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Polypen der Gallenblase
Polypen der Gallenblase kommen in etwa 1-4% der Bevölkerung vor. Zum weitaus grössten Teil (ca. 95%)handelt es sich um sogenannte Cholesterinpolypen (Pseudopolypen), die nicht bösartig werden. Echte Polypen, die von der Schleimhaut der Gallenblase ausgehen, sind sehr selten. Polypen grösser als 1cm im Durchmesser können Krebsanteile enthalten. Die Gallenblase sollte deshalb sicherheitshalber entfernt werden.
Gallenblasenkarzinom
Das Gallenblasenkarzinom ist ein seltener Tumor (2 bis 3 Fälle pro 100‘000 Einwohner pro Jahr). Es kommt vor allem bei älteren Leuten vor und ist 3 bis 4 mal häufiger bei Frauen als bei Männern. 80 bis 90% der Patienten mit Gallenblasenkarzinom haben auch Gallensteine. Das Gallenblasenkarzinom wird oft zufällig entdeckt bei einer Gallenblasenentfernung wegen Gallesteinbeschwerden. Wenn das Gallenblasenkarzinom selbst Beschwerden verursacht, ist es meist bereits fortgeschritten und kann nicht mehr operiert werden.
Gallengangkarzinom
Das Gallengangkarzinom ist noch seltener als das Gallenblasenkarzinom ( 1 pro 100‘000 pro Jahr). Es manifestiert sich oft recht früh durch einen Verschluss der Gallenwege mit Juckreiz oder Gelbsucht. Wenn es aufgrund der Lokalisation möglich ist, wird eine chirurgische Resektion versucht. Wenn die Resektion nicht möglich oder nicht mehr sinnvoll ist, wird endoskopisch (ERCP) ein Stent in die Gallenwege eingelegt, um den Juckreiz und die Gelbsucht zu beheben.