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Gebäude
"Das Locale für die Obergerichtskanzlei, als Arbeitszimmer und als Aufbewahrungsort für die Acten, wird von der Regierung angewiesen" (1839).
Das Obergericht erhielt zuerst Räume im Reding'schen Haus, doch war dort nicht alles erfreulich: 1856 wies das Obergericht darauf hin, die von der grossrätlichen Staatsrechnungskommission kritisierten Ausgaben für Öl und Kerzen beträfen zum geringsten Teil die Obergerichtskanzlei, sondern auch die übrigen in diesem Haus untergebrachten Amtsstellen. Trotz solcher Probleme berichtete das Obergericht 1912 nach seinem Umzug in das ehemalige Kantonsschulgebäude (heutige Kantonsbibliothek), es sei "nur ungerne aus den altgewohnten Räumlichkeiten weggezogen". 1941 konnte sich das Obergericht jedoch über die "wohlgelungene" Renovation der Gerichtsräume freuen. 1970 bemängelte das Obergericht die räumlichen Verhältnisse; es fehlte vorab ein "Bibliotheks- und Leseraum". Bereits 1971 konnte das Obergericht für die stilgerechte Innenrenovation seines Stockwerks und "ansprechende und würdige“ Räume danken. Schon 1972 wies es aber wieder darauf hin, seine Räume seien voll ausgelastet. 1977 erhielt das Obergericht einen Bibliotheksraum und weitere Räume, und 1988 wurde die Kanzlei umgestaltet. Der Ausbau des Estrichs im Jahr 1991 bildete bei den zunehmenden Platzproblemen ein blosses Provisorium. Erst im Herbst 2002 konnte das Obergericht ein eigenes Gebäude beziehen.
Das heutige Obergerichtsgebäude erbaute 1866 der Architekt J.J. Brenner als Kantonsschulhaus. 1885 wurde das Gebäude um einen Stock erhöht und 1911 zum Kantonsschulkonvikt umgebaut. Bis zur Aufhebung des Konvikts wurde das Gebäude den wechselnden Bedürfnissen angepasst und in etlichen weiteren Schritten verändert. Beim Umbau für das Obergericht in den Jahren 2001/2002 erfuhr das im Aufbau spiegelsymmetrische, klassizistische Gebäude mit Seitenrisaliten umfangreiche Erneuerungsmassnahmen. Nötig war eine grundlegende Klärung der inneren Raumstruktur, wobei sich die Wiederherstellung der ursprünglichen Grundrissstruktur als gutes Layout für die betrieblichen Belange bestätigte: Im Erdgeschoss der grosse und kleine Gerichtssaal, Empfang und Parteienzimmer, in den beiden Obergeschossen Arbeitsräume und Kanzleien, im Dachgeschoss die Bibliothek und im Untergeschoss das Archiv. Die neuen Interventionen erhielten eine zeitgemässe Ausprägung, die in Material und Farbgebung auf eine kraftvolle Beständigkeit hinzielen.
Zentrales Element im Inneren des Gebäudes ist das Treppenhaus mit seinen grossen Galerien und mit der elegant geschwungenen Treppe. Die Fassaden zeigen heute wieder das ursprüngliche Erscheinungsbild. Das Obergerichtsgebäude strahlt mit klaren Linien, Formen und Farben jene schlichte Würde aus, wie sie zur Tradition unseres Kantons passt.