Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/159624

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine Studie in Auftrag zu geben, welche die Situation von Kindern in Familien mit Sozialhilfe beleuchtet. Es geht insbesondere darum, die Langzeitauswirkungen aufzuzeigen, welche bei Kindern aus sozialhilfeempfangenden Familien auftreten. Ebenso sollen Massnahmen aufgezeigt werden, damit die negativen Auswirkungen auf das Erwachsenwerden aufgefangen werden können und wie verhindert werden kann, dass Armut vererbt wird.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Beseitigung von Armut und Förderung der sozialen Integration von armutsbetroffenen Kindern und Jugendlichen ist für den Bundesrat ein zentrales politisches Ziel. Es ist ihm bewusst, dass Kinder, welche in armutsgefährdeten oder -betroffenen Familien aufwachsen, mit besonderen Schwierigkeiten konfrontiert sind und dass Armut oftmals vererbt wird.</p><p>Zum Thema "Kinder in sozialhilfeempfangenden Familien" liegen bereits heute Studien für die Schweiz vor. In diesem Zusammenhang kann auf das Forschungsprojekt "Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene: Ursachen und Risiken der Sozialhilfeabhängigkeit" der Berner Fachhochschule verwiesen werden, das die Lebenssituationen von Familien mit Kindern und von jungen Erwachsenen, die in einkommensschwachen Haushalten leben oder Sozialhilfe beziehen, schweizweit von 2008 bis 2011 untersucht hat (die Projektdatenbank mit den Forschungsberichten befindet sich unter: <a href="https://pdb.bfh.ch/search/">https://pdb.bfh.ch/search/</a> &gt; Forschungsschwerpunkt Soziale Sicherheit und Integration &gt; Risikogruppen der Sozialhilfe).</p><p>Mit dem nationalen Programm gegen Armut, das der Bund von 2014 bis 2018 in Zusammenarbeit mit Kantonen, Städten, Gemeinden und privaten Organisationen umsetzt, nimmt sich der Bundesrat im Rahmen seiner Kompetenzen der Problematik von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen denn auch an. Um Armut mittel- und langfristig zu verhindern, legt das Programm seinen Schwerpunkt auf den Bereich Bildung und zielt in erster Linie darauf ab, die Chancengleichheit und Bildungschancen von sozial benachteiligten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu erhöhen. Das Programm legt dabei einen Schwerpunkt auf die frühe Förderung, die Elternzusammenarbeit und die Prävention von Familienarmut.</p><p>Das nationale Armutsprogramm sieht insbesondere vor, auf Basis einer Studie zum Wirkungspotenzial von Förderangeboten für sozial benachteiligte Familien und Kinder einen Praxisleitfaden für Fachpersonen auszuarbeiten und in einer Studie zu untersuchen, wie der Zugang zu Informationsangeboten für sozial benachteiligte Familien verbessert werden kann. In einer Praxispublikation wird untersucht, wie Institutionen sozial benachteiligte Eltern von Kindern im Vorschulalter bis in die ersten Schuljahre in der Begleitung ihrer Kinder unterstützen können. In einer weiteren Studie zu den kommunalen Strategien zur Bekämpfung von Familienarmut wird untersucht, mit welchen Strategien und Massnahmen ausgewählte Schweizer Städte der Problematik der Familienarmut vorbeugen und sie bekämpfen. Das Programm fördert zudem Pilot- und Modellprojekte von Kantonen, Gemeinden und privaten Organisationen in den Themenbereichen "frühe Förderung", "Berufswahl und Berufseinstieg" sowie "Nachholbildung" auch direkt. Mit dem nationalen Programm gegen Armut wird dem berechtigten Anliegen der Postulantin bereits heute Rechnung getragen, weshalb die Erstellung eines zusätzlichen Postulatsberichtes keinen Mehrwert mit sich bringen würde.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.