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Die Nationalmannschaft im Sportklettern: die Equipe Suisse
Mit der Entscheidung der AV 1994 in Martigny für die Integration und Förderung des Wettkampfkletterns hat sich der SAC auch zur Förderung des Leistungssports bekannt. So ist das Sport-und Wettkampfklettern heute Bestandteil eines umfassenden Aktivitätsprogramms, mit dem Ziel, Jugendliche für ein Engagement im SAC zu motivieren.
Mit den strukturellen und administrativen Anpassungen und Konzeptionen, die Voraussetzung für die Führung einer Abteilung « Leistungssport » sind, wurde im Januar 1995 begonnen. Eine dieser Konzeptionen betrifft den Bereich der Nationalmannschaft, deren Strukturierung im folgenden vorgestellt wird.
nale Wettkampfklettern ist in Damen-und Herren- sowie in Junioren- und Jugendwettkämpfe in diversen Alterskategorien unterteilt. Somit ist die Unterteilung in verschiedene Lei-stungskader vorgegeben.
Jede Aufbauarbeit beinhaltet innovative Möglichkeiten, bringt aber auch die Gefahr mit sich, Erfahrungen und Bewährtes nicht ausreichend zu reflektieren. Die heutige Struktur der Nationalmannschaft ( vgl. Grafik ) wurde anhand von Modellen anderer schweizerischer Sportverbände und unseren speziellen Bedürfnissen, die sich aus mehrjähriger Erfahrung ergeben haben, geschaffen.
Die A- und B-Kader ( Damen- und Herren-Nationalmannschaft ) In den A-Elite-Kadern und den A-Kadern sind die international erfolgreichsten Athletinnen und Athleten erfasst. Die Mitglieder dieser Kader starten an Europa- und Weltmeisterschaften, Weltcups und bei den Damen zusätzlich auch am Juniorin-nen-Europacup und an der Juniorin-nen-WM. Im Elite-Kader sind die Sportler/innen erfasst, die einen für das jeweilige Jahr gültigen Elite-Sportler-Ausweis des NKES ( Nationales Komitee für Elite-Sport ) erhalten haben. Dieser wird aufgrund überdurchschnittlicher internationaler Wettkampfresultate oder für besonders talentierte Nachwuchssportler vergeben.1 Die Kriterien für die Vergabe sind hoch angesetzt, und über diese wird nach Antrag des jeweiligen Verbandes vom NKES entschieden.
Die Struktur der Nationalmannschaft Die Gründung einer Nationalmannschaft wird für einen Verband nur dann zwingend notwendig, wenn er an internationalen Wettkämpfen und Leistungsvergleichen teilnimmt. Das unter dem Patronat und der Legitimation der UIAA stehende internatio- 1 Vgl. DIE ALPEN 4/96, S. 51, « Equipe Suisse » 1996 ( personelle Zusammensetzung der Kader ) CC/LA
Sportkletterkommission
Technische Leitung Nationalmannschaft HerrenJuniorenJugendDamen- Nationalmannschaft Nationalmannschaft I Nationalmannschaft I Nationalmannschaft AE ite A-Kader A-Elite H Juniorinnen Mit der Qualifikation als Elite-Sport-ler/in sind Vergünstigungen und För-derungsmassnahmen verbunden, die Sportler/innen aus der gesamten Schweiz ausserhalb der Verbandsförderung zusätzlich unterstützen.
Die A-Kader sind nominell klein und nach dem Leistungsprinzip zusammengesetzt. Das B-Kader Herren ist breiter angelegt und umfasst die im Leistungssport meist schwierige Altersgruppe zwischen 19 und 24 Jahren, wo entweder Lehre oder Schule abgeschlossen werden und der Militärdienst beginnt. Altersmässig aus dem Junioren-Kader ausschei-dende Wettkämpfer erhalten hier Möglichkeit und Zeit, sich sportlich weiterzuentwickeln und ihre sportliche Zukunft mit klaren Zielvorgaben zu planen und realisieren.
Das Junioren-Kader Das Junioren-Kader setzt sich aus Sportlern von insgesamt 4 Jahrgängen zusammen, mit dem Ziel, die Kontinuität in der Nachwuchsarbeit zu sichern. Die Jahrgangskontingente sind limitiert, und hat man das « Pech », die Nummer 3 oder 4 seines Jahrgangs zu sein, so muss man unter Umständen akzeptieren, nicht in das Junioren-Kader selektioniert zu werden, selbst wenn man im Swiss Cup vorne mitklettert.
Das Jugend-Kader Hier werden nur Jugendliche, die über 14 Jahre alt sind, aufgenommen, und es gelten für eine Förderung neben den Wettkampfresultaten an Swiss Cups oder Regionalwettkämp- fen die altersabhängigen Entwick-lungsprognosen. Für Sportlerinnen und Sportler, die jünger als 14 Jahre sind, finden keine internationalen Wettkämpfe statt - was nicht zuletzt auf Schweizer Intervention 1995 so geregelt wurde. Leistungssport auf dieser Altersstufe ist nicht unproblematisch, und ein zu frühes Forcieren des internationalen Leistungsver-gleichs wird von den meisten Verbänden abgelehnt. Gegen nationale Wettkämpfe hingegen, wie sie auch in der Schweiz organisiert werden und in denen Kinder und Jugendliche spielerisch und möglichst ohne Leistungsdruck lernen, sich mit dem Wettkampfgedanken auseinanderzusetzen, ist nichts einzuwenden.
VorteileTrainingsplanung und Wett-kampfbetreuungIndividuelle Trainingsbetreu-ung ( wenn dies der/die Sport-ler/in wünschtSportmedizinische Untersu-chungenSportmedizinische BetreuungPhysiotherapeutische Betreuung ( seit diesem JahrUnterstützung bei der schulischen und beruflichen Pla-nungUnterstützung in militärischen Angelegenheiten ( Freistellung für Training und Wettkampf, Möglichkeit zur Teilnahme an der Sportler-RSDer Verband übernimmt die Spesen für die internationalen Wettkämpfe ( Reise, Unterkunft, StartgelderDer Verband übernimmt den grössten Teil der Spesen für die Teamtrainings und-Sit-zungen Die Kaderbildung Die Kaderbildung erfolgt zu Beginn des Wettkampfjahres, und die Grosse der jeweiligen Kader wird vorgängig festgelegt. Anhand der verschiedenen Selektionskriterien wird ein Punkte-schlüssel errechnet, der über die Vergabe der einzelnen Plätze entscheidet.
Als Selektionskriterien gelten:
Die internationalen Wettkampfre-sultateDie nationalen Wettkampfresultate ( Swiss Cup und Swiss RankingDas AlterDie individuellen Leistungspro-gnosen Der Vorschlag für die einzelnen SAC-Kader wird von der Technischen Leitung der Nationalmannschaft vorbereitet und in der Sportkletterkommission definitiv verabschiedet.
Was hier sehr sachlich formuliert wird, ist meist ein schwieriger Prozess, bei dem viele Komponenten berücksichtigt werden müssen.
PflichtenBereitschaft, sich für den Verband zu engagierenEinhalten des Sportreglements der NationalmannschaftTeilnahme an einer definierten Anzahl nationaler Wett-kämpfeTeilnahme an den Teamtrainings und -Sitzungen ( definierte Anzahlaktive Trainingsbereitschaft ( u.a. Führen von Trainingsauf-zeichnungen ) Unterschiedliche Schwerpunkte Jede Sportlerin und jeder Sportler durchläuft einen natürlichen Entwicklungsprozess, während dessen sich die Schwerpunkte immer wieder verlagern. Dadurch ist auch die Arbeit für und in den einzelnen Kadern sehr unterschiedlich. Im Jugend- und Juniorenbereich gilt es in erster Linie, Trainingsprinzipien zu vermitteln und « Trainieren zu lernen » sowie die Eigenverantwortung und Selbständigkeit zu fördern. In den Kadern der Aktiven konzentriert sich die Trai-nings- und Betreuungstätigkeit auf individuelle Aspekte.
Die Herausforderung für die Sport-ler/innen und Trainer/innen besteht Betreuung und Pflichten der Kadermitglieder Neben der Möglichkeit, für den SAC und die Schweiz an internationalen Wettkämpfen starten zu können, bringt eine Kaderzugehörigkeit Vorteile und Pflichten:
darin, diesen - wie in der Jugendarbeit oft der Fall - nicht immer reibungslos verlaufenden Prozess anzunehmen und zu versuchen, die sportlichen Ziele und persönlichen Wertvorstellungen zu verwirklichen.
Gabriele Madiener, Techn. Verantwortliche, Nationaltrainerin SACc o.