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Hypoglykämien - auch Angehörige müssen helfen können.
Ein aufgeregter Ehemann teilt mir telefonisch morgens um 2 Uhr mit, ich müsse sofort vorbeikommen, denn seine 28jährige Frau sei nicht mehr ansprechbar, schreie um sich und habe Muskelzuckungen am ganzen Körper. Das Ehepaar wohnt etwa 25 km entfernt. Da diese insulinspritzende Patientin schon mehrmals schwere Unterzuckerungen (meist durch Fehlverhalten) durchgemacht hatte, riet ich dem Ehemann, seiner Ehefrau Zucker in beide Backentaschen zu schieben und Süsswasser oder gezuckerten Tee zu verabreichen. Falls dies nichts nütze, solle fabio Glukagon spritzen. Er war aber überzeugt, dass kein Glukagon zu Hause sei, und ausserdem wisse er nicht, wie spritzen. Auch Blutzucker messen könne er nicht. Nach etwa 30 Minuten war die Frau wieder wach.
Am nächsten Tag ging sie wie gewohnt ihrer Arbeit nach und entschuldigte sich telefonisch für die Nachtruhestörung. Ihr Mann sei eben in solchen Situationen etwas hilflos und verliere rasch den Kopf. (Das Glukagon lag im Kühlschrank.)
Merke
- Auch Angehörige müssen für Notfälle geschult werden.
- Glukagon sollte allen Angehörigen von Diabetikern, die zu schweren Unterzuckerungen neigen, zur Verfügung stehen.
- Das Vorgehen im Notfall muss vor dem Ernstfall besprochen, verstanden und geübt werden.
Dr. med. K. G.