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Im Zentrum des Fidus-Projekts stehen Fidus, seine Aufenhalte in der Schweiz und seine Beziehungen zu Personen, die in der Schweiz gelebt haben. Durch seine Gestaltung von Büchern, durch seine unzählige Illustrationen für Broschüren und Zeitschriften, durch seine umtriebige verlegerische Tätigkeit zur Verbreitung seiner Werke als Karten und Drucke und nicht zuletzt durch sein grosses Beziehungsnetz ist er nicht nur eine der zentralen Persönlichkeiten der Lebensrefom in der Zeit vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des 2. Weltkriegs, sondern hat auch deren Bild, und das auch im wörtlich Sinn, wie keine andere Person geprägt.
Zwar gibt es eine grosse Fidus-Literatur, wobei insbesondere die exemplarische Monographie Fidus. 1868-1948. Zur ästhetischen Praxis bürgerlicher Fluchtbewegungen von Janos Frecot, Johann Friedrich Geist und Diethart Kerbs zu erwähnen ist (erstmals 1972 bei Rogner & Bernard, München, und 25 Jahre später in einer erweiterten Neuauflage bei Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins, Hamburg, erschienen). Und die Dissertation von Roman Kurzmeyer aus dem Jahre 1997, die zwei Jahre später unter dem Titel Viereck und Kosmos. Künstler, Lebensreformer, Okkultisten, Spiritisten in Amden, 1901-1912, Max Nopper, Josua Klein, Fidus, Otto Meyer-Amden erschienen ist (herausgekommen bei der Edition Voldemeer, Zürich), beschäftigt sich nicht nur mit den Aufenhalten von Fidus 1903/1904 in Amden, sondern erwähnt auch diejenigen in Zürich oder seinen Ausflug auf die Rigi, der sein bekanntestes Werk, Lichtgebet, wesentlich geprägt haben soll.
Doch insbesondere über den dritten Aufenhalt von Fidus in Zürich 1906/07 und anschliessend auf dem Monte Verità oder seine Beziehungen etwa zum Arzt, Autor und Anarchisten Fritz Brupbacher, zum Maler, Grafiker und Schriftsteller Ulrich Wilhelm Züricher oder zu Werner Zimmermann, der als “der wirkungsmächtigste unter den Lebensreformern dieses Jahrhunderts” bezeichnet worden ist, ist bislang wenig bekannt. [1]
Das Fidus-Projekt soll in der Form eines Weblog über Entdeckungen, Gedanken und Fragen bei den Nachforschungen zu Fidus und zum Thema “Fidus und die Schweiz” berichten. Er ist Teil des Projekts Lebensreform in der Schweiz, das versucht, die vielschichtige Geschichte der Lebensreform-Bewegung oder Lebensreform-Bewegungen in der Schweiz in enzyklopädischer Form aufzuarbeiten.
- Michael Andritzky in der Einleitung zu “Wir sind nackt und nennen uns Du”. Von Lichfreunden und Sonnenkämpfern. Eine Geschichte der Freikörperkultur, Giessen 1989. S. 8. [↩]
Letzte Änderung: 31. August 2012