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Über 25 Jahre lehrte und forschte Prof. Andreas Engel am Biozentrum der Universität Basel. Seine Forschungsarbeit widmete er der Aufklärung von Struktur und Funktion verschiedener Membranproteine. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Erforschung der Aquaglyceroporine -Proteine, die Kanäle in der Zellmembran bilden, in welchen Wasser sowie kleine organische Moleküle durch die Membran geleitet werden. Mit den Arbeitstechniken Elektronenkristallographie, Rasterkraftmikroskopie und Raster-Transmissions-Elektronenmikroskopie untersuchte Engel zweidimensionale Kristalle aus Membranproteinen und Lipiden. Dabei leistete er einen entscheidenden Beitrag zu den ersten Arbeiten in der 3D-Strukturaufklärung des bakteriellen Porins OmpF sowie zur Entwicklung der 2D-Kristallisationstechnik für Membranproteine. Engels Arbeiten zur Aufklärung der Struktur des menschlichen Aquaporin-1 zusammen mit Peter Agre (Baltimore), und Yoshinori Fujiyoshi (Kyoto) führten zur ersten atomaren Struktur eines Wasserkanal-Membranproteins. In diesem Zusammenhang erhielt Peter Agre 2003 den Nobelpreis für Chemie für seine Entdeckung der Wasserkanäle.
Physiker, Biologe und Mikroskopie-Pionier
Andreas Engel studierte ursprünglich Physik an der Universität Bern, wo er anschliessend auch seine Dissertation in Laserphysik und Holographie erlangte. Nach einem Studienaufenthalt an der John Hopkins Universität, Baltimore, im Labor von Mike Beer baute er ab 1974 am Biozentrum der Universität Basel in der Gruppe von Eduard Kellenberger eine Raster-Transmissions-Elektronenmikroskop-Plattform ("STEM" von englisch "scanning transmission electron microscope") auf. Diese ist noch heute im Einsatz und die Basler STEM-Gruppe hat über drei Dekaden hinweg bedeutende Forschungsbeiträge geleistet, welche zu über 150 Publikationen allein aus diesem Gerät führten. Nach einer Anstellung in der Industrie schloss sich Andreas Engel 1986 Ueli Aebi an, um gemeinsam das Maurice E. Müller Institut für hochauflösende Mikroskopie (MIH) aufzubauen. Er wurde Professor für Strukturbiologie am Biozentrum, welchem er eine Zeit lang auch als Obmann vorstand. Andreas Engel war Koordinator des Europäischen Exzellenz-Clusters "Three-dimensional Electron Microscopy", und von 2005 bis 2007 der Vizepräsident des SystemsX-Steuerungskomitees. Engel ist Mitglied des Advisory Boards des Center for NanoScience der Ludwig Maximilian Universität München, des Forschungszentrums Jülich, des GBB der Universität Groningen, und des MSD-Projektes des EBI. Gleichzeitig ist er im Redaktionsausschuss von mehreren wissenschaftlichen Journalen, darunter dem "Journal of Structural Biology" und "Molecular Membrane Biology". Engel selbst wurde in den Jahren 2000 bis 2003 als der am zweithäufigsten zitierte Strukturbiologe Europas identifiziert. 2008 folgte Engel einem Ruf der Case Western Reserve University in den USA, um am Cleveland Center for Structural and Membrane Biology ein neues Mikroskopie-Zentrum mitaufzubauen. Dort ist er, nach seiner Emeritierung am Biozentrum im Oktober 2010, bis heute tätig.
Grosses Treffen der Weggefährten und Schüler
Andreas Engel hat in seiner Forscherlaufbahn über 400 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht. Eine Zusammenstellung von allen diesen wurde ihm nun anlässlich des Symposiums als gebundene Sammlung überreicht - wegen der stolzen Zahl von über 4000 Seiten in 6 dicken Einzelbänden.Den mündlichen Teil des Programms bestritten zahlreiche von Engels Weggefährten: Basler Departementskollegen sowie von weither angereiste Gäste berichteten über neueste Forschungsergebnisse sowie gemeinsame Erlebnisse mit dem Ehrengast. Unter den illustren Festrednern waren Erich Nigg, Ueli Aebi, Jürg Rosenbusch, Walter Gehring sowie Henning Stahlberg vom Biozentrum sowie Wolfgang Baumeister vom MPI für Biochemie in Martinsried, Thomas Walz von der Harvard Med. School und Nobelpreisträger Kurt Wüthrich vom Scripps Research Institute und der ETH Zürich. Der grosse Hörsaal war denn auch gut gefüllt: Familie, Freunde, Basler Forschende sowie Studierende haben sich an diesem sonnigen Freitagnachmittag versammelt, um Andreas Engel ihre Ehre zu erweisen und mehrere Dutzend ehemalige Schüler waren aus der ganzen Welt angereist, um dem langjährigen Mentor gebührend zu danken.
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