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Das Swiss Medical Board hat die Wirkung des Einsatzes eines „CRT-Herzschrittmachers“ bei Herzmuskelversagen untersucht
27. Juli 2015
Nach Aufarbeitung der relevanten Literatur kommt das Swiss Medical Board (SMB) zum Schluss, dass bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz ein CRT-Herzschrittmacher als Ergänzung zur medikamentösen Behandlung eine geeignete Therapieform sein kann.
Eine Herzinsuffizienz ist dadurch gekennzeichnet, dass der Herzmuskel nicht mehr hinreichend in der Lage ist, die vom Körper benötigte Blutmenge mit einem adäquaten Druckniveau in den Körper zu pumpen. Bei den schweren Verlaufsformen handelt es sich um eine für den Patienten sehr belastende Erkrankung, die letztlich zum Tode führt.
In der Schweiz sind über 150‘000 Menschen von einer Herzinsuffizienz betroffen. Neben der medikamentösen Therapie besteht bei einer kleinen Gruppe dieser Patienten auch die Möglichkeit, die Pumpleistung des Herzens mit einem speziellen Herzschrittmacher zu stärken (sogenannte kardiale Resynchronisations-Therapie, englisch "cardiac resynchronisation therapy" bzw. „CRT“).
Im Rahmen des vorliegenden Berichts wurde untersucht, ob eine Therapie mit CRT-Schrittmachern im Vergleich zu anderen Therapieverfahren für die betroffenen Patienten mit einem relevanten Vorteil bezüglich Lebensqualität und Überlebensdauer verbunden ist.
Auf Basis der untersuchten Literatur wurden die Patienten vier Gruppen mit unterschiedlichem Schweregrad der Erkrankung zugewiesen. Bei Patienten in den beiden Gruppen mit schwerster Herzinsuffizienz hat eine CRT-Therapie die Mortalität und die Hospitalisationsrate verringert und die Herzfunktion verbessert. Das Kosten-Wirksamkeits-Verhältnis fällt für diese Patientengruppen günstig aus.
Nach Abwägung der Analyseresultate kommt das Swiss Medical Board zu folgenden Empfehlungen:
- Die Therapie mit CRT-Schrittmachern ist bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz grundsätzlich sinnvoll.
- Die meisten Patienten in dieser Gruppe sind im fortgeschrittenen Alter und weisen weitere schwerwiegende Krankheiten auf, welche die Lebensqualität ebenfalls beeinträchtigen. Entsprechend wichtig sind
- die sorgfältige Abklärung durch und die Absprache zwischen den behandelnden Ärzten, insbesondere dem Hausarzt und dem Kardiologen sowie
- die umfassende Aufklärung des Patienten bzw. seiner Stellvertretung, insbesondere auch bezüglich einer potenziellen Verlängerung von Leiden.
- Bei Patienten mit leichterer Herzinsuffizienz ist die Therapie mit CRT-Schrittmachern in der Regel nicht zu empfehlen.
Der vollständige Bericht und weitere Informationen zum Swiss Medical Board können auf der Webseite www.swissmedicalboard.ch eingesehen werden.
Post Publication Review
Zusätzlich zu dem bereits erfolgten Einbezug der Fachkreise in die Formulierung der vorliegenden Empfehlungen werden alle interessierten Stakeholder explizit zur Stellungnahme in Form eine Post Publication Review (PPR) eingeladen. Beim vorliegenden Bericht kamen die bis 2014 geltenden Prozesse zur Anwendung. Ab 2014 werden betroffene Stakeholder in verschiedenen Prozessschritten in Form von Hearings einbezogen. Wir bitten alle interessierten Stellen, uns bis zum 15. September 2015 ihre Kommentare zum vorliegenden Bericht „CRT-Herzschrittmacher“zuzustellen. Die Berichte mit den Ergebnissen der PPR und einer Analyse werden auf der Webseite des SMB einsehbar sein.
Auskunft:
Susanna Marti Calmell, Sekretariat Trägerschaft Swiss Medical Board
Telefon +41 43 259 24 79, info@medical-board, www.medical-board.ch