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In den Jahren 1990-91 entstand beim SZD unter der Leitung von Jan Knapik der ACRO als Ableitung des SZD-48-3 Jantar Standard 3. Der Rumpf des Jantar wurde
unverändert übernommen. Das T-Leitwerk des Jantar Standard wurde durch ein Kreuzleitwerk mit grösserem Seitenruder und dem Höhenleitwerk des SZD-42-2 ersetzt. Die
Aussenflügel sind abnehmbar, womit die Spannweite der Kunstflugversion 13,2 m beträgt. In dieser Konfiguration ist der ACRO für +7/-5g und sämtliche Kunstflugfiguren
zugelassen.
Der erste Prototyp war bei der Segelkunstflug-Weltmeisterschaft 1991 in Zielona Góra kurz zu sehen. Bis Mitte 1996 wurden 12 Exemplare ausgeliefert. Durch den Konkurs des SZD endete die Produktion 1996.
Seit 2004 wird der ACRO bei Allstar PZL Glider in Bielsko-Biała wieder produziert. Er ist und bleibt wohl auf absehbare Zeit der einzige
Vollakro-taugliche Einsitzer aus laufender Produktion.
2016/17 hat Allstar PZL das Flugzeug technisch überarbeitet. Der immer wieder als zu schwergängig beanstandete Querruderantrieb wurde durch eine vereinfachte Konstruktion ersetzt und die bisher zweiteiligen Querruder einteilig ausgeführt. Die bislang nach oben und unten ausfahrenden Bremsklappen wurden durch die doppelstöckigen Bremsklappen des SZD-55 auf der Flügeloberseite ersetzt. Die Ansteckflügel für 15 m Spannweite mit Winglets wurden nach neuesten aerodynamischen Erkenntnissen überarbeitet. Ebenso können neu Ansteckflügel mit 17,2 m Spannweite angebaut werden.
Die Flugerprobung der Änderungen war im Mai 2017 abgeschlossen, aber die polnische Zulassungsbehörde liess sich Zeit. Erst im Dezember 2017 lag das EASA "Major Change Approval" vor.
Den bislang grössten Erfolg mit dem ACRO im Wettbewerbskunstflug konnte Johan Gustafsson aus Schweden bei der Weltmeisterschaft 2013 feiern. Nach seinem Titel in der Advanced 2010 und dem achten Rang 2011 noch auf Pilatus B4, wurde er im finnischen Oripää gegen eine nahezu geschlossene Phalanx von Swift-Piloten Advanced-Weltmeister.
Dass der Acro auch im Streckenflug eine gute Figur macht, beweisen die vielen langen Strecken, die z.B. der auch im Kunstflug sehr aktive deutsche Pilot
Wolfgang Schieck vom bayerischen Alpenflugzentrum Königsdorf aus geflogen hat.
Mit 15 m Ansteckflügeln und Winglets ist der ACRO mit Index 102 auch in der Clubklasse konkurrenzfähig. Für "schnelle" Wetterlagen können bis zu 150 l Wasser getankt werden. Die maximale Flächenbelastung ist dann ca. 50 daN/m².
Die SAGA-GV beschloss im März 2016 einstimmig einen SZD-59 anzuschaffen. Den Kaufvertrag hatten wir im Dezember 2016 unterzeichnet, aber bis zur Lieferung sollte noch ein ganzes Jahr ins Land gehen. Anfang Januar 2018 kam unser HB-3559 endlich in Schänis an. Es ist das erste Flugzeug der neuen Serie SZD-59-1 mit den oben beschriebenen Änderungen gegenüber dem Ursprungsmodell.
Hier ein paar Tipps zum Fliegen mit dem ACRO:
Technische Daten (Kunstflug-Version)
|Spannweite||13,2 m|
|Flügelfläche||9,8 m²|
|Flügelprofil||NN-8|
|Länge||6,85 m|
|max. Leermasse||270 kg|
|max. Flugmasse||380 kg|
|Lastvielfache||+7,0 / -5,0|
|Manövergeschwindigkeit VA||200 km/h|
|Höchstgeschwindigkeit VNE||285 km/h|
|beste Gleitzahl||36 bei 115 km/h|
|geringstes Sinken||0,7 m/s bei 80 km/h|
Unter diesem Link kann das Flughandbuch heruntergeladen werden.
Stand, 05-2018