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Top-Manager der Deutschen Bank befassten sich persönlich mit dem Fall Donald Trump. Josef «Joe» Ackermann soll Gelder gesprochen haben.
Die Deutsche Bank und Donald Trump: Das war einst eine Romanze. Der heutige US-Präsident hat seit den 90er-Jahren enge Kontakte zur Bank. Er lieh sich als Immobilien-Tycoon insgesamt über zwei Milliarden Dollar: Dies beschreibt die «New York Times» in einer grossen Reportage.
Die Zeitung beruft sich auf Gespräche mit über 20 aktuellen und ehemaligen, hochrangigen Bankmitarbeitern. Dabei zeigt sich: Die Deutsche Bank hat bei ihren Geschäften mit Trump die internen Regeln «eher grosszügig ausgelegt» (wie die Branchenplattform Finanz-Szene es interpretiert).
«Gegenüber Aufsichtsbehörden, Gesetzgebern und Journalisten hat die Deutsche Bank stets argumentiert, dass [Donald] Trump keine Priorität für die Bank oder ihre leitenden Angestellten sei und dass die Kreditvergabe das Werk einer einzigen, obskuren Abteilung sei», so die Zeitung. «Aber Interviews mit mehr als 20 aktuellen und ehemaligen Führungskräften und Vorständen der Deutschen Bank, von denen die meisten direkt mit der Trump-Beziehung vertraut sind, widersprechen dem Narrativ der Bank.»
Die « New York Times» zeichnet detailliert nach, wie das Verhältnis in den 1990er-Jahren begann. Trump war damals ein umstrittener Immobilienmogul und Casino-Unternehmer. Zahlreiche Banken hielten sich zurück, wenn es darum ging, dem schillernden Unternehmer Geld für neue Projekte zu leihen – zu gross war das Risiko, dass derartige Aktionen in einem Abschreiber oder vor Gericht endeten.
Risikoappetit der Deutschen Bank
«Aber die Deutsche Bank hatte einen ausgeprägten Risikoappetit und nur begrenzte Sorge um die Reputation ihrer Kunden», so die «New York Times». «Mit Unterstützung von zwei verschiedenen Geschäftsführern übergab die Bank immer wieder Geld – insgesamt weit über 2 Milliarden Dollar – an einen Mann, den fast alle anderen Banken für unantastbar gehalten hatten.»
Der Medienbericht erwähnt Anshu Jain und Josef «Joe» Ackermann: Der Schweizer war demnach mindestens bei einer millionenschweren Kreditvergabe persönlich involviert. Anshu Jain, der die Bank von 2012 bis 2015 führte, soll ebenfalls direkt in Kontakt gestanden haben mit Donald Trump. Die beiden haben sich offenbar persönlich getroffen. «On a foggy Wednesday in February 2013», schreibt die Zeitung – an einem nebligen Mittwoch im Februar 2013.
Donald Trump und die Credit Suisse
2004 drohte Donald Trumps Hotel- und Casino-Imperium mit lautem Getöse zusammenzukrachen. Um den drohenden Kollaps abzuwenden, stimmte Trump im August dieses Jahres zu, die Kontrolle über seine Hotels und Casino-Resorts an die Credit Suisse First Boston – die Investmentbank der Credit-Suisse – abzutreten. Der Plan: Die Grossbank sollte 400 Millionen Dollar in Trumps Firmenimperium pumpen und im Gegenzug eine 65-Prozent-Beteiligung an Trumps Casino Atlantic City im Bundesstaat New Jersey erhalten. Lesen Sie mehr hier.
(ise)