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Für die diesjährigen SRF Sports Awards sind drei Rollstuhlleichtathlet*innen nominiert. Der oder die Para-Sportler*in des Jahres wird am 11. Dezember im Rahmen der Sports Awards-Sendung auf SRF bekannt gegeben.
Catherine Debrunner, Leichtathletik
2 Marathon-Siege in Berlin und London, 4 Weltrekorde (über 100, 200, 400 und 800 Meter)
Catherine Debrunner ist die Aufsteigerin des Jahres unter den Rollstuhlsportlerinnen und als Serien-Weltrekordhalterin die schnellste der Welt. Im Mai gelangen der im Kanton Luzern lebenden Thurgauerin an den «ParAthletics 2022» in Nottwil innert drei Tagen vier Weltrekorde – über die Strecken von 100, 200, 400 und 800 Meter. Im September wagte sich die Kurzdistanz-Spezialistin in Berlin zum ersten Mal auch auf die Marathon-Strecke – der unangefochtenen Königsdisziplin im Rollstuhlsport – und reüssierte bei ihrem Debüt auf Anhieb. Eine Woche später siegte Debrunner, sogar mit Streckenrekord, über 42,195 Kilometer auch in London. Die gelernte Primarlehrerin, die seit diesem Jahr voll auf den Sport setzt und im niederländischen Leistungszentrum in Papendal trainiert, hat 2022 eindrücklich bewiesen, welch grosses Potential in ihr steckt. Macht sie so weiter, dürfte der Paralympics-Sieg in Tokio über 400 Meter nicht ihr einziger bleiben.
Marcel Hug, Leichtathletik
5 Marathon-Siege in New York, Tokio, Berlin, London und Chicago, 3 Weltrekorde (über 1500 Meter, 5000 Meter und im Marathon)
Nach dem überaus erfolgreichen letzten Jahr mit unter anderem vier weiteren Paralympics-Goldmedaillen knüpfte Marcel Hug 2022 nahtlos an. Mit seinen Marathon-Siegen in Tokio, Berlin, London und Chicago legte der Thurgauer Rollstuhlsportler die Grundlage zu seinem insgesamt vierten Gesamtsieg in der World Marathon Major Series. Im japanischen Oita verbesserte «Mister Marathon» ausserdem den 22 Jahre alten Weltrekord von Heinz Frei um über zwei Minuten auf 1:17:47 Stunden. Dazu kamen weitere Weltrekorde über 1500 und 5000 Meter. An den «Sports Awards» ging er zwischen 2011 und 2021 sieben Mal als Sieger hervor. Auch international fanden seine Leistungen Anerkennung. An den diesjährigen «Laureus World Sports Awards» wurde Hug zum zweiten Mal nach 2018 zum weltweiten Para-Sportler des Jahres geehrt.
Manuela Schär, Leichtathletik
1 Marathon-Sieg in Boston, 2. Platz Marathon in Berlin
Mit ihrem vierten Sieg am Boston-Marathon gelang Manuela Schär im April der perfekte Start ins neue Sportjahr. Nur Tage später folgte für die Luzerner Rollstuhlathletin beim Picknicken der grosse Schock: Sie brach sich beim Versuch, sich auf die Wiese zu setzen, das Schien- und Wadenbein. Eine Operation war unumgänglich. Die folgende lange Rehabilitation forderte die fünffache Paralympics-Medaillengewinnerin von Tokio nicht nur in körperlicher, sondern auch in mentaler Hinsicht. Der 37-Jährigen fiel es schwer, ihrem Körper zu vertrauen. Geduld war deshalb gefragt. Schliesslich kehrte Schär Ende September in Berlin auf die grosse Marathon-Bühne zurück und verpasste den Sieg als Zweite nur um drei Sekunden. Aus dem vierten aufeinanderfolgenden Gesamtsieg in der «World Marathon Major Series» wurde zwar nichts, die Rückkehr in die Weltspitze ist angesichts ihrer Leidenszeit trotzdem eine Erfolgsgeschichte.
Basierend auf die Vorselektoin des Wahlausschusses durften verschiedene Gremien ihre Stimmen abgeben. Für die Nominationen abgestimmt haben Schweizer Sportmedien und sportpress.ch, Regelsportler*innen sowie Para-Sportler*innen. Die Wahlen berücksichtigen die Resultate vom 1.11.2021 bis 31.10.2022.