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Jedes Departement zerfällt in Frankreich in Arrondissements, diese in Kantons und diese in Gemeinden (s. Frankreich). Man ahmte diese
Einteilung im Königreich Italien und andern nach französischen Grundsätzen organisierten Staaten nach.
(Depechen, franz., v. ital.
dispaccio), amtliche Schreiben, welche zwischen dem Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten und den ihm unterstellten
diplomatischen Agenten gewechselt werden; sie sind eigentlich von der einen Seite die fortlaufenden Ergänzungen der Instruktionen
und von der andern Berichte. Fremden diplomatischen Agenten stellt man nicht Depeschen, sondern Noten zu. Den Namen
haben die Depeschen von der Notwendigkeit ihrer schleunigen Besorgung. Im weitern Sinn versteht man unter Depeschen überhaupt Zufertigungen
von Wichtigkeit, die durch Kuriere oder sonst auf schleunigem Weg befördert werden. Geheime Mitteilungen werden vielfach in
Geheimschrift depeschiert (chiffrierte Depeschen). Mit Rücksicht auf die schnelle Beförderung
hat man den Namen der Depeschen schlechtweg auf die Telegramme übertragen (telegraphische Depeschen); daher depeschieren, eilig befördern,
absenden (besonders Telegramme).
(franz.,
spr. -plŏaji-, »ausbreiten,
entfalten«) bedeutet im Militärwesen s. v. w. aufmarschieren, insbesondere aus der
geschlossenen Kolonne in die Linie übergehen. Beim Deployieren hält die Tetenabteilung, wodurch es sich vom Aufmarsch (s. d.) unterscheidet.
Bei Übungen deployiert die Infanterie durch einen Flankenmarsch, im Gefecht marschiert sie auf das Kommando
»Deployiert, marsch, marsch!« im Laufschritt auf kürzestem Weg in Linie auf, um eine längere Feuerlinie zu erlangen. Bei Kavallerie
und Artillerie ist Deployieren ein Abschwenken mit Zügen und ein Wiedereinschwenken der Züge hinter ihrem Platz in der Fronte; bei beiden
Waffen ist das Deployieren jetzt außer Gebrauch.
diejenige Art der Verbannung, wobei der Bestrafte an einen bestimmten Ort verwiesen und mehr oder minder in seiner Freiheit
beschränkt wird. Diese unter den ersten römischen Kaisern aufgekommene Art des Exils bestand darin, daß nicht
ein allgemeiner Bann ausgesprochen (aquae et ignis interdictio), sondern eine Stadt oder bestimmte Insel (deportatio in insulam),
die wenigstens 50,000 Schritt (10 geogr. Meilen) vom festen Land entfernt liegen mußte, auch nicht Kos, Rhodus, Lesbos oder
Sardinien sein durfte, oder sonst ein entlegener, meist überseeischer Ort dem Verurteilten als Aufenthaltsort
angewiesen wurde.
Die Kaiser pflegten anfangs zur aquae et ignis interdictio oft auch noch Deportation zu verfügen, gleichsam als höhern
Grad der Verbannung, während in andern Fällen dem Verbannten die Wahl seines Aufenthaltsorts überlassen blieb. Der zur Deportation Verurteilte
erlitt capitis deminutio media (s. Capitis deminutio), und in der Regel war mit der Deportation auch Konfiskation
verbunden; ja, nach dem Tode des Deportierten fielen die etwa von neuem erworbenen Güter dem Fiskus anheim. Von den neuern
Staaten sind es Rußland, England und Frankreich, die besondere Systeme dieser Strafart ausgebildet haben. In Rußland steht
die Strafe der Deportation nach Sibirien auf die verschiedensten Verbrechen, und zwar gibt es fünf Grade derselben:
Aufenthalt in einer Stadt, Dienst in einem sibirischen Bataillon, Kolonisation, Arbeit in den Bergwerken, Einreihung in die Arrestantenkompanien.
Durch den ersten Strafgrad verliert der Bestrafte