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Alter der Gesteine
Anwendungsrichtlinien für die Versetzung
und den Einbau von Kalksteinen
Anwendungsrichtlinien für die Verlegung
von Kalksteinplatten
Alter der Gesteine
Keiner Gesteinsart ist ein generell gültiges Alter zu eigen, da sich zu
allen Zeiten die unterschiedlichsten Gesteinsarten gebildet haben und auch
zukünftig noch bilden werden. Grundsätzlich hat auch das Alter keinerlei
direkten Einfluss auf die Qualität von Gesteinen. die ältesten Gesteine der
Erde werden im Bereich so genannter Urkontinente (Kratone) gefunden. Da
diese Gebiete im Verlauf der Erdgeschichte einer starken Abtragung
unterworfen waren, findet man hier bevorzugt Plutonite und noch metamorphe
Gesteine, also Gesteinstypen, die in tiefen Bereichen der Erdkruste gebildet
werden. Kratonale Bereiche nehmen weite Bereiche Kanadas, Brasiliens,
Russlands, Skandinaviens (Finnland, Schweden), Afrikas, Indiens, Australiens
und der Antarktis ein. Sie liefern sehr wertvolle Natursteine. Die jüngsten
nutzbaren Natursteine verdanken ihre Entstehung der Aktivität von Vulkanen.
In gewissen Grenzen lassen sich die derzeit genutzten Natursteine in
Abhängigkeit von den Herkunftsgebieten folgenden Epochen zuordnen.
- älter als 500 Mio. Jahre: Plutonische Gesteine Westschwedens und
Brasiliens, die Gabbros aus Südafrika, viele Gneise aus Indien, Brasilien
und Afrika.
- Entstanden vor 400 - 500 Mio. Jahren: metamorphe Gesteine im
westlichen Skandinavien (Norwegen), die schwarzen Dolorite Schwedens.
- entstanden vor 300 - 400 Mio. Jahren: Diabase im Harz und im östlichen
Rheinischen Schiefergebirge, Kalksteine aus Belgien, dem Sauerland, dem
Bergischen Land, Hessen (Lahngebiet) und Frankenwald, Tonschiefer,
Grauwacken und Quarzite aus dem Rheinischen Schiefergebirge.
- entstanden vor 300 - 400 Mio. Jahren: Plutonite aus Mitteleuropa,
Sandsteine und Kohleschichten des Ruhrgebietes, Buntsandstein der Pfalz,
des Saarlands und Maingebiets, die Vulkanite (Porphyte) Sachsen-Anhalts
und des Naheraums.
- entstanden vor 100 - 200 Mio. Jahren: die meisten mitteleuropäischen
Sandsteine (Main, Weser, Tauber, Neckar) und Kalksteine (Jura,
Muschelkalk). Auch die Kalksteine des nördlichen und südlichen Alpenrands.
- entstanden vor 10 - 100 Mio. Jahren: die meisten Marmore, Gneise,
Quarzite und Granite der Zentralalpen. Viele Sandsteine Norddeutschlands,
Serpentinite aus Italien und Griechenland.
- entstanden vor 1 - 10 Mio. Jahren: viele Konglomerate und Brekzien,
Kalksteine Jugoslawiens und Portugals, viele Basalte, Trachyte und
Andesite in Mitteleuropa. Schillkalke und Kalksandsteine.
- jünger als 1 Mio. Jahre: alle Travertine und Onyxmarmore. Vulkanische
Gesteine in Deutschland (Eifel), Frankreich (Massif Central) und Italien.
Anwendungsrichtlinien für die Versetzung
und den Einbau von Kalksteinen
Naturstein Mauerwerk
Es wird darauf hingewiesen, dass die Versetz und Einbaurichtlinien keine
fachmännische Beratung ersetzen können. Diese Richtlinien sind ein
unverbindlicher Hinweis zur richtigen Vorgehensweise beim Versetzen und
Einbauen von Kalksteinen für unsere Kundschaft.
Durch seine Materialbeschaffenheit verfügt der Jurakalkstein über eine
überdurchschnittliche Widerstandsfähigkeit gegenüber aggressiven
Umwelteinflüssen. Wir weisen auf die nachfolgende bewährte fach- und
sachgerechte Anwendungspraxis (SIA Norm V 178) hin. Das Risiko eines
Frostschadens kann gemäss dieser Verfahrensweise nahezu ausgeschlossen
werden.
- Wegen der Materialtypischen Saugwirkung bei Kalksteinen ist Staunässe
in jedem Fall zu vermeiden. Deshalb dürfen die Natursteine nicht direkt
mit dem Erdreich in Verbindung gebracht werden. Es ist eine
Wasserdurchlässige Unter- Hinterfüllung (z.B. mit Schotter oder mit
sauberen Schroppen) erforderlich. Gegebenenfalls ist zwischen der
Hinterfüllung und der Erdschüttung eine Geotextilbahn (Vlies) einzulegen
um das Einschwemmen von feinen Erdteilchen zu vermeiden.
- Eine Drainageleitung zur Entwässerung ist am Fuss des Mauerwerks zu
verlegen.
- Die geschichteten bzw. lagerhaften Gesteine sind im Bauwerk so zu
verwenden wie es Ihrer natürlichen Schichtung entspricht.
Anwendungsrichtlinien für die Verlegung
von Kalksteinplatten
Polygonalplatten / Schrittplatten
Unterbau / Bettungsschicht
Bei ausreichend tragfähigen, frostsicheren und wasserdurchlässigen
Untergrund genügt der Einbau von einer 10 cm starken wasserdurchlässigen
Unterbauschicht aus Splitter 0-20 mm. Auf diese leicht verdichtete Unterlage
(Reinplanie) ist eine Schicht aus Splitt 3-6 mm von ca. 3 cm bis 5 cm
aufzubringen und mit einer Latte abzuziehen.
Neigung
Die Steinbodenneigung um 2 cm pro verlegtem Meter sollte auf jeden Fall
eingehalten werden. Diese Neigung erleichtert die Pflege und die natürliche
Reinigungswirkung durch den Regen wird gefördert.
Fugen
Die Platten sind nicht im Kontakt zu verlegen, sondern es sind allseits
Fugen von ca. 5 mm bis 10 mm offen zu lassen. Durchgehende Fugen von länger
als drei Platten sind zu vermeiden. Abschliessend werden die Fugen der
verlegten Platten mit Lehmfreien Sand 0-3 mm eingeschwemmt.