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Wussten Sie schon?
Die Scheibenfarbe hat einen grösseren Einfluss auf die Hitze im Auto als die Farbe der Karosserie
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- August 2011
- Zuletzt aktualisiert : August 2018
Die Farbe von Gegenständen bestimmt die Lichtmenge, die sie reflektieren. Ein total schwarzer und matter Gegenstand speichert das gesamte Licht, das auf ihn fällt, und wandelt es in Wärme um. Ein Gegenstand hingegen, der überhaupt kein Licht sammelt, kann zwei Erscheinungsformen aufweisen. Entweder ist er metallisch wie ein Spiegel, dann strahlt er das Licht in dieselbe Richtung zurück, aus der es auf ihn einfällt, oder er ist absolut weiss, in diesem Fall verstreut er die Strahlen in alle Richtungen.
Legt man seine Hand auf ein schwarzes, stehendes Auto, merkt man, dass seine Karosserie eine bis zu 25°C höhere Temperatur hat als diejenige eines weissen Autos. Für die Innentemperatur ist die Karosseriefarbe jedoch weit weniger von Bedeutung als man gemeinhin annehmen könnte. Es stimmt natürlich, dass die Fahrgastzelle eines schwarzen Wagens schneller erwärmt wird als diejenige eines weissen Gefährts – vor allem wenn die Sitze ebenfalls dunkel sind -, aber letzten Endes wird der Temperaturunterschied trotzdem "nur" wenige Grad mehr betragen als im hellen Auto. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zunächst einmal sind die meisten dunklen Lackfarben nicht matt: sie glänzen und schimmern oft metallisch. Dann muss man wissen, dass auch die hellsten Karosserien Sonnenenergie absorbieren, wovon etwa die Hälfte aus nicht sichtbaren Strahlen besteht (Ultraviolett und Infrarot). Und letztlich sind die Karosserien isoliert, damit der Innenraum im Sommer nicht kochend heiss wird und im Winter nicht gefriert.
Getönte oder "athermische" Windschutzscheibe
Die Transparenz der Verglasung hat einen viel grösseren Einfluss auf die Wärme im Autoinneren als die Lackfarbe der Karosserie. Denn es sind in der Tat die Fahrzeugscheiben, die einen grossen Teil der Sonnenenergie in den Innenraum des Fahrzeugs eintreten lassen, und da Scheiben auch gleichzeitig undurchlässig für langwellige Infrarotstrahlung sind, bedeutet dies, dass sie die Wärme – die unser Körper genauso wie jeder andere warme Gegenstand ausstrahlt – nicht mehr aus dem Fahrzeuginnern entweichen lassen. Das ist das sogenannte Treibhausprinzip – es hilft den Gärtnern, die Tomaten zur Reife zu bringen.
Ungefähr die Hälfte der Energie des Solarspektrums besteht aus Ultraviolett- (UV) und nahen Infrarotwellen, die beide für uns Menschen nicht sichtbar sind (vgl. Schema). Aus diesem Grund sind die meisten der modernen Windschutzscheiben aus getöntem Glas gefertigt, das die Strahlen aus diesen beiden Wellenlängenbereichen aufhält, indem es auf der einen Seite UV-Strahlen und ein bisschen des violettwelligen Lichts und auf der anderen Seite einen Teil der nahen Infrarotwellen sowie ein bisschen des rotwelligen Lichts filtert – und deshalb nehmen wir diese Scheiben als leicht bläulich oder grünlich war. Eine solche Windschutzscheibe lässt nur noch ungefähr 70% der Strahlung durch (5% werden reflektiert und 25% werden vom Glas selbst absorbiert). Je dunkler die Tönung, umso grösser ist die Absorption, und umso höher ist auch die Temperatur der Scheibe
Seit einigen Jahren gibt es eine noch effizientere Lösung: die athermische (d.h. wärmeisolierte) Windschutzscheibe, die nur 60% der Strahlung durchlässt und dank einer Metalloxidschicht aus Titan-, Silber- oder Platin-Partikeln ungefähr 30% reflektiert. Solche reflektierenden Windschutzscheiben erwärmen sich weniger unter der Sonne, denn nur 10% der Strahlen werden vom Scheibenglas absorbiert. Sie sind allerdings teurer und weniger gut durchlässig für die Mikrowellen der Mobiltelefone und die Infrarotstrahlen der Garagenfernbedienung. Aus diesem Grund haben die Hersteller auf der Höhe des zentralen Rückspiegels einen etwas transparenteren Bereich vorgesehen, insbesondere auch deshalb, damit die Badges der elektronischen Mautsysteme auf den Autobahnen gut funktionieren können.
Übermässiger Verbrauch in den ersten Minuten
Scheiben, die verhindern, dass zu viel Sonnenlicht ins Fahrzeuginnere eintritt, helfen mit, einige wertvolle Wärmegrade einzusparen, und das kommt der Klimaanlage zugute. Es stimmt zwar, dass der Treibstoffverbrauch bei eingeschalteter Klimaanlage grösser ist, aber wie viel dieser Mehrverbrauch tatsächlich ausmacht, ist unterschiedlich. Am grössten ist der Verbrauch beim Starten, wenn die Klimaanlage auf vollen Touren läuft, um den überhitzten Innenraum schnell abzukühlen. Hier kann der zusätzliche Verbrauch leicht auf über 30% steigen – das ist enorm! Ist das Wageninnere hingegen bereits ausreichend abgekühlt, und will man diese Temperatur beispielsweise bei der Fahrt auf der Autobahn einfach beibehalten, sieht es schon anders aus: Jetzt beträgt der zusätzliche Verbrauch nur noch zwischen 5 und 10%. Ab einer Geschwindigkeit von 100 km/h verbraucht die Klimaanlage sogar weniger Treibstoff, als wenn man die Fenster zum Kühlen öffnen würde. Denn geöffnete Fenster verursachen Luftwirbel, welche ungünstig auf die Aerodynamik des Fahrzeuges einwirken. Um die Geschwindigkeit beizubehalten verbraucht der Motor dann mehr Treibstoff.
Den Energieverbrauch senken: beim Kauf ebenso wie im Betrieb
Zusammengefasst gesagt: Will man den Energieverbrauch der Klimaanlage begrenzen, wählt man von Vorteil einen Wagen mit heller Lackierung (weiss, hellgrau metallisé etc.), mit hellen Polstern und Scheiben, die den Eintritt des Sonnenlichts so stark wie möglich begrenzen (falls diese Option besteht). Im Betrieb immer daran denken, dass die Klimaanlage den Treibstoffverbrauch (und den Schadstoffausstoss!) erhöht, hauptsächlich in den ersten Minuten nach dem Anfahren. Folgende Massnahmen basieren auf gesunder Vernunft und sind einfach zu befolgen: Werden die Fenster beim Parken leicht offen gelassen, entsteht im Wageninnern keine Stauhitze (natürlich nur, falls weder Einbruch und noch Regen befürchtet werden muss); schalten Sie die Klimaanlage für kurze Fahrten nicht ein – hier reichen geöffnete Fenster meist aus; ist es sehr heiss im Wageninnern, öffnen Sie zuerst alle Fenster und schalten Sie die Klimaanlage erst dann ein, wenn sich die Hitze etwas verflüchtigt hat. Sehr nützlich sind auch silber- oder goldfarbene Sonnenschutzblenden, die hinter der Windschutzscheibe aufgestellt werden, damit Armaturenbrett, Lenkrad, Schaltknauf und Sitze nicht glühend heiss werden.
Einige neue Fahrzeuge besitzen einen Solarventilator mit Kollektoren auf dem Dach: Ein effizientes Helferlein, das beim Parken in der Sonne die frische Luft von draussen ins Wageninnere und die heisse Innenluft nach draussen befördert – ohne die Autobatterie zu beanspruchen. Kleine Solarventilatoren hingegen, die mit Saugnäpfen an der Frontscheibe angebracht werden, bringen kaum nennenswerte Kühlung, denn sie wälzen nur die Luft um.
Andere Faktoren, die hinsichtlich des Treibstoffverbrauchs viel stärker ins Gewicht fallen als die Klimaanlage, sind selbstverständlich ebenfalls zu berücksichtigen. Beim Kauf zum Beispiel ist das Gewicht des Fahrzeugs massgebend. Im Alltag hingegen kann die Fahrweise erhebliche Unterschiede ausmachen: flüssiges Fahren im Stadtverkehr und Geschwindigkeiten unterhalb der Tempolimite auf der Autobahn können den Treibstoffverbrauch um bis zu einen Drittel senken. Und nicht zu vergessen ist auch die umweltfreundlichste aller Massnahmen, die allzu oft in den Katalogen der Autohersteller fehlt: für kurze Strecken, die man zu Fuss, mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen kann, ist es immer noch am besten, aufs Auto zu verzichten.
Waschbecken und Badewanne ohne Chemie entstopfen
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- Juli 2011
- Zuletzt aktualisiert : Oktober 2014
"Siphon": Damit wird die s- oder u-förmige Abflussröhre unter dem Badezimmerlavabo, dem Waschbecken, dem WC und sogar unterhalb der Badewanne bezeichnet. Die Form kann variieren, aber der Effekt ist immer der gleiche: Die untere Biegung des Rohrs ist mit Wasser gefüllt, damit keine schlechten Gerüche aus der Kanalisation aufsteigen können.
Manchmal dient der Siphon auch einem anderen Zweck: Kleine Objekte wie zum Beispiel ein Ring, die unabsichtlich herunterfallen, werden darin aufgefangen, so dass man sie "herausfischen" kann, bevor sie in der Kanalisation verschwinden.
Die Vorstellung, einen Siphon von Hand zu entleeren, widert die meisten Leute an. Deshalb greift man oft zu chemischen Produkten, die das Problem lösen sollen. Führt man diesen Gedankengang aber zu Ende, kommt man zum Schluss, dass die Verwendung solcher aggressiven Mittel die "ekligste" aller Lösungen ist, denn die Produkte tragen zur Trinkwasserverschmutzung bei. Die Mikroorganismen in den Abwasserreinigungsanlagen können nämlich nicht alle Substanzen, die man ins Abwasser kippt, zersetzen. Ein Rest davon landet in Seen und Flüssen und den damit verbundenen Grundwasservorkommen – und gerade daraus beziehen wir zu einem grossen Teil unser Trinkwasser! Obendrein kann ein Siphon wie ein Reagenzglas in einem Chemielabor wirken: aggressive Produkte, die man hineingiesst (Säuren, Soda, Javel-Lauge) können sich mit anderen Substanzen verbinden und indirekt problematische Mikroverunreinigungen erzeugen. Kurz gesagt, besser ist die Reinigung von Hand – selbstverständlich mit Handschuhen
Den Siphon demontieren und leeren
Den Siphon aufschrauben : Stellen Sie einen Eimer unter das Waschbecken, ziehen Sie Gummihandschuhe an und schrauben Sie den Siphon (in Pfeilrichtung) auf. Achten Sie darauf, den Gummidichtungsring nicht zu verlieren (er kann am oberen Rohrteil hängen bleiben oder in den Eimer fallen). Entfernen Sie die Schmutzrückstände, die auch im Abflussrohr haften können (oft sind Haarknäuel vorhanden) und leeren Sie den Siphon.
Den Siphon wieder anschrauben : Nachdem Sie den Siphon, das Gewinde und die Gummidichtung gereinigt haben, legen Sie die Dichtung auf den Siphon und schrauben ihn wieder an, aber nicht mit zuviel Kraft, damit der Dichtungsring nicht zerquetscht wird. Um sicher zu gehen, dass der Siphon dicht schliesst, kann man erst ein Zeitungspapier darunter legen und dann den Hahnen laufen lassen: Treten Wassertropfen aus, sieht man das gleich auf dem Papier. Sollte der Siphon rinnen, schrauben Sie ihn noch einmal ab, und überprüfen Sie, ob die Dichtung und das Gewinde sauber sind. Die groben, aus dem verstopften Siphon entfernten Rückstände gehören in den Abfalleimer, das Wasser im Eimer in die Toilette.
Im Handel sind verschiedenen Geräte zur mechanischen Entstopfung der Abflüsse erhältlich. Es gibt solche in der Art einer Saugglocke (die zwei oben gezeigten verschiedenen Modelle). Ihr Zweck besteht darin, einen starken Druck auf dem Abflussrohr zu erzeugen, um den verstopften Schmutz aus dem Siphon ins Abflussrohr weiterzudrücken. Verwendet man eine Saugglocke für ein Lavabo, ein Waschbecken oder eine Badewanne, muss darauf geachtet werden, dass die anderen Öffnungen gut verschlossen sind (z.B. das zweite Lavabo, und der Sicherheitsüberlauf), sonst reicht der erzeugte Druck nicht zum Entstopfen aus.
Man kann auch einen Rohrmolch (Rohrreiniger) oder einen Haken aus flexiblem Draht benutzen, die beide den Werkzeugen von Kaminfegern ähneln. Für beide Instrumente gilt: lesen Sie erst aufmerksam die Gebrauchsanleitung durch, damit das Werkzeug nicht im Ablauf hängen bleibt oder die Rohre beschädigt!
Wie der Schraubdeckel eines Konfitürenglases
Die meisten s- oder u-förmig gebogenen Rohrteile der Siphons von Waschbecken im Bad und in der Küche lassen sich einfach demontieren (siehe Erklärung links). Falls Sie nicht wissen, in welche Richtung gedreht werden soll, denken Sie einfach an ein Konfitürenglas: Die meisten Schraubverschlüsse im Haushalt öffnen sich in derselben Richtung, das heisst im Gegenuhrzeigersinn. Da der Siphon nach unten zeigt, wird er wie ein Konfitürenglas, das auf dem Kopf steht, aufgeschraubt.
Haarknäuel
Sehr häufig sind verknäuelte Haare die Ursache für die Verstopfung des Lavabo- und Badewannenabflusses. Haare bestehen hauptsächlich aus Keratin, ein Protein, das nur sehr langsam abgebaut wird. Mit der Zeit bilden die einzelnen Haare dichte, verfilzte Knäuel im Siphon, und filtern ihrerseits noch weitere Feststoffe aus dem abfliessenden Wasser heraus. Mit einem einfachen Trick lassen sich die Haarknäuel aber leicht entfernen, ohne dass der Siphon geöffnet werden muss; und derjenige der Badewanne ist oft gar nicht zugänglich, da er hinter den Wandkacheln versteckt liegt, welche die Wanne verkleiden.
Für diese Methode muss man sich zuerst aus einem Stück starkem Draht oder einem Drahtkleiderbügel einen geeigneten Haken basteln. Dazu benötigt man nichts weiter als eine Zange. Formen Sie einen langen und schmalen Schlaufengriff, den Sie in den Abfluss einführen können (siehe links). Ist ihr "Instrument" bereit, entfernen Sie den Stöpsel und falls vorhanden, das kleine angeschraubte Gitter im Abflussloch. Tauchen Sie den Haken in den Siphon ein, drehen Sie ihn ein paar Mal um sich selbst, um die Haare aufzuwickeln, und heben Sie ihn dann vorsichtig heraus. Beim ersten Gebrauch Ihres neuen Instruments müssen Sie vielleicht seinen Schlaufengriff etwas verengen oder grösser aufbiegen, damit er sich wirklich perfekt zur Lösung dieser Aufgabe eignet.
Für's WC einen Abfallsack
Aufgrund des grossen Durchmessers ist der WC-Siphon einfacher erreichbar. Sollte er einmal stark verstopft sein, oder müssen Sie ein ins WC gefallenes Objekt herausfischen, geht das recht einfach von Hand, indem man sich einen Gummihandschuh für den Haushalt überzieht, der lang genug ist, dass der Arm nicht nass wird. Man kann seinen Arm auch in einen Abfallsack stecken und den Stopfen bzw. das Objekt mit der Hand greifen. Ziehen Sie anschliessend den Arm rückwärts aus dem sich umwendenden Sack – genau so wie es die um eine saubere Umgebung besorgten Hundebesitzer mit den Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner tun.
Denken Sie in diesem Zusammenhang auch daran, dass das WC mit einer Abwasserreinigungsanlage verbunden und folglich Teil unseres Trinkwasserkreislaufs ist. Dies bedeutet, dass weder feste Abfälle noch Bastelreste, auch keine Medikamente oder Frittieröl, kein Vogelsand und keine Katzenstreu darin entsorgt werden dürfen.
"Watt" und "Kilowattstunde" – nicht verwechseln
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- Mai 2011
- Zuletzt aktualisiert : Oktober 2017
James Watt (1736‑1819) ist ein schottischer Ingenieur, der nebst anderen Erfindungen das Prinzip der Dampfmaschine entwickelt hat, um ein zuverlässiges und wirtschaftliches, mit mechanischer Energie betriebenes Produktionsmittel zu erhalten. Auch wenn er nicht im Bereich der Elektrizität tätig war, wurde eine Masseinheit nach ihm benannt, die auf allen Glühbirnen und auf den meisten elektrischen und elektronischen Geräten aufgeführt ist: Watt (W).
Watt bezeichnet die Strommenge, die pro Sekunde verbraucht wird (= Leistung)
Watt ist eine Einheit für Leistung, mit welcher die pro Sekunde verbrauchte Energie eines Geräts bezeichnet wird (ein Watt = 1 Joule pro Sekunde). Praktisch, denn so kann man zwei Glühbirnen miteinander vergleichen. Man kann sich sogleich aufgrund der auf dem Lampensockel oder -glas aufgedruckten Leistung eine Vorstellung darüber machen, welche der beiden mehr Strom braucht oder sogar ein Stromfresser ist. Denn eine Glühbirne mit 100 Watt (100 W) verbraucht doppelt soviel Strom wie eine 50 Watt-Birne, und zehnmal mehr wie eine 10 Watt-Birne.
Auf dieselbe Weise kann man Fernsehgeräte, Ventilatoren und Stereoanlagen vergleichen... aber keine Kühlschränke und auch der Backofen fällt weg! Denn diese zwei Haushaltsgeräte verbrauchen den Strom nicht kontinuierlich: Der Kühlschrankmotor läuft nur zeitweise und der Backofen heizt schubweise. Um zwei Kühlschränke miteinander zu vergleichen, benötigt man das Total des Stromverbrauchs mehrerer Tage, und dafür greift man auf eine andere Einheit zurück, welche die Zeitdauer ebenfalls berücksichtigt: die Wattstunde (Wh), oder die Kilowattstunde (kWh), welche 1000 Wattstunden entspricht.
Kilowattstunde bezeichnet den gesamthaft verbrauchten Strom (= Energiemenge)
Kilowattstunden (kWh): das zählt Ihr Stromzähler und das ist, was auf Ihrer Stromrechnung verrechnet wird. In der Schweiz schwankt der Preis für eine Kilowattstunde Strom je nach Region und Verwendungszweck zwischen 10 und 40 Rappen. Zergliedert man die Masseinheit, wird deutlich, was sie bedeutet: Kilo ist der griechische Ausdruck für "tausend"; Watt steht für die oben beschriebene Leistung; und Stunde meint nichts anderes als "während einer Stunde". Anders gesagt bezeichnet eine Kilowattstunde die elektrische Energie, die beispielsweise ein während einer Stunde eingeschaltetes Videogerät von 1000 Watt verbraucht, oder eine Glühbirne von 100 W während 10 Stunden , oder eine Sparlampe von 10 W während 100 Stunden oder eine LED-Lampe von 1 W während 1000 Stunden...
Aber kommen wir zu den Kühlschränken zurück. Auf der berühmten energieEtikette, mit der neue Geräte nun obligatorisch ausgezeichnet sein müssen, kann man nicht nur die Klasse ablesen (...A+, A++), es ist darauf auch der jährliche Verbrauch des Geräts in "kWh pro Jahr" angegeben. Um den tatsächlichen Stromverbrauch zweier Modelle miteinander zu vergleichen, ist diese Zahl ausschlaggebend. Die Energieklasse gibt Auskunft über die Energieeffizienz, oder anders ausgedrückt über den Stromverbrauch im Verhältnis zum Nutzvolumen. Tauscht man seinen kleinen Kühlschrank mit Klasse C gegen ein grosses amerikanisches Modell der Klasse A+ aus, steigt die Stromrechnung um einiges an...
Bei Backöfen gibt die EnergieEtikette die für den Kochvorgang eines Standardgerichts benötigten kWh an.
Was kostet eine 24 Stunden am Tag eingeschaltete Beleuchtung ?
Möchte man wissen, wieviel Strom Lampen beziehen, die in einem Gang oder Keller ununterbrochen eingeschaltet sind – und was dies für ein ganzes Jahr ausmacht -, muss man zuerst ihre Gesamtleistung berechnen. Dazu werden die Anzahl Watt aller Glühbirnen zusammengezählt. Anschliessend multipliziert man dieses Ergebnis mit 8766, was der durchschnittlichen Anzahl Stunden eines Jahres entspricht (24 Std. x 365,25 Tage). Hier ein Rechenbeispiel für sechs Leuchtstoffröhren à 36 Watt, also zusammen 216 Watt:
216 x 8766 = 1'893'456 Wattstunden, entspricht ungefähr 1'893 Kilowattstunden.
Bei einem Preis von 25 Rappen pro kWh macht dies CHF 473.- pro Jahr.
Um den Stromverbrauch einer Glühlampe zu berechnen, muss nicht berücksichtigt werden, ob sie mit 230 Volt oder mit Niederstrom läuft. Aber es ist gut zu wissen, dass Niederstromlampen einen Transformator haben, der ebenfalls Strom benötigt. Steht er ununterbrochen unter Spannung, kann er sogar dann Strom verbrauchen, wenn die Lampe ausgeschaltet ist (dies kommt leider sehr oft vor).
Das Wattmeter misst die Anzahl Watt und (oft auch) die Kilowattstunden
Um herauszufinden, wo der auf der Rechnung ausgewiesene Strom verbraucht wird, kann man ein Wattmeter zu Hilfe nehmen. Die meisten Geräte messen nicht nur die im Moment des Messens bezogene Leistung einer Lampe oder eines Gerätes, sondern berechnen auch die Kilowattstunden – um beispielsweise die übermässige Stromverschwendung eines alten Kühlschranks festzustellen.
Einige Gemeinden leihen Wattmeter an ihre Bürger aus. Dieses Instrument eignet sich ausgezeichnet dafür, innerhalb einer Nachbarschaftsvereinigung oder mit Haus-Miteigentümern gemeinsam benutzt zu werden.
Mega, Giga, Tera...
Die aus dem Namen von James Watt abgeleiteten Masseinheiten werden auch dazu verwendet, um Einrichtungen, die Strom produzieren, zu beschreiben, also Solarpaneele, Windräder, Wasserkraft- oder Atomkraftwerke. Auch hier handelt es sich um Leistung, wenn man von Watt spricht. Oder mit anderen Worten: es geht um die Anzahl der Haushalte oder Unternehmen, die damit gleichzeitig versorgt werden können (oft wird ein Jahresmittel angegeben). Und spricht man von Wattstunden, ist die Gesamtsumme der produzierten elektrischen Energie gemeint (in der Regel ebenfalls für ein Jahr). Je nach Grösse und Anzahl der betroffenen Einrichtungen, wechseln die Einheiten den Massstab:
- ein Megawatt (MW) entspricht einer Million Watt / Megawattstunde (MWh)
- ein Gigawatt (GW) entspricht einer Milliarde Watt / Gigawattstunde (GWh)
- ein Terawatt (TW) entspricht eintausend Milliarden Watt / Terawattstunde (TWh)
Diese Einheiten werden auch in anderen Bereichen als der Elektrizität verwendet. Der jährliche Heizöl-, Gas- oder Holzverbrauch eines Gebäudes zum Beispiel wird oft in Kilowattstunden (kWh) angegeben. Und die Leistung eines Automotors wird in Kilowatt ausgedrückt.