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DIE SCHWEIZ IM ÜBERBLICK
Eingebettet zwischen den Alpen und dem Juragebirge ist die Schweiz ein Kommunikations- und Transportzentrum zwischen Nord- und Südeuropa.
Hier treffen europäische Kulturen und Sprachen aufeinander. Kein anderes Land bietet auf so engem Raum eine solche Vielfalt. Der hohe Entwicklungsstand der Schweizer Wirtschaft ist auf eine freiheitliche Wirtschaftsordnung, politische Stabilität und enge Verflechtungen mit ausländischen Volkswirtschaften zurückzuführen.
Der Staat schafft die notwendigen Rahmenbedingungen und greift nur dort ein, wo es im Allgemeininteresse liegt. Ein qualitativ hochwertiges Bildungssystem und eine hervorragende Infrastruktur sind die Grundlage der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz.
Die Währung der Eidgenossen heißt Schweizer Franken. Das Kleingeld trägt die Bezeichnung Rappen.
Abkürzung für Schweizer Franken: CHF, Nach der Münzverordnung ist im Deutschen auch die Abkürzung Fr. als korrekt zu akzeptieren.
Abkürzung für Rappen: Rp (französisch c., italienisch ct., rätoromanisch rp.)
1 CHF = 100 Rp.
Die von der Schweizerischen Nationalbank herausgegebenen Schweizer Franken sind auch die amtliche Währung für das Fürstentum Liechtenstein. Selbst für Einwohner der italienischen Exklave Campione d’Italia ist der Schweizer Franken das liebste Zahlungsmittel, obwohl dort eigentlich der Euro das gesetzliche Zahlungsmittel ist. Schweizer Franken gelten traditionell als harte und stabile Währung, was für die Gesundheit und Stärke der Schweizer Wirtschaft spricht. In Zeiten grosser Krisen besinnt man sich auch im Ausland gern auf den Schweizer Franken als sichere Geldzuflucht.
SCHWEIZER GESCHICHTE
Die Schweizer Geschichte ist stark von der Reformation und den darauffolgenden Kämpfen und Kriegen zwischen Katholiken und Protestanten geprägt.
Ende des 18. Jahrhunderts besetzte das revolutionäre Frankreich die Schweiz und gründete mit der Republik Helvetia einen Zentralstaat nach französischem Vorbild. Bald brach der Bürgerkrieg aus und die französischen Truppen kehrten in die Schweiz zurück.
1803 unterzeichnete Napoleon in Paris die Versöhnungsakte, und die Helvetische Republik wurde wieder zu einer Konföderation von 19 Staaten.
Auf dem Wiener Kongress von 1815 garantierten die europäischen Mächte der Schweiz die «immerwährende Neutralität». Die Kantone Wallis, Genf und Neuenburg schlossen sich der Schweizerischen Eidgenossenschaft an, die die Grenzen der heutigen Schweiz weitgehend definiert.
Mit der Verkündung der Bundesverfassung im Jahr 1848 wurde die Schweizerische Eidgenossenschaft endgültig von einem losen Bund selbständiger Kantone in einen modernen Bundesstaat umgewandelt.
Auf das Ende der römischen Herrschaft und den Einfall germanischer Stämme aus dem Norden folgt die grundsätzlich als frühes Mittelalter bezeichnete Periode. Während einer kurzen Zeit um 800 regiert Karl der Grosse über einen grossen Teil Westeuropas, inklusive die Schweiz, doch sein Reich zerfällt rasch wieder. Danach entwickelt sich ein Feudalsystem. Klöster bewahren das Erbe des lateinischen Lernens und entwickeln neue landwirtschaftliche Methoden.
Gilt als Gründungsjahr der Schweizerischen Eidgenossenschaft: Die Vertreter der drei Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden schworen einen Eid, gemeinsam ihre Freiheit zu verteidigen (Der Rütlischwur). Ihre Zustimmung hielten sie in einem Dokument fest, dem Bundesbrief, der heute als Gründungsakt der Schweizerischen Eidgenossenschaft gilt.
Der Legende zufolge wird Wilhelm Tell vom Habsburger Vogt Gessler gezwungen, mit der Armbrust einen Apfel vom Kopf seines Sohns zu schiessen. Tell schafft den Apfelschuss und tötet kurz darauf den Vogt. Tell und seine Geschichte wurden Teil des Gründungsmythos der Eidgenossenschaft. Ob Tell wirklich gelebt hat, lässt sich weder schlüssig beweisen, noch völlig widerlegen. Die Geschichte könnte einen historischen Kern haben.
Nach einem Friedensschluss mit dem habsburgischen Herrscher Maximilian I. im Schwabenkrieg verteidigte der Bund erfolgreich seine faktische Unabhängigkeit innerhalb des Reiches.
Der Dreissigjährige Krieg zerstörte grosse Teile Europas. Der Föderation gelang es, neutral zu bleiben. Der Kanton Graubünden, der noch nicht der Eidgenossenschaft beigetreten war, wurde aufgrund seiner strategischen Bedeutung zum Schlachtfeld zwischen französischen, österreichischen und spanischen Armeen.
Der Dreissigjährige Krieg endete mit dem Westfälischen Frieden. Durch diesen Vertrag haben die europäischen Mächte auch die Unabhängigkeit der Schweizerischen Eidgenossenschaft rechtlich anerkannt.
Ein Grossteil des heutigen Schweizer Territoriums ist von französischen Truppen besetzt, und auf Schweizer Territorium sind Kämpfe ausgebrochen, an denen österreichische und russische Truppen beteiligt waren. Auf französischen Druck hin wurde die Republik Helvetia mit einer zentralen Struktur nach französischem Vorbild gegründet.
Nachdem diese bald durch den Bürgerkrieg wieder zerrissen wurde, kehrten französische Truppen in die Schweiz zurück.
Da die zentralisierte Helvetische Republik nicht funktionierte, wurde auf Druck Napoleons in Paris ein Vermittlungsakt unterzeichnet: Die Helvetische Republik war wieder eine Föderation von 19 Staaten.
Auf dem Wiener Kongress von 1815 garantierten die europäischen Mächte der Schweiz die «immerwährende Neutralität». Die Kantone Wallis, Genf und Neuenburg traten der Schweizerischen Eidgenossenschaft bei, wodurch die Grenzen der Schweiz heute weitgehend gezogen sind.
Der Sonderbundskrieg, die bisher letzte militärische Auseinandersetzung auf Schweizer Boden, war ein kurzer Bürgerkrieg zwischen sieben konservativen katholischen Kantonen und den mehrheitlich liberalen protestantischen Kantonen.
Das Ergebnis des Krieges (die Kapitulation der katholischen Staaten) gipfelte in dem ehemals losen Staatenbund, einer neuen Bundesverfassung, die zum modernen Bundesstaat wurde, und einem aus zwei Kammern bestehenden Bundesparlament.
Die Zentralregierung übernimmt die Aufgaben der Länder in Bereichen wie der Aussen- und Finanzpolitik. Zweck der Verfassung ist es, die unterschiedlichen Interessen der Kantone mit den Interessen des gesamten Bundesstaates zu verbinden.
Die Schweiz bleibt im Ersten Weltkrieg neutral.
Die Schweiz bleibt im Zweiten Weltkrieg neutral.
Deutsche Nationalmannschaft gewinnt in Bern die Fussballweltmeisterschaft. Das Wunder von Bern war geboren.
Schweizer Männer akzeptieren die Einführung des Wahl- und Stimmrechts für Frauen auf Bundesebene in einer Volksabstimmung. Die Entscheidung fiel mit 66 Prozent Ja-Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 58 Prozent.
Das Schweizer Stimmvolk stimmt in einem Referendum dem neuen französischsprachigen Jura-Kanton zu. Das Gebiet gehörte zuvor zum deutschsprachigen Kanton Bern. Die föderalen Verfassungsänderungen, die zur Schaffung eines neuen Staates erforderlich sind, kommen nach jahrzehntelangen Spannungen zwischen Separatisten und Antiseparatisten.
Die Schweizer haben es schon immer vorgezogen, ihre lokalen Bräuche beizubehalten – und so ein reiches kulturelles Angebot und lebendige Traditionen ins Land zu bringen.
Ob zum Tanzen oder nicht – in der Schweizer Volksmusik wird hauptsächlich Tanzmusik gespielt.
Üblicherweise hört man „Schwyzerörgeli“ (Akkordeon) sowie Violine, Kontrabass, Klarinette und in manchen Regionen Hackbrett oder Trumpi (Maultrommel). Die alpenländische Volksmusik entwickelte sich durch die ungeschriebene Weitergabe von Fertigkeiten und Kompositionen – über Generationen, Jahrzehnte, Jahrhunderte. Die älteste bekannte Kuhreihe stammt aus Appenzell und wurde 1545 urkundlich erwähnt. Ursprünglich ein Musik- und Signalinstrument der Hirten, gilt das Alphorn als urschweizerisch, ebenso wie die zahlreichen Jodlerchöre, die sich seit dem 19. Jahrhundert gebildet haben. Generell zeichnet sich die Schweiz durch eine breite Laienmusikszene aus. Fast jedes Dorf hat mindestens einen Chor oder eine Blaskapelle.
Das Essen in der Schweiz ist ein Potpourri verschiedener Ländereinflüsse, sie verbindet die Küchen ihrer Nachbarstaaten und schafft daraus mit regionalen Zutaten eine einheimische Küche.
Es gibt einige typische Schweizer Gerichte und Spezialitäten wie Fondue, Älplermagronen oder Schokolade. Allerdings ist es schwierig, von einer echten Schweizer Küche zu sprechen. Es gibt eine Küche mit Berner Platte und Berner Rösti. Eine Küche mit Waadtländer Saucisson und Lauchgemüse. Eine Küche mit St. Galler Ribelmais und Felchen aus dem Bodensee. Das Wallis ist berühmt für sein Raclette, das Bündnerland für seine Capuns, Zürich für sein Geschnetzeltes, Luzern für seine Chügelipastete und das Tessin für seine Mortadella und Luganighe. Würste, die gibt es überall: Die Schweiz, ein reiches Land mit fast 350 verschiedenen Würsten. Das ist – gemessen an der Landfläche – eindeutig Weltrekord. Die Schweizer Weine sind übrigens nicht die besten der Welt, aber sie bewegen sich dorthin. Neben den bekannten Klassikern sorgt die Erweiterung um neue und autochthone Sorten für ein einzigartiges Degustationserlebnis im Schweizer Weinland.
In der Schweiz gibt es eine grosse Zahl von Kalenderbräuchen – die Mehrzahl sind heidnischen Ursprungs oder religiös verankert.
Die Art und Weise, wie das Fest gefeiert wird, ist je nach Saison und Region sehr unterschiedlich. Einige von ihnen blicken auf lange Traditionen zurück, andere sind jüngeren Datums. Viele Veranstaltungen spiegeln die Aktivitäten des Landwirtschaftsjahres wider, wie zum Beispiel der Beginn der Rebarbeit im Frühling, die Alpauffahrt oder Alpabfahrt im Sommer und das Weinfest, Chästeilet und Älplerchilbis im Herbst. Weil die Bauern im Winter weniger arbeiten als zu anderen Jahreszeiten, gibt es mehr Feste und Bräuche. Bis heute steht auch die Austreibung des Winters auf der Tagesordnung böser Geister und Dämonen – eine Tradition, die in zahlreichen Faschings- und Jahresabschlussbräuchen gipfelt. Andere Feierlichkeiten erinnern an historische Ereignisse, wie zum Beispiel große Siege in historischen Schlachten.
Sportbräuche hinkten dem internationalen Sport lange hinterher – aber in letzter Zeit sind sie wieder zu ihrer besten Form zurückgekehrt.
Während sportliche Bräuche, insbesondere regional oder lokal, oft völlig in Vergessenheit geraten, erfreuen sich manche Sportarten wieder zunehmender Beliebtheit. Grossanlässe wie das Eidgenössische Schwingen oder das Älplerfest ESAF erfreuen sich wachsender Beliebtheit, 2010 stellte das Fest mit 250’000 Gästen einen neuen Rekord auf und ist damit das grösste Schwingfest der Welt überhaupt. Es ist erwähnenswert, dass keine zusätzlichen Polizisten zur Aufrechterhaltung der Ordnung erforderlich sind, die Autorität des Sprechers ist völlig ausreichend. Athletische Schwinger, kraftvolle Steinstösser und schlagstarke Hornusser zeigen ihr Können bei einer mehrtägigen Feier, begleitet von der Musik von Jodlerchören und Handörgeli-Kappellen.
Die Landwirtschaft in der Schweiz hat eine lange Geschichte. Heute geht man von 4000 v. Chr. aus. Es wurden Weiden oberhalb der Baumgrenze genutzt.
Die Käseproduktion im Sommer hilft den Menschen, Milch zu sparen und Vorräte für den langen Winter zu schaffen. Während der Alpwirtschaft entwickelten sich verschiedene Bräuche, wie festliche Auf- und Abzüge, Andachten, Älplerchilbi oder Chästteilet – Traditionen, die bis heute sorgsam gepflegt werden. Aus der Ferne sieht das Leben in den Alpen romantisch aus: das Läuten der Glocken, ein Grashalm im Mundwinkel, die Fülle der Natur, der Sonnenuntergang auf den Berggipfeln und das Kerzenlicht auf dem Holztisch. Darüber hinaus bedeutet der Beruf aber harte Handarbeit und ein einfaches Leben, was in letzter Zeit Städter aus dem In- und Ausland anzieht.
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Schweizerdeutsch ist die Sammelbezeichnung für den alemannischen Dialekt, der von allen Bevölkerungsschichten in der Deutschschweiz gesprochen wird.
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