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Unter dem Titel „Chili-Pflaster gegen Schmerzen“ berichtet der „Kurier“ aus Österreich über Forschungen mit dem Chili-Inhaltsstoff Capsaicin:
„Ein Schmerzpflaster wird an der neurologischen Uni-Klinik Graz getestet, dessen Substanz aus der Chilischote stammt: Capsaicin sendet bestimmte Reize ans Gehirn. Das Pflaster pickt eine Stunde auf der Haut, der Patient wird dabei lokal betäubt. Die positive Wirkung soll in spätestens 12 Tagen eintreten. Noch ein Nachteil: Der schmerzfreie oder -arme Zustand hält nur 12 Wochen. Die Prozedur muss wiederholt werden.“
Quelle:
http://kurier.at/nachrichten/gesundheit/2039493.php
Kommentar & Ergänzung:
Na, wenn der schmerzarme Zustand tatsächlich 12 Wochen anhält, dann ist das doch ein ziemlich eindrücklicher Erfolg.
Capsaicin wird schon seit längerem intensiv als schmerzstillender Wirkstoff erforscht.
Capsaicin ist ein aus Pflanzen der Gattung Capsicum (Paprika, aus der Familie der Nachtschattengewächse Solanaceae) gewonnenes Alkaloid, das nur bei Säugetieren durch Wirkung auf spezifische Rezeptoren einen Hitze- oder Schärfereiz etwa beim Verzehr von Paprika- oder Chilischoten (botanisch richtige Bezeichnung Paprika- oder Chilibeere) auslöst. Capsaicin und andere aus Capsicum gewonnene, Schärfe bewirkende Stoffe werden als Capsaicinoide bezeichnet.
Wikipedia beschreibt die Wirkung so:
„Capsaicinoide reizen die Nervenenden bestimmter Nozizeptoren, die normalerweise Schmerzreize bei Einwirkung von Hitze oder chemischer Reizung erkennen. Die Ähnlichkeit der Empfindung von „heiß“ und „scharf“ (engl. beides „hot“) ist bereits auf Rezeptorebene begründet: Capsaicin bindet an den TRP-Kanal TRPV1, der auch durch eine Erhöhung der Temperatur aktiviert wird. Der oft schmerzhaften (aber nur scheinbaren) Erhitzung durch Capsaicin wirkt der Organismus durch vermehrte Durchblutung des Gewebes zum Zweck der Wärmeabfuhr entgegen, dadurch kommt es zu einer lokalen Rötung wie bei einer leichten Verbrennung.“
Interessant an der Capsaicin-Wirkung ist:
Bei Anwendung auf der Haut werden zunächst die Schmerzrezeptoren gereizt. Dieser initialen Erregungsphase folgt eine Phase der Unempfindlichkeit.
Während die Rötung sowie das Schmerz- und Wärmegefühl auf der Haut nach wenigen Stunden abklingen, können die schmerzlindernden Effekte zum Beispiel gegen Gelenkschmerzen bei Arthrose Stunden bis Wochen anhalten.
Capsaicin braucht allerdings eine sorgfältige Anwendung und Dosierung. Die Forschung untersucht zur Zeit die Anwendung von sehr hoch dosierten Capsaicin-Pflastern, die sich nicht zur Selbstanwendung eignen.
Siehe auch:
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch