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Die Lehren aus dem Fall Steve Guerdat
- Dienstag, 29. September 2015, 15:10 Uhr
Nach dem Doping-Freispruch für Steve Guerdat, will der Weltverband die bestehenden Reglemente überprüfen. Eine Liste mit «Specified Substances» soll den Verantwortlichen ermöglichen, flexibel reagieren zu können.
Nachdem die beiden Schweizer Springreiter Steve Guerdat und Alessandra Bichsel vom Weltverband des Pferdesportes (FEI) freigesprochen worden sind, will die FEI die aktuellen Dopingreglemente überprüfen. Neben den bestehenden beiden Listen (Doping- und Medikationsliste) soll eine zusätzliche Liste mit «Specified Substances» eingeführt werden.
Darin aufgeführt sind Substanzen, die pflanzlichen Ursprungs sein können und vor allem im Futter aufzufinden sind. Die FEI hatte im Fall Guerdat keine andere Möglichkeit, als den Reiter als «Person Responsible» und die Pferde zu sperren – sie hat dabei die geltenden Reglemente angewandt, die auch besagen, dass eine Sperre sofort veröffentlich wird.
Die Liste mit den «Specified Substances» würde es der FEI nun ermöglichen, flexibler zu reagieren, sei es für sofortige Massnahmen (Sperre von Athleten und Pferden) oder Bekanntmachungen.
Einer Ad-hoc-Kommission obliegt die Beurteilung
Der Schweizerische Verband für Pferdesport (SVPS) hat seinerseits bei der FEI beantragt, dass nach einer positiven Kontrolle auf «Specified Substances» eine Ad-hoc-Kommission die einzelnen Fälle beurteilt. Diese Kommission soll aus Juristen, Tierärzten und Analytikern bestehen.
Sie würde die schwierige Aufgabe erhalten, zu entscheiden, ob es sich im einzelnen Fall um Doping im Sinne einer verbotenen Leistungssteigerung handelt oder die Möglichkeit besteht, dass die Pferde aufgrund einer Futterkontamination positiv getestet worden sind. Charles F. Troillet, Präsident des SVPS ist überzeugt, dass es nie möglich sein wird, eventuelle Verunreinigungen der Futtermittel durch pflanzliche Stoffe, gänzlich zu verhindern.
Sendebezug: SRF 1, Tagesschau, 28.09.2015 12:45 Uhr