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An seiner Sitzung vom 9. Dezember 2022 erklärte der niederländische Ministerrat – auch Kabinett Rutte IV genannt – den bestehenden Kernkraftwerksstandort Borssele auch als bevorzugten Standort für den Bau von zwei neuen Kernreaktoren. Die Reaktoren der Generation III+ sollen ab 2035 Strom produzieren. Borssele liegt in der Provinz Zeeland am Fluss Schelde.
Ministerpräsident Mark Rutte hat sich an einer Pressekonferenz zu den Hintergründen des Neubauentscheides geäussert: «Indem wir die Kernenergie in unseren Gesamtenergiemix einbeziehen, können wir die CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung reduzieren, einen Beitrag zu unseren Klimazielen leisten und uns unabhängiger von den Ländern machen, aus denen diese fossilen Brennstoffe stammen.» Rob Jetten, der für Klima und Energie zuständige Minister, werde Gespräche mit der Gemeinde Borssele darüber führen, wie diese Blöcke so gut wie möglich in die Umgebung integriert werden könnten. «Wir gehen davon aus, dass wir die endgültige Entscheidung über diesen Standort bis Ende 2024 treffen können», so Rutte.
Minister Robert Jetten erwähnte in einem Brief vom 9. Dezember 2022 an die zweite Kammer der Generalstaaten, dass «jeder Reaktor eine Kapazität zwischen 1000 und 1650 MW haben wird». 2035 würden die beiden Reaktoren 9 bis 13% der Stromerzeugung der Niederlande liefern. Der Standort Borssele biete aufgrund der bereits vorhandenen nuklearen Infrastruktur die Möglichkeit, zwei neue Kernkraftwerkseinheiten optimal zu konzipieren und zu betreiben. «Die ersten Reaktoren der Generation III+ sind inzwischen in Betrieb, sodass realistische Planungen und Kostenschätzungen möglich sind und eingehalten werden können», so der Minister. Der Bau von zwei Reaktoren der Generation III+ an einem Standort biete mehrere Vorteile, insbesondere bezüglich Kosteneffizienz.
Laufzeitverlängerung für das bestehende Kernkraftwerk Borssele
Das bestehende Kernkraftwerk Borssele kann gemäss aktuellem Kernenergiegesetz bis 2033 in Betrieb bleiben. Das Kabinett wolle, dass es länger in Betrieb bleibe. «Ob dies technisch machbar und sicher ist, wird die Behörde für Nuklearsicherheit und Strahlenschutz (ANVS) prüfen», so die Regierung. Dies verhindere, dass mehr Strom mit fossilen Brennstoffen produziert werden müsse und trage zum Erhalt des nuklearen Wissens und der Forschung bei.
Gemäss Regierung müssen hinsichtlich eines Langzeitbetriebs das Kernenergiegesetz und die bestehenden Vereinbarungen mit dem Kernkraftwerksbetreiber Elektriciteits-Productiemaatschappij Zuid-Nederland (EPZ) angepasst werden. «Es werden technische Studien durchgeführt, die zeigen werden, wie lange und unter welchen Bedingungen die Anlage auf sichere und verantwortungsvolle Weise länger geöffnet bleiben kann.»
Quelle
B.G. nach niederländische Regierung, Gesprächsprotokoll der Pressekonferenz von Ministerpräsident Rutte, 12. Dezember 2022; ANVS, Medienmitteilung, 12. Dezember 2022; Minister Robert Jetten, Brief, 9. Dezember 2022; sowie niederländische Regierung, Medienmitteilung, 12. Dezember 2022
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