Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03102.jsonl.gz/2327

Ostrov – Lost Island
Film von Svetlana Rodina und Laurent Stoop mit
Schweiz 2021, DCP, OV/d, 92’.
Auf der Insel Ostrov im Kaspischen Meer leben eine Handvoll Einwohner*innen ohne Strasse, Strom und Arbeit. Seit dem Zerfall der Sowjetunion wurden sie vom russischen Staat sich selbst überlassen. Früher lebten dreitausend Menschen auf der Insel, die einst eine gut funktionierende Fischereikolchose beherbergte, heute sind es noch etwa fünfzig. Das damalige wirtschaftliche Zentrum der Insel, die Kaviarfischerei, ist heute illegal. Auf dem Festland wird Ostrov «Insel der Wilderer» genannt.
Auch für den fünfzigjährigen Iwan, der zu einer Fischerdynastie gehörte, gibt es nur den illegalen Fischfang, um für seine Familie aufzukommen. Obwohl er wegen Wilderei bereits verurteilt wurde, riskiert er bei jeder Fahrt aufs Meer sein Leben und seine Freiheit. Manchmal schaltet Iwan den Generator ein und sieht sich Propaganda im staatlichen Fernsehen an. Iwan glaubt an Putin und die Grossmacht Russland. Sein Stolz auf sein Heimatland entschädigt ihn für das Elend des Alltags. Anna, die wegen ihrer Liebe zu Iwan das harte Leben auf der Insel gewählt hat, möchte für die gemeinsamen Kinder eine bessere Zukunft anderswo. Doch seit einiger Zeit fährt auch der 19-jährige Sohn Anton zusammen mit seinem gleichalterigen Cousin Roman aufs Meer hinaus.
Der Dokumentarfilm über die eingeschworene und solidarische Gemeinschaft wurde am HotDocs in Kanada mit dem Preis für den besten Dokumentarfilm geehrt.