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Bevor wir uns mit den Heldentaten von Wilhelm Tell befassen, werfen wir der chronologischen Vollständigkeit zuliebe einen Blick zurück, genauer gesagt nach Norden: nach Dänemark. Hier lebte in grauer Vorzeit ein Armbrustschütze namens Toko. Das zumindest erzählt uns der skandinavische Mönch Saxo Grammaticus in seinem Geschichtswerk "Gesta Danorum" (Geschichte der Dänen) aus dem Jahr 1200. Die fraglichen Ereignisse sollen sich dreihundert Jahre zuvor unter der Herrschaft von Harald II, genannt Blauzahn (936-966), zugetragen haben.
Der König forderte den tüchtigen Toko in einer Geschicklichkeitsprüfung auf, seine Armbrust nicht wie üblich auf eine an einem Stab befestigte Zielscheibe, sondern auf einen Apfel zu richten, der auf dem Kopf seines Sohnes thronte. Nach vollbrachter Tat fragte König Harald Toko, warum er einen zweiten Pfeil eingesteckt habe. Worauf Toko erwiderte, er hätte ihn damit getötet, falls der Versuch misslungen wäre. Die Geschichte ist mit jener Willhelm Tells fast identisch. Nicht so ihre Fortsetzung – denn später treffen wir Toko auf einer wilden Skifahrt. Willhelm Tell hingegen konnte nicht skifahren...
Toko ist nicht allein. In den nordischen Ländern sind Legenden, die sich um Äpfel und Pfeile ranken, keine Seltenheit; ähnliche Berichte gibt es auch in Grossbritannien und sogar im Kanton Bern.
Doch der wackere Eidgenosse sticht sämtliche Rivalen aus – nicht bezüglich Originalität der Geschichte, sondern wegen seinem Ruf: Kein anderer Schütze erreichte je wie Tell internationale Berühmtheit.