Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/202844

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, über mehrere Jahrzehnte die physische und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu untersuchen. Dazu soll eine allgemeine Kohortenstudie durchgeführt werden. Die daraus gewonnenen wissenschaftlichen Ergebnisse ermöglichen es nicht nur, die Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen darzulegen, sondern auch darauf zu schliessen, ob ihre Lebensbedingungen vorteilhaft sind für ihre Gesundheit. Dabei werden auch das familiäre, soziale und wirtschaftliche Umfeld, aus dem die Kinder und Jugendlichen stammen, sowie ihr Ausbildungsniveau und ihre Lebensgewohnheiten berücksichtigt.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat anerkennt, dass es in Bezug auf die Datenlage zu Kinder- und Jugendgesundheit Lücken gibt. Davon ausgehend, hat der Bund 2017 die Studie "Erarbeitung Erhebungsmethoden für Datenlücken der Kinder- und Jugendgesundheit in der Schweiz" erstellen lassen, mit dem Ziel, Möglichkeiten der Verbesserung der Datenlage in Bezug auf die Kinder- und Jugendgesundheit zu identifizieren. Die Studie kommt unter anderem zum Schluss, dass eine Kohorte einen möglichen Handlungsansatz darstellen kann, dass dem Anliegen aber auch Rechnung getragen werden kann, indem bestehende Datenquellen, z. B. die Daten der schulärztlichen Dienste, besser aufeinander abgestimmt und koordiniert genutzt werden.</p><p>Der Bundesrat gibt bezüglich der Lancierung von Kohortenstudien zu bedenken, dass dies ein äusserst komplexes und kostenintensives Vorhaben darstellt. Kohorten, welche primär aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen notwendig oder sinnvoll erscheinen, können dabei nicht über die kompetitiven Förderinstrumente des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziert werden. Kohorten, für welche eine solche Finanzierung infrage kommt, müssen dem Konzept des SNF bezüglich der Kohortenfinanzierung entsprechen, primär wissenschaftlich motiviert und von höchster wissenschaftlicher Qualität sein. Selbst bei einer positiven Prüfung durch den SNF müsste von Beginn weg sichergestellt werden, wer diese Kohorte - nach dem Auslaufen der befristeten Finanzierung durch den SNF - dauerhaft weiterfinanziert.</p><p>Im Sinne eines kosteneffizienten Ressourceneinsatzes erachtet der Bundesrat daher aktuell die Durchführung einer Kohortenstudie als nicht angezeigt. Er möchte jedoch darauf hinweisen, dass nächstes Jahr der Nationale Gesundheitsbericht 2020 des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums erscheint. Er wird sich schwerpunktmässig mit der Kinder- und Jugendgesundheit befassen und ein umfassendes Bild der Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in der Schweiz vermitteln. Der Bericht wird Themen beleuchten wie das soziale Umfeld, die psychische Gesundheit, das Gesundheitsverhalten, die Gesundheitsförderung oder die Palliative Care usw. und auch auf die entsprechende Datenlage eingehen sowie allfällige Datenlücken ansprechen.</p><p>Vor diesem Hintergrund empfiehlt der Bundesrat in Analogie zu seiner Stellungnahme betreffend die Motion Lohr 19.4070, das Erscheinen des Nationalen Gesundheitsberichtes 2020 abzuwarten, um auf dieser Grundlage über allfällige weitere Schritte zu entscheiden.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.