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Allgemeines: Holunderbeeren sind sehr wertvoll wegen der ausscheidenden Wirkung, sie reinigen das Blut. (aus Kochbuch von 1932)
Aus den Beeren bereitet man gute, als Hustenmittel geschätzte Säfte, Konfitüren und Breie. Sie treiben zähe, verhockte Stoffe aus. Die Beeren nach der Ernte einkochen oder für den Winterbedarf dörren. (aus Haushaltbuch von 1901)
Tipp aus Kochbuch von 1908: Weil Holundersaft nicht leicht geleeartig wird, empfiehlt es sich, denselben mit anderen Fruchtsäften zu mischen.
Bei roten Holunderbeeren nimmt man mit Vorteil 1/2 Holunderbeersaft und 1/2 Johannisbeersaft.
Bei schwarzen Holunderbeeren kann man 1/2 Holunderbeersaft und 1/2 Apfelsaft nehmen.
Rezept 1 (aus Kochbuch von 1908):
Die, wenn dringend nötig, gewaschenen Beeren werden mit wenig Wasser auf dem Feuer zum Platzen gebracht. Dann schüttelt man die Beeren auf ein ausgebrühtes, ausgespanntes Filtriertuch, deckt sie zu und lässt den Saft ablaufen.
Bei Verwendung von Äpfeln: Auf 1 kg dünne Apfelschnitze 3/4 L Wasser verwenden, weichkochen und abfiltrieren.
Die Säfte werden gemischt, gemessen und mit gleichschwer Zucker auf das Feuer gebracht, am besten in einer Messingpfanne. Der Saft darf nicht zum Kochen kommen, bis der Zucker vollständig aufgelöst ist. Wenn der Saft zu Geleedicke eingekocht ist – was in 3-5 Minuten der Fall ist, wird er in gut gereinigte Gläser eingefüllt und, wenn erkaltet, gut verschlossen.
Rezept 2 (aus Kochbuch von 1958):
Auf 1 Liter Fruchtsaft, 1 kg Zucker. – Da der Holundersaft schwer geliert und im Geschmack nicht jedermann zusagt, empfiehlt es sich, die Hälfte Apfelsaft darunter zu mischen.
Man bringt die sauberen Abfälle beim Apfelrüsten (Schalen und Kerngehäuse) mit soviel Wasser, dass es darüber zusammenfliesst auf kleines Feuer und kocht sie während 3/4 – 1 Stunde zugedeckt gut weich. Dann lässt man den Saft durch ein Tuch oder Sieb ablaufen und über Nacht stehen.
Die gewaschenen, abgezupften Holunderbeeren kocht man mit wenig Wasser kurz auf, bis das Häutchen reisst und passiert den Saft durch ein Tuch. Dann bringt man 1/2 L Apfelsaft und 1/2 L Holundersaft zusammen aufs Feuer, lässt 1 kg Griesszucker langsam einlaufen und kocht die Gelee 20 Minuten, bis ein Tropfen breit von der Kelle fällt und auf einem kalten Teller rasch erstarrt. Die Gelee wird abgeschäumt und heiss in die erwärmten Gläser gefüllt.
Tipp: Man kann auch Brombeersaft unter den Holundersaft mischen, Apfelsaft schmeckt ebenso gut und ist billiger.
Rezept 3 Brombeergelee mit Holunder (aus Kochbuch von 1951)
Zutaten: Auf 1 Liter Fruchtsaft 1 kg Zucker
Zubereitung: Die Brombeeren mit 1/3 Holunderbeeren vermischen. Den Holunder als ganze Dolden waschen und dann mit einer Gabel die Beeren abstreifen, mit den erlesenen Brombeeren kochen, bis die Haut zersprungen und das Fruchtfleisch weich ist. Dann den Saft durch ein Tuch ablaufen lassen und mit gleichschwer Zucker kochen, bis der Tropfen breit und schwer von der Kelle fällt. Den Gelée abschäumen und siedend in gut gereinigte Gläser einfüllen und sofort zubinden oder nach Bildung eines Häutchens mit flüssigem Paraffin übergiessen. Die Gelées etikettieren und an einem trockenen, dunkeln und kühlen Ort aufbewahren. Kochzeit: 1-2 Minuten.
Tipp:
- Nach Belieben die im Tuch zurückgebliebene Fruchtmasse mit Zucker und etwas Wasser zu Konfitüre kochen (aus Kochbuch von 1951)
- Die Beerenrückstände können, entsprechend gezuckert, als Kompott verwendet oder mit halb so schwer Zucker zu Konfitüre zweiter Qualität eingekocht werden (aus Kochbuch von 1908)