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Anna Katharina Heusler war Mitbegründerin des Hauspflegevereins, des Hausarbeitsvereins und des Krankenpflegevereins in Riehen und Bettingen. Sie war die letzte private Besitzerin des Alten Wettsteinhauses.
Tochter des Daniel Heusler (Kaufmann) und der Caroline, geborene Christ. Zwei Brüder und vier Schwestern.Ledig.
Anna Katharina Heusler wurde am 6. Juni 1872 geboren. Sie wuchs zusammen mit ihren sechs älteren Geschwistern im Haus ‹Zum grossen Colmar› am St. Alban-Graben 8 in Basel auf. 1891 übernahm ihr Vater Daniel Heusler-Christ (1830–1910) das Alte Wettsteinhaus an der Baselstrasse 34 in Riehen, wo die Familie fortan die Sommermonate verbrachte.
Heusler besuchte die Schule in Basel. Das letzte Jahr absolvierte sie in der französischsprachigen Schweiz, in Genf, wie das in der Basler Oberschicht üblich war.
Nach dem Tod ihrer Eltern ging das Riehener Landhaus an die beiden ledigen Töchter Anna Katharina und Julie (1866–1940). Sie zogen 1912, nach dem Verkauf des Wohnhauses in Basel, gemeinsam nach Riehen ins Alte Wettsteinhaus.
In Riehen engagierte sich Heusler in verschiedenen Vereinen. 1914 gründete sie mit anderen Frauen den Hauspflegeverein (ab 1936 Hauspflegeverein Riehen-Bettingen). Der mit der Reformierten Kirchgemeinde Riehen verbundene Verein unterstützte Frauen während Krankheit und Wochenbett oder übernahm die Hausarbeit während Ferienabwesenheiten. Während 40 Jahren war Heusler als Sekretärin für die Koordination der Ferienversorgung tätig.
Ebenfalls 1914 gründete Heusler zusammen mit ihrer Schwester und Margaretha Alice Lindenmeyer-Seiler den Hausarbeitsverein. Die Mitglieder erledigten Näharbeiten in Heimarbeit und erhielten dafür vom Hausarbeitsverein eine kleine finanzielle Entschädigung. Die Arbeiten wurden im Alten Wettsteinhaus koordiniert, verteilt, eingesammelt und jährlich an einem Basar verkauft. 1957 wurde dieser Verein in eine Stiftung umgewandelt.
Heusler war zudem Gründungsmitglied und von 1923 bis 1950 die erste Präsidentin des Krankenpflegevereins, der die Anstellung einer eigenen Gemeindeschwester in Riehen und Bettingen finanzierte. Überdies gehörte Heusler dem Vorstand des Reformierten Kirchgemeindevereins und der Kommission für die Kleinkinderschule in Bettingen an.
Nach dem Tod der Schwester Julie im Jahr 1940 wohnte sie allein im Alten Wettsteinhaus. Anna Katharina Heusler starb am 28. Juli 1957 in Riehen.
Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 4.1.2023
Hauspflegeverein Riehen: RIE A.1 400.1.5.
Heusler, Anna Katharina (1872–1957), Dokumentensammlung
Akten aus dem Besitz der Schwestern Julie (1856–1940) und Anna Katharina (1872–1958) Heusler (de Daniiel) in Riehen (1662–1944): STA PA 522.
Nachruf Anna Katharina Heusler: STA LA 1957 07 28.
Sammlung biographischer Zeitungsauschnitte: 1 Zeitungsartikel.
Frey, Lucas: Das Wettsteinhaus. In: Jahrbuch z’Rieche 1962. S. 31–42.
Lehmann, Fritz: Aus der Geschichte des Wettsteinhauses zu Riehen. In: Jahrbuch z’Rieche 1972. S. 7–25.