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(Meldung um Angaben zu den Sparten und den Regionen ausgebaut)
Wattwil (awp) - Die Toggenburger Gurit musste auch im ersten Halbjahr 2010 einen Umsatzrückgang hinnehmen. Der Hersteller von Hochleistungs-Verbundwerkstoffen hat jedoch aus eigener Sicht das konjunkturelle Wellental im ersten Quartal des Berichtsjahres durchschritten. Der Aufschwung erfolgte vor allem aufgrund der Entwicklungen im Windenergie- und im Bootsbaumarkt, geht aus dem am Dienstag publizierten Geschäftsbericht hervor.
Das schwache erste Jahresviertel schlägt sich im Halbjahr mit einem Umsatzrückgang um 10,6% auf 156,4 Mio CHF nieder - selbst unter Einbezug des Ende 2009 erworbenen Marktbereichs Tooling. Im zweiten Quartal habe sich Gurit aber gegenüber den Monaten Januar bis März um 30,3% verbessert.
Der operative Gewinn (EBIT) inklusive Sonderfaktoren sank um 23,6% auf 21,9 Mio CHF. Das ausserordentliche Ergebnis erreichte 7,4 Mio CHF, nach 15,9 Mio im Vorjahr und spiegelt in erster Linie einen mit einem Konkurrenten beigelegten Patentstreit wider. Vor ausserordentlichen Posten (operativer EBIT) resultierte ein um 33,7% höherer Überschuss von 13,3 Mio CHF - entsprechend einer Marge von 8,5%.
Der Reingewinn stellte sich bei 16,2 (VJ 18,7) Mio CHF ein und profitierte von einer auf 19,6 (25,9)% gesunkenen Steuerrate. Dies, weil Gurit mehr Gewinn in Ländern mit tieferer Besteuerung wie etwa China erwirtschaftete. Zudem habe in China rückwirkend eine Steuergutschrift über 2 Mio CHF verbucht werden können.
Mit den vorgelegten Zahlen hat Gurit die Erwartungen der Analysten mit dem Umsatz knapp erfüllt, beim Gewinn jedoch übertroffen.
Gurit beschäftige heute mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden in China und erwirtschafte rund einen Drittel (32,4%) des gesamten Umsatzes in Asien, heisst es weiter. Dies sei Ausdruck der strategischen Ausrichtung des Unternehmens auf die weltweiten Wachstumsmärkte. 50,9% der Verkäufe wurden in Europa erzielt, 11,0% in Amerika.
Der Windenergie-Markt bliebt mit einem Umsatzanteil von 47,4% der wichtigste Bereich von Gurit, habe sich jedoch nicht so rasch und so stark wie erwartet erholt. Von allen Zielmärkten habe das Geschäft mit einem Rückgang um 36,5% auf 74,2 Mio CHF den stärksten Abschwung aufgewiesen.
Neben der generellen Schwäche des europäischen und des amerikanischen Marktes habe die Entwicklung vor allem unter dem Entscheid einiger Grosskunden gelitten, die Lager fertiger Windrotorflügel abzubauen. Der Markt zeichne sich aber durch unverändert attraktive Wachstumschancen aus, betont Gurit.
Das neu zum Portfolio gestossene Tooling-Geschäft entwickelte sich mit einem Umsatz von 27,8 Mio CHF den Angaben zufolge "sehr gut" und etablierte sich mit einem Umsatzanteil von 17,8% sogleich als zweitgrösstes Standbein. Im Marktbereich Transportation (Anteil: 17,0%) ging der Umsatz um 14,8% auf 26,6 Mio CHF zurück, wogegen im Schiffbau (Anteil: 17,5%) die Verkäufe um 22,1% auf 27,4 Mio CHF anzogen. Davon seien allerdings 5 Mio CHF auf die akquirierte "High Modul" entfallen.
Gurit geht für das zweite Halbjahr 2010 von einer etwas stärkeren Marktentwicklung aus, wenngleich besonders der Bereich Windenergie noch recht volatil sei. Aus heutiger Sicht gehe das Unternehmen von einer EBIT-Marge vor Sondereinflüssen in Höhe von 8 bis 10% aus. Damit bestätigte Gurit frühere Aussagen.
Dafür findet die Erwartung steigender Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr keine Erwähnung mehr. Wie aus der Präsentation zu der am Berichtstag stattfindenden Medienkonferenz hervorgeht, soll Gurit mittelfristig, das heisst ab den Jahren 2011 oder 2012, wieder zu den Wachstumsraten des Gesamtmarktes zurückkehren.
Wie Gurit in einer zweiten Mitteilung schreibt, führt das Unternehmen mit "Renuvo" ein neues Reparatursystem für Rotorflügel von Windkraftanlagen ein. Es ermögliche raschere und besser kontrollierbare Reparaturvorgänge als bisher und dies neu praktisch ganzjährig.
ra/ps
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