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Das Glossar aller Keywords aus dem Buch “Vernetztes Denken und Handeln in der Praxis” wird laufend erweitert und steht Ihnen hier jederzeit online zur Verfügung.
Lernen Sie in verschiedenen Phasen, Ihr Unternehmen, Team sowie sich selbst wirkungsvoll zu managen!
Aktionen
Der Begriff Aktion wird als Oberbegriff verwendet für
- Massnahmen (kleinere, leichter umsetzbare Tätigkeiten mit klarer Verantwortlichkeit und Umsetzungstermin),
- Projekte und
- Handlungsanweisungen (ab sofort gültige Regeln mit klarer Verantwortlichkeit, aber ohne "Verfallstermin").
Es handelt sich dabei um Aktivitäten, die ergriffen werden, um Ziele (Soll-Zustand) zu erreichen bzw. eine festgestellte Soll-Ist-Lücke zu schliessen.
Balanced Scorecard (BSC)
Eine BSC® misst die Erreichung strategischer Ziele über ein Kennzahlensystem und verknüpft diese grafisch. Dabei sollen nicht nur finanzielle Kennzahlen, sondern auch kunden-, prozess-, mitarbeiter- und entwicklungsorientierte Kennzahlen einbezogen werden. In der Kombination mit einer Erfolgslogik und der Identifikation der relevanten Hebel wird sie zum einem mächtigen Steuerungsmodell und unterstützt die Operationalisierung einer Strategie.
Betrachtungsebene/n
Komplexität kann auf verschiedenen "Flughöhen", Abstraktions- oder Betrachtungsebenen analysiert werden. Es empfiehlt sich, pro Ebene die Methode Netmapping anzuwenden - analog zu den verschiedenen Massstäben von Landkarten.
Ceteris-paribus
Beim Erstellen einer Erfolgslogik ist der Zusammenhang zwischen zwei Erfolgsfaktoren unter Ceteris-paribus-Bedingungen zu betrachten, das heisst unter Konstant-Halten oder momentanem "Einfrieren" aller übrigen Erfolgsfaktoren, Ursachen und Wirkungen. Sobald die Erfolgslogik fertiggestellt ist, lässt man diese Regel fallen. Man "taut" quasi die übrigen Faktoren auf, damit das Modell zum Leben erweckt und der Komplexität der abgebildeten Situation gerecht wird.
Effektivität
Die richtigen Dinge tun ("Doing the right things" nach Peter F. Drucker). Aktionen sind dann effektiv, wenn sie die gewünschte Wirkung erzeugen. Man könnte Effektivität darum auch mit Zielorientierung übersetzen.
Effizienz
Die Dinge richtig tun ("Doing things right" nach Peter F. Drucker). Man könnte Effizienz auch mit Produktivität übersetzen.
Einfache Systeme / Fragestellungen / Probleme
Einfache Fragestellungen sind durch wenige Einflussgrössen und geringe Verknüpfung gekennzeichnet.
Erfolgsfaktor/en
Element/e einer Erfolgslogik. Die Erfolgsfaktoren werden durch das Hineindenken in die verschiedenen Anspruchsgruppen ermittelt. Die methodische Frage zur Identifikation der relevanten Erfolgsfaktoren lautet: Welches positive oder negative Interesse haben die Anspruchgruppen am gewählten Thema?
Erfolgsindikator/en
Die Erfolgsindikatoren geben Auskunft darüber, ob wir das komplexe System erfolgreich managen. Diese Indikatoren sind typischerweise quantitativer (z.B. Umsatz, Anzahl Kunden) oder qualitativer Natur (z.B. Image, Mitarbeiter-Motivation).
Erfolgslogik®
Eine Erfolgslogik® visualisiert als "Management-Landkarte" die relevanten Zusammenhänge einer komplexen Fragestellung. Dazu werden die Erfolgsfaktoren mittels Ursachen-Wirkungs-Kreisläufen verknüpft. Zu einer Erfolgslogik® gehört auch die Kategorisierung der Erfolgsfaktoren und deren Wirkungen.
Externe Einflüsse
Externe Einflüsse wirken auf das betrachtete System von aussen ein.
Typischerweise sind dies Faktoren aus den Umweltsphären (z.B. wirtschaftliche Entwicklung), von Stakeholdern (z.B. Gesetzgeber) oder aktuellen Herausforderungen (z.B. Digitalisierung), vgl. das auch das St.Galler Management-Modell. Zusätzlich können es auch Einflüsse andere Betrachtungsebenen derselben Institution sein.
Handlungsanweisungen
Ab sofort gültige Regeln mit klarer Verantwortlichkeit, aber ohne "Verfallstermin".
Hebel (= Lenkbarkeit)
Ein Hebel ist ein Ansatzpunkt für Aktionen. Hier Hier (und nur hier!) kann das Management der betreffenden Betrachtungsebene handelnd ins System eingreifen und steuern. Synonyme für Hebel sind Lenkbarkeit, Steuer- oder Stellgrösse. Um ein Zielsystem (z.B. abgebildet in einer BSC) ganzheitlich zu beeinflussen, lohnt sich die Darstellung der Hebel in einer Erfolgslogik.
Indikatoren-Stammblatt
Das Indikatoren-Stammblatt (Teil der Netmapping-Phase "Management-Cockpit") enthält alle wesentlichen Informationen zur Organisation der Datenerhebung und -auswertung.
Komplexe Systeme / Fragestellungen / Probleme
Komplexe Systeme sind durch viele, stark verknüpfte Einflussgrössen und hohe Dynamik gekennzeichnet. Komplexe Herausforderungen zeichnen sich durch ein "Eigenleben" aus.
Komplexitätsmanagement
Relevante Zusammenhänge verstehen und alleine oder im Team komplexe Herausforderungen systematisch und wirksam (zielorientiert) gestalten.
Komplizierte Systeme / Fragestellungen / Probleme
Komplizierte Systeme sind durch viele, stark verknüpfte Einflussgrössen gekennzeichnet. Die Zusammenhänge sind zwar schwierig zu verstehen, aber stabil.
Kybernetik
Kybernetik ist die Wissenschaft von der Steuerung und Kontrolle von Maschinen, lebenden Organismen oder sozialen Organisationen. Der Begriff wurde um 1947 durch den Mathematiker Norbert Wiener eingeführt. Ein Beispiel für das Grundprinzip eines kybernetischen Systems ist ein Thermostat: der Ist-Wert wird mit einem Soll-Wert abgeglichen und eine Abweichung veranlasst den Regler, den Ist- an den Sollwert anzugleichen. Die Methode Netmapping mit der Erfolgslogik® baut auf den Prinzipien der Kybernetik auf.
Lineares Denken
Auf Teilausschnitte (lineare Ursache-Wirkungs-Verknüpfungen) beschränktes Denken (zum Beispiel mittels eines sogenannten Fishbone-Diagramms). Lineares Denken macht bei komplizierten Systemen durchaus Sinn. Für das Managen komplexer Herausforderungen ist es aber unzureichend, da keine Kreisläufe in die Betrachtung einbezogen werden.
Management
Das Gestalten und Regeln komplexer Systeme. Management hat dafür zu sorgen, dass Ziele vorhanden sind und diese mit den verfügbaren Hebeln (Lenkbarkeiten) unter Berücksichtigung der externen Einflüsse erreicht werden, d.h. es geht darum, die Gesamtheit der Hebel auf der Basis einer laufenden Überprüfung der Zielerreichung richtig "einzustellen".
Massnahme/n
Kleinere, leichter umsetzbare Tätigkeiten mit klarer Verantwortlichkeit und Umsetzungstermin.
Mitarbeiterführung
Netmapping®
Netmapping ist ein Management-System, bestehend aus einer Methode (beschrieben im Buch "Vernetztes Denken und Handeln in der Praxis.") sowie Handlungsanweisungen zur Initialisierung, Anwendung und Pflege der Methode.
Das Spezielle an Netmapping ist die inhaltliche und methodische Verknüpfung der Module Erfolgslogik (Management-Landkarte) mit weiteren strategischen Instrumenten wie Szenarioarbeit, Management-Cockpit, Ziel- und Aktionsfindung, Organisation, Mitarbeiterführung, Früherkennung und sowie Teamentwicklung mittels Denkpräferenzen.
Projekt/e
Projekte überlagern die permanente Organisationsstruktur und die Prozesse. Sie werden für neuartige, bereichsübergreifende Vorhaben mit klar definiertem Anfang und Ende initiiert. Projekte sind meist komplexer Natur, weshalb die Methode Netmapping auch zur Initialisierung von Projekten eingesetzt wird. Sie ersetzt nicht das Projektmanagement, sondern ist diesem idealerweise vorgelagert.
Projektmanagement
In Analogie zur Begriffsdefinition "Management" kann unter Projektmanagement das Gestalten und Regeln von Projekten verstanden werden. Das Projektmanagement stellt sicher, dass klare Projektziele formuliert sind und diese mit den verfügbaren Hebeln unter Berücksichtigung der externen Einflüsse erreicht werden, d.h. es geht darum, die Gesamtheit der Hebel auf der Basis einer laufenden Überprüfung der Zielerreichung richtig "einzustellen". Auch Projektmanagement kann in die vier Teilaufgaben Planung, Organisation, Mitarbeiterführung und Controlling unterteilt werden.
Regeln / die Regelung (verstanden als Tätigkeit, nicht als Richtlinie)
Die Regelung ist eine übergeordnete Tätigkeit, welche das Erreichen von Zielen (Soll-Zustand) durch das Betätigen der Hebel (Lenkbarkeit) bezweckt. Dies unter Berücksichtigung der momentanen Zielerreichung, der externen Einflüsse sowie deren Zusammenhänge (gemäss der Erfolgslogik). Das erfolgreiche Management komplexer Systeme setzt ein Verständnis für diese Regelungstätigkeit voraus.
Review
Da sich Komplexität fortlaufend verändert, verlangt Strategiearbeit einen kontinuierlichen Überwachungs- und Steuerungsprozess. Typische Fragen in einem Review-Workshop sind: Sehen wir die wichtigsten Annahmen und Zusammenhänge immer noch so (Review der Erfolgslogik)? Haben sich wichtige externe Einflüsse verändert (Review der Szenarien)? Haben wir unsere Ziele erreicht (Review der Ziele und des Management-Cockpits)? Haben wir die geplante Massnahmen und Projekte tatsächlich umgesetzt (Review der Aktionen)? Sind Probleme aufgetreten?
Signalfarben
Bei den Erfolgsindikatoren wird mittels Signalfarben festgehalten, ob man auf Zielkurs ist (Signalfarbe "grün") oder ob ein kleiner ("gelb") oder grosser Handlungsbedarf ("rot") besteht. Es wird bei der Anwendung der Methode Netmapping situationsbezogen definiert, ab welcher Soll-Ist-Abweichung gelb oder rot vergeben wird.
Simulation
Mittels Simulationssoftware kann das Verhalten komplexer Zusammenhänge (Erfolgslogik) experimentell analysiert werden. Dazu werden die Erfolgsfaktoren einer Erfolgslogik verändert und beobachtet, wie sich diese Impulse fortpflanzen. So können z.B. Szenarien durchgespielt werden. Durch die Gewichtung in Zielgrössen kann der Zustand der Erfolgslogik in einem Management-Cockpit benotet und interpretiert werden.
St. Galler Management-Modell (SGMM)
Ein in den 1960er Jahren an der Universität St. Gallen entwickelter Management-Bezugsrahmen. Hans Ulrich hat das SGMM mit Walter Krieg erstmals 1972 publiziert und führte die Bezeichnung „Leerstellengerüst für Sinnvolles“ ein. Es unterstützt Unternehmen dabei, ganzheitlich zu denken und einen Vollständigkeits-Check im strategischen Managementprozess durchzuführen. Darüber hinaus soll das Gerüst genügend Flexibilität bieten, um weitere Methoden und Lösungsansätze zu implementieren. Das von Rüegg-Stürm überarbeitete Modell ist seit 2002 als „Neues St. Galler Management-Modell“ bekannt. Die Methode Netmapping baut darauf auf und vernetzt die Elemente des SGMM zu einem dynamischen System (Erfolgslogik).
Strategieworkshops
Strategien (langfristige Ziele und dazu passende Projekte und Massnahmen) werden im Rahmen von Strategieworkshops entwickelt. Die Netmapping® Strategieworkshops ermöglichen den Verantwortlichen, im Team eine gemeinsame Sicht und Sprache zu entwickeln, so dass Einigkeit über Wirkungen, Umfeld-Entwicklungen, Ziele und Vorgehen entsteht.
SWOT-Analyse
SWOT ist ein englisches Akronym für Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats (dts. Stärken, Schwächen, Chancen und Gefahren). Im Rahmen der Methode Netmapping wird die SWOT-Analyse nicht als isoliertes Instrument angewandt, sondern ist in diese integriert: die Stärken-Schwächen-Analyse wird bei der Bearbeitung der Hebel durchgeführt, die Chancen-Gefahren-Analyse im Rahmen der Szenarioarbeit.
System
Ein System ist eine Einheit von mehreren Elementen, die eine spezifische Funktion für das Ganze übernehmen und miteinander in Beziehung stehen. Das System grenzt sich von seiner Umwelt ab, steht aber mit ihr in Austausch (Input und Output). Eine besondere Funktion ist die Steuerfunktion, welche die Elemente intern und das System mit der Umwelt koordiniert.
Szenarioarbeit
Szenarien sind Zukunftsbilder. Die Szenarioarbeit ermöglicht es, die Entwicklung der wichtigsten, nicht lenkbaren Faktoren und deren Wirkung auf die Erfolgsindikatoren einzuschätzen. In der Regel werden für einen bestimmten Zeithorizont (zum Beispiel 5 Jahre) drei Szenarien entwickelt: ein optimistisches, ein pessimistisches und ein wahrscheinliches, jeweils inkl. einer Einschätzung der Chancen und Gefahren. Das wahrscheinliche Szenario dient im weiteren Netmapping-Prozess dem Formulieren realistischer Ziele, resp. dem Überprüfen vorhandener Ziele und dem Ableiten von Aktionen.
Umwelt-/ Umfeldanalyse
Die Umfeldanalyse analysiert die externen Einflüsse auf ein System. Im Rahmen der Entwicklung einer Erfolgslogik® (Modul 1 der Methode Netmapping®) werden die relevanten externen Einflussfaktoren identifiziert. Sinnvollerweise werden für diese externen Faktoren Szenarien inkl. einer Chancen-/Gefahrenanalyse entwickelt (Modul 2 der Methode Netmapping).
Vision
Die Vision einer Unternehmung oder einer Institution beschreibt das Weltbild, an das sie glaubt und in dem sie lebt oder gerne leben würde.