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Bei vaginalen Pilzinfektionen mit Candida-Arten braucht es nicht sofort Imidazol- oder Polyenfungizide. Auch mit der Kombination Honig und Joghurt lässt sich ein Candida-Pilz vertreiben. Das ist vor allem während der Schwangerschaft eine willkommene Therapiealternative.
Hauptsächlich während der Schwangerschaft erhöht der steigende Östrogenspiegel das Risiko für eine Scheidenpilzinfektion. Die lokale Behandlung mit Antimykotika birgt zwar kein Risiko für den Feten, doch nicht wenige Schwangere stehen dem dennoch skeptisch gegenüber. Gemäss einer ägyptischen Studie gäbe es eine wirksame Alternative: eine Mischung aus Honig und Joghurt.
Allam M. Abdelmonem und sein Team überprüften an 129 Schwangeren mit vulvovaginaler Candidiasis (VVC) die Wirksamkeit dieses alten Hausmittels. Dazu teilten die Forscher die Probandinnen einer Verum- und einer Kontrollgruppe zu.
Die 82 Schwangeren der Verumgruppe wurden sieben Tage lang zweimal täglich mit 30 g einer Mixtur aus 62,5% Honig, 25,0% Joghurt und 12,5% destilliertem Wasser behandelt, die 47 Frauen der Kontrollgruppe bekamen über die gleiche Zeitdauer einmal täglich 100 mg Tioconazol vaginal. Diabetikerinnen sowie immunsupprimierte Frauen waren von der Studie ausgeschlossen.
Honig und Joghurt vermindern Brennen und Jucken
In beiden Gruppen konnte die Infektion gut in den Griff bekommen werden. Allerdings waren deutlich mehr Frauen nach den sieben Tagen Joghurt-Honig-Behandlung im Vergleich zur Tioconazol-Behandlung symptomfrei (87,8% vs. 72,3%). Tioconazol schnitt allerdings bei der mykologischen Heilungsrate besser ab (91,5% vs. 72,3%). Bei Mischinfektionen hingegen hatte die Joghurt-Honig-Mixtur die Nase vorn. Während vor der Behandlung in beiden Gruppen bei etwa gleich vielen Frauen neben Candida-Spezies vor allem Staphylokokken nachgewiesen werden konnten (26,8% vs. 25,5%), war der Anteil an Mischinfektionen in der Verumgruppe nach der Behandlung deutlich tiefer als in der Kontrollgruppe (6,1% vs. 19,1%; p < 0,01).
Wie ist zu erklären, dass die Joghurt-Honig-Mixtur die Symptome besser linderte, gleichzeitig jedoch bei der mykologischen Heilungsrate schlechter abschnitt? Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler erklären diese Diskrepanz mit der breiten wachstumshemmenden und gleichzeitig entzündungshemmenden Wirkung der Honig-Joghurt-Mixtur. Dafür spreche unter anderem die bessere Wirksamkeit bei Mischinfektionen. Für die Studienautoren kommen zu folgendem Fazit: Mit Bienenhonig und Joghurt lässt sich eine vulvovaginaler Candidiasis (VVC) gut behandeln, entweder begleitend oder alternativ zu gängigen Fungiziden.
Quelle:
http://www.springermedizin.de/honig-und-joghurt–das-schmeckt-scheidenpilzen-gar-nicht/2327752.html
basierend auf: Abdelmonem AM et al. Bee-honey and yogurt: a novel mixture for treating patients with vulvovaginal candidiasis during pregnancy. Arch Gynecol Obstet published online 8 February 2012; DOI 10.1007/s00404-012-2242-5
Kommentar & Ergänzung:
Joghurt & Honig ist eine interessante Kombination bei Scheidenpilzen, die als Option noch kaum bekannt ist.
In der Naturheilkunde schon seit langem bekannt ist dagegen Joghurt zur Linderung von Juckreiz. Der Scheidenpilz selber lässt sich durch Joghurt kaum beeindrucken. Aber vielleicht ist in dieser Kombination zur Pilzhemmung ja der Honig wirksam.
Hier noch ein Rezept für ein Joghurt-Tampon:
„Jogurt-Tampons
Einen Mini-Tampon etwa 1 – 2 Minuten in ein Nature-Jogurt halten, bis er vollgesogen ist. Der Tampon soll Jogurt abgeben, nicht Schleim auf saugen. Tampon in die Scheide einführen. Nach 3 – 4 Stunden wechseln, ev. über Nacht behandeln und am Morgen entfernen. Nach Bedarf wiederholen. Ev. einmalig, ev. ein paar Nächte lang, ev. vor beugend, mit oder ohne vorher gehende saure Scheidenspülung oder Waschung.
Im Jogurt sind ähnliche Milchsäurebakterien (Laktobazillen) wie in der Scheide. Nehmen Sie keinen gezuckerten Nature-Jogurt. Obwohl bei Pilzinfektionen die eigenen Milchsäurebakterien oft ausreichend vorhanden sind, wirken Jogurt-Tampons trotzdem lindernd. Kühler Jogurt ist sehr angenehm bei leichtem Juckreiz.“
Quelle:
http://www.frauenpraxis-runa.ch/images/stories/themen/1_Brennen-Beissen.pdf
Joghurt beeinflusst bei bakterieller Vaginose (Gardnerella-Bakterien) das Scheidenmilieu positiv durch Zufuhr von Döderlein-Bakterien (Milchsäurebakterien).
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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