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Steinbeil-Funde und die 1943 entdeckte Bronzeaxt von Säriswil lassen vermuten, dass das Gemeindegebiet schon in der jüngeren Steinzeit (Neolithikum 5000 - 1800 v. Chr.) und in der anschliessenden Bronzezeit bewohnt war. Auf eine Besiedlung in der älteren Eisenzeit (Hallstattzeit 750 - 450 v. Chr.) und der jüngeren Eisenzeit (La-Tène-Zeit 450 - 0 v. Chr.) lassen fünf Grabhügel schliessen, die 1846 im Murzelenfeld entdeckt wurden. Aus der Römerzeit stammt ein Keramikfund in Uettligen, und beim Bau der Kappelenbrücke kamen aus dem frühen Mittelalter zwölf Gräber mit Beigaben zum Vorschein.
Die Geschichtsforschung führt den Ortsnamen Wohlen zurück auf das germanische Wort "WaIa" (der Welsche), auf den Hof eines Wolo oder auf das gallische Wort «Walon» (Zaun. Hecke, Gehege). Andere Untersuchungen weisen auf Parallelen im französischen Sprachraum «Volonia», «Volonium» und «Volonna». In diesen Namen könnten römische Familiennamen weiterleben - oder auch Gottheiten namens Volumnus und Volumna, denen die Neugeborenen empfohlen wurden. Erstmals im Jahr 1275 taucht Wohlen als Wolon, später als Wolan und 1296 als Wolen auf. Schon vorher, nämlich in der Papstbulle von 1185, wird erstmals Uettligen als Uttelingen erwähnt.
Das Gemeindegebiet gehörte zur Herrschaft Oltigen und damit zu Savoyen. Als 1410 der letzte Inhaber von Oltigen in einem Volksaufstand erschlagen wurde und der drohende Krieg zwischen Savoyen und Bern beigelegt werden konnte, gelangte das Gebiet durch einen Liquidationsvertrag und gegen 5000 Gulden an die Stadt Bern. Diese hob 1413 die Leibeigenschaft auf und bildete die Vogtei Oltigen mit Wohlen als Mittelpunkt. 1483 schlug man das Dorf zum Amt Laupen für die niedere Gerichtsbarkeit, zum Landgericht Zollikofen für die höhere Gerichtsbarkeit. 1803 wurde Wohlen dem Amtsbezirk Bern zugeteilt. Kirchlich gehörte die Gemeinde zum Bistum Konstanz. Die Kirche wird 1276 erstmals erwähnt. 1677 wurde sie umgebaut, 1907 vollständig renoviert. Im 14. Jahrhundert kam sie an das Johanniterhaus in Münchenbuchsee, danach an Bern. Die Bevölkerung soll nur widerstrebend die Reformation angenommen haben. Der erste reformierte Pfarrer, der die Reformationsthesen unterschrieb, war Benedikt Fuss. Unter seinen Nachfolgern sticht der Dekan Brandolt Wasmer heraus als Pionier des Landschulwesens und Bekämpfer des Bettelns.
Die erste Verfassung der Gemeinde Wohlen stammt aus dem Jahr 1832. Sie stützt sich auf die neue Staatsverfassung des Kantons Bern aus dem Jahr 1831. Diese erlaubte den Gemeindebezirken, ihre Verfassung, unter Vorbehalt der Genehmigung durch den hohen Regierungsrat, selbst zu bestimmen. Nach dem ersten Titel der neuen Verfassung bildete die Gemeinde Wohlen mit ihren Ortschaften eine Einwohner- oder Kirchgemeinde.
Das Wohlener Wappen mit Sonne und Mond symbolisiert das Gleichgewicht innerhalb der Verwaltung: Wichtig war, dass die Behörden sich je zur Hälfte aus Mitgliedern der "Morgenseite" (Osten) und der "Abendseite" (Westen) des Bannholzgrabens zusammensetzen. Stimmberechtigt an den "Gmeindsversammlungen" war, wer das 23. Altersjahr zurückgelegt hatte und einen minimalen Besitz aufweisen konnte.
Die Einwohnergemeinde Wohlen gehört mit ihrer Fläche von 3633 ha zu den grössten Gemeinden des Kantons Bern. Ihr verwaltungsmässiger Aufbau war kompliziert, denn neben der Viertels- und Schulgemeinde Uettligen bestand sie noch aus sechs weiteren weit gehend autonomen Viertels-, Dorf- und Schulgemeinden. Mit den dazu gehörenden Spritzen- und Weggemeinden war die Gesamtgemeinde Wohlen aus nicht weniger als 18 internen Abteilungen zusammengesetzt. Diese Struktur führte zu einer komplizierten und kostspieligen Verwaltung und gab naturgemäss gelegentlich auch zu Kompetenzfragen und Reibereien Anlass. Die Gemeindedirektion empfahl deshalb 1917 dem Gemeinderat von Wohlen eine Zentralisation der Gemeindeverwaltung. Die Versammlung der Einwohnergemeinde Wohlen genehmigte nach eingehender Diskussion mit 75 Ja- zu 67 Nein-Stimmen am 5. November 1921 das neue Reglement, welches die Übernahme aller Gemeindeaufgaben durch die Einwohnergemeinde auf Anfang 1922 vorsah. Eine Neuerung war unter anderem, dass in die Schul-, Armen- und Gesundheitskommission nun auch Frauen gewählt werden konnten. Die einstigen Viertelsgemeinden blieben als burgerliche Nutzungskorporationen von Wohlen, Uettligen, Säriswil, Murzelen, Salvisberg-Wickacker-Wölflisried-Ausserberg bestehen. Geblieben sind auch die Schulbezirke mit ihren eigenen Schulkommissionen sowie die beiden Wasserversorgungen.
So sah es in Uettligen um ca. 1920 aus. Im Hintergrund das Reberhaus mit dem davor stehenden Wohnstock, der abgerissen und bei Möriswil wieder aufgebaut wurde. Rechts das alte Konsum, das in den Sechzigerjahren abgebrochen wurde.
Landwirtschaft in den Vierzigerjahren
Die Zentralisation führte zu Streitigkeiten um die Abtretung verschiedener Vermögenswerte aus der einstigen Viertelsgemeinde Uettligen an die neue Gesamtgemeinde Wohlen: Umstritten waren beispielsweise die Eigentumsverhältnisse rund um die Kiesgrube im Löhrwald. Auch die Übernahme der Kosten für die Erweiterung der Trinkwasseranlage in Uettligen und Oberdettigen gab zu Diskussionen Anlass. Dieser Konflikt war der Grund von Gehässigkeiten zwischen den Uettligern und den übrigen Gemeindebürgern, vor allem den Wohlenern. Dies führte schliesslich dazu, dass an der Gemeindeversammlung vom 19. Mai 1923 der Antrag auf Aufhebung der Zentralisation gestellt und mit knappem Mehr von 180 Ja- zu 167 Nein-Stimmen abgewiesen. "Zwüsche Wole u Uettlige" wurde damals in der deutschen Schweiz sprichwörtlich - und galt als Ausdruck des Unbehagens.
Bis zu Beginn der Sechzigerjahre war die Gemeinde Wohlen eine typische, stille Bauernlandsgemeinde, deren Einwohnerzahl um 3000 herum pendelte. Den grössten Anteil stellten die Bauernfamilien und ihre Dienstboten. Daneben bestand ein schon gut ausgebautes Gewerbe mit fast allen handwerklichen Berufen. Beamte und Angestellte waren eine Minderheit, die Industrie fehlte gänzlich. Im Jahre 1961 zählte man erst 2987 Bewohner. Der nahe Bremgartenwald und die Aare wirkten wie eine Barriere, die die Bautätigkeit aufhielt. Die Bevölkerung war sehr traditionsbewusst und pflegte alte Sitten und Bräuche. Nach 1961 setzte allmählich die Nachfrage nach Bauland ein. Unter Druck kam vor allem der Schulkreis Hinterkappelen, der damals etwa 600 Bewohner zählte.
Neben der Kappelenring-Siedlung sind in den 70er- und 80er-Jahren rund um das einstige Bauerndorf weitere Überbauungen in attraktiver Wohnlage entstanden. Heute wohnt fast die Hälfte der Wohlener Bevölkerung im Bezirk Hinterkappelen. Neue Siedlungen entstanden aber auch in Uettligen, Säriswil, lnnerberg und Wohlen. Die Jahre der grossen Bautätigkeit sind heute vorbei, und die Bevölkerungszahl hat sich bei der 9000er-Marke eingependelt. Die ehemalige Bauerngemeinde hat sich zur Vorstadtgemeinde mit moderner Infrastruktur und gut ausgebauter Verwaltung gewandelt.
Verdichtetes Bauen, das sich bewährt hat: die Siedlung Aumatt II
Eine der neueren Siedlungen in der Gemeinde Wohlen: die Schlossmatte
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