Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03633.jsonl.gz/1592

Gesundheitspolitik
Ziel:
Die Gesundheitsversorgung in der Schweiz muss auch künftig auf hohem Niveau allen zugänglich sein. Die Leistungen der Spitzenmedizin sollen in Universitätsspitälern, welche auch für die Aus- und Weiterbildung des ärztlichen Personals zuständig sind, erhältlich sein. Die Anzahl der Medizinischen Fakultäten ist beizubehalten. Die Anliegen diverser Kantone, die Ausbildung zusätzlicher Humanmediziner im eigenen Kanton neu aufzubauen, sind abzulehnen, weil dies das Gesundheitswesen erneut verteuern würde.
Das Bewusstsein der Bevölkerung, die wohl weltweit besten Leistungen, finanziert durch die Krankenversicherung, beziehen zu können, muss vom Bund ebenso gefördert werden wie die Einsicht der Versicherten, dass diese qualitativ hochstehenden Leistungen auch ihren Preis haben. Dies stärkt die Eigenverantwortung. Damit kann eine Senkung der Quantität der konsumierten Dienstleistungen erreicht werden. Dies senkt die Kosten.
Eine engere Zusammenarbeit mit der ansässigen Pharmaindustrie im Bereich der Forschung ist anzustreben.
Massnahmen:
Die Zusammenarbeit regionaler, kantonaler und privater Kliniken mit Universitätskliniken ist zu fördern, indem Spitäler im Umfeld definiert werden, welche auf den Institutionen der Spitzenmedizin basieren.
Mittels einer Informationskampagne soll das Bewusstsein der Bevölkerung für den sorgfältigen und zurückhaltenden Bezug von medizinischen Dienstleistungen erhöht und damit die Eigenverantwortung gestärkt werden. Dies ist eine wirkungsvolle Art, gegen weitere Erhöhungen der Kosten vorzugehen.
Die Auswirkungen der Fallkostenpauschale sind nach einiger Zeit zu überprüfen.
Die Mengenausweitung ist u. U. zu stoppen.
Die Ausbildungskapazitäten an den Medizinischen Fakultäten ist gemeinsam von den Gesundheits- und den Erziehungsdirektoren mit dem Bund zu überprüfen.
Es müssen Programme für Wiedereinsteigerinnen in den Ärzteberuf erstellt werden, nicht erwerbstätige Ärztinnen sind ein grosses Potenzial im Kampf gegen den Mangel an Ärztinnen und Ärzten.
Es muss überprüft werden, ob Dienstleistungen am Patienten zwingend ausschliesslich von Medizinerinnen und Medizinern erbracht werden kann oder auch vom zusätzlich auszubildendem Pflegepersonal.
Forderungen der Liberal-Demokratischen Partei:
- Die freie Arztwahl muss gewährleistet bleiben. Die Anzahl der Medizinischen Fakultäten in der Schweiz darf nicht verringert und auch nicht vergrössert werden.
- Kostensenkungsmassnahmen durch den Bund dürfen nicht einseitig die Ärzteschaft und die Pharmaindustrie treffen. Es muss ein Gesamtbild mit vielen Ansatzstellen unter Mitwirkung der Stakeholder geschaffen werden.
- Die Eigenverantwortung der Versicherten ist zu stärken. Nicht erwerbstägige Ärztinnen müssen die Gelegenheit erhalten, wieder in den Beruf einzusteigen.