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Handlungsanweisung Umgang mit MM von MRSA postiven Neugeborenen / Müttern
Autorin: Dr K. Ganassi
Version: 07/2023
Man beobachtet in den letzten Jahrzehnten, unter zunehmendem Einsatz von Antibiotika, bei verschiedenen Bakterienarten vermehrt sekundäre (erworbene) Resistenzen bis hin zu multiresistenten Stämmen (z.B. MRSA). Diese haben an Orten vermehrten Antibiotikaeinsatzes einen Selektionsvorteil und sind daher gehäuft in der stations- oder abteilungsspezifschen Flora als sogenannte «Spitalkeime» anzutreffen, so auch zunehmend auf neonatologischen Intensivstationen. Träger dieser Keime sind meist gesund. Kommt es jedoch zu einer Infektion, bestehen therapeutische Probleme, da wenige oder im Extremfall keine wirksamen Antibiotika zur Verfügung stehen. In Muttermilch konnte eine Vielzahl von Keimen mit erworbenen Resistenzen nachgewiesen werden, vereinzelt auch solche mit Multiresistenz. Diese tragen ebenso wie die «guten» Keime zur Besiedlung des kindlichen Darms bei. Entsprechend sind Fälle neonataler Infektionen mit multiresistenten Bakterien beschrieben, wo die Übertragung via Muttermilch vermutet bzw. nachgewiesen wurde.
Da die Übertragung von MRSA von der Mutter auf das eigene Kind nicht verhindert werden kann, darf die Muttermilch an das eigene Kind zu jedem Zeitpunkt verabreicht werden. Eine Information an das Milchverarbeitungszentrum ist aber raschestmöglich nach Erhalt des positiven MRSA Resultates zu machen, damit die Milch speziell gehandhabt werden kann.
Bezüglich Frauenmilchbank:
Der Nachweis von MRSA in potentieller Spendermilch oder der Nachweis von MRSA beim Kind oder der Mutter führt zum dauerhaften Ausschluss von der Spende. Deshalb ist das Milchverarbeitungszentrum zusätzlich angewiesen über positive MRSA Resultate informiert zu werden, um zu verhindern das Milch weiter als FM gebraucht wird.