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Alli-Wad
(Alexander Alexejewitsch Wadimow-Markelow)
Ursprünglich war Wadimow Schauspieler. Während des russischen Bürgerkriegs organisierte er ein Wandertheater und trat mit einem Zirkus für die Soldaten der Roten Armee auf. 1927 lernte er bei Conradi-Horster in Deutschland. [1]
Die Besonderheit der Zirkusarena erfordert grosse Gegenstände, welche irgendwoher erscheinen und irgendwohin verschwinden. Dafür entwickelte Alli-Wad eigene Lösungen. Er trat anfangs - wie seinerzeit üblich - mit Turban auf und wurde als „Inder, der kein Wort Russisch spricht“, angekündigt. „Völlig richtig“ bekräftigte der Illusionist im reinsten Russisch und nahm lächelnd seinen Turban ab. Er zeigte klassische Zirkusillusionen, darunter die Schwebe eines vergoldeten Sarkophages, der auf einem Gestell lagerte. Die Assistentin im weissen Kleid legte sich in den Sarkophag, der Deckel wurde geschlossen. Dabei ragte ein Zipfel des Kleides hervor. Der Sarkophag schwebte zur Zirkuskuppel. Der Sarkophag öffnete sich in der Luft und war leer. Die Assistentin erschien im Publikum.
1932 zeigte Alli-Wad in der Moskauer Music Hall unter der Regie von W. N. Kawerin das Stück von Demjan Bednyj „Wie die 14. Division in das Paradies kam". In der Show lud der Teufel den lieben Gott in die Music Hall der Hölle mit dem Wundertäter Alli-Wad ein. Dieser zeigte dabei einen Trick, bei dem Gott aus einer Truhe verschwindet und unter den Erzengeln Panik ausbricht, Gott existiert nicht…!
Alli-Wad zeigte auch klassische Manipulationsdarbietungen mit Spielkarten, Bällen und Tüchern sowie komische Spielszenen. So z.B. sass er auf einer Bank und wurde von der Assistentin gebeten, auf einen Kinderwagen aufzupassen. Das Kind weinte und er nahm es heraus. Das Weinen im Kinderwagen begann erneut... insgesamt erschienen ein halbes Dutzend Kinder aus dem Kinderwagen, die der hilflose Zauberkünstler zu beruhigen versuchte.
Einige seiner Nummern waren politisch geprägt und thematisch dem „Kampf um den Weltfrieden und der Unterdrückung im Kapitalismus“ gewidmet. [2]
Wadimov war Autor mehrerer Bücher, darunter
"Die Kunst des Zauberns“ (1959) und
"Von den Magiern der Antike bis zu den Illusionisten unserer Tage" (1966).
[1] G. Winkler, D. Winkler. Das grosse Hokuspokus, aus dem Leben berühmter Magier.
[2] A. A. Vadimov, M. A. Trivas. Von den Magiern der Antike bis zu den Illusionisten unserer Tage. Aus dem Russischen frei übersetzt von Hans-Christian Solka, Magdeburg