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Conakry - Eine Woche vor der Stichwahl um das Präsidentenamt sind in Guinea am Wochenende bei Ausschreitungen ein Mensch getötet und mindestens 50 weitere verletzt worden. Die Regierung in Conakry entschied daraufhin, alle Kundgebungen und Wahlkampfveranstaltungen bis auf weiteres abzusagen.
Das Kabinett um Interimsministerpräsident Jean-Marie Doré kam am Sonntag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. In einer Erklärung der Regierung hiess es, dass Verstösse gegen das Verbot juristisch geahndet würden. Die Stichwahl soll am kommenden Sonntag stattfinden.
In der Stichwahl sollen der frühere Regierungschef Cellu Dalein Diallo und sein Kontrahent Alpha Condé gegeneinander antreten, die in der ersten Runde des Urnengangs Ende Juni die meisten Stimmen erhielten. Auf Diallo entfielen 39,7 Prozent der Stimmen, Condé erhielt 20,7 Prozent.
Zunächst war die zweite Runde für den 18. Juli angesetzt, wurde dann aber verschoben. Es sind die ersten freien Wahlen in Guinea seit der Unabhängigkeit von Frankreich.
Nach der Unabhängigkeit 1958 war Guinea, das zu den ärmsten Staaten der Welt gehört, 26 Jahre von dem autoritären Präsidenten Ahmed Sékou Touré regiert worden. Nach seinem Tod 1984 putschte sich Lansana Conté an die Macht und herrschte 24 Jahre lang mit eiserner Faust. Während seiner Herrschaft war Diallo mehrfach Regierungschef. Nach Contés Tod Ende 2008 fand ein Putsch unter der Führung von Junta-General Sékouba Konaté statt.
Internationales Entsetzen löste im September 2009 die blutige Niederschlagung einer Oppositionskundgebung in Conakry aus. Mindestens 156 Oppositionelle wurden in einem Stadion getötet. Nach dem Blutbad einigten sich die politischen Rivalen des Landes auf eine Übergangsregierung, die die Wahlen vorbereitete.
SDA-ATS