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Jeffrey Schmidt (28) beendet seine aktive Motorsportkarriere. Der Baselbieter wird in diesem Jahr in keiner Rennserie an den Start gehen. «Die Zeit, sich anderen Herausforderungen zu widmen, ist gekommen.»
Was sich seit einigen Wochen deutlich abgezeichnet, ist nun offiziell. Jeffrey Schmidt wird sich nach über 20 Jahren aus dem Motorsport zurückziehen und hängt seinen Helm an den berühmten Nagel.
Schmidt begann seine Karriere 2001 im Kartsport, ab 2007 war er international unterwegs. 2011 gelang ihm dann der Sprung in den Formelrennsport, als er in der ADAC Formel Masters an den Start ging. Bereits in seinem zweiten Jahr konnte er auf ganzer Linie überzeugen und wurde Dritter in der Gesamtwertung. Obwohl Schmidt seinen Formel-3-Test erfolgreich mit Bestzeit absolvierte, wechselte er 2013 in den GT-Sport.
Bis 2016 bestritt Schmidt Rennen im Porsche Carrera Cup Deutschland, in dem er 2015 den dritten Platz der Fahrergesamtwertung feiern konnte. Parallel fuhr Schmidt auch im internationalen Pendant, dem Porsche Mobil 1 Supercup. Mit mehreren Pole-Positions, 20 Podestplatzierungen und mehreren Siegen sowie dem Titelgewinn im Porsche Middle East Cup 2016 bewies Jeffrey Schmidt sein Talent unter den besten Rennfahrern der Welt.
Bereits in seinem ersten Jahr im GT-Sport wagte sich Schmidt auf die legendäre Nordschleife. 2013 fuhr er mit einem Porsche 997 GT3 Cup des Haribo Porsche Racing Teams beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring sein erstes Langstreckenrennen. Ein Motorschaden nach über 23 Stunden verhinderte auf den letzten Metern ein Top-Ergebnis bei seinem Langstreckendebüt mit damals 19 Jahren.
Von 2017 bis 2021 trat Schmidt im ADAC GT Masters an. Insgesamt gelang ihm zehn Mal der Sprung aufs Podium, drei Mal davon als Sieger. Die meisten Siege gelangen ihm bei seiner letzten Station im GT-Sport mit Callaway Competition auf einer Corvette C7 GT3-R. Der ADAC GT Masters-Finallauf im vergangenen November auf dem Nürburgring mit der Callaway Corvette war sein letztes Rennen.
Seine wohl grössten Erfolge fuhr Jeffrey Schmidt jedoch im Langstreckensport ein. Auf einen zweiten Platz beim 24h Rennen in Daytona 2017 folgte der dritte Platz beim 24h Klassiker in Spa sowie ein zweiter Platz in der VLN im Jahr 2018.
Die Entscheidung sich anderweitig weiterzuentwickeln sei Ende 2021 gefallen, erklärt Schmidt. Eine leichte Entscheidung war dies nicht.
Ein sportliches Comeback ist nicht gänzlich ausgeschlossen. Vorerst möchte sich Schmidt aber noch intensiver seiner eigenen Firma widmen, die er nach Abschluss seines Wirtschaftsstudiums an der Universität Basel 2017 gründete und die er seitdem mit grossem Einsatz zum Erfolgt führt. Folglich wird er seinen Aufgaben auch ohne die Jagd nach dem letzten Tausendstel stets mit Perfektion und Engagement nachgehen.