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Im heutigen Landboten steht auf der Frontseite geschrieben: "Niemand kennt die Anzahl öffentlicher und privater Parkplätze (in
Winterthur)." Umso erstaunlicher dürfte es sein, dass der abtretende Verkehrsplaner der Stadt in der gleichen Zeitung den Anteil des motorisierten Privatverkehrs am Modalsplitt des Binnenverkehrs
auf das Parkplatzangebot zurückführt. Er spricht von falschen Anreizen: "Wenn ein Arbeitgeber viele Parkplätze anbietet und das vielleicht sogar gratis, fördert das natürlich das Binnelpendeln".
Oder anders gesagt: er hat zwar keine Ahnung, wie viele Parkplätze es in der Stadt gibt, aber so oder so sind die Parkplätze schuld. Spannend ist, dass er auch noch auf Zahlen aus der Studie
"Städtevergleich Mobilität" verweist, die es in der Studie gar nicht gibt (Anzahl Einwohner Winterthur mit Parkplatz am Arbeitsplatz). Sprich seine "Vermutung" ist rein ideologisch, denn es
fehlen jegliche Grundlagen zu diesem Votum.
Konkrete Aussagen, welche die Studie macht, jedoch nirgends erwähnt werden: 52% unseres Strassennetzes sind bereits heute verkehrsberuhigt. Im Städtevergleich mit Basel, Bern, Luzern, St.Gallen und Zürich hat Winterthur in Kilometern gerechnet die meisten Begegnungszonen und mit Abstand die grösste innerstädtische Fahrverbots-/Fussgängerzone.
Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs liegt mit 30% deutlich unter dem kantonalen Mittelwert (60%), und die Anzahl immatrikulierter Personenwagen nimmt trotz einem Bevölkerungswachstum von 6,5% nur 1% zu. Stadtbus legt mit seinen Trolley- und Autobussen insgesamt 4,2 Millionen Kilometer zurück und 27 Millionen Fahrgäste wurden im 2016 befördert.
Um den Mobilitäts-Bedürfnissen der Bevölkerung und der Unternehmen gerecht zu werden, benötigen wir ein leistungsfähiges Gesamtverkehrsnetz und ein Miteinander statt Gegeneinander in der Verkehrspolitik.