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Oberrhein, um 1600
Holz, gefasst
H. 31 cm
Inv. 1870.1168.
Bei dem von einem unbekannten Bildschnitzer geschaffenen Tod mit Sanduhr ging es weniger um die korrekte anatomische Darstellung als vielmehr um das Symbol menschlicher Hinfälligkeit. Die Figur ist nicht als Gerippe gebildet, sondern mit Hautfetzen bedeckt. In der offenen Bauchhöhle erblickt man den Magen. Als Zeichen der Verwesung kriecht Gewürm über den Körper. Nicht ein Skelett tritt hier auf, sondern eine dem Grabe entstiegene Menschenleiche im Stadium der Verwesung, d. h. ein sogenannter Transi. Das rechte Bein ist wie zum Tanz vorgestellt und mit der linken Hand hält der Tod eine Sanduhr, Symbol der Vergänglichkeit, empor. Im Unterschied zu den Todesfiguren auf den monumentalen Totentanzbildern vermag die Figur aber nicht zu erschrecken. Solche Tödlein waren im 16. und 17. Jahrhundert beliebte Kunstkammerobjekte. Es ist kein Zufall, dass auch unser Tödlein aus einer alten Kunstkammer stammt. Im Verzeichnis des Museums Faesch von 1772 wird die Bildplastik als «Ein Tod von Holtz» erstmals erwähnt; damals war sie auf einem Buffet der Sammlung zusammen mit anderen Skulpturen sowie Erd- und Himmelsgloben aufgestellt.