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Wie spielt das Stresshormon Cortisol und die explizite Lernleistung bei neun-jährigen Kindern zusammen?
Um diese Frage zu beantworten, nahmen 39 9-jährige Kinder an unserer Studie teil. Zu Beginn lernten die Kinder Wortlisten und das Zeichen einer komplexen Figur. Danach mussten sie vor einer neutral-abweisenden Jury eine zuvor begonnene Geschichte zu Ende erzählen und laut Kopfrechnen. Wurde die Zeit unter- oder überschritten, wurden die Kinder ermahnt, und bei Fehlern beim Kopfrechnen mussten die Kinder nochmals von vorne beginnen. Das Studiendesign entsprach somit einer für Kinder angepassten Form des Trier Social Stress Test (TSST), und zwar jenem für Kinder: Trier Social Stress Test for Children (TSST-C).
Die Resultate wiesen auf ein komplexeres Zusammenspiel zwischen Lernleistung und Cortisolausschüttung hin: Je höher die Lernleistungen vor dem TSST-C waren, desto geringer fiel die Cortisolausschüttung aus. Je höher jedoch die Cortisolausschüttung während und nach dem TSST-C war, desto geringer fiel die Erinnerungsleistung nach dem TSST-C aus – somit sind explizite Lernleistung und die Cortisolausschüttung als Marker der Stressachsenaktivität in einem bi-direktionalen Verhältnis miteinander assoziiert. Weiter waren Lernleistung und Cortisolausschüttung nicht mit objektiven Schlafmessungen assoziiert.
Die detaillierten Befunde sind in der Fachzeitschrift „Frontiers in Psychology“ nachzulesen:
Brand, S., Mikoteit, T., Kalak, N., Sadeghi Bahmani, D., Lemola, S., Gerber, M., Ludyga, S., Bossard, M., Pühse, U., Holsboer-Trachsler, E., & Hatzinger, M. (2018). Cortisol impacted on explicit learning encoding, but not on storage and retrieval, and was not associated with sleep patterns– results from the Trier Social Stress Test for Children (TSST-C) among 9-years old children. Frontiers in Psychology, 9, 2240.