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In der Schweiz beschweren sich alle über einen Fachkräftemangel. Lösungen dafür haben nur die wenigsten. Die BDP will die Numerus clausus wieder abschaffen (welche ihrer Ansicht nach für den akuten Ärztemangel verantwortlich ist), Linke tendieren dazu mehr Ausbildungsplätze an Spitälern usw. zur Verfügung zu stellen. Beides gute Ideen, welche bestimmt eine positive Wirkung hätten, doch komplett gelöst wird das Problem nicht.
Heute ist das Stipendien-Vergeben kantonal geregelt. Das heisst, sie bestimmen mehr oder weniger alleine, wer ein Stipendium bekommt und wie die Stipendien berechnet werden.
Dadurch ergeben sich teils massive Unterschiede sowohl beim Anteil der StipendienbezügerInnen als auch bei der Stipendienhöhe. Für Personen aus finanziell schlechter gestellten Familien wird es so sehr schwer eine Universität zu besuchen, wenn sie das Pech haben in dem "falschen" Kanton zu leben (zum Beispiel Thurgau oder Glarus). Wer auf Stipendien angewiesen ist, um eine Ausbildung zu absolvieren, erhält im Kanton Waadt viel eher ein Stipendium als im Kanton Glarus. Zudem ist der Stipendienbetrag im Kanton Waadt bedeutend höher.
Die Unterschiede kommen nicht von ungefähr. Sie entstehen, weil es keine für die Kantone verbindlichen und klaren Regeln zur Stipendienberechnung gibt. Selbst das Stipendienkonkordat enthält lediglich einige Grundregeln, welche einen grossen Auslegungsspielraum beinhalten. Klar, wir leben in einem Land in dem die einzelnen Kantone viel eigenen Ermessensspielraum haben, doch wäre es so schlimm die Vergabe von Stipendien zu zentralisieren und damit gerechter zu gestalten?
Schlussendlich ist dieses System unfair, da für die Studierenden aus unterschiedlichen Kantonen unterschiedliche Regeln gelten. Studierende aus dem Thurgau müssen zum Beispiel deutlich mehr Zeit in Nebenjobs o.Ä. investieren, um für ihren Lebensunterhalt zu Sorgen, als Studierende aus dem Kanton Waadt. Dies führt dazu, dass Personen aus Kantonen mit sehr strengen (sprich geizigen) Stipendiengesetzen sich weniger auf ihr Studium konzentrieren können und dies führt indirekt wieder zu einer Verschlimmerung des Fachkräftemangels.
Die Initiative würde da Abhilfe schaffen.
Deshalb empfehle ich ein dringend nötiges JA zur Stipendieninitiative am 14. Juni!