Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03327.jsonl.gz/2797

Patrick Modiano erhält die wichtigste literarische Auszeichnung der Welt. Von seinem Glück weiss der Franzose allerdings noch nichts – er konnte bislang nicht kontaktiert werden
Als der Verleger Antoine Gallimard seinem Autor Patrick Modiano telefonisch zum Literaturnobelpreis gratulierte, sei der Autor «sehr glücklich» gewesen, habe aber «mit seiner üblichen Bescheidenheit» geantwortet: «Das ist bizarr.»
Das sagte der Verleger am Donnerstag der französischen Nachrichtenagentur AFP. Die Entscheidung sei eine grosse Überraschung gewesen und habe dem Verlag einen wunderbaren Tag beschert.
Unterdessen sprach der französische Präsident François Holland Modiano «seine wärmsten Glückwünsche» aus und würdigte «sein namhaftes Werk». «Er führt seine Leser bis in die tiefen Wirren der dunklen Besatzungsperiode», erklärte Hollande laut einer Mitteilung des Élysée-Palastes.
Überreicht werden alle Nobelpreise traditionell am 10. Dezember, dem Todestag des Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel. Im vergangenen Jahr hatte die Kanadierin Alice Munro die Auszeichnung für Literatur erhalten.
Einzige Schweizer Preisträger seit der ersten Vergabe 1901 waren Carl Spitteler 1919 und Hermann Hesse 1946; letzterer hatte seit 1923 das Berner Bürgerrecht. Neben Spitteler und Hesse verbrachten auch die beiden Nobelpreisträger Thomas Mann und Elias Canetti einen grossen Teil ihres Lebens in der Schweiz. Doch Canetti behielt seine britische Staatsbürgerschaft und Mann bemühte sich vergeblich ums Schweizer Bürgerrecht.(sda/dpa)