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Corgis und das nasse ElementVor einiger Zeit erhielt ich eine Anfrage, ob Corgis gut und gerne schwimmen. Es gebe in keinem Hundebuch einen Hinweis darauf.
Dandy auf einem Spaziergang in den Schweizer Bergen
Nun, es gibt Corgis, die gerne ins Wasser gehen und schwimmen und andere, die gerne ins Wasser gehen, dabei aber festen Boden unter den Pfoten haben wollen und es gibt solche, die nicht gern ins Wasser gehen. Einer unserer Cardigans gehörte z.B. zur Kategorie der Hunde, die bis zum Bauch ins Wasser gehen und sich dann dort regelmässig schütteln, bevor sie wieder ans Ufer gehen.
Wie jeder Hund kann auch ein Corgi schwimmen, aber wegen seiner kurzen Beine im Verhältnis zur Körpergrösse kann man von ihm nicht erwarten, dass er ein ausdauernder Schwimmer ist. Zudem sind kupierte oder stummelrutige Pembrokes im Nachteil gegenüber Artgenossen, die ihre Rute als Ruder gebrauchen können. Zu diesem Thema schreibt Frau Maria Fricker:
"Mein Welsh Corgi Rüde Sandy (Ryslip Gorgeous John) 1972 -1982, war ein leidenschaftlicher Schwimmer - unermüdlich, wenn's ums Apportieren von Holzästen aus dem See ging. Oft stellte ich fest, dass ihm die fehlende Rute das Schwimmen erschwerte. Und zwar dann, wenn er seine "Beute" gepackt hatte und mit einer sehr brüsken Wendung umdrehte, um wieder ans Ufer zu schwimmen. Dann drehte Sandys Hinterhand zur Seite in Richtung Wasseroberfläche, und es brauchte eine rechte Anstrengung, bis er seinen Körper wieder ins Gleichgewicht gebracht hatte. Ich erinnere mich an eine Situation, in der Sandy so sehr die Herrschaft über die Hinterhand verlor, dass ich fast Angst bekam, er gehe unter. Er paddelte dann allerdings energisch mit den Vorderbeinen, bis die Hinterhand wieder senkrecht im Wasser, unter seinen Körper positioniert war, und er harmonisch in Richtung Ufer schwamm. Ich bin überzeugt, dass die Rute als Steuer für den Hund ein sehr wichtiges Hilfsmittel beim Schwimmen ist."
Inca, braucht ihre Rute als Ruder
"Sandys Begeisterung fürs Wasser wurde ihm einmal fast zum Verhängnis. Bei einer Fahrt auf dem Hallwilersee, in einem kleinen Motorboot, sass Sandy vorne am Bug auf einer Bank. Interessiert und offensichtlich vergnügt liess er sich den Fahrwind um die Ohren blasen. Wir waren schon weit draussen, als der Hund plötzlich - ohne Vorwarnung - zum Sprung ansetzte und sich ins Wasser stürzte und sofort in der Tiefe verschwand. Geistesgegenwärtig stellte der Bootsführer sofort den Aussenbordmotor ab. Aber das Boot konnte die Fahrt nur allmählich verlangsamen. Keine Spur von unserem Corgi - bis er dann nach einer Weile, die uns wie eine Ewigkeit vorkam, weit hinter uns auftauchte.
Desorientiert und ziellos paddelte er im Kreis herum. Wir erreichten ihn bald und zogen ihn mit einiger Mühe an Bord. Aber keine Spur von traumatisiertem Hund ! Sandy wollte sogleich wieder auf die Bank sitzen und schaute fasziniert aufs Wasser, als sei nichts geschehen. Wir hielten ihn aber ganz energisch an der Leine - einen weiteren Sprung ins Wasser wollten wir keinesfalls riskieren. Wir hatten grosses Glück gehabt, denn der Schiffsmotor hätte den Hund schwer verletzen können."
Whisky mit Schwimmweste
bei einer Bootsfahrt in Bergen, Norwegen
Hunde, die auf Bootfahrten mitgenommen werden, sollten daher unbedingt eine Schwimmweste mit Haltegriff tragen, damit sie besser aus dem Wasser gezogen werden können, falls sie über Bord fallen oder springen sollten.
Rieke und Bommel an der Ostsee
Falls Sie mit Ihrem Corgi Ferien am Meer verbringen, sorgen Sie dafür, ihn nach einem Bad im Salzwasser abzuspülen. Achten Sie auch auf die Wellen und Unterwasserströmungen. Auch sollte man den Hund möglichst daran hindern, dass er seinen Durst mit Meerwasser löscht, indem man ausreichend Trinkwasser mit dabei hat.
Schwimmende Corgis auf YouTube
www.youtube.com/watch?v=yAyFCreqy7k
Schwimmende Cardigans
Vorsicht ist geboten bei versenkten Schwimmbassins. Der Hund sollte lernen, zu den Stufen zu schwimmen und selbst aus dem Wasser zu steigen. Problematischer sind Bassins mit Leitern, die kaum ein Hund und schon gar nicht ein Corgi erklimmen kann und der Hund könnte schliesslich vor Erschöpfung ertrinken.
Für Welpen sind Teiche und Schwimmbäder besonders gefährlich. Wenn sie reinfallen und Wasser schlucken, kämpfen sie nicht um ihr Leben und ertrinken auch bei geringer Wassertiefe sehr schnell, genau wie kleine Kinder.
Anita Nordlunde
Corgi News August 2004