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04 19
Othella Dallas (US / CH) feat. Sam Burckhardt und Yvonne Moore (CH)
Einlass: 19:00 Uhr
Volkshaus Basel
Alles, nur nicht stillstehen wird Othella Dallas. Kann sie nicht, will sie nicht – Tanzen ist ihr Herzschlag. Geboren wurde sie 1925 in Memphis. Mit fünf Jahren wurde sie von ihrer Mutter, der ersten im Radio zu hörenden afroamerikanische Pianistin, auf den Esstisch gehoben mit der Aufforderung, Stepp zu tanzen. Ihr Babysitter war kein Geringerer als W.C. Handy, einer der Urväter des Blues (seine Komposition «Memphis Blues» von 1912 gilt als erster veröffentlichter Blues-Song der Geschichte). Während Grossmutter einkaufen ging, liess sie Othella in der Beal Street bei W.C.; der sang dem Mädchen seine Stücke vor und sagte: «Okay Girl, Stepptanz, Digidigidigidi ...!» Mit 19 wurde ihr Tanztalent von der legendären Choreografin Katherine Dunham entdeckt. Othella verfeinerte ihre Kunst in New York und reiste nach Europa, wo sie 1949 in Paris den Schweizer Peter Wydler kennenlernte, heiratete und schliesslich eine zweite Karriere als Jazzsängerin begann. Othella Dallas sang und tanzte mit Stars wie Edith Piaf, Sammy Davis Jr., Cole Porter, Quincy Jones, King Curtis oder Nat King Cole, erhielt von Duke Ellington zwei Songs auf den Leib geschrieben – und trat im legendären Apollo Theatre in Harlem auf. 1960 liess sie sich in der Schweiz nieder; es wurde ruhiger um sie, die Familie hatte Vorrang. Dem Tanz blieb Othella treu; sie gründete in Zürich eine Tanzschule und unterrichtete Margrit Läubli, Ruedi Walter und Margrit Rainer. Seit 1975 wohnt die Grand Old Lady des Blues und Jazz nun in Basel, wo sie bis heute ebenfalls Tanz unterrichtet. Mit über 80 Jahren lancierte sie ihre Gesangskarriere neu und ist seither regelmässig unterwegs mit ihrer fantastischen Schweizer Band. Als Special Guests wird sie im Volkshaus zwei Blues-Diamanten aus der Schweiz begrüssen: Einerseits Yvonne Moore, hierzulande eine der renommiertesten, faszinierendsten und vielseitigsten Stimmen – und dieses Jahr hochverdient für den Swiss Blues Award nominiert. Andererseits Sam Burckhardt (Swiss Blues Award 2008), der Saxophonist und Heimweh-Basler, der damals von Blueslegende Sunnyland Slim nach Chicago gerufen wurde und seither in der US-Szene tief verankert ist. Diesen Abend werden Sie nie vergessen; auch deshalb, weil Othella den Mojo danach gleich weitergeben wird – an die grossartige US-Sängerin Marla Glen. rk
Line-up:
Othella Dallas (voc) feat. Yvonne Moore (voc) & Sam Burckhardt (sax)
Alex Hendriksen (sax)
Ueli Gasser (g)
Angelo Signore (p)
Michael Chylewski (b)
Lukas Gasser (dr)
1960 geboren und aufgewachsen in Chicago, wurde Marla als 5-jähriges Mädchen bereits von der Kraft des Blues erfasst: durch eine kleine Plastik-Mundharmonika, geschenkt von einem Mann aus der Nachbarschaft. Dass der Mann Muddy Waters hiess, und was dieser Name bedeutet, erfuhr sie erst später. Mit 11 schrieb sie ihren ersten Song («Repertoire», das Stück landete später auf ihrem Platin-Album «Love and Respect»). Mit 15 sang und spielte Marla bereits im Stil der Grossen, im berühmten Chicagoer Club «Kingston Mines», wo sie im Schutz von Uncle Billy (dem renommierten Bluesmusiker Billy Branch) auf die Bühne gelassen wurde. Mit 18 brillierte sie bei Jamsessions in Chicago, Detroit, New York, jobbte in Kalifornien als Assistentin für die legendäre Nina Simone und lief dort auch Bo Diddley über den Weg. Beide gaben dem Multitalent wertvolle Tipps fürs Leben, und dennoch fand Marla den Rank nicht sogleich. Erst 1990 kam ihr Karrierezug ins Rollen, als sie bei einem Wettbewerb das Ticket zur Teilnahme an einem Festival in Frankreich gewann. Marla begeisterte, blieb gleich in Frankreich, gründete dort eine Band und begann ihre Bilderbuchkarriere in Europa. Das Energiebündel erhielt schon bald einen Plattenvertrag, zog nach Deutschland, schaffte es 1993 mit ihrem ersten Album «This is Marla Glen» auf Anhieb in die D- und CH-Charts – und toppte das Ganze zwei Jahre später noch mit ihrem Erfolgsalbum «Love and Respect». Ein Song aus diesem Album («Believer») wurde schliesslich für einen C&A-Werbespot verwendet, ein paar Jahre später dasselbe mit ihrer umwerfenden Interpretation des James Brown-Hits «It's A Man's World», welche die Hymne für ein Männerparfüm wurde. Inzwischen war Marla Glens Radio-, TV- und Bühnenpräsenz beachtlich, vor allem in Europa. Nach diesen Erfolgen wurde ihre Laufbahn durch eine Reihe von Höhepunkten und Tiefschlägen geprägt, doch die Ausnahmekünstlerin machte die ganze Zeit hindurch hochkarätige Musik, produzierte fantastische Platten («Dangerous» 2006, «Humanology» 2011, «Here I Am – Live» 2016) und beweist mit ihrem brandneuen Album «Unexpected» nun eindrücklich, dass sie in der Form ihres Lebens ist: ausdrucksstark, selbstbewusst und berührend wie nie zuvor. Die Musikwelt wartet gespannt auf die von Stacey McClain verfasste, autorisierte Marla Glen-Biografie, die demnächst erscheinen soll. Eines wissen wir schon jetzt: Auf der Bühne ist Marla am stärksten. Ein emotionales Kraftpaket im Spannungsfeld von Blues, Soul, Afro, Jazz und Rock'n'Roll. Einzigartig! rk
Line-up:
Marla Glen (voc)
Cheri Kedida (bv)
Claudine Abusu (bv)
Catrin Groth (sax)
Katrin Ebbert (b)
Gert Neumann (g)
Gereon Basso (dr)
Bruno Seletkovic (key)
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