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Wenn man am 11. September den Himmel über New York betrachtet, sieht man die Lichtsäulen. Sie repräsentieren die Twin Towers, die bei den Terroranschlägen vor 18 Jahren zerstört worden sind.
Wenn man nun genauer in die Lichtsäulen schaut, sieht man kleine Punkte, die sich im Licht versammeln. Es sind Vögel, die von der Helligkeit angezogen werden. Die Tiere können sich kaum vom Lichtstrahl lösen, es drohen tödliche Ermüdung oder Verletzungen, wie Wissenschaftler warnen.
Geschwächte Vögel prallen in Gebäude
Das Problem: Der Jahrestag der Terroranschläge von Manhattan fällt genau mit den Vogel-Wanderungen über New York zusammen. Und so werden jedes Jahr rund 160'000 Vögel der Licht-Gefahr ausgesetzt.
«Durch die ermüdenden Umwege durch die Lichtstrahlen riskieren die Vögel Verhungern oder Verletzungen. Dabei sind sie bereits durch sonstige Lichtverschmutzung, Zusammenstösse mit Gebäuden, Zerstörung ihres Lebensraums und Klimawandel stark gefährdet», schreibt die «New York Times».
Bereits ohne die Lichter sterben jährlich rund 230'000 Vögel alleine in New York City, weil sie gegen die hohen Gebäude prallen. Über die ganzen USA betrachtet sind es gar bis zu 600 Millionen Vögel. Ein weiteres Problem, wenn die Tiere zu lange im Lichtkegel sind: Sie brauchen zu viele Fettreserven und haben so zu wenig Kraft, ihren Zielort zu erreichen.
Erfolgreiches Hilfsprogramm
Seit 2005 versuchen Wissenschaftler und freiwillige Helfer, möglichst viele Vögel zu retten. Sobald die Lichtsäulen im Abendhimmel über Manhattan zu sehen sind, versammeln sie sich zusammen mit den Ersthelfern von 9/11, Überlebenden des Attentats und Verwandten und Bekannten der Toten auf dem Dach einer Parkgarage in der Nähe des Gedenkortes.
Zusammen versuchen sie, die Vögel zu zählen, und sobald rund 1000 Tiere sichtbar sind, werden die Lichter für 20 Minuten abgeschaltet, damit die Vögel weiterziehen können.
Das Vögel-Zählen an 9/11 ist so beliebt, dass es unterdessen schon eine Warteliste für die 20 freiwilligen Helfer gibt.
(rr)