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«Ich sah Raff zum ersten Male, er hat etwas Offenes, aber auch Derbes, nicht sehr einnehmend. Auf spätere Erkundigungen hört ich dies bestätigen, zugleich aber immer seinen rechtlichen Charakter loben…»
Clara Schumann, Tagebucheintrag
Joachim Raff (1822–1882)
Joachim Raff erblickte am 27. Mai 1822 in Lachen das Licht der Welt. Die Schule besuchte der junge Raff in Lachen und u.a. auch in Schwyz im Jesuiten-Kollegium. Joachim Raff, durch Begabung und Erziehung früh zur Musik hingezogen, wurde später von Felix Mendelssohn Bartholdy ermuntert, eine Laufbahn als Musiker einzuschlagen. Nach seiner ersten Begegnung mit Franz Liszt in Basel stellte ihn dieser auf der Stelle als Assistenten ein. Daraus entstand eine lebenslange, wechselvolle freundschaftliche Beziehung.
Joachim Raff verbrachte seine Berufslaufbahn vornehmlich im entstehenden Deutschland. Er war nebst Franz Liszt beinahe mit allen berühmten Musikern seiner Zeit bekannt oder befreundet. Er starb 1882 in Frankfurt, mitten in der Tätigkeit als Direktor des Hoch’schen Musikkonservatoriums.
Er hat als Komponist ein reiches Erbe hinterlassen. Insgesamt schrieb er über 200 Werke. In seiner Zeit und bis Ende des 19. Jahrhunderts gehörten diese zu den meistaufgeführten Kompositionen in den grossen Häusern Europas und in Amerika.
Mit der Vergabe des Lachener Kulturpreises an Res Marty, den Präsidenten der Joachim Raff Gesellschaft am 1. August 2016, erfährt Joachim Raff sozusagen indirekt eine Ehrung durch seine Heimat-Gemeinde.
Dank guten Beziehung der Joachim Raff Gesellschaft zu Ingolf Turban kommen die Ausserschwyzer Klassikmusikfreunde zu einem seltenen Hörgenuss: Am 16. Januar 2016 gastiert der weltberühmte Violinist mit Raff-Werken in Lachen.
Der in allen grossen Konzertsälen der Welt präsente Violinvirtuose Ingolf Turban spielt auf Einladung der Joachim Raff Gesellschaft am Samstag, dem 16. Januar 2016, um 19.30 Uhr im Reformierten Kirchgemeindehaus von Lachen. Turban ist sowohl in München und Berlin wie auch in Mailand, New York und Washington und weltweit in vielen andern Konzerthäusern bekannt und beliebt. Er spielte unter grossen Dirigenten wie Sergiu Celibidache, Lorin Maazel, Zubin Metha oder auch Yehudi Menuhin. Dass er die Werke von Joachim Raff besonders schätzt, beweist die Tatsache, dass er sämtliche Raff‘schen Violinsonaten auf CD eingespielt hat. Ingolf Turban freut sich, erstmals in Lachen, dem Geburtsort von Joachim Raff, auftreten zu können.
Hochkarätiges Trio
Begleiten werden ihn der im Kanton Schwyz ansässige russische Pianist Dmitri Demiashkin und der noch junge, sehr talentierte Violinist Sebastian Bohren. Beide Musiker haben in der Schweiz ihr Berufsmusikstudium absolviert und geben weltweit in Konzerten Zeugnis ihres überragenden Könnens ab.
Neben der ersten grossen Violinsonate von Joachim Raff und seinem Duo Nr. 2 über Motive aus Richard Wagners Oper «Tannhäuser» werden ebenfalls Werke von Max Reger und Moritz Moszkowski, einem polnischen Komponisten und Zeitgenossen von Raff, erklingen. Im feurigen und mitreissenden Werk «Navarra» von Pablo de Sarasate kann Turban sein ganzes geigerisches Können demonstrieren.
Samstag, 16. Januar 2016, 1930 Uhr, Reformiertes Kirchgemeindehaus, Lachen