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Vor gut einem Jahr strahlte ARTE einen Dokumentarfilm von Eugene Jarecki unter Motto “Why we fight” aus, der der Frage nach geht, weshalb Amerika im Irak militärisch interveniert hatte. Dieser Film ist nun auf Google-Videos aufgetaucht und ich kann ihn nur empfehlen.
Der scheidende US-Präsident Dwight D. Eisenhower warnte 1961 in seiner Abschiedsrede vor der zunehmenden Verschränkung von Militär und Industrie. Er betrachtete den wachsenden Einfluss dieses “industriellen-militärischen Komplexes” als eine der Hauptgefahren sowohl für die amerikanische Demokratie als auch für den Weltfrieden. 40 Jahre später scheint Eisenhower Recht behalten zu haben.
Allein 2005 betrug das Militärbudget der vereinigten Staaten 400 Milliarden Dollar – und ist damit grösser als das der 19 nächst grösseren Länder zusammengenommen. Die Zusammenarbeit zwischen Armee, Industrie und Politik treibt immer neue Blüten: So wurde der Krieg im Irak nicht mehr allein von einer Berufsarmee geführt. Zahlreiche Privatfirmen waren beteiligt und ganze Bereiche der klassischen militärischen Tätigkeiten ausgelagert. Dabei ist ein undurchsichtiges Netz von Sicherheitsdiensten, Söldnern und Spezial-einheiten entstanden, deren Aktivitäten nur schwer zu kontrollieren sind und die bisweilen bewusst eingesetzt werden um an der Grenze zur Legalität zu operieren. Der Staat hat sein Gewaltmonopol aufgegeben, der Krieg ist zum Geschäft geworden.
Vor dem Hintergrund der zahlreichen von Amerika in den letzten Jahren geführten Kriege und der ständig steigenden Militärausgaben liefert der Filmemacher Eugene Jarecki in seinem Film eine Innenansicht der Vereinigten Staaten: Dabei analysiert er, wie sich das Verhältnis der USA zu militärischen Interventionen seit Ende des Kalten Krieges verändert hat. Warum führt Amerika heute Krieg? Welche politischen, ökonomischen und ideologischen Kräfte stehen hinter dem Militarismus der USA und treiben ihn weiter voran? Welche Chancen bestehen, diese unheilige Allianz aus Militär, Politik und Industrie aufzubrechen und zu überwinden? Zu Wort kommen unter anderem die Politiker Wiliam Kristol und Richard Pearl, der CBS-Journalist Dan Rather sowie der ehemalige CIA-Mitarbeiter Politologe Chalmer Johnson. (Quelle: ARTE)