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Der chinesische Philosoph Mengzi (lat. Menzius, geboren um 370 v. Chr., gestorben um 290 v. Chr.) gilt als der wichtigste Nachfolger des Konfuzius. Menzius war einer der bedeutendsten »wandernden Philosophen« seiner Zeit, der zu den Fürsten und Königen reiste, um sie zu beraten und ihnen seine Vision von der »menschlichen Regierung« nahezubringen.
Menzius geht davon aus, dass die Natur des Menschen ursprünglich gut ist. Da alle Menschen von Natur aus gut sind, haben sie alle die gleiche Würde. Es ist jedoch die Aufgabe der Regierenden, Lebensbedingungen zu schaffen, die genug Wohlstand und Bildung ermöglichen, damit diese Würde auch verwirklicht werden kann. Daraus zieht Menzius als erster Philosoph der Weltgeschichte den revolutionären Schluss, dass ein Herrscher, der durch seine Regierungsweise den Menschen schadet, durch die Untertanen abgesetzt werden dürfe. Menzius’ Lehre gab den Kulturen Ostasiens (China, Korea, Japan, Vietnam) über 2300 Jahre hinweg entscheidende Impulse und gehört zu den wichtigsten chinesischen Weisheitsbüchern. Aber auch die Vordenker der europäischen Aufklärung (Leibniz, Wolff, Voltaire) ließen sich in ihren Gedanken über eine gerechte, auf Vernunftprinzipien gründende Gesellschaft von Menzius inspirieren.
In dem vorliegenden Band kommentiert, erläutert und interpretiert der Sinologe und Philosoph Henrik Jäger das bedeutende Buch und erschließt dessen Aktualität für unsere Gegenwart – »die Leistung, auf ebenso radikale wie unangestrengte Weise einen fremden und immer noch unterschätzten Denkansatz nachvollziehbar zu machen« (Mark Siemons, FAZ).