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Witbier und Weiss- oder Weizenbier werden oft miteinander verwechselt. Verständlich, aber es gibt doch einige deutliche Unterschiede. Witbier hat belgische Wurzeln und unterscheidet sich vom deutschen Weizenbierstil. Der Ursprung ist also ein Unterschied, aber es gibt noch einige mehr.
Die Farbe
Weizen oder Weisse bedeutet «Weizen». Es hat also überhaupt nichts mit der Farbe zu tun. Ein Weizen ist auch nicht zwingend blass oder weiss. Die meisten Weizen haben eine dunkelgelbe bis fast orange Farbe. Auch Witbier verdankt seinen Namen dem Weizen. Früher hiess Weizen in der flämischen Sprache «weit» und daraus wurde «wit». Witbier ist blassgelb und damit heller als das deutsche Weizen.
Der Weizen
Witbier wird aus gemälzter Gerste und ungemälztem Weizen gebraut. Der Anteil an ungemälztem Weizen beträgt teilweise bis zu 50 %. Die meisten Witbiere werden mit einem Anteil von etwa 30 bis 40 % gebraut. Die Weizen (auch Weissbier oder Weisse genannt) werden auch mit Gerstenmalz und Weizenmalz gebraut. Der Weizenmalzanteil beträgt mindestens 50 %. Viele Weizen haben sogar einen Weizenmalzanteil zwischen 60 und 70 %.
Die Hefen
Witbier wird oft mit belgischer Weissbierhefe vergoren. Diese Hefe Art bringt frische säuerliche Aromen mit sich und ist massgeblich für die Frische und hervorragende Trinkbarkeit des Witbiers verantwortlich. Das Weizen wird mit spezieller Weizenhefe vergoren, die Weihenstephaner Hefe ist ein bekanntes Beispiel dafür. Diese Hefe sorgt für fruchtige Aromen, die an Banane erinnert. Sowohl Witbier als auch Weizen sind obergärige Biere, die bei Temperaturen zwischen zirka 15 und 24 Grad Celsius vergoren werden.
Das Reinheitsgebot
Die Weizenbiere kommen ursprünglich aus Deutschland. Dort wird seit 1516 nach deutschem Reinheitsgebot gebraut. Dieses Gesetz besagt, dass Bier nur mit Wasser, Hefe, Hopfen, Weizen- und Gerstenmalz gebraut werden darf. Zusätze wie Kräuter und Gewürze sind nicht erlaubt. Anders ist es beim Witbier. Dieser belgische Bierstil verdankt seinen Geschmack auch der Zugabe von Koriander und Curaçao-Orangenschale.
Die Varianten
Das traditionelle Weissbier hat einem Alkoholgehalt zwischen 4,5 und 5 %. Aber Achtung, es gibt auch eine Grand Cru-Variante mit fast doppelt so viel Alkohol und deswegen ist es auch viel voller im Geschmack. Das Weizen wird in zahlreichen Varianten gebraut. Nehmen wir zum Beispiel die gefilterte Version, das sogenannte «Kristall Weizen». Andere werden auch mit gerösteten Malzen gebraut, die eine dunkle Farbe ergeben und ihnen Noten von Karamell und frischem Brot verleihen. Das ist das «Dunkelweizen». Weizenbiere gibt es in vielen Varianten, vom Hopfenweizen mit extra Hopfen, bis zum hochkonzentrierten Weizen-Eisbock.
Die Geschichte
Die Geschichte vom Witbier reicht bis ins Mittelalter zurück. Im frühen zwanzigsten Jahrhundert ging das Interesse an Witbier dramatisch zurück. Der Tiefpunkt kam Mitte des letzten Jahrhunderts, als die letzte Witbierbrauerei im belgischen Hoegaarden ihre Pforten schloss. Dass wir heute noch ein frisches Witbier genießen können, verdanken wir der Bierikone Pierre Celis. Dieser Milchmann gründete Mitte der sechziger Jahre die Brauerei «De Kluis» und sorgte dafür, dass Witbier wieder eine Zukunft hatte.
Die adelige Familien
Die Ursprünge des Weizenbiers, das dem Weizen am ähnlichsten ist, reichen fast sechstausend Jahre zurück. Bis zu der Zeit, als in dem Gebiet das wir heute als Irak kennen, Biergeschichte geschrieben wurde. Aber wenn wir jetzt von Weizen sprechen, denken wir schnell an München und Bayern. Lange Zeit lebten die Adelsfamilien gut von den Rechten Weizen zu brauen. Die Popularität liess in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach, sodass die Adelsfamilien die Rechte 1872 an Braumeister Georg Schneider verkauften, der als einer der Wenigen, die in einer Zeit in der das Pils immer beliebter wurde, in Weizen eine Zukunft sahen.
Der Aufschwung
Wie beim Witbier lag der Tiefpunkt in der Geschichte vom Weizenbier Mitte des 20. Jahrhunderts. Mitte der 1960er Jahre stieg die Nachfrage nach dem Weizen plötzlich wieder, ohne ersichtlichen Grund. Das Weizen macht mittlerweile rund 10 % des gesamten deutschen Bierkonsums aus. Weizen- oder Witbier ist nicht nur in Deutschland und Belgien sehr beliebt, dieser Bierstil wird auf der ganzen Welt sehr geschätzt.
Die Symbole
Die Mutter aller belgischen Weizenbiere ist das «Hoegaarden Wit». Der Milchmann Pierre Celis kann als geistiger Vater von Hoegaarden Witbier angesehen werden. Andere Beispiele für belgisches Witbier sind das «La Chouffe Blanche», «Steenbrugge Wit», «Ter Dolen Wit», «Lupulus Blanche», «Corsendonk Blanche», «St. Bernardus Wit», «Blanche de Bruxelles» und das «La Trappe Witte Trappist».
Der Ursprung
Weizenbier ist untrennbar mit Bayern verbunden. Wenn man auf eine Stilikone hinweisen muss, dann ist es das «Weihenstephaner Hefe Weissbier», gebraut in der ältesten Bierbrauerei der Welt (seit 1040). Obwohl auch «Schneider Weisse» aufgrund seiner Geschichte sicherlich eine Erwähnung verdient. Diese Brauerei aus Kelheim ist mit Georg VI ist immer noch in Familienbesitz. Andere in Deutschland bekannte Weizenbiere sind «Erdinger» und «Paulaner». In den Niederlanden sind «Grolsch Weizen» und «Brand Weizen» auf jeden Fall einen Versuch wert.
Beim Belgian-Beershop
Eine Übersicht von unseren «lekkeren» belgischen Witbieren finden Sie hier unter: