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Der Gigant der Lüfte
Einst wurde der Bartgeier als "Lämmergeier" verschrien, gnadenlos gejagd und schliesslich ausgerottet. Heute kehrt der Bartgeier nach und nach wieder zurück.
Der Startschuss für das internationale Projekt zur Wiederansiedlung des Bartgeiers fand im November 1978 in Morges am Genfersee statt. Ein Expertentreffen aus allen Alpenländern beschloss den Bartgeier mit Jungtieren aus der Zucht wiederanzusiedeln. Diese Idee ausgeheckt hatten Winfried Walter vom WWF Österreich zusammen mit Hans Frey von der Uni Wien in den 70iger Jahren.
1986 wurde der erste Bartgeier im Rauris (A) freigelassen. Der Schweizerische Nationalpark war erstmals 1991 an der Reihe. Heute gehört das Engadin zu den produktivsten Brutgebieten der Alpen. Insgesamt wurden bis heute 223 Bartgeier im Alpenraum ausgewildert. Die Wideransiedlung des Bartgeiers hat sich zu einer der bedeutendsten Artenschutz-Projekte Europas entwickelt.
Der Bartgeier ernährt sich von Aas und Knochen. Mit einer Spannbreite von 3 Metern ist er der grösste Vogel Europas. Mit seiner sehr langsamen Fortpflanzung reagiert der Bartgeier sehr empfindlich auf Verluste. Ungestörte Gebiete sind darum überlebenswichtig.
Der WWF Graubünden setzt sich ein:
- für einen störungsfreien Lebensraum rund um Brutplätze der Bartgeier (z.B. mit stengen Auflagen beim Klettersteig Pontresina)
- gegen Projekte, die zur Aufgabe von Brutplätzen führen könnten (z.B. KW-Projekt im Val Chamuera)
- gegen Windkraftanlagen in Bartgeier-Lebenräumen (Vernehmlassung Kant. Richtplan Windkraft)