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Marc Castan heisst der Mann der Stunde. Ein ruhiger, zurückhaltender Mensch, der sich dem vin naturel verschrieben hat. Auf seinem Weingut findet man keine Chemie, weder im Anbau noch in der Vinifikation. Auch sonst geht er eigene Wege und keltert in einem der wärmsten Gebiete des Südens eher leichte und frische Weine.
Die Fitous waren die ersten AOC-Gebiete des Languedocs und sind Enklaven der Corbières. Wie angetönt, gibt es derer zwei und sie befinden sich ziemlich genau zwischen Narbonne und Perpignan. Das eine liegt fast direkt am Meer zu Beginn des Hügelzuges (Fitou Maritime) und das andere auf der gegenüberliegenden Seite im Landesinnern (Fitou les Hautes Terres). Steinige, karge Böden, wenig Niederschlag und viel Wind, das gibt Weine welche locker zwischen 14 und 15.5 Volumen Prozent Alkohol erreichen.
Marc Castan liest seine Trauben absichtlich früher um leichte, frische und fruchtige Weine zu erhalten. Da er aber weder Schwefel noch sonstige Zusatzstoffe verwendet, erhält man Weine, die sich anders verhalten und nebst den Beeren, auch animalische Duftnoten aufweisen.
Die Region
Languedoc bedeutet übersetzt aus dem Französischen "Langue" und vom Okzitanischen "Oc" die "Ja-Sprache". Oder im Falle der Weinregion auch ein hervorgehobenes, ausgesprochenes Ja und nicht nur ein stilles Ok. Das Languedoc ist eine historische Provinz im mittleren Teil Südfrankreichs zwischen Rhone und Garonne. Es erfasst einen grossen Teil der heutigen Region Okzitanien sowie das Département Ardèche und Teile der Haute-Loire. Ihre Hauptstadt war das chique Toulouse. Die wichtigsten Städte oder Städtchen der Region sind zudem Montpellier, Nîmes, Béziers, Narbonne, Albi, Carcassonne und Sète.
Was den Wein angeht blickt das Anbaugebiet Languedoc auf eine lange Tradition zurück. Im 19. und 20. Jahrhundert gab es mehrere einschneidende Veränderungen im Anbau. Durch Reblaus und Mehltau wurde der Anbau stark geschädigt, daher begann man in den 60er Jahren gezielt ertragreiche Sorten anzubauen. So wurde die Region zwar sehr bedeutend für die Weinproduktion Frankreichs, dem Wein haftete aber ein schlechtes Image an, nämlich das eines "Billigweins". Hauptverantwortlich dafür war auch der weite Produktionsüberschuss in den 70er Jahren, der als "Weinsee" bekannt wurde. Man musste umdenken und begann sich wieder auf die Qualitätsweine zu besinnen. Dieser Entwicklung wird von Kenner*innen respektvoll zugenickt, sie stellen heute einige Weinde des Languedoc qualitativ mit den besten Weinen aus Bordeaux gleich. Es ist wie in einer langen Liebesbeziehung, das Gebiet musste immer wieder neue Wege finden, spannend zu bleiben.