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Der Aargau und sein geothermisches Potential
Verschiedene nationale Forschungsprogramme führten vor über 30 Jahren zur Entdeckung der Wärmefluss-Anomalie* im Städtedreieck Koblenz – Baden – Bad Zurzach. Heute gilt diese Wärmefluss-Anomalie als eine der bedeutendsten in ganz Mitteleuropa. Praktisch die gesamte Fläche befindet sich im Kanton Aargau.
Stellenweise beträgt der Wärmestrom über 130 mW/m2. Dieser Wert liegt damit etwa 60 % über dem mittleren Schweizer Wärmestrom von 80 mW/m2. Bei der Erstellung der Tiefen-EWS Oftringen wurde 2007/2008 ein überraschend hoher Wärmestrom von 142 mW/m2 gemessen (NAB Arbeitsbericht, 2008). Möglicherweise befinden sich noch weitere unentdeckte Wärmeanomalien im Schweizer Untergrund. Genau diese Gebiete mit besonders hohen Wärmeflüssen können für eine zukünftige geothermische Nutzung von besonderem Interesse sein.
*Wärmestromdichte / Wärmeflussdichte
Die Erdkruste ist sehr heterogen aufgebaut. Unter den Kontinenten ist sie deutlich dicker als unter Ozeanen. Die Kontinente bestehen an ihrer Basis aus kristallinem Grundgebirge (Granit, Gneis), der Ozeanboden aus basaltischen Gesteinen (Basalt, Grabbro). Aus den Dicke- und Materialunterschieden resultieren sehr unterschiedliche Wärmeproduktionsraten. So kann die Wärmeproduktion in Granit 20-mal so gross wie in einem Gabbro sein.
An der Erdoberfläche wird die geförderte Wärmeenergie als Wärmestromdichte gemessen. In der Geothermie wird die in einer bestimmten Zeit übertragene Wärmemenge für eine bekannte Fläche betrachtet. Physikalisch ergibt sich damit eine definierte thermische Leistung je Flächeneinheit in W/m² bzw. mW/m².
Der Energiefluss setzt sich aus dem konstanten Wärmestrom vom Erdkern und Erdmantel sowie einem variablen (weil gesteinsabhängigen) Wärmestrom aus der Erdkruste zusammen. Damit ist die Erdwärme in jedem Falle regenerativ.