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Bezüglich David Desharnais seit Monaten und zu Viktor Stalberg seit einigen Wochen schon machten die Gerüchte die Runde, dass sie zu Gottéron wechseln würden. Sportdirektor Christian Dubé bestätigte zwar jeweils sein Interesse an den Stürmern vom KHL-Verein Avangard Omsk, spruchreif sei jedoch noch nichts. Als im Verlauf des gestrigen Tages Maxim Suchinsky, der Präsident von Omsk und ein ehemaliger Gottéron-Ausländer (in der Saison 2012/13 bestritt er 7 Partien für die Freiburger), gegenüber dem russischen Online-Portal «Allhockey.ru» erklärte, dass der Schwede und der Kanadier den Club in Richtung Gottéron verlassen würden, gab es dann keine Zweifel mehr am Transfer des Duos. Und tatsächlich offizialisierte Gottéron die Verpflichtung von Desharnais und Stalberg schliesslich am frühen Freitagabend. «Eigentlich wollten wir die Unterschriften am Montag kommunizieren, so aber kam alles anders», erklärt Dubé. «Die mündlichen Zusagen der Spieler hatten wir schon lange, doch wir durften die Transfers noch nicht vollziehen.» Das hat sich jetzt geändert, nachdem Omsk vor wenigen Tagen im Playoff-Final der KHL ZSKA Moskau unterlegen ist.
Polyvalenter Desharnais
Sowohl Desharnais als auch Stalberg sind in Freiburg beziehungsweise in der Schweiz keine Unbekannten. Der 32-jährige Desharnais hatte in der NHL-Lockout-Saison 2012/13 – notabene zusammen mit Suchinsky und Dubé – bereits einmal den Dress von Gottéron getragen. In 16 Partien hatte sich der klein gewachsene kanadische Center (170 cm) 16 Skorerpunkte notieren lassen können und einen starken Eindruck hinterlassen. «David hat mir bereits vor Jahren spasseshalber gesagt, dass er sehr gerne nochmals für Gottéron spielen würde», sagt Dubé, der stets privaten Kontakt mit Desharnais gehalten hatte. «Ich antwortete, dass er doch viel eher noch bis 40 in der NHL spielen wird. Umso glücklicher bin ich jetzt, dass wir diese Chance erhalten haben.»
Obwohl Desharnais im NHL-Draft nicht berücksichtigt wurde, machte er in der besten Eishockey-Liga der Welt eine eindrückliche Karriere. Für die Montreal Canadiens, die Edmonton Oilers und die New York Rangers kam der Stürmer auf 575 NHL Spiele und 299 Skorerpunkte. 2018 wechselte er vom Big Apple nach Russland zu Avangard Omsk, wo er in der Qualifikation 28 Punkte erzielte und im Playoff-Lauf von Omsk 7 Assists beisteuerte. «David ist ein kompletter Spieler, der in beide Richtungen hart arbeitet, stark am Bully ist und ein Überzahlspiel steuern kann», skizziert Dubé die Vorzüge des Kanadiers. «Und er ist einer, der in den Schlüsselmomenten präsent ist.»
Explosiver Stalberg
Fähig, einem Spiel den Stempel aufzudrücken, ist auch Viktor Stalberg, der auf die Saison 2017/18 von den Ottawa Senators zum EV Zug gewechselt hatte und bei den Innerschweizern in 51 Partien 54 Skorerpunkte produzierte (davon 23 Tore). In der abgelaufenen Saison bat er die Zuger nach 10 Spielen um eine Vertragsauflösung, um sich Omsk anzuschliessen. Dort stand er nach 47 Partien bei 16 Skorerpunkten. Seinen grössten Erfolg feierte der 33-jährige Schwede indes in der NHL, wo er 2013 mit den Chicago Blackhaws den Stanley Cup gewinnen konnte. Insgesamt kam der Flügelstürmer, der 2006 in der 6. Runde an 161. Position von Toronto gedraftet wurde, auf 548 NHL-Partien und 179 Skorerpunkte.
«Viktor hat in Omsk zusammen mit David in einer Linie gespielt. Das ist sicher schon mal eine gute Sache», sagt Dubé. Stalberg ist ein explosiver Schlittschuhläufer und verfügt über einen harten Schuss. «Er wird unserem Spiel guttun», ist der Sportdirektor überzeugt, «auch aufgrund seiner Erfahrung, nicht zuletzt dank seines Stanley-Cup-Erfolgs.»
Sowohl Desharnais, der den zusätzlichen Vorteil habe, Französisch zu sprechen, als auch Stalberg seien Leaderfiguren, die viel Einfluss in der Kabine haben werden, erklärt Dubé. «Ich bin wirklich sehr zufrieden mit diesen beiden Verpflichtungen.»
Und nun noch Brodin?
Mit den beiden Unterschriften sind nun drei von vier Söldnerpositionen besetzt, nachdem zuvor bereits der amerikanische Offensiv-Back Ryan Gunderson für eine Saison bei Freiburg unterschrieben hatte. Der noch offene Platz dürfte für den schwedischen Powerstürmer und Aggressivleader Daniel Brodin reserviert sein, der zurzeit mit Djurgarden im Playoff-Final der schwedischen Liga gegen Frölunda engagiert ist. Auch dieser Transfer dürfte verkündet werden, sobald die Meisterschaft im Norden abgeschlossen ist. «Kein Kommentar», sagt Dubé zu diesem Thema nur – ein Dementi jedenfalls klingt anders …
«Ich bin wirklich sehr zufrieden mit diesen beiden Verpflichtungen.»
Christian Dubé
Sportdirektor Gottéron