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Trockene Waldwiesen, lichte Wälder oder Kahlschläge sind die bevorzugte Heimat der Goldrute. Sie gedeiht sowohl auf kalkreichen als auch auf sauren Böden in fast ganz Europa bis hin nach Nordafrika. Goldrute ist eine mehrjährige Pflanze, die Jahr für Jahr an der gleichen Stelle wieder wächst. Es gibt verschiedene Arten der Goldrute.
Eine davon ist die Echte Goldrute. Sie gehört zu der Familie der Korbblütler. Die echte Goldrute ist ein ausdauerndes 20-30 cm hohes Kraut, das manchmal sogar bis 1m hochwächst. Sie hat einen aufrechten, nach oben hin verzweigten Stängel. Die Laubblätter sind glatt oder behaart und oft an den Rändern gesägt. Die gelben Blüten sitzen in zusammengesetzten Trauben. Die Pflanze erscheint in vielen verschiedenen Formen.
Im letzten Jahrhundert wurden einige weitere Arten aus Nordamerika eingeschleppt. Die hohe Goldrute Solidaga gigantea wird bis zu 1,5m hoch. Noch höher kann die kanadische Goldrute werden, Solidago vanadensis. Es gibt von ihr Exemplare, die bis zu 2m hoch werden. Die größte Heilkraft besitzt jedoch die Echte Goldrute (Solidago virgaurea). Sie ist im Handel kaum noch erhältlich.
Wer einen Garten besitzt und an der Nierenwirkung dieser Pflanze interessiert ist, sollte diese Pflanze im Garten kultivieren.
Bereits die alten Germanen verwendeten die Goldrute als Heilkraut bei Wunden. Im Mittelalter verwendete man die Goldrute als Mittel bei Blasen- und Nierenleiden. Die erste nachweisliche Verwendung der Droge als Urologikum geht allerdings erst auf den in Frankreich, Italien und Spanien tätigen Arzt Arnold von Villanova (etwa 1240-1311) zurück.
Seine Angaben wurden von den mittelalterlichen Kräuterbüchern aufgegriffen und die günstige Wirkung der Droge zur Behandlung von Blasensteinen und Nierengrieß hervorgehoben. Arnaud (1653) nennt die Goldrute als Diuretikum sowie als Mittel zum „Lösen der Steine“. In der Württembergischen Pharmakopöe von 1741 wird die Droge als Herba Consolidae Saraceniae und als „Lithontripticum“ bezeichnet. Diese Anwendung setzt sich in der Folgezeit bis in die Gegenwart fort. Da die Droge sowohl innerlich als auch äußerlich als heilend galt, wurde sie auch als „Heidnisch Wundkraut“ bezeichnet.
Ab Ende Juli, Anfang August blüht die Goldrute leuchtend gelb mit vielen kleinen Blüten.
Sammelzeit: Juli-Oktober
Heilwirkung
In der Naturheilkunde gilt die Goldrute als eines der besten organ-spezifischen Nierenmittel.
Ähnlich wie die Brennnessel, wirkt auch die Goldrute harntreibend, krampflösend und entzündungshemmend. Sie wird daher bei Harnwegsentzündungen und -infekten eingesetzt, die häufig mit starkem Harndrang bei schmerzhafter Abgabe geringer Harnmengen verbunden sind, aber auch bei Nierengries und Nierensteinen.
Im Körper repräsentieren die Nieren den Bereich von Partnerschaft und Beziehungsfähigkeit.
Die harmonische Ausstrahlung der Goldrute kann daher im Nieren-Bereich eine harmonisierende Wirkung vermitteln. Dem entspricht auch die Zusammensetzung der Wirkstoffe – ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Saponine und Flavonoide – also von allen heilenden Wirkstoffen etwas.
Daher unterscheidet sich die Wirkung der Goldrute von denen anderer Nierenheilkräuter, die primär harntreibend sind Die Goldrute hat eine starke Wirkung auf das Gewebe der Nieren, kann es stärken, heilen und neu aufbauen, sie kann also die Funktion der Niere stärken.
Anwendung
Die Goldrute ist als traditionelle Heilpflanze schon lange in Gebrauch. Die alten Erfahrungen hat die Kommission E bei ihrer Beurteilung berücksichtigt.
Für die Anwendungsgebiete Entzündungen der Harnwege und Durchspülungstherapie ist die Echte Goldrute allgemein anerkannt.
Anwendungen unterteilt nach Wirksamkeit Gesicherte Wirkung (nach Einschätzung Kommission E/ESCOP)
- Durchspülungstherapie bei Entzündungen im Bereich von Niere oder Blase und der ableitenden Harnwege
- Durchspülungstherapie bei Harnsteinen und Nierengrieß
- Leberstörungen
- Vorbeugung gegen Harnsteine und Nierengrieß
Laut Volksmedizin und Ärzte-Erfahrung hilft Goldrute bei
- chronischen Ekzemen und Ausschlägen („Blutreinigungsmittel“) Entzündungen der Mund- und Rachenhöhle, Zahnfleischgeschwüre (gurgeln mit Tee)
- Gicht
- Hämorrhoiden (äußerlich)Leberschwellung, akuter (nicht gesichert)
- nervöses Bronchialasthma (nicht gesichert)
- Pilzinfektionen mit Candida (gurgeln, Brei aus Kraut auflegen)
- Prostatahypertrophie, Harnverhalt
- Reizblase, vermehrter Harndrang, Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen
- Rheuma, Gelenkschmerzen, Knie-, Hüftschmerzen, Schulter-Armsyndrom
- Wunden, eiternde, Venenentzündung (Brei aus dem Kraut)
Goldrutensalbe: durch den hohen Flavonoidgehalt sehr wirkungsvoll bei Krampfadern, auch zum Einmassieren im Nieren-bereich.
Goldruten-Tinktur: Ein Schraubglas mit frischem zerkleinerten Goldrutenkraut, Blättern und Blüten füllen. Mit 45-prozentigem Schnaps übergießen, verschließen und an einem warmen Ort ca. 4-6 Wochen ziehen lassen. Ab und zu schütteln. Abseihen und in Tropfflaschen füllen. 3×20 Tropfen täglich.
Tinktur bei Blasenbeschwerden:
- Goldrutenkraut
- Birkenblätter
- Schachtelhalmkraut
- Bärentraubenblätter
- Brennnesselblätter
Die Kräuter, frisch oder getrocknet, zu gleichen Teilen mischen. Ein Schraubglas zur Hälfte mit der Kräutermischung füllen und mit 45-prozentigem Schnaps auffüllen. 4-6 Wochen stehen lassen, gelegentlich schütteln und abseihen. Bei Blasenentzündung 3×20 Tropfen täglich, jeweils in ein Glas Wasser geben.
In der Homöopathie werden die frischen Blütenstände der Goldrute auch zur Behandlung von Erkrankungen der Leber, der Galle und der Bauchspeicheldrüse genutzt.
Goldruten-Tee:
2 Teelöffel zerkleinertes Goldrutenkraut mit 250 ml Wasser überbrühen oder mit einer Tasse kaltem Wasser ansetzen und kurz aufkochen. 10 Minuten ziehen lassen, danach absieben. Mehrmals täglich 1 Tasse trinken. Es müssen mindestens 2 Liter Flüssigkeit (insgesamt) pro Tag getrunken werden.
Viele halten den alkoholischen Auszug aus der Goldrute wirkungsvoller als den Tee, da er sehr viele Wirkstoffe enthält.
Goldrute ist auch in zahlreichen Teemischungen der Gruppe der Blasen-/ Nierentees, auch als Instant-Tee und in Filterbeuteln, enthalten. Des Weiteren enthalten viele Mono- und Kombinationspräparate Trocken- und Fluidextrakte des Krautes, wobei darauf geachtet werden sollte, dass auf der Packung Echtes Goldrutenkraut deklariert ist. Die Präparate sind in Form von Kapseln, Dragees, Tropfen und anderen Zubereitungsformen auf dem Markt erhältlich. Die mittlere Tagesdosis von 6-12 g Goldrutenkraut sollte nicht überschritten werden.
Die Goldrute, und vor allem die kanadische Goldrute kann man zerstampft auf Insektenstiche legen. Manche Indianer kauen die Blüten auch bei Halsentzündungen.
Beim Kauf der Echten Goldrute immer den lateinischen Namen Solidago virgaurea angeben, da meistens die einfache kanadische Goldrute angeboten wird.
Hinweis: Dieser Infobrief von Pflanzenfreunden ist nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen vorgesehen. Bei gesundheitlichen Beschwerden nehmen Sie Heilpflanzenanwendungen nicht ohne Absprache mit einem Arzt oder Apotheker vor. Bei Erkrankungen von Tieren konsultieren Sie einen Tierarzt.