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Das Stadion Maracanã, in Rio de Janeiro, ist das berühmteste Fussballstadion Brasiliens. In ihm werden sieben Partien des WM-Turniers und das Endspiel stattfinden. Diese Arena war auch eine der teuersten, die für diese Copa 2014 vorbereitet wurden – die Kosten übertrafen 1 Milliarde Reais (33 Millionen Euro). Die weitaus höheren Ausgaben als der entsprechende Kostenvoranschlag, und die Übergabe des Stadions an Privatunternehmen, gehören zu den Gründen der gesellschaftlichen Protestbewegungen.
Im Mittelpunkt der Aufregung steht der Abbau von zwei wichtigen sportlichen Einrichtungen: der “Aquatische Park Julio Delamare“ und das “Stadion für Leichtathletik Célio de Barros“. Nach unzähligen Protesten, inklusive der Sportvereine, hat die Regierung die Idee aufgegeben, diese Sportstätten abzureissen. An beiden Orten praktizieren, neben professionellen Athleten, auch alte Leute und Kinder ihre sportlichen Aktivitäten.
Der Aqua-Park funktioniert wieder teilweise, aber das Leichtathletik-Stadion, das zum Teil bereits ausgeräumt worden war, ist jetzt verschlossen. Nachdem nun ein Jahr vergangen ist, ohne dass am Zustand des ausgeräumten Stadions etwas verändert wurde, haben Kinder, Eltern und Lehrer eine Protestaktion durchgeführt unter der Devise “Das Stadion gehört uns“!
Patrícia, 10 Jahre alt, war Schülerin des Projekts mit der Bezeichnung “RIO 2016“. Sie reklamiert nun den fehlenden Platz für ihre Übungen. “Das war so herrlich dort, wir haben gespielt und sportliche Übungen gemacht, haben mit unseren Freunden über die Gefahren der Strasse gesprochen – dass wir bessere Menschen werden wollen, wenn wir gross sind. Und jetzt bin ich traurig, weil sie das Stadion immer noch nicht aufgemacht haben – ich werde dicker, weil ich so lange Zeit nicht mehr trainiert habe.“
Guilherme, 8 Jahre alt, träumt davon, ein Rennläufer zu werden. “Aber wir haben keinen Platz mehr zum Sport treiben, und deshalb müssen wir auf der Strasse trainieren.“
Der junge Athlet Nathan, 15 Jahre alt, erklärt, dass die Schwierigkeiten, ohne das Stadion zu trainieren, zugenommen haben. “Das war das beste Trainingszentrum in Rio de Janeiro, besonders weil dort nicht nur eine Gruppe trainierte, sondern viele verschiedene – wir begegneten uns und machten unsere Übungen gemeinsam, und wir verbesserten uns im Wettbewerb. Wenn wir zu einem offiziellen Wettkampf gingen, konnten wir uns stets von der Masse abheben.“
Das Stadion Célio Barros und der Aqua-Park Julio Delamare wurden zur Neuprojektion an dasselbe Konsortium übergeben, welches auch das Maracanã projektiert hat. Nach Auskunft der Unternehmen gibt es jedoch noch keine mögliche Voraussage hinsichtlich der Rekonstruktion der Sportgeräte, weil die Regierung des Staates Rio erst noch dem Basis-Projekt der Platzaufteilung zustimmen muss, das ihr zur Analyse vorliegt.
Der Sportpräsident Staates, Sergio Emilião, garantierte, dass das Stadion Célio de Barros weiterhin unter der Administration seiner Institution stehe, und dass die Projekte voran getrieben würden. Allerdings wusste er nicht zu sagen, wann die entsprechenden Aktivitäten wieder aufgenommen werden.