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Blended Finance hat sich als effizientes Instrument erwiesen. Mit seiner Hilfe lässt sich das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen beschleunigen.
Im September 2015 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Sustainable Development Goals (SDGs), ein umfassendes Paket von 17 Zielen, die darauf abzielen bis zum Jahr 2030 die Armut weltweit zu beenden, sicherzustellen, dass die Grundbedürfnisse aller Menschen erfüllt werden, und den Planeten und die Umwelt zu schützen. Zur Erreichung der SDGs klafft allerdings allein in Entwicklungsländern derzeit eine jährliche Investitionslücke in Höhe von 2,5 Billionen US-Dollar auf. Die internationale Gemeinschaft erkennt Blended Finance zunehmend als ein geeignetes Instrument zur Überbrückung dieser Investitionlücke und zur Verwirklichung der SDGs an.
Blended Finance zur effizienten Zusammenarbeit von öffentlichen und privatem Sektor
Unter Blended Finance versteht man den strategischen Einsatz von Kapital aus öffentlichen und philanthropischen Quellen, um zusätzliche Investitionen des Privatsektors zu mobilisieren. Hierbei wird das Kapital öffentlicher Investoren (bspw. von Entwicklungsfinanzinstitionen, multilateraler Entwicklungsbanken und bilateraler Organisationen) mit Instrumenten zur Risikoreduktion (wie etwa Garantien, First-loss-Regelungen oder Risikoteilung, Technical Assistance und Kapazitätsaufbau) kombiniert, um zusätzliches privates Kapital zu mobilisieren und dieses in Entwicklungs- und Schwellenländer zu kanalisieren. Blended Finance hat sich als ein effizientes Instrument erwiesen, das es öffentlichen und privaten Anlegern ermöglicht, erfolgreich zusammenzuarbeiten, ihre jeweiligen Fähigkeiten wirksam einzusetzen und ihre finanziellen, sozialen und ökologischen Interessen aufeinander abzustimmen. Es stellt daher einen vielversprechende Ansatz dar, um die Erreichung der SDGs zu beschleunigen und die Investitionslücke von 2,5 Billionen US- Dollar zu überbrücken.
Im Impact Investing gibt es verschiedene Beispiele solcher Blended Finance-Instrumente. Sogenannte mehrschichtige Blended Finance-Fonds sind bewährte Instrumente, bei denen der öffentliche Sektor typischerweise die Führungsrolle bei der Strukturierung, dem Sponsoring und dem Seeding des Fonds übernimmt. Bei diesen Fonds ordnen öffentliche Anleger und Entwicklungsfinanzinstitutionen ihr Kapital und ihre Erträge den Erträgen privater Anleger unter (siehe Abbildung). Sie tun dies mit der Zielsetzung, eine soziale und/oder ökologische Wirkung zu haben (z.B. durch Bekämpfung des Klimawandels, Förderung von KMU und Verbesserung des Bildungsniveaus) sowie privates Kapital zu mobilisieren, um damit z.B. eine Erhöhung des Gesamtfondsvolumens und der Investitionskapazität zu erreichen.
Aufbau auf Private-Equity-Grundsätzen
Die Junior-Tranche ist der Grundbaustein solcher Fonds und baut auf reinen Private-Equity-Grundsätzen auf, d.h. diese Tranche kommt als erste für etwaige Kredit- und manchmal auch Währungsverluste auf. Die Renditeerwartung basiert typischerweise auf dem Prinzip der Kapitalerhaltung. Kommerzielle Investoren profitieren zudem von einer erheblichen Kreditverbesserung, da die Subordnation öffentlicher Investoren und Enwicklungsfinanzinstitutionen als ein De-Risking-Mechanismus fungiert. Daher profitieren Anleger je nach dem in welcher Tranche sie investiert sind von einem höheren oder niedrigeren Kapitalschutz. Mit diesen Multi-Tranchen-Fonds konnten erfolgreich etablierte Investoren mobilisiert werdem, die ansonsten nicht in diese Anlageklassen und in diese Bereiche investiert hätten. In diesen Blended Finance-Vehikeln finden alle Akteure (private, öffentliche und Entwicklungsfinanzinstitutionen) eine geeignete Risiko-Rendite-Positionierung und können gemeinsam eine Entwicklungsagenda verfolgen und zur Erreichung der SDGs beitragen.
Auf dem Weg zu Blended Finance 2.0
Laut jüngsten Zahlen haben Blended Finance-Instrumente bisher mehr als 100 Milliarden US-Dollar mobilisieren können. Um die SDGs tatsächlich bis 2030 zu erreichen, muss der Blended Finance Markt noch weiter wachsen. Hierzu muss der Privatsektor seine Beteiligung an Blended Finance-Instrumenten deutlich erhöhen, denn eine Verschiebung des bisherigen Gleichgewichts zwischen öffentlichem und privatem Sektor ist absolut notwendig. Es muss einen Kulturwandel in der Dynamik der Interaktionen und Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren geben. Kommerzielle Investoren müssen eine stärkere Präsenz und Mitspracherechte erhalten. Ergebnisse einer Umfrage zeigen, dass kommerzielle Investoren durchaus bereit sind, sich stärker an Blended Finance zu beteiligen. Hierzu ist aber notwending, dass Blended Finance-Instrumente besser auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten werden, insbesondere hinsichtlich Vereinfachung von Fondsstrukturen, Zugänglichkeit, Standardisierung und Risiko -/Renditeerwartungen. Kommerzielle Investoren könnten der entscheidende Faktor für das Wachstum des Blended Finance-Marktes sein, wenn der öffentliche Sektor von Anfang an besser auf ihre Bedürfnisse eingehen und sie stärker einbeziehen würde.
* Maria Teresa Zappia, Chief Investment Officer, BlueOrchard Finance Ltd