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Jahresbericht 2005 des Botanischen Instituts, Abteilung Ökologie
Die Universitätsleitung beschloss, das Departement Integrative Biologie in ein neu gegründetes Departement Umweltwissenschaften einzubinden und dieses offiziell ab 1. Januar 2006 zu installieren.
Die Studierendenzahlen stiegen rapide an, das Jahr wies einen Höchststand von nahezu 200 Studierende im ersten Semester auf, wovon ca. 120-130 im Hauptfach Biologie studierten. Die Kursteilnehmerzahlen in den Blockkursen überschritten erstmals die Zahl 40. Eine neue Entwicklung stellten Anfragen aus dem Ausland für ein M.Sc.-Studium in Botanik dar; etwa 3-5 solche Anfragen betrafen den M.Sc. Ecology, wobei drei Personen effektiv hier zu studieren begannen.
Im Juli 2005 wurde auch seitens der Universitätsleitung beschlossen, die kurzfristige Infragestellung des Botanischen Gartens als Universitätseinrichtung nicht weiter in Betracht zu ziehen. Der Garten wird nun wieder als integraler Bestandteil der Forschung und Lehre des Botanischen Instituts anerkannt, und die enorme Öffentlichkeitswirkung wird ebenfalls anerkannt. Eine entsprechende Petition war seit März 2004 beim Grossen Rat hängig. Im Schlussbericht der Petitionskommission des Grossen Rates wurde die Petition schliesslich als erfüllt erachtet (November 2005).
Im Botanischen Garten fand eine Ausstellung zum Thema “Salbei” statt.
Forschung
An der Abteilung Ökologie (Prof. Körner, PD Stöcklin) liefen im Jahr 2005 sechs Nationalfondsprojekte. Schwerpunkte dieser Forschungsarbeiten sind die Global Change Forschung (zwei CO₂-Projekte am Swiss Canopy Crane bei Basel), sowie zwei Projekte zur genetischen Ökologie und Evolutionsbiologie von Alpenpflanzen und ein Projekt zur Klärung der funktionellen Bedeutung der Biodiversität in steilem Gelände. Ein Projekt zur “Rolle von Kulturtraditionen und Landnutzung für die Biodiversität von Grasland in den Alpen” wurde 2005 abgeschlossen. Zwei neue Projekte in Bolivien und Georgien wurden genehmigt und werden per 1. Januar 2006 beginnen. Wir leiten weiterhin mit Unterstützung des SNF das globale GMBA-Netzwerk von Basel aus (Global Mountain Biodiversity Assessment von DIVERSITAS).
In der CO₂-Forschung, die hier beispielhaft angesprochen werden soll, hat sich die Forschungsgruppe international sehr gut positioniert, indem sie weltweit den ersten CO₂-Anreicherungsversuch an einem ausgewachsenen Naturwald in Tallage unterhält. Eine Publikation der bisherigen Resultate aus vier Jahren in Science im August 2005 fand ein breites Echo, auch in der Tagespresse.
Die Forschung im Gebirge machte klar, dass der Mensch durch Landnutzung nachhaltig evolutive Prozesse beeinflusst und Pionierpflanzen der jetzt rasch grösser werdenden Gletschervorfelder es schaffen, trotz räumlicher Isolation eine erstaunlich hohe genetische Diversität aufrecht zu halten. In der Erforschung des weltweiten Waldgrenzphänomens brachten Feldarbeiten in Bolivien und Tibet eine Bestätigung der Grundtendenz, dass Kohlenstoff heute schwerlich eine limitierende Grösse für das Baumwachstum im Gebirge darstellt.
Lehre
Das B.Sc.-Programm Biologie im vierten Jahr lief klaglos, auch wenn sich Studierende weiterhin über die ungewöhnliche Befrachtung des Studiums mit nichtbiologischer Grundausbildung und den festen Stundenplan beklagen und lieber mehr Zeit für biologische Themen investieren würden. Dies zeigt sich abermals in der Präferenzierung des Angebotes in organismischer Biologie im abgelaufenen Studienjahr. Der Zustrom an neuen Studierenden ist enorm und wird das Institut in naher Zukunft vor grosse Probleme stellen.
Das M.Sc.-Programm Ökologie (Ecology), welches gemeinsam mit dem NLU (Prof. B. Baur) angeboten wird, wurde im Wintersemester 2005/06 erfolgreich im zweiten Jahr fortgeführt und umfasst etwa 20 Studierende.
Publikationen
Die Publikationen finden Sie unter Publications