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Immer wieder hört man im Blick auf Wahlen den Begriff «bürgerlich». Doch was bedeutet das eigentlich? Bürgerlich ist ein in sich nicht genau definierter Begriff. Es mag vielleicht suggerieren, dass es Bürger für Bürger sind.
Allerdings, wer sind die Bürger? Und wer gehört nicht dazu? Als Abgrenzung ging man vor langer Zeit davon aus, dass der Klerus, der Adel, die Bauern und die Arbeiter nicht dazugehören. Das waren keine «Bürger». Bürger hatten einen gewissen Stand, dem lange nicht alle angehören konnten. Würde man das in die heutige Zeit umsetzen, dann wäre bürgerliche Politik etwas für eine Elitetruppe, aber nicht für das einfache Fussvolk. Das aber wiederum kann ja nicht das Ziel der «bürgerlichen» Parteien sein.
Oder doch? «Bürgerlich» ist ein Begriff, der uns etwas vormachen will, aber eigentlich kaum etwas aussagt. Bürgerlich ist kein Gütesiegel, sondern eine Worthülse, die nichts über die Qualität und die Eignung einer Kandidatin oder eines Kandidaten aussagt. Wen ich in der 2. Regierungsratswahl wählen werde, verrate ich nicht, da ich davon ausgehe, dass es ja lauter mündige Leser sind, die allfällig meinen Leserbrief lesen.
Thomas Prelicz, Oberarth