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Saison 1935/36
Nachdem man seit Bestehen des Clubs und der Teilnahme an der nationalen Meisterschaft jeweils
auf dem zweiten Rang (Ausnahme Saison 1932/33) hinter Davos abschloss, war es an der Zeit, dem ewigen Rivalen aus dem Landwassertal die Stirn zu bieten!
Am 9. November 1935 wurde die Saison mit dem Spiel gegen die Mannschaft Stade Français aus Paris auf dem Dolder eröffnet. Künzler, der Zürcher Torhüter, vermochte einige Torchancen des Gegners zunichtezumachen, konnte aber am Ende die 1:4-Niederlage nicht verhindern. Einziger Zürcher Torschütze in diesem Spiel war der auffällige Charly Kessler, dem das Ehrentor mittels «Flankenschuss» gelang.
Am 1. Dezember 1935 gastierte erstmals Davos auf dem Dolder zu einem freundschaftlichen Kräftemessen. Diese Partie stand unter dem Motto: Erst die Weltmeisterin, dann der Europameister: Im Vorprogramm zeigte Sonja Henie, ihres Zeichens neunfache Eiskunstlaufweltmeisterin aus Norwegen, einen Mazurka-Tanz. Danach trat Davos mit all seinen Europameistern an. Sturm und Regen gaben dem Programm keinen würdigen Rahmen. Es wurden gar Wellen auf der Eisfläche gesichtet, derart hoch stand das Wasser. Eine spannende Partie wurde schlussendlich durch einen Alleingang von Bibi Torriani zum 0:1 in den Schlussminuten entschieden.
Am 8. Dezember 1935 stand das erste Meisterschaftsspiel an. Derby! Die Grasshoppers machten ihre Aufwartung. Die beiden Mannschaften wurden in etwa gleich stark eingeschätzt – bis auf die Auswechselspieler (zweite Linie), wo der ZSC die klar besseren Trümpfe in der Hand hatte. Das Spiel begann sehr nervös, aber bereits nach einigen Minuten lag der ZSC vorne. Danach beruhigte sich das Spiel. Für ein weiteres Tor mussten sich die 2000 Zuschauer bis ins Schlussdrittel gedulden als Griffith für die Löwen zum 2:0 einschob. In der Folge wurden die Grasshoppers immer stärker und trafen sieben Minuten vor dem Ende auch noch. Zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr.
Das zweite Vorrundenspiel gegen den EHC Basel vom 15. Dezember 1935 wurde als Forfait mit einem 5:0 für den ZSC gewertet. Leider ist nicht überliefert, wie dieses Forfait zustande kam. Jedenfalls waren die Zürcher dadurch in der Halbzeit der Vorrunde mit vier Punkten in einer komfortablen Situation.
Die Altjahreswoche wurde in Davos am Spengler Cup verbracht. Dabei wurden Cambridge und Davos II geschlagen, nur den Diavoli aus Mailand musste man sich geschlagen geben. Das Spiel um Platz 3 gegen Oxford ging dann wieder siegreich zu Ende. Der dritte Platz war ein schöner Erfolg für die Lions.
Am 4. Januar 1936 stieg das Meisterschaftsrückspiel gegen GC. Die Grasshoppers zeigten sich stark verbessert und konnten den Zürcher Schlittschuhclub mit 3:1 besiegen. Dennoch blieb der ZSC zwei Punkte vor den Grasshoppers, da die 1:3-Niederlage wegen eines Formfehlers in einen 5:0-Forfait-Sieg umgewandelt wurde.
Im letzten Vorrundenspiel setzten sich die Zürcher in Basel mühelos mit 3:0 durch und qualifizierten sich damit für den Halbfinal.
Am 5. März 1936 stand die Halbfinalpaarung gegen die Akademiker an. Das Spiel war sehr ausgeglichen und hätte auf beide Seiten kippen können. Die «Z.S.Clübler» konnten in der zehnten Minute durch Griffiths das Führungstor bejubeln, mussten aber kurz vor Drittelsende den Ausgleich durch Sweeney hinnehmen. Das Mitteldrittel wurde dann sehr hart geführt und die dezimierten ZSC-ler (diverse Spieler waren herausgestellt worden) waren damit beschäftigt, kein Tor mehr zu erhalten. Im Schlussdrittel wog die Partie hin und her, ehe erneut Griffiths fünf Minuten vor dem Ende den vielumjubelten Siegtreffer erzielte.
Drei Tage später machte Davos seine Aufwartung auf dem Dolder, um den Schweizermeister 1935/36 zu krönen. Die 4000 Zuschauer mussten sich allerdings eine volle Stunde gedulden, bis es losging, denn zur Anspielzeit um 16:00 Uhr war das Eis wegen der hohen Sonneneinstrahlung unbrauchbar. Was die Zuschauer dann zu sehen bekamen, entschädigte die Warterei vollauf. Der ZSC war eine kampfbegeisterte, energiegeladene und auf den Sieg eingestellte Spielergemeinschaft. Bezeichnenderweise fiel das entscheidende Tor durch Griffiths nicht in der regulären Spielzeit, sondern gleich zu Beginn der ersten Verlängerung. Der Torrichter anerkannte den Treffer sofort, während die Davoser unter lauten Protesten das Eis verliessen. Sie glaubten, einen Pfostentreffer gesehen zu haben. Nur widerwillig kehrten die Davoser aufs Eis zurück, um in den verbleibenden neun Minuten einen Sturmlauf auf Künzlers Tor zu starten. Ein glänzend reagierender Künzler liess aber keinen Treffer zu, zumal auch die Kräfte beim entthronten Schweizermeister nachliessen.
Somit errang der ZSC seinen ersten Meistertitel der Clubgeschichte! Die Pokalübergabe konnte leider nicht durchgeführt werden, da die siegessicheren Davoser den Pokal vorsorglich zu Hause gelassen hatten …
Die Meistermannschaft:
Künzler, Caduff, Ernst, die Brüder Charly und Hertli Kessler, Lohrer, Menghini, Griffiths, Morin
Modus:
Vorrunde: 4 Spiele / 3 Siege / 0 Remis / 1 Niederlage / 14:3 Tore
05.03.1936: Halbfinal, ZSC – Akademiker 2:1, 1100 Zuschauer
08.03.1936: Final, ZSC – Davos 1:0, 4000 Zuschauer