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Alice Springs via Darwin bis Broome
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40. Woche 10. und 11. Juli 2004
Samstag; Zurück auf den Stuart Highway, Richtung Norden.
Nachdem wir das Internetkaffee besucht und einen Grosseinkauf getätigt hatten, verliessen wir Alice Springs und fuhren bis zum Roadhouse Wycliffe Well. Das Wycliffe Well Roadhouse ist dafür bekannt, da hier anscheinend UFO's gesichtet worden sind. Das ganze Roadhouse und der Campingplatz sind entsprechend dekoriert.
Sonntag; Wir schliefen so tief und fest, dass wir die Ausserirdischen - auch wenn sie gekommen wären - gar nicht bemerkt hätten. Es gefiel uns hier so gut, dass wir beschlossen, einen Ruhetag respektive Wasch- und Putztag einzuschalten.
41. Woche 12. bis 18. Juli 2004
Montag; Weiter ging es Richtung Norden.
Wir kamen durch die Ortschaft Tennant Creek und besichtigten die alte Telegraphenstation,
dann fuhren wir noch weiter bis zum
Roadhouse in Elliott.
Dienstag; Wir legten wieder einige Kilometer auf dem Stuart Highway zurück. Unterwegs besichtigten wir die (verlassene) historische Stadt "Newcastle Waters Town". Hier fand im Jahre 1988 der letzte grosse "Cattle Drove" (Rindertrieb) statt. Die Gebäude wie Hotel, Schmiede und Kirche sind heute nur noch Ruinen. Wir übernachteten in Daly Waters. Dieses Roadhouse ist bekannt für seinen alten historischen Pup. Am Abend gab es "Live Musik". Ein Countrysänger gab ein paar Stücke von Jonny Cash zum Besten, allerdings war um 21.00 Uhr schon Schluss.
Mittwoch; Wir fuhren bis Mataranka. Leider fanden wir auch hier keine Möglichkeit, mit der "Welt" zu korrespondieren. Die Library war geschlossen und im "Internetcenter" war der einzige funktionstüchtige Computer für Stunden ausgebucht! Wir fuhren zu den "Mataranka Hot Springs" (Heisse Quellen). Beim Eingang zur Quelle fiel uns ein eigenartiger, starker Geruch auf. Über uns in den Bäumen hingen Tausende von "Flying Foxes" (Fledermäuse). Es war sehr schwierig, ein einigernassen sauberes Plätzchen für unsere Badetücher zu finden. Die Sitzgelegenheiten und der Boden war gekennzeichnet von diesen lieblichen Tierchen. Trotzdem genossen wir das Schwimmen im 35 Grad warmen Wasser. Obwohl wir uns hier im tiefsten Winter befinden, bewegen sich die Temperaturen seit ein paar Tagen um die 30 Grad herum.
Nach dem Abendessen im Freien war "Flugstunde" angesagt. Die "Flying Foxes" kamen in Scharen und flogen ihre Runden über dem Campingplatz. Der ganze Himmel über uns war bedeckt mit diesen für uns eigenartigen Tierchen. Ein für uns unvergessliches Erlebnis!
Aus der Ferne hörten wir Countrymusic. Beim Restaurant spielte
eine 2-Mann Band. Viele Campingplätze bieten hier Live Musik an.
Die Musiker spielten sehr gut, aber leider nur vor einem kleinen Publikum. Wir blieben bis
zum Schluss so gegen
22.00 Uhr.
Donnerstag; Wir wurden mit Schüssen geweckt! Und das mitten in einem Nationalpark! Wir wunderten uns sehr. Erschreckt und aufgeregt flogen die Fledermäuse umher. Da uns der Grund für diese laute Knallerei und die damit verbundene Panik der Fledermäuse interessierte, erkundigten wir uns im "Nationalpark und Wildlife Office" in Mataranka.
Hier erhielten wir folgende Antworten:
Der Ranger tut nur seinen Job! Die Mehrheit der Touristen beklagt sich über den durch Kot verdreckten Pool und dessen Umgebung, so dass das Government für Touristik beschlossen hat, etwas dagegen zu unternehmen. Und was machen sie nun? Um zu verhindern, dass die Kolonie von über 50'000 Fledermäusen allzu sesshaft wird, werden sie jeden Morgen mit Schüssen "ein bisschen umhergejagt". Eine sehr fragwürdige Methode von Naturschutz! Für uns waren jedenfalls die Flying Foxes die Attraktion und nicht der viel zu kleine Pool, in dem kaum 20 Leute Platz finden.
Wir verliessen Mataranka mit gemischten Gefühlen und fuhren bis zum Ort Katherine. Der kleine Ort befand sich in Festlaune. An diesem Wochenende war Show Day. Es war im ganzen Ort kein Übernachtungsplatz zu finden, deshalb beschlossen wir spontan, Katherine Gorge auf dem Rückweg vom Kakadu Nationalpark anzusehen. So fuhren wir weiter zu den "Edith Falls" im Nitmiluk N.P. (ca. 50 km nördlich von Katherine). Hier fanden wir einen idyllisch gelegenen Campingplatz (Leliyna), daneben ein wunderschöner See mit Wasserfall. Da den meisten Australier die Wassertemperatur von 20 Grad zu kalt war, hatten wir den See fast für uns alleine. Hans schwamm bis zum Wasserfall hinüber und genoss es sehr. Am Nachmittag schauten wir dem Balzen der "Bowerbirds" zu, welche hinter unserem Camper ihr Nest errichtet hatten. Es blieben auch viele Leute stehen um das kleine Schauspiel zu bewundern.
Freitag; Wir entschieden uns auf dem schönen Campingplatz noch einen Tag anzuhängen um die Wanderwege im Park zu erkunden. In mehreren kleinen Seen, die auf unserem Weg lagen, konnten wir gefahrlos schwimmen. Beim "Freshwater Pool" konnten wir einen "Goanna" beim Sonnenbaden beobachten.
Samstag; Leider hat dieser schöne Campingplatz keinen Stromanschluss und wir bedauerten einmal mehr, vom Strom so abhängig zu sein. Aber unser Kühlschrank brauchte dringend "Pfus" und so verliessen wir einmal mehr einen schönen Platz, auf dem wir gerne noch ein paar Tage geblieben wären. Wir fuhren Richtung Darwin und bei Pine Creek verliessen wir den Stuart Hwy um über einen Scenic-Drive nach Adelaide River zu fahren. Unterwegs bestaunten wir die hohen Termitenhügel, die zum Teil gegen 6 m hoch sind.
Eigentlich wollten wir von Batchelor in den Litchfield N.P.
fahren. Doch hier waren die Campingplätze ziemlich gut belegt. Wir hätten uns
für 26 $ mit einem kleinen Abstellplatz begnügen müssen. Wir hatten das Gefühl, dass aus einem Stellplatz,
auf Grund der grossen Nachfrage,
drei Plätze gemacht wurden! So kehrten wir um und fuhren bis
Darwin, wo wir in Howard Springs in einem Aussenquartier gerade noch einen Platz
auf dem
Boomerang Caravan Park für die nächsten zwei Tage erhielten. Neben uns campierten Ingrid und Günter aus
Nürnberg und sofort ergab sich ein nettes Gespräch, das bis weit in die Nacht
dauerte.
Sonntag; Für den heutigen Tag hatten wir einen Ausflug nach Darwin gebucht. An der Mindil Beach fand ein "Beer-Cane-Race" (Bierdosenrennen) statt. Es gab einige bunte, mit leeren Bierdosen hergestellte Boote zu bestaunen. Um 13.00 Uhr wurden alle Boote ins Wasser geschoben und es folgte eine heftige "Mehlsack-Schlacht" um die beste Position für das eigentliche Rennen. Wir bummelten zusammen mit Ingrid und Günter durch die Marktstände und schauten noch eine Weile dem lustigen Treiben sowie den wirklich guten Strassenmusikern zu, bevor wir mit dem Bus am späten Nachmittag zurück fuhren.
Am Abend gingen wir mit Ingrid und Günter zur Campingplatz BBQ Area, wo ein lokaler Tourenanbieter (Harry) uns über seine "Adelaide River Wildlife Touren" informierte. Es schien uns ein sehr interessantes Angebot zu sein und wir hätten gerne zugesagt, aber wir wussten nicht, wo wir die nächsten Tage übernachten sollten. Als uns "Harry" spontan anbot, auf seinem Privatgrundstück zu übernachten, sagten wir zu und buchten alle vier eine Tagestour für Dienstag.
42. Woche 19. bis 25. Juli 2004
Montag; Darwin
Darwin ist die nördlichste Stadt Australiens und zugleich die Hauptstadt des Northern Territory. Die Stadt hat ca. 80'000 Einwohner und Durchschnittstemperaturen von 30-35 Grad im Schatten. Nicht-Einheimische sollen vor allem daran erkannt werden, dass sie viel zu schnell laufen und sich überhaupt draussen bewegen. Der typische Darwin-Australier geht, wenn überhaupt, erst abends ins Freie. Die Stadt wurde am Weihnachtsabend 1974 durch den Zyklon "Tracy" fast völlig zerstört. Durch die heftigen Monsunregenfälle war die Stadt schon oft von der Umwelt für Tage abgeschnitten.
Wir fuhren mit dem Camper nach Darwin. Dort spazierten wir durch die Fussgängerzone und den schönen Park. Gegen Abend gingen wir zum Grundstück von "Harry" in Howard Springs, wo wir freundlich empfangen wurden.
Dienstag; Ein Tag auf dem Adelaide River!
Harry holte uns um neun Uhr mit seinem Bus ab. Zuerst besuchten wir das "Windows on the Wetlands". Hier in diesem Aussichts- und Informationsgebäude wurde uns das Leben in den Feuchtgebieten von Darwin und Umgebung näher gebracht. Kurz danach bestiegen wir ein kleines Boot, in welchem nur zwölf Fahrgäste Platz haben.
Wir fuhren flussaufwärts und es dauerte keine fünf Minuten, sahen wir schon das erste frei lebende Krokodil am Flussufer. Es war bei weitem nicht das einzige! Immer wieder verlangsamte Harry die Fahrt und zeigte uns eines dieser faszinierenden Reptilien.
Ausser den Krokodilen sahen wir verschiedene Vogelarten, unter anderem ein Adlerpaar, welches Harry mit Pfiffen und Futter vom Baum herunterlockte, so dass wir sie aus der Nähe sehen konnten. Um die Mittagszeit steuerte Harry sein Bush-Camp an, welches mitten in der Wildnis liegt. Dort verköstigte er uns mit einem reichhaltigen BBQ.
Am Nachmittag ging es weiter flussaufwärts zu einer
Insel, auf
welcher ein Freund von ihm in einem kleinen Paradies lebt. Dem Aussehen nach ein
richtiger "Aussie" (Crocodile Dundee lässt grüssen). Nach einem kurzen Aufenthalt
ging es wieder zurück zum Ausgangspunkt. Alle waren sehr zufrieden mit dieser
tollen und erlebnisreichen Tour. Harry brachte uns wieder zurück auf seinen privaten "Campground",
selbstverständlich luden wir ihn am Abend noch zu einem Bier ein.
Mittwoch; Wir schliefen tief und fest auf diesem ruhigen Platz. Gegen Mittag verabschiedeten wir uns von Ingrid und Günter. Kurz nach Howard Springs kamen wir doch tatsächlich in einen grösseren Stau. Bei Coolalinga sahen wir den Verursacher. Es war ein riesiger Schwertransport unterwegs, der beide Spuren vom Stuart Highway benötigte. Aus Spass haben wir die Räder gezählt und sind mit den drei Zugfahrzeugen auf 222 Räder gekommen!
Wir wollten eigentlich in den Kakadu
Nationalpark, kamen aber, weil es inzwischen schon Nachmittag war, nicht mehr so weit. Beim
Roadhouse Corroboree, ca. 70 km vor dem Parkeingang, beschlossen wir zu
übernachten.
Donnerstag; Wir fuhren weiter und im Laufe des Vormittags erreichten wir den Kakadu Nationalpark.
Der Kakadu Nationalpark ist mit 20'000 km2 der grösste Nationalpark Australiens (halb so gross wie die Schweiz!). Der Park wird von den Aborigines und der Parkverwaltung gemeinsam verwaltet und gilt als Naturdenkmal (World Heritage Area). Das Gebiet beeindruckt nicht nur durch seine Grösse, sondern auch durch seine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt, allen voran natürlich die gefürchteten Leistenkrokodile. Nicht vergessen werden sollte die Kultur der Ureinwohner, die diesen Teil Australiens zuerst besiedelt haben. Ausserordentlich gut erhaltene Felsenmalereien können hier besichtigt werden.
Im Aurora Kakadu Resort blieben wir für die erste Nacht. Gleich hinter dem Resort beginnt ein Wanderweg, durch einen tropischen Regenwald, zu einem mit Pflanzen fast zugewachsenen "Billabong" (Wasserloch). Wir hüteten uns, in diesem Gewässer schwimmen zu gehen. Nach der kleinen Wanderung genossen wir ein erfrischendes Bad im Swimmingpool beim Resort.
Freitag; Nach dem Frühstück fuhren wir weiter Richtung Jabiru und machten einen Abstecher nach Ubirr, wo sich einzigartige Felsenzeichnungen der Aborigines befinden. Der Spazierweg führte durch verschiedene Galerien mit sehr gut erhaltenen Zeichnungen.
Unter anderem konnte man auf den "Nadab" Lookout hinaufsteigen,
wo man weit über das "Wetland" blicken konnte. Uns faszinierte vor allem die
unendliche Weite dieses Nationalparks. Am Nachmittag unternahmen wir noch eine
zweistündige Wanderung durch die sehenswerten Sandsteinformationen. Am Abend
campierten wir auf einem idyllisch gelegenen Campingplatz (Ubirr
Area Merl) mitten in der Natur.
Nach dem Nachtessen hielt ein Aborigines einen sehr informativen Diavortrag über
die Krokodile hier im Park.
Samstag; Wir besuchten unterwegs das "Bowali" Visitor Centre in Jabiru, in dem sich eine interessante Ausstellung über die Fauna und Flora des Parks befindet. Im "Muirella Park" unternahmen wir wieder zwei schöne Wanderungen durch das Wetland und fanden dort einen ruhigen Campingplatz direkt am Fluss.
Sonntag; In der "Nourlangie Area" befinden sich ebenfalls sehr schöne, über 20'000 Jahre alte Felsenzeichnungen der Ureinwohner, welche wir am Vormittag besichtigten. Danach spazierten wir um einen "Billabong" herum, wo sich viele Wasservögel tummelten.
Am frühen Mittag fuhren wir zum Yellow Water Resort Area Cooinda Campground, wo wir hofften, unseren Camper endlich an den (leider) notwendigen Strom anschliessen zu können, aber hoppla, als wir um 14.00 Uhr eintrafen, waren die 150 Plätze schon besetzt! Der Campingwart versprach uns für den nächsten Tag einen guten Platz und so buchten wir für den Montagabend die "Yellow Water Boots Tour". Wir begaben uns in die "Unpowered Sites Warteschlaufe" und, wie vermutet, stieg im Laufe des Abends der Kühlschrank aus.
43. Woche 26. Juli bis 1. August 2004
Montag; Wir gingen um 9.00 Uhr wie abgemacht zum "Parkplatzverteiler" und einmal mehr waren wir mit dem uns zugewiesenen Platz nicht zufrieden. So stapften wir niedergeschlagen zum Büro und wollten schon die Bootstour annullieren und unser Geld zurück haben. Und siehe da, plötzlich bekamen wir einen neuen, grösseren Platz. Die Freude dauerte nur solange, bis der Nachbar neben uns heimkam und mit seinem Fischerboot, nachdem er unseren Camper fast rammte, unseren halben Platz blockierte! Nun genossen wir beim Essen die Aussicht auf seinen Bootsmotor "Yamaha 70 PS" . Nochmals reklamieren wollten wir nicht, wir müssen wohl noch lernen mit solchen "Kleinigkeiten" umzugehen. Obwohl wir uns schon zehn Monate hier in Australien befinden, fällt es uns "Bünzlischweizer" immer noch schwer, gewisse Sachen zu verstehen. Gegen 16.00 Uhr spazierten wir zum Shuttle Bus, der uns zum South Alligator River brachte. Die zweistündige Bootsfahrt hat sich für uns gelohnt, insbesondere, da wir neben den einzelnen Krokodilen vor allem sehr viele verschiedene Vögel sahen. Auch konnten wir mit der letzten Tagestour einen stimmungsvollen Sonnenuntergang geniessen.
Dienstag; Wir verliessen den schönen Kakadu Nationalpark nicht, ohne
noch eine letzte Wanderung zum South Alligator River zu unternehmen. Am
Mittag trafen wir in Katherine ein, wo wir uns zuerst mal in ein Internetkaffee
begaben, denn wir hatten die letzten Tage kaum Gelegenheit, uns über das
Weltgeschehen zu informieren. Danach fuhren wir in den Nitmiluk Nationalpark,
um uns die Katherine Gorge (Schlucht) anzusehen. Nachdem wir uns mit
ein bisschen Glück einen
Campingplatz mit Strom ergattert hatten, wollten wir
für den Mittwoch ein Kanu buchen, um die Schlucht zu erkunden. Aber hoppla! Wir
hatten nicht mit den paddelfreudigen Touristen gerechnet, alle Kanus waren schon
ausgebucht! Auch mit einer geführten Bootstour war nichts zu
machen. So besorgten wir uns
Wanderkarten und machten uns daran, diese zu studieren.
Mittwoch; Der Rucksack wurde gepackt, die Wanderschuhe geschnürt und los ging es. Wir hatten uns für den 12 km langen Butterfly Gorge Walk entschieden. Der steinige Weg führte bis zur zweiten von insgesamt acht begehbaren Schluchten. Nach gut zwei Stunden erreichten wir den Katherine River, wo wir uns ein verdientes und erfrischendes Bad gönnten. Gemäss der Wanderkarte kann man an einigen Stellen gefahrlos schwimmen. Um jedoch ganz sicher zu gehen, schickte ich Erika zuerst hinein. Nach dem Schwimmen hielten wir Mittagsrast und sahen den vorbeifahrenden Touristenbooten zu. Am Schluss der Wanderung stiegen wir noch zum Barrawei Lookout hinauf.
Donnerstag; Am Vormittag verliessen wir den Nitmiluk Nationalpark und fuhren zurück nach Katherine. Als wir uns wieder mal mit allem Notwendigen versorgt hatten, nahmen wir den Victoria Hwy unter die Räder und fuhren Richtung Westen. Kaum hatten wir den Ort Katherine verlassen, wurde die Strasse einsam. Allerdings war noch die dreiwöchige Militärübung der RAAF (Royal Australia Air Force) im Gange und so überholten uns immer wieder Militärlastwagen und auch in der Luft flogen sie mit den Jets ihre Runden. Nach ca. 200 km erreichten wir das Victoria River Roadhouse. Am Abend spazierte Hans noch zum Fluss hinunter und sah prompt von der Brücke aus ein Krokodil. Die wesentlich kleineren Süsswasserkrokodile sind sehr scheu und für Menschen praktisch ungefährlich.
Freitag; Wir entschlossen uns, noch einen Tag hier zu bleiben und uns von der
Hektik der letzten Tage ein bisschen auszuruhen.
Samstag; Eigentlich wollten wir heute die 100 km bis nach Timber Creek fahren. Doch kurz nach der Abfahrt, hiess es schon anhalten und wandern! Es ging auf einen Lookout hinauf, von wo aus man das ganze Victoria River Valley überblicken kann. Danach besichtigten wir die "Old Victoria Crossing" wo in früheren Zeiten die Rinderherden durch den Victoria River getrieben wurden. Ab hier führt nur noch ein 4WD Track durch den Gregory N.P. Am Nachmittag machten wir nochmals eine zweistündige Wanderung durch den Joe Creek, wo wir ein amerikanisches Ehepaar trafen, welches mit Studien von Felsenmalereien der Aborigines beschäftigt war. Gegen Abend erreichten wir das Timber Creek Roadhouse, unsere letzte Station vor der Grenze zu Western Australia.
Sonntag; Die Fahrt ging weiter Richtung Westen. Wir sahen beidseits der Strasse zahlreiche "Boab Trees". Bisher sahen wir diese "Flaschenbäume" nur in botanischen Gärten. Der Boab Tree kommt nur hier in der Kimberley Region vor, er kann weit über 1'000 Jahre alt werden und widersteht den widrigsten Lebensbedingungen.
Wir überquerten am Mittag die Grenze zu Westaustralien und realisierten, dass
wir nun wieder im selben Staat sind, von dem aus wir unsere schöne Reise begonnen
haben.
Ein paar Kilometer weiter entschieden wir uns zum 35 km entfernten Lake
Argyle zu fahren.
Im Jahre 1972 wurde der "Ord River" flussaufwärts ein zweites Mal gestaut, was zur Entstehung eines 740 km2 grossen Sees führte. Der Lake Argyle ist der grösste künstliche Wasserspeicher des Kontinents. Nur die Reste ursprünglicher Berggipfel ragen aus der Wasseroberfläche und formen Dutzende kleiner Inseln. Ein Paradies für Wassersportler und Fischer.
Auf dem in der Nähe des Sees gelegenen Campingplatz (Lake Argyle) blieben wir über Nacht. Im Gegensatz zum letzten Jahr, feierten wir den Schweizer Nationalfeiertag nur zu zweit. Angesichts der grossen Trockenheit, konnten wir natürlich kein 1. August Feuer entfachen.
44. Woche 2. bis 8. August 2004
Montag; Kurz entschlossen wollten wir auf dem Lake Argyle eine
Bootsrundfahrt unternehmen, aber einmal mehr, waren die Touren bereits
ausgebucht! So fuhren wir weiter nach
Kununurra. Hier holten wir uns Prospekte über
Rundflüge im Bungle Bungle Nationalpark. Die Flugpreise schienen uns hier ziemlich teuer.
Wir wollen und können nicht jeden Preis bezahlen! Wir liessen es vorläufig bleiben, vielleicht
kommt später noch eine Gelegenheit.
Dienstag; Wir fuhren bis zum Roadhouse "Turkey Creek". Da der Campingplatz überfüllt war, entschlossen wir uns auf der nächsten Rest Area für die Nacht zu bleiben.
Mittwoch; Wir kamen am Vormittag in die Ortschaft Halls Creek, wo wir uns über das Angebot der hiesigen Rundflüge schlau machten. Da eine von den zwei Fluggesellschaften auf Ersatzteile warten musste, führte nur eine Gesellschaft Rundflüge durch und die war von der hohen Nachfrage überfordert (Warteliste). So liessen wir das Fliegen für den Moment bleiben und fuhren weiter Richtung Westküste. Den kleinen Ort Fitzroy Crossing hatten wir schnell angeschaut. Der Ort ist eigentlich nur ein Versorgungsstützpunkt für die 4WD-Ausflüge in die Kimberley Region. Unser "Riesencamper" ist natürlich nicht für die Sandpisten und Flussbettdurchquerungen gebaut und so hielt uns nichts hier, weiter ging es Richtung Broome. Wir blieben nochmals auf einer Rest Area, insbesondere, da dieser Platz eine bemerkenswerte Aussicht bot und das erst noch zum "Nulltarif"!
Donnerstag; Wir genossen das Frühstück auf unserer sonnigen "Terrasse" und es war später Vormittag, als wir weiterfuhren. Wir entschieden uns für den kleinen Abstecher Richtung Norden, zur am Kings Sound gelegenen Ortschaft Derby. Unterwegs fuhren wir an einzelnen Buschbränden vorbei, die aber nicht so gefährlich waren, wie sie von weitem aussahen. Die Feuer werden kontrolliert gelegt, um grössere Brände zu verhüten. Hier in Derby ergatterten wir mit etwas Glück einen der letzten Campingplätze (Lodge Caravan Park). Wir wollten wieder mal zwei Tage an einem Ort bleiben, denn es gab doch einiges zu tun wie z.B. Wäsche waschen, Fotos archivieren etc.
Freitag; Wir schauten uns den Ort
Derby an.
Derby hat mit durchschnittlich 8 m (zu Springfluten bis 14 m) den grössten Tidenhub der südlichen Hemisphäre. Das Meer geht bei Ebbe so weit zurück, dass es kaum noch zu sehen ist. Die Stadt, auf einer Halbinsel gelegen, scheint, aus der Luft gesehen, komplett von braunem Schlamm umgeben. Der Hafen Derbys hat deshalb seit 1983 kein grösseres Schiff mehr gesehen.
Samstag: Wir erreichten die Stadt Broome am Nachmittag. Auch hier herrschte Hochbetrieb auf den Caravan Parks und wir bekamen einmal mehr einen der letzten freien Plätze!
Sonntag; Wir schauten uns Broome an.
Die Stadt Broome wurde 1880 in der Roebuck Bay gegründet und ist bekannt für ihre Perlenindustrie. Ausserdem nennt sich Broome das Eingangstor zu der Kimberley Region. Diese Region umfasst ein 320'000 km2 grosses Gebiet im Nordwesten des Kontinents, ihrer unglaublichen Ausdehnung und Unerschlossenheit verdanken die Kimberleys den Ruf, eines der letzten grossen Wildnisgebiete der Erde zu sein.
Hier in Broome endet wiederum eine Etappe unserer Reise.
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