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1.5.2023 – Es ist bekannt: Die Immobilienpreise sind in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. Vor gut 30 Jahren herrschte in unserem Land eine Immobilienkrise, welche zu schmerzhaften Wertkorrekturen führte. «Schuld» daran waren steigende Zinsen, insbesondere in den ersten Monaten und Jahren des neuen Jahrzehnts (1990er Jahre). Auch problematisch war damals die relativ lockere Kreditvergabepolitik der Banken.
Die realen Immobilienpreise fielen in der Schweiz zwischen 1990 und 2001 um knapp 25%. Danach setzte aber ein Höhenflug ein, im welchem sich die realen Immobilienpreise mehr als verdoppelt haben. Vor rund 30 Jahren begannen die Zinsen in der Schweiz von hohem Niveau an zu sinken. Dies führte mit der Zeit zu einer Stabilisierung der Immobilienpreise in der Schweiz und mit Verzögerung zu einem starken und stetigen Preisanstieg. Diese Phase von gut 20 Jahren war begleitet von sinkenden Zinsen und Inflationsraten sowie einer steigenden Bevölkerungszahl in unserem Land. Dies führte vorallem auch bei den Eigenheimen zu laufenden Preissteigerungen und dies bis heute. Der SWX IAZI Private House Price Index stieg auch im 1. Quartal 2023 um 1,05% (YTD per 31.3.2023) und im Jahresvergleich um 5,09%. Dieser Index misst die Preisentwicklung von Einfamilienhäusern auf der Basis von getätigten Transaktionen. Auch die Eigentumswohnungen sind im Preis weiter angestiegen, allerdings etwas weniger als die Einfamilienhäuser. Die zuletzt gestiegenen Zinsen haben sich somit (noch) nicht negativ auf die Eigenheimpreise ausgewirkt.
In vielen Ländern sind die Immobilienpreise real betrachtet noch stärker angestiegen als in der Schweiz. In einigen Ländern hat sich zwar die Immobilien- und Finanzkrise vor 15 Jahren stark bemerkbar gemacht (insbesondere in den USA). Trotzdem sind die Preissteigerungen höher ausgefallen. Von den aufgeführten Ländern waren die Preissteigerungen einzig in Deutschland schwächer. In Schweden sind die Immobilienpreise massiv stärker gestiegen als hierzulande. Allerdings durchläuft dieser Markt aktuell eine Preiskorrektur, welche für die gesamte Volkswirtschaft des Landes ein Risiko darstellt.
Bildquelle: Cash.ch
Sind die steigenden Zinsen ein Risiko für die Preisentwicklung der Eigenheime? Kann aufgrund der gestiegenen Inflation der Wert real erhalten werden? Mit Sicherheit können diese Fragen nicht beantwortet werden. Die gestiegenen Zinsen sind potenziell ein Risiko für die künftige Preisentwicklung. Zudem sind die Eigenheimpreise derart stark angestiegen, dass sich ein grosser Teil der Bevölkerung ein Eigenheim schlicht nicht mehr leisten kann. Anderseits ist aber auch das Angebot weiterhin knapp. So dürfte sich in der näheren und mittleren Zukunft Nachfrage und Angebot die Waage halten und eine grössere Preiskorrektur im Eigenheimbereich erscheint wenig wahrscheinlich.