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Die Delegierten aus der ganzen Schweiz, die die kantonalen Sektionen von impressum - die Schweizer Journalistinnen vertreten, trafen sich in Freiburg, dem Sitz ihres Dachverbands.
Unter den diskutierten Themen nahm die indirekte Presseförderung einen bedeutenden Platz ein. In der ganzen Schweiz stellen die Verlage historische Titel ein: "Zentralschweiz am Sonntag" und "Ostschweiz am Sonntag" werden eingestellt, die Tessiner Tageszeitung "Il giornale del popolo" ist bereits Geschichte, ebenso wie die in der ganzen Romandie verbreitete Zeitung "Le Matin". impressum will dieses Zeitungssterben aber nicht einfach hinnehmen und sich darauf beschränken, den Verlust der Pressevielfalt in der Schweiz zu beklagen.
Deshalb hat impressum einen Beschluss gefasst, um die Kantone zu ermutigen, Geld für die Presseförderung in die Hand zu nehmen. Die Kantone Genf und Waadt arbeiten an Gesetzesentwürfen, welche die Presse und den Journalismus unterstützen sollen. Auch in den Kantonen Freiburg und Bern werden ähnliche Diskussionen geführt. Der Berufsverband impressum mit rund 4000 Mitgliedern erwartet von den Kantonen und Gemeinden, dass sie neue Modelle fördern, die sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite ansetzen, beispielsweise durch steuerliche Anreize für digitale Abonnements. In diesem Zusammenhang erinnert impressum daran, dass die Kantone verfassungsrechtlich verpflichtet sind, die Presse und den Journalismus zu unterstützen, wie es in der Lehre, insbesondere im Jusletter - der grössten juristischen Fachzeitschrift der Schweiz (Juni 2018) – vertreten wird.
Im Weiteren unterstützt impressum – die Schweizer Journalistinnen derzeit die parlamentarische Initiative "für eine stärkere indirekte Unterstützung der Presse", die im Dezember letzten Jahres von Géraldine Savary (PS/VD) eingereicht wurde. Ebenfalls setzt sich impressum für das Projekt zur Reform des Urheberrechts ein, das sich an dem Modell der aktuellen Entwicklungen in der EU orientiert. Dieses Modell soll es ermöglichen, dass Journalistinnen und Journalisten entsprechend der Nutzung ihrer Artikel durch die grossen Internet-Player wie Google, Apple, Facebook und Amazon entschädigt werden.
Zusätzlich zu dieser wichtigen Resolution wählten die Delegierten ein neues Präsidium für den Zentralvorstand. Christian Campiche, Mitglied des Zentralvorstands von 2003 bis 2015, danach Präsident bis heute, gibt diese anspruchsvolle Herausforderung an Franca Siegfried weiter. Die Wissenschaftsjournalistin und ehemalige Presserätin hat eine Doktorarbeit an der Universität Zürich über den Wandel des journalistischen Berufes geschrieben: Titel "Eine Zeitung in vier Stunden“ (2013). In rigorosen Zeitstrukturen bewältigen Journalistinnen und Journalisten ihren publizistischen Auftrag am Fliessband im news-room. Des Weiteren sind zwei neue Mitglieder zum Zentralvorstand dazugestossen: Gilles Labarthe aus Genf, ein unabhängiger Investigativjournalist und Autor mehrerer Bücher, darunter "Sarko der Afrikaner". Ein neues Mitglied des Zentralvorstandes kommt aus dem Kanton St. Gallen: Michael Hug, ein Journalist mit 20 Jahren Erfahrung und ebenfalls Autor. Die Versammlung würdigte das Engagement der vier ausscheidenden Mitgliedern: des Neuenburger Satirikers Jean-Luc Wenger (Vigousse), des Baslers Lukas Bertschmann (Telebasel), der Tessinerin Natascha Fioretti (frei) und der Solothurnerin Emiliana Salvisberg, die als Vizepräsidentin fungierte. Ihr Nachfolger wird der Waadtländer Edgar Bloch. Die Delegiertenversammlung dankte Christian Campiche herzlich für sein unermüdliches Engagement im Laufe der Jahre.
impressum – Die Schweizer Journalistinnen begrüsst die Neuwahl des Zentralvorstandes und ist zuversichtlich, dass sich der Verband den grossen Herausforderungen des Berufsstandes in den kommenden Monaten stellen wird.