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Die ZahlenIm Vergleich zu den auch von Martin Schulz benutzten 21%, klingt eine Lohndifferenz von 6% nicht allzu hoch. Doch auf einen Bruttolohn von 2000 Euro sind 6% weniger Lohn bei gleicher Arbeitszeit und gleicher Qualifikation noch immer 120 Euro weniger im Monat. Im Jahr sind das schon 1440 Euro Unterschied.
Die Folgen der LohndifferenzSo sind in Deutschland ein Drittel aller Alleinerziehenden von Armut bedroht. Alleinerziehende Mütter machen mit 90% den Grossteil der Alleinerziehenden insgesamt aus, sodass sie das Problem der drohenden Armut besonders häufig trifft. Und diese Armut bedeutet nicht, dass die alleinerziehenden Mütter nicht in den Urlaub fahren könnten, sondern dass sie gerade mal die Grundbedürfnisse für sich und ihr(e) Kind(er) decken können.
Der gleiche Zusammenhang gilt bei der Problematik der Altersarmut. Frauen, die über Jahrzehnte 6 bis 21% weniger Lohn bekommen als Männer haben auch eine viel schlechtere gesetzliche Altersversorgung und verfügen über weitaus geringere Mittel privat vorzusorgen. In einer Lebenswelt, in der der Mann als alleiniger Versorger schon lange nicht mehr aktuell ist, wird dieser Zusammenhang zwischen Lohndifferenz und (zukünftiger) Armut im Alter umso brisanter….
Männersteuer oder FrauenrabattUm das Problem der Lohndifferenz zu veranschaulichen, sind zwei Gedankenexperimente zu empfehlen. Man stelle sich einerseits vor, Frauen dürften an jeder Supermarktkasse, im Kino oder im Restaurant einen Rabatt von 6% auf ihren Einkauf einfordern. Was für eine abwegige Vorstellung könnte man denken. Doch die Lohndifferenz von 6% bei gleicher Arbeit und gleicher Qualifikation bedeutet nichts weniger, als das Frauen 6% weniger an Einkommen zur Verfügung haben.
Oder um es mit einem zweiten Gedankenexperiment zu veranschaulichen: Männer müssten eine 6-prozentige Männersteuer zahlen, um diese Lohndifferenz auszugleichen. Und diese Steuer dürfte nicht der Allgemeinheit zugutekommen, sondern den Unternehmen, die sich bei den weiblichen Angestellten diese 6% sparen (dürfen). Auch bei diesem Gedankenexperiment schüttelt man unweigerlich mit dem Kopf. Doch die Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern, die nichts anderes ist, als eine Subventionierung von Arbeitgebern auf Kosten der Frauen, halten wir gleichzeitig nicht für abwegig, sondern nehmen sie sogar achselzuckend hin.