Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03482.jsonl.gz/902

Ist eine Reduktion des Gewässerraums geplant und ist sie möglich?
Planen Sie den minimalen Gew√§sserraum zu reduzieren, folgen Sie den Anweisungen unter Schritt 4.
Planen Sie den minimalen Gew√§sserraum zu reduzieren, folgen Sie den Anweisungen unter Schritt 4.
Zur Bemessung des minimalen Gew√§sserraums nach Art. 41a GSchV kann bei WR-Kan√§len die aktuelle Sohlenbreite im Sinne einer urspr√ľnglich k√ľnstlich angelegten Sohlenbreite als nat√ľrliche Sohlenbreite angenommen werden.
Anhand des Resultats der Beurteilung der gew√§sser√∂kologischen Kriterien pr√ľfen Sie, ob eine Erh√∂hung des minimalen Gew√§sserraums erforderlich ist oder ob der minimale Gew√§sserraum nach Art. 41a GSchV ausreicht.
An WR-Kanälen im Nebenschluss ist ein Gewässerraum auszuscheiden, wenn der Kanal einen gewässer- ökologischen Wert aufweist. Der gewässer-ökologische Wert muss so gross sein, dass anzunehmen ist, dass ein Interesse der öffentlichen Hand am Fortbestehen des WR-Kanals besteht.
Um einen gew√§sser-√∂kologischen Wert nachzuweisen, f√ľhren Sie eine kurze Beurteilung des Zustands des WR- Kanals in Bezug auf die folgenden Kriterien durch:
Je positiver die f√ľnf Kriterien aus gew√§sser-√∂kologischer Sicht beurteilt werden, desto eher ist ein Gew√§sserraum auszuscheiden. Die f√ľnf Kriterien sind grunds√§tzlich gleich zu gewichten. Im technischen Bericht ist die Bewertungsmethode und das Resultat inkl. zum Verst√§ndnis notwendiges Bildmaterial nachvollziehbar darzulegen.
Die Gew√§sserraumfestlegung an WR-Kan√§len im Nebenschluss soll nicht auf Grund spezifischer Schutzmotive (wie sie typischerweise f√ľr naturschutz- oder denkmalpflegerische Unterschutzstellungen ausschlaggebend sind) erfolgen, sondern dann, wenn die Anlage in einer gew√§sser-√∂kologischen Gesamtbetrachtung einen grossen Wert aufweist.
Sofern die Wasserrechtsanlage bereits mittels einer √ľberkommunalen oder kantonalen Schutzverordnung gesch√ľtzt ist und der rechnerisch minimale Gew√§sserraum vollst√§ndig innerhalb des Perimeters der Schutzverordnung zu liegen k√§me, kann auf die Ausscheidung eines Gew√§sserraums verzichtet werden.
Im Falle eines Verzichts muss der Nachweis erbracht werden, dass die Gew√§sserschutzinteressen bereits mit anderen Instrumenten (z. B. einer Schutzverordnung) sichergestellt sind.
F√ľr den Nachweis ist genau zu beschreiben, um was f√ľr eine Schutzverordnung es sich handelt, welche Schutzziele darin festgelegt sind und inwieweit mit diesen Schutzzielen die Gew√§sserschutzinteressen auch langfristig sichergestellt werden.
Anhand des in Schritt 3 (Erh√∂hung pr√ľfen) ermittelten Raumbedarfs aus Sicht HWS f√ľr das Hauptgerinne und der vorliegenden Platzverh√§ltnisse zwischen der Wasserrechtsfassung und -r√ľckgabe ist abzuw√§gen, ob zur Behebung des HWS-Defizits am Hauptgerinne der WR-Kanal als Entlastungskanal zur Behebung des HWS-Defizits dienen k√∂nnte.
Ist dies der Fall, kann von einem Interesse der √∂ffentlichen Hand am Weiterbestand der Anlage ausgegangen werden. Zur Sicherung des Raumbedarfs f√ľr eine m√∂gliche L√∂sung mit Hochwasserentlastungskanal ist der Gew√§sserraum am WR-Kanal gem√§ss der Vorgehensweise bei offenen Fliessgew√§ssern¬† resp. bei eingedolten Fliessgew√§ssern auszuscheiden.
Anhand des in Schritt 3 ermittelten Raumbedarfs f√ľr den Hochwasserschutz am Hauptgerinne und der baulichen Gegebenheiten ist zu begr√ľnden, inwiefern der WR-Kanal als Entlastungskanal zur Behebung des HWS-Defizits dienen k√∂nnte.
Anhand der Gefahrenkarte pr√ľfen Sie, ob das Hauptgerinne zwischen der Wasserrechtsfassung und -r√ľckgabe ein Hochwasserschutzdefizit aufweist.
Liegt kein Defizit vor, kann auf die Festlegung eines Gewässerraums am WR-Kanal verzichtet werden, sofern nachweislich kein gewässer-ökologischer Wert besteht.