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Im Sekundärkreislauf brach eine Kondensatleitung aus Kohlenstoffstahl mit einem Durchmesser von 56 cm zwischen Speisewasservorwärmer und Entgaser. Das unter Druck stehende Heisswasser (gemäss vorläufigen Angaben betrug die Temperatur 140°C und der Druck 9 bar) verwandelte sich nach dem Austritt schlagartig in Dampf und verbrühte mehrere Arbeiter. Infolge Vorbereitungsarbeiten für die ab 14. August geplante Jahresrevision waren zum Unfallzeitpunkt in der Turbinenhalle über 200 Arbeiter tätig.
Da bei Druckwasserreaktoren der Sekundärkreislauf nicht mit den Brennelementen in Berührung kommt, ist bei diesem Unfall keine Radioaktivität ausgetreten. Erste Untersuchungen zeigen, dass die Wandstärke der Leitung von ursprünglich 10 mm auf bis ca. 1,5 mm abgetragen worden war. Die Leitung wurde sowohl in Längs- als auch in Umfangsrichtung aufgerissen. Gemäss vorläufigen Angaben wurde die entsprechende Leitung seit der Inbetriebnahme nie überprüft. Eine Überprüfung der Leitung hätte aber bei der kommenden Jahresrevision stattfinden sollen. Der Betreiber Kansai Electric hat unterdessen die Inspektion analoger Leitungen in den andern von ihm betriebenen Kernkraftwerksblöcken angeordnet. Dazu werden sie gestaffelt für jeweils rund zwei Wochen abgestellt.
Da die Gefahr von Erosions/Korrosionsschäden nach ähnlichen Unfällen in Kernkraftwerken (z.B. Surry, Bulletin 2/1987, Loviisa, Bulletin 11/1990) sowie in fossilen Kraftwerken bekannt ist, werden kritische Stellen von Rohrleitungen des nicht radioaktiven Sekundärteils in den Schweizer Druckwasserreaktor-Kernkraftwerken geprüft. Dabei werden hauptsächlich Ultraschallmessungen durchgeführt. Er wurde aber auch schon ein Röntgenprüfverfahren angewendet, bei dem auf ein Entfernen der Isolation verzichtet werden kann. Sobald gesicherte Erkenntnisse zu den Ereignissen in Mihama vorliegen, wird erkennbar, ob diese Prüfungen angepasst werden müssen.
Quelle
M.E.
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