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Leserfrage: «Bei meiner Mutter wurde ein Reizdarmsyndrom festgestellt. Was darf sie essen? Muss sie eine spezielle Diät halten?»
Den Genuss von Kaffee
und Alkohol sollte Ihre Mutter erheblich einschränken und das
Rauchen unterlassen. Die meisten Patienten mit Reizdarmsyndrom vertragen verschiedene Nahrungsmittel nicht gut. Hier hilft oft, während einiger Zeit zu notieren, was man vor einer Störung gegessen hat.
Ein Reizdarmsyndrom kann zwar sehr unangenehm sein, ist aber nie gefährlich. Die Funktion des Verdauungstrakts ist gestört, meist jene des Dickdarms. Die drei wichtigsten Symptome sind Bauchschmerzen, Blähungen und unregelmässiger Stuhlgang in Form von Durchfall oder Verstopfung. Als Ursachen werden Stress und schädliche Ernährungsgewohnheiten vermutet.
Eine spezielle Diät braucht es in der Regel nicht. Mehrere kleine Mahlzeiten sind besser verträglich als ein reichliches Essen. Mit einem Gleichgewicht zwischen Aktivitäten und Entspannung sowie medikamentöser Unterstützung kann ebenfalls Besserung erzielt werden. Zudem sollte man Stress möglichst vermeiden. In manchen Fällen eignet sich zur Unterstützung auch eine Psychotherapie.
So erkennt man ein Reizdarmsyndrom
Damit man von einem Reizdarm spricht, müssen folgende drei Punkte erfüllt sein:
- Beschwerden wie krampfartige Bauchschmerzen, ein Völle- oder Druckgefühl im Unterbauch und Blähungen bestehen seit mindestens drei Monaten und werden begleitet durch Probleme beim Stuhlgang (Durchfall oder Verstopfung, teils auch im Wechsel)
- Die Lebensqualität leidet unter den Symptomen
- Die Symptome lassen sich nicht auf andere Krankheiten zurückführen
Schätzungen zufolge sind in Europa etwa 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung vom Reizdarmsyndrom betroffen – zumeist Frauen. Diese Darmstörung kommt in allen Altersklassen vor.
Ursachen des Reizdarms
Bisher ist nicht klar, wie ein Reizdarm entsteht. Bei Betroffenen funktionieren bestimmte Abläufe im Darm nicht mehr richtig, eine krankhafte Veränderung des Darms besteht aber nicht.
Es gibt aber gewisse Faktoren, die einen Reizdarm wohl begünstigen: So hat man festgestellt, dass das Syndrom häufig bei Menschen mit Depressionen und Angststörungen auftritt. Auch treten die Beschwerden häufig im Umfeld von stressigen Situationen auf. Beim Reizdarmsyndrom handelt es aber nicht um eine psychosomatische Erkrankung.
Häufige Auslöser sind zudem
- eine falsche Ernährung (zum Beispiel zu wenig Ballaststoffe, zu fettreiches Essen)
- eine übermässige Schmerzempfindlichkeit des Verdauungstraktes
- Fehlbesiedelung der Darmflora mit bestimmten Bakterien
- eine erbliche Veranlagung
- Störungen des Immunsystems
- Medikamente
- hormonelle Einflüsse
Bei einem Teil der Erkrankten geht dem Reizdarm eine Krankheitsgeschichte voraus, zum Beispiel
- eine bakterielle Darminfektion
- eine Nahrungsmittelunverträglichkeit
- eine Allergie gegen bestimmte Lebensmittel