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Anfangs August hat ein Bundesgericht in Brasilien den Einsatz von Glyphosat sowie zweier anderer Pestizide vorübergehend verboten, auch dank Partnerorganisationen von Fastenopfer. Das Verbot soll in Kraft bleiben bis die Schädlichkeit der Substanzen abschliessend geklärt ist – zum Missfallen der brasilianischen Agrarlobby.
Das Unkrautvernichtungsmittel steht im Verdacht, krebserregend zu sein und schwere Missbildungen an Föten zu verursachen. Das Verbot ist auch ein Erfolg von zwei Partnerorganisationen von Fastenopfer. Diese haben sich in einem Zusammenschluss von anderen Organisationen in Brasilien vehement gegen den Einsatz der giftigen Pestizide eingesetzt.
Die Agrarlobby des Landes kritisiert es allerdings scharf, denn sie ist auf das Gift angewiesen: Auf endlosen Feldern wird Soja angebaut das gentechnisch so verändert wurde, dass es resistent gegen Glyphosat ist.
Die Felder werden, oft vom Flugzeug aus, mit dem Herbizid besprüht, welches in der Folge sämtliche Unkräuter abtötet. Dem Sojaanbau wurden in den letzten Jahrzehnten grosse Teile des Amazonas-Regenwaldes geopfert. Die Farmen gehören Grossgrundbesitzern und die Produkte werden grösstenteils als Futtermittel exportiert, während die ursprüngliche Landbevölkerung ihrer Lebensgrundlage beraubt wird.
Allerdings ist zum Verbot das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen: Der Landwirtschaftsminister Blairo Maggi, der gleichzeitig auch Besitzer einer der grössten Sojakonzerne des Landes ist, hat bereits Berufung eingelegt.