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Seit 2010 hat die Frage, ob und inwieweit sich Statusgruppen in ihrem prosozialen Handeln unterscheiden, zunehmend Aufmerksamkeit in den Sozialwissenschaften erfahren. Allerdings ist die Forschung bisher daran gescheitert, gesichert herauszufinden, ob Akteure mit hohen sozialen Status mehr oder weniger prosozial handeln als Akteure mit geringen sozialen Status. Deshalb zielt dieses Projekt primär darauf ab, belastbare empirische Evidenzen zum Zusammenhang von sozialen Status und Prosozialität bereitzustellen. Zu diesem Zweck werden experimentelle Methoden in Bevölkerungsbefragungen integriert. Drei Varianten des Diktatorspiels werden eingesetzt, um drei zentrale Spielarten der Prosozialität, nämlich Altruismus, direkte und generalisierte Reziprozität, zu messen. Weil zugleich sozioökonomischer Status und subjektiver Status in den Umfragen erhoben werden, erlaubt dieses Projekt den Zusammenhang von sozialen Status und Prosozialität mit großen Fallzahlen zu untersuchen. Ein weiteres Ziel dieses Forschungsprojekts besteht darin, konkurrierende Theorien zur Erklärung von Prosozialität zu testen. Dazu werden verschiedene theoretische Determinanten von Prosozialität in den Umfragen gemessen. Schließlich untersucht dieses Projekt, ob und inwieweit der Zusammenhang von Status und Prosozialität durch kulturelle Eigenschaften bedingt ist. Die mitunter starke Divergenz in den Ergebnissen vorangehender Studien könnte durchaus auch damit erklärbar sein, dass unterschiedliche Populationen mit divergierenden kulturellen Eigenschaften untersucht wurden. Da sowohl Einstellungen bezüglich sozialer Schichtung, Status und Macht als auch prosoziales Handeln kulturell bedingt sind, ist es sehr plausibel, dass auch der Zusammenhang zwischen Status und Prosozialität zwischen kulturellen Umgebungen variiert. Um dies empirisch zu untersuchen, werden die Umfragen und die darin integrierten Experimente in vier Ländern, nämlich Deutschland, USA, Schweden und Polen, durchgeführt.