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||Entstehung
des Bleistifts

Die Überlieferung erzählt, daß sich
im späten Mittelalter in Cumberland in Großbritannien
Schäfer einen vom Sturm gefällten alten Baum fanden,
in dessen Wurzeln eine grauschwarze Masse schimmerte.Diese
konnten sie gut zur Kennzeichnung ihrer Schafe verwenden.
Daß es sich dabei um Graphit handelte, einem Kristallisierten
Kohlenstoff, konnte erst der schwedische Chemiker Carl Wilhelm Scheele
im Jahre 1789 nachweisen.
Der Name Graphit:
- ist vom griechischen Wort "grafein" abgeleitet,
das soviel wie "schreiben" bedeutet.
- das englische Wort für
Graphit lautet "plumpago" und bedeutet soviel
wie "ähnlich
dem Blei"
- daher auch der Name "Bleistift"
Es hatte sich aber sehr schnell herumgesprochen,
daß man mit diesem Graphit,
das man auch "Bleyweiß" nannte, gut schreiben
kann. Aus dem
Graphitbrocken wurden viereckige Stäbchen geschnitten,
mit denen man ähnlich
wie mit einem Griffel schreiben konnte.
Man begann sehr bald in England
damit, diese Graphit-Stäbchen in Holz zu fassen. Damit waren
sie handlicher, bruchstabiler und die Finger des Schreibers blieben
sauber.
Bild: Pencil Museum
(eng.)
Diese Form der Bleistift-Herstellung
kam auch bald nach Deutschland. Reisende Handwerker brachten die
Ideen nach Nürnberg mit,
wo nachweislich bereits in den sechziger Jahren des 17. Jahrhunderts
manuell Bleistifte gefertigt wurden.
Der dafür benötigte Graphit mußte aus den Gruben von Borrowdale
in England importiert werden. Graphit aus der Nähe von Passau oder aus Österreich
war nicht rein genug um daraus Bleistifte zu machen. Der Borrowdale-Graphit
wurde aber knapp und zu teuer und die Engländer verboten zeitweise die
Ausfuhr dieses strategisch wichtigen Gutes.
Als Alternative erwies sich da die Erfindung, die der französische
Ingenieur Jacques Conte im Jahre 1795 machte. Durch die Herstellung
von Schmelztiegeln, die für die Fertigung von Kanonenkugeln
benötigt wurden, hatte Conte Erfahrung mit dem Material
Graphit. Er pulverisierte verunreinigten Graphit, reinigte
ihn durch ausschlämmen und vermischte ihn dann mit Ton
und Wasser. Die Masse wurde in lange, rechteckige Formen gestrichen
und getrocknet. Anschließend wurde sie mit Holzkohle
verpackt inKeramikgehäuse eingeschlossen und bei hohen
Temperaturen gebrannt.
Mitte des 19. Jahrhunderts war dieses Verfahren weitverbreitet.
Es ist auch heute noch die Grundlage der Bleistiftherstellung.
SO ENTSTEHT DER HOLZGEFASSTE BLEISTIFT
WIEVIEL BLEI IST IN EINEM BLEISTIFT ?
EINE PROVOKANTE FRAGE FÜR UMWELTBEWUSSTE
Blei wird nicht eingesetzt! Der irreführende Name "Bleistift" beruht
auf einem historischen Irrtum, denn der für das Schreiben wichtige abfärbende
Graphit wurde ursprünglich für Blei bzw. eine bleihaltige Verbindung
gehalten. Erst der deutsch-schwedische Chemiker Carl Wilhelm Scheele hat das
stark färbende grau-schwarze Material der "Bleimine" als Kohlenstoff
in der Graphitmodifikation identifiziert.
WORAUS BESTEHT NUN DIE BLEISTIFTMINE WIRKLICH ?
Zwei Bestandteile bestimmen die Zusammensetzung: Graphit
als Schwärzemittel und Ton als Bindemittel. Der
Härtegrad
einer Mine ergibt sich aus dem Mischverhältnis der Stoffe.
Je höher der Graphitanteil, desto weicher ist die Mine
Mit Wasser wird sodann der feinst aufbereitete Graphit und
Ton in eine teigartige Masse überführt und als Mine
verpreßt. Erst nach einem Brennvorgang bei ca.
1200 Grad erhält die Mine ihre Festigkeit. Um das feine Gleitvermögen
zu erhalten, werden die Minen nach dem Brennvorgang mit Wachsen
bzw. Ölen und Fetten imprägniert.Anschließend
werden die Graphitminen in vorgefertigte Brettchen mit Nuten
eingelegt, verleimt, verpreßt und später aus den
Brettchen die Rohstifte gehobelt.Die Rohstifte werden dann
lackiert oder bleiben naturbelassen, werden gestempelt und
gespitzt und anschließend verpackt.
Bild: Pencil Museum
(eng.)
WOHER KOMMT DAS HOLZ FÜR BLEISTIFTE UND FARBSTIFTE?
Holz ist ein natürlicher, ökologisch verträglicher und regenerierfähiger
Rohstoff. Einheimische Hölzer genügen nicht den Qualitätsanforderungen
für Blei- und Farbstifte.
Das Holz für die Blei- und Farbstifte stammt überwiegend aus forstwirtschaftlich
nachhaltig genutzten ausländischen Beständen.
Die meisten in Europa und den Vereinigten Staaten gefertigten
Stifte werden aus dem Holz der californischen Zeder
(Incense-Ceder) produziert. Die Incense-Ceder ist ein sich
selbst stark vermehrender
Baum und hat deshalb in dem Hauptvorkommensgebiet CALIFORNIEN
sehr stark zugenommen, da andere Hölzer, wie z.B. die
Rotzeder, sehr viel langsamer wachsen.
ZUM "WESEN" DES HOLZGEFASSTEN STIFTES
Nachdem lange Zeit anderen Schreibgeräten - insbesondere Kugel- und Faserschreibern
- der Vorzug gegeben wurde, erlebt der holzgefaßte Stift eine regelrechte
Renaissance.
Das hat verschiedene Gründe:
Zum einen gewinnt der Umweltgedanke, auch beim Schreiben,
Zeichnen und Markieren, immer mehr an Bedeutung - und was ist umweltfreundlicher
als ein Stift, dessen "Abfall" lediglich
aus Holzspänen besteht und nicht aus Kunststoffmüll!
Zum anderen ist auch das Image des reinen "Büro- und Handwerkerutensils" längst überwunden...,
es ist durchaus chic, mit Graphitstiften zu schreiben.
Ein wesentlicher Vorteil:
- sie trocknen niemals aus,
- sie schmieren und klecksen nicht,
- in einem Bereich sind Graphit- und Farbstifte ohnehin
unschlagbar -
durch die große Palette
an Härtegraden und Farbnuancen bieten sie Einsatzmöglichkeiten
- im
technischen Zeichnen ebenso
- wie im freien künstlerischen Schaffen, sind
im Büro genauso gefragt wie
- im Kindergarten und in der Schule, sind
- für
jedermann erschwinglich und
- in allen Erdteilen zu Hause.
Bild: Pencil Museum
(eng.)
PRODUKTIONSVERFAHREN HOLZGEFASSTER STIFTE
Die Produktion der Graphitmine beruht im wesentlichen
auf zwei Grundstoffen, nämlich Graphit und Ton. Beide
Materialien werden sehr fein gemahlen und dann vermischt, wobei
die Homogenität und die Feinheit des Mahlguts die Voraussetzung
für gute Qualität sind.
Der Härtegrad einer Mine ergibt sich aus dem Mischungsverhältnis
von Graphit und Ton.
- Je höher der Graphitanteil, desto weicher die Mine
- je höher der Tonanteil, desto härter die Mine
- die Härtegradbezeichnungen stammen aus England,
Die ersten Graphitstifte wurden dort hergestellt, dabei
steht der Buchstabe
H für hart und B für
black (engl.= schwarz- hoher Graphitanteil).
Nach dem Mischen wird das Gemenge durch eine Matrize in Minenform
gepreßt,
auf die entsprechende Länge geschnitten und anschließend
die Minen bei sehr hohen Temperaturen gebrannt.
Um das feine Gleitvermögen zu erzielen, werden die gebrannten Minen sodann
in heißes Palmöl gegeben, um dort die beim Brennen entstandenen
kleinen porösen Öffnungen zu füllen und den gleitenden Abstrich
zu ermöglichen.
Farbstifte
Die Herstellung von Farbminen ist grundsätzlich
anders. Die Farbminen bestehen aus
- Farbpigmenten,
- Fetten,
- Wachsen,
- Bindemitteln (in
der Regel Cellulosederivate) und
- mineralischen
Füllstoffen, wie Talkum oder feingemahlenes
Kaolin, das auch in der Glasproduktion Verwendung findet.
Die Qualität von Farbminen wird durch
die Feinheit des Mahlgutes, vor allem
aber durch den Anteil und die Güte der Pigmente bestimmt.
Je höher der Anteil an Pigmenten ist, umso höher
ist die Qualität der Mine und umso besser ist der farbliche
Abstrich. Nach dem Mischen wird das Gemenge durch eine Matrize
in Minenform gepreßt, die Minen auf die entsprechende
Länge geschnitten. Farbminen werden im Gegensatz zu Graphitminen
allerdings nicht gebrannt, sondern in Trockenöfen getrocknet.
WIE KOMMT DIE MINE IN DEN STIFT?
Zur Fertigung von Bleistiften- ebenso Farbstiften-
werden zunächst zwei
vorgefertigte Brettchen mit Nuten versehen, die dem Durchmesser der Mine entsprechen.
Darin werden die Minen verleimt und zwei Brettchen wie ein Sandwich zusammengepreßt,
bis der Leim ausgehärtet ist. Sodann wird den Stiften auf schnellaufenden
Hobelmaschinen die äußere Form gegeben, rund, sechseckig, dreiflächig,
oval.
Nach dem Hobeln werden die Stifte (mit Ausnahme der naturbelassenen
PRO-NATURA-Serie) beim Lackieren mit farbigem Lack überzogen.
Zur Kennzeichnung der Minenfarbe oder auch als dekoratives
Element kann das ungespitzte Ende der Stifte zusätzlich
in Lacke getaucht werden, um sie mit einer sogenannten Tauchkappe
zu versehen. Die Prägung auf den Stiften wird normalerweise
mit heißem Prägestempeln und Folie angebracht. Es
gibt aber auch Stifte, die bedruckt oder sogar mit einer hauchdünnen
Folie umwickelt werden, was eine Vielzahl dekorativer Varianten
ermöglicht. Schließlich werden die Stifte maschinell
gespitzt und in unterschiedlichste Verpackungen gefüllt,
z.B. Karton,- Metalletuis, Weichplastik- oder Runddosen, Aufsteller,
Displays usw.
Die Qualität der Stifte hängt wesentlich von der
Mine, jedoch auch von der Güte und Beschaffenheit des
Holzes ab, das die Mine umschließt.
Es werden deshalb hierfür nur ausgesuchte Hölzer aus forstwirtschaftlich
geführten Beständen verwendet. Der eingesetzte Graukarton mit farbigem
Druck wird aus Recyclingmaterial gefertigt.