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Der 15. September ist das Fest der Oblatinnen
Am 15. September feiern wir das Fest Unserer Lieben Frau von den sieben Schmerzen. An diesem Fest legen die Oblatinnen der Priesterbruderschaft St. Pius X. ihre Versprechen ab. Aus diesem Grund hat der Generalobere festgelegt, dass dieser Tag in den Häusern der Bruderschaft wie ein Fest 1. Klasse begangen werden soll. Was sind Oblatinnen eigentlich?
Die Oblatinnen, die 1973 ins Leben gerufen wurden, sind nicht zu verwechseln mit den Mitgliedern der Kongregation der Schwestern der Bruderschaft St. Pius X., die Ordensgelübde – die Gelübde der Armut, des Gehorsams und der Ehelosigkeit – ablegen und unter einer eigenen Generaloberin organisiert sind.
Die Oblatinnen legen keine Gelübde ab, sondern machen einen Akt der Oblation, d. h. der Ganzhingabe ihrer selbst. Diese Oblation ist vergleichbar mit den Versprechen der Priester der Bruderschaft, die ja Weltgeistliche sind und keine Ordensleute. Die Oblatinnen unterstehen dem Generaloberen der Priesterbruderschaft St. Pius X.
Der II. Generalassistent, Pater Christian Bouchacourt, ist als ihr Spiritual delegiert.
Über dem schwarzen Habit tragen die Oblatinnen ein Kruzifix. Die Schwestern der Bruderschaft St. Pius X. tragen an dieser Stelle eine Medaille ihres himmlischen Patrons, der die Kirche von 1903 bis 1914 als Oberster Hirte weidete.
In den von Erzbischof Marcel Lefebvre im Jahr 1981 geschriebenen Statuten der Oblatinnen spricht der Stifter der Bruderschaft vom „doppelten Ursprung“ des Oblatinnen-Instituts:
Die ersten Oblatinnen waren Ordensschwestern, „die sich im Gewissen verpflichtet sehen, ihre den eigenen Satzungen untreu gewordene Ordensgemeinschaft zu verlassen, und die vom Wunsche beseelt sind, ihr Ordensleben zu schützen, indem sie dessen wesentliche Bestandteile bewahren: die Ordensgelübde in ihrer unverkürzten Form, den Empfang der Sakramente, die Teilnahme am heiligen Meßopfer und das Tragen des Ordenskleides gemäß der jahrhundertealten Überlieferung der Kirche“.
Diese Ordensschwestern, die bei der Bruderschaft Zuflucht suchten, betrachteten die „Bestrafung“ ihrer Treue zur Tradition und zur alten Messe durch kirchliche Autoritäten – z. B. die Zurückversetzung in den Laienstand – als ungerecht und nichtig.
Sie bitten die Priesterbruderschaft St. Pius X., ihnen diese wesentlichen Bestandteile zu erhalten, und binden sich deshalb durch ein zeitliches Versprechen an die Bruderschaft.
Zu dieser Gruppe traten dann aber bald auch Frauen, „deren Alter es ihnen nicht mehr erlaubt, bei den Schwestern der Bruderschaft St. Pius X. einzutreten, die aber das weltliche Leben verlassen möchten, um aus dem Geiste der Bruderschaft zu leben und gemäß ihren Fähigkeiten den verschiedenen Werken der Bruderschaft zu Hilfe zu kommen.“
Aus diesen beiden Gruppen – der Tradition treu gebliebener Ordensfrauen und hochherziger Damen, die dem Priestertum helfen wollten – formte der Erzbischof die Oblatinnen als eigenen Zweig der Bruderschaft.
Obwohl die Gesellschaft nicht eine Ordensgemeinschaft im kanonischen Sinn ist, müssen sich die Oblatinnen darum bemühen, die Tugenden des Ordenslebens zu üben.
Es gibt zwei Noviziate der Oblatinnen, eines befindet sich heute im Schweizer Salvan, in der Nähe von Ecône. Es steht unter dem Patronat der hl. Theresia vom Kinde Jesu.
2019 wurde zudem das Noviziat in Davao (Philippinen) unter dem Patronat der Schmerzensmutter eröffnet.
Das Noviziat von Salvan gibt den deutschsprachigen Rundbrief Oblata für Freunde und Wohltäter heraus.
Die Bruderschaft zählt mittlerweile weltweit über 80 Oblatinnen (bei ca. 700 Priestern, 200 Schwestern und 150 Ordensbrüdern).
Die Oblatinnen wirken z. B. im Generalhaus, im Schweizer und österreichischen Distrikthaus oder im Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen in Verwaltung, Sekretariat und Hauswirtschaft. Eine Kommunität wirkt am St.-Theresien-Gymnasium in Schönenberg als Lehrerinnen und in der Sakristei.
Das ist das äußere Apostolat. Es wäre aber zu wenig, nur auf dieses hinzuweisen. Das Ziel der Oblatinnen ist die Rettung der Seelen und die Heiligung des katholischen Priestertums.
Das heilige Messopfer ist die „unerschöpfliche Quelle ihres geistigen und religiösen Lebens“; sie beten und nehmen alle Prüfungen für die Heiligung der Priester an.
Ihr Vorbild ist die hl. Jungfrau Maria, die Mutter des ewigen Hohenpriesters. Wie sie sollen sie ihr tägliches Leben zur Rettung der Seelen aufopfern. Sie nehmen gerne am Opfer unseres Herrn teil, wo sie gleich der Schmerzensmutter zu Füßen des Kreuzes stehen.
Nach sechsmaligem einjährigem Versprechen können die Oblatinnen darum bitten, das Versprechen für drei Jahre ablegen zu dürfen, und nach neun Jahren können sie ein ewiges Versprechen ablegen.
Die Oblation (Selbstdarbringung) wird während der heiligen Messe an den Altarstufen abgelegt. Die Verpflichtungen des geistlichen Lebens folgen in analoger Weise denen der Patres der Bruderschaft, deren Lebensrhythmus – vor allem den vier täglichen gemeinsamen Gebetszeiten (Prim mit anschließender heiliger Messe und Betrachtung, Sext, Rosenkranz und Komplet) – sie folgen.
Noviziat Sainte Thérèse
La Combe 22
CH-1922 Salvan (VS) Schweiz
Email: [email protected]
Tel. + 41 27 761 21 28.