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Vor diesem Hintergrund ging man der Frage nach, ob es mit Blick auf die gymnasiale Vorbildung Faktoren gibt, welche die Chancen für ein erfolgreiches Absolvieren der Basisprüfung positiv beeinflussen.
Ein externes Büro analysierte im Auftrag der ETH Zürich die Daten von total 5'216 Personen, die in der Zeitspanne zwischen 2004 und 2007 in der Schweiz eine Maturität erlangt haben und zur Basisprüfung an der ETH Zürich angetreten sind. Die Resultate der Studie wurden nun im Rahmen eines Mediengesprächs in Zürich vorgestellt.
Gute Noten und tiefes Eintrittsalter
Ein erstes Resultat der Studie bestätigt die Vermutung: Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Gesamtdurchschnitt der Maturanoten und der Note bei der Basisprüfung. Das heisst, je besser die Leistung im Gymnasium, desto besser die durchschnittliche Note bei der Basisprüfung. In Bezug auf das Eintrittsalter zeigt sich, dass die jüngsten Studierenden die besten Basisprüfungen ablegen. Es sind dies die Altersgruppen der 18- bis 20-jährigen.
Statistisch deutlich schwächere Leistungen erzielen Studienanfänger ab 21 Jahren und darüber. Der Schluss liegt somit nahe, dass die "Übung" im Umgang mit schulischen Prüfungsanforderungen durch die Distanz zwischen Maturität und Studienbeginn teilweise verloren geht und sich dies in schlechteren Prüfungsnoten niederschlägt.
Es gibt keinen Königsweg
Was die verschiedenen Maturitätsschwerpunkte betrifft, zeigt sich, dass Studierende mit den Schwerpunktfächern Physik und Angewandte Mathematik beziehungsweise Latein oder Griechisch die besten Noten bei der Basisprüfung erzielen. Studierende mit altsprachlichem Hintergrund (Latein oder Griechisch) meistern die erste Prüfungshürde an der ETH Zürich zum Beispiel besser als Studierende, die Biologie und Chemie als ihren Maturaschwerpunkt wählten.
Am wenigsten gut schneiden Studierende ab, die am Gymnasium ihren Schwerpunkt auf Wirtschaft & Recht gelegt haben. Es scheint, dass sich von den Maturandinnen und Maturanden mit altsprachlicher Ausrichtung nur die besten bei der ETH Zürich einschreiben und ihre allfälligen Wissenslücken in Mathematik nach Studienbeginn schnell schliessen können. "Insofern gibt es keinen Königsweg, vielmehr können verschiedene gymnasiale Vorbildungen zum Erfolg führen, wenn Leistung und Motivation stimmen", so die ETH-Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach.
Regionale Unterschiede
Bei der Analyse der durchschnittlichen Basisprüfungsnoten der Studierenden wird ersichtlich, dass zwischen einzelnen Herkunftskantonen und Schulen Unterschiede bestehen. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass auch der Anteil der Maturandinnen und Maturanden, die ein ETH-Studium aufnehmen, je nach Kanton und Gymnasium beträchtlich variiert. Aus dem Kanton Zürich stammen mit Abstand am meisten ETH-Studienanfänger (27%). Entsprechend grösser ist die Bandbreite bei den Prüfungsergebnissen als in kleineren Kantonen. So findet man unter den 17 Zürcher Maturitätsschulen einige in der Spitzengruppe, einige im Mittelfeld und einzelne im letzten Drittel.
Die besten Prüfungsresultate im Beobachtungszeitraum lieferten Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Rychenberg in Winterthur, des Gymnasiums Liestal und der Kantonsschule Hohe Promenade in Zürich. "Unsere Studie zeigt auf, dass die Chancen, in einem naturwissenschaftlich-technischen Studium der ETH Zürich zu reüssieren, unter anderem auch von der gymnasialen Herkunft abhängen", so die ETH-Rektorin. Die Studie ist allerdings keine Qualitätsbeurteilung der einzelnen Gymnasien, denn diese mögen sehr unterschiedliche Bildungsziele verfolgen. Es handelt sich hier um eine Bilanz aus dem Blickwinkel eines ETH-Studiums.
Die ETH-Studie "Zusammenhang zwischen Maturanoten und Studienerfolg" hat viel Staub aufgewirbelt. Die Studie hat nicht nur bei den betroffenen Gymnasien Verärgerung ausgelöst. Weder "Sieger" noch "Verlierer" haben Verständnis für ein Schulranking, welches in den USA durchaus üblich ist und die dortigen Schulen als Ganzes auch nicht besser gemacht hat. Rektoren der betroffenen Gymnasien und Kantonsschulen werfen der ETH-Studie vor, dass sie "äpfel" mit "Birnen" vergleiche. Sie kritisieren u.a., dass die Studie die Laufbahnerfolge von einzelnen Studentinnen und Studenten untersucht habe, welche unterschiedliche Bildungskarrieren durchlaufen hätten.
Die Studienergebnisse werden deshalb keine verlässlichen Rückschlüsse auf jene Schulen zulassen, welche die Studierenden ausgebildet hätten. Die ETH habe nur die Erfolge jener Studierenden erfasst, welche dem ganz spezifische Anforderungsprofil der Eidgenössischen Technischen Hochschule entsprochen hätten. Lediglich 60 von 160 Gymnasien wurden deshalb im Ranking erfasst.Die Studie, welche die ETH Zürich veröffentlicht hat, stellt eine Momentaufnahme dar. Die Ergebnisse werden auch von Voraussetzungen und Rahmenbedingungen bestimmt, welche die Gymnasien nicht beeinflussen konnten. Es ist durchaus nachvollziehbar, dass die ETH daran interessiert ist, bestens ausgebildete Studentinnen und Studenten für ihre Studiengänge aufzunehmen. Die Studie hat der ETH die gewünschten Erkenntnisse geliefert. Die Frage bleibt offen, warum die ETH mit der namentlichen Rangierung die zuliefernden Gymnasien brüskiert und den Weg der Konfrontation statt der Kooperation gewählt hat? (Text: RAOnline)
Die ETH-Studie "Zusammenhang zwischen Maturanoten und Studienerfolg" hat viel Staub aufgewirbelt. Die Studie hat Die ETH Zürich hat aufgrund von Rückmeldungen die Studie "Maturanoten und Studienerfolg" überprüft und Mängel, die bei der manuellen Erfassung einzelner Personendaten aufgetreten sind, behoben. Die zentrale Aussage der Studie bleibt unverändert: Eine gute Maturanote ist das wichtigste Kriterium für ein erfolgreiches Abschneiden an der Basisprüfung der ETH Zürich.
Vor knapp zwei Wochen stellte die ETH-Rektorin Heidi Wunderli-Allenspach eine Studie vor, die im Auftrag der ETH Zürich auf der Basis von 5216 Personendaten von ETH-Studierenden verschiedene Zusammenhänge zwischen Maturanoten und Studienerfolg auf-zeigt. Mit Studienerfolg gemeint ist das erfolgreiche Abschneiden an der ETH-Basisprüfung am Ende des ersten Studienjahres. Hinweise auf Mängel veranlassten das Rektorat, die Studie zu überprüfen. Dabei wurden Fehler entdeckt, was die ETH Zürich bedauert.
Drei Korrekturen betreffen die in der entsprechenden Grafik zum Schulvergleich aufgeführten Gymnasien. In sieben Fällen (von 5216) geht es um die richtige Zuteilung einzelner Personen in die Herkunftsschule. Die Nachbesserungen haben gewisse Auswirkungen auf die Grafik mit den Gymnasien; die Hauptaussagen aus ETH-Sicht sind davon nicht tangiert. Es ist dies die Erkenntnis, dass gute Maturanoten das wichtigste Kriterium sind für den Erfolg bei der ETH-Basisprüfung. Ein weiteres Erfolgskriterium ist das Eintrittsalter.
Die Wahl der Schwerpunktfächer hat hingegen einen geringeren Einfluss. Schliesslich gibt es Unterschiede in der Basisprüfung in Bezug auf die Herkunftsschule der Studierenden. Die Korrekturen im Einzelnen:
Die in der Studie enthaltene Grafik zum Gymnasien-Vergleich listete eine "Kantonsschule Aarau" auf. Dabei handelt es sich um den historischen Namen für die "Alte Kantonsschule Aarau". Alle Datensätze der beiden bisher separat geführten Schulen sind nun unter der "Alten Kantonsschule Aarau" subsumiert.
Unter dem Namen Liceo Cantonale Lugano figurieren zwei separate Schulen (Liceo Cantonale Lugano 1 und Liceo Cantonale Lugano 2) mit je unterschiedlichen Ausrichtungen. Diesem Umstand wurde Rechnung getragen, indem die Schulen nun auch separat aufgeführt sind.
Neu im Vergleich der Gymnasien ist die Kantonale Mittelschule Uri aufgeführt, die bei der Erfassung aufgrund eines Namenswechsels fälschlicherweise als zwei separate Schulen mit je weniger als 30 Studierenden bisher nicht berücksichtigt wurde.
Bei der manuellen Datenerfassung der total 5216 Studierenden kam es zu sieben Fehlzuteilungen. Diese Fehlzuteilungen betrafen praktisch alle die verschiedenen Gymnasien Rämibühl (MNG, LG und RG). Auch diese Fehler sind zwischenzeitlich behoben.