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Widerstandskraft der Landbevölkerung gegen Wetterextreme stärken
Landesprogramm Äthiopien
In den letzten Jahren hat die politische Landschaft Äthiopiens radikal geändert. Trotz vereinbarten Waffenruhen zwischen der Regierung und der Opposition ist die Lage am Horn von Afrika nach wie vor instabil. Es gibt eine immer grössere Zahl an ethnischen Konflikten, und Äthiopien bleibt eines der Länder mit der höchsten Zahl an Binnenvertriebenen weltweit. Die Dürrekatastrophe und die damit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen verschärfen die Situation. HEKS setzt sich im Rahmen des Landesprogramms dafür ein, die Lebensbedingungen der betroffenen Bevölkerung zu verbessern.
Übersicht
Äthiopiens Bevölkerung zählt 122 Millionen Menschen. Damit belegt es den zweiten Platz der bevölkerungsreichsten Länder Afrikas. Das ostafrikanische Land verfügt über eine äusserst schnell wachsende Wirtschaft, jedoch gehört Äthiopien mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 960 US-Dollars zu den ärmsten Ländern der Welt. Rund 80 Prozent der Bevölkerung lebt in ländlichen Gebieten und ist in der Landwirtschaft tätig. Aufgrund der Dürrekatastrophe sind viele Kleinbauernfamilien auf der Flucht und nun auf humanitäre Hilfe angewiesen. Um eine Wasserstelle zu erreichen, müssen Menschen oft stundenlange Märsche auf sich nehmen. Ihre Nutztiere, welche für den Lebensunterhalt wichtig sind, verenden und die Familien können ihre Grundbedürfnisse nicht mehr selbst decken. Zusätzlich führt die Wasserknappheit zu mangelnden Hygienemassnahmen, wodurch sich Krankheiten schneller verbreiten. Die Dürre des Jahres 2022 zählt zu den Schlimmsten seit 40 Jahren und betrifft über 20 Millionen Menschen im Süden und Osten des Landes. HEKS ist seit einigen Jahren in Äthiopien tätig, und führt Projekte zur Stärkung der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen im Kampf gegen die Wasserknappheit durch. Die neue HEKS-Strategie bis 2024 sorgt für mehr Flexibilität in der Arbeitsweise vor Ort und ermöglicht es, neue Netzwerke zu bilden, sowie die Zusammenarbeit mit relevanten Akteuren zu vereinfachen.
Ziele, Schwerpunkte und Aktivitäten
HEKS setzt sich im Rahmen des Landesprogramms ein, die Widerstandsfähigkeit der ländlichen Gemeinschaften gegenüber Natur- und humanitären Katastrophen zu erhöhen. Eine höhere Resilienz ermöglicht den Programmteilnehmenden, ihren Lebensunterhalt nachhaltig zu sichern. Um dies zu erreichen, müssen in der Projektarbeit soziale, wirtschaftliche und ökologische Strukturen berücksichtigt werden. Teil der Projektaktivitäten ist daher auch, Bauernfamilien in Kooperativen einzugliedern. Dies unterstützt die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen bei der nachhaltigen Bewirtschaftung ihres Landes und fördert das Netzwerk zwischen lokalen Partnern und Produzent:innen. Gefördert werden sollen vor allem Frauen und andere diskriminierte Gruppen, indem ihnen der Zugang zu Land ermöglicht wird. Ein weiterer Schwerpunkt des Landesprogramms liegt auf dem Schutz und der Wiederherstellung der Ökosysteme. Zudem arbeitet HEKS mit lokalen Behörden an der Umsetzung von Frühwarnsystemen, die zur Verhinderung von Katastrophen beitragen.