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Kurzratgeber TEEN
Wie verhalte ich mich, wenn mein Kind zum ersten Mal verliebt ist, wenn es zunehmend respektloser wird oder ein Bauchnabelpiercing möchte? Hier finden Sie erste, kurze Anregungen für diese und ähnliche Situationen, von denen Ihnen vielleicht einige bekannt vorkommen werden.
- Wie kann ich mein Kind unterstützen, Freundschaften zu schließen?
- Mein Teenager will sich durch Kellnern Taschengeld dazu verdienen - soll ich das erlauben?
- "Jana ein bisschen mehr Respekt, ja?"
- "Mensch Mama, ein Piercing ist einfach cool. Du hast halt keine Ahnung".
- Ist mein Jugendlicher wirklich schon so selbstständig?
- Mein Kind ist zum ersten mal verliebt! - Wie gehe ich damit um?
- Was kann ich tun, wenn mein Teenager immer traurig, lustlos und mutlos ist?
- "Mama, Papa, ich möchte sooo gerne ein Bauchnabelpiercing"
- Angst vor der Schule - woran kann das liegen?
- Mobbing in der Schule - was nun?
"Sitz doch nicht nur vorm Computer rum, triff dich doch mal mit Freunden."
Verbringt Ihr Kind viel Zeit alleine? Dann ist es wichtig, den Kontakt zu Gleichaltrigen zu fördern. Wenn Sie vermuten, dass es Ihrem Kind schwer fällt, Freunde zu finden, bieten Sie Ihre Hilfe an. Erklären Sie Ihrem Teenager, dass es wichtig ist, regelmäßig die gleichen Orte oder Veranstaltungen aufzusuchen. So ergeben sich Zeit und gemeinsame Interessen mit anderen. Fragen Sie Ihren Teenager, wo er Kontakt zu Gleichaltrigen hat (z.B. in der Schule) und lassen Sie ihn ein oder zwei Jugendliche nennen, mit denen er gerne Freundschaft schließen würde. Schlägt er jemanden vor, fragen Sie ihn, was er bereits über denjenigen weiß und überlegen Sie gemeinsam, wie er mehr Zeit mit ihm verbringen könnte. Häufig ist es auch günstig, Ihr Kind zu ermutigen sich bei einem Verein oder einer Gruppe anzumelden, wo viele Jugendliche etwas gemeinsam unternehmen, denn solche Situationen machen es leichter, mit anderen in Kontakt zu kommen.
Jugendliche wollen sich oft viele Dinge kaufen und brauchen Geld für ihre Unternehmungen. Das kann die Haushaltskasse ganz schön belasten. Treffen Sie daher klare Vereinbarungen, wie viel Taschengeld Ihr Teenager bekommt, und besprechen Sie genau, für welche Dinge Sie zusätzlich aufkommen und welche Ausgaben vom Taschengeld bezahlt werden. Reicht Ihrem Teenager das nicht aus, kann er sich mit einem Job etwas hinzuverdienen.
Ein eigener Job fördert die Selbstständigkeit des Jugendlichen. Er lernt, selbst Geld zu verdienen und damit umzugehen. Sie sollten jedoch vorab einige wichtige Fragen mit ihm klären z.B. Welche Arbeit ist akzeptabel? Lässt sich die Arbeitszeit mit den schulischen Verpflichtungen vereinbaren? Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nur zu angemessenen Zeiten und nicht zu viel arbeitet. Für Ihren Teenager kann es eine hilfreiche Erfahrung sein, einen Nebenjob zu haben. Er lernt die Arbeitswelt kennen und kann wichtige soziale Fertigkeiten entwickeln.
Viele Eltern haben den Eindruck, dass ihr heranwachsender Teenager zunehmend respektloser wird.
Jugendliche sind auf der Suche nach ihrer eigenen Identität. Sie müssen herausfinden, wer sie sind und woran sie glauben. Sie können Ihren Teenager dabei unterstützen, indem Sie ihn nach seiner Meinung zu wichtigen Themen fragen und ihn ermutigen, Dinge von verschiedenen Standpunkten aus zu betrachten. Hören Sie ihm aufmerksam zu, ohne das Gesagte sofort zu bewerten oder zu kritisieren. Vermeiden Sie, andere abzuwerten, nur weil sie anders denken als Sie. Zeigen Sie Interesse für Dinge, die Ihr Teenager erzählt. Sollte er mal lauter oder aggressiver werden, versuchen Sie ruhig zu bleiben. Zeigen Sie Ihrem Teenager, wie man respektvoll mit anderen umgeht, dann lernt er, wie auch er sich anderen gegenüber respektvoll verhalten kann.
Wenn Sie bereit sind, offen und entspannt mit Ihrem Kind über verschiedene Ansichten zu sprechen, wird es Sie respektieren.
Die Abgrenzung von den Eltern gehört zur Identitätsfindung von Jugendlichen und ist völlig normal. Sie kann sich z.B. darin äußern, dass Teenager neue Moden ausprobieren, die wir als Eltern nicht gut finden. Für Jugendliche ist es sehr wichtig, "in" zu sein und dazu zu gehören.
Wenn Jugendliche sich langweilen oder nur wenig Aufmerksamkeit von Ihren Eltern erhalten, orientieren sie sich eher an Jugendlichen, die ihnen bestimmte Trends vorleben.
Informieren Sie sich über aktuelle Trends und machen Sie Ihrem Teenager deutlich, was Ihnen gefällt. Fragen Sie Ihren Teenager nach seiner Meinung und berücksichtigen Sie auch seine Wünsche, ohne gleich "Nein" zu sagen. Bei kostspieligen Wünschen können Sie einen Verhaltensvertrag vereinbaren, durch dessen Einhaltung sich Ihr Kind etwas dazu verdienen kann. Tauschen Sie sich mit anderen Eltern aus und behalten Sie auch die Freunde Ihres Teenagers im Auge.
"Mama, ich möchte am Samstag alleine zur Oma fahren" "Klara, du bist 14. Meinst du, da lass ich dich alleine diese weite Strecke mit dem Bus und dem Zug fahren?" Kennen Sie das, Ihr Teenager möchte immer selbstständiger werden und Sie sind sich gar nicht sicher, ob er dazu schon in der Lage ist. Wenn Jugendliche anfangen sich außerhalb der elterlichen Kontrolle auszuprobieren, brauchen sie dabei die Liebe und Unterstützung ihrer Eltern.
Besprechen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln, die eingehalten werden müssen, z.B. "sobald du bei Oma angekommen bist, rufst an". Finden Sie auch Kompromisse. So könnte Klara mit dem Zug zu ihrer Oma fahren, aber die Mutter bringt sie zum Zug und die Oma holt sie am Bahnsteig ab. Loben Sie Ihr Kind, wenn es sich an die Vereinbarungen gehalten hat und alles gut geklappt hat. Beim nächsten Mal kann es dann schon etwas mehr Verantwortung übernehmen.
Die Devise lautet: Lassen Sie Ihr Kind Stück für Stück aus dem Nest, halten Sie jedoch ein Netz für den Fall der Fälle bereit.
Wenn aus Kindern Jugendliche werden, steigt ihre sexuelle Aktivität. Dabei erhöht sich auch das Risiko, ungewollt schwanger zu werden oder sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken. Suchen Sie deshalb nach Gelegenheiten, um mit Ihrem Teenager über Sexualität zu sprechen. Ein oder zwei Themen sind für den Anfang meist genug. Vielleicht schätzt es ihr Teenager, wenn Sie bereit sind, auch über Ihre eigenen sexuellen Erfahrungen zu sprechen. Gespräche sind besonders wichtig, wenn Ihr Teenager seine ersten Verabredungen hat: Überlegen sie dann z.B. gemeinsam Regeln für seine Verabredungen. Auch ein Plan, um möglichem Druck, bei sexuellen Handlungen mitzumachen, widerstehen zu können, kann ihrem Teenager helfen. Erkundigen Sie sich bei ihrem Teenager nach der Verabredung, wie es war. Falls Sie selbst mit Ihrem Teenager zum Thema Sexualität nicht ins Gespräch kommen, können Sie vielleicht jemanden, dem Sie vertrauen, um Unterstützung bitten.
Depressive Verstimmungen kommen bei Jugendlichen manchmal vor. Zuweilen sind auch sonst fröhliche Jugendliche einige Tage traurig und dann wieder ganz wie sonst. Depressionen können auftreten, wenn Jugendliche einen plötzlichen Verlust erleiden, z.B. nach dem Ende einer Beziehung oder einem schlimmen Streit in der Clique. Einige Jugendliche überwinden die Traurigkeit, andere hingegen scheinen keinen Ausweg aus ihrer Trauer zu finden und ziehen sich zurück.
Teenager brauchen viel Lob und Bestätigung. Nehmen Sie sich Zeit. Zeigen Sie Ihr Interesse für die Probleme aber auch Hobbys ihres Kindes. Nehmen Sie seine Gefühlsschwankungen ernst und helfen Sie ihm, negative Gedanken wie "Es hat doch sowieso alles keinen Sinn" durch positive zu ersetzen, z.B. indem Sie mit ihm erarbeiten, was er gut kann. Ermutigen Sie Ihren Teenager, Dinge zu finden, die ihm Spaß machen z.B. Sport- oder Jugendgruppen. Falls Ihre Hilfeversuche fehlschlagen, suchen Sie professionelle Hilfe auf.
Trends wie Piercing oder Tatoos sind für Jugendliche oft sehr wichtig, um sich von der älteren Generation abzuheben und die Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu verdeutlichen. Vermeiden Sie es daher, kategorisch "Nein" zu sagen und zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie bereit sind, seinen Wunsch zu diskutieren. Fordern Sie Ihr Kind auf, die nötigen Informationen zu besorgen und mit Ihnen zu besprechen. Dabei muss klar sein, dass das Ergebnis der Unterhaltung sowohl "Ja" als auch "Nein" heißen kann. Erst wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind reif genug ist, die Vor- und Nachteile sowie die gesundheitlichen Risiken dieses Eingriffs abzuwägen, sollten Sie Ihre Zustimmung geben. Der Jugendliche muss in jedem Fall in der Lage sein, das Piercing angemessen zu pflegen, um Infektionen vorzubeugen. Wichtig zu wissen: Der Gesetzgeber sieht vor, dass Piercing-Studios Jugendliche unter 18 Jahren nur mit Zustimmung der Eltern piercen dürfen.
Angst vor der Schule kann ganz verschiedene Ursachen haben: z.B. Überforderung, Hänseleien oder das Gefühl, der Lehrer habe einen "auf dem Kieker". Manchmal liegt es auch am Selbstwertgefühl des Kindes.
Unser Selbstwertgefühl beeinflusst, was wir uns zutrauen und ob wir versuchen, unsere Ziele zu erreichen. Kinder, die viel gelobt und unterstützt werden, sind meist zufriedener, kontaktfreudiger und auch erfolgreicher in der Schule.
Hat Ihr Kind bei etwas Erfolg, dann vermitteln Sie ihm, dass es auf seine Leistung stolz sein kann. Wichtig ist vor allem, dass Sie die Bemühungen Ihres Kindes loben und nicht nur das fertige Ergebnis. Wenn sie nur besondere Leistungen loben, kann Ihr Kind das Gefühl bekommen, dass selbst, wenn es sich bemüht, sein Bestes zu geben, dies nicht gut genug ist. Loben Sie Ihr Kind auch für Versuche und Verbesserungen! So wird es motivierter sein, schwierige Aufgaben weiterzuführen - auch in der Schule.
Eva wird in ihrer Klasse ständig gehänselt und geärgert. Sie will gar nicht mehr zur Schule gehen.
Hänseleien oder Streitereien kommen in der Schule täglich vor, ist ein Kind oft das Opfer anderer sprechen Experten von Mobbing. Dieses kann für Kinder zu einer traumatischen Erfahrung werden, die ihre Selbstachtung und Freude an der Schule beeinträchtigt. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind gemobbt wird, reagieren Sie sofort. Hören Sie Ihrem Kind genau zu, finden Sie heraus, was passiert ist und sagen Sie ihm, dass Sie das Problem ernst nehmen. Besprechen Sie dann, was Sie unternehmen werden. Suchen Sie Kontakt zu den Lehrern ihres Kindes. Überlegen Sie mit ihrem Kind mögliche Gründe für das Verhalten der Mitschüler und erarbeiten Sie gemeinsam, wie es reagieren könnte. Üben Sie die Lösung mit Ihrem Kind ein und überprüfen Sie später, wie es funktioniert hat. Vergewissern Sie sich, dass die Schule auf das Problem aufmerksam geworden ist und Ihr Kind dort Unterstützung erfährt.
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