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Die ausgeführte Käsemenge stieg um 2,5 Prozent oder 1739 Tonnen auf 70’198 Tonnen, wie die TSM Treuhand GmbH am Montag mitteilte. Die meisten Exporte, nämlich 80 Prozent, gingen in die Nachbarländer, allen voran nach Deutschland. Die Exporte nach Europa nahmen um 2,7 Prozent zu. Exportschlager blieben der Emmentaler (17,5 Prozent) und der Gruyère (17,2 Prozent).
Die Importe nahmen allerdings prozentual stärker zu als die Exporte, nämlich um 4,9 Prozent. Vor allem aus Deutschland wurde im vergangenen Jahr mehr Käse eingeführt (10,1 Prozent), und zwar zu einem sehr tiefen Durchschnittspreis von 3.80 Franken pro Kilo. Der durchschnittliche Preis für Importkäse lag bei 6.19 Franken.
Der grösste Anteil importierter Käse stammte allerdings aus Italien (20’467 Tonnen), gefolgt von Frankreich (14’378 Tonnen). Deutschland kommt auf Platz drei (14’053 Tonnen). Eingeführt wurde in erster Linie Frischkäse, gefolgt von Weichkäse, Halbhartkäse und Extrahartkäse.
Die Handelsbilanz für das vergangene Jahr fällt dennoch insgesamt positiv aus: Unter dem Strich wurde mehr Schweizer Käse exportiert (70’198 Tonnen) als importiert (58’200 Tonnen). Angesichts eines eher schwierigen Marktumfeldes wirkt das Resultat auf den ersten Blick überraschend.
Denn nebst des starken Frankens hatten die Schweizer Käseproduzenten 2016 mit zwei weiteren Schwierigkeiten zu kämpfen: Die Aufhebung der Milchkontingentierung in der EU und das russische Handelsembargo gegenüber der EU führten dazu, dass sich die Käseimporte stark verbilligten.
Der russische Präsident hat das Einfuhrverbot für westliche Lebensmittel bis Ende 2017 verlängert. Es gilt für landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Milchprodukte, Fleisch und fast alle anderen Lebensmittel. Russland hatte das Embargo als Reaktion auf die erstmals Mitte 2014 verhängten EU-Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt verhängt.
Schweizer Käse ist davon zwar nicht betroffen. Allerdings bleiben mehrere EU-Staaten auf ihren landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die sie vor dem Embargo nach Russland exportierten, sitzen. Diese Produkte – darunter Käse – bleiben dadurch auf dem europäischen Markt und drückten die Preise, wie Manuela Sonderegger von der Switzerland Cheese Marketing AG auf Anfrage erklärte.
Dazu kommt, dass seit der Aufhebung der Milchkontingentierung im EU-Raum jeder Bauer soviel Milch produzieren kann, wie er möchte. Das schwemmt zusätzlich billige Milch und Milchprodukte auf den europäischen Markt – was sich etwa am konkurrenzlos tiefen Preis für Importkäse aus Deutschland zeigt.
Doch Schweizer Käse, besonders Sortenkäse, steht offenbar für Qualität. Dank einer klaren Positionierung der Schweizer Käse als Qualitätsprodukte hätten die Preisunterschiede zu ausländischen Konkurrenzprodukten teilweise aufgefangen werden können, sagte Manuela Sonderegger weiter. Viele Konsumenten seien bereit, den vergleichsweise hohen Preis zu bezahlen.
Der vielfach billigere Importkäse etwa aus Deutschland fliesst zudem eher in die Nahrungsmittelindustrie, in die Grossgastronomie oder in das Gastgewerbe und landet seltener auf dem Käseplättli. Dort machen dem Schweizer Käse höchstens Qualitätskäse aus Frankreich oder Italien Konkurrenz.
(SDA)