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Monte Generoso
|Kürzel||MG|
|Bahntyp||Zahnradbahn|
|Betriebseröffnung||1890-06-05|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1890 eröffnete MG wurde von einer Aktiengesellschaft gegründet und führte von Capolago am Luganersee auf Generoso Kulm. Auf der ganzen Strecke mit Zahnstange ausgerüstet (System Abt), überwand sie eine maximale Steigung von 220 Promille. Die MG verkehrte nur von zirka April bis Oktober. Erst 1996 wurde der Winterbetrieb aufgenommen.
Bereits 1894 ging die MG in Konkurs und wurde von einer neuen Gesellschaft, der Erbengemeinschaft Dr. Pasta in Mendrisio, erworben. Der Kaufpreis betrug 371'814 Franken und galt in der Statistik fortan als Aktienkapital, abgeführte Gewinne als Dividenden. 1.56 Mio. Franken wurden infolge der Zwangsliquidation 1894 abgeschrieben, also annähernd das gesamte Kapital einschliesslich der Anleihen und der schwebenden Schulden in der Höhe von 312'000 Franken.
In der Folge und angesichts dieses gewaltigen Abschreibers hellte sich die finanzielle Lage der MG auf, zumal sie nun schuldenfrei war und somit auch keine Zinsdienste mehr für die Anleihen zu leisten hatte. Allerdings lebte die MG über Jahre sozusagen von der Hand in den Mund, indem die Betriebsüberschüsse grossenteils den Eignern zuflossen. Reserven wurden nur in geringem Mass gebildet. Investitionen in die Bahnanlagen oder in das Rollmaterial blieben praktisch gänzlich aus. 1909 kam es aus Gründen, welche die Statistik nicht erläuterte, erneut zu einer Handänderung, indem die «Società anonima del Monte Generoso» die MG übernahm. Das Baukonto blieb dabei unverändert (keine Abschreibungen). Gleichzeitig wurde neues Kapital in beträchtlicher Höhe beschafft. Offenbar hegte man grosse Pläne, doch war der neuen Gesellschaft kein Erfolg beschieden. Sie musste schon im April 1914 – also Monate vor dem Kriegsausbruch – zwangsliquidiert werden, wobei wiederum etliches Kapital verloren ging. Neue Besitzerin war ab 1916 die «Nuova Società anonima del Monte Generoso». Die Anlagekapitalien wurden um insgesamt 650'000 Franken vermindert, 170'000 Franken vom Baukonto abgeschrieben und die Reserven aufgelöst. 250'000 Franken der durch die Aktienkapitalreduktion freigesetzten Mittel erschienen als Einnahmen allerdings erst 1920 in der Gewinn- und Verlustrechnung der MG und dienten primär dem Abbau des angewachsenen Passivsaldos. In den Jahren 1915 und 1916 war der Betrieb der Bahn eingestellt, danach bis 1920 schwer defizitär.
Als «Nebengeschäft» gehörte der MG die Hotellerie mit Restaurant auf Generoso Kulm. Der Buchwert dieser Anlagen betrug 1920 knapp über 430'000 Franken, die bis 1909 weder in der Bilanz noch in der Baurechnung enthalten waren, danach jedoch in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung («Einnahmen aus Nebengeschäften»). 1920 betrug das Defizit der MG aus ihren «Nebengeschäften» 47'000 Franken.
Die MG stand finanziell auch in der Zwischenkriegszeit stets knapp am Abgrund und wechselte erneut mehrmals den Eigentümer. Darunter war vorübergehend auch eine italienische Gesellschaft. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs und der damit verbundenen Wirtschaftskrise wurde schliesslich die Stillegung und der Abbruch der Bahn beschlossen. Auf Initiative des Migros-Gründers Gottfried Duttweiler übernahm jedoch 1941 die Migros die bereits im Abbruch befindliche MG, die im Frühling des gleichen Jahres den Verkehr wieder aufnehmen konnte.
In den 1950er-Jahren erfolgte die Umstellung auf Dieselbetrieb, 1982 schliesslich die Elektrifikation der MG (Gleichstrom).
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: