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Gestaltung: Daniel Steffen, Bern. © Post CH AG
1845 wurde in Bözen (AG) ein wissbegieriges, ungestümes Mädchen geboren: Marie Vögtlin. Sie genoss als Pfarrerstochter das Privileg einer Ausbildung, litt aber unter den herrschenden Konventionen – und brach mit allem. Sie setzte durch, dass sie als erste Schweizerin an der Universität Zürich Medizin studieren und doktorieren konnte. In Leipzig und Dresden bildete sie sich als erste Frau Europas zur Fachärztin für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten weiter und eröffnete als erste Schweizer Ärztin eine eigene Praxis. Sie heiratete Prof. Albert Heim und gebar im damals hohen Alter von 36 Jahren das erste von drei Kindern. Trotz der Familie blieb sie zeitlebens berufstätig. Marie Heim-Vögtlin setzte sich in der Öffentlichkeit insbesondere für die Frauenbildung und das Frauenstimmrecht ein. Sie war Mitbegründerin der Pflegerinnenschule Zürich, dem ersten Spital für Frauen in der Schweiz, das von Frauen geleitet wurde. Nur etwas erreichte Dr. med. Marie Heim-Vögtlin vor ihrem Tod am 7. November 1916 nicht mehr: die Integration der Ärztinnen in die Weiterbildungsprogramme der Ärzte. Dafür wurde im Jahr 1921 der Verband Schweizer Ärztinnen – heute mws medical women switzerland – gegründet.
lic. iur. Judith Naef, Rechtsanwältin, Geschäftsführerin und Verbandsjuristin mws