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Der Amerikanerin Mary Phelps Jacob blieb vor mehr als 100 Jahren die Luft weg. Unter ihrem schönen, langen Ballkleid drückte und zwickte das eng geschnürte Korsett – egal, ob sie sass oder sich bewegte. Die New Yorkerin aber wollte tanzen. Und vielleicht auf dem Ball auch eine Kleinigkeit essen.
Und so griff die damals 19-Jährige beherzt zur Schere und bastelte zusammen mit ihrem französischen Dienstmädchen aus zwei Seidentüchern und vier rosa Bändern einen Büstenhalter.
Siegeszug des Büstenhalters
Am 3. November 1914 meldete die Amerikanerin Mary Phelps Jacob das Patent für den Büstenhalter an. Was für eine Befreiung für die Frauenwelt. Statt unbequemem Korsett konnten die Frauen nun Büstenhalter aus seidenen Taschentüchern tragen.
Die Standardgrössen A-, B- und C-Körbchen wurden in den 30er-Jahren eingeführt. Nicht ganz so konstant wie die Grössen sind die Formen. In den 20er-Jahren knabenhaft, in den 30er-Jahren eher rund und in den 50er-Jahren spitz.
Der Siegeszug des Büstenhalters dauerte bis in die 70er Jahre. Dann wurde das neue Kleidungsstück als Zeichen der Emanzipation verschmäht. Mit der Einführung des Wonderbras 1994 kam es zu einem neuen Lingerie-Boom. Schliesslich ist der BH nicht nur ein praktisches Kleidungsstück, sondern entwickelte sich im Laufe der Zeit auch zu einem erotischen Accessoire.