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Das Museum im Turmhof (1282 erbaut, 1614 erweitert), einst Sitz der Äbte der Reichenau, zeigt die Kultur und Geschichte des Unterseegebietes. Die vielseitige Ausstellung umfasst urgeschichtliche Funde, unter anderem aus dem Neolithikum (Turgi-Steckborn und Insel Werd), der römischen Zeit (Eschenz) und der Alemannen (Ermatingen, Steckborn), bürgerliches und bäuerliches Mobiliar aus dem 17. – 19. Jh., die Stube von Minister Johann Konrad Kern (1808 – 1888). Besondere Schwerpunkte bilden dabei der Steckborner Ofenbau, das Klöppeln und das Zinngiessen. Das Museum verfügt über eine reiche Sammlung von Handwerksgeräten, u.a. eine eingerichtete Schmiede und Drechslerwerkstatt, Steckborner Ofenkeramiken aus dem 18. und 19. Jh., Zinn, Kirchengut sowie eine Bildersammlung von Steckborner Künstlern.
Zur Geschichte des Turmes
Das Gebiet des Städtchens Steckborn gehörte im Mittelalter dem Kloster Reichenau. Am 26. Januar 1313 schenkte Kaiser Heinrich der VII. dem reichenauischen Abt Diethelm von Kastell vor Florenz das Marktrecht für Steckborn.
Lange Zeit glaubte man, dass der Abt in den nächsten Jahren hier seinen Sommersitz, einen rechteckigen Wohnturm (9.4x12.1m) erbauen liess. Neuste Untersuchungen zeigen nun aber, dass der Turm bereits um 1280 erbaut worden sein muss.
Mit dem Turm waren zahlreiche Rechte verbunden: Fischerei- und Jagdrecht; das Recht, zoll- und gebührenfrei Waren vom See auf den Markt zu führen, sowie das Asylrecht für Flüchtlinge für sechs Wochen und drei Tage. 1488 kaufen Hans Ulrich und Esaias von Wyden und Hausen das Gebäude. Sie bauten den runden Treppenturm an. Aus verschiedenen, aber nie ganz geklärten Gründen, unterblieb dann aber der weitere Ausbau zu einem symetrischen Bau. Über dem Eingang zum Museum findet man noch heute das Wappen der Familie Wyden.
· 1642 übernahm, nach langen Verhandlungen mit den Eidgenossen und der Reichenau,
die Stadt Steckborn den Turm mit allen Rechten.
· Ab 1655 befanden sich Wohnungen im Turm.
· Im 19. Jahrhundert diente das Gebäude als Armenarbeitsanstalt, einige Zeit auch als Schule.
· 1899 musste das Schindeldach durch ein Kupferdach ersetzt werden, da 1886 die alten, feuergefährlichen Dächer verboten wurden.
· 1902 schenkte die Bürgergemeinde das prächtige Bauwerk der Evangelischen Kirchgemeinde, die es 2002 an die Stiftung Turmhof verkaufte.
· Seit 1937 befindet sich das «Museum im Turmhof» in den alten Mauern.