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Fotografie, «Vorstadt-Katastrophe» vom 5. Juli 1887
Querformatige Fotografie mit dem Einsturz der Zuger Vorstadt in den Zugersee am 05.07.1887. Auf der Fotografie Signatur «T. Richard, Phot., Maenedorf» und Inschrift «Katastrophe 5. Juli 1887.»
Bei der Vorstadtkatastrophe brach das Ufer des Zugersees in der Stadt Zug ein. Dabei versank eine grosse Anzahl an Häuser im See, elf Personen kamen ums Leben und diverse Personen wurden obdachlos. Die Vorstadtkatastrophe geht auf eine Fehlplanung und Nichtbeachtung von Fachpersonen zurück. Bereits bei den Bauarbeiten am Quai im Frühjahr 1884 wurden Terrainsenkungen und Risse in den Mauern festgestellt. Daraufhin gab der Zuger Stadtrat, bei Albert Heim (12.04.1849–31.08.1937. Geologieprofessor an der ETH und an der Universität Zürich) und Robert Moser (04.04.1838–20.01.1918. Oberingenieur der Nordostbahn) ein Gutachten in Auftrag. Das Gutachten äusserte sich kritisch zum Quaibau-Projekt und riet zur Aufschüttung eines Vordammes und warnte vor Rutschungen und Senkungen des Seeufers bei weiterer Belastung des Untergrunds. Der Zuger Stadtrat reagierte nicht auf das Gutachten und die Bauarbeiten gingen weiter. Noch während den Bauarbeiten kam es zur Vorstadtkatastrophe. Erst 1890 wurde die Kantonsstrasse Richtung Cham wiedereröffnet, 1891 erfolgte dann der Abschluss der Gestaltung der Seepromenade.
Heute erinnern am Rigiplatz vier Kunstwerke an die Vorstadtkatastrophe von 1887: Skulptur «Mémoire d’une strate 1887–1996» von Carmen Perrin (geb. 09.01.1953) im Nordbereich des Rigiplatzes; Skulptur «L’ombra sul passato» von Flavio Paolucci (geb. 20.06.1934) im Osten des Rigiplatzes; Plastik «Hören Ost Süd West Nord» von Anton Egloff (geb. 11.07.1933) im Südbereich des Rigiplatzes; Kunstwerk, mit in einen Randstein am Alpenquai eingravierten Worte «In Gedanken versunken» von Andrea Wolfensberger (geb. 09.05.1961) im Westen etwas ausserhalb des Rigiplatzes.