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27.08.2021 |News
FDA stoppt Verkauf von 55‘000 aromatisierten E-Zigarettenprodukten
Die US-amerikanische Lebensmittelbehörde FDA (Food and Drugs Administration) hat am 26. August 2021 ein Vertriebsverbot für mehr als 55 000 aromatisierte Produkte im Bereich der elektronischen Zigaretten bekannt gegeben, da diese ein Gesundheitsrisiko für junge Menschen darstellen. In der Schweiz sind sämtliche dieser Produkte frei erhältlich, ohne jegliche Kontrolle hinsichtlich ihres chemischen Gehalts, ohne staatliche Beschränkung des Verkaufs an Minderjährige und ohne jegliche Besteuerung.
Bild: www.tobaccofreekids.org
Wie die FDA in einer Mitteilung schreibt, verhängte die Behörde ein Vertriebsverbot für gewisse elektronische Nikotinabgabesysteme (ENDS) mit der Begründung, dass sie eine Gefahr für die Gesundheit von Jugendlichen in den USA darstellten. Angesichts der Bedrohung der öffentlichen Gesundheit durch den gut dokumentierten, alarmierenden Konsum von aromatisierten ENDS unter Jugendlichen hat die Behörde die Anträge, die Gegenstand dieser Massnahme sind, geprüft, um festzustellen, ob es genügend wissenschaftliche Beweise für einen ausreichenden Nutzen für erwachsene Raucher gibt, der das Risiko für Jugendliche aufwiegen würde. Da solche Nachweise fehlten, sprach die FDA ein Vertriebsverbot aus.
Von den mehr als 55‘000 Produkten der drei Hersteller, die von der Entscheidung betroffen sind, dürfen nun jene Produkte, die noch nicht verkauft werden, nicht auf den Markt gebracht werden, und diejenigen, die bereits auf dem Markt sind, müssen zurückgezogen werden.
Anträge für mehr als 6.5 Millionen Produkte
Insgesamt hat die FDA Marktzulassungsanträge von über 500 Unternehmen erhalten, die mehr als schwindelerregende 6,5 Millionen Nikotinprodukte betreffen. Obwohl die Behörde bereits andere negative Bescheide für einige Anträge ausgestellt hat, ist dies die erste Reihe von Verboten für entsprechende Produkte. Der Marktführer Juul ist nicht betroffen. Jedoch werden die Anträge für die übrigen Produkte weiterhin geprüft. Die Behörde ist laut Mitteilung bestrebt, den gegenwärtigen Markt so zu gestalten, dass alle für den Verkauf verfügbaren ENDS-Produkte nachweislich "für den Schutz der öffentlichen Gesundheit geeignet" sind.
Bedeutender Schritt
Obwohl ENDS oft als Hilfsmittel zur Rauchentwöhnung für Erwachsene vermarktet werden, schlagen Gesundheitsexperten schon seit Jahren Alarm wegen eines besorgniserregenden Anstiegs des Konsums bei Kindern und Jugendlichen. In den USA ist der Verkauf von E-Zigaretten zwischen November 2016 und August 2019 um fast 300 % gestiegen, so die US Centers for Disease Control and Prevention. Fast 20 % der High-School-Schüler gaben an, im Jahr 2020 E-Zigaretten zu verwendet zu haben. Ein Verbot des Verkaufs aller aromatisierten Tabak- oder Nikotinerzeugnisse - einschliesslich aromatisierter E-Zigaretten, Mentholzigaretten und aromatisierter Zigarren - ist von entscheidender Bedeutung, um die E-Zigaretten-Epidemie unter Jugendlichen zu stoppen und die erste tabakfreie Generation zu schaffen.
Denn die Tabak- und Nikotindustrie hat eine lange Tradition darin, Kinder mit aromatisierten Produkten anzusprechen, und es gibt eindeutige Beweise dafür, dass Aromen eine Schlüsselrolle beim Einstieg und dem weiteren Konsum von Tabak- und Nikotinprodukten durch Jugendliche spielen.
Weitere Links:
Zur E-Zigaretten-Epidemie unter Jugendlichen: https://www.tobaccofreekids.org/what-we-do/us/flavored-tobacco-products