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Indien und die Schweiz pflegen enge und dynamische Beziehungen, die Ausdruck in einer Vielzahl von Abkommen und Verträgen sowie zahlreichen diplomatischen Kontakten auf hoher Ebene finden. Die vielseitige Partnerschaft zwischen der Schweiz und Indien umfasst die Zusammenarbeit in mehreren Bereichen, darunter Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Kultur.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Indien
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Indien gehört zu den wichtigsten Handelspartnern der Schweiz in Asien. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern werden durch regelmässige hochrangige Kontakte und Besuche gefestigt.
Die Schweiz und Indien haben zahlreiche bilaterale Abkommen unterzeichnet, z. B. in den Bereichen Handel, Entwicklungszusammenarbeit, Grundbildung und Berufsbildung, Visa, Migration, Luftverkehr, Investitionen, Finanzen, Steuern sowie Wissenschafts- und Technologiezusammenarbeit.
Um den indischen und schweizerischen Staatsangehörigen, Unternehmen, wissenschaftlichen Partnern und kulturellen Akteuren einen leichteren Zugang zu diesen Dienstleistungen zu ermöglichen, unterhält die Schweiz ein weitverzweigtes Vertretungsnetz in ganz Indien.
2018 feierten die Schweiz und Indien das 70-jährige Bestehen des bilateralen schweizerisch-indischen Freundschaftsvertrags.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Indien ist der viertgrösste Handelspartner der Schweiz in Asien und der wichtigste Handelspartner in Südasien.
Die Schweizer Exporte nach Indien beliefen sich 2018 auf 17,4 Milliarden CHF und betrafen hauptsächlich Edelmetalle, Maschinen sowie pharmazeutische und chemische Produkte. Die Schweizer Importe aus Indien, namentlich Chemikalien, Textilien, Edelmetalle und Agrarprodukte, beliefen sich 2018 auf 1,83 Milliarden CHF. Die Schweizer Direktinvestitionen in Indien betrugen Ende 2016 4,7 Milliarden CHF. Etwa 250 Schweizer Firmen sind mit Joint Ventures, Tochtergesellschaften oder Niederlassungen in Indien präsent.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Im Jahr 2003 wurde ein Abkommen über Wissenschaft und Technologie unterzeichnet, 2012 folgte ein Memorandum of Understanding über die Zusammenarbeit in den Sozialwissenschaften. Die von den erwähnten Abkommen abgedeckten Tätigkeiten werden über das Indo-Swiss Joint Research Programme umgesetzt.
Swissnex Indien in Bangalore hat den Auftrag, ein dichtes Netz von Beziehungen zwischen der Schweiz und Indien in den Bereichen Wissenschaft, Bildung, Kunst und Innovation aufzubauen.
Indien ist ein Schwerpunktland, was die Vergabe von Bundes-Exzellenz-Stipendien an junge Forscherinnen und Forscher betrifft.
Die «Swiss Vocational Education and Training Initiative India» wurde zur Feier des 60. Jahrestags des schweizerisch-indischen Freundschaftsvertrags im Jahr 2008 lanciert.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) unterstützt die Entwicklung Indiens seit 1961. Die klassische bilaterale Entwicklungszusammenarbeit wurde vor einigen Jahren allmählich abgebaut, doch die DEZA bleibt über ihre Globalprogramme in Indien aktiv. Der Hauptakzent der Tätigkeiten liegt gegenwärtig auf der Problematik des Klimawandels. Die Schweiz ist bestrebt, zur klimaverträglichen Entwicklung Indiens beizutragen.
Die DEZA unterstützt ausserdem die Zusammenarbeit bei globalen Problemen wie Ernährungssicherheit, Wasser und urbaner Such- und Rettungsdienst (Urban Search and Rescue, USAR).
Kulturaustausch
Die Schweiz und Indien blicken auf langjährige kulturelle Beziehungen zurück. Zahlreiche Kunstschaffende und Forschende aus der Schweiz waren auf dem indischen Subkontinent aktiv, namentlich Le Corbusier (Architekt) und Alice Boner (Malerin, Bildhauerin und Kunsthistorikerin). Indische Filmproduzenten wie Yash Chopra haben beliebte Hindi-Filme in den Schweizer Alpen gedreht und so die Schweiz und Indien einander nähergebracht.
Die Eröffnung des Verbindungsbüros der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia in Neu Delhi im Jahr 2007 hat den kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern weiter Auftrieb verliehen
Schweizerinnen und Schweizer in Indien
Ende 2018 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 660 Schweizerinnen und Schweizer in Indien, darunter 165 Personen mit Doppelbürgerschaft.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Schweiz anerkannte Indien nach dessen Unabhängigkeit 1947 und nahm diplomatische Beziehungen auf. Während der Auseinandersetzungen um Bangladesch vertrat die Schweiz zwischen 1971 und 1976 die Interessen Indiens in Pakistan und jene Pakistans in Indien. Indien verfügt über eine Botschaft in Bern sowie Generalkonsulate in Genf und Zürich.
1851 wurde in Basel und Mumbai das Handelshaus Volkart gegründet, das sein Filialnetz in Indien rasch ausbaute und seine Aktivitäten diversifizierte. Es wurde zum Rückgrat der wirtschaftlichen und konsularischen Präsenz der Schweiz in Indien. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stieg die Zahl der in Indien tätigen Schweizerinnen und Schweizer stark an.