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Grosser Richtungswechsel bei der Cham Paper Group nach 360 Jahren: Das Kerngeschäft mit Spezialpapier wird komplett an die südafrikanische Sappi Gruppe abgestossen. Die Firma wird zur reinen Immobiliengesellschaft mit dem Namen Cham Group.
Die Aktie von Cham Paper Group legt an der Schweizer Börse am Dienstag zwischenzeitlich um 5 Prozent auf 440 Franken zu. Mit gutem Grund: "Durch den Fokus auf das Immobiliengeschäft kann das Geschäftsrisiko minimiert werden", sagt ein Schweizer Investor, der sich auf Anlagen im klein- und mittelkapitalisierten Bereich spezialisiert hat.
Auch die Neue Helvetische Bank äusserst sich in einem Kommentar positiv. Der Verkaufspreis sei mit 146,5 Millionen Franken gut und in etwa das Doppelte von dem, was die Cham Paper Group vor ein paar Jahren bei einer Abstossung bekommen hätte.
Nach Abzug diverser Kosten wird durch den Verkauf ein Mittelzufluss von 125 Millionen Franken generiert. Diese finanziellen Mittel werden gemäss Cham Paper Group die Flexibilität für die Entwicklung des "Papieri"-Projekts erhöhen. Dieses ehemalige Industrieareal in Cham weist eine Fläche von 122‘500 Quadratmeter auf. 2'000 Menschen sollen dort leben und 1'000 Arbeitsplätze angesiedelt werden. Auch Immobilieninvestitionen über dieses Projekt hinaus sind möglich.
Kaum Leerstände, noch Geduld gefragt
Die Lage für solche Immobilienprojekte scheint optimal: "Die Leerstände in der Region Cham und Zug sind sehr tief, die Vermietung der Wohnungen dürfte kein Problem darstellen", sagt der Small- und Mid-Cap-Investor, der namentlich nicht genannt werden will. Das dürfte ein stabiles Einkommen über Jahre sichern.
Ein weiteres Zückerchen für die Anleger ist die Ankündigung des Verwaltungsrates, die Cham Group-Aktie zu einem "attraktiven Dividendentitel" zu machen. Ab Geschäftsjahr 2017 soll eine Dividende von mindestens 6 Franken ausgeschüttet werden, derzeit steuerfrei aus den Kapitalreserven. Zum aktuellen Aktienkurs beträgt die Dividendenrendite noch magere 1,4 Prozent. Sobald das "Papieri"-Areal dann regelmässige Erträge abwirft, was gemäss Cham Paper Group ab 2022 der Fall sein dürfte, werde sich die Dividende am effektiv erzielten Gewinn orientieren, schreibt Cham.
Um ein attraktiver Dividendenwert zu werden, muss sich die Cham Group an den gestandenen Immobilienfirmen orientieren: So hat Swiss Prime Site aktuelle eine Dividendenrendite von 4,3 Prozent, bei PSP Swiss Property sind es 3,8 Prozent. Davon ist man noch ein Stück entfernt.
"Die Realisierung des weiteren Potenzials im Bereich Immobilien wird noch ein paar Jahre dauern – auch ohne Rekurse", schreibt daher die Neue Helvetische Bank. Trotzdem bleibe Cham Paper für langfristig orientierte Investoren, welche sich diese Zeit nehmen können und wollen, eine äusserst interessante Equity Story.