Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03480.jsonl.gz/1100

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Freitagabend (Ortszeit) meldete, muss der Chef der Betreiberfirma der Halde, Long Renfu, wegen Bestechung und Fahrlässigkeit für 20 Jahre ins Gefängnis; zudem muss er zehn Millionen Yuan (mehr als 1,4 Millionen Franken) Strafe zahlen.
Der Ex-Chef des Verwaltungsamts von Shenzen wurde zu 20 Jahren Haft und einer Geldstrafe von acht Millionen Yuan verurteilt. Ein weiterer Vertreter des Bezirks Guangming, in dem sich die Halde befand, erhielt wegen der Annahme von Schmiergeldern 16 Jahre Haft.
Andere Regierungsvertreter bekamen Haftstrafen zwischen drei und sieben Jahren. Insgesamt mussten sich wegen des Unglücks 45 Angeklagte vor drei verschiedenen Gerichten verantworten, wie Xinhua berichtete.
Über 70 Tote
Im Dezember 2015 hatte sich die Schlammlawine nach heftigem Regen über ein Industriegebiet von Shenzhen ergossen und mehr als 30 Gebäude unter sich begraben, darunter auch zwei Arbeiterwohnheime. Mehr als 70 Menschen starben in den Geröllmassen.
Die Lawine stammte von einer Bauschutthalde in einem alten Steinbruch, die unsachgemäss befüllt worden war. Der Erd- und Schuttberg erreichte eine Höhe von rund 160 Metern, bevor er sich durch den heftigen Regen in eine gigantische Schlammlawine verwandelte.
Das Unglück warf ein Schlaglicht auf die schlechte Sicherheitslage in der chinesischen Industrie. Zwar gibt es inzwischen strenge Auflagen, doch werden diese oft, auch durch Bestechung, umgangen.