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Wir danken Oberst i Gst Jürg Kürsener für eine neue Lagekarte zur Ukraine und aktuelle Bilder.
Es lohnt sich, die Karte gut anzuschauen:
- Insgesamt gibt sie grob zehn potentielle Stossrichtungen an.
- Bemerkenswert ist der Eintrag zu einer amphibischen Landung mit Schwergewicht auf der russisch geprägten Hafenstadt Odessa. Das bestätigt die Strategen, die zusätzlich zum stark russischen Territoriums ostwärts des Dnjepr einen Süd-Korridor von der Don-Mündung nach Transnistrien und zur rumänischen Grenze nicht mehr ausschliessen. Das brächte Odessa in Putins Hand; und Russland schnitte der Ukraine den Zugang zum Schwarzen Meer ab.
- Zur Abriegelung des Asowschen Meeres bringt die Karte eine Zange von der Krim und Rostow aus, mit Inbesitznahme eines weiteren grossen Hafens: Mariupol.
- Entlang der ukrainisch-russischen Grenze im Nordosten fällt auf: Die Lagebeurteilung unterscheidet drei Aufmarschzonen, mit Woronesch in der Mitte. Entsprechend würde dann die russische Armee auf drei Hauptachsen in die Ukraine einfallen. Zentral bleibt Charkow: die Stadt, die im Zweiten Weltkrieg mehrmals die Hand wechselte.
- An der operativen bedeutsamen ukrainisch-weissrussischen Grenze im Norden von Kiew hebt die Karte zwei Bereitstellungräume hervor. Einer führt zum Stoss westlich des Djenpr, der andere östlich, beide durch offenes Panzergelände.
Zahlen zum Aufmarsch
Die Kartenlegende bringt Zahlen zum Aufmarsch:
- 1’200 Panzer
- 1’600 Artilleriegeschütze
- 330 Flugzeuge
- 240 Helikopter
- 75 Schiffe
- 6 Unterseeboote
Starke Luftlandeverbände
Es folgen zwei neue Bilder vom Training russischer Fallschirmjäger. Zwischen den Weltkriegen war es Stalins Rote Armee, die als erste Fallschirmspringer militärisch einsetzte. Auch in der russischen Armee nimmt das Luftlandekorps eine starke Stellung ein. Es gilt als Elitetruppe und steht im Rang einer eigenen Teilstreitkraft mit 45’000 Mann.
Teils gestochen scharfe Luftbilder
Die USA liefern dank ihrer Satelliten laufend Aufklärungsbilder vom russischen Aufmarsch. Es ist gewiss kein Zufall, dass die Amerikaner ihre teils gestochen scharfen Aufnahmen Internet-Diensten wie Maxar zuspielen. Die Redaktionen verbreiten das Material dann sofort weltweit.
Gut dokumentiert sind Dienste wie Maxar zum Sammelraum Yelnya im Vorfeld der Nordfront, im weitesten Sinn im Raum der Stadt Smolensk, einer anderen Frontstadt im sowjetisch-deutschen Krieg ab 1941. Die Ansammlung von Fahrzeugen deutet auf einen starken Verband hin.
Auf der Krim liegen die Bereitstellungen näher zur ukrainischen Grenze als im Nordosten und Norden. Das Lager bei Novoozerne ist nur 128 Kilometer von der Enge Perekop entfernt – für einen T-72-Panzerverband eigentlich keine Distanz. Die scharfe Luftfotografie des neu errichteten Lagers zeigt Panzer, Artillerie und Lastwagen. Die Bildlegende interpretiert die Aufnahme als Kampftruppe in Bataillonsstärke.