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Schweizer Studie rekrutiert
SAKK 11/16: Aktive Immuntherapie für Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren
Patienten mit einem fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom in der Kopf-Hals-Region (HNSCC), bei denen bereits eine palliative Chemotherapie durchgeführt wurde, haben eine schlechte Prognose. Auf moderne Therapien (z.B. mit Nivolumab oder Pembrolizumab) sprechen nicht mehr als rund 20 Prozent der Patienten an, und das mediane Gesamtüberleben liegt bei 6–7 Monaten. Daher besteht bei dieser Patientengruppe ein grosser Bedarf für wirksamere Therapien. In der Schweiz wird daher im Zuge der Studie SAKK11/16 eine neue personalisierte Immuntherapie getestet.
Neue Immuntherapie mit MVX-ONCO-1
In der Studie SAKK 11/16 wird bei Patienten mit fortgeschrittenen HNSCC die Immuntherapie mit MVX-ONCO-1 geprüft. Dabei handelt es sich um eine patientenspezifische, zellbasierte, aktive Immuntherapie, bei der die Immunantwort des Patienten auf die Tumorzellen stimuliert und verstärkt wird. MVX-ONCO-1 ist momentan noch nirgends zur Tumortherapie zugelassen, wurde aber bereits in Phase-I-Studien geprüft. MVX-ONCO-1 besteht aus zwei Komponenten:
- Allogenen Zellen, die genetisch so modifiziert werden, dass sie den Immunmodulator GM-CSF (granulocyte-macrophage colony stimulating factor) sezernieren
- Abgetöteten Tumorzellen des Patienten, die als Antigene wirken (Vakzine).
Praktischer Ablauf
Damit die Therapie mit MVX-ONCO-1 durchgeführt werden kann, müssen zunächst Tumorzellen des Patienten gesammelt werden, z.B. aus Biopsiematerial oder aus operativ entferntem Tumorgewebe. Eine Bestrahlung tötet diese Tumorzellen ab. Bei der Verabreichung von MVX-ONCO-1 werden dem Patienten unter Lokalanästhesie zwei 3 cm lange Mikrokapseln mit GM-CSF im Abstand von 1 cm unter die Haut implantiert (entweder am Arm oder am Oberschenkel). Zwischen die beiden Kapseln spritzt man subkutan die abgetöteten Tumorzellen. Die Kapseln werden eine Woche lang in der Haut belassen und dann entfernt.
Insgesamt dauert die Therapie neun Wochen: Die ersten vier Implantationen erfolgen im Abstand von je einer Woche, anschliessend folgen zwei weitere Implantationen im Abstand von je 2 Wochen (Abb. 1). Die Nachbeobachtung dauert zehn Monate, danach werden die Patienten noch während maximal fünf Jahren in regelmässigen Abständen zur Wirkung der Immuntherapie befragt.
Warum gerade bei Kopf-Hals-Tumoren?
Es gibt vier wichtige Gründe, warum die Therapie mit MVX-ONCO-1 gerade bei Patienten mit einem fortgeschrittenen HNSCC geprüft wird:
- Bei dieser Patientenpopulation besteht ein eindeutiger medizinischer Bedarf für bessere Therapien.
- HSCC wird als Tumor angesehen, der auf Immuntherapie potenziell anspricht.
- Bei rezidivierenden, fortgeschrittenen HNSCC ist das Tumorgewebe in der Regel gut zugänglich. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um Tumorzellen für die MVX-ONCO-1-Therapie sammeln zu können.
- MVX-ONCO-1 hat in Phase-I-Studien bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren vielversprechende Effekte gezeigt.
Ziele der Studie
Die Studie SAKK 11/16 wird mit insgesamt 42 Patienten an mehreren Zentren in der Schweiz durchgeführt. Alle Patienten erhalten MVX-ONCO-1. Das Ziel besteht darin, die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von MVX-ONCO-1 zu evaluierten. Der primäre Endpunkt ist das Gesamtüberleben nach 26 Wochen, zu den sekundären Endpunkten gehören unter anderem die Zeitdauer bis zur nächsten Therapie, die Response-Rate zu verschiedenen Zeitpunkten, das progressionsfreie Überleben sowie die Nebenwirkungen.
Diese Studie wird unterstützt von:
- Gateway for Cancer Research
- Krebsliga Schweiz (KLS)
- Rising Tide Foundation for Clinical Cancer Research (RTFCCR)
Studienname: Personalized and cell-based antitumor immunization MVX-ONCO-1 in advanced head and neck squamous cell carcinoma. A single arm, open label, multicenter phase II trial
Teilnehmende Zentren: Hôpitaux Universitaires de Genève, CHUV – Centre hospitalier universitaire vaudois, Kantonsspital St. Gallen, UniversitätsSpital Zürich
Coordinating Investigator:
Prof. Dr. med. Olivier Michielin,
<email-pii>,
CHUV – Centre hospitalier universitaire vaudois.
Clinical Project Manager:
Simone Wyss, <email-pii>, SAKK Bern.