Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03436.jsonl.gz/51

Beschreibung PFSS
Obwohl die Entstehung des PFSS mehrere Ursachen hat, scheint es durch eine Fehlstellung der Kniescheibe und dem Oberschenkelknochen und die dadurch entstehende Mehrbelastung der Kniescheibe begünstigt zu werden. Viele Studien deuten darauf hin, dass durch eine muskuläre Dysbalance des Vastus lateralis und medialis die Kniescheibe zu einer Seite stärker hingezogen wird und es so zu Beschwerden führt. Besonders häufig wurde eine Schwäche des Vastus medialis und eine daraus resultierende Verschiebung der Patella nach aussen nachgewiesen.
Daneben gibt es aber noch weitere Faktoren, welche einen potenziellen Einfluss auf die Bildung eines PFSS haben, wie zum Beispiel eine Fehlposition der Tuberositas tibiae. Die Tuberositas tibiae ist ein rauer Knochenfortsatz am oberen Ende der vorderen Schienbeinkante und Ansatzpunkt der Patellasehne.
Bei einer Fehlposition dieses Ansatzpunktes ist die Kniescheibe nicht mehr gerade über dem Knie ausgerichtet, was zu Beschwerden führen kann. Ähnlich verhält es sich mit einer «Patella alta», bei welcher die Kniescheibe nach oben verschoben ist. Des Weiteren können ein vergrösserter Q-Winkel (X-Beine), schwache Hüftabduktoren (Gluteus medius und minimus) oder ein übermässiges Einknicken des Sprunggelenks (Hyperpronation) ein PFSS begünstigen. Das Einknicken des Fusses bei der Hyperpronation führt zu einer Innenrotation des Unter- und Oberschenkels, und dadurch zu einem erhöhten Zug in der Kniescheibe.
Die Idee, dass die Hyperpronation das Knie beeinflusst, wird Bottom-Up Prinzip genannt (Fuss beeinflusst Knie). Daneben gibt es aber auch das Top-Down Prinzip (Hüfte beeinflusst Knie), welches den Fokus auf die Hüftmuskulatur legt. Dabei wird angenommen, dass Personen mit einem PFSS eine verzögerte, verkürzte oder geschwächte Aktivierung der Gesässmuskulatur (v.a. Gluteus medius) aufweisen. Dies führt ebenfalls zu einer Innenrotation des Ober- und Unterschenkels und einer erhöhten Belastung des patellofemoralen Gelenks.