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Die erste Arbeitseinheit widmete sich dem Austausch über die Entwicklungen in Leipzig und Luzern sowie dem relevanten wissenschaftlichen Umfeld. Auf dieser Grundlage vertiefte die interdisziplinäre Gruppe am nächsten Tag die thematischen Überlegungen.
Die Frage der Identität stand im Mittelpunkt. Zwei Texte begleiteten die Forscher durch die weiteren Arbeitseinheiten: "Identität" von Thea Bauriedl / Ulrike Peters / Helmut Peukert und "Cultural versus Multiple Identities? Applying Political and Cultural Identity Approaches to the Question of Multiple Iden-tification in the European Union" von Iris Andrea Glockner. Fragen, die sich zu den verschiedenen Aspekten der Identität stellten, waren beispielsweise wie sich Identität entwickelt und wovon sie geprägt wird oder, ob die Identität viel mehr etwas unveränderliches ist und eine Person die Identität zu keinem Zeitpunkt wechseln kann. Herr Pickel gab zu bedenken, dass der Fokus von der individuellen Identität immer stärker zum Kollektiv verschoben wird. Wurde früher die Aufmerksamkeit der Identität des Einzelnen gewidmet, stehe heute die Gruppe im Zentrum. So würde sich die Frage stellen, wie sich die Identität auf die Gruppe und die Gruppe auf die Identität auswirkt. Es geht in der Fragestellung auch um die Auswirkung von religiösen Gruppen auf die Zivilgesellschaft. Die bekannte Untersuchung von Robert Putnam wurde oft zitiert. Helfen religiöse Gruppen das zivilgesellschaftliche Sozialkapital zu stärken? Das Begriffspaar "bonding" und "bridging" gehört unmittelbar in diese Diskussion.
Im Anschluss an die inhaltlichen Fragen wendeten sich die Professoren dem methodischen Teil zu. Anhand eines Fragebogens von 2006 ("Repräsentativumfrage unter Katholiken (Pfarrgemeindemit-glieder)") wurden die verschiedenen Herangehensweisen besprochen.
Die vertrauensvolle Atmosphäre der gemeinsamen Forschungstage und die inhaltlichen Übereinstimmungen und Ergebnisse, die erzielt wurden, geben Anlass zur Hoffnung auf weitere gemeinsame Forschungsanstrengungen.