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Trans*Swiss - Lebensqualität und psychische Gesundheit von Trans*- , bi- und homosexuellen Personen
Hintergrund: Die Literaturübersicht zur Lebensqualität und zur psychischen Gesundheit von transitionierten Personen und die Minority-Stress-Hypothese lassen annehmen, dass eine durchgeführte Transition bei transitionierten Menschen zumindest kurzfristig zu einer Reduktion des gender-dysphorischen Erlebens führt. Über die mittel- bis langfristigen Auswirkungen der Transition auf Lebensqualität und körperliche und psychische Probleme und Störungen ist bisher wenig bekannt. Besonders für die Gruppe älterer (über 50 Jahre) transitionierter Menschen fehlen entsprechende Angaben.
Studienziele: Diese Studie dient der Erfassung der Lebensqualität und des Gesundheitszustands post-transitionierter Menschen in der Schweiz. Sie soll darüber hinaus Informationen zu den Betreuungsbedürfnissen von Trans*personen liefern. Ein besonderes Augenmerk der Studie liegt auf Transmenschen über 50 Jahren, sie gelten innerhalb der Trans*bevölkerung als besonders vulnerable Population.
Hypothesen: Es wird angenommen, dass transitionierte Menschen eine unterdurchschnittliche Lebensqualität und überdurchschnittlich viele körperliche und somatische Probleme und Störungen aufweisen. Ausserdem vermuten wir in der Gruppe der älteren Probanden (Alter>50 Jahre) mehr gesundheitliche Probleme und eine schlechtere Lebensqualität als in der Gruppe jüngerer Probanden (Alter<50 Jahre) und einer (homo- und bisexuellen) Kontrollgruppe.
Studiendesign: Retrospektive Querschnittstudie mit Kontrollgruppe
Untersuchungsort: Kombinierte postalische/online Untersuchung
Stichprobe: Erstens werden alle Trans*personen, welche in der Vergangenheit am USB, am USZ, am ISB und in den psychiatrischen Diensten Solothurn behandelt worden sind und aktuell nicht in einer transitionsspezifischen psychiatrischer Begleitung bzw. Psychotherapie stehen, direkt vom jeweiligen Zentrum postalisch zur Teilnahme an der Studie eingeladen. Zweitens werden zeitgleich via sozialen Medien weitere Trans*personen rekrutiert. Drittens werden durch die Kooperation mit dem TransGender Network Switzerland (TGNS) und der Fachgruppe Trans* eine weitere Gruppe erreicht.
Vergleichsgruppe: Homo- und bisexuelle Personen werden zeitgleich, jedoch ausschliesslich online rekrutiert. Sowohl PinkCross (PC) als auch die Lesbenorganisation Schweiz (LOS) werden ihre Mitglieder in der ganzen Schweiz zur Studienteilnahme einladen.
Endpunkte: Als primärer Endpunkt wird die Lebensqualität transitionierter Personen (SF-36) definiert. Als sekundäre Endpunkte werden ausserdem die (mittels eigenen Bewertungsformulars berichteten) Zufriedenheit mit dem eigenen Körper (HBDS), die Zufriedenheit mit der erfahrenen Behandlung sowie das Bedürfnis nach spezifischen (somatischen und psychiatrisch-psychotherapeutischen) Behandlungsangeboten erfasst. Ebenfalls werden psychologische Grössen wie der psychosoziale Beenträchtigungsgrad (SDS), Depression (CES-D), Substanzkonsum (Unterskalen von WHO ASSIST), der Minderheitenstress (GMRS) untersucht werden.
Datenanalyse: Die statistischen Auswertungen werden mittels SPPS (Version 22) durchgeführt. Es werden deskriptive, bivariate und multivariate Analyseverfahren eingesetzt. Zusätzlich wird ein Matching (nach Alter und erlebter Geschlechtsidentität) zwischen der Teilnehmer_innen der Trans*gruppe und der homo-/bisexuellen Vergleichsgruppe vorgenommen.
Bedeutung und Nutzen der Studie: Erstmals wird ein umfassendes Kollektiv transitionierter Menschen dank Kooperation mehrerer universitärer Zentren, psychiatrischer Ambulatorien und niedergelassener Kolleg_innen hinsichtlich Lebensqualität, psychische Gesundheit und vor allem Beratungs-/Betreuungsbedürfnisse nach Transition erfasst. Die erhobenen Daten werden einerseits zum Verständnis der aktuellen Situation post-transitionierter Personen beitragen wie andererseits ein Abbild der psychiatrisch-psychotherapeutischen Betreuungsbedürfnissen dieser bisher vernachlässigten Patientengruppe geben. Insbesondere sind Erkenntnisse hinsichtlich der älteren Trans*bevölkerung (>50 Jahre) zu erwarten. Durch den Vergleich mit jüngeren Probanden wie mit einer Kontrollgruppe, welche ebenfalls einer sexuellen Minderheit angehört, wird eine Kontextualisierung der Studienresultate möglich. Durch dieses Vorgehen können zukünftige Behandlungsangebote besser auf die spezifischen Bedürfnisse dieser Untergruppe angepasst werden.
Projektleitung
Forscher_innen
Projekt Information
Institutionen:
Kontaktperson:
Sprachen:
Deutsch
Projektstart:
2016
Projektschluss:
2017
Themen:
Disziplinen:
Forschungsthemen:
Gesundheit – Medizin
Geschlechtsidentitäten
Sexualität
Fächer:
Medizin
Form:
Forschungsprojekt
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