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Der Kulturpreis 2012 des Kantons Wallis geht an den Musiker Norbert Carlen
05.06.2012 Die EmpfängerInnen der diesjährigen Kulturpreise des Staates Wallis stehen fest. Sie wurden vom Walliser Staatsrat auf Vorschlag des Kulturrates hin bestimmt. Der Kulturpreis 2012 geht an den Musiker Norbert Carlen (Bild). Die Förderpreisträger sind die Tänzerin Natacha Balet, die Schauspielerin Barbara Heynen und der Schriftsteller Bastien Fournier. Zum zweiten Mal wird ein Spezialpreis für besonders innovative Personen oder Gruppen, die für die Kulturentwicklung arbeiten, verliehen. Der diesjährige Spezialpreis geht an René-Pierre Antille für seinen Beitrag zur Förderung der zeitgenössischen Kunst im Wallis.
Foto: zVg
Seit 1980 verleiht der Walliser Staatsrat jedes Jahr einem Walliser oder im Wallis wohnhaften Künstler (oder einer Gruppe von Künstlern) einen Kulturpreis. Dieser mit 20'000 Franken dotierte Preis stellt eine Auszeichnung für das gesamte Lebenswerk dar.
Mit den seit 1982 verliehenen drei Förderpreisen zu je 10'000 Franken sollen junge Talente gewürdigt werden, deren Schaffen auf eine vielversprechende Karriere hindeutet.
10'000 weitere Franken gehen seit dem Jahr 2011 an besonders innovative Personen oder Gruppen, die in den Bereichen Kulturvermittlung oder Kulturschaffen arbeiten und durch ihre Hintergrundarbeit deutlich zur Kulturentwicklung beitragen.
Kulturpreis 2012 für den Musiker Norbert Carlen
Norbert Carlen wurde 1956 in Siders geboren. Er studierte am Konservatorium Sitten mit Oskar Lagger Gesang und erhielt am Konservatorium Bern mit Professor Martin Flämig ein Diplom in Chordirektion. Seit fast 30 Jahren dirigiert er Vokalensembles und Walliser Chöre hoch stehender Qualität, insbesondere das Vokalensemble Sierrénade von Siders, den Chor ProArte von Sitten, die Oberwalliser Konzertgesellschaft, den Chor von Salgesch sowie den Gommerchor. Er ist auch musikalischer Berater des Oktetts Vocalisti und leitet zahlreiche Musikateliers in der Schweiz, in Italien und in Österreich. Norbert Carlen tritt auch als Solist in Opern und musikalischen Werken von der Renaissance bis zur zeitgenössischen Musik auf. Mit Neugier, Engagement und viel Kreativität erforscht er das musikalische Repertoire. Norbert Carlen wird ebenfalls für sein pädagogisches Talent sehr geschätzt, das er in verschiedenen Schulen, insbesondere der Pädagogischen Hochschule in Brig und dem Konservatorium in Sitten, zur Anwendung bringt.
Die Förderpreise zeichnen drei talentierte Künstler aus
Natacha Balet stammt aus Grimisuat (*1984). Mit 10 Jahren nimmt sie am Konservatorium Sitten Tanzunterricht. Ausgezeichnet mit einem Zertifikat tritt sie in die Folkwang Universität der Künste von Essen (Deutschland) ein. Nach einem kurzen Einhalt bei der Compagnie du Marchepied in Lausanne, beginnt sie eine pädagogische Ausbildung beim CEFEDEM von Rouen (Frankreich). Sie tanzt in zahlreichen Produktionen, im Wallis insbesondere in «La Blanchisserie ou l'Essoreuse des rêves» unter der Leitung von Dorothée Franc. Im Jahre 2010 wird Natacha Balet für zwei Jahre von einer internationalen, in Paris domizilierten Tanztruppe engagiert, der Compagnie Montalvo-Hervieu, mit welcher sie in Südamerika, in China und verschiedenen europäischen Ländern auf Tournee geht. Hip-hop, afrikanischer Tanz, klassischer oder zeitgenössischer Tanz - die Truppe brilliert in der Kunst der Verschiedenartigkeit.
Die im Jahre 1984 in Brig-Glis geborene Barbara Heynen erhält 2010 an der Zürcher Hochschule der Künste ein Master of Arts in Theater. Schon bevor sie ihr Studium beendet hat, spielt sie in veschiedenen Stücken mit, insbesondere in «Wie ich mis Mami n'Papi chalt gmacht han» und «Porno für Anfänger», die von Andreas Kriegerburg inszeniert wurden; oder in den «Drei Schwerstern» von Tchekhov, unter der Leitung von Daniel Pfluger. Sie sammelt weitere Erfahrungen, nicht nur auf der Bühne sondern auch vor der Kamera und beim Aufnehmen von Radiohörspielen. 2007 erhält sie den Studienpreis Schauspiel vom Migros-Kulturprozent, der Friedl-Wald-Stiftung und den Förderpreis der ZHdK. Seit 2009 ist sie Ensemblemitglied am Deutschen Theater von Berlin. Sie ist auch Gründungsmitglied der A-Capella- und Theaterformation Urstimmen.
Bastien Fournier wurde 1981 in Sitten geboren. Inhaber eines Masters in klassischer Literatur der Sorbonne (2004), erhielt er bereits mehrere Auszeichnungen, insbesondere den Kulturpreis der Stadt Sitten und den Internationalen Preis für junge Autoren. 2007 weilt er während sechs Monaten im Künstleratelier des Kantons Wallis in Berlin, wo er den Roman «Le Cri de Riehmers Hofgarten» schreibt. 2008 kommt er in den Genuss eines literarischen Schaffensbeitrages von Pro Helvetia. Bis heute hat Bastien Fournier drei Romane und mehrere Theaterstücke publiziert. Im Weiteren arbeitet er regelmässig mit Tanz- und Theatertruppen zusammen, insbesondere mit dem Ensemble Théâtre du Brandon. Ausserhalb seiner literarischen Tätigkeiten unterrichtet er Latein und Französisch und gibt regelmässig öffentliche Lektüren seiner Texte.
Der Spezialpreis - Eine Anerkennung für Kulturschaffende hinter den Kulissen
Der Spezialpreis 2012 zeichnet den Kulturmanager René-Pierre Antille für seinen Beitrag zur Entwicklung der gegenwärtigen Kunst im Wallis aus. 1984 gehört er zu den Gründungsmitgliedern des "Festival de la Bande dessinée" von Siders und öffnet so das Wallis der Welt der Comics. Sein Engagement zugunsten der visuellen Kunst erreicht seinen Höhepunkt in der Eröffnung und Verwaltung des zeitgenössischen Kunstforums (FAC), das von 1989 bis 2007 ein Ort ist, wo modernste und neueste künstlerische Expressionen (Installationen, Video, usw.) ausgestellt werden. Im Rahmen der Kulturveranstaltungen, die von der Stiftung Château Mercier organisiert werden, lanciert René-Pierre Antille 2011 zwei qualitativ hoch stehende Projekte: die Videoausstellungen «Les Chambres noires» und das Künstleratelier in der Villa Ruffieux, wo vor allem Kontakte zwischen den Stipendiaten und den Kulturinstitutionen der Region gepflegt werden. Seit mehr als 30 Jahren stellt René-Pierre Antille seine Kompetenzen in den Dienst von innovativen und anspruchsvollen Kulturprojekten.
Die offizielle Preisübergabe findet am 16. November 2012 statt. Der Ort wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.
vs
Kontakt:
Muriel Constantin, Kulturberaterin
027 - 606 40 70
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