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Bauliche Verdichtung: Wahrnehmung und Nutzung wohnungsnaher Freiräume
Zumbühl, A., 2014: Bauliche Verdichtung: Wahrnehmung und Nutzung wohnungsnaher Freiräume. Master thesis. 128 p.
Zumbühl A. 2014: Bauliche Verdichtung: Wahrnehmung und Nutzung wohnungsnaher Freiräume. Masterarbeit geleitet von Prof. Felix Kienast (WSL) und Matthias Buchecker (WSL). D-USYS, ETH Zürich
Eine wichtige Massnahme zur Steuerung der Zersiedlung ist der bauliche Verdichtungsprozess durch Ersatzneubau in Wohngebieten. Dadurch werden Freiräume neu geschaffen oder verändert. Diese erfüllen neben ökologischen auch wichtige soziale Funktionen. Diese Masterarbeit untersucht die Wahrnehmung und die Nutzung solcher wohnungsnaher Freiräume und wie sich diese im Prozess der baulichen Verdichtung verändern. Am Beispiel zweier Zürcher Wohnsiedlungen mit jeweils einer Freiraumsituation vor und nach der baulichen Verdichtung wurden folgende Fragestellungen bearbeitet:
- Welche für die Wahrnehmung (Bewertung) und Nutzung wichtigen Veränderungen wohnungsnaher Freiräume gehen einher mit der baulichen Verdichtung?
- Wie werden wohnungsnahe Freiräume und deren Veränderungen durch die bauliche Verdichtung von den BewohnerInnen wahrgenommen und bewertet?
- Wie und von wem werden wohnungsnahe Freiräume vor und nach der baulichen Verdichtung genutzt und wo finden diese Nutzungen statt?
Die Arbeit hat stark explorativen und qualitativen Charakter. Ein Kriterienkatalog bildet ein theoretisches Konzept zur Wahrnehmung und Nutzung wohnungsnaher Freiräume. Basierend darauf wurden in den Freiräumen verschiedene Grünraum- und Infrastruktur-Settings inventarisiert und vier problemzentrierte Interviews mit BewohnerInnen durchgeführt. Diese wurden ergänzt durch wissenschaftliche Beobachtungen zur Nutzung der Freiräume. Eine (nicht repräsentative) Fotoumfrage (visitor-employed photography) wurde zur Operationalisierung des Kriterienkatalogs durchgeführt.
Die Charakterisierung der Freiräume zeigte, dass mit der baulichen Verdichtung viele für deren Wahrnehmung wichtige Veränderungen einhergehen, die über die Erhöhung des Bauvolumens hinausgehen. Solche Veränderungen betreffen beispielsweise die Nutzbarkeit, den Anteil und die Qualität von Grünräumen oder die Akustik der Freiräume. Insgesamt umfassen wahrgenommene Aspekte der Freiräume u.a. die Gestalt des Aussenraums (physische Aspekte wie Infrastruktur oder Vegetation), das Geschehen im Aussenraum sowie Eigenschaften des Aussenraums, welche mit anderen Sinnen als dem visuellen wahrgenommen werden. Die Interviews zeigten interessante neue Aspekte im Zusammenhang mit der Verdichtung auf: So wurde beispielsweise die bauliche Dichte nie per se wahrgenommen und bewertet, sondern der Kontext spielte eine entscheidende Rolle. Die Beobachtungen zeigten, dass die Freiräume der Ersatzneubauten trotz Verdichtung häufiger und vielfältiger genutzt werden, wobei Erholungsnutzungen in den Freiräumen vor sowie nach der baulichen Verdichtung grundsätzlich auf den privaten Aussenraum beschränkt blieben.