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Holzwärmeverbund Menzingen
Die Idee für den Holzwärmeverbund Menzingen kam vor ca. zehn Jahren zwischen dem Kloster Menzingen und den Wasserwerken Zug WWZ zustande. Damals hätte das Kloster ihre Ölheizung sanieren müssen und fragte deshalb die WWZ an, ob es eine Möglichkeit gäbe, das Kloster und andere Gebäude des Dorfes effizient zu beheizen. Daraufhin folgte eine fünfjährige Planungs- und Bauphase bis zur Realisierung. Bis heute sind das Schulhaus, das Gemeindehaus, das Kloster und rund 40 weitere Gebäude dem Holzwärmeverbund angeschlossen.
Im Kanton Zug werden, unter Berücksichtigung der Schweizer Forstgesetze vom Waldwirtschaftsverband Zug, Holzschnitzel hergestellt. Das Forstgesetz besteht seit 1876 und wird von andern Ländern oft als Vorlage genutzt. Es besagt grundsätzlich, dass nicht mehr Wald abgeholzt werden darf, als nachwächst. Für die Energieproduktion werden in Zug von 63‘000 m3 Zuwachs im Jahr rund 20‘000 m3 genutzt. Die Schnitzel werden anschliessend an den Holzwärmeverbund verkauft, bezahlt wird nach Wärmeleistung, die von den gelieferten Schnitzeln gewonnen werden kann. Der Waldwirtschaftsverband bringt die Schnitzel mit Lastwagen nach Menzingen und füllt damit die Schnitzeltanks (siehe Bild 1), welche ein Fassungsvermögen von rund 850 m3 haben auf. Der tägliche Bedarf beträgt durchschnittlich ungefähr 10 m3. Von da aus werden die Schnitzel mithilfe eines Schubbodens (siehe Bild 2) zu den Öfen und mit Hilfe einer Transportschnecke in einen der zwei Öfen befördert. Im Sommer läuft vor allem der kleine Ofen mit 1600 MW Leistung, da nur Warmwasser benötigt wird. Im Winter läuft der grosse Kessel mit einer Leistung von 2400 MW, weil auch geheizt werden muss. Bei Bedarf wird auch der kleinere Ofen in Betrieb genommen. Wenn auch dies nicht reicht, gibt es noch eine Notfall- Ölheizung (siehe Bild 3). Die wurde aber ausser bei der Inbetriebnahme noch nie gebraucht. Die Heizkessel müssen jedes Mal, nachdem sie ausgeschaltet wurden, von Hand mit Brennholz angezündet werden, deshalb werden sie zum Reinigen nur auf 300°C heruntergefahren. Durch die heissen Abgase, die bei der Verbrennung entstehen, wird das Wasser durch einen Wärmetauscher auf 85°C erwärmt und fliesst in einen grossen Boiler (siehe Bild 4-5). Sensoren im Boiler melden dem Heizkessel wenn die Temperatur zu niedrig ist und diese verbrennen dann mehr Holz, um das Wasser wieder aufzuheizen. Das nun erhitzte Wasser fliesst unten aus dem Boiler heraus und wird durch sehr gut isolierten Leitungen zu den Häusern geleitet (siehe Bild 6), wo durch einen weiteren Wärmetauscher die Hitze für das Haus gewonnen wird. Die Kreisläufe sind dabei immer getrennt, da das Wasser des Holzwärmeverbunds speziell behandelt wird um Rost zu vermeiden. Das zurückfliessende Wasser hat immer noch eine Temperatur von 50°C, welche wieder genutzt wird um das Wasser im Boiler aufzuheizen.
Der Holzwärmverbund birgt einige Vorteile. Zwar ist die Wärmeenergie an sich mit 9.16 Rp. Pro kW/h nicht günstiger als bei anderen Heizmethoden, jedoch sind das die gesamten Kosten und es werden beim Endverbraucher keine Ausgaben für Kaminfeger, Wartung der Heizung etc. fällig. Ausserdem hat man bei einer zentralen Heizung die Möglichkeit, die Abgase viel besser zu filtern und eine effizientere Verbrennung als es bei einer privaten Heizung möglich, beziehungsweise wirtschaftlich, zu erreichen wäre. Von den verbrannten Schnitzeln bleiben 1-2% Asche übrig die zwei Mal im Winter entsorgt werden (siehe Bild 7 ) und die Rauchrohrzüge müssen alle zwei Monate gereinigt werden. Für die Reinigung der Abluft werden zuerst im Zyklop, einem gebogenen Rohr, die groben Partikel herausgefiltert und dann unter Hochspannung im Nesselelektroabscheider die feinen Partikel aus der Luft gefiltert. Das Verbrennen durch Holz ist CO2 neutral, da ein Baum nur so viel CO2 freigesetzt, wie er im Verlauf seines “Lebens“ aufgenommen hat.
Dennis Schmid, BO2