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| Gregor v. Nazianz († 390) - Reden

VIII. Rede
21.
[Forts. v. [S. 247] ] Als sie alles hatte, was sie wollte, ihr nichts von dem abging, was sie wünschte, und ihre Stunde gekommen war, bereitete sie sich nun auf den Tod und die (ewige) Heimat vor und legte sich nieder, um dem Gebote der Stunde zu gehorchen. Nachdem sie ihrem Manne, ihren Kindern und ihren Freunden zugesprochen hatte, wie es einer liebenden Frau, Mutter und Schwester geziemt; nachdem sie herrliche Worte über das Jenseits vorgetragen hatte, um ihren Sterbetag zu einem Festtag zu machen, entschlief sie. Nicht zwar war sie reich an irdischen Tagen, nach denen sie sich auch gar nicht gesehnt hatte, da sie in denselben für sich nichts Gutes, sondern meist Staub und Irrtum vermutete; dagegen war sie reich an Tagen, die vor Gott großen Wert haben, reicher wohl als die, welche in hohem Alter gestorben sind und viele Lebensjahre gezählt haben. So war ihre Auflösung oder ― besser gesagt ― ihre Aufnahme; so flog sie dahin, so wanderte sie hinüber, so eilte sie dem Leibe etwas voraus.