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In der Kategorie «Säugetiere» machte Don Gutkoskis Aufnahme von einem Rotfuchs, der einen Polarfuchs frisst, das Rennen. Der Grund: Es zeigt, was passiert, wenn sich Lebensräume plötzlich überlappen. Denn normalerweise stehen die weissen Tiere nicht auf der Speisekarte von Rotfüchsen.
Es ist eine frostige Szene, für die Don Gutoski zum «Wildlife Photographer of the Year 2015» gewählt wurde. «Tale of Two Foxes» nennt sie der kanadische Amateurfotograf. Er hat sich damit in der Hauptkategorie gegen 42'000 Eingaben aus 96 Ländern durchgesetzt. Das Bild zeigt einen dramatischen Ausschnitt aus einem Verdrängungskampf, der im subarktischen Klima von Cape Churchill in Kanada stattfindet. Hier überlappen sich die Lebensräume von Rotfuchs und Polarfuchs, wodurch es immer wieder zu konfliktreichen Begegnungen der beiden Arten kommt.
Ungewöhnlich ist, dass der überlegene Rotfuchs seinen Gegner tötet und gleich verzehrt, wie dies Gutoski in seiner preisgekrönten Fotografie festgehalten hat. «Als ich genügend nah war, um die Szene festzuhalten, war der Kampf bereits vorbei», erzählt er. Er konnte beobachten, wie der Rotfuchs am Opfer seinen Hunger stillte und anschliessend die Überreste für eine spätere Mahlzeit versteckte.
«Auf den ersten Blick scheint es, als ob der Rotfuchs aus seinem Wintermantel schlüpfen würde», sagte Jurymitglied Kathy Moran über das Siegerfoto. Das Beeindruckende sei jedoch, dass die Szene mehr zeige als eine reine Jäger-Beute-Beziehung. Sie sei ein starkes Beispiel für den Klimawandel, der dazu führe, dass die Rotfüchse ins Territorium der Polarfüchse eindrängen. «Die Aufnahme funktioniert auf mehreren Ebenen. Sie ist grafisch, erfasst Verhalten und erzählt in einem einzigen Bild eine starke Geschichte. Eine der stärksten, die ich gesehen habe.»