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Salomon Corrodi gehörte zu den besten und bekanntesten Schweizer Aquarellisten des 19. Jahrhunderts. Viele seiner Werke sind grossformatig, so wie das vorliegende. Es zeigt den Blick über die noch unbegradigte Aare bei Interlaken über den Turm der Schlosskirche hinein ins Lauterbrunnental auf die verschneite Jungfrau. Das Gebäude mit Krüppelwalmdach und rauchendem Schornstein am Aareufer ist auf weiteren Werken Corrodis mit derselben Ansicht zu sehen.
Corrodi-Aquarelle wie das hier angebotene von 1866 sind auf dem Markt vergleichsweise selten anzutreffen, da Corrodi in erster Linie italienische Ansichten, vor allem Veduten von Rom, angefertigt hat.
Salomon Corrodi ist 1810 in Fehraltdorf als zehntes Kind des Dorfpfarrers geboren. Nachdem er sich beim Zürcher Landschaftsmaler Johann Jakob Wetzel hatte ausbilden lassen, begab sich Corrodi 1832 nach Rom. Dank einflussreicher Bekanntschaften wurde Corrodi hier schnell in hohe Künstlerkreise eingeführt und erhielt prestigeträchtige Aufträge. 1845 war er Mitbegründer des Deutschen Künstlerkreises in Rom. Sein Haus wurde bald zum Treffpunkt hauptsächlich von Schweizer Künstlern. Nachdem noch im selben Jahr Zar Nikolaus I. ein Werk Corrodis erworben hatte, lieferte der dadurch noch berühmter gewordene Schweizer weitere Werke ans Zarenhaus. 1875 gründete Corrodi die Italienische Gesellschaft der Aquarellisten mit und wurde Ehrenmitglied der Accademia di San Luca. Als Salomon Corrodi 1892 in die Schweiz reisen wollte, starb er unterwegs bei Como als hoch angesehener und erfolgsverwöhnter Künstler.
Corrodis Aquarelle zeichnen sich aus durch die authentische Wiedergabe regionaltypischer Lichtverhältnisse und Architektur. Der Maler lässt dabei grösste Sorgfalt walten und wählt kontrastreiche Farbastufungen. In seinen Veduten italienischer Städte wie auch in den Landschaftsansichten wie der hier präsentierten spielen Menschen eine marginale Rolle. Als Figurenstaffagen nehmen sie höchstens eine ergänzende Funktion ein. So auch hier die Menschen am Aareufer und auf den Nauen.
Das Aquarell mit dem "Blick ins Lauterbrunnental" ist so lichtdurchflutet wie die meisten von Corrodis Werken. Wie es in seinem Werk häufig zu beobachten ist, arbeitet Corrodi den Himmel nur wenig bis kaum aus, sprich kontrastierende Wolkengebilde findet man selten, so dass sich der Blick auf das eigentliche Motiv konzentriert. Die Pinselführung ist akkurat und jedes Detail fein ausgearbeitet.
Das grosse Blatt ist unten rechts signiert und gemäss Ortsbezeichnung in Rom entstanden. Datiert ist es mit 1866. Eine weitere Kennzeichnung des Urhebers ist unten mittig im Passepartout hinterlegt.
Das Aquarell – möglicherweise Mischtechnik mit Gouache – ist in einem augenscheinlich einwandfreien Zustand, die Leuchtkraft der Farben gut erhalten, die Oberfläche rein und klar. Gefasst ist es in einem stabilen Passepartout, gerahmt hinter Glas in einer vergoldeten Berliner Leiste. Der Rahmen hat links eine etwas grössere Bestossung an der Kante. Verso auf einem Etikett gekennzeichnet und ein Kleber der seinerzeit bekannten Zürcher Galerie von Kurt Meissner.
Lichtmasse: 62x43cm
Masse total: 86,5x68,5cm
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CHF 2'700.00Preis
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