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Der Teilbericht der Arbeitsgruppe III «Climate Change 2014: Mitigation of Climate Change» ist der neuste von drei Teilberichten, die das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) bis im Herbst dieses Jahres zu einer Synthese, dem fünften Sachstandsbericht («Fifth Assessment Report», AR5) zusammenfassen wird. Dieser Teilbericht beschreibt Strategien zur Milderung des Klimawandels und stützt sich auf rund 1200 Szenarien aus der wissenschaftlichen Literatur.
Wachstum ausserhalb der OECD
Die Ausgangslage präsentiert das IPCC wie folgt: Seit der Jahrtausendwende ist der weltweite Energiebedarf für das Bereitstellen von Energie um rund einen Drittel gestiegen (gemeint ist hier der «Energy supply sector», also Förderung, Aufbereitung und Transport von Kohle, Erdölprodukten und Erdgas sowie die Stromproduktion – nicht der Endverbrauch in Industrie, Haushalten oder Verkehr). Da der Energiebedarf der westlichen Industrieländer (OECD) über diesen Zeitraum stabil geblieben ist, geht das Verbrauchswachstum zur Gänze auf die Nicht-OECD-Länder zurück. Mehr als 80% des zusätzlichen Bedarfs wurde mit Kohle, Erdöl und Erdgas gedeckt. Über die Hälfte des Wachstums erfolgte in China, das heute der weltweit grösste Energieverbraucher ist. Im Jahr 2010 war der CO2-Ausstoss pro Kopf für das Bereitstellen von Energie in China sogar höher (2,86 t) als im OECD-Raum Europa (2,83 t).
Kernenergie erwünscht
Der IPCC zählt die Kernenergie wegen ihrer geringen CO2-Emissionen zu den erwünschten Technologien – zusammen mit den erneuerbaren Energien (EE) und der CO2-Abscheidung und -Speicherung (Carbon capture and storage, CCS) bei fossil befeuerten Kraftwerken. Diese drei Technologiefelder bilden zusammen mit der Steigerung der Energieeffizienz die einzigen Optionen zur Milderung des Klimawandels. Für sich alleine, so der IPCC, könne keine dieser Optionen die Erderwärmung auf ein wenig bedrohliches Niveau beschränken.
Der Stromsektor spielt hier eine zentrale Rolle, da einerseits die Zunahme der CO2-Emissionen in erster Linie auf die Stromproduktion in Kohlekraftwerken zurückgeht und andererseits im Stromsektor die Kosten einer Treibhausgasreduktion tiefer eingeschätzt werden als in anderen Bereichen der Energieversorgung.
«Sauberer» Kohlestrom versus Kernenergie
Gemäss IPCC führt die Analyse der verfügbaren Szenarien bezüglich der Kernenergie zur Erkenntnis, dass ein Verzicht auf die Kernenergie die Milderungskosten im Vergleich zu Szenarien mit allen drei Optionen (EE + Kernenergie + CCS) nur relativ wenig erhöhen würde. Falls sich aber der Beitrag der anderen Technologien wie CCS – eine Technologie, die heute noch nicht kommerziell zur Verfügung steht – als beschränkt erweist, wird die Kernenergie entsprechend wichtiger.
Allerdings ist die Kernenergie in liberalisierten Märkten mit Zugang zu billiger Kohle und billigem Erdgas zurzeit wirtschaftlich wenig attraktiv. Der IPCC plädiert darum für Abgaben auf CO2-Emissionen, um CO2-arme Stromproduktionstechnologien zu fördern.
Kein Mangel an Kernbrennstoff
Verschiedene der vom IPCC betrachteten Szenarien rechnen mit einem Ausbau der Kernenergie um das Zwei- bis Dreifache gegenüber heute, je nach Entwicklung der Stromnachfrage. Kernbrennstoff sei für eine solche Entwicklung genügend vorhanden. Dennoch sind laut IPCC noch mehr Anstrengungen bei der Verbesserung der Sicherheit, des Uraneinsatzes, der Abfallbewirtschaftung und der Nicht-Proliferation nötig.
Quelle
M.S. nach Bericht der Arbeitsgruppe III, «Mitigation of Climate Change», 13. April 2014