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Das Mädchen Alice und das weisse Kaninchen kennen wir aus Lewis Carrolls weltbekanntem Kinderbuch «Alice im Wunderland». Folgender Text kursiert im Internet, der nicht aus diesem Buch stammt und gleichwohl bedenkenswert ist:
«Liebst du mich?» fragte Alice. «Nein, ich liebe dich nicht!» antwortete das weisse Kaninchen. Alice runzelte die Stirn und faltete ihre Hände, wie sie es immer tat, wenn sie sich verletzt fühlte. «Siehst du?», sagte das weisse Kaninchen. «Nun wirst du dich fragen, was so unvollkommen an dir ist, und was du falsch gemacht hast, dass ich dich nicht wenigstens ein bisschen lieben kann.
Weisst du, aus diesem Grund kann ich dich nicht lieben: Du wirst nicht immer geliebt werden, Alice. Es wird Tage geben, an denen andere müde sind, vom Leben gelangweilt oder gedankenlos, und dann verletzen sie dich. Menschen sind so und verletzen sich irgendwie immer gegenseitig, sei es durch Unaufmerksamkeit, Missverständnisse oder Konflikte mit sich selbst.
Wenn du dich nicht selbst liebst, zumindest ein bisschen, wenn du keinen Schutz aus Selbstliebe und Glück um dein Herz legst, werden die geringsten Ärgerlichkeiten von anderen tödlich werden und dich zerstören. Als ich dich das erste Mal sah, versprach ich mir selbst: ‘Ich werde es vermeiden, dich zu lieben, bis du lernst, dich selbst zu lieben.‘»
Liebe ist vielschichtig, voll von Hoffnungen und Erwartungen, verbunden mit den verschiedensten Gefühlen. Das Kaninchen hat glaube ich etwas Richtiges erkannt: Solange eine Person nicht bereit ist, sich selbst ganz anzunehmen und zu lieben, landet jede Liebe, die sie von aussen erhält, in einem Fass ohne Boden. «Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst!» sagt Jesus. Alle drei Liebesweisen sind gleichermassen wichtig. Zusammen geben sie dem Fass meiner Liebesbedürftigkeit einen Boden.