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Gustave Singier (1909-1984)
Er wurde am 11.2.1909 in Varneton (Belgien) geboren und starb am 10.5.1984 in Paris.
Aufgewachsen in einem kleinen flämischen Dorf, zog er 1919 mit seiner Familie nach Paris und malte mit 14 Jahren erste Bilder. Drei Jahre lang besuchte er Kurse an der Ecole Boulle in Paris, befasste sich mit Naturdarstellungen und fertigte Kopien bekannter Meister an. Erst arbeitete er als Zeichner für verschiedene grössere Unternehmen und Agenturen, bis er ab 1936 regelmässig in den Pariser Salons ausstellen und so von seiner Malerei leben konnte. Neben den Pariser Salons zeigten bald auch Galerien in ganz Frankreich seine Werke. Er lernte Manessier und Le Moral kennen, mit denen ihn eine langjährige Freundschaft verband. Nach einem Aufenthalt in Ranson (F), wo er von 1951 bis 1954 an der Académie de Beaux-Arts nochmals Malerei studierte, wurde er an Biennalen und Ausstellungen in ganz Europa eingeladen. Anfangs 60er Jahre gründete er mit anderen Kunstförderern zusammen den «Salon de la jeune peinture indépendante» in Paris, der jungen Malern ein Forum für ihre Kunst bot.
Er gehört zu den jüngeren Vertretern der «Ecole de Paris». Seine Abstraktionen spielen mit monochromen Flächen verschiedenster Grössen und Formen, und vermitteln ein vermeintliches formales Ungleichgewicht, das der Künstler durch einen dominierenden Hintergrund schafft, jedoch durch überraschende und ergänzende Farbelemente wieder aufhebt. Für seine Kompositionen wählte er für die Flächen höchstens drei deutlich verschiedene Farbtöne, die aber in sich Farbnuancen von dunkel bis hell erfahren. Seine berühmten Zeichnungen «Pages d’écriture» bestehen aus filigranen, in schwarz auf farbigen Grund eingeritzten, labyrinthischen Netzkompositionen mit wenigen, schwarz ausgefüllten Flächen, die Höhlenmalereien suggerieren. Ausser der Malereien und Zeichnungen schuf er ein grosses grafisches Werk, das sich auf vielen Blättern durch seine intensive Farbigkeit auszeichnet. Zudem fertigte er Wandteppiche, Kostüme und Ausstattungen für das Nationaltheater Paris, Kirchenfenster und Mosaike.
Seine Bilder sind heute zu sehen u.a. in Museen wie dem Guggenheim Museum, New York; Musée d’Art Moderne, Paris; Johannesburg Museum, Südafrika; Toronto Museum, Kanada; Kunstmuseum Basel.

Ausstellungen in der Galerie HILT
1956 Bissière, Manessier, Singier, Estève
1961 Gustave Singier
Quelle/n
Katalog «Singier - Peintures et Dessins», Galerie de France Paris, 1961; Reclams Künstlerlexikon
© Copyright Galerie HILT AG, 1999/kr

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