Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03294.jsonl.gz/1607

2022 zeigten die pflanzenbasierten Alternativen zu tierischen Produkten erstmals Wachstumsschwächen. Zwar stiegen die Umsätze weltweit weiter an, doch lag dies vor allem an höheren Preisen. Die tatsächlich verkauften Mengen an Sojawürsten oder Erbsenjoghurts gingen hingegen zurück.
In den USA etwa sanken die Verkäufe von Fleischimitaten volumenmässig um 4 Prozent, weltweit gar um 8 Prozent.
Global wuchs der Umsatz in diesem Segment noch um 7 Prozent, die Menge hingegen sank um 3 Prozent. Anderen Lebensmittelarten erging es ähnlich. Das Wachstum war also in erster Linie der Inflation im letzten Jahr geschuldet.
Alles in allem wurden 2022 mit den Produkten dieses Segments weltweit 12,2 Milliarden Dollar umgesetzt. Diese Daten liefert ein neuer Übersichtsbericht
des Good Food Institute zu den weltweiten Verkäufen und Investitionen im Bereich Plantbased.
In Europa machen Fleischalternativen inzwischen 6 Prozent aller «Fleisch»-Einkäufe aus. Bei pflanzlichen Milchalternativen lautet der Wert 11 Prozent.
Die Alternativ-Milchprodukte verkaufen sich weltweit am besten in den asiatischen Ländern, wo die Menschen die in tierischer Milch enthaltene Lactose oft schlecht vertragen.
Die Produktkategorie der pflanzenbasierten Käse generierte in Europa einen Umsatz von einer 530 Milliarde Dollar, in den USA liegt die Ziffer bei 300 Millionen. Pflanzliche Joghurte und ähliche Produkte sorgen in Europa für einen Umsatz von einer Milliarde Dollar, in den USA war es halb so viel.
Asien und Europa investieren stärker in die Branche
Interessant ist zu sehen, dass die grössten Investitionen in den Sektor bisher hauptsächlich in Nordamerika getätigt worden sind – insbesondere in den Jahren 2019 bis 2021. 2022 hingegen wurden in den Weltregionen Asien-Pazifik und Europa mit 370 beziehungsweise 300 Millionen Dollar erstmals mehr Mittel in die Branche gesteckt als in den USA und Kanada.
Die Autoren des Berichtes bezweifeln, dass die Verlangsamung beim Konsum von pflanzenbasierten Alternativprodukten von Dauer sein werden; und auch wie die Investitionen in die Branche sollten künftig wieder wachsen. Das Jahr 2022, so der Tenor, sei vom russischen Angriffskrieg in der Ukraine und den darauffolgenden ökonomischen Schockwellen geprägt gewesen.
Das Engagement grosser Konzerne wie Nestlé, Kraft Heinz oder Unilever spreche vielmehr dafür, dass auch weiterhin Geld für Investitionen und Innovationen fliessen werde, insbesondere für eine geschmackliche Verbesserung der Produkte.
Denn genau hier liege der Knackpunkt der Krise: Die Konsumenten seien noch zu wenig überzeugt von den neuen Lebensmitteln. Würden diese schmackhafter und natürlicher, könnten sie – nicht zuletzt wegen ihrer Umweltverträglichkeit – auf grössere Sympathien bei den Kunden stossen. Und das sei unbedingt nötig, um die Industrie auf ein gewinnbringendes Niveau zu heben.