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Die Protestbewegung «Ende Gelände», die seit 2014 die Umwelt vor Braunkohlewerken retten will, hat dieses Frühjahr im Hamburger Verlag Nautilus ein Buch herausgebracht. «We Shut Shit Down» ist das Manifest der Klimabewegung, die sich zwar links von Fridays for Future positioniert, deren Vorhaben sich aber ironischerweise wie ein konventioneller Businessplan liest.
Drei Erfahrungsbeiträge von Beteiligten geben den Ton des Buches an, das der aktivistischen Praxis entsprungen ist. Hautnahe Erzählungen sollen dem Leser die Bewegung nahelegen, und zwar gerne so, damit sich dieser umgehend den weissen Overalls anschliessen möge, um Kohlekraftwerke stillzulegen. Anschliessend wird ein Massnahmenplan für einen Systemwechsel präsentiert, der nicht weniger als eine Revolution will. Diskursinterventionen – beispielsweise in Form gezielter Auftritte in den Mainstreammedien – sollen den Verlauf der Menschheitsgeschichte verändern. Ein detailliert ausgeführtes Rezept legt dar, wie die öffentliche Meinung am besten zu manipulieren sei.
Wer mit Formulierungen wie «postautonom» oder «präfigurative Politik» Schwierigkeiten hat, findet am Ende ein Glossar, in dem erklärt wird, wie «wir die Begriffe verstehen, die im Buch verwendet werden». Uneinigkeit darf es allerdings nicht geben. «Konsensstufen» und ein «Konsensfisch» geben ein «systemisches Konsensieren» vor: Wer zustimmt, kriegt einen Smiley, wer Veto einlegt, bekommt keinen. Nicht dass hier jemand anderer Meinung ist! (lvr)