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Ein Leben für die Kunst – so liesse sich die Vita des Malers und Grafikers Ernst Baumann zusammenfassen. Schon als Kind war er entschlossen, Maler zu werden, und allen äusseren Widrigkeiten zum Trotz gelang es ihm, seinen Traum wahrzumachen: mit sicherem Strich und kraftvollen Kompositionen.
Stillleben und Landschaften, Stadtmotive und Genreszenen bilden die Hauptsujets im Œuvre des Künstlers, der seine produktivste Schaffenszeit in den 1950er- bis 70er-Jahren erlebte. Aufgewachsen auf einem kleinen Bauernhof im Kanton Bern, ging Baumann mit achtzehn Jahren nach Basel, wo er die Kunstkurse der Allgemeinen Gewerbeschule besuchte. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, machte er eine Ausbildung zum Flachmaler und war bis 1948 als Arbeiter für verschiedene Firmen tätig. Die 1930er-Jahre waren von grosser finanzieller Not geprägt. Dennoch gelang es Baumann, sich während der Wintermonate, in denen er arbeitslos war, in Paris künstlerisch weiterzubilden: Er besuchte die von der Schweizer Malerin Martha Stettler geleitete Académie de la Grande Chaumière am Montparnasse und die für ihre Progressivität bekannte Académie Colarossi. In den späten 30er- und frühen 40er-Jahren konnte Baumann mit seiner vorwiegend dunkeltonigen, expressiv abstrahierenden Malerei erste Erfolge für sich verzeichnen: Er erhielt mehrere Stipendien, nahm erfolgreich an Wettbewerben teil und durfte 1945 ein Wandbild in der Abdankungskapelle des Friedhofs am Hörnli in Basel ausführen – ein Auftrag, dem weitere folgen sollten. Das Jahr 1955 brachte eine entscheidende Veränderung im Schaffen des Malers mit sich: Sein erster Aufenthalt im Mittelmeerraum hellte seine Farbpalette auf, fortan entstanden häufig Bilder in kräftig leuchtendem Kolorit. Das Gemälde Kastanienzweig in der Kunstsammlung der Mobiliar datiert noch in die Zeit davor, und es zeigt die für Baumann typische Dichte einer Komposition, die ihren Gegenstand bewusst in die Fläche übersetzt und zugunsten einer besonderen Bildstimmung auf Details verzichtet.
1948 erhielt Ernst Baumann eine langjährige Anstellung als Lehrer an der Schule, in der seine Künstlerkarriere ihren Anfang genommen hatte – an der Allgemeinen Gewerbeschule in Basel. Seine atmosphärisch aufgeladenen Werke konnte er ab den 1950er-Jahren in diversen Gruppenausstellungen präsentieren.
Ernst Baumann wurde 1909 in Wileroltigen (CHE) geboren; er starb 1992 in Basel (CHE).
Tätigkeitsbereiche: Malerei, Wandmalerei, Grafik, Mosaik