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HLI-Schweiz hält schon den Begriff „Social Egg Freezing“ als fragwürdig. Passender wäre „Lifestyle Egg Freezing“. HLI lehnt das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen auf Vorrat aus folgenden Gründen ab. Zunächst müssten mit Hilfe einer Eierstockstimulation sehr viele Eizellen (20-30) gewonnen werden, um überhaupt eine realistische Chance zu haben. Die agressive Stimulation und die Gewinnung der Eizellen ist mit nicht zu unterschätzenden Risiken verbunden. Auf das Einfrieren würde ca. zehn bis 20 Jahre später das Auftauen und das Befruchten jener Eizellen erfolgen, welche die Tiefgefrierung überstanden haben. Ob die Eizellen im flüssigen Stickstoff mit Gefrierschutzmittelzusätzen, die zum Teil toxisch für die Zellen sind, zehn oder 20 Jahre überleben, ist nicht bewiesen. Eine Garantie für ein Kind nach „Lifestyle Egg Freezing“ können die Reproduktionsmediziner keine geben. [1] Für die Tiefgefrierung werden Gebühren verlangt.
Stellungnahme der NEK ist nicht nachvollziehbar
Wie die Nationale Ethikommission (NEK) selber schreibt, existieren bisher keine Langzeitstudien zu diesem Thema. Der längste Zeitraum, der nach der Krykonservierung von Embryonen zur Geburt eines Kindes geführt hat, beträgt 12 Jahre.[2] Erfahrungen mit der Kryokonservierung von Eizellen wurden hauptsächlich im Zusammenhang mit Krebstherapien gemacht. Vor der Chemotherapie oder Bestrahlung wurden Eizellen so lange tiefgefroren, bis die Therapie erfolgreich überstanden war und um danach den Kinderwunsch realisieren zu können. Falls die Zeugung nachher auf natürliche Weise geschieht, hat HLI in diesem Fall nichts dagegen. HLI lehnt hingegen auch in diesem Fall die In-vitro-Fertilisation auf Grund der damit verbundenen Wegwerfmentalität ab. Unzählige Embryonen werden selektiert, weggeworfen oder sogar für die Forschung zweckentfremdet. Einige Langzeitstudien zeigen, dass Teenager nach IVF im Gegensatz zur natürlich gezeugten Vergleichsgruppe Blutgefässe mit verminderter Plastizität haben und damit zum Bluthochdruck mit entsprechendem Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten neigen.[3] Obwohl das Ziel der IVF an sich ehrenwert ist, widerspricht diese Technik grundsätzlich der Würde des Menschen.
Wir sind der Auffassung, dass „Lifestyle Egg Freezing“ der falsche Ansatz ist. Vielmehr sollte der damit verbundene Lebensstil und die Mentalität jener Arbeitgeber, welche „Lifestyle Egg Freezing“ unterstützen, hinterfragt werden. Die Gefahr, dass Frauen, die schwanger werden, unter Druck gesetzt werden, besteht jetzt schon. Die Arbeitgeber sollten das Umfeld für die Arbeitnehmer generell familienfreundlicher gestalten. Weshalb die NEK das „Lifestyle Egg Freezing“ nicht entschieden ablehnt, obwohl sie in der Stellungnahme wesentliche Argumente nennt, die dagegen sprechen, ist nicht nachvollziehbar.
HLI lehnt die Eizellenspende ab.
Wie bereits erwähnt, gibt es dabei erhebliche Risiken durch die Eierstockstimulation und die Eizellengewinnung. Die NEK erwähnt in ihrer Empfehlung vom Nov. 2013 das erhebliche Risiko für die Empfängerinnen mit keinem Wort. Schon seit Jahren ist bekannt, dass nach der Übertragung von Embryonen nach Eizellenspende in der Empfängerin häufig immunologische Reaktionen mit gravierenden Folgen ausgelöst werden. Eine Untersuchung von 28 Studien ergab, dass 23 bis 42% der Frauen nach Eizellenspende unter schwangerschaftsinduziertem Bluthochdruck litten.[4] Das ist eine signifikante Erhöhung gegenüber IVF und natürlicher Konzeption. Aufgrund von Immunabwehrreaktionen erleidet die Plazenta diverse patologische Schädigungen.[5] In manchen Fällen ging das Kind verloren. Die Behauptung, es gebe weder einen biologischen noch einen ethischen Grund, die Samenspende und die Eizellenspende zu unterscheiden, muss als unhaltbar zurückgewiesen werden.
[1] vgl. Wunder D., Social freezing in Switzerland and worldwide–a blessing for women today? Swiss Med Wkly 143 (2013) w13746.
[2] Quintans CJ, Donaldson MJ, Urquiza MF, Carretero I, Pasqualini RA, Horton M, Pasqualini RS., Live birth of twins after IVF of oocytes that were cryopreserved almost 12 years before. Reprod Biomed Online 25 (2012) 600-602.
[3] von Arx R, Allemann Y, Sartori C, Rexhaj E, Cerny D, de Marchi SF, Soria R, Germond M, Scherrer U, Rimoldi SF, Right ventricular dysfunction in children and adolescents conceived by assisted reproductive technologies. J Appl Physiol 118 (2015) 1200-1206.
[4] Pecks U, Maass N, Neulen J., Oocyte Donation: A Risk Factor for Pregnancy-Induced Hypertension: A Meta-Analysis and Case Series. Dt Ärztebl 108 (2011) 23-31, Online: www.aerzteblatt.de/int/archive/article?id=80291; vgl. Gundogan F, Bianchi DW, Scherjon SA, Roberts DJ. Placental pathology in egg donor pregnancies. Fertil Steril 2009;93:397–404.
[5] Schonkeren D, Swings G, Roberts D, Claas F, de Heer E, Scherjon S., Pregnancy Close to the Edge: An Immunosuppressive Infiltrate in the Chorionic Plate of Placentas from Uncomplicated Egg Cell Donation. PLoS ONE 7 (2012) e32347, Online: www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0032347.