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Die City Hall hat die architektonische Entwicklung der Stadt Toronto in neue Bahnen gelenkt – und eine berufliche Laufbahn beeinflusst. Eine Wiederbegegnung und Hommage zugleich.
Charakterprägend
Die City Hall hat die architektonische Entwicklung der Stadt Toronto in neue Bahnen gelenkt – und eine berufliche Laufbahn beeinflusst. Eine Wiederbegegnung und Hommage zugleich.
Fotos: Werner Huber
«Welches ist dein Lieblingsgebäude?» Als Architekt und Architekturjournalist höre ich diese Frage immer wieder. Im Lauf der Zeit habe ich eine ganze Sammlung von Lieblingsgebäuden angelegt. Eins der frühen Beispiele ist das Stadthaus der kanadischen Wirtschaftsmetropole Toronto, die City Hall. Eingeweiht wurde das Gebäude 1965. Für mich war es 1984 quasi ein Geschenk zu meinem 20. Geburtstag, als ich die Stadt erstmals besuchte, lange bevor ich mich im Studium mit Architektur befasste. Ein erneuter Besuch, selbstverständlich im Hotel mit City-Hall-Blick, hat diese alte Liebe bekräftigt. ###Media_2### Die City Hall ging 1958 als Projekt des Finnen Viljo Revell aus einem internationalen Wettbewerb hervor. 509 Büros hatten daran teilgenommen, bis dahin ein Rekord für einen Architekturwettbewerb. Dass es dazu kam, war nicht selbstverständlich: Die Behörden befanden zunächst, ein Wettbewerb sei zu zeitaufwendig, zu teuer. Zudem wäre man angesichts der Grösse wohl auf Unterstützung aus den USA angewiesen gewesen. Also vergaben sie den Auftrag an ein Konsortium lokaler Architekten. Deren Entwurf, eine symmetrische Anlage mit kolonnadenbestandenem Sockelbau und 20-geschossiger Hochhausscheibe, lag 1955 vor. «Ein monströses Monument der Rückwärtsgewandtheit», nannten es Studierende. «Ein bereits überholtes Klischee», meinte Frank Lloyd Wright, und für Walter Gropius war es «ein sehr armseliger pseudomoderner, der Stadt Toronto nicht würdiger Entwurf». Das Nein der Bevölkerung an der Urne machte den Weg frei für den Wettbewerb. Acht Eingaben erreichten die Endrunde, darunter fünf amerikanische Entwürfe und je ein kanadisches, ein dänisches und ein finnisches Projekt. Dass schliesslich Viljo Revell den Wettbewerb gewann, hatte er seinem Landsmann Eero Saarinen, der auch zur Jury gehörte, zu verdanken. Dieser traf zwar eineinhalb Tage zu spät ein, konnte jedoc...
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