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21.09.2014 Auf dem Weg nach Ashgabad Unterwegs kommen wir an einem der vielen Salzseen vorbei. Dieser ist noch nicht ausgetrocknet weil sich Grundwasser darin sammelt. Am Ufer entlang haben sich Salzkristalle gebildet und auf der Wasseroberfläche liegt Staub und Dreck, welcher wegen des hohen Salzgehalts nicht sinkt.
Später halten wir noch an einem ausgelöschten Gaskrater. Er ist durch das Grundwasser gefüllt.
22.09.2014 Ashgabad, die weisse Stadt Mit dem Bus fahren wir kreuz und quer durch die Stadt und steigen dann und wann aus um eine Anlage oder ein Monument in Augenschein zu nehmen. Der Prunk und der Personenkult erschlägt uns fast. Die Strassen sind blitzblank sauber. Die Hauptverkehrsachse und die Strasse, welche nur dem Präsidenten zur Fahrt ins Regierungsgebäude vorbehalten ist, werden täglich aufgewaschen. Heute haben wir insofern Glück, als dass der Präsident in Dashoguz zur Einweihung eines neuen Bazars weilt und darum keine Strassen für seine Durchfahrt gesperrt sind.
Der überwiegende Teil älterer Bausubstanz wurde durch Erdbeben, vor allem das von 1948, zerstört. Deshalb fehlen die für andere zentralasiatische Städte typischen orientalischen Altstadtviertel. Das Zentrum von Ashgabad wird von Bauten aus Stahlbeton und Glas geprägt, die weitestgehend erdbebensicher sind. In den Jahren seit der Unabhängigkeit hat sich östlich des ehemals sowjetischen Stadtzentrums ein rasch wachsendes neues Zentrum gebildet. Es ist geprägt von monumentalen Grossbauten, breiten Prachtstrassen und ausgedehnten Grünflächen und Parks. Als Beispiel des modernen Ashgabad lässt sich die rund sechs Kilometer lange Bitaraplykstrasse anführen. Hier reihen sich vom westlichen Zentrum bis zum Monument of Neutrality im Südwesten Regierungsbauten, Hotels, Bürohäuser und hohe Luxuswohnbauten auf. Auffällig ist auch die grosse Zahl reich modellierter Brunnen. Sehenswert sind das Museum für Bildende Kunst, das Museum für Landeskunde und das Historische Museum. Aus der Sowjetperiode stammt eine Lenin-Statue, die auf einem Sockel aus Teppichmustern steht. Der Botanische Garten ist die bedeutendste der vielen Grünanlagen, mit einer Sammlung einheimischer und exotischer Gewächse. Weitere bedeutende Parks sind die Anlage um den Unabhängigkeitsturm und der Park zum Andenken an zehn Jahre Unabhängigkeit. Das Olympiastadion aus dem Jahr 2003 fasst 30'000 Zuschauer. Bekannt ist Ashgabad als Zentrum des turkmenischen Kunsthandwerks, besonders für handgewobene Teppiche. Zu sehen sind diese insbesondere im Teppichmuseum.
Am späten Nachmittag, es ist bewölkt und wird schon langsam dunkel, erreichen wir Ashgabad. Wir treffen uns mit der Reiseleitung bei einer Tankstelle an der Peripherie. Leider ist der Diesel ausgegangen. Scheinbar ist die Versorgung mit Treibstoff wirklich so schlecht wie uns prophezeit wurde. Also fahren wir weiter zu unserem Stellplatz bei einem Hotel am Stadtrand. Tanken können wir morgen immer noch. Schon am ersten Kreisel werden wir mit dem Protz konfrontiert. Vorbei an mit Marmor verkleideten Gebäuden erreichen wir die Hotelanlage. Sie ist schön und bietet uns alles was wir benötigen, einschliesslich Rasen und viel Platz zwischen den WoMos.
Am Abend treffen wir uns in einem Restaurant in der Stadtmitte zum Seabridge-Essen Turkmenistan. Bei unserer Ankunft ist noch ein Kindergeburtstag im Gang und wir müssen noch etwa eine halbe Stunde den Kinderlärm erdulden. Dann wird das Essen aufgetragen. Schon beim Setzen finden wir reichhaltige Teller mit kalter Vorsteise. Dann folgt ein warmes Reisgericht mit Fleisch. Zwischendurch tritt eine Folkloregruppe auf und unterhält uns mit ihren Tänzen. Khan zeigt uns am Beispiel von Kristina, wie die Frauen in Turkmenistan ihr besonderes Kopftuch binden. Heute Abend verabschieden wir auch Kristina und Khan. Khan verlässt uns an der grenze und Kristina kehrtzu ihrer Tochter nach Hause zurück.
Nach dem Essen machen wir noch eine Busfahrt durch das beleuchtete Ashgabad. Auf einer Anhöhe steht das Hochzeitszentrum. Es wird mit wechselnden Farben angestrahlt. Hochzeitswillige kommen aus dem ganzen Land um hier getraut zu werden. Von hier aus haben wir auch ein eindrückliches Panorama vor uns. Dann geht es zurück auf den Platz.
Im übrigen sprechen die Bilder für sich.
Teile des Stadtbildes sind vom Personenkult des ehemaligen Staatschefs Saparmyrat Nyýazow geprägt. Der 95 Meter hohe Neutralitäts-Turm, der 2010 vom Zentrum der Stadt an den südwestlichen Stadtrand verlegt worden ist, ist von einer vergoldeten Statue des Diktators gekrönt. Diese drehte sich täglich einmal um sich selbst. Jetzt steht sie still. Im Jahr 2011 wurde der 211 Meter hohe Fernsehturm Türkmenistan teleradio merkezi eröffnet.
24.09.2014 Grenzübertritt in den Iran Die Ausreise von Turkmenistan ist im Vergleich zur Einreise simpel. Wir müssen lediglich für den Ausreisestempel im Pass anstehen, das wars. Die Auflagen für die Einreise in den Iran sind jedoch schon besonders: kein Alkohol und Kopftücher für die Frauen. In den Tagen davor mussten wir alle unsere Alkoholika "verschwinden" lassen. Dazu ist Vreni mit mit den angefangenen Flaschen Vermouth und Gin von WoMo zu WoMo gegangen und hat bereitwillig ausgeschenkt. Heute morgen hat es sich dann gezeigt, wer etwas zu intensiv den Alkohol verschwinden liess!!
Jetzt, wo wir zur iranischen Grenze fahren, heisst es "Kopftücher anziehen".
Der Grenzübertritt ist gut organisiert. Schon von Anfang an war klar, wohin man mit welchen Papieren gehen muss und was dort zu tun ist. Die Fahrzeuge wurden jedoch gründlich untersucht, es gaber aber nirgendwo Beanstandungen. Als willkommene Änderung gegenüber dem Vorjahr ist, dass keine Gebühr mehr zu entrichten ist. Letztes Jahr musste jeder Fahrzeughalter bis zu 240 US$ zur Kompensation der geringen Treibstoffpreise bezahlen. Der Diesel kostet hier für Einheimische 2'500 und für Touristen 5'000 Rial, das sind 0.08 bzw. 0.15 Franken pro Liter. Dazu und wie das Tanken vor sich geht in meinem nächsten Bericht.