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Der Final von Wimbledon 2015 hätte spannender nicht sein können, besonders aus der Sicht der Federer-Fans. Im Endspiel standen sich die zwei besten Tennisspieler der Welt gegenüber: Novak Djokovic als amtierende Nummer 1 und Roger Federer als Nummer 2 der ATP Weltrangliste. Insbesondere Federer hatte über sämtliche Stationen mit einer sagenhaften Dominanz und Entschlossenheit brilliert, selbst im Halbfinal warf er keinen Geringeren als Andy Murray, Nummer 3 der Welt, in nur 3 Sätzen aus dem Turnier. Die Chancen standen also gut, dass Roger Federer den Rekord von Pete Sampras brechen würde und den Pokal als erster Tennisspieler der Welt zum 8. Mal in die Höhe stemmen würde.
Doch auf der anderen Seite stand eben Novak Djokovic, nicht zufällig die Nummer 1 der Welt und dies sollte sich auch an diesem Sonntagnachmittag zeigen. Federer war entschlossen, legte alles ins Spiel, aber was Djokovic an diesem Nachmittag an Returns zurückbrachte, war kaum zu glauben. Auch mit starken Aufschlägen musste sich Federer immer wieder den Winnern von Djokovic geschlagen geben, der besonders die zweiten Aufschläge von Federer für sich nutzen konnte. Federer war es denn selbst, der klare Bälle unnötig verspielte und die geringe Distanz zwischen den beiden Spielern zugunsten von Djokovic vergrösserte.
Wie nahe die beiden in punkto Niveau sind, sieht man an der Tatsache, dass die ersten beiden Sätze über das Tie-Break gehen mussten. Und wie sehr Federer den Sieg erkämpfen wollte, zeigte sich im zweiten Tie-Break. Nachdem Djokovic den ersten Satz für sich entscheiden konnte, musste Federer den zweiten Satz unbedingt holen und obwohl es immer gegen ihn stand, gab er nicht auf und wehrte erfolgreich die ersten drei Satzbälle gegen ihn ab, um am Ende das Tie-Break und damit den Satz zu gewinnen. Federer zeigte beeindruckende Winner, schlug aber immer wieder wichtige Punkte ins Netz. Federer packte sein bestes Tennis aus und vermochte abermals mit Super-Returns zu brillieren, bis er das Tie-Break mit 12:10 gewann.
In den letzten beiden Sätzen vermochte der Serbe das Spiel endgültig zu seinen Gunsten zu drehen. Federer war einem starken Djokovic ausgesetzt, der mit starken Passierschlägen, Aufschlägen und ewig wiederkehrenden Returns am Ende die Oberhand gewann. Es ist deshalb keinesfalls unverdient, dass Novak Djokovic am Ende zum dritten Mal den Wimbledon-Pokal in die Höhe hievte und Roger Federer mit Silber Vorlieb nehmen musste, doch Roger Federer kündigte an, im nächsten Jahr wieder zu kommen. Sollte er in derselben Verfassung spielen wie 2015, ist ein Triumph 2016 absolut realistisch.