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Zutiefst betrübt über den Tod meines Freundes und Reisegefährten in Amerika, Herrn Bonpland (gestorben in Santa Ana am 11. Mai 1858), hege ich, wie ich bereits in einem Brief an Herrn Delessert zum Ausdruck brachte, die Hoffnung, daß die Herren Professoren des Jardin des Plantes förmlich und als Gremium dem französischen Konsul in Buenos Aires oder in Montevideo Rückgabeforderungen zustellen werden, um in den Besitz der bedeutenden Herbarien zu gelangen, die Herr Bonpland dem Jardin des Plantes zugedacht hat. Wir wissen noch nicht, ob Herr Bonpland vor seinem Tod schriftliche Verfügungen erlassen hat; ich bin jedoch im Besitz eines letzten Briefes von Herrn Bonpland, datiert in Corrientes am 7. Juni 1857, worin er sich mit größter Klarheit über die Bestimmung seiner Sammlungen äußert.
„Wenn es mir möglich ist“, schreibt er in diesem Brief, „dann würde ich sehr gern meine Sammlungen selbst nach Paris bringen, um sie im Museum zu deponieren, wie auch meine Manuskripte, und die notwendigen Maßnahmen zur Veröffentlichung (?) meines Herbariums ergreifen. Meine Reise nach Paris wäre sehr kurz, und ich würde in meine Besitzungen in Santa Ana zurückkehren, um dort zu sterben und meine traurigen Überreste im Schatten der vielen Bäume, die ich gepflanzt habe, bestatten zu lassen.“
In dem Wunsch, dem Museum nützlich zu sein, habe ich diesen Brief auf Französisch in dem bedeutenden Journal Bonplandia abdrucken lassen, das in Hannover von den Gebrüdern Seemann auf Deutsch herausgegeben wird; einer der beiden, Berthold Seemann, war der Botaniker auf der Weltumsegelung, die der Kapitän Kellett mit der englischen Fregatte Herald unternommen hat. Diesen Brief von Herrn Bonpland (7. Juni 1857) habe ich demjenigen des Dr. Lallemant vom 19. April 1858 beigefügt, der meinen Freund einen Monat vor seinem Tod lebend, wenngleich sehr krank, gesehen hatte. Ich übermittle Ihnen jenes Blatt der Bonplandia (Nummer 13 vom 15. Juli 1858, sechster Jahrgang, Seite 271) nicht, denn der Jardin des Plantes wird es selbst besitzen. Das Anrecht des Museums auf diese kostbare Sammlung wird sehr deutlich bestätigt durch Bonplands letzten Brief, von dem ich mich ungern trennen würde; doch wenn es nötig wäre, ließe ich das Original dem Museum zukommen. In demselben Brief Bonplands geht es offensichtlich auch darum, das neue Museum der Argentinischen Konföderation und Museen in Preußen zu bereichern, aber all das betrifft nur Doubletten, von denen er eine große Zahl besessen haben muß; denn im Mai 1857 hatte Herr Bonpland auch große Pakete davon an Professor Grunert, Dekan der Universität von Greifswald, geschickt, zum Dank dafür, daß dieser ihn anläßlich eines Jubiläums zum Doktor ernannt hatte. Mein Wunsch, das Museum durch die Intervention des französischen Konsuls in den Besitz der Sammlungen von Herrn Bonpland zu bringen, ist um so lebhafter, als dieser bei seiner Einschiffung in Le Havre die Pflanzen von unserer Expedition an den Orinoco, nach Quito und Mexiko entgegen meinen Bitten und denen von Herrn Kunth wieder mitgenommen hatte. Damit setzte er sie neuen Gefahren aus, aber sie waren sein legitimes Eigentum, denn die Pflanzen von unserer Expedition sind in gegenseitigem Einvernehmen in drei gleich große Portionen geteilt worden (wegen der riesigen Menge an Doubletten): a für das Museum; darauf gründet, als Vergütung, Bonplands Pension von 3.000 Francs, die ihm Kaiser Napoleon I. gewährt hat; b für Herrn Bonpland; von der Truppe des Dr. Francia bei der Entführung meines Freundes vernichtet; c für mich; diesen Teil habe ich meinem Lehrer in der Botanik, Herrn Willdenow, geschenkt. Er gehört heute zu den Herbarien des Botanischen Gartens zu Berlin, denn Willdenows Herbarium ist von der Preußischen Regierung angekauft worden, wie auch das von Herrn Kunth, welches ebenfalls reich an Pflanzen von meiner Expedition war, weil der Jardin des Plantes ihm großzügig die Doubletten von meiner Expedition geschenkt hatte.
In diesem Gefühl der Dankbarkeit gegenüber der großartigen Institution des Jardin des Plantes habe ich hier alles versammelt, was denjenigen, die bereit sind, die nötigen Schritte zu unternehmen, zur Information dienen kann. Ohne jeden Eigennutz habe ich auch, als Herr Kunth starb, alle botanischen Manuskripte von unserer Expedition (6 Bände, davon 3 in Quart und 3 in Folio), die an Ort und Stelle niedergeschriebene Notizen zu 4.528 tropischen Arten enthalten, dem Jardin des Plantes zukommen lassen. Ein kleiner Teil dieser Aufzeichnungen ist von meiner Hand.
Über die Sammlungen und Manuskripte von Herrn Bonpland (Auszug aus einem Brief von Herrn Alexander von Humboldt an Herrn Élie de Beaumont)