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Die postmoderne Entwicklung zur Beliebigkeit, der Zerfall moralischer Werte und Traditionen, die Erosion hergebrachter Sozialstrukturen und die Monetarisierung sämtlicher Lebensbereiche sind unübersehbar. Dies alles führt zu einer Orientierungslosigkeit; zu einem ethischen Vakuum, in welchem sowohl Bindungen wie Grenzen verschwinden.
Das alte Rittertum mag zwar als gesellschaftlicher Stand untergegangen sein, jedoch nicht seine Ideale. Die Grundlagen der Ritterlichkeit wie Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Besonnenheit, Brüderlichkeit, Toleranz, Mildtätigkeit und Selbstvervollkommnung bewahren immer noch ihre Aktualität.
Der Lazarus-Orden entwickelte sich im 11. Jahrhundert aus einem St. Lazarus-Hospital, das außerhalb der Stadtmauern von Jerusalem gelegen war und die Kranken, Bedürftigen, Sterbenden, Leprakranken und Reisenden aufnahm und pflegte. Heute ist unser Orden weltweit organisiert und u.a. humanitär engagiert. In unserem ökumenischen Orden sind evangelische, katholische, altkatholische, anglikanische und orthodoxe Mitglieder - Männer wie Frauen - gleichberechtigt.
Aus der hospitalischen Tätigkeit des Lazarus-Ordens leitet sich auch der Begriff „Lazarett“ ab. Ein einfaches, getatztes grünes Stoffkreuz auf der Brust des Wappenrocks, beziehungsweise auf der linken Schulter ihres Mantels war – wohl seit dem Anfang des 12. Jahrhunderts als Raymond du Puy Großmeister der Johanniter und Lazaristen war – Symbol des St. Lazarusordens.
Ursprünglich war der Orden eine rein karitative Vereinigung, militarisierte sich zur Zeit der Kreuzzüge, um in kriegerischen Auseinandersetzungen um Jerusalem handlungsfähig zu bleiben.
Im 12. Jahrhundert breitete sich der Orden zunehmend auf die Herkunftsländer der Kreuzfahrer aus.
Der Lazarus-Orden zeigt noch heute das grüne Kreuz. Seine Aufgabe ist die Wahrung von Gerechtigkeit gegenüber allen Personen, das Einhalten verbindlicher ethischer Normen und deren Anwendung im alltäglichen Leben wie auch die Förderung und Unterstützung humanitärer Projekte.
Die militärischen Aspekte manifestieren sich heute noch durch die traditionell verwurzelte Hierarchie (Strukturen, Rüstung, Uniform mit Gradabzeichen, Verdienst-Orden). Die gesellschaftliche Anerkennung der „noblen Gesinnung“ eines Menschen findet in der Zeremonie des Ritterschlages ihren Ausdruck.
Die Damen und Ritter der Grossballei der Schweiz kommen aus verschiedensten Schichten der modernen Gesellschaft und zeichnen sich durch Ihre Persönlichkeit aus. Wir haben in unseren Reihen u.a. Mediziner, Geschäftsleute, Banquiers, Diplomaten, Psychologen, Künstler, Handwerker, Spezialisten aus Wissenschaft, Technik und der sozialen Sicherheit.
Unsere Selektionskriterien und die Verantwortung des jeweiligen Mitglieds, das einen neuen Kandidaten oder Kandidatin zur Aufnahme empfiehlt, garantieren eine gewisse Homogenität und Qualität innerhalb unserer Jurisdiktion.