Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03434.jsonl.gz/493

D A CH- Reformbarometer 2011
Durchzogene Reformbilanz der Schweiz
Dezember 2011 | Pageviews: 1807 | Von Manfred Jäger-Ambrożewicz, Robert Koza, Thomas Puls, Rudolf Walser und Martin Wermelinger
Das «D A CH-Reformbarometer» wird jährlich vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln, der Wirtschaftskammer Österreich und Avenir Suisse erstellt. Es bewertet die Reformbemühungen der drei Länder in den Bereichen Arbeitsmarkt-, Sozial- sowie Finanz- und Steuerpolitik seit September 2002. Damals wurde das «Barometer» für alle drei Länder auf den Startwert 100 gesetzt, obwohl die Schweiz im Vergleich eine bessere Ausgansposition aufwies.
Ende September 2011 wies der Gesamtindex für die Schweiz (s. Abb. 1) einen Endstand von 115,1 Punkten auf, für Österreich einen von 113,0 und für Deutschland einen von 109,0. Der Reformelan war in der Berichtsperiode (von Oktober 2010 bis September 2011) in Deutschland mit einer Zunahme von 0,9 Punkten und in der Schweiz mit einem Plus von 0,7 Punkten ziemlich schwach. Österreich verzeichnete mit minus 0,1 Punkten sogar eine leicht negative Reformdynamik.
Während es in der Arbeitsmarktpolitik der Schweiz (s. Abb. 2) zu keinen Verbesserungen kam, erholte sich der Teilindikator der Sozialpolitik hauptsächlich dank einem vielversprechenden Ansatz zur Sanierung der Invalidenversicherung. Trotzdem wird die Sozialpolitik in der Schweiz zusehends zum reformpolitischen Sorgenkind. Bei der Steuer- und Finanzpolitik ist die Bilanz ebenfalls enttäuschend: Vor allem exogene Faktoren wie die Frankenstärke haben den Reformwillen entweder gebremst oder gar in die falsche Richtung gelenkt.