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101 Nummern = 101 Leute/Gruppen – alles Einheimische von Kambodscha. Einige verstanden Englisch, andere nicht. Wieder andere baten jemanden in der Nähe zu übersetzen. Oder ich nahm Hände und Füsse um zu erklären: internationale Sprache. Du brauchst keinen Wortschatz, nur ein bisschen Übung. Jeder wird versuchen, dich zu verstehen. Es macht Spass, garantiert. Ein paar wenige wollten nicht gefilmt werden. Aber die, welche die Herausforderung akzeptierten, gaben ihr Bestes: sie lachten, posierten, sangen, hüpften, standen still, bewegten sich, redeten, kochten, spielten, …
# 6 Abgesehen von dem Blatt mit der Nummer ist dieses Foto keine Fälschung. Diese Männer standen tatsächlich so da und lasen in der Zeitung.
# 8 In einem Park sah ich eine Gruppe um das Hochzeitspaar und den Fotografen stehen. Ich dachte, es sei ein Versuch wert. Fragen kostet ja nichts. Der Bräutigram sprach auch tatsächlich Englisch. Ohne zu zögern erlaubte er mir, Fotos zu machen. Der Fotograf wollte erst noch Fotos mit der Braut alleine machen, also wartete ich mit dem Mann. Er erzählte mir, dass sie nur wegen den Fotos nach Siem Reap gekommen wären; sie lebten in Phnom Penh (Hauptstadt) und hatten in Battambang geheiratet. Sie hatten mehrere Kleider und jede Menge Make-up. Für mich sah das Ganze ein bisschen kitschig aus, allerdings ist das wahrscheinlich normal für Asien. Später war dieses Paar eine tolle Referenz für die Leute welche ein Beispiel sehen wollten. Sie alle liebten das Bild.
# 15 Zuerst wollte ich seinen Nachbarn, welcher in einem anderen Tuk Tuk („Taxi“) schlief, aufwecken. Aber das wäre natürlich nicht wirklich nett gewesen, da ich ja nicht einmal irgendwohin fahren wollte. Also bat ich diesen Typen sich in seinem Tuk Tuk genau gleich hinzulegen.
# 25 Sie ist eines der süssesten Mädchen in Kambodscha! Jeden Morgen frühstückte ich in diesem Restaurant und sie lächelte immer. Leider spricht sie nur wenig Englisch, darum rief sie jemanden zur Hilfe. Ihr Vater kam sofort und fragte mich aus. Er schien misstrauisch zu sein und ich dachte bereits, ich würde seine Erlaubnis nicht bekommen. Doch dann realisierte ich, dass er alles übersetzte. Nachdem ich die Aufnahme gemacht hatte, erzählte er mir, dass er einmal als Kameraassistent gearbeitet hatte und nur wollte, dass es perfekt wird. Wunderbar!
# 27 Als ich sie auf der Strasse singen hörte, rannte ich zu ihr und erklärte, wie genial es sein würde, wenn sie für mein Projekt singen würde. Sie reagierte höchst erstaunt: „Wirklich, du willst mich filmen?!“ Stolz begann sie nochmals mit dem Lied. Vielleicht war es nicht allzu richtig, aber mal ehrlich, wer von uns würde schon vor laufender Kamera eines Fremden mitten auf der Strasse etwas vorsingen?
# 36 Ein „Zimmer“ nur ein paar Meter von der Strasse entfernt, ein Stuhl, ein grosser Spiegel und zwei Frauen. Eine wusch die Haare der anderen. Diese Szene musste ich einfach haben! Leben kann so einfach und unkompliziert sein.
# 40 Etwa 15 Jungs standen um mich herum, aber nur einer war genügend mutig um vor die Kamera zu stehen. Mit Händen und Füssen versuchte ich die anderen Jungs auch ins Bild zu bringen. Naja, das war nicht so einfach. Vielleicht waren sie einfach zu scheu? Jedenfalls versuchten sie dann, einander ins Bild zu stossen/ziehen. Ich amüsierte mich köstlich!
# 48 Eine grosse Gruppe von Männern stand in der Nähe von diesem Wasserrad. Mit der Hoffnung, dass einer von ihnen Englisch verstehen würde, fragte ich in die Runde, ob ich kurz ihre Aufmerksamkeit für ein Foto haben könnte. Die Aufmerksamkeit bekam ich, aber mehr in Form von Gelächter. Sie bewegten sich keinen Schritt. Ich wollte nicht so schnell aufgeben, blieb stehen und lachte mit ihnen. So wartete ich, redete ihnen gut zu, versuchte sie vor das Rad zu bringen. Plötzlich löste sich ein Mann von der Gruppe und fragte, was ich wollte. Er übersetzte dann für mich und ich bekam endlich mein Foto.
# 53 Von der Frau # 52 hatte ich Bananen gekauft, welche ich nun ass und gleichzeitig durch denn Markt schlenderte. Eigentlich wollte ich eine kurze Pause einlegen, aber auf einmal verwickelte mich eine Verkäuferin mich in ein längeres Gespräch. Überraschenderweise wusste sie ziemlich viel über Europa, wusste, welche Nachbarländer die Schweiz hat und dass wir verschiedene Landessprachen haben. Ich war positiv erstaunt über ihr Wissen und wollte natürlich wissen, woher sie dies hat. Sie antwortete, dass sie viel lese, vor allem über andere Länder. Für sie sei das wie reisen, da sie dies nie finanzieren könnte. Ich liebte ihre Einstellung. Sie wollte nicht etwas, was für sie ziemlich unmöglich war zu bekommen. Nein, sie war glücklich mit dem, was sie hat und machte das Beste daraus. Nach einer Weile bat ich sie um eine Aufnahme. Natürlich war sie sofort Feuer und Flamme und zog sogar noch dieses komische, farbige Kleid an. Ihr Lachen war so fröhlich, als ob es ihr Geburtstag, Weihnachten und Neujahr in einem war.
# 70 Schon immer wollte ich jemanden auf der Toilette fotografieren. Sie verstanden mich nicht wirklich aber machten trotzdem genau das, was ich wollte. Wahrscheinlich denken sie nun, dass die „Weissen“ eine Schraube locker hätten. Mag ja in meinem Fall zutreffen. Das Telefon klingelte genau in diesem Augenblick und als die eine abnahm, konnte sie erst nicht sprechen, weil sie so lachen musste!
# 73 Ich versuchte einige Male in eine Universität zu gelangen, was allerdings nicht einfach war. Es waren Semesterferien oder die Schule war aus anderen Gründen nicht geöffnet. Einmal gelangte ich in ein Büro einer Universität und da auch diese in einer Semesterpause war, fragte ich die arbeitenden Männer um Erlaubnis für ein Foto. Ich begann aufzunehmen, als der Chef Befehle gab, die Tische zu räumen. Wahrscheinlich wollte er organisiert aussehen oder so – das war echt zum Schmunzeln. In der Schweiz würde das heissen, dass man zu wenig Arbeit hätte.
# 100 Für die erste Nummer im Countdown wollte ich etwas Spezielles. Ich sah diese vielen jungen Leute in einem kleinen Einkaufszentrum arbeiten und bat sie um einen Gefallen: alle zusammen sollen in die Luft springen. Dies war mit Abstand die lustigste Gruppe, man sah ihnen von Weitem an, wie sie diese Pause genossen. Sie waren genau, was ich suchte: jung, crazy, lebhaft!
# 0 Schon lange hatte ich die Idee für die letzte Nummer mit mir herumgetragen, jedoch hatte ich nie das Gefühl, dass ich die richtige Person dafür gefunden hätte – bis ich diesen Typen sah. Er erinnerte mich irgendwie an eine sprudelnde Quelle: „frisch“ und voller Lebensfreude. Ich weihte ihn in meinen Plan ein: halte das Papier, knülle es zusammen und wirf den „Ball“ in die Kamera. Ich glaube, niemand hätte es besser machen können! Sein Gesichtsausdruck ist so ernst, dass er wieder witzig ist. Und zielsicher war er auf jeden Fall: Das zerknüllte Papier warf er direkt in mein Gesicht – 100 Punkte für ihn! Wir krümmten uns vor Lachen! Es war die letzte Aufnahme – was für ein genialer Abschluss!
Countdown: