Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03488.jsonl.gz/1699

Nicht tastbarer Hoden (Laparoskopie)
Laparoskopisch mögliche Befunde bei einem klinisch und in Narkose nicht palpablen Hoden.
A. Der Hoden kann auf einer Strecke vom Nierenunterpol bis zu inneren Leistenring intraabdominell liegen. Das Vas deferens zieht von kaudal und die Samenstranggefässe von kranial aufeineander zu.
B. Analoge Situation wie in A. Nebst der Trennung von Hoden und Nebenhoden können alternativ der Hoden oder Nebenhoden fehlen oder sie sind hypo- oder dysplastisch (hier nicht gezeichnet).
C. Analoge Situation wie in A. Jedoch tritt ein Schenkel des Vas deferens (im Bild links) in den Leistenkanal und ein anderer aus diesem zum Nebenhoden.
Bei A bis C liegt eine abdominale Retentio testis vor, das heisst der Deszensus ist ausgeblieben.
Die Situation kann dadurch kompliziert sein, dass eine zusätzliche Missbildung vorliegen kann: In B Unterbrechung der Verbindung zwischen Hoden und Nebenhoden (Hoden-Nebenhoden-Dissoziation) und in C abnorm langes Vas deferens (beide Missbildungen kommen auch bei anderen Kryptorchismusformen vor); oder dass der Hoden hypo- und dysplastisch ist oder zufolge intrauteriner oder perinataler Durchblutungsstörung fehlt.
Bei D und E liegt eine kanalikuläre Retentio testis vor (der Hoden ist knapp erkennbar im Eingang zum Leistenkanal oder der Hoden ist nicht sichtbar; Vas deferens als auch Samenstranggefässe treten in den Leistenkanal). In E kann auch eine Anorchie vorliegen (mit im Leistenkanal blind endenden Samenstranggebilden).