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Die digitale Revolution
So jung die digitale Fotografie auch ist, sie hat bereits ihre Geschichte, und schnell haben wir ihre umwälzende Entwicklung vergessen. Ist es nicht legitim, dabei von einer «digitalen Revolution» zu sprechen?
Um ein digitales Bild zu erzeugen, findet keine fotochemische Umsetzung in der fotografischen Emulsion des Films statt, sondern diese wird durch ein elektrisches Signal ersetzt, das sich proportional zur Lichtintensität verhält und in Zahlen kodiert wird. Nach dieser Umwandlung besteht das Bild aus einer digitalen Ausdrucksfolge, die – wie jede digitale Information – beliebig verarbeitet werden kann.
Im Computer können Informationen unterschiedlicher Art gleichzeitig bearbeitet werden. Der Wunsch, diese Technik auch im Bildprozess anzuwenden, war naheliegend, nachdem man nicht nur digitale Bildinformationen verarbeiten, sondern diese auch elektronisch erfassen, beziehungsweise digital «den Eindruck des Lichtes» festhalten konnte – um bei der Wortwahl von Nicéphore Niépce zu bleiben.
Die grösste Umwälzung durch das Aufkommen der digitalen Fotografie betrifft jedoch die Verbreitung der Bilder und ihre Übermittlung über eine beliebige Entfernung. Allerdings kann der Fotograf dabei die Kontrolle über seine Bilder verlieren und diese – oft gegen seinen Willen – mit der ganzen Welt teilen.
Illustration:
Fotografie von Philippe Pache