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Leistungen und Ziele des Schweizer Alpenclub
Referat von Dr. F. Gugler, Centralpräsident des Schweizer Alpenclub, anlässlich des schweizerischen Kongresses für Turistik und Verkehr, Zürich, 1. April 1933.
Wer in der Schweiz wandert, wird da und dort, und je tiefer er in die Bergwelt eintritt desto häufiger, auf ein Emblem stossen, auf welchem allerlei zu sehen ist, das auf eine bergsteigerische Tätigkeit hinweist. Sieht er näher zu, so kann er die Worte lesen « Schweizer Alpenclub ». Im Herzen des Em-blems ist das Landeswappen dargestellt, um die nationale Seite des Vereins zu unterstreichen. Dieses Zeichen ist weit herum wohlbekannt und so populär, dass man sich fragen kann, ob es sich lohne, anlässlich eines Turisten-kongresses viel Worte über seine Bedeutung zu verlieren, was Turisten, wenigstens die einheimischen Turisten, ohnehin wissen oder wenigstens zu wissen glauben. Vielleicht dürfte doch, wenn ich zu Ihnen über die Leistungen und Ziele des Schweizer Alpenclub spreche, für eine weitere Öffentlichkeit einiges neu sein.
Über den Zweck und die Aufgaben des Schweizer Alpenclub kann ich Sie am besten und kürzesten orientieren, wenn ich Ihnen die ersten beiden Artikel der Vereinsstatuten vorlese.
Art. 1 lautet: « Der Schweizer Alpenclub ( S.A.C. ) ist eine Vereinigung von Freunden der Alpenwelt. Sein Zweck ist, Gebirgswanderungen zu erleichtern, die Kenntnis der Schweizer Alpen zu erweitern, der Erhaltung ihrer Schönheit zu dienen und dadurch die Liebe zur Heimat zu wecken und zu pflegen. » Art. 2 lautet: « Diesen Zweck sucht er zu erreichen insbesondere durch a ) Veranstaltung von Bergfahrten, Vorträgen, Kursen und geselligen Zusammenkünften, Pflege des alpinen Skilaufs und Förderung von Jugendwanderungen; b ) Errichtung von Clubhütten und andern Unterkunftsgelegenheiten; c ) Förderung des Führerwesens; d ) Schaffung von alpinen Rettungsstationen; e ) Versicherung seiner Mitglieder gegen die Folgen von Turenunfällen; f ) literarische, wissenschaftliche und graphische Publikationen, Herausgabe von Karten der Alpen und von Clubführern turistischen, naturwissenschaftlichen und kulturhistorischen Inhaltes; g ) Unterstützung alpinwissenschaftlicher Forschungen und der alpinen Kunst. » Diese heute geltenden Statuten sind nicht die ersten des Schweizer Alpenclub. Es wird für das Verständis der Tätigkeit und des Lebens des Schweizer Alpenclub, so wie er heute dasteht und lebt und wirkt, von Nutzen sein, dessen Lebensgeschichte kurz zu skizzieren. Um es gleich vorwegzunehmen: heute ist der Schweizer Alpenclub bis auf wenige Tage 70 Jahre alt, er steckt also nicht mehr in den Kinderschuhen. Sein Geburtstag ist ein Sonn- tag, und zwar der 19. April 1863, sein Geburtsort ist Olten. Dr. Rudolf Theodor Simmler, Privatdozent der Chemie und Geologie an der Universität Bern, hat das Verdienst, « die Bergsteiger und Alpenfreunde der Schweiz » zusammengerufen und zu einem Verein zusammengeschlossen zu haben. Bergsteiger und Alpenfreunde gab es ja schon früher. Aus den wenigen, die Ende des 18. und anfangs des 19. Jahrhunderts sich in die Alpen, an die Ersteigung ihrer Gipfel und an die Erforschung der Schnee- und Gletscherregionen wagten — ich nenne hier Plazidus a Spescha und Franz Joseph Hugi —, waren es allmählich viele geworden. Die Engländer, die früh schon in aller Welt herum-reisten, hatten am 22. Dezember 1857 den Alpine Club, die Österreicher 1862 den Österreichischen Alpenverein gegründet; es war nun an der Zeit, dass auch die Schweizer Bergsteiger und Alpenfreunde sich zusammenschlossen, wollten sie nicht im Hintertreffen bleiben. So trafen sich denn an vorgenanntem Tage 35 Mannen im Bahnhofsaal in Olten und gründeten den Schweizer Alpenclub. Neben dem Initianten Simmler seien hier noch aus der ersten Zeit des Schweizer Alpenclub einige Namen genannt wie Gottlieb Studer, J. J. Weilenmann, Melchior Ulrich, Professor Theobald, Forstinspektor Coaz und Arnold Escher von der Linth.
Wenn wir uns heute in jene Zeit vor 70 Jahren zurückversetzen, so müssen wir staunen, wie die damaligen Gründer intuitiv, fast mit Seherblick die Entwicklung vorausahnend, dem Verein eine Organisation und eine Gliederung gegeben haben, die bis auf den heutigen Tag in ihren Grundzügen unverändert hat beibehalten werden können. Gleich von Anfang an war die Frage, ob der neue Bund ein Verein von Bergsteigern im engern Sinn sein solle, wie der Alpine Club, oder ob jedem Bergfreunde, der mit den Bestrebungen der Gesellschaft sympathisiere, der Zutritt offen stehen solle, im Sinne dieser zweiten weitherzigen Auffassung entschieden worden. Ebenso war von Anfang an eine Gliederung nach Landschaften vorgesehen, also eine Gliederung in Sektionen, die nur, soweit es für eine einheitliche Verwaltung nötig war, durch eine in einem Zentralkomitee verkörperte einheitliche Leitung zusammengehalten werden. Wie fruchtbringend sich diese beiden Grundsätze erwiesen haben, zeigen Ihnen einige Zahlen über die Entwicklung des Schweizer Alpenclub. Das Jahr 1863 wies 8 Sektionen mit insgesamt 257 Mitgliedern auf. 25 Jahre später, also im Jahre 1888, bestanden 34 Sektionen mit 3090 Mitgliedern, 50 Jahre später, also 1913, zählte man 58 Sektionen mit 13,486 Mitgliedern. Nachdem durch den Weltkrieg eine Zeitlang ein Stillstand im Wachstum, im Jahre 1916 sogar ein kleiner Rückgang eingetreten war, erfolgte in der Nachkriegszeit ein um so rascheres Ansteigen der Mitgliederzahl. Heute, nach 70 Jahren, bestehen 84 Sektionen mit 30,369 Mitgliedern. Der finanzielle Jahresumsatz überschreitet eine halbe Million Franken. Das sind trockene Zahlen. Aber hinter ihnen bergen sich gewaltige Leistungen selbstloser Männer voll idealen Schwunges und voll Begeisterung für unsere schöne Bergeswelt. Wenn heute im Sommer und im Winter ungezählte Scharen durch Wanderungen in frischer Bergesluft den Körper stählen und die Seele über den Alltag erheben, wenn nicht nur Fremde aus aller Welt, sondern weite Kreise des Volkes unsere herrlichen Alpen durchwandern und kennen lernen, so darf sich der Schweizer Alpenclub schon ein erhebliches Verdienst an dieser Entwicklung zuschreiben.
Die vielen Männer, die all diese Jahre hindurch selbstlos und ideal im Schweizer Alpenclub mitgewirkt, zu Bergfahrten angeregt und solche veranstaltet haben, die immer wieder darauf bedacht waren, die Jugend nachzuziehen, und die dem Ski das Hochgebirge erschlossen haben, dürfen sich sagen, dass ihre Mühe und Arbeit nicht umsonst waren, dass sie reiche Früchte getragen haben. Auch die heute im Schweizer Alpenclub führend tätigen Leute sind noch vom gleichen Geist beseelt. In Sommerkursen werden die Bergsteiger unter Leitung erfahrener Kameraden und unter Beizug von Bergführern nicht nur mit der Technik des Bergsteigens, sondern auch mit den Gefahren und Tücken des Hochgebirges vertraut gemacht. In Winterkursen kommt dazu noch das alpine Skifahren.
Über das Endziel des Schweizer Alpenclub, Gebirgswanderungen zu erleichtern, sagte schon Simmler anlässlich der Gründung: « Um dem Publikum den mehr und mehr gesuchten Genuss der Hochgebirgswelt und Gletscherregionen zu erleichtern, wird der Verein, sei es durch Unterstützung und Anregung zunächst Interessierter, an geeigneten Punkten der Hochalpen Nachtstationen errichten, von denen aus dann ohne übermässige Tagesmärsche Gipfel oder Gletscherpässe bestiegen werden können. » Aus diesen einfach und bescheiden gedachten « Nachtstationen » sind nun die Clubhütten geworden. Der Gesamtclub nennt heute nicht weniger als 123 Hütten sein eigen, die verschiedenen Skihäuser der Sektionen, die den Gesamtclub nicht berühren, nicht einmal mitgerechnet. Für den Bau dieser Hütten sind Fr. 2,492,000 aufgewendet worden. An diese Summe haben geleistet die Sektionen Fr. 1,057,000, Private durch Schenkung Fr. 412,000, der Gesamtclub als Subvention des Centralcomités Fr. 1,023,000. Der Alpenclub ist somit, wenigstens was die Zahl seiner Häuser betrifft, wohl der grösste Hausbesitzer unter den Vereinen. Zu diesen gewaltigen Summen kommen noch die Auslagen für den Unterhalt, der in den letzten Jahren durchschnittlich etwa Fr. 30,000 pro Jahr erfordert hat. Die Unterhalts- und Betriebskosten werden durch die Hüttentaxen nur teilweise gedeckt. Nicht nur der Zahl nach, sondern nach Grösse und Wohnlichkeit sind die Hütten gewachsen. Konnten die ersten Hütten noch mit etwa Fr. 10,000 gebaut werden, so sind heute Baukosten von Fr. 50,000 bis 60,000 nichts Ungewöhnliches mehr. Die Entwicklung ist heute zu einem gewissen Stillstand gekommen. Für neue Hütten besteht eigentlich kein Bedürfnis mehr, wohl aber für Vergrösserungen und hauptsächlich für einen Umbau auf Winterbetrieb. Hierfür werden wohl noch auf Jahrzehnte hinaus erhebliche Mittel notwendig werden. Dass die Clubhütten ihren Daseinszweck erfüllen, beweist deren Frequenz, die z.B. im Jahre 1931 66,000 Besucher aufwies, wovon etwa 1/3 Mitglieder des Schweizer Alpenclub waren.
Neben der Errichtung von Hütten hat der Club gleich von Anfang an dem Führerwesen seine Aufmerksamkeit zugewendet und hat sich erfolgreich bemüht, einen Stamm tüchtiger, zuverlässiger und berufsfreudiger Führer heranzubilden, Missstände abzustellen, Taxen festzulegen und anderes mehr. Im Benehmen mit den Regierungen der Bergkantone ist so in langer und zäher Arbeit es gelungen, das Führerwesen befriedigend zu lösen. Der Schweizer Alpenclub hat sich dabei immer ein Mitspracherecht bei den Regierungen der Bergkantone wahren können. Er veranstaltet von Zeit zu Zeit Kurse zur Ausbildung von Führeraspiranten zu Führern und zur Weiterbildung der Führer. Hat sich der Schweizer Alpenclub einerseits um die gute Qualität des Führerstandes bemüht, so hat er andererseits auch sein materielles Wohl im Auge behalten. Seit 1882 ist eine obligatorische Führerversicherung durchgeführt; der Club zahlt gegenwärtig jährlich etwa 10,000 Franken an diese Versicherung. Ausserdem bestehen aus Legaten zwei Hilfsfonds für bedürftige und in Not geratene Führer, die geäufnet werden und aus deren Zinsen schon viel Not hat gelindert werden können.
Das immer stärkere Anwachsen der Zahl der Bergsteiger gab bald Veranlassung, das Rettungswesen bei alpinen Unfällen zu organisieren und darüber Reglemente zu erlassen. Heute sind in den Alpen 113 Rettungsstationen und 200 Meldestellen für Unglücksfälle eingerichtet. Die Rettungsstationen sind mit dem nötigsten Rettungs- und Sanitätsmaterial ausgestattet, z.B. Tragbahre, Reserveski, Lawinensondierstangen, Gletscherseil etc.
Entsprechend dem Zuge der Zeit machte sich auch in den Bergsteigerkreisen selbst das Bedürfnis nach einer Unfallversicherung geltend. Im Jahre 1903 wurden Verträge mit Versicherungsgesellschaften über eine Turenunfallversicherung abgeschlossen, wobei das Eingehen einer Versicherung für die Schweizer Alpenclub-Mitglieder zunächst fakultativ war. Seit 1925 aber besteht eine obligatorische Turenunfallversicherung für den Fall des Todes oder gänzlich bleibender Invalidität. Die Leistungen des Gesamtclubs an die Prämien seiner Mitglieder erreichen etwa 45,000 Franken pro Jahr. Die Versicherung ist abgeschlossen mit der « Zürich », allgemeine Unfall- und Haftpflicht-Versicherung A.G. ( in Zürich ), der « Helvetia » ( Zürich ), der « Winterthur » und der « Schweiz ». Die Versicherungssumme beträgt je nach Wahl der Sektion 8000 oder 10,000 Franken, die Jahresprämie 5 bzw. 7 Franken, woran die Centralkasse Fr. 1. 50 pro Mitglied beisteuert.
Ebenfalls von Anfang an hat der Schweizer Alpenclub eine lebhafte Tätigkeit auf dem Gebiete wissenschaftlicher, literarischer und graphischer Publikationen entfaltet. Wir erinnern an seine Initiative bei der Herausgabe von Karten, die im Jahre 1864 begonnen und 1868 mit dem Erfolg gekrönt wurde, dass die Herausgabe des bekannten Siegfriedatlas durch Bundesgesetz geregelt wurde. In den Jahren 1863—1903 sind eine ganze Anzahl Exkursionskarten des Schweizer Alpenclub erschienen, indem in diesen Jahren bestimmte Gebiete als Exkursionsgebiete erklärt wurden, deren Bereisung durch die erwähnten Exkursionskarten erleichtert werden sollte. Mit dem vollständigen Erscheinen des Siegfriedatlas fiel natürlich der Anreiz für diese Tätigkeit dahin, der Schweizer Alpenclub ist erst wieder dazu gekommen, sich näher mit Kartenfragen zu befassen, nachdem die Erstellung einer neuen allgemeinen Landeskarte aktuell geworden ist. Das Kartenheft des letzten Jahres gibt davon Zeugnis.
Nachdem lange Zeit im « Jahrbuch » des Alpenclub eine sehr geschätzte Publikation, die neben den laufenden Vereinsangelegenheiten Beiträge wissenschaftlichen und literarischen Inhaltes enthielt, bestanden hat, entwickelten sich daneben eine Zeitlang die Monatsschriften « Alpina » und « Echo des Alpes ». Im Jahre 1925 wurden dann diese drei Publikationen zu « Die Alpen » vereinigt, die in monatlichen Teilen erscheinen, aber zu einem Jahrbuch vereinigt werden können, das im Sinn und Geiste und der Ausstattung nach dem frühern Jahrbuch ebenbürtig gestaltet ist.
Auf mehr clubistischem Gebiet sind die zahlreichen Itinerarien und Clubführer zu nennen, die vom Centralcomité des Schweizer Alpenclub, teils von den Sektionen, herausgegeben worden sind und die das ganze schweizerische Alpengebiet fast lückenlos umfassen. Die Auslagen für die Clubführer dürften im Laufe der Jahre eine halbe Million Franken erreicht haben.
Ebenso ist der Alpenclub stets bemüht, auch die alpine Kunst zu unterstützen. Ich hoffe, dass ein Besuch der Ausstellung alpiner Kunst, die anlässlich des Kongresses für Turistik und Verkehr in Zürich durchgeführt wird, Sie davon überzeuge.
Der Gedanke, ein alpines Museum zu gründen, hat schon früh im Schosse des Alpenclubs zu Erörterungen Anlass gegeben. Im Jahre 1911 wurde der Grund zu einem Baufonds gelegt, der bis zum Jahre 1913 auf Fr. 25,000 geäufnet wurde. Die Initiative ging von der Sektion Bern aus. Heute ist dieser Neubau zur Ausführung reif geworden dank auch der namhaften Unterstützung von Bund, Kanton, Stadt und Burgergemeinde Bern. In der Nachbarschaft des Berner historischen Museums wird in Bälde dem alpinen Museum ein eigenes Heim erstehen, in welchem die Schätze des Museums, insbesondere der wertvollen Reliefs, besser zur Geltung gebracht werden können.
Mit dem Gesagten habe ich Sie einigermassen darüber orientiert, was der Alpenclub alles leistet; es wird Sie überzeugt haben, dass er im Rahmen des Verkehrs und der Turistik eine nicht unerhebliche Rolle spielt. In diesem Zusammenhang mag erwähnt werden, dass der Alpenclub häufig in den Fall kommt, sich speziell bei den Bergbahnen um Taxermässigungen für seine Mitglieder zu bemühen, und zwar mit Erfolg. Auf 46 Berg- und Seilbahnen geniessen die Mitglieder des Schweizer Alpenclub Vergünstigungen. Ebenso hat er die Bundesbahnen mit andern Vereinen zusammen dazu veranlasst, die bekannten Wintersportbillets herauszugeben.
Nach dem Titel meines Referates habe ich zu Ihnen über die Leistungen und Ziele des Schweizer Alpenclub zu sprechen. Inwieweit er seine Ziele bisher erreicht hat, habe ich Ihnen, so gut es die kurze Zeit erlaubt hat, dargelegt. Zum Schlusse noch einige Worte über die Ziele, die sich der Alpenclub für die Zukunft stellen muss. Lassen wir die 70 Jahre der Entwicklung des Schweizer Alpenclub nochmals an unserm Geiste vorüberziehen, so drängt sich der gewaltige Unterschied zwischen der ersten Zeit des Alpinismus und seiner heutigen Form auf. In der ersten Zeit war in den Alpen noch viel Forschungsarbeit zu leisten, viele Gipfel harrten noch der Erstbesteigung, botanische, geologische und andere wissenschaftliche Studien hatten noch manches unerforschte Gebiet zu bearbeiten. Heute sind alle Gipfel erstiegen, alle Routen mehr oder weniger bekannt und in der alpinen Literatur niedergelegt; die Anmarschzeiten sind durch die verbesserten Verkehrsverhältnisse stark gekürzt worden. Kein Wunder also, dass sich der Alpinismus so gewaltig in die Breite ausgedehnt hat, dass ihm vielleicht dadurch etwas an Tiefe verloren gegangen ist. Durch die Verbesserung der technischen Seite in der Ausrüstung des Bergsteigers ist das Bergsteigen da und dort fast zur Akrobatik geworden. Die wissenschaftliche Seite im Alpinismus ist eher in den Hintergrund getreten, die Entwicklung geht mehr nach der sportlichen Seite. Wie sich diese weiter gestalten wird, wissen wir nicht, aber das Ziel muss der Alpenclub im Auge behalten, nämlich, der Überhandnähme von Rekordsucht und Sportfexerei entgegenzuwirken. Es ist zuzugeben, dass die Grenze nicht immer leicht zu ziehen ist zwischen wahrem Alpinismus und Sportfexerei. Die Grenze ist um so schwerer zu ziehen, als sich ja auch die Anschauungen der Menschheit stetig ändern und die junge Generation nicht immer gleich denkt wie die alte. Aber als letztes, höchstes Ziel muss immer die Liebe zur Heimat bleiben, die Pflege einer stillen, ruhigen Verehrung der hehren Alpenwelt, einer Heimatliebe, der nicht schöner Ausdruck gegeben werden kann als mit dem Vers von Conrad Ferdinand Meyer:
« Nie prahlt'ich mit der Heimat noch und liebe sie von Herzen doch, in meinem Wesen und Gedicht, allüberall ist Firnelicht, das grosse stille Leuchten. »