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Biografie
Luke Bedford, geboren 1978, studierte im Rahmen eines „Foundation“-Stipendiums Komposition am Royal College of Music bei Edwin Roxburgh und Simon Bainbridge. Anschließend erhielt er ein Stipendium, um an der Royal Academy of Music den „Magister Artium“-Abschluss zu erlangen, ebenfalls bei Simon Bainbridge.
2001 wurde sein Kammerwerk Five Abstracts für 14 Spieler von der London Sinfonietta uraufgeführt. Die Royal Philharmonic Society gab den Auftrag für das Werk, nachdem Bedford den Royal Philharmonic Society-Kompositionspreis 2000 gewann (in der Kategorie der unter 29-jährigen). Das Werk kam hervorragend an, und Kritiker erkannten bereits das Potential seines Stils – „Die vielleicht stärkste Verheißung kommt von Luke Bedford, mit seinem kräftigen und bitteren Five Abstracts“.
Das Werk ist auf einer Aufnahme des Labels NMC enthalten und erlebte seine amerikanische Erstaufführung im April 2006 mit dem Chicago Symphony Orchestra unter der Leitung von Oliver Knussen.
Der nächste Auftrag kam von der BBC – Rode with Darkness – ein Werk für großes Orchester, das vom Hallé Orchestra unter Mark Elder in der Bridgewater Hall, Manchester, im Januar 2004 uraufgeführt wurde. Der Titel des Werkes ist Miltons Paradise Lost entnommen, in dem Satan, vom Engel Gabriel aus dem Paradies verbannt, von der Zerstörung des Menschen besessen ist und sich entschließt (unbeachtet von Uriel), in das Paradies einzudringen. Rode with Darkness basiert auf vier zwölf-tönigen Akkorden, die als harmonisches Skelett wirken und im Hintergrund immer vorhanden sind. Das Werk steigert sich bis zum Abschluss in immer intensivere Höhepunkte, signalisiert durch die Modulation von einem Skelett-Akkord zum nächsten. Die deutsche Erstaufführung fand im Januar 2005 mit dem Deutschen Symphonie-Orchester unter George Benjamin statt.
Nach dem Erfolg von Rode with Darkness wurden zwei Kammerensemble-Werke Bedfords der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Februar 2006 spielte das Philharmonia Orchestra in ihrer Reihe „Music of Today“ Slow Music und Man Shoots Strangers From Skyscraper, beide für 8 Spieler. Slow Music ist ein Auftragswerk dieser Reihe und wurde als Begleitstück zu Man Shoots Strangers From Skyscraper geschrieben, auch als komplettes Gegenstück bezüglich des Stils: in Man Shoots Strangers From Skyscraper führt die Musik in viele unerwartete Richtungen, während in Slow Musicnur ein Prozess durch das gesamte Werk leitet.
Im Jahr 2006 wurde der Lied-Zyklus Or Voit Tout En Aventure von der London Sinfonietta mit Claire Booth (Sopran) unter der Leitung von Oliver Knussen uraufgeführt. Die sechs Sätze des Werks sind Vertonungen von drei in mittelalterlichem französisch und italienisch geschriebenen Texten, die durch die Musik thematisch miteinander verbunden sind. Die Reife der Musik begeisterte die Kritiker, die das Werk bei der Uraufführung als Höhepunkt des Abends beschrieben. Weitere Aufführungen folgten bereits, u. a. von der Birmingham Contemporary Music Group, sowie auf Tournee durch Europa mit dem Ensemble Modern unter Anu Komsi bzw. George Benjamin.
Eine der jüngeren Kompositionen Bedfords stellt Outblaze the Sky dar. Dieses Werk für Orchester wurde vom London Symphony Orchestra als Teil ihrer ‚Sound Adventures’-Reihe in Auftrag gegeben, und kam im April 2007 im Londoner Barbican unter Daniel Harding zur Uraufführung. Auch dieser Titel ist von Bedfords Interesse an Literatur beeinflusst – hier ist es eine Verarbeitung einer Phrase aus The White Hotelvon D. M. Thomas, Bedfords Lektüre während der Zeit des Komponierens. Er war besonders beeindruckt von dem „traumhaften und höchst emotional aufgeladenen“ Gedicht am Anfang des Romans, das auf eine bestimmte Art Parallelen zu der Musik, die er zu der Zeit komponierte, aufweist.
Die Musik Luke Bedfords wurde unter andrem vom Tokyo Philharmonic, dem Brunel Ensemble, dem Gould Piano Trio, dem Endymion Ensemble, dem Continuum Ensemble, von Chroma sowie der Pianistin Sarah Nicolls aufgeführt. Sein Katalog enthält auch kleiner besetzte Werke, wie etwa Catafalque, ein Werk, das sowohl für Solo-Klavier als auch in einer größeren Version für räumlich verteiltes Orchester existiert – oderChiaroscuro für Klaviertrio.
Zu den Auszeichnungen für seine Arbeit gehören der 2000 Royal Philharmonic Society Prize for Composition, der zweite Preis beim 2001 Toru Takemitsu Wettbewerb in Tokyo, der BBC Radio 3 Listeners’ Prize beim 2004 British Composers Awards sowie „Bestes Werk eines Komponisten unter 30 Jahren“ beim International Rostrum of Composers Wettbewerb 2005 in Wien (letztere beide für Rode with Darkness).
Bedford verbrachte 2008 als Teilnehmer des Into … Projekts des Ensemble Modern ein Monat in Johannesburg, was ihn zur Komposition von By the Screen in the Sun at the Hill on the Gold führte. Das Werk für 18 Spieler wurde im März 2009 in Berlin uraufgeführt. Im September 2009 folge die Uraufführung von Più Mosso unter Thomas Søndergård und dem CBSO Youth Orchestra.
Bedford ist zurzeit Composer in Residence bei der Wigmore Hall in London. Im Mai 2010 wurde sein neues Werk At Three and Two vom Hallé Orchestra im Rahmen ihrer gesamten Mahler-Reihe erstmals präsentiert. Derzeit schreibt Bedford ein neues Werk für Ensemble, das von der Britten Sinfonia aufgeführt werden wird, sowie ein Streichquartett. Des Weiteren arbeitet er an einem neuen Auftragswerk für das Scottish Ensemble und an Seven Angels, einer Oper, die sich auf Miltons Paradise Lost stützt. Seven Angels wird am 17. Juni 2011 von der Birmingham Contemporary Music Group unter Nicholas Collon uraufgeführt.