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Das schmucke Gotteshaus befindet sich auf einem Felskegel. Baukörper und Turm sind in massivem Mauerwerk aus Beton, aussen mit Bruchsteinen aus dem Felsabbau gewonnen. Dacheindeckung in Natursteinplatten gemäss der Bauweise in alt Marmorera.
In einer geschützten Talmulde lag das Dorf Marmorera, welches das karolingische Reichsurbar von 831 mit dem Namen Marmoreira erwähnt. Ihm war eine Taverne angeschlossen. 1522 wird der Neubau einer Kirche nachgewiesen. Die dortige Kaplanei unterstand von jeher der Pfarrei Bivio. Jahrhundertelang gehörten Bivio, Marmorera, Avers und Ramosch zum gleichen Hochgericht. So wurde der hl. Florinus, ehemals Pfarrer in Ramosch, zum Kirchenpatron von Marmorera erkoren. Das bescheidene Kirchlein von 1522 wurde 1808 erweitert und 1882 durch einen Neubau ersetzt.
Von 1949-1954 baute die Stadt Zürich in der Talenge von Castigl den ersten Erddamm Europas. Dem Stausee von Marmorera zum Opfer fiel das ganze Dorf samt Kirche und Turm. Vor der Überflutung exhumierte man den ganzen Friedhof und verlegte alle Gräber nach dem Maiensäss Pardela. Hier oberhalb des Stausees errichtete man eine neue Siedlung und es wurde am Nordrand derselben der neue Gottesacker angelegt. Im Jahre 1964 erhielt Neu-Marmorera ein neues schmuckes Kirchlein. Dem Architekten Tona Guetg aus Savognin waren Planung und Ausführung anvertraut. Das Glöcklein von 1640 kündet weiterhin mit seiner silbernen Stimme über den Wellen des Sees bis hinüber zur Ruine der Burgkapelle der Herren von Marmels das Lied des Lebens und der Auferstehung.