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Nicht jede Bibel ist gleich genau übersetzt worden. Um die Unterschiede zwischen den verschiedenen Bibelübersetzungen beurteilen zu können, ist es sinnvoll, mehrere Komponenten zu verwenden.
Zu diesem Zweck habe ich mir eine umfangreiche Auswahl an Hilfsmittel gekauft, um auch aus sprachlicher Sicht jedem Detail auf den Grund gehen zu können, bis hin zu den ältesten Handschriften.
Allerdings braucht man sich all diese Dinge nicht unbedingt selbst zu kaufen, um die Bibel auf diese Weise erforschen zu können, vieles findet man auch im Internet, zum Onlinegebrauch oder als Gratisdownload.
Um die verschiedenen Interpretationen der Urtexte kennenzulernen, muss man mehrere Übersetzungen vergleichen. Hierzu habe ich mich für die gängigsten kompletten Bibeln in deutscher Sprache entschieden.
Dies ist meine Auswahl:
Elberfelder Bibel 2006 (EB)
Gute Nachricht 2000 (GNB)
Hoffnung für alle 2002 (Hfa)
Neues Leben 2006 (NLB)
Lutherbibel 1999 (LB)
Schlachter Bibel 2003 (SB)
Menge 1994 (ME)
Zürcher Bibel 2007 (ZB)
Einheitsübersetzung 2005 (EÜ)
Neue evangelistische Übersetzung 2012 (NeÜ)
Neue-Welt-Übersetzung 1986 (NWÜ)
Übersetzungen, welche sich entweder nur auf das Alte oder das Neue Testament beschränken, betrachte ich vor allem als zusätzliche Hilfsmittel. Diese sind insbesondere dann von Interesse, wenn beim Übersetzen ein besonderer Aspekt im Vordergrund stand, wie zum Beispiel die Priorität des Grundtextes beim Münchener Neuen Testament.
Münchener Neues Testament 2010 (MNT)
Konkordantes Neues Testament 1995 (KNT)
Die Heilige Schrift 2013 (JAT)
Das Jüdische Neue Testament 2012 (JNT)
Wer sich nicht allein auf die Interpretationen der Übersetzer verlassen will, muss erstens die Grundtexte, vorzugsweise als Interlinearübersetzung, zusätzlich zu Hilfe nehmen:
Hebräische Schriften (AT):
Biblia Hebraica Stuttgartensia,
Deutsche Bibelgesellschaft 1977 (BHS)
BHS Interlinearübersetzung,
SCM Verlag & Co. 1989 (BHS.IÜ)
Griechische Schriften (NT):
Westcott and Hort (Interlinear Translation) 1881 (WH.IT)
Nestle – Aland (Interlinearübersetzung),
SCM Verlag & Co. 1986 (NA.IÜ)
Zweitens braucht er auch Hilfsmittel zur genaueren Kenntnis der sprachlichen Feinheiten jener Sprachen, in welchen die Grundtexte verfasst wurden:
Wörterbücher und Lehrbücher zur Grammatik
Hilfsmittel dieser Art erlauben es, die Bedeutung(en) eines jeden Wortes der Grundtexte nachschlagen und verstehen zu können, ohne die Sprache von Grund auf lernen zu müssen, sei es nun Griechisch oder Hebräisch. Für deutschsprachige Konsumenten bietet die gedruckte Literatur derzeit noch die umfassendere Auswahl als die Bibelprogramme. Detaillierte Angaben zu meiner Auswahl sind im Anhang zu finden. (Siehe: Literaturverzeichnis)
Bibelprogramme
Solche Programme zum Studium der Bibel können von unschätzbarem Wert sein. Wirklich befriedigend sind allerdings vor allem die kostspieligen Produkte. Hierbei habe ich mich für Accordance von OakTree Software entschieden.
Accordance ist unter anderem durch seine umfangreichen Suchfunktionen und seine vielfältigen Möglichkeiten der Arbeit am biblischen Grundtext sehr beliebt. Es ist modular aufgebaut und kann mit unzähligen Bibelübersetzungen in verschiedenen Sprachen, den alten Handschriften als Text- und Fotodatei sowie umfassendem Kartenmaterial und Hilfsmitteln wie Wörterbüchern oder Lexika erweitert werden.
Besonderer Vorteil: Man braucht keine irreführenden Schriften mitzukaufen, in welchen die Theologen die Heilige Schrift an ihre persönliche Auffassung anzupassen versuchen. Das Startpaket Original Languages kann mit vielen weiteren, rein sprachlich fundierten Modulen erweitert werden. Die Liste der Module meiner Auswahl findet sich im Anhang. (Siehe: Literaturverzeichnis)
Internet
Im Internet sind zahlreiche Übersetzungen in allen Sprachen (z.B. www.diebibel.de, www.bibleserver.com), wie auch interlineare und transliterierte Grundtextausgaben mit integrierten Wörterbüchern (z.B. www.qbible.com) und vieles mehr zu finden.
Zusammengefasst erlaubt mir meine Auswahl an Hilfsmittel in gedruckter und elektronischer Form (auch ohne Internet) alle sprachlichen und historischen Informationen jedes einzelnen Wortes der Grundtexte bis ins letzte Detail zu überprüfen, inklusive der meisten noch vorhandenen Exemplare der alten biblischen Handschriften.
Dies ermöglicht es auch in sprachlicher Hinsicht, völlig unabhängig von den persönlichen Interpretationen der verschiedenen Bibelübersetzer forschen zu können.
Doch wie ich es bereits erwähnt habe und es auch anhand diverser Beispiele belegen werde, sind die sprachlichen Aspekte nicht das Einzige, worauf zu achten ist, sie sind tatsächlich nur von sekundärer Bedeutung. Worauf in erster Linie zu achten ist, macht uns die Bibel selbst aufmerksam.
Anschliessend an die diesbezüglich ausschlaggebende Schriftstelle folgt die Erläuterung zum Zusammenspiel von Kontext und Sprachwissenschaft.