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Kreuzkröten erhalten für eine Million ein neues Zuhause
Für rund eine Million Franken sind im Baselbiet die Kröten aus dem Entwicklungsgebiet Salina Raurica umgesiedelt worden. Die Umzugsaktion dauerte mehrere Jahre und wurde jetzt abgeschlossen.
Die Kreuzkröte gilt als "stark gefährdet".
Die Kröten-Umsiedlung im Baselbiet machte vor Jahren landesweit Schlagzeilen. "10 000 Franken Zügelkosten für eine Kröte", titelte die "NZZ". Denn damals rechnete man mit Kosten von 2,5 Millionen Franken für die Verlegung der Kreuzkröten aus dem Entwicklungsgebiet Salina Raurica in die Kiesgrube Klingenthal. Jetzt wurde die Umzugsaktion "erfolgreich" abgeschlossen, und die Kosten sind mit rund einer Million Franken um mehr als 1,5 Millionen Franken tiefer als angenommen ausgefallen, wie die kantonale Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion mitteilt.
Laichgebiet von nationaler Bedeutung
Die kleinen braunen Kröten werden als "stark gefährdet" eingestuft. Sie hatten sich nach der Aufgabe der Abbautätigkeit in der Zurlindengrube in Pratteln angesiedelt. Hier, mitten in Salina Raurica, entwickelte sich im Laufe der Jahre ein bedeutender Amphibienlebensraum. Das Areal wurde 1994 provisorisch in das Inventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung aufgenommen.
Um die gewerblich-industrielle Nutzung von Salina Raurica nicht zu gefährden, mussten die Tiere weichen. 2007 genehmigte das Kantonsparlament einen Kredit von 2,5 Millionen Franken für die Schaffung des Ersatzstandorts Klingenthal in Muttenz unweit des Eingangs zum Adlertunnel der SBB. Zu jener Zeit lebten etwa 250 Kröten in der Zurlindengrube – daher die Schlagzeile der "NZZ".
22 Hektar mit 15 Laichgewässern
2011 wurden die ersten Tiere umgesiedelt. Erst wurden nur Kaulquappen gefangen und im Gebiet Klingenthal in die Laichgewässer ausgesetzt. 2012 wurden dann Kaulquappen und Laichschnüre umgesiedelt, und 2013 und 2014 mussten adulte Kreuzkröten umziehen. Insgesamt wurden laut der Mitteilung ungefähr 100 Laichschnüre, 10 000 Larven und 330 Jung- und Adultkröten an den neuen Standort verlegt. Die Umsiedelungen wurden wissenschaftlich begleitet.
Der neu geschaffene Lebensraum für die Amphibien ist 22 Hektar gross und umfasst 15 Laichgewässer. Weitere Flächen sollen nach dem Abbau des Graukieses und der nachfolgenden Auffüllung als Kreuzkrötenlebensraum aufgewertet werden. (bb)