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Das Wort “erarbeitete” passt. Bossert, der in Südafrika aufgewachsene 52-jährige Zürcher, musste auf der ersten Hälfte des Par-70-Platzes in Bad Ragaz viel Geduld zeigen. Er kam zu einigen Birdie-Möglichkeiten, nutzte aber keine einzige davon. Vielmehr musste er am schwierigen 5. Loch einen Schlagverlust hinnehmen. Das solide Handwerk zahlte sich aber doch noch aus. Mit einem Birdie am 12. Loch, einem langen Par 5, und je einem Schlaggewinn an den Löchern 15 und 16 verbesserte er sich auf zwei Schlägen unter Par – was ihm für die Fortsetzung des mit 300’000 Euro dotierten Turniers der europäischen Seniorentour alle Möglichkeiten offenlässt.
Der vier Schläge vor Bossert führende Amerikaner Barry Conser ist ein unbeschriebenes Blatt, sodass Bossert vor allem auf jene Gruppe von Spielern wird achtgeben müssen, die zwei Schläge vor ihm liegen. In diesem Viererpaket ist unter anderen der Spanier Juan Quiros, der in Bad Ragaz vor zehn Jahren gewann.
“Mit meinem langen Spiel war ich sehr zufrieden”, sagte Bossert nach den ersten 18 Löchern. “Am Anfang konnte ich einfach die guten Chancen nicht nutzen. Zum Glück ging es dann ab dem 12. Loch viel besser.” Nach einer ganzen Reihe von Top-10-Platzierungen, die er sich nach erst gut zwei Saisons auf der Seniorentour erspielt hat, gehört Bossert in Bad Ragaz zu den seriösen Favoriten. Im Falle eines Sieges würde “Bossy” zu den Spielern gehören, die in ihrer Karriere sowohl auf der grossen europäischen Tour als auch bei den Senioren gewinnen konnten.
Allerdings haben sich in der 1. Runde die wenigsten Siegesanwärter abschütteln lassen. Der dreimalige Ragaz-Champion Carl Mason aus England, der 2012er-Sieger Tim Thelen aus den USA und der österreichische Titelverteidiger Gordon Manson benötigten alle einen Schlag weniger als Bossert. Schlaggleich mit dem Zürcher ist der berühmte kleine Waliser Ian Woosnam, der Sieger des US Masters von 1991.
(SDA)