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Verfahren wie funktionelle MRI oder Diffusions-Tensor-Imaging helfen, neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Demenz oder degenerative Erkrankungen wie Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und Alzheimer besser zu verstehen.
Diese neuen Technologien liefern präzise Bilder von der Struktur des Gehirns und lassen funktionelle Vorgänge im menschlichen Hirn beobachten; von der Veränderung der Zelle bis hin zu Prozessen, die Menschen beim Handeln, Denken und Fühlen aktivieren. „Nur wenn wir lernen, das Zentralnervensystem zu verstehen, können wir Erkenntnisse über die Entwicklung der Krankheiten gewinnen und bessere Massnahmen zur Therapie setzen", erklärte Prof. Massimo Filippi (Mailand).
Primär Progressive Multiple Sklerose: Bessere Einschätzungsmöglichkeiten
Prof. Massimo Filippi und sein Team präsentierten eine Studie, die sich mit der Primär Progressiven Multiplen Sklerose befasst (PPMS). Diese MS-Form verläuft ohne Schübe, die Krankheit verschlechtert sich permanent. Mittels der Diffusions-Tensor-Bildgebung konnten die Forscher die "graue Substanz" im Gehirn von MS-Patienten untersuchen. Die Häufung von Gewebeschäden im grössten Teil des Zwischenhirns (Thalamus) sehen die Neurologen als Massstab für die durch MS ausgelösten Behinderungen nach 5 Jahren.
MS und Fatigue
In einer weiteren Studie konnten Forscher erstmals das "Fatigue-Syndrom" (ständige Erschöpfung), welches als eine der häufigsten Nebenwirkungen von MS gilt, diagnostisch einschätzen. Mit Hilfe des Verfahrens Voxel-basierte Morphometrie (VBM) stellten die Forscher bei den MS Patienten mit Fatigue-Syndrom einen deutlich grösseren Gewebeschwund in der grauen Substanz fest als bei Gesunden. Damit kann eine frühzeitige Behandlung die Lebensqualität der MS-Betroffenen, welche durch das "Fatigue-Syndrom" stark eingeschränkt ist, verbessern.
Demenz – Weisse Hirnsubstanz als Prognosemittel
Bei der Demenz-Erkrankung haben Neurologen ebenfalls neue Erkenntnisse gewonnen: Mit Hilfe der neuen Technologien könnten Veränderungen in der weissen Gehirn-Substanz, welche auf das Auftreten von Demenz bei älteren Menschen hinweisen, rechtzeitig entdeckt werden.
Veränderungen im Gehirn von Migräne-Patienten
Eine andere Studie untersuchte 82 Migräne-Patienten mit unterschiedlicher Krankheitsausprägung. Anhand der neuen Technologie stellten Forscher fest, dass sich die Gehirnsubstanz von Migränepatienten mit der Dauer und Ausprägung der Krankheit verschlechtert. Diese Erkenntnis bedeutet, dass das Krankheitsbild Migräne neu überdacht werden muss – Migräne gehört damit zu den Krankheiten mit einer schleichenden Verschlechterung. Bis heute ging man davon aus, dass Migräne ein „stabiles“ Krankheitsbild ist.
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