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Dienstag, 12.11.2019
19:30 - 20:45 UhrMuseum zu Allerheiligen
Vortrag des Historischen Vereins mit Peter Niederhäuser, Winterthur.
Heute bestimmen bekanntlich die weltberühmte Eisenbibliothek und das Aus- und Weiterbildungszentrum der Georg Fischer AG Nutzung und Erscheinungsbild der "paradiesischen" Anlage, den der Industriekonzern 1918 erworben hatte. Diese Gegenwart war dem Ort aber keineswegs vorbestimmt. Gegründet nach 1250, blieb Paradies ein vergleichsweise kleines und armes Frauenkloster, das stark auf Schaffhausen ausgerichtet war. In der Reformationszeit versuchte die Stadt Schaffhausen hartnäckig, den Konvent aufzuheben und das Klostergut zu verstaatlichen.
Nach langen Auseinandersetzungen folgte ein ungewöhnlicher Kompromiss: Unter der Schutzherrschaft der katholischen Orte kamen 1578 wieder Nonnen nach Paradies, Schaffhausen durfte aber einen Teil der Klostergüter behalten; das Paradieseramt des Stadtstaats entstand – aber Paradies selber kam letztlich zum Thurgau. Ein Grossbrand 1587, innere Unruhen, wirtschaftliche Probleme, die französischen Kriege und die Aufhebung des Konvents 1836 sind weitere Eckpunkte einer turbulenten Vergangenheit, die gleichermassen Teil der Thurgauer wie auch der Schaffhauser Geschichte ist.
Der Referent Peter Niederhäuser ist freier Historiker in Winterthur, beschäftigt sich regelmässig mit der Geschichte der Ostschweiz und hat kürzlich im Auftrag der Georg Fischer AG zusammen mit Walter Bersorger den GSK-Führer zum Kloster Paradies verfasst.