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Wer sich das äusserst witzige Interview des amerikanischen Talkmasters Jimmy Kimmel mit Barack Obama, 59, anschaut, möchte dessen soeben erschienenes Buch «Ein verheissenes Land» ganz bestimmt lesen. Dafür bräuchtet ihr aber etwas Zeit, es ist nämlich 1000 Seiten (auf Englisch 700 Seiten) lang! Jimmy Kimmel fragt den Autor darum, ob er das extra gemacht habe, um sicherzugehen, dass Trump es nicht lese. Und Obama antwortet: «Dann hätte es wohl keine 700 Seiten lang werden müssen …»
Nach der Veröffentlichung des Buches vergangene Woche machte vor allem die Enthüllung Schlagzeilen, dass seine Frau Michelle Obama, 56, gegen seine Kandidatur bei der US-Präsidentenwahl 2008 war. Dass er nun Bücher verkaufe, finde sie nun aber toll, wie er in der Talkshow «Jimmy Kimmel Live» versichert: «Weil sie sich aus dem Erlös neue Schuhe kaufen kann …» Seine Töchter hingegen würden sich weniger interessieren für sein Buch, wie er ebenfalls erzählt.
Malia, 22, und Sasha, 19, hätten ihm gesagt, sie hätten Besseres zu tun, als seine langweiligen Memoiren zu lesen. «Doch sie haben mir versprochen, das Buch dereinst zu lesen», fügt der Papa an. «Bei meinem ersten Buch dauerte das zehn Jahre – ich denke, das neue werden sie bis 30 gelesen haben.»
Besonders zum Lachen brachte das Publikum eine weitere Anekdote über die Obama-Töchter: «Michelle hat mir erzählt, du hättest Angst vor Sasha, ist das wahr?», fragt Kimmel Obama. Und der sagt nach einer kurzen Pause: «Ja!», und witzelt: «Sasha ist eine Mini-Michelle, und ich habe Angst vor Michelle.» Sasha habe dieselbe Erscheinung, dieselbe Haltung wie ihre Mutter. Die ältere Tochter Malia hingegen habe eher sein Temperament. Sie beide würden sich selbst «The Long Faces», nennen, die langen Gesichter, seine Frau und die jüngere Tochter seien «The Round Faces», die runden Gesichter. «Malia und ich sind uns ähnlicher, ruhiger, und wir versuchen daher, gegenüber Michelle und Sasha den Frieden zu bewahren – zu unserem eigenen Schutz», wie er lachend anfügt. Seine Verbündete Malia war es auch, die ihn einst mit einem Decknamen schützen wollte.
Barack Obama erzählt dazu von einem Erlebnis in einem Zoo, den er und seine beiden Mädchen aus Sicherheitsgründen frühzeitig verlassen mussten. Malia habe damals zu ihm gesagt, er brauche einen Decknamen, «Johnny McJohn-John» wäre gut, und er müsse auch seine Stimme verstellen, schneller und höher sprechen. Daheim erzählten die Mädchen ihren Plan Mama Michelle, und die meinte: «Das einzige, was Papa unerkenntlich machen könnte, wäre, wenn er sich mit einer Operation seine abstehenden Ohren anlegen liesse …»
Er habe das etwas beleidigend gefunden, sagt Barack Obama zu Jimmy Kimmel. «Aber ich bin es gewohnt, zu Hause die Hauptzielscheibe für Witze zu sein …» Und der Moderator pflichtet ihm bei: «Ich kenne das, man denkt, man sei eine grosse Nummer – bis man nach Hause kommt.»
Aber genau das hat ihn zu einem besseren Präsidenten gemacht, meint Obama. Weil er im Weissen Haus nicht nur arbeitete, sondern mit seiner Familie auch hier wohnte, konnte er jeden Tag mit ihnen um halb sieben zu Abend essen. Er sei vom Situation Room jeweils direkt an den Familientisch gekommen, habe dort Geschichten aus der Schule erfahren oder eine Diskussion zwischen Michelle und Sasha darüber, ob sie den Spinat nun essen muss oder nicht. «Das half mir, mich zu erden – und es erinnerte mich ständig daran, worum es eigentlich geht: darum, eine bessere Welt zu schaffen für unsere Kinder.»
Das ganze Gespräch, bei dem Barack Obama zum Schluss eine Zuschauerin mit einer Live-Lesung überrascht und sie das Publikum mit ihrer Reaktion zu Tränen rührt, seht ihr nachfolgend.
Falls ihr jetzt Lust auf mehr habt, aber keine tausend Seiten lesen mögt: Auch der deutsche Talkmaster Markus Lanz führte ein ausgiebiges Interview mit Barack Obama, wie ihr nachfolgend sehen könnt.