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Internationale Wettkampfsaison 2003. Rückblick auf die erste Hälfte
Rückblick auf die erste Hälfte
Internationale Wettkampfsaison 2003
Nach zwei Jugend- und Junioren-Europacups im Schwierigkeitsklettern, je zwei Weltcups der Elite im Schwierigkeitsklettern und im Bouldern sowie den Weltmeisterschaften der Elite in Chamonix kann Mitte Jahr Bilanz der internationalen Wettkampfsaison 2003 gezogen werden.
An den Europacupwettkämpfen von Imst und Arco konnten die Schweizer Nachwuchskletterer ihre Leistungen der Vorjahre mit zahlreichen Finalqualiﬁkationen in den verschiedenen Kategorien bestätigen. Während Cédric Lachat bei den Junioren seine ungebrochene Sieges-serie fortsetzte, verliefen auch die Wettkämpfe in der Kategorie Jugend A erfolgreich: In Imst siegte Anthony Sapey, und in Arco stand Daniel Winkler auf dem Siegerpodest. In dieser Kategorie verfügt die Schweiz zurzeit über die grösste Leistungsdichte, waren doch mit dem Sieger Daniel Winkler, dem Zweiten Anthony Sapey, dem Sechsten Remo Sommer und dem Achten Thomas Schmid gleich vier Athleten im Final platziert.
Mit Christina Schmid konnte das für diese Saison verstärkte Mädchenkader bereits den ersten Podestplatz feiern: Die junge Bernerin erreichte in Imst in ihrem ersten internationalen Wettkampf den 4. Platz und wurde zwei Wochen später in Arco gar hervorragende Dritte.
Cédric Lachat – auch bei der Elite top Mit zwei weiteren Finalplätzen gelang Cédric Lachat der Auftakt in die internationale Weltcupsaison im Schwierigkeitsklettern in diesem Jahr wiederum nach Mass. Zudem ﬁel sein erster Auftritt bei einem Boulder-Weltcup mit einem 8. Schlussrang inmitten der weltbesten Boulderspezialisten mehr als überzeugend aus. Während im Schwierigkeitsklettern mit Martin Felix und Martin Jaggi zwei weitere Athleten mit ihren 12. Rängen von Imst ihre bis anhin besten internationalen Klassierungen realisierten, wurden im Bouldern in den ersten zwei Weltcups – neben dem von Cédric Lachat – keine zählbaren Resultate erreicht.
Alexandra Eyer zum Ersten! Bei den Damen vermochte sich Alexandra Eyer in Lecco erstmals für einen Final an einem Schwierigkeits-Weltcup zu qualiﬁzieren. Mit einer ausgezeichneten Kletterleistung erreichte sie schliesslich den hervorragenden 5. Schlussrang, womit sie ihre enormen Fortschritte seit der letzten Saison auch im Weltcup bestätigte.
Erfahrungsgemäss ist die Finalqualiﬁkation ein entscheidender Schritt im Verlauf einer Athlet/innenkarriere. Dank diesem Erfolg steigen das Selbstvertrauen und das Wissen um die eigenen Fähigkeiten stark, was insgesamt zu grösserer Wettkampfsicherheit führt – ein Umstand, der besonders in den Klet-
Der beeindruckende Kletterturm an der WM in Chamonix Cédric Lachat in der ersten Schlüsselstelle der Halbﬁnalroute an der WM in Chamonix d_17_21.qxd 11.8.2003 9:54 Uhr Seite 18 DIE ALPEN 8/2003
terwettkämpfen, wo jeder folgende Zug zum Ausscheiden aus dem Wettbewerb führen kann, von entscheidender Bedeutung ist. Die Balance zwischen Si-cherheitsstrategie und Risikobereitschaft während des Kletterns wird nur möglich, wenn die Athletin oder der Athlet an sich glaubt und jegliche Angst, in der Route in den entscheidenden Momenten zu versagen, ausschalten kann.
Alexandra Eyer zum Zweiten! An den Weltmeisterschaften von Chamonix, dem mit Spannung erwarteten Saisonhöhepunkt, war Alexandra Eyer mit ihrer Finalqualiﬁkation und dem 5. Rang für die Topplatzierung aus Schweizer Sicht verantwortlich. Sie erkletterte sich diesen Spitzenrang vor der imposanten Kulisse des Montblanc und vor mehr als 12 000 begeisterten Zuschauern und klassierte sich knapp hinter den Medaillengewinnerinnen. Im Verlauf des Wettkampfs vermochte sie sich von Route zu Route zu steigern und ihre ausgezeichneten technischen Fähigkeiten in hervorragende Kletterleistungen inmitten der momentanen Weltspitze umzusetzen. Cédric Lachat verpasste mit einem guten 9. Schlussrang die angestrebte Finalqualiﬁkation zwar hauchdünn, konnte mit seiner Leistung aber durchaus zufrieden sein. Durch eine vorangegangene leichte Erkrankung etwas geschwächt, vermochte er seine Stärken nicht in gewohntem Mass auszuspielen. Die positive Überraschung – nicht nur aus Schweizer Sicht – war die Leistung des 17-jährigen Anthony Sapey, der in seinem ersten Wettkampf bei der internationalen Elite mit einer Topbege-hung im Viertelﬁnale souverän das Halbﬁnale erreichte und auch dort mit seinem 19. Schlussrang manchen erfah-reneren Teilnehmer hinter sich liess. Ebenfalls ins Halbﬁnale gelangte Stéphanie Louis, die sich schliesslich als 27. klassierte. 1 a
Hanspeter Sigrist, Chef Leistungssport Sportklettern/Nationaltrainer 1 Die vollständigen Ranglisten sind im Internet unter http://www.digitalROCK.de/sac_calendar.php, die Pressetexte zu den Resultaten der Schweizer unter http://www.sac-cas.ch in der Rubrik Sport/Sportklettern/Info/Pressetexte zu ﬁnden.