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SKZ: Wie ist die Idee zu dieser Initiative entstanden?
Don Emanuele Di Marco: Die Initiative entstand durch Kinder, die das Oratorium besuchen. 2017 kauften wir einen Piaggio Ape, ein dreirädriges Fahrzeug für Kleintransporte. Es ist in Italien ein bekanntes und verbreitetes Fahrzeug, in der Schweiz sieht man es sehr selten. Die Kinder fragten mich, warum es dieses besondere Fahrzeug gibt. Ich erklärte ihnen, dass der Ape in der Nachkriegszeit konstruiert wurde, als in Italien vieles wieder aufgebaut werden musste. Er entstand aus dem Bedürfnis von Handwerkern, Bäckern und Fischhändlern, leichte Gegenstände mit etwas Stabilerem als einer zweirädrigen Vespa zu transportieren. Als die Kinder das hörten, drängten sie mich: «Aber dann nutzen wir den Ape, um den Bedürftigen etwas zu bringen!» Gesagt, getan. Ich habe ihre Idee aufgenommen und so entstand die Initiative «Ape del cuore». Zu bestimmten Zeiten des Jahres ist der Ape geöffnet vor der Kirche oder dem Oratorium geparkt, damit jeder etwas hineinstellen kann. Abends bringe ich das, was geschenkt wurde, zu Familien, die eine schwierige Zeit durchmachen. Im Grunde genommen sind wir nur «Boten der Vorsehung».
Warum heisst die Initiative «Ape del cuore»?
Das Fahrzeug heisst Ape. «Del cuore» (des Herzens), weil dies natürlich nicht der Weg ist, um die finanziellen Probleme einer Familie zu lösen, sondern nur eine kleine Hilfe für jene darstellt, die sich durch eine vorübergehende Schwierigkeit wie eine Trennung, Arbeitslosigkeit oder etwas anderes in einer finanzieller Armut befinden. Es ist eine Tätigkeit «des Herzens», weil sie jene, die einkaufen gehen, anspricht und jenen, die sie erfahren, etwas Gutes tut.
Armut ist oft versteckt. Woher wissen Sie, wer Hilfe benötigt?
Der Vinzenzverein, die sozialen Dienste der Stadt oder auch Pfarreien informieren uns über Menschen, die sich in vorübergehenden finanziellen Schwierigkeiten befinden.
Es werden vor allem Lebensmittel und Haushaltswaren gesammelt. Haben Sie schon etwas Aussergewöhnliches erhalten?
Ich sehe nicht, wer was in den Ape hineinlegt. Die Überraschung erlebe ich deshalb erst abends vor der Abfahrt. Es bewegt mich, wenn ich Produkte von höchster Qualität vorfinde, z. B. Bresaola, hochwertigen Käse usw. Oder wenn sich die Händler zusammentun, um frische Produkte für uns einzukaufen. Aber eine Szene, die mir besonders im Herzen geblieben ist, ist mit einem Mädchen aus dem Oratorium verbunden: Sie hatte vier Pralinen für das Zvieri dabei. Sie nahm zwei für sich, die anderen beiden legte sie in den Ape.
Wie viele Helfer haben Sie?
Wir sind 3 Fahrer und rund 15 Freiwillige.
Es wäre schön, wenn sich diese Initiative ausweiten würde. Gibt es schon «Nachahmer»?
Seit diesem September gibt es zwei neue «Ape», einen in Gordola und einen in Balerna. In diesen beiden Oratorien überlegen sich die Verantwortlichen, wie sie das gleiche Projekt starten können. Wir haben auch einen Verein gegründet, um besser erreichbar und präsent zu sein.
Interview und Übersetzung: Rosmarie Schärer