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1503 Schloss Wartensee (SG), 18.12.1564 Rorschach. Sohn des Jakob, Junkers und Obervogts von Rorschach, und der Apollonia von Syrgenstein. B. besuchte die Lateinschule in Lindau am Bodensee. Ab 1523 als St. Galler Konventuale belegt, wurde er 1528 Statthalter in Rorschach und 1530 in der Benediktinerabtei Mehrerau zum Fürstabt von St. Gallen gewählt. B. hatte die schwierige Aufgabe, nach der kurzfristigen Aufhebung des Klosters (1529-31), nach wirtschaftl. und polit. Rückschlägen den geistig-geistl. und polit. Wiederaufbau der Fürstabtei in die Wege zu leiten. Erst 1532 konnte er wieder in St. Gallen einziehen. Die Klosterkirche wurde im Okt. 1532 neu geweiht. Auch die Stadt St. Gallen musste 1532 die Restitution der Fürstabtei anerkennen, wobei die freie Religionsausübung in den eigenen Grenzen gegenseitig garantiert wurde. Im Wiler Vertrag von 1538 vermochte B. das Toggenburg politisch in das Herrschaftsgefüge der Fürstabtei zurückzuholen. Während in der Alten Landschaft eine vollständige Rekatholisierung gelang, blieb das Toggenburg konfessionell gespalten. 1551 wurde der Grundstein zum neuen, noch im spätgot. Stil errichteten, zweischiffigen Bibliotheksgebäude gelegt. Grosse Sorge verwendete B. auch auf die solide Ausbildung der jungen Konventualen, die teilweise in Dillingen, ab 1564 auch in Paris studierten. Auf dem Konzil von Trient liess er sich durch den Gossauer Pfarrer Florin Flerch vertreten, der den Einsiedler Abt Joachim Eichhorn begleitete. Die ehemaligen St. Galler Konventualen Peter Eichhorn und Markus Schenklin wirkten in Wettingen bzw. Fischingen als Äbte erfolgreich im Sinne der kath. Reform. 1555 wurde die Abtei St. Johann im Thurtal, die in inneren Schwierigkeiten steckte, durch einen päpstl. Entscheid der Abtei St. Gallen inkorporiert. Das Rapperswiler Urteil von 1559, das die Probleme der klösterl. Herrschaft über die Untertanen regeln sollte, führte zum Rorschacher Putsch der Untertanen gegen die leibherrl. Ansprüche des Klosters. B. ging als dritter Gründer in die St. Galler Klostergeschichte ein.
Literatur
– HS III/1, 1326-1328
Autorin/Autor: Werner Vogler