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Der Einstiegszeitpunkt spielt keine Rolle. Oder doch?
Alina und Ralf haben beim Tod der Eltern im Jahr 1998 je 500'000 Franken Kontoguthaben geerbt. Beide blieben bei der Hausbank und legten gemäss dem Schweizer UBS 100 Aktienindex an. Ralf investierte seine 500'000 Franken am 21. Juli 1998. Alina tat sich mit dem Thema schwerer und gab den Investitionsauftrag rund 11 Wochen später per 5. Oktober desselben Jahres. Das Schicksal kam ihr entgegen, da sie mit dem Zögern erst nach der Russlandkrise anlegte. Beide sind seit dann – also rund 25 Jahre – investiert. Das Vermögen von Ralf beträgt 1.33 Millionen Franken, jenes von Alina 2.12 Millionen Franken – ein Unterschied von 790'000 Franken! Das Vermögen von Alina beträgt das 1.6-Fache von jenem von Ralf. Das ist genau das gleiche Verhältnis wie zum Einstiegszeitpunkt von Alina, als wegen der Russlandkrise das Vermögen von Ralf temporär auf 314'000 geschrumpft war. Auch sehr langfristig holt Ralf diesen Rückstand nicht mehr auf, wenn beide gleich investiert bleiben. Was ist die Moral von der Geschichte? Investieren rechnet sich langfristig; beim einmaligen Einstieg kann man jedoch Pech oder Glück haben. Weil für den einzelnen Investor sein individueller Einstiegszeitpunkt relevant ist (und nicht irgendwelche Durchschnittsbetrachtungen), ist es bei grossen Investitionsbeträgen ratsam, die Investitionen über ein paar Monate zeitlich gestaffelt zu tätigen. So ist man genügend rasch voll investiert und vergibt nicht zu viel Performance im Falle steigender Märkte, man diversifiziert jedoch das Risiko des maximalen Pechs wie bei Ralf.