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Heute am 1.Februar vor 50 Jahren begann die Tet-Offensive – sie brachte die Wende im Vietnamkrieg. Und in diesen Tagen entstand ein Bild, das um die Welt ging und zu einer Ikone der Kriegsfotografie wurde. Ich habe 1991 die Geschichte dieses Bildes rekonstruiert.
Das Bild selber ist aus urheberrechtlichen Gründen nicht in diesem Blogbeitrag enthalten. Es wird von Associated Press verwaltet
In meiner Kindheit in den 60er Jahren verging kein Tag, in dem in den Nachrichten nicht vom Vietnamkrieg die Rede war. Natürlich konnten wir uns unter den Begriffen nichts vorstellen – aber wir sahen die Bilder am Fernsehen und in den Zeitungen. Ende der 80er Jahre war ich für das IKRK an der kambodschanischen Grenze in Thailand als Delegierter tätig – der Krieg in Kambodscha und die Flüchtlingslager in Thailand gehörten zu den Spätfolgen des Vietnamkrieges, der 1975 mit dem Rückzug der Amerikaner endete.
Neben den Kambodschaner waren unter den Flüchtlingen auch Vietnamesen. Es kam vor, dass sie menschliche Knochen bei sich trugen in der Hoffnung, damit Geld zu verdienen. Absurd? – Nein: Es hatte sich herumgesprochen, dass die Amerikaner auf der Suche nach gefallenen Soldaten (Missing in Action) bereit waren für solche Knochen Geld zu bezahlen. Die Knochen wurden gesammelt und in ein Speziallabor nach Hawaii geschickt.
Zurück in der Schweiz fragte ich das Magazin des Zürcher Tages-Anzeigers an, ob sie an einer Story interessiert waren – so erhielt ich den Auftrag, die Geschichte des berühmten BIldes von Eddie Adams zu recherchieren. Es zeigt wie Nguyen Ngoc Loan, der Polizeikommandant von Saigon, den Kriegsgefangenen vermuteten Vietconkämpfer Nguyen Van Lem auf offener Strasse erschiesst.
Im Lauf meiner Recherchen stiess ich auf den Namen Horst Faas (1933 – 2012) . Ein deutscher Kriegsfotograf, der aber in den Tagen der Tet-Offensive aufgrund einer Verletzung im Büro bleiben musste. Ich konnte mit ihm telefonieren und durfte ihn 1991 in London besuchen. Zuerst meinte er zwar, er hätte nur wenig Zeit, aber dann verbrachten wir den ganzen Nachmittag miteinander und er lud mich zum Mittagessen ein.
Aus dem Material entstand meine Geschichte, die am 31.Januar 1993 im Magazin des Tages-Anzeigers gedruckt wurde und hier zu finden ist.