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Brigelser
Hœrner (Kt. Graubünden, Bez. Vorderrhein). Felskamm, «die schönste und prägnanteste Bergmasse des Bündneroberlandes» (Heim), zwischen Val Puntaiglas und Val Frisal, sö. vom Tödi. Am S.-Fuss die Dörfer Brigels und Schlans, die teils der ganzen Gruppe, teils nur einzelnen Spitzen die Namen gegeben haben. Vom Piz Frisal ist der Kamm durch die Frisallücke getrennt. Die einzelnen Gipfel, von W.-O. gezählt, sind: der Crap Grond oder Piz Puntaiglas (3196 m), Kavestrau Grond oder Piz Tumbif (3217 m), Vordere und Hintere Piz Tumbif (3060 und 3100 m), Piz Dadens (2772 m) und Piz Dado (2702 m). Erste bekannte Besteigung des Piz Tumbif 1865; auf der Spitze angelangt, fanden die Besteiger Spuren einer frühern, unbekannt gebliebenen Bezwingung des Gipfels.
Von
Chur gesehen macht der
Kamm einen mächtigen Eindruck; von Fremden wird er oft für den
Tödi gehalten.
Sehr verwickelt und noch nicht völlig aufgeklärt ist der geologische Bau der
Brigelser Hörner. Sie bestehen aus krystallinen
und halbkrystallinen Gesteinen und aus Verrucano, auf und zwischen welchen eigenartig gelagerte Schichten von Jurakalken
liegen. Im allgemeinen kann man, von unten nach oben, folgendes Profil aufstellen: Granit, Gneiss, Verrucano,
Röthidolomit, Quartenschiefer, Lias, Dogger, Malm, Quartenschiefer, Röthidolomit und Verrucano, d. h. die Schichten liegen
zuerst in normaler und dann in verkehrter Reihenfolge.
Die s. fallenden Schichten richten sich nach oben zu auf und stehen auf dem Rücken des Kammes beinahe senkrecht. Grosse Unterschiede von einander zeigen O.- und W.-Absturz. Dort wird die Grat-Antiklinale des Verrucano von zwei jurassischen Mulden begleitet, hier bildet der Verrucano eine Mulde, die mächtigen, ebenfalls synklinalen Kalkbänken auflagert. Im O. hängt der Verrucano des Kammrückens mit dem Verrucano an seiner Basis zusammen und bildet eine zwischen den beiden Kalkmulden eingeklemmte Zone; im W. ist der Verrucano des Kammrückens von dem an der Basis lagernden durch mächtige jurassische Schichten abgetrennt. Diese Verhältnisse lassen «eine sehr weit ausholende ¶
forlaufend
Faltung und Ineinanderwickelung der Kalkformationen mit dem Verrucano" (Heim), ähnlich der Glarner Doppelfalte, erkennen.