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Marianne Wehrli, LL.M Rechtsanwältin
Muss ich zwei Anwälte bezahlen?
FRAGE | Meine Frau hat einen Anwalt bestimmt, der uns eine Trennungsvereinbarung aufsetzen sollte. Im Entwurf ist vorgesehen, dass ich die Anwaltskosten übernehme. Nun hat meine Frau einen zweiten Anwalt aufgesucht, weil sie vom ersten nicht mehr überzeugt ist. Ich frage mich nun, wieviele Anwälte meine Frau noch kontaktieren darf, die ich bezahlen soll? Bin ich ihr ausgeliefert?
ANTWORT |Nein. Zwischen Anwalt und Klient besteht ein Auftragsverhältnis. In erster Linie ist also Ihre Frau als Vertragspartnerin des Anwalts zur Bezahlung des Anwaltshonorars verpflichtet. Der Anwalt könnte seinen Honoraranspruch nicht gegen Sie durchsetzen. Im Falle einer Trennung oder Scheidung ist es vielfach nicht nötig, dass beide Ehegatten einen eigenen Anwalt beauftragen. Sind sie gesprächs- und kompromissbereit kann auch ein Anwalt die Konvention vorbereiten. In diesen Fällen vereinbaren die Eheleute meist, das Honorar dieses Anwalts je zur Hälfte zu bezahlen, gleichgültig von wem er ursprünglich beauftragt wurde. Eine solche Regelung setzt aber die Zustimmung beider Eheleute voraus. Andernfalls bezahlt wie erwähnt der Auftraggeber das Honorar alleine.
In Ihrem Fall war Ihre Pflicht zur Bezahlung des Anwaltshonorars erst ein Vorschlag im Konventionsentwurf. Ihre Frau hat diesen Entwurf zwischenzeitlich verworfen. Damit fehlt es an einer verbindlichen Vereinbarung und Ihre Frau muss sowohl den ersten als auch den zweiten Anwalt selbst bezahlen. Natürlich können Sie in einer späteren Version der Trennungsvereinbarung auch freiwillig anbieten, sich am Honorar des ersten oder zweiten Anwalts – oder beider – zu beteiligen.
Rechtsfragen können gestellt werden an:
Marianne Wehrli, Rechtsanwältin, Laurenzenvorstadt 79, Postfach 4227, 5001 Aarau
E-Mail: <email-pii>