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Freiheit
„Das Reich der Freiheit ist im Reich der Notwendigkeit ein notwendiger Traum“ (Erich Fried) Wer heute von Freiheit spricht, der meint doch meist die Freiheit, sich zwischen unterschiedlichen Optionen entscheiden zu können. Freiheit in der Berufswahl, darin,
„Das Reich der Freiheit ist im Reich der Notwendigkeit ein notwendiger Traum“
(Erich Fried)
Wer heute von Freiheit spricht, der meint doch meist die Freiheit, sich zwischen unterschiedlichen Optionen entscheiden zu können. Freiheit in der Berufswahl, darin, was ich esse, wo ich wohne, wie ich mich kleide, was ich glaube und wen ich liebe, augenscheinlich haben wir so viele Freiheiten, aber ist das wirklich so? Beinhaltet Freiheit nicht mehr, als die Wahl zwischen vorgegebenen Möglichkeiten?
Klar, es gibt ganz grundsätzliche Regeln, die unser Zusammenleben erst möglich machen und ich möchte auch gar nicht darüber sinnieren, ob es tatsächlich sinnvoll ist, wenn ab sofort jedem freigestellt wäre, entsprechend der eigenen Präferenzen nun den Rechts- oder den Linksverkehr zu praktizieren, nein, es geht um Grundsätzliches. Ist es wirklich Freiheit, wenn wir aus einer Schale mit blauen, roten, grünen und gelben Bällen wählen dürfen, aber eigentlich gerne einen schwarzen hätten? Sind wir immer noch frei, wenn in unser Bewusstsein dringt, dass manche unserer Entscheidungen, obwohl sie an sich nicht schlecht und schon gar nicht gesetzeswidrig sind, negative Konsequenzen für unser weiteres (gesellschaftliches) Leben haben werden? Und gibt es nicht vielleicht sogar Gesetze und Konventionen, die zwar allgemein akzeptiert und vehement verteidigt werden, aber deren Sinnhaftigkeit bei genauerer Betrachtung doch ernsthaft in Zweifel gezogen werden kann? Ja ist es nicht schon das, was wir als gesellschaftliches System begreifen und zweifellos diverse Annehmlichkeiten mit sich bringt ein Konstrukt, in dem wir Freiheiten zugunsten verschiedener, allgemein als Vorzüge deklarierter Aspekte aufgeben, vielleicht beinahe schon im Sinne von panem et circenses? Hier, wo nun eigentlich welche folgen sollten, möchte ich auf Beispiele verzichten, denn sie würden nur dazu führen, dass einige eifrig nicken und andere verständnislos den Kopf schütteln. Dennoch bin ich mir sicher, dass jeder, der einmal darüber nachdenkt, feststellen wird, dass wir hier und da doch nicht so frei sind, wie wir es eigentlich gerne glauben möchten – sei es, weil es der Bedarf nach etwas bestimmten bedingt, oder schlicht keine schwarzen Bälle in der Schale liegen.
„Tja,“ mag so mancher sagen, „wenn es dir hier nicht passt, dann geh doch woanders hin!“ …und schon haben wir ein weiteres Stückchen Freiheit aufgegeben.