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Salbung.
Die im ganzen Orient sowie im südlichen Europa [* 2] ehemals und hier und da jetzt noch herrschende Sitte, sich mit wohlriechenden Ölen zu salben, besonders bei festlichen Gelegenheiten, verdankt ihr Aufkommen dem heißen Klima [* 3] jener Gegenden, welches eine starke Ausdünstung der animalischen Körper und infolge davon üble Gerüche veranlaßt. Schon bei den Israeliten gehörten Salben fast zu den unentbehrlichen Lebensbedürfnissen, namentlich als Darstellungsmittel jeder festlich gehobenen Stimmung, wie umgekehrt das Unterlassen der S. als Zeichen der Trauer galt.
Priester, zuweilen auch Propheten, weihte man durch S. zu ihrem Amt ein, und ein Gleiches widerfuhr den Königen, daher »Gesalbter des Herrn« oder schlechtweg »Gesalbter« die Bezeichnung rechtmäßiger Herrscher ward. In Frankreich bildete die in der Kathedrale zu Reims [* 4] stattfindende S. der Könige noch bis in unser Jahrhundert hinein eine große Staatsaktion, obwohl das angeblich vom Himmel [* 5] herabgebrachte Salbfläschchen Chlodwigs in der Revolution zertrümmert worden war.
Mit der S. empfingen die französischen
Könige die vorgebliche
Gabe, durch Berührung
Kröpfe zu heilen,
weshalb die Massenkropfheilung einen wichtigen Teil der französischen
Salbungszeremonien, des sogen.
Sacre, bildete. Das hebräische
Wort
»Messias« (griech.
Christus) bedeutet s. v. w.
Gesalbter. Die
Salben selbst bestanden meist
aus einem Gemisch von feinem
Olivenöl und wohlriechenden, vornehmlich ausländischen, harzigen und öligen Pflanzenstoffen,
z. B.
Narde,
Myrrhe etc. Die Griechen wandten die S. hauptsächlich bei den gymnastischen
Übungen an, um die
Glieder
[* 6] geschmeidig zu machen; aber noch in griechischen
Zeiten fand auch das bei Naturvölkern und auch
bei den alten
Hebräern übliche
Salben der Götzenbilder und heiligen
Steine statt.
Von den römischen Damen sagt Lukianos spottend: »Sie verschwenden in Salben das ganze Vermögen ihrer Männer und lassen das ganze Glückliche Arabien aus ihren Haaren entgegenduften«.
Vgl. Culmann, Das Salben im Morgen- und Abendland (Leipz. 1877).
Über den Gebrauch der S. in der christlichen Kirche s. Chrisma. Die bei der Priesterweihe stattfindende S. soll dem künftigen Priester die Kraft [* 7] geben, zu weihen und zu segnen, daher man auch mit S. einer Predigt die Weihe und das Erbauliche derselben bezeichnet.