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Entwicklungsgrade und Erfolgsbeiträge unternehmerischer Orientierung in Genossenschaften, Verbänden und weiteren Nonprofit-Organisationen.
Nonprofit-Organisationen (NPO) lassen sich darin unterscheiden, ob und wie sie Merkmale einer unternehmerischen Kultur aufweisen. Dazu zählen die aus der Unternehmensforschung stammenden Elemente der Autonomie, der Innovativität, der Risikobereitschaft, der Proaktivität und der Aggressivität im Wettbewerb mit Konkurrenten. Darüber hinaus sollten weitere Merkmale miteinbezogen werden, die im Dritten Sektor eine besondere Relevanz haben. Das VMI hat ein Konzept der unternehmerischen Organisation entwickelt und in den aktuellen Forschungsstand der Managementlehre eingebettet. Dieses Konzept ist Ausgangspunkt für eine zunehmend diskutierte Frage: Führt eine unternehmerische Kultur in NPO zu einer besseren Zielerreichung und folglich zu höherem Organisationserfolg? Die bisher vorliegenden Forschungsergebnisse können dies zumindest für Dienstleistungsorganisationen im angelsächsischen Raum bestätigen: Unternehmerische NPO sind überdurchschnittlich erfolgreich.
Sozialunternehmen mit einer ausgeprägt unternehmerischen Führung sind erfolgreicher als solche, die weniger stark veränderungs- und marktorientiert ausgerichtet sind, weniger Risiken eingehen und ihre Mitarbeitenden weniger stark einbeziehen. Das zeigen die Ergebnisse einer Befragung von 257 sozialen Organisationen aus der ganzen Schweiz, die im Bereich der Integration Wohn-, Arbeits-, Bildungs- oder Beratungsdienstleistungen für Klienten anbieten und sich dabei noch überwiegend über Leistungsverträge oder andere öffentliche Gelder (z.B. Kostengutsprachen) finanzieren. Neben einer unternehmerischen Führung spielen auch die Wertekongruenz zwischen der haupt- und der ehrenamtlichen Leitung, die Verankerung der Organisationsstrategie, die organisationsinterne Kommunikation und die Organisationsstruktur eine entscheidende Rolle für die Zielerreichung.
In einer weiteren empirischen Studie wurde die Verbreitung einer unternehmerischen Managementkultur bei gemeinnützigen Spitex-Diensten und der Zusammenhang mit der Zielerreichung dieser Organisationen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem die gemeinschaftliche Mobilisierung sowie eingeschränkt die Zukunftsorientierung (Innovation, Proaktivität und Risikobereitschaft), nicht aber Aggressivität und Autonomie mit einer überdurchschnittlichen Zielerreichung und einem verstärkten Wachstum verbunden sind. Eine vergleichende Folgestudie zu privaten Spitex-Organisation befindet sich gerade in Auswertung.
Weitere Studien sind u.a. im Rahmen der laufenden Dissertationsprojekte von Ueli Löffel im Genossenschaftssektor und von Dorothea Stock im Bereich von Wirtschaftsverbänden in Vorbereitung.
Weiterführende Publikationen:
Markus Gmür, Ueli Löffel und Peter Schmid (2019): Aktuelle Entwicklungen im Genossenschaftsmanagement. Verbands-Management 45/3, S. 6-16.
Kontakt:
Dorothea Stock
Externe Doktorandin
Jonas Baumann
Assoziierter Forscher