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Swisscom verkauft seine Beteiligung von 17,7% am US-Unternehmen Infonet Services Corporation für 200 Mio. Franken der British Telecommunications (BT).Dieser Inhalt wurde am 08. November 2004 - 11:52 publiziert
Auch die anderen Besitzer wesentlicher Anteile an ISC verkaufen.
Der Telekommunikations-Konzern Swisscom begründete am Montag den Ausstieg mit dem geringen Optionswert der Beteiligung und den beschränkten Möglichkeiten, auf den Geschäftsgang Einfluss nehmen zu können.
Der in Kalifornien ansässige ISC-Konzern bietet Sprach- und Datenkommunikations-Lösungen für multinationale Unternehmen an und erzielte im jüngsten Geschäftsjahr über 733 Mio. Franken Umsatz.
Konzentration aufs Kerngeschäft
"Der Verkauf erlaubt der Swisscom, sich aufs Kerngeschäft zu konzentrieren", sagte Swisscom-Sprecherin Pia Colombo gegenüber swissinfo. "Wir haben vor vier Jahren realisiert, dass das ISC-Angebot nicht in unseren Bereich gehört. Das war eine Art Strategiewechsel."
Der Verkaufserlös von rund 200 Mio. Franken soll der Swisscom nächstes Jahr zufliessen. Der für die Ausschüttungspolitik der Swisscom massgebende Equity Free Cash-Flow wird um diesen Betrag erhöht.
Kleiner Buchverlust
Der Verkauf ist voraussichtlich mit einem kleinen Buchverlust verbunden, wie die Swisscom-Sprecherin sagte. Es dürfte sich in Franken gerechnet um einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag handeln, erklärte sie.
Der Vollzug der Transaktion ist für die erste Jahreshälfte 2005 geplant, muss aber noch von den Kartellbehörden abgesegnet werden. Über die weiteren Modalitäten wurde Stillschweigen vereinbart.
Die Swisscom war 1989 bei ISC eingestiegen, hatte die Beteiligung aber seit längerem als Finanzbeteiligung geführt. Mit BT habe Swisscom einen Investor gefunden, der das ISC-Geschäft weiter entwickeln könne, hiess es weiter.
Auch die anderen grossen Shareholders verkaufen
Auch die anderen Besitzer wesentlicher Anteile an dem seit 1999 an der New Yorker Börse kotierten Unternehmen verkaufen ihre Beteiligungen an BT. Es handelt sich um die niederländische KPN, die spanische Telefonica, die australische Telstra, die skandinavische TeliaSonera und die japanische KDDI.
Alle ISC-Shareholder-Konzerne seien sich einig gewesen zu verkaufen, und mit British Telecommunications sein ein williger Käufer vorhanden gewesen, sagte Colombo gegenüber swissinfo. "Und es ist gut, die 200 Mio. Franken zu kassieren."
Insgesamt bezahlt der britische Konzern 1,1 Mrd. Franken für die Übernahme von Infonet.
Die Kontinuität der Kundenbeziehungen in der Schweiz könne durch die Verlängerung der laufenden Distributionsverträge mit ISC sichergestellt werden, teilte Swisscom mit. Infonet Schweiz AG, an der Swisscom 90% hält, werde wie bisher weiter geführt. Die bestehenden Kundenbeziehungen würden nicht tangiert.
Nur noch eine Auslandbeteiligung
Swisscom hat nach dem Vollzug der ISC-Transaktion nur noch eine einzige Auslandbeteiligung, wie Colombo sagte. Es handle sich um jene an der Firma Eurospot, die in zehn Staaten so genannte Wireless-LAN-Internet-Breitband-Zugänge anbietet.
Der Verkauf der ISC-Beteiligung sei nachvollziehbar, da sie nur einen marginalen Einfluss auf den Swisscom-Geschäftsgang gehabt habe, kommentierte der Analyst Serge Rotzer von der Zürcher Kantonalbank.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Swisscom-Beteiligung an Infonet: 17,7%
Erlös aus Verkauf an British Telecommunication (BT): 200 Mio. Fr.
Andere Shareholder, die ebenfalls verkaufen: KPN, Telefonica, Telstra, TeliaSonera, KDDI
Gesamtübernahme-Preis für BT: 1,1 Mrd. Fr.
In Kürze
Das in Kalifornien, USA, ansässige Unternehmen Infonet Services Corporation (ISC) bietet Sprach- und Datenkommunikations-Lösungen für multinationale Unternehmen an.
ISC erzielte im jüngsten Geschäftsjahr über 733 Mio. Franken Umsatz.
ISC beschäftigt weltweit 1000 Personen.
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