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Auch die keltischen, germanischen und slawischen Völker bewahrten die Asche Verstorbener in Urnen auf. Man findet in Deutschland
[* 7] deren sehr viele in Grabhügeln und an Opferstätten von verschiedener Größe und Form (s. Gefäße, prähistorische). In
späterer Zeit verloren die Urnen ihre praktische Bedeutung als Gefäße zur Aufbewahrung von Asche, behielten
aber ihre symbolische Bedeutung als Gefäße des Totenkults und wurden häufig auf Grabdenkmälern in Stein oder Metall, bisweilen
aber auch als bloßer architektonischer Zierat an Gebäuden angebracht. In der ostasiatischen Keramik
[* 8] wird die Urnenform auch
für Vasen und andre Gebrauchs- und Vorratsgefäße angewendet. Die gewöhnlichste Form der Urne zeigt
obige Abbildung.
(lat.), Gefäße von gebranntem Thon, die in prähistor. Gräbern, gefüllt mit der Asche von Toten, gefunden werden.
(S. Prähistorische Thongefäße.) Sie sind teils noch mit der Hand
[* 10] gearbeitet, teils schon auf der Töpferscheibe gedreht und
gehören sonach, wie die Gräber, sehr verschiedenen Zeiten vor und nach der christl. Zeitrechnung an. Verziert
sind sie meist noch sehr roh mit Punkten, kleinen
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Ähnliche Gesichtsurnen, wenn auch von anderm Typus, hat Schliemann in Troja
[* 17] gefunden; oft sehen die Gesichter hier einer Eule
ähnlicher als einem Menschen, so daß manche sie für Idole der AthenaGlaukopis (s. Athena) gehalten haben.
Dann werden Gesichtsurnen auch in Italien in altetrusk. Gräbern und im Rheinlande gefunden; die letztern sind röm. Arbeit
aus der Kaiserzeit. Ein Zusammenhang zwischen diesen verschiedenen, sowohl in chronol. wie in geogr.
Hinsicht so weit voneinander stehenden Gruppen wird kaum zu entdecken sein, finden sich doch auch Gesichtsurnen
in den Kulturländern Centralamerikas.