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Zöliakie ist eine Krankheit, die oft nicht sofort erkannt wird. Deshalb leiden viele Menschen jahrelang daran, ohne es zu wissen. So auch Dennis, ein sportlicher junger Mann. Wie kam er dieser Erkrankung auf die Spur und wie geht er damit um?
Klare Symptome – klare Diagnose: Dies trifft nicht immer auf alle Krankheiten zu. Und im Besonderen nicht auf Zöliakie. Viele der Beschwerden, die bei dieser Krankheit auftreten können, kommen auch bei anderen Erkrankungen vor. So kann eine Zöliakie andere Krankheiten vortäuschen oder sich dahinter verstecken und ist deshalb leicht zu übersehen.
Zu den eher bekannten Symptomen gehören Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen. Doch nicht alle Patienten leiden darunter.
Vor allem bei Erwachsenen beobachtet man häufig auch Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsschwäche.
Viele Betroffene haben bis zur Diagnose einen langen Leidensweg und manchmal einen regelrechten «Ärztemarathon» hinter sich. Zwischen dem Beginn der Krankheit und einer gesicherten Diagnose liegen manchmal mehrere Jahre.
Der 21-jährige Dennis, ein begeisterter Segler, der erfolgreich an vielen in- und ausländischen Regatten teilnahm, bekam im März 2022 die Diagnose Zöliakie: «Wenn ich zurückdenke, muss diese Krankheit schon im Alter von 16 bis 17 Jahren begonnen haben», erinnert er sich. «Damals spürte ich erstmals einen Leistungseinbruch.»
Schon bei den Junioren erzielte er meist gute Resultate und segelte bei den Schweizer- und Europameisterschaften mit. Doch dann kamen diese unerklärlichen Schwächephasen:
Dennis litt unter Muskel- und Konzentrationsschwäche, an Durchfall und Gelenkproblemen. Hinzu kam ein allgemein schlechter Gesundheitszustand: «In dieser Zeit lag ich mehrmals kurz hintereinander mit Grippesymptomen im Bett. Mein Knie musste wegen starker Gelenkbeschwerden zweimal operiert werden und der Durchfall wurde meiner Nervosität vor den Prüfungen in der Schule oder Regatten zugeschrieben.»
Erst als er selbst bemerkte, dass sein Gesundheitszustand mit der Ernährung zusammenhing, konnte die Diagnose gestellt werden:
«Wenn ich Brot, Teigwaren oder Pizza ass, litt ich unter Durchfall und Magenkrämpfen, und mir war oft schlecht. Mit Reis, Kartoffeln, Obst und Gemüse hatte ich hingegen weniger Probleme.»
Der begeisterte Segler kann sich noch gut an den Tag erinnern, als er von seiner Zöliakie erfuhr: «Ich war erleichtert und konnte endlich meine Symptome zuordnen. Ich wusste nun, dass ich beim Training nicht alles falsch gemacht hatte und dass mich keine Schuld an den ungenügenden sportlichen Leistungen traf.»
Andererseits fragte er sich, was die Krankheit aus seinem geliebten Sport und aus seiner Gesundheit machen und wie er mit der Ernährungsumstellung zurechtkommen würde. Heute sagt der junge Mann:
Gluten ist ein Kleber-Eiweiss, das in vielen Getreidesorten vorkommt, die wir täglich essen. Manche Menschen leiden unter einer Glutenunverträglichkeit. Als Reaktion auf das Gluten wird die Dünndarmschleimhaut geschädigt und ist nicht mehr in der Lage, die Nährstoffe aus der Nahrung richtig aufzunehmen. Diese Krankheit wird Zöliakie genannt. Oft tritt sie schon im Kleinkindalter auf, aber auch Erwachsene können jederzeit daran erkranken. Schätzungen zufolge ist in der Schweiz etwa ein Prozent der Bevölkerung betroffen, die Dunkelziffer ist jedoch höher. Medikamente gibt es nicht. Die Therapie besteht in einer lebenslangen, glutenfreien Diät.