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Studentenreferate
Timo Geitlinger, Zürich:
Derjenige Landestheile, der zwischen Aare Zihl und Jura liegt. Eine landschaftsarchäologische Untersuchung zur Hallstattzeit im Berner Seeland
Obwohl die Hallstattzeit im Berner Seeland durch eine Vielzahl von ausserordentlich reich ausgestatteten Gräbern und eine hohe Funddichte belegt ist, war sie in den letzten 50 Jahren nie mehr Gegenstand systematischer Feldprojekte oder Publikationen. Da wegen der frühen und starken Industrialisierung und naturräumlichen Eingriffe nicht mehr viel von einer ehemaligen hallstattzeitlichen Naturlandschaft zeugt, wurde auf Basis von historischen und naturwissenschaftlichen Quellen und eines Geoinformationssystems ein naturräumliches Modell (u. a. Rekonstruktion der Wasserläufe, Seestände und Vegetation) erstellt. Dieses diente als Grundlage für weitere kulturräumliche Modellierungen, wie die Evaluation von Sichtverbindungen, die Untersuchung der Wegverläufe oder das Clustering von Fundstellen, die zusammen bereits ein differenziertes Bild eines hallstattzeitlichen Natur- und Kulturraums erahnen lassen.
Benjamin Hart, Zürich:
Archäologie auf dem Dach der Welt – Resultate der geophysikalischen Prospektion und archäologischen Ausgrabung am Hügel M31 im Phobjikha Tal, Buthan
Im Rahmen des Bhutan-Swiss Archaeology Project wurde im Herbst 2018 aufgrund der Resultate vorgängig durchgeführter geophysikalischer Messungen der Hügel M31 systematischen untersucht. Dabei wurden eine kreuzförmige, kanalartige Steinstruktur und die Überreste von drei Trockensteinmauern freigelegt. Abgesehen von wenigen Keramikfragmenten kamen kaum Funde zum Vorschein. Die Analyse der Holzkohlenproben aus verschiedenen Schichten des Hügels M31 lieferten erstaunliche Resultate. Die freigelegten Befunde und Strukturen deuten darauf hin, dass es sich beim Hügel M31 um die Überreste einer prähistorischen Baustruktur aus dem 8.-5. Jh. v.Chr. handelt, welche im Laufe der Zeit mehrfach überprägt wurde. Über die Form und die Funktion dieser prähistorischen Baustruktur kann mit aktuellem Wissensstand – es sind keine vergleichbaren Strukturen aus dem tibetischen Plateau, dem indischen Subkontinent oder anderen Teilen der Welt bekannt – nur spekuliert werden.
Ulla Wingenfelder, Zürich:
Nachweis prähistorischer Bergbauaktivitäten durch Metallanreicherungen in Sedimentbohrkernen aus dem Moor beim Gruba, Oberhalbstein GR
Seit 2013 erforscht der Fachbereich Prähistorische Archäologie des Instituts für Archäologie der Universität Zürich das (prä)historische Bergbaurevier des Oberhalbsteins. Im Zuge der Forschungsaktivitäten konnten an verschiedenen Stellen Überreste von Erzabbau und Verhüttung (Öfen, Schlackenhalden) freigelegt und dokumentiert werden. Die bergbaulichen Aktivitäten der Vorzeit haben aber nicht nur direkt fassbare Spuren hinterlassen, sondern sie sind auch in Sedimenten nachweisbar. Dass Umweltbelastungen durch Metalle nicht nur in moderner Zeit ein Thema sind, zeigen die Ergebnisse der chemischen Untersuchung dreier Sedimentkerne aus dem Moor bei Gruba, welches in unmittelbarer Nähe zu einem Verhüttungsplatz liegt.