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Kann man eine Wolke in zwei Stücke schneiden?
Nein, würde man spontan sagen, das geht sicher nicht. Wie auch, mit einem grossen Messer? Oder einem Laser? Nein, unmöglich! Am Donnerstagnachmittag wurde aber eine Wolke in zwei Hälften geteilt. Irgendjemand hatte es offensichtlich geschafft, eine Wolke zu halbieren – mit übermenschlichen Kräften?
Etwas mehr als ein Messer braucht es tatsächlich, um eine Wolke auseinander zu reissen. Am besten geht es mit einem Flugzeug.
Die Wolke auf dem Bild besteht nicht aus Eis, sondern unterkühlten Wassertröpfchen. Diese Tröpfchen gefrieren nicht, weil ihnen der Eiskern fehlt. Es fehlt also etwas Dreck, mit welchem aus dem flüssigen Wasser Eis werden kann. Und da kommt das Flugzeug ins Spiel, genauer gesagt die Abgase der Turbinen. Die Triebwerke liefern nämlich den fehlenden Dreck. Auch die Turbulenz, welche das Flugzeug generiert, hilft mit. Somit können die Wolkentröpfchen gefrieren und nach unten fallen. Auf dem Weg zum Boden verdunsten (respektive sublimieren) die Eiskristalle wieder.
Dissipation Trail
Ein solcher Wolkenschnitt wird «Distrail» genannt, kurz für Dissipation Trail (to dissipate = verschwinden). Ein so sauberer Schnitt ist selten, da sich diese Art von Wolken nicht auf der Reiseflughöhe befinden. Häufig ist auch nur ein Loch zu sehen, die Flugzeuge in dieser Höhe sind meist im Steig- oder Sinkflug. Dieses Loch nennt man dann «Hole Punch Cloud».