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Am ersten Qualifikationswettkampf für die Schweizer Meisterschaften gewann Lea Schefer dank eines starken Schlussbouquets mit Ball die Silbermedaille in der Seniorinnenkategorie P6. Leni Leufen konnte in der Juniorinnenkategorie P5 ihr Leistungspotenzial dagegen noch nicht abrufen.
Die Gymnastinnen hatten am ersten Wettkampftag zwei der vier Übungen mit den Handgeräten zu absolvieren. Nicht nur das Können, sondern auch die Tagesform, Nervosität und die mentale Stärke sind entscheidende Faktoren, wie eine Athletin während 90 Sekunden auf dem Teppich auftritt. Bereits ein Geräteverlust kann alle Chancen zunichte machen.
In der Kategorie P5 (Jahrgang 2008/2009) zeigte sich die Konkurrenz von Leni Leufen stark – insbesondere durch die in diesem Jahr zusätzlich antretenden Ukrainerinnen. Mit Ball gelang der 15-Jährigen ein guter Start (23,30 Punkte). Mit Keulen wurden es 21,35. Am zweiten Tag bewertete das Kampfgericht ihre Übungen mit 20,30 (Reif) und 21,35 (Band). Mit einem Punktetotal von 86,30 erreichte Leni Leufen den 14. Rang. Im zweiten Quali-Wettkampf von Anfang Mai in Biel muss sie sich steigern, weil nur die zwölf besten Gymnastinnen für die Schweizer Meisterschaften im Juni zugelassen werden.
Leufen muss sich gegen starke Konkurrenz behaupten
Die 16-jährige Lea Schefer startet in dieser Saison erstmals in der Kategorie P6 (Jahrgang 2007 und älter). Die erste Übung gelang ihr nicht optimal. Ein Knoten im Band kostete wertvolle Zeit und Punkte – es reichte nur zu 19,70, mit Reif war sie deutlich stärker (23,70). Am zweiten Wettkampftag erreichte Lea Schefer mit Keulen 21,60 Punkte. Dank hohem Schwierigkeitsgrad, schöner Artistik und guter Ausführung bewertete das Kampfgericht die Ballübung zum Abschluss ihres Wettkampfes mit 26,55 Punkten. Mit einem Total von 91.55 reichte es der Berneckerin am Schluss zur Silbermedaille.
In zwei Monaten Arbeit für ein halbes Jahr geleistet
Beide Gymnastinnen von der RG Berneck trainieren im Leistungszentrum RLZ RG Ost St. Gallen. Die dort seit 1. Februar amtierende 27-jährige Cheftrainerin Rita Vasconcelos hat mit diesem Wettkampf ihre Feuertaufe auf nationaler Ebene bestanden. Sie war mehrfache portugiesische Meisterin. Nach ihrer Aktivkarriere wechselte die Lissabonerin ins Betreuerteam der portugiesischen Nationalmannschaft. Vasconcelos ist auch internationale Kampfrichterin des Weltverbands FIG.
Die Gymnastinnen des RLZ RG Ost hatten sich nach einer dreimonatigen Übergangszeit ohne Cheftrainerin in den letzten Wochen intensiv auf den Wettkampf vorbereitet. «Unter normalen Umständen macht man in sechs Monaten, was wir in den letzten zwei geleistet haben», sagt Vasconcelos.
Leni Leufen ist Mitglied des Juniorinnenkaders der Schweiz. Mitte März konnte sie dank ihren Leistungen in der letzten Saison mit der Schweizer Delegation am Aphrodite-Cup in Athen teilnehmen, an dem sich die weltbesten Juniorinnen massen. Leni Leufen sagte: «Für mich war die imposante Halle mit vier Teppichen mit Unterboden für das Aufwärmen der Gymnastinnen bereits ein Highlight. In der Schweiz findet man nicht einen davon!» Für Leufen war es eine wichtige internationale Erfahrung, auch wenn ihr abermals vor Augen geführt wurde, dass die meisten Konkurrentinnen in ihren Heimatländern bessere Trainingsbedingungen vorfinden.
Der erste Qualifikationswettkampf Jugend (Kategorien P2 und P3) für die Schweizer Meisterschaften vom Juni wird am 22./23. April ebenfalls in Le Landeron stattfinden. Mit dabei sind die 12-jährige Elisiana Nikaj von der RG Berneck und die 11-jährige Shania Hutter von der RG Diepoldsau-Schmitter.