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Eine Spurensuche in der japanischen Fotografie
Während ich weiter über die Bedeutung von Lo-Fi in meinen Fotos nachdenke, mache ich bei japanischen Fotografen interessante Beobachtungen. Es stellt sich für Westler ja beinahme als Mysterium dar, das Wesen der japanischen Fotografie zu verstehen. Als ich vor vier Jahren Andreas Hurnis Artkel zu «Wabi Sabi» las, war das erst ein Anfang. Damals schrieb ich:
In der Beschreibung von Wabi-Sabi habe ich Eigenschaften wiederentdeckt, die mich in vielen Bildern auf Flickr faszinieren. Vor allem im Werk von japanischen Fotografen sehe ich Bilder, die genau das sind, was Andreas Hurni als Merkmal von Wabi-Sabi beschreibt … Mir fällt auf, dass ich mich stark zu dieser östlichen Ästhetik hingezogen fühle.
In der Zwischenzeit habe ich viel mehr Fotos von japanischen Fotografen angeschaut. Besonders nach den Ereignissen in Fukushima haben sich Fotografiepublikationen in vielen Solidaritätsaktionen der Fotokunst aus Japan gewidmet.
Dirk Rösler von der Website Japan Exposures sucht Hinweise in japanischen Fotobüchern und schreibt in einer Rezension:
Then you would have to ask back, what the person means by Japanese Photography at the first place. Is it a signature style or technique? Probably not. Or simply a Japanese photographer, or a photograph taken in the country of Japan? Possibly, but that’s not all. Could a non-Japanese person produce Japanese Photography at all, or a Japanese person be unable to do so? Probably yes. There are no obvious answers, only clues. I have been looking for such clues for a while and even though my answer is not complete, I feel that gathering traces is a legitimate way to approach it.
Was sind die Spuren, die ich entdecke und die mein Interesse wecken? Schon im Artikel über Wabi Sabi sind die Merkmale des Unperfekten, das Thema der Natur und das Nichteinmischen des Künstler angesprochen worden. Weitere Konzepte der japanischen Kultur erklärt Henry Nahurski im Blogpost «Beauty in Simplicity»:
Yugen steht für das geheimnisvolle Dunkel. Klassisch ist das Beispiel der Suppe im dunkeln Lackgeschirr, die man beim Essen kaum sieht und man sich so viel mehr vom Geschmack verführen lassen kann. In den Fotos sind es Gitter, Blättergewirr und Schatten, die für verdunkelten Einblick sorgen und die Bilder geheimnisvoll machen.
Mono no aware steht für die Schönheit der flüchtigen Momente. Alle Dinge sind vergänglich. Solange sie da sind, können sie wahrgenommen und bewundert werden. Danach kann der Blick sie aber nicht festhalten. So entstehen im Vorübergehen Fotos, die einfach als Momentaufnahme eine Schönheit in sich tragen, kaum jedoch Anspruch haben, ewiges Werk zu sein.
In Noris Fotos empfinde ich äusserst stark das Gefühl von Mono no aware. Seine Fotos sind eine grosse Inspiration für mich. Und besonders freut es mich jeweils, wenn Nori auch einige meiner Fotos für sich als Flickr-Favorit markiert. So entsteht eine gewisse Verbundenheit, und es scheint als führten manche Spuren zusammen zu einer Bildsprache, die ich als «japanische Ästhetik» zu verstehen versuche.
Viele weitere interessante Spuren entdecke ich in Blogs über Fotobücher aus Japan. Von ihnen gibt es viel zu lernen. Dazu einfach noch einige Links:
- Japan Exposures oben im Text schon erwähnt.
- One year of books stellt viele japanische Fotobücher vor.
- Contemporary Japanese Photobooks ist eine Liste der Bücher, die an einer Ausstellung in London zu sehen sind.
- microcord bloggt über Fotobücher aus Japan.
Und ein weiterer Link: Japanische Ästhetik - Wikipedia