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Landnutzungsmodell: Modell für die Landnutzung im Schweizer Mittelland
Um die Nachhaltigkeit der Nutzung der Böden beurteilen zu können, ist eine Abbildung der Landnutzung in der Schweiz wichtig. Mithilfe von Fernerkundungsdaten entwickelten wir Kontrollsysteme für die Landnutzung und deren zeitliche Dynamik sowie die Intensität der Grünlandnutzung in hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung.
Hintergrund (abgeschlossenes Forschungsprojekt)
Die nachhaltige Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Böden setzt ausgeglichene Stoffkreisläufe (Nähr- und Schadstoffe) voraus. Trotz der Mitte der 1990er-Jahre in der Schweizer Landwirtschaft eingeführten ökologischen Massnahmen konnten die nationalen Ziele bezüglich des Düngemitteleinsatzes (vor allem der stickstoff- und phosphorbasierten Dünger) nicht erreicht werden. Im NFP 68-Projekt "Frühwarnsystem" wurde ein regionales Modell entwickelt, das raumbezogene Informationen zur Bodenbewirtschaftung und deren Auswirkung auf die Stoffkreisläufe in den Böden liefert. Damit dieses Modell auf nationaler Ebene angewendet werden kann, braucht es umfassende Informationen über die Landnutzung und ihre Dynamik sowie über die Intensität der Grünlandnutzung in der Schweiz.
Ziel
Das Projekt sollte die folgende Kernfrage beantworten: Wie kann man mithilfe von Fernerkundungsdaten detaillierte Informationen zur Landnutzung und ihrer Dynamik auf nationaler Ebene gewinnen?
Resultate
Das Projektteam entwickelte ein auf Fernerkundungsdaten basierendes Kontrollsystem, mit dessen Hilfe die jährliche Verteilung von Grün- und Ackerland sowie die langfristige Landnutzungsdynamik kartiert werden sollen. Ein weiteres Modell erfasst die räumliche Intensität der Grünlandbewirtschaftung (durch Mähen und Grasen). Beide Kontrollsysteme basieren auf Satellitenbildern aus dem Landsat-Archiv, unterstützen eine Auflösung von 30 x 30 m und beziehen sich auf die landwirtschaftlichen Ökosysteme der Schweiz. Dank der konsequenten Fortführung des Landsat-Programms können beide Kontrollsysteme für jedes Jahr seit 1978 Informationen liefern.
Bedeutung für die Forschung
Die erstellten Karten sind von grossem Nutzen für eine Vielzahl von Umweltmodellen landwirtschaftlich genutzten Böden, z.B. organischer Bodensubstanz, Biodiversität, Nähr- und Schadstoffkreisläufe sowie Bodenerosion und -verdichtung.
Bedeutung für die Praxis
Die Modelle zur Kontrolle der Landnutzung sind wertvolle Tools für die Entscheidungsfindung und die Ermittlung geeigneter Massnahmen für eine nachhaltige Land- und Bodenbewirtschaftung.
Originaltitel
Development of a spatially distributed Land Management Model for the Swiss Plateau linking agricultural management to soil services and policies