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Als Abenteurer bezeichnete der mittelalterliche Sprachgebrauch die Händler, vielfach Wanderhändler, die vor allem mit Pretiosen und Juwelen Geschäfte trieben. Ihr Name leitet sich von dem Worte «aventüre» ab, das gewerblich ein nicht alltägliches, spezielle Herstellungskenntnisse erforderndes Handwerksprodukt bezeichnete. Dies geht deutlich aus einer Notiz im ältesten Basler Ratsbuch hervor, laut welcher 1450 dem Hans Hasselbach von Bacherach unentgeltlich das Bürgerrecht verliehen wurde, weil er ein bewährter Meister war, Feuereimer und «ander abenthüre» zu machen. Als Aventüre in diesem Sinn galt beispielsweise auch die Brille, im Mittelhochdeutschen barille, berille geheissen, eine Bezeichnung, die auf den heute noch Beryll genannten Halbedelstein zurückgeht. Wie zahlreiche Zeugnisse und Stücke dartun, schliff man die durchsichtigen Varietäten dieses Steines und den mit ihm vielfach verwechselten Bergkristall in Rehquienbehälter und Monstranzen ein, um deren Inhalt sichtbar zu machen. Dieses Verfahren führte in natürlichem Zusammenhang durch die Beobachtung der optischen Wirkung zu Ende des 13. Jahrhunderts zur Erfindung der Brille, deren früheste bildliche Darstellung sich auf einem Gemälde des Tommaso da Modena aus dem Jahre 1352 findet. In der 1445 in die Safranzunft aufgenommenen Frau Adelheid der «parillmacherin» haben wir Basels erste bezeugte Verfertigerin von Brillen zu sehen.
Entsprechend der Kostbarkeit ihrer Handelsartikel ist die Zahl der Basler Abenteurer eine sehr beschränkte, zumal es sich bei diesem Gewerbe um typische Wanderhändler handeln konnte. Dass ihrer mehrere zu Safran zünftig wurden, deutet auf geschäftliche Beziehungen zu den Krämern und Kaufleuten, wie dies 1415 aus dem Prozess des Claus Gottschalk von der Abenthür wegen drei Stück edeln Gesteins hervorgeht. Dann haben wir uns die Abenteurer auch als Lieferanten der Apotheker zu denken, wurden doch in den Apotheken Edelsteine wegen der ihnen zugeschriebenen Heilkraft zersetzt und als Arzneimittel verwendet.
Der wohlhabendste unter den in Basel sitzenden Abenteurern war der von 1440 bis 1451 bezeugte Stephan zum Angen, der Kaufmann von der «Afenthür», der 1446 ein Vermögen von über 3500 versteuerte.
Die beruflichen Nachfolger der Abenteurer bildeten die Silberkrämer, deren Reihe zu Safran 1469 mit Simon von Wurms beginnt. Ihr Geschäftsbereich erstreckte sich über den Juwelenhandel hinaus auch auf den Kauf und Verkauf von Edelmetallen und daraus gefertigten Gegenständen. In Bezug auf den Handel mit und ungefassten Edelsteinen erkannte der Rat 1522, dass derartige Ware, wie allenthalben zollfrei sein sollte, während das geschlagene Gold zu verzollen war, weil es «für ein kouffmanschaft» gerechnet wurde. Um diese Zeit erliess der Rat auch Vorschriften des «argwöhnischen, gebrochenen Silbers halb». Silberkrämer, die solches einhandelten, hatten gleich den Wechslern und Goldschmieden den Eid auf der Hausgenossenzunft zu schwören. Silber, das sie auf Mehrschatz kauften, durften sie nur dem städtischen Münzmeister oder den hiesigen Goldschmieden weiter verkaufen und keinesfalls, wie bisher geschehen war, der Stadt entfremden, bei Strafe von zwei Mark Silber. Sowohl die heimischen als die fremden Silberkrämer mussten alles Silber, vergoldetes und weisses, ehe sie es weiter verkauften, auf Korn und Gehalt prüfen lassen, wie das ordnungsgemäss von den Goldschmieden gemacht wurde. Weiter sollten sie Kupfervergoldetes, z. B. Knöpfe, nicht für Silber ausgeben, sondern den Käufern mit lautern Worten angeben, was es sei, «domit die schlechten und einfältigen in iren käuffen nit bedizt und überfürt» würden, all dies bei Strafe einer Mark Silber, wovon die Hälfte der Obrigkeit, die andere Hälfte der Hausgenossenzunft zufallen sollte.
Den fremden Silberkrämern war erlaubt ausser der Herbstmesse noch zwei Tage innert Monatsfrist hier feilzuhaben, aber nur auf offenem Markt; keinesfalls aber sollten sie nach bisheriger Gepflogenheit in die Klöster und Häuser laufen und dort verkaufen. Im Jahre 1536 hielt der Rat die fremden Silberkrämer an, was sie beim Gewicht verkauften, lediglich beim Basler Markgewicht auszuwägen. Darüber hatte wiederum die Hausgenossenzunft zu wachen und den Fremden «unser markgewicht, wie sie das begehren, fürzusehen ».