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| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch V.
24.
So schwöre denn, sagt Justinus, wenn du erkennen willst, „was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und was in keines Menschen Herz gedrungen“1, den über alles Guten2, den Oberen, das Geheimnis der Lehre unausgesprochen zu bewahren. Denn auch unser Vater, nachdem er den Guten gesehen und ihm zur Seite eingeweiht wurde, hat das zu Verschweigende unausgesprochen bewahrt und hat geschworen, wie geschrieben steht: „Der Herr hat geschworen und es wird ihn nicht reuen“3. Wenn Justinus dies so hat bekräftigen lassen, so ergötzt er die Anfänger mit mancherlei Fabeln in mancherlei Büchern und führt sie so zu dem „Guten“, indem er sie in die unaussprechlichen Mysterien einweiht. Um aber nicht all zu vieles durchgehen zu müssen, wollen wir die Geheimnisse aus einem seiner Bücher, das nach seiner Meinung ein Meisterwerk ist, vorlegen. Das Buch ist Baruch betitelt; eine der zahlreichen darin enthaltenen Fabeln wollen wir als von Herodot stammend [S. 134] nachweisen; er gibt sie umgestaltet als etwas Neues seinen Zuhörern wieder und macht sich aus ihr die ganze Grundlage seines Lehrgebäudes.
1: 1 Kor. 2, 9.
2: Gö.
3: Ps. 109, 4.