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«Denn unser Forstwesen gleicht eher einem alten abgestorbenen Baumstamme, der von den darin hausenden Würmern und Käfern nach und nach zerfressen wird, so dass zuletzt keiner mehr etwas hat.» Dieses Zitat aus der Basellandschaftlichen Zeitung vom 14. Dezember 1854 zeigt die Zustände, die in der Waldwirtschaft in der Mitte des 19. Jh. in der Region geherrscht haben. Besonders nach den Trennungswirren von 1831 bis 1833 folgten starke Waldverwüstungen. Der Brennholzbedarf war gross, und neben geregelten Holzschlägen bediente sich jeder im Wald. Zudem brauchte der Eisenbahnbau um 1860 für ihre Schwellen viel Eichenholz. Eichenwälder in Pratteln, Füllinsdorf und Bubendorf fielen dem Geleisebau zum Opfer.
In jener Zeit setzten auch in Deutschland grosse Kahlschläge der Wälder ein, die dann mit dichten Pflanzungen von Fichte oder Waldföhre ersetzt wurden. Dies hatte zur Folge, dass sich die Baumartenverteilung von ursprünglich 70% Laubwaldanteil zu 70% Nadelwald umkehrte. Das hauptsächliche Ziel des deutschen Waldbaus war der Aufbau gleichaltriger Reinbestände, die einfach zu bewirtschaften waren. Anders war die Entwicklung in Frankreich. Mit dem Aufkommen einer forstökologischen Bewegung im 19. Jh. wurde die Plenterwaldwirtschaft eingeführt. Dabei wurde auf eine gestufte Altersstruktur der Bäume geachtet und es wurden nur kleinräumig Bäume entnommen. Der Anteil an Nadelholzforste blieb in Frankreich bei 35%.
In der Schweiz wurde die Idee der Plenterwaldbewirtschaftung übernommen, um vor allem der Erosion im Gebirge entgegenzuwirken. Wegen des Eidgenössischen Forstgesetzes von 1902 und dank der Eisenbahn, die den Import von Kohle zu Heizzwecken ermöglichte, entschärfte sich der Druck auf den Wald. Trotzdem war der Einfluss Deutschlands auf die Schweiz spürbar, denn es wurden – wenn auch weniger ausgedehnt als dort – Fichtenforste angelegt. Die Fichte wächst rasch und ist waldbaulich pflegearm. Ihr Holz findet als Industrie- und Bauholz vielfältig Verwendung, es ist gut bearbeitbar und wird unter anderem für Balken und Latten verwendet. Auch Spielzeuge, Möbel und Verpackungsmaterialien werden daraus hergestellt. Darüber hinaus ist Fichtenholz ein wichtiger Rohstoff für die Papierherstellung.
Reine Fichtenforste sind anfällig gegenüber Immissioneinwirkung, Schädlingsbefall, Windwurf und Trockenstress. Der prognostizierte Klimawandel verschärft zudem das Problem. Die Fichte ist ein Flachwurzler, was ihre Anfälligkeit auf Windschäden erhöht. Da Stürme oft im Herbst auftreten, wenn Laubbäume bereits die Blätter verloren haben, sind Nadelhölzer in dieser Beziehung zweifellos anfälliger. In Reinbeständen besteht zudem ein erhöhtes Risiko für Massenvermehrungen von Schadinsekten und Pilzbefall, da die Übertragbarkeit von Baum zu Baum ungehindert stattfinden kann. Weil der Boden stark beschattet wird, ist er kühler, was zu einer geringeren biologischen Aktivität der Bodenorganismen führt. Die Bodenfauna wie auch die Flora der Krautschicht ist artenärmer als in Laubbeständen ähnlicher Lagen. Nicht zuletzt besitzen Fichtenmonokulturen einen geringen ästhetischen Wert und lassen den Besucher in ein düsteres Waldinneres eintauchen.
Aus all diesen Gründen ist nach neueren Erkenntnissen auch die wirtschaftliche Rentabilität von Fichtenforsten nicht nur positiv zu bewerten. Man ist vermehrt dazu übergegangen, auf strukturreiche Mischwälder umzustellen. In Deutschland fand deshalb ein regelrechter Waldumbau statt. In der Region Basel waren die Fichtenforste auch früher eher kleinflächig. Heute wird die Wiederherstellung der ursprünglichen Laubmischwälder aus wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Gründen als nachhaltige Waldwirtschaft angesehen.
Neben der Fichte (Picea abies) werden noch andere Baumarten in Reinbeständen angepflanzt. Am häufigsten ist wohl die Waldföhre (Pinus sylvestris). Sie ist bezüglich Nährstoff- und Wasserversorgung ein äusserst anspruchsloser Baum. Sie wurde beispielsweise auf den mageren Rheinschottern am Oberrhein in Reinbeständen angebaut. Ein weiterer forstlich genutzter Nadelbaum ist die Douglasie (Pseudotsuga menziesii), die von der Nordamerikanischen Westküste stammt. Sie wird in kleineren Reinbeständen gepflanzt, da ihre Raschwüchsigkeit eine Mischung mit anderen Baumarten nicht zulässt.
Bei den Laubbäumen sind die Hybrid-Pappeln (Populus x canadensis) zu erwähnen. Sie wurden in den Langen Erlen auf den Wasseraufbereitungsflächen gepflanzt, da sie zeitweise vernässte Böden gut ertragen. Diese Kreuzung wurde um 1700 aus Nordamerika nach Europa eingeführt, wo sie bereits seit längerem angepflanzt wurde. Heute werden in den Langen Erlen aber keine solche Pappeln mehr gepflanzt, sondern mit einheimischen Bäumen wie der Schwarzerle (Alnus glutinosa) nachgepflanzt. Zuletzt ist noch die Robinie (Robinia pseudoacacia) zu erwähnen, die in der Region stellenweise fast reine Bestände bildet.
BE