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Werner Kaegi (1901–1979) wirkte von 1935 bis 1971 mit grossem Erfolg als Ordinarius für Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Basel. Aus seinem Unterricht gingen zahlreiche Dissertationen hervor, unter anderem zur Geschichte des Basler Buchdrucks. Seine eigenen Forschungen galten hauptsächlich der Geistes- und Ideengeschichte.
Kaegi wohnte am Münsterplatz 4, dem heutigen Domizil der Paul Sacher Stiftung. Nach seinem Tod ging der schriftliche Nachlass mitsamt der umfangreichen Bibliothek an die Stiftung über. 2022 übergab sie ihn der UB. Schwerpunkte der Bibliothek bilden die europäische Geistes- und Kulturgeschichte, Historiografie und die politischen und geistesgeschichtlichen Strömungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aus dem Nachlass seien die umfangreichen Briefwechsel, zum Beispiel mit den Historikern Johan Huizinga und Delio Cantimori, erwähnt. Der Nachlass wurde vollständig übernommen; von der Bibliothek nur die Titel, welche die UB nicht schon besass, und Bände, die aufgrund handschriftlicher Eintragungen von Interesse sind. Es sind dies nicht wenige, da Kaegi mit dem Blei- bzw. dem Rotstift in der Hand zu lesen pflegte.
Werner Kaegi führte über drei Jahrzehnte einen Briefwechsel mit der expressionistischen Künstlerin Helen Dahm. Die Zeichnung zweier Vögel lag einem Brief vom 10. Dezember 1949 bei, mit der Bemerkung «Herrenvogel wie man jetzt hier sagt, wir haben immer viele Heere in den Wiesen um mich. Beiliegend von den Jüngsten aus dem Nest.» UB Basel, NL 395 : D:430, 19, Beil, 1 © Helen Dahm Gesellschaft, Oetwil am See