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Schuldenprävention bei sozialhilfebeziehenden Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen
Überschuldungsdynamiken und Interventionsmöglichkeiten für die Sozialarbeit
Sozialhilfebeziehende Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen (VAP) befinden sich in mehrfacher Hinsicht in einer schwierigen Situation. Zum einen haben sie aufgrund des Aufenthaltsstatus üblicherweise in der Sozialhilfe einen tieferen Ansatz beim Grundbedarf für den Lebensunterhalt, zum anderen fehlt ihnen der soziale und finanzielle Rückhalt. Allein unerwartete Kosten oder höhere Auslagen erhöhen die Gefahr einer Überschuldung. Die Autorin führte Interviews mit überschuldeten sozialhilfebeziehenden Flüchtlingen und VAP, um herauszufinden, welche Dynamiken sie in die Überschuldung führten. Die Einflussfaktoren für die Überschuldung wurden nach dem Modell von Karsten Müller, Tammo Straatmann, Ute Anna Kötter und Johannes Kraus (2011) in beständig situative Faktoren, kritische Lebensereignisse und psychische Faktoren eingeteilt, beleuchtet und schliesslich ausgewertet (S.57-58). Es zeigte sich, dass die interviewten Personen teilweise schon mehrere kritische Lebensereignisse erlebten, die eine Überschuldung begünstigten. Auch die schlechte rechtliche Stellung ist ein bedeutender Belastungsfaktor. Im Weiteren wurden die Finanzkompetenzen untersucht und die Frage ergründet, inwiefern diese eine Überschuldung begünstigen. Die Ergebnisse wurden zusätzlich mit präventionstheoretischen Ansätzen untermauert. Daraus kommt die Autorin zur Erkenntnis, dass die Sozialarbeit mittels Früherkennung vorzeitig eine Überschuldung erkennen und mit gezielten Interventionen unterbrechen kann.