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Die menschgemachte, globale Erwärmung wird aus dem Vergleich von heutigen mit vorindustriellen Temperaturmessungen berechnet. Um die Temperaturentwicklung in der Schweiz mit dem globalen Verlauf vergleichen zu können, ist die Definition einer vorindustriellen Referenzperiode für die Schweiz nötig.
Vorindustrielle Referenzperiode
Im Klimaabkommen von Paris aus dem Jahr 2015 hat sich die Staatengemeinschaft zum Ziel gesetzt, die menschgemachte, globale Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit auf deutlich unter 2°C zu beschränken. Die schlimmsten Folgen des Klimawandels können damit verhindert werden. Die Analyse der bisherigen Temperaturentwicklung zeigt, dass die globale Erwärmung heute (Stand 2018) bei +0.8°C gegenüber der vorindustriellen Zeit liegt, wobei sich verschiedene Regionen der Erde unterschiedlich stark erwärmt haben. Wo steht die Schweiz?
Sehen Sie im folgenden Video, wie die Temperaturentwicklung in der Schweiz mit der globalen Entwicklung verglichen werden kann und wo die Schweiz in diesem Vergleich heute steht. Lassen Sie sich erklären, wie die Zukunft aussehen könnte und wie sich unsere Entscheidungen auf die zukünftige Temperatur in der Schweiz auswirken.
Die wichtigsten Punkte im Überblick
Das Pariser Klimaabkommen
- Übereinkunft der Staatengemeinschaft zur Reduktion der globalen Treibhausgasemissionen mit dem Ziel, den Anstieg der globalen Mitteltemperatur auf unter 2°C gegenüber der vorindustriellen Zeit zu beschränken.
- Das vorindustrielle Klima wird im globalen Kontext mit der Durchschnittstemperatur der Periode 1850-1900 beschrieben. In dieser Zeit zeigte sich noch kein Einfluss menschlicher Aktivität und die Durchschnittstemperatur der Periode war durch externe Faktoren wie Sonnenaktivität oder Vulkanismus nicht abnormal beeinflusst.
Vorindustrielle Referenzperiode für die Schweiz
- Für die Schweiz wird die Periode 1871-1900 als vorindustrielle Referenzperiode verwendet, da flächendeckende Messdaten erst ab 1864 vorhanden sind.
- Der Unterschied zur global verwendeten Periode 1850-1900 ist mit Blick auf die Mitteltemperatur sehr klein und hat keinen Einfluss auf die gemessene Erwärmung.
- Im Vergleich mit der Durchschnittstemperatur der vorindustriellen Referenzperiode hat sich die Schweiz bis heute um knapp 2°C erwärmt. Das ist mehr als das Doppelte der durchschnittlichen globalen Erwärmung von 0.8 Grad (Stand 2018).
Kombination von Vergangenheit und Zukunft
- Die Klimaszenarien CH2018 zeigen auf, wie sich die Temperatur in der Schweiz ab der Periode 1981-2010 bis Ende des 21. Jahrhunderts in Abhängigkeit von zukünftigen weltweiten Treibhausgasemissionen entwickeln wird.
- Mit der Einführung einer vorindustriellen Referenzperiode für die Schweiz kann die vergangene mit der zu erwartenden Entwicklung kombiniert werden.
- Ohne Klimaschutzmassnamen dürfte sich die Jahresmitteltemperatur in der Schweiz bis Ende des 21. Jahrhunderts um rund 6°C gegenüber der vorindustriellen Zeit erwärmen. Mit konsequentem Klimaschutz kann die Erwärmung auf insgesamt etwa 2.5°C begrenzt werden.