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Mit dem Kleinen Sprachatlas der deutschen Schweiz bieten wir einen Einblick in den Variantenreichtum der Deutschschweizer Dialekte. Über 120 Karten zeigen im Hauptteil des Buches die Vielfalt des schweizerdeutschen Wortschatzes und die lautliche Verschiedenheit der Dialekträume. Jeder dieser Karten geben wir einen Kommentar bei, der Geschichte und Herkunft der vorkommenden Wörter bzw. die lautlichen Unterschiede allgemeinverständlich erläutert und weitere Informationen zur Wortbildung sowie zur Sach- und Volkskunde enthält.
Grundlage für die Karten des Hauptteils bildet der Sprachatlas der deutschen Schweiz (SDS), der zwischen 1962 und 1997 in acht Bänden erschienen ist und auf über 1500 Karten die dialektale Vielfalt des Schweizerdeutschen dokumentiert. Die Karten basieren auf Daten, die von 1939 bis 1958 erhoben wurden.
Die Kommentare stützen sich hauptsächlich auf das massgebliche Wörterbuch für die Deutschschweizer Dialekte, das Schweizerische Idiotikon (1881ff.), das bereits vor seiner Vollendung das grösste regionale Wörterbuch des Deutschen ist (Idiotikon).
Mit der Auswahl dieser Karten versuchen wir, die interessantesten und wichtigsten Karten des SDS zu präsentieren und auf diese Weise einen Einblick in verschiedene Sach- und Lebensbereiche sowie auch in verschiedene Laut- und Formenbereiche zu geben. Berücksichtigt werden sowohl Karten, die dem aktuellen Sprachgebrauch entsprechen, als auch solche, die durch Veränderungen vor allem der bäuerlichen Kultur einen alten Stand des Wortschatzes wiedergeben.
Der Hauptteil des Atlas wird in der 5. Auflage um zwei zusätzliche, kleinere Kapitel ergänzt. Ein Kapitel ist dabei der Namenkunde gewidmet und informiert über Besonderheiten der schweizerischen Orts- und Flurnamen, deren Zusammenhang mit der Besiedlungsgeschichte und deren räumliche Verbreitung. Ausführungen über Deutschschweizer Familiennamen erhellen unter anderem die Entstehung von Familiennamen, ihre unterschiedlichen Benennungsmotive sowie ihr traditionelles räumliches Vorkommen. Dazu fügt sich ein weiteres Kapitel, das Ergebnisse aus neueren dialektologischen Befragungen präsentiert. So finden sich Karten und Kommentare zum mundartlichen Satzbau, der erst in jüngster Zeit im Rahmen des Syntaktischen Atlas der Deutschen Schweiz (SADS) erforscht wurde. Der SADS beruht auf Daten, die an der Universität Zürich unter der Leitung von Elvira Glaser ab dem Jahr 2000 erhoben wurden. Ebenfalls auf aktuelle Daten stützen sich die Karten aus einer Online-Befragung, die einen Vergleich mit dem Material des SDS erlaubt und so an einigen Beispielen zu illustrieren vermag, wie sich der Wortschatz im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert hat.
Der vorliegende Atlas vermittelt ausserdem in einer allgemeinen Einleitung, in kürzeren Kapiteleinleitungen, in grau unterlegten Kästchen, in einem Glossar sowie einem Personenverzeichnis allerlei Wissenswertes zur Sprachwissenschaft und zur Sprache in der (Deutsch-)Schweiz.