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Zwei Fremdsprachen lernen soll nicht mehr Pflicht sein
Welche Fremdsprache Schweizer Primarschüler in Zukunft lernen werden, ist noch offen. Um Migrantenkinder mit den Sprachkursen nicht zu überfordern, könnte in Zukunft an Schweizer Schulen nur noch eine Landessprache unterrichtet werden. Die zweite Fremdsprache wäre dann ein Wahlfach.
Fremdsprachen lernen: Wird in der Schweiz bald nur noch eine Fremdsprache unterrichtet? Foto: Comstock, Thinkstock.
Zurzeit wird in der Schweiz in der dritten Klasse mit der ersten Fremdsprache angefangen, in der fünften Klasse mit der zweiten. Ob die Lehrer mit Französisch oder Englisch beginnen wollen, entscheiden sie individuell. «Das ist ein Flickenteppich», sagte Lehrverbandspräsident Beat Zemp gestern im Interview mit der NZZ am Sonntag. Es sei ein Wunschdenken, dass alle Kinder gleiche Kompetenzen in zwei Fremdsprachen erreichen würden, egal, mit welcher sie beginnen würden.
Fremdsprachen lernen: Was ist die bestmögliche Regelung?
Beat Zemp denkt, es werde darauf hinauslaufen, dass die Frage der Fremdsprache in der Deutschschweiz vom Bund einheitlich geregelt werden wird. Dies könnte so aussehen, dass in Zukunft ab der dritten Klasse eine Landessprache – Französisch – gelehrt werden wird. In der fünften Klasse könnte dann Englisch als Wahlfach eingeführt werden. Dies würde heissen, dass in Zukunft nicht mehr alle Primarschüler zwei Sprachen lernen würden. Nicht jedes Kind sei in der Lage, eine vierte oder fünfte Sprache zu lernen, erläutert Zemp im Interview: «Nehmen Sie ein Migrantenkind: Es ist oft genug gefordert mit Muttersprache, Deutsch, Mundart und einer Fremdsprache. Aber auch einheimische Kinder sind oft mit zwei Fremdsprachen überfordert. Wir sollten das Angebot einer zweiten Fremdsprache für alle zwar aufrechterhalten, aber nicht für alle zur Pflicht machen.»
Denkbar wäre laut Zemp aber auch, dass die zweite Fremdsprache in der Primarschule als Wahlpflichtfach und daneben weitere Vertiefungsfächer, zum Beispiel Stützkurse in Deutsch, angeboten würden. Das System sollte offener und dem Leistungsvermögen der Kinder besser angepasst werden. Sonst würde es dazu führen, dass wir immer mehr mit Dispensationen vom Fremdsprachenunterricht arbeiten müssten. Das habe immer auch etwas Diskriminierendes an sich.