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Josef Raemy hörte auf viele Namen. Einige nannten ihn Josi oder Josa, andere Seppi, wieder andere Seppù, später wurde er auch mit John angesprochen.
Am 5. März 1945 kam Josef als dritter Bub der Familie Lucie und Heinrich Raemy-Riedo in Plaffeien auf die Welt. Sein Vater arbeitete als Wegknecht, als Bauarbeiter und als Holzer. Lucie Raemy-Riedo, Josefs Mutter, war die Tochter des Wildhüters Xaver Riedo. Sie arbeitete als Handarbeitslehrerin in der Lichtena, musste diesen Beruf aber aufgeben, weil damals verheiratete Handarbeitslehrerinnen in der Schule nichts zu suchen hatten. Also wurde sie Modistin und betrieb ein kleines Kranz- und Hutgeschäft in Plaffeien.
Immer deutlicher entwickelte sich sein Berufswunsch. Er wollte Sportlehrer werden. Der Weg zu diesem Ziel führte über das kantonale Lehrerseminar in Freiburg. Also trat er 1960 in diese Schule ein. Der Betrieb und die Ausbildung im Lehrerseminar entsprachen aber ganz und gar nicht Josefs Vorstellungen. Nach zwei Jahren Internat hatte er die Nase voll und trat aus. Das bedeutete eine berufliche Neuorientierung. Josef entschied sich, Chemie-Laborant zu werden. In der Firma Ciba in Basel fand er eine Lehrstelle.
In der damals aufstrebenden Firma Ciba-Fotochemie in Marly fand der frischgebackene Chemie-Laborant gleich nach der RS eine Stelle. Er arbeitete im Forschungsdepartement für Farbstoffe und war an einigen Erfindungen im Bereich Farbstoffe persönlich beteiligt.
In seiner Freizeit war Josef als erfolgreicher Leichtathlet aktiv. Im Winter war er an den Wochenenden auf den Schipisten anzutreffen.
Nach zehnjähriger Bekanntschaft gaben sich John und Beatrix Bittner, Damencoiffeuse in Plaffeien, 1975 das Jawort.
Im Konservatorium Freiburg nahm er Gesangsunterricht. Aber nicht nur die klassische Musik interessierte ihn. Er war auch für eine kurze Zeit Sänger in der Toni’s Jazzband.
1974 hat er erfolgreich den Wirtekurs absolviert, und nachher arbeitete er bis 1978 im Restaurant Bauernhof in Ulmiz. Hier machte er sich mit der Praxis im Gastgewerbe vertraut. Als im Jahre 1978 das Restaurant «Weisses Kreuz» in Cordast zur Pacht ausgeschrieben wurde, entschlossen sich Josef und seine Frau Beatrix, die Wirtschaft zu übernehmen. Während zehn Jahren haben sie in Cordast gewirtet. Ab 1988 war Josef wieder in einem Labor anzutreffen, diesmal bei der damaligen Firma Baxter.
1997 erkrankte Josef an einem Krebsleiden. Er musste schwierige Behandlungen über sich ergehen lassen. Er überwand jedoch die Krankheit mit grosser Tapferkeit und Gelassenheit. Im Mai 2006 musste er seine Arbeit aus gesundheitlichen Gründen endgültig aufgeben. Mitte Oktober 2008 wurde eine Einweisung ins Kantonsspital Freiburg unumgänglich. Trotz aller medizinischen Massnahmen und liebevoller Pflege wurde er immer schwächer. In den Armen seiner Gattin erlag Josef, in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, 7. November, seinem Leiden. Eing.