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Cléo de 5 à 7
Regie: Agnès Varda
Darst.: Corinne Marchand, Antoine Bourseiller, Dominique Davray, Dorothée Blanck, Michel Legrand, José Luis de Vilallonga, Loye Payen, Renée Duchateau u.a.
Die Chansonsängerin Cléo ist überzeugt, an Krebs erkrankt zu sein, und wartet an einem Mittwochnachmittag zwischen 17.05 Uhr und 18.30 Uhr in Paris auf die Resultate der ärztlichen Untersuchung. Während dieser knapp zwei Stunden geht sie zunächst zu einer Wahrsagerin, trifft sich dann mit einer Freundin, fährt schliesslich mit dem Taxi kurz nach Hause, wo erst ihr Liebhaber und dann ihr Pianist vorbeikommen. Danach fährt sie in die Stadt zurück, um eine Freundin von der Arbeit abzuholen. Die beiden Frauen gehen zu dem Kino, in dem Cléos Mann arbeitet, und schauen sich einen Moment lang einen Stummfilm an. Daraufhin geht Cléo allein weg. Sie schlendert durch einen zauberhaften Park, wird dort von einem Mann angesprochen, der ihr sympathisch ist. Zusammen spazieren sie weiter, der Mann erzählt ihr, dass er Soldat sei und am Abend abreisen müsse. Er bietet Cléo an, sie zum Arzt zu begleiten und sie nimmt das Angebot an. Agnès Varda hat «Cléo de 5 à 7» 1961 mit einem Minimalbudget und einfachsten Mitteln ausschliesslich an Originalschauplätzen und quasi dokumentarisch unter Einbezug der jeweiligen Umgebung realisiert. Die Rolle der Cléo spielte die dreissigjährige Corinne Marchand, die im Jahr zuvor ihr Filmdebüt in «Lola», dem Erstling von Agnès Vardas Mann Jacques Demy, gegeben hatte. Mit «Cléo de 5 à 7» schuf Agnès Varda ein präzises Zeitbild von Frankreichs Hauptstadt zu Beginn der Sechzigerjahre und einen der grossen Klassiker der Nouvelle Vague; in Echtzeit verdichtet der Film gewissermassen ein ganzes Leben. Die flirrend leichte Art, wie das geschieht, wie aus kleinsten Alltagsbeobachtungen reine Poesie entsteht, machen aus «Cléo de 5 à 7» das Opus Magnum der am 29. März dieses Jahres verstorbenen Agnès Varda. Patrick Straumann schrieb in der NZZ: «‹Cléo de 5 à 7› ist eigentlich der erste Film über Emanzipation. Aber er behandelt das Thema nicht kämpferisch und ‹männerfeindlich›, sondern schön, klug, elegant. Denn die französische Frau, so sah es Agnès Varda (…), ist dandyhaft in sich gekehrt und selbstgenügsam. Sie strolcht herum, vollendet elegant. Sie wirkt schmollend oder zerstreut, geht lakonisch an Schaufenstern und Menschen vorbei und schweift durch Parks.»