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Die Meldung sorgte für Aufsehen: Der chinesische Mond-Rover Yutu-2 (Jadehase 2) fotografierte Anfang September in einem Einschlagskrater auf der erdabgewandten Seite unseres Trabanten eine zähflüssig wirkende, «Gel-artige» Substanz. Die unbekannte Masse weist eine etwas andere Färbung auf als das umliegende Material und enthält helle Punkte.
Wissenschaftler wie Laien zerbrachen sich die Köpfe, wie die Aufnahmen einzuordnen seien – auch deshalb, weil die Bilder nichts Genaues erkennen liessen. Die Lichtverhältnisse an dieser Stelle sind nämlich ungünstig, da sich die Substanz in einem rund zwei Meter breiten Krater befindet und tagelang im Schatten liegt (ein Mondtag dauert etwa zwei Wochen).
Nun hat die chinesische Weltraumbehörde CNSA erstmals eine Detailaufnahme des mysteriösen Materials veröffentlicht, freilich ohne weitere Analysedaten. Dennoch glauben Experten, dass diese Aufnahme frühere Vermutungen über die Art der Substanz bestätigt, wonach es sich um glasartiges, kristallines Gestein handelt.
Dieses Gestein könnte durch den Einschlag eines Meteoriten auf der Mondoberfläche entstanden sein, als sich Teile des Oberflächengesteins durch die beim Aufprall entstehenden hohen Temperaturen verformten und schmolzen. Ähnliches Material hatten bereits 1972 die Astronauten der Nasa-Mission Apollo 17 in einem Krater von drei Meter Durchmesser gefunden. Diese Substanz konnte als Einschlagsglas identifiziert werden. Sie besteht aus dunklen, zusammengebackenen Gesteinsfragmenten und schwarzem Glas.
Dan Moriarty, ein Postdoktorand vom Goddard Space Flight Center der Nasa im US-Bundesstaat Maryland, hat die chinesische Aufnahme analysiert und bearbeitet, um den Kontrast zu erhöhen. Dem Fachmagazin Space.com erklärte der Wissenschaftler, das fragliche Material ähnle demjenigen der Umgebung, was darauf schliessen lasse, dass es dieselbe Geschichte hinter sich habe wie das umgebende Material. «Es wurde durch Einschläge auf der Mondoberfläche aufgebrochen und zertrümmert, genau so wie der Boden in der Umgebung.»
Die verlässlichste Information, die sich aus der Aufnahme herauslesen lasse, sei die relativ dunkle Färbung der Substanz und dass sie helleres Material enthalte, das in grösseren, dunkleren Teilen eingebettet sei. Allerdings könnte es auch sein, dass es sich bei diesen hellen Stellen um Lichtreflexionen von glatten Oberflächen handle.
Moriarty hält das Material für das Resultat eines Meteoriteneinschlags oder eine Brekzie. Letzteres ist ein Gestein, das aus eckigen Gesteinstrümmern besteht, die durch eine feinkörnige Grundmasse verkittet sind. In diesem Fall würde es sich um eine Mischung von dunkler Hochland-Kruste, Glas, Meteoritenmaterial und Basalten aus den vulkanischen Maren des Mondes handeln.
Auf jeden Fall aber hätten wir es mit Gestein zu tun, stellt Moriarty fest. Warum die chinesischen Wissenschaftler zuerst von einer «Gel-artigen Substanz» sprachen, bleibt allerdings unklar.
(dhr)
Der Gedanke, wir seien allein im All, ist im Grunde absurd. Im Universum wimmelt es von potenziellen Brutstätten für Leben: Nur schon in unserer Heimatgalaxie, der Milchstrasse, tummeln sich schätzungsweise eine Billion (das ist eine Million Millionen) Planeten. Mehrere Milliarden davon sind erdähnlich. Und grosse Monde, die Gasriesen umkreisen, sind da noch nicht einmal mitgezählt.
Es gibt da draussen also fast zwangsläufig ausserirdisches Leben – das sich in zahllosen Fällen zu …