Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03136.jsonl.gz/338

Zwischen 2008 und 2014 testete der indische Forscher Sambuddho Chakravarty eine Technik, mit der sich Tor-Nutzer zurückverfolgen lassen. Unter Laborbedingungen knackte Chakravarty 100 Prozent aller Tor-Nutzer, in der freien Wildbahn waren es immer noch stolze 81,4 Prozent.
Chakravarty analysierte den Datenverkehr auf einem eigens aufgesetzten Tor-Server und fügte dort Unregelmässigkeiten in den Datenstrom ein. Über eine Technologie wie Netflow, die in Cisco-Routern eingebaut ist, konnte Chakravarty die Unregelmässigkeiten bis zum Ziel verfolgen und so den Nutzer ausfindig machen.
Im kleinen Stil kann die Technik von jedermann eingesetzt werden. Um grössere Datenmengen zu verfolgen, braucht es deutlich mehr Rechenleistung. Wie Chakravarty schreibt, könnte allerdings bereits ein grösseres, nicht internationales Unternehmen eine grossflächige Analyse durchführen.
Tor ist nicht perfekt
Chakravartys Verfolgungstechnik erinnert wieder einmal daran: Tor ist nicht perfekt. Wer mit Tor surft, ist nicht automatisch unauffindbar und hundertprozentig geschützt im Internet. Falls ein Angreifer wirklich will, kann er auch einen Tor-Nutzer ausfindig machen. Tor macht den Angriff lediglich komplizierter und schreckt damit viele Hacker bereits ab. Diese pflücken lieber tiefhängende Früchte, solange es genügend davon gibt.