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Zusätzliche Adhäsivschicht verbessert
Haftung von Universaladhäsiven
Trend in der aktuellen Adhäsivtechnik ist die Ver einfachung der Verfahren durch Reduzierung der Applikationsschritte, Verkürzung der klinischen An wendungszeit und Herabsetzung der Techniksensiti vität. Vor Kurzem wurde eine neue Generation von Adhäsiven eingeführt, die als „universell“ oder „multimodal“ bezeichnet werden, da sie entweder im Ätz und Spül oder im SelfEtchModus angewendet werden können. Eine dritte Option besteht darin, sie auf mit Phosphorsäure vorgeätztem Zahnschmelz (und ungeätztem Dentin) nach dem sogenannten selektiven Schmelz ÄtzVerfahren aufzutragen, um eine bessere Haltbarkeit des Adhäsivs auf Schmelz unter Beibehaltung des Self Etch Effekts am Dentin zu erreichen. Das letztgenannte Adhäsivprotokoll bewahrt das Potenzial, eine zusätzliche primäre chemische Bindung mit den verbleibenden (kohlen säurehaltigen) Apatitkristalliten im Dentin (und Schmelz) zu erzielen. Die Hersteller behaupten, dass eine Adhäsivlösung für beide Adhäsivstrategien ver wendet werden kann, ohne die Bindungswirksamkeit zu beeinträchtigen, wodurch diese Universaladhäsive die vorherige Generation von vereinfachten nicht universalen Adhäsiven ersetzen könnten, die nach einem Ätz und Spülverfahren oder einem Self Etch Ansatz aufgebracht werden mussten.
In der vorliegenden In vitro Studie wurde die Mikrozugfestigkeit von Universalklebstoffen unmittelbar und nach 6monatiger Alterung mit oder ohne zusätzliche Adhäsivschicht auf einem separat licht härtenden bzw. nicht lichthärtenden Universalklebstoff untersucht. Bei 80 menschlichen dritten Molaren erfolgte eine zufällige Zuordnung zu acht Versuchsgruppen. Die Universalklebstoffe Clearfil Universal Bond (Kuraray Noritake) und Single Bond Universal (3M Oral Care) wurden im SelfEtchModus (nach Herstelleranleitung) und entweder lichthärtend oder nicht lichthärtend vor dem Auftragen einer zusätzlichen hydrophoben Adhäsivschicht (Clearfil SE Bond bond, Kuraray Noritake) verwendet. Als Referenz dienten die Zwei Schritt Self Etch Adhäsive Clearfil SE Bond (Kuraray Noritake) und OptiBond XTR (Kerr). Die verklebten Proben wurden in Wasser (37 °C/24 h) gelagert und in Mikroproben (0,96 ± 0,04 mm2) unterteilt. Bei der Hälfte der Proben erfolgte eine sofortige Prüfung der Mikrozugfestigkeit (1,0 mm/min), während die andere Hälfte vor der Prüfung 6 Monate lang in Wasser (37 °C) gelagert wurde. Die Fehleranalyse wurde mittels Stereo und Rasterelektronenmikro skopie durchgeführt. Für die Datenanalyse kamen ANOVA, TukeyTest und gepaarte tTests (p = 0,05) zum Einsatz.
Die unmittelbare Mikrozugfestigkeit war für die mit den verschiedenen Anwendungsstrategien aufgetragenen Universalklebstoffe vergleichbar (p > 0,05). Der Auftrag einer zusätzlichen Schicht eines hydrophoben Adhäsivs verbesserte die gealterte Mikrozugfestigkeit der Universalklebstoffe, welche bei der ersten Lichthärtung der Universalklebstoffe statistisch signifikant war (p < 0,05). Die Referenzklebstoffe Clearfil SE Bond und OptiBond XTR zeigten gegenüber den Universal adhäsiven eine deutlich höhere unmittelbare und gealterte Mikrozugfestigkeit auf Dentin (p < 0,05).
Schlussfolgerungen: Die Haltbarkeit von im Self Etch Modus applizierten Universaladhäsiven verbesserte sich durch das Auftragen einer zusätzlichen hydrophoben Adhäsivschicht nach einer Lichthärtung der ersten Schicht des Universaladäsivs.
Ermis RB, Ugurlu M, Ahmed MH, van Meerbeek B. Universal adhesives benefit from an extra hydro- phobic adhesive layer when light cured beforehand. J Adhes Dent 2019;21:179-188.
Hohe Komplikations- und
Misserfolgsrate bei verblendeten
Zirkonoxidbrücken
Über Jahrzehnte hinweg galt metallkeramischer festsitzender Zahnersatz als Goldstandard bei fehlenden Zähnen im Seitenzahnbereich mit einer aus gezeichneten klinischen Leistung sowie hohen Überlebens und Erfolgsraten, wenn benachbarte Zähne Kronen benötigten. Aufgrund der wachsenden Nach frage nach metallfreien Restaurationen wurde voll keramischer festsitzender Zahnersatz jedoch auch im Seitenzahnbereich populär. Zirkonoxidkeramik als hochfestes vollkeramisches Material weist klinisch vielversprechende Eigenschaften auf. 10Jahres Ergebnisse einer randomisierten klinischen Studie mit posterior verblendetem metallkeramischem und zirkonoxidkeramischem festsitzendem Zahnersatz zeigten bei den meisten Messungen für die beiden Behandlungsgruppen ähnliche Werte.
Ziel der vorliegenden klinischen Studie war es, die Langzeitresultate von 3 bis 4-gliedrigen vollkeramischen Seitenzahnbrücken aus mit Yttriumoxid teilstabilisierten Zirkonoxidkeramikgerüsten zu bewerten. Zwischen Juni 2003 und Februar 2005 wurden bei 48 Patienten 58 Restaurationen eingegliedert. 24 Versorgungen hatten ein Fixed to Fixed (FF) und 34 ein Cantilever Design (CA). Gerüste wurden gescannt, aus mit Yttriumoxid teilstabilisierter Zirkonoxidkeramik (Cercon Base 30, DeguDent) gefräst und mit Feldspatkeramik (Cercon Ceram S, Degudent) verblendet. Bei allen Versorgungen erfolgte nach dem Sandstrahlen der Innenflächen eine Befestigung mit Glasionomerzement (Ketac Cem, 3M Espe).
Der mittlere Beobachtungszeitraum betrug 85,4 ± 54 (FF) bzw. 91,7 ± 50 (CA) Monate. Zehn freitragende und fünf feste Brücken gingen aufgrund von biologi schen Problemen der Pfeilerzähne verloren. Bei zwei freitragenden Brücken und vier Brücken im FF Design war der Verlust auf ein Versagen der keramischen Materialien zurückzuführen. Die kumulative 13Jahres Überlebensrate betrug 43,2 % (FF) (Konfidenzintervall: 22,8 bis 66,2 %) bzw. 52,5 % (CA) (Konfidenzintervall: 32,5 bis 71,8). In 13 Fällen war eine intraorale Reparatur oder Politur der frakturierten Veneers aus Feldspatkeramik erforderlich (sieben in der FFGruppe, sechs in der CAGruppe). Acht Pfeilerzähne von sechs Restaurationen (vier in der FFGruppe, vier in der CA Gruppe) mussten endodontisch behandelt werden, und bei sechs Pfeilerzähnen (vier in der FFGruppe, zwei in der CAGruppe) war eine Kariestherapie erforderlich. Die kumulative 13JahresErfolgsrate be trug 29,5 % (FF) (Konfidenzintervall: 12,1 bis 55,9 %) bzw. 22,5 % (CA) (Konfidenzintervall: 7,9 bis 49,3 %).
Schlussfolgerungen: Im Rahmen der vorliegen den Untersuchung zeigten festsitzende Seitenzahnbrücken aus verblendeter Zirkonoxidkeramik mit oder ohne Extension nach 13 Jahren klinischer Beobachtung vergleichbare Überlebens und Erfolgsraten. Solche Restaurationen weisen unabhängig vom Design hohe Bruch und Komplikationsraten auf. Anmerkung: Aus diesem Grund sind heute monolithische Versorgungen aus Zirkonoxidkeramik zu bevorzugen.
Passia N, Chaar MS, Kern M. Outcome of posterior fixed dental prostheses made from veneered zirconia over an observation period of up to 13 years. J Dent 2019 May 28 [Epub ahead of print].