Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03094.jsonl.gz/484

Der Ruf der Schweiz als Wintersport-Nation hängt unter anderem mit den Auftritten an Olympischen Winterspielen zusammen. Die Ära ab 1972 mit 104 (von total 137) Medaillen ist eine Erfolgsgeschichte.
Namen wie Bernhard Russi, Marie-Theres Nadig, Vreni Schneider, Pirmin Zurbriggen, Simon Ammann, Dario Cologna oder Iouri Podladtchikov sind landauf, landab Begriffe. Von den ersten zehn Winterspielen hatten die Schweizer 33 Medaillen, darunter zehn goldene, nach Hause gebracht respektive zu Hause behalten, als die Spiele 1928 und 1948 in St. Moritz stattfanden.
St. Moritz gleich zweimal Olympia-Veranstalter
Bereits die zweite Auflage der Olympischen Winterspiele fand 1928 in der Schweiz statt. Für den einzigen Podestplatz der Einheimischen sorgten die im 3. Rang klassierten Eishockeyaner. Zwanzig Jahre später wiederholte die Mannschaft um Bibi Torriani den Erfolg, wiederum in St. Moritz.
Die Tradition der grossen Schweizer Bob-Erfolge an Olympischen Spielen begründete 1924 der Vierer um Eduard Scherrer mit dem Gewinn der Goldmedaille. Mittlerweile haben die Bobfahrer 31 olympische Medaillen geholt. Nur viermal blieben sie ohne Edelmetall.
Die erste olympische Veranstaltung nach dem Zweiten Weltkrieg von 1948 in St. Moritz brachte auch die ersten Schweizer alpinen Ski-Olympiasieger: Hedy Schlunegger in der Abfahrt und Edy Reinalter im Slalom. Goldene Schweizer Duos folgten 1956 mit Renée Colliard (Slalom) und Madeleine Berthod (Abfahrt) sowie 1960 im kalifornischen Squaw Valley mit Yvonne Rüegg und Roger Staub jeweils im Riesenslalom.
Debakel von Innsbruck leitete Wende ein
1964 in Innsbruck brach eine stolze Tradition ab. Die "staubigen Spiele" jenes Jahres brachten den Schweizern nicht eine einzige Edelmetall-Auszeichnung. Damit sich dies nicht wiederhole, wurden u.a. 1966 das Nationale Komitee für Elitesport (NKES) und 1970 die Stiftung Schweizer Sporthilfe ins Leben gerufen. 1968 in Grenoble gab es zwar noch keine goldene, aber immerhin schon wieder sechs Medaillen - darunter erstmals eine im Langlauf, die Sepp Haas überraschend über 50 km gewann.
Die goldenen Tage von Sapporo
Die "goldenen Tage von Sapporo" sind in der Schweiz ein Begriff geblieben. Zehn Medaillen brachten unsere Wintersportler 1972 mit. Sie belegten damit in der Nationenbilanz hinter den beiden Ostblockmächten Sowjetunion (16 Medaillen) und DDR (14) den sensationellen 3. Platz.
Marie-Theres Nadig, noch nicht ganz 18 Jahre alt, gab die Initialzündung zum Triumphzug. "Maite" hatte zuvor noch kein Weltcuprennen gewonnen, überflügelte aber in Abfahrt und Riesenslalom die österreichische Favoritin Annemarie Pröll. Ebenfalls Olympiasieger wurde Bernhard Russi. Hinter dem Urner sorgte Roland Collombin mit Silber für eine weitere Schweizer Überraschung. Und im Riesenslalom setzten Edy Bruggmann (Silber) sowie der erst im letzten Moment selektionierte Werner Mattle (Bronze) die Serie fort.
Die vierte Goldmedaille erkämpfte der Viererbob mit Jean Wicki an den Seilen, der schon im Zweier zusammen mit Edy Hubacher Bronze gewonnen hatte. Skispringer Walter Steiner musste sich auf der Grossschanze mit Silber begnügen. Eine der wertvollsten Medaillen holten die Langläufer: Edi Hauser als Schlussmann der Staffel rang um Platz 3 den Schweden Sven-Ake Lundbäck nieder.
Bescheidener als 1972 fiel die Schweizer Bilanz vier Jahre später in Innsbruck aus. Immerhin gab es einen Olympiasieger (Heini Hemmi), drei Silber- und einen Bronzegewinner - kein Vergleich mehr zum medaillenlosen Abschneiden zwölf Jahre früher an gleicher Stätte.
Während Erich Schärer in die Fussstapfen von Jean Wicki trat, sich vorläufig aber noch mit Silber (im Viererbob) und Bronze (im Zweier mit Sepp Benz) begnügen musste, wurde Bernhard Russi hinter dem Einheimischen Franz Klammer Zweiter in der Abfahrt. Dafür setzten sich im Riesenslalom überraschend Heini Hemmi und Ernst Good durch - vor den Favoriten Ingemar Stenmark und Gustav Thöni.
1980: Gold und Silber für Erich Schärer
Die grosse Stunde des Erich Schärer schlug 1980 in Lake Placid. Die Goldmedaille im Boblet mit Sepp Benz als Bremser war ihm nicht mehr zu verwehren. Und im Vierer holte er mit der gleichen Besatzung wie vier Jahre zuvor erneut Silber.
Mit drei 3. Rängen mussten sich diesmal die Alpinen begnügen. Acht Jahre nach Sapporo wandte sich das Glück in der Abfahrt gegen Marie-Theres Nadig. Die Österreicherin Annemarie Moser-Pröll hatte eindeutig die besseren Wind- und Sichtverhältnisse; Nadig wurde Dritte. Bronze im Slalom bedeutete für Erika Hess (18) den Beginn einer steilen Karriere und für Jacques Lüthy den Karriere-Höhepunkt. Zu stehenden Ovationen riss Eiskunstläuferin Denise Biellmann das amerikanische Publikum mit ihrer Kür hin. Wegen ihres Rückstands aus der Pflicht wurde sie jedoch nur Vierte.
1984: Michela Figinis Nervenstärke
Die Revanche der Alpinen für die bescheidene Ausbeute in Lake Placid folgte auf dem Fuss: je zweimal Gold und Silber 1984 in Sarajevo. Die Schweizer Bobsportler hatten den Abgang von Erich Schärer zu verkraften. Immerhin holte Silvio Giobellina Bronze im Vierer.
Einen Schweizer Doppelerfolg gab es in der Frauen-Abfahrt. Aber nicht Maria Walliser vor Michela Figini hiess die Reihenfolge im Ziel: Die 17-jährige Tessinerin fuhr Bestzeit mit 5 Hundertsteln Vorsprung auf die Ostschweizer Favoritin. Eiserne Nerven zeigte auch der Walliser Max Julen als Sieger im Riesenslalom. Peter Müller, Abfahrts-Zweiter hinter dem Amerikaner Bill Johnson, bestritt das olympische Rennen mit einer Handwurzelverletzung.
1988: Neue Dimensionen in Calgary
Die Winterspiele 1988 von Calgary setzten statistisch neue Dimensionen für den Schweizer Sport, selbst verglichen mit Sapporo. Mit fünf kompletten Medaillensätzen etablierte sich unser Land erneut unmittelbar hinter der Sowjetunion und der DDR. 15 Medaillen bedeuteten fünf mehr als 1972 (allerdings bei mehr Disziplinen).
Bei den Alpinen war nicht Pirmin Zurbriggen, der mit Gold in der Abfahrt und Bronze im Riesenslalom die Erwartungen erfüllte, der grosse Star des Schweizer Teams. Auch nicht Brigitte Oertli oder Maria Walliser, die sich mit zwei Silber- respektive Bronzemedaillen zufriedengeben mussten, oder Michela Figini (Silber im Super-G), sondern Vreni Schneider. Die Glarnerin gewann Slalom und Riesenslalom. An der Hypothek der WM 1987 in Crans-Montana mit 14 Medaillen, davon acht goldenen, trugen die Schweizer Alpinen schwer, aber mit elf Edelmetall-Auszeichnungen gelang ihnen eine schöne Bestätigung.
20 Jahre nach Wisel Kälins Silber in Grenoble resultierten durch die Staffel (Silber) und durch Hippolyt Kempf in der Einzelkonkurrenz, der mit seinem Olympiasieg einen grossartigen Schlusspunkt für die Schweizer Mission setzte, erstmals wieder Medaillen in der Nordischen Kombination. Ebenfalls 20 Jahre lagen zwischen den 50-km-Langlauf-Bronzemedaillen von Andi Grünenfelder in Calgary und jener von Sepp Haas in Grenoble.
1992: Ernüchterung in Albertville
Als der damalige SOC-Präsident Daniel Plattner vor den Spielen 1992 in Albertville sechs Medaillen prognostizierte, wurde er als Tiefstapler betrachtet. Am Schluss waren es eine goldene durch den Zweierbob mit Gustav Weder/Donat Acklin und zwei bronzene Medaillen durch den Vierer um Weder sowie durch Steve Locher in der alpinen Kombination.
Dazwischen lagen zahlreiche Enttäuschungen und Misstöne. Grosse Medaillenhoffnungen wie Vreni Schneider und Paul Accola gingen leer aus; die Frauen-Langlaufstaffel (9.) und das Eishockey-Nationalteam (10.) enttäuschten.
1994: Neun Medaillen in vier Sparten
Drei Goldmedaillen durch Vreni Schneider, Bobpilot Gustav Weder und den Ski-Akrobaten Sonny Schönbächler sowie sechs weitere Edelmetall-Auszeichnungen zeichneten in Lillehammer für die Schweiz ein positives Bild. Schneider trumpfte bei ihren letzten Olympischen Spielen mit dem Gewinn eines Medaillensatzes (Gold im Slalom, Silber in der Kombination und Bronze im Riesenslalom) nochmals auf. Ihr war es ausschliesslich zu verdanken, dass die Frauen-Skibilanz nicht erneut trist ausfiel.
Den einsamen Höhepunkt bei den alpinen Männern setzte Urs Kälin mit seiner überraschenden Silbermedaille im Riesenslalom. Dazu kam lediglich noch ein einziges Olympia-Diplom. Dafür kehrten alle zwölf Bobfahrer mit Medaillen oder Diplomen zurück. Gold und Silber für das Team von Gustav Weder, Silber für Reto Götschis Zweier und ein 7. Rang für Christian Meili im Viererbob waren die stolze Ausbeute.
Im nordischen Bereich schafften die Kombinierer Hippolyt Kempf, Jean-Yves Cuendet und Andreas Schaad mit Bronze im Teamwettbewerb jene Leistung, die sie sich zum Ziel gesetzt hatten. In der erstmals im Olympiaprogramm figurierenden Skiakrobatik hatte man Colette Brand im Springen eine Medaille zugetraut. Daraus wurde Gold. Aber nicht für Brand, sondern für den sensationell auftrumpfenden Sonny Schönbächler.
1998: Drei Medaillen in neuen Disziplinen
Wann immer neue Disziplinen ins Olympiaprogramm aufgenommen wurden, zeigten sich die Schweizer Wintersportler parat. In Nagano holten bei den Snowboardern Gian Simmen in der Halfpipe Gold und Ueli Kestenholz im Riesenslalom Bronze. Lausanne-Olympique mit Skip Patrick Hürlimann schlug im Final Kanada 9:3 und bescherte dem Schweizer Curling mit Gold im ersten olympischen Turnier den bis dato grössten Erfolg.
Insgesamt sieben Medaillen gewann die Schweizer Delegation in Japan. Silber holte neben dem Viererbob von Steuermann Marcel Rohner (von Rang 8 auf Rang 2) der Super-G-Fahrer Didier Cuche. Der Neuenburger liess sich in der damaligen Schweizer Sorgendisziplin nur vom Österreicher Hermann Maier besiegen. Bronze gewannen die Skiakrobatin Colette Brand und Riesenslalom-Weltmeister Michael von Grünigen.
2002: Simon Ammanns Höhenflüge in Salt Lake City
Gekrönt durch die "goldenen Flüge" von Simon Ammann auf den Schanzen von Salt Lake City schnitten die Schweizer bei den Winterspielen 2002 mit 11 Medaillen (3 Gold/2 Silber/6 Bronze) und 16 Diplomen über Erwarten gut ab. Die Schweiz setzte sich im Medaillenspiegel auf die Ränge 10 (nach Medaillenfarbe sortiert) oder 7 (Gesamtzahl der Medaillen). Und dies, obwohl in der Hauptsportart Ski alpin lediglich einmal Bronze (durch Sonja Nef im Riesenslalom) herausschaute.
Vor allem der junge Toggenburger Simon Ammann schrieb in den USA Geschichte. Zehn Jahre lang hatte es keinen Schweizer Weltcupsieg im Skispringen mehr gegeben - bloss eine WM-Bronzemedaille (1997 durch Sylvain Freiholz). Nun flog der 20-jährige Ammann auf der Normal- und auf der Grossschanze so weit wie keiner, und er wurde als erster Doppel-Olympiasieger seit dem Finnen Matti Nykänen 1988 zu einem der Stars der Spiele. Seine ulkigen Grimassen zierten die Titelseiten der grössten amerikanischen Zeitungen.
Für die dritte Goldmedaille sorgte der 22-jährige Snowboarder Philipp Schoch. Der damalige "Nobody" deklassierte im Parallel-Riesenslalom die Weltelite. Bronze in der Halfpipe gewann Fabienne Reuteler. Mit Silber und Bronze im Zweierbob-Rennen durch Christian Reich und Martin Annen erfüllten die Bobsportler ihr Soll. Skeletonfahrer Gregor Stähli holte im Eiskanal als Dritter ebenfalls eine Medaille.
Erneut als Volltreffer erwiesen sich die Schweizer Curlingteams. Die Equipen von Luzia Ebnöther und Andreas Schwaller kehrten mit Silber respektive Bronze heim. Zudem trumpften die Langläuferinnen Andrea Huber, Laurence Rochat, Brigitte Albrecht Loretan und Natascia Leonardi Cortesi überraschend mit Staffel-Bronze auf.
2006: Mehr Schweizer Siegerinnen als Sieger
Erstmals in der Geschichte stellte die Schweiz 2006 in Turin mehr Olympiasiegerinnen als Olympiasieger. Für das Novum sorgten Ski-Freestylerin Evelyne Leu, Alpin-Snowboarderin Daniela Meuli, Boardercrosserin Tanja Frieden und Skeletonfahrerin Maya Pedersen-Bieri. Das Fähnlein der Männer hielt der Alpinboarder Philipp Schoch mit Gold im Parallel-Riesenslalom vor seinem älteren Bruder Simon aufrecht. "Philu" wiederholte seinen Triumph von Salt Lake City und wurde der erste Snowboarder, der zweimal in Folge an Olympischen Spielen ganz zuoberst auf dem Podest stand.
Die Spiele von Turin sind bis dato bezüglich Anzahl Medaillen die zweiterfolgreichsten aller Zeiten. Man hätte sich kaum eine bessere Bilanz als die der fünf goldenen, vier silbernen und fünf bronzenen Auszeichnungen (Rang 8 im Medaillenspiegel) wünschen dürfen. Im Piemont gewannen die Schweizer alle fünf Goldmedaillen in den "neuen" Sportarten Snowboard (seit 1998), Skiakrobatik (1992) und Skeleton (Wiederaufnahme 2002).
Die alpinen Skirennsportler wetzten auch ohne Olympiasieg ihre Scharte von 2002 aus. Mit Bronze in der Abfahrt machte Bruno Kernen den Anfang, Martina Schild (Silber in der Abfahrt) und Ambrosi Hoffmann (Bronze im Super-G) zogen nach. Die Curlerinnen um Mirjam Ott gewannen im Final gegen Schweden im Zusatz-End "nur" Silber. Die wohl wertvollste Silbermedaille errang Stéphane Lambiel: Seit 1948 (2. Hans Gerschwiler) hatte kein Schweizer Eiskunstläufer mehr auf dem Olympia-Siegerpodest gestanden. Gregor Stähli holte erneut Bronze im Skeleton. Geradezu auf den 3. Platz abonniert war Bobpilot Martin Annen. Nach Bronze in Salt Lake City im Zweierbob glückte ihm dies in Turin mit beiden Schlitten.
Etliche Schweizer Spitzenleistungen wurden nicht mit Edelmetall honoriert. Stellvertretend seien die Eishockeyaner erwähnt, die vor dem Out im Viertelfinal gegen Schweden zwei geschichtsträchtige Siege gegen die Bestbesetzungen von Topnationen errungen hatten: 2:0 gegen Kanada, 3:2 gegen Tschechien.
2010: Ein halbes Dutzend Goldmedaillen
Sechsmal Gold, dreimal Bronze, Rang 6 im Medaillenspiegel in Vancouver: Nie zuvor schnitt eine Schweizer Olympia-Delegation an Winterspielen erfolgreicher ab. Allein die Nordischen holten 2010 drei goldene "Plämpu": Simon Ammann schaffte wie schon acht Jahre davor das Double und ist nun der erfolgreichste Einzelspringer der Geschichte. Und der Bündner Dario Cologna avancierte über 15 km zum ersten Schweizer Langlauf-Olympiasieger.
Auch die übrigen Schweizer, die sich Gold umhängen lassen durften, hatten Skis an den Füssen. Der Berner Oberländer Mike Schmid dominierte die Olympiapremiere im Skicross nach Belieben und feierte den grössten Erfolg seiner Karriere. Die Zielsetzung bei den Alpinen hatte vier Medaillen und ein Olympiasieg gelautet. Erreicht hat das Männerteam nur dreimal Edelmetall, dafür stellte es im Riesenslalom mit Carlo Janka und in der Abfahrt mit Didier Défago zweimal den Gewinner. Dazu kam Bronze in der Superkombination durch Silvan Zurbriggen. Die Frauen gingen erstmals seit zwölf Jahren leer aus, die Bobfahrer sogar erstmals seit 1964.
Die Snowboarder blieben zum einzigen Mal seit der Aufnahme ins olympische Programm (1998) ohne Goldmedaille. Für die Ehrenmeldung sorgte die Neuenburgerin Olivia Nobs mit Bronze im Boardercross, für jene im Curling das Männerteam um Skip Ralph Stöckli ebenfalls mit dem 3. Rang.
2014: Sechs- plus einmal Gold
In Sachen Medaillen toppte die Schweizer Delegation in Sotschi die Vorgabe von 2010. Elf Mal durften sich die Athletinnen und Athleten von Swiss Olympic Edelmetall umhängen lassen - einer sogar zweimal Gold: Dario Cologna gewann die Rennen über 15 km klassisch und im Skiathlon. Dominique Gisin war auf die Hundertstelsekunde gleich schnell wie die Slowenin Tina Maze und wurde so zur ersten Schweizer Abfahrts-Olympiasiegerin seit 30 Jahren. 0,10 Sekunden dahinter folgte Lara Gut als Dritte.
Für Premieren in der jeweiligen Disziplin respektive Sportart sorgten der überraschende Kombinations-Gewinner Sandro Viletta und die Biathletin Selina Gasparin (Silber im Einzel über 15 km).
Der Snowboarder Iouri Podladtchikov hielt dem selbst auferlegten Druck stand und holte als zweiter Schweizer nach Gian Simmen (1998) Gold in der Halfpipe. Auch Patrizia Kummer im Parallel-Riesenslalom wurde ihrer Favoritenrolle gerecht. Mit dem Bündner Nevin Galmarini (2.) stand ein zweiter Alpinboarder auf dem Podest. Die Schweizer Eishockeyanerinnen erfüllten sich im Spiel um Rang 3 (4:3 nach 0:2-Rückstand gegen Schweden) den Traum von einer Olympiamedaille.
Im Zweierbob war nur Russlands Starpilot Alexander Subkow schneller als die Schweizer Beat Hefti und Alex Baumann. Weil der zweifache russische Olympiasieger mutmasslich gedopt war, ist davon auszugehen, dass Hefti/Baumann dereinst Gold erben werden. Damit würde Sotschi nachträglich zu den "goldensten" Winterspielen aller Zeiten aus Schweizer Sicht werden.