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Sogenannte Kakerlaken-Kolonien werden in China herangezüchtet, um die Unmengen an Food Waste der ständig-wachsenden Städte zu bekämpfen, die mittlerweile die Müllhalden überstrapazieren. Gleichzeitig werden die Kakerlaken nach ihrem Ableben zu Nahrung für Vieh und angeblich sogar zu Medizin und Beautyprodukte verarbeitet.
Eine solche Kakerlaken-Kolonie besteht aus circa einer Milliarde Kakerlaken und vermag es an einem einzigen Tag 50 Tonnen Küchenabfälle zu vertilgen – das entspricht dem Gewicht von fünf ausgewachsenen Elefanten. Der Abfall wird vor dem Morgengrauen angeliefert, von Hand gefiltert, zerkleinert und per Rohrsystem den Kakerlaken in ihren Zellen zugeführt.
Kakerlaken seien der biotechnologische Weg, um Küchenabfälle nicht nur zu verarbeiten, sondern auch zu verwerten, da sie für Vieh wie auch für Fische eine ideale Proteinquelle darstellen. Wenn die Kakerlaken ihre Lebensspanne von ungefähr sechs Monaten überschritten haben, werden sie gewaschen, getrocknet und weiterverarbeitet.
Mit vier Kakerlaken-Kolonien soll ein Drittel des Food Wastes von sieben Millionen Menschen verarbeitet werden können. Auch die Schweiz könnte von solchen Massnahmen profitieren, denn ihre gut acht Millionen Einwohner*innen produzieren jährlich ungefähr zwei Millionen Tonnen Food Waste.
Im Schnitt geben Schweizer*innen 7% ihres Haushaltseinkommens für Lebensmittel aus, während Kameruner*innen im Vergleich 45% dafür ausgeben. Gleichzeitig entsteht in unseren Haushalten 45% Food Waste, während es in kamerunischen Haushalten nur 5% sind. Wieso werfen wir Lebensmittel weg? Weil wir es uns anscheinend leisten können. Es ist Zeit umzudenken!