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Westeuropäische Zugvögel kommen früher zurück
Drakulieren/Shutterstock.com
Die Reise eines Zugvogels ist anstrengend und kräftezehrend. Sie versuchen deshalb, so viel Energie wie möglich zu sparen. Zum Beispiel indem sie bei der Überquerung der Alpen die niedrigsten Pässe wählen. Oder indem sie es vermeiden, über das offene Meer zu fliegen.
In Europa gibt es für Letzteres zwei Möglichkeiten: Entweder man fliegt im Westen über Spanien und die Strasse von Gibraltar oder im Osten über den Balkan, den Bosporus und den Nahen Osten nach Afrika.
Wie die Schweizerische Vogelwarte Sempach jetzt herausgefunden hat, kehren über die Westroute fliegende Vögel rund eine Woche früher ins Brutgebiet zurück als diejenigen, welche die Ostroute wählen. Zugvogelforscher der Vogelwarte untersuchten dazu die Zugwege von 23 europäischen Arten und werteten die Daten von 600 mit Sendern ausgerüsteten Vögeln aus.
«Unsere Studie zeigt, dass die spätere Ankunft der Ostzieher den verzögerten Frühlingsbeginn in Osteuropa widerspiegelt, wo ein kontinentaleres Klima vorherrscht», sagt Studienerstautor gemäss einer Medienmitteilung der Vogelwarte. «Die Ankunft der Vögel in ihren Brutgebieten folgt einer Art ‹grünen Welle› von Süden nach Norden, die in 1,5 Tagen um einen Breitengrad nach Norden wandert.» Dort, wo es also später Frühling wird, kehren auch die Vögel später zurück.
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Gefahr durch Klimawandel
Den richtigen Zeitpunkt für die Rückkehr zu finden, ist für die Vögel enorm wichtig. Sie müssen sicherstellen, dass ihre Jungen dann schlüpfen, wenn das grösste Nahrungsangebot an Insekten vorhanden ist. Hier droht vor allem den unflexibleren Langstreckenziehern, die aus Afrika zurückkehren, durch den Klimawandel grosse Gefahr: Wird es immer früher Frühling, kommen sie zu spät an und verpassen den optimalen Zeitpunkt für die Brut. Ihre Jungen haben so geringere Überlebenschancen.
Die meisten in der Schweiz brütenden Vögel ziehen über die Westroute. Es gibt aber auch Ausnahmen, wie zum Beispiel die Klappergrasmücke, der Sumpfrohrsänger oder Neuntöter, der auch der Vogel des Jahres 2020 ist («Tierwelt online» berichtete).