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Der Begriff Vollgeld bezeichnet ein vollwertiges gesetzliches Zahlungsmittel, das allein von einer Zentralbank (Notenbank, Nationalbank) geschaffen wird.
Im Englischen sind dafür auch die verwandten Begriffe «Positive Money», «100% Money», «Limited Purpose Banking» oder «Sovereign Money» gebräuchlich.
Vollgeld als Bargeld in der Form von Münzen oder Banknoten oder als Reserven (Buchgeld) der Zentralbanken macht gemäss Schätzungen heutzutage nur 20 Prozent der gesamten Geldmenge aus. 80 Prozent der Geldmittel sind dem Giralgeld zuzuordnen.
Geschäftsbanken «erzeugen» immer dann Giralgeld, wenn sie Kredite vergeben. Geschäftsbanken «besitzen» das vergebene Kreditgeld aber nur zu einem kleinen Teil, sie «produzieren» also in diesem Sinn das fehlende Geld.
Anhänger einer reinen Vollgeld-Finanzwirtschaft lehnen das von Geschäftsbanken generierte Giralgeld ab und wollen nur noch Geld zulassen, das von der Zentralbank (in der Schweiz also von der Schweizerischen Nationalbank SNB) produziert und kontrolliert wird.
Privaten Geschäftsbanken oder Universalbanken (in der Schweiz also zum Beispiel UBS, Credit Suisse, ZKB, PostFinance oder Raiffeisen) wäre die Geldvermehrung untersagt.
Verwandte Konzepte sind unter anderem bereits in den 1930er Jahren von verschiedenen Ökonomen wie Irving Fisher mit dem 100%-Money-Modell vorgestellt worden. Der so genannte Chicago Plan sah vor, das damals wie heute vorherrschende Mindestreserve-System durch ein Vollreserve-System zu ersetzen. Geschäftsbanken dürften nach dem Vollreserve-System also keine Kredite vergeben, die nicht voll durch Notenbank-Geld gedeckt wären.
Im deutschsprachigen Raum ist der Begriff des «Vollgelds» massgeblich durch den Ökonomen und Sozialwissenschaftler Prof. Joseph Huber weiterentwickelt worden. Huber kritisiert die fehlende Kontrolle über die Geldmenge durch die Zentralbanken. Eine Vollgeld-Reform würde zu einem stabileren Finanzsystem führen.