Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03536.jsonl.gz/14

In den letzten 10 Jahren hat die moderne Haarchirurgie eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen (siehe auch allgemein zu Haartranspantation). So ist es gegenwärtig möglich geworden, mehr als 3000 follikuläre Einheiten (natürliche Gruppierungen von 1 – 4 Haaren) an einem einzigen Tag zu transplantieren.
Im ersten Schritt wird dabei das Spendergebiet (= Donorgebiet), der sogenannte Haarkranz, örtlich betäubt, um anschliessend daraus einen bis zu 30 cm langen und 1,5 cm breiten Hautstreifen operativ zu entnehmen. Dieser Hautstreifen ist äusserst dicht behaart und besteht normalerweise aus über 3000 Haarfollikel-Gruppierungen (= follikuläre Einheiten mit 1 – 4 Haarwurzeln). Die im Spendergebiet entstandene Operationswunde wird mit einer feinen Naht verschlossen. Im weiteren Heilungsverlauf entsteht hier eine schmale Narbe, die durch die oberhalb benachbarten Haare des Haarkranzes in der Regel vollständig bedeckt wird (im Einzelfall sogar bei Kurzhaarfrisur). Es muss allerdings betont werden, dass grundsätzlich jede Operationsnarbe, so auch diese, von bleibender, lebenslanger Dauer ist. Der anfängliche Wundschmerz sollte aber schnell vergehen, und ein auftretendes Taubheitsgefühl am Hinterkopf ist in aller Regel ebenfalls zeitlich begrenzt (ca. 6 - 12 Monate). Die meisten Patienten haben dann auch keinerlei Probleme mit diesen Unannehmlichkeiten.
Im zweiten Schritt präpariert Dr. Heitmanns Team von 4 – 6 technischen Assistent(inn)en sehr sorgfältig und mit stereomikroskopischer Hilfe den zuvor entnommenen Hautstreifen in 2500 – 4000 Transplantate. Jedes dieser Transplantate enthält jeweils eine Haarwurzelgruppierung (= Follikuläre Einheit) mit 1 - 4 Haaren. Diese Vorgehensweise folgt der natürlichen gemischten Anordnung von Haarwurzelgruppierungen unterschiedlicher Grösse in der Anatomie des behaarten Hinterkopfes. Deshalb werden die Transplantate auch Follicular Unit Grafts genannt.Mit einer Vielzahl (zumeist mehr als 1000) sogenannter Einzelhaartransplantate (= Single Hair Grafts) lässt sich die neue Haarlinie derartig natürlich gestalten (sachgemässe Implantation und ästhetisches Umverteilungsmuster vorausgesetzt), dass sie von einer nicht behandelten und von Haarausfall verschonten Haarlinie kaum zu unterscheiden ist.
Der dritte Schritt beinhaltet die Implantation der mikroskopisch präparierten Follikeleinheiten in die vom Haarausfall betroffenen Gebiete des Oberkopfes. Nach der Rasur und der örtlichen Betäubung des Empfangsgebietes (die Rasur kann im Einzelfall eventuell auch vermieden werden) kreiert Dr. Heitmann unter Verwendung feinster Instrumente die zahlreichen (> 3000) Inzisionen (= Einschnitte = minimale Empfangsöffnungen). Darin werden dann im weiteren Verlauf die Follicular Unit Grafts (= Haarwurzeln) ganz, ganz vorsichtig und mit grösster Genauigkeit durch 2 – 3 technische Assistent(inn)en eingesetzt.
Die feinen Inzsionen im Empfangsgebiet sind hinsichtlich ihrer Oberfläche kaum messbar und gerade einmal so gross, dass sie die präparierten Follicular Unit Grafts ohne jeglichen Spielraum umschliessen. Dadurch entsteht keine nennenswerte Narbenbildung im Empfangsgebiet, und eventuelle Durchblutungsstörungen der Kopfhaut können vermieden werden. Das wiederum ermöglicht das sogenannte Dense-Packing, d.h. dass Haardichten von 45 - 70 Follikulären Einheiten pro cm² in einer Sitzung erreicht werden können. Eine Verdichtungsbehandlung ist dann im allgemeinen nicht mehr nötig (= One-Pass-Result).
Ansprechend hohe Dichten sind natürlich gerade für die Haarlinie und den unmittelbaren Bereich dahinter sehr wichtig, da diese Gebiete Aussenstehenden direkt ins Auge fallen. Aufgrund der stets limitierten Anzahl der gewonnenen Follikeleinheiten müssen diese dann - in den weniger sichtbaren Gebieten dahinter - mehr oder weniger gestreut werden.
Im Rahmen der Duchführung der Inzisionen ist es zudem von grosser Bedeutung, dass sich die Einstichwinkel bzw. Richtungen der Einschnitte an der Wuchsrichtung der noch vorhandenen Haare orientieren. Selbst auf kahlen Gebieten findet man noch miniaturisierte Resthaare, die diesbezüglich als Vorbild dienen können.
Man kann erahnen, dass solch eine Behandlung sehr arbeitsaufwendig und zeitintensiv ist. Bei einer Megasession von mehr als 3000 Follicular Unit Grafts beträgt die Behandlungsdauer dann auch meistens 9 – 10 Stunden oder mehr.