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In der BZ Basel gibt es unter dem Titel «Oberster Deutschlehrer der Schweiz: «Anders als bei Frisch nimmt das Interesse an Dürrenmatt nicht ab»» ein Interview mit Pascal Frey, Deutschlehrer an der Neuen Kantonsschule Aarau (danke an Michaela Spiess für den Hinweis):
«In der Schweiz sind die Deutschlehrpersonen bei der Auswahl der Lektüre ziemlich frei. Es gibt keine Liste von Autoren und Texten, die abgearbeitet werden müssten. Aber wenn es einen Schweizer Autor gibt, der regelmässiger als andere berücksichtigt wird, dann ist es ganz bestimmt Dürrenmatt. Und zwar mit einem verhältnismässig breiten Werk. Im Gegensatz zu Max Frisch, von dem vermutlich heute im Gymnasium ausser «Homo faber» kaum mehr etwas gelesen wird. Wir öffnen ja auch literaturgeschichtliche Zugänge. Deshalb ist Gottfried Keller für das 19. Jahrhundert sehr wichtig. Und zwar, weil Keller ein Schweizer war, der zu seiner Zeit so geschrieben hat wie in der internationalen Literatur. Dürrenmatt ist deshalb so interessant, weil die ganze Welt ihn cool gefunden hat.
Das Interesse an Frisch hat stark abgenommen, bei Dürrenmatt ist das konstant geblieben. Ans Gymnasium kommen die meisten Schülerinnen und Schüler mit der Erwartung, dass man hier Goethe und Schiller liest, und wenn man nicht schon in der ersten Stunde auf die beiden zu sprechen kommt, sind viele enttäuscht. Bei Dürrenmatt ist das genau dasselbe. Wenn man die Schülerinnen und Schüler fragt, welche Autoren sie ausser J. K. Rowling kennen, kommen sehr schnell Goethe, Schiller, Dürrenmatt. Ich finde es schön, weil ich Dürrenmatt sehr gerne habe. Aber eine Erklärung, warum das so ist, habe ich nicht.»