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Bis 1798 Kastlanei, 1798-1802 Distrikt im helvet. Kt. Wallis, 1802-10 Zenden der Republik Wallis, ab 1810 Kanton M. im franz. Dep. Simplon, 1815-48 Zenden bzw. seit 1848 Bez. im Kt. Wallis. Die bereits im 13. Jh. nachgewiesene Kastlanei M., die zum Besitz des Bf. von Sitten gehörte, war zwischen dem Territorium der Gf. von Savoyen und jenem des Klosters Saint-Maurice eingeschlossen. Sie umfasste mehrere Dörfer oder Viertel: La Ville, Le Bourg, Ravoire, La Fontaine, Les Rappes, Le Fays, Le Brocard, Trient, La Bâtiaz, Ottan und ab 1324 Charrat. Der Bischof übergab die Verwaltung einem Kastlan und einem Viztum, die von einem Weibel unterstützt wurden. Der vom Bischof ernannte Kastlan besass die Gerichtsbarkeit in polit., rechtl. und militär. Angelegenheiten; 1233 wird er erstmals erwähnt. Er residierte im Turm von La Bâtiaz. Der Viztum, dessen Amt erblich war, verwaltete die Güter und amtierte als Richter während der Gerichtsversammlungen (plaids) im Mai und Oktober. Seinen Sitz hatte er in Les Rappes, später in La Vidondée oberhalb von M.-Croix. Das Vizedominat lag bis um 1450 in den Händen der Fam. de M., wurde dann 1450-1525 von der Dynastie der Exchampéry, 1526-1798 von den de Monthéolo bzw. de Montheys ausgeübt.
Ausser Ottan waren alle Dörfer der Kastlanei in der freien Grossgemeinde M. vereinigt, wobei jedes Viertel von einem Syndic geleitet wurde. Häufige und lang anhaltende Konflikte militär. und rechtl. Art zwischen den Gf. von Savoyen und den Bf. von Sitten nährten das Misstrauen der Bewohner gegenüber dem Bischof, dem es nicht gelang, sie vor feindl. Überfällen zu beschützen. 1351 stellte sich die Kastlanei M. unter den Schutz des Gf. von Savoyen. Mit der Eroberung des Unterwallis durch die Zenden 1475 ging sie wieder an den Bischof. Als Kastlane setzte er Angehörige von Oberwalliser Fam. ein, die einen grösseren Einfluss hatten als die Viztume. Deren Macht ging faktisch in die Hände ihrer Statthalter über, die aus reichen Bürgerfamilien von M. stammten und als Kaufleute und Notare wirkten.
Literatur
– P. Farquet, M., 1953
Autorin/Autor: Albano Hugon / AHB