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Iso Camartin wurde 1944 in Chur geboren. Nach langjähriger Professur für rätoromanische Kultur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule und an der Universität Zürich wurde Iso Camartin 1998 Kulturchef des Schweizer Fernsehen DRS.
Zur Zeit arbeitet er als freier Publizist. Bekannt sind unter anderem seine Operneinführungen an der Zürcher Oper. Schon früh beschäftigte sich Iso Camartin mit dem unverzichtbaren Beitrag der kleineren Sprachen zum kulturellen Erbe. Für seinen Essay «Nichts als Worte ? – Ein Plädoyer für Kleinsprachen» wurde er mit dem Europäischen Essaypreis der Charles Veillon-Stiftung in Lausanne ausgezeichnet.
Die Überzeugung, dass Lesen der Wille ist, sich verführen zu lassen, prägte Iso Camartins literaturkritische Publikationen, insbesondere seine ganz persönliche Lektüre der Klassiker in «Die Bibliothek von Pila» (1994), «Lob der Verführung. Über die Nachgiebigkeit» (1987) und «Der Teufel auf der Säule» (1998).
Den Herbst 1989 verbrachte er als Fellow des Wissenschaftskollegs in Berlin. Dort erlebte er die Tage des Mauerfalls. Damals entstand die Erzählung «Der Billiardspieler», die 1990 in dem Kurzprosaband «Karambolagen» erschienen ist. Regelmässig verbringt Iso Camartin längere Forschungs- und Arbeitsaufenthalte in den USA und in europäischen Ländern. Er lebt in Zürich.