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Roche wurde 1896 in der Schweiz, in Deutschland und in Italien als eines der ersten Unternehmen mit Fokus auf die Herstellung von wissenschaftlich erforschten Arzneimitteln gegründet. Die schnelle internationale Expansion war das Verdienst des Baslers Kaufmanns Fritz Hoffmann, dem kühnen und wagemutigen Gründer von Roche.
Seither setzt Roche Innovationen und neue Technologien ein, um die Medizin weiterzuentwickeln und Patient:innen ein längeres und besseres Leben zu ermöglichen. Dieses Ziel hat sich nie geändert, aber Roche hat sich als Unternehmen ständig neu erfunden, um dieses Ziel zu erreichen.
Am 1. Oktober 1896 gründet Fritz Hoffmann die F. Hofmann-La Roche & Co in Basel, Schweiz, und übernimmt damit die von ihm und Carl Traub aufgebaute Hoffmann, Traub & Co. Ihr Gründer, Fritz Hoffmann, gelobt die Gesundheitsversorgung zu verändern, nachdem er die verheerenden Auswirkungen der Choleraepidemie in Hamburg mit eigenen Augen gesehen hat. Er ist überzeugt, dass Arzneimittel industriell hergestellt und international vertrieben werden sollten. Seit der Gründung von Roche ist Basel der Hauptsitz der Gruppe und bildet heute zusammen mit Kaiseraugst den Standort Basel / Kaiseraugst.
Der rezeptfreie Hustensaft von Roche ist fast sofort ein Erfolg. Der 1898 auf den Markt gebrachte Hustensaft wird schnell zum ersten Bestseller von Roche, bleibt 60 Jahre lang auf dem Markt und ebnet dem Unternehmen den Weg für zukünftige medizinische Durchbrüche.
Roche expandiert weltweit und beschäftigt mehr als 700 Mitarbeitende. Im Jahr 1912 hat das Unternehmen Zweigstellen auf drei Kontinenten und in neun Ländern: Schweiz, Japan, Frankreich, Russland, Italien, Deutschland, England und USA.
Lange Jahre der finanziellen, sozialen und politischen Instabilität in Europa stürzen das Unternehmen in eine tiefe Krise. Roche wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, um sich über Wasser zu halten. 1920 betrauert Roche den Tod ihres Gründers Fritz Hoffmann. Sein Nachfolger ist Emil C. Barell, der nach seiner Übernahme die wissenschaftliche Ausrichtung des Unternehmens stärkt. Die Veröffentlichung des Standardwerks "Die biogenen Amine" von Markus Guggenheim, Roches erstem Forschungsleiter, untermauern den wissenschaftlichen Ruf von Roche weiter.
Alice Keller, eine 30-jährige Baslerin, ist die erste Frau in der General Manager Funktion bei Roche. Im Jahr 1925 geht sie an Bord eines Schiffes nach Tokio zur damaligen Tochtergesellschaft von Roche. Alice steigt in der Firma auf und übernimmt nach ihrer Rückkehr in die Schweiz im Jahr 1939 die führende Rolle als Direktorin - eine Sensation für die damalige Zeit.
Hilde Pfaltz tritt in das pharmakologische Institut von Roche ein, dessen Leitung sie schliesslich übernimmt. Hier führt sie eine Reihe von Innovationen ein, vor allem die standardisierte Prüfung neuer Medikamente auf Teratogenität. 1940 wird Pfaltz die erste offizielle Unternehmensärztin bei Roche.
Tadeusz Reichstein, ein polnisch-schweizerischer Chemiker, entdeckt nach fünf Jahren Forschung einen Weg Vitamin C herzustellen. Es handelt sich um einige der ersten Arzneimittel für den Massenmarkt, die in einer sterilen Umgebung hergestellt werden in einer sicheren und richtigen Dosierung zu einem erschwinglichen Preis. Roche wird zum führenden Anbieter von Vitaminen, und es ist einer der ersten Vorstösse des Unternehmens in die Biotechnologie. 1935 entsteht in Basel das neue Verwaltungsgebäude 21 nach den Plänen des Architekten Otto R. Salvisberg.
Nach der Entwicklung eines bahnbrechenden onkologischen Screening-Programms begibt sich das Unternehmen auf eine Reise, die den Verlauf der onkologischen Behandlungen für immer verändert. Die bahnbrechenden Forschung des Roche Wissenschaftlers Robert Duschinsky (im Bild) und des Biochemikers Charles Heidelberge tragen dazu bei, Roche als führendes Unternehmen in der Onkologie zu positionieren. Die Früchte ihrer Entdeckungen sollen den Kampf gegen verschiedene Krebsarten wie Darm-, Brust- und Magenkrebs neu gestalten.
Das kleine, in den 1920er Jahren begonnene Geschäft mit diagnostischen Reagenzien schlummert, als Roche 1966 beschliesst, eine eigene Division für die Herstellung von diagnostischen Chemikalien und Apparaten zu gründen. Im Jahr 1968 bringt eine Reihe von Akquisitionen das dringend benötigte Know-how in Bereichen wie Elektronik und Technik in das Geschäft ein.
Zwischen 1968 und 1972 erweitert Roche seine Kapazitäten in der unabhängigen Forschung durch die Eröffnung mehrerer Forschungszentren: 1968 das Roche Institute of Molecular Biology in Nutley, New Jersey, 1969 das Basler Institut für Immunologie, dessen erster Leiter Niels Kaj Jerne 1984 als Wegbereiter der Immunologie den Nobel Preis für Medizin erhält, und 1972 das Nippon Research Centre in Kumakara, Japan.
1969 wird die Tegimenta AG in Rotkreuz im Kanton Zug gegründet, aus der später der Standort Rotkreuz hervorgehen wird. Das erste Produkt, das die Tegimenta herstellt und vertreibt, ist ein Beatmungsgerät: der TEG 500. Seit seiner Gründung ist der Roche Standort in Rotkreuz stetig gewachsen und ist heute einer der modernsten und wichtigsten Arbeitgeber in der Region, der junge Talente aus dem In- und Ausland anzieht. Neben Roche Diagnostics International AG sind auf dem Campus auch die Länderorganisationen Roche Diagnostics (Schweiz) AG und Roche Diabetes Care (Schweiz) AG angesiedelt. Rotkreuz ist einer der wichtigsten Standorte des Diagnostics Business und vereint alle zentralen Funktionen und Geschäftsbereiche.
Im Jahr 1979 expandiert Roche weiter. Roche Nutley geht eine Partnerschaft mit Genentech, einem Biotech-Unternehmen mit Sitz in San Francisco, ein, um bei der Entwicklung des Produktionsprozesses von Interferon zu helfen, das zur Behandlung von schweren Krankheiten wie Hepatitis, Multipler Sklerose und Krebs eingesetzt wird. Gleichzeitig wird die Division Diagnostik weiter ausgebaut.
Um sein Engagement im Gesundheitswesen zu verstärken, ändert Roche seine Strategie. Das Unternehmen veräussert zwei Geschäftsbereiche - Duft- und Geschmacksstoffe im Jahr 1999 und Vitamine und Feinchemikalien im Jahr 2002 -, um die Divisionen Pharma und Diagnostics weiterzuentwickeln und sich auf sie zu konzentrieren. Durch die Bündelung der Stärken und des Know-hows beider Divisionen konzentriert sich Roche auf die Innovation von Lösungen, die die gesamte Bandbreite der Gesundheitsversorgung abdecken. Das Unternehmen beginnt, eine zunehmend wichtige Rolle bei der Gestaltung der Zukunft der personalisierten Medizin zu spielen.
Eine Reihe von innovativen Krebsmedikamenten werden in den 90 er Jahren entwickelt und bilden die Grundlage für den Durchbruch in der Behandlung von Krebs. Diese revolutioniere das Feld der Onkologie und geben den Patient:innen neue Hoffnung.
Im Laufe der 1990er Jahre bringt die Division Diagnostik eine Reihe von revolutionären Produkten in verschiedenen Bereichen der medizinischen Diagnostik auf den Markt. Dazu gehört das weltweit erste automatisierte Labordiagnosegerät, ein Instrument, mit dem mehrere Tests parallel durchgeführt werden können - eine Revolution in der Diagnostik. 1997 erwirbt Roche Boehringer Mannheim und wird zum Weltmarktführer in der In-vitro-Diagnostik und zu einem wichtigen Akteur in der Diabetesbehandlung.
Um der wachsenden Nachfrage nach neuartigen Medikamenten gerecht zu werden, baut Roche die biotechnologischen Produktionskapazitäten in Basel weiter aus. Hier werden auch die Wirkstoffe für Krebsmedikamente wie Avastin und Herceptin hergestellt. 2005 wird die als Spin-off der ETH Zürich gegründete Glycart Biotechnology AG von Roche übernommen und in Pharma Research and Early Development (pRED) eingegliedert. Die im heutigen Roche Innovation Center Zurich entwickelten Substanzen belegen das nachhaltige Engagement des Unternehmens, immer bessere Krebstherapien verfügbar zu machen.
Roche und Chugai gehen eine Allianz ein, um ein forschungsorientiertes Pharmaunternehmen in Japan aufzubauen. Das neue Unternehmen - mit dem Namen Chugai Pharmaceutical Co., Ltd - ist ein Zusammenschluss von Nippon Roche und Chugai. Es ist auf verschreibungspflichtige Arzneimittel spezialisiert und hat Stärken in der Biotechnologie.
Der verstärkte Fokus auf Innovation und Biotechnologie führt zu bedeutenden Fortschritten bei den diagnostischen Verfahren und ermöglicht es Roche, mehr Akquisiionen zu tätigen. Aufbauend auf dem kombinierten Know-how der Divisionen Pharma und Diagnostics sowie ihren fundierten Kenntnissen im Bereich der Molekularbiologie hat Roche die personalisierte Medizin in den Mittelpunkt ihrer Geschäftsstrategie gerückt.
Nachdem Roche 1990 einen Anteil von 60 % an Genentech erworben hatte, erwirbt das Unternehmen 2009 die restlichen Aktien von Genentech und fusioniert damit offiziell die beiden Pharmariesen. Mit ihren gemeinsamen Portfolios sind sie das weltweit grösste Biotech-Unternehmen, das sich auf die Nutzung menschlicher genetischer Informationen zur Entwicklung von Medikamenten für Patient:innen mit schweren oder lebensbedrohlichen Erkrankungen konzentriert. Durch den Zusammenschluss erhält Roche ausserdem Zugang zu einer Pipeline neuer Medikamente und wissenschaftlicher Forschung, während Genentech die langjährige wissenschaftliche Kompetenz von Roche sowie eine breite finanzielle Unterstützung und weltweite Marktpartnerschaften erhält.
Nachdem sich Roche drei Jahrzehnte lang vorwiegend auf Krebstherapien konzentriert hat, nutzt das Unternehmen die raschen Fortschritte in der Molekularbiologie, um sein Portfolio zu erweitern, und entwickelt Therapien für Krankheitsbereiche wie Neurowissenschaften, Multiple Sklerose, Augenheilkunde und Hämatologie.
Angesichts immer grösserer Datenmengen, neuartiger Methoden zu deren Strukturierung und Nutzung sowie dem Aufkommen von Machine Learning und KI arbeitet Roche mit Spezialist:innen auf diesem Gebiet zusammen. 2018 erwirbt Roche Flatiron Health, ein führendes Unternehmen im Bereich der klinischen Datenverarbeitung, sowie Foundation Medicine, eine der weltweit grössten genomischen Krebsdatenbanken und einen Spezialisten für die Erstellung von Genom-Profilen. Diese Akquisitionen ermöglichen Roche ein tieferes Verständnis der Präzisionsmedizin und bringen uns dem Versprechen einer personalisierten Medizin immer näher.
Roche erwirbt Spark Therapeutics mit Sitz in Philadelphia, ein Unternehmen, das gegründet wurde, um die Unvermeidbarkeit genetischer Krankheiten zu bekämpfen. Gemeinsam können sie ihr Verständnis des menschlichen Genoms und der genetischen Anomalien vertiefen, um massgeschneiderte, bahnbrechende Therapien für Patient:innen zu entwickeln, die an sehr spezifischen genetischen Krankheiten leiden, indem sie die Ursachen angehen.
Der weltweite Ausbruch des Coronavirus im Jahr 2020 ist eine neue Herausforderung für Roche. Die Sicherheit der Mitarbeitenden steht an erster Stelle, aber auch die Aufrechterhaltung der Produktion lebenswichtiger Medikamente ist entscheidend, um die Versorgung der Patient:innen mit lebensrettenden Medikamenten und Lösungen sicherzustellen. Dem Unternehmen gelingt es, in rasantem Tempo zuverlässige Tests für COVID-19 zu entwickeln, während es gleichzeitig weiterhin neue innovative Medikamente gegen eine Vielzahl von Krankheiten entwickelt.