Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03610.jsonl.gz/2500

Gottes Schöpfung ist sehr gut - Frauen und Liturgie
Surinam, eine ehemalige niederländische Kolonie, liegt … nein, nicht in Südostasien und auch nicht in Afrika, sondern im Nordosten von Südamerika, zwischen Guyana und Französisch-Guyana. Im Süden grenzt das kleinste Land Südamerikas an Brasilien.
Etwa viermal so gross wie die Schweiz, leben in Surinam nur etwas mehr als eine halbe Million Menschen, davon mehr als die Hälfte in der Hauptstadt Paramaribo an der Küste. Rund 90 Prozent Surinams bestehen aus tiefem, teils noch vollkommen unberührtem Regenwald. Im subtropischen Klima gedeihen üppige, farbenprächtige Pflanzen, Lebensgrundlage für eine reichhaltige Tierwelt.
Surinams Geschichte ist geprägt von Sklavenwirtschaft und Kolonialismus. Für die Arbeit auf den Plantagen der Kolonialherren wurden Sklavinnen und Sklaven aus Afrika geholt. Nach der Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1863 wurden sogenannte «Kontrakt-ArbeiterInnen» aus verschiedenen anderen Kolonien, unter anderem aus Indien, Indonesien und China, angesiedelt. Aus dieser Geschichte entstand ein Völkergemisch, bei dem die verschiedenen Herkunftskulturen mit ihren Religionen in gegenseitiger Toleranz und in friedlicher Koexistenz gelebt werden.
Das traditionell harmonische Zusammenleben in Surinam ist aber zunehmend gefährdet. Die Wirtschaft des Landes ist extrem abhängig vom Export der Rohstoffe Gold, Öl und bis 2015 auch Bauxit. Wegen Schwankungen auf dem Weltmarkt und fehlenden wirtschaftlichen Alternativen ist das einst gut ausgebaute Sozialsystem mittlerweile kaum noch finanzierbar.
Darunter leiden besonders Frauen und Mädchen. In den Familien nimmt die Gewalt gegen Frauen und Kinder zu. Vermehrt brechen schwangere Teenager die Schule ab. Frauen prostituieren sich aus Not.
Feier und Kollekte
In ihrer Liturgie zum Weltgebetstag wollen die Frauen aus Surinam auf diese Probleme hinweisen. Das Thema lautet «Gottes Schöpfung ist sehr gut»; als biblische Grundlage dient die Schöpfungsgeschichte im ersten Kapitel des Buches Genesis (1. Mose). Die Verfasserinnen der Liturgie erheben die Stimme, um uns daran zu erinnern, dass wir Menschen die VerwalterInnen der Schöpfung Gottes und somit auch verpflichtet sind, dafür Sorge zu tragen.
Mit Kollekten und Spenden zum Weltgebetstag 2018 fördert das Schweizerische WGT-Komitee das Engagement seiner weltweiten Projektpartnerinnen. Im Sinne des internationalen Mottos «informiert beten – betend handeln», geht die Projektarbeit des Weltgebetstags auf das grosse Interesse für das jeweilige Schwerpunktland ein. Sie setzt sich mit der Situation der dortigen Frauen und Mädchen auseinander und unterstützt auch das Engagement lokaler Frauengruppen und -organisationen im WGT-Land.
Feiern Sie mit an einer Feier zum Weltgebetstag in Ihrer Nähe. Es ist eine faszinierende Reise in ein unbekanntes Land, ein Einblick in eine fremde Kultur und eine Begegnung mit bewegenden Lebenssituationen.
Der Weltgebetstag schärft damit den Blick für weltweite Herausforderungen wie Armut, Gewalt gegen Frauen und Klimawandel.
Marie-Louise I. Igbinigie, Katholischer Frauenbund Bern
Hinweis: Sie können direkt spenden an: Schweizerischer Weltgebetstag, PC-Konto: 61-764702-4
- Pfarrblatt / Angelus
- Spirituelles
- Soziales