Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03104.jsonl.gz/1652

1. Emanuel Swedenborg und Jakob Lorber
Unter dem Stichwort Neuoffenbarungen werden Emanuel Swedenborg und Jakob Lorber meist in einem Atemzug genannt.[1] Kurt Hutten schrieb: »Im Kreis der zahlreichen Empfänger jenseitiger und himmlischer Kundgaben, die in den letzten 250 Jahren aufgetreten sind, erscheinen Swedenborg und Lorber gewissermaßen als zwei Riesen.« (Hutten 1989, 606). Mich interessieren die folgenden Fragen bzw. Themen: 1.) Wie verhalten sich die beiden Theologien (Lehren) zueinander? 2.) Geschichte und Problematik der Rezeption der Lehren der Neuoffenbarung durch Jakob Lorber in der Neuen Kirche der Swedenborgianer. 3.) Der historische Kontext der beiden Offenbarungen.
[1] Reinhard Hempelmann u.a. (Hg.). Panorama der neuen Religiosität: Sinnsuche und Heilsversprechen zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Gütersloh 2001. – Kurt Hutten. Seher, Grübler, Enthusiasten: Das Buch der traditionellen Sekten und religiösen Sondergemeinschaften. Stuttgart 1989. – Helmut Obst. Apostel und Propheten der Neuzeit: Gründer christlicher Religionsgemeinschaften im 19. und 20. Jahrhundert. Göttingen 2000.
2. Der geistige Sinn der Heiligen Schrift
Swedenborg schrieb im 18. Jahrhundert: »Das Wort Gottes enthält einen bis jetzt unbekannten geistigen Sinn.« (WCR 193). Das ist eine etwas sonderbare Aussage, denn die Geschichte der geistigen Bibelauslegung beginnt bereits im Neuen Testament und erreicht einen Höhepunkt bei Origenes. Mich interessieren die folgenden Themen: 1.) Darstellung der Auslegung des geistigen Sinns nach Swedenborg. 2.) Swedenborgs Bibelauslegung im Kontext der langen Tradition der geistigen Bibelauslegung. 3.) Swedenborgs Bibelauslegung im Kontext der historischen Exegese.
3. Systematische Theologie des neuen Jerusalems
Unter dem neuen Jerusalem der Johannesoffenbarung verstand Swedenborg eine hinsichtlich ihrer Theologie und dann auch Spiritualität erneuerte Kirche. Diese Theologie ist im Gespräch mit der Dogmen- und Theologiegeschichte als ein systematisches Ganzes zu entfalten.
4. Spiritualität unter dem Leitbegriff Wiedergeburt
Swedenborg hat immer wieder darauf hingewiesen, dass der Glaube allein nicht selig macht. Theologie will gelebter Glaube (= Spiritualität) werden. Daher will ich die Zuspitzung der theoretisch-theologischen Forschung auf die praktische Theologie bzw. Spiritualität nicht außer Acht lassen.