Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03345.jsonl.gz/1653

Der Drehstart für die franko-schweizerische Produktion Ma Vie de Courgette wird Ende 2013 erfolgen und zwar in einem Studio von Pôle Pixel in Villeurbanne (Rhône). Während 40 Wochen wird man sich auf acht Ebenen austoben und den Stop-Motion-Film Bild für Bild zum Leben erwecken. Was bereits 2010 am Fantoche in Baden von Regisseur Barras präsentiert wurde, hat nach langer Reise endlich die richtigen Partner gefunden. Produziert wird Ma vie de Courgette von Blue Spirit Productions, zusammen mit Gébéka Films, Rita Productions und Helium Films. Das Drehbuch hat Céline Sciamma mit Hilfe von Barras, G. Zullo und M. Navarro geschrieben. Eine Veröffentlichung ist für 2015 geplant.
Ma vie de Courgette ist eine Adaption von Gilles Paris’ Roman “Autobiographie d’une Courgette”, der auf Deutsch unter dem Titel “Autobiographie einer Pflaume” erschienen ist (Detail am Rande: “Courgette” heisst richtig übersetzt natürlich nicht Pflaume sondern Zucchini. Aus Gründen des Sprachwitzes der bei der Übersetzung tangiert wird, dürfte man sich hier die Freiheit der Fehlübersetzung genommen haben.) Im Klappentext steht: “Nicht jeder hat das Glück, ein Waisenkind zu sein! Der neunjährige Ikarus, Spitzname Pflaume, lebt allein mit seiner Mutter, seit sich sein Vater mit einer anderen davon gemacht hat. Da seine Mutter nur Bier trinkt und mit dem Fernseher spricht, muss Ikarus den Äpfeln auf dem Speicher seinen Kummer erzählen. Eines Tages entdeckt er beim Spielen einen Revolver. Ein Schuss löst sich – und Pflaume ist ein Waisenkind. Doch das Kinderheim erweist sich als überraschendes Glück. Begeistert entdeckt er eine Welt jenseits von Fernsehen und Langeweile. Zum ersten Mal hat Pflaume Freunde, auch wenn der coole Simon, der weinerliche Ahmed, die ängstliche Alice oder der immer hungrige Jujube von den Dramen ihrer Kindheit gezeichnet sind. Sie alle bilden eine verschworene Gemeinschaft, die ihre Erwachsenen beim Wort nimmt und sie, wenn nötig, mit Indianerlist der Unwissenheit überführt. Und Pflaumes Glück scheint vollkommen, als die grünäugige Camille ins Waisenhaus kommt. Doch die Glücksfee hält noch ein letztes Geschenk bereit ….”
Ma vie de Courgette wird Claude Barras’ erster Langspiel-Animationsfilm. Geboren in Sierre (Schweiz) studierte er später Illustration und Infografie in Lyon (École Emile Cohl) sowie Image Synthesis in Lausanne (École Cantonale d’Art de Lausanne). Barras lebt und arbeitet heute in Genf und ist in der Schweiz ein bekanntes Gesicht im Animationsfilmbereich, der seine Finger bei vielen Projekten im Spiel hat. Dieses Jahr war er mit seinem Kurzfilm Chambre 69 für den Schweizer Filmpreis nominiert.