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Jura bernois
|Kürzel||JB|
|Bahntyp||Normalbahn|
|Betriebseröffnung||1874-04-30|
|Mutiert||Ab 1884-07-01 Jura–Bern–Luzern|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die JB wurde 1874 als Aktiengesellschaft gegründet. Sie betrieb anfangs nur die Linie Biel–Sonceboz–La Chaux-de-Fonds, erweiterte aber ihr Netz in atemberaubendem Tempo. 1875 erwarb die JB die konkursite Jura Industriel (JI), 1876 die Bahn Porrentruy–Delle (PD) sowie 1877 die Linie Zollikofen–Biel–La Neuveville von der Bernischen Staatsbahn (BSB), wofür sie dem Kanton Bern JB-Aktien im Wert von knapp 12 Mio. Franken abtrat. Netzstrategischer Hintergrund der beiden letztgenannten Zukäufe war der Aufbau einer internationalen Transitachse, die – in Konkurrenz zur Centralbahn (SCB) – ausgehend von Delle die kürzeste Anbindung Frankreichs an die im Bau befindliche Gotthardlinie bringen sollte, zumal Frankreich nach dem Krieg gegen Deutschland 1870/71 das Elsass und somit den direkten Schienenzugang zu Basel verloren hatte. Zwischen 1874 und 1877 erstellte die JB schrittweise die Linien Sonceboz–Delémont–Basel und Delémont–Porrentruy. Zudem betrieb sie die dem Kanton Bern gehörende Bern–Luzern-Bahn (BLB) ab 1882 pachtweise. 1884 erfolgte die Umbenennung der JB in Jura–Bern–Luzern-Bahn (JBL). Die Daten der JB und der JBL für das Jahr 1884 sind deshalb identisch.
Die Gründung und Expansion der JB fiel in die Zeit des gewaltigen Eisenbahnbaubooms in der Schweiz nach 1872. Der bald völlig überhitzte Bahnbau liess Zinsen, Preise und Löhne ansteigen. 1876 erfasste die Schweiz die Weltwirtschaftskrise der «Grossen Depression». Ihr folgte auf dem Fuss der «Eisenbahnkrach». Selbst als finanziell grundsolid geltende Unternehmungen wie die Gotthardbahn (GB) oder die Nordostbahn (NOB) standen aufgrund ihrer überteuerten Bautätigkeit nahe am Bankrott. Vor diesem Hintergrund war es nicht selbstverständlich, dass die Betriebsergebnisse der JB stets klar im positiven Bereich lagen und meist genügten, um den Zinsverpflichtungen nachzukommen. Die Einnahmen aus dem Güterverkehr waren dabei ab 1878 stets höher als diejenigen aus dem Personentransport. Passivsaldi musste die JB nie vortragen. Ab 1880 konnte sie eine Dividende ausrichten, die im besten Jahr 1883 3 Prozent des Aktienkapitalwerts entsprach.
Bei der Differenz zwischen Brutto- und Nettobaukosten von 13.4 Mio. Franken handelte es sich um die Verluste, die bei den beiden Konkursen der JI in den Jahren 1865 und 1875 angefallen waren.