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Die Ratingagentur wies darauf hin, dass Präsident Wickremesinghe Premierminister in der vorherigen Regierung unter Präsident Gotabaya Rajapaksa gewesen war. Gotabaya Rajapaksa war durch Proteste gestürzt worden und ins Ausland geflohen. Die Ratingagentur schrieb weiter, Parlament und Regierung würden weiter von Politikern der Sri Lanka People's Freedom Alliance dominiert, die eng mit der Familie Rajapaksa verbunden sei. "Dies kann das Risiko weiterer destabilisierender Proteste erhöhen, wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen nicht verbessern."
Der südlich von Indien liegende Inselstaat Sri Lanka mit seinen etwa 22 Millionen Einwohnern war mangels ausreichender Währungsreserven zuletzt nicht mehr in der Lage, Importe wie Lebensmittel, Treibstoff und Medikamente zu finanzieren. Die Währungsreserven lagen laut Fitch Ende Juni bei nur noch 1,9 Milliarden Dollar. Das reicht lediglich, um Importe für etwas mehr als einen Monat zu bezahlen. Auch die hohe Inflation, die im Juni bei über 50 Prozent lag, und stundenlange Stromausfälle sorgen für grossen Unmut im Land.
Sri Lanka hofft daher auf finanzielle Hilfe durch den Internationalen Währungsfonds IWF. Verhandlungen könnten jedoch durch Sri Lankas Schulden bei China erschwert werden, hiess es. Diese beliefen sich Ende 2020 auf fünf Milliarden Dollar, was laut dem IWF rund 13 Prozent der Auslandsverschuldung Sri Lankas entspreche. China biete Entlastungen bei grossen Krediten traditionell eher durch Stundungen wie Laufzeitverlängerungen als durch Abschreibungen an. Dieser Ansatz könne jedoch die Herausforderungen für Sri Lanka erhöhen, erfolgreich mit anderen Gläubigern eine Umschuldung auszuhandeln, hiess es weiter./ln/DP/zb
(AWP)