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In den letzten Jahren habe ich mich intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, ob es einen inneren Zusammenhang zwischen Moral und Politik gibt. Auf den ersten Blick scheint das nicht der Fall zu sein. Denn eine weit verbreitete Meinung besagt, dass Politik mit Moral nichts am Hut hat und dass sich Moral gefälligst aus der Politik raushalten soll. Bei meinen Überlegungen bin ich dennoch zur Überzeugung gelangt, dass vorab in der Demokratie Moral sehr wohl etwas mit Politik und Politik sehr wohl etwas mit Moral zu tun hat. Das verbindende Moment, der innerer Zusammenhang, liegt in der moralischen Verpflichtung in der Politik.
Meine Überlegungen habe ich in meiner Dissertation «Moralische Verpflichtung in der Politik. Grundlegung zu einem pragmatischen Modell deliberativer Demokratie.» zusammengefasst. Sie ist kürzlich beim Verlag Peter Lang in der «Berner Reihe philosophischer Studien» erschienen.
Das Buch wird mit folgendem Text beworben: «Erfüllen gewachsene Demokratien in der industrialisierten Welt das Versprechen einer Volksherrschaft oder stehen sie unter dem Einfluss einer Elite aus Politik und Wirtschaft? Von dieser Frage ausgehend entwickelt die vorliegende Monographie ein Demokratiemodell, das sich auf das Verhältnis zwischen Macht und Ohnmacht in der Gesellschaft bezieht und darauf eine moralische Verpflichtung in der Politik zurückführt. Der Text untersucht, unter welchen Bedingungen in Demokratien die individuelle Autonomie und Selbstbestimmung maximiert und die Androhung und Anwendung von Gewalt minimiert werden kann. Im Zentrum steht die kritische Auseinandersetzung mit dem von Jürgen Habermas mitbegründeten Modell der deliberativen Demokratie. Der Autor entwickelt dazu ein alternatives Demokratiemodell, das aus einer pragmatischen Sichtweise die historischen und sozialen Ungleichheiten in der Gesellschaft berücksichtigt. Dies setzt allerdings eine kritische Auseinandersetzung mit den von Habermas entwickelten Grundbegriffen der kommunikativen Vernunft, der kommunikativen Rationalität und des kommunikativen Handelns voraus.»
Es handelt sich beim Buch um eine Fachpublikation, die sich an philosophisch interessierte Politikwissenschaftler und an politikwissenschaftlich interessierte Philosophen richtet. Ich hoffe allerdings, dass auch der interessierte Laie bei der Lektüre viel Anregendes finden wird. Weitere Informationen finden sich auf der Website von Peter Lang.