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Grond will näher zur Weltelite rücken
Der 22-jährige Monsteiner Langläufer Valerio Grond plant den nächsten Schritt: Der U23-Sprint-Weltmeister möchte in den Skating-Sprints im Weltcup regelmässig in die Halbfinals vorstossen.
Der 22-jährige Monsteiner Langläufer Valerio Grond plant den nächsten Schritt: Der U23-Sprint-Weltmeister möchte in den Skating-Sprints im Weltcup regelmässig in die Halbfinals vorstossen.
Die letzte Saison passte für Valerio Grond. Der junge Davoser qualifizierte sich für die Olympischen Spiele in China, wo er im Sprint 18. wurde. Im Weltcup lief er im Heimrennen auf Platz 9. Und im Continental Cup erreichte er mehrere Spitzenklassierungen. An den U23-Weltmeisterschaften sprintete Grond ausgerechnet in der Langlauf-Hochburg Norwegen zur Goldmedaille. «Ein Titel, den die Leute wahrnehmen», stellt der Sprintspezialist fest. Er habe sich damit bei den Gegnern Respekt verschafft und bezüglich Sponsoren eine bessere Verhandlungsbasis erreicht. Grond weiss nun auch «schwarz auf weiss», dass er mit den weltbesten Altersgenossen mithalten kann. Die Tatsache, alle Skandinavier bezwungen zu haben, verlieh ihm auch viel Motivation für das Sommertraining. Denn der Monsteiner macht sich keine Illusionen: «Im Weltcup geht die Post nochmals ganz anders ab als bei den U23».
Die Rückenprobleme im Griff
In seiner noch jungen Karriere erreichte Grond seine Spitzenresultate allesamt in Skating-Sprints. Das ist gesundheitlich wegen eines Bandscheibenvorfalls vor vier Jahren gesundheitlich bedingt. «Meine Rückenprobleme sind noch immer nicht völlig weg. Das wird auch nie geschehen; damit muss ich umgehen», bemerkt der Spitzensportler. «Ich musste lernen, für mich die richtige Abstimmung zu finden, wie viel ich ins Training investieren kann, sodass es der Rücken verträgt.» Konkret heisst das, eine lange Trainingseinheit mal eine halbe Stunde früher zu beenden oder eine andere Trainingsform wählen, etwa mehr auf das Bike oder Rennvelo statt joggen. In den Sprint-Wettkämpfen spüre er selten Beschwerden, «da bin ich im Adrenalin», sagt Grond. Und das Skaten fällt im wesentlich leichter als das Laufen im klassischen Diagonalstil. Aber genau diese Defizite hat der Davoser in den letzten Monaten im Sommertraining mit vermehrtem Rollskitraining in der klassischen Lauftechnik und viel mehr Doppelstocktraining gezielt angepackt. Daran feilte er im August anlässlich eines Trainingslagers auch in eine Woche lang in einem Skitunnel in Schweden. Nun blickt er mit einiger Genugtuung zurück. «Ich erzielte Fortschritte», stellt Grond fest. «Ich konnte recht viel machen, ohne dass der Rücken Stopp sagte.»
An der Diagonaltechnik gefeilt
Nicht von ungefähr investiert Grond viel in die Diagonaltechnik. Denn im Wettkampfkalender sind die Rennen je zur Hälfte in der klassischen und freien Lauftechnik ausgeschrieben. Auch bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen werden die Laufstile alternativ angewandt. An den kommenden Weltmeisterschaften im slowenischen Planica (22. Februar bis 5. März 2023) wird der Einzelsprint klassisch ausgetragen, während im Teamsprint geskatet wird. «Dieses Datum habe ich im Hinterkopf, ich möchte im Sprint Teil der Schweiz sein», verrät Grond. Im Weltcup peilt der Davoser in den Skating-Sprints an, «konstant in den Halbfinal vorzustossen», also unter die besten Zwölf. Auf die Frage, ob er sich gar einmal den Sprung aufs Weltcup-Podest zutraue, überlegt er lange. «Das ist schwierig zu sagen. Wenn ich den perfekten Tag erwische, ist es möglich.» In den Klassisch-Sprints hofft Grond, dass er seine im Sommertraining konstatierten Fortschritte mit Weltcup-Klassierungen unter den besten 30 bestätigen kann.
Erster Saisonhöhepunkt in Davos
Erstmals in seiner Karriere ist Grond für die letzte Wettkampfvorbereitung Mitte November nach Skandinavien gereist, wo er auch die ersten Weltcuprennen in diesem Winter bestreitet. Zu einem ersten Saisonhöhepunkt soll für ihn der Heim-Weltcup am 17. Dezember werden. An Davos Nordisch hat Grond beste Erinnerungen. 2020 sorgte er mit dem Vorstoss in den Sprintfinal und dem sechsten Schlussrang für eine Sensation. Vor einem Jahr bestätigte der Monsteiner jenen Exploit mit dem neunten Platz im Bünda-Stadion. Es erstaunt denn auch nicht, wenn Grond bei der Beschreibung seines perfekten Sprint-Parcours viele Ähnlichkeiten mit Davos einbringt: «Eine flache Strecke mit hohem Speed, nicht allzu langen Aufstiegen und technisch anspruchsvollen Abfahrten, auf denen man viel eins, eins laufen kann. Sie sollte aber doch auch Rhythmusbrecher beinhalten, wo man asymmetrisch laufen muss.»