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Verkehr: für eine menschen- und umweltgerechte Mobilität
Vision
Die Menschen in der Stadt sind zu Fuss, mit dem Velo oder mit dem ÖV unterwegs. Der Gütertransport wird mit dem jeweils passenden Gefährt (vom Lastenvelo bis zum Kleintransporter) effizient abgewickelt. Car-Sharing-Fahrzeuge ersetzen die Privatfahrzeuge; weil weniger Autos unterwegs sind, haben Tram, Bus und Gewerbe freie Fahrt.
Ziele
- Fussgängerinnen und Fussgänger können sich gefahrlos überall in der Stadt bewegen.
- Ein flächendeckendes Veloroutennetz, auf welchem sich Velofahrende sicher bewegen können, ist spätestens bis 2025 fertig gebaut.
- Tempo 30 wird in allen Wohnquartieren sowie an dicht bewohnten Hauptachsen eingeführt, ergänzt durch Begegnungszonen/Tempo 20 in Quartierkernen.
- Strassengrossprojekte wie Stadt- oder Rosengartentunnel werden verhindert, da diese die Vorherrschaft des Autoverkehrs für lange Zeit in Beton giessen.
- Asphaltierte Verkehrsflächen müssen reduziert und entsiegelt werden.
- Die Stadt Zürich ist international mit der Bahn sehr gut vernetzt, so dass der kontinentale Flugverkehr überflüssig ist.
Hintergrund
Mit dem Eroberungszug des Automobils im letzten Jahrhundert wurde der öffentliche Raum zur freien Bahn für den Autoverkehr und die Quartierstrassen sind zu unbelebten Autoabstellflächen mutiert. Diese Entwicklung ist überholt, den städtischen Lebensbedingungen nicht angepasst und muss geändert werden. Immerhin konnte Zürich im Gegensatz zu vielen Städten sein Tramnetz weitgehend erhalten und in den letzten Jahren sogar wieder ausbauen. Gerade in einer Stadt, in der immer mehr Menschen wohnen, arbeiten und sich aufhalten, muss der knappe öffentliche Raum allen zur Verfügung stehen, und die flächeneffizienten und klimaschonenden Verkehrsmittel müssen gefördert werden.
In der Gemeindeverfassung ist denn auch festgehalten, dass Fuss-, Velo- und öffentlicher Verkehr gefördert und der Anteil des Autoverkehrs um einen Drittel reduziert werden muss.
Die Grünen haben mit ihrer konsequenten Verkehrspolitik viel dazu beigetragen, dass Zürich schon einen weiten Weg zur Erreichung dieses Ziels zurückgelegt hat. So hat der Anteil des Autoverkehrs an allen Wegen zwischen 1990 und 2015 von 40 % auf 25 % abgenommen. Der Anteil des Veloverkehrs hat sich zwischen 2010 und 2015 verdoppelt. Und während die Autofahrten sogar aus dem Umland seit 1990 leicht abgenommen haben, nutzen 2015 rund drei Mal mehr Personen den öffentlichen Verkehr, um in die Stadt zur fahren.
Leider haben diese Entwicklungen nur wenig konkrete Auswirkungen auf den öffentlichen Raum. Und nach wie vor ist die Stadt Zürich wegen der Autos ein lufthygienisches Sanierungsgebiet und es wohnen rund 130'000 Personen an Strassen, die zu lärmig sind.
Konkrete Forderungen
- Ein Umdenken bei der Verteilung des knappen Raumes ist nötig. Es braucht mehr Platz und mehr Aufenthaltsqualität für FussgängerInnen, zudem eine klare Priorisierung für FussgängerInnen, Velofahrende und ÖV-Nutzende bei der Aufteilung des Strassenraumes.
- Der Verkehr muss entschleunigt werden, dazu tragen Begegnungszonen und Tempo 30 bei. Diese sind nicht auf Wohnquartiere zu beschränken, sondern auch entlang von dicht bewohnten Hauptstrassen einzuführen.
- Die Lücken im Veloroutennetz der Stadt Zürich müssen geschlossen werden. Der Masterplan Velo muss konsequent umgesetzt und Veloschnellrouten eingerichtet werden.
- Die Velo-Infrastruktur an Verkehrsknotenpunkten muss ergänzt werden, insbesondere auch mit ausreichend kostenlosen Abstellplätzen.
- Der historische Parkplatzkompromiss ist unzeitgemäss, die Anzahl Parkplätze in Zürich muss reduziert werden. Parkplätze sind in Grünräume, Velowege oder Veloabstellanlagen umzuwandeln.
- Es werden keine Strassengrossprojekte wie Stadt- oder Rosengartentunnel gebaut.
- Der Abschied vom Verbrennungsmotor ist unvermeidbar. Ob und wann der Umstieg auf E-Autos sinnvoll ist, muss jeweils kritisch geprüft werden.
Grüne Erfolge
- Attraktive öffentliche Räume durch die flankierenden Massnahmen zum Uetlibergtunnel oder das autofreie Limmatquai zeigen auf, wie die Stadt der Zukunft aussieht. Dank der Befreiung vom Autoverkehr stehen neue Plätze wie der Bullingerplatz, der Brupbacherplatz, der Röschibachplatz, der Sechseläutenplatz oder der Münsterhof für das urbane Lebensgefühl Zürichs.
- Der Masterplan Velo zeigt konkret auf, wie die Stadt Zürich zu einem flächendeckenden Netz an Haupt- und Komfortrouten gelangt. Im Regionalen Richtplan wurden erste Veloschnellrouten fixiert. Strassenprojekte ohne genügende Velomassnahmen werden konsequent an den Stadtrat zurückgewiesen.
- Die neue Durchmesserlinie sowie die Tramlinie Hardbrücke erhöhen den Anteil der öV-NutzerInnen markant.
- Autofreies Wohnen ist dank den Grünen möglich. Überteuerte Bauten auf Grund überflüssiger Tiefgaragen gehören bald der Vergangenheit an.
- Die Parkgebühren der Blauen Zone wurden moderat, die Parkgebühren in der Innenstadt deutlich erhöht.
- Rote Velostreifen tragen zur Erhöhung der Sicherheit für den Veloverkehr bei.