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Eines vorweg: Pupsen ist und tut gut!
Allen gesellschaftlichen Konventionen zum Trotz: Wer hin und wieder einen fahren lässt, zeigt, dass es den gasproduzierenden Darmbakterien gutgeht. Natürlich nur, solange es nicht zu Bauchschmerzen führt. Und so sind wir beim Thema Blähungen.
Ursachen von Blähungen
Häufiges Pupsen wird als Blähungen (Meteorismus) bezeichnet. Bei der Aufnahme besonders vieler Ballaststoffe aus Hülsenfrüchten, Vollkornbrot und Nüssen
sowie bestimmter Gemüsesorten wie Kohl und Zwiebeln wird mehr Gas im Darm produziert. Diese Blähungen sind harmlos und verschwinden auch rasch wieder.
Weitere Ursachen können sein:
- vermehrtes Luftschlucken durch hastiges Essen oder durch das Trinken von kohlensäurehaltigen Getränken
- Probleme des Magen-Darmtrakts treten häufig auch in stressigen Lebenssituationen auf und kommen durch eine verminderte Bildung von Verdauungssäften oder durch eine Verkrampfung der Magen-Darm-Muskulatur zustande.
- Verwendung von Medikamenten
- Chronische Darmerkrankung
- Hohes Alter
Wie oft wird gepupst?
Ein Erwachsener stösst durchschnittlich bis zu 2,5 Liter Gas pro Tag aus, wobei nur ein halber Liter davon über den Darm ausgestossen wird. Den Grossteil wird über die Blutbahn in die Lungen transportiert und von dort wieder ausgeatmet. Ärzte geben an, dass bis zu 24 Fürze pro Tag normal sind, der Durchschnitt liegt etwa bei 14.
Was hilft gegen Blähungen?
- Tees gegen Blähungen bereiten Sie aus Fenchel, Kümmel, Anis, Kardamom oder Koriander zu: 1 bis 2 Teelöffel frisch gestossene oder zerquetschte Samen mit einer mittelgrossen Tasse kochendem Wasser übergiessen. Zugedeckt 15 Minuten ziehen lassen, abseihen. Für Säuglinge und Kinder nur einen Teelöffel Fenchel oder Anis verwenden. Diese Tees ungesüsst trinken.
- Blähungen entstehen meist durch mangelnde Verdauungssäfte, blähende Speisen, Dysfunktion der Darmflora sowie Leberschwäche.
- Eine Bauchmassage (Bauch im Uhrzeigersinn kreisend sanft massieren) kann eventuell festsitzende Gasblasen lösen.
- Eine Rollkur, bei der man sich abwechselnd auf die eine und die andere Seite legt, so dass die Gase nach oben steigen können
- Wärme zum Beispiel durch Auflegen einer Wärmflasche oder Dampfkompresse
- Gegen Blähungen sowie gereizte Magen- und Darmschleimhäute empfahl Alfred Vogel auch Bärlauch (Allium ursinum), der im Frühjahr frisch zu finden ist: Bärlauch beeinflusst als Salat, Salatzutat oder gedämpftes Gemüse Blähungen.
Chronische Blähungen
- Auf blähungsfördernde Lebensmittel, sogenannte FODMAPs, sollte bei anhaltenden Beschwerden verzichtet werden.
- Bei chronisch starken Blähungen (die dann meist nicht die einzigen Symptome bleiben), können Darmreinigungs- und Heilfastenkuren angezeigt sein, um die Darmfunktionen wieder von Grund auf zu sanieren. Wenn Sie trotz aller Selbsthilfemassnahmen der Blähungen nicht Herr werden, fragen Sie einen Arzt.
- Bei chronischen Blähungen lohnt sich ein Versuch mit den Schüssler Salzen Natrium sulfuricum (Nr. 10) sowie Calcium chloratum (Nr. 8).
Wann stinken Darmwinde?
Im Prinzip sind Darmwinde geruchlos. Das liegt daran, dass diese hauptsächlich aus den geruchlosen Gasen Stickstoff, Sauerstoff, Kohlendioxid, Wasserstoff und Methan bestehen.
Manchmal werden beim Abbau bestimmter Proteine Schwefelverbindungen freigesetzt. Der Grund ist auch hier, dass die Bakterien
im Dickdarm viele ballaststoff- und schwefelhaltige Nahrungsmittel zerlegen müssen und dadurch Schwefelwasserstoffe produzieren,
die den Geruch ausmachen.
Quelle: Auszüge A. Vogel AG Teufen und Roggwil CH
Können wir beeinflussen, ob wir leise oder laut pupsen?
Sofern der Schliessmuskel kontrolliert werden kann, kann auch das Geräusch beeinflusst werden.
Begünstigt das Sanfte Fasten Blähungen?
Helfend und vorbeugend bei Blähungen in der Fastenzeit
- halte nach Möglichkeit die Darmwinde nicht zurück (auf die Seite treten oder nach draussen gehen)
- Tee aus Fenchel, Kümmel, Anis, Kardamom oder Koriander helfen bei Blähungen
- langsam und gründlich kauen
- regelmässige, sanfte Bewegungen fördern die Verdauung
- Bauchmassage im Uhrzeigersinn
- Wärmeflasche
Nach dem Fasten
Möglicherweise empfiehlt sich nach dem Fasten die Ernährung - oder die Lebensgewohnheiten umzustellen sowie möglichst den Stress zu reduzieren. Die Impulse wurden in der Fastenzeit bereits gelegt.
Nach dem Fasten beeinflussen auch Probiotika positiv den Aufbau einer ausgewogenen Darmflora. Probiotika sind in Apotheken erhältlich.