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| Hilarius von Poitiers († 367) - Über die Synoden oder über den Glauben der Orientalen.

Sechsundachtzigstes Hauptstück.
Das Homousion wird unrichtig verstanden; was geht das mich an, der ich es richtig auffasse? Der Samosater hat das Homousion unrichtig erklärt; aber haben die Arianer besser gethan, daß sie es läugneten? Achtzig Bischöfe haben es einst verworfen: aber dreihundertundachtzehn haben [S. 40] es neulich angenommen. Und mir wenigstens ist eben diese Zahl heilig, in welcher Abraham,1 der Besieger gottloser Könige, von dem, welcher das Bild des ewigen Priesterthumes ist, gesegnet wird. Jene haben es gegen einen Ketzer verworfen; haben es nicht diese gegen einen Ketzer gut geheißen? Gewichtvoll ist die Autorität der Alten; ist etwa die Heiligkeit dieser Männer unbedeutend? Sind sie unter sich einer entgegengesetzten Ansicht gewesen; so müssen wir gleichsam als Richter dem Bessern unsern Beifall geben: haben sie aber durch Gutheißen und Mißbilligen Eines und Eines von zwei Dingen2 beschlossen, warum stoßen wir dann die guten Beschlüsse um?
1: Genes. XIV, 14.
2: „Eines von zwei Dingen,” nämlich die Billigung oder die Mißbilligung des Homousions; „Eines,” nämlich die Einheit des Zweckes, nach welchem sie zur Behauptung Einer Gottheit und Ewigkeit des Sohnes einig waren.