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Von der Au zur stadtnahen Oase
«Oeya»
Die Landschaft entlang der Aare ist seit dem Rückgang der Gletscher vor 15’000 Jahren durch die Kraft des Wassers geprägt worden. So entstand der sonnige Steilhang des Brunnadernguts, wo laut einer Urkunde aus dem Jahr 1327 der Rebberg eines Frauenklosters stand. Am Gleithang gegenüber unterhalb Waberns konnte sich ein schmaler Landstreifen im Einflussbereich des Flusses entwickeln, eine Aue. Diese ist als «Oeya» im Jahr 1343 erstmals dokumentiert. Der Name veränderte sich zu Eyholz und später zu Eichholz, hat also keinen Bezug zu Eichen.
Aare-Korrektur und Sportstätte
Um 1850 wurde die Aare begradigt, der Fluss damit in enge Schranken gewiesen. Das Eichholz war noch mit Tümpeln durchsetzt, in denen neugierige Kinder abenteuerliche Entdeckungen machten. Daneben breitete sich ein Riedgebiet aus, das die Bauern als Streueland nutzten. Zunehmend verlor das Eichholz aber seinen Auencharakter. 1922 entstand durch Aufschüttungen eine Leichtathletikanlage, in der Schweizermeisterschaften stattfanden und YB trainierte. Schon bald wurde die Anlage aber wegen des sumpfigen Terrains wieder aufgegeben. Im Jahr 1942 wurden die Leitungen für die Trinkwasserversorgung der Stadt Bern entlang des Aareuferwegs in einen Damm verlegt.
Fischzucht
1947 zog die kantonale Fischzuchtanstalt ins Eichholz. Die Anlage umfasste ein Gebäude und 17 längliche Teiche für die Aufzucht von Bachforellen und Hechten für die bernischen Gewässer. Wegen abnehmender Wasserqualität und versiegender Quellen zügelte die Fischzucht 1979 nach Reutigen. Teile der Anlage dienten dem Tierpark Dählhölzli noch als Fasanengehege und Quarantänestation.
Reservat
Bereits 1977 reichte der Berner Veterinär Prof. Franz Steck ein Projekt für ein Schulreservat ein. Daraus entstand ein Uferschutzplan, in dem das Gebiet als Natur-Reservat bezeichnet ist. Dieser Plan wurde 1989 in einer Volksabstimmung genehmigt. Der Verein Eichholz- Reservat übernahm ab 1994 die Pflege des Reservats und konnte so die zunehmende Verbuschung in Grenzen halten. 2001 wurde das Reservat durch Gehölzauslichtung, dem Abbruch des Pumpenhauses, der Neugestaltung der Fischteiche mit flachen Ufern und einer Besucherplattform aufgewertet. Seit 2012 ist der Verein Infozentrum Eichholz zuständig für Pflegeeinsätze und die Erhaltung der Vielfalt der Lebensräume. Dazu dient ihm ein Unterhaltskonzept und Einsätze von Freiwilligen.
Infozentrum Eichholz – stadtnahe Oase
Die leerstehenden Gebäude der alten Fischzucht spornten Michael Zimmermann an, ein Nutzungskonzept für ein Naturzentrum zu entwerfen wie es im Uferschutzplan vorgesehen war. Ein Trägerverein sicherte die Finanzierung des Umbaus und die Schaffung einer Geschäftsstelle für den Betrieb. Das Infozentrum Eichholz öffnete 2011 seine Tore mit einer Ausstellung über den Biber. Seither ist das Infozentrum zu einer stadtnahen Oase geworden mit stetig steigenden Mitglieder und Besucherzahlen. Das breite Angebot des Zentrums ist nur möglich dank dem grossen Engagement zahlreicher Freiwilliger.