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Heiko Maas hat der Süddeutschen ein Interview gegeben. Da ich Maas als den Mann Washingtons an der Spitze des Außenministeriums klassifiziert habe (hier und hier), bietet es sich an, anhand dieses Interviews meine These zu prüfen, dass das Zerwürfnis mit dem US-Präsidenten, nur ein Trick ist. Deutschland und Europa sollen dazu gebracht werden, den USA einige Weltordnungs- und Kriegsaufgaben abzunehmen. (Das Interview der Bundeskanzlerin bei Anne Will ging in die gleiche Richtung, schreibe ich im Post-Will-Scriptum.)
Als Indiz gegen meine These würde ich werten, wenn Maas irgendetwas Konkretes sagen oder ankündigen würde, was Washington ärgern würde. Wenn das mit der Entfremdung ernst gemeint wäre, müsste man das erwarten. Es wäre ja naiv anzunehmen, dass Amerika seinen Schutzschirm über Europa ohne Gegenleistung ausbreitet. Wenn man sich, wie Maas behauptet, nun nicht mehr auf diesen Schutzschirm und generell auf Washington verlassen kann, dann sollte man annehmen, dass bisherige Gegenleistungen in Frage gestellt werden.
Stattessen sagt Maas im Interview:„Die USA bleiben unser wichtigster Bündnispartner außerhalb der EU.“ Und: „Um unsere Partnerschaft mit den USA zu bewahren, müssen wir sie neu justieren.“
An einer Stelle behauptet Maas zwar, er ginge nun wenigstens diplomatisch auf gleiche Distanz zu Washington wie zu anderen Mächten.
„Wir brauchen auch in der Diplomatie eine klare Sprache – untereinander, aber auch um den Menschen Orientierung zu geben. Es gibt Differenzen, die können wir nicht mehr unter den Teppich kehren. Das gilt in Richtung Westen, wie in Richtung Osten Ich beziehe (das) auf die USA genauso wie auf Russland.“
Gut gebrüllt Löwe. Und in der Praxis? Als der neue US-Botschafter……