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Der Basler Arzt Andreas Staehelin-Vischer arbeitete von 1948 bis 1981 am Diakonissenspital und späteren Gemeindespital in Riehen, zuerst als Oberarzt und ab 1966 als Chefarzt der chirurgischen Abteilung.
Sohn des Theodor Staehelin (1874–1953; Direktor der Hypothekenbank) und der Emma, geborene von Salis (1882–1963). Heirat 1945 mit Marie-Christine Vischer (1920–2019). Ein Sohn und zwei Töchter.
Andreas Staehelin wurde am 27. September 1914 als viertes Kind von Theodor Staehelin und Emma von Salis in Basel geboren. Hier durchlief er auch die Schulausbildung: im Sevogelschulhaus, am Gymnasium am Münsterplatz und am Realgymnasium, wo er im Frühjahr 1934 die Maturität erlangte. Bis auf ein Semester in Berlin 1937/38 absolvierte er auch das gesamte Medizinstudium in Basel.
Nach dem Staatsexamen 1939 übernahm er eine Landarztvertretung im Entlebuch. Anschliessend arbeitete er als Volontär, später als Assistent bei den Professoren Andreas Werthemann und Siegfried Scheidegger im Pathologischen Institut in Basel. Staehelin promovierte 1940 mit einer Dissertation mit dem Titel ‹Spätepilepsie nach Gehirndurchschuss›. Später wurde er Oberarzt am St. Claraspital in Kleinbasel, wo er sich unter Professor Merke auf dem Gebiet der Chirurgie spezialisierte.
Während des Zweiten Weltkriegs hielt sich Staehelin 1941 als Mitglied einer Schweizer Ärztemission an der Ostfront auf. Im gleichen Jahr war er an der Abteilung für fremde Interessen der Schweizer Gesandtschaft in Berlin tätig und besuchte in deren Auftrag während vier Monaten angelsächsische und australische Kriegsgefangene in Ostdeutschland.
Nach Basel zurückgekehrt, trat Staehelin 1943 als Assistent unter Professor Franz Merke in die chirurgische Abteilung des St. Claraspitals ein, wo er wie alle Assistenzärzte auch wohnte. Hier wirkte er in den Jahren 1946 und 1947 als Oberarzt.
1945 heiratete Staehelin Marie-Christine Vischer, Tochter des bekannten Basler Arztes Adolf Lukas Vischer, und liess sich mit ihr 1947 am Pfaffenlohweg 45 in Riehen nieder. Auf Beginn des Jahres 1948 berief ihn das Komitee der Diakonissenanstalt zum Oberarzt der chirurgischen Abteilung unter Chefarzt Carl-Felix Geigy ans Diakonissenspital Riehen.
Zur Weiterbildung hielt sich Stahelin 1950 sechs Monate lang in London auf. Im gleichen Jahr wurde er am Diakonissenspital als Nachfolger des Urologen Achilles Müller zum stellvertretenden Chefarzt ernannt und zog mit seiner Familie an die Morystrasse 4. Gleichzeitig eröffnete er in Basel in den Praxisräumen seines Schwiegervaters eine Privatpraxis, operierte aber weiterhin im Diakonissenspital. Sein Spezialgebiet war die am Riehener Spital traditionell besonders gepflegte Kropfchirurgie. Nach dem Rücktritt Geigys im Jahr 1966 übertrug man Staehelin am Diakonissenspital das Chefarztamt in der Chirurgie, worauf er seine Privatpraxis aufgab.
Nach 33 Jahren am Spital Riehen übergab er am 30. Juni 1981 altershalber den Posten des chirurgischen Chefarztes an Peter Nussberger.
In seiner Wohngemeinde Riehen vertrat Staehelin die Liberal-Demokratische Partei von 1954 bis 1974 im Weiteren Gemeinderat, den er von 1962 bis 1964 präsidierte. Er liess sich auch mit seiner Familie in Riehen einbürgern. Bereits in seiner Jugend war er hier ein begeisterter Pfadfinder und Stammesführer des Stamms ‹Homberg› in der ‹Pfadi Rheinbund› gewesen, dem vor allem Riehener Knaben angehörten. Später trat Staehelin dem Schweizerischen Alpenclub (SAC) bei. Seit Studienzeiten war er auch Mitglied des Zofingervereins, später auch bei den Rotariern.
Andreas Staehelin verstarb knapp 82-jährig am 30. Januar 1996 nach schwerer Krankheit.
Autorin / Autor: Peter Nussberger | Zuletzt aktualisiert am 17.1.2024
Spätepilepsie nach Gehirndurchschuss. Zürich 1941 (Diss. med. Basel).
Sammlung biographischer Zeitungsauschnitte: 5 Zeitungsartikel.
Nussberger, Peter: Der Kropf und seine Bedeutung für Riehen. In: Jahrbuch z’Rieche 1998. S. 26–35, hier S. 34f.
Zur Erinnerung an Andreas Staehelin-Vischer, geb. 27. September 1914, gest. 30. Januar 1996. [Basel 1996] (Leichenrede).