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Azzedine Alaïa – einer der letzten grossen Couturiers
Der tunesische Designer Azzedine Alaïa wurde am 1940 bei Monastir (Tunesien) geboren und wuchs in Tunis auf. Sein genaues Geburtsdatum ist nicht bekannt.
Zu Anfang studierte Alaïa Bildhauerei in Tunis, absolvierte jedoch parallel auch eine Schneiderlehre; das Nähen hatte ihm zuvor seine Schwester beigebracht. 1957 zog Azzedine Alaïa nach Paris und ergatterte Anstellungen als Assistent von Christian Dior, Guy Laroche und Thierry Mugler.
Durch seine Nebenjobs als Haushaltshilfe und Schneider bei wohlhabenden Familien knüpfte er zudem Kontakte zur Pariser Oberschicht, die sich von ihm einkleiden liess, darunter Mitglieder der Rothschild-Familie und Greta Garbo.
Nach einiger Zeit zog der Designer in eine grössere Wohnung, in der er auch ein Atelier einrichtete. 1980 eröffnete er seine erste eigene Boutique mit Mode unter seinem eigenen Namen und erzielte bald Veröffentlichungen in Modemagazinen.
Mit als erster Couturier verwendete Alaïa Leder in der Haute-Couture- und Prêt-à-Porter-Mode. Dadurch entstanden dramatische Kleider und Corsagen, welche die weibliche Silhouette auf völlig neue Art zeigten. Gerade experimentierfreudige Stars wie Madonna, Tina Turner, Janet Jackson und Grace Jones liebten seine Mode und verhalfen ihm zu seiner Berühmtheit.
Gegen Ende der 80er-Jahre fand Alaïas Stil jedoch weniger Anklang. Als schliesslich seine Schwester starb, zog sich der Designer zurück, schloss seine Boutiquen und zeigte seine Mode fortan nur noch im kleinen Kreis. Währenddessen blieb er seiner Linie treu und perfektionierte vielmehr seine bisherigen Schnitte. Bis heute lehnt er es ab, sich neu zu erfinden, auf aufwendige Marketingstrategien zu setzen oder seine Mode mit spektakulären Shows zu inszenieren.
Im Jahr 2000 wurde das Unternehmen Azzedine Alaïa an Prada verkauft, was einen neuen Aufschwung bedeutete. 2007 übernahm der Konzern Richemont die Marke. 2011 hielt Alaïa erstmals wieder eine Modenschau vor Publikum ab und eröffnete 2013 wieder eine Boutique. Heute tragen Stars wie Marion Cotillard, Lady Gaga und Michelle Obama seine Mode. Victoria Beckham nennt Alaïa als Lieblingsdesigner.
Azzedine Alaïa gilt als einer der letzten grossen Couturiers. Bekannt wurde sein revolutionäres Stretchkleid; der Designer will dem weiblichen Körper mit seiner Mode schmeicheln statt ihn einzuengen.
Bei seiner zeitlos wirkenden Mode setzt er auf körperbetonte, skulpturale Schnitte mit schmaler Taille, ausgestellte Röcke und Details wie Stickereien. Seine Entwürfe fertigt er selbst und am lebendigen Modell an, ohne sich dabei nach den offiziellen Modeshow-Terminen zu richten.
Artikel von: fashionpress.de
Artikelbild: Dekoration anlässlich der Ausstellung im NRW-Forum „Alaïa. Azzedine Alaïa im 21. Jahrhundert“ mit Ausstellungsstücken des tunesischen Modedesigners. (Kürschner, Wikimedia, public domain)