Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03307.jsonl.gz/2293

Die Reproduktion
Im klassischen Sinn geht es darum Musik und Klang so aufzuschreiben, daß die Reproduktion derselben durch einen unabhängigen Interpreten ausgeführt werden kann.
Die elektronische Reproduktion (Aufnahme Wiedergabe) von Klang braucht keine Schrift und keinen Interpreten mehr.
Meine Auseinandersetzung fragt nun nach dem Sinn der elektronischen Reproduktion und deren künstlerischen Verwertung.
In der Klanginstallation wird ein ganz neuer Gebrauch gemacht von den Reproduktionsmöglichkeiten der Elektronik. Die Möglichkeit mit Klängen zu arbeiten ohne sie aufschreiben zu müssen und die keinen Interpreten bedürfen, führt zu einer völlig neuen Auseinandersetzung mit den Klängen unserer Umwelt. Ich denke, die Klanginstallation ist eine logische Folge der elektronischen Reproduktion und gibt ihr einen Sinn.
Diese Beschäftigung führte zu einigen Arbeitsweisen und Ideen, die ich hier vorstellen möchte. Eine erste Arbeitsweise beschäftigt sich mit Klangereignissen, die an einem bestimmten Ort stattfinden, sei es in der Stadt oder der Natur oder irgend einem anderen Ort. Ich suchte nach Interventionsmöglichkeiten, ohne daß ich die Klänge aus ihrem ereignishaften Charakter herauslöse d.h., ich wollte genau das was zum Klang führt, nämlich die verschiedenen Ereignisse an einem bestimmten Ort in die Verarbeitung mit einbeziehen. Den Klang am Ort an dem er stattfindet zu einem musikalischen Erlebnis werden lassen, siehe z.B. "Der klangvolle Raum", "Parkhaus Urania" in Zürich oder die bereits durchgeführte Installation in der Ausgrabungsstätte, Chur Welschdörfli. Eine zweite Arbeitsweise sucht und installiert, an einem bestimmten Ort, neue Klänge. Diese neuen Klänge werden speziell für den jeweiligen Ort konzipiert. Sie sollen einen Sinnzusammenhang mit den ereignishaften Klängen des Ortes herstellen. Es ist eine Klanginstallationen die den Ort wie den Klang in einem neuen "Licht" erscheinen lassen soll, siehe z.B. "Glasregen", "Klangwolke" Eine dritte Arbeitsweise besteht darin, neue Klangräume herzustellen. Akustisch geschlossene Räume mit Klängen einzurichten, siehe z.B. "Märchenwald" oder "ein Himmel voller Geigen".