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Marie-Marguerite Müller erblickte am 14. Juni 1916 die Welt als zweitjüngstes von sechs Kindern des Johann und der Regina Müller, geborene Tinguely, im Bierhaus bei Tafers. Die Schulen besuchte «Miggi» in Tafers und anschliessend ging sie ins Pensionat «La Providence» in Freiburg. Dort eignete sie sich alle notwendigen Fähigkeiten der Haushaltsführung und Handarbeit an, die sie ein Leben lang vorbildlich pflegte.
Nach einigen Jahren Mithilfe auf dem elterlichen Hof lernte sie ihre grosse Liebe und späteren Ehemann kennen. 1938 heiratete sie Josef Blanchard und zog mit ihm vorerst ins Elternhaus im Dorf Tafers. 1939 stand der grosse Umzug ins Hintertann an. Während dieser Zeit kam der erste Sohn Josef auf die Welt. Es folgten im Jahr darauf die Tochter Rose-Marie und nur ein Jahr später Sohn Arnold, was Marie zur Aussage verleitete: «Herrgott, hör auf mit deinem Segen.» Der Segen wurde ihr dann noch ein letztes Mal 1947 zuteil, als Sohn Niklaus geboren wurde.
Marie war ihren Kindern stets eine herzensgute Mutter. Sie war im Frauen- und Mütterverein, im Landfrauenverein und in der Prüfungskommission der Haushaltsschule vertreten, stand Patin der Schützenfahnen und der Dorfschaftsglocke und wurde zum Ehrenmitglied der Schützengesellschaft ernannt. Als die Kinder erwachsen waren, fand sie mehr Zeit für das Turnen im Turnverein Tafers oder ging mit ihrer Tochter zum geliebten Tanzen im schönen Ballkleid. Fast nichts war Marie zu wagemutig, mit 55 lernte sie beispielsweise noch schwimmen.
Allgemein liebte Marie Blanchard die schönen Dinge des Lebens. Ihr Garten und die schönen Blumen waren stets eine wahre Pracht, ihre Häkelarbeiten weitherum begehrt und ihre eleganten selbstgenähten Kleider wurden oftmals bestaunt. Gerne ging sie auch auf Reisen.
Für ihre Enkel und Urenkel war sie eine beliebte, aufgestellte und fitte Gross- und Urgrossmutter. Leider musste sie auch einige schwere Schicksalsschläge einstecken, wie den tragischen Brandfall im Hintertann 1956. Einen weiteren harten Schlag erlittt sie, als 1970 ihr geliebter Ehemann starb. Fast die härteste Prüfung war der Tod ihres Sohnes Arnold 1996.
Marie war mit einer aussergewöhnlich robusten Gesundheit gesegnet. 2004 musste sie vorübergehend ins Spital eingeliefert werden. Dank der Unterstützung und Pflege ihrer Schwiegertöchter konnte sie wieder zurück ins geliebte Hintertann. Fortan wurde sie immer mehr von Altersbeschwerden geplagt und schwächer. Im Juni 2009 war Marie so schwach geworden, dass ein Eintritt ins Altersheim St. Martin unausweichlich wurde.
Marie liess sich selbst am Ende ihrer Kräft nie gehen und ging bis zuletzt mit grosser Würde ihren Weg. Am 17. September 2009 schlief sie – durch die hl. Sakramente gestärkt – friedlich ein.
Mit ihrer Lebensenergie und ihrer Art, die Dinge immer von der positiven Seite zu betrachten, wird sie ihrer Familie immer ein Vorbild bleiben. Eing.