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Als Sie selbst im Babyalter waren, wurde Ihren Eltern wahrscheinlich geraten, Ihnen bestimmte Lebensmittel erst später zu geben. Dazu zählten in der Regel Erdnüsse, Eier, Schalentiere und Weizen.
Diese Empfehlungen wurden kürzlich revidiert. Heute soll man Lebensmittel, die häufig allergische Reaktionen auslösen, unbedingt früh in die Beikost integrieren.
Nein, Sie müssen während der Stillzeit nicht auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten, um das Risiko einer Nahrungsmittelallergie bei Ihrem Kind zu verringern. Ihre Ernährungsweise ist wichtig, da sie die Qualität Ihrer Muttermilch beeinflussen kann, aber Sie müssen nichts einschränken, es sei denn, Ihr Arzt oder Ihre Ärztin rät Ihnen dazu. Achten Sie auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung, die reich an Nährstoffen ist. Sie können sich hierzu auch an Was soll ich während des Stillens essen orientieren.
Obwohl Allergien von den Eltern an die Kinder vererbt werden können, ist das nicht immer der Fall. Viele Kinder mit Lebensmittelallergien stammen nicht aus Hochrisikofamilien. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zur spezifischen Situation Ihres Kindes beraten.
Die Weltallergieorganisation empfiehlt stillenden Müttern, ihr Baby nicht allergenfrei zu ernähren, selbst wenn das Baby als besonders gefährdet gilt, weil ein Elternteil eine Lebensmittelallergie hat. Versuchen Sie, Ihrem Kleinen erst einmal ein ganz bisschen gut gegartes Ei zu geben und dann genau zu beobachten, ob es irgendwelche Reaktionen zeigt. Servieren Sie ihm in dieser Zeit keine anderen Speisen, die potenziell allergieauslösend sind, weil Sie sonst bei einer Reaktion nicht wissen, worauf sie zurückzuführen ist.
Auch wenn es verlockend ist, Ihrem gesunden Baby nur Lebensmittel zu geben, von denen Sie wissen, dass es nicht allergisch darauf reagiert, wird derzeit empfohlen, ihm auch solche anzubieten, die es vielleicht noch nicht gekostet hat, wie Eier, Fisch, glutenhaltige Produkte (wie z. B. aus Weizen) und Erdnüsse (gemahlen). Es ist wichtig, dass Sie ihm eine grosse Vielfalt an Beikost anbieten, einschliesslich potenziell allergieauslösender Zutaten. Ein frühzeitiges und kontinuierliches Probieren kleiner Portionen von Lebensmitteln, die als Allergieauslöser bekannt sind, kann dazu beitragen, dass Ihr Baby eine immunologische Toleranz entwickelt und somit die Wahrscheinlichkeit einer Allergie verringern. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass eine breitere Ernährungsvielfalt im ersten Lebensjahr eines Babys das Risiko von Asthma und Lebensmittelallergien bis zu seinem sechsten Geburtstag senken kann.
Neuigkeiten zu Erdnüssen und Gluten
Zwei Inhaltsstoffen wird sowohl von der internationalen Wissenschaft als auch von den Medien besondere Aufmerksamkeit gewidmet:
Erdnüsse
Da eine lebensbedrohliche Reaktion befürchtet werden muss, ist eine Erdnussallergie für Eltern ein echter Grund zur Sorge. Jüngste Forschungsergebnisse bei Hochrisikokindern deuten darauf hin, dass eine Erdnussallergie weniger wahrscheinlich wird, wenn Sie schon früh Lebensmittel, die (gemahlene) Erdnüsse enthalten, in die Beikost integrieren. Die neueste Empfehlung für gesunde Säuglinge, bei denen zuvor keine Allergie diagnostiziert wurde, lautet, Ihrem Baby ab einem Alter von etwa sechs Monaten erdnusshaltige Nahrungsmittel in altersgerechter Konsistenz zu geben. So können Sie z. B. ein klein wenig Erdnusspulver mit Muttermilch vermischen oder Erdnussbutter verdünnen. Denken Sie daran, dass sämtliche Nüsse gemahlen oder so stark zerkleinert werden müssen, dass kein Erstickungsrisiko besteht. Falls Ihr Kind an Neurodermitis oder anderen Lebensmittelallergien leidet, sollten Sie Erdnussprodukte nur unter ärztlicher Aufsicht einführen.
Gluten
Gluten ist ein Protein, das in Getreide wie Weizen, Gerste und Roggen vorkommt und auf das manche Menschen allergisch reagieren. Zöliakie hingegen ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem auf Gluten reagiert und die Darmschleimhaut beschädigt. Wenn bereits Familienmitglieder daran leiden, hat ein Baby ein erhöhtes Risiko, selbst auch an Zöliakie zu erkranken. In den aktuellen Leitlinien wird empfohlen, gesunden Kindern ab Beginn der Beikost auch glutenhaltige Lebensmittel (die meisten Brotsorten, Nudeln, Cerealien) zu füttern. Geben Sie ihm zunächst kleine Mengen zu probieren. Und zwar zu Hause (nicht im Restaurant oder der Kita), um eventuelle Reaktionen besser überwachen zu können.
Woran erkennt man eine allergische Reaktion
Auf verschiedene Lebensmittelallergien antwortet der Körper auch mit unterschiedlichen Reaktionen. Manche treten praktisch sofort auf, manche innerhalb von einer oder zwei Stunden nach dem Verzehr.
Falls Ihr Baby auf ein bestimmtes Nahrungsmittel allergisch ist, kann sich das folgendermassen äussern:
- Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen
- Laufende Nase, Husten, Niesen, keuchender Atem oder sonstige Probleme, Luft zu bekommen
- Juckende Haut an Lippen/Mund, Ausschlag
Wenn Sie glauben, dass Ihr Kind allergisch auf ein Lebensmittel reagiert, wenden Sie sich sofort an einen Arzt.
Sources
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www.worldallergy.org (Accessed December 18, 2017)
Last revised: December, 2017