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Sie könnten einem Monsterfilm entstammen: Fische mit offenen Wunden und mutierten Kiemen, Krebse mit abgestorbenen Scheren, Krabben ohne Fühler und Augen, aber mit Tumoren auf den Köpfen. Doch die Bilder stammen nicht aus einem Fantasyfilm. Die FischerInnen im Golf von Mexiko klauben diese Wesen fast täglich aus ihren Netzen, seit am 20. April 2010 die BP-Ölplattform Deepwater Horizon explodierte.
Infolge der Umweltkatastrophe waren zirka 800 Millionen Liter Öl ausgetreten und fast 7 Millionen Liter Chemikalien eingesetzt worden, um das Öl zu binden. Die Rückstände haben bei den Meerestieren teils weitreichende genetische Mutationen verursacht, wie der arabische TV-Sender al-Dschasira zeigte. So hätten laut dem Fischerehepaar Tracy und Mike Roberts rund fünfzig Prozent der gefangenen Krabben in der Barataria Bay südlich von New Orleans keine Augen oder Augensockel. Und die Population des Killifischs sei ebenfalls stark betroffen, sagt Biologieprofessor Andrew Whitehead von der Universität Louisiana. Daraus würden sich gravierende Konsequenzen für die gesamte Nahrungskette ergeben.
Auch andere US-WissenschaftlerInnen sehen die Fortpflanzung der Meerestiere gefährdet und dadurch die Artenvielfalt massiv bedroht. Hinzu komme, dass die FischerInnen heute nur noch rund zehn Prozent der vor der Katastrophe gefangenen Menge fischen würden. Kaum einzuschätzen seien zudem die Gefahren für die Gesundheit der Menschen, die sich von diesen Meerestieren ernähren.
WissenschaftlerInnen vermuten, die heute sichtbaren Mutationen seien erst der Anfang. Dies zeigen die Forschungen etwa nach der Ölkatastrophe der Exxon Valdez von 1989. Die Populationen der Meerestiere in den betroffenen Gebieten haben sich bis heute nicht erholt.