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Violin-Sonaten KV 304, KV 376, KV 454, von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
13. Januar 2019 @ 12:00 - 14:00Eintritt frei, Kollekte
Sonntag, 13. Januar 2019 – Matinée
Aufführung im Salon Benatzky 12:00 Uhr
Violin-Sonaten KV 304, KV 376, KV 454 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Eintritt frei, Kollekte
Konzertstuhlung OHNE Platzreservation, Salontische MIT Platzreservation 055 251 55 55 <email-pii>
Es spielen für Sie:
Lora Evelin Vakova Piano und Stefan Tarara Violine
Zum Programm vom Sonntag, 13. Januar 2019, in Rüti
Violin-Sonaten KV 304, KV 376, KV 454, von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Am 6. Oktober 1777 schrieb Mozart aus München an seinen Vater: «Ich schicke meiner Schwester hier 6 Duetti à Clavicembalo
e Violino von Schuster… sie sind nicht übel. Wenn ich hier bleibe, so werde ich auch 6 machen, auf diesen gusto, denn sie gefallen hier sehr.» Gegenüber Mozarts frühen Violinsonaten, die er noch als Wunderkind in den 1760er Jahren veröffentlicht hatte, zeigen die sechs «Kurfürstin-Sonaten» einen deutlichen Fortschritt hin zu einem gleichberechtigten Dialog zwischen Streich- und Tasteninstrument. Dies zeigt sich besonders innig und bewegend in der einzigen Mollsonate der Serie, der e-Moll-Sonate, KV 304. Als einzige der sechs entstand sie im Sommer 1778 in Paris, was man ihr auch anhören kann: Der melancholische Grundton des ersten Satzes mit seinem strengen Unisono-Thema und der frühromantische Zauber des Finales, das nichts anderes als eine französische Forlane ist, verweisen auf Glucks Pariser Opern und die sentimentalen Arien in den Opern eine Grétry oder Piccinni. KV 376, Schloss Burgau – «Auerhammer Sonaten». Im November oder Dezember 1781 kam es zur Veröffentlichung einer weiteren Sechsergruppe, KV 296, 376-380, die unter dem Titel «Auerhammer Sonaten» in Wien durch die Kunsthandlung Artaria erstveröffentlicht wurden. «Diese Sonaten sind die einzigen in ihrer Art. Reich an neuen Gedanken und Spuren des grossen musicalischen Genies des Verfassers. Sehr brilliant, und dem Instrumente angemessen. Dabey ist das Accompagnement der Violine mit der Clavierpartie so künstlich verbunden, dass beide Instrumente in beständiger Aufmerksamkeit unterhalten werden, so dass diese Sonaten einen ebenso fertigen Violin- als auch Clavier-Spieler erfordern. Allein es ist nicht möglich, eine vollständige Beschreibung dieses originellen Werks zu geben. Die Liebhaber und Kenner müssen sie selbst erst durchspielen, und alsdann werden sie erfahren, dass wir nichts übertrieben haben«. KV 454, «Strinasacchi-Sonate» Mozarts Terminkalender im Frühjahr 1784 war prall gefüllt. Den ganzen März über bis in den April hinein spielte er jeden Montag und Freitag abend beim Grafen Esterházy, jeden Donnerstag abend beim Fürsten Golicyn, je einmal bei den Grafen Zichy und Pálffy. Unter den verbleibenden freien Abenden reservierte er den Mittwoch für seine Subskriptionskonzerte im Trattnerhoff, den 1. April für eine eigene Akademie im Burgtheater. Bei 22 Konzertauftritten in fünf Wochen, täglichem Unterrichten am Vormittag und Komponieren in der Nacht kam selbst ein Mozart ins Gedränge. Als ihn die erst zwanzigjährige Geigerin Regina Strinasacchi bat, auch noch in ihrer Akademie zu spielen, lehnte er zwar nicht ab, sondern komponierte dafür sogar eine neue Violinsonate. Zum Ausschreiben der Stimmen aber war keine Zeit mehr. Am Vorabend des Konzerts konnte die junge Geigerin Mozart gerade noch ihre Stimme abnötigen, um sie bis zum nächsten Tag zu üben. Den Klavierpart aber spielte der Komponist aus der Skizze, und die Uraufführung erfolgte prima vista – ohne eine einzige Probe. Kaiser Joseph II., der an jenem 29. April 1784 der Akademie der berühmten Virtuosin aus Italien bewohnte, dürfte über das Husarenstück seines Schützlings Mozart nicht wenig gestaunt haben.
Regina Strinasacchi stammte aus Mantua, war in Venedig und Paris ausgebildet worden und hatte schon mit 16 Jahren ihre erste Konzertreise durch Europa unternommen. Ihr Ruhm eilte ihr nach Wien voraus, wo Mozart am 24. April 1784 an seinen Vater schrieb: «Hier haben wir nun die berühmte Mantuanerin Strinasacchi, eine sehr gute Violinspielerin; sie hat sehr viel Geschmack und Empfindung in ihrem Spiele. – Ich schreibe eben an einer Sonate, welche wir Donnerstag im Theater bey ihrer Akademie zusammen spielen werden.»….Im Finale, einem von Mozarts freundlichen Rondos im Tanzrhythmus einer Gavotte, ist es zunächst die Geige, die führt. Dann aber reisst ihr das Klavier mit virtuosen Triolenpassagen das Heft aus der Hand. Zu den Episoden innerhalb der Rondoform gehören ein kesses Achtel-Staccato-Thema und eine schöne Es-Dur-Melodie der Geige. Ganz zum Schluss hat Mozart den virtuosen Schlagabtausch besonders sinnfällig inszeniert. Erst in diesem Moment greift die Geige die Triolenpassagen des Klaviers auf und scheint im Wettstreit den Sieg davonzutragen – wenn nicht das Klavier auf der Ziellinie in Sechzehnteln an ihr vorbeiziehen würde. Man kann sich gut vorstellen, wie dieser Schluss im Konzert am 29. April 1784 ex improviso entstand: Mozart, seelenruhig die Triolen seiner Partnerin abwartend, setzte mit seinen Sechzehnteln am Ende doch noch «eins drauf» ? und der Wiener Hochadel jubelte beiden zu.
Lora-Evelin Vakova-Tarara
Lora-Evelin Vakova-Tarara ist Konzertpianistin und Kammermusikerin. Sie studierte in der Nationalen Musikschule für hochbegabte Kinder in Bulgarien und schloss ihr Master-Studium bei Professor Eckart Heiligers an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) mit Auszeichnung ab. An der Zakhar Bron School of Music in Zürich unterrichtet Lora-Evelin Nachwuchstalente auf dem Klavier.
Sie tritt als Solistin und Duo-Partnerin mit Stefan Tarara bei vielen internationalen Festivals auf. Mit ihrem Ehemann hat sie bereits zwei von der Kritik hochgelobte CDs veröffentlicht, die auch mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurden. Lora-Evelin ist Gewinnerin zahlreicher internationaler Wettbewerbe. Sie wurde als beste Klavierbegleiterin beim «Vasco Abadjiev» Wettbewerb in Sofia und beim «George Enescu« Violin-Wettbewerb in Bukarest ausgezeichnet. Sie gastierte schon bei vielen internationalen Festivals.
Stefan Tarara
Stefan Tarara ist ein Musiker, der durch Brillanz besticht. Das wurde nicht nur in der exorbitant schwierigen Zugabe deutlich, Paganinis «La Molinara«: einem der Zauberei nahen Kunst-Stück auf der Geige. Auch Mendelssohns Violinkonzert wurde durch die Sauberkeit seines Tons und die Sicherheit seines Spiels – letzter Satz! – geadelt.» Rhein-Neckar-Zeitung – 11.Dez. 2010 Stefan Tarara wurde 1986 in Heidelberg in einer Musikerfamilie geboren und trat bereits im Alter von 4 Jahren öffentlich auf. Nachdem er 2006 das Abitur am humanistischen Kurfürst-Friedrich Gymnasium Heidelberg absolviert hat, schloss er seine Diplomkünstlerische Ausbildung (2010), den Master in Solistik (2012) und den Master in Pädagogik (2015) bei Prof. Zakhar Bron in Zürich mit der Höchstnote ab. Wegen seiner Erfolge in internationalen Wettbewerben wurde er 2008 und 2010 von der «Neue Musik Zeitung» als Musiker des Jahres erwähnt.
Vorschau
Sonntag, 3. Februar, Matinée – 12:00 Uhr
«Musig à la carte» – zweierlei mit Stefanie Hess und Simone Baumann im Salon Benatzky mit «Apéro riche»
(für den Apéro-riche bitten wir um Voranmeldung)