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Soweit wir wissen hat das Akupunktursystem der Familie Tung seinen Ursprung in der Han-Dynastie. Es scheint daher plausibel anzunehmen, daß die gedanklich-philosophischen Grundlagen weitestgehend denen gleichen, die sich auch in den medizinischen chinesischen Klassikern finden: Su Wen, Ling Shu oder Nan Ching. Ein Ziel des Seminars wird daher sein, derartige konzeptuelle Verbindungen zwischen Tung’s System und den Klassikern sichtbar und anwendbar zu machen.
Inhalt des Workshops - Theorieteil
Am Anfang wird eine komprimierte Darstellung der theoretischen Grundlagen stehen, die Tung’s Akupunktur zu Grunde liegen. Das Ziel ist, Ihnen noch einmal eine kompakte Zusammenfassung dessen zu vermitteln, was Sie im ersten Kurs oder schon vorher gelernt haben. Außerdem besteht die Möglichkeit, Fragen zustellen oder / und Ihre bisherigen Erfahrungen mit Tung’s Akupunktur zu diskutieren.
Im Zentrum steht danach die Erweiterung der Tung’schen Leitbahnkorrespondenzen durch Kombination mit den im Ling Shu (Kapitel 10-13) beschriebenen Verbindungen der Hauptleitbahnen, Sonderleitbahnen, Luo-Gefäßen und tendino-muskulären Leitbahnen mit ihren Zielgebieten.
Ein Ziel dieser Betrachtung wird es sein, das bisher wenig verstandene und kaum beachtete Tung’sche Konzept der „Reaktionsareale“ zu erläutern und therapeutisch nutzbar zu machen.
Inhalt des Workshops - Praxisteil
Der Praxisteil soll Ihnen helfen, etablierte Therapiestrategien zu verstehen und eigene entwickeln.
Wir beginnen mit der Darstellung der wichtigsten Dao Ma Gruppen des Tung-Systems. Dabei handelt es sich um Punktkombinationen, die wegen ihrer breit gestreuten Leitbahn- und Taiji- Korrespondenzen bei einer Vielzahl von Erkrankungen hilfreich sein können.
Danach werden wir etablierte - meist von Tung oder seinen Schülern entwickelte - Punktkombinationen analysieren und - von der Diagnose ausgehend - selbst Behandlungsprotokolle entwickeln. Die folgende Liste enthält diejenigen Erkrankungen / Symptome, die für die Diskussion vorgesehen sind; Ergänzungen oder Änderungen sind aber je nach Präferenz der Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer jederzeit möglich.
Es ist bekannt, daß Tung auch orthodoxe (TCM-) Punkte verwendet hat, wenn auch manchmal mit von den TCM-Regeln abweichender Indikation. Einige dieser Punkte werden wir im Detail betrachten und dabei der Frage nachgehen, inwieweit die Systematik der Tung-Akupunktur helfen kann, TCM-Punkte besser zu verstehen.
Natürlich werden die gegenüber dem Grundkurs neu hinzukommenden Punkte lokalisiert und genadelt.
Literaturempfehlung zur Vorbereitung / Nachbereitung
Facharzt für Physiologie und Facharzt für Allgemeinmedizin. Seine Ausbildung in TCM und Akupunktur erhielt er bei der Deutschen Ärztegesellschaft für Akupunktur und an der Universität Witten/Herdecke. Vor seiner TCM-Tätigkeit war er Professor für Neurophysiologie an der Universität Düsseldorf und Research Fellow an der University of Western Ontario (Kanada) und am Indian Institute for Chemical Biology (Kalkutta). Er ist Emeritus Member, Society for Neuroscience und Fellow, Indian Academy for Neurosciences. Dr. Ross gibt Akupunkturseminare in Deutschland, Holland und Belgien. Er ist Mitautor zweier Lehrbücher: “Practical Atlas of Tung’s Acupuncture” (mit H. McCann) und „Die Balance-Methode in der Akupunktur“ (mit F. Sulistyo). Er ist in eigener TCM-Praxis tätig