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Rudy Decelière ist 1979 in Tassin-la-Demi-Lune (F) geboren. Er lebt und arbeitet in Genf. Er lotet die Tonkunst vor allem über das Medium der Installation aus, und schlägt dabei sowohl innere als auch äussere Räume vor, mit einem ständigen Blick auf ihre jeweiligen Situationen, ihre architektonischen Komponenten und ihre eigenständigen Klang-Landschaften. (Archipel 2003, Bex&Arts 2011 und 2014, Abteikirche Bellelay 2012, Musée Jenisch 2013).
Von seiner Tätigkeit als Tontechniker für den Film oder als Tonkünstler für interdisziplinare Stücke kommen vielfältige Überlegungen zum Klang, zum Raum den er einnimmt, zu deren Beziehungen mit der Musik, zu deren Abgrenzung zur Musik. Dabei entstehen Performances oder Mehrspur-Stücke die dem Anlass entsprechend übertragen werden. Dank seinen Erfahrungen mit dem Film arbeitet Rudy Decelière vor allem mit konkreten Klängen, die er auf verschiedene Weise abstrahiert, wobei die begrenzte Wahrnehmung des Zuhörers aufs Spiel gesetzt wird.
„Avoir vent“
Die zwei Holz-Rosetten sind motorisiert und drehen sich langsam um sich selbst. An den Rosetten hängen ungefähr 200 Kupferfäden, an deren Ende an der Sonne getrocknete Magnolienblätter genäht sind. Elektrischer Strom fliesst durch die Kupferfäden und gibt dabei einen aufgezeichneten Klang wieder.
Wenn die Magnolienblätter hie und da ganz zufällig die am Boden hingestellten Magnete berühren, sind sie wie Lautsprecher-Membrane und geben den sehr leisen Laut eines dünnen Wasserstrahls von sich.