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Chemtrails
Chemtrails erhitzen die Gemüter und wir werden (immer öfter) gefragt, was es damit auf sich hat. Deshalb haben wir uns entschlossen, diesem Thema eine Rubrik zu widmen.
Als Einstieg möchten wir den Text von Wikipedia empfehlen:
Als Chemtrails ([ˈkɛmtɹɛɪ̯ɫz], Kofferwort aus „Chemie/Chemikalien" und englisch Contrails, „Kondensstreifen", eingedeutscht etwa „Chemiestreifen"/„Chemikalienstreifen", gelegentlich auch Giftwolken) werden entsprechend einer Verschwörungstheorie Kondensstreifen bezeichnet, die neben kondensierten Flugzeugabgasen noch weitere Chemikalien enthalten sollen, die den Abgasen zugesetzt oder zusätzlich versprüht würden. Chemtrails sollen sich von normalen Kondensstreifen durch ihre Langlebigkeit und flächige Ausbreitung unterscheiden. Die Ausbringung der Chemikalien soll unter anderem dem Geoengineering, der Bevölkerungsreduktion oder militärischen Zwecken dienen.
So weit also die Definition der Chemtrails.
Fotos von "Chemtrails"
5.Oktober 2009
Ganz normale Flugzeugkondensstreifen, die durch die atmosphärischen Bedingungen teils "verzupft" werden
Hemberg, 22.September 2011
Ein "Hole punch cloud" inmitten einer Wolkenschicht, die wiederum in einem Starkwindband liegt. Daher auch die Fächerung. Doch auch diese Fächerung ist für die Chemtrailanhänger ein Zeichen von Geo-Engineering, von Elektromagnetischen Wellen, die durch HAARP hervorgerufen werden.
Wunstorf, 9. Oktober 2006, 10:45 Uhr MESZ,
Zirkumzenitalbogen (Sonnenhöhe 23.9º) Bildquelle: www.itp.uni-hannover.de
Solche Effekte werden von Chemtrailanhängern liebend Gerne "Spiegelungen an Aluminiumteilchen" genannt.
Dass es eine Verschwörungstheorie ist, erkennt man alleine schon daran, dass die Anhänger der Szene geradezu oberallergisch auf sachliche Argumente reagieren. Immer wieder werden in Foren oder auf Facebook in den gängigen Gruppen Fotos als "Beweis" platziert. Das sind ganz normale Fotos mit Himmelsausschnitten, welche einen, mehrere oder ein ganzes Netz von Kondensstreifen zeigen. Mit haarsträubenden "Argumentationen" werden diese Fotos als "klare Beweise" gehandelt und jeder, der auch nur im Geringsten daran Zweifel äussert, wird aufs Übelste angegriffen. Das geht dann von Beschimpfungen persönlicher Art bis hin zu Drohungen und Mailterror.
Das relativ neue Video eines "Spezialisten" findet man auf YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=OEeqzl7U4ic
Selbstverständlich ist das kompletter Käse, irgend eines Fanatikers. Von der Wortwahl und der Filmkunst wollen wir mit unserer Kritik mal zurückhalten. Und was er da filmt, sind absolut normale Kondensstreifen, oder teils gar ganz natürliche hohe Cirrenschichten. Eine kleine Anmerkung können wir uns nicht verkneifen: Diese Kondensstreifen, die er da sieht (für ihn sind es selbstverständlich Chemtrails) befinden sich in ein paar tausend Metern Höhe .... und er will Fäulnis "riechen"! Der Mann muss wirklich über ein ausgesprochen sensibles Riechorgan verfügen - oder er riecht allenfalls seine eigenen Socken.
Soviel zu den Anhängern dieser Szene. Zugegeben, obiges Beispiel ist natürlich sehr extrem. Es gibt auf YouTube auch Chemtrailvideos, die sehr professionell daherkommen. Und als Laie ist man geneigt, das sogar auf gewissen Strecken zu glauben. Doch wie sagt ein schönes Sprichwort: "Wer glaubt, der weiss nicht!"
An ganz erster Stelle möchten wir mit einem Link auf diese Seite hier verweisen:
http://www.martin-wagner.org/anti-chemtrails.htm
Diese Informationsseite von Martin Wagner entkräftet ungefähr 99% aller vermeintlichen "Chemtrailfotos".
Martin Wagner
Hat sich in der Schulzeit sehr für Wissenschaft und andere außerschulische Aktivitäten interessiert. Er nahm viermal beim Auswahlverfahren zur Internationalen Chemie-Olympiade teil und erreichte dreimal die vierte Runde in Kiel, bei der die besten 15 deutschen Schüler gegeneinander antraten, um die besten vier Schüler für die Deutsche Mannschaft zu bestimmen.
Er machte zweimal bei Jugend forscht im Fachbereich Chemie mit und wurde 1991 3. Landessieger von Baden-Württemberg.
1991 legte er seine Abiturprüfung am Friedrich-Schiller-Gymnasium in Pfullingen ab. Darauf begann er das Physikstudium an der Universität Tübingen, das er 1993 in Stuttgart fortsetzte. Dort schloß er sein Studium (aus gesundheitlichen Gründen verspätet) 2001 mit der Diplomarbeit "Photovoltaische Ladungstrennung an organisch/organischen Heterogrenzflächen" ab. Er arbeitete danach von November 2001 bis Ende November 2004 am Institut für Physikalische Elektronik der Universität Stuttgart (IPE) auf dem Gebiet der Kupfer-Indium-Diselenid (CIS) - Solarzellen mit.
Nebst fast unendlich vielen "Chemtrail" Websites im Englischen Raum sowie auch im deutschen Raum, wird man (leider) auch in der Schweiz fündig.
Auf dieser Website findet man auch den Trailer eines Films, der offenbar noch in der Produktion ist. Wenn man nur schon die Musik hört, denkt man unweigerlich an "Gefahr, böse Dinge, Verschwörung und so weiter". So gesehen ein cleverer Trailer - jedoch vom Inhalt und vom Wahrheitsgehalt her kompletter Nonsens. Aber sehen Sie selbst:
Die oben genannte schweizer WebSite kommt zudem quasi unter einem Deckmantel daher: "IG blauer Himmel" nennt sich die Betreibergruppe. Hinter diesem Wunsch oder dieser Forderung kann man als normal denkender Mensch durchaus stehen, denn das hat NICHTS mit Chemtrails zu tun. Die Thematik, dass man wieder mehr blauen Himmel möchte ist durchaus berechtigt. Denn die Anzahl Flugbewegungen nimmt dauernd zu und dadurch natürlich auch die Anzahl der Kondensstreifen. Wenn man also "mehr blauen Himmel" fordert, dann fordert man indirekt weniger Flugbewegungen und das ist vorwärtsgerichtetes, nachhaltiges Denken.
Was die WebSitebetreiber nun aber (bewusst?) machen, ist das Vermengen dieses Anliegens (blauer Himmel) mit der Chemtrailverwschwörungstheorie. Bereits an dieser Stelle wird die Website unglaubwürdig - sondiert man innerhalb der WebSite weiter, tauchen unter der Rubrik Fotos folgende Aussagen auf. Gleich bei der ersten Fotografie ist folgender Text zu finden:
Chembow bei Stuttgart, August 2004.
Das sich im Aluminium brechende Sonnenlicht lässt vermeintliche Regenbogen entstehen.
Einem Ingenieur, einem Physiker oder Chemiker, oder einem Meteorologen sträuben sich bei obigem Satz die Nackenhaare! Was der Betreiber der Website da auf der Foto als vermeintlichen Chemtrail und vor allem "als sich brechendes Licht im Aluminium" verkaufen will, ist nichts Anderes als eine Variation der allseits bekannten Lichteffekte (Halo) bei bestimmten Sonnenständen (oder Mondstand) und ganz bestimmten Wolkenschichtungen - oder eben auch Kondensstreifen von Flugzeugen. Mit Aluminium hat das überhaupt rein gar nichts zu tun.
Auch die Fotos weiter unten, welche zum Teil Satellitenbilder zeigen und die mit dem Text versehen sind:
Satellitenaufnahme der USA mit systematischer Chemtrail-Einwirkung, 29. Januar 2004.
lassen einem aus dem Staunen nicht mehr rauskommen. Da führt der Schreiberling tatsächlich die Wortkombination "systematische Chemtrail-Einwirkung" auf. Also bei so einem Satz gefriert einem das Blut in den Adern. Diese Aussage ist an Einfältigkeit kaum mehr zu toppen.
Fazit: Früher galt der Leitspruch "Papier ist geduldig und nimmt alles an". Heute müss der Slogan heissen: "Das Internet ist geduldig und lässt auch Amateuren, Verschwörungstheoretikern und sonstigen Möchtegernwissenschaftern freie Hand".
Florian Aigner nimmts gelassen, lesen Sie selbst:
Weitere Links zu Websiten, die sich der Verschwörungstheorie verschrieben haben:
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