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Schon vor der Industrialisierung führten Vulkanausbrüche, Waldbrände und Erosion sowie das Verbrennen von Holz und Kohle zur Bildung von Luftschadstoffen. Diese wurden aber laufend durch Regen und Schnee ausgewaschen, und das Kohlendioxid wird durch die Pflanzen in Sauerstoff umgewandelt. Heute genügt dieses natürliche Reinigungssystem der Atmosphäre nicht mehr.
In dicht besiedelten Gebieten sind ungefähr 90 Prozent der Schadstoffe vom Menschen verursacht. Eine Überblicksstudie zeigt, dass Feinstaub auch unterhalb der Grenzwerte der EU gesundheitsschädlich ist. Besonders bedenklich sind Partikel von weniger als 2,5 Mikrometern, die tief in die Lungen und in den Blutkreislauf eindringen können. Feinstaub gilt als Mitverursacher von Krebs, Asthma, Allergien und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Als Quelle für die Luftschadstoffe gelten Verkehr, Stromproduktion, Emissionen von Industrie und Landwirtschaft sowie das Heizen und Kochen im Haushalt.
Die EU will nun ein Niveau von Luftqualität erreichen, das keine Risiken für Gesundheit und Leben darstellt; die Zahl der Todesfälle durch Feinstaub und Ozonbelastung soll dadurch bis 2030 halbiert werden.
«Luftverschmutzung ist die umweltbedingte Haupt-Todesursache in der EU. Sie ist für zehn Mal mehr vorzeitige Todesfälle verantwortlich als Strassenverkehrsunfälle» Europäische Union
Der Kommissionsvorschlag sieht Verschärfungen bei Heizungssystemen, Dieselfahrzeugen, der landwirtschaftlichen Düngepraxis und für Industrieanlagen vor. Die Grenzwerte in der EU gehören bereits zu den schärfsten weltweit. In einigen EU-Ländern werden jedoch bereits die heute gelten Grenzwerte entweder nicht in die nationale Gesetzgebung umgesetzt oder einfach nicht eingehalten. Strengere Grenzwerte sind nutzlos, wenn sie nicht eingehalten werden.
In der Schweiz sterben laut dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) jedes Jahr 3‘000 bis 4‘000 Menschen vorzeitig wegen der Luftbelastung. Ungefähr 39'000 Mal erkranken Kinder und 1‘000 Mal Erwachsene jährlich an akuter Bronchitis. Die Gesundheitskosten durch Luftschadstoffe werden auf 5,1 Milliarden Franken geschätzt. Unter der schlechten Luft leiden auch die Ökosysteme wie zum Beispiel Moore und alpine Heiden.