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|Briefe über okkulte Meditation, Seite 97 ff. (engl.)|

schrumpfen ein und sterben ab vom Gesichtspunkt des Egos, während der
Kausalkörper nicht im gewünschten Mass aufgebaut und somit Zeit vergeudet wird.
Der Mentalkörper wird in gleicher Weise nutzlos und ein Gebilde selbstsüchtigen
Inhalts; die Welt hat nichts davon und er hat nur geringen Wert. Ein Träumer,
dessen Träume nie konkret verwirklicht werden, ein Baumeister, der Material
anhäuft, das er nie benutzt, ein Seher, dessen Gesichte weder Göttern noch
Menschen nutzen, ist ein Hemmschuh im ganzen System. Er läuft in hohem Mass
Gefahr, einzuschrumpfen.

Meditation sollte bewirken, dass alle drei Träger in vollerem Mass unter die Kontrolle des Egos gebracht werden und sollte zu einer Koordinierung und einer Gleichschaltung führen, zu einer Abrundung und symmetrischen Entwicklung, die den betreffenden Menschen für die Grossen wirklich brauchbar machen. Wenn jemand merkt, dass er vielleicht zu sehr auf der Mentalebene zentralisiert ist, so sollte er sich entschieden bemühen, alle seine mentalen Erfahrungen, Ziele und Bestrebungen zu Tatsachen auf der physischen Ebene zu machen, indem er die beiden niederen Träger unter die Kontrolle des Mentalkörpers bringt und sie zu Werkzeugen seiner Gedankenschöpfungen und Betätigungen macht.
Ich habe hier auf zwei der Gefahren hingewiesen, gegen die man [98] am häufigsten Stellung nehmen muss und rate allen Schülern des Okkultismus, nicht zu vergessen, dass alle drei Körper für die Ausführung der zu leistenden Arbeit gleich wichtig sind, sowohl vom egoischen Standpunkt aus, als auch im Sinn des Dienstes an der Menschheit. Ihr Ziel sollte eine weise Gleichschaltung der Ausdrucksmittel sein, die es Gott im Innern möglich macht, sich im Hilfswerk an der Welt zu manifestieren.
25. Juli 1920
Augenblicklich ist der Gefühlskörper aus verschiedenen Gründen das wichtigste Ausdrucksmittel der Persönlichkeit. Er ist eine komplette Einheit, was beim physischen und mentalen Träger nicht der Fall ist; er ist für die meisten Mitglieder der menschlichen Familie der Mittelpunkt ihrer Polarisierung; er ist der am schwersten kontrollierbare Träger und praktisch derjenige, der zu allerletzt vollständig bezwungen wird. Das kommt daher, dass die Wunsch-Schwingung nicht nur im Menschenreich die Oberhand hatte, sondern auch in geringerem Mass im Tier- und im Pflanzenreich, so dass der sich entwickelnde innere Mensch gegen die in drei Naturreichen eingewurzelten Neigungen ankämpfen muss. Ehe der Geist sich durch die Formen des fünften oder geistigen Naturreiches auswirken kann, muss die Wunsch-Schwingung ausgeschaltet und selbstsüchtige Neigung in geistiges Streben verwandelt werden. Der Gefühlskörper bildet praktisch eine Einheit mit dem physischen Träger, denn der Durchschnittsmensch gehorcht fast ausschliesslich dem Geheiss des emotionellen Trägers - wobei sein niedrigster Körper automatisch den Weisungen eines höheren folgt. Der emotionelle Körper ist ausserdem derjenige, welcher, wie oft erwähnt, in direkter Verbindung mit der intuitionellen Ebene steht, und ein Pfad zur Vollendung benutzt diese Verbindung. In der Meditation sollte der Gefühlskörper von der Mentalebene aus kontrolliert werden, und wenn durch Meditationsformeln und durch einen festen Entschluss und einen starken Willen die Polarisierung in den Mentalkörper verlagert wurde, kommt der emotionelle Träger zur Ruhe und wird aufnahmefähig.
Diese negative Haltung an sich führt, wenn sie übertrieben wird, [99] zu ernsten Gefahren, auf welche ich später näher eingehen will, wenn wir zum Thema Besessenheit kommen, die manchmal göttlicher Natur ist, aber meistens das Gegenteil davon. Eine negative Einstellung ist in keinem der beiden Körper erwünscht, und gerade in diesen negativen Zustand kommen Anfänger in der Meditation so oft und setzen sich dadurch Gefahren aus. Das Ziel sollte sein, das emotionelle Oval gegenüber allem Niederen und gegenüber der Umgebung positiv und nur für das Geistige durch Vermittlung des Kausalkörpers aufnahmefähig zu machen. Das lässt sich nur durch Entwicklung der Eigenschaft bewusster Kontrolle erreichen - jener Kontrolle, die selbst in Augenblicken des Kontaktes mit der höchstmöglichen Vibration auf der Hut bleibt, um die niederen Träger zu bewachen und zu schützen. «Wache und bete» sagte der Grosse Herr während seines letzten Erdendaseins, und er drückte sich in okkulten Worten aus, die man noch nicht gebührend beachtet und ausgelegt hat.
Was muss also überwacht werden?
1. Die Einstellung des emotionellen, ovalen Körpers und dessen positiv-negative Kontrolle.
2. Die Unveränderlichkeit der emotionellen Materie und deren bewusste Aufnahmefähigkeit.
3. Die Gleichschaltung mit dem mentalen und kausalen Körper.
Wenn diese Gleichschaltung unvollkommen ist (wie das oft vorkommt), so verursacht sie einen ungenauen «Empfang» aus den höheren Ebenen, eine Verdrehung der über das Ego herabgesandten Wahrheiten, und eine sehr gefährliche Kraft-Übertragung auf unerwünschte Zentren. Dieser Mangel an Gleichschaltung ist die Ursache dafür, dass so viele anscheinend geistig veranlagte Menschen von sexueller Reinheit abirren. Sie können mit den intuitionellen Ebenen einigermassen in Berührung kommen, das Ego kann ein gewisses Mass von höherer Kraft übermitteln; da aber die Gleichschaltung unvollkommen ist, so wird die Kraft aus jenen höheren Ebenen abgelenkt, die falschen Zentren werden ungebührend angeregt und Unheil ist die Folge.
4. Eine [100] weitere Gefahr, gegen die man sich vorsehen muss, ist die der Besessenheit; aber reines Denken, geistige Ziele und eine selbstlose, brüderliche Lebensführung sind die Grundlagen, die davor schützen. Wenn sich in der Meditation zu diesen wesentlichen Bedingungen ein gesunder Menschenverstand gesellt und eine kluge Anwendung okkulter Regeln, unter entsprechender Berücksichtigung von Strahl und Karma, dann werden diese Gefahren verschwinden.
28. Juli 1920
Einige Gedanken über Feuer
Ehe ich mit der Betrachtung der zu behandelnden Materie beginne, möchte ich gern auf eine gewisse, sehr interessante Tatsache hinweisen. Die meisten psychologischen Phänomene der Erde stehen - wie der Leser verstehen wird, wenn er darüber klar nachdenkt - unter der Kontrolle des Deva-Herrn Agni, des grossen Oberherren des Feuers, des Regenten der Mentalebene. Kosmisches Feuer bildet den Hintergrund unserer Evolution; das Feuer der Mentalebene, seine innere Kontrolle und Beherrschung, seine läuternde Qualität zusammen mit seiner verfeinernden Wirkung - das ist das Ziel der Evolution unseres dreifältigen Lebens. Wenn das innere Feuer der Mentalebene und das in den niederen Trägern latente Feuer sich mit dem Heiligen Feuer der Triade verschmelzen, dann ist das Werk beendet und der Mensch steht als Adept da. Die Einswerdung ist geschehen und das Werk von Äonen ist vollendet. All dies wird durch die Mitwirkung des Agni-Herrn erreicht sowie der hohen Devas der Mentalebene, die mit dem Regenten dieser Ebene und mit dem Radja-Herrn der zweiten Ebene zusammenarbeiten.
Die makrokosmische Evolution geht in gleicher Weise voran wie die mikrokosmische. Die inneren Feuer der Erdkugel, tief im Herzen unseres Planeten, werden sich gegen Ende des grösseren Zyklus mit dem heiligen Feuer der Sonne vereinigen, und das Sonnensystem wird dann seine Apotheose erreicht haben. Während die Äonen in die Vergangenheit versinken und die geringeren Zyklen ihren Lauf nehmen, durchdringt Feuer langsam und in stets wachsendem Mass die Äther; es wird täglich mehr und mehr erkennbar [101] und kontrollierbar werden, bis am Ende kosmisches und irdisches Feuer eins werden (indem die Körper aller materiellen Formen sich den neuen Bedingungen anpassen) und die Entsprechung oder Übereinstimmung augenscheinlich wird. Sobald einem das klar wird, lassen sich die Phänomene der Erde - wie zum Beispiel Erdbebenstörungen - mit grösserem Interesse studieren. Später, wenn mehr Verständnis vorhanden ist, wird man die Wirkungen solcher Störungen verstehen und ebenso deren Einfluss auf die Menschensöhne. Während der Sommermonate - wenn sich der grosse Zyklus in verschiedenen Teilen der Erde ändert - erwachen die Feuerdevas, die elementaren Feuergeister und jene wenig bekannten Wesen, die «Agnichaitans» der inneren Feuerherde zu erhöhter Lebendigkeit, um dann, wenn die Sonne sich entfernt, wieder in einen weniger aktiven Zustand zu versinken. Hier lässt sich eine Entsprechung erkennen zwischen den feurigen Aspekten der Erdenwirtschaft in ihrem Verhältnis zur Sonne und den wässerigen Aspekten und ihrer ähnlichen Verbindung mit dem Mond. Damit habe ich einen wichtigen okkulten Wink gegeben. An dieser Stelle möchte ich auch ein kurzes, obwohl okkultes Fragment einschalten; das ... jetzt veröffentlicht werden darf. Wenn der Schüler darüber tief nachdenkt, so wird ihn dies auf eine hohe Ebene versetzen und seine Vibration anregen.
«Das Geheimnis des Feuers liegt im zweiten Buchstaben des Heiligen Wortes verborgen. Das Mysterium des Lebens ruht heimlich im Herzen. Wenn jener niedere Punkt vibriert, wenn das Heilige Dreieck erglüht, wenn der Punkt, das mittlere Zentrum und der Scheitelpunkt gleichfalls aufleuchten, dann verschmelzen die beiden Dreiecke - das grössere und das geringere zu einer Flamme, die das Ganze verzehrt.»
Jetzt ist es unsere Aufgabe, uns kurz mit den Gefahren zu befassen, die sich auf Grund der Meditationsübung im physischen [102] Körper auswirken. Diese Gefahren sind - wie so vieles andere im Evolutionsplan des Planeten - dreifacher Art und bedrohen drei Gebiete des physischen Körpers. Sie zeigen sich:
a. im Gehirn;
b. im Nervensystem;
c. in den Sexualorganen.
Es erübrigt sich jetzt, auf die Gründe hinzuweisen, warum ich mich zuerst mit den Gefahren des mentalen und des emotionellen Körpers befasst habe. Das war nötig, denn viele der dem dichten Träger drohenden Gefahren nehmen ihren Anfang auf den subtileren Ebenen und sind lediglich die äusseren Manifestationen innerer Übelstände.
Jedes menschliche Wesen ist bei seinem Lebensantritt mit einem physischen und einem ätherischen Körper von einer bestimmten Zusammensetzung ausgerüstet, und diese Zusammensetzung ist das Produkt einer vorhergehenden Inkarnation; sie ist im Prinzip eine genaue Reproduktion des Körpers, den der Betreffende zurückliess, als der Tod ihn von seiner Existenz auf der physischen Ebene loslöste. Die Aufgabe jedes Menschen liegt darin, jenen Körper als gegeben hinzunehmen, seine Mängel und Bedürfnisse zu erkennen und sich dann bewusst ans Werk zu machen, einen neuen Körper zu erbauen, der den Bedürfnissen der inneren Geistigkeit besser angemessen ist. Es ist dies eine Aufgabe von grossem Ausmass; sie nimmt Zeit in Anspruch und erfordert strenge Disziplin, Selbstverleugnung und Urteilskraft.
Wer sich der Ausübung okkulter Meditation unterwirft, spielt buchstäblich mit dem Feuer. Ich möchte diese Feststellung betonen, denn sie enthält eine wenig bekannte Wahrheit. «Mit dem Feuer spielen» ist eine alte Wahrheit, die durch leichtfertige Wiederholung ihre Bedeutung verloren hat, und doch ist sie absolut und durchaus korrekt; keine symbolische Lehre, sondern eine einfache Feststellung einer Tatsache. Feuer ist die Grundlage für alles - das Selbst ist Feuer, der Intellekt ist eine Phase des Feuers, und in den mikrokosmischen, physischen Trägern schlummert ein wahrhaftes, latentes Feuer, das entweder eine zerstörende Kraft sein kann, die das [103] Gewebe des Körpers verbrennt und die Zentren unerwünschter Art anregt, oder aber ein belebender Faktor, der anregt und erweckt. Wenn es in bestimmte, vorbereitete Bahnen gelenkt wird, kann das Feuer als Läuterungsmittel dienen und erheblich zur Verbindung zwischen dem niederen und dem höheren Selbst beitragen.
In der Meditation sucht der Schüler Fühlungnahme mit der göttlichen Flamme, die sein höheres Selbst ist, und ausserdem die Verbindung mit dem Feuer der Mentalebene. Wenn die Meditation forciert oder zu gewaltsam durchgeführt wird, ehe die Gleichschaltung zwischen den höheren und den niederen Körpern vermittels des emotionellen Körpers beendet ist, so kann es vorkommen, dass dieses Feuer auf das an der Basis der Wirbelsäule schlummernde Feuer (die sogenannte Kundalini) einwirkt und es verfrüht zur Zirkulation anregt. Das führt zu Unterbindung und Zerstörung anstatt zur Belebung und Anregung der höheren Zentren. Es gibt da eine genaue geometrische Spirale, der dieses Feuer folgen sollte, je nach dem Strahl des Schülers und je nach dem Vibrationsschlüssel seiner höheren Zentren. Dieses Feuer sollte nur nach direkter Anweisung des Meisters zirkulieren dürfen und muss vom Schüler selbst auf Grund besonderer, vom Lehrer mündlich erteilter Weisungen bewusst verteilt werden. Manchmal mag das Feuer erweckt und in korrekter Weise spiralförmig in Umlauf gesetzt werden, ohne dass der Schüler dessen auf der physischen Ebene gewahr wird; auf den inneren Ebenen weiss er es, nur kann er eben dieses Wissen seinem Bewusstsein auf der physischen Ebene nicht übermitteln.
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|Last updated Saturday, February 14, 1998 © 1998 Netnews Association. All rights reserved.|