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Mit der 1955 erschienen Romanchronik «Alles in Allem» beleuchtete Kurt Guggenheim den Zeitraum 1890 bis 1945. Anfang der 70iger Jahre setzte er mit dem Roman «Gerufen und nicht gerufen» die Geschichte Zürichs anhand einer Vielfalt von Figuren und ihrer Schicksale bis 1970 fort. Der Kalte Krieg bestimmt das Klima, die Hochkonjunktur löst nicht nur einen Bauboom, sondern gesellschaftliche Veränderungen aus, mit denen viele nicht zurechtkommen. Auch der im Mittelpunkt stehende Schriftsteller Karl Dinhard beobachtet die Entwicklungen seiner Stadt mit kritischer Distanz. Er findet sich finanziell kaum mehr zurecht und muss sich als Texter für ein soziales Hilfswerk verdingen. Die Figur trägt viele Züge des Autors Kurt Guggenheim, der manchen Zeitgenossen in seinem Roman porträtiert hat, u.a. den Schriftsteller und Gründer des Instituts Minerva David S. Steinberg sowie den Physik-Nobelpreisträger Wolfgang Pauli.
«Gerufen und nicht gerufen» ist mit einem biographischen Nachwort des Herausgebers Charles Linsmayer als letzter Band der Kurt Guggenheim-Werkausgabe erschienen und an diesem Abend in einem Schuber zum Sonderpreis von Fr.- 99.- (statt 120.-) erhältlich.
Dieter Bachmann: «Erinnerung an Kurt Guggenheim»
Robert Hunger-Bühler: Lesung aus «Gerufen und nicht gerufen»
Charles Linsmayer: Einführung zu «Gerufen und nicht gerufen»
Musikalische Untermalung: «Musique en Route»