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Inhaltsverzeichnis
Kantonsrat
Die 180 Sitze des Zürcher Parlaments werden alle vier Jahre neu vergeben. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger wählen dabei in 18 Wahlkreisen. Die Anzahl der Sitze, die in einem Wahlkreis vergeben werden, richtet sich nach der in- und ausländischen Wohnbevölkerung im jeweiligen Wahlkreis. Die Kantonsverwaltung ermittelt diese Sitzzahlen vor jeder Wahl neu.
Die untenstehende Karte zeigt die Sitzverteilung für die letzte Wahl vom März 2019. Im kleinsten Wahlkreis, Andelfingen, wurden vier Mandate vergeben, im grössten, Bülach, deren 18.
Die 18 Wahlkreise bei den Kantonsratswahlen
Datensätze von vergangenen Kantonsratswahlen finden Sie in unserem Wahlarchiv.
Ablauf
Die Kantonsratswahl ist eine Verhältniswahl (Proporzwahl). Die teilnehmenden Parteien und Gruppierungen müssen vor der Wahl in jedem Wahlkreis, in dem sie antreten wollen, eine Liste mit ihren Kandidierenden einreichen. Kandidieren können dabei alle stimmberechtigten Personen, die ihren Wohnsitz im Kanton haben. Die meisten treten in ihrem eigenen Wahlkreis an, obwohl dies nicht zwingend ist. Die meisten Parteien reichen Listen in mehreren Wahlkreisen ein und verbinden diese zu einer Listengruppe.
Die Stimmberechtigten erhalten für die Wahl ihr wahlkreisspezifisches Wahlzettelset. Auf den Listen können sie Kandidierende streichen, kumulieren oder panaschieren. Wählbar sind nur diejenigen Personen, die im entsprechenden Wahlkreis kandidieren.
Sitzverteilung
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Seit 2005 verfährt der Kanton bei der Sitzverteilung nach dem neuen Zürcher Zuteilungsverfahren – auch bekannt als Doppelter Pukelsheim. Dieses Verfahren hat der deutsche Mathematiker Friedrich Pukelsheim eigens für den Kanton Zürich entwickelt. Die Sitzverteilung erfolgt in zwei Schritten:
- In einem ersten Schritt werden alle 180 Sitze den Parteien anhand der Stimmenanteile über sämtliche 18 Wahlkreise des gesamten Kantons hinweg zugeteilt (Oberzuteilung).
- In einem zweiten Schritt werden die den Parteien zugeteilten Sitze auf die einzelnen Wahlkreise verteilt (Unterzuteilung). Innerhalb einer Parteiliste erhalten diejenigen Kandidierenden die Sitze, die am meisten Stimmen erhalten haben. Wenn eine Partei in keinem Wahlkreis über fünf Prozent der Stimmen erhält, nimmt sie nicht an der Sitzverteilung teil.
Aufgrund der mathematischen Komplexität berechnet eine Wahlsoftware des Kantons die genaue Sitzverteilung.
Applikation Sitzverteilung
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Die Webapplikation SVAppZH erlaubt es, die Sitzzuteilung für den Kantonsrat ausgehend von den editierbaren Stimmenzahlen von 2015 neu zu berechnen. Damit können Parteien und andere interessierte Personen die Auswirkungen von Veränderungen der Stimmenanteile und die Auswirkungen von veränderten Gesamtsitzzahlen pro Wahlkreis auf die Sitzverteilung untersuchen.
Die Webapplikation SVAppZH wurde vom Statistischen Amt des Kantons Zürich entwickelt und basiert auf der API-Bridge zu BAZI.
Die Open-Source-Software BAZI erlaubt es, die Sitzzuteilung für den Kantonsrat aufgrund der ausgezählten Stimmen zu berechnen. Entwickelt hat die Software das Institut für Mathematik der Universität Augsburg unter der Leitung von Prof. Dr. Friedrich Pukelsheim.
Das Statistische Amt des Kantons Zürich hat eine API-Bridge zu BAZI für Web-Applikationsentwickler erstellt, mit welcher die Sitzverteilung via JSON-RPC-Protokoll direkt abgefragt werden kann.
Der Quellcode ist offen (GNU General Public Licence) und dokumentiert.
Regierungsrat
Die Stimmberechtigten des Kantons Zürich wählen die Mitglieder der siebenköpfigen Regierung zeitgleich mit dem Kantonsrat. Dabei ist der gesamte Kanton – anders als bei der Kantonsratswahl – ein einziger Wahlkreis.
Datensätze von vergangenen Regierungsratswahlen finden Sie in unserem Wahlarchiv.
Wahlverfahren
Die Stimmberechtigten wählen den Regierungsrat in einer Mehrheitswahl (Majorzwahl). Die Mandate erhalten diejenigen Kandidierenden, die die meisten Stimmen erhalten. Dabei muss im ersten Wahlgang das absolute Mehr erreicht werden. Das absolute Mehr berechnet man, indem man das Total der abgegebenen Stimmen durch die doppelte Anzahl der zu vergebenden Mandate teilt.
Falls damit nicht alle sieben Sitze besetzt werden können, kommt es zu einem zweiten Wahlgang. Die restlichen Mandate gehen dabei an jene verbleibenden Kandidatinnen und Kandidaten, die die meisten Stimmen erhalten (relatives Mehr).
Grundsätzlich ist jede Person wählbar, welche in der Schweiz stimmberechtigt ist und ihren Wohnsitz im Kanton Zürich hat.
Weiterführende Informationen
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