Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03276.jsonl.gz/1121

In nur 92 Minuten erteilte Federer seinem Davis-Cup-Kollegen im Arthur-Ashe-Stadion in Flushing Meadows mit 6:4, 6:3 und 6:1 eine Lektion. Der 34-jährige Baselbieter zeigte einmal mehr keine Schwäche und legte einen beeindruckenden Auftritt hin. Ausgehend von seinem starken Aufschlag spielte er gewohnt offensiv, 22 seiner 28 Netzangriffe schloss Federer, der kein Break kassierte, mit Erfolg ab. Die Partie sei aus seiner Sicht ideal gelaufen. "Ich bin noch nicht einmal müde, was ich so nicht erwarten konnte", sagte Federer, der nach Ende der Partie von Wawrinka am Netz mit einem Lächeln empfangen und herzlich umarmt wurde.
Nur zu Beginn des ersten Satzes war Federer zweimal bei eigenem Service in Gefahr geraten, seinen Aufschlag abzugeben. Nachdem er beim Stand von 3:2 drei Chancen Wawrinkas in Serie zum Rebreak abwehrte, begann der Federer-Express aber zu rollen. Vor allem im zweiten Satz zeigte er geniales und fast fehlerfreies Tennis, bei 16 Gewinnschlägen schlug er nur drei einfache Fehler. Die letzten zwölf Punkte gingen alle an Federer. Im dritten Satz gelang ihm früh das Break, mit seinem zehnten Ass beendete er nach gut eineinhalb Stunden das Spiel und kam damit zum 17. Sieg im 20. Duell mit Wawrinka.
"Ich habe ihn noch nie so gut servieren gesehen", sagte Wawrinka, der selbst Mühe mit dem Aufschlag bekundete. Federer habe sehr aggressiv gespielt, sich nicht zurückdrängen lassen und sich sehr gut bewegt. "Ich hingegen erreichte nicht mein erhofftes Level." Dennoch zeigte sich Wawrinka mit dem Erreichten sehr zufrieden. "Ein Halbfinal ist für mich noch immer ein grossartiges Resultat." Wenn er seine Grand-Slam-Saison anschaue, habe er nicht mehr erwarten können. Der French-Open-Sieger schaffte mit der Qualifikation für die ATP-Finals in London sein Saisonziel frühzeitig.
Und Federer? Der Baselbieter, der letztmals in Wimbledon 2012 einen Major-Titel errungen hat, agiert in diesen Tagen so frisch und offensiv wie schon lange nicht mehr und qualifizierte sich ohne Satzverlust für seinen 27. Grand-Slam-Final, was er letztmals 2008 in Wimbledon geschafft hatte. Seit Wimbledon im Juli hat er von 28 gespielten Sätzen keinen mehr abgegeben. In Flushing Meadows steht der 17-fache Major-Champion zum siebten Mal im Endspiel - und erstmals seit 2009 wieder, als er dem Argentinier Juan Martin Del Porto unterlegen war. Zwischen 2004 und 2008 gewann Federer das Turnier in New York fünfmal in Serie. "Nachdem ich den Final in den letzten fünf Jahren immer und teilweise sehr knapp verpasst hatte, war das Erreichen des Finals das grosse Ziel", so Federer. Nun wolle er im Vergleich zu Wimbledon aber noch einen weiteren Schritt machen.
Im Final am Sonntag kommt es zur Neuauflage des Wimbledon-Finals gegen den Weltranglistenersten Novak Djokovic, der den Titelverteidiger Marin Cilic 6:0, 6:1, 6:2 schlug. Es ist bereits der sechste Final in diesem Jahr, in dem sich die beiden gegenüberstehen. Im direkten Vergleich führt Federer gegen den Serben 21:20, das letzte Duell im Final des Masters-1000-Turniers in Cincinnati entschied Federer in zwei Sätzen für sich.
Djokovic hatte sechs Minuten weniger gebraucht als Federer, um auch das 14. Duell mit Marin Cilic für sich zu entscheiden. Nur zu Beginn des dritten Satzes kam beim kroatischen Titelverteidiger kurz Hoffnung auf, als er das Rebreak zum 2:2 schaffte. Cilic musste die Partie allerdings mit einer Knöchelverletzung und angeschlagen in Angriff nehmen.
Als erster Spieler seit Federer 2009 schaffte es Djokovic damit in einem Kalenderjahr, an allen vier Grand-Slam-Turnieren den Final zu erreichen. In Melbourne und in Wimbledon gewann der Serbe das Turnier, am French Open in Paris unterlag er Wawrinka im Endspiel in vier Sätzen. "Ich bin stolz auf diesen Erfolg." Schliesslich seien die Grand-Slam-Turniere die wichtigsten Anlässe im Tennis, so der Serbe.
Djokovic bestreitet seinen sechsten Final am US Open, gewonnen hat er das Turnier in Flushing Meadows allerdings erst einmal (2011). 2007 unterlag er Federer im Final, 2010 und 2013 Nadal, 2012 Andy Murray.