Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03482.jsonl.gz/364

Bahnhof Bern, 1. Untergeschoss: Die trapezförmige Passage ergänzt die bestehende Unterwelt.
Fotos: Nightnurse Images (Renderings)
Der Bahnhof Bern wird ausgebaut. Der Grundriss zeigt, wie die Erweiterung die anstehenden Probleme löst. Er zeigt aber auch, dass das Hauptproblem unlösbar ist. Doch hoffnungslos ist die Lage nicht – wenn man es richtig macht.
Der Regionalverkehr Bern–Solothurn (RBS) und die SBB reichen diese Woche das Plangenehmigungsgesuch für den Ausbau des Bahnhofs Bern ein. Der Grundriss zeigt, wie bis 2025 das Netz der Fussgängerpassagen im Untergeschoss wachsen soll. Darüber hinaus illustriert der Plan aber auch anderes: Erstens – das grundsätzliche Problem des Berner Bahnhofs. Zweitens – die kluge Lösung dieses Problems. Drittens – die Tatsache, dass sich dieses Problem gar nicht lösen lässt. Der Reihe nach: Das grundsätzliche Problem des Berner Bahnhofs Seit dem Umbau zu einem Durchgangsbahnhof 1889–1891 liegen die Perrons in einer Kurve, eingeklemmt zwischen Burgerspital und Grosser Schanze. Das ist schlecht, weil die Perrons unübersichtlich sind und weil für Ausbauten kein Platz vorhanden ist. Beim Bahnhofneubau von 1957–1974 rückte man deshalb dem Hügel der Grossen Schanze zu Leibe, um die Perrons zu verbreitern und ein zusätzliches zu bauen. Heute verhindert die kurvige Lage das Anheben der Perrons um ein bequemes Einsteigen zu ermöglichen. Der Plan zeigt auch, dass im Schwerpunkt der Perronanlage – dort, wo normalerweise das Bahnhofgebäude steht – das historische Burgerspital steht. Das Bahnhofgebäude und die heutige Personenunterführung sind also am Ostende der Perrons angeordnet. Das gibt – insbesondere für die Zweitklass-Passagiere der Intercity-Züge – lange Wege. Dieses Problem wollte man vor zehn Jahren mit der Passage West (der «Welle») lösen, die wiederum zu weit im Westen steht.
###Media_2### Die kluge Lösung des Problems Die neue Unterführung wird in der Mitte der Perrons gebaut. Sie ist breit und hoch und holt die Passagiere dort ab, wo sie hauptsächlich ankommen. Unter der neuen Passage liegt der neue RBS-Bahnhof, und bergwärts lässt sich dereinst der SBB-Bahnhof erweitern. Die bestehende Unterführung und die «Welle» werden zu Nebenerschliess...
Bahnhof Bern: die Krux der Kurve
Der Bahnhof Bern wird ausgebaut. Der Grundriss zeigt, wie die Erweiterung die anstehenden Probleme löst. Er zeigt aber auch, dass das Hauptproblem unlösbar ist. Doch hoffnungslos ist die Lage nicht – wenn man es richtig macht.