Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03612.jsonl.gz/2772

Tabelle einfügen.
Für Veranstaltungen ist, je nach Art und Umfang, ein Sanitätsdienst erforderlich. Dieser kann auch von der genehmigenden Behörde verlangt werden, grundsätzlich sind aber die Organisatoren aufgrund ihrer Sorgfaltspflicht 1 gegenüber den Besuchern für den Sanitätsdienst verantwortlich.
Dies kann sich von einem einzelnen Sanitätsposten bis zur Bereitstellung von Behandlungszelten, Rettungswagen und Sanitätshubschraubern erstrecken. Mit einer Risikoabschätzung, welche in den „Richtlinien für die Organisation des Sanitätsdienstes bei Veranstaltungen“ 2 näher beschrieben wird, kann ermittelt werden, welche Herangehensweise zur Bewertung eines Sanitätsdienstes zu verwenden ist. Die Richtlinien haben den Charakter von Empfehlungen und regeln insbesondere das Verfahren zur Bedarfsabklärung (Risikoabschätzung), die qualitativen Standards des Sanitätsdienstes im Normalfall (verschiedene Ausbaustufen, je nach Art und Grösse der Veranstaltung), die Planung des Sanitätsdienstes (Information der notfallmedizinischen Einsatzorganisationen, Koordination der Aktivitäten) sowie die Vorbereitung der Massnahmen für den Fall des Eintritts eines Schadenereignisses mit grossem Patientenanfall. 3 In der Regel wird die Bewertung, ob und in welchem Umfang ein Sanitätsdienst eingesetzt werden soll, durch die Sanitätsdienste der Gemeinden vorgenommen. Das Sanitätskonzept ist als Teil des Sicherheitskonzepts zu verstehen und kann in diesem als Anhang aufgeführt werden. Folgenden Kriterien können bei der Frage, ob ein Sanitätsdienst erforderlich ist, helfen:
Die Aufgabe des Sanitätsdienstes ist „nachsorgender“ Natur und soll das Ausmass eines bereits eingetretenen Schadens lindern.
Vorsorgliche Massnahmen, die lange vor einer Veranstaltung mit der Information des Publikums (siehe Publikumsverhalten) beginnen, können massgeblich zur Schadensvermeidung oder -reduzierung beitragen.
Die Kosten des Sanitätsdienstes sind in der Regel durch den Veranstalter zu tragen. Die Verantwortung für die grundsätzliche Erstellung des Sanitätskonzepts liegt ebenfalls immer beim Veranstalter. Schon bei mittelgrossen Veranstaltungen ist es sinnvoll, das nächstgelegene Spital über die geplante Veranstaltung zu informieren, damit dieses bei einem Massenanfall von zu versorgenden Personen entsprechend vorbereitet ist. Veranstalter sollen eine Stelle in ihrer Organisationsstruktur schaffen, die im Normal- und Notfallbetrieb als Ansprechpartner für den Sanitätsdienst zur Verfügung steht.
Während der Auf- und Abbauarbeiten passieren die meisten Unfälle. Ist zu diesem Zeitpunkt kein Sanitätsdienst vor Ort, ist es sinnvoll, geeignete Massnahmen zu treffen.
Ausgestaltung des Sanitätsdienstes: Die in Deutschland am häufigsten verwendete Berechnungsmethode ist das Maurer-Schema (Wikipedia – Maurer-Schema).
Die Schweizer Samariter bevorzugen mit dem „Postendienst“ eine eigene Berechnungsmethode, das Maurer-Schema wird nicht mehr angewandt (Schweizerischer Samariterbund – Reglement Postendienst).
Die in der Schweiz so gut wie nicht verbreitete und in Deutschland am zweitweitesten verbreitete Berechnungsmethode ist der Kölner Algorithmus zur Planung der medizinischen Gefahrabwehr bei Grossveranstaltungen (vfdb – Kölner Algorithmus 2007).
TA 2015