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Der Ursprung des Weingutes Azienda Agricola Falletto reicht in das 19. Jahrhundert zurück, als Carlo Giacosa, der Grossvater des Winzers, die Azienda Agricola Falletto gründete.
Allerdings besass er damals keine eigenen Weinberge, weshalb er lediglich die Trauben angrenzender Weingüter, mit deren Familien er seit vielen Jahren kooperierte, verarbeitete.
Bruno Giacosa war einer der einer der grossen Winzer der Langhe und zusammen mit Angelo Gaja der Wegbereiter für den langwierigen, letztendlich aber fulminanten Aufstieg des Piemonts in die erste Liga der interessantesten Weinregionen weltweit.
Mitte der 1960er Jahre füllte er seinen ersten Wein, zu einer Zeit, in der die Nachfrage, freundlich ausgedrückt, recht bescheiden war. Seine ersten Weine waren Lagenweine, mit den Barbaresco Asili, Santo Stefano und Rabaja war er einer der Vorreiter zu einer Zeit, als alles mehr oder weniger zusammen in einen Tank kam. Reben hatte er zu diesem Zeitpunkt keine, er kaufte für die grossen Erzeuger des Piemonts Trauben von unterschiedlichsten Winzern und einen Teil für sich.
Damit setzte er die Familientradition fort, denn schon sein Vater und Grossvater waren als „Commerciante“ in der Region unterwegs. Von ihm erfuhr Bruno erst spät, dass bereits sein Grossvater Carlo für dessen Weine höchste Prämierungen bei internationalen Vergleichen erhalten hatte. Während der Weltwirtschaftskrise konnte Brunos Vater keine ähnlichen Erfolge verbuchen. Die ökonomischen Umstände zwangen ihn zu einem Rückschritt, es fanden nur Trauben und Fassweine einen Käufer.
Für seinen Sohn hatte er andere Pläne. Mit ihm besuchte er immer wieder Weinberge und die Keller der Traubenbauern zwischen Barbaresco und Barolo. Bruno konnte bereits von Kindesbeinen unheimlich wichtige und prägende Eindrücke gewinnen. So lernte er schon in frühester Jugend die Unterschiede zwischen guten und schlechten Trauben, wertvollem und billigem Wein zu erfassen. Seine perfekten Kenntnisse der Lagen und damit verbunden die großen Unterschiede hinsichtlich Charakter und Qualität waren sicherlich sein Schlüssel zum späteren Erfolg als Winzer.
Dieser Traum erfüllte sich viel später, erst 1982 kaufte er die Azienda Agricola Falletto in Serralunga, Anfang der 1990er Jahre weitere Lagen in Barbaresco (Asili und Rabaja) und wenig später La Morra. Aktuell verfügt das Weingut über 22 Hektar Rebfläche. Qualität stand für ihn immer an erster Stelle, auch wenn sie zu Lasten der Quantität ging. Seine radikale Mengenreduktion ist legendär. Was bei ihm ins ‚Kröpfchen‘ kam hätte anderen Winzern Tränen in die Augen getrieben. Aber der Erfolg gab ihm Recht, die Qualität war und ist phänomenal und neue Jahrgänge werden binnen kurzer Zeit ausverkauft.
Bruno Giacosa Aushängeschild waren die Weine aus der berühmten Lage Falletto Vigna Le Rocche, vor 2017 auch als Le Rocche di Falletto etikettiert. Diesen Weinberg konnte er 1982 erstehen. In diesem Bereich der Barolo DOCG entstehen wohl die kräftigsten und dichtesten Nebbioli überhaupt. Daher erscheint es oft fast wie ein Wunder, wenn sich einem beim Verkosten die enorme Eleganz dieser Weltklasseweine offenbart. Dabei sind sie unglaublich langlebig und beweisen so Jahr um Jahr das es sich bei ihnen um absolute Klassiker handelt.