Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03241.jsonl.gz/1620

Trotz optimaler Betäubung und Schmerzausschaltung kann das Enthornen bei Kälbern zu einer chronischen Schmerz- und Überempfindlichkeit führen. Das zeigt eine Studie der Universität Bern.
Wie sich das Enthornen längerfristig auf Kälber auswirkt, darüber war bislang wenig bekannt. Diese Lücke füllt nun die Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern mit einer heute veröffentlichten Studie.
Im ersten Studienteil, der bereits im Februar 2018 publiziert worden war, waren die ersten 24 Stunden nach dem Eingriff untersucht worden. Spadavecchia: "Wir konnten zeigen, dass die Kälber trotz optimaler Betäubung und Schmerzausschaltung unmittelbar nach der Enthornung eine trigeminale Allodynie entwickelten, das heisst eine Schmerzempfindung, die auf an sich nicht schmerzhafte Reize hin entsteht. Zudem stellten wir eine sogenannte Hyperalgesie fest, das heisst eine übermässige Schmerzempfindlichkeit." Dabei zeigten Kälber, die im Alter von einer Woche und solche, die im Alter von vier Wochen enthornt wurden, ähnliche Werte.
Die Studie wurde an 34 männlichen Kälbern durchgeführt. Tatsächlich enthornt wurde aber nur ein Teil der Kälber, der Rest wurde schein-enthornt. Das wurde gemacht, um den möglichen Einfluss der Handlung am Kalb und den Einfluss der lokalen Schmerzbehandlung von der Wirkung der Enthornung selber unterscheiden zu können. Die Studienergebnisse wurden im Fachjournal "Physiology & Behavior" veröffentlicht.
lid
Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten aus der Landwirtschaft, unterhaltsame Videos, die neuesten Marktpreise und aktuelle Stellenangebote: Melden Sie sich jetzt kostenlos für den Newsletter an.
Die Diskussion um die Hornkuh-Initiative, welche am 25. November zur Abstimmung gelangt, ist emotional, sehr emotional sogar. Man könnte fast meinen, die Schweiz habe keine grösseren Probleme mehr.