Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/167299

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Bundespersonalverordnung (BPV) so anzupassen, dass die Angestellten ihre Arbeitszeit zumindest einmal in ihrer beruflichen Laufbahn um mindestens 10 Prozent reduzieren können, falls sie das wünschen. Der Beschäftigungsgrad darf jedoch nicht unter 50 Prozent zu liegen kommen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Bundesverwaltung verfügt über zeitgemässe und zukunftsgerichtete Arbeitsbedingungen, die sie auf dem Arbeitsmarkt als attraktive und konkurrenzfähige Arbeitgeberin positionieren. Die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist ein zentrales personalpolitisches Anliegen der Bundesverwaltung. So verfügt sie - wie in der Begründung der Motionärin teilweise auch erwähnt - bereits über zahlreiche Instrumente, welche die Vereinbarkeit zwischen beruflichem Engagement und privaten Verpflichtungen erleichtern (Teilzeitarbeit für Mitarbeitende und Kader - 2015: 52,1 Prozent Frauen und 10,2 Prozent Männer -, flexible Arbeitszeitmodelle, Jobsharing, Anspruch auf Beschäftigungsgradreduktion bei Geburt oder Adoption eines Kindes, Sabbatical, Home Office, flexible Pensionierungsmodelle usw.). Auch werden zur Förderung der Teilzeitarbeit die Vollzeitstellen der Bundesverwaltung mit einem Beschäftigungsgrad von 80 bis 100 Prozent ausgeschrieben.</p><p>Zudem fördert und erhält die Bundesverwaltung mit ihrem zertifizierten Betrieblichen Gesundheitsmanagement Bund (BGMB) Gesundheit, Motivation, Wohlbefinden und damit die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden. Das BGMB soll u. a. auch zur Verminderung der von der Motionärin erwähnten gesundheitlichen Risiken, die von neuen Technologien ausgehen, beitragen.</p><p>Im Weiteren hat der Bundesrat in seiner am 18. November 2015 verabschiedeten Personalstrategie Bundesverwaltung 2016-2019 u. a. als Massnahmen definiert, dass die bestehenden Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben ausgeschöpft und eine Teilstrategie für mobile Arbeitsformen ausgearbeitet und umgesetzt werden sollen.</p><p>Alle diese strategischen und operativen Massnahmen tragen dazu bei, die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben zu optimieren.</p><p>Die Forderung der Motionärin könnte einen negativen Einfluss auf die betrieblichen Bedürfnisse der Arbeitgeberin Bundesverwaltung haben, insbesondere z. B. dann, wenn zahlreiche Mitarbeitende in einer Einheit gleichzeitig von ihrem Recht Gebrauch machen würden. Zudem ist eine nicht zu unterschätzende Anzahl Mitarbeitende in Schicht- oder schichtähnlichen Arbeitsmodellen tätig. Bei diesen Mitarbeitenden wäre ein standardisierter Anspruch auf eine Beschäftigungsgradreduktion nicht umsetzbar, da in diesen Zeitmodellen schon verschiedenen anderen gesetzlichen Vorgaben Rechnung getragen werden muss.</p><p>Es ist nicht zielführend, ein einseitiges Recht zu verankern. Bei sämtlichen Entscheiden müssen jeweils die Bedürfnisse beider Seiten berücksichtigt werden können.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.