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Was ist Sexsucht?
Die Mehrheit der Bevölkerung zeigt ein sexuelles Verhalten, welches keine Probleme verursacht. Bei manchen jedoch kommt es im Rahmen des sexuellen Verhaltens zu Schwierigkeiten. Von einer Sexsucht spricht man, wenn einzelne oder mehrere folgender Kriterien erfüllt sind (nach Carnes, 1992):
- Die sexuelle Aktivität nimmt an Wichtigkeit zu, während andere Interessen und soziale Aktivitäten vernachlässigt werden.
- Das Verhalten führt zu schweren Folgen und wird trotzdem weitergeführt (z.B. Beziehungsprobleme, depressive Stimmung, Selbstwertprobleme, gesundheitliche Gefährdung, Arbeitsplatzgefährdung, juristische Konsequenzen etc.).
- Es besteht ein kontinuierlicher Wunsch oder das Bemühen, das sexuelle Verhalten einzuschränken (Kontrollverlust).
- Es gelingt nicht, das sexuelle Verhalten aufzugeben.
- Die sexuellen Erlebnisse nehmen kontinuierlich zu oder es werden immer aufregendere bzw. extremere sexuelle Erlebnisse aufgesucht (Toleranzsteigerung).
- Die sexuellen Fantasien und Aktivitäten werden dazu benutzt, sich von Problemen und unangenehmen Gefühlen abzulenken.
- Starke Stimmungsschwankungen im Zusammenhang mit den sexuellen Aktivitäten.
- Es wird übermässig viel Zeit damit verbracht, sich sexuell zu verhalten oder sich von sexuellen Erlebnissen zu erholen.
Wenn Sie bei sich solche Merkmale wiedererkennen, brauchen Sie vermutlich Hilfe. Wenden Sie sich an eine Beratungsstelle.
Sexsucht und Internet
Mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Pornografie-Material im Internet steigt die Gefahr einer Sexsucht, die im Internet ausgelebt wird. Viele Betroffene berichten, die Porno-Bilder zu sammeln und auf der Suche nach immer mehr und erregenderen Bildern alles um sich herum zu vergessen und sich immer mehr im Internet zu verlieren.