Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03140.jsonl.gz/555

Ein hundertjähriger Kampf
Anlässlich des fünfzigsten Jahrestags des Frauenstimmrechts, gehen wir noch einmal die Etappen durch, welche dieses bedeutende Resultat möglich gemacht haben.
Ein langer Kampf
1948, gewährleistet die neue schweizerische Bundesverfassung das Stimm- und Wahlrecht ausschliesslich den männlichen Schweizern Bürgern. Die Frauen sind faktisch von der Möglichkeit ausgeschlossen, am politischen Leben ihres Landes teil zu nehmen.
1868 verlangen in Zürich, anlässlich der kantonalen Verfassungsrevision, zahlreiche Frauen das Stimmrecht, dennoch ohne Erfolg. Es folgen verschiedenen Versuche: zahlreiche Frauen versammeln sich in örtlichen Vereinen und unterschreiben Petitionen. Während eines ganzen Jahrhunderts entwickeln die Schweizer Frauen zahlreiche Verbände, die formell, in verschiedenen Kantonen, die Einführung des Frauenstimmrechts verlangen.
Grundsätzlich wird es der Entscheid des Gemeinderates von Unterbäch (SV) sein, der 1957 den Schweizer Frauen das einmalige Stimmrecht erteilen wird. Der Weg ist aber noch lang: zwischen den 50er und 70er Jahren heissen viele Kantone das Frauenstimmrecht gut, dennoch nur auf lokaler Ebene. Im Tessin, können die Frauen das erste Mal auf kantonaler Ebene am 19. Oktober 1969 an die Urne gehen.
Der Sieg der Schweizer Frauen
Am 1. März 1969, demonstrieren 5’000 Menschen vor dem Bundeshaus in Bern anlässlich einer Kundgebung für das Frauenstimmrecht: es ist ein historischer Augenblick. Nach zwei Jahren, am 7. Februar 1971, erhalten die Schweizer Frauen endlich das Stimm- und Wahlrecht, sie können gewählt werden und innerhalb des eidgenössischen Parlaments ein politisches Amt bekleiden.
Heute, den 7. Februar 2021, feiern wir den fünfzigsten Jahrestag dieses historischen Augenblickes. Ein grosser Erfolg, der dank wichtigen historischen Persönlichkeiten wie Emilie Lieberherrr (1924-2011), Katharina Zenhäusern (1919-2014), Iris von Roten (1917-1990), Antoinette Quinche (1896-1979), Elsa Franconi-Poretti (1895-1995) erzielt wurde. Zusammen mit ihnen haben zahlreiche Schweizer Frauen für ihr eigenes Recht am politischen Leben teil zu nehmen lange gekämpft.
Es liegt noch ein langer Weg vor uns
Heute ist für uns von ActionAid auch die Gelegenheit gekommen, uns daran zu erinnern, dass der Weg in Richtung Geschlechtergleichheit noch weit ist: wie die Frauen der letzten Jahrhunderte, müssen auch wir uns dafür einsetzen, um uns einer immer grösseren Anzahl von Frauen weltweit anzunähern, um ihnen das Recht zu gewährleisten, am gesellschaftspolitischen Leben ihrer Gemeinschaft teil zu nehmen.
Eine Gesellschaft ist nicht vollständig ohne die Teilnahme ihrer weiblichen Bevölkerung: zusammen kämpfen wir dafür, dass immer mehr Frauen und Jugendliche in eine Zukunft der politischen und gesellschaftlichen Teilnahme blicken können.