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Schusswaffen töten täglich
Archiv: 12. Dezember 2002
"20-jährige wird von ihrem Ehemann erschossen"; "Mann erschiesst den Freund seiner ehemaligen Verlobten und begeht dann Selbstmord". Fast täglich müssen wir in der Zeitung lesen, dass Menschen erschossen werden, nur zu oft erscheinen solche Kurznachrichten in unseren Medien. Nun soll das Waffengesetz revidiert werden. Die Vernehmlassung dazu läuft Ende Jahr ab. Der Schweizerische Friedensrat (SFR) lancierte dazu eine Petition für eine wirksame Waffenkontrolle. Die vorgelegte Teilrevision: ein erster - wenn auch sehr kleiner - Schritt in die richtige Richtung.
von Heinz Bäbler-Trinkler, RundBrief-Redaktion, Luzern
Die zentrale Forderung im Zusammenhang mit der geplanten Teilrevision des Waffengesetzes ist schlicht und einfach. Es geht darum, das in Artikel 3 verankerte grundsätzliche Recht auf Waffenerwerb, -besitz und -tragen aufzuheben und festzulegen, dass dieses Recht in Zukunft nur noch ausnahmsweise erteilt werden kann.
Mit der Umkehrung des Rechts auf eine Waffe in eine Bewilligungspflicht in begründeten Ausnahmefällen kann zumindest die hemmungslose Verbreitung von Waffen (insbesondere von Gewehren) behindert werden. Der Zugang zu Waffen würde mit der Umsetzung dieser Forderung erschwert. Ebenso wichtig scheint mir die Forderung, dass Dienstwaffe und Munition den Wehrmännern nicht mehr mit nach Hause gegeben werden. Schon die Umsetzung dieser beiden Forderungen würde dazu führen, dass es nicht mehr so einfach ist, zur Waffe zu greifen.
Amokläufe - Morde
Erfurt, Nanterre, Zug - schreckliche Amokläufe, die wir nicht vergessen haben. Sicher lassen sich solche schrecklichen Amokläufe auch mit den strengsten Waffengesetzen nicht verhindern, ebensowenig Morde. Gerade in Verzweiflungssituationen könnte aber mit dem erschwerten Zugang zu Waffen die Gefahr tödlicher Eskalationen stark vermindert werden.
Die Teilrevision des Waffengesetzes ist ein erster Anfang für eine wirksamere Waffenkontrolle und ermöglicht europäische Standards in dieser Sache. Problematisch ist und bleibt aber, dass die verschiedenen Verbesserungen noch immer vom grundsätzlichen Recht auf Waffenbesitz ausgehen. Natürlich ist es gut, wenn wenigstens diese Verbesserungen so schnell als möglich umgesetzt und nicht von der Waffenlobby verwässert werden. Die Forderungen der Petition werden damit aber keineswegs überflüssig.
Als letzte gute Tat in diesem Jahr: Petition unterschreiben und einsenden an: kampagne gegen kleinwaffen, postfach 6386, 8023 zürich.
Petitionsbogen herunterladen