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Die indische Regierung kann die Online-Aktivitäten aller Personen überwachen, die einen in Indien ansässigen Internetdienstanbieter (ISP) nutzen. Seit den Terroranschlägen von Mumbai 2008 hat Neu-Delhi seine Online-Überwachung verstärkt.
Laut dem Tech-Outlet Entrackr hat das Ministerium für Telekommunikation uneingeschränkten und direkten Zugang zum Online-Verkehr über indische ISPs. Laut Entrackr hat die Regierung aufgrund von Anfragen nach öffentlichen Unterlagen Zugriff auf den Echtzeit-Webverkehr, ohne dass der Nutzer und der Internetanbieter davon wissen. Indische Internetnutzer können also nie sicher sein, dass ihr Internetverkehr nicht von Strafverfolgungsbehörden überwacht wird.
Das Kernstück des indischen Überwachungssystems ist das Central Monitoring System. Es wurde vor den Anschlägen von Mumbai eingeführt, um Internetdaten und Telefongespräche abzufangen. Allerdings ist nicht viel über das Programm bekannt.
„Im Grunde genommen wird jede Form der elektronischen Kommunikation von der Regierung unter die Lupe genommen. Selbst teilweise geschriebene E-Mails, die in Entwurfsordnern gespeichert sind, können von der Regierung abgefangen werden“, schrieb ein Professor der Universität Washington in einem 2015 veröffentlichten Papier.
Die Verbindung zum Internet über ein VPN könnte die Nutzer vor einer möglichen Überwachung schützen. In den letzten Monaten ist die Regierung jedoch hart gegen VPNs vorgegangen. Sie erließ ein Gesetz, das VPN-Anbieter mit Servern in Indien dazu verpflichtet, detaillierte Protokolle über ihre Kunden, einschließlich Namen und IP-Adressen, zu speichern. Viele Anbieter reagierten daraufhin und zogen ihre Dienste aus Indien zurück.
Die Regierung darf die Überwachung nur durchführen, um die „Souveränität oder Integrität Indiens, die Verteidigung Indiens, die Sicherheit des Staates, freundschaftliche Beziehungen zu ausländischen Staaten oder die öffentliche Ordnung“ zu schützen. Diese Bedingungen sind jedoch vage und schlecht definiert und werden ohne Aufsicht angewandt, was es der Regierung leicht macht, zu weit zu gehen.