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|Agenturbericht||
07.02.2023 17:52:00

Credit Suisse-Aktie steigt: CS strebt offenbar CSFB-Börsengang 2024 oder 2025 an - Bonusgespräche mit Mitarbeitern wohl verschoben
Das Management der Credit Suisse strebt offenbar einen Börsengang für das Investmenthaus CSFB im Jahr 2024 oder 2025 an.
Bekanntlich soll das Kapitalmarkt- und Beratungsgeschäfts der Credit Suisse in ein US-basiertes Investmenthaus unter dem Namen "CS First Boston" (CSFB) als Abspaltung herausgelöst werden. Laut früheren Medienberichten will die CS im Rahmen dieser Auslagerung die bestehende Firma des ehemaligen CS-Verwaltungsrats Michael Klein für "mehrere hundert Millionen Dollar" kaufen und diese mit der künftigen Investment-Boutique zusammenführen.
Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert in ihrer heutigen Meldung auch aus einer Unternehmensdokumentation für Investoren, in die sie offenbar Einblick gehabt hat. Demnach vermarkte die CS die Investmentbanking-Einheit gegenüber Investoren als "Super-Boutique" und prognostiziere einen Ertragsanstieg auf bis zu 3,5 Milliarden US-Dollar. Das Management setze damit auf einen aggressiven Aufschwung der CSFB, nachdem die Erträge im Jahr 2022 um 69 Prozent eingebrochen seien.
In der Verkaufspräsentation an die Investoren, die auf den Januar datiert sei, sage die Bank, sie wolle das erst im Oktober letzten Jahres für die Einheit festgelegte Ziel von 2,5 Milliarden Nettoerträgen in einem "normalisierten Marktumfeld" übertreffen, wobei berücksichtigt sei, dass das Geschäft unabhängig sein werde.
Die Marketing-Präsentation, die detaillierte Bedingungen für die Kapitalaufnahme in Höhe von 500 Millionen US-Dollar enthält, zeige zudem zum ersten Mal, dass die CS die benötigten Mittel durch eine fünfjährige austauschbare Schuldverschreibung mit einer jährlichen Verzinsung von 6 Prozent aufbringen wolle.
Die Bank wollte den Inhalt gegenüber der Agentur Reuters nicht kommentieren. Und eine Anfrage von AWP blieb vorerst unbeantwortet.
Zu den Interessenten an einem Anteil an einer von der Credit Suisse abgespaltenen Investmentbank CS First Boston gehört laut einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ) auch Apollo Global Management. Die CS sei derzeit in Verhandlungen mit dem US-Investmentunternehmen, schreibt die US-Wirtschaftszeitung am Dienstag.
Bereits früher war über mögliche Investoren für die neue CSFB spekuliert worden. Im Dezember hatte die WSJ etwa auch Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman als möglichen Interessenten ins Spiel gebracht.
Die Credit Suisse hatte im Oktober angekündigt, im Rahmen ihres strategischen Umbaus das Kapitalmarkt- und Beratungsgeschäft in eine künftige CS First Boston mit Sitz in New York zu übergeben. Die künftige Firma solle Kapital von Dritten anziehen und eine langfristige Partnerschaft mit der neuen Credit Suisse eingehen. CS-CEO Ulrich Körner hatte damals erklärt, bereits Finanzzusagen über 500 Millionen Dollar zu haben.
Die US-Investmentgesellschaft Apollo Global Management wird im Rahmen des Umbaus der CS-Investmentbank bereits das Verbriefungsgeschäft (Securitized Products Group, SPG) übernehmen. Mitte November hatte die Credit Suisse bekanntgegeben, dass sie mit Apollo diesbezüglich "definitive Transaktionsvereinbarungen" geschlossen hatte.
Weitere Informationen zur Restrukturierung und zum Umbau der Investment Bank erwarten Investoren am kommenden Donnerstag. Dann wird die Credit Suisse über ihr viertes Quartal informieren.
Credit Suisse verschiebt offenbar Bonusgespräche mit Mitarbeitenden
Die Grossbank Credit Suisse hat laut einem Bloomberg-Bericht Bonusgespräche mit einigen ihrer Mitarbeitenden verschoben. Die Bankerinnen und Banker - vor allem auf Ebene von Managing Directors oder Direktoren - seien kurzfristig über die Verschiebung informiert worden, schrieb die US-Nachrichtenagentur in der Nacht auf Dienstag unter Berufung auf informierte Personen.
Die Gespräche dürften in den kommenden Wochen neu angesetzt werden, so Bloomberg weiter. Eine CS-Sprecherin wollte den Bericht am Dienstag auf AWP-Anfrage nicht kommentieren. Der Schritte komme in einer Zeit, in der die Unsicherheit vor allem für Mitarbeitende der Investment Bank im Vorfeld der Ausgliederung des Beratungs- und Kapitalmarktgeschäfts in die künftige "CS First Boston" hoch sei, betont Bloomberg.
Die Credit Suisse-Aktie gewann im Schweizer Handel letztlich 1,03 Prozent auf 3,23 Franken.
Zürich (awp)
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