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Moirés,
gewässerte Zeuge, sind Gewebe verschiedner Art aus Seide oder Wolle, welche über ihre ganze Fläche, oder wenn sie eingewebte [* 1] Figuren haben, auf dem Grunde dazwischen eine sog. Wässerung, einen wellenartigen Schimmer zeigen, der nicht durch die Weberei bewirkt, sondern erst nachträglich durch Pressen hervorgebracht wird. Das eigentliche Moirieren, abgesehen davon, daß ähnliche, weniger schöne Effekte durch gravierte Walzen auch auf Baumwolle und Papier erzeugt werden, besteht darin, daß man zwei Stück Zeug, mit den rechten Seiten aufeinander gelegt, noch feucht zwischen zwei heißen, scharf pressenden, glättenden Walzen langsam hindurchgehen läßt. Bei Stoffen mit Damastfiguren kann nur ein Stück, zusammen mit einem Drucktuch, auf ¶
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einmal durchgenommen werden; hier nimmt nur der härtere Grund das M. an, indes die atlasartigen [* 2] Figuren wegen ihrer größern Weichheit unverändert bleiben. Die zum Moirieren bestimmten Zeuge haben in ihrer Kette immer viel stärkere Fäden als im Schuß und diese letzteren sind es besonders, welche die Wässerung bewirken. Dieselben sind in den beiden aufeinander gelegten Stücken nicht vollkommen parallel zu einander, sondern kreuzen sich vielfach unter sehr spitze Winkeln.
Auf den Übergangsstellen ist die doppelte Zeugdicke am stärksten, erhält also da den meisten Druck und es bilden sich Spiegel. Dies ist die einfache Ursache der Erscheinung. Übrigens kann man durch verschiedne Mittel das Aussehen der Wässerung abändern. Läßt man z. B. das Zeug vor dem Eintritt in die Walzen über die Kante einer oder zweier Schienen schleifen, welche wellenförmig ausgeschnitten sind und in entgegengesetzter Richtung hin- und herbewegt werden, so ergeben sich verschiedne Spannungen und Richtungen der Fäden, welche einen andern Effekt zu Wege bringen, als bei glattem Einlauf des Stoffes entsteht.
Man unterscheidet hiernach namentlich moiré antique, mit Musterung, die sich über größere Flächen verbreitet, und moiré
français, bei in Streifen erscheinender. Es ist diese Art der Gewebeverschönerung auf schwere und leichtere Seidenstoffe,
zu einer Zeit häufig auf kammgarnene Wollstoffe ausgeführt worden, die zu Möbelbezügen stark in Aufnahme
waren und speziell die
Moirés (englisch Morees) bildeten. Am längsten erhalten sich in Gunst die moirierten seidnen Bänder.
- Verzollung: Seiden-
Moirés gem. Tarif Nr. 30 e; Wollen-
Moirés Nr. 41 d 5.