Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03399.jsonl.gz/1999

Es ist immer schön, wenn man von einem neuen Event berichten darf. Der am 17. September auf dem Nationalquai in Luzern ausgetragene Concours d’Excellence ist in dem Sinne kein neuer Event sondern vielmehr eine Fortführung eines Schönheitswettbewerbes für besonders elegante Autos, der am 11. August 1928 erstmals stattfand. Damals war die Sektion Luzern des ACS, des Automobil Clubs der Schweiz, verantwortlich für die Durchführung. In den Jahren 1929 und 1930 gab es ebenfalls einen Concours, dann erst wieder 1948 und 1949 sowie 1951 und 1955. Dann war 60 Jahre lang Schluss, bis 2015 Bernd Link und seine Crew den Anlass wieder aufleben liessen.
Eine sehr gute Idee und die rege Teilnahme bestätigt dies, auch die vielen Zuschauer, die trotz der unsicheren Wetterprognosen das Spektakel auf dem Nationalquai vor dem Casino Luzern verfolgten. Die teilnehmenden Fahrzeuge waren in 6 Klassen eingeteilt.
Klasse A Geschlossene Wagen, Serienfahrzeuge und Spezial-Carrosserien 1911 – 1940
Klasse B Offene Wagen, Serienfahrzeuge und Spezial-Carrosserien 1925 – 1940
Klasse C Geschlossene, Wagen Serienfahrzeuge 1945 – 1975
Klasse D Offene Wagen, Serienfahrzeuge 1945 – 1975
Klasse E Geschlossene Wagen, Spezial-Carrosserien 1945 – 1975
Klasse F Offene Wagen, Spezial-Carrosserien 1945 – 1975
Bei der Ankunft auf der Bühne vor dem Casino Luzern wurde jedes Fahrzeug vorgestellt und präsentiert und mancher stolze Besitzer konnte interessante Details zu seinem Fahrzeug erzählen. Eine besonders interessante Geschichte handelt von dem blauen Lincoln Cosmopolitan, der 1949, von Herrn Bucherer, vom bekannten Uhren- und Schmuckgeschäft, damals frisch erworben, in eben diesem Jahr am Concours d’Excellence in Luzern teilnahm. 67 Jahre später stand dieser herrliche Wagen wieder auf der Bühne und präsentierte sich, frisch restauriert, in einem fantastischen Zustand.
Die rund 30 Fahrzeuge waren alle in einem perfekten Zustand, so, wie es sich eben für einen Schönheitswettbewerb gehört. Aber nicht alle Autos waren restauriert. Der schwarze Ferrari 340 America von 1950 ist noch weitgehend im Originalzustand, lediglich die Lackierung wurde im Laufe der Zeit teilweise erneuert. Louis Frey, der jun. am Lenkrad, der sen. auf dem Beifahrersitz, brachten den in nur 5 Exemplaren gebauten frühen Sportwagen aus Maranello nach Luzern. Heute ist nur noch dieses sowie ein weitere Fahrzeug bekannt. Die Familie Frey ist seit 1969 im Besitz dieses Ferrari, den Vater Louis Frey damals vom Erstbesitzer erworben hatte. Speziell ist auch die Farbkombination. Lackierung schwarz, Intérieur grün. So wollte es damals der Erstbesitzer und es brauchte immense Überredungskünste, bis Ferrari auf diesen speziellen Kundenwunsch einging.
Das Wetter hielt sich recht gut, erst kurz vor Schluss der Präsentation zog ein Regenschauer über Luzern und ausgerechnet der Enzmann 506 – natürlich ohne Dach – wurde verregnet. Aber auch an das haben die Organisatoren gedacht und schnell brachte Bernd Link einen farblich abgestimmten Regenschirm quasi als Verdeckersatz.
Nach der Präsentation hatte man Zeit für Gespräche, das Mittagessen oder sonstige Aktivitäten, bevor die Wagen wieder zurück ins Verkehrshaus zur Siegerehrung fuhren. Der Publikumspreis wurde aber noch vor dem Casino Luzern vergeben. Gewinner war der dunkelgrüne Jaguer XK 140. Für viele eine Überraschung, aber es war die Meinung des Publikums das dem Jaguar die meisten Stimmen gab.
Best of Show, also das Fahrzeug, das von der fünfköpfigen Jury die meisten Punkte erhielt, war der Aston Martin International aus der Sammlung Emil Frey AG, Safenwil. Der weisse Wagen gewann auch noch die Klasse A und konnte somit gleich zwei Medaillen nach Hause nehmen. Pokale gibt es am Concours d’Excellence keine, wie schon früher nicht. Die Kriterien der Jury orientierten sich an den Richtlinien von damals. Optische Erscheinung, Ästhetik, Farbe, Farbkombination, Intérieur, Kombination Intérieur Aussenfarbe usw. Natürlich war ein entscheidender Faktor in diesem Jahr ganz anders als damals. Heute sind es alte Autos, Oldtimer, gepflegt, restauriert oder perfekt erhalten, damals waren es Neufahrzeuge und die Hersteller wollten mit dem Concours d’Excellence sicher den einen oder anderen finanzstarken Käufer locken. Den Abend verbrachte man dann bei einem Abendessen im Verkehrshaus, wo auch die Preisverleihung stattfand. Ein Teilnehmer kam mit seinem Tatra aus Tschechien angereist, 1000km auf eigener Achse. Er hätte eigentlich auch einen Preis verdient. Ausser Konkurrenz war noch ein rarer Studebaker Indycar vertreten, akustisch sicher das attraktivste Fahrzeug und optisch ebenfalls ein Leckerbissen.
Wer mehr über diesen interessanten Event wissen will, bekommt alle Informationen direkt beim Veranstalter www.autoconcours.ch. Unsere Bilder gibt es auch im Webshop
Hier ist unsere Galerie