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Das musst du wissen
- Wissen kann über emotionsgeladene Geschichten oder über wissenschaftliche Fakten vermittelt werden.
- US-Demokraten greifen für die Umwelt tiefer in die Tasche, wenn sie eine Erzählung, statt nüchterne Fakten gehört haben.
- US-Republikaner hingegen geben mehr Geld für die Umwelt aus, wenn sie wissenschaftliche Tatsachen erfahren haben.
Was bringt uns eher dazu, klimaschonend zu handeln: Wissenschaftliche Fakten oder emotionsgeladene Geschichten? Dies wollten amerikanische Forschende der Johns-Hopkins-Universität wissen. Mit einer Studie zeigten sie, dass die verschiedenen Kommunikationsweisen je nach politischer Orientierung unterschiedlich wirken.
Für die Studie führten die Forschenden im Bundesstaat Delaware in den USA ein Experiment durch: Auf mehreren landwirtschaftlichen Events und bei Verkaufsstellen für landwirtschaftliche Produkte befragten sie über 1200 Personen, welche Gärten besassen oder solche verwalteten. Denn: Der Bundesstaat kämpft mit der Überdüngung privater Grünflächen.
Die Probanden wurden in zwei Gruppen geteilt: Die erste Gruppe schaute sich einen Clip mit wissenschaftlichen Fakten zu Überdüngung, Wasserverschmutzung und deren Folgen an, die zweite sah ein Video, das eine wahre Geschichte zur Überdüngung nacherzählte. Die Erzählung handelte vom tragischen Tod eines Einheimischen, welcher nach dem Verzehr von kontaminierten Schalentieren gestorben war.
Science-Check ✓Studie: A story induces greater environmental contributions than scientific information among liberals but not conservativesKommentarDies ist ein Kommentar der Autorin / des AutorsDie Probanden entstammten alle einer sehr ähnlichen Gruppe: Die Ergebnisse könnten deshalb nur gruppenspezifisch gültig sein. Ob die Verhaltensänderung durch Erzählungen oder Fakten über die Zeit bestehen bleibt, ist unklar. Durch Anreize waren die Teilnehmenden zudem eventuell voreingenommen und das Ergebnis ist deshalb nicht mit einer beiläufigen Entscheidung im Laden gleich zu setzen. Bei einer Entscheidungsfindung sind ausserdem äusserst komplexe psychologische Prozesse im Gange. Die Art der Vermittlung sowie die politische Orientierung korrelieren also mit der jeweiligen Zahlungsbereitschaft, sind aber nicht unbedingt ursächlich. Die Studie ist deshalb nur bedingt aussagekräftig.Mehr Infos zu dieser Studie...Zuverlässigkeit: Peer-reviewed.1239 befragte Personen, randomisiert.Studien-Art: Feldexperiment.Geldgeber: Penn Foundation, US Department of Agriculture, The Nature Conservancy, and the National Science Foundation.Alle Informationen zum higgs-Science-Check
Überzeugen Fakten oder Emotionen?
Dann wollten die Forschenden von den Probanden wissen, ob die Anwohnenden nun eher ökologische Produkte kaufen würden, um der Verschmutzung entgegenzuwirken. In einer Umfrage wurde den Probanden vier als umweltfreundlich deklarierte Produkte angeboten: Langzeitdünger, Biokohle, Sickerschlauch und Bodentestkits. Für jeden Artikel konnten sie dann frei eine Summe zwischen null und 15 Dollar wählen, welche sie dafür bezahlen würden. Als Vergütung bekamen die Probanden 15 Dollar. Falls sie für ein Produkt einen höheren Preis geboten hatten, als der Artikel tatsächlich kostete, erhielten sie das Produkt sowie die Differenz zum tatsächlichen Preis ausbezahlt.
Die Auswertung der Umfrage zeigte: Der durchschnittliche Preis, den Probanden boten, betrug 7 Dollar und 10 Cent. Aber: Die Gruppe, welche die Geschichte über den tragischen Todesfall gehört hatte, war bereit, im Schnitt elf Prozent mehr für die ökologischen Produkte zu bezahlen als die Gruppe, welche die Fakten präsentiert bekam.
Die Forschenden untersuchten daraufhin, ob die unterschiedliche Zahlungsbereitschaft auch mit der politischen Gesinnung oder mit dem Geschlecht in Zusammenhang stand. Das Resultat: Die emotionalisierende Kommunikationsweise, also die tragische Geschichte, zog bei den Demokraten besser. Sie waren gewillt, 17 Prozent mehr Geld für umweltschonende Produkte auszugeben, als wenn sie nur die Fakten erhielten. Bei den Republikanern hingegen war die Geschichte kontraproduktiv: Ihre Zahlungsbereitschaft sank um 15 Prozent im Vergleich zur Zahlungsbereitschaft bei der Aufnahme von Fakten. Das Geschlecht hingegen zeigte bei der Umfrage keine Wirkung.
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Die Art und Weise, wie Informationen übermittelt wurden, hatte je nach politischer Orientierung also einen anderen Einfluss. «Bei Leuten, welche nicht bereits sowieso zu ökologischem Handeln tendieren, könnten Geschichten eher schaden», bilanziert Studienmitautor Paul Ferraro in einer Mitteilung. Das heisst: Es gibt kein allgemeingültiges Erfolgsrezept, um Menschen für ein klimaschonendes Verhalten zu motivieren. Es kommt stets auf die Zielgruppe an.