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Das Engadin ist einer der repräsentativsten Orte in den europäischen Alpen für Permafrostvorkommen im Untergrund. Aufgrund der semikontinentalen klimatischen Bedingungen, der großen Höhenlage und der ausgeprägten Neigung zur Erosion der Felswände weist es eine hohe Dichte an Blockgletschern auf. Blockgletscher sind die geomorphologische Form, die das Vorhandensein und das Fließen von Permafrost-Eis am besten repräsentiert und somit das Vorhandensein eines ganzjährig gefrorenen Untergrunds an der Erdoberfläche sichtbar macht.
Die Engadiner Blockgletscher werden seit fast einem Jahrhundert untersucht und bilden mit den ersten systematischen Messungen im Jahr 1987 die längste zusammenhängende Datenreihe zum Permafrost in den Alpen. Ihre Studie hat auch wesentlich zum Verständnis der Verteilung, Struktur, Bewegungen und Entwicklung des Gebirgspermafrosts beigetragen, einem Klimaindikator, der besonders empfindlich auf die Erwärmung der Atmosphäre und die seit mehreren Jahrzehnten anhaltenden Veränderungen der Schneemengen reagiert. Das Monitoring von Blockgletschern deutet auf eine deutliche Erwärmung des Permafrostbodens und eine Veränderung der damit verbundenen Prozesse hin, indem es unter anderem eine Beschleunigung der horizontalen Geschwindigkeiten und den Abbau einiger dieser Formen zeigt.
Aufgrund ihrer Bedeutung wurden die Engadiner Blockgletscher von der International Union of Geological Sciences (IUGS) in die «First 100» der weltweit wichtigsten Stätten für das geologische Erbe im weitesten Sinne aufgenommen, darunter Stätten von mineralogischer, petrographischer, stratigraphischer, paläontologischer und auch geomorphologischer Bedeutung. Die Engadiner Blockgletscher sind eine von 11 geomorphologischen Stätten, d.h. repräsentativ für die Formen der Erdoberfläche, und die einzige Schweizer Stätte unter den «First 100». Dies ist eine wichtige Anerkennung für die Schweizer Alpenlandschaft und die etablierte Tradition der Erforschung des Hochgebirgspermafrosts.