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Der langjährige Freiburger IIHF-Präsident René Fasel soll die russische Staatsbürgerschaft erhalten haben und seit gut einem Jahr zusammen mit einem Oligarchen ein russisches Unternehmen besitzen.
Noch ist die Meldung unbestätigt, doch laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax hat der frühere Präsident des Internationalen Eishockey-Verbandes (IIHF), René Fasel, die russische Staatsbürgerschaft angenommen. Zudem soll der 73-jährige Freiburger mit einem Anteil von 54 Prozent an der Alma Holding beteiligt sein. Das Unternehmen betreibt in der Region Krasnodar am Schwarzen Meer Apfelplantagen. Wie Interfax berichtet, wurde Fasel schon im Januar 2022 – also noch bevor Russland gegen die Ukraine in den Krieg gezogen ist – als Unternehmer ins Steuerregister und ins lokale Handelsregister eingetragen. Die anderen 46 Prozent am Unternehmen hält mit Gennadi Timtschenko ein finnisch-russischer Oligarch, der dem russischen Machthaber Wladimir Putin nahestehen soll.
«Pure Hysterie»
Damit sorgt der Freiburger abermals für Schlagzeilen, nachdem er seine Nähe zu Russland und Putin seinerseits nie verhehlt und unter anderem den Ausschluss von russischen Sportlern von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften – notabene auch die Eishockey-Nationalmannschaften – als «pure Hysterie» bezeichnet hatte. Es waren Aussagen wie diese, die Fasel, der 2021 nach 27 Jahren an der Spitze des IIHF zurückgetreten war, eine Untersuchung der Ethikkommission des Verbandes einhandelten. Dabei soll untersucht werden, ob der Präsident auf Lebenszeit gegen die Integritätsregeln verstossen hat. Bisher wurde vom IIHF noch keine Schlussfolgerung kommuniziert.
Schliesslich wurde vor einem Jahr von einer weiteren russischen Nachrichtenagentur gemeldet, dass Fasel eine beratende Funktion in der russischen Eishockeyliga KHL übernommen habe. Der Freiburger hielt damals nur fest, dass es keine offizielle Vereinbarung, sprich keinen Vertrag mit der KHL gibt.
Gottéron überlegt
Nach diesen jüngsten Meldungen, zu denen sich Fasel bisher nicht geäussert hat, werden auf den sozialen Medien neuerlich Stimmen laut, die fordern, dass der in der BCF-Arena verewigte Name von René Fasel entfernt werden müsse. Gottéron-Präsident Hubert Waeber bestätigte gegenüber den FN, dass die Problematik an der nächsten Vorstandssitzung thematisiert wird. Auch wenn er Sport und Politik nicht gerne mische, müsse man sich diesen Schritt überlegen. Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass nach dem Entfernen von Fasels Namen womöglich die Forderungen laut würden, auch den Namen von Club-Legende Slawa Bykow zu verbannen. Auch dieser hatte sich nicht in aller Deutlichkeit vom russischen Angriffskrieg distanziert und in russischen Medien die Propaganda ungefiltert wiedergegeben. Auch deshalb müsse man sich das Vorgehen reiflich überlegen, so Waeber.
Kommentar (1)
Jetzt langt’s denn aber langsam… und wollen wir dann auch alle US Funktionäre , Spieler “ausblenden”… die USA hat im Vietnamkrieg auch Völkerrecht missachtet oder im Irak etc…
Lasst Politik – Politik sein … und vermischt den Mist nicht mit dem Sport und schon gar nicht rückwirkend…
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