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Type1-Font ist das meistgenutzte Font-Format in der Seitenbeschreibungssprache PostScript. Die PostScript-Fonts wurden 1984 eingeführt. Es können nur maximal 256 Zeichen pro Font genutzt werden. Der Zeichencode ist nicht standardisiert. Als Nachfolger hat Adobe (zusammen mit Microsoft) 1996 das OpenType-Format eingeführt. Dieses hat den Vorteil eines grösseren Zeichensatzes (> 65’000 Zeichen) und einen standardisierten Zeichencode (Unicode). Ausserdem sind OpenType-Fonts im Gegensatz zu Type1-Fonts plattformunabhängig.
Adobe hat nun bekannt gegeben, dass die Unterstützung von Type1-Fonts in den Anwendungen der Creative Cloud ab Januar 2023 beendet wird! (Bei Adobe PhotoShop endet der Type1-Support bereits 2021.)
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Das bedeutet, dass in bestehenden und neuen Dokumenten, Texte, die mit Type1-Fonts definiert sind, mit InDesign- und Illustrator-Updates, die ab Januar 2023 erscheinen, nicht mehr erstellt oder editiert sowie auch nicht angezeigt und gedruckt werden können. Ältere Programmversionen sind davon nicht betroffen. Also beim Updaten in 2023 mindestens eine ältere Version behalten!
Acrobat und PDF sind nicht betroffen. Da funktionieren Type1-Fonts weiterhin. In platzierte PDF-Seiten in InDesign oder Illustrator können weiterhin Type-1-Fonts enthalten.
Neuste Versionen von Creative Cloud Programmen zeigen Warnungen an, wenn Dokumente mit Type1-Fonts verwendet werden:
Dies passt aber nur mit den neusten Updates.
Gregor Fellenz hat ein kostenloses InDesign-Startup-Skript entwickelt, das entsprechende Warnungen auch mit älteren InDesign-Versionen ermöglicht:Adobe empfiehlt Type1-Fonts durch OpenType-Fonts zu ersetzen (siehe Liste der Adobe-Fonts). Dabei gibt es aber einige Stolpersteine:
- Für etliche Type1-Fonts gibt es keine OpenType-Version. Oft existiert der ursprüngliche Font-Hersteller gar nicht mehr. Man muss dann auf eine andere (ähnliche) Schrift ausweichen. CD/CI-Vorgaben und Verpackungen müssen angepasst werden. Bei Verpackungen (z.B. Pharma) müssen diese oft von den Regulierungsbehörden neu genehmigt werden.
- Oft sind Type1-Fonts bei der Konvertierung zu OpenType von den Schriftherstellern «verbessert» worden (z.B. angepasste Dickten, Unterschneidungen). Dadurch kann es zu neuen Trennungen und einem neuen Zeilenfall, zu Unter- oder (schlimmer) Übersatz kommen.
- Da die Zeichencodes von Zeichen mit Akzenten, Ligaturen, Sonderzeichen etc. in Type1 nicht standardisiert sind, kann es mit dem OpenType-Font zu Zeichentausch oder Verschwinden von Zeichen kommen.
- Falls Type1-Expert-Fonts (z.B. für Kapitälchen, Mediävalziffern, Sonderzeichen, etc.) eingesetzt wurden, wird die Umstellung besonders aufwändig, da in den Expert-Fonts diese speziellen Zeichen mangels anderer Möglichkeiten den Zeichencode eines normalen Zeichens verwenden (z.B. “A-Kapitälchen” verwendet den Code des “A”. Bei der Zuweisung eines OpenType-Fonts, der natürlich in den meisten Fällen Kapitälchen enthält (aber mit anderen Zeichencodes), gehen die Kapitälchen verloren und man muss diese neu mit einem Unicode definieren.
- Eine Konvertierung von Type1 zu OpenType durch Anwender (z.B. mit TransType 4 von FontLab) kann eventuell von der Lizenzvereinbarung untersagt sein.
Adobe hat diese Ankündigung bewusst zwei Jahre vorher veröffentlicht, damit die Anwender genügend Zeit für die Umstellung haben.
Nach der Umstellung von bestehenden Dokumenten mit Type1 auf OpenType ist eine gründliche Kontrolle notwendig. Dabei kann ein PDF-Dokumentvergleich (vor/nach Font-Umstellung) sehr hilfreich sein (z.B. mit Adobe Acrobat Pro, Callas pdfToolbox).