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Für das Kind ist der geplante Kaiserschnitt am sichersten (0.8% Gesamt-Todesfälle rund um die Geburt und als Neugeborenes, verglichen mit 1.5% bei geplanter natürlicher Geburt - C. Signore, Clin. Perinatol. 2008). In der Kleinfamilie mit 1.3 Kindern pro Frau werden Risikoabwägungen immer wichtiger.
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Für die Mutter besteht heute bei geplantem Kaiserschnitt eine ebenso tiefe Sterblichkeit von 1/60'000 wie bei natürlicher Geburt. Ein Notfall-Kaiserschnitt hat allerdings eine zehnmal höhere Sterblichkeit, weshalb bei ungünstiger Ausgangslage für eine natürliche Geburt (z.B. unreifer Muttermund oder Übergewicht mit Body Mass Index über 30) ein Kaiserschnitt punkto Risiko zum vornherein besser abschneidet.
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Die Patienten-Rechte werden viel stärker gewichtet. Nicht mehr der Arzt allein weiss, was für seine Patienten gut ist. Es findet ein gleichberechtigter Dialog statt zwischen der Schwangeren, die für ihr Wertesystem selbst verantwortlich ist, und dem Arzt als Experten für Diagnose und Behandlung. Ein Begehren nach Kaiserschnitt darf nur schon aus juristischen Gründen nicht mehr abgelehnt werden.
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Das Operations-Management beim Kaiserschnitt wurde einfacher, sicherer und angenehmer. Schonende und schnelle Operationstechnik, vorbeugende Gabe von Antibiotika und Gerinnungshemmern, baldiges Aufstehen nach der Operation und normale Kost verkürzen die Erholungszeit und vermindern die Komplikationen. Wer es wünscht, kann bereits drei Tage nach geplantem Kaiserschnitt nach Hause gehen.
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Die Spätfolgen von schwierigen Geburten auf natürlichem Wege sind besser erforscht, sowohl betreffend Beckenbodenschädigung mit möglichen Schmerzen, Urin- und Stuhlverlust als auch betreffend seelische Folgen.
Fairerweise muss der geplante Kaiserschnitt mit der geplanten natürlichen Geburt verglichen werden, wobei letztere zu 10% in einer Saugglocken- oder Zangengeburt und zu weiteren 10% in einem Notfall-Kaiserschnitt endet. Die Zufriedenheit der Mutter ist bei erfolgreicher natürlicher Geburt ebenso gross wie beim geplanten Kaiserschnitt, während die komplizierten Geburten und - ganz ausgeprägt - die Notfall-Kaiserschnitte als unschöne Erlebnisse in Erinnerung bleiben.
Vor- und Nachteile für das KIND
Vorteile Kaiserschnitt
- Geringste Sterblichkeit (kein Absterben während Geburt, kein Absterben im Mutterleib nach 39 Wochen)
- Keine Schädigung während Geburt (Risiko 1:1000), weniger Infektionen
- Weniger Stresshormone während Geburt, weniger reizbar bei erster Impfung nach drei Monaten
Nachteile Kaiserschnitt
- Mehr Atemnotsyndrom (Kind braucht vorübergehend den Brutkasten, ist aber nie in Lebensgefahr)
- Je nach Standpunkt sind die extrem hohen Stresshormone für die weitere kindliche Entwicklung ein Vorteil
Vor- und Nachteile für die MUTTER
Vorteile Kaiserschnitt
- Deutlich weniger Probleme mit ungewolltem Urin- und Stuhlverlust nach Geburt
- Weniger Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Keine Spätschäden des Beckenbodens (insbes. Urinverlust)
Nachteile Kaiserschnitt
- Evt. grössere Befriedigung durch normale Geburt (gemäss Studie M.Schindl sind Mütter mit geplantem Kaiserschnitt ebenso zufrieden)
- Geringgradig erhöhtes Risiko (1%) von Placentatiefsitz und/oder Einwachsen der Placenta bei späteren Schwangerschaften
- 0.5%-1% Platzen der Kaiserschnittnarbe während nächster Schwangerschaft (v.a. bei Versuch zur natürlichen Geburt)
«Genfer Studie» über Neugeborenen-Sterblichkeit
Im Juli 2009 wurde die Studie von De Luca (Pediatrics 2009) in den Medien zitiert, welche bei geplanten Kaiserschnitten über 37 Wochen 0.4% Todesfälle, bei natürlichen Geburten 0.1% Todesfälle fand. Diese Studie unterstreicht, dass der geplante Kaiserschnitt erst mit 38 oder noch besser 39 Wochen durchgeführt werden sollte - dann ist die Neugeborenen-Sterblichkeit nicht mehr höher, und der Kaiserschnitt schneidet wegen der 0.1% verhinderten Totgeburten nach 39 Wochen besser ab (siehe oben).
Zusammenfassung
Die für die meisten Frauen beste Geburt ist die natürliche Geburt ohne Dammschnitt, ohne Zange/Saugglocke und ohne Komplikationen. Die zweitbeste Geburt ist der geplante Kaiserschnitt mit 39 Wochen. Die zweitbeste Variante kann Ihnen der Arzt praktisch garantieren, während die beste Variante von einigen Launen der Natur abhängt, die wir nicht steuern können. Die Schwangere muss sich also zwischen der natürlichen Ungewissheit und der planbaren Gewissheit entscheiden.
Es ist inzwischen verpönt, vom Kaiserschnitt «auf Wunsch» zu sprechen - wir bevorzugen den Begriff Wahl-Kaiserschnitt. Wir sind überzeugt, dass sich keine Schwangere leichtfertig oder als blosse Modeerscheinung für einen Kaiserschnitt entscheidet.
Als Ihr Arzt bin ich für jede Art der Geburt offen, die ich medizinisch verantworten kann, also auch für den Wahl-Kaiserschnitt. Es braucht aber in jedem Fall ein ausführliches Aufklärungsgespräch, um auf Ihre persönliche Situation einzugehen und die obgenannten Vor- und Nachteile zu diskutieren.