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Der Schauspieler brachte Millionen von Menschen zum Lachen und war in in den frühen 80er Jahren einer der beliebtesten US-Komiker. Doch privat musste er viel Leid ertragen – der Krebs nahm ihm in jungen Jahren seine Frau. Auch er selbst erkrankte an der Krankheit, doch er hat ihn überlebt. Heute wird Gene Wilder 81 Jahre alt.
Mit seinen blauen Kulleraugen und der krausen Mähne war Gene Wilder nie für Heldenrollen prädestiniert: Er machte das Beste aus seinem Typ und arbeitete sich ab den späten 60ern zum beliebten Spassmacher hoch. Seit den 90er-Jahren beschränkt Wilder, der heute seinen 79. Geburtstag feiert, seine immer spärlicheren Auftritte auf das Fernsehen. Der Komiker, der erstmals 1967 als schüchterner Leichenbestatter in «Bonnie & Clyde» auffiel, kam vom Broadway. Der Sohn russischer Einwanderer, 1933 als Jerry Silberman in Milwaukee geboren, nahm in New York Schauspielunterricht. Als Regisseur Mel Brooks ihn entdeckte, war Wilder gerade dabei, sich eine Karriere als seriöser Bühnenmime zu erarbeiten. Brooks besetzte ihn 1968 in der Musical-Satire «Frühling für Hitler» als neurotischen Buchhalter Leo Bloom und verschaffte ihm sofort die erste Oscar-Nominierung.
Zu Wilders Glanznummern zählt sein düsterer Willy-Wonka-Auftritt 1971 in «Charlie und die Schokoladenfabrik». Unsterblich wurde der furchtlose Scherzkeks durch Woody Allens «Was Sie schon immer über Sex wissen wollten», in der er einen Arzt spielt, der sich in das Schaf Daisy verliebt. Aber richtig räumte er zusammen mit Richard Pryor ab. Der umtriebige, agile Schwarze und der schüchterne, ungelenke Jude bilden ein Duo, das in Filmen wie «Trans-Amerika-Express» oder «Die Glücksritter» ankommt.
Der grösste Erfolg ist jedoch das Remake eines französischen Films. In «Die Frau in Rot» stolpert ein biederer Geschäftsmann in eine Affäre mit einem atemberaubenden Modell. Zum erhofften Sex kommt es zwar nie, alle Nachteile eines Seitensprungs - Kosten, Ehekrach, Peinlichkeit - hat «Teddy» aber trotzdem. Der Soundtrack gewinnt einen Oscar: «I Just Called to Say I Love You» von Stevie Wonder.
Wilders Co-Star, die herbe Nebenbuhlerin «Ms. Milner», ist da im wahren Leben schon seine (dritte) Frau. Doch wenig später wird bei Gilda Radner Krebs diagnostiziert, sie stirbt 1989. Wilder gründet den Hilfeverein «Gilda's Club» und hält Vorträge zur Früherkennung, da wird auch beim ihm Krebs entdeckt. Er muss Rollen absagen, tritt nur noch selten auf. Zuletzt spielte er vor sieben Jahren in einer Minirolle den Chef von «Will» in der Serie «Will und Grace». Doch Wilder, der inzwischen mehrere Romane schrieb, hadert nicht mit seinem Schicksal. Wie es sich für einen beruflichen Clown gehört, bezeichnet sich Wilder privat als «bedrückten und melancholischen» Charakter.