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Der Verkauf schwerer Waffen hat einen neuen Höhepunkt erreicht, berichtet das Friedensforschungsinstitut Sipri in seinem jüngsten Bericht vom 9. März 2020. Das internationale Institut sammelt alle belegbaren Transfers schwerer Waffen in einer Datenbank und fasst die Entwicklung in Fünfjahreszeiträumen zusammen.
Gegenüber der letzten Fünfjahres-Periode ist das Volumen der internationalen Waffentransfers von 2015 bis 2019 um 5,5 Prozent, gegenüber der vorletzten Fünfjahres-Periode sogar um 20 Prozent gewachsen. Grösster Waffenexporteur weltweit bleiben die USA, gefolgt von Russland, Frankreich, Deutschland und China. Zusammen exportieren diese fünf Staaten drei Viertel (76 Prozent) aller Waffen weltweit.
Anteil der zehn grössten Waffenexporteure am globalen Markt 2015 bis 2019 (Sipri)
Besonders Südkorea, Israel und Frankreich haben ihre Exporte gegenüber der letzten Periode stark ausgebaut. Kleinere Zuwächse verzeichneten die ohnehin dominanten USA, die 96 Länder mit Waffen beliefern, Deutschland und China.
Grosswaffentransfers seit 1980 in Fünfjahreszeiträumen (graue Balken) und fortlaufend (dunkle Linie) gemäss der Sipri Arms Transfers Database (Sipri)
Insgesamt war die Menge der international gehandelten Waffen seit den 1980er-Jahren zwar rückläufig, seit der Jahrtausendwende steigt sie jedoch wieder an.
Südkorea, Israel und Frankreich haben ihre Exporte gegenüber der letzten Periode ausgebaut (Daten: Sipri, Tabelle: Infosperber) grössere Auflösung
Der Anteil von Russland am globalen Waffengeschäft verminderte sich im Fünfjahresvergleich um 18 Prozent, grösstenteils aufgrund sinkender Nachfrage aus Indien. Dennoch werden noch immer ein Fünftel (21 Prozent) aller schweren Waffen von Russland exportiert. Die Schweiz befindet sich im Ranking der internationalen Waffenhändler auf Platz 13, mit einem Weltmarktanteil von 0,9 Prozent und einem Zuwachs von 2,6 Prozent gegenüber der letzten Periode.
Saudi-Arabien bester Kunde der Waffenhersteller
Am meisten Waffen eingeführt haben Saudi-Arabien, Indien, Ägypten, Australien und China. Gute Geschäfte machten die Waffenhersteller wenig überraschend mit dem Nahen Osten. Dorthin gingen allein die Hälfte der von Sipri erfassten Exporte der USA. In der Schweiz bestellte Waffen gingen vor allem an Australien, China und Saudi-Arabien.
Saudi-Arabien ist auch der beste Kunde der US-Waffenschmieden. Das Land kaufte ein Viertel der US-Exporte und importiert weltweit die meisten Waffen. Gegenüber der letzten Fünfjahresperiode haben sich die Waffenimporte Riads mehr als verdoppelt. Die Zurückhaltung einiger Exportländer aufgrund des Jemenkrieges hat sich noch nicht ausgewirkt. Am meisten Waffen nehmen nach Saudi-Arabien Indien, Ägypten, Australien, China und Algerien ab.
Bester Kunde der Waffenschmieden ist Saudi-Arabien (Sipri).
Die Sipri-Datenbank kann nicht alle wirklich ausgeführten Waffenbewegungen korrekt erfassen. Darauf weist das Institut ausdrücklich hin. Im Libyenkonflikt beispielsweise kommen Waffen aus mehreren Ländern zum Einsatz, die trotz des UN-Embargos ins Land gelangten. Sie stammen unter anderem aus der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten. Details über diese Lieferungen sind laut Sipri unsicher, ihr genauer Umfang unbekannt. Sipri erfasst nachvollziehbare Waffenlieferungen schwerer Waffen nach Volumen, nicht nach Wert. Gebrauchtes Gerät wir anteilig angerechnet, Kleinwaffen erfasst Sipri nicht.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
keine