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Erstmals trägt Zürich sämtliche Finals der Diamond League aus. Aus diesem Grund ist die Weltelite am Donnerstagabend im Letzigrund und tags zuvor auf dem Sechseläutenplatz nahezu komplett versammelt. 17 Olympiasiegerinnen und -sieger aus Einzeldisziplinen sind zugegen. Unter ihren figurieren auch Andre De Grasse aus Kanada oder Jakob Ingebrigtsen aus Norwegen, die beide einen Doppelstart planen. Der 200-m-Olympiasieger aus Übersee startet über die Sprint-Strecken, der Skandinavier läuft am Mittwoch die 5000 m auf der Bahn rund um das Opernhaus, am Donnerstag dann seine Gold-Disziplin, die 1500 m, im Letzigrund.
Die weltumspannende Meeting-Serie bietet bei ihrem Finale sechs komplette Olympia-Podien von Tokio an. Darunter auch der 100-m-Lauf der Frauen, in dieser Saison eine der Highlight-Disziplinen - nicht nur aus Schweizer Sicht. Elaine Thompson-Herah kam zuletzt in Eugene in 10,54 Sekunden bis auf fünf Hundertstel an den Fabel-Weltrekord von Florence Griffith-Joyner heran, Shelly-Ann Fraser-Pryce nützte den Rückenwind an der Athletissima für 10,60.
Im Rücken der beiden Jamaikanerinnen duellieren sich Ajla Del Ponte und Mujinga Kambundji ein weiteres Mal. Die Olympia-Fünfte und Olympia-Sechste treten diesen Sommer bereits zum sechsten Mal gegeneinander an. Die Bernerin führt mit 3:2 Siegen, das entscheidende Duell im Olympia-Final ging aber an die Tessinerin, die mit 10,90 Sekunden auch den Schweizer Rekord hält.
Die beiden Sprinterinnen sind für das Kräftemessen am Donnerstag nicht auf eine Wildcard angewiesen. Sie holten sich die Startberechtigung via Leistungen in den Diamond-League-Meetings. Gleiches gilt für Lea Sprunger (400 m Hürden), Jason Joseph (110 m Hürden) und für Mujinga Kambundji auch über 200 m.
In den Genuss einer Wildcard kommen aus der Olympia-Crew Silvan Wicki (100 m), William Reais (200 m), Ricky Petrucciani (400 m), Jonas Raess (5000 m) sowie Lore Hoffmann (800 m) und Ditaji Kambundji (100 m Hürden). Zudem treten der Zehnkämpfer Simon Ehammer im Weitsprung, Simon Wieland im Speerwurf sowie Dominik Alberto im Stabhochsprung an.
WM-Ticket und 30'000 Dollar
Die je 16 Siegerinnen und Sieger von Zürich lassen sich nicht nur 30'000 Dollar überweisen, sondern erhalten für den Disziplinensieg auch die Startzusage für die WM-Teilnahme im Sommer 2022 in Eugene. Gerade für die US-Stars, welche die gnadenlosen Trials fürchten, lockt das Ticket für die Heim-WM.
Bedingt durch das dichte Wettkampfprogramm mit der symbolischen Vergabe eines Diamanten durchschnittlich alle sieben Minuten, werden die Wettkämpfe der Männer und Frauen im Weit- und Dreisprung sowie in den Wurfdisziplinen Kugel, Diskus, Speer zusammengeführt. Je sechs Frauen und sechs Männer bestreiten gleichzeitig ihren Einsatz, mit getrennter Wertung. Der nicht sonderlich beliebte «Final 3» - beim Mini-Finale der besten drei nach fünf Durchgängen entscheidet einzig der sechste Versuch über die Plätze 1 bis 3 - kommt nicht zur Anwendung.
Seit einigen Jahren beginnen sämtliche Disziplinen im Final bei null. Die Qualifikationspunkte haben keinen Einfluss mehr.