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Auch Tierärzte können einem Burnout erliegen. Was kann Stress bei einem typischen Arbeitsalltag auslösen? Warum trifft das emotionale Burnout auch Tierärzte?
Zum Thema Stress bei Tierärzten gibt es eine noch immer aktuelle und aufschlussreiche Studie von Carole Batchelor und Dorothy McKeegan von der Universität in Glasgow. Die Forscherinnen arbeiten am Colege of Medical, Veterinary und Life Sciences und befragten sechzig in Grossbritannien praktizierende Tierärzte was bei ihnen im Arbeitsalltag zu Stress führt. Die befragten Veterinärmediziner arbeiten mehrheitlich in Kleintierpraxen mit Hunden, Katzen und anderen Heimtieren.
Drei Szenarien die Stress auslösen?
Die Wissenschaftlerinnen hatten bei der Umfrage drei Szenarien vorgegeben. Die Tierärzte sollten auf einer Skala von 0 bis 10 angeben, wie belastend sie dies empfinden. Dabei handelte es sich um das Einschläfern von gesunden Tieren, die finanziellen Schwierigkeiten eines Tierbesitzers, die es ihm dadurch nicht erlauben eine notwendige Behandlung durchzuführen sowie ein Fortsetzen einer vom Tierbesitzer geforderten Behandlung, obwohl sie erforderlich wäre aus Sicht des Tierschutzes, um das Tier von seinem Leiden zu erlösen.
Ethische Konflikte
Alle Szenarien wurden hoch bewertet. Allerdings war das Szenario 3, eine Behandlungsfortsetzung bei einem leidenden Tier, die stärkste, emotionale Belastung und Stress auslösend. Lt. der Umfrage wurden mehr als die Hälfte ein bis zweimal, ein Drittel der Tierärzte drei- bis fünfmal pro Woche mit ethischen Konflikten konfrontiert.
Neben den vorgegebenen Szenarien berichteten viele Teilnehmer von den Gewissenskonflikten, die mit dem Einschläfern von Tieren verbunden sind beispielsweise auch durch Anweisungen von Vorgesetzten mit denen sie nicht einverstanden waren. Die Studie zeigte auch, dass die befragten Tiermediziner auch nach Jahren nicht abgestumpft waren.
Können ethisch-moralische Konflikte bei Berufstätigen ein Burnout auslösen?
Die Wissenschaftler diskutierten ihre Ergebnisse, was die konfliktreichen Situationen im Laufe der Berufstätigkeit auslösen können:
Angststörungen oder ein Burnout?
Erschütternd dazu ist die Übersichtsstudie der Universität von Oxford aus dem Jahr 2010, die aufzeigte, dass Tierärzte überdurchschnittlich häufig Selbstmord begehen. In Grossbritannien soll das Selbstmordrisiko bei Tierärzten dreimal höher sein als bei der restlichen Bevölkerung.
Eine ethisch konfliktfreie Lösung wäre es, den Patienten selbst entscheiden zu lassen und das ist in der Tiermedizin nicht möglich.