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Ein Regiment Innerschweizer, Solothurner und St. Galler zog 1688 im Dienste Venedigs in den «Heiligen Krieg» gegen die Türken. Der Nuntius propagierte den Feldzug als Schritt zur Befreiung des Heiligen Grabes, Luzern lehnte ihn als einen Zug in den sicheren Untergang ab. Bei der Belagerung von Negroponte schlug die Stunde der Wahrheit.
Die sorgfältige Rekonstruktion des Verlaufs des heute beinahe vergessenen Feldzuges nach Griechenland macht aus dieser Arbeit einen Schlüssel zum Morealied, der ältesten Darstellung des eidgenössischen Aufbruchs gegen den «Erzfeind der Christenheit». Das ist aber nur eine Seite der Arbeit. Andere Seiten decken die wirtschaftlichen und sozialen Aspekte des ungewöhnlichen Feldzuges auf, bieten eine Einführung in das eidgenössische Solddienstwesen und ermöglichen einen erstaunlichen Einblick ins ausgehende 17. Jahrhundert der Innerschweiz, insbesondere Obwaldens.
Das besondere Verdienst der Arbeit liegt dort, wo es ihr gelingt, einfache Söldner der Vergessenheit zu entreissen, sozusagen dem «Unbekannten Soldaten» sein menschliches Antlitz zurückzugeben.