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100 Jahre Gemeinnütziger Frauenverein Lenk
Am 22. Februar 1920 wurde eine Versammlung hiesiger Töchter und Frauen publiziert und einberufen, zwecks Gründung eines Frauenvereins. Der damalige Pfarrer Jörg, sprach über das Arbeitsgebiet und erstellte auch die Statuten. Als erste Präsidentin wurde Frau Marggi-Tritten gewählt, als Sekretärin E. Marggi und als Kassierin R. von Känel. Zudem wurde für jeden Dorfbezirk (Dorf, Aegerten, Gutenbrunnen, Boden, Brand, Oberried, Pöschenried) eine Frau in den Vorstand gewählt. Der Mitgliederbeitrag betrug damals Fr. 2.-.
Die erste offizielle Vorstandssitzung fand am Sonntag, 17. Oktober 1921, 14.00 Uhr, im Dorfschulhaus statt. Hauptthema war das Durchführen eines, Zitat: Glättekurs, und dieser fand im Löwen statt. Im November 1921 zählte der Verein bereits 80 Mitglieder. Es wurden jährlich 4-5 Sitzungen durchgeführt und eine Generalversammlung.
Die Hauptaufgaben der Frauen in den 20er Jahren waren nützliche Kurse anzubieten. Flicken, Kochen, Bügeln und Waschen. Zudem verteilte man gebrauchte Kleidung an bedürftige Familien.
Die Weihnachtsvergaben existierten schon damals und standen auch im Mittelpunkt des Vereins. In Zusammenarbeit mit der Kirche verteilte man trotz kleinen Einkommen Kaffee, Zucker, Züpfe, Barchentstoffe und Garn an Bedürftige. Auch Bettanzüge und Leintücher gehörten in den Verteiler und jedes Schulkind erhielt zum Examen einen Lebkuchen und manchmal auch eine Orange.
In den Kriegsjahren war der Frauenverein eine wichtige Anlauf- und Verteilerstelle. So wurden auf Anfrage des Alpwirtschaftlichen Vereins verschiedene Saatgute verteilt: Zwiebeln, Kefen, Stangenbohnen und natürlich Kartoffeln. Die Selbstversorgung funktionierte also. Im Herbst 1939 kam die Aufforderung vom Militärdepartement für die Soldaten Socken zu stricken und Hemden zu nähen. Garn und Stoff wurden aus Bern geliefert.
In den Jahren 1949 bis 1959 beschäftigte sich der Frauenverein vor allem mit der Winterhilfe, der Frauen- und Mütterhilfe und mit Flick- und Näharbeiten. Der Frauenverein stellte Frauen an, welche Flickhilfe leisteten. Diese dauerten jeweils 3 bis 5 Tage. Diese Taglöhnerinnen verdienten jeweils 6 Franken pro Tag. Verschiedene Spenden flossen aus der Bundesfeierkollekte an überarbeitete oder kranke Mütter für Stärkungsmittel und Kleider. Auch wurden Wittwen oder Frauen nach einem Spitalaufenthalt, welche in eine finanzielle Notlage geraten waren, finanziell unterstützt.
Ende Jahr 1953 wurde informiert, dass die Gründung einer Fortbildungsschule für schulentlassene Mädchen bevorstehe. Festgehalten ist, dass die Mädchen oft nicht viel übrig haben für die Arbeit im Hause. Diesem Missstand solle die Fortbildungsschule entgegenwirken.
Während den 50er, 60er und 70er Jahren wurden hauptsächlich verschiedene Kurse, welche um lebensnahe Themen handelten, angeboten wie: Glätt- und Kleiderpflegekurse, Näh-, Stick- und Häkelkurse, Säuglingspflegekurse, Blumenpflege-, Gartengestaltungs- sowie Beerenobstbaukurse, Einfrier-, Sterilisier- und Knabenkochkurse, Peddigrohrkurse (Korben).
Bis ins Jahr 1963 war der Frauenverein Lenk für die Schüler-Weihnachtsfeier besorgt, an welcher die jungen Schüler mit einem Lebkuchen und die grossen mit Jugendschriften beschenkt wurden. Die Freude der Schüler darüber war jeweils so gross, dass in einem Protokoll festgehalten ist, dass die Kinder ermahnt werden sollen, daran zu denken, dass sie sich in der Kirche befinden und nicht auf dem Märit. Da die Schüler-Weihnachtsfeier zum grossen Teil von der Lehrerschaft übernommen wurde, beschliesst 1963 der Frauenverein anstelle die Durchführung der Alters-Weihnachtsfeier mit anschliessendem Zvieri, welche auch heute noch mit grosser Teilnehmerzahl durchgeführt wird.