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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Elftes Buch
14. In Knechtesgestalt hat Christus das Wort gesprochen: „Ich steige hinauf . . .”
Christus Jesus blieb also in der Gestalt des Knechtes, der er vorher in der Gestalt Gottes blieb,1 und er hat das Wort gesprochen: „Ich steige hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.”2 Wenn also diese Worte der Knecht, und zu Knechten, gesprochen hat: wie soll da diese Bekundung nicht dem Knechte zugehören und gerade auf dasjenige Wesen übertragen werden, das nicht in der Wesenheit eines Knechtes besteht, da doch demjenigen, der trotz seines Bleibens in Gottes Gestalt Knechtesgestalt angenommen hat, nur deswegen zu Knechten eine Gemeinschaft als Knecht zukommt, weil er selber Knecht ist? Vater ist er (Gott-Vater) ihm also, so wie er den Menschen Vater ist; und Gott ist er ihm, wie er den Knechten Gott ist. Da dies Jesus Christus in Knechtesgestalt als Mensch zu den Menschenknechten spricht, [S. 244] so besteht kein Zweifel, daß ihm der Vater genau wie den übrigen nur insofern zukommt, als er Mensch ist, und daß er ihm auch Gott ist wie den übrigen, auf Grund desjenigen Wesens, durch das er Knecht ist.
1: Vgl. Phil. 2, 7.
2: Joh. 20, 17.