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Der Sohn des Bäckers, ein Teenager namens Gerard (François Lafarge), gehört zu einer Gruppe Halbstarker, die schon des Öfteren in Konflikt mit der Polizei geraten sind. Zudem ist Gerard für die Auslieferungen zuständig, wobei er Balthasar wiederholt schlägt und ausnutzt, bis er auf Marie trifft, die er in einer Beziehung mit ihm zwingt. Während Balthasar krank wird und schon bald nicht mehr richtig laufen kann, sieht sich Marie ausserstande, die Beziehung zu Gerard zu beenden, auch wenn dieser sie nur benutzt. Als dann noch Jaques (Walter Green), der Sohn des ehemaligen Besitzers der Farm, zurückkehrt und seine Kindheitsliebe Marie heiraten will, ist sie eine Andere geworden und weiss nicht, ob sie auf sein Angebot, ihrem bisherigen Leben zu entfliehen, noch eingehen kann.
Das Leid des LebensIm Kino des französischen Filmregisseurs Robert Bresson ist das Leid eines der Hauptthemen. Neben einem erhöhten Fokus auf das Schauspiel setzte Bresson ästhetisch auf eine minimalistische Darstellung, die sich besonders in Werken wie Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen oder Pickpocket zeigt. Nachdem Der Prozess der Jeanne d’Arc wenig Anklang bei der zeitgenössischen Kritik gefunden hatte, war dies vielleicht ein willkommener Anlass für den Regisseur, seinen Ansatz generell zu überdenken. Inspiriert von einer Episode aus Fjodor Dostojewskis Roman Der Idiot sollte Zum Beispiel Balthasar eine Geschichte über das Leid als Thema der Existenz generell werden. Das Endergebnis, was von vielen Kritikern gerne als einer der besten Filme des Franzosen gehandelt wird, ist gleichzeitig ein pessimistisches Bild der Welt, in der nur die Starken das Sagen haben.
Wie schon der Titel deutlich macht, liegt Zum Beispiel Balthasar eine parabelhafte Struktur zugrunde. Das Tier, welches wiederholt geschlagen, ausgepeitscht und anderweitig verletzt wird, wehrt sich zu keiner Zeit, es erträgt die Schläge und Gemeinheiten der Menschen, lediglich das gelegentliche Eselsgeschrei mag an die Qualen erinnern, die dieses Wesen ausstehen muss. In der Logik der Welt, wie sie Bresson beschreibt und inszeniert, gibt jenes Geschrei nur Anlass zu härterer Arbeit, zu schlimmeren Repressalien, wie dem Zuschauer dann wieder in teils unerträglichen Bildern klargemacht wird. Anders als in seinen vorherigen Werken, gibt es keine Erzählinstanz, die eine Distanz zum Geschehen möglich machen würde, was die emotionale Wucht des Geschehens verstärkt.
Das verhärtete HerzDie Landschaft, welche die Kamera Ghislain Cloquets einfängt, ist passenderweise trostlos und karg, gibt wenig Fluchtmöglichkeiten aus einem Kreislauf, in dem die Starken regieren. Bressons Skript zieht eine Parallele zu dem Schicksal Maries und ihrer Familie, die durch den Kontakt mit der Welt immer weiter in den Ruin getrieben werden, zu Aussenseitern werden und wiederholt gedemütigt werden. Besonders Anne Wiazemskys Darstellung zeigt die Entwicklung eines Menschen, der sich emotional immer weiter abschirmt, geradezu verhärtet, wenn man es so nennen kann.
Auf der anderen Seite spielen Darsteller wie François Lafarge, der hier das erste Mal vor der Kamera steht, die Ausbeuter, die Brutalen und die Starken, deren Sadismus Bresson als beinahe logische Konsequenz einer Welt zeigt, die ein solches Verhalten begünstigt.
Frankreich
1966-
95 min.
Regie: Robert Bresson
Drehbuch: Robert Bresson
Darsteller: Anne Wiazemsky, François Lafarge, Philippe Asselin
Produktion: Mag Bodard
Musik: Jean Wiener
Kamera: Ghislain Cloquet
Schnitt: Raymond Lamy