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Als 1502 Columbus das Land auf den Namen Costa Rica, reiche Küste, taufte, fand er nicht das erhoffte Gold im vermeintlichen Dorado. Doch was sich ihm, eingeklemmt zwischen Nicaragua und Panama, offenbarte, war die Schatzinsel Mittelamerikas – fruchtbares Land, mystische Nebelwälder, erloschene und aktive Vulkane, traumhafte Strände an zwei unterschiedlichen Küsten, verschiedene Klimazonen und eines der faszinierendsten Naturparadiese sowie artenreichsten Länder der Erde. Pura Vida. Da, wo Seele und Natur verschmelzen.
Die Hauptstadt San José hat wenig gemein mit dem Rest des Landes. Es ist eine geschäftige Stadt, die im Zentrum Costa Ricas auf 1700 Meter Höhe liegt und nach nordamerikanischem Vorbild erbaut wurde. Einst war es ein kleines, unbedeutendes Dörfchen im Nirgendwo, bis das erste gewählte Staatsoberhaupt, Juan Mora Fernández, 1824 den Regierungssitz aus der alten spanischen Hauptstadt Cartago verlegte und in einer neuen Stadt einen Neuanfang wagte. Optimismus prägte diese Epoche, in der erst seit Kurzem unabhängigen zentralamerikanischen Konföderation, in der Costa Rica damals eine Provinz war. Heute ist San José mit seinen Parks, in denen sich die Ticos, die Costa Ricaner, meist in Zweiergrüppchen mit Vorliebe aufhalten, das administrative und kulturelle Zentrum des Landes.
Kleine, heile Welt
Costa Rica, das sich im Herzen der mittelamerikanischen Landbrücke befindet, ist kaum grösser als die Schweiz, doch an Vielfalt kaum zu übertreffen. Qualmende Vulkankrater, dicht bewachsene Calderas, Tropenstrände am Karibischen Meer und Pazifik, die nur 320 Kilometer voneinander getrennt sind, Wellenbrecher, die jedes Surfer-Herz höherschlagen lassen, gigantische Mammutblätter, dicht bewachsener Urwald, rauschende Wasserfälle, wie der Rio-Celeste-Wasserfall, der sich in das unnatürlich türkisblaue Wasser des Flusses ergiesst, oder der Nauyaca-Wasserfall in der südpazifischen Region Costa Ricas, der in durchscheinenden Schleiern und sphärischer Schönheit über zwei verschiedene Kaskaden in die Tiefe schwebt, Papageien, Tukane, liebliche Faultiere, bunt schimmernde Krebse, geheimnisvolle Mangrovensümpfe, Affen, die mit Getöse an Lianen schwingen, oder der seltene Göttervogel Quetzal, den die Azteken verehrten und jeden, der ihn tötete, mit dem Tode bestraften. Es bietet sagenhaft viel, das sicherste Land Lateinamerikas mit den freundlichen, warmherzigen Menschen und das sowohl die Bedürfnisse der Naturliebhaber, Abenteurer, Sonnenanbeter und Kulturinteressierten als auch der Geschäftsreisenden, Familien, Flitterwöchner, Luxusliebhaber, Entspannungssuchenden oder Kreuzfahrer vollumfänglich abdeckt. Nebst all der Reichhaltigkeit, die auf einem 51 100 Quadratkilometer grossen Silbertablett serviert wird, birgt es etwas Unübertreffliches – den vollkommenen Einklang mit einer atemberaubenden Schöpfung, deren Umarmung man sich entspannt ergibt, weil sie so präsent und spürbar ist. Es ist ein Paradies fernab von Daily Business und Fünf-Jahres-Zukunfts- oder -Masterplänen und wo der Begriff Luxus eine komplett neue Definition erhält. Hier findet sich das stille und wunderbare Glück des «Seins». Der «Ich-Moment», den man im zehrenden Alltag oftmals vermisst und wie eine erfüllende Liebe herbeisehnt.
Das Arten-Dorado
Fünf Prozent der gesamten Flora und Fauna des Planeten birgt das kleine Land, das legendär ist für seinen Artenreichtum und damit als das grösste der Erde gilt. Ein Viertel Costa Ricas steht unter Naturschutz, und so zählt das tropische Naturreiseziel weltweit zu einem der wichtigsten Vorreiter im nachhaltigen Ökotourismus. Die Landschaften sind so vielfältig wie die Farben des Mangokolibris. Eine Vielzahl von Nationalparks mit üppigen Regen- und Trockenwäldern, dichten Mangrovensümpfen und mystischen Bergnebelwäldern, an den Seiten des Landes flankiert von ausladenden Traumstränden an der Pazifikküste und dem karibischen Tiefland, wo tropischer Dschungel auf unberührte Strände trifft. Das Land der Vulkane, das deren 100 erloschene und einige aktive verbucht, beeindruckt mit einer exotischen Tierwelt, die sich aus Hunderten von Säugetierspezies und Reptilienarten sowie über 800 Vogelarten zusammensetzt.
Bewegen oder Faulenzen?
Schwarz oder Weiss? Karibisches Flair mit den Einflüssen der jamaikanischen Einwanderer oder doch lieber Pazifik? Eintauchen oder doch abtauchen? Hoch zu Ross oder zu Fuss und mit klopfendem Herzen über Hängebrücken durch die Baumkronen des Regenwaldes spazieren? Aktiv oder passiv aktiv, denn auch beim süssen Nichtstun an einem der bezaubernden schneeweissen oder pechschwarzen Sandstrände in Guanacaste, Manuel Antonio oder der Nicoya-Halbinsel nähren sich sowohl Geist als auch Seele in den einsamen Buchten von Bahìa Drake, Golfo Dulce oder im Marino-Bellena-Nationalpark. Egal, was das Herz begehrt, bietet Costa Rica einen wahren Fundus an Unterhaltung, Entdeckung und Abenteuer. Morgens einen Kaffee an der Pazifikküste schlürfen, tagsüber einen Vulkan zu Fuss erkunden, bei einer Canopy-Tour wie Tarzan mit einem Drahtseil durch die Dschungellüfte sausen und «Ist das irre!» rufen, abends in Puerto Viejo oder Cahuita in der costa-rikanischen Karibik bei Calypso- und gemütlich wiegenden Reggae-Klängen die karibische Küche geniessen? Wellen gucken oder auf diesen surfen, Kultur geniessen, auf Bootsausflügen die Mangrovenstelzen bewundern, immer wieder ein neues Lieblingsmotiv für das Kameraobjektiv finden oder den Herzschlag beim Canyoning an riesigen Wasserfällen am Hals spüren? Costa Rica ist das Mekka für sowohl Abenteuer- und Aktivtourismus als auch für Pura Vida. Das Leben spüren, die eigene Mitte fühlen und im Einklang mit einer einzigartigen Natursensation sein.
Pura Vida
Es ist diese Gelassenheit, die irgendwie in jeder Pore, jeder Blüte, jeder Wurzel und jedem Luftpartikel schwingt. Sie leben den Moment, die Ticos, etwas, das in Industrieländern in Yoga-Kursen, Mentaltrainings und Rette-mich-Büchern fast schon verzweifelt gelehrt wird. Für die gastfreundlichen Ticos ist Pura Vida nicht nur ein Ausdruck, mit dem sie Touristen begegnen wie das berühmte «Chuchichäschtli» der Schweizer. Es ist ein Lebensgefühl, das sie einzigartig macht und es deshalb nicht erstaunt, zählen die Costa Ricaner zu den glücklichsten Menschen der Welt. Das Land lockt mit einer perfekten Kombination aus authentischen Naturerlebnissen und mit dem Turismo Rural, das einen Einblick in das Landleben von Bauern, indigenen Bevölkerungsgruppen und spannende Gemeindeprojekte ermöglicht. Inmitten der malerischen Landschaften, in den sattgrünen Regenwäldern, stillen Tälern und idyllischen Hügellandschaften oder an endlosen Traumstränden, in einer heissen Thermalquelle am Fusse eines Vulkans inmitten tropischer Vegetation und mit einem Peeling aus Vulkanschlamm, wird Alltagsstress weggepustet und stattdessen Pura Vida eingehaucht.
Beim Besuch der Turismo-Real-Angebote erzählen Einheimische von ihrem Alltag, ihrer Kultur und ihren Traditionen, erklären Kaffeebauern die Produktion der wertvollen Kaffeebohne «Grano de Oro» und bietet die Besichtigung einer Bananen-, Ananas- oder Kakaoplantage, der Besuch einer Dorfschule, eine kulinarische Entdeckungsreise über den Markt, das Essen in einer Soda oder der Besuch eines der Museen kulturelle und gastronomische Highlights.
7/24 = 365
Costa Rica ist ein Reiseziel mit 365-Tage-Saison und kann, ob individuell mit dem Mietauto oder auf einer Rundreise, ganzjährig bereist werden. Das friedliche Land ohne Militär ist bekannt für seine politische Stabilität, verfügt über ein ausgezeichnetes Bildungssystem, eine moderne Infrastruktur und ein erstklassiges Tourismus- und Service-Angebot. Zwischen November und April kündigen klare Himmel, traumhafte Sonnenuntergänge und leichte Winde die Trockenzeit am Pazifik an, während es in der Karibik eher feucht und grün ist. Auch die Regenzeit zwischen Mai und Oktober zählt als eine beliebte Saison, wenn im Zentraltal und in der Pazifikregion die üppige Natur noch eindrücklicher erscheint.
Costa Rica. Das Land, das Columbus nicht den erhofften Goldsegen brachte, jedoch der Menschheit mit seinen Naturschätzen und Pura Vida unbezahlbaren Reichtum schenkt.