Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03655.jsonl.gz/2479

Die Schweiz hat nicht genügend Fläche, um die grosse Nachfrage an Schnittblumen zu decken. Deswegen werden 90% der in der Schweiz verkauften Schnittblumen importiert. Der grösste Anteil dieser Importe stammt aus den Niederlanden, gefolgt von Kenia und anderen ostafrikanischen Ländern, sowie aus Ecuador in Südamerika. Natürlich haben auch die Niederlande zu wenig Kapazitäten, um für ganz Europa Schnittblumen und Blumenzwiebeln zu züchten. So gilt das Land eher als Umschlagsplatz, wo die europäischen Nachbarn ihre Blumen einkaufen. Diese Blumen stammen wiederum meist aus Afrika und Südamerika.
Fairtrade-Blumen
Besonders in Kenia stellt die Blumenzucht eine grosse wirtschaftliche Kraft dar. In Kenia arbeiten über 90.000 Arbeiterinnen auf den Blumenfarmen. Indirekt beeinflusst dieser Wirtschaftszweig das Leben von knapp 2 Millionen Menschen. Doch die Arbeitsbedingungen sind dort oftmals schlecht. Es gibt keine Arbeitsverträge, die Löhne sind zu niedrig und es gibt keinen Gesundheitsschutz. Der hohe Pestizideinsatz schädigt die Umwelt und ganz direkt auch die Gesundheit der Arbeiterinnen, die nicht ausreichend davor geschützt werden. Auch beim Blumenkauf ist es deshalb wichtig, auf das Fairtrade Logo zu achten, um verbesserte Sozial-, Gesundheit- und Umweltstandards zu gewährleisten.
CO2-Bilanz
Da in Kenia die besten klimatischen Bedingungen für die Blumenzucht herrschen, haben die Blumen trotz des langen Transportwegs oft eine bessere CO2-Bilanz als die Blumen, welche in den Treibhäusern in Europa angebaut werden. Kauft man lokal, ist es besonders wichtig, auf das saisonale Blumenangebot zurückzugreifen.
Narzissen
Das natürliche Vorkommen der Narzissen, zu denen die Osterglocke als eine Unterart gehört, ist sehr klein geworden. In ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet (Westliches Europa und Mittelmeerraum) kommen rund 50 wilde Narzissenarten vor. Sie wachsen auf kalkarmen Bergwiesen bis 2000m und in lichten Wäldern. Auch in der Schweiz sind diese aber mittlerweile stark bedroht, weswegen wilde Narzissen geschützt sind und nicht gepflückt werden dürfen. Durch zahlreiche Kreuzungen ist ein riesiges Angebot für den Garten entstanden. So führt allein die Liste der Königlich-Britischen Gartenbaugesellschaft über 24.000 Narzissensorten. Das zeigt die grosse Beliebtheit dieser Blume… All jene, die zwischendurch gern mal eine Blüte verspeisen, sollten sich bei den verführerischen Narzissen aber zurückhalten: Alle Teile der Pflanze sind giftig.
Hauptanbauland Niederlande
Die Anbaufläche von Narzissenzwiebeln in den Niederlanden beträgt 1800 Hektar, darauf werden jährlich zirka 250 Millionen Zwiebeln herangezüchtet. Auch in Grossbritannien gibt es grosse kommerzielle Betriebe. Die Chancen stehen also gut, bei Narzissenzwiebeln tatsächlich europäische Produkte zu erhalten. Am besten ist, Sie achten auch hier auf das Bio-Siegel der EU, um sicher zu gehen, dass umweltverträglich produziert wurde. Beim Kauf von Blumensträussen, egal ob online, beim Blumenhändler oder im Supermarkt, sollten die aus fairem Handel bevorzugt werden.