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Am Freitag, 28. Juni 2019, haben die Europäische Union und die Mercosur-Staaten nach über 20-jährigen Verhandlungen ein Freihandelsabkommen abgeschlossen. Die Schweiz versucht über die Europäische Freihandelsassoziation EFTA ebenfalls ein Abkommen abzuschliessen. Die SALS erinnert daran, dass die Exporte in Mercosur-Staaten nur gerade 1,5 % der gesamten Schweizer Ausfuhren entsprechen. Die Mercosur-Staaten, insbesondere Brasilien und Argentinien, sind Schwergewichte in der weltweiten Lebensmittelproduktion. Brasilien ist der weltweit grösste Exporteur von Geflügelfleisch, Zucker und Soja. Die Landwirtschaft und die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft können mit derartigen Konkurrenten, die über deutlich grössere Strukturen verfügen und viel weniger strenge Anforderungen bezüglich Tierwohl und Umwelt haben als wir, nicht mithalten. Die SALS weist darauf hin, dass nicht nur die 52'000 Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz, sondern auch der Verarbeitungssektor auf dem Spiel steht. Es dürften vermehrt teilweise verarbeitete Lebensmittel eingeführt werden, wodurch langfristig Arbeitsplätze in diesem Bereich betroffen wären. Ein Freihandelsabkommen mit dem Mercosur würde nicht dazu beitragen, die Produktionskosten in der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft zu senken.
Die SALS fordert den Bundesrat auf, den geschützten geografischen Angaben gebührende Bedeutung beizumessen. Der Europäischen Union ist es mit dem Mercosur-Abkommen gelungen verschiedene geografische Angaben zu schützen. Die Schweiz muss zwingend dasselbe für ihre 37 AOP und IGP tun. Ausserdem gilt es, im Hinblick auf die sensiblen Produkte, insbesondere Rind- und Pouletfleisch, Getreide, Ölsaaten und Zucker, äusserst wachsam zu bleiben.
Das Volk will einen Übergang zu einer nachhaltigeren, umweltfreundlicheren Wirtschaft. Daher stellt sich die Frage, ob Freihandelsabkommen wie jenes zwischen der EU und dem Mercosur noch aktuell sind. Ein Freihandelsabkommen mit mehr Transport und mehr Sojaflächen, zulasten des tropischen Regenwaldes, würde die Klimaerwärmung weiter anheizen. Die SALS erinnert daran, dass Artikel 104a unserer Bundesverfassung vorsieht, dass die grenzüberschreitenden Handelsbeziehungen zur nachhaltigen Entwicklung beitragen müssen. Sollte ein Abkommen zwischen der EFTA, welcher die Schweiz angehört, und dem Mercosur diese Bedingungen nicht erfüllen, ist dieses abzulehnen.