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16.4.1615 Bretzwil, 28.2.1683 Reigoldswil, ref., vermutlich von Bretzwil. Sohn des Hans und der Veronika Schärer. ∞ Margreth Weber, von Bretzwil. Bauer und Müller. B. war neben Uli Schad die führende Person im Bauernkrieg (1653) auf der Basler Landschaft. Er trat als Leiter und Redner bei den Versammlungen der Baselbieter auf, fungierte als deren Vertreter bei Verhandlungen mit der städt. Obrigkeit sowie bei den grossen Landsgemeinden in Sumiswald und Huttwil. B. war die treibende Kraft bei der Formulierung von Beschwerden und Bittschriften der Baselbieter Untertanen an ihre Obrigkeit: Von ihm stammten die Klagepunkte der Vogtei Ramstein in der Bittschrift vom 30.3.1653, der erste Teil der Supplikation vom 9.5.1653, in dem er die Begründung für den Anschluss an den Bauernbund lieferte sowie die Unterwerfungserklärung des Amtes Ramstein nach der Niederschlagung des Aufstands. B. strebte eine gewaltfreie Durchsetzung der bäuerl. Interessen im Rahmen bestehender ländl.-brauchtüml. Normen und Legitimationsmuster des Widerstands an. Der obrigkeitl. Repression entzog er sich am 9.6.1653 durch Flucht, die ihn über Solothurner Gebiet rheinaufwärts bis nach Schaffhausen und nordwärts bis nach Nördlingen und Eberbach am Neckar (bei Heidelberg) führte. Nach seiner Rückkehr stellte sich B. im Febr. 1654 der Basler Obrigkeit, die ihn mehreren Verhören unterzog. Im Herbst 1654 wurde er mit einer gegenüber den unmittelbar nach dem Bauernkrieg in Basel verurteilten Anführern vergleichsweise milden Strafe aus der Gefangenschaft entlassen (Ehr- und Wehrloserklärung, Einbannung). Zehn Jahre später erfolgte die endgültige Begnadigung.
Literatur
– P. Suter, «Zur Erinnerung an den Bauernkrieg von 1653 auf der Landschaft Basel», in BHBl 18, 1953, 217-248
Autorin/Autor: Niklaus Landolt