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Filmkritik: Mit Brötchen wie aus «Bao»1. OutNow Film Festival 2020
Liyun (Mei Yong) und Yaojun (Jingchun Wang) haben sich in der südchinesischen Provinz Fujian eine Existenz als Werkstattinhaber aufgebaut, als ihr Adoptivsohn Xing zu rebellieren beginnt. Der scheue Halbwüchsige fällt in der Schule auf, klaut und will sich, sobald er seinen ersten Personalausweis bekommt, anderen Schulabgängern anschliessen und auf seinem Motorrad davondüsen. Damit löst er auch bei seinen Eltern mehr aus, als er ahnt.
Denn Xings störrisches Verhalten sorgt dafür, dass beim Ehepaar alte Wunden aufbrechen. In den 1980ern, zur Zeit der chinesischen Ein-Kind-Politik, arbeiteten die beiden mit anderen Familienmitgliedern in einer Fabrik in Norden der Volksrepublik. Ihr leiblicher Sohn ertrank in einem Stausee und die Abtreibung eines zweiten Kindes - ein solches wurde im Sinne der staatlichen Familienplanungspolitik nicht geduldet - führte zur familiären Zerrüttung. Für Liyun und Yaojun beginnt die Aufarbeitung ihrer Vergangenheit.