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Fernschach
Andreas Brugger steht im Fernschach-WM-Final
Der 75-jährige Andreas Brugger spielt seit seinem 15. Lebensjahr Schach und kehrte 2004 nach einer 30-jährigen Pause wieder zum Fernschach zurück. Nachdem der für den Schachklub Cham spielende Baarer die 21. Schweizer Meisterschaft für sich hat entscheiden können, ist die Qualifikation für den WM-Final sein grösster Erfolg.
Was fasziniert Brugger am Fernschach? «Mathematik macht mir Spass», sagt der studierte Elektroingenieur. «Man kann ziemlich fehlerlos spielen, weil man Zeit und Hilfsmittel hat. Aber auch wenn im Fernschach sämtliche Hilfsmittel erlaubt sind, muss man selber denken.» Auf den Kontakt zu seinen Gegnern muss er nicht verzichten: Mit einigen hat er einen regen Gedankenaustausch – manchmal kommt es sogar zu einem Treffen.
Im Nahschach sind die WM-Zyklen überschaubar. Waren es früher drei Jahre, muss Magnus Carlsen heute seinen Titel jedes zweite Jahr verteidigen. Im Fernschach dagegen ist das eine wahre «Ochsentour», wie Andreas Brugger selber sagt. Das liegt zum einen an der Dauer, zum anderen auch daran, dass man jedes Qualifikationsturnier siegreich beenden muss. Zwischen der ersten Partie und dem WM-Finale liegen über zehn Jahre. 2007 schloss Brugger ein M-Turnier ab, 2009 ein WM-Preliminary (Kategorie 3), 2011 das Halbfinale (Kat. 6) und 2014 das Kandidatenturnier der Kategorie 12.
Im vergangenen Juni begann schliesslich das 30. WM-Finale mit der Kategorie 14 (siehe www.iccf.com/event?id=66745 ). Und natürlich waren das nicht die einzigen Turniere, die Brugger bestritt. Er unterstützt die Schweiz an der Team-EM und Olympiade und spielt ausserdem in der Champions League sowie in Jubiläumsturnieren.
Ein Schweizer im WM-Finale ist schon etwas Besonderes. Das schafften bisher erst drei Schweizer.
Gottardo Gottardi, der im 15. WM-Final, der 1996 startete und 2002 beendet wurde, gewann sieben Partien, remisierte acht Mal und verlor keine einzige Begegnung. Mit dieser sensationellen Ausbeute reichte es ihm leider nur zum undankbaren 4. Platz.
Toni Thaler schaffte es im 20. WM-Final, dem letzten, der von 2004 bis 2011 per Post gespielt wurde, mit einer ausgeglichenen Bilanz auf den tollen 7. Rang.
Rolf Scherer erspielte sich im 27. WM-Final von 2011 bis 2014 mit einem Score von +1 den 5. Rang.
Oliver Killer
Lesen Sie mehr über Andreas Brugger in der Fernschach-Rubrik von «SSZ» 5/17, wo auch eine Partie des WM-Finalisten analysiert wird!
Andreas Brugger: «Auch wenn im Fernschach sämtliche Hilfsmittel erlaubt sind, muss man selber denken.»