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Die Wasserversorgung im Mittelalter wurde den jeweiligen Begebenheiten angepasst. Während in den Klöstern die antiken Wasserleitungen weiterentwickelt wurden, überwogen auf Burgen und Schlössern Sodbrunnen und Regenwasserzisternen. Weniger erforscht ist die Wasserversorgung im ländlichen Raum. Die Röhrenbrunnen gehörten zwar zur Infrastruktur des Dorfes, die Nutzungsberechtigung stand jedoch lediglich den Brunnengenossen zu. Im Engadin hatten Brunnengenossenschaften bis ins 20. Jahrhundert Bestand.
Die Wasserversorgung war bereits im Mittelalter eine kommunale Aufgabe. Private Organisationen bedurften einer Konzession des Rates und wurden den städtischen Brunnenmeistern unterstellt.
Nur wenige Privilegierte durften öffentliche Leitungen direkt anzapfen. Die anderen mussten das Wasser am Brunnen holen; dies war die Aufgabe der Frauen und Dienstboten. Wer Brunnen verunreinigte wurde hart bestraft.
In den Städten stützte sich die Wassergewinnung einerseits auf Grundwasser, von wo es mittels Sod- und Ziehbrunnen ans Tageslicht befördert wurde. In gewässernahen Städten wurde das Wasser auch zusätzlich mittels Schöpfrädern und frühen Pumpwerken aus Flüssen und Seen gewonnen.
Für die Versorgung wurden Leitungsnetze aus Teucheln und Kanalnetze aus Stadtbächen genutzt. Solche finden sich in La Neuville, Aarau, Winterthur und Bern.