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In der Grenzstadt Kars wurden erst in den letzten Jahren neue Teppiche geknüpft – doch ist dieses Gebiet für den Teppichhandel nicht unwichtig. In keinem Gebiet von Ostanatolien leben so viele Völkergruppen zusammen. Seit Jahrhunderten leben hier Tataren, Armenier, Georgier, Tscherkessen, Azerbaidjaner, Kurden und Turkmenen recht friedlich beieinander.
Vor zwanzig Jahren wurde in dieser Gegend der damals bei uns so beliebte Kars-Kasak, ein Teppich in bräunlich dunkeln Farben, geknüpft. Die Muster stammen vorwiegend aus dem benachbarten Kasak-Gebiet, etwa aus Fachralo, Sewan und Bordjalu. Heute wird unter anderen der bekannte «Azeri» Teppich geknüpft (Torba 1/94).
Dreissig Kilometer östlich von Kars liegt die armenische Ruinenstadt Ani, letzte Hauptstadt des armenischen Reiches. Die Mongolen zerstörten die Stadt 1250 n.Ch. Ein heftiges Erdbeben 1319 bedeutete das Ende der einst so stolzen Stadt.
Auf dem Weg von Kars nach Erzerum liegt wohl das bekannteste Gebiet für Teppiche mit durchaus Mustern im kaukasischen Stil, von Yürüken geknüpft, die Gegend von Kaĝisman.
Erzerum war einst eine wichtige Station auf der Seidenstrasse von Persien zum Schwarzen Meer. Auch Erzerum wurde 1829, 1878 und 1916 von den Russen besetzt. Die einst in dieser Gegend gewobenen Flachgewebe sind von einzigartiger Schönheit und von Sammlern sehr gesucht.
Die Teppiche von Sivas sind geprägt durch ein kaum zu überbietendes Wollmaterial und durch eine äusserst sorgfältige Knüpfarbeit.
Hier in Sivas manifestierte 1919 Kemal Atatürk die Unabhängigkeit der Türkei. 1923 mussten alle Christen die Stadt verlassen.