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Die Jobs wieder ins eigene Land zu holen. Genau das hat Argentiniens ehemalige Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner versucht. Sie führte hohe Zölle auf Importprodukte ein und zwang ausländische Firmen dazu, ihre Produktion nach Argentinien zu verlagern. Der NPR Wirtschaftspodcast Planet Money erzählt in der Episode «The Phone At The End Of The World», warum das am Ende nicht funktioniert hat.
Als Ex-Radiojournalist möchte ich mal eine Lanze für Podcasts brechen. Die neuste Planet Money-Episode hat mir ein altes Thema auf völlig neue Art & Weise erklärt. Es geht darum, wie Argentinien auf seine Zoll- und Import-/Export-Politik gekommen ist. Cristina de Kirchner ging es nach ihrer Wahl von 2007 darum, die inländische Produktion anzukurbeln und die Import/Export-Bilanz des Landes zu verbessern. Das ging soweit, dass Firmen, die auslänsiche Produkte importieren wollten, gezwungenermassen argentinische Produkte exportieren mussten. So sah sich ein argentinischer Porsche-Importeur veranlasst, Rotwein zu exportieren, damit er Porsches nach Argentinien holen und verkaufen konnte.
Aufstieg und Fall des argentinischen Blackberry
Im Falle von Blackberry ging die Regierung sogar noch deutlich weiter. Sie sorgte 2010 dafür, dass in Feuerland (am untersten Südzipfel des Landes) ein kleines Unternehmen Blackberries herstellen durfte. Denn Blackberries waren in Argentinien sehr populär, das iPhone war nicht erhältlich. Die Firma in Feuerland konnte rasch expandieren und die Wirtschaft rundherum kam in Schwung.
Dann kam der argentinische Blackberry tatsächlich auf den Markt. Allerdings zwei Jahre zu spät. Planet Money beschreibt, wie es zu dieser Zeit in den USA (resp. Kanada) schon längst modernere Modelle gab, die ausserdem deutlich günstiger waren. Natürlich wollten die Menschen in Argentinien die neueren und günstigeren Blackberries und holten (schmuggelten) diese auch ins Land. Somit wurde der argentinische Blackberry zum Ladenhüter. Die Fabrik in Feuerland musste Leute entlassen (der Personalbestand sank von 2000 auf 600 Angestellte). Die 23 Millionen Dollar, die die argentinische Regierung investiert hatte, lösten sich in Luft auf.
Die Zeche bezahlt das Volk
Infolge der argentinischen Wirtschaftskrise und hoher Inflation zogen sich viele ausländische Firmen wieder aus Argentinien zurück. Die Spuren dieser Protektionspolitik sind in Argentinien immer noch für jede und jeden erkennbar. Güter, die im Ausland hergestellt werden, sind noch immer absurd teuer. Zum Beispiel Autos. Oder das iPhone. Dieses ist zwar mittlerweile in Argentinien erhältlich. Kostet aber umgerechnet über 1400 US$, in den USA bezahlt man darüber aber bloss ca. die Hälfte: 849 US$ (Preis für ein iPhone 7, Jet Black, 256 GB).
Zur Episode von Planet Money: http://www.npr.org/sections/money/2017/02/17/515850029/episode-755-the-phone-at-the-end-of-the-world