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Majolika
ist jene mürbe, in mäßigem Feuer gebrannte Thonware, welche über dem meist eisenhaltigen, daher durch den Brand gelblich oder rötlich werdenden Thon die Malerei auf einer undurchsichtigen weißen Zinnglasur hat. Der Name stammt von der Insel Majorka, wo die Pisaner im 12. Jahrhundert die in die Kirchenwände eingesetzten Schüsselchen (baccioli) sahen und nach Italien mitnahmen. Lucca della Robbia war der erste, der das Metall der Glasur erkannte. Die andern, welche dieselbe Wirkung zu erzielen suchten, pflegten auf den eisenhaltigen Thon eine Auflage von Pfeifenthon, der sich weiß brennt (Engobe) und darüber die Malerei zu geben, welche durch eine durchsichtige Bleiglasur gedeckt wurde. Diese Produkte nannte man Mezza-Majoliken.
Der Geschäftsgeist unserer Zeit, welcher das durch die Neigung des Publikums für den Renaissancestil wiederbelebte Interesse
für Majoliken zu benutzen suchte, pflegte nicht nur diese beiden Verfahren, sondern auch manches andre Surrogatverfahren
mit dem Ausdrucke
Majolika zu bezeichnen, der jetzt fast jegliche leichtgebrannte bunte
Thonware in sich begreift. Als bekannteste
Gattungen erscheinen die Znaimer Majoliken, welche von Alois Klammerth durch die ganze Welt verbreitet wurden, die Heimberger
oder Schweizer Majoliken, die Prof. Keller-Leuzinger zum erstenmale auf der Pariser Weltausstellung
vorführte, die italienischen Bauernmajoliken, welche nebst den besseren Produkten von Ginori in Doccia
und Castellani in Rom sich am meisten an die alten Majoliken in Technik und Aussehen anlehnten.
Der Handel mit M. war in den letzten acht Jahren ein blühender; auch wurden alle erdenklichen Formen von Gefäßen und Geräten in mannigfaltiger warmer, saftiger Färbung in M. gefertigt. Die Preise variieren je nach der Größe, der Gestalt der Verzierung und der Goldanwendung zwischen 1-1000 Mark. Die Verpackung geschieht in gereinigtem Heu oder Stroh in Kisten oder Holzkörben, bei billigen Waren direkt in den Waggon oder auf das Schiff, feinere Waren werden auch zuvor in Papier oder Seidenpapier gewickelt, kostbarste Proben selbst in Watte und stückweise in Pappschachteln verpackt (s. auch Fayence). - Zoll: gem. Tarif im Anh. Nr. 38 c 1. und 2. ¶