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Nach dem hohen Verlust im Jahr 2001 will die Westschweizer Medien- und Werbegruppe PubliGroupe wieder in die Gewinnzone zurückkehren.
Nach den Worten von PubliGroupe-Geschäftsleiter Jean-Jacques Zaugg sollen Ende Dezember 45 Mio. Franken Reingewinn in der Kasse sein. Ohne die ausserordentlichen Aufwendungen in der Höhe von 230 Mio. Franken hätte die Gruppe einen Reingewinn in dieser Höhe bereits im letzten Jahr erzielt, sagte Zaugg am Freitag an der Bilanz-Medienkonferenz in Lausanne. Diesen Wert habe die Gruppe in einem schwachen Jahr erzielt, und er sollte auf jeden Fall auch im laufenden Jahr zu schaffen sein.
Denn alle Verlustquellen und Risiken des Vorjahres seien nicht mehr vorhanden, hiess es weiter. Wie bereits im Februar bekannt gegeben, hat PubliGroupe im Geschäftsjahr 2001 einen Konzernverlust von 185 Mio. Franken hinnehmen müssen, nach einem Gewinn von 140 Mio. Franken im Vorjahr.
Keine Dividende
Der Umsatz gab um 4% auf 2,612 Mrd. Franken nach. Das Betriebsergebnis sackte auf -30 Mio. Franken ab nach einem Plus von 51 Mio. Franken im Vorjahr. Wegen der schlechten Geschäftszahlen wolle der Verwaltungsrat auf eine Dividende verzichten.
Die schwierige Wirtschaftlage, eine zu schnelle und zu breit angelegte Entwicklung im Online-Geschäft sowie die gescheiterte Investition in die US-Werbeagenturen-Gruppe Panoramic Communications hätten das Unternehmen in die roten Zahlen gerissen.
Die "plötzliche Konjunkturschwäche" in den USA im ersten Quartal 2001 habe Panoramic in Schwierigkeiten gebracht, die sich nach dem 11. September noch vergrössert hätten. Der Umsatz sei um 25% auf 121 Mio. Franken geschmolzen. Die Konzernrechnung werde mit 105 Mio. Franken belastet.
Verkauf
Nun soll das verlustreiche US-Sorgenkind verkauft werden. PubliGroupe bezeichnete die erst im Jahr 2000 getätigte Akquisition von 50,5% der amerikanischen Werbeagenturen-Gruppe als "Misserfolg".
Seit dem Kauf habe PubliGroupe 64 Mio. Dollar in Panoramic investiert. Mit der Veräusserung hofft PubliGroupe, diesen Betrag wieder zurückzuerhalten. Allerdings bezeichnete Zaugg dieses Ziel als optimistisch.
Auch den Ausflug ins Online-Geschäft hat die Westschweizer Firma teuer bezahlt. Nachdem die Zahl der Beschäftigten von 147 Ende 1999 auf 756 im Dezember 2000 explodiert war, wurde der Bereich Schritt für Schritt zurückgefahren. Ende Oktober 2001 wurde die Tochter Real Media Inc veräussert und schliesslich der Bereich PubliOnline geschlossen. PubliGroupe hat dabei 80 Mio. Franken in den Sand gesetzt.
Besserung erwartet
Im laufenden Jahr erwartet der Konzern eine Besserung der Lage. Der ausserordentliche Aufwand des Jahres 2001 werde sich nicht wiederholen. Die Rationalisierung der drei Konzernpfeiler PubliPresse, Publicitas Promotion Network und PubliDirect werde weitergehen.
Das Unternehmen rechnet damit, dass erst im zweiten Halbjahr 2002 eine Erholung einsetzen wird. Insgesamt dürfte der Umsatz der Gruppe erneut um rund 4% zurückgehen, sagte Finanzchef Heinz Wägeli.
swissinfo und Agenturen