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Gamprin (FL): Bronzezeitliche Siedlung grösser als bislang angenommen
Die Bauarbeiten auf einem Grundstück an der Strasse Badäl in Gamprin lösten eine archäologische Notgrabung aus. Von Mitte September bis Mitte Oktober dokumentierte das Team der Archäologie auf einer Fläche von ungefähr 80 Quadratmetern wie bereits im Frühsommer noch einmal bronzezeitliche Siedlungsstrukturen.
1949 wurde beim Bau der Strasse nach Schellenberg eine Kulturschicht der Jungsteinzeit (4.-3. Jahrtausend v. Chr.) angeschnitten. 1987 entdeckte man im selben Gebiet bei einem Aushub eine mittelbronzezeitliche Gewandnadel (15.-13. Jahrhundert v. Chr.).
Zudem führte die Archäologie vom März bis Mai 2017 eine archäologische Notgrabung im Kreuzungsbereich Badäl/Oberbühl durch. Dabei kamen Siedlungsreste aus der Zeit zwischen 1500 und 1000 v. Chr. und Funde der Römerzeit (2./3. Jahrhundert n. Chr.) zum Vorschein.
Viel Information auf kleinem Raum
Die im Frühjahr gemachten Beobachtungen führten dazu, dass das Team der Archäologie den Aushub auf der Nachbarparzelle von Beginn an begleitete. Unter einem lössähnlichen Sediment wurden mehrere Steinlagen und Gräben dokumentiert. Während die Steinpackungen vermutlich der Festigung des Untergrunds dienten, ist die Funktion der parallel verlaufenden, mit kleinen Steinen verfüllten Gräben nicht endgültig geklärt. Am ehesten lassen sie sich als Überreste eines Hauses deuten, dessen Holzkonstruktion im Fundamentbereich auf eine befestigte Auflage gestellt war. Weiter nördlich lassen eine mit Holzkohle verfüllte Grube und rot verbrannte Erde auf ein Feuer oder Brandereignis schliessen.
Im Gegensatz zu der im Frühjahr ausgegrabenen Fläche kamen im Badäl nur wenige Bronzeobjekte zum Vorschein. Darunter befindet sich eine vollständig erhaltene Gewandnadel, die in die Mittel- bis frühe Spätbronzezeit (15.-12. Jahrhundert v. Chr.) datiert. Aus derselben Zeit stammen auch die Keramikfragmente.
Die aus der jetzt abgeschlossenen Notgrabung im Badäl gewonnen Erkenntnisse zeigen, dass die bronzezeitliche Siedlung in Gamprin grösser war, als bisher angenommen.
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Quelle: Fürstentum Liechtenstein
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