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1893 besuchte der deutsche Komponist Richard Strauss Zermatt während dem er sich von einer Lungenkrankheit erholte. Um die Stärke «seines Lüngleins» zu testen, bestieg er den Gornergrat. Das hochalpine Erlebnis inspirierte seine Musik.
Gesundheitliche Probleme
Der 1864 geborene Komponist Richard Strauss gilt als der letzte grosse Klassiker. Während einer Zeit seines Lebens war er Kettenraucher und Workaholic. Wie Barbara Piatti in ihrem Buch «Von Casanova bis Churchill, berühmte Reisende auf ihrem Weg durch die Schweiz» schreibt, erkrankte er 1892 an einer Lungenzündung, die alsbald zu einer gefährlichen Rippenfellentzündung führte. Auf Anraten seiner Ärzte begab sich Strauss in die Kur und reiste ans Mittelmeer, wo sich seine Lunge erholte.
Ausflug nach Zermatt
Piatti schreibt: «Auf der Rückreise, nach acht Monaten, kam er via Domodossola in die Schweiz und setzte in Zermatt das i-Tüpfchen auf seine Erholungsreise. Er nahm sich vor, eine Probe aufs Exempel zu machen – hielt seine Lunge eine anstrengende Bergwanderung aus? Ja das tat sie: Strauss meisterte die 1500 Höhenmeter, verteilt auf neun Kilometer, von Zermatt via Riffelalp und Riffelberg bis zum Gornergrat, bravourös und erbrachte damit den endgültigen Beweis, dass sein Lünglein geheilt sei.»
Brief an seine Eltern
Im Brief vom 22. Juni 1893 – verfasst im Hotel Mont Cervin – schrieb Strauss an seine Eltern:
Die Alpensinfonie
Vor 108 Jahren, 1915, wurde seine Alpensinfonie op. 64 in Dresden uraufgeführt. Ob ihn die Wanderung auf den Gornergrat beim Schreiben inspiriert hat? Es gibt unterschiedliche Deutungen, aber Strauss wurde vermutlich durch verschiedene Erlebnisse beeinflusst.
Piatti zitiert dazu Willi Schuh, Strauss' Schweizer Freund und Biograf, der 1951 schrieb: «Es war Straussens erstes Hochgebirgserlebnis, das Urerlebnis, dem später die Alpensinfonie ihre Höhenpunkte verdanken sollte.»