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Endstation Halbfinal
An den Hallen-Europameisterschaften qualifizierte sich Selina für die Halbfinalläufe. Ihre offensive Renntaktik wurde jedoch nicht mit der Finalqualifikation belohnt. Stattdessen musste sie mit Rang sechs vorliebnehmen und verpasste wie bereits vor zwei Jahren in Glasgow den Endlauf. Noch vor einem Monat wusste die 29-Jährige nicht, ob eine EM-Teilnahme aufgrund von anhaltenden gesundheitlichen Problemen überhaupt möglich sein würde.
Selina hat ihre Haut an den Hallen-Europameisterschaften in Torun so teuer wie möglich verkauft. Nachdem sie im Herbst in Bellinzona mit 1:58.37 Minuten die zweitbeste 800-Meter-Zeit ihrer Karriere realisiert hatte, kämpfte sie in den vergangenen Monaten im Training gegen wiederkehrende Asthmaanfälle an. Insbesondere in der Kälte traten die Probleme vermehrt auf. Doch auch im dreiwöchigen Trainingslager in Portugal bekundete die Toggenburgerin Mühe und musste mehrere Einheiten abbrechen. Die ersten Hallenrennen verpasste Selina, die Hoffnung, unter dem Hallendach doch noch die Wettkampfschuhe schnüren zu können, gab sie jedoch nie ganz auf. Ab Mitte Februar ging es endlich bergauf und Selina entschied sich für einen Start an den Hallen-Schweizermeisterschaften in Magglingen. In einem taktischen Rennen lief sie hinter Lore Hoffmann in 2:04.42 Minuten auf Rang zwei und tankte viel Freude und Selbstvertrauen für die verbleibenden Trainingswochen bis zu den Kontinentalkämpfen.
Froh, an der EM gestartet zu sein
Für die 800-Meter-Läuferinnen galt es in Torun drei Runden zu überstehen. Als Drittplatzierte ihres Vorlaufes qualifizierte sich Selina für die Halbfinalläufe. Dort wählte sie eine sehr offensive Renntaktik und führt das Feld lange an. Auf der letzten Runde verliessen sie jedoch die Kräfte und sie musste mit Rang sechs vorliebnehmen, womit sie die Finalqualifikation deutlich verpasste. «Ich hätte rückblickend sicher etwas cleverer laufen können. Eigentlich wollte ich schnell starten und das Rennen in der Folge von der Spitze aus verlangsamen. Ich fühlte mich jedoch gut und lief in hohem Tempo weiter, im Nachhinein war die angeschlagene Pace zu schnell für mich.» Dass sie nach den schwierigen Vorbereitungswochen überhaupt an den Europameisterschaften teilnehmen konnte, war für die 29-Jährige eine grosse Erleichterung. «Dass ich in diesem schwierigen Winter doch noch zwei, drei Wochen spezifisch trainieren und mehrere Rennen bestreiten konnte, ist sehr positiv und wird mir den Wiedereinstieg in die Freiluftsaison sicher erleichtern. Auch wenn mein Niveau nicht so gut wie erhofft war, bin ich sehr froh, dass ich meine Chancen genutzt und an der EM gestartet bin. Nun freue ich mich auf eine Erholungswoche, ehe ich den Aufbau Richtung Sommersaison in Angriff nehme.»