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Schlemmlizit
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Die Voraussetzungen für einen Schlemm
Die Voraussetzungen für einen Schlemm sind die folgenden:
Ein Spieler darf die As-Frage erst dann anwenden, wenn er weiss, dass es keine Farbe gibt, in welcher die Partnerschaft nicht zumindest Zweitrundenkontrolle besitzt.
In der Regel werden also zuerst Cue-bids gezeigt. Lässt ein Spieler eine Farbe, in der er einen Cue-bid machen könnte, aus, und hat auch sein Partner in dieser Farbe keine Erst- oder Zeitrundenkontrolle, dann ist ein Schlemm nicht spielbar und man lizitiert die Trumpffarbe, ohne weitere Abklärungen zu tätigen.
Hat der Partner eine Länge in einer Nebenfarbe gezeigt, sollte man dort nur mit einer Figur einen Cue-bid machen, nicht aber mit einer Kürze. Hat man in einer solchen Situation eine Kürze und damit einen Cue-bid vermieden, erhält aber später nochmals die Gelegenheit, in dieser Farbe einen Cue-bid zu machen, so ist er erlaubt (und zeigt Singleton).
Ob man einen Schlemm versuchen soll, ist oft ein heikler Entscheid und braucht viel Erfahrung. Hier einige Gründe, die sie in zweifelhaften Situationen positiv werten sollten:
Selbstverständlich gibt es auch negative Indikationen, die eher gegen einen Schlemm sprechen:
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As-Fragen
Kommen wir zuerst zu unseren Konventionen, mit welchen wir nach den Assen und den Königen fragen.
Roman-key-card-Blackwood
„4 NT“ ist in der Regel "Roman-key-card-Blackwood".
Die 5 zu zeigenden Karten sind: Die 4 Asse und der Trumpf König.
Beachte: Fehlen uns zwei dieser Schlüsselkarten spielen wir den Schlemm nicht.
Denn fehlen zwei Asse ist man immer down, fehlt ein As und der Trumpf König sind die Erfüllungschancen meist unter 50% (wenn der König falsch liegt oder sonst was passiert wie ein Schnapper oder eine schlecht liegende Nebenfarbe).
Danach wird rollend nach den Königen und der Trumpf Dame gefragt. Ist der Relais die Trumpffarbe, so ist die übernächste Stufe zu lizitieren, da die Ansage der Trumpffarbe das Lizit abschliesst.
Die Antworten sind wie folgt:
Machen wir hierzu ein Beispiel:
ª KQ5
© A974
¨ K3
§ K876
Und was ist nun zu tun?
Mit ª x sagt man „5 ©“ und der Partner passt
© K732
¨ AQJ105 (man gibt ein As und Trumpf Dame ab)
§ AQ5
Mit ª xx sagt man „5 ª“ und nun lizitiert der
© KQJ5 Partner mit „6 ©“ den Schlemm!
¨ AQJ84
§ A5
Man beachte: Den bereits nach „4 NT“ gezeigten König zeigt man nicht ein zweites Mal.
Welches ist die Trumpffarbe?
Ist man an der Tumpf Dame nicht interessiert (z.B. weil man sie selbst hat), kann man mit der Ansage von "5 NT" auch direkt nach den Königen fragen.
Man beachte also: Hier ist „5 NT“ nicht „Josephine“. „5 NT“ als „Josephine“ spielen wir nur, wenn direkt (ohne Umweg über die As-Frage) nach den hohen Figuren in der Trumpffarbe geforscht wird.
Hat man nach den Assen gefragt und braucht man einfach noch eine Ergänzung in einer Farbe, um den grossen Schlemm spielen zu können, so macht man in dieser Farbe einen Cue-bid auf Niveau 6. Der Partner lizitiert nun 7, wenn er in dieser Farbe die Dame zu zweit, einen Doubleton oder eine nicht bereits gezeigte Kontrolle (Erst- oder Zweitrundenkontrolle) hat.
Ein Beispiel:
Bekanntlich sind die Ansagen nach "4 NT" nicht eindeutig, beispielsweise zeigt man "5 §" je nach dem 0 oder 3 der 5 Schlüsselkarten.
Der nach den Assen Fragende geht von der negativen Variante aus und lizitiert 5 in der Trumpffarbe, wenn der kleine Schlemm mit 0 Schlüsselkarten beim Antwortenden nicht spielbar ist. Hat der Antwortende nun aber statt 0 tatsächlich drei Schlüsselkarten, so lizitiert er 6 in der Trumpffarbe, wenn er nichts weiters zeigen kann, hat er einen weiteren König, so macht er in dessen Farbe einen Cue-bid.
Zum Beispiel:
Die Ansage von „6 ¨“ zeigt, dass der Eröffner 3 Schlüsselkarten und zusätzlich den König in Karo hat. Der Antwortende sieht dadurch zusätzliche Stiche in Karo und kann 13 Stiche zählen.
Wir bereits gezeigt kann man nach der As-Frage via "4 NT" auch eine Chicane zeigen.
Hat man selbst eine Chicane, darf man grundsätzlich nicht nach den Assen fragen. Zeigt nämlich die Antwort, dass der Partnerschaft ein As fehlt, weiss der Fragende ja nicht, ob es sich um jenes in seiner Chicane-Farbe handelt und er kann daher nicht beurteilen, auf welcher Stufe gespielt werden kann.
Eine Ausnahme ist dann zu machen, wenn man bereits die Chicane zeigen konnte: Dann kann man nach den Assen fragen, der Antwortende zeigt aber ein allfälliges As in der Chicanefarbe nicht!
Anders verhält es sich auch dann, wenn der Partner bereits in einer Cue-bid-Sequenz hat gezeigt, dass er kein As in der Chicane-Farbe hat.
Zwei Beispiele:
Anmerkung: Statt „3 ¨“ kann man auch „2 ª“ sagen, nach „3 ª“ dann „4 ¨“.
Da der linke Spieler nach „4 §“ nicht „4 ¨“ sondern „4 ª“ lizitiert hat, verneint er eine Kontrolle in Karo und hat daher das Karo As nicht. Also kann der rechte Partner nun trotz seiner Chicane in Karo nach den Assen fragen.
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As-Frage nach “2 § -“ respektive „2 ¨ - Multi“ –-> Varianten „Weak-two“ oder nach “Barragen”
Hat man barragiert oder via „2 Treff Multi“ respektive "2 Karo Multi" eine "Weak-two" gezeigt, so kann man nicht all zu viele Schlüsselkarten haben. Daher macht es nun keinen Sinn, nach einer As-Frage des Partners die Antworten des "5 As-Blackwood" zu verwenden.
Die Antworten sind daher wie folgt:
Ein Beispiel hierzu:
Die Ansage „4 ©“ muss ein Cue-bid sein, denn mit einer 4er-© eröffnet man nicht „3 ª“!
Der Gegner interveniert nach der As-Frage
Lizitiert der Gegner nach der As-Frage (und vor unserer Antwort) auf Stufe 5 eine Farbe, so spielen wir die Konvention „DOPI“.
Der Name hilft beim Memorieren.
Das weitere Lizit ändert sich nicht.
Bei einer Intervention auf Stufe 6 hingegen spielen wir DEPO (Double = even number, pass = odd number of real aces):
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Weiter verwenden wir folgende Konventionen
Nur die As-Frage allein genügt natürlich für das Schlemmlizit nicht.
Splinter
Wichtig sind auch Splinter-Ansagen, wie wir sie in verschiedenen Situationen verwenden. Kontriert der Gegner einen Splinter, so zeigt ein Rekontra immer Erstrundenkontrolle in dieser Farbe (und zwar von beiden Spielern unserer Partnerschaft). Die Ansage der Trumpffarbe verneint Schlemminteresse, die restlichen Ansagen sind Cue-bid (respektive "4 NT" ist 5-As-Blackwood). Achtung: Ein Splinter in einer vom Partner lizitierten Farbe ist nicht mit einem As oder einem König (und eigentlich auch nicht mit einer Dame) erlaubt!
Das nachfolgende Beispiel zeigt die Effizienz dieser Konvention:
Cue-bid
„Cue-bids“ zeigen in ökonomischer Weise Erst- oder Zweitrundenkontrolle. Allerdings zeigen wir eine Zweitrundenkontrolle - basierend auf einem König - nur dann, wenn wir selbst zum Handspieler werden; einen Singleton können wir aber bei einem angestrebten Farbkontrakt immer als Zweitrundenkontrolle ansagen, es sei denn, er befinde sich in einer natürlich vom Partner gezeigten Farbe (dieser also dort Figuren versprochen hat).
Kontriert der Gegner einen Cue-bid, so zeigt ein Rekontra immer Erstrundenkontrolle in dieser Farbe (und zwar von beiden Spielern unserer Partnerschaft). Die Ansage der Trumpffarbe verneint Schlemminteresse, die restlichen Ansagen sind Cue-bid (respektive "4 NT" ist „5-As-Blackwood“).
Achtung: In einer Farbe des Partner ist ein Cue-bid nur mit einem As oder einem König erlaubt (ausser man habe einen Cue-bid bereits einmal ausgelassen à dann ist eine Kürze zeigbar.
Trumpffarbe auf 5er-Stufe
„5 in der Trumpffarbe“ fragt nach dem Schlemm. Der Partner sagt diesen an, wenn er zwei der drei Topfiguren in Trumpf hat.
Auch dies sei an einem Beispiel gezeigt:
Lizit der Gegnerfarbe über der Manchehöhe
Hat der Gegner einmal interveniert und lizitiert man über der Manchehöhe diese Farbe, so fragt man den Partner an, ob er Zweitrundenkontrolle (oder besser) in der Gegnerfarbe hat. Mit Zweitrundenkontrolle lizitiert er den kleinen Schlemm, mit Erstrundenkontrolle macht er einen Cue-bid in der Gegnerfarbe.
Josephine
Last but not least verwenden wir die Josephine-Konvention. Das Lizit von "5 NT" zeigt Interesse am Gross-Schlemm in der vereinbarten Farbe. Besitzt der Partner zwei der drei Topfiguren in der Trumpffarbe, so sagt er den grossen Schlemm an, ansonsten den kleinen Schlemm.
„4 ¨“ zeigt explizit den Karo König, so dass der rechts sitzende Spieler nur noch Interesse an der Trumpfqualität hat.
Quantitative Ansagen nach Sans Atout
Zu den quantitativen Geboten vgl. das Folgelizit nach den „Sans Atout - Eröffnungen“.
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