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Grimms – 5 Dinge, die wir Kindern heute nicht mehr erzählen
- Aktualisiert am Samstag, 5. Dezember 2015, 12:37 Uhr
In Märchen siegt meist das Gute. Eltern lesen sie gerne als Gutenachtgeschichten vor. Früher hingegen waren Märchen düster, unheimlich. Bei mancher Horror-Szene könnte gewiss kein Kind einschlafen.
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Schneewittchen
Unser Bild von Schneewittchen ist heute geprägt von der Disney-Verfilmung: einer beschönigten Variante des Märchens. Ursprünglich verlangte die Königin nicht nach Schneewittchens Herz, sondern nach Leber und Lunge. Als der Jäger als Beweis für Schneewittchens Tod die Innereien eines Ebers zurückbrachte, verspeiste die Königin diese. Hinzu kommt, dass Schneewittchen nicht durch den Kuss eines Prinzen zum Leben erweckt wurde, sondern dadurch, dass ihr das vergiftete Apfelstück aus dem Mund fiel. Das, weil das Pferd des Prinzen stark wackelte – was dieser mit einer leblosen Prinzessin zu tun gedachte, bleibt wohl für immer ein Geheimnis. Zu guter Letzt: Die böse Königin musste an Schneewittchens Hochzeit in glühenden Stahlschuhen tanzen, bis zu ihrem Tod.
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Dornröschen
Nicht der Prinz erweckte in der ursprünglichen Version Dornröschen aus dem hundertjährigen Schlaf, sondern ihr eigenes Kind, indem dieses das verwunschene Stück Flachs aus Dornröschens Fingern saugte. Denn: In der alten Fassung des Märchens wurde Dornröschen im Schlaf von ihrem eigenen Vater vergewaltigt, worauf sie – ebenfalls noch schlafend – zwei Kinder zur Welt brachte.
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Aschenputtel
Viele Kinder kennen auch hier vor allem die Disney-Version, in der alles magisch, schön und beinahe kitschig ist. Die Fassung der Gebrüder Grimm ist davon weit entfernt. Als der Prinz mit dem gläsernen Schuh zu Aschenputtels Haus kam, schnitt die böse Stiefmutter Aschenputtels Stiefschwestern die Zehen und Fersen ab, damit diese in den Schuh passten. Aufmerksame Tauben wiesen den Prinzen auf den Betrug hin, indem sie den Stiefschwestern die Augen auspickten.
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Rotkäppchen
Der Jäger taucht auf, schlitzt den Wolf auf und befreit sowohl Grossmutter als auch Rotkäppchen aus dessen Bauch. So endet das Märchen in heutigen Erzählungen. In ursprünglichen Fassungen ist das Ende düsterer: Da liess der verkleidete Wolf das Rotkäppchen vom Blut und Fleisch der getöteten Grossmutter kosten, bevor er es aufforderte, nackt zu ihm ins Bett zu steigen – wo Rotkäppchen dann letzten Endes ebenfalls von ihm gefressen wurde.
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Der Rattenfänger von Hameln
Die Geschichte des Rattenfängers endet heute zumeist damit, dass er die entführten Kinder aus einer Höhle befreit und zurück ins Dorf lässt. In älteren Fassungen gab es keine Höhle. Die Erzählung endete damit, dass der Rattenfänger die Kinder mit seinem Flötenspiel in denselben Fluss führte, in welchen er bereits die Ratten geführt hatte – und alle Kinder ertrinken.
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Sendung zu diesem Artikel
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02.12.2015 22:55
02.12.2015 22:55
Im Rahmen der SRF-Themenwoche «märchenhaft» geht «DOK» den Grimms nach.
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