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Schweiz, 17./18. Jh.
Ton, aus der Form genommen; glasiert
H. 14,6 cm, B. 7,2 cm
Inv. 2010.80.
Das HMB besitzt einen umfangreichen Bestand an Backmodeln. Diejenigen aus Ton sind Erzeugnisse einer seriellen Produktion, die durch das vielfache Abformen von erhabenen und einzeln modellierten Urbildern, den sog. Patrizen, entstanden. Daraus folgt, dass die Zahl der Ausformungen weit höher ist als die jene der Originale. So ist es keine Überraschung, dass sich auf einem Basler Flohmarkt ein Model mit der Darstellung eines stehenden Chorherren (links) fand, dessen Patrize (rechts) sich seit 1922 in der Sammlung befindet. Diese ist auf der Rückseite „1679“ datiert und mit den Buchstaben „HMST“ signiert. Diese Initialen verweisen auf Hans Melchior Stüdlin in Lohn im Kanton Schaffhausen. Vater und Sohn gleichen Namens führten dort eine Werkstatt, in der über viele Jahre und in grosser Zahl Tonmodel für Änisbrötli, Quittenpasten u.a.m. gefertigt wurden. Der in Lohn vorkommende feine Ton sicherte eine hohe Qualität der Produkte. Das neuerworbene Model ist sicherlich keine direkte Abformung der Patritze, und die mässige Qualität von Ton und Glasur macht es unwahrscheinlich, dass es in der Stüdlin-Werkstatt selbst hergestellt wurde. Wahrscheinlicher ist es das Produkt einer späteren und weniger qualitätvoll produzierenden Werkstatt, die mit einer durch Abformung gewonnenen Patrize arbeitete.