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Nach Abort mit neuer Schwangerschaft nicht lange warten
Jede fünfte Schwangerschaft endet mit einer Fehlgeburt. Frauen neigen dazu, danach eine „Pause“ einzulegen. Die Autoren einer im BMJ publizierten retrospektiven Kohortenstudie sind der Frage nachgegangen, wie sich das Zeitintervall zwischen Abort und erneuter Schwangerschaft auf das Risiko eines erneuten Aborts auswirkt.
Die Studienautoren der Universität Aberdeen haben Daten von fast 31’000 schottischen Frauen ausgewertet. Alle Teilnehmerinnen hatten nach einer ersten Schwangerschaft einen Abort hinter sich und wurden erneut schwanger. Primärer Endpunkt war ein Abort, eine Totgeburt oder eine ektope zweite Schwangerschaft je nach Zeitintervall zwischen Abort bei der ersten und der erneuten Schwangerschaft.
Frauen mit Schwangerschaften, welche innerhalb von sechs Monaten nach Abort entstanden, hatten im Verglich zu Frauen mit einer Schwangerschaft erst nach 6-12 Monaten ein erhöhtes Risiko für einen erneuten Abort (OR 0.66), eine vorzeitige Beendung der Schwangerschaft (OR 0.43) oder eine ektope Schwangerschaft. Bei einem Zeitintervall > 2 Jahre war das Risiko für einen Schwangerschaftsabbruch oder eine ektope Schwangerschaft noch höher (OR 1.97 respektive 2.40). Frauen, welche nach einem ersten Abort innerhalb von 6 Monaten wieder schwanger wurden, brauchten seltener eine Sectio (OR 0.90), hatten weniger Frühgeburten (OR 0.89) und seltener Kinder mit einem niedrigen Geburtsgewicht (OR 0.84), brauchten jedoch häufiger eine Induktion der Wehentätigkeit (OR 1.08) als Frauen mit einem Zeitintervall von 6-12 Monaten zwischen Abort und erneuter Schwangerschaft.
Konklusion der Autoren: Frauen, welche nach einem Abort innerhalb von 6 Monaten wieder schwanger werden, haben die grössten Erfolgschancen und das geringste Komplikationsrisiko bei der nächsten Schwangerschaft.
Link zur Studie
BMJ 2010;341:c3967 - Love ER et al
13.08.2010 - dde