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Nebel ist vor allem ein Phänomen der kühlen Jahreszeit und dann bevorzugt eines der Tieflagen der Alpennordseite. Besonders häufig tritt Nebel dort in den Herbstmonaten auf, im Oktober ist an jedem dritten Tag mit Nebel zu rechnen. In hochgelegenen Gebieten sowie auf der Alpensüdseite sind Tage mit Nebel weit seltener.
Nebel im Herbst
Nebel besteht aus kleinsten, in der Luft schwebenden Wassertröpfchen. Da sie das Licht gleichmässig streuen, erscheint Nebel weiss bis grau. Nebel ist vor allem ein Phänomen der kühlen Jahreszeit und dann bevorzugt eines der Tieflagen der Alpennordseite. Ein typisches Beispiel aus dieser Region ist der Messstandort Zürich / Kloten. Hier zeigen sich die Herbstmonate als Spitzenreiter in Sachen Nebel. Im Oktober ist gar an jedem dritten Tag mit Nebel zu rechnen. In hochgelegenen Gebieten sowie auf der Alpensüdseite sind Tage mit Nebel weit seltener, in den Sommermonaten sogar äusserst selten.
Nebel ist nicht gleich Nebel
Von Nebel wird gesprochen, wenn die Sichtweite weniger als 1 km beträgt. Als Tag mit Nebel gilt, wenn an einem der drei täglichen Beobachtungsterminen (Morgen, Mittag, Abend) Nebel geherrscht hat. Ein Tag, an dem sich der Nebel am frühen Vormittag auflöst und danach die Sonne scheint, geht ebenfalls als Tag mit Nebel in die Statistik ein. Demgegenüber werden Tage mit Hochnebel, also nicht aufliegendem Nebel, in der Statistik meist nicht als Nebeltage erfasst, da die Sichtweite oft grösser als 1 km ist.
Etwas weniger Nebel im Herbst in Zürich / Kloten
Der «Nebelstandort» Zürich / Kloten hat in der Periode 1996–2015 während der Herbstmonate September bis November durchschnittlich 24 Tage mit Nebel verzeichnet. In den zwei Jahrzehnten 1971–1990 waren es noch durchschnittlich 30 Tage. Eine Linderung in der Nebelbelastung ist hier durchaus zu erkennen.
Insgesamt weniger Nebeltage im Mittelland
Mit dem Beginn der offiziellen Wetterbeobachtungen im Jahr 1864 können heute über 140-jährige Datenreihen ausgewertet werden. Zwar lassen sich die Daten vor und nach 1970 aufgrund eines Systemwechsels nicht direkt miteinander vergleichen, doch zeigen beide Aufzeichnungsreichen das gleiche Bild: Die Nebelbelastung hat abgenommen. In den alten Aufzeichnungen bis 1970 lässt sich ein signifikanter Rückgang der Nebelhäufigkeit beobachten. Neuere Untersuchungen, durchgeführt an der Universität Bern in Zusammenarbeit mit MeteoSchweiz, zeigen, dass Nebeltage im Schweizer Mittelland seltener geworden sind. Insbesondere seit 1971 ist ein starker Rückgang der Nebelhäufigkeit im Winter zu beobachten. Waren im Mittelland für die Jahre 1971–1975 im Mittel 41 Nebeltage zu verzeichnen, so sind es in den Jahren 2000–2004 nur noch deren 25. Seit 1971 hat sich die Nebelhäufigkeit um rund 5 Tage pro Jahrzehnt vermindert.
Negative Auswirkungen
Nebel stellt im Winterhalbjahr für viele Bewohner des Flachlands eine erhebliche Belastung dar und beeinträchtigt das Wohlbefinden. Darüber hinaus ist Nebel auch für andere Bereiche des Alltags von Bedeutung. Die Sichtbehinderung spielt eine grosse Rolle im Verkehr am Boden und in der Luft. Viele Freizeit- und Tourismusangebote profitieren von erhöhten und daher nebelärmeren Lagen mit mehr Sonnenstunden als im Flachland. Zudem ist das Auftreten von Nebel eng mit lufthygienischen Aspekten verbunden: Bei Wetterlagen mit Nebel ist der Luftaustausch in den unteren Teilen der Atmosphäre stark eingeschränkt. Dadurch können sich Schadstoffe wie Feinstaub stark anreichern und für die Gesundheit gefährliche Konzentrationen erreichen.
Entstehung von Nebellagen
Hochnebel ist ein typisch winterliches Phänomen. Er bildet sich bei stabilen Hochdruckwetterlagen, vor allem bei Bisenlagen. Dabei wird kalte Luft von Nordosten her in die «Badewanne» Mittelland unter die leichtere, wärmere Luft geblasen und bleibt dort liegen. Es entsteht eine Inversionslage. Dabei bildet sich eine graue, eintönige Schichtwolke, Stratus genannt, unter der es kalt und trüb ist. Darüber ist es klar und weniger kalt. Hochnebel kann aber auch entstehen, wenn bei stabilen Hochdrucklagen nach kalten, klaren Nächten Bodennebel entsteht und allmählich angehoben wird.
Nebelgrenze
Entsteht bei einer Hochdrucklage ein leichtes Druckgefälle von Nord nach Süd, wie bei Bisenlagen typisch, liegt die Nebelgrenze relativ hoch, meist über 1000 Metern, da die Luft an den Alpen gestaut wird. Besteht kein Druckunterschied oder eher ein Gefälle von Süden nach Norden, sinkt die Nebelgrenze auf 600 bis 800 Meter. Je tiefer die Nebelgrenze liegt, desto grösser ist die Chance, dass sich der Nebel im Laufe des Tages auflöst.
Inversion
Inversion ist eine Luftschicht, in der die Temperatur mit der Höhe zunimmt statt wie üblich abnimmt. Sie entsteht in Hochdruckgebieten, in denen die Luft grossräumig absinkt und sich dabei erwärmt. Bei dieser Erwärmung trocknet die Luft aus und wird klar. Unten kondensiert die Luft zu einer Nebelwolke, aus der auch Nieselregen oder feiner, harter Schnee fallen kann. Diese horizontale Inversionsschicht wirkt als Sperre für den vertikalen Luftaustausch. Unterhalb dieser Schicht sammeln sich Schadstoffe wie Russ und Feinstaub. Je tiefer die Schicht liegt, desto grösser ist deren Konzentration, da die Schadstoffe sich in einem kleineren Luftvolumen verteilen.
Referenz
von Dach, Lukas 2008: Nebelhäufigkeit in der Schweiz: Entwicklung und Trends im Winterhalbjahr von 1864 bis 2006. Diplomarbeit Geografisches Institut Universität Bern.
Dossier Nebel
Vom 30. Oktober bis und mit 8. November 2015 haben Meteorologen in jedem Blogartikel ein Kapitel zum Thema "Nebel" publiziert.