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In den drei Corona-Jahren (2020 bis und mit 2022) erlitt Schweden eine Übersterblichkeit von 4,4 Prozent. Das ist der tiefste Wert Europas und weniger als die Hälfte des kontinentalen Schnitts (11,1 Prozent). Sogar Norwegen (5 Prozent) und Dänemark (5,4 Prozent) lagen leicht über Schweden, die Schweiz (9,4 Prozent) und Österreich (9,8 Prozent) im Mittelfeld. An der Spitze standen Bulgarien (19,8 Prozent) und die Slowakei (18,7 Prozent). Dies zeigt eine soeben veröffentlichte Langzeit-Studie des renommierten Cato Institute.
Nun kommt es immer auch darauf an, wie man die Übersterblichkeit berechnet, welche Faktoren man berücksichtigt und vor allem über welche Zeiträume man sie bemisst. Die aktuellen Resultate von Eurostat variieren zwar leicht, doch der Trend ist derselbe: Die Skandinavier hatten über die drei Corona-Winter insgesamt die tiefste Übersterblichkeit, die Süd- und Osteuropäer die höchste.
Als weltweit fast einziges Land verzichtete Schweden auf einschneidende Corona-Massnahmen: Keine Zwangsmasken, keine Schulschliessungen, Restaurants, Sportinstitute und Läden blieben immer offen. Lediglich Massen-Veranstaltungen wurden beschränkt.
Zwar lag die Übersterblichkeit in Schweden im ersten Corona-Jahr über dem Schnitt, in den folgenden zwei Jahren jedoch darunter. Eine dritte oder vierte Welle blieb praktisch aus.
Hatten die Schweden früher eine «Herden-Immunität» erreicht? War der Appell an die Eigenverantwortung mündiger Bürger wirksamer als die Bevormundung durch ein Zwangsregime?
Anders als die Todesfälle lassen sich die Gründe nicht objektivieren. Was viele vergassen: Wer harte Massnahmen verfügt, nimmt Kollateralschäden in Kauf. Auch soziale Isolation, das Fehlen von körperlicher Betätigung oder finanzielle Not können töten.
Der Vergleich zwischen den Nachbarländern zeigt jedoch eindrücklich: Die mehr oder weniger strengen Massnahmen hatten keinen messbaren Einfluss auf die Sterbe-Raten. Doch der Verzicht auf Lockdowns und Zwang bewahrte Schweden vor einem brutalen wirtschaftlichen Einbruch, einem gewaltigen Schuldenberg und einer politisch-ideologischen Polarisierung der Gesellschaft.