Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03460.jsonl.gz/1140

Der Unterhalt deckt grundlegende, existentielle Bedürfnisse des Menschen ab. Man spricht auch von seinem Bedarf. Es geht zunächst um elementare körperliche Bedürfnisse wie Kleidung, Essen, Wohnung, Gesundheit, Körperpflege usw., aber auch um psychisch-geistige oder kulturelle Bedürfnisse, Aus- und Weiterbildung, Unterhaltung sowie sportliche Aktivitäten und Ferien. Eine Unterhaltspflicht kann nur innerhalb der Familie bestehen. Innerhalb eines Konkubinats z.B. haben die Lebenspartner von Gesetzes wegen keine gegenseitigen Unterhaltspflichten.weiterlesen
Wie bereits in einem früheren Beitrag ausgeführt (vgl. Infoseite vom 14. März 2021), erklärte das Bundesgericht kürzlich die so genannte "zweistufige Methode mit Überschussverteilung" oder auch "zweistufig-konkrete Methode" zur Standard-Methode für die Berechnung des familienrechtlichen Unterhalts. Mit dieser Methode ist nun grundsätzlich der Barunterhalt für Kinder und der Unterhalt für den Ehegatten zu berechnen. Eine abweichende Unterhaltsmethode kann nur in besonderen Fällen angewendet werden. Dies ist namentlich dann der Fall, wenn der Unterhalt vor dem Hintergrund ausserordentlich guter finanzieller Verhältnisse der unterhaltsverpflichten Person bzw. der Familie zu bemessen ist.
Wie funktioniert nun diese "zweistufige Methode"?weiterlesen
Wenn Eltern nicht zusammenleben, werden die Betreuungszeiten der Kinder, inkl. Ferien- und Feiertage, in der Regel in einer Elternvereinbarung (bei unverheirateten Eltern), einer aussergerichtlichen Getrenntlebensvereinbarung, einem Eheschutz- oder Scheidungsurteil verbindlich festgelegt. Es kann aber auch nur eine mündliche Abmachung oder ein bisher stillschweigend gelebter Betreuungsrhythmus vorliegen.weiterlesen
Lange überliess das Bundesgericht die konkrete Berechnung des Unterhalts für Kinder und Ehegatten den kantonalen Gerichten . Es griff nur dann ein, wenn die Berechnung die vom Bundesrecht vorgeschriebene Ermessensausübung verletzte. Dementsprechend existierten in der kantonalen Rechtsprechung verschiedene Methoden, die zu unterschiedlichen Ergebnissen je nach Kanton trotz vergleichbaren Verhältnissen führten. Daneben entwickelte z.B. das Zürcher Amt für Jugend- und Berufsberatung (AJB) eine Berechnungsmethode, die von Kindesschutzbehörden (KESB) und sonstigen mit Familienrecht befassten Fachstellen angewendet wurde.weiterlesen
Das Bundesgericht hat im Rahmen eines Urteils vom 11. November 2020 (5A_311/2019) den so genannten "Methodenpluralismus" bei der Berechnung des Kindesunterhalts (Barunterhalt) verworfen und die Berechnung vereinheitlicht. Ob auch die Berechnung des Ehegattenunterhalts vereinheitlicht wird, ist derzeit noch offen, darf aber vermutet werden.weiterlesen