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Banda-
Inseln,
ein kleiner, zwischen 3° 50' und 4° 40' südl.
Br. gelegener, zu den
Molukken gehörender
Archipel, der mit den
Inseln Waru, Ceramlaut und Goram
eine zu der niederländ.- ostind. Residentschaft
Amboina gehörende Assistentresidentschaft bildet. Der
Banda-Archipel enthält die beiden Haupt
inseln Lontor oder Groß
banda
und
Neira, häufig auch nur
Banda genannt, sowie die kleinern, teilweise unbewohnten Run,
Ai, Rosengain, Gunung-Api
u. a., mit zusammen 44 qkm.
Alle bestehen aus vulkanischem Gestein, erbeben sich teilweise sehr hoch, haben ein steil und
schroff abfallendes, nur an einzelnen
Stellen zugängliches Ufer, sind aber mit dem schönsten und üppigsten
Grün bedeckt.
Erdbeben
[* 2] kommen häufig vor und haben nicht selten große Verwüstungen angerichtet; eins der heftigsten
war 1852, wo die Erde vom Nov. bis Jan. 1853 nicht zur Ruhe kam. Der höchste
Vulkan ist der Gunung-Api (671 m) auf der gleichnamigen
Insel. Die Fauna der
Banda-
Inseln ist sehr arm, namentlich an Wirbeltieren. Es giebt außer einigen Fledermausarten
keine Säugetiere und auch weniger Vogelarten als anderswo in den
Molukken. Die
Flora ist gleichfalls nicht
sehr reich an
Arten. Wichtigste Kulturpflanzen sind der
Muskatnußbaum, die ölgebende
Canarie, die Kokos- und Sagopalme.
Die Bevölkerung besteht aus etwa 500 zumeist eingeborenen Europäern und Mischlingen von Europäern mit Malaien, 7000 größtenteils von eingeführten Sklaven aus allen Gegenden des Indischen Archipels abstammenden, meistens ebenfalls christl. Eingeborenen, 150 Chinesen und wenigen Arabern, im ganzen etwa 8000 Köpfen, d. i. 182 auf 1 qkm. Hauptort ist die an der Südküste von Neira gelegene Stadt Banda, Sitz der niederländ. Behörden, mit einem Freihafen, den Forts Nassau und Belgica, einer prot. Kirche, einer Schule, Regierungsmagazinen u. s. w.
Die
Banda-
Inseln wurden 1511 voll den Portugiesen unter
Antonio de Abreuw entdeckt. Später (1521) knüpften dieselben dort unter Garcia
Henriques und
Antonio da
Brito Handelsbeziehungen an.
Ihnen folgten die
Holländer (1599) unter J.
van Heemskerk und W.
van Warwyk.
Die Ermordung ihres
Admirals Verhoeff mit 30 seiner Mannschaft (1609) gab den
Holländern die Veranlassung,
die ursprüngliche, sich auf 15000 Seelen belaufende, aus
Alfuren bestehende
Bevölkerung
[* 3] dieser
Inseln systematisch auszurotten.
Nachdem 1657 jeder
Widerstand niedergeworfen war, wurde der weitaus größte
Teil der
Muskatnußbäume ausgerottet, damit der
Preis dieses von der
Ostindischen Compagnie monopolisierten
Artikels durch größere Zufuhr nicht zu sehr herabgedrückt
würde. Infolge der Aufhebung der
Sklaverei in
Niederländisch-Indien gerieten die wirtschaftlichen Verhältnisse
in große Verwirrung; doch bat sich seitdem der Wohlstand wieder gehoben. 1864 wurde das Regierungsmonopol der Gewinnung
und des Verkaufs der Muskatnüsse aufgehoben. Die Produktion belief sich 1877 auf 210175 kg
Nüsse und 38487 kg
Blüten;
der Wert der Ausfuhr wurde auf 4336087 M. berechnet.