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Und der Ansatz der Zürcher Kantonalbank?
Die Zürcher Kantonalbank ist 2022 der Net-Zero Banking Alliance beigetreten und ein Teil ihrer Produktlinien im Anlagebereich orientiert sich durch einen sogenannten Absenkpfad am Pariser Klimaabkommen. Die Idee dahinter ist einfach: Um die Temperaturerhöhung unter zwei Grad gegenüber vorindustrieller Zeit zu halten, darf gemäss dem zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC) nur noch ein begrenztes Mass an Kohlendioxid emittiert werden. Dieses globale Kohlendioxid-Budget lässt sich auf einzelne Akteure herunterbrechen wie z.B. Unternehmen oder Staaten, sodass jeder Akteur jährlich die gleiche prozentuale Reduktion erzielen muss. Dieser Absenkpfad wird realwirtschaftlich in Gesprächen mit den Unternehmen und Fondsleitungen eingefordert und fliesst in das Abstimmungsverhalten an Generalversammlungen ein. Zusätzlich können CO2-arme Anlagen zulasten CO2-intensiverer Anlagen gekauft werden, um den Absenkpfad einzuhalten.
Komplexe Umsetzung in der Praxis
Rein theoretisch sollte das Erwärmungspotenzial von Anlageportfolios mit implementiertem Absenkpfad unter zwei Grad liegen. Die Praxis ist leider komplizierter. Das liegt vor allem an der unterschiedlichen Datengrundlage. Während das Konzept des Erwärmungspotenzials der Swiss Climate Scores auf den von den Unternehmen verkündeten Zielen zur Emissionsreduktion basiert, orientiert sich der Absenkpfad der Zürcher Kantonalbank an tatsächlich realisierten Emissionen. Dass ein Datenset mit unternehmenseigenen Emissionsprognosen nicht dieselben Resultate liefert wie eines mit realisierten Emissionen, leuchtet unmittelbar ein.
«Mache die Dinge so einfach wie möglich, aber nicht einfacher»
Beim Versuch, Finanzanlagen mit Klimaverträglichkeit zu verknüpfen, ist eine Portion gesunde Skepsis ganz im Sinne des Bonmots Albert Einsteins förderlich. Für eine Bank ist es einfacher, die Emissionen zu senken, indem sie ihre Gebäude zum Beispiel mit Seewasser oder Erdwärme beheizt statt mit Öl. Bei einem Zementhersteller hingegen fallen die Emissionen bei den Kernprozessen an und es bedarf grösserer Anstrengungen, diese zu reduzieren. Ein reines Bankenportfolio hat daher schneller ein geringeres Erwärmungspotenzial. Diversifiziert ist es dafür aber noch lange nicht.
Die Zürcher Kantonalbank implementiert die Orientierung am Pariser Klimaabkommen in den entsprechenden Produktlinien über das Konzept des Absenkpfads. Das mag sich zwar nicht immer in einem tiefen globalen Erwärmungspotenzial widerspiegeln, die Diversifikation der Anlagen hingegen spielt immer eine zentrale Rolle.