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Bilbao – die Unbesiegte
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Mit der Eröffnung des gigantischen Museo Guggenheim wurde die schlafende Industriestadt Bilbao wach geküsst. Das eigenwillige Bauwerk des amerikanisch-kanadischen Architekten Frank O. Gehry ist das Symbol für das neue Bilbao.
Kultur | Der Startschuss für das moderne Bilbao fiel am 19. November 1992. Damals wurde der Plan «BAO Ria 2000», ein Projekt für die Zukunft Bilbaos, verabschiedet. Die damalige Wirtschaftskrise und vorausgehend die Werftenkrise der frühen 1980er-Jahre hinterliessen in Bilbao verheerende Spuren. Nur 12 Jahre nach Verabschiedung des Plans wurden visionäre Projekte realisiert: Das Museo Guggenheim, der Palacio Euskalduna oder der «Paseo de la Memoria», ein eindrucksvoller Kunstweg, der durch die Stadt führt. Die Idee, grosse Kultur und Kunst als neuen wirtschaftlichen Motor für das zerstörte Bilbao umzusetzen, war ein mutiges Unterfangen. Ein Plan, der auf grosse Ablehnung der «Bilbainos» stiess. Diese Leute hatten, geprägt von der rauen Kultur der eisenverarbeitenden Industrie, keinerlei Beziehungen zu Kunst. Um «BAO Ria 2000» zu realisieren, benötigte man für das geplante Museum nicht nur die einzigartige Sammlung der Fondation Solomon R. Guggenheim, sondern auch ein grossartiges, aufsehenerregendes Museumsgebäude, dessen Spektakuläre Architektur Gäste aus aller Welt anlockte.
Der amerikanisch-kanadische Architekt Frank O. Gehry vollendete nach nur vierjähriger Bauzeit das gigantische Kunstwerk. Ein Symbol für den Neuanfang Bilbaos. Das Bauwerk mit grossen offenen Räumen repräsentiert die Aufbruchstimmung des 21. Jahrhunderts. Die Vision Frank O. Gehrys war es, den Ufern des Flusses ria del Nervión, ein riesiges gestrandetes Schiff architektonisch darzustellen. Das Museum hat einen weitläufigen, beeindruckenden Aussenbereich und einen grossartigen Innenbereich. Die Ausstellungsräume gruppieren sich um den riesigen Innenhof. Ein Atrium mit 55 Meter Höhe. Rings um das Atrium verteilen sich auf drei Etagen 20 Ausstellungsräume, die durch Glasfenster, Brücken und Treppen miteinander verbunden sind. Bereits aus einiger Entfernung von dem Museum ist die weltberühmte Skulptur «Puppy» sichtbar. Die 12 Meter hohe Gestalt eines Hundes, der das ganze Jahr über, übersät mit blühenden Pflanzen,
einen ungeheuren Effekt setzt. Das Blütenmeer auf der Skulptur wird von einem ausgeklügelten Bewässerungssystem in der Skulptur selbst versorgt. Auf diese Weise scheint die Blütenpracht endlos zu sein. Vom Flussufer des ria del Nervión wird für den Besucher die komplexe Eleganz und Schönheit der Architektur vollends sichtbar. Von hier aus sieht man die «Tulipanes», von Jeff Koons und die 9 Meter hohe Spinne «Maman» aus Bronze der Künstlerin Louise Bourgeois. Die Kunstausstellungen im Museo Guggenheim wechseln stetig. Die Ausstellungen sind beeindruckende Visitenkarten der Weltkunst von gestern und heute.
Bilbao | Der spektakulärste Ausblick aus der Vogelperspektive auf die Stadt ist die blaue Stunde am frühen Abend. Da erwacht das Lichtermeer der Stadt aus seinen Tagträumen. Der beste Ort für dieses Erlebnis ist der Aussichtspunkt «Mirador del Monte Artxanda». Ein Hügel, 250 Meter über der Stadt. Er ist mit einer Seilbahn in 15 Minuten erreichbar. Dort oben liegt dem Besucher die Stadt mit all ihren Schätzen zu Füssen. Eindrucksvoll wie sich der mächtige ria del Nervión seinen Weg mitten durch Bilbao bahnt. Vor nicht all- zu langer Zeit lagen rechts und links an seinen Ufern graue, unattraktive Werften und Fabriken. Frachtschiffe bahnten sich vom nahen Ozean kommend ihren Weg durch das breite Flussbett in die sicheren Innenhäfen. Das Industrielle Zeitalter Bilbaos gehört zur Vergangenheit. Heute verkehren auf dem Fluss Vergnügungsschiffe, auf denen Touristen feiern, essen und die Stadt bestaunen. Faszinierend ist Bilbao durch das pulsierende Leben, durch einzigartige Bauwerke, übersät von Kunst, und verwöhnt von Kulinarik. «Efeceo Guggenheim» nennen die Soziologen die Entwicklung von Bilbao.
Brücken | Die Brücken von Bilbao erzählen von der wechselhaften Geschichte der Stadt. Einst reine Zweckobjekte, um schweres Eisen zur Weiterverarbeitung auf die andere Seite des Flusses zu bringen, sind sie heute zu kleinen Schönheiten ausgebaut. Berühmte Architekten gestalteten sie in Kunstwerke voller Schönheit.
Eine der ältesten Brücken ist die Puente de San Antón. In der Frühzeit der Stadt Bilbao war sie die erste und einzige Brücke, deshalb wurde sie in ihrer ursprünglichen Form im Stadtwappen verewigt. In Zeiten, in denen in Bilbao die Eisenindustrie boomte, benötigte die Schifffahrt Klappbrücken, um die Innenhäfen zum be- und entladen anzusteuern. Eine von ihnen ist die Puente San Agustin in der Nähe des Rathauses. Wenn dort in früheren Zeiten ein Frachtschiff passieren wollte, wurden die zwei Brückenarme seitlich aufgeklappt. Die Brücke wurde von den Bilbainos «perro chino», das heisst «kleiner Hund», genannt. Ihre Benutzung kostete damals 5 Zentinos, und dieses Geldstück wurde in dieser Zeit ebenfalls «perro chino» genannt. Mit dem Zerfall der Industrie wurden die Brücken kleiner, aber vor allem ästhetischer und kunstvoller in ihrer Ausstattung. Eine der sehenswerten ist die Puente Zubizuri am Campo Volantin, in Santiago Calatrava. Die Brücke führt von der Altstadt in das moderne Bilbao. Für eine sehr empfehlenswerte und spannende Entdeckungstour zwischen dem modernen, geschäftigen Bilbao hinüber in die verträumte Altstadt müssen Sie gut einen halben Tag reservieren. Allerdings nur, wenn Sie nicht einer der unzähligen kulinarischen Verführungen dieser Stadt erliegen.
Kulinarik | Das Guggenheim Museum lockt 365 Tage im Jahr Besucher aus aller Welt an. Menschen, die die Kultur und die Kunst lieben und die ebenfalls das Bedürfnis haben, in guten Hotels zu schlafen und in feinen Restaurants zu essen. Um dem Bedürfnis der internationalen Klientel Rechnung zu tragen, bietet Bilbao eine beeindruckende Vielfalt an Hotel- und Gastronomiekonzepten.
Spezialitäten | Txikito und Pintxos gehören zu Bilbao wie das Museo Guggenheim und der ria del Nervión. Txikito ist auch der Name für den gemeinsamen traditionellen Kneipenbummel für die Bilbainos. Er gehört zu ihrem Alltag und zu den beliebtesten Sonntagsvergnügen. Freunde und Familie treffen sich spontan, um gemeinsam den Feierabend und die lauen Nächte zu geniessen. Manchmal reicht ein Sonntag nicht für einen Bummel durch die vielen Pintox-Bars und das fröhliche Miteinander. Die Bilbainos bummeln von Bar zu Bar, um hier ein Häppchen und da ein Häppchen zu geniessen. Damit der Alkohol nicht zu viel Wirkung zeigt, geniesst man zwischendurch Pintxos, sie sind die baskische Antwort auf die spanischen Tapas. Bei der Zubereitung der Pintxos ist fast alles erlaubt, es gibt fast keine Spielregeln, wenn es um die Auswahl und um die Zusammenstellung der Zutaten geht. Das einzige Muss ist ein kleiner zierlicher Holzspiess, der all die kleinen, feinen Köstlichkeiten auf den Brotstücken fixiert. e
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