Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03179.jsonl.gz/3319

Dessertwein - beliebt und delikat
Die Geschichte des Süßweins beginnt tief in der Antike. Ein zypriotischer Rosinenwein namens Passum gehörte seinerzeit zu den beliebtesten Getränken. Auch in den mittelalterlichen Adels- und Herrscherhäusern galt Süßwein als ein delikater Luxus. Die großen Entdeckungsreisen der beginnenden Neuzeit trugen ebenfalls zur Verbreitung dieser Weine ein - als haltbarer Proviant für die langen Seereisen erlebten Portwein, Sherry, Sauternes und Vin Santo ihren Siegeszug.
Süßwein - hoher Restzuckergehalt und hohe Mostgewichte
Gemäß dem Weinrecht der EU gelten Weine mit einem Restzuckergehalt von mindestens 45 g/l als süß, bei Schaumwein beläuft sich dieser Wert auf mindestens 50 g/l. Bei einigen Sorten liegt der Zuckergehalt deutlich über diesen Grenzen, beim Tokajer Eszencia - einem ungarischen Dessertwein - erreicht er Werte von über 450 g/l. Voraussetzung für die Erzeugung süßer Weine ist ein hohes Mostgewicht respektive eine entsprechende Zuckerkonzentration in den Beeren. Gekeltert werden sie beispielsweise aus hochreifem oder edelfaulem Lesegut. Sehr hochwertige Süßweinspezialitäten sind unter anderem Strohweine wie der italienische Recioto oder einheimische Trockenbeerenauslesen, die ebenfalls zu den internationalen Spitzenweinen zählen. Bei Qualitäts- und Prädikatsweine dieser Klasse darf nach der Gärung kein Zucker zugegeben werden.
Süßweine - natursüß oder gespritet
Süßweine kommen zum Teil als natursüße Weine ohne künstlichen Eingriff in den Gärungsprozess auf den Markt, hierzu gehören beispielsweise Beeren- und Trockenbeerenauslesen, Strohwein oder Eiswein. Andere Versionen - etwa Madeira, Malaga, Portwein oder Sherry - werden gespritet, was ihren Alkoholgehalt erhöht, allerdings auch den Gärungsprozess vorzeitig beendet.