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Führbarkeit ausländischer Grade
Die Führbarkeit ist landesrechtlich geregelt. Die Bundesländer setzen derzeit den nachfolgenden Beschluss der Kultusministerkonferenz in ihren Hochschulgesetzen um:
Grundsätze für die Regelung der Führung ausländischer Hochschulgrade im Sinne einer gesetzlichen Allgemeingenehmigung durch einheitliche gesetzliche Bestimmungen (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 14.04.2000)
1. Ein ausländischer Hochschulgrad, der aufgrund eines nach dem Recht des Herkunftslandes anerkannten Hochschulabschlusses nach einem ordnungsgemäß durch Prüfung abgeschlossenen Studium verliehen worden ist, kann in der Form, in der er verliehen wurde unter Angabe der verleihenden Hochschule geführt werden. Dabei kann die verliehene Form ggf. transliteriert und die im Herkunftsland zugelassene oder nachweislich allgemein übliche Abkürzung geführt und eine wörtliche Übersetzung in Klammern hinzugefügt werden.
Eine Umwandlung in einen entsprechenden deutschen Grad findet mit Ausnahme zugunsten der nach dem Bundesvertriebenengesetz Berechtigten nicht statt. Entsprechendes gilt für staatliche und kirchliche Grade.
2. Ein ausländischer Ehrengrad, der von einer nach dem Recht des Herkunftslandes zur Verleihung berechtigten Hochschule oder anderen Stelle verliehen wurde, kann nach Maßgabe der für die Verleihung geltenden Rechtsvorschriften in der verliehenen Form unter Angabe der verleihenden Stelle geführt werden. Ausgeschlossen von der Führung sind Ehrengrade, wenn die ausländische Institution kein Recht zur Vergabe des entsprechenden Grades im Sinne der Ziffer 1 besitzt.
3. Die Regelungen unter Ziffer 1 und Ziffer 2 geltend entsprechend für Hochschultitel und Hochschultätigkeitsbezeichnungen.
4. Soweit Vereinbarungen und Abkommen der Bundesrepublik Deutschland mit anderen Staaten über Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich und Vereinbarungen der Länder in der Bundesrepublik Deutschland die Inhaber ausländischer Grade abweichend von den Ziffern 1 bis 3 begünstigen, gehen diese Regelungen nach Maßgabe landesrechtlicher Umsetzung vor.
5. Eine von den Ziffern 1 bis 3 abweichende Grad- und Titelführung ist untersagt. Durch Titelkauf erworbene Grade dürfen nicht geführt werden. Wer einen Grad führt, hat auf Verlangen einer Ordnungsbehörde die Berechtigung hierzu urkundlich nachzuweisen.
Vereinbarung der Länder in der Bundesrepublik Deutschland über begünstigende Regelungen gemäß Ziffer 4 der „Grundsätze für die Regelung der Führung ausländischer Hochschulgrade im Sinne einer gesetzlichen Allgemeingenehmigung durch einheitliche gesetzliche Bestimmungen vom 14.04.2000" (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 21.09.2001 i.d.F. 15.05.2008)
Auf der Grundlage von Ziffer 4 des Beschlusses vom 14.04.2000 „Grundsätze für die Regelung der Führung ausländischer Hochschulgrade im Sinne einer gesetzlichen Allgemeingenehmigung durch einheitliche gesetzliche Bestimmungen" verständigen sich die Länder auf folgende begünstigende Ausnahmen von den in Ziffer 1 - 3 des o. a. Beschlusses getroffenen Regelungen:
1. Hochschulgrade aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) oder des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) sowie Hochschulgrade des Europäischen Hochschulinstituts Florenz und der Päpstlichen Hochschulen können in der Originalform ohne Herkunftsbezeichnung geführt werden.
2. Inhaber von in einem wissenschaftlichen Promotionsverfahren erworbenen Doktorgraden, die in den in Ziffer 1 bezeichneten Staaten oder Institutionen erworben wurden, können anstelle der im Herkunftsland zugelassenen oder nachweislich allgemein üblichen Abkürzung gemäß Ziffer 1 des Beschlusses vom 14.04.2000 wahlweise die Abkürzung „Dr." ohne fachlichen Zusatz und ohne Herkunftsbezeichnung führen. Dies gilt nicht für Doktorgrade, die ohne Promotionsstudien und -verfahren vergeben werden (sog. Berufsdoktorate). Die gleichzeitige Führung beider Abkürzungen ist nicht zulässig.
3. Inhaber von folgenden Doktorgraden
3.1 Russland:
o kandidat biologiceskich nauk
o kandidat chimiceskich nauk
o kandidat farmacevticeskich nauk
o kandidat filologiceskich nauk
o kandidat fiziko-matematiceskich nauk
o kandidat geograficeskich nauk
o kandidat geologo-mineralogiceskich nauk
o kandidat iskusstvovedenija
o kandidat medicinskich nauk
o kandidat nauk (architektura)
o kandidat psichologiceskich nauk
o kandidat selskochozjajstvennych nauk
o kandidat techniceskich nauk
o kandidat verterinarnych nauk
können anstelle der im Herkunftsland zugelassenen oder nachweislich allgemein üblichen Abkürzung die Abkürzung „Dr." ohne fachlichen Zusatz, jedoch mit Herkunftsbezeichnung führen.
4. Inhaber von folgenden Doktorgraden
4.1 Australien: „Doctor of ..." mit jeweils unterschiedlicher Abkürzung
4.2 Israel: „Doctor of ..." mit jeweils unterschiedlicher Abkürzung
4.3 Japan: „Doctor of ..."- (hakushi ...)
4.4 Kanada: „Doctor of Philosophy", Abkürzung: „Ph.D."
4.5 Vereinigte Staaten von Amerika: „Doctor of Philosophy", Abkürzung: „Ph.D."
Sofern die verleihende Einrichtung von der Carnegie Foundation als „Research University (high research activity)" oder als Research University (very high research activity)" klassifiziert ist,
können anstelle der im Herkunftsland zugelassenen oder nachweislich allgemein üblichen Abkürzung die Abkürzung „Dr." jeweils ohne fachlichen Zusatz und Herkunftsbezeichnung führen.