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Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Russland nach eigenen Angaben um Stellungnahme zur dreijährigen Haftstrafe für den bekannten Umweltaktivisten Jewgeni Witischko gebeten.
Sein Fall sei schon «in der Vergangenheit angesprochen» worden, nach der jüngsten Bestätigung des Urteils würden nun «zusätzliche Erläuterungen» aus Moskau gewünscht, sagte IOC-Sprecher Mark Adams. Das Ersuchen an die russischen Behörden sei über die örtlichen Organisatoren der Olympischen Winterspiele in Sotschi übermittelt worden.
Die vorsichtigen Äusserungen des IOC blieben hinter denen internationaler Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch (HRW) zurück, die von einem eindeutig politisch motivierten Urteil gegen Witischko gesprochen hatten. Auch der US-Botschafter in Moskau, Michael McFaul, schrieb am Donnerstag auf Twitter, er sei «besorgt über die unverhältnismässige Strafe», die «Bedenken über Rechtsstaatlichkeit und Redefreiheit» unterstreiche.
Witischko war am Mittwoch in einem Berufungsprozess abermals zu drei Jahren Straflager verurteilt worden. Das Gericht in der südrussischen Stadt Krasnodar bestätigte damit ein Urteil aus erster Instanz, in dem Witischko wegen eines Verstosses gegen seine Bewährungsauflagen schuldig gesprochen worden war.
Der Aktivist, der Umweltsünden im Zusammenhang mit den Winterspielen anprangert, war 2012 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er Protestplakate an einem Zaun in einem Naturschutzgebiet angebracht hatte. Der Zaun wurde nach Ansicht Witischkos und seiner Mitstreiter illegal um eine Luxusvilla des Gouverneurs der Region Krasnodar errichtet.
Weil Witischko vergangene Woche zu 15 Tagen Haft verurteilt worden war, sass er während der Eröffnungsfeier der Winterspiele am Freitag hinter Gittern. Begründet wurde die Strafe damit, dass er in der Öffentlichkeit geflucht habe.
(sda/tke)