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Mitten in der Basler Altstadt finden sich die beiden historischen Gebäude am Leonhardsgraben 47 und 49. Die Idee des Ehepaars Thommy-Kneschaurek hinter dem Hotel war, unabhängige Kunst und Kultur mit einem Hotel- und Restaurantbetrieb zu verbinden und es dadurch quer zu subventionieren. Von 2002 bis 2015 erhielt das Theater im Teufelhof einen Beitrag von den Halbkantonen Basel-Stadt und Basel Landschaft, seither projektbezogene Zuwendungen des Swisslos-Fonds Basel-Stadt. Bis zur Eröffnung am 28. April 1989 sollte es lange, nämlich 2361 Tage dauern. Einsprachen machten den Gang vor das Bundesgericht nötig. Seit 2009 gehört der Betrieb den ehemaligen Mitarbeitern Nathalie Reinhard und Raphael Wyniger.
Archäologischer Keller
Wenig bekannt sind im Keller des Teufelhofs - neben in Vitrinen ausgestellten Funde aus verschiedenen Jahrhunderten - auch Teile der beiden Stadtmauern zu besichtigen. Die Fundamente der inneren Stadtmauer aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts und auch solche der Burckhardt'schen Mauer, der ersten Stadtmauer überhaupt aus ca. 1070 n. Chr. Beide Mauern hatten fast auf der gesamten Länge den gleichen Verlauf. Bei den Fundstücken handelt es sich um interessante Gebrauchsgegenstände, z.B. Kochgeschirr und Pfeifen, die in den Stadtgraben geworfen wurde, trotz damaligem strengen Verbot.
2 Gebäude: Ein Kunsthotel und ein Galeriehotel
Das Hotel ist zweigeteilt. Im dem Leonhardsgraben zugewandten Gebäude, dem ehemaligen Truchsesser-Hof befindet sich das Kunsthotel. Im hinteren Gebäude, welches auf den Heuberg schaut, das Galeriehotel. Der ehemalige Stift St. Leonhard wurde 1995 im Baurecht von der Stadt Basel gekauft. Alle drei bis fünf Jahre werden die neun Kunstzimmer von lokalen oder internationalen Künstlern neugestaltet, zuletzt im Oktober 2015. Dabei haben die Kunstschaffenden freie Hand, nur politische, religiöse oder sexuelle Motive sind unerwünscht.
Die Kunstzimmer sind im Moment von insgesamt sechs Künstlerinnen und Künstlern (Aline, Dieter Meier, Künstlerinnengruppe Mickry 3, Andreas Mattle, Julia Steiner und Joseph Egan) gestaltet. Mickry 3, Andreas Mattle und Julia Steiner haben jeweils zwei Zimmer gestaltet. Das 1996 eröffnete Galeriehotel hat 24 Zimmer auf drei Stockwerken, welche ebenfalls als Ausstellungsraum für Kunst genutzt werden.
Kultur im Teufelhof
Das Hotel, die beiden Restaurants, Café und Bar sowie das Theater wurden am 28. April 1989 mit der Uraufführung von «Abendfrieden spezial» des Kabarettisten Joachim Rittmeyer eröffnet. Seither verblüfft das Theater im Teufelhof seine Gäste immer wieder mit einem politisch-satirischen Programm.
Zwei Restaurants und noch viel mehr
Im von Küchenchef Michael Baader seit über 29 Jahren geführten Gourmetrestaurant Bel Etage (1 Michelin Stern, 16 Gault & Millau Punkte) wird die gehobene Küche geboten. Das Restaurant Atelier (14 Gault & Millau Punkte) hat Werkstattcharakter. Neben der 2012 renovierten Teufelhof Bar kann im Weinladen Falstaff aus rund 400 verschiedenen Weinen gewählt werden. Erst vor zwei Jahren und entlang der alten Basler Stadtmauern wurde die Brauerei «Stadtmauer Brauer» eröffnet.
Mit dem Brauen von Bier war aber nicht Schluss im Teufelhof, auch Gin wird hergestellt. Das Produkt nennt sich «Rheinbrand-Gin» und ist ein Wortspiel aus dem Rhein und dem Prozess des Schnaps-Brennens, dem Brand.
Im Sinne einer Nachfolgeregelung hat der Teufelhof im März dieses Jahres die Ryago AG übernommen. «Mein Ziel ist es, dass der Teufelhof auch in 30 oder 100 Jahren noch existiert», sagt Raphael Wyniger. Bei einer durchschnittlichen Zimmerauslastung von 90 Prozent, scheint das Ziel nicht unerreichbar. Im nächsten Jahr feiert das Hotel bereits seinen 30 Geburtstag mit einem grossen Fest am 28. April 2019.Weitere Basler Hotelgeschichten
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