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Klasse2000
Ausgangslage und Ziele
Bei «Klasse2000» handelt es sich um einen Piloten zum Forschungsprojekt «TEACH-WELL; Team-Oriented Classroom Intervention to support Mental Health and Well Being», welches die vor allem in den USA, Belgien und den Niederlanden nachgewiesenen Effekte des Good Behavior Game (GBG; Barrish, Saunders & Wolf, 1969) im deutschsprachigen Raum replizieren möchte.
Einführung
Probleme in der Selbstregulation und in der sozialen Integration stehen in einem signifikanten Zusammenhang mit schulischen Problemen (Jantzer, Haffner, Parzer, Roos, Steen & Resch, 2012; Krause et al., 2014). Bedeutsame Schwierigkeiten zeigen sich u.a. in den Leistungsbereichen Lesen, Rechtschreibung und Rechnen (Schulte-Körne, 2016). Betroffene Kinder sind zudem häufig von massiven sozialen Ausgrenzungsprozessen betroffen (Krull, Wilbert & Hennemann, 2018).
Das GBG (Barrish, Saunders & Wolf, 1969) setzt hier an und kann genutzt werden, um solchen Prozessen effektiv entgegenzuwirken (bspw. Kellam et al., 2014; Leflot, van Lier, Onghena & Colpin, 2010, 2013). Die vorliegenden Untersuchungen zur Maßnahme deuten darauf hin, dass sich das Spiel insbesondere auch auf das Lernumfeld der Kinder positiv auswirkt (Leflot et al., 2013; Witvliet, van Lier & Cuijpers, 2009). Demnach leistet das GBG einen Beitrag dazu, Schüler*innen eine bessere soziale Einbindung in die Klassengemeinschaft und positivere sozial-emotionale Schulerfahrungen zu ermöglichen. Die langfristigen Wirkungen auf gesundheitsrelevante Verhaltensweisen (Reduktion von Aggression und Delinquenz, Nikotinkonsum, Suizidalität und risikobehaftetes Sexualverhalten bei männlichen Probanden) konnten in US-amerikanischen Längsschnittstudien (Kellam et al., 2014) differenziert belegt werden.
Bei «Klasse2000» handelt es sich um einen Piloten zum Forschungsprojekt «TEACH-WELL», welches die vor allem in den USA, Belgien und den Niederlanden nachgewiesenen Effekte des GBG (Barrish, Saunders & Wolf, 1969) im deutschsprachigen Raum replizieren möchte.
Methode
In Anlehnung an das Forschungsdesign des wissenschaftlichen Ausgangsprojekts von Leflot, van Lier, Onghena und Colpin (2010, 2013) wird ein quasi-experimentelles Kontrollgruppendesign mit drei Messzeitpunkten und Randomisierung auf Gruppenebene im Mixed-Methodes-Ansatz mit drei Messzeitpunkten geplant. In Kooperation mit dem Präventionsverein Klasse 2000 e.V. soll die Massnahme zunächst mit Schüler*innen aus 26 Klassen der Primarstufe umgesetzt werden. Hierbei sollen durch begleitende Gruppendiskussion die Erwartungen an das pädagogische Angebot erkundet werden, sodass die möglichen Veränderungsprozesse besser eingeordnet werden können.
Erwartete Ergebnisse
Entlang der vorliegenden metaanalytischen Befunde zum GBG ist davon auszugehen, dass sich durch den Einsatz des GBG unter anderem eine deutliche Verbesserung der Selbstregulation der Schüler*innen im Unterricht zeigt sowie die soziale Integration innerhalb der Klassen gesteigert wird. Es wird erwartet, dass das GBG sowohl die Verhaltensmanagementkompetenzen der Lehrkräfte als auch das Schüler*innenverhalten im Klassenraum positiv beeinflusst. Ferner wird davon ausgegangen, dass die Verbesserungen der Verhaltensmanagementkompetenzen der Lehrkräfte über ihre Auswirkungen auf das Schüler*innenverhalten als Gruppe im Klassenraum die Verbesserung auf Individuumsebene erklärt.