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Peter Hafter zählt zur Topgilde der Zürcher Wirtschaftsanwälte. Sein Wort hat Gewicht.
Nun schaltet sich Hafter in den Fall des verstorbenen Jörg Rappold ein. „Dass die Anzeigeerstatterin „scheussliches Zeug“ gegen Herrn Rappold sage, stimmt nicht“, sagt Hafter.
Der langjährige Partner der bekannten Kanzlei Lenz & Staehelin bezeugt, dass Rappold tief in der Schuld seiner Kundin gestanden sei.
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„Jörg Rappold hat der Frau, die ihm blind vertraut hatte, von 2008 bis 2015 einen zweistelligen Millionenbetrag entzogen“, sagt er.
Und: „Im Januar dieses Jahres hat Herr Rappold eine Schuldanerkennung über diesen Betrag zugunsten der Witwe unterzeichnet.“
Rappold starb am 3. Februar im Alter von 80 Jahren. Sein Ableben gilt als „aussergewöhnlicher Todesfall“ und wird von der Justiz untersucht.
Seine zurückbleibende Frau sagt, ihr Mann sei nach einer Fischvergiftung „überraschend“ verstorben. Er habe „nie betrogen“.
Die Schuldanerkennung, die Rappold unterzeichnete, stammt vom 19. Januar dieses Jahres.
Laut einem Insider soll sich Rappold gegenüber der Frau verpflichtet haben, ihr 15 Millionen zu schulden und diese zurückzuzahlen.
Am 3. Februar, also am Tag von Rappolds Ableben, verfügte der zuständige Einzelrichter am Bezirksgericht Meilen den Arrest von Vermögenswerten im Zusammenhang mit dem Fall Rappold.
Am 5. Februar, zwei Tage nach dem Tod Rappolds und in Unkenntnis der Tragödie, reichte die Frau über ihren Zürcher Anwalt Strafanzeige bei der Zürcher Staatsanwaltschaft ein. Diese bestätigte diese Woche den Eingang der Anzeige.
Mit dem Arrest von Vermögen wurde unter anderem ein Konto mit 5 Millionen bei der Privatbank Julius Bär blockiert. Das Geld gehört einem amerikanischen Ehepaar, das seit den 1980er Jahren zu den Kunden von Jörg Rappold zählte.
Beim Geld, welches das US-Paar von Rappold verwalten liess, handelte es sich um unversteuerte Vermögen.
Das amerikanische Ehepaar wählte nach dem Ende des Bankgeheimnisses den Weg der Selbstanzeige. Nachdem die beiden Amerikaner mit dem US-Fiskus ins Reine gekommen waren, forderten sie von ihrem Schweizer Vertrauten Rappold ihr Vermögen heraus.
Dieser konnte es nicht liefern. Das Geld war nicht verfügbar.
Es ging um mindestens 10 Millionen. Im Sommer 2013 kam es zu einem Deal. Jörg Rappold verpflichtete sich, dem US-Paar die Millionen über die Zeit zurückzuzahlen.
Das gelang Rappold zum Teil. Vermutlich musste er dafür auf Gelder seiner anderen langjährigen Kundin zurückgreifen.
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Es handelt sich um die Witwe, welche mit ihrer Strafanzeige gegen Rappold, der zu den bekanntesten Figuren des Zürcher Freisinns zählt und von seinen Freunden als „Leuchtturm“ des Liberalismus bezeichnet wird, den Fall ins Rollen gebracht hat.
Vor rund 2 Jahren schöpfte sie Verdacht, dass mit der Verwaltung ihres Vermögens, das noch aus der Zeit ihres im 2008 verstorbenen Ehemanns stammt, etwas nicht mit rechten Dingen zu- und herging.
Laut einer Quelle hatte sie von Rappold verlangt, dass dieser keine Vermögensverwaltung, sondern nur Steuerverwaltung machen würde.
Zudem wollte sie keine Anlagen im Ausland.
Trotzdem unterschrieb sie Vollmachten zugunsten von Rappold. Dieser legte Teile des Vermögens in Firmen und Konstrukten in Liechtenstein und Singapur an.
Ihre Vermögenswerte waren bei Rappold aufgelistet unter dem Titel „Festgeld Jörg Rappold“. Auch diese Bezeichnung machte die Frau stutzig.
Ende 2014 wurde aus dem Verdacht bei der Frau Gewissheit. Sie hatte laut Rappold physisches Gold in einem Safe einer Zürcher Bank.
Als sie zur Bank ging und für ihre Enkel für Weihnachten etwas Gold haben wollte, eröffnete ihr der Banker, dass sie kein Gold besitzen würde.
Damit konfrontiert, soll Jörg Rappold laut einer Quelle gesagt haben: „Wieviel brauchst Du?“
Die Frau hatte schon zuvor einen Treuhänder eingeschaltet. Der empfahl ihr, rasch aktiv zu werden, verstarb dann aber.
Dessen Sohn nahm sich den Sorgen der Frau an. Er empfahl ihr einen renommierten Zürcher Anwalt. Dieser hat die Schuldanerkennung von Rappold, den Arrest von Vermögenswerten und die Strafanzeige gegen den Anwalt eingeleitet.
In Aktennotizen hat Peter Nobel, der Anwalt des involvierten US-Ehepaars, schon früh auf die Finanzprobleme von Jörg Rappold hingewiesen.
Anfang 2014 hielt Nobel fest, dass er Jörg Rappold „in einem miserablen Zustand“ angetroffen habe. Dieser habe ihm gesagt, dass das Vermögen in Singapur verloren sei.
Nobel drängte seine Klienten, die beiden US-Bürger und langjährigen Vermögensverwaltungs-Kunden Rappolds, diesen zu schonen. „Do not drive him to suicide“, hielt Nobel fest.
Im Juni letzten Jahres gab Rappold Nobel einen Handschrift-Zettel. Darauf hielt der Anwalt fest, dass seine Mittel erschöpft seien und er seine Verpflichtungen gegenüber dem US-Paar, also der Klientschaft Nobels, nicht erfüllen könne.
Peter Nobel wollte sich gestern auf Anfrage nicht zum Fall äussern.