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Maison Buttin-de-Loës, Grandvaux
Sentier des Vinches 2
1091 Grandvaux
Roland Blaettler, 2019
1939 gelangte die Association du Vieux-Lausanne (Vereinigung Alt-Lausanne) durch eine Schenkung der Eigentümer Louis und Marguerite Buttin-de Loës in den Besitz eines schönen Hauses in Grandvaux, dessen älteste Teile bis ins 16. Jahrhundert zurückgehen. Dieses grosszügige Geschenk umfasste auch das gesamte Mobiliar.
Louis Buttin (1872–1951), der aus Aigle stammte, aber in Frankreich lebte, und seine Frau Marguerite, die Tochter von Alexis de Loës (1840–1907), Professor für Theologie an der Universität, hatten das Gebäude 1917 mit der Absicht erworben, ihm den Glanz eines Patrizierhauses aus dem 18. Jahrhundert zu verleihen. Zu diesem Zweck kaufte das Ehepaar 1929 ein angrenzendes Gebäude, restaurierte beide Häuser und sammelte Gemälde, Möbel und Kunstgegenstände, die die Einrichtung bilden sollten.
In Absprache mit dem Spenderpaar, das die Nutzniessung des Hauses beibehielt, insbesondere um dort den Sommer zu verbringen, beschloss die Association du Vieux-Lausanne, im Haus Buttin-de-Loës ein Museum einzurichten, das 1941 eröffnet wurde. Die Führungen wurden von Madame Buttin-de Loës übernommen. Nach dem Tod der ehemaligen Besitzerin im Jahr 1968 erbte die Vereinigung ein Kapital, mit dem eine Stiftung gegründet werden konnte, die für den Unterhalt des Gebäudes und der Sammlungen sorgen sollte.
Dem Wunsch entsprechend, die Verwaltung der Liegenschaft in Grandvaux zu delegieren, gründete die Association du Vieux-Lausanne im Jahr 1982 eine separate Vereinigung, die «Amis de la Maison Buttin-de-Loës», die sie mit dieser Aufgabe betraute. Im Jahr 2011 schlossen sich die Association Mémoire de Lausanne (die 2003 die Nachfolge der Association du Vieux-Lausanne angetreten hatte), die Amis de la Maison Buttin-de-Loës und die Gemeinde Grandvaux zusammen und gründeten die «Fondation pour la conservation de la Maison Buttin-de-Loës», die durch eine am 27. Juni unterzeichnete Urkunde, kurz vor der Gründung der Gemeinde Bourg-en-Lavaux, Eigentümerin des Hauses wurde.
Ovale Porzellan-Platte aus Sèvres. Sie gehört zu einem Service von mehr als 180 Teilen, das im November 1792 an den Bürger A. M. Lefebvre, Möbelhändler in Paris, verkauft wurde. Lefebvre war in den 1790er-Jahren einer der wichtigsten Händler für Porzellan aus Sèvres in Paris.
Zu den vom Ehepaar Buttin-de Loës sorgfältig ausgewählten Möbeln gehört ein Keramikensemble aus dem 18. und 19. Jahrhundert mit etwa 60 Porzellanen aus Nyon, einigen französischen Stücken – darunter eine ovale Platte aus Sèvres von einem Service, das von Keramikspezialisten identifiziert wurde (MBL 20426) – und Steingutobjekten aus Wedgwood (nicht aufgenommen).
Unter den Porzellanstücken aus Nyon sind besonders das einzige bekannte Exemplar eines frühen Salzstreuers (MBL 20325) und eine Reihe von Schalen und Untertassen mit schönen Blumenmotiven aus der frühesten Periode (MBL 20092A und -B) hervorzuheben. Bemerkenswert sind auch ein Beispiel einer Kaffeekanne mit einem grossen polychromen Bouquet, um 1785 (MBL 20093), sowie das zweite bekannte Exemplar eines späten Modells einer Warmhalteplatte (MBL 20101).
Übersetzung Stephanie Tremp