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José Sanz y Arizmendi
ein spanischer Maler am Untersee und Schöpfer der "Adler-Fresken"
von Pfarrer Hans Heeb
José Sanz y Arizmendi und die Fresken am altehrwürdigen Gasthaus Adler in Ermatingen
Im Jahre 1926 erhielt der spanische Maler José Sanz y Arizmendi den Auftrag, an der Restauration des altehrwürdigen Gasthauses Adler in Ermatingen mitzuwirken - der Adler wird im Jahre 1270 erstmals erwähnt. Für den Maler und seine Familie hatte der Auftrag eine zehn Monate dauernde Übersiedlung von Röhrswil im Kanton Bern an den Untersee zur Folge. Neben kleineren Arbeiten im Innern ging es darum, die Fassade des Hauses mit Fresken zu schmücken.
Das Malen von Fresken erfordert grosses Können, die Farbe ist auf den noch feuchten Verputz aufzutragen, eine Korrektur ist nicht möglich. So wurden im Adlergarten zunächst viele Porträtskizzen gezeichnet. Alice Huber-Bommeli erinnert sich noch heute, dass sie jeweils die Schüler zu organisieren hatte und dass es dann Süssmost und Nussgipfel gab.
Die sorgfältige Arbeit des Malers hat dazu geführt, dass die einzelnen Personen noch heute zu erkennen sind - obwohl die Fresken bereits einmal restauriert wurden und dabei etwas von ihrer ursprünglichen Farbigkeit eingebüsst haben. Das heisst, dass wir hier auch Fotografien sowie eine Modeschau aus dem Jahre 1926 vor Augen haben! Die Skizzen hat der Künstler weitgehend verschenkt. Wäre es denkbar, dass in Ermatinger Schubladen noch einige aufzufinden wären?
Die Fresken auf der Ostfassade des Hotels Adler

Ostseite des Adlers
Ostseite des Adlers
|Links werden die einzelnen Fischer des Freskos auf der Ostfassade in zwei Ermatinger «Segenen» gezeigt. Bei den Fischern handelt es sich, von links nach rechts, um Jean Kreis, alt Steinhauer; Jakob Läubli-Huber, wohnhaft gewesen neben dem Hirschen; Konrad Läubli, genannt Gohlo; Emil Bügler, Schneckenburger, wohnhaft gewesen in der Nähe des Hirschen; Eugen April, Bügen; Ernst Blattner, wohnhaft gewesen neben dem Trischli; Jakob Läubli vom Seegarten; Jakob Grüninger, wohnhaft gewesen in der Schiffgasse. Rechts neben dem Ermatinger Wappen steht Heiri Geiger, wohnhaft gewesen in der Oberen Seestrasse.|
Nun zu den Fresken auf der Nordfassade des Hotels Adler

Die Nordfassade des Adler
|Die zwei Fresken auf der Nordfassade des Hotels (zur Seeseite orientiert) zeigen links eine Hochzeitsgesellschaft (im oberen Bild nicht sichtbar) sowie rechts eine Schulklasse mit ihrem Lehrer beim Imbiss auf der Schulreise (oben sichtbar).

Beim Bräutigam der Hochzeitsgesellschaft (siehe die Einzeldarstellung links) handelt es sich um Walter Blöchlinger. Er arbeitete in der Metzgerei Kopp und wirtete später in der Linde. Die Braut ist Elise Auguste Frieda Walter. Sie kam aus der Gegend von Hannover und war Köchin bei der Familie Jakob Läubli, Fischhandlung. Das Paar hat geheiratet am 11. April 1932. Hat der Künstler die Ehe gestiftet? Zu erkennen sind, neben anderen, auch Frau Heer, die damalige Besitzerin und Wirtin vom Adler sowie ihr Bruder Max.
Der grosse, hagere Mann am unteren Ende des Tisches ist der Maler selbst.
2009: Die Adler-Fresken werden konserviert
|Da sich der Zustand der Fresken seit ihrer Herstellung im Jahre 1926 sehr verschlechtert hatte, wurden sie im Oktober 2009 restauriert.

Die Wandmalereien am Gasthaus Adler sind in dieser Form im Thurgau einzigartig und ihr Erhalt ist daher von grosser denkmalpflegerischer Bedeutung.
Das Bild aus dem Jahre 2009 zeigt die Konservatoren Rolf Zurfluh und Sonja Ziegler bei ihrer sorgfältigen Arbeit. (Bildquelle: Kurt Peter)