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von Seka Smith
Unter dem Kommando von Capt. Vincent P. De Poix nahm am 25. November 1961 die USS Enterprise ihren Dienst in der US Navy auf. 51 Jahre später ging das mächtiges Schiff mit einer langen Geschichte in den Ruhestand. Am 1. Dezember 2012 wurde der amerikanische Flugzeugträger aus dem aktiven Dienst entlassen.
Während ihrer Dienstzeit hatte der US-Flugzeugträger an insgesamt 25 Militäreinsätzen teilgenommen. An jedem größeren Konflikt seit 1961, außer dem Zweiten Golfkrieg, hat das Schiff mitgewirkt: Angefangen bei der Kuba-Krise im Jahr 1962, über die Teilnahme am Vietnam-Krieg, dem Dritten Golfkrieg und Afghanistan bis hin zu Anti-Piraterie-Einsätzen vor der Küste von Somalia.
Bei der Übernahme des Kommandos war Capt. de Poix voller Enthusiasmus über die taktischen Verwendungsfähigkeiten des neuen amerikanischen Flugzeugträgers:
“Propulsion and control characteristics of this ship offer great tactical flexibility [...] if a show of force is required, Enterprise can be on distant station in a shorter period of time than any other ship in the fleet.”
Am 4. Februar 1958 wurde der erste atomar betriebene Flugzeugträger in Newport News (Virginia) auf Kiel gelegt. Am 24. September wurde das bis dato namenlose Schiff auf den Namen “Enterprise” getauft. Die “Big E”, wie man den Flugzeugträger auch nannte, war das achte Schiff, das den traditionsreichen Namen “Enterprise” tragen durfte und war weltweit der erste atomar betriebene Flugzeugträger.
Bei der Indienststellung der USS Enterprise, bei der mehr als 13.000 Menschen anwesend waren, sagte Secretary of the Navy John B. Connally, Jr., dass dieses Schiff für eine lange, lange Zeit als Königin über die See herrschen und eine würdige Nachfolgerin der CV-6 sein würde.
Am 17. Januar 1962 erfolgte die erste Flugzeuglandung auf der USS Enterprise durch Commander George C. Talley, Jr. mit einer F8U Crusader – und bereits am 15. Februar konnte die Trägerbesatzung die 1000. Landung verzeichnen.
Die erste Mission, für die die USS Enterprise eingesetzt wurde, fand am 5. Mai 1961 statt. Es war die Flugüberwachung des ballistischen Fluges der Mercury-Kapsel “Freedom 7“, die eine Höhe von 187 km erreichte. Cmdr. Alan B. Shepard, Jr. war damit der erste US-Amerikaner im Weltall.
Auch der Vietnamkrieg sollte die Beteiligung der USS Enterprise erleben. Der erste Einsatz fand am 2. Dezember 1965 statt. Gleich am ersten Tag wurden 125 Angriffe auf vietnamesische Ziele geflogen. In den kommenden Tagen konzentrierten sich die Angriffe auf die systematische Zerstörung von Brücken und Straßen, die in den Süden führten, um den Vormarsch der Nordvietnamesen zu verlangsamen. Bis zum Ende des Vietnam-Krieges wurde der Träger immer wieder vom US-Flottenkommando für Kampfhandlungen eingesetzt.
Am 14. Januar 1969 kam es auf der USS Enterprise zu einem verheerenden Unglück. Eine Mk-32 Zuni-Rakete, die an einer vollgetankten Phantom befestigt war, explodierte. Ein ähnliches Desaster hatte sich bereits zwei Jahre zuvor auf der USS Forrestal ereignet. Das darauf ausbrechende Feuer und Folgeexplosionen töteten 27 Besatzungsmitglieder und verletzten 314. 15 Flugzeuge wurden zerstört. Nach dem Unfall war die USS Enterprise nach Pearl Harbor zu Reparaturen beordert worden.
Im Dezember 1971 wurde die USS Enterprise als amerikanische Machtdemonstration in den Golf von Bengalen geschickt als zu diesem Zeitpunkt der Dritte Indisch-Pakistanische Krieg tobte. Kurz danach nahm der Träger bereits an der Operation Linebacker und Operation Linebacker II teil. Im weiteren Verlauf ihrer militärischen Karriere nahm der Flugzeugträger auch an der Operation Earnest Will und der Operation Praying Mantis, der Seeschlacht zw. Verbänden der US Navy und der iranischen Marine teil.
Im März 1990 kam die Enterprise zurück nach Norfolk, wo sie umfangreichen Instandsetzungsarbeiten und Modernisierungen unterzogen wurde, u.a. wurde der Kernbrennstoff erneuert und die Enterprise in ihrer Länge verändert. Am 27. September 1994 stach die Enterprise nach vier Jahren Instandsetzungsarbeiten wieder in See um 1998 wieder an einer größeren Militäroperation teilzunehmen, der Operation Desert Fox. Den letzten Militäreinsatz versah die USS Enterprise zur Unterstützung der alliierten Truppen in Afghanistan. Von Deck des Flugzeugträgers wurden während drei Wochen Einsatz fast 700 Einsätze geflogen.
Inaktivierung
“Before I took command of this ship, I learned the definition of ‘enterprise’, which is ‘an especially daring and courageous undertaking driven by a bold and adventurous spirit.’ Fifty-one years ago, this ship was every bit of that definition,” sagte Cpt. Hamilton während der Inaktivierungszeremonie.
“Here we are 51 years later, celebrating the astonishing successes and accomplishments of this engineering marvel that has roamed the seas for more than half the history of Naval Aviation. Daring, courageous, bold, and adventurous indeed.”
Fast 12.000 frühere sowie aktuelle Besatzungsmitglieder, deren Familienmitglieder und Freunde nahmen an der Inaktivierung des Flugzeugträgers USS Enterprise am 1. Dezember 2012 in der Naval Station Norfolk (Virginia) teil. Im Laufe der Dienstzeit hatten insgesamt mehr als 100.000 Seeleute Dienst an Bord des Trägers geleistet.
Zeremonie der Inaktivierung
William C. Hamilton: Der letzte Kapitän der USS Enterprise
“Other ships build legacies but Enterprise is the legend.”
Capt. William C. Hamilton machte seinen Master in Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität von Tennessee. Er ist Absolvent der Navy Fighter Weapons School (bekannt als Topgun). In diesem Zeitraum absolvierte er seinen Dienst auf der USS Coral Sea (CV 43) und auf der USS Dwight D. Eisenhower (CVN 69).
Nach dem Training an der US Naval Test Pilot School in Partuxent River (Maryland) wurde Hamilton zum F/A-18 Projektoffizier an der Naval Weapons Center (NWC) in China Lake (Kalifornien) und testete das Waffensystem der Hornet.
Weitere Flugeinsätze absolvierte er bei den “Rampagers” der VFA-83. Er wurde zur USS Enterprise abkommandiert und flog Überwachungseinsätze über Bosnien und über dem Irak. Nach dem Einsatz kehrte Hamilton an das Naval Air Warfare Center und wurde zum Testpilot für die F/A-18 E/F. Er war der erste Pilot, der die Super Hornet bei Nacht flog.
1999 wurde er als Executive Officer zu den “Sidewinders” der VFA-86 abkommandiert und diente auf der USS John F. Kennedy (CV 67). Nach den Terroranschlägen vom 11. September wechselte Hamilton als Commanding Officer mit den “Sidewinders” zur USS Theodore Roosevelt (CVN 71) zur Unterstützung der Operation Enduring Freedom, in der er selbst 43 Kampfeinsätze über Afghanistan flog.
Im November 2005 erhielt Hamilton das Kommando über die USS Dubuque (LPD 8) und führte das Schiff neun Monate im Einsatz durch den Westpazifik und Arabischen Golf. Während dieser Mission transportierte er die 15th Marine Expeditionary Unit zu ihrem Einsatz in den Irak. 2007 wurde er Joint Deployment Operations Director (J33) am US Joint Forces Command.
Bevor er das Kommando über die USS Enterprise erhielt, war Hamilton Aircraft Carrier Requirements Officer des Commander Naval Air Forces. In dieser Stellung war er dafür verantwortlich die Flugzeugträggerflotte kontinuierlich zu verbessern und Instand zu halten. Daneben war er für die Integration der USS Gerald R. Ford (CVN 78) in die US Navy verantwortlich.
Capt. Hamilton hat mehr als 850 Trägerlandungen hinter sich. Ausgezeichnet wurde er u.a mit folgenden Orden: Defense Superior Service Medal, Bronze Star, Legion of Merit, Meritorious Service Medal, Air Medal mit Combat “V”, Navy Commendation Medal und die Navy Achievement Medal.
Interessante Fakten
- Die USS Enterprise diente unter 10 US-Präsidenten
- Insgesamt dienten mehr als 100.000 Soldaten auf der USS Enterprise
- Während ihrer Dienstzeit fuhr die USS Enterprise mehr als 1 Mio. Seemeilen
- Die Besatzungen erlebten mehr als 400.000 Flugzeuglandungen auf dem Schiff
Meilensteine in der Geschichte der USS Enterprise
- 1958: Kiellegung in Newport News (Virginia)
- 1961: Indienststellung
- 1962: Jungfernfahrt. Nimmt an der Blockade Kubas während der Kuba-Krise teil
- 1965: Heimathafenwechsel: Alameda (Kalifornien)
- 1965-1973: Teilnahme am Vietnam-Krieg
- 1969: Feuer an Deck. 27 Tote
- 1974: Umbauarbeiten zur Aufnahme der F-14 Tomcat
- 1975: Operation Frequent Wind
- 1975: Klassifikationsänderung von CVAN zu CVN
- 1979-1982: Umfangreiche Modernisierung
- 1990: Heimathafenwechsel: Norfolk (Virginia)
- 1996: Operation Desert Strike
- 1998: Operation Desert Fox
- 2001-2012: Teilnahme am Afghanistan- und Irak-Krieg
- 2002: Umfangreiche Wartungsarbeiten
- 2008-2010: Umfangreiche Modernisierung
- 2012: Außerdienststellung
Weitere Informationen
USS Enterprise: www.enterprise.navy.mil
Facebook-Seite der USS Enterprise: www.facebook.com/USS.Enterprise.CVN.65
Liste der Kapitäne der verschiedenen Enterprise-Schiffe: http://www.sandcastlevi.com/images/sea_enterprise/uss%20enterprise%20commanding%20officers.pdf
Fotos
US Navy