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Ein thailändisches Gericht hat einen Baselbieter wegen sexueller Nötigung von Kindern verurteilt. Die Strafe von vier Jahren und 23 Monaten Gefängnis sollte der in Thailand lebende Mann in der Schweiz absitzen. Der Mann tauchte aber ab, bevor die Behörden das Urteil vollstrecken konnten. Dies berichtet die «bz basel».
Der Baselbieter wurde vom thailändischen König Vajiralongkorn begnadigt, davor hatte der Schweizer aber dem Kanton Baselland beantragt, die Strafe in der Schweiz absitzen zu dürfen. Im Mai hatte das Kantonsgericht dann das Urteil für vollstreckbar erklärt. Dieser Entscheid gelte weiterhin, heisst es seitens der Behörden.
Überfüllte Gefängnisse
Die Begnadigung wurde vom thailändischen König wegen der überfüllten Gefängnisse im Land gesprochen. 40’000 Staatsgefangene hat Vajiralongkorn ebenfalls im vergangenen Mai an seiner offiziellen Krönungsfeier begnadigt. Nach diesem Erlass tauchte der Schweizer schliesslich ab.
Die Baselbieter Behörden konnten ihm den im Mai gefällten Entscheid nicht mehr zustellen. Damit der Entscheid rechtskräftig wird, musste das Kantonsgericht nun den Erlass unter Nennung des vollen Namens im Amtsblatt veröffentlichen. Reist der Baselbieter zurück in die Schweiz, muss er die Gefängnisstrafe trotz Begnadigung verbüssen.
Antrag ursprünglich abgelehnt
Der Baselbieter lebt seit 1998 in Thailand. 2018 verurteilten ihn die Behörden im thailändischen Pattaya wegen sexueller Nötigung von unter 15-Jährigen und wegen Besitzes von kinderpornografischem Material zur Gefängnisstrafe. Einen ersten Antrag des Baselbieter, seine Strafe in der Schweiz absitzen zu dürfen, hatte das Strafgericht im Dezember 2018 abgelehnt.
Eine Überstellung in die Schweiz mache nur Sinn, wenn der Täter nach der Verbüssung der Strafe wieder in der Schweiz leben solle, so die damalige Begründung. Davon sei beim betreffenden Baselbieter nicht auszugehen.
Der Mann legte Berufung ein und argumentierte, dass er definitiv in die Schweiz zurückkehre, da Thailand alle ausländischen Straftäter ausweisen würde. In zweiter Instanz gab darauf hin das Baselbieter Kantonsgericht dem Antrag statt. Dabei sei es Sinn und Zweck einer Überstellung, Straftäter wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Dies könne nur gelingen, wenn der Baselbieter die Gelegenheit erhalte, den Rest der Strafe in der Schweiz anzusitzen. Da Thailand als künftiger Wohnort wegfiel und das Gericht die formellen Voraussetzungen als erfüllt ansah, erklärte es das Urteil am 7. Mai für vollstreckbar.