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Um die veralteten Panzer-68/88-Bestände abzulösen, prüfte die Schweiz unter der Führung der Firma Contraves, die damals noch zum Bührle-Konzern gehörte, die Möglichkeit, einen eigenen neuen Schweizer Kampfpanzer zu bauen. Das Projekt wurde am 3. Dezember 1979 jedoch eingestellt. Die Risiken einer Eigenentwicklung und die damit verbundenen Kosten wurden als zu hoch eingestuft.
Nach umfangreichen Vergleichstests in den Jahren 1981 und 1982 wurde beschlossen, den Leopard-2-Panzer zu kaufen.
Im Mai 1983 legte die Firma Contraves ein Angebot für den Lizenzbau vor, das im Dezember 1984 vom Schweizer Nationalrat gebilligt wurde. Die Gesamtstückzahl belief sich auf 380 Leopard 2, von denen 35 direkt bei Krauss-Maffei in Deutschland produziert werden sollten. Die Endfertigung der restlichen 345 erfolgte durch die Eidgenössische Konstruktionswerkstätte in Thun.
Im September 1999 übernahm die Düsseldorfer Rheinmetall AG von der schweizerischen Oerlikon-Bührle Holding AG die gesamte Wehrtechnik. Die «Oerlikon Contraves Defense» galt damals bei Kanonen- und Lenkwaffensystemen zur Flugabwehr als technologisch führend. Aber auch diese Übernahme ändert nichts an der Tatsache, dass der Löwenanteil der Leopard-Panzer in der Schweiz und nicht in Deutschland hergestellt wurde.
Seit 2006 wurden 134 der Panzer der Schweizer Armee einem Werterhaltungsprogramm (Kampfwertsteigerung) unterzogen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 395 Millionen Franken. Von den restlichen nicht modernisierten Panzern wurden zwölf zu Genie- und Minenräumpanzern umgebaut. Weitere 42 Stück wurden Ende 2010 an Rheinmetall verkauft, wo die Panzer ebenfalls in Spezialversionen umgebaut und dann exportiert werden sollten. Mit diesen Verkäufen von 42 Panzern an Rheinmetall wurde die Anzahl der von Krauss-Maffei in die Schweiz gelieferte Anzahl von 35 Panzern bereits überschritten.
Nun will Bundesrätin Viola Amherd jedoch weitere 25 Panzer an Deutschland «zurückverkaufen». Diese Rechnung geht nicht auf. Das ist eine Täuschung der Öffentlichkeit. Sie selbst hat ja anlässlich der Fragestunde vom 12. Juni 2023 bestätigt, dass die Leopard-Panzer, die nach Deutschland zurückverkauft werden sollten, gar nicht aus Deutschland stammen, sondern von Contraves in der Schweiz unter Lizenz gebaut wurden.
Amherd war dennoch der Meinung, dass die Panzer nach Deutschland zurückverkauft werden könnten, weil das Know-how von Krauss-Maffei und Rheinmetall stammten. Mit dem Bau in Lizenz habe sich die Schweiz lediglich das Know-how für den Betrieb und die Instandhaltung der eigenen Flotte gesichert. Die Rechte am Leopard 2 gehören den deutschen Originalherstellern Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall Landsysteme. Die Schweiz sei nicht Originalherstellerin dieser Panzer. Aus diesem Grund sei es irrelevant, wer die Panzer gefertigt habe, die ausser Dienst gestellt werden sollen.
Diese Begründung scheint weit hergeholt und könnte als Präjudiz für weitere fragwürdige Geschäfte dienen. Immerhin wurde Krauss-Maffei 2016 vom chinesischen Chemieriesen ChemChina übernommen. Damit könnte die Schweiz ja auch Panzer nach China «zurückverkaufen».
Das Parlament segnete am 26. September 2023 dennoch die Lieferung von 25 Panzern an Deutschland ab. Die Schweiz beteiligt sich damit eindeutig an einem Ringgeschäft, auch wenn Deutschland verspricht, diese Panzer nicht weiterzuverkaufen. Die Schweiz liefert Panzer an Deutschland, damit die Bundesrepublik ihrerseits aus ihren Beständen Panzer in die Ukraine entsenden kann. Dieser Handel verstösst gegen die Schweizer Neutralität.
Immerhin ist damit zu rechnen, dass von den 96 eingemotteten und als Ersatzteillager dienenden Panzern die zustandsmässig miesesten an Deutschland ausgehändigt werden, denn zumindest ein Teil der übrigen 71 sollen gemäss Forderungen aus Armeekreisen für die Schweizer Armee auf Vordermann gebracht werden. Noch benötigt der Deal das Okay des Bundesrates.
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