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Das neue Rahmenwerk dürfte im Zusammenhang mit einer Rede der Ersten Stellvertretenden Gouverneurin Kerstin af Jochnick mit dem Titel "Geldpolitik und Inflationsziel - die Bedeutung von Klarheit und Offenheit" am Donnerstag vorgestellt werden, erwarten Swedbank und SEB, zwei der grössten Banken Schwedens. Die Riksbank hatte signalisiert, dass eine solche Ankündigung wahrscheinlich vor ihrer September-Sitzung erfolgen würde.
Die geldpolitischen Entscheidungsträger haben das Feedback auf einen im Mai vorgelegten Vorschlag geprüft, der ihnen mehr Spielraum bei der Erreichung des 2-Prozent-Inflationsziels geben würde. Die Zentralbank, die es seit rund dreieinhalb Jahrhunderten gibt, schlug vor, einen Preisindex als Massstab einzuführen, der Hypothekenkosten ausschliesst (CPIF genannt) sowie ein "Variationsband" von 1 Prozentpunkt um das Ziel.
Nach Einschätzung der SEB wird eine solche Veränderung wahrscheinlich die Krone stärken. Die schwedische Währung legt bereits aufgrund von Spekulationen zu, dass die Zentralbank am Ende einer Periode mit rekordhohen Stimuli angelangt ist. Die Inflation übertraf im letzten Monat zum ersten Mal seit 2011 die Marke von 2 Prozent. Vorausgegangen waren Jahre der monetären Lockerung, mit Zinsen gut unter 0 sowie Anleihenkäufen.
Auswirkungen heruntergespielt
"Ich wäre sehr überrascht, wenn sie das Variationsband nicht einführen", sagte Robert Bergqvist, Chefökonom bei der SEB, im Telefoninterview mit Bloomberg. "Und der Zeitpunkt dafür ist jetzt noch besser, da die Kerninflation über 2 Prozent liegt und sie damit nicht riskieren zu signalisieren, dass sie das Ziel aufgeben." Bergqvist erwartet, dass das neue Regime dem Markt "mehr Flexibilität gegenüber der Riksbank gibt, und dies zu einer stärkeren Krone führt."
Die Zentralbank hatte im Mai mögliche Auswirkungen eines neuen Inflationsregimes heruntergespielt. Sie erklärte, CPIF werde bereits als operatives Ziel genutzt und das Ziel der Geldpolitik sei weiterhin die Stabilisierung der Inflation bei 2 Prozent. Das "Variationsband" sei auch kein "Zielbereich", sagte die Riksbank, was bedeute, dass sie immer noch 2 Prozent Inflation anstreben werde.
Nach Einschätzung von Knut Hallberg, leitender Analyst bei Swedbank, bedeutet dies, dass jegliche Auswirkungen auf den Markt gering sein sollten. "Die Riksbank hat sich grosse Mühe gegeben zu betonen, dass dies nicht als irgendeine Form von geldpolitischer Veränderung interpretiert werden sollte, sondern eher als ein kommunikatives Instrument", sagte er telefonisch gegenüber Bloomberg.
(Bloomberg)