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Spross einer Klavierbauer-Dynastie
Wohlfahrt entstammt einer der wichtigsten Klavierbauer-Dynastien in der Schweiz. Die 1903 gegründete Firma Wohlfahrt erlebte unter der Leitung ihres Gründers Herman Wohlfahrt einen steilen Aufstieg und produzierte bis zu dessen Tod 1945 nicht weniger als insgesamt weit über 10'000 Klaviere und Flügel, die in der Fachwelt einen hervorragenden Ruf genossen. Als sich die Konkurrenz internationalisierte und asiatische Billiginstrumente Europa eroberten, erwies sich der schweizerische Markt für das Familienunternehmen als zu klein.
Anfangs der Achtzigerjahre stellte Werner Wohlfahrt den Bau neuer Klaviere ein und verlegte sich auf den Verkauf und vor allem die Reparatur und den Service. Der Handwerkerstolz hatte es ihm verboten, Halbfabrikate zu verwenden, um im Preiskampf mithalten zu können.
Im Jahr 2000 trat Werner Wohlfahrt in den Ruhestand und Mattia W. Wohlfahrt übernahm die Verantwortung für die Firma.
Ausgewiesener Profi
Der 1967 als zweiter Sohn von Werner und Rita Wohlfahrt geborene Mattia hatte sich schon früh sein erstes Sackgeld in der Werkstatt des Vaters verdient und sich trotz dem schwierigen Umfeld in der Branche für eine Berufslehre als Klavierbauer und –Stimmer entschieden. In den beiden ersten Lehrjahren baute er bei der Bieler Pianofabrik „Burger & Jacobi“ neue Instrumente in industrieller Fertigung. Die zweite Hälfte der Lehre konnte er in der Werkstatt des Vaters absolvieren, weil sein Lehrbetrieb die Tore schliessen musste. Anschliessend bildete er sich in der Piano- und Flügelabteilung des Zürcher Musikhauses Jecklin weiter, bevor er 1989 auf Wunsch des Vaters in den elterlichen Betrieb eintrat. Dort baute er einen umfassenden Stimmservice auf, erstellte Expertisen und restaurierte gebrauchte Instrumente.
Intimer Kenner der Blüthner-Instrumente
Bei dieser Tätigkeit erwachte auch die Leidenschaft für Blüthner: „Den einen oder anderen Flügel aus der Leipziger Manufaktur hatten wir in der Werkstatt zur Überholung – und so konnte ich die Einzigartigkeit dieser Instrumente von Grund auf kennenlernen“, erinnert sich Mattia W. Wohlfahrt. 1991 machte er sich kurzerhand auf nach Leipzig und klopfte dort ehrfürchtig an die Fabrikpforte. Aus dieser ersten Begegnung entwickelte sich eine langjährige Freundschaft zu Ingbert Blüthner und zu dessen Söhnen Knut und Christian, die das Unternehmen heute führen. Kein anderer Schweizer Klavierbauer ist so vertraut mit den innersten Geheimnissen, der besonderen Bauweise und den speziellen Techniken der Blüthner-Instrumente.
Seit über 25 Jahren ist Wohlfahrt mehrmals jährlich in Leipzig und mittlerweile auch mit der Stadt so vertraut, dass er sie als seine zweite Heimat bezeichnet. Die Frucht dieser beruflichen und persönlichen Freundschaft war Ende 2015 die Übertragung der alleinigen Vertriebsrechte an Mattia W. Wohlfahrt als erster Repräsentant und General-Importeur von Blüthner in der Schweiz. Im traditionsbewussten Unternehmen, in dem ein neuer Klavierbauer zehn Jahre arbeiten muss, bevor er von den Berufskollegen in der Manufaktur als ausgewiesener Fachmann respektiert wird, bedeutete dieser Vertrauensbeweis eine Ehre. Oder wie es Senior Ingbert Blüthner sagte: „Jetzt gehörst du zur Familie“. Am 1. Januar 2016 gründete Mattia W. Wohlfahrt die Blüthner Pianos Schweiz AG um in vierter Generation eine neue Ära der Firma Wohlfahrt einzuleiten. «Wir wollen nicht allen gefallen – aber wer sich offen und ohne Vorbehalte auf eine Liaison mit einem Blüthner-Instrument einlässt, wird sich verzaubern lassen und wird gleichzeitig in den Bann eines einzigartigen Instrumentes gezogen. Dann ist und bleibt es Liebe zur einem aussergewöhnlichen Instrument – ein Leben lang... Manche meinen, es sei Magie… für mich ist es einfach höchst präzise, akribische traditionelle Handwerkskunst – Made in Leipzig / Germany ununterbrochen seit 1853»