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Die Liste liest sich wie das Who is Who des Silicon Valley: Im Streit mit dem FBI um die Entschlüsselung eines iPhones haben etliche Tech-Firmen Unterstützer-Briefe für Apple eingereicht.
Soll Apple dem FBI helfen, das iPhone des Attentäters von San Bernardino zu knacken? Nein, sagt das Unternehmen und wehrt sich vor Gericht. Mit dieser Haltung ist Apple nicht allein. Zahlreiche Tech-Firmen haben sich zusammengetan und Schriftstücke bei dem kalifornischen Gericht eingereicht, das den Fall verhandelt. Damit wollen die Firmen helfen, die Position von Apple in der Auseinandersetzung zu stärken.
Einer der Unterstützer-Briefe kommt von Facebook, Google, Microsoft, Amazon, Cisco, WhatsApp, Snapchat, Yahoo und etlichen anderen Tech-Firmen. Ein weiteres, separates Schriftstück mit insgesamt 17 Unterstützern ist unter anderem von Twitter, LinkedIn und Square eingereicht worden.
In unterschiedlicher Wortwahl sprechen die Firmen sich in den Briefen für den hohen Stellenwert von Verschlüsselung aus und fordern, dass der US-Kongress – und kein Gericht – sich mit der Frage beschäftigen soll, wie weit die Unterstützung von Tech-Firmen für Ermittlungsbehörden reichen muss.
Insgesamt haben mehr als zwei Dutzend Internetfirmen per Brief signalisiert, dass sie hinter Apple stehen. Das ist eine seltene Einigkeit der Tech-Giganten des Silicon Valley, die teilweise auch untereinander konkurrieren auf dem Markt.
Bei den Briefen handelt es sich um sogenannte «Amicus Curiae»-Briefe. Solche Schriftstücke können Parteien einreichen, die nicht unmittelbar an einem Gerichtsverfahren beteiligt sind, aber trotzdem ihre Position einbringen möchten. Die zuständige Richterin in dem Fall, Sheri Pym, hatte für solche Briefe eine Frist bis Donnerstag verhängt. Auch zahlreiche Bürgerrechtsgruppen haben entsprechende Briefe bei Gericht eingereicht.
Nicht auf der langen Liste der Apple-Unterstützer steht dagegen Samsung. Die Firma nannte die Privatsphäre seiner Nutzer «extrem wichtig» und sprach sich lediglich allgemein gegen Hintertüren in den Geräten aus. Verwandte von Opfern der Attentäters und andere Gruppen wiederum reichten eigene «Amicus Curiae»-Briefe ein, in der sie die FBI-Position unterstützen.
Seit die Anweisung des Gerichts, dass Apple beim Entsperren des iPhones helfen soll, bekannt geworden ist, hatten sich zahlreiche Firmenchefs aus der Tech-Branche öffentlich auf Apples Seite gestellt. «Wir dürfen diesen gefährlichen Präzedenzfall nicht zulassen», schrieb etwa WhatsApp-Gründer Jan Koum auf Facebook.
Am Freitag warnte auch der UN-Hochkommissar für Menschenrechte mit ähnlichen Worten wie Koum davor, die «Büchse der Pandora» zu öffnen: Sollte das FBI Recht bekommen, würde die Entscheidung die Privatsphäre von Nutzern auf der ganzen Welt gefährden.