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Gerade einmal eineinhalb Jahre reichten für Barry White, um sich mit innerhalb der Soul- und Popmusik ein Denkmal zu setzen. In den Jahren 1973/74 beeinflußte der am 12.09.1944 in Galveston geborene Sänger, Pianist, Komponist, Arrangeur und Produzent wie kein zweiter Musiker den Soul. Was Ende der 60er Jahren mit den genialen Kompositionen und Arrangements von Norman Whitfield und Barrett Strong begann und Anfang der 70er Jahre von Isaac Hayes ausgearbeitet wurde, verfeinerte das musikalische Genie (so kann man ihn ohne Übertreibung nennen!) Barry White zu einer vollendeten Einheit. Ob die Musik unter seinem Namen oder als Mastermind des Love Unlimited Orchestras bzw. des Damentrios Love Unlimited erschien, sofort war seine unverwechselbare Handschrift erkennbar. Geschickt mischte er schwarzen Soul mit weißen Pop, untermalt mit streckenweise symphonisch angelegten Orchestereinlagen und raffiniert arrangierten Klangkaskaden. Begonnen hatte er seine Karriere Mitte der 60er Jahre bei dem kleinen Label Ronco als Komponist, Arrangeur und Produzent. Zu seinen erfolgreichsten Projekten jener Zeit gehört das Duo Sam & Dave. Anfang der 70er Jahre entschloß er sich, selber als Musiker ins Rampenlicht zu treten. 1970 entdeckte er das Damentrio Love Unlimited (bestehend aus Glodean James, Linda James und Diane Taylor), das nach zweijähriger, intensiver Vorbereitungszeit mit „Walking In The Rain“ den ersten Tophit landen konnte. Barry selbst konnte im Frühjahr 1973 mit „I‘m Gonna Love You Just A Little More, Baby“ seinen ersten Hit landen. Nun ging alles Schlag auf Schlag, es folgte Hit auf Hit, der den schwergewichtigen Sänger auch in Europa bekannt und sehr erfolgreich machte. 1974 folgte sein bestes Jahr, feierte er in diesem Jahr gleich drei Nummer 1 Hit in den Popcharts: „Love’s Theme“ mit dem Love Unlimited Orchestra, „Can’t Get Enough Of You Love, Babe“ (Nummer 1 in den USA) und „You’re The First, The Last, My Everything“ (Nummer 1 in England). Die Texte seiner Lieder versprühten Erotik pur, die durch seine tiefe Baßstimme noch den entscheidenden Kick bekamen. In den Jahren 1974/75 waren seine Lieder mit ihren zündenden Rhythmus die Renner in den Discotheken. Während das Publikum –sowohl schwarz und weiß- seine Musik liebte, stieß sie bei vielen Musikkritikern auf wenig Gegenliebe. Sie warfen Barry vor, seine Musik klinge ziemlich eintönig, seine Lieder würden im Endeffekt doch alle gleich klingen. Beim oberflächlichen Anhören mag das vielleicht zutreffen, aber hört man nur wenig genauer hin, dann offenbart sich doch die ganze Klasse und Komplexität der White'schen Musik: Hier wurde nichts dem Zufall überlassen, hier waren nur erstklassige Musiker am Werk und die Raffinesse der komplexen Songstrukturen verraten, daß hier ein genialer Musiker am Werk war, der sein Handwerk meisterhaft verstand. Der 1989 erschienene Sampler „Satin & Soul“ enthält 20 Stücke, darunter die White-Hits „You’re The First, My Last, My Everything“, „Can’t Get Enough Og Your Love, Babe“, „I’ll Do Anything You Want Me To“, „Honey, Please Can’t You See“, „Never, Never, Gonna Give Ya Up“, „You See The Trouble With Me“, „Playing Your Game“ und „Just The Way You Are“; starke Albumtitel wie „Bring Back My Yesterday“; „It May Be Winter Outside (But In My Heart It’s Spring)“ von Love Unlimited sowie die beiden Instrumentalhits des Love Unlimited Orchestras „Love’s Theme“ und „Satin Soul“. Kurzum, „Satin & Soul“ bietet für wenig Geld ein unvergleichliches Stück 70s und ein wichtiges Kapitel Soulgeschichte.