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In Brasilien hat die Saison der Eiablage der Meeresschildkröten bekommen. Die ersten Unechten Karettschildkröten und Oliv-Bastardschildkröten haben bereits an den Stränden des Landes damit begonnen, ihre Eier im Sand zu vergraben. Betreut werden diese von den Mitarbeitern des Tamar-Projektes, die im vergangenen Jahr das Schlüpfen von 1,2 Millionen Jungtieren registriert haben.
Im September sind bereits die ersten Meereschildkröten bei der Eiablage beobachtet worden. Vor allem geschieht diese an den Stränden der brasilianischen Bundesstaaten Rio Grande do Norte, Sergipe, Bahia, Espírito Santo und Rio de Janeiro und ab Januar ebenso im Inselarchipel Fernando de Noronha. In den fünf Bundesstaaten sind über 500 Forscher aktiv sowie ein Heer von Tierärzten, Natur- und Umweltschützern und freiwilligen Helfern. Sie werden bis März 2016 alle Hände voll zu tun, um das Schlüpfen von möglichst vielen Jungtieren zu garantieren sowie den Bestand zu registrieren und Forschungen anzustellen.
Die fünf in Brasiliens Gewässern vertretenen Meereschildkröten pflanzen sich nicht alle zur gleichen Zeit fort. Während Unechte Karettschildkröten (Caretta caretta) und Oliv-Bastardschildkröten (Lepidochelys olivacea) den Anfang machen, folgt ihnen die Lederschildkröte (Dermochelys coriacea) kurz später. Die Eiablage der Echten Karrettschildkröte (Eretmochelys imbricata) wird hingegen erst im Dezember erwartet und die der Grünen Suppenschildkröte (Chelonia mydas) im Januar.
Der Bestand der Meeresschildkröten konnte sich, dank eines Schutzprogrammes und dem Einsatz des Tamar-Projektes erholen. Dahinter stecken allerdings über 30 Jahre Schutz- und Forschungsarbeit. Auch konnte der Raub der Eier und das Töten der weiblichen Meereschildkröten reduziert werden. Das Ergebnis des Einsatzes ist stattlich. Mitllerweile gibt es eine neue Generation von geschlechtsreifen Tieren. Ihre Zahl wird auf etwa 21.000 Weibchen geschätzt. Wobei sie nur alle zwei Jahre Eier ablegen.
Die ersten Jungschildkröten werden nach einer etwa zweimonatigen Entwicklungszeit ab November schlüpfen und den Weg zum Meer suchen. Das einmalige Ereignis kann über das Tamar-Projekt auch von Touristen mitverfolgt werden. Ob mehr Männchen oder Weibchen das Licht der Welt erblicken hängt von der Temperatur des Sandes ab. Bei einer Durchschnittstemperatur unter 27 Grad kommen in der Regel mehr Männchen zur Welt, während es bei mehr als 33 Grad mehr Weibchen sind.