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B"H
Als am 1. Februar 2003 die Raumfähre Columbia 28 irgendwo über dem Süden Nordamerikas zerbrach, bedeutete das nicht nur den tragischen Tod von sieben Astronauten und das Ende der Ära der Columbia Raumshuttle Mission, sondern auch die bis anhin letzte Teilnahme eines israelischen Astronauten an den bemannten NASA Programmen.
Mit an Bord war damals Ilan Ramon, Kampfpilot der IAF, zum Zeitpunkt des dramatischen Unfalls 49 Jahre, Vater von vier Kindern.
Ilan bezeichnete sich als säkularen Juden, wollte aber ein deutliches Zeichen setzen und bat darum, für die Dauer des Fluges koschere Verpflegung zu erhalten. Auch wollte er versuchen, den Schabbat an Bord des Raumschiffes einzuhalten. Mit an Bord waren weiterhin: eine Zeichnung des Shoa Opfers Peter Ginz „Mondlandschaft“ (ausgewählt von Yad VaShem), eine winzig kleine Torah und einige Mesusot.
Es ist kaum zu glauben, dass man am Absturzort der Columbia einige Seiten seines Tagebuches fand und rekonstruieren konnte.
Wer in den Süden Israels reist, sollte unbedingt einen Zwischenstopp in Mitzpeh Ramon einplanen. Im Besucherzentrum, von dem aus man den atemberaubendsten Blick auf den Makhtesh Krater hat, befindet sich auch das Ilan Ramon Museum.
Im Jahr 2009 kam erneut unsägliches Leid über die Familie. Assaf Ramon, ganz Sohn seines Vaters, hatte gerade seine Ausbildung zum Kampfpiloten der IAF absolviert, als er während eines Trainingsfluges abstürzte und starb.
Rona Ramon, Ehefrau und Mutter der beiden umgekommenen Piloten errichtete die „Ilan Ramon Foundation“, deren Ziel es ist, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Basis zu geben, auf der sie sich selber weiter entwickeln und ihren Zielen näher kommen können.
Die Foundatation besteht aus mehreren Säulen, von denen ich vier hier vorstellen möchte.
Das Schulprogramm
In über 20 „Darca Schulen" finden Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit, entsprechend ihren Fähigkeiten in über das reguläre Curriculum hinausgehenden Lehrplänen Zusatzwissen zu erwerben:
In einer Schule für drusische Schüler und Schülerinnen ab der 10. Klasse wird dem Umstand Rechnung getragen, dass das Bildungsniveau bei der, vor allem weiblichen drusischen Bevölkerung, gemessen am israelischen Durchschnitt, zu niedrig ist. Neben den regulären Pflichtfächern, die zur Matura führen, können die Schüler und Schülerinnen sich entweder im Bereich der Naturwissenschaften oder der neuen Technologien weiterbilden.
Schülerinnen der Klassen 7 – 11 mit religiösem Hintergrund bekommen hier die Chance, ihre verinnerlichten religiösen Werte mit den Anforderungen der Modern zu kombinieren und eine Ausbildung zu erhalten, die ihnen jeden weiteren Weg für eine eigenverantwortliche Zukunft ebnet.
Die entsprechende Schule für jüngere religiöse Schüler dauert sechs Jahre und betont die Bedeutung der familiären Umgebung für das jüdische Lernen und wird daher als Campus geführt.
U.a. ist das Tichon Hadash Darca in Bat Yam Partnerschule des von der Ilan Ramon Foundation geförderten Programmes.
Sechs Schulen in Israel nehmen an diesem wunderbaren Projekt teil. In Kleingruppen werden an den Schulen Experimente vorbereitet, und an Bord der ISS gebracht. Mehr oder weniger zeitgleich wird das Experiment im All und in den Schulräumen durchgeführt. Nach Abschluss und Auswertung der jeweiligen Daten werden diese wieder zusammengeführt und dem endgültigen Ziel, dem Vergleich zugeführt.
Schon einmal, im Januar dieses Jahres waren israelische Schüler Initiatoren eines an der ISS durchgeführten Experimentes.
Diesmal ging es um die Frage, welchen Einfluss die Schwerlosigkeit im All auf die Entwicklung der Eier von Süßwasser Garnelen hätte. Diese Garnelen werden entweder als Fischfutter eingesetzt, oder werden in Süsswasser Aquarien als Algenvertilger gehalten. Die Biologielehrerin der Klasse war beim Aufbau des Versuches und bei der Verpackung der ein einzelnen Versuchsmodule behilflich, überliess aber darüber hinaus den vier 14-Jährigen das wissenschaftliche Feld.
In der vergangenen Woche kamen die Ergebnisse wieder zurück aus dem All. Das Ergebnis: jene Eier, dich sich im schwerlosen Raum entwickelten, taten dies signifikant langsamer, als jene auf der Erde. Und, war das nun nur ein Versuch, um junge Menschen zu motivieren? L’art pour l’art? Nein, weit mehr als das – diese Daten werden helfen, die Produktion von Insulin für Diabetiker weltweit zu beschleunigen. Ein grossartiger Zwischenschritt bei der Arbeit der modernen Pharmazieforschung!
Der Aviators Club
ist mein Favorit! Als vor etwa 15 Jahren eine meiner zahlreichen Grossnichten ihre Eltern, resp. Grosseltern mit dem Wunsch konfrontierte, Kampfpilotin werden zu wollen, so war das kein unrealistischer Wunsch mehr. Seit 2001 gibt es Kampfpilotinnen in der IAF. Ich bin dagegen. Auch wenn die Chance nicht allzu gross ist, in die Hände des Feindes zu fallen, aber was, wenn es dann doch einmal passiert? Kann sein, dass ich mittlerweile in einem Alter bin, in dem ich nicht mehr immer und überall zwanghaft emanzipiert sein muss und es auch zulassen kann, besorgt zu sein.
Der Aviators Club verbindet die Sehnsucht fast aller israelischen Kinder, Pilot zu werden mit den realen Anforderungen des täglichen Lebens. Die Paten, Piloten die hier einen nicht unbeträchtlichen Teil ihrer Freizeit opfern, übernehmen die nicht einfache Aufgabe, Kinder, oft aus einem problematischen Umfeld, über zwei Jahre zu betreuen. Die Piloten, die Helden der Kinder, nutzen den positiven Einfluss, den sie auf sie haben und leiten sie an, ein neues, anderes Leben zu beginnen. Die Erfolge sind grandios:
Die schulischen Lernerfolge steigen um 85% an, auch wenn die Paten keine wie immer geartete Lernhilfe geben.
Die Gewalt an den ausgewählten Schulen geht um bis zu 100% zurück. Unter anderem geht dieser Erfolg darauf zurück, dass die Schüler, die bereits im zweiten Jahr des Programmes sind, sich um die jüngeren Schüler kümmern müssen.
Die Atmosphäre in der Schule und im gesamten Umfeld verbessert sich dramatisch, ein wunderbarer Erfolg!
wendet sich an Absolventen und junge Studierende an Universitäten und Unternehmer, die bereit sind, ihren Visionen Realität werden zu lassen. Die Anforderungen, um an diesem gut dotierten Wettbewerb teilnehmen zu können sind hart.
Das Siegerprojekt muss geeignet sein, das Leben von 1 Million (!) Menschen in maximal fünf Jahren ab Projektbeginn zu verbessern. Es muss darüber hinaus soziale oder wissenschaftliche Hintergründe haben und neue Technologien entwickeln, um das Ziel erreichen zu können. Dass das Projekt ein absolutes Novum sein muss, versteht sich von selbst. Gearbeitet werden kann allein oder in einem Team.
Die Gewinner des Jahres 2014 Eran Maimon, gelang es, einen Wandanstrich zu erforschen, der geeignet ist, Solarengerie zu speichern und in Strom umzuwandeln. Sobald dieses Produkt auf den Markt kommt, werden sich die teuren Kosten für die Installation von Sonnenkollektoren drastisch reduzieren. Als unmittelbare Folge wird der Stromverbrauch im privaten und öffentlichen Bereich deutlich zurückgehen.
Ich kenne kein vergleichbares Forschungsprojekt, das von Anfang an so stark auf strikte Nachhaltigkeit setzt!
Unser kleines Land Israel unterscheidet sich durch Vieles von seinen Nachbarn, durch Eines aber ganz besonders: wir wissen, dass unsere Zukunft nur dann erfolgreich sein kann, wenn wir unseren Kindern und Jugendlichen eine Chance geben!