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Infolge Hochwassers vom 11. September 1916 waren in den Dörfern Berneck, Au und Balgach diverse Erdschlipfe niedergegangen und hatten Rebkulturen geschädigt. Im Beitragsbild ist Berneck mit noch intakten Rebhängen (um 1900) zu sehen. In ihrer Sitzung vom 24. Oktober beriet die Regierung, wie sie die betroffenen Gemeinden unterstützen könnte (Nr. 2424). Die Landbesitzer waren nicht in der Lage, die Sanierungsmassnahmen selber zu bezahlen: Bei den meisten der in Frage kommenden Parzellen kann überdies der Steilheit des Geländes wegen nur die Rekonstruktion des Rebbaues, nicht aber die Anlage anderer Kulturen, in Frage kommen. Was die auszuführenden Arbeiten anbetrifft, kann es sich mit Rücksicht auf die Steilheit der Hänge und ferner auf den Felsuntergrund nur um Erstellung von Betonmauern handeln, die im Felsuntergrund ihre Fundamente erhalten. Nach Erstellung von mehrfachen Fussmauern muss mit Hilfe einfacher Seilbahnen das in die Tiefe geschwemmte Material hinauf transportiert werden, damit alle Parzellen wieder genügend Untergrund erhalten, somit wieder pflanzungsfähig werden und damit für die untenliegenden Besitzer das aufgeführte Material wieder beseitigt wird. Auf diese Art und Weise wird es einzig möglich, den Grundbesitzern wieder zu ihren Parzellen zu verhelfen und ferner weitern Abrutschungen im gleichen Gebiete sicher entgegenzutreten.
Die Regierung beschloss aufgrund solcher Erwägungen und vor dem Hintergrund, dass die Sanierung laut ersten Berechnungen rund 70’000 Franken kosten würde: 1. Das Volkswirtschaftsdepartement sei beauftragt, genauere Erhebungen darüber zu veranstalten, ob einmal diese kostspielige Rekonstruktion des Rebgeländes sich wirtschaftlich rechtfertigen liesse, und ob sodann die geschädigten Grundbesitzer selbst, wie auch die beteiligten Gemeinden eine solche wünschen und den auf sie entfallenden Kostenanteil zu übernehmen bereit wären. 2. Für den Fall, dass eine solche Rekonstruktion als gerechtfertigt erscheint und durchgeführt werden soll, erklärt sich der Regierungsrat bereit, dieselbe als Bodenverbesserungsprojekt zu behandeln und dem Grossen Rat seinerzeit [sic] die Ausrichtung eines Staatsbeitrages von 30% der wirklichen Kosten zu empfehlen.
Akten des Meliorationsamtes im Staatsarchiv zeigen auf, dass die Projekte „Rebschlipf-verbauungen“ für die Gemeinden Berneck und Au in den Jahren 1916 bis 1919 ausgeführt wurden.
Ausserdem befasste sich der Regierungsrat mit folgenden Themen:
Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) und ZMC 03/02.01 (Berneck um 1900, Bild von J. Thurnheer).
Die Unterlagen zur Rebschlipfverbauung in Berneck finden sich unter den Signaturen: A 151/3.031-0459 B (Berneck), A 151/3.031-0460 B (Au) und A 151/3.036-0490 B (Berneck). Ausserdem beriet der Regierungsrat am 3. November 1916 unter der Nr. 2514 über die Angelegenheit.