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Unter Transsexualismus (folgend benutzen wir hierfür bevorzugt den Begriff Transidentität um damit von einem Bezug zur Sexualität abzugrenzen) versteht man eine Inkongruenz zwischen dem biologischen Geschlecht eines Menschen und dem von ihm psychisch gefühlten.
Grundsätzlich gibt es eine Vielzahl von Geschlechtervarianten. Meist im Kindesalter spüren Betroffene, dass sie in ihrer sozial zugewiesenen Geschlechtsidentität nicht zuhause sind. Zum Beispiel ein Junge, der von seinem körperlichen Geschlecht her männlich ist, fühlt sich als Mädchen. Umgekehrt kann ein Mädchen, trotz der biologischen Zuordnung, von der Psyche her das Gefühl haben, ein Junge zu sein. Zudem gibt es Menschen welche sich weder einfach als Frau oder Mann fühlen, sondern sich als non-binäre Personen identifizieren. Leidet eine Person fortdauernd darunter spricht man von Geschlechtsdysphorie. Die Weltgesundheitsorganisation benennt „Transsexualismus“ als eine Geschlechtsidentitätsstörung und definiert ihn als Wunsch, dem anderen Geschlecht anzugehören und so auch anerkannt zu werden. Das Transidentität heute in den medizinischen Diagnosekatalogen noch als Krankheitsbild verortet ist, ist nicht zeitgemäss.
Transidentität beschreibt ein natürlich bedingtes Phänomen, bei dem die Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlechtskategorie, sich als nicht übereinstimmend anfühlt und somit nicht integrierbar ist.
Die Transidentität nimmt als Diskurs den Körper-Seele-Dualismus auf und kann in unterschiedlichster Form ausgestaltet sein. Somit gibt es nicht einfach eine einzige Transidentität, sondern strenggenommen so viele wie es Betroffene gibt. Führt man diesen Gedanken weiter, ist davon auszugehen, dass sogar jeder Mensch seine eigene „Transgender-Schwelle“ hat und es eigentlich um weitverbreitetes Phänomen geht, welches aber nicht gesamthaft betrachtet nur selten zu handlungsrelevanten Maßnahmen bzw. psychisches oder körperliches Leiden führt.
Transidente Menschen kommen mit einem biologischen Geschlecht zur Welt dem ein körperliches Geschlecht zugewiesen wird, das sie im Laufe ihrer Entwicklung nicht als das ihnen psychisch entsprechende empfinden. Im Gegensatz zur Intersexualität, wo es in Bezug auf den Chromosomensatz und Geschlechtsorganen biologische Variationen gibt, liegen bei Transidentität zwar diese biologischen Variationen nicht vor, dennoch kann das Körperliche als Falsches und Schmerzliches erlebt werden. Transidentität ist eine Inkongruenz von Körper und Seele in Bezug auf die Geschlechtsidentität. Transidente Menschen erleben ihre körperliche Geschlechtszuordnung nicht als ihre eigene. Mit ihrer inneren Geschlechtspersönlichkeit leben sie sozusagen im biologisch falschen Körper.
Bei einem Phänomen, das per se keinen Krankheitswert hat und auch keine Krankheit ist, von Diagnose zu sprechen, ist nicht passend. Trotzdem ist es für Betroffene wichtig, sich medizinischen Rat und Beistand zu suchen. Transidentität ruft im individuellen und sozialen Leben zahlreiche belastende Schwierigkeiten hervor. Medizinisch und psychotherapeutisch können Sie in Ihrer speziellen Lebenssituation gut unterstützt werden. Eine Diagnose ist die Voraussetzung dafür, dass die Behandlungen von der Krankenkasse übernommen werden und folglich auch auf Kosten der Kassen medizinische Maßnahmen durchgeführt werden können. Die medizinischen Diagnosebegriffe lauten neben dem eher altmodischen Begriff „Transsexualismus“: „Geschlechtsinkongruenz“ und „Geschlechtsdysphorie“. Da es bei Transidentität um Ihr persönliches Empfinden geht, kann die Diagnosestellung auch nur auf persönlichen, vertrauensvollen Gesprächen basieren, in denen Sie Ihre Entwicklungsgeschichte, Ihre Lebenssituation und Ihren Leidensdruck schildern.
Am Universitätsspital Zürich ist ein interdisziplinäres Genderdysphorie-Team für die Begleitung und Behandlung von Menschen mit einer Inkongruenz der Geschlechtsidentität zuständig. Wir koordinieren und organisieren die medizinische Transitionsbegleitung von gender-dysphoren Personen nach individuellen Bedürfnissen.
Möglichkeiten der therapeutischen Behandlung bei Transidentität sind wie folgt:
Neben psychiatrischer Begleitung gehört auch dazu, dass Sie sich umfassend über die hormonelle Behandlung, mögliche Operationsschritte und stationären Aufenthalte sowie potenzielle Risiken aufklären lassen. Auch der endgültige Schritt zur Transition (geschlechtsangleichende Operation) bedarf umfassender Information und Begleitung.