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Fünf Mythen zur Post
Mythos 1
Die Post ist ein staatlicher Monopolbetrieb
Die PTT als staatlicher Betrieb – das war einst. 1998 wurde diese Verwaltungseinheit des Bundes aufgelöst. Es entstand die Post, eine selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt, die 2013 zur Aktiengesellschaft wurde. Das Monopol der Post auf der Zustellung von Briefen und Paketen bis fünf Kilogramm wurde schrittweise aufgehoben. Seit 2009 verfügt die Post noch über ein Restmonopol für Inlandsbriefe bis 50 Gramm. Alle anderen Dienstleistungen erbringt die Post in Konkurrenz zu anderen Anbietern auf dem Markt. In Zahlen: Das sind 85,8 Prozent ihres Umsatzes.
Mythos 2
Die Post lebt von den Steuern der Schweizer Steuerzahler
Die Post erhält für die Erbringung ihres Grundversorgungsauftrags keine Subventionen oder Steuergelder vom Bund, sondern finanziert ihn aus eigenen Mitteln. Dies im Gegensatz zu anderen Service-public-Anbietern (Gesundheit, öffentlicher Verkehr), die von der öffentlichen Hand subventioniert werden. Bei der Post fliesst das Geld sogar in die Gegenrichtung: Die Post zahlt dem Bund, ihrem alleinigen Besitzer, eine jährliche Dividende von 200 Millionen Franken. Zudem entrichtete die Post im letzten Jahr rund 260 Millionen Franken an Steuern und Abgaben.
Anders ist es bei PostAuto. Die PostAuto-Linien werden von Bund und Kantonen bestellt und die entstehenden Defizite abgegolten.
Mythos 3
Die Post bringt Briefe und Pakete
Ja, aber nicht nur. Die Schweizerische Post besteht aus folgenden sechs Bereichen: PostMail, PostNetz, PostLogistics, PostFinance, PostAuto und Swiss Post Solutions. PostMail ist für die Zustellung der Briefe zuständig, PostLogistics für die Pakete, bei PostNetz ist das Filialgeschäft zu Hause, Swiss Post Solutions ist ein weltweit führender Anbieter von Document Management Services, PostAuto steht für die «Poschis» und den Transportmarkt, bei PostFinance ist das Finanzgeschäft angesiedelt. Gleichwohl sind und bleiben Briefe und Pakete das Rückgrat der Post. PostMail und PostLogistics erwirtschaften mehr als die Hälfte des Betriebsertrags der Post.
Mythos 4
Die Post baut ihr Postnetz ab
Das Postnetz wird nicht reduziert, die Anzahl der Zugangspunkte steigt: Es gibt stets mehr Filialen mit Partner, My Post 24-Automaten, Hausservices, Aufgabe- und Abholstellen sowie Geschäftskundenstellen. Einzig die Zahl der eigenbetriebenen Filialen sinkt. Dass eigene Poststellen für die Post kein Auslaufmodell sind, zeigt, dass wir derzeit 300 Filialen modernisieren. Ende 2019 gab es im Postnetz bereits über 4700 Zugangspunkte. Bei den über 1100 Filialen mit Partner sollen in den nächsten Jahren noch etwa 200 dazukommen. Bis Ende 2020 baut die Post die Anzahl Standorte mit My Post 24-Automaten laufend auf rund 200 aus. Hier können die Kunden rund um die Uhr Postdienstleistungen in Anspruch nehmen.
Mythos 5
Die Post kümmert sich zu sehr um Innovation und zu wenig um ihr Kerngeschäft
Nein, denn Innovationen und Kerngeschäft lassen sich gar nicht scharf trennen. Das Kerngeschäft – die Übermittlung von Informationen, Waren und Geldwerten – findet mehr und mehr in der digitalen Welt statt. Innovationen sind dabei unumgänglich: Zuallererst im bestehenden Geschäft, beispielsweise indem Pakete digital an den Abholort gesteuert werden können. Aber auch Drohnen und selbstfahrende Postautos sind keine Spielereien, sondern mögliche Entwicklungsperspektiven, die es zu testen gilt.