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Nach der erfolgreichen Markteinführung des fortgeschrittenen Siedewasserreaktors ABWR-I (Advanced Boiling Water Reactor) mit 1350 MW Blockleistung in Zusammenarbeit mit der amerikanischen General Electric kündigt die japanische Herstellerin den Abschluss der Systemauslegung für den ABWR-600 mit 600 MW und des ABWR-900 mit 900 MW elektrischer Leistung an. Hitachi arbeitet zudem an der ingenieurtechnischen Auslegung des ABWR-II, der für eine Blockleistung von 1700 MW dimensioniert wird. Hitachi kann somit bald ABWR-Systeme in vier Leistungsklassen anbieten. Zudem entwickeln die Hitachi-Ingenieure in Zusammenarbeit mit der Japan Atomic Power Co. ein innovatives 400-MW-System mit einem Naturumlaufreaktor. Die Rückbesinnung auf kleinere Blockleistungen begründet die Herstellerin mit dem Wunsch der Versorgungsunternehmen, auf einem geöffneten Strommarkt die Produktion in angepassten Etappen an eine steigende Nachfrage anpassen und damit das Investitionsrisiko tiefer halten zu können. Hinzu komme, dass in vielen asiatischen Ländern die Transportnetze nur über eine begrenzte Kapazität verfügten und die Stromversorger daher eher eine diversifizierte Anordnung kleinerer Produktionseinheiten statt einzelne Grossanlagen benötigten.
Die beiden neuen Systeme ABWR-600 und ABWR-900 beruhen auf der ABWR-I-Technologie. Die kompakte, genormte Konfiguration stellt sicher, dass der Bau etwa von zwei ABWR-600 nicht mehr kostet als eines ABWR-I und auch nicht mehr Grundfläche beansprucht. Zudem gelang es Hitachi, die Bauzeit am Standort um rund einen Fünftel zu kürzen: Ein erster ABWR-600 soll in 34 Monaten fertig gestellt sein und ein zweiter am gleichen Standort sogar in nur 32 Monaten. Der ABWR-600 arbeitet mit einer 9x9-Brennele-ment-Anordnung, 376 Brennelementen, vier internen Umwälzpumpen, zwei Hauptdampfleitungen und einer Turbogruppe. Er verfügt über vier dynamische Sicherheitsstränge. Der etwas grösse-re ABWR-900 ist für eine 10x10-Brennelement-An-ordnung und 508 Brennelemente ausgelegt. Mit gleichen Umwälzpumpen und Dampfleitungen wie beim ABWR-600 bedient er zwei Turbogruppen. Zusätzlich zu den vier dynamischen verfügt er über zwei statische Sicherheitsstränge.
Quelle
P.B. nach Atoms in Japan, August 2004