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Die Vuivra, so wird erzählt, ist ein fliegendes Ungethüm, das eine Krone auf dem Haupte trägt, Feuer zu Flügeln hat und am Körper einem Drachen gleicht. Es nährt sich von Goldsand, den es auf dem Grunde der drei grössern Bergseen abwechseld aufwühlt und aufspeist. Ist die Grundfläche des einen Sees ausgebeutet, so erhebt es sich aus dem Wasser in die Luft und eilt in schauerlichem Fluge einem andern See zu, um da wieder den Goldsand auszuweiden, den die Wasser während seiner Abwesenheit neuerdings ansammelten. Der Fall kann nun eintreffen, dass das gefrässige Ungeheuer, unter festem Eise eingeschlossen, den Winter zu lange findet und manchmal nur noch magere Fassnacht hat. Darum führt es dann gegen die harte Eiskruste solche Kraftstreiche, dass Berg und Thal davon ringsum mächtig erdröhnen.
Quelle: "Walliser Sagen", Gesammelt und hrg. von Sagenfreunden, Sitten, 1872
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