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Kleine Geschichte ehemaliger Sozietäten
Graubünden
Die bedeutendste Ausbreitung der Herrnhuter, zahlenmässig aber nicht mehr als etwa 350 Personen umfassend, war im 18. Jahrhundert in Graubünden von Chur bis ins Oberengadin. Besonders zu erwähnen ist dabei Pfarrer Gian Baptista Frizzoni. Es war eine klare Diaspora-Arbeit, die aber starken Einfluss auf die Gesamtkirche nahm. Diese Herrnhuter Strömung (innerhalb der Synode) führte zu einem grossen Konflikt in der Bündner reformierten Kirche. Daraus entstand für mehrere Jahre die Vorschrift, dass Pfarramts-Kandidaten einen Eid ablegen mussten, nicht den Herrnhutern anzuhängen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde es still um die Herrnhuter im Osten der Schweiz.
Menziken
In Menziken im Aargau bestand lange die einzige ländliche Sozietät der Schweiz. Ihre Anfänge liegen im Jahr 1785, seit 1869 existierte die Sozietät als Verein und baute auch ein Kirchgebäude, die Brome (neben dem heutigen Spital). Im Jahr 2017 wurde die Sozietät förmlich geschlossen, nachdem schon einige Jahre zuvor das Gebäude verkauft worden war und seit Jahrzehnten kein Pfarrer mehr vor Ort war.
Romandie
In der Romandie gab es mehrere Sozietäten, deren Ursprung auch in pietistischen Gruppen zu suchen ist. So bestand eine Herrnhuter Gruppe ab 1818 in Le Locle, diese wurde sehr aktiv in den 1870er Jahren und endete mit Veränderungen in der reformierten Kirche im 20 Jahrhundert, ebenso wie die Sozietät in La Chaux-de-Fonds, die seit 1873 aktiv war. Schliesslich entstand in Pesaux bei Neuchâtel eine Sozietät, die sich um die gleiche Zeit bildete und formal erst 1993 in der Église morave en Suisse romande aufging. Die Chapelle morave wurde dann im Jahr 2021 verkauft.
Herrnhuter Schulen in der Schweiz
Eine Knabenschule wurde zuerst in Lausanne im 19. Jahrhundert begonnen, dann 1873 ins Schloss Prangis, heute Westschweizer Sitz der Schweizerischen Landesmuseen, überführt. Dabei wurde das Gebäude stark umgebaut, um es als Schule nutzen zu können. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Schule 1920 geschlossen.
In Montmirail, zwischen dem Bieler und dem Neuenburger See gelegen, war die Bildung einer kleinen Gemeinde gescheitert. 1766 wurde dort dann ein Töchter-Institut eingerichtet, das bis 1988 junge Mädchen aus verschiedenen europäischen Ländern sowohl mit der französischen Sprache vertraut machte als auch hauswirtschaftliche Kenntnisse vermittelte. Heute beherbergen die Gebäude eine christliche Kommunität mit Gästearbeit, die Communauté Don Camillo.