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Für entsandte Arbeitskräfte bleibt weiterhin die Sozialversicherungsgesetzgebung des Herkunftslandes anwendbar. Bei der Krankenversicherung müssen je nach Land, in das die Person entsandt wird, verschiedene Kategorien unterschieden werden.
Entsendung in einen EU-/EFTA-Staat
Staatsangehörige der Schweiz oder der EU-/EFTA-Mitgliedstaaten, die von einer Unternehmung mit Sitz in der Schweiz für eine Dauer von höchstens 24 Monaten in einen EU-/EFTA-Mitgliedstaat entsandt werden, unterstehen weiterhin der schweizerischen Sozialversicherungsgesetzgebung, auch für die Krankenversicherung. Die zuständige AHV-Ausgleichskasse stellt eine Entsendungsbescheinigung aus (Bescheinigung A1, früher Formular E101). Die Dauer der Entsendung kann auf maximal sechs Jahre verlängert werden (Abschluss einer Sondervereinbarung zwischen dem Bundesamt für Sozialversicherungen und der zuständigen ausländischen Behörde). Das Freizügigkeitsabkommen mit der EU (FZA) und das EFTA-Übereinkommen gelten nicht für Drittstaatenangehörige. In den meisten Fällen ist ihre Entsendung auf der Grundlage von bilateralen Abkommen möglich.
Entsendung in einen Vertragsstaat
Bei einer Entsendung von der Schweiz in einen Vertragsstaat (ausserhalb der EU/EFTA, Indien und Japan) bleiben die entsandten Arbeitskräfte während der gesamten Dauer der Entsendung der Krankenversicherungspflicht in der Schweiz unterstellt (Liste über die internationalen Sozialversicherungsabkommen der Schweiz: siehe unten).
Die Weiterversicherung einer Person nach schweizerischem Recht hat keine Auswirkungen auf deren Stellung gegenüber den Versicherungen des Beschäftigungslandes. Es kann also gegebenenfalls zu einer Doppelversicherung kommen. Sind die aus der Schweiz entsandten Arbeitskräfte im Land, in dem sie vorübergehend arbeiten, krankenversicherungspflichtig, so können sie eine Befreiung von der schweizerischen Versicherungspflicht beantragen, sofern der Einbezug in die schweizerische Krankenversicherung für sie eine Doppelbelastung bedeuten würde und sie für die Behandlung in der Schweiz über einen gleichwertigen Versicherungsschutz verfügen.
Entsendung nach Indien und Japan
Die Sozialversicherungsabkommen mit Indien und Japan sehen vor, dass die aus der Schweiz entsandten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer während der gesamten Dauer der Entsendung weiterhin der Krankenversicherungspflicht in der Schweiz unterstehen. Eine Doppelversicherung ist somit ausgeschlossen.
Entsendung in einen Nichtvertragsstaat
Für entsandte Arbeitnehmende, für die weder das FZA oder das EFTA-Abkommen noch ein anderes bilaterales Sozialversicherungsabkommen gilt, sowie bei Entsendungen in Staaten, mit denen die Schweiz kein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat (Nichtvertragsstaaten), beträgt die Weiterdauer der Versicherungspflicht zwei Jahre. Auf Gesuch hin kann diese Dauer auf sechs Jahre erstreckt werden.
Personen, die nach ausländischem Recht obligatorisch krankenversichert sind, können bei der zuständigen kantonalen Behörde eine Befreiung von der schweizerischen Versicherungspflicht beantragen, sofern der Einbezug in die schweizerische Krankenversicherung für sie eine Doppelbelastung bedeuten würde und sie für die Behandlung in der Schweiz über einen gleichwertigen Versicherungsschutz verfügen.
Weitere Informationen
Für einen Überblick über sämtliche Abkommen siehe das Dokument «Überblick über die internationalen Sozialversicherungsabkommen der Schweiz: Auswirkungen auf die Krankenversicherung und auf die Unterstellung der entsandten Arbeitnehmenden». Auf der Internetsite des Bundesamts für Sozialversicherungen finden Sie weitere Informationen (siehe Merkblätter über die soziale Sicherheit für Entsandte).
Letzte Änderung 27.08.2018