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Die Friart Kunsthalle feiert zwischen August und November 2021 ein Doppeljubiläum : 40 Jahre Ausstellungen und 30 Jahre Bestehen in ihrem Gebäude in der Petites-Rames 22. Durch eine Vielzahl an Veranstaltungen, die die Geschichte mit der Gegenwart verbinden, wird das Jubiläum eine Gelegenheit sein, einen Kunstort mit einer provokativen und experimentellen Tradition zu feiern.
Friart beleuchtet das Werk des Schweizer Künstlers Michel Ritter (1949–2007), der von 1990 bis 2002 auch Gründer und erster Direktor der Kunsthalle war. Im Fokus der Ausstellung stehen mehrere Serien von Papiercollagen, die der Künstler in den späten 1970er Jahren schuf. Darüber hinaus werden Installationen, Skulpturen und Filme präsentiert, die einen Einblick in den formalen Erfindergeist des Künstlers im Hinblick auf einen kritischen Blick auf den Westen geben.
Michel Ritter begann zur gleichen Zeit mit dem Kunstschaffen, als er in sehr jungen Jahren um die Welt reiste. Diese Erfahrungen beeinflussten eine Praxis, die darin besteht, die Stützen einer exzessiven visuellen Kultur durch die Anwendung minimaler expressiver Gesten umzuleiten. Mit subtilen Eingriffen, indem er die dargestellten Themen auf poetische Art und Weise verändert, entzieht der Künstler die Bilder dem ständigen Fluss der aktuellen Ereignisse und der besonderen Form der Amnesie, die sie auferlegen. Dieser anthropologische Blick auf die Produktion des täglichen Lebens steht im Dialog mit der amerikanischen Kunst jener Zeit, wo der Künstler zahlreiche Besuche unternahm.
Die Ausstellung bietet einen Überblick über eine Praxis, die sich über 30 Jahre erstreckt, und markiert die anachronistische Wiederentdeckung eines singulären Werks. Sie wurde in Zusammenarbeit mit der Succession Michel Ritter (Paris) organisiert und wird Gegenstand eines ersten Katalogs sein, der 2022 veröffentlicht wird.