Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03662.jsonl.gz/3709

Wiesen und
Weiden, Kartoffelbau, Waldwirtschaft; Viehzucht. Handel mit Vieh,
Holz,
Eis. Torfgruben. In
Biberegg gedeihen noch
Obstbäume.
Bruch auf Nagelfluh.
Säge. Seidenweberei als Hausindustrie. Gehörte bis 1400 zur Kirchgemeinde
Steinen und von da bis 1776 zur Pfarrei
Sattel. Kaplanei seit 1671, eigene Kirchgemeinde seit 1776. Erste Kirche 1700 erbaut;
die heutige Kirche stammt aus 1886. Rothenthurm kam 1269 anlässlich des Verkaufes des sog. Steinerviertels von den Habsburgern
an Schwyz,
das wegen seiner beständigen Streitigkeiten mit
Einsiedeln an dieser Stelle seine Grenze befestigte.
Am beschlossen die
Schwyzer, das Thal bei der
Altmatt durch eine
Letzimauer zu sperren.
Diese lehnte sich beim jetzigen Dorf Rothenthurm an den Berghang an und wurde durch einen heute noch stehenden festen
Turm abgeschlossen. Nach den roten Ziegeln, mit denen dieser gedeckt war, erhielt dann das in seinem
Schutz
allmählig entstehende Dorf den Namen, der nicht vor dem 17. Jahrhundert erscheint. Diese
Letzi wurde schon zur Zeit der Schlacht
bei
Morgarten von Truppen gehütet. Hier schlugen 1798 die
Schwyzer unter dem Landeshauptmann Alois Reding
die von General
Schauenburg befehligten und an Zahl weit überlegenen Franzosen zurück.
Die Landsgemeinden des Kantons Schwyz,
an denen bis zu 10000 Personen teilzunehmen pflegten, wurden bis 1848 in Rothenthurm abgehalten.
Von hier stimmen die einflussreichen Geschlechter Styger und Schuler. Als Staatsmann hat sich der Landammann C. Styger (†
1897) einen Namen gemacht; wohlbekannt ist auch der Kapuziner Paul Styger, der während der Ereignisse
von 1798 und 1799 einen grossen Einfluss auf das Volk ausübte. Das Dorf wird im Volksmund von alter Zeit her kurzweg «Am
Thurm» genannt.
1798 m. Lange und malerische Felswand, die das
Muotathal im N. auf eine Strecke von
2,5 km begleitet.
Darüber liegen Alpweiden und am Fuss stehen die Häusergruppen Enzenen,
Otten,
Stalden,
Starzlen, Figlern,
sowie das Kloster und das Dorf
Muotathal. An der Rothfluh wohnten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
zwei Bauernoriginale, der Enzenen Bälzi und der Lieni, die durch ihre ironischen Bemerkungen und beissenden Spässe der
Schwyzer Regierung viel Verdruss bereiteten.
Ihre Taten und Reden sind vom Volksmund bereits mit einem legendären Schimmer
umgeben worden.
273 m. Landgut zwischen
Schweizerhall und
Birsfelden. 1383 von Werner von Richisheim,
Leutpriester von St.
Ulrichen in Basel,
dem Pauliner Einsiedlerorden geschenkt. 1421 erteilte Thüring Münch
von
Münchenstein als
Herr von
Muttenz die Erlaubnis zum Bau eines
Klosters, das dann zu Beginn des 16. Jahrhunderts ein Raub
der Flammen wurde.
Darauf zogen Beghinenschwestern ein, und der Rest der
Güter wurde dem Siechenhaus
St. Jakob inkorporiert.
Endlich verkaufte dieses 1525 die Besitzung, die seither wieder in weltlichen Händen ist. Im 18. Jahrhundert
zählte Rothhaus zu den privilegierten Herrengütern.
oder SigriswilerRothhorn (Kt. Bern,
Amtsbez. Thun).
2053 m, Gipfel im Sigriswilergrat; kann von Merligen
am Thunersee durch das Justisthal in 4½ Stunden bestiegen werden. Bildet ein nach S. geneigtes, begrastes Gipfelplateau und
fällt mit steilen Felswänden ab, die sich namentlich vom S.-Ufer des Thunersees her gesehen sehr schön präsentieren. Synklinaler
Urgonkamm mit Nummulitenkalk und Flysch auf einer Neocomunterlage.
(Aroser) (Kt. Graubünden,
Bez. Plessur).
2985 m. Höchster Gipfel des Plessurgebirges und speziell des schönen Gebirgszirkus von Sanaspans,
schon seit langem bekannt als ein Aussichtspunkt ersten Ranges, dabei leicht und von verschiedenen Seiten
zu ersteigen und darum viel besucht. Erhebt sich etwa 5 km sw. Arosa als eine mächtige, imposante Pyramide. Von ihm zweigt
die Kette des Erzhorns nach NO ab, die das Aelplithal und das Welschtobel, die obersten Verzweigungen des Aroserthals, voneinander
trennt. Das Aroser Rothhorn bildet mit seiner nächsten Umgebung ein kleines fächerförmiges Zentralmassiv
aus Gneis, Hornblendeschiefer und Glimmerschiefer, das von Triasgesteinen eingehüllt ist. In den höchsten Mulden und Schluchten
lagern auch im Hochsommer einzelne Eis- und Firnflecken, deren Schmelzwasser der Plessur den Ursprung geben. Früher hielt man
den Berg für reich an Metallerzen. Die Volkssage erzählt von einer Quelle flüssigen Goldes. Gewiss
ist, dass die Familie Vertemati von Plurs hier Bergbau betrieb, von dem noch Spuren zu finden sind. Spätere Versuche blieben
jedoch resultatlos. Hie und da findet man Malachit, Kupferlasur und Fahlerz. Bestiegen wird der Berg von Parpan und von Arosa
aus, welch' letzterer Ort seiner hohen Lage wegen als Ausgangspunkt besonders geeignet ist. Dabei kann
man den Weg entweder durch das Welschtobel oder durch das Aelplithal nehmen. Von Parpan oder Lenz steigt man in den Kessel von
Sanaspans und von da auf den S.- oder den NW.-Grat, die beide zum Gipfel führen. Die Aussicht umfasst das
Gesamtgebiet der Bündneralpen und reicht darüber hinaus bis zur Ortler- und Oetzthalergruppe, zum Säntis und den Churfirsten,
zur Riesenmauer der Tödikette und bei ganz hellem Wetter auch bis zum Finsteraarhorn und Monte Rosa.