Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03112.jsonl.gz/1716

Laurien van der Graaff muss eine bittere Pille schlucken. Die Schweizerin wird in den Viertelfinals des WM-Sprints in Lahti wegen einer harmlosen Behinderung disqualifiziert.
Die Fernsehbilder gaben zunächst keinen klaren Aufschluss über das Vergehen. Die Bündnerin hatte die Kanadierin Kikkan Randall bei einer 180-Grad-Wende offenbar leicht behindert. Ihr Skiende berührte noch die Skispitze von Kikkan Randall. Aber die Schweizerin war klar vorne, Randall fiel aber leicht aus dem Gleichgewicht.
"Ich habe keine Ahnung, was ich falsch gemacht habe. Ich bin mir keines Fehlers bewusst. Ich bin ratlos, ich wurde ohne Grund aus dem Rennen genommen", sagte die enttäuschte Schweizerin im TV-Interview.
Die Disqualifikation ist ärgerlich. Van der Graaff zeigte mit der fünftbesten Zeit in der Qualifikation eine tolle Leistung. Und auch die Viertelfinals hätte die Bündnerin überstanden, obwohl sie mit der Norwegerin Maiken Caspersen Falla und der Schwedin Hanna Falk die Nummern 1 und 4 des Prologs in ihrem Heat hatte. Van der Graaff wurde Dritte und hätte als Lucky Loser die Halbfinals erreicht. Nadine Fähndrich scheiterte nach einem 5. Rang in ihrem Heat. Auch die Titelverteidigerin Marit Björgen schied bereits in den Viertelfinals aus.
Maiken Caspersen Falla gewann die erste Goldmedaille an den nordischen Weltmeisterschaften in Lahti. Die Olympiasiegerin aus Norwegen setzte sich im Skating-Sprint klar durch. Völlig überraschend gewannen die US-Girls Jessica Diggins und Kikkan Randall Silber und Bronze. Drei Amerikanerinnen im Final - das hätte niemand erwartet.
Die grosse Favoritin Stina Nilsson aus Schweden zeigte im Halbfinal eine "Harakiri"-Aktion. Sie lief in der Zielkurve auf gleiche Höhe auf und drückte dann nach innen. Prompt kam Nilsson zu Fall und fiel der Russin Natalia Matwejewa, ebenfalls eine Mitfavoritin, vor die Ski. Die Schwedin wurde disqualifiziert, was Matwejewa nichts mehr nützte.
Die Parcours in Lahti provozierte allerdings Zwischenfälle. Die Strecke war zwar breit, aber ausgerechnet nach dem letzten Anstieg sorgte eine 180-Grad-Wende für ein Gedränge und in der langen Kurve auf die Zielgeraden wurde der Radius immer kleiner. Während Nilssons Qualifikation logisch war, scheint das Out für Van der Graaff doch spitzfindig.
SDA-ATS