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Der Standup-Comedian, den Gregg Turkington in diesem Film spielt, ist längst in der Hölle angekommen. In der ersten Einstellung schurft er in der Mojave-Wüste durch ein ausgeweidetes Flugzeug, später erzählt er vor einer Gruppe von Gefängnis-Insassen die abscheulichsten Un-Witze, die man sich vorstellen kann.
Der Mann hat sich eine Bühnen-Persona zugelegt, die einfach noch ein wenig hässlicher, leerer und seelenloser wirkt, als er sich offensichtlich selber fühlt. Entsprechend beschimpft er auch sein Publikum, so es denn überhaupt auf seine Peinlichkeiten reagiert.
In Entertainment ist der Titelbegriff auf seine Bedeutungshülse reduziert. Der Comedian ist ein längst Verlorener, ein wenig wie Drehbuch-Autor Barton Fink bei den Cohen-Brüdern. Er zieht eine Routine durch, die nur noch so tut, als ob sie funktional sei.
Wer mag, kann den Film als Metapher auf ein absolut sinnentleertes Leben in einer stillstehenden Gesellschaft sehen. Dazu gehört auch, dass der Mann Abend für Abend seiner Tochter auf die Combox redet, ohne dass man je erfährt, ob es sie gibt, oder ob sie seine Gute-Nacht-Grüsse jemals abhört.
Wer zu Beginn des Films noch mit wachselnder Verzweiflung nach der Komik in der Routine nicht nur der Hauptfigur, sondern auch in der seines von Tye Sheridan gespielten Panto-Clown-Tourpartners sucht, gibt das bald auf, und graduell überträgt sich die leere dieser bodenlosen Un-Komik wie ein eisiger Höllenhauch auf das Kinopublikum.
Der Mann kann längst nicht mehr kommunizieren, die Signale ähnlich einsamer Gestalten auf seinem Weg erschrecken ihn eher, die joviale Herablassung seines von John C. Reilly gespielten Cousins nimmt er stoisch entgegen.
Dieser Cousin, Besitzer ausgedehnter Wüstenstrecken, einer Orangenplantage und etlicher anderer Dinge funktioniert in seiner Routine als Business-Man ähnlich wie der Komödiant. Er redet von Zielsetzungen und Anpassungen beim Businessplan und zugleich von der Freiheit der Kunst, die Leute vor den Kopf zu stossen, auch wenn das nicht gut sei fürs Geschäft… und sondert so die gleichen Vorstellungsfloskeln ab wie der Comedian, wenn er von seiner Professionalität redet.
Entertainment ist gefilmt in ausgesuchten Einstellungen, an attraktiv trostlosen Orten, die Bilder bleiben hängen. Und irgendwie löst der Film ein Echo aus, die Erinnerung an Funny Bones von Peter Chelsom. Auch dort gab es den bemühten Komiker, der einfach nicht lustig war. Und den gefährlichen, der dafür nicht redete. Aber Funny Bones hielt die Idee des Komödianten als wertvollem Spiegel der Gesellschaft hoch. Entertainment macht ihn zum Abbild der Leere eben dieser Gesellschaft.