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Frage: Ich habe vor einem Jahr in Südfrankreich ein Haus gekauft. Nun habe ich mir sagen lassen, ich müsse das Haus in der Steuererklärung deklarieren. Ich verstehe das nicht. Bekanntlich muss man ja Liegenschaften dort versteuern, wo sie stehen. Und bekanntlich muss man Vermögenswerte nicht zweimal versteuern. Wieso diese Deklaration? H. Z., Wollerau SZ.
Antwort: Sie haben Recht. Grundstücke sind dort steuerbar, wo sie liegen. Wenn ein Zürcher im Tessin ein Chalet besitzt, so erhält er auch vom Sonnenkanton eine Steuererklärung zugeschickt. Und wenn Sie in Frankreich eine Liegenschaft besitzen, so müssen Sie diese in Frankreich versteuern. Aber fragen Sie mich bitte nicht, wie das in Frankreich mit den Steuern funktioniert. Wir haben in der Schweiz 26 unterschiedliche kantonale Steuergesetze. Das reicht mir.
Richtig ist ebenfalls, dass Sie das in Südfrankreich befindliche Haus hier in der Schweiz nicht versteuern müssen. Und richtig ist schliesslich, dass Sie Ihr Anwesen - liegt es etwa an der Côte d'Azur? - in der hiesigen Steuererklärung trotzdem angeben müssen. Dies aus dem einfachen Grund, weil Ihre Immobilie «satzbestimmend» ist.
Je grösser das Vermögen, desto grösser der Steuersatz. Der Wert Ihres Hauses wird also zu Ihrem Vermögen hinzugezählt. Dann schaut der Veranlagungsbeamte, welcher Steuersatz bei diesem Vermögen zur Anwendung kommt. Ihr Vermögen in der Schweiz wird dann zu diesem höheren Satz versteuert. Durch den Grundstückbesitz im Ausland geraten Sie also in der Schweiz in eine höhere Progression.
Das gleiche Vorgehen bei der Einkommenssteuer. Der Eigenmietwert ihres Ferienhauses katapultiert Sie in eine höhere Progressionsstufe, obschon Sie den Eigenmietwert selber nicht als Einkommen versteuern müssen.
Fazit: Durch die Tatsache, dass Sie in Südfrankreich ein Haus besitzen, zahlen Sie in der Schweiz höhere Steuern, als Sie sonst bezahlen müssten, wenn Sie kein Ferienhaus besässen.
Erschienen im BLICK am 30. Januar 2008