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Rezension
Von Madeleine Hirsiger
Er ist einfach ein Tausendsassa, der 55-jährige französische Regisseur Francois Ozon, der äusserst erfolgreich auf der Klaviatur der verschiedenen Filmgenre spielen kann. Fast jedes Jahr bringt er einen neuen Film ins Kino. Er beherrscht das Schrille ebenso wie die sorgfältige Charakterstudie, eigentlich immer zurückhaltend inszeniert, auch was das Setting betrifft. Hier nun, in seinem neusten Werk «Mon Crime» nimmt er den ganz grossen Pinsel hervor, um die Atmosphäre der 1930er-Jahre in Paris mit intensiven Farben reichlich zu gestalten.
Die Erfolglosen
Im Mittelpunkt steht Madeleine (Nadia Tereszkiewicz), eine ziemlich unbegabte Schauspielerin und ihre nicht sehr erfolgreiche Freundin Pauline (Rebecca Marder), eine Anwältin. Gemeinsam hausen sie in einer Bruchbude unter den Dächern von Paris. Madeleine hat einen vornehmen Verlobten, er ist der Erbe eines berühmten Auto-Pneu-Herstellers, doch leider geht die Firma dem Konkurs entgegen. Er liebt Madeleine zwar, will aber eine andere heiraten, die unattraktiv, dafür sehr reich ist. Für Madeleine bliebe so wohl nur noch die Rolle als seine Mätresse. Und wenn es klopft an der Tür, ist es nicht nur der Vermieter, der seine Miete einfordern will, sondern auch mal ein Polizeiermittler, der Madeleine des Mordes beschuldigt: Sie soll einen erfolgreichen Filmproduzenten umgebracht und ihm eine Menge Geld gestohlen haben.
Unter Mörderinnen
Oszon setzt immer wieder Schwarz-Weiss-Bilder ein, um die Argumentation der Behörden zu visualisieren, die Madeleine überführen wollen. Das gibt dem Film eine spielerische Note, fast wie im Stummfilm, denn die Handlungen sind simpel. Madeleine bekennt sich schliesslich schuldig, nachdem ihre Freundin Pauline, die Anwältin, den Richter (Fabrice Luchini) überzeugen konnte, dass er eigentlich nichts gegen Madeleine in der Hand hat. Sie würde bei einem Prozess freigesprochen werden, wird ihr in Aussicht gestellt. So geschieht es und Madeleine wird berühmt und sorgenfrei, bis eine aufgetakelte Frau mit unverschämt roten Lippen (Isabelle Huppert) unbedingt die Mörderin des steinreichen Produzenten gewesen sein will.
Fazit: Es kommt zu allerlei Durcheinander in dieser leichten, unterhaltsamen, mit schnellen Dialogen bestückten Krimikomödie, die einem eine gute Laune gibt. Francois Ozon bestätigt einmal mehr, dass er ein grosser Frauenfreund ist und seine Filme immer wieder mit grossartigen Schauspieler:innen zu besetzen weiss.