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let it be forgotten
Zeit & Ort
Information
Let it be forgotten:
Programm:
1. Teil:
George Crumb (*1929)
Three early songs (1947)
Olivier Messiaen (1908-1992)
Chants de terre et de ciel (1932)
Text&Musik: Olivier Messiaen
1. Bail avec Mi (pour ma femme)
3. Danse du bébé Pilule (pour mon petit Pascal)
Charles Ives (1874-1954)
From 8 sentimental Ballads (1895):
A Night Song Text: Moore
The World’s Highway Text: Harmony Twichell
Dreams Text: Porteous
Like a Sick Eagle (1920) Text: Keats
Alexandre Kordzaia aka Kordz (*1994)
Rejected Pipelines, für Sopran, Klavier und Live-Elektronik (2020)
2. Teil:
Kordz:
Live-Elektronik/Dance-Music
Lena Kiepenheuer (Gesang)
Tamriko Kordzaia (Klavier)
Alexandre Kordzaia (Live-Elektronik)
Information
Für unser Programm waren die Lieder von Charles Ives ein wegweisender Ausgangspunkt. Die Lieder öffnen Räume, stellen mehr Fragen als sie beantworten und machen auf in alle Richtungen.
Stilistisch sind sie fast undefinierbar: Hört man diese Musik, weiss man kaum, wann sie geschrieben wurde oder ob das überhaupt von einem „richtigen“ Komponisten stammt. Was wollte er mit seinen Liedern, die sich stilistisch so stark unterscheiden? Sind das mehrere Stücke, die gleichzeitig laufen?
Die Musik von Ives springt zwischen den Zeiten, Stilrichtungen, ist witzig und zugleich grausam.
Des Weiteren war es uns ein Anliegen ein Programm zusammenzustellen, das nicht nur den gewohnten Konzertsaal bedient, das Räume öffnet, verschiedene Stilrichtungen verbindet.
Wir suchten in einer Richtung, in der man vielleicht diese oder ähnliche Aspekte findet, dort wo Musik nicht den einen oder anderen Begriff bedienen will, wo sie sucht, aber nicht findet und aufhört, oder irgendwo landet, wo man nicht weiss wie sie oder es heisst. Die weiteren Stücke ergaben sich fast von selbst:
Auch Olivier Messiaens Lieder über Erde und Himmel vereinen unterschiedlichste musikalische Strömungen seiner Zeit. Dennoch besitzen sie schon eine exakte und unverkennbar eigene Sprache. Sie balancieren anspruchsvoll zwischen Körperlichkeit und Intellektualität, sie strahlen wilde, ungehemmte Kraft aus und wirken gleichwohl zerbrechlich, sie vereinen das Vertraute und Fremde. Die Lieder haben einen sehr persönlichen Charakter, einerseits da sie Messiaens Freude an der Geburt seines Sohnes Pascal reflektieren, andererseits kommt darin sein tiefer Katholizismus zum Ausdruck. Die Liedtexte stammen alle von Messiaen selbst.
Kordz (Alexandre Kordzaia) bewegt sich musikalisch an den unterschiedlichsten Polen: Er ist in der Underground-Clubszene (House, Trap), der experimentellen, elektronischen Musik ebenso zu Hause wie in klassischen Orchesterwerken, Kammermusik und der freien Improvisation.
Durch sein neuestes Projekt „Rejected Pipelines“, wo seine eigene Stimme auf sehr direkte und ungeschönte Art zum Einsatz kommt, sind wir auf die Idee gekommen mit ihm zusammenzuarbeiten.
Er hat für uns ein Stück komponiert, das in die Disco-Musik eintauchen lässt.
Im zweiten Teil des Abends wird die eingeschlagene Richtung mit einem Live-Set von Alexandre Kordzaia aka Kordz noch radikaler aufgebrochen. Mit präpariertem Klavier und Synthesizer schafft der Georgisch-Schweizerische Komponist Kontraste zwischen harten und weichen Klangfarben, starkem oder gar keinem Puls. Rhythmen aus Georgischer Volksmusik, elektronische Klangstrukturen und die Dynamik freier Improvisation treffen aufeinander und verknüpfen sich zu einem mitreissenden Set.