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Vermessungen am Rhonegletscher 1874 - 1915
Im Sinne der Schlußworte der dieser vorangehenden Buchbesprechung möchte ich den Sektionsbibliotheken unseres S.A.C., sowie anderer alpiner Vereinigungen, und daneben allen in wissenschaftlichem und finanziellem Sinne „ vermöglicheren " Alpinisten die Anschaffung dieses mit 10 Plänen in Mappe, 2 Plänen, 28 Figuren und Tafeln und 74 Zahlentabellen im Text ausgestatteten, 190 Quartseiten umfassenden Prachtwerkes zur Anschaffung empfehlen. Sie werden dadurch beitragen zu dem von Prof. Albert Heim in seinem mit so viel Wärme und Sachkenntnis verfaßten Vorwort energisch ausgesprochenen Ziele dieser Publikation, nämlich die Mittel zu gewinnen, um die Beobachtungen am Rhonegletscher, welche während der Periode seines Schwindens durch fast 60 Jahre hindurch registriert worden sind, nunmehr, da eine Periode des Wachsens einzutreten scheint, auf sein Verhalten während dieser Phase auszudehnen. Ich halte dies mit Prof. Heim für eine Ehrenpflicht auch des S.A.C., nachdem das Projekt einer gemeinsamen Publikation der bis 1894 erzielten Resultate durch den S.A.C. und die Gletscherkommission der S. N. G. aus Gründen, auf die hier nicht weiter eingetreten werden kann, nicht zustande gekommen ist, wodurch dem S.A.C. die Gelegenheit entging, für die ca. Fr. 40,000, die er bis 1894 auf das Rhonegletscherunternehmen verwendet hatte, auch äußerlich einen Entgelt in einem seinen Namen tragenden Buche zu erhalten. Über „ Entstehung und Verlauf der Vermessung des Rhonegletschers " von, 1868—1894 gibt uns in der „ Einleitung ", datiert Basel 1894, der 1895 verstorbene Prof. Dr. L. Mütimeyer eine „ pragmatische Darstellung des Sachverhaltes, welche vom Persönlichen irgendwelcher Art gänzlich abzusehen sich zur Pflicht macht ". Da ich dem S.A.C. seit Ende 1868 angehöre und wiederholt in der Lage war, in verschiedenen Funktionen mich um die Rhonegletschervermessung kümmern zu müssen, *kann ich f Prof. Rütimeyer das Zeugnis geben, daß er in höchster Unparteilichkeit und aus idealen Gesichtspunkten heraus uns die Wege weist, die wir, mit manchen Irrgängen, gewandelt sind, und die wir, ohne Schaden an unserer geistigen Gesundheit zu nehmen, auch in Zukunft nicht verlassen dürfen. Über die Geschäftsführung erst des Gletscherkollegiums S.A.C., dann der Gletscherkommission S. N. G., der verschiedenen eidgenössischen Behörden, der Beamten und Ingenieure der eidgenössischen topographischen Bureaus, seit 1901 Schweiz. Landestopographie geheißen, und ihrer Gehülfen, der Zentralpräsidenten S.A.C. von 1873 —1888, über die „ Vorposten der vorliegenden Publikation ", die zum überwiegenden Teil in unsern Jahrbüchern stecken, endlich über die Redaktionsarbeiten an den Resultaten, für welche der Direktor der Landestopographie, Oberstleutnant L. Held bis 1910 und von da weg Prof. Dr. Paul L. Mercanton in Lausanne tätig waren, sowie über die Aufbringung der Mittel für die Vermessung und deren Veröffentlichung gibt uns Prof. Heim in seinem Vorwort knappe und gewissenhafte Auskunft. Die Vermessungsarbeiten selbst werden dargestellt von Direktor L. Held, welcher selber an den Aufnahmen'und Kontrollmessungen von 1881 bis 1901, abwechselnd mit Ing. Max Rosenmund, tätig war. Vor dieser Zeitspanne arbeiteten am Rhonegletscher die Ingenieure Philipp Gösset ( 1874—1880 ), welcher die schwierige Anfangsarbeit leistete, Alb. von Tscharner und Hermann Lindenmann. Nachher die Ingenieure H. Wild ( 1902 — 1906 ), H. Frey und S. Simone« ( 1907 — 1908 ), E. Leupin ( 1909 — 1915 ). Der Bericht von Herrn Held ist sehr instruktiv, aber ich muß seine sachliche Würdigung, sowie diejenige des Hauptbestandteiles des Buches, der Abhandlung von Prof. Mercanton, betitelt: Le Glacier du Rhône, dem wissenschaftlichen Referenten überlassen, welchen ich für Jahrbuch 52 gewonnen habe, da Raum und Zeit heuer dafür nicht ausreichten. Ihm wird es auch leichter fallen als mir, die gewonnenen Resultate zu beleuchten und damit dem Unternehmen neue Freunde zu gewinnen. Ich kann nur meiner Genugtuung darüber Ausdruck geben, daß ein Werk endlich zustande gekommen ist, dessen Erscheinen ebenso oft angekündigt als widerrufen wurde und von dessen Initianten nur zwei, Coaz und Heim ,'noch unter uns weilen.
BedaMion.