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Die ehemalige Spitzentennisspielerin Peng Shuai verschwand, nachdem sie Anfang November einen führenden chinesischen Politiker beschuldigt hatte, sie sexuell missbraucht zu haben. Seither sind Fotos und Videos aufgetaucht, welche die Tennisspielerin zeigen sollen. Doch nach Frankreich und den USA hat nun auch die britische Regierung China aufgefordert, «nachprüfbare Beweise» für die «Sicherheit und den Verbleib» der chinesischen Tennisspielerin Peng Shuai zu liefern. «Wir sind extrem besorgt über das Verschwinden von Peng Shuai und verfolgen die Angelegenheit genau», erklärte das britische Aussenministerium am Samstag in London. Zugleich betonte es das Recht, sich frei zu äussern.
Chinas Staatsmedien brachten ein Video in Umlauf, in dem angeblich die als verschwunden geltende Peng Shuai zu sehen ist. Auf Twitter veröffentlichte Hu Xijin, Chefredaktor der Staatszeitung «Global Times», einen kurzen Clip, der Peng Shuai bei der Eröffnung eines Jugend-Tennisturniers am Sonntag in Peking zeigen soll.
Zu sehen ist, wie sie zusammen mit anderen Gästen namentlich aufgerufen und vom Publikum mit Applaus begrüsst wird. Sie winkt und lächelt kurz, ergreift aber nicht selbst das Wort.
Bereits am Freitagabend hatte das chinesische Staatsfernsehen auf Twitter angeblich aktuelle Fotos des Tennisstars verbreitet, die sie angeblich in ihrer eigenen Wohnung zeigen. Gepostet wurden die Aufnahmen vom chinesischen Journalisten Shen Shiwei – einem internationaler Redakteur und Kolumnisten des staatlichen chinesischen Senders CGTN.
Ob die Fotos echt sind und von welchem Datum sie stammen, liess sich bis jetzt nicht herausfinden. Eine entsprechende Anfrage der französischen Nachrichtenagentur AFP zur Echtheit der Bilder ignorierte Shen Shiwei.
Am Samstag wurde dann – ebenfalls per Twitter – eine Videoaufnahme verbreitet, die Peng Shuai beim Abendessen mit Freunden in einem Pekinger Restaurant zeigen soll.
«Dieses Video alleine ist nicht ausreichend», hatte Steve Simon, Chef der internationale Damentennis-Organisation WTA, den Restaurant-Clip kommentiert. «Während es positiv ist, sie zu sehen, bleibt es unklar, ob Peng Shuai frei ist und ihre eigenen Entscheidungen treffen kann.»
Es werde damit nicht klar, ob sie ohne Zwang handeln könne. Er sorge sich weiterhin um ihre Gesundheit und Sicherheit und darüber, dass ihr Vorwurf eines sexuellen Übergriffs offensichtlich zensiert werde, sagte Simon. Wegen der Affäre droht die WTA mit dem kompletten Rückzug der Tennis-Tour aus China.
Zahlreiche Tennisstars sind besorgt über ihr Schicksal und teilen in den sozialen Medien den Hashtag #WhereIsPengShuai. Auch Roger Federer drückte seine Bestürzung über das Verschwinden der chinesischen Tennisspielerin Peng Shuai aus. «Diese Nachrichten sind schon sehr beunruhigend. Ich hoffe, sie ist sicher. Die Tennisfamilie steht zusammen», sagte der Basler bei Sky Italia. «Ich hoffe sehr, dass es ihr gut geht.» Er hoffe, dass man bald etwas von der 35-Jährigen hören werde. Selbst das Weisse Haus unter US-Präsident Joe Biden äusserte sich «zutiefst besorgt». (abu/saw/sda/dpa)
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