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Charakteristisch für das Urserntal ist die karge Landschaft mit einem geringen Waldbestand. Bereits im 11. Jahrhundert war das Tal weitgehend unbewaldet. Viele Gründe trugen dazu bei: Eine Klimaverschlechterung drückte die Waldgrenze herab. Lawinen und Rüfen reduzierten zunehmend den Gebirgswald. Siedler rodeten den Wald grossflächig, um neues Weideland zu gewinnen. Ein weiterer negativer Aspekt war der Weiddruck. 1397 legten die Urschner den Wald ob Andermatt in Bann. Erfahrungen und Beobachtungen hatten gelehrt, dass ein bewaldeter Berghang der beste Schutz vor Lawinen, Steinschlag und Wildwasser bietet. Dies ist heute nicht anders.
Wichtig ist nicht nur die Pflege des Waldes. Ebenso bedeutsam ist die Aufforstung. Diese wird seit 1874 gezielt ausgeführt. So entstanden der Wald in Realp, der St. Anna-Wald in Hospental und der Wald am Kirchberg in Andermatt völlig neu. Zudem konnte die Fläche des Andermatter Bannwaldes von 4 auf 24 Hektaren ausgeweitet werden. Die Korporation Ursern übt die Pflege des Schutzwaldes in engster Zusammenarbeit mit dem Kantonalen Amt für Forst und Jagd aus. Die Waldpflegepläne des Kantons dienen als Grundlage für den Waldbau- und andere Forstprojekte. Das Urserntal gehört zum Forstrevier Uri-Süd. Die Mitarbeiter dieses Reviers sind auch für die Pflege des Urschner Waldes verantwortlich.
Im Bereich der Siedlungsgebiete gibt es über hundert Lawinenzüge. Gründe dafür sind die Geländestruktur sowie die unbewaldeten Anrisszonen. Zudem fallen in Ursern immer wieder aussergewöhnlich starke Niederschläge. Die letzten Lawinenkatastrophen datieren in die Jahre 1945, 1951 und 1975. Die Ereignisse von 1951 – mit dreizehn Toten – lösten umfangreiche Lawinenverbauungen am Kirchberg, Gurschen, in der Wannelen ob Hospental und in der Gspender ob Realp aus.