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Schon seit Jahren bewegt sich der Heraklion International Airport auf der Nordseite Kretas hart am Rande der maximalen Kapazität. Deshalb plant Griechenland schon seit mindestens 2014 an einem alternativen Flughafen. Dafür wurde bereits ein Areal von 600 Hektaren beim Dorf Kastelli, im Nordwesten Heraklions, bereitgestellt. Der neue Flughafen soll auf 360 Meter über Meer liegen und wird 35 Kilometer entfernt vom aktuellen Flughafen sein, gleich neben einer Basis der griechischen Luftstreitkräfte.
Dass der Spatenstich nicht wie geplant schon 2018 erfolgte, lag an der bisher wackligen Finanzierungslage. Damit ist nun aber Schluss: Die Europäische Investmentbank (EIB) hat bekannt gegeben, dass sie dem griechischen Staat 180 Millionen Euro (rund 193 Millionen Franken) als Kredit für den Bau des Flughafens gewähren wird. Der Kostenvoranschlag für den Bau des Flughafens beträgt übrigens 517 Millionen Euro (553 Millionen Franken); der Lufthafen soll künftig von der Ariadne Airport Group betrieben werden, hinter welcher das indische Konsortium GMR Airport Limited fürs Flughafenmanagement und das griechische Bauunternehmen Gek Terna für den Bau stehen.
Nach der Fertigstellung soll der Kastelli International Airport die doppelte Kapazität des aktuellen Flughafens von Heraklion - dem zweitgrössten Flughafen Griechenlands - verkraften können. Der existierende Flughafen, der im letzten Jahr rund 8,1 Millionen Passagiere empfing, wird dann geschlossen. Die Bauzeit für den neuen Flughafen dürfte rund fünf Jahre betragen. Geplant sind zwei Pisten mit je 3,2 Kilometern Länge und Gateplätze für bis zu 30 Flugzeuge. Zum Projekt gehört ausserdem eine 30 Kilometer lange neue Autobahn sowie eine sechs Kilometer lange Zufahrtsstrasse zum Flughafen selber.
Der griechische Finanzminister Christos Staikouras sprach von einem «Meilenstein, der die volle Ausschöpfung des Tourismuspotenzials von Kreta erleichtern wird» sowie für zahlreiche Arbeitsplätze auf der Insel sorgen wird. Der Flughafen sei nicht nur für Kreta, sondern für die gesamte griechische Tourismusindustrie wichtig. Deren Ziele sind hoch: Diese Woche verkündete der griechische Tourismusminister Haris Theoharis, dass allein für 2020 mit einem Wachstum von 10 Prozent beim touristischen Umsatz sowie von je 5 Prozent bei den Ankünften und Übernachtungen gerechnet werde. Dies soll erreicht werden, indem die Gäste mehr vor Ort ausgeben (Griechenland liege diesbezüglich hinter den regionalen Konkurrenten zurück) und indem die Saison möglichst ausgedehnt werde - Griechenland solle zum Ganzjahresziel werden. Und dabei wird Kreta natürlich eine Schlüsselrolle spielen.