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Während der Verteilschlüssel für syrische Flüchtlinge im Schengen-Raum Gestalt annimmt und selbst die angelsächsischen Länder nun mehr tun wollen, sperren sich die reichen Golfstaaten nach wie vor. Besonders auffällig ist Saudiarabiens Verweigerungshaltung, denn das Land verfügt bereits über die nötige Infrastruktur, kurzfristig Millionen von Menschen unterzubringen.
Hierzu ein Bildvergleich:
Zwischen diesen beiden Zeltstädten gibt es viele Unterschiede: Zaatari bietet Platz für rund 100'000 Personen, Mina für rund drei Millionen. Zaatari besteht aus einfachen Zelten, jene in Mina haben Teflon-Dächer und Klimaanlagen. Der wichtigste Unterschied: Zaatari platzt aus allen Nähten, während Mina abgesehen von einer Woche pro Jahr leer steht: In dem Vorort von Mekka übernachten während des Haddsch die Pilger.
Würde ein Grossteil der syrischen Flüchtlinge in Mina untergebracht, würde das die jährliche Pilgerfahrt empfindlich einschränken. Sie ist eine der fünf Säulen des Islams, allerdings ist der Koran betreffend der Pflicht pragmatisch:
Zudem ist Haddsch «nur» die fünfte Säule. Die dritte ist die Läuterungsgabe Zakat, die Menschen in Not zugute kommt. Wäre es also nicht eine religiöse Pflicht, syrische Flüchtlinge in Mina unterzubringen?
Saudiarabien sieht es anders. Statt Flüchtlinge aufzunehmen, konzentriert sich das Königreich auf die «Hilfe vor Ort»: Waffenlieferungen an die Rebellen und das Angebot, in Deutschland, 200 Moscheen zu bauen, um den syrischen Glaubensbrüdern das Leben in der Fremde zu erleichtern.
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