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in der Musik sind entweder dynamische Vortragsbezeichnungen, welche sich auf die Stärke oder Schwäche der Tongebung
(verschiedene Dynamik) beziehen, wie z. B. forte (stark), piano (leise), mezzopiano (ziemlich leise),
sottovoce (mit leiser Stimme), crescendo, accrescendo (stärker werdend
(Vorverfahren), im Strafprozeß das Stadium der schriftlichen und protokollarischen
Vorerörterungen im Gegensatz zur mündlichen und öffentlichen Hauptverhandlung (Hauptverfahren).
Zur Führung der Voruntersuchung ist in
Deutschland ein besonderer Untersuchungsrichter bei jedem Landgericht zu bestellen, doch kann die Führung derselben oder die
Vornahme einzelner Untersuchungshandlungen auch einem Amtsrichter übertragen werden. S. Strafverfahren.
im weitern Sinn ein vorläufiges, d. h. der Untersuchung der Gründe vorausgehendes,
Urteil, das (wie die sogen. Urteile des gesunden Menschenverstandes oder des natürlichen Takts zeigen) trotzdem ein wahres
sein kann, im engern Sinn ein vorschnelles Urteil, das, weil der Inhalt desselben ohne eingehende Erwägung nicht eingesehen
werden kann, infolge der Vernachlässigung einer solchen immer falsch sein wird, im engsten Sinn ein vorgefaßtes
Urteil, das nicht nur vor der Untersuchung der Gründe gefällt wird, sondern auch jede solche grundsätzlich ablehnt, um nicht
durch dieselbe in seinem Fürwahrhalten erschüttert zu werden, und das, es sei inhaltlich wahr oder falsch, immer ein unwissenschaftliches,
d. h. im strengen Sinn kein des Namens würdiges, Urteil sein wird.
Gegen das Vorurteil im ersten Sinn ist das Bestreben der Aufklärung (s. d.), d. h. das Bemühen, gerichtet,
die gefällten und zu fällenden Urteile aus dunkeln und bewußtlosen in klare und mit Bewußtsein vollzogene zu verwandeln,
gegen das Vorurteil im zweiten Sinn des Wortes ist das Bemühen der Erziehung gerichtet, voreilige, unüberlegte
Urteile zu hemmen; dem in der dritten Bedeutung wirkt der philosophische, insbesondere der logische, Geist entgegen, dessen
Trachten dahin geht, das Urteil dem Einfluß des Willens zu entziehen und ausschließlich der Macht des Intellekts, d. h. der
aus der Einsicht in den Inhalt des Gedachten entspringenden Denknotwendigkeit, zu unterwerfen. In diesem
Sinn hat die Philosophie als vorurteilslose Wissenschaft jederzeit mit dem Vorurteil der Unphilosophie, aber nicht selten auch mit
den »Vorurteilen« von Philosophen zu kämpfen gehabt.
in der Landwirtschaft ein vom Hauptgut abgetrennter Teil des Gutes mit eignen Wirtschaftsgebäuden und eigner,
wenngleich in Abhängigkeit von dem Hauptgut stehender Betriebsleitung.
Bei guter Arrondierung, und wenn der Hof in der Mitte
des Ackerareals steht, wird die Errichtung eines Vorwerks erst bei einem Gesamtareal von 600 Hektar erforderlich.
- Im Festungsbau s. v. w. Außenwerk.
kommt mit dem Witz (s. d.) darin überein, daß er, wie dieser, auf Entdeckung verborgener Ähnlichkeiten ausgeht,
unterscheidet sich aber von demselben nicht sowohl dadurch, daß er Ähnlichkeiten zu entdecken glaubt, wo
keine sind (vermeintlicher Witz), sondern, daß er dergleichen schon zu einer Zeit zu entdecken glaubt, wo sie, auch wenn
sie vorhanden sind, noch nicht entdeckt werden könnten.
die zu Beginn eines Tonstücks oder Teils zwischen Schlüssel und Taktzeichen gesetzten Kreuze oder Been,
welche bestimmen, daß statt der Töne der Grundskala (cdefgah) ohne weitere Bezeichnung im einzelnen Fall
durch Accidentalen immer die vorgezeichneten erhöhten oder erniedrigten genommen werden sollen.
Heute gibt die Vorzeichnung Aufschluß
über die Tonart, wenn sie auch unbestimmt läßt, ob die Durtonart oder die parallele Molltonart gemeint ist. Vgl. Tonart.
im Konkurs das Recht eines (»bevorzugten«) Gläubigers auf Befriedigung vor den übrigen
Gläubigern (s. Konkurs, S. 12).
Auch das Recht gewisser Gläubiger auf abgesonderte Befriedigung im Konkurs, wie es namentlich
den Pfandgläubigern zusteht, wird als Vorzugsrecht bezeichnet (s. Absonderung, S. 58).
Cornelis de, niederländ. Maler, geb. 1585 zu Hulst in Flandern, lernte zu Antwerpen bei David
Remeens, wurde 1608 Freimeister der Gilde und starb daselbst 9. Mai 1651. Unbeeinflußt von Rubens, bildete er den Stil der ältern
Schule zu größerer Kraft des malerischen Vortrags und zu größerer Lebensfülle aus. Er hat religiöse und mythologische
Bilder und Porträte gemalt, von denen die letztern sein malerisches Können auf der höchsten Stufe zeigen.
Von seinen Bildnissen sind die hervorragendsten: der Diener der Antwerpener Lukasgilde (im Museum daselbst), der Meister und
seine Familie (im Museum zu Brüssel), die Familie Hutten (in der Münchener Pinakothek) und ein Kinderbildnis (im Museum zu Frankfurt
a. M.), von seinen religiösen Bildern: die Rückgabe der heiligen Gefäße an den heil. Norbert (im Museum
zu Antwerpen) und die Salbung Salomos (in der kaiserlichen Galerie zu Wien). - Sein Bruder Paul de Vos (1590-1678) hat Jagden und Tierstücke
in der Art von Snyders, nur etwas glatter, gemalt und war ein Mitarbeiter von Rubens.
Kurort in der niederösterreich.
Bezirkshauptmannschaft Baden, in reizender Lage an den
mehr
waldreichen Abhängen des zum Wienerwald gehörigen Lindkogels, an der Südbahn, beliebter Sommeraufenthalt der Wiener, hat
eine indifferente Therme von 24° C., eine Badeanstalt, eine neue Kirche, ein Schloß mit schönem Park, elegante Villen, vorzüglichen
Weinbau (roter und weißer Vöslauer) und Schaumweinfabrikation, eine Kammgarnspinnerei und (1880) 3174 Einw.
Die Zahl der Kurgäste beläuft sich jährlich auf mehr als 4000.