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Bis Tony Mangan dreissig Jahre alt ist, rennt er gar nicht. Heute hat der Irländer die letzte Route in seiner Heimat unter die Füsse genommen und somit die Welt umrundet.
Tony Mangan ist 1957 in Dublin zur Welt gekommen. Als Mangan zwanzig Jahre alt ist, liest er ein Buch von Dervla Murphys, die von Irland nach Indien mit dem Fahrrad gefahren ist. So kommt der Ire auf den Geschmack und will die Abenteuer seiner Landsfrau selbst erleben.
Im August 1978 nimmt er die gleiche Strecke wie Murphys in Angriff. Nach 15 Monaten hat Mangan es geschafft. Und macht weiter. In den nächsten 15 Jahren bereist Mangan, der früher nur etwas Fussball gespielt hat, zahlreiche Länder.
Als er 1994 in die USA umzieht, beginnt der Ire das Velo links liegen zu lassen und zieht zu Fuss los. Mangan, der nach eigener Aussage «bis fast 30 nie gerannt» ist, hat grosse Freude daran, die Welt ohne Hilfsmittel zu erkunden.
Auch in den folgenden Jahren kennt der Mann (offensichtlich) keine natürlichen Grenzen. Treu seinem Lebensmotto «Alles ist möglich» holt Mangan unglaubliche Rekorde: Als erster Athlet rennt Mangan an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mindestens 200 Kilometer pro Tag. 2007 joggt er bei einem Indoor-Event in 48 Stunden sagenhafte 426,178 Kilometer - die zehnfache Marathondistanz. Auf dem Laufband erreicht Mangan in 48 Stunden ebenfalls 405 Kilometer.
Es ist also fast logisch, dass der frühere Bauarbeiter seinen langersehnter Wunsch, die Welt zu Fuss zu erkunden, 2010 in Angriff nimmt. Die Kosten von 40'000 Euro tragen dabei mehrer Gönner und Sponsoren.
Gesagt, getan. Der frühere Bauarbeiter ist seit Oktober 2010 durch fünf Kontinente, sechs Wüsten und 41 Länder gerannt. Die Gesamtdistanz seiner Route betrug schlappe 50'000 Kilometer. Seine absolvierte Strecke entsprach umgerechnet 1185 Marathons, im Schnitt also fast 300 Marathons pro Jahr.
Der Rekordmann hat in den vier Jahren einige Grenz-und Extremerfahrungen (durch-)machen dürfen: Einen üblen Fusspilz, der seinen Fuss erlahmen liess, Temperaturen von 50 Grad Celsius, mehrmals schwere Dehydration des Körpers, zahlreiche Verletzungen aller Art, unbegehbare Gebirgspfade in den Anden und Lastwagen, die ihn in Indien von der Strasse drängten. Mangan dazu: «Ich hatte auf meiner Reise unglaubliches Glück, als hätte ein Engel über mich gewacht.»
Nicht immer lief die Reise-Route wie geplant. So bekam der Irländer keine Visa für China und konnte wegen des Ukraine-Konflikts nicht nach Russland reisen. Auch Pakistan musste er auslassen, da die Sicherheit im Süden des Landes nicht gewährleistet war.
Seine Abenteuer und seine Reiseroute konnte man live miterleben. Der Irländer trug nämlich nicht nur ein GPS mit sich, sondern führte auch einen Blog namens «theworldjog.com», wo er seine Leser fast täglich mit Anekdoten fütterte.
Heute ist ein letztes Kapitel dazukommen. Mangan ist in Dublin bei einem Marathon im Ziel angekommen. Am selben Ort, wo das Abenteuer vor vier Jahren begann. Mangan plant, ein Buch über seinen Trip, der 1463 Tagen gedauert hat, zu schreiben. Genug spannendes Material hat Tony Mangan sicher.