Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/169457

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die nötigen Massnahmen zu treffen, damit Personen ohne anerkannte Ausbildung, die für Betagte und Menschen mit Behinderungen arbeiten, einerseits berufsbegleitende Ausbildungen absolvieren können und ihre beruflichen Kompetenzen andererseits anerkannt und gerecht entlöhnt werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Personen, die ihren Alltag der Betreuung und Pflege behinderter oder betagter Personen widmen, leisten einen grossen Einsatz für die Betroffenen und deren Angehörige. Gleichzeitig entlasten sie damit auch die professionelle Pflege im Gesundheitswesen. Der Bundesrat anerkennt und honoriert dieses Engagement.</p><p>Die Möglichkeit, dass sich betroffene Personen ihre informell erworbenen Kompetenzen und Erfahrungen im Pflege- und Betreuungsbereich anrechnen lassen, ist gegeben. Die angemessene Anrechnung von Praxiserfahrung und Bildungsleistungen, die ausserhalb üblicher Bildungsgänge erbracht wurden, ist mit Artikel 9 Absatz 2 des Berufsbildungsgesetzes grundsätzlich gewährleistet. Betreuende und pflegende Personen können die erworbenen Kompetenzen validieren lassen, eine verkürzte berufliche Grundbildung absolvieren und/oder Gesuche zur Dispensation von Bildungsleistungen in formalen Bildungsgängen (Praktika, Unterricht oder Prüfungen) stellen. Dispensationen sind auf Sekundarstufe II wie auch auf Tertiärstufe möglich.</p><p>Mit der Ausbildung zu "Pflegehelferin/Pflegehelfer SRK" des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) können sich interessierte Personen auf ihre Aufgaben in der Pflege und Betreuung behinderter oder betagter Personen vorbereiten. Um möglichst viele Personen zu erreichen, werden die Lehrgänge in der ganzen Schweiz angeboten. Sie stehen grundsätzlich allen Personen ab 18 Jahren mit den notwendigen Sprachkenntnissen offen. Verschiedene Spezialisierungen und thematisch ergänzende Kurse sind verfügbar. Das schweizweit anerkannte Zertifikat "Pflegehelferin/Pflegehelfer SRK" ermöglicht gleichzeitig den Einstieg in den professionellen Pflege- und Betreuungsbereich, da es bei einem Eintritt in eine Pflegeausbildung auf Sekundarstufe II oder Tertiärstufe ebenfalls als bereits erbrachte Bildungsleistung geltend gemacht werden kann. Dies trägt ausserdem dazu bei, zusätzliche Fachkräfte für das Gesundheitswesen in der Schweiz auszubilden und das Potenzial an inländischen Arbeitskräften besser zu nutzen.</p><p>Verschiedene SRK-Kantonalverbände bieten zusätzliche Unterstützung an für Migrantinnen und Migranten, welche die obenerwähnte Ausbildung machen wollen: vorgelagerte oder parallel geführte Sprachkurse, Tutoring während des Kurses (Repetition, Aufgabenhilfe), Mentoring für die Praktikums- oder Stellensuche und Kurse über das Gesundheitswesen in der Schweiz. Mit dem SRK-Pilotprojekt "Sesam", das von 2014 bis 2018 läuft und vom Staatssekretariat für Migration unterstützt wird, werden solche Angebote multipliziert und stärker auf die Bedürfnisse der Migrantinnen und Migranten ausgerichtet.</p><p>Um die Rahmenbedingungen für betreuende und pflegende Angehörige im Allgemeinen zu verbessern, hat der Bundesrat zudem als Teil seiner gesundheitspolitischen Prioritäten Gesundheit 2020 am 5. Dezember 2014 den Aktionsplan zur Unterstützung und Entlastung von pflegenden Angehörigen verabschiedet. Der Aktionsplan fokussiert unter anderem auf Massnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenpflege.</p><p>Die aktuellen Rahmenbedingungen zur Ausbildung von pflegenden und betreuenden Personen erfüllen die Anliegen des Motionärs und werden zusätzlich durch den Aktionsplan unterstützt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.