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Die Chance, dass durch den Kauf eines Android-Geräts ein paar Dollar nach Redmond wandern, steht wohl schon über fifty-fifty.
Gestern hat Microsoft bekannt gegeben, dass nun auch der Original Design Manufacturer (ODM) Compal mit Microsoft einen Lizenzvertrag für Android unterschrieben habe. Dieser erlaubt es Compal, mit Android ausgerüstete Tablets oder Smartphones herzustellen, ohne Gefahr zu laufen, von Microsoft verklagt zu werden. Compal ist mit 28 Milliarden Dollar Jahresumsatz einer der grössten taiwanischen ODMs und designt und fabriziert Geräte, die beispielsweise von HP, Acer, Dell, Sony Ericsson, Nokia und Motorola unter dem eigenen Markennamen verkauft werden.
Laut Microsoft verletze Android diverse Patente, die sich im Besitz des Softwareriesen befinden. Microsoft hat sich deswegen aber nicht Google, den eigentlichen Hersteller des Android-Betriebssystems, vorgeknöpft, sondern nimmt dessen Hardwarepartner ins Visier.
Zumindest ein grosser Teil der Hersteller von Android-Geräten scheint aber wenig Lust zu haben, mit Microsofts Anwaltsheeren Bekanntschaft zu machen und zahlt lieber das "Schutzgeld" per Lizenzvertrag. Wie die Microsoft-Chefanwälte Brad Smith und Horacio Gutierrez in einem Blogbeitrag schreiben
, war Compal das mittlerweile zehnte Unternehmen, das einen Android-Lizenzvertrag unterschrieben hat, und das neunte allein in den letzten vier Monaten.
Damit seien nun 55 Prozent des ODM-Markts (durch Verträge mit Compal, Wistron und Quanta) sowie beispielsweise 53 Prozent des Android-Smartphone-Markts in den USA (hauptsächlich über Verträge mit Samsung und HTC) durch Lizenzverträge mit Microsoft abgedeckt. Smith und Gutierrez präsentieren in ihrem Beitrag auch eine Grafik (siehe oben), die zeigt, mit wem Microsoft bisher Android-Verträge abschliessen konnte und mit wem man sich juristische Gefechte liefert ("Litigation").
Wieviel Geld Microsoft mit den Lizenzverträgen verdient, und welche Patente darin genau abgedeckt werden, ist unbekannt. Ein Analyst schätzte den Obolus, der an Microsoft abgeliefert wird, kürzlich auf drei bis sechs Dollar pro Gerät
. (Hans Jörg Maron)