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Trotz schlechten Wetters entschlossen sich 9 Marooner nach Genf zu fahren.
Mit im Gepäck war auch ein Abtrünniger, der letzten Sonntag zu Hause (!) geblieben war, anstelle sich in Baulmes den Allerwertesten abzufrieren.
Gespräche, geprägt von purer Erotik waren das Ergebnis einer langen Hinfahrt, bei der auch ÖV-Technisch in Genf improvisiert werden musste.
Dazu kam die Abstimmung, die die Schweiz schon seit längerem diskutieren lässt.
Wie sollen die Haare von Sabi getragen werden?
Das Ergebnis beim vorgezogenen Wahlsonntags war klar und so setzten sich die Anhänger der langen Haarpracht klar mit 5 zu 3 Stimmen (3-Mal Sabi), bei einer Enthaltung, gegen die Freunde des modischen Kurzhaarschnitts durch.
Beim Stadion dann die grosse Überraschung. Die Section Grenat verkündete, dass sie das Spiel heute boykottieren werde, um Solidarität gegenüber ihren 4 Mitgliedern zu zeigen, die Aufgrund von Vorkommnissen bei den Spielen gegen Schaffhausen und Lausanne-Sport offenbar zu Unrecht Stadionverbote erhielten. Während der grösste Teil der Section Grenat ausserhalb des Stadions blieb, machten wir uns auf ins Innere des zukünftigen „Servette-Tempels“.
So startete das Spiel, ohne den verletzten Julian Esteban, vor einer trostlosen Nordtribüne, auf der der Abschnitt in dem die Section Grenat normalerweise steht abgesperrt wurde.
Die ersten 15 Minuten blieben ruhig. Dann setzte sich Eudis nach einem Zuspiel von Vitkieviez gegen seinen Gegenspieler durch und spitzelte den Ball über den herausstürmenden Torhüter an die Latte.
Das Spiel war geprägt von vielen individuellen Fehlern auf beiden Seiten, was bedeutete, dass vorerst die vielen Fehlentscheidungen von Schiedsrichter Bieri und die Nicklichkeiten der Tessiner Spieler Diallo und Hassell die einzigen Aufreger waren.
In der 27. Minute wurde dann plötzlich im Locarno-Sektor gejubelt. Hassell flankte den Ball auf den am zweiten Pfosten wartenden Aguirre, der den Ball mit einem Volley im Tor unterbrachte. Das 0:1 für den Angstgegener Locarno (Letzte 4 Spiele, 3 Niederlagen und 1 Untentschieden).
Servette musste reagieren und schaffte es auch. Nur drei Minuten nach dem 0:1 spielte sich Vitkieviez zusammen mit Nater auf der rechten Seite frei. Vitkieviez brachte den Ball halbhoch zur Mitte, wo M’Futi goldrichtig stand und zum 1:1 traf.
Gleich danach kam Locarno zu einer guten Chance. Diallo scheiterte mit seinem Flachschus aber am gut reagierenden Gonzalez. So endete die wenig herzerwärmende erste Halbzeit mit einem 1:1 das beide Teams voll und ganz verdient haben.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit konnte ein von Eudis abgelenkter De Azevedo-Freistoss vom Locarno-Schlussmann Mitrovic abgewehrt werden. Es sollte nicht der einzige gefährliche Freistoss von De Azevedo an diesem Nachmittag sein. Denn kurz darauf legte sich der Brasilianer den Ball wieder hin. Diesmal zirkelte er das Leder aber direkt aufs Tor und wurde prompt belohnt. Der Ball flog wunderschön in die obere rechte Ecke, was die 2:1-Führung perfekt machte.
In der 67. Minute konnte Nater alleine auf das gegnerische Tor stürmen. Mitrovic kam aus dem Tor und verkürzte geschickt den Winkel. Nater liess sich davon aber nicht beeindrucken und spielte uneigennützige Vitkieviez den Ball zu, welcher den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste.
Das 3:1 beflügelte die Genfer. Joker Karanovic und De Azevedo verpassten kurz hintereinander 3 gute Chancen um die Führung zu erhöhen.
Mittlerweile wurde auch die (sehr gutmütig geschätzte) Zuschauerzahl von 5‘053 Zuschauern verkündet.
Nach einer Unsicherheit von Gonzalez in der 81. Minute kam Locarno in der Person von Hassell zu einer sehr guten Chance. Der Spanier traf bloss neben das torhüterlose Tor.
Servette konnte danach das Spiel wieder unter Kontrolle bringen. Eudis vergab nach 87 Minuten eine weitere gute Chance mit einem Kopfball genau auf den Torhüter. Rüfli versuchte sich eine Minute später mit einem Hammer aus der Distanz. Sein Schuss flog allerdings am Tor vorbei und lädierte bloss eine Werbebande.
In der Nachspielzeit kam der grosse Auftritt von Servette-Urgestein Tibert Pont. Pont, für Vitkieviez eingewechselt, lief sich im Rücken der Abwehr frei und wurde hoch von Nater angespielt. Die Nummer 6 erwischte den Ball volley aus vollem Lauf und traf Haargenau ins lange Eck.
Riesen Jubel bei ihm, ware er doch einige Zeit verletzt. Mit diesem 4:1 endete die Partie auch. Servette kriegt ohne wirklich zu glänzen weitere 3 Punkte auf das Konto und bleibt an der Spitze dran.
Nun gings wieder an die Heimreise. Stephi und Peter hatten den Toto geknackt (wenn auch mit einer nicht allzuschönen 4 ;-) ).
Jedenfalls gab es deshalb noch eine Runde Bier und eine richtig prickelnde Runde Sex-Talk vom feinsten. Es wurde aber auch über anderes diskutiert. So wurde auch offiziell bestätigt, dass sich Alex, Stephi, Steini und Peter bei einem Aufstieg die Haare Grenat färben lassen werden.
Schliesslich begannen sich die Wege in Olten zu trennen und für die sonst schon scharfen Servettiens / Servettiennes ging es ab ins Bett oder aufs Bärenfell. ;-)
Servette FC – FC Locarno 4:1 (1:1)
Stade de Genève : 5‘053 Zuschauer Schiedsrichter : Alain Bieri
Tore : 27‘ Aguirre (0:1), 30‘ M’Futi (1:1), 58‘ De Azevedo (2:1), 67‘ Vitkieviez (3:1), 92‘ Pont (4:1)