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Details zu Singer und seiner Sammlung
Samuel Singer studierte zunächst in Wien Jurisprudenz, Philosophie, Geschichte und Nationalökonomie, später auch Germanistik, Romanistik und Anglistik. Nach seinen Promotionen zum Dr. jur. und zum Dr. phil. (Dissertation über die Bruchstücke eines Wörterbuchs der germanischen Sprachen ...) war er am Goethe-Institut in Weimar tätig und besuchte als Gasthörer Vorlesungen in Leipzig und Berlin. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft sah er in Wien eine weitere akademische Karriere verwehrt und übersiedelte in die Schweiz, wo er sich an der Universität Bern 1891 für germanische Philologie und neuhochdeutsche Sprache und Literatur habilitierte. Ab 1896 als ausserordentlicher, ab 1904 als ordentlicher Prof. war er hier bis zu seiner Emeritierung 1930 tätig, zwischen 1907 und 1930 auch als Direktor der Altdeutschen Abteilung des Deutschen Seminars, 1913/14 als Dekan der phil.-hist. Fakultät. Sein Hauptwerk, die Sammlung von Sprichwörtern des romanisch-germanischen Mittelalters, wurde auf der Grundlage des hinterlassenen Manuskripts von einer Schweizer Forschergruppe zwischen 1995 und 2002 fertiggestellt und als Lexikon unter dem Titel „Thesaurus proverbiorum medii aevi“ in 13 Bänden herausgegeben.
Der überwiegende Teil von Samuel Singers Bibliothek stammt aus dem 20. Jahrhundert. Zum historischen Bestand gehören insgesamt nur gut 3'500 Titel, wobei das 19. Jahrhundert mit 3'459 Titeln am stärksten vertreten ist (95 Titel aus den drei vorherghenden Jahrhunderten). Die Mehrheit der Titel ist deutschsprachig, neben französischen, lateinischen, englischen sowie weiteren europäischen Sprachen. Beibehalten wurde die Singersche Sacheinteilung. Vom historischen Bestand sind ca. 1'380 Titel den Nachschlage- und Quellenwerken zuzurechnen, ca. 700 Titel den übrigen Sachgebieten wie Literaturgeschichte, Religion, Recht und Kunst, ca. 1'460 Titel den Zeitschriften, Sammelbänden und Dissertationen.