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Es muss ja nicht zwingend gut kommen, wenn Söhne in die grossen Fussstapfen ihrer Väter treten. Des Öftern kann der Nachwuchs dem Renommee eines erfolgreichen Elternteils nicht gerecht werden, zerbricht an der Erwartungshaltung.
Seit 10 Jahren in der Formel 1
Auch als Nico Rosberg vor mittlerweile 10 Jahren in die Formel 1 kam, tat er dies mit der Bürde eines grossen Namens auf dem Rücken. Vater Keke Rosberg war eine Legende der Formel 1, holte 1982 unter finnischer Flagge den Weltmeistertitel (mit nur 1 GP-Sieg). Rund zweieinhalb Jahre später kam Sohn Nico zur Welt – und die «Benzin-Karriere» war vorgezeichnet.
Ich vergleiche mich nicht mit meinem Vater und konzentriere mich auf mich selbst.
Früh startete der Sprössling ebenfalls mit einer Motorsport-Karriere, kam via Kart-Meisterschaften und GP2 2006 in die Formel 1. Dort zerriss Rosberg zunächst keine grossen Stricke, belegte in seinen ersten 4 Saisons auf Williams die WM-Ränge 17, 9, 13 und 7. Ganze 2 Podestplätze schauten in diesen 4 Jahren heraus. Zum Verhältnis mit dem berühmten Keke Rosberg sagt Nico: «Ich bin stolz darauf, was mein Vater erreicht hat. Aber ich vergleiche mich nicht mit ihm und konzentriere mich auf mich selbst.»
An der Seite des grossen Schumi
2010 folgte der Wechsel zum grossen Mercedes-Team, wo er zunächst Michael Schumacher als Teamkollegen erhielt. Die Aufmerksamkeit gehörte selbstredend dem grossen Champion, Rosberg konnte in Ruhe vom Meister lernen und seine Karriere vorantreiben. 2012 fuhr er in China den ersten GP-Sieg heraus, mit dem WM-Titel hatte Rosberg aber auch in seinen ersten 4 Jahren unter dem Mercedes-Stern nichts zu tun.
Ein unschlagbares Team
Dies änderte sich 2014 mit der Änderung des Motorenreglements schlagartig. Mit den neuen V6-Turbo-Motoren war Mercedes mit dem Fahrerduo Lewis Hamilton/Nico Rosberg die überlegene Nummer 1 geworden, das Duo war praktisch unschlagbar und reihte Doppelsieg an Doppelsieg.
Ich habe grossen Respekt vor ihm, aber derzeit sind wir nicht die besten Freunde.
Die Lorbeeren holte sich 2014 und 2015 jedoch noch der Brite Hamilton ab – jeweils vor Teamkollege Rosberg. Nicht immer verliefen die Duelle zwischen den beiden Sterne-Stars reibungslos, die Spannungen im Stuttgarter Team nahmen zu. Im Juli sagte Rosberg über den Briten: «Ich habe grossen Respekt vor ihm, aber derzeit sind wir nicht die besten Freunde.»
Die Geduld zahlt sich aus
Doch der druckerfahrene Nico Rosberg meisterte auch diese Herausforderung. Der Deutsche legte den Grundstein zu seinem ersten WM-Titel mit einem glänzenden Saisonstart und 4 Siegen in Serie, liess sich auch durch eine Erfolgsserie von Teamkollege und Rivale Hamilton nicht nervös machen. In Abu Dhabi hat Rosberg seine Karriere definitiv gekrönt.
Nico Rosberg und der lange Weg zum WM-Titel
Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 27.11.2016, 13:30 Uhr