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(Kt.,Amtsbez. u. Gem. Bern).
510 m. Kleines Aussenquartier der Stadt
Bern, am rechten Ufer der
Aare vor ihrer ersten Umbiegung. 33
Häuser. Landhäuser, Liqueurfabrik; Gewerbe, an kleinem Kanal. Interessante Schutzbauten
an den Aareufern.
(Kt. Tessin,
Bez. Leventina).
1202 m. Gem. u. Pfarrdorf, auf einer Terrasse am Eingang ins
Val Piumogna, am Fussweg
Fusio-Faido und 4 km
sw. über der Station
Faido der Gotthardbahn. Gemeinde, mit
Cornone: 48
Häuser, 196 kathol. Ew.; Dorf: 39
Häuser, 174 Ew.
Alpwirtschaft; Fettkäse. Schönes Alpendorf mit mehreren bemerkenswerten
Holzhäusern. Kirche mit Baptisterium in Barokstil.
Ausgangspunkt für die Besteigung des
Campo Tencia (3075 m; 7 Stunden).
Eine gute Strasse führt von La Dame längs des
Chaumontgrates zum Gasthaus
Chaumont und nach Neuenburg.
Das 1677 vom Kanzler de
Montmollin angekaufte
Gut La Dame ist bis 1855 im Besitz
von dessen Familie verblieben.
(Kt. Bern,
Nid- u. Obwalden,
Uri
u. Wallis).
Gewöhnlich versteht man unter Dammagruppe die Gebirgsmasse zwischen Haslethal und
Grimselpass
im W., Furkapass und
Urserenthal im S.,
Reussthal bis
Wassen im O. und
Meienthal,
Sustenpass und
Gadmenthal im
N. Das ist z. B. der Fall in Studers UeberEisundSchnee (2. Aufl., Bd I, S. 462 ff.), ferner in den Jahrbüchern des S. A.
C. Die genannte N.-Grenze ist aber doch etwas unsicher, obwohl sie orographisch wohl begründet erscheint. Die Geologen verlegen
sie meist noch etwas weiter nach N. Baltzer zieht sie in seiner geologischen Monographie des mittleren
Teils des Aarmassivs (Beiträge zur Geolog. Karte derSchweiz. 24) durch das
Erstfelderthal, die
Schlossberglücke und das
Wendenjoch
ins
Gadmenthal, Aeppli in seinem Artikel über die
Alpen (in diesem Lexikon S. 39 und auf der zugehörigen Uebersichtskarte)
vom unternReussthal über den
Surenenpass,
Engelberg und den
Jochpass ins
Genthal und nach
Innertkirchen.
Wir halten uns hier an diese letztere Grenze, die auch das Gebiet des
Titlis der Dammagruppe zuteilt. In diesen Grenzen erfüllt
die Dammagruppe ungefähr ein Trapez, dessen parallele
Seiten durch die S.- und N.-Grenze und dessen nicht parallele
Seiten durch die W.- und O.-Grenze gebildet werden und dessen Flächeninhalt etwa 600 km2 beträgt.
Die Richtungsverhältnisse und die Gliederung dieser Gruppe sind sehr eigentümliche. In den
Kämmen und Thälern herrschen
Richtungen vor, die mehr oder weniger senkrecht zur Hauptrichtung der
Alpen stehen, so in den beiden Ketten, die denTrift-
und den
Rhonegletscher einschliessen, dann in den Ketten des
Sustenhorns und des
Fleckistocks, d. h. gerade in den Hauptgliedern
der Gruppe, die auch die höchsten Gipfel derselben enthalten. Es sind Querketten. Grössere Längsketten in der Hauptrichtung
der
Alpen sind nur diejenige der
Spitzberge auf der
N.-Seite des
Urserenthals und diejenigen im Gebiet des
Titlis, welch' letzteres sich gerade durch seine vorherrschende Längsrichtung deutlich von der Dammagruppe im engern
Sinn unterscheidet, abgesehen noch von der geologischen Abweichung.
Für die Gliederung des Dammamassivs eignet sich ausser dem
Sustenpass noch die
Sustenlimmi, ein 3100 m hoher Gletscherpass,
der vom Steingletscher s. hinüber zum Kehlegletscher und damit vom obersten
Gadmenthal ins oberste
Göschenenthal führt.
Er trennt die Gruppe des
Sustenhorns und
Fleckistocks vom Triftgebiet. Mit Inbegriff der Titlisgruppe erhalten wir
dann drei Gruppen, von denen jede wieder in zwei Ketten zerfällt, nämlich:
ist das interessanteste Glied der Dammagruppe, schon wegen seiner zwei mächtigen Gletscher, dem Trift- und Rhonegletscher,
die zu den grössten und schönsten der Schweiz gehören. Sie sind ungefähr gleich gross und messen zusammen
mit ihren Firnbecken etwa 48 km2. Am Firnrücken der Triftlimmi treffen sie zusammen. Dieser in sanften Wellenlinien auf-
und absteigende Rücken gewährt in seinen Einsenkungen, der untern und obern Triftlimmi, leichte Uebergänge vom einen Gletscher
zum andern und auf der zwischenliegenden Höhe des Limmistöckli (3197 m) einen prachtvollen Ueberblick
über die beiden grossen Firngebiete und ihre herrlichen Randketten.
Von da senkt sich der Triftgletscher 8 km weit nach NW., der Rhonegletscher 9 km weit nach S., zuerst in Form weiter Firnmulden,
dann als vielgestaltige Eiszungen bald sanfter geneigt und spaltenfrei, bald tausendfach geborsten über
steilere Stufen. Dabei endet der Rhonegletscher in 1800 m, der Triftgletscher erst in 1350 m Höhe, so dass letzterer beträchtlich
steiler und dem entsprechend wilder erscheint als ersterer. Die übrigen Gletscher der Gruppe sind meist solche zweiter Ordnung.
Die w. Kette hat nur kleinere Gehängegletscher; grösser sind die Gletscher der ö. Kette. Der mächtigste
von ihnen ist der Steingletscher, noch ein typischer Thalgletscher mit wohlausgebildeter Eiszunge und weitem Firnbecken. Zwischen
Triftgebiet und Sustenhörner senkt er sich über mehrere Terrassen von über 3000 m bis auf etwa 1900 m n. hinunter bis nahe
an den Sustenpass. Ihm benachbart und mehr oder weniger mit ihm zusammenhängend ist der Steinlimmigletscher,
ebenfalls noch ein Thalgletscher. Reich vergletschert ist sodann der Hintergrund des Göschenenthals. Hier dominiert der Dammafirn,
der in mächtigen Falten von den Winterbergen herunter wallt.
Ein selbständiger, grösserer Thalgletscher ist der Kehlegletscher, das Gegenstück des Sustengletschers und mit diesem durch
die Sustenlimmi und die Thierberglimmi verbunden. Endlich senken sich aus der Gegend des Galenstocks der Siedeln- und der Tiefengletscher
gegen die Furka und das Urserenthal. Zu all' diesen grössern Gletschern kommen eine Menge kleinere, teils als Seitengletscher
der genannten, teils mehr isoliert als kleinere Gehänge- und Kargletscher, so dass die ganze Gruppe
als ausserordentlich gletscherreich erscheint und gerade diesem Umstand ihre schimmernde Pracht und ihre Anziehungskraft
auf die Bergsteiger verdankt.
Die Gipfel des Triftgebietes reihen sich, wie bereits angedeutet, in zwei sanft geschwungenen Bogen zu beiden Seiten des Trift-
und Rhonegletschers an. Die Gesteinsschichten streichen von SW. nach NO. und fallen steil nach SO. Die
Gipfel zeigen daher isoklinalen Bau mit schroffen Abstürzen nach NW. und meist sanfteren Abhängen nach SO., wie man dies
z. B. deutlich am Galenstock erkennt. Aus dem zwischenliegenden Gletscherthal steigen die beiden Ketten nur mässig steil
und nicht mehr sehr hoch empor, während die Abstürze nach Aussen, d. h. zum Haslethal und Göschenenthal,
ausserordentlich schroff und tief sind.
Die w. Kette beginnt am Grimselpass mit dem Nägelisgrätli, das oft zum Uebergang vom Grimselpass zum Rhonegletscher und zur
Furka benutzt wird und auch in der Kriegsgeschichte einmal eine Rolle gespielt hat, indem in den Kämpfen von 1799 die auf
der Grimsel stehenden Oesterreicher von einer Abteilung Franzosen über das Nägelisgrätli umgangen und besiegt wurden. Von
da steigt die Kette über die mehrgipfeligen Gerstenhörner und Hintern Gelmerhörner zum ebenfalls mehrhöckerigen Tieralplistock,
um hier mit 3400 und 3106 m zu kulminieren.
Von da bis zum südlichsten Gerstenhorn sinkt kein Gipfel und keine Lücke unter 3000 m; die meisten der erstern erreichen 3100 bis
über 3300 m. Von dieser geschlossenen Hauptkette gehen nur kurze Seitenrippen aus, so der Thälistock vom Tieralplistock
gegen den Rhonegletscher, das Triftstöckli von den Diechterhörnern, das Sackgrätli vom Steinhaushorn und
der Stotziggrat vom Mährenhorn aus gegen den Triftgletscher. Etwas bedeutender sind die zwei Kämme, die den weitverzweigten
Thalkessel der Gelmeralp gegen das Haslethal abschliessen u. in den Vorderen Gelmerhörnern eine schöne Zackenmauer bilden.
Am Ausgang des Gelmerthals liegt in 1829 m der einsame Gelmersee, hart über der vom Fremdenstrom durchfluteten
Grimselroute, aber selten besucht. Einige andere kleine Bergseen finden sich am Nägelisgrätli, am Benzlauistock und am Mährenhorn.
Grossartiger und formenreicher noch als die W.-Kette ist die O.-Kette des Triftgebietes. Ihr zentrales Stück vom Tiefenstock
bis zum Hintern Tierberg, das mit dem Eispanzer seiner O.-Flanke das Hintergehänge des Göschenenthales
bildet, heisst in Uri«Winterberg». Als König erhebt sich hier die breite Kuppe des Dammastocks zu 3633 m, auf der W.-Seite bis
auf den Scheitel in Eis gehüllt, auf der O.-Seite dagegen in schroffen Felswänden auf den Dammafirn abstürzend.