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Nibelungenzeile, Halber Kreuzreim (3wx, 3ma, 3wx, 3ma). Ballade. (erzählenswerte, etwas unheimliche Begebenheit).
Die Liebste eines Fischers ist gestorben. Er glaubt aber nicht daran, sondern wartet des Nachts auf sie. Als sie kommt, fahren sie gemeinsam den Rhein hinunter. Der Fischer bemüht sich um seine Geliebte, reicht ihr seinen wärmenden Mantel und sorgt sich, sie könnte ins Wasser fallen. Dann beginnt das Mädchen im Kahn zu beten. Kurz vor Sonnenaufgang singen sie gemeinsam ein Morgengebet. Genauso wie die Nacht vergeht, beginnt auch das Mächen zu schwinden. Als der Fischer das merkt, legt er sich in sein Boot und schläft unter Tränen ein, während ihn sein Kahn ins Meer hinaus trägt. Laut der letzten Strophe sehen vorbeifahrende Schiffe auf dem Meer das Liebespaar im Boot.
Der Tod des Mädchens ist zu Beginn der Ballade zwar bereits
eingetreten, wie die erste Strophe deutlich macht (sein Liebchen
war gestorben), aber er kann es noch nicht wahrhaben, das geschieht
verzögert, durch die von der Ballade eingeschobene Nacht, in
der ihm seine Liebste immer noch lebendig erscheint, am Morgen aber
verschwunden ist. Vor dieser Kenntins liegt in der Ballade das
gemeinsame Singen der „Mette“. Die Religion scheint hier ein
Instrument zu sein, dass ihn den Tod seiner Liebsten begreifen
lässt. Allerdings überwindet er diesen Tod nicht,
sondern folgt seiner Liebsten nach. Die Liebe ist zwar stärker
als der Tod, in gewisser Weise aber reisst sie den Fischer auch
hinein.