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Der Maler, Zeichner und Graphiker Fidus (eigentlich Hugo Höppener, 1868-1948) prägte mit seinen Werken massgeblich das Bild der Lebensreformbewegung beziehungsweise -bewegungen um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland.
Waren seine Vorstellungen und damit Motive lange Zeit von der Theosophie geprägt, propagierte Fidus zunehmend auch „völkische“ Positionen und begrüsste die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland. Allerdings wurde ihm trotz vielfältigen Bemühungen nicht die offizielle Anerkennung zu Teil, die er sich erhoffte. Ob beispielsweise ein Porträt Adolf Hitlers, das er malte, als eine Art Heiligenbild oder als Karikatur gemeint ist, bleibt vor diesem Hintergrund unklar.
Nach 1945 malte Fidus Porträts von Stalin und Lenin und für die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) ein posthumes Porträt des sozialdemokratischen Politikers Rudolf Breitscheid.
Sein politischer Opportunismus macht Fidus nicht nur zu einer aus heutiger Sicht „problematischen“ Person. Vor allem das dürfte Fidus zu einem deutschen „Phänomen“ gemacht haben, dessen Werk trotz seinem unzweifelhaft grossen Talent als Zeichner weitgehend unbeachtet geblieben ist.
Drei Mal hielt sich Fidus in der Schweiz auf. Diese Aufenthalte werden hier nach und nach dokumentiert.
1903/04
Der stattliche Grappenhof in Amden bildete das Zentrum einer religiösen Kolonie, die 1903/04 auf dem Gebiet der Gemeinde Amden am Walensee entstehen sollte. Initiant war Josua Klein, der sich als „Prophet“ in „esoterischen“ Kreisen einen Namen gemacht hatte. Im Zusammenhang mit dem Aufbau der Kolonie berief Klein den Künstler Fidus, eine Kapelle sowie drei monumentale Tempel zu erstellen.
Der Besuch Gusto Gräsers, Mitbegründer des Monte Verità, bietet Fidus den Anlass, die Gemeinschaft in Amden in einem theatralischen Abgang zu verlassen.
Dokumente
Sowohl in der Schweizer Presse als auch in Zeitungen in Deutschland, Österreich, Frankreich, Grossbritannien und den Niederlanden und sogar in Übersee wurde in Hinweisen, aber auch in ausführlicheren Beiträgen über die Siedlung in Amden und Josua Klein berichtet.
1906/07
1933
Im Frühjahr des Jahrs darauf reiste Fidus in die Schweiz und hielt zwischen dem 6. und 30. März an verschiedenen Orten Lichtbildervorträge und machte einen Abstecher ins Tessin.