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Auf den Spuren von ...
Simona Berta, Kundenberaterin
Simona Berta ist Kundenberaterin bei der SBB. Ihre Stimme ist freundlich und fröhlich, ungezwungen und sympathisch. Man spürt, dass sie den Umgang mit Menschen gewohnt ist und den Kontakt mit der Kundschaft liebt. Wir führen das Interview mit ihr am Telefon, während sie durch einen grauen Herbsttag spaziert. Schritt für Schritt erzählt sie von sich, ihrer Arbeit und ihren Interessen.
Veronica Galster / Übersetzung: Peter Moor
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Sie ist in den Tessiner Bergen aufgewachsen, im Dörfchen Anzonico (Leventina). Schon als Kind gehörten öffentliche Verkehrsmittel zu ihrem Alltag, denn sie benutzte sie, um in den Kindergarten und in die Schule in Faido zu gelangen. Nach der kantonalen Verwaltungsschule (die damals Leute ausbildete, die bei der Bahn oder der Post arbeiten wollten) und einer halbjährigen Auszeit, die sie nutzte, um in Australien Englisch zu lernen, begann sie 1995 ihre Lehre bei der SBB.
In jenen Jahren gab es noch die Betriebsbeamtenfunktion, also Zugverkehr, Verkauf, Güter. Schon damals blieben die Lernenden nicht an einem Ort, sondern wechselten zwischen verschiedenen Standorten. «Ich habe in Bodio begonnen, war dann in Lugano, Bellinzona, Biasca und zum Schluss in Tenero. Nach der Lehre musste man damals das Tessin verlassen und ein Praktikum in der Zentralschweiz machen», erklärt Simona, die für ein Jahr unterwegs war: zuerst in Arth-Goldau, wo sie am Schalter arbeitete, danach in Zug im Reisebüro.
Das Reisebüro SBB
Mit der Erfahrung aus Zug und der abgeschlossenen Lehre kehrte sie ins Tessin zurück, wo sie im Reisebüro in Bellinzona zu arbeiten begann, was ihr sehr gut gefiel und ihr über den Kundenkontakt hinaus die Möglichkeit bot, selbst zu reisen. 2015 jedoch, als sie schwanger war und die Geburt kurz bevorstand, gab die SBB die Schliessung der Reisebüros in der ganzen Schweiz bekannt: «Am Tag, als sie mir das mitteilten, habe ich mein Kind geboren, drei Wochen zu früh. War das der Auslöser? Ich kann das nicht beweisen, aber …», erzählt sie mit einem Lachen.
Die Schliessung der Agenturen war ein schwerer Schlag für sie und ihre Kolleginnen und Kollegen, auch wenn das Unternehmen allen Beschäftigten der Reisebüros eine neue Stelle garantierte. Für sie war es eine Arbeit, die sie begeistert hatte. Darauf zu verzichten, fiel ihr nicht leicht.
Zeit der Veränderungen
Nach dem Mutterschaftsurlaub kehrte sie Teilzeit als Kundenberaterin an den SBB-Schalter zurück. Es war eine andere Arbeit als jene, die sie verlassen hatte, also neben der Mutterschaft eine zweite grosse Veränderung in ihr Leben.
Auch wenn ihr die Schliessung der Reisebüros am Anfang negativ erschien, stellt Simona im Nachhinein fest, dass es wahrscheinlich besser war. Die Arbeit als Kundenberaterin am Schalter, mit reduziertem Pensum, ermöglichte ihr nämlich, Arbeit und Familie besser unter einen Hut zu bringen, als es möglicherweise bei der Arbeit im Reisebüro der Fall gewesen wäre. «Mit der kleinen Tochter wäre es sicher sehr schwierig, wenn nicht unmöglich gewesen, so viel zu reisen wie zuvor, und auf die Dauer wäre es schwer geworden, die Kundschaft zu beraten. Die Teilzeitarbeit am Schalter war viel einfacher zu regeln», hält sie fest.
An ihrer heutigen Arbeit gefällt Simona vor allem der Kontakt und der Austausch mit verschiedenen Menschen. Zudem fühlt sie sich wohl mit den Kolleginnen und Kollegen. Das Betriebsklima ist gut und sie ist glücklich, eine Arbeit zu haben, die sie nach wie vor motiviert und mit Leidenschaft erfüllt.
Die Verbindung zum SEV
Sie ist seit 27 Jahren beim SEV. Auch wenn sie glücklicherweise nie die Unterstützung der Gewerkschaft benötigt hatte, war es ihr immer wichtig, dabei zu sein und mitzumachen: «Ich bin noch während der Lehre beigetreten dank einem Kollegen, der leider nicht mehr bei uns ist: Franco Zanetti. Er war sehr aktiv im SEV, warb die Jungen an und erklärte, wie die Gewerkschaft funktioniert und weshalb es wichtig ist, dabei zu sein. Ich habe damals überhaupt nicht gezögert, dem SEV beizutreten. Nach all den Jahren bin ich immer noch von meinem Entscheid überzeugt.» So hat sie sich dieses Jahr für die Werbekampagne des SEV zur Verfügung gestellt, mit dem Slogan: «Ich bin SEV-Mitglied, weil wir gemeinsam stark sind.»
Neben der Arbeit
Wenn sie nicht am Schalter arbeitet, widmet sich Simona ihrer Familie. Sie ist gerne draussen an der frischen Luft, auf Spaziergängen und beim Wintersport. Auch wenn sie nicht mehr so viel unterwegs ist wie zu ihren Zeiten im Reisebüro der SBB, bleibt das Reisen eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen.