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Ab heute jagt Japan wieder Wale aus kommerziellen Gründen – nach 30-jährigem Moratorium.
Um den einzelnen Walarten nicht zu schaden, würden Fangquoten festgelegt.
«Wir sind der Ansicht, dass Wale genau wie Fische Meeresressourcen sind und auf der Grundlage wissenschaftlicher Kriterien genutzt werden können», sagte ein Verantwortlicher des japanischen Fischereiministeriums.
1946 wurde das Internationale Übereinkommen zur Regelung des Walfangs beschlossen. Durch ein Moratorium wurde der kommerzielle Walfang 1986 international verboten.
Im September 2018 scheiterte Japan in der Internationalen Walfangkommission (IWC) mit einem Antrag auf eine Rückkehr zum kommerziellen Walfang. Daraufhin erklärte es im Dezember seinen Rückzug aus der IWC. Die Entscheidung löste in mehreren Ländern und bei Aktivisten heftige Kritik aus.
Japanische Walfangunternehmen begrüssten den Schritt. Heute Montag wird eine Flotte von Fangschiffen vom Hafen Shimonoseki im Südwesten Japans in See stechen. Fünf kleinere Schiffe brechen von Kushiro im Norden des Landes aus auf, um die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs mit einer einwöchigen Jagd auf Zwergwale einzuleiten.
Japan fand die Lücke im System
Die Waljagd wird sich auf die Region vor der japanischen Küste beschränken, in Hochseegebieten wird nicht gejagt. Dort hatte Japan in den vergangenen 30 Jahren Jagd auf Wale gemacht. Dabei nutzte es eine Lücke in der IWC-Vereinbarung, wonach Wale zu Forschungszwecken getötet werden dürfen. Das Land machte wissenschaftliche Gründe für den Walfang geltend. Ein Teil des Fleischs der getöteten Wale wurde anschliessend zum Verzehr verwendet.
Japan jagt schon seit Jahrhunderten Wale. In Teilen der Bevölkerung wird der Walfang als Tradition angesehen, die es zu erhalten gelte. Insbesondere unter Älteren ist diese Haltung verbreitet, da nach dem Zweiten Weltkrieg Walfleisch eine wichtige Proteinquelle für die verarmte Bevölkerung war.
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