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Bei der Grippe handelt es sich um einen hochansteckenden viralen Infekt. Eine Impfung kann dagegen einen wirksamen Schutz bieten.
An der echten Grippe, der sogenannten Influenza, können grundsätzlich alle erkranken. Hervorgerufen wird die Infektionskrankheit durch Influenza-A- und Influenza-B-Viren. Diese schädigendie Schleimhaut der Atemwege und beeinträchtigen die Abwehrkräfte. Die Grippe darf nicht mit einer Erkältung verwechselt werden (siehe Infobox). Influenzaviren sind hochansteckend und werden beim Niesen, Husten oder Sprechen via Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Ansteckung kann auch über Hände oder Gegenstände erfolgen, die sogenannte Schmierinfektion. Die Viren zirkulieren vor allem in der kalten Jahreszeit: In der Schweiz steigen die Grippeinfektionen jeweils um den Jahreswechsel stark an und erreichen ihren Höhepunkt häufig Anfang Februar. Bis Mitte März nehmen sie dann wieder ab. Aufgrund der Massnahmen während der Covid-19-Pandemie trat die letzte Grippewelle mit Verzögerung im März und April auf.
Klassischer Verlauf einer Grippe
Die ersten Symptome einer Grippe sind Abgeschlagenheit, rasch ansteigendes Fieber, Schüttelfrost, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, gefolgt von Appetitlosigkeit und manchmal Schwindelgefühl. Häufig wird auch über Augenbeschwerden, speziell beim Blick zur Seite, Lichtscheue sowie Tränenfluss und Augenbrennen berichtet. Das Fieber steigt in den ersten zwölf Stunden rasch auf über 38 Grad an und kann bis über 40 Grad gehen. Die Fieberphase dauert in der Regel drei Tage, kann sich allerdings auf acht Tage ausdehnen. Die Einnahme von fiebersenkenden Mitteln helfen beim Abklingen wiederkehrender Fieberschübe. Im Verlauf einer Erkrankung können sich trockener Husten, Halsweh, Heiserkeit und die laufende Nase verstärken. Insbesondere die Kinder sind von Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall betroffen. Bis zur vollständigen Erholung dauert es 7 bis 14 Tage, in manchen Fällen erstreckt sich die Genesungsphase über mehrere Wochen. Das Risiko einer influenzabedingten Komplikation besteht in jedem Fall, bei bestimmten Risikogruppen ist es jedoch deutlich erhöht. Am häufigsten treten Stirnhöhlen-, Lungen- und Mittelohrentzündungen, Bronchitis und Pseudokrupp (Infektion der Atemwege) auf.
Grippe behandeln
Sobald die Grippewelle anrollt oder das nahe Umfeld erkältet ist, empfiehlt es sich, das Immunsystem mit hoch dosiertem Vitamin C, Zink und Präparaten aus Echinacea (Sonnenhut) zu unterstützen. Kommt es zu einer Erkrankung, soll primär das behandelt werden, worunter Betroffene am meisten leiden. Für den stark geschwächten Körper sind Bettruhe und Erholung die wichtigsten Massnahmen. Eine Grippe kann nicht mit Antibiotika therapiert werden, denn diese wirken ausschliesslich gegen Bakterien, nicht aber gegen Viren. Entsteht neben der Grippe allerdings eine sogenannte Superinfektion, wie etwa eine bakteriell bedingte Lungenentzündung, ist der Einsatz von Antibiotika nötig.
Die Grippeimpfung
Da die Influenzaviren von Jahr zu Jahr mutieren, muss auch die Grippeimpfung jährlich angepasst werden. Bereits im Frühjahr gibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine erste Einschätzung ab, welche Viren im darauffolgenden Winter zirkulieren könnten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln auf dieser Basis den Impfstoff. Als idealer Impfzeitpunkt gilt die Zeit zwischen Mitte Oktober und Mitte Dezember, der Schutz tritt nach 7 bis 14 Tagen ein und hält 4 bis 6 Monate an. Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) senkt die Grippeimpfung das Risiko deutlich, an Influenza zu erkranken und schwere Verläufe zu entwickeln. Viren verfügen über charakteristische Eiweisse, damit schleusen sie sich in Zellen ein und können sich dort vermehren. Mit der Impfung wird versucht, diese Eigenschaften bestmöglich nachzubauen. Dem Körper werden durch die Grippeimpfung mögliche Virusvarianten präsentiert. Als Reaktion bildet er Antikörper, welche die Grippeviren bei einem Eintritt erkennen, zieht so Parallelen zu den «präsentierten» Virusvarianten und wehrt sie ab. Dieser Prozess kann eine Infektion verhindern. Je nachdem wie präzise die Impfung auf die saisonalen Erreger abgestimmt werden konnte, desto besser ist ihr Schutz. Die Fachpersonen in der Apotheke beraten umfassend und individuell zur Grippeimpfung.
Wer soll sich impfen lassen?
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt die Grippeimpfung für:
- Über 65-Jährige
- Schwangere und Frauen, die in den letzten vier Wochen entbunden haben*
- Frühgeborene (vor der 33. Schwangerschaftswoche oder mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1'500 Gramm) ab dem Alter von sechs Monaten für die ersten zwei Winter nach der Geburt*
- Menschen mit chronischen Erkrankungen (ab dem Alter von sechs Monaten)
- Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen
- Gesundheits- und Pflegefachpersonal
- Mitarbeitende von Kinderkrippen, Tagesstätten sowie Alters- und Pflegeheimen
- Personen, die privat regelmässigen Kontakt mit Menschen aus diesen Personengruppen haben
- Die Grippeimpfung kann auch für alle Personen in Betracht gezogen werden, die ihr Risiko für eine Grippe aus privaten und/oder beruflichen Gründen vermindern möchten.
* Impfung erfolgt durch eine Ärztin oder einen Arzt.
Simone Nussbaumer
Eidg. dipl. Apothekerin und Co-Betriebsleiterin
Wie läuft die Grippeimpfung in der Apotheke ab?
In der Apotheke steht uns für Impfungen ein diskreter Beratungsraum zur Verfügung. Vor der Impfung wird alles desinfiziert und das Material bereitgestellt. Mit der Person, die geimpft werden möchte, gehen wir den offiziellen Fragebogen durch und beantworten offene Fragen, abschliessend gibt sie mit einer Unterschrift ihr Einverständnis zur Impfung. Die Impfung tragen wir ins Impfbüchlein ein.
Wie kann man den Körper zusätzlich unterstützen?
Wir bieten unseren Kundinnen und Kunden diverse Möglichkeiten, ihre Abwehr zu stärken. Neben den genannten Vitamin-C-, Zink- und Echinacea-Präparaten stellen wir individuelle spagyrische Mischungen zur Unterstützung des Immunsystems her.
Ist es möglich, andere Impfungen gleichzeitig durchzuführen?
Ja, es ist möglich, zwei Impfungen gleichzeitig durchzuführen, entweder etwas versetzt an einem Arm oder aufgeteilt auf beide Arme.
Nationaler Grippeimpftag
Am 25. November 2022 kann man sich in teilnehmenden Arztpraxen und Apotheken zum Spezialpreis von CHF 30.– impfen lassen. Ausserhalb des Grippeimpftags beträgt der Normalpreis der Grippeimpfung CHF 39.–. Erfahren Sie mehr!
Lassen Sie sich in einer der nachfolgenden Apotheken gegen die saisonale Grippe impfen
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