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McLean/Pelletier. Das viertbeste Ausländerduo der NLA bleibt zusammen. Mit Pascal Pelletier haben die SCL Tigers den Vertrag bereits verlängert, mit Kurtis McLean wird das auch der Fall sein.
Die Mehrheit macht es sich oft zu leicht. Die Hauptverantwortlichen für die klar verpasste Playoffqualifikation der SCL Tigers wurden rasch gefunden und auf einen derart kleinen Kreis beschränkt, welcher für eine Mannschaftssportart wie Eishockey unrealistisch ist: Die Torhüter und die Ausländer. Schon allein ein genauerer Blick auf die Skorerliste nach 46 Runden würde die oberflächlichen Beobachter eines Besseren belehren. Kurtis McLean (40) und Pascal Pelletier (35) erzielten für die SCL Tigers zusammen 75 Skorerpunkte. Sie sind damit das vierterfolgreichste Ausländerduo der NLA gleichauf mit Santala/Dupont (Kloten/75), aber noch vor Ritchie/Dumont (SCB/68) und Holden/Metropolit (Zug/67). Übertroffen werden die beiden SCL Tigers-Kanadier nur von Bednar/Rintanen (Lugano/81), Gamache/Rosa (Fribourg/80) und Sykora/Taticek (Davos/79). Wenn eine Mannschaft der unteren Tabellenhälfte zwei der vier Ausländerpositionen mit Spielern besetzen kann, die finanziell verantwortbar sind und deren Lohn-/Leistungsverhältnis erst noch stimmt, dann muss man an ihnen festhalten. Das werden die SCL Tigers auch tun. Wenn die letzten Einzelheiten geklärt sind, wird nach der Vertragsverlängerung mit Pascal Pelletier auch die-
jenige mit Kurtis McLean zustande kommen.
Einer wie einst Jeff Shantz
McLean ist kein «Eishockey-Virtuose» wie einst Todd Elik. Er erinnert viel mehr an seinen Landsmann, den Schwerarbeiter Jeff Shantz in den Saisons 2003/04 und 04/05. McLean hat neben Stärken auch Schwächen. Er brauchte bisher zu viele Chancen um ein Tor zu erzielen und im Powerplay hat er sein gewohntes Niveau (noch) nicht erreicht. Aber er geht in einer Mannschaft, die zwei Drittel aller Spiele verloren hat, in jedem Match von der ersten bis zur letzten Minute mit dem guten Beispiel voran – egal wie der Spielstand lautet. Einstellungsmässig konnte man ihm noch nie einen Vorwurf machen. Er ist eine Führungspersönlichkeit, die sich selbst in den Hintergrund und die Mannschaft stets in den Vordergrund stellt. Typisch für McLean ist beispielsweise, dass er sich im Heimspiel gegen die ZSC Lions im eigenen Drittel anderthalb Minuten vor Schluss beim hoffnungslosen Stand von 0:6 noch in einen gegnerischen Schuss wirft und eine Verletzung riskiert. Typisch McLean ist auch, wenn er wie am vergangenen Samstag im Heimspiel gegen Ambri eine «hundertprozentige» Torchance auslässt, aber schon im Gegenzug für Torhüter Esche, der in einem Spielerknäuel den Stock verloren hatte, den Puck von der Torlinie wischt und damit einen Gegentreffer verhindert. Solche Qualitäten haben die Coaches der höchsten finnischen Liga letzte Saison veranlasst, den damals noch bei Lukko Rauma spielenden McLean zum «Besten Ausländer» zu wählen.
Beeindruckender Leistungsausweis
Der finnische Weltmeister Erik Hämäläinen, in der Saison 2001/02 Verteidiger der SCL Tigers und später Assistenztrainer bei Lukko Rauma, schätzte McLean richtig ein: «Er wird auch in Langnau zwei, drei Spiele hintereinander nicht sein gewohntes Niveau erreichen, aber nie mehr.» Ein Blick auf McLeans Leistungsausweis bestätigt Hämäläinens Worte. In zwei Dritteln seiner Spiele (30 von 46) erzielte der Kanadier eine positive (17) oder ausgeglichene (13) Plus-/Minusbilanz. Er stand bei der Hälfte der 28 Powerplaytore, aber nur bei 12 der 44 Gegentore in Unterzahl auf dem Eis. Er punktete bei 13 Anschluss-, elf Ausgleichs-, sieben Führungs- und sechs Sieges-toren. Und er steht Headcoach John Fust sozusagen «rund um die Uhr» zur Verfügung. Neben einer Zehnminutenstrafe kassierte McLean trotz seiner Hartnäckigkeit in den Zweikämpfen lediglich sechs Zweiminutenstrafen.
Eine erfolgreiche 13-Runden-Aufholjagd
Im Gegensatz zur letzten Saison mit der ersten Playoffqualifikation ist es in dieser Meisterschaft recht still um die SCL Tigers. Von Mitte November bis Mitte Dezember stürzten sie mit neun Spielen ohne einen einzigen Punktgewinn auf den absoluten Tiefpunkt ab. Auf diese mit Abstand schwächste Serie in der Ära von Headcoach John Fust reagierten sie nun aber – mehr oder weniger unbemerkt – mit der besten Serie dieser Saison. Seit der 0:3-Niederlage in Ambri am 10. Dezember erkämpften sie sich in acht von 13 Spielen bei einem knapp negativen Torverhältnis von 40:44 insgesamt 18 Punkte.
Was im Hinblick auf den heute in drei Wochen beginnenden Kampf um den Ligaerhalt aber noch viel wichtiger ist: Die Langnauer haben in den letzten 13 Runden den 10-Punkte-Rückstand auf die Leventiner aufgeholt und sind mit diesen nach dem 3:1-Heimsieg vom letzten Samstag vier Runden vor Schluss punktgleich. Sie liegen aber unverändert auf dem 11. Platz, weil Ambri in den sechs Direktbegegnungen mit 10:8 mehr Punkte herausgeholt hat.
Für das Heimrecht in der ersten Best-of-7-Playoutserie müssen die Emmentaler die Qualifikation auf Position 10 und mit mindestens einem Punkt mehr als Ambri beenden. Deshalb lohnt sich ein Blick auf das Restprogramm der beiden Teams. SCL Tigers: Biel (away), Zug (h), Davos (a) und Rapperswil Lakers (h). Ambri: Lugano (h), Davos (a), Biel (h) und SCB (a). Und was ist mit den Rapperswil Lakers? Der Tabellenletzte kam in den letzten 13 Runden auf immerhin 13 Punkte, trotzdem vergrösserte sich sein Rückstand auf die SCL Tigers von einem auf neun Zähler.