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Ein Beispiel: Die Reise eines Briefes aus der Schweiz nach Ghana
Die Mitarbeitenden in unseren Landesbüros arbeiten fleissig, um die Briefe so schnell und kostengünstig wie möglich zuzustellen. Dazu werden manchmal internationale und örtliche Post- und Zustelldienste genutzt.
Aber in Dörfern, die von der Umwelt ziemlich abgeschnitten sind, müssen die Postboten manchmal beschwerliche Wegstrecken auf sich nehmen, damit die Briefe in die kleinen Hände voller Erwartung gelangen.
Stellen Sie sich ein Bauerndorf an der Grenze zu Thailand vor. Oder eine abgelegene Insel in Indonesien oder eine ländliche Stadt in Ghana. Orte, an denen Strom und fliessendes Wasser knapp und gepflasterte Strassen selten sind, und wo es sicher auch kein Postamt gibt.
Hier kommen die engagierten Mitarbeitenden vor Ort ins Spiel.
Ankunft der Briefe
Die Mitarbeitenden von Compassion Ghana bereiten die Verteilung der Briefe vor.
Wenn wir im Schweizer Büro einen Brief für ein Patenkind in Ghana bekommen, wo die offizielle Sprache Englisch ist, schauen wir zuerst, ob er auf Deutsch oder auf Englisch verfasst ist.
Deutsch geschriebene Briefe gehen auf elektronischem Weg zu unseren ehrenamtlichen Mitarbeitenden und werden dort auf Englisch übersetzt, bevor sie in elektronischer Form die Schweiz verlassen.
Wenn die Briefe im ghanaischen Landesbüro von Compassion ankommen, folgt eine Reihe von Bearbeitungsschritten.
In vielen Ländern müssen Briefe jeweils noch zusätzlich in eine Lokalsprache oder einen Dialekt übersetzt werden, das ist in Ghana jedoch nicht der Fall.
Dann werden die Briefe daraufhin überprüft, ob sie nichts Unangemessenes enthalten, wie z.B. persönliche Adressen, Telefonnummern, Facebook-Konten oder unanständige Ausdrücke. Damit schützen wir sowohl Sie als Patin und Pate als auch Ihr Patenkind.
Darüber hinaus werden im Brief gestellte Fragen, die beantwortet werden sollten, in einem speziellen Kästchen hervorgehoben. Damit wollen wir sicherstellen, dass die Compassion-Mitarbeitenden, die den Patenkindern beim Briefeschreiben helfen, diese nicht vergessen.
Versand der Briefe
Nun werden die Briefe ausgedruckt und geographisch sortiert.
Sie werden Regionen von 12-14 Kinderzentren zugeordnet, gebündelt und verpackt.
Die Sekretärin Emmanuela sortiert und ordnet die Pakete für jedes Kinderzentrum.
Jede Packung wird in einen Schutzbeutel gesteckt und versiegelt. Dann werden sie von einem professionellen Kurierdienst im Büro abgeholt und zu den Post-Sammelstellen gebracht. Jede Region verfügt über eine solche Sammelstelle und eine zuständige Person.
Währenddessen machen sich die Mitarbeitenden der jeweiligen Kinderzentren auf den Weg, um die Briefe für ihr Zentrum bei dieser Sammelstelle abzuholen.
Abholung der Briefe
Das Adidome Kinderzentrum ist der Sammelpunkt für die Kinderzentren in der Volta-Region, zu denen auch das Dove Kinderzentrum gehört.
Während einige der Zentren einmal im Monat Briefe zustellen, erhält das Dove Zentrum so viele Briefe an die Kinder, und die Kinder schreiben auch sehr oft, dass die Briefe einmal pro Woche zugestellt werden! Jeden Samstag, wenn die meisten Kinder sowieso beisammen sind, freuen sie sich darauf, Briefe von ihren Paten zu erhalten.
Lorlor, eine Mitarbeiterin aus dem Kinderzentrum in Dove holt gerne dir Briefe ab.
Lorlor Glover, eine Mitarbeiterin des Dove Kinderzentrums reist jeden Donnerstag nach Adidome, um die Briefe abzuholen und auch die Briefe der Kinder an das Compassion-Landesbüro zu senden, damit die Patinnen und Paten sie erhalten.
Die Reise der Briefe
Lorlors Reise ist weder schnell noch einfach.
Um von Dove nach Adidome zu gelangen, muss Lorlor nach etwa 30 Minuten Fahrt mit dem Motorrad den Volta-Fluss überqueren.
Lorlor fährt mit einem Boot über den Fluss.
Auf der anderen Seite angekommen, erwartet Lorlor eine weitere 25-minütige Motorradfahrt zum Briefzentrum in Adidome.
Lorlor handelt den Fahrpreis bis zum Büro aus.
Im Zentrum trifft Lorlor auf Emmanuella, die Mitarbeiterin, die jeden einzelnen Brief registriert hat. Nachdem Lorlor das Protokoll überprüft und unterschrieben hat, bekommt sie von Emmanuella die Pakete mit all den kostbaren Briefen.
Emmanuelle und Lorlor notieren alle Details der Übergabe ganz genau.
Im Zentrum trifft Lorlor auf Emmanuella, die Mitarbeiterin, die jeden einzelnen Brief registriert hat. Nachdem Lorlor das Protokoll überprüft und unterschrieben hat, bekommt sie von Emmanuella die Pakete mit all den kostbaren Briefen.
Verteilung der Briefe
Nach der Ankunft im Kinderzentrum wird jeder Brief in einem Notizbuch festgehalten. Sie macht auch Kopien der Briefe, die in den Ordnern der Kinder im Zentrum sicher aufbewahrt werden, sodass die Kinder ihre Kostbarkeit mit nach Hause nehmen können.
Und gegen Abend werden die mit Spannung erwarteten Briefe endlich an die Kinder verteilt.
Godwin, 14 Jahre alt, freut sich riesig über einen Brief von seinen Paten!
Der vierzehnjährige Godwin ist einer der häufigsten Briefempfänger im Zentrum.
« Meine Paten schreiben mir manchmal zwei oder sogar dreimal im Monat. Wenn ein Monat vergeht, ohne dass ich einen Brief von ihnen erhalte, mache ich mir Sorgen, dass etwas nicht stimmt, und bete umso mehr für sie", sagt Godwin.
Godwins Paten haben ihn über Jahre hinweg immer wieder ermutigt. Ihre Briefe sind etwas ganz Besonderes für ihn und seine Familie. Nachdem er die Briefe gelesen und beantwortet hat, bewahrt er sie in einem speziellen Fach auf, das in das Bett seiner Eltern eingebaut ist, um sie vor seinen kleinen Schwestern zu schützen.
Godwin und seine Familie lesen zusammen den Brief seiner Paten.
Brieftage sind im Dove Kinderzentrum immer etwas Besonderes. Auch wenn nicht jedes Kind einen Brief bekommt, feiern doch jedes Mal alle mit.
Esinam, der Leiter des Kinderzentrums in Dove, erklärt:
"Wenn Kinder die Briefe erhalten, bekommt es das ganze Dorf mit und freut sich. Dove ist ein sehr kleiner Ort, der nicht in allen umliegenden Städten bekannt ist. Dass jemand im Ausland an ein Kind in Dove denkt und ihm schreibt, es ist wirklich ein grosses Ereignis.
Wir danken den Patinnen und Paten für ihre Unterstützung und die Geschenke, die sie an diese Kinder senden. Das ist lebensverändernd!"
Auf der ganzen Welt werden Ihre Briefe von unseren Mitarbeitenden und Freiwilligen mit äusserster Sorgfalt behandelt, genau wie in Ghana. Sie sehen mit ihren eigenen Augen, dass das der Briefaustausch das Leben eines Kindes und seines Paten verändern kann. Und sie legen Kilometer um Kilometer zurück, um diese Beziehung zu ermöglichen!