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Karl Jaspers Gesamtausgabe
Karl Jaspers (1883–1969) zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Philosophen des 20. Jahrhunderts. Nach dem Medizinstudium galt sein Denken zunächst der Psychopathologie und der Psychologie, dann der Existenzphilosophie und der Grundlegung einer Philosophie der Vernunft. Im nationalsozialistischen Deutschland waren Jaspers und seine jüdische Frau zahlreichen Repressalien ausgesetzt. Nach 1945 wurde er zu einem wichtigen politischen Denker und einem der prominentesten Kritiker der deutschen Nachkriegspolitik. Im Mittelpunkt seines philosophischen Werks stand nunmehr die Frage des philosophischen Glaubens. Bis zu seinem Tod arbeitete er am unvollendeten Großprojekt einer umfassenden Weltphilosophie und einer Weltgeschichte der Philosophie.
Die Karls Jaspers Gesamtausgabe (KJG) ist ein Gemeinschaftsprojekt der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen in Kooperation mit der Karl Jaspers-Stiftung (Basel). Die Ausgabe präsentiert Jaspers’ umfangreiches Œuvre erstmals als Ganzes: In drei Abteilungen – Werke, Nachlass, Briefe – kommen alle Schriften letzter Hand, einschlägige postume Veröffentlichungen sowie in Auswahl weitere, bislang unpublizierte Nachlasstexte und Korrespondenzen zum Abdruck. Die Bände sind einheitlich konzipiert und enthalten neben dem Textkorpus jeweils eine Einleitung und einen Stellenkommentar.