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Erich Gugelmann, einstimmiger Vorschlag des Verwaltungsrates als Nachfolger Küchlers, wurde von der Generalversammlung der Käseunion Mitte Januar in Bern oppositionslos gewählt. Der 64jährige Gugelmann blickt auf eine langjährige Laufbahn bei Jelmoli und Migros zurück. 1994 wurde er von Bundesrat Jean-Pascal Delamuraz zum Präsidenten der Expertenkommission Käseunion ernannt.
Defizit um 32 Mio. Fr. angestiegen
Die Käseunion weist für das Geschäftsjahr 1994/95 einen Verlust in der Höhe von 461 Mio. Fr. aus, das sind 32 Mio. Fr. mehr als ein Jahr zuvor. Finanzchef Urs Käser gab dafür zwei Hauptgründe an: 20 Mio. Fr. hätten Massnahmen zum Ausgleich der Währungsdifferenzen wegen des starken Schweizer Frankens gekostet. Für zusätzliche Sonderverkäufe von rund 1850 Tonnen für den Export hätten im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls knapp 20 Mio. Fr. mehr aufgewendet werden müssen. Ohne Sonderverkäufe hätte sich die Ware laut Käser gar nicht absetzen lassen.
Im Inland hat die Käseunion im abgelaufenen Geschäftsjahr 31,714 t Käse verkauft, 6,1 % weniger als ein Jahr zuvor. Demgegenüber stehen 46,648 t ins Ausland verkaufter Käse, das sind 5,2 % mehr als 1993/94. Zuwachs wiesen Gruyère und Sbrinz auf, während beim Emmentaler grosse Mengen als Sondergeschäfte verkauft wurden. Für alle Unionskäse machten die Sonderverkäufe knapp 8000 t aus. Diese Extra-Verkäufe werden zu den tiefen Weltmarktpreisen für Schmelzrohware gehandelt.
Export aus einer Hand
Pierre Goetschi, seit vergangenem Februar Direktor der Käseunion, ging in seinem Referat vor der Generalversammlung auf die Zukunft des Käsehandels ein. Die "Fromages Suisses SA", die Nachfolgeorganisation der Käseunion, habe vor zwei Wochen ihre Tätigkeit aufgenommen. "Ihr Ziel ist, alle Exportaktivitäten der Mitgliedfirmen in einer Organisation zu vereinen", sagte Goetschi. Die heutigen Exporteure von Hartkäse würden, anstatt sich gegenseitig zu konkurrenzieren, allmählich ihre Verkaufsaktivitäten aufgeben und sie der neuen Firma übertragen. Von Seiten der Käseunion würden gleichzeitig die Marketing- und Verkaufsförderungs-Massnahmen mit der Fromages Suisses SA zusammengelegt.
Bei den Ersatzwahlen für den Verwaltungsrat wurden für den Rest der Amtsperiode 1995 bis 1998 Peter Bürki (Vertreter des Verbandes der Schweizer Käseexporteure) und Anton Schmutz (Vertreter des Milchkäuferverbandes) gewählt. LID