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GPf Geschichte
Kamele, Dromedare und Giraffen gehen nur laterale Gangarten und Galopp, der Elefant nur Schritt und Tölt (bis zu 40 km/Std.). Carnivoren und Hunde zeigen auch laterale Bewegungen, besonders alte oder schwere Tieren.
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gewinnen, dank der modernen Freizeitreiterei die bequemen Gangpferde in Europa wieder stark an Bedeutung. Mit dem Islandpferd als Pionier haben sie sich auch im Sport bis zur höchsten Stufe der Weltmeisterschaften etabliert.
- www.igv-online.de
- www.ipvch.ch
- www.pferdeberufe.ch
3. Jh v.C Erste Skulpturen von Rennpassern mit „fliegenden Pferden“ in China.
993 n.C In Island, der kleinen unwirtlichen Insel im Nordatlantik, lebt durch ihr 1000 jähriges, striktes Einfuhrverbot für Tiere, die wahrscheinlich älteste reingezogene Gangpferderasse der Welt, das IS Islandpferd.
1.-4. Jh Anhand von Kelt-Iberischen Münzen erkennt man die vorgeschichtlichen Wurzeln des Wortes Tölt aus Spanien und Portugal.
4.-15. Jh. Im südlichen Teil von Europa schätzt man die sanft laufenden und wertvollen Reitpferde, die "Zelter, Thjeldos, Thieldones oder Totonarios". Schüttelnde Traber nennt man Succussatoren, also frei übersetzt Rüttler. Germanen und römische Equisones benützen Stricke und Gewichte zum Anlernen der lateralen Gangart und „um die Hufe höher zu heben".
11. Jh. Die Eroberung Englands, von der Normandie aus, wird auf dem 70 Meter langen „Teppich von Bayeux“ festgehalten. Man nennt diesen be-rühmten Teppich, der einige Pferde in lateralen Gangarten zeigt, den „altertümlichsten und ältesten Comic“ der Welt.
12. Jh. Bis in diese Zeit dienen zum Prunk der hohen Geistlichen, reichen Gutsbesitzer und fürstlichen Höfen weich zu sitzende Tölter als sichere Reisepferde. Das römische Reich hat durch seinen Postdienst starken Einfluss auf die britische Pferdezucht. Postpferde sind meist Passer, ob geritten oder gefahren. Zum ersten Mal wird die Existenz von gangveranlagten Pferden in England schriftlich bezeugt und ihre töltenden Pferde als „Palfreys“ bschrieben.
15. Jh. Anfang des 15. Jahrhundert feiern die spanischen Genetten ihre absolute Blütezeit in ganz Europa. Für den Einsatz in Kriegen, Reitschulen und als Reisepferde sind sie hervorragend geeignet. Der Hippologe Thomas Blundeville schreibt: Der Pass der Genetten aus Spanien ist weder Trott noch Amble, aber eine ähnliche Gangart wie bei den Türkenpferden. Auf dem amerikanischen Kontinent leben noch keine Equiden und zwecks seiner geplanten Eroberungszüge in Südamerika, eigentlich die heutige Dominikanische Republik, verschifft Kolumbus 1493 auf seiner zweiten Reise ein paar Dutzend Pferde der Berber- und Andalusier Rasse und töltende spanische Genetten in die neue Welt. Aus diesen Reitpferden und aus weiteren ausgesuchten Zuchttieren entstehen mit diesen Zuchtgrundlagen und dem genetisch fixierten Tölt-Erbgut die heutigen über 20 südamerikanischen Paso Rassen. Die Basis der PF Paso Finos ist gelegt.
16. Jh. Töltende Falknerpferde werden in Europa schwer gesucht und mit goldenen Münzen teuer bezahlt. In Peru entsteht die naturtöltende Rasse des PP Paso-Peruano.
17. Jh. Der Engländer Roger Williams und sein Gefolge gründet die Rhode-Island Kolonie in Massachusetts und bringt britische Passgänger mit. Durch die selektive Inselzucht entsteht der NP Narragansett-Pacer.
Der Passerhengst „Snip“ wird zum Stempelhengst dieser Rasse, die Vorfahren der heutigen amerikanischen VP Vollblut-Pacer. Das Erschliessen des Wegenetzes und der Bau von Brücken in Europa, lassen das einst von wohlhabenden Geschäftsleute, Falkner und noblen Damen geschätzte Töltpferd zugunsten des trabenden Wagenpferdes vergessen. Moderne Kutschpferde lösen in kurzer Zeit die spanischen Genetten und töltenden Reisepferde ab. Die Zucht der lateral laufenden Pferde gerät in Vergessenheit – und – der Zeitpunkt wo das Gangpferd in Europa ausstirbt, es gibt keine Verwendung mehr für diese edlen Reitpferde . . . .
18. Jh. Zu tausenden werden die Narragansett-Pacer auf die West-Indies, nach Kanada und Frankreich exportiert.
Kubanische Plantagenbesitzer kaufen viele Narragansett Pacer, da Spanien keine gangveranlagten Pferde mehr sendet.
19. Jh. Der Spanische Altér-Real-Hengst „Sublime“ wird in Brasilien zum Stamm Vater der MM Mangalarga Marchadores.
In Kentucky wird „Tom“, einer der letzten und vielbewunderte Narragansett-Pacer, zum Begründer der AS American-Saddlebred Horses.
Abkömmlinge der Narragansett-Pacer werden in allen zivilisierten Teilen Amerikas die Gangpferdezucht beeinflussen und später unter dem Namen Spanische Genetten als exklusive Damenreitpferde wieder zurück in die Alte Welt exportiert.
„Black Allen“ wird geboren und die komfortablen TW Tennessee-Walker entstehen.
1904 In Afrika wird ein Register für das fünfgängig Burenpferd der holländischen Kolonialisten eingerichtet. Direkte Nachkommen amerikanischer AS Saddlebred-Horses.
1918 In USA Kentucky entsteht das farblich attraktive RM Rocky-Mountain Horse.
1958 Die Filmreihe „Immenhof“ löst ein unglaubliches Interesse für die IS Islandpferde aus. Die unbekannten Kleinen von der Insel aus „Feuer und Eis“ halten in der eintönigen klassischen Reitweise der Europäer Einzug.
Islandpferdereiter, die Pioniere der Freizeitreiterei, machen die Wörter „Freizeitreiten, Robustpferde, Offenstallhaltung und Ponies für Erwach-sene“ salonfähig!
1964 Schweiz und Deutschland gründen die erste Vereinigung für Islandpferde ausserhalb ihrem Ursprungsland.
1969 Die erste EM Europameisterschaft der Islandpferde findet in Aegidienberg DE statt.
1970 Die ersten Vollblut-Traber, direkte Nachkommen der Narragansett-Pacer, werden in Recken Deutschland, bei Ursula Bruns und Jochen Schumacher eingetöltet und nennen sich ab nun TT töltende Traber.
Erste Bereiter Vereinigung FT wird in Island gegründet.
1972 Während ihrer Recherchen für das Buch „Gangpferde der Welt“ reist 1972 die Journalistin und Pferdebuch-Autorin Ursula Bruns mit dem Tierarzt und Equiden Experten Prof. Dr. Ewald Isenbügel auf die Paso-Ranch vom Bud Brown in Arizona in die USA. Die Begeisterung für die neu kennengelernten Südamerikaner ist gross.
1973 Unter der Leitung von Prof. Dr. Isenbügel, Prof. Dr. Auer und Unterstützung des bekannten Western Reiters Jean-Claude Dysli und weiteren engagierten Islandpferdereitern, landen, für Studienzwecke als Zuchtprojekt des Tierspital Zürich, die ersten 18 Peruaner, PasoFinos und andere Paso Pferde in Zürich-Kloten. Von über 30° im Schatten der staubigen Sandwüste Phönix‘s in die eisige Kälte und 20 cm Neuschnee der Schweiz. Kurz darauf wird die AGF Arbeitsgemeinschaft Freizeitpferd gegründet, der Vorläufer des heutigen 1986 gegründeten PCI (Paso Club International)
1977 Eine 7köpfiges Reiter-Team aus Deutschland und der Schweiz fliegt mit 9 Islandpferden nach Amerika und nimmt erfolgreich am 6000km „Pony Express“ Rennen quer durch Amerika teil.
1980 Die ersten ausserkontinentalen Gangpferderassen werden nach Europa importiert. Europa und auch die Schweiz kommt ins Gangpferdefieber und die neue anerkannte Rasse der AE Aegidienberger entsteht.
1985 Die erste Islandpferde WM Weltmeisterschaft wird in Schweden durchgeführt. 12 FEIF Länder nehmen daran Teil.
In Deutschland werden die ersten Paso Turniere organisiert, auch Schweizer zählen zu den Startenden.
1989 Die IGV Gangpferd wird in Deutschland gegründet und auch die Schweiz ist mit einigen Mitglieder dabei.
1995 Erste europäische Gangpferdemeisterschaft wird in Reken Deutschland ausgetragen.
An der EQUITANA in Essen sind viele ausländische Gangpferderassen anwesend.
Aus Amerika werden American Saddlebreds und Tennessee Walker Horses vorgeführt und zum ersten Mal präsentieren sich die griechischen AV Arravanis.
2000 Fast alle Gangpferderassen aus allen Kontinenten der Erde sind nun in Europa vertreten.
Die Schweiz beherbergt unterdessen eine recht grosse Anzahl an Gangpferden.
2008 CH Pferdeberuf "Pferdefach Gangpferde EFZ" mit eidgenössischem Lehrabschluss möglich www.pferdeberufe.ch
2013 CH Pferdeberufe Gangpferde mit "Höherer Berufsprüfung" möglich!
ABC der Gangpferde
|A|
|Aegidienberer||anerkannte Rasse, Kreuzung IS x PP|
|American Saddlebred||amerikanisches Gangpferd|
|Antölten||meist aus Schritt, Übergang zum Tölt|
|Arravani||griechisches Gangpferd|

Aufrichtung
|Haltung von Hals und Kopf|

B
|Basuto Pony||afrikanisches Gangpferd, Lesotho|
|Brio||Ausdruck, Ausstrahlung Südamerika|
|Bügeln||

Seitwärtsbewegung der Vorhand

C
|Classic Fino||extrem kurzer Tölt, typisch PF|

D
|Dreibeinstütze||Phasenfolge im Schritt/Galopp/Walk|
|Dreigänger||üblicherweise Schritt, Trab, Galopp|
|Dreitakt||Fussfolge im Galopp|

E
|Einbeinstütze||Phasenfolge im Galopp/Tölt/Rennpass|

F
|Fast Rack||amerikanischer Renntölt|
|Fino||taktklarer Tölt bei Paso Fino|
|Fino Strip||Brettersteg Paso Fino, Takt hörbar|
|Five Gaited Horse||Saddlebred mit Grundgängen + Töltvatianten|
|Flat Walk||flacher, übertretender Schritt bei TW und MF|
|Flexen||seitwärtsdehnen des Halses, gymnastizieren|
|Foxtrot||diagonaler Vierschlag MF, vor. Schritt, hi. Trab|
|Foxwalk||Schritttrab des MF|
|Fünfgänger||üblicherweise Grundgänge und Tölt und Rennpass|

G
|Gangarten||Pferd mit Lateralveranlagung|
|Gangpferderassen||Rasse mit genetisch fixierter Lateralveranlagung|
|Gangpferdereiter||Reiter von gangveranlagten Pferden|
|Gangpferdesattel||Sattel für Lateralgangarten|
|Gangpferdetrainer||Reiter- + Pferdeausbilder, Spezialist Lateralgänge|
|Gangprobleme||meist Taktprobleme bei den Gängen|
|Gangveranlagung||natürliche, genetische Veranlagung zu Gangarten|
|Gangverteilung||Richtung der natürlichen Gangabgrenzungen|
|Gangwechsler||wechselt auf kurzer Strecke Gänge durcheinander|
|Genetten||alte spanische Lateralgänger|
|Gewichte||zum Manipulieren der Gänge (Balance)|

H
|Haltung||Aufrichtung von Kopf + Hals (absolute + relative)|

I
|Islandkandare||Spezialgebiss, Trense mit Anzügen und Kette|
|Islandpferd||1000 Jahre reingezogenes Gangpferd aus Island|

K
|Kathiawar||indisches Gangpferd|
|Knieaktion||rassetypische Vorhandbewegung (Bewegung)|
|Kopfnicken||rassetypische Kopfbewegung bei TW + MF|

L
|Lateral||gleichseitig, Gegenteil von diagonal|

M
|Mangalarga Marchador||brasilianisches Gangpferd MM|
|Manipulation||Beeinflussung der Gangmechanik|
|Marcha Batida||Trabtölt des MM|
|Marcha Picada||taktklarer Tölt des MM|
|Missouri Foxtrotter||FM amerikanisches Gangpferd|
|Morgan Horse||MH amerikanisches Gangpferd|

N
|Narragansett Pacer||altes amerikanisches Gangpferd|
|Naturtölter||Töltvarianten bevorzugtes Pferd|

P
|Pacer||lateral gehendes Pferd|
|Palfrey||altes englisches Gangpferd (Postpferde)|
|Paso||südamerikanisches Gangpferd (Sammelbegriff)|
|Paso Fino||kolumbianisches-, puertoricanisches Gangpferd|
|Paso Llano||taktklarer Tölt des Peruaners|
|Paso Peruano||peruanisches Gangpferd (Naturtöler)|
|Pass||Lateralzweitakt Gangart|
|Passer||Lateralzweitakt gehendes Gangpferd|
|Passgalopp||Galopp zum Pass tendierend (lateral)|
|Passgänger||Lateralzweitakt gehendes Pferd|
|Passneigung||Dreitakt- und Viertaktgänge neigen zur Lateralen|
|Passrekord||IS ca. 19 Sekunden auf 250m (2004 Schweden)|
|Passprobleme||Taktprobleme im Rennpass oder zum Pass|
|Passtölt||Tölt >Pass tendierend, Pass >Tölt tendierend|
|Passveranlagung||Lateralveranlagung, beim IS Rennpassveranlagung|
|Peruanischer Paso||PP peruanisches Gangpferd|
|Peruvian Paso||PP Peruanisches Gangpferd|

R
|Rack||amerikanisch für Tölt|
|Racking Horse||amerikanisches Töltpferd|
|Raumgriff||weite Bewegung der Vorhand|
|Rennpass||laterale Renngangart mit Flugphase (IS)|
|Rennpasser||Isländer, Mongole, z.T. töltende Traber|
|Renntölt||laterale Renngangart ohne Flugphase|
|Robustpferd||z.B. IS, kann sich extremer Witterung anpassen|
|Running Walk||Rennschritt der TW|

S
|Saddlegait||amerikanische Bezeichnung für Passtölt|
|Saddler||deutsche Bezeichnung für AS|
|Single Footer||amerikanisch für töltendes Pferd, z.B. MF|
|Slow Gait||langsamer Tölt, z.B. AS|
|Sobreandando||Passtölt bei PP|
|Spannung||Energie in den Gängen|
|Spezialgänge||ausserhalb der Grundgänge, Lateralgänge|

T
|Takt||Fussfolge, Gleichmässigkeit der Bewegung|
|Tennessee Walker||amerikanisches Gangpferd TW|
|Termino||Seitwärtsbewegung aus der Schulter, z.B. bei PP|
|Tölt||Lateralvariante ohne Flugphase|
|Töltende Traber||Vollblut Traber mit Lateralveranlagung, TT|
|Tölter||lateralgehendes Pferd|
|Trabtölt||Tölt >Trab tendierend, Trab >Tölt tendierend|
|Trabtölter||Pferd mit Trabtölt, z.B Variante bei MM/PF/MF|
|Trabveranlagung||unterschiedliche, genetische Veranlagung >Trab|
|Tribulieren||aus Verspannung ständiges Wechseln der Gänge|
|Trocha||Trabtölt des PF|

U
|Umsteiger||aus anderer Reitweise auf Gangpferde wechselnd|

V
|Viergang||Gangpferdeprüfung Schritt-Trab-Galopp-Tölt|
|Viergänger||Schritt-Trab-Galopp-Tölt|
|Viertakt||Fussfolge der Lateralgangarten|
|Viertaktgangart||Lateralgangart, gebrochener Trab/Pass|
|Vilje||isländischer Ausdruck für Wille + Temperament|
|Vorhandaktion||Aktion, Bewegung der Gänge in die Höhe|

W
|Walk||schneller Schrittgang, Dreibeinstütze bei Walker|
|Wechsler (Gang)||ändert durch Verspannung ständig Gangart|
|Wechsler (Farbe)||ändert je nach Jahreszeit die Farbe total|

Z
|Zelter||alter Ausdruck für Tölter im Mittelalter|
|Zweibeinstütze||Phasenfolge|
|Zweitakt||gleichzeitige Fussfolge, diagonal oder lateral|