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Zum 3. Advent reisen wir weiter mit der Fortsetzung zu unserem 4-teiligen Weekend Bericht, über die Geschichte der
Schokolade.
Im 1. & 2. Teil haben wir einiges über Mayas und Christoph Kolumbus sowie Hernán Cortés erfahren und wie die
Schokolade schliesslich den Weg nach Europa gefunden hat. Im 3. Teil rücken wir der Geschichte ein wenig näher, denn zu diesem Zeitpunkt ist Schokolade in der Schweiz noch nicht erhältlich, erst
1819 durch François-Louis Cailler, der die Kunst der Chocolatier in Italien erlernte und so in die Schweiz zurückkehrte. Zu dieser spannenden Schweizergeschichte werden wir im 4. und letzten Teil
dieser Adventsreihe berichten. Unsere Reise führt uns aber zuerst nach Deutschland ins 17. Jahrhundert.
Der Kakao kommt nach Deutschland:
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts erreichte die Schokolade Deutschland, nachdem sie bereits in den europäischen Ländern bekannt war. Dies zu einer Zeit als Deutschland noch aus vielen einzelnen
unabhängigen Ländern bestand. Die Schokolade wurde in Deutschland lange Zeit nur als Medizin und Stärkungsmittel in Apotheken vertrieben. Eine der ersten Möglichkeiten Schokolade zum Genuss zu
sich zunehmen, bot die 1673 in Bremen gegründete Kaffeestube. des Niderländers " Jan Jantz von Huesden" Er hatte für ein ein halbes Jahr die Lizenz erhalten, ausländische Getränke wie
Kaffee und Schokolade in Bremen herzustellen und anzubieten. Um 1800 beginnt die industrielle Revolution mit ihrer gewaltigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umwälzung. Davon ist
natürlich auch die gesmate Schokoladenbranche betroffen und en Anfang machen, wie in anderen Branchen auch, die Engländer. Am Ende der Entwicklung haben die technischen Entwicklungen die
Grundlage geleget, um aus Schokolade und Kakao ein Massenprodukt zu machen, dass nicht länger einer kleinen wohlhabenden Elite vorbehalten ist. Direkt nach dem 1. Weltkrieg ist die Einfuhr von
Rohkakao verboten um den Abfluss von Devisen zu verhindern. Auch Zucker ist nicht ausreichend verfügbar und zunächst rationiert. Für kurze Zeit versuchen Firmen aus Frankreich, England und den
USA verstärkt ihre Produkte durchzusetzten.
Die „goldenen 20er“:
Schon kurze Zeit nach dem ersten Weltkrieg floriert das Geschäft mit dem braunen Gold wieder und versüßt die „Goldenen 20er“. Die Zahl von 180 deutschen Betrieben 1914 wuchs auf 350
Schokoladenhersteller im Jahr 1925. Zahlreiche Unternehmen erreichen zusätzlich in der Zeit zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg den Höhepunkt ihrer Produktion. Schokolade, die wir als
süsses und schon als fast unverzichtbares Genussmittel kennen, hat aber auch eine Schattenseite. Auf die möchten wir heute vor allem den Fokus lenken, denn hier steckt leider oft Kinderarbeit
drin, was wir in unserer Gesellschaft durch den Stress gerne ausblenden oder uns einfach nicht darauf achten. Deshalb ist es uns wichtig hier wieder die Aufmerksamkeit dafür zu gewinnen und
dieses Thema anzusprechen. In mehr als 30 Entwicklungsländern wird Kakao angebaut und 14 Millionen Menschen bestreiten ihren Lebensunterhalt mit der Kakaoproduktion. In vielen Ländern Westafrikas
und Lateinamerikas ist die Kakao-Produktion Haupteinnahmequelle der meisten Familien, die in Armut leben und ausgebeutet werden.
Vor allem Westafrika ist im Kakaosektor von Kinderarbeit betroffen! Mehr als 70 Prozent des weltweit konsumierten Kakaos’ stammt aus zwei Ländern: Der Elfenbeinküste und Ghana (Kamerun, Togo,
Nigeria und Ecuador betreiben große Kakaoplantagen).
Weltweit arbeiten mehr als 200.000 Kindersklaven auf Kakaoplantagen, oftmals ohne dafür auch nur einen Rappen zu verdienen. Sie werden geschlagen, misshandelt und zur Arbeit angetrieben. Diese
Grausamkeiten hinterlassen nicht nur körperliche Narben, sondern verdunkeln die kleine Seele, die keine Kindheit kennt. Vieler dieser Kinder stammen nicht aus dem eigenen Land, sondern werden aus
Nachbarländern verschleppt. So kommt es, dass viele Kinder aus Mali aus ihrem Zuhause verschleppt werden und auf die Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste verkauft werden.
Wenn ich meine Tochter anschaue und mir vorstelle, dass ein Kind für meinen Genuss leiden muss, dann sehe ich die süsse Versuchung der Schokolade mit anderen Augen. Ich gehe heute bewusster
einkaufen und achte mich vor allem auf ein Zeichen, dass mir als Konsument einen Halt gibt, dass ich solche Grausamkeiten nicht unterstütze!
Sicher ist dem einen oder anderen das Zeichen «UTZ Certified» auch bekannt. Es ist auf verschiedenen Verpackungen zu finden, wie bei Schokolade, Kaffee, Tee, Baumwolle und Palmöl.
UTZ bedeutet «gut» in der Sprache der Maya-Hochkultur.
Es ist eines der weltweit grössten Nachhaltigkeitsprogramme zum Anbau von Kakao. Es unterstützt Bauern, ihre Landwirtschaft zukunftsorientiert mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt zu betreiben.
Unabhängige Experten prüfen die Kriterien zu Arbeitsbedingungen, Naturschutz und guter Betriebsführung.
Zwangsarbeit und die Beschäftigung von Kindern unter 15 Jahren ist untersagt und Körperstrafen sind hier ganz klar verboten!
Die „normale“ Gesamtarbeitszeit darf 48 Stunden pro Woche nicht überschreiten. Überstunden müssen vergütet werden, dürfen nicht regelmäßig verlangt werden und 12 Stunden pro Woche nicht
übersteigen. Die örtlichen Mindestlöhne sind einzuhalten und gleiche Arbeit gleich zu entgelten.
So steigt die Qualität des Kakaos und mit ihr der Lebensstandard der Bauern, Arbeiter und Familien.
Ich haben nicht ohne Grund dieses Thema für die Weihnachtszeit gewählt, den ich setzte mich seit 2014 ehrenamtlich für das Recht für Kinder in der Schweiz ein. Während meiner ehrenamtlichen
Tätigkeit ist mir oft aufgefallen, das sehr viele Menschen Ihre Augen verschliessen und auch bei Dingen, die um unser Land herum passieren. Leider können wir die Welt nicht ändern und Armut sowie
Leid nicht an einem Tag bekämpfen. Aber wir können eines mit Gewissheit tun und das ist, dass wir in unserem Land hinschauen was wir kaufen und damit unterstützen, denn hier fängt Kinderschutz an
und jeder kann helfen und somit für das Recht dieser Kinder einstehen.
Es gib aber auch in der Schweiz viele Familien in Not und dazu müssen wir nicht über unsere Landesgrenzen gehen, sondern nur an die Türen von unseren Nachbarn klopfen, die vielleicht ein paar
Strassen weiter wohnen. Es gibt viele Menschen, Organisationen und Firmen in der Schweiz, die Unglaubliches leisten und für mich wahre Helden im Alltag sind. Lasst uns gemeinsam, auch während des
Jahres, diesem Bespiel folgen und Kinder und Familien gezielt in der Schweiz unterstützen. Werden Sie zum Helden im Alltag aus Überzeugung und nicht, weil es Weihnachtszeit ist, sondern weil
jedes Kind ein Recht auf seine Kindheit haben sollte.
Ich bedanke mich herzlich, dass Sie diesen Bericht mit so viel Aufmerksamkeit gelesen haben und freue mich, wenn Sie weiter auf dieser Schokoladen Zeitreise, im letzten und 4 Kapitel, in die
Schweiz begleiten.
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