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Morgen ausgeprägter Südstau
Auf morgen bahnt sich im Alpenraum eine ausgeprägte Südlage an. Sie bringt der Alpensüdseite starke Schneefälle und dem Alpennordhang kräftigen Föhn. Ein Hauptteil dieses Blogs behandelt dieses markante Wetterereignis. Daneben wird auf das heutige Wetter eingegangen, welches der Alpensüdseite viel Sonne bescherte…. welch ein Gegensatz zu morgen.
Ab morgen markante Südlage
Ein Tief, welches heute noch westlich den Britischen Inseln lag, verlagert sich bis morgen nach Frankreich. Auf seiner Vorderseite kommen im Alpenraum kräftige südliche Winde auf. Sie führen sehr feuchte Luft zur Alpensüdseite, was dort zu einer kräftigen Südstauphase führt, welche bis in den Freitagnachmittag hinein andauern wird. Da die Winde in den unteren Luftschichten eher aus Süd- bis Südost wehen werden, ist der Hauptteil der Niederschläge im oberen Maggiatal und in der Simplonregion zu erwarten.
Tiefe Schneefallgrenze in den Tälern der Alpensüdseite
Die Schneefallgrenze wird bei diesem Ereignis auf der Alpensüdseite an sich bei rund 1000 Metern liegen. Da aber die Niederschläge recht intensiv ausfallen werden, kommt der Prozess der Niederschlagsabkühlung in Gang. Dabei muss davon ausgegangen werden, dass in den Tälern des Nord- und Mitteltessins und Südbündens die Schneefallgrenze markant tiefer als die oben angegebenen 1000 Meter liegen wird. In der intensivsten Phase der Niederschläge vom Donnerstagabend bis Freitagmorgen kann auch in tiefgelegenen Talsohlen in Höhenlagen von 200 bis 500 Metern Schnee fallen. Es ist daher möglich, dass am Freitagmorgen dort eine Schneedecke von 5 cm Mächtigkeit liegen kann. Im Südtessin hingegen wird ein kräftiger Südostwind eine Niederschlagsabkühlung verhindern, wodurch die Schneefallgrenze dort im Bereich von 1000 Metern verbleiben wird.
Deutlich grössere Schneemengen sind oberhalb 1000 Metern zu erwarten. Generell kann dabei von 10 bis 30 cm, im oberen Maggiatal und in der Simplonregion von 40 bis 70 cm Neuschnee ausgegangen werden. Aufgrund der grossen Neuschneemenge auch in tieferen Lagen wurde daher für das Mittel- und Nordtessin sowie für Südbünden die Warnstufe 4 ausgegeben.
In den angrenzenden Gebieten, nämlich von Urserental über das Goms bis in die Region Zermatt wurde hingegen die Warnstufe 3 in Betracht gezogen.
Kräftiger Föhnsturm in Berglagen des Alpennordhangs
Die kräftige Südströmung bewirkt am Alpennordhang eine kräftige Föhnströmung. Der Föhn wird dabei in den Tälern Böenspitzen von 70 bis 90 km/h erreichen. Dies ist allerdings für eine herbstliche Föhnlage nicht aussergewöhnlich. Demgegenüber wird der Föhn in Kamm- und Gipfellagen sehr stark sein. Dabei sind vor allem die Regionen vom Berner Oberland über das Urner- und Glarnerland bis zum Säntisgebiet betroffen. Die erwarteten Böenspitzen dürften in einem Bereich von 130 bis 160 km/h liegen. In diesen Gebieten erfolge eine Warnung der Stufe 3. Da die Winde eher aus Südsüdost als aus Südwest wehen, ist anzunehmen, dass der Föhn besonders in der Jungfrauregion sehr stark sein wird. Dort können die Windspitzen 160 km/h auch überschreiten.
Eher wechselhaft auf der Alpennordseite
Die nordwestlichen Winde führten eher feuchte Luft nach Mitteleuropa. Dementsprechend überwogen nördlich der Alpen mehrheitlich die Wolken. Tagsüber blieb es meist trocken. Zwischendurch riss die Bewölkung auch grosszügig auf, so dass ab und zu ein sehr freundlicher Eindruck entstand. Mit Tageshöchsttemperaturen von 6 bis 9 Grad konnte aber nicht unbedingt von mildem Wetter gesprochen werden. Dies verwundert auch nicht, handelte es sich doch um frische Meeresluft, welche eben aus Nordwesten eingeflossen war.
Heute sonnige Alpensüdseite - morgen dann nicht mehr ...
Dank den nordwestlichen Winden war heute die Alpensüdseite wolkenfrei, zudem war die Sicht sehr klar. Mit Tageshöchsttemperaturen bis 14 Grad blieb es besonders in windgeschützten Lagen recht mild. Schöneres Wetter ist also kaum vorstellbar. Wer würde ohne Wetterprognosen darauf kommen, dass nur 24 Stunden später das Wetter trüber nicht sein könnte. Es ist ein Charakteristikum der Alpensüdseite, dass das Wetter manchmal sehr schnell von einem Extrem ins andere ändert. Diesmal ist es der Wechsel von einer sonnigen Nordwestlage zu einem kräftigem Südstau, allerdings ist gerade dieser Wechsel sehr selten.
Dies aufgrund der Tatsache, dass hinter einer Nord- oder Nordwestlage meist eine Hochdrucklage folgt, so dass nach einer Nord- oder Nordwestlage mit Stau am Alpennordhang und Nordföhn auf der Alpensüdseite meist eine längere Phase mit wolkenlosem Wetter in der ganzen Schweiz folgt. Eine Südstaulage auf der Alpensüdseite folgt, wenn überhaupt, erst einige Tage später.
Anders ist es beim Wechsel vom Südstau zu einer Nordwestlage mit Nordföhn auf der Alpensüdseite. Meistens folgt einer tiefdruckbestimmten Südwestlage mit kräftigem Stau auf der Alpensüdseite nach dem Durchzug des Tiefs nach Osten eine Winddrehung auf nördliche Richtung, wodurch auf der Alpensüdseite oftmals eine sehr rasche Wetterbesserung eintritt. Innerhalb von nur wenigen Stunden wechselt dann das Wetter von tiefhängendem, düsteren Südstau mit kräftigem Niederschlag auf strahlendblauen Himmel und äusserst klarer Sicht. Auf den Gipfeln der Südalpen steigt die Sichtweite von 2 bis 5 Metern im selbem Zeitraum auf über 300 km.