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Angaben zum Projektgebiet:
Bolivien gehört, trotz vorhandener Bodenschätze (z.B. Erdgas) und aktueller Sozialreformen zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas. In unserer Projektregion südwestlich von La Paz, leben mehr als 95 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. In den weit verstreuten Gemeinden leben die Menschen unter schwierigen Bedingungen und oft ohne Zugang zu Bildung, Gesundheit, sauberem Wasser oder sanitären Anlagen. Die jährlichen Niederschläge in der Region sind gering und einige Wasserläufe haben einen für den menschlichen Konsum zu hohen Salzgehalt. Lediglich ein Viertel der Dörfer verfügt über Trinkwassersysteme mit Hausanschluss, welche jedoch oftmals veraltet und nur bedingt funktionsfähig sind.
Das Wasser für den täglichen Gebrauch schöpfen die Bewohner aus Mangel an Alternativen aus verschmutzten Kanälen oder dem salpeterhaltigen Sapahaqui-Fluss. Während dieses Wasser für die Bewässerung der Felder teilweise verwendet werden kann, ist es für den persönlichen Gebrauch - zum Trinken, Kochen oder für die Körperpflege - nicht geeignet. Gleichzeitig werden die Wasserstellen für das Wäschewaschen benutzt und dienen den Nutztieren als Trinkstellen. Hygienemassnahmen, um Krankheiten vorzubeugen, sind der Bevölkerung weitgehend unbekannt. Der Aufwand ist zudem hoch, um an das wenige und verschmutzte Wasser zu kommen. Hauptsächlich Frauen oder Mädchen verrichten diese schwere Arbeit.
Neben der prekären Wasserversorgung führen demnach auch mangelnde Hygienegewohnheiten zur Verbreitung von schweren Krankheiten. Viele Gemeindemitglieder, insbesondere Kinder, leiden an akuten oder chronischen Magen- und Darmkrankheiten. Dadurch sind Kindersterblichkeit und das Niveau eingeschränkter Kindesentwicklung entsprechend hoch.