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Wenn man vom Blumenrain her kommend die Petersgasse hochstieg, tat sich rechterhand ziemlich bald eine kleine Sackgasse auf, im Volksmund auch Carrefour genannt. An jenem idyllischen Plätzchen lag die Liegenschaft Nr. 22, das zwar wenig beachtet wurde, aber durch seine interessante Struktur auffiel: Sie war vor allem durch das Fachwerk vom zweiten Obergeschoss an und dem vorkragenden Giebelteil samt seinem Krüppelwalm und dem ehemaligen Windenfenster charakterisiert. Eigentümlich war auch die geringe Tiefe des Gebäudes, die jeweils nur zwei hintereinander liegenden Zimmern Raum bot. Dass die Hauptfassade überdies leicht verzogen und asymmetrisch war, erhöhte noch den Reiz des Ganzen.
Das Haus trug vom 15. Jahrhundert an die Bezeichnung "by dem schwartzen Pfohl" und gehörte 1482 dem alten Obersten Zunftmeister Junker Anthoni von Loffen und seinen zwei Schwestern. Wir finden auch die Bezeichnung "Laufenhof" für die Liegenschaft. Nach vielen weiteren Handänderungen gelangte es 1763 in den Besitz des Steinmetzen und Baumeisters Martin Pullach, der es 1791 einer gründlichen Renovierung unterziehen sollte; 1844 aber erwarb es der Fabrikarbeiter Remigius Schaffner - offenbar waren damals die Arbeiter fürstlich bezahlt oder aber die Liegenschaften in der Innerstadt waren etwas billiger als heute!
Ende der 1960er Jahren wurden Diskussionen geführt über den Abriss der Liegenschaft. Der bauliche Zustand war schlecht geworden, und dennoch erhoben sich Stimmen, die den Bau bewahrt wissen wollten. Das Haus verdiene, sofort unter definitiven Schutz und wieder instand gestellt zu werden, zumal es sich mit der so renommierten Eckliegenschaft wunderbar in eine Reihe füge und das Carrefour durch den Abbruch der gegenüber liegenden Liegenschaften bereits genug gestört worden sei. Die Bemühungen wurden jedoch kurz darauf zerschlagen, und das Haus "by dem schwartzen Pfohl" wurde abgerissen.
Quellen:
- Basler Nachrichten vom 6. Juni 1969