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Brücke Halbknotenpunkt | Bellinzona | 2022 | LAUFENDE BAUSTELLE
Der Bau eines Autobahn-Halbanschlusses im Raum Torretta wird seit Jahren diskutiert und ist sicherlich ein Schlüsselelement für den flüssigen Verkehr in der Agglomeration von Bellinzona. Ursprünglich sollten die beiden Anschlussstellen Bellinzona-Nord und -Süd durch einen Zubringer verbunden werden, der es dem Verkehr ermöglicht, in die Agglomeration zu gelangen, ohne die Zentren Arbedo und Giubiasco zu passieren. Leider kam diese Verbindung aufgrund einer Reihe von Umständen nicht zustande, so dass die parasitäre Last der Fahrzeuge, die für das Zentrum von Bellinzona bestimmt sind, seit Jahren durch dicht besiedelte Gebiete fährt, die für den Transitverkehr kaum geeignet sind.
Im Jahr 2008 lancierte das ASTRA einen Planungswettbewerb für den Bau eines Halbknotenpunkts im Gebiet Torretta, aus dem das Projekt der Büros Grignoli-Muttoni und Partener + Edy Toscano und des Architekten Martino Pedrozzi als Sieger hervorging. Das recht innovative Projekt sah den Bau eines erhöhten Kreisverkehrs auf der Autobahn mit zwei Zufahrtsrampen in südlicher Richtung und den Wiederaufbau des in den 1970er Jahren errichteten Bauwerks vor, das Bellinzona mit Monte Carasso verbindet und die historische Torretta-Brücke ersetzen sollte. Diese neue Autobahnverbindung erfordert offensichtlich eine Überarbeitung der gesamten Strassenführung in diesem Gebiet. Dieses Projekt wurde von der Jury wegen seiner Integration in die Umwelt, aber auch wegen der geringen Inanspruchnahme von zusätzlichem Raum in einem bereits dicht bebauten Gebiet gewürdigt. In Anbetracht der Zeit, die von der Planung bis zur Verwirklichung verging, kann man sich leicht vorstellen, dass es trotz des optimalen Entwurfs und der offensichtlichen Notwendigkeit zu Problemen kam, einschliesslich eines von Gegnern organisierten Referendums. Schliesslich wird das Projekt, das auch andere umfangreiche Modernisierungsarbeiten an der A2 in diesem Gebiet umfasst, nun realisiert.
Das Projekt umfasste den Bau einer Stahltragkonstruktion, bestehend aus drei Senkkästen für die Brücke und einem Senkkasten für den Kreisverkehr über der A2, sowie für die Zufahrtsrampen zu den Autobahnspuren. Über diesen tragenden Senkkästen wird die Gleitfläche aus Stahlbeton errichtet. Offensichtlich wird das Ganze von Pfeilern gestützt, die sich im Überschwemmungsgebiet und an der Seite der Autobahn befinden. Es handelt sich also um ein minimalinvasives Projekt.
Der Bau der halben Kreuzung und der Zufahrtsstrassen wurde von dem Firmenkonsortium M. Muttoni und CSC übernommen, die das bewährte Konsortium Officine Ghidoni-Cattaneo mit den Bauarbeiten beauftragten.
Projekt
Die Detailplanung wurde vom Konsortium Ghidoni-Cattaneo übernommen, das auf der Grundlage des Projekts die Baupläne entwickelte. Der Teil des Bauwerks, der sich in der Aue befindet, besteht aus drei paarweise angeordneten Senkkästen, die zu zwei verschiedenen Zeitpunkten verlegt wurden und auf denen in drei Phasen die Betonplatten für das Gleitdeck des Viadukts errichtet werden sollen. Die Betonsäulen stehen im Überschwemmungsgebiet, und das Bauwerk überquert den Fluss Ticino und schliesst an den Kreisverkehr oberhalb der Autobahn an. Die tragende Struktur des Kreisverkehrs wird durch einen ringförmigen Senkkasten gebildet, der mit der Struktur der Rampen verbunden ist. Der aufgeständerte Kreisverkehr ist offensichtlich der komplexeste Teil, da er einen Durchmesser von 60 m hat und auf nur vier Stützen ruht. Er besteht aus einem zentralen ringförmigen Senkkasten mit einer grossen Anzahl von radialen Bewehrungsmembranen und ebenfalls radialen Konsolen, um den Betonring zu stützen, der die Gleitfläche bilden wird. Die Lösung der Konstruktionsdetails erforderte einen erheblichen Konstruktionsaufwand, um einen Fertigungs- und Montageprozess zu gewährleisten, der zu einem Endergebnis führt, das mit den statischen Annahmen auf der Konstruktionsebene übereinstimmt. Das Material der Tragkonstruktion ist Cortenstahl, der daher keine Oberflächenbehandlung benötigt. Die gesamte Struktur dieses Projekts ist ein gemischter Typ, d.h. die tragende Struktur ist aus Stahl, während die Gleitfläche aus Beton besteht. Die beiden Körper sind mit Verbindungsstücken verbunden, welche die Beanspruchung übertragen. Grundsätzlich wirkt der Stahl auf Zug und der Beton auf Druck, so dass die Eigenschaften der beiden Materialien optimal genutzt werden.
Die Strukturelemente sind so konzipiert, dass sie teilweise in der Werkstatt mit transportablen Abmessungen hergestellt werden können und dann vor Ort zusammengebaut, angehoben und in ihre endgültige Position gebracht werden.
Fabrikation
Praktisch die gesamte Struktur besteht aus unterschiedlich dicken Blechen, die für das Schweissen vorbearbeitet (abgeschrägt und gebohrt) und zu Strukturelementen zusammengesetzt werden, die bei den grössten Elementen mehr als 80 Tonnen wiegen. Man kann sich leicht vorstellen, dass angesichts der grossen Dicken der Schweissaufwand enorm ist und der Prozess in mehreren Schritten, d. h. durch den Zusammenbau der Elemente in aufeinanderfolgenden Phasen, durchgeführt werden muss.
Der grosse Ring des Kreisverkehrs besteht im Wesentlichen aus einer unteren und einer oberen Scheibe, die durch vertikale Platten verbunden sind. Im Inneren dieses Rings befinden sich zahlreiche Rippen, die je nach Fläche und damit Belastung unterschiedlich geformt sind. Die Form und die geringe Anzahl der Stützen (Säulen), die Belastung und die Grösse der Struktur werden bestimmt, um die Spannungen und damit die Dicken und die Form der lokalen Tragelemente zu charakterisieren.
Die erste Phase umfasst den Bau des Kreisverkehrs, gefolgt vom Bau der Senkkästen für den Bau der Brücke bzw. der Rampen.
Baustelle
Derzeit transportieren wir die ersten vormontierten Elemente in das Auengebiet, um sie anschlissend mit den radialen Halterungen praktisch zu Viertelkreisen zusammenzusetzen. Diese Elemente werden dann, wiederum über die Aue, mit selbstfahrenden Wagen zum Kreisverkehr transportiert und von dort mit einem Raupenkran angehoben, um in ihre endgültige Position gebracht und dort verschweisst zu werden.