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Martin Brundle war zwischen 1984 und 1996 ein ziemlich mittelmässiger Formel-1-Pilot. In 158 Rennen unter anderem für Tyrell, Williams, Brabham, Ligier, Benetton und McLaren fuhr der heute 62-jährige Brite keinen einzigen Sieg ein, immerhin schaffte er es neunmal auf ein GP-Podest.
Kultstatus erlangte Brundle erst nach seiner aktiven Karriere als Live-Kommentator vor den Rennen. Seit 1997 jagt der Ex-Rennfahrer bei seinen legendären Gridwalks in der Startaufstellung mit einem Mikrofon bewaffnet und einem Kameramann im Schlepptau den wichtigsten Figuren des Formel-1-Zirkus hinterher.
Mittlerweile tummeln sich dort aber mehr Promis als Motorsport-Experten und so hat Brundle aus der Not eine Tugend gemacht und versucht, diesen mit einer grossen Portion britischem Humor ein meist bedeutungsloses Statement über den Sport abzuringen. Das Resultat: teils haarsträubende Interviews.
Beim GP von Austin im letzten Jahr wurde der Brite von den Bodyguards der Rapperin Megan Thee Stallion unwirsch abgewimmelt und wurde mit seinem coolen Konter («Oh, ich kann das tun, denn ich habe es gerade getan») zum Internet-Star. Seitdem gibt es in der Formel 1 ein Bodyguard-Verbot in der Startaufstellung.
In Miami wurde Brundle nun wieder auf die zahlreich angereisten Promis losgelassen, die dem Sky-Reporter ohne ihre Bodyguards quasi schutzlos ausgeliefert waren. So kam es in der Startaufstellung vor dem Hard Rock Stadium der Miami Dolphins zu ein paar wahnwitzigen Begegnungen.
Zunächst dachte Brundle, NFL-Superstar Patrick Mahomes erspäht zu haben. In Wahrheit stand er allerdings neben Paolo Banchero, einem der heissesten Nummer-1-Anwärter im NBA-Draft. Das merkte dann auch Brundle: «Okay, es ist nicht Patrick, deshalb hat er mich eben ignoriert. Wie heissen Sie, Sir?» Banchero klärte sein Gegenüber schliesslich auf und Brundle entschuldigte sich für die wohl nicht ganz unbeabsichtigte Verwechslung. Was die Situation noch komischer machte: Ganz in der Nähe stand NBA-Legende Dwyane Wade, als Brundle sagte: «Mal sehen, ob wir jemanden finden können, mit dem wir wirklich reden können.»
Später versuchte der Ex-Pilot mit den Williams-Schwestern ins Gespräch zu kommen, doch diese waren wohl vorgewarnt und ignorierten den Sky-Reporter so gut wie möglich. «Wir lieben es, Lewis und alle hier in Miami zu haben», antwortete Venus dann immerhin noch auf die Frage, wegen wem sie hier sei.
Mehr Erfolg hat Brundle bei DJ Khaled, einem amerikanischen Hip-Hop-Produzenten: «Wir sind hier in Miami, das ist mein Zuhause, die beste Stadt der Welt und die ganze Welt ist hier für diesen schönen Event, F1, Familie, Spass, gute Energie, Superstars, Ikonen», schwärmte der Musiker und liess den ehemaligen Teamkollegen von Michael Schumacher und Ayrton Senna fasziniert zurück. «Dem kann ich nichts mehr hinzufügen. Wunderschön zusammengefasst, Sir», sagte Brundle nur.
Im dritten Versuch schaffte es der Reporter-Schreck schliesslich auch noch, David Beckham vors Mikrofon zu zerren. Der Besitzer des Fussballklubs Inter Miami wusste wohl ziemlich genau, was auf ihn zukommen wird, machte aber gute Miene zum bösen Spiel. «Becks» schwärmte zunächst von der Atmosphäre, antwortete auf die Frage, wer das Rennen gewinnen werde, kurz und bündig mit einem «Wir werden sehen» und machte sich dann so schnell wie möglich aus dem Staub.
Brundle wurde auf Social Media nach dem Rennen fast mehr gefeiert als Sieger Max Verstappen und meldete sich dann auch prompt selbst auf Twitter. «Es gibt einen Grund, warum ich mir in einem Vierteljahrhundert meiner Karriere noch nie einen Gridwalk angeschaut habe», entschuldigte er sich zunächst und erklärte dann: «Ihr habt keine Ahnung, wie sehr ich es verabscheue, dies zu tun, aber irgendwie haben diese verrückten Momente meine berufliche Laufbahn geprägt.»
There’s a reason why I’ve never watched back an F1 gridwalk in a quarter of a century of doing them. You have no idea how much I dislike doing them but somehow those crazy moments have defined my professional career 🤔. Oh well, that’s the way it is.— Martin Brundle (@MBrundleF1) May 9, 2022
Und so warten nicht wenige der Formel-1-Fans auch beim nächsten Rennen wieder gespannt auf den längst legendär gewordenen Gridwalk von Martin Brundle. (pre)
Es ist Krieg. Zum ersten Mal seit mehr als einem halben Jahrhundert beeinflusst ein Krieg direkt eine Eishockey-WM. Nicht nur, weil die Russen und die Weissrussen erstmals auf unbestimmte Zeit vom Turnier ausgeschlossen worden sind. Auch aus rein geographischen Gründen.