Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03547.jsonl.gz/1706

Panama: Santa-Maria-Fluss wird zum Schutzgebiet
Mehr als zehn Jahre lang haben Bäuerinnen und Bauern, Umweltschützer und Wissenschaftlerinnen für ein Gesetz gekämpft, das das Flussgebiet des Santa Maria in Panama unter Schutz stellt. Vor rund eineinhalb Monaten konnten sie schliesslich einen Riesenerfolg feiern. Denn bereits am 16. November 2022 hat der Präsident des Landes, Laurentino Cortizo Cohen, das Gesetz 339 unterzeichnet. Es erklärt das 3400 Quadratkilometer grosse Gebiet des Flusses Santa Maria – fast fünf Prozent der Fläche Panamas – zum Nationalen Naturerbe und hydrologischen Schutzgebiet. Der im Nationalpark Santa Fé entspringende Fluss ist damit von seiner Quelle bis zur Mündung in den Pazifik geschützt. Eine geplante Goldmine (Remance) der Firma Greenfield Mining und der ebenfalls geplante Bau von Wasserkraftwerken im Fluss sind damit endgültig untersagt.
Für die Allianz zur Verteidigung des Flussgebiets des Santa María, zu der auch unsere Partnerorganisation «Colectivo Voces Ecológicas de Panamá» und andere Mitwirkende gehören, ist «das ein gigantischer Erfolg», wie sich Olmedo Carrasquilla von «Colectivo Voces Ecológicas de Panamá» zitieren lässt. Olmedo Carrasquilla erklärt weiter, dass die Schutzinitiative jedoch vor allem von den Gemeinschaften, die im Flussgebiet leben und von ihm abhängig sind, gestaltet worden sei. Sie sei daher ein Modell des lokalen Lebens im Einklang mit der Natur, das in anderen Gemeinden und Teilen Panamas als Vorbild dienen könne. Ausserdem stärke sie die Menschenrechte wie das Recht auf eine gesunde und intakte Umwelt. Olmedo Carrasquilla ist sich des Weiteren sicher, dass sie eine Alternative zu den herkömmlichen Wirtschaftsmodellen darstelle, weil sie nicht auf der Ausbeutung der Natur für den Export der Rohstoffe, also konsumorientierten Perspektiven, basiere, sondern dazu beitrage, die Auswirkungen des Klimawandels zu verringern, die Ernährungssicherheit zu erhalten sowie gleichzeitig die Wasserquellen und die Kultur der Völker zu schützen.
Wie wichtig der Schutz der Wälder ist, wird durch die aktuellen schweren Überschwemmungen in mehreren benachbarten Provinzen in Panama deutlich. Nachdem infolge starker Regenfälle die Flüsse über die Ufer getreten sind, haben Familien ihre Häuser und Ernten verloren und mussten zwangsumgesiedelt werden. Das im digitalen Amtsblatt Nr. 29667 veröffentlichte Gesetz 339 zielt darauf ab, den Zustand der wichtigsten Wassereinzugsgebiete des Flusssystems zu erhalten, wiederherzustellen und zu fördern.
Guadalupe Rodriguez ist Lateinamerikareferentin und arbeitet vor allem zu den Themen Regenwald, Menschenrechte, Bergbau, Rohstoffe und Energie für den Hamburger Verein «Rettet den Regenwald e.V.». www.regenwald.org.