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| Origenes († 253/54) - Gegen Celsus (Contra Celsum)

Erstes Buch
22.
Hierauf verwirft Celsus die bei den Juden übliche "Beschneidung" nicht, sagt aber, sie wäre zu den Juden "von den Ägyptiern gekommen" . Er glaubt hier den Ägyptiern mehr als dem Moses, welcher berichtet, dass zuerst unter den Menschen Abraham beschnitten worden sei1 . Abrahams Namen aber überliefert nicht nur Moses, der ihn zum Freunde Gottes machte, sondern auch viele Geisterbeschwörer gebrauchen in ihren Sprüchen den Ausdruck "der Gott Abrahams" und erzielen zwar [eine gewisse] Wirkung wegen des Namens und der Vertrautheit Gottes mit diesem gerechten Manne, weshalb sie eben die Bezeichnung "der Gott Abrahams" annehmen, wissen aber nicht, wer Abraham ist. Dasselbe gilt von den Namen Isaak und Jakob und Israel, sie sind, wie allgemein bekannt, hebräisch, haben aber auch vielfach in die ägyptische Wissenschaft, die eine gewisse Kraftwirkung verheißt, Eingang gefunden. Die Lehre von der Beschneidung aber, die mit Abraham begann, von Jesus aber aufgehoben wurde, da er ihre Beobachtung von seinen Jüngern nicht forderte, diese Lehre jetzt zu erklären, ist nicht unsere Aufgabe. Denn der jetzige Zeitpunkt ist nicht für eine Belehrung hierüber geeignet, sondern für den Kampf bestimmt, der die von Celsus gegen die Lehre der Juden erhobenen Vorwürfe zunichte machen soll. Celsus ist nämlich der Meinung, er könne das Christentum schneller der Lüge überführen, wenn er seinen in der jüdischen Religion liegenden Ursprung anklagen und dann auch jenes als unwahr erweisen würde.
1: vgl. Gen 17,20