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Der Begriff «Space Race» – sinngemäss übersetzt Wettlauf ins All – stammt aus den 50er- und 60er-Jahren. Damals lieferten sich die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion ein Rennen im Bereich der Raumfahrt. Ihre Bemühungen waren vor allem politisch motiviert.
In den 2000er-Jahren nahm ein neues Wettrennen seinen Lauf. Die Kontrahenten sind nun keine Staaten mehr, sondern Privatpersonen mit grossem Vermögen. Die drei bekanntesten heissen: Richard Branson, Jeff Bezos und Elon Musk.
Vor allem Elon Musk sorgt mit seinen Plänen regelmässig für Schlagzeilen. Der Tesla-Gründer will nicht nur Milliardär Yusaku Maezawa um den Mond fliegen, er will auch den Mars kolonisieren. Um seine Raumfahrt-Träume zu verwirklichen, hat Musk 2002 das Unternehmen SpaceX ins Leben gerufen.
Musks Visionen sind nicht ganz preisgünstig. Alleine die Entwicklung des Raumschiffs Starship, eines von mehreren SpaceX-Projekten, kostet Musk laut eigenen Schätzungen etwa 10 Milliarden US-Dollar. Um eine Stadt auf dem roten Planeten zu bauen, wären 1000 Starship-Raketen nötig. Der Start pro Rakete kostet laut Musk etwa 2 Millionen US-Dollar.
Warum will Musk zum Mars? Er sucht nach einem Plan B für unsere Erde, sollte der Planet einmal nicht mehr bewohnbar sein, und will die Menschheit mithilfe des Mars zu einer multi-planetaren Spezies machen.
Diese Motivation ist nicht für alle nachvollziehbar, insbesondere im Hinblick auf die Bedingungen auf dem Mars.
Der Wissenschafter James Lovelock zum Beispiel sagte gegenüber dem Spiegel, die Pläne seien komplett verrückt und Musk habe zu viel Science-Fiction gelesen. Wir wären besser dran, wenn wir das Geld in unsere Erde investieren würden.
Die Schweizer Astrophysikerin Kathrin Altwegg äusserte sich gegenüber dem Beobachter ebenfalls kritisch hinsichtlich Musks Visionen. Sie meinte genau wie Lovelock: «Besser wäre es, zur Erde Sorge zu tragen.»
Es gibt tatsächlich eine Vielzahl von Milliardärinnen und Milliardären, die ihr Geld nicht ins Weltall schiessen, sondern irdische Projekte unterstützen. Warren Buffet zum Beispiel hat zwischen 2014 und 2018 fast 15 Milliarden US-Dollar gespendet, unter anderem für die Armutsbekämpfung. Michael Bloomberg hat in derselben Periode 3 Milliarden für gute Zwecke aufgewendet, er setzt sich beispielsweise gegen den Klimawandel ein.