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2017
August August, August
Verlag Jussenhofer & Fischer
«Ich komme mir schon seit geraumer Zeit wie ein dummer August vor, der hinter dem Vorhang wartet, in die Manege gerufen wird, vom Herrn Direktor eine Ohrfeige einsteckt, sich verbeugt und verschwindet um weiterzumachen!» Aus dieser Bemerkung Pavel Kohouts aus dem Jahre 1966 entstand das wohl wichtigste Stück des tschechischen Autors. 1967 kam diese Zirkus-Parabel dann zur Uraufführung und erzählte im politischen Frühling Prags beispielhaft von jenem – oft blutigen – Missbrauch von Phantasie und Wunschtraum durch Autoritäten. Aber seinen «August» wollte der Autor nie nur für seine Zeit verstanden wissen, und daher ist die bittere Lebensanalogie im clownesken Gewand auch heute noch so politisch wie eh und je, handelt es sich doch um «ein Stück von der Macht eines unbändigen Traums, der nur zusammen mit dem Träumenden zu zerstören ist.» Stückzusammenfassung Eine Zirkusgeschichte als Allegorie einer Lebensgeschichte. Der Clown August August, August (Vorname Name, Beruf) hat einen Traum – er möchte die acht weissen Lipizzaner dressieren und wird dafür vom Stallmeister mit Ohrfeigen zur Raison gebracht, weil jener Auftritt die Paradenummer des Herrn Direktors ist und niemand anderer befugt ist, diese Dressur vorzuführen! Doch der Herr Direktor ist gewillt, den Wunsch von August zu erfüllen, sofern er Dreierlei vorweisen könne: eine Visitenkarte, eine Familie und einen Zirkus. Wider Erwarten bewältigt August mit seiner grenzenlosen Phantasie diese Aufgaben und somit ist der Herr Direktor gezwungen, sein Versprechen zu erfüllen...
2015
Die unsterbliche Schachpartie
Das königliche Schachspiel mit lebenden Figuren, spiegelt Lust und Sorgen der mittelalterlichen Gesellschaft.
Historisches: Über den Ursprung des Schachspiels bestehen unterschiedliche Auffassungen. Vor allem Indien, Persien und China werden genannt. Der Zeitraum der vermuteten Entstehung schwankt zwischen dem 3. und 6. Jh. nach Christus. Im 7. Jh. verbreitete es sich im nahen Osten und Nordafrika. Über das maurische Spanien, Italien, das byzantinische Reich und Russland gelangte das Spiel im 9. bis 11. Jh. nach Europa. Seit dem 13. Jh. gehörte Schach zu den 7 Tugenden der Ritter. Es wurde also vor allem in adeligen Kreisen gespielt und zwar von «Mannen und Frouwen», wie wir auf einem Bild aus der «Manessischen Liederhandschrift» sehen, die ja hier in Zürich um 1300 entstanden ist. Vom Klerus wurde Schach missbilligt. Doch waren es gerade die Mönche, die Bücher und Betrachtungen darüber schrieben. Im deutschsprachigen Gebiet wurde das Spiel und auch das Brett «Schachzabel» genannt. Konrad vom Ammenhausen war ein Benediktinermönch in Stein am Rhein, der in der ersten Hälfte des 14. Jh. lebte. Bekannt wurde er durch sein 1337 vollendetes „Schachzabelbuch“ – eine deutschsprachige Reimfassung des Werkes, das vor 1330 in lateinischer Sprache von Jacobus de Cessolis, einem Dominikanermönch aus der Lombardei, verfasst wurde. Diese «Schachzabelbücher» sahen in den Figuren vor allem ein Abbild der Gesellschaft. Entscheidend ist, dass die «Edlen Figuren» (König, Königin etc.) allein nichts ausrichten können und auf die Mithilfe der «Gemeinen Figuren» (Bauern) angewiesen sind. Diese «Bauern» werden sogar verschiedenen Berufen zugeordnet, wie zum Beispiel: Schmied, Kaufmann etc. Konrad von Ammenhausen hat in seinem «Schachzabelbuch» jede Figur mit seiner Position auf dem Brett und seinem Stand oder Beruf beschrieben. Über den Sinn des Spiels schreibt Konrad im 1. Teil: Dieser Sinn besteht in der Belehrung des Königs, der Bekämpfung des Müssiggangs und der Befriedigung der menschlichen Sucht nach Neuem. Diese Betrachtungen von Konrad von Ammenhausen liegen unserem «Lebend-Schach» zu Grunde. Aus www.mittelalterspectaculum.ch/volkstheater.htm
2014
Chrüüzfaart
Wir befinden uns in der Zeit kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges. Eine illustre Gesellschaft mit Rang und Namen sticht auf dem Ozeandampfer Gloria N. in See.
Mit an Bord ist Herr Orlando, ein italienischer Journalist, der die Leute vorstellt und die Geschehnisse auf dem Schiff kommentiert. Der Grund der Reise ist eine Seebestattung. Die Asche von Edmea Tetua soll vor der Insel Erimo ins Meer gestreut werden. Edmea wurde dort auf der Insel geboren und war die grösste Operndiva aller Zeiten. Daher auch die feine Reisegesellschaft, bestehend aus einem Dirigenten, berühmten Opernsängern, bizarren Verehrern und skurrilen Opern-Appassionati aus aller Welt – sowie einer hochadligen Gesellschaft eines Grossherzogs, einer blinden Prinzessin, eines Premierministers und eines rasputinartigen Polizeichefs – alles Repräsentanten der österreich-ungarischen Monarchie. Eines Nachts werden serbische Bürger aufgenommen, die in kleinen Booten Richtung Italien fliehen wollten. Sie werden allerdings als Sicherheitsrisiko betrachtet und von der Reisegesellschaft getrennt untergebracht, und dann kommt, was kommen muss und doch anders, als man denkt...