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Hard Seltzer wird gelegentlich auch als hartes Sprudelwasser, Spiked Water oder Spiked Seltzer bezeichnet. Es handelt sich um kohlensäurehaltiges Wasser, das mit Alkohol, Fruchtaromen und Zitronensäure als Säuerungsmittel versetzt wird. Hard Seltzer wird nicht in Flaschen verkauft, wie man es von Alkopops gewohnt ist, sondern in Dosen. Dennoch sind die Ähnlichkeiten zu den Alkopops unbestreitbar: Der Alkoholgehalt ist niedrig, die Mischung ist trinkfertig, das Aroma ist fruchtig, die Zielgruppe ist jung. Allerdings bestehen auch wichtige Unterschiede: So weist Hard Seltzer vergleichsweise wenige Kalorien und einen geringen Zuckergehalt auf - es schmeckt daher nicht so süss wie typische Alkopops. Zudem handelt es sich nicht immer um ein Mischgetränk aus Wasser und Neutralalkohol, sondern meist um ein fermentiertes, gebrautes Produkt. Hochwertiges Hard Seltzer wird nämlich mit Gärungsalkohol aus Malz oder Rohrzucker hergestellt. Zu den Produzenten gehören lokale StartUps, bekannte Brauereien sowie Getränke-Konzerne wie Coca-Cola und Smirnoff.
1993 brachte die amerikanische Biermarke Coors das erste alkoholische Sprudelwasser namens Zima heraus. Dieses wurde trotz guter Absatzzahlen 2008 wieder eingestellt - Nacheiferer gab es damals noch nicht, denn niemand hatte das Trendpotential erkannt. Nur wenige Jahre später, genau genommen 2013, schien die Welt bereit für einen zweiten Anlauf zu sein, als die Marke SpikedSeltzer gegründet wurde (nun in Bon & Viv umbenannt). In den Folgejahren waren es vor allem die amerikanischen Craft Brauereien, die das Hard Seltzer in ihr Portfolio aufnahmen und fortan als Alternative zu Bier umwarben. 2016 erschienen die Marken White Claw und Truly, die bis heute die Vormachtstellung aus dem US-Markt einnehmen. 2019 und 2020 schwappte die Hard Seltzer-Bewegung dann nach Europa über. Die weltweiten Verkaufszahlen steigen kontinuierlich an und konnten selbst von der Corona-Krise 2020 nicht ausgebremst werden. Hard Seltzer wird als Lifestyle-Produkt vermarktet und soll eine gesündere Alternative zu anderen alkoholhaltigen Getränken darstellen. Derweil sind einige Branchen-Experten skeptisch darüber, ob der Hype noch lange anhalten wird. Die Frage ist nämlich: Ist Hard Seltzer gekommen, um zu bleiben, oder nimmt es ein ähnliches Schicksal wie die Alkopops?
Typischerweise wird Hard Seltzer gut gekühlt direkt aus der Dose getrunken. Allerdings ist es auch für Mixologen interessant - und zwar als Alternative zu Sodawasser. Wichtig ist nur, dass die Fruchtaromen zum Cocktail passen: Für Drinks wie Tom Collins, Paloma, Mojito oder Bourbon Rickey eignen sich zitrusfrische Hard Seltzer sehr gut. Im Clover Club passt ein Hard Seltzer mit Himbeeraroma. In einigen Fällen kann das Hard Seltzer auch anstelle von Champagner oder Prosecco verwendet werden. Ausserdem lässt sich das alkoholische Sprudelwasser mit allerlei Fruchtsäften, Fruchtstücken und Eis zu leichten Longdrinks aufbereiten.