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Oktober 2015 bis September 2016
Für die Wirkung von metallischer Düngung auf die Färberpflanzen wurden die folgenden Färberpflanzen ausgewählt:
Reseda
Krappwurzel
Färberwaid
Wegwarte
Löwenzahn
Gedüngt wird mit Kupferchlorid sowie Eisenchlorid.
Bei den Reseden führte Kupfer zu einem leuchtenderen Gelb. Das Eisen brachte eine grüne Schicht hervor.
Rot von Krapp mit Kupfer wird wärmer und leicht bräunlicher. Mit dem Eisen wird das Rot kälter als die bei der ungedüngten Kontrollpflanze. Dieses Ergebnis ist ein grosser Erfolg. Zu Beginn der Experimente war nicht bekannt, ob sich die Wirkung der Metalle in den Pigmenten zeigen würde. Nun sind die Unterschiede sehr deutlich herausgekommen und man kann in der weiteren Diskussion versuchen zu verstehen, warum Kupfer und Eisen jeweils in ihrer Weise wirken.
Bei Reseda war die Aufgabe eine möglichst starkes Gelb zu erzielen, ohne Grün- oder Braunstich. Hier waren Extraktionen mit Alkohol sehr nützlich.
Bei der Indigopflanze konnte ein leuchtendes helles Blau hergestellt werden.
Parallel mit der Beobachtung von Wegwarte und Löwenzahn wurden Texte des Vortrages von Rudolf Steiner von 21. Februar 1923 in Dornach studiert: “Die zwei Grundgesetze der Farbelehre in Morgen- und Abendröte und Himmelsbläue,” [vgl. in GA 291, Anm.A.B.] In diesem Vortrag spricht Rudolf Steiner von den Wurzel- und Blütenprozessen. Die Wurzel steht in Zusammenhang mit dem Sauerstoffprozess und mit der blauen Farbe. Die Blüte mit dem Kohlenstoffprozess erzeugt die rote Farbe. Rudolf Steiner bemerkt zu Beginn, dass man die Farbe nicht verstehen kann, wenn man das Auge nicht versteht.
Zur Veranschaulichung ist im Vortrag folgende Notiz vermerkt:
Licht durch Dunkelheit: rot - Blut zerstört, Sauerstoff aus dem Köper gezogen und das Auge belebt
Finsternis durch Licht: blau - Nerv bleibt unzerstört und der Körper schickt sein Wohlgefühl ins Auge
Die Farbenergebnisse aus Versuchen sind:
Aus Krapp:
1. rosa Rot
2. kaltes Rot
3. warmes Rot
Aus Indigo:
4. hell Blau
5. dunkel Blau
Aus Reseda
6. kaltes Gelb
Aus Sandelholz
7. Braun
Aus Catechu
8. Braun
Aus Walnuss
9. Braun
Ausblick
Die 2016 ausgesäten Pflanzen sollen 2017 weiter beobachtet und dokumentiert werden. 2017 ist das entscheidende Jahr, weil dann die Pflanzen zur Blüte kommen und geerntet werden können. In Sommer und Herbst 2017 wird ausreichend Material vorhanden sein, um Proben mit Reseda und Krapp zu machen.
2016 ist der Färberwaid nicht gewachsen, weil es im Frühjahr zu kalt und feucht war.
Deshalb soll dieses Experiment 2017 wiederholt werden.
Es ist geplant, als neues Metall Zinn auszuprobieren.
Pigmentforschung und Herstellung in 2017
Die Farbpalette wird erweitert, besonders, um für das therapeutische Malen eine grössere Auswahl zu haben. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Erstens von bekannten und erforschten Pflanzen durch unterschiedliche Prozesse den Farbton zu modifizieren.
Zweitens neue Pflanzen einzusetzen, die nicht immer lichtecht sein müssen, jedoch für die Maltherapie oder als Schulfarben denkbar sind.
Kurse in 2016-2017
Bis jetzt sind die Gruppen mit 4 - 6 Teilnehmern sehr klein. Es hat sich gezeigt, dass die Zusammenarbeit mit Künstlern und Studenten wichtig ist.
Sampo unterstütze das Projekt mit CHF 3000.-