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Mit einer Kochsalzlösung, mit der man die Nase spült, lässt sich vielleicht das Ansteckungsrisiko für die Mitbewohner reduzieren und die Krankheitsdauer verkürzen. Eine schottische Studie weist auf diese Möglichkeit hin.
Kann etwas so Simples wie ein bisschen Nasenspülen mit Wasser mit Kochsalz gegen Coronaviren helfen? Ja, möglicherweise - meint ein Team von Wissenschaftlern im schottischen Edinburgh.
Für ihre Studie teilten sie Personen mit einer Erkältung per Los einer von zwei Gruppen zu. Eine Gruppe sollte täglich mehrmals mit einer Kochsalzlösung die Nase spülen und zusätzlich gurgeln. Die Personen der anderen Gruppe durften die üblichen Mittel anwenden, die sie sonst bei Erkältungen auch einsetzten.
Der Erfolg der «Jalaneti»-Prozedur, die schon in alten, indischen Yoga-Schriften erwähnt wurde: Die Erkältung war bei denjenigen, welche die Kochsalzlösung benützten, durchschnittlich fast zwei Tage kürzer. Husten, verstopfte oder laufende Nase, Heiserkeit – alle Beschwerden verschwanden bei ihnen schneller.
Und auch die Haushaltsmitglieder der Versuchsteilnehmer profitierten, denn bei ihnen kam es in der Folge zu rund einem Drittel weniger Erkältungen, vermutlich, weil die «Nasenspüler und Gurgler» weniger Viren in ihrer Umgebung verteilten.
Dieses «Elvis» genannte Experiment (Link auf Englisch) fand von Oktober 2014 bis März 2015 statt, also lange, bevor die neuen Coronaviren auftauchten. Was hat das nun mit Corona zu tun?
Angesichts der Pandemie werteten die Wissenschaftler die Daten von damals nun aber noch detaillierter aus (Link auf Englisch). Die Studienteilnehmer hatten nämlich immer morgens einen Nasenabstrich gemacht. So liess sich feststellen, welche Erreger schuld an der Erkältung waren und vergleichen, wie viele Viren in den Nasenabstrichen beider Gruppen vorhanden waren.
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Bei 15 Personen – sieben in der Nasenspül- und Gurgel-Gruppe und acht in der Vergleichsgruppe – fand sich einer der altbekannten Typen von Coronaviren. Und auch hier zeigte sich, dass die Massnahme half: Schätzungsweise zweieinhalb Tage verkürzte das bisschen Kochsalzlösung diese Erkältungen.
Das beweist zwar nicht, dass die Methode auch jetzt bei einer Infektion mit den neuen Coronaviren hilft, aber völlig abwegig ist es auch nicht. Denn die alten Coronaviren sind nah verwandt mit den nun zirkulierenden Sars-CoV-2.
Solche nachträglichen Analysen sind natürlich immer mit Vorsicht zu bewerten, schreiben die Studienautoren selbst, und die insgesamt kleine Teilnehmerzahl von 66 Personen genüge nicht, um definitive Schlüsse zu ziehen. Trotzdem könne das «Jalaneti» möglicherweise auch jetzt gegen Covid eine Hilfe sein.
Denn Spülungen mit sogenannter «hypertoner Kochsalzlösung» beseitigen Schleim, unterstützen den natürlichen Selbstreinigungsmechanismus der Schleimhäute, reduzieren die lokale Entzündung und schwemmen Viren heraus (Link auf Englisch).
In mindestens 16 Studien (Link auf Englisch) wird derzeit untersucht, ob verschiedene Mundspüllösungen, Salzwasser oder Nasensprays bei Covid nützen. Darunter sind zum Beispiel Extrakte aus dem Neem-Baum oder verdünnte jodhaltige Desinfektionsmittel. Allerdings haben einige dieser Studien so wenige Teilnehmer, dass leider schon klar ist, dass die Resultate nicht aussagekräftig sein werden. Diverse Mundspüllösungen reduzieren im Laborversuch zwar die Virenanzahl verschiedener Erkältungsviren, darunter auch Sars-Cov-2 (Link auf Englisch). Offen ist aber, ob sie auch Menschen nützen, die sich mit den neuen Coronaviren infiziert haben. Denn im schlechteren Fall können die Mundspülungen die Schleimhaut irritieren, die natürliche Mundflora verändern und den Viren so unter Umständen sogar den Eintritt erleichtern (Link auf Englisch).
Auf der Website der «Elvis»-Studie wird das Vorgehen mit Hilfe von Videos beschrieben (Link auf Englisch).
Vorsicht: Die Methode ist nicht geeignet für kleine Kinder und für Menschen, die dazu neigen, sich zu verschlucken. Unerwünschte Wirkungen der Nasenspülung können sein: Brennende Schmerzen, verstopfte Nase oder stark laufende Nase.