Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03137.jsonl.gz/832

In dem zwischen Zurzach und Tegerfelden gelegenen Walde hört man oft in finstern und stürmischen Nächten den Ruf: „Hienoch! Hienoch!“ (Hiernach! Hiernach!), wodurch des Wegs Unkundige nicht selten irre geführt werden. Davon erzählt die Sage: Bei einer zwischen genannten Gemeinden entstandenen Markstreitigkeit wurden die zwei ältesten Männer — als wohl die kundigsten — bei Ehre und Gewissen aufgefordert, die richtige Scheidelinie anzugeben. Obwohl nun beide die richtige Scheidelinie nicht mit Bestimmtheit anzugeben wussten, so schwur doch der Eine von ihnen, dass er die wahre Grenze kenne, und so schritt er unter dem fortwährenden Rufe: „Hienoch! Hienoch!“, weit über dieselbe hinaus, so dass die eine Gemeinde um ein gut Stück Land arg betrogen war. Zur Strafe für dieses Verbrechen geht nun der Unglückliche auch jetzt nach seinem Tode noch jenen Ruf ausstoßend als Geist um.
Hinweis: Die gleiche Geschichte, etwas ausführlicher erzählt, findet sich bei E. L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 2, Aarau 1856, unter dem Titel „Hieno auf dem Katzenstriegel bei Zurzach“
C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.