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von Edouard Dommen
Aktionärinnen und Aktionäre stellen einer Aktiengesellschaft Kapital zur Verfügung, das diese investieren muss, um eine Rendite zu erwirtschaften. Die einzelnen GeldgeberInnen können unterdessen einer anderen Beschäftigung nachgehen. Sie sind häufig keine Finanzfachleute, sondern üben die verschiedensten Berufe aus oder sind im Ruhestand. In der letzten Zeit haben sich jedoch viele Aktiengesellschaften in ihrem Kerngeschäft als inkompetent erwie-sen. Statt ihr Kapital zu investieren, zahlen sie es dem Aktionariat zurück. Die Aufgabe wird an Laien delegiert.
Aktiengesellschaften investieren in die Herstellung von Gütern oder Dienstleistungen. Ihr Besitz besteht aus Produktionsmitteln - Maschinen zum Beispiel - und aus flüssigen Mitteln. Letztere sind häufig rentabler als die Produktionsmittel. So hat vor einigen Jahren die Basler Chemie ihre Aufwendungen für die Forschung reduziert – nach eigenen Aussagen die Basis ihrer Existenz -, um vermehrt an der Börse zu investieren. Eine Aktiengesellschaft, die ihren Besitz reduzieren will, kann entweder das Kapital oder die Maschinen abbauen. Wann werden wir die folgende Mitteilung dem Briefkasten entnehmen?
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre
Die letzte Generalversammlung hat eine Reduktion des Gesellschaftskapitals beschlossen. Bitte begeben Sie sich an unseren Produktionsstandort (am Besten im Auto), um dort den Teil der Maschinen abzuholen, der Ihnen zusteht. Im Anschluss wird ein Imbiss offeriert.
Freundliche Grüsse
der Verwaltungsratspräsident