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Als Begründung verweisen die Utrechter Experten vor allem auf die „bärischen“ Bonitierungsergebnisse, Ernteprognosen und die Lagerbestandsentwicklung in den USA.
Die im Frühjahr verzeichnete Hausse für diese Ackerbauprodukte, die sich vor allem aus der Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Krimkrise und aus ungünstigen Witterungsbedingungen in wichtigen Anbaugebieten ergeben hatte, dürfte nach Einschätzung der Rabobank beendet sein.
Minus von 13,1 %
Im Einzelnen rechnet das Finanzinstitut für das laufende Kalenderjahr bezogen auf die Terminnotierungen in Chicago mit einem mittleren Weizenpreis von 5,94 $/bu (160 Euro/t); das würde gegenüber 2013 ein Minus von 13,1 % bedeuten. Mit Blick auf den Mais erwarten die Analysten einen Durchschnittspreis für 2014 von 4,40 $/bu (127 Euro/t), der demnach um 23,7 % unter dem Vorjahreswert liegen würde. Im zweiten Quartal 2015 sollen sich die Maisnotierungen in der US-Metropole auf einem Niveau von 4,20 $/bu (122 Euro/t) bewegen. Für Soja prognostizieren die niederländischen Experten ein mittleres Preisniveau von 13,12 $/bu (354 Euro/t), womit der Vorjahreswert von 2013 um 6,6 % unterschritten würde.
Weniger Weizen aus Kanada erwartet
Wie die Bank mit Blick auf den Weizenmarkt ausführt, ist hier in der Vermarktungssaison 2014/15 mit einem ausgeprägten Preisdruck zu rechnen, und zwar als Folge der voraussichtlich zunehmend komfortablen Versorgungslage: Unter anderem wird für die Europäische Union ein Produktionszuwachs von 3 % bis 4 % erwartet. Außerdem sollen in Argentinien zwischen 4 Mio t bis 6 Mio t mehr exportfähiger Weizen zur Verfügung stehen. Gleichzeitig wird jedoch die internationale Futterweizennachfrage der Analyse zufolge nachlassen, und Nordafrika sowie China werden weniger Weizen importieren. Die chinesischen Einfuhren dürften nach der Prognose der Fachleute um rund 4 Mio t oder etwa 55 % zurückgehen. Diese Entwicklung wird mit der qualitativ guten Ernte im „Reich der Mitte“ begründet.
Leicht preisstützend sollte dagegen laut Rabobank der voraussichtliche Rückgang der Schwarzmeerexporte um 2 Mio t oder 5 % sowie das geringere Weizenaufkommen in Nordamerika wirken. Für Kanada wird 2014/15 die größte Produktionseinschränkung im internationalen Vergleich erwartet, und zwar als Reaktion der Landwirte auf die dort noch außerordentlich umfangreichen Bestände sowie die relativ niedrigen Erzeugerpreise. Derweil seien die Aussaatbedingungen in Australien zurzeit zwar sehr gut, aber die dortige Ernte könnte im Vergleich zum Vorjahr schlechtere Eiweißgehalte erbringen, sollte das für September erwartete Wetterphänomen „El Niño“ tatsächlich auftreten. Daraus leitet das Finanzinstitut eine steigende Wahrscheinlichkeit für proteingehaltsbedingte Preisaufschläge in der zweiten Hälfte 2014 ab.
Weizenpreis soll weiter sinken
Der Rabobank-Prognose zufolge dürfte eine Tonne Weizen in den USA im dritten Quartal dieses Kalenderjahres im Mittel rund 5,60 $/bu (151 Euro) kosten; das wären 13,9 % weniger als der mittlere Preis der vergangenen drei Monate. Am vergangenen Mittwoch (9.7.) gegen 5:05 Uhr Ortszeit wies die Warenterminbörse in Chicago für den Weizenfuture mit Fälligkeit im September 2014 einen Kurs von 5,54 $/bu (150 Euro/t) aus. Bis zum vierten Quartal wird der Kurs nach Ansicht der Utrechter Analysten wahrscheinlich weiter sinken, und zwar auf etwa 5,50 $/bu (149 Euro).