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Xylit ist ein natürlicher, nicht vergärbarer Süssstoff, der zur Wiederherstellung eines ausgeglichenen pH-Wertes im Mund hilft. D.h. Xylit erhöht den pH-Wert im Mund in den basischen Bereich.
Ein richtig ausgewogener pH-Wert schafft eine unwirtliche Umgebung für zerstörerische Bakterien einschliesslich Streptococcus Mutans1. Diese Arten von Bakterien sind für die Bildung von Zahnbelag und Karies verantwortlich, da sie in ihrem Stoffwechsel eine agressive Säure produzieren, welche den Zahnschmelz angreifen kann.
Normaler Haushaltszucker macht den pH-Wert im Mund sauer, was für sich alleine schon nicht gut ist. Zudem stellt Zucker für diese Bakterien eine ideale Nahrungsgrundlage dar, was zu erhöhter Säureproduktion führt.
Xylit gehört zwar in die Obergruppe der Zucker, ist jedoch kein Zucker, sondern wird als sog. mehrwertiger Zuckeralkohol bezeichnet. Im Gegensatz zu Zucker hat Xylit chemisch fünf und nicht sechs Kohlenstoffatome.
Die meisten kariesauslösenden Bakterien können Xylit nicht als Nahrungsquelle nutzen, weshalb sie im Umfeld von Xylit verhungern. Somit können sie auch keine Säure mehr produzieren, was automatisch den Zahnschmelz nicht mehr angreift.
Xylit hilft somit indirekt zur Reduzierung der kariesfördernden Bakterien und somit zur Verminderung von Karies!
Karies und Zahnfleischerkrankungen sind ernste Probleme. Nach Angaben der American Dental Association leiden 75% der amerikanischen Erwachsenen über 35 Jahren an irgendeiner Form von parodontaler Erkrankung. Unnötig zu erwähnen, dass die Ernährung eine wichtige Rolle für die Zahngesundheit darstellt. Ein Übermass an Zucker in der Ernährung schwächt unser Immunsystem und schafft eine saure Umgebung im Mund und die Zahngesundheit leidet. Der Mund ist die Heimat von über 400 Bakterienstämmen. Die meisten von ihnen sind gutartige, aber wenn Zucker die Szene betritt, ernährt er die kariesbildenden Stämme so dass sie sich rasch vermehren.
Parodontitis wird im Wesentlichen durch Bakterien verursacht. Diese Ablagerungen ermöglichen das Wachstum von Bakterien und führen zu Entzündungen des Zahnfleisches. Die Bakterien setzen ausserdem winzige Mengen von Giftstoffen frei, welche das Zahnfleisch angreifen und so dazu beitragen, die Infektion fortschreiten zu lassen. Plaque ist ein unsichtbarer, klebriger Film aus Speichel und Speiseresten, die sich ständig auf den Zähnen bildet. Laufende bakterielle Infektion, auch wenn es sich um geringe Infektionen handelt, belastet zudem das Immunsystem.
Bakterien helfen, Plaque zu erstellen und sie gedeihen auch in ihr. Sofern nicht entfernt, kann gebildete Plaque entlang der Zahnfleischlinie zu Zahnfleischerkrankungen führen. Wenn sie unbehandelt bleiben, härtet Plaque auf oder unter dem Zahnfleisch, was wir als Zahnstein bezeichnen.
Parodontitis hat zwei Formen: einfache Zahnfleischentzündung, Gingivitis genannt, und eine schwerere Zahnfleischentzündung, Parodontitis genannt, die zu Zahnverlust und Zahnfleischrückgang führen können.
Gingivitis ergibt sich aus dem Aufbau von Plaque und Zahnstein, die das Zahnfleisch oder das Parodontalgewebe reizen. Die weiter fortgeschrittene Zahnfleischerkrankung - Parodontose - tritt auf, wenn eine Entzündung des Zahnfleisches durch Zerstörung von Knochen und Bänder begleitet wird. Zahnfleischbluten ist in der Regel das erste Anzeichen dafür, dass sich Zahnfleischerkrankungen entwickeln. Aber offensichtliche Symptome müssen nicht immer vorhanden sein.
Eine Zahnfleischinfektion kann auch zu anderen schweren gesundheitlichen Problemen führen. Es verdoppelt das Risiko eines Schlaganfalls, verdreifacht das Risiko von Herzinfarkt und trägt auch zu Bronchitis, Lungenentzündung, und Emphysem bei. Es kann in der Tat sein, dass die gleichen Bakterien, welche die Zahnfleischerkrankungen verursacht haben entweder direkt oder indirekt eine Infektion Ihres Herzens und der Arterien auslösen können.
Verspeisen von Zucker verursacht Karies durch Schaffung eines stark sauren Zustandes im Mund. Die Säure greift den Zahnschmelz an (das härteste Material unseres Körpers), wodurch es schwächer und damit anfälliger für Angriffe der Bakterien wird. Dies kann zu Karies oder Demineralisierung der Zähne führen. Normalerweise befeuchtet der Speichel mit einer alkalischen Lösung den Mund und neutralisiert den Säuregehalt und remineralisiert tatsächlich die Zähne. Der Speichel entfernt auch Essensreste und hilft der Verdauung. Aber wenn der Speichel wegen zu viel Zucker sauer wurde, haben Bakterien im Mund buchstäblich ein gefundenes Fressen. Diese Bakterien halten die Säure dank Kohlenhydratabfällen, welche an Zähnen und Zunge kleben, in der Nähe der Zähne, wo es den Zahnschmelz zerfrisst. Die verbleibenden Nahrungspartikel, welche wir durch unser Essen aufgenommen haben, dienen praktisch den Plaque produzierenden Bakterien als Nahrung. Mit Ersatz des Zuckers durch Xylit helfen Sie den pH-Wert des Speichels anzuheben, wodurch die Zeit verringert wird, welche die Zähne den schädigenden Säuren ausgesetzt sind. Darüber hinaus verhungern die schädlichen Bakterien, da Xylit keine Nahrungsquelle für sie darstellt.
Xylit ist für den Zahnarzt ein Traum. Es kehrt alle zerstörerischen Auswirkungen von Zucker auf die Mundgesundheit um. Xylit ist nicht fermentierbar und kann daher nicht durch orale Bakterien in Säure umgewandelt werden, wodurch es hilft, eine geeignete Säure-Basen-Balance im Mund aufrechtzuerhalten. Dieses basische Milieu ist schlecht für alle schädlichen Bakterien, vor allem für die schlimmste Art: Streptococcus mutans. Es hemmt auch die Bildung von Plaque.
Xylit direkt vor dem Schlafengehen, sogar nach dem Zähneputzen und der Zahnseide, schützt und heilt die Zähne und das Zahnfleisch. Im Gegensatz zu Zucker, kann es sogar über Nacht auf den Zähnen bleiben. Bei richtigem Gebrauch hält Xylit den Gärungsprozess auf, der zu Karies führt. Langfristige Nutzung verdrängt die schädlichsten Stämme von Bakterien in der Mundhöhle, so dass eine dauerhafte Veränderung in diesen bakteriellen Gemeinschaften erreicht wird. Xylit hat sogar die Möglichkeit, die Remineralisierung des Zahnschmelzes zu fördern. Es ist äusserst wirksam bei der Behandlung kleinerer kariöser Stellen. Obwohl grössere Löcher nicht verschwinden, können sie verhärten und weniger empfindlich werden.
Regelmässiger Verzehr kleiner Mengen von Xylit verhilft dazu die Schutzfunktion des Speichels zu erhöhen. Xylit regt den Speichelfluss an und fördert die im Speichel befindlichen nützlichen Mineralien. Langfristige Verwendung von Xylit erhöht die Pufferwirkung und die Schutzfunktion des Speichels. Eine erhöhte Speichelproduktion ist besonders wichtig für Menschen mit einem trockenen Mund aufgrund von Krankheit, Altern, oder Nebenwirkungen von Medikamenten.
Da der gesamte Mundraum bei anhaltendem Verzehr von Xylit weniger sauer wird, ist es ratsam, nach jeder Mahlzeit oder nach jedem Essen eines mit Zucker gesüssten Snacks, Xylit Kaugummis zu kauen oder eine Xylittsüssigkeit zu lutschen. Die beste Nachricht ist, dass Studien gezeigt haben, dass die Wirkung von Xylit lang anhaltend und möglicherweise sogar dauerhaft ist.
Xylit hat kürzlich positive Unterstützung im Journal of the American Dental Association erhalten. "Xylit ist ein wirksames präventives Mittel gegen Karies ... Dank Einnahme von Xylit-Kaugummis konnte gezeigt werden, dass Karies bei finnischen Teenagern um 30-60% verringert wurde. Studien in Kanada, Thailand, Polynesien und Belize zeigen ähnliche Ergebnisse.... Eine von der Harvard School of Dental Medicine durchgeführte Studie kam zum Schluss, dass:" Xylit kann eine deutliche Verringerung der Inzidenz von Karies herbeiführen".
Ein weiterer unerwarteter Vorteil stammte aus einer finnischen Studie, dass Kinder im Alter von 19 bis 31 Monaten, deren Zähne bereits durch Streptococcus mutans Bakterien besiedelt waren, eine grosse Tendenz zu Löchern aufwiesen. Die meisten Kinder bekamen diese Bakterien vom Speichel der Mutter z. Bsp. durch Benutzung derselben Tasse und sogar durch Küsse. Die Studie zeigte eine dramatische 70%-Reduktion der Karies bei Kindern, deren Mütter Xylit-Kaugummis kauten.
Xylitol ist jedoch nicht nur für Kinder und Jugendliche sinnvoll. Im Journal of The American Society Geriatrie wurde eine Studie veröffentlicht, bei welcher 111 Erwachsene, im Alter von 60 und älter, über einen Zeitraum von 12 Monaten getestet wurden. Alle waren gebrechlich, jedoch gesunde Erwachsene. In der Studie kaute eine Gruppe von Freiwilligen keine Kaugummis, eine zweite Gruppe kaute Xylit-Kaugummis und eine dritte Gruppe kaute Kaugummis, welche sowohl Xylit und eine antimikrobielle Substanz enthielten. In den beiden Gruppen, welche Kaugummi erhielten, kauten die Teilnehmer zwei Stück für jeweils 15 Minuten, zwei mal pro Tag. Am Ende der Studie berichteten die Forscher, dass die Gruppe, die Xylit-Kaugummis erhalten hatten, das Risiko für Soor, eine Pilzinfektion des Mund- und Rachenraumes, die Schmerzen im Mund verursachen kann, signifikant gesenkt wurde. (Die Gruppe, welche Xylit in Kombination mit antimikrobiellen Substanzen erhalten hatten, erreichen gleiche Leistungen). Zudem reduzierte sich das Risiko für die Entwicklung von Mundwinkelrhagaden (eine schmerzhafte Entzündung im Mundwinkelbereich). Die Forscher stellten fest, dass Xylit-Kaugummis auch für ältere, gebrechliche Menschen einen "echten klinischen Nutzen" bieten kann (Ausschnitt aus Nexus New Times, Jan-Februar 2003 neu aufgelegt).
1 Streptococcus mutans ist eine Bakterienart aus der Gattung der Streptokokken. S. mutans ist der Leitorganismus der Zahnkaries und bei fast jedem Menschen im Speichel vorhanden. Die Höhe der Konzentration von S. mutans im Speichel korreliert eng mit dem Kariesrisiko.(↑ A Sharmaet al. (2009): Dermatoglyphic interpretation of dental caries and its correlation to salivary bacteria interactions: An in vivo study In: JISPPD, Vol. 27, No. 1, S. 17–21 PMID 19414969 doi:10.4103/0970-4388.50811).