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Eigenverantwortung ist und bleibt ein zentrales Element in der Adipositasprävention. Beim diesjährigen EUFEP wurden vor allem die zusätzlichen Möglichkeiten der Vorsorge diskutiert.
Krems (ots) - Eigenverantwortung ist und bleibt ein zentrales Element in der Adipositasprävention. Beim diesjährigen Europäischen Forum für evidenzbasierte Prävention wurden vor allem die zusätzlichen Möglichkeiten der Vorsorge diskutiert. "Es gibt eine Reihe von kostengünstigen, sehr effektiven Präventionsmaßnahmen gegen Adipositas, doch diese werden von Regierungen kaum oder nur zögerlich umgesetzt," so fasste Boyd Swinburn, Universitätsprofessor für Volksernährung und Weltgesundheit an der Deakin Universität in Melbourne, beim EUFEP Symposium in Krems die evidenzbasierten Ergebnisse umfangreicher Pilotprojekte und Studien zusammen.
Die besten und am schnellsten wirksamen positiven Effekte in der Prävention können mittels steuerlicher Eingriffe und Gesetzgebung erreicht werden, so Swinburn. Gesetzliche Interventionen erzielen die höchste Reichweite und verursachen die geringsten Kosten. Seine Empfehlungen: Sogenanntes "Junk Food" mit einem Steuerzuschlag von mindestens 20 % belegen, dafür gesunde Lebensmittel von der Mehrwertsteuer befreien, oder sogar subventionieren.
Zusätzlich ist Swinburn aufgrund seiner Studienergebnisse ein starker Befürworter von gesetzlichen Restriktionen beim Lebensmittelmarketing. Dabei geht es unter anderem um das Verbieten von Marketingaktivitäten und Werbung für "Junk Food" bei Kindern. Mit "David gegen Goliath" beschreibt Swinburn hier das aktuelle Szenario. In Europa würde von der Nahrungsmittelindustrie Milliarden für Lobbying ausgegeben, um gegen Verkaufsregulierungen zu kämpfen. Um das angedachte Ampel-Kennzeichnungs-System zu bekämpfen, steht eine kolportierte Milliarde zur Verfügung. Die Idee des Ampelsystems ist, jedes Lebensmittel deutlich mit Grün (gesunde Lebensmittel), Gelb oder Rot (zu viel Zucker, zu hoher Fett- beziehungsweise Salzgehalt) zu kennzeichnen.
Zwtl.: Politische Entscheidungen oft konträr zu wissenschaftlichen Erkenntnissen
Untersucht hat der WHO-Experte Swinburn und sein Forscherteam auch die Effektivität von Bewegungsprogrammen durch Gemeinden und Schulen. Es gebe einige Programme mit einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis, doch generell seien Bewegungsprogramme die teuersten und ineffizientesten Präventionsmaßnahmen. Auch das von der australischen Regierung mit Millionen von Dollar unterstützte Bewegungsprogramm für SchülerInnen habe sich als sehr ineffizient in der Adipositasbekämpfung herausgestellt. Bewegung sei wichtig, aber diese müsste im Alltag integriert sein, resümierte Swinburn.
Ztwl.: Politiker, Eltern und Städteplaner können viel zur Adipositasprävention beitragen
Entscheidungen "mit gesundem Hausverstand" forderten die TeilnehmerInnen des Stakeholder-Workshops ein. Beispielsweise wurde in einer österreichischen Gemeinde vor wenigen Wochen vom Gemeinderat auf Antrag der Schulleitung beschlossen, dass die Schulkinder künftig einen Kilometer vom Bahnhof in die Schule mit dem Bus fahren werden. Gleichzeitig wird an der Schule "bewegtes Lernen" finanziert. Anderorts wurden informative Gesundheitsbroschüren an Volksschulen aufgelegt, diese aber mit Süßigkeiten und Softdrinks bestückt.
"Fernseher raus aus dem Kinderzimmer, mehr Spielen im Freien und genug Schlaf - mit diesem Aufruf nimmt Prof. Dr. Wolfgang Ahrens von der Universität Bremen vor allem die Eltern in die Pflicht. Die Verantwortung liege aber auch deutlich beim Städtebau und den politischen Entscheidungsträgern, denn Kinder haben oft einfach keinen Platz mehr zum gefahrlos Spielen und sich Bewegen. Auch zu wenig Schlaf ist ein wesentliches Thema im Zusammenhang mit der Entstehung von Adipositas, so Ahrens.
Zwtl.: Der Kampf gegen Adipositas kann nur miteinander gewonnen werden
"Das Risiko, an Übergewicht zu versterben ist inzwischen weltweit größer, als an den Folgen von Hunger zu sterben. In den vergangenen Jahren konnte leider nicht der Hunger eingedämmt werden, sondern starkes Übergewicht und Fettleibigkeit sind entsprechend gestiegen", unterstrich der wissenschaftliche Leiter des Kongresses, Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner. Deutliches Übergewicht reduziert die Lebenserwartung um drei Jahre, Adipositas (Fettleibigkeit) um sechs Jahre. Mehr als die Hälfte der Europäer ist mittlerweile übergewichtig oder fettleibig. Gartlehner: "Wir haben mit dem 4. Europäischen Kongress für evidenzbasierte Prävention einen weiteren Schritt zur Adipositasbekämpfung machen können. Mit dem Austausch und der Diskussion internationaler Erfahrungen evidenzbasierter Ursachenforschung konnten wir einen wichtigen Beitrag zur Adipositasprävention leisten. Nun ist die Politik gefordert, damit die Erkenntnisse entsprechend umgesetzt werden können."
Nähere Informationen und Bilder unter http://www.ekpr.at/eufep/2013.
Zwtl.: Alarmierende Zahlen zu Adipositas
Die Zahl adipöser Menschen steigt weltweit rapide an, auch in Österreich. Das Ergebnis einer neuen Studie aus Österreich zeigt unter 14.000 Kindern im Alter zwischen 4 und 19 Jahren, dass bereits 15 - 16 Prozent übergewichtig und weitere acht Prozent adipös sind. Die gesundheitlichen Folgen sind enorm. Das Risiko, an Übergewicht zu versterben ist inzwischen weltweit größer, als an den Folgen von Hunger zu sterben. Zu diesem Ergebnis kommt Professor Gartlehner, wissenschaftlicher Leiter des EUFEP Kongresses. Nicht nur vorzeitige Sterblichkeit, sondern vor allem eine drastische Senkung der Lebensqualität und hohe Kosten für das Gesundheitssystem und die gesamte Volkswirtschaft sind Begleiterscheinungen von Adipositas und starkem Übergewicht.
Lesen Sie mehr: http://ekpr.at/eufep/130612/Bilder/PA_Eroeffnung_EUFEP-Kongress.pdf
Zwtl.: Tim Lobstein - Industrie in die Pflicht nehmen
In einem Zeitraum von 10 Jahren sind wir um 10 Prozent schwerer geworden. Wir essen zu viele ungesunde Nahrungsmittel - zu salzig, zu fett und zu zuckerhaltig. Dr. Tim Lobstein, Policy Director der "International Obesity Task Force" und ehemaliger Direktor der "UK Food Commission" sieht den Grund dafür in der Nahrungsmittelindustrie und der von ihr motivierten Werbung. Er fordert restriktive Maßnahmen gegen ungesunde Nahrungsmittel. Das weltweite Budget für die Bewerbung gesundheitsschädlicher Produkte beträgt über $120 Milliarden, das ist mehr als das BIP der meisten Länder dieser Erde ausmacht. Das Versagen der Politik, sich gegen die Industrie zu stellen, führt längerfristig dazu, dass die Zahl der Adipösen auf der ganzen Welt steigt.
Lesen Sie mehr: http://www.ots.at/redirect/Adipositas_Lebensmittelindustrie_Medien
Zwtl.: Boyd Swinburn - Staatliche Eingriffe nötig
In Europa werden von der Nahrungsmittelindustrie Milliarden ausgegeben, um Verkaufsregulierungen zu stoppen. Viele effiziente und relativ einfach umsetzbare Präventions-Ansätze werden aufgrund des Gegendrucks von Seiten der Industrie nicht umgesetzt. Der australische Experte Boyd Swinburn, Professor für Volksernährung und Weltgesundheit an der Deakin Universität in Melbourne, ist Befürworter von gesetzlichen Restriktionen beim Lebensmittelmarketing. Die höchsten und am schnellsten wirksamen positiven Effekte in der Prävention können laut Swinburn mittels steuerlicher Eingriffe und Gesetzgebung erreicht werden.
Lesen Sie mehr: http://www.ots.at/redirect/Praeventionsmassnahmen_nichtbeschlossen
Zwtl.: Anita Rieder - Prävention im Supermarkt
Sonderangebote führen dazu, dass gesunde Lebensmittel verstärkt gekauft werden, so Univ.-Prof.in Dr.in Anita Rieder beim EUFEP-Kongress. Allerdings nicht anstelle ungesunder Lebensmittel - sondern zusätzlich! Die negative Wirkung dieser ungesunden Lebensmittel wird in der Regel unterschätzt. Das Präventionspotential gezielter Platzierungen in Supermärkten ist groß: 70% der Lebensmittel werden in Österreich im Supermarkt gekauft. Ebenfalls zu 70% geschieht die Kaufentscheidung am Regal. Und Lediglich 14.4% der Ernährungsentscheidungen passieren bewusst!
Lesen Sie mehr: http://www.ots.at/redirect/Kaufentscheidungen
Zwtl.: Wolfgang Ahrens - Adipositas bei Kindern
Die von Prof. Dr. Ahrens präsentierten Ergebnisse der IDEFICS-Studie zu den Auswirkungen von Ernährung und Lebensstil auf das Adipositasrisiko bei Kindern und Jugendlichen machen deutlich: Eltern und Städtebauverantwortliche müssen stärker in die Verantwortung genommen werden. Überschätzt wird der Einfluss der Ernährung, so Ahrens. Wichtiger seien andere Faktoren, wie etwa ausreichend Schlaf: Kinder, die zu wenig schlafen, haben ein größeres Risiko stark übergewichtig oder adipös zu werden.
Lesen Sie mehr: http://www.ots.at/redirect/Rolle_von_Schlaf
Zwtl.: Workshop: Verhältnisse, die dick machen
Gesundheits- und Ernährungskompetenz soll mehr gefördert werden, Marketing für Lebensmittel bei Kindern dagegen stark eingeschränkt. Ergebnisse aus dem Stakeholderworkshop im Rahmen des EUFEP Kongresses sind eindeutig: Um der derzeitigen Gesundheitslage in Österreich Herr zu werden, müssen Politik, Wirtschaft und GesundheitsexpertInnen besser zusammenarbeiten.
Lesen Sie mehr: http://www.ots.at/redirect/Massnahmen_gegen_Adipositas
Rückfragehinweis:
e&k public relations gmbh
Mag. (FH) Maria Weidinger-Moser, MAS - 0664 16 15 987 -
mailto:<email-pii>
Gabriel Hess, BA - 01 / 231 78 43 - mailto:<email-pii>
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