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Salep
(Radix oder tubera
Salep); ein Artikel des Droguenhandels, besteht aus den Wurzelknollen
verschiedner Arten des vielartigen Geschlechts Orchis, Knabenkraut, Nagwurz und sonst noch vielfach mit volkstümlichen Namen
belegt. Die Lebensweise der Orchideen, so weit sie Erdbewohner sind (denn die prachtvollen Arten der feuchten Tropenwälder
leben auf Bäumen), ist so beschaffen, daß die Knolle, welche die Blätter und den Blütenschaft treibt,
zugleich neben sich eine junge Knolle erzeugt, welche das Leben der Pflanze im künftigen Jahre fortsetzt. Bei dem Ausgraben
im Herbst wird nur diese junge, volle Knolle, nicht die alte verschrumpfte, genommen.
Die Knollen der vielerlei Arten mögen sich in ihren Bestandteilen wohl alle gleichen; der bessern Form und Behandlung wegen hält man sich aber nur an diejenigen Arten, welche rundliche oder länglichrunde ¶
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Knollen haben, und läßt gewöhnlich solche weg, die ihre Knollen spalten oder fingerförmig teilen. Indes kommen doch auch,
namentlich in Österreich, gefingerte Knollen als „Händchen
salep“ in Gebrauch. Zu den kompakt knolligen Arten gehören
O. Morio, auf feuchten Wiesen und Triften stellenweise sehr häufig, O. mascula, auf ähnlichen Standorten, die stattliche
O. militaris (Helmbuschorchis), auf Hügelland und Kalkboden im Gebüsch, und einige andre.
Früher kamen die
Salepknollen nur aus dem Orient, über Konstantinopel und Smyrna, und der Bezug dauert noch fort; es ist
aber jetzt auch deutsche Ware in gute Aufnahme gekommen und wird von den Droguisten selbst bevorzugt, da sich
ein rein weißes Pulver aus ihr darstellen läßt, was bei der orientalischen selten thunlich ist. Die deutschen Knollen
sind daher gesucht und teurer als jene. Der deutsche S. wird im Rhöngebirge, Spessart, Odenwald, Nassau etc.
gesammelt.
Man brüht die Knollen mit heißem Wasser, wobei die äußere Haut sich loslöst, und trocknet sie dann im Backofen oder, an Fäden aufgereiht, an andern warmen Stellen. Die Größe der Stücke variiert von der einer Haselnuß bis zu der einer welschen Nuß; die Farbe ist gelblichweiß, die der orientalischen, welche teilweise auch größere Stücke bildet, bräunlich. Die Hauptbestandteile der Knollen sind eine reichliche Menge Stärkemehl und eine noch größere eines tragantähnlichen Schleims (Bassorin), der in Wasser stark aufquillt, ohne sich eigentlich zu lösen. Durch die Behandlung mit heißem Wasser werden beide Stoffe aufgequellt, die Stärke wird in Kleister verwandelt, daher denn die Stücke nach dem Trocknen durchscheinend, hornartig erscheinen.
Durch diese Behandlung mit heißem Wasser verlieren sie zugleich ihren bittern Geschmack und unangenehmen
Geruch. Der Geschmack ist dann nur fade und schleimig; eine starke Nährkraft kann die Substanz nicht besitzen, sie bildet
eben nur ein schleimiges, reizmilderndes und einhüllendes Mittel. Man gibt es besonders Kindern in Fällen von Schwäche,
Abzehrung, Ruhr u. dgl. in
Form von
Salepschleim, der durch Behandlung des gepulverten S. mit kochendem Wasser hergestellt wird, indem zu 1 Teil Pulver 100 Teile
Wasser genommen werden. Mit der Hälfte Wasser wird schon eine steife Gallerte erhalten. Der Stoff wird auch zum Appretieren
von Seidenzeugen ziemlich viel benutzt.
Das Pulvern der Knollen macht Schwierigkeiten; es wird häufig schon von den größeren Droguenhandlungen selbst besorgt. Es kommt aber auch unechter gepulverter S. häufig vor, der aus Kartoffeln gemacht ist. Man darrt diesen, um ihn spröde und gelblich zu machen, und pulverisiert ihn. - S.-wurzel ist zollfrei. Das daraus bereitete Stärkemehl s. Tarif Nr. 25 q 1.