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Hoch(zeit)saison
Im Wonnemonat Mai erleben auch die Koi mit den länger werdenden Tagen und den steigenden Temperaturen stürmische Gefühle: die Hochzeitsaison hat begonnen. In vielen Teichen "geht die Post ab". Die männlichen Koi jagen den Weibchen nach: mehr oder weniger rabiat werden diese zum Ablaichen überredet. Dies ist ein natürliches Phänomen, birgt jedoch in einem künstlichen Habitat wie dem Koi-Teich und speziell beim Vorhandensein von grossen männlichen Koi Gefahren.
Es kann auch durchaus vorkommen, dass in der Hitze des Gefechts Koi über den Teich hinausbugsiert werden: Je nach Teichbeschaffenheit und Filtersystem kann man sich überlegen, den Wasserspiegel für ein paar Tage ein wenig abzusenken um solchen traurigen Unfällen vorzubeugen. Vorsicht: scharfe Ecken und Kanten, Steine und in den Teich ragende Rohre können ein Verletzungsrisiko darstellen. Versuchen Sie diese Stellen zu schützen.
Koi produzieren eine sehr grosse Menge an Eiern: pro 1kg Koi sind es 100'000 - 200'000 Eier. Diese grosse Menge an eiweissreichen Geschlechtsprodukten (Eier & Sperma) im Wasser bringt für den
Biofilter eine grosse zusätzlich Belastung, welche so kurzfristig nicht verarbeitet bzw. abgebaut werden kann. Dies führt zu einem schnellen Anstieg von Ammonium (NH4) und Nitrit (NO2) im
Teichwasser. Nach dem grossen Ablaichen sollte deshalb dringend ein grösserer Teilwasserwechsel durchgeführt werden oder falls dies nicht möglich ist die Frischwassermenge erhöht
werden, um das überschüssige Eiweiss aus dem System zu entfernen.
Aus diesem Grund und weil Koi die Eier sofort nach dem Ablaichen auffressen, sollte die Fütterung stark eingeschränkt werden bzw. die Fische bis zu einer Woche gefastet werden. In den ersten zwei Wochen nach dem Ablaichen sollten die Wasserwerte, insbesondere Ammonium (NH4) und Nitrit (NO2) alle ein bis zwei Tage gemessen werden.
Durch das Einbringen von "Laichbürsten" (erhältlich bei Ihrem Koihändler) wird das Ablaichen zusätzlich stimuliert und da die klebrigen Koi-Eier an diesen Bürsten kleben bleiben, können sie leichter aus dem Teich entfernt werden. So kann die Belastung für den Biofilter zusätzlich minimiert werden.
Auch wenn Sie sich einmal als "Koizüchter" versuchen wollen und nicht alle Eier aus dem System entfernen, überlegen Sie sich gut, worauf Sie sich einlassen: ein grosser weiblicher Koi kann mehrere Hunderttausend Eier legen und was zu Beginn nach einigen wenigen Fischlein aussieht, füllt in wenigen Wochen einen ganzen Teich! Überlassen Sie das Züchten also lieber den Profis mit entsprechender Einrichtung und Erfahrung oder schauen Sie zumindest, dass Sie nicht mehr Fische nachziehen als Ihr Teich verkraften kann.