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Feine Nebelmaterie erstreckt sich zudem noch nach allen Seiten in unbestimmten Formen über einen Raum des Himmels von 3⅓ Quadratgraden
(nach Bond). Der mittlere und hellste Teil des Orionnebels wird nahezu durch vier hellere Sterne bezeichnet,
welche das sogen. Trapez
[* 3] bilden; mit starken Fernrohren hat man neuerdings innerhalb dieses Trapezes noch mehrere andre Sterne
bemerkt, die frühere Beobachter nicht gesehen haben. Möglicherweise finden also dort große Veränderungen statt. 1861 und 1864 hat
das Rossesche Riesenteleskop in einzelnen Teilen des Orionnebels leuchtende Punkte gezeigt, wo sonst keine
Sterne sichtbar sind. Bei der spektroskopischen Untersuchung des Nebels fand Huggins (ebenso wie in allen andern Nebeln) ein
Spektrum von drei hellen Linien, ein Beweis, daß das Licht
[* 4] von glühenden Gasmassen ausgestrahlt wird. Die hellen Punkte, welche
RossesTeleskop in dem Nebel gezeigt, können also keine Sterne sein, sondern wir haben eine wahre glühende
Nebelmasse vor uns, vielleicht die Uranfänge eines sich bildenden Weltsystems. - Der Nebel in der Andromeda ist spindelförmig,
2½° lang, 1° breit.
Messier hat in ihm keine Sterne wahrnehmen können; aber Bond löste 1848 in seinem großen Teleskop den
Nebel in eine Unzahl kleiner Sterne auf, von denen anderthalbtausend gezählt wurden. Gleichzeitig erblickte derselbe Astronom
zwei dunkle Streifen, welche fast parallel das Ganze durchziehen und in zwei Hälften trennen, von denen die eine einen fast
kreisrunden und einen länglichen hellen Fleck zeigt, während in der andern Hälfte ebenfalls ein lichter
Fleck steht, der in dem großen Teleskop von Bond fast genau dasselbe Ansehen hatte, wie es der ganze Nebel einst in dem schwachen
Fernglas von SimonMarius gezeigt hatte. Am Südhimmel befinden sich die beiden Magellanischen Wolken, wundervolle Aggregate von
Sternen, Nebeln und Sternhaufen; die größere umfaßt 42, die kleinere 10 Quadratgrade des Himmels, letztere
verschwindet im Mondlicht dem bloßen Auge.
[* 5] SirJohnHerschel hat bei seinem Aufenthalt am Kap der Guten Hoffnung den siderischen
Inhalt der beiden Wolken genau untersucht und ihrer Lage am Himmelsgewölbe nach aufgenommen.
Eine merkwürdige Klasse von Nebeln sind die Spiralnebel
[* 2]
(Fig. 3, 4 u.
5). Sie wurden zuerst durch RossesTeleskop als solche erkannt, und gegenwärtig ist eine größere Zahl beobachtet worden.
Der merkwürdigste ist der Spiralnebel im nördlichen Jagdhund
[* 2]
(Fig. 5), den Messier zuerst entdeckte und als doppelt beschrieb,
in jedem Teil mit einem glänzenden Zentrum. Fr. W. Herschel sah den Nebel deutlicher, und Rosses Riesenteleskop
zeigte den Nebel als eine leuchtende Spirale, ein schneckenartig gewundenes Tau, dessen Windungen uneben erscheinen und sowohl
im Zentrum als auswärts in dichte, körnige, kugelrunde Knoten auslaufen. Nicht minder interessant sind die ringförmigen
Nebel
[* 2]
(Fig. 6, 7, 8, 13, 14). Der erste derselben wurde 1779 im Sternbild derLeier entdeckt
[* 2]
(Fig. 14) und
von Messier als runder Lichtfleck beschrieben, von dem man vermuten könne, daß er
aus Sternen bestehe.
Die Ringform hat Herschel der ältere genauer beobachtet, auch fand er bereits einzelne Sterne darin; Rosse und Bond haben den
Nebel später ganz in Sterne aufgelöst. Außer diesem sind noch wenige andre Ringnebel bekannt. Die planetarischen
Nebel
[* 2]
(Fig. 10, 11, 12) wurden von W. Herschel so benannt, weil sie, ähnlich wie die Planeten,
[* 6] im Fernrohr
[* 7] eine matte Scheibe zeigen.
Unter ihnen nimmt der Nebel im Wassermann eine hervorragende Stelle ein
[* 2]
(Fig. 12). Herschel entdeckte ihn und
bezeichnete ihn als helle, nicht scharf begrenzte Scheibe.
Lassell sah mittels seines großen Spiegelteleskops im Innern des Nebels einen brillanten Ring, vollkommen scharf und ohne Zusammenhang
mit dem umgebenden Nebel, der gleich einem Schleier von der feinsten Gaze jenen bedeckt. Dasselbe fand auch Rosse.
Herschel der ältere hat eine große Anzahl von Nebeln als planetarische beschrieben; sein Sohn hat eine strenge Auswahl darunter
getroffen und führt in seinem Katalog nur 31 Nebel als planetarische auf. Doppel-
[* 8] und mehrfache Nebel
[* 2]
(Fig.
9) kommen am Himmel
[* 9] häufig vor und sind weit zahlreicher, als man bei zufälliger Ausstreuung der sämtlichen
Nebel über den Himmel erwarten durfte.
Man hat es also hier wahrscheinlich mit Systemen von Nebeln zu thun. Unter 5000 Objekten sind nach SirJohnHerschel: 229 Doppelnebel, 49 dreifache
Nebel, 30 vierfache, 5 fünffache, 2 sechsfache, 3 siebenfache, 1 neunfacher Nebel. Unter den neuern Astronomen
hat besonders d'Arrest den Doppelnebeln seine Aufmerksamkeit zugewandt. Schon 1862 bemerkte er, daß die
Zahl der physisch verbundenen Doppelnebel sich unerwartet groß herausstelle im Vergleich mit dem Vorkommen von Doppelsternen
unter den Fixsternen. Es könne nicht mehr zweifelhaft erscheinen, daß man in ferner Zukunft die Bahnen von Doppelnebeln zu
berechnen versuchen werde.
Ferner ist noch der veränderlichen Nebel zu gedenken, bezüglich welcher allerdings unsre Kenntnisse noch mangelhaft
sind. D'Arrest hat zuerst auf die Veränderlichkeit der Helligkeit bei einem von Hind im Stier entdeckten Nebel aufmerksam gemacht;
von ihm und Chacornac ist dann die Veränderlichkeit noch zweier andrer Nebel in demselben Sternbild vermutet
worden, und vor einigen Jahren hat Winnecke auf zwei anscheinend periodisch veränderliche Nebel im Walfisch und Löwen
[* 10] hingewiesen.
Als im August 1885 in dem eingangs erwähnten Nebel der Andromeda ein Stern siebenter Größe aufleuchtete, vermuteten viele gewaltige
Veränderungen in diesem Nebel zu beobachten; dies hat sich aber nicht bestätigt, jener Stern ist wahrscheinlich
ein unregelmäßig veränderlicher, der gar nicht zum Nebel gehört, sich nur von unserm Standpunkt aus auf ihn projiziert.
Als W. Herschel sich in den ersten Jahren mit den Nebeln beschäftigte und bereits eine Anzahl derselben entdeckt und beschrieben
hatte, hielt er diese sämtlichen Gebilde für sehr weit von uns entfernte Sternhaufen, deren einzelne
Sterne eben deshalb selbst mit unsern größten Teleskopen nicht mehr unterschieden werden könnten. Erst 1791 ließ er diese
Ansicht fallen, denn er hatte inzwischen 17 Sterne entdeckt, die mit zarten, leuchtenden Nebelhüllen von kreisrunder Form umgeben
waren; auch wurde eine große Menge ausgedehnter, verbreiteter Nebel von unbestimmter Gestalt entdeckt, die
selbst mit kraftvollen Teleskopen meist nur dann wahrzunehmen sind, wenn die Luft vollkommen klar ist und der Beobachter sein
Auge im Dunkeln hat ausruhen lassen, um jeden störenden Einfluß vorherigen Lichts fern zu halten.
¶
mehr
Herschel fand im ganzen 152 Quadratgrade des Himmels von dieser Art Nebel überzogen und sprach es aus, daß die Menge dieser äußerst
zarten Nebelmaterie im Weltraum die Begriffe der Menschen übersteige. Daß eine wirkliche Nebelmaterie u. zwar in glühendem
Zustand in den Himmelsräumen existiert, ist gegenwärtig durch die Spektralanalyse
[* 12] evident bewiesen;
es zeigt nämlich eine Anzahl Nebel, sogen. Gasnebel, ein aus drei isolierten hellen
Linien bestehendes Spektrum, wie das Licht glühender Gase.
[* 13]
Diese Linien haben die Wellenlängen von 500,4, 495,8 und 486,1
Milliontel mm; liegen also im Blau und Grün, und die erste ist mit der hellsten Linie im Spektrum des durch
einen elektrischen Funken ins Glühen gebrachten Stickstoffs identisch, während die dritte mit einer grünen Linie im Wasserstoffspektrum
zusammenfällt. Glühender Stickstoff und Wasserstoff gehören also zu den wesentlichen Bestandteilen der Gasnebel, und man
kann diese wohl für die frühste Stufe der Weltenbildung betrachten. Doch sind die Gasnebel im ganzen
nicht häufig, und die weitaus größte Zahl aller untersuchten Nebel hat ein kontinuierliches Spektrum; sie sind also wahrscheinlich
ungemein ferne Anhäufungen von Sternen oder Sternhaufen.
(Sekundärbahnen, Vizinalbahnen, Lokalbahnen, Zweigbahnen), Eisenbahnlinien, welche mit einfachern Bau- und
Betriebseinrichtungen als die Haupt- oder Vollbahnen versehen sind und die seitlich der Hauptbahnen belegenen Landesteile
dem Eisenbahnverkehr erschließen. Bei der Anlage der Bau- u. Betriebseinrichtungen der Nebenbahnen muß die größte
Einfachheit beobachtet werden. Es können daher an die Nebenbahnen weder in Bezug auf Bequemlichkeit noch auf Geschwindigkeit dieselben
Ansprüche gemacht werden wie bei den Hauptbahnen. Da dem Verkehrsbedürfnis durch leichte Züge Genüge geschehen kann, so
lassen sich durch leichtern Unterbau und durch Vermeidung kostspieliger Hochbauten und Aufschüttungen
erhebliche Summen bei der Bauausführung ersparen.
Oft werden sogar die vorhandenen Chausseen mit geringen Nachhilfen zum Legen der Schienengeleise benutzt. Wenn nicht überwiegende
Interessen damit verbunden sind, das rollende Betriebsmaterial der Hauptbahn auf die anschließende Nebenbahn übergehen
zu lassen, läßt sich die Bahn durch Anwendung einer schmälern
als der normalen Spurweite (1,435 m) noch
billiger herstellen. Man unterscheidet hiernach Nebenbahnen mit normaler Spurweite und Schmalspurbahnen. Weitere Ersparnisse werden
durch erleichterte Abänderungen der betriebsreglementarischen und bahnpolizeilichen Bestimmungen herbeigeführt. Es kommen
hierbei namentlich die Vorschriften über Absperrungen, Signalvorrichtungen, Bahnhofseinrichtungen, Einstellung von Schutzwagen
und manche andre Bestimmungen für die Betriebssicherheit in Betracht, welche für Nebenbahnen nicht
in gleichem Umfang im Bedürfnis liegen.
Auch in den Vorschriften über den Eisenbahnbetrieb, namentlich in Bezug auf die Verpflichtungen gegen andre Staatsverwaltungen,
die Erteilung des Expropriationsrechts etc., pflegt die Befreiung von allen lästigen Verpflichtungen einzutreten. Endlich
ist das Entstehen eines größern Lokalbahnnetzes auch von dem Verlassen des bisherigen Systems der Beschaffung
der erforderlichen Baumittel abhängig. Die zur Verzinsung des Anlagekapitals erforderlichen Summen sind möglichst dadurch
zu verringern, daß ein Teil des Anlagekapitals für Zinsen und Amortisation gar nicht (à fonds perdu) oder mit einer geringern
als der marktgängigen Quote oder erst dann in Betracht kommt, nachdem der Verzinsungs- und Amortisationsbetrag
für das eigentliche Grundkapital vollständig abgeführt ist. Zu solchen Subventionen werden in erster Linie diejenigen Personen
und Verbände herangezogen, welche an dem Zustandekommen der Bahn ein besonderes Interesse haben, sodann die Stadtgemeinden,
Kreise
[* 21] und Provinzen. Sind von dieser Seite ernste und erfolgreiche Anstrengungen gemacht worden, dann
tritt auch für den Staat die Verpflichtung heran, das Zustandekommen des Baues zu sichern.
In Deutschland
[* 22] ist auf denjenigen Gebieten des Eisenbahnwesens, auf welche sich die unmittelbare Einwirkung des Reichs bis
jetzt im wesentlichen erstreckt, eine generelle Regelung des Nebenbahnwesens eingetreten. Eine unterm erlassene
»Sicherheitsordnung für normalspurige Eisenbahnen untergeordneter Bedeutung« setzte eine Anzahl erleichternder
Bestimmungen fest. Ferner sind durch die vom Bundesrat beschlossene »Bahnordnung für deutsche Eisenbahnen untergeordneter Bedeutung«
vom allgemeine Bestimmungen getroffen, welche für normal- und schmalspurige Bahnen untergeordneter Bedeutung beim
Innehalten einer Fahrgeschwindigkeit von 30 km pro Stunde wichtige Erleichterungen zulassen und außerdem
noch weitere Erleichterungen für den Fall gewähren, daß die Maximal-Geschwindigkeit auf 15 km pro Stunde ermäßigt wird.
Nebenbahnwesens eintreten zu lassen. In Preußen
[* 26] ist das Maß der den Privatbahnen
[* 27] für den Bau der Nebenbahnen zu gewährenden Erleichterungen
durch »Normalkonzessionsbedingungen« (zum Teil durch Gesetz) festgestellt worden. Mit dem Ausbau der Nebenbahnen ist in Deutschland Mitte
der 70er Jahre begonnen worden; seitdem hat derselbe einen beträchtlichen Aufschwung genommen. Seit 1880 ist
die Länge der im Betrieb befindlichen Hauptbahnen nahezu unverändert geblieben, und die inzwischen eingetretene Zunahme
des Bahnnetzes fällt wesentlich auf Rechnung der Nebenbahnen. Während die Nebenbahnen 1881 nur 10 Proz.
des gesamten Netzes ausmachten, war die Länge 1886 schon auf 22 Proz. gestiegen.
Sie betrug im mittlern Durchschnitt des genannten Jahrs rund 6660 km normalspurige und etwa 350 km schmalspurige
Nebenbahnen. Die Gesamtzunahme hatte 1881-86 nur 36 km bei den Hauptbahnen, dagegen 2982 km bei den Nebenbahnen betragen.
Während die Baukosten der Hauptbahnen sich etwa auf 260,000 Mk. durchschnittlich für das Kilometer Betriebslänge stellten,
betrug das Anlagekapital für das Kilometer der vollspurigen Nebenbahnen nur etwa 85,000 Mk. und dasjenige der schmalspurigen
Nebenbahnen sogar nur 53,000 Mk. für das Kilometer. Das geringste Anlagekapital hatten unter den vollspurigen Nebenbahnen die Parchim-LudwigslusterEisenbahn mit 26,500 Mk. und unter den schmalspurigen Nebenbahnen die Brohlthalbahn mit nur rund 18,000 Mk.
für das Kilometer.
Was das Ausland betrifft, so ist in Österreich
[* 28] durch ein Gesetz vom die Regierung ermächtigt worden, bei Konzessionierung
neuer Lokalbahnen in Bezug auf die Vorarbeiten, den Bau und die Ausrüstung alle thunlichen Erleichterungen zu gewähren und
auch in Bezug auf den Betrieb, die Tarife etc. von den für Vollbahnen bestehenden Bestimmungen Beschränkungen
eintreten zu lassen. Die Wirksamkeit dieses Gesetzes, dessen Dauer ursprünglich nur bis Ende 1884 bestimmt war, wurde 1885 verlängert. 1887 fanden
Verhandlungen zum Erlaß eines neuen Gesetzes statt. Die Regelung des ungarischen Lokalbahnwesens gründet sich auf ein Gesetz
vom Mai 1880.
In Italien
[* 29] wurde die Regierung durch ein Gesetz vom über den Bau neuer Bahnen zur Vervollständigung
des italienischen Bahnnetzes verpflichtet, bis Ende 1900 mit einem Gesamtaufwand des Staats von 1260 Mill. Lire, welchem ein
Beitrag der bei dem Bau der einzelnen Bahnen beteiligten Provinzen von 169 Mill. Lire hinzutritt, 6020 km neue Eisenbahnen zu
bauen. Unter diesen 6020 km neuen Bahnen befinden sich 1153 km Hauptlandesbahnen und 1267,3 km interprovinziale
Linien, ferner 2069,7 km Lokalbahnen von größerm allgemeinen Interesse und 1530 km Bahnen von rein lokalem Interesse. Besondere
Bedeutung haben in Italien die Dampfstraßenbahnen (tramvie a vapore) erlangt, von denen 1886 bereits 1800 km im
Betrieb waren.
Schon 1823 war er zum Geheimrat und Vorstand der Gesetzgebungskommission sowie zum Staatsrat ernannt worden, 1831 wurde ihm
die Oberaufsicht über die höhern Lehranstalten übertragen. Im November 1835 trat er von seiner Stellung
als Mitglied der Gesetzgebungskommission zurück und ward Oberhofrichter, schied aber 1836 gänzlich aus dem Staatsdienst
aus. Kurz darauf wurde er jedoch als Direktor in das Ministerium des Innern berufen, und im April 1838 übernahm er das
Portefeuille des Innern, gab dasselbe jedoch, durch die Reaktion unter Blittersdorff in seiner Wirksamkeit gehemmt, schon im
Oktober 1839 wieder ab. 1843 ernannte ihn die Regierung zum Mitglied der Ersten Kammer; im April 1845 übernahm er wieder das
Ministerium des Innern und
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in der deutschen Strafprozeßordnung Bezeichnung für den Anschluß des Privatbeteiligten an die öffentliche
Klage der Staatsanwaltschaft. In der Regel werden nämlich strafbare Handlungen von der Staatsanwaltschaft von Amts wegen mit
der öffentlichen Klage verfolgt. Nur bei Beleidigungen und leichten Körperverletzungen, die lediglich auf Antrag des Verletzten
strafrechtlich verfolgt werden, ist es Sache des letztern, als Privatkläger aufzutreten.
Nur wenn es im öffentlichen Interesse liegt, erhebt in diesen Fällen die Staatsanwaltschaft die öffentliche Klage. Dann aber
ist es demjenigen, welcher sonst als Privatkläger aufzutreten berechtigt gewesen wäre, gestattet, als Nebenkläger neben
dem Staatsanwalt in der Untersuchung aufzutreten und sein Interesse wahrzunehmen. Ebenso kann derjenige,
welcher die Zuerkennung einer Buße (s. d.) beansprucht, als Nebenkläger sich der Staatsanwaltschaft anschließen.
BeimMenschen haben sie platte, halbmondförmige oder dreieckige Gestalt, weiche, schwammige Konsistenz und rötlichbraune Farbe.
Sie bestehen aus einer dünnen, aber festen Bindegewebshülle und aus einer Rinden- und Marksubstanz. Die Rinde wird aus fächerartig
angeordneten Bindegewebsbalken gebildet, in deren Maschen feine Arterien sowie Kapillaren verlaufen; in der
Marksubstanz, deren bindegewebiges Gerüst netzförmig ist, verzweigen sich zahlreiche Venen.
Die sehr zahlreichen sympathischen Nerven
[* 45] dringen, ohne an die RindeZweige abzugeben, bis ins Mark vor und enthalten dort Haufen
von Ganglienzellen.
[* 46] Was sonst noch an Raum in der Drüse vorhanden ist, wird von rundlichen Zellen ausgefüllt.
Die Nebennieren entwickeln sich beim Embryo sehr zeitig und sind anfänglich viel größer als die Nieren. Bei dem zwölfwöchentlichen
Embryo sind Nebennieren und Nieren etwa gleich groß; beim sechsmonatlichen Fötus sind erstere ungefähr halb so groß wie letztere;
beim reifen Kind verhalten sie sich wie 1:3, beim Erwachsenen wie 1:8. Ihr Gewicht beträgt bei letzterm
5-7 g. Sie haben keinen Ausführungsgang.
Bäume (Ahorne, Ulmen, Eichen, Robinien etc.) fand man bei der ersten Ansiedelung fast nur in den Flußthälern;
man hat aber mit großem Erfolg Wälder und Obstgärten angelegt und fordert deren Ausbreitung durch zeitliche
Steuerbefreiung. Schon jetzt hat sich der günstige Einfluß dieser Baumpflanzungen auf das Klima
[* 63] bemerkbar gemacht. Hauptfluß
ist der Missouri, welcher die ganze Ostgrenze des Staats bildet. Die Mitte desselben durchfließt der Platte oder Nebraska,
ein seichter Fluß, der bei niederm Wasserstand fast überall durchwatet werden
kann.
Der Niobrara, ein Nebenfluß des Missouri, hält sich in der Nähe der Nordgrenze, und der Republican Fork des Kansas durchfließt
den Süden des Staats. Die mittlere Jahrestemperatur der Osthälfte des Landes (350 m ü. M.) ist 9,5° C. (Januar -5,6, Juli
25°), und es fallen jährlich 760 mmRegen und Schnee.
[* 64] Dürre und Stürme sind namentlich im W. häufig.
Nebraska hat ein Areal von 159,046 qkm (2888,5 QM.) mit 1870: 122,993, 1880 aber
452,402 Bewohnern mit Einschluß von 2305 Farbigen, aber ohne 4409 noch in Stammverbindung lebende Indianer, 1885: 740,645
Bewohnern.