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Urkundliche Nachrichten über den Bau der Burg fehlen, es wird eine Erbauungszeit aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts angenommen. Greifenstein war das Zentrum der Herrschaft Greifenstein, zu der neben Filisur auch Bergün, Lantsch und Stuls gehörten. Die edelfreien Herren von Greifenstein waren nach dem Wappen stammesgleich mit Wildenberg-Sagogn und Frauenberg in Ruschein. 1233 wird Rudolf von Greifenstein erwähnt, der an der Ermordung von Bischof Berthold beteiligt gewesen war und als Busse auf einen Kreuzzug geschickt wurde; dafür erhielt er Fristverlängerung bis 1237. 1243 sind in einer Vazer Urkunde Heinrich und Albert bezeugt: ...Hainricus et Albertus de Grifinstain.
Burg und Herrschaft Greifenstein ging noch vor 1300 an die Wildenberger über; entweder waren die Greifensteiner ausgestorben oder ein Zweig von ihnen nannte sich wieder nach Wildenberg. 1297 wird ein Ortolf, Ammann in Greifenstein, als Zeuge in einer Wildenberger Urkunde genannt: Ortolfo ministor in Grifenstein. 1320 verpfändet Hugo von Wildenberg und seine Gattin Anna von Wildenberg die burch ze Griffenstaein, Bvrguen (Bergün), liute und gueter für 1150 Mark an das Hochstift in Chur.
Nach mehreren Besitzerwechseln - Planta aus Zuoz, Andreas von Marmels, Werdenberg, von Matsch, die von Greifenstein aus Bischof Hartmann angriffen - wurde die Burg 1394 von den Truppen des Bischofs erobert ...und gab ihm Gott das Glükh, daz Sie die obgenandt drey Vestinen (Ramosch, Steinsberg und Greifenstein) gewannent und sich dero von Mätsch erwerent und wurde zum bischöflichen Zentrum im Albulatal. Am 2. Februar 1396 versprach der Bischof, den Leuten der Herrschaft ihre Rechte zu belassen und erhielt von ihnen der Treueid ...als wir die vesti Griffenstain ... in unsern gewalt habent bracht. Nach weiteren Auseinandersetzungen zwischen den Matsch und dem Bischof entschied 1421 als Schiedsrichter Herzog Ernst von Österreich, dass die Burgen beim Hochstift verbleiben solle, dafür müsse der Bischof die Matscher und Toggenburger für Ramosch und Greifenstein mit 2500 Mark entschädigen solle. In einem Streit mit Bischof Ortlieb (1458 - 1491) besetzten Gotteshausleute unter anderem auch Greifenstein, wobei Zürich zugunsten des Bischofs intervenierte.
Bis zum Auskauf der Herrschaftsrechte durch die Gemeinden 1537 diente Greifenstein den bischöflichen Vögten als Amtssitz, dann wurde sie verlassen und zerfiel rasch. Ulrich Campell erwähnt sie um 1550 als zu einem guten Teil zerstört und innen öde. Das Dach blieb noch bis ins 19. Jahrhundert hinein erhalten. Der endgültige Zerfall erfolgte nach 1840, als Balken und zugehauene Steine für den Bau des Schulhauses verwendet wurden. (de.wikipedia.org)
Bibliographie