Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03574.jsonl.gz/1504

Belgien: «101 Prozent sichere» Reaktorblöcke wieder abgeschaltet
Zwei Reaktorblöcke der Atomkraftwerke (AKW) Doel und Tihange, die angeblich früher die Hälfte des belgischen Stromverbrauchs lieferten, mussten erneut wegen Sicherheitsbedenken vom Netz.
In Belgien wurden erneut die Atomreaktorblöcke Doel 3 im AKW Doel bei Antwerpen und Tihange 2 im AKW Tihange bei Lüttich heruntergefahren und sollen dem Vernehmen nach nicht vor dem 15. Juni wieder ans Netz gehen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den Betreiber Electrabel gab es «unerwartete Ergebnisse» bei aktuellen Sicherheitstests.
Quelle: Bild: zvg
Die Idylle in Doel trügt: Behördliche Prüfer hatten im Jahr 2012 mittels Ultraschallmessungen einige Tausend Haarrisse am Reaktorbehälter 3 entdeckt.
Quelle: Bild: zvg
Die Idylle in Tihange trügt: Behördliche Prüfer hatten im Jahr 2012 mittels Ultraschallmessungen einige Tausend Haarrisse am Reaktorbehälter 2 entdeckt.
Nachdem Prüfer im Jahr 2012 mittels Ultraschallmessungen einige Tausend Haarrisse an Reaktorbehältern beider AKWs entdeckt hatten, waren die betroffenen, baugleichen Blöcke in Doel und Tihange bereits ab Sommer 2012 für rund ein Jahr stillgelegt worden.
Im Frühjahr 2013 hatte Jan Bens, Chef der föderalen Agentur für Nuklearkontrolle AFCN, bekanntgegeben, die Reaktoren Doel 3 und Tihange 2 seien zu «101 Prozent Sicher». Einem Wiederanfahren stehe nichts im Wege. Nach der Wiederinbetriebnahme im Sommer 2013 wurden von der Aufsichtsbehörde AFCN Tests angeordnet, deren Ergebnisse nicht den Erwartungen an die Reaktorsicherheit entsprachen. Laut Belga hat Electrabel die Blöcke «zur Vorsicht» vom Netz genommen.(tw)