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Am Abend des 31. August 2018 mussten wir für immer von Fritz Bernhard Abschied nehmen. Gesegnet mit vielen Talenten, hinterlässt er mannigfaltige Leuchtspuren – als Unternehmer, als Familienmensch und als Diener der Allgemeinheit.
Statt Pilot oder Architekt zu werden, trat der junge Fritz mit Rücksichtnahme auf seinen Vater und das elterliche Geschäft 1949 in die Dachdeckerlehre in Biel ein, wo er Kost und Logis bei seinem Meister hatte. Dort genoss er eine ausgezeichnete Ausbildung, wie Fritz immer wieder betonte. Weil es damals für die Dachdecker noch keine Fachschule gab, besuchte er als einziger Dachdeckerlehrling im ganzen Seeland die Gewerbeschule Biel zusammen mit Schreinern und Zimmerleuten. Der Gewerbelehrer Wacker erkannte Fritz‘ zeichnerisches Talent und sorgte dafür, dass er nach einmonatigem Schulbesuch in die Klasse der Bauzeichner umsteigen konnte. Hier erstellte Fritz während des dritten Lehrjahrs rund 50 Dachausmittlungen und Detailzeichnungen als Lehrmittel und Anschauungsmaterial für die damals im Aufbau stehende Schweizerische Dachdeckerfachschule.
Nach der Lehre trat Fritz 1952 ins elterliche Geschäft ein und wurde von seinem Vater Fritz Bernhard senior weiter ausgebildet. Er wurde dabei nicht geschont, wie er in seinen Erinnerungen schreibt. Fritz bildete sich an der Abendhandelsschule in Bern dreimal pro Woche weiter, absolvierte 1956 die Meisterprüfung und wurde Teilhaber im elterlichen Geschäft, das derweilen 6 Mann beschäftigte. Inzwischen hatte man sich auch auf die Herstellung von Kiesklebedächern spezialisiert, wobei fortlaufend neue Materialien zur Anwendung kamen.
1958 heiratete Fritz Bernhard seine Frau Ursi. Sie wurden Eltern von den Söhnen Markus, Peter und Fred und von der Tochter Ella. 1958 konstruierte Fritz die erste Eternitgarage mit Kipptor. Er hatte entdeckt, dass die zunehmend mobile Gesellschaft grosses Interesse an Garagen hatte, aber kein überzeugendes Produkt auf dem Markt war. Jeweils im Frühjahr wurde das Garagenprogramm an der BEA Bern ausgestellt. Nach einer schwierigen Einführungsphase boomte das Garagengeschäft und im Laufe der Jahre wurden 8‘500 BERNA-Eternitgaragen montiert. «Die Garagen waren ein Hobby – in meiner Seele bin ich immer dem Dachdeckerberuf treu geblieben», schrieb Fritz in seinen Erinnerungen.
1961 konnte an der Quellgasse 6 in Utzenstorf ein Haus mit genügend Umschwung erworben werden. Nach dessen Umbau sowie Anbau einer Werkstatt mit den erforderlichen Maschinen, konnten zu den sechs bisher Beschäftigten vermehrt Arbeitskräfte eingestellt werden. Durch die über Jahre gepflegte exakte und zuvorkommende Arbeitsweise kam Fritz zu grösseren Aufträgen. Um solchen gerecht zu werden, folgten ab 1970 Jahre mit Immobilienkäufen und verschiedene Um- und Neubauten wie Lagerhalle, Schlosserei und Autoservicehalle, die vorwiegend zur Vergrösserung des Betriebs dienten.
Fritz Bernhard fand trotz seinem grossen beruflichen Engagement über Jahre hinweg Zeit, sich im Dachdeckermeisterverband zu engagieren: als Vorstandsmitglied im Regional- und Kantonalverband, als Mitglied des Schweizerischen Zentralvorstands, in der Meisterprüfungskommission, als Meisterprüfungsexperte im Bereich Steildach und in der Arbeitsgruppe für Arbeits- und Umweltschutz in Zusammenarbeit mit der Eternit AG.
Durch den Erwerb des bekannten Dachdeckerbetriebes Hans Hirter in Langenhal und der Gründung der Bernhard & Hirter AG wurde im Jahr 1980 ein zweiter Betrieb angegliedert. Inzwischen engagierten sich auch die Söhne Markus und Peter in den beiden Betrieben. In bewundernswerter Weise verstand es Fritz, ihnen den nötigen Freiraum zur beruflichen Entfaltung zu geben und zur richtigen Zeit loszulassen. 1992 übergab er sein Lebenswerk offiziell an die 5. Generation. Die Garagenabteilung leitete er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1997.
Fritz Bernhard hat unser Familienunternehmen in der 4. Generation geführt, umsichtig vergrössert und stark mitgeprägt. Wir trauern um einen einzigartigen Menschen und ein Vorbild, dem wir zu grossem Dank verpflichtet sind. Sein Lebenswerk werden wir in Ehren halten und in seinem Sinne fortführen.
Familien Bernhard und Belegschaften
160 Jahre BERNHARD - die Firmengeschichte