Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03539.jsonl.gz/912

Alle normkonformen Feldgeräte mit Slavefunktionalität müssen vom Hersteller anhand einer GSD-Datei beschrieben werden. GSD war früher die Abkürzung für Gerätestammdatei und wird heute als General-Station-Description interpretiert.
Ein Master der Klasse 1 erkennt anhand der Informationen aus den GSD-Dateien der angeschlossenen Slaves den Ausbaugrad des Busses, welche Dienste vom jeweiligen Slave unterstützt werden und in welcher Form die Daten auszutauschen sind.
GSD-Dateien sind bei der Projektierung und bei der Inbetriebnahme erforderlich. Jeder Hersteller eines PROFIBUS-DP Klasse 1 Masters stellt eine Konfigurationssoftware zum Projektieren des Klasse 1 Masters zur Verfügung, die die interne Datenstruktur des Klasse 1 Masters und somit der Steuerung kennt. Bei der Projektierung sind die jeweils benötigten GSD-Dateien der Konfigurationssoftware bekannt zu machen. Dies geschieht üblicherweise, indem die GSD-Dateien mit dem Tool eingelesen oder in ein entsprechendes Verzeichnis kopiert werden. Beim Projektieren einer Anlage interpretiert die Konfigurationssoftware die Daten der GSD-Datei für das ausgewählte Feldgerät. Weiterhin werden bereits Plausibilitätsprüfungen durchgeführt, damit die Konfigurationsdaten logisch richtig aufgebaut sind.
Eine GSD Datei ist entweder einmal vorhanden, wenn sie sprachunabhängig aufgebaut ist (*.gsd) oder mehrmals für verschiedene Landesprachen. Je Landessprache ist dann eine GSD-Datei zu verwenden, in denen sich nur die Parameter vom Typ Visible-String unterscheiden dürfen. Die sprachbezogenen GSD-Dateien unterscheiden sich im letzten Buchstaben der Extension (*.gs?).
Default (sprachunabhängig): ?=d
Deutsch ?=g
Englisch ?=e
Französisch ?=f
Italienisch ?=i
Portugiesisch ?=p
Spanisch ?=s
Der GSD-Datei Namen soll den folgenden Regeln folgen:
Abc_0008.gsd
hierin bedeuten:
|Abc_ =||Firmenkennung (hier Firma Abc_), immer 4 Zeichen|
|0008 =||von der PNO zugeteilte Identnummer 0008, immer 4 Zeichen in Hexadezimal|
|.gsd =||default. Sprachunabhängige GSD-Datei, in der Regel Englisch|
Die Eigenschaften eines Gerätes werden mit Schlüsselwörtern und Werten beschrieben.
Aus geschichtlichen Gründen gibt es verschiedene Revisionen der GSD Syntax mit einer wachsenden Zahl von Schlüsselwörter. Die aktuellste Version ist heute (2017) Version 5. Ein erstes Schlüsselwort gibt somit die Version der GSD-Datei an:
GSD_Revision = 5
Vendor_Name= "Firma_ABC & Co"
Model_Name= "Modulare I/O Station"
Revision= "Ausgabestand 01"
Der Herstellername, der Modellname und die Revision des Gerätes als visible String sind auf 32 Zeichen beschränkt.
Revision_Number= 05
Versionskennung des DP-Gerätes. Der Wert der Revision_Number muss mit dem Wert der Revision_Number in der Slave-spezifischen Diagnose übereinstimmen.
Die Ident_Number kennzeichnet den Gerätetyp des DP-Gerätes. Jedes Feldgerät ist durch eine von der PROFIBUS International vergebene Identnummer charakterisiert, die eine eindeutige Referenz zur GSD-Datei und somit zu den technischen Daten des Feldgerätes herstellt. Feldgerätevarianten, die sich mit einer GSD-Datei beschreiben lassen, können dieselbe Identnummer verwenden (beispielsweise modulare Geräte). Ein Datenaustausch mit einem Feldgerät ist nur möglich, wenn der DP-Master den DP-Slave eindeutig mit der Identnummer im Systemhochlauf (Parametriertelegramm) identifiziert.
Protocol_Ident= 0 ;PROFIBUS-DP Gerät
Verwendetes Protokoll des DP-Gerätes.
0: PROFIBUS-DP
16 bis 255: Herstellerspezifisch
Stations_Type= 0 ;PROFIBUS-DP Slave
DP-Gerätetyp.
0: DP-Slave,
1: DP-Master (Klasse 1)
Weitere Angaben zu den Schlüsselwörtern findet man in den entsprechenden Kapiteln:
•Adressänderungen eines DP-Slave
•Parametrierung eines DP-Slave
•Konfiguration eines DP-Slave
Eine Liste der in diesem Handbuch erwähnten GSD Schlüsselwörter findet man auch im Index.