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Das Grammophon wurde zwischen 1887 und 1893 von Emil Berliner entwickelt und baute auf dem Edisons System auf. Eine sogenannte Schalldose bewegte sich über das Aufzeichnungsmedium, was jetzt jedoch eine Scheibe war, anstatt eines Zylinders. Damit wurde auf der Platte durch eine an einer vibrierenden Membran befestigten Nadel eine Rille aufgezeichnet. Dies geschah horizontal und spiralförmig – von Seite zu Seite – und nicht vertikal wie zuvor. Eine Spur entstand auf einer dünnen Schicht aus Ruß, die eine Metallscheibe bedeckte. Wenn die Aufzeichnung beendet war, wurde die Platte in ein Säurebad gelegt. Die Säure ätzte eine Rille im Metall, wo der Aufnahmestift sie freigelegt hatte. Dies führte zu einer „positiven“ Aufnahme, die abgespielt werden konnte. Mittels Galvanisierung wurde eine negative Version mit Graten anstelle von Rillen hergestellt. Dieses Negativ aus Metall wurde zu einer Matrize für die Herstellung identischer Platten in einer mit Dampf beheizten Presse. Schallplatten von Berliner waren praktischer als Edisons, billiger in der Herstellung und hatten mehr Klangvolumen. Auf diesen ersten, kommerziell vertriebenen Schallplatten wurden hauptsächlich populäre Songs und Blaskapellen aufgezeichnet.
Der Beginn einer Industrie
Diese frühen Abspielmedien zeigten, dass Musikaufnahmen ein erfolgreiches Geschäft sein konnten. Der Herstellungsprozess und die Grammophone, auf denen sie abgespielt wurden, waren immer noch zu unausgereift, um damit ernsthaft Musik vertreiben zu können. Verbesserungen wurden bald danach implementiert, die auf der Idee von Graham Bell basierte – Wachs war ein ideales Medium, um Aufnahmen zu machen. Nachdem das Problem der Galvanisierung und der Patentfragen gelöst war, übernahm das Grammophon seine Rolle als ernstzunehmendes Musikmedium. Die verbesserte Wiedergabetreue des Wachsoriginals, welches das krude, geätzte System im Jahre 1901 ersetzte, war ein weiterer Schritt vorwärts. Dies trug dazu bei, bekannte Namen an Bord zu bekommen und Platten aufzunehmen. Bisher hatte das Grammophon als kaum mehr als ein Spielzeug gegolten. Caruso, Melba, Patti und andere Künstler machten die Sprechmaschine zu einem neuen Musikmedium für die Massen. Die Änderung des Plattendurchmessers von 7 Zoll auf 10 Zoll (und bald darauf auf 12 Zoll) war ein weiterer signifikanter Faktor.
In Verbindung mit der neuen Aufnahmetechnik wurden von Will und Fred Gaisberg eine Reihe von Touren in Europa, Russland und Indien unternommen. Die Brüder waren ursprünglich Agenten von Berliner und arbeiteten damals für „Gramophone and Typewriter Co.“, was später zu HMV und dann EMI wurde. Ab 1901 verwendeten sie Wachsoriginale der Opernarien, die von Caruso, Tamagno, Battistini, Schaljapin und anderen gesungen wurden, was zu Schallplattenverkäufen in relativ hohen Stückzahlen führte.