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Mit dem Abkommen, das bereits seit 2009 in Bearbeitung ist, soll der weltweite Quecksilber-Ausstoss reduziert werden. Gleichzeitig wird angestrebt, überall so weit wie möglich das hochgiftige und nicht abbaubare Schwermetall zu verbieten. Die Konvention umfasst dabei auch quecksilberhaltige Produkte des täglichen Lebens, z.B. Kosmetikartikel, Fieber-Thermometer oder die bekannten Amalgam-Zahnfüllungen. Letztere werden mehr und mehr durch quecksilberfreie Keramik- oder Kunststofffüllungen ersetzt.
An der fünften und letzten Verhandlungsrunde beteiligen sich 147 Staaten. Somit steht die Quecksilber-Konvention kurz vor dem erhofften Abschluss. Franz Perren vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) stellt als Leiter der Schweizer Delegation fest, dass die Konvention auf gutem Wege sei. So wird darin der ganze Zyklus des Quecksilbers, also von der Schöpfung über die Verwendung und den Handel bis zur Entsorgung, geregelt.
Die Konvention regelt den ganzen Zyklus des Quecksilbers, also von der Schöpfung über die Verwendung und den Handel bis zur Entsorgung.
Franz Perren, Bundesamt für Umwelt
Allein durch Kohleverbrennung gelangen jedes Jahr rund 475 Tonnen Quecksilber in die Luft und durch die Goldgewinnung werden nicht weniger als 727 Tonnen freigesetzt. Insgesamt gelangen jährlich schätzungsweise 2000 Tonnen des Schwermetalls in die Atmosphäre. Dabei setzt sich das Quecksilber in Böden fest und entweicht in Gewässer.
Die schnelle Industrialisierung in asiatischen und lateinamerikanischen Ländern ist eine der Hauptursachen des aktuellen Quecksilberproblems. Von allen Ländern der Erde ist der Quecksilber-Ausstoss in China am grössten.
Quecksilber ist hochgiftig und nicht abbaubar. Das Schwermetall ist im Normalzustand flüssig. Bereits bei Raumtemperatur verdampft Quecksilber und kann sich somit tausende von Kilometern weit verbreiten. Der direkte Kontakt mit Quecksilber oder das Einatmen des Schwermetalls kann für den Menschen schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Gelangen nämlich Dämpfe des Schwermetalls in die Atemwege, landen sie im Blut und werden im Körper verteilt.
Die Quecksilber-Belastung, die mit der Nahrung vorallem beim Verzehr von Fischen aufgenommen wird oder aus Amalgam-Füllungen entweicht, ist schleichend und andauernd und deshalb viel gravierender als beispielsweise der Kontakt mit Quecksilber durch einen zerbrochenen Thermometer. Mit der Einnahme des Schwermetalls über einen längeren Zeitraum können Quecksilber-Vergiftungen die Folge sein. Dabei wird das zentrale Nervensystem geschädigt. Forscher stellten auch fest, dass durch den Konsum von Meeres- und auch Süsswasserfischen schwangerer Frauen das Schwermetall in den Körper des ungeborenen Kindes gelangt. Dadurch wird die Hirnentwickung dieser Kinder beeinträchtigt. Gemäss Untersuchungen weisen allein in Europa mehr als 1,5 Millionen Babys eine zu hohe Belastung von Quecksilber im Körper auf. Insbesondere Kleinkinder in Südeuropa sind besonders stark betroffen, weil Bewohner in Meeresnähe deutlich mehr Fisch und Meerestiere konsumieren. Die Kosten der durch Quecksilber entstehenden Gesundheitsschäden sind nicht bezifferbar.
Der Handlungsbedarf ist gross. Die fachgerechte Entsorgung dieses Schwermetalls ist sehr aufwändig: Das flüssige Quecksilber muss stabilisiert, chemisch aufbereitet und in eine feste Verbindung überführt werden.
Jedermann kann zur Reduktion von Quecksilber beitragen. So weiss man seit geraumer Zeit, dass Energiesparlampen eine geringe Menge an elementarem Quecksilber enthalten. Deshalb sollte tunlichst auf deren Erwerb verzichtet werden. Mittlerweile ist die Technologie soweit gereift, dass quecksilberfreies LED-Licht auf dem Markt zu konkurrenzfähigen Preisen angeboten wird. LED-Röhren sind das erste reparierbare Leuchtmittel mit einer Lebensdauer von bis zu 25 Jahren, brauchen dabei bis zu 60 % weniger Strom und weisen eine positive Energiebilanz auf. LED ist bei allen Vorschaltgeräten einsetzbar, und es entstehen keine Sonderabfälle bei der Entsorgung.
Schliesslich bleibt zu hoffen, dass die Quecksilber-Konvention baldmöglichst weltweit umgesetzt wird. Es genügt nicht, dass sie von den 147 Staaten unterzeichnet wird, vielmehr muss das weltweite Quecksilberverbot innert nützlicher Frist tatsächlich umgesetzt werden. Nach den Worten sollen nun endlich Taten folgen.