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Mitten im Dorfe steht ein mächtiger Turm, der in seinem unteren Teile deutlich mittelalterliche Bauart aufweist. Das Volk nennt ihn lediglich den Turm: la Tuor. Darin befindet sich die Glocke, die bis vor gar nicht so langer Zeit noch morgens und abends zum Ave Maria läutete. 1930 dient der Turm als Gefängnis und als Aufbewahrungsort für das Archiv. Er wird in einer Urkunde von 1615 genannt, laut welcher den Anstössern nicht erlaubt wurde, das Dach eines Hauses dermassen zu erheben, dass es den Dorfbewohnern die Sicht auf die Turmuhr weggenommen hätte. Auch das Ausbrechen von Fenstern gegen den Turm wurde verboten.
Die Lage des Turmes inmitten einer Siedelung scheint darauf zu deuten, dass er ein Meierturm war. Das Bistum Chur besass zu Bergün einen Hof, so dass der Turm vielleicht dem bischöflichen Meier als Residenz diente. Im 14. Jahrhundert gab es auch ein Geschlecht von Bergün. Rudolf von Bergünne war 1334 Domherr zu Chur.
Heute Gemeindearchiv.
Bibliographie