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Kommentar: Vera Saller
Fernando Solanas ist nicht nur ein eminent politischer, sondern auch ein bildgewaltiger und kreativer Vertreter des lateinamerikanischen Drittwelt-Kinos. "Sur" schildert die Nacht der Rückkehr eines Genossen, der die Zeit der Diktatur nicht im Exil (wie der Regisseur), sondern im Gefängnis verbracht hat. Floreal, die Filmfigur, irrt durch die leeren Strassen von Buenos Aires. Er erlebt Entfremdung und Heimweh und zweifelt, ob er in sein früheres Leben zurückkehren kann. In seiner existentiellen Auseinandersetzung mit den Traumata wird der Protagonist von einem Freund aus dem Totenreich begleitet. Negro, einer der ersten getöteten Opfer der Diktatur, entflieht dem langweiligen Reich der Toten, um für eine Nacht zu den Lebenden zurückzukehren. Dieser Charon der Lebensfreude spielt im existentiellen Drama eine Rolle, die mit jener des Psychoanalytikers vergleichbar ist.