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Als wir die Bushaltestelle erreichten, kam uns eine junge Frau entgegen. Sie war von mittlerer Größe, wies ein ungeschminktes rosiges Gesicht mit sympathischen Zügen auf; spitze Nase; runde grauen Augen; volles schwarzes Haar; keinen einzigen Ring an den Händen mit seinen nicht lackierten, fein geschliffenen Nägeln; schwarze ausgelatschte Ballerinen an den Füßen.
Schlank und rank war die Süße und im Gegensatz zu meiner kurvenreichen verflossenen Operndiva der knabenhafte Typ, dem Mama Natur die weiblichen Rundungen vorenthalten hat; ob aus Zorn oder als Gnade, sollte offen bleiben.
Sie trug einen anthrazitfarbenen Anzug im Nadelstreif, von gutem Schnitt, der eher zu einem Herrn der Schöpfung gepasst hätte, wäre da die Hose nicht knapp und kurz geschnitten gewesen, um die wohlgeformten Beine, welche in hellgraue Strumpfhosen mit weißen Tupfen gehüllt waren, zu zeigen. Das blütenweiße Herrenhemd war bis oben hin zugeknöpft und zierte eine nachtblaue Fliege. Sie rauchte gerade einen Zigarillo von endloser Länge und trug einen grauen Herrenhut mit breiter Krempe in der linken Hand.
Ich hielt sie auf Anhieb für eine der smarten Donne, die sich in der Finanzwelt tummeln oder tummeln möchten und keinen größeren Wert auf Herrenbekanntschaften legen, abgesehen von dem Fall, dass diese sich ihnen unterordnen und vor ihnen kuschen und all ihre Einkünfte auf sie übertragen. Mein Fall war sie nicht, und ich dachte sehnsüchtig an die unvergleichliche Carlotta.
Volpe machte uns miteinander bekannt. Er hatte sie gerade erst von zuhause abgeholt. Sie hörte auf den klangvollen Namen Girolata Giorgine und war eine waschechte Jesolanerin von angeblich erst Mitte Vierzig: Mit Damen muss man da nachsichtig sein …
Nachdem wir in den fast menschenleeren Vaporetto gestiegen waren und einander gegenüber Platz genommen hatten, sagte Volpe zu seiner Begleiterin, die sich, den Kopf im Hut vergraben, fröstelnd an ihn lehnte: »Signora Giorgine, wir haben dank dem Schneckentempo unseres Schiffes jetzt jede Menge Zeit. Daher wäre es angebracht, wenn Sie meinem Mitarbeiter, Dr. Sergiu Petrescu, schilderten, was Sie erlebt haben. Bitte, vergessen Sie dabei auch die kleinsten Kleinigkeiten nicht! Alles könnte von Bedeutung sein.
Noch kann ich nämlich nicht entscheiden, ob an der Sache etwas dran ist oder nicht. Zumindest weisen einige Aspekte darauf hin, dass es zu dramatischen Verwicklungen kommen könnte, auch wenn alles darauf hindeutet, dass die Chose wie eine Seifenblase zerplatzt. Immerhin hat der Fall mein Interesse g