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Kreuzlingen – Einen Abend mit Live-Orchestermusik und Film können Interessierte im Januar im Dreispitz in Kreuzlingen erleben. Nach dem grossen Erfolg im vergangenen Jahr präsentiert die Südwestdeutsche Philharmonie erneut einen Stummfilm-Klassiker von Charlie Chaplin mit Live-Orchesterbegleitung durch die Musiker der SWP. Am Samstag, 16. Januar, um 18 Uhr flimmern Chaplins «City Lights» über die Leinwand, während Dirigent Kevin Griffiths den Takt dazu angibt.
In «City Lights» verliebt sich der Tramp, Chaplins bekannteste Figur, in ein blindes, armes Blumenmädchen, dem er vorspiegelt, besonders wohlhabend zu sein. Durch Zufall hält er einen Millionär von einem Selbstmord ab, der ihn darauf zu seinem besten Freund macht und finanziell grosszügig beschenkt – allerdings jeweils nur, solange er betrunken ist. Um dem Mädchen eine Augenoperation in Wien zu ermöglichen, versucht der Tramp alles Mögliche, um an das Geld zu kommen – was ihn schlussendlich ins Gefängnis bringt. Sechs Monate später führt das Blumenmädchen einen eigenen Laden und wartet sehnlichst auf das Erscheinen des angeblichen Millionärs, den sie liebt. Der Tramp läuft nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis zufällig an ihrem Geschäft vorbei. Das Mädchen erkennt den Tramp zunächst nicht, behandelt ihn aber trotz seines schäbigen Aussehens freundlich. Erst als sie seine Hand berührt, erkennt sie den Geliebten.
Für City Lights produzierte Chaplin erstmals eine eigene Tonspur. Zur Zeit der Entstehung des Film, von 1928 bis 1931, hatte sich der Tonfilm bereits etabliert: Chaplin sträubte sich jedoch lange gegen die neue Form des «Sprechfilms», überzeugt, dass speziell die Sprache den Untergang seiner pantomimischen Komik bringen würde. Mit der Produktion von City Lights im Stile eines Stummfilms beging er einen Anachronismus, der erhebliches Risiko in sich barg. Andere Filmemacher hatten bereits ohne Erfolg probiert, weiter Stummfilme zu drehen, bei Chaplin machte sich das Risiko hingegen bezahlt: Der Film wurde Chaplins grösster Triumph seiner bisherigen Karriere.
Dirigent Kevin Griffiths, der bereits das letzte Kino-Orchester-Event im Dreispitz leitete, ist seit 2011 künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Collegium Musicum Basel. Er ist Gründer des London Steve Reich Ensembles, dessen erste CD für CPO (Klassiklabel von jpc) mit einem Diapason d‘Or ausgezeichnet wurde. Seine zweite Aufnahme mit dem Ensemble wurde im September 2011 unter dem Label EMI Classics veröffentlicht. 2010 gewann Griffiths aus fast 600 Bewerbern den 2. Preis beim Internationalen Sir Georg Solti Dirigentenwettbewerb und war für die Saison 2010/11 Stipendiat des Melgaard Young Conductors Scheme beim Orchestra of the Age of Enlightenment. Dabei arbeitete er mit Dirigenten wie Vladimir Jurowski, Trevor Pinnock und Sir Simon Rattle. Griffiths wirkt als Gastdirigent bei zahlreichen Orchestern, darunter das Tonhalle Orchester Zürich, die Sinfonieorchester Luzern und Basel und das Frankfurter Opern- und Museumsorchester.
Karten für den Abend sind bei der Südwestdeutschen Philharmonie (9 Uhr bis 12.30 Uhr), dem Stadttheater Konstanz (Tel. 0049 7531 900-150), und bei der Tourist-Information am Hauptbahnhof, allen Ortsteilverwaltungen, sowie bei Kreuzlingen Tourismus erhältlich. Tickets können auch bequem im Internet gekauft und per print@home ausgedruckt werden unter: www.philharmonie-konstanz.de.