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Tripolis - In der Affäre Gaddafi hat sich Libyen erstmals zum Vorwurf der Geiselnahme der beiden Schweizer Geschäftsleute geäussert. "Die beiden wurden weder entführt, noch waren sie verschwunden", sagte Vize-Aussenminister Khaled Kaim der Nachrichtenagentur AFP in Tripolis.
Am 22. Oktober hatte Bundesrätin Micheline Calmy-Rey erstmals öffentlich von einer "Geiselnahme" gesprochen. Dies nachdem die beiden Schweizer am 18. September unter einem Vorwand aus der Schweizer Botschaft in Tripolis gelockt und danach an einem unbekannten Ort versteckt gehalten worden waren.
Am Montag brachten die libyischen Behörden die beiden Männer wieder in die Botschaft zurück - ohne Angabe von Gründen. Kaim rechtfertigte den "Transfer" der Schweizer gegenüber AFP mit den bereits früher genannten Gründen.
Der Entscheid sei gefallen, nachdem in Schweizer Medien über eine möglichee Befreiungsaktion für die seit Juli 2008 in Libyen festgehaltenen Schweizer berichtet worden sei. Am 14. September hatte SVP-Nationalrat Walter Wobmann in der Fragestunde des Nationalrates eine mögliche Befreiung der Schweizer mittels eines Kommandos des Aufklärungsdetachement 10 (AAD10) der Armee ins Spiel gebracht.
Die Antwort des Bundesrates lautete, dass er sich "aus Prinzip nicht zu möglichen Einsätzen eines militärischen Kommandos" äussere, wie der Website des Parlaments zu entnehmen ist. Gemäss Kaim habe auch die libysche Seite von der Schweiz keine weiteren Erklärungen dazu erhalten. Vier Tage später wurden die beiden Schweizer verschleppt.
Begonnen hatte die Affäre Gaddafi am 15. Juli 2008. Damals hatte die Genfer Polizei den Sohn von Staatschef Muammar al-Gaddafi, Hannibal, und dessen Frau verhaftet, weil sie zwei Bedienstete misshandelt hatten. Das Ehepaar Gaddafi konnte die Schweiz kurz darauf nach Zahlung einer Kaution wieder verlassen.
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