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Orale Kontrazeptiva: Unterschiede im Thromboserisiko
Eine dänische Kohortenstudie untersuchte verschiedene kombinierte orale Kontrazeptiva hinsichtlich des Risikos für venöse Thrombosen in Abhängigkeit von der Art des Gestagens und der Estrogendosis.
Für die Studie wurden Daten von über einer Million Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren aus vier dänischen Registern ausgewertet. Primärer Studienendpunkt war das absolute und relative Risiko für eine erste venöse Thromboembolie.
Während der Beobachtungszeit von 2001 bis 2009 traten insgesamt 4'246 erstmalige Thromboembolien auf, wovon 2'847 (67%) als gesichert galten. Im Vergleich zu Frauen, die keine Kontrazeptiva einnahmen, wurde bei Frauen mit Levonoregestrel-haltigen Präparaten ein um den Faktor 2.9 erhöhtes Thromboembolierisiko ermittelt. Eine sogar mehr als sechsfache Risikoerhöhung ergab sich bei den neueren Präparaten mit den Gestagenen Gestoden (Faktor 6.2), Drospirenon (Faktor 6.4) oder Desogestrel (Faktor 6.6). Bei gleicher Estrogendosis (30-40 µg Ethinylestradiol) und adjustierter Anwendungsdauer war das venöse Thromboembolierisiko bei Desogestrel um den Faktor 2.2, bei Drospirenon um den Faktor 2.1 und bei Gestoden ebenfalls um den Faktor 2.1 höher als unter Levonogestrel. Das absolute Risiko lag bei 10 pro 10'000 Personenjahren. Ausgehend von diesen Ergebnissen müssten 2'000 Frauen von den neueren Präparaten auf Levonoregestrel-haltige Präparate wechseln, um eine venöse Thromboembolie pro Jahr zu verhindern. Bei Anwenderinnen einer Hormonspirale oder der Minipille (nur Progesteron) war das Thromboserisiko nicht erhöht.
Konklusion der Autoren: Im Vergleich zu Levonorgestrel-haltigen Präparaten ist bei den neueren Präparaten mit den Gestagenen Desogestrel, Gestoden oder Drospirenon das Risiko für venöse Thromboembolien bei gleicher Anwendungsdauer mindestens doppelt so hoch.
Link zur Studie
BMJ 2011; 343:d6423 - Lidegaard Ø et al.
31.10.2011 - gem