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Blick von der Burgruine Niederwindegg (rechts) gegen das Dorf Schänis, Aquarell (Ausschnitt) von Hans C. Escher, 1811.
Burgruine Niederwindegg
Die Burgruine Niederwindegg liegt auf einer Nagelfluhrippe unterhalb von Ziegelbrücke und bietet eine schöne Sicht auf das Linthgebiet. Dicht bedrängt von Bäumen und Sträuchern ist sie seit über 500 Jahren dem Zerfall preisgegeben. Heute ist von der Burg nur noch die rund acht Meter hohe Puffermauer übrig. Sie ist von der Hauptstrasse in Schänis über einen schmalen Weg in rund einer Viertelstunde erreichbar.
Der genaue Zeitpunkt des Baus ist nicht bekannt. Erstmals erwähnt wird die Burg im Jahr 1220 respektive 1229 im Zusammenhang mit einem Hartmann von Windegg beziehungsweise einem Diethelm von Windegg. Allerdings ist unklar, ob tatsächlich Niederwindegg gemeint ist, oder Oberwindegg ob Niederurnen beziehungsweise die Burg Windegg in Wald im Kanton Zürich. 1230 schenkt Graf Hartmann der Ältere von Kyburg seiner Gattin Margaretha von Savoyen die Burg samt Zoll. Der Zoll wird unterhalb der Burg zwischen dem Berg und dem Ufer der Linth erhoben. Ab dem Jahr 1265 regiert ein habsburgischer Amtsmann auf der Burg Niederwindegg. Er verwaltet ab 1288 auch das Tal Glarus. Glarus versucht in der Folge, die habsburgische Vormacht abzuschütteln.
Vom Anschluss Glarus an die Eidgenossenschaft bis zum Verfall der Burg Niederwindegg
Im Jahr 1351 schliesst Glarus einen Bund mit Zürich, Uri, Schwyz und Unterwalden und ist damit Teil der Eidgenossenschaft. Das Verhältnis zwischen der Eidgenossenschaft und Österreich wird indessen immer schlechter. Dies führt dazu, dass die Burg Niederwindegg in den Jahren 1359 und 1384 unter dem Vogt Egolf von Ems befestigt wird. In der Mordnacht von Weesen kommt ein grosser Teil der eidgenössischen Besatzung ums Leben. Jetzt brechen die Feindseligkeiten offen aus. Dabei versuchen die Eidgenossen, die Burg Niederwindegg zu stürmen. Diese erweist sich aber als uneinnehmbar.
Im Jahr 1406 gelangen das Gasterland und damit auch die Burg pfandweise an Graf Friedrich VII von Toggenburg und 1438 an die Kantone Schwyz und Glarus. Ab diesem Zeitpunkt wohnt der jeweils regierende Vogt nicht mehr auf der Burg Niederwindegg. Dies dürfte der Beginn ihres Zerfalls gewesen sein. Vermutlich dient sie 1486 als Steinbruch für den Turmbau der Stiftskirche Schänis und in den nachfolgenden Jahrhunderten als Steinlieferant für weitere Bauten. Heute sind von der Ruine nur noch die rund acht Meter hohe Puffermauer an der Ostseite zum Berg sowie ein paar Mauerresten sichtbar.
1955 führt Jakob Grüninger Sondiergrabungen durch, bei denen ältere Mauerreste sowie Keramikstücke gefunden werden. Er vermutet, dass hier ein römischer Wachtposten aus dem zweiten Jahrhundert gestanden hat. Dies ist aber nicht belegt, da keine archäologischen Grabungen durchgeführt wurden.