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Vermutlich hatte die Generation meiner Eltern weniger Mühe mit dem Schweizer Fernsehmoderator Kurt Felix als ich. Als Primarschüler vermochten mich schon die Grübchen in seinen Wangen und sein ausgeprägter St. Galler Dialekt vom Fernseher zu vertreiben. In den 1970er Jahren hatte seine Sendung Teleboy am Samstagabend dennoch Kultstatus. Laut Wikipedia war die Show mit der eingangs näselnd „Teleboy, Teleboy …“ singenden Computerstimme die erfolgreichste TV-Unterhaltungsserie in der Geschichte des Schweizer Fernsehens und erreichte am 13. September 1975 mit 2’073’000 Zuschauern die höchste je gemessene Zuschauerzahl in der Schweiz. Höhepunkt von Teleboy war jeweils ein Film, der mit versteckter Kamera gedreht wurde. Passanten wurden dabei in unbequeme Situationen gelockt, gefilmt, und danach in die Sendung eingeladen.
Comet Photo AG: „Teleboy“ mit Kurt Felix (links), 1974 (Com_LC0540-001-004)
Berühmtheit unter den 108 Filmen mit versteckter Kamera erlangte das „Urnie“, „Brunnie“ oder „Nessi“ genannte Ungeheuer vom Urner See, ein schweizer Derivat von Nessie aus dem schottischen Loch Ness. Kamerastandort war Brunnen am Urner See und das aufblasbare Monster aus Kunststoff wurde dem Diplodocus, einem grasfressenden Dinosaurier, nachempfunden. Als „Brunnie“ am 28. August 1976 um 10 Uhr 52 seinen langen Hals aus den Fluten des Sees reckte und schaurige Töne von sich gab, brach unter den Passanten am Ufer ein lautes Ahh und Ohh aus. Das Presseecho war den Fernsehleuten sicher.
Christof Sonderegger: „Nessi“ von der Teleboy TV Sendung im Verkehrshaus Luzern, 1976 (Com_L25-0670-0006)
Die Fernsehlegende Kurt Felix verstarb vor 10 Jahren am 16. Mai 2012 in St. Gallen.
Literatur: