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Aufgrund der starken Wind- und Strömungsverhältnisse, und den nahen Steilküsten, gestaltet sich die Durchfahrt durch die Strasse von Messina, wo das Tyrrhenische und das Sizilische Meer aufeinanderstossen, häufig als sehr schwierig. Aber es soll noch andere Gründe geben.
Schon antike Autoren berichteten von den beiden mythologischen Ungeheuern Skylla und Charybdis, die an dieser Meerenge hausen. Dann gab es in der Region auch zahlreiche Konflikte, beispielsweise die Seeschlachten zwischen 42 und 36 v. Chr. zwischen dem späteren Kaiser Augustus und dessen Widersacher Sextus Pompeius. Und auch im Zweiten Weltkrieg spielte die Passage eine wichtige Rolle.
Fata Morgana
Irgendwie passt es doch perfekt, dass man genau in diesem Gebiet optische Täuschungen erlebt. Fata Morgana ist eine Luftspiegelung, die in einem schmalen Band knapp über dem Horizont des Meeres zu sehen ist.
Der Begriff stammt aus dem Italienischen und ist abgeleitet vom Namen der Artus-Zauberin, die mit der keltischen Mythologie verbunden ist. Solche Luftspiegelungen gibt es auch in der Wüste oder in Polarregionen; sie zeigen am fernen Horizont allerlei Erscheinungen wie Boote, Inseln, Eisberge oder eine Küste.
Diese optischen Täuschungen treten auf, wenn in der oberflächennahen Atmosphäre eine «thermische Inversion», also eine Umwandlung, abläuft. Dadurch wird das Licht gebogen und das Bild von Objekten in der Ferne verzerrt. Normalerweise nimmt die Lufttemperatur mit zunehmender Höhe ab, aber wenn eine Temperaturinversion auftritt, befindet sich die heisse Luft oberhalb einer Schicht kühlerer Luft. Fata Morganas treten primär bei klarem Wetter und stabilen atmosphärischen Bedingungen statt.
Verständlich also, dass die Erscheinungen mit Legenden und mythischen Erzählungen verbunden sind. Als die Menschen dieses Phänomen noch nicht wissenschaftlich interpretierten konnte, wurde es oft mit der Anwesenheit magischer Kreaturen erklärt. Man dachte, dass Seegeister versuchen, die Seefahrer zu täuschen und sie in Gefahren oder zu verborgenen Schätze zu locken.
Die Weltenfahrer
Wer heute durch die Meerenge von Messina fährt, erinnert sich kaum noch an die alten Geschichten. Die modernen Reisenden unterhalten und vergnügen sich auf ihrer Schifffahrt und beachten wenig, was die Natur so alles bietet.
So ist es wie ein Zusammenkommen der Geschichte und der Moderne, wenn das neuste Kreuzfahrtschiff der World-Klasse von MSC Cruises, die MSC World Europe, an Sizilien vorbeifährt. Dieser Grossbau, eine Art moderner Turmbau von Babel, entstand auf der Werft Chantiers de l’Atlantique im französischen Saint-Nazaire und wurde im Oktober 2022 abgeliefert. Es ist, im wahrsten Sinne des Wortes, ein Entertainmenttempel der Superlative und erinnert an die Glitzerwelt in Las Vegas.
333 Meter lang, 47 Meter breit, 68 Meter hoch
Die mit LNG-Antrieb fahrende MSC World Europe bietet Platz und Unterhaltung für weit über 6000 Gäste, die von 2100 Angestellten und Artisten betreut werden. Die öffentlichen Bereiche auf den 16 den Gästen vorbehaltenen Decks umfassen nicht weniger als 38400 m2. Dort gibt es unzählige Restaurants, Bars, Theater, Discos, Shops, Sportanlagen, 7 Pools und 13 Whirlpools.
Kindern sind herzlich willkommen und werden in eigenen Clubs betreut, während es Whirlpools gibt, die ausschliesslich Erwachsenen offenstehen. Zu den Dienstleistungen an Bord gehören natürlich sicherheitstechnische Betreuung, aber auch ärztliche Versorgung, dann aber auch Friseurladen, Fotoshop, Solarium und Spa-Bereiche. Die MSC World Cruise ist eine schwimmende Kleinstadt für sich.
Auf Ihren Mittelmeerrouten wird sie in Zukunft regelmässig durch die Messina-Meerenge zwischen Kalabrien auf der Italienischen Halbinsel und der Insel Sizilien fahren, meistens auf der Fahrt von Neapel nach Malta. Wer bei der Durchfahrt aufpasst und ein bisschen Glück hat, erlebt vielleicht eine Fata Morgana oder hört die Seegeister der Vergangenheit.