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«Aber Roger, meine Frage war doch eine andere», sagte Roger Schawinski am Ende seiner Talksendung zu seinem Chef SRG-Direktor Roger de Weck. Es war das Motto des Abends, denn de Weck beantwortete kaum eine Frage direkt, obwohl Schawinski immer wieder versuchte, ganz konkret nachzuhaken.
Schawinski schickte sich an, de Wecks Seele zu ergründen, und fragte, wie es denn für ihn sei, dass sein Lohn öffentlich thematisiert werde und er sich dafür rechtfertigen müsse. «Wir haben einen unternehmerischen Service public», beantwortete de Weck diese Frage ausweichend und unemotional.
«Du bist im Zentrum eines sehr emotionalen und auch persönlichen Abstimmungskampfes, ist das nicht eine spezielle Phase?», wollte Schawinski gleich zu Anfang der Sendung wissen. De Wecks Antwort ging in eine völlig andere Richtung: «Ich bin jetzt in meinem fünften Jahr bei der SRG und es war jeder Monat speziell.»
Schawinski zeigte in einer schönen Grafik, wer mit der Revision des Radio und Fernsehgesetzes alles weniger zahlt, und liess de Weck daraufhin noch ausschweifend und staatsmännisch die Vorteile des Systems erklären und erläutern, wer alles von den Gebühren ausgenommen ist. «Unglaublich, was das alles bringt», lobte Schawinski.
Dann besann sich der Moderator und fragte de Weck, warum denn, wenn so viele Leute davon profitieren, der Abstimmungskampf so schwer sei. «Das müsstet ihr doch eigentlich locker gewinnen. Da läuft doch etwas schief!», kommentierte er.
«Die Abstimmungskampagne ist eine Frage der politischen Parteien», schwurbelte de Weck, ohne gross auf die Frage seines Gesprächspartners einzugehen. «Ich werde immer wieder zu Diskussionen eingeladen und nehme daran gerne Teil. Es geht darum, ein Gebührenmodell zu erklären, das etwas komplex ist.»
Roger Schawinski unterbrach seinen Namensvetter mit dem Einwurf, dass es doch überhaupt nicht kompliziert sei. Die Botschaft sei einfach, die meisten Leute müssten weniger zahlen. «Diese Botschaft musste man immer wieder anbringen», nickte de Weck anerkennend. «Die Kritiker der Vorlage reden lieber über etwas anderes. Ganz allgemein über Service public. An ihrer Stelle würde ich genau dasselbe machen», schwurbelte de Weck, Verständnis für die Gegenseite spielend.
Schawinski liess auf seinem Bildschirm neben dem Tisch SRG-Kritiker Claudio Zanetti zu Wort kommen, der vorschlug, dass Leute, die weniger als zehn Stunden im Jahr Schweizer Fernsehen schauen, auch keine Gebühren zahlen müssten.
Laut de Weck existieren diese Leute aber gar nicht. «Es gibt keine Schweizer, die unser Angebot weniger als zehn Stunden im Jahr nutzen», so der Generaldirektor mehr als selbstbewusst. Ausserdem gehe es beim Gebührenzahlen ja auch um Solidarität.
Obwohl Schawinski die Sendung sogar zeitlich überzog, konnte er nicht mehr als diese altbekannten Sätze aus de Weck herauslocken, die Verzweiflung darüber war ihm zunehmend ins Gesicht geschrieben. Immerhin am Schluss gab SRG-Chef de Weck noch etwas Persönliches von sich preis: «Ich schlafe immer gut, schon seit meiner Jugend.»