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Nach Berichten der Sonntagspresse hat Milliardär und Kunstliebhaber Christoph Blocher das umstrittene Bild «Nationalrat Köppel stimmt ab» für mehrere Millionen Franken erworben.
Das Bild zeigt in einem für den berühmten Kunstmaler Ferdinand Hodler eher untypischen, spätimpressionistischen Stil eine in Blautönen gehaltene Szene aus dem Nationalratssaal. Augenfällig ist, dass im Zentrum des Gemäldes eine Person fehlt, bzw. als weisse Silhouette dargestellt worden ist.
Die Echtheit des Gemäldes ist unter Kunstexperten allerdings umstritten, müsste Hodler das auf 2016 datierte Bild mehr als 98 Jahre nach seinem Ableben fertiggestellt haben. Deshalb wird auch heftig darüber diskutiert, ob der Titel «Nationalrat Köppel stimmt ab» von Hodler selbst stammt oder sehr viel später dazugekommen ist – denkbar wäre etwa auch, dass das Bild nicht zufällig von aus dem Rat geflogenen Rivalen des realen Nationalrats und Verlegers Roger Köppel zum jetzigen Zeitpunkt Christoph Blocher vorgelegt worden ist.
Selbst die Frage, ob die weisse Silhouette, die auf die rekordhohe Abwesenheit des besagten Nationalrats hinweisen könnte, nachträglich aufgetragen worden ist, sorgt für Spekulationen. Die NZZ am Sonntag apostrophierte Köppel deshalb jüngst als Dreiviertel-Nationalrat und König der Abwesenden. Allerdings dürfte der Umstand, dass Roger Köppel im Nationalrat mehr als alle seine Ratskollegen durch Abwesenheit glänzt, Christoph Blocher eher darin bestätigen, im Zürcher Verleger seinen eigenen Nachfolger zu sehen: Er selbst hat im Rat oft gefehlt und diesen mit dem Verweis, Besseres zu tun zu haben, 2014 verlassen.
Ergänzung um 11 Uhr
Hinweise aus der Leserschaft deuten darauf hin, dass das Gemälde ursprünglich ganz anders konzipiert gewesen sei: Nicht Köppel, sondern die restlichen Personen auf dem Bild hätten ausgespart werden sollen, und selbst der ursprüngliche Titel – «Bestgewählter Nationalrat rettet die Schweiz» – sei in übermalten Farbschichten des Werks mit modernen Analysemethoden noch zu eruieren. Wir gehen diesen Hinweisen selbstverständlich nach.