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| Gregor der Grosse († 604) - Ausgewählte Briefe

Erstes Buch. Briefe aus den Jahren 590—591.
IX. (14.) An den Bischof Demetrius von Neapel.
Inhalt
IX.
Gesammtausgabe 14.
An den Bischof Demetrius von Neapel.
Inhalt: Gregorius versichert unter Verpfändung seines eigenen Heiles Zweifelnden die Wahrheit des katholischen Glaubens und führt sie dadurch zur Kirche zurück. Seeleneifer und Milde. [S. 28]
Stephanus, der Überbringer dieses Schreibens, hatte die Wahrheit einiger Glaubenspunkte bezweifelt und sich deßhalb von der Gemeinschaft der katholischen Kirche auf so lange getrennt bis Gott, der Richter der Wahrheit, ihn wieder auf den rechten Weg zurückführen würde. Wisse, daß er Uns Genugthuung geleistet und mit der katholischen Kirche sich wieder im Glauben vereinigt habe. Wir haben aber in Erfahrung gebracht, daß sich in der Stadt Neapel Mehrere befinden, die an demselben Zweifel leiden. Hinsichtlich Dieser hat Uns Stephanus versichert, daß sie unverzüglich und ohne Weigerung zur Einheit mit der katholischen Kirche zurückkehren werden, wofern Wir durch Verpfändung Ünsers eigenen Seelenheiles Ihre Zweifelmüthigkeit beschwichtigen würden. Deßwegen ersuchen Wir Euch durch das gegenwärtige Schreiben, diese Leute auf unser Wort und auf Unsre Gefahr hin, wie sie es verlangt haben, in die Gemeinschaft des katholischen Glaubens aufzunehmen und sie auf jede mögliche Weise von der Finsterniß zum Licht zurückzurufen, damit Wir nicht, nachdem einmal diese Sache an Uns gebracht worden ist, durch Unser Stillschweigen oder durch Nachlässigkeit ihre Seelen verlieren.