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Tagesbericht vom 26.11.2010
Der erste Tag an dem Sir James seine eigenen Wege geht, ohne uns. Unsere Traurigkeit hält sich in Grenzen. Schon spielen wir mit dem Gedanken in einiger Zeit ein neues Auto zu kaufen ... Kommt Zeit, kommt Rat. Es eilt uns nicht.
Der Tag ist verplant: Wir sind abhängig vom im Reisebüro geplanten Ausflug. Pünktlich werden wir um 08:00 Uhr von einem Chauffeur mit einem Kia Offroader beim Hotel abgeholt. Zuerst geht die Fahrt nach To Mo, oder wie es früher hiess, „Oup Moung“. Mitten im Urwald, von Touristen wenig besucht, befindet sich eine kleine, noch kaum archäologisch bearbeitete Ruinenstätte. Mir gefällt dieses Zusammentreffen von riesigen Bäumen mit Lianen und Dschungelgewächsen, Vogelgezwitscher und Altertum.
In früher Zeit soll es an diesem Ort nebst einer kleinen Tempelanlage einen Steinbruch und eine Steinmetzelei gegeben haben. Von hier stammen die Steine, welche für den Bau des Wat Phu verwendet wurden. Dank dem nahen Fluss, einem Seitengewässer des Mekong, konnten die Steine auf dem Wasserweg relativ einfach nach Wat Phu verfrachtet werden.
Um nach Wat Phu zu gelangen fahren wir einige Kilometer zurück in Richtung Pakse, zweigen dann von der Hauptstrasse ab um die Fähre über den Mekong zu nehmen. Die Fährüberfahrt kennen wir vom letzten Montag, als wir mit Sir James bei der Landestelle auf der anderen Seite des Mekong stecken blieben.
Heute geht alles planmässig über die Bühne.
Der religiöse Komplex von Wat Phu beinhaltet Ruinen einer hinduistischer Tempelanlage, die von Khmer Architektur gekennzeichnet ist, sowie einer Tempelstadt aus dem 5./6. Jahrhundert. Die Stadt war Ende des 6. Jahrhunderts die Hauptstadt der Khmer bevor diese ihr politisches Zentrum nach Angkor übersiedelten. Die Tempelstadt ist zweihundert Jahre älter als die ältesten Teile von Angkor Wat in Kambodscha. Eine Strasse, heute noch knapp erkennbar, führte damals direkt von Wat Phu nach Angkor Wat.
Zuerst kommen wir an zwei Seen vorbei. Sie wurden damals künstlich angelegt und dienten sowohl religiösen als auch praktischen Zwecken.
Eine zweihundertachtzig Meter lange Prozessionstrasse führt zum Heiligtum.
Einige Fassaden, behauene Steine und Reliefs sind erstaunlich gut erhalten.
Für die anwesenden Archäologen gibt es aber noch viel Arbeit.
Viele Steine liegen herum, andere sind von Gestrüpp überwuchert.
Das hinduistische Heiligtum wurde erst in viel späterer Zeit in ein buddhistisches umgewandelt. So wird heute im ehemals hinduistischen Tempel ein Buddha verehrt.
Eine Gruppe Mönche besucht die Anlage von Wat Phu gleichzeitig wie wir. Ihre orange farbigen Tücher geben der imposanten Anlage einen schönen Farbtupfer.
Auf der Heimfahrt machen wir noch einen Abstecher zum „Pakse Golf Club“. Dieser sei, so sagt uns unser Chauffeur, seit letztem Jahr offen. Die Anlage sieht tatsächlich wie ein Golfplatz aus und die Fairways sind erstaunlich grün. Eine Tee-Time für morgen bräuchten wir nicht zu reservieren, wird uns irgendwie bedeutet. Somit wäre unser Programm für morgen auch schon gemacht.
Zurück in Pakse holen wir im Reisebüro unsere Flugtickets für Montag nach Siem Reap, danach nach Bangkok und zwei Tage später auf die Insel Phuket ab. Auf die Hotelreservation in Bangkok und Phuket verzichten wir. Thailand soll anscheinend wegen der vergangenen politischen Unruhen von wenig Touristen besucht werden. Last minute Buchungen sollen am günstigsten sein, wird uns gesagt. Weil uns noch ein Programm für den nächsten Sonntag fehlt, buchen wir beim gleichen Reisebüro einen Ausflug mit Privatchauffeur mit dem Namen „ 1 full day trip in 4000 islands tour“.