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Das musst du wissen
- Beim Bau eines Staudamms wurde die Steinkonstruktion von Guadalperal 1963 in einem Stausee versenkt.
- Jetzt ist die Steinkonstruktion das erste Mal wieder komplett aus dem Wasser aufgetaucht.
- Wegen der heissen Temperaturen und einer Dürreperiode ist der Wasserspiegel so stark gesunken wie noch nie.
Erstmals seit fünfzig Jahren sind sie aufgetaucht – und das wortwörtlich: Rund 140 Steine stehen in Kreisen angeordnet am Ufer des Stausees Valdecaña in der spanischen Provinz Cáceres im Westen des Landes. Der grösste Stein ist etwa 180 Zentimeter hoch. Darauf zu sehen sind Einkerbungen in Form eines Menschen und einer geschwungenen Linie, die für eine Schlange oder aber den Fluss Tajo stehen könnte, an dem der sogenannte Dolmen steht. Dolmen sind antike Bauwerke aus riesigen Steinen, die früher beispielsweise als Gräber dienten. Meist bestehen sie aus aufrechten Steinen, auf die Steinplatten gelegt wurden. Das berühmteste Beispiel ist wohl Stonehenge in England, dessen Steine bis zu fünf Meter hoch sind. Obwohl der Dolmen von Guadalperal viel kleiner ist, wird er auch «Stonehenge von Spanien» genannt.
Das Konstrukt am Valdecaña-Stausee soll vor rund 7000 Jahren gebaut und als Grabstätte, Markierung eines Handelspostens oder aber als ritueller Ort benutzt worden sein. Über die Verwendung sind sich Archäologen aber nicht einig. Weil die Franco-Regierung in den 1960er-Jahren einige Kilometer flussabwärts einen Staudamm gebaut hat, versank der Dolmen im Wasser des Stausees.
Doch jetzt ist die Ruine für kurze Zeit komplett sichtbar, denn der Wasserspiegel ist aufgrund des heissen Sommers gesunken und hat sie freigelegt. Durch verschieden hohe Wasserstände hatten die Spitzen einzelner Steine in den vergangenen Jahren immer wieder aus dem Wasser geragt, doch die ganze Konstruktion war seit den 1960ern noch nie sichtbar.
Einige Gruppen, darunter Teile der lokalen Bevölkerung, wollen den Dolmen an einen Ort versetzen lassen, wo er nicht mehr untergeht, schreibt das Portal Atlas Obscura. Andere warnen hingegen, dass die Steine durch den dreissigjährigen Tauchgang beschädigt oder zerbrechlich geworden sind. Ein Umzug müsste also mit grosser Sorgfalt vonstatten gehen. Doch viel Zeit bleibt nicht, denn wenn der Regen wiederkommt, steigt auch der Wasserspiegel des Sees und die Ruinen könnten wieder versinken.