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Nach der 1999 eingeweihten "Tate Modern" ist mit dem Laban Centre ein weiteres grosses Werk der Basler Architekten Herzog & de Meuron an der Themse entstanden.Dieser Inhalt wurde am 06. Februar 2003 - 11:41 publiziert
Das weltweit grösste Zentrum für zeitgenössischen Tanz ist am Mittwoch in London eröffnet worden.
Das 7800m2 grosse Gebäude kostete 22 Mio. Pfund (54 Mio. Franken). Finanziert wurde es von der öffentlichen Hand in Partnerschaft mit privaten Geldgebern. Die Kooperation erfolgte im Rahmen eines Sanierungsplans für Deptford Creek, ein heruntergekommenes Quartier im Süden Londons nahe den alten Docks.
Wie ein Kerzenleuchter in der Nacht
Das Basler Architektenteam zeichnete bereits verantwortlich für die "Tate Gallery of Modern Art". Sie entstand 1999 in den Mauern eines ehemaligen Kraftwerks. Dieses Mal kreierten Herzog & de Meuron etwas vollkommen anderes.
Unter Mithilfe des britischen Künstlers Michael Craig-Martin wurde tief in den Farbeimer gegriffen. Selbst auf der transparenten Aussenfassade aus Polykarbonat schimmern Reflexe in Magenta, Türkis und Gelbgrün. Nachts leuchtet der Bau wie eine Laterne, ähnlich wie die Tate Modern, deren Kamin ebenfalls von Glaswänden eingefasst wurde.
Das Zentrum enthält einen Theatersaal mit 300 Plätzen, dreizehn Tanzstudios, Therapieräume, eine Bibliothek, einen Konferenzsaal mit 100 Plätzen und ein Studio für Schulen und die Gemeinde. 350 Schüler und Schülerinnen besuchen jedes Jahr diese Institution, die auf mehrere universitäre Tanzdiplome vorbereitet.
Laban: Jedermann soll tanzen lernen dürfen
Das Zentrum verdankt seinen Namen dem österreich-ungarischen Choreografen und Theoretiker Rudolf Laban (1879-1958), einem Pionier des modernen europäischen Tanzes.
Eine von Labans Hauptregeln lautete, der Tanz soll für jedermann zugänglich sein. Das ist einer der Gründe, weshalb die Direktion und die Architekten das Zentrum an seinem ursprünglichen Ort, dem Quartier Levisham, belassen haben. In dieser Gegend ist die Arbeitslosenrate doppelt so hoch wie in der restlichen Stadt. Das Zentrum steht Kindern aus dem Quartier ebenso offen wie zukünftigen Profis.
Spitzenarchitekten
Jacques Herzog und Pierre de Meuron, beide 1950 in Basel geboren, haben sich mit der Tate Modern, für die sie 2001 den Pritzker-Preis erhielten, endgültig auf der internationalen Szene etabliert.
Zur Zeit arbeiten sie unter anderem an einem halben Dutzend Museumsbauten in aller Welt, so am Young Museum San Francisco und dem Walker Art Center in Minneapolis. Ausserdem bauen sie das neue grosse Fussballstadion in München.
swissinfo und Agenturen
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