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Das Gemeindegebiet von Payerne hat eine lange Geschichte, die bis in die keltische Zeit zurückreicht. Bei archäologischen Ausgrabungen wurden ein bronzebeschlagener Wagen und etruskische Goldringe in einem Grabhügel gefunden. Heutzutage dominiert das grösste romanische Bauwerk der Schweiz das Städtchen: Der Abbatiale de Payerne.
Geschichte und die Römer
Die Gündung der Siedlung geht ins 3. Jahrhundert nach Christus zurück. Der einflussreiche Römer Publius Gracius Paternus aus Aventicum liess dort die Villa Paternia erbauen, um die sich im Laufe der Zeit eine Siedlung entwickelte. Im Jahr 587 gründete Bischof Marius von Avenches an diesem Ort eine Kirche. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 961 mit dem Namen Paterniacum, abgeleitet vom Namen Paternus. Später wurden die Bezeichnungen Paierno (1238) und Paerno (1242) verwendet.
Die Abbatiale ab dem 11. Jahrhundert
Seit dem 11. Jahrhundert ist die Geschichte von des Städtchens eng mit der Abtei Payerne verbunden, die 962 als eines der ersten Tochterklöster der Reformabtei Cluny angegliedert wurde. Rund um das Priorat entwickelte sich im 10. und 11. Jahrhundert eine befestigte Siedlung, die im späten 12. Jahrhundert das Stadtrecht erhielt. Im Jahr 1127 wurde in der Kirche der Pfalzgraf Wilhelm III. von Burgund ermordet. 1240 verlieh Graf Peter II. von Savoyen der Gemeinde von Peterlingen eine neue Stadtrechtsurkunde.
Im Jahr 1536 kam das Städtchen unter die Herrschaft von Bern, als sie Waadt eroberten. Die Berner richteten das Gouvernement Payerne ein, das ein Vogt verwaltete und neben der Stadt auch die Orte Corcelles-près-Payerne, Missy, Trey und die Exklave Sassel umfasste. Im Zuge der Reformation, die von Bern im Waadtland eingeführt wurde, mussten die Mönche im Jahr 1536 das Kloster verlassen.
Heute ist im Kloster ein Museum, das man mit einem Audioguide interaktiv erkunden kann. Wir haben die Abbatiale auf unserem Familienausflug besucht. Unseren Bericht kannst du hier lesen:
Payerne und seine Kantonswechsel
Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime gehörte Payerne von Februar bis März 1798 zum Kanton Sarine-et-Broye und anschliessend bis Mai 1802 zum Kanton Freiburg. Danach wurde es Teil des Kantons Léman, der mit der Einführung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. Im Jahr 1798 wurde es zum Hauptort des neu geschaffenen Bezirks.
Die Eröffnung des Bahnhofs Payerne war im Jahr 1876.
Der Schatten des Städtchens
Am 16. April 1942 ereignete sich in Payerne der Mord an dem jüdischen Viehhändler Arthur Bloch. Fünf Einheimische, die Bewunderer Hitlers und des Nazi-Reiches waren und von Philippe Lugrin, einem waadtländischen Nationalsozialisten und Antisemiten, einem ehemaligen Pfarrer, angestiftet wurden, lockten den 60-jährigen Viehhändler aus Bern in einen Hinterhalt, brachten ihn um und zerstückelten seine Leiche. Die Täter verstaute die Leichenteile in Milchkannen, die sie dann im Neuenburgersee versenkten.
Diese Ereignisse werfen einen Schatten auf die Geschichte von Payerne, aber die Stadt hat sich seitdem weiterentwickelt. Heute ist Payerne eine lebendige Gemeinde in der Schweiz mit einer vielfältigen Geschichte und einer modernen Infrastruktur. Die archäologischen Funde aus keltischer und römischer Zeit zeugen von der frühen Besiedlung der Gegend, während das Kloster und die spätere Stadtrechtsverleihung Payerne zu einem wichtigen Zentrum machten.
Die Berner Herrschaft und die Einführung der Reformation prägten Payerne während der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Zeit. Die Errichtung des Bahnhofs im 19. Jahrhundert verbesserte die Verkehrsanbindung der Stadt und trug damit zur wirtschaftlichen Entwicklung bei.
Payerne hat viel zu Geschichte zu bieten
Trotz der dunklen Episode des Mordes an Arthur Bloch hat Payerne seinen Platz als lebendige und historisch bedeutende Gemeinde in der Schweiz gefunden. Besucher können die reiche Geschichte der Stadt erkunden, von den römischen Überresten bis zu den mittelalterlichen Gebäuden und den Spuren der bernischen Herrschaft. Somit ist Payerne ein Ort, der Geschichte und Moderne miteinander verbindet und Besuchern eine faszinierende Reise durch die Vergangenheit ermöglicht.