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Die Zusammenarbeit zwischen Michael Giacchino und J.J. Abrams geht auf das Jahr 2000 zurück, als Abrams auf der Suche nach einem Komponisten für den Pilotfilm von Alias (ja, das war diese dröge Agenten-Serie mit der weit weniger langweiligen Jennifer Garner in der Hauptrolle) auf Giacchinos Medal of Honor stiess. Seither folgten einige erfolgreiche Teamworks, insbesondere natürlich für die TV-Serie Lost, den pfundigen Score zum Star Trek Prequel oder die Endsuite zu Cloverfield.
Super 8 beginnt – in Super 8 – mit den zwei prinzipiellen Themen des Scores. Zunächst das 4-Noten Motiv (in Moll) das in das deutlich wärmere Hauptthema übergeht. Ein weiteres 4-Noten Motiv, das öfters und prominentere Verwendung findet, ist ausgelegt für spannende und unheimliche Passagen – das Motiv für die Kreaturen. Desweiteren ist ein 3-Noten Spannunsgmotiv zu hören, welches ab Mitte der CD Überhand nimmt.
Aftermath Class klingt beinahe wie ein „moderner“ Williams. Verwunderlich ist das nicht, immerhin enthält Super 8 einige bildliche und inhaltliche Referenzen an seinen Produzenten Steven Spielberg. Desweiteren ist hie und da ein militärisch klingendes Motiv zu hören (Gas and Go), das Giacchino geschickt variiert um actionbetonte Emotionen zu erzeugen (Radio Haze). Hier dominieren staccati Streicher und kräftige Bläser zusammen mit pointierter Perkussion, spannend gemacht und mit ein wenig Augenzwinkern versehen (ich höre hier in der Ferne das Militärmotiv aus Close Encounters of the Third Kind). Ein weiteres Thema steht für Alice, eine sanfte, einfache Melodie zu hören in We’ll Fix it in Post-Haste oder kurz in Alice Projects in Joe (zusammen mit Joes Motiv). Diese ruhigen Momente sind allerdings rar, zumeist geht Giacchino mit Suspense und orchestraler Action voran und verzichtet dabei auf elektronische Beigaben, selten heutzutage.
Abschluss der CD bilden die tollen Letting Go, Super 8 Suite und The Case, ein witziges Stück Musik, das Giacchino für den Super 8 Film von Charles (einem der Kiddies im Film) geschrieben hat und sich vom zuvor gehörten deutlich unterscheidet (es klingt ein wenig nach 50er Grusel-/Science Fiction und dem guten Bernard Herrmann).
Wer noch die 30 Minuten Varèse CDs erlebt hat, der sollte sich zwar schämen so was zu sagen, aber Super 8 hätte eine Kürzung von 20, 25 Minuten rein hörtechnisch ganz sicher gut getan. Insbesondere das zweite Drittel leidet etwas unter den Wiederholungen und wenig musikalischer Entwicklung. 77 Minuten Super 8 sind schon etwas ermüdend.
Vielleicht hat man an Super 8 mehr Spass, wenn man Williams ziemlich gut kennt und mag? So oder so, der Score enthält einige erstaunlich starke Momente, vor allem im ersten Drittel sowie in den letzten 3 Tracks – ich würde ihn als einer der besseren Arbeiten von Giacchino einstufen, trotz der durchaus gut gemeinten Nähe im ersten Drittel zu John Williams (und ein klein wenig James Horner ist auch zu hören). Oder vielleicht auch gerade deswegen?! Zupft man hier also 50 Minuten heraus, lässt einige der redundanten Tracks weg, so würde die Wertung noch ein Stückchen höher ausfallen.