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Flipperkästen standen in den 60er und 70er-Jahren in vielen Restaurants und Spielsalons. Wir besuchen den Hobbykeller von Jakob Sidler, dessen Leidenschaft die Renovierung alter Flipperkästen ist.
Vor über 25 begann Jakob Sidler alte und defekte Flipperkästen zu reparieren und zu revidieren. Was als Hobby begann, ist heute zu einem kleinem Nebenerwerb geworden. Aber die Liebe zu den unruhigen Kästen ist Jakob Sidler geblieben.
Flipperautomaten (oder einfach Flipper) sind Spielautomaten, ohne die Möglichkeit damit Geld zu verdienen. Alles was es dazu braucht, ist eine gewisse Geschicklichkeit, um die auf der schrägstehenden Fläche hinabrollende Metallkugel möglichst lange im Spiel zu halten.
Vorläufer dieses Spiels gab es schon im 18. Jahrhundert. Bei allen Flippern wird eine Metallkugel zunächst auf eine schrägstehende Fläche katapultiert, auf der sie in Richtung des Spielers hinabgleitet: Je nachdem, in welche Öffnungen die Kugel dabei fällt bzw. welche Hindernisse sie dabei berührt, sammeln Spieler Punkte.
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg erfand ein Amerikaner die namensgebenden Flipper (d.h. Flipperhebel, auch Flipperfinger), mit denen der Spieler die Möglichkeit erhielt, die Kugel immer wieder auf die Spielfläche zurückzuschleudern und somit aktiv ins Spiel einzugreifen.
Ende der 50er Jahre kamen die ersten Flipperkästen durch die amerikanischen Streitkräfte nach Europa. Die Geräte waren vorerst sehr teuer - sie kosteten soviel wie ein VW. Trotzdem verbreiteten sie sich in Deutschland und allmählich in ganz Westeuropa. Beliebt waren sie bei den Jugendlichen, so dass sich sogar Begriffe aus dem Spiel in die Umgangssprache einschlichen. Die Wörter wie ausgeflippt, Tilt oder Game over zeugen davon.
Spielsalons mit vielen Flipperautomaten und wilder Rockmusik waren beliebte Treffpunkte der Teens und das nicht immer zur Freude der Eltern. Aber Flipperkästen fand man in den 60er- und 70er-Jahren auch häufig in Wirtschaften und die waren beliebt, obwohl man kein Geld damit gewinnen konnte.
Natürlich änderten sich die Kästen mit der zunehmenden Entwicklung der Elektrotechnik und Elektronik und die Spiele wurden immer anspruchsvoller.
Mit dem Aufkommen der Computerspiele setzte der Niedergang der Flipperkästen ein. Das Spiel verlor an Popularität und immer mehr Kästen wurden beseitigt. Doch die Flipper sind nicht verschwunden: es gibt eine recht ausgedehnte Szene von Flipperfans, welche, wie Jakob Sidler, die Geräte sammeln, pflegen, reparieren und sich dem Spiel mit viel Geschicklichkeit hingeben.
Bei unserem Besuch wird uns Jakob Sidler vieles über die Geschichte und Technik der Flipper erzählen und erklären. Natürlich werden wir an noch funktionstüchtigen Automaten in der Pinball Hall unsere Geschicklichkeit beweisen können.