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Global Security meldet am 29. Mai 2020: Die russische Marine barg in der Barentssee das 2003 gesunkene Atom-U-Boot K-159 und schleppte es in den Hafen von Murmansk, wo das Wrack zerlegt und “radioaktiv entschärft” wird.
- Russlands Marine setzte die K-159 vom Ende des Kalten Krieges an ein (1989). Es waren die Jahre der totalen Vernachlässigung der Streitkräfte unter Gorbatschow und Jelzin. 2003 sank die K-159 und riss neun Seeleute in die Tiefe der Barentssee.
- Dort setzte das Wrack Radioaktivität frei. Die K-159 riss nicht nur die Besatzung, sondern auch 800 Kilogramm radioaktiven Stoff auf den Meeresgrund.
- Mit dem Ukas Nr. 164 – ja, so heissen Befehle in Russland noch wie unter den Zaren – wies die Atombehörde Rosatom am 5.März 2020 die Marine an, das U-Boot zu heben und zu “entschärfen”. Diesen Befehl führte die Marine jetzt aus. Sie hob das Wrack aus einer Tiefe von 250 Metern. Die K-159 lag 17 Jahre lang am Eingang zur Kola-Bucht.
Wie die folgende, leider unscharfe Karte von Global Security belegt, sind die Barentssee und das Karameer voller radioaktivem Schutt. Die schwarzen U-Boote zeigen gesunkene Wracks:
- Links oben die K-278 Komsomolets, die 1989 sank. Norwegische Forscher entdeckten beim Wrack eine radioaktive Strahlung eine Million mal höher als normal.
- Am Eingang zur Kola-Bucht die Fundstelle der K-159.
- Im Karameer das 1982 gesunkene U-Boot K-27. Die K-27 liegt in 100 Metern Tiefe in Küstennähe.
Die orangen Kreise zeigen weitere Verseuchungen, in flüssiger oder fester Gestalt. Die langgestreckte Insel leicht rechts von der Kartenmitte ist Nowaja Semlja. An ihrem Ostufer hinterliess der atomare Eisbrecher Lenin radioaktive Spuren (hellere Kreise). Skandinavische Forscher sprechen insgesamt von 17’000 Fundstellen.
- Gemäss Ukas Nr. 164 muss die Marine die Positionierung und teilweise Räumung des Schrotts bis 2029 abschliessen.
- Norwegische, schwedische und finnische Forscher wollen helfen. Als am schlimmsten durchseucht gilt das östliche Ufer von Nowaja Semlja.