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Wohnüberbauung Erlimatt
Adresse
6315 Oberägeri
ZG
Architektur
Die Überbauung Erlimatt liefert eine Verdichtung in einer Randsituation, indem das unstrukturierte Auslaufen der Siedlung neu geordnet und klar begrenzt wird. Neben der qualitätsvollen Gestaltung überzeugt vor allem das Konzept der Wohnungsförderung im Kanton Zug.
Chronologie
Die Wohnüberbauung Erlimatt in Oberägeri wurde von Fortunat Dettli und Albi Nussbaumer geplant. Von 2002 bis 2006 realisierte das Generalunternehmen Allreal die Überbauung, bestehend aus sechs Gebäuden mit insgesamt 33 Eigentumswohnungen. Die ersten Wohnungen konnten im Oktober 2005 bezogen werden, die Überbauung wurde 2006 fertiggestellt. Im selben Jahr wurde dem Projekt die Auszeichnung für gute Bauten im Kanton Zug verliehen. Es ist ausserdem Teil eines Wohnbauförderungsprogramms in dem von enormen Preisanstiegen geprägten Kanton Zug. Die Gemeinde Oberägeri behielt sich für zwei der sechs Mehrfamilienhäuser das Vorkaufsrecht vor und bietet hier bezahlbares Wohnen an.
Lage
Das Grundstück befindet sich 80 Meter über dem Ägerisee auf einem leicht abfallenden Hang, umgeben von Ein- und Zweifamilienhäusern. Eine Zonenplanrevision ermöglichte den Bau von zwei- und dreigeschossigen Häusern auf der mehr als 10‘000 Quadratmeter grossen Erlimatt-Parzelle. So wurden sechs nach Süden ausgerichtete Mehrfamilienhäuser erstellt. Die Bauten wurden horizontal wie vertikal gestaffelt in das Gelände eingebunden. Der Versatz ermöglicht den Ausblick auf die Berglandschaft und auf den Ägerisee. Der grosszügige, mit Birken bepflanzte Aussenbereich ist mit Kieswegen durchzogen. Die Liegenschaft ist im Norden über die Grubenstrasse zugänglich, die Tiefgarage wird im Süden über die Schneitstrasse erschlossen.
Beschreibung
Den Ausgangspunkt der Entwurfsidee bildete die Hanglage: Die Bauten folgen der Topografie mit einem Niveauunterschied zwischen Wohnraum und Schlafbereich, der sich in einem Höhenversatz in der Fassade und im asymmetrischen, leicht geneigten Satteldach widerspiegelt. Kräftige Deckenplatten aus hellem Beton und ein entsprechend gestalteter Dachrand wechseln sich mit zurückgesetzten, geschosshohen Glasfassaden in schwarzer Profilierung ab. Die Bauten erfahren somit eine starke horizontale Gliederung. Die umlaufenden Terrassen, die von jedem Zimmer zugänglich sind und auskragen, sind mit schwarzen, feinmaschigen Stahlgewebe-Geländern umfasst.
Die sechs Baukörper weisen beinahe quadratische Grundrisse auf, die sich in zwei Typen aufteilen. Der grössere Grundrisstyp ist mit einem Innenhof mit angelagertem Treppenhaus organisiert. Der kleinere Typ formt ein geschlossenes Volumen, bei dem das Treppenhaus über ein Oberlicht belichtet wird. Die Wohnräume werden durch ein Zusammenspiel zwischen grauen Sichtbetondecken, weissem Wandputz, braunem Eichenboden und qualitätsvollen Einbauelementen in Brauntönen charakterisiert. Die Wohnungen besitzen Raumhöhen von bis zu 3,20 Metern und Flächen von 160 bis 270 Quadratmetern – unabhängig davon, ob sie Teil des Förderprogramms sind oder nicht.
Literatur