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Foto und Text von Bernhard Ledermann
Augenschein beim BLS-Autoverlad
Im "Eisenbahn-Amateur" 3/2023 war zu entnehmen, dass die bls am 26. Januar d. J. neben vier Waggons des Typ's Jumbo/B6 auch den BDt 948 vom Autoverlad nach Kaiseraugst zur Verschrottung bei Thommen überführte. Grund genug um am 04. März 2023 nach Kander-steg zu fahren um einen aktuellen Augenschein vom Autoverlad am Lötschberg zu nehmen.
Bevor ich hier auf die Bilder eingehe, noch ein kurzer Rückblick zum Betrieb am bls-Autoverlad seit 1967. In diesem Jahr führte die damalige BLS die auch noch heute angewendete Betriebsform mittels Autopendelzüge mit Steuerwagen ein. 1966 baute die Werkstätte Bönigen dazu fünf ABi/Bi-Wagen aus den Jahren 1944 - 1948 in die Steuer-wagen Bti 910-914 um. 1974 folgten noch die Bt 915 und 916, umgebaut aus den beiden BN-Bi 040 und 041 von 1944. Über 20 Jahre waren die sieben Bti im Einsatz ab 1972 auch mit den vierachsigen Autoverladewagen des Typ's Sdt, geliefert von Schlieren.
Am 06. November 1988 wurde der Bti 910 bei einem Aufprall in Goppenstein derart schwer beschädigt, dass er im Januar 1989 im Areal der Werkstätte Spiez abgebrochen wurde. Im Jahre 1991 kamen mit den AP 41 und 42 zwei weitere Autopendelzüge, geliefert von Talbot in Aachen in den Betrieb. 2003 folgte mit dem AP 43 ein weiterer Auto-pendelzug. Dazu beschaffte die BLS im Jahre 1990 die vier neue Steuerwagen BDt 942-945 (heute 956-959) bei der SWP in Pratteln, welche ab dem Frühjahr 1991 dem Betrieb übergeben wurden. Diese zehn Steuerwagen prägten dann das Bild am bls-Autoverlad über die Jahr-tausendwende hinaus. Am 04. Dezember 1998 rangierte die BLS den Bti 912 infolge schlechtem Allgemeinzustand, auch gezeichnet durch den harten Tunneleinsatz aus, weiter schied im Verlauf des Jahres 2000 auch der Bti 914 aus. Dies hatte zur Folge, dass an Hochfrequenztagen am Autoverlad wenn alle acht Autopendelzüge 11, 21-23, 31-32, Typ Schlieren und die beiden Talbot AP 41 und 42 im Einsatz standen kein Reservesteuer-wagen mehr zur Verfügung stand. So musste dann aushilfsweise ein Bt 951-953 oder BDt 940 und 941 aushelfen oder sogar eine zusätzliche Ae 4/4 oder Re 4/4.
So entschied sich die BLS-Geschäftsleitung im Jahre 2000 die nach der Ausserbetriebnahme der ABDe 4/8 746-750 nun verfügbaren Steuerwagen Bt 970, 980, 991 und 981, geliefert 1963 von Schlieren in BDt für den Autoverlad umzubauen. Dafür sprachen u.a. der gute Zustand der vier Fahrzeuge sowie das ein Umbau auf CHF 480'000.-- betrug, während ein neues Fahrzeug rund zwei Millionen Schweizer Franken gekostet hätte. Im Dezember 2000 begann der erste Umbau des Bt 970 zum BDt 946 mittels einer 15 wöchigen Standzeit in der Werkstätte Bönigen. So wurden die Fahrzeuge vollständig ausgeräumt und die asbesthaltigen Teile wurden entsorgt. Weiter wurde der Kasten geändert, neu verkabelt und im Innenraum ein grosser Motorradstauraum eingebaut.
Weiter war vorgesehen in einer zweiten Umbauphase noch ein Stromabnehmer zum Heizen sowie wie bereits bei den BDt 942-945 Seitentore für das Verladen von Motorräder einzubauen. Dieses Vorhaben wurde dann aus diversen Gründen fallen gelassen. Mit dem nach wie vor blau/gelben Aussenanstrich verliessen die vier Steuerwagen nach dem Umbau inkl. einer R2 die Werkstätte Böigen mit folgenden Kastenanschriften:
-.BDt 946, ex SEZ-Bt 970 mit R2 Bö 09.04.01
- BDt 947, ex GBS-Bt 980 mit R2 Bö 24.07.01
- BDt 948, ex BN-Bt 991 mit R2 Bö 30.11.01
- BDt 949, ex GNS-Bt 981 mit R2 Bö 14.03.02
In den Jahren 2007 und 2008 erhielten die vier BDt den aktuellen Aussenanstrich während der fälligen R2 in Bönigen wie wir sie nun auf den Bilder sehen werden wie auch auf dem Bild 9374_m mit den Fronten der BDt 946 und 947 am Autoverlad in Kandersteg. Auf dem Bild 9375 sehen wir den BDt 946 am Einsatz mit dem 100% ausgebuchten AP 21 bei der Ausfahrt aus der Auto-verladestation mit der Birre im Hintergrund. Als Traktion diente beim AP 21 an diesem Tag die Re 4/4 185. Auch ausgebucht war an diesem ersten März-Samstag der AP 23 geführt mit der Re 4/4 190 und dem BDt 958, ex 944, Typ SWP von 1991 auf dem Bild 9376.
Auf dem Bild 9378 folgt der Talbot AP 43 von 2003 mit der Re 4/4 184 und dem BDt 957, ex 943 auch 1991 von Pratteln übernommen. Weiter sehen wir links auch der niedrige Wasserstand der Kander, welche auch auf das Wetter im ersten Quartal d. J. einen dementsprechenden Einfluss hatte. Auf dem Bild 9381 sehen wir beim Ortsteil Hinder de Büele den am 22. Februar 1991 von der BLS übernommene BDt 942, heute im Einsatz als BDt 956 zusammen mit Re 4/4 192 am Autopendelzug 42. Vom gleichen Standort aus folgt von Süden her auf dem Bild 9383 der Autopendelzug 21, geführt von der Re 4/4 185 und BDt 946.
Vor dem Ortsteil Bütschels sehen wir auf dem Bild 9384 der ebenfalls ausgebuchte Auto-pendelzug mit der Re 4/4 195 und dem BDt 949 in Fahrrichtung Goppenstein. Bleiben wir im Ortsteil Bütschels mit dem Bild 9385, wo wir den BDt 947 vor dem AP 31 sehen mit der Re 4/4 191 als Traktion. Zu erwähnen ist noch das mit dem BDt 947 der erste dieser vier Steuerwagen das jetzige Aussendesign mittels der fälligen R2 in Bönigen vom 08. März 2007 erhielt. Nicht fehlen bei dieser Reportage darf natürlich der bereits ausrangierte BDt 948, wir sehen ihn auf dem Bild 218985 am 13. Februar 2021 vor dem AP 22 zusammen mit der Re 4/4 193 kurz vor seinem Einsatz am Autoverlad beim alten Schalthaus in Kandersteg.
Vervollständigen wollen wir diesen Aufsatz noch, das die bls nach der Inbetriebnahme der BDt 946-949 in den Jahren 2001 und 2002 die vier Bti 911, 913, 915 und 916 ausrangierte.
Weiter kam am 15. Juni 2005 mit dem aus dem SBB-DZt 912 von 1959 umgebaute BDt 939 heute 955 ein weiter Steuerwagen zum Autoverlad. Diese acht Steuerwagen prägen mit den braunen Re 4/4 sicher noch dieses Jahr den Autoverlad am Lötschberg und Simplon. Doch diese acht BDt sollen nächstens durch eine Steuerwagen-Serie, welche aktuell in Bönigen aus sechs bis acht ehemaligen ABt, Typ RM umgebaut werden, abgelöst werden, was auch zur Folge hat dass dann anstelle der legendären braunen Re 4/4 die nun lindengrünen Re 465 auch am Autoverlad zu sehen sind. Das sind sicher Fakten für zukünftige Aufsätze, wo ich dann noch mehr zu den BDt 956-959 eingehen werde.
Ein Augenschein am bls-Autoverlad in dieser Form lohnt sich, vor allem an Spitzentagen. Für diese Reportage konnte ich u.a auch auf die bls-interne Personalzeitschrift "Panorama 2/2001 mit dem Artikel "Aus Bt werden BDt" von Josef Stöckli, damaliger Leiter Abteilung Werkstätten zugreifen, welche mir mein Vater zur Verfügung stellte.
Mit diesen Bilder aus dem Berner Oberland wünsche ich Euch eine gute Zeit.
VRS zu Gast bei der BLS-Stiftung
Am 09. Juli 2022 war der Verein Rollmaterialverzeichnis Schweiz, www.rollmaterial.ch zu Gast bei der BLS Stiftung in Burgdorf, wo dazu elektronisch mehr unter dem Link https://www.bls.ch/de/unternehmen/ueber-uns/unternehmensportraet/geschichte/bls-stiftung entnommen werden kann.
Zügig führte Präsident Theo Stolz durch den offiziellen Teil der Versammlung, die zahlreich erschienen Mitglieder aus der gesamten Schweiz, vom Appenzell bis in die Romandie, verdankten die Arbeit des Vorstandes auch mehrmals mit Applaus. Danach konnten vor der Sonderfahrt mit dem Be 4/4 761 noch die Fahrzeuge im Depot Burgdorf besichtigt werden, ein Verzeichnis dazu findet Ihr auf dem Bild 03213.
Beginnen tun wir auf dem Bild 03217_m mit einem Eigenbau aus dem alten Depot Holligen und zwar mit dem Tm 64, und bei seiner Fertigstellung im Jahre 1962 mit einem 100 PS starken SLM-Dieselmotor ausgerüstet. Die 9,5 t schweren Traktoren wurden auf Bahnhöfen und Stationen für den leichten Rangierdienst sowie vor allem im Baudienst eingesetzt. Dahinter sehen wir die am 07. Dezember 1963 von der BLS übernommene Doppellokomotive Ae 8/8 273 Ein Aushängeschild der BLS Stiftung ist sicher der BCFe 4/6 736 aus dem Jahre 1938 und links sehen wir die am 16. November 1944 von der BLS übernommene Ae 4/4 251, welche am 26. November 2021 in Bönigen eine R1 durchlief. (Bild 03218_m) Ein weiteres national bekanntes Flaggschiff der BLS sehen wir auf dem Bild 03219_m und zwar die Ae 6/8 205, am 01. Mai 1939 von der Industrie (SLM/SAAS) übernommen und danach auch an der Schweizerischen Landesausstellung (06.05.39-28.10.39) in Zürich zu Gast zusammen mit der Re 4/4 165, welche am 19. Juni 1967 von der BLS als Ae 4/4 II 265 übernommen wurde. Erbauer dieser Lokomotivserie waren die SLM und BBC.
Auch Interessantes gibt es zum Einheitswagen "Spezial", dem A 826 auf dem Bild 03220 zu erwähnen, welcher Ende 1986 in der Werkstätte Bönigen aus dem GBS-B 881 umgebaut wurde.
Denn in den Jahren 1959-1963 beschaffte die BLS bei der SWS die 28 t schweren Reisezug-wagen B 807-829, dazu erhielten die SEZ die B 870-872 und die GBS die B 880 und 881.
1982 beschloss die Direktion der BLS die damals noch grünen EW I mit Faltenbalg ausgerüstet sowie mit Kunstlederpolster in den Fahrgasträumen nach gut 19 bis 23 Jahre Betriebseinsatz einer sogenannten Verjüngungskur zu unterziehen, Nach der in Bönigen durchlaufenen R5 kannten wir diese Waggons im bekannten BLS-Blau/Crème. Nachdem bis Ende August 1986 die B 807-825 diese R5 durchlaufen hatten und weiter das Bedürfnis nach attraktiverem Rollmaterial auf der Strecke Zweisimmen - Interlaken Ost zu den Panoramic-Express-Zügen der MOB da war, entschloss sich die BLS aus dem laufenden Revisionsprogramm vier Waggons für diesen Verkehr dementsprechend umzubauen und weiter wurde aus arbeitsorganisatorischen Gründen ein Abtausch der Kasten vorgenommen, vor allem auch weil sich beim SEZ-B 871 sowie dem GBS-B 881 die Revision 5 wirklich aufdrängte, mehr dazu kann in der Schweizer Eisenbahn Revue 5/1986 entnommen werden.
Wieder zurück im 1915 erbauten sowie 1950 erweiterten Depot Burgdorf der damaligen EBT sehen wir auf dem Bild 03221 die 1920 von den Firmen SLM und MFO an die damalige EZB gelieferte Ce 4/6 307. Auf dem Bild 03223 macht sich der am 03. Juni 1953 von der damaligen BN übernommene Be 4/4 761 parat für die Extrafahrt für die Teilnehmer des VRS. Links im Bild der Tem 225 041-3 1960 von SLM und SAAS an die BLS geliefert.
Die Extrafahrt führte von Burgdorf via Bern - Gürbetal - Thun - Konolfingen wieder nach Burgdorf. Der erste Fotohalt fand auf dem Gleis 49 in Bern statt. Auf dem Bild 03224 wird der "Wellensittich" in der Umgebung von der Längspasserelle, dem Installationsplatz Laupenstrasse zu Zukunft Bahnhof Bern, www.zukunftbahnhofbern.ch den zwei SBB-Re 460 sowie den Bauten des Kantonsspital Bern und dem Tertianum Résidence (rechts in Bild) von den VRS-Mitglieder fotografisch belagert. In Burgistein präsentierte sich der Schwer-triebwagen nach seiner R1 vom 16. April 2021 in Bönigen auf dem Bild 03228 dem Fotografen. In Oberdiessbach gab es einen weiteren Fotohalt auf der erneuerten Bahninfrastruktur. Das Bild 03229 wird mit dem Stockhorn und seiner Kette im Hintergrund abgerundet. Erfreulich war auch wie der Extrazug mit dem Be 4/4 761 im Gürbetal und im Emmental von zahlreichen Fotografen verewigt wurde, was sicher auch für das historische Rollmaterial spricht.
Wieder zurück in Burgdorf konnten die Teilnehmer noch das Archiv der BLS Stiftung besichtigen. Damit dass das historische Rollmaterial weiterhin gepflegt werden kann braucht es noch heute dementsprechendes Werkzeug wie auf dem Bild 03231 in der Depothalle sowie auch Ersatzteile so sehen wir auf dem Bild 03238_m ein Hauptschalter Typ BBC bestimmt für die Ae 4/4 251 und 258.
Wieder einmal ging ein informativer Eisenbahnertag über die Bühne, ein grosses Dankeschön geht hier an die Organisatoren vom VRS und der BLS Stiftung.
Mit TEE-CLASSICS in die Ajoie
Liebe Eisenbahnfreunde
Am 23. April 2022 ging in Porrentruy die 28. GV des Vereins tee-classic über die Bühne. Die Mitglieder hatten die Möglichkeit mit einem Extrazug in Zusammen-arbeit mit dem Klub Bm 22-70 von Brugg, Aarau und Olten aus in den Kanton Jura zu reisen.
Da die Re 4/4 I 10034 infolge eines Hauptschalterproblems unpässlich war, wurde der Extrazug von der Re 4/4 II 11393 geführt (Bild 03121 in Olten). Über die Besitzverhältnisse der Re 421 393-0 wurde bereits in der tee-time 1/2021 berichtet. Via Kursbuchlinie 410 (Jura-Südfuss) führte die Fahrt via Oensingen (Bild 03124 unterwegs kurz vor Oensingen) in Richtung Solothurn. Von der westlichen Haltestelle der Ambassadorenstadt nahm der Extrazug die bis zu 28 Promille ansteigende Strecke der ehemaligen Solothurn-Münster-Bahn (SMB) in Angriff durchquerte bei Oberdorf den 3700 m langen Weissensteintunnel und erreichte dann Gänsbrunnen. Von dort neigte die Strecke auch bis zu 28 Promille in den Kanton Bern wo vom Zug aus schöne Fotos mit der Frühlings-landschaft im Jura aus geschossen werden konnten wie auf dem Bild 03129 bei Crémines-Zoo. Kurz vor Corcelles BE überquerte der Extrazug auf dem Bild 03137 den 96 m langen und 17 m hohen Steinbogenviadukt mit Blick auf den 1302 m ü. M. hohen Mont Ramieux.
Die am 01. August 1908 eröffnete SMB mit einer Betriebslänge von 23 km wurde am 02. Oktober 1932 elektrifiziert. Via Moutier (Münster) erreichte der Extrazug Court an der SBB-Linie Sonceboz-Sombeval - Moutier. (KBS 226) Court im Berner Jura wurde per Schiene erstmals am 16. Dezember 1876 von Tavannes her erreicht und der der gut 6,4 km lange Abschnitt von/bis Moutier wurde am 24. Mai 1877 auch dem Betrieb der damaligen Jura bernois (JB) übergeben. In Court, u.a. 1988 Taufpate für die braune BLS-Re 4/4 162 gab es einen längeren Foto-Aufenthalt, da ein Fahrrichtungswechsel für die Weiterfahrt in den Kanton Jura vorgenommen werden musste (Bild 03141a) Dieser Aufenthalt wurde trotz nasskalter Witterung von den meisten Teilnehmer der tee-classics und Bm 22-70 rege genutzt um sich untereinander auszutauschen oder sich dem Extrazug und Infrastruktur zu widmen. Auf dem Bild 03147a sehen wir den tee-classic-Extrazug mit der Re 421 393-0, den Bm 22-70 201, 202 und dem SRm 401 in Court, wo die Station nach wie vor bedient ist wie auf dem Bild 03149 mit dem einfahren R 7116 mit einem SBB-RBDe 560 Pendelzug (Domino). Wer die Eisenbahnromantik im Vallée de Tavannes mit den bedienten Stationen noch erleben will, hat noch gut vier Jahre zeit. Laut SBB sollte die per 02. Mai 1937 elektrifizierte Strecke ab 2026 dann vom BZ West in Lausanne aus gesteuert werden. Zurück via Moutier und weiter durch die Klus mit der Querung der Kantonsgrenze von Bern/Jura erreichte der die Teilnehmer bei strömenden Regen Delémont, wo sie nach einem kurzen Diensthalt weiter via Glovelier nach Porrentruy gelangten.
Nach einem kurzen Fussmarsch resp. mit einem Shuttle für die mobilitäts-eingeschränkten Reisenden wurde das Tagungslokal Auberge d’Ajoie an der Alleine erreicht. Nach einen ausgiebigen Mittagessen gespickt mit einer herzlichen Gastfreundschaft aus der Romandie konnte dann Präsident Salem Blum die 28. GV von tee-classics eröffnen, welche bei einer hohen Teilnehmer-anzahl zügig über die Bühne ging. Die Bilder 03151a und 03151b zeigen die Lokalität im Herzen von Porrentruy sowie einer Innenaufnahme der geschichtsträchtigen Gaststätte.
Geschichtsträchtig ist sicher auch das Bild 03153 mit dem tee-classic-Extrazug während den Bremsproben im Bahnhof Porrentruy sowie der S3-17359 mit dem SBB-RABe 523 036-7 nach Olten via Basel SBB und zwar mit dem mächtigen Bahnhofgebäude. Denn der Jura resp. Porrentruy wurde mit der Eisenbahn erstmals am 23. September 1872 via Delle und zwar von Frankreich (!) her erreicht. Das veranlasste dann den Kanton Bern in den 1870er Jahren betreffend Eisenbahnen im Jura endlich zu handeln, nachdem der Eisenbahn-Pionier Xavier Stockmar (1797-1864) aus der Ajoie sich schon ab den 1850er Jahren leider erfolglos für die Anschliessung des Juras an das Schweizerische Eisenbahnnetz einsetzte. Man bedenke im Jahre 1860 wurde von Neuchâtel aus bereits La Chaux-de-Fonds sowie auch Pontarlier erreicht während dem der Kanton Bern sich immer noch quer stellte, dies ist nur ein Kapitel zur Jurapolitik des Kantons Bern wo zur Eisenbahn mehr unter dem Kapitel "Der Berner Bär im Jura: Das Netz der Jurabahnen" aus der Fachpublikation "3x50 Jahre Schweizer Eisenbahnen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft" aus dem Pharos-Verlag entnommen werden kann. Während die ersten Bahnstationen des Jurabahnnetzes auch aus Geld- und Zeitmangel vielfach aus Holz erstellt wurden, wurde in Porrentruy ein herrschaftliches Bauwerk erstellt, aus einer Mischung aus Grenzfestung und Palace-Hotel, wohl 1872 nach Plänen der PLM mit einer Erweiterung im Jahre 1877 u. a. für die Räume der schweizerischen Zollabfertigung, hatte doch Porrentruy lange den Rang als Grenzbahnhof.
Auf der Rückfahrt erreichte der Extrazug St-Ursanne wo mit einer Langsamfahrt für die zahlreichen Fotografen aus dem Zug aus der 50 m hohe und 260 m lange Viadukt über die Combe Maran überquert (Bild 03164) und dazu x-mal abgelichtet wurde. Via Delémont ging die Fahrt durch das Laufental in Richtung Basel weiter, wo es in Grellingen nochmals ein Dienst- sowie Fotohalt gab. (Bild 03168)
Zur Vervollständigung zu den von der tee-classic befahrenen Linien im Jura sei noch erwähnt das Delémont ab dem 25. September 1875 von Basel SBB her erreicht wurde sowie ab dem 16. Dezember 1876 von Moutier her und die Ajoie wurde am 15. Oktober 1876 resp. 30.März 1877 in das Schweizer Bahnnetz integriert. Weiter wurde die KBS-Linie 240 von Delémont nach Delle per 15. Mai 1933 elektrifiziert und die zur KBS-Linie 230 gehörenden Abschnitte Moutier - Delémont am 15. Mai 1928 inkl. der Grenchenberg-Linie von Lengnau her und im Laufental wurde ab dem 01. November 1931 elektrisch gefahren.
Via Basel VL und dem Fricktal, wo den Teilnehmer ein feines z'Vieri-Plättli serviert wurde wurde dann an frühen Abend Brugg erreicht. In Brugg wurde dann noch die zweite von der IRSI übernommen SBB-Re 421 387-2 vor den Extrazug gespannt (Bild 0371), ein krönender Abschluss zu dieser Frühlingsfahrt, welcher auch wieder dank dem Einsatz aller Beteiligten der beiden Vereine problemlos über die Bühne ging - hier gebührt allen ein wieder einmal mehr ein gosser Dank. Nach den Verabschiedungen traten dann die Teilnehmer den individuellen Heimweg an.
BLS-News aus Erlenbach im Simmental
Liebe Eisenbahnfreunde
Ich hoffe Ihr seid trotz der aktuellen Situation gut ins neue Jahr gestartet.
Am 12. Dezember 2021 fuhr ich ins winterliche Simmental betreffend dem Ende der Ära der EW III. Und aus dem Simmental folgt nun die erste Reportage d. J. Denn am 15. Januar 2022 fuhr ich nach Erlenbach um die Traktion der in diesem Fahrplan auf die Relation Spiez - Zweisimmen beschränkten RE 40xx zu beobachten. Denn die zwei Dienste sind mit je einem RBDe 566 II - B-Lego - ABt - ABt ex RM bestückt.
Auf dem ersten Bild 9223 sehen wir den RE 4073, Spiez - Zweisimmen mit dem RBDe 566 II 238-2, B-Lego 521, ABt 938 und 942 oberhalb Erlenbach. Dahinter grüsst der Niesen.
Gut zehn Minuten später folgt an diesem prächtigen Wintertag nach deren Zugkreuzung in Därstetten auf dem Bild 9224 der RE 4072, unterwegs von Zweisimmen nach Spiez und zwar mit dem RBDe 566 II 232-5, B-Lego 517, ABt 932 und 933, unterwegs auch im Gebiet Kleindorf oberhalb Erlenbach. Wir beachten auch die neue Fahrleitung vom Typ R, welche die bls bei deren Erneuerungen auch auf der BN, GBS, SEZ sowie den Linien des ehemaligen RM verwendet sowie auch das moderne Vorsignal zur Station Erlenbach. Abgerundet wird dieses Bild mit der 1949 m ü. M. hohen Stockenfluh und dem Stockenwald. Zu erwähnen ist noch dass diese zwei nun gut 37 jährigen Pendelzugkompositionen keinen Niederflurbereich aufweisen und weiter sind nur die zwei Steuerwagen klimatisiert und dazu können die Kunden auch nicht zwischen den beiden ABt zirkulieren. Ob diese zwei nicht uninteressanten Kompositionen während dem ganzen Fahrplanjahr im Simmental anzutreffen sind, kommt auch auf den Bestand der sich in der Ablieferung befindlichen Triebzüge des Typs RABe 528 darauf an, den die MIKA waren eigentlich für die Ablösung der EW III vorgesehen, jedoch reicht(e) aktuell deren Bestand noch nicht. Siehe dazu auch NiK im Eisenbahn Amateur 1/2022.
Das Gebiet Kleindorf an der Simme erreichte ich nach einem gut 10-15 minütigen Fussmarsch von Erlenbach aus. Auch über deren Bahnstation gibt es aktuell zu berichten. Denn Erlenbach im Simmental wurde erstmals am 16. August 1897 von Spiez her mit der Eisenbahn erreicht. Seit dem 01.November 1902 fährt die Eisenbahn weiter das Simmental hinauf nach Zweisimmen.
Bis 1942 wurde die gut 35 km lange Bahnstrecke durch die Bahngesellschaften Spiez - Erlenbach-Bahn (SEB) und der Erlenbach -Zweisimmen-Bahn (EZB) betrieben, welche nach der Sanierung auch durch Bundeshilfe zur Spiez - Erlenbach - Zweisimmen-Bahn (SEZ) fusionierten. Die SEZ ging dann 1997 wie auch die von der damaligen Berner Alpenbahngesellschaft Bern-Lötschberg-Simplon (BLS) mitbetriebenen BN und GBS in die damalige BLS Lötschbergbahn AG über, der Vorgängerin der heutigen BLS AG. Denn in Erlenbach i. S. wird wie die Bilder 9225 und 9226 zeigen gebaut.
Doch bevor wir zum aktuellen Bahnhofumbau eingehen noch eine kurze historische Zusammenfassung. Denn das jetzige Aufnahmegebäude wurde von der SEZ am 01.Oktober 1981 bezogen. Es ersetzte das aus den Anfängen der SEB erstellte Aufnahmegebäude von gut 125 Jahren. Bereits ab 1967 war man sich nach der Beurteilung des Bauzustandes des damaligen Gebäudes einig, dass es durch ein Neubau ersetzt werden sollte. Jedoch standen die notwendigen Mittel der SEZ nicht zur Verfügung, so dass notgedrungen immer wieder bauliche Ausbesserungen vorgenommen werden mussten. Schliesslich konnten die Verwaltungsbehörden der damaligen SEZ an deren Herbstsitzungen im Jahre 1978 auch dank Bundes- und Kantonshilfe zwei folgende Kredite bewilligen:
CHF 840'000.-- für ein ein neues Aufnahmegebäude mit Güterschuppen, Freiverladerampe und Dienstwohnung
CHF 740'000.-- für eine neue Sicherungsanlage Domino mit Fernübertragung, automatischem Block und Weichenheizung
Ab August 1980 konnten dann die Bauarbeiten in Angriff genommen werden, so dass bereits im Juni 1981 die Diensträume und Wohnungen im jetzigen Gebäude bezugsbereit waren. Der Abbruch des alten Güterschuppens erfolgte dann am 29. Juni 1981. Gut acht Monate nach dem Bezug des neuen Aufnahmegebäudes konnte Ende Juni 1982 auch das Dominostellwerk in Betrieb genommen werden und ab dem 12. Juli 1982 wurde das damals 85 jährige, altersschwaches aus den Gründungszeiten stammende Aufnahmegebäude abgerissen.
Nun investiert die bls gut 18 Millionen Schweizer Franken in den Bahnhofumbau in Erlenbach i. S. um auch die Gleisanlage und den Bahnhofvorplatz neu zu gestalten. Deren Bauarbeiten starteten im Juli 2021 und zuerst wird das schmale Mittelperron zurückgebaut und durch zwei je 220 m lange und teilüberdeckte Aussenperrons ersetzt, welche durch eine neue Unterführung verbunden werden und über Rampen hindernisfrei zugänglich sein werden. Weiter wird die Fassade des Aufnahmegebäudes sowie die beiden Wohnungen saniert und der Güterschuppen wird zurückgebaut. Weiter entstehen ein neuer Wartesaal sowie eine neue Verkaufsfläche, eine behindertengerechte WC-Anlage und eine neue Park-and-Ride Anlage mit 30 bewirtschafteten Parkplätzen und auch Veloabstellplätzen.
Im 2. Ausbauschritt sind der Neubau des Umschlageplatzes Schiene/Strasse sowie der dazugehörenden Zufahrt geplant, doch dort läuft noch ein Einsprachenverfahren.
Die bls hofft den umgebauten Bahnhof im Dezember d. J. dem Betrieb zu übergeben. Mehr zu den aktuellen Bauprojekte bei der bls kann unter folgendem Link entnommen werden:
Zur Geschichte der zwei Bahnhofgebäude konnte ich auf die damalige interne Hauszeitschrift der BLS-Gruppe 1/1979 und 1/1983 zurückgreifen.
Mit diesen vier Bilder aus dem Simmental wünsche ich Euch Allen noch eine schöne Zeit und bleibt weiterhin gesund
Freundliche Grüsse
Bernhard Ledermann