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Die Briten stimmen am 23. Juni per Referendum darüber ab, ob ihr Land in der EU bleiben soll. Es sei schwierig zu prognostizieren, wie stark sich ein Ausstieg Grossbritanniens auf die gesamtwirtschaftliche Lage auswirken würde, da es keine Vorbilder für ein solches Szenario gebe, sagte Wambach. "Die Konjunktur der EU ist recht empfindlich, jede Negativmeldung könnte Einfluss haben."
Das Problem sei, dass niemand wisse, was genau nach einem Austritt der Briten passieren würde. "Es ist noch nicht einmal klar, wie lange die Verhandlungen von Grossbritannien mit der EU nach einem Brexit dauern würden", sagte der Ökonom. "Ob die Unsicherheit nun zwei oder vier Jahre anhalten würde, ist sehr schwierig vorherzusagen."
Wambach hält einen Ausstieg Grossbritanniens aus der EU allerdings für unwahrscheinlich, verweist aber auf die hohe Eigendynamik von Referenden dieser Art. "Die Wahrscheinlichkeit, dass es anders ausgeht, ist nicht zu vernachlässigen."
In Grossbritannien würde ein EU-Austritt seiner Ansicht nach eine Zurückhaltung bei den privaten Investitionen zur Folge haben. "Viele Studien kommen zu dem Schluss, dass es im Falle eines Brexits in Grossbritannien zu steigenden Arbeitslosenzahlen und einem Rückgang des Bruttosozialprodukts kommt. Wegen der hohen Unsicherheit ist die Wahrscheinlichkeit eines Konjunkturrückgangs gross." Auch eine Schwächung des britischen Pfunds würde es geben, wie Wambach sagte. Die Unsicherheit im Euroraum würde auch den Euro ihm zufolge tendenziell eher schwächen - zwar nicht gegenüber dem britischen Pfund, aber gegenüber dem Dollar./cco/DP/mne
(AWP)