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Die GmbH ist eine Mischung zwischen einer AG und einer Kollektivgesellschaft. Sie eignet sich für Familienbetriebe und kleine bis mittelgrosse Firmen.
Die GmbH gehört zur Gruppe der Kapitalgesellschaften und eignet sich vorab für kleinere bis mittelgrosse stark personenbezogene Unternehmen.
Die GmbH eignet sich insbesondere für Familiengesellschaften (Besitzverhältnisse besser steuerbar, Einfluss auf Geschäftsführung grösser), Gesellschaften mit direktem Engagement der Kapitalgeber in der Geschäftsführung (Investoren können als Gesellschafter mit Treueverpflichtung eingebunden werden), Joint Ventures (Kontrolle über die Geschäftsführung gesellschaftsrechtlich und nicht nur durch Aktionärsbindungsverträge oder über die Wahl von Verwaltungsräten gesichert) sowie Konzerntochtergesellschaften (direkterer Einfluss der Mutter- auf die Tochtergesellschaft).
Mit dem Inkrafttreten der neuen Bestimmungen des GmbH-Rechts am 1. Januar 2008 muss die GmbH nicht mehr zwangsläufig für wirtschaftliche Zwecke zur Verfügung stehen. Sie kann ebenso ideelle sowie gemeinnützige Ziele verfolgen, ohne eine Gewinnmaximierung anzustreben. Somit stellt sie eine Alternative zur Vereinsform dar. Beispiele für gemeinnützige GmbHs sind u.a. in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Resozialisierung oder Umweltschutz anzutreffen.
Die GmbH ist eine Mischform aus Aktien- und Kollektivgesellschaft. Mit über 76'800 GmbHs steht diese Rechtsform an dritter Stelle in der Schweizer Unternehmenslandschaft, wobei der Trend dank des geringen Minimalkapitals von lediglich CHF 20'000.- steil nach oben zeigt.
Zur Gründung einer GmbH ist relativ wenig Grundkapital (mind. CHF 20'000.-) und nur 1 Person erforderlich Die Haftung beschränkt sich auf das (voll einbezahlte) Stammkapital. Der Geschäftsname kann frei gewählt werden, wobei der Zusatz "GmbH" aber enthalten sein muss. Eine GmbH kann ohne Liquidation in eine Aktiengesellschaft gewandelt werden.
Die Personen, die Entscheide festlegen, die der Arbeitgeber (GmbH, AG) trifft, oder solche, die diese Entscheide als Gesellschafter, Mitglied eines leitenden Organs oder finanzieller Anteilseigner in hohem Masse beeinflussen können, haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung. (Siehe Artikel "Arbeitslosenversicherung und arbeitgeberähnliche Stellung")
Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist eine Handelsgesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit (juristische Person).
Die GmbH entsteht mit dem Eintrag ins Handelsregister, dem die öffentliche Beurkundung der Gründung, die Genehmigung der Statuten, gegebenenfalls der Bestimmung der Geschäftsführung sowie deren Vertretung und (sofern kein Verzicht gemäss OR 727a II vorliegt) die Bestellung der Revisionsstelle vorangegangen ist (OR 777 - 779).
Als juristische Person entsteht eine GmbH erst mit dem Eintrag ins Handelsregister.
OR 779
Eine GmbH kann durch mindestens 1 Gesellschafter gegründet und betrieben werden. Gesellschafter können natürliche oder juristische Personen oder Handelsgesellschaften sein (OR 775).
Das Gesellschaftskapital (Stammkapital) von minimal CHF 20'000.-, aufgeteilt in Stammanteile mit einem Nennwert von mind. CHF 100.-, muss voll einbezahlt (liberiert) oder mit Sacheinlagen gedeckt sein. Jede Gesellschafterin und jeder Gesellschafter hat sich mit mindestens 1 Stammeinlage am Stammkapital zu beteiligen. Die Eigentümer der Einlagen müssen namentlich im Handelsregister eingetragen sein (OR 774, OR 777c I)
Die Gesellschafterversammlung als oberstes GmbH-Organ genehmigt unter anderem den Jahresbericht, wählt die Geschäftsführung und entscheidet über die Gewinn- bzw. Verlustverwendung.
Jeder Gesellschafter kann die Aufgabe der Geschäftsführung (2. Organ einer GmbH) übernehmen.
Als drittes Organ fungiert eine unabhängige Revisionsstelle. Diese prüft jährlich die Buchhaltung auf ihre Richtigkeit und verfasst darüber einen Bericht zu Handen der Gesellschafterversammlung.
Bei der GmbH haftet ausschliesslich das Gesellschaftsvermögen (OR 794).
In den Statuten können die Gesellschafter aber zu Nachschüssen verpflichtet werden. Diese dürfen nur zur Deckung von Bilanzverlusten, zur Ermöglichung der ordnungsgemässen Weiterführung der Geschäfte oder in den statutarisch umschriebenen Fällen verwendet werden und höchstens das Doppelte des Nennwertes des Stammanteils betragen (Art. 795a OR).
Eine GmbH kann per Gesellschafterversammlung die Erhöhung des Stammkapitals beschliessen. Die Stärkung der Eigenkapitalbasis geschieht in diesem Fall durch Aufnahme neuer Gesellschafter. Formal bedarf es einer Statutenänderung und des Eintrags ins Handelsregister (OR 781).
Auch eine Fremdfinanzierung mit Krediten und Darlehen ist bei einer Kapitalgesellschaft unter Erbringung von gewünschten Sicherheiten in der Regel möglich. Dabei bestimmt die Bonität die Höhe des vom Kreditnehmer zu entrichtenden Zinsfusses mit.
Neben den genannten gesellschaftsrechtlichen Möglichkeiten der Aufnahme externer Investoren gibt es Finanzierungsmöglichkeiten, die sich zwischen Fremd- und Eigenkapital bewegen. Solches Mezzanine-Kapital wird in Form von Wandel- und Optionsdarlehen, respektive Darlehen mit erfolgsabhängigem Zinssatz (partiarische Darlehen) gewährt.
Bei der GmbH haben die Gesellschafter einen Gewinnanspruch im Verhältnis zu ihrem Stammkapitalanteil, sofern in den Statuten nichts anderes vereinbart worden ist (OR 798, OR 801 in Verbindung mit OR 660, OR 804 I). Zinsen für das Stammkapital dürfen jedoch nicht bezahlt werden, da Stammkapital als Beteiligungskapital bewertet wird (OR 804 II).
Bei Verlusten verlieren Gesellschafter lediglich das Stammkapital, können aber - wenn die Statuten das vorsehen - zu Nachschüssen verpflichtet werden. Diese dürfen nur zur Deckung von Bilanzverlusten, zur Ermöglichung der ordnungsgemässen Weiterführung der Geschäfte oder in den statutarisch umschriebenen Fällen verwendet werden und höchstens das Doppelte des Nennwertes des Stammanteils betragen (Art. 795a OR).
Vom Jahresgewinn einer GmbH müssen 5% den gesetzlichen Reserven zugewiesen werden, bis diese kumuliert 20% des Stammkapitals ausmachen. Bei einem Jahresverlust entfallen die 5%-Zuweisung an die gesetzlichen Reserven. Die GmbH kann darüber hinaus auch sogenannte spezielle Reserven anlegen. (OR 671, OR 672).
Als Grunddividende sind 5% des Stammkapitals auszuscheiden. Eine über diese 5% hinaus gehende frei bestimmbare variable Ausschüttung wird Superdividende genannt. Darauf müssen wiederum gesetzliche Reserven in der Höhe von 10% der Superdividende gebildet werden.
Die Gewinnanteile für die Geschäftsführung (Tantiemen) fallen variabel aus und dürfen erst ausgeschüttet werden, wenn die Grunddividende ausbezahlt worden ist. Auch auf Tantiemen müssen gesetzliche Reserven in der Höhe von 10% der Tantiemen gebildet werden.
Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist zur Buchhaltung und Rechnungslegung gemäss den im Obligationenrecht (OR 957 ff.) definierten Regeln verpflichtet.
Eine GmbH, die in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren zwei der folgenden Schwellenwerte überschreitet, unterliegt der ordentlichen Revision (OR 727):
- Bilanzsumme: CHF 20 Millionen
- Umsatz: CHF 40 Millionen
- Vollzeitstellen: 250
Darüber hinaus müssen Publikumsgesellschaften und Gesellschaften, die zur Erstellung einer Konzernrechnung verpflichtet sind, auf jeden Fall eine ordentliche Revision durchführen.
Die übrigen unterliegen der eingeschränkten Revision. Sie können auch ganz auf eine Revision verzichten, wenn sie im Jahresdurchschnitt weniger als zehn Personen beschäftigen.
Die Besteuerung der GmbH erfolgt analog der Besteuerung der Aktiengesellschaft. Als eigenständige juristische Person werden einerseits der Gewinn und das Kapital der GmbH besteuert. Andererseits zahlt der Gesellschafter Vermögenssteuer auf seine Anteile und Einkommenssteuer auf Gewinnverteilungen (Dividenden).
Für die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist eine Eigenkapitalbasis von mindestens CHF 20'000 erforderlich. Zu diesem Stammkapital kommen die Kosten für eine Beratung zu den Gründungsmodalitäten hinzu, die sich auf CHF 600 bis 2'000 belaufen, die Notariatskosten für die Gründungsakten, zwischen CHF 700 und CHF 2'000, sowie eine Gebühr von CHF 600 für die Eintragung im Handelsregister (vorausgesetzt, das Stammkapital beträgt nicht mehr als CHF 200'000). Zudem muss die Gründerin oder der Gründer eine sogenannte "Stempelabgabe" in Höhe von 1% des Stammkapitals entrichten, wenn dieses CHF 1'000'000 übersteigt.
Weitere Informationen unter: Gründungskosten
Die Geschäftsführung bei der GmbH erfolgt durch alle Gesellschafterinnen und Gesellschafter gemeinsam, sofern dies nicht durch Statuten abweichend geregelt ist (OR 809).
Jede Geschäftsführerin, jeder Geschäftsführer ist zur Vertretung der Gesellschaft berechtigt. Via Statuten kann die Vertretung abweichend geregelt werden, jedoch muss mindestens 1 Geschäftsführungsperson zur Vertretung befugt sein (OR 814 f.).
Eine GmbH kann nur durch die schriftliche Übertragung der Stammanteile übertragen werden (OR 785). Die Abtretung von Stammanteilen braucht die Zustimmung der Gesellschafterversammlung. Sofern nicht durch Statuten anders geregelt, erfolgt die Zustimmung bei einem Quorum von mindestens 2 Dritteln der vertretenen Stimmen sowie bei der absoluten Mehrheit des gesamten Stammkapitals, mit dem ein ausübbares Stimmrecht verbunden ist (OR 786, 808b I Ziff. 4).
Materiell erfolgt die ganze oder teilweise Veräusserung des Geschäftsbetriebs durch die Übertragung der Aktiven und Passiven. Die Übernahme des Vermögens oder des Geschäftes von Gesellschaften mit beschränkter Haftung richtet sich nach den Vorschriften des Fusionsgesetzes (OR 181 IV). Für den Übergang von Arbeitsverhältnissen ist OR 333 bindend.
Die GmbH muss durch 1 Person vertreten werden können, die Wohnsitz in der Schweiz hat. Das kann ein ein Geschäftsführer oder ein Direktor sein (OR 814 III).
Weitere Informationen zum Thema "Unternehmensgründung durch ausländische Staatsangehörige":
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