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A.S.A.P. - Adolescent Sexual Abuser Protocol
A.S.A.P. - Das Adolescent Sexual Abuser Protocol von Richard Beckett und Mitarbeitern am Oxford Forensic Psychology Service.
Das Adolescent Sexual Abuser Protocol (A.S.A.P.) wurde als Zusammenstellung von Fragebögen für die systematische und standardisierte Beurteilung von Jugendlichen, die sexuelle Übergriffe begangen haben (sowohl Kindmissbraucher als auch Vergewaltiger/Missbraucher von Gleichaltrigen) entwickelt.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist das Fragebogenpaket erprobt für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren und erhebt sowohl wichtige Aspekte sozialer Funktionen wie auch deliktbezogene Einstellungen. Damit ermöglicht das A.S.A.P. einen neuartigen Zugang zu Gedanken, Gefühlen und Einstellungen dieser Gruppe von Jugendlichen und erlaubt insbesondere einen Vergleich der erhobenen Parameter vor und nach der Behandlung.
Jugendliche sexuelle Misshandler sind wiederholt als sehr heterogene Gruppe beschrieben worden, so dass ein typisches Profil des" jugendlichen sexuellen Misshandlers" nicht existiert. Ein Teil der Jugendlichen, die Missbrauchsverhalten zeigen, wurde selbst missbraucht, andere nicht. Einige Missbraucher zeigen kinder- und jugendpsychiatrische Störungen und dissoziale Verhaltensmuster, andere nicht. All diese Kriterien müssen ihren Wert für die Vorhersage des Wiederholungsrisikos noch zeigen.
Das Verständnis des missbrauchenden Verhaltens von Jugendlichen erfordert ebenso wie die Einschätzung des Wiederholungsrisikos einen mehrdimensionalen Ansatz. Dabei gibt es zwar mittlerweile zahlreiche deskriptive Daten zu verschiedenen Stichproben jugendlicher sexueller Misshandler, Risikofaktoren zur Rückfälligkeiten sind damit jedoch noch nicht sicher identifiziert.
Eine Stichprobe von bisher insgesamt 600 jugendlichen sexuellen Misshandlern aus über 30 gemeindenahen Behandlungsprogrammen und 3 Spezialeinrichtungen für jugendliche Straftäter in Grossbritannien diente als Grundlage für die Datensammlung des A.S.A.P. Das Alter der JSM in der Stichprobe variierte zwischen 12 und 21 Jahren. Das A.S.A.P ist komplett ins Deutsche übersetzt und findet bisher in zahlreichen Zentren in Deutschland und der Schweiz Anwendung. Es hat sich dabei als wertvoller Beitrag zum Assessment jugendlicher sexueller Misshandler erwiesen, das einzige spezifische Instrument zu diesem Thema. In der Schweiz wurde für die Standardisierung ein Stichprobe von Schülerinnen und Schülern untersucht, die Ergebnisse werden im Laufe des Jahres 2009 ausgewertet.
Das A.S.A.P. besteht aus insgesamt 13 Fragebögen, 8 persönlichkeitsorientierten und 5 deliktbezogenen Instrumenten:
1. Fragebogen zum Selbstwertgefühl (Thornton)
2. Fragebogen zum Reaktionsmuster sozialer Erwünschtheit
3. Fragebogen zur Emotionalen Einsamkeit (UCLA)
4. Fragebogen zum Einfühlungsvermögen (IRI)
5. Fragebogen zur Selbstbehauptung (CABS)
6. Fragebogen zu Kontrollüberzeugungen
7. Fragebogen zu Ärger und Wut (Novaco)
8. Impulsivität (Eysenck)
AK Fragebogen zur Opferempathie – Kinder (VES Kinder)
AP Fragebogen zur Opferempathie – Peers (VES Peers)
B Einstellungen zur kindlichen Sexualität (Children and Sex)
C Fragebogen zur Einfühlung in Frauen/Mädchen (Empathy for Girls)
D Fragebogen zur Billigung von Gewalt (Endorsement of Violence)
E Einstellungen zur Männerrolle (Hypermasculinity)
Weitere Informationen zu den einzelnen Fragebögen finden Sie im Handbuch: