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Die DHC-2 Beaver (zu deutsch Biber) ist bis heute der Inbegriff des Buschflugzeugs. Auch für mich: Sie begeistert bei jeder Begegnung und hält mich und den Fotoapparat immer auf Trab. Ein Flugzeug älter als ich: Das mich träumen lässt. Für viele heutige Besitzer gilt die DHC-2 Beaver als unverwüstliches Buschflugzeug, zeitlos und ohne Alternative. Sieben Jahrzehnte nach dem Erstflug 1947 sind weltweit immer noch rund 500 davon als ewig junge Oldtimer auf allen Kontinenten im Einsatz.
Die Konstruktion der DHC-2 Beaver (die «2» steht für die zweite eigene Konstruktion von de Havilland Canada nach der DHC-1 Chipmunk) begann 1946 auf eine Ausschreibung des kanadischen Department für Land- und Forstwirtschaft der Provinz Ontario für ein universelles Arbeitsflugzeug. Es sollte speziell die Anforderungen der Buschfliegerei, auch unter arktischen Bedingungen, erfüllen. Grundlage für das Design bildete eine weltweite Befragung bei 80 Betreibern von Buschflugzeugen. Nach Auswertung der umfangreichen Erhebung machten sich die Ingenieure von de Havilland Canada Anfang Oktober 1946 an die Arbeit. Nur zehn Monaten später, am 16. August 1947, erhob sich der Prototyp der DHC-2 Beaver erstmals in die Luft. Der erfolgreiche Jungfernflug begeisterte die Fachwelt und bildete so die Grundlage für den Bau von 1657 DHC-2 Beaver bis zum Produktionsende 1967. Für ein so spezialisiertes Flugzeug ein einmaliger, durchschlagender Erfolg.
Bereits in der Anfangsphase der Erprobung zeigten sich die hervorragenden Flugeigenschaften und die Fähigkeit von unvorbereiteten Pisten aus operieren zu können. Die Anfangsverkäufe verliefen zwar schleppend, steigerten sich aber als die DHC-2 Beaver verfügbar war und ihre enorme Leistungsfähigkeit und Robustheit im Alltag belegen konnte. Schnell fand das neue Flugzeug nun Abnehmer auf allen Kontinenten für mannigfache Einsatzgebiete. Für den Transport von Personen und Fracht, für die Luftüberwachung abgelegener Gebiete, für Ambulanz-Flüge, für die Vermessung und mehr.
Unausweichlich die militärische Verwendung der DHC-2 Beaver: 1950 suchten die USAF und die US Army ein neues Mehrzweck-Verbindungsflugzeug. Die DHC-2 Beaver gewann die Evaluation unter anderen gegen die Cessna 195. Der Ausbruch des Koreakrieges führte schliesslich zur Bestellung von hunderten DHC-2 Beaver in der militärischen Version L20A. Dieser Entscheid begründete für de Havilland Canada den wirtschaftlichen Erfolg mit diesem Flugzeugtyp. Um die 1000 Exemplare der DHC-2 Beaver gingen an die nordamerikanischen Boden- und Luftstreitkräfte und standen in Korea und Vietnam im Einsatz. Zu den militärischen Kunden zählten mehr als zwei Dutzend weitere Länder, in Europa zum Beispiel, das Vereinigte Königreich, Frankreich, die Niederlande, Österreich, Finnland und Griechenland.
Die DHC-2 Beaver ist ein einmotoriger, abgestrebter Schulterdecker in Ganzmetallbauweise mit STOL-Eigenschaften (Short Take-Off and Landing). Die Kabine nimmt Pilot und bis zu sieben Passagiere auf; dabei lassen sich die Sitze zur Aufnahme von Fracht schnell ausbauen. Grosse Türen erlauben die Beladung mit sehr sperrigen Gütern und unter dem besonders stabil gebauten Kabinenboden befinden sich drei Tanks mit insgesamt 360 Litern Inhalt. Dem geplanten Einsatz auch abseits befestigter Pisten geschuldet ist das besonders stabile Fahrwerk, es wurde in vier Varianten geliefert: Als Radfahrwerk mit Spornrad, als Radfahrwerk mit zusätzlichen Skis, eine Wasserflugzeugvariante mit zwei Schwimmern und eine Ausführung als Amphibienflugzeug mit Schwimmern und ausfahrbaren Räder. Als Originalantrieb besorgt ein Pratt & Whitney R-985 Wasp Junior den Antrieb. Der Neunzylinder-Sternmotor leistet 450 PS. Ein «Hamilton Standard» Zweiblattpropeller setzt im Original seine Leistung in Vortrieb um.
Bis 1967 lief die Fertigung der DHC-2 Beaver bei de Havilland Canada. Vor allem ihr Pratt & Whitney-Sternmotor war zu diesem Zeitpunkt längst veraltet. Deshalb wurde sie 1963 als DHC-2 Mark III Turbo-Beaver aufgelegt: Eine Pratt & Whitney PT6A-20 Propellerturbine ersetzte den Kolbenmotor und erforderte dafür Modifikationen am Rumpf. Bis zum Produktionsende produzierte de Havilland Canada noch 60 Flugzeuge dieser Version.
Viele der heute noch fliegenden DHC-2 Beaver wurden im Laufe der Zeit verändert. So wurden Umrüstungen zur Leistungssteigerung oder Verbesserung der Aerodynamik vorgenommen. Leicht erkennbar zum Beispiel am nun oft dreiflügeligen Constant-Speed-Propeller.
Seit 2008 wird zudem bei Viking Air in Sydney auf Vancouver Island, Kanada, dem heutigen Inhaber der Rechte an der DHC-2 und anderen DHC-Flugzeugen, die Turboprop-Version DHC-2T Turbo Beaver aus Umbau und Aufarbeitung bestehender Exemplare hergestellt. Diese wird von einer PT6A-34-Propellerturbine angetrieben.
Quellen:
Lesenswert:
Alle Aufnahmen mit Fuji X-Pro2 und den Objektiven XF 16-55 mm und XF 100-400 mm.