Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/124483

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht über die aktuelle Situation der Familien in der Schweiz Bericht zu erstatten. Es gilt erstens die statistische Situation der Familien, auch der Familien in den späten Lebensphasen, zu erfassen. Zweitens müssen die strukturellen Massnahmen, die zur Stärkung der Familien in der Schweiz notwendig sind, aufgezeigt und analysiert werden. Drittens sollten die rechtlichen, ökonomischen und sozialen Folgen der verschiedenen Familienmodelle aufgezeigt werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Eidgenössische Departement des Innern hat 2004 den zweiten Familienbericht in Erfüllung der Empfehlung Stadler (00.3662) veröffentlicht. Er beinhaltet einen statistischen Teil zu familienpolitisch relevanten Daten und einen thematischen Teil zum Schwerpunkt "Strukturelle Anforderungen an eine bedürfnisgerechte Familienpolitik". Den statistischen Teil hat das Bundesamt für Statistik (BFS) aktualisiert und 2008 in einem neuen Bericht mit dem Titel "Familien in der Schweiz" publiziert. Diesen Bericht hat das BFS zusätzlich durch eine Tabellensammlung auf der Webseite des BFS ergänzt (<a href="http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/01/04/blank/01/01.html">http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/01/04/blank/01/01.html</a>).</p><p>Die Tabellen des BFS werden regelmässig aufdatiert, so dass die aktuellsten vorhandenen Daten zu den familienpolitisch zentralen Themen jederzeit verfügbar sind. Im Rahmen des neuen Volkszählungssystems führt das BFS ab 2013 alle fünf Jahre eine Erhebung zu Familien und Generationen (EFG) durch. Damit werden neue Referenzdaten über die Lage und den Wandel der Familien sowie zu den Beziehungen zwischen den Generationen innerhalb der Familien erhoben. Erste Resultate liegen Ende 2014 vor, detailliertere Auswertungen erfolgen ab 2015. Die regelmässige Aktualisierung und Publikation statistischer Daten zu den Familien in der Schweiz ist folglich sichergestellt. Dem Anliegen des Postulates betreffend die Erarbeitung eines weiteren statistischen Familienberichts wird somit Rechnung getragen.</p><p>Das Postulat verlangt sodann einen thematischen Familienbericht, indem einerseits die strukturellen Massnahmen zur Stärkung der Familien und andererseits die Folgen der verschiedenen Familienmodelle aufgezeigt werden. Diesbezüglich ist der Bundesrat der Auffassung, dass die Erarbeitung eines thematisch umfassenden Familienberichts nicht angezeigt ist, wie er bereits in seiner Stellungnahme vom 17. Februar 2010 zum Postulat Fehr Jacqueline 09.4133 festgehalten hat. Infolge des ausgeprägten Querschnittcharakters der Familienpolitik sowie der unterschiedlichen Zuständigkeiten im föderalistischen System sind die Wirkungsmechanismen der zahlreichen Massnahmen auf die vielfältigen Formen der Familien komplex. Diese müssten im Verhältnis zu den sich im Lebenslauf fortlaufend verändernden Interessen und Bedürfnissen von sich wandelnden Familien analysiert werden. Eine derart breite Untersuchungsanlage würde nur allgemeine Schlussfolgerungen zulassen, was in keinem Verhältnis zum geleisteten Aufwand stünde.</p><p>Der Bundesrat lehnt aufgrund der vorstehenden Ausführungen das Postulat ab. Er ist indessen bereit, im Rahmen der periodischen Evaluation der Anstossfinanzierung für familienergänzende Kinderbetreuung die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit (erreichte Ziele, verbleibende Lücken) vertieft zu untersuchen. Er greift damit eine gesellschaftspolitisch wichtige Frage auf, die auch im Parlament immer wieder thematisiert wird. So wird gegenwärtig in den eidgenössischen Räten eine neue Verfassungsbestimmung zur Familienpolitik (07.419) behandelt, welche die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit oder Ausbildung als Staatsaufgabe beinhaltet und ein bedarfsgerechtes Angebot der familienergänzenden Kinderbetreuungsangebote in der Schweiz fordert. Zudem erinnert der Bundesrat daran, dass gestützt auf seinen Beschluss vom 29. Juni 2011 ein interdepartementaler Bericht zur Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenpflege bis Sommer 2013 in Aussicht gestellt ist. Damit wird ein weiteres familienpolitisches Anliegen behandelt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.