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Geburtstag und Jubiläumsfahrten
1933 erteilte die Zürcher Dampfbootgesellschaft der Maschinenfabrik Escher Wyss den Auftrag, ein Motorschiff für 200 Personen zu bauen – das erste ihrer Schiffe, das von Anfang an einen Motor hatte und keine umgerüstete «Dampfschwalbe» war. Mit dem neuen Schiff wollte man die Querverbindungen im oberen Seeteil verbessern.
Ob damals schon klar war, dass das Schiff eine Weltpremiere werden würde? Das MS Etzel war das erste Schiff weltweit mit einem hydraulischen Verstellpropeller. Um langsam, vorwärts oder rückwärtszufahren, werden nicht Tourenzahl und Drehrichtung der Maschine geändert, sondern der Kapitän winkelt über einen Hebel im Steuerhaus die Propellerflügel entsprechend an. Der Antrieb wird also zum Manövrieren genutzt.
Ende der 1990er Jahre drohte dem MS Etzel das gleiche Schicksal wie bereits den Landischiffen Halbinsel AU, Möve und Speer, die die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft bereits ins Ausland verkauft hatte. Um die letzte «Schwalbe» und einen wichtigen Zeugen der Zürcher Industriegeschichte auf dem Zürichsee zu erhalten, gründete Stefano Butti, Schiffsführer bei der ZSG, im Juni 1999 den Verein Pro MS Etzel. Um die Finanzierung zu sichern, kam im Januar 2001 die Genossenschaft MS Etzel als Kapitalgesellschaft dazu und im gleichen Jahr konnte das Schiff zu einem symbolischen Preis von der ZSG übernommen werden.
Das MS Etzel ist seither zu einem beliebten Charter- und Publikumsschiff geworden. Der Erlös aus den Charterfahrten deckt den Betriebsaufwand und den laufenden Unterhalt. Er erlaubt auch gewisse Rückstellungen für Investitionen in Bausubstanz, Technik und Infrastruktur. Sämtliche Originalteile werden sorgfältig gepflegt.