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overtourism
UNWTO-Bericht zur Bewältigung von Overtourism
«‹Übertourismus›? Das Verständnis und die Steuerung des Wachstums des Städtetourismus jenseits der Wahrnehmungen», so lautet der Bericht, der am Dienstag auf dem 7. UNWTO-Global Summit on Urban Tourism in Seoul, Republik Korea (16. bis 19. September 2018) vorgestellt.
Der Bericht ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der UNWTO, dem Centre of Expertise Leisure, Tourism & Hospitality (CELTH), der Fachhochschule Breda und dem European Tourism Futures Institute (ETFI) der NHL Stenden University of Applied Sciences.
Untersucht wird, wie der Tourismus in städtischen Gebieten zum Nutzen von Besuchern und Bewohnern gemanagt werden kann. Er schlägt elf Strategien und 68 Massnahmen vor, um das Besucherwachstum zu verstehen und zu steuern.
Das jüngste Wachstum des Städtetourismus erfordert, dass der Sektor nachhaltige Strategien und Praktiken entwickelt, um die negative Auswirkungen des Tourismus auf die Nutzung natürlicher Ressourcen, Infrastruktur, Mobilität und Verkehrsüberlastung sowie seine soziokulturellen Auswirkungen zu minimieren.
Berichterstattungen in den Medien über negative Einstellungen der lokalen Bevölkerung gegenüber den Besuchern, aufgrund von Überbelegung, Lärm und anderen Problemen, haben zur Verbreitung von Begriffen wie «Übertourismus», bzw. «Overtourism» und «Tourismusfeindlichkeit» geführt.
«‹Governance› ist der Schlüssel», so UNWTO-Generalsekretär Zurab Pololikashvili und fügt an: «Die Bewältigung der Herausforderungen, mit denen der Städtetourismus heute konfrontiert ist, ist ein viel komplexeres Thema, als allgemein anerkannt ist. Wir müssen einen nachhaltigen Fahrplan für den Städtetourismus festlegen und den Tourismus in die breitere städtische Agenda aufnehmen».
Um die Herausforderungen des Besuchermanagements in städtischen Kontexten, insbesondere die Beziehung zwischen Einheimischen und Gästen, besser zu verstehen, enthält der Bericht eine Analyse der Wahrnehmung der Bewohner gegenüber dem Tourismus in den acht europäischen Städten Amsterdam, Barcelona, Berlin, Kopenhagen, Lissabon, München, Salzburg und Tallinn.
«Es gibt keine Einheitslösung für den Umgang mit dem Übertourismus. Stattdessen muss der Tourismus Teil einer stadtweiten Strategie für nachhaltige Entwicklung sein», so Ko Ko Koens vom Centre of Expertise Leisure, Tourism & Hospitality (CELTH) und der Fachhochschule Breda.
Der Bericht empfiehlt eine gemeinsame strategische Vision aller Beteiligten, um Bewohner und Besucher zusammenzubringen. Er sieht eine sorgfältige Planung vor, welche die Kapazitätsgrenzen und die Besonderheiten der einzelnen Reiseziele berücksichtigt. «Die Einbeziehung und Unterstützung der Anwohner ist ein Schlüssel zum nachhaltigen Tourismus», erklärt Albert Postma, Professor von CELTH und der Fachhochschule NHL Stenden. «Die gemeinsame Verantwortung von Interessengruppen, die direkt oder indirekt an der Tourismusentwicklung beteiligt sind, ist ein Schlüssel zur Sicherung der langfristigen Nachhaltigkeit», schlisst die beteiligte Forscherin Bernadett Papp. (htr)