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Die Enthüllungen rund um die «Panama Papers» sind mit dem Pulitzer-Preis gewürdigt worden: Das in Washington domizilierte International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) bekommt den Preis für seine «erklärende Berichterstattung». Damit geht die begehrte Auszeichnung des US-Journalismus indirekt an Zeitungen rund um den Globus.
Laut Pulitzer-Reglement können die Preise nur an Kandidaten verliehen werden, deren Berichte «in Zeitungen, Zeitschriften oder regelmässig publizierten Websites aus den USA erschienen sind». Mit Blick auf das multinationale «Panama Papers»-Unterfangen hob das Preisgremium hervor, dass es sich «um ein viel grösseres Projekt» gehandelt habe: Alle daran beteiligten Mitarbeiter und Medien seien mit der Ehrung «indirekt» mitgemeint, sagte der Pulitzer-Präsident Mike Pride.
Die über 11,5 Millionen vertraulichen Dokumente von Mossack Fonseca aus Panama waren der «Süddeutschen» von einer Quelle, die anonym blieb, auf verschlüsseltem Weg durchgereicht worden. Das Offshore-Unternehmen verkaufte Briefkastenfirmen, mit deren Hilfe sich Geschäfte und Vermögen von Politikern, Millionären und Prominenten verschleiern und verstecken liessen. Im April 2016 berichteten die beteiligen Medien weltweit über das Netzwerk.
Die Zeitung spielte die 2,6 Terabyte Daten weiter an die US-amerikanische Journalistenorganisation, die die Auswertung der Papiere koordinierte. Medienhäuser und -organisationen aus fast 80 Ländern und rund 400 Journalisten arbeiteten während eines Jahres an dem Gigaprojekt. In Frankreich war zum Beispiel «Le Monde» und in Grossbritannien «The Guardian» beteiligt, in der Schweiz sassen die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» mit im Boot.
Das ICIJ hatte zuvor schon die Recherchen an Projekten wie Offshore-Leaks, Lux-Leaks und Swiss-Leaks organisiert. Das Vorgehen beim «Panama»-Projekt wurde bei mehreren Treffen in Washington, München, London und Lillehammer geplant. Die «Panama Papers» sind laut «Süddeutsche» die bisher «grösste grenzüberschreitende Zusammenarbeit dieser Art».
Neben «Panama» hinterliess vor allem Donald Trump seine Spuren: Mehrere Preise gingen an Journalisten, die über den US-Wahlkampf im vergangenen Jahr berichtet hatten. So etwa «Wall Street Journal»-Kolumnistin Peggy Noonan, deren Kommentare «die Leser während einer der polarisierendsten Wahlkämpfe in der Geschichte unseres Landes mit den gemeinsamen Werten aller Amerikaner verbunden haben».
Und der «Washington Post»-Reporter David Fahrenthold hatte Trumps Selbstinszenierung als grosszügigen Spender an Wohltätigkeitsorganisationen, die teilweise erlogen war, unter die Lupe genommen und über das geheimen Video geschrieben, in dem der heutige US-Präsident mit sexuellen Übergriffen auf Frauen blufft.