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Heute geht es um einen Roman namens Helden Wie Wir, das Buch ist eine sehr witzige satirische Erzählung des Mauernfalls in Berlin. Jedoch kann die Perversion auf Dauer nerven und ohne Vorkenntnisse zum Mauerfall ist es kaum verstehbar. Trotzdem kann ich es euch ans Herzen legen, da die Stasi und die Lebensumstände in der DDR gut erzählt werden.
Rezension: Helden Wie Wir
Helden wie wir ist ein Roman von Thomas Brussig und ist 1995 im S.Fischer Verlag erschienen.
Die Handlung spielt zwischen 1965 und 1989 in der DDR. Das Buch beginnt mit einer merkwürdigen Behauptung: Der Ich-Erzähler Klaus Uhltzscht sei ganz alleine der Auslöser für den Mauerfall gewesen. Dabei ist Klaus kein Held, sondern der geborene Loser. Er ist der Letzte im Flachschwimmen, der Verlierer im Weitpinkelwettbewerb und hat noch dazu den kleinsten Penis. Im Roman wird sein Leben bis zum 21. Lebensjahr in der DDR erzählt. Die Kindheit von Klaus wird durch die strenge Erziehung der Mutter und die Missachtung des Vaters geprägt. Er wächst ohne viel Kontakt zu gleichaltrigen Kindern auf. Klaus glaubt schon seit seiner Kindheit etwas Besonderes zu sein und möchte im Leben etwas erreichen, um den Lob seines Vaters zu erhalten und der Mutter seine Selbstständigkeit zu beweisen. Um seinen Vater stolz zu machen, geht Klaus zur Stasi, wo sein Vater auch schon tätig gewesen war. In der Stasi wird er drei Mitarbeitern zugeteilt. Durch diese Mitarbeiter wird im Roman die Stasi dem Leser repräsentiert. Alle drei Mitarbeiter haben gewisse Eigenarten, die für andere meist unerklärlich sind. Klaus selbst beobachtete in seiner Kindheit das Hauptgebäude der Stasi und schrieb sich alles auf. Das verbietet ihm jedoch sein Vater und Klaus unterliess es dann. Klaus ist sich ziemlich unsicher, ob er wirklich bei der Stasi arbeitet. Er selbst denkt, dass er für etwas Grosses bestimmt ist. Die Observationen sind nur ein Test, er selbst sieht sich als viel intelligenter und fähiger als seine Kollegen. Als er bei einer Demonstration gegen die Berliner Mauer versuchte auf die Bühne zu gelangen, erlebte er einen Unfall. Deshalb wird sein Penis operiert. Dadurch werden seine Genitalien übergross und dies führt laut Klaus zum Mauerfall.
Der Roman ist ohne genügendes Vorwissen sehr schwer zu verstehen. Es fehlen die Hintergrundinformationen, welche in keiner Weise im Buch erklärt werden. Der Schreibstil gefiel mir jedoch sehr gut. Ich habe noch nie so viele Synonyme für „Masturbation“ gelesen. Das Geschehnis wird sehr direkt dem Leser hingehalten. Sprachlich ist das Werk einfach zu lesen und man versteht nahezu alle Wörter. Die ironischen Stellen des Buches sind sogar kursiv geschrieben. Anfangs wollte ich herausfinden, wie er es wohl schaffte mit seinem Penis die Mauer zu öffnen. Jedoch wurde das Buch mit der Zeit zu „Penis lastig“. Der erste Eindruck war sehr positiv, denn das Cover machte mich neugierig. Es fiel mir am Anfang sehr schwer, das Buch zu verstehen, da ich noch wenig Kenntnisse über die DDR hatte. Dank der Besprechung, den Dokus und den Wikipedia Einträgen, geling es mir jedoch, mich langsam reinzuarbeiten. Ich freute mich das ganze Buch über auf das Ende. Doch mein letzter Eindruck war eher enttäuschend. Ich dachte lange Klaus würde die Mauer wirklich mit seinem Penis niederreisen. Doch das war nur symbolisch gemeint. Die Kraft des Mauerfalls wird durch das grosse männliche Glied dargestellt. Das gab jedoch rückblickend, meiner Ansicht nach, dem Thema Masturbation und Perversion auch wieder mehr Sinn.
Der Roman Helden Wie Wir zeigt sehr lebhaft das Leben von Klaus und seine Probleme. Thomas Brüssig packt den Leser durch seine Ironie und die humorvollen Beschreibungen. Brüssig entführt den Leser hervorragend in die Innenwelt eines jungen Erwachsenen. Allerdings wird viel historisches Grundwissen erwartet. Ich hätte hier und da mal gewisse Begriffe wie z.B. Fiche kurz erklärt. Das Buch würde ich Menschen empfehlen, welche oft zweideutig denken. Insbesondere Jugendliche würde ich anregen, das Buch zu lesen, da es sehr unterhaltsam ist. Ausserdem wird die DDR und seine Bevölkerung gut dargestellt. Leser, welche gerne Satire und Ironie haben oder selbst in der DDR gelebt haben oder dort Familienangehörige hatten, kommen bestimmt auf seine Kosten.
Für mich ist das Buch ein Kauf wert, da das Leben in der DDR, die Stasi und der Mauerfall sehr gut beschrieben werden. Ich konnte mich gut in Klaus hineinversetzten- und das ist, was für mich ein gutes Buch ausmacht: es entführt mich aus der Realität.
Ich gebe dem Buch 3 von 5 Sternen, da mich die Geschichte gefiel. Jedoch war Sie meiner Meinung nach nicht sonderlich spannend oder aufregend.
Dieses Buch musste ich in der Schule lesen und rezensieren. In der Stadtbibliothek könnt ihr dies leider nicht ausleihen. Jedoch habe ich euch hier den Amazon Link.
Elias Uribe