Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03237.jsonl.gz/985

Trainingsrückstand auf Schnee eingehandelt
Roman Schaad startet morgen Samstag in die siebte Weltcupsaison
Roman Schaad hat über den Sommer gut trainieren können. Wegen Achillessehnenproblemen während drei Wochen im November nimmt er die Saison mit einem Handicap in Angriff.
KONRAD SCHULER
Der 26-jährige Unteriberger lief in der letzten Saison viermal im Sprint im freien Stil in die Top 30. Das Saisonbestresultat gelang ihm am Neujahrstag mit dem 16. Rang im Val Müstair. Im Gesamtweltcup schaffte er es mit 39 Punkten auf Rang 88. Im Sprintweltcup belegte er den 46. Rang mit 39 Punkten. Damit war er wie im Vorjahr zweitbester Schweizer.
An den Weltmeisterschaften in Seefeld eroberte er als einziger Schweizer einen Finalplatz im Sprint im freien Stil und belegte dort den guten 24. Rang. Wegen der doch etwas durchzogenen Saison wurde er ins A-Kader eingeteilt und verlor seinen Nationalmannschafts-Status.
Insgesamt hat er in den vergangenen sechs Wintern 19-mal Weltcuppunkte im Sprint im freien Stil geholt. Sein Bestresultat ist der neunte Platz von Toblach vom 2.Februar 2014.
Die diesjährige Weltcupsaison startet Roman Schaad morgen Samstag im Sprint im freien Stil in Davos. Den 15-Kilometer- Lauf im freien Stil vom Sonntag bestreitet er nicht.
In Davos ging er bis anhin siebenmal in seiner Paradedisziplin an den Start. Sechsmal davon holte er Weltcuppunkte. Im Dezember 2013 belegte er Rang zehn, das ist bis heute das Bestresultat in Davos.
Erfolgreich operiert an Schulter
Am 4. April dieses Jahres wurde Roman Schaad an der linken Schulter im Inselspital in Bern erfolgreich operiert. Es handelte sich um eine Latarjet-Operation, bei der die Bizeps umgehängt wurden. Der Heilungsprozess verlief sehr zügig. Im April und Mai war er für vier Wochen Rehabilitation in Magglingen.
Vom 10. Juni bis 4. Juli weilte er in Oslo. Die ersten Intervalltrainings auf Rollskiern und längere Trainingseinheiten bis zu vier Stunden zu Fuss oder auf den Rollskiern folgten. «Ich habe im Juli umfangmässig noch nie so viel trainiert wie heuer.» Anfang Juli trainierte er drei Tage lang in Unteriberg, dann eine Woche in Davos, danach mit dem Team eine weitere Woche in Seefeld. Ab dem 26. Juli trainierte er wieder im Ybrig.
Im August folgten lange Trainingseinheiten auf den Rollskiern und zu Fuss, zuerst in Toblach, dann in Davos und häufig im Ybrig. «Ich habe diesen Sommer insgesamt sehr viel zu Hause im Ybrig trainiert», führt er vor dem Saisonstart aus. Die beiden Testrennen in Andermatt von Mitte September betrachtete er eher als Trainingseinheiten. «Ich war damals etwas müde von den intensiven Trainings zuvor», sagt er im Rückblick. Bestwert im neuen Sprinttest
Bei den Leistungstests Ende September in Magglingen wurde erstmals ein neuer Sprinttest absolviert. «Hier erbrachte ich den Bestwert aller Schweizer Athleten. Da wir keine Anhaltspunkte im Vergleich mit früheren Jahren haben konnten, ist es schwierig einzuschätzen, was das bedeutet», erklärt er dazu.
Im Oktober folgte eine Woche Schneetraining in der Schneehalle von Oberhof. «Es war relativ weich und die Bedingungen generell nicht ideal», schaut er auf diese Woche zurück.
Ende Oktober ging es auf die Farmingloipe in Davos. «Zuerst konnte ich während einer Woche gut trainieren auf Schnee, ab dem 7.November bis Ende November hatte ich dann Achillessehnen- Probleme links, die über mehrere Tage ein Schneetraining verunmöglichten. Obwohl ich andere Trainings als Kompensation ausführen konnte, habe ich mir dadurch einen Trainingsrückstand auf Schnee eingehandelt », analysiert er. «Häufig war ich in dieser Zeit im Kraftraum auf dem Hometrainer und an der Zugmaschine.» «Mit dem neuen Trainer Kein Einaste aus Estland bin ich sehr zufrieden. Dem neuen Trainingssystem kann ich nur Vorteile entnehmen. Wir trainierten während drei Wochen sehr hart und regenerierten uns danach eine Woche lang. In den drei Wochen gingen wir an die Grenzen und aus der Komfortzone raus in den Keller, in der vierten Woche nahmen wir es gelassener und konnten andere Sachen machen», so Roman Schaad zu den Neuerungen insgesamt.
Formstand etwas unklar
Aktuell hat Roman Schaad keine Beschwerden. «Grundsätzlich fühle ich mich gut. Mein Formstand ist aber schwierig einzuschätzen, denn mir fehlen Vergleiche mit meinen Kollegen, da ich keine Trainingseinheiten mit ihnen auf Schnee gemacht habe in den letzten Wochen. Ich bin selber gespannt darauf, was morgen Samstag rauskommt», lässt er sich vernehmen. Er sei aber vorerst einmal froh, dass er überhaupt an den Start gehen könne. «Vor zwei Wochen war ein Start noch in Frage gestellt», fügt er an. «Ich wäre sehr froh, wenn es in die ersten 30 reichen würde, denn damit hätte ich die Gewissheit, dass die Vorbereitung insgesamt gut war», macht er sich selber Mut.
Roman Schaad bevorzugt harte Schneeverhältnisse. Ob das Wetter ihm diesen Wunsch erfüllt, ist aufgrund des Wetterberichtes für den Samstag mehr als fraglich. Auf der Loipe in Davos liegen aktuell etwa 40 Zentimeter Schnee. Planica, Lenzerheide, Dresden
Nach Davos sind die Rennen in Planica, auf der Lenzerheide und in Dresden im Fokus. In Planica finden am übernächsten Wochenende ein Sprint und ein Teamsprint im freien Stil statt. Auf der Lenzerheide wird am 28. Dezember mit einem 15-Kilometer-Rennen mit Massenstart im freien Stil die Tour de Ski eingeläutet. Am Tag darauf wird der Sprint im freien Stil ausgetragen. Weitere Rennen innerhalb der Tour de Ski sind für Roman Schaad nicht geplant.
«Ab Ende Jahr bereite ich mich auf die Wettkämpfe in Dresden vom 11. und 12. Januar vor», so Roman Schaad.
Roman Schaad aus Unteriberg war an der WM im Februar dieses Jahres der bestklassierte Schweizer im Sprint und begehrter Interviewpartner. Foto: Konrad Schuler