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Die Entwicklung der Sozialen Sicherheit wird oft mit der so genannten Sozialquote gemessen. Diese setzt die Gesamtsumme der Ausgaben für Sozialversicherungen (z. B. Renten der AHV, der IV oder der Pensionskassen), bedarfsabhängige Sozialleistungen (Ergänzungsleistungen zur AHV oder Leistungen der sozialen Fürsorge) und Subventionen (namentlich für Spitäler oder Behinderteneinrichtungen) ins Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt (G1). Seit 1925 fällt die grosse Mehrheit der Ausgaben auf die grossen Sozialwerke (AHV und berufliche Vorsorge, Invalidität, Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit, Erwerbsausfall und Mutterschaft). (G2). Für die Zeit vor 1950 existieren keine zuverlässigen Schätzungen zu den bedarfsabhängigen Sozialleistungen oder sonstigen Subventionen im Sozial- und Gesundheitsbereich.
Die Entwicklung der Ausgaben im Bereich der Sozialen Sicherheit lässt sich für das 20. Jahrhundert in drei Abschnitte unterteilen (G1). In der ersten Phase (1925-1950) sind Sozialversicherungsprogramme noch selten. In der Zwischenkriegszeit bleiben der Ausbau der Unfallversicherung (1918) und der ersten Pensionskassen und Arbeitslosenkassen (namentlich während der Krise der 1930er-Jahre) beschränkt. Eine erste Spitze wird während des Zweiten Weltkriegs infolge der Einführung der Erwerbsausfallversicherung (Erwerbsersatzordnung EO, 1940) erreicht. Nach einer kurzen «sozialen Demobilisierung» beginnt nach der Gründung der AHV 1947 eine zweite Ausbauphase. In diesem Zeitraum (1950-1990) verdreifacht sich die Sozialquote. Dieser Anstieg erfolgt namentlich durch den Ausbau der Altersvorsorge und die Gründung der Invalidenversicherung (1959) und später der Arbeitslosenversicherung (1976). Der Ausbauschub zu Beginn der 1970er-Jahre ist teilweise auf die 8. AHV-Revision (1973-1975) und die beschleunigte Entwicklung der Pensionskassen im Jahrzehnt vor der Einführung des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG, 1985) zurückzuführen. Ab den 1970er-Jahren verlangsamt sich ausserdem das Wachstum des Bruttoinlandprodukts dauerhaft, was ebenfalls zu einer höheren Sozialquote beiträgt. Dieses Phänomen wiederholt sich während der Krise der 1990er-Jahre. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts hat sich die Sozialquote bei etwa 25-28% des Bruttoinlandprodukts eingependelt.
Noch unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg spielte die Soziale Sicherheit bei den öffentlichen Ausgaben eine untergeordnete Rolle. (G3). Die im obigen Abschnitt dargelegten Entwicklungen veränderten die Situation jedoch grundlegend: Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stellt die Soziale Sicherheit zusammen mit Bildung und Forschung den grössten Ausgabenposten der öffentlichen Hand dar. Die Soziale Sicherheit und das Gesundheitswesen schlagen insgesamt mit mehr als einem Drittel der öffentlichen Ausgaben zu Buch.
Grafiken
(12/2015)