Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03348.jsonl.gz/2675

«Ich habe mir einen positiven Abschluss für meinen letzten Start in der Elite-Kategorie an Schweizer Cross-Meisterschaften gewünscht», sagte Regula Zahno. Mit dem dritten Rang und der dritten Bronze-Medaille nach 2004 und 2009 ist ihr dies zweifelsohne gelungen. Im Rennen über 8000 Meter bot die 41-jährige Athletin der teils zwanzig Jahre jüngeren Konkurrenz einmal mehr in beeindruckender Art und Weise Paroli. Sie habe vor dem Start an sich und einen möglichen Podestplatz geglaubt, so Zahno. Dementsprechend engagiert startete sie ins Rennen, war mitverantwortlich für die Pace. Am Ende musste sie sich in 29:44 Minuten nur von Titelverteidigerin Livia Burri (GG Bern) und Priska auf der Maur (TV Erstfeld) geschlagen geben. «Ich habe es nicht so empfunden, als ob ich derart schnell gestartet bin», so Zahno. «Doch dann habe ich es in den Oberschenkeln gespürt.»
Dass sie trotz ihren 41 Jahren noch mit der absoluten Spitze mithalten kann, führt die Freiburgerin nicht etwa auf ein schwächeres Niveau im Cross als in früheren Jahren zurück. «Wenn ich die Zeiten vergleiche, ist dies jedenfalls nicht der Fall. Bei mir ist es wohl wie mit dem Wein.» Der Cross ist für Regula Zahno eine gute Vorbereitung auf die Strassenläufe. Ihre nächsten Ziele sind der 10-Kilometer-Lauf von Payerne sowie der Kerzerslauf vom 17. März.
Schluss mit Leistungssport
Nachdem Michel Brügger im Rennen der Männer über zehn Kilometer lange Zeit auf dem vierten Rang gelegen hatte und sich noch Hoffnungen auf Bronze machen konnte, blieb ihm am Ende in 32:14 Minuten Rang fünf. Es gewann Adrian Engelhardt (Uniona Ascona) in 31:53 Minuten. «Dieses Resultat ist in Ordnung», so Brügger. Eine Zielsetzung für das Rennen festzulegen sei schwierig gewesen, weil er zuletzt meist alleine trainiert habe und deshalb Vergleichsmöglichkeiten gefehlt hätten. Für Brügger waren es die letzten Schweizer Cross-Meisterschaften. «Ich nehme nun noch an der CISM-WM in Serbien sowie am GP Bern teil. Dann beende ich meine Karriere auf Ebene Leistungssport.»
Seit der gelernte Forstingenieur eine Försterei leitet, kann er einen Viertel weniger trainieren als zuvor. «Dafür ist die Erholung besser. Ich habe nach wie vor Freude am Sport. Aber ich will lieber aufhören, weil ich es will, anstatt auf einmal aufhören zu müssen.» Nach dem GP Bern, bei welchem auch sein Idol Haile Gebreselassie laufen wird, wird Michel Brügger vorerst eine längere Pause einlegen. «Dann starte ich am einen oder anderen Volkslauf.»
Gold für Jenny und Bigler
In zahlreichen Alterskategorien holten sich zusätzliche Freiburger Medaillen. So wurde Inge Jenny (TSV Düdingen) Schweizer Meisterin der Klasse F35. Sabine Rappo Conca aus Faoug holte bei den F40 Silber.
Bei den Männer sicherte sich Denis Bigler (AC Murten) in der Kategorie der M40 die Goldmedaille. Und Thomas Meszaros, der amtierende Freiburger Cross-Meister, wurde in der Klasse der M35 Zweiter.
Bronze im Kurzcross: Valérie Lehmann und Andreas Kempf. Bilder ae
Kurzcross: Bronze für Lehmann und Kempf
V alérie Lehmann holte sich im Kurzcross (3 km) der Frauen Bronze. «Ich bin enttäuscht», sagte die Neueneggerin von der GG Bern. Der tiefe Boden in Düdingen machte Lehmann auf der Jagd nach Gold einen Strich durch die Rechnung. «Ich bin und bleibe eben eine Bahnläuferin. Dieser Boden war der Horror für mich.» Sie habe schon immer Mühe im Cross gehabt, erklärt Valérie Lehmann. «Dies hängt wohl auch mit meinem Laufstil zusammen. Ich wusste, dass es schwierig werden würde, und habe versucht, das Beste daraus zu machen.» Das Saisonziel von Lehmann, die zuletzt in der Halle Schweizer Meisterin über 3000 Meter wurde, sind die 1500 Meter auf der Bahn. «Ich will mich für die EM 2014 in Zürich qualifizieren.» Welche Zeit dafür nötig sein wird, ist noch offen. «Ich gehe aber davon aus, dass die Limite bei 4:12 Minuten liegen wird.» Die aktuelle Bestzeit von Lehmann liegt bei 4:13,83 Minuten.
«Eine reine Kopfsache»
Im Kurzcross der Männer (3 km) sicherte sich Andreas Kempf ebenfalls Bronze. Im Gegensatz zu Lehmann war der Läufer des TSV Düdingen mit seiner Ausbeute allerdings hochzufrieden. «Mein Ziel war eine Medaille und wenn möglich im Kampf um den Titel einzugreifen», so Kempf, der sich letztlich von Mario Bächtiger und Marco Kern geschlagen geben musste. «Beim Start habe ich zu viel riskiert», sagt Kempf, der in der fünften Kurve gestürzt und zwischenzeitlich auf Rang acht zurückgefallen war. «Am Ende war es eine reine Kopfsache.» Er habe gewusst, dass Bächtiger gut in Form sei, erklärt Kempf, nachdem er mit ihm zusammen in Port Elizabeth (Südafrika) ein Trainingslager absolviert hatte. Für den Freiburger wäre es ein Traum, in diesem Jahr bei der Universiade in Kasan (Russ) über die 5000 Meter starten zu können. «Gefordert wird eine Zeit von 14 Minuten.» Seine persönliche Bestleistung liegt momentan bei 14:28 Minuten. Falls es mit Kasan nicht klappt, so visiert Kempf wenigstens eine Zeit von 14:12 Minuten an, was einer Selektion für das B-Kader von Swiss Athletics entsprechen würde. fs
Nachwuchs: U20-Silber für Schneuwly
M it Miriam Schneuwly konnte sich in der U20-Kategorie der Frauen über 4000 Meter eine Athletin des TSV Düdingen in Szene setzen. Die junge Senslerin gewann Silber. Nachdem Schneuwly 2012 Zweite über 10 Kilometer auf der Strasse und 5000 Meter auf der Bahn wurde, ist es bereits ihre dritte nationale Silbermedaille in der U20-Kategorie. «Ich bin keine Cross-Spezialistin und eher auf der Langstrecke zu Hause», so Miriam Schneuwly. Hauptziel in dieser Saison ist für die Athletin, die von OK-Präsidentin Sylvia Aeby Hasler betreut wird, die Schweizer Meisterschaft über 10 Kilometer in Payerne. «Ich möchte dort eine Zeit von unter 38 Minuten laufen.» Zudem will sich Miriam Schneuwly in einer neuen Disziplin, dem Steeple-Rennen, versuchen. fs
Verletzt: Medaillenanwärter Rüfenacht und Fürholz passen
W ährend Adrian Jenny (TV Wünnewil) im Langcross der Männer bereits ziemlich früh aufgeben musste und Jari Piller vom TSV Düdingen auf den 14. Schlussrang lief, war Lokalmatador und Medaillenanwärter Rolf Rüfenacht vom TSV Düdingen erst gar nicht gestartet. «Eine hartnäckige Muskelverhärtung in der Wade liess eine Teilnahme schlicht nicht zu», bedauerte der Schweizer Cross-Meister aus dem Jahr 2011 seinen Verzicht. «Ich habe noch bis zuletzt alles Mögliche versucht, doch die Schmerzen waren ganz einfach zu gross. So kann man keinen Cross laufen.»
Ebenfalls passen musste Monika Fürholz. Die amtierende Berglauf-Europameisterin des CA Marly, die vor Wochenfrist in Farvagny noch Freiburger Cross-Meisterin wurde und vor einem Jahr an den nationalen Meisterschaften hinter Livia Burri Silber gewonnen hat, beklagt wie Rüfenacht seit mehreren Tagen muskuläre Probleme. fs