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Beim Lawinenabgang von Dienstag in Crans-Montana VS ist ein Pistenpatrouilleur ums Leben gekommen. Zum Zeitpunkt des Unglücks befand er sich in einem Rettungseinsatz und half einer verletzten Person auf der Skipiste.
Sein Arbeitskollege, die verletzte Person sowie ein vierter Wintersportler wurden ebenfalls von der Lawine erfasst, wie die Bergbahnen von Crans-Montana am Mittwoch mitteilten. Sie kamen aber mit leichten Verletzungen davon. Zwei von ihnen konnten das Spital wieder verlassen. Eine Person befand sich am Mittwoch weiter in ärztlicher Behandlung.
Rettungskräfte konnten die Verschütteten schnell bergen. Der schwer verletzte Patrouilleur wurde in kritischem Zustand in einem Helikopter in das Spital von Sitten geflogen, wo er in der vergangenen Nacht verstarb.
Die Bergbahnen Crans-Montana äusserten sich in einem Communiqué tief betroffen über den Unfall. Ein Care-Team bietet für Angehörige, Mitarbeiter und betroffene Touristen psychologische Unterstützung an.
Am Mittwochmorgen wurde die Suche nach möglichen Verschütteten eingestellt. Die Rettungskräfte hätten keine weitere Opfer gefunden, teilte die Polizei mit. Sie habe ihre Untersuchungen im betroffenen Skigebiet abgeschlossen.
Die Polizei richtete eine Telefon-Helpline ein. Dort gingen zahlreiche Anrufe ein. Es seien umfangreiche Ermittlungen durchgeführt worden, um Erkenntnisse über allfällige verschüttete Personen zu gewinnen, hiess es. Es jedoch keine vermisste Person gemeldet worden.
Während der Nacht war die Suche nach möglichen Verschütteten fortgesetzt worden. Augenzeugen hatten zuvor berichtet, es könnten noch weitere Menschen unter den Schneemassen begraben sein.
Im Einsatz standen zehn Lawinenhundeführer, die Spezialisten der Rettungsorganisation Maison FXB du Sauvetage, die Kantonspolizei Wallis, die Armee, mehrere Mitarbeiter der Bergbahnen Crans-Montana sowie acht Helikopter von Air-Glaciers und Air-Zermatt.
Für die Intervention wurden zudem Pistenfahrzeuge mit Instrumenten zur Bestimmung der Tiefe der Schneemassen ausgerüstet. Bei der Suche setzte die Polizei technische Hilfsmittel zur Lokalisierung von Mobiltelefonen ein. Insgesamt waren 244 Menschen an den Sucharbeiten beteiligt.
Der betroffene Pistenabschnitt wurde auf Weisung der Behörden gesperrt. Das Flugverbot über dem Schadenplatz wurde wieder aufgehoben.
Die Schneemassen hatten sich am Dienstag gegen 14.15 Uhr an einem Hang in der Region La Plaine Morte gelöst, dem höchstgelegenen Bereich des Skigebiets. Die Piste Kandahar wurde dabei auf einer Länge von etwa 400 Metern verschüttet. Der Lawinenkegel erreichte mit einer Länge von 840 Metern, einer Breite von 100 Metern und einer Höhe von bis zu drei Metern ein gigantisches Ausmass.
Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein. Grundsätzlich gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder hätten Schneesportler oberhalb der gesicherten Skipiste die Lawine ausgelöst, oder diese sei spontan abgegangen.
Ein Experte des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos ging in einer ersten Einschätzung von einer Gleitschneelawine aus. Bei solchen Rutschen gleitet die gesamte Schneedecke auf glattem Untergrund ab.
Der Walliser Schneeforscher Robert Bolognesi glaubt nicht, dass das Risiko unterschätzt wurde. «Diese Lawine löste sich oberhalb der üblichen Höhe von Gleitschneelawinen», sagte er der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Das SLF warnte in ihrem Lawinenbulletin für Dienstag von Nass- und Gleitschneelawinen im Tagesverlauf aufgrund der tageszeitlichen Erwärmung und der Sonneneinstrahlung. Insgesamt schätzte das Institut das Risiko für Lawinen als mässig ein, der zweiten von fünf Gefahrenstufen.
Auf die Skiweltcuprennen der Damen vom kommenden Woche in Crans-Montana hat der Lawinenniedergang keinen Einfluss. In Absprache mit dem Internationalen Skiverband FIS habe man entschieden, das Rennprogramm aufrechtzuerhalten, teilte das Organisationskomitee mit. Es sprach der Familie des Lawinenopfers sein Beileid und Mitgefühl aus. (aeg/sda)