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Hamburg (ots)
- Viele Menschen glauben, dass sie durch eine
richtige Ernährung den Körper vor Übersäuerung schützen können. Nach
einem Bericht in der Juni- Ausgabe der Zeitschrift VITAL ist das
jedoch ein Irrtum. Wissenschaftlich sei die Theorie, wonach der
Säure-Basen-Haushalt des Körpers durch Lebensmittel beeinflusst
werde, "überhaupt nicht bewiesen", sagt die Internistin und
Ernährungswissenschaftlerin Dr. Ursula Bonacker in der Zeitschrift.
Der weit verbreitet Irrglaube sei aus der Erfahrungsmedizin
abgeleitet und beruhe ausschliesslich auf subjektiven Empfindungen.
Tatsächlich könne die Ernährung jedoch nie zu einer Übersäuerung
führen. "Wenn das Blut zu sauer ist, steckt eine Erkrankung
dahinter", betont die Expertin.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung stellt ebenfalls eindeutig
fest, dass ein gesunder Mensch selbst bei einseitiger Ernährung in
der Lage ist, eine Säure-Basen-Dysbalance auszugleichen. Der
Organismus besitze "Puffersysteme, die sich immer dann einschalten,
wenn sich der pH-Wert im Blut ändert", heisst es in VITAL weiter.
Lunge, Leber, Nieren und Blut sorgten dafür, dass der Wert konstant
zwischen 7,35 und 7,45 bleibe.
Dr. Ursula Bonacker betont, dass die Einteilung von Lebensmitteln
in "sauer", "basisch" und "neutral" falsch sei. Interessant ist ihrer
Ansicht nach jedoch, dass die angeblich schlechten, "sauren"
Lebensmittel häufig wirklich nicht gesund sind. "Wurst, Käse und
Zucker sind im Übermass genossen schädlich", sagt die
Ernährungs-Expertin. Diese Lebensmittel seien jedoch nicht zu
"sauer", sondern einfach zu fett oder zu süss. Und ganz falsch an der
Lebensmittelliste nach dem Säure-Basen-Prinzip sei die Warnung vor
angeblich "sauren" Getreidekörnern, Nüssen und Quark. Der Mythos
"Übersäuerung" geistert übrigens schon seit knapp hundert Jahren
durch die Medizin. Bereits um 1900 wurden Krankheiten wie
Blasenentzündung, Rheuma, Gicht oder Herzinfarkt auf das Konto eines
mutmasslich falschen pH-Werts im Blut geschrieben. Tatsächlich war
aber auch schon damals nicht eine falsche, sondern eine mangelhafte
Ernährung Ursache der Erkrankungen.
Diese Meldung ist unter Quellenangabe VITAL zur Veröffentlichung
frei.
ots Originaltext: VITAL
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Esther Langmaack
Redaktion VITAL
Tel. +49 40 2717-3121
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