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Die Tourismusbranche isst im Moment hartes Brot und viele Statistiken dümpeln in noch nie dagewesenen Tiefen. St. Helena, Napoleons Verbannungsinsel im Südatlantik, ist auch in normalen Zeiten nie Gefahr gelaufen, sich mit dem Thema Overtourism auseinandersetzen zu müssen. Christina Plato, Tourist Officer im Tourismusbüro von St. Helena, rapportiert für den Monat November gerade mal 1 (in Worten „einen“) Touristen auf der Insel. Die Schweizerin flog als einzige Touristin auf dem Charterflug von London nach St. Helena und wird Anfang Dezember nach gut fünfwöchigem Aufenthalt mit dem nächsten Charterflug wieder ins winterliche Europa zurückfliegen.
In den nächsten Monaten ist keine Steigerung der Tourismuszahlen zu erwarten. Die wöchentlichen Flüge von Johannesburg nach St. Helena sind bis auf Weiteres eingestellt. Wann Airlink die Flugverbindung wieder aufnimmt, ist noch nicht bekannt. Die Öffnung der Grenzen von Südafrika für alle Reisenden wird die Wiederaufnahme hoffentlich beschleunigen. Möglicherweise wird die Regierung von St. Helena deshalb anstelle der in der 2. Jahreshälfte 2020 angebotenen Charterflüge ab London neu regelmässige Charterflüge ab Südafrika bestellen, um mindestens eine minimale Erreichbarkeit der Insel zu gewährleisten.
Allerdings müssen alle Neuankömmlinge, egal ob Einheimische oder Besucher, 14 Tage in Quarantäne. Deshalb muss man sich in absehbarer Zukunft wohl keine Sorgen machen, dass zuviele Touristen auf St. Helena sich tummeln. Für jemand, der aber jetzt etwas Zeit hat, wäre es eigentlich die ideale Zeit, die Insel zu besuchen.