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<h2>SubmittedText<h2><p>1. Welche Etappen sieht das Curriculum zur Ausbildung eines Kampfjetpiloten bzw. einer Kampfjetpilotin aus? Wie viele Schul-Flugstunden sind für welche Stufen auf einem Turboprop-Trainingsflugzeug wie dem Pilatus PC-21 vorgesehen? Und wie viele Schul-Flugstunden folgen auf dem F/A-18D Hornet (Zweisitzer) bzw. dem F/A-18C Hornet (Einsitzer)? </p><p>2. Vor Beschaffung der Pilatus PC-21 ging der Schulungsweg von der Pilatus PC-7 Turbo-Trainer via F-5 Tiger zur F/A-18 Hornet. Wie viele Schul-Flugstunden für welche Schulungsziele waren damals je für diese drei Flugzeugtypen vorgesehen? </p><p>3. Welche Rolle spielt der F-5 Tiger heute noch in der Pilotenausbildung? Wird er noch zur Zieldarstellung verwendet? Wann wird der F-5 Tiger definitiv ausgemustert und wer übernimmt dann dessen Rolle in Ausbildung, Zieldarstellung usw.? </p><p>4. Wie gestaltet sich das Curriculum zur Ausbildung eines Kampfjetpiloten bzw. einer Kampfjetpilotin bei der Beschaffung eines der vier Kampfflugzeuge, die gegenwärtig evaluiert werden? Wie viele Schul-Flugstunden sind für welche Stufen auf einem Turboprop-Trainingsflugzeug und anschliessend </p><p>a. auf der Rafale </p><p>b. auf dem Eurofighter</p><p>c. auf der Super-Hornet</p><p>d. auf dem F-35 Tarnkappenbomber vorgesehen?</p><p>5. Wie hoch ist der Kerosin-Verbrauch pro Flugstunde je für diese vier Flugzeugtypen? Mit welchen Kosten pro Flugstunde wird je gerechnet? Und wie viel je für den gesamten Schulungsweg?</p><p>6. Der F-35 Tarnkappenbomber gibt es allein in einer Einsitzer-Version. Wie verändert sich dadurch der Schulungsweg? </p><p>7. Die österreichische Luftwaffe entsendet ihre Pilotenschüler teilweise nach Italien, damit sie dort die dritte und vierte Stufe ihrer Ausbildung auf einem modernen Jettrainer absolvieren können. Begründet wird dies u.a. mit erheblichen Kosteneinsparungen gegenüber einem Schulungsweg unter stärkerer Beanspruchung des Eurofighter. Hat der Bundesrat entsprechende Modellrechnungen durchgeführt? Wie gestalten sich die Kosten? Was sind die Ergebnisse? </p><p>8. Moderne Jettrainer wie der M-346FA können virtuell Trainings mit Höchstleistungs-Kampfjets wie den F/A-18 Hornet voll simulieren und damit die Anzahl Schulungs-Flugstunden auf diesen deutlich reduzieren. Hat der Bundesrat solche Modelle geprüft? Was sind die Ergebnisse? </p><p>9. Was unternimmt der Bundesrat, um den Anteil von Militärpilotinnen zu erhöhen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Ausbildung zur Kampfjetpilotin beziehungsweise zum Kampfjetpiloten beginnt in der Regel mit der Selektion über das SPHAIR-Programm. Anschliessend muss die militärische Ausbildung bis zum Offizier durchlaufen werden. Darauf folgt die Pilotenschule. Diese umfasst 230 Flugstunden auf dem PC-7 in der Grundausbildung, 330 Flugstunden auf dem PC-21 in der Weiterausbildung und 150 Flugstunden auf dem F/A-18 Hornet. In allen Phasen wird das Flugtraining mit Trainings auf Simulatoren ergänzt.</p><p></p><p>2. Die fliegerische Ausbildung verlief analog wie in Antwort 1 beschrieben. Die heutigen PC-21 Flugstunden mussten damals auf dem F-5 Tiger absolviert werden. Die Ausbildungsziele in den jeweiligen Phasen der fliegerischen Ausbildung waren und sind darauf ausgerichtet, die Einsatztauglichkeit der Pilotin respektive des Piloten zu erreichen. Auf dem PC-7 sollen primär die fliegerischen Grundfähigkeiten und das theoretische Basiswissen erworben werden (z. B. Instrumentenflug, Fliegen in der Nacht und bei schlechtem Wetter). Auf dem F-5 Tiger (und heute auf dem PC-21) wurde das auf dem PC-7 Gelernte vertieft. Zusätzlich erlernt die auszubildende Pilotin und der auszubildende Pilot das Anwenden von standardisierten Verfahren analog denjenigen des Kampfflugzeugs.</p><p>Während der F/A-18 Ausbildung ist die Zielsetzung, dass die Pilotinnen und Piloten bei Tag und Nacht - auch unter Instrumentenflugbedingungen - die F/A-18 fliegen und bei technischen Problemen die dafür vorgesehenen Notmassnahmen korrekt anwenden können. Nach Abschluss dieser Phase werden die Pilotinnen und Piloten unter anderem die Zulassung für Abfangen und Luftpolizeidienst bei Tag unter Sicht- und Instrumentenflugbedingungen erlangt haben.</p><p></p><p>3. Seit der Einführung des PC-21 wird der F-5 nicht mehr für die Pilotenausbildung eingesetzt. Lediglich bei der F/A-18-Ausbildung wird er teilweise noch als Sparringpartner (z. B. Zieldarstellung) eingesetzt. Mit der geplanten Ausserdienststellung des F-5 im Jahr 2025 und der Einführung des neuen Kampfflugzeugs können die F/A-18 während einiger Jahre gewisse Einsätze des F-5 übernehmen. Grundsätzlich soll aber überprüft werden, wie diese Aufgaben am effizientesten erfüllt werden können.</p><p></p><p>4. Die Ausbildung wird sich für alle evaluierten Kampfflugzeuge am heutigen Ausbildungsmodell orientieren. Das Detail-Curriculum für die Umschulung auf das neue Kampfflugzeug wird sich grundsätzlich am gewählten Typen orientieren. Aufgrund von Erfahrungswerten kann man eine in etwa ähnliche Anzahl Flugstunden wie beim F/A-18 erwarten.</p><p></p><p>5. Sämtliche Typen haben einen Kerosinverbrauch in der Grössenordnung des F/A-18 (4850 l/Flugstunde). Der Kerosinverbrauch und die Kosten pro Flugstunde der NKF-Kandidaten sind Gegenstand der laufenden Evaluation und wettbewerbssensitiv. </p><p></p><p>6. Beim F-35 handelt es sich um ein einsitziges Kampfflugzeug mit sogenannten Stealth-Eigenschaften, nicht um einen Tarnkappenbomber. Die Ausbildung würde direkt von PC-21 und Simulator auf die Einsitzer-Version erfolgen. </p><p></p><p>7. Die Luftwaffe hatte vor dem Entscheid des Parlaments zur Einführung des PC-21 verschiedene Ausbildungsmodelle auf deren Effizienz und Kosten hin überprüft. Anders als bei einem Jettrainer fallen mit dem PC-21 neben den tieferen Beschaffungs-, Betriebs- und Unterhaltskosten bei vergleichbarer Ausbildungseffizienz wesentlich geringere Umweltbelastungen an. Mit dem Ersatz des F-5 - der mit einem Jettrainer vergleichbar ist - konnten die Ausbildungskosten auf dem PC-21 pro Auszubildendem von rund 13 Millionen Franken auf etwa 2 Millionen Franken gesenkt werden. Unterdessen hat sich auch Frankreich für diesen Weg entschieden und den PC-21 für die Ausbildung seiner Kampfjetpilotinnen und -piloten beschafft.</p><p></p><p>8. Das Training und die Ausbildung von Pilotinnen und Piloten auf Kampfflugzeugen können nicht ersetzt werden, da Jettrainer gänzlich andere System- und Flugleistungen erbringen. Die Luftwaffe führt schon seit vielen Jahren einen wesentlichen Teil der Ausbildung auf dem Simulator durch (für jeden in der Ausbildung eingesetzten Flugzeugtyp steht ein entsprechender Simulator bereit). Bei angehenden F/A-18-Pilotinnen und Piloten findet beispielsweise rund ein Drittel der Ausbildung im Simulator statt, bei Pilotinnen und Piloten im Training sind es 15-25 Prozent. Zwar können die physikalischen Kräfte auf den Körper sowie die Umwelt nur begrenzt oder gar nicht simuliert werden. Hingegen lassen sich die System- und Flugleistungen eines Flugzeugs (in diesem Fall F/A-18) sehr genau im Simulator abbilden; gleichzeitig reduziert dieser Kosten und trägt zu einer tieferen Umweltbelastung bei. </p><p></p><p>9. Die Luftwaffe hat bereits vor 20 Jahren moderne Arbeitsbedingungen geschaffen (z. B. Teilzeitarbeit), was von den Piloten und Pilotinnen genutzt wird. Die Armee wirbt aktiver und versucht, mit dem SPHAIR-Programm auch gezielt Frauen anzusprechen. Im Gegensatz zu Männern müssen Frauen die militärische Rekrutierung erst nach dem dritten von vier Selektionsschritten, dem Simulator-Test, absolvieren.</p>  Antwort des Bundesrates.