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Im April berichtet die Journalistin Chatrina in der Uebertragung MARELLA des Radiotelevisiun Svizra (RTR) über die Florios.
In seinem umfangreichen italienisch-englischen Wörterbuch, das mit dem Titel „world of words“ um 1598 das erste Mal publiziert wurde, hatte John Florio verschiedene geheime Botschaften versteckt. Da geht es zum einen um die Urheberschaft der Werke, zum anderen um religiöse Befindlichkeiten.
So liest man bei Florio, ein Beispiel: ...a kind of bird, between which and the horse there is such an antipathy,that if the bird do but whistle, the horse as astonished runneth headlong away...
Es handelt sich also um einen Vogel, zwischen dem und einem Pferd eine grosse Antipathie herrscht. Wenn der Vogel zu pfeifen beginnt, rennt das Pferd kopfüber davon..
Es ist unüblich, dass in einem Uebersetzungs-Vokabular Eigennamen vorkommen, vorallem nicht derjenge des Autors. In dem Zusammenhang können wir aus diesem Textabschnitt schliessen, dass Florio auf sich selbst aufmerksam machen wollte. Die Literaturkritik seiner Epoche nannte ihn manchmal und auch ironischerweise einen „corvo rapace“, einen räuberischen Raben, also einen Vogel. Wir können davon ausgehen, dass er selber damit gemeint ist.
In der Renaissance war es üblich, den Personen Uebernamen zu geben, die Bezug nahmen auf deren Beruf. William Shakespeare als Theateruternehmer und Schauspieler von Stratford on Avon, kaum angekommen in London, hatte also den Beruf eines Theatermachers auszuüben, der in seinem „Stall“ alle Akteure zu managen hatte, wo manche auch „backstage“ das Ende einer Aufführung abzuwarten hatten. Somit ist es durchaus denkbar, dass es sich bei dem genannten Pferd um William Shakespeare handelt.
So will uns Florio mit dieser Geschichte vielleicht sagen, dass wenn der Vogel (er selbst eben) anfängt zu pfeifen, d.h. lautstark die Wahrheit zu verkünden, nach der er eben selbst der Autor dieser Werke sei, diese aber nicht mit seinem Namen unterschreiben durfte, sondern sie der durch William Shakespeare vertretenen Theatergesellschaft zu „verkaufen“ hatte.
Ilaria Colombo wurde 1975 in Mailand geboren, wo sie auch ihre Studien am Conservatorio Giuseppe Verdi absolviert hatte. An der Università degli Studi promovierte sie in Philosophie.
Mit dem Komponisten Bruno Bettinelli hatte sie ihre musikalischen Studien perfektioniert und von 1993-1995 leitete sie das Archiv an der Scala in Mailand.
Seit 2012 lebt sie in Chiavenna, wo sie mit ihrem Mann eine antiquarische Buchhandlung betreibt und Forschungsarbeiten mit verschiedenen Institutionen durchführt.
Sie schrieb und illustrierte verschiedene Märchen für Kinder, die sich im Val Chiavenna und im Bergell abspielen: „L’orso di Villa (2012), „Schubert e la trotta del Mera (2014), „Gatta Lorenza e i fantasmi di palazzo Vertemate (2015).