Rusks fast wie Sand am Meer. Und alle sind ähnlich im Geschmack, in der Konsistenz, in der Verpackung und im Preis. Aber es gibt Marken, die anders sind. Weil sie eine Geschichte erzählen. Nämlich ihre Geschichte vom Ursprung: Das ist dieser ganz spezielle Moment, in dem die Marke geboren wurde. Dieser Moment ist nichts anderes als die Gründungsgeschichte und sie sollte unbedingt erzählt werden. Diese Geschichte hat OUMA – und erzählt sie auch.
Auf der Website, in den sozialen Medien und ganz wichtig: prominent auf jeder Verpackung an den Verkaufsstellen.
Diese Geschichte war es auch, die meine Aufmerksamkeit im Supermarkt weckte. Ich war fasziniert und der Kauf einer ersten Schachtel war beschlossene Sache. Die Geschichte erzählt nicht nur, wie alles begann, sondern auch das WARUM (WHY gemäss Golden Circle von Simon Sinek). Warum produzieren wir diese Biskuits? Dieses WARUM macht diese Biskuits zu etwas ganz besonderem. Das reicht schon, um sich von all den anderen Biskuit-Produzenten abzuheben. Verrückt, oder?
«Die Legende von Ouma lebt weiter. Ihre Geschichte begann 1939 im kleinen Städtchen Molteno im Nord-Osten von Südafrika. Es war die Zeit der grossen Depression. Oma Greyvensteyn und ihre Freunde trieb die Frage an, was sie in dieser schwierigen Zeit für die Gemeinschaft tun konnten. So begann Ouma Greyvensteyn eine erste Ladung an Biskuits gemäss ihrem gut gehüteten Familienrezept zu backen. Die köstlichen Leckereien verkaufte sie an Bauernfamilien in der Gemeinde. Und schon bald kamen immer mehr Bestellungen für ihre Biskuits rein – der Start für die beliebte afrikanische Marke mit Kultstatus war gelegt. Heute ist Ouma Greyvensteyn noch immer die berühmteste Biskuit-Bäckerin in Südafrika. Die Ouma-Bäckerei arbeitet rund um die Uhr, um sicher zu stellen, dass Südafrikanerinnen und Südafrikaner immer das tun können:
“Dip’n Ouma”.»
(Das letztere lässt sich frei übersetzen: «Tauch ne Ouma». Angelehnt daran, weil die Rusks beliebt sind, um sie in den Kaffee, Tee oder andere Getränke zu tunken).
Übrigens: Im Busch dann haben sich die Rusks bewährt: Sie schmecken so, als ob die Grossmutter persönlich die Rusks soeben frisch gebacken hat. Ich geniesse morgens bei Sonnenaufgang das Aufwachen der Natur und tunke(!) die Rusks in den frisch gebrühten Tee. Herrlich!
Warum das Warum einen Unterschied macht
Machen Sie einen Unterschied und erzählen Sie das WARUM Ihrer Tätigkeit/Wirkens? Was ist Ihre Gründungsgeschichte bzw. diejenige Ihres Unternehmens/Organisation? Kennen Sie diese und wie setzen Sie diese ein?
Die Gründungsgeschichte ist: Der magische Moment, in dem alles begann.
Der Grund:
Mir ist bewusst, dass nicht alle Menschen mit Begeisterung tun, was sie tun. Es gibt Menschen, die nur des Geldes wegen einer Tätigkeit nachgehen. Wenn sie einen Wunsch frei hätten, würden sie sofort damit aufhören. Aber für alle anderen gilt: Wenn ich sagen kann, warum ich etwas tue und nicht nur, WAS ich tue, dann kann ich einen Unterschied erzeugen. Und mich damit zu vielen anderen, die das gleiche tun, abgrenzen.
Die meisten von uns (egal, ob wir ein eigenes Unternehmen haben oder angestellt sind) sind nicht in einem Monopol tätig. Es herrscht Wettbewerb. Und da Menschen Visionen folgen und nicht Produkten, ist das Erzählen der Gründungsgeschichte eine tolle Chance.
BUSINESS STORYTELLING ANGEBOT
Fotos:
© Impact Consulting, Ancilla Schmidhauser
In der Vorweihnachtszeit gibt es zwei Sorten von Menschen. Die einen lassen sich nicht wild machen und haben Zeit und Muse für gehaltreiche Gespräche oder Auseinandersetzungen sowie die dazugehörenden kulinarischen Begleitungen. Und die anderen sind die Gehetzten, Gestressten, rotierend zwischen Abarbeiten der Aufgabe Nr. 856 der To-do-Liste Nr. 99 und dem nächsten Nervenkollaps.
Nun, die Vertreterinnen und Vertreter der zweiten Gruppe fanden sich locker-leger ein zum Storytelling-Cheers, exakt und absichtlich gelegt zwischen Advent Nr. 2 und Advent Nr. 3. Und genau diese Spezies von Menschen machte diesen Anlass zu dem, was er sein sollte: gelöst, fröhlich, offen und natürlich Story-erzählend.
Diese Stories machten die Runde: warum Storytelling wichtig ist, wie Storytelling umgesetzt wird, was die Erlebnisse mit Storytelling sind, usw.
«Ich möchte einfach mal Danke sagen und mit Euch einen gemütlichen Abend voller Inspiration verleben», so hiess Ancilla Schmidhauser die Gäste willkommen. «Es ist für uns alle oft stressig, hektisch, wir sind ständig gefordert und überfordert. Und doch geht es uns gut. Im Vergleich zu so vielen anderen Menschen sind wir verwöhnt und vergessen dies gerne. An diesem heutigen Abend wollen wir deshalb das Leben zelebrieren. Danke für Euer Vertrauen, Wohlwollen und Eure Inspiration in den Projekten und in der Zusammenarbeit.»
Frau und Herr Lädelifrau aus Witikon waren für die Kulinarik besorgt. Das fein gemachte Essen mit Zutaten von lokalen Produzenten aus allen Teilen der Schweiz sorgte für glückliche Mägen, ebenso die von der Gastgeberin persönlich ausgewählten Weine. Ein mit Liebe und Hingabe hergestellter Weihnachtsbaum der beiden Schwestern Fabia und Laura Löw der Schokoladen Manufaktur Löw Delights sorgte für Ahhhhhs und Ohhhhs und einen wunderbaren Abschluss eines stimmungsvollen Abends.
«Toller Abend, endlich mal ein Event, der nicht oberflächlich und langweilig ist.»
«Wow, was für spannende Menschen und was für tolle Geschichten.»
«Ancilla-like! Danke für diesen tollen Moment und die Einladung.»
Und falls Sie am Storytelling-Cheers nicht dabei waren, hier noch eine Story, die – vor allem vor dem Ende eines ereignisreichen Jahres – kostbarer nicht sein könnte:
Die Geschichte von den beiden Samenkörnern
Frühling. Zwei Samen liegen in der Erde. Sagt Same A: «Ich will raus, hoch, an die frische Luft. Ich will wachsen, meine Blätter und Knospen entfalten. Ich will die Sonne erleben und den Regen.»
Also wuchs Same A.
Same B sagte: «Nein, ich habe Schiss (Angst). Ich weiss nicht, was da oben ist. Was, wenn ich mich auf dem Weg verletze? Die Erde ist hart und unfreundlich. Was, wenn ich nicht rauskomme? Was, wenn ich rauskomme und dann – zack! frisst mich eine Schnecke? Oder ich werde abgerissen? Nein, ich bleibe und warte, bis es sicher ist.»
Und so wartete Same B.
Das Huhn. Vom Bauern. Auf dem Hof rumscharrt. Findet den Samen. Und zack! frass Same B.
Die Moral von der Story: Jene von uns, die sich weigern, etwas zu riskieren und zu wachsen, werden vom Leben verschlungen.
(frei erzählt nach Patty Hansen aus Hühnersuppe für die Seele von Jack Canfield und Mark Victor Hansen)
Manchmal ist der Mensch ein Trottel. Manchmal bin ich ein Trottel. Jetzt fühlen wohl alle Anwenderinnen der Sei-stets-liebevoll-mit-dir-Methode das Körperbeben eines inneren Aufschreis. Doch ich finde keine anderen Worte. Ich bin ein Trottel.
Dieses Fazit zielt auf «Gelegenheiten» ab; günstige Augenblicke, die unregelmässig kommen und wieder gehen. Und ganz konkret ist dieser «Trottel» mit der Verbindlichkeit eines «Versprechens» verknüpft, dem Grundsatz von geben und einlösen. Und die Verbindlichkeit klettert hier bis zu den Sternen, wenn einem die Person und das Versprechen wichtig sind. Sehr wichtig. Im eigenen Herzen ihren Platz haben.
Der erst noch bald wieder zu Besuch kommt und einem Immer-Willkommen-Versprechen folgt. Gemeint ist auch nicht die langweilige Kollegin, die sich leicht hysterisch auf das baldige-Wiedertreff-Versprechen freut. Um dann einem wieder die Ohren vollzujammern und sich mit keinem Wort nach dem Befinden des Gegenübers erkundigt.
Nein, es sind die Menschen die man mag, die man liebt, die wertvoll für das eigene Leben sind, ohne dass einem allgegenwärtig und stets bewusst ist.
Leichtfüssig säuselte ich das Versprechen über die Lippen. Ein Wiedersehen. Zu einer bestimmten Zeit. Mit einem herzlichen Lachen und einer tief verbundenen Vertrautheit. Was spielen dabei schon 10’000 Kilometer Distanz für eine Rolle? Keine. Ein Pappenstil. Ist doch ganz einfach: Flug buchen, rein in den Langstreckensitz und mitten durch den Himmel im 12-Stunden-Direktflug. Zu diesem wunderbaren, für mich unverzichtbaren Menschen. Pünktlich auf die Versprechens-Deadline.
Was in diesem Zeitraum von 2.5 Jahren wirklich geschah: Die Zeit rieselte fast unbemerkt durch die Sanduhr. Bei zwischenzeitlichen Gedanken erlebte ich die Distanz dann und wann nicht mehr ganz so spielerisch. Und auch der einfache Vorgang einer Flugbuchung wollte einfach nicht gelingen. «Noch kurz jenes Projekt abwickeln und diese Herausforderung meistern, bald bin ich ready für den Take off».
Klar habe ich in den 2.5 Jahren die temporären Misstöne gehört. Natürlich habe ich mich laufend um Harmonie bemüht, aber meine wirkungslosen «Melodie-Reparaturen» etwas ausgeblendet. Und dann war ich endlich dort. Um das Leben zu feiern und die Toten zu würdigen. Das fühlte sich wie ein einziger gigantischer, nicht enden wollender Hammerschlag an. Ich stand beim versprochenen Wiedersehen alleine da. Mein geliebter Mensch war nicht mehr. Die Zeit war abgelaufen, ihre Endlichkeit hat mich irrsinnig erschüttert. Das Ende einer Story?
Heute. Wenn ich merke, dass ich wieder Dingen hinterher hetze, Puls und Herz rasen, bleibe ich abrupt stehen. Und ich frage mich: «Will ich das? Brauche ich das? Den Kontakt mit diesem Menschen? Dieses Projekt? Diese Art und Weise, dieser Umgangston, diese Oberflächlichkeit?».
Manchmal bin ich ein Trottel. Weil ich Prioritäten falsch setze. Je älter ich werde, je mehr Zeit vergeht, desto mehr verliere ich das. Aber ich reflektiere auch die Signale meines Bewusstseins, von Gelegenheiten und Gesprächen. Ich will kein Trottel sein, ich zeige dem Trottel wo der Hammer hängt und grenze mich von der Trottelogie ab. Basta. Ende der Story.
Storytelling ist lernbar. Für kleine und grössere Firmenteams.