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Bern (awp/sda) - Die Orascom Holding schreibt wie angekündigt tiefrote Zahlen. Die Hotelbetreiberin und Immobilienentwicklerin leidet weiter stark unter dem Einbruch des Tourismusgeschäfts in Ägypten.
Der Nettoverlust im ersten Quartal beläuft sich auf 26,4 Mio CHF, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. In der Vorjahresperiode hatte noch ein Gewinn von 3,4 Mio CHF resultiert. Die Holding hatte bereits am Pfingstmontag in einer Medienmitteilung vor einem Verlust in der Höhe von 26 bis 28 Mio CHF gewarnt.
Der Verlust von Januar bis März fällt damit höher aus als im gesamten letzten Jahr. 2015 hatte die Firma des ägyptischen Investors Samih Sawiris einen Verlust von 22,5 Mio CHF verbucht. Zum Verlust trug hauptsächlich bei, dass Orascom bedeutend weniger Land verkaufte als im Vorjahresquartal, wie Konzernchef Khaled Bichara an der Telefonkonferenz sagte.
Kräftig zu Buche geschlagen hätten mit 12,9 Mio CHF zudem Währungsverluste durch die Abwertung des ägyptischen Pfundes gegenüber Franken und US-Dollar. Im Ergebnis der Gruppe schlägt sich zudem der höhere Verlust der grössten Beteiligungen nieder, der Andermatt Swiss Alps (ASA) und an Orascom Housing Communities (OHC).
LANDVERKÄUFE REDUZIERT
Die Umsätze schrumpften auf 61,2 Mio CHF, im Vergleich zu 74,8 Mio CHF im Vorjahresquartal. Damals hatte Orascom 24 Mio CHF mit Landverkäufen generiert. Im abgelaufenen Quartal senkte das Unternehmen die Landverkäufe auf einen Wert von nur noch 3,6 Mio CHF.
Die Umsätze des Hotelsegments sanken um 8,4% auf 27,1 Mio CHF. Das Minus ist laut Orascom auf die anhaltenden Reisebeschränkungen in Ägypten zurückzuführen. Die ägyptische Regierung habe im ersten Quartal 2016 einen Rückgang der ausländischen Touristen um 45% und einen Rückgang der Tourismusumsätze um 67% vermeldet, heisst es im Communiqué.
Dies ist eine Folge des Flugzeugabsturzes vom vergangenen Oktober, als ein russisches Passagierflugzeug mit 224 Insassen über der Sinai-Halbinsel abstürzte. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte nach dem Absturz die Flüge von Russland nach Ägypten aussetzen lassen.
HOTELS GESCHLOSSEN
Zwei Hotels im Makadi-Resort am Roten Meer hält Orascom derzeit geschlossen. Um dem Nachfragerückgang zu begegnen, habe Orascom spezielle Werbekampagnen in Deutschland durchgeführt, schreibt das Unternehmen.
Am schwierigsten sei die Situation aber in Taba Heights auf der Sinai-Halbinsel. Die Kostensenkungsprogramme haben 2016 bislang zu Einsparungen von über 3 Mio CHF geführt. Orascom will die strikten Sparprogramme für alle Hotels in Ägypten fortführen.
Erfreulich für Orascom entwickelten sich dagegen die Umsätze der Hotels im Oman und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie stiegen gegenüber der Vorjahresperiode um 30%. Mit dieser Verlagerung soll die Sparte krisenfester erden, wie Bichara erklärte.
Steigern konnte das Unternehmen die Umsätze lediglich im Immobiliensegment, das um rund 69% auf 18,1 Mio CHF wuchs. Das liege vor allem an den beschleunigten Übergaben von Immobilien in Ägypten und Oman.
SCHULDENABBAU NACH PLAN
Mit Blick auf den geplanten Schuldenabbau sieht sich die Gesellschaft auf Kurs. Im Vordergrund stehe eine dreijährige Schonfrist und die Verhandlungen sollen per Juni/Juli 2016 abgeschlossen werden.
Für Zuversicht sorgt die Aufhebung der Reisebeschränkung in Ägypten durch die deutsche Luftfahrtbehörde. Dadurch können die Flüge ans Rote Meer wieder aufgenommen werden. Für Russland könne ähnliches ab Herbst 2016 gelten.
Die Aktie hatte bereits am Dienstag mit deutlichen Kursverlusten von teils 7% auf den angekündigten Verlust reagiert. Am Donnerstag schlossen die Titel in einem leicht schwächeren Gesamtmarkt mit minus 2,2% nochmals tiefer.
(AWP)