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Krebs ist eine der Hauptursachen krankheitsbedingter Todesfälle bei Hunden und Katzen. Dabei ist die Behandlung von Tumoren bei Kleintieren mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. So sind die Kosten für den Tierhalter hoch, meist Operationen nötig, der Zugang zu Chemo- und Strahlentherapien erschwert oder keine Arzneimittel vorhanden, die für die Veterinärmedizin zugelassen sind.
Die am zweithäufigsten diagnostizierte Krebsart und mit bis zu 21 Prozent aller Hauttumorfälle der am häufigsten auftretende bösartige Hautkrebs bei Hunden ist der Mastzelltumor. Der entwickelt sich am häufigsten als Knoten in der Haut oder im Unterhautgewebe, meist im Bereich des Rumpfes, der Pfoten oder des Kopfes. Vorwiegend ältere Hunde erkranken daran, einige Rassen wie der Boxer, der Golden Retriever oder die Französische Bulldogge sind gehäuft betroffen.
Die Behandlung der Wahl bestand bislang darin, die Mastzelltumore chirurgisch zu entfernen. Um eine komplette Beseitigung sicherzustellen, wird ein bis zu drei Zentimeter breiter Sicherheitsrand im gesunden Gewebe mitentfernt. Dies kann an gewissen Körperstellen, wie zum Beispiel an den Pfoten, am Schwanz oder am Kopf des Hundes, problematisch sein. Ausserdem ist für eine Operation immer eine Narkose notwendig, die gerade bei älteren Hunden und kurznasigen Rassen riskant sein kann.
Australische Pflanze macht Hoffnung
Nun bietet ein Wolfsmilchgewächs aus dem australischen Regenwald eine Alternative. Aus den Samen des Blushwood Trees (Fontainea picrosperma) kann ein Wirkstoff namens Tigilanoltiglat gewonnen werden, der den Kampf gegen Mastzelltumore revolutioniert. Australische Wissenschaftler konnten in langjähriger Forschungsarbeit nachweisen, dass Tigilanoltiglat in der Lage ist, das Immunsystem zu aktivieren, das Blutgefässsystem des Tumors zu zerstören und den Tod der Krebszellen herbeizuführen.
Seit Ende 2020 ist Tigilanoltiglat in der Schweiz für die Veterinärmedizin zugelassen. In der Krebstherapie bei Hunden wird der Stoff direkt in die Mastzelltumore injiziert. Dort bewirkt er innerhalb von vier bis sieben Tagen die vollständige Zerstörung des Tumors und der Krebszellen. Die dabei entstehende Wundhöhle wird innerhalb von vier bis sechs Wochen durch gesundes Gewebe und gesunde Haut geschlossen, wobei der Wirkstoff die Wundheilung stimuliert und die betroffene Stelle während des gesamten Prozesses vor Infektionen schützt.
Die Wirksamkeit der Methode ist hoch, wie eine Studie mit 123 Hunden ergeben hat: Bei 75 Prozent der vierbeinigen Patienten hatte sich der Mastzelltumor nach der ersten Behandlung vollständig aufgelöst, nach einer zweiten Behandlung waren es sogar 87 Prozent.