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Korallen bestehen aus sehr kleinen Tieren: den Polypen. Viele Polypen zusammen bilden eine Koralle und mit der Zeit ein ganzes Korallenriff. Sie sehen aus wie Pflanzen, sind aber mit den Quallen verwandt. Viele Korallen bekommen ihre Farben von winzigen Algen, die in den Polypen leben. In Korallenriffen leben unzählige Arten von Meerestieren. Leider sind Korallen bedroht und sterben wegen der Klimaerhitzung ab.
Es gibt mehr als 6000 verschiedene Arten von Korallen, die in zahlreichen Formen und Farben vorkommen. Man unterscheidet zwischen Sechsstrahligen Korallen (zu ihnen gehören die Seeanemonen, Schwarze Korallen und Steinkorallen) und Achtstrahligen Korallen (dazu gehören die Blaue Koralle, die Orgelkoralle, Weichkorallen und Seefedern). Daneben gibt es die Feuerkorallen, die ein starkes Gift in ihren Tentakeln produzieren.
Korallen kommen in allen Meeren vor, vom seichten Strand bis in die Tiefsee. Lange glaubte man, Korallenriffe würde es nur im flachen, warmen Wasser der tropischen Meere geben, denn die Algen, die in den Korallen leben, brauchen Sonnenlicht und wachsen am besten zwischen 22 und 29 Grad Wassertemperatur. Doch es gibt auch Tiefseekorallen, die in einer Tiefe von bis zu 6000 Metern vorkommen. Dort ist es dunkel und kalt, weshalb sie nicht mit Algen zusammenleben.
Die Polypen einer Koralle fressen Plankton. Das sind winzig kleine Krebse und Algen, die im Wasser schwimmen. Diese fangen die Polypen mit ihren Tentakeln. Korallen aus tropischen Meeren bekommen zusätzlich Nahrung von den Algen, mit denen sie zusammenleben.
Korallenriffe werden hauptsächlich von Steinkorallen gebildet. Die Polypen dieser Korallen bauen mit Hilfe der Algen ein Skelett aus Kalk, das der Koralle ihre Form gibt. Jeder neue Polyp baut ein bisschen weiter, und die Koralle wird immer grösser. Daneben können sich neue Korallen ansiedeln und über tausende von Jahren hinweg entsteht so ein Korallenriff. Das grösste Korallenriff der Welt ist das Great Barrier Reef in Australien. Es ist sogar vom Weltraum aus sichtbar. In Korallenriffen leben aber nicht nur Korallen. Sie bieten einem Viertel aller Meeresbewohner Lebensräume, Nahrung, Schutz und einen Ort, um ihre Jungen grosszuziehen.
Korallen können sich auf unterschiedliche Arten fortpflanzen. Ein grosser Polyp kann sich in zwei Hälften teilen, aus denen je ein kleiner Polyp entsteht. So wächst die Kolonie immer weiter. Um eine neue Kolonie zu gründen, geben Korallen tausende Eizellen ins Wasser ab, die von anderen Korallen befruchtet werden. Daraus schlüpfen schwimmende Korallenlarven. Die Strömung treibt sie an einen neuen Ort. Haben die Larven einen festen Untergrund gefunden, wachsen sie an und können sich nicht mehr fortbewegen.
Die Klimaerhitzung ist die grösste Gefahr für die Korallen. Wenn das Wasser zu warm wird, verschwinden die farbigen Algen, die in den Korallen leben. Die Koralle selbst ist weiss. Darum nennt man diesen Vorgang «Korallenbleiche». Kühlt das Wasser schnell wieder ab, kommen die Algen zurück. Bleibt es jedoch zu lange warm, sterben die Korallen und mit ihnen das Riff.
Weitere Gefahren sind die Meeresverschmutzung, der Handel mit Korallen und die Fischerei mit sogenannten Grund-Schleppnetzen: Dabei ziehen grosse Schiffe schwere Platten über den Meeresboden gezogen, die die Korallen zerstören.
Seit den 1970er-Jahren schützt der WWF mit verschiedenen Massnahmen Korallenriffe. Der WWF hilft mit, neue Meeresschutz-Gebiete zu errichten, bekämpft Fischfangmethoden, die Korallenriffe zerstören, setzt sich gegen die Klimaerhitzung ein und ist auch in der Politik aktiv für gesunde Meere und nachhaltigen Fischfang. Das heisst, man darf nicht mehr Fische fangen, als auf natürliche Weise wieder heranwachsen.
Auch du kannst dazu beitragen, das Klima und die Korallen zu schützen: