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Auch wenn man sich auf eine einseitige Angelegenheit und auf einen kurzen Prozess hatte gefasst machen müssen, schlug der Kampf hohe Wellen, erst recht in der Schweiz. Sogar im Schulunterricht wurde der anstehende Fight zum Thema. Für das Ballyhoo, die übliche Angeberei, hatte man Ali einen einfachen deutschen Vers eingeimpft. Er rief ihn noch und noch mit seinem amerikanischen Akzent: “Jürgen Blin, der fällt hin! Jürgen Blin, der fällt hin!” Auch Schüler auf den Pausenplätzen riefen sich den eingängigen Spruch zu. Der Kampf lebte vor allem vor dem Kampf.
Es wird berichtet, Ali sei mit einem dicken Mercedes zum Hallenstadion gekommen, Blin zu Fuss. Blin stand volle sechs Runden durch, bevor ihn der Ringrichter in der 7. Runde anzählte und für kampfunfähig befand.
Als er später gefragt wurde, ob er Ali in den knapp sieben Runden jemals kurz habe angreifen können, sagte Blin: “Nein, in keinem Moment.” Der Kampf, in dem er nie eine Chance gehabt hatte, wurde für Blin der Kampf des Lebens. Er machte ihn viel bekannter als der Europameister-Titel, den er 1972 errang. Noch heute unterschreibt er Autogrammkarten, die Ali und ihn zeigen. Er weist stolz darauf hin, dass längst nicht jeder gegen den Grössten volle sechs Runden durchgestanden habe.
(SDA)