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Lebenslauf
Fritz Abplanalp wurde 1907 in Brienz geboren.
1907 – 1929 Brienz
1929 – 1935 Glendale, Ohio, USA
1935 – 1968 Honolulu, Hawaii, USA
1968 – 1977 Carmel, California, USA
Sein Vater (Melchior) war Briefträger. Fritz besuchte nach den obligaten Schuljahren die Schnitzlerschule Brienz. Der junge, talentierte Holzbildhauer hätte gerne an einer Kunstakademie weiter studiert, aber leider fehlten die notwendigen Mittel dazu.
Seine berufliche Zukunft und sein weiteres Leben wurde durch eine Anfrage an die Schnitzlerschule Brienz bestimmt. Klara Glauser aus der bekannten Kaufmannsfamilie aus Interlaken, suchte einen jungen Holzbildhauer, der die Kirche ihrer Gemeinschaft in Glendale, Ohio, kunstvoll auszustatten in der Lage sei. Fritz packte die einmalige Chance und fuhr 1929 nach Amerika. Volle sechs Jahre arbeitete er in der Kirche, welche er reich mit Figuren und Ornamenten ausstattete, dass sie eine eigentliche Sehenswürdigkeit darstellt. Neben seiner Arbeit besuchte er Abendkurse an der Kunstakademie von Cincinnati. Nach zwei Jahren folgte ihm seine Braut, Elisabeth Mäder aus Schwanden und sie waren die ersten, die in „seiner Kirche“ getraut wurden.
1935 wurde Fritz nach Honolulu gerufen, um dort für S.&G. Gump Company (art dealers) zu arbeiten. Auch dort konnte er seine Kreativität und sein grosses Können mit viel künstlerischer Freiheit ausleben. Für die Touristen schnitzte er Holzfiguren und führte spezielle Aufträge aus. In vielen Häusern in Honolulu findet man Werke von Fritz. Er war Mitglied der Association of Honolulu Artists und beteiligte sich an Ausstellungen in der Kunstakademie Honolulu. 1939 gewann er den ersten Preis mit seiner Statue (Hiiaka) und 1941 nochmals mit seiner Statue „Offering“. An der Weltausstellung 1964/65 in New York schuf er nach alten Vorlagen jene grossen handgeschnitzten Standbilder von Hawaii-Göttern, die ihn weitherum bekannt machten.
Der Krieg brachte das Ende der Tourismus Industrie und Fritz musste sich nach einer neuen Arbeit umsehen. 1942 wurde er Kunstlehrer an der Kamehameha School for boys. Dieses Institut wurde von der letzten hawaiianischen Königin gegründet, um die Ausbildung einheimischer junger Leute zu ermöglichen. Fritz war ein sehr engagierter und beliebter Lehrer, seine Boys verehrten ihn und er war wie ein „Vater“ für sie.
Fritz Abplanalps Kunst war hawaiianisch – mit dem Können eines Schweizer Holzschnitzers.
Fritz war ein begeisterter Fischer und dieses Hobby brachte ihn zu einer neuen, künstlerischen Inspiration. Beim Fischen entdeckte er „driftwood“ (Schwemmholz) gebleicht und wie sandgestrahlt, darin sah er Teile von Skulpturen. Viele Stücke brauchte er nur noch nach seiner Inspiration zu vollenden und es entstand ein Kunstwerk. Mit seinem Beispiel hat er eine echte Neubelebung des hawaiianischen Kunstgewerbes initiert, die Handelskammer von Honolulu hat ihm dies in ehrenvoller Weise verdankt. Fritz liebte Hawaii und die Leute und man sagte von seiner Kunst, dass sie hawaiianisch sei, mit dem Können eines Schweizer Holzschnitzers.
1957 kehrte Fritz Abplanalp erstmals zurück in seine Heimat. Seine Kunst und geschickte Hand, aus Holzknorpeln, Rinden und Wurzeln Meisterwerke zu machen, fanden in seiner alten Heimat Interesse und hat manchem Brienzer Berufskollegen Anregungen vermittelt. Dank dieser Brienzer Reise findet man auch hier und dort in Brienzer Häusern Schnitzereien, die unverkennbar das Merkmal seiner ihm eigenen Art tragen. Nach 33jähriger Tätigkeit auf Hawaii zog er mit seiner Frau ins Künstlerdorf Carmel by the Sea (California), wo er weiterhin mit Freude arbeitete und sich an den Ausstel-lungen der dortigen Künstlerkolonie beteiligte.
1977 starb Fritz Abplanalp, fern seiner Oberländer Heimat, doch dankbar für alle Möglichkeiten, die ihm die neue Welt geboten hatte.
Helen Furrer, Nichte von Fritz Abplanalp, März 2009
Quellen:
Foto-Buch: The Chapel of the Transfiguration, Glendale, Ohio
Paradise of the Pacific, Honolulu, Ausgabe November 1948
Hawaiien Life (Weekend Magazine), Hololulu, Ausgabe April 1956
Aloha, Honolulu, Ausgabe September 1962
Das Hardermannli, Dezember 1978, Zur Geschichte der Schnitzlerei im Berner Oberland