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Inflation in der Schweiz im Januar so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr15 February 2022
Im Januar hat die Inflation in der Schweiz den höchsten Stand seit 2008 erreicht. Obwohl sie im Vergleich zu anderen Ländern immer noch relativ niedrig ist, könnte die SNB ihre Politik in diesem Jahr ändern, um sie zu dämpfen.
Hohe Inflation
Im Januar erreichte die Verbraucherpreisinflation in der Schweiz mit 1,6% den höchsten Stand seit 2008. Damit kam sie der von der Schweizerischen Nationalbank zur Gewährleistung der Preisstabilität festgelegten Obergrenze von 2 % einen Schritt näher. Im Vergleich zum Dezember stieg die Inflation um 0,2%. Hotelübernachtungen, Gas und Gebrauchtwagen wurden teurer, was die saisonalen Verkäufe von Kleidung und Schuhen sowie die etwas billigeren privaten Verkehrsmittel ausglich, wie die offiziellen Statistiken zeigten. Dennoch ist die Inflation von 1,6 % relativ niedrig im Vergleich zu den Preissteigerungen in der Eurozone oder den Vereinigten Staaten, wo die Zahlen 5-6 % erreichen. Die Inflation in der Schweiz war im Januar stärker als erwartet, aber immer noch im Rahmen der SNB-Definition von Preisstabilität, sagen Experten. Die Ökonomen sind außerdem der Meinung, dass die Inflation im Januar ihren Höhepunkt erreicht hat und der Preisindex in den nächsten Monaten wieder unter 1 % sinken sollte.
Es ernst nehmen
Auch wenn die Inflation im Lande nicht sehr hoch ist, bereitet ihr Anstieg und die Tatsache, dass sie sich der von der SNB festgelegten 2 %-Grenze immer mehr annähert, der Nationalbank Sorgen. Letzten Monat sagte der Vorsitzende der SNB, Thomas Jordan, dass die Zentralbanken die weltweit steigende Inflation ernst nehmen müssen. Außerdem erklärte er, dass die SNB davon ausgeht, dass die Inflation in der Schweiz in diesem Jahr ihren Höhepunkt erreichen wird, auch wenn er sich der Prognose verschrieben hat, dass sie im Jahr 2021 bei etwa 1 % liegen wird.
Steht eine Änderung der Politik bevor?
Wird die steigende Inflation die SNB dazu bringen, ihre strenge Geldpolitik endlich zu ändern? Seit Jahren hält die Bank an rekordtiefen Negativzinsen von 0,75 % und Interventionen am Devisenmarkt fest. Der Hauptgrund dafür war, einen zu starken Wechselkurs des sicheren Schweizer Frankens zu verhindern, aber die SNB hat immer erklärt, dass ihr vorrangiges Ziel der Schutz der Inflation ist. Nun glauben Experten, dass eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr anstehen könnte, wenn auch nicht unbedingt wegen der steigenden Inflation. Die Europäische Zentralbank plant ebenfalls eine baldige Anhebung der Zinssätze. Ökonomen gehen davon aus, dass die Zinssätze in der Schweiz bis Ende 2023 wieder bei 0 liegen werden.