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offiziellen Topographen und Geologen getreten sind. So ist denn auch aus den ganzen letzten Jahren nur von der Rundreise des Ingenieurs C. S. Meik um die Insel Jeso zu berichten, welcher geeignete Punkte zur Anlage von Häfen aussuchen sollte, durch welche die Regierung die an Wald und Vieh reiche, aber im Ackerbau und in der Industrie sehr zurückgebliebene Insel zu heben beabsichtigt.
Hinterindien.
Eine umfassende Bereisung und Aufnahme der wichtigsten Teile von Siam hat in den Jahren 1881 bis 1887 J. Mc Carthy durchgeführt, wobei er sich der Hilfe einheimischer Kräfte bediente. Weite, bisher unbekannte Gebiete hat er, zunächst in kartographischer Form, uns auf diese Weise erschlossen; eingehendere Veröffentlichungen über die Bewohner, Produkte, Handel etc. stehen aber noch aus. 1882 erforschte L. Nouer den Langa an der Nordgrenze von Französisch-Kotschinchina und die dort lebenden Moi. 1883 überschritt der Missionär Pater Blanck vom südlichen Tongking [* 2] aus die Wasserscheide des Mekhong und besuchte die schon zu Elam gehörige Landschaft Tranc-Ninh, während Pater Pinabel die Flüsse [* 3] Am und Chao in Tongking und der Ingenier Deloncle die schmälste Stelle der Malaiischen Halbinsel bei der Insel Tantalam untersuchte, letzteres, um die Möglichkeit einer Durchstechung des Isthmus festzustellen.
Von großer Wichtigkeit sind die 1883-84 ausgeführten Fahrten und Wanderungen des französischen Marinearztes P. Neis auf und an dem mittlern Mekhong und einigen seiner Nebenflüsse, durch welche die frühern Forschungen eines Doudart de Lagrée und Garnier ergänzt wurden. Schließlich verhinderte der Einbruch südchinesischer Räuberscharen die Ausführung seines Plans, nach Tongking vorzudringen, und so kehrte er von Xiengsan durch Siam längs des Mewan und Menam zurück. 1885-86 beteiligte sich derselbe Reisende an der Festsetzung der neuen Grenze zwischen China [* 4] und Tongking und lieferte über diese unbekannte Gegend die ersten Berichte. 1883-84 unternahm der italienische Offizier Asien [* 5] Perucca mit einer birmanischen Abteilung mehrere Expeditionen in das Gebiet der Schan südöstlich von Mandalai, eine Gegend, welche seitdem (1887-88) vom englischen Leutnant Jackson vermessen worden ist.
Von nun an zeigt die zunehmende Häufigteit der Reisen in Hinterindien, [* 6] von welchem gewichtigen Einfluß auf die Erforschung die Ausbreitung der englischen und der französischen Macht auf der Halbinsel ist, auf welcher sich nur Siam bis jetzt eine gewisse Selbständigkeit bewahrt hat. 1884 haben wir sechs, 1887 fast ein Dutzend Reisen und Expeditionen in Hinterindien zu verzeichnen. Zunächst nahm Humann 1884 den Oberauf des Langa an der Grenze zwischen Französisch-Kotschinchina und Anam auf, während der Konsulatsbeamte Hardouin im westlichen Siam reiste, um die neue, von Bangkok [* 7] bis an die Grenze von Britisch-Birma erbaute Telegraphenleitung zu besichtigen, und den dortigen Handel studierte.
Auf der Halbinsel Malakka bestieg I. E. Tenison Woods als erster den Gunong Bubu, den höchsten (ca. 1700 m) Berg in Perak; im Winter 1884/85 überschritt E. Naville von Binh-Dinh im südlichen Anam aus die Wasserscheide des Mekhong, nahm seine Route auf und gab Nachrichten über das einst im Südanam blühende Reich Tschampa. 1884 bereiste auch Holt-Hallett die Grenzstriche zwischen Britisch-Birma und Siam, namentlich die Thäler des Salwen und Meping, um sich über die Ausführbarkeit der von Colquhoun projektierten Eisenbahn von Maulmain nach dem mittlern
Mekhong ein Urteil zu bilden, welches entschieden günstig ausfiel. Die Bahn würde nicht nur ihrem Endzweck, der Aufschließung der metallreichen chinesischen Provinz Jünnan, dienen, sondern auch in Siam dicht bevölkerte, fruchtbare Gebiete durchschneiden.
Endlich führten Oberst Woodthorpe und Maior Macgregor, begleitet vom Gouverneur Ogle, dem Geologen Digges, La Touche und Grant von Assam aus eine Expedition nach O. aus, welche am Dihongfluß aufwärts und über den 2560 m hohen Pah Tschaukan in das Quellgebiet des Irawadi, zum Fluß Nam-Kiu, führte. Sie waren dort Zeugen so gewaltiger Regengüsse, daß sie dieselben für vollkommen genügend halten, den Wasserreichtum des Irawadi zu erklären, wogegen z. B. Gordon zu diesem Zweck dessen Quellen weit nach Tibet hinein verlegen zu müssen glaubt.
Aus dem Jahr 1885 ist über eine Reihe kleinerer Reisen im Sultanat Pahang (Halbinsel Malakka) zu berichten: W. Cameron nahm den gleichnamigen Fluß auf; G. Scaife befuhr dessen Zufluß Semanten und ging über die Wasserscheide durch Selangor nach der Westküste; Swettenham ging in umgekehrter Richtung von Perak nach Pekan, und Tenison Woods (s. oben 1884), erforschte die am Oberlauf des Pahang und des Semanten befindlichen Goldminen. Im N. nahm der englische Ingenieurleutnant Cairns den Irawadi oberhalb Bhamo bis Mogoung (25 ½° nördl. Br.) auf.
Der brachte die Annexion Birmas durch England und damit für die Erforschung dieses Landes den Anbruch einer neuen Epoche. Inzwischen arbeiteten französische Offiziere an der Ausdehnung [* 8] der Dampfschiffahrt auf dem Mekhong. Nachdem es 1885 dem Kapitän Réveillère gelungen war, die Stromschnellen bei Preapatang mit einem kleinen Dampfer zu überwinden, drang im folgenden Jahr Leutnant de Fésigny 150 km weiter bis zu den Katarakten von Ehong in Siam vor. Um aber das Endziel, den nähern Anschluß des Mekhonglandes an die französischen Besitzungen, zu erreichen und das dortige »Kalifornien«, die Umgebung von Stungtreng, zu erschließen, bedarf es großer Stromkorrektionen und vorher genauer Aufnahmen. Von Februar bis Mai 1886 untersuchte Leutnant Baudens in Tongking den Schwarzen Fluß, einen rechten Zufluß des Songka, der ein stark bevölkertes Gebiet durchströmt, und C. E. W. Stringer bereiste im Winter 1886/87 die siamesische Provinz Nan.
Das Jahr 1887 zeigt uns die Engländer in Birma in emsiger Thätigkeit, Die Irawadi-Dampfschiffahrtsgesellschaft ließ durch Kapitän Nimmer den obern Irawadi untersuchen und fand ihn bis 240 km oberhalb Bhamo noch schiffbar. Die berühmten Rubinengruben von Mogok, welche bisher kein Europäer betreten durfte, vermaß der Ingenieur N. Gordon, und Leutnant Jackson die Gegend im SO. von Mandalai. Zugleich wurden die Vermessungen über den Norden [* 9] des Bandes ausgedehnt und an die indische Aufnahme bei Manipur angeschlossen, indem dort Oberst Woodthorpe, Kapitän Hoboay und Kapitän Dun den untern Tschindwin, den größten rechtsseitigen Zufluß des Irawadi, vermaßen. Der italienische Naturforscher Leonardo Fea, welcher seit mehreren Jahren zum Zweck naturwissenschaftlicher Sammlungen Oberbirma bereiste, ging Anfang 1887 an die Ostgrenze von Tenasserim, wo er auch geographisch thätig war und den 1920 m hohen Berg Mulai bestieg. Zu Ende d. J. begab er sich zum zweitenmal in das Gebiet der unabhängigen Karin. Der ¶
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franzöfische Vizekonsul Asien Pavie in Luang-Phrabang am Mekhong, welcher 1880-84 die Aufnahmen für die Telegraphenlinie von Bangkok nach Pnompenh in Kambodscha gemacht hatte, versuchte 1887, was schon wiederholt mißglückt war, eine direkte Verbindung zwischen dem obern Mekhong und Tongking zu eröffnen. Nach 18 schwierigen Märschen mußte er, wie früher Neis, vor chinesischen Räuberbanden umkehren (s. unten). Im Dezember 1887 trat C. Gauthier von Luang-Phrabang eine 40 Tage dauernde Fahrt auf dem Mekhong abwärts bis zur Mündung an. Wenn auch nicht mit demselben Boot, so legte er doch die ganze Strecke zu Wasser zurück, 2 km ausgenommen zwischen Chong und Tasainam, wo Stromschnellen die Fahrt unmöglich machten.
Doch sollen auch diese bei hohem Wasserstand zu überwinden sein, was die Hoffnung, im Mekhong eine brauchbare Wasserstraße zu gewinnen, steigert. Von Xiengmai (Zimme) aus unternahm der englische Konsul Archer im Frühjahr 1887 eine Rundreise im nordwestlichen Siam, welche manches Neue für die Karte und für die Ethnologie der Thai oder Schan ergab; im folgenden Jahre reiste er nach Tschiengtung und vermittelte die Unterwerfung der früher Birma tributären Schan unter englische Herrschaft.
Archäologisch thätig waren seit Oktober 1887 Professor Taupin, zuerst in Kambodscha, dann in Siam, wo er in Ubon sieben Monate zubrachte, um die Sprache [* 11] und Schrift der Lao genauer zu untersuchen, sowie der Architekt Fournereau im NW. des Sees Tonlesap (Kambodscha). Eine Enttäuschung brachte die Untersuchung des Songta oder Roten Flusses in Tongking durch Leutnant Gouin. Frankreich hatte gehofft, durch die Eroberung Tongkings im Songka die einzige natürliche Handelsstraße nach dem reichen Südwesten Chinas zu gewinnen; nun aber weist Gouin nach, daß von einer Befahrung des Stroms bis Laokai oder gar bis an die chinesische Grenze keine Rede sein kann, da schon oberhalb Haoha Fahrzeuge von keinerlei Tiefgang die Schnellen [* 12] zu passieren vermögen; auch hier, wie in Birma, wird man auf die Erbauung einer Eisenbahn angewiesen sein.
Im J. 1888 gelang dem französischen Konsul Asien Pavie in Luang-Phrabang (s. oben) endlich die von ihm wie von andern wiederholt versuchte, aber stets mißglückte Reise von Siam nach Tongking und zwar gleich zweimal hintereinander. Zuerst ging er im Februar von seinem Konsulatssitz am Namhu nordwärts nach Tungino, wo er französische Truppen antraf, die er bis zum Schwarzen Fluß begleitete. Dann ging er flußaufwärts bis Laitschau und erreichte längs des Namhu wieder Luang-Phrabang.
Die zweite Reise machte er im April direkt in östlicher Richtung; innerhalb weniger als sechs Wochen traf er in Hanoi, der Hauptstadt von Tongking, ein. Neuerdings haben die Franzosen zum Schutz des Handels, welcher sich, wie sie hoffen, auf dieser neuen Straße entwickeln soll, bei Dienbienphu an einem Nebenfluß des Namhu, also auf von Siam beanspruchtem Gebiet, eine befestigte Station angelegt. Anderseits arbeitet England an einer Verbindung Assams mit seiner neuen Provinz Birma: Anfang 1888 verließ eine Expedition unter I. F. Needham und St. I. Michell Dibrugar am Brahmaputra, um Studien für eine Eisenbahn nach dem Hukongthal (Oberbirma) zu machen. Der 1280 m hohe Patz im Patkoigebirge, welchen sie überschritt, soll einem Bahnbau in der That geringe Schwierigkeiten in den Weg legen. Ogle, welcher die Expedition begleitete, hat dabei etwa 2000 engl. Q. Meilen Landes vermessen. C. M. Rosset
reiste 1888 zu ethnographischen Zwecken am Donnai und beabsichtigte, in das unerforschte Gebiet zwischen dem Mekhong und Anam einzudringen. Auch der durch Reisen in Australien [* 13] bekannte Graf Anrep-Elmpt ging zu ethnologischen Studien und Sammlungen 1888 nach Hinterindien, zuerst nach Kambodscha, dann nach Siam, wo er indessen dem Fieber erlag.
Im Winter 1888/89 reiste eine aus Marquis de Mores, Thores und van Driesche bestehende Expedition an der Grenze zwischen Tongking und China und glaubt einen nur 200 km langen Weg gefunden zu haben, welcher den schiffbareil Teil des Kantonflusses mit dem tongkingesischen Hafen Tienjen in Verbindung bringt. Endlich hat vom Januar bis April 1889 der französische Hauptmann Eupet einen neuen Weg zwischen dem Mekhong und der Küste zurückgelegt, nämlich von Luang-Phrabang auf dem Namkan ostwärts und über die Wasserscheide nach Vinh in Anam.
Ostindien.
Hier sind nur wenige Unternehmungen, meist in Grenzgebieten, flüchtig zu berühren; Ostindien hat so gut wie aufgehört, ein Feld für Forschungsreisen zu sein, seitdem die Regierung mit reichen Mitteln die topographische und geologische Aufnahme gefördert hat. Seit 1880 zog Kapitän Hobday die Andamanen in die indische Aufnahme hinein, und 1886 wurde M. Portman mit der Aufnahme der Küsten beauftragt; letzterm verdanken wir eingehende Mitteilungen über die Inseln und ihre Bewohner, die als ein von der Kultur noch unberührter Rest einer einst weitverbreiteten Rasse und als die dunkelfarbigsten Menschen von großem Interesse sind.
Woodthorpe vermaß 1883-84 bei einer Expedition gegen die Aka, die Grenznachbarn von Assam, einige tibetische Schneegipfel und Major Hol dich den Berg Tacht-i-Suliman im indisch-afghanischen Grenzgebiet. 1884-86 weilten F. und P. Sarasin zum Zweck zoologischer Forschungen auf Ceylon, [* 14] über dessen Kultur und Bewohner sie berichteten. Im Juni 1885 brach eine englische Expedition unter Oberst Lockhart nach Gilgit auf; der mehrfach schon genannte Oberst Woodthorpe, der Geolog Hiles u. a. nahmen daran teil.
Ursprünglich zu politischen Zwecken abgesandt, dehnte sie ihre Reise über den Hindukusch in das Quellgebiet des Amu Darja und nach Badachschan, also auf afghanisches Gebiet, aus, offenbar ein G.'genzug gegen die zahlreichen russischen Reisen in diesen Grenzländern Indiens. Ende 1886 begann die Vermessung des Nikobaren-Archipels durch Oberstleutnant Strahan, der die Bewohner als die anspruchslosesten, aber faulsten Menschen auf Erden schildert. 1888 waren die Engländer gezwungen, die Bewohner der Schwarzen Berge am linken Ufer des obern Indus, in der Gegend seiner großen Biegung, durch eine militärische Expedition zu bestrafen, wobei Hauptmann Wahab wertvolle Aufnahmen zu machen im stände war. 1888 weilte E. Hartert, bekannt als Flegels Begleiter in Westafrika, behufs zoologischer Sammlungen in Assam und stellte Walther geologische Untersuchungen in Südindien und Ceylon an. Im August 1889 begab sich E. Schmidt, Professor der Anthropologie in Leipzig, [* 15] zur Erforschung der Drawidavölker nach Ostindien [* 16] und Ceylon.
Die ostasiatischen Inseln.
Während von den Spanien [* 17] gehörenden Inseln Ostasiens wenig zu melden und auch dieses Wenige von Nichts^aniern geschehen ist, herrscht um so regere Thätigkeit auf den Inseln, wo Niederländer und ¶