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Wir hatten gerade fertig gegessen, als mein Neffe im Nebenzimmer signalisierte, dass er im Fall nicht daran denke, zu schlafen, während alle anderen munter miteinander plaudern.
Also nahm ich ihn auf, legt ihn mir vorsichtig über die Schulter und machte mit ihm eine Besichtigungstour durch unsere heiligabendlich beleuchtete Wohnung. Ich ging mit Robin Lemmy in die Küche, führte ihm die Abwaschmaschine und den Kühlschrank und den Kochherd vor und spazierte weiter durch den Gang ins Schlafzimmer. Dort, am Fenster, erklärte ich ihm, dass er, wenn jetzt Tag wäre, unter sich die halbe Stadt Burgdorf betrachten könnte, nur das Schloss nicht, das sei auf der anderen Seite, aber er könnte viele, viele Häuser sehen und Strassen und Gassen und Wiesen und darauf, jedenfalls im Sommer, jede Menge Schafe und Ziegen, und weiter hinten sei übrigens der Rest vom Emmental; da habe es noch viel mehr Schafe und Ziegen und gaaaaanz viele Kühe und Hunde und Katzen, aber eben: Jetzt seis halt Nacht und dunkel. Dann verlor ich noch ein paar Worte über die Bücher im Gestell und die Kleider im Schrank und kehrte nach einem Abstecher ins Bad zurück an den Tisch, wo ich den jungen Mann, der längst wieder schlief wie ein Murmeli, seiner Tante übergab.
All das, was ich ihm erzählt hatte, schien ihn weder gross interessiert noch beeindruckt zu haben. Er machte nicht einmal Anstalten, Interesse zu heucheln. Ob er heute noch bis aufs letzte Tassli wüsste, was in der Wohnung von seinem Onkel so alles herumsteht und -liegt: Ich weiss nicht, ich weiss nicht.
Aber ich ahne, dass er es ziemlich genoss, die Lage (auch) an diesem Abend voll unter Kontrolle zu haben. Er muss gewusst haben: Ein Mucks, und das grosse Wesen, das ihn herumträgt, setzt seinen Spaziergang mit ihm noch lange, lange fort. Ein Schrei, und der Schoppen ist parat. Ein Lächeln, und ein vielstimmiger Chor sagt entzückt “Jööö”.
Der junge Mann machte die ganze Zeit einen ausgesprochen zufriedenen Eindruck.
Ich (46) merke gerade: Ich beneide ein Bébé.