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In der Folgezeit wurde die weströmische Kaiserwürde auf die fränkischen
Königeübertragen, indem die römischen
Bischöfe,
welche bei den oströmischen Kaisern den nötigen
Schutz nicht mehr zu finden hofften, den Frankenkönigen
die Schutzherrschaft (Patriziat) über
Rom und
[* 3] über die römische
Kirche übertrugen.
PapstLeo III. krönte schließlich 25. Dez. 800
Karl
d. Gr. in aller Form zum römischen Kaiser. Gleichwohl war dies Kaisertum von durchaus
germanischem
Charakter.
Aber schon unter dem Nachfolger jenes Kaisers, welcher imPapstGregor VII. den gefährlichsten Gegner
und den gewaltigsten Vorkämpfer der päpstlichen
Prärogative fand, trat der Umschwung zum Nachteil der ein. Anstatt den
Schwer- und
Stützpunkt ihrer Machtfülle in
Deutschland zu suchen, opferten sie auf ihren
Römerzügen und in den
Kämpfen mit
dem
Papsttum ihre besten
Kräfte, während daheim Macht und Ansehen derselben mehr und mehr sanken.
Um so
mehr erstarkte die Macht der deutschen
Fürsten und Territorialherren, welche sich schließlich zu einer wirklichen
Landeshoheit
umgestaltete.
3) Friedrich, dramat. Volksdichter, geb. zu Biberach,
[* 32] kam mit seiner Familie frühzeitig nach Wien,
[* 33] wo er die philosophischen
Studien zurücklegte und sich dann der Laufbahn eines kaiserlichen Beamten widmete. Als Bühnendichter
brachte er zuerst 1834 ein Lustspiel: »Hans Hasenkopf«, mit Beifall zur Aufführung, und bald folgte nun Posse auf Posse. Unter
denselben hatten »Dienstbotenwirtschaft« und »Wer wird Amtmann?« den außerordentlichsten Erfolg.
Andre sehr beliebte Stücke waren: »Der Gefangene«, »Sie
ist verheiratet«, »Mönch und Soldat«, »Stadt und Land«, »Krämer und Kommis«, »Frau Wirtin«, »Die Schule der
Armen«, »Verrechnet« etc. Kaiser steht
auf der Wiener Volksbühne zwischen Raimund und Nestroy, entfernt von dem Zauberapparat des einen wie von der Satire und Ironie
des andern, und hat in der Geschichte des WienerLebens noch dadurch seinen Platz, daß er 1840 die erste
litterarisch-artistische Gesellschaft (die ältere »Concordia«) gründete. Er übernahm es auch in Wien, die Konstitutionsbewilligung
öffentlich zu verkündigen, zu welchem Zweck er, von Trompetern zu Pferde
[* 34] begleitet, die Stadt und Vorstädte durchritt. Er
schrieb noch: »Theaterdirektor Carl, sein Leben und Wirken« (Wien 1854) und »Unter fünfzehn Theaterdirektoren«
(das. 1865). Kaiser starb zu Wien in größter Dürftigkeit.
1) Friedrich, Historien- und Schlachtenmaler, geb. zu Lörrach in Baden, war anfangs
Lithograph, ging aber, in Paris durch die Schlachtenbilder Horace Vernets veranlaßt, zur Malerei über. Nachdem er sich
einige Jahre in München ausgebildet hatte, wandte er sich nach Karlsruhe und schilderte mehrere Scenen des
badischen Aufstands, infolge deren er von dem damaligen Prinzen von Preußen bewogen wurde, 1850 nach Berlin zu ziehen. Dort
begann er mit andern kleinern Bildern aus dem badischen Feldzug und brachte auch größere Historienbilder, z. B.:
Schlacht bei Tagliacozzo.
Reichen Stoff für seine militärischen Scenen boten ihm die Kriege von 1864 und 1866, weniger der
von 1870/71. Es sind keine größern Schlachtenbilder, sondern meistens Kampfepisoden, worin er dramatische Momente mit großer
Anschaulichkeit und Wahrheit, oft mit viel Humor schildert. Seine Zeichnung ist flott und gewandt, sein Kolorit hell und
zuweilen etwas bunt. Zu den besten Bildern aus seiner frühern Zeit gehören: die Erstürmung von Korfu,
Verwundung des Prinzen Friedrich Karl bei Wiesenthal, Bivouak vor Düppel, und aus der jüngsten Zeit das figurenreiche Bild:
vor Paris, wo Kaiser Wilhelm eine Geschützposition inspiziert. Früher malte er auch bisweilen biblische Bilder.
2) Johann Wilhelm, holländ. Kupferstecher, geb. zu
Amsterdam, war auf der dortigen Akademie Schüler von Taurel, diente dann einige Jahre in der Artillerie,
kehrte zu seinem
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mehr
Kunstfach zurück und brachte als erstes größeres Blatt den Tod des Admirals de Ruyter nach Pienemann, das ihm die goldne
Medaille einbrachte. Die bedeutendsten seiner übrigen Blätter sind: die Schützenmahlzeit, nach van der Helst (im Museum
zu Amsterdam);
der Bürgermeister Six, die Verwalter des Stahlhofs in Amsterdam und die Nachtwache, alle
drei nach Rembrandt.
Für letztern Stich erhielt er 1865 das Kreuz der Ehrenlegion. Sodann der Mordanschlag auf König Wilhelm,
nach Pienemann; der Prophet Jesaias, nach Raffael, und mehrere Porträte. Er radierte auch das Galleriewerk von Six in 50 Blättern
und zeigte sich hierin besonders für die Wiedergabe Gerard Dous, Metsus und Terburgs sehr geschickt. 1859 wurde
er Direktor der Kupferstecherschule in Amsterdam, 1870 Professor an der Akademie und 1874 Direktor des Reichsmuseums.
3) Joseph Maria, Zeichner, Aquarellmaler und Kalligraph, geb. 1824 zu Kremsmünster in
Oberösterreich, widmete sich anfangs unter der Leitung seines Vaters der Gravierkunst und erhielt für eine
derartige Arbeit ein Stipendium für die Wiener Akademie, das ihn fast wider seinen Willen zum Besuch der Malerschule veranlaßte. 1848 ließ
er sich in Linz als Zeichenlehrer nieder und lieferte teils landschaftliche Zeichnungen und Aquarelle von geschmackvoller
Komposition und sorgfältiger Ausführung, teils kalligraphische Blätter und Tableaus für verschiedene festliche Gelegenheiten.
Er ist Inhaber der großen goldnen Medaille für Kunst und Wissenschaft.
Friedrich, Schlachtenmaler, geb. zu Lörrach in Baden, kam mit geringer künstlerischer Vorbildung
nach Paris, wo das Studium der großen Schlachtenbilder des Horace Vernet für seine Richtung entscheidend
war. Nach Deutschland zurückgekehrt, lebte er zuerst in München und Karlsruhe, seit 1850 in Berlin. Das Revolutionsjahr 1848 (in
Baden), der dän., böhm., franz.
Feldzug, deren Schauplatz er besuchte, lieferten ihm die Stoffe zu seinen Geschichtsbildern in Aquarell-
und Ölmalerei. Wenige Jahre vor seinem Tode folgte er einem Rufe des Fürsten Karl nach Bukarest,
[* 46] um den Krönungsfeierlichkeiten
beizuwohnen behufs späterer Darstellung. Er starb in Charlottenburg.
[* 47] Von seinen mehr durch Zeichnung und Komposition
als durch Farbengebung bemerkenswerten Schlachtengemälden sind zu nennen: Das preuß.
Artikel, die man unter K vermißt, sind unter C aufzusuchen.
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