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Afghanistan ist aus den täglichen Schlagzeilen verschwunden. Trotz des offiziellen Endes des Krieges der Amerikaner gegen die Taliban-Herrschaft im Dezember 2001 ist die Intervention bis heute nicht abgeschlossen. Die Ablehnung gegen die beiden grossen Stützpunkte der USA und die internationale Schutztruppe ISAF wächst. Täglich erfolgen Anschläge und Bombardierungen.
Nach dem Krieg hoffte man auf einen raschen Wiederaufbau und eine Änderung der Verhältnisse. Davon sei heute nichts zu sehen, urteilt Albert A. Stahel. Es gibt keinen Plan für die Beseitigung der Kriegsfolgen. Das Gesundheitswesen und die hygienischen Verhältnisse sind katastrophal, die Lebensbedingungen der Afghanen unsäglich schlecht. Die Kriminalität hat mit Schmuggel, Drogenhandel und Geldwäscherei unvorstellbare Ausmasse angenommen. Das feudale Gesellschaftssystem des Landes bildet nicht nur die Voraussetzung für den Drogenanbau und -handel, die Grundbesitzer (Khane) entscheiden auch über die Politik und Stabilität Afghanistans.
Albert A. Stahel befasst sich seit den 80er Jahren mit Afghanistan und schuf sich durch seine Reisen ins Land viele persönliche Kontakte. Der Dozent an der Militärakademie der ETH Zürich besuchte unlängst die Region und organisierte erst kürzlich ein Zusammentreffen hochrangiger Vertreter Afghanistans an der Uni Zürich zur Zukunft des Landes.