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Wohn- und Geschäftshaus
Adresse
2502 Biel/Bienne
BE
Architektur
Weitere Bauphasen
Das kubische Wohn- und Geschäftshaus Sporting in Biel ist ein straff organisiertes, aber in seiner Detaillierung sehr differenziert gestaltetes Werk der Nachkriegsmoderne. Gerade durch seine elegante Materialisierung wirkt der klar gegliederte Bau wie ein Palazzo des 20. Jahrhunderts. Mit seiner Modernität und seinen Dimensionen, die sich nicht an den damals vorhandenen Gebäuden orientierten, stimulierte er in den 1950er-Jahren eine weitgehende, zukunftsorientierte Neubebauung des Bieler Neumarkts.
Chronologie
Das Wohn- und Geschäftshaus Sporting wurde von 1954 bis 1955 nach einem Entwurf der Gebrüder Bernasconi errichtet. Die Bieler Architekten erhielten den Auftrag direkt von der Bauherrschaft zugesprochen. Im Jahr 2000 wurde das Gebäude von Thomas Szikszay sensibel saniert. Es beherbergt Wohnungen, Büroräume sowie Restaurant- und Ladenflächen und steht unter Denkmalschutz.
Lage
Das Wohn- und Geschäftshaus steht an der Neumarktstrasse und grenzt im Westen an den zentralen Neumarktplatz. Dort befindet sich auch der Haupteingang. Im Süden führt die oft frequentierte General-Dufour-Strasse vorbei. Das Eckgebäude reiht sich in eine Blockrandbebauung ein, überragt aber seine Nachbarsbauten teils deutlich.
Beschreibung
Das achtgeschossige Wohn- und Geschäftshaus unter flach geneigtem und vorkragendem Walmdach ist mit grauen, fein gemaserten Natursteinplatten verkleidet. Weisse Streifenbänder ergeben ein strenges, orthogonales Raster, wobei die Fenster in den jeweiligen Feldern angeordnet sind. Das mit grossflächigen Glasfronten versehene Erdgeschoss ist weit eingezogen. Der hohe, vorgelagerte Laubengang, der sich durch Kolonnaden ergibt, wird von der Sporting Bar als Freisitzbereich genutzt. Die Ladenlokale sind separat erschlossen. An der Ostfassade ist das erste Obergeschoss fast durchgehend verglast. Eine auskragende Betonplatte dient als langgezogener Balkon. Ansonsten sind an den beiden Schauseiten nur vereinzelt Balkone angebracht. Das über dem kranzgesimsartigen Fassadenabschluss angebrachte, eingezogene Geschoss ist jedoch als durchgehende Loggia konzipiert. Dort ist die Wand rot gestaltet und korrespondiert farblich mit der Glasmosaikverkleidung der Rundpfeiler im Erdgeschoss, aber auch mit dem an der Ostfassade platzierten Logo «Sporting». Der Schriftzug, der in der einzig geschlossenen Fassadenachse gegen den Neumarkt angebracht ist, konterkariert mit seiner schwungvollen Form die Strenge des applizierten Rasters. Umlaufende Schattenfugen zeichnen die schlanken metallenen Fensterlaibungen nach, die zeittypischen Fenstergitter wirken zudem als dezenter Bauschmuck.
Literatur