Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03163.jsonl.gz/2105

Eine grosse Anzahl an Frauen leiden im Zusammenhang mit der Monatsblutung oder mit dem Eisprung an verschiedenen Beschwerden, die n icht direkt mit dem Ereignis in der Gebärmutter oder den Eierstöcken zu erklären sind. Am häufigsten sind Bauchschmerzen und Rückenschmerzen. Aber auch Kopfschmerzen sind oft in den "Tagen" stärker oder überhaupt vorhanden. Sowohl Migräne wie Spannungskopfschmerzen oder atypische, gemischte Formen scheinen eine Hormonabhängigkeit haben zu können. Nicht zu unterschätzen sind die psychischen Veränderungen, die mit der Menstruation eintreten und zum Teil sehr unangenehm sein können. (Depressionen, allgemeine Müdigkeit, Reizbarkeit etc). Die Zusammenhänge mit der hormonellen Umstellung sind nicht im Detail bekannt. Die Behandlung wird meist symptomatisch das heisst an den stärksten Störungen orientiert zum Beispiel mit Schmerzmitteln durchgeführt. In den letzten Jahren haben sich auch Pflanzenextrakte aus Mönchspfeffer oder Silberkerze eingeführt, die aber nicht zu einer Heilung sondern nur zur Linderung der Symptome führen. Oft verändert sich das Beschwerdebild nach Schwangerschaften mit zunehmendem Alter oder immer nach der Menopause respektive einer Gebärmutterentfernung. Allerdings können auch dann noch Beschwerden weiterbestehen, die bei der Menstruation verstärkt waren und jetzt ohne Periode immer mehr oder weniger stark auftreten.
Die hormonellen Vorgänge im Organismus werden zum überwiegenden Teil über das sogenannte vegetative Nervensystem oder Vegetativum gesteuert. Dieses wie ein Netz aus allerfeinsten Fasern über alle Zellen gelegte Nernesystem ist vom Willen unabhängig und steuert alle vitalen Funktionen des Menschen. Schmerzen und Beschwerden oder Störungen, die nicht auf eine konkrete Verletzung, eine Infektion oder eine andere strukturelle Ursache zurückzuführen sind, haben oft ihren Grund in einer Störung der vegetativen Steuerung, oder Regulation. Gelegentlich sind sie verbunden mit psychischen Stresssituationen oder unbewussten Konflikten. Solche "vegetativen Schmerzen" bedeuten, dass das Vegetativum aus irgend einem Grunde überempfindlich ist und Belastungssituationen wie eine hormonelle Veränderung oder Wetterwechsel mit einem "falschen Alarm" beantwortet. Diese Alarmzeichen haben an sich keine echte Schutzfunktion wie die anderen Schmerzen. Sie deuten ledigleich auf einen physischen nicht mehr kompensierten Stresszustand hin. Die therapeutische Beeiflussung der vegetativen Steuerung nennt man "Regulationsmedizin". Sie kann durch sehr verschiedene meist komplementärmedizinische Methoden erfolgen.
Örtliche Betäubungsmittel sogenannte Lokalanästhetika wirken auf das vegetative Nervensystem in kleiner Dosis regulierend. Sie können auf überempfindliche Teile des Systems regulierende Effekte haben, indem die Nervenaktivität kurz abgestellt wird und sich wieder neu aufbauen muss. Ähnlich wie bei einem Computer, dessen Programm durcheinandergeraten ist, kann ein Abstellen und Neustarten im vegetativen Nervensystem das "Programm" wieder in Ordnung bringen. Die Stressituation wird beruhigt. Aus solchen beobachteten Effekten hat sich die Neuraltherapie entwickelt. Mit einem schwachen Lokalanästhetikum z.B. mit Procain muss das gestörte Gebiet infiltriert also gespritzt werden, sodass sich die vegetativen Nerven der entsprechenden Organe entlasten können. Dabei kann die Belastung auch an Stellen bestehen die keinen direkten Bezug zum Schmerz haben. Da aber das vegetative Netz nicht vom Gehirn aus zentral gesteuert wird, sondern viele periphere Zenteren hat, kann jede gestörte Zelle zu einer Belastung im ganzen Körper führen. Die Behandlung von Menstruationsbeschwerden muss deshalb nicht nur gerade die Fasern im Bereiche der Gebärmutter und der Ovarien umfassen sondern zum Beispiel auch die Schildrüse oder Eiterherde im Zahnkieferbereich. Erfreulich ist, dass mit diesen Behandlungen in etwa 2/3 der Fälle eine definitive Heilung erfolgt. Dies gilt nicht nur für Menstruationsbeschwerden sondern auch für Wallungen oder für gewisse Formen von Sterilität, bei denen keine strukturelle Ursache gefunden werden kann. Zu Beginn erfolgen die Injektionen wöchentlich, dann monatlich meist insgesamt etwa 6 mal, je nach Ausmass der Störungen im Körper.
Die Leistungspflicht für die lokale und segmentale Neuraltherapie ist seit 1.7.2011 explizit im Anhang 1 KLV erwähnt als unumstrittene, schulmedizinische diagnostische und therapeutische Lokalanästhesie. Dieser Eintrag ist definitiv und ohne zeitliche Limitation.
Menstruationsbeschwerden , Sterilität ohne strukturelle Ursache und klimakterische Beschwerden sind in den meisten Fällen Zeichen eines überreizten vegetativen Nervensystems. Durch Beruhigung der entsprechenden Nervenfasern mit Lokalanästhetika ist es möglich die Beschwerden zu lindern oder ganz zu beheben. Auch nach der Menopause sind Beschwerden, die bei der Menstruation jeweils auftraten und später weiterbestehen durch Behandlung der vegetativen zentren im Bereiche der Gebärmutter zu behandeln.
Homepage