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Davide Acito kauft in China Hunde und Katzen und rettet sie so vor dem sicheren Tod. Ein Portrait über den Tierschützer und Corris-Coach im Tessin.
Davide Acito (30, siehe Bild unten) begann 2014 bei Corris als Dialoger im Tessin zu arbeiten. In seiner Tätigkeit für Kampagnen der Umweltschutzorganisation WWF wurde ihm bewusst, wie schlecht „Haustiere“ in vielen Ländern dieser Welt behandelt werden. Hunde sind in Ländern wie Korea, Vietnam und einigen südlichen und nördlichen Regionen Chinas Freiwild und werden teils noch lebend gekocht und gegessen. Davide erklärt: «Hunde und Katzen werden in China oft gestohlen und auch extra für den Kochtopf gezüchtet.» Für den Tierschützer Davide ist dieses Verhalten nicht nachvollziehbar. Seine Tierliebe kommt nicht von ungefähr: Bereits während seiner Jugendzeit im italienischen Dorf Matera (I) hatte seine Familie einen Hund und drei Katzen. Davide erklärt, wie er auf das Thema aufmerksam wurde: «In der Tageszeitung „20 Minuten“ habe ich über eine ältere Tierschützerin in China gelesen. Sie rettet Hunde und Katzen vor dem Kochtopf. Dazu kauft sie die Tiere chinesischen Tierhändlern ab, pflegt sie oder gibt sie zur Adoption frei. Yang Xiaoyun ist 68 Jahre alt und eine liebenswerte, pensionierte Mathematik-Lehrerin. In China und im Ausland ist sie mittlerweile unter dem Namen „Miss Yang“ bekannt. Sie hat für die hunderte von geretteten Tieren zwei Häuser gebaut und füttert die Tiere mit Hilfe von freiwilligen Helfern und Spenden aus dem Ausland und China. So ermöglicht sie den Tieren ein Leben in Sicherheit und Geborgenheit.» Es sei alles Freiwilligenarbeit und Frau Yang habe keine kommerziellen Absichten dabei.
Reise nach China öffnete Davide die Augen
Im Jahr 2015 gründete der junge Familienvater und Tierfreund die Online-Bewegung «ActionProject Animal» auf Facebook. Davide Acito sagt dazu: «Wir sind eine reine Internet-Bewegung und haben keine eigentlichen Vereinsmitglieder.» Die Arbeit als Dialoger bei Corris habe zum Glück auch seine Kommunikationsfähigkeiten gestärkt. Das sei wichtig, um mit anderen Tierschützern rund um den Globus über das Internet kommunizieren zu können.
In der südchinesischen Stadt Yulin wird jeweils ab 21. Juni des Jahres – am Tag der Sonnenwende – ein zehntägiges Festival gefeiert. Im Rahmen dieses Festivals verspeisen die vornehmlich chinesischen Festival-Teilnehmer über 10 000 Hunde – für den erklärten Vegetarier Davide ein Gräuel. Im 2016 reiste Davide das erste Mal nach Yulin um Tiere selber zusammen mit Miss Yang zu retten. Seine Erlebnisse vor Ort haben ihm definitiv die Augen geöffnet und ihn zum überzeugten Aktivsten werden lassen.
Die Fütterung der geretteten Tiere verschlingt viel Geld
Auf seiner Facebook-Site hat Davide mittlerweile 8000 Follower, die seine Internet-Bewegung «ActionProject Animal» unterstützen. Das Ziel seiner Online-Bewegung ist es, soviele Tiere als möglich in Yulin und China zu retten. Gemäss Davide laufen die Aktionen wie folgt ab: «Wir stoppen die Tiertransporter, welche in die Stadt ans Festival fahren wollen und verhandeln mit den Fahrern über den Preis für ihre „Ware“. Dann übernehmen wir die oft ausgehungerten und durstigen Hunde und Katzen auf unseren Lastwagen und bringen sie ins Tierheim von Miss Yang. Im 2016 konnten wir 400 Hunde und 60 Katzen retten. Die Tiere werden jeweils geimpft und medizinisch untersucht.» Frau Yang hat vor einigen Jahren eine Organisation gegründet mit dem Namen «Friends of Yang». Fans aus aller Welt spenden an die Organisation für ihre Tierrettungs-Aktionen. Alleine die Tiernahrung kostet gemäss Davide rund 5000 US-Dollar pro Monat.
Zweite Reise nach China in Begleitung der Polizei
Mitte Juni 2017 ist Davide zum zweiten Mal für zwei Wochen nach China gereist. Er bezog für die Reise extra Ferien von seiner Arbeit als Coach bei Corris. Davide machte weitere verstörende Bilder und Videos vor Ort. Während seiner zweiten Reise wurde er jedoch permanent von lokalen «Aufpassern» der Polizei begleitet. Er wurde schlussendlich von der chinesischen Polizei festgenommen und verhört. In einem Video wurde er gezwungen zu erklären, dass er den Verzehr von Hundefleisch in China akzeptiere. Trotz allen Schwierigkeiten konnte Davide dieses Jahr 400 Hunde und 100 Katzen retten.