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Erwerbslosigkeit
Die Erwerbsarbeit dient nicht nur der materiellen Existenzsicherung, sondern auch der Sinnstiftung und der sozialen Integration. Je länger die Erwerbslosigkeit dauert, desto schwieriger wird die Rückkehr in die Arbeitswelt und desto grösser ist die Gefahr der sozialen Exklusion. Erwerbslosigkeit hat nicht nur negative Folgen für die unmittelbar betroffenen Personen, sie verursacht auch volkswirtschaftliche Kosten.
Statistischer Kommentar
Die Erwerbslosenquote liegt im Kanton Luzern 2016 bei 3,2 Prozent. Im Jahr 1990 war sie mit 1,5 Prozent wesentlich tiefer.
Schweizweit beträgt die Erwerbslosenquote 4,8 Prozent (2017).
Normative Anbindung
Bund und Kanton setzen sich in Ergänzung zu persönlicher Verantwortung und privater Initiative dafür ein, dass erwerbsfähige Personen ihren Lebensunterhalt durch Arbeit zu angemessenen Bedingungen bestreiten können.
Die Zunahme der Erwerbslosenquote wird negativ beurteilt. Wünschenswert ist eine Abnahme.
- Chancen- und Verteilungsgerechtigkeit Jedes Mitglied der Gesellschaft soll dieselben Rechte und bei gleichen Voraussetzungen dieselben Chancen haben. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf soll gefördert werden. Eine gerechte Verteilung der Ressourcen und Belastungen ist anzustreben.
- Diskriminierungsverbot Niemand darf aufgrund bestimmter Merkmale diskriminiert werden.
- Existenzsicherung Ein menschenwürdiges Leben ist frei von Armut. Die Existenzsicherung soll in erster Linie durch die bezahlte Erwerbsarbeit sichergestellt werden. Bedürftige Mitglieder der Gesellschaft erhalten Solidaritätsleistungen.
- Integration Benachteiligter Die Integration benachteiligter Bevölkerungsgruppen und Regionen ins wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Leben soll gefördert werden.
- Soziale, wirtschaftliche und politische Partizipation Die soziale, wirtschaftliche und politische Partizipation für alle soll gefördert werden.
Definition
Der Indikator zeigt den Anteil der erwerbslosen Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren am Total der gleichaltrigen Erwerbspersonen.
Als erwerbslos (gemäss ILO, International Labour Organization) gelten Personen, die in der Referenzwoche nicht erwerbstätig waren, in den vier vorangegangenen Wochen aktiv eine Arbeit gesucht haben und die für die Aufnahme einer Tätigkeit verfügbar wären.
Der angegebene Schweizer Vergleichswert beruht auf der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung des BFS.