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Von Menschen, die nicht zählten
Es konnte nie festgestellt werden, wieviele Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen im Kanton Bern zu beklagen sind. Verlässliche Schätzungen gehen davon aus, dass alleine im Zeitraum 1900–1980 jedes der oben abgebildeten Fotos für 1000 Opfer steht.
Wie viele Menschen in der Schweiz von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen betroffen waren, ist nicht bekannt.
Schätzungen gehen für das 19. und 20. Jahrhundert von mehreren Zehn- bis mehreren Hunderttausend aus.
«Die meisten Betroffenen leben heute nicht mehr.»
So haben gut 11 000 Personen einen Solidaritätsbeitrag erhalten, den das Aufarbeitungsgesetz von 2016 ermöglicht. Mehr als ein Fünftel der Gesuche betraf den Kanton Bern. Warum Bern überdurchschnittlich vertreten ist, müsste die Forschung genauer klären. Sicher ist, dass der bäuerliche Kanton ein ausgesprochener «Verdingkinderkanton» war.
Dr. Tanja Rietmann, Historikerin am Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung IZFG der Universität Bern
Was macht den Wert eines Menschen aus?