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Die Rangliste lügt nicht. Rafael Nadal, Novak Djokovic und auch Andy Murray waren in diesem Jahr wesentlich erfolgreicher, David Ferrer konstanter und Juan Martin Del Potro gewann mit 4 Turnieren 3 mehr als Roger Federer. Platz 6 also zum Jahresende, wie damals, 2002. Das eben zu Ende gegangene Tennisjahr 2013 von Federer war unter dem Strich: enttäuschend. Für uns alle, die zugeschaut haben und für ihn selber auch. Denn die Ziele, die er sich gesetzt hat, hat er aus verschiedenen Gründen nicht erreicht.
Fulminante Masters-Premiere 2002
Rückblende: Schanghai im November 2002. Ein 21-Jähriger stürmt bei seiner ersten Masters-Teilnahme durch die Gruppenspiele. Im Halbfinal scheitert er nach begeisterndem Kampf knapp an der Nummer 1, Lleyton Hewitt. Die Tenniswelt ist entzückt ob der Fähigkeiten des Newcomers, die Schweiz jubelt (schliesslich war noch nie ein Tennisprofi helvetischer Herkunft höher klassiert) und alle spüren: Das ist noch nicht das Ende der berühmten Fahnenstange.
Federer hat «ein Monster kreiert»
Die Fortsetzung ist bekannt und gleichzeitig das eigentliche Problem, wenn wir Federers Leistungen dieser Tage beurteilen sollen. Der Schweizer sammelte Titel wie andere Leute Briefmarken und tat dies mit einer Selbstverständlichkeit, dass viele schon schockiert waren, wenn er zwischendurch mal einen Satz verlor. Roger Federer war der Konkurrenz dermassen überlegen, dass er meinte: «Ich habe ein Monster kreiert.»
An unglaublichen Erfolgen gemessen
Er sollte recht behalten. Die monströsen Erfolge seiner besten Jahre (von 2004 bis 2007 gewann er 11 von 16 Grand Slams und 3 von 4 Masters) sind die Messlatte, die Federer so hoch legte, dass er in der Folge zwangsläufig daran scheitern musste. Weil es ihm aber gelang, diese Latte bis Ende 2012 immer mal wieder nur knapp zu reissen, erscheint uns das Jahr 2013 als veritabler Absturz.
Rückenschmerzen als Hauptproblem 2013
Die Fakten: 1 Turniersieg auf der untersten ATP-Stufe (in Halle), 1 Grand-Slam-Halbfinal (in Melbourne), 2 Finals (Rom, Basel) und der Halbfinal am Masters – das sind die besten Resultate 2013. Auf der negativen Seite sind Rückenprobleme, Niederlagen gegen einige Mitläufer auf der Tour und ein missglückter Rackettest mitten in der Saison zu verbuchen. Federer selber betont, die Rückenschmerzen seien der Ursprung, der Rest nur die Folge gewesen.
Trendwende in der neuen Saison?
In der Tat zeigte die Leistungskurve nach dem Verschwinden der Beschwerden wieder nach oben. Dieser Trend soll sich – geht es nach dem Willen des Schweizers – 2014 fortsetzen. Er will mit den Besten nicht nur mithalten, er will sie auch wieder schlagen, das hat er nach seinem Aus in London bekräftigt. Damit hat er eine neue Latte gelegt, die immer noch ziemlich hoch ist, an der er aber gemessen werden kann und soll. Und die alte Latte sollten wir alle getrost wegwerfen – sie hat ausgedient.