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Das Uptime Institute in Seattle ist ein Kompetenzzentrum für Data Center. In der Organisation haben sich verschiedenen Unternehmen zusammengeschlossen, um RZ-Know-how auszutauschen. Uptime vergibt auch weltweit Tier-Zertifizierungen. Zu den Mitgliedern gehören unter anderem Dell, Alibaba, T-Systems und die UBS. Mit dem "Global Data Center Staffing Forecast 2021-2025" hat das Institut nun erstmals die Personalsituation bei Rechenzentren untersucht.
Die Zahl der Mitarbeiter, die für den Betrieb der weltweiten Rechenzentren benötigt werden, werde bis 2025 von rund zwei Millionen auf fast 2,3 Millionen ansteigen, heisst es in der Studie. Für den EMEA-Raum wird bis dann ein zusätzlicher Personalbedarf von 81'500 Beschäftigten erwartet. Doch während die Nachfrage nach Cloud- und Colocation-Zentren stetig wachse, hätten die RZ-Betreiber Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden.
Diese Zahlen würden sich nur auf den "sicheren Betrieb" der Rechenzentren beziehen. Viele Betreiber würden zwar hoffen, das Problem mit Automatisierung und künstlicher Intelligenz lösen zu können, doch das werde nicht funktionieren, warnt die Studie.
Zu hohe Anforderungen bei den Qualifikationen
"Jeder in Nordamerika und Europa weiss, dass es ein Personalproblem gibt, aber es gibt eine Diskrepanz", erklärt Rhonda Ascierto, Head of Research bei Uptime und Hauptautorin des Berichts. "Die Betreiber stellen Mindestanforderungen, aber die Mitarbeiter brauchen nicht unbedingt einen Universitätsabschluss. Das kann durch gleichwertige Erfahrung ersetzt werden." Indem Uptime eine erste quantifizierbare Studie des Sektors durchgeführt habe, hoffe man, den Arbeitgebern deutlich zu machen, "dass ihre Anforderungen an Kandidaten möglicherweise höher sind als nötig".
Progonstizierte Entwicklung des Personbedarfs in den einzelnen Regionen.
50% der von Uptime Befragten gaben an, dass sie derzeit Schwierigkeiten haben, Kandidaten für offene Stellen zu finden. Ein Teil dieses Problems sei, dass der Sektor nicht gut sichtbar sei, so die Studie. Es brauche mehr Arbeit von Seiten der Betreiber und Bildungseinrichtungen, um potenzielle Kandidaten auszubilden und auf Jobmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Viele würden Data Center bis jetzt gar nicht als Karrieremöglichkeit in Betracht ziehen.
KI kann keine Ausfälle vor Ort beheben
Es gebe etwa 230 verschiedene Job-Funktionen in der Branche, die sich in Bereiche wie Business Support, Strategie, Betrieb, Technik, Monitoring, IT-Hardware und Netzwerke gruppieren, heisst es weiter. "Das Interesse an der Automatisierung von Jobs in Rechenzentren ist enorm gestiegen", so Ascierto. Die meisten dieser Job-Funktionen könnten jedoch nicht automatisiert werden: "Das sind menschengesteuerte Prozesse. KI kann keine Fehlersuche betreiben. Wenn es einen Vorfall oder einen Ausfall gibt, braucht man Menschen, die das Problem physisch beheben."
Das Uptime Institute fordert deshalb, dass die Branche jetzt damit beginnen müsse, in Initiativen und Ausbildung zu investieren. Es seien Massnahmen nötig, um einen "stetigen Nachschub an Talenten" aufzubauen. Sonst könne die Personalsituation zu einer Krise bei den Data Center führen.
Der "Staffing Report 2021-2025" beruht laut dem Uptime Institute auf ausführlichen Interviews mit Infrastruktur- und Führungsmanagern in allen wichtigen Regionen, die zusammen etwa 350 Rechenzentren betreiben. Diese seien mit Daten aus eigenen internen Statistiken kombiniert worden. Die Studie kann kostenlos auf der Uptime-Website
bestellt werden.