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Fotografien von George Bruderer und Karl Wolf
Ausstellung vom 22. Januar bis 30. April 2007
Die Ausstellung im Museum für Lebensgeschichten, im Hof Speicher, zeigt Fotografien von George Bruderer aus Speicher und Karl Wolf aus Trogen. Beide Fotografen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen ihrer Dörfer zu dokumentieren.
Zudem sind in der Ausstellung Blindzeichnungen zum Thema Portrait zu sehen, die die Klasse 1c der Kantonsschule Trogen erstellt hat. Die Schüler haben einander ohne aufs Blatt zu schauen gezeichnet. Dies als frischen Gegensatz zu den Fotografien von meist älteren Menschen.
George Bruderer wurde 1948 in Speicher geboren und wohnte dort bis 2005. Seit September 2005 lebt er in Morciano di Leuca, Italien. Er arbeitet als Gestalter und Olivenbauer.
Die Fotografien, die in dieser Ausstellung zu sehen sind, entstanden etwa um 1970. George Bruderer wollte seinem Jungendfreund Tschäzzer (Pfarrerssohn Walter Müller), der den Plan hatte nach Neuseeland auszuwandern, ein Andenken mitgeben. So ging er mit einer weissen Leinwand in Speicher von Haus zu Haus und fotografierte Leute, die Speicher und die Jugend von Tschäzzer und George prägten. Direkt aus ihrem Alltag heraus, wurden die Speicherer vor der Leinwand abgelichtet. So entstand 1970 ein Bildband, von dem einer in der Ausstellung ist und der andere in Neuseeland, bei Tschäzzer steht.
Karl Wolf wurde 1934 in Bern geboren. Er wuchs in Bern und Ostermundigen auf und absolvierte eine Fotografenlehre. Nach Abschluss der Lehre bekam er eine Anstellung in einem Werbe-Fotoatelier und blieb dort fünf Jahre. Ab 1958 war Karl Wolf für folgende Zeitschriften als freier Pressefotograf tätig: Berner Tagblatt, Emmentaler-Tagblatt, Radio-Zeitung, Die Woche, Sie und Er, Die Frau.
Ab 1962 wirkte er bei verschiedenen Filmproduktionen als Standfotograf und Assistent in Zürich mit, unter anderem Circarama für die EXPO 64 und anderen Filmprojekten. Später arbeitete er als Kameramann bei Dokumentar- und Werbefilmen. Bei den Spielfilmen Polizist Wäckerli in Gefahr und Pfarrer Iseli war er Chef-Kameramann.
1975 kehrte Karl Wolf dem Filmmetier den Rücken und fand mit seiner damaligen Frau beim Schweizerischen Arbeiterhilfswerk SAH als Heimleiter im Ferien- und Bildungsheim Lindenbühl eine neue Herausforderung.
1983 plante er den Wiedereinstieg in seinen erlernten Beruf und richtete in Trogen ein Fotoatelier ein. Er machte vor allem Portraits aber auch Aufnahmen für Gewerbe, Industrie und Institutionen. Nebenbei versuchte er Trogen und seine Bewohner mit Schwarzweiss-Aufnahmen zu dokumentieren.
Die meisten Fotos dieser Ausstellung sind von 1980 -2000 entstanden.