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✔ Agrolife Aktuell / Beitrag 28. März 2020 (Agrolife Schweiz Team)
Was passiert, wenn die Pflanze zu viel Nitrat aufnimmt?
Überschüssiges Nitrat wird in den Vakuolen gespeichert und kann auch wieder freigegeben werden.
Nitrat hat mehrere Vorteile: Zum einen ist es im Boden sehr beweglich und erreicht schnell die Pflanzenwurzel. Zum anderen können die Pflanzen Nitrat schnell in hohen Mengen aufnehmen. Doch was passiert, wenn mehr Nitrat in die Pflanze gelangt als sie gerade benötigt? Für so einen Fall verfügt die Pflanze über einen äußerst intelligenten Mechanismus.
In der Regel wird Nitrat von der Wurzel aufgenommen und über das Xylem – dem Wassertransportwegen der Pflanze – zu Blättern, Trieben und Körnern transportiert. Steht kurzfristig zu viel Nitrat zur Verfügung, gelangt es über das Cytoplasma in die Vakuolen.
Dort wird es gespeichert. Sobald das Nitrat wieder für den Stoffwechsel benötigt wird, werden Transporter aktiv und befördern es aus den Vakuolen wieder zurück in das Cytoplasma. Dort wird es durch die Nitratreduktase zu Nitrit reduziert und in den Chloroplasten für den Aufbau von Aminosäuren genutzt.
Was passiert, wenn die Pflanze mehr Ammonium aufnimmt als sie braucht?
Im Gegensatz zu Nitrat muss Ammonium schon in der Wurzel weitestgehend zu Aminosäuren umgewandelt werden, da freies Ammonium in der Zelle in hoher Konzentration giftig ist.
Ist das Stickstoffangebot hoch und der aktuelle Bedarf der Pflanze gering, zum Beispiel weil es kühl ist oder Wassermangel vorherrscht, dann muss das Ammonium unter Energieaufwand wieder aus der Wurzel ausgeschieden werden, bzw. wird nicht mehr aufgenommen.
Fazit: was passiert, wenn die Pflanze zu viel Nitrat aufnimmt ?
Nitrat kann von der Pflanze schnell und in größeren Mengen aufgenommen werden. Sollte die Pflanze einmal mehr Nitrat aufnehmen als sie im Moment benötigt, wird es in Zwischenspeichern, den Vakuolen, geparkt und bei Bedarf kurzfristig wieder zurückverlagert. Für die Ertragsbildung steht es rechtzeitig zur Verfügung.
✔ Agrolife Aktuell / Beitrag 28.Februar 2020 (Agrolife Schweiz Team)
Das Wurzelwachstum fördern – mit Phosphat
Obwohl eigentlich genug Phosphat im Boden vorhanden ist, leiden dennoch viele Pflanzen im Frühjahr an einem Phosphatmangel.
Wie kommt es dazu? Was können Sie dagegen tun?
Phosphat zählt zu den Nährstoffen, die am wenigsten pflanzenverfügbar sind. Ein Liter Bodenlösung enthält nur etwa ein bis zwei Milligramm pflanzenverfügbares Phosphat. Das entspricht ein bis zwei Kilogramm Phosphat pro Hektar – zu wenig um den Pflanzenbedarf im Frühjahr zu decken. Somit muss relativ zügig Phosphat aus dem Bodenspeicher nachgeliefert werden.
Dies geschieht je nach Bodenfeuchte und Wärme aus der labilen Phosphat-Fraktion. Je wärmer der Boden, desto besser wird Phosphat für die Pflanzen verfügbar. Umgekehrt ist Phosphat in den kalten und nassen Böden, wie sie häufig im Frühjahr vorkommen, sehr schlecht verfügbar.
Erschwerend kommt hinzu, dass Phosphat im Boden kaum wasserlöslich und wenig beweglich ist. Der Bewegungsradius liegt bei wenigen Millimetern. Phosphat diffundiert nicht wie andere Nährstoffe entlang des Konzentrationsgefälles zur Wurzel. Die Pflanzen müssen zu dem Bodenphosphat hinwachsen und sich den Nährstoff aktiv erschließen. Und genau hier stecken die Pflanzen in einem Dilemma: Um Phosphat aus dem Bodenspeicher aufnehmen zu können, müssen die jungen Pflanzen ausreichend feine Wurzeln bilden.
Dafür benötigen sie wiederum: Phosphat – was sie nicht zur Verfügung haben. Außerdem können die Pflanzen gerade in nass-kalten Böden, wo sauerstoffarme Verhältnisse vorherrschen, kaum Wurzeln bilden. Dies gilt auch für strukturgeschädigte, verdichtete Böden. Auch hier ist die Wurzelbildung erschwert.
Die Lösung besteht darin, die Pflanzen mit sofort verfügbarem Phosphat zu versorgen, und zwar über das Blatt.
Die Pflanzen nehmen den Nährstoff schnell über das Blatt auf und können ihn direkt für ihren Stoffwechsel nutzen. Photosynthese und Energiehaushalt kommen in Schwung – und somit auch das Wurzelwachstum. Mit fortschreitender Entwicklung sind die Pflanzen ir- gendwann in der Lage, sich selbst das Phosphat aus dem Bodenspeicher zu erschließen.
So sind sie nicht mehr allein auf das pflanzenverfügbare Phosphat in der Bodenlösung angewiesen, was zu Frühjahrsbeginn noch Mangelware ist.
Wofür ist Phosphor wichtig?
Phosphor ist ein wesentlicher Bestandteil von ATP – dem Energieträger der Pflanze. ATP wird während der Photosynthese gebildet und für Wachstumsprozesse benötigt. Ohne ausreichend Phosphat ist die Pflanze nicht in der Lage, die Energie aus der Photosynthese zu speichern, zu transportieren oder sie frei zu setzen. Das bedeutet zugleich: Ohne Phosphat ist kein Pflanzenwachstum möglich.
FAZIT: Kalte, nasse oder trockene Böden im Frühjahr, sowie suboptimale pH-Bodenwerte schränken einerseits die Verfügbar- keit von Phosphat im Boden ein. Andererseits können dadurch die Pflanzen die Nährstoffe schlechter über die Wurzeln aufnehmen.
Durch eine Blattdüngung mit zum Beispiel Lebosol können Sie den typischen Phosphat-Mangelsymptomen der Pflanzen, die sich oft in einer Rotfärbung der Blätter äußern, entgegenwirken. Damit legen Sie die Grundlage dafür, den hohen Energie- bedarf der Pflanzen zu den entscheidenden Entwicklungsstadien zu decken – angefangen von der Bestockung, über das Stängelwachstum und die Ausbildung eines Blattapparates bis hin zur Reife der Kulturen.
Das Ergebnis sind höhere Erträge und bessere Qualitäten. Eine Phosphat-Blattdüngung ersetzt zwar nicht die Düngung des Bodens, sie kann sie aber sinnvoll ergänzen – besonders in Stress- und Wachstumsphasen.
Agrolife Aktuell / Beitrag 06.Februar 2020 (Agrolife Schweiz Team)
Schwefel bedarfsgerecht düngen. Wie viel ist nötig und welcher Dünger passt?
Schwefel ist für eine hohe Stickstoff-Ausnutzung unumgänglich. Die Tatsache ist vielfach bekannt und wird bei der Düngung zunehmend beachtet. Doch wie lässt sich eine Schwefel-Düngung bedarfsgerecht gestalten? Ist es auch möglich, zu viel Schwefel zu düngen?
Die Startgabe im Frühjahr sollten Sie generell mit einem schwefelhaltigen Dünger abdecken. Allerdings kommt es hierbei auf die richtige Menge an. Einige Landwirte handeln nach der Devise „viel hilft viel“ und weniger nach dem biologischen Bedarf. Eine zu hohe Schwefelmenge kostet nicht nur unnötig Geld, sondern belastet auch den Boden. Die Pufferkapazität wird stärker beansprucht als notwendig.
Sulfat (SO42-), das von den Pflanzen nicht aufgenommen wird, reagiert mit Calcium (Ca2+) und Magnesium (Mg2+). Es entstehen Calciumsulfat (CaSO4) und Magnesiumsulfat (MgSO4). Beide Verbindungen weisen eine sehr hohe Löslichkeit auf. In der Folge kommt es zu einer verstärkten Auswaschung von Calcium und Magnesium im Oberboden und somit zu einer Versauerung, die mit entsprechender Kalkung wieder ausgeglichen werden muss.
Hohe Schwefelmenge besser splitten
Generell ist im Getreide eine Schwefelmenge von 15 bis 20 kg/ha ausreichend. Sollte bei sehr niedrigen Smin-Werten ein erhöhter Düngebedarf bestehen, macht es wenig Sinn, die volle Menge in einer Gabe zu geben. Die Schwefelaufnahme verläuft parallel zur Stickstoffaufnahme. Da Schwefel innerhalb der Pflanze kaum verlagert wird, ist es empfehlenswert, die Schwefelmenge über mehrere Gaben mit Stickstoff zusammen auszubringen.
Insbesondere eine späte Schwefel-Gabe kann sich positiv auf den Proteingehalt auswirken und unterstreicht die Notwendigkeit geteilter Schwefelgaben. Diese Praxis hat sich auch bereits in anderen Anbauländern bewährt. In Dänemark werden beispielsweise überwiegend Stickstoff-Schwefel-Dünger während der gesamten Vegetation eingesetzt.
Auch im Grünland gilt: Nicht zu viel in einer Gabe
Im Grünland sind die Ertrags- und Qualitätszuwachse durch eine Schwefeldüngung gegenüber einer reinen Stickstoffdüngung enorm. Mithilfe einer regelmäßigen Schwefeldüngung verbessern Sie die Silagequalität hinsichtlich Energie- und Rohproteingehalt deutlich. Die Milchleistung aus dem Grundfutter steigt und Sie müssen weniger Futtermittel zu- kaufen. Jedoch sollten Sie auch hier eine bedarfsgerechte Düngung anstreben und nicht über das Ziel hinausschießen.
Eine zu intensive Schwefeldüngung kann hohe Sulfatgehalte im Grundfutter nach sich ziehen. Diese können negative Effekte auf die Verdauung haben und zu einer Mangelversorgung mit Kupfer und Selen führen. Des Weiteren können Durchfall und sogenannte Polioenzephalomalazien (PEM) auftreten. Dabei bildet sich vermehrt Schwefelwasserstoff im Pansen. Das Einatmen der ausgestoßenen Gase kann vergiftungsähnliche Symptome bei den Tieren hervorrufen.
FAZIT: Schwefel ist für hohe Stickstoff-Effizienzen, Ertragsquantität und -qualität sowohl im Ackerbau als auch im Grünland essentiell. Bei der Düngung sollten Sie den Bogen aber nicht überspannen und das richtige Maß finden. Beim Düngereinkauf ist darauf zu achten, das passende Stickstoff-Schwefel-Verhältnis zu wählen. Ein Stickstoff-Schwefel-Verhältnis von 4:1 hat sich für ein bedarfsgerechtes Düngeregime bewährt.