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Echinacea als Arzneipflanze
Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Echinacea, der Sonnenhut, in Europa lediglich als Zierpflanze bekannt. Erst nach und nach setzte sich das Wissen um die verborgenen Eigenschaften der Echinacea als Arzneipflanze durch. Zwar gibt es verschiedene Echinacea-Arten. Im Arzneimittel-Bereich hat sich aber vor allem der rote Sonnenhut durchgesetzt.
Woher stammt Echinacea?
Echinacea stammt ursprünglich aus Amerika. Bei den indigenen Völkern Nordamerikas gehörte Echinacea zu den wichtigsten Arzneipflanzen, die sie unter anderem als Schmerzmittel, zur Wundbehandlung oder gar gegen Schlangenbisse einsetzten. In unseren Breiten wird der – meist rosa- oder purpurfarbene – Sonnenhut als Zierpflanze gehalten. Die Blütezeit ist zwischen Juli und September.
Wie wirkt Echinacea?
Echinacea wirkt modulierend auf das Immunsystem. Das heisst, dass die Pflanze, respektive deren Wirkstoffe das Immunsystem beeinflussen können. Auch entzündungshemmende Eigenschaften werden dem Sonnenhut nachgesagt. Allerdings ist die Studienlage zur Wirksamkeit der Pflanze, respektive den daraus hergestellten Produkten nach wie vor recht diffus. Dennoch schwören viele auf Echinacea als bewährtes Hausmittel.
Wann wird Echinacea eingesetzt?
In der Regel wird die ganze Pflanze für die Herstellung von Echinacea-Produkten verwendet. Aufgrund seiner Wirkung auf das Immunsystem werden Echinacea-Produkte in erster Linie zur Vorbeugung von Erkältungen und grippalen Infekten eingesetzt. Äusserlich kann Echinacea zum Beispiel – wie dies bereits auch die indigenen Völker Nordamerikas machten – bei schlecht heilenden Wunden verwendet werden.
Echinacea bei COVID-Erkrankung
In Laborversuchen bekämpft Sonnenhut Viren, Pilze und Bakterien. 2020 wurde in Laborstudien gar eine mögliche Wirkung gegen Corona-Viren festgestellt. Dies führte zu einem vorübergehenden Ansturm auch Echinacea-Produkte. Die Schweizer Arzneimittelbehörde swissmedic stellte jedoch umgehend klar: «Eine entsprechende Wirkung beim Menschen ist nicht belegt.»
In welcher Form wird Echinacea eingesetzt?
Echinacea ist im Handel in Form von Tropfen (auch Augentropfen), Säften, Globuli oder Tabletten erhältlich. Aber auch Salben und Tinkturen zur äusserlichen Anwendung finden sich im Angebot sowie Tees, die aus oberirdischen Pflanzenteilen hergestellt werden.
Was sind die Nebenwirkungen?
Zwar sind Echinacea-Produkte in der Regel gut verträglich. Doch gewisse Nebenwirkungen können dennoch auftreten. Dazu zählen zum Beispiel:
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Magen-Darm-Störungen
- Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Ausschläge)
Werden hohe Dosen eingenommen kann dies zudem toxisch für die Leber sein.
Wer sollte auf Echinacea-Produkte verzichten?
Personen mit einer Autoimmunkrankheit, einer Multiplen Sklerose oder gewissen rheumatischen Krankheiten wird von der Einnahme von Echinacea-Extrakten abgeraten. Es besteht die Gefahr, dass Echinacea einen Schub der Grunderkrankung auslösen kann. Verzichten sollten auch alle Personen, die auf Korbblütler – zu denen auch die Kamille zählt – allergisch sind.
Bei Kindern und Schwangeren ist – wie bei allen Arzneimitteln – Zurückhaltung geboten. Gegebenenfalls empfiehlt es sich, ärztlichen Rat einzuholen.