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Saatgut ist die Basis der Welternährung. Die Vielfalt des Saatguts – die Agrobiodiversität – wurde über Jahrhunderte von Bäuerinnen und Bauern geschaffen und ist die Grundlage für die Züchtung neuer Nutzpflanzen. Doch diese Vielfalt ist in Gefahr. Durch geistige Eigentumsrechte wie Patente und Sortenschutztitel wird der Zugang zu den genetischen Ressourcen und deren freie Nutzung für Züchterinnen und Bauern erschwert oder gar verhindert. Dies gefährdet die Ernährungssicherheit und treibt die Konzentration des Saatgutmarktes weiter voran.
- 1.5 Milliarden Bäuerinnen und Bauern sind abhängig von selbst nachgebautem Saatgut.
- In Westafrika produzieren 90-98% der Bäuerinnen und Bauern ihr Saatgut selbst, im östlichen und südlichen Afrika sind es 70-95%.
- Das Sortenschutzabkommen nach UPOV wurde 1991 von bloss 20 Industrieländern verhandelt, soll aber der ganzen Welt aufgezwungen werden.
- UPOV 91 verbietet den Tausch geschützten Saatguts zwischen Bäuerinnen und Bauern.
- Zwei Drittel der Schweizerinnen und Schweizer lehnen Patente auf Nutzpflanzen ab.
- Drei Firmen (Monsanto, DuPont und Syngenta) beherrschen über 50% des globalen kommerziellen Saatgutmarktes.
- Syngenta und Monsanto besitzen in Europa 71% aller geschützten Blumenkohl-Sorten. Bei Tomaten sind es 62% und bei Peperoni 56%.
Weiterführende Informationen
Dokumente
— Diese Menschenrechtsanalyse beschreibt und belegt erstmals die existenzielle Gefährdung, welche mit dem UPOV-Beitritt eines Landes für die von traditioneller Saatgut-Vermehrung abhängigen Kleinbauernfamilien im Süden bedeuten würde. Für die Analyse wurden Fallstudien in Kenya, Peru und den Philippinen durchgeführt.
— Das Factsheet «Owning Seeds, accessing Food» fasst Methodik und wesentliche Fakten der Menschenrechtsanalyse «Owning Seeds, Accessing Food» zusammen. Es beschreibt und belegt die existenzielle Gefährdung, welche mit dem UPOV-Beitritt eines Landes für die von traditioneller Saatgut-Vermehrung abhängigen Kleinbauernfamilien im Süden bedeuten würde. Für die Analyse wurden Fallstudien in Kenya, Peru und den Philippinen durchgeführt.
— Die Analyse «UPOV report on the impact of plant variety protection - A critique» beleuchtet den UPOV-Bericht über die Auswirkungen des Sortenschutzes, welcher 2005 publiziert wurde. Noch heute dient dieser Bericht als wichtiges Argument, um Staaten von einem Beitritt zu UPOV überzeugen. Unsere Analyse zeigt auf, dass die Methodologie des UPOV-Berichtes u.a. wegen der zu engen Auswahl der Indikatoren mangelhaft ist und deshalb nicht als Grundlage für den politischen Entscheidungsprozess dienen kann. Die Auswirkungen auf Bäuerinnen und Bauern, sowie Ernährungssicherheit und Agrobiodiversität sind in eine Wirkungsanalyse einzubeziehen.
— Die Vielfalt der Nutzpflanzen und der Pflanzensorten ist unsere Lebensversicherung. Sie ist die Basis, die unsere Ernährung auch in der Zukunft sicherstellt. ProSpecieRara und Public Eye (ehemals Erklärung von Bern) zeigen auf, wie es um diese Vielfalt steht, was wir konkret tun, um diese zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. Wir richten den Blick auf die Rahmenbedingungen, auf Saatgutrecht und Patente. Diese müssen so gestaltet werden, dass die Vielfalt erhalten werden und der langfristigen Ernährungssicherung dienen kann.
Präsident des Europäischen Patentamts gibt grünes Licht für Patente auf Pflanzen und Tiere (PDF, 1.0 MB)
— Der Bericht der Koalition No patents on Seeds zeigt, dass Syngenta besonders stark von den Patenten auf Pflanzen aus konventioneller Zucht profitiert, die das Europäische Patentamt (EPA) seit Anfang 2013 reihenweise erteilt.
— Diese Studie zeigt, dass Monsanto und Syngenta bei gewissen Gemüsearten über 50% der in Europa geschützten Sorten besitzen.
Europäisches Patentamt am Scheideweg – Patente auf Pflanzen und Tiere aus dem Jahr 2011 (PDF, 0.9 MB)
— Der Bericht der internationalen Koalition No Patents on Seeds zeigt, dass die Industrie rechtliche Lücken systematisch dafür nutzt, Patente auf Saatgut, Pflanzen und sogar auf die Ernte und Lebensmittel zu erlangen.
— Das Fact-Sheet stellt die wichtigsten Argumente und Positionen gegen die Patentierbarkeit von Nutzpflanzen vor, gegen die sich Nichtregierungsorganisationen, Regierungen sowie Bauern- und Züchterverbände seit Jahren wehren.
Observer Status and Access to Documents - Comparative Analysis across Selected International Organizations (PDF, 701 KB)
— Die englischsprachige Studie „Observer Status and Access to Documents - Comparative Analysis across Selected International Organizations” von Public Eye (ehemals Erklärung von Bern) und den norwegischen Development Funds zeigt, dass die UPOV-Regeln für Beobachter und der Zugang zu Dokumenten weit hinter den Regeln anderer internationaler Organisationen liegen.
— Stellungnahme von François Meienberg in der Volkswirtschaft. Public Eye (ehemals Erklärung von Bern) fordert, dass der Schutz des geistigen Eigentums je nach Entwicklungsstand und Technologiebereich differenziert geregelt werden soll.