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Im Rahmen einer Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen kümmert sich der Bund primär um Fragen des Artenschutzes und die Kantone um Fragen der Bewirtschaftung. Bei der Bewirtschaftung der Grenzgewässer ist der Bund aber ebenfalls in die Bewirtschaftung involviert, da er die internationalen Fischereiverträge umsetzt.
In den Grenzgewässern bewegen sich die Fischbestände unabhängig von den Staatsgrenzen. Entsprechend wirken sich die nationalen Vorschriften in einem Staat auch auf die Bestände im andern Staat aus.
Zur grenzüberschreitenden Harmonisierung der fischereilichen Bewirtschaftung und der Schutzmassnahmen in den Grenzgewässern bestehen internationale Fischereiabkommen.
Der Bundesrat regelt in der Fischereiverordnung, wie die verschiedenen Entscheidgremien der Fischereikommissionen besetzt werden.
Genfersee
Abkommen für die Fischerei im Genfersee: Das Abkommen bezweckt, die Bestimmungen über die Ausübung der Fischerei in Frankreich und in der Schweiz in Übereinstimmung zu bringen sowie den Fischen und ihrem Lebensraum wirksamen Schutz angedeihen zu lassen.
Die beratende Fischereikommission ist das oberste Organ, welcher vier schweizerische Vertreter (Bund, Staatsräte der Kantone Waadt, Genf und Wallis) und vier französische Vertreter angehören. Periodisch wird die fischereiliche Situation in einem Gesamtbericht dargestellt. Ein Bericht zeigt die Situation 2002 (nur französisch verfügbar).
Bilan 1996-2002 (PDF, 103 kB, 12.10.2006)Commission internationale pour la pêche dans le lac Léman. 2005
Bodensee
Abkommen für die Fischerei im Bodensee-Obersee: Um die wertvollen Fische zu erhalten und zu vermehren, wenden die Uferstaaten am Bodensee-Obersee (Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg, St. Gallen und Thurgau) die gleichen Bestimmungen für die Fischerei an. Die gemeinsame Bewirtschaftung gründet auf einem alten Abkommen (Jahr 1893).
Eine internationale Bevollmächtigtenkonferenz ist das oberste Organ. Mitglieder sind neben je einem Bevollmächtigten pro Uferstaat auch ein Bevollmächtigter aus dem Fürstentum Liechtenstein, da auch die Zuflüsse in die fischereiliche Bewirtschaftung eingeschlossen sind.
Bodensee-Untersee und Seerhein
Abkommen für die Fischerei im Bodensee- Untersee und Seerhein: Zur harmonisierten fischereilichen Bewirtschaftung von Bodensee-Untersee und Seerhein sieht das Abkommen eine internationale Fischereikommission vor, in der die Schweiz durch eine für die Fischereiaufsicht im Kanton Thurgau zuständige Person und je einer Person aus dem Kreis der Berufs- und der Angelfischerei Einsitz hat. Die Fischereikommission berät die Bevollmächtigten und das Landratsamt Konstanz (leitet die Kommission und wirkt als Geschäftsstelle) in den aktuellen fischereilichen Fragen.
Langensee und Luganersee
Abkommen für die Fischerei in Langensee, Luganersee und Tresa: Das Abkommen bezweckt, die fischereiliche Bewirtschaftung zu harmonisieren, die Berufs- und Angelfischerei in ihrer Entwicklung zu unterstützen und zum Schutz und zur Verbesserung der Gewässer beizutragen.
In der internationalen Fischereikommission nehmen eine Person aus der Schweiz, die den Bund vertritt, und zwei Personen, die den Kanton Tessin vertreten, Einsitz.
Doubs
Abkommen für die Fischerei im Doubs: Das Abkommen nennt in seinem Titel nicht nur die fischereiliche Bewirtschaftung sondern (als einziges aller Fischereiabkommen) auch explizit den Schutz des aquatischen Lebensraumes. Es bezweckt, die Bestimmungen über die Ausübung der Fischerei in Frankreich und in der Schweiz in Übereinstimmung zu bringen sowie den Fischen und ihrem Lebensraum wirksamen Schutz angedeihen zu lassen.
Gemäss Abkommen ist die gemischte Fischereikommission das oberste Organ, welcher drei schweizerische Vertreter (Bund und je ein Vertreter der Kantone Neuenburg und Jura) und drei französische Vertreter angehören.
Zum Schutz der Doubsforelle haben die lokalen Fischereivereine mit den Behörden eine Charta erarbeitet und in Kraft gesetzt.
Charte du Doubs: Préservons la truite du Doubs (PDF, 172 kB, 16.07.2007)Sous-Commission technique de la pêche dans le Doubs franco-suisse (nur französisch)
Hochrhein
Abkommen für die Fischerei im Hochrhein: Die gemeinsame fischereiliche Bewirtschaftung gründet auf einem alten Abkommen (Jahr 1887) und sieht die Bildung einer internationalen Fischereikommission vor, in der die Schweiz mit je einer Person von Bund und den Kantonen Zürich, Basel-Stadt, Basel-Land, Aargau, Schaffhausen und Thurgau vertreten ist. Die Kommission berät die Bevollmächtigten der Schweiz und des Landes Baden-Württemberg in fischereilichen Fragen.
Um einem weiteren Rückgang des Fischbestands im Hochrhein entgegenzuwirken, wurden die notwendigen Massnahmen formuliert und im «Strategieplan 2025 – Fischereimanagement Hochrhein» festgehalten und beschlossen. Dabei wird nicht nur die fischereiliche Bewirtschaftung sondern das Gewässerökosystem Hochrhein integral als Ganzes betrachtet.
Für die Fischerei in den Stauhaltungen Rheinau besteht ein separater Bewirtschaftungsausschuss mit je einer Person aus den Kantonen Zürich und Schaffhausen; dieser berät allfällige Fischereifragen in diesem Stauraum aber ebenfalls innerhalb der Fischereikommission für den ganzen Hochrhein.
Aktuelle Informationen zu Fang und Besatz finden Sie in der eidgenössischen Fischereistatistik.
Weiterführende Informationen
Letzte Änderung 05.04.2019