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Die BLT entstand 1974 durch Fusion von vier Vortortsbahngesellschaften und entwickelte sich zu einem leistungsfähigen Nahverkehrsbetrieb.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 95_538)
Die Regierung des Kantons Basel-Landschaft beabsichtigte schon längere Zeit, sämtliche privaten und halbstaatlichen Transportunternehmen im Kanton in einer neuen Gesellschaft zusammenzuführen. Angestrebtes Ziel war die Verschmelzung aller Bahn- und Busbetriebe einschliesslich deren Nebenbetriebe, jedoch ohne die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) und die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), dafür unter teilweisem oder gar vollständigem Einbezug der Regiebetriebe der PTT und der Postautohalterbetriebe, dies mit dem Ziel, Tarife und Transportleistungen zu vereinheitlichen und zu systematisieren sowie betriebswirtschaftlich zu optimieren. Mit dem neu zu gründenden Unternehmen sollte ferner ein Betreiber für neu zu eröffnende Buslinien im unteren Kantonsteil geschaffen werden. In einem zweiten Schritt beabsichtigte man, alle am öffentlichen Verkehr der Grossregion Basel beteiligten Gesellschaften in einem Verkehrsverbund zusammenzufassen, um Tarife und Fahrpläne zu harmonisieren. Ein Verkehrsverbund versprach auch mehr Gewicht zur Überwindung politischer Barrieren.
Fusionsablauf BTB, BEB, TBA und BUeB
Zunächst waren die vier Basler Vorortsbahnen Birsigthalbahn AG (BTB), Birseckbahn AG (BEB), Trambahngesellschaft Basel–Aesch AG (TBA) und Basellandschaftliche Überlandbahn AG (BUeB) zu vereinigen. Dazu mussten die Aktionäre der BEB, TBA und BUeB an ausserordentlichen Generalversammlungen einen entsprechenden Fusionsvertrag genehmigen und der Auflösung ihrer Gesellschaften sowie der Übertragung ihrer Konzessionen zustimmen. Dies geschah bei allen drei Bahnen im November 1974 diskussionslos. So konnte die Birsigthalbahn AG als grösste und älteste Gesellschaft am 29. November 1974 die drei anderen Betriebe übernehmen. An einer ausserordentlichen Generalversammlung am 20. Dezember 1974 wurde das Aktienkapital der BTB von 6,75 Mio. auf 13,1 Mio. Franken erhöht. Gleichzeitig stimmten die BTB-Aktionäre der Änderung der Firmenbezeichnung in «BLT Baselland Transport AG» zu und hiessen neue Statuten gut. Diese traten am 21. Dezember 1974 in Kraft, womit die Geschichte der BLT begann und gleichzeitig jene der anderen Gesellschaften ihr Ende fand. Die Fusion erfolgte rückwirkend auf den 1. Januar 1974.
In der nächsten, bereits konkret geplanten Phase sollte die Autobus AG, Liestal (AAGL), integriert werden. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Aufgrund des zu erwartenden politischen Widerstands wurde auch die Integration der Waldenburgerbahn AG fallen gelassen. Ebenso blieben die privaten Autobusbetriebe im oberen Baselbiet noch lange Zeit selbstständig. Lediglich deren Konzessionen wurden auf die BLT übertragen und die Firmen zu reinen Transportbeauftragten herabgestuft. Aus politischen Gründen sind jeodch die Konzessionen der von der AAGL betriebenen Buslinien per 1. Januar 1985 zurückgegeben worden.
Die BLT, deren Aktien von den Kantonen Basel-Stadt und Solothurn sowie verschiedene Gemeinden im Einzugsgebiet gehalten werden, betrieb sämtliche Tram- bzw. Bahnlinien, ausser jene nach Aesch (ehemals TBA) sowie jene nach Muttenz–Pratteln (ehemals BUeB), selbst. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Unternehmen zu einem leistungsfähigen Nahverkehrsbetrieb. Dazu trugen die Umstellung der ehemaligen Birsigthalbahn auf den Betrieb mit Strassenbahnrollmaterial und der massive Ausbau des Buslinienangebots im unteren Kantonsteil am meisten bei.
Seit dem Rückzug der Autogesellschaft Sissach–Eptingen AG (AGSE) aus dem Personennahverkehr per 31. Dezember 2012 betreibt die BLT auch ein Grossteil der Buslinien im oberen Kantonsteil selbst. Mit der Übernhame der Waldenburgebahn AG per 7. Juni 2016 kam man dem ursprünglichen Ziel eines einzigen Verkehrsbetriebs für den ganzen Kanton einen weiteren Schritt näher. Dazu passen auch die von politischer Seite in jüngerer Zeit geäusserten Forderungen nach einer Übernahme der Autobus AG mit dem Ziel Kosten zu sparen.
1974 bis 1985
Alle vier fusionierten Vorortsbahnen hatten gemeinsam, dass sowohl das bei ihnen eingesetzte Rollmaterial als auch deren Infrastruktur dringendst saniert werden mussten. Als erstes konnte die BLT den Fahrzeugpark der ehemaligen Birseckbahn durch die Ablieferung von sieben Gelenkwagen Be 4/6 109–115 verjüngen. Die Existenz des neuen Unternehmens machte sich daher auch im Birstal am augenfälligsten bemerkbar. Dem dortigen Fahrgast fiel nach der Gründung der BLT nicht nur der Farbwechsel der Wagen, sondern auch die auf den 1. Januar 1975 gegründete Tarifgemeinschaft mit den BVB auf. Bei der ehemaligen Birsigthalbahn liess ein Verbundtarif trotz billeteurlosem Betrieb noch etwas länger auf sich warten.
Das 1976 vom Landrat genehmigte Projekt «Grünes Licht für den öffentlichen Verkehr» forderte die junge BLT heraus, wurde doch damit die Modernisierung der Vorortsbahnen sowie der Waldenburgerbahn angestossen.
Im Bussektor führten die eingeleiteten Bestrebungen zur Rationalisierung des öffentlichen Verkehrs zur Übertragung der Konzessionen von insgesamt 16 Buslinien im mittleren und oberen Kantonsteil auf die BLT. Die bisherigen alteingesessenen Automobilunternehmungen blieben aber weiterhin für den Betrieb ihrer Linien verantwortlich. Die BLT selber beschränkte sich zunächst auf den Betrieb der ihr von der BTB zugefallenen Linie 62 Basel (Heuwaage)–Oberwil–Biel-Benken. 1977 kam die von den PTT übernommene Relation Allschwil–Schönenbuch als Linie 61 hinzu.
Ein bis heute dauernder Ausbau- und Optimierungsprozess des Busliniennetzes im unteren Kantonsteil und damit im Operationsgebiet der BLT begann 1978 mit der Ablösung der Linie 62 durch die neue Linie 64 (Bottmingen–Biel-Benken–Therwil–Reinach–Dornach–Arlesheim). Dieser folgte 1980 die Linie 63 (Bottmingen–Bruderholzspital–Münchenstein–Muttenz). Seit 1981 betreibt die BLT auch den Ortsbus Dornach, für welchen die Solothurner Gemeinde bis dahin selbst verantwortlich war.
1983 wurden die alten Pachtverträge der ehemaligen Vorortsbahnen durch einen Staatsvertrag zwischen den beiden Halbkantonen ersetzt.
Die Modernisierung der Vorortsbahnen gipfelte in der Nacht vom 28. auf den 29. September 1984, als die zu einem Grossteil auf Doppelspur ausgebaute Strecke der ehemaligen Birsigthalbahn AG auf den Betrieb mit Strassenbahnrollmaterial umgestellt werden konnte. Im Vorfeld wurden dafür 66 moderne Gelenkwagen beschafft, welche auch auf den Linien 10 und 11 zum Einsatz kamen.
Ein einmaliges Ereignis in der Geschichte der BLT war die Umstellung des Bahnbetriebes der ehemaligen Birsigthalbahn auf Betrieb mit Strassenbahnrollmaterial.
© Dominik Madörin, CH-Ettingen (Bild-Nr. 7.42)
1985 bis heute
Per 1. Januar 1986 gingen die Konzessionen für die Buslinien im mittleren Kantonsteil (Linien 70/71 Basel–Liestal–Reigoldswi und 82/83 Pratteln–Giebenach bzw. Muttenz–Schweizerhalle–Pratteln) wieder an die AAGL zurück.
Eine Folge des Staatsvetrages von 1983 war, dass die BLT von den BVB auf den 1. Januar 1995 auch den Betrieb der Linie 11 nach Aesch übernahm.
Auf den Linien 10 und 17 konnte per 11. Dezember 2011 der 7,5-Minuten-Takt eingeführt werden. Allerdings führt der fehlende Doppelspurabschnitt zwischen Ettingen und Witterswil dazu, dass im hinteren Leimental mit dem Viertelstundentakt gegenüber dem bisherigen 10-Minuten-Takt zeitweise eine Verschlechterung des Angebotes in Kauf genommen werden musste. Dieser Doppelspurasubau liess sich erst 2014 realisieren.
Per 1. Januar 2013 übernahm die BLT den Busbetrieb der Autogesellschaft Sissach-Eptingen AG (AGSE). Diese wollte sich auf ihr zweites Standbein, die Entsorgungslogistik, konzentrieren. Ein Grund für die Teilübernahme waren anstehende Investitionen, welche die Finanzkraft der AGSE überstiegen hätten. Die AGSE betrieb zuletzt die Buslinien 91, 92, 93, 105, 107, 108 und 109 im oberen Baselbiet.