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„Isch öppis?“
Ich dachte, ich wüsste langsam, wie knapp man am Flughafen erscheinen kann, ohne dass man ins Hetzen kommt. Falsch. Ich hatte die Rechnung nicht mit der lahmen Piccadilly Line gemacht, die mich nach London Heathrow brachte. Jedenfalls musste ich rennen wie eine Irre. Beim Betreten des Flugzeugs versuchte ich so zu tun, als wäre nichts – aber das war schwierig: Mein Zopf hatte sich gelöst, ich war völlig verschwitzt, die Haare hingen mir nass herunter, die Schuhbändel waren offen, und ich konnte das Keuchen nur schwer unterdrücken.
Die Flight-Attendant sah mich nett, aber mit prüfendem Blick an. Ich wusste genau, was sie dachte: «Was ist bloss los mit der? Hat sie getrunken?» Nein, ich bin nur gerade einen Halbmarathon gerannt! Tatsächlich hatte ich aber vorher getrunken. Eine halbe Badewanne Eistee. Bevor ich überhaupt meinen Platz erreicht hatte, merkte ich, dass ich dringend auf die Toilette musste. Ich quetschte mich an den eintretenden Passagieren vorbei wieder nach vorne, wo mich die Flight-Attendant nun nicht mehr so nett anschaute: „Isch öppis?“ – „Ich muss auf die Toilette.» Sie runzelte die Stirn und öffnete mir die WC-Tür. Als ich wieder rauskam, musterte sie mich streng: „Alles okay?“ Es war nicht fürsorglich gemeint.
Ich habe mich nach der Matur als Flight-Attendant beworben. In dem Eignungstest ging es auch darum, wie man mit Passagieren umgeht, die sich seltsam verhalten. Die Ausbildnerin fragte: «Was würden Sie tun, wenn ein Mann – ziemlich blau – alle fünf Minuten Champagner bestellt?» Als absolut undiplomatische 20-Jährige kam mir nur eine Antwort in den Sinn: «Hatten Sie nicht schon genug Champagner?» Die anderen Kandidatinnen kicherten, und die Ausbildnerin meinte: «Nein, Sie müssen sagen: Herrje, jetzt habe ich schon wieder die Flasche vergessen!»
Natürlich wurde ich damals nicht Flight-Attendant. Ob mein Typ heute wieder gefragt ist? Stirnrunzeln, strenger Blick und «Alles okay?» – das schaffe ich!