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Postnatale Depression
In den Tagen nach der Entbindung erleben viele Frauen eine Phase, die als «Baby-Blues» bezeichnet wird und durch Gefühle der Traurigkeit und Besorgnis gekennzeichnet ist. Dieses Gefühl ist normal und verschwindet normalerweise schnell.
Dauern die Symptome jedoch länger als zwei Wochen an, kann dies ein Anzeichen für eine postnatale Depression sein. Diese Depression betrifft hauptsächlich Frauen, kann aber auch bei Männern vorkommen. In diesem Zustand fühlt sich der Elternteil oft traurig, der Verantwortung nicht gewachsen und schuldig. Die Angst, als schlechte Eltern wahrgenommen zu werden, hält Betroffene oft davon ab, Hilfe zu suchen.
Die Gesellschaft betrachtet es als selbstverständlich, dass junge Eltern immer glücklich sind – das ist jedoch ein Mythos. Man tut gut daran, sich zu erinnern, dass es die «perfekten Eltern» nicht gibt und es Zeit braucht, um sich ans Elternsein zu gewöhnen. Postnatale Depressionen können viel Leid in der Familie verursachen und schwerwiegende Folgen haben. Deshalb ist es wichtig, die ersten Anzeichen zu erkennen und sich zu trauen, darüber zu sprechen.
Warnsignale:
- Sie erleben oft Gefühle wie Traurigkeit, Verzweiflung oder Desinteresse an Ihren üblichen Aktivitäten.
- Sie weinen häufig.
- Sie haben das Gefühl, dass es Ihnen an Energie und/oder Motivation fehlt.
- Sie haben Probleme mit dem Gedächtnis, der Entscheidungsfindung oder der Konzentration.
- Sie haben das Gefühl, dass Sie nicht genug Schlaf bekommen, um sich wirklich auszuruhen.
- Sie neigen dazu, sich selbst abzuwerten und sich schuldig zu fühlen.
- Es fällt Ihnen schwer, sich als Elternteil Ihres Kindes zu fühlen.
- Sie halten sich für einen schlechten Elternteil und für inkompetent.
- Sie sorgen sich ständig und ohne objektiven Grund um Ihr Kind oder um sich selbst.
- Sie verzweifeln an der Zukunft, es ist keine Hoffnung in Sicht…
Wenn Sie sich in einem oder mehreren der oben aufgeführten Symptom/e wiedererkennen, bleiben Sie nicht allein! Sprechen Sie mit Ihrem Partner oder einer nahestehenden Person und zögern Sie nicht, Ihren Arzt oder eine andere Fachperson (Hebamme, Arzt, Pflegefachperson, Psychologe o. a.) zu kontaktieren. Diese Menschen werden Ihnen helfen, zu verstehen, was mit Ihnen passiert, Sie dabei unterstützen, diese schwierige Zeit zu bewältigen, und Sie gegebenenfalls an einen Spezialisten überweisen.
Eltern-Burnout
Ein weiteres schweres, leider unterdiagnostiziertes und wenig bekanntes Phänomen ist das Eltern-Burnout. Es tritt auf, wenn Eltern wegen ihrer Elternrolle Stress ausgesetzt sind, und äussert sich allen voran in Form von moralischer Erschöpfung und anhaltender körperlicher Müdigkeit. Dies kann schwerwiegende Folgen für die geistige und körperliche Gesundheit der Eltern, aber auch der Kinder haben. Ähnlich wie die postnatale Depression ist das Eltern-Burnout ein Tabu: Viele Eltern fühlen sich schuldig, wenn sie zugeben, dass das Kind nicht das erwartete Glück bringt, oder haben Angst, als schlechte Eltern betrachtet zu werden.
Warnsignale:
- Sie fühlen sich in Ihrer Elternrolle erschöpft: Sie haben das Gefühl, an Ihre Grenzen zu stossen, nicht mehr klar denken zu können und/oder fühlen sich körperlich müde.
- Sie fühlen eine emotionale Distanz zu Ihrem/Ihren Kind/ern, haben weniger Energie für ihn/sie.
- In Ihrem aktuellen Zustand fühlen Sie sich nicht als den effizienten und erfüllten Elternteil, den Sie einmal waren oder sein wollten.
- Sie fühlen sich überfordert und finden keine Freude mehr am Elternsein.
- Sie verlieren öfter als gewöhnlich die Beherrschung.
- Ihr Selbstwertgefühl als Elternteil nimmt ab.
- Bestimmte Aufgaben des täglichen Lebens, insbesondere diejenigen, die Ihr Kind betreffen, scheinen schier ummöglich.
- Sie haben Schlafprobleme.
- Sie leiden unter Stimmungsschwankungen.
Wenn Sie sich in einem oder mehreren dieser Zeichen wiedererkennen, warten Sie nicht ab und suchen Sie sich Hilfe. Wie immer in schwierigen Lebenssituationen ist es wichtig, mit Ihrem Partner oder einer nahestehenden Person zu sprechen. Zögern Sie dabei nicht, auch die Hilfe von Fachleuten (Arzt, Hebamme, Pflegepersonal, Psychologe u. a.) in Anspruch zu nehmen.
Schütteltrauma
Ein Schütteltrauma tritt auf, wenn eine Person das Kind schüttelt, meist weil sie das Schreien nicht mehr ertragen kann. Dabei kann es zu schweren Verletzungen im Gehirn des Babys kommen, die in schweren Fällen zum Tod führen.
Durch anhaltendes Weinen eines Kindes wütend zu werden, ist menschlich, ein Baby zu schütteln jedoch ist eine ernsthafte Form der Misshandlung.
Versuchen Sie Folgendes, um ein weinendes Baby zu beruhigen:
- Geräusche, die das ständige Summen im Mutterleib imitieren (Haartrockner, Staubsauger);
- das Baby auf die linke Seite legen, um die Verdauung zu fördern;
- das Baby in eine Decke einwickeln, damit es sich sicher und geborgen fühlt;
- das Baby sanft auf einem Stuhl oder Ähnlichem schaukeln.
Ist das Baby untröstlich und die Eltern haben das Gefühl, das Schreien nicht mehr ertragen zu können, ist es ratsam, das Kind in sichere Hände zu geben und auf Distanz zu gehen. So können die Eltern das Schreien für eine Weile ausblenden und ihre Ruhe zurückgewinnen.
Wenn Sie das Gefühl haben, am Abgrund zu stehen, sprechen Sie mit Ihrem Partner, Ihrer Familie oder Ihren Freunden und bitten Sie um Hilfe!