Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03349.jsonl.gz/1391

The Sense of an Ending
Regie: Ritesh Batra
Darst.: Jim Broadbent, Charlotte Rampling, Michelle Dockery, Harriet Walter, Billy Howle, Freya Mavor, Joe Alwyn, Emily Mortimer, Matthew Goode, James Wilby u.a.
«Wie oft erzählen wir unsere eigene Lebensgeschichte, wie oft rücken wir sie zurecht, schmücken sie aus, nehmen verstohlene Schnitte vor. Und je länger das Leben andauert, desto weniger Menschen gibt es, die unsere Darstellung in Frage stellen, uns daran erinnern können, dass unser Leben nicht unser Leben ist, sondern nur die Geschichte, die wir über unser Leben erzählt haben.» Dies schreibt Julian Barnes in seinem mit dem Booker-Preis ausgezeichneten Roman «The Sense of an Ending», der auf Deutsch unter dem Titel «Vom Ende einer Geschichte» erschienen ist. Im Zentrum steht Tony Webster, ein älterer, geschiedener Mann, der ein gutes Verhältnis zu seiner Ex-Frau Margaret hat und deren gemeinsame Tochter schwanger ist. Eines Tages erhält Tony Post einer Anwaltskanzlei: Die kürzlich verstorbene Sarah Ford, Mutter seiner ersten Freundin Veronika, vermacht ihm 500 Pfund und das Tagebuch von Adrian Finn. Tony ist verwirrt und muss die teils vagen Erinnerungen an seine Studienzeit wachrufen: Denn Sarah Ford sah er nur an einem Wochenende, als ihn Veronika ihren Eltern präsentierte. Veronika hatte sich wenig später von ihm getrennt und danach eine Beziehung mit seinem besten Freund, dem hochbegabten, grüblerischen Adrian, begonnen. Veronika ist es aber, die ihm das Tagebuch keinesfalls überlassen will. Tony sieht sich darauf immer stärker mit einer Vergangenheit konfrontiert, die er ganz anders in Erinnerung hat. Regisseur Ritesh Batra («The Lunchbox») führt diese Erinnerungen in Rückblenden vor Augen. Charlotte Rampling und Jim Broadbent verkörpern Veronika und Tony im Alter, Freya Mavor und Billy Howle in der Jugend. Emily Mortimer, derzeit in «The Bookshop» zu sehen, hat einen prägnanten Kurzauftritt als Sarah Ford. Steve Green schreibt auf Indiewire: «Batra erweist sich erneut als ein scharfer Beobachter von kleinen Momenten. Die Zubereitung von Morgenkaffee oder die Beschriftung einer Postkarte werden in präzis geschnittenen Montagen gezeigt, welche eine unerwartete Dynamik in solch alltägliche Rituale bringen.»