Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03341.jsonl.gz/1299

Denkmalgeschütztes Gut im Wandel
Historische Eckpunkte
Der jetzige Zustand des Bauernhofs ist auf verschiedene Veränderungen zurückzuführen. Im Zuge des grossen Um- und Neubaus des ganzen Bauernhofs, von 1835 bis 1841, kam es auch zu einer eingreifenden Umgestaltung und Aufstockung des Speichers. Dabei wurde festgestellt, dass es sich bei dessen flach gewölbtem Keller um den ältesten Bauteil des ganzen Hofs handelt. Zudem wurden historische Grundmauern eines noch älteren Speichers gefunden. Vermutlich eines Heidenstocks, der bis ins 16. Jahrhundert als Steinspeicher genutzt wurde und das einzig massiv gemauerte Gebäude eines Bauernhofs bildete. Die Bauern selbst lebten in Holzhäusern mit Strohdach, die als Fahrhabe flexibel abgebrochen und wieder aufgebaut werden konnten. Der aus Stein gebaute Speicher bot im Gegensatz zum Holzhaus guten Brandschutz und war ein sicherer Ort gegen Plünderungen.
Überführung in die jetzige Zeit
Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurden in den repräsentativen Räumen im Obergeschoss des Haupthauses auch phasenweise Gäste beherbergt. Nach dieser partiellen gastwirtschaftlichen Nutzung diente das ganze Haus wiederum und bis heute dem Wohnen und Wirtschaften von Angehörigen der Betriebsleiterfamilien. Seit 1905 erfolgten beim Bauernhaus und beim Stöckli mehrere Handwechsel, Teilungen und Wiedervereinigungen innerhalb verschiedener Familien. Heute bildet der eindrückliche Komplex an der Dorfstrasse wieder eine Einheit.
Der Anbau wurde anlässlich der Stallumbauten um 1950 erneut ausgeräumt und zum Milchraum umfunktioniert. Am Bauernhaus selbst fallen vor allem die grösseren Zement- respektive Betoneinbauten im Stall aus der Zeit um 1950 auf. 1951 sanierte man die Wohnung im Erdgeschoss und setzte den grossen braunen Kachelofen auf. Um 1970 gab es zudem grössere Umbauten im Stöckli, und um 1990 wurde die schmalseitige Westlaube am Bauernhaus eingewandet, neu überdeckt und wärmegedämmt. Die Umnutzung des Obergeschosses zu eigentlichen Wohnzwecken erfolgte um 1990. Seit Januar 2020 wird die Ferienwohnung im Speicher über die Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet. Bis zu fünf Personen können darin Berner Baukultur erleben und bei Interesse auch aktiv am Hofleben teilnehmen oder Produkte des Hofs im hauseigenen Bauernkiosk beziehen. ●