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Das Kalahari Research Center, 1993 von Prof. Dr. Tim Clutton-Brock, der Cambridge University, UK zur Erforschung der Erdmännchen gegründet, wird neu von Marta Manser geleitet.
Der Fokus der Forschung lag anfangs auf dem ausgeprägt kooperativen Verhalten der gestreiften Mangusten. Insbesondere beschäftigte die Frage, weshalb. erwachsene Tiere auf die eigene Fortpflanzung verzichten und sich ganz der Aufzucht der Jungtiere des dominanten Paars in der Gruppe hingeben. Als Doktorandin, zur Untersuchung des diversen Rufrepertoires der Erdmännchen übernahm Marta Manser vor 22 Jahren schon eine wichtige Rolle in der Leitung des Projektes vor Ort.
Für wissenschaftliche Langzeitdaten zur Erforschung der Gruppenstruktur, des Verhaltens, der Physiologie undder Populationsdynamik, werden die Erdmännchen habituiert, so dass sie ohne Probleme die Anwesenheit der Feldbiologen bis auf eine Distanz von einem Meter tolerieren. Diese Habituation der Tiere in Kombination mit der neuesten Technik - wie Halsbänder mit GPS-Sendern und Audiorekordern, aber auch der Einsatz von Drohnen für Vegetationsuntersuchungen - erlaubt einzigartige Rückschlüsse über das Verhalten und die Oekologie der Erdmännchen und weiteren Arten wie Erdhörnchen und Blindmäusen, (letztere sind durch ihre geringen Tumore auch für die Krebsforschung von grossem Interesse) aber auch Vögeln und Schildkröten.
Die Station mit ihren 50 Plätzen für Forschende aus der ganzen Welt ist ein Ort vieler Begegnungen. Ueber die letzten 20 Jahre wurden 288 Publikationen veröffentlicht, über 300 Volontäre lebten ein Jahr am Center, 21 Post Docs, 17 PhD- und über 40 MSc-Studenten forschten zu unterschiedlichsten Themen, 14 Research Grants (davon 3 ERC grants) wurden für das Forschungszentrum gesprochen und 24 Fernsehsendungen unter anderem mit David Attenborough gedreht. Die Lehre und das Verständnis für die Halbwüste und ihre Bewohner braucht viel Engagement über eine lange Zeitdauer. Dank der finanziellen Unterstützung der MAVA Stiftung kann das Forschungszentrum die nächsten 15 Jahre unabhängige Forschung zusichern und sich weiterentwickeln in Themen zum Ökosystem der Kalahari, Klimawandel und Naturschutz.