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Sauerstoff.
Versetzt man eine Lösung von rotem Blutlaugensalz (Ferricyankalium) mit Kalilauge und dann mit Wasserstoffsuperoxyd, so tritt ohne weiteres lebhafte Entwickelung von S. ein, der auf diese Weise sehr leicht und rein dargestellt werden kann. Das bei dem Prozeß als Nebenprodukt gebildete gelbe Blutlaugensalz (Ferrocyankalium) kann leicht durch Eindampfen der ausgenutzten Lösungen gewonnen werden. Dies von Kaßner angegebene Verfahren gestaltet sich noch einfacher, wenn man ein pulverförmiges Gemisch von Ferricyankalium und Baryumsuperoxyd (welches in verschlossenen Gefäßen unbegrenzte Zeit aufbewahrt werden kann) mit kaltem Wasser übergießt. Wird der Rückstand verarbeitet, dann berechnet sich das Liter S. zu 2-3 Pf.
Zur Gewinnung von reinem S. aus atmosphärischer Luft wird von der Londoner Brins Oxygen Company poröses, durch Glühen von ¶
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Baryumnitrat dargestelltes Baryumoxyd in stehenden Retorten auf etwa 800° erhitzt und kohlensäurefreie trockne Luft unter
einem Druck von einer Atmosphäre hindurchgepreßt. Der Baryt verwandelt sich hierbei in Baryumsuperoxyd. Nach genügender
Sauerstoffaufnahme
wird der Druck vermindert, bis eine Luftverdünnung, entsprechend 700 mm Quecksilbersäule, entsteht, wobei der aufgenommene
S. wieder abgegeben wird. Die ganze Operation der Aufnahme und Abgabe von S. dauert etwa 10 Minuten und kann
an einem Tage 100mal wiederholt werden.
Das erhaltene Gas enthält 90-96 Proz. S. und wird zum Versand unter einem Druck von 120 Atmosphären in Stahlcylinder gepreßt. Man benutzt den S. in der Bleicherei, wo er in Verbindung mit unterchlorigsaurem Natron gute Dienste [* 3] leistet, beim Entschwefeln des Leuchtgases, beim Entfuseln von Alkohol, zur Beschleunigung des Ausreifens geistiger Getränke etc., auch dürfte er sich zur Erzeugung sehr hoher Temperaturen bei metallurgischen Prozessen mit Vorteil verwenden lassen.