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Bau des Kraftwerks
Der ideale Standort für ein Kraftwerk, welches den benediktinischen St. Agnes Konvent und dessen Einrichtungen mit ökologisch vorteilhaftem Strom versorgt konnte anhand von Messungen und genauen Beobachtungen definiert werden. Der Damm des Kraftwerkes steht auf der Farm Kizizi, 10 km von Chipole entfernt. Nach der Planung, welche bereits vor 1999 ihren Anfang nahm, begannen die ersten Arbeiten. Das Gelände wurde vorbereitet durch Rodungen, Felssprengungen, Aushube und mit der Umleitung des Flusses. Viele der benötigten Maschinen, Werkzeuge und Materialien wurden per Container aus der Schweiz eingeschifft und per Lastwagen 1300 km von Dar es Salaam nach Chipole transportiert.
Der Bau des Kraftwerkes beinhaltete nicht nur den Bau des Beton-Staudammes, sondern auch das Verlegen der Druckleitungen, den Aufbau eines Turbinenhauses mit Kaplan-Turbine, sowie des Generators mit Steuerung, Hauptverteilung, Trafo und Regler. Ebenso gehörte das Ausheben der Kabelgraben, sowie das Verlegen von über 19 km Stromkabel und das Installieren von Kabelverteilkabinen zu den Arbeiten.
Auf 850 m ü. M. liegt die Fassung des auf Fels gebauten Stuadammes, dessen 50 m langen Druckleitungen münden im 11.08 m tiefer gelegenen Turbinenhaus. Die Kaplan Turbine mit einem Wirkungsgrad von bis zu 0.8 generiert eine Leistung von 400 kW. Zur Versorgung des Konvents, des Spitals, der Schule und der Produktionsstätten wurden insgesamt rund 20 km Stromleitungen in den Boden verlegt. Der 20 m breite und 9.56 m hohe Staudamm dient ausserdem als neue Flussüberquerung mit einer Traglast von bis zu 30 t.
Nach den mehrere Jahre dauernden Vorbereitungen und Bautätigkeiten wurde die Staumauer am 1. November 2005 in Betrieb genommen. Der nach seinem Wohltäter benannten «Robertsee» wurde damit zum ersten Mal aufgestaut und das Kleinkraftwerk in Betrieb genommen. Seither läuft die Stromproduktion zuverlässig. Die Jahresproduktion mit der durchschnittlichen Wassermenge von 4 m3/s entspricht ca. 3.5 GWh.
Es gibt eine Vereinbarung/einen Vertrag, welche die Nutzung des Stromes einzig für den St. Agnes Konvent, deren Gebäude, Einrichtungen und Projekte erlaubt. Dies dient zum Schutz davor, dass der Strom aus Profitgründen aus den humanitären Anlagen und Projekten abgezapft wird. So soll der Strom wirklich dorthin fliessen wo er auch eingesetzt wird, um Menschen zu unterstützen, weiterzubilden und auf ihrem Lebensweg zu bekräftigen.