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Die Grossbank Credit Suisse veröffentlicht am 6. Februar das Ergebnis zum vierten Quartal 2013. Laut einer Umfrage der Nachrichtenagebtur AWP erwarten die Analysten einen durchschnittlichen Gewinn von 440 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr 2013 wird mit einem Konzernergebnis von rund 3,2 Milliarden Franken gerechnet.
Die Credit Suisse hat aufgrund der anhaltend schwierigen Lage an den Finanzmärkten - auch aus regulatorischer Hinsicht - im dritten Quartal eine Beschleunigung des Umbauprozesses in die Wege geleitet. Sie schafft in jeder Division jeweils eine nicht-strategische Einheit und will damit Kapital und Kosten in gewissen Bereichen beschleunigt reduzieren und die Ressourcen für den Ausbau laufender Geschäfte und die Wachstumsbereiche verwenden.
Neuorganisation macht Beurteilung schwierig
So soll etwa das Zinsgeschäft restrukturiert und vereinfacht werden. Insgesamt erwartet die CS daraus eine weitere Reduktion der Gesamtbilanz und der risikogewichteten Aktiven (RWA). Die Kapitalzuordnung zwischen den beiden Divisionen Wealth Management und Investment Banking, die derzeit noch deutlich zugunsten der letzteren ausfällt, soll damit auch ausgeglichener werden. Im Fokus werden entsprechend die News zum Stand der Transformation stehen.
Die Neuorganisation macht die Beurteilung der Entwicklung innerhalb der Sparten allerdings etwas schwieriger. Grundsätzlich wird sie in Analystenkreisen aber wohlwollend beurteilt. Damit würden die unverwässerten Trends der fortzuführenden und der abzubauenden Einheiten besser sichtbar, meint etwa die ZKB in einer Vorschau. Die CS dürfte stark auf die strategischen Resultate Bezug nehmen, da diese das Kerngeschäft abbilden und die Stärken hervorheben würden. Die nicht-strategischen Resultate seien allerdings ebenfalls im Auge zu behalten, da dort aufgrund des Abbaus das höchste Verlustpotential vorhanden sei.
Nachteil des Fixed-Income-Geschäfts
Vom laufenden Geschäft kann nicht allzu viel erwartet werden. Das bereits durchzogene Umfeld für die Investmentbanken im dritten Quartal dürfte sich laut Marktteilnehmern im vierten Quartal nicht verbessert haben. Die schon veröffentlichten Zahlen der US-Investmentbanken, der Deutschen Bank oder des Konkurrenten UBS haben vor allem ein schwaches Fixed-Income-Business gezeigt, während das Aktiengeschäft sich weiterhin relativ gut entwickelt hat. Die CS ist im Fixed-Income-Bereich etwas stärker tätig als die UBS und könnte entsprechend hier einen Nachteil haben.
Fokus auf Neugelder
Im Wealth Management (WM) und damit einem der Hauptgeschäfte der Bank liegt das Interesse vor allem auf der Bruttomarge und der Entwicklung der Neugelder. Die Brutto-Marge sank im dritten Quartal in ähnlichem Ausmass wie etwa auch bei der UBS, und zwar um 6 Basispunkte (BP) auf 105 BP. Im Private Banking & Wealth Management konnten Netto-Neugelder von 8,1 Milliarden Franken mit «hohen Zuflüssen» im Asset Management bei Produkten mit hoher Marge und aus den Emerging Markets sowie im UHNWI-Kundensegment verbucht werden.
Mit etwas Enttäuschung aufgenommen wurden allerdings die lediglich 3,2 Milliarden Franken im eigentlichen Vermögensverwaltungsgeschäft, wobei hier weiter Abflüsse vor allem in Frankreich und Deutschland belasteten. Interessant wird hier vor allem sein, ob sich die Abkühlung in Asien bereits stärker manifestiert hat beziehungsweise ob die Bank davon ausgeht, dass die Turbulenzen diverser Emerging-Markets-Währungen in den letzten Tagen das Geschäft weiter belasten werden. Eine Verbesserung der Marge wird in Analystenkreisen nicht erwartet.
Zurückhaltung wegen Schwellenländer
Interessieren dürften auch Aussagen zum Marktumfeld. Mit den jüngsten Turbulenzen in diversen Schwellenländern beziehungsweise vor allem deren Währungen dürften die Kommentare der Bankspitzen mit Sicherheit äusserst vorsichtig ausfallen. Die UBS jedenfalls hat sich wie immer zuletzt relativ vorsichtig geäussert.
Erhöhung der Eigenkapitalquote «nicht sachgerecht»
Im Fokus wird auch weiterhin die Diskussion um die Eigenkapitalquoten stehen. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hatte die Grossbanken Anfang November aufgeschreckt, indem sie sich am Rande einer Parteiveranstaltung zur Eigenkapitalfrage geäussert hat. Man müsse sich Gedanken darüber machen, ob die Eigenkapitalbasis nicht weiter verstärkt bzw. die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) von derzeit maximal 4,5 Prozent erhöht werden sollte.
Die Bundesrätin sprach dabei von 6 bis 10 Prozent, was zu einem Sturz der Aktienkurse der Grossbanken führte. VRP Urs Rohner meinte entsprechend dazu, dass eine Erhöhung «nicht sachgerecht» sei. Die Schweizer Banken seien deutlich stabiler aufgestellt als die Konkurrenten in anderen Ländern. Die UBS plädierte bei ihrer Berichterstattung für die Beibehaltung des Primats des risikogewichteten Ansatzes. Dies sei entscheidend für die Wirtschaft und die Stabilität des Finanzsystems. Der Leverage Ratio schränke das Schweizer Geschäft sowie das gesamte Passivgeschäft ein.
(reuters/dbe)