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J. Gabriel Drechslers Curiöser und lesenswürdiger Tractat von Goldmachen
J. G., Drechsler: Curiöser und lesenswürdiger Tractat von Goldmachen. (Frankfurt und Leipzig : Meltzer, 1751).
Erworben im Jahr 2012
«Sagen ist eine leichte Sache, aber machen ist ihnen trefflich schwer»
Bei dem kurzen Traktat des deutschen Theologen Johann Gabriel Drechsler (gest. 1677) handelt es sich um die Übersetzung seiner 1673 in Latein unter dem Titel «De Metallorum Transmutatione» erschienen Schriften. Die deutsche Übersetzung erschien erstmals 1702.
In der Einleitung seiner Abhandlung konstatiert Drechsler, seine Zeit sei vom Streben nach Gold geprägt. Die Gründe dafür seien, wie bereits Ovid feststellte, Ansehen und Erfolg bei den Frauen: «Wer Geld hat, kann bald zu hohen Ehren kommen, und beim Frauenzimmer angenehm sein». Neben der traditionellen Art der Goldgewinnung, dem Suchen und Ausgraben der «tief in der Erde verborgene[n] Metalle», steht die «unerhörte Art» des Goldmachens – die von den Alchemisten betriebene und propagierte Verwandlung von Metall in Gold. Drechsler prangert die Alchemisten als Scharlatane an: Nicht nur sich selbst betrügen sie mit ihrem Versprechen, Gold herzustellen, sondern auch jene, die ihnen Glauben schenken. Denn, so führt Drechsler an, es findet sich in der Geschichte niemanden, dem die Verwandlung von unedlem Metall in wertvolles Gold tatsächlich gelungen sei. Dafür umso mehr solche, die sich selbst und andere damit in die äusserte Armut getrieben hätten.
Unter Anführung zahlreicher Quellen versucht Drechsler, die Praktiken der Alchemisten zu widerlegen und bezeichnet sie als «unchristlich» – denn es ist nur Gott allein möglich, eine solch essentielle Veränderung der Natur vorzunehmen, nicht aber dem Menschen. Diesem würde es höchstens gelingen, mit Hilfe der Chemie und Alchemie, die Oberfläche eines Metalls zu verändern, so dass es einem edleren Metall ähnele, nicht aber dessen Essenz. Und ein goldgefärbtes Silber bleibt nun halt mal Silber und ist kein Gold. Und so kommt Drechsler zu dem Schluss, dass, wenn denn diese Kunst des Goldmachens tatsächlich möglich sei, die Alchemisten dies wohl schon längst mit Taten bewiesen hätten, und nicht nur mit Worten.