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Die Amis verwechseln uns mit Schweden. In den Ferien verwenden wir Schweizerdeutsch als Geheimsprache. Wenn Fremde uns zuhören, meinen sie, wir seien Holländer.
Und die Deutschen denken, unser Schweizer Hochdeutsch sei Schweizerdeutsch. Das traurige Fazit: Niemand kennt Schweizerdeutsch!
Schweizerdeutsche Wörter mit Weltkarriere
Aber: Es gibt ein Trostpflaster. Ein paar wenige schweizerdeutsche Wörter haben Weltkarriere gemacht.
Zum Beispiel der Putsch: Ein gewaltsamer politischer Umsturz durch das Militär oder eine andere Gruppe wird in vielen Ländern und Sprachen «Putsch» genannt. Und das Wort kommt wirklich aus dem Schweizerdeutschen.
Putsch: Vom Zusammenprall zum Staatsstreich
Am Ursprung steht das Geräusch von zwei Dingen, die aufeinanderprallen: «putsch!». Später nannte man im Schweizerdeutschen einen militärischen Vorstoss so und schliesslich auch Regierungsumstürze durch politische Gegner, zum Beispiel den «Freiämter Putsch» von 1830.
Zum internationalen Durchbruch verhalf dem Wort Putsch der sogenannte «Züriputsch» von 1839. Konservative stürzten damals die liberal-radikale Zürcher Kantonsregierung.
Deutsche Zeitungen verbreiten Schweizer Ausdruck
Sogar Tote gab es beim Züriputsch: mindestens 15. Die Schweiz war eben nicht immer schon ein Hort des Friedens und der politischen Stabilität.
In einer Zeit, die von Umstürzen und Revolutionen in halb Europa geprägt war, interessierte sich auch das Ausland für den Züriputsch. Über deutsche Zeitungen verbreitete sich der Begriff bald in viele Sprachen.
Schweizer Gerichte als Exportschlager
Ebenfalls weit über die Schweizer Grenzen hinaus geschafft haben es Müesli und Rösti - die Gerichte und die Namen dazu. Dies allerdings erst nach dem 2. Weltkrieg.
Die Rösti musste zudem zuerst die Schweiz erobern. Gebratene Kartoffeln ass man zwar in der ganzen Schweiz, aber «Röschti» nannte man sie ursprünglich nur in den Kantonen Bern und Solothurn.
Rösti in Japan, Sushi in der Schweiz
Dank Kochbüchern, Armeeköchen und Fertigrösti vom Grossverteiler brachte es der Name «Röschti» in der Nachkriegszeit zu schweizweiter Bekanntheit.
Die Globalisierung der Essgewohnheiten brachte die Rösti schliesslich auf Teller in Frankreich, Grossbritannien oder Japan – und Pizza, Burger und Sushi auf unsere Schweizer Menupläne.
«Apfeldiätspeise» wird zu «Bircher-Müesli»
Das Müesli haben wir Dr. Max Bircher-Benner zu verdanken. Für die Patienten in seinem Sanatorium in Zürich entwickelte er um 1900 eine gesunde Mahlzeit – die «Apfeldiätspeise». Die Zutaten waren Haferflocken, Wasser, Zitronensaft, Kondensmilch, geraffelter Apfel und Nüsse.
Das neue Gericht von Dr. Bircher hiess im Volksmund bald «Bircher-Müesli». Es hielt Einzug in die Küchen der Schweizer Bevölkerung.
Exportschlager Müesli
In der Nachkriegszeit setzte sich vor allem in der westlichen Welt ein süsses, gesünderes Zmorge gegen fette und salzige Varianten durch. Und das Müesli wurde dadurch zum idealen Exportschlager.
So kommt es, dass Australierinnen, Japaner oder Mexikanerinnen auch mal ein Schweizerdeutsches Wort in den Mund nehmen. Ohne dass sie je von Schweizerdeutsch gehört hätten.