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Dieser Beitrag soll ein kurzer werden. Mit dem Ziel, ein Gefühl für den wirtschaftlichen Wert einer Person zu erhalten. Es geht um das Humankapital, im Englischen auch human resources oder human assets genannt. Das Humankapital besteht aus zwei Komponenten, die wir genauer betrachten:
Der quantitative Aspekt (Zeit) kann sehr genau prognostiziert werden, der qualitative Aspekt (Eigenschaften) ist prognostisch sehr schwierig zu beziffern. Dabei ist der «Kann» und der «Ist» Wert zu unterscheiden. Wir schauen drei fiktive Personen bezüglich ihres Humankapitals genauer an:
- Person A hat ganz viele wertvolle Eigenschaften und eine gute Ausbildung (hoher «Kann» Wert), wodurch sie eine gut bezahlte Arbeitsstelle annehmen könnte. Die Person entscheidet sich aber für eine hoch repetitive Arbeitstätigkeit und erhält den monatlichen Mindestlohn von CHF 4’000.- (tiefer «Ist» Wert). Sie arbeitet ab dem 20. Lebensjahr bis zur Pension dort, ohne je eine Lohnerhöhung zu erhalten.
- Person B verdient ab dem 20. Lebensjahr ebenfalls den Mindestlohn von CHF 4’000.-. Nach zehn Jahren wechselt die Person nach einer Weiterbildung den Job und verdient nun CHF 5’000.-, was nach erneut zehn Jahren auf CHF 6’000.- steigt. Mit 50-jährig übernimmt die Person die Teamleitung und verdient die 15 Jahre bis zur Pension noch CHF 7’500.-.
- Person C hat lange studiert und startet erst mit 30-jährig ins Berufsleben, mit einem Monatslohn von CHF 7’000.-. Alle 10 Jahre verdient sie tausend Franken mehr, also ab 40 CHF 8’000.-, ab 50 CHF 9’000.- und für die letzten fünf Berufsjahre CHF 10’000.- pro Monat.
Erst wenn nun alle drei Personen mit 65-jährig pensioniert werden, können wir rückblickend genau beziffern, wie hoch das Humankapital der Personen war. Was denkst du, wie hoch die Beträge ausfallen?
Der Einfachheit halber gehen wir von 13 Nettogehältern aus. Die drei Personen haben somit in ihrem gesamten Leben ein Totaleinkommen wie folgt erwirtschaftet:
- Person A: CHF 2’392’000.-
- Person B: CHF 3’406’000.-
- Person C: CHF 3’900’000.-
Die Beträge sind nicht unglaublich weit voneinander entfernt. Wir sehen also, dass es auf beide Dimensionen ankommt. Einerseits auf die Qualitäten / Eigenschaften einer Person und andererseits auf die Quantität / Zeit, die eine Person der Wirtschaft zur Verfügung steht.
Emotionsecke
Es ist ganz klar, dass wir hier nur über die wirtschaftliche «Qualität» einer Person sprechen. Ein Mensch hat ganz viele Facetten, die in der Wirtschaft (leider) nicht alle abgebildet werden. So sind einige Berufe massiv unterbezahlt (bspw. Pflege, Betreuung etc.) und andererseits bestehen nach wie vor Diskriminierungen (bspw. aufgrund Geschlecht, Nationaltität etc.). Auch ist weiterhin die Care-Arbeit in weiten Teilen komplett unbezahlt. Also wirtschaftlich uninteressant. Aber würde unsere Gesellschaft funktionieren, unsere Wirtschaft profitabel sein, wenn all die Mamis, Papis, Schwiegereltern, Grosis etc. unseren Nachwuchs nicht hüten, betreuuen und erziehen würden? Nein.
Aus diesem Grund müssen wir ganz klar zwischen wirtschaftlichem, gesellschaftlichem und persönlichem Wert einer Person unterscheiden. Hier haben wir nur über den wirtschaftlichen Wert gesprochen. Aber: Jeder Mensch ist wertvoll, egal wie viel er:sie erwirtschaftet.
Und weiter: Unser Leben soll zufrieden, glücklich und erfüllend sein. Das Geld ist nur ein Teil davon. Wenn sich Person A nun eben dafür entschieden hat, die Arbeit bei Mindestlohn anzunehmen, weil sie die Arbeit gerne macht und weil sie keine Verantwortung hat und bei Feierabend wirklich gedanklich frei ist, dann ist das eine wunderbare Entscheidung! Entscheidungen sind gut, wenn sie bewusst getroffen werden. Das Konzept des Humankapitals soll helfen, bewusste Entscheidungen zu treffen, und uns nicht Druck aufbürden.
|Kurzgefasst
|Das finanzielle Humankapital berechnet sich aus der Dauer, die eine Person der Wirtschaft zur Verfügung steht (quantitativ) sowie aus dem Einkommen, das eine Person von der Wirtschaft für ihre Arbeitstätigkeit erhält (qualitativ).
Also können wir sagen, dass je besser qualifiziert und je länger wir arbeiten, desto höher ist das Humankapital. Dieses kann erst im Nachhinein genau definiert werden.
Ein Fazit daraus: Es lohnt sich, in Bildung zu investieren. Denn dadurch erhöht sich der Wert der Person für die Wirtschaft.
Quellen: Rich Dad Poor Dad