Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03120.jsonl.gz/1307

Kernenergie

Atomkraft:
Diese Energiequelle fällt wohl unter die Rubrik:
Fluch und Segen gleichzeitig.
Fluch in der Militärischen Anwendung
Sehen wir und das ganze mal etwas genauer an:
Militärische Nutzung:
Am 14. Dezember 1938 lösen die Physiker
Otto Hahn (1879-1968) und Fritz Straßmann (1902-1980) am Berliner
Kaiser-Wilhelm-Institut durch Zufall die erste nukleare Kernspaltung aus und
legen damit den Grundstein zur Entwicklung der Atomenergie.
Am 16. Juli 1945 wurde die erste Atombombe oberirdisch bei Alamogordo (USA) gezündet . Das in der Bombe verwendete nukleare Brennmaterial war Plutonium und besaß eine Sprengkraft von 21 Kilotonnen TNT.
Was dann folgte ist Weltgeschichte. Am 6. und 9. August
1945 flog die USA zwei Atombomben
Zivile Nutzung:
Das weltweit erste zivile Atomkraftwerk wurde in Obninsk (Russland) am 9.Mai 1954 zum ersten mal in Betrieb genommen .
Die Euphorie war riesig. Plötzlich standen Unmengen an
elektrischer Energie zur Verfügung.
Auch die Schweiz wollte sich diese Energiequelle zu nutzen machen.
Nachdem einige Schweizer Firmen ein eigenes System entwickeln wollten, und es zum ersten und bisher größten Atomunfall in der Schweiz kam,
(21. Januar 1969 – Beim Versagen des Kühlsystems eines experimentellen Reaktors im Versuchsatomkraftwerk Lucens im Kanton Waadt gab es im Reaktor eine partielle Kernschmelze)
wurden Schlüsselfertige Kraftwerke gekauft.
Die Schweiz verfügt heute über folgende 5 Atomkraftwerke:
Beznau-1
Die gesamte Anlage steht auf einer Insel. Die Kraftwerke werden mit Flusswasser gekühlt und brauchen deshalb keinen Kühlturm.
Hier sind die zwei Atommeiler schön zu erkennen. Im innern dieser "Betonkessel" wird der Brennstoff gespalten und erzeugt so die Wärme, welche Wasser zu Dampf macht und so eine Dampfturbine antreibt.
Eine andere Ansicht. Auf den roten Fleck komm ich gleich zu sprechen...
Der rote Fleck kennzeichnet das Axporama. Dies ist eine öffentliche Ausstellung über Energie der Firma Axpo welche in der Schweiz diverse Kraftwerke betreibt.
Hier das ganze noch etwas näher.
AKW Mühleberg
Das AKW Mühleberg steht seit 1972 in Betrieb. Es produziert Strom für 400'000 Menschen.
Reaktortyp: Siedewasserreaktor
Hier das Werk aus der Luft. Ach hier wieder kein Kühlturm. Dafür muss die Aare hinhalten!
Das Ganze noch etwas näher... Schon fast so nahe um das ihr die Atome sehen könnt ;-)
Das Werk, der Wohlensee und ganz oben rechts liegt übrigens die Stadt Bern.
AKW Gösgen
Reaktortyp: Druckwasserreaktor
Auch hier unverkennbar der Atomreaktor welcher sich in der "Stahlbetonkugel" befindet.
Anders wie Beznau 1+2 und Mühleberg besitzt Gösgen einen Kühlturm. Durch diesen wird die überschüssige Wärme abgeführt. Beim "Rauch" handelt es sich lediglich um Wasserdampf. Das Wasser für die Kühlung im innern des Kühlturmes kommt ebenfalls aus dem Fluss nebenan.
Das System Kühlturm kommt dann zur Anwendung, wenn die Wassermenge im Fluss relativ gering ist und sich der ganze Fluss zu stark aufheizen würde und dadurch Fische und anderes Getier unterhalb dem Kraftwerk gegart dem Fluss entnommen werden könnte... *lol*
Soviel ich weiß ist das Längliche Gebäude zwischen Kühlturm und Reaktor das Maschinenhaus in welchem sich die gewaltige Dampfturbine befindet.
Ach ja noch dies... Gösgen beliefert noch eine Kartonfabrik mit Dampf. Dies spart 60 Tonnen Schweröl am Tag und reduziert die CO2 Menge der Fabrik deutlich....
AKW Leibstadt
Das größte Schweizer Kernkraftwerk hat 1984 den kommerziellen Betrieb aufgenommen. Es versorgt jeden Tag über eine Million Menschen mit Strom.
Reaktortyp: Siedewasserreaktor
Auch Hier... Fluss, Kühlturm, Atomreaktor, Maschinenhaus....
Dieses Ding ist schon ganz schön gewaltig groß!
Wer hier genau hinsieht, entdeckt im Hintergrund den Klingnauerstausee welcher uns im Bericht über Wasserkraftwerke schon mal über den Weg gelaufen ist...
Von neben an sieht's dann so aus... Jetzt wissen wir
wenigsten auch, von wo die Wolken
Der Kühlturm von Leibstadt ist einfach gigantisch. Der Zug unten wirkt verschwindend klein und ich bin fast geneigt zu behaupten das mich der Betonkoloss beeindruckt!
PSI
Als Abschluss... Das komische Runde "Dings" im Hintergrund ist das PSI. (Paul Scherer Institut) Es steht unmittelbar neben Beznau 1+2. Hier wird unter anderem auch Atomforschung betrieben...
Ach ja... Wer sich für diese Kraftwerke interessiert kann
beim gewünschten Werk gratis eine Führung buchen.
Besten Dank fürs Lesen!