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Kürzlich sitze ich bei einem Martini an der Aare und gönne mir dazu Menninghaus' wundervolles Buch "Ekel". Es ist ein wunderschöner Abend, die Schwalben kreisen sommerverheissend über unseren Köpfen, da macht es "Plopp".
Sehen, [das]: Die unterschiedlichen Zeichnungen auf den Kleeblättern erfassen, statt nach einem vierblätterigen zu suchen.
Kürzlich ging ich über eine Holzbrücke. Da spielte ein Mann auf einem Keyboard, wobei "spielen" in diesem Fall die Klangwelt meint, die ein zweijähriges Kind erzeugt, wenn es mit den flachen Händchen auf die Tastatur patscht.
Kunst, [die]: Der Akt einer Blinden, die Hand sanft auf den Arm eines Menschen zu legen und auf Richtungsänderungen zu lauschen und nachzuvollziehen. (Der Versuch der Kontrolle endet mit einem Zusammenstoss.)
Bewusstsein, [das]: Ein scheues Wesen (hervorlugend, mit strahlend grünen Augen), das beim leisesten Geräusch in der Dunkelheit verschwindet. Es lässt sich durch ein Schälchen Milch oder eine zarte Melodie anlocken.
Eine Sprache lernen: Lernen, das eigene Herz mit dem Pulsschlag Morsezeichen aussenden zu lassen, welche von andern ertastet werden können. Und auf die Systolen der andern zu lauschen.
Entdecken bedeutet, das Ziel der Reise nicht zu kennen. Oder wie Columbus auszuziehen um einen neuen Weg zu einem bekannten Ort zu finden, nur um auf dem halben Weg einen neuen Ort zu finden. Wir versuchen diesen neuen Ort sofort in eine Kategorie zu stecken. Das ist illustrativ, das wirkt grafisch, das könnte in einem Museum hängen.
Lob, [das]: eine zweite Zielscheibe, welche neben die erste gestellt wird. Als die Bogenschützin die ledernen Handschuhe zurecht zupft, fragt sie sich, welches Ziel denn nun zu treffen sei und welches zuerst da war.
Erfolg, [der]: eine Sackgasse, aus der man nur durch eine Rückwärtsbewegung wieder herauskommt.
Schweigen, [das]: der Weissraum zwischen zwei Textzeilen, wo der Farn erblüht.