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Archivaufgabe 1: Schweizer Filmwochenschau
Der Blick auf die Schweiz - Einleitung
Die enge institutionelle Anbindung der Wochenschau an den Staat wirft die Frage des Blickregimes und der Perspektive auf. Die Bilder der Wochenschau repräsentieren nicht einfach die Wirklichkeit der Schweiz, wie sie vor der Kamera existierte. Sie hatten die explizite Aufgabe, ein von den Behörden vorgegebenes Bild der Schweiz zu zeichnen und durch den Rückgriff auf Geschichtsbilder des schweizerischen »Nation Buildings« kollektives nationales Bewusstsein durch audiovisuelle Kommunikation zu kreieren und nationale Mythen zu stärken. Der Blick auf die Schweiz und die Welt wird also durch den politischen Auftrag der Wochenschau vermittelt und ist zuweilen beschönigend. Nicht zu Unrecht hatte sie daher auch den Ruf eines staatshörigen und systemerhaltenden Mediums, ein Charakteristikum, das Wochenschauen international aufzeigten. Die Produktion und Distribution der bewegten Bilder mittels filmischer Technologie war aufwändig und teuer, die Filmwochenschau war finanziell stets vom Bund abhängig. Das Mass der redaktionellen Unabhängigkeit war immer davon begrenzt, inwiefern die politischen Akteure die Notwendigkeit einer gewissen Kontrolle der Wochenschauinhalte als gegeben sahen. Dies war in der Frühphase der Wochenschau und insbesondere während des Krieges viel stärker der Fall, als in den letzten Jahren der Schweizer Filmwochenschau.