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Jürg Wyttenbach wurde 1935 in Bern geboren und erhielt am dortigen Konservatorium ersten Unterricht bei Kurt von Fischer (Klavier) und Sándor Ve-ress (Komposition). Ab 1955 setzte er seine Ausbildung zunächst am Pariser Konservatorium bei Yvonne Lefébure (Klavier) und Joseph Calvet (Kammermusik) fort und wechselte dann zu Karl Engel nach Hannover, wo er 1959 sein Konzertexamen ablegte. Im selben Jahr gewann er sowohl den «Concours de Genève» als auch den Berner Josef-Pembaur-Preis und entwickelte anschliessend als Pianist und Dirigent eine rege Konzerttätigkeit. Regelmässig trat er bei den renommierten Festivals der Neuen Musik auf und dirigierte über 100 Werke zeitgenössischer Komponisten, viele als Uraufführung. Er leitete Spezialformationen wie das Ensemble Modern, das Klangforum Wien, das ensemble recherche oder das Ensemble der IGNM Basel, das er mitbegründete, aber auch die Dresdner Philharmonie, die basel sinfonietta und die grossen deutschen Rundfunkorchester. Zusammen mit Rudolf Kelterborn und Heinz Holliger verantwortete er ab 1987 die Konzertreihe «Basler Musik Forum». Von seinen vielen CD-Veröffentlichungen sei namentlich seine Gesamteinspielung der orchestralen Chorwerke Giacinto Scelsis erwähnt, die mit dem «Grand Prix du Disque» und dem «Preis der deutschen Schallplattenkritik» auszeichnet wurde. Parallel zu seiner Konzerttätigkeit entstand, ein umfangreiches kompositorisches Œuvre, insbesondere im Bereich des instrumentalen und vokalen Theaters. Nach anfänglicher Lehrtätigkeit in Biel und Bern unterrichtete Jürg Wyttenbach von 1967 bis 2001 an der Musik-Akademie Basel Klavier und die Interpretation zeitgenössischer Musik. 1993 wurde er mit dem Kunstpreis der Stadt Basel, 2003 mit dem «Marguerite Staehelin»-Komponistenpreis des Schweizerischen Tonkünstlervereins geehrt.
August 2015