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DMZ – TIERWELT ¦
Im April gab es bereits eine Meldung aus Den Haag, dass in den Niederlanden möglicherweise erstmals ein Mensch durch einen Nerz mit dem neuen Coronavirus infiziert worden sei. Neuen Untersuchungen zufolge gelte es als wahrscheinlich, dass sich ein Mitarbeiter einer Nerzfarm bei einem Tier angesteckt hat, teilte das Landwirtschaftsministerium in Den Haag damals mit. Die Regierung wolle nun die Pelztierzüchter bewegen, Nerzfarmen früher als geplant zu schliessen, erklärte Landwirtschaftsministerin Carola Schouten in der selben Mitteilung.
Nerzfarmen müssen bis 2024 schliessen - unabhängig vom Coronavirus
Unabhängig von der Corona-Pandemie müssen alle niederländischen Nerzfarmen laut Beschluss des Obersten Gerichtshofes bis 2024 den Betrieb einstellen. Die Nerzzucht ist in den Niederlanden umstritten, da die Raubtiere in Käfigen gehalten werden, um Pelzmode zu produzieren. Die Niederlande sind nach China und Dänemark der drittgrösste Produzent von Nerzen und produzieren jährlich Millionen Pelze.
Durch Subventionsangebote könnten Betreiber möglicherweise dazu gebracht werden, dies schon eher umzusetzen, erklärte Schouten. Das Ministerium ordnete Untersuchungen der Tiere in allen Nerzfarmen an. Allerdings schätzt die Gesundheitsbehörde RIVM das Ansteckungsrisiko für Menschen ausserhalb der Stallanlagen als äusserst gering ein.
Nerze werden getötet
Mehrere niederländische Pelztierfarmen haben auf Anweisung der Regierung mit dem Töten von Nerzen begonnen, nachdem bei einigen Tieren Coronavirus-Infektionen nachgewiesen wurden. Mittlerweile sind nach Angaben der Behörden zehn Farmen betroffen. Mindestens zwei Menschen sollen in der Zwischenzeit nachweislich über die Tiere angesteckt worden sein.
Jede einzelne Farm beherbergt mehrere tausend der frettchenähnlichen Tiere, die wegen ihres Fells gezüchtet werden. Ein Gesetz, das die Nerzfarm in den Niederlanden verbietet, wurde 2013 verabschiedet, und die verbliebenen 120 Farmen sollen 2023 ihren Betrieb einstellen. Die Regierung sagte, sie erwäge den Aufkauf der verbliebenen Nerzfarmen und eine präventive Keulung ihrer Nerze.
Tierschützer hatten versucht, die Räumung mit einer einstweiligen Verfügung zu verhindern. Ein Gericht hatte jedoch am Freitagabend grünes Licht gegeben. Das Ministerium befürchtet, dass die Pelztier-Farmen ein bleibender Infektionsherd sein könnten.
Die Tiere werden mit einem Gas getötet und die Kadaver dann von einem Spezialbetrieb vernichtet. Anschliessend sollten die Ställe desinfiziert werden.
In den Niederlanden gibt es noch rund 150 Pelztierfarmen. Ab 2024 ist die Zucht von Nerzen nach einem Gerichtsurteil verboten.
Quelle: SRF ¦ WWF
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