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In der Zeit, in welcher China ein Platz im UN-Menschenrechtsrat zugesprochen worden ist, wurde ein christlicher Buchhändler zu sieben Jahren Haft verurteilt. Während einige Beobachter die Wahl mit teilweise deutlichen Worten kritisierten, sieht ein Vertreter von Open Doors auch Positives an der Entwicklung.
Burgdorf, 30. Oktober 2020 – Die Anklage gegen den Eigentümer eines Online-Buchladens, Zhang Xiaomai, wurde vor dem Volksgericht der Stadt Linhai verhandelt. Neben der langjährigen Haftstrafe verhängten die Richter eine Geldstrafe von 200‘000 Yuan (rund 25‘300 Euro) gegen ihn.
Xiaomai war im September letzten Jahres verhaftet worden, weil er die Online-Buchhandlung «Xiaomai Bookstore» betrieben und darin christliche Literatur verkauft hatte, die er zuvor aus dem Ausland importiert hatte. «Dies ist nicht der erste Fall, in dem ein religiöser Buchhändler zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Sieben Jahre und eine derartig hohe Geldstrafe sind jedoch selten», erläuterte eine Kontaktperson gegenüber Open Doors.
Harsche Zensur
«Die chinesische Regierung schränkt den Online-Verkauf von christlichen Büchern seit einiger Zeit ein. Doch das chinesische Volk findet immer wieder Wege, sie auf Online-Plattformen verfügbar zu machen», sagte die Kontaktperson, die aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden kann.
«Eines der Probleme beim Import von Büchern ist, dass sie keine von China ausgegebene ISBN-Identifikationsnummer haben. Sie sind daher illegal und werden zum Ziel behördlicher Nachforschungen.» Berichten zufolge überprüften Beamte Versandquittungen und spürten Kunden des Buchladens auf, um Beweise zu sammeln. Einige von ihnen wurden bereits aufgefordert, gekaufte Bücher zurückzugeben.»
Zahlreiche christliche Inhalte fallen Internet-Zensur zum Opfer
Inzwischen werden auch christliche Inhalte im Internet verstärkt zensiert. Auf der beliebten Plattform «Renrenjiang» werden Vorträge über eine Vielzahl von Themen per Stream zur Verfügung gestellt. Doch der Anbieter wies kürzlich einen christlichen Streaming-Dienst ab, der über die Plattform einen Artikel über einen Pastor und eine Gemeinschaft gehörloser Christen in Nordchina veröffentlichen wollte.
Obwohl die Autoren die Plattform bereits seit zwei Monaten nutzten, wurde ihnen nun gesagt, dass «eine Sendung über Religion nicht mit ihren Richtlinien vereinbar» sei. Wie der christliche Nachrichtendienst China Christian Daily berichtet, wurde eine grosse Anzahl von Predigtvideos in den letzten zwei Jahren auch von anderen Online-Plattformen genommen.
Quelle: Open Doors Schweiz