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Oscars 2017 Rückblick: Gewaltige Panne und politische Abwesenheit
Das Musical La La Land ging als grosser Favorit mit 14 Nomination ins Rennen, gefolgt vom Drama Moonlight und dem Sci-Fi Film Arrival. Tatsächlich gab es für La La Land auch ungewollt eine ziemliche grosse Überraschung. Daneben prägte das aktuelle politische Klima der USA die Verleihung.
Eine historische Panne wie im Film
Ausgerechnet bei der Verleihung des wichtigsten Oscars für den besten Film passierte eine riesige Panne. La La Land wurde als DER Gewinner angekündigt, das Filmteam kam auf die Bühne und in dem Moment stellte sich heraus, dass eine Verwechslung vorlag. Der tatsächlich Gewinner war Moonlight. Jawohl, es wurde zuerst der falsche Sieger für besten Film angekündigt. Warren Beatty, der den Sieger verkünden sollte, erhielt den falschen Umschlag in die Hände gedrückt. Statt dem Zettel für den besten Film erhielt er jenen für die beste Darstellerin und da stand “ La La Land – Emma Stone“. Sichtlich leicht irritiert zeigt er den Zettel seiner Präsentations-Partnerin Faye Dunaway, die dann La La Land automatisch als Gewinner verkündete. Und erst als die La Land Leute bereits auf der Bühne ihre Rede hielten, kam die Aufklärung von Oscar-Showleitern.
Immerhin durfte La La Land trotzdem mit den meisten Oscars nach Hause, von den 14 Nominationen gab es ganze 6 Auszeichnungen, darunter beste Regie, Musik, Drehbuch und Song. Nur Moonlight mit drei Oscars und Hacksaw Ridge mit zwei Stück, konnten daneben noch mehrere Preise ergattern. Alle anderen Gewinner-Filme erhielten maximal ein Goldmännchen.
Die „grossen“ Oscars gingen an:
- Bester Film: Moonlight
- Beste Regie: Damien Chazelle mit La La Land
- Bester Hauptdarsteller: Casey Affleck in Manchester by the Sea
- Beste Hauptdarstellerin: Emma Stone in La La Land
#Oscarssowhite again?
Letztes Jahr war die geringen Anzahl von farbigen Nominierten und vor allem Gewinners ein grosser Diskussionspunkt. Diese Jahr gewann mit Moonlight nicht nur ein Film über das Leben eines homosexuellen schwarzen Mannes den Oscar für den Besten Film, sondern auch bei den Darstellern gab es immerhin Fortschritte:
Viola Davis holte sich den Oscar als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle in Fences und Mahershala Ali gewann als bester Nebendarsteller mit Moonlight.
An Moonlight ging zudem auch der Oscar für das beste adaptierte Drehbuch.
Alle Gewinner im Detail gibts am Ende des Artikels.
Mehr zum Thema: Die Fakten beweisen: Die Oscars sind rassistischer als man denkt
Seitenhiebe auf Trump und Abwesenheit als politisches Statement
„Letztes Jahr, als nur die Oscars rassistisch waren.“
Der diesjährige Oscarmoderator Jimmy Kimmel lies keinen Zeitpunkt aus um Seitenhiebe auf Donald Trump einzubauen, er setzt gar zwei Tweets an den US-Präsidenten ab. Daneben bekam Mel Gibson wohl am meisten Seitenhiebe ab.
Ein politisches Symbol setzte auch der iranische Regisseur Asghar Farhadi, der mit The Salesman den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewann. Er kündigt bereits im vorraus an aus Protest gegen den „Muslimban“ von Donald Trump nicht für die Oscars anzureisen. Anousheh Ansari nahm den Oscar für ihn entgegen und las seinen Oscarrede vor. Darin betonte er die grenzübergreifende, verbindende Kraft von Filmen.
Mehr zum Thema: Oscar 2016 Rückblick: Highlights, Zahlen und Fakten
Keine Oscarverleihung ohne Filmsongs
Wie jedes Jahr gab es eine Live-Präsentation der oscarnominierten Songs. Herausstechend waren vor allem „How Far I’ll Go“ aus dem Animationsfilm Moana, gesungen von der 16-jährigen Moana Sprecherin:
Und natürlich von La La Land das Lied „Audition“ und der Gewinnersong „City of Stars“ gesungen von John Legend (Achtung: Ohrwurm)
Ausserdem gab es mehrmals Stofffalschirmchen mit Süssigkeiten für die anwesenden Zuschauer:
OK DID NONE OF YOU WATCH THE HUNGER GAMES???? pic.twitter.com/h82tuvZapz
— Jessica Ellis (@baddestmamajama) February 27, 2017
„Hat denn niemand von euch Hunger Games gesehen?“
Alle Oscar Gewinner 2017
- Bester Film: Moonlight
- Beste Regie: Damien Chazelle mit La La Land
- Bester Hauptdarsteller: Casey Affleck in Manchester by the Sea
- Beste Hauptdarstellerin: Emma Stone in La La Land
- Beste Nebendarstellerin: Viola Davis – Fences
- Bester Nebendarsteller: Mahershala Ali – Moonlight
- Bester Animationsfilm: Zootopia
- Bester fremdsprachiger Film: The Salesman – Iran
- Bestes originales Drehbuch: Manchester by the Sea – Kenneth Lonergan
- Bestes adaptiertes Drehbuch: Moonlight – Barry Jenkins, Tarell McCraney
- Bestes Kostümdesign: Fantastic Beasts – Colleen Atwood
- Bester Filmsong: „City of Stars“ – La La Land
- Beste Filmmusik: La La Land – Justin Hurwitz
- Bestes Make-Up und Kostümdesign: Suicide Squat: Alessandro Bertolazzi
- Bestes Szenenbild: La La Land – D. Wasco, S. Reynolds-Wasco
- Bester Schnitt: Hacksaw Ridge – John Gilbert
- Beste Kamera: La La Land – Linus Sandgren
- Bester Tonschnitt: Arrival
- Bestes Ton: Hacksaw Ridge
- Beste Visuelle Effekte: The Jungle Book
- Bester animierter Kurzfilm: Pearl
- Bester Kurzfilm: Sing
- Bester Dokumentarfilm: O.J. : Made in America
- Bester Dokumentar-Kurzfilm: The White Helmets