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570 m. Dorf, w. vor
Siders und mit diesem sozusagen nur eine einzige Siedelung
bildend;
zwischen dem Fuss des das Dorf
Siders tragenden
Hanges und dem mit dem
TurmGoubing gekrönten Hügel, 500 m
nö. der Station
Siders der Simplonbahn.
Telephon. 68
Häuser, 514 kathol. Ew. Mehrere der
Häuser sind blosse «mazots», d. h.
im Besitz von Bewohnern des
Eifischthales befindliche Rebhäuschen, die nicht das ganze Jahr bewohnt werden. 1331: Glaretum.
Glariers,Glarey,Glerriers,Gleyre etc. Ortsnamen, besonders im
Rhonethal (Bezirk Aigle)
häufig vorkommend, vom
mittellateinischen glaretum oder glarea, womit man ein mit Flussgeschiebe,
Sand und Schlamm überführtes Stück Land zu bezeichnen
pflegte, wie solche an den Ufern der
Wildbäche und an deren Austritt in die Thalebenen oft angetroffen
werden. So heisst z. B. die von der
Grande Eau vor ihrer Korrektion aufgeschüttete
Ebene w. der
Brücke über diesen Fluss
bei
Aigle (Strasse
Aigle-Villeneuve), heute Schiess- und Marktplatz von Aigle;
Glariers oder
Glareys findet man ferner am Weg über
den
Sanetsch, bei Monthey,
Brämis,
Saillon, am rechten Ufer derGryonne (zwischen der Ausmündung des Gryonnethales
und der Simplonbahnlinie), an der Mündung der
Rhone in den
Genfersee.
Das
Quartier Gleire oder
Gleyres in Yverdon,
an der Mündung der
Thielle gelegen und vor der Bebauung ein sandiges
Feld darstellend, lässt sich wahrscheinlich ebenfalls von glarea ableiten.
(Kt. Thurgau,
Bez. und Gem. Steckborn).
400-410 m. 8
Häuser, an einer Einbuchtung des
Untersees reizend gelegen, an der Strasse
Steckborn-Schaffhausen
und 2,3 km sw. der Station
Steckborn der Linie Konstanz-Schaffhausen. Telephon. 44 reform. und kathol. Ew. Wein- und Obstbau,
Waldungen. Backsteinfabrik. Gastwirtschaft. Beliebtes Ausflugsziel.
Schloss, einst Eigentum des
WinterthurerBürgers
Kaufmann, eines Freundes von Goethe; seit 1901 im Besitz einer Gesellschaft, die sich die theoretische und praktische Ausbildungvon jungen Leuten für die Landwirtschaft zumZielsetzt und so demZugder Landleute in die Städte wehren will.^[Ergänzung:
die hier unter dem Namen des Schweizerischen Land-Erziehungsheimes eine Anstalt eingerichtet hat, deren
Zweck die harmonische Ausbildung des Menschen in der Landschaft ist, d. h. die Verbindung der eigentlichen theoretischen
Schulbildung mit praktischen Arbeiten in der Landwirtschaft und Werkstatt, sowie mit Turnen, Spiel und Sport.]
Französisch
Glaris. Kanton der schweizerischen Eidgenossenschaft, in der offiziellen Reihenfolge der Kantone
deren siebenter. Der Kanton Glarus
liegt zwischen 46° 47' 50" und 47° 10' 40" n. Br., und zwischen 6° 32° 20"
und 6° 54' 40" östl. L. von Paris. Seine grösste Längenausdehnung in der Richtung N.-S. misst 42,25 km, seine grösste
Breitenausdehnung in der Richtung W.-O. 27 km. Mit einem Flächeninhalt von 691,2 km2
^[Supplement: 684,2842 km2] nimmt
er unter den 22 Kantonen den 17.
Rang ein; hinsichtlich der Bevölkerungszahl steht er im 19.
Rang.
Der Kanton Glarus
liegt vollständig innerhalb der
Alpen und zwar fast ausschliesslich in der n. Kalkalpenzone; einzig der nw. Teil des
Landes reicht in die Zone der subalpinen Molasse hinein. Er stellt im Wesentlichen das Quellgebiet und
Sammelbecken der
Linth dar, welche ihn der Länge nach
von S. nach N. durchfliesst und in einen kleinern w. und einen grössern
ö. Teil zerlegt. Ausserhalb dieses primären Linthbeckens liegt der nö. Teil des Kantons, der sich zum
Thale des
Walensees
abdacht, während anderseits der W.-Rand des Linthgebiets stellenweise beträchtlich auf die Kantone Uri
und Schwyz
übergreift.
Den s. Abschluss des Linthgebietes bildet ein mächtiger Gebirgswall, der auf der Grenze zwischen Glarus
und Graubünden
von WSW. nach ONO.
sich erstreckt und dem grossen Hochalpenzuge angehört, der n. von der
Rhone-Rheinlinie die ganzeSchweiz
durchzieht. Durch die Einsenkungen des
Kistenpasses und des
Panixerpasses wird er in drei Teile, die
Tödigruppe (im engern
Sinne), die Hausstockgruppe und die
Sardonagruppe zerlegt. Die erstere besitzt im
Tödi (3622 m) nicht nur den höchsten Gipfel
der
Glarneralpen, sondern der ganzen n. von der Rheinlinie liegenden Ostschweiz überhaupt.
Mit ihren beiden den
Hintergrund des
Linththales einfassenden Vorwerken, der Claridenkette im W., welche
im
Claridenstock (3270 m) und
Gemsfayrenstock (2974 m) ächt hochalpine Gipfel aufweist, und der Selbsanftgruppe im O., der
der zweithöchste Gipfel der
Glarneralpen, der
Bifertenstock (3426 m) angehört, bildet sie einen der imposantesten Thalabschlüsse
des ganzen Alpengebietes. Zwischen
Kistenpass und
Panixerpass ist die Kammlinie der Hochalpenkette durch
die südwärts zum Vorderrhein
fliessenden Gebirgsbäche stark nach N. zurückgedrängt worden und schwingt sich hier im
Hausstock zu 3152 m
empor.
Nördlich von der tiefen Einsenkung von
Urnerboden (1350 m) und
Klausenpass (1952 m), die den N.-Fuss der Claridenkette
begleitet, erhebt sich im W. des
Linththales die Glärnischgruppe in Gestalt einer mächtigen 18 km langen und 12 km breiten,
trapezförmigen Kalktafel, von der jedoch nur der ö. und nö. Teil innerhalb des Kantons Glarus
liegt. Fast ringsum ist sie von steilen
Felswänden begrenzt, die unvermittelt in die
Thäler abstürzen. Nur auf der gegen das
Linththal gerichteten
O.-Abdachung sind sie von breit ausladenden, mit Alpweiden und Bergwiesen bekleideten Terrassen unterbrochen.
Auf das durchschnittlich 1800-2200 m hohe
Plateau sind die SW.-NO. streichenden Bergketten aufgesetzt, im S. die Märenberg-Ortstockkette,
n. davon die Kirchbergkette, im N. die imposante, reich gegliederte Glärnischkette (im engern Sinne),
die sich nach W. in der
Silbern fortsetzt. Alle Ketten dieser Gebirgsgruppe nehmen wie das ganze
Plateau nach O. an
Höhe zu;
die südlichste Kette kulminiert in ihrem ö. Eckpfeiler, dem
Ortstock (2715 m), die Glärnischkette erhebt sich im
Bächistock
bis zu 2920 m.
sich n. von dem tief eingeschnittenen Klönthale erheben und das Oberseethal und seine Verzweigungen einrahmen, erreichen bei
weitem nicht mehr die Höhe des Glärnisch. Die im Süden liegenden höchsten Gipfel Rädertenstock (2295 m) und Wiggis (2284
m) steigen noch zu beinahe 2300 m an, und die gewaltigen Felswände, mit denen der Wiggis gegen Klönthal
und Linththal abstürzt, verleihen hier dem Gebirge noch hochalpinen Charakter. Nach NW. nimmt die Gipfelhöhe rasch ab und
sinkt bis auf 1700 m herab. An das Kreidegebirge schliesst sich die Nagelfluhkette des Hirzli an, welche die NW.-Ecke des
Kantons erfüllt und nur noch Gipfelhöhen von 1680-1400 m aufweist.
Auf der O.-Seite des Linththales zweigt sich von der auf der S.-Grenze des Kantons liegenden Hochgebirgskette zunächst die
Kärpfstock- oder Freiberggruppe ab. Sie wird von der Hausstockgruppe durch die Einsattelung des Richetlipasses (2263 m) abgegliedert
und erfüllt als sehr plastisch modelliertes Gebirge, dessen durchschnittliche Höhe jedoch derjenigen
der benachbarten Gebirgsgruppen etwas nachsteht, den ganzen Raum zwischen Linththal und Sernfthal. Vom Kärpfstock (2797 m),
seinem Hauptgipfel, laufen die Berggräte strahlenförmig nach allen Richtungen aus, nach N. der Hauptkamm mit Berglihorn,
Karrenstock und Gandstock.
Als eine Abzweigung der Sardonagruppe kann das Bergland des nö. Kantonsteils betrachtet werden. An die
NO.-Ecke der Sardona schliesst sich zunächst eine Bergkette an, die in weitem nach W. geöffnetem Bogen das Sernfthal umspannt
und sowohl gegen dieses als auch gegen Walensee- und Seezthal eine Reihe von Seitenzweigen absendet, die der Hauptkette an
Höhe nur wenig nachstehen. Sie bildet die natürliche Grenze gegen den Kanton St. Gallen.
Ihr Hauptgipfel, der ungefähr
in der Mitte der Kammlinie sich erhebende Magereu (2528 m), weicht in seiner Höhe nur wenig von derjenigen der übrigen wichtigern
Gipfelpunkte ab (Foostock 2610 m, Spitzmeilen 2505 m, Weissmeilen 2483 m, Bützistock 2514).
Durch das tief eingeschnittene st. gallische Murgthal einerseits und das Mühlebachthal anderseits wird
von der Magereugruppe die Schild-Mürtschenstockgruppe abgetrennt, welche den Winkel zwischen Linththal und Walenseethal bedeckt.
Sie steht an Höhe der Magereugruppe nur wenig nach. Im s. Teil, wo der Schild (2302 m) und der Gufelstock (2436 m) die wichtigsten
Erhebungen sind, nimmt das Gebirge einen
beinahe plateauartigen Charakter an, während nordwärts mehrere
zum Walensee sich senkende Thälchen den Gebirgskörper in scharfe Kämme zerlegen, deren auffälligster die wilde Kalkmauer
der Mürtschenstöcke (2442 m) ist.
Die Hochgebirgskette an der S.-Grenze des Kantons ist mit einem fast zusammenhängenden Kranze von Schneefeldern und Gletschern
geschmückt, da ihre Kammlinie ohne Unterbruch beträchtlich über die Schneegrenze hinaufreicht. Immerhin
erreicht hier die Vergletscherung lange nicht die Intensität wie in den Berner- und Walliseralpen oder im Engadin, da hier
das über der Schneelinie liegende Areal weit kleiner ist als dort. Die grössten Firnfelder und Gletscher gehören naturgemäss
dem höchsten Teil der Kette, dem Tödi und seiner nächsten Umgebung an. Das ausgedehnteste Gletscherfeld
ist hier der Claridenfirn, der nach W. mit dem ganz auf Urner Gebiet liegenden Hüfifirn zusammenhängt und ostwärts, gegen
die Sandalp hin, eine Reihe kleinerer Gletscherzungen aussendet.
Die längste Gletscherzunge dagegen bildet der Bifertengletscher, der bis auf den Scheitel des Tödi hinaufreicht und
dann in 5 km langem Bogen durch das steile Hochthal zwischen Tödi und Bifertenstock bis in das Niveau von 1750 m gegen die untere
Sandalp hinunterfliesst. Ein ausgedehnter, plateauförmiger Gletscher bedeckt noch die Scheitelfläche von Bifertenstock und
Selbsanft; dann aber nimmt nach O. hin, in der Hausstock- und Sardonagruppe, die Intensität der Vergletscherung
rasch ab. Die Gletscher liegen hier fast ausschliesslich auf den Scheitelplateaux und auf der sanftern, dem Kanton Graubünden
angehörenden
S.-Abdachung des Gebirges, während der steile N.-Absturz, abgesehen vom Sulzgletscher im Hintergrunde des Durnachthales, nur
unbedeutende Schneeflecken aufweist. Von den übrigen Gebirgsgruppen trägt einzig der Glärnisch dank seiner
bedeutenden Höhenerhebung neben mehrern kleinen Hängegletschern einen eigentlichen Thalgletscher von 3 km Länge, die am
weitesten gegen das schweizerische Mittelland vorgeschobene grössere Eismasse der Alpen.
Abgesehen vom Thale des Walensees, der auf einer 7 km langen Linie die N.-Grenze des Kantons bespült, gehört dem Kanton Glarus
ein einziges
Hauptthal, das Linththal an. Es ist, soweit es innerhalb des Kantons liegt, ein in die Bergketten eingesägtes typisches Querthal.
Es öffnet sich an der N.-Grenze
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