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An den Olympischen Jugend-Winterspielen 2020 sollen auch Langläufer aus der Mongolei teilnehmen. Dafür kämpft ein Waadtländer Arzt. Er hat für das Training 15 Jugendliche aus der Mongolei in das Vallée de Joux im Jura geholt.
Der Initiant Pascal Gertsch kennt sich aus mit dem Langlaufsport. Er war während den Olympischen Winterspielen 1972 in Sapporo Mannschaftsarzt des nordischen Ski-Teams der Schweiz. Der inzwischen pensionierte Arzt begeistert sich seit 2012 für die Mongolei.
Er bereiste seither das Land mehrmals, gab das Fotobuch «Mongolie mon amour» heraus und leistete vor allem medizinische Hilfe. «Heute konzentriere ich mich auf die Prävention», sagt Gertsch der Nachrichtenagentur sda.
Einen entscheidenden Moment erlebte er im Dorf Dadal, in dem einst der berühmte Dschingis Khan zur Welt gekommen war. Dort sah er zwei Knaben beim Langlaufen. Als Lausanne die Jugend-Winterspiele 2020 zugesprochen bekam, sprang beim 71-jährigen Waadtländer der Funke über.
Zusammen mit seiner Lebenspartnerin beschloss er, einen «sauberen und ethischen Sport» bei den Jugendlichen in der Mongolei zu fördern. Für ihn ist wichtig, dass die Jugendlichen Spass haben.
Langlauf statt Zigaretten und Alkohol
«Wenn sie sich für den Langlauf begeistern, dann entkommt ein kleiner Bruchteil dem Tabak- und Alkoholkonsum», sagt Gertsch. In der Mongolei würden Kinder schon im Alter zwischen fünf und sechs Jahren beginnen, das Nationalgetränk zu trinken – vergorene Stutenmilch.
Um die Flamme für Lausanne 2020 zu zünden, lancierte Gertsch Anfang Jahr ein Rennen in Dadal. Die Jugendlichen seien mit viel Enthusiasmus dabei gewesen, sagt er. «Seit dem Abzug der Russen ist der Langlauf in der Mongolei tot.»
Er entfache nun wieder die Glut, aber es brauche neuen Brennstoff, und den versuche er aufzutreiben. In mehreren Anläufen schaffte er es, Langlauf-Material in die Mongolei zu bringen. Auch für das Trainingslager in der Waadt bis Ende Januar waren die Hürden hoch.
Material gesucht
So war es schwierig, für die Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren Visa zu erhalten, sagt Gertsch. Für jeden Athleten suchte er Paten, welche für jeweils 1500 Franken eine Langlauf-Ausrüstung spenden.
Am Samstag kamen die mongolischen Langläufer nun im Vallée de Joux an. Am Montag spielten sie zunächst Basketball mit Waadtländer Schülern, wie Masaa sagte, welche als Übersetzerin dem Initianten Gertsch zur Seite steht.
Die Kinder waren zudem von den Loipen und der verschneiten Landschaft im Waadtländer Jura begeistert. Und sie mochten auch gerne das Fondue, wie die Übersetzerin festhielt. Mit dem Langlauf-Training begannen sie am Sonntag.
Die Jugendlichen dürfen das Material nach dem Trainingslager in die Mongolei mitnehmen. Auch für weiteren Nachwuchs im mongolischen Langlauf sucht Gertsch gebrauchte Langlauf-Ski in gutem Zustand.
Zumindest bei Gertsch ist das olympische Feuer bereits entfacht. «Es ist wunderbar, die Begeisterung bei den Jugendlichen zu sehen», sagt der Waadtländer. Die Schweizer seien den Olympischen Winterspielen eher abgeneigt. Für den Arzt sind die Jugend-Winterspiele 2020 in Lausanne das letzte Ziel: «Danach höre ich auf.»