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Das Leben von Fritz Siegenthaler ist seit Kindertagen von harter Arbeit geprägt. Mit elf Jahren wurde er Verdingbub, danach Knecht, später selber Bauer. Heute ist er 84 und möchte noch möglichst lange mit seiner Frau in der trauten Umgebung leben.
Im Jahre 1934 wurde Fritz Siegenthaler in Trubschachen im Emmental geboren. Seine Eltern führten einen kleinen Bauernbetrieb, der aber zu wenig abwarf, um die siebenköpfige Familie über die Runden zu bringen. So kam er mit elf Jahren als ältester Sohn, wie es damals so üblich war, als Verdingbub zu Pflegeeltern, bei welchen er den Rest seiner Schulzeit verbrachte. Schicksalshaft für sein Leben war der Wechsel in den Kanton Zürich in die Gemeinde Schlatt. Ab 1950 arbeitete er hier bei dem Landwirt Hans Fankhauser im Haldenhof im Schäfer als Knecht – oder als «Dienstbote», wie man auch sagte. Er lernte Margrit Eggenberger kennen, die in der Breite Unterschlatt auf einem Bauernhof in der Nähe lebte. 1957 zog Siegenthaler auf den Landwirtschaftsbetrieb seiner zukünftigen Frau. Sie gründeten eine Familie und zogen vier Söhne gross.
Sein eigener Herr
Jetzt war er sein eigener Herr auf dem Hof mit etwa acht Hektaren Land, acht Kühen und Kleinvieh. Zehn Jahre lang hat er wie zu Gotthelfs Zeiten mit zwei Pferden alle Arbeiten ausgeführt, erst ab 1968 hielt das Maschinenzeitalter mit Traktor und Zubehör Einzug. Im Laufe der Zeit konnte noch etwas mehr Land dazugekauft oder gepachtet werden, sodass Siegenthaler bei seiner Pensionierung seinem Sohn Peter, der eine landwirtschaftliche Lehre absolviert hatte, den Hof nun mit zehn Hektaren und fünfzehn Kühen übergeben konnte. Noch immer aber ist der Rentner eine wertvolle Stütze beim Heuen oder im Stall. Allein verantwortlich ist er für die Hühner und die Holzbeschaffung für den Kachelofen und den Holzofen, auf dem seine Frau immer noch kocht. Es bleibt die Hoffnung, dass der Kleinbetrieb auch in Zukunft weitergeführt werden kann, auch wenn es immer schwieriger wird und die Vorschriften ständig zunehmen. Vielleicht wird einmal ein Enkel, welcher mit dem Beruf des Landwirts liebäugelt, sein Lebenswerk fortführen.
Im Dienste der Gemeinde
Zeitlebens hat Siegenthaler sich auch für die Gemeinde Schlatt engagiert, sei es als Feuerwehrmann oder als Gemeindearbeiter. Ab den Siebzigerjahren hat er so als «Chübelmaa» die Entwicklung der Kehrrichtabfuhr vom Ochsnerkübel bis zur Sackgebühr miterlebt. Angestellt von der Gemeinde sammelte er alle 14 Tage auf dem Kehrrichtwagen den Abfall ein. Als Abdecker war er für die Entsorgung von Kleintieren verantwortlich. Daneben leerte er Klärgruben oder half im Strassendienst Wintermarkierungen aufzustellen – da die Gemeinde Schlatt keinen vollamtlichen Gemeindearbeiter hat, wurde Siegenthaler für alle möglichen Arbeiten eingesetzt, wie Schneeräumung, Splitten, Laubwischen oder Strassenreinigung.
Seit dem Jahr 2000 ist Siegenthaler für die Entleerung der Hundetoiletten zuständig, die unter dem Namen «Robidog» bekannt sind. Vorher, als es nur fünf Standorte gab, wurden die Ausscheidungen jeweils direkt mit der Kehrrichtabfuhr mitgenommen. Unterdessen hat es aber 22 Robidog-Boxen, verstreut über das ganze Gemeindegebiet, vom Nussberg bis zum Fältsch. Vierzehntäglich fährt Siegenthaler die Standorte ab, leert die Boxen, und sorgt dafür, dass die darin enthaltenen 50 bis 60 Kilogramm Abfall schlussendlich bei der Kehrrichtabfuhr landen. In der Gemeinde Schlatt gibt es etwa 65 Hunde, dazu kommen aber noch auswärtige Hundebesitzer, die ihre Lieblinge in der schönen Schlatter Landschaft spazieren führen. Fritz Siegenthaler stellt den Hundebesitzern mehrheitlich ein gutes Zeugnis aus und lobt deren
Disziplin bei der Entsorgung der Häufchen.
Die Gemeinde ist froh, dass sie auf den rüstigen bald 84-Jährigen zählen kann, obwohl auch dieser das Alter spürt und etwas kürzertreten muss.