Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03598.jsonl.gz/4145

Der Sammelbegriff «Neurodegenerative Erkrankungen» umfasst eine Reihe von Krankheitsbildern, die zu einer zunehmenden Schädigung und den Verlust von Nervenzellen im menschlichen Gehirn führen.
Der Körper kann in der Regel beschädigte oder abgestorbene Nervenzellen nicht erneuern, weshalb es zu einem Abbau der intellektuellen Leistungen oder zu motorischen Störungen kommen kann.
Die weitaus häufigste neurodegenerative Erkrankung stellt die Alzheimer-Krankheit dar. Weitere Krankheitsbilder sind Morbus Parkinson, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Chorea Huntington oder die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, die zu den Prionen-Erkrankungen zählt.
Die Alzheimer-Krankheit ist nach ihrem Entdecker Alois Alzheimer benannt, welcher die Krankheit 1906 erstmals beschrieb. Charakteristisch für den Morbus Alzheimer sind Ablagerungen im Gehirn, die sogenannten Plaques und Tau-Fibrillen. Inwiefern sie für den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen und Nervenkontakten im Gehirn von Alzheimer-Patienten verantwortlich sind, steht noch nicht abschliessend fest. Der Verlust von Synapsen und Nervenzellen führt zu einem fortschreitenden Versagen wichtiger geistiger Funktionen wie Gedächtnis, Sprache, Planen, Handeln und räumliche Orientierung. Das Krankheitsrisiko steigt mit zunehmendem Alter. So sind ca. 20 bis 25 % der über 85-jährigen von der Alzheimer-Krankheit betroffen.
Morbus Parkinson ist nach dem englischen Arzt James Parkinson benannt, welcher die Symptome dieser Krankheit im Jahre 1817 sehr genau beschrieben hat. Die Parkinson-Krankheit ist vor allem durch eine Verlangsamung und Schwächung aller Bewegungen, eine Versteifung bestimmter Muskeln und manchmal ein feines Zittern von Hand und Fuss gekennzeichnet. Hinzu kommen psychische Veränderungen sowie Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus’. Bei der Krankheit kommt es zu einem Absterben von Nervenzellen im Gehirn, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Der daraus resultierende Mangel an Dopamin führt zu den motorischen Störungen. Die Ursache von Parkinson ist bisher nicht bekannt. In der Schweiz sind schätzungsweise 15'000 Männer und Frauen von Morbus Parkinson betroffen. Mit der Dauer der Parkinson-Erkrankung und dem Alter der Patienten steigt die Häufigkeit einer Parkinson-Demenz.
Bei der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS), deren Ursache – mit Ausnahme der seltenen erblichen Form –unbekannt ist, handelt es sich um eine zunehmende Degeneration von Motoneuronen in Gehirn und Rückenmark, welche für die Muskelbewegungen verantwortlich sind. Infolgedessen kommt es zu einer irreversiblen Muskellähmung am ganzen Körper und schließlich auch der Atemmuskulatur. Die ALS hat nichts mit MS (Multiple Sklerose) zu tun. Pro Jahr erkranken etwa eine bis zwei von 100'000 Personen an ALS. Die Krankheit beginnt meistens zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Es besteht aktuell keine Behandlungsmöglichkeit, die durchschnittliche Überlebenszeit nach der Diagnose beträgt drei bis fünf Jahre.
Bei den Prionen-Erkrankungen handelt es sich um tödlich verlaufende Erkrankungen des Gehirns, das sich als Folge des Abbaus von Nervenzellen schwammartig verändert. Als Erreger werden heutzutage abnorm gefaltete Eiweisse, sogenannte Prionen, angesehen, welche im Gegensatz zu Viren, Bakterien und Pilzen kein Erbmaterial enthalten. Es lassen sich beim Menschen genetische, sporadische oder übertragbare Erkrankungen unterscheiden. Die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ist höchstwahrscheinlich auf den Verzehr von BSE-verseuchtem Rindfleisch zurückzuführen. Sie wurde in der Schweiz bisher noch nie beobachtet.