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Zur Behandlung von Floh-, Zecken- und Haarlingsbefall bei Hunden
ATCvet: QP53AX15
Zusammensetzung1 Pipette enthält:
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenFipronil ist ein Insektizid und Akarizid aus der Familie der Phenylpyrazole. Es inhibiert den GABA Komplex und blockiert dadurch den Chloridionentransfer durch die prä- und postsynaptischen Membranen indem es sich an den Chloridionenkanal bindet. Zusätzlich hemmt Fipronil bei Wirbellosen Glutamat-aktivierte Chloridkanäle, ein Mechanismus, der die gezielte Wirkung von Fipronil bei Parasiten erklärt. Es bewirkt dadurch eine unkontrollierte Reaktion des zentralen Nervensystems und den Tod von Insekten und Akariden.
PharmakokinetikBeim Hund ist der Übergang von Fipronil in die Haut schwach. Fipronil wird zu seinem Sulfonderivat metabolisiert.
Nach Anwendung bildet sich auf dem Fell des Tieres ein Konzentrationsgradient von Fipronil, ausgehend von der Applikationsstelle in Richtung der peripheren Zonen (Lumbalzone, Flanken). Die Langzeitwirkung beruht auf der Einlagerung von Fipronil in den Talgdrüsen und deren kontinuierlichen Abgabe mit dem Talg auf die Haut. Mit der Zeit nimmt die Wirkung von Fipronil im Fell ab. Es liegen keine Angaben vor über den Verlauf der Wirkstoffkonzentration im Fell nach Applikation von Fipnil®.
IndikationenTherapie und Prophylaxe des Flohbefalls (Ctenocephalides spp.).
Die Schutzdauer gegen einen Neubefall mit Flöhen beträgt 2 Monate.
Fipnil® kann in ein therapeutisches Programm der Flohallergiedermatitis (FAD) integriert werden.
Therapie des Zeckenbefalls (Rhipicephalus sanguineus, Dermacentor reticulatus, Ixodes ricinus)
Das Präparat hat keinen unmittelbaren Effekt gegen Zecken gezeigt, aber es zeigt eine anhaltende akarizide Wirkung bis zu vier Wochen gegen Rhipicephalus sanguineus und Dermacentor reticulatus und bis zu drei Wochen gegen Ixodes ricinus. Wird Fipnil® bei Hunden appliziert, die schon mit Zecken befallen sind, werden möglicherweise nicht alle Zecken innerhalb der ersten 48 Stunden abgetötet, sondern erst innerhalb einer Woche.
Elimination von Haarlingen
Fipnil® kann gegen den Befall von Haarlingen eingesetzt werden.
1 Pipette à 0.67 ml (S) für einen Hund von 2 - 10 kg
1 Pipette à 1.34 ml (M) für einen Hund von 10 - 20 kg
1 Pipette à 2.68 ml (L) für einen Hund von 20 - 40 kg
1 Pipette à 4.02 ml (XL) für einen Hund von 40 - 60 kg
Für Hunde über 60 kg können 1 Pipette à 4.02 ml und 1 Pipette mit dem entsprechenden kleineren Volumen verwendet werden.
Ausguss-Spitze an der Schnittstelle abbrechen. Pipette vollständig und direkt zwischen den Schulterblättern auf die Haut entleeren (um ein Ablecken zu verhindern) und Haare dabei auseinanderlegen. Der Mindestabstand zweier Behandlungen sollte nicht weniger als 4 Wochen betragen, da die Verträglichkeit für kürzere Behandlungsintervalle nicht geprüft wurde.
Fipnil® Spot-on Hunde kann bei trächtigen oder laktierenden Hündinnen angewendet werden.
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenNicht bei kranken (systemische Erkrankungen, Fieber etc.) oder rekonvaleszenten Tieren anwenden.
Nicht bei Kaninchen anwenden, da es zu Unverträglichkeiten, unter Umständen auch mit Todesfolge, kommen kann.
Die Pipettengrösse wurde speziell für Hunde entwickelt. Deshalb nicht bei Katzen anwenden, da dies zu überdosierungen führen kann. Da keine Angaben vorliegen, Welpen jünger als 8 Wochen oder leichter als 2 kg nicht behandeln.
VorsichtsmassnahmenÜberdosierungen sind zu vermeiden. Im Falle einer Überdosierung kann das Risiko des Auftretens von Unverträglichkeiten steigen, so dass es wichtig ist, die Tiere immer mit der korrekten Pipettengrösse gemäss ihres Körpergewichtes zu behandeln. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass das Tierarzneimittel an einer Stelle appliziert wird, die das Tier nicht ablecken kann und sicherzustellen, dass sich behandelte Tiere nicht gegenseitig belecken können. Nicht in Kontakt mit den Augen des Tieres bringen. Wenn das Tierarzneimittel versehentlich in die Augen gelangt, müssen diese sofort und gründlich mit Wasser gespült werden. Nicht direkt auf Wunden oder Hautläsionen auftragen.
Baden und intensives Nasswerden innerhalb von zwei Tagen nach der Behandlung sowie häufigeres Baden als einmal die Woche sollten vermieden werden. Fettlösende Shampoos können vor der Behandlung angewendet werden, aber sie vermindern die Schutzdauer gegen Flöhe auf ungefähr 5 Wochen wenn sie nach der Anwendung des Produktes wöchentlich benutzt werden. Wöchentliches Baden mit 2% Chlorhexidin enthaltenden Shampoos hatte, in einer 6-wöchigen Studie, keinen Einfluss auf die Wirksamkeit des Produktes gegen Flöhe.
Hunde sollten für zwei Tage nach der Behandlung nicht in Wasserläufen schwimmen. Es wird empfohlen, Zecken zu entfernen, die zum Zeitpunkt der Behandlung auf dem Tier sind. Es kann auch bei behandelten Tieren zum Ansaugen einzelner Zecken kommen. Wenn der Hund behandelt wurde bevor er Zecken ausgesetzt war, sollten die meisten Zecken innerhalb 48 Stunden nach Anheftung abgetötet worden sein. Die Abtötung erfolgt üblicherweise vor dem Vollsaugen, so dass das Risiko einer durch Zecken übertragbaren Krankheit dadurch reduziert, aber nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Sobald die Zecken abgetötet sind, fallen sie im Allgemeinen vom Tier ab, verbleibende Zecken können mit sanftem Zug entfernt werden.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Nach Ablecken kann vorübergehendes Speicheln auftreten, hauptsächlich verursacht durch die Trägerstoffe. Unter den äusserst seltenen Verdachtsfällen von Unverträglichkeiten nach der Anwendung waren vorübergehende Hautreaktionen an der Applikationsstelle (Hautverfärbung, lokaler Haarausfall, Juckreiz, Erythem) sowie generalisierter Juckreiz oder Haarausfall. In Ausnahmefällen wurden auch Speicheln, reversible neurologische Erscheinungen (Überempfindlichkeit, Depression, nervöse Symptome), Erbrechen und respiratorische Symptome beobachtet.
WechselwirkungenKeine bekannt
Sonstige HinweiseArzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
Flöhe von Heimtieren verseuchen oft Körbchen, Liegedecken und gewohnte Ruheplätze wie z.B. Teppiche und Polstermöbel, die deshalb mitbehandelt werden sollten, besonders bei starkem Befall und zu Beginn der Bekämpfung. Hierfür bieten sich geeignete Insektizide und regelmässiges Staubsaugen an. Dieses Tierarzneimittel kann Schleimhaut- und Augenreizungen verursachen. Deshalb jeden Kontakt mit Mund und Augen vermeiden. Nach versehentlichem Kontakt mit dem Auge dieses sofort sorgfältig mit klarem Wasser ausspülen.
Tiere und Anwender, von denen eine Überempfindlichkeit gegen Insektizide oder Alkohol bekannt ist, sollten nicht in Kontakt mit dem Arzneimittel kommen.
Kontakt mit der Haut vermeiden. Falls dies doch geschieht, muss die Stelle mit Wasser und Seife gewaschen werden. Hände nach der Anwendung waschen.
Behandelte Tiere sollten nicht berührt werden und Kinder nicht mit behandelten Tieren spielen, bevor die Applikationsstelle trocken ist. Deshalb empfiehlt es sich, Tiere nicht während des Tages, sondern in den frühen Abendstunden zu behandeln. Frisch behandelte Tiere sollten nicht in engem Kontakt mit Besitzern, insbesondere nicht mit Kindern, schlafen. Während der Behandlung weder trinken, essen noch rauchen. Fipronil kann im Wasser lebende Organismen schädigen. Deshalb dürfen Teiche, Gewässer oder Bäche nicht mit dem Tierarzneimittel oder leeren Behältnissen verunreinigt werden.
Nicht über 25°C lagern. In der äusseren Verpackung aufbewahren.
HaltbarkeitDas Präparat darf nur bis zu dem auf der Packung mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
PackungenPipetten zu 0.67 ml in Packungen zu 3 Pipetten.
Informationsstand: 02/2015
Dieser Text ist behördlich genehmigt.