Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03527.jsonl.gz/790

Eine kurze Geschichte der Empa
Die Empa blickt auf eine lange und wandlungsreiche Geschichte zurück, die als «Anstalt für die Prüfung von Baumaterialien» 1880 im Kellergeschoss des Polytechnikums in Zürich, der heutigen ETH Zürich, ihren Anfang nahm. Ludwig von Tetmajer, Professor für Baumaterialkunde, ist ihr erster Direktor. Anfangs war die neue Institution vor allem mit umfassenden Qualitätsprüfungen von Bau- und Konstruktionsmaterialien für die Schweizerische Landesausstellung 1883 beschäftigt. Tetmajers intensive Forschungsarbeiten brachten bereits in den Anfangsjahren erste wissenschaftliche Publikationen auf dem Gebiet der Prüfung und Normierung für Baustoffe und Metalle hervor.
Tetmajer war es auch, der nach dem Einsturz einer von Gustav Eiffel konstruierten Eisenbahnbrücke 1891 in Münchenstein im Kanton Baselland mit der Abklärung der Ursache dieses bis dato grössten Eisenbahnunglücks auf dem europäischen Kontinent betraut wurde. Dabei fand er heraus, dass die bis dahin zur Berechnung derartiger Bauwerke benutzte Eulersche Knickformel die Tragfähigkeit für schlanke Stahlstützen (wie sie in Münchenstein verwendet wurden) deutlich überschätzte und daher einer Korrektur bedurfte.
In den folgenden Jahren entwickelte sich die noch junge Anstalt rasch zu einer universellen Prüfanstalt auf dem Gebiet des Bauwesens und des Maschinenbaus. 1928 wurde die Eidgenössische Prüfungsanstalt für Brennstoffe integriert, 1937 kam die bereits seit 1885 bestehende Textilkontrollstelle und «Schweizerische Versuchsanstalt St. Gallen» hinzu. Nur ein Jahr später erhielt das Institut einen neuen Namen: «Eidgenössische Materialprüfungs- und Versuchsanstalt für Industrie, Bauwesen und Gewerbe»; die Kurzform «Empa» war aber schon seit langem zum geläufigen Begriff geworden.
1962 platzt die Empa in Zürich aus allen Nähten und bezieht in Dübendorf ein nagelneues, eigens für sie errichtetes Areal. Schwerpunkte sind Hoch- und Tiefbau, Sicherheitstechnik, Oberflächentechnik, metallische Werkstoffe, Stoffverbunde, zerstörungsfreie Prüfungen, chemische Analysen, Abgas- und Aussenluftuntersuchungen, Haustechnik, Bauphysik, Akustik und Lärmbekämpfung. 1994 kam schliesslich neben Dübendorf und St. Gallen mit Thun ein dritter Standort dazu.
Seit 1988 – und noch expliziter seit 2001 – konzentriert sich die Empa auf anwendungsorientierte Materialforschung und Entwicklung; aus der «Versuchsanstalt» wurde die «Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt». In den folgenden Jahren entstehen immer wieder neue Forschungsabteilungen in strategisch wichtigen Bereichen, etwa Nanotechnologie und im Energiebereich.
Unter dem Motto «Forschung, die begeistert» feiert die Empa 2005 mit 13‘000 Besucherinnen und Besuchern in ihren Laboratorien ihr 125-jähriges Bestehen. 2008 gründet die Empa als Pendant zum «tebo» in St. Gallen den Business Incubator «glatec» in Dübendorf, um die Gründung innovativer Hightech-Startups und -Spinoffs zu fördern und sie im Unternehmensaufbau zu unterstützen.
Zwei Jahre später überarbeitet die Empa ihr Forschungsportfolio und fokussiert sich auf fünf «Resarch Focus Areas», um sämtliche Aktivitäten noch stringenter auf ihre Kernaufgabe auszurichten: Forschung und Technologien in marktfähige Innovationen zu überführen.