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Während der Umbauarbeiten im Stadttheater Solothurn führte die Kantonsarchäologie von Sommer bis Herbst 2013 eine fünfmonatige Ausgrabung durch. An mehreren Stellen innerhalb der Theaterliegenschaft legten die Archäologen eine parallel zur Aare verlaufende, mächtige Mauer frei. Insgesamt konnte so ein rund 40 Meter langer Abschnitt einer bisher unbekannten Ufermauer des 13. Jahrhunderts dokumentiert werden. In einer Abfallschicht südlich der Ufermauer wurden ein gut erhaltener Lederschuh und ein Fragment eines Steinmörsers mit der Darstellung eines Gesichts gefunden. Nördlich der Mauer kamen zahlreiche Reste von Fachwerkgebäuden und Feuerstellen aus dem späten Mittelalter zum Vorschein.
In der frühen Neuzeit wurden nördlich der Mauer die ersten Steingebäude errichtet sowie eine Latrine, die im 17. Jahrhundert wieder verfüllt wurde. Aus dieser Verfüllung stammen die Möbel-Halbfabrikate eines Drechslers, die dank dem feuchten Bodenmilieu erhalten geblieben sind. Aufgrund der Abdrücke von Bottichen in Mörtelfundamenten konnte für die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts eine Gerberei nachgewiesen werden. Mit Eisenschlacken gefüllte Gruben und das Fundament einer Esse zeugen vom Schmiedehandwerk. Zwei ineinander verschachtelte Brennöfen aus dem 17./18. Jahrhundert dienten möglicherweise der Herstellung von Geschirrkeramik und/oder Ofenkacheln. Ein gepflasterter Zufahrtsweg oder Platz führte von Süden her an ein frühneuzeitliches Steinhaus, dessen Vorderseite auf die Theatergasse ausgerichtet war. Aus dem 19. Jahrhundert. stammt ein Keller mit Sodbrunnen, der im sogenannten Krieg-Haus ausgegraben wurde.