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Gott war in der Person Jesu auf die Erde «herabgekommen». Da wandelte Er nun als ein Mensch unter Menschen und war doch der grosse Schöpfer, «durch den und für den alle Dinge geschaffen worden sind». Die Juden hatten jetzt das einzigartige Vorrecht, den bei sich zu haben, «bei dem kein Ding unmöglich ist». Er konnte und wollte allen helfen. Er war in Gnade erschienen, heilbringend für alle Menschen. Jeder hatte Ihn nötig. Es war ja «nichts Gesundes» mehr an ihnen. Ihr Leben war durch die Sünde verpfuscht.
Er, der allein helfen konnte, rief ihnen zu: «Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben» … «Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke.»
Und da waren solche, die zu Ihm kamen mit der Not ihres kranken Leibes und dem ganzen Elend ihrer Seele, und Er tat göttliche Wunderwerke an ihnen. Er heilte sie. Den Bußfertigen vergab Er die Sünden und gab ihnen ewiges Leben. Das alles empfingen sie durch Glauben. «Und wo irgend er eintrat in Dörfer oder in Städte oder in Gehöfte, legten sie die Kranken auf den Märkten hin und baten ihn, dass sie nur die Quaste seines Gewandes anrühren dürften; und so viele irgend ihn anrührten, wurden geheilt» (Mk 6,56).
Aber in Nazareth konnte Er nur wenige Wunderwerke tun. Sie liessen die Kranken zu Hause liegen. Sie baten Ihn nicht für sie. Sie rührten Ihn nicht an. Und ihre Not blieb, wegen ihres Unglaubens. Bruder, Schwester, gibt es auch in deinem Leben ein «dort», wo der Herr kein Wunderwerk tun kann, weil du Ihm das, was dich plagt, noch nicht anvertraut hast? Ist etwas da, woran du krankst oder über das du einfach nicht hinwegkommst, und das dich hindert, deinen Weg mit Freuden zu ziehen? Was es auch sei, nimm und leg es im Gebet vor Ihn hin, lass es nicht in deinem Haus liegen. Rühre Ihn im Glauben an. Vielleicht wird Er auch dir den Dorn im Fleisch nicht wegnehmen, aber dafür in deinen jetzigen Umständen überströmende Gnade und den Frieden Gottes schenken, der allen Verstand übersteigt. Wäre das nicht ein grosses Wunderwerk?
Und woran liegt es, dass die Zeugnisse der Versammlung vielerorts kleiner und schwächer werden? Weil der Herr auch dort wenig Wunderwerke tun kann. Es werden wenig Seelen errettet und dem Zeugnis hinzugefügt. Wir gewöhnten uns daran und haben diesen Zustand zu wenig vor den Herrn gebracht, der auch in den Zeugnissen ein Aufleben zu schenken vermag. Das erste, was wir uns von Ihm erbitten müssen, sind geöffnete Augen, ein Geist der Buße und der Beugung, damit wir unseren Zustand erkennen und dem Herrn bekennen können, mit Fasten und Flehen. Wenn wir dann alle unsere Wege vor Ihm richten und Ihm bekennen, wird auch an uns das Wort wahr werden: «Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt und dessen Name der Heilige ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen» (Jesaja 57,15).