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Serena Williams und Natalie Rickli unterscheiden sich ziemlich stark voneinander, nicht nur äusserlich, sondern auch in ihrer beruflichen Situation. Doch es gibt Gemeinsamkeiten: Beide sind Frauen, beide sind erfolgreich, und beide sahen sich in den letzten Tagen mit Sexismus konfrontiert.
Dieser Begriff, den viele mit keinerlei klarem Inhalt verbinden, fungiert ja vor allem als Reizwort. Die Diskussion darüber, ob es sexistisch sei, dass Williams bestraft wurde, nachdem sie am Final des US-Open den Schiedsrichter beschimpft hatte, werde «auf einer falschen Ebene geführt», schrieb ein Sportjournalist des «Tages-Anzeigers» auch an die Adresse einer Kollegin – Williams sei einfach arrogant. Die Kollegin hatte tags zuvor Williams’ Wutausbruch als nachvollziehbare Reaktion auf die geschlechtsspezifische Regelsetzung im Tennis zurückgeführt.
SVP-Nationalrätin Natalie Rickli hingegen will keinen Grand Slam gewinnen, sondern einen Sitz im Zürcher Regierungsrat. Dass das E-Mail, mit dem ihr parteiinterner Konkurrent die SVP-Delegierten vor der Nominierung von seiner Kandidatur überzeugen wollte, sonnenklar sexistischen Inhalts war, erkannten sogar die Hardcore-SVP-Frauen. Es war ein Selbstschuss – Rickli ist strahlende Kandidatin.
Zum Glück spielt es keine Rolle, dass auch meine feministischsten Persönlichkeitsanteile mich nie und nimmer zwingen könnten, Frau Rickli zu wählen.