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Schon in sehr früher Zeit war in der Herrschaft Reichenbach das Gewerbe durch eine Mühle und eine Bleue vertreten; sie wurden schon Anno 1312 erwähnt.
Anno 1574 veranlasste der Twingherr Samuel Meyer zum Nutzen "siner Underthanen", in Zollikofen beim Dorfbach eine Schmiede zu errichten. In diesen Jahren tauchen auch Namen anderer Handwerker auf, so 1575 der Sattler, 1595 der Weber, 1607 ein Pulvermacher, 1610 ein Glasmaler, 1631 ein Glaser, 1633 ein Gyger und ein Schneider. Bald darauf ein Öler, ein Tischmacher, ein Zimmermann, ein Steinhauer, ein Schuhmacher, ein Hut- und ein Uhrmacher. 1750 dann mehrere Seindenweber.
In dem Lehenbrief vom Jahr 1625 ist auch von einem Krämer die Rede, der in Unter-Zollikofen wohne, wo er eine Haushofstatt besass.
Nach 1684 werden zufolge der von Beat Fischer errichteten Brauerei und Ziegelei ein deutscher Brauer und ein Ziegler aufgeführt. Aus einem Urbar von 1701 geht hervor, dass viele der genannten Handwerker auch Grundbesitzer waren. Ferner bewohnte jeder von ihnen ein eigenes Haus und Heim. So ist es verständlich, dass diese Handwerker auch Sitz und Stimmen in der Dorfgemeinde hatten und in die Ortsbehörde gewählt werden konnten.
Um 1720 bestand auch in Reichenbach eine Pinte; der damalige Lehenwirt hiess Jacob Glauser; gleichzeitig war er Müller auf der unteren Mühle.
Die Berufsleute brachten ihre Ware in die nahe gelegene Stadt Bern zum Verkaufe, wobei die einen den Weg über die Neubrücke, die anderen den Weg über Worblaufen nach der alten Nydeckbrücke einschlugen. Dies waren auch die von den Bauersleuten benutzten Wege, wenn sie in die Stadt auf den Markt fuhren.
Den Bewohner der Hofgruppe Zollikofen stand noch der Weg, die Lenggasse genannt, offen der über Kappelisacker und Ittigen nach dem Breitfeld führte. Dieser anfänglich 9 Fuss breite Weg wurde 1783, auf Befehl der Regierung, auf 16 Fuss verbreitert. Der so erweiterte Weg wurde als sogenannte "Turbenstrasse" durch den Wald nach Buchsee weitergeführt und diente vornehmlich der Fuhrung der "Turben", die seit 1777 im Buchsee-Moos gegraben wurden.
Um die verschiedenen Pflichten in einem Dorfe zu erfüllen verteilte die Gemeindebehörde verschiedene Ämter. So wie Vormundschaft, Beistandschaft, Unterhalt der Kirche, Schulmeister, Hirten, Wegmeister, Almosner, Waisenvogt, Kirchmeyer, Weibel, Bannwart, Feuergschauer. Insbesondere nach dem Dreissigjährigen Krieg kommen viele Arme Leute ins Dorf, die Hintersässen. Aus diesen gehen viele Handwerker hervor welche auf der Stör arbeiteten. Mit den zudem herumstreichenden Leuten kamen auch die Korber ins Dorf.
1817 wird die Landwirtschaftliche Schule Rütti gebaut. (Ackerbauschule)
Infolge der intensiven Bewirtschaftung des Bodens und dem ständigen Anstieg des Michertrages wird am 31. Januar 1861 die Käsereigesellschaft Zollikofen gegründet.
Zur einführung der Telegraphenstation 1873 musste die Gemeinde Garantien leisten. Neun Geschäftsleute verpflichteten sich, jährlich Minimaltaxen von zusammen Fr. 100.- zu leisten, während die Gemeinde im Schulhaus ein Lokal zur verfügung stellte. Bereits 1888 musste die Station auf zwei Zimmer erweitert werden. 1908 wurde sie mit dem Postbüro an der Bernstrasse zusammengelegt.
Das Telephon hielt 1900 Einzug in Zollikofen. Die Schaltstation wurde im Postbüro eingeichtet.
1926 konnte die Kreistelehpondirektion melden, dass die Vermittlung der Gespräche nun auch Sonntags gesichert sei, ausgenommen in der Mittagsstunde.
Das Radio hält 1930 Einzug in der Gemeinde, im Jahre 1950 kommt das Fernsehen dazu.
1811 existierte als industrieller Betrieb einzig die Bierbrauerei Schloss Reichenbach. 1877 kam die Backsteinfabrick Eggimann in Oberzollikofen dazu. Von 1910-1930 liessen sich einige Handels- und Fabrikationsbetriebe nieder. Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurden weitere Betriebe eröffnet.
Im 19. Jh. war das Gewerbe ausschliesslich auf die Landwirtschaft zugeschnitten ( Wagner, Schmiede, Sattler, Küfer, Zimmerleute, Steinhauer, Schreiner, Dachdecker usw). Mit der zunehmenden Technisierung und Industrialisierung tauchten immer neue Berufe auf, während andere verschwanden. Heute besitzt Zollikofen ein überaus staktes und gesundes Gewerbe. (Quelle: das Buch "Zollikofen Eine Dorfchronik")
Beat Fischer (* 23. Mai 1641 in Bern; † 23. März 1698 ebenda) war der Gründer der Post in der alten Stadt und Republik Bern.
1673 war er Mitglied des Grossen Rates geworden und erhielt 1675 für 25 Jahre das auf seine Anregung hin geschaffene Postregal verpachtet. Er baute die bernische Post zu einem der schnellsten Postdienste Europas aus und wurde für seine Verdienste 1680 von Kaiser Leopold I. in den erblichen Reichsritterstand erhoben.
Er war Herausgeber der ersten Berner Wochenzeitung, der 1677 begründeten Gazette de Berne, und von 1680 bis 1686 Landvogt von Wangen an der Aare. 1683 erwarb er die Herrschaft Reichenbach in der heutigen Gemeinde Zollikofen und veranlasste den Neubau des dortigen Schlosses. (Quelle:Wikipedia)
Der 1922 gegründete Gewerbeverein KMU Zollikofen ist eine Sektion der Berner KMU und zählt Handwerker- und Gewerbetreibende sowie Freunde des Gewerbes zu seinen Mitgliedern.
vom 31.August bis 30. September 1935 fand die erste Ausstellung statt, die LIGA ( Landwirtschafts-, Indutstrie- und Gewerbeausstellung).
Zugrunde lag dieser die Jubiläen 75 Jahre Landwirtschaftliche Schule Rüti, 25 JahreTurnverein, und zudem wollte man der neuen "Schweizerischen Geflügelzuchtschule Zollikofen" einen gebührenden Empfang geben. (Quelle: das Buch "Zollikofen Eine Dorfchronik")
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