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DER TOKAJER WEIN
Der Tokajer war nach den gesüssten Weinen der Antike der erste grosse Süsswein. Die frühesten schriftlichen Spuren gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. Der Tokajer ist der „Rolls Royce“ unter den Dessertweinen in der Welt, vor allem wegen sein Eleganz und Kultiviertheit. Der Legende nach beruht die Entdeckung der Edelfäule auf einem Zufall. Als um 1650 ein türkischer Überfall in der Tokajer Region drohte, beschloss der zuständige Hofprediger Mate Szepsi-Laczko mit der Weinlese zu warten, bis die Gefahr gebannt sei. Während des langen und sonnigen Herbstes begannen die Beeren zu schrumpfen, und es setzte die Edelfäule ein. Die Winzer wurden angewiesen, bei der Lese diese Trauben gesondert abzupressen. Zu Ostern des Jahres 1651 wurde dann der erste „Tokajer Aszu“ serviert. In Ungarn wird Szepsi-Laczko heutzutage als „Erfinder des Aszuweins“ geehrt. Sein Nachfahren Istvan Szepsi ist heutzutage einer des besten Winzers des Tokajer Gebiets.
Der französische Sonnenkönig Ludwig XIV. verlieh dem Aszu den Titel „Vinum Regnum - Rex Vinorum“ („Wein der Könige - König der Weine“) im Jahre 1703. So fing der Tokajer an, Europa zu erobern. Im Jahre 1733 wurde vom russischen Zaren Hof in der Stadt Tokaj eine eigene Weinkaufs-Kommission eingerichtet. Die Blütezeit des Tokajers war im 17. und 18. Jahrhundert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, während der kommunistischen Regierungsperiode gab es einen Niedergang. Dennoch entstanden auch zu dieser Zeit neben billigen Massenweinen auch gute Tokajer. Mit der politischen Wende in Ungarn im 1989 wurden der Wiederaufbau und die Erneuerung des Weingebietes neu begonnen. Heute erlebt der Tokajer seine neueste Blütezeit.