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Kartause Ittingen, drei Seen und Nussbaumen im Kanton Thurgau
13 November 2023
Das Kloster Ittingen wurde im 12. Jahrhundert gegründet. Bis 1461 war es ein Kloster der Augustiner. Im Jahr 1461 erwarb der Kartäuserorden das Kloster. Der 1803 gegründete Kanton Thurgau löste das Kloster 1848 auf. Die Klostergebäude und alle Besitztümer wurden an Privatpersonen verkauft.
Im Jahr 1977 wurde die Stiftung Kartause Ittingen gegründet. Heute ist das Kloster ein Kulturzentrum mit Museen, Seminar- und Veranstaltungsräumen sowie einem Hotel.
Drei Seen
Worüber die Mönche im 12. Jahrhundert jedoch nicht Bescheid wussten oder nicht wissen konnten, ist das Vorhandensein von Dörfern aus prähistorischer Zeit in ihrer Nähe. Obwohl der Thurgau nicht für seine Seen bekannt ist, hat auch dieser Kanton mit dem Seebachtal ein „Drei-Seen-Land„.
Das Seebachtal mit dem Hüttwilersee, dem Hasensee und dem Nussbaumersee ist seit der Mittelsteinzeit (9500-5500 v. Chr.) von Jägern und Fischern besiedelt. Zusammen mit dem Bodensee ist die Region das älteste besiedelte Gebiet des Kantons.
Der Wasserstand von Hüttwilersee, Hasensee und Nussbaumersee war 3800 v. Chr. viel tiefer. In dieser Zeit war auch die kleine Insel (Inseli) im Nussbaumersee besiedelt. Mit dem Anstieg des Wasserspiegels wurde diese Siedlung überflutet, aber viele Gegenstände (Keramik, Knochen, Holz und sogar Textilien) wurden in gutem Zustand gefunden und sind im Archäologischen Museum Frauenfeld ausgestellt.
Die Halbinsel Horn am Nussbaumersee war noch in der Spätbronzezeit (um 850 v. Chr.) bewohnt. Als der Seespiegel weiter anstieg, wurde auch dieses Dorf mit rund 100 Häusern überflutet. Die Holzhäuser waren mit ca. 25m2 für heutige Verhältnisse klein. Auch an dieser archäologischen Stätte wurden zahlreiche Gegenstände gefunden, nachdem der Wasserspiegel 1943 abgesenkt worden war, um mehr landwirtschaftliche Nutzfläche zu gewinnen.
Entlang des Sees wurde dann ein weiteres Dorf aus der Eisenzeit (800-100 v. Chr.) gefunden. Dieses Dorf wurde um 635 v. Chr. aufgegeben, ist aber noch nicht archäologisch untersucht worden.
Karl Peterli (1897-1975), die römische villa bei Hüttwilen-Stutheien, 1928, Sammlung: Archäologisches Museum Frauenfeld
Nussbaumen, die Kapelle St. Leonhard
Die Burgruine Helfenberg
Schloss Steinegg
Buch, die Kapelle St. Sebastian
Von der Eisenzeit bis zum Mittelalter und dann bis zum 19. Jahrhundert scheinen es ziemliche grosse Schritte zu sein, aber in dieser Drei-Seen-Region liegen alle drei Zeitalter nebeneinander. Die römische Villa in Hüttwilen-Stutheien (3. Jahrhundert), die Kapelle St. Leonard in Nussbaumen (11. Jahrhundert), die Burgruine Helfenberg (12. Jahrhundert), das Schloss Steinegg (13. Jahrhundert, im 19. Jahrhundert zum Neorenaissance-Schloss umgebaut) und die St.Sebastian-Kapelle in Buch aus dem 15. Jahrhundert sind alle zu Fuss erreichbar.
Die Landschaft
Auch wenn der Mensch seit den prähistorischen Zeiten viel gebaut hat, ist die Natur an den Ufern der drei Seen und in den Wäldern und Tälern immer noch von unveränderter Schönheit.
Nussbaumen und der Säntis
Das Dorf Nussbaumen verdient besondere Aufmerksamkeit. Die erste Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahr 857 unter dem Namen Nuzpouma. Das Kloster erwarb das Dorf im 12. Jahrhundert. Das Schloss Steinegg ist nach der Familie benannt, die das Dorf später jahrhundertelang verwaltete.
Der Blick auf den Säntis prägt den Charakter des Dorfes genauso wie eine über 1’000 Jahre alte, dem heiligen Leonhard geweihte Kapelle, die 1524 wegen der Reformation für lange Zeit nicht mehr benutzt, dann aber wieder renoviert wurde.
Die Eidgenossen eroberten den Thurgau 1460 von den Habsburgern. Danach wurde das Gebiet bis 1798 als Untertanengebiet verwaltet, unter anderem von der Familie Steinegg als Vögte. Zürich erwarb das Dorf 1583 und verwaltete es bis zur Gründung der Helvetischen Republik (1798-1803). Ab 1803 (Mediationsakte) gehört das Dorf zum Kanton Thurgau. Nussbaumen erzählt, kurz und bündig gesagt, die Geschichte des Kantons.
Der Schweizer Alpen-Club (SAC)
Der Schweizer Alpen-Club (SAC, Sektion Basel) organisiert regelmässig Wanderungen in diesem Gebiet (und anderswo im Land). Obwohl der Name anderes vermuten lässt, organisiert der SAC nicht nur (Ski) Touren in den Alpen, sondern auch Wanderungen und Aktivitäten in anderen Regionen. (Weitere Informationen: www.sac-cas.ch)
Korrektorin: Petra Ehrismann