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Basel(?), wohl 14. Jh.
Holz schwarz bemalt, Silberstreifen geprägt,
Kupfer vergoldet, Bergkristall geschliffen
L. 21 cm
Inv. 1870.624.
Inventare des Basler Münsterschatzes aus dem 15. Jahrhundert führen mehrere Zeremonienstäbe auf; die Beschreibungen passen aber nicht zum vorhandenen Stab. Erst die Inventare von 1511 und 1525 nennen einen Zeremonienstab, dessen Beschreibung auf den vorliegenden Stab zutrifft. "Item ein steckhen mit silber strichen um- wunden, pro pedello in magnis processionibus" (=für den Pedell bei grossen Prozessionen). Als Pedell bezeichnete man den Sigrist. Er musste die Gebetsstunden und Messfeiern einteilen, das Innehalten der Messordnung überwachen, die liturgischen Geräte bereitstellen und die Opfergaben einsammeln. Der Pedell des Basler Domkapitels war in priesterlicher Stellung. Er schritt Prozessionen mit einem Amtsstab als Zeichen seiner Würde voran; je nach Festlichkeit führte er einen einfacheren oder kostbareren Stab. Der noch vorhandene Zeremonienstab ist ein schwarz bemalter Holzstock, der mit einem Silberstreifen spiralig umwunden ist. Eine glatte, kupfervergoldete Manschette bildet den oberen Abschluss. Die Bekrönung besteht aus einem wirtelförmigen Knauf und einer kegeligen Spitze aus Bergkristall in vergoldeter Kupferfassung.