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Der Baumschläfer, verwandt mit dem bekannteren Siebenschläfer, ist in der Schweiz sehr selten. Aktuelle Vorkommen sind bisher nur aus dem Unterengadin und dem Val Müstair bekannt. Schaut man über die Landesgrenzen hinaus, wurde der Baumschläfer bisher nur im Vinschgau nachgewiesen. In einem Forschungsprojekt in der Terra Raetica ist man auf die Spuren dieser scheuen Art gegangen, um mehr über seine Verbreitung und Lebensweise zu erfahren. Kurze Geschichte des Baumschläfers Der Baumschläfer Drynomys nitedula gehört zu der Familie der Bilche oder Schläfer, wie sie auch genannt werden. In Mitteleuropa sind insgesamt vier Bilche bekannt, neben dem Baumschläfer sind es der Siebenschläfer, der Gartenschläfer und die Haselmaus. Diese kleinen Nagetiere sind überwiegend nachtaktiv und deswegen nur mit Glück zu beobachten. Das besondere Merkmal aller Schläfer, dem sie auch ihren Namen verdanken, ist ihr langer Winterschlaf. Dieser kann zwischen 7 und 9 Monaten dauern, oft von Anfang September bis Mai. Im Gegensatz zu den anderen drei Arten kommt der Baumschläfer in der Schweiz nur im Unterengadin und im Val Müstair vor. Damit ist die Region, die einzige der Schweiz, in der alle vier Arten leben. Über die Landesgrenzen hinaus war der Baumschläfer bisher auch nur aus dem Vinschgau bekannt. Sein romanischer Name ‘Tiroler Schläfer’ sprich «Durmigliet tirolais», lässt aber vermuten, dass er ursprünglich in der ganzen Terra Raetica vorkommen ist. Der Baumschläfer ist etwa handflächengross, hat einen buschigen, grauen Schwanz, kleine Ohren und trägt wie der bekanntere Gartenschläfer eine sogenannte Zorro-Maske. Die Art ist zudem europaweit geschützt. Nachweis des Baumschläfers in der Terra Raetica Im Dreiländereck (Schweiz, Italien, Österreich), der Terra Raetica wurde vor zwei Jahren ein Interreg Projekt gestartet, um den Baumschläfer genauer zu erforschen. Ziel war es, mehr über sein tatsächliches Vorkommen herauszufinden. Im Unterengadin/Val Müstair, in Nordtirol und im Vinschgau wurden hierfür je zwei Probeflächen mit jeweils 15 Untersuchungsstationen an Bäumen eingerichtet. Zum Einsatz kamen vier Erhebungsmethoden: Holzkobel, Holzbetonkobel, Spurentunnel und Wildtierkameras. Diese wurden systematisch in unterschiedlichen Montagehöhen von 1 bis 6 m auf Bäumen und Sträuchern angebracht. Die Probeflächen wurden durch die Experten und Expertinnen von September 2020 bis Oktober 2021 regelmässig kontrolliert. Im Rahmen der Studie konnten in drei der sechs Untersuchungsflächen der Terra Raetica Nachweise des Baumschläfers erbracht werden. In den drei beteiligten Ländern konnte seine Präsenz 14-mal belegt werden. Interessanterweise gab es in jedem Land je eine Probefläche mit und eine ohne Nachweis der Zielart. Damit konnte die Art für das Unterengadin, das Val Müstair und Vinschgau bestätigt werden. In Nordtirol glückte hingegen der erste Nachweis seit Jahrzehnten. Die Tatsache, dass nur 14 Nachweise gelangen und dies auch nicht an allen Standorten, zeigt wie schwierig es ist diese Art wirklich aufzuspüren. Deswegen sind wir auch auf zufällige Beobachtungen von Baumschläfern und anderen Bilchen aus der Bevölkerung angewiesen. Helfen Sie mit mehr über die Verbreitung der Schläfer zu erfahren, melden Sie uns ihre Beobachtungen.