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Im Frühsommer dieses Jahres habe ich ein Interview mit der Mutter von Erik geführt. Sie hatte sich in das Thema "Assistenzbeitrag" eingearbeitet und eine Zeitlang den Assistenzbeitrag bezogen. Ihre Erfahrungen möchte ich im folgenden Blog-Beitrag weitergeben.
Erik ist 12 Jahre alt und lebt als Einzelkind zusammen mit seiner alleinerziehenden Mutter. Er ist von einer seit Geburt bestehenden Halbseitenlähmung betroffen. Zusätzlich wurde bei ihm vor vier Jahren ein Asperger-Syndrom diagnostiziert. Erik besuchte zum Zeitpunkt des Interviews eine Privatschule, diese ist rechtlich einer Regelschule gleichgestellt. Für den Anspruch auf den Assistenzbeitrag muss ein Kind nämlich die Regelschule besuchen oder, falls es eine Sonderschule besucht, zusätzlich zur Hilflosenentschädigung (HE) mindestens 6 Stunden Intensivpflegezuschlag (IPZ) erhalten. Erik ist bei der HE im mittleren Bereich eingestuft und erhält 4 Stunden IPZ pro Woche.
Obwohl die Mutter mit der Assistenz-Lösung insgesamt zufrieden war, hatte sie sich entschlossen, Erik ab Sommer 2015 in eine Sonderschule für Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) zu schicken. Die Privatschule konnte Erik nicht wirklich gerecht werden. Obwohl Erik seit Sommer 2015 somit den Anspruch auf den Assistenz-Beitrag (vorläufig) verloren hat, ist aus der Sicht der Mutter die Variante mit einer spezialisierten Tages-Sonderschule im Moment die bessere Lösung.
Den grössten Vorteil der Assistenz sieht Eriks Mutter darin, dass die betreuende Person von den Betroffenen bzw. den Eltern selber ausgewählt werden kann. In Eriks Fall einigte man sich darauf, den Praktikanten, der Erik in der Schule betreute, als Assistenten anzustellen. Dieser erhielt so eine Doppelrolle, die sich sehr sinnvoll ergänzte: in der Schule stand er Erik dort zur Seite, wo es nötig war, und in der restlichen Zeit konnte er sich anderen Kindern widmen. Und in der Freizeit begleitete er Erik bei verschiedenen Aktivitäten, u.a. Trämli und Eisenbahn fahren und Flugzeuge beobachten.
Ein wichtiger Beitrag des Assistenten war auch die Hilfe beim Aufbau eines sozialen Netzes. Beratung und Unterstützung erhielt die Mutter bei der Installierung der Assistenz durch die Stiftung Mosaik sowie die Vereinigung Cerebral Basel. Für die Zukunft wünscht sich die Mutter eine kompetente Beratungsstelle, welche über viel Know-How in Bezug auf den Assistenz-Beitrag verfügt und z.B. vorgefertigte Berechnungstabellen, Merkblätter und Musterverträge zur Verfügung stellt. Zur Zeit müssen die Angehörigen der Betroffenen einen grossen administrativen Aufwand betreiben, um eine Assistenz einzurichten.