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Bencic erreicht am US Open zum dritten Mal die Viertelfinals
Belinda Bencic erreicht am US Open in New York zum dritten Mal in ihrer Karriere die Viertelfinals. Die Olympiasiegerin setzt sich gegen die Polin Iga Swiatek 7:6 (14:12), 6:3 durch.
Die Vorentscheidung im Duell zwischen der Nummer 8 (Swiatek) und der Nummer 12 (Bencic) des WTA-Rankings fiel im Tiebreak des ersten Satzes, in dem die Zuschauer im Louis Armstrong Stadion in den Genuss eines Spektakels kamen. 23 Minuten dauerte die Kurzentscheidung, ehe Bencic nach 1:24 Stunden ihren fünften Satzball verwertete. Zuvor hatte sie drei ihrer Gegnerin abgewehrt, wobei sie sich beim zweiten und dritten mirakulös aus der Defensive befreite.
«Der erste Satz war sehr wichtig - vor allem mental. So zu verlieren, ist sehr frustrierend», sagte Bencic. Swiatek, die bereits vor dem Tiebreak einen ersten Satzball vergeben hatte, machte sich allerdings keine grossen Vorwürfe. «Es war schwierig, die Satzbälle zu nutzen, weil Belinda grossartig gespielt hat», lobte sie ihre Gegnerin, die sie im Februar im Final von Adelaide noch klar geschlagen hatte. «Derzeit spielt sie sehr stark, was man ja bereits während den Olympischen Spielen gesehen hat.»
Vor allem wenn es eng wird, hat Bencic derzeit am Ende fast immer die Nase vorne. Die Erfahrung von vielen knappen Partien und die gesammelte Matchpraxis würden in solchen Momenten helfen, sagte Bencic. «Man spielt instinktiv und macht das, was der Körper automatisch macht.» Klar denken könne man nicht mehr. «Ich wollte einfach unbedingt den Satz gewinnen und versuchte das, was zuvor am Besten funktioniert hat.»
Gute Erinnerungen an New York
Der Start in die Partie war Bencic einmal mehr sehr gut geglückt. Mit dem Return, ihrem besten Schlag, setzte sie die French-Open-Siegerin von 2020 von Beginn an unter Druck. Allerdings verpasste es Bencic, den Sack frühzeitig zuzumachen. Beim Stand von 3:1 vergab sie drei Breakbälle in Serie, bei 4:2 einen weiteren, ehe sich Swiatek zurück in die Partie kämpfte.
Im zweiten Satz machte es Bencic dann besser, womit sie nach 2014 und 2019 erneut in die Viertelfinals von Flushing Meadows einzog. An keinem anderen Grand-Slam-Turnier hat Bencic dies bislang geschafft. «Der ganze Vibe hier und die vielen guten Erinnerungen kommen mir entgegen.» 2014 hatte sie als 17-Jährige in ihrem ersten Jahr auf der Tour in New York bereits die Runde der letzten acht erreicht, vor zwei Jahren stiess sie in ihren ersten Grand-Slam-Halbfinal vor, wo sie an der späteren Siegerin Bianca Andreescu knapp scheiterte.
«Ich kenne die Anlage hier sehr gut und habe auch schon oft auf den grossen Plätzen gespielt, das hilft.» Sie wisse, wie sie grosse Matches zu spielen habe, in dieser Beziehung habe ihr auch Tokio sehr viel geholfen. Im Gegensatz zum olympischen Turnier, als Bencic während fast all ihren Partien Hochs und Tiefs durchlebt hat, tritt sie in New York bislang aber sehr souverän auf.
Nun gegen Qualifikantin Raducanu
Ihre nächste Herausforderin ist Emma Raducanu (WTA 150), die wie Bencic noch keinen Satz abgegeben hat. Die britische Qualifikantin liess auch Shelby Rogers aus den USA (WTA 43) keine Chance und siegte 6:2, 6:1. Die 18-Jährige, die bereits bei ihrem Grand-Slam-Debüt in Wimbledon die Achtelfinals erreicht hatte, verlor auf dem Weg in die Viertelfinals nur 15 Games und bezwang in der 1. Runde Stefanie Vögele. Sie ist erst die dritte Qualifikantin nach Barbara Gerken (1981) und Kaia Kanepi (2017), die in Flushing Meadows in die Viertelfinals vorstiess.