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Sophia ist 26, ihre Mutter ist Schweizerin, der leibliche Vater Brasilianer. Sophia arbeitet als Fachangestellte Gesundheit in einem Pflegezentrum. Sie erzählt:
«Von der Kultur meines biologischen Vaters habe ich wenig mitbekommen. Meine Eltern haben sich getrennt, als ich ein Jahr alt war. Im Herzen fühle ich mich durch und durch als Schweizerin. Weil ich aber eine etwas dunklere Haut und südamerikanische Gesichtszüge habe, sieht man mir die ausländischen Gene an. Der «Blick von aussen» gibt mir immer wieder zu verstehen, dass ich «anders» bin.
Ich werde jede Woche mindestens zweimal auf mein exotisches Aussehen angesprochen, die Leute fragen, woher ich komme. Das empfinde ich meist nicht als ablehnend, eher als neugierig. Trotzdem fühle ich mich in gewissen – sagen wir konservativen – Kreisen manchmal ein bisschen fremd. Meine Kolleginnen haben ebenfalls fast alle einen binationalen Hintergrund. Ich weiss nicht genau, warum das so ist. Die besten Freundinnen haben sogar wie ich eine Schweizer Mutter und einen dunkelhäutigen Vater – wir sehen also alle ein bisschen ähnlich aus.
Auch wenn ich seit meinem zweiten Lebensjahr kaum Kontakt mit meinem leiblichen Vater hatte, finde ich es trotzdem irgendwie cool, südamerikanisches Blut zu haben. Das macht mich interessanter. Sobald ich aber Brasilien erwähne, beginnen viele, Spanisch oder Portugiesisch mit mir zu sprechen. Das ärgert mich – weil ich keine der beiden Sprachen kann.
Sehr sporadisch bekomme ich von meinem brasilianischen Vater ein Mail und schreibe dann zurück. Irgendwann möchte ich wieder einmal nach Brasilien reisen – vor allem, um mich intensiver mit meiner Identität auseinanderzusetzen. Aber in Brasilien leben? Nein, das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen!»