Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/127692

<h2>SubmittedText<h2><p>Angesichts dessen, dass die Preise für in Flaschen abgefülltes Mineralwasser in den letzten Jahren deutlich gesunken sind und der Konsum gestiegen ist, wird der Bundesrat beauftragt, eine Strategie zur besseren Lenkung der Nachfrage nach nichtabgefüllten Getränken, insbesondere Hahnenwasser, auszuarbeiten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Studie "Ökobilanz Trinkwasser-Mineralwasser", die im Auftrag des Schweizerischen Vereins des Gas- und Wasserfaches (SVGW) erstellt wurde, zeigt auf, dass die Umweltbelastung von Mineralwasser durch die Faktoren Kühlung, Verpackung und Transport bestimmt wird. Ungekühltes Leitungswasser ist zwar bis zu 1000-mal umweltfreundlicher als gekühltes, CO2-haltiges Mineralwasser aus der Flasche, die bessere Ökobilanz von ungekühltem Leitungswasser ist jedoch hauptsächlich auf die fehlende Kühlung zurückzuführen.</p><p>Die durch Verpackungen verursachte Umweltbelastung beträgt weniger als ein Prozent der gesamten, durch den individuellen Konsum verursachten Umweltbelastung. Der Anteil der Getränkeverpackungen an der gesamten Menge an Verpackungsmaterialien wird auf rund 20 Prozent geschätzt. Das heisst, dass die vom Postulanten geforderte Strategie nur einen vernachlässigbaren Effekt auf die Verpackungsmenge haben würde. Hingegen wäre der Aufwand, der mit einer Lenkung des Konsums hin zu weniger verpackten Getränken - z. B. mittels Pfand oder einer Lenkungsabgabe - einherginge, erheblich. Die Kosten der Einführung eines Pfandes auf Getränkeflaschen werden auf 250 bis 300 Millionen Franken geschätzt. Zudem ist davon auszugehen, dass im konkreten Fall eine Abgabe keine lenkende Wirkung haben wird: 1 Liter Leitungswasser kostet heute zwischen 0,3 und 0,5 Rappen, 1 Liter Mineralwasser aus der Flasche hingegen zwischen 70 Rappen und einigen Franken (je nach Marke und Herkunft). Im günstigsten Fall ist Leitungswasser damit bereits heute 140-mal günstiger als Mineralwasser aus der Flasche.</p><p>Der Bundesrat erachtet es deshalb nicht als zweckmässig, die vom Postulanten geforderte Strategie zu erarbeiten.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.