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Seit einem Jahr lebt Esperanza, Tochter mexikanischer Einwanderer, in der Man- go Street im Latinoviertel von Chicago, den 'barrios'. Esperanza hasst das kleine heruntergekommene Haus, in das ihre Eltern ziehen mussten, und sie hasst das Viertel mit all seinem Schmutz, seiner Armut, seinen Enttäuschungen. Es ist ein schwieriges Jahr für Esperanza, das Jahr, in dem sie vom Mädchen zur Frau wird. Davon erzählt sie, und von den Menschen, die sie begleiten: von ihrer Mutter, die beim Kochen Arien aus Madame Butterfly singt; von ihrem Vater, der den Tod seines Vaters in Mexiko beweint; von Darius, der die Schule hasst; von Elenita, der Hellseherin, und vielen anderen mehr. Sie berichtet von Menschen, die immer unterwegs sind und doch nie ankommen, von Männern und Frauen, für die Amerika das Land der begrenzten Möglichkeiten und der zerstörten Träume ist. Und sie erzählt von ihrer Sehnsucht, die Enge der Mango Street zu verlassen - fortzugehen, um später zurückzukehren und jenen Hoffnung zu bringen, die zurückbleiben.
SANDRA CISNEROS wurde 1954 als Tochter eines mexikanischen Vaters und einer mexikanisch-amerikanischen Mutter in den 'barrios' von Chicago geboren. Als einziges Mädchen unter sechs Brüdern musste sie genau gegen die Vorurteile und Einschränkungen ankämpfen, die ihre Erzählungen beschreiben. Das Haus in der Mango Street ist Sandra Cisneros' erstes Prosawerk, für das sie mit zahlreichen Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet wurde.