Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03456.jsonl.gz/1350

Pablo Neruda war ein chilenischer Schriftsteller und 1971 Literatur Nobelpreisträger. Er hatte verschiedene Häuser. Das Bekannteste ist in Isla Negra (keine Insel, sondern ein Fischerdorf). Es wurde von der Stiftung «Pablo Neruda» zu einem Museum umfunktioniert und ist sehr beeindruckend. Leider durften im Haus keine Fotos gemacht werden. Mittels Video-Guide (sogar in Deutsch) kann man es «durchwandern». Es zeigt eindrücklich, wie Pablo gelebt hatte. So wie es scheint, hat er nichts ausgelassen😊.
Neruda hatte nicht nur als Dichter eine überschäumende Sprache, sondern war auch ein überaus fantasievoller Architekt seiner Häuser. Er beschäftigte einen Zimmermann, der jeweils die spleenigen Ideen seines Patrons verwirklichte. Hier ein Türmchen oder ein neues Zimmer, für ein übergrosses Papp-Pferd, das den Hausherrn an seine Kindheit erinnerte oder dort ein Büro, wo Pablo mit Meerblick seine schwärmenden Liebesgedichte schrieb.
Im Schlafzimmer war sein Bett nach der Sonne und dem Meer ausgerichtet. Der erste Sonnenstrahl weckte das Ehepaar am Morgen und am Abend konnte von hier aus der Sonnenuntergang genossen werden.
Pablo schrieb einmal: «In meinem Haus habe ich kleine und grosse Spielzeuge zusammengetragen, ohne die ich nicht leben könnte». Die vielen atemberaubenden Sammlungen in seinem Haus wurden von ihm liebevoll ausgesucht.
Hölzerne Galionsfiguren, die früher den Bug grosser Schiffe schmückten, Schmetterlings- und Käfersammlungen, Flaschen mit kleinen Schiffen darin, eine Pfeifensammlung, kunstvoll geschliffene Gläser, eine wunderschöne Muschelsammlung und vieles, vieles mehr…
Pablo Neruda war in vielen Ländern als Konsul und Botschafter für Chile tätig. Von dort brachte er auch jeweils etwas furchterregende Statuen in sein Haus nach Isla Negra mit.
Nach seinen Reisen kündigte er als erstes mit Glockengeläut seine Ankunft an. Mit schönem Blick auf den Pazifik, hat er jeweils seine zahlreichen Freunde bewirtet.
Im Garten, mit Blick auf die schäumenden Wellen des Pazifiks, wurde der Dichter (1973) und später auch seine dritte Frau beigesetzt.