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Ex-Weltmeister Philippe Gilbert liegt in der 16. Etappe der Tour de France solo in Führung, als er den Col de Portet d'Aspet hinunter rast. In hohem Tempo steuert der 36-jährige Belgier eine Kurve falsch an und kann einen Sturz nicht mehr verhindern. Den Fernseh-Zuschauern stockt der Atem, als Gilbert kopfvoran über ein Mäuerchen stürzt:
Nach bangen Augenblicken die Entwarnung: Gilbert kann das Rennen wieder aufnehmen, fährt noch ins Ziel. «Ich war geschockt, als ich fiel», sagte er. «Es war ziemlich tief und es hatte viele Steine. Ich landete auf dem Rücken, schaute um mich und sah nur Steine. Ich dachte, ich hätte alles gebrochen. Zunächst wagte ich gar nicht, mich zu bewegen.»
Im Kampf um den Etappensieg spielte er verständlicherweise keine Rolle mehr – doch eine Art Gewinner war Philippe Gilbert heute nach dem Ausgang dieses Sturzes trotzdem. Das Ziel erreichte er rund eine halbe Stunde nach Etappensieger Julian Alaphilippe, einem Teamkollegen bei Quick-Step. Dort sagte er Reportern mit Tränen in den Augen, dass die Rundfahrt für ihn vorbei sei. Gilbert verletzte sich beim Sturz am Knie.
«Meine Tour ist beendet.» Er sei sich bewusst, dass es noch viel schlimmer hätte kommen können.
Der Col de Portet-d'Aspet hat in der Tour-Geschichte einen traurigen Platz. Als das Feld 1995 den Pyrenäen-Pass hinunterfährt, verunglückt Fabio Casartelli, der Olympiasieger von 1992, tödlich. Einige Stunden, nachdem er mit dem Kopf aufgeschlagen hatte, erlag er im Spital seinen Verletzungen. (ram)