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In lockerer Folge berichte ich Ihnen zukünftig von weniger bekannten Weinbauregionen der Welt. Eine Appellation, die es mir ganz besonders angetan hat, ist Malepère, die westlichste Weinbaugegend im Languedoc, dem Süden Frankreichs.
Die Gegend ist aufgrund ihres Klimas üppig mit Pflanzen und Sträuchern bewachsen und das atlantische und mediterrane Klima beeinflussen direkt die Rebsorten. Das Gebiet ist stark dem Wind ausgesetzt und erlebt öfters heftige Gewitter.
Malepère ist der Name eines regionalen Felsmassivs und bedeutet "schlechter Stein", weil die Gebirgszüge aus bröckeligem Sandstein bestehen und wegen der Erosion zunehmend verfallen. Dasselbe Schicksal trifft auch die aus Sandstein gebauten Kirchen, Skulpturen und Monumente in der Region, in der sich auch die historische Stadt Carcassone befindet.
Schon zur Zeit der Römer wurden in Malepère Weine gekeltert, doch der Durchbruch kam erst im 17. Jahrhundert mit dem Canal du Midi, der den Handel und den Tourismus förderte und eine neue Dynamik in die Region brachte. Bis in die 1960er Jahre wurden vorwiegend Massenweine in Malepère produziert, doch diese Zeit ist zum Glück vorbei, die Winzer setzten auf Qualität und Tradition, was 2007 mit der Einstufung zur AOC gipfelte.
Grundlage für die Rotweine sind sieben Rebsorten, die teils aus Aquitanien, teils aus dem Mittelmeerraum stammen und unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Der Merlot ist die wichtigste Rebsorte für Rotweine und ergibt geschmeidige, weiche und gut strukturierte Weine. Cabernet Franc wird vorwiegend für Roséweine eingesetzt, bringt aber auch in Kombination mit Merlot eine zarte Gerbstoffstruktur hervor und verzaubert mit Aromen von Veilchen, Himbeeren sowie schwarzen und roten Johannisbeeren. Die Rebsorte Cabernet Sauvignon produziert sehr farbstarke, fruchtige Weine mit kräftigen Gerbstoffen, die sich besonders gut zur Reifung von Weinen eignet. Côt - bei uns als Malbec bekannt - wird vorwiegend auf mageren Böden eingesetzt, wegen der guten Qualität und des geringen Ertrages. Malbec bringt Farbe, viel violette Fruchtnoten und präsente Tannine. Eine eher untergeordnete Rolle spielt Cinsault, eine fruchtige Rebsorte, die meist für Roséweine verwendet wird und Grenache Noir, die sich perfekt an magere und trockene Böden anpasst und hauptsächlich als Ergänzung verwendet wird. Beinahe unbekannt ist die rare Sorte Lledoner Pelut, die ähnliche Weine wie Grenache ergibt.
In der Nase duften die Malepère-Weine nach roten und schwarzen Johannisbeeren, meist frisch manchmal auch reif, nach gekochten Früchten, Gewürznoten, Süssholz, Trüffel, Unterholz und etwas Pfeffer. Im Gaumen finden sich kraftvolle aber runde Tannine, meist haben die Weine einen guten Säuregehalt, der sich mit zunehmender Reifung verfeinert. Jüngere Malepère-Rotweine servieren Sie vorzugsweise zwischen 16° und 18°, reifere Gewächse, die im Eichenfass ausgebaut wurden, bis zu 19°. Rotweine gewinnen zusätzlich, wenn man sie vorsichtig in eine Karaffe giesst, bevor man sie serviert.
Habe ich Ihr Interesse für Malepère-Weine geweckt und möchten Sie diese aus Neugierde gerne verkosten? Mein Geheimtipp sind die Gewächse der Domaine la Louvière, die Sie in meinem Portefeuille auf www.vindeur.ch finden. À votre santé!