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Wildkraut und Heilpflanze
Der Name soll auf eine Legende zurückgehen, in der die blauen Blüten die Augen des verwandelten Burgfräuleins sein sollen, das am Wegrand auf die Rückkehr ihres Geliebten wartet.
Die Pflanze hat schon seit mindestens dem 17. Jahrhundert als Kaffee-Ersatz hergehalten. Die getrocknete
Wurzel wurde geröstet und gemahlen und ergab eine Art Kaffeepulver, den Zichorienkaffe oder Muckefuck (von mocca faux = falscher Kaffee).
Die Gemeine Wegwarte ist eine ausdauernde, krautige Pflanze die Wuchshöhen von 30 bis 140 cm erreicht. Sie besitzt eine tiefreichende Pfahlwurzel. Die Stängel stehen sparrig-ästig. Die Grundblätter und die unteren Stängelblätter sind schrotsägeförmig fiederschnittig, ihre Unterseite ist borstig behaart. Die Grundblätter sind 8 bis 25 cm lang und 1 bis 7 cm lang. Die oberen Stängelblätter haben eine länglich-lanzettliche Form, sind fiederspaltig bis ungeteilt und sind ohne Blattstiel sitzend mit geöhrtem Blattgrund.
Im germanischen Kulturkreis galt die Wegwarte als Zauberpflanze, die unverwundbar machen sollte. Ein alter Spruch deutet an, das sich mit dem Kraut auch Dämonen vertreiben liessen:
Dost, Hartheu und Wegscheid tun dem Teufel viel leid.