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Bioforum Schweiz, AfA307
Organisationsgeschichte, histoire de l'organisation
Das Bioforum Schweiz ist die Nachfolgeorganisation der Schweizerischen Bauernheimatbewegung (BHB) – besser bekannt unter dem Namen Jungbauern. Die BHB war in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre aus dem 1923 gegründeten Verein abstinenter Schweizerbauern entstanden. Ab 1926 führte die Bauernheimatbewegung im Emmental regelmässig Jung-Bauern-Landsgemeinden und Bauernheimatwochen durch. 1932 eröffnete die nun „Schweizerische Zentralstelle für bäuerliche Jugend-, Kultur- und Fürsorgearbeit“ genannte Organisation das Zentrum Möschberg bei Grosshöchstetten, zu dem auch eine der ersten privaten Bäuerinnenschulen gehörte. Die mehrere Tausend Bände umfassende Versandbibliothek der BHB diente auch dazu, die in den Ortsgruppen durchgeführte dezentrale bäuerliche Bildungsarbeit zu systematisieren. Die Politisierung der von Müller, Hans (1891-1988)--DB2476 zunehmend straff geführten BHB erfolgte 1932/33 primär wegen der Deflationspolitik des Bundesrates, gegen die sich neben den Gewerkschaften auch die Jungbauernbewegung zu wehren begann. Die BHB setzte sich aktiv für eine Lohn- und Preisstützungspolitik ein und lancierte 1934 zusammen mit den Gewerkschaften und den Verbänden der Angestellten die sogenannte Kriseninitiative. Dieses Engagement führte 1935 zum Bruch der BHB mit der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB), als deren Mitglied Hans Müller im Nationalrat sass. Zusammen mit anderen bäuerlichen Gruppierungen wie der Schaffhauser Bauernpartei oder den Bündner Demokraten engagierten sich die Jungbauern auch in der Anfang 1937 entstandenen Richtlinienbewegung, zu der auch die Sozialdemokratische Partei der Schweiz sowie links-liberale Gruppierungen gehörten. Bis in den Herbst 1938 spielte die BHB innerhalb der Richtlinienbewegung eine führende Rolle. Doch die 1938 mit der Wahl von Grimm, Robert (1881-1958)--DB4345 in den Bernischen Regierungsrat erstmals konkrete Formen annehmende Zusammenarbeit der bürgerlichen Parteien mit der SPS führte zu schwerwiegenden strategischen Differenzen innerhalb der Richtlinienbewegung und in der Folge zu einer vollständigen Isolation der BHB im politischen Kräfteparallelogramm. Ohne Rücksicht auf die sich dramatisch zuspitzende internationale Situation verharrte die BHB unter Müllers autoritärem Führungsstil auch während des Zweiten Weltkriegs in einer kompromisslosen Oppositionshaltung. Nach vielen Rück- und Austritten führender BHB-Exponenten wie bspw. Bigler, Fritz (1899-1983)--DB346 oder Anliker, Ernst (1906-1977)--DB107 kam es Mitte der 1940er-Jahre zu einer eigentlichen Spaltung. Viele Aktivisten zogen sich enttäuscht aus der Politik zurück oder traten wieder der BGB bei. Mit der 1946 von Gemüsebauern innerhalb der BHB gegründeten Anbau- und Verwertungsgenossenschaft Galmiz Terraviva, AfA308 wurde die Förderung des biologischen Landbaus zum Hauptanliegen der BHB. Ende der 1960er, Anfang der 1970er-Jahre spielte sie beim Versuch, die Bundesbehörden zur Anerkennung des biologischen Landbaus zu veranlassen, noch einmal eine wichtige politische Rolle. An der Gründung des Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), AfA133 1973 hingegen war die BHB nur indirekt beteiligt. Erst nach Hans Müllers Tod 1988 integrierte sich die BHB wieder enger in die nun breiter gewordene Bio-Bewegung. Im Jahr 1996, als das 1932 eröffnete Tagungszentrum Möschberg totalrenoviert und wiedereröffnet wurde, änderte die BHB ihren Namen in Bioforum Möschberg, aus dem 2004 das Bioforum Schweiz wurde.
Autor: Peter Moser
Archivbestand, fonds d'archives
Die Archivalien wurden vom Archiv für Agrargeschichte (AfA) erschlossen.
Website der Organisation, site internet de l'organisation
Weiterleitung, redirection: https://histoirerurale.ch/redirect/getURL.php?id=153
Index der Funktionen, Index des fonctions
Präsidenten und Präsidentinnen (1927-)
- Müller, Hans (1891-1988)--DB2476, 1927-1988Dähler, Fritz--DB6337, 1989-2004Köchli, Martin (1949-)--DB4117, 2004-2009Lanfranchi, Markus--DB6156, 2009-2013Köchli, Martin (1949-)--DB4117,2013-2017Wiedmer, Tania--DB4450, 2017-Walder, Paul--DB4912, 2017-
Geschäftsführer und Geschäftsführerinnen (1927-)
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