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Am westlichen Ende des Mittelmeers befindet sich die Iberische Mikroplatte, die weite Teile Spaniens und Portugals abdeckt. Diese Platte ist ebenfalls mit Europa kollidiert und verursachte die Erhebung der Pyrenäen. Erdbebenaktivitäten finden in den Pyrenäen und an der südlichen Kante der Iberischen Mikroplatte in der Nähe Afrikas statt. Der bekannte Tsunami, der 1755 Lissabon traf, wurde wahrscheinlich durch ein Erdbeben vor den Küsten Europas im Atlantischen Ozean ausgelöst.
Wie auch in anderen Teilen der Welt treten Erdbeben in Europa auch in Regionen auf, die weit von den heutigen tektonischen Grenzen entfernt sind, beispielsweise in Deutschland, der Tschechischen Republik und im Vereinigten Königreich. Diese Ereignisse werden vorwiegend von Restspannungen aus der geologischen Vorgeschichte ausgelöst. Einige von ihnen können mit natürlichen oder künstlich erzeugten Flüssigkeitsbewegungen in der Erdkruste zusammenhängen (siehe Geothermieprojekte / Fracking-Seite).
Wissenschaftler erstellen seismische Gefahrenkarten anhand von Berechnungen über die Wahrscheinlichkeit des Eintretens von Erdbeben in den verschiedenen Teilen Europas. Diese Karten müssen auf der Grundlage neuer Methoden regelmässig aktualisiert werden, um die jüngsten Erdbebenkataloge und aufgezeichneten Daten widerzuspiegeln. Die aktuelle Karte veranschaulicht, warum die Gefährdung durch Erdbeben eine wichtige Überlegung im täglichen Leben vieler Europäer sein sollte.