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Gäste der 13. Ausgabe / 2017
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Sou Abadi
Regisseurin von Cherchez la femme
Sou Abadi wurde als Tochter eines Kommunisten und einer politisch rechts stehenden Mutter im Iran geboren. Einige Jahre nach der Islamischen Revolution flüchtete sie mit ihrer Familie nach Frankreich. Sou Abadi erhielt die französische Staatsbürgerschaft und liess sich zur Cutterin ausbilden. 2001 drehte sie im Iran während eines halben Jahres SOS à Téhéran. Bei diesem grossartigen Dokumentarfilm wandte sie den von Raymond Depardon und Frederick Wiseman geschätzten Ansatz des «Cinéma vérité» an und filmte auf iranischen Beratungsstellen, was die Menschen beschäftigt. Zurück in Frankreich war Sou Abadi erneut als Cutterin tätig. Sie arbeitet etwa an Tabous (2003), einem Dokumentarfilm der ebenfalls aus dem Iran stammenden Regisseurin Mitra Farahani über Liebe, Sexualität und die Tabus der islamischen Gesellschaft, sowie an L’escale (2013) des iranisch-schweizerischen Filmemachers Kaveh Bakhtiari (der Film lief im Rahmen der «Quinzaine des réalisateurs» in Cannes). Nachdem sich Sou Abadi fünf Jahre lang um die Finanzierung eines Dokumentarfilms über einen israelischen Ex-Spion bemüht hatte, verfasste sie das Drehbuch der Komödie Cherchez la femme, in das sie viel von sich selbst steckte.
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Jean-Pierre Améris
Regisseur von Je vais mieux
Der französische Filmemacher Jean-Pierre Améris, 1961 in Lyon geboren, studierte am «Institut des Hautes Études Cinématographiques» in Paris. Nach seinem Abschluss drehte er drei Kurzfilme, unter anderem Intérim (1988), für den er am Kurzfilmfestival von Clermont-Ferrand mit dem Grossen Preis ausgezeichnet wurde. 1993 entstand sein erster Langspielfilm, Le bateau de mariage, über einen Lehrer während der deutschen Besatzung. Sein darauffolgendes Werk Les Aveux de l'innocent (1996) wurde an den Filmfestspielen Cannes prämiert. Im Zentrum dieser Geschichte steht ein einfacher Arbeiter, der sich selbst eines Verbrechens beschuldigt, um mediale Aufmerksamkeit zu erlangen. Nach Mauvaises fréquentations (1999), C’est la vie (2000), Poids Léger (2003) und Je m'appelle Elisabeth (2006), eine Geschichte über eine Beziehung zwischen einem psychisch Kranken und einem introvertierten Mädchen, drehte Jean-Pierre Améris den sehr erfolgreichen Film Les émotifs anonymes (2010). Darauf folgte La joie de vivre, eine Adaption des gleichnamigen Romans von Émile Zola, die 2012 im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Im selben Jahr stellte Jean-Pierre Améris am FFFH L’Homme qui rit nach einem Werk von Victor Hugo vor, und 2013 kam er mit dem aufwühlenden Film Marie Heurtin nach Biel. 2015 drehte er die bittersüsse Komödie Une famille à louer mit Virginie Efira und Benoît Poelvoorde in den Hauptrollen. 2017 präsentierte Jean-Pierre Améris in Biel seine neue Komödie Je vais mieux, die vom gleichnamigen Roman von David Foenkinos inspiriert ist, als Weltpremiere.
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Swann Arlaud
Schauspieler in Petit paysan
Der französische Schauspieler Swann Arlaud kam als Sohn einer Castingleiterin schon früh mit der Filmwelt in Berührung. So erstaunt es auch nicht, dass er bereits als Neunjähriger seine erste Rolle erhielt und in La Révolte des enfants (1991) von Gérard Poitou-Weber mitspielte. Nach seiner Ausbildung an der «École nationale supérieure des arts décoratifs» in Strassburg entschied sich Swann Arlaud gegen den Beruf des Bühnenbildners und wurde Schauspieler. Seit 2005 verkörperte er verschiedene Nebenrollen, etwa in Filmen von Yves Angelo (Les Âmes Grises), Daniel Duval (Le Temps des Porte-Plumes), Luc Besson (Les aventures extraordinaires d’Adèle Blanc-Sec) und Rebecca Zlotowski (Belle Épine). 2010 war er in Les Émotifs Anonymes von Jean-Pierre Améris zu sehen und spielte auch in dessen nächstem Werk, L’Homme qui rit (2012), mit. Daneben trat er in Fernsehproduktionen, wie den Serien Femmes de loi und Engrenages, auf. 2014 war Swann Arlaud als Stricherjunge Camille in Bon Rétablissement von Jean Becker zu sehen. Im selben Jahr spielte er im Film Bouboule des belgisch-schweizerischen Filmemachers Bruno Deville einen dubiosen Wachmann. Für seinen Auftritt in Les Anarchistes (2015) von Elie Wajeman war er 2016 für den César in der Kategorie Bester Nachwuchsdarsteller nominiert. In Une vie von Stéphane Brizé, der 2016 am FFFH lief, spielte er einen flatterhaften jungen Ehemann. 2017 war Swann Arlaud in der Hauptrolle von Petit Paysan zu sehen.
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Laurent Cantet
Regisseur von L’Atelier
Der 1961 geborene Laurent Cantet studierte in Paris am «Institut des Hautes Études Cinématographiques» und startete seine Karriere mit einem Fernsehfilm (Les Sanguinaires), bevor er 1999 seinen ersten Langspielfilm für die Kinoleinwand drehte. Für ressources humaines, einen Film über einen jungen Manager, der die 35-Stunden-Woche einführen muss, erhielt er 2001 den César für das beste Erstlingswerk. Mit L’Emploi du temps (2001) über den Lügner Jean-Claude Romand stellte Laurent Cantet sein Können erneut unter Beweis. Nach dem verstörenden Vers le sud (2005), der vom Sextourismus in Haiti handelt, drehte der Regisseur entre les murs, nach dem gleichnamigen Bestseller von François Bégaudeau über seine Erfahrungen als Franzöischlehrer in Paris. Der dokumentarische Spielfilm erhielt 2008 die Goldene Palme von Cannes und lief im selben Jahr am FFFH. Es folgte der in den USA gedrehte Fox Fire: confessions d’un gang de filles (2013) nach einem Roman von Joyce Carol Oates, dann realisierte Laurent Cantet den Spielfilm Retour à Ithaque (2014), der in Kuba zur Zeit der Diktatur spielt. Das Drehbuch zu seinem jüngsten Werk schrieb er zusammen mit Robin Campillo (120 battements par minute). L’Atelier handelt von einer Schreibwerkstatt für jugendliche Schulversager und lief dieses Jahr in Cannes im Rahmen von «Un certain regard».
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Hubert Charuel
Regisseur von Petit paysan
Hubert Charuel, 1985 geboren, arbeitete als einziger Sohn eines Landwirtepaares auf dessen Milchviehbetrieb mit, bevor er sich der Filmwelt zuwandte. 2011 erlangte er an der FEMIS («Fondation Européenne pour les Métiers de l’Image et du Son») ein Diplom im Bereich Produktion. Seine Abschlussarbeit Diagonale du vide, ein Kurzfilm über die abenteuerliche Suche zweier Jugendlicher nach Haschisch, wurde an mehreren Festivals gezeigt. 2014 drehte Hubert Charuel K-Nada. Dieser zweite Kurzfilm auf den Spuren zweier Brüder, die von ganz anderen Träumen getrieben nach Amsterdam reisen wollen, lief am Kurzfilmfestival von Clermont-Ferrand, wurde in Angers am «Festival Premiers Plans» prämiert und auf Arte ausgestrahlt. 2015 erhielt Hubert Charuel von der «Fondation Gan pour le cinéma» einen Unterstützungsbeitrag für die Arbeit an seinem ersten Langspielfilm Petit paysan. Gleichzeitig entwickelte er ein dokumentarisches Projekt mit dem Titel Les vaches n’auront plus de nom. Mit dem 2016 gedrehten Kurzfilm Fox-Terrier, in dem es um die Jagd geht, schaffte es Hubert Charuel erneut ans Kurzfilmfestival von Clermont-Ferrand. Der auf dem Bauernhof seiner Eltern gedrehte Film Petit paysan lief vergangenen Mai während der «Semaine de la Critique» an den Filmfestspielen von Cannes.
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Laetitia Dosch
Schauspielerin in jeune femme
Die französisch-schweizerische Schauspielerin Laetitia Dosch liess sich am Cours Florents in Paris ausbilden, bevor sie in Lausanne an der «Manufacture – Haute École des arts de la scène» studierte. Sie spielte daraufhin in zahlreichen Kurzfilmen mit, etwa im mehrfach ausgezeichneten Bam Tchak (2010) von Marie-Elsa Sgualdo. 2010 war sie in Complices von Frédéric Mermoud zu sehen. Drei Jahre später spielte sie mit Vincent Macaigne in La Bataille de Solférino von Justine Triet. Auf diesen Karrierestart folgten Rollen in La Belle Saison von Catherine Corsini, Mon Roi von Maïwenn, Keeper von Guillaume Senez und Les Malheurs de Sophie von Christophe Honoré, und unlängst zeigte sie in jeune femme von Léonor Serraille ihr ganzes Talents. Parallel zu ihrer Filmkarriere trat Laetitia Dosch auch im Theater auf, etwa in den Shakespeare-Stücken Mesure pour mesure (Measure for Measure) und La Mégère apprivoisée (The Taming of the Shrew) sowie in experimentellen Gruppenkreationen. Sie entwickelte auch eigene Stücke, wie die One-Woman-Show Laëtitia fait péter und das von der Schweizer Kabarettistin Zouc inspirierte Un Album, das sie weltweit aufführte. Derzeit schreibt sie an einem Duo-Stück für Mensch und Pferd mit dem Titel Hate.
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Fiona Gordon et Dominique Abel
Fiona Gordon wurde 1957 in Australien geboren. Sie ist Kanadierin und hat ein Diplom in Schauspielkunst der Universität Windsor (Ontario). Sie zog nach Paris, um an der École Jacques Lecoq Theater zu studieren. Dominique Abel wurde 1957 im belgischen Thuin geboren und absolvierte die Theaterausbildung an der École Jacques Lecoq in Paris. Dort lernte er Fiona Gordon kennen. Sie wurden zu einem unzertrennlichen Komikerduo. Sie erschufen zusammen Theatertücke, die sie international bekannt machten. Gemeinsam gründeten sie die Produktionsfirma Courage mon amour, die vier sehr erfolgreiche Theaterstücke schuf. Von 1994 an befassten sich die beiden mit dem Kino. Sie begannen mit Kurzfilmen, bei denen sie gleichzeitig Produzenten, Autoren, Regisseure und Darsteller waren. 2005 drehten Dominique Abel und Fiona Gordon ihren ersten Langfilm: die «physische und poetische» Komödie L’Iceberg. Dieser Film wurde mit Lob überhäuft und gewann an mehreren internationalen Festivals zahlreiche Preise. Das mittlerweile unzertrennliche Duo liess sich vom burlesken Kino inspirieren und schaffte es, ihren absurden und skurrilen Humor dank der millimetergenauer Choreografie von Gesten und Haltungen in Kurz- und Langfilme zu übertragen. In Rumba (2007), der wundervollen Geschichte einer vereitelten Liebe, tanzte Fiona Gordon einfach weiter – trotz des Holzbeines, das sie tragen muss, seit sie wegen eines Selbstmörders einen Autounfall hatte. Nach La Fée (2011), der an der «Quinzaine des réalisateurs» in Cannes und am FFFH gezeigt wurde, kehrten Dominique Abel und seine langjährige Verbündete nach Biel zurück, um ihr neustes Werk Paris pieds nus vorzustellen. Dieses Jahr spielten die beiden Filmemacher und Schauspieler die Hauptrollen im Trailer zur 13. Ausgabe des FFFH, der im Juli in Biel gedreht wurde.
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Sara Forestier
Sara Forestier, Regisseurin von M
Sara Forestier in Kopenhagen geboren und in Paris aufgewachsen, stand mit 13 erstmals für den Film Les fantômes de Louba (2001) von Martine Dugowson vor der Kamera. Drei Jahre später spielte sie die weibliche Hauptrolle in L’esquive (2004) von Abdellatif Kechiche, für die sie 2005 mit dem César in der Kategorie «Beste Nachwuchsdarstellerin» ausgezeichnet wurde. Sie war danach in zahlreichen Filmen zu sehen, unter anderem in Werken von Michel Deville, Claude Lelouch, Bertrand Blier, Tom Tykwer, Roman Polanski, Alain Resnais sowie Thomas Gilou. 2010 interpretierte sie auf unvergessliche Weise die Protagonistin Bahia Benmahmoud in Le Nom des gens von Michel Leclerc und erhielt dafür 2011 den César in der Kategorie «Beste Hauptdarstellerin». Im selben Jahr verkörperte sie France Gall im Film Gainsbourg (vie héroïque) von Joann Sfar. Darauf folgte mit Télé Gaucho (2012) erneut ein Auftritt in einem Film von Michel Leclerc, bevor sie im Film Suzanne (2013) von Katell Quillévéré die gleichnamige Hauptfigur spielte und an der Seite von Vincent Elbaz in Primaire (2016) von Hélène Angel zu sehen war. Seit 2005 ist Sara Forestier auch hinter der Kamera tätig und drehte drei Kurzfilme, einer davon war Un, deux et toi (2009). Ihr erster Langspielfilm M, zu dem sie auch das Drehbuch schrieb und an der Seite von Redouanne Harjane die weibliche Hauptrolle verkörperte, lief an den Filmfestspielen von Venedig.
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Rachid Hami
Regisseur von La mélodie
Rachid Hami, 1985 in Algier geboren, kam mit acht Jahren nach Frankreich und lebte dort mit seiner Mutter und seinen beiden Brüdern in prekären Verhältnissen. Die Filmwelt war sein Rettungsanker. Sein Schauspieldebüt feierte er als Rachid, den Harlekin, in L’esquive (2003) von Abdellatif Kechiche. Danach war er im Film Rois et Reine (2004) von Arnaud Desplechin in der Rolle eines Ladendiebes zu sehen, bevor er im Fernsehfilm Pour l’amour de Dieu (2005) von Zakia und Ahmed Bouchaala die männliche Hauptrolle erhielt und einen jungen Mann spielte, der sich vom radikalen Islamismus verführen liess. Rachid Hami wechselte dann hinter die Kamera und drehte Point d’effet sans cause. Sein zweiter mittellanger Spielfilm, Choisir d’aimer (2007), zu dem er auch das Drehbuch geschrieben hatte, erzählt die Geschichte von zwei Paaren in Algerien und Frankreich. Er selbst trat darin an der Seite von Louis Garrel und Leïla Bekhti auf (der Film erhielt am «Festival Premiers Plans» von Angers den Publikumspreis). 2009 war er in Le Bel Âge von Laurent Perreau zu sehen. Er schrieb und entwickelte mehrere Drehbücher für Langspielfilme, etwa Moutons noirs, der von der «Fondation Gan pour le cinéma» ausgezeichnet wurde. Seinen ersten Langspielfilm, La mélodie, schrieb er zusammen mit Guy Laurent und Valérie Zenatti.
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Redouanne Harjane
Schauspieler in M
Der Komiker, Musiker und Schauspieler Redouanne Harjane absolvierte an der staatlichen Schauspielschule in Metz und am «Cours Simon» in Paris eine klassische Theaterausbildung und studierte danach an der internationalen Jazzschule in Nancy verschiedene Instrumente, unter anderem die Gitarre. 2009 trat er mit seiner ersten Solo-Show, Le Diable et la tempête, auf. Im darauffolgenden Jahr bestritt er den ersten Teil der Show von Jamel Debbouze und brachte als Mitglied des «Jamel Comedy Club» sein zweites Solo-Programm als Komiker auf die Bühne, Dans la tête de Redouanne Harjane. Mit seiner Rolle in Les Mythos von Denis Thybaud spielte er 2011 erstmals in einem Kinofilm mit. Er war danach für die Sendung Supplément bei Canal + tätig und stellte sein Talent als Radiomoderator auf France Inter unter Beweis. Es folgten weitere Rollen in Kinofilmen, etwa in Werken der Regisseure Michel Gondry (L’Écume des jours), Nicolas Cuche (Prêt à tout), Antoine Blossier (À toute épreuve) sowie Orelsan und Christophe Offenstein (Comment c’est loin). Im Fernsehen war er in Episoden der Mini-Comedy-Serien Very Bad Blagues und Bref zu sehen. In M, dem Film der Schauspielerin und Regisseurin Sara Forestier, verkörperte er die männliche Hauptfigur Mo, einen Kamikazefahrer, der an heimlichen Autorennen teilnimmt.
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Michel Leclerc
Drehbuchautor von Ôtez-moi un doute
Michel Leclerc wurde mit seiner Sendung Ces objets qui nous font chier, die auf France 3 und Canal+ lief, bekannt. Seit 1991 drehte er Kurzfilme; für Le Poteau rose (2002) wurde er am Kurzfilmfestival von Clermont-Ferrand ausgezeichnet. Er war Drehbuchautor bei der Serie Âge sensible, einer Sitcom über eine Studenten-WG, und machte einen Dokumentarfilm über den tschechischen Trickfilmemacher Jan Švankmajer, bevor er seinen ersten Langspielfilm J’invente rien (2006) mit Kad Merad und Elsa Zylberstein in den Hauptrollen drehte. Im selben Jahr schrieb er zusammen mit Carine Tardieu das Drehbuch zu la tête de maman. 2010 drehte Michel Leclerc Le Nom des gens, eine lustvolle Komödie, die 2011 gleich mit zwei Césars ausgezeichnet wurde: einmal in der Kategorie «Bestes Originaldrehbuch» und einmal in der Kategorie «Beste Hauptdarstellerin» für Sara Forestier. Es folgten Télé Gaucho (2012) über seine Erlebnisse beim Piraten-Fernsehsender Télé Bocal, der Mitte der Neunziger entstand, sowie La Vie très privée de Monsieur Sim (2015) mit Jean-Pierre Bacri als betrübt-vergnügter Monsieur Sim. Nun stellte Michel Leclerc am FFFH mit Carine Tardieu den Film Ôtez-moi d’un doute vor, bei dem er als Koautor am Drehbuch mitwirkte.
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Blandine Lenoir
Regisseurin von Aurore
Die französische Schauspielerin und Regisseurin Blandine Lenoir startete ihre Filmkarriere 1991 mit Auftritten in Filmen von Gaspar Noé, Sylvie Verheyde, Fabienne Godet, Pierre Schoeller, Bruno Podalydès und Sólveig Anspach. Sie war auch in Fernsehserien und -filmen zu sehen und begann schliesslich selbst erste Kurzfilme zu drehen. Zu diesen feministisch geprägten Werken zählen der Film Avec Marinette (2000), der am Kurzfilmfestival von Clermont-Ferrand doppelt prämiert wurde, sowie Dans tes rêves (2004) und Rosa (2005). Ma Culotte (2006) mit Christine Boisson lief in Cannes während der «Semaine de la Critique», und Monsieur l’Abbé (2010) war für den César in der Kategorie «Bester Kurzfilm» nominiert. 2012 schrieb und drehte Blandine Lenoir Zouzou, ihren ersten Langspielfilm. Diese generationenübergreifende Komödie spielt in einem Haus auf dem Lande und zeigt einen Tag und eine Nacht im Leben einer Mutter, ihrer drei Töchter und der 14-jährigen Enkelin, die ihre ersten sexuellen Erfahrungen macht. Nun stellte die Regisseurin am FFFH ihre neue Komödie Aurore vor, in der Hauptrolle eine fantastische Agnès Jaoui als Frau mittleren Alters, die sich gegen den Jugendwahn auflehnt.
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Matthieu Lucci
Schauspieler in L’Atelier
Der damals 18-jährige Matthieu Lucci hatte noch in keinem Film mitgespielt, als er vor seinem Gymnasium in La Ciotat bei Marseille vom Regisseur Laurent Cantet entdeckt wurde und die männliche Hauptrolle in dessen Film L’Atelier erhielt. Er spielt darin Antoine, einen Jugendlichen in Schwierigkeiten, der mit Gleichaltrigen an einer Schreibwerkstatt teilnimmt. Zerrissen zwischen der Lust am Kollektiv und dem Drang nach Unabhängigkeit, wird er von den Lockrufen der rechtsextremen identitären Bewegung angezogen. Als der vielbeachtete Film L’Atelier letzten Mai an den Filmfestspielen von Cannes im Rahmen von «Un Certain Regard» lief, zog der junge Schauspieler die Aufmerksamkeit der Filmkritiker auf sich. In der Zwischenzeit machte Matthieu Lucci die Matura und zog nach Paris. Nun lässt er sich von einem Agenten bei seiner weiteren künstlerischen Karriere beraten. Letzten Juni trat er im Kurzfilm Un été viril von Laurent Lunetta auf. In diesem stehlen junge Protagonisten das Smartphone eines Fussballtrainers, der einen Hang zum Voyeurismus hat. Ausserdem spielte Matthieu Lucci in L’Île et le continent mit, einem Kurzfilm von Laurie Bost und Sébastien Savine, der auf der Île de Groix gedreht wurde.
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Kad Merad
Schauspieler in La mélodie
Der franko-algerische Schauspieler, Komiker und Regisseur Kad Merad wurde Anfang der Neunziger bekannt, als er am Radio mit Olivier Baroux als ätzend-komisches Duo «Kad et Olivier» auftrat. 2001 feierte er sein Debüt als Filmschauspieler. Berühmtheit erlangte er 2003 mit der Hauptrolle im Film Qui a tué Pamela Rose von Éric Lartigau, an dessen Drehbuch er auch mitgewirkt hat. Kurz darauf spielte er den Sportlehrer Chabert in Les Choristes (2004) von Christophe Baratier. Für seinen Auftritt in Je vais bien, ne t’en fais pas von Philippe Lioret erhielt er 2007 den César in der Kategorie «Bester Nebendarsteller». 2008 wurde Kad Merad, dank seiner Rolle als Postbeamter in Bienvenue chez les Ch’tis von und mit Dany Boon, zum Star des französischen Films. Ein Jahr später stellte er in Le Petit Nicolas von Laurent Tirard den Vater der gleichnamigen Hauptfigur dar. 2011 wechselte er hinter die Kamera und drehte den bewegenden Film Monsieur Papa, in dem er auch eine der Hauptrollen spielte. Er führte danach mit Olivier Baroux Regie bei Mais qui a retué Pamela Rose (2012), arbeitete für den Film Supercondriaque (2014) erneut mit Dany Boon zusammen und schuf mit Marseille (2016) eine Komödie voller Zärtlichkeit. Im Film La mélodie, den er am FFFH zusammen mit dem Regisseur Rachid Hami vorgestellt hat, spielt Kad Merad einen desillusionierten Geigenlehrer. Es ist bereits sein fünfzigster Auftritt in einem Kinofilm.
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Lila Ribi
Regisseurin von Révolution silencieuse
Lila Ribi verbrachte ihre Kindheit im Tessin. Nachdem sie einige Jahre im sozialen Bereich gearbeitet hatte, erlangte sie 2004 an der «École supérieure d'arts appliqués» in Vevey ein Diplom als Dekorateurin und studierte danach «Fine Arts» an der Hochschule der Künste in Bern. Im Laufe des Studiums entdeckte sie ihre Leidenschaft für den Dokumentarfilm, da sie mit dieser Ausdrucksform ihre künstlerische Tätigkeit mit ihrem Interesse an realen Gegebenheiten verbinden konnte. Sie wurde an der «École Cantonale d’Art de Lausanne» (ECAL) im Bereich Film aufgenommen und schloss diese 2009 als diplomierte Regisseurin ab. Im selben Jahr drehte sie Spaghetti alle vongole, ein mittellanger Dokumentarfilm über eine junge Frau, die die Beziehung zu ihrem Vater wieder aufnehmen möchte. Dieses Debüt wurde am Filmfestival «Visions du Réel» im Rahmen des Wettbewerbs «Regards neufs» gezeigt und am Filmfestival FRONTDOC in Aosta mit dem Grossen Preis der Jury ausgezeichnet. 2009 lief zudem Lila Ribis Abschlussfilm, der Kurzfilm Le Téméraire, am Filmfestival von Locarno im Rahmen des Wettbewerbs «Pardi di Domani». Nach mehreren Künstlerporträts drehte die Regisseurin mit Révolution silencieuse (2017) ihren ersten langen Dokumentarfilm.
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Léonor Serraille
Regisseurin von jeune femme
Die junge Französin Léonor Serraille gehört zu den vielversprechendsten Filmemacherinnen ihrer Generation. Sie studierte Literatur, setzte sich jedoch öfters ins Kino als an den Schreibtisch und entdeckte dabei ihre Leidenschaft für den Film. Neben Filmen wie Shara von Naomi Kawase und The Taste of Tea von Katsuhito Ishii war es vor allem das Werk von John Cassavetes, das sie tief beeindruckt und zum Schreiben von Drehbüchern inspiriert hat. Ab 2009 studierte sie an der FEMIS in Paris («Fondation Européenne pour les Métiers de l’Image et du Son») Drehbuchgestaltung. Nach Abschluss ihres Studiums mit Auszeichung drehte sie 2016 den mittellangen Spielfilm Body mit Nathalie Richard in der Rolle als Pflegerin, die sich mit ihrer Familie zerstritten hat. Daraufhin überarbeitete Léonor Serraille das Drehbuch, mit dem sie ihr Studium abgeschlossen hatte, und verfilmte es selbst. Ihr Film jeune femme mit Laetitia Dosch in der Hauptrolle lief letzten Mai in Cannes im Rahmen von «Un certain regard». Er begeisterte das Publikum der Croisette und wurde mit der begehrten «Caméra d’or», dem Preis für das beste Filmdebüt, ausgezeichnet.
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Carine Tardieu
Regisseurin von Ôtez moi d’un doute
Nach ihrem Studium an der «École supérieure de Réalisation Audiovisuelle» in Paris arbeitete Carine Tardieu als Regieassistentin bei zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen mit, etwa bei Jeanne et le garçon formidable (1998) von Olivier Ducastel und Jacques Martineau. Sie drehte daraufhin zwei vielbeachtete Kurzfilme, Les Baisers des autres (2002) und den am Kurzfilmfestival von Clermont-Ferrand prämierten L’Aîné de mes soucis (2004). Das Drehbuch zu ihrem nächsten Werk, la tête de maman (2007), schrieb sie zusammen mit Michel Leclerc. Dieser von der Kritik hochgelobte erste Langspielfilm mit Karin Viard und Kad Merad in den Hauptrollen handelt von einer Jugendlichen, die sich bemüht, das Lächeln ihrer Mutter zu erwidern. 2011 drehte die Regisseurin die witzige Familienchronik Du vent dans mes mollets, eine Adaption der gleichnamigen Graphic Novel von Raphaële Moussafir mit Agnès Jaoui, Denis Podalydès und Isabelle Carré in den Hauptrollen. Carine Tardieu stellt dieses Jahr am FFFH ihren dritten Langspielfilm vor, Ôtez-moi d’un doute, den sie zusammen mit Michel Leclerc und Raphaële Moussafir schrieb. Die Familiendramödie lief bei den Filmfestspielen von Cannes im Rahmen der renommierten Reihe «Quinzaine des Réalisateurs».
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Bruno Todeschini
Schauspieler in La propera pell
Der heute in Genf lebende Schauspieler Bruno Todeschini, geboren in Couvet im Val de Travers, hatte seinen ersten Filmauftritt 1987 in Hôtel de France von Patrice Chéreau und wurde von da an einer dessen bevorzugter Schauspieler. Bruno Todeschini trat hauptsächlich in Autorenfilmen namhafter Filmemacher auf, etwa in Werken von Arnaud Desplechin, Pascale Ferran, Jacques Rivette, André Téchiné, Jessica Hausner, Nobuhiro Suwa und Michael Haneke. 2007 erhielt er die Hauptrolle in 1 journée von Jacob Berger. 2011 wirkte er in La Délicatesse von Stéphane und David Foenkinos mit. Drei Jahre später war er als Banker in La French (2014) von Cédric Jimenez sehen, und 2016 spielte er die männliche Hauptrolle im Inselfilm sette giorni von Rolando Colla. Er brilliert im aktuellen Werk von Arnaud Desplechin, les Fantômes d’Ismaël (2017), und wird in Jalouse von David und Stéphane Foenkinos zu sehen sein, der voraussichtlich 2018 in die Kinos kommt. 2017 stellte Bruno Todeschini am FFFH La propera pell vor. In diesem winterlichen Thriller der katalanisch-spanischen Filmemacher Isaki Lacuesta und Isa Campo tritt er (unter anderem) an der Seite von Emma Suárez auf.