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Der in Baltimore (Maryland) geborene David Hasselhoff wurde mit den TV-Serien ‹Knight Rider› und ‹Baywatch› weltberühmt. Als Popsänger war er unter anderem mit den Titeln ‹Looking for Freedom›, ‹Crazy for You› und ‹Everybody Sunshine› erfolgreich.
(Video Youtube)
(Video: Youtube)
An seinen Höhenflug und das Millionenpublikum der 80er und 90er Jahre konnte er trotz verschiedener Filmprojekte, Serien und Musikalben sowie als Schauspieler am Theater aber nicht mehr anknüpfen.
Im Kampf um David Hasselhoffs verblassten Ruhm greift sein fiktiver Manager in der Netflix-Serie ‹Hoff The Record› zu drastischen Mitteln: Er streut falsche Berichte, laut denen Hasselhoff einen tödlichen Unfall erlitten habe, und schon schiessen die Verkaufszahlen für dessen Autobiografie in die Höhe. «Der beste Weg, die Karriere eines Prominenten wiederzubeleben, ist manchmal dessen Tod», heisst es. Seine etwas verflogene Berühmtheit scheint der echte ‹Hoff› mit Humor zu nehmen.
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Einen «komischen Ansatz» mit Blick auf sein eigenes Leben nennt der Star die Netflix-Produktion, die 2016 mit einem International Emmy ausgezeichnet wurde.
In der fiktionalen Doku-Serie spielt er sich selbst und versucht mit schrägen Mitteln, dem schwindenden Erfolg neues Leben einzuhauchen. «Ich habe eine Parodie von David Hasselhoff gespielt, also spiele ich eine Karikatur meiner selbst», sagt er der Deutschen Presse-Agentur. Zu schade, sich selbst auf die Schippe zu nehmen, ist sich Hasselhoff nicht. Im Interview spricht Hasselhoff von sich selbst in der dritten Person, sagt Sätze wie: «Man kann David Hasselhoff nicht nachbilden».
Skurriler Lebenslauf
Manchmal kann er selbst kaum glauben, was sich in seinem tatsächlichen Leben so abgespielt hat. Dass er in ‹Knight Rider› als Mann mit der Lederjacke berühmt wurde, der ein sprechendes Auto fährt. Dass er mit einem «dummen Klavier-Schal und Lichter-Jacke» am Silvesterabend 1989 an der Berliner Mauer vor den wiedervereinigten Massen sang. Dass er auf einem Musikfestival nach Bands wie Green Day und Iron Maiden «mit Zeug beworfen» wird, weil er «diese dummen, kleinen Pop-Songs» singt, wie er sagt.
2013 wurde sogar ein im südlichen Atlantik entdeckter Krebs wegen dessen behaartem Brustpanzer nach ihm benannt, die Hoff-Krabbe.
Kultobjekte sind die rote Badehose und die Schwimmhilfe aus der Erfolgsserie ‹Baywatch› oder das sprechende Auto K.I.T.T. aus ‹Knight Rider› zweifellos. Hasselhoff identifiziert sich noch mit den Shows, will aber nicht daran klammern.
Er spielt Peter Pan an Theatern in Grossbritannien, versuchte sich mit seinen Töchtern an einer (wenn auch wenig erfolgreichen) Reality-Show und nimmt weiter Musik auf.
Im November ist er Gastgeber auf einer Mittelmeeer-Kreuzfahrt namens ‹Hoff Cruise›. Er sieht sich als Schauspieler und hofft auf eine dritte Staffel von ‹Hoff The Record› sowie darauf, ‹Knight Rider› als Film ins Kino zu bringen. «Das wäre ein Traum», sagt Hasselhoff.
Glücklich trotz Tiefschlägen
Wenig Verständnis hat er dafür, wie einer der Tiefpunkte seines Lebens in der Öffentlichkeit ausgeschlachtet wurde. Seine Tochter hatte 2007 ein Video von ihm gemacht, das ihn halbnackt und volltrunken beim Versuch zeigt, einen Hamburger zu essen.
Dann tauchte es im Internet auf. «Es war ein Teil von David Hasselhoffs langem Leben, ein Abend in seinem Zuhause, der ausgenutzt wurde und die letzten zwölf Jahre an ihm hängen blieb.»
Verbittert ist Hasselhoff über diese Geschichte aber nicht. Nach fünf geschiedenen Ehen ist er glücklich, in der 36 Jahre alten Hayley Roberts eine neue Partnerin gefunden zu haben.
Das Interview mit David Haselhoff
dpa: Man kennt Sie vor allem als Rettungsschwimmer aus ‹Baywatch›. Wie finden Sie den Film mit Dwayne Johnson und Zac Efron, der jetzt aus der einst so erfolgreichen TV-Serie geworden ist? Sie haben darin eine Gastrolle.
David Hasselhoff: Als die mir angeboten wurde, war mir klar, dass es ein Witz werden und man sich darüber lustig machen würden. Aber Dwayne Johnson ist ein Freund von mir und ich kenne Zac Efron, der so ein netter Kerl ist. Deshalb habe ich mich entschieden mitzumachen. Ich wusste, wenn ich Nein sage, wären alle damit überfordert.
dpa: Hätten Sie gern eine grössere, ernsthaftere Rolle gehabt?
David Hasselhoff: In Hollywood machst du, was dir angeboten wird, und du versuchst, das Beste daraus zu machen.
dpa: Wie war es, Pamela Anderson, die auch einen Cameo-Auftritt hat, nach all den Jahren in dem Zusammenhang wiederzusehen?
David Hasselhoff: Mein Leben dreht sich nicht um Pamela und das hat es auch nie. Ich habe nichts als Anerkennung für sie. Ich finde, sie ist eine unglaublich nette, coole Person. Sie ist sehr witzig und sehr gut in dem, was sie macht. Hängen wir zusammen ab? Nein.
dpa: Ihre andere sehr erfolgreiche Serie war ‹Knight Rider›. Was können wir vom dazugehörigen Film erwarten, der 2018 erscheinen soll?
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David Hasselhoff: Das weiss ich nicht. Harvey Weinstein hat gesagt, ich soll mitspielen und es soll eine Komödie sein. Die Gespräche liefen nicht so positiv, wie ich sie gern gehabt hätte.
dpa: Und die neue Serie, die ‹Knight Rider› wiederbeleben soll?
David Hasselhoff: Ich weiss nicht, aber ich hoffe, dass es keine Parodie wird. Ich hoffe, sie wird dem Original gerecht. Keiner, der die Serie gesehen hat, will, dass sich darüber lustig gemacht wird.
dpa: Identifizieren sich die Menschen heute noch mit Ihnen?
David Hasselhoff: Ich denke immer, das wird verschwinden, aber dann gehe ich in einen Friseursalon und werde belagert. Alle Leute wollen Fotos mit mir machen. Woher kennt Justin Bieber mich? Es hat offensichtlich nichts mit ‹Knight Rider› zu tun, die Serie lief acht Jahre, bevor er geboren wurde. Irgendwie ist mein Ruf bei diesen Kids immer noch halbwegs cool. Ich habe keine Ahnung, warum.
dpa: Kommendes Jahr gehen Sie als Sänger auf Tour. Wonach suchen die Menschen, die zu Ihren Konzerten kommen?
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David Hasselhoff: Sie wollen den Schmerz vergessen in der Welt, in der wir leben, den Hass und Terrorismus und Angst. Sie wollen zurückkehren zu einer fröhlichen Zeit, ‹Knight Rider› gucken, ‹Crazy for You› singen und tanzen.
dpa: Hätten Sie im Rückblick in Ihrem Leben etwas anders gemacht?
David Hasselhoff: Wahrscheinlich nicht. Ich habe Herz, Humor und Action in jedes Drehbuch gesteckt. Ich suche immer noch nach Freedom, ich suche immer noch nach gutem Entertainment. Ich hatte eine grossartige, bescheidene, glückliche, erfolgreiche Karriere. Ich würde höchstens mehr darauf achten, die Wahrheit zu akzeptieren. Aber ich würde nichts ändern. Ich bin gesegnet. Ich will einfach noch 20 Jahre am Leben bleiben.
(sda dpa/Johannes Schmitt-Tegge)