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Sexualisierte Gewalt und deren Folgen im Kontext der katholischen Kirchgemeinde in Tomils/Tumegl (GR) seit den späten 1950er Jahren bis zur Gegenwart. Eine ethische Fallstudie
Im Mittelpunkt bisheriger Studien zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in den Kirchen stehen juristische Gutachten oder historische Studien, in denen Einzelerfahrungen mit ihren moralischen Fragen wenig Platz einnehmen. Dieses Projekt nähert sich dem Thema der sexualisierten Gewalt im Kontext der katholischen Kirche aus einer individuellen Perspektive und stellt ethische und moralische Fragen in den Mittelpunkt der Forschung. Strukturen der Gewalt und ihre Ermöglichungsbedingungen können durch einen autotheoretischen Ansatz aus der Perspektive der Betroffenen herausgearbeitet und ethisch analysiert werden. Dies ermöglicht eine normative Bewertung relevanter Handlungen und lässt die Betroffenen darüber hinaus aktiv an der Aufarbeitung teilnehmen. Deren Fragen, Expertise und Antwortversuche stehen daher am Anfang dieser Studie.
Ausgangspunkt des Forschungsprojekts ist die Auswertung der Quellen einer von sexualisierter Gewalt betroffenen Person mittels qualitativer und hermeneutischer Inhaltsanalyse. Auf dieser Basis finden problemzentrierte Interviews statt. Im Sinne der Kontextualisierung werden solche mit weiteren Personen geführt, die sich aus den Quellen und aus den initialen Interviews ergeben. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der betroffenen Person.
In diesem Sinn stellt dieses Projekt eine Pilotstudie dar, welches versucht, sich dem komplexen Themenfeld der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt aus einer ethischen und betroffenenzentrierten Perspektive zu nähern.