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Stillende
Stillen ist aus verschiedenen Gründen sehr wichtig. Die Muttermilch enthält wertvolle Substanzen, die den Säugling nicht nur gegen Infektionen, sondern allgemein schützen: gestillte Kindern haben zum Beispiel ein kleineres Allergierisiko. Das Stillen wirkt sich hinzu positiv auf die Beziehung zwischen Mutter und Kind aus, da es die affektive Bindung zwischen ihnen fördert.
Das Neugeborene sollte davor geschützt werden, dem Tabakrauch ausgesetzt zu sein, sei es über die Schadstoffe, die via die Muttermilch ans Kind weitergegeben werden, sei es durch die direkte Passivrauch-Exposition.
Einfluss des Rauchens während der Stillzeit
Neugeborene, die direkt (via Muttermilch) und indirekt (via Passivrauch) dem Tabakrauch ausgesetzt sind, haben verschiedene Gesundheitsrisiken. Eine Studie aus 2008 konnte beispielsweise zeigen, dass das Rauchen der Mütter die Herz-Kreislaufkontrolle der Säuglinge negativ beeinflusst und dass das Risiko für einen plötzlichen Kindstod bei einem täglichen Konsum von mehr als 10 Zigaretten 7fach erhöht ist.
Rauchen während der Stillperiode hat auch einen Einfluss auf die Milchproduktion: Raucherinnen haben ungefähr einen Viertel weniger Milch als Nichtraucherinnen.
Studien im Ausland haben gezeigt, dass ein Grossteil der Frauen nach der Geburt wieder zu rauchen beginnt; für die Schweiz gibt es dazu leider keine Zahlen.
Fazit
- Die Rauchabstinenz der Mutter nach der Entbindung ist für den Säugling äusserst wichtig.
- Obwohl die Rauchfreiheit zu Beginn der Schwangerschaft für die werdende Mutter und das Kind am besten ist, hat der Rauchstopp zu jedem späteren Zeitpunkt im Verlauf der Schwangerschaft und der Stillzeit für beide Vorteile
- Der Einsatz von Nikotinersatzprodukten sollte bei Stillenden erwogen werden, wenn ein Rauchstopp ohne diese nicht zu erreichen ist.
- Wenn ein Rauchstopp nicht zu erreichen ist, ist eine Reduktion des Konsums anzustreben.
- Für die medikamentöse Unterstützung eignen sich nikotinhaltige Medikamente mit kurz wirksamen Produkten, welche direkt nach dem Stillen verwendet werden. Die Anwendung von Bupropion oder Vareniclin bedingt das Abstillen des Säuglings.
Referenzen
- Dahlström A, Ebersjö C, Lundell B. Nicotine in breast milk influences heart rate variability in the infant. Acta Paediatr. 2008;97(8):1075-9
- Dempsey DA, Benowitz NL. Risks and benefits of nicotine to aid smoking cessation in pregnancy. Drug Safety 2001 24:4 (277-322)
- Shah T, Sullivan K, Carter J. Sudden infant death syndrome and reported maternal smoking during pregnancy. Am J Public Health 2006;96:1757-9.
- Haas JS, Kaplan CP, Barenboim D, Jacob P 3rd, Benowitz NL. Bupropion in breast milk: an exposure assessment for potential treatment to prevent post-partum tobacco use. Tob Control. 2004;13(1):52-6.
- Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg. Die Rote Reihe: Passivrauchende Kinder in Deutschland – frühe Schädigung für ein ganzes Leben. www.tabakkontrolle.de