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Protokoll der XXVII. Generalversammlung
der
der
XXVII. Generalversammlung des S.A.C.
Sonntag den 8. September 1895, vormittags 10 Uhr, in der Halle Hediger in Schwyz.
Der Festpräsident. Herr Ingenieur J. Bettschart, heißt namens der Sektion Mythen die zahlreich anwesenden Festgäste herzlich willkommen. Aus den das Gelände von Schwyz und den umliegenden Ortschaften umrahmenden, formenschönen Bergen greift er die zwei bekanntesten, die Rigi und den großen Mythen, heraus, um die Zuhörer mit der Entstehungsgeschichte ihres Fremdenbesuches vertraut zu machen.
Über den Besuch der Rigi vor dem 17. Jahrhundert herrscht Dunkel. Anno 1688 wurde von Sebastian Zay ( einem Urahnen des Redners ) das Kirchlein „ Maria im Schnee " in einem Hochthale des nördlichen Rigi-abhanges gegründet und von zwei Kapuzinern bezogen; im gleichen Jahrhundert entstand das erste Wirtshaus auf Rigi-Klösterli. Der Züricher Professor Leonhard Meister trifft auf seiner Rigireise anno 1781 drei kleine Herbergen. Im September 1795 wird der erste Kurgast, die dänische Dichterin Friederike Brun, von Joseph Antony Schriber 9 Tage lang beherbergt. Als eigentlicher Pionier des Fremdenbesuches auf Rigi-Kulm ist der Arther Joseph Martin Bürgi anzusehen, der als Kronenwirt auf Rigi-Klösterli zuerst ( 1814 ) den Gedanken faßte, auf Rigi-Kulm ein kleines Gasthaus zu bauen. Was ihm mit seinen eigenen Mitteln nicht gelang, führte er mit Hülfe zunächst des Züricher Künstlers Heinrich Keller und anderer bekannten Züricher Herren aus. Unter zwei Malen wurden von den „ Naturfreunden " Zürichs cirka Fr. 3500 für einen Hüttenbau auf Rigi-Kulm gezeichnet. Am 14. August 1816 benutzten 3 Engländer und 3 Züricher das neue Haus und am 22. August übernachtete eine Gesellschaft von Aarau und Zürich daselbst zum ertenmal. Schon damals dachte man an die Gründung eines Gartens für Alpenpflanzen und sammelte Beiträge für Errichtung einer meteorologischen Station. Das war der Anfang der Fremdenindustrie auf der Rigi. Heute führen zwei Bergbahnen jährlich bis 70,000 Personen mit über Fr. 800,000 Einnahmen auf die Rigi. Das Hotelwesen auf dem ganzen Berg umfaßt mit ca. 500 Betten ein Kapital von rund 6 Millionen Franken.
Referent geht sodann über zum großen Mythen, bezw. zum großen und kleinen Mythen. Vermöge ihrer isolierten Stellung bieten sie eine freie weite Rundsicht und präsentieren sich von allen Seiten in hoher Formenschönheit, am vorteilhaftesten von der Schwyz zugewandten Seite. Der hier allein in Betracht kommende große Mythen überragt den kleinen um 80 m; über Schwyz erhebt er sich 1350 m. ( Die Höhe der Jungfrau über der Rotthalhütte. ) Schon lange galt der große Mythen als ein äußerst günstiger Aussichtspunkt. Doch fehlte ein Weg auf seinen Gipfel; derselbe war daher nur rüstigen, schwindelfreien Kletterern zugänglich. Referent faßte anno 1863 den Entschluß, den großen Mythen auf der hintern Ostseite zu ersteigen, und führte diesen Entschluß mit einer gemischten Gesellschaft unter Leitung des einzigen Mythenführers Augustin Schnitt aus. Damit war der Anstoß gegeben zur Gründung der Mythengesellschaft ( 1863 ) und zur Erstellung des Mythenweges ( 1864 ). Nachdem die inzwischen erstellte Mythenhütte anno 1885 durch Feuer zerstört worden war, bewilligte die in Villars sur Ollon ( anno 1885 ) tagende Generalversammlung des S.A.C. auf das Gesuch des Referenten einen namhaften Beitrag an den Wegbau auf den Mythen. Der Bau des neuen Hauses auf dem Gipfel erfolgte schon anno 1886.
Mit dem Wunsche für das fernere Wachstum und Gedeihen des S.A.C. erklärt der Präsident die 27. Generalversammlung des S.A.C. als eröffnet.
Der Geschäftsbericht des Centralkomitees, die Zeit vom Clubfest in St. Gallen ( August 1893 ) bis zum gegenwärtigen umfassend, wird vom Vizepräsidenten des C. C, Herrn Dr. Michel, verlesen und von der Versammlung genehmigt.
An Stelle des verstorbenen Centralpräsidenten, Herrn Pfarrer Baumgartner, wird für den Rest der Amtsperiode, d.h. bis Ende 1895, der von der Delegiertenversammlung vorgeschlagene bisherige Vizepräsident, Herr Dr. Michel, einstimmig gewählt.
Nach dem Vorschlage der Delegiertenversammlung ( und des Centralkomitees ) wird die Centralleitung des S.A.C. pro 1896—99 der Sektion Neuenburg übertragen und Herr Staats- und Ständerat Aug. Monnier einstimmig zum Centralpräsidenten gewählt. Herr Architekt Colomb dankt namens des Gewählten und der Sektion Neuenburg.
Die Bestimmung des nächsten Festortes und Wahl des Festpräsidenten beantragt die Delegierten Versammlung auf die nächstjährige Delegierten- Versammlung zu verschieben; denn noch hat sich keine Sektion definitiv zur Übernahme des nächsten Festes gemeldet. Der Antrag wird zum Beschluß erhoben.
Das bisherige Exkursionsgebiet ist noch bei weitem nicht erschöpft und die Herstellung seiner Karten hat bedeutende finanzielle Opfer gefordert. Der Antrag der Delegiertenversammlung, dasselbe auch für 1896/97 noch beizubehalten, wird daher einstimmig angenommen.
Zu Ehrenmitgliedern des S.A.C. werden die von der Delegiertenversammlung und dem Centralkomitee vorgeschlagenen gewählt:
Herr Edm. von Fellenberg in Bern, Herr Vallot ( Montblanc ) in Paris.
Damit sind die Traktanden der heutigen Generalversammlung erledigt.
Schluß 11 Uhr 45 Min.
Der F estpräsident:
Bettschart, Ingenieur.
Der stellvertretende Sekretär:
R. Studer, Pfarrer.