Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03332.jsonl.gz/627

Vor 15 Jahren gründeten Jawed Karim, Chad Hurley und Steve Chen YouTube. Inspiriert von der Dating-Seite «Hot or Not» wollten die drei ursprünglich eine Plattform ins Leben rufen, auf der sich Menschen auf Partnersuche mit einem Video vorstellen können. Im August 2005 lud Karim das erste Video hoch, das ihn während eines Zoo-Besuchs zeigte.
Anfänglich fehlte der Content, die Plattform war rudimentär aufgebaut, der Erfolg liess zunächst auf sich warten. Dennoch gelang es dem Gründer-Team einen Investor für sich zu gewinnen und YouTube rasant weiterzuentwickeln. Der Wert des Start-Ups kletterte innert kurzer Zeit in die Höhe, im Herbst 2006 kaufte Google die Firma für 1.6 Milliarden US-Dollar.
YouTube blieb auch unter dem neuen Dach agil und reagierte weiterhin schnell auf Trends der Medienwelt. 2007 beispielsweise führte YouTube den «Secret Talent Award» ein, eine Casting-Show, bei der Userinnen und User als Jury wirkten. Dem Community-Hype wurde unter anderem mit der Funktion «Video Response» Rechnung getragen, mit der Nutzer sozusagen auf Inhalte antworten konnten.
Zwei Jahre nach Googles Übernahme führte YouTube Werbeanzeigen ein – es sollte das finanzielle Rückgrat der Unternehmung werden. Während die klassischen Werbeformate, auch aufgrund der Digitalisierung, an Relevanz verlieren, werden Online-Werbemöglichkeiten immer attraktiver.
Im Februar 2020 legte die neue Google-Leitung zum ersten Mal überhaupt die Zahlen der verschiedenen Geschäftsbereiche offen. YouTube generierte 2019 alleine mit Werbung satte 15 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 36% verglichen zum Vorjahr. Unklar bleibt nach wie vor, ob YouTube damit profitabel wirtschaftet.
Die Zahlen auf der Ausgabenseite dürften ebenfalls hoch sein, auch wenn sie das Unternehmen nicht kommuniziert. Dazu gehört, die Content Creators zu bezahlen – sie sind schliesslich die Aushängeschilder der Plattform –, aber auch die Infrastruktur zu finanzieren und nicht zuletzt Tools zu entwickeln, die Inhalte prüfen und filtern.
Sollte sich das Unternehmen tatsächlich noch im «Investitionsmodus» befinden, wie CEO Susan Wojcicki noch vor drei Jahren äusserte, dürfte sich das vermutlich bald ändern. Sundar Pichai sagte bei der Bekanntgabe der Zahlen jedenfalls, es gäbe noch «signifikant mehr Raum», YouTube zu monetarisieren.