Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03343.jsonl.gz/179

5G kann theoretisch auf allen Sendefrequenzen des Mobilfunks ausgestrahlt werden, in der Praxis erweist sich aber das Frequenzband von 3500-3800 MHz als besonders geeignet.
Weitere Informationen : Internetseite des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM)
„Pseudo-5G“ (5G wide) und 5G (5G fast) – Stand 15.09.2020
Im Moment sind 2 Typen von 5G Antennen in Betrieb:
- Die Version „Pseudo-5G“ (5G wide) welche Frequenzen und Antennen benützt, welche bereits in Betrieb sind – beispielsweise für die 4G bei zirka 2100 MHz;
- Die Vollversion oder die „richtige“ 5G (5G fast), welche bereits verwendete Frequenzen benutzt um den Kontakt mit den Endgeräten (Natels) herzustellen. Zudem werden weitere Frequenzen (normalerweise im Bereich von 3500 MHz) ausgesandt um diejenigen Personen zu bedienen, welche das Netz benutzen wollen. Dieses Vorgehen, welches mit sogenannten „adaptiven“ Antennen erreicht werden kann, hat zum Ziel die nichtionisierende Strahlung auf den verbundenen Benutzer zu beschränken. Das BAFU sollte nächstens die technischen Details zur Evaluation dieser Antennen publizieren. Bis zum Erscheinen dieser Vollzugshilfe, basieren die Kantone für die Evaluation der adaptiven Antennen auf dem Worst-Case-Szenario. Dies heisst, dass die Strahlung in Funktion der maximal erlaubten Leistung analysiert wird, wie dies auch bei konventionellen Antennen der Fall ist. Die effektiv ausgesandte Strahlung ist daher überbewertet und somit kann das Vorsorgeprinzip garantiert werden.
Alle Mobilfunkantennen, egal ob sie in 4G oder 5G senden, müssen die gleichen Grenzwerte einhalten. Dabei werden die verschiedenen Sendearten kumuliert, was bedeutet, dass die Aufschaltung von 5G automatisch einen Ersatz einer anderen Technologie (2G, 3G oder 4G) bedeutet und dass damit die von der NISV gegebenen Grenzwerte nicht überschritten werden können.
Weitere Informationen zur Technik und zur Frequenzverteilung: Internetseite des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM)
Stand der 5G im Kanton Freiburg (15.09.2020)
Seit dem 1. Juni 2019 braucht es im Kanton Freiburg in jedem Fall eine Baubewilligung für die Installation neuer oder die Änderung bestehender Mobilfunkantennen. Dies gilt auch für 5G. Die eingereichten Baubewilligungsgesuche müssen im Amtsblatt veröffentlicht werden, wodurch die Personen, die sich vom Projekt betroffen wähnen, eine rechtskonforme Einsprache einreichen können. Die Raumplanungs-, Umwelt- und Baudirektion (RUBD) hat diesen Entscheid getroffen, um eine transparente Information der Bürgerinnen und Bürger sowie der kantonalen und kommunalen Behörden über die Projekte der Mobilfunkbetreiber sicherzustellen. Vor dem 1. Juni 2019 konnten Gesuche unter bestimmten Umständen und in Einklang mit den Empfehlungen der Schweizerischen Bau-, Planungs- und Umweltschutzdirektoren-Konferenz (BPUK) in einem vereinfachten Verfahren behandelt werden, was unter anderem bedeutete, dass keine Publikation im Amtsblatt erfolgte.
„Pseudo-5G“ (5G wide)
Diese Antennen brauchen keine Baubewilligung, da sie Installationen verwenden, welche bereits bestehend sind und Frequenzen ersetzen, welche bereits für andere Dienste, z.B. 3G und 4G in Betrieb sind. Die Exposition der Bevölkerung durch nichtionisierende Strahlung bleibt dabei gleich. Der Übergang zur „Pseudo-5G“ ist daher keine Änderung im Sinne der NISV (Antennendiagramme sind unverändert). Dieser Übergang ist keiner kantonalen oder Bundesbewilligung unterstellt. Dies erklärt, warum seit Ende 2019, die Anzahl 5G Antennen auf dem Gebiet des Kantons Freiburg stark angestiegen ist.
5G Vollversion (5G fast)
Um in der Vollversion 5G (5G fast) zu senden, ist eine Baubewilligung zwingend. Die Auflage der Baubewilligung führt in der Regel zu zahlreichen Einsprachen. Das Gesuch, welches zuerst von der zuständigen Gemeinde analysiert wird, kommt anschliessend zur Kontrolle zum Kanton. Unter anderem wird bei dieser Kontrolle die Einhaltung der NISV überprüft. Der definitive Entscheid wird durch das Oberamt gefällt.
Im Kanton Freiburg senden 80 Antennen 5G aus (Stand 15.09.2020):
- 61 senden 5G wide aus
- 17 Antennen senden in 5G fast (Liste untenstehend)
|Ortschaft||Adresse / Beschreibung||Stationsname|
|Bösingen||Bleikeweg 4||BOSI|
|Courtepin||Route de l'Industrie 21||CPIN|
|Düdingen||Jetschwilstrasse||VD358-1|
|Estavannens||Gros Retzé||VD813-1|
|Estavayer||Rte de Lully 43||EBAI|
|Estavayer||Place de l'Eglise 1||ESEG|
|Gillarens||Chemin du Château de Colon 12||FR107-2|
|Givisiez||Chemin du Giratoire 1 - Centre Sportif||VD334-4|
|Granges-Paccot||Route du Lac 12||GRPA|
|Jaun||Gross Rueckli||VD368-1|
|Montbovon||Chambre des Vannes||VD370-1|
|Plaffeien||Hapferen 150||VD366-1|
|St. Antoni||Wassertank||VD367-5|
|St. Ursen||Oberholzacher||VD365-3|
|Sugiez||Route d'Anet 6||NE033-1|
|Tentlingen||Rain||GIFS|
|Vauderens||Rte d'Ursy 10||VD404-1|
Wartung der Installationen
Wartungs- und Reparaturarbeiten (ohne Änderungen des Antennendiagramms) sind jederzeit erlaubt und brauchen keine Baubewilligung.
Gesetzgebung zur nichtionisierenden Strahlung
Die Bundesverordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) definiert die Grenzwerte für die Installationen (Mobilfunkantennen) sowie für die Orte mit empfindlicher Nutzung (OMEN), das heisst überall wo sich Menschen aufhalten (Wohnungen, Schulen, Spielplätze, …). Die Grenzwerte sind in Bezug auf die verwendeten Frequenzen definiert und basieren nicht auf einer Technologie (bspw. 4G oder 5G).
Die Arbeitsgruppe Mobilfunk und Strahlung , welche durch Alt-Bundesrätin Doris Leuthard eingesetzt wurde, hat ihren Bericht im November 2019 publiziert. Der Bericht liefert Fakten zum Thema Mobilfunk, 5G und Strahlung. Er schlägt zuhanden des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) Begleitmassnahmen zum Umgang mit Mobilfunk in der Schweiz vor. Bei der Frage der Veränderung der Anlagegrenzwerte hat die Arbeitsgruppe keine Einigung erzielt und daher auch keine Empfehlung abgeben können. Das UVEK analysiert zurzeit den Bericht und wird über das weitere Vorgehen entscheiden.
Weitere Informationen zu in der Schweiz angewandten Grenzwerte: Internetseite des Bundesamtes für Umwelt (BAFU), Frage 10
Verteilung der Zuständigkeiten
Informationen zur Verteilung der Zuständigkeiten zwischen den verschiedenen Bundesstellen und den Kantonen sind auf der Internetseite des BAKOM zu finden.