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Bellevue-Bar
Vergiftete Übergabe der Macht
Barack Obama weinte, als er in der Abschiedsrede in Chicago seiner Frau und den Töchtern dankte. Gleichentags schäumte Donald Trump bei seiner letzten Pressekonferenz vor der Amtseinsetzung: «Fake news, Hexenjagd!» Er musste sich gegen Gerüchte über eine Sexparty im Moskauer Luxus-Hotel Ritz Carlton wehren. Der scheidende Präsident Obama legte in den letzten Tagen seiner Amtszeit dem Nachfolger Trump noch etliche Steine in den Weg: Sanktionen gegen Russland, Verbot von Ölbohrungen in Teilen der Arktis, stillschweigendes Akzeptieren einer Uno-Resolution gegen die Siedlungspolitik Israels. Trumps Retourkutsche kam gestern prompt. Er lästerte vor der Presse in New York ausgiebig über die Hinterlassenschaft seines Vorgängers: Obamacare ein «totales Desaster», dilettantische Dealmaker am Werk, miserable Hacking-Abwehr. Trump versprach sofortige Abhilfe: Obamacare weg, Mauer hin, Anti-Hacking vor und «ich werde der ‹greatest job creator› sein, den Gott je schuf». Obama schmückte die Bilanz seiner Regierungszeit mit der Formel «Yes, we did.» Da haben sich zwei in Chicago und New York den Mund zu voll genommen. Jeder auf seine eigene Art.