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Der Vorsprung des spanischen WM-Leaders schrumpft, Fernando Alonso sieht sich als krasser Aussenseiter. Ein Trio aus McLaren und Red Bull Fahrern ist dem Spanier auf den Fersen.
Ferrari-Pilot Fernando Alonso wurde 2005 und 2006 im Renault Weltmeister
Von Hardy Heuer
München - Es sah schon mal besser für Fernando Alonso aus. Zur Sommerpause hatte der Ferrari-Star ein 40-Punkte-Polster auf den damals ärgsten Verfolger Mark Webber aufgebaut.
Sebastian Vettel lag bereits 42 Zähler hinter dem Spanier, Lewis Hamilton 47 und Kimi Räikkönen 48.
Seither schrumpfte Alonsos Vorsprung ein wenig. In Spa schied der WM-Führende zum ersten und bisher einzigen Mal in diesem Jahr aus, nachdem ihn Lotus-Pilot Romain Grosjean aus dem Weg geräumt hatte.
In Italien musste er wegen eines Defekts von Platz zehn starten - und wurde Dritter. In Singapur liess Alonso einen weiteren dritten Rang folgen.
Sebastian Vettel nutzte mit dem zweiten Platz in Spa und dem Sieg in Singapur die Gunst der Stunde und verringerte den Rückstand auf 29 Zähler bei noch sechs ausstehenden Rennen.
Taktik geht nicht auf
Nun steht also der Japan-Grand-Prix auf dem Programm .
Alonsos grösstes Problem ist nicht, dass sich sein Vorsprung verkleinert, sondern die Tatsache, dass sein Auto seit einigen Wochen nicht so stark ist wie vor allem die McLaren- und Red-Bull-Boliden.
"Der Titelgewinn wäre ein Wunder, denn wir sind eigentlich nicht schnell genug", sagte Alonso deshalb:
"Was wir uns in den noch ausstehenden Rennen nicht erlauben dürfen, sind Fehler."
Er bleibt seiner Taktik treu. "Ich konzentriere mich jeweils nur auf meinen nächsten Verfolger", sagt der 31-Jährige immer wieder: "Wenn ich vor dem ins Ziel komme, dann habe ich mein Ziel erreicht."
Alonso bleibt gelassen
Alonso sieht sich als klarer Aussenseiter und ist dementsprechend locker.
"In Monza hat Lewis gewonnen und Sebastian ist rausgeflogen und in Singapur gewann Sebastian, während Lewis rausflog. Für mich ist das in Ordnung, wenn sie so weitermachen", meinte der Spanier.
Allerdings weiss er, dass die Konkurrenz aufgerüstet hat. Red Bull verbesserte sich in Singapur dank einer kleinen Änderung an der Nase des Boliden und am Frontflügel.
Bei der "Scuderia" hingegen gab es technische Probleme, der neue Heckflügel kam erst gar nicht zum Einsatz.
Kampfansage von Whitmarsh
Auch bei McLaren werden schon die Messer gewetzt.
"Wir haben ein konkurrenzfähiges Auto, zwei gute Fahrer und es gibt zwei Meisterschaften, die wir noch gewinnen können", betonte Teamchef Martin Whitmarsh:
"Wir werden alles dafür tun, damit Lewis den Titel holt, und er wird uns beim Kampf um die Konstrukteurs-Krone unterstützen."
Schafft Räikkönen die Überraschung?
Und dann wäre da auch noch Kimi Räikkönen.
Der Finne (45 Punkte Rückstand auf Alonso) sollte nie abgeschrieben werden. 2007 legte der "Iceman" im Ferrari einen Wahnsinns-Schlussspurt hin, holte drei Siege in vier Rennen und gewann den WM-Titel.
Ob aber ein ähnlicher Lauf mit dem Lotus möglich ist, darf bezweifelt werden. In dieser Saison ist Räikkönen noch ohne Sieg.
Räikkönen fordert Besserung
In Japan sollen einige Updates Lotus weiter nach vorne bringen.
"Wir müssen im Vergleich zu Singapur, wo wir im Niemandsland waren, einen Schritt nach vorne machen", analysierte Räikkönen und liess wage Hoffnungen auf den Titel durchsickern.
Dafür muss er aber endlich einen Sieg einfahren.
SPORT1