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Wenn Mama Venditti eine junge Frau im Hause hat, die ihr dabei hilft, das Chaos zu beseitigen, dann schämt sie sich fürchterlich dafür, dass ihre Kinder nicht so brav sind wie im Erziehungsratgeber, dass man der Wohnung ansieht, dass übers Wochenende alle krank waren, dass die Wäscheberge herumliegen. Mama Venditti entschuldigt sich dafür, dass nicht alles perfekt ist, und vergisst dabei a) dass sie ja Hilfe geholt hat, weil sie die Berge beseitigen will, b) dass es der jungen Frau wohl ziemlich egal ist, wie es bei Vendittis aussieht, weil sie ja zum Arbeiten gekommen ist und nicht weil es so schön ist hier, und c) dass die junge Frau irgendwann vielleicht froh sein wird, sich daran erinnern zu können, dass bei Vendittis auch nicht alles perfekt war, als die Kinder klein waren.
Wenn Mama Venditti eine junge Frau im Hause hat, die ihr dabei hilft, das Chaos zu beseitigen, dann erteilt sie die Anweisungen so:
„Hättest du vielleicht schnell Zeit, auf das Prinzchen aufzupassen? Ich muss schnell in den Keller gehen.“
Oder so: „Würde es dir etwas ausmachen, mit den Kindern ein Spiel zu spielen? Du kannst aber auch diesen Schrank hier aufräumen, wenn du lieber möchtest.“
Oder so: „Stört es dich, wenn ich das hier schnell erledige, währenddem du mit Karlsson das Zimmer aufräumst?“
Wenn Mama Venditti eine junge Frau im Hause hat, die ihr dabei hilft, das Chaos zu beseitigen, dann delegiert sie nichts, aber auch gar nichts. Warum nicht? Weil sie alles selber machen will, damit es perfekt ist? Nein, weil sie dabei immer wieder denkt: „So eine elende Drecksarbeit kannst du niemandem zumuten. Das musst du selber machen. Die junge Frau ist ja nicht dein Sklave, der jeden Mist für dich erledigen muss.“
Noch irgendwelche Fragen, weshalb es Mama Venditti beruflich auf keinen grünen Zweig gebracht hat?