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Mit seinem Gesamtsieg am Historic Grand Prix von Zandvoort steht Bruno Weibel bereits ein Rennen vor Schluss als Sieger der Königsklasse der FIA Formel Junior fest.
Der Historic Grand Prix von Zandvoort am Wochenende des 8./9. September wurde wohl das letzte Mal in diesem Rahmen ausgetragen. Über den Winter wird die Rennstrecke in den Sanddünen vor Amsterdam Formel 1-tauglich gemacht, was Veränderungen mit sich bringen wird. Das Streckenlayout wird wohl angepasst werden müssen, um den Sicherheitsbestimmungen der Formel 1 zu entsprechen. Umso mehr fuxte es Weibel, dass er das Sonntags-Rennen nicht in vollen Zügen „geniessen“ konnte. Es glich nämlich eher einem Eiertanz, denn einem Autorennen. Die Bedingungen waren sehr fordernd und die Fahrer fuhren am absoluten Limit. Mit feuchten, nassen und öligen Abschnitten, regnerischen und regenfreien Zonen mussten sich die Rennfahrer für jede Runde eine neue Ideallinie suchen.
Weibel, der am Freitag das beste Qualifying fuhr konnte in beiden Rennen von der Poleposition starten. Er kam beide Male sehr gut weg und fuhr als erster in die sogenannte Tarzanbochten, eine sehr enge Kurve am Ende der Zielgeraden. Vorne weg fuhr mit Shaw (SCO), Rossi di Montelera (IT), Morton (GB) und Thornton (GB) die europäische Formel Junior Elite, angeführt von Bruno Weibel. Kennern der Serie wurde schnell klar, dass die Bedingungen beim Rennen am Sonntag sehr schwierig waren. In den engen Kurven „schwänzelten“ die Rennwagen und Rossi di Montelera hatte sogar einen 360 Grad-Dreher in Schwanensee-Manier an zweiter Stelle direkt hinter Bruno Weibel fahrend. Rossi di Montelera, der zu diesem Zeitpunkt sein drittes Rennen des Tages fuhr, fing seinen Lotus 22 so professionell auf, dass er direkt wieder in Fahrtrichtung weiterfahren konnte und am Schluss als vierter durchs Ziel fuhr.
Weibel, die längste Zeit führend, nun gejagt vom Schotten Mark Shaw, der einen Satz neue Reifen und so sichtbar mehr Gripp hatte. Weibel verlor zwar trotz unfreiwilligem Ausritt in die Botanik die Führung vorerst nicht, musste seine Position gegen Shaw aber hart verteidigen. Schliesslich überholte ihn der Schotte doch noch in der letzten Runde am Ende der Zielgeraden und Weibel schaffte es – auch aufgrund zu überrundender Autos, die ungünstig im Weg waren – nicht mehr Shaw nochmals zu überholen. Weibel verpasste damit die Chopard-Uhr, die es in Zandvoort für den Sieger des Sonntagsrennens gibt, ganz knapp, was ihn natürlich sehr ärgerte, denn das Samstagsrennen hatte Weibel ja gewonnen, dafür gab’s aber nur einen Kranz und einen Pokal, keine Uhr.
Dank seinem 7 Sekunden-Vorsprung beim Samstagsrennen konnte Weibel aber die Gesamtwertung des Rennwochenendes für sich entscheiden, was wiederum heisst, dass er die Königsklasse der Formel Junior, die Kategorie E1 bereits ein Rennen vor Schluss gewonnen hat. Ebenso ist er nach wie vor führend in der Europameisterschaft. Das heisst, nun beginnen die Vorbereitungen für die lange Reise nach Estoril, Portugal, wo anfangs Oktober das letzte Rennen der Saison stattfindet. Die Strategiebesprechungen sind immer noch im Gange. Wie heisst es doch so schön: nach dem Rennen ist vor dem Rennen…
Bruno Weibel sichert sich mit diesem Sieg in Zandvoort zum fünften Mal in Folge den Klassensieg und dies ohne einen einzigen technischen Ausfall, was bei einem Rennwagen von 1962, der auf 9‘000 Touren dreht durchaus nicht selbstverständlich ist. Weiter hält er den derzeitigen Rundenrekord für Formel Junior Fahrzeuge am Nürburgring. Es spricht für Weibel’s exzellente Arbeit in seinem eigenen Garagenbetrieb, welcher auf Lotus Sport- und historische Rennwagen spezialisiert ist.