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Das Multiple Myelom ist eine Krebserkrankung der Plasmazellen. Plasmazellen sind eine Unterform der weissen Blutkörperchen, die im Knochenmark vorkommen und für die Bildung von Antikörpern verantwortlich sind. Eine krebsartig veränderte oder bösartige (maligne) Plasmazelle wird als Myelomzelle bezeichnet.[1][2]
Das Multiple Myelom kann als Tumor, als Knochenschädigung oder in Form von beidem in Erscheinung treten. Bei den Knochenschädigungen spricht man auch von «Läsionen». Das Multiple Myelom betrifft die Stellen im Körper, an denen Knochenmark bei Erwachsenen aktiv ist.[1][2]
Das Multiple Myelom ist eine Krebserkrankung, die bestimmte Blutzellen im Knochenmark betrifft. In diesem kurzen animierten Video erfahren Sie mehr darüber.
Dieses Erklärvideo erläutert die wissenschaftlichen Grundlagen des Multiplen Myeloms.
Die Symptome eines Multiplen Myeloms können sehr verschieden sein. Wenn Symptome auftreten, ist es aber auf jeden Fall wichtig, dass diese richtig behandelt werden.[1][2]Einige der häufigsten Symptome sind im Folgenden aufgelistet. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Leben mit Multiplem Myelom.
Sie sollten jedoch stets Ihren Arzt oder eine Pflegeperson zu Rate ziehen, wenn Symptome bei Ihnen auftreten und vor allem, wenn plötzliche Veränderungen eingetreten sind.
Ein Multiples Myelom wird häufig bei einer Blutuntersuchung erkannt. Das wichtigste Analyseverfahren zur Feststellung der Erkrankung ist die sogenannte «Proteinelektrophorese». Dabei werden die im Blut enthaltenen Proteine untersucht. Die Untersuchung zeigt, ob das Blut eine abnormale Konzentration von Immunglobulinen (Antikörpern) enthält, die als M-Proteine bezeichnet werden.[2] Erhöhte Konzentrationen von M-Protein sind Anzeichen für ein Multiples Myelom. Dies muss jedoch durch eine Untersuchung von Knochenmarkproben bestätigt werden.
Auf einer Röntgenaufnahme der Knochen sind Knochenveränderungen zu erkennen. Die Aufnahmen zeigen, ob Hohlräume in den Knochen (Knochenläsionen) vorliegen.[2] Andere, empfindlichere bildgebende Verfahren können eingesetzt werden, um Tumoren ausserhalb des Knochenmarks nachzuweisen:
Chirurgische Entnahme einer kleinen Gewebeprobe (Biopsie)
Mit diesen Untersuchungen kann festgestellt werden, ob und in welchem Umfang Krebszellen im Knochenmark vorliegen.[1][2] Die Proben können auch „zytogenetischen Untersuchungen“ unterzogen werden. Dadurch lassen sich gegebenenfalls genetische Veränderungen nachweisen, die auf eine aggressivere Form der Erkrankung hinweisen können. Dies kann jedoch mit einer schlechteren Prognose verbunden sein.
Sie haben vielleicht schon einmal davon gehört, dass es verschiedene Klassifikationen und unterschiedliche Stadien des Multiplen Myeloms gibt. Es ist wichtig zu beachten, dass es sich hierbei um zwei verschiedene Dinge handelt. Beide tragen jedoch dazu bei, die am besten geeignete Therapie für Sie zu bestimmen.Die Klassifikation gibt Auskunft darüber, welcher der folgenden Typen von Multiplem Myelom bei Ihnen vorliegt:
Wenn Sie ein MGUS haben, so bedeutet dies, dass sehr geringe Mengen an M-Protein in Ihrem Knochenmark nachweisbar sind, die jedoch noch keine Symptome oder Organschäden verursacht haben. MGUS ist eine „gutartige“ Erkrankung, das heisst, dass noch keine Krebserkrankung vorliegt. Es ist aber ein frühes Anzeichen, da sich bei 20 % der Betroffenen mit MGUS ein aktives Myelom entwickeln kann.[1][2] Wenn Sie eine MGUS haben, wird Ihr Zustand laufend überwacht, Sie müssen aber nicht behandelt werden.
In seltenen Fällen wird eine einzelne Läsion (eine Gruppe von malignen Myelomzellen) festgestellt. Diese ist häufig in Knochen zu finden, geht jedoch nicht mit Zeichen von Knochenmarkanomalien einher.[1][2] Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, wobei jedoch oft die Strahlentherapie bevorzugt wird.
Ein aktives oder symptomatisches Myelom bedeutet, dass neben anormalen M-Proteinen und malignen Plasmazellen, die im Knochenmark nachweisbar sind, auch Schäden an den Knochen und in verschiedenen Organen, wie zum Beispiel in den Nieren, vorliegen.[2] Wenn Sie ein aktives oder symptomatisches Myelom haben, erhalten Sie wahrscheinlich bereits eine oder mehrere Behandlungen, die Ihr Arzt mit Ihnen besprochen hat.
Die Stadienbestimmung gibt das Ausmass der Erkrankung an.
Die Bestimmung des Stadiums (das sogenannte Staging) ist unverzichtbar, um die geeignete Therapie festzulegen. Die am häufigsten verwendete Stadieneinteilung des Myeloms ist das Revised International Staging System (R-ISS). Diese basiert auf den Konzentrationen bestimmter Proteine im Blut und berücksichtigt individuelle genetische Merkmale, um eine Erkrankung als Myelom im Stadium 1, Stadium 2 oder Stadium 3 zu klassifizieren.[1][2]
Referenzen