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Haariges Naturgesetz: ruhen, wachsen, ausfallen
Auf einer gesunden Kopfhaut wachsen ungefähr 100’000 Haare, wobei die genaue Anzahl von der Haarfarbe abhängt. Blonde Frauen haben mit rund 150’000 die meisten, allerdings auch die feinsten. Mit 90’000 Stück haben Rotschöpfe die wenigsten und brünette Personen liegen mit 110’000 im Mittelfeld.
Jedes einzelne Haar wächst innerhalb von drei Tagen einen Millimeter. Zwischen vier und sechs Jahre lang bildet ein gesunder Haarfollikel ein pausenlos wachsendes Haar. Wenn man pro Monat einen Zentimeter Wachstum zugrunde legt, ist es nach sechs Jahren immerhin 72 Zentimeter lang. Pro Tag produziert der Kopf circa 40 Meter neues Haar. Pro Monat also mehr als 1000 Meter.
Nach dieser recht beeindruckenden Wachstumsphase begibt sich das Haar in eine drei bis vier Wochen andauernde Übergangsphase. Während dieser Zeit wird es nicht mehr optimal mit Nährstoffen versorgt. Danach folgt die Ruhephase, in der der Haarbalg immer weiter schrumpft. Diese dauert etwa sechs Monate. Danach wird das Haar abgestossen. Leichtes Ziehen oder Kämmen genügt und es fällt aus. Deshalb ist es vollkommen normal, wenn Sie täglich 50 bis 100 Haare verlieren. Sollten Ihnen allerdings deutlich mehr Haare ausfallen, steckt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Krankheit dahinter.
Haarsprechstunde
Sie leiden unter Haarausfall, ärgern sich vielleicht schon über Geheimratsecken oder einen lichten Scheitel? Bitte zögern Sie nicht länger! Suchen Sie gezielt nach einem Hautarzt, der auch eine Haarsprechstunde anbietet. Es gibt zwei moderne Methoden, um die Ursache weiblichen Haarausfalls abzuklären:
– PC-Diagnose: Der Arzt rasiert auf der Kopfhaut eine kleine Stelle (etwa 1 cm²) ab. Nach einem festgelegten Zeitraum (zwei bis vier Tage) färbt er die nachgewachsenen Haare ein und fotografiert sie. Über eine spezielle Software errechnet der Computer daraus den Haardurchmesser, die Haardichte, und das Wachstumstempo. Die Kosten dieser Untersuchung betragen etwa 120 Franken.
– Mikroskopische Untersuchung: Mit dem sogenannten Trichogramm prüft der Arzt, ob die Haare alle Wachstumsphasen normal durchlaufen. Hierfür zupft er mit einem Spezialgerät rund 100 Haare aus und untersucht sie unter dem Mikroskop. Die Kosten dieser Untersuchung betragen etwa 30 – 40 Franken.
Dauerdiäten als Ursache?
Ja. Das ist sogar recht häufig. Auch Haare können sich nur dann ordentlich entwickeln und ausreichend wachsen, wenn sie mit allen erforderlichen Nährstoffen, in ausgewogener Menge, versorgt werden. Dazu gehören Aminosäuren, Vitamine sowie Spurenelemente, wie beispielsweise Selen. Bei Dauerdiäten ist die Vitalstoffzufuhr empfindlich gestört. Auch Schlafmangel, Stress oder Medikamente können die Nährstoff-Balance auf dem Kopf derart durcheinanderbringen, dass der natürliche Rhythmus der Haare empfindlich gestört wird, was unter Umständen zu Haarausfall führt.
Oberstes Bild: © Subbotina Anna – Shutterstock.com