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Bishal (11) ist das jüngste von sechs Kindern. Beim Erdbeben kam sein Vater ums Leben und das Haus der Familie wurde vollständig zerstört. Die Familie verlor all ihr Hab und Gut. Bishals ältere Geschwister sahen in Nepal keine Zukunft für sich und gingen ins Ausland. Nun lebte er allein mit seiner alkoholkranken Mutter, ohne finanzielle Unterstützung durch seine älteren Geschwister. Nur abwechselnd konnten sich die Mutter und er etwas zu essen leisten. So musste Bishal, eigentlich ein begabter Schüler, die Schule abbrechen, um für seine Mutter zu sorgen.
Der Direktor der Harisiddhi-Primarschule – einer der 31 Schulen, welche die Caritas Schweiz in Nepal wiederaufbaut –, machte sich grosse Sorgen um Bishal und erzählte der Caritas vom Schicksal des Jungen. Über ihre Partnerorganisation Tuki ergreift die Caritas verschiedenste Massnahmen, damit Kinder wieder zur Schule gehen können.
Nachdem er von Bishals schwieriger Lage erfahren hatte, besuchte ein Mitarbeiter von Tuki den Jungen zu Hause, um die Situation mit ihm und seiner Mutter zu besprechen. Zuerst wollte die Mutter gar nicht mit ihm sprechen. Sie wollte sich von niemandem helfen lassen. Die Organisation besuchte die Familie aber immer wieder und stand ihr beratend zur Seite. Nach einigem Hin und Her willigte Bishals Mutter schliesslich ein, ihren Sohn wieder zur Schule zu schicken. Sie selbst hatte nie die Chance gehabt, zur Schule zu gehen und Lesen und Schreiben zu lernen. Sie wollte ihrem Sohn eine bessere Zukunft ermöglichen.
Um Bishal beim Wiedereintritt in die Schule zu unterstützen, gab ihm Caritas Schweiz eine Schuluniform und eine Schultasche. Nun geht Bishal in die 2. Klasse der Harissiddhi-Primarschule. Seit seiner Rückkehr hat er noch keinen Tag im Unterricht gefehlt. Seinen Lehrern zufolge ist er ein fleissiger Schüler und fühlt sich in der Schule sehr wohl. Bishals Geschichte dient vielen anderen Schülern und deren Familien als Inspiration.