Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03217.jsonl.gz/917

Baumeister war der Zürcher Architekt Matthias Vogel (ca. 1676–1748). Er hatte sich mit dem Bau der Kirche Baden empfohlen, die kurz zuvor (1712–14) erbaut worden war. Diese beiden Kirchen nehmen eine Schlüsselstellung innerhalb des protestantischen Kirchenbaus in der Schweiz ein: Sie verkörpern beide denselben Bautyp des streng-nüchternen Predigtsaales, der vorrangig dem Wortgottesdienst gilt.
Eingeweiht wurde die Kirche 1724.
Bei beiden Bauten – Baden und Zurzach – ist der ähnlich gestaltete Turm in die Seitenfassade (Zurzach) bzw. Hauptfassade (Baden) integriert. Diese neue Idee wurde wenig später in der Turmfassade der Heiliggeistkirche in Bern (1729) aufgenommen, die als die renommierteste reformierte Kirche in der Schweiz gilt. Die in Zurzach realisierte Bauidee des Turmes wurde im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts in mehreren Kirchen der Nordschweiz aufgenommen, allen voran in der Kirche in Wädenswil (1764–67, die durch Johann Ulrich Grubenmann, einem Mitglied der der berühmten Appenzeller Holzbauerdynastie, realisiert wurde.
Die reformierte Kirche Zurzach stellt eine der ersten Querkirchen in der Schweiz dar, ein typisch protestantischer Kirchenbau.1676 wurde die Kirche Wilchingen im schaffhausischen Klettgau erbaut; in Proportionen und Grundriss ist sie mit der Kirche Zurzach praktisch identisch.
1954 wurde die Stuckdecke der Kirche Zurzach saniert, eine Innenrenovation erfolgte 1960/61, wenig später (1967/68) wurden empore und Orgel renoviert. Eine Aussenrenovation wurde 1979 gemacht, und 2000/01 schliesslich wurde die Kirchendecke saniert.