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Nicht immer äussert sich die Reflux-Erkrankung mit den typischen Symptomen des Magenbrennens, Sodbrennens und des sauren Aufstossens. Es kommen diverse weitere Symptome vor, welche nicht zwingend auf die Diagnose „Reflux“ schliessen lassen. Zudem gibt es verschiedene Arten von Reflux-Erkrankungen.
Mittels eingehender Befragung der Patienten ermitteln wir die relevanten Symptome, welche uns den Weg zu Abklärung, Reflux-Typ und geeigneter Therapiemethode weisen. Untenstehend finden Sie die häufigen Reflux-Typen mit der Beschreibung der Symptome sowie weitere Informationen zu möglichen Beschwerden.
Klassischer Reflux
Der klassische Reflux ist dominiert von einem brennenden Gefühl im Oberbauch und hinter dem Brustbein. Die Patienten fühlen das Herauflaufen der Säure, insbesondere nach dem Essen und beim sich hinlegen. Der saure Geschmack kann dabei bis in den Mund reichen. Typischerweise sind die Symptome mit den Säureblockern sehr gut behandelbar. Der Reflux ist teilweise nach wie vor vorhanden, aber -da nicht mehr sauer - weitaus weniger störend.
Volumenreflux
Beim Volumenreflux erleben die Patienten viel zurückfliessende Flüssigkeit, teilweise mit spuckgrossen Mengen im Mund. Mitunter kommt es zum Heraufwürgen unverdauter Nahrung. Die Symptome sind verstärkt beim Bücken, schweren Heben, Pressen (Stuhlgang, Wasserlösen), also immer dann, wenn der Druck im Bauchraum erhöht wird. Oftmals erleiden die Patienten einen Zwerchfellbruch, welcher zum schlechten Funktionieren des Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen beiträgt. Die klassischen Säureblocker helfen hierbei nur bedingt, da es sich um ein Volumenproblem handelt.
Nicht-saurer Reflux
Bei gewissen Patienten fliesst nicht saure, sondern basische (bittere, gallige) Flüssigkeit in die Speiseröhre zurück. Dieser basische Reflux kann die Schleimhäute ebenfalls schädigen und ist mit Säureblockern nicht therapierbar. In der Impedanz-pH-Metrie können wir zwischen saurem und nicht-saurem Reflux unterscheiden und die Therapie entsprechend planen.
Atypischer Reflux
Der atypische Reflux macht, wie es der Name sagt, atypische Symptome. Husten in der Nacht, häufige Halsschmerzen oder Reizungen im Rachen, wiederholt auftretende, meist leichte Lungenentzündungen oder auch Zahnschmelzprobleme der Backenzähne können Hinweise auf eine atypisch verlaufende Reflux-Erkrankung sein. Die medikamentöse Behandlung ist oftmals nur bedingt erfolgreich, da trotz Säureblockade Flüssigkeit in die Speiseröhre und in die Lunge laufen kann. Kommt es vorwiegend zu Symptomen im Hals, so spricht man vom laryngo-pharyngealen Reflux (siehe unten).
Laryngo-pharyngealer Reflux
Diese Refluxart zeichnet sich durch Symptome im Hals und Rachen aus. Fremdkörpergefühl, Schleimproduktion, heisere Stimme, trockenes Gefühl im Hals können Hinweise auf einen laryngo-pharyngealen Reflux sein. Oftmals verspüren die Patienten keine klassischen Refluxsymptome wie Sodbrennen oder das Herauflaufen der Säure. Säureblockierende Medikamente helfen normalerweise erst in der höchsten Dosierung. Die Beschwerden bleiben oftmals bestehen. Nicht selten trifft es jüngere Menschen. Der laryno-pharyngeale Reflux kann zum atypischen Reflux gezählt werden.
Kombinierter Reflux
Die verschiedenen Reflux-Typen kommen nicht selten in Kombination vor. Man leidet unter saurem Brennen hinter dem Brustbein und nach Mahlzeiten - und beispielsweise wenn man sich bückt, verstärken sich die Symptome oder es kommt unverdaute Nahrung hoch.
Symptome im Zusammenhang mit Schluck- und Atemstörungen
Gewisse Patienten haben ein unbewusstes Fehlverhalten beim Schlucken und Atmen, schlucken viel Luft (Aerophagie) oder ziehen Luft sehr rasch in die Speiseröhre und stossen sie wieder aus (Supragastric belching). Solche Vorgänge können eine Refluxerkrankung vortäuschen oder den Reflux begünstigen. Diese Symptome können diagnostiziert werden, und mittels Verhaltenstherapie (spezielle Logopädie) behandelt werden.
Schluckbeschwerden oder Schmerzen
Haben Sie Schluckbeschwerden oder gar Schmerzen beim Schlucken, ist dies ein dringendes Warnsignal. In diesem Fall muss zwingend eine Magenspiegelung durchgeführt werden. Gründe für diese Symptome können Entzündungen der Speiseröhre (verursacht durch den Reflux oder Pilze), eine Achalasie, grosser Zwerchfellbrüche und natürlich Tumore sein.
Unter Sodbrennen versteht man ein durch die aufsteigende Säure verursachtes Brennen im Oberbauch, welches mittig hinter dem Brustbein auftritt. Die Beschwerden können sowohl dauerhaft sein als auch wiederholt auftreten.
Unter Magenbrennen versteht man brennende Schmerzen in der Mitte des Oberbauchs. Tritt das Magenbrennen zusammen mit saurem Aufstossen, Brennen hinter dem Brustbein oder Zurückfliessen von Nahrung auf, kann diese Kombination ein Hinweis auf eine Reflux-Erkrankung sein.
Beim sauren Aufstossen und Sodbrennen fliesst Magensäure zurück in die Speiseröhre. Dies reizt die Speiseröhre und führt zu den brennenden, hinter dem Brustbein lokalisierten Schmerzen, welche sich manchmal bis in den Rachen und Mund ausdehnen können.
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