Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03505.jsonl.gz/2393

Im Rahmen des 40-jährigen Jubiläums von PBI stellen wir jeden Monat eine*n ehemalige*n Freiwilligen vor. Diesen Monat ist Jonas Ottiger an der Reihe, der von 2005 bis 2006 als PBI-Freiwilliger in Indonesien (Wamena/Papua) im Einsatz war.
Kurzbiografie
Jonas Ottiger hat Arbeitspsychologie in Lausanne und Neuchâtel studiert. Erste Arbeitserfahrung sammelte er im Bereich der Personalvermittlung und plante danach als Delegierter für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zu arbeiten. Um in diesem Bereich Erfahrungen zu sammeln, leistete er 2005-06 einen Einsatz als PBI-Freiwilliger in Indonesien. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz heiratete er und verwarf die Idee, IKRK-Delegierter zu werden. Stattdessen arbeitete er während 12 Jahren bei Nestlé im Personalwesen. Seit Juni 2020 ist Jonas Ottiger nun doch beim IKRK tätig, und zwar als Head of People Analytics.
Was hat dich in deinem Einsatz am meisten geprägt?
Der Kontakt zu lokalen Menschenrechtsverteidiger*innen, insbesondere zu einem Papua, mit dem wir sehr eng zusammenarbeiteten. Er hatte nicht die Möglichkeit, Jura zu studieren, wie er es sich gewünscht hätte, aber er setzte sich mit Herzblut für die Menschenrechte in seiner Region ein. Dafür standen ihm sehr wenige Ressourcen zu Verfügung und er wusste, dass er sich grossen Risiken aussetzte. Es war eine sehr inspirierende Erfahrung.
Gab es eine spezielle Situation oder ein Erlebnis in deinem Einsatz, das du gerne mit uns teilen würdest?
In Papua waren die Orte, an denen wir arbeiteten, sehr abgeschieden. Das Strassennetz war in dieser bergigen Region sehr begrenzt, so dass wir entweder mit einem Pick-up, zu Fuss oder in einigen Fällen sogar in kleinen Flugzeugen der örtlichen Missionsorganisationen reisen mussten.
«Die Anreisen zu den Begleiteten dauerten oft viel länger als die Aufenthalte, aber es waren sehr eindrückliche Begegnungen und Erfahrungen.»
Welchen Ratschlag würdest du zukünftigen Freiwilligen geben?
Es ist wichtig, dass du dich mit den Werten und Prinzipien von PBI, wie z.B. der Gewaltlosigkeit, auseinandersetzt und Stellung dazu beziehst. Was ist dein persönliches Ziel und wie lässt es sich mit einem Nutzen für die Menschen verbinden, die du unterstützen möchtest? Du musst dich auch vergewissern, dass der Grassroots-Ansatz und der direkte Kontakt mit den Menschen vor Ort - der eine ständige Präsenz an ihrer Seite voraussetzt- zu dir passt. Dies ist oft mit dem Verzicht auf Komfort verbunden und sehr unterschiedlich zur Arbeit im Büro oder in einer grösseren Organisation.