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Für die Planung und Ausführung einer Küchen- und Nasszellenerneuerung in einer Wohnsiedlung mit 173 Wohnungen wurde ein 2 stufiger Wettbewerb durchgeführt. Die Ausführung sollte im bewohntem Zustand erfolgen.
Ausgangslage
Die Architekten der 1930 bis 32 erbauten Siedlung Hofgarten I + II,
Karl Kündig und Heinrich Oetiker, hatten bereits 1922 die
Stammhäuser als Gründungsprojekt der Genossenschaft gebaut.
Als Verfechter und Spezialisten für preisgünstigen Wohnungsbau
bauten sie im Auftrag der Stadt Zürich von 1925 bis 26 die
Siedlung Birkenhof, von 1926 bis 28 die Siedlung Erismannhof
und 1930 bis 31 den Bullingerhof.
Weitere Spuren ihres Werkes finden sich etwa beim Bullingerhaus
und beim nicht ausgeführten Projekt für ein Stationsgebäude des
Zivilflugplatzes Dübendorf (circa 1930), diesem wurde dann
bekanntlich der Standort Kloten vorgezogen.
Die städtebauliche und die architektonische Qualität der Siedlung
ist auch aus heutiger Sicht beachtlich:
Sie ist an einem leicht nach SW geneigten Hang beim Milchbuck
gelegen. Reihen von dreigeschossigen 2-Spännern sind um eine
Folge von vier ineinander übergehenden, unterschiedlich mit
Grünflächen, Spiel- und Sitzplätzen besetzten Hofräumen herum
gebaut. Sie enthalten unter konventionellen Satteldächern gut
organisierte, helle Wohnungen. Die grösseren eignen sich durch
die Qualität des Umfeldes und die Lage zum nahen Schulhaus
bestens für Familien.
Vorschlag für die Raumorganisation und die Gestaltung
Ziel sind Nutzungsbedingungen und eine Erscheinung von Küche
und Bad, die mit dem grosszügigen städtebaulichen und
architektonischen Konzept der Siedlung übereinstimmen. Die
Gestaltung soll den Bewohnern optimale Voraussetzungen für die
eigene Interpretation ihrer Räume gewähren.
Küche
Die Anordnung des installationsabhängigen Teiles der
Kücheneinrichtung an der Trennwand zum Bad hatte wohl den
Vorteil der Konzentration auf einen einzigen, jedoch grösseren
Erschliessungsschacht. Dadurch wurde aber der Raum vor dem
Fenster besetzt.
Das Umstellen der Kücheneinrichtung befreit den Bereich vor dem
Fenster, es entsteht ein attraktiver Ort für den Küchentisch, dem
alltäglich mehrmaligen Treff- und Mittelpunkt des Familienlebens.
Die optionale Anordnung eines Wandbankes würde den
Tischbereich in der etwas kleinen Küche optimieren, unter der
Sitzfläche könnten Truhen zusätzlichen Lagerraum bieten.
Der in der Folge notwendige separate Erschliessungsschacht für
die Küchenleitungen nimmt auch die neuen Dampfabzugsrohre
auf. Die neue Raumqualität von Küche und Bad entschädigt
angemessen für die tendenziell höheren Kosten.
Optionen Anordnung Küchentisch:
Bad
Im Badezimmer verstellen der grosse Schacht und an die Fassade
gerückte Wannen den Raum vor dem Fenster. Die neue Lage des
durch Aufteilung verkleinerten Schachtes ermöglicht die
Anordnung der Wanne in der Längsrichtung, das Fenster wird
freigespielt, der Raum wirkt grosszügiger.
Objekt:
Wohnsiedlungen Hofgarten
Bauherrschaft:
Genossenschaft Hofgarten, Zürich
Architekten:
Schäublin Architekten AG
Spezialisten:
Elektroplanung, Riesen Elektroplanungs GmbH, Zürich
Haustechnikplanung, 3-plan Haustechnik AG, Winterthur
Baumanagement, Bühler & Oettli Baumanagement AG, Zürich
Bauingenieure, Aerni + Aerni Ingenieure AG, Zürich
Bauphysik, Wichser Akustik & Bauphysik AG, Zürich