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Di, 9. November 2021, Ralf Hersel
Der Hersteller von Linux-Hardware System76 liefert seine Geräte wahlweise mit seiner eigenen Distribution Pop!_OS aus. Dabei handelt es sich um ein Ubuntu-Derivat, welches somit ebenfalls den GNOME-Desktop verwendet. Wie wir bereits im Juni berichteten, kündigte System76 einen eigenen Desktop namens COSMIC an, der jedoch weiterhin auf der GNOME-Shell basiert.
Nun hat der Pop!_OS-Maintainer Michael Murphy auf Reddit erwähnt, dass man an einem eigenen Unterbau für den COSMIC-Desktop arbeite, der nicht mehr auf GNOME basieren soll. Als Begründung schreibt Murphy:
"Es gibt Dinge, die wir gerne tun würden, die wir nicht einfach durch Erweiterungen in GNOME erreichen können", sagte er. "Erweiterungen fühlen sich im Allgemeinen wie ein Hack an. Und was wir mit unserem Desktop machen wollen, unterscheidet sich von GNOME, also ist es nicht so, dass die Option, Pop-Shell und COSMIC in GNOME Shell zu verschmelzen, eine willkommene Sache wäre."
Der aktuelle Desktop besteht aus einer Sammlung von GNOME-Shell-Erweiterungen, die bei jeder neuen GNOME-Shell-Version zu Problemen beim Pop!_OS-Desktop führen. Statt jedes Mal zehntausende Codezeilen anzupassen, möchte das Unternehmen es jetzt richtig machen und den nächsten Schritt zu einer vollwertigen Desktop-Umgebung gehen. Der neue COSMIC-Desktop soll auf Rust basieren.
Eine Frage ist, ob System76 weiterhin GTK verwenden wird, auf dem viele der bestehenden POP!_OS-Anwendungen und -Hilfsprogramme aufbauen. "Wir verwenden bereits gtk-rs für alle unsere Sachen", sagte Murphy, wobei gtk_rs eine Reihe von Rust-Sprachbindungen für GTK-Bibliotheken und -Komponenten ist. "Ich gehe davon aus, dass es in absehbarer Zeit einige Komponenten in GTK geben wird", fügte Murphy hinzu. "Die Shell selbst ist jedoch auf einem niedrigeren Niveau als ein traditionelles Desktop-GUI-Toolkit. Sie wird die Primitive des Fenstermanagers verwenden, auf dem sie aufbaut. Wenn eine ausgereifte Rust-GUI auftaucht, könnte sie natürlich in der Zukunft verwendet werden."
Apropos Zukunft, mit einem voll funktionsfähigen Desktop ist angeblich nicht vor dem Jahr 2023 zu rechnen.