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Medizinische Vorteile
Heute ist es schulmedizinisch erwiesen, dass schwebende Schlafsysteme vorbeugende als auch heilende Wirkung haben.
Seit über 150 Jahren werden bei der Krankenpflege Wasserbetten verwendet. William Hooper erfand eine sogenannte "Invaliden-Wassermatratze", die Sir James Paget als eine „neue Erfindung zur Hilfeleistung bei der Ausübung der Medizin und Chirurgie“ pries. Obwohl Hoopers Erfindung die Vorteile des Schwebens nicht voll zum Tragen bringen konnte, war er doch einer der ersten, der auf das archimedische Verdrängungsprinzip zurückgriff, um ans Bett gebundene Patienten in den Zustand der Schwerelosigkeit zu versetzen. Kurz darauf übergab Neil Arnott seine Wasserbettkonstruktion an Paget.
Trotz der Tatsache, dass es sich bei Arnotts Bett um eine „Schwebematratze“ handelte, blieb der Erfolg zunächst aus, da es an den dazu erforderlichen Herstellungsmaterialien fehlte. Vor mehr als 70 Jahren entwickelte C. A. Ewald ein Wasserbett zur Verhütung des Dekubitus (= Wundliegen oder sog. Druckbrand). Das Bett bestand aus einem Flüssigkeitstank, der mit einer dünnen, undurchlässigen Membrane abgedeckt war.
Die moderne Medizin akzeptierte die therapeutischen Vorzüge schwebender Schlafsysteme erst in den späten Sechzigern des vergangenen Jahrhunderts. Es war dies vor allem das Verdienst von W. Russel Grant, der einen historischen Abriss mit Berichten über verschiedene Schwebematratzen, die Behandlung des Dekubitus betreffend, vorlegte.
Heute gibt es eine Menge belegter medizinischer Daten, welche die Vorteile der Wasserbetten zur Behandlung und Verhütung von Leiden und Krankheiten untermauern, voran die sensationellen Forschungsergebnisse des Stanford Medical Center, der Universität von Kalifornien (San Diego) und des Prince Henry Hospital (Australien).
Ausserdem bekräftigen die Ergebnisse zahlreicher, von unparteiischer Seite erhobener Analysen die Vorteile der Wasserbetten, ganz abgesehen von diversen schriftlichen Aufzeichnungen seitens der Ärzteschaft und erfahrener Krankenpfleger in den Vereinigten Staaten, Europa und Australien.
In Fachkreisen werden heute folgende Vorteile schwebender Schlafsysteme hervorgehoben:
1. Linderung von Schlaflosigkeit
Für Menschen mit Schlafstörungen, sind die therapeutisch belegbaren Wirkungen von Schwebematratzen unter anderem ein leichteres Einschlafen, längere Schlafperioden mit weniger Bewegung und Wiederaufwachen während der Nacht und ein erfrischtes" Morgengefühl mit weniger Depression.
2. Linderung bei Gelenkentzündungen und Rückenschmerzen
Seit Jahren verwenden Heilpraktiker warmes Wasser zwecks Linderung von Muskelschmerzen und Stressabbau. Beheizte Wasserbetten finden erfolgreiche Anwendung bei Linderung von Muskelschmerzen, geschwollenen Gelenken und Begleiterscheinungen von Gelenkentzündungen. Wasserbetten verringern daher die morgendliche Steifheit und den Gebrauch von schmerzlindernden Arzneimitteln.
Menschen, die an gewöhnlichen Rückenschmerzen leiden, hilft die Kombination von Wärme und Flüssigkeitsabstützung eines Wasserbettes ganz wesentlich. Wärme ist der Entspannung förderlich, während die Wassermatratze den Körper gleichförmig abstützt, Kreislaufbeschwerden entgegenwirkt und das Rückrat entlastet.
(Quellen: Lit. 2 Horn, H.R., Das orthopädische Bett, Nebraska Medical Journal, Juni 1972,S.190-191.)
3. Mehr Komfort während der Schwangerschaft und bei Wehen
Auf Wasserbetten können Frauen während der Schwangerschaft bequemer auf dem Bauch liegen und somit den Druck, den die schwere Gebärmutter auf die Aorta (= Hauptschlagader) ausübt, bedeutend lindern. Auch die Wehen gestalten sich auf einem Wasserbett weniger unbequem, wenn die Frau in einer Art Fötusstellung liegt (= auf der Seite mit angezogenen Beinen). Die werdende Mutter kann sich dann in die Wärme des Wasserbettes kuscheln und "schweben".
4. Linderung bei Verbrennungen
Es hat sich herausgestellt, daß das Schweben sowohl Druck als auch Schmerzen bei schweren Verbrennungen drastisch verringert. Das sanfte Wogen und das Schwerelosigkeitsgefühl des Schwebens haben eine schmerzstillende Wirkung, wodurch auch das Verabreichen von Betäubungsmitteln eingeschränkt werden kann. Auch verkürzt sich die Heilperiode, da der Blutkreislauf nicht beeinträchtigt wird.
(Quelle: Lit.3 Noonan, J. und Noonan, L. 1968. Zwei Brandwundfälle mit Flotationstherapie behandelt. American Journal of Nursing 68:316-19.)
5. Beistand für Frühgeburten
Aus Forschungsergebnissen geht hervor, daß zu früh zur Welt gekommene Säuglinge in mit Wasserbetten ausgerüsteten Brutschränken weniger Apnoe-Anfälle (= Atemausfall auf Grund eines unterentwickelten Nervensystems) erlitten als Frühgeburten, die in gewöhnlichen Brutschränken untergebracht waren.
Frühgeburten, denen das für ihre Entwicklung durch Bewegung hervorgerufene, äusserst anregende Schweben in der Gebärmutter im Laufe der normalen Schwangerschaftszeit vorenthalten wird, kann dieser Mangel durch Gebrauch von Wasserbetten wettgemacht werden.
Laut laufenden Forschungen erhärtet sich die Einsicht, daß die durch Bewegung erzeugte Anregung möglicherweise die Verhaltensentwicklung von Säuglingen auf wichtigere Art beeinflußt als Berührungs- und Körperkontakt.
Deshalb werden Wasserbetten jetzt zur Vermittlung von Bewegungsanregung in Entwicklungsprogrammen für schwer entwicklungsgestörte Kinder verwendet.
Da das von Wasserbetten herbeigeführte Schweben Druckpunkte auf die Haut oder die Skelettstruktur Abhilfe dämpft, kann die Verlegung von Frühgeburten auf Wasserbetten klinisch angeordnet werden und zur Verbesserung krankhafter Hautzustände wie auch zur Verringerung asymmetrisch geformter Köpfe einen entscheidenden Beitrag leisten.
(Quellen: Lit.4 Kramer, L.I. und Pierpont, M. E. 1976. Schaukeln von Wasserbetten und Gehöranregungen zur Entwicklungshilfe von Frühgeburten: Vorbericht. The Journal of Pediatrics 88:297-99. Lit.5 Korner, A.F., Kraemer, H.C.,Haffner, N.E. und Cosper, L.M. 1975. Einfluß der Flotation auf Wasserbetten auf Frühgeburten: eine Vorstudie. Pediatrics 56:361-67.)
6. Behandlung und Verhütung von Dekubitus
Wegen der gleichmäßigen Verteilung und der daraus folgenden Verringerung des Körperdruck auf das Wasserbett ist bestehenden Wunden eine raschere Heilung möglich und kann dem Auftreten neuer Enzündungen vorgebeugt werden. Das Wasserbett wird erfolgreich zur Behandlung von Dekubitus bei Querschnittlähmung, Schlaganfall (= Apoplexie), Rückenmarkverletzung und bei Patienten mit geriatrischen und bettlägerigen Zuständen verwendet.
(Quellen: Lit.6 Weinstein, J.D. und Davidson, B.A.1966. Flüssigkeitslagerung in der Verhütung und Behandlung von Dekubitus. American Journal of Physical Medicine 45:283-90. Lit.7 Thornhill, H.L. und Williams, M.L. 1968 Erfahrungen mit der Wassermatratze in einem Großstadtkrankenhaus. American Journal of Nursing 68:2856-58. Lit.8 Pfaudler, M. 1968. Flotation, Verdrängung und Dekubitus. American Journal of Nursing 68:2351-55 Lit.9 Lilla, J.A., Fridrichs, R.R. und Vistnes, L.M. 1975. Flotationsmatratze zur Verhütung und Behandlung von Gewebezersetzung. Geriatrics, September 1975, S.71-75. Lit.10 Siegel, R.J., Laub, D.R. und Vistnes, L.M.1973. Anwendung von Wasserbetten zur Verhütung von Druckwunden. Plastic and Reconstructive Surgery 51:31-37. Lit.11 Jones, R.F. und Burniston, G.C.1971. Das Wasserbett auf einer Rückenmarkverletzten-Station. Medical Journal of Australia. 11.Dezember 1971, S. 1215-21.)
7. Hygiene
Zusätzlich zu den dargelegten medizinischen Vorteilen ist ein Wasserbett auch die am meisten hygienische Oberfläche zum Schlafen. Eine poröse Sprungfedermatratze ist ein erstaunlicher Magnet für Haare, Körperasche (= winzige, von der Haut abgestoßene Partikel) und andere Fragmente. Diese senken sich langsam in die Matratze und werden wieder in die Bettlaken hoch getragen.
Im Gegensatz dazu kann die glatte Vinyloberfläche des Wasserbettes leicht mit Wasser und Seife gewaschen werden und Rückstände lassen sich mit einem feuchten Schwamm von der Auskleidung entfernen.
Wasserbetten kommen zur Zeit in hunderten von Krankenhäusern in den Vereinigten Staaten, Europa und Australien zur Anwendung. In Krankenhäusern stellt sich zusätzlich zum medizinischen Nutzen des Wasserbettes heraus, daß auf Wasserbetten gelagerte Patienten weniger oft umgedreht und umgelegt werden müssen. Dadurch wird das Personal für andere Pflichten frei. In Angesichts der gegenwärtigen Erforschung von Vorteilen des Flotations-Schlafsystemens für die Krankenpflege, bietet das Wasserbett eine sinnvolle therapeutische Hilfe für die Bemühungen des Arztes um das Wohl seiner Patienten.
Die Anwendungsmöglichkeiten reichen vom stationären Einsatz im akuten Fall bis zum täglichen Gebrauch im Privatbereich. Wasserbetten und Wassereinlegematratzen in vielen Ausführungen stehen für jede Anwendungsform zur Verfügung.