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Gleich zweifach ist der Thurgauer Unternehmer Daniel Model zum Landesflüchtling geworden: Er hat seinen Wohnsitz in das Fürstentum Liechtenstein verlagert und im Thurgau seinen eigenen Staat Avalon hinterlassen, der eine eigene Münze prägt, worauf der Kopf seines mini-napoleonisch auftretenden Herrschers zu sehen ist.
Der NZZ und deren Lesern präsentiert sich der Erbe eines erfolgreichen Unternehmers breitbeinig mit einer Hand, etwas vulgär, in der Hosentasche. Napoleon trug die Hand bekanntlich gerne vor dem Magen. Model steht vor einem schlossartigen Gebäude mit überhohen Fenstern, elegant gewölbt nur im Obergeschoss, wo die Herren tafeln.
Die NZZ (Michael Schoenenberger) nennt Model „liberal gesinnt“, was mit Sicherheit ein Irrtum ist, denn dieser ist vielmehr nach eigener Aussage ein „libertärer Kapitalist“, der den Schweizer Sozialstaat als „Moloch“ ablehnt. Den weniger erbbegünstigten Eidgenossen will er in seiner Avalon-Welt „mit Menschlichkeit und Barmherzigkeit“ begegnen, ganz wie Kaiser, Könige, Fürsten und Erzbischöfe vordemokratischer Zeiten dies in voller eigener Freiheit exemplarisch dargeboten haben.
Traurig ist nur, dass die NZZ, die einmal eine Weltzeitung war, derlei Unfug unkommentiert abdruckt; dafür ist auch die Sommerpause keine Entschuldigung.