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Das Swiss Telemark Team wusste seinen Heimvorteil am Telemark Weltcup auf Melchsee-Frutt zu nicht weniger als 100 Prozent zu nutzen. Die erfreuliche Bilanz: Aus sechs Rennen resultierten sechs Siege! Während beim Classic Race am Freitag sowie im ersten von zwei Parallel Sprints Amélie-Wenger-Reymond und Bastien Dayer einen Sieg verbuchen konnten, setzten sich beim abschliessenden Parallel-Sprint am Sonntag im Finale Martina Wyss und Nicolas Michel durch.
Sechsmal erklang im Zielgelände auf Melchsee-Frutt am Ende des Tages die Schweizer Hymne. Amélie Wenger-Reymond fuhr im Classic und im Parallel-Sprint ihren fünften und sechsten Weltcup-Sieg der aktuellen Saison ein, im dritten Rennen auf Melchsee-Frutt und dem insgesamt siebten Weltcup-Rennen der Saison musste sich die 162-fache Weltcup-Siegerin indes hauchdünn von Martina Wyss schlagen lassen, welche ihrerseits den 14ten Weltcup-Sieg einfuhr.
Bei den Männern stand Bastien Dayer zweimal zuoberst auf dem Podest, sowohl im Classic Race am Freitag wie auch im Parallel-Sprint am Samstag sicherte der zweifache Gesamtweltcup-Sieger sich den Sieg. Beim Parallel-Sprint am Sonntag wurde er Dritter, dass dennoch ein sechstes und letztes Mal die Schweizer Hymne aus dem Lautsprecher erklang, ist seinem Teamkollegen Nicolas Michel zu verdanken: Fast auf den Tag genau ein Jahr nach seiner Kreuzband-Operation fuhr der Walliser den Sieg ein; dies, nachdem er am Vortag noch mit dem 17. Rang hatte Vorlieb nehmen müssen.
Eine tolle Leistung insbesondere im Classic zeigte Marie Julie Huber: Als Sechste erzielte sie ihr bislang bestes Resultat in dieser Disziplin. Nur gerade im Sprint auf den Tag genau ein Jahr zuvor ebenfalls auf Melchsee-Frutt war die 20-jährige Walliserin aus Nendaz als Fünfte um einen Rang besser positioniert gewesen. Ebenfalls eine erfreuliche Steigerung gelang Léa Lathion; die 19-Jährige verpasste am Sonntag im Parallel-Sprint die Top10 um einen Rang, sammelte in ihrem erst sechsten Weltcup-Rennen aber erneut Weltcup-Punkte. Ein Wochenende zum Vergessen war der Heim-Weltcup indes für Lokalmatadorin Beatrice Zimmermann. Krankheitsbedingt angeschlagen konnte sie in den beiden Parallel-Sprints ihr Potenzial nicht ausschöpfen, das Classic Race hatte sie gar ausgelassen. Cheftrainer Ruedi Weber zog entsprechend nach den drei Renntagen eine positive Bilanz: "Sechs Rennen, sechs Siege, was will man mehr!"
Einen Wehmutstropfen gab es dennoch: Stefan Matter, neunfacher Weltcup-Sieger und zweifachen Weltmeister, Gesamtweltcup-Sieger 2020 und dreimaliger Gewinner der kleinen Kristallkugel im Classic-Weltcup, gab nach dem Classic Race am Freitag seinen sofortigen Rücktritt vom Telemark-Sport bekannt. Der Engelberger hatte sich im März 2020 an der Telemark-SM auf Melchsee-Frutt beide Kreuzbänder und die Patellasehne im linken Knie gerissen und war erst am Freitag an gleicher Stätte auf die Rennpiste zurückgekehrt, um noch eine letzte Saison zu bestreiten.
27. Januar 2023 Classic
1. Amélie Wenger-Reymond
2. Martina Wyss
1. Bastien Dayer
28. Januar 2023 Parallel-Sprint
1. Amélie Wenger-Reymond
1. Bastien Dayer
29. Januar 2023 Parallel-Sprint
1. Amélie Wenger-Reymond
2. Martina Wyss
1. Nicolas Michel
3. Bastien Dayer
Das weitere Programm im Telemark Weltcup:
2./3. Februar: Les Contamines - Montjoie (FRA)
16. bis 18. Februar: Aal (NOR)
9. bis 11. März: Krvavec (SLO) / inkl. Junioren WM
16. bis 18. März: Bad Hindelang / Oberjoch (GER) / Weltcup-Finale
20. bis 26. März: Mürren (SUI) / WM
31. März / 1. April: Thyon (SUI) / SM