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Im Gemeindewalde von Rohrdorf ist ein Felsstein von der Grösse eines Waschhauses. Unter diesem hauste ein feuriger Drache, lang wie ein Wiesbaum, dick wie ein Jauchenfass. Er schlief des Nachts unter dem Steine, aber um Mittag flog er feuersprühend übers Feld bis zu einer Eiche draussen auf der Blösse.
Da frass er die zwei Schafe, die ihm die Rohrdorfer täglich unter den Baum legen mussten; fand er nichts, so kam er ins Dorf, und riss Vieh und Menschen nieder.
Viele Jahre trieb er sein Wesen, bis die Gemeinde einen grossen, weissen Stier aufgezogen hatte, der sieben Jahre lang nie aus dem Stall gekommen war. Nach sieben Jahren liess man ihn heraus. Er lief gerade auf das Feld, wo der grosse Drache beim Mittagsfrasse lag.
Wie dieser ihn erblickte, schoss er hinter ihm her und beide kämpften so heiss, dass das Blut wie ein Bach aus ihnen floss. Das Volk sah in grösster Erwartung von weitem zu und alsendlich keins der beiden Thiere mehr sich regte, wagte man nach und nach dem Kampfplatz näher zu gehen.
Der Drache war zu aller Freude todt, aber auch der Stier, der die Leute von der Landplage erlöst hatte, lag entseelt neben ihm im Blute. Der Fels, unter dem der Drache gehaust hat, soll Drachenstein geheissen haben, und man mein, er habe vor langer Zeit bei der Remmetschwyler-Trotte gelegen, da wo jetzt des Jose Haus steht gegen das Dorf Bellikon zu.
Man benennt dorten eine Landstrecke nach ihm noch die Steinmatten.
Quelle: "Schweizersagen aus dem Aargau", E.L. Rochholz, Aarau, 1856
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