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58 Jahre lang beförderte die Gornergrat Bahn Gäste und Güter ausschliessliche auf der Schiene. Dann plante die Geschäftsleitung den Bau von zwei Luftseilbahnen zum Stockhorn. Es war eine mutige Entscheidung, die nicht nur den Bahnmeister Cäsar Lauber vor enorme Herausforderungen stellte.
Erschliessung eines einzigartigen Skigebietes
1952 stellte die Gornergrat Bahn ein Konzessionsgesuch für eine vom Gornergrat über den Hohtälligrat bis zum imposanten Stockhorn führende Luftseilbahn. Ziel war es, die Zermatter Wintersaison dank der ausgezeichneten Schneeverhältnisse auf dem Stockhorn im Frühling, um etliche Wochen zu verlängern. Als die Konzession 1954 erteilt wurde, übertrug Paul Schneller, Direktor der Gornergrat Bahn, dem Bahnmeister Cäsar Lauber die örtliche Bauführung.
Harte Arbeit auf ungewohnter Höhe
Ende Mai 1955 begannen die Bauarbeiten für die erste Sektion, die von Gornergrat bis zum Hohtälli führte und eine Höhe von 3275 m ü. M. erreichte. Cäsar Lauber war angespannt, denn der Winter hatte sich im Hochgebirge hartnäckig gehalten und den Baubeginn um Wochen verzögert.
Trotz der schwierigen Umstände plante Lauber effizient und koordinierte die Arbeiten der beauftragten Firmen bis ins Detail. Die Bauarbeiten in dieser Höhe stellten ungewöhnliche Anforderungen an Mensch und Material. Während der Bauzeit empfing er rund 1070 Wagenladungen Material mit einem Gesamtgewicht von 9500 Tonnen.
Doch Lauber hatte Glück. Dank des milden Herbstes konnten die Bauarbeiter die Verzögerung aufholen.
Neuer Höhenrekord in der Schweiz
Lauber war stolz, dass die erste Sektion bis Hohtälli 1956 termingerecht fertiggestellt war. Die erste Bahn führte vorerst nur Materialtransporte, ab dem Frühling 1957 dann auch Personentransporte aus.
Im Herbst 1958 folgte die Eröffnung der zweiten Sektion bis auf das Stockhorn (3407 m ü. M.). Sie war damals die höchste Luftseilbahn der Schweiz.
Nach Fusion der Zermatter Bergbahnen gingen die Luftseilbahnen an die Zermatt Bergbahnen AG. Im April 2007 stellte diese den Seilbahnbetrieb zwischen Gornergrat und Stockhorn ein. Die Talstation der Hohtällibahn beherbergt seit 2021 die interaktive Erlebniswelt «ZOOOM the Matterhorn – Sehen. Spüren. Staunen.».