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Musikzimmer - News und Archiv für moderne Musik
News-Blog ... am Puls der modernen Musik
Album Covers. The Bigger Picture [N]
Vor ein paar Tagen habe ich diese recht witzigen Grafikarbeiten entdeckt, die berühmte Schallplatten-Cover in einen grösseren Zusammenhang stellen und so eine humorvolle Verschiebung des Kontexts produzieren. Folgen Sie dem Link ...
Aus der Video-Datenbank: Scott Walker & Sunn O))): Brando (Musikvideo) [N]
Scott Walker macht keine einfache Musik und man kann sich fragen, wie er es seit zig Jahren schafft, sich eine Reputation und Autorität aufzubauen, die es ihm erlaubt, teilweise teure Alben einzuspielen, die sich vermutlich nur unter einer Kultgemeinde verkaufen. Auf einer Bühne aufgetreten ist
Scott Walker seit Jahren nicht (siehe: Thema des NYT Popcasts vom 17. Oktober 2014).
Das Video
Brando vom neuen Album Soused ist beim ersten Ansehen so enigmatisch wie
Walkers Musik. Drei Personen treten auf, engelhaft schön, Mutter und Sohn, die mit grosser inzestuös-erotischer Spannung gezeigt werden. Das könnte mit
Marlon Brandos Kindheitsgeschichte in Omaha, Nebraska zusammenhängen. Seine Mutter, zu der er ein intensives Verhältnis gehabt zu haben scheint (seine Autobiografie hiess
Songs My Mother Taught Me) war eine ungewöhnlich unkonventionelle Frau, aber auch eine schwere Alkoholikerin. Der Sohn schliesst sich weinend ein, während die Mutter einen seltsamen verzückt-hexenhaften Tanz in Zeitlupe aufführt. Am Ende kommt eine ältere Frau, von der man nicht weiss, wer sie ist und was sie für eine Rolle spielt.
Das Video von
Gisèle Vienne benutzt sehr realistische Bilder, um surreale Schichten menschlicher Beziehungen darzustellen. Bei
Scott Walker denkt man wahrscheinlich nicht zu Unrecht an
Ingmar Bergmann, von dem er sich zu einem seiner bekanntesten Songs The Seventh Seal von 1969 anregen liess. Seit dem Anfang seiner Solokarriere zeigte Walker eine starke Verbundenheit mit europäischer Kultur. Er war der erste, der Songs von Jacques Brel in Englischer Sprache interpretiert hat. Wie
Brel versteht sich
Scott Walker als ein Sänger, der in eine Rolle schlüpft. Diese Tatsache machte ihn für ein an Postpunk geschultes Publikum so attraktiv. Walker schrieb wie die Doors die Vorgeschichte zu Nick Cave, den Pogues oder Blixa Bargeld/Neubauten. Musik wird hier als kunsthaft-verfremdende Inszenierung verstanden (nicht die Inszenierung eines Spektakels, das Stadionbands aufführen). Songs wie The Seventh Seal oder Brando sind keine Programmmusik oder höchstens ein Grenzfall von Programmmusik. Sie setzen nicht Filmmotive oder Autobiografien in Musik um, sondern nehmen den Stoff als Material, um ein eigenes Kunstwerk mit eigener Botschaft daraus zu machen. Und so geht es in
Brando wohl sehr um den schmerzliche und gewaltsamen Aspekt der dargestellten Mutter-Sohn-Beziehung, den einige Rezensionen thematisieren (z.B. der NME), weil dieser doppelte Peitschenschlag den fast neun Minuten langen Song durchzieht.
Wie mit Lulu von Lou Reed liegt mit dem neuen
Scott Walker-Album Soused ein Alterswerk vor, dessen Magie nicht wie bei Johnny Cash von der Produktion ausgeht (Rick Rubin), sondern von einer Zusammenarbeit mit Musikern, die man niemals mit dem Singer-Songwriter assoziiert hätte: Hier die Dronemetaller Sunn O))), dort die Thrashmetaller Metallica. In solchen Zusammenarbeiten zeigt sich die wichtige Stellung von Metal in der Gegenwartsmusik: Metal scheint besser als jedes andere Genre befähigt, einen musikalischen Ausdruck abseits von Normierung und Stereotypie schaffen zu können.
Soused ist ein Album, das an der Geschichte menschlicher Abgründe weiter schreibt, das Video zu
Brando ist eine verbilligte Eintrittskarte in eine Höhle in «der Wildnis von Missouri», in der einst Vorfahren gelebt haben, Menschen wie wir. Treten Sie ein! Nein, es gewiss keine Mainstreammusik, dafür eine besondere musikalische Erfahrung.
Aus der Video-Datenbank: FKA Twigs: #throughglass (Musikvideo) [N]
Dieses Video ist ein Showcase für die Tanz-Skills der jungen Engländerin und für die Möglichkeiten, die Google Glass Künster/-innen bieten. Die Choreografie des Videos und die «gewarpten» Bewegungen von
FKA Twigs und ihren Mittänzerinnen passen ausgezeichnet zu ihrer Musik und stellen eine Bereicherung dieses vielseitigen Acts dar. Die verhältnismässig simple Umsetzung der Virtualität des verwendeten Gadgets finde ich verblüffend. Man würde doch ein Hi-Tec-Showcase erwarten und dass der künstlerische Ausdruck ganz im Dienst der Technik steht, nicht wahr?
Literaturhinweis: Daniel Barrow: A Plague Of Soars. Warps In The Fabric Of Pop [N]
The Quietus (Webzine)
«The Soar» (der Höhenflug) sei die dominierende Trope der Popmusik der letzten Jahre. Die Ingredienzen: Dur-Chorus (mit Melisma bei Sängerinnen), betonte Riffs, Synth-Schwall. Texte über das besinnungslose Abfeiern.
Der dreieinhalb Jahre alte Artikel von
Daniel Barrow erweist sich als sehr präzis in der Beschreibung von Gegenwartspop.
Mark Fisher erwähnt den Artikel in Ghosts Of My Life. Fisher betont, dass der überdeterminierte Exzess in diesen Electropop-Songs eine tiefliegende Traurigkeit verdeckt - «a hidden gravity, a disowned sadness».
«So la da di da di we like to party
Dancing with Miley
Doing whatever we want
This is our house
This is our rules»
Was an
We Can't Stop von
Miley Cyrus auffällt: Es ist das eigene Haus, nicht der öffentliche Raum, der als Ort der Party genannt wird. Das ist definitiv anders als in den 90er-Jahren als der öffentliche Raum für Raves und Loveparades in Anspruch genommen wurde.
Mark Bell (LFO) verstorben [N]
Mark Bell war zusammen mit Gez Verley
LFO, ein Act, der Britischen Techno, Bleep und IDM mitdefinierte. Einen Namen machte sich
Mark Bell auch als Produzent für
Björks Homogenic oder
Depeche Modes Exciter.
Das erste Video zeigt einen TV-Beitrag von ca. 1991 über die Sheffield-Bleep-Szene, mit LFO-Interview, das zweite den grossen selbstbetitelten Hit-Track der den beiden jungen Produzenten aus Leeds.
Neue Liste: PopMatters: The 100 Best Albums Of The 2000s [N]
Die Redaktion des PopMatters-Musikblogs hat die 100 besten Alben der Naughties zu einer bunten Liste zusammengestellt. Vertreten sind Alben aus den Sparten Rock, Alternativerock, Indiepop, R'n'B, Hip-Hop und Electronica.
im Ohr ... [N]
Ein paar Lieblingstracks von der vergangenen Woche arrangiert zu einem beunruhigenden Herbstspaziergang.
Thema
Musikzimmer ist der Online-Katalog des Archivs für moderne Musik. Diese Seiten enthalten datenbankgestützte Informationen zu Rock, Pop und Electronica, aber auch zu deren Einflüssen, Grenzbereichen und Auswirkungen: zu Jazz, Blues, Folk, Country, moderne Klassik, Improvisation, ... – zu allem, was man als moderne Musik bezeichnen kann.
Das Archiv für Moderne Musik besteht gegenwärtig aus einem Blog, in dem Texte über Produktions- und Rezeptionsbedingungen von Moderner Musik und über den Einfluss der Technik / Technologie auf die Musik publiziert sind.
Inhalt
Die Musikzimmer-Datenbank enthält im Kern Informationen zu:
- Veröffentlichungen (Alben, EPs, Singles usw.)
- Videos (Musikvideos, Musik-Dokus usw.)
- Songs und
- Fachliteratur (Artikel, Sachbücher, Musikgeschichten usw.).
Die folgende Illustration zeigt das Informations- bzw. Datenbank-Konzept von Musikzimmer. Um die Hauptinformationen zu Releases, Songs, Videos und zur Literatur, gibt es Nebeninformationen (Rezensionen, News) und Superinformationen (Diskografien und Listen).
Hier auf der Webseite können Sie nach den erfassten Inhalten suchen. Abfragen machen Sie entweder über das Suchfeld rechts oben oder über die Suchseite, die verschiedene Suchformulare enthält. Zusätzlich steht Ihnen ein Index zur Verfügung. Listen und wichtige Diskografien sind in diesem Index enthalten.
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Brian Enoinvolviert war,
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