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Hebammen der ZHAW forschen mit Hebammen in Teheran
Entwicklung und Validierung eines Instruments zur Beurteilung der sexuellen Lebensqualität nach der Geburt eines Kindes
In einem gemeinschaftlichen Projekt der Forschungsstelle Hebammenwissenschaft der ZHAW mit dem Nursing and Midwifery Care Research Center, Tehran University of Medical Sciences (TUMS) entwickeln und validieren Dr. Susanne Grylka (Hebamme, Forschungsschwerpunkt u.a. postpartale Lebensqualität, ZHAW) und Dr. Azam Rahmani (Hebamme und Sexualforscherin, TUMS) ein Instrument zur Beurteilung der sexuellen Lebensqualität nach der Geburt. Die beiden Forscherinnen haben sich erfolgreich für einen Seed Money Grant beworben, einer Förderinstitution für die Forschungszusammenarbeit der Schweiz mit Südasien und dem Iran, in der die ZHAW seit 2017 als Leading House agiert.
Sexualleben als wichtiger Teil der weiblichen Gesundheit
Die Geburt eines Kindes ist ein überwältigendes, aber manchmal auch stressiges Erlebnis, das die weibliche sexuelle Lebensqualität beeinträchtigen kann. Sexuelle Disfunktionen sind häufig in der postpartalen Phase und können sich negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden auswirken, aber auch die Partnerschaft belasten. Die Sexualität nach der Geburt eines Kindes ist jedoch ein bisher wenig erforschtes Thema. Die Forscherinnen planen deshalb, die wichtigsten Faktoren der sexuellen Lebensqualität von Erstgebärenden im Iran und in der Schweiz zu untersuchen. Zudem wird die iranische Version eines Instruments zur Beurteilung der sexuellen Lebensqualität in der Zeit nach der Geburt eines Kindes entwickelt und validiert werden.
Interviews und Entwicklung eines standardisierten Fragebogens
Das Projekt beinhaltet eine explorative, zweiphasige Studie mit einem Mixed Methods Studiendesign. Mit einer Literaturübersicht und mit Einzel- sowie Fokusgruppeninterviews in beiden Ländern werden Faktoren erforscht, die im Zusammenhang mit der sexuellen Lebensqualität nach der Geburt des ersten Kindes stehen. Auf dieser Basis wird die iranische Version eines standardisierten Fragebogens entwickelt werden, der anschliessend bei 200-300 Frauen angewendet und validiert wird.
In Folgestudien soll dieses Instrument auf Deutsch übersetzt und kulturell angepasst werden. Die Ergebnisse dieser Studie werden zukünftig ermöglichen, die sexuelle Lebensqualität nach einer Geburt zu beurteilen. Sie sollen zudem benutzt werden, um geeignete Interventionen und Lösungen zu entwickeln, damit das weibliche Sexualleben nach einer Geburt in Iran und in der Schweiz verbessert werden kann.