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Ein junger Philologe und angehender Autor, Vytautas, stürzt nach dem Verlust seiner Arbeit in eine Sinnkrise. Zugleich entdeckt er die abenteuerlichen Aufzeichnungen eines baltendeutschen Dichters und Piloten im Ersten Weltkrieg. In ihnen findet er jene Entschlossenheit und Abenteuerlichkeit, die ihm im eigenen Leben fehlt. Doch dann bricht auch Vytautas auf, und die Geschichten der beiden Männer fliessen zunehmend ineinander über… «Schwankende Schatten» (Klak Verlag 2022, aus dem Litauischen von Markus Roduner) ist, nach zwei Gedichtbänden und einem Essayband, der erste Roman von Laurynas Katkus auf Deutsch. Katkus ist neben seinem schriftstellerischen Werk auch sehr aktiv als literarischer Übersetzer aus dem Deutschen, u.a. von Friedrich Hölderlin, Walter Benjamin und Jan Wagner. Geboren 1972 in Vilnius, ist er auch in engem Kontakt mit der russischen Kultur aufgewachsen: Sein autobiographischer Essay «Moskauer Pelmeni» (Leipziger Literaturverlag 2017, aus dem Litauischen von Claudia Sinnig) erkundet die geschichtlich motivierte Hassliebe zwischen Litauern (stellvertretend für Ostmitteleuropäer) und Russen. Aufgewachsen in einer zweisprachigen Umgebung im sowjetischen Vilnius, schildert der Autor Einflüsse der russischen Denkweise, Reisen durch Russland, die Auseinandersetzung mit der russischen Literatur und Kunst sowie die Jahre der Perestroika, die Unabhängigkeitsbewegung und schliesslich persönliche Bekanntschaften mit russischen Schriftstellern und Intellektuellen. In Litauen wurde der Essay noch vor der Ukraine-Krise veröffentlicht und löste ein weites Echo in der Literaturkritik aus.