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Münster: LIT Verlag; 2019.
Reihe: Beiträge zur Analyse von Gruppen und Institutionen.
256 Seiten.
Preis: Euro 29.90, CHF 29.90.
ISBN-13: 978-3-643-80301-6.
In der Reihe «Beiträge zur Analyse von Gruppen und Institutionen», herausgegeben von Thomas von Salis, vereinigt dieser zweite Band über die Operative Gruppe eine Anzahl von Artikeln des Herausgebers und weiterer Autorinnen und Autoren. Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen und der spezifischen Technik der Operativen Gruppe. Die Beiträge bilden ein mosaikartiges Bild und ein spannendes Lernfeld.
Die Methode wurde in Südamerika entwickelt und von Instituten in Europa übernommen, zu denen auch die Autorengruppe aus Zürich gehört. Ausgangspunkt ist, dass Denken (und Lernen) immer in Gruppen geschieht, auch wenn wir als Einzelne allein oder vor einem Bildschirm unseren Gedankengängen nachgehen. Dies wird mit interessanten theoretischen Hinweisen unterstrichen, z.B. mit Bezug auf Ludwig Fleck oder Pierre Bourdieu. Die Operative Gruppe versteht Denk- und Lernprozesse als soziale Prozesse. Die einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die Gruppe werden als selbst-kompetent angesehen. Die Gruppenprozesse können allerdings durch individuelle, kollektive und institutionelle Widerstände (insbesondere Ängste) gehemmt werden, die im Gruppenprozess verstanden werden müssen.
Das Setting umfasst drei Elemente: die Gruppe, die Aufgabe der Gruppe und die Koordination, der eine Beobachtung zur Seite stehen kann. (Es wird nicht von «Leitung» gesprochen, die eine zentrale Funktion der Gruppe in der Bewältigung ihrer Aufgabe ist). Die Koordination hat die Funktion die Widerstände zu deuten, die in der Kommunikation auftreten. Diese Widerstände werden teils aus dem unbewussten Feld der Gruppe als «Emergenten» sichtbar oder tauchen in der Koordination als «Gegenübertragungen» auf. Im Fokus bleibt aber immer die Aufgabe der Gruppe.
Als praktische Beispiele werden Anwendungen in der Organisationsberatung, Pädagogik, Familientherapie und Supervision geschildert. Bisher wurde die Operative Gruppe weniger in der Psychotherapie eingesetzt. Hier ist anzumerken, dass auch Patientengruppen grundsätzlich spezifische Aufgaben haben. Eine psychoedukative Gruppe könnte durchaus mit dem Konzept der Operativen Gruppe koordiniert werden. Man könnte auch eine psychodynamische Gruppe auf dieser Grundlage aufbauen. In klinischen Gruppen sind Koordinatorinnen und Koordinatoren aber stärker ins Übertragungsgeschehen eingebunden und müssten zudem Aufgaben im Bereich der Mentalisierung übernehmen.
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