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Bei vielen Touristen steht bei einem Besuch des Amazonas-Regenwaldes ein Foto mit einem Tier aus der freien Wildbahn ganz oben auf der Wunschliste. Die internationale Organisation World Animal Protection warnt allerdings davor, dass der Run auf die Selfies für viele Tiere eine Qual bedeutet.
Laut World Animal Protection hat die Zahl der im Instagram geposteten Fotos mit Tieren und Personen seit 2014 weltweit um 292 Prozent zugenommen. In 40 Prozent der Fälle sollen Personen zu sehen sein, die ein Wildtier umarmen oder mit diesem interagieren.
In einem vorgelegten Bericht spricht die Organisation jedoch davon, dass die Tiere häufig gefangen und schlecht behandelt würden, bevor sie den Touristen präsentiert werden. Die Rede ist von Schlägen, der Trennung von Jungtieren von ihren Müttern und einer Unterbringung in beengten und nicht tiergerechten Verhältnissen.
Um die Interaktionen zu registrieren haben sich die Tierschützer bei Exkursionen im brasilianischen und peruanischen Amazonas-Regenwald infiltriert. Laut World Animal Protection wird in Manaus bei 94 Prozent der 18 besuchten Exkursionen das Halten und Berühren von Wildtieren versprochen.
An vorderster Stelle bei den Kontakten steht der “Boto cor de rosa“, der rosafarbene Flußdelphin. Aber auch das Halten eines Faultieres, eines Affens oder das Berühren einer Anaconda oder eines Krokodils werden erwähnt.
Von der brasilianischen Umweltbehörde Ibama heißt es, dass die Jagd und das Halten von Wildtieren verboten sei. Eingeräumt wird aber, dass dies dennoch geschieht, wenn auch aus touristischen Gründen in geringerem Umfang, wie Roberto Cabral von der Ibama sagt.
Er spricht von einer Ironie. Ausgerechnet die tierlieben Touristen würden mit ihrem Wunsch nach einem Foto zu illegalen Machenschaften wie der Jagd und nicht tiergerechten Haltung beitragen.