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Ja, in acht von zehn Fällen. Das ist mehr als bei allen anderen Krebserkrankungen. Denn über 95 von 100 Tumoren im Dick- und im Enddarm entstehen aus Polypen (Adenomen). Im Durchschnitt entwickelt sich etwa jeder fünfte Polyp allmählich weiter und entartet schliesslich nach Jahren. Bei der Darmspiegelung werden etwa 80 von 100 Adenomen entdeckt und können entfernt werden, bevor sie bösartig werden.
Anders ist die Situation, wenn der Darmkrebs erblich ist. Je nach Veranlagung bilden sich dann im Darm unter Umständen Hunderte von Polypen. In diesem seltenen Fall sind umfassendere Massnahmen sinnvoll. Zum Beispiel kann es nötig sein, den Dickdarm chirurgisch zu entfernen bevor es zu Krebs kommt.
Ja, aber das gelingt nicht zuverlässig und in jedem Fall. Die Wahrscheinlichkeit, dass aus einem gutartigen Adenom allmählich ein bösartiger Tumor wird, steigt, wenn die Darmzellen vermehrt entzündungsfördernde Botenstoffe produzieren.
Übergewicht, insbesondere am Bauch, verstärkt die Produktion dieser Entzündungs-Botenstoffe und wirkt deshalb krebsfördernd. Körperliche Aktivität dagegen bremst die Produktion dieser Botenstoffe und kann so der Krebsentstehung entgegenwirken. Menschen mit einem gesunden Körpergewicht und ausreichend Bewegung erkranken deutlich seltener an Darmkrebs.
Auch Acetylsalicylsäure (besser bekannt unter dem Markennamen «Aspirin» oder «ASS») und chemisch ähnliche Wirkstoffe bremsen die erwähnten Entzündungsvorgänge und senken so das Risiko für Darmkrebs. Das Verhältnis von Nutzen zu Risiko ist aber bei normalem Risiko ungünstig: Wenn etwa 500 bis 1000 Personen mindestens fünf Jahre lang diesen Wirkstoff einnehmen, erspart dies durchschnittlich einer dieser Personen eine Darmkrebserkrankung. Etwa eine von 100 bis 800 Personen erleidet aber eine Nebenwirkung – beispielsweise eine Magenblutung oder eine Hirnblutung. Deshalb werden diese Medikamente nicht zur allgemeinen Krebsvorbeugung empfohlen, sondern nur unter bestimmten Umständen.
Zumindest lässt sich die Wahrscheinlichkeit für Polypen reduzieren, indem man zum Beispiel aufs Rauchen verzichtet.
Tabakrauch enthält eine Reihe von giftigen Substanzen, welche die Darmschleimhaut über den Blutweg erreichen oder weil sie geschluckt werden. Bei Rauchern treten nicht nur mehr Adenome auf, auch die Sterblichkeit an Darmkrebs ist höher.
Auch Acetylsalicylsäure und chemisch verwandte Wirkstoffe sowie eine Hormonbehandlung bei Frauen können die Wahrscheinlichkeit für Polypen senken. Beides wird aber nicht zur allgemeinen Darmkrebs-Vorbeugung empfohlen, da der eventuelle Schaden durch Nebenwirkungen stärker wiegt als der mögliche Nutzen. In speziellen Situationen kann aber das Eine oder das Andere sinnvoll sein.
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