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Die 1983 gebaute Bohrinsel «Kulluk» hätte zur Überholung nach Puget Sound, eine Bucht nahe der Stadt Seattle, geschleppt werden sollen. Am Freitag wurde aber aufgrund eines Fehlers die Verbindung zwischen der Bohrinsel und dem schleppenden Schiff gekappt. Die 18 Besatzungsmitglieder wurden darauf evakuiert.
An Silvester konnte die «Kulluk» dann wieder am Schlepper festgemacht werden, sie riss sich aber während eines Sturms wieder los. Danach trieb sie auf die unbewohnte Insel Sitkalidak zu.
Bislang sei kein Öl ausgelaufen, sagte ein Sprecher der lokalen Umweltbehörde. Experten und Mitarbeiter der US-Küstenwache sind vor Ort und untersuchen die Lage. Es soll verhindert werden, dass gefährliche Ladung ins Meer fliesst. Die Wetterlage erschwert das Vorhaben: Noch immer peitschen zehn Meter hohe Wellen an die Küste.
Grosser Akteur an der Küste Alaskas
In dem Archipel, wo die «Kulluk» strandete, leben Bären, zahlreiche Vogel-Arten und eine vom Aussterben bedrohte Seelöwen-Art. Umweltschützer in Alaskas grösster Stadt gehen bereits auf die Strasse. Die Ölförderung vor Alaska solle gestoppt werden, fordern sie.
Kritik und Forderungen sind nicht neu: Umweltschützer bemängelten bereits zuvor, Shell könnte die Risiken der Ölförderung im Golf von Alaska unterschätzen. Der britisch-niederländische Ölkonzern Royal Dutch Shell setzt dort sein 4,5 Milliarden Dollar umfassendes Ölförderprogramm um.
Erinnerungen an «Exxon Valdez»
Die Kritik ist nicht aus der Luft gegriffen. Verheerende Ölkatastrophen haben die Risiken von Ölbohrungen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich aufgezeigt. So etwa jene im Golf von Mexiko 2011.
Kommt hinzu: Am 24. März 1989 war das Schiff «Exxon Valdez» bei der Bucht Prinz-William-Sund auf ein Riff gelaufen. 40'000 Tonnen Rohöl waren ins Meer geflossen. Küstengewässer und Küste wurden verseucht. Hunderttausende Tiere verendeten. Die «Kulluk» liegt nur wenige hundert Kilometer westlich von der Bucht im Golf von Alaska.