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Für den 69-Jährigen Erdogan stimmten am Sonntag nach Auszählung von 91,93 Prozent der Stimmen 49,49 Prozent der Wähler, teilte der Leiter der türkischen Wahlbehörde am Sonntagabend mit. Auf seinen Herausforderer Kemal Kilicdaroglu von der oppositionellen CHP entfielen demnach 44,49 Prozent. Zuvor hatten Mitglieder aus beiden Lagern eingeräumt, dass keiner der Kandidaten in der ersten Runde über die erforderliche Marke von 50 Prozent kommen werde.
Die aktuellen Ergebnisse zeigten, dass er mit rund 2,6 Millionen Stimmen weit vor Kilicdaroglu liege, erklärte Erdogan bei seinem ersten Auftritt nach der Wahl vor dem Sitz seiner Partei in Ankara. Die Stimmen aus dem Ausland würden noch ausgezählt. Die Opposition versuche, die Menschen zu täuschen, indem sie behaupten würde, dass sie vorne liegen. Einen Sieg verkündete er nicht. Falls die Präsidentschaftswahlen in eine Stichwahl münden, werde er die Entscheidung des Volkes respektieren, sagte er.
Auch Kilicdaroglu sagte, er akzeptiere die Entscheidung des Volkes für eine Stichwahl. Er werde sich in der zweiten Runde gegen Erdogan durchsetzen. Dieser habe bei den Wahlen vom Sonntag nicht das gewünschte Ergebnis erzielt.
Sollte keiner der beiden Kandidaten in dieser Wahlrunde mindestens 50 Prozent der Stimmen erhalten, ist am 28. Mai eine Stichwahl fällig. Neben Erdogan und Kilicdaroglu stehen noch andere Kandidaten zur Wahl, die allerdings nur einen geringen Stimmenanteil erhielten. Die Wahl ist eine der wichtigsten in der Geschichte des Landes, weil sie die schon zwei Jahrzehnte dauernde Regentschaft Erdogans beenden und einen grundlegenden Politikwechsel bedeuten könnte. Erdogan hat sich durch Verfassungsänderungen weitreichende Befugnisse gesichert und ist inzwischen der mächtigste Staatschef der Türkei seit Atatürk.
(Reuters)