Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03448.jsonl.gz/1053

Der Rohstoffkonzern will eigene Aktien im Wert von 1 Milliarde Dollar kaufen. Damit sollen besorgte Investoren beruhigt werden.
Glencore will eigene Aktien in Höhe von bis zu 1 Milliarde Dollar zurückkaufen. Die Ankündigung könnte dazu dienen, die Investoren zu beruhigen, nachdem Anfang dieser Woche bekannt wurde, dass das US-Justizministerium eine Untersuchung lanciert hat. Die Glencore-Aktie legte bereits um rund 5 Prozent zu.
Das Rückkaufprogramm beginnt am Donnerstag und dauert bis Ende des Jahres, heisst es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Ankündigung erfolgt zwei Tage nachdem die US-Behörden Glencore aufgefordert haben, Dokumente über mögliche Korruption und Geldwäsche im Zusammenhang mit Glencores Geschäften in Nigeria, der Demokratischen Republik Kongo und Venezuela in den letzten zehn Jahren vorzulegen. Infolgedessen brach Glencores Marktwert um 5 Milliarden Dollar ein - eine weitere Zuspitzung in einem ohnehin turbulenten Jahr für den Konzern aus Baar.
Grund dafür sind die Probleme im Kongo, wo Glencore riesige Kupfer- und Kobaltminen betreibt. Insidern zufolge könnte die Staatsanwaltschaft in Grossbritannien Glencores Zusammenarbeit mit dem israelischen Milliardär Dan Gertler und engem Freund von Kongos Präsidenten Joseph Kabila wegen Bestechung lancieren.
Der Aktienrückkauf «scheint kein Zufall zu sein und wir glauben, dass das Management die jüngsten Preisveränderungen auch für extrem hält», so Barclays-Analysten.
Investorenvertrauen stärken
Nach Einschätzung von Analysten von Liberum Capital könnte Glencore ein Aktienrückkaufprogramm nutzen, um das Vertrauen der Investoren zu stärken. Der Einbruch der Aktien um rund 8 Prozent am Dienstag sei wahrscheinlich übertrieben gewesen. Die Glencore-Aktie ist in diesem Jahr um 15 Prozent gefallen, während andere Rohstoffunternehmen wie BHP Billiton, Rio Tinto und Anglo American zugelegt haben.
Glencore hat sich weniger auf die Dividendenzahlungen der Aktionäre konzentriert als einige andere der grössten Rohstoffkonzerne. Stattdessen haben die Baarer Mittel für potenzielle Deals gehortet. Der angeküngte Aktienrückkauf und die über den Erwartungen liegende Dividende für 2017 tragen dazu bei, die Sorgen der renditehungrigen Investoren zu beruhigen.
«Einige Investoren befürchten, dass die Aktionäre nie wieder ihr Geld sehen werden, sondern Glencore damit weiteres Wachstum und Zukäufe finanziert», so die Einschätzung der Credit Suisse. «Die heutige Ankündigung zeigt, dass das nicht wahr ist.»
Glencore überraschte den Markt Anfang des Jahres mit einer Dividende von 2,9 Milliarden Dollar, während der grössere Wettbewerber Rio Tinto eine Ausschüttung von 5,2 Milliarden Dollar und einen zusätzlichen Aktienrückkauf von 1 Milliarde Dollar versprach. Auch Anglo American hat die Ausschüttungen für Investoren erhöht.
Der erste Teil des Rückkaufs von Glencore bis 7. August wird bis zu 463 Millionen Dollar betragen. Die Citigroup wird das Programm durchführen.
(bloomberg/mlo)