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Am 21. August 2015, um ca. 17:00 Uhr, konnte ein Autozug des Autoverlades Furka bei der Einfahrt in den Bahnhof Realp nicht rechtzeitig anhalten. Der Zug prallte in einen Prellbock und anschliessend entgleisten die Lokomotive und die ersten beiden Wagen. Es wurden keine Personen verletzt, es entstand erheblicher Sachschaden an den Schienenfahrzeugen und an der Bahninfrastruktur.
Untersuchung
Die Meldung betreffend der Kollision eines Autozuges mit einem Hindernis in Realp ging bei der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) am 21. August 2015 um 17:35 Uhr ein. Die Untersuchung wurde am gleichen Tag eröffnet.
Für die Untersuchung standen folgende Grundlagen zur Verfügung:
- Faktenerhebung vor Ort;
- Befragungen der Beteiligten;
- Fahrdaten des Zuges;
- Wagenliste (Anhängelast);
- Gleis- und Signalpläne des Bahnhofes Realp und des Furkatunnels;
- Hoheitliche und interne Regelungen für den Eisenbahnbetrieb;
- Aufzeichnungen einer im Bahnhof Realp installierten Videoanlage;
- Materialprüfung des Hauptluftleitungsschlauches;
- Diverse Untersuchungen der Fahrzeuge in Andermatt, Brig, Altenrhein und Bellinzona.
Ursachen
Die Kollision eines Autozuges mit einem Hindernis bei der Einfahrt in den Bahnhof Realp ist darauf zurückzuführen, dass der Zug keine genügende Bremswirkung aufbauen konnte.
Die erreichte Bremswirkung lässt den Schluss zu, dass nur die Lok gebremst hat. Die Ursache für die ungenügende Bremswirkung lag mit grosser Wahrscheinlichkeit in der Verbindung zwischen der Lok und dem ersten Wagen. Aufgrund der durch den Unfall verursachten Beschädigungen konnte die Ursache der ungenügenden Bremswirkung nicht zweifelsfrei festgestellt werden. Bei der Vorbeifahrt an einem «Halt» zeigenden Hauptsignal wurde eine Zwangsbremsung ausgelöst. Da die Bremswirkung auch dort ungenügend blieb, steht als Ursache ein technisches Versagen der Verbindung der Hauptluftleitung der Lok und des ersten Wagens im Vordergrund.
Sicherheitsempfehlungen und Sicherheitshinweise
Mit dem Schlussbericht werden weder Sicherheitsempfehlungen noch Sicherheitshinweise ausgesprochen.
Im Rahmen dieser Untersuchung wurde festgestellt, dass in den Fahrdaten nicht alle für eine Sicherheitsuntersuchung relevanten Daten aufgezeichnet werden. Die SUST wird zu dieser Thematik zu einem späteren Zeitpunkt eine separate Studie verfassen.
Beteiligte Unternehmen:
- Eisenbahnverkehrsunternehmen: Matterhorn Gotthard Verkehrs AG (MGV), Brig
- Infrastrukturbetreiberin: Matterhorn Gotthard Infrastruktur AG (MGI), Brig
- Fahrzeughalter: Matterhorn Gotthard Verkehrs AG (MGV), Brig
Beteiligte Fahrzeuge:
- Autozug bestehend aus einer Lokomotive und zwölf Wagen.
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