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Benching: 16 Anzeichen dafür, dass du hingehalten wirst
Nach eurem Date herrscht wochenlang Funkstille und dann kommt plötzlich eine kurze Textnachricht, die dich schier aufatmen lässt. Aber deine Frage nach dem nächsten Treffen wird nur ausweichend beantwortet. Kommt dir bekannt vor? Dann bist du vielleicht Opfer des sogenannten Benching geworden. Das Warmhalten eines möglichen Partners oder einer Partnerin wird im Dating-Leben immer mehr Mode. Für diejenigen, die auf die lange Bank geschoben werden, eine eher unschöne Erfahrung. Bei Parship erfährst du, woran du Benching erkennst.
Was versteht man unter Benching bzw. warmhalten von Partnern?
Das amerikanische Wort Benching bezeichnet die Hinhaltetaktik oder das Warmhalten einer Person, die man zuvor gedatet hat. Ursprünglich geschaffen wurde der Begriff vom New-York-Magazine-Autor Jason Chen, der den Trend in einer seiner Kolumnen beschrieb.
Der Begriff „Benching“ kommt dabei vom englischen Wort „bench“, was übersetzt Bank bedeutet. Du kannst Benching also mit „jemanden auf die lange Bank schieben“ übersetzen. Manche Menschen bezeichnen die Person, die hierbei hingehalten wird, oft auch als „Back-up Partner“, der zur Verfügung steht, wenn der „Bencher“ nicht alleine sein will. Dabei ist „Bencher“ die Bezeichnung für die Person, die dich ständig auf sich warten lässt.
Tatsächlich ist dieses Dating-Phänomen schon älter. Bereits im Jahr 2010 widmete sich die US-Sitcom „How I met your mother“ in einer ganzen Folge den klitzekleinen Worten „noch nicht“, mit denen Verehrern und Verehrerinnen immer wieder die Hoffnung gemacht wird.
„Noch nicht“ sagt, dass zwar gerade jetzt keine Beziehung möglich sei, aber diese Option in der Zukunft nicht ausgeschlossen sei. „Bencher“ halten sich ihre Dates damit warm und können immer wieder auf diese Person zurückgreifen, wenn sie den Abend nicht allein verbringen wollen. Gleichzeitig gehen sie keine verbindliche Beziehung ein und stehlen sich damit aus jeglicher Verpflichtung.
Daran erkennst du, ob du nur der Back-up-Partner bist
Doch wie sieht das aus, wenn du auf der Ersatzbank geparkt wurdest? Folgende Anzeichen sollten dich aufhorchen lassen:
- Nach einem Date hörst du wochenlang keinen Ton von dem oder der anderen. Aber gerade, als du die Sache abschreiben willst, kommt eine unverfängliche Nachricht, die dir wieder Hoffnung macht.
- Ihr habt vor allem digital und schriftlich Kontakt. Das bedeutet, ihr schreibt vor allem über die sozialen Netzwerke miteinander, aber Treffen und Telefonate finden nur selten statt.
- Wenn ihr euch trefft, ist alles intensiv. Du wirst mit Komplimenten überschüttet, ihr seid wie frisch verliebte Turteltauben. Aber nach eurem Date – kalter Entzug.
- Der oder die Andere geht DEM Gespräch gründlich aus dem Weg. Das bedeutet: Ihr sprecht nicht über das, was ihr miteinander habt. Statt eure Beziehung zu definieren, befindet ihr euch in einem undefinierten Zwischenzustand.
- Versuchst du, Verbindlichkeit zu schaffen, reagiert der oder die Andere ausweichend. Er bzw. sie sei noch nicht soweit, brauche noch Zeit. Eine weitere, beliebte Antwort, mit der du immer wieder auf die lange Bank geschoben wirst: Es sei doch alles gut so wie es ist.
- Eure Beziehung entwickelt sich nicht weiter. Ihr kommt über die Kennenlern- und Datingphase nicht hinaus.
- Dates werden wiederholt spontan und unter Ausflüchten abgesagt.
- Fragst du nach einem Date, bekommst du ausweichende Antworten wie „Nächste Woche passt gut“ oder „Wir können dann ja mal schreiben“.
- Der oder die Andere ist immer „so im Stress“, wenn du konkrete Vorschläge für ein Date machst. Dabei wechseln die Gründe, aus denen die Person nicht kann, ständig.
- Nachdem euer Date ausgefallen ist oder du eine Absage kassiert hast, siehst du, wie der oder die Andere aufregende Bilder von gelungenen Aktivitäten am selben Tag postet.
- Du lernst den Freundes- und Bekanntenkreis des „Benchers“ nicht kennen, sondern ihr trefft euch ausschliesslich allein.
- Falls du doch Freunde oder Kollegen kennenlernst, hörst du ständig Geschichten, die den Eindruck hinterlassen, dass es ausser dir weitere Personen im Leben deines Gegenübers gibt, die ihm oder ihr besonders nahestehen – auf dieselbe Weise wie du der Person nahestehst.
- Der oder die Andere hat regen Kontakt zu Ex-Partnern bzw. Ex-Partnerinnen. Sprichst du diesen Umstand an, wird der Kontakt als komplett harmlos dargestellt.
- In den sozialen Netzwerken ist der „Bencher“ ganz flirty unterwegs und kommentiert fleissig anzügliche Bemerkungen bei anderen Menschen des präferierten Geschlechts.
- Hast du mal keine Zeit, scheint der oder die Andere im Handumdrehen eine Ersatzperson für dich zu finden.
- Dein Gegenüber gibt sich nicht wirklich Mühe, dich kennenzulernen. Ihr könnt euch zwar gut unterhalten, aber tiefgehende Gespräche sind Fehlanzeige.
Das Phänomen, sich jemanden als „Back-up Partner“ warmzuhalten, scheint dabei verbreiteter zu sein als gedacht. In einer stichprobenartigen Untersuchung unter College-Studierenden fand ein Forscherteam des Hope College heraus: 75 Prozent der Singles sowie über 50 Prozent der vergebenen Studierenden praktizierten nach eigenen Aussagen Benching, indem sie sich einen „Back-up Partner“ warmhielten.
Welche Folgen hat die Hinhaltetaktik?
Das Dasein als „Back-up-Partner“ kann wirklich zermürbend sein. Oft leidet das Selbstwertgefühl sehr darunter, immer wieder hingehalten zu werden. Durch die fehlende Verlässlichkeit fühlt es sich unter Umständen so an, als ob du ein Leben in einer Wartehalle führen würdest.
Vor allem führt die Hinhaltetaktik dazu, dass du dich auf niemand anderen einlassen kannst, während du auf der Wartebank sitzt. Schliesslich rechnest du jederzeit damit, dass sich der „Bencher“ wieder meldet und eure Beziehung vielleicht doch noch Fahrt aufnimmt. Gleichzeitig macht das Hinhalten es dir schwer, dich von der Person zu lösen, selbst wenn du langsam realisierst, dass das Interesse wohl nicht von Dauer sein wird. Denn immerhin fehlt der klare Schlussstrich zwischen euch. Die ständigen Ausflüchte lassen oft einen letzten Funken Hoffnung übrig, dass es für euch doch noch eine Zukunft gibt.
Darum lohnt sich das Warmhalten für den Bencher
Für den „Bencher“, also die Person, die dich in diesem Wartezustand zittern lässt, hat das Benching durchaus Vorteile. Als Person mit mehreren Eisen im Feuer muss man niemals einen Abend jemals allein verbringen – die Person nimmt einfach das Telefon in die Hand und ruft dich an. Dadurch, dass der Kontakt sowieso nur sporadisch erfolgt, wirkt eine spontane Date-Anfrage auch nicht seltsam, sondern fügt sich natürlich in die Kommunikation ein.
Darüber hinaus muss sich der „Bencher“ auf nichts festlegen. Die Hinhaltetaktik ist die perfekte Strategie, um sich lockere Unverbindlichkeit zu erhalten und gleichzeitig den Luxus menschlicher Intimität zu geniessen, wenn die Stimmung danach steht. Man ist zu nichts verpflichtet und kann kommen und gehen, wie es beliebt.
Das bedeutet auch: Kommt jemand um die Ecke, der oder die vermeintlich besser passt, gibt es keine dramatische Trennung. Man meldet sich einfach nicht mehr. Klappt es mit dem neuen Objekt von Interesse aber nicht so wie gewünscht, gibt es ja immer noch die Person auf der Wartebank!
Warum halten manche Personen sich andere Menschen warm?
Hinter dem klassischen Benching stehen oft mehrere Faktoren, die erklären, warum Menschen sich auf diese Art und Weise verhalten:
- Oft leiden „Bencher“, egal ob männlich oder weiblich, unter einem geringen Selbstwertgefühl. Durch das Warmhalten mehrere Personen sichern sie sich fortwährende Selbstbestätigung, wann immer sie einen Kick für ihr Selbstbewusstsein brauchen.
- Ebenso spielt Bindungsangst bei dieser Art von beziehungsvermeidenden Verhalten eine Rolle. Die Verbindlichkeit einer echten Paarbeziehung wirkt bedrohlich, gleichzeitig geniesst man die Nähe romantischer Beziehungen. Sich die andere Person warmzuhalten erscheint als der Kompromiss, der das Bedürfnis nach Beziehung und die Angst vor Bindung am besten zu vereinen scheint.
- Nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluss, den Medien und soziale Netzwerke auf uns haben. In einer Welt, die alle Möglichkeiten verspricht, wirkt es unattraktiv, sich auf eine Person festzulegen. Vielmehr wird uns suggeriert, wir würden glücklicher, wenn wir uns alle Optionen offen halten.
Welche Gründe auch immer hinter der Warmhalte-Taktik stecken: Solange nicht mit offenen Karten gespielt wird, kann dieses Verhalten mitunter sehr verletzend für die Person sein, die auf der „Ersatzbank“ sitzt und auf ihren Einsatz wartet.
So kannst du Benching beenden
Im besten Fall musst du selbst gegen das Benching gar nichts unternehmen, weil dein Gegenüber sich einen Ruck gibt und sich verbindlich für eine Beziehung mit dir entscheidet. Aber wenn du diese Worte liest, ist es wahrscheinlicher, dass du das ewige Warten leid bist.
Das A und O, um der ewigen Hinhalte-Taktik zu entkommen, ist offene Kommunikation. Sag deinem Date offen und ehrlich, dass du das Gefühl hast, hingehalten zu werden und dass du dir mehr Verbindlichkeit wünschst.
Zögere dabei auch nicht, deine Grenzen genauso zu artikulieren wie deine Bedürfnisse. Du bist es wert, respektvoll und liebevoll behandelt zu werden. Dich stört, dass Dates kurzfristig ausfallen oder ihr immer nur Kontakt habt, wenn der bzw. die Andere eine Begleitung braucht? Dann mach genau das deutlich.
Frag dein Gegenüber aber auch, welche Hintergründe das ewige Warten hat. Hinterfrage seine bzw. ihre Motive und sei offen für eine mögliche Erklärung. Hör dabei genau hin, ob du eine ehrliche Antwort oder bloss die ewigen Floskeln bekommst.
Auch nach mehreren Gesprächen ändert sich nichts und du bekommst immer wieder dieselben Ausflüchte zu hören? Dann zieh Konsequenzen und einen Schlussstrich unter eure gemeinsame Geschichte. Du bist mehr wert als ein Leben in der Wartehalle.
Wie unterscheidet sich Benching von, Ghosting, Breadcrumbing und Co?
In der jüngeren Geschichte ist Benching nicht der einzige Dating-Trend, der sich abzeichnet. Vor allem das digitale Dating hat einige Phänomene hervorgebracht, die es sich zu kennen lohnt, um bei der Online Partnersuche keine unnötige Zeit zu verschwenden. Phänomene wie Ghosting, Breadcrumbing und auch Roaching sind eng mit der Hinhalte-Taktik verwandt, unterscheiden sich aber an entscheidenden Stellen.
- Ghosting vs. Benching: Nach eurer ersten Verabredung bekommst du keine Antwort mehr auf deine Nachrichten und hörst nie wieder auch nur das leiseste Piep von deinem Date? Dann bist du Opfer des Ghosting geworden. Im Gegensatz zum Benching wirst du beim Ghosting nicht durch sporadische Nachrichten hingehalten. Vielmehr hörst du nie wieder von der anderen Person. Ghosting ist ein plötzlicher, unerwarteter Kontaktabbruch, der ohne weitere Erklärung erfolgt.
- Benching vs. Breadcrumbing: Beim Breadcrumbing ist euer Kontakt super sporadisch und immer, wenn du glaubst, das war es, kommt eine kleine Nachricht, die dir das Gefühl gibt, wieder relevant zu sein. Im Gegensatz zum Benching kommt es allerdings nie zu persönlichen Treffen, sondern ihr bleibt auf der Ebene des Online-Dating stehen. Wie bei Hänsel und Gretel im Märchen, streut dein Gegenüber durch einzelne Likes, Kommentare und Nachrichten eine stete Spur aus einzelnen Brotkrummen, die dein Interesse an ihm oder ihr am Leben erhalten. Dabei bleibt euer Kontakt maximal unverbindlich.
- Roaching vs. Benching: Das Roaching ist ein besonders perfides Vorgehen, das über das reine Hinhalten hinausgeht. In Nachrichten und bei Treffen macht dir der oder die Andere im grossen Stil den Hof und gibt sich maximal verliebt. Doch nicht nur du wirst vom ihm bzw. ihr so heiss umworben: Auch andere Menschen bekommen die gleichen, lieblichen Versprechen und Zuneigungsbekundungen zu hören. Denn statt eure Beziehung auf das nächste Level zu heben, schürt der bzw. die Andere mehrere, heisse Eisen im Feuer. Kommst du dahinter und konfrontierst dein Gegenüber, wird darauf verwiesen, dass ihr ja nie offiziell monogam wart. Denn dieses Gespräch vermeidet die Person so gut es geht. Im Grunde ist das Roaching damit eine Weiterführung des Benching.
Warmhaltetaktik vs. Polyamorie
Manchmal argumentiert die Person, die sich ihre Dates warmhält, damit, dass sie angeblich polyamorös wäre, also mehrere verbindliche Beziehungen parallel führen möchte. Damit wird dann gerechtfertigt, warum die Person nur wenig Zeit hätte und sich nicht ausschliesslich für dich entscheiden könne.
Polyamorie hat nichts mit Benching zu tun. Gerade polyamoröse Beziehungen zeichnen sich durch ein hohes Mass an Kommunikation, Absprachen und dem gegenseitigen Achten von Bedürfnissen und Grenzen aus. All das passiert nicht, wenn du warmgehalten wirst. Der „Ersatzbank-Effekt“ entsteht ja gerade erst dadurch, dass dir nicht klar kommuniziert wird, welchen Stellenwert du im Leben der anderen Person einnimmst.
In einer offenen Beziehung oder einem polyamorösen Geflecht wird niemand einfach hingehalten, sondern es gibt transparente Vereinbarungen darüber, wann welche Personen Zeit miteinander verbringen. Benching ist auch in polyamorösen Beziehungsgeflechten ein No-Go!
Lass dich nicht warmhalten – entdecke auf Parship die grosse Liebe!
Die Erkenntnis, nur hingehalten worden zu sein, ist schmerzhaft. Aber du verdienst es, dass jemand dir so viel Aufmerksamkeit schenkt wie du brauchst. Sei also mutig, dich selbst von der Ersatzbank wieder ins Spiel zu bringen. Beim Online-Dating mit Parship triffst du zahlreiche Singles, die nur auf dich gewartet haben!