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Neben dem Wetter hängt die Reisernte sehr stark vom Schädlingsbefall ab. Zu letzterem gehört auch der Befall des Gestreiften Reisbohrers (Chilo suppressalis), einer Mottenart, deren Raupen die Reispflanzen schwächen und die Entwicklung der Reiskörner beeinträchtigen. Im Rahmen einer Doktorarbeit wurde 2015 das Quartierangebot in einigen Reisfeldern mittels Fledermauskästen verbessert. Durch die dadurch vergrösserte Anzahl an Mückenfledermäusen (Pipistrellus pygmaeus) in diesen Gebieten, ging seither der Schädlingsbefall dermassen zurück, dass teilweise ganz auf den Einsatz von Insektiziden verzichtet werden konnte!
Im Sommer 2021 wurde nun der monetäre Wert der Anwesenheit der Fledermäuse in den Reisfeldern ermittelt. Die Fledermäuse jagen einerseits direkt die ausgewachsenen Reisbohrer und beeinflussen zudem die Gelegegrösse durch ihre Echoortungsrufe. Einige Falter wie auch die Reisbohrer haben ein Hörorgan, mit dem sie Ultraschallrufe wahrnehmen und so hören können, ob Fledermäuse in der Nähe sind. Als Reaktion darauf legen sie weniger Eier. Mittels spezieller Vorrichtungen wurden die Fledermäuse von gewissen Untersuchungsfeldern ausgeschlossen, während die Motten freien Zugang hatten. Dies ermöglichte eine direkte Quantifizierung der Schädlingsreduktion bei Anwesenheit von Zwergfledermäusen (Pipistrellus pipistrellus).
Rechnet man die Studienresultate auf ganz Spanien hoch, so können durch intakte Fledermauspopulationen zwischen 0.48 und 16 Tonnen Reis pro Jahr vor den Reisbohrern gerettet werden. Dies entspricht nach aktuellem Marktwert rund 1.2 – 12.1 Millionen Euros pro Jahr allein in Spanien! Dabei nicht eingerechnet sind Einsparungen bei Insektiziden, die durch die fledermausbedingte Schädlingsreduktion nicht ausgebracht werden müssen sowie deren Folgeschäden.(Originalbeitrag)
Auch unsere Fledermäuse jagen regelmässig Nutzpflanzenschädlinge. Schätzungen zu folge betragen die durch Fledermäuse erbrachten Ökosystemdienstleistungen in der Schweiz jährlich mehrere 100 Millionen Franken!