Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03281.jsonl.gz/1171

Sea Eye bdrichtet am 15.05.2022: Am Sonntag (15.05.22) lief die SEA-EYE 4 in den Hafen von Pozzallo ein und alle 58 geretteten Menschen durften das Rettungsschiff verlassen. Für die Crew endete damit eine Rettungsmission, bei der sie mehrmals beobachtet hat, wie Malta seine Pflicht zur Koordinierung von Seenotfällen nicht erfüllte.
Am 24.04.22 ließ Malta einen Notruf von ca. 50 Menschen in seiner Such- und Rettungszone unbeantwortet, so dass schließlich die italienische Küstenwache den in Seenot geratenen Menschen zur Hilfe kam.
Am 06.05.22 wurde ein Seenotfall gemeldet, den das Containerschiff BERLIN EXPRESS zuerst erreichte. Da Malta sich weigerte den Seenotfall in seiner Such- und Rettungszone zu koordinieren, sprang schließlich das MRCC Bremen ein.
Von Mittwoch (11.05.22) bis Freitag (13.05.22) waren 34 Menschen in der maltesischen Such- und Rettungszone in Seenot, weil Malta trotz genauen Kenntnissen zu dem Fall, untätig blieb. Ein Handelsschiff, das das Boot gefunden hatte, wurde von der maltesischen Leitstelle angewiesen, Distanz zu wahren und zu beobachten. Weitere Maßnahmen ergriff Malta nicht. Schließlich konnte die SEA-EYE 4 die Menschen sicher an Bord nehmen. Der Kapitän des Handelsschiffs klagte, dass die maltesische Leitstelle teilweise nicht erreichbar gewesen sei.
„Dass Malta ablehnt, Seenotfälle zu koordinieren und auf Anrufe oder E-Mails nicht reagiert, ist ein inakzeptabler Zustand. Die anhaltenden Pflichtverletzungen müssen zu juristischen und politischen Konsequenzen führen. Deshalb muss der Druck aus anderen EU-Mitgliedsstaaten größer und die Kritik lauter werden. Hier sehen wir insbesondere die Bundesregierung in der Pflicht, die ihren eigenen Verpflichtungen aus dem Koalitionsvertrag endlich gerecht werden und sich um das anhaltende Sterben im Mittelmeer kümmern muss. Bisher sind es nur leere Versprechungen“, sagt Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye e. V.