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Der Landesstreik vor 100 Jahren war ein wichtiger Taktgeber für eine sozialere Schweiz. Heute vor 100 Jahren, am 15. November 1918, wurde an den meisten Orten wieder gearbeitet. Die Arbeiterschaft beklagte die bittere Niederlage - die aber mittelfristig ein Sieg war.
Es war Robert Grimm, der das Wort von den "siegenden Geschlagenen" prägte. Am 15. November 1918, als der Landesstreik zu Ende war (nur an einzelnen Orten wurde noch weitergestreikt), hatte die Arbeiterbewegung unmittelbar ihre grösste Niederlage erlitten. Auf eine gewalttätige Kraftprobe hatte sie es nicht ankommen lassen. Trotzdem erwies sich der Streik nach kurzer Zeit als erfolgreich. Zwei Forderungen wurden 1919 unmittelbar erfüllt: die 48-Stunden-Woche und die (vorgezogene) Proporzwahl des Nationalrats, mit der sich das Gewicht der Sozialdemokratie in der grossen Kammer verdoppelte. Für andere Forderungen brauchte es etwas länger: Die AHV trat erst 1948 in Kraft, das Frauenstimmrecht 1971. Trotzdem ist der Landesstreik vom November 1918 jenes Ereignis in der jüngeren Schweizer Geschichte, mit welchem die Lohnabhängigen den grössten Schritt nach vorn gemacht haben.