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Eine parlamentarische Motion will die Einfuhr von Jagdtrophäen in die Schweiz verbieten, die von Tieren stammen, die durch das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) geschützt sind. Der Nationalrat nahm die Vorlage an, und bald ist der Ständerat an der Reihe, darüber abzustimmen. Der Bundesrat ist, wie einige NGOs der Meinung, dass die Trophäenjagd nicht problematisch ist – im Gegenteil, sie sei für den Artenschutz sogar von Vorteil. «Völlig falsch!», sagt die Fondation Franz Weber (FFW), die seit fast zehn Jahren vor Ort recherchiert.
Im März 2021 nahm der Nationalrat die Motion «Verbot der Ein- und Durchfuhr von Jagdtrophäen von Tieren, die in den CITES-Anhängen I bis III aufgeführt sind», mit 121 zu 60 Stimmen bei 6 Enthaltungen an. Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Ständerats empfiehlt der Oberkammer des Schweizer Parlaments jedoch, die gleiche Motion in ihrer nächsten Sitzung am 30. Mai 2022 abzulehnen.
Historisch gesehen wurde die Trophäenjagd, ein hauptsächlich kolonialistisches «Hobby», als Instrument zur Arterhaltung betrachtet. Die Befürworter sind der Ansicht, dass die Einnahmen aus Trophäenjagden (welche pro Abschuss mehrere zehntausend Dollar betragen können) in den Artenschutz reinvestiert werden, ländliche Gemeinden unterstützen und sogar Konflikte zwischen Mensch und Tier (die durch die Verringerung von Lebensräumen und die Zunahme der menschlichen Bevölkerung verursacht werden) einschränken können. Dies gilt insbesondere für den WWF, wie wir in jüngsten Presseberichten lesen konnten.
In Wirklichkeit trägt die Trophäenjagd nicht zum Schutz der wildlebenden Tierarten bei. Mehr als zehn Jahre Forschung und Feldforschung im südlichen Afrika haben es der Fondation Franz Weber (FFW) ermöglicht, zu bestätigen, dass die Argumente der Pro-Trophäenjagd-Kreise (und damit auch einiger NGOs) unbegründet sind.
In Ländern, in denen die Trophäenjagd erlaubt ist, sind die traditionellen Zielarten der Trophäenjagd im Rückgang begriffen. Dies gilt beispielsweise für Elefanten: Die Jagd auf männliche Elefanten stört das soziale Gefüge der Elefantenpopulationen und führt zu einer drastischen Verringerung der Geburtenrate (und des genetischen Erbes).
Darüber hinaus erhalten die lokalen ländlichen Gemeinschaften in der Regel fast kein Einkommen aus Trophäenjagden. Beispielsweise kostet das Erlegen eines Elefanten in Namibia, Botswana, Simbabwe und Südafrika den (ausländischen) Jäger zwischen 50’000 und 80’000 Schweizer Franken. Nur 15 bis 20 Prozent des Preises gehen an einen gemeinschaftlichen «Trust» (der das Gebiet, in dem die Jagd stattfindet, verwaltet oder besitzt und somit den Betreibern von Trophäenjagden erlaubt, die Tiere zu erschiessen). Allerdings werden fast 98 Prozent dieses «Einkommens» dazu verwendet, die Gehälter der Angestellten des Trusts zu bezahlen, Ausrüstung (einschliesslich Fahrzeuge) zu kaufen und die Büros instand zu halten. Von den 15 bis 20 Prozent bleiben also nur 2 Prozent für die lokalen Gemeinschaften übrig, die in der Regel für die Instandhaltung von Wildschutzzäunen oder anderer Infrastruktur verwendet werden. Im Endeffekt erhalten die ländlichen Gemeinden in der Regel weniger als einen Schweizer Franken pro Person und Jahr (und manchmal Fleisch aus dem Trophäenkörper).
«Die Trophäenjagd hat also keinen positiven Einfluss auf die Elefantenpopulationen in Afrika», erklärt Vera Weber, Präsidentin der FFW und ergänzt, «im Gegenteil, sie neigt dazu, Elefanten aggressiv zu machen, was die Problematik von Mensch-Elefanten-Konflikten verschärft. Diese Praxis ist völlig überholt: Es ist an der Zeit, dass die Schweiz auf nationaler und internationaler Ebene mit gutem Beispiel vorangeht.»