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Kanada hat im American Journal of Gastroenterology in einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie dieses Jahr (2017) veröffentlicht, dass Kinder auf dem Land seltener an Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn erkranken. Für Aufmerksamkeit sorgt, dass In Kanada zunehmend die Erkrankungen im frühesten Kindesalter auftreten. Die Frage warum kann bisher nicht beantwortet werden.
Welche medizinischen Fortschritte / Entwicklungen sind aktuell zu beobachten?
Die in unserer Nahrung vorkommende Aminosäure “Tryptophan“ wird im Körper zu Serotonin umgewandelt und ist somit wichtig für unsere gute Laune.
In Tierversuchen konnte festgestellt werden, dass sich mit zunehmender Gabe von Tryptophan die Bildung der Immunzellen, die positiv auf den Verdauungstrakt wirken, erhöht.
Genau gesagt: Die Immunzellen verdoppelten sich bei doppelter Gabe von Tryptohan.
Derzeit wird davon ausgegangen, dass es einen Zusammenhang zwischen Tryptophan und einem Gendefekt bei CED gibt. Für die Zukunft besteht die Hoffnung, dass Tryptophan zusammen mit dem Bakterium die Entzündungswerte bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa senkt und die Erkrankung etwas an Brisanz verliert.
Zu den Nahrungsmitteln, die reich an Tryptophan sind, gehören Nüsse, Eier und Samen aber auch Joghurt, Käse und Geflügel. Auch Schokolade enthält Tryptophan.
Erhöhtes Entzündungsrisiko durch Titandioxid (E171)
Wandfarben, aber auch alltägliche Lebensmittel, können unter Umständen mit Titandioxid belastet sein. Zu erwähnen sind auch “weiße Verbrauchs- und Genussgüter“ wie Zahnpasta, weißer Kaugummi, Marshmellows und Kaffeeweißer. Titandioxid (E171) kann im Organismus Entzündungen auslösen aber auch verstärken. Ein erhöhtes Risiko, dass sich entzündliche Symptomatiken verschlimmern, besteht für Menschen, die bereits an einer chronischen Darmerkrankung leiden.
Dass Titandioxid nicht so ungefährlich ist, wie laut offizieller Einstufung vermutet werden könnte, hat der Gastroenterologe Gerhard Rogler, Universität Zürich, herausgefunden.
Im Nanometerbereich kann davon ausgegangen werden, dass die unter ein tausendstel Millimeter kleinen Teilchen ins menschliche Gewebe eindringen. Im minimal “größeren“ Mikrometerbereich ist diese Gefahr allem Anschein nach nicht gegeben und somit auch nicht die Gefahr der Schädigung im Darm.
In Versuchen an Mäusen konnte Gerhard Rogler nachweisen, dass sich die Symptome von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa verstärkten. Tiere mit einem gesunden Verdauungstrakt zeigten keine Auffälligkeiten. Die Ursache liegt wahrscheinlich darin begründet, dass durch eine Entzündung die Schleimhautschicht, welche die Darmschleimhaut umgibt, dünner und damit durchlässiger wird. Die Schutzfunktion (auch gegen Eindringlinge von außen) ist also aufgehoben.
Die Folge: Die Nanopartikel von Titandioxid wandern durch die Darmschleimhaut hindurch und lagern sich in den Zellen der Darmwand sowie der Milz ab. Dort aktivieren die Titanpartikel den Proteinkomplex “Inflammasom“, der Teil des unspezifischen Immunsystems ist. Entsprechend seiner natürlichen Aufgabe erkennt er Gefahrensignale und löst Entzündungen aus.
Untersuchungen an Menschen mit Colitis ulcerosa zeigten eine erhöhte Konzentration von Titandioxid im Blut.
Davon ausgehend resultiert lt. Gerhard Rogler, dass die Kennzeichnungspflicht bei Lebensmitteln den neuen Erkenntnissen angepasst werden muss. Das bedeutet: Die Bewertung/Einstufung von Titandioxid basiert nicht mehr auf den Werten gesunder Menschen, sondern auf den Werten von bereits erkrankten Personen.
Der Zusatz, dass nicht gesunde Menschen dem genannten Risiko unterliegen, gehört in die Kennzeichnungspflicht.
An welchen Stellen im Körper es außerdem zu Ablagerungen kommen kann, wird in weiteren Studien untersucht.
Das Mikrobiom des Darms
Es besteht aus Milliarden kleinster Mikroorganismen und ist für das Gleich- bzw. Ungleichgewicht des Darms verantwortlich. Autoimmunerkrankungen, Erkrankungen des Fettstoffwechsels und chronische/entzündliche Erkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa können durch ein Mikrobiom im Ungleichgewicht ausgelöst werden.
Prof. Dirk Haller von der TU München geht deshalb davon aus, dass das Mikrobiom der Schlüssel zur erfolgreichen Bekämpfung von entzündlichen Darmerkrankungen sein könnte.
In Tierversuchen konnte er bereits feststellen, dass ein entzündungsfreier Verlauf vorliegt, wenn Bakterien ferngehalten werden. Ein gutes Indiz dafür, dass der klinische Verlauf von der Art der Bakterien, die sich im Darm befinden, abhängt.