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Baron Füdi als Missionar
Zur Zeit schreibe ich an einem Buch über Baron Füdi di Schlampedusa, einen Transvestiten, der in der Kleinbasler Beizen- und Nachtclubszene dafür missioniert, die Null zu befreien.
Dabei geht es um die These, kosmische Players hätten vor einigen Tausend Jahren die Null umgekehrt, und seither sei plus nicht mehr plus, sondern minus, minus nicht mehr minus, sondern plus, hinten nicht mehr hinten, sondern vorne, vorne nicht mehr vorne, sondern hinten, rechts nicht mehr rechts, sondern links, links nicht mehr links, sondern rechts, oben nicht mehr oben, sondern unten und unten nicht mehr unten, sondern oben.
Unterwegs im knappen Mini, mit Perücke und Schaumgummibusen wirbt der Baron für die Idee, den Claraplatz zum kreativen Zentrum des Erdballs zu erklären und dies durch eine in den Boden eingelassene Metallplatte zu dokumentieren. Das geballte Talent, das sich in kürzester Zeit im Kleinbasel ansammelte, würde bewirken, dass Billiarden in die Kasse kämen und man alle Menschen zum Leben eingeladen könnte. Viele würden zu arbeiten aufhören, Betriebe stünden still, jeder hätte genügend Geld, aber niemand würde produzieren. In absehbarer Zeit gäbe es nichts mehr zu essen.
Dann müssten wir wieder zu Jägern und Sammlern werden. Und damit erlösche das Interesse der kosmischen Players an der Menschheit. Sie gäben die Null frei, diese schnellte in ihre ursprüngliche Lage zurück, und rechts wäre wieder rechts, unten wieder unten und vorne wieder vorne. Übrigens, Baron Füdi ist keine Romanfigur, sondern eine Gestalt, die man täglich im Schluuch, im Schmale und im Schiefe antreffen kann.
Kolumne im Baslerstab vom 01.10.2002