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Aktuelle Lage auf dem Schweinemarkt
Mitte November 2022 zeichnete sich eine massive Verschärfung der Marktsituation bei den Schlachtschweinen ab. In einer beispiellosen, von der gesamten Branche ausgearbeiteten Lösung wurden Massnahmen zur Marktentlastung eingeleitet. Ein Krisenstab mit Vertretern der Branche nimmt eine wöchentliche Standortbestimmung vor und koordiniert die Massnahmen zur Marktentlastung.
Durch eine auf zwei Wochen befristete Einfrieraktion, welche vom Bund im Rahmen des ordentlichen Budgets für Marktentlastungsmassnahmen finanziell unterstützt wurde, konnten im Dezember 2022 kurzfristig knapp 15'000 Schlachtschweine aus dem Markt genommen werden. Mit dem Export von Schweinefleisch wurden bis und mit Woche 4 / 2023 bisher gut 15’300 Schlachtschweine ins europäische Ausland exportiert. Für die nächsten Wochen wird ein wöchentlicher Export von circa 5'000 Schweinen erwartet. Wegen reduzierten Kühltransport-Angeboten in Europa wurden die geplanten wöchentlichen Exportmengen noch nicht erreicht. Der Absatz in Europa ist bedingt durch die Einmaligkeit eine grosse Herausforderung. Die Finanzierung der Exporte erfolgt über einen privatrechtlichen Fonds, der durch die Schweinemäster und den Schweinehandel gespiesen wird. Der Fonds wird von Proviande verwaltet und durch eine Paritätische Kommission überwacht.
Wöchentliche Lagebeurteilung
Mit diesen Marktentlastungsmassnahmen konnten tierschutzrelevante Überbelegungen in den Schweineställen und ein noch drastischer Rückgang der Schweinepreise weitestgehend verhindert werden. Die Krise ist jedoch noch nicht abgewendet. Produzenten und Handel melden nach wie vor grosse Überhänge bei den Schlachtschweinen.
Nach einer Gesamtbeurteilung der Situation hat der Krisenstab nun entschieden, zur Beschleunigung des Exportes weitere Möglichkeiten in den Bereichen Wurstfleisch und Teilstücke vorzubereiten und umzusetzen. Der Einzug der Finanzierungsbeiträge bei Handel und Produzenten sowie der Export von Schweinefleisch werden weitergeführt. Die Entwicklung wird genau beobachtet und die Situation wöchentlich neu beurteilt.