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Kapazitätsorientierte Betrachtung der Schweizer Verkehrsinfrastruktur
Die wichtigsten Fakten im Überblick
Der Grossteil des Strassengüterverkehrs entfällt auf den Binnenverkehr. Der Espace Mittelland weist dabei das höchste Güterverkehrsaufkommen aller schweizerischen Grossregionen auf. Mit 87,5 Mio. t werden auf der Autobahn A1 zwischen Bern und Zürich mit Abstand die meisten Güter transportiert. Mit durchschnittlich 2500 Stunden pro Jahr treten hier die meisten Staustunden auf. Zukünftig wird trotz bereits bestehender Engpässe und Projekten zur Umverteilung des Güteraufkommens auf andere Verkehrsträger ein Anstieg des Strassengüteranteils am Gesamtgüteraufkommen prognostiziert.
Etwa 70 Mio. t wurden im Jahr 2008 auf der Schiene transportiert, was etwa 15 % des schweizerischen Gesamtaufkommens entspricht. Die entsprechende Güterverkehrsleistung beträgt 12 466 Mio. Tonnenkilometer. Da Transitfracht für die Durchquerung der Schweiz oftmals an der Grenze auf die Schiene umgeschlagen wird, treten Kapazitätsengpässe vermehrt in den grenznahen Knotenpunkten, teilweise auch auf ausländischem Boden auf. Besonders betroffen ist hier die Region Basel im Norden, über die insgesamt 50 % des Transitverkehrs abgewickelt werden.
Der Grossteil der importierten Luftfracht stammt mit 12 600 t aus den USA, gefolgt von Importen mit vergleichsweise geringen Warenwerten aus den asiatischen Ländern China, Thailand und Indien. Auch bei den Exporten führen die USA mit 18 000 t die Statistik an. Dahinter folgen China, Japan, Indien und Singapur. Die vorhandenen Luftfrachtkapazitäten stellen sich bei allen Handelspartnern ausser China als ausreichend dar.
Der Durchsatz der Basler Rheinhäfen war in den letzten Jahren rückläufig. Der Umschlag betrug 2009 gut 78 000 TEU, was einer Terminalauslastung von etwa 50 % entspricht. Auch die auf dem Rhein verfügbare Transportkapazität ist nicht ausgeschöpft.
42 % des schweizerischen Alpenverkehrs wurden im Jahr 2008 bereits über kombinierte Strasse-Schiene-Verkehre abgewickelt. Diese Form des Transports ist vor allem für den alpenquerenden Nord-Süd-Verkehr von grosser Bedeutung. Die Entwicklung und die Nachfrage nach KV-Terminals in der Schweiz hängt zukünftig sowohl von der Auslastung des Nord-Süd-Korridors als auch von der KV-Terminalstruktur im Ausland (v. a. Deutschland und Italien) ab. Die bestehenden Ost-West-Verbindungen innerhalb der Schweiz spielen für den KV sowohl heute als auch in Zukunft nur eine untergeordnete Rolle.
Nachdem in Kapitel 3.1.5 die Infrastruktur der Schweiz grundsätzlich betrachtet wurde, wendet sich dieses Kapitel der Analyse der Kapazitätsauslastung der Infrastruktur zu. Analog zur Infrastrukturbetrachtung erfolgt die Analyse getrennt nach den Verkehrsträgern. Der Fokus liegt dabei auf der internationalen Anbindung sowie der Identifikation potenzieller Engpässe. Zu diesem Zweck wird zunächst die Kapazitätsauslastung dargestellt, bevor eine Abschätzung zukünftiger Entwicklungen folgt.