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Abstracts
Klinische Befunde und Blutproben wurden von 253 Hunden mit natürlich auftretendem Diabetes mellitus gesammelt. Über die Hälfte dieser Hunde waren Labradors, Collies, Yorkshire Terrier oder Mischlinge und ca. 80 % wurden im Alter von 5 – 12 Jahren diagnostiziert. Die Mehrheit der Hunde erhielt Insulin einmal täglich, aber bei solchen Hunden, die Insulin zweimal täglich erhielten, gab es einen Trend zu niedrigerer Fruktosaminkonzentration, was eine bessere glykämische Kontrolle nahe legt.
Der Anteil weiblicher Hunde mit Diabetes war niedriger als in vorherigen Untersuchungen. Die Erkrankungen wurden im Winter häufiger diagnostiziert, ein saisonales Muster wurde auch bei Menschen beobachtet, so dass einander ähnelnde Umweltgeschehen eine Rolle spielen können.
Antikörper gegen Insulin bei diabetischen Hunden, die mit zwei verschiedenen Insulinpräparaten behandelt wurden.
Protokoll 12th ECVIM-CA/ESVIM Congress, München, 19.-21. September 2002, J vet Int Med16(5):636-637
Abstract:
Bei diabetischen Hunden wurden nach Insulintherapie Antikörper gegen Insulin(AIA) nachgewiesen, ihre klinische Bedeutung ist jedoch noch nicht geklärt. Ziel dieser Studie war die Messung von AIA bei diabetischen Hunden, die mit heterologem Rinderinsulin (Insuvet®lente, Schering Plough) oder einem homologen Schweineinsulinpräparat (Caninsulin®, MSD Animal Health) behandelt wurden.
In Serumproben von 180 diabetischen Hunden und 90 gesunden Hunden wurden IgG-Antikörper gegen Rinder- oder Schweineinsulin mittels ELISA (enzyme-linked immunosorbant assay) bestimmt. Es wurden ebenfalls Antikörper gegen Hunde-Thyreoglobulin (TG) und -Staupevirusantigen (CDV) gemessen. Dabei wurden zwischen diabetischen und gesunden Hunden bzw. zwischen den mit Caninsulin® (n=90) und Insuvet® (n=90) behandelten Gruppen keine Unterschiede in Bezug auf Anti-CDV- oder Anti-TG-Reaktivität festgestellt. Es wurden ebenfalls keine Unterschiede in Bezug auf die AIA von nicht diabetischen und von diabetischen Hunden, die mit Caninsulin® behandelt wurden, beobachtet.
In der mit Insuvet® behandelten Gruppe wurden jedoch bei 53 von 90 Fällen Antikörper gegen Rinder- und Schweineinsulin nachgewiesen (Nachweisgrenze des Assays >0.3µg/ml). Dieses Ergebnis unterscheidet sich von den Ergebnissen in der Kontrollgruppe und in der mit Caninsulin® behandelten Gruppe, in der bei 5 von 90 bzw. 12 von 90 Tieren Antikörper gegen Rinder- und Schweineinsulin nachgewiesen wurden (p<0.01).
Diese Studie weist darauf hin, dass Insuvet® bei der Behandlung von diabetischen Hunden eine stärkere immunogene Wirkung aufweist als Caninsulin®. Zukünftige Arbeiten werden sich auf Epitopenrestriktion, Isotypen und die Kinetik der Bildung von AIA und ihre potenzielle Rolle für die Blutzuckerkontrolle und die Pathogenese der Erkrankung konzentrieren.
Pharmakokinetik einer Schweineinsulin-Zink-Suspension bei diabetischen Hunden.
Journal of Small Animal Practice 38(10):434-8.
Abstract:
Zehn Hunde mit natürlich entstandenem Diabetes mellitus erhielten eine Injektion mit einer Suspension aus Zink und hochgereinigtem Insulin vom Schwein entsprechend dem erwarteten Bedarf. Innerhalb von 24 Stunden nach der Injektion wurden in zweistündigen Intervallen die Konzentrationen von Insulin und Glukose im Plasma gemessen.
Bei der Plasmainsulinkonzentration wurden eine oder zwei Spitzen gemessen: eine etwa 4 Stunden (Mittelwert 4,3 +/-1,3 [Standardabweichung]) und eine weitere etwa 11 Stunden (Mittelwert 11 +/- 1,85) nach der Injektion. Die zweite Insulinspitze wurde nur bei acht Hunden beobachtet. Die erhöhte Plasmainsulinkonzentration hielt über 14 bis 24 Stunden an (Mittelwert 17,4 +/- 3,65).
Diese Ergebnisse sind besser als die in der Literatur veröffentlichten Ergebnisse für andere Intermediärinsulinpräparate zur Behandlung des Diabetes mellitus bei Hunden und weisen darauf hin, dass dieses Präparat sehr gute Eigenschaften für eine erfolgreiche Behandlung bei vielen diabetischen Hunden aufweist.
Bewertung einer Insulin-Zink-Suspension zur Kontrolle von natürlich entstandenem Diabetes mellitus bei Hunden.
Australian Veterinary Journal 78(12):831-4.
Abstract:
Ziel
Bewertung der Wirkungsdauer einer Insulin-Zink-Suspension (Caninsulin®, MSD Animal Health) in spontanen Fällen von Diabetes mellitus bei Hunden und ihrer Eignung bei einmal täglicher Gabe.
Studiendesign
Acht privat gehaltene diabetische Hunde wurden in eine prospektive Pilotstudie aufgenommen. Alle Hunde waren mindestens 2 Monate lang mit Caninsulin® behandelt worden und galten als klinisch angemessen eingestellt.
Verfahren
Die Hunde wurden 24 Stunden lang in der Tierklinik untersucht, und alle 2 Stunden wurde zur Blutzuckerbestimmung Blut über einen venösen Dauerkatheter entnommen.
Ergebnisse
Bei einmal täglicher Gabe von Caninsulin® konnte bei fünf von acht Hunden die Blutzuckerkontrolle nicht länger als 13 Stunden aufrechterhalten werden. Bei zwei anderen Hunden konnten jedoch 22 Stunden bzw. mehr als 24 Stunden lang akzeptable Blutzuckerspiegel aufrechterhalten werden. Ein Hund litt während der Klinikbehandlung unter psychischem Stress, und seine Blutglukosekurve zeigte keine nachweisbare Reaktion auf das Insulin.
Schlussfolgerungen
Für eine befriedigende Blutzuckerkontrolle müssen bei den meisten diabetischen Hunden eventuell zwei Gaben von Caninsulin® pro Tag verabreicht werden. Bei einigen Tieren könnte jedoch eine einmal tägliche Verabreichung ausreichen. Es sind umfangreichere Untersuchungen der Wirkungsdauer von Caninsulin® erforderlich.
Wirksamkeit von 40 IE/ml Lente-Insulin vom Schwein bei der Behandlung des Diabetes mellitus bei Katzen.
9th Annual Congress of the European Society of Veterinary Internal Medicine 14-16 October 1999, Perugia, Italy:186
Abstract:
Caninsulin®, ein Veterinärpräparat aus Lente-Insulin vom Schwein, wird in vielen Ländern häufig zur Behandlung des Diabetes mellitus bei Hunden und Katzen eingesetzt. Es wurde bereits eine detaillierte Studie zur Wirksamkeit bei Hunden durchgeführt, jedoch gibt es keine detaillierten Berichte über den Einsatz von Lente-Insulin vom Schwein bei Katzen. Ziel dieser Studie war die Bewertung der Wirksamkeit von Caninsulin® bei 25 Katzen mit natürlich auftretendem Diabetes mellitus über einen Behandlungszeitraum von 1 Jahr.
Die Tiere entstammten dem Patientengut der University of Queensland. Zunächst wurden die Katzen eine Woche lang mit Insulin stabilisiert. Die Nachuntersuchungen erfolgten 2, 4, 8, 12, 26 und 52 Wochen nach der erstmaligen Entlassung sowie nach Bedarf. Die Insulindosis wurde auf der Grundlage von seriellen Blutzuckermessungen alle 2 Stunden über einen Zeitraum von 12 bzw. 24 Stunden eingestellt. Es wurden folgende klinische Parameter gemessen: Körpergewicht, Konditionsbeurteilung (Body Condition Score) sowie Futter- und Wasseraufnahme. Folgende klinisch-pathologische Parameter wurden überwacht: mittlerer Blutzuckerspiegel, J-Index für Blutzucker, Serum-Fructosamin, Beta-Hydroxybutyrat, Cholesterin, Triglyzeride korrigiert für freies Glycerin, Uringlukose, Urinketone und spezifisches Gewicht des Urins.
Bei allen Katzen wurde nach der Behandlung eine deutliche klinische Besserung beobachtet. Bei 7/25 Katzen wurde die Insulinbehandlung eingestellt, weil es während der Studie zu einer Remission des Diabetes kam. Drei Katzen starben während der Dauer der Studie oder wurden eingeschläfert (2 nicht diabetische Todesursachen, 1 unbekannte Todesursache). Im Verlauf der Studie verbesserten sich die klinischen und klinisch-pathologischen Parameter. Bei allen Katzen war eine zweimal tägliche Verabreichung von Caninsulin® erforderlich, die mittlere Dosis betrug etwa 0,6 IE/kg zweimal täglich, (Dosisspektrum 0,1-1,9 IE/kg zweimal täglich). Die maximale Wirkung von Caninsulin® auf den Blutzuckerspiegel trat etwa 5 Stunden nach der Injektion ein.
Die zweimal tägliche Injektion von Caninsulin® ist eine wirksame und sichere Behandlung für Diabetes mellitus bei Katzen. Die Dosen sollten entsprechend den seriellen Blutzuckermessungen individuell eintitriert werden.
Pharmakokinetik von 40 IE/ml Lente-Insulin vom Schwein bei diabetischen Katzen
24th World Small Animal Veterinary Congress 23-26 September 1999, Lyon, France
Abstract:
Einleitung
Diese Studie wurde zur Berechnung der Pharmakokinetik von 40 IE/ml Lente-Insulin vom Schwein bei diabetischen Katzen durchgeführt.
Material & Methoden
Die Plasmaverfügbarkeit von 40 IE/ml Lente-Insulin vom Schwein (Caninsulin®, MSD Animal Health) wurde 3 Tage (n=10) nach Beginn der Stabilisierung sowie nach vierwöchiger (n=4) oder sechswöchiger (n=6) Behandlung bestimmt. Caninsulin® wurde subkutan entsprechend der für jede Katze individuell anhand von seriellen Blutglukosekurven eingestellten Dosen verabreicht. Die Insulinkonzentrationen im Plasma wurden mit einem kommerziell erhältlichen Radioimmunoassay bestimmt. Die pharmakokinetischen Parameter wurden mit nicht kompartimentellen Methoden berechnet.
Ergebnisse
Die maximalen Plasmakonzentrationen von Caninsulin® wurden nach 1,7±0,2 Stunden erreicht (Mittelwert± SEM). Die Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve (AUC) betrug 257±34 µU.h/ml, und die Fläche unter der ersten Momentkurve (AUMC) 982±173 µU.h2/ml. Die mittlere Verweildauer (MRT), eine quantitative Schätzung der Persistenz von Caninsulin® bei jeder einzelnen Katze, betrug 3,7±0,3 Stunden. Die mittlere Resorptionszeit (MAT), berechnet durch Vergleich der mittleren Verweildauer nach intravenöser Verabreichung von normalem Insulin vom Schwein mit der mittleren Verweildauer von Caninsulin®, betrug 2,8±0,3 Stunden. Es wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den an Tag 3 (n=10) und in Woche 4 und 8 (n=10) berechneten pharmakokinetischen Parametern festgestellt. Die niedrigste Blutzuckerkonzentration wurde 4,0±0,4 Stunden nach Verabreichung von Caninsulin® erreicht. Die Insulinkonzentrationen erreichten nach 8,8±0,7 Stunden erneut den Ausgangswert. Die Wirkungsdauer von Caninsulin® bei Katzen betrug 10,5±0,3 Stunden. Die Bioverfügbarkeit von Caninsulin® betrug im Vergleich zu intravenös verabreichtem normalem Insulin vom Schwein 46±6%.
Diskussion/Schlussfolgerung
Aufgrund der relative kurzen Wirkungsdauer von Caninsulin® sollte das Präparat bei diabetischen Katzen zweimal täglich verabreicht werden.
Wirksamkeit von 40 IE/ml Lente-Insulin vom Schwein bei der Behandlung des Diabetes mellitus bei Katzen.
Journal of Veterinary Internal Medicine 14(2):233
Abstract:
Caninsulin®, ein Veterinärpräparat aus Lente-Insulin vom Schwein, wird in vielen Ländern häufig zur Behandlung des Diabetes mellitus bei Hunden und Katzen eingesetzt. Es wurde bereits eine detaillierte Studie zur Wirksamkeit bei Hunden durchgeführt, jedoch gibt es keine detaillierten Berichte über den Einsatz von Lente-Insulin vom Schwein bei Katzen. Ziel dieser Studie war die Bewertung der Wirksamkeit von Caninsulin® bei 25 Katzen mit natürlich auftretendem Diabetes mellitus über einen Behandlungszeitraum von 1 Jahr.
Die Tiere wurden von der Kleintierklinik der University of Queensland überwiesen. Zunächst wurden die Katzen innerhalb von einer Woche mit Insulin stabilisiert. Die Nachuntersuchungen erfolgten 2, 4, 8, 12, 26 und 52 Wochen nach der erstmaligen Entlassung sowie nach Bedarf. Die Insulindosis wurde auf der Grundlage von seriellen Blutzuckermessungen alle 2 Stunden über einen Zeitraum von 12 bzw. 24 Stunden eingestellt. Es wurden folgende klinische Parameter gemessen: Körpergewicht, Konditionsbeurteilung (Body Condition Score) sowie Futter- und Wasseraufnahme. Folgende klinisch-pathologische Parameter wurden überwacht: mittlerer Blutzuckerspiegel, J-Index für Blutzucker, Serum-Fructosamin, Beta-Hydroxybutyrat, Cholesterin, Triglyzeride korrigiert für freies Glycerin, Uringlukose, Urinketone und spezifisches Gewicht des Urins.
Bei allen Katzen wurde nach der Behandlung eine deutliche klinische Besserung beobachtet. Bei 7/25 Katzen wurde die Insulinbehandlung eingestellt, weil es während der Studie zu einer Remission des Diabetes kam. Drei Katzen starben während der Dauer der Studie oder wurden eingeschläfert (2 nicht diabetische Todesursachen, 1 unbekannte Todesursache). Im Verlauf der Studie verbesserten sich die klinischen und klinisch-pathologischen Parameter. Bei allen Katzen war eine zweimal tägliche Verabreichung von Caninsulin® erforderlich, die mittlere Dosis betrug etwa 0,6 IE/kg zweimal täglich, (Dosisspektrum 0,1-1,9 IE/kg zweimal täglich). Die maximale Wirkung von Caninsulin® auf den Blutzuckerspiegel trat etwa 5 Stunden nach der Injektion ein.
Die zweimal tägliche Injektion von Caninsulin® ist eine wirksame und sichere Behandlung für Diabetes mellitus bei Katzen. Die Dosen sollten entsprechend den seriellen Blutzuckermessungen individuell eintitriert werden.
Pharmakologie eines 40 IE/ml -Präparats mit Lente-Insulin vom Schwein bei diabetischen Katzen: Ergebnisse innerhalb der ersten Woche und nach fünf- bzw. neunwöchiger Behandlung.
Journal of Feline Medicine and Surgery 3(1):23-30
Abstract:
Ziel dieser Studie war die Messung der Pharmakokinetik und Pharmakodynamik eines subkutan injizierten 40 IE/ml-Lente-Insulins vom Schwein (Caninsulin, MSD Animal Health BV, Niederlande) bei diabetischen Katzen. Die pharmakologischen Eigenschaften des Insulins bei schlecht eingestellten oder unbehandelten Katzen wurde mit den Eigenschaften nach mehrwöchiger Behandlung verglichen, um festzustellen, ob eine verbesserte Stabilisierung des Diabetes die Pharmakologie dieses Insulins verändert. Außerdem wurden die pharmakologischen Eigenschaften von intravenös injiziertem normalem 100 IE/ml-Insulin vom Schwein (Actrapid MC, NovoNordisk, Dänemark) gemessen.
Nach subkutaner Injektion von Lente-Insulin vom Schwein wurden bei 25 diabetischen Katzen innerhalb der ersten Woche nach Aufnahme in eine zwölfmonatige Diabetes-Behandlungsstudie serielle Plasmaproben entnommen. Nach vier- bzw. achtwöchiger Behandlung wurden bei den Katzen, die zu diesem Zeitpunkt keine diabetische Remission zeigten, ebenfalls Proben genommen. Zu diesem Zeitpunkt wurden bei diesen Katzen ebenfalls serielle Plasmaproben nach intravenöser Injektion von normalem Schweineinsulin entnommen. Die Plasmaproben wurden auf Glukose untersucht, mittels einer PEG-Technik wurden Antikörper gegen Insulin extrahiert, und die Proben wurden mit einem RIA-Kit mit niedriger Sensitivität für endogenes Katzeninsulin, jedoch hoher Sensitivität für exogenes Schweineinsulin im Katzenplasma auf Insulin untersucht.
Bei subkutaner Injektion von Caninsulin bei diabetischen Katzen wurde die maximale Insulinkonzentration im Plasma nach 1,7+/-0,1 Stunden und der Blutzucker-Nadir nach 4,1+/-0,3 Stunden erreicht. Die Insulin- und Blutzuckerkonzentrationen erreichten innerhalb von 12 Stunden erneut den Ausgangswert. Es gab keine signifikanten Veränderungen in Bezug auf das Einsetzen oder die Dauer der Wirkung von Caninsulin zwischen der ersten Behandlungswoche und der 5. oder 9. Behandlungswoche. Bei intravenöser Injektion von Actrapid MC wurde die maximale Insulinkonzentration nach 0,36+/-0,03 Stunden und ein Blutzucker-Nadir nach 1,9+/-0,3 Stunden erreicht. Die Insulin- und Blutzuckerspiegel erreichten innerhalb von 6 Stunden erneut den Ausgangswert.
Schlussfolgerung: Subkutan injiziertes Caninsulin ist pharmakologisch zur zweimal täglichen Behandlung des Diabetes mellitus bei Katzen geeignet. Intravenös injiziertes Actrapid MC-Insulin ist pharmakologisch zur Injektion alle 4-6- Stunden bei diabetischen Katzen geeignet.
Michiels L. im Namen der European Feline Diabetes Study Group (2000)
Klinische Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit von Caninsulin bei Katzen mit unkompliziertem Diabetes mellitus; vorläufige Ergebnisse
in: Protokoll des 10. Kongresses der European Society of Veterinary Internal Medicine, 14.-16. September 2000, Neuchatel, Schweiz: S. 32
Abstract:
Zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Caninsulin® (MSD Animal Health International, Niederlande) bei Katzen mit unkompliziertem Diabetes mellitus (UDM) wurde eine unverblindete, multizentrische, offene Feldstudie durchgeführt.
Es wurden Katzen mit Glukosurie aufgenommen, die vor der Behandlung eine Blutzuckerkonzentration von mehr als 15mmol/l und eine Fructosaminkonzentration von mehr als 380 mmol/l aufwiesen. Katzen mit Verdacht auf Pankreatitis, endokrine Erkrankungen, schweres Organversagen oder Infektionen oder einer vor kurzem erfolgten Behandlung mit Kortikosteroiden oder Gestagenen wurden ausgeschlossen. Die Katzen wurden in Woche 0 (Tag 0-2) und in Woche 1, 3, 6, 9 und 12 (Tag 1) klinisch untersucht. Bei der Aufnahme wurden hämatologische Parameter und klinische Laborparameter (einschließlich Thyroxin, Fructosamin, Triglyzeriden und Cholesterinkonzentrationen im Serum) bestimmt sowie eine Urinanalyse durchgeführt und die Urinbakterien bestimmt. Bei jeder weiteren Untersuchung wurden Fructosamin, Gesamtprotein, Albumin, Lipase, Triglyzeride und Cholesterin gemessen. Bei jeder Untersuchung wurde eine Blutglukosekurve über 12 Stunden erstellt. Caninsulin® wurde zweimal täglich in einer Dosis von maximal 0,5 IE/kg Körpergewicht verabreicht. Die maximale Anfangsdosis während der ersten 3 Wochen betrug 2 IE pro Katze. Die Dosisanpassung erfolgte in standardisierter Form mit einem Algorithmus. Eine Katze wurde als stabil eingestellt definiert, wenn sie gesund und zuhause interaktiv war, einen normalen Appetit und ein stabiles Körpergewicht hatte, die Wasseraufnahme <100 ml/kg/Tag betrug, der Blutzuckerspiegel mit oder ohne Glukosurie bei 4,5-26 mmol/l und Fructosamin bei <500 mmol/L lag und keine Ketonurie beobachtet wurde.
Fünfzehn Katzen blieben während der ersten 12 Wochen in der Studie. Eine Katze benötigte nach neunwöchiger Behandlung kein Insulin mehr, während 14 Fälle als erfolgreich behandelt bewertet wurden, obwohl nur 4 Katzen nach der Definition des Protokolls als stabil galten. Alle Katzen waren gesund und zuhause interaktiv. Zwölf Katzen hatten einen normalen Appetit und ein stabiles Körpergewicht. Bei neun Katzen betrug die Wasseraufnahme <100 ml/kg/Tag, 9 hatten einen Blutzuckerspiegel von 4,5-26 mmol/l und vier einen Fructosaminspiegel von <500 mmol/L. In allen Fällen blieb die Glukosurie bestehen, und es lag keine Ketonurie vor.
Trotz der persistierenden Glukosurie und erhöhten Fructosaminen bei den erfolgreich behandelten Katzen scheint Caninsulin® ein sicheres und wirksames Präparat zur Behandlung von UDM bei Katzen zu sein.
Michiels L.im Namen der European Feline Diabetes Study Group (2002)
Wirksamkeit und Sicherheit von Caninsulin bei Katzen mit unkompliziertem Diabetes mellitus: Vorläufige Ergebnisse
Journal of Small Animal Practice 43:xi
Abstract:
Zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Lente-Insulin vom Schwein bei Katzen mit unkompliziertem Diabetes mellitus (UDM) (keine zwischenzeitlich auftretenden Erkrankungen) wurde eine unverblindete, multizentrische, offene Feldstudie durchgeführt. Katzen (n=34) mit Glukosurie, die vor der Behandlung eine Blutzuckerkonzentration von mehr als 15mmol/l und eine Fructosaminkonzentration von mehr als 380 mmol/l aufwiesen, wurden aufgenommen und vor (Woche 0, Tag 0-2) und nach (Woche 1, 3, 6, 9 und 12 und 16,Tag 1) der Behandlung mit Lente-Insulin vom Schwein (Caninsulin®, MSD Animal Health International) untersucht. Die Dosisanpassung erfolgte mit einem Algorithmus. In Woche 0 wurden hämatologische Parameter, Gesamtthyroxin und klinische Laborparameter (einschließlich Gesamtprotein, Albumin, Lipase, Fructosamin, Triglyzeride und Cholesterinspiegel) bestimmt sowie eine Urinanalyse durchgeführt und die Urinbakterien bestimmt. Bei jeder weiteren Untersuchung wurden klinische Laborparameter und eine Blutglukosekurve über 12 Stunden bestimmt. Bei 5 Katzen kam es während der ersten 12 bis 16 Wochen zu einer klinischen Remission des Diabetes. Nach den ersten 12 bis 16 Wochen betrug die Wasseraufnahme bei 90% der Katzen weniger als 100 ml/kg/Tag, 83% hatten einen normalen Appetit und ein stabiles Körpergewicht, bei 55% lag der Blutzuckerspiegel zwischen 4,5 und 26 mmol/l und 37% hatten einen Fructosaminspiegel von unter 500 µmol/l. Bei einigen Katzen lag erwartungsgemäß eine Glukosurie vor. Während der Behandlung wurden keine signifikanten Nebenwirkungen beobachtet. Caninsulin® scheint ein sicheres und wirksames Präparat zur Behandlung von UDM bei Katzen zu sein.
Abstract:
In dieser Studie wurde die notwendige Dosierung von Zink-Insulin vom Schwein zur Kontrolle des Diabetes mellitus bei 25 Katzen bestimmt und der Erfolg der Insulinbehandlung über einen Zeitraum von 12 Monaten untersucht. Die Katzen benötigten im Mittel 0,5 IE/kg Körpergewicht zweimal täglich. Nur zwei Katzen benötigten eine höhere Dosierung als 1,0 IE/kg Körpergewicht zweimal täglich. Der niedrigste Blutglukosewert war im Durchschnitt während der Nacht signifikant niedriger als während des Tages. Sieben der Katzen zeigten während der Studie eine Remission. Das Ergebnis der Kontrolle der klinischen Symptome der verbleibenden Katzen war am Ende der Studie exzellent oder gut.
Abstract:
Zum Monitoring diabetischer Katzen, die mit Zink-Insulin vom Schwein behandelt wurden, wurden klinische Messgrößen, wie subjektive Beurteilung klinischer Scores und Wasseraufnahme, sowie biochemische Messgrößen, wie Blutglukose, Fruktosamin, Beta-Hydroxybutyrat, Cholesterol, Triglyceride, Triglyceride korrigiert nach freiem Glycerol, Glyerol und Uringlukose miteinander verglichen. Die Daten wurden in subjektive klinische Scores gruppiert und die Sensitivität jeder Messgröße beurteilt durch Differenzierung der gruppierten Daten. Anhand der Messgrößen war keine Differenzierung der abgestuften klinischen Scores möglich. Die Messung der Blutgkukose alle zwei Stunden über einen Zeitraum von 24 Stunden, Wasseraufnahme, Uringlukose und Fruktosamin waren jedoch hilfreich zur Differenzierung von Katzen, die subjektiv eine Wasser- undFutteraufnahme und das Erscheinungsbild einer gesunden Katze zeigten von den Katzen, bei denen die Diabetes-Symptome weniger gut kontrolliert waren. Plasmalipid-Werte korrelierten weniger gut mit anderen Messwerten. Die Messwerte, die offenbar am besten mit der klinischen Kontrolle korrelierten, waren J Index, Wasseraufnahme, maximale und durchschnittliche Blutzuckerkonzentration. In der Praxis sind die hilfreichsten Indikatoren der klinischen Kontrolle diabetischer Katzen, die mit Zink-Insulin vom Schwein behandelt werden, die Wasseraufnahme, maximale und durchschnittliche Blutzuckerkonzentration sowie Uringlykose.
Martin GJ, Rand JS and Hickey SA (2006)
Trennung von glykierten Serumproteinen mittels Agarose-Gelelektrophorese und Nitroblau-Tetrazolium-Test bei diabetischen und gesunden Katzen.
Veterinary Clinical Pathology 35(3):307-310
Abstract:
Hintergrund: Das gesamte glykierte Protein (Fructosamin) im Serum besteht hauptsächlich aus glykiertem Albumin und Lipoproteinen. Fructosaminwerte werden zur Diagnose und zum Monitoring diabetischer Katzen angewandt.
Ziel: Ziel dieser Studie war die glykierten Proteine in diabetischen und gesunden (nicht diabetischen) Katzen mittels einer semiquantitativen Methode zu bestimmen, um festzustellen, ob die Messgröße einer bestimmten Fraktion glykierter Proteine möglicherweise zur Diagnose und Monitoring diabetischer Katzen von Vorteil ist.
Methode: Serumproben von 6 Katzen mit Diabetes mellitus und 10 klinisch gesunden Katzen wurden auf glykiertes Gesamtprotein mittels Nitroblau-Tetrazolium-Test (NBT) untersucht. Die Serumproteine wurden durch Agarose-Gelelektrophorese getrennt und mittels NBT gefärbt, um die einzelnen glykierten Proteine innerhalb der Banden differenzieren zu können. Die Gele wurden mittels Densitometrie bei 525 nm gescannt und der glykierte Gesamtproteingehalt der Probe berechnet.
Ergebnis: Diabetische Katzen mit erhöhten Gesamt-Fructosaminwerten hatten höhere Konzentrationen an glykiertem Albumin und glykiertem a- und b-Lipoproteinen im Vergleich zu gesunden Katzen. Die Konzentration der glykierten Proteine in jeder Fraktion verlief positiv linear mit dem gesamten glykierten Protein im Serum. Allerdings gab es große Abweichungen der Verhältnisse der drei Proteinfraktionen in Bezug zum gesamten glykierten Protein.
Fazit: Basierend auf dieser Studie, scheint die Bestimmung der einzelnen Fraktionen glykierter Proteine keinen diagnostischen Vorteil im Vergleich zur Bestimmung des gesamten glykierten Protein (Fructosamin) zu haben. Bei einigen diabetischen und gesunden Katzen stellten die glykierten Lipoproteine den Hauptanteil am gesamten glykierten Protein dar, während bei anderen Katzen Albumin den Hauptanteil darstellte.
Abstract:
Die Gabe von Insulin sowie Diätmanagement sind die Säulen der Diabetesbehandlung bei der Katze.
Eine gute glykämische Kontrolle hebt die Wirkung von hoher Glukose (Glukosetoxizität) auf die ß-Zellen auf und erhöht die Chancen einer Remission des Diabetes mellitus. Wir beginnen normalerweise mit einem Schweine – Zinkinsulin mit intermediärer Wirkung (Caninsulin®), zweimal täglich.
Die Zeit, in der eine adäquate Regulierung erzielt wird, beträgt zwischen 1 und 3 Monate. In einer Multicenter – Studie wurden 72% der mit Caninsulin behandelten Katzen als gut eingestellt bezeichnet und 17% waren nach einer Studienperiode von 4 Monate in Remission gegangen. In letzter Zeit wurden Insulin – Analoga entwickelt, um pharmakologische Eigenschaften, wie die Absorption zu verbessern. Beim Menschen ist Glargin, ein lang wirksames synthetisches Insulinanalog, ein Insulin ohne Spitzenwirkung mit einer langen Wirkdauer (> 24 Stunden). Glargin scheint bei Katzen jedoch kürzer zu wirken als beim Menschen, so dass eine zweimal tägliche Gabe gewöhnlich erforderlich ist. Glargin scheint keine offensichtlichen Vorteile gegenüber Caninsulin zu haben und wird daher nicht als das Insulin 1. Wahl in unserer Klinik eingesetzt. Verschiedene Studien zeigen, dass eine Niedrig – Kohlenhydrat – Hohe Proteindiät in besserer klinischer Kontrolle und erhöhter Remissionsrate resultiert.
In der Vergangenheit war unsere Remissionsrate mit einer rohfaserreichen Diät 15 – 25 %. Wir haben sie kürzlich durch Wechsel auf eine Niedrig-Kohlenhydrat -Hohe … Proteindiät auf 45 – 50 % erhöht.
Diabetes mellitus ist eine chronische Erkrankung, die anhaltende medizinische Überwachung und Besitzeraufklärung zur Verhinderung akuter Komplikationen und zum Erreichen einer angemessenen Lebensqualität erfordert. Bis vor kurzem beruhte die Langzeitbehandlung der diabetischen Katze auf den Beobachtungen der Besitzer und regelmäßiger Überwachung durch den Tierarzt. Katzen, die normal fressen und trinken und kein Gewicht verlieren, sind normalerweise gut eingestellt. Die Blutzuckerkonzentrationen gut eingestellter Katzen liegt meist zwischen 15 mmol/l ( vor der Insulingabe) und 5 mmol/l (Nadir). Fruktosamin ist entweder im Normalbereich oder mäßig bis leicht erhöht (bis zu 450 micromol/l). Serielle Blutzuckerkurven sind notwendig, um die Insulinwirkung zu beurteilen, den Glukosenadir, den Zeitpunkt der besten Wirkung, die Dauer der Insulinwirkung, die Schwankungen in den Blutzuckerkonzentrationen und zur Erkennung des Somogyi-Effektes. Bis vor kurzem wurden die meisten Tagesprofile in der Klinik gemacht, weil die Tierhalter nicht in der Lage waren, Blut durch Venenpunktion zu gewinnen. Diese Tagesprofile sind mitunter schwer zu interpretieren oder sogar nutzlos.
Die Messung der kapillären Blutglukose (Home Monitoring) ist seit 1999 Teil des Routineprotokolls für die Langzeitbehandlung diabetischer Katzen in unserer Klinik. 3 Wochen nach Therapiebeginn werden Katzenbesitzer in das Home Monitoring eingeführt. Ungefähr 70 % der Katzenbesitzer sind dazu bereit.
Vergleicht man Blutglukosekurven, die zu Hause oder in der Klinik gewonnen werden hinsichtlich der Behandlungsoptionen, kommt man in 60 % der Fälle zu gleichen Ergebnissen. Bei 40 % wären die Entscheidungen unterschiedlich gewesen, in einigen Fällen sogar komplett gegensätzlich.
Wir basieren unsere Therapieempfehlungen auf Kurven, die zu Hause erstellt wurden. Der Erfolg des Home Monitoring hängt hauptsächlich von sorgfältiger Vorbereitung und Anweisung des Besitzers ab. Einer der Hauptvorteile des Homemonitorings ist die häufige Gewinnung von Blutzuckerkurven. Bei komplizierten Fällen kann mehr als eine Kurve gewonnen werden, bevor eine Behandlungsentscheidung getroffen wird.
Wirksamkeit und Sicherheit von gereinigtem Zink-Insulin vom Schwein zur Therapie des Diabetes mellitus beim Hund.
J Vet Intern Med 19:675-682.
Abstract:
Ziel der Studie war die Sicherheit und Wirksamkeit von gereinigtem Zink-Insulin vom Schwein zur Therapie des Diabetes mellitus beim Hund zu bestimmen.
53 Hunde wurden über 60 Tage nach Ermittlung der Erhaltungsdosis behandelt. Gemessen wurden bei allen Hunden die durchschnittlichen Blutglukosekonzentrationen sowie der durchschnittliche Blutglukose-Nadirwert während des 12stündigen Blutglukose-Tagesprofils und zwar vor Beginn der Insulintherapie (Zeitpunkt 0), nach Ermittlung der Erhaltungsdosis (Zeitpunkt 1), 30 Tage nach Zeitpunkt 1 (Zeitpunkt 2) und 60 Tage nach Zeitpunkt 1 (Zeitpunkt 3). Symptome wie Polyurie, Polydipsie und Ketonurie wurden zu jedem Zeitpunkt bestimmt. Die entsprechende Kontrolle der Hyperglyk mie erfolgte durch 12stündige Blutglukose-Tagesprofile und Besserung der klinischen Symptome (Ergebnisse der klinischen Untersuchung, Anamnese, Polyurie, Polydipsie und Ketonurie). Die sichere Anwendung von Insulin wurde mittels Fragebogen, physische Konstitution, Blut- und Harnuntersuchung ermittelt. Die durchschnittlichen Blutglukosekonzentrationen sowie der durchschnittliche Blutglukose-Nadirwert während des 12stündigen Blutglukose-Tagesprofils zum Zeitpunkt 1,2 und 3 waren signifikant niedriger im Vergleich zum Zeitpunkt 0. Der Anteil der Hunde mit Polyurie, Polydipsie und Ketonurie reduzierte sich um 82 %, 86 % bzw. 80 %. Alle Hunde hatten angemessene Blutzuckerkontrollwerte zum Zeitpunkt 1, 66 % zum Zeitpunkt 2 und 75 % zum Zeitpunkt 3. Zum Zeitpunkt 3 benötigten 66 % der Hunde eine Insulingabe alle 12 Stunden. Mit Ausnahme von Hypogklykämie traten keine relevanten unerwünschten Arzneimittelnebenwirkungen durch die Insulingabe auf. Das Zink-Insulin vom Schwein war sicher in der Anwendung und wirksam zur Reduktion des Blutzuckerspiegels sowie der klinischen Symptome bei Hunden mit Diabetes mellitus.
Wirksamkeit und Sicherheit von Caninsulin®, einem gereinigten Insulin vom Schwein, zur Behandlung von diabetischen Hunden
19. ACVIM Forum Denver, Colorado, 23.-26. Mai 2000: Journal of Veterinary Internal Medicine 15:S. 309 (#150)
Abstract:
Ziel dieser Studie war die Bestimmung der Wirksamkeit und Sicherheit von Caninsulin®, einem von MSD Animal Health Inc. hergestellten gereinigten Insulin vom Schwein zur Behandlung von diabetischen Hunden.
53 Hunde wurden nach einer anfänglichen Dosisbestimmungsphase 60 Tage lang mit Caninsulin® behandelt. Zur Bewertung der Wirksamkeit wurden die Blutzuckerspiegel der Studienpopulation mit Blutglukosekurven über 12 Stunden (Blutzuckerbestimmung alle 2 Stunden) zum Zeitpunkt 0 (vor Beginn der Insulinbehandlung), Zeitpunkt 1 (Ende der Dosisbestimmungsphase), Zeitpunkt 2 (30 Tage nach Zeitpunkt 1) und Zeitpunkt 3 (60 Tage nach Zeitpunkt 1) bestimmt. Es wurde ebenfalls der mittlere Blutzucker-Nadir zum Zeitpunkt 0, 1, 2 und 3 bestimmt. Die angemessene Kontrolle des erhöhten Blutzuckerspiegels wurde unter Berücksichtigung der Verbesserung der klinischen Anzeichen des Diabetes (PU, PD, und Ketonurie) und Auswertung der zum Zeitpunkt 1, 2 und 3 bestimmten Blutglukosekurven über 12 Stunden im Vergleicht zu den Werten von Zeitpunkt 0 beurteilt. Die Sicherheit wurde auf der Grundlage der seriellen Krankengeschichten, der körperlichen Untersuchungen, Blutbild, der chemischen Blutparameter und der Urinanalysen bewertet.
Der mittlere Blutzuckerspiegel über 12 Stunden betrug zum Zeitpunkt 0 370 mg/dl. Dieser Wert ging zum Zeitpunkt 1, 2 und 3 auf 92 mg/dl, 120 mg/dl und 119 mg/dl zurück. Im Vergleich zum Befund zum Zeitpunkt 0 war die Polyurie zum Zeitpunkt 1, 2 und 3 bei 96% (47/49), 82% (40/49) und 94% (46/49) der Patienten und die Polydipsie bei 96% (48/50), 86% (43/50) und 96% (48/50) der Patienten zurückgegangen.
Der mittlere Blutzuckerspiegel über 12 Stunden und der mittlere Blutzucker-Nadir wurden erheblich verringert, wobei die meisten Patienten zum Zeitpunkt 1, 2 und 3 im Vergleich zum Zeitpunkt 0 als klinisch angemessen eingestellt eingestuft wurden. Es wurden keine unerwarteten Nebenwirkungen der Behandlung beobachtet.
Entnahme von Kapillarblut an den Ohren von Hunden und Katzen und Einsatz von tragbaren Messgeräten zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels.
J Small Anim Pract.2000 Feb;41(2):60-6
Abstract:
Es werden zwei neue Methoden zur Entnahme von Kapillarblut am Ohr von Hunden und Katzen zur Messung des Blutzuckerspiegels mit tragbaren Blutzuckermessgeräten beschrieben. Bei der ersten Methode wird nach Anwärmen des Ohrs eine Lanzette verwendet, während bei der zweiten Methode ein Vakuummessgerät zum Einsatz kommt. Mit beiden Methoden wurden Blutstropfen von angemessener Größe erzeugt, obwohl die letztgenannte Methode schneller und leichter durchzuführen war. Die Präzision der beiden tragbaren Blutzuckermessgeräte wurde klinisch und statistisch ausgewertet. Obgleich bei der Bewertung der statistischen Genauigkeit Unterschiede zwischen den beiden Methoden und der Referenzmethode festgestellt wurden, lagen alle Messwerte innerhalb eines klinisch akzeptablen Bereichs. Die Messung des Blutzuckerspiegels im Kapillarblut ist ein einfaches, kostengünstiges und schnelles Verfahren. Sie kann vom Besitzer zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels zuhause durchgeführt werden und könnte ein neues Instrument zum Monitoring von diabetischen Hunden und Katzen werden.
Bestimmung des Blutzuckerspiegels im Kapillarblut durch den Tierbesitzer: ein neues Instrument beim Management des Diabetes mellitus. J Am Anim Hosp Assoc.2002 Mai-Juni;38(3):239-45
Abstract:
Vor kurzem wurde eine neue Methode zur Entnahme von Kapillarblut an den Ohren von Hunden und Katzen beschrieben, die eine Messung des Blutzuckerspiegels( mit Hilfe von tragbaren Blutzuckermessgeräten ermöglicht. Die Autoren dieses Berichts bewerteten die Eignung dieser Methode für den Einsatz durch Heimtierhalter und die potenziellen technischen Probleme. Die Besitzer von sieben gesunden Hunden und sieben gesunden Katzen wurden gebeten, zwei Blutglukosekurven zu erstellen (Messung des Blutzuckerspiegels alle 2 Stunden über einen Gesamtzeitraum von 12 Stunden). Alle Hundebesitzer und drei Katzenbesitzer konnten eine zuverlässige Blutglukosekurve erstellen. Die häufigsten Probleme bestanden darin, dass aufgrund von übermäßigem Fingerdruck auf die Ohrmuschel ein zu kleiner Blutstropfen gebildet wurde, der Besitzer den Kolben des Messgeräts mehrmals herunterdrückte anstatt den allmählichen Aufbau eines negativen Drucks abzuwarten und dass der Teststreifen nicht bis zur Markierung gefüllt wurde. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass diese Verfahrensschritte während der Demonstration der Technik besonders hervorgehoben werden müssen und dass eine Überwachung des Blutzuckerspiegels zuhause ein neues Instrument zum Management von diabetischen Hunden und Katzen werden könnte.
Panciera DL, Thomas CB, Eicker SW, Atkins CE
Epizootiologische Muster des Diabetes mellitus bei Katzen: 333 Fälle (1980-1986).
J Am Vet Med Assoc. 1990 Dez 1;197(11):1504-8
Abstract:
Die Patientenblätter von 333 Katzen mit Diabetes mellitus wurden retrospektiv untersucht, wobei zur Bestimmung der Häufigkeit von Risikofaktoren für Diabetes mellitus bei dieser Tierart epidemiologische Methoden eingesetzt wurden. Mit Hilfe des Veterinärmedizinischen Datenprogramms und der 17 angeschlossenen akademischen Institutionen in den USA und Kanada wurden Abstracts erstellt. Aus der gleichen Klinikpopulation und über dieselbe Zeitspanne (Juli 1980 bis Juni 1986) wurde eine Referenzpopulation von 135.651 Katzen gebildet. Die Inzidenz des Diabetes mellitus bei Katzen wurde während der sechsjährigen Studiendauer mit 2,45 Fällen/1.000 Katzenrisikojahre beziffert. Die Rasse hatte keinen nachweislichen Einfluss auf das Risiko für Diabetes mellitus. Dagegen hatten Körpergewicht, Alter, Geschlecht und Kastration signifikante Auswirkungen (P ≤ 0,01). Das Körpergewicht der Katzen wurde als unter 6,8 kg, über 6,8kg bzw. gleich 6,8 kg eingestuft. In der höheren Gewichtskategorie, wahrscheinlich ein Hinweis auf Adipositas, stieg das Risiko um das 2,2-Fache, sogar nach Korrektur für Alter und Geschlecht (korrigierte Wahrscheinlichkeit). Der ätiologische Anteil des hohen Körpergewichts betrug 3,8%, was darauf hinweist, dass schätzungsweise 3,8% der Fälle von Diabetes mellitus allein auf diesen Faktor zurückzuführen waren. Über 50% der diabetischen Katzen waren älter als 10 Jahre, und der ätiologische Anteil des Alters über 7 Jahre betrug allein 73,5%. Alter war ein signifikanter Risikofaktor (P kleiner 0,001) und der wichtigste einzelne Risikofaktor für die Entstehung der Krankheit bei Katzen, wobei die korrigierten Wahrscheinlichkeiten für ein Alter zwischen 7 und 10 Jahren bzw. ein Alter über 10 Jahre 8,3 bzw. 14,4 betragen.