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Johann Olav Koss, Olympionike und Gründer von Right To Play erzählt, wie alles begonnen hat.
„Ich habe einmal in Eritrea einem Jungen beobachtet, der offensichtlich bei seinen Freunden sehr beliebt war,“ erzählt Johann. „Als ich ihn fragte,, warum das so ist, war er sehr erstaunt . „Das ist doch klar, ich habe ein langärmeliges Hemd!“
Wortlos zog er sein Hemd aus, rollte es auf, stopfte es zurecht und verschnürte das Ganze mit den Ärmeln, sodass ein Ball entstand. So hatten die Kinder einen Ball zum Spielen, solange bis der Junge mit dem langärmligen Hemd nach Hause gehen musste.
Diese Kinder hatten im Krieg alles verloren, was ihnen wichtig war: Ihre Eltern und ihre Freunde. Traumatisiert lebten sie nun mit dem, was ihnen der Krieg hinterlassen hatte. Und trotzdem wollten sie nur das Eine - das, was alle Kinder wollen: Sie wollten spielen!
„Dieses Erlebnis motivierte mich, ein noch besserer Eisschnellläufer zu werden.“
Im darauffolgenden Februar startete Johann als Eisschnellläufer bei den Olympischen Spielen in Lillehammer 1994 für das norwegische Team. Er schrieb Geschichte, denn er brach drei Weltrekorde und gewann drei Goldmedaillen.
In Erinnerung an die Begegnung in Eritrea spendete er sein Preisgeld an Olypmic Aid und rief die anderen norwegischen Olympiasieger und deren Fans dazu auf, ebenfalls eine Spende zu tätigen. Norwegen gewann insgesamt 26 Medaillen und Johann konnte in wenigen Tagen 18 Mio Dollar sammeln.
Als Johann nach Eritrea zurückkehrte, hatte er für den Jungen mit dem langärmligen Hemd und seine Freunde einen Ball im Gepäck. Ausserdem hatte er noch eine ganze Flugzeugladung mit Sportmaterial dabei – für ein Land, in dem es an Allem und besonders an Nahrung mangelte. Die norwegischen Medien erklärten ihn und seine Aktion für verrückt.
„Ich habe den Präsidenten von Eritrea getroffen und entschuldigte mich bei ihm. Ihr Land braucht Lebensmittel und ich habe Sportausrüstung gebracht. Ich habe einen Fehler gemacht.“ Er schaute mich an und erwiderte ruhig: „Das ist das grösste Geschenk, das wir jemals erhalten haben. Zum allerersten Mal werden wir als Menschen wahrgenommen und nicht als etwas, das am Leben erhalten werden muss. Zum ersten Mal werden unsere Kinder spielen können, so wie andere Kinder auch.“
„Die Geschichte hätte dort enden können,“ erinnert sich Johann, „ aber ich spürte, es war der Start zu etwas Neuem. Das war erst der Beginn."
... und so war es. Die Spiele von 1994 waren der Startschuss zu einer Bewegung, welche Kindern in benachteiligten Gemeinschaften rund um die Welt die positive Kraft von Sport und Spiel bringt und für eine Organisation, welche schliesslich im Jahr 2000 zu Right To Play wurde.
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