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Niederländische Westindien-Kompanie, Vereinigte Ostindische Kompanie oder die East India Company sind ein paar Beispiele der Firmeninhaber der ausgestellten Wertpapiere in der Dauerausstellung. Handelsnetzwerke entstehen über Ozeane hinweg und erweitern sich im 16. und 17. Jahrhundert. Neben der Verschiffung von und dem Handel mit Rohstoffen und Gewürzen, ist der Transport von Menschen, der Sklavenhandel, elementarer Teil der Tätigkeiten von vielen der Seehandelsgesellschaften. Der sogenannte transatlantische Sklavenhandel ist eine der grössten Zwangsmigrationen in der Weltgeschichte. Vom Anfang des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des 19. Jahrhunderts werden Menschen verkauft, verschifft und versklavt. Der Sklavenhandel und die Sklaverei zeichnen sich durch ein permanentes physisches Gewaltverhältnis aus. Die Rede ist von über 12 Millionen Menschen vom afrikanischen Kontinent.
Begriffsdefinition Sklaverei:
«…der Körper eines Menschen, Mann, Frau oder Kind, unter Kontrolle eines Halters (deshalb «Sklavenhalter») ist, der ihn mit Gewalt seiner Mobilität und Selbstentscheidung beraubt und ihm die Leistungen des Körpers (Arbeit, Dienstleistungen, Sex, Reproduktion, Schutz), Teile des Körpers (Eunuchen) oder gar das Leben selbst (Opfersklaven, Sklavensoldaten, symbolische Tötung in Totenfolge oder zur Prävention von Rebellion) abzwingt.…»
Zeuske Michael: Sklavenhändler, Negreros und Atlantikkreolen. Eine Weltgeschichte des Sklavenhandels im atlantischen Raum, Berlin 2015, S. 6.
Für europäische Händler, die in den Sklavenhandel involviert sind, ist der Transport nur ein Teil eines viel grösseren Handelssystem. Ein einzelnes Schiff, das in Europa startet, absolviert drei Hauptetappen mit jeweils separater Fracht. Von dieser Route leitet sich auch der Name «Dreieckshandel» ab. An jeder Station erzielen die europäischen Händler Profit, mit dem die Händler wiederum das Ganze finanzieren.
Start der Schiffe und somit des Handel ist jeweils Europa: Es werden fabrizierte Waren vom europäischen auf den afrikanischen Kontinent transportiert. Ab dem 17. Jahrhundert sind die europäischen Importe meistens billige Waren, wie Baumwollstoff, Alkohol, Metall oder Waffen. Im Gegenzug erhalten die Europäer versklavte Menschen. Durch die importierten Waffen werden Kriege in den betroffenen afrikanischen Ländern häufiger, was das Sklavenangebot aufrechterhält.
Die versklavten Menschen werden dann auf Schiffen an verschiedene Häfen der zweiten Station, die sogenannte «Middle Passage» in Brasilien, in die Karibik oder Nordamerika verfrachtet. Die «Middle Passage» gehört zu den brutalsten Stationen, die viele der versklavten Menschen nicht überleben. Das Titelbild dieses Blogs gibt einen Eindruck der unmenschlichen Zustände (Bildquelle: Great Britain. Parliament. House of Commons, via Wikimedia Commons). Dort angekommen den Besitzenden von Plantagen verkauft, schuften die versklavten Menschen meist bis zu ihrem Lebensende. Die Erzeugnisse, die aus den Plantagen ausgeschöpft werden, kommen dann wieder mittels Schiffen – als letzter Teil des Handels - nach Europa: Zuckerrohr, Baumwolle, Tabak, Kaffee und Kakao.)
Fortsetzung folgt...
Obwohl die Schweiz selbst keine Flotte damals besitzt, gibt es nachweislich konkrete Beispiele der Beteiligung am Kolonialismus. Neben den Schweizer Söldner in Übersee, oder protestantischen Missionsdiensten, geben aktuelle Forschungsberichte eindeutige Einsichten in die Investition von Städten wie Zürich oder Bern in die transatlantischen Sklaverei. In den nächsten zwei Teilen dieser Blogserie wird es um die in der Sammlung und im Museum ausgestellten Wertschriften der englischen «South Sea Company» und der französischen «Companie des Indes orientales» gehen. Diese zeigen beispielhaft, wie Schweizer Institute oder Städte in den transatlantischen Dreieckshandel involviert waren.