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Nach dem Festakt vom 4. September im Dom zu Arlesheim mit dem überraschenden Besuch des Herrn Silbermann aus Strassburg in seiner Diligence besuchten eine Woche später 48 Reiseteilnehmerinnen und –teilnehmer die beiden Silbermann-Orgeln in den Strassburger Kirchen St-Peirre-le-Jeune (Junghanskirche) und St-Thomas, wo uns die Organisten Prof. Dr. Marc Schaefer (Strassburg) und Dr. Jean-Claude Zehnder (Basel und Arlesheim) mit ihrem Orgelspiel beglückten und uns die Eigenheiten der jeweiligen Orgelwerke näher brachten.
Die Kirche Jung-Sankt-Peter (St.Pierre-le-Jeune)
Am Ort der gegenwärtigen evangelischen Kirche stand schon im 7. Jahrhundert eine von irischen Mönchen erbaute hölzerne Kapelle, die dem heiligen Kolumban geweiht war. Sie diente vermutlich zugleich als Hospiz und als Gottesdienstort für die ausserhalb der Stadtmauern angesiedelten « kleinen Leute ».
Im Jahre 1031 lässt BischofWilhelm am gleichen Ort eine frühromanische Abteikirche bauen. Sie wurde 1053 von Papst Leo IX. in Gegenwart von 34 Bischöfen geweiht, und erhielt daher den Namen «Jung Sankt Peter », um sie von einer anderen dem Apostelfürsten geweihten « Alt Sankt Peterkirche » zu unterscheiden. Die Kirche wurde zugleich zum Sitz eines Chorherrenstifts, das bis 1790 bestand. Der untere Teil des Turmes und drei Säulenreihen des im 19. Jahrundert stark restaurierten Kreuzganges stammen noch aus dieser Zeit.
Die jetzige gotische Kirche, von Bischof Konrad von Lichtenberg zwischen 1250 und 1320 erbaut, erhielt im 14. und 15. Jahrhundert noch mehrere Seitenkapellen, wovon die bemerkenswerteste die Trinitatiskapelle ist, die von dem berühmten Steinhauer des Münsters Hans Hammer gebaut wurde. Die Kirche zeichnet sich aus durch den Kathedralenabschluss (8 Gewölberippen in einem Schlußstein zusammengefasst), durch ihren schönen Lettner aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und durch zahlreiche Fresken und Wandmalereien.
Die Thomaskirche
Die protestantische Thomaskirche (Eglise Saint-Thomas) ist eine der kulturgeschichtlich und architektonisch bedeutendsten Kirchen Strassburgs und die einzige Hallenkirche des Elsasses. Seitdem das Strassburger Münster 1681 nach der Besetzung Strassburgs durch die Franzosen den Katholiken zurückgegeben werden musste, ist die Thomaskirche die evangelische Hauptkirche der gesamten Region.
Geschichte
Bereits im 6. Jahrhundert wurde am heutigen Standort der Apostel Thomas verehrt. Im 9. Jahrhundert liess Bischof Adeloch einen prächtigen Kirchenneubau samt angrenzender Schule errichten. Beide brannten 1007 durch Blitzeinschlag ab, dann 1144 erneuert. 1196 begann von der Fassade an der Bau eines neuen, festungsartig massiven Gebäudes mit wuchtigem Torturm im spätromanischem Stil. Um 1270/80 entstanden der Chor und das Querhaus mit dem Vierungsturm in gotischen Formen. Darauf folgte der Bau des Langhauses als Hallenkirche bis ca. 1330. Die Bauarbeiten endeten 1521 mit Seitenkapellen im Stil der Spätgotik. 1524 wurde die Kirche dem lutherischen Glauben zugewiesen. Diesen Status konnte sie trotz der Annexion des Elsasses an das katholische Frankreich behaupten. Heute noch verwaltet sie mehrere Grund- und Hauptschulen.
Orgeln
Die Kirche ist international bekannt für ihre historisch und musikalisch bedeutenden Orgeln: Die 1979 von Alfred Kern in Annäherung an das Original restaurierte Silbermann-Orgelwerk von 1794, auf der bereits Wolfgang Amadeus Mozart 1778 spielte; und die 1905 von Orgelbauer Fritz Haerpfer nach Plänen von Albert Schweitzer angefertigte und 1906 eingebaute Chororgel. Die Silbermann-Orgel hat heute 38 Register auf drei Manualen und 7 Pedale.
(Text gekürzt aus Wikipedia)
Die Familie Silbermann
Ein Meisterwerk von Johann Andreas Silbermann in der Sankt-Thomas Kirche (1737-1741)
Treu dem Vorbild seines Vaters, der 2 Jahre zuvor verschied, übernahm J.-A. Silbermann die Disposition, die Mensuren und die Klaviatur der Orgel von Ebersmünster mit einer Ausnahme: Das Pedal erweitert er von 4 auf 7 Register.
Weihnachten 1740 erklang die Orgel in ihrem prächtigen Gehäuse zum ersten Mal. Die Intonation der 1758 Pfeifen wurde im Februar des folgenden Jahres fertiggestellt.
Wolfgang Amadeus Mozart verweilte 1778 zwei Wochen in Strassburg und schrieb an seinen Vater: „Habe auf die hier besten Orgel von Silbermann öffentlich gespielt, in der lutherischen Neukirche und in der Sankt Thomas Kirche“. Leider wurde die grössste der Orgeln, die der Neuen-Kirche, 1870 durch einen Brand vollständig zerstört. So beibt nur noch in der Thomas-Kirche die Klaviatur, auf der Mozart spielte.
(Texte aus einer inzwischen vergriffenen Broschüre der St-Thomas-Kirche)
Impressionen von der Schifffahrt auf der Ill
Bildquellen: © Peter Koller, Bruno Eckert