Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03516.jsonl.gz/2568

US-Autoversicherer verrechnen Frauen und Witwen offenbar gezielt höhere Tarife als dem Rest der Bevölkerung. Obwohl das Gesetz das Berechnen der Raten auf Basis von Geschlecht oder Familienstand untersagt, verstossen viele Unternehmen gegen diese Regel, wie Experten der Coalition Protecting Auto No-Fault, ein Zusammenschluss aus 26 Berufsverbänden, bei drei Versicherungsunternehmen nachgewiesen hat.
Deutlich höhere Tarife verrechnet
Der kalifornische Versicherungsforscher Doug Heller hat Diskrepanzen in Online-Angeboten der Versicherer festgestellt. In einem Fall ist der Missstand bereits in der Police eines Versicherers vom Michigan Department of Insurance and Financial Services festgestellt worden. Auch das in San Francisco ansässige Unternehmen Esurance und die in Ohio niedergelassene Firma Progressive berechneten Frauen mit einwandfreien Strafregistern in Detroit 33 und 38 Prozent höhere Tarife als Männern.
Die Raten waren trotz des gleichen Verkehrsstrafregisters, gleicher Fahrzeuge und gleicher Adressen sowie der Tatsache, dass Frauen tendenziell sichererer fahren, wesentlich höher. Hellers Studie hat eine ähnliche Preispolitik auch in Brighton, einer Stadt zwischen Lansing und Detroit, nachgewiesen. Der in Boston ansässige Versicherer Liberty Mutual berechnet verwitweten Fahrern, unabhängig von ihrem Geschlecht, einen Aufschlag von fünf Prozent. Im Gegensatz dazu fallen die zu zahlenden Beiträge von Progressive und Esurance bei verwitweten Kunden.
Artikelfoto: voodoovood (CC0 Public Domain)