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Was bedeutet das Wort «Mohrenkopf»? Der Ausdruck «Kopf eines Mohren» ist eine veraltete Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe. Andere sehen im Zusammenhang mit «Mohrenkopf» jedoch eine andere Herkunft. Das Wort gehe auf den altdeutschen Begriff «Môre» zurück, was Wildschwein bedeute.
Wieso heisst der «Mohrenkopf» so? Der Ausdruck wird für verschiedene Gebäcke gebraucht. Die Urform bestand aber wohl aus zwei Ei-Schnee-Hälften, welche mit Konfitüre zusammengeklebt wurden. Danach überzog man sie mit dunkler Schokolade. Vergleichbar etwa mit dem Wappen der Berner Zunft zum Mohren soll der «Mohrenkopf» das Haupt inklusive der Frisur von Afrikanern darstellen.
Was ist die Geschichte dahinter? «Mohrenkopf» wurde im Zusammenhang mit Süssigkeiten im deutschsprachigen Raum erstmals im 19. Jahrhundert erwähnt. Der «Mohrenkopf» gilt als Erfindung Leipziger Bäcker. Denn im regelmässig erschienenen «Universal-Lexikon der Kochkunst» von damals sind diese Süssigkeiten aufgeführt. Sie wurden zu der Zeit offenbar nicht nur «Mohrenköpfe», sondern auch «Indianer-Krapfen» genannt.
Worum geht es beim aktuellen Streit? Seit längerem wird darüber gestritten, ob die Bezeichnung «Mohrenkopf» rassistisch ist. Bereits 2017 wurde in einer Online-Petition gefordert, dass Dubler – der als einer der letzten Anbieter die Süssigkeit mit «Mohrenkopf» anschreibt - sein Produkt umbenennen soll. Die aktuelle Debatte wurde durch einen Tweet eines Migros-Kunden ausgelöst, der den Detailhändler aufforderte das «rassistisch konnotierte Produkt» aus dem Sortiment zu nehmen. Dieser Tweet erhielt grosse Zustimmung.
Wie reagieren die Detailhändler? Migros hat nun beschlossen, das Produkt aus dem Sortiment zu nehmen. Es folgen nun offenbar auch andere Unternehmen, wie mehrere Medien schreiben. Volg und Spar wollen sich mit der Frage auseinandersetzen und anschliessend entscheiden, ob sie die «Mohrenköpfe» des Unternehmens noch verkaufen wollen.
Die Diskussion betrifft mittlerweile auch «Mohrenköpfe» anderer Firmen. Das Warenhaus Manor nimmt die betreffenden Süssigkeiten der Firma Richterich aus den Regalen. Der Begriff «Mohr» sei verfänglich und negativ konnotiert, sagte Manor-Mediensprecher Andreas Richter zu entsprechenden Medienberichten.
Wie reagiert der Produzent? Robert Dubler äussert sich derweil in den Medien und sagt, dass mit einer Namensänderung dem Grundproblem Rassismus nicht entgegengewirkt werde. Für ihn ist klar, dass er mit dem Namen «Mohrenkopf» niemanden beleidigen will – im Gegenteil, er stehe für etwas Positives.
«Ich komme ohne die Händler über die Runden»
Die «Mohrenköpfe» von Dubler kommen aus Waltenschwil (AG) im Freiamt. Dort produziert Robert Dubler mit 15 Angestellten. «Es können alle Grosshändler aussteigen, das bringt mich keinesfalls in Bedrängnis», sagt der Patron.
Der Grund sind die Preis-Marchen. Laut Dubler sind sie sehr klein, wenn er über die Grossverteiler verkauft. «Der Umsatz ist das eine, was ich daran verdiene das andere. Und das ist beim Verkauf über die Händler nicht viel».
Dubler setzt also auf den Direktverkauf und sagt: «Ich will nicht wachsen, mir ist es sogar lieber, wenn ich kleiner werde. Die Löhne meiner Angestellten kann ich auch dann noch zahlen». (daed)
Wie reagieren Rassismus-Gegner? In einem Interview mit SRF äusserte sich 2014 beispielsweise auch Celeste Ugochukwu, Koordinator des Afrika Diaspora Rat Schweiz (ADRS), wie folgt: «Ich finde, es ist ein Zeichen für ein Minderwertigkeitsgefühl, wenn ein Afrikaner denkt, dass alle afrikanischen Symbole in Europa einen negativen Hintergrund haben und dass man sie einfach so abschaffen soll.»
Wie nennt man die Süssigkeiten heute? Es gibt mittlerweile verschiedene Ausdrücke für den «Mohrenkopf». So wird er in einigen deutschen Sprachgebieten Schokokuss oder einfach Schokokopf genannt. Im Englischen spricht man vom Angels' head.