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Da dürften sich einige Landbesitzer demnächst die Hände reiben. Die Gemeinde Scharans will neues Bauland schaffen. Die Argumentation: Das bisher bestehende Bauland reicht nicht ganz für 15 Jahre nach den gegenwärtigen Schätzungen.
Scharans mit seinem 830 Einwohnern und 1.429 Hektarn Fläche möchte als Gemeinde daher die Ortsplanung revidieren.
Das Gemeindegebiet von Scharans reicht von ca. 676 m.ü.M an der Albula bei St. Agatha bis auf 2’497 m.ü.M beim Piz Danis. Das Siedlungsgebiet umfaßt zum einen das eigentliche Dorf Scharans sowie das Gebiet St. Agatha, welches seinerseits unmittelbar an Fürstenaubruck grenzt und beinahe vollständig mit jenem Ortsteil der Gemeinde Fürstenau zusammengewachsen ist.
Als eine der wenigen Gemeinden Graubündens, in welchen die Stimmbürger bei der Zweitwohnungs-Initiative für ein Ja sorgten, überrascht die Argumentation und das Vorgehen so kurz nach der Annahme der Initiative in Scharans.
Sie möchte neues Bauland einzonen lassen und sieht weitgehende Eingriffe in die bisherige Ortsplanung vor. Begründen tut die Gemeinde die „Notwendigkeit“ der Einzonung von neuem Bauland damit, daß gegenwärtig noch eine Reserve von 3.4 Hektar besteht.
Geht die Bautätigkeit wie in den letzten Jahren weiter, so würde diese Reserve in 15 Jahren aufgebraucht sein bzw. für die nächsten 15 Jahre 3,6 Hektar benötigt würden, also ein ganz klein wenig mehr als zur Verfügung stünde gegenwärtig.
Obwohl 15 Jahre ein sehr lange Zeit sind, möchte die Gemeinde neues Bauland einzonen.
Die Gemeinde schreibt dazu in einem in Auftrag gegebenen Bericht einer churer Firma (kursiv):
Errechnet man den Baulandbedarf aufgrund der baulichen Entwicklung, so ergibt dies ein Bedarf von 3.6 ha (3.0 x 800m2 x 15 Jahre). Diesem Bedarf steht eine Reserve von ca. 3.4 ha gegenüber. Nach der vorliegenden Überprüfung des Standes der Überbauung bezogen deckt die Bauzonengröße gerade den Bedarf für die nächsten 15 Jahre.
Weiter heißt es (kursiv):
Die Wohnbauzone der Gemeinde Scharans wird im Rahmen des ausgewiesenen Bedarfes angepaßt und entsprechend erweitert. Einerseits wird die Bauzone dort bereinigt, wo sie ohnehin bereits überbaut ist. Andererseits ist die Reserve an unüberbautem und verfügbarem Bauland weitgehend aufgebraucht, weshalb maßvolle Einzonungen vorgenommen wurden.
Die Erweiterungen betreffen insbesondere die Wohnzone 2 sowie im kleineren Umfang aufgrund der erwähnten Bereinigung die Dorfzone sowie die Gewerbezone.
In Gemeinden im Kanton St. Gallen gibt es aktuell zum Beispiel bereits Widerstand, wenn Gemeinden neu Bauland einzonen möchten, welche damit argumentieren, das Bauland würde bloß noch 4 Jahre reichen. Scharans argumentiert, daß einem Bedarf von 3.6 Hektar auf 15 Jahre „nur“ 3.4 Hektar gegenüberstünden. Daher müsse man schon jetzt neu einzonen. Kalkuliert wurde so, daß die bisherige Bautätigkeit so aktiv fortgesetzt werden würde, wie in den vergangenen Jahren.
Das Vorgehen rief auch den Kanton auf den Plan, welcher bereits dutzende Punkte beanstandet hat und Korrekturen fordert. Hierzu erfolgt morgen ein separater Bericht auf Domleschg24.ch.