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Energetische Psychologie
1 Was ist Energetische Therapie?
Mit der Entwicklung der Formel E=mc2 durch Albert Einstein wurde deutlich, dass alles auf der Welt Energie ist. Das gilt natürlich auch für unseren Körper. Dieses Verständnis vom Leben und der Welt ist aber schon viel älter. Angefangen hat aber bereits alles schon vor ca. 5000 Jahren, als im alten China herausgefunden wurde, dass jeder menschliche (und tierische) Körper ein Energiesystem besitzt, in dem die Lebensenergie, das Qi (sprich Tschi) fliesst. Diese fliesst in bestimmten Bahnen, den Meridianen. Auf jedem Meridian gibt es Punkte, die einen Einfluss haben auf den Energiefluss. Bestimmte Punkte steigern die Energie, andere vermindern oder reduzieren sie. Dieses alte Wissen fand im Westen lange wenig Anerkennung. Erst in der heutigen Zeit besinnt man sich wieder darauf und verbindet es mit Erkenntnissen und Forschungen aus der Medizin, der Psychologie und der Neurologie. Daraus entwickelte sich das Konzept der Energetischen Therapie.Begonnen hat das ganze mit Roger J. Callahan. Er begann sich 1979 für die Applied Kinesiology zu interessieren und liess sich in dieser Methode ausbilden. Mitte der 80er Jahre begründete er die "Thought Field Therapy (TFT)", die Gedankenfeld Therapie. Sein erster Fall war eine Patientin mit Wasserphobie namens Mary. Sie hat unter dieser Wassertherapie schon lange gelitten, auch Callahan versuchte zunächst erfolglos, ihr zu helfen. Da beschloss er, den Muskeltest aus der Applied Kinesiology zu verwenden. Er liess sie nur an Wasser denken, während er die Muskeln testete, die mit bestimmten Meridianen im Zusammenhang waren. Dabei fand er heraus, dass nur ihr Magenmeridian aus dem Gleichgewicht war. Deswegen forderte er sie auf, den ersten Punkt des Magenmeridians leicht zu klopfen. Innerhalb einer Minute berichtete die Klientin, dass sie überhaupt kein Unbehagen mehr fühle, wenn sie an das Wasser denkt. Sie konnte sogar an den Swimmingpool gehen und sich Wasser in das Gesicht spritzen.
Die Entdeckung von Callahan führte weitere Fachleute dazu, sich genauer mit den Möglichkeiten der energetischen Arbeit zu befassen. Zu nennen sind hier G. Craig, F. P. Gallo oder im deutschen Sprachraum R. und R. Franke.
Allen diesen Ansätzen ist gemeinsam, dass sie sich mit der Auswirkung des menschlichen Energiesystems auf Psyche und Verhalten beschäftigt. Wenn eine Störung in unserem Energiesystem besteht, zeigt sich das auf der psychischen Ebene in Form von Stress und Anspannung, mit Ängsten und Depressionen, sogar mit Süchten und selbstsabotierendem Verhalten.
2 Anwendungsbereiche der Energetischen Psychologie
Psychische Störungen
- die meisten Formen von traumatischen Erlebnissen (posttraumatische Belastungsstörung, Unfälle, Gewalterlebnisse etc.)
- Ängste und Phobien (Angst vor öffentlichem Sprechen, Flugangst, Spinnenphobien, Angst vor Hunden, Prüfungsangst etc.)
- Innere Unruhe, Stress, Burnout
- Süchte
- Gewichts- und Essprobleme
- Emotionale Verstimmungen und Essprobleme
- Zwänge
- Selbstwertprobleme
- Sexualstörungen
- etc.
Physische Störungen
- Schmerzen (Kopfschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen, Schulter- und Nackenschmerzen, menstruelle Beschwerden, Gelenkschmerzen etc.)
- allergische Reaktionen
- Asthma und andere Atembeschwerden
- Verdauungsprobleme
- Verspannungen, Nervosität
- usw.
3 Wie läuft das Ganze ab?
- Situationsklärung
- Arbeitskontrakt
- Zielformulierung
- Themenbearbeitung
- Zwischenbilanz
- Abschluss
Nach einem klärenden Gespräch wird eine Zielsetzung erarbeitet. Darauf aufbauend erfolgt die thematische Bearbeitung mit den Methoden der Energetischen Therapie. Ergänzend und unterstützend werden Methoden aus der Atem- und Lösungstherapie, aus der Gesprächstherapie oder weiterer Verfahren aus der Körpertherapie eingesetzt.
Ausserdem lernen Sie im Rahmen eines solchen Prozesses die Methode als Selbsthilfemethode anwenden. Sie sind in der Lage, Ihre Energie ins Fliessen zu bringen und viele kleinere Probleme auch selber zu beheben.
4 Die Wirkung der Energetischen Therapie
Fortgeschrittene Anwender der Energetischen Therapie arbeiten mit Erfolgsquoten von ca. 85% selbst in Fällen schwerer posttraumatischer Belastungen nach Vergewaltigung oder schweren Unglücksfällen. Der Gedanke im Hintergrund ist, dass der Patient nicht „mental", sondern „energetisch" blockiert ist. Dieser erfrischend neue Weg, die menschliche Seele zu betrachten, zeigt auf, dass ein wichtiger Auslöser emotionaler Probleme in der Störung des subtilen Energieverlaufs durch den Körper gesehen werden muss. Bereits weisen einige grössere Studien (z. B. Wells Studie) die hohe Wirksamkeit der Methode nach. Zurzeit laufen einige Studien, welche die Möglichkeiten und Grenzen der Methode erforschen.
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Lesehinweis:
Gallo, F. P.: Energetische Psychologie. Kirchzarten 2000
Benesch, H.: Klopf dich gesund. Blockaden lösen, schmerzfrei werden durch die EFT-Klopfakupressur. München 2005