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Leuchtstoff, von dem englischen Chemiker Balmain erfunden, verleiht den mit ihm angestrichenen Gegenständen
die Eigenschaft, das Tageslicht in sich aufzunehmen und dann im Dunkeln wieder auszustrahlen, gibt ihnen
also eine im Dunkeln wirkende Leuchtkraft. Der balmainscher Leuchtstoff hat die Form eines feinen weißen, zwischen
den Fingern wie gestoßenes
Perlmutter leise knirschenden Pulvers und kann, mit Wasser,
Öl oder sonst einem Bindemittel als
Deck- oder
Ölfarbe angerieben, zum Anstreichen beliebiger Gegenstände und Flächen verwandt werden. Die selbstleuchtenden
Leuchter, Streichholzbehälter, Uhrständer u. s. w. sind genügend
bekannt. Leider steht der allgemeineren Verwendung noch der hohe Preis von 29 Mk. pro 500 g entgegen.
Die verschiedenen bisher aufgetauchten Nachahmungen vonbalmainscher Leuchtstoff sind wertlos. - Zollfrei. Als
Farbe zubereitet, s.
Anilinfarben S. 19.
heißen die vom August bis zum 24. September gefangenen
Heringe,
Jakobibrand oder Vollheringe
nennt man in Hamburg die vom 24. Juli bis in den August gefangenen Brandheringe (vergl.
Hering, S. 207), während die bis zum 24. Juli gefangenen
die bekannten Matjes- oder Maiheringe sind. - Zoll s.
Heringe.
Auf S. 37 ist der Ernteprozeß und die Verarbeitung der rohen B. bis zur Versendung in Ballen genau beschrieben
worden. Inzwischen ist die von dem (im Jahre 1881 verstorbenen) Amerikaner Clement erfundene
Maschine in Praxis getreten,
welche die gepflückte B. sofort, womöglich auf dem Felde, bereits verspinnen kann. Diese Erfindung
ist von ebenso weittragender Bedeutung, wie die beschriebenen Egreniermaschinen. Ersetzte diese die zeitraubende und kostspielige
Handarbeit des Entsamens der B., so vereinfacht die Clementsche
Maschine, „Clement Attachment“ genannt, die ganze Arbeit
von der Ernte bis
zur Verpackung in großartiger Weise.
Die B. wird von der Clement Attachment erst in einer der Egreniermaschine ähnlichen Vorrichtung von den Fasern befreit und
dann sofort mit Hilfe eines Cylinders zur Spindel gebracht. Es fällt demnach die ganze Arbeit des Pressens der Rohbaumwollballen
und der späteren Öffnung derselben weg, ebenso die sonst gebräuchlichen ersten Vorbereitungen zum
Spinnen. An die Stelle mehrerer
Maschinen tritt hier eine einzige, und es liegt auf der Hand, welch eine Menge Kosten dadurch
erspart wird. Dazu kommt noch, daß die Clement Attachment mehr B. zur Bearbeitung liefert, als die alten Egreniermaschinen,
bei denen sehr viel (oft bis zu 9%) verloren ging. Die Bedeutung der neuen
Maschine tritt in den Preisen
ihres Produktes zu Tage: nach dem alten Prozeß gewonnene B. ist an Ort und Stelle circa 50 Doll.
wert, während das durch den Clement-Prozeß gewonnene Produkt im Ballen bis auf 100 Doll. steigt.
- Die gesamte Baumwollenproduktion der
Erde wird für das Jahr 1881 auf 1808 Mill. kg veranschlagt, wovon 1389 Mill,
auf Amerika, ca. 254 Mill. auf Ostindien und ca. 165 Mill. kg auf Ägypten
entfallen. Hauptproduzent ist Nordamerika mit 6,6 Mill. Ballen (gegen 3 Mill. Ballen in 1870 und 5,7 Mill. in 1880). Die
Anzahl der Spindeln, aus welcher man den jeweiligen Umfang der Industrie am besten beurteilen kann, wird
für 1881 auf 74,7 Mill. Stück angegeben, und aus dem Zuwachs derselben erhellt die beständige Zunahme in der Produktion
und Konsumtion des Rohstoffes. Folgende Tabelle dürfte das klarstellen:
Außer den genannten Orten wird B. auch in Böhmen künstlich aus Pferdeharn hergestellt, neuerdings
in Paris auch aus
Steinkohlen. Die beste, aus dem Benzoëharze gewonnene B. hat, wie hervorgehoben, einen
lieblichen Geruch, die zweite, aus Harn dargestellte Qualität besitzt einen Harngeruch und
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mehr
die dritte, aus Steinkohlen gewonnene riecht nach Bittermandelöl. Das gegen die Lungenschwindsucht eine Zeitlang als vorzügliches
Heilmittel empfohlene benzoësaure Natron sieht in erster Qualität weiß aus und riecht angenehm, die zweite, weißgelbliche
Qualität behält trotz ihres doppelkohlensauren Natrons noch einen schwachen Harngeruch und die dritte, auffallend gelbliche
riecht stark nach Bittermandelöl. - Zollfrei.