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Aus den historischen Quellen (Verzeichnis der Quartiere 1838 - Stadtarchiv, Ratsprotokoll 1833 - Staatsarchiv) lässt sich schliessen, dass auch die 3. Generation noch im Bruchquartier in Luzern lebte. Johann Baptist und sein Bruder Cujeton (1795-1867) arbeiteten beide als Zimmermeister und wohnten im selben Quartier.
- Johann Baptist Hunkeler
- Vermutlich am 21.2.1798 in Luzern geboren / 2.12.1866 in Luzern verstorben
- Wie seine Vorfahren übte auch Baptist Hunkeler den Zimmermeisterberuf aus. Aus den raren Nachweisen sticht ein wichtiger dokumentierter Auftrag heraus, den er Ende der 1830er-Jahre erhalten hat. Es ging um den Bau einer Holzbrücke über den Fluss Grosse Fontanne im Entlebuch, zwischen Romoos und Doppelschwand, über die Widigschlucht.
- Johann Baptist Hunkeler übernahm vermutlich den Familienbetrieb nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1826
Den Auftrag, die letztlich 115 Jahre haltende Holzbrücke über den Fluss Grosse Fontannen zwischen Romoos und Doppelschwand über die Widigschlucht zu bauen, erhielt Johann Baptist Ende der 1830er-Jahren. Für damalige Verhältnisse war dieser Brückenbau eine besondere Herausforderung. Dafür brauchte es die Dorfbewohner einen: "[...] tüchtigen Baumeister" (Josef Duss, Blätter für Heimatkunde 1940, S. 84). Baptist Hunkeler übernahm im Frühling 1839 die Leitung der Arbeiten und im März 1841 überspannte die Holzbogenbrücke die Schlucht. Die Bauzeit wurde durch eine Thyphus-Epidemie verzögert, an der auch Johann Baptist erkrankte. In einem Schreiben der kantonalen Baukommission wurde der Brückenbauer für diese "[...] ganz bemerkenswerte Leistung" (Blätter für Heimatkunde, S. 85) sehr gelobt. Im Jahre 1914 durfte der Ururenkel von Baptist Hunkeler, der Ehemann von Maria Hunkeler-Trucco (6. Generation), im Auftrage der kantonalen Regierung ein Modell dieser Brücke für die Schweizerische Landesausstellung in Bern erstellen. Diesen ehrenvollen Auftrag bekam er, weil er der Nachfahre des Brückenbauers war.
Die Generation von Baptist Hunkeler lebte in einer äusserst vielfältigen und turbulenten Zeit. In Luzern formierten sich das liberale und das katholisch-konservative Lager. Es begannen die "wilden-40er-Jahren" (Kurt Messmer) mit den Klosteraufhebungen im Aargau, der Jesuitenberufung, den Freischarenzügen, dem Sonderbundskrieg und der Kapitulation der Sonderbundskantone im Hotel Schweizerhof. In den neuen Bundesstaat von 1848 zog der Kanton Luzern an der Spitze der Bürgerkriegsverlierer.
Ab den 1830er-Jahren entwickelte sich in Europa eine Reisekultur, es war der Beginn des Tourismus. Luzern erkannte die Attraktivität seines grandiosen Bergpanoramas hinter dem mystischen Vierwaldstädtersee und öffnete sich städtebaulich von einer Fluss- zu einer Seestadt. Die Umgestaltung des rechten Seeufers zur Hotelmeile und Aussichtsterrasse setzte ab 1835 ein. Bahnbrecher war der Wirt des Schwanen, der den Neubau nach dem Brand seines Hotels in der Altstadt 1835 vor die Stadttore an das Seeufer zu stellen wagte. Von dort fuhren ab 1837 erste Dampfschiffe auf dem Vierwaldstädtersee. Östlich davon entstand 1845 der luxuriöse Schweizerhof, der mit den 1856 erstellten Seitenflügeln ein neues Wahrzeichen in Luzern setzte. Die Eisenbahn wurde um die Altstadt herum zum ersten Bahnhof im ehemaligen Sumpfgebiet in der Nähe des Inselis geführt.
Dieser Wandel zur Touristenstadt benötigte auch Holzfachleute. Mitten in dieser Aufbruchszeit starb Johann Baptist im Jahre 1866. Seine Kinder waren noch vor ihm verstorben. Der Betrieb wurde vermutlich deshalb von seinem gleichnamigen Neffen Johann Baptist (1831-1893) in 4. Generation weitergeführt.