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Zürich ist heute sozusagen die Mutter von Seebach, daher ist es angebracht, in einer historischen Plattform von Seebach auch Zürich kurz zu erwähnen. Die älteste schriftlich aufgefundene Nennung Zürichs findet sich auf dem Grabstein des Lucius Aelius Urbicus, wo der Ortsname in der Form ..turicen.....erscheint. Mehr war auf dem Stein nicht zu lesen, da Teile davon abgebrochen sind. Das ....turicen.... ist aber mit Sicherheit als ....turicensis.... zu deuten, was «zürcherisch».... bedeutet. In der Literatur ist Turicum aber schon seit langem überliefert, denn der fragliche Grabstein wurde ja erst später gefunden. Er beweist aber, dass die überlieferte Form von Turicum richtig ist. Die zweitälteste Nennung Zürichs datiert aus der Zeit um 600 bis 700 und lautet Ziurichi. Dann folgen Turigo (807), ad Zurih (810-820) usw. Aus der ältesten Form kann der lateinische Name Turicum sehr zuverlässig rekonstruiert werden, daher darf er ohne vorangehenden Stern geschrieben werden. Aus dem lateinischen Namen der Stadt kann wiederum mit einer gewissen Sicherheit auf den vormals keltischen Ortsnamen *Turikon geschlossen werden. Jetzt aber mit vorangehendem Stern geschrieben, weil es eine reine Vermutung ist, welche in dieser Form nicht schriftlich überliefert ist. Die -ikon-Endung ist rein zufällig und hat mit den heute in der Nordostschweiz und Umgebung existierenden Ortsnamen wie Ã?rlikon usw. nichts zu tun.
Geht es nun darum den keltischen Namen zu deuten, muss man sich die Frage stellen: Ist *Turikon der älteste Name Zürichs, welcher nicht mehr weiter zurück verfolgt werden kann oder war Zürich schon frühkeltisch, also um 800 v. Chr. besiedelt? Daher kann bestenfalls auf der Basis von *Turikon gemutmasst werden, ob frühe Kelten schon ab 800 v. Chr. dem Ort einen Namen gegeben haben könnten, aus welchem dann das spätere *Turikon entstand. Ein solcher Versuch wäre aber rein spekulativ und daher wird darauf verzichtet.
Da heute aber bekannt ist, dass im Seefeld bereits vor mehr als 5000 Jahren eine Siedlung existierte, kann vermutet werden, dass Zürich älter ist, aber es gibt nicht den leisesten Hinweis, ob die damalige Siedlung einen Namen trug und falls ja welchen. Die einzigen Schlussfolgerungen, welche gezogen werden können sind erstens: Ob die die Bewohner der Seefelder Siedlung ihrem Ort einen Namen gaben, ist nicht bekannt. Ã?berliefert ist diesbezüglich gar nichts.
Man geht heute davon aus, dass *Turikon nicht auf einem vorkeltischen Namen basiert. Die heute wissenschaftlich als gängig betrachtete Deutung des Ortsnamens Zürich geht von einem keltischen Personennamen Tur(r)os und der keltischen Ortsendung -ikon aus, womit Zürich als Ort des Turos zu deuten wäre. Der keltische Personenname Tur(r)os ist schriftlich belegt. Das ist der Stand des heutigen Wissens.
Quellen: - Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen - OGS-eigene