Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03224.jsonl.gz/763

Zusammen mit dem Fahrplanwechsel 2019 wurde heute 15. Dezember in Lugano durch den Tessiner Regierungsratspräsidenten Christian Vitta und den CEO der SBB, Andreas Meyer der Countdown für die Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels am 12. und 13. Dezember 2020 gestartet.
An dieser Feier waren neben der Leiterin der SBB-Region Süd auch die Stadtpräsidenten von Lugano, Locarno und Bellinzona anwesend.
Der im Vorfeld ebenfalls als Redner angekündigte Bundesrat Ignazio Cassis glänzte allerdings durch Abwesenheit.
SBB-CEO Andreeas Meyer bei seiner Ansprache
In seiner, auf Italienisch gehaltenen Rede erwähnte SBB-CEO Andreas Meyer einige Meilensteine der "Zukunft Ceneri 2020".
Mit der Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels wird das letzte Teilstück der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) fertiggestellt.
Insgesamt wurden in dieses Projekt rund 22,8 Milliarden Franken investiert.
Im Güterverkehr soll der neue Korridor zwischen Nord- und Südeuropa die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene fördern.
Dies soll durch die Verkürzung der Fahrzeit der Güterzüge um bis zu zwei Stunden und der Kapazität-Erhöhung durch den 4-Meter-Korridor mit bis zu 750 Meter langen Kompositionen erreicht werden.
Die Basis hierfür solle eine verbesserte Zusammenarbeit der europäischen Bahnunternehmen bilden, die es in Zukunft ermögliche, die Fahrpläne besser zu koordinieren, die Standzeiten an den Grenzbahnhöfen genauer abzustimmen und die Fahrzeiten optimaler zu synchronisieren.
Im internationalen Personenverkehr werden die Reisezeiten im Nord-Süd-Verkehr weiter verkürzt.
Nach der Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels dauert die Fahrt von Zürich nach Lugano rund 2 Stunden.
Die Fahrt nach Mailand wird dann aufgrund der eingeplanten Reserven, zunächst 3 Stunden 17 Minuten dauern. Auf diese Weise wollen die SBB und Trenitalia für einen zuverlässigen grenzquerenden Verkehr sorgen.
Das Endziel ist eine Reisezeit von Zürich nach Mailand von 3 Stunden 2 Minuten.
Dass dieser Ausblick auf Wunschdenken bei den SBB beruht, beweist die Tatsache, dass am heutigen Tag die meisten internationalen Personenzüge nach Süden wegen eines Streiks in Italien in Chiasso endeten und eine Weiterfahrt per Bahn nach Mailand nur begrenzt möglich war.
Grosser Umbau im Tessiner ÖV
Grund für die Anwesenheit der Stadtpräsidenten von Lugano, Locarno und Bellinzona waren die umfassenden Änderungen im Öffentlichen Verkehr des Kantons Tessin.
Mit der Inbetriebnahme des Ceneri Basistunnels wird sich die Fahrzeit zwischen Lugano und Bellinzona um ca. 15 Minuten, zwischen Locarno und Lugano um ca. 25 Minuten verkürzen.
Es entsteht ein S-Bahn–Netz, welches die drei Ballungszentren des Kantons miteinander verbindet.
Im Bereich dieses innerkantonalen ÖV-Netzes wird ein Zuwachs der Fahrgastzahlen von 30 Prozent erwartet.
Taufe des neuen Giruno «Ceneri 2020».
Mit dem heutigen Fahrplanwechsel kommen auf der Nord-Süd-Achse auch die in Ablieferung befindlichen RABe 501
"Giruno" von Stadler-Rail Schritt für Schritt zum Einsatz.
Sie verkehren vorerst von Basel und Zürich nach Lugano und ab Frühling 2020 bis nach Mailand.
Am heutigen Anlass wurde der RABe 501 008 mit seinem besonderen Anstrich auf den Namen «Ceneri 2020» getauft.
Ceneri 2020 – La futura e oggi – Das dauert noch etwas!
Bis zur Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels gibt es auf der Nord-Süd-Achse noch einiges zu tun.
Allein im Kanton Tessin wird bis zur Eröffnung noch auf über 20 Baustellen auf dem Streckennetz gearbeitet.
Hinzu kommt der Ausbau der Tunnelprofile zur Fertigstellung des 4-Meter-Korridors, auf dem grössere Güterzüge verkehren können.
Auch die Baustelle am Ostufer des Zugersees, die im Tessin momentan kürzere Anschlusszeiten verursacht, besteht noch bis Dezember 2020.
Am 13. Dezember 2020 ist es dann soweit: Der 15,4 Kilometer lange Ceneri-Basistunnel wird mit dem ersten Zug um 06.03 Uhr Richtung Norden in Betrieb genommen. In Lugano, Locarno und Bellinzona werden zu diesem Anlass Feierlichkeiten stattfinden, mit denen der Kanton diesen wichtigen Meilenstein gemeinsam mit der SBB würdigen wird.
In Hinblick auf dieses Ereignis starteten der Tessiner Regierungsratspräsident Christian Vitta und der CEO der SBB, Andreas Meyer gemeinsam einen Countdown beim Bahnhof Lugano.
Peinlich nur, dass der Programmierer vergass, dass das Jahr 2020 ein Schaltjahr mit einem Tag weniger sein wird.
Wegen des Schaltjahres 2020 müsste die korrekte Anzeige einen Tag weniger anzeigen (unten).