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Menschliche Aktivitäten sind eine wichtige Triebkraft für Umweltveränderungen und können als bedeutende evolutionäre Kraft in Wildpopulationen wirken. Die Bewertung und Vorhersage der Auswirkungen anthropogener Aktivitäten auf die Natur erfordert ein besseres Verständnis der Mechanismen, die die Anpassung vorantreiben. Jüngste Studien an einer Reihe von Tiertaxa haben gezeigt, dass Darm-assoziierte Mikroorganismen (d.h. das Mikrobiom) eine Vielzahl von Merkmalen in ihren Wirten beeinflussen können, einschließlich Physiologie, Entwicklung, Verhalten und Immunität. Durch die Erleichterung adaptiver Merkmalsänderungen hat das Mikrobiom das Potenzial, Populationen bei der Bewältigung von Umweltherausforderungen zu unterstützen. Bislang ist jedoch nur wenig darüber bekannt, wie Mikroben die Wirtsfunktion und Evolution beeinflussen. Hier testen wir die faszinierende Hypothese, dass das Darm-Mikrobiom die Anpassung an stressige Umweltbedingungen vermitteln kann.
Dieses Projekt verwendet Asellus aquaticus, eine detritivore Assel, die eine Schlüsselart in Süßwasser-Ökosystemen ist, als Modell, um die Rolle des Mikrobioms bei der Reaktion auf vom Menschen verursachten Stress, wie chemische Verschmutzung und Temperatur, zu untersuchen. A. aquaticus zeigt eine breite Umwelttoleranz sowie eine hohe bakterielle Diversität in seinem Verdauungssystem, was auf ein Potenzial für mikrobiom-vermittelte Anpassungen hindeutet. Dieses Projekt kombiniert evolutionsökologische, mikrobiologische und ökotoxikologische Ansätze, um i) zu untersuchen, ob Unterschiede im Mikrobiom die Persistenz angesichts von Umweltveränderungen beeinflussen können und ii) A. aquaticus als vielseitiges Modellsystem für ökologische und evolutionäre Fragestellungen zu etablieren. Wichtige Methoden: standardisierte Laborexperimente, Felduntersuchungen, Amplikon-Sequenzierung.