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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Paidagogos (Paedagogus)

Erstes Buch
X. Kapitel. Daß ein und derselbe Gott durch ein und denselben Logos sowohl mit Drohungen von den Sünden abhält als auch die Menschheit mit Ermahnungen rettet.
89.
1. Wenn wir somit nachgewiesen haben, daß die Strenge in der Erziehung der Menschheit, die gut und heilsam ist, notwendigerweise von dem Logos angewendet wird, weil sie geeignet ist, die Sinnesänderung herbeizuführen und die Sünden zu verhindern, ist es wohl das Nächste, die Freundlichkeit des Logos ins Auge zu fassen. Denn daß er gerecht ist, das ist bewiesen; und nun legt er uns seine eigenen Lehren vor, die zum Heile einladen und durch die er nach dem Willen des Vaters uns das Schöne und das Nützliche kundtun will. Achte aber auf folgendes!
2. Das Schöne gehört in den Bereich der lobenden, das Nützliche in den der beratenden Rede; und die Erscheinungsform der beratenden Rede ist die Ermahnung und die Warnung; die Erscheinungsform der lobenden Rede aber ist Lob und Tadel; denn je nachdem wird der beratende Gedanke zum Mahnwort und je nachdem zur Warnung.
3. Ebenso wird aber auch die Lobrede je nachdem zum Tadel und je nachdem zum Lob. In diesen Redeformen vor allem ist der gerechte Erzieher wirksam, der sich unseren Nutzen zum Ziel gesetzt hat.
4. Nun haben wir die tadelnde und die [S. 284] warnende Art bereits früher besprochen; jetzt aber müssen wir die ermahnende und die lobende Art behandeln und wie auf einer Waage die gleichschweren Waagschalen des Gerechten miteinander vergleichen.