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Schon Gotthelf beschreibt in seinen Werken, was eine gute Rösti ausmacht. «Eine Rösti, wo Staubwolken davon fahren, wenn man die Türe auf- und zutut», schätzte er gar nicht, denn die war viel zu trocken, Frauen, die beim Braten der Rösti mit «Schmutz» (Schweineschmalz) sparten, waren am falschen Ort sparsam. Ganz geizige Menschen legten zu seiner Zeit die Rösti auf dem Fenstersims in die Sonne, um sie zu wärmen und Holz zu sparen. Rösti war also in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein gängiges Gericht, und zwar nicht nur im Emmental.
Das Wort Rösti kommt vom Begriff «etwas rösten». Die Rösti, die bei uns als ein typisch schweizerisches Gericht gilt, war zu Gotthelfs Zeiten gar noch nicht so lange bekannt. Die Kartoffel kam erst Anfang des 16. Jahrhunderts von Südamerika nach Europa. Die damalige Rösti war übrigens eine Rädli-Rösti aus gescheibelten Kartoffeln. Die Röstiraffel wurde erst nach Gotthelfs Lebenszeit erfunden.
Quelle: Betty Bossi