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1978
In die Öffentlichkeit!
Auftritte, Pressebericht
Max Krieg zu Tätigkeiten im entscheidenden Jahr 1978:
"1978 war durch die Teilnahme mehrerer Mütter an der berühmten Telearena geprägt. Gespräche, Nachfragen, die Bitten um Trost und Aufklärung wuchsen und sind in der umfangreichen Korrespondenz niedergelegt. Meine Mutter entwickelte ein Beziehungsnetz zu Pfarrherren, Zeitungen und Medien. An der Boldern-Tagung war sie wiederum präsent, ein bedeutendes Ereignis.
Anfragen für Referate von Frauenvereinen, Jugendgruppen, von Homosexuellen Arbeitsgruppen wie der HAB, Bern und HABS, Basel (ab 1979 auch der HALU, Luzern) folgten und zum Höhepunkt wurde eine Tagung im Gottlieb Duttweiler-Institut in Rüschlikon (ZH).
Regelmässig traf sich die Kerngruppe [...], legte Ziele fest und veröffentlichte den jährlichen Tätigkeitsbericht. Sie schrieben gemeinsam Leserbriefe, reagierten auf Zeitungsberichte [...] wo immer es erforderlich war."
So kam es, als Beispiel, zu einem längeren Artikel im Zürcher Tages-Anzeiger verfasst von Felix Thurner unter dem Titel "Für die Eltern von Homosexuellen".1 Daraus einige Passagen:
"Seit ihrem Auftreten in der Telearena-Sendung im April weiss im kleinen Dorf Kappel [Kanton Solothurn] jeder, dass sie um Verständnis für die Homosexuellen wirbt - und dass sie in eigener Sache redet, wenn sie den Eltern begreiflich machen will, Homosexuelle seien genau so Söhne und Töchter und seien vielleicht noch mehr als andere auf das Eingehen auf ihre spezielle Situation angewiesen. Was nicht selbstverständlich ist [...]: Irma Krieg darf sich in Kappel überall zeigen, in ihrem Dorf hat sie nicht unter Verfemung zu leiden. [...]
Mutter und Sohn sind gläubig, und für die Frau stellte sich die ernsthafte Frage, ob es überhaupt recht sei, sich für so etwas einzusetzen. Inzwischen wird sie auch von theologischer Seite in ihrem Engagement bestärkt. [...] Eine grosse Hilfe sind die diesem Thema gewidmeten Tagungen auf Boldern. [...]
Heute sind, über die ganze Schweiz verteilt, immerhin 25 Leute verfügbar, die sich als Ratgeber zur Verfügung halten. Die Arbeit der Kontaktstelle wird dadurch erschwert, dass die Väter meist abseits stehen. Fast alle Mitarbeiterinnen können sich nicht öffentlich betätigen, weil ihr Ehemann sich das entweder verbittet oder weil sie dessen berufliche Position dadurch zu gefährden glauben. [...]"
Ernst Ostertag, Mai 2007
Quellenverweise
- 1
Tages-Anzeiger, 27. Juni 1978, Seite 39