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Haggenegg-Kapelle wird 100-jährig
Die interessante Entstehungsgeschichte reicht bis in die Franzosenzeit zurück.
JOSEF HEINZER UND FRANZ STEINEGGER
Am Samstag, 4. September, jährt sich der 100. Geburtstag der Einweihung der Marien-Kapelle auf der Haggenegg durch den Schwyzer Ortspfarrer Franz Odermatt. Das schmucke Gotteshaus wurde nach den Plänen des Schwyzer Architekten Josef Steiner in Holz erbaut – wie übrigens auch die Stoos-Kapelle und jene auf der Holzegg. Beim Bau der Haggenegg-Kapelle leisteten die Haggner, Riedner und Kaltbächler Bauern viel Fronarbeit. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 30’000 Franken. Am 26. Juli 1924 erfolgte dann die Weihe der zweiten Glocke durch Abt Ignaz Staub von Einsiedeln.
Die Kapelle steht etwas oberhalb des Platzes, wo das Einsiedler Gnadenbild in den Maitagen 1798 in die Erde gelegt wurde und wo es sieben Wochen lang lag, um es vor dem Zugriff der Franzosen zu verstecken. Jonas Auf der Maur, der damalige Wirt auf der Haggenegg, hatte es in der untersten Ecke seines Heimwesens vergraben. Vom Bildstock über eine Vorgängerkapelle zur heutigen Nach der Franzosenzeit errichtete man an der Stelle, wo die Schwarze Madonna vergraben worden war, einen Bildstock in Erinnerung an die erfolgreiche Rettung des Gnadenbilds. 1848 ersetzten angeblich zwei Holzfäller das Helgenhäuschen durch eine Kapelle und bestückten sie mit einer Statue der Muttergottes mit Jesuskind.
Da diese Stätte immer wieder verehrt wurde und die Kapelle zu klein geworden war, liess Johann Leonhard Grossmann, der Wirt des Gasthauses auf der Haggenegg, an gleicher Stelle einen grösseren Neubau errichten. Die Einweihung erfolgte im Spätsommer 1873. Das Aussehen dieses Kapellenbaus ist dank einer historischen Ansichtskarte aus dem beginnenden 20. Jahrhundert dokumentiert. An Haggeneggstrasse verlegt
1916 begann die Projektierung eines vergrösserten Neubaus durch dieKapellgenossenschaftHaggenegg. 1920 wurde die alte Kapelle abgebrochen und an deren Stelle ein bescheidener Bildstock errichtet. Die neue Kapelle kam etwa 40 Meter nördlich davon an der Haggeneggstrasse zu stehen.
Die Statue aus der Vorgängerkapelle (Madonna mit Jesuskind) steht seit längerer Zeit in der Kapelle im Langberg am Lauerzerberg. Heute erinnert eine in den 1920er-Jahren geschaffene Madonnen-Skulptur an einem Baum an den Standort, an dem die Schwarze Madonna 1798 vergraben worden war.
Die 1921 eingeweihte, von Architekt Josef Steiner entworfene Kapelle auf der Haggenegg steht an aussichtsreicher Stelle hoch über dem Talkessel von Schwyz.
Foto: Franz Steinegger