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Liebe auf Zeit: Blaze (Dick Dickey) und Sybil (Alia Rosen) verlebten eine kurze glückliche Zeit abseits in der Waldidylle. Ein Country-Outlaw aus Texas zwischen Gitarre und Gosse: Singer-Songwriter Blaze Foley (Ben Dickey, unten zweiter von links) kriegte sein Leben nicht in den Griff. (Look Now!)
Ein Outlaw geht unter
Ethan Hawke, Schauspieler («Before Sunset/Sunrise Midnight» und aktuell «Juliet, Naked»), Autor und Regisseur, hat die Geschichte des Texaners Blaze Foley ausgegraben. Der Outlaw starb 1989, erschossen vom Sohn eines schwarzen Freundes. Seine Lieder sind bei uns nicht bekannt, der Blaze-Darsteller Ben Dickey, selber Folkmusiker, hat sie neu eingespielt für den Film: «Blaze», (Original Cast Recording, Cinewax/Cine 811). Basierend auf den Erinnerungen von Sybil Rosen: «Living in the Woods in a Tree» beschreibt die Jahre, die sie mit dem eigenwilligen Singer-Songwriter verbracht hat. Blaze (1949–1989) war ein Vagabund, ein Country-Hippie, in Texas verwurzelt und doch unstet, ruhelos, ewig on the Road. Barde Blaze (Ben Dickey) lebte eine Zeitlang in einem Baumhaus mit Sybil (Alia Shawkat) – urig, fast paradiesisch. Ein Liebesnest. Blazes Muse, Sybil Rosen jüdischer Abstammung, ermutigt ihn, rauszugehen, seine Songs unter die Leute zu bringen. Und so tingelten die beiden mittelosen Liebenden durch Bars und Clubs in Austin, später Chicago. Sie ist sein Antrieb, seine Quelle, sein Halt für ein paar Jahre Zeit. Sie ermuntert ihn auch, seinen verhassten Vater (Kris Kristofferson) im Altenheim zu besuchen. Einer dieser tieftraurigen Augenblicke auf seiner ziellosen Reise.
Sybil jobt und versucht, ihm Halt zu geben. Blaze, Blueser und Countrysänger, absolviert Auftritte in armseligen Bars, wird ausgebuht, sucht sein Heil im Alkohol, erleidet seinen persönlichen Blues – selbstzerstörerisch und haltlos. Die Exzesse werden immer schlimmer, so kann und will Sybil ihn nicht mehr halten. Blaze zieht allein los mit seiner Gitarre. «Meine Tage als deine Muse sind vorbei», resümiert sie deprimiert. «Ich bin eine C&W-Witwe.»
Geschickt und stimmig verknüpft Hawkes Spielfilm verschiedene Ebenen: Blazes Auftritte bis hin zur letzten Nacht im Austin Outhouse, seine kreative Liebeszeit mit Sybil, seine Ausraster und Fluchten bis zum Radiogespräch nach seinem Tod mit den Gefährten Zee (Josh Hamilton) und Townes Van Zandt (Charlie Sexton, Gitarrenspieler, der er auch mit Grössen wie Keith Richards, Ronnie Wood oder Bob Dylan zusammengearbeitet hat).
Das Künstlerporträt wirkt wie ein Dokumentarfilm, beschreibt die traurige Reise einsamer Seelen, eine Liebegeschichte, die sich nicht erfüllt, gefüllt mit melancholischer Musik: Eine Hommage an einen vergessenen Sänger und Liedermacher, der nie eine Platte zu Lebzeiten herausgebracht hat. Seine Lieder leben weiter, gesungen von Lyle Lovett, Willie Nelson und jetzt Ben Dickley, der für seine Darstellung in Sundance den Dramatic Special Jury Award for Achievement in Acting erhielt.
USA 2018
127 Minuten
Regie: Ethan Hawke
Drehbuch: Hawke, Sybil Rosen
Kamera: Steve Cosens
Darsteller: Ben Dickley, Alia Shawkat, Josh Hamilton, Charlie Sexton
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