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Rita Kesselring ist Ethnologin und seit August 2022 assoziierte Professorin für Urban Studies. Ihre Forschung siedelt sich an der Schnittstelle von politischer, wirtschaftlicher, Rechts- und Urbanethnologie an. Sie beschäftigt sich mit globalen asymmetrischen Abhängigkeiten, deren Konsequenzen im Globalen Süden sowie den Möglichkeiten der Veränderung. Ihre Promotionsarbeit untersuchte den Rechtsweg als Weg der Wiedergutmachung am Beispiel von Apartheid-Opfern und ihren Sammelklagen gegen westliche Konzerne. Die Arbeit erschien als “Bodies of Truth: law, memory and emancipation in post-apartheid South Africa” (Stanford University Press, 2017). Die Habilitation beschreibt das Leben in einer neuen Minenstadt in Sambia und deren Verbindungen zum Schweizer Rohstoffhandelsplatz. So stark beide Welten konzeptionell getrennt sind, so stark sind sie funktional verflochten. Das Buchprojekt (unter Vertrag bei ZED books / Bloomsbury Academic, erscheint 2024) ist ein Versuch einer symmetrischen Ethnographie, die Sambia wie die Schweiz als Teil einer Welt begreift und dabei lokale, städtische Dynamiken ebenso ernst nimmt wie die Konsequenzen internationaler Arbeitsteilung. Kesselring war Gast an der University of Cape Town, University of Connecticut, Princeton University und University of the Copperbelt und Oberassistentin am Ethnologischen Seminar der Universität Basel, bevor sie nach St. Gallen kam.