Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/119208

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht zur Bisphenol-A-Problematik zu verfassen.</p><p>Die Zeitung "Le Monde" veröffentlichte in ihrer Ausgabe vom 29. Oktober 2011 einen Artikel, in dem sie die Bisphenol-A-Problematik als einen weltweiten Gesundheitsskandal, vermutlich den grössten der letzten zehn Jahre bezeichnet. Bisphenol A (eine Substanz, die in den zur Verpackung von Lebensmitteln verwendeten Kunststoffen allgegenwärtig ist) gilt als Auslöser für Brust- und Prostatakrebs, Fettleibigkeit, neurologische Verhaltensstörungen, Entwicklungsstörungen sowie Beeinträchtigungen der Fortpflanzungsfähigkeit. Babys sind für die schädliche Wirkung besonders anfällig (Bisphenol A ist im Plastik der Schoppenflaschen enthalten). Im Gegensatz zu den USA oder zur Europäischen Union ist das BAG der Meinung, dass "die Einnahme von Bisphenol A durch Lebensmittel kein Risiko für den Konsumenten darstellt". In den Augen des BAG beruhen die anderenorts ausgesprochenen Verbote nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern auf dem Vorsorgeprinzip ("Revue médicale suisse", 9. November 2011, S. 2208).</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Seit 2010 hat der Bundesrat mehrmals zur Bisphenol-A-Problematik (BPA) Stellung genommen (s. z. B. Antwort auf die Frage Simoneschi-Cortesi 11.5245, "Bisphenol A in Babyflaschen").</p><p>Der Bundesrat versteht sich als Garant für ein Risikomanagement, das auf einem streng wissenschaftlichen Ansatz basiert. Seine Entscheide gründen auf den Arbeiten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und der Weltgesundheitsorganisation, die zum Schluss kommen, dass eine Exposition gegenüber BPA zum jetzigen Zeitpunkt kein Risiko für die Konsumentinnen und Konsumenten darstellt.</p><p>Der Bundesrat verfolgt aufmerksam die Entwicklung der Situation. Wie bereits mehrmals dargelegt, erachtet er es nicht als notwendig, besondere Gesundheitsmassnahmen zu treffen. Er ist jedoch bereit, einen Bericht über die Nutzen und Gefahren der Verwendung von BPA zu erstellen und seine Position neu zu beurteilen. Dieser Bericht wird voraussichtlich im Verlauf des zweiten Halbjahrs 2012 vorliegen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.