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Viele Langzeitpatientinnen und -patienten müssen regelmässig Tabletten einnehmen, oft sogar verschiedene Medikamente gleichzeitig. Wer sie nicht richtig einnimmt, kann sich schaden. Deshalb gebe ich Ihnen hier ein paar Tipps, worauf man bei der Einnahme achten sollte.
Manche Medikamente vertragen sich nicht: Sie verstärken oder schwächen gegenseitig ihre Wirkung. Auch nicnt rezeptpflichtige Medikamente und pflanzliche Arzneimittel können zu unerwünschten Neben- oder Wechselwirkungen führen. Gewisse Medikamente sollte man deshalb nicht gleichzeitig, sondern mit einem Abstand von mehreren Stunden einnehmen. Bei anderen Medikamenten empfiehlt es sich, Nutzen und Risiken von Neben- und Wechselwirkungen genau abzuwägen, am besten zusammen mit dem Arzt.
Achtung vor Kaffee und Kohl
«Den» idealen Zeitpunkt für die Einnahme von Medikamenten gibt es nicht. Je nachdem, wann man das Medikament einnimmt, können Nebenwirkungen stärker oder schwächer auftreten. Falls im Rezept keine Angaben zum Zeitpunkt der Einnahme stehen, findet man diese meist im Beipackzettel. «Vor dem Essen» bedeutet in der Regel mindestens 30 Minuten vor der Mahlzeit; «Mit dem Essen» heisst während der Mahlzeit und «nach dem Essen» 30 bis 60 Minuten nachher. «Nüchtern einnehmen» bedeutet eine Stunde vor oder mindestens zwei Stunden nach der Mahlzeit. Viele Medikamente lassen sich aber auch unabhängig vom Essen einnehmen.
Am besten mit Wasser einnehmen
Ein Medikament wird, falls nicht ausdrücklich anders verordnet, am besten mit etwas Wasser geschluckt, keinesfalls mit Milch, Kaffee, Schwarztee oder Fruchtsäften. Diese Getränke können seine Wirkung beeinflussen. Eine Ausnahme bilden Eisentabletten. Sie sollten mit Orangensaft oder einem anderen Vitamin-C-haltigen Getränk geschluckt werden, denn Vitamin C fördert die Aufnahme von Eisen im Magendarmtrakt.
Auch Lebensmittel können die Wirkung von Medikamenten beeinflussen, wenn man sie gleichzeitig einnimmt. Ein Beispiel: Milchprodukte und Eisentabletten. Nimmt man sie zur selben Zeit ein, so wird die Aufnahme des Eisenpräparates im Magendarmtrakt durch das Calciumsalz in den Milchprodukten deutlich vermindert. Eisentabletten sollte man
deshalb 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück mit Wasser oder Orangensaft schlucken. Wie erwähnt, fördert dieser die Aufnahme des Eisens.
Grüne Gemüse sind ungünstig
Ebenfalls ungünstig: Speisen mit viel Vitamin K wie grünes Gemüse (z.B. Broccoli, Spinat, Kohl) und Blutverdünnungsmittel. Ein hoher Konsum solcher Speisen reduziert die Wirkung der blutverdünnenden Medikamente.
Praktische Boxen
Viele Arzneimittel gibt es heute in unterschiedlichen Darreichungsformen: als
Tabletten, Kapseln, Schmelztabletten, Brausetabletten, Sachets, Zäpfchen, Sirup oder Tropfen. Wer etwa Mühe hat mit dem Schlucken grosser Tabletten, weicht aus auf Tropfen oder Sirup; wer unter Übelkeit und Erbrechen leidet, nimmt Zäpfchen.
Patientinnen und Patienten, die viele verschiedene Tabletten verschrieben bekommen, müssen aufpassen, dass sie sie nicht verwechseln oder gar vergessen, sie zur richtigen Zeit einzunehmen. Die korrekte und regelmassige Einnahme kann sogar lebenswichtig sein. Neben der Medikamentenkarte, die der Arzt ausstellt, stellen Medikamentenboxen eine praktische Hilfe dar. Darin lassen sich die Medikamente für einen Tag oder auch eine ganze Woche in unterschiedlichen Fächern abfüllen – nach Wochentagen und Tageszeiten. So behält man stets den Überblick.
Haben auch Sie Erfahrungen gemacht mit der Einnahme von Pillen, die für andere von Interesse sind, dann hinterlassen Sie doch einfach einen Kommentar.