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Eine Lungenembolie entsteht, wenn sich im Körper ein Blutgerinnsel löst, in die Lunge «wandert» und dort ein Gefäss teilweise oder vollständig verschliesst.
In der Schweiz sterben jedes Jahr zwischen 100 und 400 Personen an einer Lungenembolie. Welchen Verlauf die Erkrankung nimmt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, wie dem Schweregrad der Embolie, dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Betroffenen. Entscheidend ist, dass eine Lungenembolie möglichst früh behandelt wird.
Bei einer Lungenembolie ist ein Blutgefäss der Lunge teilweise oder vollständig verstopft – in der Regel durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einer Becken- oder Beinvene, das sich gelöst hat und über den Blutkreislauf in die Lunge gelangt ist.
Als Folge einer Lungenembolie wird der Teil der Lunge hinter dem Gefässpfropf (Embolus) nicht mehr oder nur noch unzureichend durchblutet. Um den Lungenkreislauf aufrechtzuerhalten, muss die rechte Herzkammer stärker gegen die Verstopfung anpumpen. Der Druck in den Lungengefäßen steigt. Ist das Lungengefäss vollständig verschlossen, spricht man nicht mehr von Lungenembolie, sondern von einem Lungeninfarkt.
Eine Lungenembolie kann ganz unterschiedliche Symptome verursachen – es gibt nicht «das eine» Symptom, das eindeutig auf eine Lungenembolie hinweist. Die genauen Beschwerden hängen zum einen davon ab, wie gross das eingeschwemmte Gerinnsel ist und zum anderen, welche Gefässe der Lunge es verschliesst. Die Beschwerden treten einzeln oder kombiniert auf, typisch sind:
Häufig wiederholen sich diese Symptome, da eine Lungenembolie oft in Schüben auftritt.
Je nach Grösse des verschlossenen Gefässes kann eine Lungenembolie ohne Symptome (bei sehr kleinen Gefässen), mit deutlichen Beschwerden oder sogar tödlich verlaufen. Bei einer grösseren Lungenembolie setzen die Symptome schlagartig ein und der Betroffene fühlt sich plötzlich krank.
Da sich eine Lungenembolie durch sehr unterschiedliche Symptome bemerkbar macht, fällt es mitunter schwer, die richtige Diagnose zu stellen.
Es gibt einige Faktoren, die das Risiko einer Lungenembolie erhöhen:
Ein hohes Risiko für eine Thrombose geht auch häufig mit einem erhöhten Risiko für eine Lungenembolie einher.
Besteht der Verdacht auf eine Lungenembolie, gilt es, diesem umgehend nachzugehen. Denn nur eine zeitnahe Diagnose und eine umgehend eingeleitete Therapie verbessern die Aussichten auf einen weniger schweren Verlauf der Erkrankung.;
Eine Lungenembolie während der Schwangerschaft oder im Wochenbett stellt ein grosses Risiko für die Mutter dar. Komplikationen lassen sich verhindern, indem der Frauenarzt jeden Hinweis auf eine Thrombose oder Lungenembolie sehr ernst nimmt und sich eine umfassende Diagnostik und rasche Therapie anschliesst.
Bei einer Lungenembolie hängt die Therapie vom Schweregrad der Erkrankung ab. Ziel der Behandlung ist es auch zu verhindern, dass eine weitere Embolie auftritt. Medikamente mit dem Wirkstoff Heparin (ein Gerinnungshemmer) verhindern, dass sich das Blutgerinnsel in den Becken- oder Beinvenen vergrössert und sich nicht erneut Teile des Blutgerinnsels lösen und weitere Embolien verursachen. Diese Art der Vorbeugung bezeichnen Mediziner als Rezidivprophylaxe.
Bei schweren Lungenembolien kommen zusätzlich Medikamente zum Einsatz, die den Verschluss in der Lunge auflösen und somit dafür sorgen, dass das Blut in dem Gefäß wieder unbehindert fliessen kann (sog. Lyse-Therapie). Da Heparin nur gespritzt werden kann, bekommen Betroffene im weiteren Verlauf der Behandlung ein anderes blutverdünnendes Mittel, welches das Heparin ablöst – den Wirkstoff Phenprocoumon aus der Gruppe der Vitamin-K-Antagonisten (Gegenspieler des Vitamin K). Diese sogenannte Cumarintherapie erfolgt in Form von Tabletten.
Wichtigste Massnahme, um einer Lungenembolie vorzubeugen, ist eine wirksame Thromboseprophylaxe. Dazu gehört unter anderem,
Wer lange bettlägerig ist, hat ein erhöhtes Risiko für Thrombosen und damit auch für eine Lungenembolie.
Der Begriff Lungenembolie (Lungenarterienembolie) steht für einen plötzlichen Verschluss einer Lungenarterie. Meist handelt es sich um ein verschlepptes Blutgerinnsel, für das es an anderer Stelle des Körpers eine «Quelle» oder einen Ausgangspunkt geben muss.
Begriffsklärung: Thrombus, Thrombose, Embolus
Wenn ein Blutgerinnsel (Thrombus) ein Gefäss verschliesst, entsteht eine Thrombose . Oft betrifft eine Thrombose eine Bein- oder Beckenvene. Ein Embolus ist ein über die Blutbahn verschlepptes Gebilde, zum Beispiel ein abgelöster Teil eines solchen Blutgerinnsels. Die Begriffe Embolie und Embolus leiten sich vom griechischen Wort embole ab, das für Hineindringen steht.
Ein Embolus (Mehrzahl: Emboli) ist im Blut nicht löslich und kann ein festes, flüssiges oder gasförmiges Gebilde sein:
Der Embolus wandert mit dem Blutstrom über die Venen des Beins oder Beckens durch die untere Hohlvene in Richtung des rechten Herzens. Aus dem rechten Herzen entspringt die Lungenschlagader (Lungenarterie). Sie beginnt mit einem grossen Stamm, der sich in eine linke und rechte Lungenarterie aufspaltet. Im weiteren Verlauf gliedern sich die Gefässe immer weiter auf, ähnlich den Ästen eines Baums.
Für eine Lungenembolie kommen unterschiedliche Ursachen infrage. Ausgangspunkt einer Lungenembolie ist meist ein Gefässverschluss (Thrombose): In neun von zehn Fällen ist ein aus den Becken- oder Beinvenen in ein Lungengefäss eingeschwemmtes Blutgerinnsel der Grund für die Lungenembolie. Der als Embolus bezeichnete abgelöste Teil des Blutgerinnsels gelangt über die untere Hohlvene zum rechten Herzen und von dort aus in die rechte oder linke Lungenarterie.
Ein grosser Embolus verlegt ein entsprechend grosses Gefäss und löst plötzlich Symptome aus. Häufig entwickelt sich eine Lungenembolie nach dem morgendlichen Aufstehen, nach der Stuhlentleerung oder einer plötzlichen körperlichen Anstrengung. Dabei kommt es zu Druckschwankungen im Gefässsystem, die begünstigen, dass sich ein Blutgerinnsel löst und mit dem Blut über die Venen in die Lungengefässe gelangt.
Mediziner unterscheiden zwei Arten von Risikofaktoren für eine Thrombose und somit auch für eine Lungenembolie: die sogenannten expositionellen und die dispositionellen Risikofaktoren.
Angeborene und erworbene (dispositionelle) Faktoren erhöhen in unterschiedlichem Masse das Risiko für eine Thrombose und Lungenembolie:
Faktoren, die das Risiko geringfügig erhöhen:
Faktoren, die das Risiko mässig erhöhen:
Faktoren, die das Risiko stark erhöhen:
Ausserdem können weitere Umstände das Risiko für eine Thrombose geringfügig bis stark erhöhen:
Eine Lungenembolie während der Schwangerschaft und im Wochenbett ist eine ernstzunehmende Gefahr. Daher ist es wichtig, jedem Verdacht auf Lungenembolie sofort und umfassend nachzugehen. Es ist mitunter schwierig, während einer Schwangerschaft eine klare Diagnose zu stellen.
Für die Diagnose der Lungenembolie gängige Verfahren wie Röntgen und Computertomographie (CT) gehen mit einer Strahlenbelastung einher und können dem Kind schaden. Sie sollten daher nur in Notfällen zum Einsatz kommen. Hinzu kommt, dass eine Thrombose in der Schwangerschaft oft nur unklare und zudem unzuverlässige Symptome zeigt. Die klinische Untersuchung ist daher vielfach nicht sehr aussagekräftig.
Welche Untersuchungen infrage kommen, muss die Ärztin für jede Frau individuell entscheiden. Um eine Thrombose zu entdecken, eignet sich die Ultraschalluntersuchung der Beinvenen besonders, da sie zu keinen Nebenwirkungen bei Frau oder Kind führt. Auch eine MR-Angiographie, also eine Darstellung der Lungengefässe mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT), bietet sich an.
Eine Lungenembolie kann unterschiedliche Symptome verursachen. Welche Beschwerden auftreten, hängt von der Grösse des verschleppten Blutgerinnsels und dem Ort des Verschlusses ab. Kleinere Lungenembolien verlaufen mitunter ohne Symptome.
Betrifft eine Lungenembolie ein grösseres Lungengefäss, wirkt sich dies deutlich auf den Blutfluss zwischen Herz und Lunge aus und es kommt zu Beschwerden. Sie treten typischerweise schlagartig auf und können in schweren Fällen zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand führen und den Betroffenen in Lebensgefahr bringen.
Eine Lungenembolie verursacht Symptome wie:
Es gibt nicht «das eine» Symptom, das eindeutig für eine Lungenembolie spricht. Vielmehr treten in manchen Fällen nur einzelne Symptome auf, in anderen klagt der Patient über eine Kombination von Beschwerden.
Dass eine Lungenembolie so unterschiedliche Symptome zeigen kann, führt bisweilen dazu, dass Arzt und Patient nicht an eine Lungenembolie als mögliche Ursache der Symptome denken. Etwa jede zweite Lungenembolie bleibt unerkannt.
In vielen Fällen verlaufen Lungenembolien in Schüben, da sich in gewissen Abständen immer wieder Teile des Blutgerinnsels aus der Becken- oder Beinvene lösen und als Embolus Richtung Lunge verschleppt werden. Typische Symptome eines schubförmigen Verlaufs sind:
Bei einer Lungenembolie lässt sich die Diagnose meist erst dann sicher stellen, wenn die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen vorliegen. Zusammengefasst konzentriert sich die Diagnostik bei einer Lungenembolie vor allem darauf,
Im ersten Schritt erkundigt sich der Arzt nach den Beschwerden, untersucht den Patienten und erfragt die Krankengeschichte (Anamnese). Wenn die Ärztin die Krankengeschichte erhebt, fragt sie nach Art und Verlauf der Beschwerden sowie etwaigen Risikofaktoren – zum Beispiel einer in der Vergangenheit bereits erlittenen Thrombose oder Lungenembolie.
Anschliessend erfolgt eine körperliche Untersuchung. Sie kann wichtige Hinweise auf eine Lungenembolie geben und somit zur Diagnose beitragen. Der Arzt hört das Herz ab, misst den Blutdruck und den Puls. Eine Pulsoxymetrie kann zeigen, wie gut die Sauerstoffversorgung im Blut ist.
Ausserdem nimmt der Arzt den Körper des Betroffenen näher in Augenschein. Treten die Venen des Halses stärker hervor, spricht dies dafür, dass sich Blut vom rechten Herzen aus in die Venen zurückstaut. Gleichzeitig staut sich das Blut über die untere Hohlvene in Richtung der Bauchorgane zurück. Dadurch kann die Leber anschwellen. Diese Schwellung kann der Arzt bei der körperlichen Untersuchung tasten oder in einer Ultraschalluntersuchung der Leber sehen.
Die Untersuchung der Beine stellt einen weiteren wichtigen Bestandteil der Diagnose einer Lungenembolie dar. Der Grund: Die tief im Beininnern liegenden Venen sind oftmals der Ausgangspunkt einer Lungenembolie.
Typische Zeichen einer tiefen Beinvenenthrombose (TVT) sind:
Zeigen sich solche Beschwerden – insbesondere bei einem bettlägerigen Patienten –, erhärtet sich der Verdacht auf eine Lungenembolie. Meist bleibt die ursächliche TVT verborgen.
Die Ärztin schätzt anhand des sogenannten Wells-Score (benannt nach dem Arzt Philip S. Wells) die Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie ein. In die Beurteilung des Scores fliessen sieben Parameter ein, welche die Ärztin mittels körperlicher Untersuchung und Erhebung der Vorgeschichte bestimmt.
Wells-Score:
Je höher die Summe, desto wahrscheinlicher liegt eine Lungenembolie vor:
Blutuntersuchungen sind ebenfalls wichtiger Bestandteil der Lungenembolie-Diagnostik. Im Fokus stehen dabei die sogenannten D-Dimere. Sie sind Bruchstücke des Blutgerinnsels, die entstehen, wenn der Körper Teile des Gerinnsels aufzulösen beginnt.
Allerdings können auch andere Erkrankungen (z.B. Tumorerkrankungen oder spezielle Gerinnungsstörungen), Verletzungen, Operationen und einige Medikamente (z.B. der Wirkstoff Furosemid) die Konzentration der D-Dimere im Blut erhöhen. Auch während einer Schwangerschaft steigt die Konzentration der D-Dimere im Blut an. Gerinnungswerte können Aufschluss über die Blutgerinnung geben. Eine Analyse der Blutgase (sog. BGA) informiert den Arzt über die Verteilung von Sauerstoffs und Kohlendioxid sowie den Status des Säure-Basen-Haushaltes im Blut.
Herzstromkurve (EKG) und Herzultraschall (Echokardiographie) dienen dazu, einen Eindruck von
Das EKG (Elektrokardiogramm) gibt dem Arzt Hinweise auf eine Überlastung des rechten Herzens, zeigt aber nicht in allen Fällen von Lungenembolie Auffälligkeiten.
Eine Untersuchung des Herzens mit Ultraschall (Echokardiographie bzw. EKG) hilft der Ärztin, den Zustand des rechten Herzens einzuschätzen und ermöglicht ausserdem, den Blutdruck in den Lungengefässen zu messen. Bei einer Lungenembolie steigt der Druck in dem betroffenen Gefäss.
Darüber hinaus dient die Echokardiographie dazu, andere Erkrankungen des Herzens auszuschliessen, die ähnliche Symptome wie eine Lungenembolie verursachen können. Beispiele sind ein Herzinfarkt oder ein eingerissenes Gefäss (Aortenruptur). Der Arzt setzt den Herzultraschall bei einer Lungenembolie nicht nur ein, um die Diagnose zu stellen, sondern auch, um die Prognose des Patienten einzuschätzen.
Besonders bedeutsam für die Lungenembolie-Diagnostik sind bildgebende Verfahren:
Bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) können den Gefässverschluss darstellen, eine Lungenszintigraphie gibt Aufschluss darüber, wie gut die Lunge durchblutet wird.
Doch neben der Suche nach dem in die Lunge verschleppten Blutgerinnsel (Embolus) ist es ebenso wichtig, den Ausgangspunkt der Lungenembolie ausfindig zu machen. Da es sich dabei in den meisten Fällen um ein Blutgerinnsel (Thrombus) handelt, das eine Becken- oder Beinvene verschlossen hat, erfolgt eine Ultraschalluntersuchung dieser Venen.
Eine spezielle Art der Computertomographie (CT), die sogenannte Spiral-CT, ist die Methode der ersten Wahl. Dieses Verfahren erfolgt mit Kontrastmittel und stellt die Lungengefässe sehr detailliert dar. Ein anderer Name für diese Technik lautet «CT-Angiographie».
Eine Röntgenaufnahme der Lunge (Röntgen-Thorax, Thoraxbild) zeigt dreierlei:
Bei einer Lungenszintigraphie kommen zwei Arten mitunter kombiniert zum Einsatz:
Hiermit lassen sich Durchblutung und Belüftung der Lunge bildlich darstellen.
Bei einer Lungenembolie richtet sich die Therapie nach dem Schweregrad der Erkrankung: Es erfolgt eine speziell auf die jeweilige Risikogruppe abgestimmte Behandlung. Da in neun von zehn Fällen ein eingeschwemmtes Blutgerinnsel (sog. Embolus) einer Lungenembolie zugrunde liegt, setzt die Therapie vorrangig an der Blutgerinnung an. Ziel der Behandlung ist es auch, weitere Embolien zu verhindern.
Schweregrad I
Schweregrad II
Schweregrad III
Schweregrad IV
Bei leichteren Lungenembolien (Schweregrade I und II) stellen Gerinnungshemmer meist die alleinige Therapie dar. Sie beugen einer weiteren Embolie vor (sog. Rezidivprophylaxe) und verbessern die Prognose des Betroffenen.
Zwei Wirkstoffe sind besonders wichtig für die Lungenembolie-Therapie: Phenprocoumon, ein Vertreter der sogenannten Cumarine (Vitamin-K-Antagonisten), sowie Heparin. Heparin und Cumarine kommen bei allen vier Schweregraden einer Lungenembolie zum Einsatz. In letzter Zeit gewinnen ausserdem Wirkstoffe aus der Gruppe NOAKs (neue orale Antikoagulanzien) zunehmend an Bedeutung.
Heparin
Ärzte setzen zu Beginn jeder Lungenembolie-Behandlung Heparin ein, meist in Form sogenannter niedermolekularer Heparine, die sie in eine Vene oder unter die Haut spritzen können. Ein weiterer Wirkstoff, der sich als Alternative zum Heparin eignet, ist Fondaparinux, ein sogenanntes Heparinanalogon. Heparin oder Fondaparinux werden mindestens über fünf Tage verabreicht.
Phenprocoumon
Kurze Zeit nach Therapiebeginn schliesst sich eine sogenannte Cumarintherapie an, die das Heparin nach und nach ablöst, bis es ganz abgesetzt werden kann. Die Cumarintherapie umfasst Wirkstoffe wie Phenprocoumon und Warfarin. Diese hemmen in der Leber den Aufbau mancher Gerinnungsfaktoren, indem sie als Gegenspieler des Vitamin K wirken. Dies erklärt eine weitere Bezeichnung für die Cumarine: Vitamin-K-Antagonisten.
Cumarine muss der Betroffene für mindestens drei Monate, unter Umständen sogar für mehrere Jahre oder sogar zeitlich unbegrenzt als Tablette (oral) einnehmen. Stetige Kontrollen der Blutgerinnung sind unabdingbar, da zu hoch dosierte Vitamin-K-Antagonisten die Blutgerinnung zu stark hemmen und in der Folge die Gefahr für Blutungen steigt.
NOAKs
Als Alternative zu Cumarinen kommen mittlerweile oft Wirkstoffe aus der Gruppe der neue oralen Antikoagulanzien (NOAKs) zum Einsatz, wie zum Beispiel Dabigatran, Apixaban oder Edoxaban. Diese haben den Vorteil, dass sie Vitamin K nicht entgegenwirken. Dadurch beeinträchtigen sie die Blutgerinnung kaum und die regelmäßigen Kontrollen der Gerinnungswerte können entfallen.
Schweregrad III oder IV einer Lungenembolie sind dadurch gekennzeichnet, dass die Funktion des rechten Herzens so sehr eingeschränkt ist, dass der Blutkreislauf zum Erliegen kommt oder kurz davor steht. Nur wenn es gelingt, das Gerinnsel in der Lunge aufzulösen, wird das rechte Herz entlastet und das Blut kann wieder frei fliessen.
Bei Fällen mit Schweregrad III und IV kommen sogenannte Thrombolytika wie die Wirkstoffe Streptokinase, Urokinase und der rekombinante Gewebe-Plasminogenaktivator (rtPA) zum Einsatz. Die eingesetzten Medikamente lösen den Blutpfropf auf.
Diese Art der Behandlung einer Lungenembolie heisst Lyse-Therapie (oder auch Thrombolyse bzw. Fibrinolyse). Da eine Lyse-Therapie die Blutgerinnung im gesamten Körper sehr stark hemmt, kann sie mit schweren Blutungen (z.B. im Gehirn oder im Magen-Darm-Trakt) einhergehen.
Bei Schweregrad III eignet sich eine Thrombolyse nur für Patienten, die nicht zusätzlich an einer anderen Krankheit leiden, die gegen eine Lyse-Therapie spricht (z.B. eine innere Blutung oder eine vor Kurzem erfolgte grössere Operation). Bei Schweregrad IV einer Lungenembolie ist jede Art der Therapie gerechtfertigt, da der Patient ohne Behandlung versterben würde.
Liegt eine grössere Lungenembolie vor, empfindet der Betroffene oft Schmerzen und ist unruhig. Schmerz- und Beruhigungsmittel sind geeignet, diese Beschwerden zu lindern. Ausserdem verabreicht die Ärztin Sauerstoff über eine Nasensonde.
Liegt eine größere Lungenembolie vor, empfindet der Betroffene oft Schmerzen und ist unruhig. Hier können Schmerz- und Beruhigungsmittel zum Einsatz kommen, um diese Beschwerden zu lindern. Ausserdem verabreicht der Arzt Sauerstoff über eine Nasensonde.
Eine Lungenembolie kann nicht nur während eines Spitalaufenthalts auftreten, sondern zu jedem anderen Zeitpunkt auch, etwa in häuslicher Umgebung. Besteht bei einer Person ausserhalb des Spitals der Verdacht auf eine Lungenembolie, sollte ein Notarztteam verständigt werden (144). Erhärtet sich nach der Untersuchung und Befragung der Verdacht, dass es sich um eine Lungenembolie handelt, bekommt die Betroffene Medikamente und Sauerstoff. Im Anschluss wird sie in halbsitzender Position gelagert und vorsichtig in die Klinik transportiert. Erschütterungen müssen vermieden werden, da sie weitere Embolien auslösen können.
Bei einer sehr schweren Lungenembolie kann es zu Bewusstlosigkeit und einem Herz-Kreislauf-Stillstand kommen. Personen, die im Moment zugegen sind, müssen den Betroffenen umgehend solange als Ersthelfer wiederbeleben, bis der Notarzt eintrifft und übernimmt.
Bei einer Lungenembolie hängen Verlauf und Prognose davon ab,
Kurz nach Auftreten einer Lungenembolie nimmt diese bei etwa 10 von 100 Betroffenen einen tödlichen Verlauf – meist innerhalb der ersten zwei Stunden. Ursache für einen tödlichen Verlauf sind meist große Embolien, die entsprechend große Blutgefässe verstopfen. In der Folge führt die Lungenembolie durch eine Überlastung des Herzens und einen Kreislaufstillstand zum Tod.
Bei frühzeitiger Diagnose und raschem Therapiebeginn sterben jedoch weniger als vier von 100 Betroffenen. Viele Betroffene, die eine Lungenembolie überleben, erholen sich danach wieder vollständig.
Im Anschluss an eine Lungenembolie kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen. Mögliche Komplikationen sind zum Beispiel:
Einer Lungenembolie lässt sich vorbeugen, indem man eine Thrombose verhindert. Einer der grössten Risikofaktoren für eine Thrombose ist ein verminderter Blutfluss in den Beinvenen, wie er etwa bei langer Bettruhe besteht. Auch Operationen, zum Beispiel ein Hüft- oder Kniegelenksersatz, erhöhen das Risiko für eine Thrombose und Lungenembolie deutlich.
Sie können einer Lungenembolie vorbeugen, indem Sie und Ihr Arzt sich an eine Reihe von Empfehlungen halten. Sie betreffen Allgemeinmassnahmen und eine vorbeugende Therapie mit Medikamenten.
Zur Thromboseprophylaxe gehören unter anderem:
Einer Lungenembolie beziehungsweise einem Wiederauftreten einer Lungenembolie kann man ausserdem mit folgenden gerinnungshemmenden Medikamenten (Antikoagulanzien) vorbeugen: