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In meiner Linkedin-Gruppe tauchte vor einiger Zeit ein Kommentar zu einer Diskussionsgruppe auf: Anxiety – Just because you’re functioning doesn’t mean you are okay. Nur weil man funktioniert bei der Arbeit, heisst das noch lange nicht, dass alles in Ordnung ist.
Angst an der Arbeit? Kann heissen:
Angst vor Gewalt und Beschimpfung
Angst vor Klienten oder deren Verwandte
Angst vor den Vorgesetzten
Angst, zu versagen
Angst, dem Druck nicht (mehr) gewachsen zu sein, falsche Entscheidungen zu treffen, Stellung beziehen zu müssen
Angst, ausgelöst durch Mobbing oder schlechtes Arbeitsklima
Eine von der Northern Ireland Association of Social Workers (NIASW) erstellten Studie zeigt, dass 88% der Sozialarbeitenden unbezahlte Überstunden leisten. Knapp die Hälfte der Befragten berichtet von übermässiger administrativer Belastung ohne entsprechende Unterstützung zu erhalten, und wertet dies als grösste Herausforderung in ihrer Arbeit. Kommen zu dieser hohen Arbeitsbelastung Angst auslösende Situationen hinzu, kann dies rasch zu Überforderungen führen.
Angst an der Arbeitsstelle kann, bedingt durch eine erhöhte Adrenalinausschüttung zu einer höheren Leistungsfähigkeit, aber ebenso zu Depressionen, bis hin zu Angststörungen und Burnout führen. Sozialarbeitende arbeiten oft unter enorm komplexen Bedingungen, die sie täglich neu herausfordern können. Umso wichtiger sind gute und unterstützende Arbeitsbedingungen, Arbeitsabläufe, die geklärt und sinnvoll sind, Vorgesetzte, die hinter ihren Mitarbeitenden stehen und ein Arbeitsklima, welches das Wohlbefinden der Mitarbeitenden unterstützt.
Fünf Dinge, die dir helfen können, mit grösseren Belastungen fertigzuwerden:
1) Sprich darüber. Sobald du dich herumhörst, wirst du merken, dass du mit deinen Belastungen oder der vielen Arbeit nicht alleine bist. Der Austausch kann dir helfen, die Schwierigkeiten neu zu betrachten und gemeinsam mit deinen Kolleg*innen nach Lösungen zu suchen.
2) Lasse dich nicht auf dein Problem reduzieren. Du leistest dein Möglichstes, versuchst für deine Klient*innen das Beste zu erreichen, versuche diese Ressourcen auch für dich zu nutzen. Deine Ängste haben Gründe, aber lass sie nicht deinen Arbeitsalltag bestimmen. Besinne dich auf die Aspekte deines Lebens, die "problemfrei" sind und nutze diese für deine Handlungen.
3) Vernetze dich. Frage Kolleg*innen auch ausserhalb deiner Organisation nach ihren Erfahrungen, suche im Netz nach ähnlichen Organisation und versuche dich thematisch zu vernetzen. Gute und faire Arbeitsbedingungen für Sozialarbeitende sind an vielen Orten ein Thema. Zusammen könnt ihr mehr erreichen.
Drei Dinge, die ich als Arbeitgeber*in tun kann:
1) Frage deine Mitarbeitenden. Diese können dir genau sagen, wo sie die grössten Herausforderungen sehen und was ihnen bei der Bewältigung ihrer Arbeit helfen würde.
2) Sorge für faire Arbeitsbedingungen. Sozialarbeitende versuchen für ihre Klient*innen gute Lebensbedingungen zu schaffen. Selbstverständlich ist es ebenso wichtig, dass deine Mitarbeitenden Arbeitsbedingungen vorfinden, die die eigene Ausbeutung oder Überlastungen und Burnout verhindern.
3) Schaffe Freiräume. Unter Druck stehende Mitarbeitende können auf längere Zeit nicht ihr Bestes bringen. Darum schaffe Erholungs- und Freiräume: Zur Erholung der Sozialarbeitenden, für einen fachlichen Austausch und um von kreativen Ideen deiner Mitarbeiter*innen zu hören.
WIE GEHT ES EUCH BEI EURER ARBEIT? WAS DENKT IHR DAZU?