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Externe Lärmkosten
Übermässiger Lärm schädigt die Gesundheit. Die Kosten, die dadurch entstehen – beispielsweise für ärztliche Behandlung – werden jedoch nicht von den Verursachern, also den Verkehrsteilnehmenden, getragen, sondern müssen von den Geschädigten selbst übernommen werden. Das Gleiche gilt für den Wertverlust, den Liegenschaften durch übermässigen Lärm erleiden und der ausschliesslich von den Liegenschaftseigentümern getragen wird. Solche Kosten, die nicht von den Verursachern getragen werden, heissen externe Kosten.
Die externen Lärmkosten des Strassen-, Schienen- und Flugverkehrs in der Schweiz belaufen sich jährlich auf über 2.6 Milliarden Franken. Zwar sind die Daten seit 2010 aufgrund eines Methodenwechsels nicht direkt mit den vorherigen Jahren vergleichbar, der zunehmende Trend, der sich bereits seit längerem abzeichnete, setzt sich jedoch fort. Aus diesem Grund wird die Entwicklung negativ bewertet.
Rund 55 % der Kosten entfallen auf direkte Gesundheitsschäden (v. a. Ischämische Herzkrankheiten sowie bluthochdruckbedingte Krankheiten: ambulante Behandlungen, Spitalaufenthalte, verlorene Lebensjahre usw.). 45 % der Kosten sind Belästigungen (gemessen anhand von Wertverlusten von Liegenschaften) anzurechnen. Insgesamt verursacht der Strassenverkehr 80 % der lärmbedingten Kosten.
Zur Reduzierung der externen Kosten eignen sich vor allem wirtschaftliche Anreizsysteme, die dem Verursacher einen Vorteil verschaffen, wenn er die Lärmbelastung reduziert. Neben finanziellen Anreizen für die Lärmverursacher (Mineralölsteuer, lärmabhängige Start- und Landegebühren) sind auch andere Instrumente denkbar (z.B. Stärkung der Markttransparenz).
- Verwandte Indikatoren
- Lärmbedingte Gesundheitsschäden
Es bestehen internationale Studien der externen Kosten in den europäischen Ländern. Die externen Lärmkosten in der Schweiz fallen im Vergleich zur anderen europäischen Länder deutlich höher aus. Dieser Unterschied ist insbesondere auf die hohe Bevölkerungsdichte und das hohe Preisniveau in der Schweiz zurückzuführen.
Die externen Lärmkosten werden meistens über hedonische Preisbildungsmethoden ermittelt. Bei der Monetarisierung der direkten Gesundheitsschäden werden folgende Auswirkungen berücksichtigt:
- Medizinische Behandlungskosten (Kosten für Spitalaufenthalte, Arztbesuche und Medikamente)
- Produktionsausfall (Ausfall von Arbeitskräften)
- Wiederbesetzungskosten nach Todesfällen von Erwerbstätigen
- Immaterielle Kosten (Verlust an Wohlbefinden; Schmerz und Leid bei der betroffenen Person, erfasst über die Zahlungsbereitschaft der Bevölkerung).
Grundlage für die Monetarisierung ist eine Untersuchung der Lärmbelastung durch den Strassen- und Schienenverkehr im Jahr 2010 in der Schweiz. Dazu wird die Lärmdatenbank Schweiz sonBASE verwendet.
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