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„Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird.“ Diese Definition der Internationalen Schmerzorganisation IASP (International Association for the Study of Pain) aus dem Jahr 1986 ist die bislang einzige, weltweit anerkannte Schmerzdefinition. Schmerzen sind zunächst einmal ein Warnsignal des Körpers, das auf eine bestehende oder eine drohende Verletzung hinweist. Schmerzen können aber auch chronifizieren und zu einem eigenständigen Krankheitsbild werden. Sie haben dann ihre Signalfunktion verloren. Für die Schmerzbehandlung ist es wichtig, aber nicht immer leicht, die exakte Schmerzart zu diagnostizieren.
Schmerzpatienten haben oft eine Odyssee hinter sich. Häufige Arztwechsel, falsche Diagnosen und unzureichende Behandlungen markieren ihren Leidensweg. Patienten mit chronischen Schmerzen müssen laut dem Deutschen Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz im Schnitt sieben Jahre mit ihren Schmerzen leben, 21 Prozent von ihnen sogar 20 und mehr Jahre. Die Rede ist von 14 Millionen Menschen in Deutschland, die an chronischen Schmerzen leiden, 600.000 bis 800.000 von ihnen an einem schwer zu therapierenden Schmerzsyndrom.
Akuter und chronischer Schmerz
Ist der Auslöser für die Schmerzen eine Verletzung, Gewebeschädigung oder akute Erkrankung, handelt es sich um einen akuten Schmerz. Er wird ausgelöst von einem lokal und zeitlich begrenzten Schmerzreiz; das kann eine Schnitt- oder Stichverletzung sein, eine Verbrennung, ein Bruch, ein Schlag oder Stoß, etc. Er wird in den meisten Fällen vom Hausarzt oder einem Facharzt diagnostiziert und behandelt. Akute Schmerzen vergehen in aller Regel, wenn die Ursache geheilt ist. Die Deutsche Schmerzliga definiert akuten Schmerz folgendermaßen :
Typische Beispiele für einen akuten, nozizeptiven Schmerz sind Schmerzzustände nach Operationen, Frakturen, Prellungen und Zerrungen, nach Haut- und Gewebeverletzungen, nach Myokardinfarkt und Ischämien.
Bei der Behandlung akuter Schmerzen ist auf eine ausreichende Schmerzlinderung zu achten. Sind nämlich die Schmerzen zu stark oder zu anhaltend, können sie sich in das Schmerzgedächtnis einprägen und trotz Heilung der eigentlichen Ursache fortbestehen.
Im Gegensatz zu akuten Schmerzen, die ein wichtiges Warnsignal für Krankheiten und Verletzungen sind, haben chronische Schmerzen zumeist ihre Warnfunktion verloren. Ein chronischer Schmerz liegt vor, wenn der Schmerz mindestens seit drei bis sechs Monaten besteht, zu einem Mobilitätsverlust oder Funktionseinschränkungen sowie einer psychisch-kognitiven und sozialen Beeinträchtigung beim Patienten führt. Die Deutsche Schmerzliga definiert chronischen Schmerz folgendermaßen :
Chronische Schmerzen können in zwei Formen auftreten, den nozizeptiven und den neuropathischen Schmerzen. Sie eindeutig zu identifizieren, ist nicht immer leicht, da gerade beim chronischen Schmerz meist beide Formen gleichzeitig auftreten, der sogenannte mixed pain. Dennoch ist eine möglichst genaue Diagnose wichtig. Dazu sind eine gründliche Anamneseerhebung und klinische Untersuchungen mit Testung der Sensorik notwendig. Nozizeptive und neuropathische Schmerzen unterscheiden sich in ihrer Entstehung und erfordern unterschiedliche Therapiemaßnahmen.
Der nozizeptive Schmerz
Beim nozizeptiven Schmerz ist das periphere und zentrale Nervensystem intakt. Die Schmerzen entstehen durch Stimulation von Nozizeptoren. Die Schmerzweiterleitung und die zentrale Verarbeitung der Impulse sind bei fortbestehender Stimulation der Nozizeptoren verändert. Es kommt zu einer Sensibilisierung des nozizeptiven Systems. Zur Schmerzentwicklung kann es in fast allen Geweben kommen; je nach Lokalisation spricht man von somatischen oder viszeralen Schmerzen. Entstehungsorte für den somatischen nozizeptiven Schmerz sind Haut, Bindegewebe, Knochen, Gelenke oder die Muskulatur, für den viszeralen nozizeptiven Schmerz die inneren Organe. Somatische Schmerzen sind häufig bewegungsabhängig und werden von Patienten meist als stechend, ziehend oder drückend beschrieben. Viszerale Schmerzen werden ebenfalls oft als drückender, ziehender oder dumpfer, aber auch als pochender, bohrender, kolik- oder krampfartiger, schwer zu lokalisierender Schmerz wahrgenommen. Typische Verursacher von nozizeptiven Schmerzen sind z. B. chronische Entzündungen, rheumatische Gelenkerkrankungen, Colitis und Pankreatitis.
Der neuropathische Schmerz
Neuropathischen Schmerzen liegt eine Schädigung des zentralen und/oder peripheren Nervensystems zugrunde, die durch Infektionen, Verletzungen oder Stoffwechselerkrankungen entstanden sind. Die Folge ist eine gestörte Sinnesverarbeitung, die sich sowohl in einer Übererregbarkeit der Neurone, sogenannte Positivsymptome (Kribbelparästhesien oder Hyperalgesie/ Allodynie für thermische oder mechanische Reize, Spontanschmerz), als auch in einem Funktionsverlust der Neurone, sogenannte Negativsymptome (mechanische und/oder thermische Hypästhesie) bemerkbar machen kann. Diese gegensätzlichen Symptome können bei neuropathischen Schmerzen gleichzeitig (häufig bei diabetischer Polyneuropathie) oder alternierend auftreten. Typische Symptome für neuropathische Schmerzen sind Kribbeln, Brennen, einschießende, nadelstichartige, elektrisierende und ausstrahlende Schmerzen. Acht Prozent der Schlaganfallpatienten entwickeln neuropathische Schmerzen sowie 20 Prozent der Diabetiker, 28 Prozent der MS-Patienten, 33 Prozent der Krebspatienten, 60 Prozent der Amputierten und 67 Prozent der Menschen mit Rückenmarksverletzungen.
Die Diagnose neuropathischer Schmerzen stützt sich auf die Anamnese, das Vorhandensein typischer Symptome und – sofern möglich – den Nachweis einer Nervenschädigung durch neurophysiologische Untersuchungen. Wichtige Hilfsmittel bei der Anamnese sind Schmerzfragebögen oder ein Schmerztagebuch, die über Intensität und Lokalisation des Schmerzes Auskunft geben. Etwaige körperliche z. B. orthopädische Ursachen werden für die Nervenschmerzen ebenso untersucht wie Reflexe, motorische Störungen und Sensibilitätsstörungen. Die Erstellung eines somatosensorischen Profils kann die Abgrenzung gegenüber nozizeptiven Schmerzen ermöglichen.
Individuelle, ganzheitliche Schmerztherapie
Wer chronische Schmerzen hat, leidet nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Nicht selten sind familiäre Probleme, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, sozialer Rückzug, Isolation und Depression Begleiter von chronischen Schmerzen. Eine wirkungsvolle Behandlung sollte daher alle Aspekte der Erkrankung umfassen. Eine multimodale, interdisziplinäre Therapie sieht daher neben medizinischen und medikamentösen Maßnahmen auch eine physikalische-, Bewegungs-, psychologisch-verhaltensmedizinische Therapie, Akupunktur und Nervenstimulation, invasive und komplementäre Verfahren vor.
Die medikamentöse Behandlung von chronischen Schmerzen beinhaltet die Therapie der zugrundeliegenden Erkrankung. Gleichzeitig müssen die Schmerzen behandelt werden. Dies geschieht gewöhnlich mit NSAR, Opioiden und/oder Lokalanästhetika. Für die medikamentöse Therapie von rein neuropathischen Schmerzen gibt es kein Patentrezept. Nach dem Prinzip „trial and error“ muss herausgefunden werden, welche Medikamente für den einzelnen Patienten am besten sind. Zur Basistherapie gehören Antikonvulsiva, trizyklische Antidepressiva, Natriumkanalblocker, langwirksame Opioide und Lokalanästhetika.
Für die Behandlung von Schmerzen werden zunehmend auch die B-Vitamine (B1, B6 und B12) einzeln oder in Kombination in die Schmerztherapie integriert. Die Vitamine zeigen eine signifikante analgetische Wirkung. Werden sie zusammen mit konventionellen Schmerzmitteln eingesetzt, wirken sie synergistisch. Durch den Einsatz der B-Vitamine kann die Dosis konventioneller Schmerzmittel und damit auch deren Nebenwirkungen reduziert werden. Wo konventionelle Schmerzmittel die Symptome lindern, sind die B-Vitamine zudem in der Lage neuroregenerative und neuroprotektive Eigenschaften einzubringen.
Auch in der Homöopathie sind mehrere Alternativen zu herkömmlichen Schmerzmitteln bekannt. Sie werden z. B. nach den Modalitäten des Schmerzes und der Schmerzausprägung gewählt.
Therapiemöglichkeiten
Organotrope Therapie
Bei der organotropen Therapie geht es darum, geschwächte Organe zu unterstützen.
Immunbiologische und isopathische Therapie
Die immunbiologische und isopathische Therapie der Humanbiologie ist ein ganzheitlich-medizinisches Naturheilverfahren.
Pflanzenheilkunde: es werden stabilisierend und regenerativ wirkende Pflanzen eingesetzt. Da es eine große Auswahl gibt, wird die beste Pflanze für jedes Organ bestimmt.
Homöopathisch: aufbereitete mineralische, pflanzliche oder Organbestandteile werden nach einem bestimmten Verfahren potenziert, d. h. aufbereitet, verdünnt und verschüttelt.
Orthomolekulare Therapie: mit den passenden Vitaminen, Mineralstoffen, Amino- und Fettsäuren wird eine Unterstützung der betroffenen Organe angestrebt.
Personotrope Therapie
Anders als bei der organotropen Therapie geht es nicht um die einzelnen Organe, sondern um den ganzen Menschen. Es werden bei der personotropen Therapie die Konstitution und damit die Selbstheilungskräfte des Menschen unterstützt. Die schulmedizinische Diagnose spielt hierbei keine Rolle, sondern die Ausprägungen des körperlichen Abwehrsystems.
Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei SCHMERZEN in Frage kommen.
Homöopathie
Die homöopathische Behandlung:
In einer ausführlichen Anamnese (Krankengeschichte) versucht der Homöopath, den Patienten als Ganzes in all seinen Lebensbereichen zu erfassen und alle Symptome und bisherigen Erkrankungen zu ordnen. Anhand dieser Gesamtheit der Symptome, wird anschließend das homöopathische Mittel bestimmt, das in seinem Arzneimittelbild die beste Übereinstimmung mit den Symptomen des Patienten aufweist. Eine homöopathische Behandlung von chronischen Krankheiten wird auch als Konstitutionsbehandlung bezeichnet.
Phytotherapie
Die phytotherapeutische Behandlung:
Es werden stabilisierend und regenerativ wirkende Pflanzen eingesetzt. Da es eine große Auswahl gibt, wird die beste Pflanze für jedes Organ bestimmt.
Bioresonanztherapie (BRT)
Die Bioresonanztherapie (BRT) (Synonyme: Bioinformations-therapie (BIT); biophysikalische Informationstherapie) ist ein energetisches Behandlungsverfahren, dessen Grundlage die Quantenphysik ist. Es geht davon aus, dass jedes biologische System mit einer eigenen Frequenz schwingt, die auf die Eigenschwingung der Elementarteilchen zurückzuführen ist. Die Schwingungsfrequenz vermittelt einen ständigen biologischen Informationsfluss zwischen diesen elektrischen Feldern und der Materie bzw. dem Gewebe. Die Grundlage der Therapie besteht in der gezielten Einspeisung biologisch wirksamer Frequenzen, die z. B. krankes Gewebe, das in seiner Frequenz gestört ist, beeinflussen können. Außerdem wird erkranktes Gewebe mit patienteneigenen Schwingungen behandelt, indem diese in das erkrankte Gebiet geleitet werden.
Die Bioresonanztherapie ist sowohl bei akuten als auch bei chronischen Erkrankungen sinnvoll. Bestimmend für die Therapie ist nicht die Erkrankung, sondern das Schwingungszentrum.
Akupunktur
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre.
Wichtig
Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen!
Abraten möchte ich vor Versuchen der Selbstbehandlung. Es geht hier nicht darum, mal eben schnell ein Symptom aus dem Weg zu räumen, sondern um die Stimulierung regulatorischer Prozesse tief im Organismus. Hier ist unbedingt ein Fachmann gefragt, der nach gründlichem, mehrjährigem Studium der klassischen Homöopathie in der Lage ist, das passende Einzelmittel auszuwählen und den Verlauf der Therapie zu beurteilen. Generell gibt es hunderte von potentiell wirksamen Arzneien für diese Krankheit. Davon werden mindestens zwei Duzend besonders häufig mit Erfolg eingesetzt. Aber im jeweiligen Einzelfall ist es immer ein bestimmtes Mittel oder eine ganz bestimmte Mittelfolge, die dem Patienten hilft, seine Schwierigkeiten besser zu meistern. Die Veränderungen, die auf das Mittel eintreten sind oft sehr subtil und für den Laien schwer zu beurteilen.
Bei der homöopathischen Behandlung geht es nicht darum, in die Persönlichkeit des Patienten einzugreifen. Wir alle haben unsere größeren oder kleineren Schwachstellen, die ein Teil unserer Individualität sind und uns von allen anderen Menschen abheben. Nur indem wir lernen, diese zu akzeptieren, können sie unser Leben bereichern. Dagegen beschneidet der Versuch, menschliches Verhalten in Schablonen zu pressen, unser Selbst und macht uns ärmer und kränker. Daher kann es nicht unser Ziel sein, nur ein besseres „Funktionieren“ des Patienten durch reine Symptomenunterdrückung zu erreichen.