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Was vor 100 Jahren als Kirchenbund für eine stärkere Interessenvertretung des Schweizer Protestantismus in der Nachkriegszeit begann, ist als Evangelisch-reformierte Kirche nun zu einer Kirchengemeinschaft herangewachsen. In der Chronik können Sie die wichtigsten und prägendsten Ereignisse aus der Geschichte des Kirchenbundes nachlesen.
Am 7. September wird der Schweizerische Evangelische Kirchenbund durch 32 Abgeordnete aus 15 reformierte Kantonalkirchen und zwei Diasporaverbänden im Stadthaus von Olten gegründet. Er löst die seit 1858 bestehende Schweizerische Evangelische Kirchenkonferenz ab und verfolgt ein doppeltes Ziel: Nach innen soll das gemeinsame Handeln des Schweizerischen Protestantismus gefördert und seine Repräsentanz auf nationaler und internationaler Ebene verstärkt werden. Nach aussen sollte der Kirchenbund als protestantische Vertretung eines neutralen Landes als internationale Anlaufstelle für den Aufbau der Kirchen im Nachkriegseuropa dienen. Der SEK wird fortan von einem siebenköpfigen Vorstand und zwei nebenamtlichen Sekretären (jeweils einer für deutsch- und französischsprachige Schweiz) geleitet. Oberstes Organ ist die Abgeordnetenversammlung, deren Beschlüsse eine bestimmte Verbindlichkeit besitzen. Die Mitgliedkirchen bleiben autonom und frei in ihren Eigenarten, bilden mit dem SEK aber eine Allianz.
Kirchen aus Genf, Neuenburg und Waadt werden SEK-Mitgliedskirchen.
Aufnahme der Bischöflichen Methodistenkirche in den Kirchenbund
Eröffnung der Zentralstelle für kirchliche Hilfsaktionen in Zürich durch den SEK
Der Kirchenbund wird Mitglied des Reformierten Weltbundes (RWB; heute Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen WGRK).
Gründung des Schweizerischen Verbands für Innere Mission und Evangelische Liebestätigkeit, um zahlreiche Werke und Organisationen zusammenzufassen
SEK beteiligt sich an der Gründung des Internationalen Sozialwissenschaftlichen Instituts in Genf
Die Auslandschweizer Kirchen von Genua (1924), Florenz (1928), Marseille (1929), London (1933) und Barcelona (1934) schliessen sich dem Kirchenbund an.
Gründung der Sozialen Kommission, die den Dialog zwischen Nationalökonomen und Theologen aufnimmt
Studienkommission für soziale Arbeit; der SEK rückt Friedensarbeit, Verbot von Rüstungsexporten und Asylpolitik in den Mittelpunkt
Der Einsatz für die notleidenden Menschen im kriegsversehrten Europa mündet in die Gründung Hilfswerks der Evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS) mit Sitz in Zürich. 1949 übernimmt HEKS die «Evangelische Flüchtlingshilfe» in der Schweiz. Ab 1954 engagiert sich HEKS in der Entwicklungszusammenarbeit mit der Dritten Welt.
Beitritt zum Ökumenischen Rat der Kirchen anlässlich der ersten Vollversammlung in Amsterdam. Damit vertritt der Kirchenbund seine Mitgliedkirchen international. Er hat die Pflicht, die Ergebnisse der ökumenischen Bewegung in den Schweizer Kirchen bekannt zu machen.
Bis zu diesem Zeitpunkt hat der Kirchenbund vor allem eine einigende und sammelnde Wirkung.
Eine partielle Verfassungsrevision bringt die Verfassung des Kirchenbunds hervor, die in ihren Grundzügen bis Ende 2019 in Kraft war. Sie zeigt einen stärkeren Gemeinschaftswillen und enthält eine ausformulierte Glaubensgrundlage.
Der Kirchenbund tritt der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) bei.
Die Spendenaktion «Brot für Brüder» wird erstmals durchgeführt. Ab 1964 und bis 1967 findet die zweite Aktion und ab 1969 die dritte statt. Eine enge Zusammenarbeit mit Fastenopfer entsteht. 1970 wird die Stiftung Brot für Brüder als permanente Organisation ins Leben gerufen, die seit 1991 Brot für alle heisst. Ursprünglich als Entwicklungshilfe gedacht, wurde Brot für alle zum Fürsprecher für die Beziehungen zwischen den reicheren und ärmeren Ländern der zunehmend globalisierten Welt.
Die protestantischen Kirchen der Westschweiz führen die Aktivitäten diverser Missionsgesellschaften zusammen und gründen das Département missionnaire, heute DM-échange et mission genannt.
Der Amerikaner John Jeffries V. vermacht seinen Nachlass und sein gesamtes Vermögen dem Kirchenbund. Dank dieser Spende kann der Kirchenbund des Haus im Sulgenauweg 26 in Bern kaufen, das seitdem als Geschäftsstelle dient.
Die 1815 gegründete Basler Mission und weitere Missionswerke rufen die «Kooperation Evangelischer Kirchen und Missionen in der Schweiz» (KEM) ins Leben, die bis ins Jahr 2000 besteht.
Die vom ÖRK angestossene Konferenz für Kirche und Gesellschaft regt den SEK zur Gründung des Sozialethischen Instituts (ISE) an, das 2003 als Institut für Theologie und Ethik (ITE) in die Geschäftsstelle des SEK integriert wird. Das ISE in Bern und Lausanne liefert evangelische Grundlagen für eine vertiefte soziale Diskussion in Kirche und Gesellschaft.
Bis 1970 legt der SEK seinen Fokus auf ökumenische Arbeit, sozial- und entwicklungspolitisches Engagement. Massenmedien werden als neue Formen der Verkündigung entdeckt.
Die Zürcherin Maja Uhlmann wird als erste weibliche Vertreterin in den Vorstand des SEK gewählt und bekleidet dieses Amt acht Jahre.
Der Kirchenbund ist Mitinitiator der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK).
Erklärung der gegenseitigen Anerkennung der Taufe zwischen dem SEK, der Schweizer Bischofskonferenz und der Christkatholischen Kirche.
Der Kirchenbund wird Mitglied der Leuenberger Kirchengemeinschaft (heute: Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE).
Gründung der Stiftung der Gemeindediakonie im SEK, seit 2008 fondia
Gründung der Diakoniekonferenz, die seit 2017 als Konferenz Diakonie Schweiz weitergeführt wird
Gründung der Frauenkonferenz am 7. Juni 1999
Schweizer Missionsorganisationen gründen «Mission 21», darunter die Basler Mission als grösster Trägerverein. Mission 21 ist eine weltweite Gemeinschaft von Partnerkirchen und -organisationen und engagiert sich auf Basis des christlichen Glaubens für ein Leben in Würde für alle.
Umwandlung des Vereins HEKS und Brot für alle in Stiftungen des SEK
Die Diasporaverbände in der Zentral- und Südschweiz haben sich im Laufe der Zeit aufgelöst. In jedem Kanton bestehen selbstständige reformierte Kirchen, die laufend dem SEK beigetreten sind. Der SEK besteht aus 26 Mitgliedkirchen.
Der SEK ist Gründungsmitglied des Schweizerischen Rates der Religionen (SCR).
Mit schweizweiten, regionalen und lokalen Veranstaltungen feiert der Kirchenbund zusammen mit seinen Mitgliedkirchen «500 Jahre Reformation», in Verbundenheit mit anderen protestantischen Kirchen weltweit.
Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund beschliesst, sich ab 2020 als Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) neu zu organisieren und sich eine entsprechende Verfassung zu geben.
Gründung der Konferenz Protestantische Solidarität Schweiz PSS
Aus dem Kirchenbund (SEK) wird die Kirchengemeinschaft Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS).