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So wie Alice in Lewis Carrolls Märchen durch das Hasenloch nach Wunderland kommt, reisen immer mehr Menschen in Welten, die wie von einem anderen Planeten erscheinen. Sie reisen in mystische Wälder, skurrile Stadtteile, unbekannte Wüstenlandschaften, oder gleich ganz in fremde Galaxien. Doch diese Orte befinden sich nicht auf anderen Himmelskörpern, sondern in unseren Theatern und Kulturzentren. Die Rede ist von Immersive Theatre. Einer Theaterform, die versucht mit den Sehgewohnheiten von Publikum und Theatermacher_innen2 zu brechen, um neue Formen von Geschichten und Erzählungen zu ermöglichen. Immersive Theatre ist eine Kombination aus verschiedenen künstlerischen Disziplinen, mit dem Ziel sinnliche und multimediale Erlebniswelten zu erschaffen, durch die sich Besucher_innen selbstständig bewegen können. Dieser Theaterform widmet sich der Autor in der vorliegenden Thesis, um herauszufinden, wie sehr sich das Immersive Theatre als Format zum Erproben von Politischer Partizipation eignet. Ausgangspunkt hierfür, ist die Produktion Fordlandia, die vom Autor als Abschlussprojekt des Bachelorstudiums in Theaterregie an der Zürcher Hochschule der Künste konzipiert und produziert wurde. Der Autor untersucht, welche Aspekte und Methoden von Immersive Theatre Beteiligung, gesellschaftliche Teilhabe, Meinungsbildung und das Umsetzen von Entscheidungen ermöglichen und wie diese auf das Leben innerhalb einer Gesellschaft angewendet werden können. Im ersten Teil der Arbeit, wird das Immersive Theatre anhand seiner Grundlagen und Bedingungen definiert und ausführlich auf die wesentlichen Aspekte dieser Theaterform eingegangen. Anschließend folgt ein Einblick in die Ursprünge dieser Kunstform und die verschiedenen Strömungen, die sie bis heute beeinflussen. Der erste Teil schließt mit einem Text über das persönliche Verhältnis des Autors zum Immersive Theatre.
Auf die Einordnung und Abgrenzung der Theaterform, folgt eine Definition des Begriffes Politische Partizipation. Der Autor stellt dafür drei wesentliche Kategorien auf, die in diesem Kapitel betrachtet werden. Im nächsten Teil folgt eine Beschreibung des Projektes Fordlandia.
Die Erprobung Politischer Partizipation wird im Kapitel 5 anhand verschiedener Kriterien, z.B. dem Ort und der Architektur, sowie dem Potential des Publikums, befragt und es wird untersucht, wie genau diese Kriterien politisches Handeln ermöglichen und initiieren können.
An diesen Teil schließt ein Kapitel über die Schwierigkeiten von und Kritik am Immersive Theatre, sowie das Fazit der Arbeit an.
In einem umfangreichen Anhang, werden die in der Arbeit erwähnten Arbeiten durch Bilder ergänzt. Auf diese wird im Text verwiesen. Alice stürzt in den Hasenbau, weil ihr Interesse und ihre Neugier Überhand nehmen. Das junge Kind wird in eine Welt entführt, die unvorstellbar und sehr merkwürdig ist. Sie muss sich Gefahren und Aufgaben stellen, trifft verrückte und sonderbare Gestalten, wächst jedoch über sich heraus und meistert mit ihrem Mut und ihrer stets höflichen Art ein großes Abenteuer. Als sie wieder in unserer Welt ankommt, ist aus dem jungen Kind ein selbstbewusstes, starkes Mädchen geworden und ihr Sinn für Gerechtigkeit und Respekt lassen sie aufrecht und fröhlich durch das Leben gehen. Als Metapher für das Immersive Theatre funktioniert die Geschichte vom Wunderland hervorragend. Wie Alice, können Besucher_innen verändert und zum Handeln ermuntert aus einer Inszenierung gehen. Was dieses Handeln auslösen und befeuern kann, ist die Frage, die der Autor mit dieser Arbeit an das Theater und seine Macher_innen und Besucher_innen stellt.