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Rathaus1405
Die ehemals österreichische Untermarch kam 1405 und die Obermarch mit der Feste Grinau 1436 an Schwyz. Das Gebiet bildete fortan eine politische Einheit, die heute noch als Bezirk March weiterbesteht. Die Landschaft March erhielt zunächst von Schwyz weitgehende Autonomie mit eigenem Landammann und Rat.
Ein erstes Rathaus befand sich im Tannerhaus, heute Rathausplatz 5, aber schon 1506/07 baute man gegenüber ein neues Rathaus. Der Rathausplatz war zugleich Vieh- und Warenmarkt und damit Pulsader des wirtschaftlichen Lebens des Dorfes. Dieses Rathaus bestand bis 1873, wurde dann zur Unterbringung des Zeughauses um ein Stockwerk erhöht und das Äussere im Biedermeierstil neu gestaltet. 1876 schloss man die Schwibbögen des Erdgeschosses und renovierte 1925 das ganze Haus. Insbesondere erhielt das Gebäude eine neue Fassadengestaltung, vorallem als "Zierde der Residenz" ob den Fenstern einen Wappenzyklus aller neun Marchgemeinden, um damit die "Selbständigkeit des Bezirks" zu unterstreichen.
Im Rathaus waren immer verschiedene Amtsstellen des Bezirks untergebracht, so der Bezirksrat, das Bezirksgericht, das Notariat, die Bezirkskanzlei mit Archiv wie auch der Posten der Kantonspolizei. Prunkstück des Märchler Bezirksrathauses ist der frühere Gerichtssaal, der ab 1880 umgestaltet wurde und 1898 an den Schmalseiten des Saales und an der Eingangspartie die Wappen der Marchgemeinden, des Kantons und des Bundes aufgemalt erhielt. Anlässlich der Renovation von 1987/88 wurde der 1751 von Ofenbauer Ruostaller geschaffene Kachelofen aus dem gegenüberliegenden, ehemaligen Gasthof Löwen erworben und im Gerichtssaal aufgestellt. Bedeutender Schmuck des Gerichtssaals sind die Fenster mit dem Glasgemäldezyklus der XII Eidgenössischen Orte und ihrer Verbündeten. Vorbild der Serie war der Standesscheibenzyklus im Tagsatzungssaal von Baden. 1974 übersiedelte die Bezirksbehörde ins neue Bezirksgebäude "Friedeck" und verliess das Rathaus. 1999 wurde auch der Polizeiposten in das neue Gebäude verlegt.
Das Bezirksrathaus Lachen ist durch zwei Ereignisse bekannt. Die frühere Partnerschaft mit Schwyz gestaltete sich immer mehr zu einem Abhängigkeitsverhältnis. Daher kam es von 1814 bis 1833 zu Verfassungswirren und 1833 für drei Monate zu einer Teilung des Kantons Schwyz in einen Halbkanton "Altes Land" und einen Halbkanton "Äusseres Land". Das Lachner Rathaus war Sitz der Regierung des Halbkantons "Schwyz, Äusseres Land". Im Sonderbundskrieg im November 1847 wurde im Lachner Rathaus durch die Eidgenössischen Truppen die Kapitulation der March vollzogen und die Kapitulationsurkunde für den Bezirk ausgefertigt.
Bild: Rathausplatz und Rathausgasse in einer Aufnahme von 1914.
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