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«Slash and burn» ist tief verwurzelt in der Tradition der Bauern Madagaskars. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit an der ETH Lausanne (EPFL) hat Justine Gay-des-Combes auf Madagaskar eine alternative Methode entwickelt, die nicht ganz auf die alte Praxis verzichtet, sie aber nachhaltiger macht. Das teilte die Hochschule am Dienstag mit.
Ertrag verfünffacht
Bei der alten Methode verbrennen die Farmer ganze Abschnitte von ursprünglichem Regenwald - und manchmal nachgewachsenem Wald (Sekundärwald) - und verteilen die Asche als Dünger auf dem Boden. Gay-des-Combes wählte stattdessen gezielt einzelne Bäume in Sekundärwald zum Fällen und Verbrennen, um Asche zu erzeugen. Zudem kombinierte sie die Asche mit Kompost.
Auf so gedüngten Maisfeldern erreichte sie einen fünffach höheren Ertrag als auf den traditionell nur mit Asche behandelten Feldern. Die Maispflanzen wuchsen mit Kompost auf eine Höhe von 240 Zentimetern versus 140 Zentimetern mit der alten Düngemethode. Auch die Qualität der Kolben sei besser gewesen.
Kompost aus Ästen und Zweigen
Viele der einheimischen Bauern wüssten wenig über die Kombination von Asche und Kompost und nähmen an, die Asche würde den Kompost verbrennen, erklärte Gay-des-Combes gemäss der Mitteilung. Tatsächlich ergänzen sich die beiden Düngemittel: Die Asche neutralisiere den sauren pH-Wert des madagassischen Bodens und helfe, Phosphor und andere Nährstoffe für die Pflanzen zugänglich zu machen. Der Kompost wiederum stelle organische Substanzen und Stickstoff zur Verfügung, die in der Erde und der Asche fehlten.
Weil die Haushaltsabfälle nicht ausreichten, um genügend Kompost herzustellen, sammelten die Doktorandin und ihre Helfer Äste und Zweige umstehender Bäume, zerkleinerten sie und füllten sie in Gruben. «Wir haben die Mischung einmal pro Woche bewegt und die Feuchtigkeit kontrolliert», so Gay-des-Combes. «Sieben bis acht Monate später war der Kompost fertig.»
Etwa die Hälfte der in der neuen Methode geschulten 500 Bauern hätten die Kompostierung bereits ausprobiert, schrieb die EPFL. Es sei jedoch schwierig gewesen, ihnen zu vermitteln, dass sie die Kompostgruben während Dürreperioden regelmässig wässern sollten, wenn sie schon für den Eigenbedarf lange an den Brunnen anstehen mussten. Die Forschenden arbeiten deshalb an einer automatischen Bewässerung, die ihnen diese Arbeit abnimmt.