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Informationen über die Leistungsnachweise, Absenzenregelung, Abgabetermine, Länge der Hausarbeiten und dergleichen finden sich auf der Seite Hinweise.
Dozentin: Laura Valterio, M.A.
Beschreibung: Die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts gilt als Zeitalter der Revolutionen. Die französische Revolution in Europa und der Kampf um die Unabhängigkeit in den Kolonien (wie etwa in den USA oder in Haiti) veränderten die politische, soziale und gedankliche Ordnung der Welt radikal. Gleichzeitig markierte der Beginn der industriellen Revolution in England einen Wendepunkt in der Entwicklung von Produktionsverfahren. Etablierte historischen Narrative neigen dazu, diese Ereignisse als scharfen Bruch mit bestehenden Lebensformen zu begreifen und dabei die Rolle von ikonoklastischen und zerstörerischen Akten hervorzuheben. Das Seminar will stattdessen Revolutionen als eine Form politischer Verhandlung mit vergangenen und bestehenden Werten durch den Begriff der "Wiederverwendung" in der Kunst neu denken. Inwiefern wird die Bedeutung von Kunstwerken absichtlich untergraben, wenn sie in ein neues Werk einbezogen oder in einen neuen Ausstellungskontext eingesetzt werden? Welche Bedeutung erhalten solche Vorgänge in einer Zeit, in der das Museum als Institution, die Ästhetik als Disziplin und die Vorstellung von der Zwecklosigkeit Kunst entstehen? Welche Folgen hat die Umwidmung künstlerischer Materialien, wie das Einschmelzen von Metallskulpturen im Dienste der Kriegsführung? Warum war es nötig, künstlerische Werke zu überarbeiten oder zu reparieren? Was bedeutet es, beim Aufkommen einer industriellen Wirtschaft über das Leben eines Objekts in Zyklen nachzudenken? Diese historische Fallstudie wird als Ankerpunkt dienen, um systematisch über verschiedene Formen der Wiederverwendung in der Kunst (spolium, objet trouvé, bricolage oder recycling), sowie über das Schaffen aus der Medialität eines bereits existierenden Objekts zu reflektieren. Dadurch soll gezeigt werden, dass die Auseinandersetzung mit einem Kunstwerk im Hinblick auf seine (vielen) Leben nicht nur ein neutraler ästhetischer Prozess, sondern auch ein politischer Akt ist.
Zeit: freitags, 14:00-15:45
Raum: RAA-E-12
Lehrveranstaltungsnummer: 1417
Dozent: Dr. Michael Matile
Beschreibung: Die wissenschaftliche Arbeit in einem Museum ist geprägt durch den Umgang mit Originalen und der Konzeption von Ausstellungen. Ungeachtet ob ein Konvolut von Druckgraphik Goyas, Piranesis, Rembrandts oder Dürers im Zentrum steht, immer beginnt die Analyse mit deren Beschreibung. Die Veranstaltung möchte den Teilnehmenden das wissenschaftliche Instrumentarium vermitteln, das im Umgang mit Werken auf Papier unerlässlich ist und ihnen Fragen im Zusammenhang mit Ausstellungsvorbereitungen nahe bringen. Im Lauf des Seminars werden alle Studierenden Gelegenheit erhalten, kleinere Werkgruppen aus den Beständen der Graphischen Sammlung zu katalogisieren und sie für eine Adhoc-Ausstellung aufzuarbeiten. Die Erfahrung am und mit dem Original bietet sowohl Gelegenheit, Objekte als Primärquellen des Wissens verstehen und nutzen zu lernen als auch erste Erfahrungen in der Museumsarbeit zu sammeln. Von den Originalen ausgehend werden Fragen zu Papier, zeichnerischer Handschrift, zu Druckqualität, zu Druckstöcken und –platten, zum Verhältnis von Kopie und Vorlage, zur Konservierung und Restaurierung, aber auch zur Geschichte des Sammelns und der wissenschaftlichen Erschliessung behandelt.
Zeit: donnerstags, 10:15-12:00
Raum: RAK-E-6
Lehrveranstaltungsnummer: 2588
Dozent: Dr. Joris van Gastel
Beschreibung: Die Renaissance brachte eine neue Art von Skulptur hervor, eine Skulptur, die sich von ihren architektonischen Beschränkungen löste und, inspiriert von der Antike, neue Motive und Formen aufgriff. Obwohl die Renaissance-Skulptur vor allem als eine toskanische Angelegenheit betrachtet worden ist und mit einer Handvoll grosser Namen wie Donatello und Michelangelo in Verbindung gebracht wird, soll im Rahmen dieses Seminars ein vielfältigeres Bild vermittelt werden, in dem auch Zentren wie Venedig und Neapel ihren Platz finden. Das Ziel der Veranstaltung besteht darin, sowohl einen Überblick über die wichtigsten Akteure und Entwicklungen in Bezug auf die genannte Thematik zu gewinnen als auch mit aktuellen Fragestellungen und Problemfeldern der Erforschung der Renaissance-Skulptur vertraut zu werden.
Zeit: montags, 12:15-13:45 (bis 22.05.2023)
Raum: RAA-E-12
Lehrveranstaltungsnummer: 3399
Dozentin: Virginia Marano, M.A.
Beschreibung: In postwar art, the question of exile is the question of home. The house defines a space, is a locative concept, whereas home defines a place that holds a symbolic value of belonging and refers to objects, people and concepts. Home does not designate a fixed state but rather a relational and transformative site, in which individual and collective acts of remembering are embedded. The course examines questions about identity and home through the artistic practices of some women artists of the Jewish diaspora and beyond, such as Gego, Eva Hesse, and Louise Nevelson. Our queries will focus on the intricate interrelation between women, domesticity and art-making in association with the aesthetics of exile and displacement, which significantly challenge any stable and absolute conception of home and place. By drawing on the works of feminist scholars and theorists, such as Sarah Ahmed, Julia Bryan-Wilson, and Iris Marion Young—in their argument that the idea of home and the practices of home- making support relational identities—this course seeks to shed light on how women artists in exile investigate notions of home, borders (both physical and psychological), diasporic longing, habitation and uprootedness in a constant state of exchange. Close readings and group discussions will introduce students to new discursive avenues for questioning the confined spaces of a given home and its relationship to a broader, global diaspora.
Zeit: montags, 16:15-18:00 (alle zwei Wochen, bis 22.05.2023)
Raum: RAA-E-29
Lehrveranstaltungsnummer: 0417
Dozent: Dr. Michael Matile
Beschreibung: Mit dem Projekt «Bilder der Schweiz online» (BSO) eröffnen sich für die Forschung im Bereich der Schweizer Druckgraphik und Zeichnung neue Möglichkeiten. Die Übung möchte diese - ausgehend von den materiellen Gegebenheiten in den Sammlungsbeständen der Zentralbibliothek – mit neuen Fragestellungen erproben. Welche Zusammenhänge können visualisiert werden? Welche Erkenntnisse lassen sich daraus ableiten? Welche Aussagen sind im Spannungsfeld von Einzelexemplar und Big Data möglich? Schwerpunkte in der Übung sind einerseits die Vermittlung von Kenntnissen im Bereich der Druckgraphik und Zeichnung, andererseits sollen die Produktionsverhältnisse und die damit verbundenen Netzwerke von Künstlern, Verlegern, in Druck und Vertrieb näher untersucht werden.
Zeit: dienstags, 10:15-12:00
Raum: SOE-F-2
Lehrveranstaltungsnummer: 3275
Dozent: Prof. Dr. Joris van Gastel
Beschreibung: In seiner Schrift «De Statua» (1435) sucht Leon Battista Alberti nach den Ursprüngen der Kunst in einer zufälligen Begegnung mit einem «Baumstrunk», einem «Klumpen» oder sonst «irgendwelchen derartigen leblosen Körpern». Es handelt sich um Körper, in denen zufällig etwas erkannt wird – etwas, «was den tatsächlichen Erscheinungen in der Natur überaus ähnlich sah.» Es sind diese Zufallsbilder, die für Alberti den Anlass für den Menschen darstellen, überhaupt künstlerisch tätig zu sein Doch auch unabhängig von der Kunsttheorie hat der Zufall schon immer eine wichtige Rolle in der künstlerischen Arbeit gespielt. Diese Übung hat zum Ziel, die Rolle des Zufalls in der Kunst zu erkunden, wobei dessen Bedeutung – die als Gegensatz zur platonischen «Idea» gelesen werden kann – von der Renaissance bis heute berücksichtigt werden soll. Dieser Fokus auf den Zufall zwingt dazu, die Materialität der Kunst sowie ihre Beziehung zur Natur und zum Heiligen neu zu reflektieren. Sind Zufallsbilder das Werk Gottes oder nur Spielereien der Natur? Und auf welche Weise lassen Künstler:innen Elemente des Zufalls in ihre Arbeit einfliessen – und warum? Spätestens mit dem Aufkommen neuer Medien wie der Fotografie gewannen Fragestellungen bezüglich des Zufalls neue Bedeutung, der Einbezug des Zufalls in das künstlerische Schaffen wurde ein mediales Phänomen, das im digitalen Zeitalter erneut an Relevanz gewonnen hat. Die bewusste Inszenierung von Zufälligkeiten ist dabei – von Duchamp bis Hirst – ein wesentlicher Bestandteil der Kunst geworden.
Zeit: dienstags, 12:15 – 13:45
Raum: RAA-E-27
Lehrveranstaltungsnummer: 3890
Dozentinnen:
Laura Valterio, M.A.
Beschreibung: This course consists in a series of guest lectures by invited artists and researchers who engage with the social and political dimensions of care at the intersection of race, gender and disability in art and art history. The lessons will focus on concepts such as speculative access, crip time, and the critique of the construction of normative bodies. In addition to the conjunctures between contemporary art history, disability theory, feminist and queer approaches, as well as postcolonial perspectives, this course opens up new discursive avenues for questioning the representation of the body and its relationship to a more informed and responsible framing that supports experiences of "complex embodiment." The class also introduces a new language and methodology to consider how disability aesthetics informs art critical discourse and production. This interdisciplinary lecture series is organized by the research group "Rethinking Art History through Disability" at the University of Zurich, in collaboration with the Master Fine Arts at the Zurich University of the Arts ZHdK. The course will include a mix of in-class and online sessions. Closed captions will be provided. For any other access needs, please contact Virginia Marano, <email-pii>. The assessment consists of a written paper of 3–5 pages reflecting one of the lectures. The paper should summarize and discuss the key theses of the lecture, contextualizing them with additional literature (at least 3 texts). An introductory bibliography, general readings and specific texts accompanying each session will be made available on OLAT.
Zeit: 18:15-20:00 (alle zwei Wochen)
Raum: RAA-G-15
Lehrveranstaltungsnummer: 2112
Dozent:innen:
Beschreibung: As both the first and the last of Europe’s colonial empires, Portugal’s visual culture is deeply enmeshed in the global. This counts particularly for the country’s main seaports, Porto and Lisbon. Taking the layered histories of these two cities as an anchor point, the field trip will explore the relation between artistic production, exchange, and the specific ecology of Iberia’s Atlantic coast. The construction of the Portuguese empire will be examined through the lens of its relation of subjection and independence from the neighbour kingdom of Spain as well as through the material traces of its colonial expansion in Africa, Asia and South America. Besides the transcultural exchange with communities across the ocean, the course will consider the traffic of goods – such as paintings, textiles, and the locally produced Azulejos – between Portugal and European commercial partners such as Italy and Flanders. Through the study of selected objects, spaces and architectural monuments, the long-lasting legacy of these phenomena will be examined up to Salazar’s dictatorship and the more recent decolonisation process, also to understand how it still resonates in the artworld today. This case study will serve to reflect on how historical events and environmental conditions affect the construction of artistic landscapes, conservation polices and the transcultural encounter. The module cannot be booked online. In case of interest, please send applications as a single pdf-document to Laura Valterio (<email-pii>) by the 23rd of January 2023, including the following documents: a motivation letter (max. 1 page), CV, study program (Major and Minor) and current semester.
Daten: 5.-11.06.2023
Lehrveranstaltungsnummer: 1164
Dozenten:
Beschreibung: Im Forschungskolloquium wird die aktuelle Forschung der Masterstudierenden,
Doktorierenden und Postdoktorierenden des Lehrstuhls für Kunstgeschichte der
Neuzeit sowie der Studierenden des Masterprogramms Kunstgeschichte im
globalen Kontext vorgestellt und diskutiert.
Zeit: TBA
Raum: TBA
Lehrveranstaltungsnummer: TBA