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Richtlinien
Die neuen Richtlinien empfehlen, dass milbendichte Überzüge aus eng gewebten Stoffen hergestellt werden sollen. Gepresste Textilien sind zu vermeiden.
Alle Artikel aus dem Sortiment der Teomed AG/Mission:Allergy entsprechen „Premium“ Qualität und werden sehr eng gewoben.
Artikel/Empfehlung 17 (Betten)
Erfasst von Dr. J. Miller Allergologe/Pädiater
Empfehlung für die Patienten betreffend Milbenschutz-Überzüge für Matratzen, „box-spring“-Betten und Kissen um die Allergen-Exposition zu reduzieren.
Die Matratzen und das Bettzeug sind die grössten Quellen der Hausstaubmilben-Allergene. Das stellt ein ernst zu nehmendes Problem dar, da der grösste Teil der Leute viel Zeit in der Nähe dieser Allergene verbringen. Die` box-spring-Betten` (Basis der Matratze) enthalten eine höhere Konzentration dieser Allergene als eine herkömmliche Matratze. Ob dieser Umstand auch mit einer erhöhten Inhalation der Hausstaubmilben-Allergene einhergeht, ist nicht klar.
Eine neue Matratze ist beim Kauf normalerweise nicht kontaminiert, jedoch kann es innerhalb von ca. 4 Monaten zu einer Kontamination kommen und die Matratze sich somit zu einer grossen Haustaubmilben-Allergen-Quelle entwickeln. Aus diesem Grund werden die Milbenschutz-Überzüge zur Vorbeugung und Schutz vor Hausstaubmilben eingesetzt. Wird eine neue Matratze unverzüglich mit einem milbendichten Überzug geschützt, kann eine Kontamination theoretisch verhindert werden.
Die beiden ersten blockieren alle Allergene, Fel d 1 inklusive, aber sie sind nicht atmungsaktiv und deshalb sehr unangenehm im Gebrauch. Sie fanden dementsprechend wenig Einsatz und wurden immer öfters durch Überzüge aus atmungsaktivem Material ersetzt.
Die Überzüge aus Mikrofaser werden in zwei Gruppen unterteilt: das gewebte und das nicht gewebte. Das gewebte Material wird nach traditioneller Technik, d.h. mit Kett- und Schussfaden, auf einem Webstuhl hergestellt. Ein Gewebe aus Mikrofaser unterscheidet sich von anderen gewebten Stoffen dahingehend, dass jeder Faden aus 100-200 Mikrofäden besteht. Daraus entsteht eine sehr dicht gewobene Fläche die eine unüberwindbare Barriere für die Allergene der Hausstaubmilben darstellt, jedoch eine optimale Atmungsaktivität gewährleistet.
Die verschiedenen gewebten Textilien auf dem Markt unterscheiden sich deutlich in Bezug auf die Fadendichte pro cm2, die Anzahl Mikrofäden pro Faden sowie die Dicke jedes Fadens. Im Allgemein gilt: Textilien mit Poren von durchschnittlich weniger als 10µm (Mikrometer) Durchmesser, gelten als undurchlässig für Allergene Der p 1. Nur jene Textilien mit Poren von durchschnittlich weniger als 6 Mikrometer Durchmesser gelten als undurchlässig für Allergene Fel. D 1.
Die durchschnittliche Grösse der Poren steht stellvertretend als Masseinheit für die Blockierung der Allergene, obwohl der Durchschnittswert weder eine Aussage über die totale Porenzahl, die Verteilung der Porengrösse noch über den Verlauf der „Faser-Windungen“ macht.
Auch wenn die Grösse der Poren als ungefährer Massstab gilt, entscheidend ist schlussendlich jedoch die Frage, ob ein bestimmtes Allergen (messbar mit ELISA) durch ein gegebenes Gewebe hindurch aspiriert werden kann. Mehrere Produkte auf dem Markt blockieren zwar die Dep ter 1 aber nicht die Fel d 1.
Die nicht gewobenen Textilien werden, im Unterschied zu den gewobenen, hergestellt in dem eine Masse kurzer, ineinander verschlungener Fäden unter grossem Druck, mit Hilfe von Leim und Hitze zusammengepresst werden. (Auch wenn er nicht aus Mikrofaser besteht, kann hier als Beispiel der Filz genannt werden). Die nicht gewebten Textilien haben den Anschein eines Papiertuches und man erkennt sie an Ihrer reliefartigen Oberfläche.
Auch wenn die Angabe der Porengrösse nur bei den gewebten Textilien als Massstab gilt, sind auch die nicht gewebten Textilien in der Lage das Passieren der Allergene der Hausstaubmilben zu verhindern. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass sich in den Zwischenräumen, die bei den nicht gewebten Textilien durch die zufällige Anordnung der Fasern entstehen, mit der Zeit Allergene ansammeln, auch Der p 1, Der f 1 und Fel d 1. Dies führt dazu, dass der Patient auf einer Allergen-Schicht liegt, die sich immer mehr an der Textil-Oberfläche auftürmt. Dieser Umstand wird mit der glatten Oberfläche der gewebten Textilien verhindert. Ironischerweise und im Gegensatz zu den gewebten Textilien (die, auch wenn sie problemlos waschbar sind, nicht regelmässig gewaschen werden müssen, weil sich keine Allergene an der Oberfläche sammeln können) sind die nicht-gewebten Textilien nicht waschbar. Diese Indizien weisen darauf hin, dass die nicht-gewebten Textilien ungeeignet sind um die Patienten vor den Haustaubmilben-Allergenen zu schützen und somit nicht für die Bettsanierung verwendet bzw. empfohlen werden sollten.
Milbendichtes Bettzeug kann also unterstützend dazu beitragen, den Kontakt mit Hausstaubmilben-Allergenen stark zu reduzieren. Trotzdem sind die Massnahmen zur Bettsanierung nicht ausreichend um eine maximale Besserung der klinischen Allergie-Symptome zu erreichen.
Eine Kombination aus Sanierungsmassnahmen auf der einen, Aufklärung bzw. Schulung des Allergikers auf der anderen Seite, sollte unbedingt angestrebt werden. Nur so kann ein optimales Resultat für den Patienten erreicht werden.
Die im Handel angebotenen, allergenfreien Kissen sollten ebenfalls mit einem milbendichten Überzug versehen werden, da auch die Schaumstoff-Füllung im Verdacht steht von Hausstaubmilben besiedelt zu werden, genauso wie die Daunenfüllung.
Doppelblindstudien, verbunden mit Placebo-Kontrollen haben gezeigt, dass die Sanierung mit milbendichten Matratzenüberzügen eine deutliche Reduktion der Der p 1 und Der f 1 auf den Matratzen zu Folge hatten. Dennoch gab es Fälle, in denen der Zusammenhang zwischen Besserung der Symptome (allergische Rhinits, Asthma) und den Matratzenüberzügen nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte. In einer Beobachtungsstudie bestehend aus 60 Kindern mit Hausstaub-Milben-Allergie und Asthma, wurde die Wirksamkeit von milbendichten Überzügen im Gegensatz zu normaler Bettwäsche während eines Jahres verglichen.
Die Resultate zeigen eine deutliche Reduktion der Milbenallergene sowie auch der Steroid-Inhalationen in der Gruppe mit der Bettzeug-Sanierung.
In den Textilien mit einem Porendurchmesser unter 10 µm waren die Hausstaubmilben-Allergene Der f 1 und Der p1 auf ein nicht mehr messbares Niveau reduziert.
Andere Studien haben gezeigt, dass milbendichte Überzüge als alleinige Massnahme einem Asthma-Patienten keine klinische Verbesserung der Situation brachte.
In einer weiteren, über ein Jahr geführten Studie, konnte der Zusammenhang zwischen der Reduktion der Hausstaubmilben-Allergene und der Reduktion der Steroid-Inhalationen in der aktiv behandelten Patienten-Gruppe deutlich aufgezeigt werden.
Eine andere kontrollierte Studie in Bezug auf die Hausstaubmilben-Reduktion wurde mit Überzügen aus Vinyl mit Reissverschluss für Kissen und Matratze von „box-spring“ – Betten durchgeführt. Nach einem Monat zeigte sich eine Besserung der Asthma-Symptome in der behandelten Patienten-Gruppe.
Die alleinige Anwendung von milbendichten Überzügen bei Daunensteppdecken, Kissen und Matratzen, brachte nach einem Jahr keine deutliche Verbesserung der Asthma-Symptome bei Kindern mit Hausstaub-Milbenallergie verglichen mit asthmatischen Kindern ohne Hausstaubmilben-Allergie. In dieser Studie wurde allerdings der Expositions-Grad nicht gemessen bzw. berücksichtigt, daher ist es schwierig zu sagen, warum die Massnahmen nicht erfolgreich waren.
Original Titel:
- Portnoy et al. / Ann Allergy Asthma Immunol 111 (2013) 405-507
`Kontrolle der Umgebung und der Exposition in Bezug auf Hausstaubmilben: ein Parameter der praktischen Umsetzung`.