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<h2>SubmittedText<h2><p>1. Wieso u. basierend worauf schloss der Bund einzig aus der Meldung von 4 Fällen einer bestimmten Personengruppe auf ein erhöhtes Risiko für alle Personen mit demselben Persönlichkeitsmerkmal (MSM)?</p><p>2. Bezieht sich die Risiko-Bestimmung auf eine Art der Sexualität, die nur zwischen Männern stattfinden kann? Falls ja, welche ist das?</p><p>3. Ist das Risiko bei sexuell übertragbaren Krankheiten nicht generell primär der Verkehr mit wechselnden Partner:innen? Falls ja wieso soll die Personengruppe MSM folglich einem erhöhten Risiko ausgesetzt sein?</p><p>4. 20min berichtet am 25. Mai 2022 über die Folgen von Stigmatisierungen u. gesellschaftlichen Ausgrenzungen. Wie stuft der Bund seine Kommunikation vor diesem Hintergrund ein?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Mitte Mai 2022 hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) das Auftreten einer aussergewöhnlichen Häufung von Affenpockeninfektion bei Menschen in verschiedenen europäischen Ländern zur Kenntnis genommen. Die meisten Betroffenen hatten sich vorher nicht in einem für Infektionen mit dem Affenpockenvirus bekannten Risikogebiet aufgehalten. Am 19. Mai berichtete das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) von mehreren bestätigten Fällen in Grossbritannien und Portugal und diversen weiteren Verdachtsfällen. Die meisten Betroffenen waren Personen, die sich selbst als Männer bezeichnen, die Sex mit Männern haben (MSM). Das ECDC empfahl, Gesundheitsfachpersonen und besonders betroffene Gruppen durch gezielte Informationen für das Auftreten des Affenpockenvirus zu sensibilisieren. Diese Ausgangslage ist bis heute unverändert.</p><p>2. und 3. Die Übertragungswege des Affenpockenvirus sind Gegenstand aktueller Forschung. Eine Übertragung ist von Tier zu Mensch und umgekehrt oder auch von Mensch zu Mensch möglich. Grundsätzlich besteht für alle Menschen ein Infektionsrisiko, wenn sie engen Kontakt mit infizierten Menschen oder Tieren (meist durch Haut- oder Schleimhautkontakt) haben oder mit infiziertem Sekret, Blut, grossen Atemwegströpfchen oder kontaminierten Gegenständen in Kontakt kommen. Sexueller Kontakt kann aufgrund der körperlichen Nähe oder bei Hautverletzungen im Genitalbereich die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung des Affenpockenvirus erhöhen. Ob Affenpocken durch Sperma oder Vaginalsekret übertragen werden können ist unklar. Die derzeitige Häufung von Affenpockeninfektionen bei MSM führt in dieser Gruppe zu einem erhöhten Infektionsrisiko durch die Übertragung des Affenpockenvirus in Situationen mit direktem und engem Körperkontakt.</p><p>4. Um neue Fälle von Affenpocken möglichst rasch zu erkennen und dadurch eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, leitete das BAG im Sinn der Empfehlung des ECDC rasch die Information von Gesundheitsfachpersonen und besonders betroffenen Gruppen ein. Dem BAG ist bewusst, dass im Kontext von neu auftretenden Krankheiten in spezifischen Bevölkerungsgruppen das Risiko von Stigmatisierung in der Kommunikation besonders beachtet werden muss. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Menschen mit erhöhten Infektionsrisiken transparent über diese Risiken informiert werden und wissen, wie sie sich nach Kontakt mit einer infizierten Person oder bei Symptomen verhalten sollen. Diesbezüglich ist die Zusammenarbeit mit Organisationen essenziell, die Betroffene vertreten. Um Risiken der Stigmatisierung einzugrenzen, wurde die Kommunikation deshalb in engem Austausch mit der Aids-Hilfe Schweiz (AHS) erarbeitet. Die AHS ist bzgl. stigmafreier Kommunikation sehr erfahren, geniesst bei MSM grosses Vertrauen und ist in der Community gut vernetzt. Die AHS wurde deshalb auch damit beauftragt, spezifische Informationen für MSM bereit zu stellen und über ihre Informationskanäle zu verbreiten.</p>  Antwort des Bundesrates.