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Ein faszinierendes Buch über die Macht von Ideen und politischer Propaganda: Militärisch wurde Napoleon geschlagen, doch ideologisch schlug er Europa in seinen Bann. In der Stunde seiner endgültigen Erniedrigung begann Napoleons größter Triumph: Verbannt auf das felsige, ungastliche St. Helena, abgeschnitten von der Welt, nutzt der Gefangene seine einzige Chance und stilisiert sich zum Märtyrer. Der "Mythos Napoleon" entsteht in den Memoiren, die er seinen vier "Jüngern" diktiert, die ihm in die Verbannung gefolgt sind. Johannes Willms zeigt, wie die machtvolle Verklärung Napoleons das Schicksal Europas im 19. Jahrhundert bestimmt: Die Revolution von 1848 brach sich im Zeichen von Napoleons vermeintlichem politischem Testament Bahn. Napoleon III., sein 1851 durch einen Staatsstreich an die Macht gelangter Neffe, verstand sich als Vollender dieser Ideen: Der Nationalitäts-Gedanke war ihm oberstes Prinzip - und sein Verhängnis, das ihn schließlich in Gestalt Bismarcks ereilte. Napoleon verstand es, die Kraft der Geschichte für sich zu nutzen. Seine Botschaft ist hochaktuell: Wer Mythen schafft, beherrscht die Welt.