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Anbau
Typische Zuckerrübenböden sind tiefgründige, steinarme, humusreiche, sandige Lehmböden, die gut mit Wasser und Nährstoffen versorgt sind. Der Rübenanbau erstreckt sich in der Schweiz von Genf bis zum Bodensee, aber auch in die Föhntäler wie Rhonetal, Aaretal und Rheintal. Die Pfahlwurzeln dringen bei ihrem Wachstum bis zu zwei Meter tief in den Boden. Sie müssen dauernd genug Bodenluft zum Atmen haben, andernfalls ersticken und faulen sie.
Pflege
Bis vor wenigen Jahren, war der Zuckerrübenanbau mit viel Handarbeit verbunden. Alte Sorten waren mehrkeimig, bildeten also mehrere Triebe. Daher musste der Bauer die Pflanzen einige Zeit nach der Saat vereinzeln (überzählige Pflanzen beseitigen). Nur so konnte gewährleistet werden, dass die einzelne Rübe genügend Platz zum Wachsen hat. Heute gibt es einkeimiges (monogermes) Saatgut, das nur noch eine Pflanze ausbildet. Da das moderne Sattgut sehr klein und keimschwach ist, wird es vor der Saat in eine kugelrunde Pille verpackt. Das sogenannte Pillieren erleichtert die Säarbeiten, hilft Doppelablagen zu vermeiden, verbessert die Keimkraft und schützt die Keimlinge vor Krankheiten und Schädlingen. Zudem können der Pilliermasse Nährstoffe zugefügt werden. Kurz nach der Saat muss die Kultur gehackt werden um das Verkrusten der Bodenoberfläche zu verhindern, aber auch als Massnahme zur Unkrautbeseitigung.
Ernte
Die sogenannte Kampagne (Periode, in welcher die Fabriken die Rüben verarbeiten) beginnt Ende September und endet an Weihnachten. Jeder Bauer klärt mit dem Abnehmer ab, wann er seine Ernte abliefern kann. Liefert er sehr früh oder sehr spät, erhält er einen Zuschlag weil die Rüben dann einen tieferen Zuckergehalt aufweisen.
Die Zuckerrüben werden mittels grosser Spezialmaschinen geerntet. Bei der Ernte wird das Laub und der Rübenkopf abgeschnitten. Dieser "Abfall"wird zu Silage verarbeitet oder bleibt als Gründüngung auf dem Boden. Die Rüben werden anschliessend ausgegraben. Meist wird das Erntegut am Feldrand zwischengelagert, bis es in die Zuckerfabrik geliefert werden kann.
Die Rüben werden entweder auf der Strasse oder per Bahn nach Aarberg oder Frauenfeld geliefert. Dort werden sie gewogen, auf Erdbesatz und die Schnittqualität geprüft, bevor das effektive Nettogewicht ermittelt wird, welches bei der Bezahlung entscheidend ist. Der Preis, den der Bauer lösen kann, ist zudem abhängig vom Zuckergehalt der Rüben.