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Ziel
In diesem Tutorial wollen wir euch zeigen, wie man mit einem einfachen Trick die Stereobreite eines Samples vergrößern kann. Insbesondere bei Atmo-Aufnahmen, Klangflächen und Pads kann diese Methode angewendet werden, da diese bei Audioproduktionen in der Regel seitlich liegen, während die Stereomitte anderen Elementen wie Bass, Drums oder Vocals vorbehalten ist.
Es ist empfehlenswert, für dieses Tutorial Kopfhörer zu benutzen. Klangbeispiel 01 ist die Originalaufnahme, Klangbeispiel 02 die verbreiterte Variante.
1. Projekt erstellen und Audio importieren
Wir erstellen in Ableton Live ein neues Projekt und wechseln zur Arrangement-Ansicht (1).
Per Drag&Drop ziehen wir das Sample, dessen Stereobild wie gerne verbreitern möchten, in eine der beiden freien Audiospuren. Wir haben hierzu als Beispiel eine Aufnahme eines belebten Parks im Sommer gewählt, mit Vogelgezwitscher und Windgeräuschen (2).
2. Audio kopieren
Wir erstellen eine Kopie des importierten Samples und ziehen es in eine zweite Audiospur, direkt unter das Originalsample.
Alternativ können wir wie in Schritt 1 verfahren und das Sample per Drag&Drop erneut in Ableton importieren.
3. Hard Panning
Wir wechseln zur Session-Ansicht (1).
Den Panning-Regler der Audiospur, auf der sich das Originalsample befindet, ziehen wir ganz nach links (2).
Den Panning-Regler der Audiospur mit der Kopie des Originalsamples ziehen wir ganz nach rechts (3).
Möglicherweise müssen wir im Anschluss die Master-Volume reduzieren, um Übersteuerungen zu vermeiden (4).
4. Sample Delay erzeugen
Wir wechseln wieder zurück zur Arrangement-Ansicht (1).
Mit der Lupe, die erscheint, sobald wir den Cursor über dem Taktlineal bewegen, zoomen wir extrem nah an den Anfang der beiden Audioregionen heran (2). Die einzelnen Berge und Täler der Wellenform sollten deutlich zu erkennen sein (3).
Wir erzeugen ein Sample Delay, indem wir eine der beiden Regionen minimal verschieben, so dass diese leicht versetzt abgespielt wird (4). Es ist wichtig darauf zu achten, dass dieser Versatz nicht zu groß gewählt wird, da die Wiederholung ansonsten als Echo wahrgenommen wird. Ein Versatz von nur wenigen Millisekunden (z.B. 2 oder 3) oder gar Samples – daher die Bezeichnung Sample Delay – sollte genügen. Es gilt: Je größer der Versatz, desto größer der Stereoeindruck.
Die sog. Laufzeitdifferenz, die dadurch simuliert wird, wird von unseren Ohren als Stereoeindruck interpretiert. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass das gleiche Signal an einem Ohr minimal verspätet im Vergleich zum anderen Ohr ankommt. Diesen Effekt finden wir auch in der Natur wieder und ist ein Hauptgrund dafür, wieso wir Klänge Orten und räumlich hören können (Richtungshören). Es gibt auch zahlreiche und teilweise kostenlose Sample-Delay-Plug-ins, mit denen dieser Effekt simuliert werden kann.
Sofern wir eine Einstellung gefunden haben, mit der wir zufrieden sind, können wir die Kombination aus Originalsample und Kopie neu exportieren und zu einer Audiodatei zusammenfassen.
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20/04/2016