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«Papa, komm mal her, da ist ein grosser Penis gegenüber der Schule.» Mit diesen Worten, die man wohl nur einmal im Leben hört, wurde der Vater eines Schülers am Mittwochnachmittag in Daillens (einem Dorf zwischen Lausanne und Yverdon) aus seiner Siesta gerissen. Nach einigem Gelächter beschloss er dennoch, nachzusehen, ob sein Sohn die Wahrheit sagte. So kam es, dass er sich Auge in Auge mit einem in den Himmel ragenden Geschlechtsteil wiederfand.
Als er für das Foto neben der Schneeskulptur posierte («wenn ich das den Kollegen erzähle ...»), stellte der Mann aus Daillens fest, dass die Kälte der Männlichkeit des 1,20 m grossen Glieds – das im Übrigen ziemlich gut gemacht ist – nichts anhaben konnte. Wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass die Hoden eine harmonische Form haben und die Eichel sich subtil vom Penis abhebt. Zweifellos hat die Eröffnung des Kunstviertels in Lausanne die Kreativität der Waadtländer Jugend beflügelt.
Das Problem ist also nicht die harmonische Form des Phallus, sondern sein Standort sowohl in der Mitte einer Strasse als auch gegenüber einer Grundschule.
«Zum Glück wurde das Ganze ausserhalb der Schulzeit gemacht, wahrscheinlich von Teenagern aus dem Dorf», berichtet der Gemeindeverwalter Alberto Mocchi, den watson zu diesem Thema von grösster Bedeutung kontaktiert hat. Die Bilder wurden im ganzen Dorf ausgetauscht und es wurde viel gelacht.
Der Gemeindeverwalter versichert, dass er keine Beschwerden von Mitbürgern erhalten hat. Gibt es in Daillens eigentlich viele Kinder? «Ja, wir haben zwischen 15 und 20 Geburten pro Jahr», antwortet Herr Mocchi. «Das ist ziemlich gut für eine Bevölkerung von 1000 Einwohnern!» Wenn es wirklich Teenager waren, die für die Skulptur verantwortlich sind, kann man davon ausgehen, dass die Geburtenkurve nicht gefährdet ist.
(jcz)