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(*1979, Silvan/TR) Dekolonialer Künstler, Kurator, freischaffender Radiojournalist und Texter-Konzepter. Lebt und arbeitet in Zürich. Niştiman Erdede kam 2008 als politischer Migrant nach Zürich. Davor arbeitete er als Medizinischer Laboranalytiker in der Stadtklinik von Diyarbakir. Zudem unterstützte er in Südostanatolien als Stringer, d.h. Organisator und Dolmetscher (Englisch / Kurdisch / Türkisch) mehrere NGOs im Bereich der Menschenrechte. In Folge einer ersten Untersuchungshaft wegen seines Engagements stand er vor der Entscheidung, politischer Gefangener zu werden oder sein Land zu verlassen. Nach seiner Flucht 2008 dauerte es sechs Jahre, bevor seinem Asylantrag entsprochen wurde und er als anerkannter Geflüchteter sein aktives Leben in der Schweiz aufnehmen konnte.
Zwischen 2010 und 2014 wirkte Erdede in einem Kollektiv mit, das von Geflüchteten aufgebaut wurde; ein Zusammenschluss von Autonomer Schule Zürich (ASZ), dem Institute for Art Education der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK und weiterer Kunstinstitutionen. Noch im Status eines Asylbewerbers bewarb er sich an der ZHdK, wurde aufgenommen und studierte zwischen 2013 und 2016 im Department Kunst & Medien. Schon in dieser Zeit befragte Erdede das Verhältnis zwischen Geschichte, Erinnerung und emanzipatorischem Handeln im Kontext von unfreiwilligen Emigrationsbewegungen. Sein Verständnis dieser Arbeit ist auch das einer Erkundung der Möglichkeit, die eigenen sowie die kollektiven Erfahrungen des Freiheitsentzugs zu überwinden, sei es durch das Schreiben oder die Praxis dekolonialer Kunst.