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Artillerie
(im 15. und 16. Jahrh. Arkelei, später Artelarei und Artollerei, provençal. Artilharia, franz. Artillerie, s. v. w. Geschütz, Geschützwesen,
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v. franz. Artiller, s. v. w. Stückgießer, auch Geschützsoldat, welches zuletzt auf das lat. ars, eigentlich »Kunst«, im Mittelalter auch s. v. w. Geschütz, zurückführt). Das Wort Artillerie bezeichnet sowohl das gesamte Material einer Heeresmacht an Geschützen, Fahrzeugen, Munition etc., als auch die Truppe, deren Waffe das Geschütz ist, und welche letzteres im Frieden und Krieg zu verwalten, zu handhaben und zu gebrauchen hat, und drittens die Wissenschaft, welche der Theorie und Praxis des gesamten Geschützwesens gewidmet ist. Über das Material der s. Geschütze. Der Verwendung nach unterscheidet man Land-, Küsten- und Schiffsartillerie. Letztere wird von den Matrosen der Kriegsschiffe, die Küstenartillerie von der Fußartillerie und nur in den Kriegshäfen Kiel und Wilhelmshaven von der Matrosenartillerie bedient.
Die Landartillerie findet als Festungs- und Belagerungsartillerie Verwendung im Festungskrieg, als Feld- und Gebirgsartillerie im Verband der Feldarmeen. Die Organisation einer den letztern gleichfalls beizugebenden Positionsartillerie zur Beschießung von Sperrforts und provisorischen Befestigungen steht in Aussicht.
Die Festungsartillerie, in Deutschland Fußartillerie genannt, in Regimenter, Bataillone und Kompanien formiert, ist für ihre artilleristische Thätigkeit gebunden an das getrennt von der Truppe bestehende schwere, zum Teil wenig bewegliche Geschützmaterial, mag dasselbe in Festungen und Küstenbatterien zur Verteidigung oder vor Befestigungen als Belagerungsartillerie zum Angriff verwandt werden, oder auch vorübergehend einmal (wie 1871 an der Lisaine, westlich von Belfort) in einer Feldschlacht mitwirken. Die Truppen der Festungsartillerie führen in den meisten Ländern auch Handfeuerwaffen und zwar Gewehre oder Karabiner.
Die Feldartillerie, jetzt die dritte Hauptwaffe der Feldarmeen, ist bestimmt, den andern Waffen überallhin auf das Gefechtsfeld zu folgen; sie ist formiert in Batterien, in denen eine bestimmte Anzahl (4, 6-8) Geschütze mit Bespannung, Bedienung, Munition und den zugehörigen Munitions- und Ökonomiewagen (Vorratswagen, Feldschmiede) zu einer taktischen Einheit dauernd verbunden sind. Nach der Art der Ausrüstung dieser Batterien unterscheidet man reitende Artillerie, deren Bedienungsmannschaften sämtlich beritten sind, früher auch fahrende (in Österreich), bei der die Bedienung auf sogen. Wurstwagen gefahren wurde; Fußartillerie in Deutschland, schlechtweg Feldbatterien, deren Bedienungsmannschaft nicht beritten ist, die aber bei allen schnellen Bewegungen auf Protze und Geschütz (früher auch auf die Handpferde der Bespannung) aufsitzt; endlich Gebirgsartillerie, deren Geschütze etc. zerlegbar sind, und deren gesamtes Material auf Tragtieren (Pferden, Maultieren) fortgeschafft wird. Die Batterien sind zu Abteilungen, Regimentern und Brigaden vereinigt. Nach der Zuteilung zu den höhern Truppenverbänden unterscheidet man Divisionsartillerie und Korpsartillerie, resp. Reserveartillerie. Über die Organisation in den einzelnen Heeren s. bei den betreffenden Staaten, Heerwesen.
Von den drei Waffen der Feldarmee ist die Artillerie die komplizierteste (Mann, Pferd, Geschütz) und bedarf dazu noch eines großen mitzuführenden Trains; in Deutschland z. B. gehören zur Batterie von 6 Geschützen noch 12 andre Fahrzeuge (8 Munitions-, 3 Vorratswagen, 1 Feldschmiede), ganz abgesehen von den Munitionskolonnen; sie ist schwer auszurüsten, immerhin aber in modernen Kulturstaaten leichter aufzubringen als Kavallerie, die gut dressierter Pferde und geübter Reiter bedarf. Ja der Wirkung übertrifft sie die Infanterie an Schußweite und Zerstörungskraft der Geschosse, doch fehlt ihr die Fähigkeit zum Nahkampf, bei jeder Bewegung ist sie wehrlos; die Bewaffnung der berittenen Mannschaften mit Revolvern, der Fußmannschaften mit Karabinern in Frankreich ist nur Notbehelf.
Sie bedarf bei direkter Bedrohung und im Sicherheitsdienst des Schutzes andrer Waffen; in ihren Bewegungen kommt sie an Schnelligkeit der Kavallerie fast gleich, Terrainschwierigkeiten überwindet sie oft leichter als diese, dank dem am Geschütz mitgeführten Schanzzeug. Im Gefecht verliert die Artillerie meist weniger als die andern Waffen und Verluste beeinträchtigen ihre Gefechtsthätigkeit erst nach und nach; selbst mit der Hälfte der Bedienungsmannschaften und Pferde kann eine Batterie noch alle ihre Geschütze im Feuer erhalten.
Das Stärkeverhältnis der Artillerie zu den andern Waffen im Heer hat vielfach gewechselt. Bis in die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts rechnete man 2-3 Fußgeschütze auf je 1000 Mann Infanterie, ebensoviel reitende Geschütze auf je 1000 Pferde, im Feld steigt dies Verhältnis von selbst durch die Verluste der andern Waffen bei gleichbleibender Geschützzahl. Seit 1870 haben alle Heere ihre Artillerie vermehrt, durch die erhöhte Zahl der Bataillone aber und durch im Kriegsfall zu erwartende Neuformation von solchen ist das Verhältnis nicht wesentlich geändert; s. nachstehende Tabelle:
|Gefechtsstärke eines Armeekorps|
|Infanterie||Kavallerie||Zusammen||Feldartillerie||Im Krieg bestehen|
|Regimenter||Bataillone||Mann||Regimenter||Eskadrons||Mann||Mann||Batterien||Geschütze à Batterie||Zus.||pro 1000 Mann (1)||Feld-Batterien (2)||reitende||Gebirgs-||Geschütze|
|Deutschland||8||25||25000||2||8||1200||26200||16||6||96||3.8||294||46||-||2040|
|Österreich||8||30||27000||2||12||1800||28800||11||8||88||3.0||185||10 (3)||23 (4)||1632|
|Italien||8||24||19200||2||8||1440||23840 (5)||10||8||80||3.3||120||4 (6)||8 (6)||1032|
|Frankreich||8||25||25000||2||8||1200||26200||16||6||96||3.8||345||57||6||2448|
|Rußland||8||32||28000||4||18||2700||30700||16||6||96||3.2||429||71||18½||3808|
(1) Die reitenden Batterien bei den Kavalleriedivisionen sind hier nicht berücksichtigt; s. Heerwesen der einzelnen Staaten. - (2) Bei Frankreich sind 76, bei Rußland 144, bei Deutschland keine Reservebatterien eingerechnet. - (3) à 6 Geschütze. - (4) à 4 Geschütze. - (5) Einschließlich 1 Regiment Bersaglieri. - (6) à 6 Geschütze.
[Geschichtliches]. Über die bis in das Altertum zurückreichenden Anfänge des Geschützwesens s. Geschütze. Die ersten Pulvergeschütze wurden bei Belagerungen gebraucht, wo sie in den Mauern der Burgen und Städte die Ziele fanden, deren Zerstörung man mit ihrer Hilfe leichter und aus größerer Ferne zu bewerkstelligen hoffte, als dies mit den bisherigen Kriegsmaschinen möglich war. Bald indes hat sich
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auch der Verteidiger der Geschütze bedient und seine Mauern durch Anschüttung eines Erdwalles dahinter zu ihrer Aufstellung geeignet gemacht. Die Rohre, ohne Schildzapfen, wurden auf Holzunterlagen gelegt und ihr Rücklauf durch eine dahinter angebrachte Verpfählung aufgehoben. Diese Unbeholfenheit in ihrer Bewegung mußte naturgemäß die Anwendung von schweren Geschützen sehr beschränken. Man fertigte deshalb auch leichtere Geschützrohre, legte sie aus Bockgestelle oder in Laden, diese auf Unterlagen, die ein Heben der Mündung oder des Bodenstücks mittels der seitlichen Richthörner gestatteten.
Die Bockgestelle erhielten dann Räder, wurden also fahrbar, oder man transportierte die Rohre in ihren Gestellen auf besondern Wagen und ermöglichte so ihre Verwendung in der Feldschlacht. Der erste bestimmt nachgewiesene Gebrauch der Feuerwaffen findet sich in der Chronik von Metz vom Jahr 1324. Die Engländer sollen bereits 1346 bei Crecy einige (3 oder 6) leichte Kanonen in freier Feldschlacht verwendet haben, welche Angabe jedoch vielfach bestritten wird. Ein sachlicher Unterschied zwischen Feld-, Festungs- und Belagerungsartillerie bestand anfangs nicht, man nahm mit ins Feld, was sich transportieren ließ, und zwar möglichst viel, um den Ritter mit seinem schweren Panzer zu Falle zu bringen.
Die Zahl der in Feldschlachten verwendeten Geschütze hatte sich zu Anfang des 15. Jahrh. erheblich gesteigert, denn die Hussiten eroberten in der Schlacht bei Riesenberg 1431 bereits 150 Geschütze. Den tiefgreifendsten und nachhaltigsten Anstoß erfuhr das Geschützwesen durch die Reichsstädte, namentlich Nürnberg, die bei ihrem Emporblühen in ihrer eignen Wehrkraft die sicherste Stütze für ihre Selbständigkeit erblickten. Sie hatten ihren Stückgießer, ihren Zeugmeister und errichteten Zeughäuser zur Aufbewahrung ihrer Vorräte, die um Mitte des 15. Jahrh. in Nürnberg außerordentlich groß gewesen sind. Im J. 1445 ließ diese Stadt durch ihren Meister Hans von der Rosen eine 519 Ztr. schwere Hauptbüchse gießen.
Natürlich wollte auch jeder Stückgießer, von denen viele zur Zunft der Büchsenmeister gehörten, selbständig sein und Geschütze nach seiner Art herstellen, woraus die zahllosen Kaliber und speziellen Konstruktionen der Geschützrohre wie ihrer Lafetten entstanden. Einheitlicher war nur das Geschützwesen der Fürsten, von denen Karl der Kühne von Burgund ihm besonderes Interesse widmete; er soll zuerst Geschütze mit Schildzapfen sowie solche aus Gußeisen gehabt haben.
Auch seine Lafetten waren schon verhältnismäßig leicht fahrbar, woraus sich seine bedeutende Artillerie erklärt, denn in der Schlacht bei Granson fielen den Schweizern 400 Geschütze in die Hände. Bei ihrer geringen Beweglichkeit und dem großen Werte, den man auf die Erhaltung der Geschütze legte, gab man ihnen eine Bedeckung aus den tapfersten Truppen. Wie damals ein Kampf nur durch das Handgemenge entschieden wurde, so konnten Geschütze nur im Kampf Mann gegen Mann gewonnen oder erobert werden, was bei deren tapferer Verteidigung dem Sieger zu besonderm Ruhm gereichte. Deshalb wurden auch die Geschütze zu den Trophäen der Schlacht gerechnet, ein Gebrauch, der heute noch nicht erloschen ist. Um die Entwickelung der Artillerie erwarb sich Kaiser Maximilian I. großes Verdienst, indem er ein bestimmtes System in die Kaliber (6-, 12-, 24-Pfünder) brachte und die Lafettenkonstruktion (durch Martin Merz, gest. 1501) so vervollkommte, daß ihre Prinzipien für die fernern Zeiten Geltung behielten. Er hatte auf seinem Zug nach Venedig 1509 schon 106 Geschütze mit Räderlafetten, die gegen Mitte dieses Jahrhunderts auch ein Marschlager erhielten, beim Schießen auf Holzbettungen abgeprotzt standen und daher Rücklauf hatten, eine bahnbrechende Erkenntnis im Gebrauch der Artillerie. Eine organisierte Artillerietruppe bestand noch nicht; sie war eine Zunft, die auf den Schultern der Büchsenmeister ruhte, sowohl in der Praxis als in der Theorie, die ein wunderbares Gemisch abergläubischer Behauptungen und Gebräuche bildete.
Die Büchsenmeister unterschied man als Feuerwerker, welche mit Wurfgeschützen umzugehen und Kunstfeuer anzufertigen, auch den Mineurdienst zu verrichten wußten, Büchsenmeister, welche mit Kartaunen schossen, und die Schlangenschützen; sie luden und richteten das Geschütz, während die übrigen Verrichtungen bei der Bedienung von Handlangern, den Schanzbauern, ausgeübt wurden. Die Schanzbauer, unter dem Schanzbauerhauptmann und dem Schanzmeister, verrichteten Pionierdienste (Schanzen-, Wege- und Brückenbau) und gehörten zur Artillerie. Die Stückknechte saßen als Fahrer auf den Zugpferden der Geschütze.
Dem Dreißigjährigen Krieg aber blieb es vorbehalten, die Bedeutung der Feldartillerie in der ihr von Gustav Adolf gegebenen technischen Vervollkommnung, ihrer Organisation und taktischen Verwendung in außerordentlicher Weise zu heben. Er erleichterte die Geschütze und dadurch ihre Beweglichkeit, gab den Infanterieregimentern die Regimentskanonen und vereinigte die übrigen Geschütze zu größern Batterien auf den Flügeln der Truppenstellungen, häufig maskiert, so daß sie den Feind mit ihrem Feuer überraschten, wie in der Schlacht bei Breitenfeld die Reiterei Isolanis.
Den Übergang über den Lech erzwang er sich mit 72 Geschützen in 3 Batterien, und vor Frankfurt artillerie O. brachte er 200 Geschütze aller Kaliber ins Feuer. Die Franzosen waren jedoch die ersten, welche ein förmlich organisiertes Artilleriekorps besaßen, das 1695 bereits aus 16 Bataillonen bestand. Wie in allen Zweigen des Kriegswesens, war Friedrich d. Gr. auch Reorganisator der Artillerie. Die Regimentskanonen ließ er durch Leute der Infanterie bedienen, im übrigen trennte er die Feld- von der Festungsartillerie, formierte die Artillerie zu Bataillonen, deren 1762 bereits 6 à 5 Kompanien bestanden, und errichtete 1759 die erste Batterie reitender Artillerie. Die Einteilung in Kompanien und Batterien bezog sich nicht auf eine bestimmte Anzahl Geschütze, wie heutzutage;
eine solche fand erst Anfang dieses Jahrhunderts durch den Prinzen August nach Vorgang der Franzosen, bei denen 6-8 Geschütze eine Batterie bildeten, statt;
die Regimentsartillerie löste er auf, formierte die Artillerie zu Brigaden, ließ die Festungsartillerie eingehen und die Kompanie abwechselnd Feld- und Festungsartillerie sein, eine Einrichtung, die bis 1852 bestanden hat;
er errichtete die Artilleriehandwerksstätten, die Artillerieprüfungskommission, die Stellung als Artillerieoffizier vom Platz in den Festungen und führte die fahrenden.
Artilleristen (Fahrer) an Stelle der Stückknechte ein. Eine neue Epoche begann für die Artillerie mit der Einführung der gezogenen Geschütze. Angeregt durch die Versuche Wahrendorffs mit einem Verschluß für Hinterladung 1840 und Cavallis, der damit ein Zugsystem und Langgeschosse verband, begannen in Preußen die Versuche mit gezogenen Hinterladekanonen und gepreßter Geschoßführung auf Anregung des Prinzen Adalbert von Preußen schon 1851, die aber erst zehn Jahre später zur Einführung kamen. Inzwischen hatte Frankreich sich beeilt, seine
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Feldartillerie mit gezogenen Vorderladekanonen nachdem System La Hitte zu bewaffnen, um ihr dadurch im Feldzug 1859 in Oberitalien die Überlegenheit über die österreichische Artillerie zu sichern, was auch erreicht wurde. Infolgedessen kamen in Österreich 1863 gezogene Vorderladekanonen nach Lenks Bogenzugsystem zur Einführung. Hier entstanden, um schnellere Bewegungen der Feldartillerie zu ermöglichen, die Kavallerie- oder fahrenden Batterien, bei denen die Bedienungsmannschaften auf wurstähnlichen Reitsitzen der Lafetten und Munitionswagen (Wurstwagen) saßen; in Preußen, wo sie auf den Handpferden und dem Protzkasten saßen, wurde mit dem System C/64 mit seinen Gußstahlachsen, Rädern mit Bronzenaben und den Achssitzen etc. ein solches Maß von Beweglichkeit erreicht, daß diese Geschütze nicht nur das Fahren in den schnellsten Gangarten der Pferde, in welcher sie der Kavallerie zu folgen vermögen, gestatten, die Biegsamkeit zwischen Protze und Lafette ermöglicht auch ein Anpassen an so erhebliche Unebenheiten des Terrains, daß die Artillerie im allgemeinen mit ihren Geschützen dahin zu kommen vermag, wo sich Kavallerie bewegen kann. Diese technische Vervollkommnung des Artilleriematerials gestattete eine taktische Verwendung der Feldartillerie, welche sie den beiden Hauptwaffen kämpfender Armeen, der Infanterie und Kavallerie, als dritte Hauptwaffe ebenbürtig zur Seite stellte.
Die fortschreitende technische Entwickelung der Artillerie nahm, je nach dem Verwendungszweck der letztern im Feld-, Gebirgs-, Festungs-, See- oder Küstenkrieg, immer mehr einen den lokalen Bedingungen dieser Gebrauchsarten entsprechenden eigenartigen Charakter an, so daß man nach und nach ein besonderes Artilleriematerial in diesen Richtungen zu unterscheiden begann, dem erst später (1872) in Bezug auf Feld- und Festungsartillerie eine getrennte Organisation der Truppe folgte.
Die Küstenartillerie wird aber bis jetzt noch, mit Ausschluß der zum Schutz der Kriegshäfen Kiel und Wilhelmshaven errichteten Küstenbefestigungen, deren artilleristische Verteidigung den Matrosen-Artillerieabteilungen zufällt, durch das 1. und 2. Fußartillerieregiment und 9. Fußartilleriebataillon vertreten; doch darf die Formierung einer Küstenartillerie als Truppe wohl nur als eine Frage der Zeit angesehen werden.
Vgl. J. ^[Julius] Hartmann, Vorträge über Artillerie (Hannov. 1856-63, 3 Bde.);
Derselbe, Handbuch für Offiziere der preußischen Artillerie (neue Ausg., Berl. 1872);
Rutzky, Artillerielehre (Wien 1871);
Oelze, Lehrbuch der Artillerie für preußische Avancierte (Berl. 1856);
Witte, Artillerielehre (das. 1873).
Geschichtliches: Fronsperger, Vom Geschütz, Feuerwerk und Festungen (1557);
v. Decker, Versuch einer Geschichte des Geschützwesens (Berl. 1812);
Venturi, Von dem Ursprung und den Fortschritten des heutigen Geschützwesens (a. d. Ital. von General Rödlich, das. 1822);
Brunet, Histoire générale de l'artillerie (Par. 1842);
v. Schöning, Geschichte der brandenburgisch-preußischen Artillerie (Berl. 1844-45, 3 Bde.);
Favé, Études sur le passé et l'avenir de l'artillerie, ouvrage continué à l'aide des notes de S. M. l'Empereur (Par. 1846-63, 4 Bde.; Bd. 1 u. 2 unter dem Titel: »Napoleon III. über die Vergangenheit und Zukunft der Artillerie« übersetzt von H. Müller, Berl. 1856-57, 2 Bde.);
Hoffbauer u. Leo, Die deutsche in den Schlachten und Treffen des deutsch-französischen Kriegs 1870-71 (das. 1872-78, 8 Hefte);
Dieselben, Taktik der Feldartillerie (das. 1876);
v. Schell, Studien über Taktik der Feldartillerie (das. 1877-79, 3 Hefte);
H. Müller: Entwickelung der Feldartillerie 1815-70 (das. 1873), Die preußische Festungs- und Belagerungsartillerie (das. 1876), Die preußische Küsten- und Schiffsartillerie (das. 1879);
v. Corvisart, Artilleriemasse und Divisionsartillerie (das. 1883).
Weiteres bei »Geschütz«.