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1926
wird Pravoslav Sovak in der ostböhmischen Kleinstadt Vysoké Mýto geboren. Er wächst in einer kunstinteressierten Arztfamilie auf.
1930
zieht die Familie um nach Plzeň, eine Industriestadt in Westböhmen.
1939
Hitlers Einmarsch in die Tschechoslowakei – das Protektorat Böhmen und Mähren wird eingerichtet. Sovak wird das Studium an allen Gymnasien des Protektorats Böhmen verboten. Er arbeitet als Hilfsarbeiter in einem Kaolinwerk. Erste Zeichnungen und Holzschnitte.
1942
Sovak besucht eine Privatschule für Grafik und Design in Prag. Dann erhält er die Bewilligung für ein Studium an der Keramikfachschule von Bechyně, die er im Sommer 1944 abschliesst.
1943
Bekanntschaft mit dem Kunsthistoriker Vincenc Kramář. Sovak begeistert sich für dessen einmalige Sammlung zum Analytischen Kubismus.
1944
Ab Herbst Einsatz bei Befestigungsarbeiten in Ostmähren.
1945
Sovak absolviert im Sommer das Abitur in Prag und besucht die dortige Hochschule für Kunstgewerbe.
An der philosophischen Fakultät der Prager Karls-Universität hört er Vorlesungen über Philosophie, Ästhetik und Kunstgeschichte.
1946
Mit einem Zug, der Kriegsgefangene aus dem Osten zurücktransportiert, reist Sovak im Sommer nach Paris und per Autostopp quer durch Frankreich.
1947
übernimmt er an der Fakultät für Kunsterziehung der Palacký Universität in Olomouc eine Assistentenstelle.
1948
Vom Winter 1948 bis 1956 widmet sich Sovak wechselnden Tätigkeiten im Zusammenhang mit der politischen und kulturellen Entwicklung seines Landes. Er arbeitet am Bau von Staudämmen und Eisenhütten mit und als Bergwerksarbeiter. Zum Zeichnen kommt er anfangs selten.
1956
heiratet er Dr. phil. Hana Slavíková.
1957
zieht Sovak in das Prager Stadtviertel Smichov. In unmittelbarer Nähe seiner neuen Wohnung befindet sich die Kupferdruckerei Pegrassi. Sovak setzt sich intensiv mit den Möglichkeiten der Radierung auseinander.
1958
Reisen nach Venedig, Paris und Ägypten.
1959
Sovak stellt in Prag, Wien und Klagenfurt aus, darf aber aus der Tschechoslowakei nicht ausreisen.
«Er malt und radiert sein Thema: Die Stadt. Er malt sie auf seine eigene Art: anti-dekorativ und anti-impressionistisch. Zeichnerisch. Er schliesst am Anfang aus seinen Bildern bewusst die Farbe aus. Er malt nur in Grau. Alles muss die Linie tragen, und die Form. Er malt traurige und kühle Stadtlandschaften. Eine Welt, in der sich der Mensch verliert, verloren geht in Strassen, die nirgendwohin führen.» (Milan Kundera im Katalog zur Sovak-Ausstellung 1959 in Prag)
1960
Sovak arbeitet mit am Semafor-Theater, einer Prager Experimentier-Bühne. Mitarbeit an mehreren Filmen, für die er Kostüme und bildnerische Ausstattungen entwirft.
Er realisiert den Auftrag für ein Geschäftshaus am Wenzelsplatz ein großes Neonlichtspiel zu gestalten.
Reisen nach Moskau und Leningrad.
Sovak mit 8 Jahren auf einer Klassenfoto von 1934
Erste Künstleraktion: Strassenperformance in Pilsen, Februar 1946
Sovak in Moskau, 1960
1961
Seit 1961 macht Sovak neben schwarz-weissen auch farbige Blätter.
1963
Einzelausstellung im Kunstverein Kassel. Erste Ankäufe bedeutender öffentlicher Sammlungen (Kassel, Kopenhagen). Studienreisen nach Kassel, München, Köln, Hamburg und Kopenhagen.
1964–1966
zeigt er Arbeiten im Institute of Contemporary Art London, im Von der Heydt-Museum Wuppertal sowie im Stedelijk Museum Amsterdam. In Essen wird ihm der «Folkwang-Presse-Preis» verliehen.
Studium im Klee-Archiv in Bern. Bekanntschaft mit Mark Tobey.
Sovak erwirbt in Südböhmen eine alte Mühle, deren Umbau zum Atelier bis August 1968 dauert.
Das Atelier in der alten Mühle im Böhmerwald, 1966
1967
arbeitet Sovak längere Zeit in Kopenhagen mit dem dänischen Lithografen Sörensen zusammen. Ausstellungen in der dortigen Galerie Hybler sowie in der Overbeck-Gesellschaft (Lübeck).
Er erhält den ersten Preis bei der Triennale der farbigen Grafik in Grenchen (Schweiz).
1968
Prager Frühling. Sovak verlässt Böhmen. Während seiner Ausstellung im Museum Folkwang (Essen) lernt er im westfälischen Künstlerdorf Wamel bei Soest den Kupferdrucker Gert Schegulla kennen, mit dem er bis heute zusammenarbeitet.
1969
Übersiedlung in die Schweiz.
Ausstellung im Kunstgewerbemuseum Zürich, wo er im Anschluss für zwei Jahre Dozent ist.
1970
Ausstellung im Print Club in Philadelphia. Seitdem verbringt er regelmässig Zeit in New York, in Kalifornien und Arizona. Er bearbeitet und ergänzt die schon 1967 angefangenen Platten zum Themenkreis der «Mikrokosmen». Es entstehen die ersten Blätter für das 16-teilige Mappenwerk «Indirect Messages».
1971
Die Overbeck-Gesellschaft Lübeck zeigt im September seine Retrospektive. Teilnahme an den Ausstellungen «Kunst und Politik» in der Kunsthalle Basel, im Kunstverein Frankfurt und Karlsruhe.
1972
Die «Indirect Messages» werden im Dezember in der Rehn Gallery in New York erstmals ausgestellt und sogleich vom New Yorker Museum of Modern Art MoMA erworben. Beteiligung an der 36. Biennale von Venedig. Retrospektive im Kunstverein Mannheim.
1973
Im Herbst bereist Sovak wieder die Wüsten von Arizona, Utah und New Mexico, die ihn intensiv beschäftigen.
1974
Retrospektive mit Werkverzeichnis im Kölnischen Kunstverein. Ausstellung in der Galerie Kornfeld, Zürich.
1975
Professur für Freie Grafik an der Fachhochschule Köln für Kunst und Design. Retrospektive in der Galerie Schoeller, Düsseldorf.
1976–1977
Ausstellung in der Galerie Achim Moeller, London. Dort Beginn der Serie «Museums-Bilder». Preis der Biennale des Print Club Philadelphia. Ausstellung in der Galerie Staempfli, New York.
1978
Übersiedlung nach Hergiswil im Kanton Nidwalden.
Sovak mit seiner Frau in Venedig, 1978
Sovak im Atelier, Ende der 1980er Jahre
1980–1990
Ausstellungsbeteiligungen und Retrospektiven u.a. in New York (MoMA und Moeller Fine Art Gallery), Philadelphia (Associated American Artists und Dolan-Maxwell Gallery), Bonn (Galerie Pudelko), Kunstverein Mannheim sowie Paris (Galerie Atelier Lambert und FIAC)
1987
Einbürgerung in Hergiswil
1990
12. Dezember: Gründung Freundeskreis Pravoslav SOVAK in Emmetten
1992
Verleihung des «Johann-Melchior-Wyrsch-Preises».
1994
Retrospektive «Zeitstreit» im Kupferstichkabinett Berlin mit Katalog des grafischen Werkes (1958–1994).
1995
Grafische Retrospektive «Zeitgeist» in der National-Galerie in Prag (Œuvre-Katalog des grafischen Werkes von 1958–1994 in tschechischer Sprache.
1996
«Sovak. Gravures et dessins», Ausstellung im Pavillon des Arts, Les musées de la Ville de Paris.
1999
«Sovak. Arbeiten auf Papier – Eine Retrospektive», Graphische Sammlung Albertina, Wien.
2007–2008
Retrospektive im Leopold Hoesch-Museum Düren, im Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg, im Staatlichen Russischen Museum Sankt Petersburg. Im Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern wird sie mit Digitaldrucken aus jüngster Zeit, die zum ersten Mal ausgestellt werden, weiter aktualisiert und von einem Filmbeitrag des Künstlers begleitet.
Sovak im Druckatelier, 1993
Der Künstler am Arbeiten in Hergiswil, November 2011
Foto: Steffan Biffiger