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Tamarinde
Den meisten Leuten geht es so, wenn sie den Namen zum ersten Mal hören. Die Tamarinde gehört zu den grossen Unbekannten in unseren Breitengraden. Anders ist dies in Asien und Afrika: Dort werden die Hülsen des Tamarindenbaums, die auch als „indische Datteln“ bezeichnet werden, häufig in der Küche verwendet. Sie werden beispielsweise zu Chutneys, Marmeladen und Essig verarbeitet. In Thailand und in Mexiko wird die Tamarinde als kandiertes und mit Chilli gewürztes Konfekt gegessen. Auch Limonade kann aus Tamarinden hergestellt werden: Die dunkelbraune, cola-ähnliche Flüssigkeit wird vor allem im nahen Osten getrunken.
Die genaue Herkunft des 10-15 Meter hohen Baumes ist unbekannt, vermutet wird aber Ostafrika und Westasien. Heutzutage sind die Tamarindenbäume fast überall in den Tropen und den Subtropen zu finden. Der Tamarindebaum besitzt weisse bis gelbliche Blüten, aus denen sich anfangs grünbraune Hülsen bilden. Später werden die Hülsen gräulich, mattbraun und bis zu 15 Zentimeter lang. In der Hülse findet sich das dunkelbraune bis schwarze Fruchtfleisch und grosse dunkle Kerne. Das Fruchtfleisch ist essbar, die Kerne hingegen sind roh ungeniessbar. Gekocht oder geröstet sind aber auch diese essbar.
Geschmacklich lassen sich zwei Sorten unterscheiden: Die süsse Tamarinde und die süss-saure Tamarinde. Die süsse Sorte hat ein bräunliches, musartiges Fruchtfleisch ist runder in der Form und schmeckt sehr süss. Die süss-saure Version ist etwas flacher, hat ein fast schwarzes Fruchtmark und hat einen süss-sauren Geschmack. Ist die Tamarinde zu sauer, ist sie entweder noch nicht reif oder sie stammt von „Wildlingen“. Süsslich schmecken nur spezielle Zuchtformen.
Das Essen der frischen Tamarinde gestaltet sich etwas mühsam: Zuerst brechen Sie die harte Hülse auf und befreien das Fruchtfleisch davon. Das Fruchtfleisch haftet an elastischen Ästchen. Diese können Sie von Hand abziehen und damit das Fruchtfleisch freilegen. Nun können Sie das Fruchtfleisch von den Samen ablutschen.
Das Fruchtfleisch der Tamarinden enthält vor allem eines: Kohlenhydrate. So enthalten 100 Gramm der exotischen Frucht bis zu 67 Gramm Kohlenhydrate. Besonders interessant, falls Sie Veganer sind: Tamarinden sind reich an Eisen: 100 Gramm liefern um die 11 Milligramm Eisen und tragen somit einen erheblichen Teil zur Deckung des täglichen Eisenbedarfs von 15 Milligramm bei.
Die Tamarinde ist eine Exotin unter den Früchten, ein Versuch ist sie trotzdem wert. Sie bekommen sie in Asien-Läden oder im Internet.