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An den verbreiteten sogenannten Zivilisationskrankheiten sind in erster Linie schuld:
- zu wenig körperliche Bewegung und
- der raffinierte Zucker
Süssigkeiten sind beliebt und ein Genuss. Doch zu viele sollten es nicht sein. Und mit vielen Fertigprodukten belasten wir unseren Körper mit zusätzlich viel raffiniertem Zucker, ohne dass wir es merken. Wir muten unserem Organismus heute über vierzig Prozent mehr Zucker zu als noch vor dreissig Jahren, als auch schon viel Süsses eingenommen wurde.
Viel Zucker macht krank
Zucker ist giftig, wesentlich beteiligt an Übergewicht, Stoffwechselkrankheiten, zu hohem Blutdruck, Diabetes und Herzkrankheiten.
Vermutlich trägt der hohe Konsum von raffiniertem Zucker auch zu Krebs und Demenz bei. Entsprechende Studien zahlt keine Industrie. Und ohne «Drittgelder» der Industrie führen Universitäten und Forschungsinstitute heute kaum mehr aufwändige und teure Studien durch.
Umso aktiver ist die starke, weltweite Zuckerlobby. Sie finanziert, mit ähnlichen Methoden wie früher die Tabakindustrie, Studien über Studien, welche die Gefährlichkeit des Zuckers in Frage stellen sollen. «Die Forschungsresultate ergeben kein sicheres Bild, um Massnahmen zu rechtfertigen», sagen dann die Behörden. Sie geben sich nicht die Mühe, unter den Studien die Spreu vom Weizen zu trennen.
Als Zuckerersatzstoffe auf den Markt kamen, machte die Zuckerindustrie eine grosse Anstrengung, um diese in Verruf zu bringen (Bild Arte: Zitat aus der New York Times ca. 1968)
Drastische Folgen der «modernen» Ernährung in Japan
Epidemiologische Studien in der Gegend von Okinawa ergaben, dass der steigende Konsum von Zucker und Junkfood wesentliche Faktoren waren, weshalb die dortigen Japanerinnen und Japaner nicht mehr so alt werden wie früher und viel häufiger an Zivilisationskrankheiten leiden. Früher waren dort auch Brust- und Prostatakrebs sehr selten.
Bevor Japaner Junkfood und viel Zucker assen, blieben sie gesünder und lebten länger als Europäerinnen und Europäer (Bild Arte)
Konzerne sponsern Fachkongresse
Unter dem Titel «Die grosse Zuckerlüge» hat «Arte» im letzten Oktober eine kanadische Dokumentation ausgestrahlt, welche das langjährige Vertuschungsmanöver der Zuckerindustrie aufdeckt. Das Schweizer Fernsehen SRF hat diese informative Recherche bis heute nicht übernommen und ausgestrahlt.
Die Konsumentenzeitschrift «Saldo» erwähnt einige Ausschnitte:
- Hauptsponsoren eines Fachkongresses gegen Fettleibigkeit in Ottawa waren McDonald’s und Coca-Cola. Sie bestimmten mit, welche Redner welche Studien vorstellten.
- Im Jahr 1975 kam ein US-Untersuchungsausschuss zum «Schluss», Zucker sei «gesundheitlich harmlos». Der Vorsitzende des Ausschusses war ein wissenschaftlicher Berater der Zuckerindustrie.
Der Zuckerfilm gewann 2016 den Preis des «The Donald Britain Award» als besten sozial-politischen Dokumentarfilm
Kuschen vor der Zuckerlobby
Kaum ein Parlament wagt es, aus Präventionsgründen den Zucker ähnlich zu besteuern wie Tabakwaren. Und ähnlich klare Deklarations- und Warnvorschriften zu erlassen.
Gesundheits-Prävention wird weitgehend beschränkt auf das, was viele Verdienstmöglichkeiten bringt: Grippe-Impfkampagnen, Brustkrebs-Screening für gesunde Frauen, PSA-Tests für gesunde Männer etc. Das zeigt den Einfluss starker Lobbys in den Parlamenten und auf die Behörden. In der Schweiz wird der Anbau von Zuckerrüben sogar hoch subventioniert – das gilt allerdings auch für den Tabakanbau.
Es lohnt sich, den kanadischen Dokumentarfilm in Ruhe anzuschauen (deutsch synchronisiert oder deutsche Untertitel):
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Link zum gleichen Video auf Youtube
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine