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Es begann in den 70er Jahren mit einem Sound, der von den Trommeln der karnevalistischen Vereine afrikanischer Herkunft stammte. Zu jener Zeit erschienen in Bahia der Afro-Block “Ilê Ayiê“ und der Afoxé “Badauê“ in der Öffentlichkeit – ausserdem konnte man die Wiedergeburt des Afoxê “Filhos de Gandhi“ beobachten, denen sich später die Afro-Blocks “Olodum“ und der “Muzenza“ anschlossen.
Die Ausdrucksformen der “Afros“ und “Afoxés“, mit ihren besonderen Rhythmen, Farben und Percussion-Instrumenten, übten einen nicht zu umgehenden Einfluss auf die Musiker auf den Trios Elétricos aus, die in den 80er Jahren anfingen, ihre eigenen, unabhängigen Produktionen zu gestalten. Vorläufig war der Erfolg dieser neuen Musiker begrenzt auf den Bundesstaat Bahia – dank der Initiative des Studios WR, des UKW-Kanals Itapoãn und seines TV-Kanals – aber ihre Stunde würde kommen. Im Jahr 1985 explodierte der Song “Fricote“ – komponiert von Paulinho Camafeu und interpretiert von Luiz Caldas – und der machte Schluss mit den Barrieren der Media des Südens und Südostens Brasiliens – die “Axé-Musik“ eroberte ganz Brasilien!
Caldas und die Band “Acordes Verdes“ öffneten der Musik aus Bahia sämtliche Türen der phonographischen Industrie. Die Axé-Musik erschütterte eine solide Konstruktion und war verantwortlich für die Mischung diverser Musikstile und Rhythmen, sie durchbrach Konzepte und Vorurteile mit einer neuen Art zu tanzen, sich zu kleiden, sich zu verhalten und sich zu vergnügen. Abgesehen von einem enormen wirtschaftlichen Impuls, den sie dem Bundesstaat Bahia einbrachte – durch den Verkauf von Tausenden von CDs, dem Empfang unzähliger Touristen, der Schaffung vieler direkter und indirekter Arbeitsplätze – und, nicht zuletzt, einem stetigen Wachstum des Karnevals von Salvador!
Die Explosion der bahianischen Songs war ebenfalls verantwortlich für die Neueingliederung brasilianischer Musik in den Radiosendern des Landes – denn in letzter Zeit waren deren Programme fast ausschliesslich mit nordamerikanischen Hits bestückt gewesen. Ebenfalls nach dem Auftauchen der Axé-Musik erschienen wieder typisch brasilianische Musikstile, wie der “Sertanejo“ aus São Paulo, der “Pagode“ aus Rio de Janeiro, die “Lambada“ aus Pará und der “Pop“ aus der Stadt Recife. Nach ihrem phenomenalen Anfang verbreitete sich die Musik und tauchte bei den Karneval-Events in allen vier Enden Brasiliens auf – auch bei den Karneval-Events ausserhalb der Epoche, die sich jedes Jahr mehr ausbreiten.