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Als Forscher, Dozent und exzellenter Kenner des Schweizer Bildungs- und Forschungswesens wurde Martin Vetterli 2017 zum Präsidenten der EPFL ernannt. Ebenso ist er ordentlicher Professor im Labor für audiovisuelle Kommunikation der EPFL.
Vom Studium zur Lehre
Der am 4. Oktober 1957 in Solothurn geborene Martin Vetterli absolvierte seine Schulzeit und seine Matura im Kanton Neuenburg. Nach einem Diplom in Elektrotechnik der ETH Zürich im Jahr 1981 erwarb er 1982 einen Abschluss der Universität Stanford. 1986 promovierte er an der EPFL.
Nach seiner Doktorarbeit wurde an der Columbia University zunächst Assistenzprofessor und später assoziierter Professor. 1993 wurde er in der Fakultät für Elektrotechnik und Informatikwissenschaften der Universität Berkeley zum ordentlichen Professor ernannt.
Zwei Jahre später folgte er einem Ruf von Jean-Claude Badoux und kehrte als ordentlicher Professor und Leiter des Labors für audiovisuelle Kommunikation (LCAV) zur EPFL zurück. Dort zeichnete er von 2004 bis 2011 als Vizepräsident für internationale Beziehungen und institutionelle Angelegenheiten verantwortlich. 2011 und 2012 war er Dekan der Fakultät für Informatik und Kommunikation. Martin Vetterli hat ebenfalls Lehraufträge an der ETH Zürich und der Universität Stanford.
Ein in Fachkreisen anerkannter Forscher
Schwerpunkte seiner Forschungstätigkeit sind Elektrotechnik, Informatikwissenschaften und angewandte Mathematik. Zu seinen Steckenpferden gehören die Wavelet-Theorie, die Kompression von Bildern und Videos oder selbstorganisierte Kommunikationssysteme. Seine Arbeiten brachten ihm zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen ein, wie 1996 den nationalen Latsis-Preis.
Martin Vetterli hat über 180 Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht und ist Co-Autor von drei Standardwerken. Ebenso hat er rund 50 Patente verfasst, die die Gründung mehrerer Start-ups aus seinem Labor – wie Dartfish oder Illusonic – und einen Technologietransfer durch den Verkauf von Patenten ermöglichten (Qualcomm).
Initiator wissenschaftlicher Forschung
Von 2013 bis 2016 war Martin Vetterli Präsident des Nationalen Forschungsrats des Schweizerischen Nationalfonds (SNF). In dieser Eigenschaft förderte er die Einbindung des wissenschaftlichen Nachwuchses in den Rahmen des mehrjährigen Programms 2013-2016 sowie das Engagement des SNF für Open Access und Open Science.
Als grosser Verfechter disziplinenübergreifender Forschung rief er 2001 den Nationalen Forschungsschwerpunkt «Mobile Informations- und Kommunikationssysteme» (NFS MICS) ins Leben. Dieser Schwerpunkt war Wegbereiter für grundlegende Erkenntnisse über die Kapazität drahtloser Netzwerke.
Martin Vetterli betreute über 60 Doktorarbeiten in der Schweiz und den USA. Bis heute legt er grossen Wert darauf, den Werdegang seiner ehemaligen Schützlinge auf höchster Ebene in Wissenschaft oder Wirtschaft zu verfolgen. Nachwuchsforscher*innen fordert er aktiv auf, die Ergebnisse ihrer Arbeit zu vermarkten.