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Insidern zufolge könnte die Fusionskontrolle zur Übernahme von ITA Airways durch die Lufthansa zusätzliche vier Monate in Anspruch nehmen.
Gen Jahresende ist man davon ausgegangen, dass sich die Prüfung der EU-Wettbewerbsbehörde noch bis ins Frühjahr hinausziehen wird. Zwischenzeitlich bot die Kranichairline der EU-Kommission Angebote für potenzielle Abhilfemassnahmen. Folglich hat man mit einer Beschleunigung des Übernahmeprozesses gerechnet. Aktuell ist jedoch vielmehr davon auszugehen, dass sich die Prüfung noch weiter in die Länge ziehen wird, wie airliners berichtet.
Vier weitere Monate
Eine längere Verfahrensdauer im ITA-Übernahmeprozess scheint zunehmend wahrscheinlicher. Vergangene Woche bewegte sich die Lufthansa anlässlich der Fusionskontrolle zur Übernahme von ITA Airways auf die EU-Kartellbehörde zu, indem sie Angebote für mögliche Zugeständnisse machte. Im Regelfall wird daraufhin ein Markttest gestartet, um Wettbewerber und Kunden zu befragen, ob kartellrechtliche Bedenken in ihrer Sicht aus dem Weg geräumt wurden, wie reuters berichtet.
Dass die EU-Wettbewerbsbehörde bislang noch keinen solchen Test mit der Konkurrenz oder Verbraucherverbänden gestartet hat, deutet darauf hin, dass die vorgeschlagenen Massnahmen zur Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs der Kommission nicht ausreichen. Dahingehend könnte die Behörde eine tiefgreifendere Prüfung ab dem 29. Januar 2024 einleiten. Diese würde wiederum vier Monate in Anspruch nehmen. Die italienische Regierung rechnete bereits mit einer Verzögerung im Prozess, wie Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti Ende vergangenen Jahres verlautbarte.
Was bedeutet das für die Lufthansa?
Die akribische Prüfung der Wettbewerbsbehörde ist darauf zurückzuführen, dass diese bei vormaligen Übernahmen durch die Lufthansa zu schwache Auflagen verlangt hat, um Monopolstrecken zu unterbinden – wie zum Beispiel im Falle von Austrian Airlines. Dementsprechend genau wird der Antrag jetzt in Brüssel geprüft. Um einen fairen Wettbewerb zu garantieren, müsste die Lufthansa vermutlich weitere Schritte auf die EU-Kommission zugehen. Im Zuge des bisherigen Zugeständnisses eröffnete die Kranichairline Slots am Flughafen Mailand-Linate abzugeben.
Infolge des bisherigen Prozesses wurden kritische Strecken und Überschneidungen festgemacht. Entsprechende Monopolstrecken würden der Lufthansa eine zu mächtige Marktposition einräumen. Brüssel verlangte bereits im November 2023 von der Lufthansa, Langstrecken-Kapazitäten von Frankfurt und München nach Nordamerika und Asien einzudämmen. Überdies eröffnete die EU-Kommission die Möglichkeit einer Stellungnahme für betroffene Dritte.
Fazit zur wahrscheinlichen Verzögerung der Fusion
Die Entscheidung über die Freigabe der Fusion von ITA Airways und der Lufthansa ist noch bis zum bis 29. Januar 2024 möglich. Danach verlängert sich der Prozess womöglich um vier Monate. Nach derzeitiger Ansicht gilt es als äusserst wahrscheinlich, dass diese Zeit in Anspruch genommen wird, wenngleich sich Gewerkschaften für eine schnellere Übernahme eingesetzt haben. Doch vorerst bleibt abzuwarten, was sich bis zum 29. Januar 2024 noch tut.