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Über das Observatorium des Danziger Astronomen und Instrumentenbauers Johannes Hevelius (1611-1687) und sein dem Mond gewidmetes Hauptwerk Selenographia wurde in diesem Weblog bereits berichtet. Mit dem 1690 posthum erschienenen Werk Prodromus astronomiae unternahm Hevelius eine Darstellung des gesamten gestirnten Himmels.
Kupferstich Fig. V: Sternbilder Pegasus, Andromeda, Cassiopeia und Piscis
Hevelius‘ Katalog von 1564 Sternen war bereits etwas umfangreicher als derjenige von Johann Bayers Uranometria (1603), die hier ebenfalls bereits vorgestellt wurde. Die Leistungen von Hevelius lagen in der Einführung einer Reihe neuer Konstellationen (Lacerta, Leo Minor, Vulpecula, Canes Venatici, Lynx, Sextans Uraniae, Sagitta und Scutum Sobiescanum), sowie in der verbesserten Darstellung des südlichen Sternhimmels. Wie schon bei Selenographia zeichnete und stach Hevelius die Platten selbst und druckte sie im eigenen Haus.
Die Rezeption von Prodromus astronomiae wurde getrübt durch eine Debatte um die Arbeitsweise von Hevelius. Dieser argumentierte während seiner ganzen Karriere, dass trotz der technischen Fortschritte im Instrumentenbau das menschliche Auge den neu entwickelten Visieren und anderen Hilfsmitteln überlegen sei. Die Kontroverse über den Gebrauch von Hilfsmitteln entbrannte in den 1660er-Jahren und dauerte zwanzig Jahre. Sie ist dokumentiert in zahlreichen Briefen, die zwischen Hevelius und seinen Kollegen – vornehmlich Mitgliedern der Royal Society – ausgetauscht wurden.
Links:
Prodromus astronomiae (Rar 9629 GF) im Bibliothekskatalog NEBIS. Das Werk ist zusammengebunden mit Firmamentum sobiescia und Catalogus stellarum fixarum.
Weitere Werke von Astronomen des 15. Bis 18. Jahrhunderts, darunter auch Venus in Sole visus von Hevelius, sind online bei der Rare Book Collection des Vienna University Observatory: http://www.univie.ac.at/hwastro/