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„Mensch, Kumpel, was zum Teufel ist da schief gegangen?“ – Das fragte, so stand es in einem Artikel des „New Zealand Herald“, Grant Dalton seinen alten Segelrivalen Russell Coutts, als die beiden sich anlässlich eines Charity-Dinners in Neuseeland trafen. Der Abend war als Hilfe für die beiden bekannten und erfolgreichen Segler Rick Dodson und David Barnes gedacht, die beide an Multipler Sklerose leiden und hoffen, bei den Paralympics 2016 dabei zu sein.
Coutts eröffnete den Abend mit einem Video, das die Bemühungen und Fortschritte des Team Oracle über die vergangenen 12 Monate zeigte. Dalton dagegen segelte gleich auf anderem Kurs: Er zeigte ein Interview mit Larry Ellison aus dem Jahre 2010, in dem der Oracle-Boss viele schöne Dinge ankündigte, von denen sich jedoch kaum etwas realisiert hat. So sprach Ellison in dem Video davon, dass es bei diesem America’s Cup bis zu 16 Herausforderer geben würde, mit mehr internationaler Beteiligung als jemals zuvor, und bezifferte die Kosten einer Herausforderung gleichzeitig mit nur zwei bis vier Millionen Dollar. Er versprach auch, die Konstruktionsregel für die Boote so zu vereinfachen dass diese billig zu bauen seien, und dass man nicht zu der aufwändigen und höchst komplexen Flügelsegel-Technologie zurückkehren würde, die man auf dem 2010 siegreichen Oracle-Trimaran angewendet hatte. Spätestens an dieser Stelle brachen die Zuschauer in schallendes Gelächter aus.
„Mensch, Kumpel, was zum Teufel ist da schief gegangen?“, das fragte Dalton also seinen Rivalen Coutts am Ende dieses Videos und traf damit offensichtlich einen empfindlichen Nerv, denn Coutts seinerseits feuerte später am Abend noch einige Breitseiten gegen Dalton ab. In einer Diskussion reagierte Coutts auf die Frage nach den Kosten schnippisch: Das sei nur eine Steigerung von fünf Prozent gegenüber den Kosten für eine Herausforderung im letzten Cup in Valencia, vor dem Duell Oracle gegen Alinghi. Natürlich erklärt dies nicht die Diskrepanz von immerhin gut 100 Millionen Dollar gegenüber dem, was Ellison ursprünglich einmal versprochen hatte. Coutts wies außerdem Vermutungen zurück, nach denen es die Veranstalter des America’s Cup schwer hätten, das Interesse von TV-Sendern zu wecken, obwohl die AC72 Giganten doch genau dafür konzipiert worden sind.
Nur darauf konnten sich die beiden Kontrahenten einigen: Ja, die AC72 sind sehr aufregende Segelmaschinen und ja, die Rennen um diesen America’s Cup dürften wohl spektakulär werden. Dennoch lästerte Dalton: „Diese Dinger sind teuer, wir werden sie nie wieder sehen, also genießt es jetzt!“