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Die sich schnell ändernde Angebots- und Nachfragedynamik und die starke Beteiligung Chinas haben in der Vergangenheit zu einer erheblichen Volatilität in der Branche geführt. Seltene Erden/Strategische Metalle sind Industriemetalle, die typischerweise als Nebenprodukte in Betrieben abgebaut werden, die sich auf Edelmetalle und Basismetalle konzentrieren. Im Vergleich zu Basismetallen haben sie speziellere Verwendungszwecke und sind oft schwieriger zu gewinnen. Derzeit gelten etwa 49 Elemente im Periodensystem als Seltene Erden/Strategische Metalle, darunter Cer, Mangan, Titan und Wolfram. Strategische Metalle werden in unzähligen Technologien wie Düsentriebwerken, Hybridautos, Stahllegierungen, Windkraftanlagen, Flachbildfernsehern und Mobiltelefonen verwendet. Seltene Erden, eine Untergruppe der strategischen Metalle, sind eine Sammlung von 17 chemischen Elementen, die in vielen der fortschrittlichsten Technologien von heute unverzichtbar sind, mit besonderen Anwendungen in der Elektronik. Die einstige Vorherrschaft der USA auf dem Weltmarkt für Seltene Erden begann in den 1980er und 1990er Jahren zu schwinden, als amerikanische Firmen ihre Fabriken in Länder mit weniger Vorschriften und niedrigeren Löhnen verlegten. Zur gleichen Zeit entwickelte die chinesische Regierung ihre eigenen inländischen Produktions- und Handelskapazitäten. Ein Anstieg der Produktion von Seltenen Er- den in den 1990er Jahren führte zu einer Verschiebung des Angebots und der Preise. Als China seine eigenen Exporte steigerte und Offshore-Firmen aufkaufte, wuchs es so sehr, dass es bis 2019 bereits 80% des weltweiten Angebots kontrollierte. Die Dringlichkeit, heimische Quellen für Seltene Erden zu erschliessen, hat sich in jüngster Zeit stark erhöht. Regierungen und Unternehmen haben erkannt, dass neue Energiequellen notwendig sind, um die Wirtschaft anzutreiben und die Bevölkerung zu versorgen. Seltene Erden sind für diese Bemühungen unerlässlich. Elemente wie Neodym und Praseodym (Exposition in Lynas Rare Earths Ltd.), die zuerst in Gaslampen verwendet wurden, werden jetzt zur Herstellung einiger der weltweit stärksten Magnete eingesetzt, die Schlüsselkomponenten in Elektrofahrzeugen und Windturbinen sind. Lithium, ein weiteres strategisches Metall, hat aufgrund seiner vielfältigen Anwendungen in der Infrastruktur und Technologie zunehmend an Bedeutung gewonnen, wobei eine der wichtigsten Anwendungen in Batterien für Laptops, Telefone und Elektrofahrzeuge besteht.
«Seltene Erden sind in vielen der fortschrittlichs- ten Technologien von heute unverzichtbar.»
Grüne Anwendungen stützen das Nachfragewachstum
Die Nachfrage nach Seltenen Erden liegt überwiegend in Form von separierten Seltenen Erden vor, da die meisten Endanwendungen nur ein oder zwei separierte Seltene-Erden-Verbindungen oder -Produkte benötigen. Während das Wachstum der Nachfrage nach Seltenen Erden im Jahr 2020 aufgrund von COVID19-bedingten Unterbrechungen der industriellen Produktion zurückging, wird für 2021 eine starke Erholung der Nachfrage prognostiziert. Die Erholung und das anschliessende Nachfragewachstum werden durch die «Grüne Agenda» untermauert, die von vielen nationalen Regierungen und internationalen Gremien angestrebt wird, um die Kohlenstoffemissionen zu reduzieren. Produkte aus Seltenen Erden werden in grossem Umfang bei der Erzeugung erneuerbarer Energien und im emissionsfreien Verkehr eingesetzt, und zwar durch die Verwendung von Seltenerd-Permanentmagneten in Windturbinen und im Antriebsstrang von Hybrid- und Elektrofahrzeugen.
Knappes Angebot bis 2030 erwartet
Die Permanentmagnetanwendungen aus Seltenen Erden machten im Jahr 2020 bereits 29% der Gesamtnachfrage aus und stellten damit die grösste einzelne Endanwendung dar. Sie verbrauchen eine Mischung aus Neodym (Nd), Praseodym (Pr), Dysprosium (Dy), zusammen mit anderen Elementen, die als Füllstoffe verwendet werden, wie Cer (Ce) und Gadolinium (Gd). Der Roskill Bericht «Rare Earths Market Outlook to 2030», der eine detaillierte Aufschlüsselung der Nachfrage gibt, prognostizierte Anfang 2021, dass Magnetanwendungen für Seltene Erden bis 2030 ungefähr 40% der Gesamtnachfrage ausmachen werden, was das Potenzial für eine enge Angebots-Nachfrage-Balance für wichtige magnetische Seltene-Erden-Elemente erhöht. Da der Ausbau neuer Kapazitäten nur langsam von statten geht, dürfte das Angebot in den kommenden Jahren knapp bleiben und die bereits gestiegenen Preise weiter in die Höhe treiben.
«Das Thema Seltene Erden sollte nur über ein breit diversifiziertes ETP gespielt werden.»
Was lange währt
In den letzten zehn Jahren waren Aktien von Unternehmen, die sich auf seltene Metalle fokussierten, wenig gefragt. Ihre Performance, gemessen am MVIS Global Rare Earth/Strategic Metals Index, dem Basiswert des ETF REMX, hinkte dem Weltaktienindex deutlich hinterher (siehe Grafik 2). Die Trendwende seit Frühjahr 2020 könnte ein erstes Indiz sein für eine Aufholjagd. Etliche Titel verzeichneten im laufenden Jahr bis zum 20. August teils deutlich positive Kursavancen (siehe Grafik 3).
Anlagemöglichkeiten
Anleger, die sich diese Marktnische ins Portfolio holen möchten, sollten dies nur über breit diversifizierte ETPs vornehmen. In Frage kommt der in den USA gehandelte ETF des Anbieters VanEck mit dem Ticker REMX. Er sorgt für die notwendige Diversifikation und eine sorgfältige Auswahl. So müssen Unternehmen mindestens 50% der Gesamteinnahmen aus der Seltene Erden-/ Strategiemetallbranche erzielen, um in den Index aufgenommen zu werden. Als Alternative im Bereich der an SIX Swiss Exchange kotierten Strukturierten Produkte gibt es ferner die beiden Tracker-Zertifikate RAREM von BNP Paribas und RARETQ von Leonteq Securities auf den Swissquote Rare Earth Index. Bei RAREM stellt der Emittent allerdings seit längerem nur noch Geldkurse. Das im Vergleich zu REMX deutlich stärker fokussierte Tracker-Zertifikat kann allerdings nicht mit der Performance von REMX mithalten (siehe Grafik 4).