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In Mazedonien ist es üblich, einem kinderlosen Ehepaar durch Überlassen eines Neffen oder einer Nichte zu einem eigenen Kind zu verhelfen.
Ein aus Mazedonien stammendes Elternpaar hat deshalb seinen drittgeborenen Sohn dem kinderlosen Bruder und dessen Ehefrau zur Adoption übergeben. Vorgesehen war, dass die leiblichen Eltern und das Kind sich regelmässig sehen und das Kind später zu diesen zurückkehren könnte.
Das Bundesgericht lehnte, wie zuvor die zuständigen kantonalen Instanzen, das Gesuch um Adoption des Neffen ab.
Nach Schweizer Recht ist die Adoption ausschliesslich auf die Bedürfnisse des Kindes ausgerichtet. Sie dient dazu, einem Kind neue Eltern zu geben, wenn die leiblichen Eltern ihre Aufgabe nicht wahrnehmen können oder wollen.
Die Adoption schafft ein neues Verwandtschaftsverhältnis, bei dem die Integration des Kindes in die Adoptivfamilie im Vordergrund steht. Die leiblichen Eltern geben dabei sämtliche Rechte und Pflichten auf.
Deshalb ist eine Adoption, die den Kontakt zwischen leiblichen Eltern und Kind weiterhin vorsieht, nach Schweizer Recht nicht möglich. Das gilt laut Bundesgericht auch für Kinder aus einem anderen Kulturkreis.
Bundesgericht, Urteil vom 4. Februar 2005 (5A.35/2004)