Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03589.jsonl.gz/1576

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Das jedenfalls propagieren Internetgurus, mit der Konsequenz, dass all überall mit Bildern um sich geworfen wird. Eigentlich möchte man nicht wissen, was ein Bild aussagt,
sondern man würde gerne etwas über die Gedanken oder die Empfindungen des „Botschafters“ erfahren. Dass uns das Herauslesen der Botschaft aus einem Bild häufig überfordern, sehen wir an nachfolgendem Beispiel.
Handelt es sich hier um:
a) Einweihung einer Alpenstraße, die mit EU Geldern ausgebaut wurde?
b) Einigung, dass die Schweizer Börse den Europäischen gleich gestellt wird?
c) Besuch von EU-Parlamentariern, um die schweizerischen Umweltmaßnahmen zu besichtigen?
Geschriebene Wort sprechen dem gegenüber eine sehr viel deutlichere Sprache. Wie nachfolgendes Beispiel zeigt.
Der Ausdruck "O.K." ist auf der ganzen Welt verbreitet. Egal ob auf Englisch, Deutsch, Spanisch oder Russisch. Ein Deutscher mit dem Namen Otto Keller soll beim US-amerikanischen Automobilherstellers Ford, als Qualitätsprüfer, jedes Fahrzeug mit seinem Namenskürzel "O.K." gekennzeichnet haben. Der Kürzel, dass alles in Ordnung ist, hätte sich daraufhin über die ganze Welt ausgebreitet. Agnes Brandes.
Von derartigen, klaren, textlichen Botschaften sollten wir uns nicht, zugunsten von Bildnachrichten, gänzlich verabschieden
Möglicherweise stehen wir am Anfang einer schönen neuen Zeit, in der Google das Schreiben der Texte für uns erledigt? Neben der Gesichtserkennung kann die Digitaltechnik problemlos auch Tiere und andere Gegenstände auf einer Foto erkennen. Wenn wir zukünftig ein Foto vom Sonnenbaden am Meeresstrand an die Liebsten senden, könnten wir es dadurch Google überlassen den Text in nachfolgender Form hinzuzufügen:
Ich (Rolf Keller)(1) befand mich heute um 15:23(1) mit meiner Freundin Susi Hochreutener(2) am Strand von Antalya(3). Die Temperatur dort betrug 32 Grad(4). Nach dem Frühstück um 9:40(1)(3) fuhren wir in eine Teppichknüpferei(3). Dort kauften wir für 318 und 642 Euro(5) zwei schöne Teppiche. Um 13:05(1) genossen wir im Hotel Lyra Ressort(3) Bitterschokoladeneis(7), unser Lieblingseis(6), bevor wir uns 78 Minuten(8) lang im 28 Grad(4) warmen Meer tummelten.
Datenquellen:
(1) Daten aus Handy
(2) Gesichtserkennung auf dem Foto
(3) mit GPS ermittelt
(4) Zugriff auf Wettdienste im Internet
(5) Bezahldaten von PayPal an Google
(6) aus dem Facebook Profil
(7) Von Google über Smartphone Mikrofon (auf Tisch liegend) mitgehört
(8) Dauer wie lange das Handy unbenutzt herumlag
Natürlich liefert Google diesen Text auch in gesprochenen Worten, aber solange die künstliche Intelligenz nichts Besseres zu bieten hat, können wir auf derartige Robotertexte glattweg verzichten.