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Der Zweite Kontinentalkongress 1775 (bis 1789) beschliesst ein militärisches Vorgehen gegen England unter General George Washington.
Die britische Kolonialarmee umfasst neben Engländern englandtreue Amerikaner, verbündete Indianer und 17'000 deutsche Söldner. Den Kolonisten kommen - einerseits aus geschichtlicher Rivalität, andererseits bereits im Geiste der Aufklärung - zahlreiche französische Freiwillige zu Hilfe, darunter auch Marquis de Lafayette, der als Offizier an der Seite Washingtons wesentlich zum Sieg der Kolonisten beiträgt und schliess-lich - zurück in der Heimat - in den Anfängen der Französischen Revolution eine wesentliche Rolle spielen wird.
Anfangs sind die Kolonisten den Engländern unterlegen. Washington weicht Kampfhandlungen so gut es geht aus. 1777 erzielt er einen wesentlichen ersten Sieg über die Engländer bei Saratoga am Hudson River. Daraufhin entschliessen sich Frankreich, die Niederlande und Spanien, in den Krieg gegen England einzugreifen. Sie sind vor allem gegen Englands Kaperkrieg im Atlantik, der die Nahrungs- und Waffenzufuhr in die Neue Welt unterbinden soll. Das bedeutet endgültig die Wende und schliesslich die Kapitulation Englands.
Im Frieden von Versaille 1783 anerkennt Grossbritannien die Unabhängigkeit der 13 Kolonien. Diese nennen sich nun offiziell „United States of America“ ("Vereinigte Staaten von Amerika").
Auch das Land westwärts bis zum Mississippi wird an die Kolonien abgetreten. Spanien wird mit Florida abgefunden, Frankreich und die Niederlande gehen leer aus, sie sind zusammen mit den Indianern die grossen Verlierer des Krieges. Für England ist es eine herbe Niederlage und das Ende der uneingeschränkten Seemacht im Atlantik.
Die Unabhängigkeitserklärung (1776) und die Verfassung (1789) der USA
Zwischen den jetzt unabhängigen Kolonien herrscht nur ein lockeres Bündnis im Kriegsfall. Die Partikularisten wollen den bisherigen Zustand beibehalten. Den Föderalisten schwebt ein Zusammenschluss der Einzelstaaten zu einem Bundesstaat mit einer gemeinsamen Verfassung vor.
Im Frühjahr 1787 kommt ein neuer Kongress zustande („Convention“). Dieser beschliesst die Ausarbeitung einer Gesamtverfassung für alle Teilstaaten und die Unterstellung des Ohiogebietes (das „Tor zum Westen“) unter die Union und nicht unter die Einzelstaaten. Das Neuland wird in „Territories“ eingeteilt, denen in Aussicht gestellt wird, selbstständige Gliedstaaten der Union werden zu können, sobald sie sechzigtausend Einwohner zählen. So wird auch mit den anderen noch nicht staatlich organisierten Gebieten verfahren und damit der Grundstein zu den 50 Staaten gelegt, die in den nächsten 150 Jahren entstehen werden. Die von Thomas Jefferson (Bild oben links) entworfene (Bild oben rechts) und 1789 in der Versammlung verabschiedete Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika wird wegweisend werden für die revolutionären republikanischen Bewegungen in Europa im 18. Jahrhundert.
Aufgaben und Recherchen
Was sind die Kontinentalkongresse, wann finden sie statt und warum ist sie wichtig?
Was sind die Themen der ersten beiden Kontinentalkongresse?
Wer kämpft in Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen wen (alle Beteiligten)?
Wer war Georges Washington im Privatleben und in der Geschichte Amerikas?
Wie ist das militärische Genie Washingtons einzuschätzen?
Welches Interesse haben Spanien und die Niederlande an dem Krieg?
Was sind die Folgen des Friedens von Versailles 1783, wer sind die grossen Verlierer?
Wie heisst der wegweisende Satz in der Präambel (Einleitung) der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, der sich auf John Locke beruft auf Englisch und Deutsch (er ist oben als Textstück abgebildet)?
Wer ist der Autor dieses Schriftstücks (Kurzbiografie!).
Welche Frage muss sich jedem Betrachter dieser Unabhängigkeitserklärung angesichts der Biografien Washing¬tons und Jeffersons automatisch aufdrängen? Versuche eine Antwort darauf zu geben!
Zusatztext:
Präambel (Vorspann) zur Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung
We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness. — That to secure these rights, Governments are instituted among Men, deriving their just powers from the consent of the governed, — That whenever any Form of Government becomes destructive of these ends, it is the Right of the People to alter or to abolish it, and to institute new Government, laying its foundation on such principles and organizing its powers in such form, as to them shall seem most likely to effect their Safety and Happiness.
Prudence, indeed, will dictate that Governments long established should not be changed for light and transient causes; and accordingly all experience hath shown, that mankind are more disposed to suffer, while evil are sufferable, than to right themselves by abolishing the forms to they are accustomed. But when a long train of abuses and usurpations, pursuing invariably the same Object evinces a design to reduce them under absolute Despotism, it is their right, it is their duty, to throw off such Government, and to provide new Guards for their future security.”
Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräusserlichen Rechten begabt wurden, worunter Leben, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit sind. Dass zur Versicherung dieser Rechte Regierungen unter den Menschen eingeführt worden sind, welche ihre gerechte Gewalt von der Einwilligung der Regierten herleiten; dass sobald eine Regierungsform diesen Endzwecken verderblich wird, es das Recht des Volkes ist, sie zu verändern oder abzuschaffen, und eine neue Regierung einzusetzen, die auf solche Grundsätze gegründet, und deren Macht und Gewalt solchergestalt gebildet wird, als ihnen zur Erhaltung ihrer Sicherheit und Glückseligkeit am schicklichsten zu sein dünket.
Zwar gebietet Klugheit, dass von langer Zeit her eingeführte Regierungen nicht um leichter und vergänglicher Ursachen willen verändert werden sollen; und demnach hat die Erfahrung von jeher gezeigt, dass Menschen, so lang das Übel noch zu ertragen ist, lieber leiden und dulden wollen, als sich durch Umstossung solcher Regierungsformen, zu denen sie gewöhnt sind, selbst Recht und Hülfe verschaffen. Wenn aber eine lange Reihe von Misshandlungen und gewaltsamen Eingriffen auf einen und eben den Gegenstand unablässig gerichtet, einen Anschlag an den Tag legt, sie unter unumschränkte Herrschaft zu bringen, so ist es ihr Recht, ja ihre Pflicht, solche Regierung abzuwerfen, und sich für ihre künftige Sicherheit neue Gewähren zu verschaffen. “