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Slalom: Erfolgreicher Start in den neuen Olympiazyklus
Nach dem Gewinn des Quotenplatzes für die olympischen Spiele in Tokyo durch Naemi Brändle bei den Kajak Damen am Freitag, war die Slalom Europameisterschaft für die Schweiz so richtig lanciert.
Naemi Brändle qualifizierte sich mit ihrer Leistung im Halbfinal für den Final der 10 besten Kajak-Damen und erreichte so das beste Resultat ihrer noch jungen Karriere bei der Elite. Sie zeigte damit auch, dass der Quotenplatz und ihre noch ausstehende Selektion für die olympischen Spiele absolut gerechtfertigt sind. In ihrem ersten grossen Final bei der Elite gelang ihr zwar keine ganz fehlerfreie Leistung, mit dem 9. Platz kann sie aber absolut zufrieden sein.
Bei den Herren erreichte der für die olympischen Spiele selektionierte Martin Dougoud die Finalqualifikation. Nach der drittschnellsten Zeit im Halbfinal durfte er sich berechtigte Hoffnungen auf einen Spitzenplatz machen. Im Final zeigte er eine sehr gute Leistung, musste aber 5 Tore vor Schluss etwas zaubern, um Tor 20 noch passieren zu können. Leider reichte die Zauberei nicht ganz aus und Martin Dougoud wurden am Ende 50 Strafsekunden für das Verpassen des Tores aufgebrummt. Damit landete er auf dem 10. und letzten Finalrang. Trotz diesem Fahrfehler und der verpassten Chance auf eine Topplatzierung hat Martin Dougoud mit dieser Leistung gezeigt, dass seine Selektion für die olympischen Spiele auch 1.5 Jahre später berechtigt ist.
Lukas Werro war bereits in der Qualifikation gescheitert und Gelindo Chiarello beendete die Europameisterschaft im Halbfinal auf dem 36. Rang.
Im Halbfinal der Kanadier lief es für die Schweiz dann nicht ganz nach Wunsch. Alena Marx verpasste die Finalqualifikation deutlich und konnte so auch nicht mehr in das Rennen um den verbleibenden Quotenplatz in dieser Disziplin eingreifen. Thomas Koechlin, ebenfalls bereits für die olympischen Spiele selektioniert, konnte sich im Halbfinal verglichen mit der Qualifikation zwar steigern, vergab mit zwei Torberührungen und den daraus resultierenden vier Strafsekunden aber ebenfalls die Finalqualifikation.
Im Anschluss an die klassischen Slalom-Wettkämpfe fand in Ivrea der sogenannte Extreme Canoe Slalom. In dieser neuen Disziplin, die 2024 in Paris zum ersten Mal olympisch sein wird, paddeln vier Boote direkt gegeneinander. Ähnlich wie im Ski- oder Snowboardcross muss ein Parcours mit diversen Hindernissen (Toren) absolviert werden. Gefahren wird in einem Ausscheidungsmodus, bei dem jeweils die zwei schnellsten Boote aus einem Lauf eine Runde weiter kommen. Dies natürlich nur, wenn die Tore korrekt passiert wurden. Bereits in der Vergangenheit hat das Schweizer Team gezeigt, dass mit ihm in dieser neuen Disziplin zu rechnen ist. So wurden 2018 Dimitri Marx und Jan Rohrer auf der Strecke in Ivrea U23- respektive Junioren-Weltmeister.
Dimitri Marx stand auch an der Europameisterschaft am Start. Der Zufall wollte es, dass er nach der als Einzelzeitlauf gefahrenen Qualifikation mit seinen beiden Teamkollegen Gelindo Chiarello und Martin Dougoud im selben Viertelfinal-Heat landete. Es war also bereits von Beginn an eine spannende Sache für die Schweiz. Bei den Damen überstand Naemi Brändle die Qualifikation ebenfalls problemlos. In den anschliessenden Viertel- und Halbfinals zeigte sich, dass in dieser attraktiven Disziplin viele neue Fähigkeiten gefragt sind.
Naemi Brändle meisterte die Aufgabe gut und stiess bis in den Halbfinal vor. Dort musste sie sich dann einigen Konkurrentinnen geschlagen geben und beendete den Wettkampf auf dem guten 5. Rang.
Bei den Herren qualifizierte sich Dimitri Marx mit zwei souveränen Auftritten für den Final. Dort traf er auf den am Samstag gekrönten Slalom-Europameister Vit Prindis aus Tschechien, dessen Teamkollegen und ausgezeichneten Wildwasserpaddler Vavrinec Hradilek und den Olympiasieger im Slalom von 2016, Joe Clarke aus Grossbritannien. Wahrlich ein hochkarätiges Feld also. Dimitri liess sich davon aber nicht beeindrucken und kämpfte an vorderster Front um die begehrten EM-Medaillen. Am Ende musste er sich nur Vit Prindis geschlagen geben und feierte mit EM-Silber den bisher grössten Erfolg seiner Karriere bei der Elite.
Insgesamt kann das Schweizer Slalomteam mit dem Auftakt in den neuen Olympiazyklus mehr als zufrieden sein. Bereits bei der ersten Gelegenheit wurden die Leistungen aus den vergangenen vier Jahren bestätigt oder übertroffen und von drei Booten an den olympischen Spielen im Sommer durfte zwar geträumt werden, ein Selbstläufer war der Gewinn dieser Quotenplätze angesichts der starken europäischen Konkurrenz aber bei weitem nicht.
Ein grosses Dankeschön geht an die Trainer*innen, die Physiotherapeut*innen und alle Personen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass den Athlet*innen die bestmöglichen Rahmenbedingungen für das Abrufen von Höchstleistungen geboten werden. Swiss Canoe ist stolz darauf, auf ein derart professionelles und erfolgreiches Team zählen zu dürfen!
Text: Annalena Kuttenberger
Bilder: European Canoe Association