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Das Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Schaumkräuter (Cardamine) und zählt zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Foto bei Wikipedia.
Wiesen-Schaumkraut dominiert mit seinen weiß bis zart violetten Blüten ab Ende April bis Mitte Mai häufig das Erscheinungsbild nährstoffreicher Feuchtwiesen.
Die Blüten des Wiesen-Schaumkrautes sind sehr nektarreich und werden von zahlreichen Insekten besucht. Der Nektar ist allerdings nur Bienen und Schmetterlingen zugänglich. Schwebefliegen nutzen den Pollen als Eiweissnahrung.
Aurorafalter
Gemeinsam mit der Knoblauchsrauke (Knoblauchhederich, Alliaria petiolata) ist das Wiesen-Schaumkraut die bevorzugte Nahrungspflanze der Raupe des Aurorafalters (Anthocaris cardamines). Der Aurorafalter, der das Wiesen-Schaumkraut auch als Nektarpflanze nutzt, legt seine Eier meist an der Blattunterseite ab. Die Raupen fressen an diesen Pflanzen bis Juli oder August, verpuppen sich zu einer sogenannten Gürtelpuppe und überwintern dann.
Auffällig und unverwechselbar sind im Frühling die Männchen des Aurorafalters mit ihrer orange-weissen Färbung (Foto bei Wikipedia).
Auf dem Wiesen-Schaumkraut lebt auch die etwa 5 bis 6 Millimeter lange und variabel gefärbte Wiesenschaumzikade.
Sie legt an ihrer Wirtspflanze ihre Eier ab, aus denen im April und Mai Larven schlüpfen, die den Pflanzensaft saugen. Durch Einpumpen von Luftbläschen aus der Atemhöhle in eine eiweißhaltige Flüssigkeit, welche die Larven aus dem After abscheiden, wird ein Schaum produziert.
Foto bei Wikipedia.
Der Schaum schützt die darin sitzende Larve vor Feinden, erhält jedoch in erster Linie die für die Weiterentwicklung nötige Feuchtigkeit und Temperatur. Diese auffälligen Schaumnester sind auch an der Kuckuckslichtnelke an Gräsern und anderen Pflanzen zu finden.
Der Name Wiesen-Schaumkraut oder einfach Schaumkraut bezieht sich möglicherweise auf das Vorkommen solcher Schaumnester der Schaumzikaden (Aphrophoridae) an dieser Pflanze. Diese im Frühjahr häufigen Schaumnester werden im Volksmund auch als „Kuckucksspeichel“ oder „Hexenspucke“ bezeichnet.
Das Wiesen-Schaumkraut hat aber auch eine ganze Reihe von Volksnamen, die nicht gerade schmeichelhaft sind, zum Beispiel „Bettseicher“ oder „Schisgelte“.
Das Wiesen-Schaumkraut enthält als Inhaltsstoffe Senfölglykoside, Bitterstoffe und Vitamin C.
Zur Wirkung der Senföglykoside siehe auch:
In der Volksmedizin wird Wiesen-Schaumkraut gegen Rheuma und andere Schmerzzustände verwendet. Heilwirkungen sollen vor allem auf dem enthaltenen Vitamin C sowie den Senfölglykosiden beruhen, die insbesondere auf Niere und Leber anregend wirken. Es fehlen aber konkrete Belege für diese Wirkungen.
Die im Wiesen-Schaumkraut enthaltenen Wirkstoffe können in grösseren Mengen den Magen und die Nieren reizen, so dass man es mit der Einnahme nicht übertreiben sollte.
Die jungen Blätter, die vor der Blüte gesammelt werden, sowie die jungen Pflanzen sind essbar und schmecken wegen des enthaltenen Senfölglykosids ähnlich wie Kresse und leicht scharf. Sie werden daher auch ähnlich wie die Brunnenkresse (Nasturtium officinale) genutzt und gerne in Salaten, in Kräutersuppen, als Gewürz für Quark und Frischkäse sowie in Saucen verwendet.
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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital
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