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Friedenspreis für Liao Yiwu
Der Chinese Liao Yiwu erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. (Keystone)
«Sprachmächtig und unerschrocken gegen Unterdrückung»
«Liao Yiwu setzt in seinen Büchern und Gedichten den Menschen am Rande der chinesischen Gesellschaft ein aufrüttelndes literarisches Denkmal», begründet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels seine Wahl.
Ausreiseverbot und Flucht
Liao Yiwu hatte sich im vergangenen Jahr nach Repressionen über Vietnam nach Deutschland abgesetzt. Der Buchhandel ehrt in ihm einen Schriftsteller, «der sprachmächtig und unerschrocken gegen die politische Unterdrückung aufbegehrt und den Entrechteten seines Landes eine weithin hörbare Stimme verleiht.»
Liao Yiwu erhielt 1987 von den Behörden erstmals Schreibverbot. Während der Unruhen auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 schrieb er das Gedicht «Massaker». 1990 wurde er wegen angeblicher konterrevolutionärer Propaganda zu vier Jahren Haft verurteilt.
Am Rand der Gesellschaft
Im Gefängnis lernte er Flöte spielen und lebte danach als Strassenmusiker. Er führte Interviews mit Menschen am Rande der Gesellschaft; die Texte dürfen aber in China nicht verkauft werden. Auf Deutsch erschienen sie 2009 unter dem Titel «Fräulein Hallo und der Bauernkaiser: Chinas Gesellschaft von unten» im S. Fischer Verlag.
Zur Frankfurter Buchmesse, auf der China 2009 Ehrengast war, durfte der Autor nicht anreisen, ebenso wenig zur lit.cologne 2010. 2011 flüchtete er nach Deutschland. Die Erinnerungen an seine Gefängniszeit verarbeitete er in dem Buch «Für ein Lied und hundert Lieder. Ein Zeugenbericht aus chinesischen Gefängnissen».
Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ist mit 25'000 Euro dotiert. Die Auszeichnung wird zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am 14. Oktober überreicht (bürg, sda)