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Der heute als öffentlicher Parkplatz dienende Gasiplatz links der Strasse erinnert daran, dass in Wädenswil zwischen 1874 und 1926 ein eigenes Gaswerk betrieben wurde, das im Endausbau folgende Gebäude umfasste: ein Verwaltungsgebäude (Eintrachtstrasse 24; erstellt im Jahre 1900), ein Ofenhaus mit Hochkamin, einen grossen und einen kleinen Gasometer sowie verschiedene Kohleschuppen. Das Gaswerk wurde am 13. September 1874 eröffnet. Im ersten Bezugsjahr zählte man 76 Gasbezüger. Für Beleuchtungszwecke hatten sie 1076 «Flammen» anschliessen lassen. Dazu kamen 72 mit Gas betriebenen Strassenlaternen.
1907 stimmte die Generalversammlung der privaten Gasbeleuchtungsgesellschaft Wädenswil dem Verkauf des Gaswerks an die Gemeinde Wädenswil zu. Von 1908 an wurde dann das Gaswerk auf öffentliche Rechnung betrieben. In den Jahren 1913 bis 1916 erneuerte man die Öfen, und 1920 verwirklichte die Gemeinde eine Abwärmeverwertungsanlage. Grosse Investitionen wollte man aber nicht mehr wagen, denn bereits 1917 hatten die Stimmbürger die Verlegung des Gaswerks ausserhalb des Dorfkerns beschossen.
1925 entschied sich die Gemeindeversammlung für die Aufhebung des Wädenswiler Gaswerks und für die Ferngasversorgung ab dem Gaswerk der Stadt Zürich in Schlieren. Zu diesem Zweck wurde 1925 in der Rietliau ein Gasometer von 4000 Kubikmetern Inhalt aufgestellt (abgebrochen 1985). Am 7. August 1926 stellte das Gaswerk Wädenswil den Betrieb ein. Der Abbruch der Gasfabrik und des Hochkamins erfolgte im Dezember 1926. Das Apparatehaus baute man 1930 in eine Garage um. [pzi]
Gaswerk Wädenswil um 1920.
Apparatehaus des einstigen Gaswerks, 1977.