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Die Jurassische Regierung hat grünes Licht für das Pilotprojekt zur Nutzung der Tiefengeothermie in Haute-Sorne gegeben. Das projektierte Geothermiekraftwerk soll gemäss Planung im Jahr 2020 Strom für rund 6 000 Haushalte produzieren. Heute gelten allerdings die Wärmeerzeugung und der Betrieb eines Wärmenetzes als Voraussetzungen für die wirtschaftliche Stromproduktion eines Geothermiekraftwerks.
Bandenergie aus Tiefengeothermie
Die Projektleitung liegt bei der Geo-Energie Jura AG in Haute-Sorne. Es handelt sich dabei um eine Tochterfirma der Geo-Energie Suisse AG, ein Zusammenschluss der Stadtwerke aus Zürich, Bern und Basel sowie regionaler Energieversorgungsunternehmen. Die Firma will mit dem Projekt den Beweis erbringen, dass es möglich ist, eine erneuerbare,einheimische Energiequelle zu nutzen, die – neben der Wasserkraft – konstante Bandenergie liefert. Damit könnte die Tiefengeothermie zur Substitution der nuklearen und fossilen Energieträger beitragen.
Petrothermales Verfahren: Multi-Riss-System
Geo-Energie setzt trotz der Erdbeben, die 2006 das Ende des Geothermieprojekts in Basel einläuteten, auf dieselbe Technik: diepetrothermale Geothermie. Dabei wird Wasser ins Erdreich gepumpt, um die Wärme aus einer Tiefe zwischen 4000 und 5000 Metern für die Stromproduktion an die Oberfläche zu fördern. Im Tiefengestein erhitzt sich das Wasser auf 150 bis 180 Grad, dehnt sich aus und erzeugt Fliesswege. Eine zweite Bohrung vervollständigt den unterirdischen Wärmetauscher und ermöglicht die Wasserzirkulation im geschlossenen Kreislauf zwischen dem Tiefengestein und der Oberfläche. Im Gegensatz dazu erfolgte in St.Gallen die Arbeit mit dem hydrothermalen System, welches gezielt die Hitze in einer wasserführenden Schicht für die Energiegewinnung verwendet.
Peter Meier, CEO von Geo-Energie Suisse AG, relativiert die Gefahren durch das petrothermale Verfahren. Nach den neusten Erkenntnissen seien die für das Projekt relevanten Gesteinsschichten weniger seismischen Spannungen ausgesetzt als das in Basel der Fall war. Weiter liessen sich in den letzten zehn Jahren neue Erkenntnisse über die Mechanismen im Untergrund gewinnen. Ausserdem hat sich dieBohrtechnik weiterentwickelt. Darum wird im Jura auch das sogenanntes«Multi-Riss System» angewendet. Das folgende Video erklärt die neue Methode: http://player.vimeo.com/video/63804083
Wegweisend für Entwicklung der Technik
Geo-Energie Suisse AG misst dem Projekt im Jura grosse nationale und internationale Bedeutung zu und versucht Partnerschaften mit Forschungseinrichtungen einzugehen. Erste Gespräche sind mit der ETH sowie mit EU Partner im Rahmen von Horizon 2020 erfolgt.
In der Tat wäre ein erfolgreicher Verlauf wichtig für die Entwicklung der Tiefengeothermie in der Schweiz sowie für die Zustimmung zu weiteren geplanten Geothermieprojekten. Lässt sich die technische Machbarkeit des neuen Verfahrens belegen, so könnte es der Nutzung des Potenzials auch in dichter besiedelten, städtischen Agglomerationen neuen Auftrieb verleihen. Ausserdem bildet die Geothermie einen Mosaikstein der Energiestrategie 20150 des Bundes. Bis 2050 will der Bundesrat 4,39 Terawattstunden Strom aus Geothermie zubauen.