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Mit David Malpass soll ein erfahrener Politstratege das Amt des Präsidenten der Weltbank einnehmen. Der Vertraute von US-Finanzminister Steven Mnuchin hat den Segen Donald Trumps. Er würde de facto zum vermutlich einflussreichsten Entwicklungshilfe-Manager des Erdballs.
Malpass hat als Staatssekretär für Finanzen bereits unter Präsident Ronald Reagan Regierungsgeschäfte erledigt, bei Reagans Nachfolger George H.W. Bush war er im Aussenministerium aktiv. Die Weltbank kennt er seit langem, nicht zuletzt seit er die Verhandlungen über eine Kapitalerhöhung von US-Seite begleitet hatte.
Streit um Auswirkungen der Globalisierung
Malpass, der auch Französisch, Russisch und Spanisch spricht, hat sich zuletzt mehrmals kritisch zu einer Ausweitung der Globalisierung geäussert. Zu viele internationale Organisationen seien im Spiel, einige seien korrupt.
Diese Position wird in der Weltbank nicht gern gesehen. Dort herrscht die Auffassung, dass der Globalisierung ein grosser Teil der erfolgreichen Armutsbekämpfung der vergangenen Jahre geschuldet ist. «Wenige in der Weltbank und in den Regierungen in aller Welt werden jubeln», fasste die «Financial Times» zusammen. Aber es werde auch keinen Widerstand geben.
Erfolglos in der Privatwirtschaft
Malpass Ausflug in die Privatwirtschaft war nicht von Erfolg gekrönt. Als Chefökonom der Investmentbank Bear Sterns wurde er voll von der Finanzkrise erwischt. Das Unternehmen musste für einen Bruchteil seines vorigen Firmenwertes notverkauft werden. Malpass wurde damals dafür kritisiert, dass er die Immobilienkrise in den USA völlig falsch eingeschätzt habe.
(sda/gku/mlo)