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Die Tessiner Behörden wehren sich gegen Vorwürfe in den Medien, sie fassten den umstrittenen Tessiner Politiker und Verleger Giuliano Bignasca mit Samthandschuhen an. Am Montag legte die Polizei offen, wieviele Anzeigen derzeit gegen Bignasca hängig sind.
Seit 1990 seien im Tessin 243 Anzeigen gegen Bignasca oder seine Sonntagszeitung „Il Mattino della Domenica“ eingegangen, teilte die Tessiner Kantonspolizei mit. Davon seien 233 erledigt und nur noch 10 Anzeigen pendent.
Mit diesen „objektiven Fakten“ will die Polizei beweisen, „dass Giuliano Bignasca von der Staatsanwaltschaft immer wie jeder andere Bürger behandelt worden ist“.
Auf den Plan gerufen hatte die Behörden die vom Deutschschweizer Verlag Ringier herausgegebene Wochenzeitung „Il Caffè“. Diese habe der Tessiner Staatsanwaltschaft mehrere Male direkt oder indirekt unterstellt, dass die Anzeigen gegen Bignasca nicht korrekt behandelt würden, schreibt die Tessiner Polizei.
Immer wieder Wirbel
Der Lega-Präsident Giuliano Bignasca sorgt im Tessin immer wieder für Wirbel. Ende September beispielsweise haben rund 150 Lehrer, Politiker und Künstler eine Kampagne gegen Bignascas Zeitung „Il Mattino della Domenica“ gestartet. Die Zeitung müsse aus den Schulen verbannt werden, da sie Werte vermittle, die nicht mit Kindern vereinbar seien, hiess es.
Im vergangenen April hatte sich Bignasca eine Rüge der Tessiner Regierung eingehandelt. Der Staatsrat reagierte damals auf einen im Wochenblatt „Il Mattino“ erschienenen Artikel, in dem Bignasca zehn Mitarbeiter der kantonalen Verwaltung verunglimpfte.