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Planung und Bau
So verwunderte es nicht, dass der 1936 stattfindende Kurs für Ingenieur-Offiziere im Raum Sargans ein Werk auf dem Buchserberg unterhalb Guscha und nördlich
Löchlibach auf einer Höhe von 980 m/M. plante. Von Anfang an sah man ein Werk mit Turmartillerie vor, da es auch in westlicher Richtung den Aufstieg ins Toggenburg
bei Wildhaus schützen und ebenso bis nach Liechtenstein hinein wirken sollte.
Am 11. März 1938 marschierte die Wehrmacht in Österreich ein und deutsche Truppen standen nun am Rhein. Anfang Mai tagte die Befestigungskommission in Bad Ragaz.
Dabei befand sie den Standort am Buchserberg für nicht geeignet und entschied, die Kuppe 673 westlich von Rans durch das BBB rekognoszieren zu lassen und ein Werk
zu projektieren. Bei dieser Projektierung wurde dann Ende Oktober 1938 das geplante Artilleriewerk auf Munterdun verschoben, was aber noch nicht der endgültige
Standort werden sollte.
Die nächste Sitzung der Befestigungskommission in Bad Ragaz fand am 11./12. April 1939 statt. Ziel war es, das Gerippe der zukünftigen Festung Sargans festzulegen und
die Standorte im Gelände zu rekognoszieren. Zu jener Zeit waren für Sargans bereits fünf 10.5 cm Panzertürme in Fabrikation. Bei der Sitzung äusserte ein Teilnehmer
die Meinung, dass bei einer Bestückung des Werks bei Mels (Castels) mit 15 cm Panzertürmen allenfalls auf das sehr exzentrisch gelegene Werk Rans verzichtet werden
könnte, da dieses auch bis Feldkirch wirken könnte. Man blieb aus Kostengründen bei den 10.5 cm Türmen und ersparte sich eine herbe Enttäuschung. Es stellte sich
später bei der Einführung der 15 cm L42 Kanone heraus, dass diese weder von Castels noch von Furggels auf Feldkirch hätten wirken können. Im Laufe der Diskussion
kam man aber zum Schluss, dass das Werk Rans wirklich "weit vorgestaffelt" sei und stellte den Standort Magletsch bei Wartau gegenüber. Man entschied sich für den
(heutigen) Standort Magletsch und der Chef der Generalstabsabteilung entschied, dass noch zwei Kasematten für 7.5 cm Befestigungskanonen (BK) einzubauen seien.
Eine Halbbatterie West mit Wirkung auf den Schollberg und eine Halbbatterie Ost mit Wirkung auf die Rheinebene, wo das spätere Infanteriewerk und der Tankgraben
Plattis zu liegen kamen.
Wirkungskarte der 10.5 cm Pz Turm, 7.5 cm BK, 8.1 cm Fest Mw [ Friends only ]
Bereits im Juli 1939 lagen die ersten Bau- und Terminpläne für Magletsch vor. Am 14. August 1939 fand eine Besprechung der Gst Abt statt, bei der neben Einsparungen
auch über die Dringlichkeit der einzelnen Projekte diskutiert wurde. Magletsch erhielt die Projekte mit der (letzten) Dringlichkeit III. Der Baubeginn sollte von
den verfügbaren Mineuren abhängig sein. Eine mobile 10.5 cm Schw Mot Kan Bttr sollte vorläufig die Aufgaben des Fort Magletsch übernehmen und Störfeuer gegen Feldkirch
schiessen.
Am 18. Oktober 1939 begann man mit dem Bau des Artilleriewerk Magletsch. Bis Ende 1943 baute man in Priorität die Stellungen und Munitionsmagazine für die Panzertürme und BK
sowie danach dann die Stände für MG und Beobachter. Im August 1940 konnten bereits die 3 Panzertürme als schussbereit gemeldet werden. Ende Februar 1941 folgten die beiden
BK der Bttr Ost, und im Juli des gleichen Jahres war die Bttr West schussbereit. Als die Kampfstände erstellt waren, nahm man die Kavernen für die Maschinenräume und
Unterkünfte in Angriff. Die Stollenausbrüche wurden von verschiedener Seite in Angriff genommen. Wegen des schlechten Felses und seiner Wasserdurchlässigkeit mussten
die Stollen ausbetoniert werden. Die Mineure sprengten 3'900 Meter Stollen aus dem Fels, was einen Ausbruch von 175'000 Tonnen ergab. Um die einzelnen Stände zu erreichen,
wurden 1855 Treppenstufen erstellt und total 266 Leitersprossen eingebaut. Die damaligen Baukosten betrugen 13 Mio. Franken.
Werkplan und Gesamtansicht Artilleriewerk A6020 [ Friends only ]
Parallel wurden zum Bau des Artilleriewerks ab 1941 auch die Anlagen zur Aussenverteidigung erstellt. Dazu baute man noch die beiden MG Werke A6021 Brögstein (2 x 2 MG),
sowie das MG Werk A6022 Wartau (2 MG). Zur Abwehr von Fliegerangriffen wurden auf der Abdeckung Stellungen und Unterstände für Fliegerabwehrkanonen ausgebrochen und betoniert.
Ein Festungswerk ist nie fertiggestellt und eine begonnene Befestigung nie vollendet. Das galt auch für Magletsch. In den 1960er Jahren wurde während des Kalten Krieges das Werk
den aktuellen Gegebenheiten und der aktuellen Technik angepasst. Das Werk wurde um einen Stand mit Infrarotscheinwerfer ergänzt. Ebenso baute man zwei Stände mit 8.1 cm
Festungsminenwerfer im Magletsch ein. Dazu erstellte man noch rund um die Anlage zusätzliche Unterstände. Diese Massnahmen dienten der Verbesserung der Aussenverteidigung des Werks.
Wegen der Bedrohung durch Atombomben wurde auch die Luftaufbereitungsanlage des Artilleriewerks mit Atomfilter ergänzt.
Filmausschnitt: 8.1 cm Festungsminenwerfer im scharfen Schuss [ Friends only ]