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Sieben Erziehungsfehler
Sieben grosse Fehler in der Hundeerziehung
Um Hunde richtig erziehen zu können, muss man erst einmal verstehen, wie sie denken. Fehler bei der Hundeerziehung sind nicht die Fehler des Hundes, sondern die seines Halters. Das überrascht so manchen Hundefreund, denn viele Hundehalter machen Fehler bei der Hundeerziehung, ohne es zu wissen.
Das kann unterschiedliche Gründe haben, vielleicht wurden sie schlecht beraten, haben eine falsche Information gelesen. Oder sie haben es vorher schon so mit dem Familienhund in der eigenen Kindheit gemacht. Viele sind sich nicht im Klaren darüber, dass sie etwas falsch machen.
Spätestens, wenn der Hund nicht stubenrein wird oder andere Menschen anspringt, nicht kommt, wenn er gerufen wird oder andere Verhaltensauffälligkeiten zeigt, beginnen die Probleme. Es ist nicht die Schuld des Hundes.
Ganz gleich für welche Methode der Hundeerziehung Sie sich entscheiden, die nachfolgenden und häufigsten Fehler bei der Hundeerziehung sollte man bei jeder Methode vermeiden.
1. Sofort nach Hause gehen, wenn der Hund sich erleichtert hat.
Doggy braucht sehr lange, bis er sein Geschäft macht? Er nimmt sich ganz viel Zeit, um die richtige Stelle dafür zu finden und beschnüffelt ausgiebig die "Nachrichten", die seine Vorgänger hinterlassen haben? Warum tut er das? Vielleicht weil er die Erfahrung gemacht hat, dass seine Gassirunde vorüber ist und er wieder zurück nach Hause gebracht wird, sobald er sich erleichtert hat. Er versucht den Zeitpunkt heraus zu zögern, bis er wieder ins Haus muss.
Lösung? Bringen Sie Ihrem Hund bei, sich auf ein Hörzeichen hin zu erleichtern, und beginnen Sie den eigentlichen Spaziergang, nachdem er sein Geschäft verrichtet hat. Auf diese Weise lernt Ihr Hund, dass der Spass nicht sofort vorbei ist, sobald er auf der Hundetoilette war.
2. Die Nase des Hundes im eigenen Kot reiben, wenn er im Haus defäkiert hat.
<p>Die Nase des Hundes in den eigenen Kot zu drücken oder ihn mit einer zusammengerollten Zeitung zu schlagen, wenn er sich zu Hause erleichtert hat, ist sicher keine wirksame Methode, um einen Hund zur Stubenreinheit zu erziehen. Der Hund glaubt, dass er dafür bestraft wurde, dass er sein Geschäft gemacht hat und könnte in Zukunft versuchen, sich vor seinem Besitzer zu verstecken, wenn er "mal muss". Möglicherweise findet sein Mensch die Hinterlassenschaften hinter dem Sofa oder im Badezimmer. Oder der Hund traut sich nicht mehr, sein Geschäft zu machen, solange sein Besitzer anwesend ist, obwohl er sich an der Stelle befindet, wo er sich erleichtern soll. Das Problem ist also nicht, dass der Hund "macht", sondern wo er macht. Schliesslich soll Doggy sich erleichtern, aber nicht im Haus. Man sollte daher unbedingt vermeiden, den Hund zu bestrafen, wenn es bereits passiert ist. Ihr Hund wird die Bestrafung nicht mit den Hundehäufchen oder der Pfütze verbinden, weil es doch schon eine Weile her ist. Wenn man iihn jedoch dabei erwischt, wie er gleich anfangen will, sich zu lösen, dann ist es richtig, den Hund zu korrigieren. Viele benützen ein lautes NEIN! Auf jeden Fall nimmt man den Hund sofort mit nach draussen. Wenn er dann dort sein Geschäft verrichtet hat, wird er ausgiebig gelobt.sollte daher unbedingt vermeiden, den Hund zu bestrafen, wenn es bereits passiert ist. Ihr Hund wird die Bestrafung nicht mit den Hundehäufchen oder der Pfütze verbinden, weil es doch schon eine Weile her ist. Wenn man ihn jedoch dabei erwischt, wie er gleich anfangen will, sich zu lösen, dann ist es richtig, den Hund zu korrigieren. Viele benützen ein lautes NEIN! Auf jeden Fall nimmt man den Hund sofort mit nach draussen. Wenn er dann dort sein Geschäft verrichtet hat, wird er ausgiebig gelobt.
3. Falsches Verhalten, wie etwa Aggression, Zerstörungswut oder Anspringen, ignorieren, in der Hoffnung, dass es sich von selbst "auswächst".
Je länger ein Hund unerwünschte Verhaltensweisen zeigt, desto sicherer wird sich der Hund, dass sein Verhalten richtig ist. Er übt es ja täglich (mit Erfolg). Verhaltensweisen wie z.B. Aggression, Zerstörungswut oder Anspringen sind nicht etwa nur Phasen im Leben eines Hundes, die von alleine wieder verschwinden.
Zeigt ein Hund Verhaltensauffälligkeiten, sollte man sofort etwas unternehmen resp. sich Rat bei einer kompetenten Hundetrainerin holen. Je länger eine Gewohnheit beibehalten wird, um so schwieriger wird es, diese wieder "los zu werden". Es gibt aber nicht einfach einen "OFF-Button"! Besser finden Sie ein Ersatzverhalten für Doggy. Das "falsche" Verhalten wird in andere Bahnen gelenkt.
4. Den Hund rufen, um ihn zu bestrafen oder etwas anderes zu tun, was er nicht mag.
Ihr Hund spielt gerade mit anderen Hunden auf einem Feld und hat so richtig Spass dabei. Sie rufen ihn, nehmen ihn an die Leine und gehen mit ihm nach Hause. Oder er vergnügt sich gerade im Garten. Sie rufen Ihren Hund, um ihm die Nägel zu schneiden oder ihm die Ohren zu putzen... Einen Hund rufen und dann etwas tun, was er nicht mag, ist eine ganz sichere Methode, dem Hund das Zurückkommen auf Zeichen zu vergällen. Was also tun? Rufen Sie Ihren Hund unregelmässig immer mal wieder zu sich, während er spielt. Loben Sie ihn, wenn er kommt. Geben Sie Doggy ein Leckerchen oder an heissen Tagen etwas Wasser. Dann entlassen Sie ihn sofort wieder "zum Spielen". Sie bauen gegenseitiges Vertrauen auf. Doggy wird gerne kommen, wenn Sie ihn rufen! Er braucht keine Angst zu haben, dass der Spass für ihn nun vorbei ist.
5. Den Hund schlagen oder schmerzhafte Erziehungshilfsmittel benutzen.
Ich distanziere mich ganz klar vom Einsatz von schmerzhaften Erziehungshilfsmitteln oder Schlägen bei der Hundeerziehung. Die moderne Verhaltensforschung heute stellt uns ausreichend Informationen darüber zur Verfügung, wie man durch positive oder negative Verstärkung Einfluss auf das Verhalten von Lebewesen nehmen kann. Wir brauchen ihnen nicht Schmerzen zuzufügen. Glücklicherweise sind die Zeiten vorbei, in denen man Hunde auf dem Hundeübungsplatz wie Schwerverbrecher behandelt hat. (Abgesehen von einigen Hunde-Militär-Kasernen, die heute immer noch existieren.) Ein Hund, der bei jeder Handlung Angst vor Schmerzen haben muss, kann nicht lernen, denn er steht unter Stress. Bestrafung führt zwar unter Umständen dazu, dass der Hund das unerwünschte Verhalten nicht mehr zeigt. Aber keiner trainiert ein Ersatzverhalten. Daher sind Schmerzen und Angst völlig ungeeignete Mittel bei der Hundeerziehung. Haben wir uns unsere Hunde nicht angeschafft, weil wir sie lieben und als besten Freund haben wollen? Und dann sollen wir sie mit Schlägen oder Elektroschocks erziehen? Hören Sie nicht auf diese "Experten", die Ihnen Stachel- oder Elektroschock-Halsbänder empfehlen (gibt es leider auch heute und hier noch).
6. Inkonsequenz
Inkonsequenz ist einer der häufigsten Fehler! Der Hund ist verwirrt! Wenn Doggy beispielsweise gestattet wird, seinen Halter anzuspringen, wenn dieser seine Arbeitsklamotten trägt, nicht aber, wenn er den guten Sonntagsanzug anhat, dann ist dieser Hund schnell überfordert. Doggy kann nicht unterscheiden, welche Kleidung seines Menschen er beschmutzen darf und welche nicht. Ich denke, dass der Hund sich wahrscheinlich sowieso keine Gedanken darüber macht, dass Kleidung schmutzig werden kann. Im Alltag müssen wir uns konsequent verhalten (alle Familienmitglieder). Der Hund muss verstehen, was von ihm erwartet wird. Nur so kann er lernen, sich richtig zu verhalten.
7. Nicht ausreichend oder schnell genug belohnen
Wenn Ihr Hund ein Sicht- resp. Hörzeichen richtig ausgeführt hat, und Sie belohnen ihn nicht unmittelbar danach, werden Sie Schwierigkeiten bei der Hundeerziehung haben. Der Hund kann nicht verstehen, was richtig ist, wenn er sein Verhalten nicht mit der Belohnung verknüpfen kann. Hier sprechen wir von max. 1-2 Sekunden! Wenn Sie zu lange warten, bis Ihr Hund die Belohnung erhält, hat er vergessen, was er zuvor gemacht hat und verbindet die Belohnung nicht mit diesem Verhalten. Wenn Sie zu spät belohnen z.B. ein Sitz!, kann es sein, dass Ihr Hund die Belohnung mit dem verbindet, was er mittlerweilen tut (z.B. wieder aufstehen) und etwas falsches lernt.
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