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Hanf (Cannabis sativa) ist eine sehr alte Kulturpflanze und wird in Europa schon seit Jahrhunderten angebaut. Die Pflanzen erreichen eine Höhe von zwei bis drei Meter. Als Ursprungsgebiet von Hanf wird Zentralasien angesehen. Er ist ursprünglich zweihäusig, das heisst, es gibt sowohl männliche wie weibliche Pflanzen.
Als nachwachsender Rohstoff wird Hanf, der ein naher Verwandter von Hopfen ist, sowohl für die Faser- wie auch für die Ölproduktion angebaut. Die Fasern dienen als Rohstoff für Seile, Segel, Textilien, Papier und so weiter. Der Samen enthält ca. 35 Prozent Öl. Dieses kann zur Herstellung von Schmierstoffen, Treibstoffen, Farben und Laken eingesetzt werden. Es wird auch zunehmend für die Herstellung von Arzneimitteln, Kosmetika und Diätprodukten verwendet.
Die Ernte von Hanf ist nicht unproblematisch. Bei der Körnergewinnung können die Fasern am Mähdrescher grosse Schäden verursachen. Bei der Fasergewinnung werden die Pflanzen nach dem Schneiden zunächst auf dem Feld belassen. Die getrockneten Hanfstengel werden zur Fasergewinnung ähnlichen Prozessen unterworfen, wie sie bei Flachs üblich sind (Rösten, Brechen, und Hecheln). Durch Kotonisierung lassen sich die Hanffasern, ähnlich wie bei Baumwolle, verspinnbar machen.
In der Schweiz ist der Anbau von Hanf in letzter Zeit in Verruf geraten, da statt nachwachsende Rohstoffe zu produzieren, immer mehr Betäubungsmittel hergestellt wurden. Der Anbau von Hanf ist in der Schweiz grundsätzlich gestattet. Allerdings verbietet es das Betäubungsmittelgesetz, daraus Rauschmittel zu produzieren. Es sind daher Bestrebungen im Gang, dass künftig nur noch Industriesorten mit einem geringen Gehalt des halluzinogen wirkenden THC (Tetrahydrocannabinol) angebaut werden dürfen.