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Geschichte der Schule
Als im Jahre 1616 die Obrigkeit eine Verordnung erliess, die besagte, dass die Errichtung von Schulen obligatorisch war, lag die Verantwortung, die Finanzierung und die Anstellung der Lehrkräfte
vor allem bei den kirchlichen Instanzen. Armen Gemeinden sicherte die Regierung Beiträge zu. Obwohl die Errichtung der Schulen nur langsam zu Stande kam, hatte doch ab 1673 jede der heutigen
sechs Einwohnergemeinden wenigstens eine Schule.
Seit Beginn des 18. Jahrhunderts existierte in Guttannen und im Weiler Boden eine Schule. Wie damals überall im Lande muss man sich darunter nicht zu viel vorstellen. Der Unterricht bestand aus schreiben lernen, abschreiben und auswendig lernen von biblischen Texten. Die Schule wurde betrachtet als eine Vorstufe zum Konfirmandenunterricht. Nur Kinder, deren Eltern es erlaubten, gingen zur Schule.
Die Kinder aus Guttannen besuchten die Schule von Ende Oktober bis Ende Juni. Im Frühjahr, von Ende Mai bis Ende Juni, wenn das Vieh auf die in der Nähe der Dörfer gelegenen Matten getrieben wurde, wurde die Schulzeit auf die Mittagstunde verlegt. So konnten die Kinder vor und nach der Schule Hirtendienste verrichten. Bis 1832 wurde im Sommer nicht unterrichtet. Die Kinder hatten damals bereits eine 24-stündige Schulwoche.
Die Lehrer wurden vom Kirchgemeinderat angestellt. Waren dies am Anfang des öfteren 'fahrende Pädagogen', wurde dieses Amt je besser die Entlohnung, immer mehr von Einheimischen bewältigt.
Meistens waren es Handwerker, Knechte oder Bauern, die als Lehrer auftraten, damit sie noch ein bisschen dazu verdienen konnten. Erst viel später wurde der Beruf als Lebensaufgabe gesehen und bis zur Pension ausgeübt.
In Guttannen war die Entlöhnung noch Anfang des 19. Jahrhunderts wahrscheinlich nicht allzu gut, denn in einem amtlichen Bericht erklärt ein Schulfachmann, dass wegen der armseligen Löhnung 'sogar Weiber in Boden Schule abhielten'!
In Boden wurde die erste Gesamtschule in einem Nebenraum der guten Stube des Lehrers oder der Lehrerin abgehalten. 1955 erfolgte dann der Schulhausneubau, der bis zum Ende der 60er Jahre der Gesamtschule Platz bot.
Als Kinderspielgruppe angefangen, war hier von 1989 bis 2013 der Kindergarten der Gemeinde Guttannen zu Hause.
In Guttannen existierten verschiedene Schulhausbauten, obwohl auch hier am Anfang beim Lehrer daheim unterwiesen wurde. Neben dem Pfarrhaus entstand das erste Schulhaus (siehe Foto oben), das heutige 'Alte Schulhaus' befindet sich noch immer mitten im Dorf, wird aber in seiner Funktion seit 1998 nicht mehr gebraucht. Im 'Neuen Schulhaus' konzentriert sich im Moment die ganze schulische Bildung der Gemeinde Guttannen.