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«O Tannenbaum, wie treu sind deine Blätter», begann August Zarnack 1819 sein Gedicht. Die immergrünen Tannennadeln, die Wind und Wetter trotzen, sah der Dichter als Symbol der Treue. Treue, die er bei einigen Frauen vermisste. «O Mägdelein, o Mägdelein, wie falsch ist dein Gemüte», schrieb er und weiter: «Du schwurst mir treu in meinem Glück, nun arm ich bin, gehst du zurück». Anders gesagt: Verliert ein Mann sein Geld, kehrt ihm die Frau den Rücken.
Ermahnung löst sich in Luft auf
August Zarnack war Pädagoge und platzierte das Lied in einem Gesangsbuch für Volksschüler. Das löste nicht nur eitel Freude aus. Deshalb wurde der Text fünf Jahre später überarbeitet. Die erste Strophe liess Lehrer Ernst Anschütz stehen. Aus den anderen Strophen verschwanden Worte wie Liebe oder Untreue. Sie wurden durch ein Weihnachts-Vokabular ersetzt.
Eine letzte Änderung erfuhr das Weihnachtslied «O Tannenbaum» dann noch einmal im 20. Jahrhundert: Statt «Wie treu sind deine Blätter» singen wir heute «Wie grün sind deine Blätter».
Eine Melodie wird zur Hymne
Die Melodie zu «O Tannenbaum» stammt aus dem 16. Jahrhundert. Sie ertönt übrigens nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern als Hymne das ganze Jahr hindurch an verschiedenen Orten. Im amerikanischen Bundesstaat singt man «Maryland, My Marland». 1889 transportierte die britische Arbeiterbewegung mit dieser Melodie ihre Anliegen und bis heute ist sie die offizielle Hymne des Fussballclubs Chelsea London.
Im «Schlagermosaik» wird «O Tannenbaum» von Nana Mouskouri interpretiert (Audio oben). Als Beispiel für die Hymne von Marlyland präsentieren wir eine Aufnahme von 1959. Damals spielten die Dixieland-Kings unter der Leitung von Cedric Dumont sehr temporeich «Maryland, My Maryland».
Stars und Hits im Rampenlicht
Im «Schlagermosaik» nimmt Roger De Win jeden Montag einen Schlagertitel unter die Lupe und bringt interessante Fakten ans Licht.