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Der grosse Dom im Schwarzwald
Und doch, der gewaltige Kuppelbau beeindruckt bei jedem Besuch aufs Neue: dieses Hinaufwachsen zu den Hügeln des Schwarzwaldes, diese klare Architektur, diese grosse Majestät! Bei der Führung durch den altbewährten Hanskarl Link wurde die Geschichte des Klosters lebendig. Das erste Klösterchen «Cella alba» stammte aus dem 9. Jahrhundert. Den Namen bekamen die Kirche und der Ort durch die vom Kloster Rheinau geschenkte Reliquie des Heiligen Blasius. Während rund 900 Jahren waren Benediktinermönche im Kloster tätig. 1772 lag der Hauptentwurf eines französischen Architekten vor, der sich von der Idee des Pantheons in Rom leiten liess. Da im 18. Jahrhundert der Barock durch den Klassizismus abgelöst wurde, entstand der Dom aus Sandstein in diesem Stil mit einer Kuppel aus Holz, einem schwarz-weissen Boden aus italienischem Marmor und leicht gefärbten Säulen aus Kunstmarmor.
Zur Blütezeit lebten etwa 100 Mönche im Kloster, doch 1806 wurde es aufgehoben und säkularisiert. Die Mönche wurden nach Österreich vertrieben, die politischen Machthaber übernahmen die Unterhaltspflicht, seit Langem das Land Baden-Württemberg. Am 7. Februar 1874 zerstörte ein Grossbrand die Kuppel und weitere Teile des Klosters. Böse Zungen behaupten, dass dies die Rache für die Zweckentfremdung des Klosters gewesen sei, denn nach der Aufhebung wurden die Räumlichkeiten durch eine Gewehrfabrik und eine Spinnerei genutzt. Der Wiederaufbau im Auftrag des Grossherzogs dauerte bis 1919.
1933 begann eine neue Epoche, denn aus Feldkirch kamen Jesuiten nach St. Blasien und eröffneten ein Gymnasium. Heute besuchen rund 800 Schülerinnen und Schüler die Schule, 240 von ihnen leben im Internat. Inhaber der Schule ist der Staat, geleitet wird es immer noch von Jesuiten, die aber nur noch 13 Lehrpersonen stellen können. Ihr Anliegen ist es, ihren Kerngedanken den jungen Menschen zu vermitteln: welt- und lebensbejahend sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen und damit Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Erschüttert wurde das Kloster durch einen neuerlichen Grossbrand 1977, aber mit grosszügigen Spenden von 45 Mio. Mark konnte der Schaden mehr als gedeckt werden. In der Kirche mit der ganz speziellen Akustik finden viele Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Mit diesen vielen Eindrücken begaben wir uns zum guten Mittagessen ins «Bergstüble».
Unsere Rückreise führte uns zum zweiten Ort: nach Hallau ins Klettgau. Herr Keller erklärte uns auf dem Ausflug mit dem «Rebenbummler» die wichtigsten Fakten aus dem Rebbau: Zwei Drittel der Trauben im Klettgau werden für rote Blauburgunderweine verwendet, ein Drittel für den weissen Riesling-Sylvaner. Nur drei Betriebe konzentrieren sich nur auf den Rebbau, alle andern erwirtschaften noch andere landwirtschaftliche Erträge. Die Traubenmasse pro Quadratmeter ist durch Gesetz geregelt, was darüber hinaus anfällt, verfault auf dem Boden, manchmal die besten Trauben. Ein Rebstock hat eine durchschnittliche Lebensdauer von 40 Jahren, dann muss er ersetzt werden. Auffällig bei der Fahrt durch die Rebberge waren Rebenfelder mit roten Blättern; das sind die so genannten Farbtrauben, die dem Blauburgunder die entsprechende Farbe geben.
Nach rund einer Stunde hinauf zur Bergkirche und wieder hinunter durch die Hallauer Rebberge führte uns die Ausfahrt zurück zur Weinstube der Familie Keller, wo uns ein reichhaltiger Zvieri erwartete. Auf dem Weg nach Hause fasste Präsident Kurt Kneubühler den interessanten Tag kurz zusammen und dankte den wie gewohnt umsichtigen Organisatoren aus dem Verein, Cornelia und Werner Büchel, sowie Sonja Käfer, die uns erneut sicher durch die vielen Strassen führte. Wieder ein gelungener Jahresausflug, mit interessanten Eindrücken, aber auch in guter Gemeinschaft unter den Mitgliedern des Kirchenchores!