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(Sowerby, 1806)
- DE: Gemeine Dornschrecke
- EN: Common Groundhopper
- FR: Le Tétrix forestier
- Syn.: Acrydium bifasciatum Thunberg, 1815 | Tetrix kiefferi Saulcy, 1901 | Acridium ochraceum Zetterstedt, 1821 | Acridium scriptum Zetterstedt, 1821 | Tetrix variegatum Zetterstedt, 1821 | Acrydium vittata Zetterstedt, 1821
Morphologie
Tetrix undulata ist die schlankste der kurzdornigen mitteleuropäischen Dornschrecken. In der Schweiz sind langdornige Individuen extrem selten, während z.B. im Osten von Österreich auch solche häufig auftreten oder sogar dominieren. Die Grundfarbe von Tetrix undulata ist wie bei allen Dornschrecken sehr variabel braun bis grau, aber oft arttypisch. Meist sind die Tiere recht kontrastreich marmoriert, wobei weisse, gelbliche, grünliche, orangene und rötliche Farbtöne auftreten. In der Schweiz sind einfarbige graubraune Tiere selten, was sie im Mittel von den meist einfarbig graubraunen Tieren von Tetrix tenuicornis unterscheidet. Die Hinterschenkel und die Halsschildoberseite weisen sehr lokal kontrastreiche weisse oder schwarze Zeichnungen auf. Das Halsschild erreicht bei kurzdornigen Individuen das Hinterleibsende oder überragt dieses leicht. Das Halsschild ist im hinteren Bereich meist stetig nach unten gebogen und nicht gerade auslaufend wie bei Tetrix tenuicornis. Der Stirngipfel ragt von oben betrachtet winklig über die Augen hinaus. Die Fühler sind mittellang und in der Mitte rund 3x so lang wie breit. Der Hinterschenkel ist 3-3,5x so lang wie hoch und damit sehr schlank. Der Mittelschenkel ist ungefähr gleich hoch wie der sichtbare Teil des Vorderflügels. Der sichtbare Teil der Hinterflügel ist rund 1,5-2x so lang wie die Vorderflügel.
Gesang
Tetrix undulata hat wie alle anderen Tetrix-Arten weder Gesangs- noch sichtbare Hörorgane. Die Männchen bewegen die Hinterschenkel ähnlich wie andere Kurzfühlerschrecken auf und ab. Ob dabei neben den optischen Signalen auch Vibrationen oder Geräusche entstehen, ist nicht bekannt.
Verbreitung
Tetrix undulata ist vom Süden Spaniens über Frankreich und Mitteleuropa einschliesslich Grossbritannien bis weit in den Norden Skandinaviens verbreitet. Die südliche Arealgrenze verläuft durch Südfrankreich und dem nördlichen Alpenrand entlang bis nach Rumänien. Im Süden von Frankreich ist die Unterart Tetrix undulata gavoyi verbreitet. Wo genau die Arealgrenze zwischen den beiden Unterarten verläuft, ist nicht bekannt, auch nicht, welches Taxon in Spanien verbreitet ist. In der Schweiz ist Tetrix undulata lokal im Mittelland und im Jura verbreitet. Die Art ist weit weniger häufig als ihr deutscher Name vermuten lässt. In Deutschland dagegen ist sie in allen Landesteilen, bis auf den Nordosten, weit verbreitet. In Mitteleuropa und Deutschland liegen die meisten Vorkommen unterhalb von 1000 m, in den französischen Alpen und auch in Spanien steigt sie bis über 2000 m hinauf.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Tetrix undulata hat im Jahresverlauf zwei Entwicklungshöhepunkte, während denen ausgewachsene Tiere angetroffenen werden können. Die erste Häufung ausgewachsener Individuen findet man von März bis Mai, die zweite von August bis September. In geringerer Anzahl können während des ganzen Jahres ausgewachsene Tiere beobachtet werden. Im Schweizer Mittelland findet man die Art bereits ab Ende März. Zur selben Zeit befindet sich Tetrix tenuicornis noch in den letzten Larvenstadien. Die Eier werden in den Boden abgelegt. Die Männchen durchlaufen 5, die Weibchen 6 Larvenstadien. Es überwintern sowohl Larven als auch adulte Tiere, die während den ersten schönen Frühlingstagen anzutreffen sind. Tetrix undulata ernährt sich von Algen, Moosen, Humus und Gräsern.
Lebensraum
Tetrix undulata besiedelt Lebensräume mit hohem Rohbodenanteil und einer Tendenz zu hoher Feuchtigkeit. Es werden aber auch trockene und wärmere Habitate besiedelt. Die Art ist auf Waldlichtungen mit viel Falllaub, Weg- und Waldrändern und auf kurzgrasigen Wiesen und Weiden anzutreffen. In Deutschland lebt Tetrix undulata auch in gestörten Hoch- und Niedermooren, auf offenen Stellen in Feuchtwiesen, Sandrasen, Kies- und Lehmgruben und auf Ackerflächen.
Gefährdung & Schutz
Tetrix undulata ist in Mitteleuropa nicht gefährdet. Es ist sogar anzunehmen, dass die Art häufiger ist, als es die Verbreitungskarten wiedergeben, da sie leicht mit Tetrix tenuicornis verwechselt werden kann.
- CH: LC (Nicht gefährdet)
- DE: * (Nicht gefährdet)
- AT: DD (Ungenügende Datengrundlage)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Die Länge der Hinterflügel von Tetrix undulata ist in der Schweiz ein eindeutiges Abgrenzungsmerkmal gegenüber Tetrix tenuicornis. Die Hinterflügellängen sind bei Tetrix tenuicornis und Tetrix undulata in der Schweiz sehr konstant. Die Hinterflügel enden bei Tetrix tenuicornis knapp vor dem Dornende (ca. 1 mm), bei Tetrix undulata überragt das Dornende den Hinterflügel um mehr als eine Vorderflügellänge. Von oben betrachtet ist bei Tetrix tenuicornis der Kopfgipfel gerade und nicht winklig vorgezogen wie bei Tetrix undulata. Tetrix undulata unterscheidet sich durch die schlankeren Fühler von den beiden Arten Tetrix bipunctata und Tetrix kraussi. Bei diesen beiden Arten ist zudem das Halsschild winklig nach vorne gegen den Kopf vorspringend.