Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03458.jsonl.gz/2854

Wofür ist dieses HoofArmor eigentlich gut, wo passt es hinein?
Anfangs, als ich um 1999 herum HoofArmor entwickelt habe, war meine Idee, dass es ein vollwertiger Ersatz für das Hufeisen sein würde, weil ich einen Schutz suchte, der nicht vom Huf abfällt. Ich hatte ein Kundenpferd, dessen Hufe derartig feucht waren, weil es in einem Anbindestall in seinem eigenen Mist stand. Ich konnte tun was ich wollte, ich brachte kein Eisen zum halten. Hufeisen fielen auch sonst regelmässig ab, vor allem wenn Pferde auf matschigen Weiden gehalten wurden; und Hufschuhe hatten damals sowieso in jedem Gelände Mühe, am Huf zu bleiben. Mir taten diese Pferde leid, die die Eisen regelmässig verloren, besonders wenn sich die Besitzer nicht darum kümmerten, dass diese Eisen auf der Weide wie eine Landmine, mit den scharfen Nägeln nach oben, liegen blieben.
HoofArmor wurde zuerst als Schutz für den Tragrand verkauft. Als ich beobachtete, wie Pferde und Hufe auf meine Art zu trimmen reagierten, fand ich heraus, dass der Schlüssel zum besseren Huf nicht mit der Hufwand, sondern mit der Sohle zu tun hatte. Ich hörte und las von Forschern, die die Hufe von Mustangs erforschten, und eine Sache stach mir ins Auge: bei all diesen Mustangs, die in den Einrichtungen des Bureau of Land Management studiert wurden, hatte der Tragrand bei vielleicht 90% der Hufe keinen Bodenkontakt! Diese Pferde liefen einwandfrei, und komplett auf Sohle und Strahl. Immerhin waren sowohl die Sohle als auch der Strahl viel dicker als bei domestizierten Pferden. Und ich realisierte, dass niemand ihre Hornschwielen entfernte!
Nun, wie konnte ich die Hufe der domestizierten Pferde, die ich trimmte, dazu bringen, ähnlich stark wie Mustanghufe zu werden? Wenn die Dicke der Sohle die Antwort war, würde die Verwendung von HoofArmor helfen, bei den domestizierten Pferden eine dickere Sohle aufzubauen? Vielleicht, aber nur, wenn ich aufhörte, diese Sohlenschwielen wegzuschneiden, die die Pferde aufzubauen versuchten. Die Sohle auszuschneiden erschien mir noch nie sinnvoll, auch nicht, als ich noch mit Eisen beschlug. Von daher war das keine Umstellung für mich.
Mit den Eisen habe ich früher oft auch Polster für den Schutz der Hufsohle angebracht. Jetzt fing ich an, anstelle eines Sohlenpolsters HoofArmor aufzutragen. An einer Show in Kanada fand ich heraus, dass kanadische Hufschmiede HoofArmor bereits seit Jahren als Schutz für die Sohle gebrauchten: bei den Pferden auf den Harness Tracks (Rennbahnen für Trab- oder Passrennen, Anm.d.Ü.), weil diese Bahnen viel kieshaltiger sind als die Galopp-Rennbahnen, und somit Sohlenquetschungen recht häufig vorkamen. Dies war eine Nische für HoofArmor. Nicht zum letzten Mal haben hier die Anwender von HoofArmor Feldstudien für mich betrieben!
Ich sponserte ein barhufiges Team beim Great Santa Fe Trail Ride im Jahr 2007. Die Strecke war 515 Meilen (829 km) mit ca. 50 Meilen (80 km) pro Tag über 10 Tage, von Santa Fe (New Mexico) nach St. Louis (Missouri). Mein Team war komplett barhuf. Es gab ein anderes Team, das vom Hersteller einer gewissen Hufschuh-Marke gesponsert war. Als es nicht aufhören wollte, dass die Hufschuhe verloren gingen, baten mich jene Reiter, bei den Hufen ihre Pferde HoofArmor aufzutragen, damit sie doch noch geschützt waren, wenn die Hufschuhe abgefallen waren. Dies war ein schöner Erfolg und öffnete die Türen für weitere HoofArmor-Nischen.
Die letzte Herausforderung war, Distanzrennen nur mit HoofArmor zu machen. 2012 startete das erste Pferd, das je den Tevis Cup ohne Eisen oder Hufschuhe in Angriff genommen hat, nur mit HoofArmor (das Morgan Horse «Jazz» hatte bis 55 Meilen nur A’s in den Vet-Checks, musste danach aber wegen Überhitzung in einem 71°C heissen Canyon aufgeben, Anm.d.Ü.). Photos von vor und nach dieser Strecke sind hier zu finden:https://www.youtube.com/watch?time_continue=9&v=fTy-EOSbqQw. Seither sind 50-, 75- und 100-Meilen-Ritte weltweit alltäglich geworden.
Leistungspferde haben ihre HoofArmor-Nische wegen der vermehrten Wendigkeit und Beweglichkeit des Barhufers gefunden. HoofArmor schützt vor Abrieb ohne Verlust der Bodenhaftung z.B. bei Barrel Horses, Reining- und Cutting-Pferden, etc. Weitere Berichte aus vielen Disziplinen sind hier zu finden:http://www.hoofarmor.com/testimonials/
Aber als die allergrösste HoofArmor-Nische hat sich die Anwendung bei Lahmheiten und bei Fühligkeit über Steinen herausgestellt. Wie bei den Mustangs ist eine dicke Sohle der Schlüssel für Unempfindlichkeit gegen Geröll… das ist der Stiefel-versus-Socken-Vergleich, den ich gerne brauche. Domestizierte Pferde werden typischerweise auf Gras oder auf weichem Untergrund gehalten und haben es nicht nötig, diese dicken Sohlenschwielen auszubilden, wie es der Mustang tun muss. HoofArmor schützt ihre Sohlen auf Wanderritten oder auf dem täglichen Ausritt.
Also: HoofArmor kann allein verwendet werden, oder mit Eisen oder Hufschuhen kombiniert, und dies in jeder beliebigen Disziplin.
Autor: David Jones The HoofArmor Niche