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Orthodoxe Kirchen
Orthodox (der rechten Glaubenslehre verpflichtet und den rechten Gottesdienst feiernd) nennen sich Kirchen, die im früheren griechischen Kulturraum entstanden oder von dorther gegründet worden sind (darum werden manche von ihnen auch «griechisch-orthodox» genannt).
Den Kern der orthodoxen Kirchen bilden die vier alten Patriarchate: Konstantinopel (auch «Ökumenisches Patriarchat» genannt), Alexandrien, Antiochien und Jerusalem. Durch byzantinische Missionierung nahm die Mehrzahl der Slawenvölker den christlichen Glauben in orthodoxer Ausprägung an.
In der Folgezeit entstanden das Patriarchat von Moskau und ganz Russland sowie das serbische, bulgarische und rumänische Patriarchat. Diese Kirchen sind, wie auch die hellenische, die zyprische und verschiedene andere, selbständig (autokephal), d.h. sie wählen und weihen ihr Oberhaupt selbständig. Sie stimmen jedoch in der Verfassung, in der Lehre und im Kult weitgehend überein und besitzen ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl.
Ein Teil der orthodoxen Kirchen war oder ist noch dem Ökumenischen Rat der Kirchen angeschlossen. Durch Emigration und durch die Ereignisse des 1. und ganz besonders des 2. Weltkrieges kamen viele Bewohner östlicher Staaten und Mitglieder orthodoxer Kirchen nach Deutschland, nach Österreich und in die Schweiz. So entstanden einerseits Auslandsgemeinden, die den heimatlichen Patriarchaten unterstellt sind, und andererseits die unabhängigen orthodoxen Exilkirchen.
Die Ämter der orthodoxen Kirchen sind in der Regel in eine Hierarchie eingebunden: Der Patriarch oder Erzbischof (in der orthodoxen Kirche von Amerika der Metropolit) ist der oberste Leiter der Kirche. Bischof, Priester, Diakon, Subdiakon, Vorleser, Sänger und Türhüter sind die weiteren Ämter.
In ihrem Verständnis Christi deutet das orthodoxe Christentum die Erlösung als eine Art «Vergottung». Der Mensch als gefallenes Geschöpf Gottes erlebt durch Christus eine Verwandlung. Er wird, als was er gedacht war, gottebenbildlich. Mit der Menschwerdung Christi setzt grundsätzlich diese «Verklärung», d.h. die Verwandlung des Seins, ein. Voraussetzung für die auch am Gläubigen einsetzende Wandlung ist die glaubende Verbindung mit Jesus Christus, dessen Auferstehung mehr betont wird als dessen Kreuzestod.
Die orthodoxen Kirchen kennen sieben Sakramente: Taufe, die unmittelbar auf die Taufe folgende Salbung, die Eucharistiefeier (das Abendmahl), Busse, Ordination, Ehe, Krankensalbung. Die Sakramente sind Träger göttlicher Kraft und eine Art Samen des neuen Seins im Menschen. Grosse spirituelle Bedeutung kommt den Ikonen (Tafelbildern) zu, die als Fenster in die ewige, vollkommene Welt erlebt werden. Die Bilderwand (Ikonostase) trennt Chor und Kirchenschiff. In den Wohnhäusern dienen sie der privaten Andacht.
Ökumenisches Patriarchat: Patriarch Bartholomaios
Patriarchat von Alexandrien: Patriarch Theodoros
Patriarchat von Antiochien: Patriarch Ignatios
Patriarchat von Jerusalem: Patriarch Theophilos
Kirche von Russland: Patriarch Kyrill
Kirche von Serbien: Patriarch Irinej
Kirche von Rumänien: Patriarch Daniel
Kirche von Bulgarien: Patriarch Maxim
Kirche von Georgien: Patriarch Elias
Kirche von Zypern: Erzbischof Chrysostomos
Kirche von Griechenland: Erzbischof Ieronymos
Kirche von Polen: Metropolit Savva
Kirche von Albanien: Erzbischof Anastassios
Kirche von Tschechien und der Slowakei: Erzbischof Christophoros
Kirche von Finnland: Erzbischof Leo
Kirche von Estland: Metropolit Stefanos
Mit den orthodoxen Kirchen beschäftigen sich u.a. folgende Zeitschriften verschiedener Zentren:
- Orthodoxe Stimme (München)
- Orthodoxe Rundschau (Hochberg bei Ludwigsburg)
- Orthodoxie heute (Düsseldorf)
- Ostkirchliche Studien, hrsg. vom Ostkirchlichen Institut der deutschen Augustiner (Würzburg)
- Der Christliche Osten (Würzburg)
- Kirche im Osten (Münster)
- Glaube in der 2. Welt (Zürich)
- Internationale Kirchliche Zeitschrift (Bern)
Für die orthodoxen Kirchen gesamthaft werden unterschiedliche Zahlen genannt, 283 Mio oder 300 Mio M.
Ökumenisches Zentrum
Route de Ferney 150
CH-1211 Genève
Die Mitarbeiter im Stab stammen aus verschiedenen orthodoxen Kirchen.