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Elin, Du gehörst seit 2021 dem Schweizer Elite Nationalkader an und warst bereits 2013 mit 14 Jahren im Nachwuchskader. 2018 und 2020 wurdest Du Schweizer Meisterin Young Rider und konntest dreimal an Nachwuchs-Europameisterschaften reiten. Wie begann deine Karriere als Reiterin?
Elin Ott: «Ich bin mit Pferden aufgewachsen, begleitete meinen Vater Andreas Ott, der von 1999 bis 2015 dem Elitekader angehörte und ritt schon früh täglich mit meinem Shetlandpony aus. Springreiten wurde meine Leidenschaft, weil mich die technische Art des Parcours fasziniert. Dressur ist auch beim Springreiten ein grosser Teil der Arbeit, aber ich liebe den zusätzlichen Adrenalin-Kick beim Springen.»
Was waren die bisher lohnendsten Momente in Deiner Karriere? Was war Dein grösster Erfolg?
«Ich startete bisher an drei Europameisterschaften. 2019 erreichte ich in Zuidwolde (Holland) mit Nanu II den 7. Rang und ritt im Nationenpreis Doppel null. Da war ich mega stolz. Seither kamen Teilnahmen an 5-Sterne-Turnieren in St. Gallen, Genf und La Baule dazu, wo ich mit Ausnahme von Genf je einen Sieg feiern konnte. Als Höhepunkt folgte im vergangenen Dezember die Nomination zum Rolex Grand Prix in Genf, wo ich gegen die Weltbesten reiten durfte.»
Was sind Deine Karriereziele?
«Mein Traum ist eine Olympiateilnahme, aber vorher als nächstes die Europameisterschaft.»
Wer ist Dein Vorbild?
«In der Schweiz haben wir mehrere grosse Vorbilder. Steve Guerdat, der so lange weltweit die Nr. 1 war, beeindruckt mich, wie er mit dem Pferd arbeitet und Vertrauen schafft.»
Wie viele Pferde reitest du? Welches sind deine «Hauptpferde»?
«Mein Hauptpferd ist Nanu II. Wir sind ein Team, das sich versteht und einander vertraut. Mit ihr reite ich die hohen Turniere. Dahinter gibt es viele Jungpferde für kleinere Einsätze.»
Wie sieht ein normaler Tag für dich aus? Wann und wie oft trainierst du in der Woche? Und was machst Du beruflich?
«Jeden Morgen reite ich 6 bis 7 Pferde, am Nachmittag arbeite ich im Büro mit. Ich habe einen KV-Abschluss und bilde mich momentan zur eidg. Marketing-Fachfrau weiter.»
Wie sieht dein Trainingsplan aus? Wann und wie oft hat dein Pferd frei und Zeit zur Erholung? Wie oft pro Tag werden deine Pferde bewegt?
«Grundsätzlich trainieren wir 7 Mal pro Woche, ausser wenn turnierfrei ist, dann ist am Sonntag Pause. Die Pferde haben meistens zwei Trainings pro Tag: Einmal Reiten und einmal Laufband oder Führmaschine. Einmal pro Woche gibt es den Ausritt zur Entspannung und zusätzlich können sie bei guter Wetterbedienung auf die Weide.»
Wer ist dein Reitlehrer?
«Das war eigentlich immer mein Vater. Und seit ich 16 bin, trainiere ich zusätzlich einmal pro Monat mit Jessica Kürten.»
Wie oft gehst du auf Turniere?
«Alle zwei Wochen, ev. mit verschiedenen Pferden.»
Was sollte deiner Meinung nach jeder über Pferde wissen?
«Das Pferd ist ein Herdentier und braucht viel Bewegung. Es ist intelligent, einfühlsam und hat ein grosses Herz. Kann aber auch mal einen schlechten Tag haben. Es ist dankbar und gibt einem sehr viel zurück.»
Wie sieht der Fütterungsplan deiner Pferde aus? Worauf legst du bei der Fütterung deiner Pferde besonders viel Wert?
«Wir füttern dreimal. Morgens, mittags, abends gibt es zuerst Heu und dann das Kurzfutter HYPONA-Optimal. Zweimal in der Woche gibt es Mash für den Magen. Zudem Elektrolyte und je nach Bedarf weitere Mineralstoffe.»