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- Der britische Premier Boris Johnson von den Tories und sein sozialdemokratischer Herausforderer Jeremy Corbyn haben zum ersten Mal ein TV-Duell ausgetragen.
- Die beiden Politiker kämpfen um Wählerstimmen – denn am 12. Dezember gibt es Neuwahlen in Grossbritannien.
- In Umfragen vor dem Duell lagen Johnsons konservative Tories vorne.
Die erste Debatte im britischen Wahlkampf zwischen Johnson und Oppositionsführer Jeremy Corbyn wurde angriffig, aber korrekt geführt. Allerdings versuchten die beiden Kontrahenten während der Debatte, Zweifel an den Versprechen des jeweiligen Gegenübers zu streuen.
Mit Jeremy Corbyn gäbe es nur zittern und vertagen. Er weiss nicht auf wessen Seite er steht.
Der Konservative Johnson wiederholte dabei seine Zusage, den Brexit am 31. Januar zu vollziehen. «Weil wir einen Deal haben, der ofenfertig ist.» Gleichzeitig attackierte er seinen Herausforderer und meinte, mit Corbyn gäbe es hingegen nur zittern und vertagen. «Er weiss nicht, auf wessen Seite er steht.»
Doch Corbyn schlug zurück und verwies auf seinen Plan, ein neues Brexit-Abkommen auszuhandeln und es der Bevölkerung in einem Referendum vorzulegen – mit der Option, in der EU zu bleiben. «Wir werden innerhalb von drei Monaten einen glaubhaften Deal mit der EU aushandeln und in sechs Monaten ein Referendum vor das Volk bringen.»
Wofür wird Corbyn werben?
Johnson griff seinen Kontrahenten bei der Debatte des Senders ITV immer wieder scharf wegen dessen Versprechen eines zweiten Brexit-Referendums an. «Werden Sie für den Verbleib oder den Austritt werben?», fragte Johnson. Die Labour-Partei will die Briten in einem Referendum vor die Wahl zwischen einem Brexit mit enger Bindung an die EU und dem Verbleib in der Staatengemeinschaft stellen. Corbyn will sich aber nicht festlegen, ob er für oder gegen den Austritt werben würde.
Die Idee, dass Premierminister Johnsons Deal bis Januar verabschiedet werden kann, ist Unsinn.
Der Labour-Chef konterte mit dem Vorwurf, Johnson wolle den Nationalen Gesundheitsdienst NHS einem Handelsabkommen mit den USA opfern. Den Plan des Premierministers, die EU am 31. Januar 2020 mit seinem nachverhandelten Abkommen zu verlassen, bezeichnete er als «Unsinn». Johnson werde «mindestens sieben Jahre» zum Aushandeln eines Handelsdeals mit den USA brauchen.
Tories in der Wählergunst
Vor allem Corbyn hat noch einiges aufzuholen. Die britischen Konservativen von Premierminister Johnson haben einer Umfrage zufolge ihren Vorsprung vor der Labour-Partei ausgebaut. Die Tories kamen der am Dienstag veröffentlichten Erhebung von Kantar zufolge auf 45 Prozent und legten damit binnen sechs Tage acht Prozentpunkte hinzu. Labour blieb unverändert bei 27 Prozent.
Die Briten sollen am 12. Dezember ein neues Parlament wählen. Bislang wird der Wahlkampf vom Brexit und der Krise im Gesundheitssystem dominiert.