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Höhentraining ist beliebt, doch was genau passiert bei einem Aufenthalt in der Höhe?
In der Anfangsphase eines Höhenaufenthalts ist die Ausdauerleistungsfähigkeit, gemessen an der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max), reduziert. Die VO2max wird als jene Sauerstoffaufnahme bezeichnet, bei der eine weitere Steigerung der Leistung zu keiner weiteren Zunahme der Sauerstoffaufnahme führt. Für die Verwertung entscheidend sind dabei die Ventilation in der Lunge und der Sauerstofftransport im Blut über das Herz-Kreislaufsystem.
Auch die Fähigkeit des peripheren Gewebes (zum Beispiel der Muskulatur), den Sauerstoff aufzunehmen spielt eine Rolle. Die VO2max nimmt bereits ab 1500 bis 2000 m Seehöhe kontinuierlich ab. Der Leistungsverlust beträgt pro 100 Höhenmetern rund 1% der VO2max ; dass heisst in 3000 m Höhe ist die VO2max um rund 15 % geringer, abhängig von Geschlecht, Muskelmasse und Trainingszustand.
Weniger leistungsfähig in der Höhe
Nach der Akklimatisation steigt die VO2max zwar wieder an, bleibt aber dennoch unter dem Niveau des im Flachland erreichten Wertes. Hierfür gibt es bislang noch keine gesicherte wissenschaftliche Erklärung. Auf jeden Fall gilt: Der Athlet ist in der Höhe weniger leistungsfähig als im Flachland.
Dennoch wirkt sich ein Training ab einer minimalen Höhe von 1800 m positiv auf den Organismus aus. Denn der Körper reagiert auf den Sauerstoffmangel in der Luft mit einer Erhöhung der Erythropoese. Die Erythropoese ist für die Bildung und Entwicklung der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) verantwortlich und wird durch das Hormon Erythropoetin (EPO) stimuliert, das bei Sauerstoffmangel im Gewebe in der Niere gebildet wird.
Vermehrung Blutvolumen
Durch die Vermehrung der Erythrozyten, die als Transportinstrument für den Sauerstoff zum Körpergewebe dienen, kommt es zu einer Zunahme von Hämatokrit und Hämoglobinkonzentration ohne Vermehrung des Blutvolumens.
Der Hämatokrit ist hauptsächlich von der Konzentration der Erythrozyten abhängig und bezeichnet den Anteil aller zellulären Bestandteile am Volumen des Blutes. Ein erhöhter Hämatokritwert bedeutet eine höhere Sauerstofftransportkapazität des Blutes.
Hämoglobine sind sauerstofftransportierende Proteine und befördern den Sauerstoff von der Lunge in den Körper. Durch eine Erhöhung wird sowohl die Kapazität der Sauerstoffaufnahme wie auch die Transportfähigkeit erhöht – die Ausdauerleistungsfähigkeit nimmt somit zu.
Festzuhalten ist, dass es beim Höhentraining sogenannte Responder und Non-Responder gibt. Sprich: Sportler, die auf Höhentraining ansprechen und andere, bei denen es keine Wirkung zeigt. Zu welcher Gruppe man gehört? Da hilft nur eines, um dies herauszufinden: Probieren Sie es aus!
Und ebenfalls wichtig: Ein Höhentrainingsblock sollte mindestens zwei Wochen betragen, damit man sich in den ersten Tagen an die Höhe akklimatisieren kann und erst danach das Training kontinuierlich steigert.