Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03263.jsonl.gz/1277

Sprachliche Phänomene aus Briefen des 18. und 19. Jahrhunderts
t/th
Die Verwendung von t und th verlief im 18. Und 19. Jahrhundert willkürlich. Beim Schreiben von Briefen wurde jedoch die th- Variante bevorzugt (vgl. Elspaß, 2005). Dies lässt sich auch in den Briefen von Leopold Mozart und Franz Xaver erkennen, da beide die th- Schreibweise verwendeten.
Weiters lässt sich die Position des th im Wort unterscheiden. Die prozentualen Anteile der th Belege im In- und Auslaut liegen bei 75%-90%. Etwas höher sind die prozentualen Anteile der th Belege im Anlaut, welche bei 85% - 100% liegen (vgl. Elspaß, 2005).
ey/ei
Mit dem Übergang des 18. Jahrhunderts auf das 19. Jahrhundert wurde die ey Schreibung, wie beispielsweise in „bey“, nach und nach von der ei Schreibung abgelöst. Immer mehr Schreiber und Schreiberinnen bevorzugten die ei Schreibung in ihren Schriften. Der Adel jedoch hielt sehr stark an der ey Schreibung fest. Er vertrat die Ansicht, dass die Worte ein sehr „dürres Ansehen“ hätten, wenn sie auf einem i endeten. Besonders lange hielt sich die ey Schreibung im Wort „sey“ (vgl. Elspaß, 2005). Die ey Schreibung lässt sich auch in allen drei untersuchten Mozartbriefen finden.
i/ie
Im 18. Und 19. Jahrhundert sorgte die i und ie Schreibweise für Diskussionen. Was sich jedoch festhalten lässt, ist dass das ie ein rein schriftliches Phänomen ist. Dies wird beispielsweise an dem Verb „gieng“ ersichtlich. Dieses Verb wurde damals meist mit ie geschrieben, obwohl es aber nicht lange gesprochen wird. Dadurch zeigt sich, dass es sich hierbei nicht um ein phonologisches Phänomen handelt. Besonders süddeutsche Schreiber/innen bevorzugten das ie.
Wirft man einen Blick auf die Enden von Verben, so lässt sich auch hier eine unregelmäßige Verwendung von i und ie erkennen, wie beispielsweise in „frisirt“. Besonders in der Kurrent Schrift wurde das i bevorzugt (vgl. Elspaß, 2005).
In den Briefen von Leopold und Wolfgang Mozart lassen sich keine strikten Regeln hinter der i und ie Setzung erkennen. Franz Xaver Mozart verwendete das i und ie so wie wir es heutzutage verwenden würden, was sich durch den Zeitunterschied zu den ersten beiden erklären lässt.