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| Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)

55. Vortrag
3.
„Und während des Mahles, als der Teufel dem Judas Ischariot, dem Sohne des Simon, bereits ins Herz gegeben hatte, daß er ihn verriete, und im Bewußtsein, daß ihm der Vater alles in die Hände gegeben, und daß er von Gott ausgegangen sei und zu Gott zurückkehre, stand er vom Mahle auf und legte sein Gewand ab, nahm ein Linnen und umgürtete sich. Darauf goß er Wasser in ein Becken und fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Linnen abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.“ Wir dürfen das Mahl nicht für so weit vorgeschritten annehmen, als wäre es schon ganz vollendet und vorüber gewesen; denn noch aß man, als der Herr aufstand und seinen Jüngern die [S. 792] Füße wusch. Denn nachher setzte er sich wieder und gab darauf seinem Verräter den Bissen, natürlich noch vor dem Ende des Mahles, d. h. als noch Brot auf dem Tische war. „Während des Mahles“ also heißt, da es schon bereitet und so weit vorgeschritten war, daß sich die Tischgenossen setzen und essen konnten.