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«WIR FORDERN ALLE BÜRGER UNSERES LANDES AUF, ZU BEDENKEN, DASS UNSERE DEMOKRATIE OHNE DIE MITWIRKUNG DER FRAUEN UNVOLLKOMMEN UND EINSEITIG IST UND DASS ECHTE HUMANITÄT AUCH IM STAAT DIE PARTNERSCHAFT VON MANN UND FRAU VORAUSSETZT.»
Leben
Emilie Lieberherr, geboren am 14. Oktober 1924, war schon als Kind politisch interessiert. Politik bedeutete für sie „das Leben der Menschen in unserer Gesellschaft zu verbessern, ganz besonders das Los der Benachteiligten“. Sie setzte sich denn auch besonders für Frauen, Junge, Alte und sozial ausgegrenzte Menschen ein.
Einsatz für Menschenrechte
Lieberherr war eine Verfechterin der Gleichstellung von Mann und Frau und setzte sich für das Frauenstimmrecht in der Schweiz ein. 1969 stellte sie sich als Präsidentin des „Aktionskomitees für den Marsch auf Bern“ zur Verfügung, bei dem am 1. März 1969 rund 5’000 Schweizerinnen mit einer Protestaktion in Bern auf den unhaltbaren Zustand der Frauen und die mangelnde Gleichberechtigung in der Schweiz hinwiesen. Lieberherr trat der Sozialdemokratischen Partei (SP) bei und war von 1970 bis 1994 als erste Frau Stadträtin der Stadt Zürich und Vorsteherin des Zürcher Sozialamts. Neben ihrem Einsatz für die Rechte der Frau prägte Lieberherr die Alters- und Drogenpolitik Zürichs und der Schweiz. Lieberherr vertrat von 1978 bis 1983 auch als Ständerätin den Kanton Zürich im eidgenössischen Parlament. Von 1976 bis 1980 war Lieberherr schliesslich die erste Präsidentin der Eidgenössischen Kommission für Frauenfragen. Emilie Lieberherr lebte bis zu ihrem Tod am 3. Januar 2011 mit ihrer langjährigen Lebenspartnerin.
Eidgenössische Kommission für Frauenfragen „Frauen Macht Geschichte“ 1848–2000 erwähnt die wichtigsten Schritte der Frauenpolitik und des Wegs zur Gleichstellung in der Schweiz.
Demokratie und Geschichte der Demokratie in der Schweiz Chronologie des Frauenstimmrechts in der Schweiz.
Inter-Parliamentary Union Übersicht über die Einführung des Frauenstimmrechts und Frauenwahlrechts weltweit.
NZZ Folio Interview aus dem Jahr 2006.
Tagesanzeiger Interview aus dem Jahr 2004.
Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens aus dem Jahr 2009.