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Der Simplonadler
Das Wahrzeichen des Simplons ist sein aus Felsquadern hergestellter Adler. Er thront auf der Passhöhe mit seinen scharfen, gegen Süden gerichteten Augen. Erbaut wurde er im Zweiten Weltkrieg von den Grenztruppen als Symbol für die Wachsamkeit und den Abwehrwillen der Armee gegen das gewaltsame Eindringen von Süden her. Der Pass erlangte in den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts militärische Bedeutung. Zur Infrastruktur gehören insbesondere zwei Festungsanlagen, ein Fort als Sperrstellung im Engnis der Gondoschlucht und die Simplon-Festung als Artillerie-Werk auf Gebiet der Gemeinde Naters. Von hier aus konnte das gesamte Simplongebiet unter Beschuss genommen werden.
Beide Weltkriege verlangten ihren Zoll ab. Auch wenn die Schweiz glücklicherweise von kriegerischen Handlungen verschont blieb, mussten die Grenztruppen in beiden Weltkriegen mobilisiert werden. Als Erinnerung daran bleibt uns der Simplonadler erhalten, ein besonders prägnanter Zeitzeuge und für alle gut sichtbar, die den Pass befahren. Die Armee errichtete mehrere gebunkerte Sperrstellungen und hielt ab 1942 mit der Simplon-Festung in Naters eine schwere Unterstützungswaffe in der Hand im Kampf gegen einen möglichen feindlichen Stoss ins Wallis und damit in die Schweiz. Bereits im Ersten Weltkrieg wurde das Fort Gondo bezogen, welches über mehrere Maschinengewehr-Stellungen und später auch über Panzerabwehrkanonen verfügte. Die dunklen Wolken der Kriegsgefahr haben sich inzwischen verzogen und die meisten der noch existierenden Bauwerke aus jener Zeit sind heute zivil nutzbar. Geblieben sind auch der Simplonadler und ein Übungsschiessplatz der Schweizer Armee für die mechanisierte Artillerie.