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Gennadi Timtschenko kann einen höchst aussergewöhnlichen Lebenslauf vorweisen. In Armenien geboren, startete der diplomierte Elektroingenieur der Universität Leningrad (Sankt Petersburg) und Sohn eines sowjetischen Militäroffiziers seine Karriere 1977 in der Atomreaktorindustrie in Leningrad. In den 1980er Jahren arbeitete er im Aussenhandelsministerium, bevor er in die Privatwirtschaft wechselte.
Im Jahr 2000 gründete er mit seinem schwedischen Partner Torbjörn Törnqvist (66) Gunvor. Innert weniger Jahre wuchs die Genfer Firma zu einem der grössten Rohölhändler der Welt heran. Doch im März 2014 trat Timtschenko dem Schweden überraschend seine Anteile ab. Die Erklärung folgte kurze Zeit später: Sein Name fand sich auf einer Liste zusammen mit jenen Personen, gegen welche die US-Regierung im Zusammenhang mit der Präsenz Russlands auf der Krim Sanktionen verhängte.
Seither konzentriert sich Gennadi Timtschenko auf seine Beteiligungen im Energie-, Petrochemie-, Transport-, Bau-, Versicherungs-, Bank- und Landwirtschaftsbereich, die er über die Volga Group hält. So kontrolliert er insbesondere 17 Prozent an Sibur, dem grössten russischen Petrochemie-Konzern, sowie 23,5 Prozent an Novatek. Der russische Gasproduzent meldet erstklassige Resultate, die Aktien verzeichnen seit zwei Jahren eine veritable Hausse. Über die letzten 52 Wochen legten die Titel gegen ein Drittel an Wert zu, womit sich alleine das Novatek-Aktienpaket von Timtschenko um gut vier Milliarden Franken verteuerte. Doch auch die anderen Beteiligungen haben zugelegt.
(Stand: November 2019)