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Sammlung Peter Mieg
Peter Mieg
Schweizer Komponist
geboren am 5. September 1906 in Lenzburg, Schweiz
gestorben am 7. Dezember 1990 in Aarau, Schweiz
Beschreibung
Peter Mieg war ein umfassend gebildeter und vielseitig begabter Homme de lettres, der sich als Komponist ebenso einen Namen gemacht hat wie als Publizist und bildender Künstler. Die Sammlung Peter Mieg umfasst den musikalischen Teil des Nachlasses.
Als Sohn einer traditionsreichen bürgerlichen Familie genoss Mieg frühe musische Förderung und knüpfte bereits während der Gymnasialzeit Kontakte zum Basler Musikleben. Neben einer pianistischen Ausbildung bei Emil Frey in Zürich studierte er Kunst- und Musikgeschichte sowie französische und deutsche Literatur. 1929–30 verbrachte er einzelne Semester in Paris und Basel. Hier befreundete er sich mit Paul Sacher, dort traf er mehrmals mit der Cembalistin Wanda Landowska zusammen. Nach der Promotion mit einer Arbeit über «Morgenthaler, Moilliet, Epper – Studien zur modernen Aquarellmalerei in der Schweiz» (1933) siedelte Mieg sich in Basel an, wo er bis 1939 als Kunst-, Literatur- und Musikberichterstatter für die Basler Nachrichten tätig war.
1935 besuchte er einen Interpretationskurs für Neue Musik unter der Leitung von Wladimir Vogel; im gleichen Jahr erfolgten die ersten Aufführungen eigener Kompositionen (z.B. des Konzerts Nr. 6 für zwei Klaviere). 1939 erwarb Mieg das Landhaus «Sonnenberg» am Lenzburger Schlosshügel, wo er bis zum Ende seines Lebens wohnte. Während er weiterhin als Kulturpublizist (u.a. für NZZ und FAZ, Die Weltwoche und das Magazin Du) aktiv blieb, pflegte Mieg in den Kriegsjahren einen prägenden Kontakt zu Frank Martin. Seinen Durchbruch als Komponist erlebte er 1955 mit der Aufführung des Concerto da Camera für Streicher, Klavier und Pauken (1952) beim Schweizerischen Tonkünstlerfest sowie des Concerto Veneziano für Streichorchester (1955) an der Biennale Venedig. Von da an erhielt das Komponieren Priorität, bestärkt durch Aufträge u.a. von Radio Basel, der Tonhalle-Gesellschaft Zürich, der Festival Strings Lucerne und des Zürcher Kammerorchesters. Paul Sacher führte verschiedentlich Werke von Mieg auf; die auf Prousts Recherche bezogene Komposition Combray (1977) geht auf einen Auftrag von ihm zurück. Miegs Affinität zur französischen Kultur zeigt sich in seinem gesamten Komponieren. Stark vom Neoklassizismus geprägt, erhält es seine persönliche Färbung durch Transparenz, konzertanten Gestus und romanischen Esprit.
Seit den 1960er Jahren trat Mieg auch mit Ausstellungen seines malerischen Werks an die Öffentlichkeit. Nach seinem Tod wurde der Nachlass durch die von ihm selbst initiierte Peter Mieg Stiftung in Lenzburg betreut. Bis 2018 war sie im Haus «Sonnenberg» domiziliert, seither hat sie ihren Platz im Müllerhaus in Lenzburg gefunden. Dort werden weiterhin das malerische und journalistische Œuvre sowie biographische und Familiendokumente aufbewahrt.
Die Sammlung Peter Mieg umfasst Entwürfe und Reinschriften zu sämtlichen Kompositionen, eine Auswahl von musikbezogenen Textmanuskripten, zahlreiche unveröffentlichte Tonaufzeichnungen sowie eine vollständige Dokumentation der Werke in Programmheften und Rezensionen. Miegs Kontakte zu Musikern, Künstlern und Schriftstellern spiegeln sich in den Briefwechseln mit Zeitgenossen wie Gottfried von Einem, Günter Grass, Hermann Hesse, Silvia Kind, Frank Martin, Albert Moeschinger, Marcel Mihalovici, Meret Oppenheim, Hans Rosbaud, Alexander Tscherepnin und Thornton Wilder. In der Sammlung finden sich auch einzelne Briefe von Johannes Brahms und Clara Schumann sowie Musikmanuskripte von Boris Blacher, Gottfried von Einem, Frank Martin und von Miegs Großtante Fanny Hünerwadel.
Umfang
- Musikmanuskripte: 147 Werkdossiers, 1 Konvolut mit Jugendwerken
- Musikdrucke: 88
- Textmanuskripte: 1 Archivbox
- Korrespondenz: 44 Archivboxen
- Programme / Rezensionen: 20 Archivboxen
- Fotos: ca. 100
- Tonträger: ca. 150
Zeitraum
1922–1990
Chronologie
- 2018 Sammlungseingang
Verzeichnisse
- Interne Verzeichnisse
Externe Links
Homepage: www.petermieg.ch
Update
9. Oktober 2019