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Geboren 18.5.1921
Eintritt in die SMB 23.9.1949.
Missionsseminar Schöneck, Landwirtschaft 1950-1953
Diözese Gwelo, Driefontein 1953-1954
Bondolfi 1954-1956
Mukaro 1956-1960
Holy Cross 1960-1961
Driefontein, Viehwirtschaft 1962-1975
Immensee, Markenabteilung 1975-2000
Ruhestand 2000-2016
Verstorben 29.5.2016
Liebe Mitbrüder, liebe Verwandten und Freunde von Bruder Hans Kränzlin,
seinen eigenen, kurzen Lebenslauf fing unser Mitbruder Hans an mit: „I Gott´s Name“, „In Gottes Namen“. Das war sein Lebensmotto. Vor zwei Wochen durften wir den 95. Geburtstag von Hans feiern, bei dem wir noch mit ihm anstossen durften. Wir blicken also auf ein langes, erfülltes Leben zurück, das drei recht verschiedene Perioden umfängt.
Hans wurde am 18. Mai 1921 in Sattel als Sohn von Bäckermeister Franz Kränzlin und der Mutter Elisa Hediger geboren. Da der Vater 1926 in Mühlau eine Bäckerei mit Futterhandel kaufte, besuchte Hans dort fünf Jahre die Primarschule und dann 2½ Jahre in Sins die Bezirkschule. Schon früh las er gern Missionszeitschriften und als P. Edwin Baur von Immensee einmal in der Bezirkschule Sins einen Vortrag gehalten hatte, meldete sich Hans für das Studium am Progymnasium der SMB in Rebstein. Der Spezialkurs dort, in dem in einem Jahr der Stoff für zwei Jahre Latein unterrichtet wurde, war sehr schwierig für ihn. Auch in Griechisch und Algebra hatte er Mühe, er wollte aufgeben. Aber Kaplan Adolf Schmid in Sins konnte ihn überreden, in Altdorf, im Kollegium Karl Borromäus, die vierte Klasse zu besuchen. Als er aber nach einem Spitalaufenthalt viel Kopfweh hatte, gab er das Studium auf. Er wollte an die frische Luft und wurde Lehrling auf einem Bauernhof in Reussegg, Sins. Nach gut 1½ Jahren besuchte er die Landwirtschaftliche Schule in Pfäffikon. Während der Jahre des 2. Weltkriegs war sein Leben eine Mischung von Knecht sein und Aktivdienst. Er leistete in Folge seinen landwirtschaftlichen Dienst in Reussegg, Mühlau, Chêne-Bougerie bei Genf, Stadelmatt ZG und wieder in Reussegg. Dazwischen immer wieder Aktivdienst.
Dann entschloss sich Hans, Bruder zu werden, um in die Mission gehen zu können. 1948 machte er das Noviziat im Missionsseminar Schöneck. Da er die Landwirtschaftliche Schule abgeschlossen hatte, leitete er mehrere Jahre den Landwirtschaftsbetrieb des Seminars. Als Vorbereitung für einen Missionseinsatz ging er 1953 zu einem sechsmonatigen Sprachaufenthalt nach London. Im Oktober reiste er dann nach Rhodesien. In Driefontein erhielt er eine Einführung in den Missionsalltag und lernte Chikaranga, die einheimische Shona-Sprache. Im Jahr darauf kam er als erster Bruder in die Bondolfi Mission, dann nach zwei Jahren nach Mukaro. Nach 3½ Jahren wechselte er nach Holy Cross.
Im Januar 1962 bat Br. Benedikt Erni, dass Hans nach Driefontein kommen sollte, um dort eine Milchviehherde aufzubauen. In gut dreizehn Jahren zog er aus wenigen Kühen, eine Herde von über 50 Kühen und Rindern heran. Die Driefontein-Mission umfasste damals neben dem SMB Personal und dem Regionalhaus noch viele andere Betriebe, für die der Landwirtschaftsbetrieb der Mission Milch und das Fleisch bereitstellte. So die einheimischen Schwestern vom Kinde Jesu, im Noviziat und im Mutterhaus, die Schulküche für die Primarschule, das Sanatorium mit 340 Patienten, das Muvonde Spital mit 120 Betten und die Handwerkerschule für Schneider, Schreiner und Schnitzer. Neben der eigentlichen Milchwirtschaft gab es für Hans noch viel Arbeit mit dem Jungvieh und mit der Zeckenbekämpfung.
Es scheint, dass für Hans die Arbeitslast schliesslich zuviel wurde. 1975 packte Hans seine Sachen, wie er sich ausdrückte, und kam heim ins Missionshaus. Sr. Mauritia suchte Hilfe und Ablösung in der Markenabteilung. Da Marken sammeln schon in Driefontein sein Hobby war, arbeitete er von jetzt an vollzeitlich in der Markenabteilung. Seit Anfang 1979 war Hans dann Chef der Markenabteilung, bis zu deren Schliessung. Sogar nachher hat er weiterhin Marken von Freunden und Mitbrüdern gesammelt und an das Justinuswerk weitergeleitet – als echter, passionierter Märkler.
Hans war vielseitig interessiert. In seinem eigenen kurzen Lebenslauf bekennt er sich als Freund der Volksmusik, er habe auch gern getanzt. Schwingfeste und Blasmusik-Konzerte begeisterten ihn, aber auch schöne Orchestermusik liebte er. Früher ist Hans in seiner Freizeit gern gewandert, um seine Heimat wieder besser kennen zu lernen, wie er sagte. In den letzten Jahren wurden seine Ausflüge aber immer kürzer, schliesslich nur noch ums Haus herum.
Die letzten Monate von Hans waren gezeichnet von Leiden. Ein paar Tage vor seinem 95. Geburtstag hörte man ja seinen träfen Ausspruch: „95 wird man nicht gratis“. Wobei er sich an seine schmerzenden Arme griff.
Hans war geprägt von einem tiefen Glauben. Die Seligpreisung Jesu im heutigen Evangelium: „Selig die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich“, gilt sicher auch für Hans. Möge Gott Hans seinen Jüngerlohn geben und uns Hoffnung und Kraft, für unser eigenes Lebenszeugnis!