Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03190.jsonl.gz/2188

Anlässlich einer Aussprache am 7. Mai 2003 in Zürich sind die Experten der beteiligten Organisationen zum Schluss gekommen, dass in der Sondierbohrung Benken im Zürcher Weinland keine Spülungsverluste in den Opalinuston aufgetreten sind.
Die Spülungsverluste, die während des Abteufens der Sondierbohrung Benken 1998 – 1999 auftraten, sind nicht in den Opalinuston sondern in höher liegende, durchlässige Gesteinsschichten erfolgt. Hätten sie im Opalinuston stattgefunden, so müsste die Dichtheit dieser Gesteinsschicht, die als mögliches Wirtgestein für ein geologisches Tiefenlager für radioaktive Abfälle ausgewählt wurde, in Frage gestellt werden.
Die Sachverhalte wurden am 7. Mai 2003 unter den Experten aller beteiligten Organisationen, nämlich der Koordinationskommission der Sondierbohrung Benken, der Bürgerinitiative “Bedenken”, des deutschen Öko-Instituts Darmstadt, der Kommission Nukleare Entsorgung (KNE) und der Nagra, unter der Leitung der Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) besprochen. Dabei konnte anhand der vorgelegten Datenaufzeichnungen und der Erläuterungen dazu einstimmig festgestellt werden, dass die aufgetretenen Spülungsverluste nicht in den Opalinuston sondern in den weit darüber liegenden Malmkarst erfolgten. Für die an der Sondierbohrung und an ihrer Überwachung beteiligten Wissenschafter war dieser Sachverhalt stets klar. Die entsprechende Dokumentation ist lückenlos. Sie ist auf verschiedene Berichte verteilt, von denen nicht alle veröffentlicht wurden. Für die damals an der Bohrung nicht beteiligten Wissenschafter gestaltete sich deshalb der Nachvollzug des Sachverhalts schwieriger. Die HSK ist befriedigt, dass an der gestrigen Sitzung Klarheit über diese umstrittene Angelegenheit geschaffen wurde.
An der Aussprache wurden auch Folgerungen aus den Untersuchungsergebnissen der Sondierungen im Zürcher Weinland diskutiert, die im Bericht des Öko-Instituts vom 5. Februar 2003 aufgeführt sind. Aus Zeitgründen konnten am Gespräch nicht alle Aspekte des Berichts behandelt werden. Dies wird an einer zweiten Sitzung im Juni 2003 weitergeführt. Die HSK wird auch über diese Ergebnisse wieder informieren.