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Fund-reich?
Die Archäologie befasst sich mit den überlieferten materiellen Manifestationen verschiedener Personen und Situationen. Auch die Geschichtswissenschaft hat sich in letzter Zeit wieder vermehrt mit Fragen der materiellen Kultur auseinandergesetzt und sich dabei einerseits für die Objekte selbst, andererseits aber für spezifische Schriftquellen wie Hausinventare, Abgabenverzeichnisse oder Rechnungsbücher interessiert, die sich mit Objekten und materiellen Manifestationen beschäftigen. Zu beiden Quellen-gattungen, Sach- wie Schriftquellen, kann ganz klar die Frage nach den „Zugehörigkeiten“ der dabei erfassten Objekte gestellt werden: ist etwas häufig und damit eher alltäglich oder eher selten oder speziell kostbar? Wird ein Objekt von vielen Menschen in einem Haushalt benutzt oder nur als persönlicher Besitz am eigenen Körper ausgestellt? Welcher Haustyp, welche Ausschenkkanne auf dem Tisch, welcher religiös konnotierte Gegenstand, welche Menge an Mütt Kernen weist auf seine Besitzer, Benutzer oder Verteiler als reich hin (im Falle von religiösen Gegenständen auch spirituell)? Was ist im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit in jedem Haushalt geläufig, was braucht zusätzlich Arbeit, Ressourcen, Macht oder Wissen, um in dessen Besitz zu gelangen oder damit umgehen zu dürfen? Wie wird materieller Reichtum schriftlich und visuell mitgeteilt? Wie wird materieller Reichtum vernichtet und womit wird er teilweise in der Neuzeit ersetzt?
Dieses Panel versucht, Reichtum als relatives Konzept anhand von spezifischen Schriftquellen und materiell überlieferten Manifestationen genauer zu beleuchten.