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Die heutige Landeshauptstadt des dt. Bundeslandes Thüringen war 1289-90 Residenzstadt des im Gebiet der entstehenden Eidgenossenschaft mächtigsten Territorialherrn, Kg. Rudolfs von Habsburg, der hier einen Reichstag abhielt. In der 1. Hälfte des 15. Jh. erstreckten sich die Handelsbeziehungen der bern.-sankt-gall. Diesbach-Watt-Gesellschaft bis zum wichtigen Umschlagplatz E. Von 1431 an war die Erfurter Universität am Konzil von Basel vertreten. Dieses verdankt u.a. dem Erfurter Theologen Heinrich Toke das Zustandekommen eines Kompromisses mit den Hussiten. Die Statuten der 1460 gegr. Univ. Basel, die mit der Univ. E. enge Kontakte unterhielt, waren nach dem Erfurter Vorbild ausgearbeitet. Ein grosser Teil der Dozenten der neuen Universität hatte in E. studiert und promoviert. Sie vertraten an der Basler philosoph. Fakultät die via moderna, wie sie in E. gelehrt wurde, übten aber auch in den drei höheren Fakultäten Einfluss aus. Die Reformation zerriss die starken Bindungen zwischen den beiden Universitäten. Mit der schwindenden Bedeutung E.s in der 2. Hälfte des 16. und im 17. Jh. büsste die Universität ihren hervorragenden Ruf ein, so dass nur noch vereinzelt Schweizer dort studierten oder Erfurter Gelehrte in die Schweiz kamen. 1796 wurde in E. das Chem.-Pharmazeut. Institut gegründet, wo zu Beginn des 19. Jh. drei spätere Schweizer Apotheker studierten.
Literatur
– E. Kleineidam, Universitas studii Erffordensis 1, 21985, 126-142, 166-176
Autorin/Autor: Hanspeter Marti