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„Die Gründung des Staates Südsudan war für die Menschen mit Hoffnung und Freude verbunden, doch das Versprechen auf ein besseres Leben hat sich nicht erfüllt. Für die Kinder hat sich die Situation seit 2011 erheblich verschlechtert“, sagt Rama Hansraj, Länderdirektorin von Save the Children im Südsudan. „Das Land hat eine lange Geschichte von bewaffneten Konflikten, Vertreibungen, der Zerstörung von Lebensgrundlagen und Landbesetzungen, es ist gebeutelt von Wetterextremen und Heuschreckenplagen. Und die Covid-19-Pandemie traf auf eine ohnehin schwache soziale Infrastruktur. Nur wenn wir die Ursachen dieser Krise angehen und die verheerenden Auswirkungen der Pandemie abmildern, können wir verhindern, dass eine ganze Generation an den Folgen der Unterernährung zugrunde geht.“
2012 waren im Südsudan bereits 40 Prozent der Bevölkerung mindestens in einer Notsituation gemäss Phase 3 der internationalen Klassifizierung von Ernährungsunsicherheit. Die fünf sogenannten IPC-Phasen (Integrated Food Security Phase Classification) definieren, wie stark eine Bevölkerung von Nahrungsmangel betroffen ist. Ab IPC-Phase 3 wird von einer Krise gesprochen, IPC 4 bedeutet eine Notsituation/drohende Hungersnot und wenn IPC 5 erreicht ist, herrscht akuter Hunger – dann kommt Hilfe oft schon zu spät.
Aktuell befinden sich 2,47 Millionen Menschen im Südsudan am Rande einer Hungersnot (IPC 4) und 31.000 Menschen leiden akut Hunger (IPC 5). Save the Children sorgt sich vor allem um das Wohlergehen von etwa 1,4 Millionen Kindern, die Schätzungen zufolge derzeit an akuter Unterernährung leiden, die höchste Zahl seit 2013. Unterernährung kann die geistige und körperliche Entwicklung stark beeinträchtigen, das Risiko für die Entwicklung anderer Krankheiten erhöhen und schliesslich zum Tod führen. Save the Children behandelt im Südsudan akut unterernährte Kinder. Mitarbeitende berichten von immer mehr Babys, die in lebensbedrohlichem Zustand in Spitäler gebracht werden.
Save the Children fordert die Regierungen der Geberländer auf, den gemeinsamen Plan für humanitäre Hilfe für den Südsudan vollständig zu finanzieren und in soziale Schutzprogramme und Dienstleistungen für Kinder zu investieren. Um dem Hunger ein Ende zu setzen, muss die internationale Gemeinschaft die Ursachen der akuten Ernährungsunsicherheit angehen. Dazu zählen eine nachhaltige Lösung des Konflikts, die Bekämpfung der Klimakrise und der Aufbau widerstandsfähigerer Gemeinschaften.
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