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Ein menschliches Gehirn denkt durchschnittlich circa 70'000 Gedanken am Tag. Rund 70% der Gedanken wiederholen sich täglich: Ständig plappert es in unserem Kopf: es kommentiert, es wertet, es vergleicht und sucht Lösungen oder findet Probleme, es erinnert an die Vergangenheit und projiziert in die Zukunft - nonstop... Gedanken kommen in Sätzen und bringen meistens auch Gefühle mit sich. So entscheiden Gedanken und Gefühle, ob ich mich gut fühle oder nicht.
Vieles in unserem Kopf geschieht unbewusst: Wir fühlen uns plötzlich verwirrt, wütend oder traurig und wissen eigentlich gar nicht so recht warum, kennst du das?
Glaubenssätze wollen immer Recht haben
Nun lasst uns einen Moment über bestimmte Gedanken reden. Diese Gedanken und Sätze, die sich immer und immer wiederholen. Es sind Sätze, an die wir glauben. Vielleicht haben wir sie von unseren Eltern gelernt, die Gesellschaft sagt, dies sei so oder wir haben durch eine Erfahrung in der Vergangenheit gelernt an sie zu glauben.
Es sind eine Art Stimmen oder Persönlichkeitsanteile in unserem Kopf, die uns glauben lassen, Recht zu haben. Und wir werden unbewusst immer alles so auslegen und interpretieren um ihnen Recht zu geben, denn wir glauben ja an sie. Sie beeinflussen unbewusst unser Handeln und alle unsere Entscheidungen.
Positive Glaubenssätze unterstützen uns beispielsweise unsere Ziele zu erreichen. Destruktive (=zerstörerische) und negative Glaubenssätze hingegen können uns blockieren und daran hindern, etwas zu tun. Glaubenssätze sind oft sehr unlogisch und unwahr. Hier ein Beispiel dazu:
Die Mutter sagt zu ihren zwei Mädchen: "Wenn ihr fleissig seid, dann bekommt ihr nach den Aufgaben ein Eis." Ein Mädchen gehorcht und macht seine Aufgaben, das andere blödelt rum. Wie vereinbart, bekommt das eine Mädchen sein Eis und das andere aufgrund seines Verhaltens nicht. In diesem Moment kann es sein, dass das Mädchen ohne Eis einen Glaubenssatz bildet wie: "Ich bin weniger gut als meine Schwester."
Der reale Zusammenhang ist nicht relevant, denn wie ich oben erwähnt habe, sind Glaubenssätze oft unlogisch und unwahr. Es kann also sein, dass sich das Mädchen ohne Eis von da an immer wieder weniger gut fühlen wird als seine Schwester und als Teenager weniger gut als die Freundinnen und im Erwachsenenalter weniger gut als die Arbeitskolleginnen. Diese Denkweise wird höchst wahrscheinlich auch die Entscheidungen der Frau beeinflussen. Sie wird sich wenig zutrauen und hält sich immer ein wenig zurück, zweifelt an sich und kämpft mit ihrem Selbstvertrauen.
"Ich bin nicht gut genug" ist ein weitverbreiteter Glaubenssatz und kann in vielen Situationen entstehen:
- du wirst kritisiert
- du wirst aus einem bestimmten Grund anders behandelt als andere
- du fühlst dich ungerecht behandelt
- du fällst durch eine Prüfung
- du verlierst einen Wettkampf
- du kannst eine Aufgabe nicht lösen etc.
Glaubenssätze bilden sich also in bestimmten Situationen, die wir auf eine bestimmte Weise interpretieren.
Häufige Glaubenssätze:
Ich muss besser/schneller werden, damit ich Anerkennung erhalte
Ich bin nicht so intelligent/schlau wie die anderen
Die anderen sind besser als ich
Die Gefühle der anderen sind wichtiger als meine eigenen
Ich bin nicht kompetent
Ich bin nicht wichtig
Mir gelingt nie was
Es wird alles schiefgehen
Ich bin ein Loser/VersagerIn
Ich bin dumm
Ich schaffe es nicht
Ich muss hart arbeiten, um Geld zu verdienen
Ich bin wertvoll, wenn ich viel zu tun habe
Ich habe keine Zeit
Das muss jetzt gleich erledigt werden, dann hab ich es unter Kontrolle
Ich bin schuld
Ich darf keine Fehler machen
Wenn ich reich bin / Chef bin / ein grosses Haus habe etc., werde ich glücklicher
Die anderen sind schuld, dass es mir schlecht geht
Ich darf meine Gefühle nicht zeigen, sonst werde ich verletzt
Nur wenn ich alles perfekt mache, bekomme ich Lob und Anerkennung
Perfektionismus macht mich wertvoll und wichtig
Ich weiss, was das Beste für mich ist
Veränderung ist gefährlich
Ich muss die Kontrolle behalten
Das Leben ist schwer
Das Leben meint es nicht gut mit mir
Ich habe immer nur Pech
Ich werde bestraft
Ich bin nur gut, wenn ich...
... ich könnte die Liste noch länger und länger werden lassen.
Erkennst du den einen oder anderen Satz wieder? Dann stelle dir folgende Fragen:
Entspricht dieser Satz der Wahrheit? Mit welcher Begründung?
Beeinflusst dieser Glaubenssatz einen Lebensbereich negativ?
Bist du bereit, ihn neu zu überdenken?
Bist du bereit zu üben, neue Gedanken zu denken?
NEUE GESÜNDERE GEDANKEN DENKEN
Der erste Schritt in eine veränderte Denkweise ist das "sich bewusst werden" eines negativen Glaubenssatzes.
Beginne vorerst mit einem Glaubenssatz. Denn wir alle tragen etliche Glaubenssätze mit uns herum und es ist nicht möglich, alle auf einmal verändern zu können. Das wäre, als möchtest du einen Marathon laufen ohne jemals zuvor trainiert zu haben.
- Wähle einen Satz aus und arbeite mit diesem Satz für ein paar Tage oder Wochen
- Achte dich in den kommendne Tagen darauf, wann er auftaucht in deinem Kopf
- Überlege, was du stattdessen denken könntest
- Schreibe dir die neue Denkweise auf, mache sie in deinem Alltag sichtbar (Post it, Gegenstände, die dich daran erinnern)
- Verändere den neuen Satz, falls nötig, bis er sich richtig und wahr anfühlt
- Schaffe Raum und Zeit für diese neuen Gedanken (bei einem Bad, bei einem Spaziergang, beim Sport)
2-stündiges Mentaltraining: Erkenne die Tricks in deinem Kopf
Fällt es dir nicht leicht, diese Prozesse alleine zu durchlaufen? Dann mache mit beim 2-stündigen Mentaltraining und sende eine Mail an: