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Im Herzen des Dorfes Veytaux gelegen, bietet das Haus Platanes einen atemberaubenden Blick auf das Schloss Chillon, den Genfersee und die Alpen. Es ist Zeuge einer touristischen Tradition der Waadtländer Riviera, die in der Belle Époque ihren Höhepunkt fand. Zum Anwesen gehört ein von ICOMOS geschützter historischer Garten.
Verfügbarkeit
BESCHREIBUNG & GESCHICHTE
Den Namen „Les Platanes“ erhielt das Haus in Anlehnung an die beiden Platanen, die den Eingang zieren. Es wurde in den Jahren 1837-38 von der Familie Masson auf einem älteren Gewölbekeller erbaut, der um 1749 der Familie Rosset gehörte. Zwei bedeutende Familiennamen des Dorfes. Diese Jahreszahlen stehen auf den beiden Eingangstüren zur Strassenseite hin. Das Haus wurde von den drei erwachsenen Kindern der Familie Masson-Rosset bewohnt, diente aber auch als Winzerhaus mit einer grossen Weinpresse im hinteren Teil des Gebäudes.
Seit der Eröffnung der Simplon-Eisenbahnlinie um 1870 erlebte die Region um Montreux einen rasanten Aufschwung und gab die Schäferei und den Weinbau zugunsten des Tourismus allmählich auf. In der Belle Epoque diente Les Platanes als Pension. Im 20. Jahrhundert beherbergte es zahlreiche Gäste für kurze oder lange Aufenthalte. Ein Beispiel ist der Pfarrer Oscar Rau-Vaucher (1835-1927), der 1860 als Missionar in China tätig war und später die Diakonissenanstalt in Saint-Loup (VD) leitete. Seinen Ruhestand verbrachte er in Les Platanes, wo er im Alter von 92 Jahren starb. Es wird vermutet, dass das Haus zeitweise von englischen Touristen bewohnt wurde. Dies geht aus alten Postkarten hervor, die vor Ort gefunden wurden.
Die letzte Eigentümerin, die mit der Familie Masson in Verbindung stand, Jeanne-Juliette Marquis, Rentnerin ohne Nachkommen, stiftete um 1950 einen Teil des Weinbergs für den Bau der Dorfkapelle. Seitdem kümmern sich vier aufeinanderfolgende Generationen derselben Familie um die Liegenschaft. Die Ferienwohnung befindet sich im zweiten Stock. Im Jahr 2022 wurde sie umfassend und behutsam renoviert, wobei auf modernen Komfort und Energieeffizienz geachtet wurde.
Die Ferienwohnung Les Platanes befindet sich in Privateigentum. Die Wohnung wird über die Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet.
- Historische Fotografie von Montreux und dem Schloss Chillon, um 1900.
- Alter Stich des Hôtel Masson mit dem Haus Les Platanes auf der rechten Seite.
BAUKULTURELLE BESONDERHEITEN
Der Bau des Mehrfamilienhauses Les Platanes wird dem Baumeister Jean Gunthert (1789-1867) zugeschrieben. Er war auch für den Cercle du Marché in Vevey (1818) und den Tempel von Yvorne im Chablais (1834) verantwortlich. Sein nüchterner und regelmässiger neoklassizistischer Stil war in den Jahren nach der Unabhängigkeit des jungen Kantons Waadt 1803 sehr beliebt. Das benachbarte Hôtel Masson weist denselben Baustil und möglicherweise denselben Architekten auf. Ursprünglich bestand das Gebäude aus drei Wohnungen, das Dachgeschoss diente als Dienstbotenwohnung.
Der Grundriss ist klassisch: eine Abfolge von Wohnräumen auf der Seeseite, ein langer Korridor in der Mitte und die Diensträume im hinteren Teil. Im Jahre 1872 wurde der Grundriss um einen Raum auf der Gartenseite erweitert, insbesondere um die „Anglaises“, die ersten Toiletten mit Wasserspülung, unterzubringen. Bis dahin verfügte die Wohnung über eine direkt mit der Küche verbundene „Souillarde“, eine Art Waschküche für Wäsche und Körperpflege, die über eine Trockentoilette mit zentralem Abfluss verfügte. Diese Einrichtung war im 19. Jahrhundert eher selten und zeugte von einem hohen Lebensstandard.
Um 1930 wurden eine Kohlezentralheizung und gusseiserne Heizkörper eingebaut, wodurch alle ursprünglichen Holzöfen verschwanden. 1942 baute Frau Marquis das Dachgeschoss zu einer Wohnung für den Eigenbedarf um. Die Renovierungsarbeiten im Jahr 2022 wurden von mehreren Sondierungen begleitet. Diese führten zur Entdeckung der ursprünglichen Latrinen, der Verzierungen aus Holzimitat an den Eingangstüren und des schönen Tapetenmusters vom Ende des 19. Jahrhunderts. Die Funde wurden restauriert oder als archäologische Fenster hervorgehoben.
Die Wohnräume weisen fast vollständig die ursprüngliche Innenausstattung auf: Massive Parkettböden aus Eiche oder Tanne, Holzvertäfelungen und Stuckaturen, Nussbaumfenster mit mundgeblasenem Glas, Kamine aus Chablais-Marmor. Die neue Farbgebung der Wände beruht auf den Untersuchungen der Restaurierung. Sie erinnert an das 19. Jahrhundert, ohne einen hypothetischen, unbekannten Originalzustand wiedergeben zu wollen. Als diskrete Hommage an die englischen Touristen, die sich an der Riviera aufhielten, wurden als Tapeten Reproduktionen des National Trust von William Morris (1834-1896) gewählt, die mit traditionellen Techniken bedruckt wurden.
Der zentrale Korridor wurde bewusst in einem „archäologischen“, rohen Zustand ohne Verkleidung belassen. Er dient als neues Rückgrat für die freiliegende Elektroverteilung. In den Wirtschaftsräumen – Küche und Sanitäranlagen – wurden die Fliesen und Möbel aus den 1950er Jahren entfernt und die Wände mit Gips und Kalk neu verputzt. Die Sanitäranlagen wurden in eine neue Hohlwand eingebaut, die mit modernen Geräten ausgestattet ist. Die Möbel wurden grösstenteils massgefertigt und von lokalen Handwerkern hergestellt. Sie werden durch historische Stücke und moderne Designklassiker ergänzt.
- Historische Postkarte aus der Region, 1912.
- Bau des Autobahnviadukts Chillon, 1966-1969.
INFORMATIONEN ZUR FERIENWOHNUNG
- Grundriss Ferienwohnung Les Platanes
Die Wohnung ist um einen langen zentralen Korridor herum angeordnet. Wohnzimmer, Esszimmer und Boudoir reihen sich zur Seeseite, die Schlafzimmer zum Garten und Platz hin. Im hinteren Bereich befinden sich die Nutzräume: Treppenhaus, Wohnküche, Hauswirtschaftsraum, Bad mit WC, Dusche und Badewanne sowie ein separates WC.
Ein privater Balkon mit herrlicher Aussicht auf den Genfersee, das Schloss Chillon und die Alpen dient als Sitzplatz im Freien. Der Garten vor dem Haus auf der Seeseite ist mit Tischen, Stühlen und Liegestühlen ausgestattet und bietet den Gästen Erholung in der Natur.
Die Ferienwohnung «Les Platanes» befindet sich in einem historischen Haus, einem Baudenkmal. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass gewisse funktionelle Details wie Fenster- und Türöffner, Treppenhandläufe und Stufenhöhen nicht der gängigen Norm entsprechen und eine eventuelle Gefahrenquelle bergen können.
Personen: 6-9 (plus ein Kind bis 2 Jahre)
Schlafzimmer: 2 Zimmer mit Doppelbetten (160x200cm), 2 Zimmer mit Etagenbetten (90x200cm). 1 zusätzliches Schlafsofa im Boudoir (80x200cm). Babybett auf Anfrage.
Saison: ganzjährig
Kurzferien: Montreux Jazz Festival, November-Dezember, Januar-Ostern
Höhe: 442 m ü. M.
Haustiere: nicht erlaubt
ÖV: Ein Bus fährt alle 10 Minuten und einen Zug 1 Mal pro Stunde von Montreux oder Villeneuve.
Parkplatz: Parkmöglichkeit vor dem Haus (nicht überdacht).
Wohnfläche: 180m2
Aussenbereich: Privater Balkon und Garten vor dem Haus auf der Seeseite mit Tischen, Stühlen und Liegestühlen.
WLAN: vorhanden
Heizung: Zentralheizung mit Holzpellets (Pellets).
Ofen / Cheminée: Ein offener Kamin im Wohnzimmer. Holz ist vor Ort verfügbar. Die beiden anderen Kamine in der Wohnung sind nicht funktionsfähig.
Küche: Herd mit modernem Backofen. Geschirrspüler ist vorhanden.
Badezimmer: 1 grosses Badezimmer mit WC, Dusche und Badewanne. 1 separates WC.
Waschmaschine und Trockner: Eine Waschmaschine sowie ein Trockner sind in der Wohnung vorhanden.
Sonstiges: Die Böden sind aus Holz, weshalb wir Ihnen empfehlen, Hausschuhe mitzubringen. Historische Häuser können oft nicht in allen Räumen gleichmässig beheizt werden, weshalb wir Ihnen empfehlen, warme Kleidung mitzubringen.
Lage
Lage
Die Gemeinde Veytaux liegt auf 442 m Höhe am Ufer des Genfersees und am Fusse der Rochers-de-Naye. Sie beherbergt das berühmte Schloss Chillon, eine mittelalterliche Wasserburg, und das historische Autobahnviadukt gleichen Namens. Die Stadt liegt in der Nähe von Montreux und ist ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für Ausflüge an die Waadtländer Riviera und ins UNESCO-Weltkulturerbe Lavaux. Die Nähe zum Skigebiet Rochers-de-Naye macht Veytaux auch im Winter zu einem beliebten Reiseziel.
Geschichte
Das Dorf Veytaux gruppiert sich um einen mittelalterlichen Kern mit dichter Bebauung und verwinkelten Gassen. Seine Geschichte ist eng mit der des Dorfes Chillon verbunden. Während des Ancien Régime bauten die Bürger ihre Häuser auf Terrassen zum See hin. Davon zeugen das „Manoir“ der Familie Rosset (1721) und die Pension Masson (1829), das älteste historische Hotel der Region. Das Dorf profitierte vom Tourismusboom an der Riviera und zählte 1914 sechs Hotels.
Ausflüge
Veytaux ist ein idealer Ferienort, um im Genfersee zu baden und das Schloss Chillon sowie das Massiv der Rochers-de-Naye zu entdecken. In der Nähe können Sie die Städte Montreux und Vevey besuchen und in den Waadtländer Voralpen wandern. Schifffahrten auf dem Genfersee, historische Eisenbahnen und das Weinbaugebiet Lavaux runden das vielfältige Angebot ab. Im Winter sind das Skigebiet Rochers-de-Naye und die Thermalbäder von Lavey nicht weit entfernt.
NATURPARK GRUYÈRE PAYS-D’ENHAUT
Die Ferienwohnung Les Platanes befindet sich im Naturpark Gruyère Pays-d’Enhaut.
Der Regionale Naturpark Gruyère Pays-d’Enhaut liegt zwischen Montreux und Bulle, Gstaad und Greyerz. Er zeichnet sich durch eine typisch voralpine Landschaft aus, in welcher sich Täler, Wiesen, Wälder, Alpen und Felswände abwechseln. Die Region besitzt ein reiches alpwirtschaftliches Erbe und ist die Wiege der Käsekultur. Die zahlreichen Produkte, die im Park hergestellt werden, zeugen von einer immer noch starken und lebendigen Alp- und Landwirtschaft.
www.gruyerepaysdenhaut.ch
ICOMOS Garten
- + 2. ICOMOS-Garten Les Platanes
Zum Haus Les Platanes gehört ein von The International Council on Monuments and Sites (ICOMOS) registrierter historischer Garten, ein grünes Schmuckkästchen inmitten des Dorfes. Er umfasst einen Obst- und Gemüsegarten und verschiedene Zierflächen auf einer Fläche von 1500 m2 sowie einen Holzpavillon.
Das Ganze gruppiert sich um ein Buchsbaumquadrat und wird durch geometrische Kieswege strukturiert, die den Hauptlinien parallel zu den Stützmauern des Geländes folgen.
www.icomos.ch
Möblierung
Eingang
Samthocker | 1870
Garderobenständer | Hang It All | Charles Eames | 1953
Wohnzimmer
Sofa Louis XV | 1870
historischer Kühlschrank aus Mahagoni | 1920
Sessel LC2 | Le Corbusier | 1928
Stuhl MVS | Maarten Van Severen | 2000
Kaffeetisch | etelle | Hyero Bendit | 2023
Nomadenteppich | Gabbeh aus Iran | Farhadian
Esszimmer
Zinntisch | kalk architecture | Jan Reymond | 2023
Stühle | Eiffel Plastic Side Chair | Charles Eames | 1950
Sideboard | Swiss Teak | Adolf Suter | 1960
Badezimmer | WC
Badewanne | stammt aus dem Caux Palace | 1902
Wandleuchte aus weissem Porzellan | 1930
Boudoir
Moumoute-Lampe | 1970
Teppich | Alt Kilim aus Istanbul
Resopalschreibtisch | Les Gambettes | 2011
Stuhl Panton Junior | Verner Panton | 1967
Zimmer
Betten | kalk architecture | Jan Reymond | 2023
Reisekoffer | stammt aus dem Haus | 19. Jh.
Kommode aus Tannenholz | stammt aus dem Haus | 19. Jh.
Holzofen Sezession | stammt aus dem Haus | 1920
Küche
Walnusstisch | 1720 | 2023
Hocker | kalk architecture | Jan Reymond | 2023
Deckenleuchten
creative cables | MaMo Design
Tapete
Motiv William Morris | Leek Embroidery | 1890
Neuproduktion little green | National Trust | 2023
Architektur und Inneneinrichtung
atelier kalk, Montreux