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Das Dorf Böttstein, welches der heutigen politischen Gemeinde ihren Namen gibt, liegt am linken Aareufer, rund sieben Kilometer vor der Mündung der Aare in den Rhein. Der Name Böttstein (früher Bozsten, Botstein, Botistein und Bozeestein genannt) lässt wohl auf eine frühe alemannische Siedlung schliessen.
Das Kirchspiel
Böttstein gehört seit alter Zeit zur grossen Pfarrgemeinde Leuggern, dem Kirchspiel. Diese alte grosse Kirchgemeinde, an der Ostgrenze des Frickgaus, die in ältester Zeit auch Bistumsgrenze war, kam nach dem Aussterben der Fricktaler Gaugrafen an die Habsburger. Diesen nahmen die Eidgenossen im Jahre 1415, bei der Eroberung des Aargaus, auch das Kirchspiel weg. Es wurde eines der acht Ämter der Grafschaft Baden, welche die Eidgenossen durch ihre Landvögte verwalten liessen.
Eigene Gerichtsbarkeit
Während der grössere Teil dieses Amtes in niedergerichtlichen Angelegenheiten der Johanniterkommende unterstand, so auch die Dörfer Eien und Kleindöttingen, besass das Dorf Böttstein eine eigene Gerichtsherrschaft. Deren früheste Inhaber waren die Freiherren auf der dortigen Burg, die im Jahre 1087 erstmals genannt wurden, jedoch 150 Jahre später schon ausgestorben waren. Von ihnen hat die Gemeinde ihr Wappen übernommen (rotgegittertes Schild auf gelbem Grund).
Reger Besitzerwechsel
Nach dem Aussterben der Edlen von Böttstein gelangte die Burg mit dem ganzen dazugehörenden Gutsbesitz, so auch die Ländereien der heutigen Dörfer Burlen, Eien und Kleindöttingen, in die Hände der Freien von Tiefenstein. 1239 wurde die «Vogtei von Böttstein» den Johannitern von Bubikon im Kanton Zürich verkauft. In der Folge erlebte Böttstein noch manchen anderen Besitzerwechsel. Als einer der wichtigsten darf wohl jener des Jahres 1606 betrachtet werden. Damals erwarben die Brüder von Roll aus Altdorf im Kanton Uri die Herrschaft. Sie waren es dann auch, welche zwischen 1615 und 1617 anstelle der alten, unwohnlichen Burg die heutige Anlage mit Herrenhaus (Schloss) und Kapelle erbauen liessen. 1674 heiratete Maria Magdalena von Roll, die einzige Tochter des damaligen Schlossherrn, den Landammann Hans Martin Schmid von Bellikon. Damit ging Böttstein an das Geschlecht der Schmid über, welches dem Schloss über 200 Jahre treu blieb.
1893 wurden Schloss und Ländereien (ohne Kapelle) an Johann Schwarz aus Villigen verkauft. Dieser behielt den grössten Teil des zum Schloss gehörenden Grundbesitzes. Den Rest, zusammen mit dem Schloss, veräusserte er nach wenigen Monaten an eine geistliche Kongregation, die sich im Jahre 1894 als «internationales Töchterinstitut auf Schloss Böttstein» ins Handelsregister eintragen liess. Die aargauische Regierung hob das «Kloster» aber als verfassungswidrig auf. In der Folge wechselte das Schloss noch mehr als ein Dutzend mal seine Eigentümer.
Kleindöttingen
Kleindöttingen wurde erst durch das Jahr 1799 bekannt. Im Koalitionskampf zwischen Österreichern und Franzosen war der Aareübergang von Bedeutung. Vom Kleindöttinger Aareufer beschossen helvetische Scharfschützen (sie standen im Dienst der Franzosen) die Gegnerschaft auf der gegenüberliegenden Flussseite. Es gelang fürs erste, die Übersetzung der österreichischen Truppen zu verhindern. Nach einem folgenden und für die Franzosen verlorenen Gefecht hatte dann Kleindöttingen seinen Tribut zu zahlen. Das Dorf wurde beinahe vollständig niedergebrannt.
Von der Idylle zum Gewerbestandort
Die wirtschaftliche Entwicklung der vier Dörfer Böttstein, Burlen, Eien und Kleindöttingen war bis gegen Ende des letzten Jahrhunderts von sehr bescheidenem Ausmass. Das örtliche Gewerbe gelangte kaum zu einer eigentlichen Bedeutung. Ackerbau, Viehzucht, Fischerei und teilweise Rebbau bildeten die wichtigsten Erwerbszweige. Es herrschte mehr oder weniger ein idyllisches Leben. Mit dem Anschluss der Region an das Eisenbahnnetz, dem Bau der Brücke Kleindöttingen-Döttingen sowie der Ansiedlung der Holzindustrie im Unteren Aaretal beschleunigte sich die Entwicklung.
Später wurden bedeutende Produktionsbetriebe sowie nationale Forschungsinstitute und Kraftwerke in der näheren Umgebung errichtet. Es vollzogen sich grosse strukturelle Wandlungen. Kleindöttingen hat sowohl in baulicher wie auch in wirtschaftlicher Hinsicht einen enormen Aufschwung erlebt. Entlang der Hauptstrasse hat sich ein aktives und lebendiges Einkaufszentrum entwickelt, welches Kleindöttingen zu einer beinahe städtischen Linie verhilft.
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahl betrug um die Jahrhundertwende 760, im Jahre 1950 waren es 1'051 Personen, heute zählt die Gemeinde rund 3'900 Einwohner. Aktuelle Daten und Fakten ...