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Overview
Das Projekt leistet einen empirisch fundierten Beitrag zu einer Systematisierung von Erfahrungswissen, wie es primär in der Lehrerbildung tradiert wird, indem es die zwischen 1970 und 2010 schriftlich fixierten Texte mit schulmusikalischer Thematik als praxisbezogene Diskurse analysiert und damit die oft nur impliziten Theorien des Musikunterricht an Deutschschweizer Gymnasien rekonstruiert. Gemäss einer ersten Exploration lassen sich drei hauptsächliche Diskursstränge ausmachen, in denen der Musikunterricht an Schulen zur Sprache kommt: erstens der Fachdiskurs, bei dem es um die Inhalte des Schulfaches und deren Vermittlung geht, zweitens der Legitimationsdiskurs, bei dem es um die Begründung und Rechtfertigung des Faches geht, und drittens der Professionsdiskurs, bei dem es um das Berufsverständnis der Lehrpersonen geht. Diese und weitere noch zu eruierende Diskursstränge werden sowohl unter diachroner wie auch synchroner Perspektive mit Hilfe des Methodenrepertoires der Wissenssoziologischen Diskursanalyse rekonstruiert und für die gegenwärtige wissenschaftliche Musikpädagogik anschlussfähig gemacht.
Das Projekt erarbeitet die systematischen Grundlagen für weitere Forschungen im Feld (Interviewstudien, Unterrichtsanalysen), die wiederum in die Praxis zurückfliessen sollen. Besonders für die fachdidaktische Ausbildung von Musiklehrpersonen ergeben sich vielfältige Anschlussmöglichkeiten.