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KonfirmandInnen im Homeoffice
Während des Lockdowns war praktisch kein Konfirmandenunterricht möglich. Das bedeutet aber nicht, dass nichts passiert wäre. Im Gegenteil
«In der Zeit bis Ostern hast Du die Chance, jeden Tag über dich selbst und Fragen des Lebens und Glaubens nachzudenken. Jeden Tag für mindestens zehn Minuten» - so lautete die Einleitung zur Aktion «Fünf Wochen bis Ostern». In der Zeit zwischen Anfang März und Ostern erhielten alle KonfirmandInnen jeden Tag per Whatsapp zwei oder drei Fragen, oftmals unterstützt durch einen kleinen Impuls, ein Video, einen Gedankenanstoss. Um ihre Gedanken festzuhalten, bekamen alle ein Notizbuch, das sie wie eine Art Tagebuch führen sollten. Ziel war es, jeden Tag mindestens zehn Minuten für die Beschäftigung mit sich selbst zu reservieren.
Jede Woche hatte einen anderen thematischen Schwerpunkt: Von «Meine Familie und ich», «Ich und die Anderen», «Gedankenspiele über Gott und die Welt» bis hin zu «Ostern kommt auf jeden Fall». Passend dazu wurden biblische Texte, ein Psalm, eine Geschichte oder ein Gebet verschickt. Ein paar Beispiele gefällig?
«Erstelle einen Stammbaum! Welche Eigenschaften in deiner Familie sind Dir besonders wichtig? Wer aus deiner Familie steht für welche Eigenschaft?» Eine einfache Aufgabe. Schon schwieriger die folgende: «Welche Dinge will ich in meinem Leben unbedingt gerne einmal machen? Mache eine Liste mit 5 Dingen! Welche Schritte sind nötig, damit sie Realität werden? Muss man deiner Meinung nach immer alle Ziele erreichen?» Fragen zur Taufe («Würde ich meine Kinder taufen lassen? Weshalb oder weshalb nicht?») oder zur Patenschaft («Würde ich alles genauso machen wie meine Paten – oder anders?») standen neben Fragen zum Glauben («Was ist dir heilig?» «Wenn ich Gott eine Frage stellen könnte, was würde ich ihn fragen?») oder zum Leben in der Gesellschaft («Was will ich verändern, um meinen Konsum und meinen Plastikverbrauch zu senken?» oder «Kenne ich Menschen, die sich viel weniger leisten können als ich? Was bin ich bereit, mit anderen zu teilen?»). Und am Schluss ging es natürlich um Karfreitag und Ostern, ums Scheitern und neu Aufstehen.
Alles in allem eine intensive «Homeoffice»-Zeit für die Jugendlichen.
Pfarrer Siegfried Arends