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Wann beginnt das Leben? Mit dem Eindringen des Samens in die Eizelle? Mit der Bildung des neuen Genoms im Stadium von vier bis acht Zellen? An dieser Frage scheiden sich die Meinungen der katholischen Bischöfe und der Mediziner. Zurzeit diskutieren die Schweizer Bischöfe über die Anwendung der «Pille danach». Allerdings dürfe diese nur zum Einsatz kommen, wenn sie empfängnisverhütende und nicht eine abtreibende Wirkung habe. Sie dürfe keinesfalls den Tod eines menschlichen Lebens bewirken.
Doch wie genau wirkt die «Pille danach»? «Auf den Eisprung hat die ‹Pille danach› keinen Einfluss. Die Schleimhaut der Gebärmutter wird zum Abbruch gebracht, sodass die Periode vorzeitig ausgelöst wird», sagt der Gynäkologe Dr. med. Reto Stoffel. «Falls nun eine Befruchtung stattgefunden hat, wird damit das Einnisten des befruchteten Eis verunmöglicht.» Doch genau hier liegt das Problem. Die katholische Kirche würde nämlich nur Medikamente zulassen, die den Eisprung unterdrücken oder verzögern. Nicht erlaubt hingegen wären Präparate, die die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutter verhindern oder einen bereits eingenisteten Embryo durch eine künstliche Menstruation zerstören. Und hier steht unweigerlich wieder die Frage nach dem Beginn des Lebens im Raum. «Für mich als Mediziner beginnt das Leben erst mit der Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter. Das ist aus medizinischer Sicht auch der Anfang der Schwangerschaft. Zwischen Befruchtung und Einnistung liegen zwei bis drei Tage, und in diesem Zeitraum wirkt die ‹Pille danach›», sagt Mediziner Stoffel. «Das Medikament hat jedoch keine Wirkung mehr, sobald das Ei sich eingenistet, die Schwangerschaft begonnen hat. Darum wirkt die ‹Pille danach› auch nicht abtreibend.»
Die Schweizer Bischöfe haben noch keine Antwort auf ihre Fragen gefunden und wollen zuwarten, bevor sie der «Pille danach» ihren Segen geben.