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Weg-Wort vom 8. Juni 2021
Der Gedanke zu diesem Weg-Wort ist mir zugeflogen.
Eigentlich hätte ich bis zur nächsten Haltestelle zu Fuss gehen können, aber weil der Bus gerade anhielt, stieg ich ein. Im Bus entdeckte ich einen jungen Spatzen, der verzweifelt versuchte ins Freie zu gelangen. Er flatterte hin und her und schlug dabei gegen die Scheiben. Zusammen mit einer jungen Frau versuchte ich den kleinen Vogel zu fangen. Er war aber so verängstigt, dass er uns immer wieder entwischte.
Als der Bus anhielt, und ich aussteigen musste, rief ich dem Busfahrer zu: «Es ist ein Spatz im Bus! Er will hinaus.»
Der Busfahrer öffnete alle Türen, verließ die Fahrerkabine und kam nach hinten. Zu dritt schafften wir es, den Vogel aus dem Bus zu scheuchen.
Es war nur eine kleine Begebenheit. Der kleine Spatz hat mit seiner Hilflosigkeit mein Herz genauso berührt wie der Umstand, dass sich drei Menschen, die sich nicht kannten, bemühten, den Vogel zu befreien.
In diesem Moment war uns seine Freiheit wichtiger als das Einhalten des Busfahrplans.
«Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Fünfer? Und nicht einer von ihnen fällt zu Boden, ohne dass euer Vater bei ihm ist.
Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt.
Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.»
Matthäus 10, 29-31