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Unwetter im Rückblick
Sturmflut mit Orkantief "Tilo"
Böen bis 137 Stundenkilometer
Das Orkantief "Tilo" hat am Freitag, den 9. November 2007 vor allem an der Nordsee und in höheren Lagen für heftige Böen bis über 130 Kilometer pro Stunde gesorgt. Die größte Windspitze wurde mit 137 Stundenkilometer auf dem Wendelstein registriert. Es folgten mit 133 Kilometer pro Stunde die Zugspitze und mit 130 Kilometer pro Stunde der Leuchtturm Alte Weser. Weitere Orkanböen um 119 Stundenkilometer wurden auf dem Brocken im Harz und in List auf Sylt gemessen. Im Binnenland traten in den Frühstunden mit einer Kaltfrontpassage und später vor allem in Schauernähe verbreitet stürmische Böen und Sturmböen zwischen 60 und 80 Stundenkilometer auf.
An der Nordsee sowie an der Elbe kam es zu einer teils schweren Sturmflut. Meist fiel die Flut 2,50 bis 3 Meter, teils aber auch über 3 Meter höher aus als das mittlere Hochwasser. Ab einer Abweichung von 3 Meter spricht man von einer schweren Sturmflut. In Hamburg, dort wurde der Höchststand mit 3,33 Meter Abweichung gegen 15.45 Uhr erreicht, standen nach Angaben der Feuerwehr unter anderem der Fischmarkt sowie Teile von Speicherstadt und Hafen-City unter Wasser. Der Küstenschutz meldete Dünenabbrüche auf mehreren Inseln, etwa auf Langeoog und Juist.
An der englischen Küste wurden zuvor 500 Menschen vorübergehend evakuiert. Dort gab es lokale Überschwemmungen, in der am stärksten betroffenen Stadt Great Yarmouth in Norfolk standen mehrere Straßen unter Wasser. Die norwegische Ölförderung konnte nach der vorübergehenden Schließung mehrerer Plattformen noch am Freitag allmählich wieder anlaufen.
Der größte Hafen Europas im niederländischen Rotterdam war vorübergehend vollständig gesperrt. Erstmals seit seinem Bau 1997 wurde in der Nacht zum Freitag das Maeslant-Flutwerk zum Schutz vor den Wassermassen geschlossen. Auch alle anderen Sperrwerke des Landes waren dicht, die Deichüberwachung entlang der gesamten Küste alarmiert.