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Two last hopes are better than one.
Der Klimawandel ist derzeit ein dominantes Thema. Durch das von Menschen verursachte Ansteigen der Temperaturen wird das Leben auf der Erde ziemlich sicher verunmöglicht. Ein anderes Endzeitszenario wird in «Sunshine» entworfen. Durch das Erlöschen der Sonne kühlt sich das Klima auf der Erde drastisch ab, so dass schon in etwa 50 Jahren alles Leben aussterben wird. Die Abkühlung der Sonne wird zwar erst in etwa fünf Milliarden Jahren erwartet, aber für Hollywood dienten ja auch schon eine Ende der Erdrotation («The Core»), erhöhte Sonnenaktivität («2012») oder eben der Klimawandel («The Day After Tomorrow») als Stofflieferant.
«Sunshine» ist hingegen nicht ein Katastrophenfilm, sondern ein Science-Fiction-Thriller, der sich auf die Mission der acht Personen in der «Icarus II» konzentriert. Sie sollen eine gigantische Sprengladung in den Kern der Sonne transportieren, um sie sozusagen neu zu starten. Eine erste Mission ist vor sieben Jahren bereits gescheitert, doch als die «Icarus II» den Merkur passiert, empfängt sie plötzlich Notrufsignale der «Icarus I». Soll der Kurs geändert werden, um durch eine zweite Sprengladung die Erfolgsaussichten der Mission zu erhöhen? Die Besatzung entscheidet sich für den Kurswechsel. Das Abweichen von der Mission hat allerdings folgenschwere Auswirkungen.
Wie hat Regisseur Danny Boyle die an sich monoton anmutende Weltraumreise umgesetzt? Als transzendentale Selbstfindung à la Stanley Kubrick in «2001: A Space Odyssey» oder doch mehr als Actionthriller wie «Armageddon» von Michael Bay? Boyle zeigt sich äusserst variantenreich, was auch auch daran erkenntlich wird, dass er seinen Darstellern als Vorbereitung neben Sci-Fi-Klassikern wie «2001» und «Alien» auch Filme wie «The Right Stuff», «Das Boot» oder «La salaire de la peur» vorführte.
«Sunshine» ist eine brillante Mischung von Versatzelementen aus diesen Filmen, die Boyle und sein Drehbuchautor Alex Garland in ein bündiges Gesamtkunstwerk zusammenfliesen lassen, das auch Anleihen aus Kubricks «The Shining» oder Francis Ford Coppolas «Apocalypse Now» (nicht nur wegen dem Titel) erkennen lässt. «Sunshine» ist somit weniger «Armageddon» als eher «Red Planet», befindet sich näher an Soderberghs «Solaris» als an Tarkovskys Fassung des gleichen Stoffs.
Von der Besetzung waren beim Kinostart eigentlich nur Michelle Yeoh («Crouching Tiger, Hidden Dragon») und Cillian Murphy, der auch schon in Boyles «28 Days Later» mitwirkte, einem breiteren Publikum vertraut. Die restlichen Schauspieler waren fast gänzlich unbekannt, aber vielleicht gerade daher derart überzeugend. «Sunshine» ist Science-Fiction par excellence – technisch perfekt inszeniert, visuell überwältigend und auch geistig anregend.
Bild- und Tonqualität der Blu-ray-Disc sind erstklassig. Das Bonusmaterial besteht zunächst einmal aus zwei spannenden Audiokommentaren, einer mit Boyle, der andere mit Physiker Brian Cox, der auch am CERN forscht. Boyle erwähnt neben «2001» von Kubrick und «Solaris» von Tarkovsky auch noch «Alien» von James Cameron als unausweichliches Vorbild für jeden modernen Science-Fiction-Film über eine Mission im Weltraum. Cox geht auf die wissenschaftlichen Hintergründe ein.
Einen Stern Abzug gibt es für die Extras nur, weil das restliche Material lediglich in Standardauflösung vorliegt. Es besteht aus vorzüglichen entfallene Szenen (19 Minuten), von denen einige noch keine oder unfertige visuelle Effekte enthalten, und zahlreichen kurzen Berichten (46 Minuten), die nur zwischendurch nerven, wenn wieder einmal erwähnt wird, dass der Film eine Mission zur Sonne schildert.
Die ungewöhnlichsten Beilagen sind die beiden Kurzfilme «Dad’s Dead» von Chris Shepherd und «Mole Hills» von Dan Arnold. Danny Boyle erklärt zur Einführung, dass Kurzfilme eine ideale Ergänzung für DVDs sind und Kurzfilme auf diese Weise ein Publikum erhalten. Ob diese beiden Exemplare die perfekten Werbeträger für Kurzfilme sind, stelle ich einmal in Frage. «Dad’s Dead» ist eine verstörende Mischung aus Real- und Animationsfilm über einen jungen Mann, der sich einen falschen Feund ausgesucht hat. «Mole Hills» ist ein ziemlich einfallsloser Experimentalfilm.
Bewertung:
Bild-/Tonqualität (Blu-ray):
Bonusmaterial (Blu-ray):
(Bilder: ©Fox)
2 Kommentare to “«Sunshine» von Danny Boyle (Blu-ray)”
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