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«Die Vermessung des Kantons Freiburg» – FN-Ausgabe vom 14. Mai 2022
Die Geschichte des Kantons Freiburg in den letzten zwei Jahrhunderten ist faszinierend – unzählige Veränderungen der Landschaft, der Städte, der Dörfer und der Verkehrswege gilt es beim Betrachten der historischen Karte zu entdecken. Ein originaler Abdruck der Stryienski-Karte von 1855 (restaurierte Schulwandkarte) hängt in meiner Wohnung und bereitet mir täglich diese Freude. Der Massstab dieser Karte ist allerdings nicht exakt 1:50’000.
Zur Kartografie der Schweiz ist insbesondere bemerkenswert, dass der Basisendpunkt im Grossen Moos der ersten Vermessung des Chasserals in der Nähe von Sugiez liegt. Ferdinand Rudolf Hassler von Aarau hatte 1798 von der Helvetischen Republik den Auftrag zur Vermessung der Schweiz erhalten – der Chasseral war natürlich der geografische Ausgangspunkt dazu. Nun, die Helvetische Republik war 1803 am Ende und der Auftrag somit auch. Ferdinand Rudolf Hassler emigrierte 1805 in die USA und machte dann unter dem Präsidenten Thomas Jefferson Karriere mit der Vermessung der Ostküste der USA. Die Schweiz wartete dann 50 Jahre auf ihre erste Dufour-Karte.
Nun, was ist von diesen Pionierleistungen von vor mehr als 200 Jahren in der Schweiz verblieben? Bis 1980 waren klassische (optische, feinmechanische) geodätische Instrumente (wie zum Beispiel von Kern, Aarau, Wild, Leica…) noch hoch im Kurs. Doch dann haben neue Technologien (wie Laser-Distanzmessungen und Satellitenbilder) hergebrachte Technologien ergänzt und auch teilweise ersetzt. Swisstopo ist heute meine Site, sowohl für historische als auch für aktuelle Karten.