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Im dritten Match innert drei Tagen glückte Wawrinka die bislang beste Saisonleistung. Zwar fügte Nadal dem Lausanner nach 2:08 Stunden mit einem Rückhand-Winner die 12. Niederlage im 20. Spiel der Saison bei, doch in gewisser Hinsicht fühlte sich auch Wawrinka wie ein Gewinner. "Das war ein grosses Spiel. Daraus kann ich viel Positives mitnehmen", sagte er nach der knappen Niederlage im hochstehenden Duell mit der Weltnummer 1.
Ab Mitte des ersten Satzes, spätestens ab dem zweiten Satz duellierten sich Wawrinka und Nadal mit wenigen Abstrichen auf höchstem Niveau. Im Vergleich zu den vorangegangenen Partien spielte Wawrinka konstanter, dazu setzte er mit brachialen Backhand-Schlägen sowie einem Passierball nach einem erlaufenen Lob ein paar Ausrufezeichen. Wiederum steigerte er sich während der Partie, sodass er im zweiten Satz nach einer Reihe hochstehender Punkte zum Satzgewinn aufschlagen konnte. Nadal schlug aber mit dem Break zum 5:5 zurück und verwertete im Tiebreak seinen zweiten Matchball.
Die entscheidenden Momente im ersten Satz spielten sich kurz vor und unmittelbar nach einem Regenunterbruch ab. Vor der Zwangspause hatte Wawrinka beim Stand von 4:4 die grosse Chance, den Satz an sich zu reissen. Mit fünf Punkten in Serie befreite sich Nadal aus einem 0:40; nur bei einem der Breakbälle liess er einen Ballwechsel zu. Im ersten Game nach dem Unterbruch gelang dem Spanier dann das Break.
Für Nadal, dessen Saisonbilanz bei 37:3 Siegen hält, geht das Turnier in Toronto in der Nacht auf Samstag mit dem Viertelfinal gegen Marin Cilic weiter. Wawrinka wird für den Achtelfinaleinzug und die Siege gegen Nick Kyrgios und Marton Fucsovics mit der Rückkehr in die Top 150 der Weltrangliste belohnt. Nächste Woche tritt der 33-Jährige mit einer Wildcard in Cincinnati an - und gestärktem Selbstvertrauen. "Die zwei Siege geben Vertrauen. Das Turnier und nicht zuletzt das Spiel gegen Nadal haben mich darin bestätigt, dass ich auf einem hohen Niveau bin. Ich bin dabei, die Automatismen wieder zu finden."
Trotzdem: Will Wawrinka den Umweg über unterklassige Turniere vermeiden und an den grösseren nicht mehr auf Wildcards angewiesen sein, braucht er in den kommenden Wochen Resultate. Von einem geschützten Ranking, das länger verletzt gewesenen Spielern Zugang in die Haupttableaus verschafft, profitiert der Schweizer nicht; er hat seinerzeit vergessen, rechtzeitig einen Antrag zu stellen respektive war sich dieser Pflicht nicht bewusst.
(sda)