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Wissenswertes aus der Zahnmedizin
Wer hat die besseren Zähne? Männer oder Frauen?
Frauen essen gesünder, rauchen seltener und trinken weniger Alkohol als Männer - mitunter Gründe, weshalb sie durchschnittlich rund fünf Jahre länger leben als ihre männlichen Altersgenossen. Männer und Frauen unterscheiden sich, auch was die Zahngesundheit angeht. Männer haben öfter Plaque und sind anfälliger für Mundhöhlenkrebs als Frauen. Frauen sorgen besser vor, leiden aber trotzdem häufiger an Karies als Männer. Bei Kindern gibt es noch keine Geschlechtsunterschiede bei der Zahngesundheit. In der Pubertät haben allerdings weibliche Teenager bereits häufiger Karies als ihre männlichen Pendants, auch unabhängig von Ethnie und Kultur.
Dass Frauenzähne kariesanfälliger sind als Männerzähne hat vermutlich - nebst ev. genetischen Gründen - auch mit dem Hormonhaushalt zu tun: besonders gefährdet sind sie während der Schwangerschaft und der Wechseljahre. Das Zahnfleisch entzündet in Anwesenheit von Schwangerschaftshormonen schneller und in den Wechseljahren bewirkt der Oestrogenmangel eine Speichelreduktion, was aufgrund der Mundtrockenheit Karies begünstigt.
Kariesprophylaxe durch Speichel
Altbekannt: Kariesprophylaxe durch Speichel
Die Speichelproduktion reagiert auf verschiedene Veränderungen im Mund, zum Beispiel auch, wenn es nach Zucker oder Säure schmeckt. Es wird dann mehr Speichel produziert. So wird der «Schadstoff» im Mund verdünnt. Das ist nur eine Art, wie Speichel die Zähne vor Angriffen schützt.
Bei gesteigerter Speichelproduktion ist der Speichel zudem besonders stark mit Stoffen versetzt, welche Säuren chemisch neutralisieren. Er stabilisiert den pH-Wert und macht die Säuren unschädlich. Ausserdem trägt der Speichel massgeblich zur Remineralisierung bei: Er ist gesättigt mit Kalzium und Phosphat, die es zur Remineralisierung braucht. Das verhindert und verlangsamt die Entstehung von Karies.
Eine weitere wichtige Funktion des Speichels ist, dass aus seinen Bestandteilen eine dünne Schutzschicht auf den Zähnen entsteht, das sogenannte erworbene Pellikel - nicht zu verwechseln mit dem Zahnbelag aus Bakterien, der Plaque. Das Pellikel gleicht einerseits einem Schutzschild gegen mechanische Schäden, die durch die Reibung zwischen den Zähnen entstehen können.
Andererseits dient das Pellikel als Filter: Mineralien können durch das Pellikel weniger leicht aus dem Zahnschmelz austreten, und Säure gelangt langsamer an den Zahnschmelz. Die in der Mundhöhle vorhandenen Mineralien hingegen, die für die Remineralisierung des Zahns benötigt werden, gelangen gut hindurch.
Medikamente wie bsp. Blutdrucksenker oder Antidepressiva können die Speichelmenge reduzieren und Mundtrockenheit auslösen, welche sich wiederum katastrophal auf die Zähne auswirken kann mit einer deutlich gesteigerten Karies-Aktivität.
Tipps für gesunden Speichel:
• Zahnbelag (Plaque) gründlich entfernen, denn dieser hindert den Zugang des Speichels zum Zahnschmelz.
• Konsequente Mundhygiene reduziert die Keimzahl im Speichel.
• Kaugummikauen (aber massvoll!) erhöht die Speichelproduktion.
• Ausreichend trinken (mindestens 1,5 Liter am Tag).
• Zucker- und säurehaltige Getränke und Esswaren meiden.