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Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und geniesst "diese" Wirklichkeit.
"Verflixt, verflixt!" Aufgebracht warf Fürst Andreas von Hauneck seinen goldenen Füllfederhalter, den die Gravur des Familienwappens zierte, auf die eng beschriebenen Seiten, die vor ihm lagen. Unzählige Staubteilchen tanzten in dem Sonnenstrahl, der warm durch das Fenster in die Bibliothek des Schlosses fiel. Es roch nach vergilbtem Papier, altem Leder und ganz leicht nach süsslichem Pfeifentabak. Der Raum wurde von Bücherregalen dominiert, die vom Boden bis unter die Decke reichten. Leitern auf Rollen erleichterten dem Leser den Griff auch nach jenen Folianten, die in den obersten Reihen der Schränke standen. Nur an einer Wand fehlten die Regale. Dort hing über einem Kamin mit verschnörkeltem Sims das Porträt einer jungen Dame, die mit ihren bernsteinfarbenen Augen jeden Betrachter hypnotisch in ihren Bann zog. Konzentriert und mit zerwühltem Haar beugte sich Fürst Andreas von Hauneck erneut über seine Akten, die grossflächig verteilt auf seinem antiken Schreibtisch lagen. Immer wieder war er die Zahlenkolonnen durchgegangen, aber es änderte nichts an dem Ergebnis! Er musste auf den Biedermeiertisch verzichten, den er in dem Katalog des Auktionshauses Christie's aufgestöbert hatte. Schon für den nächsten Morgen war eine Reise nach Edinburgh in Schottland geplant, um einige Möbel bei einer Auktion zu ersteigern. Der herrlich verzierte Tisch, den er in dem Katalog des Auktionshauses entdeckt hatte, hätte sehr gut in seine eigene Sammlung gepasst. Aber er konnte sich keine zu grossen Extravaganzen leisten, schliesslich wollte er irgendwann in Zukunft sein Ziel – die finanzielle Unabhängigkeit seines Antiquitätengeschäfts – erreichen. Angespannt fuhr er sich zum wiederholten Mal durch sein schwarzes dichtes Haar und rieb sich die Nasenwurzel. Fürst Andreas musste an erster Stelle ans Geldverdienen denken, und das hiess, keine Möbel für das Esszimmer im Schloss, sondern nur Möbel für das Antiquitätengeschäft in Paderborn. An seiner kräftigen braunen Hand spannten sich die Sehnen, als er nach dem Stift griff und rigoros den begehrten Tisch von der Liste strich. Dann lehnte er sich versonnen in seinem bequemen Ledersessel zurück, welcher schon mehrere Generationen des Fürsten von Hauneck als Sitzplatz gedient hatte, und liess seinen Blick zu dem grossen Porträt an der Wand gegenüber wandern. Immer wieder war er von dem Antlitz, welches ihn von dort mit hellbraunen Augen verfolgte, fasziniert. Magisch war er bei einer Auktion von Sothebys von der Frau auf dem Bild angezogen worden, war von ihrer Schönheit gefesselt gewesen, konnte ihr einfach nicht widerstehen.