Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03212.jsonl.gz/1345

Das Wichtigste in Kürze:
- In unserem Nachbardorf Pfyn errichteten die Römer ein Heerlager. Sie nannten dieses Kastell „Ad fines“.
- Die von Winterthur her kommende Römerstrasse muss nach Pfyn über unser Gemeindegebiet weiter nach Arbon geführt haben.
- Auf Müllheimer Gebiet wurden römische Münzen und einige Tonscherben gefunden.
Die Römerstrasse
Zur militärischen Sicherung der Reichsgrenze im Norden legten die Römer Strassen an. Es waren die ersten befestigten Verkehrswege, die nördlich der Alpen angelegt wurden. Die römischen Machthaber waren dank diesen Strassen in der Lage, Truppen relativ rasch an den jeweiligen militärischen Brennpunkt zu verschieben.
Eine der wichtigsten Routen in diesem Zusammenhang führte von Gallien über Basel – Windisch – Winterthur weiter nach Bregenz – Augsburg bis in den Balkan. Durch unsere Gegend führte eine der wichtigsten Verkehrsadern im nördlichen Römerreich. Ihr Verlauf ist auf weite Strecken gesichert; so konnte man sie von „Vitudurum“ (Winterthur) bis Frauenfeld grösstenteils einwandfrei feststellen.
Der Begriff „Römerstrasse“ ist östlich von Frauenfeld erhalten geblieben. Ein Ausschnitt aus einer älteren Karte der Bürgergemeinde Frauenfeld weist den Namen gleich doppelt auf: als Flurname und als Bezeichnung für eine Häusergruppe. Beides liegt nördlich des Scheidwegs zwischen Felben – Wellhausen und Frauenfeld.
Die Kastelle „Ad Fines“ (Pfyn) und „Arbor felix“ (Arbon) waren mit Sicherheit durch diese Heeresstrasse verbunden. Die „Römerstrasse“ muss also auch über unser Gemeindegebiet geführt haben, doch hat man bisher keine Spuren gefunden, auch im benachbarten Wigoltingen nicht.
Die oft gehörte Vermutung, dass der heutige Turm der Verenakirche ein Wachtturm an dieser Route war, ist nicht zutreffend.
Münzen und Tonscherben
Münzfunde und einige Tonscherben sind die einzigen Anzeichen für den Verlauf der Römerstrasse auf Müllheimer Gebiet:
„Ein Silberdenar des Hadrian, gefunden von Armin Denzler 1943 nahe bei der Mühle Maltbach 716.550 / 273.460. Die Münze lag oberflächlich in einem Acker, etwas oberhalb des dort vorbeifliessenden Bächleins. Die Römerstrasse Pfyn – Arbon muss an der Fundstelle vorübergeführt haben.“
„Das Thurgauer Museum besitzt eine Gordiansmünze (238 n Chr.), die vom weissen Winkel an der Grenze Müllheim / Wigoltingen stammt, 718.800/ 273.800. Bestimmt durch Dr. Herdi, genaue Umstände unbekannt.“
„Bei der Grüneck diverse Bruchstücke von glatten, gedrehten, grösseren und kleinen Töpfen, rotglänzend gebrannt, mit und ohne Henkel.“