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Weinland Italien
Seit Römerzeiten mit grosser Rebenvielfalt
Kein anderes Land weist eine derart breite Varietät von verschiedenen Traubensorten auf wie Italien. Laut dem italienischen Landwirtschaftsministerium sind 922 Traubensorten registriert, darunter eine Handvoll Neuzüchtungen und sogenannte pilzwiderstandsfähige Sorten (Piwi). Rund die Hälfte kommt tatsächlich zum Einsatz bei der Weinzubereitung.
Die enorme Varietät geht auf die Römerzeiten zurück. Das bei Neapel gelegene Pompeji und später auch die Tiefebene bei Aquileia im Friaul waren Anbau- und Handelszentren für den Wein. Historiker sprechen von einem eigentlichen Wein-Boom zu jenen Zeiten. Die Römer verwendeten den Rebensaft für allerlei: Der darin gelöste Alkohol half das damals häufig unsaubere Wasser zu desinfizieren, wurde für die Götterverehrung in den Tempeln eingesetzt und soll gar die Pax Romana gefestigt haben.
Wandmosaik in Pompeji: Arbeiter stampfen den Wein
Und das ging so: Jeder Legionär, der für Rom auf eine Aussenstation im Imperium entsandt wurde, erhielt einen Teil des Soldes in Form von Rebsetzlingen. Er war nun gehalten, diese an seinem Bestimmungsort zu pflanzen und einen Rebgarten anzulegen. Nach einer Anzahl Dienstjahre erhielt er in den Kolonien zudem ein Stück Land, das er bebauen konnte.
Grosse Weintrinker
Wein floss damals in unvorstellbaren Mengen. Die Legionäre tranken ihn in rauhen Mengen, aber auch bei den unterworfenen Völkern fand er grossen Zuspruch. Sie kannten meist nur Biere aus vergorenem Weizensaft.
Der grösste Umschlaghafen für Wein war zunächst Pompeji, später kam Aquileia im heutigen Friaul dazu. Doch bald schon stiegen Marseille und Narbonne zu grossen Häfen auf. Von dort wurde der Wein ins Hinterland von Gallien, aber auch weiter nordwärts bis ins deutsche Trier exportiert. Historiker weisen darauf hin, dass der Wein eine derart wichtige kulturelle, aber auch ökonomische Rolle zu spielen begann, weswegen sich auch die „Barbaren“ am regen Weinhandel zu beteiligen begannen.
Der Weinhandel stützt die Pax Romana
Handel, so weiss man, hat meistens eine befriedende Wirkung auf die Akteure, wenn er einigermassen fair abläuft. Deshalb sind sich viele Geschichtsschreiber einig, dass die Pax Romana, dieser jahrhundertelange Friede im römischen Riesenreich, auch auf den blühenden Weinhandel zurückzuführen ist. Alle wollten grenz- und völkerüberschreitend daran teilhaben. Krieg hätte das einträgliche Geschäft nur gestört.