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|Wolfgang Amadeus Mozart: - Requiem d-Moll KV 626|

||Allg.: Requiem (lat. requies > Ruhe), nach den Anfangsworten des Introitus "R. aeternam dona eis, Domine" (Herr gib ihnen die ewige Ruhe) benannte lat. Totenmesse als Mittelpunkt des liturg. Totengeleits; sie enthält u.a. das >> Dies irae und einen besonderen Schluss des Agnus Dei. Nach der neueren Liturgiereform stehen mehrere liturg. Formulare zur Auswahl.|
|Mozarts Requiem, sein letztes und
unvollendet gebliebenes Werk, war ein Auftragsstück von Franz Graf von
Walsegg-Stuppach,
der es zum Gedächtnis seiner verstorbenen Gattin als eigene Komposition wollte aufführen
lassen. Wegen des Auftragsbetrages veranlasste Mozarts Witwe Konstanze eine
Ergänzungsarbeit. Das Werk ist der breiten Öffentlichkeit in der unmittelbar nach Mozarts
Tode unternommenen Fassung seines Schülers Franz Xaver Süssmayr bekannt. - Süssmayrs
Arbeit wurde schon im 19. Jahrhundert angefochten. In der Tat weist seine Arbeit
grundsätzliche grammatische und satztechnische Fehler auf, die Mozarts Sprache fremd
sind, z.B. eklantante parallele Quinten in der Orchesterbegleitung des Sanctus oder die
umständliche, kaum ausgearbeitete Osanna-Fuge.

In letzter Zeit haben sich mehrere Musiker bemüht, die Unzulänglichkeiten Süssmayrs aus der Requiem-Partitur zu bereinigen, so z.B. Robert D. Levin. - Im Gegensatz zu anderen "Vollendern" (neben Franz Xaver Süssmayr auch Abbé Maximilian Stadler oder Duncan Druce) war es Levins Absicht, die rund 200-jährige Tradition des Requiems zu respektieren, indem nicht möglichst viel, sondern möglichst wenig retuschiert wurde, um den angepassten mozartischen Charakter, Gefüge, Stimmführung, Verlauf und Struktur nachzuahmen.

Bassethorn (Bassklarinette), Griesbacher, um 1800. Später eingefügte Zusatzklappen.
Die heutige Form des Bassethornes sieht etwas anders aus und kommt in letzter Zeit auch in Blasmusik-Kapellen wieder vermehrt zum Einsatz.
Der tiefe, düstere Klang des Bassethornes hat Mozart gegen Ende seines Lebens mächtig angezogen. Deshalb räumte er diesem Instrument in seinem Requiem eine vielleicht nicht gerade "wichtige", wohl aber "bedeutende" Rolle ein.
|Levins Neuergänzung des unvollendeten
Mozart-Requiems wurde 1991 im Rahmen des europäischen Musikfestes Stuttgart
uraufgeführt. - In diesem Jahr hat es sich der Bieler Kammerchor unter der Leitung von
Alfred Schilt zur Aufgabe gemacht, die neueste Fassung dieses Werkes zu erarbeiten
und in der Stadtkirche Biel (Schweiz) aufzuführen, was sich für die zahlreichen
Zuhörer zu einem verinnerlichten musikalischen Erlebnis gestaltete.

Das meisterlich bearbeitete Meisterwerk wurde durch den Bieler Kammerchor unter der Leitung von Alfred Schilt meisterlich interpretiert, ein eindrücklicher Beweis dafür, dass es nicht immer Chöre und Orchester mit klingenden Namen sein müssen, die anspruchsvolle Werke zu interpretieren im Stande sind.
Begleitet wurde der Chor vom Orchester "Allegria Musicale", ein Klangkörper, der sich aus lokalen und regionalen Berufsmusikern zusammensetzte. Dem aufmerksamen Hörer mag aufgefallen sein, dass die Instrumentierung mit der grössten Sorgfalt vorgenommen wurde, indem beispielsweise die von Mozart vorgesehenen Bassethörner und Barockposaunen eingesetzt wurden. Diese Instrumente ergeben hinsichtlich Klang diejenige düstere Note, die Mozart für gewisse Passagen wohl vorgesehen haben mochte.
Walter Winkler
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