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Noch ein klein wenig länger als eine Woche und wir feiern unseren Nationalfeiertag, den 1. August.
Wir zünden Höhenfeuer an, schmücken unser Zuhause mit Lampions und Kerzen, kommen mit der Familie und Freunden zusammen und feiern die Schweiz. Doch der 1. August hatte in früheren Zeiten eine andere Bedeutung. Es war auch eine Zeit des Feierns, denn die erste Ernte wurde eingefahren.
… und noch viel früher, da feierten die Kelten das Lichtfest Lughnasadh, den Beginn der Erntezeit und des Herbstes.
Es wird gesagt, dass das Fest Luu-a-sah ausgesprochen wird übersetzt soll es die „Hochzeit des Lichts“ bedeuten. Woher kommt Lughnasadh und mit welchen Ritualen feierten die Kelten das Fest?
Für einen direkten Sprung
Lughnasadh – der mythologische Ursprung
In der keltischen Mythologie geht das Fest Lughnasadh auf den Sonnengott und Gott des Lichts Lugh zurück. Dieser huldigte damit den Taten seiner Ziehmutter Tailtiu, die in der Mythologie der Kelten als Fruchtbarkeitsgöttin und Erdmutter verehrt wurde.
Tailtiu, so will es die Legende, herrschte als Königin an der Seite von Eochaid, Sohn des Himmels, über die Fir Bolg. Dieswa ist ein mythisches Volk, das die Grüne Insel vor den Túatha Dé Danann bevölkerte. Tailtiu wachte vom Hill of Tara wie eine Mutter über die sanften, saftigen Hügel Irlands und rodete den Wald, um an seiner Stelle fruchtbare Felder für ihre Untertanen anzulegen.
Als die Túatha Dé Danann in Irland eindringen und gegen die Fir Bolg kämpfen, verliert der Gatte von Tailtiu in der legendären Schlacht in der Ebene Mag Tuired sein Leben. Von nun an bestimmen die siegreichen Túatha Dé Danann über die Geschicke der Grünen Insel. Die verwitwete Tailtiu kümmerte sich um den ihr anvertrauten Gott Lugh. Den späteren König von Irland.
Erschöpft von der Arbeit auf dem Felde legte sich Tailtiu nieder, um zu sterben. Sie opferte sich für das irische Volk. Durch ihre Arbeit und ihren Tod waren die Menschen der Grünen Insel in der Lage, ihre Felder zu bestellen und zu leben. Sie feierten ihr Leben und klagten über ihren Tod. Lugh begann damit alljährliche Trauerspiele zu ihrem Todestag, am 1. August, zu veranstalten. Noch auf ihrem Sterbebett prophezeite Tailtiu, dass es in Irland immer Musik geben würde, dies, solange die Menschen Lughnasadh feierten.
So wird es heute noch in Irland erzählt..
ERNTEDANK 1.0
Was ist Lughnasad?
Es ist Sommer, die Sonnenblumenfelder erstrahlen gerade in voller Pracht und wir bewegen uns durch die heissesten Tage des Jahres.
Wir sind am Höhepunkt der Sommerzeit und den Ferien, die Natur macht sich jedoch schon in kleinen Schritten bereit für die dunkle Jahreshälfte.
Das, was wir gesät haben im Frühjahr wächst über den Sommer und wird nun geerntet. In dieser Zeit konnte und kann es auch stürmisch werden (Sommer Gewitter und Unwetter). In dieser Zeit haben die Menschen die Felder oft gesegnet und baten die alten Götter um Gnade und eine reiche Ernte.
Alles, was geerntet wurde, erhielt einen Segen, Kräuter wurden geweiht. Kräuter, Blüten Früchte wurden getrocknet und für den nahenden Winter eingelagert.
Es gab keine Naturatheke, kein Reformhaus, keinen Supermarkt, nichts konnte im Internet bestellt werden. Es war ein jährliches immer wieder kehrendes Ritual, von Säen und Ernten.
ERNTEDANK 2.0
Viele von uns, die in Städten leben, ernten vermutlich eher wenig oder nichts, was vergleichbar wäre mit einer tatsächlichen Korn-, Frucht- und Gemüseernte.
Doch auch wir können ernten. Was hast du gesät, gehegt und gepflegt? Kannst du schon bald ernten oder braucht es noch etwas Geduld?
Ich nutze diese Zeit zur Reflexion und ich frage mich:
Meine ERNTE
Was ernte ich?
Habe ich überhaupt etwas zum Ernten?
Welche Samen habe ich am Anfang des Jahres gesät?
Welche dieser Früchte habe ich gehegt und gepflegt?
Gibt es „Pflänzchen“, die noch besonderer Aufmerksamkeit bedürfen?
Wenn alles brach liegt? Wozu habe ich diese Zeit gebraucht?
Gibt es noch etwas, das ich säen kann oder ist es ein Jahr der Regeneration?
Was werde ich nächstes Jahr angehen, um die erneuerten Felder zu bepflanzen?
Mein DANK
Wofür bin ich jetzt/rückblickend und im Allgemeinen dankbar?
Wofür bin ich dankbar, dass es vorüber ist?
Mein LICHT
Wie ist mein Licht/wie leuchte ich?
Hell, dunkel, grell, farbig, dumpf, leuchtend?
Ist es wirklich das, was ich tue: Shine my light bright!
Was gibt es, was mein Leuchten beeinträchtigt?
Mein FEUER
Wofür brenne ich?
Wofür brenne ich aus?
Wer oder was wärmt mich?
Meine VORBEREITUNG
Nun, vielleicht erkenne ich erst jetzt, wohin ich möchte.
Was brauche ich, was benötige ich dafür?
Was will ich wirklich?
Vielleicht willst du einfach nur den 1. August feiern, deinen eigenen Sommer feiern, das Leben feiern - auch das ist absolut OK. Vielleicht gefallen dir die alten Bräuche und du möchtest sie wiederbeleben.
Ideen zu Lughnasadh
Hier ein paar Ritualideen zu Lughnasadh:
Brot backen und verschenken.
Einen kleinen Dankesaltar gestalten, mit kleinen Gaben wie Getreide, Brot und Früchten.
Kornpuppen aus Maisblättern fertigen (Strohpuppen repräsentieren den Sonnengott).
Kerzen & Bänder in hellen Farben wie Gold, Orange & Gelb werden zum Binden von Maiskolben verwendet
Hopfen in Form von Bier geniessen
Ich wünsche dir eine schöne Sommerzeit, möge deine Ernte reich sein. Mögest du auf ein gutes Jahr zurückblicken und freudig in die Zukunft schauen.
Alles Liebe
Ursina
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