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Das Bieler Modell
24 April 2019
Die vier Landessprachen gelten als eines der charakteristischen Merkmale der Schweiz. Dabei handelt es sich jedoch weitgehend um eine territoriale Mehrsprachigkeit.
Nur in den sprachlichen Grenzregionen durchdringen sich die Sprachgemeinschaften in der alltäglichen Verständigung. Biel/Bienne zeichnet sich durch eine «konsensuelle Zweisprachigkeit» aus: Französisch und Deutsch sind gleichgestellt, keiner Sprache wird prinzipiell der Vorzug gegeben, und die beiden Sprachgruppen akzeptieren und respektieren die Sprache der jeweils anderen.
Eine Studie über die Zweisprachigkeit in Biel und Freiburg unterstreicht dass in Biel die Koexistenz der Sprachen «vorbildlich gelebt» werde.
Biel sei nicht nur eine «kleine Schweiz», was die Verteilung der Sprachanteile in der Stadtbevölkerung angehe. Biel könne im Umgang mit der Mehrsprachigkeit für die Schweiz auch Vorbild sein. Bei Gesprächen im öffentlichen Raum legt jene Person die Sprache fest, die die Unterhaltung eröffnet.
Ob in Französisch oder in Deutsch – das Gegenüber passt sich an, auch wenn der Gesprächspartner die Sprache seines Gegenübers nur schlecht beherrscht. Dieses Verhalten wird seit den 1980er-Jahren «Bieler Modell» genannt. Das Centre Dürrenmatt in Neuenburg organisiert in Zusammenarbeit mit dem Forum Helveticum eine Ausstellung zu dieser Mehrsprachigkeit. (Quelle: www.lebendige-traditionen.ch).