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Die Goldene Palme des Filmfestivals Cannes geht an die schwedische Gesellschaftssatire «The Square» von Ruben Östlund. Das teilte die Jury am Sonntagabend mit. Das Werk erzählt von einem Museumskurator, dessen Leben ausser Kontrolle gerät, als er sein Handy verliert.
Regisseur Ruben Östlund wirft dabei Fragen zu Moral, Männlichkeit und Bigotterie der bürgerlichen Schicht auf. Es ist die erste Goldene Palme für Schweden.
Östlund zeigte sich bei der Preisverleihung überrascht von der Auszeichnung mit dem Hauptpreis. «Oh mein Gott, oh mein Gott», rief der Filmemacher bei Bekanntgabe der Auszeichnung durch die Jury unter dem Vorsitz des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar.
Mit dem Grossen Preis der Jury, der zweitwichtigsten Auszeichnung des Festivals, wurde das Aids-Drama «120 battements par minute» des Franzosen Robin Campillo gewürdigt, in dem der Schweizer Schauspieler Simon Guélat mitspielt.
Der Film erzählt vom Kampf französischer Aids-Aktivisten Anfang der 1990er Jahre um Anerkennung, mehr Präventionskampagnen und vor allem staatliche Unterstützung.
Die Deutsche Diane Kruger gewann den Preis als beste Hauptdarstellerin. Die 40-Jährige wurde für ihre Leistung in Fatih Akins NSU-Drama «Aus dem Nichts» geehrt. Das Werk erzählt von einem Bombenanschlag, bei dem ein Türke und sein kleiner Sohn sterben. Zurück bleibt die Ehefrau und Mutter.
Kruger nahm den Preis sichtlich gerührt entgegen und widmete ihn den Terroropfern und deren Angehörigen. Es ist der erste Preis für eine deutsche Schauspielerin seit 1986, als Barbara Sukowa für «Rosa Luxemburg» von Margarethe von Trotta gewann.
Der Jurypreis ging an den Russen Andrej Swjaginzew für sein Familiendrama «Nelyubov (Loveless)». Für die beste Regie vergab die Jury den Preis an die US-Amerikanerin Sofia Coppola für ihr Historienstück «Die Verführten».
Die Auszeichnung für das beste Drehbuch verlieh die Jury an zwei Filme: Die Griechen Giorgos Lanthimos und Efthimis Filippou gewannen mit dem Psychothriller «The Killing of a Sacred Deer» mit Nicole Kidman und Colin Farrell – während die Schottin Lynne Ramsay für ihren Thriller «You Were Never Really Here» ausgezeichnet wurde. Ihr Hauptdarsteller Joaquin Phoenix wurde ausserdem als bester Schauspieler geehrt. (sda/dpa/afp)