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Langfristig gesehen gehört Wasser zu den schwindenden Ressourcen. Der historische Vergleich zeigt, dass sich die globale Bevölkerung im 20. Jahrhundert verdreifacht hat, während der Wasserverbrauch um das Sechsfache gestiegen ist.
Warum Wasser knapp wird
Hauptgrund ist der höhere Lebensmittelbedarf. Nach Schätzung der Food and Agriculture Organization (FAO) muss aufgrund des Bevölkerungswachstums um zwei Milliarden bis 2030 die globale Lebensmittelproduktion um rund 60% gesteigert werden. Der steigende Wasserverbrauch resultiert aus der Veränderung der Essgewohnheiten in den aufstrebenden Ländern, einem schlechten Wassermanagement und nicht nachhaltiger Landwirtschaft sowie dem urbanen Bevölkerungswachstum auf globaler Ebene. Diese Trends werden in steigenden Preisen für Agrarprodukte zum Tragen kommen. Da der Anbau vieler Kulturpflanzen äusserst wasserintensiv ist, eignet sich eine Anlage in den Agrarsektor am besten, um sich an der Wasserthematik zu beteiligen.
Wasserknappheit löst erwiesenermassen kurzfristige Preisspitzen bei Agrarrohstoffen aus. Beispielsweise hatte Trockenheit 2006 in Russland, der Ukraine, Australien und Südafrika zu Ernteeinbussen geführt. Als Folge fiel die globale Getreide- und Ölsaatproduktion niedriger aus, was steigende Preise im Agrarsektor nach sich zog. Bei globalen Produktionsrückgängen im Zuge ungünstiger Wetterlagen bewirkten Exportbeschränkungen und Lebensmittelverbote in grossen Ländern wie Indien, China und Mexiko eine Verringerung des globalen Angebots, eine deutlichere Verknappung beziehungsweise einen Vertrauensverlust unter den Handelspartnern.
Angesichts solcher Massnahmen ist zudem der Anreiz für die Landwirte geringer, auf höhere internationale Preise zu reagieren. Eine spekulative Lagerauffüllung grosser Importeure mit relativ starken Kapitalpositionen trägt ebenfalls zu steigenden Preisen bei. In Anbetracht der schwindenden Süsswasserreserven steigt auch das Risiko, dass auf Landes- oder länderübergreifender Ebene politische Konflikte über das Wasser ausgetragen werden. Bei Anlagen in Aktien mit Infrastruktur- oder Agrarbezug bleiben kurzfristige Preisspitzen dieser Art hingegen aus.
Kakao gut geeignet
Viele Agrarrohstoffanlagen ermöglichen gleichzeitig ein starkes Engagement in einigen der Regionen mit der grössten Wasserknappheit weltweit. Zu den vor diesem Hintergrund am besten geeigneten Anlagen gehören Kakao, Baumwolle, Mais, Palmöl, Reis, Soja und Zucker. Bei- spielsweise liegt das Anbauge-biet für Kakao in einem relativ kleinen Gebiet um den Äquator (Hauptproduzenten: Elfenbeinküste, Ghana, Indonesien und Nigeria). Selbst bei Kulturpflanzen wie Soja und Mais, bei de- nen die Exportproduktion hauptsächlich aus den USA und Südamerika stammt, können in den verschiedenen Hemisphären extreme Wetterschwankungen auftreten, was zu sehr unterschiedlichen Produktionsvolumen führen kann. China litt 2009 unter einer Dürre, die sämtliche Agrarrohstoffe betraf, von Zucker über Mais bis hin zu Soja. Da viele Kulturpflanzen mehrjährig sind, kann es, wenn z.B. Palmen oder Kakaobäume einer Dürre zum Opfer fallen, Jahre dauern, bis wieder vergleichbare Erträge erzielt werden.
Wasser ist ein kostbares Gut. Eine Anlage in Agrarrohstoffe empfiehlt sich daher für Anleger, die sowohl von längerfristigen Trends als auch von kurzfristigen Schocks profitieren möchten.