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Bereits mit der Planung nur eines Autotunnels durch den Gotthard, wurde eine, vielleicht den damaligen Bedürfnissen angepasste Strategie gewählt. Zum einen wollten die Planer und Befürworter des Tunnels das Volk mit den Kosten zweier Röhren nicht abschrecken. Man versuchte mit der „Einröhrenwenigverkehr–Option“ auch Autogegner zur Zustimmung zu bewegen, was schliesslich auch gelang. Schutz der Alpen wollen alle Bürger, jenseits und diesseits des Hochgebirges. Das fragwürdige Verdikt in der Alpenschutz-Initiative: „Die Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet darf nicht erhöht werden.“, bedarf durchaus einer Revision! Lebten in der Schweiz 1970 noch 6,193Mio Einwohner, sind es heute 8,200Mio, = + 32.4% mehr! Eine 2. Röhre würde den Alpenschutz in keiner Weise gefährden, ganz im Gegenteil! Wir müssen uns aber auch bewusst sein, dass wir als „Hüter des Grossteils des europäischen Alpenkammes“ den Europäern nördlich und südlich dieser Gebirgsbarriere, genauso wie den Schweizern nördlich und südlich des Gotthards, eine sichere, schnelle und CO2- bzw schadstoffarme Verbindung anbieten sollten/müssen. Selbstverständlich wäre es damals schon sinnvoll gewesen, die 2 Röhren, auch aus Kostengründen, zur selben Zeit zu realisieren.
Nun müssen wir aus verschiedenen Gründen handeln! Wir können dem Tessin nicht zumuten, 3 Jahre, während der Sanierung der 1. Röhre, vom Norden praktisch abgeschnitten zu sein. Pflege der Geschäftsbeziehungen, lebensrettende Spitalbesuche im Norden, Besuche von Ausbildungsstätten, Einkauf im Norden, Ferien im Süden sowie der Tourismus generell und nicht zuletzt der gesellschaftliche Zusammenhalt, würden einfach unzumutbar stark behindert und gefährdet! Die vorgeschlagenen, möglichen Varianten zur Überbrückung der Verbindungen während der Revision des Tunnels, sind teuer und wenig effizient, so, dass sich von der Kostenseite her der 2. Tunnel geradezu aufdrängt. Zudem wäre es eine Zumutung, den Bewohnern diesseits und jenseits des San Bernardino den zusätzlichen Verkehr zu überlassen, zumal wir dort nur Haupstrassenverhältnisse haben, mehrere gefährliche Tunnels, eine kurvenreiche Landstrasse bis auf 1400m Höhe über Meer, während der Gotthard-Strassentunnel auf 1000müM liegt!
Auch die Leute am Brenner und beim grossen St Bernhard sind an einer „gerechten Verteilung“ des internationalen Nord/Süd-Verkehrs über die Alpen interessiert. Verschiedene Gründe zwingen uns ohnehin, notfalls eine Tunnelröhre zu sperren: Bei Unfällen, für Reinigung, Unterhalt und Reparaturen, usw. Die Versorgung des Tessins und die Kontakte mit dem Norden müssen jederzeit voll gewährleistet sein! Richtungsgetrennte Fahrbahnen durch 2 Tunnels erhöhen zudem die Sicherheit enorm. Da wir mit einer starken Zunahme der Bevölkerung auch in Zukunft rechnen müssen – beidseits der Alpen – ist zwangsläufig auch mit einer Zunahme des Verkehrs zu rechnen. Wir müssen diesen Verkehr so reibungslos wie möglich gestalten und die ewigen kilometerlangen Verkehrsstaus versuchen zu reduzieren, auch im Interesse der Bevölkerung und des Alpenschutzes! Und das geht nur mit der 2. Röhre! Es grenzt schon fast an Unvernunft sich heute immer noch gegen eine 2. Röhre zu stemmen!
Es sind genau die selben Leute, die den unkontrollierten Zustrom von zuwanderungswilligen EU-Bürgern und übrigen Ausländern jeglicher Herkunft begrüssen, beziehungsweise nicht bereit sind vernünftig einzudämmen, die aber die Verkehrsinfrastruktur nur auf der Schiene erweitern wollen, obwohl wir dort längst, bezüglich Infrastruktur und Kapazitäten, an Grenzen gestossen sind - trotz NEAT und grosszügigen Ausbauten des Schienenverkehrs, (Taktfahrpläne in immer kürzeren Abständen) in den Agglomerationen und schweizweit, was grundsätzlich auch begrüssenswert ist.
Die optimale Effizienz auf den Schienen der NEAT wird dereinst nur noch mit noch höheren Geschwindigkeiten und längeren Zügen erreichbar sein. Dies wiederum schränkt die Kapazitäten des Güterverkehrs und die „rollende Landstrasse“, oder den Personenverkehr ein. Trotz der 2. Röhre muss das Verlagerungsziel klar und unmissverständlich verfolgt werden, so gut es eben geht! Sollten wir, in naher, oder eher in ferner Zukunft, die Situation, wie es die Alpeninitiative formuliert und vorsieht: „Internationaler Lastwagenverkehr von Grenze zu Grenze auf die Schiene“ (rollende Landstrasse), praktizieren können, wenn Deutschland und Italien die „Hausaufgaben“ gemacht haben, das heisst, die entsprechenden Zufahrten und Anschlüsse an der Grenze nördlich und südlich der Schweiz, eigentlich wie versprochen!!, und die riesigen Parkplätze, bzw Verlade/Entladebahnhöfe die es benötigen wird, gebaut sind, wird die NEAT völlig ausgelastet sein! So lange das jedoch nicht der Fall ist, benötigt der zu verladende Lastwagenverkehr südlich und nördlich vom Gotthard eben solche, riesige Verlade/Entladebahnhöfe für Lastwagen und Lastenzüge bei uns in der Schweiz zwischen Basel und Göschenen, sowie zwischen Airolo und Chiasso! Um dem Verladeziel gerecht zu werden, bedeutet das ein Verladen/Entladen von über je 2700 Fahrzeugen nördlich und südlich des Gotthards pro Tag, das bedeutet je eine Länge von ca 45Km Camions, und einen Park- und Bereitstellungsraum für ca 700 - 1000 LKW’s à 60m2 Fläche, ca 5 - 7 Hektaren ebenes Land! Ob die Gemeinden, in welchen diese Verladebahnhöfe gebaut werden sollten/müssten, damit glücklich und einverstanden sind, ist eine andere Frage! Ob das gelingt oder nicht, hat nichts mit der Notwendigkeit der 2. Röhre zu tun!
Wie bereits erwähnt, muss die Sicherheit in solch langen Tunnels bestmöglichst erreicht werden. Dies ist nur mit 2 vollwertigen Röhren möglich! Auch wenn bis zum nächsten Behinderungsvorkommnis pro Röhre nur eine Spur verwendet werden darf, müssen beide Röhren, je nach Verkehrssituation zBsp. bei Unfällen, stehen bleiben von Lastwagen, Reparaturen, Reinigungen usw, für kurzfristigen Gegenverkehr tauglich sein! Dabei geht es nicht darum, die Kapazität einfach auszudehnen. Aber es macht keinen Sinn, aus politischen Gründen, die jetzige Kapazität, trotz einer vollwertigen zweiten Röhre, zu erhalten und den Verkehr zu bremsen und zu stauen, statt die beiden Tunnels, eben vollwertig, wenn auch nur kurzfristig, zu nutzen! Wir sind dem Tessin (und auch Europa, nicht nur der EU) verpflichtet, eine optimale Nord-Süd-Verbindung zu bieten. Die Wirtschaftlichkeit des Tessins und die Verbundenheit mit der Tessiner-Bevölkerung mit der übrigen Schweiz, ist nur mit einer effizienten nord-süd Verbindung möglich und verpflichtet uns, das zu jeder Zeit zu gewährleisten! Und das sind nicht kilometerlange Staus, oder zig-kilometerlange und gefährlichere Umwege. Zudem ist den Leuten am San Bernardino, die häufige Mehrbelastung durch Umwege und Umleitungen des Verkehrs, wegen Staus am Gotthard, nicht zuzumuten! Ebenso wenig aus Umweltschutzgründen und dem Schutz der Alpen! Auch der San Bernardino liegt in den Alpen!
Die Mengensteuerung in Zusammenarbeit mit den anderen Nord-Südverbindungen in unserem Land (San Bernardino, Gotthard und Lötschberg/Simplon), die Koordination mit den anderen Verbindungen in Österreich und in Frankreich, sollte angestrebt werden. Ausserdem müsste der Alpenübergang am Gotthard (der kürzeste und teuerste) endlich kostenpflichtig sein, allerdings mit einer angemessenen Kompensation mit der Schwerverkehrsabgabe. Aber die Durchfahrt müsste in jedem Fall etwas teurer als die übrigen sein. Damit bestünde auch die Möglichkeit, die bestimmte (erlaubte) Menge an Lastwagen und Lastenzüge an Auflagen zu binden. (Lärm, Partikelfilter, Sicherheitskriterien, Sparsamkeit im Verbrauch, ev sogar Gewicht wegen den vielen Kunstbauten usw. Gefahrentransporte müssten ausnahmslos auf die Schiene. Man hätte ausserordentliche Möglichkeiten, die sicheren und mengenmässigen Durchfahrten sehr genau zu steuern! Die einheimische Bevölkerung könnte/müsste günstigere Konditionen haben. Wer/wie wäre zu definieren.
Solange der Zustrom von Einwanderern jeglicher Couleur weiterhin in bisheriger Grösse anhält, müssen zwingend die Infrastrukturen wie Bahn und Strasse, Wasserversorgung, Abwasserreinigung, Strom, Soziales usw. ausgebaut werden. Es sind leider die gleichen Leute, welche nicht Hand bieten zur Reduktion der Zuwanderung auf ein verträgliches Mass, die auch jeden Ausbau der Strassen für den automobilen Verkehr, nicht nur am Gotthard, mit allen Mitteln und falschen Argumenten zu verhindern suchen. Der Alpenschutz-Artikel ist revisionsbedürftig, indem die aktive Verhinderung eines flüssigen Verkehrs am Gotthard aufgegeben werden muss – auch im Interesse des Alpenschutzes! Dabei muss die Verlagerungspolitik für den internationalen „Schwerverkehr auf die Bahn“ keineswegs aufgegeben werden. Was aber dringend nötig ist, dass die Verlagerung endlich effizienter und unkomplizierter abgewickelt werden sollte, damit hier die, heute möglichen Kapazitäten, genutzt werden können, damit auch Kosten gesenkt werden können, um wettbewerbsfähig zu werden und zu bleiben!
Mit dem Ausbau des Übergangs am Gotthard dürfen geplante Verbindungen von Strasse und Schiene zwischen der Ost- und der Westschweiz nicht gekürzt werden! Mit einer intelligenten Langfristplanung, einer gerechten Kostenverteilung über Bund, Kantone und Interessengruppen, könnte auch die Finanzierung über Jahre hinaus gesichert werden.
Die Avanti-Initiative vom 8. Februar 2004 wurde von Linken und Grünen und dem VCS und weiteren Autogegner, durch falsche Aussagen leider erfolgreich zu Fall gebracht, was gravierende Auswirkungen auf den Anpassungsausbau der Infrastruktur in den Agglomerationen zur Folge gehabt hatte. Ausbauten, die längst hätten in Angriff genommen werden müssen, wurden weitgehenst zurückgestellt. Durch die Masseneinwanderung mit der PFZ verschlechterte such der Zustand zusätzlich auf Strasse und Schiene.
Statt das Strassennetz den erhöhten Bedürfnissen anzupassen und auszubauen, auch für den Veloverkehr, werden auf den bestehenden Autobahnen fragwürdige, teure, luxuriöse „Reparaturen“ gemacht. Und wo tatsächlich echte Reparaturen gemacht werden müssen, werden die Arbeiten in die Länge gezogen, was enorme Kosten, übermässige Staus und Arbeitszeitverlust „produziert“! Der Verkehr wird bei Baustellen mit vielen unnötigen, kilometerlangen Absperrungen, Verengungen behindert, ohne, dass entsprechend Leute auf den Baustellen arbeiten würden. Da die verhinderten Objekte nicht gebaut werden konnten, müssen die Bauleute mit Reparaturen, auch unechten, beschäftigt werden!?
Der automobile Verkehr kann nicht mit sinnlosen Behinderungsmassnahmen, im Jargon der Autogegner „Beruhigungsmassnahmen“ genannt, versehen werden. Zweifellos gibt es auch vernünftige „Verkehrs-Beruhigungs-Massnahmen“! Aber unnötige Verkehrsregelungen und Behinderungen, die als Schikane empfunden werden, die Pflicht zur „Parkplatzbewirtschaftung“, die grössere Firmen machen müssen, weil gesetzlich verordnet, schlecht eingestellte Signalanlagen in Städten und grösseren Orten, Durchfahrtserschwernisse aller Art. Alles, was den Verkehr beruhigt = behindert, ist bei vielen zuständigen Stellen willkommen! Massnahmen, die tatsächlich die Sicherheit von Fussgängern und Velofahrern erhöht, so lange diese sich auch regelkonform verhalten, wird und würde selbstverständlich von einer grossen Mehrheit akzeptiert. Parkplätze ohne Ersatz aufzuheben, Durchfahrten zu sperren, wo niemand vom Verkehr besonders betroffen ist, machen den Verkehr nicht flüssiger.
Die Schweiz ist besonders aus topografischen Gründen stark zersiedelt. Der ÖV ist wohl sehr dicht und gut ausgebaut, aber für die meisten Randregionen ist er eben zu wenig ausgebaut, weil er in solchen Regionen nicht vernünftig rentabel zu betreiben ist. Somit sind besonders diese Leute auf das Auto angewiesen! Die Verwendung des Autos ist für die Normalbewohner eines fortschrittlichen Landes eine „Grundfreiheit“, die nicht so schnell aufgegeben wird.
Bedenken wir noch die Bevölkerungsentwicklung in der Schweiz, wenn wir das vergangene, durchschnittliche Wachstum in die Zukunft extrapolieren, müsste davon ausgegangen werden, dass bei Eröffnung beider Tunnels am Gotthard im Jahr 2030, wir eine Dichte von ca 9.5Mio Einwohner haben werden. (zZt.: Sept/2014 ca 8.2Mio) Das entspricht einer Zunahme der Bevölkerung von ca 16%, also pro Jahr 1 %!
Darum, eine klare Vernunftshaltung: JA zur 2. Röhre!
Aus Alpenschutz-Initiative:
3 Die Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet darf nicht erhöht werden. Von dieser Beschränkung ausgenommen sind Umfahrungsstrassen, die Ortschaften vom Durchgangsverkehr entlasten.
(Anmerkung: Ist die 2. Röhre nicht eine Umfahrung der Dörfer vor und nach dem San Bernardino?)
Aus Wikipedia:
Der Gotthard-Strassentunnel ist mit 16,9 Kilometern Länge der drittlängste Strassentunnel der Welt und der längste Strassentunnel in den Alpen. Der Tunnel ist Teil der Schweizer Nationalstrasse A2 von Basel nach Chiasso und verbindet Göschenen im Kanton Uri mit Airolo im Kanton Tessin.