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Wegen Covid-bedingten Todesfällen dürfte die Bevölkerungszahl in China weiter sinken. Das Land wird ihren Status als bevölkerungsreichstes Land der Welt noch in diesem Jahr an Indien verlieren.
17. Januar 2023 • Beat Schmid
Ende 2022 lebten in China 1,41 Milliarden Menschen. Das sind 850'000 weniger als Ende 2021, wie das nationale Statistikamt am Dienstag mitteilte. Dies ist der erste Rückgang seit 1961, dem letzten Jahr der Grossen Chinesischen Hungersnot unter dem ehemaligen Staatschef Mao Zedong.
Letztes Jahr zählte das Land 9,56 Millionen Neugeborene. Im Jahr zuvor waren es 10,62 Millionen. Die Zahl der Geburten erreichte den tiefsten Stand seit 1950. Dem stehen 10,41 Millionen Todesfälle gegenüber. Diese Zahl lag in den letzten Jahren bei rund 10 Millionen.
Nach Aufhebung der Zero-Covid-Politik ist ist die Zahl der Pandemie-bedingten Todesfälle seit letztem Monat sprunghaft angestiegen. Im laufenden Jahr wird es wahrscheinlich noch mehr Corona-bedingte Todesfälle geben.
Sinkende Geburtenzahlen sind der Hauptgrund
Hauptursache für den Bevölkerungsrückgang seien aber die sinkenden Geburtenzahlen, erklärten die chinesischen Behörden. Dies sei vor allem auf die sinkende Bereitschaft zurückzuführen, Kinder zu bekommen. Andere Gründe sind hinausgezögerte Eheschliessungen und eine abnehmende Zahl von Frauen im gebärfähigen Alter.
Demografen gehen davon aus, dass die Bevölkerungszahl in China weiter sinken werde. Der Bevölkerungsrückgang kam viel schneller als erwartet und könnte das Wirtschaftswachstum bremsen, da er die Nachfrage etwa im Bausektor verlangsamt. Möglicherweise wird es China nicht gelingen, die amerikanische Volkswirtschaft zu überholen. Zudem dürfte sie ihren Status als bevölkerungsreichstes Land der Welt noch in diesem Jahr an Indien verlieren.
Wie schnell sich alles geändert hat, zeigt sich daran, dass die Uno noch im Jahr 2019 davon ausging, dass das Land erst im Jahr 2031 den Peak erreichen wird. Der Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung schrumpft in China bereits seit einigen Jahren. Aktuell gehören 62 Prozent dazu (zwischen 16 und 59 Jahren). Vor 10 Jahren waren es noch 70 Prozent.