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Berechnen Sie Erbteile und Pflichtteile und sehen Sie, wer im Todesfall wie viel erbt.
Prüfen Sie mit unserem Erbrechner mit wenigen Klicks, wie Ihr Nachlass im Falle Ihres Todes ohne Testament verteilt werden würde und inwiefern Sie von dieser Verteilung mittels Testament oder Erbvertrag abweichen können. Finden Sie ganz leicht die gesetzliche Erbfolge heraus und berechnen Sie die Erbteile und allfälligen Pflichtteile Ihrer Erben. Auf dieser Seite finden Sie ausserdem zahlreiche weiterführende Informationen u.a. zum Thema gesetzliche Erbfolge, Erbteile, Pflichtteil, Testament, Erbvertrag und vieles mehr.
Vorbemerkung
Im Folgenden wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit ausschliesslich die männliche Form benutzt. Es können dabei aber sowohl männliche als auch weibliche Personen gemeint sein.
Gesetzliche Erbfolge
Beim Tod des Erblassers (der Verstorbene), erben seine Hinterbliebenen (überlebende Angehörige) in einer gesetzlich vorgesehenen Reihenfolge. Die gesetzliche Erbfolge richtet sich nach Art. 458ff. ZGB. Die nächsten Erben eines Erblassers sind seine Nachkommen (das sind erst die Kinder und falls diese vorverstorben sind die Enkel und wenn diese auch vorverstorben sind die Urenkel) sowie der Ehegatte/eingetragene Partner. Hinterlässt der Erblasser keinen Ehegatten und/oder Kinder, so geht das Erbe an seine Eltern und/oder deren Kinder. Sind auch die Eltern und/oder deren Nachkommen bereits vorverstorben, dann geht das Erbe an die Grosseltern und/oder deren Nachkommen. Falls sämtliche Erben bereits vorverstorben sind, dann fliesst die gesamte Erbschaft an den Staat.
BEISPIEL: Der kinderlose und alleinstehende 85-jährige Peter Müller hinterlässt bei seinem Tod nur eine Schwester und einen Onkel. Ein Testament existiert nicht. Da er weder Kinder noch einen Ehegatten beerben kann, geht das Erbe als nächstes an seine Eltern. Da diese ebenfalls bereits vorverstorben sind, fliesst das Erbe an die Nachkommen der Eltern und damit an die Schwester von Peter. Der Onkel geht somit leer aus. Anders würde es sich verhalten, wenn auch die Schwester bereits verstorben wäre. Dann würde das Erbe weiter zum Stamm seiner vorverstorbenen Grosseltern und deren Nachkommen und damit an den Onkel von Peter gehen.
Der Erblasser hat die Möglichkeit, mit einem Testament oder einem Erbvertrag von der gesetzlichen Erbfolge abzuweichen und damit sein Erbe nach seinem Willen zu verteilen. Er kann dadurch z.B. auch Freunde, Konkubinatsparter oder wohltätige Organisationen berücksichtigen. Damit eine solche testamentarische oder erbvertragliche Regelung allerdings auch Bestand hat, müssen dabei die Pflichtteile der pflichtteilsgeschützten Erben beachtet werden.
Pflichtteile
Für bestimmte Erben sieht das Gesetz einen garantierten Mindestanteil am Erbe vor. Dieser sog. Pflichtteil ist verbindlich und kann notfalls gerichtlich eingefordert werden.
Wer Nachkommen, Eltern, den Ehegatten, eine eingetragene Partnerin oder einen eingetragenen Partner hinterlässt, kann gemäss Art. 470ff. ZGB bis zu deren Pflichtteil über sein Vermögen von Todes wegen verfügen. Wer keine der genannten Erben hinterlässt, kann über sein ganzes Vermögen von Todes wegen verfügen.
Der Pflichtteil beträgt gemäss Art. 471ff. ZGB für einen Nachkommen drei Viertel des gesetzlichen Erbanspruches; für jedes der Eltern die Hälfte und für den überlebenden Ehegatten, die eingetragene Partnerin oder den eingetragenen Partner die Hälfte des gesetzlichen Erbanspruchs.
BEISPIEL: Die 76-jährige verwitwete Franziska Meyer hat leider kein gutes Verhältnis zu ihrer einzigen Tochter. Aus diesem Grund schreibt sie in ihrem Testament, dass ihr gesamtes Erbe an den örtlichen Tierschutzverein gehen soll. Da Franziska dabei allerdings den Pflichtteil ihrer Tochter von 3/4 des gesetzlichen Erbteils (die Tochter würde hier alles erben) verletzt, kann die Tochter bei Franziskas Tod mittels Herabsetzungsklage verlangen, dass ihr Pflichtteil von 3/4 gewahrt wird. Folglich kann Franziska in ihrem Testament nur 1/4 ihres Erbes dem Tierschutzverein hinterlassen, ohne das sich ihre Tochter dagegen wehren könnte. Damit sie dem Tierschutzverein mehr hinterlassen darf, müsste Franziska dies mit ihrer Tochter in einem Erbvertrag regeln.
Gemäss Art. 473 ZGB kann der Erblasser dem überlebenden Ehegatten z.B. mit einem Testament gegenüber den gemeinsamen Nachkommen die Nutzniessung an dem ganzen ihnen zufallenden Teil der Erbschaft zuwenden. Diese Nutzniessung tritt an die Stelle des dem Ehegatten neben diesen Nachkommen zustehenden gesetzlichen Erbrechts. Neben dieser Nutzniessung beträgt der verfügbare Teil einen Viertel des Nachlasses.
Die Nutzniessung verleiht dem Berechtigten grundsätzlich den vollen Genuss des Gegenstandes (Art. 745 Abs. 2 ZGB). Er darf den Vermögenswert aber nicht aufbrauchen oder veräussern, d.h. er ist verpflichtet, das Nutzniessungsvermögen in seinem Bestande zu erhalten (Art. 764 Abs. 1 ZGB).
Testament und Erbvertrag
Mit einem Testament kann jeder Regelungen für sein Ablebend treffen. Häufig ist die gesetzliche Erbfolge nicht im Sinne des Verstorbenen, so dass dieser mit einer letztwilligen Verfügung davon abweichen möchte. Mit unserem Erbrechner können Sie mit wenigen Klicks die gesetzliche Erbfolge, die Erbteile sowie die Pflichtteile prüfen, die bei Ihrem Testament zu beachten sind.
Es wird zwischen drei verschiedenen Arten von Testamenten unterschieden: Dem eigenhändigen Testament (Art. 505 ZGB), dem öffentlichen Testament (Art. 499f. ZGB) sowie dem mündlichen Testament (Notverfügung) (Art. 506f. ZGB). Das öffentliche Testament wird durch einen Notar beurkundet, wogegen das mündliche Testament nur vorübergehende Gültigkeit hat und dann von Bedeutung ist, wenn ausserordentliche Umstände (wie Todesgefahr, Kriegsereignisse usw.) vorliegen und eine schriftliches Testament nicht möglich ist.
Das eigenhändige Testament gemäss Art. 505 ZGB stellt die einfachste Form des Testaments dar und wird am häufigsten gewählt. Jedermann darf ohne weiteres ein eigenhändiges Testament erstellen, sofern er volljährig (d.h. mind. 18 Jahre alt) sowie urteilsfähig ist. Im Gegensatz zum Erbvertrag (Art. 512f. ZGB), bei dem der Erblasser mit seinen Angehörigen einen notariell beurkundeten Vertrag über die Erbschaft abschliesst, wird das Testament vom Erblasser alleine erstellt. Für die Erstellung des eigenhändigen Testaments ist keine Beurkundung nötig. Es bestehen allerdings wichtige Formvorschriften. Das eigenhändige Testament muss nämlich von Anfang bis zum Schluss von Hand geschrieben und mit Datum und Unterschrift versehen werden. Ein auf der Schreibmaschine oder auf dem Computer verfasstes Testament genügt diesen Formvorschriften somit nicht.
Vorlage für ein Testament
Eine Vorlage für ein Testament könnte z.B. wie folgt aussehen. Damit Ihr Testament gültig ist, müssen Sie es von Anfang bis Ende handschriftlich verfassen, datieren (inkl. Ortsangabe) und unterzeichnen.
Testament
Ich, Peter Müller, geboren am 24.04.1950, Bürger von (Heimatort), wohnhaft in (Adresse, PLZ Ort) verfüge als meinen letzten Willen was folgt:
- Meine bisherigen Testamente erkläre ich als ungültig.
- Dieses Testament und allfällige Nachträge unterstehen ausschliesslich dem schweizerischen Recht und ich unterstelle meinen Nachlass schweizerischer Zuständigkeit.
- Vorab sind aus dem Nachlass die laufenden Verbindlichkeiten und die Todesfallkosten zu bezahlen.
- Abdankungswünsche und ähnliches (z.B. Kremation)
- Die Stiftung XY (Gemeinnützige Organisation) erhält ein Vermächtnis von CHF 20’000.-. Mein
Patenkind Alexander soll ein Vermächtnis von CHF 5’000.- erhalten.
- Ich setze meinen Sohn Franz, (geb. …, wohnhaft …), auf den gesetzlichen Pflichtteil.
- Ich setze meine Ehegattin Susanne für die frei verfügbare Quote als Erbin ein.
- Als Willensvollstrecker setze ich (den Rechtsanwalt/ Verwandten/ das Unternehmen XY) ein.
Ort, Datum
Unterschrift
Eine individualisierte Vorlage für ein Testament finden Sie u.a. auf DeinAdieu.ch.
Das Vermächtnis
Das Vermächtnis ist eine erblasserische Zuwendung einzelner Nachlassgegenstände (Sachwerte wie Immobilien, Kunstwerke, Wertpapiere oder Schmuck) oder einer Nachlass-Quote / eines festen Betrages ohne Einräumung einer Erbenstellung. Damit ist das Vermächtnis davon abzugrenzen, dass einer Person eine Erbenstellung eingeräumt wird. Das Vermächtnis ist damit als Mittel der Begünstigung einer Person am Nachlass geeignet, ohne dass dieser die Rechte und Pflichten von Erben zukommen. Es besteht insbesondere keine Haftung des Vermächtnisnehmers für Nachlass -und Erbgangsschulden.