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In unserem Seminar "Clever lernen" für Kinder und Jugendliche treffen wir immer wieder auf Schüler und Schülerinnen, denen bei Referaten ganz mulmig wird. Manche wissen kaum, wie sie einen guten Vortrag vorbereiten können, die meisten quält auch starke Nervosität beim Vortragen, die häufig durch körperliche Erscheinungen wie Zittern, Herzklopfen, starkes Schwitzen, rot werden oder Stimmversagen begleitet wird. „Was ist wenn ich den Faden verliere? Ich darf nicht rot werden!“ sind typische Gedanken, von denen Schüler bzw. Studenten in dieser Situation berichten. In diesem Artikel geben wir einige Tipps, die dabei helfen, einen guten Vortrag auf die Beine zu stellen. Auf den Umgang mit Nervosität gehen wir in einem gesonderten Beitrag ein.
- Notiere dir, was du bereits über das Thema weißt.
- Suche dir Bücher aus der Bibliothek, Informationen aus glaubwürdigen Internetquellen oder Zeitschriftenbeiträge zu deinem Thema. Sie können dir als Basis zur Vorbereitung dienen.
- Markiere Punkte, die dir wichtig erscheinen.
Sieh dir an, was du markiert hast. Versuche Titel oder Schlagwörter zu den einzelnen Themen zu finden.
Eine Gliederung erstellen
- Versuche mit Hilfe deiner Stichpunkte sowie des Inhaltsverzeichnisses deiner Bücher und Artikel eine Gliederung zu erstellen (was kommt zuerst, welche Informationen bauen aufeinander auf?)
- Lege eine Reihenfolge fest, die du sinnvoll findest.
- Erstelle ein eigenes Inhaltsverzeichnis mit Hauptpunkten (z.B. 1. Caesar’s Leben) und Unterpunkten (1.1 Kindheit und Jugend; 1.2 Erwachsenenalter und Tod ). Nummeriere diese fortlaufend.
Den Vortrag ausarbeiten
Eine beliebte Strategie ist das kunstvolle Ausformulieren -am Besten in gestochener Schriftsprache- und das anschließende Auswendiglernen des fertigen „Vortrags-Textes“. Nicht weniger populär ist das Anfertigen eines Manuskripts, welches während des Vortrages mehr oder weniger abgelesen wird. Diese Strategie ist nicht sinnvoll. Warum?
- Ein mehr oder weniger „heruntergeleierter“ Vortrag ist für die Zuhörer uninteressant
- Ein Vortrag wird mündlich gehalten. Der auswendig zu lernende Text ist aber meist in „Schriftsprache“ mit vielen Nebensätzen, komplizierten Satzkonstruktionen o.ä. formuliert. Dies kann beim Vortragen unautenthisch, gestelzt und unverständlich wirken.
- Wer ein Manuskript hat, benutzt es auch, d.h. es fällt schwer, die einzelnen Punkte in eigenen Worten zu erklären, wenn die Aspekte scheinbar perfekt ausformuliert auf dem Blatt stehen.
- Wenn man einen Text auswendig gelernt hat und sich an eine Stelle nicht erinnern kann, ist man hilflos. Man versucht sich dann krampfhaft an den Originaltext zu erinnern und es fällt einem nichts mehr ein.
- Diese Art der Vorbereitung verursacht die meiste Arbeit und führt zu den schlechtesten Ergebnissen.
Gib dir selbst die Möglichkeit, mit deinem Vortrag zu überzeugen, sachkundig und kompetent zu wirken! Nutze dazu Stichwortkarten.
Besser als alles wörtlich aufschreiben: Stichwortkarten!Mithilfe von Stichpunkten hast du die wichtigsten Informationen auf deinem Handzettel, kannst jedoch im Vortrag durch gesprochene (und somit verständliche und authentische) Sprache überzeugen. Dafür ist folgendes Vorgehen sinnvoll:
- Füge in deine Gliederung Informationen ein, die du den Zuhörern geben möchtest
- Verfasse diese Punkte stichwortartig (z.B.“ Rom- gegründet 753 v. Chr. statt „Die Stadt Rom wurde im Jahre 753 v. Chr. gegründet, wobei...")
- Jedes Stichwort kommt in eine neue Zeile (dies erleichtert dir die Orientierung während des Vortrages)
- Behalte die Struktur deiner Gliederung bei
Hier siehst du ein Beispiel für eine Stichwortkarte:
Nun kannst du dir überlegen, was du zu den einzelnen Stichpunkten sagen möchtest. Zum Beispiel: Ich möchte erzählen, warum die Kinder ausgesetzt wurden und wie es dazu kam, dass eine Wölfin sie säugte. Dazu möchte ich ein Bild zeigen. Sicher finde ich eines, wenn ich bei "Google-Bildersuche" die Stichwörter "Romulus und Remus" eingebe.
Wenn du zwei oder dreimal erzählst, was du sagen möchtest und dich fragst, wie du den Inhalt spannend aufbereiten könntest, wird der Vortrag viel besser und lebendiger, als wenn du einfach alles aufschreibst und auswendig lernst.
Es gibt einen einfachen Trick, der dir das Vortragen erleichtert. Setz dich zunächst an einen Tisch, nimm eine Stichwortkarte und erzähle den Inhalt so, als würdest du einem Freund erzählen, was du zu diesem Thema gelesen hast - am besten auf Mundart. Wenn dir das gut gelingt, kannst du dazu aufstehen und den Text in Standarddeutsch vortragen.
Ein Handout rundet den Vortrag ab
Ein weiterer Vorteil an Stichworkarten ist, dass sich daraus in kurzer Zeit ein Handout zaubern lässt.
Dazu:
- Versiehst du in einem neuen Dokument die Stichwortzettel mit Namen, Datum, Klasse, Fachbereich.
- Wählst du eine einheitliche Schriftart.
- Hebst du Hauptpunkte und Unterpunkte hervor (größere Schriftgröße, fett oder kursiv).
- Achtest du auf Abstände zwischen den verschiedenen Kapiteln.
- Streichst du die Stichpunkte heraus, die du zwar im Vortrag erklärst, die jedoch nicht unbedingt auf das Handout müssen.
- Achtest du nochmals auf Rechtschreibung und Verständlichkeit der Punkte.
- Gibst du deine Quellen an.
Du willst bei deinem nächsten Referat alle aus den Socken hauen? Dann nutze doch unsere kostenlose Vortrags-Checkliste.
Noch mehr Tipps und Tricks für gelungene Referate gibt es in unserem Buch "Clever lernen" für Schüler/innen von ca. 11/12 bis 16 Jahren
Seminare
Autorin dieses Artikels: Stefanie Rietzler
Stefanie Rietzler ist Psychologin und Buchautorin. Sie leitet die Akademie für Lerncoaching gemeinsam mit ihrem Kollegen Fabian Grolimund.