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Auf meiner Mehrtageswanderung in Süditalien war ich an einem Sonntag auf einer kleinen Strasse unterwegs. Ein Auto kam mir entgegen. Der Fahrer, ein jüngerer Mann, hielt an und kurbelte die Fensterscheibe herunter. Der Mann fragte mich nach dem Woher und dem Wohin. Er wies mich darauf hin, dass die Hunde beim nächsten Hof zwar sehr laut aber absolut harmlos seien. So kamen wir ins Gespräch. Er meinte, er sei eigentlich sehr in Eile, denn er wolle zur Sonntagsmesse im nächsten Ort.
«Der Glaube an Gott ist für mich wichtig.», sagte er: «Ohne diesen Glauben könnte ich nicht leben.» Dann erzählte er mir, dass sein jüngerer Bruder todkrank im Spital liege und in den nächsten Tagen sterben könnte.
Eben noch wollte er möglichst schnell in der Kirche sein. Jetzt blieb er doch eine Weile stehen und vertraute mir – einem Menschen, den er nicht kannte – an, was ihn traurig machte.
«Beten ist manchmal das Einzige, was helfen kann, eine solche Situation auszuhalten. Bete für mich und für meinen Bruder!», sagte er zu mir, startete den Motor und fuhr los.
Der Mann zeigte sich mir gegenüber mit einer grossen Offenheit. Es entstand innert kurzer Zeit Nähe, die mich berührte. Ebenso berührte mich die Selbstverständlichkeit, mit der er mich als Glaubensbruder ansprach und mich bat, für ihn und seinen Bruder zu beten.
Pilgern ist Beten mit den Füssen, sagt man. Nach dieser Begegnung war ich im Gebet noch manchen Kilometer mit diesem Mann, seinem Bruder und mit Gott verbunden.