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Cemetery of Splendour
Regie: Apichatpong Weerasethakul
Darst.: Jenjira Pongpas, Banlop Lomnoi, Jarinpattra Rueangram, Petcharat Chaiburi, Tawatchai Buawat, Sujittraporn Wongsrikeaw u.a.
Eine Gruppe von Soldaten ist von einer mysteriösen Schlafkrankheit befallen, die Männer liegen in einem provisorischen Spital, das man in einem verlassenen Schulgebäude am Rand einer thailändischen Provinzstadt inmitten einer tropisch üppigen Landschaft eingerichtet hat. Eine ältere Frau, Jenjira, kümmert sich als Freiwillige um den schönen, jungen Itt, einen Soldaten, der offensichtlich keine Angehörigen hat. Bei ihren Besuchen im Spital macht Jenjira eines Tages Bekanntschaft mit Ken, einem Mädchen, das als Medium seine übersinnlichen Kräfte dafür einsetzt, dass die Angehörigen mit den schlafenden Soldaten kommunizieren können. Als Jenjira Itts Tagebuch findet, das voll rätselhafter Sätze und Planskizzen ist, beginnt sie zu ahnen, dass es möglicherweise einen Zusammenhang gibt zwischen der Krankheit der Soldaten und dem ehemaligen Friedhof, auf dem einst das Schulgebäude errichtet wurde. Für uns westliche Zuschauer scheint sein Name so unaussprechlich, wie auch seine Filme letztlich unfassbar bleiben in ihrer enigmatischen Schönheit und poetischen Fremdheit: Der thailändische Regisseur Apichatpong Weerasethakul war seit Beginn des Jahrtausends ein Geheimtipp für Cinephile, bis er 2010 in Cannes für «Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives», seinen siebten Langspielfilm, die Goldene Palme gewann – und damit auch beim hiesigen Kinopublikum reüssierte. Im Gegensatz zur ausufernden Geisterwelt in «Uncle Boonmee» hält sich in Weerasethakuls neuestem Werk, vom Regisseur als «Traum des Wachseins oder eine Realität, die scheinbar wie ein Traum ist» bezeichnet, das Paranormale an eine vergleichsweise lineare Erzählstruktur. «Apichatpong Weerasethakul erweist sich hier einmal mehr als der grosse Spiritualist des Kinos (…). Für ihn stehen zwei Ordnungen von Wahrheit einander gegenüber, eine sichtbare und eine behauptete, mühelos überformt von einer grossartigen Geschichte.» Tim Slagman, NZZ