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Seit je haben das Sexualstrafrecht und insbesondere die strafrechtliche Regelung der Pornografie eindrucksvoll die moralischen Ansichten der Gesellschaft und ihre Auffassung von «normaler» Sexualität widergespiegelt. So wurde unter früherem Recht das Pornografieverbot noch ganz unverblümt mit dem Hinweis auf die «sittenverderbenden Einflüsse unzüchtiger Literatur», d. h. mit der Annahme begründet, dass Pornografie die allgemeine Sexualmoral zu korrumpieren Aus der ZeitschriftZStrR 3/2014 | S. 318–343 Es folgt Seite № 319drohe.1 Die dieser Ansicht zugrunde liegende traditionelle Sexualmoral, die basierend auf althergebrachten Vorgaben besondere Verhaltensweisen wie etwa vor- und ausserehelichen Geschlechtsverkehr, Homosexualität oder sadomasochistische Praktiken an sich für unmoralisch erklärte und teilweise auch zu entsprechenden strafrechtlichen Verboten führte, hat indes zunehmend an Bedeutung verloren.
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