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Die Internetapplikation ARVIS 4.0 ist das vom arv entwickelte System für den Informationsaustausch zwischen den Kantonen, den Anlagebetreibern und dem arv. Es ermöglicht den Austausch von Dokumenten, das Durchführen und Erfassen von Inspektionen mit einem Tablet sowie das Bearbeiten von Berichten und die Eingabe der Materialbuchhaltung. ARVIS 4.0 wurde im Jahr 2017 in Betrieb genommen; inzwischen ist es im dritten Betriebsjahr. Was können wir aus den Materialflussdaten der 440 Betriebe lesen, die Ihre Daten mit ARVIS 4.0 erfassen?
Die vom arv inspizierten Unternehmen behandeln 11 bis 12 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr. In der Schweiz fallen jährlich rund 24 Millionen Tonnen (Mt) Abfall an (ohne Aushubmaterial). Der Bauschutt mit 16 Mt, macht 65% der Gesamtmenge aus (BAFU, 2016).
Die nebenstehende Grafik zeigt die Mengen, welche die Betriebe verlassen wie auch deren Lager-Bestände. Den grössten Material-Strom erzeugen die Bauschuttaufbereitungsanlagen (5 – 6 Mt). RC-Betongranulate mit 2 Mt machen dabei den grössten Anteil aus, gefolgt von Asphaltgranulaten mit 1 Mt. Bei RC-Kiesgemischen B sind es 0,8 Mt und bei Mischabbruchgranulaten 0,5 Mt. Wie aus der Grafik hervorgeht, setzen sich die Lagerbestände zum Jahresende mit einem Anteil von 98% Prozent fast ausschliesslich aus mineralischen Produkten und Abfällen zusammen. Die Entwicklung der Lagerbestände lässt Schlüsse zu, ob recycelte Produkte im Bausektor den gewünschten Absatz finden. Obwohl sie einen wichtigen Anteil (ein Drittel der Gesamtmengen anfallender Materialien sind RC-Produkte + Lagerbestände) darstellen, hat sich der Bestand in den letzten zwei Jahren mehr oder weniger konstant entwickelt und dies obwohl der Asphalt in einigen Gebieten des Landes ein Problem darstellt. Die in der Schweiz recycelten mineralischen Materialien machen einen Anteil von 10 bis 15% des weltweiten Verbrauchs an RC-Granulat (~ 50 Mio. t/Jahr) aus.
Output und Lagerbestand der Abfallaufbereitungsanlagen in der Schweiz
Der Anteil Abfälle aus Abfallsammelstellen und Sortieranlagen machen mehr als 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr aus. Dreiviertel der auf diesen Betrieben angenommenen Abfälle (1,9 Mt) bestehen aus reinen Fraktionen, die gesammelt und in die entsprechenden Verwertungs- und Entsorgungswege weitergeleitet werden. Papier und Karton (0,28 Mt) stellen die grösste umgeschlagene Fraktion dar, gefolgt von brennbaren Fraktionen, gemischten mineralischen Abfällen zur Ablagerung sowie Metallen und Holz (zwischen 0,17 und 0,11 Mt pro Jahr). Ein Viertel der eingehenden Abfälle (0,6 Mt) setzt sich aus gemischten Bauabfällen bzw. Bausperrgut von Baustellen zusammen. Die Hälfte der aussortieren Fraktionen stellen brennbare Abfälle für die KVA’s dar. Ein Viertel der aussortieren Abfälle wird stofflich wiederverwertet. Das verbleibende Viertel geht in die Deponie.
Altholz-Aufbereitungsanlagen behandeln rund 0,75 Mio. Tonnen Holzabfälle pro Jahr. Die Hälfte des Holzes wird in der Schweiz thermisch verwertet, und zwar in Altholzfeuerungsanlagen (0,2 Mt) und in der Zementindustrie sowie auch in den KVA’s (0,2 Mt). Die andere Hälfte des Holzes wird im Inland (15%) wie auch im Ausland (85%) in der Spanplattenproduktion stofflich verwendet.
Aus dieser Fülle von Zahlen kann man schliessen, dass die Branche des Baustoffrecylings ein wichtiger Akteur ist, wenn es um die Förderung einer Kreislaufwirtschaft geht: Die Beobachtung von Plastikinseln in den Ozeanen hatte die Aufmerksamkeit der Medien auf die Verschmutzung durch Kunststoffabfälle gelenkt. Es darf jedoch nicht vergessen werden, dass fernab der medialen Aufmerksamkeit die Betriebe des Baustoffrecyclings schon seit längerem dazu beitragen, Materialkreisläufe zu schließen und Umweltbelastungen zu reduzieren, wodurch die natürlichen Rohstoffressourcen und der knappe Deponieraum geschont werden. Ihnen sei an dieser Stelle dafür gedankt.