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Lachszucht (Morpol Website)
1996 gründete der polnische Elektroingenieur Jerzy Malek an der polnischen Ostseeküste den Lachsverarbeiter Morpol. Billige Arbeitskräfte und die relative Nähe norwegischer Lachzuchten und westeuropäischer Märkte wurden zu Erfolgsfaktoren. Durch den Kauf von Konkurrenten in verschiedenen Ländern (EU, Japan, USA) wurde Morpol zum weltgrössten Verarbeiter von Lachs und zum Marktführer bei geräuchten und marinierten Lachsprodukten. 2010 beschäftigte Morpol 3000 Mitarbeitende in acht Ländern.
Seit 2010 macht Morpol Schlagzeilen mit Käufen von Lachszuchtfirmen, bisher zwei in Schottland, Mainstream Scotland und Westray Salmon; die zweite Firma ist bio-zertifiziert. Gerüchte zufolge sieht sich die von Norwegern und Briten mitgeführte Firma auch nach käuflichen Lachszuchten in Norwegen und Chile um.
«Aus Sicht der Verbraucher»
Ziel dieser vertikalen Integration ist es, Märkte in Ländern wie Grossbritannien oder Frankreich zu erobern. Dabei will Morpol «die Lachszucht verändern», wie deren Direktor John-Paul McGinley dem Branchenblatt IntraFish verriet. Man wolle aus der Perspektive des Endverbrauchers direkt Einfluss auf die Zucht nehmen, um beispielsweise «die Lachse für längere oder kürzere Zeit zu halten, nach unseren Bedürfnissen als Verarbeiter und nicht nach jenen eines Fischzüchters». Morpol werde die Lachsindustrie zwar nicht revolutionieren: «Die Leute, welche seit Jahren Lachs züchten, wissen mehr darüber als wir. Aber wir wissen sicher mehr über den Verkauf dieser Fische.»
Morpol habe sich von der stark integrierten Fleischindustrie in den USA inspirieren lassen: «Die denken dort wirklich aus der Verkäuferperspektive, wie ein Produkt am besten produziert werden kann, um die Bedürfnisse der Verbraucher zu befriedigen.»
Unabhängige Farmer verlieren laut McGinley Geld, wenn sie gezwungen sind, ihre Fische zu einem Zeitpunkt zu verkaufen, zu welchem Grösse, Qualität oder Preis nicht stimmten. Wenn Farmer mit dem Verarbeiter in der selben Firma vereint seien, liessen sich solche Verluste und logistische Kosten reduzieren. Wie viel mag das näher am Wesen der Fische orientierte Wissen der Farmer künftig noch zählen?
Morpol folgt einer durch und durch industriellen Logik. Die bringt den Konsument/innen eigentlich nichts als möglichst billigen Lachs zu jeder Saison. Solange ihnen die damit verbundenen Nachteile für die Tiere und die Umwelt egal sind, kann Morpol getrost Profite einfahren