Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03167.jsonl.gz/1742

Am Sonntag ist Geeta Iyengar, die älteste Tochter des grossen Yogameisters B.K.S. Iyengar und selber eine der einflussreichsten Yogalehrerinnen weltweit, im Alter von 74 Jahren in Pune gestorben. Sie starb nur zwei Tage nach Beendigung der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag ihres Vaters überraschend an einem Herzinfarkt.
Geeta Iyengar wurde am 7. Dezember 1944 in Pune geboren und engagierte sich ihr ganzes Leben lang dafür, die Lehre ihres Vaters weiterzutragen. Sie unterrichtete im von ihm gegründeten RIMYI-Institut in Pune und gab dort sowie auf der ganzen Welt Workshops. Zugleich wurde sie zu einer Pionierin auf dem Gebiet des Yoga für die Frau. Ihr Anfang der Achtzigerjahre erschienenes Buch “Yoga – a gem for women“ (Yoga für die Frau) ist bis heute wegweisend. Sie erwarb zudem einen Doktortitel im Ayurveda und verband ihr Wissen dieses medizinischen Systems mit den Prinzipien des Yoga.
Wie ihr Vater war Geeta ein kränkliches Kind. Mit neun Jahren musste sie wegen einer Niereninfektion ins Spital eingeliefert werden. Da B.K.S. Iyengar zu dieser Zeit nicht für die hohen Spital- und Medikamentenkosten aufkommen konnte, ermunterte er sie dazu, Asanas zu praktizieren, um ihre Gesundheit zu verbessern. So wurde der Samen gelegt, der sie ihr ganzes Leben begleiten sollte. Sie sagte 2011 in einem Interview mit der Zeitung „The Hindu“: „Yoga ist für mich ein Lebenselixier.“
Geeta Iyengar praktizierte nicht nur selber intensiv Yoga, sie begann bereits mit 13 Jahren zu unterrichten: zuerst ihre jüngeren Geschwister und später auch die Mädchen an ihrer Schule. Ab Anfang der Sechzigerjahre unterrichtete sie am RIMYI und vertrat ihren Vater, wenn dieser auf Reisen war.