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Neubau Bären: Bauareal wird zur Kernzone
Der neue Betreiber des Gasthauses Bären in Gonten beabsichtigt zur Betriebserweiterung auf der nördlich angrenzenden Freifläche einen Hotelneubau erstellen zu lassen. Damit dieses Vorhaben realisiert werden kann, ist jedoch eine Teilzonenplanänderung notwendig. Gleichzeitig soll der bestehende Quartierplan Bären aufgehoben werden. Dieser Beschluss ist dem Referendum unterstellt.
Toni Dörig
Nördlich des bestehenden Bärens sollen auf einer Fläche von rund 4000 m² etwa 30 bis 40 Hotelzimmer entstehen. Vorgesehen sind im weiteren «nutzungsverwandte Einrichtungen» wie zum Beispiel ein Wellnessbereich. In dieser Grössenordnung wird der Hotelbetrieb als «wirtschaftlich möglich» eingestuft. Der vom Neubauprojekt betroffene Bereich besteht zurzeit aus einer Freihaltezone (teils mit besonderer Vorschrift) und einer Wohnzone W2. Das bestehende Gasthaus Bären sowie die angrenzenden Liegenschaften befinden sich in der Kernzone K3. Um den Hotelneubau zu ermöglichen sollen nun durch die vorgesehene Teilzonenplananpassung die betroffenen 2594m² Wohnzone W2, 529 m² Freihaltezone und 1002m² Freihaltezone mit besonderer Vorschrift ebenfalls in die Kernzone K3 umgezont werden.
Gonten als Arbeitsstandort
«Dem öffentlichen Interesse an einer qualitativen Siedlungsstruktur steht das öffentliche Interesse Gontens als attraktiver Arbeitsstandort und als wichtiger Standort für touristische Angebote entgegen », heisst es in den Erläuterungen des Bezirks Gonten zu dieser vorgesehenen Umzonung. Die qualitative Siedlungsstruktur wird tangiert durch den Wegfall der genannten Freihaltezonen, die eigentlich wie ein «grüner Finger» wirken sollten. Allerdings sind Ersatzmassnahmen möglich, zum Beispiel ein Vorplatz zwischen Strasse und Neubauten. Gesamthaft werde dadurch das in Gonten vorgesehene Siedlungsentwicklungskonzept jedoch nicht wesentlich beeinträchtigt, heisst es weiter. Der Bezirksrat auf jeden Fall hält den Erhalt und die Förderung des Arbeitsstandortes für gewichtiger.
Wegfall von Wohnland
Der Wegfall von gut 2500m² Land in der Wohnzone W2 bewirkt eine leichte Reduktion der im Zonenplan festgeschriebenen Einwohnerkapazität. Damit dürften gut elf Einwohner weniger in Gonten Platz finden. Im Vergleich zum Fassungsvermögen von rund 1600 Einwohnern, das im Zonenplan per 2020 insgesamt vorgesehen ist, kann dieser Verlust als unbedeutend bezeichnet werden. Die Umzonung bewirkt im übrigen auch, dass für den bestehenden Fussballplatz ein neuer geeigneter Standort gesucht werden muss.
Einfügung ins Ortsbild
Die Zuteilung des Baulandes zur Kernzone K3 wird als zweckmässigste Lösung für den Hotelneubau eingestuft. «Im Rahmen der Quartierplanung kann damit einer angepassten Einfügung ins Ortsbild am besten Rechnung getragen werden», schreibt der Bezirksrat. Allerdings besteht ja bereits ein Quartierplan Bären, der auf Erweiterungsprojekte des Gasthauses Bären im Sinne des früheren Betreibers ausgerichtet war. Dieser Quartierplan wird bei Inkrafttreten der Zonenplananpassung aufgehoben.
Teilzonenplan Bären: Bis 20. März bei der Bezirksverwaltung Gonten öffentlich aufgelegt; kann auch unter www.gonten.ch eingesehen werden. Aufhebung Quartierplan Bären: Bis 20.März dem Referendum unterstellt. Es kommt zustande, wenn mindestens 50 Gontner Stimmberechtigte schriftlich eine Gemeindeabstimmung verlangen.
Im Hinblick auf den geplanten Hotelneubau soll das betroffene Areal hinter dem Gasthof Bären (rechts) in die Kernzone umgeteilt werden. Für den Fussballplatz muss deshalb ein neuer geeigneter Standort gesucht werden.
Bild: Toni Dörig)
Quelle: Appenzeller Volksfreund