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Johann Franz Demess wird am 14. März 1633 in Zug als Sohn des Tuchhändlers Michael Müöslin und der Anna Letter geboren. Der für deutsche Zungen schwierige Namen wird in den Ordenskatalogen der Jesuiten zu Demehs und dann zu Demess umbenannt. Er geht ins Gymnasium der Jesuiten in Luzern und tritt 1650 ins Noviziat am Kolleg Landsberg ein. In Ingolstadt studiert er 1653−1656 Philosophie, macht das Magisterium zuerst in Konstanz, und dann 1658 und 1659, als Lehrer der Humanoria,[1] in Luzern. Theologie studiert er 1659−1661 in Dillingen und München. In Freising wird er 1661 zum Priester geweiht. Er geht dann als Professor der Humanoria nach Feldkirch. Sein Tertiatsjahr[2] absolviert er in Ebersberg und unterrichtet dann 1663−1665 die Humanoria in Innsbruck. 1665−1671 unterrichtet er in Rottweil und kommt 1671 nach Solothurn, wo er 1676–1679 den Bau des Kollegiums leitet. Er wird in den Akten als «consultor minister operaii» bezeichnet. 1678 bis 1682 ist er Superior im Priorat St. Morand bei Altkirch im Elsass. Das im Bistum Basel gelegene Cluniazenserpriorat ist 1615 an die Jesuiten übertragen worden. Von hier aus betreut er die Barockisierung der Jesuitenkirche in Pruntrut (1678–1680), trifft sich mit Br. Heinrich Mayer 1671 in Solothurn für die ersten Planungen zur neuen Jesuitenkirche und plant für Arlesheim 1679–1680 den neuen Dom. Er nimmt dabei die soeben von Br. Heinrich Mayer erstellte Jesuitenkirche von Luzern zum Vorbild. 1682–1686 kehrt Franz Demess als Rektor und «procurator fabricae» nach Solothurn zurück. Von 1686–1694 ist er im Kolleg von Freiburg im Breisgau und 1694 wieder in Solothurn, wo er am 3. Oktober 1695 stirbt.
Der Lebenslauf dieses Jesuitenpaters und Liebhaberarchitekten mit den vielen Stationen an den Kollegen der oberdeutschen Provinz ist nicht untypisch für die damaligen Ordensangehörigen. Wie der nur wenig ältere Jesuitenpater und Liebhaberarchitekt Christoph Vogler, der Planer der Jesuitenkirche von Luzern, zeigt auch Pater Johann Franz Demess, dass ein gut gebildeter Jesuit des 17. Jahrhunderts architektonische Problemstellungen analysieren und lösen kann.
Heyer, Hans Rudolf: War der Jesuitenpater Franz Demess der Architekt des Arlesheimer Dombezirks? Separatdruck aus: Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, ZAK 44, Seite 60-62, Zürich 1987.
Sommer-Ramer, Cécile: Kolleg Solothurn, in: Helvetia Sacra, Abteilung VII, Bern 1976.
[1] Die fünfte Klasse des Gymnasiums.
[2] Das sogenannte Dritte Probejahr nach Vollendung der Studien zur Vertiefung des religiös-asketischen Lebens.
|Pater Johann Franz Demess SJ (1633–1695)|
|Biografische Daten|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land|
|14. März 1633||Zug||Zug CH|
|Land 18.Jh.||Bistum 18.Jh.|
|Eidg. Stand Zug||Konstanz|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land|
|3. Oktober 1695||Solothurn||Solothurn CH|
|Land 18. Jh.||Bistum 18. Jh.|
|Eidg. Stand Solothurn||Lausanne|
|Kurzbiografie|
|Pater Franz Demess ist einer jener Jesuitenpatres des 17. Jahrhunderts, die sich als Liebhaberarchitekt der Baukunst annehmen und durch ihre Ausbildung den zeitgenössischen planenden Baumeistern überlegen sind. Noch vor seiner Tätigkeit in Solothurn, wo er die Bauleitung der Jesuitenkirche (von Br. Heinrich Mayer SJ geplant) übernimmt, baut er in Arlesheim die Domkirche nach dem Vorbild der Jesuitenkirche von Luzern.|