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Lifestyle
Kunst, die unter die Haut geht
Mit dem neuesten Trend erhält der Begriff Körperkunst eine tiefere Bedeutung: Tattoo-Fans ehren Werke der Kunstgeschichte, indem sie ihre Körper als lebende Leinwände zur Verfügung stellen. Grossflächige Tribals sind out, heute zieren Van Goghs «Sternennacht» und Monets «Seerosen» die Haut.
Oder wie wäre es mit einem Picasso? Die Gemälde des spanischen Künstlers (1881–1973) sind ja unbezahlbar. So wurde sein «Die Frauen von Algier» 2015 für rund 180 Millionen Franken verkauft. Damit ist es eines der teuersten Kunstwerke aller Zeiten. Ein geübter Tätowierer ist in der Lage, eine exakte Kopie des Werks für einige Hundert Franken auf der Haut zu verewigen.
Je nach Vorliebe zieren künftig also die wilden Farbspritzer von Jackson Pollock (1912–1956) oder die Mini-Ausgabe eines Roy-Lichtensteins (1923–1997) den Körper. Möglich ist alles.
Während die meisten Tätowierer ihre Versionen mit unglaublicher Genauigkeit in die Haut stechen, nehmen sich andere kreative Freiheiten heraus: So hat der in Seoul (Südkoea) lebende Tattoo-Künstler Oozy einige der grössten Werke von Leonardo Da Vinci (1452–1519) auf die Brust eines Kunden tätowiert. Das Ergebnis ist eine Verschmelzung von Geschichte und Moderne, die erst mit dem Hinscheiden des Trägers ein Ende finden wird.