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Der Brief gestern und heute Wie das Schreiben die Welt veränderte
Eine der frühesten Briefkulturen entstand im alten Ägypten: Bereits im 3. Jahrtausend vor Christus stellten die Ägypter Papyrusrollen her, die sie beschrifteten, um Nachrichten zu übermitteln. Und: Auch einen «Postboten» gab es bereits, der die beschrifteten Papyrusrollen zu Fuss oder – bei langen Strecken – per Schiff über den Nil transportierte. Auch die alten Babylonier bedienten sich einer Frühform des Briefes, und zwar verschickten sie Tontafeln, auf die sie ihre Nachrichten mit Keilschrift eingedrückt hatten.
Ein erstes staatliches Postsystem führte Julius Caesar im alten Rom ein. Ähnlich wie schon die Ägypter pflegten die Römer ihre Briefe per Schiff zu transportieren, während kürzere Strecken mit dem Pferd zurückgelegt wurden. Im Mittelalter schliesslich wurden durch den zunehmenden Handel Gesellen mit der grenzüberschreitenden Briefbeförderung beauftragt. Mit Pferd und Wagen brachten sie die Nachrichten von A nach B.
Ab dem 18. Jahrhundert wurde der Brief schliesslich zum Kommunikationsmittel für jeden – der flächendeckenden Alphabetisierung sei Dank. Rund zwei Jahrhunderte später, im Jahr 1974, stellte die Einführung des Faxgeräts eine eigentliche Revolution dar, die in seiner Form nur durch die Etablierung der E-Mail übertroffen wurde. Was sich nie geändert hat, ist der Zweck eines Briefes: Früher wie heute besteht sein Sinn darin, eine Nachricht zu übermitteln – sei dies zu offiziellen oder persönlichen Zwecken.
Wie viele Briefe werden heute verschickt? Im Jahr 2019 stellte die Schweizerische Post 1,8 Milliarden adressierte Briefe zu. Dies, obwohl E-Mail und WhatsApp zunehmend Überhand gewinnen. Der Brief ist also trotz dieser Entwicklung als sympathisches und persönliches Kommunikationsmittel nicht aus der Gesellschaft wegzudenken.