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| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch VI.
28.
Dergleichen lehren die Pythagoreer, und nach ihrem Vorbild künden die Häretiker große Dinge, wie manche meinen. Die pythagoreische Lehre sagt weiterhin, daß die Sonne, der große Geometer und Rechner, der Demiurg aller entstandenen Dinge sei und daß sie in dem ganzen Weltall feststehe, wie nach der Ansicht Platos in den Leibern die Seele. Die Sonne ist nämlich Feuer wie die Seele, Körper die Erde. Ohne Feuer nun könnte nichts sichtbar werden, noch irgend etwas greifbar ohne etwas Festes, nichts Festes könnte entstehen ohne Erde. Daher hat Gott, indem er mitten hinein Luft setzte, aus Feuer und Erde1 den Universumskörper gebildet. Die Sonne zählt und mißt die Welt ungefähr auf folgende Weise. Die sichtbare Welt, von der wir sprechen, ist eine; die Sonne hat sie wie ein Rechner und Geometer in zwölf Teile geteilt. Die Teile heißen; Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Wage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische. Jeden der zwölf Teile teilt sie wieder in dreißig Teile, nämlich in die Monatstage. Jeden der dreißig Teile teilt sie weiter in sechzig Teilchen und diese Teilchen in weitere und in noch kleinere Teilchen. Und dies schafft sie immerfort und hört nicht auf, sondern sammelt die getrennten Teilchen und macht aus ihnen ein Jahr, dann teilt und trennt sie das Verbundene wieder und erschafft das große Weltjahr.
1: Plato, Timaios 31 B.