Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03306.jsonl.gz/202

Entomologisches
Vortrag unseres Mitglieds Richard Wolf, Fribourg, und Christoph Vogel, Unterlangenegg: „Seidenspinner, Seide und Seidenstrasse“
Das breit gefächerte Thema des heutigen Vortrags teilen die Referenten in mehrere Abschnitte auf. Zunächst geben sie einen Überblick über die Arten- und Formenvielfalt der Seidenspinner aus den Familien Bombycidae und Saturniidae vor, darunter auch den Isabella-Spinner. Zur Seidengewinnung wurden mehrere Augenspinnerarten nach Europa eingeführt. Diese kommen hier jetzt verwildert vor. Viele Arten sind sehr groß und attraktiv gezeichnet, z.B. der bekannte Atlasspinner.
Im zweiten Teil wird auf die Seidenproduktion eingegangen, welche Herr Vogel aus seiner langjährigen Tätigkeit in der Textilindustrie kennengelernt hat. Die Haltung des Maulbeer-Seidenspinners in China reicht Jahrtausende zurück, die Ursprünge verlieren sich im Nebel der Mythologie. Die lange Domestizierung, Massentierhaltung und Selektion unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten hatte deutliche Auswirkungen auf den Falter. Dieser ist heute ein Haustier und hat seine Flugfähigkeit verloren.
Als nächstes werden die erstaunlichen Eigenschaften der Seide (u.a. die höchste Reissfestigkeit aller Naturfasern) und der sehr aufwändige Prozess der Aufzucht und Seidengewinnung vorgestellt. Auch die wirtschaftlichen Aspekte der Seidenherstellung werden erwähnt, eine spannende Geschichte einer frühen Globalisierung. In der Schweiz ist Seidenhandel seit dem 14. Jahrhundert nachgewiesen.
Der letzte Abschnitt des Vortrags befasst sich mit der Seidenstrasse, dem uralten, weitverzweigten Handelsweg zwischen China und dem Abendland. Herr Wolf berichtet von seinen Reisen auf der südlichen Seidenstrasse im Jahr 1976. Als junger Mann schloss er sich einer Gruppenreise an, welche mit einem Lastwagen und Zelten in drei Monaten bis Kathmandu gelangte. Über Istanbul und Anatolien führte der Weg nach Iran, wo unter anderem Isfahan und Persepolis aufgesucht wurden. Anschliessend durchquerten die Reisenden das damals noch friedliche Afghanistan und zogen durch den Norden Pakistans und Nordindien bis nach Nepal. Eine Einreise nach China war damals nicht möglich Diesen letzten Teil der Reise holte der Referent erst viele Jahre später nach.
Herr Vogel gewährt schließlich noch Einblicke in die nördliche Seidenstrasse, welche durch Zentralasien führt. Dort siedelt ein buntes Völkergemisch vorwiegend entlang der drei grossen Flüsse, welche das ansonsten wasserarme Gebiet durchziehen. Historische Gebäude in den großen Städten Buchara, Samakand, Chiva und Taschkent werden gezeigt.
Geschäftliches
Sara Schindhelm möchte dem EVB beitreten und stellt sich kurz vor. Sie ist Tierpflegerin und arbeitet in der Tierpflegestation Schloss Utzenstorf. Sie hat ein generelles Interesse an Insekten/ der Natur.
Varia
–
Anwesende
26 Mitglieder, 17 Gäste, Total 43 Personen
Schluss der Sitzung
22:30 Uhr, der Sekretär, Martin Albrecht