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Poliolyelitis
Das statistisch zeitgleiche gehäufte Auftreten von Poliomyelitis wurde mit der DDT Anwendung als Pestizid in Verbindung gebracht. Die Fälle von Poliomyelitis traten bereits zwei Jahre vor den Feldstudien von Salk zurück und vier Jahre bevor die Massenimpfungen in der US-Bevölkerung einsetzten. Sie gingen zurück, nachdem erhitzte Diskussionen in Regierungsbehörden und der Industrie über die Gefährlichkeit von DDT in den Jahren von 1949 bis 1951 geführt wurden. 1952 und 1953 wurden je eine US- und eine Schweizer Studie veröffentlicht, die zeigte, dass die Ursache für eine Lähmung von Kälbern das DDT in der Milch war, mit dem sie gefüttert wurden. Diese Diskussionen hatten zur Folge, dass die Produktion in den USA aussetzte und in Dritt-Welt-Ländern fortgeführt wurde.
Die weltweiten Kinderlähmungs-Epidemien mit schweren Komplikationen begannen 1885-1890, in Schweden. Die Statistik von W. Hayes, E. Laws; Handbook of Pesticide Toxicology, bringt dies in Verbindung mit dem Einsatz des Pestizids DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan), ab 1870. Immer wenn das Pestizid DDT vermehrt eingesetzt wurde, stieg die Zahl der Kinderlähmungen mit Komplikationen.
DDT wurde schliesslich 1968 in den USA die Bewilligung entzogen und 1972 in den industrialisierten Ländern verboten und mit Organphosphaten ersetzt. Der starke Anstieg von Poliomyelitis ab 1945 in den USA ist zeitgleich übereinstimmend mit dem Erlass der Regierung, die DDT-Überschüsse aus dem Krieg für den öffentlichen Markt freizugeben. DDT wurde in den USA alos es noch zugelassen war in Wohnungen, über bepflanzen Feldern, über Tierherden, über Kindergruppen versprüht. Auch andere verwendete Nervengifte könnten mitbeteiligt gewesen sein. In Indien wird das noch so praktiziert gegen Moskitos.
Toxikologie: DDT wirkt auf´s Zentrale Nervensystem, es ist immuntoxisch, reproduktions- und fetotoxisch, hepatotoxisch und und im Tierversuch kanzerogen bei Ratte und Maus (Schneider und Kalberlah 1999). Typisch für eine akute DDT-Vergiftung sind neurotoxische Wirkungen wie Zungentaubheit, Parästhesien, Schwindel, Zuckungen der Gesichtsmuskulatur bis hin zum Krampfanfällen und Lähmungen.
Beim Menschen ist das Zielorgan einer chronischen DDT-Toxizität die Leber (Marquardt und Schäfer 1994). Epidemiologische Untersuchungen an DDT-exponierten Arbeitern schätzen, dass eine Induktion des Metabolismus der Leber ab einer Zufuhr von 0,25 mg/kg KG × Tag einsetzt. Symptome: Angst, Benommenheit (Somnolenz), Geisteskrankheit (schwere geistig-seelische Störung), Wahnideen (Eingebildete Vorstellungen, Sinnestäuschungen / Halluzinationen), Schwindel, Verfilzte Haare (Plica polonica), Haarausfall, Kopfschmerzen, Gleichgewichtstörung, Koordinationsstörung von Bewegungsabläufen / unsicherer Gang (Ataxie). Verminderung der Zahl der Erytrozytehn, Immunsystem Schwäche, anfällig für Infektionskrankheiten, Krebs.
Literaturquelle: Hans Peter Exer, Repertorium der Krankheitsursachen.