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Am 12. April 1979 kam ich in Portimão, im Süden Portugals, zur Welt. Meine Eltern trennten sich als ich vier Jahre alt war. Meine Mutter, die mein Sorgerecht hatte, kehrte als Saisonarbeiterin in die Schweiz zurück, und so verbrachte ich meine frühe Kindheit bei meiner Grosstante in einem kleinen ländlichen Dorf. Das Spielen im Freien, in Wäldern und Wiesen, das einfache Wohnen, und die erlebnisreichen Wochenenden, an denen mein Vater mit mir im Auto das Land bereiste, prägten diese Phase meiner Kindheit. Er weckte meine Neugier für Kultur, Musik, Philosophie und Vieles mehr. Damals begann auch meine Leidenschaft für Bücher, die nie mehr nachliess.
4 Monate vor meinem 11. Geburtstag kam ich nach Luzern zu meiner Mutter. Damals kannte ich die Schweiz aus den Ferien, die ich zweimal im Winter bei meiner Mutter verbracht hatte. Auf Deutsch konnte ich bloss „ja“ und „nein“ sagen. Dies war mitten in der 4. Primarklasse. Bald besuchte ich die Kantonsschule Reussbühl und träumte von einem Studium. Doch meine Mutter war der Meinung, an der Universität würden mir bloss Flausen in den Kopf gesetzt und ich würde mich dadurch gegen die Sekte entscheiden, die Zeugen Jehovas, deren Mitglied sie war (und noch ist) und zu deren Gottesdiensten sie mich seit meinem Ankommen in der Schweiz gezwungen hatte. Also zwang sie mich, nach dem 3. Gymijahr eine Lehre anzufangen. Sie gab mir immerhin die Wahl, welche: entweder das KV auf der Bank oder das KV auf einer Versicherung. Also machte ich die Banklehre bei der damaligen SBG und lehrbegleitend die Berufsmaturität. Zu ihrem Unglück hatte mich mein Vater schon früh dazu erzogen, kritisch zu denken und mir eine eigene Meinung zu bilden. So half alles versuchte Abschirmen gegen die “weltlichen Einflüsse” nichts: Ich wusste schon früh, dass ich nicht an die Lehren der Zeugen Jehovas glaubte und machte von meiner Religionsfreiheit Gebrauch, als ich sie mit 16 Jahren erlangte. Seitdem bin ich überzeugte Konfessionslose. Da meine Mutter damit nicht klar kam, zog ich gleichzeitig von zu Hause aus.
Die Arbeit in der Bank schien mir damals zu geregelt, zu langweilig. So besuchte ich bald nach der Lehre in Graubünden und im Tessin die Hotelfachschule, während ich mit Barjobs meinen Lebensunterhalt verdiente. Danach blieb ich in Lugano wohnen und war meist im Tourismus in Verkaufsabteilungen tätig. Die eindrücklichsten Erfahrungen machte ich auf Sansibar, wo ich während fünf Monaten bei der Eröffnung eines Ferienresorts mitarbeitete. 2007 beschloss ich, wieder nach Luzern zu ziehen, um meinen mittlerweile in der Pubertät steckenden Halbgeschwistern näher zu sein. Seitdem habe ich unter anderem wieder in meinem Lehrbetrieb, der heutigen UBS, gearbeitet.
Doch es liess mich nie ganz los, dass ich beruflich nie das gemacht habe, was ich mir wirklich gewünscht habe. Deswegen studiere ich seit Oktober 2012 im Teilzeitstudium Philosophie und Psychologie. Ebenfalls habe ich mich selbständig gemacht mit einem Handelsunternehmen, das Korkprodukte aus Portugal importiert und verkauft. Ich hoffe, damit mein Studium zu finanzieren. Mein Traum für die Zeit nach dem Studium ist es, einmal vom Schreiben leben zu können.