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Ausserordentlich eindrucksvoll erscheint die Beleuchtung der Gärten durch kleine Glühlampen von nur 2/2 N.-K. Leuchtkraft mit den verschiedenfarbigsten Glaskugeln; diese Lämpchen sind auf Bäumen im Laub versteckt und an den Ecken und Simsen der Gebäude angebracht, dabei aber in verschiedene Stromkreise geschaltet, so dass beim Versagen einer Dynamomaschine nicht ganze Reihen auf einmal verlöschen. Die Beleuchtung der Springbrunnen, nach Art der von wandernden Zäubertheatern vorgeführten sogenannten dreifachen Wunderfontäne, fesselt jeden Beschauer. Hier ist in einem Wasserbehälter eine Insel angeordnet, aus welcher 5 Strahlen bis zu 40" Höhe aufsteigen, und in den Ecken des Behälters weitere 4 Strahlen, welche ihr Wasser nach der Insel speien. Jeder Strahl wird unabhänigig vom anderen inbezug auf Stärke und Spiel des Wasserstrahles geregelt und mit einem verschiedenfarbigen Lichte erhellt; ausserdem werden alle Strahlen noch von einem Turme aus durch wechselfarbiges Schlaglicht beleuchtet. Durch diese Einrichtung sind Lichtwirkungen erzielt worden, wie sie in gleicher Pracht und Grossartigkeit noch nicht vorgeführt wurden. Um die einzelnen Strahlen zu regeln, ist in der Insel eine unterirdische Kammer mit einem Glasdache für 8 Personen eingerichtet, welche, freilich in wenig bequemer Lage, an den Wasserventilen zu drehen und die 8000kerzigen Bogenlampen unter jedem Strahle zu stellen haben, und zwar nach Weisungen von einem Wächter auf dem genannten Turme, welcher mittels elektrischer Signalleitungen mit der Kammer in der Insel verbunden ist. Die Wasserstrahlen benötigen in der Minute 5eb" Wasser, welches von den Londoner Wasserwerken geliefert wird. Da die Tagesblätter und Zeitschriften über die Ausstellung in Antwerpen bereits ausführlicher berichtet haben, so beschränkt sich der Vortragende auf einige interessante Vergleiche und kritische Bemerkungen. So sind in Antwerpen die Drucksachen sehr teuer (der Katalog kostet 10, ein Führer 2 Francs), die Gebäude sind nicht übersichtlich und zu weitläufige Hallen vorhanden, infolge dessen der Besucher vieles übersieht, was bei schmalen Hallen, welche beim Durchgange auf einmal überblickt werden können, nicht so leicht vorkommt. Auch ist störend, dass das Ausstellungsgebiet von Strassen durchzogen wird, wodurch man genötigt ist, durch Ueberbrückungen in die verschiedenen Abteilungen zu gelangen. Inbezug auf die elektrische Beleuchtung ist anzuführen, dass 76 Dynamomaschinen, welche durch 7 Dampfmaschinen mit zusammen 975 Pfkr. betrieben werden, im Betriebe sind und 350 Bogen- sowie ungefähr 2000 Glühlampen brennen; daran sind jedoch, gegenüber London, nur 12 Aussteller beteiligt. Es brennen z. B. 34 Pieperlampen, 28 Gülcherlampen, welche beide mit Glühlicht zusammengeschaltet werden können, 45 Brushlampen usw. Besondere Glanzpunkte fehlen; nur beleuchtet man das grosse Hauptportal und eine Fontäne mit farblosem Schlaglicht von 3 Bogenlampen auf niedrigem Turme. Die Maschinenhalle, welche eine Grundfläche von 24000 qm besitzt, hat zur Hälfte Belgien eingenommen, wie die Ausstellung überhaupt eine mehr belgische als internationale ist. Deutschland bedeckt in der Maschinenhalle 3500 qm, zeigt jedoch fast nur neue Arbeitsmaschinen für die verschiedensten Industrien, während Belgien und Frankreich mehr mit grossen Dampfmaschinen glänzen. Die Ausstellung der Société Cockerill in Seraing bedeckt allein 800qm, und sind da zwei grosse Schiffsmaschinen ausgestellt, welche, um sie ohne Dampf im Gange vorzuführen, während der Ausstellung mit Pressluft betrieben werden. Lobend ist zu erwähnen, dass die gesammte Transmission- und Rohrleitung in der Maschinenhalle unterirdisch angelegt ist. Zum Betriebe aller Maschinen sind Kessel verschiedener Systeme (hauptsächlich Wasserröhrenkessel) mit zusammen 17269" Heizfläche vorhanden. Zum Schlusse streift der Vortragende der vorgerückten Zeit wegen die Görlitzer Ausstellung nur ganz kurz!). Dieselbe, eine Provinzialausstellung, habe die industriereichen Bezirke der preussischen, sächsischen und böhmischen Lausitz umfasst und von dem Gewerbfleiss derselben rühmlichst Zeugnis abgelegt. Für die Textilindustriellen, welche auch in den genannten Bezirken hervorragend vertreten sind, hat die Ausstellung viel des neuen an Maschinen geboten, und war bei
Hr. Zeman bespricht die ausgestellten technischen Neuheiten:
1. Der von Clarfeld & Köckler in Iserlohn (D. R.-P. No. 32747)!) construirte und zur Ausführung gebrachte Schraubenschlüssel mit verstellbarer Maulweite ist ähnlich dem oekanntlich sogen. englischen oder dem Schlarbaum-Mannhardtschen Schraubenschlüssel?) construirt, besitzt jedoch gegen denselben den bemerkenswerten Vorzug, dass der Gewindeteil des Stieles genau dieselbe Stärke hat wie der obere Führungsteil, desselben, wodurch die Dauerhaftigkeit des Schlüssels wesentlich gesichert wird. Nach der beistehenden Abbildung setzt sich der neue Schraubenschlüssel, ebenso wie der englische, aus nur 4 Teilen zusammen, nämlich dem Backen mit dem Stiele S, dem Gegenbacken B, dem hohlen Drehgriffe G und einem geteilten Ringe, welcher in einer Nut des Drehgriffes liegt und durch Schräubchen an dem Gegenbacken B befestigt wird. Durch diesen Ring ist die das Drehen des Griffes G gestattende Verbindung desselben mit dem Backen B hergestellt. Der Stiel S ist in seiner ganzen Länge gleich stark abgedreht, auf zwei gegenüber liegenden Seiten abgeflacht und in dem dazu passenden Loche des Backens B geführt, seine Drehung also dadurch gehindert und die Gleichstellung beider Backen gesichert. Der Stiel S enthält unten Flachgewinde und der Griff etwa in der Mitte seiner Länge das dazu passende Muttergewinde. Die Ausbohrung des Stieles ober- und unterhalb des Gewindes entspricht genau dem abgedrehten Dmr. des Stieles, so dass der letztere eine gute gleichmässige Führung hat. Der Stiel besitzt also nicht einen oberen kantigen und einen unteren schwächeren runden Teil; es besteht zwischen dem Gewinde und dem Führungsteile kein Ansatz wie bei dem englischen Schraubenschlüssel, und es gestattet die lange Führung des Stieles, auch oberhalb des Gewindes, keinen seitlichen Druck auf dasselbe, was sonst zum Abbrechen des Gewindeteiles Veranlassung giebt. Der vorliegende Schraubenschlüssel hat auch durch das Fehlen der sonstigen seitlichen Führungsbacken für den Stiel eine handlichere Form erlangt. Der Backen mit dem Stiele S
sowie der Backen B sind aus Stahl geschmiedet hergestellt.
2. Um beim Zeichnen an der Schultafel während des Vortrages leicht Linien unter beliebig gegebenem Winkel ziehen zu können, benutzt der Zeichnenlehrer J. B. Schöner in Passau ein einfaches mit einer Handhabe versehenes Lineal, welches in der Mitte eine Winkeleinteilung mit einem im Mittelpunkte derselben um einen Zapfen lose drehbaren Zeiger besitzt. Dieser Zeiger stellt sich nun von selbst bei jeder Lage des Lineals senkrecht ein und giebt dadurch auf der Einteilung die Gradzahl des Winkels der Neigung des Lineales an. Ueber diesem leicht drehbaren, sich selbst lotrecht einstellenden Zeiger befindet sich auf demselben Zapfen ein zweiter geschwärzter Zeiger, welcher in der demselben gegebenen Lage verbleibt und zum Ziehen mehrerer Linien unter gleichem Winkel entsprechend eingestellt wird, um aus der Deckung beider Zeiger rasch die richtige Linealstellung ersehen zu können. Es führt daher dieses Zeichnengerät mit Recht den Namen: Winkellineal oder Parallel lineal. (Kürzlich hat Schöner unter No. 33 120 Patentschutz auf ein »Zeicheninstrument mit libellenartigem Neigungsmesser« erlangt, welches demselben Zweck dienen soll, indem eine Glaslibelle auf einer in der Zeichenebene an der Reissschiene, einem Winkelbrette o. dergl. angebrachte Gradeinteilung
die Neigung bezw. die Richtung der Zeichenkante angiebt.)
3. Der Zählapparat, Patent von A. Kaiser, ist als D. R.-P. No. 30460 in dieser Zeitschrift S. 295 d. J. in seiner wesentlichen Eigentümlichkeit schon beschrieben. Dieser Hub- und Rotationszähler wird in verschiedenen Formen und Grössen von dem Polytechnischen Arbeitsinstitut von J. Schröder in Darmstadt ausgeführt.
Versammlung am 15. October 1885 in Cannstatt. – Vorsitzender: Hr. Zeman. Anwesend 68 Mitglieder und 13 Gäste.
Zum Besuche der Elektrotechnischen Fabrik Cannstatt in Cannstatt erschien eine ungewöhnlich grosse Zahl von Teilnehmern, welche unter der freundlichen Führung der Herren Schwerd, Dr.
1) Z. 1885 S. 8S7. *) Vergl. Dingler's polytechn. Journal 1849 Bd. 111 S. 265, mit Abbild. -
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Dietrich, Cox u. a. mit den hauptsächlichsten Arbeiten dieses neuesten Zweiges der Maschinentechnik bekannt gemacht wurden; es sei versucht, das wesentlichste des hier gesehenen und gehörten zu schildern. Die Fabrik besitzt bekanntlich das deutsche Patent (No. 29096, vergl. Z. 1884 S. 949) für die Bernsteinlampe, deren Erzeugung schrittweise beobachtet werden konnte. Das charakteristische dieser Lampen ist der hohle, aus einem Seidenschlauche gewonnene Kohlenbügel. Seit der elektrischen Aussstellung in Wien 1883 hat die Fabrikation dieser Lampe einen bedeutenden Fortschritt gemacht; damals war es nämlich unmöglich, Lampen von 100 Volt und geringer Lichtstärke, etwa 16 Kerzen, herzustellen; sie erforderten daher besonders hohe Ströme, also dicke Leitungen. Dies hat sich nun seit jener Zeit so weit verbessert, dass heute die Bernsteinlampen sich in ihren elektrischen Grössenverhältnissen nur in einem Punkte
von anderen jetzt gebräuchlichen Lampensystemen unterscheiden,
dass sie nämlich für eine bestimmte Lichtstärke weniger Arbeitskraft als die meisten anderen Lampen bedürfen, also bei gleicher Spannung weniger Strom nötig haben. Es liegt dies in dem verhältnismässig hohen Glühgrade begründet, welchen man zur Anwendung bringen kann, ohne die Lebensdauer der Lampen zu beeinträchtigen. Mehrfach begegnet man einer irrigen Vorstellung inbezug auf die Wahl der Röhrenform des Kohlenbügels. Man glaubt die Wahl aus einer physikalischen Anschauung herleiten zu müssen, vermöge welcher das Innere der Röhre gewissermassen als Wärmemagazin angenommen wird, was eine gewisse Oekonomie der Lampe erreichen lasse. Diese Anschauung kann nun als unrichtig dargelegt werden, worauf denn leicht der Schluss folgen würde, dass die Construction der Bernsteinlampe eine unnütze Spielerei sei. Der Hauptnachdruck ist aber auf einen ganz anderen Punkt zu legen: Es ist in erster Linie die mechanische Festigkeit, welche der Lampenbügel durch den günstigen Querschnitt erhält, womit grössere Sicherheit gegen den Bruch der Lampe durch Erschütterung beim Transport u. dergl. verknüpft ist, ein insbesondere bei lichtstarken Lampen, welche lange Bügel besitzen müssen, sehr wichtiger Umstand; denn ein fadenförmiger Bügel gerät gar leicht in allmählich sich steigernde und dann gefährlich werdende Schwingungen. Wegen der grossen Festigkeit des hohlen Kohlenbügels eignen sich die Bernsteinlampen besonders gut zur Beleuchtung von Eisenbahnzügen; in einem Versuchszuge, welcher, von der Elektrotechnischen Fabrik Cannstatt und von der Maschinenfabrik Esslingen eingerichtet, täglich zwischen Stuttgart und Immendingen verkehrt, wurden in dieser Beziehung bis jetzt günstige Erfahrungen gemacht. Man hört gegenwärtig so häufig von Bogenlampen mit geringer Lichtstärke, welche sich in Parallelschaltung mit Glüh
lampen befinden (vergl. Z. 1885 S. 878). Inanbetracht des schwer
wiegenden Umstandes, dass Bogenlampen unter allen Umständen einer sorgfältigen Wartung bedürfen, dass täglich neue Kohlenstifte eingesetzt werden müssen, dass das Licht der Natur der Sache nach kein so ruhiges sein kann, wie bei Glühlampen, welche durch einen guten Motor betrieben werden, zieht es die Elektrotechnische Fabrik Cannstatt vor, statt kleiner Bogenlampen ihre starkkerzigen GlühÄ zu verwenden; trotz der grösseren Arbeitskraft, welche eine solche Glühlampe gegenüber einer Bogenlampe von gleicher Lichtstärke beansprucht, wird die grössere Oekonomie dabei doch auf seiten des Glühlichtes zu finden sein. Für Strassenbeleuchtung eignen sich diese starkkerzigen Glühlampen besonders gut; die Fabrik wendet in diesem Falle Hintereinanderschaltung mehrerer Lampen an, wodurch die Leitungskosten bekanntlich erheblich vermindert werden. Die volle Unabhängigkeit der einzelnen Lampen wird hierbei durch einen an jeder Lampe befindlichen einfachen selbstthätigen Ausschalter völlig gewahrt.
1. Die von der Fabrik hergestellten Bogenlampen – Patent
Sch werd No. 18 149 und Zusatz No. 20474 – erfreuen sich weithin eines guten Rufes; dieselben gehören zu den Lampen mit Auslösung, bei welchen der regelnde Körper – der Solenoidkern – stets nur kleine Bewegungen auszuführen hat, also die gleiche Lage gegen die zwei Spulen stets beibehält. Seine Wirkung besteht einfach in der Auslösung bezw. Hemmung eines durch das Gewicht des oberen Kohlenhalters getriebenen Laufwerkes mit Pendelhemmung. Es giebt noch eine zweite Art von Bogenlampen, hauptsächlich vertreten durch die Krizik-Lampe, bei welcher die als Regulirorgane dienenden Solenoidkerne ihre Lage in den Spulen ganz nach Massgabe des Kohlenabbrandes verändern, weil die Kohlen an den
Kernen als Kohlenhalter unmittelbar befestigt sind. Diese zwei
Hauptgattungen von Lampen stehen etwa in dem nämlichen Verhältnisse zu einander, wie indirect wirkende Regulatoren zu direct wirkenden. Während bei erstgenannter Art der Bogenlampen das Regulirorgan – ein Kern in 2 Spulen – keine irgend nennenswerte Arbeit zu leisten hat, und während dort die Arbeit zum Nachschieben der Kohlen von der Schwerkraft geliefert wird, also in beliebiger Stärke zur Verfügung steht, hat bei der zweiten Gruppe das Regulirorgan diese Nachschiebearbeit ganz allein zu bewältigen. Während dort nach Auftreten eines zu grossen Lichtbogens die den Nachschub bewirkende Kraft genau dieselbe bleibt, in welchem Zustand des Ab
Württembergischer Bezirksverein: Elektrotechnische Fabrik Cannstatt.
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Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure.
brandes sich auch die Kohlen befinden mögen, ist hier notwendig eine Aenderung der Stärke der Regulirkraft mit der Lage des Kernes in den Spulen vorhanden. Bei der ersten Art tritt die Regulirbewegung allerdings absatzweise auf, während man bei der zweiten annimmt, es entstehe ein stetiges Zusammenschieben der Kohlen nach Massgabe des Abbrandes. Thatsächlich ist letzteres aber nie der Fall; denn es wird die Länge des Lichtbogens über das normale hinaus so lange anwachsen, bis die auf Nachschub wirkende Kraft imstande ist, die Reibungswiderstände der Ruhe zu überwinden; somit liegt auch hier ein absatzweises Wirken der Regulirung vor. Bekanntlich nimmt die Helligkeit einer von einer Bogenlampe zu beleuchtenden wagerechten Ebene mit der Entfernung von der Lampe sehr rasch ab, einmal wegen des Gesetzes vom umgekehrten Quadrate der Entfernungen und dann auch wegen der schiefen Bestrahlung. Um den entfernten Punkten mehr Licht zuzuführen, verwendet die Elektrotechnische Fabrik Cannstatt an den Laternen ihrer Bogenlampen sogenannte dioptrische Scheiben, welche nach einer Anordnung, ähnlich der bei den Prismensystemen der Leuchttürme zur Verwendung kommenden, das Licht gleichmässiger auf die zu beleuchtende Fläche verteilen. r
In der Maschinenwerkstätte erregten eine Reihe von Bogenlichtmaschinen für je 10 hinter einander geschaltete Bogenlampen die Aufmerksamkeit der Besucher. Diese Maschinen sollen unmittelbar an die wagerechten Achsen von Turbinen angeschlossen werden, und zwar an jede Turbine eine rechts, eine links; sie sind zur Beleuchtung eines grossen Stahlwerkes in Italien bestimmt. Die nach dem System Schwerd construirten Dynamomaschinen besitzen die Eigentümlichkeit, dass der auf der inneren Seite des Grammeschen Ringes befindliche Draht durch trichterförmig eingezogene Polschuhe ebenfalls kräftig inducirt wird. Die Elektrotechnische Fabrik Cannstatt construirt ihre Glühlichtmaschinen im allgemeinen nicht als Compoundmaschinen, sondern als solche mit gewöhnlicher Nebenschlusswickelung. Dies wird ja auch bei den Edison-Maschinen durchgeführt; während aber bei diesen für wechselnde Lampenzahl mittels eines Handregulators im Elektromagnetstromkreise regulirt wird, findet eine Regelung bei den hiesigen Maschinen durch einen eigentümlich construirten selbstthätigen Spannungsregulator statt, dessen Princip ebenso gut auf Constanthaltung des Stromes u. dergl. verwendet werden kann. Ein selbstthätiger Spannungsregulator hat den Vorzug, dass er auch bei wechselnder Geschwindigkeit voll seine Schuldigkeit thut, was man einer Compounddynamomaschine nicht nachsagen kann.
Endlich ist noch zu erwähnen, dass die Elektrotechnische Fabrik Cannstatt im Verlaufe dieses Jahres umfangreiche Versuche mit verschiedenen Systemen von elektrischen Accumulatoren angestellt hat, und dass sie solche in ausgedehntem Masse bei Beleuchtungsanlagen u. dergl. verwendet; hiernach sind insbesondere die Erfahrungen bezüglich der Lebensdauer der Accumulatoren weit günstigere, als man bisher anzunehmen pflegte.
Nach beendeter Besichtigung der Fabrik versammelten sich die Besucher mit ihren Führern im Hotel Herrmann, woselbst noch verschiedene Accumulatoren aufgestellt waren. Der vom Vorsitzenden auf die Elektrotechnische Fabrik, ihre Leiter und Ingenieure dargebrachte warme Dankspruch fand lauten Widerhall bei allen Teilnehmern, denen nach all dem gesehenen der Wunsch auf ein fröhliches Blühen, Wachsen und Gedeihen dieser Unternehmung aus dem Herzen gesprochen war. Die Gesellschaft blieb dank einiger launiger Vorträge in bester Stimmung bis zum Abgange der letzten Züge vereinigt und trennte sich mit dem Bewusstsein, einen äusserst lehrreichen und gelungenen Ausflug mitgemacht zu haben.
Baukunde« durch eine Anzahl seiner Mitglieder vertreten, um dem
Vortrage des Hrn. Regierungsrat Schicker (Gast): über die Unfallversicherung beizuwohnen. Um diesen schwierigen, verwickelten und an einem Abend gar nicht zu erschöpfenden Stoff einigermassen zu bewältigen, beschränkt sich der Redner auf die Kernpunkte des Gesetzes mit Beiseitelassung von Einzelheiten und Ausführungsvorschriften, flicht jedoch an passenden Stellen Bemerkungen aus seinen Erfahrungen ein, welche – wie sich dies bei der hervorragenden Beteiligung des Vortragenden an dieser ganzen Gesetzessparte (als königl. württembergischer Ministerialcommissär beim Bundesrat) von selbst versteht – das lebhafte Interesse der Zuhörerschaft an der sonst trockenen Materie ununterbrochen zu fesseln vermögen. Nach dem Vortrage werden verschiedene Fragen gestellt und beantwortet, worauf dem Vortragenden auf Antrag des Vorsitzenden, welchem sich der Vorstand des Vereines für Baukunde, Hr. Oberbaurat Professor v. Hänel, in warmen Worten anschliesst, durch Erheben von den Sitzen einhelliger Dank bekundet wird. Dann wird auch noch in verschiedenen Ansprachen das Zusammentagen beider Vereine (Bauverein und Ingenieurverein) gebührend hervorgehoben.
Patent bericht.
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Tod sind abgegangen die Herren Eisenmann und Seebold, deren Andenken durch Erheben von den Sitzen geehrt wird. Aufgrund des vorgelegten Kassenberichtes wird der Bezirksbeitrag für das nächste Jahr wieder auf 3 % festgestellt. Die Neuwahl des Vorstandes ergiebt als Vorsitzenden Hrn. C. Schmidt, als Vertreter im Vorstandsrate Hrn. J. Zeman. (Es bestand der Plan, Hrn. A. Stotz zur Ehrung und als Anerkennung aus Anlass seines kürzlich gefeierten 25jährigen Fabrikanten-Jubiläums mit der Wahl zum Vorsitzenden für das Jahr 1886 auszuzeichnen, was jedoch Hr. Stotz mit Rücksicht auf sein Alter und seine Gesundheit dankbar ablehnte.) Der vorgerückten Zeit wegen muss der von Hrn. Dr. Dietrich angekündigte Vortrag nochmals – erstmals geschah
dies im Mai – vertagt werden. Verschiedene technische Neuheiten
sind ausgestellt. «
Aus Anlass der Generalversammlung fanden sich abends 7 Uhr im Concertsaale der Liederhalle viele Mitglieder und Gäste mit Angehörigen zu einem Familienabend zusammen, welcher durch Ansprachen, Vorträge allerlei Art und Tanz so unterhaltend verlief, dass nach diesem ersten Versuche wohl auf Wiederholung bei solchen Anlässen gehofft werden darf.
durch die stellbare feste Führung z und den Arm y bezw. durch b und r”. Während die Feder u an der Gabel t die Feile k elastisch in die Zahnlücke drückt, bis t auf den stellbaren Anschlag v trifft, wird das Sägeblatt auf der Rückenführung o! zwischen den Backen h h! festgeklemmt, indem eine unrunde Scheibe o” auf d gegen die Stange i wirkt, bis die Schränkung durch einen der Stifte ff erfolgt ist. Bandsägen laufen dabei über grosse, auf bei g drehbaren Schienen h” verstellbare Scheiben; Kreissägen werden unter k” im senkrechten Schlitz y! eines wagrecht stellbaren Rahmens z” befestigt, (s. Nebenfigur). Die Schaltung erfolgt durch auf n radial stellbare Anschläge a a!, Hebel m” bezw. m” und Klinken l! l” bezw. r".
« K1. 46. No. 32844. Motor für Kohlenoxydgas. Knab & Co, Luxemburg. In einem besonderen Ofen wird Kohle unter Druck zu Kohlenoxyd verbrannt, dieses bei v in den mit feuerfesten Körpern gefüllten Raum f getrieben und dort mit der bei t eingepressten Luft bei höchstmöglicher Temperatur so verbrannt, dass kein freier Sauerstoff verbleibt. Die den Kohlenofen und den Kanal t speisende Druckluftpumpe treibt die frische Luft zunächst durch den Mantelraum o des Heissluftcylinders a zwecks Kühlung der Dichtungsflächen; die Kurbeln des Heissluftkolbens b und des Kaltluftkolbens p sind um 180° versetzt. Beim Rückhub von b sind
Bolzen i und Federn j so lange
glatt und dienen dann
No. 32973. Entlastetes Kugelgelenk für
deutscher Ingenieure.
und H. Weimar II., Herxheim a/Berg. Für Tauchkolben K, z. B. bei doppeltwirkenden Pumpen, wird ein Flanschkörper m zwischen die Cylinderteile cc! geschraubt; für Kolbenstangen dient ein ähnlicher Körper m” zugleich als Cylinderdeckel. Darin wird ein Leder- oder Gummischlauch l durch Stifte i gegen Verschiebung gesichert, während die eigentliche Dichtung an den vorstehenden Enden von l durch übergezogene dünnere Gummischläuche s und federnde Stahlringe r bewirkt wird.
K1. 47. No. 32985. Sicherheitskupplung mit Centrifugalausrückung. Burmeister & Wain, Kopenhagen. Ein oder mehrere schwere Bremsbacken h, welche mit der zu treibenden Riemscheibe b durch Zapfen f drehbar oder durch Führungen yz l radial verschiebbar verbunden sind, werden durch
gegen die treibende Scheibe a gepresst, als die Geschwindigkeit von b eine obere Grenze nicht überschreitet, dann aber durch ihre eigene Centrifugalkraft abgehoben, bis die Umlaufzahl von b entsprechend gesunken ist.
dementsprechend zum - =-.. Vorbearbeiten oder zum Fertigdrehen. Durch die
Schrauben g werden die *. «m-sm --- - - -ms. Stähle in a festgehalten, -- * während der Keile zum F a N, genauen Einstellen des f#TLZ Stahles b und Stell- =fs Äffo- ÄH schrauben f zu demsel- “ +Sben Zwecke für die F“ >Stähle c und d ange- „' To 4 »? bracht sind. Der zuerst ----- ---arbeitende Drehstahl –<LTi-T
wird durch den Winkelhebel i und den Keil h sammt dem schlittenförmigen Halter a gegen das Werkstück vorgeschoben bezw. von demselben zurückgezogen, während die Spindel l zum Einstellen der nach Herausnahme von b nach einander arbeitenden Stähle c und d dient. Durch das Zwischenstück m ist der Messerhalter a ausserdem noch um eine senkrechte Achse drehbar.
K1. 49. No. 33O53. (I. Zusatz zu No. 27538, Z. 1884 S. 731.) Drillbohrer. H. Arnz, Reinshagen-Remscheid. An dem Bohrapparate des Hauptpatentes ist in dem auseinanderschraubbaren Schieber e die lose eingesetzte Führung p angeordnet, welche leicht ersetzt werden kann und sowohl selbständig als auch in Verbindung mit der Stahlplatte f und dem Gewindegange der Bohrspindel den arbeitenden Bohrer führt.
Kl. 87. No. 32617. Zange mit selbstthätiger Mauleinstellung. P. Schickert, Charlotten