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Die Stürme, die jeden Abend an ihrem Dachfenster rüttelten und sie vor das Dilemma stellten, entweder die Frischluftzufuhr abzuklemmen oder vom Heulen des Windes wachgehalten zu werden, liessen Maria Weidstrunk, die zum zweiten Namen tatsächlich Greta hiess, rätseln, ob diese ein Wetter- oder bereits ein Klimaphänomen darstellten. Wenn von nun an die in ihren Breitengraden etablierten Jahreszeiten wirklich durch kaum unterscheidbare, anhaltende Sturmperioden ersetzt würden, müsste sie sich nach einer neuen Bleibe umschauen, weil das Wohnen im Dachstock immer stärker dem Aufenthalt auf einem Kreuzfahrtschiff bei hohem Seegang gleichen würde, einer Umgebung, die sie sehr bewusst und tunlichst gemieden hatte.
Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im September ist sein neuer Köbi-Krimi «Pöschwies» im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.