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Immer mehr Schweizer haben mehr als nur einen Job. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Bundesamtes für Statistik (BFS). Demnach gaben sieben von einhundert Beschäftigen an, mehr als nur einer Tätigkeit nachzugehen. Der schweizerische Wert liegt doppelt so hoch wie der in der EU. Allerdings lässt sich die Statistik mit der Freiwilligenarbeit begründen.
Die Studie des BFS im Detail
Das BFS befragte für die entsprechende Untersuchung die Teilnehmer der Studie telefonisch und rechnete hoch, dass im Jahr 2009, als die Studie begann, etwa 315.000 Schweizer mehr als nur einer Tätigkeit nachgingen. Dies entspricht 7,4 Prozent der arbeitenden Bevölkerung. Bei den Frauen betrug der Wert sogar zehn Prozent. Im Vergleich mit der letzten diesbezüglichen Untersuchung des Jahres 1991 hat sich die Zahl der Frauen, die mehr als nur einen Job haben, verdoppelt. Aber auch im europäischen Vergleich ist der Schweizer Durchschnitt überaus hoch. Das EU-Mittel liegt bei 3,8 Prozent. Einzig die nordeuropäischen Staaten Norwegen (mit 8,7 Prozent) und Schweden (mit 8,1 Prozent) weisen einen noch höheren Wert als die Schweiz auf. Allerdings fielt dort die Differenz zwischen den Geschlechtern gering aus. Überhaupt sei der Unterschied zwischen Männern und Frauen nirgendwo so groß, wie hierzulande, berichtet das BFS.
Teilzeit und Freiwilligenarbeit als Gründe für die Mehrfachtätigkeit
Der hohe Durchschnitt der Schweiz lässt sich laut BFS auf zwei Gründe zurückführen: Zum einen sei Freiwilligenarbeit mit in die Untersuchung einbezogen gewesen, zum anderen entscheiden sich hierzulande fast 30 Prozent der Beschäftigten bewusst für eine Teilzeitstelle und nicht für eine Vollzeittätigkeit, weil es auf diese Weise leichter sei, noch eine Nebentätigkeit auszuüben. Dies bedeutet, jeder Befragte, der beispielsweise im Gemeinderat tätig ist oder auf andere Weise freiwillig zum Gelingen der Gesellschaft beiträgt, wurde durch das BFS ebenso erfasst, wie die Menschen, die lieber zwei Teilzeitstellen als eine Vollzeitbeschäftigung wahrnehmen. Bei Frauen habe man auch die Kinderbetreuung als weitere Tätigkeit miteinbezogen, erklären die Autoren der Untersuchung, weshalb der Wert der Geschlechter so weit auseinandergeht. Beruhigend sei es insgesamt, so zieht das BFS als Fazit, dass auch die Menschen, die mehrfach tätig sind, in stabilen Verhältnissen lebten. So erklärten 50 Prozent der Befragten, die mehr als nur einen Job ausüben, sie hätten ihre Nebenbeschäftigung schon mindestens fünf Jahre.