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Die aktuellen Daten der Spurenmessungen (High Volume Sampler, HV):
Seit 1993 betreibt die Sektion URA ein Netz von Hoch-Volumen-Aerosolsammlern. Zur Zeit sind sechs Stationen in Betrieb:
- HV-POS: Posieux / FR
- HV-CAD: Cadenazzo / TI
- HV-GUT: Güttingen / TG
- HV-CERN: Meyrin / GE
- HV-KLI: Klingnau / AG
- HV-LBF: Liebefeld / BE
Diese Geräte sammeln die Aerosole der Luft auf Filtern der Dimension 40 cm x 40 cm mit einem Durchsatz von rund 600 m3 Luft pro Stunde. Die Filter werden wöchentlich gewechselt und im URA-Labor während 1-2 Tagen im Gammaspektrometer (HPGe) analysiert. Dank des grossen Luftdurchsatzes können kleinste Spuren von radioaktiven Elementen nachgewiesen werden, die weniger als ein Millionstel des Grenzwertes (Immissionsgrenzwert) ausmachen. Beispielsweise konnte im Zusammenhang mit einem Zwischenfall mit einer Cäsium-Quelle im spanischen Stahlwerk von Algeciras Ende Mai 1998 und auch im Zusammenhang mit den Ereignissen im japanischen Kernkraftwerk Fukushima im März 2011 mit den High Volume Samplern eine leichte Erhöhung der Radioaktivität festgestellt werden. Radiologisch waren diese Ereignisse in der Schweiz nicht relevant. Ähnliche Sammelgeräte sind auch in andern europäischen Ländern in Betrieb und die Laboratorien informieren sich gegenseitig über erhöhte Messwerte.
Gemessene Radionuklide
Die grössten Aktivitäten stammen vom natürlichen Beryllium-7. Spuren vom künstlichen Cäsium-137 (wenige micro-Bq/m3) deuten auf Aufwirbelung von Bodenstaub hin, welcher noch Cäsium-137 vom Reaktorunfall in Tschernobyl enthält. Im Bodenstaub ist ebenfalls das natürliche Kalium-40 enthalten. Bisweilen sind Spuren von künstlichem Jod-131 sichtbar, welches durch Verbrennen von Abfällen aus Spitälern in die Luft gelangte. Cobalt-60 würde auf künstliche Emissionen (z.B. Kernkraftwerke) hinweisen.
Beryllium-7 in bodennaher Luft.
Beryllium-7 (Be-7) entsteht natürlich in der oberen Troposphäre und in der Stratosphäre. Die Konzentrationen in bodennaher Luft schwanken zwischen 1'000 und 8‘000 micro-Becquerel pro m3 (µBq/m3). Die Konzentrationen sind im Sommer mit durchschnittlich 4500 µBq/m3 höher als im Winter mit durchschnittlich 2500 µBq/m3.
Cäsium-137 in bodennaher Luft.
Häufig finden sich in den Hochvolumensammler-Proben Spuren von Cäsium-137 (Cs-137) mit Werten bis zu einigen µBq/m3. Dabei handelt es sich um Resuspensionen (Aufwirbelung) von alten Ablagerungen auf den Böden (z.B. Tschernobyl-Ablagerungen). Die Nachweisgrenze für Cs-137 beträgt typischerweise 0.2 µBq/m3. Werte unterhalb der Nachweisgrenze sind im Diagramm nicht dargestellt.
Iod-131 in bodennaher Luft.
Iod-131 (I-131) findet sich gelegentlich in sehr geringen Konzentrationen (bis wenige µBq/m3) in den Proben der Hochvolumensammler. In den meisten Fällen stammt dieses radioaktive Iod aus dem medizinischen Bereich. Die Nachweisgrenze beträgt für I-131 typischerweise 0.5 µBq/m3. Werte unterhalb der Nachweisgrenze sind im Diagramm nicht dargestellt.
Die folgenden Diagramme zeigen die Nachweisgrenzen( detection limit) und Messwerte (measure value) für die einzelnen Messstationen.
Grenzwerte Radioaktivität
Zur Beurteilung möglicher gesundheitlicher Gefährdung werden gemessene Werte den Immissionsgrenzwerten gegenübergestellt. Eine Person, die dauernd Luft mit dieser Konzentration einatmet, erhält eine Strahlendosis von 0.3 Millisievert pro Jahr.
|Radionuklide||Herkunft||Immissionsgrenzwerte *|
|Bq / m3||micro-Bq/m3|
|Be-7||natürlich||330||330'000'000|
|Na-22||natürlich||13||13'000'000|
|Na-24||natürlich||100||100'000'000|
|K-40||natürlich||67||67'000'000|
|Co-60||künstlich||1.7||1'700'000|
|I-131||künstlich||2.7||2'700'000|
|Cs-134||künstlich||3.3||3'000'000|
|Cs-137||künstlich||3.3||3'300'000|
|Pb-210||natürlich||0.027||27'000|
*Immissionsgrenzwerte für Radionuklide in der Luft im öffentlich zugänglichen Bereich gemäss Art. 102 der Schweizer Strahlenschutzverordnung (StSV).
Letzte Änderung 04.04.2019