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Shigatse und Giantse
Shigatse
Shigatse ist nach Lhasa mit 50'000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt in Tibet. Die Stadt hatte bereits früh eine grosse Bedeutung als Handelsstadt. Die einst imposante Burg diente bereits zur Zeit der mongolischen Herrscher als Regierungssitz der Region, und das Kloster Tashilhunpo beherbergt den Panchen Lama, nach dem Dalai Lama der zweithöchste religiöse Führer.
Heute sind von der Burg nur noch ein paar Ruinen übrig, die im Moment von einem Hotelneubau überdeckt werden. Die Klosteranlage hat die Kulturrevolution mit nur geringen Schäden überstanden, ist restauriert und sieht sehr gut aus.
Zum Panchen Lama: Nachdem der 10. Panchen Lama 1989 verstarb, identifizierte der 14. Dalai Lama (er lebt seit der Besetzung Tibets durch China im Exil in Indien) den 11. Panchen Lama, damals ein 6 jähriger Junge aus Amdo als Nachfolger. Das akzeptierte die chinesische Regierung nicht und holte den Jungen nach Peking, wo er noch heute unter Hausarrest lebt. Die Chinesen beauftragten dann die Lamas von Tashilhunpo, einen neuen, ihnen genehmen Panchen Lama auszuwählen. Sie einigten sich auf einen Jungen, dessen Eltern Mitglieder der Kommunistischen Partei Chinas sind. Die Chinesen überwachen jetzt auch die Ausbildung des Jungen. Das ist für die chinesische Führung sehr wichtig, denn der Panchen Lama wir dereinst eine wichtige Rolle spielen, wenn der 15. Dalai Lama gesucht wird. Fazit: Die chinesische Regierung überwacht die religiöse Entwicklung Tibet’s sehr genau und will damit sicherstellen, dass alles schön unter Kontrolle bleibt, und dass es nicht wieder zu Aufständen im Tibet kommt. Mehr dazu findet man auch unter www.tibet.ca/panchenlama
Klosteranlage Tashilhunpo
Eingang zum grossen Versammlungssaal Über dem Eingang: Das Rad der Lehre mit 2 Gazellen,
Symbolisiert die erste Predigt Buddhas im Gazellenhain von Benares.
Im Innenhof Die Thanka-Wand, hier wird jährlich einmal die riesige Thanka
entrollt, analog wie wir es in Ganden gesehen haben
Das vergoldete Dach des Haupttempels Arbeits- und Wohnräume der Lamas (Mönche)
Unzählige Gebetstrommeln auf der Kora rings um die Kloster
Immer wieder staunen wir über die Kunstwerke in den Klöstern. Zu Ehren des Panchen Lama’s, der an diesem Tag nach
Tashilhunpo kam, war die Klosteranlage nachts beleuchtet.
Das alte Fort
Über den Ruinen der alten Burg wird ein riesiges Hotel gebaut. Wir wissen nicht, ob die Ruinen sichtbar bleiben werden. Wo früher die Regenten ihren Sitz hatten, werden schon bald gut bezahlende Touristen die Aussicht geniessen können. Die rote Fahne im Vordergrund zeigt klar, dass hier chinesische Einwanderer leben.
„Unser“ Hotel
Schmucker Eingang und… dekorierte Eingangshalle, …
… und im Hinterhof stehen wir.
Gyantse
Neben der Bedeutung durch die Klosteranlage ist Gyantse eine wichtige Handelsstadt, auf dem Weg von Lhasa nach Nepal, Sikkim und Bhutan gelegen. Die Talebene ist sehr fruchtbar.
Klosteranlage Pelkor Chöde
Diese Anlage war in ihrer Art einmalig. Innerhalb der Mauern befanden sich 15 einzelne Kloster, die 3 unterschiedlichen Buddhistischen Orden angehörten. Neben den Zeremonien in den einzelnen Klöstern wurden auch gemeinsame Anlässe durchgeführt, so etwas wie ökumenische Gottesdienste bei uns. Während der Kulturrevolution wurden die meisten Klöster praktisch vollständig zerstört, nur gerade mal 3 davon sind wieder aufgebaut und von Priestern bewohnt, von den meisten sieht man noch die Grundmauern.
Altstadt mit der Klosteranlage Mauer mit den Wehrtürmen, vieles ist zerfallen.
Tägliche Zeremonie auf dem Dach, … …, die Musik ist weit herum hörbar
Ein Rudel Strassen- (oder vielleicht Kloster-?) Hhunde werden gefüttert Diese Kloster wurde gerade renoviert, aufgefallen ist uns das schöne
Eckfenster.
Berühmt ist diese riesige Stupa, der Kumbum von Gyantse. Auf 6 Etagen befinden sich jeweils 19 Kappellen, gegen oben werden die Kappellen
immer kleiner. Sie enthalten wertvolle Wandmalereien und Statuen und stellen fast alle wichtigen Gottheiten dar. Im Grundriss stellt der Kumbum
ein riesiges Mandala dar.
Viele der Buddha-Statuen zeigen zu unserem Erstaunen Pilger unterwegs auf dem Kumbum
Gesichter mit blauen Augen
Der Zong (die Burg)
Die Burg entstand um 1365 und war immer Regierungs- und Verwaltungssitz der früheren Gouverneure von Gyantse.
1890 versuchten die Briten, von Indien aus eine Handelsvertretung in Lhasa zu eröffnen, was aber die Tibeter nicht wollten. Nach fruchtlosen Verhandlungen sandten die Briten dann 1904 eine militärische Truppe in Richtung Lhasa, mit dem Auftrag, vorerst den Zong von Gyantse einzunehmen. Die Briten waren gut bewaffnet, die Tibeter hatten keine Chance. Sie hatten als Schutz vor britischen Kugeln ein vom Dalai-Lama gesegnetes Amulett erhalten, was natürlich nicht so funktionierte, wie sie sich das vorstellten. Viele der Verteidiger stürzten sich dann von einer Plattform über den Burgfelsen in den Tod, bevor sie von den Briten angegriffen werden konnten.
Der Zong von Gyantse galt als uneinnehmbar, bis die Briten im Jahr Vor der Burg steht heute eine grosse Betonstatue chinesischen
1904 die Burg belagerten und schliesslich einnahmen. Ursprungs
Blick vom Zong in die fruchtbare Talebene Denkmal für die Verteidiger gegen die Briten, die sich hier über die
Plattform hinunter stürzten, um den Briten zu entgehen.
Die Burg wurde in den letzten Jahren restauriert.
…. und Eindrücke von den Strassen der Altstadt
Die Strassen der Altstadt dienen auch als Kuhstall, … als Waschplatz …
… und zum Trocknen und Lagern von Brennmaterial (Kuhfladen)
Hier werden nicht Spagetti gekocht, sondern Wolle gefärbt, … gewaschen und getrocknet.
3x tibetische Transportmittel: Pferd und Wagen, immer noch weit Der kleine Einachser mit Anhänger, das am weitesten verbreitete
verbreitet Transportmittel im Tibet, es muss davon hunderttausende geben.
Kleintraktor mit Anhänger, den gibt es schon weniger. Hier ist Tibetische Einkaufstasche. Sie hat sich beim Metzger
scheinbar ein Abliefertag für Knoblauch 2 Vorderbeine vom Schaf erstanden
Das gewünschte Stück wird nach Kundenwunsch herausgeschnitten. Filzfinken, ein sicheres Mittel gegen kalte Füsse.
Hier wird Wolle weiterverarbeitet. Typischer Eingang zu einem tibetischen Restaurant
Ein Blick in die Neustadt: Kreisel mit Lichtsignalanlage, es wird
sogar angezeigt, wie lange die jeweilige Phase noch geht, hier
heisst es: noch 9 Sekunden grün.