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Stärke ist ein Kohlenhydrat, das aus mehrfach verbundenen Glukoseeinheiten besteht. Stärke wird daher auch als Mehrfachzucker oder Polysaccharid bezeichnet und ist in seiner Reinform ein weißes, wasserlösliches Pulver. In der menschlichen Verdauung wird er zu einfachem Zucker, also Glukose umgewandelt und metabolisiert. Industriell und im Haushalt gibt es viele Einsatzmöglichkeiten für Stärke, die aus vielen Agrarprodukten gewonnen werden kann. In Europa wird sie meist aus Getreide und aus Kartoffeln hergestellt, kann aber prinzipiell aus allen stärkehaltigen Rohstoffen gewonnen werden. Hergestellt wird sie durch sogenannte Nassmüllerei, bei der die Stärke aus dem Zellgewebe des zerkleinerten Rohstoffs ausgewaschen wird. Laut dem Verband der deutschen Getreideverarbeiter und Stärkehersteller wird in Deutschland 43 Prozent der Stärke aus Kartoffeln gewonnen, der Rest verteilt sich fast ausschließlich auf Mais und Weizen.
Native und modifizierte Stärken werden vor allem in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt. Dort dienen sie als Zutaten für viele Arten von Süßwaren und Gebäck aber auch der Herstellung von Getränken. Dabei wird sie entweder direkt als Binde- oder Verdickungsmittel zugefügt oder dient als Grundlage für die Herstellung verschiedener Zuckerarten wie etwa Maltodextrin und Traubenzucker, die dann den Lebensmitteln beigemischt werden. Modifizierte Stärken entstehen durch die Behandlung mit Säuren und Laugen, mit Enzymen oder durch Druck und Hitze. Dadurch wird sie quellfähiger oder stabiler gegenüber Hitze oder Säure. Eingesetzt werden Stärken auch in der pharmazeutischen und der Papierindustrie. Dabei ist die Herstellung von Papier und Pappe der häufigste Verwendungszweck nach dem Einsatz bei der Produktion von Lebensmitteln. Des Weiteren werden Stärkeprodukte auch heute noch zum Beispiel für die Herstellung von Leim für die Buchbindung verwendet.