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Im Jahr 2020 nahm die Nachfrage nach Milchprodukten im Detailhandel im Vergleich zum Vorjahr generell zu, wobei Bio-Produkte einen überproportionalen Anstieg verzeichneten. Bio-Käse (+17,1 %) und Bio-Butter (+25,1 %) erreichten mengenmässig die grösste Steigerung. Auch bei den anderen Bio-Milchproduktgruppen stieg die Nachfrage, für Konsummilch um 12,5 Prozent, für Konsumrahm um 9,5 Prozent und für Jogurt um 8,9 Prozent.
Die Betrachtung der Absatzmengen von Bio-Käse im Detailhandel im Jahr 2020 zeigt, dass die Nachfrage nach Mozzarella am stärksten stieg (+24,5 %). Dahinter folgten Emmentaler, Gruyère und Raclettekäse mit einer Zunahme von 20,0 Prozent, 19,4 Prozent und 17,6 Prozent. Auch der Bio-Marktanteil nahm bei allen Käsesorten geringfügig zu.
Das zeigt sich auch darin, dass sich der Gesamtmarktanteil von Bio-Käse zwischen 2019 und 2020 von 5,9 Prozent auf 6,1 Prozent der Gesamtverkaufsmenge von Käse erhöhte. Wie beim konventionellen Käse sind Mozzarella und Gruyère auch beim Bio-Käse die meistverkauften Käsesorten.
Dieses generelle Nachfragewachstum zeigt, dass Bio-Milchprodukte bei den Konsumenten immer mehr gefragt sind. Diesbezüglich ist zu beachten, dass die Milchmarktsituation im Jahr 2020 durch die Krise im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie geprägt war. Die Schliessung der Gastronomiebetriebe führte zu einer Zunahme des Hauskonsums und dadurch zu einer erhöhten Nachfrage im Detailhandel. Auch der Rückgang des Einkaufstourismus trug zum Nachfragewachstum in der Schweiz bei, wobei im Jahr 2020 die Nachfrage nach Bio-Milchprodukten verglichen mit derjenigen nach konventionellen Milchprodukten aussergewöhnlich stark zulegte.
Die Analyse der Entwicklung der Menge an Bio-Milch, die zu Käse verarbeitet wurde, berücksichtigt ausschliesslich eine Auswahl der wichtigsten Käsesorten. Im Jahr 2020 nahm die Menge der verarbeiteten Bio-Milch im Vergleich zum Vorjahr für alle berücksichtigten Käsesorten zu. Dieser Anstieg war aber je nach Käsesorte unterschiedlich gross. Beim Raclettekäse war das Wachstum am deutlichsten (+26,4 %).
Dahinter folgten der Gruyère AOP, der Appenzeller und der Mozzarella mit einer Zunahme von 15,9 Prozent, 14,2 Prozent und 12,4 Prozent. Im Gegensatz zu den anderen betrachteten Käsesorten wird Bündner Bergkäse fast ausschliesslich in Bio-Qualität hergestellt, was das geringe Wachstum im Jahr 2020 erklärt. Es zeigt sich ausserdem, dass für Mozzarella und Gruyère AOP am meisten Bio-Milch verarbeitet wurde.
(BLW)