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Im Gegensatz zu den meisten legendären Wesen ist der “Papa-figo“ von keiner besonders auffälligen Erscheinung. Er sieht eigentlich aus, wie irgendein normaler Mensch. Manchmal gleicht er einem kuriosen älteren Herrn, der einen grossen Sack auf seinem Rücken trägt.
Eigentlich tritt er selbst selten in Erscheinung. Zieht es vor, seine Helfershelfer zu schicken, die ihm seine Opfer besorgen. Und die bedienen sich sämtlicher Tricks, um ihre Opfer anzulocken – alles Kinder natürlich: Die Helfer verteilen Geschenke, Süssigkeiten, Geld, Spielzeug oder Sandwiches. Sie agieren an jedweden öffentlichen Orten – vor den Toren der Schulen, in Parks oder auch mal an verlassenen Plätzen.
Nachdem sie die Opfer angelockt haben, werden die zum eigentlichen “Papa-figo“ gebracht – einer kuriosen Gestalt, die an einer unheilbaren Krankheit leidet – das Symptom dieser Krankheit sind seine zu anomaler Grösse gewachsenen Ohren.
Die Legende sagt, dass sich der Kerl von der Leber (portugiesisch: “Figado“ – kindliche Verstümmelung: “figo“) eines Kindes ernähren muss, um diese Krankheit einzudämmen. Nachdem also die Kinderleber extrahiert worden ist, pflegen sie neben der Leiche eine Menge Geld zurückzulassen – für das Begräbnis und auch zur Entschädigung der Familie.
Herkunft: Eine auf dem Land überall bekannte Legende. Man nimmt an, dass diese Geschichte dazu diente, die Kinder von einem Kontakt mit Fremden abzuhalten – so wie beim Märchen vom Rotkäppchen.