Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03190.jsonl.gz/1748

Olivier Giroud versteht «den Schmerz und die Schwierigkeiten, welche verhindern, dass Profifussballer sich outen». Der Chelsea-Stürmer meint gar, es sei unmöglich, Homosexualität im Sport zu zeigen.
Olivier Giroud spielt mit Frankreich heute Abend gegen die Niederlande. Der 1,92 Meter grosse Mittelstümer durfte mit «Les Bleus» diesen Sommer die Weltmeisterschaft feiern. Weniger amüsant findet der 32-Jährige den Umgang mit Homosexuellen in seiner Berufsgattung.
In einem Interview mit der französischen Tageszeitung «Le Figaro» sprach Giroud über das Coming-out von Thomas Hitzlsperger 2014. Er meint, dass der Fussball noch nicht in der modernen Welt angekommen sei.
«Es war sehr emotional», so der Franzose über Hitzlsperger. «Ich sagte mir damals, dass es unmöglich ist, seine Homosexualität im Fussball zu zeigen. In einer Umkleidekabine gibt es viel Testosteron, man wohnt in den Hotelzimmern zusammen, man duscht zusammen ... Es ist schwierig, aber so ist es halt.»
«Es gibt in der Fussballwelt diesbezüglich, gelinde gesagt, noch viel Nachholbedarf. Ich verstehe den Schmerz und die Schwierigkeiten, wenn Jungs sich outen wollen. Es ist ein echter Test, nachdem man jahrelang mit sich selbst gerungen hat. Ich bin in dieser Hinsicht sehr tolerant – als ich in Montpellier war, habe ich mich für sie engagiert, indem ich für das Magazin «Têtu» posierte. Auch als man mich bei Arsenal für die «Rainbow-Laces-Kampagne» anfragte, habe ich die homosexuelle Gemeinschaft gerne unterstützt.»
Giroud auf dem Cover eines Schwulen-Magazins (2012)
Giroud selbst ist seit 2011 mit seiner Frau Jennifer verheiratet. Das Paar hat gerade sein drittes Kind bekommen. Zu seinem Freundeskreis zählt der Stürmer vom Londoner Nobelklub Chelsea auch viele Homosexuelle: «Ich habe schwule Freunde. Mit denen bin ich auch im Ausgang unterwegs. Ich mache keinen Unterschied zwischen Homosexuellen und Heterosexuellen. Wenn ich dazu beitragen kann, Stereotypen und Denkweisen zu ändern, wäre ich sehr glücklich», hielt er gegenüber «Têtu» fest.
Kampagne gegen Homophobie
Thomas Hitzlsperger ist zusammen mit dem Amerikaner Robbie Rodgers der einzige Spieler in der Geschichte der Premier League, der sich offen zu seiner Homosexualität bekannte. Die Premier-League-Klubs werden Ende Monat erneut ihre Unterstützung für die «Rainbow-Laces-Kampagne» bekunden. Die Eckfahnen, Captainbinden sowie die Schnürsenkel der Spieler werden aus den Regenbogenfarben bestehen, wie «The Guardian» berichtet.