Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03446.jsonl.gz/165

Rowan Atkinson wird 60, das wollen wir feiern. Nicht mit Mr. Bean, seiner bekanntesten Figur, sondern seiner früheren Paraderolle: Als Edmund Blackadder ritt der Komiker durchs Mittelalter und folglich durch die britische Geschichte.
Es beginnt mit einem grausamen Malheur: Lord Blackadder erspäht auf dem Schlachtfeld von Bosworth, wie ihm einer das Ross stehlen will. «Ein Königreich für ein Pferd», hört er den Krieger noch sagen (eines von vielen berühmten Zitaten, die in dieser Serie verballhornt werden), ehe er dem vermeintlichen Feind kurzerhand den Kopf abschlägt. Alles was Recht ist, aber niemand klaut Lord Blackadder das Ross.
Dummerweise traf er mit seinem Schwert aber nicht einen Feind, wie der Blick unters Visier offenbart, sondern seinen eigenen Anführer: König Richard III. Fortan verstrickt sich Lord Blackadder in Lügenkonstrukte, um seinen eigenen Kopf zu retten – und die im historischen Kontext eingebettete Sitcom nimmt ihren Lauf.
Als Ensemblemitglied der Comedy-Sendung «Not The 9 O’Clock News» verdiente sich Atkinson ab 1979 seine Sporen bei der BBC ab, nachdem er sein Wissenschaftsstudium abgeschlossen hatte.
1982 schlüpfte Atkinson erstmals in die Rolle von Edmund Blackadder, doch erst 1990 erlangte er Weltruhm: mit seiner pantomimisch angelegten Figur Mr. Bean. Die BBC-Serie um den dusseligen, geizigen Bünzli begeistert heute noch Alt und Jung – und ist auch retrospektiv betrachtet überzeugender als die folgenden Spielfilme, mit denen er sein Talent nach Hollywood überführte. Nicht nur Mr. Bean führte er ins Kino, sondern auch den Geheimagenten Johnny English – eine Parodie auf James Bond.
Am 6. Januar feiert Atkinson, der leidenschaftlich gerne Auto fährt und u.a. einen millionenteuren McLaren in seiner Garage stehen hat, seinen 60. Geburtstag.
Die britische Satireserie «Blackadder», zunächst im tiefen Mittelalter angesiedelt, wurde 1982 von der BBC lanciert. Sie markierte Rowan Atkinsons erste grosse Hauptrolle. Der Komiker spielte nicht nur den dusseligen Lord, er hatte zusammen mit Richard Curtis auch das Drehbuch verfasst. An seiner Seite: der tumbe Knappe Baldrick (Tony Robinson), im Grunde ein unfähiger Diener, dem Black Adder immer wieder mal die Kündigung androht. Legendär etwa der folgende Dialog:
Blackadder: «You’re fired!»
Baldrick: «But mylord, I’ve been in your family since 1532!»
Blackadder: «So has syphilis!»
Rowan Atkinsons erste Paraderolle
Nach dem erfolgreichen Einstand wollten BBC und das Publikum mehr. Atkinson konzentrierte sich ganz aufs Schauspiel, überliess die Schreibarbeit dem ebenso talentierten Ben Elton und galoppierte fortan in drei weiteren Staffeln, die allesamt in den 1980er-Jahren gedreht wurden, durch die britische Geschichte – vom Hof von Königin Elisabeth I. bis zum Schützengraben im Ersten Weltkrieg. Dabei agiert der scharfzüngige Blackadder zunehmend misanthropischer, kommentiert zynisch das Geschehen um ihn herum. Und vollendet damit die Satire auf heroische und historische Ereignisse.
Auch wenn Blackadder in unseren Breitengraden weniger bekannt ist als Atkinsons andere grosse Kunstfigur, Mr. Bean: Der Erfolg seines Frühwerks hallt nach. In einem Voting haben BBC-Zuschauer die Serie noch im Jahr 2004 auf den zweiten Rang der besten Britcoms gewählt.
Wer sie sich anschauen will, muss nicht auf die DVD zurückgreifen – alle Folgen sind online verfügbar. Atkinsons Gesicht ist dabei nicht das einzige Vertraute in dieser Serie: Auch Hugh Laurie, in jüngerer Zeit als griesgrämiger Dr. House zu Weltruhm gekommen, spielt in allen vier Staffeln von «Blackadder» mit.
Erste Staffel:
Zweite Staffel:
Dritte Staffel:
Vierte Staffel: