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Im Oktober haben wir über den Stand der militärischen Roboterentwicklungen berichtet und dabei festgehalten, dass der Einsatz neuer (Kampf-)Roboter im Irak wegen Budgetrestriktionen vorerst auf Eis gelegt wurde. Am 20. Dezember 2007 hat nun die Firma iRobot vom U.S. Army Program Executive Office for Simulation, Training, and Instrumentation (PEO STRI) einen Vertrag über 286 Millionen US-Dollar erhalten. Gemäss diesem Vertrag kann die US Army bis zu 3000 Roboter mit zugehörigen Ersatzteilen, Trainingstunden und Reparaturservicezeiten in den nächsten 5 Jahre einfordern, beginnend mit der sofortigen Lieferung von 101 Robotern.
The award marks a turning point in the way the Army uses robots in combat, which until now have been deployed in limited numbers only to explosive ordnance device (EOD) specialists. With this award, the Army broadens the deployment of robots in larger scale to general infantry forces for a variety of critical missions in addition to EOD. iRobot immediately will begin to deliver the first 101 robots for urgent deployment. (Quelle: Space War)
Bei den Robotern handelt es sich jedoch nicht, wie man meinen könnte, um Kampfroboter, sondern “nur” um “Spürer”, die Sprengsätze erkennen und unschädlich machen. Das Gewicht des Roboters beträgt weniger als 25 kg, und er sieht vermutlich ungefähr so aus, wie im Bild oben links abgebildet. Eine der Auflagen bei der Ausschreibung des Auftrags war, dass der Roboter sowohl durch die Scheiben in das Innere eines Fahrzeuges, wie auch unter das Fahrzeug schauen kann. 4000 dieser “Spürer” in verschiedensten Variationen sind im Irak und in Afghanistan bereits für die US Army im Einsatz. 2006 wurden im Irak total rund 30000 Einsätze mit Robotern durchgeführt.
Die Militärs tüfteln nicht nur nach neuen Robotern, sondern auch nach Anzügen, welche die Kraft der Soldaten erhöhen: an so genannte Exoskeletten. Mögliche Einsatzgebiete findet man in der Logistik aber auch bei der Marine, dessen Soldaten dadurch im Einsatz zusätzliche Waffen und Munition tragen könnten. Auf diesem Gebiet scheinen die Japaner den US-Amerikanern im Vorsprung zu sein – und zwar im medizinischen Bereich (siehe Bild rechts). Dieser Anzug hilft nicht nur dem Pflegepersonal beispielsweise einen Patienten zu heben, sondern unterstützt Personen, die eine Geh- oder Bewegungsschwäche haben. Ab 2008 sollen 400-500 Stück dieser Apparaturen jährlich ausgeliefert werden – Kosten: ca. 590 US-Dollar monatlich zuzüglich Servicekosten. (Quelle: The Japan Times)
Die Robo-Muskeln stammen aus der japanischen Universität in Tsukuba und das Projekt wird von Professor Yoshiyuki Sankai geleitet. Sie verstärken die Eigenkraft der Glieder um ca. 80% und wurden bereits in der Schweiz im Gelände ausgetestet: 2006 wurde ein 43-jähriger querschnittgelähmter Japaner beinahe bis aufs Breithorn hinaufgetragen. Der Träger Takeshi Matsumoto wurde dabei durch die Robo-Muskeln unterstützt. Ungefähr in der Mitte des Aufstiegs wurde es dann aber zu steil, und der Versuch musste abgebrochen werden. Trotzdem hat das Exoskelett seine prinzipielle Tauglichkeit aufgezeigt. Die Ansteuerung der “Robo-Muskeln” ist mir jedoch noch etwas schleierhaft – ob man dazu wohl am Hinterkopf eine Steckdose einpflanzen muss?
If a wearer wants to move a limb, its motor, reading signals from the brain, will go into action, and the hands and legs will move together with the suit. Its special feature is that the suit’s hands and legs do not move on their own, but the person can move them at will. A polio sufferer could walk, although with a limp, and even a person with a spinal disability could walk with its help. — Yoshiyuki Sankai, Wired Danger Room