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Zwischen Weihnachten und Neujahr habe ich am selben Tag von verschiedenen Seiten ein WhatsApp mit einer Geschichte erhalten, die bei mir hängen blieb. Ich freue mich immer über solche Impulse, verbinde sie mit mir, meiner Arbeit und suche nach neuen Erkenntnissen.
Die Geschichte heisst: Der schwarze Punkt. Warum ich die weisse Fläche in den Titel meines Blogs genommen habe und nicht den schwarzen Punkt, erfahren Sie beim Lesen der Geschichte. Und was das mit Ressourcenorientierung zu tun hat, lesen Sie im Anschluss an die Geschichte. Viel Vergnügen!
Eines Tages kam eine Professorin (natürlich dürfen wir uns auch einen Professor vorstellen …) in die Klasse und schlug einen Überraschungstest vor. Sie verteilte sogleich das Aufgabenblatt, das wie üblich mit dem Text nach unten zeigte. Dann forderte sie ihre Studenten und Studentinnen auf, die Seite umzudrehen und zu beginnen. Zur Überraschung aller gab es keine Fragen – nur einen schwarzen Punkt in der Mitte der Seite. Nun erklärte die Professorin folgendes:
„Ich möchte Sie bitten, das aufzuschreiben, was Sie dort sehen.“
Die Schüler und Schülerinnen waren verwirrt, aber begannen mit ihrer Arbeit.
Am Ende der Stunde sammelte die Professorin alle Antworten ein und begann sie laut vorzulesen. Alle Schüler und Schülerinnen ohne Ausnahme hatten den schwarzen Punkt beschrieben – seine Position in der Mitte des Blattes, seine Lage im Raum, sein Größenverhältnis zum Papier etc.
Nun lächelte die Professorin und sagte:
„Ich wollte Ihnen eine Aufgabe zum Nachdenken geben. Niemand hat etwas über den weißen Teil des Papiers geschrieben. Jeder konzentrierte sich auf den schwarzen Punkt – und das gleiche geschieht in unserem Leben. Wir haben ein weißes Papier erhalten, um es zu nutzen und zu genießen, aber wir konzentrieren uns immer auf die dunklen Flecken.
Unser Leben ist ein Geschenk, das wir mit Liebe und Sorgfalt hüten sollten und es gibt eigentlich immer einen Grund zum Feiern – die Natur, die sich jeden Tag erneuert, unsere Freunde, unsere Familie, die Arbeit, die uns eine Existenz bietet, die Wunder, die wir jeden Tag sehen …
Doch wir sind oft nur auf die dunklen Flecken konzentriert – die gesundheitlichen Probleme, der Mangel an Geld, die komplizierte Beziehung mit einem Familienmitglied, die Enttäuschung mit einem Freund, Erwartungshaltung usw.
Die dunklen Flecken sind sehr klein im Vergleich zu allem, was wir in unserem Leben haben, aber sie sind diejenigen, die unseren Geist beschäftigen und trüben.
Nehmen Sie die schwarzen Punkte wahr, doch richten Sie ihre Aufmerksamkeit mehr auf das gesamte weiße Papier und damit auf die Möglichkeiten und glücklichen Momente in ihrem Leben und teilen sie es mit anderen Menschen!
Die Geschichte gefällt mir. Sie zeigt wunderbar, wie schnell wir Menschen uns leiten lassen, den schwarzen Punkt in den Mittelpunkt zu stellen und dabei den weissen Teil des Papiers ausser Acht zu lassen. Natürlich gehört es dazu, sich mit den schwarzen Punkten in unserem Leben auseinanderzusetzen, sie zu konfrontieren, sie zu überwinden, sie anzunehmen oder auch loszulassen. Aber immer sollte unser Blick, unser Herz, unser Bewusstsein das weisse Stück Papier im Auge behalten, besonders wertschätzen, lieben, nutzen und mit Leichtigkeit geniessen. Denn in diesem weissen Stück Papier sind unsere Kraftquellen, unsere Stärken, unsere Fähigkeiten, die uns dabei unterstützen, Kleines und Grosses zu meistern. Ressourcenorientierung bedeutet also, eine respektvolle, zukunftsgerichtete Haltung gegenüber dem weissen Teil des Papiers zu entwickeln und punktuelle Aufmerksamkeit den Flecken zu widmen. Was meinen Sie dazu?
Ich wünsche Ihnen von Herzen gutes Gelingen! Und wenn es ihnen einmal nicht nach Wunsch läuft, seien sie nicht zu streng mit sich selber, sondern verständnisvoll. Geben Sie sich eine neue Chance. Auch mir gelingt es nicht immer nach Wunsch. Im Verkehr sind Kehrtwenden keine Möglichkeiten. Wir werden sogar gebüsst dafür. Wir Menschen dürfen aber so viele innere Kehrtwenden machen wie wir wollen. Belohnen Sie sich dafür, wenn Sie es geschafft haben!