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Mit der Missionsgesellschaft Bethlehem wird die grösste und bedeutendste katholische Missionsgesellschaft der Schweiz erfasst, die mit Südrhodesien über ein ausgedehntes Missionsgebiet auf dem afrikanischen Kontinent verfügte. Der Untersuchungszeitraum des Projekts reicht vom Ende des Ersten Weltkrieges bis zur formalen Unabhängigkeit Rhodesiens 1980. Mit dieser Längsschnittperspektive werden die Transformationen der SMB und der katholischen Mission in der Schweiz erfasst und die grundlegenden Veränderungen kontextueller Bedingungen berücksichtigt, die aus globalgeschichtlicher Perspektive durch den Übergang von der kolonialen zur nachkolonialen Epoche bestimmt waren und sich auch auf die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in Südrhodesien auswirkten. Mit der Untersuchung der SMB wird die bisher vor allem auf protestantische Missionen konzentrierte Forschung um einen wichtigen Akteur der kolonialen und nachkolonialen Missionsgeschichte erweitert.
Indem das Projekt nebst den Institutionen und Tätigkeiten der SMB insbesondere auf die interaktiven Dimensionen des missionarischen Einsatzes in Südrhodesien fokussiert, erlaubt der Blick auf die missionarischen Begegnungen zum einen die Analyse von sozialen Beziehungen, Machtverhältnissen und institutionellen Settings sowie von Interventionen, Praktiken und Vermittlungskanälen verschiedener Akteure. Zum anderen fragt das Projekt nach den Vorstellungen, Wissensbeständen und Deutungsmustern, die bei den Missionary Encounters verhandelt, in Frage gestellt und rekonfiguriert wurden und damit nach den in den Wechselbeziehungen zwischen SMB Missionaren und lokaler Bevölkerung in Südrhodesien generierten Narrationen und Repräsentationen.