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Moskau - Der als CIA-Spion verurteilte und kürzlich nach Grossbritannien ausgewiesene russische Wissenschaftler Igor Sutjagin hat Sehnsucht nach seiner Heimat. Er wolle zurück nach Obninsk 100 Kilometer südwestlich von Moskau, so Sutjagin.
"Ich möchte so sehr meine Frau sehen, meine Töchter, meine Eltern und meinen Bruder", schreibt er in einer von seinem Bruder Dmitri der Nachrichtenagentur AFP übermittelten Erklärung. Früher oder später werde das geschehen, zeigte er sich überzeugt.
Sein Bruder habe Russland niemals verlassen wollen, schrieb Dmitri Sutjagin in einer E-Mail an AFP. Seine Ausweisung nach Grossbritannien sei "vollkommen unerwartet" für ihn gekommen.
Es war das erste Mal seit dem spektakulären Agentenaustausch zwischen den USA und Russland Anfang Juli, dass sich Sutjagin öffentlich äusserte. Der 45-jährige Physiker war im Jahr 2004 als CIA-Spion zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt worden.
Voraussetzung für den Gefangenenaustausch war die Unterzeichnung eines Schuldeingeständnisses durch Sutjagin. Moskau wirft ihm vor, geheime Informationen über Atom-U-Boote oder militärische Frühwarnsysteme an eine britische Firma weitergegeben zu haben, welche die Russen als Tarnunternehmen des US-Geheimdienstes CIA betrachteten.
Der russische Spionagering war Ende Juni in den USA aufgeflogen. Damit die Spionageaffäre die Beziehungen zwischen den USA und Russland nicht erheblich belastet, hatten beide Seiten an einer schnellen Lösung gearbeitet, um langwierige Gerichtsverfahren mit möglicherweise unangenehmen Enthüllungen zu vermeiden.
Anfang Juli fand dann der Austausch von vier Russen gegen die zehn in den USA aufgeflogenen Kreml-Agenten auf dem Wiener Flughafen Schwechat statt.
SDA-ATS