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ANMERKUNGEN
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Mit Ausnahme von neuerlichen Themen wie etwa 'Biotechnologie' und 'Genmanipulation'. Doch sind hier ethische Einwände die falsche Perspektive, die die wirkliche Problematik eher verdunkeln. Es geht wohl weniger um das Bewusstsein, Gottes Schöpfung zu schützen, sondern sich vielmehr bewusst zu werden, dass der Mensch damit erstmals in die Milliarden Jahre zählende Geschichte des Lebens und in reproduktive Vorgänge eingreift, die - gemessen am heutigen Wissen um diese gewachsenen Zusammenhänge - recht unverantwortlich erscheinen. Dies gilt umsomehr, als nicht nur die menschliche Umwelt, soweit sie sich vom Leben her bestimmt, sondern auch der Mensch selber, in diesem reproduktiven Zyklus stehen.
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Man erinnere sich etwa wie sich die frühe Japanologie (Aston, Chamberlain, Satow, Florenz) im Zuge der von Frazer popularisierten 'niederen Mythologie' Mannhardts auf die im Shinto häufigen Phänomene des Baumkults stürzte und damit den Japanern ein Trauma 'primitiver Religion' versetzte. Heute ist klar: der Baumkult ist nichts Ursprüngliches und der Kult gilt nicht dem Baum (dh. der Natur) sondern dem Topos. Der heilige Baum hat lediglich von älteren Traditionen toposemantische Funktionen übernommen.
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So werden etwa Kultbauten bestimmter Kultsysteme (e.g. Shinto) zum einen vom zugeordneten Glaubenssystem her (etwa als Wohnstätten bestimmter Götter) interpretiert, zum anderen je nach aesthetischer Qualität dem Bauen, der Architektur, der Kunst zugeordnet, und aesthetisch beschrieben, wobei der Kult, etwa als zyklische Verhaltensweise bestimmter sozialer Gruppen völlig in den Hintergrund tritt, ja oft völlig vernachlässigt wird. Geht man jedoch umgekehrt von Kontinuitäten des Kultverhaltens aus, so zeigt sich unter Umständen ein völlig anderes Bild. Toposemantische Bedingungen werden primär und erzeugen mit formalen Kategorien räumlich, in der Zeit und im Sozialen das, was das eurozentrische System als ‚Glauben‘, als ‚Religion‘, beschreibt.
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S. Richard Wilhelm, I Ging.
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Man muss hier gerechtigkeitshalber sofort präzisieren, dass auch die westliche Metaphysik sich faktisch einer polaren Konstruktion verdankt. Das wurde in einer besonderen Arbeit klar herausgestellt: s. Egenter 2000 "Der ewig brennende Dornbusch - die Struktur der Theokratie im Alten Orient und das scholastische Trauma Europas. Ansätze zu einer aegypto-judaeo-christlichen Religions-Anthropologie" Ed. Structura Mundi, Lausanne.
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Das versteht sich nicht als etwas aufgezwungenes. Das chinesische Element war bloss weiträumlicher. Es hat sich einem autochthonen Polartitätsdenken (inyo) als 'Akkumulation' (Ogburn) angelagert.
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Ob prähistorisch oder rural im historischen Raum: in den entsprechenden Agrargesellschaften waren Ontologie (Religion. Philosophie, Weltbild), Kunst, soziale Hierarchie, territorialräumliche Ordnung in einer komplexen Einheit verschmolzen. Sie kann als eine Vorform geschriebener 'theokratischer' Verfassungen verstanden werden. In gewissem Sinne lässt sich die Studie auch als universelle "restudy" des "Fetisch - Maypole - Lifetree - Komplexes" verstehen. Die Religionsgeschichte hat dieses Phänomen herkömmlich theologisch apriori primitivisiert, es nie objektiv und in räumlichen Zusammenhängen des lokalen Siedlungswesens untersucht.
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Im streng wissenschaftlichen Sinne gilt für jede Theorie, die sich mit einem bestimmten Begriffsystem auf einem bestimmten Basisfeld aufbaut das Verschiebungskriterium. Unter gleichen Bedingungen muss die Theorie auch über einem anderen Basisfeld in einer anderen Kultur gelten. Eine in Japan erarbeitete anthropologische Theorie muss sich - wenn sie sich auf anthropologische Grundzüge bezieht, auch in andere Kulturen verschieben lassen. Das wurde versucht. Das Resultat ist erstaunlich plausibel. s. Egenter 2000 „Der ewig brennende Dornbusch" Ed. Structura Mundi, Lausanne.
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Die eurozentrischen Kunsttheorien werten Volkskunst apriori ab. Bäuerliche Volkskunst ist nicht kreativ, fällt im europäischen Renaissancemythos durch. Diese Einstufung ist völlig unwissenschaftlich. Sie wertet in Relation zum städtischen Ideal der individuellen Kreativität des Künstler-Schöpfers. Genaueres Hinsehen verrät jedoch, dass die rurale Konservativität der zyklischen Zeitstruktur der agraren Welt entspricht. Rurale Kunst ist noch kultisch gebunden. Ihr Ideal ist Bewahren des Ursprünglichen, und das könnte kunsthistorisch, oder besser kunstanthropologisch, auserordentlich wertvoll sein. Siehe Egenter: Urban Rural Dichotomy [im Internet] http://home.worldcom.ch/~negenter/469aDichotomyE_Intro.html
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Hiezu gehört auch der neuerliche Versuch die prestigeträchtige Physik, resp. die Urknalltheorie kosmogonisch religiös im Sinne Lemaître‘s zu interpretieren.
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Es muss einem modern Betrachter völlig unerklärlich erscheinen, dass ein modernes, freies Land wie die Vereinigten Staaten sein Erziehungssystem forciert mit einer völlig verstaubten mittelalterlichen Lehre infiziert, es sei denn man verstehe dies als initiale Tauschaktion der Reagan Aera auf der Achse Washington-Rom-Gdansk-Moskau, die dann später zum Zusammenbruch des Kommunismus führt.
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Siehe Egenter 1999 "Habitat anthropology and the anthropological definition of material culture" [im Internet] http://home.worldcom.ch/~negenter/450a_Introd.html
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Wir finden also gern dort, wo europäische 'Geisteswissenschaften' mit gerngläubigen Geschichten operieren im Hintergrund ganz handfeste Territorialinteressen am Werk.
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Indian Rural Settlement Survey Institute, Ahmedabad (IRSSI)
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Ein Bericht dazu findet sich im Internet:
http://home.worldcom.ch/~negenter/602a_HoliPoles1_TT.html