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Die Parzelle an der Calle Marmoles befindet sich im dichtesten Teil der Altstadt Sevillas. Obwohl der äussere Ausdruck der Stadtstruktur durch die Farbgestaltung und dekorativen Elemente sehr vielfältig scheint, ist der Baustil sehr einheitlich. Die einzelnen Häuser zeigen sich als Einfassung des Baugrundstückes und bilden eine dichte Masse im Stadtgefüge. Der private Aussenraum wird in Form eines Hofes nach Innen transferiert.
Die Parzelle ist von drei Seiten durch schmale Gassen erschlossen und dabei von unterschiedlich hohen Brandmauern umringt. Auf der Parzelle befinden sich zudem antike Säulen, welche als Freiluftmuseum für Besucher zugänglich sind.
Die primäre Konzeption soll den dichten Raum kontrastieren, ohne dabei die lokale Bautradition ausser Acht zu lassen. Drei eigenständige Körper werden direkt an die Brandmauern gesetzt. Diese nehmen die freiförmige Linie der bestehenden Mauern auf und stellen eine geometrische Form gegenüber. Die Gegenüberliegende Fassade bleibt frei. So können die Gebäude mindestens von zwei Seiten belichtet werden. Es bildetet sich ein vertikaler Raum der nicht nur zur Belichtung und Belüftung, sondern auch als Schleuse und somit als Eingang dient. Der Raum öffnet sich dann in Form eines Hofes, der die drei Körper verbindet und zum zentralen Ort wird. So wird die Typologie des Hofes im negativen Raum gebildet.
Als weiteres architektonisches Element dient der Zwischenraum, der die Bewohner oder Besucher schrittweise in den nächsten Raum überleiten soll. Er wird dabei zur Pufferzone zwischen Aussen und Innen, öffentlichem- und privatem Raum. Dieser kann sich durch die Veränderung der Raumhöhe, des Klimas oder Materialwechsel unterschiedlich ausbilden.
Sevilla weist ein mediterranes Klima mit sehr starker ganzjähriger Sonneneinstrahlung und einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 18°C auf. Der Niederschlag fällt von Jahr zu Jahr unterschiedlich aus, ist jedoch eher selten. Für die natürliche Lüftung hat jedes Haus einen begehbaren Luftraum. Dieser dient gleichzeitig der vertikalen Erschliessung. Er ist von Oben und Unten geöffnet wobei die Treppe als abgelöste Struktur ausgebildet ist. Das Erdgeschoss bleibt zum Hof hin ebenfalls geöffnet, sodass der Wind hochziehen und durch die Öffnungen im Luftraum durch die Wohnungen entweichen kann.
Das Tragwerk besteht aus einem Betonskelettbau mit einen lokalem Hourdis-Deckensystem. Die Primärstruktur wird vor Ort mit einfacher Schalung gegossen und an den Knoten biegesteif verbunden. Dadurch wird eine ausreichende Steifigkeit sichergestellt, um Verschiebungen und Verdrehungen des Baukörpers zu verhindern. Als Sekundärstruktur dienen vorfabrizierte Balken, die vorgespannt armiert sind und in welche Schalungssteine aus Bimsbeton gelegt werden. Der Vorteil des Bimsbeton liegt in einem hohen natürlichen Wärmedämmwert und einer ebenso hohen Speichermasse. Ein hellgrauer Tadelakt (kalk, marokkanische Spachteltechnik) wird für den Bodenbelag verwendet. Für die Ausfachung der Aussenwände wurde Bimsbeton in Form von eines Mauerwerks verwendet.
Der baulichen Sonnenschutz wird durch die äussere, filigrane Schicht sichergestellt. Er soll die Sonne im Sommer abhalten und im Winter einlassen und zudem dient er als Sichtschutz vor Einblicken von Aussen. Die Holzlamellen aus lokalem Eukalyptusholz können auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingestellt werden.
Kurzbeschreibung
Die Parzelle befindet sich im dichtesten Teil der Altstadt Sevillas. Das Grundstück ist von drei Seiten erschlossen und teils von Brandmauern umringt. Zudem befinden sich antike Säulen auf der Parzelle, welche als Freiluftmuseum zugänglich bleiben. Das Projekt zeigt einen mehrgeschossigen Wohnungsbau mit öffentlichem Erd- und Untergeschoss.