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SRF: Wie kamen Sie dazu, ein Buch über ihre Grossmutter zu schreiben?
Christina Caprez: Ich wusste schon als Kind, dass sie eine Pionierin war. Sie faszinierte mich aber auch, weil sie einen Hunger aufs Leben hatte. Sie wollte ihrer Berufung nachgehen, wollte Liebe und Sexualität und sie wollte auch Kinder haben.
SRF: Nachdem sie im Bündner Bergdorf Furna 1931 zur ersten Gemeindepfarrerin der Schweiz gewählt wurde, zügelte sie ein paar Jahre später mit ihrem Mann in den Kanton Zürich, nach Kilchberg. Das sollte eine schwere Zeit werden.
Ihr Mann war auch Pfarrer. Sie hoffte, dass sie die Stelle mit ihm teilen und auch predigen könnte. Der andere Pfarrer verhinderte das jedoch. Das war eine schwere Zeit.
Hätte ihre Grossmutter Freude am Buch?
Ich glaube schon, Sie wollte, dass sich die Enkel um ihren Nachlass kümmern. Vielleicht hätte sie aber auch nicht so grosse Freude, weil ich auch kritische Stimmen zu Wort kommen lasse. Ich kann mir vorstellen, dass sie mir Punkt für Punkt würde widerlegen, was aus ihrer Sicht nicht richtig ist.