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Ein Tunnel mit 2.7 Metern Aussendurchmesser und einer Länge von insgesamt 1.8 Kilometern, kreuz und quer vom Zugersee bis zur V-Zug, gebohrt unter der Stadt hindurch in einer Tiefe von mehr als acht Metern. Das sind die Eckdaten des ehrgeizigen Projekts «Hauptvorflutleitung Zugersee», zurzeit eines der grössten dieser Art in Europa.
Vor über 100 Jahren hatte die Stadt Zug die erste Kanalisation. Im sogenannten Mischsystem vermischten sich Schmutz- und Regenwasser in den Leitungen. Dieses Abwassergemisch floss in den Zugersee. 1957 baute die Stadt Zug die erste Kläranlage auf dem Areal «An der Aa» und schloss die Kanalisation schrittweise an. 1977 wurde die Kläranlage Schönau in Cham in Betrieb genommen.
Mit der steigenden Bevölkerungszahl, der regen Bautätigkeit und der daraus folgenden zunehmenden Versiegelung des Bodens stiessen das 150 Kilometer lange Abwassernetz der Stadt Zug und die Kläranlage Schönau zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Das Abwasser-Mischsystem trug zur Verschlechterung der Wasserqualität des Zugersees und der Fliessgewässer bei. Noch vor zwanzig Jahren ergoss sich das Abwasser der Stadt Zug bei starken Regenfällen an 27 Stellen in verschiedene Gewässer und letztlich in den See, weil das Kanalnetz und die Kläranlage die Gesamtwassermenge nicht bewältigen konnten.
Die «Hauptvorflutleitung Zugersee», die nun gebaut wird, hat die Funktion einer «Aorta» für die Stadtentwässerung. Sie leitet das unverschmutzte Regenwasser aus dem dicht bebauten Gebiet Zug Nord in den Zugersee. Die Leitung verläuft nach ihrer Fertigstellung von der Göblistrasse bis zur Einmündung der Gubelstrasse unter der Industriestrasse. Ein weiterer Strang des Kanals führt vom südlichen Ende der Industriestrasse ebenfalls zur Abzweigung Gubelstrasse. Von dort geht es unter dem Gubelloch hindurch weiter bis zum Kreisel an der Aabachstrasse. Beim Kreisel zweigt die Leitung Richtung Schützenmatt ab. 300 Meter vom Ufer entfernt mündet sie am Seegrund in den Zugersee.