Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03290.jsonl.gz/2739

Alle wiederangesiedelten Populationen des Eurasischen Luchses in West- und Mitteleuropa sind isoliert und von Verlust an genetischer Vielfalt durch genetische Drift und Inzucht gefährdet. Schon erfolgte Untersuchungen in den Alpen und im Jura haben beunruhigende Erkenntnisse gebracht. Einerseits hat die Häufigkeit von Herzgeräuschen zugenommen, die mit genetischen Faktoren verknüpft sein könnten. Andererseits wurden in den letzten Jahren Krankheitserreger festgestellt, die beim Eurasischen Luchs bisher nicht beschrieben waren (Felines Immundefizienzvirus, Felines Leukosevirus). Für demografische, genetische und gesundheitliche Untersuchungen sind langfristige Datensätze enorm wichtig, um Entwicklungen über mehrere Luchsgenerationen feststellen zu können.
Ziel dieses Projektes ist es, den demografischen, genetischen und veterinärmedizinischen Status aufbauend auf bisherigen Erkenntnissen zu erfassen und die Auswirkungen auf den Erhaltungszustand der Populationen zu verstehen. Für die Umsetzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in Schutzmassnahmen sollen konkrete Empfehlungen für das langfristige genetische Management der Schweizer Luchspopulationen zuhanden der Entscheidungsträger und der Öffentlichkeit erarbeitet werden. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit zwischen der Stiftung KORA (Raubtierökologie und Wildtiermanagement, Muri bei Bern) und dem FIWI durchgeführt.
Kontaktpersonen am FIWI: Marie-Pierre Ryser-Degiorgis, Iris Marti