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Titel
Anacardien
(Elephantenläuse, Acajounüsse, lat. Anacardiae; fr. noix d'acajou; engl. Caschewnut; holl. Catsjoenooten); ein Artikel des Droguenhandels. Man unterscheidet zwei Arten von A., welche von zwei verschiedenen, zur Familie der Anacardiaceen gehörigen Bäumen abstammen und als ostindische und westindische A. unterschieden werden.
1) Die ostindischen A. oder Malakkanüsse (Fructus Anacardii orientalis) stammen von Semecarpus orientalis; sie haben eine herzförmige Gestalt, sind auf beiden Seiten flach zusammengedrückt, besitzen eine dunkelbraunschwarze, platte Schale und enthalten zwischen dem öligen Kerne und der Schale einen ätzend scharfen Saft, der im frischen Zustande farblos, milchartig ist, später aber verdickt und schwarz wird.
2) Die westindischen A. (Fructus Anacardii occidentalis), kommen aus Westindien und Südamerika und stammen von dem jetzt auch nach Ostindien verpflanzten Baume Anacardium occidentale; sie sind graubraun bis schwarzbraun, nierenförmig und enthalten einen ähnlichen scharfen Saft.
Beide unterscheiden sich dadurch, daß der Saft der westindischen A. auf der Hand blasenziehend wirkt, derjenige der ostindischen dieselbe nur rötet und Pusteln hervorbringt. Der scharfe Stoff der A. wird Cardol genannt; außer diesem enthalten die A. noch eine eigentümliche Säure die Anacardsäure. ¶
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Beide Arten von A. werden als hautreizende Amulette getragen, was unbedenklich ist, solange die Schale nicht entfernt ist. Bei unvorsichtiger Anwendung der geöffneten Früchte dagegen können sehr bösartige Geschwüre entstehen, die weiter greifen als die applizierte Stelle. - Zollfrei.