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In dieser grossen Organisation wurde Casemangement CM als zusätzliches Angebot für die Personalentwicklung eingeführt. Die Kommunikation über dieses neue Angebot erfolgt zusammen mit den anderen Weiterbildungs- und Beratungsangeboten.
So ergab es sich, dass 60 % der über das Casemanagement befragten Mitarbeitenden über den offiziellen Weg der Personalverwaltung im CM angemeldet worden waren, die anderen 40 % hingegen von sich aus sich für einen Beratungstermin angemeldet hatten. Nach der Kontaktaufnahme führten alle 52 Befragten den begonnenen Beratungsprozess durch das CM weiter:
15 % nahmen 1 – 2 weitere Termine in Anspruch,
50 % hatten mehr als 3 weitere Termine und
31 % der Befragten hatten mehr als 10 Termine.
Die meisten Befragten fanden die Intensität der Betreuung ausreichend, und nur 14 % hätten sich mehr Betreuung gewünscht.
Bemerkenswert ist aber, dass es keinen statistischen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Beratungsstunden und der Qualität der Beratung gibt; dieses Ergebnis bestätigt auch andere Ergebnisse in der Psychotherapieforschung, wo sich ebenfalls gezeigt hat, dass mehr Beratungsstunden nicht zu mehr Therapieerfolg führt.
Schwieriger zu interpretieren ist der Befund, dass je besser das CM eingeschätzt wird, umso länger die Arbeitsunfähigkeit dauert und umso höher die Krankentaggeldzahlungen. Aber auch der umgekehrte Satz ist richtig:
je länger die Arbeitsunfähigkeit dauert, umso längert dauert auch die Begleitung durch das CM für die erfolgreiche Rückkehr in den Arbeitsprozess.
Möglicherweise führt diese intensivere Betreuung dazu, dass diese Befragten überhaupt in den Arbeitsprozess zurück gekehrt sind, und nicht schon längst eine IV- bzw. PK-Rente beziehen.
Ebensowenig gibt es Unterschiede in der Dauer der Arbeitsunfähigkeit oder der Höhe der Krankentaggeldzahlungen zwischen den Befragten, die über den offiziellen Verwaltungsweg zum CM gekommen sind im Vergleich zu jenen, die von sich aus dieses Beratungsangebot genutzt haben.
Überraschend positiv ist auch die hohe Arbeits- und Lebenszufriedenheit der Befragten mit 8.6 bzw. 8.4 auf einer 10-Punkte-Skala.
(Quelle: Nibel & Stadtmann: Zeit heilt Wunden. SPV 2011 (5), pp.92-93).