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Selbstmauernde Wände in der Wüste
Was wie eine Science-Fiction-Filmkulisse aussieht, soll Nomaden in der Sahara vor der sengenden Sonne und vor Sandstürmen schützen: Die Architekten des französischen Büros X-TU haben eine Art Kasbah konzipiert, die sich selbst mauert. Sie nutzen dabei das harsche Wüstenklima gewissermassen als Baumeister.
Zu Beginn bestehen die Wände aus Textilien, die mit „Blasen“ versehen sind, in welchen sich eine Mischung aus Sand, Hydrogel und kalkbildenden Bakterien befindet, die mit Grundwasser angereichert wird. Bläst der Wind nun durch das Gewebe und weht Sand auf die Wände, wandeln die Bakterien den Mix nach und nach in Stein um. Sobald sich dieser Prozess mehrere Male wiederholt hat, sind die Mauern so stabil, dass die „Blasen“ entfernt werden können. Weil die so entstandenen Mauern relativ porös sind, verfügen sie laut den Architekten über einen natürlichen Kühlungseffekt.
Die Architekten schlagen zudem vor, eine solche Siedlung mit einem unterirdischen Ökosystem zu versehen, das Grundwasser an die Oberfläche bringt, damit die Bewohner etwa Gemüse und Pilze ziehen können.
Ob das Projekt tatsächlich dereinst umgesetzt wird, ist fraglich. Aber immerhin wird es an der diesjährigen Biennale in Venedig im marokkanischen Pavillon anlässlich der Ausstellung „Fundamental(ism)s“ vorgestellt. Thema der Schau sind Siedlungen in der Wüste. (mai)