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Solidar Suisse blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurück. Erfreulicherweise konnte bei den freien Spenden und Legaten das hohe Niveau des Vorjahres gehalten und die Kapitalbasis der Organisation weiter gestärkt werden. In einer Resolution fordern die Mitglieder von Solidar Suisse soziale und ökologische Vergabekriterien bei der öffentlichen Beschaffung. Das entsprechende Gesetz wird zurzeit im Parlament diskutiert.
Ein Schwerpunkt der Arbeit von Solidar Suisse bildete auch 2016 die humanitäre Hilfe: Das letzte Jahr war geprägt vom Abschluss des dreijährigen grossen Wiederaufbau-Programms auf den Philippinen und des 12-jährigen Wiederaufbauprogramms in Sri Lanka. Auf den Philippinen beispielsweise waren nach dem verheerenden Taifun Haiyan kosten- und termingerecht 2400 Häuser und 800 Toiletten mit lokalen, nachwachsenden Baumaterialien sturm- und erdbebensicher wieder aufgebaut worden. Zudem standen die anhaltende Notlage der syrischen Flüchtlinge im Libanon und der Wiederaufbau nach dem grossen Erdbeben in Nepal im Zentrum der humanitären Hilfe von Solidar Suisse.
Der zweite Fokus lag auf der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit. Dabei konzentriert sich Solidar Suisse auf die thematischen Schwerpunkte „Faire Arbeit“ und „Demokratie und Partizipation“. Mit Entwicklungsprojekten im Ausland, beispielsweise zur besseren Ausbildung von Jugendlichen in Burkina Faso, für würdige Arbeitsbedingungen bolivianischer Zuckerrohrarbeiter oder für demokratische Teilhabe der Ärmsten in Moçambique konnte die Organisation auch 2016 Verbesserungen vor Ort erzielen. Ergänzt wird die Projektarbeit in den Ländern durch Informationskampagnen in der Schweiz, etwa zur Produktion von Spielzeug, das in China unter ausbeuterischen Bedingungen hergestellt und in der Schweiz verkauft wird.
Kapitalbasis gestärkt
Betriebsaufwand und Ertrag blieben 2016 mit je knapp 20 Mio. Franken zwar deutlich unter dem Vorjahresniveau (zurückzuführen v.a. auf Kürzungen bei Leistungsaufträgen und auf den planmässigen Abschluss diverser Programme im letzten Jahr), aber erfreulicherweise konnte das hohe Niveau des Vorjahres bei den zweckgebundenen Projektbeiträgen, den freien Spenden und den Legaten gehalten werden. Insgesamt konnte die freie und zweckgebundene Kapitalbasis weiter gestärkt werden. Damit können die mehrjährigen Programmverpflichtungen jederzeit wahrgenommen werden und bei Bedarf kann Solidar Suisse flexibel agieren.
Resolution für eine faire Beschaffung durch die öffentliche Hand
In einer Resolution sprach sich die Generalversammlung von Solidar Suisse zudem für eine bessere Beschaffungspraxis durch die öffentliche Hand aus. Ein entsprechendes Gesetz wird zurzeit im Parlament diskutiert. Doch statt auf eine klare Regelung will der Bundesrat auf die Selbstdeklaration der Anbieter setzen. „Das reicht nicht“, sagt Esther Maurer, Direktorin von Solidar Suisse, „die öffentliche Hand hat als Grosskonsumentin eine besondere Verantwortung. Sie muss aktiv dafür sorgen, dass bei den von ihr gekauften Produkten keine Kinderarbeit oder Ausbeutung vorkommt.“ Solidar Suisse fordert deshalb das Parlament auf, soziale und ökologische Vergabekriterien explizit im Gesetz zu verankern und deren Prüfung zu ermöglichen.
Weitere Informationen:
Esther Maurer, Direktorin Solidar Suisse, 079 430 82 22