Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03261.jsonl.gz/1819

- Nick Kyrgios (ATP 25) wirft Daniil Medwedew (ATP 1) an den US Open im Achtelfinal raus.
- Der Australier zeigt eine fast einwandfreie Leistung und bezwingt den Titelverteidiger mit 7:6 (13:11), 3:6, 6:3, 6:2.
- Im Viertelfinal bekommt es Kyrgios mit Karen Chatschanow (ATP 31) zu tun.
- Nach dem Achtelfinal-Aus steht fest: Medwedew wird nach den US Open nicht mehr die Weltnummer 1 sein.
Spektakel hatten die beiden Protagonisten vor dem Direktduell im Achtelfinal versprochen – und sie haben geliefert, und wie. Nick Kyrgios hat einmal mehr unter Beweis gestellt, dass er sich auf der ganz grossen Bühne am wohlsten fühlt. Der Australier packte – sichtlich beflügelt durch die einmal mehr eindrückliche Atmosphäre im Arthur Ashe Stadium – gegen Daniil Medwedew sein ganzes Können aus und setzte der Mission Titelverteidigung des Russen ein jähes Ende.
Nach 2:53 Stunden und mit dem 21. Ass besiegelte Kyrgios die Niederlage der Weltnummer 1. Eine Niederlage, die für Medwedew Konsequenzen hat: Am Montag wird der 26-Jährige die ATP-Rangliste nicht mehr anführen. Um die Spitzenposition zu verteidigen hätte Medwedew in New York im Minimum den Final erreichen müssen.
Totalaussetzer als Schlüsselmoment?
Nachdem sich Kyrgios und Medwedew die ersten beiden Durchgänge geteilt hatten, überschlugen sich in der Startphase des 3. Satzes die Ereignisse:
- Im 2. Game rutscht Kyrgios beim Versuch, einen Ball zurückzuspielen, unglücklich weg. Der Australier bleibt kurzzeitig auf dem Court liegen, gibt dann aber leise Entwarnung.
- Gleich beim nächsten Punkt leistet sich Kyrgios ein peinliches Malheur. Er spielt den Ball mit völliger Überzeugung auf der gegnerischen Seite. Weil dies nicht erlaubt ist, geht der Punkt statt an Kyrgios an Medwedew. Zusätzliche Brisanz erhält das Ganze, weil sich Kyrgios mit seiner Aktion um einen sichergeglaubten Breakball bringt.
Erstaunlicherweise wirkte diese Reihe an negativen Ereignissen befreiend auf Kyrgios. Auf der anderen Seite geriet Medwedew plötzlich aus der Spur. Beim Stand von 1:2 im 3. Durchgang gab der Russe eine 40:0-Führung bei eigenem Aufschlag preis und kassierte mit 5 Punktverlusten in Serie das Break. Von diesem Rückschlag vermochte sich der Vorjahressieger in New York nicht mehr zu erholen. Kyrgios verwaltete den Vorsprung souverän und sicherte sich die 2:1-Satzführung.
Schaulaufen statt Wende
Wer nun glaubte, dass Medwedew zum grossen Comeback ansetzen würde, sah sich schon früh im 4. Durchgang getäuscht. Bereits im 3. Game gelang Kyrgios der erste Servicedurchbruch, wenig später liess er einen zweiten folgen, um vorentscheidend auf 4:1 davonzuziehen. Dieses Polster liess sich der 27-Jährige nicht mehr nehmen.
Für Kyrgios war es im 5. Duell mit Medwedew bereits der 4. Sieg. Wer weiss, wohin der Weg des Showmans in Flushing Meadows noch führt. Wenn er so aufspielt wie im Achtelfinal, ist Kyrgios ein ernstzunehmender Kandidat auf den Turniersieg.
Kyrgios' Reise soll noch nicht zu Ende sein
«Ich will den Weg bis zum Ende gehen. Hoffentlich ist das möglich», sagte er im Platzinterview voller Selbstvertrauen. Die neue Überzeugung ziehe er aus dem Wimbledon-Final, wobei die Niederlage gegen Novak Djokovic noch zu tilgen sei: «Das war eine bittere Pille.»
Vorerst wolle er aber Spiel für Spiel nehmen. In den Viertelfinal gegen Karen Chatschanow (ATP 31), seinen ersten in Flushing Meadows, steigt der Australier als Favorit.