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Zähne
Im Gegensatz zu verschiedenen Säuge- und Wirbeltieren benötigt der Mensch seine Zähne nicht mehr als Waffe oder zu seinem eigenen Schutz. Die Zähne des Menschen sind aufgrund ihrer unterschiedlichen Beschaffenheit und Formgebung dazu da, um Nahrungsmittel abzubeißen und diese in der Mundhöhle so zu zerkleinern, dass eine problemlose Verdauung eingeleitet und fortgesetzt werden kann. Ohne das Zerbeißen könnten bestimmte Nahrungsmittel gar nicht erst in den Verdauungstrakt gelangen. Die Zähne können Nahrungsbestandteile abtrennen, zermahlen und zerquetschen. Insbesondere die vorderen Schneidezähne und Eckzähne eignen sich für diesen Zweck. Die hinteren, meist kubisch geformten Seitenzähne sind für den Kauvorgang zuständig.
Ein gesundes Gebiss umfasst charakteristische Zahnarten
Schon im Kleinkindesalter brechen die ersten Milchzähne durch. Diese sind die Vorreiter und Platzhalter für die danach wachsenden bleibenden Zähne. Die Zähne aus dem Milchgebiss befinden sich nur für etwa 10 Jahre im Kiefer, danach werden sie durch die Nachfolger herausgeschoben und aufgelöst. Bei einigen Menschen bleiben jedoch einzelne Milchzähne erhalten, weil unter diesen keine Anlage für die bleibenden Zähne vorhanden ist. Die bleibenden Zähne werden in der zahnmedizinischen Fachsprache auch als Dentes permanentes bezeichnet und stellen eine genetisch bedingte Kombination aus den flachen Schneidezähnen, den Eckzähnen, den Vormahlzähnen sowie den kräftigen Mahlzähnen dar, die häufig auch als Backenzähne bezeichnet werden. Die seitlichen Eck- und Schneidezähne werden als Frontzähne zusammengefasst.
Analyse eines menschlichen Zahns
Die Zähne eines Menschen im gesunden Zustand sind außerordentlich belastbar und können beim Zerbeißen von Nahrungsmitteln eine überaus hohe mechanische Krafteinwirkung erbringen. Diese Fähigkeit basiert auf dem erstaunlich komplexen geometrischen Aufbau und den Grundsubstanzen, aus denen die Zähne bestehen. Beim vertikalen Zersägen eines Zahnes werden unterschiedliche Schichten deutlich, die aus überaus harten und widerstandsfähigen, natürlichen Substanzen bestehen. Der äußere und für jeden Menschen sichtbare Bereich eines Zahnes, der mit dem Durchtritt der ersten Zähne strahlend weiß ist, wird durch die Zahnkrone dargestellt. Der Zahnhals geht in das Zahnfleisch über. Die Zahnwurzel ist von außen nicht erkennbar. Die Zahnwurzel trägt, wie der Name bereits ausdrückt, zur Fixierung und Stabilisierung des Zahnes bei und stellt ebenfalls ein schichtweise gestaltetes Medium dar. Der Zahnschmelz ist die Substanz, die für die Farbe der Zähne verantwortlich ist und außerdem das Innere des Zahnes sowie den darunterliegenden Bereich vor verschiedenen Einflüssen schützt. Der Zahnschmelz umschließt das Zahnbein, auch als Dentin bezeichnet. Das Dentin umgibt wiederum das Zahnmark. Eine komplette Hülle der Zahnwurzel wird durch den Zahnzement gewährleistet. Der Zahn ist erstaunliches Produkt der Evolution und enthält extrem härtende chemische Stoffe. Diese Materialien sind im Zahnschmelz enthalten und geben dem Zahn seine enorme Widerstandsfähigkeit und Kaukraft.
Zähne und deren Nummerierung
Das komplette, naturgesunde menschliche Gebiss umfasst 20 Milchzähne und 32 bleibende Zähne. 4 Weisheitszähne sind bei den 32 bleibenden Zähnen enthalten. Die Weisheitszähne brechen als letzte Zähne der Zahnreihe durch. Bei der zahnärztlichen Behandlung wird ein Zahlencode verwendet, der auf einer speziellen Schematisierung der Zähne beruht. Es ist häufig für die Laien sehr interessant, wenn der Zahnmediziner die einzelnen Zähne begutachtet und diese Angaben macht. Diese Kategorisierung wird auch als FDI-Schema bezeichnet und basiert auf einer Viertelung des Gebisses in Quadranten. Jeder Kiefer unterliegt der Unterteilung in zwei Quadranten. Die Zähne des oberen und unteren Kiefers werden ab der Mitte der Schneidezähne theoretisch in zwei Hälften seitengetrennt benannt. Der Quadrant wird von 1 (rechts oben) bis 4 (links unten) bezeichnet, die zweite Ziffer nummeriert die Zähne von vorne nach hinten.
Individualität der Zähne
Obwohl die Zähne des Menschen zwar grundsätzlich durch die genetische Veranlagung gleich aussehen, ergeben sich für den Fachmann jedoch deutliche Unterschiede. Diese basieren auf der Grundlage personentypischer Zahnmerkmale, die sich in der speziellen Ausprägung der Zähne äußern. Die Zähne der Menschen zeichnen sich von Person zu Person durch abweichende Winkelmerkmale, variierende Zahnkrümmungen und Eigenheiten der Wurzelformen sowie der Beschaffenheit der Zahnwurzeln aus. Eine sogenannte Kronenflucht dient als Kriterium für die Bestimmung von Zähnen des Ober- oder Unterkiefers. Durch die Begutachtung der Winkelmerkmale von Zähnen ist eindeutig nachweisbar, von welcher Hälfte des Ober- oder Unterkiefers ein Zahn stammt. Diese Gegebenheit ist besonders bedeutsam, wenn eine ästhetisch angemessene Anpassung der Zahnkronen im Frontzahnbereich umgesetzt werden muss. Auch in der Gerichtsmedizin spielen die individuellen Zahnmerkmale eine bedeutende Rolle.