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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Paidagogos (Paedagogus)

Erstes Buch
XII. Kapitel. Daß der Erzieher in Übereinstimmung mit dem Verhalten eines Vaters Strenge und Güte anwendet.
99.
1. Ein Krieg hat allerdings große Zurüstung nötig, und ein üppiges Leben erfordert großen Aufwand; aber Friede und Liebe, zwei einfache und anspruchslose [S. 293] Geschwister, brauchen keine Waffen, keine verschwenderische Zurüstung; der Logos ist ihre Nahrung, der Logos, dem das Amt zugefallen ist, uns zurechtzuweisen und zu züchtigen, von dem wir Einfachheit und Anspruchslosigkeit und überhaupt Freiheitsliebe und Menschenliebe und Liebe zum Edlen erlernen, wodurch wir mit einem Wort in engster Gemeinschaft mit der Tugend Gott ähnlich werden.
2. Aber strenge dich an und laß nicht nach! Denn du wirst so werden, wie du nicht erwartest und wie du nicht einmal ahnen kannst. Wie es aber eine andere Lebensführung für die Philosophen, eine andere für die Redner und wieder eine andere für die Ringkämpfer gibt, so erwächst aus der Erziehung Christi eine edle, dem tugendhaften Streben entsprechende Haltung; und durch die Erziehung in ihrer ganzen Erscheinung beeinflußt, zeichnen sich durch ein würdiges Wesen aus Gehen und Liegen und Essen und Schlafen und Ruhen und Lebensführung und die übrigen Gebiete der Erziehung. Denn in dieser ganzen Erziehung des Logos ist nichts übertrieben, sondern alles maßvoll geordnet.