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Zuletzt war Klinsmann von 2011 bis 2016 Nationaltrainer in seiner Wahlheimat USA. Dieses Engagement endete nach Niederlagen in der WM-Qualifikation gegen Mexiko und Costa Rica vor exakt drei Jahren unehrenhaft. Den angerichteten Schaden konnte auch sein Nachfolger nicht beheben - die USA verpassten die WM in Russland.
Obwohl ein paar Jahre zuvor auch seine Zeit als Trainer von Bayern München im sportlichen Chaos und Misserfolg endete, wurde Klinsmann vor wenigen Wochen bei einzelnen Schweizer Medien als Nachfolger von Nationalcoach Vladimir Petkovic portiert. Diese Option ist nun wohl vom Tisch, auch wenn Klinsmann in Berlin nur bis Ende Saison einen Vertrag als Trainer unterschrieben hat.
Denn sein Engagement bei Hertha hat einen weiten zeitlichen Horizont. Anfang Monat war Klinsmann vom neuen Investor Lars Windhorst in den Aufsichtsrat berufen worden. Mit dem populären "Klinsi" will der schlafende Riese - oder auch die graue Maus - aus der Hauptstadt zu einem "Big City Club" werden, wie das Windhorst schon im Sommer erklärt hatte. Klinsmann soll die Hertha aus dem Dornröschenschlaf reissen und eine Euphorie entfachen, so wie 2006 mit Deutschland an der Heim-WM, als auf die Depression das Sommermärchen folgte.
Von einem Märchen ist die Hertha jetzt noch weit entfernt. Unter Klinsmanns Vorgänger Ante Covic taumelte sie zuletzt eher einem Albtraum entgegen. Vier Mal in Serie verlor die Hertha, am vergangenen Sonntag wurde sie vom Abstiegskandidaten Augsburg sogar 0:4 deklassiert. Derzeit sind die Berliner mit elf Punkten aus zwölf Spielen nur einen Rang über den Abstiegsplätzen klassiert. Klinsmann soll nun verhindern, was der Hertha 2010 und 2012 widerfuhr. Auf grosse Ankündigungen vor der Saison folgte jeweils der Abstieg.
(sda)