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Polen habe in den letzten Jahren beeindruckende Anstrengungen unternommen, um solide energiepolitische Rahmenbedingungen zu entwickeln, erklärte IEA-Exekutivdirektor Nobuo Tanaka anlässlich der Vorstellung der Länderstudie. Tanaka lobte die kürzlich von der polnischen Regierung lancierte energiepolitische Strategie 2030 (EPP 2030): «Eine rechtzeitige Umsetzung der EPP 2030, einschliesslich des Aktionsplans für die Jahre 2009–2012, wird ein solides Fundament für eine saubere, kluge und wettbewerbsfähige Energieversorgung in Polen schaffen.»
Mit Kernenergie Mix ausweiten
Die IEA begrüsst die Bemühungen Polens, den Energiemix zu diversifizieren. Derzeit dominiert die Kohle. Sie deckt 55% der Primärenergieversorgung und über 90% der Stromerzeugung. Polens ehrgeiziges Kernenergieprogramm sieht den Bau von mindestens drei Kernkraftwerkseinheiten bis 2030 vor. Die erste soll bis 2022 den Betrieb aufnehmen. Polen hat bereits Zusammenarbeitsabkommen mit mehreren Ländern abgeschlossen, so mit Frankreich, Japan, Südkorea und den USA. «Die Regierung hat einen gut strukturierten Plan zur Einführung eines Kernenergieprogramms einschliesslich institutioneller und rechtlicher Rahmenbedingungen für die nukleare Regulierung und die Entsorgung radioaktiver Abfälle vorbereitet», stellte Tanaka fest. Weitere Erfolge waren die Verbesserung der Energieintensität, eine Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien und eine stärkere Konzentration auf Forschung und Entwicklung im Energiebereich.
Die Länderstudie erwähnte auch Polens zukunftsorientierte Führungsrolle bei sauberen Kohletechnologien wie der Kohlenstoffrückhaltung (CCS). Während die Wirtschaftlichkeit der CCS in diesem Stadium noch ungewiss sei, sei es trotzdem wichtig, Forschungs-, Pilot- und Demonstrationsprojekte in diesem Bereich fortzusetzen, so der Bericht.
Verbesserungspotenzial
Trotz dieser Erfolge seien Verbesserungen in der polnischen Energiestrategie anzustreben, stellt die Studie fest. Die CO2-Emissionen hätten sich zwar in den letzten 20 Jahren verringert, doch seien sie immer noch viel höher als der Durchschnitt der europäischen IEA-Mitgliedsländer. Laut Regierungsprognosen würden die CO2-Emissionen ab 2020 wieder zunehmen. Die IEA empfiehlt Polen, den Klimawandel prioritär anzugehen und die richtungsweisenden Entscheide zu treffen, um die Treibhausgasemissionen zu stabilisieren.
Polen wird zudem ermutigt, sich für mehr Wettbewerb auf dem Gas- und Strommarkt einzusetzen. «Gut funktionierende Märkte untermauern die Energieversorgungssicherheit und ermöglichen eine höhere Effizienz sowie Servicequalität für die Verbraucher.» Tanaka forderte die Regierung auf, einen integrierten Ansatz zur Energie- und Klimapolitik zu entwickeln und die Energieeffizienz zu einem noch wichtigeren Bestandteil dieser Politik zu machen.
Quelle
M.A. nach IEA, Medienmitteilung, 2. März 2011
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