Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/147047

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zur Zukunft der Tiger-Flotte und der Patrouille Suisse nach dem Nein zum Gripen zu beantworten:</p><p>1. Ist es zwingend nötig, dass künftig sämtliche Kampfflugzeug-Einsätze alleine von den F/A-18 geflogen werden, oder könnten nicht einzelne Aufgaben von Teilen der Tiger-Flotte (z. B. 10-12 F-5) wahrgenommen werden? </p><p>2. Würde dies nicht zu einer Entlastung der F/A-18-Flotte führen und gleichzeitig ermöglichen, diese für komplexe und stufengerechte Einsätze frei zu halten und dadurch ihre Einsatzdauer zu erhöhen?</p><p>3. Ist es nicht möglich, statt einer aufwendigen Aufrüstung der Tiger-Flotte Teile davon für klar definierte Aufgaben unterhalb der F/A-18-Schwelle mit verhältnismässigem Aufwand (z. B. durch die Ruag) einsatzfähig zu halten?</p><p>4. Wie viel kostet eine Flugstunde beim F/A-18 und wie viel bei einem Tiger?</p><p>5. Wären die Unterhaltskosten für zwei Systeme (wie sie auch mit dem Gripen in Kauf genommen worden wären) in einer Gesamtbetrachtung des sicherheitspolitischen Nutzens und bei dem Verzicht auf die Übernutzung der F/A-Flotte nicht verhältnismässig?</p><p>6. Könnte mit einer kostengünstigen und klar definierten Aufrüstung eines Teils der Tiger-Flotte nicht auch die Fortführung der Patrouille Suisse als national und international anerkanntes Instrument des Präzisionsflugs gesichert werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Operationell können die F-5 Tiger nur für Luftpolizeieinsätze bei Tag und gutem Wetter eingesetzt werden. Sie dienen auch als Übungs- und Trainingspartner für F/A-18 und der Zieldarstellung für die F/A-18 und die Fliegerabwehr. Alle anderen operationellen Einsätze müssen mit F/A-18 geflogen werden. Eine kleine Flotte von F-5 Tiger (10-12) wäre in den Betriebskosten unverhältnismässig teurer als eine grössere; die Kosten pro Flugstunde würden dadurch erheblich ansteigen.</p><p>2. Die Verwendung von F-5 Tiger hat tatsächlich eine Entlastung beim F/A-18 zur Folge. Allerdings erfüllen die F-5 die operationellen Minimalanforderungen nur für den Luftpolizeidienst, und auch dies nur bei Tag und gutem Wetter - womit die Entlastung der F/A-18 nur zu einem kleinen Teil möglich ist. Der Beitrag der F-5 Tiger zur Sicherheit der Schweiz und insbesondere zur Sicherheit im Schweizer Luftraum ist damit sehr gering.</p><p>3. Die F-5 Tiger könnten an sich noch längere Zeit flugfähig gehalten werden, aber sie leisten keinen bedeutenden Beitrag mehr zur Erfüllung der Aufgaben der Luftwaffe. Aufrüstungen wurden geprüft und als sich nicht lohnend verworfen; und ohne Aufrüstungen ist der F-5 Tiger operationell nahezu nutzlos.</p><p>4. Eine Flugstunde mit F/A-18 kostet rund 30 600 Franken, eine Flugstunde mit F-5 rund 19 000 Franken (vgl. Interpellation Gysi 13.3429, "Kampfjets. Betriebskosten und Luftverschmutzung"). Die Amortisation der Beschaffung über die Lebensdauer der Systeme ist darin nicht enthalten.</p><p>5. Die Unterhaltkosten sind bei einer Zwei-Typen-Flotte höher als bei einer Ein-Typen-Flotte. Sie wären aber vertretbar, wenn jeder der beiden Typen einen bedeutenden Beitrag zur Erfüllung der Aufgaben der Luftwaffe und der Armee leisten würde. Das ist beim F-5 nicht mehr der Fall.</p><p>6. Wenn eine kleine Flotte von F-5 Tiger weiterbetrieben würde, könnte die Patrouille Suisse mit ihrem derzeitigen Flugzeug weiterbetrieben werden. Allerdings wären die Betriebskosten einer kleinen Flotte unverhältnismässig hoch. Deshalb soll die Patrouille Suisse mit den F/A-18 weiterbetrieben werden.</p>  Antwort des Bundesrates.