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Spätsommerkonzert
Mittwoch, 1. September 2021, 19:30 Uhr, Stadtkirche Zofingen
Donnerstag, 2. September 2021, 19:30 Uhr, Stadtkirche Zofingen
Leitung: Matthias Sager
Programm:
Norman Leyden, Serenade for String Orchestra
Harald Genzmer, Sinfonietta
Felix Mendelssohn, Lieder ohne Worte op. 102 (instrumentiert von Wolfgang Jacob)
Wolfgang Amadeus Mozart, Divertimento Nr. 1 D-Dur KV 136
Norman Leyden
war ein amerikanischer Klarinettist, Dirigent und Komponist. Er wurde am 17. Oktober 1917 in Springfield, Massachusetts, geboren. Nach Abschluss seiner Studien an der Yale und an der Columbia Universität 1938 gründete er das Westchester Youth Symphonie-Orchestra. Später leitete er das Oregon Symphony Orchestra. Er gehörte zahlreichen Unterhaltungsorchestern an und arbeitete für Filmstudios. Leyden wurde am 24. Februar 1941 Infanterie-Sergeant. In seinen Einstellungspapieren ist seine Spezialität mit «Musiker oder Bandleader» angegeben. Er wurde Oberweldwebel und lernte Glenn Miller kennen, für dessen Air Force Band er Arrangeur wurde. 1943 komponierte Leyden die Titelmusik für die Kriegsradioserie «Ich unterstütze die Flügel» mit Glenn Miller, welche von 1943 bis 1944 lief. Ab 1968 lebte er in Portland, Oregon. Er begann eine langjährige Beziehung mit dem Oregon Symphony Orchestra und absolvierte 29 Spielzeiten plus 34 Spielzeiten als Dirigent der Oregon Symphony Pops. Über eine Million Menschen besuchten seine Oregon Symphony Pops-Konzerte. Im Mai 2004 ging er in den Ruhestand. Er wurde einer von nur zwei klassischen Musikern, die 2008 in die Oregon Music Hall of Fame aufgenommen wurden. Er starb am 23. Juli 2014.
Harald Genzmer
wurde am 9. Februar 1909 in Blumenthal bei Hannover geboren. Bereits in jungen Jahren erhielt er Klavier- und Orgelunterricht. Von 1928 bis 1934 studierte er Komposition in Berlin bei Paul Hindemith, der ihn massgeblich prägte. Von 1934 bis 1937 arbeitete er an der Oper Breslau, ab 1938 an der Volksmusikschule in Berlin-Neukölln. Bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin erhielt er eine olympische Bronzemedaille in der Kategorie Solo- und Chorgesang für sein Werk «Der Läufer». Seinen Militärdienst leistete er vorerst als Klarinettist und wurde dann freigestellt für Lazarettkonzerte. 1946 wurde Genzmer als Stellvertretender Direktor und Professor für Komposition an die neu gegründete Hochschule für Musik in Freiburg berufen und wechselte 1957 an die Hochschule für Musik in München, wo er bis zu seiner Emeritierung 1974 wirkte. Für sein kompositorisches und pädagogisches Wirken wurde Harald Genzmer vielfach geehrt, so zuletzt 1998 mit der Bayerischen Verfassungsmedaille in Gold, 1996 mit dem Kulturpreis der Bayerischen Landesstiftung und 1991 mit dem Maximiliansorden, der höchsten Auszeichnung, die der Freistaat Bayern Kulturschaffenden verleiht. Sein Werk umfasst alle Gattungen mit Ausnahme der Oper. Unter seinen Orchester-, Kammermusik- und Chorwerken finden sich auch zahlreiche Kompositionen pädagogischen Charakters. Am 16. Dezember 2007 starb Harald Genzmer in München.
Felix Mendelssohn Bartholdy, Lieder ohne Worte
Mit einem Klavierstück in Es-Dur, das den Titel «Lied» trägt, überraschte Felix Mendelssohn Bartholdy am 14. November 1828 seine Schwester Fanny zum Geburtstag. Wenig später bezeichnete diese das Werk als «Lied ohne Worte». Damit war der Begriff geboren, unter dem ca. 50 lyrische Klavierstücke Mendelssohns populär geworden sind. 1842 schrieb Mendelssohn an Marc André Souchay: «Es wird so viel über Musik gesprochen, und so wenig gesagt. Ich glaube überhaupt, die Worte reichen nicht hin dazu, und fände ich, dass sie hinreichten, so würde ich am Ende gar keine Musik mehr machen... So finde ich in allen Versuchen, diese Gedanken auszusprechen, etwas Richtiges, aber auch in allen etwas Ungenügendes, nicht Allgemeines... Das, was mir eine Musik ausspricht, die ich liebe, sind mir nicht zu unbestimmte Gedanken, um sie in Worte zu fassen, sondern zu bestimmte. Fragen Sie mich, was ich mir gedacht habe, so sage ich: gerade das Lied, so wie es dasteht. Und habe ich bei dem einen oder dem andern ein bestimmtes Wort oder bestimmte Worte im Sinne gehabt, so kann ich die doch keinem Menschen aussprechen, weil dem einen das Wort nicht heisst, was es dem andern heisst, weil nur das Lied dem einen dasselbe sagen, dasselbe Gefühl in ihm erwecken kann wie im andern.»
W. A. Mozart, Divertimento D-Dur für Streicher, KV 136
Obwohl die drei Divertimenti KV 136-138 von Mozart als Werke für Streichorchester berühmt geworden sind, handelt es sich strenggenommen um Musik für Streichquartett. Denn im Gegensatz zum Begriff «Serenade», der sich meistens auf orchestrale Musik bezog, bezeichnete man in Salzburg als «Divertimento» nur Stücke in solistischer Streicherbesetzung, oft mit zwei Hörnern und Kontrabass. Mit den Divertimenti KV 136 bis 138 schrieb der 16-jährige Mozart drei Meisterwerke der Unterhaltungsmusik des 18. Jahrhunderts. Entstanden während der Arbeit an der Opera seria «Lucio Silla», stehen die drei Werke in vielem den expressiven und eher barocken Qualitäten dieser Oper nahe. So finden sich ausdrucksvolle Vorhalte oder fugierte Abschnitte. Sie verbinden sich mit einem kantabel-melodischen Tonfall, den der junge Mozart von den großen Opernmeistern seiner Zeit übernommen hatte.