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Zieht man beim EC Wil ein Fazit nach der Saison 2019/2020, so ist festzuhalten: Es war eine ansprechende Spielzeit, in welcher er die Heimstärke im entscheidenden Moment nicht unter Beweis stellen konnte. Einen Schritt vorwärts hat der Verein allerdings nicht gemacht. In der Saison 2018/2019 war der EC Wil als Tabellen-Fünfter in die Playoffs gestartet und im Viertelfinal ohne Sieg an Bellinzona gescheitert. In der Saison 2019/2020 kamen die Wiler als Vierte ins Playoff und scheiterten im Viertelfinal ohne Sieg an Bellinzona. Somit gingen die vergangenen neun Playoff-Spiele alle verloren. Der letzte Sieg datiert vom 22. Februar 2018, als in einer «Belle» der EHC Frauenfeld auswärts in einem packenden Fight ausgebotet worden war.
In dieser Saison war das Gefälle zwischen Heim- und Auswärts-Auftritten extrem. Zuhause wurden in Qualifikation und Masterround 37 von 39 möglichen Punkten (2,85 Punkte im Schnitt) geholt. Nie musste man nach 60 Minuten als Verlierer vom Eis. Auswärts wurden hingegen nur 12 von 42 möglichen Zählern (0,86 Punkte im Schnitt) eingefahren. Ein paar Auswärtssiege mehr – und man hätte das ungeliebte Bellinzona im Playoff-Viertelfinal umgehen können. Besonders bitter war das Out im Cup, als man in der letzten Qualifikations-Runde gegen das oberklassige Dübendorf neun Minuten vor Schluss noch mit 6:2 führte, aber nicht also Sieger vom Eis ging. Gut möglich, dass diese Partie – vier Tage vor dem Playoff-Start ausgetragen – Spuren hinterlassen hat. Einen Sieg gab es danach nicht mehr. Ganz sicher keine Spuren hinterlassen hat dies in der Klubkasse. Die Cup-Hauptrunde hätte aber Einnahmen im fünfstelligen Bereich generiert.
Ambühl dürfte den EC Wil verlassen
Nun ist der Blick vorwärts zu richten. Bereits kommuniziert ist, dass Andy Ritsch den EC Wil als Cheftrainer verlässt und durch Kevin Schüepp ersetzt wird. Dieser strebt mit seinem Noch-Verein EHC Frauenfeld zuerst den Aufstieg in die dritthöchste Liga an und wechselt dann par 1. Mai ins Bergholz. Unterschrieben hat er einen Zweijahres-Vertrag. Das ist insofern aussergewöhnlich, dass ansonsten Einjahres-Verträge üblich sind. Der EC Wil möchte damit ein Zeichen setzen und etwas aufbauen. Schüepp wird nicht «nur» Trainer sein, sondern auch Sportchef. Einen solchen hatte der EC Wil nicht mehr, seit Daniel Zeber im Dezember 2018 entlassen worden war.
In der Kaderplanung ist so manches bereits bekannt. Die beiden Goalies, Daniel Schenkel und Oliver Etter, werden genau so bleiben wie Captain Lars Kevin-Spillmann. Auch Matteo Schärer hat für die nächste Saison zugesagt. Bei Rico Hungerbühler und Yannick Stiefel stehen die Zeichen ebenfalls auf Verbleib. Leeroy Rüsi kehrt aus Chur zurück. Von Bülach wird Verteidiger Sebastian Jonski übernommen, der schon Erfahrung in der zweithöchsten Spielklasse gesammelt hat. Ob Andreas Ambühl und Elia-Marius Mettler – die offensive Lebensversicherung des EC Wil – bleiben, steht laut Vereinspräsident Roger Dietschweiler noch nicht fest. Die Verhandlungen wurden auf nach den Playoffs verschoben. Ambühl liess dann aber am Sonntag via Portal "EC Wil 1881 Fanpage" verlauten, dass er den Verein verlassen werde. Demnach fehlte ihm im Verein eine Ansprechperson und die Kommunikation mit dem Vorstand sei schwierig gewesen. Wohin es Ambühl ziehe, stehe noch nicht fest.
Das grosse Saison-Ende-Interview mit Roger Dietschweiler
Mehr Spieler aus der Region einbauen
Das Ziel des Klubs ist es, die Mannschaft zu verjüngen – und wenn möglich mehr Spieler aus der Region einzubauen. Dies ist auch gezwungenermassen nötig, weil der Verein sparen muss. Das Kader soll quantitativ verbreitert werden, um nicht in Engpässe zu laufen wie in dieser Saison, als phasenweise keine drei Linien zur Verfügung standen. Es dürfte einige Wechsel geben. Darum rechnet Präsident Roger Dietschweiler in der kommenden Saison mit einigen Schwankungen, wobei die Playoff-Qualifikation das Mindest-Ziel sein wird.