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Prof. René Schwok, Direktor des Global Studies Institute an der Universität Genf
1) Was war Ihre Reaktion auf die Wahlen vom 18. Oktober 2015?
Jetzt wird es noch schwieriger, Artikel 121a europakompatibel umsetzen zu können.
2) Wie beeinflusst die veränderte politische Landschaft die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU?
Es hängt jetzt alles von den klassischen bürgerlichen Parteien (FDP, CVP, BDP) ab. Werden sie eine europakompatible Umsetzung der Masseneinwanderung befürworten, wie dies etwa die Economiesuisse fordert? Oder werden sie sich dem Willen der SVP beugen?
3) Sind die Bilateralen noch zeitgemäss?
Im aktuellen Kontext betrachtet sind die Bilateralen wohl mit Ausnahme aller anderen Lösungen die schlechteste aller Lösungen (um es mit den Worten Winston Churchills auszudrücken).
4) Stellen Sie sich vor, die Schweiz wäre vor kurzem Mitglied der EU geworden. Wie fühlten Sie sich?
Ich wäre froh darüber, dass sich mein Land nicht darauf beschränkt, von der EU zu profitieren, sondern sich, gleich den anderen Mitgliedsstaaten, am europäischen Projekt beteiligt.
5) Wie sieht Europa in 50 Jahren aus?
Vielleicht kann die EU die europäischen Völker nicht daran hindern, sich von den extremen Parteien täuschen zu lassen. Aber sie kann wenigstens versuchen, Kollateralschäden in Griechenland, Ungarn und Polen zu verhindern. Schafft sie dies nicht, so wird die Situation in 50 Jahren sicherlich schlimmer aussehen als heute.