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<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Hat der Bundesrat Verständnis dafür, dass man gegenwärtig plant, die Fachrichtung "Betriebsinformatiker/in" abzuschaffen, wo diese Lehre in der Schweiz, namentlich in der lateinischen Schweiz, doch sehr beliebt ist?</p><p>2. Wir gedenkt der Bundesrat auf Kritiken der Berufsausbildungsseite aus der lateinischen Schweiz zu reagieren, deren Kultur heutzutage nicht genügend Rechnung getragen wird?</p><p>3. Sollte man nicht besser auf Verordnungsänderungen verzichten, wenn alle Kantone einer Sprachregion nicht damit einverstanden sind?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p align="both">Die Schweizer Berufsbildung ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt. Die Aufgabenteilung unter den Verbundpartnern ist im Bundesgesetz über die Berufsbildung (BBG; SR 412.10) geregelt. Die Organisationen der Arbeitswelt sind Träger der Bildungsangebote. Sie definieren die Bildungsinhalte sowie die Qualifikationsverfahren, und sie vertreten die Unternehmen, welche Ausbildungsplätze bereitstellen. Damit wird gewährleistet, dass sich die Bildungsangebote stets an tatsächlich nachgefragten beruflichen Qualifikationen und an den zur Verfügung stehenden Arbeitsplätzen orientieren. Der Bund ist unter anderem verantwortlich für den Erlass der Bildungsverordnungen. Die Kantone sorgen für den Vollzug und die Aufsicht. Zu den einzelnen Fragen nimmt der Bundesrat wie folgt Stellung:</p><p align="both">1) Bei der Entwicklung oder Revision einer neuen beruflichen Grundbildung arbeitet die jeweilige Trägerschaft (Organisation der Arbeitswelt) eng mit Bund und Kantonen zusammen. Der Prozess der Berufsentwicklung ist etabliert und in mehrere Schritte gegliedert. So wird unter anderem jeweils ein Qualifikationsprofil entwickelt und ein Bildungserlass erarbeitet. Während der Anhörung durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) wurde im geschilderten Fall im Juni 2020 festgestellt, dass die Kantone mit der Revision des Berufs Informatikerin / Informatiker EFZ und der Streichung der Fachrichtung Betriebsinformatik nicht einverstanden sind. Es folgte im August und September 2020 eine Aussprache, bei der sich die verantwortliche Trägerschaft, ICT Berufsbildung Schweiz, bereit erklärte, die Fachrichtung Betriebsinformatik weiterzuführen. Das SBFI hat diesen Antrag geprüft und gutgeheissen. Die berufliche Grundbildung Informatikerin / Informatiker EFZ Fachrichtung Betriebsinformatik wird also weiterhin angeboten werden.</p><p align="both">2/3) Bei der Berufsentwicklung in der beruflichen Grundbildung wird durch eine standardmässige Anhörung die Mitsprache der Kantone (aller Sprachregionen), anderer Bundesämter sowie interessierter Kreise sichergestellt, bevor der Bildungserlass genehmigt und umgesetzt werden kann. Die Anhörungsergebnisse werden vom SBFI ausgewertet und Bildungsverordnung und Bildungsplan bei Bedarf angepasst, wie dies im konkreten Fall Informatikerin / Informatiker EFZ Fachrichtung Betriebsinformatik auch geschehen ist.</p>  Antwort des Bundesrates.