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Für Seebach sind mindestens vier historische Brunnenstuben überliefert:
Die Brunnenstube 1 ist die älteste und datiert aus der Zeit um 1750. Sie wurde an der Ecke Glatttalstrasse / Leimgrübelstrasse in der Nordostecke errichtet, wo sich die Leimgrübelquelle, ein Weiher mit viel Schilf, sowie ein Bächlein als Abfluss befanden. Diese Brunnenstube hatte die Aufgabe, das frische Quellwasser aus dem Sandstein der Asp zu sammeln, von wo aus das Wasser über eine Tüchelleitung zu den Ausserdorfbrunnen geleitet wurde. Das genaue Datum der Erstellung der Brunnenstube kann erst angegeben werden, wenn die OGS die Ausgabe der Seebacher Nachrichten Nr. 7 von 1968 endlich auffindet, denn dort beschreibt Seebachkenner und Pöstler Walter Keller alle Quellen und Sodbrunnen Seebachs.
Die Brunnenstube 2 wurde nahe dem Ettenacher im Binz etwa auf Höhe der Okey AG im Jahre 1787 errichtet, deren gesammeltes Wasser ebenfalls über eine Tüchelleitung über die Buchwiesen und die Lengg zu den Brunnen an der Seebacherstrasse geleitet. Wann diese Brunnenstube aufgegeben wurde, ist nicht mehr bekannt. Die OGS hat aber in den frühen 1950er Jahren noch etwas östlich der Stelle, wo früher das obere Schwellibad war, eine metallene Wasserleitung über den Katzenbach gesehen. Ernst Benninger bestätigte dies und wusste noch, dass die alten Tüchel später durch eine metallene Leitung ersetzt wurden.
Die Brunnenstube 3 war relativ klein und befand sich ebenfalls bei der Okey AG, wo sie das Wasser des Binzenbachs teilweise sammelte und über eine Rohrleitung zu den Bauernhöfen Minder und Zollinger leitete. Diese Leitung wurde vermutlich erst nach dem Bau der beiden Bauernhäuser erstellt und stellte einen Nachfolger der Brunnenstube 2 dar. Sie bestand noch bis etwa in die 1950er Jahre
Die Brunnenstube 4 befand sich hinter dem zweiten oder dritten Haus an der oberen Rümlangstrasse in der Flur Asphölzli. Sie war nicht besonders gross und fasste nur wenige Kubikmeter Wasser, welches gesammelt und zum Bauernhaus Schnellmann hinunter geführt wurde, wo es dem Hof als Frischwasser, später noch als Brauchwasser diente. Diese Anlage bestand noch bis über 1950 hinaus.
Allen diesen historischen Brunnen ist gemeinsam, dass sie Wasser von der Asp sammelten und eher klein dimensioniert waren, also kaum die Funktion eines Reservoirs hatten und vor der Errichtung der Seebacher Wasserversorgung erstellt wurden. Sie bestanden parallel zu den Sodbrunnen, welche auf Grundwasser zurück griffen sowie den direkt von Quellen gespiesenen Stockbrunnen.
Quellen: - Ernst Benninger (Brunnenstube 1 + 2) - Zollinger (Brunnenstube 3) - Georg Schnellmann (Brunnenstube 4)