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Die Philister, historische Feinde des Volkes Israel, haben einen europäischen Ursprung. Dies entdeckten Forscher nun durch die DNA-Analyse der in Ashkelon gefundenen Knochen: Auf einem Philister-Friedhof wurden in dieser West-Israelischen Stadt 108 Skelett-Teile entdeckt. In zehn davon war noch reichlich DNA vorhanden.
Die Gen-Analyse entschlüsselte die Herkunft dieser Populationen in der ehemaligen Hafenstadt aus der Eisenzeit. Ausgrabungsleiter Daniel Master vom «Wheaton College» in Illinois spricht von einer «aussergewöhnlichen» Entdeckung: «Wir fanden heraus, dass die Philister, die in der Eisenzeit anwesend waren, einen Genom-Teil hatten, der bei den Völkern, die in der Bronzezeit dort lebten, nicht existierte. Dieser Teil des Genoms scheint vom europäischen Genom abgeleitet zu sein.»
Plötzlich aufgetaucht
Archäologen aus aller Welt arbeiten seit 150 Jahren an diesem Thema. «Mit den uns nun vorliegenden DNA-Ergebnissen können wir sagen, dass diese Menschen Einwanderer waren, die im 12. Jahrhundert in diese Region kamen.»Diese Studie beweise auch, dass die Philister, ein Volk, das vor 2600 Jahren verschwand, nicht beschnitten wurden und Schweinefleisch und Hunde assen.
Die Skelete aus der Philister-Zeit zeigen 25 bis 70 Prozent DNA-Erbe von südeuropäischen Vorfahren. Und die engsten Übereinstimmungen gelten den alten Menschen aus der Ägäis, Sardinien und Iberien.
Sie lebten Seite an Seite
Die verbleibende DNA stammt von Einheimischen, was darauf hindeutet, dass sich ihre europäischen Vorfahren schnell mit ihren neuen Nachbarn gepaart hatten. Tatsächlich deuten zwei Töpferstile in benachbarten Häusern darauf hin, dass Philister und Levantiner in Ashkelon Seite an Seite lebten. Bereits 200 Jahre später entsprach die DNA von drei Erwachsenen, vermutlich Philistern, vollständig derjenigen der lokalen Levantiner. Die Mischehe habe das genetische Erbe der europäischen Einwanderer überflutet, meint Paläogenetiker Johannes Krause.
Mit der Studie «haben wir endlich einen echten wissenschaftlichen Beweis dafür, dass Menschen aus Europa nach Ashkelon gezogen sind», sagt Kristian Kristiansen, Archäologe an der Universität Göteborg in Schweden.
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