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Hergestellt von Yaesu Musen Company Ltd., Tokyo.
Vom ersten Allwellenempfänger hat Yaesu 1977 das technische Prinzip der Wadley- Loop - Schaltung übernommen und den FRG-7 mit einem Frequenzzähler mit roter LED-Anzeige und einer Digitaluhr ausgestattet, dieser Empfänger FRG-7000 wurde 1981 vom FRG-7700 abgelöst, der als Stationsempfänger der nächsten Generation der Digitaltechnik mit einer PLL- Synthesizerschaltung ausgestattet war und mit einer Erweiterung für 12 Senderspeicher nachgerüstet werden konnte.
Der FRG - 7700 mit seinem anthrazitfarbenen Metallgehäuse misst 33,4 x 12,9 x 22,5 cm, wiegt 6,5 kg und ist somit gleich gross wie seine Vorgängergeräte. Er ist zum Netzbetrieb vorgesehen, die Netzspannung kann von 100 - 240 Volt umgeschaltet werden. Mit schraubbaren Gerätefüssen lässt sich der Empfänger leicht schrägstellen.
Der Lautsprecher ist hinter einer quadratischen Abdeckung auf der linken Seite der Frontplatte angebracht und gibt einen guten Klangeindruck, darunter liegt der Netzschalter und die Buchsen für Kopfhörer und Tonbandausgang. Rechts daneben liegt der Betriebsartenschalter, mit dem zwischen LSB/USB mit dem schmalen ZF-Filter, AM mit drei Filterbandbreiten und Schmalband-FM, wie es im Kurzwellenbereich vor allem von den CB-Funkern eingesetzt wird, umgeschaltet werden kann. Leicht oberhalb schalten zwei kleine Drucktasten die AGC-Charakteristik, die Abfallgeschwindigkeit der automatischen Schwundregelung, um und aktivieren den Störbegrenzer, der nur geringe Wirkung zeigt. Links unterhalb des Hautabstimmknopfes liegt der als Doppelpoti ausgeführte Lautstärkeregler / Tonblendenregler, zur rechten die nur im Speicherbetrieb aktive Feinabstimmung, die im FM wirksame Rauschsperre und darüber der ATT-Regler. Damit kann im Falle von Übersteuerung des Eingangssignal wie mit dem RF-Gain stufenlos abgeschwächt werden, ein zusätzlicher Abschwächer kann von der Geräterückseite her geschaltet werden. Rechts unten ist als zweitgrösster Knopf der gerastete Bandschalter angebracht, mit dem sich die 30 1-MHz-Bereiche schalten lassen. Darüber liegt der Wählschalter, der bei installierter Speicheroption 12 Frequenzen speichern kann, vier kleine Tipptasten dienen zum Abspeichern und Aufrufen von Frequenzen und lassen das Display abdunkeln. Der darüberliegende Drehschalter dient zur Umschaltung der Uhranzeige, Timerein- und Ausschaltzeit und der Empfangsfrequenz im Display, die kleinen danebenliegenden Tasten werden fürdie Uhr- und Schaltuhrfunktionen benötigt.
Der Hauptabstimmknopf ist ausgesprochen griffig und mit einer Fingermulde ausgeführt. Der FRG-7700 verfügte als einer der letzten Stationsempfänger noch über eine voll brauchbare lineare Rundskala, auf der sich Empfangsfrequenzen ebenfalls auf 5 kHz genau ablesen lassen. Einfacher geht's mit dem gleich darüberliegenden gelbleuchtenden LED- Display der Frequenzanzeige. Das als relativ grossformatiges Zeigerinstrument ausgeführte S-Meter zeigt recht grosszügig an, entspricht aber vom Format und von der Einteilung mit S-Stufen her den Anforderungen, welche an Geräte im Amateurfunkbereich gestellt werden, dass der FRG - 7700 aus „gutem Hause“ stammt, bleibt einem auch hier nicht verborgen.
Die Rückseite bietet einen 50 Ohm- Koax und hochohmige Klemmanschlüsse für Langdrahtantennen, eine Teleskopantenne ist nicht integiert. Neben den Antennenklemmen findet sich ein zusätzlich schaltbares Dämpfungsglied. An zwei Buchsen, welche nur mit Niederspannung belastet werden dürfen, werden die Schaltzustände des Timers an die Aussenwelt weitergegeben, unter Zuhilfenahme einer einfachen Schaltung mit einem Relais kann damit beispielsweise die Netzspannung eines Tonbandgerätes gesteuert werden. Hinter der aufgeschraubten Abdeckung findet sich der zum Original- FRG-7700 nur gegen Aufpreis erhältliche Speicherzusatz für die 12 Senderspeicher, drei UM-3 Stützbatterien zur Beibehaltung der Speicherinhalte auch bei abgeschalteter Netzspannung, finden hinter einer Abdeckung an der Geräteunterseite.
Im praktischen Einsatz ist der FRG-7700 geradlinig und sicher einfacher zu bedienen als das Vorgängermodell. Nach dem Einschalten wird mit dem Band-Schalter das gewünschte 1 MHz-Band eingestellt, die restlichen drei kHz-Stellen mit dem Hauptabstimmknopf eingestellt. Zum normalen AM-Empfang wird meist das mittelweite ZF-Filter gewählt, bei störenden Nachbarkanalstationen kann oft mit dem schmalen ZF-Filter ein brauchbares Ergebnis erzielt werden, das breite AM-Filter kann nur ausnahmsweise bei sehr ungestörten Stationen eingesetzt werden und verhilft dann zu einer guten Tonqualität. Bei sehr starken Signalen, beispielweise von Langdrahtantennen, welche das S-Meter rasch bis zum Anschlag ausschlagen lassen, muss der Abschwächer aktiviert werden, leider weist keine optische Warnung darauf hin.
Mit der Speichereinheit können Frequenzen durch Druck auf die Taste M in den mit dem Wählschalter eingestellten Speicherkanal abgelegt werden. Ein Druck auf MR ruft die Frequenz wieder ab, ein entsprechendes Lämpfchen signalisiert den Speicherbetrieb, die Frequenz kann jetzt nur noch leicht +/- 1 - 1,5 kHz mit der Feinabstimmung verstellt werden, die Hauptabstimmung ist nun nicht mehr aktiv. Bei stark verstellter Feinabstimmung weicht im Speicherbetrieb die empfangene also leicht von der im Display eingestellten Frequenz ab. Da die Feinabstimmung von SSB-Stationen mit dem Hauptabstimmknopf vor allem beim Einsatz eines Funkfernschreib - Konverters problematisch sein kann, ist es hierzu empfehlenswert, die Frequenz in den Speicher zu legen und mit der Feinabstimmung zu arbeiten.
Der FRG - 7700 kann mit seiner überdurchschnittlich guten Empfindlichkeit und sobald über eine Stunde vorgewärmt guten Stabilität auch heute noch problemlos die Bedürfnisse eines Programmhörers, der die Auslandsdienste der europäische und wichtgisten internationalen Stationen hören will, befriedigen. Es reicht auch zum DXen im Tropenband oder zum Abhören von Amateurfunk- und Utility (Funkfernscheib, etc.) - Stationen aus. Die Filter sind nicht sehr steilflankig, hochwertigere Filter, wie in Spitzen- Kurzwellenempfängern üblich, konnten dank der häufig eingesetzten Zwischenfrequenz von 455 kHz nachträglich eingebaut werden. Im Handbuch ist, auch hier wird die Herkunft des Empfängers aus einem im Anateurfunkbereich aktiven Haus klar, der Signalverlauf und der Einbau optionaler Baugruppen beschrieben und eine Abgleichanweisung und Bauteileliste sowie das vollständige Schaltbild enthalten. Solches ist man sich bei Geräten, die für den Heimmarkt von Sony oder Grundig hergestellt werden, keinesfalls gewohnt. Zum Einstieg ins DXen ist der FRG - 7700 oder auch das Nachfolgemodell FRG - 8800 eine gute Option.
Zum FRG-7700 waren zahlreiche Zusatzgeräte verfügbar, welche auch alleine eingesetzt einen Shack bereichern können. Die Aktivantenne FRA-7700 mit einer integrierten Teleskopantenne wurde vom Empfänger mit der Betriebsspannung versorgt. Sie ist abstimmbar und die Verstärkung regelbar, somit wird nicht eine hochverstärktes Breitbandsignal auf die Eingangsstufe gegeben, was nicht sehr grossignalfeste Empfänger „zustopfen“ kann. Ein sehr beliebtes Zubehör ist das passive abstimmbare Antennenanpassgerät FRT-7700, mit dem zwei schaltbare Langdrahtantennen angepasst werden könne, dank dem Preselektoreffekt gelangt nicht das gesamte Kurzwellenspektrum sondern nur das Signal im eingestellten Bereich auf die Eingangsstufe. Ein VHF-Konvertere erlaubte den Empfang der VHF-Amateurfunkbänder und ist ebenfalls im gleichen Format gehalten. Zum RTTY-Empfang konnte der Yaesu YR-901 - Decoder eingesetzt werden.
Das HF-Signal gelangt von der Antennenbuchse über den Abschwächer, ein Tiefpassfilter,dass höherfrequente Einstrahlungen eliminiert, und mittels Dioden umgeschaltete Oktav-Bandpassfilter auf eine mit rauscharmen Dual-Gate-MOS FETs bestückte Verstärkerstufe und auf den ersten Mischer, dort wird eine mit PLL-Synthesizer generierte Oszillatorfrequenz eingespiesen und das Signal auf die hochliegende erste Zwischenfrequenz von 48,055 MHz umgesetzt. Nach Umsetzung auf die zweite ZF von 455 kHz gelangt das Signal über ein keramisches 20 kHz - Bandpassfilter und den mit Dioden aufgebauten Störbegrenzer auf die ZF-Filterband. Nach Diodendemodulation von AM-Signalen resp. dem Produktdetektor zum Einseitenbandempfang wird das NF-Signal verstärkt und dem Lautsprecher zugeführt.
Das Gerät ist halbleiterbestückt.