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Waffen & Munition – Was ist erlaubt und was verboten?
Für Sie haben wir häufig an uns gestellte Fragen in die Bereiche
- Ordonnanzwaffen
- Waffensammler
- Sportschützen
aufgeteilt. Wir hoffen, Ihre Anliegen bereits beantworten zu können. Andernfalls dürfen Sie uns gerne kontaktieren (siehe Kontaktbox).
Ordonnanzwaffen
Bei der Entlassung aus der Wehrpflicht habe ich die Armeewaffe (Sturmgewehr 57) an den Waffenhändler verkauft. Muss der Waffenhändler für den Erwerb dieser Waffe auch einen Waffenerwerbsschein beantragen?
Nein. Der Waffenhandelsbetrieb muss diesen Erwerb mittels Vertrag dem Waffenbüro melden.
Ich habe je eine Ordonnanzpistole SIG 210 und SIG P 220. Beide sind privatisiert, d.h. "P" gestempelt. Muss ich diese Pistolen melden?
Nein. Die beiden Pistolen sind bei der Militärverwaltung registriert.
Ich habe bei der Entlassung aus der Wehrpflicht meine Armeewaffe ins Privateigentum übernommen. Gleichzeitig habe ich das vor zehn Jahren vom Zeughaus als Leihwaffe zur Verwendung erhaltene Sturmgewehr 57 käuflich erworben. Sind diese Waffen zur Registrierung dem Waffenbüro zu melden?
Nein. Diese Waffen sind durch die Militärverwaltung registriert worden.
Ich habe ein symmetrisches Bajonett von einem Karabiner, ein Bajonett zum Sturmgewehr 57 und ein Bajonett zum Sturmgewehr 90. Sind diese „Seitengewehre“ meldepflichtig?
Nein. Diese CH-Ordonnanz-Bajonette haben einen speziellen Status und sind nicht meldepflichtig.
Vor Jahren hat mein Vater aus dem Ausland ein deutsches Ordonnanzgewehr ohne Bewilligung in die Schweiz eingeführt und vor zwölf Jahren an mich übergeben. Muss das Gewehr zur Nachregistrierung gemeldet werden?
Ja. Diese Feuerwaffe ist zur Nachregistrierung zu melden.
Waffensammler
Ich bin Waffensammler – Was muss ich machen?
Auslegeordnung! Habe ich Waffen, die zur Nachregistrierung gemeldet werden müssen? Habe ich noch Waffen, für die eine Ausnahmebewilligung erforderlich sind, wie zum Beispiel eine Seriefeuerwaffe oder eine Seriefeuerwaffe, die zu einem Halbautomaten abgeändert wurde? Der Grundsatz lautet: „Einmal Seriefeuerwaffe, immer Seriefeuerwaffe“.
Mein Grossvater hatte meinem Vater vor zehn Jahren drei Waffen (ein Langgewehr und zwei Karabiner) vererbt. Seit vier Jahren sind die Waffen in meinem Besitz. Muss ich diese Waffen zur Nachregistrierung dem Waffenbüro melden?
Ja.
Ich bin ein 70-jähriger Waffensammler. Ich besitze neben einer grösseren Anzahl kurzer auch eine grössere Menge langer sowie fünf vollautomatische Feuerwaffen. Was passiert mit den Seriefeuerwaffen?
Da im Kanton Aargau seit 1944 zum Erwerb von Pistolen und Revolvern im Handel ein Waffenerwerbsschein nötig ist, sind diese Waffen nicht meldepflichtig. Alle Gewehre, die bei einem Waffenhandelsbetrieb gekauft wurden, sind bereits registriert. Waffen aus nicht mehr eruierbarer Herkunft oder aus dem Ausland importiert sind nachmeldungspflichtig. Der Erwerb einer Seriefeuerwaffe oder einer zum Halbautomaten abgeänderten Seriefeuerwaffe war bis zum 11.12.2008 mit einer kantonalen Ausnahmebewilligung möglich. Seit 12.12.2008 ist auch der Besitz von solchen Feuerwaffen bewilligungspflichtig.
Ich wohne im Kanton Bern. Mein Waffenhändler hat meine Waffe an einen Waffenhändlerkollegen im Kanton Aargau weiterverkauft. Welche Papiere sind für den Waffenhändler erforderlich?
Der Waffenhändler im Kanton Bern muss seinem Waffenbüro eine Kopie des Lieferscheines senden. Das Waffenbüro Bern bedient in der Folge das Waffenbüro im Kanton Aargau, wo das Papier im Dossier des Empfängers (Waffenhandelsbetriebe), zwecks Verwendung bei einer allfälligen Kontrolle, abgelegt wird.
Ich habe zwei privatisierte Sturmgewehre 90. Eines dieser Gewehre habe ich mit einem Inserat in einer Zeitschrift zum Verkauf ausgeschrieben. Ein Staatsangehöriger eines Schengenstaates will die Waffe kaufen. Wie müssen wir bei dieser Ausfuhr vorgehen?
Die definitive Ausfuhr von Feuerwaffen oder wesentlichen Bestandteilen in einen Schengenstaat erfordert einen Begleitschein (mit Frachtbrief zu vergleichen).
Das Gesuch um Erteilung eines Begleitscheines ist bei der Zentralstelle Waffen einzureichen.
Ich möchte von einem Waffenhändler eine Schusswaffe kaufen. Wie muss ich vorgehen?
Einreichen des Formulars "Gesuch um Erteilung eines Waffenerwerbsscheines" zusammen mit dem Original eines Strafregisterauszugs (nicht älter als drei Monate ab Ausstellungsdatum) und einer Kopie eines amtlichen Ausweises (Pass oder Identitätskarte).
Ich habe Waffen in einer Zeitschrift zum Verkauf angeboten. Der Käufer wohnt in der Westschweiz. Für die Übergabe der Waffe treffen wir uns auf halber Strecke. Darf ich die Waffe zu diesem Zweck ohne Bewilligung mitführen?
Ja. Waffen dürfen nur so lange mitgeführt werden, als es für die Tätigkeit, die dazu berechtigt, angemessen erscheint. Beim Mitführen müssen Waffen und Munition getrennt sein. Im Magazin darf sich keine Munition befinden.
Welche Bewilligung benötige ich, damit ich im Ausland eine Waffe erwerben und in die Schweiz einführen darf?
Einen Waffenerwerbsschein und eine Einfuhrbewilligung. Der Waffenerwerbsschein muss mit dem Original des Strafregisterauszugs (nicht älter als 3 Monate) und der Kopie eines amtlichen Ausweises (Pass, Identitätskarte) sowie dem Gesuch um Erteilung einer Bewilligung zur nicht gewerbsmässigen Einfuhr von Waffen, Waffenzubehör und Munition an das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Waffen, 3003 Bern, eingereicht werden.
Ich habe im Tessin eine Zweitwohnung und verbringe die meiste Zeit meiner Ferien dort. Darf ich meine Waffe im Feriengepäck ins Tessin transportieren und dort aufbewahren?
Ja. Eine Waffe darf nur so lange mitgeführt werden, als es für die Tätigkeit, die dazu berechtigt, angemessen erscheint. Beim Mitführen müssen Waffe und Munition getrennt sein. Im Magazin darf sich keine Munition befinden. Werden auf der Hin- oder Rückfahrt Abstecher ins Ausland gemacht, sind entsprechende Durchfuhrbewilligungen einzuholen.
Als Marktfahrer möchte ich auf dem Markt Softair-Waffen verkaufen. Ist dies bewilligungspflichtig?
Sportschützen
Ich habe anlässlich eines Schützenfestes vor fünf Jahren als Ehrengabe einen Karabiner erhalten. Spender war die Militärverwaltung. Muss ich diesen Karabiner melden?
Nein. Der Karabiner ist bereits registriert.
Ich bin im Schützenverein verantwortlich für die vereinseigenen Feuerwaffen. Hat der Verein irgendwelche Pflichten?
Der Schützenverein muss die vereinseigenen Feuerwaffen dem Waffenbüro melden. Uns interessiert neben den technischen Daten der Waffen auch die Anschrift des Schützenvereinsvertreten durch den Präsidenten / Schützenmeister (Personalien: Name, Vorname, Geburtsdatum, Heimatort, Wohnadresse).
Unser Sohn ist kürzlich 17 Jahre alt geworden. Da er ein guter Schütze ist, nimmt er auch an internationalen Wettkämpfen teil. Gibt es ein Papier, das ihn berechtigt, seine Waffe ohne wiederholenden administrativen Aufwand über die Grenze in ein anderes Schengenland zu transportieren?
Zuerst braucht es einen Leihvertrag zwischen dem Verein oder dem Besitzer der Waffe und Ihrem Sohn. Damit kann dann ein EU Feuerwaffenpass für unmündige Personen verlangt werden. Das entsprechende Gesuch Feuerwaffenpass für Unmündige kann heruntergeladen und dem Waffenbüro gemeldet werden.
Ich bin Vater von vier Söhnen. Der Älteste ist 17 Jahre alt und nimmt am Jungschützenkurs teil. Nach dem ersten Kurstag kam er mit dem Sturmgewehr 90 (Leihwaffe) nach Hause. Muss ich die Waffe bei mir zu Hause aufbewahren?
Eine unpersöhnliche Leihwaffe für Jungschützen kann der Verein dem Jungschützen mit nach Hause geben. Der Verschluss darf sich jedoch nicht im StGW befinden. Falls der Verein im Schützenhaus über einen Waffentresor verfügt, kann die Waffe auch im Schützenhaus aufbewahrt werden.
Ich bin Vater eines 18 Jahre alten Sohnes. Er besucht den Jungschützenkurs. Nun hat der Verein ihm ein Sturmgewehr 90 PE aus dem Vereinseigentum zum Gebrauch während eines Jahres übergeben. Ist das erlaubt?
Erlaubt ist diese Übertragung nur mit Waffenerwerbsschein. Der Schützenverein muss dem Waffenbüro eine Kopie des Waffenerwerbsscheines zustellen. Auf dem Papier müssen die technischen Daten der Feuerwaffe und die Angaben des Verkäufers, in diesem Fall des Vereins, gut leserlich vorhanden sein.
Wie verhält es sich, wenn der gleiche Sohn vom Schützenverein als Sportschütze eine Leihwaffe erhält und diese während eines Jahres zum Gebrauch behalten kann, d.h. nach Hause mitnimmt und dort aufbewahrt?
Bei der Abgabe von Leihwaffen an Minderjährige muss der Inhaber der elterlichen Gewalt mit der Aufbewahrung zu Hause einverstanden sein. Zudem muss der Inhaber der elterlichen Gewalt die Voraussetzungen von Art. 8 Waffengesetz erfüllen. Der Verein muss einen entsprechenden Leihvertrag ausfüllen und dem Waffenbüro eine Kopie zustellen.
Ich bin 18 Jahre alt und besuche den Jungschützenkurs. Nun hat mir der Verein ein Sturmgewehr 90 aus dem Eigentum des Vereins für die Dauer von zwei Jahren angeboten. Der Verein verlangte für die Übertagung dieser Feuerwaffe einen Waffenerwerbsschein. Ist das richtig?
Diese Forderung ist richtig.
Ich habe vor zwei Jahren vom Verein ein Sturmgewehr mit einem Waffenerwerbsschein zum Gebrauch übernommen und nun am Schiessport kein Interesse mehr. Muss der Verein nun für die Rücknahme des Gewehrs ebenfalls einen Waffenerwerbsschein beantragen?
Nein. Die Rückgabe kann mit einem Vertrag vollzogen werden. Aber der Verein muss die Waffenrückgabe dem Waffenbüro mittels Vertragskopie melden.
Ich will mit meiner Luftdruckwaffe an internationalen Wettkämpfen im Ausland teilnehmen. Kann ich diese Waffe im EU-Feuerwaffenpass eintragen lassen?
Nein. Der Europäische Feuerwaffenpass wird nur für Feuerwaffen (Gewehre, Flinten, Pistolen und Revolver) ausgestellt. Zusätzliche Waffen (Luftdruck- und Soft-Air-Waffen) sind zollrechtlich zu veranlagen. Zudem muss abgeklärt werden, ob das Zielland weitere Voraussetzungen oder Restriktionen vorsieht.
Benötige ich eine Waffentragbewilligung, wenn ich meine Waffe ins Schützenhaus oder in den Schiesskeller transportiere?
Nein. Die Waffe darf so lange mitgeführt werden, als es für die Tätigkeit, die dazu berechtigt, angemessen erscheint. Beim Mitführen müssen Waffen und Munition getrennt sein. Im Magazin darf sich keine Munition befinden.
Mache ich mich strafbar, wenn ich einen Tag nach dem Schiesstraining die Waffe immer noch im Auto mitführe?
Ja. Die Tätigkeit, die zum Mitführen berechtigt, besteht nicht mehr.