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Eigentlich müsste der Begriff Darwinismus anders heissen, nämlich Wallacismus. Und eigentlich müsste der Brite Alfred Russel Wallace (1823-1913) als Entdecker der Evolutionstheorie berühmt sein und nicht sein Zeitgenossen und Landsmann Charles Darvin. Der Berliner Matthias Glaubrecht deckt in der ersten deutschsprachigen Biografie über Wallace, diesen verwegenen Forscher des viktorianischen Zeitalters, eine der übelsten Fälschungsaffären der Biologie-Geschichte auf. Und er erzählt eine unerhört faszinierende Lebensgeschichte von einem, der auszog, die Welt zu ordnen und verstehen. Auf seinen Expeditionen ins unentdeckte Amazonasgebiet (vier Jahre) und durch den malaiischen Archipel (acht Jahre) sammelte der furchtlose Autodidakt Käfer, Affen, Schmetterlinge und Vögel, rund 125'000 Objekte. Diese Ausbeute schickte er nach London, wo Sammler und Museen begierig die exotischen Sachen erwerben; so finanziert Wallace seine Reisen. Er erlitt Schiffbruch, erkrankte an Malaria, erduldete Einsamkeit und Strapazen, aber nichts konnte seinen unbändigen Wissensdrang zügeln. Die Erzählung aus einer Zeit, wo die Welt noch viele weisse Flecken auf der Landkarte aufwies, wo die Kirche das Alter der Erde auf wenige tausend Jahren festgesetzt hatte und die Idee der Evolution so visionär wie ketzerisch war, eröffnet uns modernen Menschen Welten zum Träumen und Nachdenken.