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ETH-Jubiläum 25 Jahre
25 Jahre ETH – Tilo Steiger auf dem Weg von der Werkstoff-Forschung zum zentralen Speicher
Als junger Diplom-Ingenieur für Mechanik und Strömungstechnik kam ich nach einem kurzen Forschungsaufenthalt an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung Berlin (BAM) im September 1991 an die ETH Zürich an das Institut für Baustoffe Werkstoffchemie und Korrosion (IBWK). Eingebunden in ein grosses europäisches Forschungsprogramm (BRITE EURAM) galt es die Verformungseigenschaften für einen heterogenen Werkstoff bis zum Bruch zu analysieren und entsprechende Verformungs- und Versagensmodelle vorzuschlagen bzw. diese auch zu verifizieren. Die untersuchten Werkstoffe dienten der schweizerischen Maschinenindustrie als Basis für Hochpräzisionsrundschleifmaschinen z.B. für hochdrehende Turboladerwellen – das Endprodukt also ganz in meinem Sinne ;-)
Meine Forschungsarbeiten beinhalteten sowohl die experimentelle wie auch die numerische Forschung. 1993 übernahm ich die Aufgaben eines Informatikkoordinators und war für bis zu 30 Kolleginnen und Kollegen zuständig. Neben den vielen Desktop-Rechnern und den vielen Computern, die die Versuchsergebnisse aufzeichneten, durfte ich eine grössere Solaris-Umgebung am Institut aufbauen, um die numerischen Voruntersuchungen zu ermöglichen, bevor die Analysen auf den damals zentralen Systemen (VAX, Cray, Convex) gerechnet werden konnten.
1994 organisierte unser Institut einen grossen Kongress Fracture Mechanics of Concrete Structures (FRAMCOS). Es kostete mich ein wenig Überzeugungsarbeit, meinen damaligen Professor davon zu überzeugen, diesen Kongress mindestens teilweise über frühe Internet-Anwendungen zu organisieren – es hat aber alles geklappt. Eine meiner Veröffentlichungen anlässlich dieser Veranstaltung hatte grossen Anklang gefunden und wir konnten Drittmittel gewinnen. Dies führt mich dann auch zu einem meiner Schwerpunkte in meiner Dissertation – die Entwicklung einer in situ-Prüfmaschine für ein Elektronenmikroskop (ESEM) – siehe Abbildung unten. Diese Prüfmaschine und die damit möglich gewordene Untersuchung des mikroskopischen Rissfortschritts hat sehr viele interessante Stunden an den Bildschirm des Elektronenmikroskops gebunden. Die herausfordernden numerischen Simulationen haben mich dann sehr schnell in Kontakt mit den hilfsbereiten Kollegen bei den Informatikdiensten gebracht. Mitte der neunziger Jahre hat sich dann die Zusammenarbeit mit den ID intensiviert. Während Ferienabwesenheiten von G. Sigut war ich seine Vertretung für Finite Elemente SW-Fragen.
1998 habe ich mit Jürgen Winkelmann (ID Systemdienste) über die IT Unterstützung von wissenschaftlichen Instituten gesprochen – ich war ja bisher guter Kunde… Wenige Monate später war ich dann ein IDler und wir konnten zusammen einen neuen Service der ID aufbauen: „Systeme im Auftrag“ mit SLAs. Zuerst war die forschungsnahe Betreuung der Doktoranden an den Instituten im Vordergrund gestanden. Es war eine tolle Arbeit, mit den Forschenden am D-MAVT die thermodynamischen Probleme auf den damaligen Unix Systemem (Solaris, SGI, HP) zu simulieren. Neben der forschungsnahen Betreuung der Computersysteme entwickelte sich der neue Service sehr schnell und wir konnten viele Institute aus verschiedenen Departementen gewinnen, die in diesem neuen Angebot der ID einen Mehrwert für sich erkannten. Somit konnten dezentral zu erbringende Dienstleistungen von zentralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erbracht werden. Natürlich konnten somit auch die immer stärker werdenden zentralen Dienstleistungen der ID (Mail, AD, HPC etc.) an den Forschungsinstituten besser motiviert werden. Aus der damaligen Dienstleistung „Systeme im Auftrag“ haben sich SDL und S4D entwickelt.
2000 durfte ich dann als Gruppenleiter für „Systeme im Auftrag“, zentrale Datensicherung und Datenhaltung (damals Netbackup und AFS) die Verantwortung übernehmen. Schon bald waren die zu sichernden Datenmengen derart gross, dass für eine effektive Datensicherung ein zentralen Speicher notwendig wurde. Ab 2003 entwickelten wir dann die zentralen Dienstleistungen NAS und SAN. Zusätzlich war ich ab 2004 auch für die zentralen HPC-Cluster zuständig. Zusammen mit Olivier Byrde haben wir neben dem damals bestehenden Asgard und Hreidar Cluster das Shareholdermodell entwickelt, das über „Gonzales, Brutus zum heutigen Euler führte.
2007 haben wir die Aufgaben aus den Bereichen HPC und zentraler Speicher auf zwei Gruppen aufgeteilt – beide Dienstleistungen entwickelten sich derart rasant, was diese Aufteilung notwendig machte.
Die Aufgaben im Umfeld des zentralen Speichers waren und sind immer noch sehr herausfordernd. Die Entwicklung der Services rund um den zentralen Speicher motivieren mich jeden Tag. Diese Motivation ist aber nur aus dem sehr guten Teamspirit und aus der tollen Zusammenarbeit mit Jürgen Winkelmann mit den vielen Kolleginnen und Kollegen und mit der ID-Geschäftsleitung zu schöpfen. – Mein herzliches Dankeschön dafür!