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Bis ins 19. Jahrhundert verdienten viele Schweizer Männer ihr Brot als Krieger in fremden Diensten. Diese Soldaten nannte man Söldner oder Reisläufer. Erst der junge Bundesstaat gebot dem Söldnerwesen Einhalt. Schweizer dienten aber weiterhin im Ausland – etwa in der Schweizergarde des Papstes, in der französischen Fremdenlegion oder als Spanienkämpfer.
Aufstieg und Fall des Schweizer Söldnerwesens
Das Söldnerwesen erlebte seine Blütezeit zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert. Die Unterlagen zu den ehemaligen Söldnern und zur Fremdenlegion finden sich im Bestand Auswärtige Angelegenheiten (1581-1971) etwa in der Serie Fremde Kriegsdienste. Für das 17.,18. und 19. Jahrhundert gibt es im Schweizerischen Bundesarchiv Bestände der Schweizerregimenter in französischen, spanischen, holländischen, britischen und neapolitanischen Kriegsdiensten sowie in Diensten des Vatikans.
Die Französische Revolution beschleunigte den Niedergang des Söldnerwesens, das infolge der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und des Volksheers jetzt grundsätzlich in Frage gestellt wurde. Der junge Bundesstaat schränkte den Solddienst für fremde Mächte zunehmend ein und verbot ihn schliesslich ganz. Die Auflösung der Schweizerregimenter unter fremder Fahne und die Durchsetzung des Verbots war in den Anfängen des Bundesstaats ein zentrales Anliegen der Behörden. Für die Zeit der Helvetischen Republik (1798 – 1803) können Unterlagen vorwiegend in den Serien des Ministerien des Kriegs (B0#B.08 und B0#C.05) gefunden werden. In den Beständen der Mediationszeit (1803 – 1813) und der Tagsatzungsperiode (1814 – 1848) sind die Unterlagen nach Staaten geordnet jeweils in der Serie Beziehungen mit ausländischen Staaten, Verhandlungen und Verträge (C0#D.2 bzw. D0#D.2) abgelegt.
Moderne Söldner
Seit ihrer Gründung 1831 dienten bis zu 40 000 Schweizer in der französischen Fremdenlegion. Als moderne Söldner gelten zudem auch Schweizer, die aus politischer Überzeugung an Kriegen teilnahmen, beispielsweise am amerikanischen Sezessionskrieg (1861-1865), am Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) oder am Zweiten Weltkrieg (1939-1945) auf der Seite Deutschlands. Die einzige heute noch existierende Schweizer Söldnertruppe ist die Schweizergarde des Papstes in Rom. Sie ist seit dem frühen 16. Jahrhundert für die Sicherheit des Papstes zuständig.
Tipps zur weiteren Recherche
- Historisches Lexikon der Schweiz mit Artikeln unter anderem Artikel zu Fremden Diensten und den Schweizergarden.
- Staatsarchive der Kantone: Unterlagen zum Thema Söldner, zum Beispiel zum luzernischen Soldwesen im Staatsarchiv des Kantons Luzern oder das Privatarchiv der einflussreichen Söldnerfamilie De Courten im Staatsarchiv des Kantons Wallis mit Unterlagen, die bis ins 16. Jahrhundert zurückgehen.
- Offizielle Website der Schweizergarde und jene der ehemaligen Gardisten.
- Interessengemeinschaft Spanienfreiwillige: Liste aller Schweizer Spanienfreiwilliger und Spanienkämpfer inklusive Kurzbiografie und Hinweise auf weitere Quellen und Literatur.
Publikationen des Bundesarchivs
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Letzte Änderung 27.05.2016