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Im Rahmen eines Redesigns eines Alpinrucksackes, sollen die Positionen der Hauptfunktionen am Produkt auf ihre Nutzer*innenfreundlichkeit und Ästhetik überprüft und die Komplexität des Schnittmusters reduziert werden. Zusätzlich soll die Wiedererkennbarkeit zum Vorgängermodell bewertbar und das gewünschte Ladevolumen messbar werden. Aus der Prototypen-Methodensammlung wurde die Methode «Shape Proto» gewählt, um möglichst effizient folgende Erkenntnisse für die weitere Produktentwicklung und Iterationen zu gewinnen:
- Genereller Eindruck der Schnittlinien und Proportionen der Stofflächen zueinander.
- Genaue Messung des Rucksackvolumens.
- Praktikable Positionierung von Bändern für die seitliche Kompression und Aufnahme für Skier.
- Positionierung einer Fronttasche und einer Eisaxthalterung.
Wie können wir mit einem «Shape Proto» überprüfen, ob die Wiedererkennung des Designs zum Vorgängermodell vorhanden ist, wie gut sich die Hauptfunktionen positionieren lassen und ob der Rucksack das gewünschte Ladevolumen erreicht?
Die Entwicklung textiler Produkte entsteht in direkter Zusammenarbeit mit Produktionsfirmen im Ausland, meist Asien. Die Internationalität erzeugt kommunikative Herausforderungen (Sprache, Zeitzonen), verlangsamt die Iterationsschleifen (Transportwege) und beschränkt somit exploratives Arbeiten. Ebenso erschwert das Zusenden der physikalischen Prototypen aus dem Ausland, das Erreichen der Klimaziele des Unternehmens. Mit der Prototypen-Methodensammlung soll der Zugang für das Design-Team zur lokalen Inhouse-Entwicklung gefördert und weiter ausgebaut werden. Ideen können für User*innen, Designer*innen, Entwickler*innen und Produktmanager*innen schneller erlebbar gemacht, getestet und weiterentwickelt werden.
Methodenwahl
Die Wahl der Methode aus der Sammlung wurde aufgrund des Projektschwerpunktes gewählt. Eine detaillierte Analyse des Vorgängermodells, lieferte für die Methodenwahl wichtige Erkenntnisse über die Verarbeitung und das Material. Aus diesen Erkenntnissen wurde die Zielsetzung und damit die passende Methode aus der Prototypen-Methodensammlung gewählt.
Vorbereitung
Als Startpunkt wurde ein Schnittmuster anhand eines 3D-Designentwurfs in CAD erstellt. Das Schnittmuster wurde mithilfe von Massstab-Modellen überprüft, bis die gewünschten Proportionen erreicht waren.
Umsetzung
Die ersten massstabgetreuen Einzelteile wurden per Lasercutter aus dem gewünschten Stoff geschnitten und anschliessend zusammengenäht. Dabei bestimmte die anwendende Person bereits die richtige Nähreihenfolge der einzelnen Stoffteile.
Testing
Mit der klaren Farbtrennung der unterschiedlichen Stoffteile konnte schnell festgestellt werden, dass die Wiedererkennbarkeit des Designs zum Vorgängermodell vorhanden ist. Nach der Fertigstellung des Prototypen wurde erst das Rucksackvolumen gemessen und dann alle übrigen Befestigungsmöglichkeiten mit einem dünnen Klebeband auf dem Rucksack positioniert. Damit konnte getestet werden ob Gegenstände, wie beispielsweise eine Lawinenschaufel, in der Fronttasche des Rucksacks Platz finden.
Die Anwendung der Prototypen-Methodensammlung und die Wahl der Methode «Shape Proto» hat aufgezeigt, dass die Vorarbeit viel Zeit in Anspruch nimmt, mehr als erwartet. Weiter wurde erkannt, dass die Schnitterstellung auch bei einfacheren, wenig komplexen Produkten Know-How Bedarf. Der initiale Aufwand (Vorarbeit), wurde durch zusätzliche Unterstützung von erfahrenen Arbeitskolleg*innen erleichtert. Das direkte Erlebbarmachen von Ideen durch die Prototypmethoden und die gewonnen Erkenntnisse, motivierte die ausführende Person, die nächste Iterationsschleife anzustossen. Ziel ist es, die Freude am explorativen und iterativen Arbeiten, durch schnelle und konkrete Ergebnisse, zu stärken und damit die Produkteentwicklung kontinuierlich zu verbessern.