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Knapp 35 Zentimeter gross und vier Kilogramm schwer ist sie, die goldene Statue, um die sich am Sonntagabend die Filmwelt reisst. Mit 24-Karat Gold überzogen hat sie einen Materialwert von rund 300 Dollar. 2947 dieser Statuen wurden seit der ersten Verleihung 1929 vergeben, dieses Jahr noch nicht eingerechnet. Wer den Oscar 2015 gewinnt, bestimmen die über 6000 Acadamy-Mitglieder, die ihre Stimme auf Papier oder online abgeben. Nur zwei Mitarbeiter von «PricewaterhouseCoopers», welche für die Stimmauszählung verantwortlich ist, wissen bis zur offiziellen Bekanntgabe am 22. Februar, wer dieses Jahr zu den Glücklichen gehört.
DIE FLEISSIGSTEN GEWINNER
Bereits zum 19. Mal ist Meryl Streep, 65, für den Oscar nominiert, dieses Jahr als beste Nebendarstellerin in «Into the Woods». Damit ist sie an der Spitze aller Schauspielerinnen und Schauspieler - mit Abstand. Gewonnen hat sie die goldene Statue jedoch erst drei Mal. Da war Katharine Hepburn (†96) mit vier Gewinnen erfolgreicher. Bei den Männern führt die Liste mit drei Oscars Daniel Day Lewis, 57, an, nachdem er 2013 als «Lincoln» Jack Nicholson, 77, mit seinen zwei Oscars überholt hat. Das ist aber alles nichts gegen Walt Disney (†65)! Die Filmlegende wurde 59 Mal nominiert und durfte 26 Trophäen entgegennehmen. Bei den Filmen teilen sich «Ben Hur» (1960), «Titanic» (1998) und «Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs» (2003) mit jeweils elf Oscars den ersten Platz.
DIE EWIGEN VERLIERER
Es scheint zwar, dass Leonardo DiCaprio, 40, mit inzwischen fünf Nominierungen und keinem Gewinn der grösste Verlierer der Oscars ist, da gibt es aber noch andere. Peter O'Toole († 81) beispielsweise war acht Mal nominiert, ohne je ausgezeichnet zu werden, bis auf einen Ehrenoscar 2003. Weit übertroffen wird dies noch durch Tontechniker Kevin O'Connell, 57, mit inzwischen 20 Nominierungen seit 1983 (zuletzt 2007 für «Transformers») - und noch keinem Gewinn. Bei den Filmen ist «Die Farbe Lila» der grösste Verlierer. 11 Nominierungen erhielt der Streifen von Regisseur Steven Spielberg 1986, ohne auch nur in einer Kategorie zu gewinnen.
VAGINA-VERJÜNGUNGSKUREN UND LEBENSBERATUNGEN
Auch dieses Jahr wird es wieder die Verlierer geben. Mitleid haben muss man aber nicht, denn wie jedes Jahr gibt es auch 2015 wieder einen «Goodie-Bag» als Trostpflaster. Und dieser hats in sich: 125'000 Dollar Wert soll er dieses Jahr haben, und das Branchenblatt «Variety» weiss auch schon, was es alles drin hat. Zum Beispiel einen Gutschein im Wert von 20'000 Dollar für ein Treffen mit Engima Life-Gründererin Olessia Kantor, die Träume analysiert und lehrt, wie man seine Gedankengänge besser kontrolliert. Und während sich die Männer vielleicht besonders über den Audi A4 für ein Jahr freuen (20'000 Dollar), sind die Favoriten der Frauen vielleicht der Afterglow-Vibrator (250 Dollar) oder die Vagina-Verjüngungskur (2700 Dollar).
DIE SCHWEIZ AN DEN OSCARS
Der erfolgreichste Schweizer an den Oscars ist Arthur Cohn, 88, der als Produzent bereits sechs goldene Statuen sein Eigen nennen darf. Und auch dieses Jahr besteht wieder Schweizer Hoffnung. Bei den Kurzfilmen dürfen die iranisch-schweizerische Regisseurin Talkhon Hamzavi, 36, und der Berner Stefan Eichenberger, 30, mit «Parvaneh» auf einen Oscar hoffen. Ebenfalls im Rennen ist Animator Simon Otto, 42, mit «How to Train your Dragon 2». Andere Schweizer sind dieses Jahr «nur» als Gäste anwesend. Kurt Aeschbacher beispielsweise wurde vom Academy-Mitglied Arthur Cohn spontan als Begleitung zur Verleihung eingeladen. Und vielleicht sieht man auch Tina Masafret, 28. Die ehemalige «Music Star»-Teilnehmerin wohnt in Los Angeles und wurde von ihrem Nachbarn, einem Produzenten, zur Verleihung eingeladen, wie die Schweizer Hollywood-Reporterin Marlène von Arx in ihrer Kolumne auf Bluewin.ch zu berichten weiss.
DER ROTE TEPPICH
Beim Schaulaufen vor der Verleihung könnten die Schweizer aber schnell einmal untergehen. 100 Meter lang und 10 Meter breit ist er: der wohl berühmteste Red Carpet der Welt. Damit die Stars im Scheinwerferlicht perfekt zur Geltung kommen, ist der Teppich in dunklem Cayenne-Rot gehalten, das Haut und Kleider besonders schmeicheln soll. Entlang des Carpets lauern nicht nur rund 75 Fotografen und über 700 Journalisten, sondern auch ebenso viele Fans, die teilweise in einer Lotterie einen der begehrten «Bleacher Seats» gewonnen haben. Allen anderen bleibt nichts anderes übrig, als die Übertragung vom Roten Teppich am Fernsehen zur verfolgen - oder am Montagmorgen die schönsten Kleider auf SI online nachzuschauen.
DIE OSCARS ALS BINGO-SPIEL
Ja, es stimmt, es gibt Spannenderes als die eigentliche Verleihung der Oscars live im Fernseher. Nicht nur, dass man dafür am Montagmorgen um zwei Uhr aufstehen muss, bis die Statuen in den 24. Kategorien vergeben sind, dauert es auch rund vier Stunden. Lustiger wirds, wenn man ein Spiel daraus macht. Zum einen gäbe es hier die altbewährten Tippspiele. Oder - fast lustiger- ein Bingo-Spiel. Karten dazu können online generiert werden. Und plötzlich steigt die Spannung: Wann macht sich der Erste über die Nase von Steve Carell, 52, im Film «Foxcatcher» lustig? Wann sieht man Tommy Lee Jones, 68, zum ersten Mal mit gelangweiltem Gesichtsausdruck? Wann fällt der erste Witz über Bill Cosby, 77, und wann unterbricht das Orchester die erste Dankensrede? Da wird die langatmigste Verleihung zum Party-Spass.
Die schönsten Kleider, die besten Auftritte sowie Gewinner und Verlierer der Oscars 2015 gibts ab Montagmorgen auf SI online.