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Nesslau im oberen Toggenburg war bis zum 31.12.2004 eigenständig und bestand aus dem Dorf, Weilern und Ennetbühl im Luterental an der Schwägalp-Passstrasse. Durch das Gemeindegebiet fliessen die Thur und die Luteren. Nesslau Dorf liegt zu beiden Seiten der Thur, am Nordostfuss des Speer und Westfuss des Stockbergs. 2005 schloss sich Nesslau mit Krummenau zu einer politische Gemeinde zusammen und hiess von da an Nesslau-Krummenau und bestand nun aus den Dörfern Krummenau, Neu St. Johann und Ennetbühl. Nach der zum 1. Januar 2013 beschlossenen Fusion mit Stein wird die neue Gemeinde wieder als Nesslau bezeichnet.
Die beiden Flüsse Thur und Luteren sind im Wappen als zwei silberne Wellenbalken dargestellt. Ausserdem fliesst in Stein die Wissthur in die Thur.
Geschichte
Um 1900 bestand Nesslau zusammen mit den Weilern und Häusergruppen Wasserbrugg, Krummenswil, Niederhaufen, Bühl, Kasten, Schneit, Egg, Laad, Germen, Lütenwil und Dicken aus insgesamt 446 Häuser und 2137 Einwohnern wovon 1824 Reformierte und 311 Katholiken waren. Zur Gemeinde Nesslau gehörte damals noch die Enklave Schlatt in der Gemeinde Krummenau sowie grosse Waldungen und Alpweiden.
Nezzelow wird 1178 erstmals erwähnt und bestand damals nur aus einem einzelnen Bauernhof. Das ganze umliegende Gebiet trug einst zusammen mit dem Grundbesitz des Klosters St. Johann den Namen «Zum Wasser». In Urkunden aus dem 13. Jahrhundert werden Edle von Nesslau genannt, deren Burg auf einer Anhöhe bei Lütenwil gestanden haben soll. Spuren davon waren aber schon um 1900 keine mehr sichtbar.
Als erster Grundherr der Gegend "ze dem Wassere", die den Hof "Nesselove" umgab, ist Ritter Heinrich von Kempten bekannt. Dieser verkaufte im 1261 seinen erheblichen Besitz an Wiesen, Weiden, Wäldern und Alpen samt der Gerichtsbarkeit über die Bewohner dieser Gegend für 114 Mark Silber an das Kloster St. Johann. Im gleichen Jahr wird der Urkundenzeuge "Konrad von Nesselove" in einem Lehensvertrag über die "Bruodirswendi" genannt.
Die Reformation wurde im Toggenburg begeistert aufgenommen, dies nicht zuletzt, weil Zwingli aus der Talschaft kam. 1524 wurde in Krummenau, 1528 in Nesslau die Reformation eingeführt. Im Jahr 1528 war sie praktisch in der ganzen Talschaft abgeschlossen. Beinah sämtliche Angehörigen des Gerichts zum Wasser waren zum neuen Glauben übergetreten. Erst unter der Gerichtsbarkeit des Fürstabtes von St. Gallen bildete sich durch gezielte Ansiedlung katholischer Hintersassen nach und nach wieder eine kleine Minderheit Altgläubiger. Als diese die Wiedereinführung des katholischen Gottesdienstes in der Nesslauer Kirche verlangten, liess Abt Bernhard 1595 einen Altar für die Katholiken aufstellen. Diese Massnahme rief folgenschwere Unruhen hervor. Die Kirche wurde aber fortan von beiden Konfessionen gemeinschaftlich benutzt.
Die folgenden hundertfünfzig Jahre waren gekennzeichnet durch immer stärker werdenden Druck der äbtischen Regierung auf die Protestanten, was den Widerstand der reformierten Nesslauer derart erhärtete, dass sie auch zu Gewalttaten schritten. Ruhe zwischen den beiden Konfessionen trat erst ein, als nach Aufhebung des Klosters Neu St. Johann den Katholiken die Pfarrkirche Neu St. Johann angewiesen wurde und sich die beiden Parteien im Jahr 1806 zur friedlichen Abkurung ihrer Kirchengüter bereit fanden.
Im Jahr 1912 stellte die Bodensee–Toggenburg-Bahn (BT) die Bahnlinie von Ebnat Kappel nach Krummenau und Nesslau-Neu St. Johann fertig. 1919 wurde die Pferdepost von Nesslau nach Wildhaus durch Postautos ersetzt. Der Endbahnhof Nesslau-Neu St. Johann wurde so zu einem bedeutenden Waren- und Personenumschlagplatz und der Tourismus im Obertoggenburg erlebte einen Aufschwung. Verschiedene Projekte, die Bahn über Wildhaus nach Buchs oder als Zahnradbahn über Unterwasser auf den Säntisgipfel fortzusetzen, scheiterten.
Eine Wasserversorgung mit Hydrantennetz bestand schon um 1900 genauso wie man schon Elektrisches Licht hatte. Zu dieser Zeit waren der Haupterwerb gesichert durch eine Käserei. Wiesenbau, Alpwirtschaft, Viehzucht. Baumwollweberei als Hausindustrie, eine Buntweberei und eine Wattefabrik. Zahlreiche Stickmaschinen waren zur Heimarbeit vorhanden und der Viehmarkt war schon zur damaligen Zei einer der grössten im ganzen Umland.