Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03606.jsonl.gz/623

Bewegung - Förderung und Prävention
Regelmässige Bewegung und Sport sind in allen Altersgruppen zentraler Bestandteil eines gesunden Lebensstils und Voraussetzung für Leistungsfähigkeit. Ausserdem helfen sie, körperliche und psychische Krankheiten vorzubeugen. Das Bundesamt für Sport (BASPO) hat folgende Empfehlungen für Frauen und Männer im erwerbsfähigen Alter formuliert, die sich idealerweise auf mehrere Tage in der Woche verteilen:
- Mindestens 2,5 Stunden Bewegung pro Woche in Form von Alltagsaktivitäten oder Sport mit mindestens mittlerer Intensität (z.B. zügiges Gehen, Velofahren sowie Schneeschaufeln oder Gartenarbeiten) oder
- 1,25 Stunden Sport oder Bewegung mit hoher Intensität (z.B. Joggen, zügiges Velofahren, Schwimmen oder Skilanglaufen).
Mehr als drei Viertel der Aargauer Bevölkerung trainiert regelmässig oder bewegt sich ausreichend. Dieser Anteil hat sich innerhalb von zehn Jahren um zehn Prozent erhöht und liegt leicht höher als der Schweizer Durchschnitt. Die körperliche Aktivität in der Freizeit reicht jedoch nur bedingt, um die Auswirkungen unseres mehrheitlich sitzenden Lebensstils zu kompensieren. Sei es beim Essen, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Auto, vor dem Fernseher oder beim geselligen Beisammensein mit Freunden – wir verbringen viel Zeit sitzend.
Die Erwerbstätigen sitzen mit 5,8 Stunden länger als die nicht Erwerbstätigen (4,9 Stunden). Über 18,6 Prozent der Schweizer Bevölkerung sitzen pro Tag sogar länger als 8,5 Stunden und manche verbringen sogar bis zu 15 Stunden pro Tag sitzend oder ruhend. Langandauerndes Sitzen sowie einseitige Körperhaltungen und monotone Bewegungen gehen mit verschiedenen gesundheitlichen Folgen und Risiken wie etwa Verspannungen, Rückenschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Übermüdung, Kopfweh, Übergewicht oder Herz-Kreislauferkrankungen einher, was in einem weiteren Schritt zu Absenzen bei der Arbeit führt.
Um diesen Risiken entgegenzuwirken, scheint es, neben optimalen Einstellungen und ergonomischem Verhalten, ein einfaches Mittel zu geben: regelmässige Unterbrechungen langer Sitzphasen durch bewegte Pausen oder stehende Tätigkeiten. Die Kampagne Auf-Stehen des BAG vermittelt hierzu sehr aufschlussreiche Informationen.
Genügend Bewegung ist dreifach wichtig: Erstens werden die Risiken der oben erwähnten Krankheiten reduziert. Zweitens werden durch Bewegung Stresshormone abgebaut. Und drittens steigert Bewegung nicht nur das körperliche, sondern auch das seelische Wohlbefinden. Fazit: Ein aktiver Lebensstil trägt zur Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeitenden bei. Die Leistungsfähigkeit wird gesteigert, die Zahl der Absenzen reduziert.
Das Bewegungsverhalten unterliegt verschiedensten Einflüssen. Einige dieser Faktoren wie Alter und Geschlecht sind gegeben. Personenspezifische Faktoren und Gegebenheiten aus dem Umfeld hingegen können – durch geeignete Massnahmen – nutzbringend verändert werden. So kann ein Betrieb seine Mitarbeitenden mit Bewegungspausen, freiwilligen Bewegungsprogrammen, dem Mitmachen bei Kampagnen wie zum Beispiel «bike to work» und Aktionstagen zum Thema Bewegung sensibilisieren und «aktivieren». Dabei darf nicht vergessen werden, dass Bewegungsmangel auch in Berufen wie Fahrzeugführern, Lehrern, Pflegepersonal ebenso häufig vorkommt wie bei einer Bürotätigkeit. Mit der Bereitstellung von Infrastrukturen (z.B. Duschen, Stehpulte) und der Schaffung von positiven Anreizen (z.B. gratis Velocheck, interne Bewegungskurse) gelingt es dem Betrieb ebenfalls, einen Beitrag zur Bewegungsförderung zu leisten.