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Refresher
Info 10-06 "Jans Ämtli übernehmen"
Jan (9) ist im Stress. Er ist noch nicht fertig mit den Vorbereitungen für seinen Sporteinsatz am Abend. So verzögert sich das Nachtessen, denn sein Job wäre es, aufzutischen. Die andern Kinder, insbesondere auch Janine (7) werden zunehmend ungeduldig, und die Mutter möchte etwas zur Entspannung beitragen.
Variante A:
Sie geht auf Janine zu und sagt freundlich: "Janine, sei so lieb und tische für Jan auf, du siehst ja, dass er im Stress ist."
Variante B:
Sie geht auf Janine zu und flüstert ihr ins Ohr: "Möchtest du zu Jan gehen und ihn fragen, ob er froh wäre, wenn du heute Abend für ihn auftischst?"
In der Realität antwortete Janine ziemlich ungehalten: "Wieso soll ich für ihn auftischen, das ist doch sein Ämtli!?" Was denkst du, welche Variante ging dieser Antwort voraus? Du hast recht, es war die Variante A. Warum aber ist die Variante B so viel Erfolg versprechender?
Die Variante A heisst eigentlich: "Ich erwarte von dir, dass du jetzt Jans Job übernimmst. Eigentlich hättest du selber auf die Idee kommen sollen. (Du siehst ja....)." Wenn Janine es tut, wird der Dank Mama zufallen, denn es war ja ihre Idee. Mama hat also das gute Teil und Janine die Mühe. Das kommt schlecht an. Es ist auch eine der Bitten, die in Wirklichkeit keine sind (Manche Kinder haben Mühe damit, solange man diese Form der Aufforderung nicht einmal zum Thema macht.).
Die Variante B gibt dem Mädchen einen Tipp (deshalb zugeflüstert). Es ist wirklich frei, etwas für seinen Bruder zu tun und dann auch die entsprechende Anerkennung zu bekommen oder aber darauf zu verzichten (Vielleicht hat es ja gute Gründe, dieses Angebot nicht zu machen.).