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Sonntagszeitung 4. November 2007, Oliver Zihlmann und Petra Wessalowski
«Babbo, komm doch, Babbo!» Im Hintergrund des Telefongesprächs mit der SonntagsZeitung quengelt und ruft der achtjährige Ruben pausenlos nach seinem Vater. «Ich kann kaum noch telefonieren», ruft Stefano Bianchi ins Handy. «Ruben braucht mich jede Minute.» Überglücklich sei er, dass er seinen Sohn nach drei Jahren wieder hat: «Incredibile» – unglaublich sei das: wie ein Traum, der in Erfüllung gehe.
Auch Väter können gute Mütter sein
Das Drama begann, wie so oft, mit einer Scheidung und dem Streit um ein Kind. Sie, eine Schweizerin, beanspruchte das alleinige Sorgerecht. Er, ein Italiener, war bereit, es zu teilen. Ein italienisches Gericht entschied im Jahr 2002 zugunsten des Vaters. Versuche der Mutter, das Urteil anzufechten, scheiterten. So löste sie den Fall auf ihre Weise: 2004 tauchte die ehemalige Radrennfahrerin Lucille Hunkeler mit ihrem Sohn Ruben unter - und blieb verschwunden, bis sie am 26. Oktober in Moçambique verhaftet und nach Italien überführt wurde. Das Kind ist inzwischen in einer Pflegefamilie untergebracht. Der Mutter droht eine Verurteilung wegen Kindsentführung. In Colle di Buggiano bereiten sich Familienangehörige und Nachbarn auf das Wiedersehen mit Ruben vor.
Die Geschichte von Ruben bewegt die Gemüter seit über 4 Jahren.
Nachdem ein italienisches Gericht im Jahre 2002 das Sorgerecht über Ruben dem Vater zugesprochen hatte flüchtete die Mutter, die bekannte schweizer Radrennfahrerin Lucille Hunkeler in die Schweiz. Doch auch die schweizerischen Gerichte bestätigten die Sorgerechtszuteilung an den Vater.
Daraufhin tauchte Lucille Hunkeler mit ihrem Sohn unter. Über drei Jahre blieb sie verschwunden.
Vorgestern wurde Lucille Hunkeler, die Mutter von Ruben in Mocambique verhaftet. Sie wurde, aufgrund des internationalen Haftbefehles sofort nach Italien überführt und dort inhaftiert. Ruben ist zur Zeit in einer Pflegefamilie untergebracht - der Kontakt zum Vater soll langsam wieder aufgebaut werden.
Am besten formuliert hat die unklare Situation der folgende Leserbriefschreiber in der Zentralschweiz online: