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Die stark steigenden Preise von Grundnahrungsmitteln in den letzten Jahren und die Auswirkungen der Klimaerwärmung machen die Ernährungssicherheit wieder zum dringlichen Thema der Entwicklungspolitik. Eine Studie des Londoner Forschungsinstituts International Institute for Environment and Development zeigt nun auf, dass derzeit bei der Förderung der Ernährungssicherheit einseitig die Produktion in ländlichen Gebieten im Zentrum steht – während arme BewohnerInnen von Städten kaum berücksichtigt werden.
Da rund die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten lebt und praktisch das ganze zukünftige Bevölkerungswachstum in urbanen Regionen von Entwicklungsländern stattfinden wird, ist das keine geringe Unterlassung. Arme StädterInnen leiden zum Teil stärker unter den Preisanstiegen als die ländliche Bevölkerung, da sie kaum eine Eigenversorgung sicherstellen können, mehr für Wohnung und Wasser bezahlen müssen und meist ein sehr unregelmässiges Einkommen haben.
Das Problem wird durch den Klimawandel verschärft: Durch Wetterextreme wie Hitzewellen, starke oder ausbleibende Regenfälle ist nicht nur die ländliche Nahrungsmittelproduktion gefährdet, sondern auch die Lagerung, der Transport und die Märkte sind betroffen. Durch die Klimaerwärmung wird jedes Glied dieser Kette beeinträchtigt, was oftmals plötzliche und grosse Preiserhöhungen zur Folge hat.
Laut Studie hilft ein höheres und regelmässiges Einkommen für die urbanen Armen nur bedingt. Genauso wichtig seien eine sicherere Wohnsituation und der Zugang zu städtischen Infrastrukturen und günstigen Nahrungsmittelmärkten.