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Die Online-Motivations-Befragung zielt darauf ab, den Patienten zu einer Verhaltensänderung zu bringen. Sie gibt ihm die Gelegenheit, seine Ambivalenz zu erkennen und zu beenden. Die Ambivalenz gegenüber seinem Trinkverhalten (trinken oder nicht trinken?) blockiert tatsächlich jede Aussicht auf Veränderung.
Diese vornehmlich von Miller et Rollnick, entwickelten Therapien zielen darauf ab, die intrinsische Fähigkeit der abhängigen Person, sich aus dieser Situation zu befreien, zu aktivieren.
Das Gespräch wird in freundlicher und einfühlsamer Weise geführt, ist nicht auf Konfrontation ausgerichtet und erfordert die aktive Teilnahme des Patienten. Eine empathische therapeutische Einstellung erlaubt es dem Patienten, seine Schwierigkeiten und seine Gefühle auszudrücken. Der Therapeut versucht, die Dinge mit den Augen des Patienten wahrzunehmen und sich an seine Stelle zu setzen, um zu verstehen, was er empfindet. Folglich kann sich die Person verstanden fühlen und ist eher bereit, von sich und ihren Erfahrungen zu sprechen. Dadurch hat wiederum der Therapeut die Möglichkeit, sich ein Bild über ihre Ressourcen zu machen, über ihre Schwachpunkte im Veränderungsprozess und über ihre Überzeugungen hinsichtlich des Alkoholkonsums.
In einer Online-Motivations-Befragung konfrontiert der Therapeut die Person nicht direkt mit ihrer Neigung, Alkoholprobleme zu verharmlosen oder gar zu leugnen. Der Therapeut geht davon aus, dass es der Patient ist, der die endgültige Entscheidung zur Veränderung treffen muss. Sträubt sich der Patient gegen eine Veränderung, werden seine Argumente nicht diskutiert. Im Gegenteil, der Sprecher hält sich an die Ansichten der Person und ermutigt sie, ihren Widerstand auszudrücken. Der Patient ist für die Entscheidungen, die er trifft, und seine Handlungen verantwortlich.
Der Befrager unterstützt ihn bei seinen Bemühungen. Er begleitet den Patienten bei der Untersuchung der Widersprüche zwischen dem, was er ist und was er sein möchte. Bei einer Online-Motivations-Befragung gibt der Patient selbst die Gründe an, warum er nüchtern sein sollte, und listet die durch seinen Konsum verursachten Probleme auf.
Die Online-Motivations-Befragung besteht aus drei Sitzungen von jeweils 50 Minuten, über einen Zeitraum von 8 bis 12 Wochen.
Die Grundsätze dieser Therapien werden nachstehend kurz skizziert:
- Der Widerstand des Patienten in Gesprächen stellt keinen Charakterzug abhängiger Patienten dar, sondern ist durch das dem Umfeld (Ehepartner, Arbeitgeber, etc.) bedingt. Der Therapeut kann den Widerstand des Patienten durch negative Reaktionen verstärken.
- Die Patienten-Therapeuten-Beziehung sollte konstruktiv und freundschaftlich sein. So kann ein Raum geschaffen werden, in dem der Patient seine Ängste, seine Probleme, seinen Zorn im Hinblick auf das Verhalten, dessen Änderung erhofft wird, frei artikulieren kann. Es ist wichtig, in diesem Rahmen die Bemühungen oder Schwierigkeiten des Patienten nicht zu kritisieren.
- Das Motivationsgespräch zielt in erster Linie auf die Auflösung der Ambivalenz ab und nicht darauf, den Patienten sofort zu einer Verhaltensänderung zu bewegen. Tatsächlich kommt es laut Miller und Rollnick bei ambivalent motivierten Patienten zu Widerstand, wenn diese zu einer Handlung gedrängt werden – wobei hier das Risiko einer Auflösung der Therapeuten-Patienten-Beziehung besteht –, und der Patient wird dazu veranlasst, sowohl die internen als auch die externen Faktoren, die einen Rückfall bei ihm verursachen könnten, auszublenden.
- Der Therapeut schreibt keine Methoden oder Techniken vor.
- Der Patient ist für seine eigenen Fortschritte verantwortlich. Der Therapeut übernimmt niemals die Verantwortung für eine Verhaltensänderung des Patienten.
- Ziel des Motivationsgesprächs ist eine Bestärkung des Patienten in seinem Gefühl, die Fähigkeit zu einer Verhaltensänderung zu besitzen.