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Aufnahme vom Weissen See, oberhalb der Torrentalp (Leukerbad)
Juni 2015: Sommeranfang mit hochsommerlichen Temperaturen
Im Wallis fiel der erste Sommermonat 2015 deutlich wärmer aus als gewöhnlich (Wärmeabweichung von 2.0°C). In der Schweiz war es sogar der 4. wärmste Juni seit Messbeginn (http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/aktuell/meteoschweiz-blog.subpage.html/de/data/blogs/2015/6/sehr-warmer-juni.html). Verantwortlich dafür waren vor allem die erste Monatshälfte und die 5 letzten Tage des Monats. Im Juni 2015 gab es mehr Hitzetage (Höchsttemperaturen von über 30 Grad) als im Juni 2014, obwohl das absolute Temperaturmaximum tiefer lag. In Sitten betrug zum Beispiel die Höchsttemperatur dieses Jahr 33.2°C gegenüber 36.2°C (am Pfingstmontag) des vergangenen Jahres. Übrigens, auch die Monate Juni von 2011 und 2012 fielen wärmer als der langjährige Durchschnitt von 1981-2010 aus. Im Juni 2012 erwies sich die Wärmeabweichung ähnlich gross wie im Juni 2015. Vergleicht man die letzten 5 Jahre miteinander, so gab es nur im Juni 2013 eine Kälteabweichung. Die Sonne schien im Juni 2015 ebenfalls häufiger als üblich - daraus ergab sich ein Sonnenscheinüberschuss von 12%. Statistischer Hinweis: Dieser Überschuss mag bescheiden wirken, da aber die absolute Anzahl Sonnenstunden im Wallis zu dieser Jahreszeit gross ist (ungefähr 240 Sonnenstunden im Juni in Sitten und Visp), ist es statistisch schwieriger, grössere Sonnenüberschussprozente im Sommer als im Winter (durchschnittlich nur rund 70 Sonnenstunden im Dezember im Rhonetal) zu erzielen.
Es regnete gesamthaft ein bisschen weniger als üblich. Erwähnenswert ist, dass wegen zahlreichen Gewitterlagen (im Meteorologie-Jargon nennt man sie „Flachdruckwetterlagen“), lokal heftige Gewitter niedergingen, die umliegenden Gebiete blieben aber mehrheitlich trocken. In Zermatt, zum Beispiel, fielen die Niederschläge leicht überdurchschnittlich aus, währenddessen das Wallis insgesamt ein Niederschlagsdefizit von etwa 20% verzeichnete. Die Niederschlagshäufigkeit betrug in Visp 8 Tage, (Tage mit wenigstens 0.1 mm) in Sitten 13 und auf dem Grossen Sankt Bernhard 18 Tage. Bemerkenswert ist, dass die Monate Juni von 2013 und 2014 deutlich trockener als 2015 ausfielen.
Wenn man die Wetteranalyse nur auf die Wochenenden und Feiertage vom Juni 2015 begrenzt, ergeben sich ähnliche Zahlen wie der Monatsdurchschnitt. Dies bedeutet, dass die freien Tage auch sonniger, trockener und wärmer als normal ausfielen. Der Sonnenscheinüberschuss war jedoch an den Wochenenden weniger ausgeprägt als an den Werktagen.
Juli 2015: Aussergewöhnliche Hitze und Sonnenscheindauer
Die grosszügige Sonne, der Niederschlagsmangel und die Hitze, die im Juni 2015 beobachtet wurden, steigerten sich noch im Juli 2015. Er war nicht nur der wärmste je gemessene Juli seit 1864, in zahlreichen Wetterstationen im Wallis und dem Chablais (Aigle, Grosser Sankt Bernhard, Sitten, Ulrichen, Visp und Zermatt) war es sogar der heisseste je gemessene Monat seit Messbeginn! Somit übertraf Juli 2015 die Rekorde von Juli 2006 und vor allem August 2003, der speziell heiss war (http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/aktuell/meteoschweiz-blog.subpage.html/de/data/blogs/2015/7/juli-mit-rekordhitze.html) und (http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/aktuell/meteoschweiz-blog.subpage.html/de/data/blogs/2015/7/juli-2015-auf-rekordkurs.html).
Die Wärme stieg weit in die Höhe; die Nullgradgrenze lag so oft über 4500 M.ü.M. In der übrigen Westschweiz, im Raum Bern und auf der Alpensüdseite wurden ebenfalls Rekordwerte beobachtet. Im Juli 2015 lag die Temperaturabweichung zum langjährigen Mittel 1981-2010 im Wallis auf +3.6 Grad, was beträchtlich ist. Wenn der Vergleich zum langjährigen Mittel 1961-1990 berücksichtigt wird, erreichte diese Wärmeabweichung sogar knapp 5°C. Ausserdem kletterte das Quecksilber in Sitten an 22 von 31 Tagen auf 30 Grad oder darüber. Im Durchschnitt sind es nur gerade 7. In der Meteorologie spricht man von „Hitzetag“, wenn die Temperaturen wenigstens den Schwellwert von 30 Grad erreichen. An einem “Sommertag“ erreichen die Tageshöchsttemperaturen wenigstens 25°C. Von denen gab es im Rhonetal zwischen 25 bis 28, d.h. 6 bis 9 Tage mehr als üblich. Sogar in höheren Lagen war die Anzahl Sommertage beträchtlich: 18 in Crans-Montana (durchschnittlich 4) und 15 in Zermatt (durchschnittlich 3)! (http://www.meteoschweiz.admin.ch/home/aktuell/meteoschweiz-blog.subpage.html/de/data/blogs/2015/7/neue-rekordwerte-vor-dem-ende-der-hitzewelle.html) und (http://www.meteosuisse.admin.ch/home/actualite/meteosuisse-blog.subpage.html/fr/data/blogs/2015/7/records-de-temperatures.html?query=temp%C3%A9ratures+record&topic=0&dateRange=all&dateFrom=&dateTo=&publicationYea). In tieferen Lagen blieben die Temperaturen an mehreren Nächten über der 20 Grad-Marke. Solche Nächte werden „tropische Nacht“ genannt. Dieses Phänomen beeinflusst stark die Temperatur in den Unterkünften und kann somit den Schlaf stören.
Im Wallis erreichte auch die Sonnenscheindauer knapp Rekordwerte. Seit 150 Jahren war tatsächlich nur der Juli 1983 sonnenreicher als der diesjährige. Die absoluten Werte sind selbstsprechend: insgesamt 320 Sonnenstunden in Sitten, d.h. im Durchschnitt über 10 Stunden täglich, auch wenn der Horizont berücksichtigt wird. Auch Visp und Crans-Montana wurden mit je etwa 300 Stunden von der Sonne sehr verwöhnt. In Genf und in Payerne erreichte die gesamte monatliche Sonnenscheindauer sogar 330 Stunden. Das sind Rekordwerte seit Beginn der homogenisierten Sonnenscheindauerwerte im Jahr 1959.
Was den Niederschlag betrifft, war er sehr defizitär, aber ohne Rekordwerte. Bemerkenswert ist, dass die erste Julihälfte ausgesprochen trocken ausfiel (insgesamt nur 1 bis 2 mm vom 1. bis 16. Juli). Die einigen Gewitter des Monatsendes änderten jedoch kaum etwas an der Trockenheit.
Die Hitze, viel Sonne und Trockenheit können durch die lange Dauer (3.5 Wochen) eines stabilen Hochs, sowohl am Boden als in der Höhe, erklärt werden. Meteorologische Erklärung: Bei Hochdrucklagen sinkt die Luft langsam aus beträchtlichen Höhen ab. Das ergibt einen leichten Föhneffekt (Fachausdruck „Subsidenz“). In einem Hoch erwärmt und trocknet sich die Luftmasse ab. Solche stabile und langandauernde Hochs befinden sich normalweise im Mittelmeerraum. Ausserdem verstärkten manchmal Südwestlagen diesen Effekt, indem sie subtropische Luft aus Nordafrika brachten. Nur die letzte Juliwoche wurde durch kühlere und feuchtere West bis Nordwestlagen gekennzeichnet.
Das Wetter vom Juli 2015 unterscheidet sich wesentlich von demjenigen vom Juli 2014: Dieses war zu kühl und vor allem viel zu nass und sehr sonnenarm. Das Wärmedefizit betrug für das gesamte Wallis 1.2 Grad im Vergleich zur Referenzperiode 1981-2010, und ausserdem regnete es mehr als doppelt so viel wie durchschnittlich (Überschuss von 132%). In zahlreichen Regenmessstationen im Wallis und dem Chablais, wurden sogar neue Rekorde registriert. Die Sonnenscheinstunden von 2014 erreichten hingegen nicht einmal die Hälfte derjenigen vom Juli 2015. Auch der Juli 2013 zeigte sich angenehm sommerlich, aber nicht zu heiss (Sonnenscheinüberschuss von 12% und Wärmeüberschuss über 1.5°C im Vergleich zum langjährigen Mittel 1981-2010). Um ähnliches Juliwetter wie 2015 zu finden, muss man bis 2010 oder vor allem 2006 zurückgehen. Damals wurde dieser als der wärmste Juli seit Messbeginn vor 150 Jahren betrachtet.
Wie auch im Juni 2015, wenn die Wetteranalyse nur auf die Wochenenden und Feiertage vom Juli 2015 begrenzt wird, ergeben sich ähnliche Zahlen wie im Monatsdurchschnitt. Der Sonnenscheinüberschuss war jedoch an den Wochenenden weniger ausgeprägt als an Werktagen, vor allem aufgrund der 2 letzten Wochenenden.