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Atemgasgemisch statt Bergluft
Springen wir in der Zeit etwas zurück, wenn auch nicht bis in die eingangs erwähnte Antike. Bereits in den 1930er-Jahren fanden an Piloten erste Experimente mit der Inhalation von Atemgasgemischen statt. Weitere Studien und Simulationen folgten, etwa mit Tauchern.
Als dann vor den Olympischen Sommerspielen 1968 viele Sportler ihr Training in die Berge verlegten, um sich auf den Austragungsort Mexiko-Stadt auf rund 2‘300 Meter Höhe vorzubereiten, wuchs international das Interesse am Thema Höhentraining noch einmal.
Im Forschungsmittelpunkt stand, dass der Körper offensichtlich die gezielt eingesetzte Auseinandersetzung mit verschiedenen Mangel-Reizen braucht, um leistungsfähiger zu werden.
So war es nur noch ein kleiner Schritt zur heutigen Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT) als medizinische Weiterentwicklung des sportlichen Höhentrainings.
Nobelpreis würdigt Forschung
Mit der Entdeckung eines zellulären Sauerstoffsensors in den 1990er-Jahren konnte die Wirkung der IHHT dann auch physiologisch erklärt werden. Dieser biologische Sensor wird bei Sauerstoffmangel aktiv und zwingt die Körperzellen, ihre Abläufe zu verbessern. Die positive Folge: Alles, was zu mehr Energie beiträgt, wird unterstützt. Was die Energiegewinnung erschwert, wird abgebaut.
Diese der IHHT zugrunde liegenden molekularen Zusammenhänge wurde besondere Ehre zuteil: Stellvertretend für alle, die daran geforscht haben, wie Zellen Sauerstoff wahrnehmen und auf ihn reagieren, wurden die drei Wissenschaftler William G. Kaelin, Peter J. Ratcliffe und Gregg Semenza 2019 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet.
Umfangreiche IHHT-Datenlage
Seit dem frühen 20. Jahrhundert wurden übrigens über 18‘000 Studien zur IHHT durchgeführt. Die umfangreiche Forschung liefert zentrale Erkenntnisse über ihre Wirkung. Darunter sind auch 154 klinische Studien (Stand 2023), die die positiven Effekte auf die Gesundheit zeigen bzw. in der Rehabilitation.