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Fauteuil Rokoko.
Würzburg. Um 1730.
Fein geschnitzt mit Kartuschen, Blättern und Voluten. Geschweifter, trapezförmiger Sitz auf wellig ausgeschnittener Zarge mit geschweiften Beinen sowie grau gefasst. Flache, hochförmig abschliessende Rückenlehne mit gepolsterten Armlehnen auf geschweiften Stützen.
100 x 65 x 60 cm
Provenienz:
Christophe Decarpentrie, Innenausstatter des belgischen Königshauses, Ixelles, Belgien. Christophe Decarpentrie machte die Ausbildung zum Mode- und Kostümschneider in der Académie d’Anvers, wo er seinen künftigen Partner Abel Naessens kennenlernte. Darauf folgte ein Studium in Szenographie und Theater. In den Sechziger Jahren unternahm er längere Reisen durch Indien und Nepal, wo er mit Mick Jagger und den Beatles Bekanntschaft machte. In den Siebzigern spezialisierte er sich mit seinem Partner auf Innenarchitektur in New York, ein Geschäft, welches er bis heute international ausspannen konnte.
Anmerkung:
Zwei ersichtliche Schattierungen auf Sitzfläche.
Lit.: H. Kreisel, Die Kunst des deutschen Möbels - Spätbarock und Rokoko, München 1970; II, S. 189-202. A. Gonzales-Palacios, Europäische Möbelkunst - Deutschland, München 1975; S. 49-52.
«Der Stil und die Entwicklung der Rokoko-Möbel in Franken wurden durch die Grossaufträge für die Innenausstattung der Würzburger Residenz bestimmt, die in mehreren Etappen zusammengetragen und ergänzt wurde. Eine der bedeutendsten Werkstätte um 1730/40 war jene von G.A. Guthmann, urkundlich belegt ab 1735. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich bei G.A. Guthmann um einen ursprünglich aus München angeworbenen Kunstschreiner, der mit drei seiner Familienangehörigen in Würzburg tätig war. Seine Werke zeigen den Einfluss der bayrischen Metropole und von F. Cuvilliés (1695-1768). Sie gelten als Prachtvolle und lokal angepasste Weiterentwicklung der französischen Hofmöbel, die in den 1730er und 40er Jahren in die Residenz geliefert wurden und auf die lokalen Handwerker einen grossen Einfluss ausübten. Die an sich bereits neuen "Münchner" Formen und Schnitzereien entwickelten sich im Würzburger Raum weiter. Der sehr eigenwillige Stil, geprägt von der Opulenz der französischen Régence und der Verspieltheit der Münchner Werke, wurde auf qualitativ hohem Niveau angewandt.»
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