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Trotz gegenteiliger Aussage ging es letzte Woche mit Zeugenaussagen doch weiter. Zunächst sagte Dr. Petros Levounis, ein Experte für Medikamentensucht, aus. Anschliessend die Krankenschwester Cherilyn Lee, die bereits im Strafprozess gegen Conrad Murray ausgesagt hatte, sowie Dr. Catherine Quinn, eine Zahnärztin.
AEG Live will bekanntlich die Geschworenen davon überzeugen, dass Michael Jacksons Suchtverhalten geheim und ihnen nicht bekannt war. Die Jackson Anwälte hatten jedoch nie bestritten, dass Michael Jackson ein Medikamtensuchtproblem hatte. Als Michael Jackson während der Dangerous Tour 1993 der Welt mitteilte, dass er unter Medikamentensucht leide und in Rehabilitation gehe, wäre das ja nicht sehr privat gewesen, nicht wahr, fragte Jackson Anwalt Dr. Levounis im Kreuzverhör. In dem Moment war er nicht verschwiegen, so Levounis. Michael Jackson als medikamentensüchtig darzustellen könnte seinem Image unter den Geschworenen zwar schaden, aber die Relevanz für AEG Live in Bezug auf deren mögliche Haftung ist fraglich, da Opiade (Schmerzmittel) im Rahmen von Michael Jacksons Tod gemäss gerichtsmedizinischem Bericht keine Rolle gespielt hatten. Wäre Dr. Levounis übrigens der Meinung gewesen, dass Michael Jackson süchtig nach Propfol gewesen war, hätte die Richterin ihn nicht aussagen lassen.
Dr. Levounis fand beim Studieren der Unterlagen keinen Beweis dafür, dass Michael Jackson nach Verlassen der Reha-Klinik 1993 bis 2001 bzw. zwischen Juli 2003 und Ende 2008 Schmerzmittel eingenommen hatte. Es komme oft vor, dass Suchtverhalten zwischendurch in Remission ginge, so Levounis.
Unter Kreuzverhör räumte Dr. Levounis ein, dass er keine Beweise dafür fand, dass Michael Jackson sich mit Beruhingungsmitteln injiziert hatte oder illegale Drogen wie Kokain, Meth oder Heroin genommen habe oder Medikamente dazu missbrauchte, um euphorisch oder high zu werden. Ebenfalls gab es keine Beweise dafür, dass Michael Jackson mehr Schmerzmittel zu sich genommen hatte, als die Ärzte ihm verschrieben hatten.
Wie bereits einschlägig bekannt war Paul Gongaware, co-CEO von AEG Live, während der Dangerous Tour als Tour Manager tätig. Dr. Levounis gestand entsprechend ein, dass es Beweise dafür gebe, dass Gongaware bereits 15 Jahre vor Michael Jacksons Tod von dessen Suchtverhalten in Bezug auf Schmerzmittel wussste.
Dr. Levounis sagte zudem aus, dass es gefährlich sei, wenn ein Arzt mit seinem medikamentensüchtigen Patienten zu freundlich wird, was bei Murray der Fall war — eine Aussage, die letztlich der Jackson Seite hilfreich sein könnte. „Eine sehr enge Freundschaft zwischen einem medikamentensüchtigen Patienten und einem Arzt ist problematisch. Es macht es für den Patienten einfacher nach Medikamenten zu fragen und es macht es dem Arzt schwieriger nicht nachzugeben“, so Dr. Levounis.
Als nächstes war die Krankenschwester Cherilyn Lee dran. Bevor Murray Michael Jackson Propofolinfusionen verabreichte, behandelte Lee Michaels Schlaflosigkeit mit einem intravenösen Vitamincocktail. Lee begann am 1. Februar 2009 mit ihrer Behandlung. „Ich war besorgt, dass [Michael Jackson] Red Bull trank“, so Lee. Während ihres ersten Treffens hatte er mehrere Dosen Red Bull getrunken. „Ich dachte mir, dass seine Müdigkeit damit zusammen hängte“, so Lee. Nachdem Lee Michael Jackson einen Monat lang mit dem Vitamincocktail behandelt hatte, fühlte er sich grossartig und sah gesünder aus, sagte Lee. Er kam aber noch immer nicht auf mehr als fünf Stunden Schlaf pro Nacht und mit den bevorstehenden intensiveren Proben für die Tour sagte Michael Jackson ihr, er brauche „etwas Kleines mehr“, so Lee. Als sie ihm vorschlug, er solle sich an einen Schlafexperten wenden, der sein Schlafverhalten bei Michael zu Hause studieren könne oder dass er weniger Licht oder Musik im Schlafzimmer haben sollte, war Michael nicht dafür offen.
Als Lee Michael Jackson am 19. April 2009 zu Hause besucht hatte, war er angeblich immer noch auf der Suche nach einem Arzt, der ihm Propofol verabreichen würde. „Er war nicht ganz er selbst. Er schien gestresst oder so. Er sagte, er sei unter grossem Druck, die Proben zum Abschluss zu bringen und er sagte ‚ich brauche meinen Schlaf, so dass ich das schaffe'“, so Lee. Michael Jackson, so Lee, habe sie gebeten, ihm bei Propofolinfusionen behilflich zu sein und ihn nicht mehr nur mit den Vitamincocktails zu versorgen. Da Lee Propofol nicht bekannt war, schaute sie nach, was dies für ein Medikament sei. „Ich erinnere mich, wie ich ihm sagte, dass dies nicht für den Heimgebrauch war… Es war definitiv kein Medikament, um Schlaflosigkeit zu behandeln“, so Lee. Lee las ihre handschriftlichen Notizen von jenem Tag dem Gericht vor: „Ich ging soweit zu sagen, ‚ich verstehe, dass Sie gut schlafen wollen — so richtig weg sein wollen — aber was, wenn Sie nicht mehr aufwachen‘. Er sagte ‚Ich werde okay sein. Ich brauche nur jemanden, der mich mit der notwendigen medizinischen Ausrüstung überwacht, während ich schlafe'“. Michael Jackson habe ihr immer wieder gesagt, dass sie es nicht begreife und dass die Ärzte ihm gesagt hatten, dass es sicher sei, solange er überwacht werde. Im Anschluss an diese Aussage brach Lee im Zeugenstand zusammen und weinte: „Ich kann nicht mehr! Ich kann nicht mehr! Es ist so unfair. Mir ist so schlecht.“ Die Richterin vertagte die Befragung. AEG Live Anwältin Sabrina Strong eilte zum Zeugenstand, um ihre Zeugin zu beruhigen. Als die Geschworenen draussen waren, wendete sich Jackson Anwalt Brian Panish an die Richterin und sagte, dass dieses Verhalten der Gegenanwältin unangebracht gewesen sei und darauf abzielte, den Geschworenen gegenüber als teilnahmsvoll zu erscheinen. „Angebracht oder unangebracht, es ist passiert“, so die Richterin. Panish verlangte, dass die Richterin die Gegenanwältin vor den Geschworenen rügen sollte. Die Richterin schlug vor, dass Panish seinen Antrag schriftlich einreichen solle und sie sich das dann anschauen werde.
Letzte Woche ebenfalls ausgesagt hatte Dr. Catherine Quinn, eine Zahnärztin, die sich auf die Verabreichung von Narkosemitteln während zahnärztlichen Behandlungen spezialisiert. Dr. Quinn sagte aus, dass Michael Jackson sie 1998 darum bat, ihm Propofol zu verabreichen. „Er sagte mir, dass er unter Schlafproblemen litt“, so Dr. Quinn. „Ich sagte ihm, dass es nicht angebracht sei, dies mittels eines Narkosemittels zu behandeln. Er solle mit seinem Hausarzt sprechen und ihn fragen, welche Schlafmittel er ihm empfehlen könne. Ich sagte ihm, dass der Schlaf, den er infolge eines Narkosemittels kriegt, kein richtiger Schlaf sei. Es sei kein erholsamer Schlaf. Er sagte mir, dass er nie besser geschlafen hätte [als unter Propofolbehandlung]“, so Dr. Quinn.
Immer wenn ich etwas über die Schlafprobleme lese denke ich daran, daß MJ schon als Kind nicht zu den Zeiten schlafen konnte, in denen kleine Kinder gewöhnlich schlafen. Damals haben seine Eltern seine Bedürfnisse ignoriert für Ruhm und Geld und als er 50 war, waren es andere Menschen, die genauso mit ihm umgegangen sind. Es ist doch nicht auszuschließen, daß die lebenslangen Schlafprobleme ihre Wurzeln in der Kindheit gelegt wurden.
Vielleicht werden die Jacksons Millionen erstreiten, aber das, was sie seinem Andenken und seinen Kindern mit diesem Prozeß antun, ist es nicht wert! Sie haben nichts gelernt, die Jacksons, das ist meine Meinung. Die Suche nach Gerechtigkeit, verständlich, jedoch mit der Frage verbunden, wieviel Geld hätte meine Sohn verdient, würde er noch leben, finde ich absolut unwürdig. Geld wird auch die Kinder nicht trösten.
Ich danke für Deinen Kommentar, Brigitte, ich sehe es ähnlich. Sie haben MJJ als Kind benutzt und ihn um Tag-/Nachtrythmus und einiges mehr gebracht….sicher wollten sie aus der Armut raus, aber um welchen Preis ? Nun stellen Sie MJJ bloß und was wirklich die Wahrheit ist, werden wir nie richtig erfahren. Ich glaube nicht, dass MJJ immer abhängig war, es waren sicher Wellenbewegungen in seinem Leben. Malmehr, mal gar nicht. Ich weiß von einigen Zeiten, wo er wirklich clean war. Definitiv wollte er nicht mehr auf Tour gehen…..es war die Hölle für ihn und er wusste, dass es sehr gefährlich für ihn war…..
Wie recht Ihr beide doch habt mit dem was Ihr schreibt. Mir blutet jedesmal das Herz, wenn ich sehe wie unrecht man MJ doch immerwieder tat und noch weiter tut.
Und ja, ich bin auch der Meinung, dass all das Geld das die Familie Jackson bekommen wird, den Verlust niemals lindert. Und den Kindern das Weiterleben nicht erleichtert. Ich wünsche Paris so sehr, dass sie es schafft, dass sie die Kraft hat weiterzuleben …….
Es gab jemand der sagte,“ nicht das Sterben ist am Tod das Schlimmste, es ist die Gewissheit, dass man die geliebten Menschen nie wieder sehen wird.“ Vielleicht im Jenseits, aber da wissen die Lebenden nicht wirklich Bescheid darüber, keiner !
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