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Es war keine leichte Aufgabe, doch Daniil Medwedew meisterte sie am Abend souverän: Der als Nummer 2 gesetzte US--Open-Champion besiegte in der 2. Runde des Australian Open den Publikumsliebling Nick Kyrgios mit 7:6 (7:1), 4:6, 6:4 und 6:2. Fast drei Stunden lieferten sich Medwedew und Lokalmatador Kyrgios einen harten Fight, bei dem sich der 25-jährige Russe am Ende als der konstantere Spieler erwies.
Kyrgios versuchte zwar alles, streute auch immer wieder einen Aufschlag von unten ein, legte sich mehrfach mit dem Schiedsrichter an und animierte nach spektakulären Punktgewinnen auch immer wieder die frenetischen Zuschauer in der Rod Laver Arena.
Medwedew, der hervorragend aufschlug und insgesamt 68 Winner verbuchte, blieb allerdings extrem cool und konzentriert. Er liess sich weder vom Kyrgios-Zirkus noch von den vielen Zwischenrufen aus der Ruhe bringen. Erst im On-Court-Interview mit der ehemaligen Weltnummer 1 Jim Courier deutete Medwedew an, wie nervig er das ganze Theater eigentlich fand.
«Ich bin hierhergekommen, um dieses Match zu gewinnen, und ich bin froh, dass ich es geschafft habe. Warum ich keine Emotionen gezeigt habe? Dir bleibt nichts anderes übrig, wenn du zwischen erstem und zweiten Aufschlag ausgebuht wirst», erklärte Medwedew, was natürlich sofort wieder Zwischenrufe zur Folge hatte. «Zeigt wenigstens ein bisschen Respekt für Jim Courier, ich kann ihn nicht mehr verstehen», konterte der Russe. «Lasst ihn ausreden. Wenn ihr wenigstens einen hier respektiert, dann Jim Courier.»
Dieser versuchte Medwedew in der Folge zu erklären, dass die Zuschauer nicht buhen, sondern in Anlehnung an Cristiano Ronaldo «Siuuu» rufen. Doch das interessierte den Russen nicht, er setzte nur ein müdes Lächeln auf und erklärte, dass es schlicht nicht einfach sei, unter diesen Bedingungen zu spielen, wenn das Publikum zwischen dem ersten und zweiten Aufschlag ständig reinrufe. Medwedew verabschiedete sich danach auf seine Weise aus der Rod Laver Arena. «Siuuuu», schrieb er als obligate Schlussbotschaft auf die TV-Kamera.
«Es ist einfach ein bisschen enttäuschend», ergänzte Medvedev später bei Eurosport: «Ich denke, die Zwischenrufe sind normal, wenn man gegen einen Heimfavoriten spielt und nicht gegen irgendeinen Heimfavoriten, sondern gegen Nick.» Wenn vor dem zweiten Aufschlag bei Breakball die Leute jubeln, als hätte man bereits einen Doppelfehler begangen, dann sei das schon nervig. «Es sind sicher nicht alle so, aber die, die buhen, haben wahrscheinlich einen niedrigen IQ.»
Dennoch habe er dazugelernt, meinte der Russe: «Vor fünf Jahren hätte ich wahrscheinlich noch zwei Schläger zerbrochen und meine Box angeschrien. Aber so kann man keine Grand Slams gewinnen. Deswegen arbeite ich sehr hart an mir selbst.»
(pre)
Der Mittwoch beginnt in Helsinki mit strahlendem Sonnenschein. Gegen Mittag steigt die Temperatur auf gut 20 Grad. Schöneres Wetter ist nicht denkbar.