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Die SBB ist heute nicht wegzudenken, wenn man an den Schweizer Bahnverkehr denkt. Die Eisenbahngesellschaft gehört zum Bund und deckt den grössten Teil des Schweizer Bahnverkehrs ab. Doch dem war nicht immer so. Noch vor etwas mehr als hundert Jahren war das Schweizer Bahnnetz zum grössten Teil in Privatbesitz. Was ist also passiert?
Das Schweizer Bahnnetz
Die erste Eisenbahnstrecke der Schweiz wurde 1844 eröffnet. Die Strecke ging von Strassburg nach Basel. Zwar hatten zu dieser Zeit schon viele Kanton unabhängig voneinander Bahnstrecken in Planung. Doch wegen politischer Instabilität und gegensätzlichen Interessen konnten solche Pläne sehr lange nicht umgesetzt werden. Zur Eröffnung der ersten, ausschliesslich auf Schweizer Boden gebauten Eisenbahnstrecke kam es im Jahr 1847. Erst als der Bau von Eisenbahnstrecken durch private Unternehmen genehmigt wurde, bekam das Schweizer Bahnnetz Aufschwung. In den 1850er, 1860er und 1870er Jahren kam es zu einem riesigen Konkurrenzkampf zwischen verschiedenen Bahnnetzbetreibern. Dieser Konkurrenzkampf führte zwar zu einem sehr schnellen Ausbau des Schweizer Bahnnetzes, jedoch nicht ohne negative Folgen. Der Wettstreit zwischen den Bahngesellschaften führte nämlich dazu, dass zum Teil parallel verlaufende Eisenbahnstrecken gebaut wurden. Solche finanziell fragwürdigen Entscheidungen führten am Ende dazu, dass zwei damals sehr grosse Bahnunternehmen Konkurs anmelden mussten. Der Untergang dieser Unternehmen hatte zur Folge, dass das Volk seine Meinung zu privaten Bahngesellschaften änderte.
Gründung der Schweizerischen Bundesbahnen
Das Volk forderte vermehrt die Verstaatlichung der Bahngesellschaften. Diese Forderungen wurden schliesslich mit der Volksabstimmung 1898 bestätigt. Die Abstimmung beschloss, dass die fünf grössten Bahnbetreiber vereinigt werden sollten. Es dauerte zwar einige Jahre, doch genau dies geschah dann zwischen 1901 und 1908. Die SBB als vollständige Organisation gibt es seit dem 1. Januar 1902. Darauf wurde jede der fünf grössten Bahngesellschaften verstaatlicht und in die SBB überführt. In den folgenden fünfzig Jahren wurden vier weitere private Bahnunternehmen in die SBB eingegliedert, und das Bahnnetz der SBB, so wie wir es heute kennen, kam zustande.
Die SBB heute
In den folgenden Jahrzehnten wurde das Schweizer Bahnnetz weiter ausgebaut und modernisiert. Heute ist die SBB europaweit bekannt für ihre Pünktlichkeit. Im Jahr 2020 erreichten über 90 Prozent der SBB-Reisenden ihr Ziel mit weniger als drei Minuten Verspätung. Zudem ist das ganze Streckennetz der SBB komplett elektrifiziert. So können heute Millionen von Schweizerinnen und Schweizern umweltgerecht und ohne ein eigenes Fahrzeug besitzen zu müssen fast jeden Fleck in der Schweiz erreichen.
Obwohl man also hin und wieder vielleicht wegen eines verpassten Anschlusses oder hoher Billett Preisen die SBB verflucht, scheint die Schweizer Bahngesellschaft im letzten Jahrhundert einiges richtig gemacht zu haben.
Konkurs anmelden
In Konkurs geraten Unternehmen, die ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen können. Konkurs anzumelden bedeutet, dass das Unternehmen beim Staat angibt, dass es diese Schulden nicht mehr zahlen kann. Meistens führt das zu der Auflösung eines solchen Unternehmens.
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