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Menschen haben in Tiefen bis zu nahezu 700m relativ komfortabel überlebt und dabei Gas mit einer Dichte eingeatmet, die mehr als 12 Mal so hoch ist wie die der Oberflächenluft. Aber trotz ihrer Fähigkeit, unter extremen Bedingungen zu funktionieren, können geringfügige Unterschiede bei der Gasauswahl in jeder Tiefe Tauchgänge zulassen oder verhindern. Jahrzehntelang haben Taucher Wege gefunden, die Auswirkungen des Drucks auf den Körper zu mildern, ohne sie zu verstehen. Neue Forschungen helfen dabei, die menschliche Leistungsfähigkeit in schwierigen Umgebungen zu erklären und evidenzbasierte Praktiken zu entwickeln, um unser Risiko im Wasser zu minimieren.
Die Ursache für die entstehung von Blasen ist der Druckunterschied (Gradient) zwischen Gewebe und Atemgas. Laut dem Gesetzt von Henry ist die in Flüssigkeit gelöste Menge eines Gases ist proportional zu seinem Partialdruck an der Flüssigkeitsoberfläche.
Diese Gasmenge wird vergrössert durch:
Dekompressionsberechnung mit Mischgasen
Modifizierter Originaltext von Oliver Maus/www.checkdive.eu
Geht Helium als weiteres Inertgas in die Sättigungsrechnung mit ein, so verhalten sich die Gewebeinertgasdrücke für Helium und Stickstoff additiv siehe Gl. (30) (A.A.Bühlmann et al. - Tauchmedizin, S. 101 ff.)
M-Values / M-Werte
Modifizierter Originaltext von Oliver Maus/www.checkdive.eu
Für einen gegebenen Umgebungsdruck ist ein M-Wert definiert als maximaler, absoluter Inertgasdruck, den ein Kompartiment tolerieren kann, ohne offensichtliche Symptome der Dekompressionskrankheit zu zeigen.
Der Begriff wurde von Robert Workmann eingeführt und beschreibt im Rahmen der Dekompression beim Auftauchen die kompartimentspezifischen Grenzen des Umgebungsdruckes, bis zu denen maximal aufgetaucht werden darf, ohne dass es zu Symptomen der Dekompressionserkrankung kommt.
Dekompression im Sinne kontrollierter Entsättigung findet also im Bereich zwischen Umgebungsdruck und (oberhalb davon) dem korrespondierenden M-Value statt.
Gradienten Faktoren
Modifizierter Originaltext von Oliver Maus/www.checkdive.eu
Erik C. Baker stellte über die Anpassung der Koeffizienten hinaus Überlegungen an, wie die Entsättigung noch konservativer durchgeführt werden und gleichzeitig an bestimmte Tauchgangsprofile angepasst werden könnte. Hintergrund der Überlegung war, dass kurze, tiefe Tauchgänge eher zu einer Sättigung der schnellen Kompartimente führen, während lange, weniger tiefe Tauchgänge auch zu einer stärkeren Sättigung der mittleren und langsameren Kompartimente führen. Baker wollte die Möglichkeit schaffen, auf solch unterschiedliche Tauchgangsprofile angepasster zu reagieren.
Schreiner-Gleichung
Modifizierter Originaltext von Oliver Maus/www.checkdive.eu
Ein grosser Dank geht an Beat Müller für seine Korrekturhinweise. Als ehemaliger Research Associate von Prof. Bühlmann ist er derjenige, der die Tabellen gerechnet hat.
An dieser Stelle wird eine alternative Sättigungsgleichung vorgestellt, die sich unter dem Namen Schreiner-Gleichung etabliert hat.
Sättigungsberechnung nach Schreiner und Kelly
Das Modell von Bühlmann geht in der Sättigungsgleichung (1) von einem konstanten inspiratorischen Inertgasdruck während des Explorationszeitraumes aus. Um damit ein annähernd reales Tauchgangsprofil abzubilden, muss der Tauchgang dabei in möglichst viele, kleine Schritte zerlegt werden. D. h. der Explorationszeitraum zwischen den einzelnen Messungen sollte möglichst gering werden.
Bereits in den Jahren 1967 und 1971 haben jedoch H. R. Schreiner und P. L. Kelley eine Möglichkeit aufgezeigt, die Gewebesättigung unter der Annahme einer Tauchtiefenänderung mit konstanter Geschwindigkeit zu berechnen (H.R.Schreiner - A Pragmatic View of Decompression).
Berechnung der Dekompression
Modifizierter Originaltext von Oliver Maus/www.checkdive.eu
In der Nullzeitberechnung wurden bereits Fälle diskutiert, in denen die Nullzeit abgelaufen ist. In diesem Fall ist ein direkter Aufstieg zur Oberfläche nur unter Einhalten der angebrachten Aufstiegsgeschwindigkeit nicht mehr möglich. Letztlich ist in mindestens einem Kompartiment die Inertgasspannung höher als der vom entsprechenden Kompartiment tolerierte Wert.
Für die Dekompressionsberechnung wird ausgehend von der aktuellen Tiefe und dem Tauchgangprofil die nächst niedrigere Dekostufe benötigt. Dazu muss die Verweilzeit auf dieser Dekostufe berechnet werden.
Weitere Beiträge ...
- Bühlmann ZH-L16 - Berechnung der Nullzeit
- Bühlmann ZH-L16 - Entsättigung
- Bühlmann ZH-L16 - Inspiratorischer und alveolarer Inertgasdruck
- Bühlmann ZH-L16 - Sättigungsgleichung
- Bühlmann ZH-L16 - Inertgassättigung
- Bühlmann ZH-L16 - Eine Einleitung
- Das Sauerstoff Fenster (Oxygen Window)
- Koeffizienten der verschiedenen Perfusionsmodelle
- Dekompressionsstops
- Isobare Gegendiffusion
- Airbreaks
- Deep Stops
- Sicherheitsstop
- Nachgeholte Dekompression
- Geschichte der Dekompressionsforschung
- Die COMEX Formel