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Die Sozialistische Republik Vietnam ist der Verfassung nach eine kommunistische Volksrepublik. Im Einheitsstaat gibt es nur die Kommunistische Partei, die 1930 von Staatsgründer Ho Chi Minh in Hong Kong als Sammelbecken gegen die französische Kolonialherrschaft gegründet wurde. Diese hat in langen Kämpfen die Unabhängigkeit des Landes erwirkt. Der Führungsanspruch der Partei ist in der Verfassung festgeschrieben. Alle 4 Jahre findet ein Parteikongress statt. Die Parteipolitik wird von der staatlichen Verwaltung ausgeführt; ähnlich den westlichen Parlamenten verabschiedet die Nationalversammlung die Gesetze. Ihre 496 Mitglieder werden alle 5 Jahre neu gewählt. Die Nationalversammlung beruft den 15-köpfigen Staatsrat, eine Art kollegtives Staatsoberhaupt mit repräsentativen Pflichten. Die Exekutivgewalt liegt beim Ministerrat, der gleich den westlichen Kabinetten die Regierungsgeschäfte tätigt. Das Staatsgebiet ist in 50 Provinzen, 3 Stadtstaaten (Ha Noi, Ho Chi Minh City (Saigon) und Hai Phong sowie die Sonderzone Vung Tau unterteilt. Mit der seit 1987 eingeleiteten "Do Moi" (Erneuerungs)-Politik wurde in kleinen Schritten die Privat- und Außenwirtschaft liberalisiert. 1994 hoben die USA ihr Handels-Embargo auf und bereits 1995 trat Vietnam als einziges sozialistisches Land dem ASEAN-Staatenbund in Südostasien bei. Seit Jahresbeginn 2007 ist Vietnam endlich vollwertiges Mitglied in der WTO.
Vietnam, das gegen Osten zum Südchinesischen Meer gelegen ist, gleicht seiner Flächenstruktur nach einem langgezogenen "S" und erstreckt sich von Norden nach Süden auf insgesamt rund 1650 Kilometer. Vietnams breitester Landstrich hat rund 600 Kilometer Ausdehnung und liegt im äußersten Norden. Die schmalste Region liegt in der Mitte des Landes und weist knapp 50 Kilometer auf. Die Küste erstreckt sich auf mehr als 3.000 Kilometer hin zum Südchinesischen Meer. Vietnam ist mit 331.689 Quadratkilometern etwa so groß wie Deutschland. Der höchste Berg des Landes, der Phan Si an der Grenze zu China hat eine Höhe von 3.143 Kilometern. Über 2.000 Flüsse im Land führen ganzfährig Wasser. Die bedeutetsten Wasseradern sind der "Rote Fluss" im Norden und der Me Kong ("Cu Long Giang" = Fluss der neun Drachen) im Süden. Das Klima in Vietnam wird durch Monsume bestimmt. Der 20 km nördlich von Da Nang beginnende, 22 km lange "Wolkenpass" (Deo Hai Van) ist die Wetterscheide zwischen dem subtropischen Norden und dem tropischen Süden. Reisezeitempfehlung für Vietnam: Der am besten für eine Vietnamreise geeignete Zeitraum erstreckt sich auf die Monate November, Dezember, Januar, Februar und März. Die Zeiträume ab Mitte Oktober sowie April sind noch bedingt für eine Reise zu empfehlen. Und Sie sollen ein Vietnam Visum bei Einreise
am Flughafen beantrage um das Land zu reisen.
Seit dem Beginn der Reformpolitik "Doi Moi" der Sozialistischen Regierung Vietnams ab Mitte der achtziger Jahre wurde eine dynamisch-ökonomische Entwicklung im Land angestoßen. Das 85 Millionen-Volk der Vietnamesen kann seit einigen Jahren hohe Wachstumsraten verzeichnen. Viele Beobachter sehen in Vietnam einen weiteren, potentiellen "Tigerstaat" in Asien (vgl. FAZ-Artikel vom 25.07.2007).
Grundlegende Wirtschaftsinformationen zu Vietnam - Link-Empfehlungen siehe unten!
Ab dem Jahr 1991 liegen die jährlichen Wachstumsraten des BIP in der Regel bei über 8 Prozent, wobei der Antei der Landwirtschaft über 4% und der des Dienstleistungsbereichs bei ca. 8 % liegt. Die Zuwachsraten der Industrie konnten einige Jahre lang bei über 10% liegen. Dieses Wachstum ist allerdings noch auf wenige Standorte konzentriert. Diese Standorte sind Ho Chi Minh-Stadt ("Saigon"), Vung Tau, die Hauptstadt Hanoi, Hai Phong, Da Nang, Cam Pha/Hong Gai. Der Exportanteil liegt inzwischen bei über 20%. Die jährliche Inflationsrate blieb seit 1993 unter 15%. Vietnam wurde am 11. Januar 2007 als 150. Mitglied in der WTO aufgenommen. Die Wirtschaftskrise 2008 /2009 hatte zwar auch die Wirtschaft in Vietnam erfasst, konnte jedoch - vergleichbar mit China - recht schnell überwunden werden. Derzeit bremsen allein steigende Energiekosten das Wachstum ab.
Die Wirtschaftsstrategie der vietnamesischen Regierung ist seit der Reformpolitik"Do Moi" durch folgende Punkte gekennzeichnet:
1 - Politische und wirtschaftliche Öffnung des Landes und Aufgabe der einseitigen Bindung an einzelne Großmächte. Entwicklungsföderung von Beziehungen zu den westlichen Industriestaaten.
2 - Überwindung der früheren Konfrontation zu einigen Nachbarn und Entwicklung der Zusammenarbeit mit allen Ländern der Region. Eintritt in die ASEAN (Association of Southeast Asian Nations).
3 - Schrittweiser Übergang von der sozialistischen Planwirtschaft zur Marktwirtschaft, dazu eine Dezentralisierung und Liberalisierung der Wirtschaft. Die Preisbildung erfolgt nun durch den Markt.
4 - Anerkennung der Privatwirtschaft und Auflösung der meisten Genossenschaften. Unrentable staatliche Betriebe wurden geschlossen, Ausländische Investoren zugelassen und willkommen geheißen. Die zentralstaatliche Reglementierung wurde aufgegeben.
5 - Ersetzung des einseitigen Industrialisierungskonzepts durch drei Schwerpunkte: Nahrungsgüterproduktion, Konsumgüterherstellung sowie Exportgüterproduktion.
6 - Aufhebung Das staatliche Außenhandelsmonopols wurde aufgehoben. Es gab wesentliche Lockerungen der staatlichen Regulierungen bei Import und Export.