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Auch wenn heiraten wieder mehr im Trend ist als auch schon: Die ewige Bindung vor Gott, dem Spaghettimonster oder anderen Zeugen höherer spiritueller Mächte, geniesst in gewissen Kreisen mehr den Ruf einer ewigen Gefangenschaft als einem feierlichen Gelübde füreinander.
Zu Unrecht, wie Forscher der Universität Tilburg in der Niederlande jüngst darlegten: man wird nämlich zu einem charakterlich besseren Menschen. In einer Studie wiesen die Wissenschaftler nach, dass verheiratete Partner Fehler besser vergeben können und ein höheres Mass an Selbstkontrolle besitzen.
Dazu legten die Forscher 199 frisch Vermählten verschiedene Aussagen vor, die sie individuell zu gewichten hatten. Zum Beispiel: «Wenn mich mein Partner ungerecht behandelt, vergesse und vergebe ich üblicherweise», oder: «Ich bin gut darin, Versuchungen zu widerstehen.»
Über einen Zeitraum von vier Jahren wurden die gleichen Ehepartner regelmässig befragt, mit dem Ergebnis, dass die Teilnehmer der Studie am Ende besser in der Lage waren, Fehler des Partners zu vergeben, und auch eine höhere Selbstkontrolle aufwiesen.
Tila Pronk, eine der Autorinnen der Studie, schreibt dazu: «Eine höhere Selbstkontrolle ist eine wünschenswerte Eigenschaft: Es hilft einem in praktisch allen Bereichen des Lebens, auch in engen Beziehungen.» Ähnliches lasse sich auch für die Fähigkeit zur Vergebung von Fehlern sagen, so Pronk: «Wer besser vergeben kann, tut nicht nur seiner Beziehung Gutes, er fördert auch sein allgemeines individuelle Wohlbefinden.»