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Morgens kurz nach sechs Uhr erreichen wir die Dumpstation. Kaum ausgestiegen, fühle ich mich beobachtet. Ich schaue mich um und sehe direkt in die Augen eines Tieres. Ist das nun ein Fuchs oder ein Koyote? Wir sind uns nicht klar darüber, tippen aber auf einen Fuchs. Es gelingt mir, noch schnell ein Foto zu machen. Dann sind hinter dem Tier spitze Geräusche zu hören und es verschwindet. Wir vermuten, es waren die Jungen des Tieres. Kaum sind wir wieder auf dem HW 14 Ost, als ein Elkbulle mit grossem Geweih über die Strasse springt, eine hohe Hürde elegant nimmt und verschwindet. Einen Kilometer später sehen wir ein Mule Deerweibchen im Wald untertauchen. Wir erreichen die I-90. Auch hier gibt es einen "Grazy Women" Saloon und -Creek. Wir schmunzeln mal wieder über Strassenschilder wie "Pay Attention Or Pay The Price", fahren über den "Powder River", der jedoch Wasser führt, den "Death Horse Creek" und den "Wild Horse Creek". Wir erreichen die Black Hills Region. Eine Menge Motorradfahrer sind unterwegs. Die meisten sind wohl Teilnehmer des Motorradfahrertreffens in Sturgis, welche 2013 zum 73. Mal stattfindet. Wir sind noch rund 22 km entfernt von unserem Ziel und sehen es schon. Unser Ziel, den: Devils Tower, einen wunderschönen Basaltturm.
Geschichtliches: Einst waren die Black Hills geheiligtes Land der Sioux und Cheyenne-Indianer. Es wurde ihnen 1868 als unantastbarer Landbesitz zugesprochen. Doch als 1875 Gold entdeckt wurde, unternahm die US Regierung nichts, als die Prospektoren zu Tausenden ins Indianerland strömten. Die Sioux wehrten sich zwar verzweifelt und errangen 1876 am Little Bighorn River gegen General Custer noch einmal einen grossen Sieg, aber die Black Hills blieben verloren. Bei den nachfolgenden Massakern - bekannt wurde vor allem Wounded Knee 1890 - mussten die überlebenden Sioux in Reservate nach Montana und Süddakota umsiedeln.
Devils Tower: Er ist ein abgeplatteter Klotz aus Säulenbasalt, der sich weithin sichtbar ca. 270 m hoch erhebt. Es ranken sich viele Mythen um den Tower. Die Geologen erklären ihn als erkalteten Kern eines Vulkans, dessen umgebendes, weicheres Gestein nach und nach erodiert ist.
Der "Belle Fourche River CG" unter dem Devils Tower ist nur zu empfehlen. Wir sitzen wie in einem Park mit viel Platz für uns. Die hellen Sterne locken uns bis tief in die Nacht nach Draussen.