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Längst gibt es die Tour de France (seit 1902) und den Giro d’Italia (seit 1909). Zum 50-Jahr-Jubiläum schenkt sich der Schweizerischer Rad- und Motorfahrer-Bund 1933 die Tour de Suisse. Die neue Zürcher Zeitung schreibt: «Längst vorbei sind jene Zeiten, da der Radfahrer der Störenfried der Landstrasse war.»
Es braucht Etappenorte, Preisgeld (10 000 Franken, davon 2000 für den Sieger), Reglemente, Profile und Marschtabellen. 5000 Streckenposten müssen instruiert werden. Die erste Rundfahrt zieht eine halbe Million Zuschauer an den Strassenrand. 46 von 64 Fahrern erreichen das Ziel in Zürich. Der erste Sieger, Max Bulla, ist 1986 beim 50-jährigen TdS-Jubiläum viel beachteter BLICK-Kolumnist. Bulla ärgert die Profis, als er nach einer Bummel-Etappe schreibt: «Bei diesem Tempo hätte ich heute locker mitfahren können.»
Als erster Schweizer gewinnt Paul Egli ein Jahr später in Luzern eine Etappe. 1937 wird Karl Litschi erster Schweizer Gesamtsieger. Ferdy Kübler wird 1940 Berufsrennfahrer. So hat er im Aktivdienst mehr Urlaub. Der Verband nimmt die Weisung von General Guisan ernst, wonach das Leben in der Schweiz trotz Krieg weiterzugehen habe. An der sogenannten «Kleinen Tour de Suisse» starten nur Schweizer Berufsrennfahrer. Für diese hat die Rundfahrt eine grosse Bedeutung, denn sie bietet eine gute Verdienstmöglichkeit.
1942 gewinnt Ferdy als 23-Jähriger seine erste von drei Landesrundfahrten. Im vierten Kriegsjahr ist es trotz Rationierung der Nahrungsmittel und Mangel an Rennreifen eine fast schon richtige Tour de Suisse. In fünf Tagen werden 1176 Kilometer zurückgelegt. 1949 gelingt den Organisatoren ein Exploit: Die vier Grossen Fausto Coppi, Gino Bartali, Ferdy Kübler und Hugo Koblet stehen auf der Startliste. Bartali gewinnt wie schon im Vorjahr mit einer Glanzleistung.