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Was ist Radon?
Radon ist ein radioaktives Edelgas, 7.5x schwerer als Luft, das aus dem wiederum radioaktiven Element Uran “transmutiert”. Das bedeutet, dass sich ein Teil des Urans über Radium (Ra-226) in Radon (Rn-222) umwandelt.
Man kann also sagen, dass das “feste” Element Uran sich in ein gasförmiges umwandelt. Dabei ist nicht das Radon selbst, das ja gasförmig ist, dasjenige das eine Gefahr bedeuten kann, sondern die wiederum aus dem transmutierenden Radon entstehenden “festen” Elemente Blei (Pb-214), Wismut (Bi-214) und Polonium (Po-218/214). Diese sind es die wir als feinste Partikel einatmen und die uns dann von innen “bestrahlen”. Das Element Uran-238 ist so lange instabil (und damit radioaktiv) bis es sich komplett über die Zwischenstufen (Ra-226 bis Po-214) in Blei-206 umgewandelt hat.
Nun ist klar, dass dort wo Uran im Boden ist, auch Radon nicht weit sein kann. Dummerweise kommt Uran in vielen Gesteinen in der Natur vor und ist darum auch dort in Spuren vorhanden, wo es eigentlich keine grösseren Uranvorkommen gibt. Uran kommt auch in vielen Baumaterialen vor, heute weniger als früher. Dafür sind die neuen Häuser “dichter”, was sich unter Umständen negativ auf die Radonkonzentration auswirken kann.
Wie gelangt Radon in ein Gebäude?
Es gibt zahlreiche Wege, auf denen Radon ins Haus eindringen kann. Zwei Prozesse steuern den Radoneintritt ins Gebäude.
In erster Linie gelangt radonhaltige Bodenluft mittels Konvektion durch Spalten und Risse in der Bodenplatte / im erdberührenden Mauerwerk in den Kellerbereich eines Hauses. Auch entlang von und in Leitungen kann sich Radon ausbreiten und so in den Keller eintreten.
Der sogenannte Kamineffekt erleichtert dem Radon zusätzlich den Eintritt. Durch warme, im Haus aufsteigende Luft entsteht im Keller ein kaum spürbarer Unterdruck, der eine Sogwirkung zur Folge hat. Dadurch wird kalte, radonhaltige Luft aus dem Untergrund angesaugt. Diese Sogwirkung kann durch Ventilatoren (Dampfabzug / Bad) oder Cheminées verstärkt werden. Ausser man versetzt wirklich das Untergeschoss in einen Unterdruck und zieht die radonhaltige Luft nach draussen, bevor sie im Gebäude aufsteigen kann.
Die vorherrschenden Wetterbedingungen sowie die Jahreszeit nehmen ebenfalls Einfluss auf die Radonkonzentration im Haus. So wird besonders in den kalten Jahreszeiten durch den starken Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenluft der Kamineffekt noch verstärkt und somit mehr Radon ins Haus gesaugt. Durch starke Regenfälle gesättigter Oberboden behindert die Exhalation von Radon in die Atmosphäre, auch das kann zum verstärkten Eintritt des Gases ins Gebäude führen. Daneben diffundiert Radon durch Wände und Böden aus dem umgebenden Erdreich ins Haus hinein. Die Radonfreisetzung aus Baumaterialien sowie aus Brauch- und Trinkwasser trägt in der Regel nur in geringem Maße zur Radonbelastung im Haus bei und spielt nur in Ausnahmefällen eine Rolle.
Gesundheitsrisiko ausgehend vom Radon
Radon oder besser gesagt dessen Zerfallsprodukte die wir einatmen, können das Risiko später einmal an Lungenkrebs zu erkranken erhöhen. Vor allem in Kombination mit anderen “Giften” wie zum Beispiel Tabak-Rauch.
Auf der anderen Seite gibt es eine ganze “Industrie” die vom gesundheitsförderlichen Aspekt des Radons lebt. Seit Jahrhunderten gibt es Kurbäder mit speziellen Radon-Kuren. Offenbar sehr erfolgreich bei bestimmten Krankheitsbildern.
Wie so oft, liegt die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte. Wichtig ist, dass man sich des Radons bewusst ist und sich ein Bild über die aktuelle Situation macht. Dazu ist eigentlich nur ein gutes Messgerät und etwas Basiswissen notwendig. Sollten die Messungen dann eine zu hohe Radonkonzentration anzeigen, könne weitere Schritte eingeleitet werden.
Eine ausgezeichnete Dokumentation über die aktuelle Situation in der Schweiz, sowie über den gesundheitlichen Aspekt von Radon hat das BAG erstellt: HIER