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aufSee (Seestraßenrecht, Seestraßenordnung), Grundsätze und seepolizeiliche Vorschriften, welche die
Sicherung der Schiffe
[* 3] auf See, namentlich vor dem Zusammenstoß mit andern Fahrzeugen, bezwecken. Früher entschied in dieser
Hinsicht lediglich »das Herkommen auf See«, während in neuerer Zeit die Seestaaten, England voran, dazu
übergegangen sind, im Verordnungsweg die nötigen Vorschriften für ihre Schiffsführer zu erlassen. Auf Anregung Frankreichs
wurden dann jene Vorschriften einer Revision unterzogen, um dieselben möglichst in Einklang zu bringen und ihnen so einen
internationalen Charakter zu verleihen. Die betreffenden deutschen Verordnungen stimmen mit den englischen
(»Revidierte Vorschriften zur Verhütung von Kollisionen auf See vom in Verfolg der Zusatzakte zum Kauffahrteischiffahrtsgesetz
von 1862«, nebst Nachtrag vom zum Teil wörtlich überein.
Dazu kommt dann endlich die Not- und Lotsensignalordnung vom letztere, ebenso wie die Verordnung vom
im
wesentlichen der englischen Merchant Shipping Act von 1873 entnommen. Was die Verhütung des Zusammenstoßes von
Schiffen auf See anbetrifft, so besteht die Vorschrift, daß jedes Segelschiff auf Backbord eine rote, auf Steuerbord eine grüne
Laterne zu führen hat und keine andre; jeder Dampfer außerdem eine weiße Topplaterne, ein Schlepper zwei weiße Topplaternen
übereinander; ein vor Anker
[* 6] liegendes Schiff an einer gut sichtbaren Stelle und nicht höher als 6 m über
dem Schiffsrumpf eine weiße Ankerlaterne und keine andre.
Mit Bezug auf das Ausweichen gilt im allgemeinen die Regel, daß das mit den besten Mitteln zum Manövrieren
[* 7] ausgestattete
Schiff dem andern ausweicht; ein Dampfer muß daher einem Segelschiff stets ausweichen, ebenso das überholende Schiff dem vorangehenden.
Bewegen sich zwei Schiffe auf gerader Linie gegeneinander, so haben sich dieselben mit den Backbordseiten zu passieren;
kreuzen
sich die Kurse zweier Segelschiffe, welche den Wind von verschiedenen Seiten haben, so muß dasjenige, welches den Wind von
Backbord hat, dem andern aus dem Wege gehen;
nur in dem Fall, wenn ersteres dicht am Wind segelt und das
andre raumen Wind hat, muß letzteres ausweichen;
haben beide Schiffe den Wind von derselben Seite, oder segelt eins derselben
vor dem Wind, so weicht das luvwärts befindliche aus.
Vgl. Gray, Bemerkungen über das S. (deutsch von Freeden, Oldenb. 1885).