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Charlie and the Chocolate Factory (2005)
Charlie und die Schokoladenfabrik
Charlie and the Chocolate Factory (2005) Charlie und die Schokoladenfabrik
Oder: Schoggi wotti, use wotti
Schoggi ist gut. Fein. Excellent, lecker und vor allem eins: süss. Das Geschäft mit der Kakao-Ware läuft bestens für Willy Wonka (Johnny Depp), der die grösste Schokoladenfabrik der Welt sein eigen nennt. Doch die Konkurrenz schläft nicht und die verschiedenen Geheimnisse um nicht-schmelzendes-Glace oder den Kaugummi, der den Geschmack nie verliert, werden durch Spione der Konkurrenz ausgekundschaftet und in den eigenen Läden vertrieben. Wonkas Fabrik entlässt alle Arbeiter und schliesst ihre Tore.
Der kleine Charlie Bucket (Freddie Highmore) wohnt mit Eltern und Grosseltern in einem schrägen Haus und hat ausser Kohlsuppe nichts zu essen. Jeden Abend dasselbe, die alten Familienmitglieder kommen kaum aus dem Bett und als der Papa auch noch seinen Job verliert, siehts düster aus für die Familie Bucket. Als eines Morgens ein Flyer am Strompfosten hängt, der von Willy Wonka zu sein scheint und dem Finder eines von nur Fünf "golden Tickets" in den Schokoloadenboxen einen Tag in der Fabrik verspricht (und einem der fünf Gewinner noch "ein bisschen mehr"), krallt sich Freddie alles Geld zusammen, dass er finden kann. Sein Traum, die mysteriöse Schokoladenfabrik, aus deren Kaminen plötzlich wieder Rauch aufsteigt, zu besichtigen, raubt ihm fast den Atem.
Doch das Glück scheint nicht auf seiner Seite zu stehen. Ein dicker Junge aus Deutschland, eine verwöhnte Göre aus England, eine arrogante Amerikanerin und ein Game-Fanatiker finden vier der fünf Tickets. Als dann noch ein Bub aus Russland der Fälschung eines dieser Tickets überführt wird, schlägt Freddies grosse Stunde. Mit gefundenem Geld kauft er sich Schokolade und siehe da: das goldene Ticket ist seins.
Zusammen mit seinem Grossvater stellt er sich zum angegebenen Zeitpunkt vor die Tore der Fabrik und erwartet ein Abenteuer, wie er es sich noch nicht mal in seinen wildesten Abenteuern ausmalen konnte. Schokolade im Überfluss, Umpa-Lumpas en masse, ein bleicher und freakiger Gastgeber und Geheimnisse der Schokoladenherstellung, die man sonst so nicht zu Gesicht bekommt. Da schlussendlich nur einer der fünf Kinder den "speziellen Preis" gewinnen kann, ist das Rennen eröffnet. Die Reihen lichten sich und wer am Schluss übrig bleibt, den erwartet etwas ganz besonderes.
Film-Rating
Tim Burton machte sich an die Adaption des legendären Kinderbuches von Roald Dahl, und schuf vor allem im Inneren der Schokoladenfabrik eine skurrile Welt fernab gängiger Normen. Geschmacksneutral ist das Farbspektakel aber keineswegs; Wer nicht kitschresistent ist, wird den Film schnell einmal als Lächerlichkeit betrachten.
Charlie and the Chocolate Factory ist ein süsses Märchen geworden, welches Charlie selber (gespielt von Freddie Highmore), aber vor allem den Chocolatier Willy Wonka im Mittelpunkt sieht. Wenn Johnny Depp in Pirates of the Caribbean Keith Richards als Vorbild hatte, darf es jetzt Michael Jackson gewesen sein. Andeutungen gibt es jedenfalls schon beim Charakter genug: Realitätsfremde, kindliche Naivität, ein ausgewachsenes Vatertrauma und das künstlich wirkende Äussere zeigen mehr oder weniger deutlich in Richtung des gefallenen Kings of Pop. Wie dem auch sei: Auch in diesem Film vermag Depp zu überzeugen. Ein schöner Auftritt hat auch Christopher Lee als Vater von Willi, der als Zahnarzt durch das Predigen von Enthaltsamkeit gegenüber jeglichen Süsswaren bloss das pure Gegenteil bewirkt.
Schlussendlich muss man sagen, dass hier aus dem Kinderbuch ein Kinderfilm entstanden ist, ein guter und unterhaltsamer, aber doch einer, der nicht jedem schmecken wird. Doch das verhielt sich bei den früheren Werken von Tim Burton nicht anders.
OutNow.CH:
08.08.2005 / uas
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