Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03163.jsonl.gz/2591

«Dem Menschen sind in seiner Vorstellung keine Grenzen
gesetzt ausser denen, die er sich selbst setzt!»
Richard F. Estermann
Kolumne "Kompass"
Vor einiger Zeit widmete ich eine Kolumne dem US- Superstar MIKAELA SHIFFRIN. 28-fache Weltcup-Siegerin, Weltmeisterin und 2-fache Olympiasiegerin,- mit 21 Jahren! Für diesen Winter hatte sie sich vorgenommen, den Gesamt-Weltcup zu gewinnen. Um dieses Ziel zu erreichen genügt es aber nicht, nur Slalom-Punkte zu sammeln, sondern sie muss auch in den anderen Disziplinen erfolgreich sein. Damit setzte sie sich aber selbst gewaltig unter Druck. Und plötzlich, zu Beginn des Winters, lief bei ihr nicht mehr alles rund. Sie war verletzt und machte eine Pause.
Hatte ich die „mentale Überfliegerin“ MIKAELA SHIFFRIN zu stark gelobt? In einem Interview sagte sie damals: „Ich wollte einfach zu viel!“ In der Zwischenzeit konnte sie sich aber dieser neuen Situation anpassen und wieder die richtige Einstellung zum Siegen finden. In St. Moritz wurde SHIFFRIN mit einem sagenhaften Vorsprung von 1,64 Sekunden auf WENDY HOLDENER, zum dritten Mal hintereinander Weltmeisterin im Slalom!
Aber sie hatte in ihrem Interview ein wichtiges Problem angesprochen, das fast jeder Athlet kennt: Man steht während dem Wettkampf unter Druck. Viele Sportler scheitern daran, haben aber keine Ahnung, warum sie ihre erwartete Leistung nicht erbringen konnten. Wir müssen uns dann fragen: Spielen bestimmte Personen „unbewusst“ eine Rolle? Eltern, Freunde, Trainer, die Öffentlichkeit? Oder setze ich mich selbst unter Druck, indem ich die Latte zu hoch ansetze? Spielen eventuell auch andere Faktoren wie Ehrgeiz oder Anerkennung dabei eine Rolle? Sprechen Sie mit Ihrem Trainer oder Mentalcoach über diese wichtigen Punkte!