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Antiparasitikum zur Behandlung von Endo- und Ektoparasiten beim Rind
ATCvet: QP54AA04
Zusammensetzung1 ml Lösung enthält:
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenEprinomectin, ein Avermectin, gehört als Endektozid in die Substanzklasse der makrozyklischen Laktone. Diese Stoffe werden selektiv und mit hoher Affinität an Glutamat-Rezeptoren von Chloridionenkanälen gebunden, die in Nerven- bzw. Muskelzellen von wirbellosen Tieren vorkommen. Dadurch wird die Permeabilität der Zellmembran gegenüber Chloridionen erhöht. Es kommt zur Hyperpolarisation der Nerven- bzw. Muskelzelle, was zur Paralyse und zum Tod des Parasiten führt.
Vertreter dieser Substanzklasse können auch mit anderen Rezeptoren der Chloridionenkanäle reagieren, beispielsweise mit solchen, die auf den Neurotransmitter Gamma-Aminobuttersäure (GABA) ansprechen.
Die breite Sicherheitsmarge dieser Substanzen in Säugetieren erklärt sich dadurch, dass diese Tiere keine Glutamat-Rezeptoren an Chloridionenkanälen besitzen, und die Affinität der makrozyklischen Laktone gegenüber anderen Säugetier-Rezeptoren sehr niedrig ist. Die Blut-Hirnschranke wird in der Regel nicht durchbrochen.
PharmakokinetikEprinomectin wirkt systemisch und wird beim Rind nach topischer Applikation in genügendem Mass (ca. 30%) resorbiert. Es wird kaum metabolisiert. Die Ausscheidung von Eprinomectin erfolgt hauptsächlich über die Faeces.
IndikationenZur Behandlung und Bekämpfung der nachfolgenden Parasiten beim Rind:
Magen- und Darmrundwürmer (adulte und 4. Larvenstadien):
Ostertagia ostertagi (einschliesslich inhibierte L4), Ostertagia lyrata (nur adulte), Haemonchus placei, Trichostrongylus axei, Trichostrongylus colubriformis, Cooperia sp. (einschliesslich inhibierte L4), Cooperia oncophora, Cooperia punctata, Cooperia pectinata, Cooperia surnabada, Bunostomum phlebotomum, Nematodirus helvetianus, Oesophagostomum radiatum, Oesophagostomum sp. (nur adulte), Trichuris discolor (nur adulte)
Lungenwürmer: Dictyocaulus viviparus (adulte und L4)
Dasselfliegen (parasitische Stadien): Hypoderma bovis, Hypoderma lineatum
Räudemilben: Chorioptes bovis, Sarcoptes scabiei var. bovis
Saugläuse: Linognathus vituli, Haematopinus eurysternus, Solenopotes capillatus
Haarlinge: Damalinia bovis
Fliegen: Haematobia irritans
Das Produkt schützt die Tiere vor Reinfestationen mit:
Art der AnwendungZum einmaligen Auftragen auf die Rückenhaut. Entlang der Rückenlinie des Tieres, vom Widerrist bis zum Schwanz aufgiessen.
Behandlung gegen RinderdasselnNeoprinil Pour-on ist hochwirksam gegen alle Stadien der Rinderdasseln, jedoch sollte der Behandlungszeitpunkt richtig gewählt werden. Der günstigste Zeitpunkt ist unmittelbar nach Ende der Schwärmzeit der Dasselfliege. Werden Hypoderma-Larven zu einem Zeitpunkt abgetötet, zu dem sie sich in lebenswichtigen Bereichen des Wirtes befinden, können - obgleich nicht ursächlich auf Eprinomectin zurückführbar - unerwünschte Wirt-Parasit-Reaktionen auftreten. Das Abtöten von Hypoderma lineatum im ösophagealen Gewebe kann Blähungen verursachen. Wird Hypoderma bovis im Wirbelkanal abgetötet, kann es zu kollerartigen Symptomen oder Lähmungen kommen. Deshalb sollten Rinder entweder vor oder nach der Entwicklung dieser Stadien der Dasselfliege behandelt werden. Tiere, die mit Neoprinil Pour-on nach Ende der Schwärmzeit behandelt wurden, können erneut in der Wintersaison gegen Endoparasiten, Räudemilben oder Läuse behandelt werden, ohne Gefahr von Reaktionen im Zusammenhang mit Dasselfliegen.
Hinweise für die richtige AnwendungDie Applikation von Neoprinil Pour-on auf stark verschmutzte Hautoberflächen kann die Wirkung beinträchtigen. Dagegen haben Regenschauer vor oder nach der Behandlung keinen Einfluss auf die Wirksamkeit des Produktes. Wie nach jeder topischen Anwendung ist bei laktierenden Tieren auf eine sorgfältige Hygiene der Hände zu achten. Eprinomectin wirkt systemisch. Um die Resorption bei schwerer Sarcoptesräude sicherzustellen, Neoprinil Pour-on nur auf gesunde Haut applizieren.
Dosierflasche (1 Liter-Flasche)1 - 3: Das Aluminiumsiegel entfernen und die Dosierkammer fest an der Flasche anbringen.
4: Die erforderliche Dosis wird durch Drehen des Messaufsatzes bis zur Markierung des korrekten Gewichtes festgelegt. Liegt das Gewicht des Tieres zwischen zwei Markierungen, so wird die obere gewählt.
5 - 6: Flasche aufrecht halten und drücken, so dass etwas mehr als die gewünschte Menge dosiert wird. Beim Loslassen wird die Dosis automatisch angepasst.
7: Flasche umkippen und Lösung auftragen. Nach der Anwendung Dosierkammer wieder abschrauben und Dosierflasche mit dem Deckel verschliessen.
Kanister mit Gurten (2.5 Liter Flasche)1 und 2: Den Deckel und das Aluminiumsiegel entfernen.
3: Den Deckel durch die Verbindungskappe mit Abzugsstutzen ersetzen.
4: Ein Ende des Schlauches an einer geeigneten Dosierpistole anbringen, das andere Ende am Abzugsstutzen der Verbindungskappe befestigen.
5: Die Dosierpistole zunächst vorsichtig betätigen und dabei auf Dichtigkeit prüfen.
Hinweise des Herstellers zur korrekten Anwendung der Dosierpistole beachten. Liegt das Gewicht des Tieres zwischen zwei Markierungen, so wird die obere gewählt. Informationen zu geeigneten Dosierpistolen können bei der Zulassungsinhaberin eingeholt werden.
FlexiBag (2,5 Liter-, 4,5 Liter- Beutel)Verbinden Sie eine geeignete Dosierpistole mit dem FlexiBag wie folgt:
1 - 3: Den Rucksack aufklappen und den FlexiBag darin mit Hilfe der dafür vorgesehenen Gurten fixieren.
4: Ein Ende des Schlauches mit dem abnehmbaren E-Lock-Verbindungsstück, das andere Ende mit der Dosierpistole verbinden.
5 - 6: Das Verbindungsstück dann auf das Kupplungsstück des FlexiBag stecken.
7: Die Dosierpistole zunächst vorsichtig betätigen und vor der Anwendung prüfen, ob alle Verbindungen dicht sind.
Hinweise des Herstellers zur Einstellung der Dosis und korrekten Anwendung und Pflege der Dosierpistole beachten.
Liegt das Gewicht des Tieres zwischen zwei Markierungen, die obere Markierung wählen.
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenNur zur äusserlichen Anwendung bestimmt.
Anwendung während der Trächtigkeit oder LaktationLaborstudien (Ratte, Kaninchen) ergaben keinen Hinweis auf teratogene oder embryotoxische Wirkungen bei der Anwendung von Eprinomectin in der therapeutischen Dosierung.
Die Sicherheit des Tierarzneimittels beim Rind während der Trächtigkeit und Laktation und bei Zuchtbullen wurde nachgewiesen. Es kann daher während der Trächtigkeit und Laktation und auch bei Zuchtbullen angewendet werden.
VorsichtsmassnahmenAvermectine werden möglicherweise von anderen Tierarten schlecht vertragen. Fälle von Unverträglichkeiten wurden bei Hunden, insbesondere Collies, Bobtails und ihnen verwandten Rassen und/oder Mischlingen beschrieben. Dies gilt auch für Schildkröten.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Vorübergehendes Lecken, Hauttremor an der Applikationsstelle, leichte lokale Reaktionen wie Grind und Hautschuppen an der Applikationsstelle wurden manchmal beobachtet.
Wenn unerwünschte Wirkungen auftreten, teilen Sie diese Ihrem Tierarzt mit.
Milch: 0 Tage
WechselwirkungenBei vorher durchgeführter Lungenwurmvakzinierung sollte die Behandlung mit Neoprinil Pour-on nicht vor Ablauf von 14 Tagen nach der zweiten Vakzinierung durchgeführt werden. Eprinomectin wird stark an Plasmaproteine gebunden. Dies sollte berücksichtigt werden, wenn es zusammen mit anderen Molekülen mit denselben Eigenschaften angewendet wird.
Sonstige Hinweise
ÜberdosierungToxische Symptome bei steigenden Konzentrationen (bis zum 10-fachen der therapeutischen Dosis) bestanden in vorübergehender Mydriasis. Ein spezifisches Antidot ist nicht bekannt.
Sonstige HinweiseArzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Vorsichtsmassnahmen für den AnwenderEssen und Trinken sind bei der Anwendung von Neoprinil Pour-on zu unterlassen.
Da Neoprinil Pour-on menschliche Haut und Augen reizen kann, ist bei der Applikation besondere Vorsicht geboten. Nach versehentlichem Kontakt sollte die betroffene Hautstelle sogleich mit Wasser und Seife gereinigt werden. Am Auge wird Ausspülen mit Wasser und, sofern notwendig, ärztliche Behandlung empfohlen.
UmweltverträglichkeitEprinomectin wird vorwiegend im Kot behandelter Tiere ausgeschieden. Hauptkomponente ist dabei der unveränderte Wirkstoff.
Wie Studien belegen, wird Eprinomectin nach erfolgter Ausscheidung an Bodenbestandteile gebunden und so langsam freigesetzt, dass ein relevanter Übergang in Gewässer nicht zu erwarten ist.
Da freies Eprinomectin für Fische und bestimmte im Wasser lebende Organismen gefährlich sein kann, sollten Behältnisse und Arzneimittelreste unschädlich beseitigt werden.
Die Packungsgrösse sollte so gewählt werden, dass nicht unnötig grosse Mengen des Präparates in angebrochenen Packungen (FlexiBag) gelagert werden müssen.
Lagerung und HaltbarkeitBei Raumtemperatur (15 - 25°C) lagern.
Aufbrauchfrist nach erster Entnahme:
Dosierflasche und Kanister: 12 Monate
FlexiBag: 24 Monate
Das Präparat darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit 'EXP' bezeichneten Datum verwendet werden.
PackungenDosierflasche zu 1 l.
Kanister mit Gurten zu 2,5 l.
FlexiBag zu 2,5 l, 4,5 l.
Informationsstand: 06/2015
Dieser Text ist behördlich genehmigt.