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|Gemeinde:||Luzern LU|
|Art:||Gedeckte Holzbrücke, nur Fussgänger|
|Hindernis:||Reuss|
|Baujahr:||1994|
|Länge m:||222|
|Lage:||666010 / 211545|
Die Kapellbrücke ist die älteste und mit 204,70 Metern die zweitlängste überdachte Holzbrücke Europas. Sie wurde um 1365 als Wehrgang gebaut und verbindet die durch die Reuss getrennte Alt- und Neustadt ("mindere Stadt"). Ursprünglich war die Brücke länger und verband zusätzlich die Peterskapelle mit der Hofkirche. Durch die Auffüllung des Ufers wurde dieser Teil, ca. 75 m, um 1835 abgebrochen. Im Giebel der Brücke befinden sich 111 dreieckige Gemälde, die wichtige Szenen der Schweizer Geschichte darstellen.
Die Bilder der Kapellbrücke, der Spreuerbrücke und der Hofbrücke sind in dieser Verwendung einmalig. In keiner anderen Stadt Europas wurden gedeckte Holzbrücken mit dreieckigen Bildern ausgeschmückt.
In der Mitte der Brücke befindet sich der achteckige Wasserturm, welcher bereits um 1300, also noch vor der Kapellbrücke, erbaut wurde und von ihr aus über einen kurzen Quergang erreichbar ist. Der Turm diente wechselweise als Wachturm und Eckpfeiler der Stadtbefestigung (als Teil der ebenfalls noch erhaltenen Museggmauer), als Stadtarchiv und Schatzkammer sowie als Kerker und Folterkammer. Heute beherbergt er einen Souvenirladen sowie das Vereinslokal des Artillerievereins Luzern.
Die Brücke fiel am 18. August 1993 einer Feuersbrunst zum Opfer, welche nach Vermutungen durch eine weggeworfene Zigarette ausgelöst wurde. Der Brand zerstörte einen Großteil der Brücke (gut sichtbar anhand des helleren Holzes auf der Abbildung rechts), unter anderem auch 78 der 111 berühmten Bilder. Nach dem Brand 1993 konnten die Überreste von 47 Bildern auf der Brücke geborgen werden. 30 Bilder liessen sich bis 1998 restaurieren. Die Brücke wurde nach einer zum Glück vorhandenen Bestandsaufnahme umgehend wiederaufgebaut, restauriert, am 14. April 1994 eingeweiht und für den Fußgängerverkehr wieder geöffnet.
Die bei der Verkürzung der Brücke um 1835 ausgelagerten 25 Giebelgemälde, die den Werdegang des Heiligen Mauritius als Schutzpatron der Schweiz zeigen, wurden als Ersatz für die unrettbar verbrannten Exponate im Mittelteil der Brücke aufgehängt. An den beiden äußeren Nahtstellen zwischen dem ursprünglich erhaltenen und dem rekonstruierten Brückenteil erinnern schwarz verkohlte Überreste der Originalbilder an den Brand.
|(http://www.brueckenweb.de/datenbank/bilder/Bilder/BAS111_gueldner125.jpg)|
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