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der Seinigen ermordet wurde (924). Rudolf wurde aber alsbald die Herrschaft über I. streitig gemacht von Hugo von der Provence, der sich 926 in Mailand [* 2] krönen ließ, dann seinen Sohn Lothar zum Mitregenten erhob (931) und hierauf durch Verheiratung mit Marozia (s. d.) auch in Rom [* 3] festen Fuß zu fassen suchte, aber von deren Sohn Alberich aus der Stadt verjagt wurde. Hugos gewaltthätiger Herrschaft suchte der 940 nach Deutschland [* 4] geflüchtete Markgraf Berengar von Ivrea ein Ende zu machen, indem er 945 mit einem Heere von dort herabzog; jedoch erst nach Hugos Tode (950) gewann Berengar Aussicht auf die unbestrittene Herrschaft in I. Allein Lothars Witwe Adelheid, welche Berengar mit seinem alsbald zum Mitkönig erhobenen Sohn Adalbert vermählen wollte, rief von Canossa aus Otto I. um Hilfe an, der 951 über die Alpen [* 5] stieg, um mit der Hand [* 6] Adelheids sich das Königreich I. zu erwerben.
Bei seiner Rückkehr nach Deutschland ließ Otto seinen Sohn Konrad als Regenten in Pavia zurück, mit welchem sich nun Berengar verständigte, worauf er von ihm gegen Leistung des Lehnseides sein Königtum zurückerhielt (952). Während aber Otto in Deutschland in Anspruch genommen war, schaltete Berengar in I. wieder wie ein unabhängiger Fürst, verfolgte die Anhängerschaft Adelheids und des deutschen Königs und machte sich Papst Johann XII. zum Feinde. Von letzterm gerufen, hielt Otto seinen glänzenden Einzug in Pavia (961), von wo er sich zur Kaiserkrönung (2. Febr. 962) nach Rom begab. Die Niederwerfung Berengars, behufs deren Otto nach Pavia zurückkehrte, wurde aber nochmals hinausgeschoben durch eine Erhebung Roms für Berengars Sohn. Otto, nach Rom zurückgekehrt, ließ den entwichenen Johann XII. absetzen und für ihn Leo VIII. (6. Nov. 963) erheben und wandte sich dann wieder nach Oberitalien, [* 7] wo es ihm endlich gelang, wenigstens Berengars habhaft zu werden.
Erhebungen Roms zwangen jedoch Otto noch zweimal einzugreifen: 964 ließ er Johanns XII. Nachfolger der päpstl. Würde entkleiden und Leo VIII. wieder einsetzen und setzte so die Anerkennung des Kaisers als obersten Herrn auch des Papstes durch; 966 zog er wegen eines Aufstandes für Adalbert, den nach Konstantinopel [* 8] entkommenen Sohn und Mitkönig Berengars, aus Deutschland herab und ließ 967 seinen Sohn Otto in Rom zum Kaiser krönen, um dann einen Vorstoß gegen Süditalien [* 9] zu machen.
Otto II. konnte jedoch nach seinem Regierungsantritt erst 980 nach I. kommen; 98? ^[Druck fehlerhaft] besuchte er Rom, um sich krönen zu lassen und dann von hier aus die Unternehmungen seines Vaters gegen Unteritalien wieder aufzunehmen. Nachdem er den Griechen Bari und Tarent abgenommen und die Saracenen bei Cotrone geschlagen hatte, erlitt er bei deren Verfolgung eine schwere Niederlage. Unter neuen Rüstungen [* 10] wurde er 7. Dez. 983 zu Rom vom Fieber hinweggerafft. Die Minderjährigkeit seines schon vorher in Verona [* 11] zum König von Deutschland und I. erwählten Söhnchens Otto III. eröffnete in I. wieder das Feld für die örtlichen Zwiste geistlicher und weltlicher Machthaber, und in Rom erhob sich die Familie der Crescentier, um nun eine Stellung zu gewinnen, wie sie vor Ottos I. Eingreifen die Familie der Marozia und die Grafen von Tusculum innegehabt hatten. Allein schon 996 kam Otto III. nach Rom, wo er einen Deutschen, Gregor V., als Papst einsetzte, der ihn zum Kaiser krönte, worauf er in Mailand auch die Krone von I. nahm. Aus Deutschland stieg Otto III. schon 997 wieder herab, um in Rom den ausständigen Crescentius mit seiner Anhängerschaft hinrichten zu lassen und Sylvester II. zum Papst einzusetzen (998). Nach seinem frühen Tode (Jan. 1002) wurde zu Pavia von den Italienern Arduin von Ivrea zum König erhoben.
Als aber Heinrich II. selbst von Deutschland heranzog (1004), sah sich Arduin zwar alsbald im Stiche gelassen, allein auch Heinrich II., 14. Mai in Pavia zum König gekrönt, erlebte noch am selben Tag eine Gegenerhebung, die ihn zum eiligen Abzug aus I. zwang. Dort befehdeten sich nun die zwischen Arduin und Heinrich geteilten Städte, Herren und Bischöfe, bis Heinrich II. zum zweitenmal (1013) nach Pavia kam. Als er von dort zur Kaiserkrönung nach Rom ging (1014), zog sich Arduin in das Kloster Fruttuaria zurück.
Hier starb dieser letzte nationale König I.s Um die Griechen vollends aus Unteritalien zu verdrängen, wendete sich Papst Benedikt VIII. 1020 an Heinrich II., der, 1021 zum drittenmal herabgestiegen, Benevent, Neapel [* 12] und die andern griechischen und freien Städte zur Anerkennung seiner Hoheit zwang, einen dauernden Erfolg jedoch damit nicht erreichte. Ähnlichen Charakter hatte der erste Vorstoß Konrads II., der sich 1027 nach Rom zum Empfang der Kaiserkrone begab und bei seinem Abzug aus I. den Erzbischos Aribert (s. d.) mit der Ordnung der dortigen Angelegenheiten betraute; dieser vermochte aber des Zwistes zwischen niederm und hohem Adel nicht Herr zu werden. Zu dessen Beilegung kehrte Konrad Ende 1036 selbst nach Oberitalien zurück, wo er die Lehen auch des kleinen Adels, der Valvassoren, erblich machte.
Durch diese Zersplitterung der Macht des Adels in kleine Stücke vernichtete er zwar dessen Gefährlichkeit, zerbrach aber auch das letzte Joch für das aufstrebende Bürgertum, welches schon damals in Mailand dem Kaiser erfolgreichen Widerstand entgegensetzte. Ohne Mailands Herr geworden zu sein, zog Konrad zur Unterstützung des von den Baronen bedrängten Benedikt IX. nach Rom. Dann brachte er die kaiserl. Macht nochmals in Unteritalien zur Geltung und belehnte dort den Normannen Rainulf, der sich eine eigene Herrschaft gegründet hatte, mit Aversa.
Einen andern Normannenführer, Drogo, belehnte später (1047) Heinrich III. mit Apulien. Er war seinem Vater Konrad auch in I. unbestritten nachgefolgt und hatte zuvor in Rom kräftig Ordnung geschaffen, indem er die drei gegeneinander aufgestellten Päpste absetzte. Zugleich aber brach er der Richtung von Cluny (s. d.) Bahn, welche durch ihren Anspruch auf völlige Unabhängigkeit des Papsttums vom Kaisertum den jahrhundertelangen Kampf zwischen beiden Gewalten vollends zur Reife brachte. (S. Historische Karten von Italien [* 13] 2.)
3) Zerstörung der kaiserlichen Macht in I. durch die Päpste, Entstehung des unteritalienischen Königreichs und der freien Gemeinwesen im nördlichen I. (1056-1268). Die Bildung eines mittelital. Reichs unter Gottfried von Lothringen als einer Vormauer des Papsttums gegen die Kaiser, die noch unter Heinrich III. begann, kam zwar ins Stocken; doch führte die spätere Inanspruchnahme Toscanas durch die Kurie zu dem langwierigen Streit zwischen Kaiser und Papst um die Güter der Markgräfin Mathilde (s. d.). Noch folgenreicher war die Verständigung Leos IX. mit den Normannen, ¶
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welche zuerst 1059 von Nikolaus II. förmlich mit ihren Eroberungen in Unteritalien sowie mit dem, was sie noch künftig in Sicilien den Saracenen abnehmen würden, belehnt wurden. (S. Sicilien, Königreich.) Dieser Eingriff in die Reichsrechte entzündete schon während der Minderjährigkeit Heinrichs IV. den Kampf zwischen Reich und Kurie, welcher das Leben dieses unglücklichen Fürsten ausfüllen sollte. Nachdem Gregor VII. seinen Rückhalt in Unteritalien verstärkt hatte, durch Belehnung des letzten Langobardenfürsten von Benevent und des Normannen Richard von Capua, schritt er mit der Verschärfung des Investiturstreites zum entschiedenen Angriff gegen die kaiserl. Regierung in I., welche gerade hier der Herrschaft über die Bischöfe am wenigsten entbehren konnte, während er sich gleichzeitig, wie sein Vorgänger Alexander II., mit der Masse des niedern Bürgertums der oberital.
Städte, der Pataria, gegen die reichstreuen Bischöfe verband. Heinrich IV. erklärte nun den Papst für abgesetzt, sah sich aber 1077 zu der Demütigung von Canossa gezwungen, um die Vereinigung seiner übermächtigen deutschen Gegner mit dem Papst zu verhindern. Als aber Gregor VII. sich schließlich doch für den Gegenkönig Rudolf von Rheinfelden erklärte, stellte Heinrich IV. ihm Wibert von Ravenna als Victor III. entgegen und stieg selbst nach der Vernichtung Rudolfs und dem Sieg der Kaiserlichen bei Mantua [* 15] über die Truppen der Markgräfin Mathilde von Tuscien zum zweitenmal (1081) über die Alpen. Er wurde jedoch Roms erst 1084 Herr und mußte alsbald nach seiner Kaiserkrönung vor dem heranziehenden Robert Guiscard (s. d.) wieder nach Norden [* 16] zurückweichen.
Während Robert den Papst mit sich nach Salerno nahm, erlitt Heinrich IV. im Gebiet von Modena eine Niederlage durch die Leute Mathildes, drang aber dann bei seiner dritten Anwesenheit in I. (1090-92) mit Glück gegen diese vor. Diese Erfolge veranlaßten jedoch die entschieden zur Kurie haltenden Städte Oberitaliens, Mailand, Cremona, Lodi und Piacenza, sich aufs neue zu erheben und den ersten Lombardischen Bund zu schließen. An diese schloß sich, von Heinrich abfallend, sein ältester Sohn Konrad an, der sich 1093 in Monza zum König von I. krönen ließ und 1095 sich mit der Tochter Rogers I. von Sicilien vermählte.
Eine wirkliche Machtstellung in I. gewann jedoch Konrad ebensowenig wie sein Vater bei seinem vierten Aufenthalt in I. (1094-97). Vielmehr bildeten die Städte in dieser Zeit allenthalben nach Mailands Vorbild ihre republikanische Verfassung vollends aus, doch benutzten sie die gewonnene Selbstherrlichkeit zunächst zur gegenseitigen erbitterten Bekämpfung. Diese Zwiste erleichterten den Vorstoß Heinrichs V. (1110), welcher zwar Mailand verschlossen fand, nach einem Reichstag auf den Ronkalischen Feldern und seiner Verständigung mit Mathilde aber über Toscana auf Rom vordrang und dort Paschalis II. gefangen nahm.
Die Erhebung der Kurie unmittelbar nach seinem Abzug zwang 1116 Heinrich V. zu einem zweiten Zug nach I., welcher jedoch der kaiserl. Macht in I. keinen Zuwachs brachte. In dem nach Heinrichs V. Tod ausgebrochenen Thronstreit setzte sich der Hohenstaufe Konrad als König in I. (1128) fest gegen Lothar von Suplinburg, gab aber, vom Papst und bald auch von Mailand im Stiche gelassen, nach kurzer Zeit seinen Versuch auf. Von bleibenden Folgen war dagegen die Vereinigung von ganz Unteritalien und Sicilien als Königreich unter Roger II. Dieser hatte in Anakletus II. zu Rom seinen Gegenpapst gegen Innocenz II. Letzterer sah sich so zuerst zur Flucht nach Frankreich genötigt und suchte dann seine Stütze an Kaiser Lothar, mit welchem er 1133 ein Abkommen über die Mathildischen Güter traf.
Da aber Lothar auch bei seinem zweiten Römerzug nur an der Herstellung der kaiserl. Macht über die Städte Oberitaliens arbeitete, schloß Innocenz II. nach Anakletus' II. Tod Frieden mit Roger, indem er die von jenem (1130) vollzogene Krönung Rogers zum König anerkannte. Konrad III., der Hohenstaufe, sah sich durch seinen Kampf mit den Welfen völlig aus I. ferngehalten. Während in dieser Zeit Arnold (s. d.) von Brescia in Rom auftrat und sich hier der Stadtadel die Stadtregierung aneignete, schossen die innern Parteikämpfe der Städte Oberitaliens und Toscanas und deren gegenseitige Fehden mangels äußerer Bedrohung üppig empor.
Dies bot Friedrich I. die Aussicht, hier die Macht des Kaisertums wieder zeigen zu können. Dem Rufe des Papstes folgend, zog er 1154 nach I., um alsbald den Krieg gegen Mailand, das sich unbotmäßig zeigte, zu eröffnen. Der Zerstörung namentlich von Tortona folgte Friedrichs Königskrönung zu Pavia (1155) und die Kaiserkrönung zu Rom. In Rom wurde Arnold von Brescia dem Papste ausgeliefert, es erhoben sich aber alsbald Unruhen, die Friedrich zum Verlassen der Stadt und I.s bewogen.
Allein schon 1158 kehrte er an der Spitze eines großen Heers nach Oberitalien zurück, wo Mailand die Kaiserlichen inzwischen zum Teil niedergeworfen hatte und in Verbindung mit dem Papst und König Wilhelm I. von Unteritalien getreten war. Mailand wurde durch milde Bedingungen zur Ergebung gebracht (7. Sept.). Der Umstand jedoch, daß Friedrich auf das röm. Recht und verschollene Gebietsansprüche zurückgriff und die Städte zur Annahme kaiserl. Vögte (s. Podestà) nötigen wollte, brachte alsbald den Kampf aufs neue zum Ausbruch, in welchem Friedrich mit der völligen Schleifung Mailands (März 1162) die Bändigung Oberitaliens erreichte.
Allein schon 1164 hatte in den Städten der Widerwille gegen die kaiserl. Vögte einen solchen Grad erreicht, daß sich ein Bund der Städte Verona, Vicenza, Padua [* 17] und Treviso bildete, dem dann auch Venedig [* 18] beitrat. Nachdem Friedrich 1164 einen erfolglosen Angriff auf diesen Städtebund gemacht hatte, wandte er sich 1106 gegen Rom, wo in Alexander III. seine ital. Widersacher ihr Haupt hatten. Aber in kurzem zwang ihn eine Seuche zur Flucht aus I., und gleichzeitig bildete sich im April 1167 der große Lombardische Bund der Städte Cremona, Bergamo, Brescia, Mantua und Ferrara, [* 19] der sich alsbald mit dem Veroneser Bund vereinigte, dann das wieder aufgebaute Mailand sowie die übrigen oberital. großen Städte in sich aufnahm.
Nicht beigetreten waren diesem Bunde nur Genua [* 20] und die toscan. Städte sowie Ancona. [* 21] Der Kaiser, erst 1174 wieder herabgestiegen, erlitt durch den Lombardischen Bund die schwere Niederlage von Legnano, die ihn zu neuen Unterhandlungen zwang; es gelang ihm, Alexander III. im Frieden zu Venedig von den Lombarden zu trennen und diese nun zu einem Vorfrieden zu bestimmen. Der geschlossene Friede von Konstanz [* 22] erkannte dann den oberital. Städten die Freiheiten zu, welche sie seit Heinrich V. besessen hatten, insbesondere die Regalien innerhalb des ¶