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Sechs Tage nach dem verheerenden Taifun "Haiyan" kommt die Versorgung der Überlebenden in Gang. Der US-Flugzeugträger "USS George Washington" erreichte am Donnerstag die philippinische Insel Samar, wie die US-Marine mitteilte.
Weitere Schiffe und Helikopter sollen Hilfsgüter und sauberes Wasser im Katastrophengebiet verteilen. Die "USS George Washington" hat 5000 Marinesoldaten an Bord. Mit sieben weiteren Kriegsschiffen und über 20 Helikoptern sollen die Hilfsgüter in abgelegene Regionen des Katastrophengebiets gebracht werden.
Grossbritannien kündigte am Donnerstag an, dass auch der britische Helikopterträger "HMS Illustrious" unterwegs sei, um die Rettungsarbeiten zu unterstützen. Der Taifun "Haiyan" hatte am Freitag riesige Schneisen der Zerstörung auf den ostphilippinischen Inseln Leyte und Samar hinterlassen.
Rund eine Woche nach dem Taifun ist die Zahl der Opfer nach Angaben der Vereinten Nationen auf mehr als 4400 gestiegen. Mindestens 4460 Tote seien nun bestätigt, teilte ein UNO-Sprecherin in New York mit und berief sich auf die philippinische Regierung.
Rund 12 Millionen Menschen seien betroffen, rund 920'000 von ihnen mussten demnach ihre Häuser verlassen. Bislang war die offizielle Zahl der Opfer mit 2357 angegeben worden. Es war jedoch damit gerechnet worden, dass sie noch steigt.
Hilfe steckt fest
Wegen der zerstörten Strassen, Häfen und Flugplätze gelangen die dringend benötigten Lebensmittel, Medikamente und Wasseraufbereitungsanlagen nur langsam in die Katastrophengebiete.
UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos räumte ein, dass die Hilfe für die Taifun-Opfer bislang viel zu langsam läuft. "Wir haben die Menschen im Stich gelassen", sagte Amos nach einem Besuch in Tacloban. Die UNO-Mitarbeiter seien frustriert, dass sechs Tage nach dem Sturm noch viele Hilfen in der Hauptstadt Manila feststeckten.
"Eine schnellere Auslieferung sicherzustellen ist unsere erste Priorität", erklärte Amos. Sie hoffe auf signifikante Verbesserungen in den kommenden 48 Stunden. Die philippinische Regierung hatte bereits am Mittwoch versichert, alle Strassen seien passierbar.
Massenbegräbnis
In Tacloban wurden am Donnerstag zahlreiche Leichen in Massengräbern bestattet. In strömendem Regen zogen junge Männer die meist in Leichensäcke verpackten Toten an einem Friedhof von einem Lastwagen in eine ausgehobene Lehmgrube. Arbeiter schaufelten Erde darüber. Es war weder ein Priester anwesend noch blieb Zeit für Gebete.
Bürgermeister Alfred Romualdez war dabei: "Ich hoffe, ich muss so eine Katastrophe nie wieder erleben." Noch immer lagen Todesopfer in den Strassen. "Es ist beängstigend", sagte Romualdez. Immer wieder würden Behördenvertreter gebeten, an einem Ort "fünf oder zehn Leichen abzuholen. Und wenn wir hinkommen, sind es vierzig".
Die Stadt brauche dringend mehr Rettungskräfte und schweres Gerät, sagte Romualdez: "Wir können nicht mit demselben Lastwagen morgens Leichen aufsammeln und nachmittags Hilfsgüter verteilen."
Verseuchtes Wasser
Hilfsorganisationen verstärkten ihre Teams vor Ort. Die Helfer verteilen vor allem sauberes Wasser, Lebensmittel und Hygieneartikel wie Seife und Desinfektionsmittel.
Nach Angaben des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF ist vor allem die Lage der Kinder im Katastrophengebiet weiter kritisch. Es gebe bereits Kinder mit Fieber, die Gefahr von lebensgefährlichen Durchfallerkrankungen durch verseuchtes Wasser sei "extrem hoch".
SDA-ATS