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Osteochondrose
Ein durch Verschleiß, Belastung und erbliche Faktoren bestimmter Abnutzungs- und Alterungsprozess im Bereich der Grund- und Deckplatte angrenzender Wirbelkörper bzw. Der sie auseinanderhaltenden Bandscheibe. Zunächst kommt es zu Veränderungen der Bandscheibe im Sinne einer Höhenminderung, häufig nach stattgehabtem Bandscheibenvorfall oder im Zusammenhang mit einer Scheuermann´schen Erkrankung. In der Folge verändern sich die oberhalb und unterhalb der Bandscheibe liegenden Grund- und Deckplatten im Sinne einer krankhaften Verdickung des randständigen Knochens. Dies führt wiederum zu einer Verschlechterung der Ernährung der Bandscheibe. Durch die Höhenminderung des Bandscheibenfaches kann es in der Folge zu einer Instabilität im Bewegungssegment mit vermehrter Beweglichkeit der Wirbelkörper gegeneinander kommen, was wiederum zu einer Facettengelenksarthrose führen kann.
Facettengelenksarthrose
Die Facettengelenksarthrose ist ebenso wie andere Arthrosen größerer oder kleinerer Gelenke eine belastungsabhängige Verschleisserkrankung. Wie auch an anderen Gelenken spielt jedoch auch hier die Belastung im Sinne von statischer oder dynamischer Fehlbelastung oder erhöhtem Körpergewicht eine wesentliche Rolle. Wie andere Arthrosen auch ist die Schmerzsymptomatik gekennzeichnet durch den sogenannten“ Anlaufschmerz“, welcher sich nach einigen Minuten bessert und danach erst wieder nach längerer Belastung in den Vordergrund tritt.
Da jedoch die Facettengelenke im Zusammenspiel mit Anteilen der Bandscheibe die lichte Weite des Spinalkanales erheblich beeinflussen, ist die häufig mit der Arthrose einhergehende Vergrößerung der Gelenke ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung der lumbalen Spinalkanalstenose.
Lumbale Spinalkanalstenose
Diese Erkrankung wurde bis vor nicht allzulanger Zeit nicht häufig diagnostiziert, und wird auch heute noch allzu oft übersehen oder nicht erkannt. Die Symptomatik ist weniger von Schmerzen geprägt, als von nachlassender Funktionalität der unteren Extremitäten, welche jedoch zunächst gut kompensiert werden kann, oft genug, ohne dass es dem Betroffenen selbst überhaupt auffällt!
Der zunehmende Verlust des aufrechten Ganges gehörte früher zum als altersbedingt so hingenommenen Prozess; selbst den meisten Patienten, die von dieser Symptomatik betroffen sind, ist nicht wirklich klar, dass sie diese Körperhaltung einnehmen, um besser oder länger gehen zu können. Viele Symptome dieses Krankheitsbildes werden von den Patienten stillschweigend erduldet, weil sie nicht in der Lage sind, zu differenzieren, wodurch diese Symptomatik entsteht, und was gegebenenfalls dagegen unternommen werden kann. Häufig kommt es in der folge zu Veränderungen nicht nur an der Wirbelsäule, sondern auch zu Streckhemmungen an großen Gelenken, weil die erforderlichen Ausgleichshaltungen an großen Gelenken zu Verkürzungen von Muskeln und Kapsel- Bandstrukturen führen.
Funktionsstörungen der Wirbelsäule und angrenzender Rippengelenke
Auch wenn die wirklichen anatomischen Grundlagen sogenannter“ Blockierungen“ noch nicht abschließend erforscht sind, so ist doch die symptomatische Therapie dieser Funktionsstörungen letztlich die ursächliche Behandlung von sehr häufigen Beschwerden. In der Tat können von einem kundigen Manualtherapeuten sehr viele Schmerzzustände zeitnah, risikofrei, effektiv und ohne Nebenwirkungen behandelt werden. Da jedoch sehr häufig diese Funktionsstörungen der kleinen Wirbelgelenke, der Rippengelenke oder auch der Kreuzdarmbeingelenke vor allem Folge von anderen Störungen entweder der Statik, der Haltung, Folgezuständen von stadtgehabten Wirbelsäuleneingriffen oder ähnlichem sind, ist eine solche Diagnostik und Therapie oft auch erst der Einstieg in die Behandlung der eigentlichen Ursachen.
Bandscheibenvorfall/ -vorwölbung
Der Bandscheibenvorfall ist zumeist eine Erkrankung des jüngeren Menschen. Er entsteht durch eine Schwäche des Faserringssystems der Bandscheibe, oft in Kombination mit einer ernährungsbedingten Schwächung des Bandscheibenkernes. Dies sind die zugrunde liegenden Mechanismen eines Vorganges der unter Umständen auch durch Belastungs- oder bewegungsbedingte Ereignisse dazu führen kann, dass Anteile des gallertartigen Bandscheibenkernes durch den Faserring den Weg aus der Bandscheibe finden. Dies ist in aller Regel schmerzhaft und kann, je nachdem wo der ausgetretene Bandscheibenvorfall hin gerät, auch zur Beeinträchtigung von Nervenfunktionen führen was sich entweder in Schmerzen der Extremitäten, Fehlwahrnehmungen, verminderter Wahrnehmung/Gefühlsstörungen oder auch Lähmungserscheinungen äußern kann.
Andererseits werden ausgetretene Bandscheibenanteile nicht mehr ernährt, was zu Flüssigkeitsverlust diese Anteile und daraus wiederum zur Volumenminderung führen kann. Durch diese Schrumpfung lassen häufig die Beschwerden in der Folge nach. Dies ist auch der Grund dafür, jedenfalls im Falle fehlender Lähmungen oder einer noch erträglichen Schmerzsymptomatik nicht primär der Lösungsansatz eines operativen Eingriffes verfolgt wird.
Bandscheiben vor Wölbungen sind häufig das nicht mit Beschwerden vergesellschaftet Ergebnis einer Höhenminderung der Bandscheibe selbst, entweder durch ernährungsbedingte Austrocknung oder aber krankhafte Vorgänge wie zum Beispiel bei der Osteochondrose. Die Vorwölben von Bandscheibenanteilen durch diese Vorgänge kann zu einer Einengung des Spinalkanales führen, aber oft auch zu einer Instabilität zwischen zwei Wirbelkörpern, da in diesem Fall das Faserringsystem und die begleitenden Bandstrukturen nicht mehr straff gespannt sind.
Muskulärer Schmerz
Muskelkater
Ist ein uns allen bekannter Zustand nach unverhältnismäßiger Überlastung. Der “Muskelkater“ ist letztlich eine Übersäuerung des Muskelgewebes als Folge eines Missverhältnisses zwischen abgeforderter Leistung und Trainingszustand der Muskulatur. Hier können Massage, im Falle begleitender Blockierungen Manuelle Therapie, Wärmeanwendung oder auch eine Ernährungsumstellung helfen. Bei wiederholtem Auftreten ist eine gezielte Trainingstherapie zu empfehlen.
Zerrung
Die Muskelzerrung ist eine anatomische Überdehnung muskuläre Strukturen unterhalb der strukturellen Belastungsgrenze; dies heißt, dass zwar der Muskel in seiner Struktur gedehnt, aber nicht gerissen ist ist. Dennoch kommt es hierbei zu Mikrotraumen, welche jedoch in aller Regel folgenlos abheilen.
Minderdurchblutung
Eine oft übersehene bzw. in ihrer Bedeutung nicht richtig eingeschätzte Ursache von zumeist Anteilen der Rückenmuskulatur ist eine Minderdurchblutung der schmerzenden Muskulatur, sehr häufig hervorgerufen durch Verspannungen der Muskulatur oder aber chronische Fehlhaltungen. Hier ist bei der Diagnosenstellung die genaue Anamnese, die körperliche Untersuchung und die Erfahrung des behandelnden Arztes von ausschlaggebender Bedeutung. Auch diese Zustände haben häufig Funktionsstörungen von Wirbelgelenken oder Rippengelenken zur Folge.
Selbstverständlich ist auch eine beliebige Kombination mehrere o.g. Krankheitsbilder möglich, Was die Differenzialdiagnose beziehungsweise die Therapiefindung erheblich erschweren kann, und zur eigentlichen Herausforderung in diesem aussergewöhnlich komplexen Fach macht.