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Nach wie vor leben rund zwei Drittel der Bevölkerung Tadschikistans von der Landwirtschaft, gleichzeitig sind weniger als 10% der Gesamtfläche des Landes für die Landwirtschaft geeignet. Eine offizielle Priorisierung von wenigen Anbaupflanzen (Baumwolle, Getreide, Kartoffel) trägt zusätzlich zu häufigen Engpässen in der Versorgung mit Lebensmitteln bei.
Darunter leiden vor allem Kinder: 26% sind chronisch, 10% akut unterernährt. Ein nationales Schulernährungsprogramm soll die Situation verbessern, krankt aber an starker Abhängigkeit von internationaler humanitärer Hilfe. Bislang versorgt vor allem das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen(WFP) Schulen direkt mit Nahrungsmitteln. Aktuell wird dieser Ansatz abgelöst durch Bargeldhilfe (cash transfers) an die Schulen, die damit Lebensmittel auf lokalen Märkten für die Versorgung ihrer Schüler kaufen. Vor dem Hintergrund saisonaler Knappheit von Lebensmitteln ist dieser Ansatz jedoch nur teilweise zielführend, da die von den Schulen aufgekauften Lebensmittel unter Umständen für die allgemeine Versorgung der Bevölkerung fehlen.
Unter Covid-19 verschärft sich diese Situation zusätzlich: Arbeitsmigration in die Nachbarländer ist kaum noch möglich, was gleichzeitig das Einkommen massiv reduziert und den Bedarf an Nahrungsmitteln erhöht.