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HIV-Übertragung: Alle profitieren von Zirkumzision
Wir wissen nun schon seit einigen Jahren, dass die Zirkumzision (Beschneidung des Mannes) für denjenigen, der die Beschneidung durchführen lässt, das Risiko einer HIV-Infektion senkt. Eine neue Arbeit zu einem mathematischen Model zeigt auf, dass die Zirkumzision weit mehr bewirken kann.
Bei der Zirkumzision wird die Vorhaut am Penis des Mannes entfernt. Der innere Teil der Vorhaut, der die Eichel schützt und bei der Erektion gegen aussen gerichtet wird, ist von einem unverhornten Plattenepithel ausgeschichtet. Man geht davon aus, dass dieses unverhornte Plattenepithel, ähnlich wie das Epithel der Vagina besonders anfällig ist für eine Infektion mit HIV. Nach der Beschneidung werden die Eichel und die Überreste der Vorhaut mit feinen Hornhautschichten überzogen. Damit sinkt das Risko für den Mann, sich mit HIV anzustecken.
Nicht nur der Mann profitiert
Effektiv konnte gezeigt werden, dass die Zirkumzision des HIV-positiven Mannes das Risiko für die Partnerin kaum beeinflussen (im Gegenteil, in den ersten Woche nach der Zirkumzision ist das Risiko für die Partnerin sogar noch erhöht). Doch die neue Studie hat mit mathematischen Modellrechnungen den längerfristigen Effekt einer Schutzwirkung für den Mann für alle späteren Partner berechnet. Tatsächlich zeigt es sich, dass mit einer recht flächendeckenden Massnahme der Effekt für den Mann von einem deutlichen Folgeeffekt für die ganze Gesellschaft begleitet wird.
Wie in der nebenstehenden Abbildung gezeigt wird, hängt der Effekt für die Bevölkerung (gemessen an der Inzidenz, dh. an der Zah von Neuerkrankungen) deutlich von der Anzahl von Männern ab, welche sich beschneiden lassen. In der Abbildung wird gezeigt, was passiert wenn sich nur 5% der Bevölkerung oder eben bis 90% einer solchen Behandllung unterziehen würden. Ganz links der Einfluss auf die beschnittenen Männer selbst: sie werden als erste geschützt. Doch auch die Frauen und die Männer, welche sich nicht beschneiden lassen, profitieren indirekt von der Masnahme.
Wirkung wie eine Impfung
Der Effekt ist etwas ähnlich wie der Effekt einer Impfung. Wenn einige sich schützen, profitieren eben auch die anderen, weil weniger Männer ansteckend sind. Ein schönes Beispiel für einen weiteren solidarischen Effekt einer Public-Health-Massnahme. Die Modellrechnungen sagen voraus, dass in den Hochendemiegebieten im Südlichen Afrika pro 5-15 Zirkumzisionen eine HIV-Infektion verhindert werden kann. Angesichts der hohen Kosten der HIV-Therapie – auch in Afrika – ist eine solche Massnahme hoch effizient.
Ratschlag selten befolgt
Leider wird die Zirkumzision weltweit viel zu wenig aufgenommen. Gerade in einem Endemiegebiet wie Südafrika könnte die Massnahme eine deutliche Senkung der Inzidenz zur Folge haben.
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