Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03343.jsonl.gz/1758

Traditionelle Chinesische Medizin
Allgemeines
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) wird seit Jahrtausenden als wirksames Heilsystem angewendet. Sie wurde hauptsächlich durch Beobachten, Bewerten und Analysieren von Abläufen und Zuständen entwickelt. Zu ihren Anwendungsmethoden gehören Akupunktur, Moxibustion, Kräuterheilkunde, Ernährungslehre, Tuina/Anmo (Chinesische Massage), Qigong und Taijiquan (Bewegungsübungen).
Die TCM betrachtet den Menschen als Ganzheit – mit all seinen körperlichen und mentalen Funktionen.
Im ganzen Körper fliessen energetische Ströme, genannt „Qi“. Dieses Qi fliesst dem Wasser gleich durch den Körper – auf Bahnen, die als Meridiane oder Leitbahnen bezeichnet werden.
Solange das Qi ungehindert in seinen Bahnen fliesst, ist der Mensch gesund. Krankheiten werden hauptsächlich durch gestörte Energieflüsse ausgelöst. Somit ist das Ziel der Behandlung, dem Qi wieder zu einem ungehinderten Fliessen zu verhelfen.
Der Energiefluss im Körper kann durch diverse Einflüsse beeinträchtigt werden: äussere pathogene Einflüsse wie Wind, Kälte, Hitze, Feuchtigkeit und Trockenheit, innere Ursachen wie übermässige Emotionen, Zorn, Trauer, Euphorie, Sorge und Angst, aber auch eine unausgeglichene Ernährung und Überanstrengung.
Prinzipien
Die Chinesische Medizin hat sich aus den Grundsätzen des Daoismus entwickelt. Diese basieren auf der Beobachtung der Natur und der Art, wie sie funktioniert. Die Chinesische Medizin geht davon aus, dass sich die Wechselspiele der Natur auch im Körper manifestieren.
Die zwei wichtigsten Konzepte, auf die sich die Chinesische Medizin bezieht, sind die Theorie von Yin und Yang sowie das System der Fünf Elemente.
Yin und Yang
Das Konzept von Yin und Yang wurde aus der Beobachtung der materiellen Welt entwickelt: Die Natur stellt Paare gegensätzlicher Begriffe zusammen, von denen ein jeder den anderen bedingt. So ist zum Beispiel der Begriff „Nacht“ ohne den Begriff „Tag“, der Begriff „oben“ ohne „unten“ sinnlos. Das chinesische Zeichen für Yin wird wörtlich als „die dunkle Seite des Berges“ übersetzt und steht für Eigenschaften wie Kälte, Ruhe, Passivität, Dunkelheit, innen und (verborgene) Fähigkeiten. Das Yang-Zeichen bedeutet wörtlich „die helle Seite des Berges“ und drückt Wärme, Aktivität, Helligkeit, aussen und Ausdruck aus.
Unser Leben ist definiert durch den andauernden Fluss oder die ständige Bewegung zwischen den beiden Polen Yin und Yang.
Die Fünf Elemente
Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser
Auch die Theorie der Fünf Elemente ist aus der Beobachtung der Natur entstanden. Ein Hauptmerkmal der Natur ist der ständige dynamische Wechsel: Die Saat wächst zur Pflanze an, die abstirbt und zur Erde zurückkehrt. Dies findet im Rahmen der Jahreszeiten statt. Das Chinesische Medizinsystem übernimmt diese Bilder. Das System der „Fünf Elemente“ oder „Fünf Wandlungsphasen“ verdeutlicht dies auf anschauliche Weise: Der Winter (Wasser) verwandelt sich durch das Frühjahr (Holz) in den Sommer (Feuer), der sich durch den Herbst (Metall) wieder in den Winter zurückverwandelt. Der Übergang von einer Jahreszeit in die andere wird dem Element Erde zugeschrieben. Auch der Spätsommer wird oft als Jahreszeit der Erde angesehen.