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Schlachter fällt auf, dass nach dem Unterrichtsabschluss die aus dem Unterricht Entlassenen keine Möglichkeit hätten, das Abendmahl einzunehmen. Er schlägt dem Brüderrat deshalb vor, den jungen Männern und Frauen in Abweichung vom Gemeindereglement das Abendmahl zu geben. (Das Reglement der Gemeinde schrieb damals vor, dass nur eingeschriebene Mitglieder und Gäste zum Abendmahl zugelassen sind. Die Entlassenen waren weder das eine noch das andere.)
Die Gemeinde ist mit der Arbeit Schlachters sehr zufrieden, so dass sie ihn gerne definitiv anstellen möchten. Der Diakonie sind jedoch die Hände gebunden, da Pfarrer Lindenmeyer sowohl als Vorsteher der Gemeinde, wie auch als Pfarrer nicht zurücktreten will. Nach langen, zähen Verhandlungen willigt Lindenmeyer am 5. Juni 1908 ein, als Pfarrer der Gemeinde zurückzutreten. Es wird ihm aber zugebilligt das Amt des Vorstehers und dasjenige des Ältesten zu behalten. Am 12. Juni 1908 wird Schlachter von der Gemeindeversammlung (28 Brüder und 100 Schwestern) in geheimer Abstimmung mit 122 gegen 5 Stimmen und 4 leerer Stimmzettel als neuer Prediger und Ältester auf Ende September 1908 für die nächsten 3 Jahre definitiv gewählt. Die Gemeinde stellt Herrn Schlachter die Bedingung, dass er spätestens ab dem 1. November 1908 seinen Wohnsitz in Bern haben sollte. Er übernimmt den Vorsitz von Diakonie und Brüderrat.
Im September startet Schlachter im Sulgenrain 11 eine Evangelisationsversammlung, die sehr erfolgreich ist und zu einer Filiale der Zeughausgasse wird. Am 30. September erhält er einen Dienstvertrag, in dem festgehalten wird, dass er die Ämter von Pfr. Lindenmeyer übernimmt und für allfällige Vertretungen selber aufkommen muss. Zusätzlich arbeitet er an einer Miniaturbibel, und an der Zeitschrift «Schriftforscher», die während seiner Amtszeit in der FEG Bern erscheint. Schlachter schlägt der Brüderkonferenz vor, ein neues Liederbuch einzuführen, da die Lieder der Zionsharfe doch schon älteren Datums seien. Die Brüderkonferenz beschliesst nach längerer und hitziger Diskussion ein neues Psalmenbuch einzuführen.
Auf die Frage, ob die Leichenverbrennung mit dem christlichen Glauben vereinbar sei, antwortet Schlachter, dass es einerlei sei, ob ein Leichnam verbrannt oder der Verwesung anheim gegeben werde, da die Auferstehung in der Kraft Gottes liege und nicht in der Art und Weise, wie der natürliche Leib zerstört werde. Die heilige Schrift enthalte in dieser Frage keinerlei Gebote oder Verbote. Bei den Juden sei es als eine Schmach angesehen worden, verbrannt zu werden, aus diesem Grunde habe auch Josia die Gebeine der Götzenpriester verbrannt (2. Chronik 34, 5). Für uns dürfte das Beispiel unseres Herrn und Heilandes wegleitend sein, der auch nicht der Verbrennung überliefert, sondern begraben worden sei. Dagegen würde er es niemandem verargen, wenn er sich dem Leichenverbrennungsverein anschliessen würde. Bis jetzt sei die Feuerbestattung in das Belieben des Einzelnen gestellt, die Möglichkeit sei aber nicht ausgeschlossen, dass es beim Ausbruch einer Epidemie obligatorisch erklärt werden könnte, da das Feuer allein alle Krankheitskeime gründlich und rasch zerstöre.
Am 27. September 1910 wird Herr Schlachter im Salem operiert. Von dieser Operation erholt er sich nur sehr langsam. Der von ihm angestellte Stellvertreter wird von der Gemeinde nicht akzeptiert. Schlachter entschuldigt sich und schlägt gemeinsam mit Sekretär J. Benz den Pfarrer Wilhelm Meili als Stellvertreter vor. Dieser wird von der Diakonie am 29. November in den Dienst eingesetzt.
Am 12. Januar 1911, morgens 2 Uhr, erfolgte der Heimgang von Franz Eugen Schlachter.