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Mich interessiert der Kontrabas weil er einerseits zur Familie der klassischen Streichinstrumente gehört und andererseits im Jazz eine grosse Tradition als Zupf- und Rhythmusinstrument hat.
Die Vielfalt des Instrumentes liegt in der Physik der langen, schwingenden Saiten. Die Klangerzeugung ist davon abhängig, wie und wo ich die Saite zum Schwingen bringe. Wenn ich beispielsweise mit dem Bogen nahe beim Steg streiche, klingen die Obertöne stärker als der Grundton. So gibt es eine grosse Pallette von Klangfarben.
Ich arbeite zum Glück nicht in einem Plattengeschäft. Ich würde sie auf den Tresen stellen.
Ich arbeite nicht nach dem Prinzip der Vorbilder. Ich kann eher von Einflüssen sprechen. Mich beeinflusst jene Musik, die mich berührt. Unabhängig des Stils und der Gattung. Mich fasziniert die Art und Weise, wie der Cellist Pablo Casals sein Instrument spielte. Er konnte singen mit dem Cello.
Ich höre sie einfach. Meistens arbeite ich viel länger an den Harmonien;
die Melodien liegen in der Luft.
Es ist mir wichtig, dass die Musik auch im Studio lebt. Ich mag nicht einzelne Phrasen hundertmal spielen und dann zusammenschneiden. Ich versuche im Studio zu musizieren wie auf der Bühne.
Ich habe mich in letzter Zeit stark mit der Mehrstimmigkeit beschäftigt. Mystery Bay ist vor allem melodiös geprägt, Amor fati ist harmonischer.
Der Begriff Amor Fati kommt aus der griechischen Philosophie und
beschreibt den Zustand des Seins; das Leben in der Gegenwart.
Ich habe die nirgendwo abgeschaut. Das Live-Sampling-System gibt mir die Möglichkeit, mein Instrument zu multiplizieren und so von der Bassfigur über die Harmonien bis zur Melodie die Musik aufzubauen.
Langeweile kenne ich nicht. Ich kann in der Tat alleine auftreten. Das habe ich auch getan. Ich liebe es andererseits, mit anderen Musikern zusammenzuarbeiten. Die Musik hat für mich auch einen sozialen Aspekt.
Die Zusammenarbeit ist vor allem eine rhythmische Bereicherung. Marco Agovino ist ein hervorragender Jazz-Drummer, Dustbowl kommt vom Dancefloor und Gert Stäuble von der Popmusik. Sie bringen so ihre Ideen und Einflüsse in meine Musik ein.
Erfolg freut mich und gibt mir die Möglichkeit, weiterzumachen, aber ich habe keine Erklärung dafür.
Das ist eine leere Behauptung. Ich habe keinerlei solche Absichten. Die Zusammenarbeit mit Imogen Heap entstand, weil ich von ihrer Stimme begeistert bin. Schon lange hegte ich den Wunsch, meine Musik mit der menschlichen Stimme zu bereichern.
Schöne zwei Stunden.
Konzert Mich Gerber, Fri-Son, Freiburg, 8.4. 2000, Türöffnung 21 Uhr.