Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03306.jsonl.gz/2821

209 880 774 Franken: Dies sind die definitiven Kosten, die der Bau der Poyabrücke und die damit verbundenen Arbeiten verursacht haben. Diese Summe gab der Freiburger Staatsrat gestern in einem Communiqué bekannt.
Wie Baudirektor Maurice Ropraz (FDP) auf Anfrage der FN präzisierte, sind noch einige wenige Rechnungen für Leitungen und Arbeiten zu begleichen; diese seien aber bereits im bekannt gegebenen Endbetrag enthalten. Dazu gehören eine Ausgleichskammer zur Brandbekämpfung im Palatinat, einige Instandsetzungen bedingt durch Schäden aufgrund des Baustellenbetriebs sowie Umgebungs-, Aufforstungs- und ökologische Ausgleichsarbeiten. Die letzten Rechnungen würden im Rahmen der Staatsrechnung 2016 bezahlt. Wie Ropraz ergänzt, sind keine Folgekosten infolge Baumängel zu erwarten, die nicht als Garantiearbeiten von den Firmen geleistet werden.
Für das Brückenprojekt zahlte der Bund 79,8 Millionen Franken, dazu gewährte der Kanton 1996 einen Studienkredit, 2006 einen Baukredit und 2009 einen Zusatzkredit für die Unterführung. Die finanzielle Deckung beläuft sich somit auf 175,2 Millionen Franken. Mit 209,9 Millionen Franken überstiegen die Endkosten die verfügbaren Kredite um 34,65 Millionen Franken, so der Staatsrat. Dies entspricht Mehrkosten von 19,8 Prozent, was innerhalb der Marge von plus/minus 20 Prozent liegt, welche für Kostenvoranschläge beim Vorprojekt vorgesehen seien.
Noch 1,1 Millionen gespart
Nach einer finanziellen Analyse, welche die Baudirektion in Auftrag gegeben hatte, wurde im Mai 2012 mit Baukosten von 211 Millionen Franken gerechnet. Seither wurden also noch 1,1 Millionen Franken eingespart.
Die Differenz zu den bewilligten Krediten führt der Staatsrat im Communiqué darauf zurück, dass die Kosten zu Beginn unterschätzt wurden. Dies lasse sich dadurch erklären, dass am Anfang die Zeit drängte. Der Kanton wollte die Bauarbeiten zwingend vor Ende 2008 in Angriff nehmen, um in den Genuss der Bundesbeiträge aus dem Infrastrukturfonds zu kommen.
Zweck erfüllt
Gleichzeitig mit der Endkostenabrechnung zieht der Staatsrat ein positives Fazit über die Bauarbeiten für die Poyabrücke und die unterirdischen Bauwerke, welche insgesamt sechs Jahre gedauert hatten.
Das Hauptziel des Projekts, das Freiburger Burgquartier vom Durchgangsverkehr zu entlasten, sei vollständig erreicht worden, heisst es in der Mitteilung. Dies würden auch Verkehrszählungen zeigen.
Aussergewöhnlich war gemäss dem Staatsrat auch das grosse Interesse der Bevölkerung. Er weist darauf hin, dass alleine während der Bauphase über 35 000 Personen die Gelegenheit nutzten, um bei Führungen die Entwicklung des neuen Freiburger Wahrzeichens zu verfolgen. Die Poyabrücke wurde am 12. Oktober 2014 dem Verkehr übergeben.
Baukosten führten zur ersten Freiburger PUK
Der Bau der Poyabrücke schien immer mehr zu einem Fass ohne Boden zu werden. Während das Stimmvolk einen Kredit von 120 Millionen Franken bewilligt hatte, stand im Mai 2012 plötzlich ein geschätzter Gesamtaufwand von 211 Millionen Franken im Raum. Nur einen Monat später tat der Grosse Rat etwas, was er zuvor noch nie getan hatte: Er setzte eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) ein. Diese stellte im Juni 2014 die Erkenntnisse aus ihrer Arbeit vor: Zeitdruck, Projektänderungen und eine in der Anfangsphase chaotische Organisation hätten zu Mehrkosten geführt. Die eigentlichen Mehrkosten seien akzeptabel, es seien aber noch der Zusatzkredit für den Kreisel und die Teuerung hinzugekommen, so die PUK. Die Arbeit der PUK kostete 240000 Franken.uh