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Im fremden Schloss (3: Wüste)
Küchen- und Gartenarbeit
Da verliess der Königssohn den Wald und ging über gebahnte und ungebahnte Wege immerzu, bis er zuletzt in eine grosse Stadt kam. Er kam an einen Königshof. Dort nahm ihn der Koch in Dienst und sagte, er könnte Holz und Wasser tragen und die Asche zusammenkehren. Einmal, als gerade kein anderer zur Hand war, hiess ihn der Koch die Speisen zur königlichen Tafel tragen, da er aber seine goldenen Haare nicht wollte sehen lassen, so behielt er sein Hütchen auf. Dem König war so etwas noch nicht vorgekommen, und er sprach: «Wenn du zur königlichen Tafel kommst, musst du deinen Hut abziehen!» – «Ach Herr,» antwortete er, «ich kann nicht, ich habe einen bösen Grind (Ausschlag) auf dem Kopf.» Da liess der König den Koch herbeirufen, schalt ihn und fragte, wie er einen solchen Jungen hätte in seinen Dienst nehmen können; er sollte ihn gleich fortjagen. Der Koch aber hatte Mitleid mit ihm und vertauschte ihn mit dem Gärtnerjungen.
Die Königstochter
Nun musste der Junge im Garten pflanzen und begiessen hacken und graben und Wind und böses Wetter über sich ergehen lassen. Einmal im Sommer, als er allein im Garten arbeitete, war der Tag so heiss, dass er sein Hütchen abnahm und die Luft ihn kühlen sollte.
Wie die Sonne auf das Haar schien, glitzte und blitzte es, dass die Strahlen in das Schlafzimmer der Königstochter fielen und sie aufsprang, um zu sehen, was da wäre. Da erblickte sie den Jungen und rief ihn an: «Junge, bring mir einen Blumenstrauss!» Er setzte in aller Eile sein Hütchen auf, brach wilde Feldblumen ab und band sie zusammen. Als er damit die Treppe hinaufstieg, begegnete ihm der Gärtner und sprach: «Wie kannst du der Königstochter einen Strauss von schlechten Blumen bringen? Geschwind hole andere und suche die schönsten und seltensten aus!» – «Ach nein,» antwortete der Junge, «die wilden riechen kräftiger und werden ihr besser gefallen.» Als er in ihr Zimmer kam, sprach die Königstochter: «Nimm dein Hütchen ab, es ziemt sich nicht, dass du ihn vor mir aufbehältst.» Er antwortete wieder: «Ich darf nicht, ich habe einen grindigen Kopf.» Sie griff aber nach dem Hütchen und zog es ab, da rollten seine goldenen Haare auf die Schultern herab, dass es prächtig anzusehen war. Er wollte fortspringen, aber sie hielt ihn am Arm und gab ihm eine Handvoll Dukaten. Er ging damit fort, achtete aber des Goldes nicht, sondern er brachte es dem Gärtner und sprach: «Ich schenke es deinen Kindern, die können damit spielen.» Den andern Tag rief ihm die Königstochter abermals zu, er sollte ihr einen Strauss Feldblumen bringen, und als er damit eintrat, grapschte sie gleich nach seinem Hütchen und wollte es ihm wegnehmen; aber er hielt es mit beiden Händen fest. Sie gab ihm wieder eine Handvoll Dukaten, aber er wollte sie nicht behalten und gab sie dem Gärtner zum Spielwerk für seine Kinder. Den dritten Tag ging’s nicht anders: Sie konnte ihm sein Hütchen nicht wegnehmen, und er wollte ihr Gold nicht.