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Nach engl. Vorbild und durch franz. Beispiele angeregt, entstanden im ausgehenden 18. Jh., insbesondere in Genf und in der französischsprachigen Schweiz, Z. und Klubs als eine eigenständige Form der männl. Geselligkeit. Meist Besitzer einer Gaststätte, oder in enger Verbindung zu einem öffentl. Gasthaus stehend, bildeten die Z. ein frühes Forum der polit. Diskussion und Meinungsbildung und förderten den Zusammenhalt gleichgesinnter Männer. Gemeinsames Merkmal all dieser Vereinigungen war ihr geschlossener Charakter. Nur Mitglieder und eingeführte Gäste hatten zu den Räumlichkeiten des Z.s Zutritt.
Allein in Genf zählte man 1793 über 50 Klubs und Z., die alle Schattierungen des polit. Spektrums abdeckten. In den Jahren der Revolution bildeten diese die eigentl. Kernzellen der umstürzler. Ereignisse. Von grosser Bedeutung für die Verbreitung aufrührer. Ideen während der ersten Revolutionsjahre in der Schweiz war der Club helvétique, eine Vereinigung revolutionär gesinnter Schweizer in Paris, die von Frankreich aus versuchte, das Gedankengut der Revolution durch Aufrufe und Pamphlete in die Schweiz zu tragen. Dem Genfer Muster gemäss entstanden auch in anderen Schweizer Städten gesellschaftl. Verbindungen, die aber infolge des Niedergangs der franz. Vorbilder nach 1795 nicht jene Bedeutung erlangten, die sie in der Genfer Revolution gespielt hatten. Im 19. Jh. (insbesondere nach 1848) erlebten die Z. in der Westschweiz eine erneute Blüte. Neben Genf entstand v.a. in den neuenburg. Städten eine ausgeprägte Zirkelkultur, die z.T. bis ins 20. Jh. tragender Bestandteil des öffentl. und polit. Lebens war. Veränderte Formen der Geselligkeit, das Entstehen einer modernen Parteienlandschaft sowie neue Medien der polit. Meinungsbildung liessen diese Art von gesellschaftl. Verknüpfung im 20. Jh. in den Hintergrund treten.
Literatur
– A. Méautis, Le club helvétique de Paris (1790-1791) et la diffusion des idées révolutionnaires en Suisse, 1969
– J.-B. Vuillème, Le temps des derniers cercles, 1987
– E. Golay, Quand le peuple devint roi, 2001
Autorin/Autor: François de Capitani