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Die Hauptfigur in Franz von Suppés erfolgreichstem Bühnenwerk ist der Dichter Giovanni Boccaccio, der von 1313 bis 1375 lebte und die berühmte Novellensammlung "Il Decamerone" verfasste. Sie erhielt ihren Namen von den darin enthaltenen zehn mal zehn Geschichten, die von äusserster Derbheit bis hin zu zarter Empfindung nicht eine Emotion vermissen lassen. Mit diesem, an Einfällen reichen und heitere Lebensfreude versprühenden Werk, wollte der Dichter von den verhängnisvollen Auswirkungen der in Florenz zu jener Zeit wütenden Pest ablenken. Die Librettisten Zell und Genée wählten einige dieser Erzählungen aus, banden sie mit leichter Hand aneinander und liessen den Dichter selbst als verliebten Titelhelden eine abenteuerliche Geschichte erleben.
Die heitere italienische Atmosphäre des Librettos inspirierte Franz von Suppé zu einer Musik voll feinem Humor und mitreissender Lebenslust. Die melodischen Qualitäten der Gesangspartien, die prächtigen vokalen Ensemblesätze und die wirkungsvoll gefügten Finale verleihen dieser Operette das Format einer komischen Oper. Aus einer Vielzahl musikalisch hochstehender Nummern seien der Terzett-Walzer "Wonnevolle Kunde", Fiamettas Lied "Hab' ich nur deine Liebe", das berühmte "Immerzu undici, dodici, tredici" oder das Duett "Mia bella fiorentina" speziell hervorgehoben, ohne dabei den Gehalt der übrigen Titel schmälern zu wollen.