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Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
Wir vollziehen den Wandel des Begriffs "Gesundheit" von dem Inbegriff eines Ziels, das man erstrebt, zum Begriff einer Norm, die einen verpflichtet, für Japan anhand der Entwicklung im Zeitraum von 1995 bis 2001 nach. Dabei untersuchen wir im Einzelnen, wie im Rahmen von zwei Gesetzgebungsprozessen die Akteure über Gesundheit sprechen, und welche Aussagen in die normativen Texte (Gesetze, Erlasse, Ausführungsbestimmungen) eingehen. Das Eugenikgesetz von 1995 stand noch im Kontext des "alten" Gesundheitsbegriffs: die Gesundheit der Bevölkerung war ein Gut, das es zu schützen galt. Im Gesundheitsförderungsgesetz von 2001 wird Gesundheit zu etwas, was man macht. Die Individuen werden damit auf die Herstellung und Konservierung ihrer Gesundheit verpflichtet. Im Hintergrund steht die Steigerung der Kosten im Gesundheitssystem, die einerseits mit der Alterung der Bevölkerung, andererseits mit der Einführung neuer, aufwendiger medizinischer Technologien einhergehen.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Das Projekt ist primär diskursanalytisch angelegt. Es will am Beispiel der Entwicklung in Japan zeigen, was unter Umständen auch in Europa an Veränderungen in der Wahrnehmung und Bedeutung von Gesundheit möglich ist.