Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03112.jsonl.gz/1538

Giuseppe Verdi: Un ballo in maschera
- Montag, 7. Oktober 2013, 20:00 Uhr
-
Erste Ausstrahlung:
- Montag, 7. Oktober 2013, 20:00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
-
Wiederholung:
- Samstag, 12. Oktober 2013, 14:00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Seinen 200.Geburtstag würde Giuseppe Verdi in diesen Tagen feiern. So widmen wir einer der berühmtesten Opern des Italieners eine Diskothek: Un ballo in maschera.
Der Maskenball, eine typische Dreiecksgeschichte, wie sie in der romantischen Oper zu Hauf vorkommt: ein Graf (Riccardo) liebt die Frau (Amelia) seines Freundes und Sekretärs (Renato) und stürzt sich und die beiden andern damit ins Unglück. Schliesslich wird er bei einem Maskenball von seinem Freund getötet.
Verdi hat sich für die Oper an einem historischen Vorfall orientiert: 1792 wurde der König von Schweden, eine schillernde Persönlichkeit, an einem Maskenball in der Stockholmer Oper angeschossen.
Die Oper hatte aber damals auch in Italien politische Brisanz, da in Neapel kurz davor ein Attentat gegen den König verübt worden war. Und so musste Verdis Un ballo in maschera viele Hürden überstehen. Die Zensur in Neapel z.B. lehnte die Oper ab. Und in Rom wurde sie nur unter der Bedingung bewilligt, dass die Handlung nach Boston verlegt werde und einige Personen, vor allem die Adligen, umbenannt würden.
Am 17. Februar 1859 fand dann aber die Uraufführung in Rom statt - sie wurde zu einem Triumph, nicht nur für Verdi, sondern auch für den Freiheitskampf der Italiener. 1860 stürzte in Neapel der verhasste bourbonische Thron, und eine der ersten Opern, die im befreiten Neapel aufgeführt wurden, war Un ballo in maschera.
Eva Oertle diskutiert mit dem Opernregisseur Frank Hilbrich und dem Musikwissenschaftler François Lilienfeld fünf Aufnahmen von Verdis berühmter Oper.