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In Fukushima hatten sie Glück, weil die drei durchgeschmolzenen Reaktoren am Meer stehen. In der Schweiz gäbe es bei einem vergleichbaren Unfall enorme Probleme mit dem Wasser. Das Öko-Institut hat am Mittwoch die «Untersuchung möglicher Folgen eines schweren Unfalls in einem schweizerischen Kernkraftwerk auf die Trinkwasserversorgung» vorgestellt (tinyurl.com/akwtrink). Die Studie entstand im Auftrag des Trinationalen Atomschutzverbands.
Die Autoren errechneten, dass die Aare bei Aarau mit 58 400 Becquerel (Bq) Strontium pro Liter belastet sein könnte, wenn es in Gösgen zu einer Katastrophe wie in Japan käme. Der Rhein bei Basel könnte 6600 Becquerel mit sich führen, falls es im AKW Leibstadt zu einer Freisetzung käme. Der Grenzwert liegt bei 125 Becquerel pro Liter. Im Alltag orientiert man sich aber am Toleranzwert, der eigentlich nicht überschritten werden sollte, und der liegt bei 1 Becquerel. Die Toleranz- respektive Grenzwerte dürften weiträumig während Monaten überschritten werden, resümiert das Öko-Institut. Zuerst würde der Boden als Filter dienen und Radionuklide zurückhalten. Später würden sie aber wieder ausgewaschen werden und das Wasser noch lange belasten. Das Grundwasser wäre zwangsläufig auch betroffen. In vielen Gebieten würde die normale Trinkwasserversorgung kurz nach dem Unfall zusammenbrechen. Den Menschen stellte man dann noch 15 Liter Wasser pro Tag und Kopf zur Verfügung, heute braucht eine Person pro Tag rund 300 Liter.
Ausserdem sind die AKWs nicht gerüstet, mit den gigantischen Wassermengen umzugehen, die zugeführt werden müssten, um den geschmolzenen Reaktorkern zu kühlen – wie man das nun in Fukushima seit über drei Jahren tut. Auch dort weiss man nicht, wohin mit den Unmengen an verseuchtem Wasser.