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Die Zuständigkeit der NAZ im Falle von Chemieereignissen unterscheidet sich aufgrund der rechtlichen Grundlagen stark vom Gebiet der Radioaktivität, wo dem Bund weitgehende Kompetenzen zugewiesen sind. Im Falle der Chemie haben die Einsatzkräfte der Gemeinden und Kantone, wie Polizei, Feuer- und Chemiewehr, Sanität und Katastrophenschutzorgane umfassende Pflichten, Befugnisse und Mittel. Für Störfälle mit erheblichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt besteht allerdings eine gesetzliche Meldepflicht an die Bundesbehörden.
Die NAZ wird daher nur bei Grossereignissen mit überregionalen Auswirkungen und im Rahmen des Koordinierten ABC-Schutzes direkt als Einsatzorgan aktiv. Im Falle eines terroristischen Anschlages mit chemischen Stoffen bietet die NAZ zur Unterstützung der lokalen Einsatzkräfte die Einsatzequipe VBS (EEVBS) auf. Es handelt sich dabei um speziell für C-Terror-Ereignisse ausgebildete Experten des Labor Spiez und des Kompetenzzentrums für ABC-Schutz der Armee in Spiez.
Im Frühjahr 2000 hat die Schweiz das UN/ECE-Übereinkommen über grenzüberschreitende Auswirkungen von Industrieunfällen (Helsinki-Übereinkommen) ratifiziert. In diesem Abkommen verpflichtet sich die Schweiz zur internationalen Verbreitung und Entgegennahme von Meldungen über schwere grenzüberschreitende Industrieunfälle. Die NAZ wurde als "National Contact Point" bestimmt.
Zu den alltäglichen Tätigkeiten der NAZ im Bereich Chemie gehört hingegen der Unterhalt des Informationssystems für gefährliche Stoffe (IGS).