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Die WHO findet es nicht als ethisch, wenn Pflegepersonal den Staat wechselt. Besonders wenn von den reichen Länder aus, Pflegepersonalaus verarmten Ländern abgezogen wird, erscheint dies der Leseart nach als unethisch.
Aus Ländern südlich der Sahara würde man hier aus drei Gründen kaum Gesundheits-Personal rekrutieren: 1. handelt es sich nicht um EU-/EFTA-Bürger, 2. die erforderlichen Sprachkenntniss würden kaum vorhanden sein und 3. würden die Kenntnisse über die Eigenarten des Schweizer Gesundheitswesen weitgehnd als unbekannt und daher als ungenügend beurteilt. Ob es sich in den USA anders verhält, wenn z. B. der Staat Washington Fachkräfte aus dem bankrotten Kalifornien anstellt, wird es wohl eine inneramerikanische Angelegenheit sein. Ob da die WHO intervenieren würde? Sie würde es aus zwei Gründen nicht tun: Einmal würde man sich kaum getrauen, sich in inneramerikanische Angelegenheiten zu mischen und zum Zweiten, es fehlt dazu die Legitimation! In Europa herrscht Personenfreizügigkeit. Menschen sollen sich also frei bewegen können. So war die Absicht.
Über zwei Millionen Rumänen leben im Ausland. Das ist viel, wenn man bedenkt, dass das Volk rund 21,5 Millionen Einwohner zählt. Bezogen auf die arbeitende Bevölkerung ist dies sogar sehr viel! Sie haben von 2005 bis 2010 nach Schätzungen der Weltbank knapp 40 Milliarden US-Dollar nach Hause geschickt. Mit 4,5 Milliarden US-Dollar war 2010 dabei das schwächste Jahr. Der Staat hat diesen Zustupf gerne genommen. Allein mit diesem Geld könnten Zinsen für Schulden bezahlt werden. Aber das ist wohl in undurchsichtigen Kanälen versickert.
Die Frage der Ethik müsste anders greifen! Die grosse „Völkerwanderung“ in Europa hat seine Ursache! Deutsche ziehen ins Ausland, weil sie dort bessere Anstellungsbedingungen und bessere Bezahlung vorfinden. Die hinterlassenen Lücken werden mit Personal aus dem Osten aufgefüllt – weil dort die Bezahlung und die Anstellungsbedingungen etwa um eine 10er-Potenz schlechter sind.
In Timisoara, Rumänien, werden „Altenpfleger“ im Schnellverfahren für den Export nach Deutschland ausgebildet. Fragt man nach den Programmen, wird um den Brei herum geredet. Die Qualitätsfrage wird sich sehr schnell beantworten! Wer heute in Deutschland eine „halbschwarze“ Stelle in der privaten Pflege im 24-Stundeneinsatz findet, ist mit 1500 Euro/Monat auf die Hand und Unterkunft und Verpflegung schon sehr zufrieden. Sozialabgaben werden keine geleistet. Der „Arbeitgeber“ profitiert zwei mal: Einmal ist diese private Pflege kostengünstiger als die ambulante oder das Altenheim. Zum Zweiten spart er die Arbeitgeberbeiträge. Das Nachsehen wird die Arbeitskraft dereinst haben, wenn sie ins Pensionierungsalter kommt. Dann ist nichts vorhanden! Moderner Sklavenhandel?
Die Pflegekräfte aus dem Osten werden in Deutschland auch nicht besonders rosig bezahlt. Eine erfahrene Pflegefachfrau mit D-Anerkennung beginnt mit einem auf ein Jahr befristeten Arbeitsvertrag in einer Klinik (Gastro/Kardio) mit brutto EUR 2000.-. Aussicht: EUR 2300 nach ca. 3 Mt. Miete für ein Personalzimmer: 170 Euro, zuzüglich NK. Es ist ein aktuelles Beispiel und stellt keinen Einzelfall dar!
Die Deutsche Seniorenbetreuung erklärt es gleich selbst:
24 Std Pflege: Der Begriff der 24 Std Pflege wird meist im Zusammenhang mit der häuslichen Pflege genannt, aber auch in einer stationären Einrichtung gibt es natürlich die 24 Std Pflege. Bei der häuslichen 24 Std Pflege wohnt die Pflegekraft mit im Haus der pflegebedürftigen Person und ist so rund um die Uhr verfügbar. Die häusliche 24 Std Pflege beinhaltet die Grundpflege, das heißt Hilfe beim Waschen, Anziehen und Essen und darüber hinaus auch noch Hilfe im Haushalt. Im Prinzip übernimmt die Pflegekraft die komplette Versorgung und macht so einen Umzug in ein Heim überflüssig. Viele Pflegekräfte, die in der 24 Std Pflege tätig sind, kommen aus osteuropäischen Ländern wie Polen, Bulgarien, Rumänien, Slowenien, der Slowakei, Estland, Lettland und Litauen. Die Qualität ihrer Arbeit ist mit der ihrer einheimischen Kollegen durchaus vergleichbar, aber die Kosten sind wesentlich geringer. Nicht nur deshalb sind osteuropäische Pflegekräfte erste Wahl bei der Besetzung von Stellen in diesem Bereich.
Lohndumping erster Güte!
Wo dies hinführt: 100.000 Haushaltshilfen aus Mittel- und Osteuropa arbeiten in Deutschland, der größte Teil von ihnen schwarz. Die Frauen aus dem Osten sind in aller Regel nicht sozialversichert; viele von ihnen müssen täglich, auch am Wochenende, rund um die Uhr verfügbar sein und verdienen dafür Monatsgehälter um 1000 Euro – eine deutsche Kraft würde für den gleichen Aufwand etwa 170 Euro am Tag nehmen. Mehr lesen: => …Altenpflege, ohne sie geht es nicht…
Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass in der Schweiz die Schwarzarbeit in Haushalten ähnlich wie in Deutschland entsteht – und niemand sieht hin! Der Aufenthalt als Tourist bis drei Monate ist das Vehikel. Die Organisation ist einfach. Vor Ablauf kommt die nächste und so geht es weiter bis die Rotation wieder von vorne beginnt.
Was nützt die ethische Frage? Und was nützt der Ehrenkodex der WHO?
International recruitment of health personnel: draft global code of practice
SIXTY-THIRD WORLD HEALTH ASSEMBLY A63/8, Provisional agenda item A63/8 11.5 15 April 2010
Um was es sich dabei handelt, sinngemäss:
Regeln gegen «Nurse-Drain»
(sda) Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will dem Trend entgegenwirken, dass Pflegepersonal aus armen in reiche Länder abwandert. Dazu verabschiedete die WHO-Generalversammlung am Freitag in Genf einen Leitfaden für die Anstellung von Personal im Gesundheitswesen.
Staaten und Arbeitgeber werden aufgefordert, fortan nicht mehr aktiv in armen Ländern medizinisches Personal zu rekrutieren. Ausländisches Personal sollte zudem die gleichen Rechte und Pflichten haben wie Einheimische.
Auch die Schweiz, wo ausländisches Personal im Gesundheitswesen stark vertreten ist, stimmte dem nicht bindenden Verhaltenskodex zu. Der Verabschiedung des Leitfadens gingen sechs Jahre Beratungszeit voraus.
Die Abwanderung von Gesundheitspersonal aus Entwicklungsländern in Industriestaaten habe alarmierende Ausmasse angenommen, hielt die WHO fest. Dies habe in den armen Ländern einen akuten Personalmangel im Gesundheitssektor zur Folge, insbesondere in den Ländern südlich der Sahara. ( NZZ 21. Mai 2010, 17:45, NZZ Online). Mehr =>
Die Stossrichtung ist klar: Es wird eine weitere Umverteilung angestrebt!
Wenn in den Ländern wie Ungarn, Rumänien, Griechenland, Bulgarien usw. das Vertrauen in den Staat verloren gegangen ist, weil man mit seiner Arbeit heute kaum eine Familie ernähren kann, ist die ethische Frage schnell beantwortet. Die Menschen kämpfen ums ÜBERLEBEN! Rumänien, welches bei der Ermordung Nicolae Ceausescus praktisch keine Auslandschulden hatte, wurde innert 20 Jahren in Grund und Boden „europäisiert“ und „globalisiert“! In Ungarn sieht es kaum besser aus. Über Griechenland wurde genügend berichtet. Die Rolle, die ausländische Banken, namentlich aus Amerika (Goldmann & Sachs) spielten, wird offenbar ausgeblendet! Hier wird die ethische Frage nicht gestellt! In diesem Fall kann sie offenbar gar nicht gestellt werden, denn Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein als Helfer Gottes hat scheints den besseren Draht zum Himmel als der Papst.
Auf den Philippinen wird weit mehr Pflegepersonal ausgebildet, als das Land selber nötig hat. Die Fachkräfte werden gezielt „exportiert“. Auch die Schweiz soll schon bald davon profitieren. Die Philippini im Ausland versorgen letztlich ihre Familien in der Heimat. Der Staat fördert dies, weil es etwas zu exportieren gibt, welches zu einer Geldquelle wird. Dies läuft von selbst – ohne WHO! =>
Bildungsexport: gesehen 25. 02. 09 in der Financial Times Deutschland
Slowakische Pfleger für deutsche Heime (von Christine Maukel)
Alte Menschen brauchen Hilfe, junge Leute brauchen Jobs. Internationale Interessen, der sich die sozialpädagogische Akademie im slowakischen Brezno angenommen hat.
Der durchschnittliche Deutsche ist 43 Jahre alt, in der Slowakei sind die Menschen im Schnitt acht Jahre jünger. Die alternde deutsche Gesellschaft braucht Pflegepersonal, während die vergleichsweise junge Slowakei Probleme hat, ihren Nachwuchs qualifiziert auszubilden.
Um daraus einen Gewinn für beide Länder zu machen, gründete das Europäische Bildungswerk für Beruf und Gesellschaft (EBG) vor zwei Jahren im slowakischen Brezno eine sozialpädagogische Akademie. Dort werden derzeit 120 Schüler zu Pflegern, Erziehern und Sozialarbeitern auch für deutsche Pflegeheime ausgebildet.
„Wir werben damit, dass die Absolventen später in Deutschland arbeiten können“, sagte EBG-Projektleiterin Christa Kunze. Die Akademie wird komplett vom slowakischen Staat finanziert, gelehrt wird überwiegend nach nationalem Curriculum. Ein Drittel des Lehrplans kann die Akademie jedoch selbst gestalten.
Um die Schüler für den deutschen Markt zu qualifizieren, werden zusätzlich medizinische Inhalte vermittelt, die auch Bestandteil der deutschen Ausbildung sind. Dazu lernen alle Schüler von Anfang an Deutsch und absolvieren im dritten Jahr ein Praktikum in Deutschland, das ihnen das EBG vermittelt. Mit der Ausbildung erwerben die Absolventen gleichzeitig das Abitur, sodass sie später auch in Deutschland studieren können.
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