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Bei vielen Patienten treten harmlose, kosmetische störende Besenreiser– und Retikuläre Krampfadern (kleinste Form von Krampfadern) langsam auf und sind harmlos. In den allermeisten Fällen ist eine familiäre Disposition bekannt. Die kleinen Krampfadern können mit der Sklerosierungstherapie / Schaumverödung therapiert werden, sofern diese kosmetisch störend sind.
Im Gegensatz dazu muss bei Auftreten von Besenreiser- und Retikuläre Varizen, welche einige Wochen oder Monate nach einer Intervention (Operation, endovenöse Kathetertherapie = Laser-/ Radiofrequenztherapie, Verödungstherapie, Schaumverödung usw.) auftreten, eine phlebologische Grundabklärung durchgeführt werden. Die Betroffenen stellen nach der Therapie eine Verschlechterung des kosmetischen Resultates bzw. ein rasches Wiederauftreten von neuen Krampfadern in derselben Region fest. In diesen Fällen muss mit einer Farbultraschall Untersuchung nach einer grösseren Füllungsquelle gesucht werden. Wird eine solche gefunden, ist die einzig erfolgversprechende Therapie die Füllungsquellen auszuschalten und zeitnahe die neuen Besenreiser- und Retikulären Krampfadern mit der Verödungstherapie /Schaumverödung anzugehen.
Abbildung 1: Vor einem Jahr ambulante Entfernung einer schmerzhaften Krampfader an der linken Wade mit der Phlebectomie (Häckelmethode) ohne vorgängig phlebologische Grundabklärung. Noch sichtbar die Narbe (schwarzer Pfeil) der lokalen Skalpell Hautinzision für die Phlebectomie. Einige Wochen nach der Behandlung Auftreten von kleinen Besenreiser- und Retikulären Krampfäderchen, welche in den nächsten Monaten kontinuierlich an Anzahl und Ausdehnung zunahmen (vgl. blaue Pfeile).
Die phlebologische Grundabklärung mit der Farbultraschalluntersuchung (FKDS) zeigt eine relevante Füllungsquelle (oberflächliche Stammvene= Vena saphena parva) (vgl.Abbildung 2):
Ist die normale Klappenfunktion der oberflächlichen Vena saphena parva eingeschränkt (insuffizient), erscheint diese in der Farbultraschalluntersuchung orange. Dieser Befund bestätigt eine Flussumkehr vom venösen Blutstrom. Die kranke oberflächliche Stammvene transportiert das venöse Blut nicht wie normal Richtung Herz, sondern in die falsche Richtung, zurück in die Wade (Abb. 1 roter Pfeil). Der daraus resultierende chronisch venöse Überdruck führt zu einer Aufweitung der Hautgefässe, welche als Besenreiser,- und Retikuläre Krampfadern (Abb. 1 blaue Pfeile) erscheinen.
Schlussfolgerung:
Die korrekte und einzig Erfolg versprechende Therapie bei allen Krampfader Formen ist, vorgängig einer Therapie, eine grössere Füllungsquelle mit der Farbultraschalluntersuchung zu suchen bzw. eine solche auszuschliessen.
Dr. med. Bruno P. Schwarzenbach 1. April 2015
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