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Das Übungslager: Vom 15. bis 23. August 1820 fand das erste eidgenössische Militär-Übungslager statt. In Wohlen (AG) trafen sich 2'591 Soldaten aus den Kantonen Zürich, Bern, Luzern, Uri, Basel und Aargau. Sie übten die Aufstellung und Manöver, das koordinierte Schiessen mit den Vorderladergewehren, und es wurde ein Gefecht simuliert.
Spektakel für die Bevölkerung: Mit den Manövern, Trommeln und Militärmusik habe das Lager zahlreiche Besucher angelockt, erzählt Historiker Rudolf Jaun. Es seien sogar Verpflegung und Führungen organisiert worden.
Rudolf Jaun, Historiker
Jaun ist emeritierter Professor für Geschichte der Neuzeit und Militärgeschichte am Historischen Seminar der Universität Zürich. Zudem leitete er das Department of Military History an der Militärakademie der ETH Zürich. 2019 erschien seine «Geschichte der Schweizer Armee».
Ziel des Lagers: Das Lager sei eine Reaktion gewesen auf die Besetzung durch die Franzosen und die Durchzüge verschiedener Truppen. «Man wollte das Militär auf eine neue Grundlage stellen», sagt Historiker Rudolf Jaun, emeritierter Professor der Universität Zürich. Eine eidgenössische Grundlage, obwohl die Kantone weiterhin die Träger des Militärs waren.
Förderung des Nationalgefühls: Beim Militärischen habe man 1820 noch ein Auge zugedrückt; viel wichtiger sei es gewesen, das Patriotische zu fördern. «Man hat erlebbar gemacht, dass man zur Verteidigung der Nation in den Krieg ziehen würde», schildert Jaun.