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Die heutige PR-Arbeit lässt wenig Zeit für persönliche Interaktionen mit Journalistinnen und Journalisten, zumindest bis es zu einem individuellen Gespräch kommt. Aufgrund der Informationsflut haben die Journalismus-Fachleute eine extrem kurze Aufmerksamkeitsspanne, die manchmal nur ein paar Sekunden beträgt. Bevor Sie sich an einen Journalisten wenden, sollten Sie daher sicherstellen, dass Ihre Geschichte einen „Nachrichtenwert“ hat.
Mindestens eine der folgenden Fragen sollten Sie mit „Ja“ beantworten können, bevor Sie mit dem Pitching beginnen:
- Ist Ihre Story aktuell?
- Hat sie eine gewisse Dramatik oder Konfliktpotenzial?
- Ist sie für die Leserschaft des Mediums von Interesse?
- Hat sie echten News-Charakter?
- Könnte sie von öffentlichem Interesse sein?
Wenn Sie sich an Journalistinnen und Journalisten wenden, achten Sie stets darauf, dass Ihre Geschichte echten News-Charakter hat, und halten Sie sie kurz, einfach verständlich und auf den Punkt. Stellen Sie Ihre Bitte um Aufgreifen der Story an den Anfang und geben Sie zusätzliche Details in einem Follow-up oder unter Ihrer Unterschrift. Auf diese Weise kann sich die angesprochene Person schnell ein Bild machen und bei Interesse weitere Informationen einholen.
Wir arbeiten mit Journalistinnen und Journalisten verschiedener Generationen: Babyboomer (geboren zwischen 1946 und 1964), Generation X (geboren zwischen 1965 und 1976), Generation Y / Millennials (geboren zwischen 1977 und 1997) und Generation Z (geboren nach 1997). Die Arbeit mit ihnen hat sich in dem Maße verändert, wie sich auch die PR stark gewandelt hat. Versetzen wir uns in das letzte Jahrhundert zurück, in die späten 80er-Jahre … Es war einmal eine Zeit, in der Öffentlichkeitsarbeit per Telefon, Telex, Fax und in persönlichen Gesprächen von Angesicht zu Angesicht stattfand. Ein Mediensprecher traf sich mit einem Journalisten in einer Bar auf einen Kaffee oder sogar einen Gin Tonic, um ihn über die neuesten Unternehmensnachrichten zu informieren. Dieses Vorgehen war sicherlich mühsamer und zeitaufwändiger als die heutige PR-Arbeit, aber auf der anderen Seite auch viel persönlicher und interaktiver – und zudem hilfreich für den Aufbau eines persönlichen Journalistennetzwerks unter PR-Profis.
Die gute Nachricht: Am Grundprinzip hat sich in den letzten drei Jahrzehnten nichts geändert
Journalistinnen und Journalisten schätzen nach wie vor Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Professionalität. Sie mögen es, wenn man ihre Vorlieben und Fristen respektiert und sie nicht mit zahlreichen Nachrichten oder Anrufen überhäuft, sondern höflich und prompt nachfasst. Traditionelle Werte wie Transparenz, Objektivität und Unabhängigkeit sind in der Branche gern gesehen (Kovach und Rosenstiel 2014).
Pitchen Sie bei einer Millennial-Journalistin? Sie chattet oder mailt wahrscheinlich am liebsten. Wenn Ihre Ansprechperson hingegen so alt ist wie Ihre Eltern, möchte sie vielleicht lieber per Telefon kontaktiert werden. Journalistinnen und Journalisten der Generation Z haben im Allgemeinen die kürzeste Aufmerksamkeitsspanne und bevorzugen visuell ansprechende und prägnante Inhaltsformate. Videos und Bilder können dabei helfen, bei PR-Maßnahmen deren Aufmerksamkeit zu gewinnen und zu halten.
Denken Sie daran, dass manche Menschen immer noch gerne telefonieren. In den letzten Jahren sind Kurznachrichten vielleicht zu unserer bevorzugten Kommunikationsmethode mit Familie und Freunden geworden, weil sie einfach und schnell sind und parallel zu anderen Aktivitäten erledigt werden können. Ähnlich mag es zur Gewohnheit geworden sein, Journalistinnen und Journalisten nur per E-Mail anzusprechen, aber auch hier gilt: Jeder Mensch hat seine eigenen Präferenzen für den Kommunikationskanal. Vor allem in den letzten Jahren haben wir zum Beispiel Personen erlebt, die es vorziehen, wenn man ihnen eine Sprachnachricht hinterlässt, und dann per E-Mail antworten.
Zögern Sie nicht, direkt nach der präferierten Kontaktform zu fragen, wenn Sie das erste Mal mit jemandem sprechen! Nehmen Sie sich die Zeit, die besten Kommunikationskanäle für einen guten Beziehungsaufbau herauszufinden. Denn eine reibungslos laufende Kommunikation lohnt sich: Ein gutes Journalistennetzwerk ist die halbe Miete für eine erfolgreiche Pressearbeit.