Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03536.jsonl.gz/244

Pilatusbahn
|Kürzel||PB|
|Bahntyp||Zahnradbahn|
|Betriebseröffnung||1889-06-04|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1889 eröffnete PB gehörte einer 1886 gegründeten Aktiengesellschaft mit Sitz in Luzern und führte von Alpnachstad auf Pilatuskulm. Sie war (und ist bis heute) mit einer Maximalsteigung von 480 Promille die steilste Zahnradbahn der Welt. Dazu entwickelte der Zürcher Bauunternehmer Eduard Locher, der die PB massgeblich initiierte, ein spezielles und sonst weltweit bei keiner anderen Bahn angewendetes Zahnradsystem mit einer sogenannten «Fischgräte-Zahnstange», in welche beidseits waagrecht liegende Zahnräder eingriffen, was die Kraftübertragung wesentlich erhöhte. Allerdings waren auch die Baukosten der PB mit 535'000 Franken pro Kilometer beträchtlich, was sich entsprechend auf den Kapitalbedarf auswirkte. Der Anteil an Fremdgeldern und somit auch die Zinslast hielten sich jedoch in Grenzen. Die PB war erfolgreich und konnte bis 1913 alljährlich Dividenden von rund 6 bis 7 Prozent des Aktienkapitalwerts ausschütten. Einen wesentlichen Posten in der Bilanz der PB stellte das ihr gehörende Hotel auf Pilatuskulm dar mit einem Anlagewert von rund 500'000 Franken. Diese Aufwendungen sind in den Baukosten nicht enthalten.
Zum «Stand des Rollmaterials» der PB schrieb die Statistik von 1889 in den Bemerkungen (S. 153): «Lokomotive und Wagen bilden zusammen ein Fahrzeug mit 2 Triebachsen und 2 Laufachsen.» Wir haben diese Maschinen respektive motorisierten Personenwagen von Anfang an als Triebwagen erfasst.
Die PB verkehrte nur von Mai bis September. Exorbitant waren ihre Taxen. 1910 kostete eine Bergfahrt 10 Franken, eine Talfahrt 6 Franken. Die PB war damit zusammen mit der Jungfraubahn (JB) und der Gornergratbahn (GGB) gemessen am Fahrpreis pro Kilometer die teuerste Bahn der Schweiz. Trotz vergleichsweise eher geringen Passagierfrequenzen konnten so beträchtliche Umsätze erwirtschaftet werden. Umso härter traf die PB die Krise des Ersten Weltkriegs. Die Einnahmen verringerten sich von fast 270'000 Franken anno 1913 auf 25'000 Franken 1918. Die Betriebsergebnisse von 1914 bis 1919 waren allesamt defizitär, obwohl zur Kostendämpfung schon 1914 sowohl das Zugsangebot wie auch der Personalbestand markant abgebaut wurden. Gemildert wurde die zunehmend prekäre Finanzlage durch die Auflösung von Reserven und die Aufstockung der Anleihen.
Relativ spät, nämlich 1937, erfolgte die Elektrifikation der PB (Gleichstrom). 1954 wurde auf der Nordseite des Pilatus von der Kriensereggbahn AG, deren Aktienmehrheit bei der PB lag, die Luftseilbahn Kriens–Fräkmüntegg eröffnet. Zwei Jahre später folgte die Verlängerung bis nach Pilatuskulm. Diese konkurrenzierte zwar direkt die alte Zahnradstrecke, gehörte aber vollumfänglich der PB. Das Gesamtunternehmen PB einschliesslich der heute durch Fusion integrierten Kriensereggbahn AG war über Jahrzente sehr profitabel.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.