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Noch leben die meisten Männer und Frauen in einer Paarbeziehung. Trotz vieler Unkenrufe ist die Ehe, insbesondere für Familien mit Kindern, weiterhin die bevorzugte Lebensform. Wenn es aber zu einer Scheidung kommt, werden die Menschen sehr vorsichtig, was einen zweiten Angriff auf die Ehe mit einem anderen Partner anbetrifft. Immerhin werden rein statistisch 42 Prozent aller Ehen geschieden, das ist eine grosse Zahl.
Das Schweizer Bundesamt für Statistik (BfS) wertete die Beziehungsformen und Paarleben in unserem Land aus mit dem Ergebnis, dass die Ehe dennoch stark verbreitet ist. Demnach sind 80 Prozent aller Personen, die sich einen Haushalt mit einem nicht gleichgeschlechtlichen Partner teilen, auch verheiratet. Insbesondere die Paare mit Kindern können meistens einen Trauschein vorweisen. Betrachtet man die Population der Paare, die seit mindestens zwei Jahren zusammenleben und auch mindestens ein gemeinsames Kind haben, sind davon lediglich fünf Prozent nicht verheiratet. Dabei hat man sich auf die Altersgruppe zwischen 25 und 80 Jahren beschränkt. Sogar jene Paare, die kein gemeinsames Kind haben, sind in der Mehrzahl verheiratet, wenngleich in dieser Vergleichsgruppe der Anteil der unverheirateten Paare mit 41 Prozent deutlich höher liegt.
Es sollte niemanden wirklich überraschen, dass Männer geringfügig vorsichtiger beim Heiraten als Frauen sind. Da sind der Wunsch nach beruflicher Karriere, die eigene Mutter, die zur Zurückhaltung mahnt und sicher auch eigene Bindungsängste, die Männern den heiligen Bund in die Ehe verzögern. Aber auch die biologische Uhr tickt bei Männern deutlich langsamer als bei Frauen. Den richtigen Zeitpunkt für die Ehe genau auf den Punkt zu treffen, ist wohl kaum möglich. Daher beschäftigen sich seit längerer Zeit Wissenschaftler mit dieser Fragestellung und liefern erste interessante Ergebnisse.
Das perfekte Alter zum Heiraten
Nicholas H. Wolfinger von der "University of Utah" hat herausgefunden, dass jene Paare, die im Alter zwischen 25 und 34 Jahren heiraten, signifikant weniger häufig geschieden werden als Paare, die entweder jünger oder älter sind. Seine Untersuchungen basieren auf Daten der "National Survey of Family Growth" innerhalb des Zeitraums von 2006 bis 2013.
Die (vermutliche) Ursache: Mit dem Übergang in die Lebensdekade der 30er Jahre hat man sich "ausgetobt", heisst es da, die berufliche Karriere steuert auf einen Höhepunkt zu, man verfügt inzwischen über genügend Intelligenz zu analysieren, ob man sich eine lange, gemeinsame Zukunft mit seinem Partner vorstellen kann. Auf der anderen Seite ist man noch jung genug, seine eingefahrenen Gleise gemeinsam mit seinem Partner zu verlassen, um kompromissbereit zusammen neue Richtungen ins Leben zu entdecken.
Späte Ehen sind nicht einfach
Wissenschaftler der Universität Texas haben circa 1.500 Personen befragt und kamen dabei zu folgendem Ergebnis: Die Ehen hielten dann am längsten, wenn Braut und Bräutigam zum Zeitpunkt ihrer Hochzeit ungefähr zwischen 23 und 27 Jahre alt waren. Tatsächlich heiraten viele Paare in den USA exakt in diesem Alter. Frauen sprechen ihr Ja-Wort im Durchschnitt mit 26 Jahren aus, Männer sind dann schon 27 Jahre alt. In der Schweiz heirateten die Frauen mit 29,6 Jahren und Männer sind 31,8 Jahre alt.
Bemühen wir also die Mathematik für das Datum der Hochzeit
Prof. Dr. Tony Dooley ist ein Mathematiker aus Australien. Er glaubt, die perfekte Heiratsformel gefunden zu haben, sie lautet:
Heiratsalter = 0,368x(n-p) + p
Dabei ist n das Alter, in dem man spätestens heiraten möchte. P repräsentiert jenes Alter, ab dem sich jemand erstmalig bereit gefühlt hat, den Schritt in die Ehe zu wagen. Die Naturkonstante 0,368 hat Prof. Dooley sicherlich irgendwie empirisch bestimmt. Aber betrachten wir dazu ein Beispiel. Wilhelm wünschte sich erstmalig mit 25 Jahren (p), die blonde Tine zu heiraten. Seine Mutter hat ihm immer gesagt: "Wenn ein Mann mit 50 (n) nicht verheiratet ist, wird er verrückt." Setzt man diese beiden Zahlen in Dooleys Formel ein, sollte Wilhelm gleich nach seinem 34. Geburtstag das Standesamt aufsuchen. Kein ganz unrealistisches Ergebnis.
Fazit:
Jeder Mensch ist ein ganz individuelles Wesen, so auch seine Vorstellungen über eine gute Partnerschaft. Man mag diese Studienergebnisse ernst nehmen oder eine mathematische Formel belächeln, aber auch jeder Witz enthält eine Portion Wahrheit. Allein, sich mit den vorgestellten Gedanken ernsthaft zu beschäftigen, kann vielen Menschen helfen, ihre richtige Entscheidung zu treffen.
Bildquelle: ANURAG1112 / pixabay.com