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Wirbelsäulenleiden - Wirbelbrüche
Unfall- und Altersbedingte Brüche
Unfallbedingte Wirbelsäulenverletzungen kommen hauptsächlich in zwei unterschiedlichen Patientengruppen vor.
Zum einen junge Menschen welche sich im Rahmen meist schwererer Verkehrs-, Arbeits-, oder Sportunfälle eine Wirbelsäulenfraktur zuziehen.
Zum anderen ältere Patienten welche als Grunderkrankung eine Osteoporose (Knochenschwund) aufweisen und häufig als Folge eines Bagatelltraumas (Sturz aufs Gesäss, Hubarbeit) eine Wirbelfraktur erleiden.
Unfallbedingte Wirbelbrüche
Da bei Wirbelfrakturen als Folge schwerer Unfälle meist auch Begleitverletzungen anderer Extremitäten und Organe vorliegen, ist es zwingend, dass solche Patienten in einem Spital der Unfallchirurgischen Maximalversorgung behandelt werden.
Nicht selten kommt es aufgrund der Wucht der Zerstörung zu einer Verlegung des Spinalkanales durch Bruchstücke des Wirbels und folglich zu einer Verletzung des Rückenmarks mit neurologischen Ausfällen, im schlimmsten Falle zu einer Tetra- oder Paraparese (Querschnittslähmung).
In vielen Fällen ist die Zerstörung des Wirbelkörpers so ausgedehnt, dass durch einen Eingriff durch den Brust- oder Bauchraum ein Implantat zum Wirbelersatz eingebracht werden muss.
Altersbedingte Wirbelbrüche
Anders verhält es sich mit den Wirbelfrakturen des höheren Lebensalters. Bei einer ausgeprägten Osteoporose genügt häufig ein Bagatelltrauma, um eine Wirbelfraktur zur Folge zu haben. Leitsymptom ist in fast allen Fällen ein starker Rückenschmerz, welcher unter Belastung zunimmt, aber häufig auch in Ruhe/im Liegen als quälend beschrieben wird. In einer Vielzahl der Fälle reicht ein konventionelles Röntgenbild um die Diagnose zu stellen. Mittels wiederholter Röntgenaufnahmen (im Stehen) kann sodann der Heilungsverlauf kontrolliert werden. Häufig ist dieser von Schmerzen über mehrere Wochen gekennzeichnet. In einigen Fällen kommt es allerdings zu einer zunehmenden Fehlstellung des Wirbels (Keil-, Plattwirbel) und des angrenzenden Wirbelsäulenabschnittes. Die Folge kann zum einen eine ungünstige Lastverteilung entlang der Wirbelsäule sein mit einem erhöhten Risiko für weitere Wirbelfrakturen. Da die gesamte Körperachse aus dem Gleichgewicht kommen kann, ist auch eine erhöhte Sturzgefährdung möglich. Das Auftreten serieller Frakturen im Brustwirbelbereich kann durch ein Zusammensinken des Brustraumes gar dazu führen, dass die Atmung beeinträchtig ist.
Nebst dieser zunehmenden Fehlstellung des gebrochenen Wirbels kann auch eine ungenügend kontrollierbare Schmerzsituation Grund für eine Operation bilden.
Therapie
Zwei -auch kombinierbare- minimalinvasive Operationsverfahren haben sich in ausgewählten Fällen bewährt.
Vertebroplastie/Kyphoplastie
Unter kontinuierlicher Röntgendurchleuchtung werden spezielle Hohlnadeln in den gebrochenen Wirbelkörper eingebracht und Knochenzement eingespritzt. Dies stabilisiert den Wirbelkörper, führt in den meisten Fällen unmittelbar zu einer deutlichen Schmerzbesserung und hat das Ziel ein zukünftiges Einsinken des Wirbelkörpers zu verhindern (Vertebroplastie). Bei der Kyphoplastie werden vor der beschriebenen Zementeinspritzung Ballons in den Wirbelkörper eingebracht und unter grossem Druck aufgebläht. So kann die Fehlstellung des Wirbelkörpers korrigiert werden.
Perkutane Spondylodese
Gewisse Frakturkonfigurationen erlauben eine Zementeinspritzung nicht. Beispielsweise wenn die Grenze zum Spinalkanal nicht intakt ist und man deshalb befürchten müsste, dass Zement in den Spinalkanal austreten und das Rückenmark verletzen könnte. In solchen und einigen weiteren Fällen kann die Technik der inneren Fixierung mittels Schrauben und Stäben angewendet werden. Solche Eingriffe können unter Röntgendurchleuchtung durch kleine Hautschnitte ausgeführt werden. Sofern die schlechte Knochenqualität es erfordert, können die Schrauben auch einzementiert werden. In besonders komplizierten Fällen können langstreckige Konstrukte sowie eine Kombination aller oben genannten Methoden nötig sein.