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Sakraldermoid
Was ist ein Sakraldermoid?
Synonyme für den Begriff des Sakraldermoids sind die „Steissbeinfistel“ oder der „Pilonidalsinus“. Darunter versteht man einen umschriebenen, chronisch-entzündlichen Herd, der über dem Steissbein, am oberen Rand der Gesässspalte lokalisiert ist.
Ursache und Auftreten
Nach wie vor ist die Ursache des Sakraldermoids nicht eindeutig geklärt. Es werden vorwiegend zwei Entstehungsmechanismen diskutiert. Für eine „Missbildung“ spricht die Tatsache, dass das Sakraldermoid immer streng in der Mittellinie und meistens bei jungen Patienten auftritt. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass das Sakraldermoid einen Überrest des embryonalen Rückenmarkskanals darstellt. Auf der anderen Seite sprechen einige Befunde dafür, dass es sich um ein nach der Geburt erworbenes Leiden handelt. Man stellt sich vor, dass im Bereiche von Haarbälgen durch mechanischen Reiz Haaranteile und Hautschuppen in die Tiefe des Gewebes verlagert werden und hier zur Entstehung einer entzündlichen Zyste führen.
Sakraldermoide manifestieren sich in der Regel erstmals im dritten Lebensjahrzehnt. Männer werden dreimal häufiger als Frauen betroffen. Interessant ist die Feststellung, dass eher dunkelhaarige Menschen mit starkem Haarwuchs in der betroffenen Region ein Sakraldermoid entwickeln.
Symptome
Solange das Sakraldermoid nicht entzündet ist, präsentiert es sich als ca. haselnussgrosser, eher weicher, wenig druckempfindlicher Knoten in der Mittelinie direkt oberhalb der Gesässspalte. Sobald sich eine Entzündung einstellt, was in einem grossen Prozentsatz der Fälle zutrifft, entstehen erhebliche Beschwerden. Die Entzündung führt meistens zu einer Eiteransammlung (Abszess), die mit massiven Schmerzen und häufig auch mit Fieber verbunden ist. Gelegentlich entleert sich der Abszess spontan nach aussen. Meistens bleibt in diesen Fällen eine kleine Fistelöffnung zurück. Es kann sich jederzeit wieder ein Abszess bilden.
Therapie
Das Sakraldermoid erfordert in der Regel eine chirurgische Entfernung des Herdes möglichst in einem entzündungsfreien Moment. Falls ein Abszess vorliegt, muss dieser durch einen Schnitt eröffnet werden. Nach Abheilung der entzündlichen Veränderungen sollte möglichst umgehend die definitive chirurgischer Sanierung erfolgen.
Bei der definitiven Operation wird das Sakraldermoid spindelig umschnitten und bis auf das Steissbein vollständig entfernt.

||Spindeliges Ausschneiden des
Sakraldermoids

Es muss dabei streng darauf geachtet werden, dass möglichst alle Anteile des Sakraldermoids entfernt werden, da sonst ein erneutes Sakraldermoid auftreten kann. Normalerweise wird die Wunde mit einzelnen Nähten verschlossen. Zusätzlich werden tiefgreifende Nähte angebracht, die über einer Gazerolle geknotet werden und das Entstehen eines Hohlraums anstelle des entfernten Sakraldermoids verhindern.

|Die Wunde wird zugenäht und die tiefgreifenden Nähte über einer Gazerolle
geknotet.

Der operative Eingriff erfordert in der Regel eine Hospitalisation von ca. 5 Tagen. Die durchgreifenden Nähte werden nach 8 Tagen entfernt. Bis der Patient wieder beschwerdefrei sitzen kann, dauert es meistens 2-3 Wochen.
Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass auch bei korrekter chirurgischer Technik bei 10% - 20% der operierten Patienten mit einem Rezidiv (erneutes Auftreten eines Sakraldermoids) zu rechnen ist. In Einzelfällen wurde in der Literatur über die Entartung eines Sakraldermoids zu einem bösartigen Tumor berichtet, wie dies bei allen chronisch-entzündlichen Prozessen grundsätzlich möglich ist. Diese Tatsache und das Risiko, zu irgendeinem Zeitpunkt im Bereiche eines nicht entfernten Sakraldermoids einen Abszess zu erleiden, legt die Empfehlung nahe, jedes bekannte Sakraldermoid chirurgisch zu entfernen. Die Chancen eines problemlosen postoperativen Heilungsverlaufes stehen gut, falls die Operation bei einem reizlosen, entzündungsfreien Sakraldermoid vorgenommen werden kann.
Das Sakraldermoid wird spindelig umschnitten und bis auf das Steissbein vollständig entfernt.
Tiefgreifende Nähte werden über einer Gazenrolle geknotet um das Entstehen eines Hohlraums zu verhindern.