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Die Aktiven
Jimmy Carter und Bill Clinton gehörten nach ihrer Amtszeit zu den aktivsten Ex-Präsidenten. USA-Kenner Martin Kilian sagt über sie:
«Ich glaube, dass Jimmy Carter vor allem von humanitären Motiven geleitet worden ist. Bill Clinton ebenfalls. Bei Carter kam dazu, dass er eine sehr erfolglose Präsidentschaft hatte und sich vielleicht rehabilitieren wollte. Es heisst über ihn, er sei der beste Ex-Präsident aller Zeiten.
Schon während seiner Amtszeit war Carter sehr engagiert im Bereich der Menschenrechte. Das hat er dann mit der Jimmy-Carter-Bibliothek und -Museum in Atlanta weitergeführt. Er hat eine ziemlich erfolgreiche Spur hinterlassen in den Jahren seit Ende seiner Präsidentschaft.
Clinton hat die «Clinton Fondation» gegründet. Trotz aller Kritik, die im Wahlkampf seiner Frau Hillary geübt worden ist, hat er sehr viele guten Sachen bewerkstelligt: zum Beispiel in Afrika, in Lateinamerika oder in Asien.
Sowohl Carter als auch Clinton haben den Einfluss, welche sie als Ex-Präsidenten hatten, sehr gut verwendet.»
Die Zurückhaltenden
Die Präsidenten Richard Nixon und George W. Bush waren eher das Gegenteil von Carter und Clinton. Martin Kilian zu den Gründen:
«Richard Nixon musste vom Amt zurücktreten. Er war verhasst. Um ihn herrschte vorerst mal Ruhe. Er war wie ein Aussätziger. Nixon machte dann aber ein bescheidenes Comeback, zum Beispiel mit dem Interview mit David Frost und er schrieb Bücher. Aber letztendlich hat Nixon keinen Einfluss mehr gehabt.
George W. Bush hatte eine sehr problematische Präsidentschaft: der Krieg im Irak oder das Desaster um Hurrikan Katrina in New Orleans. Er zog sich einfach aus dem Rampenlicht zurück. Man hört erstaunlich wenig von ihm. Sogar Nixon stand in seinen letzten Lebensjahren mehr im Rampenlicht als George W. Bush bisher.»
Die Abwägenden
Die Ex-Präsidenten Gerald Ford und George Bush senior wählten den Mittelweg – sie waren weder sehr engagiert, noch waren sie als ehemalige Präsidenten nie ganz weg. Martin Kilian zum Mittelweg:
«Gerald Ford war ein Übergangspräsident. Er wirkte nicht für eine sehr lange Zeit im Weissen Haus – ausserdem hat er furchtbar gerne Golf gespielt.
Bei Bush senior war es eher so, dass er aus der Haltung heraus «Noblesse oblige» sich nicht mehr in die Politik einmischen wollte. Aber zum Beispiel zusammen mit Bill Clinton hat er sehr viel Gutes geleistet wie etwa in Haiti. Die beiden sind sogar Freunde geworden durch ihre humanitäre Arbeit. Aber sowohl Ford und als auch Bush senior haben nach dem Ende ihrer Amtszeit keine grossen öffentlichen Auftritte mehr gehabt.»
Und welche Art Ex-Präsident wird Barack Obama? Martin Kilian sagt dazu:
«Ich kann mir vorstellen, dass Barack Obama ebenfalls ein sehr aktiver Ex-Präsident sein wird. Und dass ihm Jimmy Carter ein Vorbild sein wird.»