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Mit dem aus dem Mittelmeerraum eingewanderten Kardinal beschliessen wir unsere kleine Serie über die Klimaprofiteure unter den Tagfaltern.
Der Kardinal (Argynnis pandora) als grösster europäische Perlmutterfalter übertrifft in seinen Ausmassen sogar noch den bekannten Kaisermantel. Er weist zudem auf der Vorderflügel-Unterseite eine leuchtende karminrote Farbe auf, welche ihm seinen deutschen Namen eingetragen hat. Diese mediterrane Art wurde in der Schweiz als seltener Einwanderer ganz vereinzelt zwischen Ende des 19. und Mitte des 20. Jahrhunderts vor allem im Wallis gefunden. Anschliessend war sie über Jahrzehnte hinweg nicht mehr beobachtet worden. Überraschend konnte dann ab dem Jahr 2005 ein zwar kleines, aber regelmässiges Vorkommen dieses Falters in der Nähe von Martigny festgestellt werden.
Nach einigen Jahren fand dann eine Ausbreitung in angrenzende Gebiete statt, welche sich seit 2015 deutlich beschleunigt hat. Es ist anzunehmen, dass der Kardinal bald das ganze Wallis bis in die mittleren Lagen besiedeln wird und möglicherweise über das Genferseegebiet Richtung Jurasüdfuss und allenfalls auch über die Pässe ins Berner Oberland vordringen wird (ein erster Falter wurde im Sommer 2021 bereits in Belp beobachtet). Dort lohnt es sich, in den nächsten Jahren genau auf grosse Perlmutterfalter zu achten. Die Entwicklung der Art im Wallis konnte inzwischen auch durch einzelne Raupenfunde bestätigt werden.
Beitragsbild: Weibchen des Kardinals (Argynnis pandora) beim Saugen an feuchtem Boden. CC BY-SA 4.0 Martin Albrecht, Schüpfen, Schweiz.