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|Nobilis® IB 4-91 ad us. vet.

|Tierarzneimittel

Kompendium
der Schweiz

Lebendimpfstoff gegen aviäre Infektiöse Bronchitis (Serotyp IB 4-91), lyophilisiert
ATCvet: QI01AD07
Zusammensetzung
1 Dosis enthält:
|-||mind. 103.6 EID50* Infektiöses Bronchitis Virus (IBV), Serotyp IB 4-91|
|-||Spuren von Gentamicin|
* EID50 = 50% Embryo-Infektionsdosis (der benötigte Titer, um bei 50% von mit dem Virus geimpften Embryonen eine Infektion hervorzurufen)
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Zielspezies
Huhn
Indikationen
Aktive Immunisierung von Hühnern, um respiratorische Erscheinungen der Infektiösen Bronchitis zu reduzieren, die durch den Serotyp IB 4-91 verursacht werden.
Der Impfstoff kann bei Lege- oder Zuchttieren sowohl in der Aufzucht- als auch in der Legephase sicher angewendet werden.
Impfdosis:
Mindestens 103.6 EID50. Liegt die Anzahl der zu impfenden Hühner zwischen zwei Standardpackungen, sollte die grössere Packung verwendet werden.
Anwendung:
Nach Rekonstitution des Impfstoffs Verabreichung als Spray, über das Trinkwasser oder mittels oculo-nasaler Instillation.
|A.||Spray-Verfahren: Die Trockensubstanz sollte vorzugsweise in destilliertem Wasser oder in kaltem, sauberem Wasser resuspendiert werden. Die benötigte Anzahl von Impfstoff-Flaschen unter Wasser öffnen. Die zur Auflösung verwendete Wassermenge sollte so bemessen sein, dass eine gleichmässige Verteilung auf alle Hühner während des Einsprühens sichergestellt ist. Die benötigte Menge ist abhängig vom Alter und Haltungssystem der zu impfenden Hühner sowie dem verwendeten Sprühgerät. Im allgemeinen werden 250 - 400 ml Wasser pro 1000 Impfstoffdosen empfohlen. Die Impfstofflösung sollte als grober Spray (Tröpfchengrösse > 100 µm) in einem Abstand von 30 - 40 cm gleichmässig über der entsprechenden Anzahl von Hühnern ausgebracht werden. Mit einem handelsüblichen Rückensprühgerät und unter Verwendung der entsprechenden Düsen entsteht bei einem Druck von 2 bar ein grober Spray, der von den Tieren in die oberen Luftwege eingeatmet wird. Die Impfung wird bei abgeschalteter Lüftung (für max. 30 Min.) im abgedunkelten Stall durchgeführt, wenn die Hühner dicht beieinander sitzen. Das Spray-Gerät muss frei sein von Rückständen, Korrosion sowie Spuren von Desinfektionsmitteln und darf nur für Impfungen verwendet werden. Es sollen keine Geräte verwendet werden, die ein Aerosol mit einer Tröpfchengrösse unter 50 µm Durchmesser erzeugen.|

|B.||Trinkwasser-Impfung: Die Impfstoff-Flaschen unter Wasser öffnen. Nur kühles sauberes Wasser zum Auflösen des Impfstoffes verwenden. Zur Verabreichung des Impfstoffes gilt die Faustregel: 1000 Impfstoffdosen in einem Liter Wasser pro Lebenstag der Impflinge auflösen, bis zu maximal 20 Liter pro 1000 Impfstoffdosen. Für schwere Rassen oder bei hohen Aussentemperaturen kann die Wassermenge bis auf 40 Liter pro 1000 Impfstoffdosen erhöht werden. Durch Zugabe von 2 g Magermilchpulver oder 20 ml Magermilch auf 1 Liter Trinkwasser bleibt die Aktivität des gelösten Impfstoffes länger aufrechterhalten. Es ist sicherzustellen, dass die gebrauchsfertige Impfstofflösung innerhalb von 1 - 2 Stunden vollständig aufgenommen wird. Der Impfstoff sollte am frühen Morgen verabreicht werden, da dies die Hauptperiode der Wasseraufnahme ist, oder an heissen Tagen während der kühlen Phase. Während der Impfung muss Futter zur Verfügung stehen. Zur Steigerung des Durstes wird den Hühnern vor der Impfung das Trinkwasser entzogen. Die Zeitdauer des Wasserentzuges ist stark von den klimatischen Verhältnissen abhängig. Das Wasser sollte nur so kurz wie möglich entzogen werden, mindestens jedoch für eine halbe Stunde. Wichtig: Es müssen ausreichend Tränken vorhanden sein. Die Tränken sollten gründlich gesäubert und frei sein von Reinigungs- und Desinfektionsmittelrückständen. Die Wasserzufuhr wieder öffnen, nachdem der gesamte Impfstoff aufgenommen wurde.|

|C.||Oculo-nasale Instillation: Den Impfstoff in physiologischer Kochsalzlösung oder in sterilem, destilliertem Wasser (üblicherweise 30 ml für 1000 Impfstoffdosen) auflösen und mit Hilfe eines Tropfendosierers verabreichen. Jedem Tier wird ein Tropfen in ein Auge bzw. Nasenloch gegeben. Dabei ist sicherzustellen, dass der nasale Tropfen eingeatmet ist bevor das Tier losgelassen wird.|
Oculo-nasale Instillation oder Verabreichung als Grobspray rufen die beste Immunantwort hervor und sollten daher die Applikationsmethoden der Wahl sein, besonders wenn junge Hühner zu impfen sind.
Impfpschema:
Der betreuende Tierarzt sollte das am besten geeignete Impfschema gemäss den örtlichen Gegebenheiten festlegen.
Masttiere: Der Impfstoff kann bei Eintagsküken und älteren Hühnern als Grobspray oder mittels oculo-nasaler Instillation verabreicht werden. Tieren, die mindestens 7 Tage alt sind, kann der Impfstoff via Trinkwasser verabreicht werden.
Zukünftige Lege- und Zuchttiere: Der Impfstoff kann bei Eintagsküken und älteren Hühnern als Grobspray, mittels oculo-nasaler Instillation oder via Trinkwasser appliziert werden.
Zur Verbesserung der Immunität kann Nobilis IB 4-91 mit dem Impfstoff Nobilis IB Ma5 gemischt und gleichzeitig appliziert werden.
Wiederholungsimpfung: alle 6 Wochen.
Zu beachten
|-||Wärme und Verunreinigungen können die Stabilität von resuspendiertem IBV beeinträchtigen. Deshalb sollte zur Auflösung des gefriergetrockneten Impfstoffes nur kühles Wasser von guter Qualität verwendet werden. Wird dem Trinkwasser Magermilch beigegeben, bleibt die Aktivität des Impfstoffes länger aufrechterhalten. Vollmilch ist ungeeignet, da der hohe Fettanteil die Wirksamkeit des Impfstoffes beeinträchtigen kann. Zudem sind Ablagerungen im Tränkesystem möglich, die zu Verstopfung führen können.|
|-||Nach Resuspendierung die Impfstofflösung innerhalb von 2 Stunden verbrauchen. Gebrauchsfertige Impfstofflösung ist nicht stabil und darf nicht gelagert werden.|
|-||Nicht mit anderen Arzneimitteln mischen oder verabreichen.|
|-||Nobilis® IB 4-91 schützt Hühner gegen respiratorische Krankheitserscheinungen, die ausschliesslich durch IBV 4-91 hervorgerufen werden. Nobilis® IB 4-91 ersetzt nicht Impfungen mit anderen IBV Impfstoffen. Gegen andere prävalente IB-Stämme (wie z.B. Massachusetts) sollten die Tiere entsprechend den ortsüblichen IB-Impfprogrammen geimpft werden.|
|-||Nobilis® IB 4-91 nur einsetzen, wenn festgestellt wurde, dass IBV 4-91 in der Region von epidemiologischer Relevanz ist. Eine Einschleppung dieses Serotyps in neue Gebiete muss vermieden werden.|
|-||Hände und Impfausrüstung nach der Impfung reinigen und desinfizieren.|
|-||Angebrochene und leere Flaschen unschädlich beseitigen.|
Anwendungseinschränkungen
Kontraindikationen
|-||Wird Nobilis® IB 4-91 am ersten Lebenstag verimpft, darf innerhalb der nächsten 7 Tage kein Truten Rhinotracheitis Impfstoff (TRT) appliziert werden. Die Wirksamkeit der TRT-Vakzine wird bei diesem Impfschema beeinträchtigt.|
|-||Kranke Hühner nicht impfen.|
Unerwünschte Wirkungen
VetVigilance: Vaccinovigilance-Meldung erstatten
Nobilis® IB 4-91 kann bei nicht vollständig gesunden Tieren während einigen Tagen milde respiratorische Krankheitssymptome auslösen.
Keine
Wechselwirkungen
Eine Impfung mit Nobilis Gumboro D78 darf frühestens vier Tage nach der Impfung mit Nobilis IB 4-91 erfolgen.
Es gibt keine Informationen bezüglich der Verträglichkeit und Wirksamkeit dieses Impfstoffs, wenn er in Kombination mit anderen Impfstoffen als den oben erwähnten verwendet wird.
Sonstige Hinweise
Warnung
Das Impfvirus kann von geimpften auf nicht geimpfte Hühner übertragen werden, deshalb müssen geimpfte und nicht geimpfte Tiere voneinander getrennt werden. Eine Verbreitung des Impfvirus von Impflingen auf Fasane vermeiden!
Lagerung
Im Kühlschrank (2° - 8°C) lagern. Vor Licht und Frost schützen.
Arzneimittel, für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Packungen
500, 1000, 2500, 5000 Dosen
Abgabekategorie: B
IVI Nr. 1480
Informationsstand: 11/2011
Dieser Text ist behördlich genehmigt.