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Bei schönstem Herbstwetter fanden am vergangenen Wochenende die Schweizermeisterschaften im OL über die Langdistanz statt. In der Elite setzten sich die Erfahrensten deutlich gegen die Jungen durch: Sabine Hauswirth (33) und Daniel Hubmann (37) heissen die neuen Schweizermeister.
Der Lauf musste dieses Jahr coronabedingt an zwei Tagen durchgeführt werden. Die Veranstalter versuchten, dies möglichst familienfreundlich zu machen: am Samstag starteten die Jugendlichen unter 16 Jahren, die Läufer der kürzeren Bahnen und die jüngeren Senioren, während am Sonntag die Läufer der längeren Bahnen sowie die älteren Senioren liefen. Das Wettkampfzentrum war unter freiem Himmel, in zehn Minuten Gehdistanz vom Start, und rund ums Ziel aufgebaut. Durch das schöne Wetter war dies eine gute Alternative zu irgendeiner Turnhalle, und bot deutlich mehr Gelände- und Läufernähe. Allzu gut kam das Gesamtkonzept aber nicht an, mit 1274 Startenden blieb der Lauf deutlich unter den normalerweise 1600 bis 1800 Läufern einer Langdistanzmeisterschaft.
Das Gelände "Egg-Platten" bei Steinmaur wurde im Vorfeld als schönster Wald des Kantons Zürich gehandelt, und es hielt, was es versprach. Der mässig coupierte Mittellandwald war sehr gut belaufbar und erlaubte tiefe Kilometerschnitte, und trotz den vielen Wegen wurde viel quer gelaufen. Die Routenwahlen waren häufig nicht entscheidend, solange direkte und gut belaufbare Passagen gewählt wurden und die Ausführung fehlerfrei war. Ausserdem waren schnelle Beine gefragt. Durch die warmen Temperaturen wurde etwas bemängelt, dass es unterwegs nur wenige Trinkposten gab. Speziell war für die Eliteläufer, dass sie 45 Minuten vor ihrem Start in eine Quarantäne mussten und dabei mit dem Bus an einen komplett anderen Startort geführt wurden.
Ausgerechnet die Eliteläuferin Sarina Jenzer bestätigte als Ausnahme die Regel der nicht entscheidenden Routenwahlen und nahm gleich beim ersten langen Riemen eine deutlich langsamere Route. Sie verlor dabei fast 6 Minuten und damit ihre Chancen aufs Podest. Schlussendlich reichte es knapp zum 6. Rang, der immerhin noch mit 200 Franken Preisgeld belohnt wurde. Der Lauf war für die Elite Teil des sogenannten Grand-Slams, bei dem sowieso schon Preisgelder verteilt werden. Ausserdem startete die durchführende OLC Kapreolo ein Crowdfunding, um die Summen noch etwas aufzubessern. Dadurch erhielten die Sieger der Elitekategorien 1600 Franken – für OL-Verhältnisse eine stolze Summe.
Aufs Podest schaffte es aus Huttwiler Sicht der Kartenaufnahmespezialist Ernst Kläy bei den über 70-Jährigen. In einem engen Rennen kam er auf den dritten Platz. Von der OLV Langenthal schaffte Mia Hofer ein Topresultat. Die sehr schnelle Läuferin konnte die Fehler in Grenzen halten, und obwohl es nicht ein perfekter Lauf war, reichte es zum zweiten Rang bei den D14. Den gleichen Platz hatte sie auch vor einer Woche an den Sprintmeisterschaften geholt. In zwei Wochen finden die Mitteldistanzmeisterschaften statt, und es wird spannend sein, zu sehen, ob sie es in dieser technisch schwierigen Disziplin auch aufs Podest schafft.
Vor ziemlich genau 20 Jahren waren übrigens die Langdistanzmeisterschaften im gleichen Laufgebiet durchgeführt worden. Sarina Jenzer erreichte damals bei den D10 den 5. Rang, Mia Hofer war damals noch gar nicht geboren. Nachdem sich die OLC Kapreolo mit den Worten «wir sehen uns in 20 Jahren hier» verabschiedete, stellt sich die Frage, wo sie im Jahr 2040 stehen wird...