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… liegt auf dem Monte Caputo, oberhalb “vom goldenen Becken” der Conca d’Oro, etwa sieben Kilometer südwestlich von Palermo.
Als sich im Jahre 831 die Araber in Palermo niederliessen, flüchtete der damalige Bischof aus der Stadt Palermo und liess sich auf dem Monte Caputo nieder und gründete da für die Benediktiner-Mönche eine Abteilanlage. Im Jahre 1172 hatte König Wilhelm der II. (Wilhelm der Gute) einen Traum, bei dem ihm die heilige Mutter Maria erschien. Sie erzählte ihm, dass sein Vater König Wilhelm der I. (Wilhelm der Böse) Geld aus dem Staatsschatz gestohlen und versteckt habe, um einen prachtvollen Dom zu errichten. Die Mutter Gottes verriet dem jungen König das Versteck und beauftragte ihn, seinerseits ein Gotteshaus zu bauen, dies auch als Bekräftigung seines christlichen Glaubens.
Als im gleichen Jahr die Araber von den Normannen aus Sizilien vertrieben wurden, beauftragte König Wilhelm II (Wilhelm der Gute) seine Minister die Abtei der Benediktiner in eine Kathedrale zu erweitern – und zwar im normannischen, arabischen und byzantinischen Baustil. Wilhelm der II hatte sich (wie auch schon sein Vater) mit dem Titel “Kalif al-Musta’izz bi-llah” (Derjenige, der in Gott seine Erhebung sucht) geschmückt. Ausserdem war in Sizilien – zur damaligen Zeit – dieser kombinierte Baustil sehr verbreitet. Zudem wollte Wilhelm II die genau gleiche Kathedrale erstellen, wie die “Santissimo Salvatore” von Cefalù, welche im Jahre 1131 sein Grossvater König Roger erbauen liess.
Der Bau der äusseren Kathedrale (102 m lang, 40 m breit und 35 m hoch) mit diesen beiden Wehrtürmen erfolgte von 1172 bis 1176 und zeigt(e) sich praktisch identisch mit dem Dom von Cefalù. Einzig – der linke Turm ist unvollständig. Ebenso wurde der rechte Turm, welcher im 16. Jahrhundert von einem Blitzschlag zerstört wurde. Der Eingangsbereich wurde erst im 18. Jahrhundert in Marmor und im katalanischen Spätgotik errichtet. Dieser Vorbau verdeckt seitdem einen grossen Teil der ursprünglichen arabesken Fassade.
Beim Anblick der massiven Wehrtürme kann man gar nicht erahnen, wie prachtvoll und grossartig sich das Innere der Kirche präsentiert.
Einzig das grosse reichlich verzierte Eingangsportal (7,8 m / 3,7 m), welches 1179 von Bonannus von Trani gestaltet wurde lässt erahnen, das uns im Inneren etwas Aussergewöhnliches erwartet.
Die Umrahmung, mit verschiedenen Stein-Reliefen, sowie die 42 Bronzequadrate, jedes versehen mit einer Bibelszene sind einzigartig.
Arabische Stilelemente, Intarsien und italienische Bildhauerkunst zeigen sich hier in außergewöhnlicher Schönheit.
Tatsächlich, der im 13. Jahrhundert fertig erstellte Innenbereich ist überwältigend. Im Hauptgewölbe erhebt sich ein riesiges Mosaikbildnis (7m hoch und 13.30 m breit), welches Christus als Weltenherrscher (Pantokrator = Allmächtig) darstellt. Darunter befindet ein weiteres riesiges Bildnis der Santa Maria Nuova mit dem segnenden Jesuskind, sowie vor dem Altar die Statue der ursprünglich aus Konstantinopel stammende Madonna Hodegetria. Bereits im Jahre 1182 weihte Papst Lucius III zu Ehren der Heiligen Mutter Gottes, die Kirche auf den Namen Santa Maria Nuova ein.
Übrigens wurden alle diese Mosaikbilder – wie hier diese Erzengel und Apostel – von Künstlern und Meistern aus Konstantinopel, in den Jahren 1179 bis 1182, im Auftrag von Wilhelm II, auf einer Gesamtwandfläche von insgesamt 6400 m2 geschaffen. Die Mosaiksteine bestehen aus farbigem und mit Blattgold verziertem Glas.
Dieser komplett aus Silber gefertigte Altar ist ein Werk von Luigi Validie und stellt das Leben der Muttergottes dar.
Das genau gleiche Mosaik-Bildnis vom Pantocrator befindet auch in der Kathedrale von Cefalù. Auch dort hält Christus das Buch der Evangelien in der linken Hand, wo auf der aufgeschlagenen Seite steht: “Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis.”
Ebenso bilden die drei Finger der rechten Hand einen Kreis und symbolisieren die Unendlichkeit Gottes. Die zwei erhobenen Finger stellen die Brücke Gottes zu den Menschen dar. Auch die Augen schauen einen an, egal wo man steht.(Hingegen ist der Gesamt-Innenausbau der Kathedrale von Cefalù nicht so pompös wie bei dieser hier – aber trotzdem wunderschön).
Das Hauptschiff (Hauptapsis mit Altar) ist komplett mit byzantinischen Goldgrund-Mosaiken belegt und doppelt so breit wie die Seitenschiffe (südliche und nördliche Apsis). Hingegen sind diese Seitenwände nur im oberen Teil mit Mosaiken belegt.
Der untere Teil ist ausschliesslich mit Marmor verkleidet.
Die Seiten- und Bogenwände, sowie 18 solcher Marmor-Säulen (jede mit verziertem Kapitel) bilden die tragenden Elemente …
… für die drei offenen Holz – Dachkonstruktionen (mit Holzsparren), welche arabische Holzschnitzer in unendlich grosse Sternenhimmel verwandelt haben.
An den Seitenwänden der Seitenschiffe sind zum einen die Schöpfungsgeschichte (Buch Genesis) …
… sowie Szenen aus den neuen Evangelien (Leben von Jesus, Petrus und Paulus) dargestellt.
Die Sarkophage von Wilhelm I. (Wilhelm dem Bösen) und Wilhelm II. (Wilhelm dem Guten) stehen hier im südlichen Querschiff. Die der Ehefrauen und weiteren Söhne von Wilhelm I. befinden sich im nördlichen Teil der Kathedrale. Wilhelm der II hatte keine Nachkommen. (Tankered, Graf von Lecce – unehelicher Sohn von König Roger III und Enkel von Roger II - liess sich eigenmächtig von Papst Clemens III zum Nachfolgekönig von Sizilien einsetzen).
Dieses Querschiff und die ursprüngliche Orgel wurde im Jahre 1811 beim einem Brand komplett zerstört. Die Restaurierungsarbeiten ab 1812 bis 1850 verhalfen der Basilika zu neuem Glanz; ebenso die vor kurzem wieder zurückgekehrte Statue der Madonna Hodegetria (12.Jahrhundert).
Diese schlichte Orgel ist erst im Jahre 1967 vom Unternehmen Ruffatti aus Padua erstellt und eingebaut worden.
So weit ich mich erinnere ist dies das Portal, welches zum Kreuzgang (Restbauten vom ehemaligen Benediktinerkloster) führt …
Darüber berichte ich gerne ein anderes Mal. Vorerst habe ich für Interessierte noch folgenden Link bereitgestellt, ganz nach dem Motto:
Wer in der Zukunft lesen will,
muss in der Vergangenheit blättern