Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03599.jsonl.gz/2363

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg um 6,24 US-Dollar auf 124,35 US-Dollar. In der Nacht war der Brent-Preis mit 139,13 Dollar auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2008 gestiegen.
Im Sommer 2008 hatten die Ölpreise mit fast 150 Dollar ein Rekordniveau erreicht. Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine hat der Brent-Preis um rund ein Drittel zugelegt, nachdem er bereits in den Wochen davor angezogen hatte. Seit Ende 2021 hat der Preis um rund zwei Drittel angezogen.
Auch interessant
Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg zum Wochenbeginn um 4,30 Dollar auf 119,92 Dollar. Im frühen Handel war er erstmals seit 2008 über die Marke von 130 Dollar gestiegen.
Mögliche weitere US-Sanktionen treiben Preis
US-Aussenminister Antony Blinken hatte wegen der zunehmenden Eskalation des Ukraine-Kriegs neue Strafmassnahmen gegen Russland ins Spiel gebracht. Washington berate mit europäischen Verbündeten über einen möglichen Importstopp für Öl aus Russland. Nachdem der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz Energiesanktionen gegen Russland abgelehnt hat, beruhigte sich die Lage etwas. Die Ölpreise verblieben jedoch deutlich in der Gewinnzone.
"Die Ölpreise explodieren zu Wochenbeginn regelrecht", kommentierte Rohölfachmann Carsten Fritsch von der Commerzbank. Er wies darauf hin, dass die Abhängigkeit Europas von russischem Öl wesentlich höher sei als aufseiten der USA. Während russische Einfuhren etwa acht Prozent der US-Kraftstoffimporte ausmachten, betrage die Quote in Europa etwa ein Drittel.
Die am Wochenende gemeldeten Fortschritte in den Atomverhandlungen mit dem Iran würden in den Hintergrund treten, sagte Fritsch. "Möglicherweise könnte in dieser Woche eine Einigung auf die Wiederbelebung des Abkommens von 2015 erzielt werden." Sollten danach die US-Sanktionen gegen iranische Ölexporte aufgehoben werden, würde der Weg für Öl aus dem Iran geebnet. "Allerdings würde das einen Wegfall der russischen Öllieferungen bei weitem nicht ausgleichen können."