Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03096.jsonl.gz/495

Im spektakulären Mordfall der monegassischen Milliardärin Hélène Pastor hat der Schwiegersohn seine «Verwicklung» in die Bluttat gestanden. Es wird spekuliert, dass der 64-jährige Wojciech Janowski der Auftraggeber für den Mord an der Immobilienerbin gewesen sein könnte.
Staatsanwalt Brice Robin wollte am Freitag aber Medienberichte nicht bestätigen, denen zufolge der ebenfalls festgenommene Sporttrainer von Janowski auf dessen Aufforderung hin den Mord in Auftrag gegeben habe. Die 77-jährige Hélène Pastor war am 6. Mai nach einem Besuch bei ihrem Sohn in einem Spital in Nizza ebenso wie ihr Fahrer von gezielten Schüssen getroffen worden; beide erlagen später ihren Verletzungen.
Als Hauptverdächtige in dem Mordfall gelten zwei Männer, ein 31-jähriger und ein 24-jähriger aus Marseille, die den Ermittlern zufolge mit Sicherheit am Tatort waren. Dies hatte die Auswertung von Überwachungsvideos, DNA-Spuren in einem Hotel in Nizza und die Überprüfung ihrer Handys ergeben. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen ging es in einem «Vertrag» zu dem Mord um 140'000 Euro.
Pastor war eine der Erbinnen einer Immobiliendynastie, der im Fürstentum Monaco an der Mittelmeerküste zahlreiche Gebäude gehören. Ihre Tochter Sylvia, die zunächst auch festgenommen worden war, kam wieder frei. Ihr werfen die Ermittler keine Tatbeteiligung vor.
Bisher war der 64-jährige Janowski einer der angesehensten Einwohner von Monaco. Er ist nicht nur der Mann der schwerreichen Sylvia Pastor, sondern auch Präsident einer Nanotechnologie-Firma.
Vorher hatte er hochrangige Positionen im Hotel- und Kasinogewerbe. Frankreichs damaliger Präsident Nicolas Sarkozy hatte ihn 2010 sogar wegen seines karitativen Einsatzes ausgezeichnet. Seit 2007 war er polnischer Honorarkonsul in Monaco.
Das Aussenministerium in Warschau berief ihn am Freitag jedoch von dieser Funktion ab. Zur Begründung gab ein Sprecher an, Janowski habe «seinen guten Ruf und seine Vertrauenswürdigkeit» verloren. Ein Honorarkonsul übt diese Funktion ehrenamtlich aus und verfügt über keine diplomatische Immunität. (whr/sda/afp)