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Die türkische Lebensart spiegelt eine kulturelle und traditionelle Vielfalt, eine jahrhundertelange Vergangenheit und moderne Gegenwart wieder. Gäste dieses Landes sind sowohl exotisch als auch bekannt, denn der bezaubernde Zusammenhalt von Ost und West ist der Kern der türkischen Lebensweise.
Sprache / Türkei Türkische LebensartTürkisch, die offizielle Sprache der Türkei, wird von 220 Millionen Menschen gesprochen und ist somit die 5. meist gesprochene Sprache der Welt. Die seit dem 11. Jahrhundert bekannte, aus Dialekten entstandene Sprache, ist wie das Finnische und Ungarische Mitglied der Ural-Altay-Sprachfamilie. Türkisch wird mit einem Postskript von mehr als 6 Buchstaben und der Verwendung des lateinischen Alphabets geschrieben. Jeder Buchstabe dieser fonetischen Sprache wird einheitlich genauso gelesen wie geschrieben.
TurkishJeder Buchstabe des Alphabets entspricht einem Laut und wird genauso gesprochen wie geschrieben. Im Osmanischen Reich konnte nur eine bestimmte Schicht Türkisch schreiben, weil das arabische Alphabet verwendet wurde. Um das Türkische von dieser kleinen Leser- und Schreiberschicht zu erweitern, die Literatursprache zu kräftigen und die Schwierigkeiten während des Erlernens der türkischen Sprache zu mildern, führte Atatürk im Jahre 1928 offiziell das lateinische Alphabet ein.
In der Einstufung der Sprachen ist das Englische vor dem Französischen und Deutschen ihren Platz ein und hat an Schulen als Fremdsprache die Führung ergattert. In der Türkei wird die englische Sprache von der Mehrheit gesprochen. Speziell an populären Reisezielen werden auch Deutsch, Russisch und Französisch gesprochen.
Religion / Türkei Türkische LebensartObwohl 99% der Bevölkerung Muslimisch ist, wird die Religion als persönliche Wahl akzeptiert und ist somit das einzige laizistische Land zwischen der islamischen Welt. Die Maxime des Laizismus, dass in dem Ursprung der institutionellen Struktur der Türkei verankert ist, verweist auf die Trennung zwischen Religion und Staatsangelegenheiten. In der Türkei wird der Gregorianische Kalender verwendet und der Feiertag ist -nicht wie vermutet am Freitag, sondern- wie in anderen europäischen Ländern am Sonntag. Wie im Osmanischen Reich wird heute noch die Glaubensvielfalt geschützt; viele Menschen mit verschiedenem Glauben leben in Friede miteinander. Heutzutage sind in der Türkei 236 Kirchen und 34 Synagogen zur Andacht geöffnet.
Außer den fünf Gebetsrufen ist für Touristen keine Spur des Islams zu erkennen. Die Bevölkerung ist wie in anderen westlichen Ländern gekleidet; in Großstädten und Feriengebieten kann man sehen, dass Modetrends von Paris und Milano hautnah verfolgt werden. Zwischen der Art der Bekleidung in Großstädten der Türkei und die der in Europa ist kaum ein Unterschied zu erkennen. Außer in kleinen Dörfern und im Osten des Landes ist die Bekleidung traditioneller. Der Gebrauch des Kopftuches ist häufiger -nicht aus religiösen Gründen, sondern- aus praktischen und kulturellen Ansichten anzutreffen.
Während des Besuches einer Moschee ist es ratsam auf ihre Kleidung zu achten. Shorts sollten weder von Männern, noch von Frauen getragen werden. Außerdem sollen Frauen darauf achten, dass ihre Schultern und Haare bedeckt sind. Vor dem Eintritt in die Moschee werden Schuhe ausgezogen und in den Schuhschrank, der generell im Eingang vorhanden ist, gestellt. Falls sie wünschen, können sie ihre Schuhe auch in einer mitgebrachten Tasche mit sich führen. Es kann von Nutzen sein zu wissen, dass Moscheen grundsätzlich während der Gebetszeiten geschlossen sind.
In der Türkei werden zwei islamische Feiertage gefeiert. Der Islamischen Zeitrechnung zu Folge werden diese an verschiedenen Tagen gefeiert. Das Ramadan-Fest entspricht dem Ende der Fastenzeit. Das Opfer-Fest findet ca. zwei Monate nach dem Ramadan-Fest statt; an diesem Tag werden, generell von wohlhabenden Muslimen, Schafe oder Rinder geopfert und an Bedürftige, Familienangehörige oder Bekannte verteilt. Behörden und Institutionen sind in diesem Zeitraum geschlossen; in Feriengebieten nimmt das alltägliche Leben ihren Lauf. Zahlreiche türkische Familien verbringen ihren Urlaub in Ferienorten.
Türkei-Besucher finden häufig ein heiteres Gespräch oder Hilfsbereitschaft der Einwohner vor, die sie mit Stauen und Wohlbefinden entgegennehmen.Gastfreundschaft ist ein Grundstein der türkischen Kultur. Man glaubt daran dass Gäste „Gäste Gottes“ sind und so behandelt werden müssen. Diese Ansicht hat sich auch im 21. Jahrhundert durchgesetzt und wird trotz des Massentourismus ihre Gültigkeit fortsetzen. Eine Vielzahl der Einwohner haben den Wunsch sich mit ausländischen Gästen anzufreunden, ihre Kenntnisse über verschiedene Kulturen zu erweitern und Zweitsprache aufzufrischen. Der Wangenkuss ist –auch unter Männern- ein äußerst gemeines Verhalten. Außerdem wird die türkische Fahne als unantastbar akzeptiert. Aus diesem Grund sollte eine Erniedrigung oder Respektlosigkeit gegenüber der türkischen Fahne unterlassen werden.
Türkische Speisen / Türkei Türkische LebensartDie „Türkische Küche“ nimmt mit ihrer unzähligen Vielfalt, dem Gebrauch von frischen Zutaten, ihrem Geschmack und dem Einfluss auf Europa, Asien, Afrika und dem Mittleren Osten als eine weltweit anerkannte Küche ihren Platz unter den drei bekanntesten Küchen ein. Die Wurzeln der „Türkischen Küche“ sind in Mittelasien verankert, die mit der Ankunft der Türken in Anatolien, dem Kulturaustausch und Mitwirkung der Zentral- und Mittelmeerregion von Anatolien weiterentwickelt wurde. Aus diesem Grund ist der natürliche Geschmack und Genuss der „Türkischen Küche“ eine Brücke zwischen der asiatischen und maritimen Küche. Außerdem sind keine vorwiegenden Zutaten wie die Soßen in der Französischen oder Nudeln in der Italienischen Küche vorhanden.
Als in Istanbul die „Saray-Küche“ aufblühte, wuchs die regionale Küche in Anatolien mit Einwirkungen der verschiedenen geographischen und klimatischen Eigenschaften. Diese, viele Jahrhunderte in Grenzen eingezwängte, Küche ist heutzutage über eine große Fläche verbreitet. Der kulturelle Austausch hat mit dem Beitrag unzähliger regionaler Rezepte ihre Bereicherung gesichert.
Die Nahrungsmittelproduktion ist für das Land ausreichend, es wird auch exportiert. Diese Fülle ist ein Nachweis für einzigartigen Geschmack der „Türkischen Küche“, die mit der Verwendung von regionalen und frischen Zutaten ihrem Namen Ehre macht.
Die Hauptspeise wird generell nach einer Suppe, kalten oder warmen Vorspeisen serviert. Taramas, Tzaziki, Dolma (mit Reis gefüllte Weinblätter oder Paprika), Börek, gebratene Leber, usw. sind nur einige Beispiele.
Hauptspeisen bestehen generell aus Fleisch oder Fisch. Als Beilage werden, Brot, Reis oder „Hirten-Salat“ (Tomaten, Gurken, Petersilie, Zwiebeln, Zitrone und Olivenöl) serviert. Lammfleisch ist die bevorzugteste Zutat; „Şiş-Kebab“ (gewürztes Fleisch am Spieß) und viele andere Speisen werden von dieser Fleischsorte zubereitet.
„Köfte“, eine Speise aus Hackfleisch, ist ebenfalls empfehlenswert. Mit der Zugabe von scharfer Paprika und Gewürzen kann Hackfleisch aus Lamm am Spieß „Adana-Kebab“ zubereitet werden. Ein Genuss für Liebhaber von scharfen und gewürzten Gerichten. Es gibt unzählige Arten und regionale Spezialitäten des Kebabs. Iskender- oder Bursa-Kebab, der seinen Namen Alexander des Großen und der Region Bursa verdankt, ist eine reichhaltige Speise aus Dönerfleisch, in Würfel geschnittenen Pita, Tomatensoße, angebratenen Butter und Joghurt. Warme Speisen und Hausmannskost sind generell sehr beliebt; deshalb sind Gerichte dieser Art auch in Restaurants häufig anzutreffen.In Istanbul, Großstädten und Küstengebieten sind vielzählige Restaurants, die Speisen aus Fisch- und Meeresfrüchten anbieten, verbreitet. Um das Aroma zu stärken wird Fisch vorzugsweise auf dem Grill zubereitet; außerdem werden in der Pfanne gebratene Muscheln, Calamaris, Muschel-Dolma (mit gewürztem Reis gefüllte Muscheln) als Vorspeisen angeboten. Außerdem sind Zander, Dorade und Steinbutt zu empfehlen. Einige Restaurants bieten sogar kiloweise Fisch zum Verkauf an.