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Flössen auf dem Ägerisee
Auf dem Ägerisee wird die Tradition der Flößerei noch heute aufrechterhalten. Etwa alle vier Jahre, wird ein Holzschlag ausgeführt, verbunden mit einem Flösserfest.
Das im Bergwald am südwestlichen Ufer geschlagene Holz wird über den See nach Unterägeri oder Oberägeri geflößt. In Unterägeri wird das Holz mitten im Dorf aus der Lorze gehoben. In Oberägeri wird das Holz beim Seeplatz aus dem See geholt.
Im Jahr 2004 drehten die beiden Waldbesitzer, die Korporation Unterägeri und die Korporation Oberägeri, einen Film, um das Handwerk des Flößens für die Zukunft zu dokumentieren.
Nachdem die Forstfachleute die Baumstämme gefällt haben, rauschen einige im steilen Gelände von alleine in den Ägerisee. Noch liegenden Stämmen wird mit Winde, Seilzug und Zapin etwas nachgeholfen.
Die Baumstämme tauchen mit Zischen und Gischen in den Ägerisee ein und schweben umringt von tausenden von Luftbläterchen langsam wieder an die Wasseroberfläche empor. Während dieses Spektakels ist der aufmerksame Beobachter geneigt zu glauben, in den nächsten Sekunden einen Walfisch zu erspähen.
Nun wird aus den längsten Stämmen der "Holzrahmen" zusammengesetzt. die vordersten, mit einem Mastwurf zusammengebundenen Holzstämme werden zur Dreiecksform auseinander gespreizt. Weitere Bäume werden mit Drahtseilen und den so genannten "Guntelketten" am Holzrahmen angeschlossen. Dann werden die schwimmenden Stämme in den Holzrahmen hineingestossen. Hierzu wird der "Flösserhaken" benötigt. Zu beachten gilt es, dass die Baumspitzen der Stämme immer auch gegen die Floss-Spitze gerichtet sind. Das entstehende Floss wird abschnittsweise mit Drahtseilen quer-gebunden. Schlussendlich wird der Holzrahmen mit dem Querbaum geschlossen. Das Floss muss schon während des Baus gegen Wind und Seegang gut am Ufer verankert sein.