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Einmal gingen Ohr, Mund, Auge, Fuss und Hand auf die Jagd. Da hörte das Ohr einen Menschen im Busch. Bald darauf sah ihn das Auge den fremden Jäger, der Mund sagte es den anderen. Die Füsse schlichen dem Fremden nach und die Hand ergriff ihn.
«Dank mir konnten wir den fremden Jäger fangen, er soll mir gehören und mein Diener werden», sagte das Ohr. Aber Auge und Mund riefen das Gleiche und Hand und Fuss riefen ebenfalls: «Ohne uns, hätte man ihn nicht fangen können».
Sie begannen zu streiten, und sagten schliesslich: «Lasst uns zum Richter gehen, er soll entscheiden, wer recht hat.»
Also gingen sie zum Richter. Zu jener Zeit war der Moskito der Richter im Land. Er hörte sich alles an und sagte dann: «Dank dem Fuss konntet ihr den fremden Jäger fangen, ihm soll er gehören.»
Ohr, Mund, Auge und Fuss waren enttäuscht, als sie den Richtspruch hörten. Ja, sogar alle Menschen im Dorf waren unzufrieden und sie sagten: «Der Moskito ist nicht gerecht, er kann nicht länger Richter sein.»
Der Moskito wurde aus dem Dorf vertrieben und flog in den Busch. Dort dachte er nach: «Mein Urteil war wirklich nicht gerecht. Denn das Ohr hat den fremden Jäger zuerst gehört, nur dadurch konnten sie den fremden Mann fangen, ihm sollte er gehören.»
Er flog schnell zurück ins Dorf, aber niemand wollte ihm zuhören. Da wartete er, bis es Nacht wurde. Dann flog er zum Ohr und summte: «Du hattest recht. Du hast den Jäger als erstes gehört, also gehört er dir.»
Aber das Ohr sagte: «Geh weg, von dir will ich nichts mehr hören. Mal redest du so, dann wieder anders, flieg fort!»
Doch der Moskito kam immer wieder und summte ins Ohr. Da rief das Ohr die Hand zu Hilfe und diese vertrieb den Moskito und so ist es bis heute.
Fassung Djamila Jaenike , nach. J. Schönhärl, Volkskundliches aus Togo Märchen und Fabeln, Dresden/Leipzig 1909, unter dem Titel: Auge, Ohr, Mund, Hand und Fuss, © Mutabor Märchenstiftung