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Die Regierung in Tokio hat die Gefährdung der japanischen Atomkraftwerke durch Tsunamis unterschätzt. Das geht aus einem vorläufigen Bericht hervor, den die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am Mittwoch in Tokio vorlegte.
Die Tsunami-Gefahr für mehrere Standorte sei falsch eingeschätzt worden, erklärten die IAEA-Experten, die für den Bericht Fakten über den Atomunfall im Kraftwerk Fukushima zusammengetragen hatten. Die Planer und Betreiber von Atomkraftwerken müssten die Risiken durch Naturkatastrophen besser abschätzen und die Anlagen entsprechend schützen, forderten sie.
Die Sicherheitsvorkehrungen der Atomkraftwerke müssten zudem so effektiv und robust sein, dass sie nach einem schweren Unfall "rechtzeitig" in Gang gesetzt werden könnten. Von der Regierung in Tokio verlangten die 18 Experten aus zwölf Ländern, die Unabhängigkeit der japanischen Atomaufsicht zu verbessern. Die Reaktion der Regierung auf die Atomkatastrophe bezeichneten sie zugleich aber als "beispielhaft".
Das Team hatte eine Woche lang die Sicherheitsmassnahmen und das Krisenmanagement in Japan untersucht. Der vollständige Bericht der Kommission soll auf einer Konferenz in Wien vom 20. bis zum 24. Juni vorgestellt werden.
Die Nordostküste Japans war am 11. März von einem Erdbeben der Stärke 9,0 erschüttert worden, das verheerende Flutwellen auslöste. Die bis zu zehn Meter hohen Tsunami-Wellen beschädigten das Atomkraftwerk Fukushima. Weil die Kühlsysteme ausfielen, kam es in den Reaktoren 1, 2, und 3 aller Wahrscheinlichkeit nach zu Kernschmelzen.
SDA-ATS