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10. – 13. Okt. Isfahan – Teheran
Die Provinz Isfahan liegt im Zentraliranischen Hochland. Im Südwesten grenzt sie an die Höhenkäme des Zagros-Gebirges, und im Nordosten geht sie über in die
Salz- und Geröllwüsten der Dasht-e Kavir. Der Zayandehrud-Fluss der vom Zardkuh-Gebirge kommt verdunstet östlich von Isfahan im grossen Ghavkhuni-Sumpfgebiet. Die Gegend ist sehr fruchtbar und es werden Getreide, Reis, Tabak, Baumwolle, Obst,
Gemüse und die berühmten Melonen, bei deren Anbau man früher Taubendung einsetzte, angebaut. Sie ist auch bekannt wegen ihrer Textil-, Oel- und Stahlindustrie.
In Isfahan leben etwa 2,5 Mio. Einwohner und es liegt auf 1575
m Höhe. Wegen der Lufttrockenheit sind die heissen Temperaturen erträglicher. Isfahan ist eine sehr schöne lebendige und wohlhabende Stadt. Es sind auch viele Touristen unterwegs. In den vielen kleinen Läden kann man die bekannten Teppiche,
Kupferwaren, Stoffdrucke, Miniatur-malereien, Emaille- und Holzeinlegearbeiten und andere traditionelle handwerkliche Erzeugnisse erstatten. Zu unserer Zeit hatten sie eine grosse Kultur- und Kunstaustellung mit Ständen aus allen Regionen Irans. Man konnte
den Handwerkern bei ihren Arbeiten zusehen. Ausserdem ist Isfahan auch Zentrum der iranischen Atomindustrie.
Besuch des armenischen Viertels. Shah Abbas I. siedelte Anfang des 17. Jhd. etwa 30‘000 christliche Armenier im Stadtteil
Julfa im Süden Isfahans an. Durch deren Verbindungen erreichte er, dass sich die internationalen Handelsbeziehungen verbesserten. Kurze Zeit nach ihrer Ankunft begannen die Armenier mit dem Bau verschiedener Kirchen, von denen die Vank-Kathedrale (Kelisa-ye
Vank) die grösste und bedeutendste blieb. Sie wurde 1663 fertiggestellt und auf vielen Bildtafeln wird die Geschichte der Christianisierung Armeniens durch St. Gregor den Erleuchter dargestellt. Das Museum nebenan zeigt die Geschichte der armenischen
Christen im Iran und ihre Verfolgung in der Türkei während des Ersten Weltkriegs.
Eine sehr schöne Gartenanlage in dem der Chehel-Sotun-Palast (40-Säulen-Palast) aus dem Jahre 1647 steht gefiel uns sehr. Ein 110 m langes Becken führt
auf den Palast zu, dem eine Terrasse mit zwanzig Säulen aus Zedernholz vorgelagert ist. Da sich diese Säulen im Wasser des Beckens spiegelten, entstand dieser Name.
Besichtigung des Grabbaus des Sufis Abu Abdollah Soqla mit den schwingenden
Minaretten. Diese wurden jetzt verstrebt, so dass sie nicht mehr schwingen können, ansonsten es zu gefährlich würde.
Jetzt aber ging es zum Imam-Platz (Meydan-e Imam). Dieser Platz wurde von Shah Abbas I. um 1602 angelegt. Mit 510 mal
160 m ist er nach Pekings Tiananmen-Platz der grösste und zugleich einer der schönsten Plätze. Im Bazar selber kann man wieder viele handgefertigte Handarbeitssachen kaufen. Wunderschöne Emailleteller, Vasen und Figuren. Vom Ali-Qapu-Palast
kann man den wunderschönen Platz am besten überblicken, früher sogar dem sehr beliebten Polo-Spiel zuschauen. Das Polo-Spiel wurde bereits im 6. Jhd. v.Chr. im Persien der Achämeniden gespielt.
Endlich gab es wieder
einmal einen freien Tag. Es wurde wieder geputzt, gewaschen, geschrieben, Fotos bearbeitet und gefaulenzt. Leider ist es immer noch mühsam über das Internet unsere Seite zu bearbeiten. Uebrigens haben wir uns mit zwei Schweizer aus der Nachbargemeinde
in Isfahan getroffen. Es gab viel Spannendes zu hören und zu berichten.
In einer ehemaligen Karawanserei (Hotel Abbasi) genossen wir ein leckeres Abendessen in schönster Umgebung. Anschliessend wurde es Zeit in die beleuchtete Stadt
zum Fotografieren zu fahren.
Wir starteten bei kühlem schönen Wetter. Auch hier fuhren wir wieder durch die Wüste Kavir. Ja, über 55 % sind Wüste und Steppe in diesem grossen Land. Schnell wurde es wärmer
und in der Ferne sahen wir auch schon wieder die schönen Bergzüge. Richtung Qom sollen nun die berüchtigten Nuklearfabriken stehen. Auch Abwehrraketenanlagen und Landebahnen hinter aufgeschütteten Hügeln. Das sahen wir aber alles nicht,
sondern
freuten uns sehr als wir wieder einmal Kamele sahen. Sonst gab es nur Blechkamele und Blechhirsche die den Wegrand säumten. Ueber die Mautpflichtige Autobahn ging‘s zügig voran. Die Gegend wurde Richtung Teheran wieder fruchtbarer
und wir waren froh nach 432 langen km auf dem Parkplatz des Khomeini-Shrines angekommen zu sein.
Führung durch die immer noch im Bau befindliche Anlage. Wir bekommen hier ein ganz anderes Bild von Shah Reza und Imam Khomeini. Die Tatsache, dass
der Shah an grossen Teilen seiner Bevölkerung vorbeiregierte und die Kultur und Religiosität seines Landes missachtete, rächte sich in der islamischen Revolution von 1979. Der Shah verliess das Land am 16. Januar 1979 nach Amerika. Es ist immer
wieder interessant die Geschichte von beiden Seiten zu hören um anschliessend alles besser zu verstehen.
Montag, 13. Oktober war grosser Feiertag für die Schiiten. Ali ibn Abi Talib wurde im Jahre 656 muslimischer Führer.
Für die Schiiten war er nicht nur Kalif, also Nachfolger des Propheten, sondern auch Imam, nämlich göttlich geweihtes Oberhaupt der Schiiten. Ein Grund hierfür war, dass er nach Meinung der Schiiten von Prohpet Mohammed kurz vor seinem
Tod in dem Ort Ghadir al-Khum zum Nachfolger ernannt worden war. Diese Nachfolge-Verkündung geschah am 18. Dhul-Hijjah des arabischen Kalenders und wird als hoher Feiertag begangen. Er wurde nach seiner Ermordung im Jahre 661 in Najaf/Irak beerdigt. Seine
Grabmoschee ist ein wichtiger Wallfahrtsort.
Nun wieder zu uns. Die Stadtbesichtigung viel etwas mager aus, weil alles geschlossen war.
Dafür kamen wir mit dem Bus überall gut durch, denn sonst ist die Stadt berüchtigt
für ihre Staus und Smog. Teheran liegt in 1100 bis 1700 m Höhe an den Südabhängen des Elburz-Gebirges. Die Stadt selber hat etwa 7 Mio. und mit der näheren Umgebung 15 Mio. Einwohner. Teheran hat viele Parkanlagen und die meisten freien
Flächen wurden aufgeforstet. Die wohlhabenderen Einwohner zogen alle in den Norden der Stadt, wohnen in Residenzen oder Hochhauskomplexen. 1999 startete die Metro, das Teheraner S- und U-Bahnsystem. Auch gibt es viele Taxis, private PKW und Busse die
den Transport ermöglichen.
Besuch der Saadabad-Palastanlage. Es war die erste Sommerresidenz der qajarischen Könige. Nach einigen Erweiterungen wurde sie seit den 1920ern von Reza Shah Pahlavi und seinem Sohn Mohammed Reza, dem
letzten Shah, benützt. Auf der grossen Parkanlage stehen achtzehn Paläste, die teilweise in Museen umgewandelt wurden. Besichtigung des grünen Palastes. Er wurde 1928 fertiggestellt. Die exquisite Innenausstattung der Shah-Zeit ist erhalten
geblieben. In seinem Spiegelsaal liegt ein sehr fein geknüpfter Teppich von 70 Quadratmetern, und die Wände sind mit Spiegelfacetten und prächtigem Stuckdekor verziert. Und was sehen wir da…. Fellerschalter- und Abzweigdosen aus der Schweiz.
Auf dem 435 Meter hohen Milad-Turm, dem neuen Wahrzeichen Teherans welches im Herbst 2008 fertiggestellt wurde, tranken wir einen Kaffee. Das geniessen wir natürlich sehr, denn meine Kaffeemaschine ist entsorgt und der Kaffeevorrat alle.
Es nieselte etwas und darum war die Aussicht nicht so gut.
Den letzten Besuch machten wir im Golestan-Palast. Er war Regierungssitz der qajarischen Könige und zeichnet sich durch seine für die damalige Zeit typischen Paläste
in „neo-barockem“ Stil aus. Der Baubeginn geht auf Shah Abbas I. ab 1588 zurück. Karim Khan Zand liess die Anlage erweitern und von den qajarischen Königen wurde sie fertiggestellt. Die letzten Krönungen, die hier stattfanden, waren
die von Reza Shah Pahlavi 1925 im Marmorthronpalast und von Mohammad Reza Shah 1967 in der Museumshalle des Empfangsgebäudes. Zur Anlage gehören Gärten mit Rosen, Platanen, Springbrunnen und Wasserläufen. Vor dem Besuch des Empfangspalastes
mussten wir uns etwas gedulden weil der vietnamesische Aussenminister auf Visite war.
Jetzt standen wir vor der ehemaligen amerikanischen Botschaft. Hier wurde am 19. Nov. 1979 das Botschaftspersonal von revolutionären Studenten gefangengenommen.
Da der Shah Mohammed Reza im Oktober 1979 in die USA eingereist war, wurde von der iranischen Führung seine Auslieferung gefordert. Die amerikanische Regierung teilte mit, dass man ihn wegen der Behandlung seines schweren Krebsleidens einreisen liess
und weigerte sich ihn auszuliefern. Daraufhin stürmten 400 Studenten die Botschaft. Zwei Tage später trat die damalige nicht-klerikale iranische Regierung unter Ministerpräsident Bazargan aus Protest zurück, da sie die Gefangenenahme ablehnte.
Insgesamt befanden sich 52 Amerikaner in der Gewalt der Geiselnehmer. Eine schlecht geplante amerikanische Befreiungsaktion scheiterte im April 1980 in der Wüste bei Tabas. Nach dem Tod des Shahs wurden vom neugewählten Präsidenten Reagan wesentliche
Forderungen des Revolutionsrats erfüllt und iranische Vermögen in den USA freigegeben. So durften die Geiseln nach 444 Tagen Haft das Land verlassen.
Zum Abschluss feierten wir noch ein SeaBridge-Essen mit einer anderen Gruppe
zusammen. Diese wollen anschliessend auf dem Landweg Richtung Singapur fahren. Was für ein Abenteuer. Barbara ich darf dir noch Grüsse von Hans und Ute ausrichten, die diese Tour fahren.
Es wird Zeit aus den Städten hinauszufahren.
Obwohl die Geschichte hochinteressant und die Architektur beeindruckend ist, lieben wir die Begegnungen mit den liebenswürdigen Menschen auf dem Land und die vielfältige Natur doch viel mehr.