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Foto: Csaba Peterdi / shutterstock
Der Jungbrunnen: die spannende GeschichteVielleicht haben Sie das Gemälde bereits in einer bekannten Ausstellung gesehen? Derzeit hängt der "Jungbrunnen" in der Gemäldegalerie der staatlichen Museen in Berlin. Es handelt sich hierbei um ein Ölgemälde aus dem Jahr 1546, gezeichnet von Lucas Cranach. Im Zentrum ist ein Brunnen gemalt, hier erkennt man entkleidete, schwimmende Frauen.
Auf der rechten Seite sind Kutschen aus Holz, prachtvolle Pferde und hilfsbereite Personen abgezeichnet, die die älteren Menschen zum Brunnen begleiten. Am rechten Rande des Brunnens sind Frauen, die einen schwachen und zerbrechlichen Eindruck vermitteln, während auf der linken Seite die Frauen ihre prachtvolle Mähne halten, sich stolz mit ihren nackten Körpern präsentieren und aufrecht aus dem Brunnen spazieren. In der Mitte des Brunnens befindet sich eine Wassersäule - auf ihr sitzt Venus und Amor
. Ausserhalb des Brunnens auf der rechten Seite haben die Menschen Spass, lieben einander und tanzen frisch durch die Gegend.
Venus und Amor: Wofür stehen sie?
Amor auch als Cupid bekannt - der Engel
der Liebe
, er ist Venus Sohn. Venus ist bekannt als die Göttin aller Schönheit. Psychè war eine weitere Göttin, sie war fast noch schöner als Venus. Als Venus von ihr und ihrem Aussehen erfuhr, beauftragte sie Amor dazu, einen Liebespfeil auf Psychè zu schiessen sodass Psychè sich in ein Monster verlieben würde. Amor schoss leider daneben und traf sich selbst. Er hatte grosse Furcht vor der Reaktion seiner Mutter Venus und versuchte vergeblich Psychè aus seinem Gedächtnis zu bekommen.
Letztendlich offenbarte Amor sich bei seiner Mutter - Psychè und Amor heirateten unter den Bedingungen, dass die beiden sich nur in der Dunkelheit trafen. Mit der Absicht, dass Psychè Amor niemals im Tageslicht sehen würde. Doch nach einiger Zeit wurde Psychè immer neugieriger und warf ein Lichtstrahl auf den schlafenden Amor. Nach weiteren erfolglosen Prüfungen starb Psychè. Die Liebe zwischen Psychè und Amor war so gross, dass Amor den Vater aller Götter
darum bat, Psychè wieder zum Leben zu erwecken und sie unsterblich zu machen. Amors Wunsch wurde erfüllt.
Welche Aussage steckt hinter dem Gemälde?
Wie der Name vielleicht bereits deuten lässt, ist der Brunnen (im Zentrum des Gemäldes), einer, der die Menschen im hohen Alter nach dem Baden wieder jung werden lässt. Tatsächlich war dies ein Glaube, der vor mehreren Jahren sehr verbreitet war. Man ging davon aus, dass bestimmte Brunnen und Quellen eine Art Zauber bewirken. Mit den jungen Jahren war damals stark die Fruchtbarkeit und Sinnlichkeit verbunden, weshalb die jungen Frauen auf der rechten Seite des Gemäldes nach dem Bad ihre sinnlichen Passionen ausübten. Sie haben sich eventuell bereits gefragt, weshalb es nur Frauen sind, die durch das Baden wieder verjüngt werden.
Männer laut der Sage wurden durch den Umgang mit jungen Frauen automatisch wieder jung. Somit könnte auch behauptet werden, dass Cranach in seinem Gemälde einen Wunschtraum der Männer verdeutlichte. Ein weiterer Aspekt, der zu beachten ist, ist, dass sich damals die Schönheitsidealen junger Frauen mit runden Formen, goldenen Haaren und aufstehenden Busen befasste. Es war damals auch unüblich, ältere Frauen in Gemälden unbekleidet zu zeigen. Cranach war einer der Ersten, der dies tat. Im Gemälde ist auch ein Ausschnitt zu erkennen, wo ein älterer Mann mit Brille und einem roten Umhang eine nackte ältere Frau anschaut. Daneben steht eine weitere ältere Frau umwickelt in einen weissen Umhang, in ihrem Gesichtsausdruck ist zu erkennen, dass sie hinterfragt, ob sie überhaupt wieder jünger werden möchte.
3 Tipps die aus dem Jungbrunnen entnommen werden können:
1. Was deutlich auffällt, ist, dass Schönheitsideale sich stetig ändern. Früher waren Frauen mit runden Formen das, nachdem die meisten strebten. Wobei heute wieder ganz andere Schönheitsideale gelten. Worauf basieren diese überhaupt und wer behauptet, dass diese von jedem gemocht werden? Bleiben Sie dem treu, was Sie persönlich für schön empfinden. Zudem ist auch immer wichtig zu hinterfragen, weshalb man bestimmte Dinge schön findet.
2. Bereits vor mehreren Jahren war das Ideal so lange wie möglich jung zu bleiben, Falten freie Haut zu besitzen, aufrecht durch grüne Felder zu hüpfen und frei von allen Sorgen zu sein. Allerdings war damals schon eine Frau im Gemälde von Cranach abgezeichnet, die diesen Prozess (wieder jung zu werden) hinterfragte. Was mag ihr durch den Kopf gegangen sein? Jede Altersetappe hat ihren Vorteil und ihre eigenen magischen Erkenntnisse, die währenddessen gewonnen werden können. So gibt es viele Dinge, die über die Jahre gelernt werden. Erinnerungen die einem durch das Verjüngen wieder entnommen werden können. Bekanntschaften, die entstanden sind und vielleicht auch wieder auseinandergegangen sind. Alles jedoch hat seinen Stellenwert im Leben. Jede Falte erzählt eine Geschichte und macht letztendlich jede Person individuell und besonders.
3. Es ist immer schön, Träume festzuhalten. Durchs Aufschreiben oder durchs aufmalen können Gedanke, Wünsche und Träume gut aufbewahrt werden. Höchst wahrscheinlich dachte sich Cranach damals kaum was anderes. Das Niederlegen von Dingen, die man sich gerne vorstellt, trägt eine Form der Manifestierung mit sich. Nehmen Sie sich also gerne die Zeit, um das, was Sie sich am meisten Wünschen zu zeichnen - und falls Sie der Meinung sind, keine kreative Ader zu besitzen, können Sie diese Wünsche auch schriftlich manifestieren.
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