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Der Künstler Karl Geiser zeigt uns hier eine Situation aus dem Alltag: Eine Frau mit Tasche und Mädchen an der Hand steht breitbeinig hinter zwei Männern. Dass es Arbeiter sind, sieht man an den Mützen. Solche trugen Fabrikarbeiter in den 1950er Jahren häufig. Die Frau kümmert sich vermutlich um das Kind und den Einkauf. Mit dieser altmodischen Vorstellung davon, was Frauen und was Männer tun, sind einige nicht einverstanden. Als 1991 viele Frauen streikten, deckten sie die Männerfiguren aus Protest mit Tüchern zu. Mit einem Denkmal will man an eine Person erinnern, die man bewundert.
Selbst wenn sie schon lange gestorben ist, soll man noch an sie denken. Denkmäler gibt es aber nicht nur für berühmte Männer und Frauen. Manchmal wird ein Denkmal auch für eine Menschengruppe, ein Ereignis oder sogar eine Idee aufgestellt. Das Denkmal der Arbeit auf dem Helvetiaplatz ist ein solches Monument. Es soll als «Idee von der Arbeit» die ganz gewöhnlichen Leute, die hart arbeiten, also alle unbekannten Arbeiter ehren.
Das Denkmal wurde am 1. Mai 1964, am Tag der Arbeit, eingeweiht. Dass es auf dem Helvetiaplatz steht, ist kein Zufall. Hier ist das Zentrum des ehemaligen Arbeiterquartiers. Den Gewerkschaften, das sind Organisationen der Arbeiter, gefiel das Denkmal nicht. Sie wollten lieber eine heldenhafte Arbeiterfigur, wie in der kommunistischen Sowjetunion. Ein anderer Künstler machte deshalb einen riesigen Muskelprotz. Dieses Kunstwerk schenkten die Gewerkschaften dann der Stadt. Es wurde aber nicht auf dem Helvetiaplatz, sondern auf dem Werdplatz aufgestellt. Die beiden Denkmäler für die Arbeit gehören zu den jüngsten Denkmälern der Stadt Zürich.
(Der Textauszug stammt von www.kunstlupe.ch)
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