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Der Kanton Solothurn schreibt das Ehrenamt als Träger des Hans Roth'schen Ehrenkleids neu aus. Der letzte Träger, Eduard Roth-Hasler aus Solothurn, ist im Herbst verstorben.
Das Ehrenamt wird zum Gedenken an Hans Roth von Rumisberg vergeben, der den Anschlag des Grafen Rudolf von Kyburg auf die Stadt Solothurn im Jahre 1382 vereitelte.
Laut der Sage soll der Bauer Hans Roth in einem Wirtshaus eine Gruppe um Rudolf Kyburg belauscht und vom Anschlag erfahren haben. Er musste versprechen, die Pläne für sich zu behalten. Das tat er aber nicht, sondern lief nach Solothurn. Um falsche Spuren im Schnee zu hinterlassen, soll er die Schuhe verkehrt herum angezogen haben.
Lückenloser Stammbaum gefordert
Der Regierungsrat verleiht das rot-weisse Ehrenkleid traditionsgemäss einem Nachkommen der Familie Roth. Wer sich dafür interessiert, kann sich bis am 26. Februar bei der Staatskanzlei bewerben. Die Ausschreibung erfolgt am 5. Februar im Amtsblatt.
Bewerber müssen nachweisen können, dass bereits einmal einer ihrer Vorfahren das Ehrenkleid getragen hat. Es sei deshalb ein lückenloser Stammbaum oder ein Familienschein beizulegen, schreibt der Kanton in einer Mitteilung.
Ausserdem sollten die Bewerber über eine gute Konstitution verfügen und «den Anforderungen an die mit dem Ehrenamt verbundenen Repräsentationspflichten genügen».
Frauen haben keine Chance
Für das Ehrenamt bewerben können sich zudem nur Männer. Die Regierung habe sich zwar durchaus die Frage gestellt, ob es an der Zeit sei, diese Regel zu lockern, sagt Staatsschreiber Andreas Eng auf Anfrage. Aber: «Eine Frau eignet sich nicht für dieses Kleid».
Das Ehrenkleid wird seit 1538 an die Familie Roth vergeben. Verbunden damit ist eine symbolische Pension von 1000 Franken pro Jahr für den Träger. Staatsschreiber Eng rechnet mit rund zehn Bewerbungen: «Die Figur ist schon noch populär.»