Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03319.jsonl.gz/3047

3R-Prinzipien: Gute Regulierung von Tierversuchen oder Ausstiegsplan?
Handelt es sich bei den 3R-Prinzipien um ein Instrument, um Tierversuche so zu regulieren, dass möglichst wenig Schaden für die Tiere entsteht? Oder geht es im Grunde darum, aus Tierversuchen auszusteigen? Das Projekt von Nico Müller wird Antworten auf diese Fragen suchen.
Projektbeschrieb
Was ist das Ziel der 3R-Prinzipien? Geht es um eine möglichst optimale Regulierung von Tierversuchen mit dem Ziel, Tieren möglichst wenig Schaden zuzufügen? So wie es die beiden Erfinder William Russell und Rex Burch im Jahre 1959 vermutlich ursprünglich angedacht hatten? Oder besteht das langfristige Ziel eher darin, Tierversuche irgendwann gänzlich abzuschaffen? Respektive Experimente so durchzuführen, dass Tiere keinen Schaden nehmen? Handelt es sich beim 3R-Prinzip also eigentlich um einen Ausstiegsplan?
Bis heute ist diese wichtige Frage im Grunde unbeantwortet. Dies obwohl die Antwort darauf grosse Auswirkungen hat – ethischer, aber zum Beispiel auch politischer Natur. So stimmte das EU-Parlament im September 2021 für die Ausarbeitung eines Plans zur Beendigung von Tierversuchen. Früher oder später wird sich auch die Schweiz mit dieser Frage beschäftigen müssen. Soll es auch hierzulande einen Ausstiegsplan geben? Und falls ja, wie könnte dieser aussehen? Das sind die Fragen, denen Nico Müller von der Universität Basel nachgehen wird.
«Mit diesem Projekt betreten wir Neuland im Bereich der Tierversuchsethik», so Müller. «Wir möchten untersuchen, wie sich die 3R-Prinzipien zum Bestreben verhalten, von jeglicher Schädigung von Tieren in der Wissenschaft wegzukommen. Zudem möchten wir analysieren, welche Massnahmen im Rahmen eines Ausstiegsplans ethisch wünschenswert und politisch legitim sind und wie ein Ausstiegsplan angemessen auf die verschiedenen Interessen aller Akteure eingehen könnte.»
Originaltitel
3Rs and the Ethics of Transition