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Sie ist ein Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg: die Hochseeflotte der Schweiz. Damals entschied der Bundesrat, eine eigene Handelsflotte ins Leben zu rufen. Vier Schiffe kaufte der Bundesrat, welche die Schweiz im Krieg dann mit Brennstoffen, Futter- und Lebensmittel versorgten. Die Schiffe waren aber nur kurz im Besitz der Eidgenossenschaft.
Nach dem Krieg verkaufte der Bund seiner Schiffe wieder. Die Handelflotte aber blieb bestehen - neu in privater Hand. Sie wuchs von damals vier auf heute 49 Schiffe. Ihr Zweck aber hat sich nicht verändert: die Versorgung der Schweiz sicherzustellen.
Bundesrat griff nur ein einzige Mal für 6 Stunden auf Schiffe zurück
Seit dem Zweiten Weltkrieg ist das allerdings nur einmal passiert, erinnert sich Eric André, Chef von Suisse Atlantique, der ältesten und grössten Reederei, welche ausschliesslich unter Schweizer Flagge fährt. Während des Sechstagekriegs im Jahr 1967 beanspruchte der Bund die Handelsflotte, allerdings nur für 6 Stunden. Doch damals sei der Reederei bewusst geworden, dass es gar nicht so einfach sei, sofort Schiffe in den Dienst der Eidgenossenschaft zu stellen, wenn diese irgendwo auf der Welt unterwegs seien.
Die sechs Reedereien, welche heute zur Schweizerischen Handelsflotte gehören, müssten jederzeit bereit sein. Im Gegenzug gewährt ihnen der Bund einen Bürgschaftskredit. Dieser sei äusserst wichtig für die Schweizer Reeder, sagt Eric André, besonders in der heutigen Zeit, wo die Schifffahrt weltweit mit Überkapazitäten kämpft: Denn dank Bundesbürgschaft würden die Banken günstigere Kredite gewähren.
Noch ist unklar, ob der Bund den Rahmenkredit für diese Bürgschaften, welcher nächstes ausläuft, überhaupt erneuern wird. Die Handelsflotte sei zu gross, die Landesversorgung könnte im Notfall könne auch mit weit weniger Schiffen sichergestellt werden, finden Kritiker.