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Identifikation
Signatur:
Ar CNG
Entstehungszeitraum / Laufzeit:
1907-2004
Umfang:
18.3 m
Kontext
Abgebende Stelle
Geschäftsstelle Travail.Suisse, Hopfenweg 21, Postfach 5775, CH-3001 Bern
Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben
Gegründet 1907 unter den Namen "Christlichsozialer Gewerkschaftsbund" (CSG), in Abgrenzung zum Schweizerischen Gewerkschaftsbund. Als Zielsetzung postulierte der CSG die "Hebung der wirtschaftlichen Interessen der Arbeiterschaft durch die gewerkschaftliche Organisation und Herbeiführung eines friedlichen Ausgleiches der Gegensätze zwischen Arbeiter und Arbeitgeber" (zit. nach Dudle, 1957, S. 23). Eine weitere Klärung des Verhältnisses zur sozialdemokratischen Arbeiterbewegung ergab sich 1918 mit dem Austritt aller katholischen bzw. christlichsozialen Organisationen aus dem Schweizerischen Arbeiterbund. Äusserer Anlass dafür war die Unterstützung des Landesgeneralstreiks durch den Arbeiterbund. 1919 wurde als Dachorganisation der christlichsozialen Gesamtbewegung der Christlichsoziale Arbeiterbund der Schweiz (CAB) errichtet. 1921 erfolgte die Umbenennung des CSG in "Christlichnationaler Gewerkschaftsbund der Schweiz" (CNG). Mit dem neuen Namen sollte die nationalistische Grundhaltung der christlichen Gewerkschaftsbewegung zum Ausdruck kommen. Obwohl die christlichen Gewerkschaften den Anspruch auf Interkonfessionalität erhoben, waren sie doch eindeutig katholisch dominiert. Bereits um 1900 waren verschiedene evangelisch-soziale Arbeitervereine entstanden, die in erster Linie die Funktion von Bildungs- und Unterstützungsvereinen wahrnahmen. Einen stärkeren Zulauf erhielten sie in und nach dem 1. Weltkrieg. 1920 wurde dann der Schweizerische Verband evangelischer Arbeiter und Angestellter (SVEA) gegründet, der seinerseits aus der Schweizerischen evangelisch-sozialen Unterstützungskasse (SESUK) hervorging. Damit war eine weitere Aufspaltung in Richtungsgewerkschaften Tatsache geworden.
Organisatorisch wies der CNG ähnliche Strukturen auf wie die anderen grossen Dachorganisationen. Die Mitgliedsverbände zeigen die gleiche Domänenstruktur wie sie auch der SGB kannte. Einzig für das Bundespersonal existierte mit dem VCB eine eigene Organisation, die lange Zeit ausserhalb des CNG stand. 1945 kam es zu einem Konflikt mit dem CHB, der vorübergehend aus dem CNG austrat und 1952 wieder zurückkehrte. 1982 trat der SVEA, der seine Mitglieder über alle Branchen und Berufe hinweg organisiert hatte, zum CNG; damit waren alle konfessionellen Gewerkschaften im CNG vereinigt. 1987 zählte der CNG 107'453 Mitglieder, so viele wie noch nie in seiner Geschichte.
Am 14. Dezember 2002 schloss sich der Christlichnationale Gewerkschaftsbund der Schweiz (CNG) mit der Vereinigung schweizerischer Angestelltenverbände (VSA) zur neuen Dachorganisation Travail.Suisse mit rund 170'000 Mitgliedern zusammen Der Hauptsitz von Travail.Suisse befindet sich in Bern.
Bestandesgeschichte
Die Erschliessung und Verzeichnung wurde im Auftrag des Schweizerischen Sozialarchivs durch die Firma fokus AG, Zürich, durchgeführt (Projektleitung: U. Kälin, Bearbeitung: D. Kauz, April-Juni 2011)
Übernahmemodalitäten
Der Bestand gelangte am 08.06.2010 aus dem Sekretariat von Travail.Suisse, Hopfenweg 21, Bern, ins Schweizerische Sozialarchiv. Die Übergabe wurde von Therese Schmid betreut.
Inhalt und innere Ordnung
Bewertung und Kassation
Kassiert wurden:
- Doubletten und Mehrfachexemplare
- administrative Unterlagen: Belege, Anmeldungen, Routinekorrespondenz etc.
- externe Dokumentationen ohne direkten Aktenbezug, Materialsammlungen (z.B. Kurse oder Kampagnen Dritter; allgemeine, Pressespiegel)
Neuzugänge
Es werden keine Neuzugänge erwartet.
Zugangs- und Benutzungsbedingungen
Zugangsbestimmungen
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.
Sprache/Schrift
Unterlagen in deutscher französischer und italienischer Sprache
Sachverwandte Unterlagen
Verwandte Verzeichnungseinheiten
Veröffentlichungen
Verzeichnungskontrolle
Informationen der Bearbeiter*in
Im Auftrag des Schweizerischen Sozialarchivs bearbeitet durch die Firma Fokus AG, Zürich, im Frühsommer 2011 (Projektleitung: Urs Kälin, Schweiz. Sozialarchiv; Daniel Kauz, Fokus AG, Zürich).