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Predigerchor 2007
Das Dachwerk des Predigerchors stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert. Es ist die älteste bekannte Dachkonstruktion von Zürich. So wie der Predigerchor in zwei Phasen erbaut wurde, können auch im Dach zwei Bauabschnitte festgestellt werden.
Das älteste Dach Zürichs
Der gotische Chor der Predigerkirche wurde in zwei Etappen erstellt. Auch das Dachwerk zeigt die gleichen zwei Bauabschnitte. Die Balken der Gebinde des ersten Abschnittes wurden aus Bäumen gefertigt, die 1317 gefällt wurden (orange). Die Gebinde über dem zweiten Bauabschnitt stammen von Bäumen mit Fälldatum 1323 (rot). Leider konnten keine Balken des polygonalen
Abschlusses datiert werden (hellblau, grau). Das Dachwerk darf als die älteste bekannte Dachkonstruktion Zürichs bezeichnet werden.
Mitte des 17. Jahrhunderts wurden radikale Sicherungsmassnahmen nötig, um dem fortschreitenden Kippen der Gebinde Einhalt zu gebieten. So wurden 1664 Überzüge und Streben eingebaut (grün) die den konstruktiven Schwachpunkt des Dachwerks - der fehlende Längsverband - eliminierten.
(Plan AfS/Archäologie/Urs Jäggin)
Baugeschichte des gotischen Predigerchors
Die romanische Kirche
Der Bau der Predigerkirche mit Langhaus, Querschiff, Vierung und Rechteckchor wurde 1230 begonnen und spätestens um 1270 vollendet. Bei bauarchäologischen Untersuchungen wurde ein Brand der Kirche festgestellt. Wahrscheinlich brannte zumindest das Dachwerk zu Beginn des 14. Jahrhunderts und wurde daraufhin neu errichtet.
Der Bau des gotischen Langchors in zwei Phasen
Viele bauarchäologische Hinweise deuten auf einen zweiphasigen Bauablauf: Zuerst wurden der polygonale Abschluss und die zwei östlichsten Joche erstellt. Das Querschiff mit der Vierung des romanischen Chors blieb stehen. Vermutlich wurde schon dieser erste Bauabschnitt mit dem heute noch vorhandenen Dach eingedeckt. Dafür scheinen grosse Teile des nach dem Brand erneuerten Dachwerks des romanischen Chors verwendet worden sein. Der Neubau dürfte zwischen 1315 und 1325 begonnen worden sein.
Die Fertigstellung des gotischen Chor
Fand spätestens um 1350 in einer vereinfachten Weise statt: Teile des romanischen Baus blieben stehen, so der nördliche Querschiffarm ganz, der südliche teilweise. Dabei wurden die Seitenwände der Vierung in die Längsmauern des gotischen Chors integriert. Die Nordfassade erhielt wegen des beibehaltenen Querschiffarms keine Fenster. Die Fenster der Südfassade wurden wegen des Pultdachs über dem reduzierten südlichen Querschiffarm verkürzt gebaut. Vermutlich noch vor der Einwölbung wurde das Dach vervollständigt und bereits ein Dachreiter erstellt.
(Grafiken Marco Kohler)