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1985-2004
AK Anderschume/Kontiki
Eine neue Zeitschrift
Im Sommer 1985 entschloss sich die Redaktion des Kontiki zur Einstellung ihrer Zeitschrift (im August erschien die letzte Nummer). Zugleich machten sich Leute der HACH-Arbeitsgruppe Info Gedanken über einen möglichen Zusammenschluss von anderschume und Kontiki. Schliesslich beschloss :1
"die für das anderschume verantwortliche Gruppe den Zusammenschluss mit der kommerziellen schwulen Zeitschrift Kontiki. Das neue Konzept sah die Schaffung einer fünfmal pro Jahr erscheinenden Abonnenten-Zeitschrift mit einem separaten 'Barteil' vor, der auch gratis in schwulen Lokalen aufgelegt werden sollte. Die neue Zeitschrift sollte nicht mehr von der HACH, sondern durch Inserateneinnahmen aus der schwulen Szene finanziert werden.
Mit diesem Konzept hoffte die verantwortliche Redaktions-Gruppe auch das weniger politisierte Publikum der schwulen Subkultur erreichen zu können. Im weiteren wurde die Trennung von der HACH angestrebt. An ihre Stelle sollte neu ein Trägerverein treten, welcher sich im August aus der Info-Gruppe bildete."
Ein an alle HA-Gruppen gerichteter Brief vom 16. August 1985 informierte sie über dieses Projekt "Trägerverein" für eine unabhängigere Form von Zeitschrift. Absender war die Gruppe anderschume/HACH-Info. Dagegen gab es sofort Opposition, weil man sich überrumpelt fühlte und mitbestimmen wollte. Vor allem forderten die Gruppen in Bern und Basel Änderungen.
Schliesslich lagen der HACH-Sitzung vom 23. November (nach anderen Quellen: 24. November) 1985 die Statuten des Trägervereins - nach eingehender Überarbeitung - vor: Alle Mitgliederorganisationen erhielten eine Delegiertenstimme im Vorstand des neuen Vereins "Anderschume/Kontiki". Die Statuten wurden mehrheitlich angenommen. "Die HAB, die HABS und die HAZ wurden Mitglied des Trägervereins. Damit war die Trennung der Zeitschrift AK Anderschume/Kontiki von den HACH vollzogen."2
Die HA-Gruppen sahen bald ein, dass ihnen nun ein internes Diskussionsforum fehlte. So erschien ab August 1987 wieder ein anderschume intern, aus dem ein Jahr später das HACH-Bulletin wurde, das bis 1993 fünf- bis sechsmal jährlich herauskam.
"Das Bulletin beinhaltete neben den Sitzungsunterlagen auch eine Presseschau. Ab Herbst 1990 informierte zudem zweimonatlich auf einer A4-Seite der HACH-Rundbrief kurz zusammengefasst über die laufenden Aktionen der HACH."3
Das Anderschume/Kontiki war von Anfang an auch in Kiosken zu kaufen. Ab Januar 1990 kam zusätzlich zum bekannten Namen das Kürzel A/K auf die Titelseite. Nummer 3/1991 brachte das erste farbige Titelblatt. Später hiess die Zeitschrift nur noch aK und erschien auch innen farbig, bis sie per 1. Juni 2004 den Namen wechselte und nun akut: magazin hiess. Herausgeber war der Trägerverein akut. Im Sommer 2008 erschien seine letzte Ausgabe. Mitglieder von HA-Gruppen und Pink Cross konnten das akut: magazin vergünstigt abonnieren, ebenso den Cruiser, was heute noch möglich ist.
Ende 1988 wurde auch die SOH Mitglied des Trägervereins, womit das AK Anderschume/Kontiki sozusagen automatisch in die Fortsetzung der Linie jener Zeitschriften trat, die über den Kreis bis zum Anfang von 1932 zurückreichten.
Es gab Mitarbeiter, die alle oder fast alle 20 Jahre von 1985 bis 2004 dabei waren. Zu ihnen gehörte Daniel Wiedmer, der auch Administration, Grafik, Satz und später den Druck besorgte, sowie Remo Peter, der nebst redaktionellem Einsatz zeitweilig die technische Beratung führte.
Ernst Ostertag, April 2007
Quellenverweise
- 1
Beat Gerber, Lila ist die Farbe des Regenbogens, Schwestern, die Farbe der Befreiung ist rot, 1997, Seite 42
- 2
Beat Gerber, Lila ist die Farbe des Regenbogens, Schwestern, die Farbe der Befreiung ist rot, 1997, Seite 43
- 3
Beat Gerber, Lila ist die Farbe des Regenbogens, Schwestern, die Farbe der Befreiung ist rot, 1997, Seite 43