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Aufgrund ihrer Tausenden Quellen gilt die Schweiz als Wasserschloss Europas. Schweizer Gewässer speisen einige der wichtigsten Flüsse in Europa (z.B. Rhein, Rhone, Po und Donau). Durch die anhaltendeKlimakrise und die Erhöhung der Temperaturen in der Schweiz (seit 1850: +1,8 Grad Celsius) verändert sich der Wasserkreislauf in der Schweiz mit verheerenden Folgen für die Wasserverfügbarkeit in Europa. Bis Ende dieses Jahrhunderts werden die Gletscher in der Schweiz voraussichtlich grösstenteils geschmolzen sein. Die Schweiz nimmt ihre Verantwortung in der Klimakrise wahr und beteiligt sich international an der Bekämpfung der Klimakrise. Um das international anerkannte Ziel «Netto-Null-Emissionen bis 2050» zu erreichen, muss die Schweiz die derzeitigen CO₂-Emissionen in Höhe von 44 Mt CO₂ pro Jahr drastisch reduzieren.
Die Schweiz nimmt ihre Verantwortung wahr und beteiligt sich international an der Bekämpfung der Klimakrise.
Green Bond: am Beispiel der Amag Leasing AG
Green Bonds sind Anleihen, mit welchen ein Emittent Geld am Kapitalmarkt aufnehmen und für umweltfreundliche Verwendungszwecke wie beispielsweise im Verkehr einsetzen kann. Warum im Verkehrssektor? Dieser ist für einen grossen Teil der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Im Jahre 2020 beliefen sich die Treibhausgasemissionen im Verkehr in der Schweiz auf 13,4 Mrd. t CO₂. Um «Netto-Null-Emissionen bis 2050» zu erreichen, müssen die Emissionen aus dem Landverkehr stark reduziert werden. Eine treibende Kraft sind dabei Automobilhändler wie die Amag Group AG mit Sitz in Cham. Die Geschäftstätigkeit der Amag AG beeinflusst die effektiven CO₂-Emissionen auf den Schweizer Strassen. Das Unternehmen ist sich dieser transformativen Verantwortung bewusst und will sich zum führenden Anbieter nachhaltiger individueller Mobilität entwickeln. Die Firma hat ambitionierte Ziele im Vertrieb von sogenannten Steckerfahrzeugen (batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride). Diese Ziele erfordern Kapital, das die Amag Leasing AG (Alag), eine Tochtergesellschaft der Amag AG, über einen Green Bond am Schweizer Kapitalmarkt aufgenommen hat.
Alag hat in einem ersten Schritt ein Rahmenwerk, das «Green Finance Framework», erarbeitet. Es entspricht den international anerkannten Prozessrichtlinien für Green Bonds, den «Green Bond Principles». Diese fördern die Finanzierung der nachhaltigen Transformation, indem sie die Transparenz über die Mittelverwendung der Green Bonds erhöhen. Die meisten bestehenden Green Bonds entsprechen diesen Prozessrichtlinien. Das Kernelement ist das Rahmenwerk, das folgende Elemente enthält:
1. Verwendung der Emissionserlöse:
Das Kernstück eines Green Bond ist die Verwendung der Emissionserlöse für geeignete grüne Projekte. Die Green Bond Principles erkennen verschiedene grüne Projektkategorien (u.a. erneuerbare Energien, Verschmutzungsprävention, sauberer Transport etc.) an. Alag setzt die Emissionserlöse für sauberen Transport und erneuerbare Energien ein. Somit kann Alag sowohl die Steckerfahrzeuge refinanzieren, die zu mehr klimafreundlicherem Verkehr führen, als auch in Fotovoltaikanlagen investieren.
2. Prozess der Projektbewertung und -auswahl:
Es muss nicht nur die Evaluierung der grünen Projekte, sondern auch die Überwachung und Steuerung von sozialen und ökologischen Risiken definiert werden. Bei Alag verantwortet ein Nachhaltigkeitsbeirat den gesamten Prozess.
3. Management der Erlöse:
Die Nettoerlöse eines Green Bond sollten getrennt von übrigen Assets verwaltet werden. Durch einen formalen internen Prozess stellt der Emittent sicher, dass die Erlöse ausschliesslich für die Kredit- und Investitionstätigkeiten der geeigneten grünen Projekte gemäss dem Rahmenwerk verwendet werden. Alag weist den Betrag in der Höhe des Nettoerlöses dem Portfolio von förderfähigen grünen Projekten zu. Die Alag-Finanzabteilung überwacht die Vermögenswerte und weist sie zu.
4. Berichterstattung:
Transparenz über die erwarteten und erzielten Projektauswirkungen ist der letzte Teil der Prozessrichtlinien. Aktuelle Informationen über die Verwendung der Erlöse und weitere (quantitative) Leistungsindikatoren müssen öffentlich verfügbar sein. Alag hat eine Berichterstattung zum Green Bond 2022 publiziert und aktualisiert diese jährlich.
Welche Ziele der Green Bond von Alag erreicht hat
- Alag konnte zahlreiche Projekte finanzieren, die die nachhaltige Transformation in der Schweiz unterstützen.
- Die Investoren wissen genau, welche Wirkung ihr Investment entfaltet.
- Die CO₂-Emissionen auf den Schweizer Strassen werden gesenkt.
- Alag hat ein Green-Lease-Portfolio von 11 100 Leasingverträgen identifiziert. Hinter diesen Leasingverträgen stehen Hybridsteckerfahrzeuge mit einem Wert von CHF 124 Mio. und batteriebetriebene Elektrosteckerfahrzeuge mit einem Wert von CHF 359 Mio. Diese Steckerfahrzeuge reduzieren die CO₂-Emissionen auf unseren Strassen: Die durch den Bond refinanzierten Steckerfahrzeuge stiessen bis Ende Juni 2022 1934 Tonnen CO₂ aus. Dies ist eine Reduktion von 15 344 Tonnen CO₂ verglichen mit durchschnittlichen Neuwagen im Jahr 2021.
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass ein Green Bond durchaus eine positive Wirkung auf die nachhaltige Entwicklung hat. Wichtige Kriterien sind dabei die effiziente Mittelallokation sowie eine transparente Nachvollziehbarkeit für die Investoren.
Green Bonds und ihre Bedeutung innerhalb des globalen Anleihemarktes
Im Jahr 2007 emittierte die Europäische Investitionsbank (EIB) die erste grüne Anleihe zur Finanzierung von Projekten, die einen Beitrag zum Klimaschutz im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz lieferte. Im Jahr darauf folgte die Emission der ersten Öko-Anleihe der Weltbank. Knapp zwei Jahre später wurde die Nichtregierungsorganisation Climate Bonds Initiative gegründet, um die Attraktivität des Marktes zu steigern. 2013 begann der Markt, Fahrt aufzunehmen. Anfang Dezember 2020 durchbrach der Markt für grüne Anleihen die USD-1-Billion-Grenze und nähert sich nun einem kumulativen Emissionsvolumen von USD 1,8 Billionen.
Im Vergleich zum globalen Anleihemarkt (rund USD 62 Billionen laut Bloomberg Global Aggregate Index, Stand per 31.3.2023) nimmt sich das noch relativ bescheiden aus. Allerdings verlieh das stetige Wachstum der Marktwahrnehmung einen Schub, sodass grüne Anleihen auf dem Weg zu sein scheinen, zu einem Mainstreamprodukt zu werden undeinen wichtigen Beitrag zur Klimafinanzierung und zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens zu leisten. Hinzu kommt, dass immer mehr Unternehmen den Vorteil erkennen, Anlegerinnen und Anleger für sich zu gewinnen, die an zweckgebundenen Finanzierungen interessiert sind. Doch die Expansion führt auch zu Risiken. Nicht alle «Klimaschutzanleihen» bieten die gleiche Sicherheit bezüglich des Einsatzes der Emissionserlöse und die gleiche Transparenz. Dadurch erhöht sich das Risiko des «Greenwashing».
Aus Anlegersicht ermöglicht die Investition in Investmentfonds die Finanzierung mehrerer Projekte und somit einen Beitrag zu mehreren Themen sowie den Zugang zum globalen Markt für grüne Anleihen anstelle einer Investition in eine einzelne grüne Anleihe. Darüber hinaus profitieren die Anlegerinnen und Anleger von der Grösse des Fonds und der Kompetenz des Fondsmanagers, einem hohen Mass an Diversifizierung und besseren risikobereinigten Renditen.
Erste Responsible Bond Global Impact Fund
Nicht alle Green Bonds werden ihren Kriterien bezüglich Nachhaltigkeit oder Umweltauswirkungen vollumfänglich gerecht. Aus unserer Sicht ist es deshalb ratsam, einen spezialisierten Asset Manager zu Rate zu ziehen. Eine interessante Anlagemöglichkeit, um in authentische und wirkungsvolle grüne Vermögenswerte und Projekte zu investieren, bietet der 2015 lancierte Erste Responsible Bond Global Impact Fund (ISIN: AT0000A1EK55). Bei diesem Impact-Bonds-Fonds handelt es sich um einen globalen Anleihefonds,
der ausschliesslich in Green Bonds, Climate Awareness Bonds und Social Bonds investiert, die neben einem hohen sozialen oder ökologischen Nutzen auch allen anderen Anforderungen des integrierten Nachhaltigkeitsansatzes entsprechen müssen.
Sarah Zaugg, Fachspezialistin Nachhaltigkeit, und Matthias von Allmen, Finanzanalyst
Rechtliche Informationen
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