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Steinebemalen im Trend
Vielerorts sind sie zu finden. Bunt bemalte Steine, die dem Finder Freude… Weiterlesen
von
Annabarbara Gysel
10. April 2019
13:45
Ab ihrer Gründung im Jahr 1871 führte kein Weg an der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) vorbei. Ab diesem Datum stammte fast jede in der Schweiz gebaute Lokomotive aus einem der SLM-Werke. Bis 1998 produzierte die Firma über 5500 Triebfahrzeuge, die in die ganze Welt geliefert wurden und in Europa, Afrika, Asien, Amerika und sogar Australien zum Einsatz kamen. Einige davon tun noch heute ihren Dienst.
Zu Beginn der SLM-Ära waren vor allem die Strassenbahnlokomotiven ein Erfolgsschlager. In der Schweiz stellen sich die ersten Geschäftserfolge mit Zahnradlokomotiven ein. So war etwa die Rigibahn-Lok «Nr. 7» mit dem stehend eingebauten Kessel das Erstlingswerk der SLM. Um 1890 war das Unternehmen in der Schweiz marktführend im Bau von Dampflokomotiven. Später folgte die Fertigung der mechanischen Teile für fast alle schweizerischen Elektroloks. Weiter baute die SLM Kessel und ein breites Sortiment an Maschinen wie Dieselmotoren, Pumpen oder Traktoren. Die letzte Maschine, die noch den Namen der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik tragen durfte, war die rote «Lok 2000».
Minuziös geführtes Archiv
Dass das Wissen über dieses Stück Schweizerische Industriegeschichte noch heute so detailliert vorhanden ist, lässt sich auf das umfassende SLM-Archiv zurückzuführen. Über die gesamte Zeit ihres Bestehens dokumentierte die Firma ihre Arbeit minuziös.
Vor zwei Jahren beschloss der Stiftungsrat von SBB Historic, diese Bestände von Winterthur nach Windisch zu verlegen und in die dortigen zu integrieren. Keine leichte Aufgabe, denn das Archiv im Keller des ehemaligen Direktionsgebäudes der SLM umfasste über 100 000 technische Zeichnungen und Dokumente, Pläne und Konstruktionsunterlagen, Fotos und Fabrikprospekte. Nachdem die ursprüngliche Situation fotografisch dokumentiert war, mussten die Bestände erfasst werden. Das Projektteam, bestehend aus Andrea Lustenberger und Marc Ribeli, durchforstete Schränke um Schränke und sorgte schliesslich dafür, dass das Material archivgerecht und konservatorisch korrekt verpackt wurde. Parallel dazu wurde in Windisch das Archiv von SBB Historic für den Neuzugang vorbereitet. 70 Planschränke konnten direkt aus Winterthur übernommen werden, weitere 96 wurden neu beschafft. Die meisten davon wurden in Rollregallager eingebaut. «Wir waren erst skeptisch, ob wir für alles Platz finden», sagte Andrea Lustenberger. «Doch wir haben alles reingebracht.» Kurz vor Abschluss des vier Wochen dauernden Umzuges machte Lustenberger noch einen letzten Gang durchs alte Archiv in Winterthur. Sie blickte hinter jeden Schrank, unter jeden Tisch und kontrollierte jede Schublade, damit auch kein Dokument, Foto oder Plan zurückblieb.
«Das SLM-Archiv ist eine Perle»
Termingerecht konnte das Projekt «Verlegung des SLM-Archivs von Winterthur nach Windisch und konservatorische Neuausrichtung der Archivbestände» am 31. März abgeschlossen werden. Stefan Andermatt, Geschäftsleiter von SBB Historic, zeigte sich erfreut über die gelungene Integration dieser «wichtigen Zeitzeugen der internationalen Bahngeschichte» in die Räumlichkeiten in Windisch. «Das SLM-Archiv ist eine Perle», betonte er. «Es ist schön, dass wir es hier im Haus beheimaten dürfen und der Öffentlichkeit zugänglich machen können.»
Auf einem ersten Rundgang für geladene Gäste gab Martin Cordes Einblick in das neue Archiv. Sichtlich stolz zeigte der Leiter Archive von SBB Historic einige der unzähligen Schätze. Darunter waren die Originalpläne der Rigibahn-Lok «Nr. 7», deren vierseitiger Kaufvertrag, Diplome, Frachtbriefe und ein Buch mit Privat-Codes für die Verschlüsselung wichtiger Geschäftstelegramme.
Für die Öffentlichkeit zugänglich
Die Bestände sind auf der Archivdatenbank verzeichnet und für die Öffentlichkeit zugänglich. Akten und Pläne stehen in Form von 12 000 Datensätzen zur Verfügung, und der Fotobestand umfasst 20 000 Bilder. Die Nutzung des Archivs ist zu den normalen Öffnungszeiten des Lesesaals möglich.