Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03425.jsonl.gz/1055

Erfahrungsbericht von Thomas Lutz
Ein Semester an einer Universität im Ausland – wie viele andere Studierende habe auch ich mir seit Beginn meines Studiums überlegt, mich auf ein solches Abenteuer einzulassen. Lange Zeit blieb es jedoch nur bei dem Gedanken, bis ich mir mit dem Beginn meines Masterstudiums an der Universität Basel fest vornahm, mich konkret mit dem Thema auseinanderzusetzen. Gesagt, getan.
Mitte 2012 setzte ich mir das Ziel, ein Semester in einem englischsprachigen Land zu absolvieren und kam bald zum Entschluss, dass ein Auslandssemester in Australien genau das richtige für mich wäre. Ich bewarb mich für das AEN-Utrecht Network Exchange Programm und reichte mein Bewerbungsdossier per Ende Jahr beim Mobility Office ein. Kurze Zeit später bekam ich die Nachricht, dass ich für einen Studienplatz in Australien ausgewählt wurde. Danach erfolgte in den nächsten Monaten die Anmeldung an der University of Western Sydney sowie die Erledigung weiterer notwendiger Formalitäten, bevor ich Mitte Juli 2013 ein Flugzeug mit Ziel Sydney bestieg.
Meine Vorlesungen besuchte ich allesamt am Parramatta Campus, der sich etwa eine Dreiviertelstunde von Sydneys Stadtzentrum entfernt befindet. Ich entschied mich vorgängig dafür, während des Semesters im Studentenwohnheim gleich neben dem Campus zu wohnen, was sich als gute Entscheidung erweisen sollte. Dadurch hatte ich nicht nur einen sehr kurzen Weg zu meinen Vorlesungen oder zur Bibliothek, sondern vor allem auch die Möglichkeit, mit vielen verschiedenen Studenten aus allen Ländern der Welt zusammenzuleben. Speziell für die ersten Wochen kann ich es sehr empfehlen, in einem Studentenwohnheim zu wohnen, da man dadurch schnell Kontakt zu anderen Studenten knüpfen kann.
Das Studium an der University of Western Sydney unterscheidet sich in einigen Bereichen vom Studium an der Universität Basel. Die Vorlesungen sind in Lectures und Tutorials aufgeteilt. Während die Lectures unseren Vorlesungen entsprechen, werden in den Tutorials in kleineren Gruppen Fragestellungen gelöst und Probleme diskutiert. Die Note ergibt sich nicht nur aus einer Prüfung am Semesterende, sondern auch aus Präsentationen, Gruppenarbeiten, Aufsätzen und Prüfungen während des Semesters. Man ist dadurch während des ganzen Semesters gefordert, kann bei guter Mitarbeit jedoch auch den Prüfungen am Semesterende gelassener entgegenschauen.
Weiter erwähnenswert ist die Tatsache, dass die Studenten aus vielen verschiedenen Ländern kommen. Diese Vielseitigkeit habe ich sehr geschätzt und es führt auch dazu, dass Kontakte zu anderen Studenten schnell aufgebaut werden. Generell sind Kommilitonen und Mitarbeiter der Universität sehr offen, interessiert und hilfsbereit. Falls einmal ein Problem irgendeiner Art auftauchen sollte, sind die Ansprechpartner gerne bereit zu helfen.
Die Universität bietet auch ausserhalb des akademischen Programms einiges. So werden regelmässig Treffpunkte angeboten, Ausflüge organisiert und andere Events durchgeführt. Mein persönliches Highlight war dabei, dass ich während des Semesters an den Uni Games teilnehmen konnte. Dies ist ein Event, bei dem sich mehrere tausend Studenten aus ganz Australien eine Woche in vielen verschiedenen Sportarten messen. Im Herbst 2013 fanden diese alljährlichen Spiele an der Gold Coast statt – ein unvergessliches Erlebnis!
Natürlich ist Australien und speziell auch Sydney nicht nur wegen der Universität eine optimale Wahl für ein Austauschsemester. Die Stadt gilt zu Recht als eine der schönsten der Welt und hat viele verschiedene Facetten: Chinatown, die weltberühmte Harbour Bridge, das Opera House und die vielen wunderschönen Strände sind nur einige der Highlights, die diese Stadt zu bieten hat. Zudem gibt es auch ausserhalb Sydneys atemberaubende Nationalparks und Ausflugsziele wie die Blue Mountains. Verfügt man noch über ein wenig mehr Geld und Zeit, kann man zudem weitere Teile dieses riesigen und faszinierenden Kontinents erkunden oder auch relativ einfach in andere wunderbare Länder wie Neuseeland oder Fidschi gelangen. Ich persönlich empfehle allen, die sich für ein Auslandssemester interessieren, in Bezug auf die Rückreise in die Schweiz flexibel zu sein und bei Möglichkeit und Interesse noch ein wenig länger zu bleiben.
Während des Aufenthalts in Australien besteht auch die Möglichkeit zu arbeiten und somit Geld für das Reisen zu verdienen. In meinem Fall war ich mit den Prüfungen bereits Ende November fertig, so dass bis zum Start des Frühjahrssemesters in der Schweiz genügend Zeit für diese Interessen blieb.
Abschliessend lässt sich sagen, dass es zahlreiche gute Gründe gibt, ein Austauschsemester in Betracht zu ziehen. Eine neue Universität kennenzulernen und sich in einer fremden Umgebung mit akademischen Inhalten zu beschäftigen, ist eine spannende Erfahrung und Herausforderung zugleich. Hinzu kommt, dass man bei einem Austausch in einem fremdsprachigen Land grosse Fortschritte in der jeweiligen Landessprache macht, was auch für die Zukunft nützlich sein kann. Speziell erwähnenswert sind sicherlich auch die vielen tollen persönlichen Kontakte, die man während dieser Zeit macht und die Möglichkeit, zu reisen und unbekannte Orte und Kulturen zu entdecken.
Ich persönlich bin auf jeden Fall sehr froh, eine der besten Entscheidungen meines Lebens gefällt zu haben – ein Semester an einer Universität im Ausland zu studieren.