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Die Teilnehmenden der Jugendsession diskutieren regelmässig über das Wehrpflichsystem. Was ist ihre Vision?
Die diesjährige Jugendsession – das nationale Jugendparlament – wird unter anderem über das Wehrpflichtsystem diskutieren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung sind zwischen 14 und 21 Jahre alt. Es ist daher verständlich, dass die Dienstpflicht ein Thema ist, das sie besonders interessiert – zu Recht, sind sie es doch auch, die aktuell Zivil-, Militär- bzw. Zivilschutz leisten. Die Wehrpflicht steht daher seit der ersten Jugendsession im Jahr 1991 immer wieder auf der Tagesordnung.
Anlässlich der 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft reichten die Teilnehmer eine Petition ein, in der sie die Einführung des Zivildiensts forderten, was 5 Jahre später umgesetzt wurde. Die Forderung ging aber noch weiter: Sie forderte etwa die freie Wahl zwischen Militär- und Zivildienst, eine Amnestie für Kriegsdienstverweigerer und eine Senkung des Armeebudgets proportional zur Erhöhung der Zahl der Zivildienstleistenden.
Im Jahr 2005 wurde die Abschaffung der Armee gefordert, wobei gleichzeitig betont wurde, wie wichtig es sei, für Katastrophenfälle einen aktiven Zivildienst bereitzubehalten. Die Jugendsession erinnerte 2005 auch daran, dass sich die Schweiz in der zivilen Friedensförderung engagieren sollte. Im Jahr 2011 befasste sich die Jugendsession erneut mit dem Thema und forderte, die Zivi-Einsätze in der Entwicklungszusammenarbeit auszubauen.
Im Jahr 2013 schliesslich wurden zwei Forderungen eingereicht. Die erste verlangte, dass der lange Einsatz von 180 Tagen bis vor dem 27. Lebensjahr geleistet werden muss. Dies hatte es zum Ziel, die derzeitige Frist von 3 Jahren zu erweitern und künftigen Zivis mehr Flexibilität zu bieten. Die zweite forderte eine Verfassungsgrundlage, die die Gleichstellung von Militär- und Zivildienst rechtlich festschreibt.
Wie man sieht, wollen die Jugendlichen über Fragen, die sie direkt betreffen, diskutieren. Ihre Lösungen entsprechen auch viel eher dem Zeitgeist als die Vorschläge des Bundesrats und des Parlaments, deren Mitglieder zum Teil schon vor sehr langer Zeit die RS absolvierten. Mehr Einschränkungen zu verlangen, den Zivildienst weniger «attraktiv» zu machen oder die Anzahl der Diensttage zu erhöhen, steht im völligen Widerspruch zu dem, was von den hauptsächlich Betroffenen gefordert wird. Es ist an der Zeit, auf sie zu hören.