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Anfang der Neunzigerjahre ist Larisa mit ihrem Mann Leonid aus der Westukraine ins südliche Nikolajew gezogen, und zwar in das schöne Dorf Suchoj Elanez. Leonids Eltern waren schon lange tot, Larisa musste ihren alten Vater allein in der Heimat zurück lassen.
In einer Kolchose wies man dem Paar ein halbfertiges Hause zu. Aus eigener Kraft und mit den bescheidenen Ersparnissen liess die Familie Martynjuk das Haus ans Gasnetz anschliessen. Leonid hat die Küche eigenhändig renoviert und ausgestattet. Bereits damals wurde das Geld sehr knapp. Schon bald, 1991, kam ihr Sohn Dmitrij zur Welt. Das Kind brauchte nicht nur volle Aufmerksamkeit, sondern verursachte auch zusätzliche Kosten. Nach drei weiteren Jahren wurde Elena geboren. Die finanziellen Probleme verschärften sich und sind heute der Normalzustand der Familie.
Larisa arbeitet ehrenamtlich im Dorfklub als Stellvertreterin des Direktors. Leonid bekam oft private Aufträge, aber sie lebten wie Obdachlose, trotz ihrer wohlklingenden Beschäftigungen. Larisas Mann wurde zu einem späten Opfer der Atomreaktor-Katastrophe von Tschernobyl. Damals wurde er stark verstrahlt, 2004 verstarb er im Alter von 38 Jahren an den Folgen der Verstrahlung. Er hatte ein krankes Herz, eine kaputte Leber und zerstörte Lungen.
Doch wie der Volksmund weiss: Ein Unglück kommt selten allein. 2006 wurde das Gebiet um Nikolajew von einem schweren Unwetter heimgesucht. Dabei brach die Hälfte von Larisas Haus zusammen. Der Gasanschluss kostet zu viel, sie können sich die Heizung nicht mehr leisten. Im Winter leiden sie unter den frostigen Temperaturen, besonders die Kinder. Sie lernen fleissig, um es in Zukunft besser zu haben.