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aus dem Kunstmuseum Hamburg
Schwarzkehliger Wiesenschmätzer Saxicola*) rubicola (L.)
„Schonung“ steht auf einer Tafel im Walde über einer weiten kahlen Fläche, die mit jungen Kiefern bestanden ist. Dort sieht man schon im zeitigsten Frühjahr einen auffallend bunten kleinen Vogel auf der Spitze eines kleinen Bäumchens sitzen, der bei der Annäherung des Menschen eiligst nach der Mitte des für Spaziergänger verbotenen Geländes entflieht. Es ist das Schwarzkehlchen, mit dem umständlichen Buchnamen „schwarzkehliger Wiesenschmätzer“ genannt. Es soll in manchen Gegenden Deutschlands fehlen, wurde aber in vielen nur übersehen.
Name: Gebräuchlich, aber ungültig ist der frühere Gattungsname „Pratmcola“ = Wiesenbewohner, „rubicola“ = Bewohner von Brombeerbüschen (?).
Vorkommen: In Westdeutschland häufig, in Nord- und Ostdeutschland fehlend oder selten.
Artmerkmal: Der dunkle Kopf mit den weißen Halsseiten und der dunkle Schwanz.
Größe: Wie Feldsperling, Flügel, 6,4—6,8 (7,05) cm; Gewicht 19 g.
Weibchen: Viel matter gefärbt.
Junge: Braun, hell gefleckt, Herbstkleid braun.
Lockton: Unaufhörliches „isst teck teck“ (wie Hausrotschwanz).
Gesang: Nicht so wohlklingend wie der der folgenden Art, sondern etwas mehr an den Hausrotschwanz erinnernd.
Eier: 5—6, bleich grünlich, dicht rotbraun gewölkt, April bis Juni, zwei Bruten.
Nest: Halme und Haare, an der Erde, im Schutz von größeren Pflanzen.
Nistplatz: Kahle Berghänge mit Wacholderbüschen, aber am Rhein auch in tiefgelegenem Wiesengelände.
Nahrung: Insekten.
Zug: März — September, zuweilen überwinternd.
Obschon der schwarzkehlige Wiesenschmätzer in Ostdeutschland seltener ist, reicht doch die Verbreitung seiner Realgattung (Saxicola Atricapilla) östlich bis nach Japan und südlich bis Südafrika und Indien.
*) Die Wiesenschmätzer sind kleine bunte, Steinschmätzern ähnliche Vögel, die durch kaum etwas breiteren Schnabel ein wenig an die Fliegenschnäpper erinnern. Man nennt neuerdings die Wiesenschmätzer Saxicola, die Steinschmätzer Oenanthe, Vgl. dritte Fußnote auf folgender Seite.
Text und Bild aus dem Buch: Die Singvögel der Heimat (1921), Author: Kleinschmidt, Otto.
Siehe auch:
Die Singvögel der Heimat – Einleitung
Haussperling
Feldsperling
Steinsperling
Heckenbraunelle
Edelfink
Bergfink
Kernbeißer
Grünling
Stieglitz
Erlenzeisig
Bluthänfling
Girlitz
Gimpel
Kreuzschnabel
Goldammer
Grauammer
Rohrammer
Feldlerche
Haubenlerche
Heidelerche
Baumpieper
Wiesenpieper
Brachpieper
Weiße Bachstelze
Gebirgsbachstelze
Schafstelze
Rauchschwalbe
Mehlschwalbe
Uferschwalbe
Mauer- oder Turmsegler
Seidenschwanz
Grauer Fliegenschnäpper
Trauerfliegenschnäpper
Zwerg-Fliegenschnäpper
Raubwürger
Schwarzstirn-Würger
Rotköpfiger Würger
Rotrückiger Würger
Steinschmätzer
Schwarzkehliger Wiesenschmätzer
Braunkehliger Wiesenschmätzer
Hausrotschwanz
Gartenrotschwanz
Blaukehlchen
Rotkehlchen
Nachtigall
Amsel
Wacholderdrossel
Misteldrossel
Rotdrossel
Singdrossel
Pirol
Star
Wasserschwätzer
Zaunkönig
Mönch-Grasmücke
Gartengrasmücke
Dorn-Grasmücke
Zaun-Grasmücke
Sperber-Grasmücke
Drossel-Rohrsänger
Teichrohrsänger
Getreide-Rohrsänger
Ufer-Rohrsänger
Seggen-Rohrsänger
Garten-Laubvogel
Heuschrecken-Rohrsänger
Weiden-Laubvogel
Fitis-Laubvogel
Wald-Laubvogel
Gemeines Goldhähnchen
Augenstreif Goldhähnchen
Kohlmeise
Blaumeise
Nonnenmeise
Weidenmeise
Tannenmeise
Haubenmeise
Schwanzmeise
Spechtmeise
Waldbaumläufer
Hausbaumläufer
Seltenere Arten und Ausnahme-Erscheinungen der deutschen Singvogelwelt.
Vogeleier Abbildungen
Schwebende Nestbauten
Rückblick auf das Singvogelleben in der Gesamtheit
Alle Singvögelabbildungen
Ein Ausspruch Kants über den ästhetischen Wert der Singvögel.
Die „Natur, die keinem Zwange künstlicher Regeln unterworfen ist,“ kann dem „Geschmacke für beständig Nahrung geben“. — „Selbst der Gesang der Vögel, den wir unter keine musikalische Regel bringen können, scheint mehr Freiheit und darum mehr für den Geschmack zu enthalten als selbst ein menschlicher Gesang, der nach allen Regeln der Tonkunst geführt wird; weil man des letztem, wenn er oft und lange Zeit wiederholt wird, weit eher überdrüssig wird. Allein hier vertauschen wir vermutlich unsere Teilnehmung an der Lustigkeit eines kleinen beliebten Tierchens mit der Schönheit seines Gesanges, der, wenn er vom Menschen (wie es mit dem Schlagen der Nachtigall bisweilen geschieht) ganz genau nachgeahmt wird, unserem Ohre ganz geschmacklos zu sein dünkt“