Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03565.jsonl.gz/2652

Vom 11. bis 23. September 2018 ist es so weit: Die nächsten Weltreiterspiele stehen auf
dem Programm. Dieses Mal geht es auf einen anderen Kontinent, an die Ostküste der USA. Die Planung für diesen Grossevent hat auch für die Schweizer Delegation bereits begonnen. Missionschefin Evelyne Niklaus war im Mai vor Ort.
Nach einem Zwischenjahr mit kleineren Championaten geht es nächstes Jahr erneut auf die andere Seite des grossen Teichs - nach Tryon im US-Bundesstaat North Carolina. Die Schweizer Pferde erwartet dort im Herbst ein relativ angenehmes und für sie nicht ungewöhnliches Klima. Mit mindestens 13 und höchstens 27 Grad Celsius liegen die Lufttemperaturen in der mitteleuropäischen Norm. Die Luftfeuchtigkeit ist geringfügig höher mit 50 bis rund 70 Prozent - doch auch das können die Pferde ohne Probleme bewältigen. Tryon liegt etwas abseits im Landesinnern an der Grenze zu South Carolina. Grössere Städte in der Nähe sind Charlotte mit einer Entfernung von rund 110 Kilometern, Asheville mit 80 Kilometern und Greenville Spartanburg in South Carolina mit ebenfalls 80 Kilometern.
Die Anlage des Tryon International Equestrian Centre (TIEC) von oben.
Wettkampfinstallationen stehen
Alle acht FEI-Disziplinen Dressur, Springen, Concours Complet, Fahren, Endurance, Voltige, Reining und Para-Equestrian Dressage werden im Tryon International Equestrian Centre (TIEC) ausgetragen. Die Installationen sind seit 2014 im Bau, und das meiste ist bereits vorhanden. Das Gelände umfasst rund 6,5 Quadratkilometer und beinhaltet 13 Reitplätze und 7 Stalltrakte. Nachdem im Vorfeld der Weltreiterspiele WEG 2018 betreffend den Austragungsort ein reges Hin und Her vor sich ging - dem ursprünglich vorgesehenen kanadischen Bromont wurden die Spiele erst vor einem Jahr entzogen -, steht jetzt das Organisationskommitee, und die Organisation scheint auch voranzukommen. «Die Anlage sieht wirklich sehr gut aus. Eine bestehende grosse Grasarena wird noch in Sand umgewandelt, die Indoorarena muss fertiggestellt und am Cross-Country-Gelände - welches gleichzeitig auch als Basis für Endurance dient - sowie den Fahrsportinstallationen muss noch gearbeitet werden, der Rest ist bereits vorhanden und in gutem Zustand», bestätigt Evelyne Niklaus.
Den Reitern stehen verschiedene Abreitplätze zur Verfügung.
Die Teilprüfungen Concours Complet und Para-Equestrian Dressage finden in dieser Arena statt.
Auch für die Zweibeiner ist gesorgt.
Budget von rund 1,5 Millionen
Für die Vorbereitungen für die Schweizer Pferdesportdelegation hat Evelyne Niklaus als Sportmanagerin des SVPS und Missionschefin die Fäden in der Hand. Bereits hat sie mit einem Total von 1,46 Millionen Schweizer Franken das Budget für diese Überseeveranstaltung eingegeben: Dies wären die Kosten, wenn alle acht Disziplinen mit Teams beschickt würden, was eine Delegation von maximal rund 140 Personen und 40 bis 50 Pferden bedeuten würde. Diese grosse Zahl ist jedoch kaum realistisch, strenge Selektionskriterien sollen es nur Athleten mit dem Potenzial auf eine Rangierung im ersten Ranglistenviertel - in der Team- oder Einzelwertung - ermöglichen, die Reise anzutreten. Aufgrund der hohen Kosten werden die Leitungsteams der Disziplinen oder teilweise auch Athleten mehr finanziell zur Expedition beitragen müssen als beispielsweise für die WEG in der Normandie 2014. Die Reise der Pferde wird, wie bereits für die Olympischen Spiele in Rio 2016 oder die WEG in Kentucky 2010, erneut in Zusammenarbeit mit Peden Bloodstock GmbH durchgeführt. Das Unternehmen hat enorme Erfahrung und wickelt solche Transporte tagtäglich ab.
Die Stallungen sind hell und luftig, die Gänge mit Gummimatten ausgelegt.
Nur wenig Unterkünfte, Hotels und Restaurants
Was die Unterkünfte angeht, sieht es noch etwas dürftig aus. Direkt auf dem Gelände des TIEC sind diverse Hotelkomplexe geplant für Athleten, Equipenchefs, Veterinäre, Grooms und den Missionschef. «Im Mai stand jedoch noch kein einziges Hotel, diese sollen in Fabriken vorgefertigt und dann vor Ort aufgestellt werden», erzählt Evelyne Niklaus. «Der Posten Unterkunft wird in den kommenden Monaten bestimmt am meisten Zeit und Planung in Anspruch nehmen, da im Umkreis von bis zu 40 Minuten nur wenige gute Hotels vorhanden sind und es kaum Restaurants in der Nähe gibt.» Doch nach mehreren Grossanlässen - auch in Übersee - lässt sich die Sportmanagerin dadurch nicht aus der Ruhe bringen.
Nun finden vor Ort bereits die ersten Testevents statt. Im Oktober sind dies ein CEI2*, CVI2* und ein CSI3*. 2018 folgen dann Testveranstaltungen in den Disziplinen Concours Complet, Dressur, Para-Equestrian Dressage, Fahren sowie im Mai noch Reining - alle auf Dreisterneniveau.