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Ruedi Walter
Ruedi Walter wurde am 10. Dezember 1916 in Solothurn geboren. Als junger Kaufmann arbeitete er zuerst für einen Tee-Grossisten, später für einen bekannten Schweizer Suppenhersteller. Nach Auslandaufenthalten in London und Paris kehrte er noch vor Kriegsbeginn in die Schweiz zurück, wo er Militärdienst leisten musste. Während der Kriegsjahre machte der junge Mann erste Erfahrungen auf der Bühne: im Basler Stadttheater, bei der Soldatenbühne «Bärentatze» und im «Cabaret Kaktus». Nach dem Krieg schloss er sich dem «Cabaret Cornichon» an, wo er Margrit Rainer, seine lebenslange Bühnen-Partnerin, der er in tiefer Freundschaft verbunden war, kennen lernte. In den folgenden Jahrzehnten spielte Ruedi Walter – oft gemeinsam mit Margrit Rainer – in Spielfilmen und in Hörspielen, auf der Bühne und schliesslich auch am Bildschirm.
Er war in Franz Schnyders Gotthelf-Filmen dabei und gab einen Clochard bei Kurt Früh. Ende der 50er-Jahre waren Walter und Rainer aber auch am Radio populär: Jeden Samstag nach den Mittagsnachrichten waren die Schweizer Strassen leer. Der Grund: Bei Ehrsams am Spaleberg 77a wurde der schwarze Kaffee getrunken. Luise und Guschti verbreiteten dabei ihre pointierten Meinungen über das Wochengeschehen. Und alle, alle hörten mit. Die Rolle seines Lebens fand Ruedi Walter im Musical «Die kleine Niederdorfoper», das an Silvester 1951 in Zürich uraufgeführt wurde. Walters Interpretation des Kleinbauern Heiri, der ein Kalb verkauft hat und nun in der Stadt den Erlös verpulvert, ist Legende.
Bis zu seinem Tod stand Ruedi Walter auf der Bühne und vor der Kamera, obwohl sein Augenlicht in den letzten Jahren stark nachliess. Er starb am 16. Juni 1990 unerwartet nach einer Knie-Operation. Ruedi Walter war verheiratet mit der Schauspielerin Irène Camarius und war Vater von zwei Kindern.
«Ein Volksschauspieler zu sein ist eine grosse Ehre für mich. Das bedeutet mir wahnsinnig viel,» sagte Ruedi Walter in einem Interview kurz vor seinem Tod. «Ein Volksschauspieler ist ein Schauspieler, der dem Volk gehört. Einer, den das Volk akzeptiert als einen der seinen.»