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Wiederholt hat man von Politikern der Eurozone und von Notenbankern gehört, eine Restrukturierung griechischer Staatsanleihen sei keine Option. Möglicher Grund dafür: Es wäre nicht einfach, die Schulden eines Industriestaats neu zu sortieren. Aus den Schwellenländern könnte man sich dazu einige Anregungen holen. Aber es ist mehr als fraglich, ob die Kreditnehmer entlastet werden können, ohne an anderer Stelle neues Chaos zu schaffen.
Argentinien - ein anderer Fall
Zuallererst ist es eine Frage der Grösse: Griechenland hat 371 Mrd Dollar Staatsschulden. Dagegen sind die 182 Mrd Dollar an Zahlungsausfällen, die Moodys seit 1983 verzeichnet, Peanuts. Und auch diese Zahl ergibt angesichts der Ausfälle in Russland 1998 und Argentinien 2001 ein schiefes Bild. Die jüngsten Restrukturierungen von Staatsschulden betrafen Summen von 6 Mrd Dollar oder weniger.
Zweitens muss man die Inhaber betrachten. Schwellenländerbonds werden hauptsächlich von Assetmanagern, Hedge-Fonds und Einzelinvestoren gehalten. Staatsschulden von Industrieländern werden von Banken und Versicherungen gehalten, nicht zuletzt aus Gründen der Liquidität. Das macht die Lage schwieriger. Wenn die Banken die Anleihen bis zur Fälligkeit halten und diese nicht zum aktuellen Marktpreis bewertet sind, greift jeder Verlust direkt das Kapital an. Eine Restrukturierung könnte also zu teuer werden. Und schliesslich stellt sich noch die alles entscheidende Frage: Handelt es sich um ein Problem der Liquidität oder der Zahlungsfähigkeit?
Uruguay, das im Jahr 2003 5,7 Mrd Dollar Staatsschulden restrukturiert hat, wird von verschiedenen Seiten als Musterbeispiel für eine Lösung angeführt. Dort wurden die Fälligkeiten um fünf Jahre verlängert, Zinsen und Nennwert blieben unverändert. Dies senkte den Nettozeitwert der Schulden und stiess bei einem Grossteil der Gläubiger auf Zustimmung.
Im Fall Griechenland könnten die Dinge jedoch anders liegen. Bei Schulden in Höhe von 150% des BIP und ohne die Möglichkeit, abzuwerten oder die Geldpolitik zu beeinflussen, bleibt das Risiko, dass die Belastung zu gross ist. Aber um die Schulden auf ein Niveau von vielleicht 80% des BIP oder darunter zu senken und damit einer möglichen Lösung näherzukommen, wäre ein drastischer, Haircut genannter Schuldenschnitt erforderlich. Dieser scheint auf freiwilliger Basis nur schwer zu erreichen.