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«Du, Kind, wirst Propheten des Höchsten heissen; denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten.» (Lk 1,76)
Dieses Kind, das von seinem Vater mit diesen Worten bedacht wird, ist Johannes der Täufer. Anlässlich seiner Geburt stimmt Zacharias, der Vater des Johannes, einen Hymnus an, der als Benedictus auch Eingang in die Liturgie gefunden hat. Das Benedictus ist das Canticum, das traditionell im Morgengebet, den Laudes, gesungen wird.
Gelobt wird in diesem Gesang allerdings nicht Johannes selbst. Seine Rolle wird auch von seinem Vater klar gesehen: Es ist die des Wegbereiters eines noch Grösseren. Die Grösse des Johannes liegt gerade darin, dass er auf diesen Herrn hinweisen wird, von dem er selber sagt, er, Johannes, sei es nicht wert, diesem die Schuhe aufzuschnüren. Die Verkündigung des Johannes ist vollkommen bezogen auf Jesus Christus.
Die völlige Ausrichtung des Johannes des Täufers auf Jesus Christus kommt auch in seinem Festtag zum Ausdruck. Zum Beginn des Sommers, zur Zeit der längsten Tage, feiern wir die Geburt des Mannes, der auf das Licht hinweist, das in der dunkelsten und längsten Nacht in unsere Welt einbricht. Dieses Licht, von dem Zacharias im Benedictus weiter sagt: Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsere Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens (Lk 1,79).
Pfarrer Thomas Zellmeyer