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Unser zweites Hauptwerk von Le Corbusier zeigt eine abstrahiert dargestellte Frau vor einer gelben Tür. Zu ihrer Linken ist eine Harfe abgebildet, in welcher sich derselbe Gelbton widerspiegelt wie in der auf der rechten Seite dargestellten geöffneten Tür. Nicht nur von den Seiten wird die zentrale Figur dieses Werks – die möglicherweise bereits als Entwicklung hin zum idealen Proportionsschema, dem Modulor, gedeutet werden kann – gleichsam von Objekten eingekesselt. Auch von unten hat Le Corbusier horizontal ein Objekt abgebildet, das im Werkverzeichnis mit einem verästelten Baumstamm beschrieben wird. Der Hintergrund wird von einer Mauer bedeckt. Sie endet in Palisaden, die bis über die Bildgrenze hinaus zu wachsen scheinen. Neben der sorgfältig ausgearbeiteten Komposition spielt auch die Wahl der kräftigen Farben eine grosse Rolle, wiederholen sich doch nicht nur das Gelb sondern auch die Farbtöne Rot und Graublau. Dieses Ölgemälde kann als Modell für das ein Jahr später ausgeführte Wandgemälde in der Villa der Architekten Jean Badovici und Eileen Gray angesehen werden. Auch dort hat sich der Künstler für die Darstellung einer Frauengestalt vor einer geöffneten Tür und neben einer Harfe entschieden. Berichten zufolge wurde Le Corbusier – der auf dem Nachbargrundstück am Cap-Martin ein kleines Haus für sich gebaut hatte – von dem Architekten Jean Badovici dazu ermuntert, acht Wandgemälde in dessen Haus zu kreieren. Eileen Gray, die eigentliche Architektin des Hauses am Cap, war damals wohl verärgert über die zuvor noch nie gesehenen bunten und eigenwilligen Kunstwerke. Die heutige Wichtigkeit des Künstlers Le Corbusier zeigt sich unter anderem darin, dass das Hauptziel der späteren Restauration des Hauses nur darauf ausgelegt war, seine Wandbilder zu erhalten.