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28.10.1819 Aarau, 2.2.1894 Aarau, ref., von Aarau. Sohn des Johann, Textilfabrikanten, und der Franziska Salomea geb. Herosé. Enkel des Johannes ( -> 12). ∞ 1) 1848 Emilie von Alberti, Tochter des Friedrich August, Salinendirektors, aus Rottweil, 2) 1876 Julie Zobel, seine Nichte. Nach der aarg. Kantonsschule und vier Semestern naturwissenschaftl. Vorlesungen an der Genfer Akademie arbeitete H. im väterl. Unternehmen mit. Er war aktives Mitglied der Naturforschenden Gesellschaft. Neben der Milizkarriere als Artillerieoffizier betrieb H. ein Selbststudium der Waffen- und Munitionstechnik. Geschäftl. Auslandaufenthalte benützte er zum Besuch von Militäranstalten und Rüstungsbetrieben. 1846 tat er Dienst bei der reitenden Artillerie in Ludwigsburg (Württemberg). Ab 1852 gehörte er der Eidg. Artilleriekommission an. In Militärzeitschriften führte er einen Kampf gegen das sog. Scheinwesen, die Spielerei und den geisttötenden Formalismus in der Armee. Während der Mobilisierung der eidg. Armee 1856 war er Artilleriechef der Division Ziegler. 1860-74 gründete er als Eidg. Inspektor der Artillerie - in dieser Funktion übte er das Amt des Waffenchefs, Rüstungschefs und Chefs der Kriegsmaterialverwaltung zusammen aus - mehrere staatl. Rüstungsbetriebe und setzte sich für die Verbesserung der Gewehre, des Pulvers und der Kriegsfahrzeuge und die Einhaltung der allg. Wehrpflicht ein. Weiter strebte er eine Vereinfachung der Ausbildung an, die anstelle der formalen Exerzitien auf dem Kasernenhof die Feldtüchtigkeit zum Ziel hatte. Während des Dt.-Franz. Kriegs hatte er vom 19.7.1870 bis zum 15.7.1871 als General den Oberbefehl über die Schweizer Armee inne. Als die zerrüttete Bourbakiarmee Anfang Febr. 1871 in die Schweiz abgedrängt wurde und die Möglichkeit ihrer Verfolgung durch dt. Streitkräfte bis auf schweiz. Hoheitsgebiet in Betracht gezogen werden musste, widersetzte er sich erfolgreich dem Begehren des Bundesrats, die aufgebotenen Truppen zu entlassen, bevor die krit. Lage geklärt war. H.s Generalsbericht nach dem Dt.-Franz. Krieg stellte gravierende Mängel in der Ausrüstung der Schweizer Armee fest. Mit der neuen Militärorganisation von 1874 fiel die überragende Stellung des Artillerieinspektors als Eidg. Rüstungsbeauftragten dahin. 1875 wurde H. zum Waffenchef der Artillerie gewählt, eine Funktion, die er bis zu seinem Tod ausübte. Darüber hinaus spielte er eine massgebende Rolle beim Ausbau der Landesbefestigung. 1885 leitete er einen Truppenzusammenzug, in dem erstmals zwei Divisionen in freier Führung gegeneinander angesetzt wurden. H. erfüllte die Rolle eines hohen militär. Führers und Fachmannes mit grosser Hingabe und rastlosem Arbeitseinsatz, ohne Rücksicht auf seine Person zu nehmen.
Literatur
– H. Senn, General Hans H., 1945
Autorin/Autor: Hans Senn