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Die letzten Resultate hatten in Frankreich im Vorfeld des Olympia-Finals die Hoffnungen genährt. Zwei Mal wurde der stetige Titelfavorit an Grossanlässen zuletzt in Schach gehalten: 2019 an den Weltmeisterschaften eliminierte die Equipe Tricolore die USA in den Viertelfinals, vor zwei Wochen vermieste sie den NBA-Superstars den Auftakt ins olympische Turnier. Im grösstmöglichen aller internationalen Basketball-Spiele, dem Olympia-Final, blieb Frankreich gegen die USA aber zum dritten Mal ohne Chance.
Der Start für den europäischen Herausforderer war verheissungsvoll. Rasch führte Frankreich mit 10:4. Die Amerikaner bekundeten derweil einmal mehr Mühe ins Spiel zu finden, von den ersten acht Dreipunkte-Würfen der Amerikaner fand keiner den Weg ins Netz. Dass das Team von Trainerlegende Gregg Popovich trotz der fehlenden Zielgenauigkeit aus der Ferne den Rückstand verringerte und gegen Ende des Startviertels bereits die Führung übernahm, war hinsichtlich des Spannungsbogen des Spiels keine gute Kunde.
Mit der Führung im Rücken spielte sich das US-Team unter Regie von Superstar Kevin Durant nicht in einen Rausch, kontrollierte das Scoreboard allerdings souverän. Wann immer der Aussenseiter um Rudy Gobert aufzukommen drohte, reagierten die amerikanischen Stars mit Nachdruck. Näher als bis auf drei Punkte kam Frankreich trotz je 16 Punkten von Gobert und Evan Fournier nicht mehr an den Topfavoriten heran.
Umbruch steht bevor
Im US-Team avancierte Durant mit 29 Punkten auch im Final zum besten Skorer. Der 32-Jährige Shooting Guard der Brooklyn Nets hatte im Verlauf dieses Turniers als erster Spieler der Geschichte an Olympia die 400-Punktemarke überschritten. Schon 2012 und 2016 gehörte er dem Siegerteam an. Ob der Captain 2024 in Paris seinen vierten persönlichen Olympia-Triumph in Angriff nimmt, darf bezweifelt werden. Im US-Team steht ein nicht unkomplizierter Umbruch an.
Die Erfolgsgeschichte der US-Basketballer mit dem nun vierten Olympiasieg in Folge fusst auf der Schmach von Athen 2004, als das olympische Finalspiel letztmals ohne amerikanische Beteiligung über die Bühne gegangen war. Als Folge des US-Debakels wurde der mehrfach prämierte Sportmanager Jerry Colangelo zum Geschäftsführer von USA Basketball ernannt.
Zusage für drei Jahre
Mit teils ungewöhnlichen Massnahmen leitete Colangelo den Umschwung für die Equipe ein. So verlangte der langjährige Besitzer der Phoenix Suns von den Spielern des Nationalteams, sich mindestens für drei Jahre zu verpflichten. «Ich brauchte diese Dreijahres-Zusagen und erhielt sie: Sei es von Carmelo Anthony, von LeBron James oder von Chris Paul», sagte Colangelo rückblickend nicht ohne Stolz. Der 81-Jährige brachte auf diese Weise Kontinuität ins US-Team, was wiederum zum Erfolg führte. Mit Gold in Tokio endete seine Ära.