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Am 14. Dezember 1911 hisste der Norweger Roald Amundsen die Flagge seines Heimatlandes im ewigen Schnee am geografischen Südpol. Als erster Mensch hatte er den südlichsten Punkt der Erde erreicht – und das epochale Duell mit dem Briten Robert F. Scott gewonnen.
Amundsen war auch deshalb erfolgreich, weil er das heutige Management-Prinzip KISS verfolgte: «Keep it simple and stupid.» Fünf Männer, vier Schlitten und 54 Hunde. Tiere, die ausgedient hatten – auch das gehört zur Wahrheit dazu –, wurden von den Pionieren verzehrt. Amundsen und seine Männer gewannen das Wettrennen. Zur Belohnung rauchten sie Zigarren im ewigen Eis.
Sein grosser Widersacher Scott war ein Offizier der Marine. Dessen Mission wurde von privaten Vereinigungen wie der Königlich Geographischen Gesellschaft finanziert, aber auch vom Staat gefördert. Es gab viele Sponsoren – aber eine nur ungenügende Planung. 19 mandschurische Ponys, die aus Asien stammten und die Fortbewegung auf Eis nicht beherrschten, waren ebenso eine Fehlbesetzung wie die Motorschlitten, deren Verbrennungsmotoren den Dienst aufgaben. Dagegen waren 30 Hunde viel zu wenig.
Am 18. Januar 1912 – einen Monat nach ihrem Rivalen – erreichten Scott und seine vier Gefährten ebenfalls den Südpol. Das Foto, das zum Beweis eines historischen Triumphs hätte werden sollen, ist das Dokument einer Niederlage – und der Anfang vom Ende. Entkräftet, ausgehungert und unterkühlt liefen die Polarforscher ihrem eigenen Ende entgegen. Scott starb am 29. März 1912 den Kältetod. Er und seine Gefährten wurden erfroren in ihren Schlafsäcken gefunden – nur achtzehn Kilometer von einem grossen Lebensmittel- und Materialdepot entfernt
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