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Die Firma Gauss & Schmidt an der Schaffhauserstrasse 468 beschäftigte seit ca. 1929 auch einen Hauswart namens Anton Hodel. Herr Hodel war verheiratet und hatte zwei Kinder. Das ältere Kind war der Bub, ca. 1929 geboren und der hiess wie der Vater Anton. Der Name des Mädchens, geboren ca. 1931 ist mir leider entfallen. Vater und Sohn waren Maschinenschlosser und arbeiteten beide bei Gauss & Schmidt. Sie hatten in der Liegenschaft eine Wohnung. Die Hodels waren stets mit deutschen Schäferhunden anzutreffen. Vater Hodel machte regelmässig seine abendlichen und oft auch seine täglichen Rundgänge mit einem der Schäferhunde auf der ganzen Liegenschaft. Eindringlinge hätten keine Chance gehabt, dort auch nur 10 Gramm Eisen zu stehlen.
Der Hund gab augenblicklich an und er sah so aus, dass jedermann vermuten durfte, dass mit ihm nicht gut Kirschen essen gewesen wäre. Er war auch nicht der Typ Hund, welcher sich mit Kirschen zufrieden gegeben hätte. Sein Fletschen verriet vielmehr, dass es ihn eher nach ganz frischem Fleisch gelüstete. Mit anderen Worten: Nichts für Einbrecher! Vor allem deshalb nicht, weil Anton Hodel nicht nur diesen einen Schäferhund hatte, sondern gleich mehrere, welche hinter dem Hauptgebäude in einem grossen Gehege mit ordentlich Auslauf gehalten wurden. Anton Hodel sen. hatte noch einen Nachfolger, welcher aber erst in den späten 1950er Jahren sein Amt antrat und dessen Name von der OGS noch nicht ermittelt werden konnte. Und er hatte auch einen Vorgänger, wie man weiter unter erfährt.
Obwohl eindeutig Herr Hodel und nicht etwa Herr Gauss der Besitzer des Hundes war, ist das gute Tier bei der früheren Seebacher Jugend wegen dem geläufigeren Namen der Gauss'schen Fabrik nicht als Hodel'scher, sondern als Gauss'scher Hund in die Geschichte eingegangen. Die Zeichnung stammt von meinem damals (1991) 12 Jahre alten Sohn Robert, welcher ein Bild aus einem Micky-Maus-Heftli als Vorlage benützte.
Diese Hundegeschichte erfährt 2012 eine hochinteressante Ergänzung dank der Enkelin des früheren Gemeindepräsidenten Caspar Wüst, welche über das Vorkommnis noch Unterlagen besass: In einem Beitrag im Jahre 1975 über die Frühgeschichte der Firma steht in einer Personalzeitung der L. Kissling AG folgendes: "Zum Schutze vor Diebstählen erhielt der Nachwächter (der Maschinenbau AG) 1919 einen Hund und eine Schusswaffe (!), und das Areal wurde mit einem 1.5 m hohen Hag eingezäunt. Im Februar 1919 wurde eine Frau Schneider im Bühl vom Wachhund arg verbissen." Es hat den rauflustigen Gauss'schen Hund und den Nachtwächter also schon vor der Zeit des Anton Hodels gegeben. Bei der erwähnten Frau Schneider handelte es sich um die Tochter des Konrad Schneiders, Malermeister, wohnhaft gewesen im Bühl, Assek.-Nr. 567. Er betrieb dort eine Malerwerkstätte in seinem eigenen Haus etwa in der Mitte der Johannastrasse (heute Grünhaldenstrasse). Der Vorname der Tochter konnte nicht mehr ermittelt werden.
Quellen: - OGS-eigene - Adressbuch der Stadt Zürich 1950 - Beitrag in einer Personalzeitung der L- Kissling & Co.
Mit dieser zeichnerischen Darstellung meines Sohnes kommt die Unzufriedenheit des Gauss'schen Hundes mit den Kirschen und seinem stärkeren Drang nach frischem Fleisch von einem Einbrecher bildhaft zum Ausdruck.