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Matter Mani / Ramuz Charles Ferdinand Histoire du Soldat – Die Geschichte vom Soldaten Ein Märchenspiel, das Ramuz zu Musik von Igor Strawinsky verfasste
Ins Deutsche übertragen von Mani Matter.
Textbuch französisch/deutsch Erstausgabe 2012 Klappenbr., 11,5 x 18 cm, 104 Seiten ISBN 978-3-7296-0844-3 CHF 26.00 / EUR 23.00
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Es war einmal ein Soldat, der auf dem Nachhauseweg den Teufel traf.
Für ein geheimnisvolles Buch, dessen Lektüre Reichtum verspricht, tauscht der Soldat seine Geige ein, und um den Handel perfekt zu machen und dem Teufel das Geigenspiel beizubringen, nimmt er des Teufels Gastfreundschaft an. Statt der vereinbarten drei Tage verbringt er – ohne zu bemerken, wie schnell die Zeit vergeht – drei Jahre in der Fremde in Saus und Braus. Von den Seinen für verschollen erklärt und aus seiner militärischen Anstellung verstossen, irrt er nun durch die Welt. Wiederholt trifft er auf den Teufel, der ihn zunächst zum erfolgreichen Kaufmann macht und ihn dann auf die Spur eines verwunschenen Königreichs bringt: Wer die Prinzessin heilt, erhält sie zur Frau und wird König. Um diese Ehren entbrennt ein Zweikampf zwischen dem Soldaten und dem Teufel, bei welchem die Geige eine entscheidende Rolle spielt. Dieses russische Märchen, in dem die Frage nach Genuss oder monetärem Erfolg gestellt wird, war die Vorlage für Charles Ferdinand Ramuz’ und Igor Strawinskys ‹Geschichte vom Soldaten›, oder wie der originale Märchentitel lautet: ‹Der fahnenflüchtige Soldat und der Teufel›.
«Jürg Wyttenbach und Mani diskutierten längere Zeit und immer wieder über gemeinsame Theater- und Musikprojekte. Eines davon war, auf einem Bauernwagen an verschiedenen Plätzen in der Berner Altstadt ‹Die Geschichte vom Soldaten› zu spielen. Der Plan kam nie zustande. Mani machte 1963 in diesem Zusammenhang diese Übersetzungsarbeit aus reiner Lust am Übersetzen. Die Genauigkeit, Einfühlsamkeit und Interpretationsfantasie, die Übersetzenden abverlangt werden, faszinierten ihn. Sein ganzes Zimmer an der Egelbergstrasse 28, wo er mit seinem Vater wohnte, war mit Wörterbüchern und Reimlexika übersät, und er konnte stundenlang an einem Wort herumtüfteln. Er machte die Übersetzung, weil er fand, dass der Text von C. F. Ramuz eine bessere Übertragung verdiene als die damals vorliegende. Die Uraufführung war am Basler Theatermarkt 1975 (Musikalische Leitung Jürg Wyttenbach, Inszenierung Erich Holliger) anlässlich der Eröffnung des neuen Stadttheaters Basel.» Joy Matter
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«Dass beide Schnurrbartträger waren und sich auf gewissen Fotos verblüffend ähnlich sehen, wollen wir hier nicht verschweigen. Interessanter dürfte allerdings sein, dass Mani Matter (1936-1972) am Schaffen des grossen Westschweizer Schriftstellers Charles Ferdinand Ramuz (1878-1947) Gefallen fand. Vor allem ‹Die Geschichte des Soldaten› hatte es ihm angetan. Laut Joy Matter, der Witwe des Berner Liedermachers, plante dieser gar, das Wanderbühnenwerk «auf einem Bauernwagen an verschiedenen Plätzen in der Berner Altstadt» aufzuführen. Das Projekt, ausgeheckt mit dem Berner Komponisten Jürg Wyttenbach, kam nie zustande. 1963 indes machte sich Matter daran, Ramuz’ ‹Histoire du Soldat› ins Deutsche zu übertrtagen. «Aus reiner Lust», sagt Joy Matter. Aber auch weil ihn die bisherigen Übersetzungen nicht überzeugt hatten. Während Monaten arbeitete der «Värslischmied» intensiv am Text, vergrub sich in Wörterbücher und Reimlexika. Das Resultat überzeugt bis heute. Matters Übersetzung gilt als fantasievollste und geschmeidigste, die dem Geist des Originals zudem am nächsten kommt. Mani habe sich bemüht, «die Helvetismen und das der Romandie adäquate Lokalkolorit wiederzugeben», schrieb Jürg Wyttenbach, der Matters Fassung des teuflischen Musikmärchens 1975 in Basel uraufführte. Veröffentlicht wurde die Übersetzung erst 1991 – in einer kleinen Auflage beim Verlag Lesabéndio. Nun hat sie der Zytglogge Verlag – mit einem Vorwort von Joy Matter und Auszügen aus einem Gespräch mit Jürg Wyttenbach – neu herausgebracht.»
Berner Zeitung (Mei)
«Mit der Inszenierung der ‹Geschichte vom Soldaten› verabschiedet sich Schauspielchef Erich Sidler vom Berner Stadttheater. Er hat sich für die Fassung von Mani Matter entschieden. „Ihre Qualität hat mich am meisten überzeugt.“ Sie sei nicht nur zeitloser, sondern auch vielschichtiger, provoziere mehr Bilder und somit mehr Interpretationsansätze. Als junger Mann hatte Mani Matter 1963 während Monaten an einer Übersetzung von Ramuz’ kurzem Text gearbeitet, weil ihn die damals verwendete Übersetzung nicht überzeugte. „Matters Fassung ist schlüssig und im besten Sinn einfach. Denn er wollte sich nicht als Dichter profilieren, und – was ganz wichtig ist – sie holpert nicht.“»
Der Bund, Brigitta Niederhauser
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