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Fotos Jürgen Gruenwidl (C)
Dahle Flesjaa holt sich 29. Weltcupsieg
Nur Lars Forster hält die Schweizer Fahne beim Heimweltcup hoch: Sieg für Kulhavy bei den Herren und schon ein historischer Sieg von Dahle Flesjaa bei den Damen. Lars Forster siegt bei den U 23 Herren und die Schwedin Jenny Rissveds bei den U23 Damen.
15'000 Zuschauer aus aller Welt verfolgten die (staubigen) Wettkämpfe vor Ort und sorgten für Stimmung entlang der Strecke und im Zielraum.
Lenzerheide, 5.7.15. JG. Im Cross Country-Finale der Elite-Damen traten 59 Mountainbikerinnen aus 23 verschiedenen Ländern an, unter ihnen elf Schweizerinnen. Angeführt wurden sie von der aktuellen Weltcupleaderin Jolanda Neff. Jeder erwartete einen Sieg von Neff, war sie doch in den letzten Cross Country Rennen so dominierend, vielleicht war die Erwartungshaltung des heimischen Publikums doch etwas viel. Schon in der ersten Runde viel Neff durch eine Bandenberührung zurück und konnte den Rückstand nie mehr ganz aufholen. Bereits nach wenigen Runden zog sich das Feld der Athletinnen erheblich auseinander und mit Gunn-Rita Dahle Flesjaa (NOR) sowie Catharine Pendrel (CAN) führten zwei Weltmeisterinnen. Jolanda Neff kämpfte sich von Platz 13 nach vorne und kam zu Ende der vierten Runde auf Platz 4. Von da an lieferte sie sich mit der Amerikanerin Lea Davison ein spannendes Duell um den 3. Platz, welches sie aber am Ende verlor. Dafür überholte Davison sogar noch die Kanadierin Pendrel und sicherte sich den zweiten Schlussrang, während sich Dahle Flesjaa (1:32:15) unangefochten den Sieg und damit ihren 29. Weltcuptitel holte. Damit führt Dahle Flesjaa nun alleinig die Ewige Besten Liste bei den Damen an.
Tschechien dominiert das Podest bei den Elite Herren
Jaroslav Kulhavy (CZE) gewinnt den Weltcup in Lenzerheide mit 33 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten Nino Schurter (Schweiz). Dritter wird Kulhavys Landsmann Ondrej Cink (+1:47). Von Beginn weg lieferten sich die Topathleten, angeführt vom Trio Absalon, Kulhavy und Schurter, ein schnelles und hartes Rennen. Acht Runden hatten sie auf der an diesem Wochenende sehr staubigen Cross Country-Strecke à 4.215 Kilometern zu absolvieren.Nach vier Runden setzen sich Kulhavy und Schurter vom Rest ab. Schurter erlitt dann jedoch einen Plattfuss und vermochte nach dem Radwechsel den Rückstand nicht mehr aufzuholen. Julien Absalon (FRA) hatte ebenfalls Pech: Auch er erleidet einen Plattfuss und verliert den Anschluss an seine Kontrahenten. Er beendet das Rennen auf dem 9. Rang (+2:52).
Lars Forster hält bei den U23 Herren die Schweizer Fahne hoch
Der Start in den Rennsonntag hätte aus Schweizer Sicht nicht besser sein können: Der amtierende Schweizer Meister Lars Forster gewinnt das U23-Rennen. Er übernimmt mit diesem Sieg auch die Führung in der Gesamtwertung. Zunächst lag er zurück, und wie er auch später mitteilte, konnte er das Tempo nicht mithalten. In den technischen Passagen gewann er Zeit und in der Mitte des Rennens konnte er die Führung übernehmen.
Zweiter Platz für die Schweiz bei den U23 Damen
Das U23 Damen Rennen, fand um 16.30 Uhr nach dem Elite Herren Rennen statt. Entsprechend waren kaum noch Zuschauer da. Eigentlich schade, wurde doch auch hier MTB auf auf hohem Niveau geboten. Die Schwedin Jenny Rissveds gewann das Rennen. Dabei profitiere sie von einem frühen Defekt von Alessandra Keller, die am Ende 5. wurde. Kellers Teamkollegin Ramona Forchini lag in der vorletzten Runde auf Platz 3, konnte aber dann nochmal den Turbo zünden und die Italienerin Lisa Rabensteiner auf Platz 3 verweisen.
Zufriedener Veranstalter
Die drei Wettkampftage bei herrlichem Wetter und begeistertem Publikum dürfen als Erfolg verbucht werden gibt der OK-Präsident Christoph Müller zufrieden zu Protokoll.
Entgegen den offiziellen Verlautbarungen des Veranstalters zeigten sich doch einige Bereiche verbesserungswürdig. Vieles hängt mit der Platzsituation zusammen. So war das Mediacenter ungünstig vom Zielbereich weg platziert. Die Organisatoren schrieben zudem eigene Gesetze die nicht mit den UCI Regeln zu vereinbaren waren. Die UCI bestätigte, dass auch auf der Lenzerheide beim Weltcup die UCI Regeln gelten. Die Unerfahrenheit der Organisation einen hochstehenden Weltcup durchzuführen mag dies vielleicht entschuldigen. Die Arbeit der Fotografen und Reporter wurde aber dabei unnötig erschwert. Die Infrastruktur war auch für die Teams nicht optimal. Weg Platz-Start. Parkplätze sind auf der Lenzerheide seit jeher ein Problem, auch wenn Shuttlebusse eingesetzt werden. Der Veranstalter hat nun ein Jahr lang Zeit, Verbesserungen anzubringen und die Infrastruktur zu optimieren. Dann dürfen die Zuschauer einen noch besseren Weltcup zu sehen bekommen.
Austragung 2016: 8.-10.Juli 2016