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Es war Coca-Cola, der im Jahr 1990 in Deutschland die ersten Flaschen aus PET einführte. Seither hat diese Art der Verpackung im Getränkebereich einen Siegeszug angetreten. Ein Anruf bei Eckes-Granini Deutschland GmbH ergab, dass es durchaus noch Granini in Glasflaschen gibt, die für das Unternehmen auch preisgünstiger wären als Plastikflaschen, die abnehmenden Märkte würden aber eben Plastikflaschen verlangen.
Die Argumente von Industrie und Handel für diese Form von Verpackung sind vielfältig: PET-Flaschen sind bruchfest und zudem wesentlich leichter als Glasflaschen, weswegen sie beim Transport deutlich weniger Energie verbrauchen. Ihre Leichtigkeit ist bei Konsumenten, die ihre Getränke-Kästen selbst schleppen, das gewichtigste Argument.
Vielleicht ist es Zeit, unsere Abhängigkeit von Wasserflaschen aus Plastik zu überdenken und ehrgeizig eine Rückkehr zu der Zeit anzustreben, in welcher Plastik nur 1% am Gesamtvolumen des kommunalen Abfallberges im Gegensatz zu aktuell 12% ausmachte (www.epa.gov).
Das intensive Marketing globaler Getränke- und Lebensmittelkonzerne beschränkt sich durch eine immer stärkere Marktkonzentration auf inzwischen vier multinationale Konzerne. Nestlé (z.B. Vittel, Pure Life) und Danone (z.B. Evian) konzentrierten sich lange auf Europa und die USA. Doch gerade in den letzten Jahren wurden diese beiden Konzerne auch in Asien und Lateinamerika zu den weltweiten Marktführern. Coca-Cola (z.B. Apollinaris, Dasani, Vitamin Water) und Pepsi (z.B. Aquafina) besitzen besonders in den USA hohe Marktanteile und bemühen sich, auf den internationalen Märkten zu Nestlé und Danone aufzuschliessen.
In den nächsten Jahren dürften die Umsätze von Flaschenwasser weiter stark wachsen. Behilflich dürfte zum einen die Vermarktung der Flaschenwasser sein, aber auch die zunehmende Verunreinigung des Trinkwassers oder einfach die Aufkäufe von Wasserquellen.
Aus Kunststoffen lösen sich giftige Chemikalien und dringen in die angrenzenden Lebensmittel ein.
Kunststoffe sind wie Schwämme. Sie können Stoffe aufnehmen und im Laufe der Zeit wieder abgeben. Kunststoffe sind polymere Stoffe. Sie bestehen aus linearen oder vernetzten grossen Molekülketten, die ineinander verwoben sind. Dadurch bilden sie eine schwammartige, ungeordnete Struktur, die Stoffe aufnehmen und hindurchdringen lassen kann.
In ihrer reinen Form sind Kunststoffe eigentlich hart und spröde. Um sie dennoch vielfältig verwenden zu können, werden zahlreiche chemische Zusatzstoffe hinzugefügt. Erst durch diese Hilfs-Chemikalien, auch Additive genannt, können die gewünschten Eigenschaften des Kunststoffmaterials erreicht werden.
Gefährliche Inhalts- und Zusatzstoffe
Beispielsweise sorgen Weichmacher wie Phthalate dafür, dass die Kunststoffe biegsam und elastisch werden. Dagegen vergrössern Hartmacher wie Bisphenol-A (BPA) die Stabilität und Bruchfestigkeit der Kunststoffe. Darüber hinaus werden zahlreiche weitere Chemikalien wie beispielsweise Antioxidationsmittel, UV-Stabilisatoren, Hitzestabilisatoren, Füllstoffe und Flammenschutzmittel, sowie Gleit- und Entformungsmittel zugesetzt. Zudem wird Bisphenol-A (BPA) häufig auch als Antioxidans in Weichmacher verwendet.
Ein Teil dieser Zusatzstoffe wird chemisch nicht fest im Kunststoff gebunden. Durch den Kontakt mit anderen Molekülen werden aus dem Kunststoff einige der chemischen Zusatzstoffe nach und nach herausgewaschen. Wenn ein Kunststoff bereits zu riechen ist, dann lösen sich innerhalb kurzer Zeit besonders viele Chemikalien aus ihm heraus. Den Sachverhalt lässt sich mit einem feuchten Schwamm der trocknet vergleichen. Die nicht fest gebundenen Wassermoleküle verdunsten. Diese gelösten Chemikalien gehen in die angrenzenden Lebensmittel über, reichern sich dort an und werden unbewusst mit dem Lebensmittel vom Verbraucher konsumiert.
Insbesondere giftige Zusatzstoffe wie Phthalate, Bisphenol-A (BPA) und bromierte Flammenschutzmittel sorgen für aufsehenerregende Diskussionen. Sie kommen in zahlreichen Lebensmittelverpackungen und -behältern des täglichen Bedarfs vor.
Durch einen jahrelangen Konsum der Chemikalien wird das biochemische Gleichgewicht des menschlichen Körpers gestört. Dabei sind zeitnah meist keine Symptome erkennbar. Dennoch kann bereits durch zahlreiche Untersuchungen und Studien bestätigt werden, dass durch eine langjährige Aufnahme dieser Schadstoffe schwerwiegende Krankheiten entstehen können. Insbesondere Krankheiten wie Unfruchtbarkeit, Übergewicht und Diabetes, sowie Alzheimer, Krebs, Asthma und Allergien stehen stark im dem Verdacht, durch diese Chemikalien ausgelöst werden zu können.
Hormone in PET-Flaschen-Wasser machen weiblich. PET-Einwegflaschen geben Acetaldehyd ans Wasser ab. Dieser Stoff gilt als krebserregend. Dann gibt es noch die sogenannten Weichmacher. Der prominenteste Kandidat solcher Weichmacher ist die chemische Verbindung Bisphenol A. Bereits mit der Babynahrungsaufnahme aus der Plastikflasche wird auch zwangsläufig der Weichmacher mit aufgenommen.
Die Gefahr steckt in den Flaschen
Warum sollten wir zu Plastikflaschen greifen, wenn diese doch nachweislich gesundheitsschädlich sind? Dass PET-Flaschen nach langjährigen intensiven Labor-Untersuchungen in Verruf gerieten, darüber wurde auch schon in verschiedenen Medien berichtet, so z.B. im HR:
Östrogene – Hormone – Weichmacher in Mineralwasser Plastikflaschen
Das Problem beim Kunststoff sind die Weichmacher, die bei der Produktion eingesetzt werden. Das sind vor allem die Industriechemikalien Bisphenol A (BPA) und Phthalate. Sie machen Plastik geschmeidiger und elastischer. So nehmen wir diese gesundheitsgefährdenden Stoffe beim Trinken aus der Plastikflasche auf.
DEHP ist die Abkürzung für Di-(2-ethylhexyl)-phthalat. Die Substanz gehört zu den am häufigsten verwendeten Weichmachern. Sie hält Kunststoffprodukte aus PVC geschmeidig. DEHP wurde von der Europäischen Union wie einige andere Phthalate auch als reproduktionstoxisch eingestuft: Hinreichende Anhaltspunkte bestehen für die Annahme, dass DEHP durch seine hormonähnliche Wirkung die menschliche Fortpflanzungsfähigkeit beeinflussen bzw. zu schädlichen Wirkungen auf die Entwicklung von Kindern im Mutterleib führen kann.
Ab 2015 ist die Zulassung von Weichmacher DEHP verschärft worden. Es dürfen in der Europäischen Union DEHP und die anderen fortpflanzungsgefährdenden Weichmacher nur noch mit Einzelzulassung verwendet werden. Das entspricht einem „Quasi-Verbot“ und gilt für alle Verbraucherprodukte.
„Doch auch hier gibt es noch ein ‚Aber‘. Denn es gibt ein weiteres Problem:
Seit DEHP und die anderen schädlichen Phthalate in geringeren Mengen eingesetzt werden, steigt die Verwendung von Ersatz-Weichmachern. Ein verbotenes Phthalat wird dann oft durch mehrere andere ersetzt. Doch das ist nicht unbedingt besser, so Dr. Andreas Gies vom Umweltbundesamt: „Ob wir einen Weichmacher in einer hohen Konzentration oder 10 Weichmacher in einer niedrigen Konzentration haben, macht am Ende die gleiche Wirkung.“ Und er kritisiert: „Wir bewerten heute in der EU jeden Stoff einzeln. Das können wir nicht mehr tun, weil wir wissen, diese Stoffe wirken zusammen auf den Körper. Sie wirken zusammen, sie wirken gleichzeitig und sie wirken additiv. Wir müssen dahin kommen, diese Stoffe gemeinsam zu bewerten, für ganze Stoffgruppen eine Bewertung durchzuführen und auch für ganze Stoffgruppen eine Regulation durchzuführen.“ (Quelle: HR-Online)
BPA-frei als Alternative
So wirken sich Phthalate besonders auf die sexuelle Entwicklung aus. Daher sollen vor allem Kinder und Jugendliche bis zur Pubertät, Schwangere und stillende Mütter vor Belastung geschützt werden.
Nun glaubten viele Verbraucher, endlich eine „sichere“ und “gesunde” Kunststoffflasche in den Händen zu halten. Alle Bedenken gegenüber Schadstoffen aus Kunststoffen verflogen auf einmal. Doch dies ist ein absoluter Trugschluss und vielleicht nur eine bewusste Marktstrategie.
Die Angabe BPA-frei bedeutet nämlich nur, dass lediglich Bisphenol-A nicht mehr enthalten ist. Dabei wird jedoch vollkommen verschwiegen, dass eine Ersatzchemikalie eingesetzt werden muss, um die gleichen Eigenschaften des Kunststoffes erhalten zu können.
Das Problem ist, dass die Hersteller auf Chemikalien zurückgreifen, die für ein wirksames Verbot einfach noch nicht ausreichend untersucht sind. Somit gewinnen die Hersteller einen enormen Zeitvorteil von einigen Jahren, bis auch diese Ersatzchemikalien begrenzt oder verboten werden. In dieser Zeit dürfen sich die Hersteller über deutlich gesteigerte Umsätze erfreuen.
Als Ersatzchemikalie für BPA wird beispielsweise häufig Bisphenol-S (BPS) eingesetzt. Erste Studien zeigen sogar, dass BPS noch weitaus schädlicher sein könnte, als BPA.1
Um jedoch auch BPS begrenzen oder verbieten zu können, benötigt es noch zahlreiche Studien und somit einige Jahren, bis erste Konsequenzen folgen können.
Darüber hinaus wird noch ein weiterer, enorm wichtiger Fakt beiläufig unter den Tisch gekehrt:
Bisphenol-A ist nicht die einzige giftige Chemikalie im Kunststoff. Auch in den Kunststoffen von “BPA-freien” Flaschen befinden sich neben BPA zahlreiche weitere Zusatzstoffe, die in die Nahrung übergehen können.2
Häufig werden als BPA-freie Alternativen Produkte aus Polypropylen (PP) beworben. Allerdings weist bereits das Bundesinstitut für Risikobewertung darauf hin, dass sich aus Polypropylen (PP) sogar noch deutlich mehr chemische Substanzen, herauslösen welche in Lebensmittel übergehen können. Das Risiko von PP ist bisher noch nicht ausreichend untersucht.3
Die Angabe BPA-frei ist lediglich ein Marketingvorsprung und keine verlässliche Angabe zur gesundheitlichen Unbedenklichkeit eines Kunststoff-Produktes.
Die Entsorgungsproblematik
Denn auch wenn auf vielen Flaschen ein Recycling-Zeichen ist, werden diese Produkte oft nicht wiederverwendet. Weltweit kommen gigantische Mengen an Plastikflaschen zusammen. Denn auch Mineralwasser wird in der Regel seit vielen Jahren nicht mehr in Glasflaschen angeboten, sondern vor allem in PET-Kunststoffflaschen abgefüllt, PET steht für Polyethylen-Therephthalat, das aus Erdöl hergestellt wird. Aus einem Liter Erdöl entstehen ca. 12 PET-Getränkeflaschen.
Spätestens jetzt müsste jeder Konsument zu Glasflaschen greifen…
Quellennachweise: