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Alle diese Produkte sind in der schwulen Szene sehr präsent, in guten wie in schlechten Zeiten. Schwule und bi Männer konsumieren mehr und länger als die Männer der Gesamtbevölkerung. Illegale Drogen bergen Gefahren, die mit der Art und der Qualität der Produkte, aber auch mit dem Gesundheitszustand des Konsumierenden und mit dem Kontext zu tun haben, in dem sie genommen werden.
Tabakkonsum steht an erster Stelle der Ursachen für vermeidbare Krankheiten und Todesfälle in der Schweiz. Er führt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt und Thrombosen. Die Diagramme zeigen, dass schwule Männer mehr rauchen und häufiger aktive Raucher sind als die Männer der Gesamtbevölkerung.
Bei den Männern, die gar keinen oder exzessiv Alkohol konsumieren, sind die Prozentzahlen für die Gesamtbevölkerung und für die schwulen Männer ungefähr gleich. Allerdings trinken schwule Männer weniger oft wenig Alkohol und häufiger viel. Alkohol- und Drogenkonsum kommen ausserdem häufiger vor bei Personen, die unter psychischen Störungen leiden, um den Leidensdruck zu lindern und manchmal auch der Einsamkeit zu entkommen. Alkoholabhängigkeit wird in der Schweizer Gesundheitsbefragung für die Gesamtbevölkerung nicht untersucht.
Junge Gays konsumieren ungefähr die gleiche Menge Drogen wie junge Leute aus der Gesamtbevölkerung. Bei den Erwachsenen ist der Konsum von Drogen, wie bei Alkohol und Tabak, bei den Schwulen im Durchschnitt höher als bei den Männern der Gesamtbevölkerung. Poppers (Amylnitrite und dessen Derivate) werden vor allem bei Sexualverkehr verwendet. Das Bundesamt für Statistik veröffentlicht keine Daten zum Konsum von Halluzinogenen bei der Gesamtbevölkerung.
Eine 2016 veröffentlichte Untersuchung über den Konsum bei den Klienten des Checkpoint-Zentrums in Genf bietet aktuellere Zahlen und bestätigt einen hohen Gebrauch dieser Produkte bei den schwulen Männern.
Der Konsum von Stimulanzien (Amphetamin und dessen Derivate wie Meth, Mephedron, Crystal u.a.), bekannt als «Chemsex», nimmt in gewissen Gruppen der Community zu, vor allem bei Männern, die Gruppensex praktizieren. Der Konsum dieser Drogen ist ein grosses Risiko für die Gesundheit.
Wer Drogen konsumiert, soll sich auf spezialisierten Websites wie nuit blanche über die Wirkung der Produkte und über ihre Qualität informieren, bevor er sie einnimmt. Wer Medikamente nimmt muss auf jeden Fall abchecken, ob die Einnahme von Drogen damit vereinbar ist. Wer Probleme mit dem Konsum von Drogen und/oder Alkohol hat, kann sich beim Checkpoint oder bei einem anderen Fachdienst melden. Eine Liste der Anlaufstellen findet sich auf der Webseite Blues-out.