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Tumore der Wirbelsäule und des Rückenmarks
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Unter spinalen Tumoren versteht man jene Tumore, die im Bereich der Wirbelsäule und des darin liegenden Rückenmarks wachsen und die zu erheblichen Beeinträchtigungen führen können.
Die Mehrheit der Tumore (55%) befindet sich im Bereich der Wirbelsäule. Je nach Wachstum können sie jedoch in die inneren Wirbelsäulenstrukturen vordringen, wo sie Druck auf das Rückenmark oder die Nervenwurzel ausüben. Sehr häufig handelt es sich dabei um Ableger (Metastasen) eines Tumorleidens.
Die innerhalb der Rückenmarkshaut (sogenannte Dura) gelegenen Tumore weisen ein vollständig unterschiedliches Wachstumsverhalten auf, je nachdem, ob sie sich innerhalb oder ausserhalb des Rückenmarks befinden.
In aller Regel (40%) bilden sich hier gutartige und nur langsam wachsende Tumore ohne eigene Ableger. Die sogenannten Meningeome gehen von der Rückenmarkshaut, die sogenannten Neurinome von einer Nervenwurzel aus. Die Meningeome befinden sich meist im Bereich der Brustwirbel und kommen gehäuft bei Frauen nach der Menopause vor. Die Neurinome (Abb. 1) gehen hingegen von den Nervenwurzeln selbst aus und können an jeder Stelle, teils sogar gleichzeitig an mehreren Stellen, vorkommen. Selten durchbrechen sie die Rückenmarkshaut und dehnen sich in den Wirbelkanal aus. Die Meningeome und die Neurinome sind gut begrenzt, üben aber aufgrund ihres Wachstums einen zunehmenden Druck auf die Nervenstrukturen aus. Sie können sich somit durch örtliche, häufig während der Nacht auftretende Schmerzen oder aber auch durch Lähmungen oder Ausfälle der Sensibilität bemerkbar machen. In seltenen Fällen können Tumore von anderen Strukturen innerhalb der Rückenmarkshaut ausgehen (Abb. 2).
Die in diesem Bereich der Rückenmarkshaut befindlichen Tumore liegen innerhalb des Markraumes (Abb. 3). Sehr selten handelt es sich um Ableger, Gefäss- oder Missbildungstumore. Gesamthaft bilden sie 5% aller spinalen Tumore, sie können aber im gesamten Rückenmark auftreten. Je nach Gewebetyp können sie scharf begrenzt oder ins Rückenmark wachsen und zeigen selten ein aggressives Wachstumsverhalten. Somit offenbaren sie sich durch unterschiedliche neurologische Ausfälle, wie beispielsweise durch Lähmungen, Missempfindungen, Gangunsicherheit oder auch durch Einschränkungen des Schliessmuskels der Blase und des Enddarms.
Eine genaue neurologische Untersuchung ist unerlässlich. Je nach Lage des Tumors erfolgt ergänzend eine elektrophysiologische Diagnostik, damit die Funktion des Rückenmarks und der austretenden Nerven festgestellt werden kann. Das genaue Ausmass des Tumors wird bildgebend mittels MRI abgeklärt.
Die mikrochirurgische Operationstechnik ermöglicht anspruchsvolle Eingriffe unter grösstmöglicher Schonung der Nervenstrukturen. Die Funktion des Rückenmarks wird während des Eingriffs mit Hilfe des Neuromonitorings ständig überwacht, wodurch sich das Risiko einer Rückenmarkschädigung bestmöglich reduziert. Die in der Rückenmarkshaut gelegenen Tumore können in aller Regel vollständig, jene im Rückenmark selbst hingegen nicht immer restlos entfernt werden. In diesen Fällen gilt es abzuwägen zwischen dem Erhalt der Rückenmarksfunktion und der vollständigen Tumorentfernung.
Kurz zusammengefasst erlaubt die mikrochirurgische Operationstechnik der Neurochirurgie, die innerhalb des Wirbelkanals und der Rückenmarkshaut gelegenen Tumore in aller Regel sicher zu entfernen. Die sehr seltenen, im Rückenmark selbst gelegenen Tumore können leider nicht immer vollständig entfernt werden