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Die Interpretation der Bodennutzung und -bedeckung beruht auf fixen Stichprobenpunkten, welche in einem 100 m Raster den Luftbilder überlagert werden. Massgebend für die Lage der Stichprobenpunkte sind die Schnittpunkte der 100 m Koordinaten der Landeskarte der Schweiz. Insgesamt ergibt dies für die Schweiz gut 4,1 Millionen Stichprobenpunkte, welche in jeder Erhebung am genau gleichen Ort betrachtet und interpretiert werden. Durch die Georeferenzierung jedes Stichprobenpunkts sind Auswertungen nach beliebigen Raumeinheiten und Kombinationen mit anderen Geodaten möglich. Aufgrund der konsistenten Erhebung der Bodennutzung und Bedeckung kann von jedem Punkt belegt werden, wie er zu jedem Erhebungszeitpunkt genutzt wurde und wie sich seine Nutzung und Bedeckung im Lauf der Zeit verändert hat.
Anpassung an die Geländeoberfläche
Die Anpassung der Lage der Stichprobenpunkte an die Geländeoberfläche erfolgt fotogrammetrisch unter Verwendung des digitalen Höhenmodells. Das Stichprobennetz wird mit Hilfe der Orientierungselemente der Luftbilder und einem digitalen Höhenmodell auf die Geometrie der Luftbilder umgerechnet.
Digitales Höhenmodell
Für die Berechnung der Position der Stichprobenpunkte in Luftbildern ist ein digitales Höhen- oder Geländemodells Voraussetzung. Solche Modelle beschreiben die dreidimensionale Form der Erdoberfläche, indem sie jedem Punkt mit den Koordinaten x und y die Höhe z zuordnen.
Im Verlauf der Erhebungsaktivitäten der Arealstatistik wurden drei für die Schweiz flächendeckende Höhenmodelle unterschiedlicher Genauigkeit eingesetzt:
swissALTI3D ist ein hoch aufgelöstes digitales Terrainmodell (DTM) mit einer Maschenweite von bis zu 2 m. Die Höheninformationen stammen aus verschiedenen Datenquellen. Unterhalb von 2000 m ü.M. liefern Lasermesspunkte die notwendigen Grundlagedaten. Oberhalb von 2000 m ü.M. werden mittels Stereokorrelation Punktwerte berechnet. Das swissALTI3D wird in einem Nachführungszyklus von 6 Jahren aktualisiert.
Ein neueres digitales Höhenmodell DHM25 des Bundesamtes für Landestopographie liegt seit 1996 flächendeckend vor. Es beruht auf der Höheninformation der Landeskarte 1:25'000 (Basismodell) und den daraus abgeleiteten Höhenwerten in einer Maschenweite von 25 m (Matrixmodell).
Das digitale Höhenmodell RIMINI ist ein älteres relativ grobmaschiges Matrixmodell mit einer Rasterweite von 250 m (links). Für die Berechnung der Stichprobenpunkte der Arealstatistik 1979/85 wurde dieses Modell in eine Matrix von 100 m Maschenweite interpoliert.
Vor- und Nachteile der Stichprobenmethode
Die Stichprobenmethode hat gegenüber einer flächenscharfen Abgrenzung der Nutzungen im Luftbild den Vorteil, dass sie wirtschaftlicher ist und schneller zu brauchbaren Resultaten führt. Ausserdem kann mit der Beurteilung am Stichprobenpunkt die in stark durchmischten Gebieten sehr aufwändige Grenzziehung zwischen verschiedenen Nutzungen minimiert werden. Ihr Nachteil besteht allerdings darin, dass die erzielten Ergebnisse für kleine Räume und kleinflächige Nutzungen relativ ungenau sind und die kartografische Darstellung nur beschränkt sinnvoll ist. Der Fehler einer Punktstichprobenerhebung ist im Wesentlichen von zwei Faktoren abhängig, nämlich von der Häufigkeit einer bestimmten Nutzungsart einerseits und von deren Form, Grösse und Verteilung andererseits.
Ein weiterer grosser Vorteil der Stichprobenmethode mit fixen Stichproben besteht darin, dass von jedem Punkt gesagt werden kann, welche Nutzung dort früher stattfand und welche später. Aus den Erhebungsdaten lässt sich unmittelbar eine Matrix über den Wandel der Bodennutzung im Verlauf der Zeit herstellen. Diese ermöglicht vorher/nachher Darstellungen auf allen beliebigen Aggregationsstufen der Nomenklatur.