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Hegel, Darwin und Marx
Im 19. Jhd wurden sehr einflussreiche Werke in der Philosophie der Geschichte veröffentlicht, wie Hegels Einleitung in die Geschichte der Philosophie. Hegel sah negative historische Ereignisse wie Kriege oder Revolutionen als Motor der Geschichte an. Durch solche Ereignisse werde das Freiheitsbewusstsein der Menschen stärker und man bewege sich auf das Endziel der Geschichte, die Freiheit und die Moderne, zu. Dieser historische, rationale Prozess sei jedem zugänglich, der sich mit der Geschichte rational aus-einandersetzt. Neben Hegel vertrat der Sozialdarwinismus die Ansicht, dass Gesellschaften in einem primitiven Stadium beginnen und sich laufend mehr zivilisieren. Die Idee, dass es einen historischen Prozess gibt, findet sich ebenfalls bei Marx wieder. Mit seiner Konzeption des historischen Materialismus wies er auf soziale Faktoren wie Ökonomie hin, welche den Verlauf der Geschichte prägen.
Nietzsche und Heidegger
In Nietzsches Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben wurde nicht nur gefragt, wie man Wissen von der Vergangenheit erlangen kann, sondern auch inwiefern dieses Wissen uns im Leben nützlich sein kann. So nimmt Geschichte einen einzigartigen Platz für Menschen ein. Wir können dem nicht entrinnen, was vor uns geschah, und auch nicht, wie wir auf die Zukunft einwirken. Geschichte ist nach Nietzsche nicht etwas, das wir objektiv untersuchen, sondern eine Erfahrung, die wir durchleben müssen und die uns psychologisch belastet.
Martin Heidegger beschäftigt sich ebenfalls mit Fragen der Philosophie der Geschichte. So sind Menschen durch ihr Dasein in der Welt gekennzeichnet. Denn sie wurden in die Welt geworfen und müssen sich mit ihrer Vergangenheit auf den gemeinsamen Zukunftshorizont, dem Tod, beziehen. Die Beschäftigung mit historischen Ereignissen ist also Teil des Menschseins. Diese Gedanken hatten einen grossen Einfluss auf Figuren wie Martin Buber, Karl Jaspers, Hannah Arendt, Paul Ricouer und Jean Paul Sartre.
Kann Geschichte objektiv sein?
Wenn ich eine historische Arbeit verfasse, schwingt ein Teil meiner eigenen Vorstellungen stets mit. Alleine die Themenauswahl ist beeinflusst dadurch, was zu diesem Zeittpunk aktuell ist oder mich gerade interessiert. Zusätzlich sind historische Befunde oder Quellen fragmentiert oder parteisch (beispielsweise ein Tagebuch oder ein Brief) und müssen durch Historiker*innen interpretiert werden. Es ist daher nicht klar, ob Historiker*innen objektiv sein können.
Neben der Frage, ob Historiker*innen objektiv sein können, kann man fragen, ob die historischen Objekte selbst objektiv erfasst werden sollen. So schreibt Isaiah Berlin, dass Naturwissenschaftler wenige Emotionen mit den Objekten ihrer Forschung aufweisen, was bei Historiker*innen jedoch anders ist. Alleine die Benennung der Objekte macht einen grossen Unterschied; nennt man jemanden einen «Tyrann» oder einen «Herrscher»? Man möchte auf der einen Seite objektiv bleiben, aber über Sklaverei oder den Holocaust in einer völlig distanzierten Art und Weise zu schreiben, verliert einen Teil dessen, was das Ereignis ausmachte. So behält man sich vor, Menschen als Wesen mit Motiven und Sinn zu sehen und nicht bloss als kausale Faktoren von historischen Ereignissen.
Hauptquelle: "History" by Anthony K. Jensen, The Internet Encyclopedia of Philosophy.
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