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Auftritt eine starke
Senkung des Fesselgelenks statt, so wird dieselbe »weiche« Fessel genannt.
Diese bildet einen Fehler, weil infolge der übermäßigen
Senkung des
Gelenks leicht krankhafte Veränderungen an den
Bändern
und
Sehnen entstehen.
Costanzo,Komponist, aus
Florenz
[* 16] gebürtig, trat 1517 als
Sänger in die päpstliche
Kapelle, welcher er bis
zu seinem
Tod als Mitglied angehörte. Festa ist einer der ersten
Italiener, welche sich neben den damals die gesamte
Musik beherrschenden Niederländern Geltung verschaffen konnten. Von seinen
Kompositionen sind nur wenige gedruckt und zwar:
dreistimmige
Motetten (Vened. 1543), dreistimmige
Madrigale (das. 1556 und 1559) und
Litaneien
(Münch. 1583).
Die übrigen befinden sich teils in den
Archiven der päpstlichen
Kapelle, teils in Sammlungen der damaligen Zeit. Ein
Tedeum
von Festa (1596 in
Rom gedruckt), welches beim Einzug der Fronleichnamsprozession in die
Peterskirche gesungen zu werden pflegt,
läßt ihn als den Vorboten, ja als das Vorbild
Palestrinas erkennen.
Die Schauspiele, mittels deren man die zu feiernden Thaten oder Begebenheiten veranschaulichte, waren entweder geheime oder
öffentliche und wurden von Schauspielern oder von ganzen Gemeinden aufgeführt, wie in Ägypten bei den
Festen des Osiris,
[* 24] der Isis,
[* 25] des Mars,
[* 26] in Griechenland bei den Demeter- und Bacchusfesten. In Prozession holte man die Götterbilder
aus ihren Tempeln hervor und führte sie auf Wagen durch die Straßen. Die öffentlichen Feste hielten ihrer Zahl und der Pracht
ihrer Feier nach mit dem wachsenden Reichtum, aber auch mit der um sich greifenden Sittenverderbnis der
Völker gleichen Schritt. So hatten die Athener doppelt soviel und weit pomphaftere Feste als die übrigen Griechen, und in Rom
feierte man die meisten und prachtvollsten in der Kaiserzeit.
Die Zahl der griechischen Feste mag sich auf tausend, die der römischen auf mehrere Hundert belaufen haben.
Aber nur wenige derselben waren allgemeine; die meisten wurden nur in einzelnen Provinzen, Städten oder Ortschaften, andere
bloß nach Verlauf mehrerer Jahre, noch andre nur von einzelnen Klassen der Bürger oder von einem der beiden Geschlechter gefeiert.
Die meisten der griechischen Feste waren zwar, wie die der Ägypter und besonders der Phrygier,
enthusiastischer Art; doch hielten sie sich mit geringen Ausnahmen innerhalb der Schranken anständiger Fröhlichkeit, besonders
seitdem sich die Mythologie zu jener Anmut ausgebildet hatte, in welcher sie uns bei den klassischen Dichtern entgegentritt.
Auch bei den Römern veredelten sich der anfangs noch rohe und wilde Festtanz allmählich zum ästhetischern
Chorreigen, das regellose Jubelgeschrei zum feierlichen Hymnus, die nachahmende Mimik
[* 27] und Possenreißerei zum künstlerischen
Drama, welches auch noch im satirischen Scherz seine Würde behauptete. Da indes der Charakter der Römer
[* 28] seine angestammte Rauheit
nie ganz verlor, so finden sich bei ihnen auch in der spätern Zeit noch Spuren barbarischer Festlichkeiten,
die an die phrygischen Orgien erinnern.
3) das Neujahrsfest, hebr. Roschhaschana
(3. Mos. 23, 24),. am 1. und 2. Tischri gefeiert, ein Gedenktag der Vergangenheit,
der Tag des Gottes- und Selbstgerichts (Jom haddin), welcher zur Prüfung und Besserung des Lebenswandels
als Tag des Posaunenblasens (Jom terua) mahnen soll;
4) der Versöhnungstag (s. d.), hebr. Jom hakkippurim,
am 10. Tischri gefeiert, der heiligste und strengste Ruhetag, mit dem Neujahrsfest durch Bußtage verbunden;