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Marzili–Bundesterrasse (Bern)
|Kürzel||DMB|
|Bahntyp||Standseilbahn|
|Betriebseröffnung||1885-07-18|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1885 eröffnete, zentral in der Stadt Bern situierte DMB wurde mit Wasserballast betrieben. Sie erschloss von dem an der Aare gelegenen Marziliquartier die Bundesterrasse respektive das Bundeshaus. Die nur gut 100 Meter lange und dreischienige Anlage gilt als kürzeste Standseilbahn Europas. Mit dem Bau beautragte man die Firma Von Roll AG Bern. Die DMB war Eigentum einer reinen Aktiengesellschaft und hatte keine festen Anleihen. Geldgeber waren ausschliesslich Private, die zum grössten Teil im Marziliquartier wohnten. Die Initiative zum Bau der DMB ging von Robert Schnyder und dem Ingenieur Emil Pümpin aus. Am Anlagekapital von insgesamt lediglich 60'000 Franken änderte sich im ganzen beobachteten Zeitraum nichts. Die Baukosten lagen mit (bis 1913) gleichbleibend rund 70'000 Franken etwas höher, wobei die Differenz vermutlich durch die Betriebsüberschüsse gedeckt wurde. Die DMB verkehrte ganzjährig und bot nur Sitzplätze an.
Mit Ausnahme des Jahres 1901 konnte die DMB immer positive Betriebsergebnisse vorweisen. Meistens reichten die Einnahmen, um eine Dividende auszuschütten, die sich etwa zwischen 3 und 4 Prozent des Aktienkapitalwerts bewegte. Die Verkehrsdichte der DMB war mit rund 300 Zügen pro Tag (ab Anfang der 1890er-Jahre) sehr hoch. Die Kriegsjahre nach 1914 überstand sie unbeschadet, obwohl die Passagierzahlen vorübergehend etwas abnahmen. Zwar wurde das Transportangebot (Züge pro Tag) ab 1914 reduziert, trotzdem zählte die DMB 1919 mit 236'000 Reisenden mehr Fahrgäste als jemals zuvor. Dividenden konnten auch 1917, 1918 und 1919 bezahlt werden. Passivsaldi musste die DMB keine vortragen. Die schwebenden Schulden lagen 1920 bei akzeptablen 14'100 Franken, für welche die DMB einen Zins von nur 500 Franken zu entrichten hatte.
Die Baukosten der auf einem 88 Meter langen Viadukt geführten DMB bezifferten sich in absoluten Zahlen zwar nur auf 87'500 Franken (Stand 1920), berechnet auf den Bahnkilometer entsprach dies aber dem beachtlichen Preis von 795'000 Franken. Die DMB war die einzige Standseilbahn der Schweiz, bei der das Rollmaterial den grössten Kostenfaktor bildete. Erst knapp dahinter folgte der Unterbau. Diese höchst ungewöhnliche Sonderstellung des Rollmaterials gründete einerseits darauf, dass die DMB 1914 ihre zwei Wagen durch neue ersetzte. Andererseits jedoch – und das wiegt weit schwerer – ist beim Rollmaterial oft unklar, was genau unter diesem Posten verbucht wurde. Die Kosten für das Drahtseil und die Seiltragrollen bezifferte die DMB 1920 auf zusammen lediglich 1429 Franken, diejenigen für die mechanischen Einrichtungen auf 2000 Franken. Zumindest teilweise dürften gewisse nicht näher benannte Aufwendungen beim Rollmaterial enthalten sein.
Die Elektrifikation (Gleichstrom) der DMB erfolgte erst 1973, wobei man gleichzeitig Streckenumbauten vornahm und neues Rollmaterial beschaffte.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: