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Hochgeehrter Herr und Freund
Ich wollte erst mit Herrn Heer reden bevor ich auf Ihren Brief antwortete; da diess erst heute geschehen konnte mögen Sie die Zögerung entschuldigen. Die Bedingung 3. wurde im Bundesrath auf Veranlassung des Antrages aufgestellt welcher das Verbot von Differentialtarifen zum Gegenstand hatte. Man glaubte | dadurch diesen Antrag beseitigen zu können und blieb dann bei der Bedingung weil wir von der Voraussetzung ausgiengen, es enthalte dieselbe keinerlei Schädigung der Gotthardbahn, eine Meinung, die auch ich nach Vergleichung der cantonalen Concessionen mit dem internationalen Vertrag theilte.
Die Bedingung, welche übrigens schon | vor der Conferenz1 von dem Bundesrath aufgestellt und in der Conferenz besprochen wurde, kam bei unserer letzten Besprechung (am Samstag) wohl darum nicht zur Sprache weil wir, wie gesagt, die Sache für unerheblich hielten. Ich muss gestehen, dass mich Ihre Auffassung überrascht und beunruhigt, hoffe aber es werde zur Zeit noch mög. | sein eventuell darauf zurück zukommen.
Ich ersuche Sie um Ihre weiteren Mittheilungen2, da ich über Ihre Anschauung der Sache noch nicht im Klaren bin.
Mit herzlichem Grusse
Ihr
E Welti
Bern
25. Januar 1878.