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1. Was ist Depression?
Eine Depression ist eine krankhafte psychische Störung, die durch die Hauptsymptome wie gedrückte Stimmung und Niedergeschlagenheit, Interessenverlust und Freudlosigkeit sowie Energie- und Antriebslosigkeit gekennzeichnet ist. Häufige Zusatzsymptome einer Depression sind Konzentrationsschwäche, vermindertes Selbstwertgefühl, Hilfs- und Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühle, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit usw. Bei Vorliegen von mindestens zwei Hauptsymptomen zusammen mit mindestens zwei weiteren häufigen Zusatzsymptomen über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen wird die Diagnose Depression gestellt.
Sehr viele Menschen leiden an Depressionen – etwa 25% der erwachsenen Bevölkerung in der Schweiz sind mit einem Risiko für die Entwicklung von Depressionen behaftet.
2. Depression aus Sicht der Schulmedizin (Wie entsteht Depression)?
In der westlichen Medizin sitzt das Gehirn auf der Spitze der Körper-Seele-Pyramide. Das limbische System im Gehirn beherrscht emotionale Aktivität. Nach den schulmedizinischen Forschungen hängen Depressionen wahrscheinlich mit der Veränderung der Konzentration von hauptsächlich drei biochemischen Substanzen (Serotonin, Noradrenalin und Dopamin) im Gehirn zusammen, die eine modulierende Wirkung auf emotional gefärbte psychosoziale Stressreaktionen haben. Viele der zur Behandlung von Depression eingesetzten Medikamente entfalten ihre Wirkung, indem sie dabei helfen, die Konzentrationen dieser biochemischen Substanzen im Gehirn auf ein normales Niveau zu bringen.
Eine weitere biochemische Substanz, die eine Rolle bei Depressionen spielen kann, ist Cortisol– das „Stresshormon“. Chronischer Stress führt über eine andauernde Stimulation der Hypothalamus- Hypophysen-Nebennieren-Achse (HHN-Achse) zu einer übermässigen Ausschüttung von Glucocorticoiden ins Blut. Der Hippocampus gehört zu den wichtigsten Regionen des Nervensystems, die in der Lage sind, von sich aus wieder neue Nervenzellen zu bilden. Durch die erhöhte Ausschüttung von Glucocorticoiden bei Stress kann der Hippocampus, die empfindliche Region des Gehirns, selbst geschädigt werden. Die Fähigkeit zur Neuroneogenese scheint durch die schädigende Wirkung der Glucocorticoide im Stress bei Depressionen beeinträchtigt zu sein. MRT-Untersuchungen zeigen sich, dass Volumen des Hippocampus bei Depressionen meistens reduziert sind.
BDNF (Brain Derived Neurotrophic Factor ) wirkt auf verschiedene Neuronen des zentralen und des peripheren Nervensystems. Es wirkt beim Schutz existierender Neuronen und Synapsen mit und fördert das Wachstum neuer. Im Gehirn ist es in Hippocampus, Grosshirnrinde und dem Vorderhirn aktiv, also in Bereichen, die basal für Gedächtnis und abstraktes Denken sind. Hier spielt BDNF auch eine grosse Rolle im Langzeitgedächtnis. BDNF ist das aktivste sogenannte „Neurotrophin“, das die Funktion, das Wachstum und die Differenzierung von Neuronen und Synapsen unterstützt. Verschiedene Studien legen nahe, dass ein Mangel an BDNF mit Depression in Zusammenhang steht.
Trotz grosser Fortschritte der biologischen Forschung verfügen wir bis heute über keine schlüssige biologische Theorie der Gefühle und ihrer Störungen.
3. Depression aus Sicht der TCM
In der Chinesischen Medizin sind Essenz, Qi und Geist die drei grundlegenden physischen und psychischen Substanzen des Menschen. Essenz und Qi werden als die stoffliche Basis für den Geist angesehen. Wenn die Essenz und das Qi ausreichend sind und das Qi frei fliesst, ist der Geist glücklich, was zu einem gesunden und glücklichen Leben führt. Bei Mangel von Essenz und Qi oder bei einer Qi-Stagnation leidet der Geist.
3.1 Leber-Qi -Stagnation ist die Hauptursache der Depression
Nach der TCM Theorie reguliert die Leber die Qi-Fluss des ganzen Körpers und speichert das Blut. Die Leber beherrscht das freie Fliessen von Qi und das Blut. Die emotionale Aktivität hängt von normaler Qi-Zirkulation und Blutkreislauf ab. So hat die Leber-Funktion des Gewährleistens eines freien Qi-Flusses einen tiefgreifenden Einfluss auf den emotionalen Zustand. In TCM sagt man: Die Geistseele „wohnt“ in der Leber. Die Leber wird in der TCM als besonders wichtiges Organ bei den seelichen Erkrankungen angesehen. Wenn die Leber richtig arbeitet und ihr Qi frei fliesst, ist der psychische Zustand ein glücklicher und freier, der Mensch ist gut gelaunt und verleiht seinen Emotionen ungehemmt Ausdruck. Stagniert das Leber-Qi und bewegt es sich nicht frei und unbehindert, so staut es sich und beeinflusst den emotionalen Zustand, was zum depressiven Zustand führt.
Üblicherweise werden depressive Syndrome durch Emotionen wie Angst, Wut, Kummer, Melancholie usw. verursacht, diese führen zu einer Stagnation des Leber-Qi. Im allgemeinen ist die Stagnation des Leber-Qi das wichtigste klinische Symptom des depressiven Syndroms. Das wichtigsten Behandlungsprinzip sowie die häufigsten Behandlungsmethode in der chinesischen Medizin bei der Behandlung von Depressionen sind: Die Leber besänftigen, die Qi-Stagnation beseitigen und den Qi-Fluss regulieren.
3.2. Ganzheitliche Sicht
In der westlichen Medizin sitzt das Gehirn auf der Spitze der Körper-Seele-Pyramide. Das limbische System im Gehirn beherrscht emotionale Aktivität. Aber in der TCM stellt sich Körper-Seele nicht als Pyramide sondern als Kreis dar, in dem innere Organe und die entsprechenden Emotionen aufeinander einwirken. Der Zustand des Organs beeinflusst die Emotionen, und die Emotionen beeinflussen den Zustand des Organs. Emotionale Störung kann nicht nur Dysfunktionen der Leber sondern auch Funktionstörungen von weiteren Organen führen. Länger anhaltende Stagnation des Leber-Qi kann zur Entstehung von Feuer und zu Blutstase führen und ebenso die Funktionen der Milz und des Herzens schwächen. Eine gestörte Milzfunktion kann zu Nässe-Schleim, Stagnation der Nahrungsstoffe und Bildung von Feuer führen und die entsprechenden depressiven Syndrome erzeugen.
Patienten beklagen sich manchmal, dass ihre Zusatzsymptome der Depression wie Klossgefühl im Hals, Engegefühl im Thorax, Spannungsschmerz im Hypogastrium, Blähungen oder Spannungen im Magenbereich oft von ihrem Arzt ignoriert werden. Der Artz denkt vielleicht, dass solche Symptome nur vom Kopf kommen, dafür ist keine entsprechende Behandlung nötig. Die traditionelle chinesische Medizin betrachtet alle Teile des menschlichen Körpers als untrennbares und einheitliches Ganzes. Sie legt grossen Wert auf die Diagnose sowie die Behandlung der Depression aus dem Gesamtezustand von Yin und Yang , Qi und Blut. Sowohl Hauptsymptome als auch Zusatzsymptome werden zusammen behandelt.
3.3. Individuelle Behandlung
Nach der TCM-Theorie gibt es verschiedene Typen der Depression. Die Erstellung des Behandlungsprinzips basiert auf der ganzheitlichen Betrachtungsweise der chinesischen Medizin und den Ergebnissen der Syndromdifferenzierung. Die Behandlung muss an die individuellen Symptome ausgerichtet werden, um die allseitigen Beschwerden zu beseitigen. Das Grundprinzip der TCM-Behandlung ist, die Stagnation von Leber-Qi zu beheben. Diese Massnahme wird sehr häufig mit anderen Behandlungsmethoden wie z.B. Aktivierung der Blutzirkulation, Auflösen von Schleim und Nässe, Verbesserung der Umwandlungsfunktion der Milz oder Unterdrückung des Feuers kombiniert. Ebenso kann entsprechend der Symptome eine tonisierende Therapie erforderlich werden. Nur so können Qi-Fluss und auch Yin- und Yang-Gleichgewicht zurück in ihre Position gebracht und dardurch die jeweiligen Beschwerden beseitigt werden.
3.4. Erfolgreiche Methode
Klinische und tierexperimentelle Untersuchungen zeigen, dass die Behandlung nach der chinesischen Medizin nicht nur zur Verbesserung der klinischen Symptome der Depression führen, sondern auch die Konzentrationen des Cortisols verringern, Serotonin, Noradrenalin und Dopamin auf ein normales Niveau bringen, BDNF-Inhalt erhöhen und das Immunsystem verbessern kann.
Die Behandlung der Depression besteht häufig aus einer Kombination von verschiedenen Therapien. Dabei wirken TCM-Behandlungen nicht so schnell wie Medikamente, jedoch erzeugen die Behandlungen mit Akupunktur und Kräutertherapie keine Nebenwirkungen. An der Universität in Nanjing wurde diesbezüglich eine klinische Studie durchgeführt, die ein Ergebnis mit der Erfolgsrate von 70 Prozent hervorbrachte.
3.5. Psychotherapie spielt auch eine wichtige Rolle.
Die Heilung oder Verschlimmerung der Depression hängt entscheidend von einer Besserung oder Verschlechterung des psychischen Zustands ab. Die Psychotherapie spielt bei der Behandlung von Depression immer eine wichtige Rolle.
TCM hilft depressiven Patienten,
ihre Beschwerden zu lindern oder zu heilen.
Sollten Sie noch Fragen zu diesem Thema haben, oder selbst davon betroffen sein, dann treten Sie gerne mit uns in Kontakt.