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Schwangerschaft und Reisen
Eine schwangere Frau ist nicht krank. Eine Reise unternehmen in der Schwangerschaft ist bei guter Vorbereitung und bei Beachtung gewisser Risiken möglich.
Vor Reiseantritt soll unbedingt folgendes kontrolliert werden:
- sind Sie für Arzt- oder Spitalkosten im Ausland genügend versichert? Wird eine Repatriierung auch vergütet (REGA Gönnerschaft empfohlen)?
- ist die medizinische Versorgung am Reiseort genügend, um allfällige Komplikationen der Schwangerschaft behandeln zu können?
- Schwangerschaftskontrollen inkl. Ultraschall vor Ort möglich?
- Die Blutgruppe sollte bekannt sein. Blutgruppenausweis mitnehmen
- geeignete und sichere Lebensmittel vorhanden
Die sicherste Periode, um eine Reise während der Schwangerschaft anzutreten, ist das 2. Trimester (14. bis 28. Schwangerschaftswoche). Die meisten schwangeren Frauen fühlen sich dann am fitesten und die Gefahr eines Abortes oder einer Frühgeburt ist dann sehr klein.
Während der Reise sollten Sie auf Beschwerden, welche vom normalen Befinden abweichen achten. Bei vaginalen Blutungen, Durchfall, Bauchkrämpfen, geschwollenen Beinen, Kopfschmerzen oder Sehschwierigkeiten sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.
Wann soll man nicht reisen?
Eine erstmalige Reise in die Tropen während der Schwangerschaft ist unvernünftig. Wenn es keine dringende Reise ist, sollte diese zu einem anderen Zeitpunkt angetreten werden oder eine andere Reisedestination aufzusuchen. Bei Geschäftsreisen sollte beachtet werden, dass in einigen Kulturen schwangere Frauen anders behandelt werden und dadurch geringere Ergebnisse verbucht werden können.
Folgende schwangere Frauen sollten keine Reisen unternehmen:
- frühere Fehlgeburt oder Schwangerschaftsvergiftung
- allgemein erhöhtes Gesundheitsrisiko (zB Herzklappenfehler, Blutarmut)
Folgende Gebiete sollten nicht aufgesucht werden:
- Gebiete in grosser Höhe (zB Anden, Nepal)
- Malariagebiete
- Gebiete mit Vorkommen des Zika Virus (näheres hier)
Für gewisse Gebiete könnten Impfungen nötig sein, welche bei einer schwangeren Frau nicht gegeben werden dürfen (zB Länder mit Gelbfiebervorkommen).
Empfehlungen für Flugreisen bei schwangeren Frauen
- empfohlen wird einen Sitzplatz am Gang für mehr Beinfreiheit und Komfort zu buchen
- laufen Sie alle 30min eine kurze Strecke (Vorbeugung Thrombose)
- trinken Sie viel Wasser (geringe Luftfeuchtigkeit in Flugzeugen)
- die meisten Fluggesellschaften transportieren keine schwangeren Frauen ab der 36. Schwangerschaftswoche.
- bei Blutarmut oder einer Erkrankung sollte mit dem behandelnden Arzt die Reise besprochen werden.
- vorsorglich sollten Sie Dokumente dabeihaben, welche den möglichen Zeitpunkt der Geburt bestätigen, um Diskussionen mit Fluggesellschaften zu vermeiden.
Schwangerschaft und Reisedurchfall
Schwangere Frauen sind wegen verminderter Magensäureproduktion und verzögerter Darmtätigkeit anfälliger für Durchfallerkrankungen. Durchfall kann zu Dehydratation führen und diese wiederum zu verminderter Plazentadurchblutung mit Gefahren für das ungeborene Kind.
Folgende vorbeugende Massnahmen sollten getroffen werden, um einen Reisedurchfall zu verhindern:
- Hände waschen vor jeder Mahlzeit und nach jedem Händedruck
- nur sicheres Trinkwasser konsumieren (abgekocht, versiegelte gekaufte Wasserflaschen, gefiltertes oder mit Chlor behandeltes Wasser)
- Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sollte gut gekocht oder gebraten sein.
- nur pasteurisierte Milchprodukte konsumieren
- kein rohes Gemüse, kein Salat und keine Früchte, welche Sie nicht selber geschält haben.
Schwangerschaft und Malaria
Schwangerschaft und Malaria sind eine sehr unglückliche Kombination. Schwangere Frauen, welche eine Malariainfektion bekommen, liegt die Wahrscheinlichkeit eines Spontanabortes, einer Frühgeburt und von Totgeburten 30% höher als normal. Auch kann als Folge eine durch eine Malariainfektion bedingte Blutarmut entstehen. Dies führt zu einem erniedrigtem Geburtsgewicht mit verminderter Überlebenschance für das Kind.
Die Gefahren können sowohl bei Schwangeren aus Europa, wie auch bei Einheimischen auftreten. Bei Reisenden aus Europa, welche schwanger sind, besteht zudem die Gefahr einer ernsten Bedrohung für die Frau selber.
Wenn immer möglich sollten deshalb Reisen in Malariagebiete während einer Schwangerschaft nicht angetreten werden. Bei bereits vor Empfängnis gebuchten Reisen kann mittels eines Arztzeugnisses dies auch bestätigt werden und der Reiseversicherung vorgelegt werden.
Sollte eine Reise in ein Malariagebiet unbedingt nötig sein, sollte dies unbedingt mit einem Tropenarzt besprochen werden, um die geeigneten Massnahmen zur Verhinderung einer Malariainfektion zu besprechen.
Schwangerschaft und Dengue / Chikungunya
Eine Dengue-Infektion während der Schwangerschaft führt kaum zu einer Zunahme des Erkrankungsrisikos oder des Schweregrades der mütterlichen Erkrankung. Die Missbildungsrate ist nicht erhöht, aber es wurden gelegentlich kongenitale Dengue-Erkrankungen beobachtet (d.h. dass das Kind die Erkrankung auch kriegt mit höherem Risiko für Komplikationen). Frühgeburt und Aborte sind höher bei schwangeren Frauen mit einer Dengue-Infektion als bei nicht schwangeren.
Aus diesem Grund wird empfohlen, auf Reisen in Gebiete, wo gerade Dengue-Infektionen vorkommen zu verzichten. Dies gilt genau gleich auch für Gebiete mit Chikungunya-Infektionen.