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Nordkorea hat am Freitag die Zündung einer Atombombe bestätigt. Es habe sich um einen «erfolgreichen« Atomwaffentest gehandelt, berichtete das staatliche Fernsehen. Bei dem Test sei ein «neu entwickelter Atomsprengkopf» zur Explosion gebracht worden, hiess es in dem Bericht. «Unsere Partei hat den Atomwissenschaftlern ein Glückwunschtelegramm für den erfolgreichen Atomtest übermittelt», hiess es weiter. Zuvor hatte es aus Südkorea geheissen, der Norden habe «höchstwahrscheinlich» zum fünften Mal eine Atombombe zu Testzwecken gezündet.
Am Freitagmorgen hatten internationale Erdbebenwarten Erdstösse der Stärke 5,3 im Bereich des nordkoreanischen Atomtestgeländes Pyunggye-Ri registriert, die nach Einschätzung südkoreanischer Experten von einer Bombenexplosion herrührten.
China startet Notfallplan
Nach dem Atomtest startete China einen Notfallplan und Messungen von Radioaktivität an der Grenze zu Nordkorea. Das Umweltschutzministerium in Peking teilte mit, dass Messstationen in den drei nordostchinesischen Provinzen und in der Provinz Shandong «normal arbeiten». Über erhöhte Radioaktivität wurde nichts berichtet.
Der Krisenplan, den das Ministerium in Kraft setzte, ist der zweithöchste in einem vierstufigen Reaktionsprogramm. Er wird bei «wichtigen Umweltfällen» aktiviert. Weitere Details der chinesischen Reaktion wurden zunächst aber nicht genannt.
Bereits vier Atomtests in diesem Jahr
Das politisch und wirtschaftlich nahezu vollkommen isolierte Nordkorea hatte in diesem Jahr bislang trotz scharfer internationaler Proteste bereits vier Atomtest absolviert, gefolgt von mehreren Raketenstarts. Das Land missachtete dabei Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, die Nordkorea solche Tests untersagen. Die Resolutionen wurden von Nordkoreas wichtigstem Verbündeten China mitgetragen.
Anleger in Asien reagierten besorgt auf die Atomtest. Die Börsen in Fernost tendierten am Freitag überwiegend im Minus. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index fiel bis Mittag um 0,2 Prozent auf 16'926 Punkte. Der breiter gefasste Topix gab 0,3 Prozent nach auf 1342 Zähler. Der MSCI-Index für die Region Asien/Pazifik unter Ausschluss Japans gab um 0,7 Prozent nach. Der südkoreanische Kospi verlor 1,3 Prozent.
Mehr Zurückhaltung
Die Kauflaune sei ohnehin gedämpft gewesen nach den schwachen Vorgaben der Wall Street, sagte Yutaka Miura von Mizuho Securities. Aber die Nachrichten aus Nordkorea hätten die Investoren noch mehr zur Zurückhaltung veranlasst.
(sda/reuters/mbu/moh/chb)