Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03203.jsonl.gz/2354

Am 18. Juli zeigte das Pavilleon unter dem Titel «Urban Shorts» den Film «Within Formal Cities», das Architekten zeigt, wie sie partizipatives Bauen in Lateinamerika einfangen. Der laue Sommerabend hat so viel interessiertes Publikum angezogen, dass der Film zwei Mal gescreent wurde.
Die Architekten Brian Gaudio und Abraham Drechsler nähern sich dem Thema von Wohn- und Infrastrukturprojekten in Lima, Santiago, Rio de Janeiro, São Paulo und Bogotá, indem sie mit den unterschiedlichen Beteiligten sprechen. Die Relevanz des Themas ergibt sich aus der Tatsache, dass 80% der Bevölkerung in Lateinamerika in Städten lebt und aus dem Umstand, dass ein Teil dieser Städte Favelas sind. Viele urbane Zonen, nicht nur Favelas, leiden unter schwachen Infrastrukturen (z.B. Abwasserentsorgung) und sie sind für Projektentwickler äusserst uninteressant. Wo das Überleben an erster Stelle steht, ist die Rolle von Gestaltern unklar. weiterlesen →
Dieser Tage erschien beim Verlag Neue Zürcher Zeitung in der Reihe «die neue Polis» ein Band mit Beiträgen zu politischen Determinanten von Siedlungsstrukturen in der Schweiz. Zehn Autorinnen und Autoren entwickeln weiter, was bislang als «Stadt-Land-Gegensatz» behandelt wurde. Die Dichotomie hat in den letzten Jahren an Erklärungskraft eingebüsst. Der Zusammenhang zwischen Siedlungsstruktur und politischem Verhalten ist bedeutend komplexer, wie auch die Vielfalt der Beiträge zeigt.
Wichtig ist die genauere Betrachtung der Agglomeration, jene Siedlungsstruktur, die weder Kernstadt noch ländliches Dorf ist und in dem die Mehrheit der Bevölkerung wohnt. Agglomeration kann – wie z.B. Claude Longchamp in seinem Beitrag «Storf – die schweizerischen Agglomerationsgemeinden zwischen Stadt und Dorf» – nicht als einheitliches Gebilde erfasst werden; Agglomerationsgemeinden sollten räumlich und historisch differenziert betrachtet werden. weiterlesen →
Am 16. April fand unter der Leitung von Miko Hucko, Micha Küchler und Iren Weber von der Social Space Agency (SoSA) beim Zentrum Karl der Grosse eine Exkursion statt, in der Konventionen bewusst gemacht wurden und die dann – auf drei Gruppen verteilt – durchbrochen wurden. Wir «Karlstädter» haben uns dabei unsere Stadt jenseits der Zürcher Mythen gefunden.
Das Conceptual Framework ist schnell erklärt: Die Stadt wird als Toolbox gebraucht. Mit einfachen Techniken, wie dem «Tempo Control» (wie schnell und mit welcher Wahrnehmung man durch die Stadt geht) und dem «Distance Manipulator» werden grundlegende Muster bewusst gemacht und damit gespielt. So werden neue Erfahrungen ermöglicht. Mit etwas Übung und einer persönlichen Karte der Karlstadt, kann man z.B. seinen Gemütszustand beeinflussen. Das Projekt ist nicht nur ein persönliches. Es sollen Erfahrungen geteilt werden. weiterlesen →
Der Sammelband «Wachstumsschmerzen» ist bezieht sich auf die gleichnamige Veranstaltungsreihe der Stadtentwicklung Zürich und der Universität Zürich im Herbst 2013 (vgl. den Blogbeitrag zum Vortrag von Saskia Sassen).
Autorinnen und Autoren unterschiedlicher Disziplinen betrachten mit ihrer Brille urbane Veränderungsprozesse. Die Stadt Zürich ist ein interessantes Beispiel: Vor zwanzig Jahren war die Stadt anderen Rahmenbedingungen konfrontiert, nämlich mit Stadtflucht, Stagnation und Überalterung. Heute befasst man sich wieder mit den Folgen des Wachstums – die Stadt ist wieder ein attraktiver Ort zum Wohnen und zum Arbeiten. weiterlesen →
Die Wochenzeitung WOZ, der Rotpunktverlag und das Seminar für Soziologie der Universität Basel haben Stadtspaziergänge zum Thema «Raum und Macht» organisiert (vgl. Blogeintrag zum Buch). Am 4. Oktober ging es, thematisch angeleitet mit Lucius Burckhardts Blick auf die Stadt, durch Basel.
Verhinderte Verkehrsachse
Man traf sich in der Brasserie des Basler Bahnhofs und spazierte in Richtung Aeschenvorstadt, deren Umbau zur verkehrsreichen «Talentlastung» dank dem Engagement von Lucius und Annemarie Burckhardt verhindert werden konnte. Burckhardt setzte sich an der ETH Zürich und an der Hochschule Kassel mit der Frage der Partizipation der Bevölkerung bei der Gestaltung von urbanen Räumen auseinander. weiterlesen →
Am 3. Oktober fand im Sozialarchiv in der Reihe «Drittes Lebensalter – Eine neue Generation im Aufbruch» auf Einladung von François Höpflinger ein Podium zum Thema «neue Wohnformen im Alter – generationengemischt» statt.
Das Thema der neuen Wohnformen ergibt sich aus dem Wunsch vieler älterer Menschen, mit jüngeren Menschen in Kontakt zu sein. Am Beispiel der Siedlung Giesserei Winterthur (vgl. Blogeintrag) wurde von der Bewohnerin Ruth Deutsch gezeigt, wie generationengemischtes Wohnen funktioniert. Das Beispiel der Giesserei zeigt, dass ein partizipativer Prozess bei der Planung gut auf die Bedürfnisse der Bewohner eingehen kann. Die Nachfrage nach den Wohnungen war so gross, dass anstelle von ursprünglich 25 Wohnungen am Ende 155 Wohnungen realisiert wurden (Hofer 2013). weiterlesen →
Das vor kurzem erschienene Buch «Raum und Macht» widmet sich dem Leben und Wirken von Lucius und Annemarie Burckhardt. Burckhardt, seines Zeichens Soziologe und Nationalökonom, gilt als Erfinder der «Spaziergangswissenschaft» und wichtiger Ideengeber der sozialen Stadt- und Raumplanung.
Promenadologie
Die Promenadologie sollte die Umweltwahrnehmung erweitern und neben den sichtbaren auch die unsichtbaren Phänomene einer Stadt, und neben wirtschaftlicher und politische Aspekte auch soziale Beziehungen berücksichtigen. Exemplarisch wird im Buch die Exkursion nach «Tahiti» erwähnt: Burckhardt erzählt seinen Kasseler Studenten bei einer Begehung eines Naturschutzgebietes (einem ehemaligen Truppeübungsplatz) aus George Fosters Tahiti-Bericht, der 1772 den Seefahrer James Cook in die Südsee begleitet hat. Die Landschaft erscheint nunmehr als etwas Gemachtes – und damit verbunden die Frage, wie Menschen Natur und Landschaft wahrnehmen und wie die Erkenntnisse in Raumplanung umgesetzt werden könnten. weiterlesen →
Die Denkschule der Metropolitan Reform nahm ihren Anfang um 1900 und fand zwischen 1960 und 1970 mit den Metropolitan Governments ihren Höhepunkt. Mit der Suburbanisierung, d.h. der Ausdehnung des urbanen Raumes über die Grenzen der Kernstadt hinweg in die angrenzenden Gemeinden (und später mit der Periurbanisierung auch noch darüber hinaus «ins Grüne»), werden Probleme manifest. Metropolitan Reformers sehen den Kern der Probleme bei den ökonomischen, sozialen und fiskalischen Disparitäten, die eine institutionelle Fragmentierung mit sich bringen. Daher befürworten sie eine Konsolidierung des urbanen Raumes. Neben der Ausgleichung von Ungleichheiten erlaubt die Metropolitan Reform zudem eine übergeordnete strategische Planung. weiterlesen →
Der Sozialbericht 2012, der am Schweizer Kompetenzzentrum FORS realisiert wurde, liefert aktuelle Zahlen bzw. Indikatoren zur sozialen Lage in der Schweiz. Der Sozialbericht, der alle vier Jahre erscheint, fokussiert seiner vierten Ausgabe auf die Generationenbeziehungen in der Schweiz.
Der Bericht kommt zum Schluss, dass es in der Schweiz keinen Generationenkonflikt gibt. Innerhalb der Familien sind Generationenbeziehungen vorhanden, ausserhalb der Familien leben die Jungen und die Altern jedoch aneinander vorbei. weiterlesen →