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In Myanmar, früher Burma genannt, spielt sich das Leben oft in einem der zahlreichen Teehäusern ab, die es überall in den Städten und am Strassenrand zu finden gibt. Es werden Tee und Snacks serviert und es herrscht rund um die Uhr ein reger Betrieb. Egal ob bei einen kräftigen „burmese tea“, ähnlich einem Masala Chai in Indien, zum Frühstück oder einem Grüntee für zwischendurch. Grüner Tee ist hierbei stets umsonst und man kann trinken, soviel man will. Myanmar ist ausserdem eines der wenigen Länder, in welchem Teeblätter auch zum Kochen verwendet werden. Das bekannteste Gericht ist ein Salat aus fermentierten Teeblättern, der „Laphet thohk“ oder „tea leaf salad“.
Der nördliche Shan-Staat ist eine bergige Region mit subtropisch-tropischem Klima und bietet optimale Bedingungen für das Wachstum von Tee 🍃 . So stellt Teeanbau in diesem Gebiet die Haupteinnahmequelle der Dörfer dar. Familien haben ihre eigene Teeplantage, Grossunternehmen gibt es nicht. Die Bezeichnung Teeplantage ist dabei allerdings mit Vorsicht zu verwenden: Im Gegensatz zu den geraden, heckenförmigen Teeplantagen, die einem sonst bekannt sind, wuchern hier einzelne Teesträucher fast wie verwildert an den Berghängen. Bei der Ernte des Tees von den Plantagen hilft meist die ganze Familie 👨🌾 mit.
Abends wird der geerntete Tee des Tages direkt zu Grüntee weiterverarbeitet. Die Prozessierung zu Grüntee umfasst im Wesentlichen drei Schritte: Erhitzen, Rollen und Trocknen. Hierbei wird zunächst in einem Ofen ein Feuer 🔥 geschürt, mit dessen Hitze Wasser zum verdunsten gebracht wird. In diesem Wasserdampf wird der geerntete Tee stark erhitzt. Die Dampferhitzung dient dem Zweck, die bei Schwarztee übliche Fermentierung zu unterbrechen. Dadurch bleiben dem Grüntee ein Grossteil seiner Bitterstoffe und das für die grüne Farbe verantwortliche Chlorophyll erhalten.
Anschliessend wird der erhitzte Tee auf einem Tisch ausgebreitet und sobald er etwas abgekühlt ist von den geschickten Shan-Frauen per Hand gerollt. Jede Frau nimmt dabei ein paar Handvoll Teeblätter und rollt diese mit kräftigen Handbewegungen auf dem Tisch. Durch die dabei verursachte Reibung werden die Blattstrukturen aufgebrochen und die Inhaltsstoffe können sich beim späteren Aufguss des Tees gut ausbreiten.Danach werden die Teeblätter auf Matten zum Trocknen ausgebreitet. Das Trocknen dient zur Konservierung des Tees. Nach dem Trocknen ist der Grüntee fertig und kann in eines der vielen Teehäuser geliefert werden. So bekam ich nach wochenlangem Grünteegenuss in Teehäusern im ganzen Land endlich einen Einblick, woher dieser Tee stammt.
Wir hoffen, Sie konnten durch unseren Blogartikel etwas mehr über die Teekultur in Myanmar lernen. Falls Sie Fragen haben, zögern Sie nicht uns zu kontaktieren.
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