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Die Bereitschaft von Gewerkschaftsmitgliedern zum Engagement für den Verband hängt davon ab, wie sie angeworben wurden; das zeigt eine Schweizer Studie.
Interessenverbände sind mit auseinanderlaufenden Herausforderungen konfrontiert, die eine zentrale strategische Herausforderung darstellen: Sie müssen immer wieder neue Mitglieder anziehen, um gross und gewichtig zu erscheinen, sind aber auch darauf angewiesen, dass ihre Mitglieder aktiv und engagiert sind. Ersteres erfordert eine quantitative, zweiteres eher eine qualitative Optimierung der Mitgliederwerbung. Die vorliegende Studie untersucht am Beispiel einer Schweizer Arbeitnehmerorganisation, welcher Zusammenhang zwischen dem Rekrutierungsweg neuer Mitglieder und deren späterer Bereitschaft zum Engagement für den Verband besteht. Es zeigt sich, dass Mitglieder, die über enge persönliche Kontakte durch Angestellte der Organisation geworben wurden oder eigeninitiativ eingetreten sind, sich häufiger engagieren als Mitglieder, die von anderen Mitgliedern oder über Standaktionen zum Beitritt bewegt wurden. Das hat wichtige Konsequenzen für die Strategiesetzung bei der Mitgliedergewinnung.
Udo Michel und Markus Gmür