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Daniel Kälin (*1960) / Michael Wymann (*1963)
"Kontinuum", Brunnenanlage, 2005
Rohrschacher Hartsandstein, 4 x 2,4 x 0,4 m
Bahnhofplatz, Düdingen
(Foto und Text: B. Fasel)
Auf dem viel begangenen Weg von der Bahnstation über den grossen Platz zum Bahnhofzentrum kommt man an einer Brunnenplastik vorbei, die anlässlich der Neugestaltung dieses, für das Dorf Düdingen, zentralen Ortes errichtet wurde. Im kreisrunden Wasserbecken türmen sich mächtige Steinquader vier Meter empor. Vor der schwerelos wirkenden Glasfassade des angrenzenden Bankgebäudes wirkt die Steinskulptur wie eine megalithische Botschaft aus vorgeschichtlicher Zeit und setzt damit einen Kontrast zur Betriebsamkeit des Ortes und Hektik der viel befahrenen Strasse in unmittelbarer Nähe.
Die Plastik ist dreischichtig aufgebaut. Ein zentraler Steinbalken steht senkrecht in einem rechteckigen torartigen Durchlass. Ein zweites Tor, wiederum gefügt durch zwei senkrechte und einen waagrechten Quader, steht rechtwinklig zum ersten und überdacht die gesamte Anlage. Die Achsen der beiden Tore weisen in die vier Himmelsrichtungen. Durch den zentralen Stein wird Wasser zum oberen Querbalken geführt, das dann über die Plastik hinunter rieselt. Kreisförmige Zeichen, einmal als Reif, dann als Strahlenrad und schliesslich als Scheibe in die Blöcke gemeisselt, verweisen auf den sinnbildlichen Charakter der Anlage.
Gemäss den Angaben der Künstler symbolisieren die drei Kreise Bevölkerung, Gemeinschaft und Gemeinde. Das zentrale innere Element steht demnach für die Menschen, die hier in Düdingen leben und das kleinere Torgeviert wäre Sinnbild für das gesellschaftliche Zusammenleben. Das grössere Tor, das das Ganze überspannt, schützt und Zusammenhalt schafft, soll die politische Struktur versinnbildlichen. In diesem Kontext ist auch der mysteriöse Titel des Werkes „Kontinuum“ zu deuten, der von „continuus" abgeleitet werden kann. Das lateinische Wort hat vielschichtige, sowohl räumliche, wie zeitliche Bedeutungen, so zum Beispiel: „zusammenhängend,“ „fortlaufend“ aber auch „unaufhörlich.“ Mit der geheimnisvollen Symbolik dieses Werkes wollen die Künstler also auf die Wichtigkeit der fortwährenden Pflege und Weiterentwicklung des gesellschaftlichen Zusammenhalts hinweisen.