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Luzern, den 17. October 1878.
Hochverehrter Herr Präsident!
Ich schulde Ihnen meinen verbindlichen Dank für Ihren schätzbaren Beitrag1 zur Beantwortung der Hellwag'schen Denkschrift2. Die Direktion hat beschloßen, die vortreffliche Arbeit in ihrem ganzen Umfange in die an den Verwaltungsrath zu richtende Zuschrift3 aufzunehmen. Ich möchte Sie nur noch über einen formellen Punkt berathen & mir hinsichtlich zweier materieller Punkte noch Ihren gefälligen Aufschluß erbitten. –
Es will mir nämlich scheinen, es dürfte sich vielleicht empfehlen, die Materien in einer etwas andern Reihenfolge zu behandeln, als Sie vorschlagen, & zwar, dem Gedankengang der Hellwag'schen Schrift folgend, mit der Finanzfrage zu beginnen, dann den Nachweis der «üblen Berathung» folgen zu laßen & endlich als dritten | & Hauptpunkt den Vorwurf des «Treubruches» zu behandeln.4 Erstere zwei Punkte, welche nicht viel Raum einnehmen, erscheinen mir etwas untergeordneter Natur zu sein. Lässt man sie dem Hauptpunkte folgen, wie Sie es in Ihrem Entwurfe vorschlagen, so schwächen sie nach meiner Auffassung die Hauptsache eher ab, wogegen sich im umgekehrten Falle der Eindruk steigert. Ich gebe zu, daß dieß eine Sache des Eindruks ist; es wäre mir aber doch lieb, darüber noch Ihre Ansicht zu vernehmen. Ich werde nicht ermangeln, Ihnen sobald als möglich einen Abzug des Entwurfes zu schiken, indem Sie vielleicht vor einer bezüglichen Aeußerung das Ganze zu sehen wünschen. –
Ich wäre Ihnen sodann dafür dankbar, wenn Sie mir Ihre allfälligen Bemerkungen zu den von mir bearbeiteten Theilen der Antwort mitzu| theilen die Güte haben würden.5
Sie sagen in Ihrem Entwurfe, daß wir vollständige Beweise in Händen haben, daß das Benehmen Hellwag's sein technisches Personal empört habe, & es wird ein Beweisstük dann mitgetheilt. Darf ich Sie um die gefällige Mittheilung bitten, worin die weitern Beweise bestehen.6
Ich vernehme, daß sich H. jüngsthin vielfach um die Mitglieder der Commission für das eidg. Obligationenrecht7 & bei den hier anwesenden Bundesrichtern8 umgethan habe. Letzter Tage sei er wieder in Bern gewesen. – Ott & Cie9 machen wieder viel Aufhebens darüber, daß wir ihr Begehren um eventuelle Rükerstattung ihrer bisherigen Auslagen (als Preis für die Prolongation des Forfaitanerbietens) der Consequenzen halber abgelehnt haben. Man scheine der Ansicht zu sein, der Mohr habe seine Pflicht gethan & könne nun gehen. Eine solche Behandlung derjenigen Offrenten, die | wohl beim schweiz. Publikum den meisten Credit besitzen, werde böses Blut machen & vielleicht auf die Volksabstimmung10 übel einwirken! – Den Termin für eine Eingabe auf Einheitspreise hat die schwz. Baugesellschaft11 wieder wie früher nicht eingehalten. –
Genehmigen Sie bei diesem Anlaße die erneute Versicherung meiner vorzüglichen Hochachtung
Ihr freundschaftlich ergebener
J. Zingg.