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Ministerpräsident Dmitrij Medwedew habe die zuständigen Ministerien bereits mit der Umsetzung der Massnahme beauftragt. Ausserdem habe der Ministerpräsident einige Änderungen für die Förderung der Marktproduktion von Milch sowie die Befreiung aller Agrarproduzenten von der Mehrwertsteuer bei der Einfuhr von Zuchttieren angeordnet, berichtete der Pressedienst.
Milchproduzenten wollen höheren Selbstversorgungsgrad
Wenige Tage zuvor hatte der Russische Milchproduzentenverband (Sojusmoloko) an die Regierung appelliert, den Produktionsbereich stärker zu unterstützen, weil dieser unter Wettbewerbsnachteilen leide. Es solle deshalb ein Entwicklungsprogramm mit dem Ziel ausgearbeitet werden, bis zum Jahr 2020 den Bedarf an Molkereierzeugnissen zu 90 Porzent aus heimischer Produktion zu decken, schlug Sojusmoloko vor.
Zum Forderungskatalog des Verbandes gehörte auch die nun beschlossene Aufstockung der Kreditbeihilfen, die aus seiner Sicht eine notwendige Regelangleichung mit der Fleischrinderhaltung darstelle. Die Vertreter der Milchproduzenten forderten die russische Regierung zudem auf, trotz Haushaltsschwierigkeiten die rechtzeitige Auszahlung von Beihilfen an die Produzenten zu gewährleisten.
Molkereisektor hat Wettbewerbsnachteile
Nach Angaben von Sojusmoloko befindet sich die Milchviehhaltung in Russland seit Jahren in einem Negativtrend. Für 2013 rechnet der Verband mit einem Minus bei der Rohmilchproduktion um fast 3 Prozent auf 31 Mio. Tonnen. Vor fünf Jahren lag die Erzeugung noch bei 32,4 Mio. Tonnen. Mit dem Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO) 2012 habe sich die Situation der Milchbauern noch einmal spürbar verschlechtert, beklagte der Verband.
Er kritisierte insbesondere die Einführung der von der Milchqualität abhängenden Beihilfen, von denen lediglich 37 Prozent der Produzenten profitierten. Bei zu knappem Rohstoffangebot die Prämien an Güteklassen sowie an den Fett- und Eiweissgehalt oder die Geburtenanzahl pro Kuh zu koppeln, sei kein stimulierendes Instrument für die erforderliche Aufstockung der Produktion, stellte Sojusmoloko klar.
Laut Verband hat die Wettbewerbsfähigkeit der russischen Milchproduktion auch unter der deutlichen Verteuerung der Futtermittel gelitten. Unter anderem deswegen sei bei den wichtigsten Marktversorgern, den gemeinschaftlich organisierten Landwirtschaftsbetrieben, die Milchproduktion in den ersten sieben Monaten 2013 um 5,7 Prozent geringer als im Vorjahreszeitraum ausgefallen. Nun lägen die Marktpreise für die knappe Rohmilch zum Teil deutlich höher als inWeissrussland, der Europäischen Union, Neuseeland oder den USA.
Importe schliessen Lücke
Das begrenzte Rohstoffangebot und die gestiegenen Rohmilchpreise haben laut Sojusmoloko von Januar bis Juli 2013 einen Rückgang der heimischen Produktion von Käse um ein Zehntel sowie von Trockenmilch und -rahm um ein Viertel gegenüber dem Vorjahr bewirkt. Es wurde versucht, das Defizit durch die verstärkte Verwendung von Pflanzenfetten in Produktionsverfahren zu mildern, doch in erster Linie wurde die entstandene Lücke durch Importe geschlossen.
So führte Russland in den ersten sieben Monaten 2013, ausgedrückt in Milchäquivalenten, rund 4 Mio. Tonnen Molkereiprodukte ein. Das waren gut 500 000 t mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei hat sich die Einfuhr von Magermilchpulver mehr als verdoppelt, während der Bezug von Molkenpulver und Butter um rund ein Drittel stieg; zudem legte der Käseimport um etwa ein Fünftel zu.