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Grundriss von Hemishofen auf dem Schäppi-Plan von 1727 / Identifikation der Höfe und der zugehörigen Landparzellen
Hemishofen – Dorfentwicklung aus spätmittelalterlichen Strukturen
Die Namensgebung auf -hofen lässt eine Gründung der Siedlung im 7./8. Jahrhundert vermuten. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus einem Güterbeschrieb des Kloster Allerheiligen in Schaffhausen um 1150, worin eine Hube Ackerland (30-50 Jucharten) in «Hamingeshoven» verzeichnet ist.
Die wichtigsten Grundbesitzer waren die Abtei St. Georgen von Stein am Rhein und die Herren von Hohenklingen. Ein Zinsrodel des Steiner Klosters um 1330 gibt erste Hinweise auf die Siedlungsgrösse. Die angegebenen Namen lassen auf etwa 15 Haushaltungen schliessen.
Mit dem «Lindenhof» wird erstmals eine Liegenschaft in Hemishofen namentlich erwähnt. Ein «Ulrich von Linden» hatte als Verwalter und Untervogt die Zinsen der Lehensträger einzuziehen und in die Klosterscheune abzuführen.
1478 erscheint der «Schlatterhof» erstmals in den Urkunden.
1498 wurde der «Sulgerhof»,
1534 der «Kleine Lindenhof»,
1547 der «Rietlishof»,
1568 der «Schwarzerhof» und der «Kelhof»,
1581 eine später als «Gemeindelehen» bezeichnete Hofstätte aktenkundig.
Der 1727 vom Zürcher Feldmesser Jacob Schäppi gezeichnete «Grund-Riss der Lehen-Höfe bei Hemishofen» ermöglicht in Verbindung mit einer exakten Güterbeschreibung detaillierte Einblicke in die Nutzungsorganisation eines Dorfes im frühen 18. Jahrhundert.
Der Schäppi-Plan von 1727 zeigt eine freie Ansammlung von Gebäuden in einem eng begrenzten Gebiet zwischen Rheingässlein und Hemishoferbach, welches als alter Dorfkern gelten kann. Die Lehenshöfe des Klosters St. Georgen lagen alle südlich der Dorfstrasse. Jede Hofstätte war mit zugehörigem Kraut- und Baumgarten von einem eigenen Zaun oder Lebhag umgeben. Dazwischen führten kleine Wege an den Rhein.
Neben den Lehenshöfen bestanden noch einige Eigengüter, die von Kleinbauern und Handwerkern bewirtschaftet wurden. Auf dem Plan von 1727 sind elf solcher Hofstätten zu erkennen, die sich zum grössten Teil nördlich entlang der Dorfstrasse aufreihten.
Beim einzigen nichtlandwirtschaftlichen Gebäude handelt es sich um das Schul- und Gemeindehaus, das 1660 im Zentrum des Dorfes errichtet und ebenso wie die Lehensgüter mit einem eingefriedeten Baumgarten zum Rhein hin ausgestattet wurde. Als einziges Gebäude ausserhalb des alten Dorfkerns steht das 1719 an verkehrsgünstiger Lage erbaute Gasthaus «Zur Sonne». Es handelt sich um den Vorläufer einer Häuserzeile, welche im 19. Jahrhundert entlang der Hauptstrasse entstehen und zu einer erheblichen Ausdehnung der bis dahin begrenzten Siedlungsfläche führen sollte.
Quelle: «Die Bauernhäuser des Kantons Schaffhausen Band 33» ISBN 978-3-9523474-3-0