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Carl Passavant (1854–1887), ein Vertreter des Basler Grossbürgertums, machte sich 1883 erstmals auf den Weg nach Afrika. Eine weitere Reise folgte. Sein Ziel war, Forschungen für die von ihm geplante Dissertation zum Thema Craniologische Untersuchungen der Neger und der Negervölker durchzuführen. Von dieser und weiteren Reisen stammt eine reichhaltige Fotografiesammlung. Sie dokumentiert in einzigartiger Weise den Küstenabschnitt zwischen Sierra Leone und Angola für die Zeit vor 1885 – kurz bevor die europäischen Mächte den afrikanischen Kontinent untereinander aufteilten. Die Fotografien zeugen von den vielfältigen sozialen, ökonomischen und politischen Verknüpfungen zwischen der europäischen und aussereuropäischen Welt. Zudem können sie als eine «imaginäre Zeitreise» in die Lebenswelten des europäischen Kolonialismus gelesen werden.
Erschienen in: traverse 2007/3, S. 113