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Geschichte
Der Ursprung des Fussball liegt schon mehrere Tausend Jahre zurück. Über die genaue Geschichte ist man sich nicht einig, da es verschiedene Überlieferungen über die Anfänge des Spiels gibt. Sei es in Asien (China), in Mittelamerika (bei den Maya und Azteken) oder in Europa (Spanien, antikes Griechenland und England) – überall existieren Geschichten von fussballähnlichen Spielen welche gespielt wurden.
Im 19. Jahrhundert werden an zahlreichen Universitäten in England verschiedene Arten von Fussball unterrichtet, was den Sport immer populärer macht. Da die Regeln jedoch nicht einheitlich sind und jede Universität eigene Gewohnheiten hat, ist ein Aufeinandertreffen verschiedener Mannschaften unterschiedlicher Universitäten nicht möglich - bis ins Jahre 1848. Dann nämlich werden die ersten Fussballregeln von Studenten der Universität Cambridge verfasst, wonach die Teams aus 15 bis 20 Spielern bestehen.
1858 wird mit dem Sheffield F.C. der erste Fussballklub der Welt gegründet. Im Jahre 1863 gründen die Engländer in London die Football Association (FA), den englischen Fussballverband. Da England auch noch das umfassende Regelwerk des Fussballs fördet und mitentwickelt, gilt England als das Mutterland des Fussballes. Bis ins Jahr 1872 werden sämtliche Regeln angepasst oder neu eingeführt, wie z.B. die Einführung des Eckballes und des Freistosses, Festlegung der offiziellen Ballgrösse und die Begrenzung der Spieler eines Teams auf 11 Spieler, Verbieten des Handspiels für Feldspieler (was die definitive Abspaltung des Fussballs vom damals weitverbreiteten Rugby Footballs zur Folge hat).
Das erste Länderspiel wird am 30. November 1872 in Glasgow ausgetragen (eine schottische steht einer englischen Auswahl gegenüber). In demselben Jahr wird auch der erste FA-Cup durchgeführt (der erste nationale Fussballwettbewerb). 1874 leitet erstmals ein Schiedsrichter ein Fussballspiel.
Weitere Änderungen respektive Erweiterungen des Regelwerks folgen in den darauf folgenden Jahren (u.a. Einführung der Trillerpfeife für den Schiedsrichter, Einwurf, Platzverweis, Festlegung der Torhöhe sowie die Halbzeitpause mit anschliessendem Seitenwechsel, Schiedsrichterassistenten, Tornetz, Strafstoss, Verlängerung etc.).
In Kontinentaleuropa setzt sich der Fussball vor allem in der Schweiz durch. In den 1860er Jahren bringen englische Studenten den Fussball in die Region des Genfersees, da diese dort studieren. 1860 wird dann auch der wahrscheinlich älteste Club der Schweiz gegründet, der Lausanne Football and Cricket Club. Der älteste noch heute existierende Verein ist der 1879 gegründete FC St. Gallen. Bei der Gründung haben wiederum englische Studenten die Finger im Spiel.
Die Schweiz hat in dieser Zeit die Funktion des „Fussball-Exporteurs“. Der französische Meister von 1909, Stade Hélvetique Marseille wird von Schweizern gegründet. Das Team besteht auch aus einem Engländer und 10 Schweizern. Auch beim grossen FC Barcelona (gegründet 1899) ist die Schweiz massgeblich beteiligt – der Schweizer Hans Gamper ist ein Gründungsmitglied dieses Vereins. Als Club-Farben wählt Gamper (von den Spaniern liebevoll Joan Gamper genannt) rot und blau, die Farben seines Lieblingsclubs FC Basel (gegründet 1893).
Ein weiterer noch heute grosser Verein in Europa wird u.a. von Schweizern gegründet: Inter Mailand. Italiener und Schweizer schliessen sich zur Gründung eines neuen Vereines zusammen, da der nationalistisch orientierte Milan Cricket and Football Club keine Ausländer akzeptiert.
Im Jahre 1895 wird der Schweizerische Fussballverband ins Leben gerufen. Die erste Saison findet 1897/98 statt. Der Hauptsponsor ist „La Suisse Sportive“, eine Westschweizer Sportzeitung.
Der Weltfussballverband FIFA (Fédération Internationale de Football Associatoin), welcher heute den Sitz in Zürich hat, wird am 1904 in Paris gegründet. Diese mischt sich schon bald in das bestehende Regelwerk ein und veränderte bestehende Bestimmungen und führte viele neue Regeln ein. Z.B. wird die Bestimmung aufgehoben, dass die Hosen die Knie bedecken müssen, Bestimmungen zum Platzverweis werden festgelegt, das Abseits beim Einwurf wird aufgehoben, der Abstand bei stehenden Bällen von Gegner und Ball wird festgelegt (10 Yards = 9.15m).
1924 wird in Österreich die erste Profi-Liga eingeführt. Der Österreichische Fussball-Bund ist auch der Initiator des Mitropacups (der erste bedeutende Wettbewerb für europäische Clubmannschaften), des Vorgängers des heutigen UEFA-Pokals.
1930 finden die ersten Weltmeisterschaften in Uruguay (Weltmeister Uruguay selbst) statt.
In Basel wird 1954 die UEFA gegründet, der europäische Fussballverband. 1955/56 wird erstmals der Europapokal der Landesmeister durchgeführt, die heutige UEFA Champions League (ersetzt 1992 den Europapokal der Landesmeister).
In Frankreich werden 1960 die ersten Europameisterschaften ausgetragen.
Ein einschneidendes Gerichtsurteil, welches das Fussball-Transfergeschäft erheblich beeinflusst, ist das „Bosman-Urteil“, welches 1995 vom europäischen Gerichtshof auf Klage von Jean-Marc Bosman ausgesprochen wird. Dieses beschliesst, dass Fussballer normale Arbeitnehmer sind und Ablösegelder bei einem Wechsel des Vereins nur dann gefordert werden können, solange der Spieler noch einen laufenden Vertrag besitzt.
Die Entwicklung des Fussballs nimmt dann seinen Lauf und entwickelt sich zum weltweiten Sport Nummer eins. Als bestes Beweisstück gilt die Anzahl Nationen, welche der FIFA angeschlossen sind – 215 an der Zahl. Zum Vergleich: Bei den Vereinten Nationen (UNO), sind gerade mal 191 vertreten.