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Der BSC Young Boys hat mit grosser Bestürzung vom Hinschied seines ehemaligen Spielers und Trainers Kurt Linder Kenntnis nehmen müssen. Kurt Linder verstarb im Alter von 89 Jahren. Er war eine Persönlichkeit, die die YB-Geschichte während vielen Jahren mitprägte.
Kurt Linder wurde am 8. Oktober 1933 in der Nähe von Karlsruhe geboren. Als Kind und Jugendlicher erlebte er die schweren Nachkriegsjahre in seiner Heimat mit. Schon früh faszinierte ihn der Fussball. Sein Stürmertalent deutete er ab 1955 beim Karlsruher SC in der Oberliga Süd an, worauf ihn der damalige YB-Trainer Albert Sing im Sommer 1956 zu einem Wechsel zum BSC Young Boys bewegte. Kurt Linder wurde auf Anhieb Stammspieler bei YB – und 1957 auch dank seiner 13 Tore gleich auch Schweizermeister. Auch die Namen seiner Teamkollegen von damals – etwa Walter Eich, Willy Steffen, Heinz Schneiter, Geni Meier, Heinz Bigler, Niggi Zahnd, Marcel Flückiger, Otto Häuptli, Robert Bäriswyl – sind in Bern unvergessen.
Weil damals nur ein Ausländer in einer Mannschaft mitspielen durfte und YB bereits einen gewissen Ernst Wechselberger aus München verpflichtet hatte, wechselte Kurt Linder in der Folge zu Urania Genf, das ebenfalls der höchsten Schweizer Spielklasse angehörte. Seine weiteren Stationen als Spieler: Rapid Wien (Meister), Rot-Weiss Essen, Olympique Lyon, Lausanne, wo er als enger Vertrauter von Karl Rappan 1965 das Traineramt übernahm. Seine Trainerlaufbahn führte ihn anschliessend vier Jahre nach Holland zum PSV Eindhoven, alsdann nach Frankreich zu Olympique Marseille. Hier erhielt er 1973 den Anruf aus Bern: Nach langen Jahren der relativen Erfolglosigkeit hofften die YB-Verantwortlichen, mit Kurt Linder an die grossen Sing-Zeiten anknüpfen zu können.
Zu einem Meistertitel reichte es zwar nicht, aber in den viereinhalb Jahren im Wankdorf gewann der BSC Young Boys immerhin einmal den internationalen Alpencup, den Schweizer Liga-Cup (Wettbewerbe, die es heute nicht mehr gibt) und als Höhepunkt den Schweizer Cup im Jahr 1977. Die bekanntesten YB-Spieler dieser Zeit: Hanspeter Schild, Walter Eichenberger, Köbi Brechbühl, Jan Andersen – und schliesslich auch Karl Odermatt. Linder galt als kompromissloser und harter Trainer, was ihn bei vielen seiner Spieler unvergesslich machte.
Seine Entlassung beim BSC Young Boys schmerzte ihn in der Folge nicht lange: Mit Ajax Amsterdam wurde er 1982 holländischer Meister. Seine Meisterspieler hiessen unter anderem Johan Cruyff, Frank Rijkaard, Marco van Basten oder Morten Olsen. In der Saison 1983/84 folgte Linder als Nachfolger von Bert Theunissen erneut dem Ruf aus seiner Berner Heimat, ein Jahr später wurde er schliesslich von Alexander Mandziara abgelöst.
Kurt Linder aber blieb in der Folge in der Region Bern. Er gehörte mit den Gebrüdern Vogel zu den Gründern der Klinik Permanence in Bümpliz, und spielte bis ins hohe Alter exzellent Golf. Er freute sich sehr über die vier letzten YB-Meistertitel, auch wenn er nur noch zu besonderen Anlässen in «seinem» Wankdorfstadion erschien. Ganz besonders gefreut hatte er sich über die Klassenzusammenkunft seiner Cupsiegermannschaft von 1977 vor ein paar Jahren.
Der BSC Young Boys wird Kurt Linder in bester Erinnerung behalten!
[cb][sst]
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