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| Armenische Väter - Wider die Irrlehren (De Deo)

Zweites Buch: Widerlegung des persischen Heidentums.
5.
Ferner sagen sie: „Die Barsomszweige, welche er in seinen Händen hielt, gab er seinem Sohn Ormizd und sagte: Bisher brachte ich deinetwillen das Opfer, von jetzt ab sollst du es meinetwillen tun.“ Nun, wenn er für ihn deshalb Opfer brachte, daß er einen Sohn erhalte, weshalb sollte Ormizd für ihn Opfer darbringen? War ihm von irgendeiner Seite Furcht eingeflößt worden, und befahl er ihm deshalb, seinethalben das Opfer zu vollziehen? (Fürchtete er etwa), es werde vielleicht jener, von dem er den Sohn erbeten hatte, dafür, daß er ihm den Sohn gegeben, ihn als seinen Teil (Zoll) nehmen? Hätte er das im Sinne gehabt, so konnten die Barsomszweige nicht helfen; und als er die Barsomszweige abgab, sagte dieser nicht, du sollst mir opfern, um zu zeigen, daß jemand war, welchem er um den Sohn das Opfer dargebracht hatte. Und dem Sohn befahl er, wegen seiner jenem das Opfer darzubringen.
War über ihm und dem Sohn jemand, dem sie das Opfer darbrachten, dann mußte jener für die Ursache gelten und für den Schöpfer von allem und nicht Zerwan die Ursache von Ormizd und Ahriman, und diese als die Schöpfer des Bösen und des Guten. Konnte nicht vielmehr jener, welcher über Zerwan stand, statt Zerwan einen Sohn als Schöpfer zu geben, von sich aus selbst Himmel und Erde, und was in ihnen ist, erschaffen, wie es schon oben bemerkt wurde, und (so) seine Macht und Güte offenbaren? Oder wenn er Furcht hatte vor seinem [S. 92] Sohn Ahriman und er deswegen die Barsomszweige Ormizd gab, damit er mit ihnen dem Höheren das Opfer darbringe und er von Besorgnis frei werde, so mußte doch sicherlich jemand da sein, dem er das Opfer darbrachte. War also jemand da, dem ein Opfer gebührte, dann war folglich Zerwan nicht ewig, sondern verdankt einem (andern) sein Dasein. Somit wird es nötig zu fragen, durch wen er wurde, und wer derjenige war, dem er selbst das Opfer darbrachte, und wer derjenige, dem zu opfern er seinem Sohn seinetwillen befahl. Denn es ist nicht möglich, daß etwas zu sein anfange, wenn es nicht das Sein von einem anderen empfängt. Gott allein besitzt die Macht, aus nichts zu schaffen, wie er will. Und nun, wer (anderes) sollte der Schöpfer Zerwans sein als Gott, dem er opferte? Der ihm auch in der Weise den Sohn gab, daß er Himmel und Erde und was in ihnen ist, erschaffe. Nur wäre das wunderbar, daß er nicht selbst schafft, aber die Macht hat, dem Sohn Zerwans die Schöpferkraft zu verleihen.
Sie behaupten freilich, es war keiner da, dem Zerwan opferte. War dem so, dann war auch Zerwan nicht. Und es ist in hohem Maße lächerlich, daß, der nicht war, denen, die nicht waren, Opfer brachte für solche, die nicht waren.