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Binden-Fischeule
Scotopelia peli
© 1989 Markus Kappeler
(erschienen im Kindersachbuch «Eulen»)
Länge: 51 - 61 cm
Gewicht: 2 - 2,3 kg
Flügelspannweite: 150 cm
Der grosse runde Kopf mit den dunklen Augen und dem etwas zottigen Gefieder ist für die Binden-Fischeule kennzeichnend. Mit einer Körperlänge von bis zu 61 Zentimetern und einer Flügelspannweite von eineinhalb Metern gehört sie zu den grössten Eulen der Welt.
Die Binden-Fischeule vertritt den Sunda-Fischuhu in Afrika südlich der Sahara. Wie er ist sie eine ausgeprägte Fischfängerin, die ihren Ruheplatz gewöhnlich in der Abenddämmerung verlässt und sich dann zum Fischen auf einen Baumstumpf am Wasser setzt. Und genau wie der «Asiate» ist sie mit ihren scharfkantigen Riesenkrallen, den stacheligen Schuppen an den Fusssohlen und ihren nackten Beinen hervorragend für die Fischjagd eingerichtet. Man nimmt an, dass Binden-Fischeule und Sunda-Fischuhu von denselben Vorfahren abstammen. Allerdings müssen sich die beiden Arten schon vor Urzeiten voneinander getrennt haben, denn besonders ähnlich sehen sie sich ja nicht.
Im allgemeinen fallen der Binden-Fischeule Fische von 100 bis 300 Gramm Gewicht zum Opfer. Man hat aber schon einmal beobachtet, wie sich eine Fischeule mit einem zwei Kilogramm schweren Buntbarsch abgemüht hat! Gerne ergänzt der rundköpfige Nachtvogel seinen Speisezettel mit Fröschen, Krabben, Kleinsäugern und sogar Jungkrokodilen.
Binden-Fischeulen leben das ganze Jahr über paarweise in einem festen Jagdrevier, in dem sie keine anderen Artgenossen dulden. Verlassene Adlerhorste und geräumige Baumhöhlen dienen ihnen als Brutplätze. Dort legt das Weibchen während der Trockenzeit zwei bis vier etwa 85 Gramm schwere Eier. In dieser Jahreszeit ist der Wasserstand der Flüsse niedrig; das Wasser fliesst langsam und klar. Die Beute ist dann verhältnismässig leicht auszumachen, und die Altvögel haben es etwas einfacher, die Schnäbel ihrer nimmersatten Jungen zu stopfen.
Die Jungen schlüpfen nach einer Brutzeit von fünf Wochen. Zehn Wochen später sind sie flügge und verlassen das Nest, bleiben aber noch mindestens weitere vier Monate von ihren Eltern abhängig. Erst dann beherrschen sie nämlich die grosse Kunst der Fischjagd und können sich auf die Suche nach einem eigenen Revier machen.
Zur selben Gattung (Scotopelia)
gehören die Rotrücken-Fischeule und die Marmor-Fischeule.
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