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Kreuzberg Apollo-Theater, Cines-Apollo
Geschichte
Das Apollo-Theater war eine Kultureinrichtung, die sich auf leichte Unterhaltung spezialisiert hatte, darunter Konzerte und Operetten. Das Theater-Gebäude entstand im Jahr 1874 in Berlin-Kreuzberg, in der Friedrichstraße 218.
Ab Dezember 1896 führte Oskar Messter mit dem Messterschen Kinetographen vor Publikum erste Filme auf. Die Filmvorführungen fanden in den nächsten zehn Jahren hier regelmäßig statt. Im Jahr 1903 stellte Oskar Messter im Apollo-Theater erstmals seinen Filmprojektor Kosmograph in Verbindung mit einem Grammophon öffentlich vor. Die Vorführungen erfolgten bis dahin als Abschlussvorstellungen nach den Operetten. Im Jahr 1913 erfolgte die Umstellung auf reinen Kinobetrieb, was mittels des Zusatzes Cines-Apollo im Namen der Einrichtung zum Ausdruck gekommen sein soll. Das Berliner Adressbuch des Jahres 1915 weist jedoch unter der Adresse Friedrichstraße 218 noch immer das Apollo-Theater sowie die Einrichtungen Apollo-Casino, Theater-Restaurant und Eclipse Kinematograph u. Films-Fabrik Inh. G. Rogers auf. (1908 befand sich in der Friedrichstr. 43 Ecke Kochstraße ein Geschäft, welches Kinematographen verkaufte, es nannte sich "Eclipse". ("Eclipse", Kinematographen- und Films-Fabrik. Urban Trading & Co. Weltdepot der "Lebenden Photographie". Urban Bioscope))
Am 26. April 1926 soll der Film "Panzerkreuzer Potemkin" im Apollo-Theater in Deutschland uraufgeführt worden sein. 1930 wurde der Kinobetrieb eingestellt und das Theater soll wieder als reine Sprechbühne genutzt worden sein. Die Luftangriffe und Kämpfe gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörten das Gebäude, das nach dem Krieg enttrümmert wurde. Beim Neuaufbau des Berliner Stadtzentrums entstand an dieser Stelle ein Wohnhaus. Ende des 20. Jahrhunderts ließ der Berliner Senat eine entsprechende Gedenktafel am früheren Standort anbringen. (Quelle: Wikipedia)
Die Fachzeitschrift "Der Kinematograph" berichtete 1925:
- Das Berliner Apollo-Theater wird Kino. Das Apollo-Theater ist in den Besitz des Filmhauses Wilhelm Feindt übergegangen und wird nach eingehender Renovierung noch im Laufe dieses Monats als Film-Uraufführungstheater eröffnet werden. Bereits im Sommer vorigen Jahres wurde das Apollo-Theater als Kino benutzt, erlebte aber, nach einer verunglückten Premiere (ein obskures amerikanisches Filmkind wurde kühn als Baby Peggy ausgegeben) sehr wenig freudige Tage. Die Aera James Klein ist — für die obere Friedrichstraße — heute zu Ende, vielleicht nicht zuletzt darum, weil der Zuschauerraum des Apollo-Theaters den Ansprüchen des Publikums unter keinen Umständen mehr genügt. Die breite und tiefe Bühne, das gut ausgebaute Orchester machen das Apollo-Theater dagegen zu einem Lichtspielhaus im neuesten Sinne geeignet. Denn eine Bühnenschau darf nun einmal heute nicht fehlen. Der Kinematograph Nr.981 6. Dez. 1925
In der Friedrichstr. 218 befand sich das Apollo-Theater, während sich in der Friedrichstr. 11 der "Cines" AG Filmverleih befand. Franz Scholling verkaufte 1913 in der Friedrichstr. 11 Projektionsapparate. Ein Kinematographen-Theater befand sich dort aber vermutlich nicht. Wilhelm Feindt wird im Berliner Adressbuch 1927 in der Friedrichstraße 246 aufgeführt. [1] 1926 war das noch die Rudower Str. 1 im Bayernhof Köpenick. [2] Eine reine Kinonutzung lässt sich für das Apollo-Theater nicht nachweisen. Vermutlich war das nur Nebenprogramm.
Kinodaten
- 1914 "Cines" Theater Aktiengesellschaft, SW 48, Friedrichstr. 11
- 1915 Kinematographie u. Projektion Joh. Franz Scholling, SW 48, Friedrichstr. 11
- 1917 Scholling, F, SW 48, Friedrichstr. 218