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Beschreibung
Werner Meyer: Burgenforschung in der Schweiz. Ein kritischer Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Daniel Grütter: Eugen Probst (1873–1970) und die Gründung des Schweizerischen Burgenvereins
Thomas Bitterli: Die Publikationen des Schweizerischen Burgenvereins
Thomas Bitterli: Jahresversammlungen und Exkursionen 1927–2001
Die Publikationen des Schweizerischen Burgenvereins
Kurz nach der Gründung des Vereins setzte die Herausgabe der „Nachrichten des Schweizerischen Burgenvereins“ ein, mit der die Mitglieder über Restaurierungen an Burgen und die Aktivitäten des Vereins (Exkursionen, Reisen, Vorträge) informiert wurden. Um 1955 wandelte sich die Zeitschrift zu einem Fachblatt für Burgenkunde, mit dem Schwergewicht auf der archäologischen Foschung.In dieser Form erschienen jährlich vier Hefte. Ab 1996 erhielt die Zeitschrift den neuen Titel MITTELALTER und gleichzeitig wurde der Inhalt thematisch ausgeweitet auf weitere Bereiche des Mittelalters wie Stadt- und Siedlungsgeschichte, Technikgeschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte.
Neben der Zeitschrift veröffentlichte der Verein die Reihe der „Burgen und Schlösser in der Schweiz“, in der zwischen 1927 und 1948 insgesamt 22 Bände erschienen. Die Reihe ist nach Kantonen geordnet.
Seit 1974 gibt der Verein die Reihe der „Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters“ (SBKAM) heraus, von den bisher 27 Bände erschienen sind. Band 28 und 29 werden Ende dieses Jahres folgen.
Ein über die Landesgrenze hinaus vielbeachtetes Werk ist schliesslich die „Burgenkarte der Schweiz“, die 1936 als einfaches Kartenblatt erschien. 1972 bis 1985 wurde diese Karte zur vierteiligen „Burgenkarte der Schweiz und des angrenzenden Auslandes“ ausgebaut. Neben der Karte wurden dabei ein Textheft mit den Beschreibungen der Objekte und eine Sammlung von Detailkarten herausgegeben.
Jahresversammlungen und Exkursionen 1927–2001
Jahrzentelang war der Burgenverein in der Oeffentlichkeit vorallem wegen seiner „Burgenfahrten“ bekannt. Der kommmentierte (geführte) Besuch von Burgen im In- und Ausland war für viele der Anreiz, dem Burgenverein beizutreten. Der finanzielle Gewinn aus den Reisen war denn auch bis in die 50er Jahre Basis für die erfolgreiche Tätigkeit des Vereins bei Restaurierungen von Burgen. Geradezu legendär waren die Auslands-Burgenfahrten von Eugen Probst, die teilweise durch den Verein, teilweise auf privater Basis organisiert wurden.
Heute dienen die Exkursionen der Diskussion zwischen den Fachleuten der Denkmalpflege und Archäologie und den Vereinsmitgliedern, von denen manche noch in einer eher romantischen Idee der Rekonstruktion von Burgen verhaftet sind.
Die Generalversammlung bietet die Möglichkeit des Kontaktes zwischen Vereinsmitglied und Vorstand. Die Versammlung findet jedes Jahr an einem anderen Ort statt, sodass praktisch alle Regionen der Schweiz mindestens einmal schon besucht wurden.
Burgenforschung in der Schweiz. Ein kritischer Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema Burg begann in der Schweiz in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Beteiligt waren daran in erster Linie die Historiker, die sich mit der Erforschung der Genealogie und der verfassungs- und rechtsgeschichtlichen Verhältnisse befassten.
Neue Massstäbe setzten Walter Merz mit seinen mehrbändigen Werken über die Burgen des Sisgaus und des Aargaus (1909-1920), Nils Lithberg mit seinen auch die Kleinfunde beachtender Arbeit über Schloss Hallwil (1925) und Erwin Pöschel mit dem Bündner Burgenbuch (1930). Die Gründung des Schweizerischen Burgenvereins 1927 hat der wissenschaftlichen Forschung keinen neuen Impulse gegeben. Der Verein, bzw. dessen Präsident Eugen Probst, setzte gemäss dem Vereinsziel die Akzente auf die denkmalpflegerische Erhaltung von Ruinen.
Der Umschwung setzte 1955 mit der Wahl von Hugo Schneider ein. In kurzer Zeit gelang es, den Rückstand in der Burgenforschung und allgemein in der Mittelalter-Archäologie aufzuholen. Mit der Schaffung der Reihe „Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters“ wurden nach 1974 gar neue Massstäbe an die Publikationen gesetzt. Vertreter des Burgenvereins, allen voran Hugo Schneider und Werner Meyer stellten Forschungsfragen auf und suchten mittels archäologischen Grabungen nach Antworten. Viele Ergebnisse sind in Beiträgen in der Vereinszeitschrift „Nachrichten“ oder in den „Schweizer Beiträgen“ publiziert. Begünstigt wurde diese Dynamik durch die wirtschaftliche Konjunktur, die genügend Finanzmittel zur Verfügung stellte. Seit den 90er Jahren flossen diese Gelder spärlicher und bremsten den Forschungselan deutlich ab. Wegen Ausbleiben neuer Forschungsfragen werden heute kaum noch Forschungsarbeiten an Burgen durchgeführt und die vorhandenen Mittel genügen gerade noch für denkmalpflegerische Erhaltungsmassnahmen. Die Formulierung neuer Fragen an die Burgenforschung, und damit das Interesse der Geldgeber wieder zu wecken, das sollte die künftige Aufgabe des Schweizerischen Burgenvereins sein.