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Günter Amendt prägte in der Schweiz wie in Deutschland die Drogenpolitik der vergangenen zwanzig Jahre maßgeblich. Im Juni 2014 wäre Amendt 75 Jahre alt geworden.
Günter Amendt war eine der wichtigsten und einflussreichsten Stimmen in der drogenpolitischen Auseinandersetzung im deutschsprachigen Raum. Als einer der Ersten hat er erkannt, dass Prohibition und Kriege gegen Drogen zum Scheitern verurteilt sind, und er hat immer wieder plausibel begründet, weshalb das Drogenproblem durch eine kontrollierte Legalisierung zwar nicht gelöst, jedoch wesentlich entschärft werden könnte. Wie recht er damit hatte, wird heute am Beispiel Afghanistans oder Mexikos deutlich. Und selbst in den USA beginnt sich inzwischen die Einsicht durchzusetzen, dass die Freigabe des Cannabiskonsums nicht mehr aufzuhalten ist.
In den letzten Jahren vor seinem Tod beschäftigte sich Amendt mit der Bedeutung legaler Drogen im postindustriellen Zeitalter: etwa dem Doping im Alltag und der leistungssteigernden Stimulierung des Hirns durch psychoaktive Substanzen. Günter Amendt war ein sprachlich präziser und beeindruckender Redner, der mit seinen Vorträgen Zuhörende in den Bann zog. Er wollte verstanden werden und überzeugen. Der Vortrag war für ihn immer auch eine Performance – eine Kunstform.
Günter Amendt wurde 1939 in Frankfurt am Main geboren. Nach dem Studium der Soziologie promovierte er zum Dr. phil. Seine Bücher Sexfront (1970) und Das Sex-Buch (1979) gelten heute als Klassiker der Aufklärungsliteratur. Seit Anfang der 1990er-Jahre beschäftigte er sich immer intensiver mit der Drogenfrage. Im März 2011 wurde Günter Amendt bei einem Autounfall getötet, der durch einen Raser verursacht worden war. Amendt lebte in Hamburg.
»Symptomatisch ist, dass die im Buch chronologisch abgedruckten Vorträge nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben. Es ist, als ob man sich hinsichtlich der Drogenpolitik in einer Zeitschleife befände – an der Sachlage und an den Argumenten hat sich seit Jahrzehnten nichts geändert.«
»Texte aus zwei Jahrzehnten, die sich lesen, als wären sie gerade gestern geschrieben worden.«