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In Kürze
Wegen seiner geographischen Lage und der besonderen klimatischen Verhältnisse ist der Kanton Wallis in besonders hohem Masse Naturgefahren ausgesetzt, die direkt (Hochwasser und Lawinen) oder indirekt (Waldbrände) mit dem Wasser zusammenhängen. Der Begriff «hydrologische Gefahr» umfasst vielerlei Prozesse (Hochwasser, Murgänge, Überschwemmungen, Oberflächenabflüsse etc.). Als Lawinen gelten Ereignisse, wo Schnee oder Eis in grossen Mengen in plötzliche Bewegung geraten. Indirekt sind auch Waldbrände eine wasserabhängige Naturgefahr: Trockenheit kann die Brandgefahr erhöhen, und die Verfügbarkeit von Löschwasser ist wichtig für die Brandbekämpfung.
Mehrere Ereignisse in der Vergangenheit, wie die Überschwemmungen vom Oktober 2000 oder die Lawinen von Evolène 1999 haben gezeigt, wie verwundbar bestimmte Gebiete angesichts solcher Naturgefahren sind. Es werden grosse Anstrengungen unternommen, um den Schutz von Bevölkerung, Gütern und Umwelt sicherzustellen, z. B. durch die zahlreichen Naturgefahrenschutzprojekte, welche die Gemeinden auf ihren jeweiligen Gebieten ausführen, durch das Generelle Projekt der 3. Rhonekorrektion (GP-R3) oder durch die Erstellung von Überwachungs- und Vorhersagesystemen für Extremereignisse (so das Projekt MINERVE für die Hochwasservorhersage oder das System Guardaval für die Überwachung von Massenbewegungen.
Die Bevölkerung und die Umwelt vor solchen Gefahren zu schützen, obliegt sowohl dem Bund als auch dem Kanton und den Gemeinden. Hier gilt es genau zwischen den Zuständigkeiten der jeweiligen Behörde zu unterscheiden: zunächst ist jede Gemeinde aufgrund ihrer Autonomie für ihr eigenes Territorium verantwortlich; dann der Kanton für die Rhone und den Genfersee, mit einer Mitteilungs- und Hilfeleistungspflicht gegenüber den Gemeinden; und schliesslich der Bund, welcher die Aufsicht ausübt und Unterstützung leistet. Jede Gemeinde verfügt über einen Führungsstab mit einer Einheit “Naturgefahren” sowie spezialisierte Gefahrenbeobachter. Die wichtigsten Organisationen auf Ebene Bund und Kanton, die sich mit dem Prozess der Planung und dem integrierten Risikomanagement befassen, sind: die Nationale Alarmzentrale (NAZ), die Wissenschaftliche Krisenzelle (KRIZ), die Kantonale Naturgefahrenkommission (KNGK) und das Kantonale Führungsorgan (KFO). Vor diesem Hintergrund hat die Dienststelle für Wald, Flussbau und Landschaft (DWFL) den Auftrag, die Gemeinden in den Bereichen der oben genannten Naturgefahren zu beraten. Privatpersonen hingegen haben sich an die kommunalen Behörden zu wenden, die sich mit der Problematik befassen.
Da Naturgefahrenrisiken eng mit der klimatischen Entwicklung einer Region verknüpft sind, wird der Klimawandel, der auf die Wasserressourcen und auf Extremereignisse, aber auch auf die Vegetation, den Boden und die Geologie einwirkt, das Risiko für Schadensereignisse auf den sich vergrössernden Siedlungsflächen sehr wahrscheinlich erhöhen.