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Das Wegkreuz beim Reppischhof in Dietikon
Das Wegkreuz beim Reppischhof in Dietikon befindet sich auf einer Wiese bei der Kantonsgrenze, östlich der Bernstrasse an der Reppisch. Es ist eines von vier Weg- und Hauskreuzen in der Gemeinde Dietikon.
Tatsächlich besitzen wir in der Gemeinde Dietikon wohl die einzigen erhaltenen Wegkreuze im gesamten Kanton Zürich, die sonst alle durch die Auswirkungen der Reformation nach und nach entfernt worden sind. Da jedoch Dietikon bis 1798 zur katholisch geprägten Grafschaft Baden und dann bis 1803 zum Kanton Baden gehörte – erst danach zum Kanton Zürich überging –, überdauerten die Wegkreuze in unserer Gemeinde.
Das heutige Wegkreuz beim Reppischhof trägt auf dem Sockel folgende Inschrift: «I.C.W.K. / B.A.F.H. / D.K. / 1601». Daraus ersehen wir, dass das Kreuz im Jahre 1601 von Johannes Caspar Wiederkehr und seiner Gemahlin Barbara Fischer gestiftet wurde. Johannes Caspar Wiederkehr war der Besitzer der Unteren Mühle zu Dietikon und Untervogt des Amtes Dietikon. Die Gründe für die Stiftung sind unbekannt.
Jedenfalls wurde das fragliche Wegkreuz bei der alten Land- und Passstrasse zwischen Dietikon und Bremgarten via Mutschellen aufgestellt. Sehr gut dokumentiert ist dieser alte Strassenverlauf auf der Reliefkarte des Standes Zürich von Hans Conrad Gyger aus dem Jahre 1667. Die Qualität der Landstrassen in der Schweiz war im 17. und 18. Jh. allerdings grundsätzlich schlecht – schliesslich hatten die Landstrassen damals keinen festen Unterboden, sondern sie wurden meist lediglich zweimal im Jahr mit Kies bedeckt.
Von 1838 bis 1843 erstellte der Kanton Zürich eine erste moderne, gut ausgebaute Kunststrasse zwischen Dietikon (Schönenwerd) und Reppischhof: Es war dies also die eigentliche Geburtsstunde der heutigen Bernstrasse. Seither führte nur der Bau der «Bremgarten-Dietikon Bahn» 1902 noch zu grösseren Eingriffen im unmittelbaren Umfeld und Verlauf der Bernstrasse. Bis zur Eröffnung der Nationalstrasse N 1 in den 1960er Jahren war die Strasse über den Mutschellen die wichtigste Hauptstrasse zwischen Zürich und Bern.
Text: Sven Wahrenberger
Literatur zum Wegkreuz: Limmatpost Jg. 2 / Nr. 7, 1962.
Weiterführende Literatur: IVS = Inventar historischer Verkehrswege der Schweiz, ZH 9.5, 1997.