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Ein Moskauer Berufungsgericht hat eine umstrittene Strafe gegen den Regierungskritiker Alexej Nawalny bestätigt. Das Urteil zu dreieinhalb Jahren Haft auf Bewährung wegen Unterschlagung sei damit rechtskräftig, berichtete die Agentur Interfax am Dienstag.
Nawalny war am 30. Dezember zusammen mit seinem Bruder Oleg in einem als politisch motiviert kritisierten Prozess wegen Unterschlagung schuldig gesprochen worden. Oleg Nawalny muss nun für dreieinhalb Jahre ins Straflager. Der bekannte Oppositionspolitiker Alexej Nawalny warf den Behörden vor, seinen Bruder in «Geiselhaft» zu nehmen.
Die Verteidigung des 38-Jährigen kündigte an, den Fall vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu bringen. «Ich vermute, dass bald neue Vorwürfe gegen mich erhoben werden», meinte Nawalny, der bei der Moskauer Bürgermeisterwahl 2013 überraschend stark abgeschnitten hatte. Er kündigte an, politisch aktiv zu bleiben.
Bereits 2013 war Nawalny in einem anderen, ebenfalls umstrittenen Fall zu fünf Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Mit der Entscheidung von diesem Dienstag wurde auch Nawalnys Hausarrest aufgehoben. In dem früheren Fall stand der bekannte Gegner von Präsident Wladimir Putin unter Hausarrest.
(sda/dpa)