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Japan Geschichte: Edo-Zeit (1603 -1868)|
Nach der Befriedung des Reiches in den Ostprovinzen hatte Tokugawa leyasu 1590 von Toyotomi Hideyoshi das Kantô genannte Gebiet zum Lohen erhalten . In der Edo-Burg richtete er seine Lehensverwaltung ein. Diese Gegend, die in etwa dem heutigen Tokyo entspricht, bestand aus Städten und etwa 160 dicht beieinanderliegende Dörfer.
Mit der Unterwerfung des Hauses Toyotomi endete die kämpferische Zeit endgültig, und die lange Friedenszeit brach an. 1603 zum Shôgun ernannt, liess leyasu die Edo-Burg ausbauen
und begann von dort aus eine straffe Zentralregierung aufzubauen. Dabei führte
er eine Ständeordnung ein: Krieger, Bauern, Handwerker und auf der untersten Stufe die Kaufleute.
Ein Teil seiner besten Lohen verteilte er an seine treuen Anhängern, denen, die gegen ihn gestanden hatten,
blieben die weniger günstigen, aber leicht zu kontrollierenden. Wenn auch der Konfuzianismus
die geistige Grundlage bildete erfuhr auch der Buddhismus, besonders der Zen-Buddhismus eine Erneuerung.
|Als dann nach dem
allgemeinen Christenverbot portugiesische Handelsleute wiederholt
christliche Literatur und Missionare illegal nach Japan einschleusten,
wurden 1639 alle Portugiesen aus Japan verbannt. Ein verzweifelter Versuch
der portugiesischen Gesandtschaft von 1640, die Japaner umzustimmen, endete
mit der Hinrichtung der meisten Gesandten in Nagasaki, nur 13 der
Überlebenden wurden nach Macao zurückgeschickt, damit sie ihre Landsleute
über das tragische Ende der Gesandtschaft und die entschlossene
Feindseligkeit der japanischen Behörden unterrichten.

Hochblüte der Kultur und Wissenschaft in der Edo-Periode
Die kriegerischen Auseinandersetzungen , welche mit Abständen seit mehreren Jahrhunderte andauerten, hatten schreckliche Zerstörungen hinterlassen. Jedoch, entstanden auf künstlerischem Gebiet, prächtige, mit Gold verzierte Bauten.
Dem reich geschnitztem und gemaltem Dekor fast überbordenden Tôshôgô-Schrein
steht sein ästhetischer Gegenpol,
der Katsura-Palast in Kyôto, ein Bauwerk von strenger "moderner"
Schönheit gegenüber.
Der konfuzianische Einfluss war gross, vor allem bei den Schulen. 1630 wurde in Edo die " Akademie der Stille", die spätere Shôgunats-Universität gegründet. Es entstanden viele Daimyatsschulen, im 19. Jahrhundert waren es bereits 270, weitere 375 Hochschulen kamen hinzu. Offizielle Bezirksschulen übernahmen für die Kinder der Samurais den Elementarunterricht. Das Volk schickte seit dem 16. Jahrhundert seinen Nachwuchs in die sogenannten Tempelschulen, eigentlich kleine Privatschulen. Mitte des 19. Jahrhunderts soll es etwa 10 000 davon gegeben haben, eine auf ca. 3000 Einwohner. Ein Drittel der Schülern waren Mädchen. Man nimmt an, dass im 18. Jahrhundert die Hälfte der Männer sowie jede siebte Frau eine Schulbildung erhielten. Lesen und Schreiben konnten wahrscheinlich sehr viel mehr.
Die japanischen Städte wuchsen während der Edo-Periode ins Unermessliche. Edo, dass heutige Tokyo, besass im 18.Jahrhundert über eine Million Einwohner. Das schon vor tausend Jahren eingeführte Postsystem wurde weiter ausgebaut. Die Feuerwaffen, seit dem 16. Jahrhundert in Japan bekannt, wurden per Dekret abgeschafft, waren sie doch eines Samurais unwürdig und grausam in ihrer Wirkung Trotz allem war die Abschliessung des Inselreiches nicht so rigoros, dass man nicht doch wusste, was ausserhalb Japans vorging.

Holländischer Einfluss auf die Entwicklung der medizinischen Ausbildung
|Die holländische Delegation
wurde verpflichtet, über wissenschaftliche Neuerscheinungen zu
berichten und sie gegebenenfalls zu beschaffen. Die Werke wurden
dann ins Japanische übersetzt und ihr Inhalt nach Möglichkeit
experimentell überprüft.

Zu Beginn des 19. Jahrhundert funktionierte dieses System so gut, dass vor allem medizinische Schriften etwa vier bis fünf Jahre nach ihrem Erscheinen in Europa in den Händen japanischer Ärzte sein konnten.
Aber Mitglieder der holländischen Mission wie Caspar Schamberger (1623-1706) oder Philipp Franz von Siebold (1796-1866) gaben auch direkten medizinischen Unterricht an japanische Ärzte; Siebold promovierte sogar mehrere seiner Schüler zu Doktores der Medizin.
Insgesamt blieben die "holländischen Wissenschaften" jedoch auf einen kleinen, eng umgrenzten Bereich beschränkt. So bildeten sie zwar eine wichtige Grundlage für die spätere Modernisierung Japans, konnten diese jedoch nicht selbst in Gang bringen.

|Nur eins fehlte, um den Unterricht wirksam zu machen: man verweigerte das Sezieren von Leichen durch einen Europäer, um nicht gegen das Vorurteil des Volkes zu verstossen. Nach langem Drängen setzte sich indessen die Regierung darüber hinweg und am 9. September 1859 wurde in Gegenwart von 45 japanischen Ärzten und Studenten der Medizin sowie einer Hebamme die erste Leiche zergliedert. Soldaten schützten den Anatomieplatz gegen etwaige Volksaufläufe und der Gouverneur von Nagasaki liess zur Beruhigung der Gemüter folgende Proklamation die Strassenecken anschlagen: "Wenn dieser Verbrecher nach seinem Tode den Studenten der Medizin zur Belehrung gedient hat und somit dem Volke zum Nutzen gereichte, so soll er auch nicht, wie gewöhnlich der Fall, im Verbrecherwinkel beerdigt, sondern auf Kosten der Regierung und unter Begleitung von Priestern in geheiligter Erde begraben werden".|

Das Ende der Edo-Periode
|250 Jahre Frieden war eine lange Zeit. Das Shogunat hatte
sich überlebt und es gab Kräfte, die den Kaiser wieder einsetzen
wollten. Die
Meiji-Periode (1868-1912) führte zu einer Oeffnung
des Landes, die Shôgun-Regierung musste zurücktreten und es wurde beschlossen, den Tenno
wieder in seine ursprünglichen Rechte als oberste
Regierungsautorität einzusetzen.

Roman
& Daniela Jost

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