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Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen den früheren Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke wegen Korruptionsverdacht. Sie hat bei dem Franzosen Hausdurchsuchungen durchgeführt, ihn aber nicht verhaftet.
In der Korruptionsaffäre des Weltfussballverbandes ermittelt die Bundesanwaltschaft jetzt auch gegen den ehemaligen Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke. Sie hat am Donnerstag den Franzosen einvernommen und Hausdurchsuchungen durchgeführt.
Gegen Valcke läuft ein Strafverfahren wegen Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie weiterer Delikte, wie die Bundesanwaltschaft in einer Mitteilung schreibt. Valcke sei aber nicht verhaftet worden. Heute wurde sein Gehalt im letzten Jahr seiner Tätigkeit für die Fifa publik: Laut Finanzbericht verdiente er gut 2 Millionen Franken. Auch Sepp Blatters Gehalt ist nun bekannt.
Fifa gab E-Mailverkehr frei
Die Bundesanwaltschaft eröffnete das Verfahren aufgrund von zwei Strafanzeigen, in welchen Vorwürfe gegen den ehemaligen Fifa-Generalsekretär im Zusammenhang mit den durch die Ethikkommission untersuchten Sachverhalten erhoben werden.
Letzten September war der langjährige Vertraute des früheren Fifa-Präsidenten Sepp Blatter von seinen Aufgaben als Generalsekretär entbunden worden. Gegen ihn wurden Korruptionsanschuldigungen laut. Auf Forderung der Bundesanwaltschaft gab die Fifa daraufhin den E-Mailverkehr von Valcke für Ermittlungen frei.
Im Kern geht es um einen Ticketingvertrag mit der Marketingagentur JB Sports für die WM-Turniere 2010 bis 2022, in dessen Kontext Valcke «eine diskrete Gewinnbeteiligung« zugesichert worden sein soll. Der Franzose hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.
WM-Vergabe im Fokus
Die Schweiz und die USA ermitteln im Fifa-Korruptionsfall in zwei unabhängigen Verfahren: Das Schweizer Verfahren kreist um die Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 in Russland und Katar, das amerikanische rund um Medien-, Marketing- und Sponsoringrechte für Fussballturniere in den USA sowie in Lateinamerika.
In den Strafuntersuchungen der US-Generalstaatsanwaltschaft geht es um Wirtschaftsdelikte wie Geldwäscherei, Betrug, Steuerhinterziehung und bandenmässige Verschwörung. Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Geldwäscherei.
(sda/me)