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Beispielprojekt
Arztpensionierungen, Praxisschliessungen und Unterbrechung der Versorgung - wie wirkt sich das auf die Patienten aus?
Dieses durch das NFP 74 finanzierte Projekt nutzt Praxisschließungen, um die kausalen Auswirkungen von Diskontinuitäten in der Primärversorgung auf das Nutzungsverhalten der Patienten, die medizinischen Ausgaben und die gesundheitsbezogenen Ergebnisse abzuschätzen. Mit Hilfe eines Difference-in-Difference-Rahmens identifizieren wir kausale Effekte, indem wir Veränderungen der Outcomes zwischen einer betroffenen Patientengruppe und einer nicht betroffenen Gruppe, die keine Veränderungen in der Primärversorgung erlebt, vergleichen.
Unsere Hauptergebnisse sind: erstens passen Patienten, die mit einer Diskontinuität in der Primärversorgung konfrontiert sind, ihr Nutzungsverhalten an, indem sie ihre Besuche von der ambulanten Primärversorgung (-12%) auf die spezialisierte Versorgung (+11%) und auf Notfallkonsultationen (+5%) verlagern. Dies entspricht 18 Hausarztkonsultationen pro 100 Patienten, von denen 7 durch Facharztbesuche und 2 durch ambulante Krankenhausbesuche ersetzt werden. Die Hälfte der verlorenen Besuche wird nicht ersetzt. Die Gesamtkosten sind nicht betroffen, aber die Kosten pro Besuch steigen um 5%. Dieses Muster ist regional sehr unterschiedlich. In Regionen mit geringer Hausarztdichte werden 75% aller verlorenen Hausarztbesuche nicht ersetzt, während in Regionen mit hoher Hausarztdichte dieser Anteil nur 17% beträgt. Zwei politisch relevante Implikationen sind, dass Praxisschließungen zu einer ineffizienten Nutzung der Gesundheitsdienste führen und längerfristige negative Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben können.