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Fuge in Rot, 1921,69
In diesem Aquarell strebt eine Formation aus geometrischen Gebilden in Richtung des rechten Bildrands. Jede Form wird mehrfach wiederholt und wechselt dabei von einem dunklen zu einem helleren Ton im Spektrum von Rot und Rosa, wird grösser und wieder kleiner. Der Titel gibt Aufschluss: Die Fuge bezeichnet in der Musik eine kompositionelle Form, die von Wiederholung und Mehrstimmigkeit bestimmt ist. So wird im Laufe der Fuge eine Melodielinie mehrmals in unterschiedlichen Höhen nachgeahmt — wenn die zweite Linie in einer anderen Tonhöhe einsetzt, hat sich die erste Linie bereits gewandelt. Beide können an sich auch selbständig funktionieren und verbinden sich doch in einem harmonischen Zusammenspiel.
Sprachlich kann das Word »Fuge« sowohl auf fugere (flüchten) als auch auf fugare (jemanden in die Flucht schlagen) zurückgeführt werden. Beide lateinischen Begrifflichkeiten legen eine Beschleunigung nahe, bei der Schritte schneller werden, die Zeit verrinnt, der Ort entschwindet. Klee erweitert sein Bild so um eine abstrakte Dimension, in der das flüchtige Medium Musik darstellbar wird.
Saaltext Fondation Beyeler, Ausstellung ‹Paul Klee. Die abstrakte Dimension›
1. Oktober 2017 bis 21. Januar 2018