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Vielleicht waren es insgesamt sogar über 300. Sie stritten darüber, ob Jesus nun ein Gott oder ein Mensch war. Oder am Ende gar beides? Und wenn seine Beziehung zu Gottvater geklärt war, wie sah es dann mit seinem Verhältnis zum Heiligen Geist aus. Die Lehre von der Dreifaltigkeit war eine gewaltige theologische Knacknuss. Und sie ist es bis heute geblieben.
Der Theologe Arius (ca. 260–327) war überzeugt, dass Jesus kein Gott sein konnte, dass es also keine Wesensgleichheit zwischen ihm und Gottvater geben könne. Arius argumentierte: Eine Dreifaltigkeit, in der Gottvater, Jesus Christus und der Heilige Geist sich «auf Augenhöhe» begegnen, widerspreche dem Monotheismus, also dem Glauben an einen einzigen Gott. Kurz: Die Dreifaltigkeitsvorstellung sei Vielgötterei und damit eine Irrlehre.
Arius und seine Anhänger sollten beim Konzil von Nicäa unterliegen. Das erste Konzil der Kirchengeschichte formulierte ein nachhaltig bindendes Bekenntnis, das den Arianismus als verdammenswert, als Irrlehre bezeichnete. Die Schlüsselstelle zur Natur von Jesus lautete: «gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater». Ebenso gleichrangig wurde der Heilige Geist beschrieben.
Obwohl die grosse Mehrheit der Bischöfe und Kleriker aus dem Osten des Römischen Reiches stammte und nur ein paar wenige aus dem Westen, wird das Konzil von Nicäa als das erste ökumenische Konzil bezeichnet. Nicäa liegt heute in der Türkei. Aus Byzantium wurde wenige Jahre nach dem Konzil Konstantinopel und 1453 nach der Eroberung durch die Osmanen wurde die Stadt Istanbul genannt.