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Boulanger
(spr. bulangschéh), Gustave Rodolphe Clarence, franz. Historienmaler, geb. zu Paris, genoß den Unterricht in der École des beaux-arts, wurde Schüler von Jollivet und Paul Delaroche und hielt sich, nachdem er 1849 für das Bild: Odysseus und Eurykleia den großen Preis für Rom erhalten hatte, bis 1856 in Italien auf, von wo aus er sich zunächst durch sein Bild: Cäsar am Rubico bekannt machte. Dann besuchte er Algerien und brachte mehrere recht lebendige, auch in der Farbe trefflich wirkende Scenen aus dem Hirtenleben der Araber, z. B.: der Emir, Erinnerung an Blidah, arabischer Märchenerzähler, Reiter in der Sahara, Kabylen auf der Flucht, wurde aber dem zuerst gewählten ¶
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Fach der sittenbildlichen Zustände und Schilderungen aus dem klassischen Altertum, in denen er wenigstens den äußern Charakter gut zu treffen weiß, aber hinter dem ihm sonst ähnlichen Gérôme zurücksteht, nicht untreu. Hauptbilder der letztern Art sind z. B.: eine Probe im Haus des tragischen Dichters (1857), die spinnende Lucretia, Lesbia mit dem Sperling, eine Cella Frigidaria mit badenden Frauen, der etwas manierierte Herkules bei der Omphale (1861), Cäsar auf dem Wintermarsch, und insbesondere aus den letzten Jahren: Sommerbad in Pompeji (1876), Scene aus der Geschichte des heil. Sebastian (1877), römische Schauspieler ihre Rollen einübend und die Via Appia zur Zeit des Augustus. Im Atrium des Hôtel Pompéien in Paris malte er mehrere Bilder nach Hesiod und im Tanzsaal der Neuen Oper die verschiedenen Phasen des Tanzes mit 20 Porträten von Tänzern. 1865 erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion.