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Übersicht der Themen
- Was bedeuten die Anpassungen für die Versicherten?
- Was sind die Folgen für die Rentnerinnen und Rentner?
- Was sind die Folgen für die aktiven Versicherten?
- Warum erfolgt die Senkung des Umwandlungssatzes schrittweise?
- Was würde passieren, wenn der Umwandlungssatz nicht in diesem Umfang gesenkt würde?
- Kann dennoch ein höherer Umwandlungssatz gewährt werden?
Was bedeuten die Anpassungen für die Versicherten?
Jede Pensionskasse muss in der Lage sein, die laufenden und die künftigen Renten zahlen zu können. Im Rentenkapital, das zur Deckung der laufenden Renten zurückgestellt wird, ist eine fixe Verzinsung eingerechnet: der technische Zinssatz. Dieser ist nicht zu verwechseln mit der Verzinsung der Sparguthaben der aktiven Versicherten. Heute beträgt der von der BLPK verwendete technische Zinssatz 3.00%. Dieser ist gemessen an den zu erwartenden Renditen zu hoch. Mit der Senkung auf 1.75% reagiert die BLPK auf die schwierige Situation an den Kapitalmärkten.
Was sind die Folgen für die Rentnerinnen und Rentner?
Auf die laufenden Renten hat die Senkung des technischen Zinssatzes keinen Einfluss. Diese werden in unveränderter Höhe weiter ausgerichtet.
Hingegen werden die anwartschaftlichen, d. h. die künftigen (nicht die bereits laufenden) Ehegatten- und Lebenspartnerrenten von heute 66,67% auf 60% der laufenden Alters- bzw. Invalidenrenten gesenkt. Dies ist der Beitrag der Rentner an die substanziellen Kosten, welche die Senkung des technischen Zinssatzes innerhalb der Vorsorgewerke verursachen wird.
Was sind die Folgen für die aktiven Versicherten?
Im Gegensatz zu den bereits laufenden sind die zukünftigen Renten von der Senkung des technischen Zinssatzes betroffen, da der Umwandlungssatz und damit die künftigen Altersrenten deutlich tiefer ausfallen werden.
Der Umwandlungssatz legt fest, mit welchem Prozentsatz ein Sparguthaben zum Zeitpunkt der Pensionierung in eine Altersrente umgerechnet wird (s. Rechenbeispiel). Die Höhe des Umwandlungssatzes hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: vom eingerechneten technischen Zinssatz und von der Lebenserwartung. Während heute die BLPK für das Alter 65 einen Umwandlungssatz von 5.80% vorsieht, lässt ein technischer Zinssatz von neu 1.75% – unter Berücksichtigung der gestiegenen Lebenserwartung – für Neurentner im Alter 65 nur noch einen Umwandlungssatz von maximal 5.00% zu.
Mit diesem Satz ist übrigens nicht nur die Altersrente, sondern auch eine anwartschaftliche Ehegatten- oder Lebenspartnerrente von 60% der Altersrente abgedeckt.
Die BLPK bietet zum Auffangen der tieferen Renten verschiedene Abfederungsmassnahmen an.
Warum erfolgt die Senkung des Umwandlungssatzes schrittweise?
Der Verwaltungsrat hat für die Anpassung des Umwandlungssatzes eine Übergangsfrist bis 2022 beschlossen. Dies mit einer schrittweisen Senkung ab 2019. Damit wird für ältere Jahrgänge die Anpassung gemildert.
Was würde passieren, wenn der Umwandlungssatz nicht in diesem Umfang gesenkt würde?
Würde der Umwandlungssatz nicht oder weniger stark gesenkt, würden zu hohe Renten ausbezahlt, die durch das vorhandene Guthaben nicht gedeckt wären. Die dadurch entstehende Lücke müsste geschlossen werden. Bei einem angesparten Guthaben von z. B. CHF 500‘000 müsste die BLPK CHF 80‘000 zulasten der aktiven Versicherten nachfinanzieren, wenn der Umwandlungssatz nicht von 5.80% auf 5.00% gesenkt würde. Der Verwaltungsrat hat sich gegen solche Pensionierungsverluste entschieden und hat deshalb für die Senkung nur eine kurze Übergangsfrist festgelegt.
Kann dennoch ein höherer Umwandlungssatz gewährt werden?
Die BLPK bietet jedem Vorsorgewerk die Möglichkeit, einen höheren Umwandlungssatz vorzusehen. Statt den technisch korrekten 5.00% im Alter 65 kann innerhalb eines Vorsorgewerks ab 2019 auch ein Satz von 5.40% (ebenfalls mit einer schrittweisen Senkung von 5.80% auf 5.40% bis 2022) zur Anwendung kommen. Diese Lösung muss allerdings zwingend vom jeweiligen Arbeitgeber gutgeheissen werden, da dieser für die damit verbundenen zusätzlichen Kosten aufzukommen hat.