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|Biographie||Gedichte||Gedicht:

Frau Pichlers Ankunft im Himmel
|Literaturtipps|
Homepage des Erich Kästner Gymnasiums mit vielen Angaben zu Erich Kästner:
Lebenslauf, Zitate, Bücher, Filme, Links
http://www.ekg.gp.bw.schule.de/kaestner/index.htm
Biographie
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/KaestnerErich/index.html
Erich Kästner Museum in Dresden
http://www.erich-kaestner-museum.de
Erich Kästner, am 23.Febr. 1899 in Dresden als Sohn eines Sattlers geboren, besuchte das Lehrerseminar, leistete Kriegsdienst, studierte nach dem ersten Weltkrieg Germanistik, Geschichte und Philosophie in Leipzig, Rostock und Berlin. 1925 promovierte er über die Literaturauffassung Friedrich des Grossen. Bereits während seiner Studienjahre arbeitete er als Redakteur für Zeitungen und Zeitschriften. Wegen des Gedichtes "Abendlied des Kammervirtuosen (s. untenstehende Liste) wurde er aus der Redaktion in Leipzig geworfen und gelangte so, als freier Schriftsteller, nach Berlin, wo er bis zur Machtübernahme der Nazis eine sehr schöpferische und erfolgreiche Zeit erlebte: 1928 erschien der Gedichtband "Herz auf Taille" und ein Jahr später das Kinderbuch "Emil und die Detektive" (in 27 Sprachen übersetzt!), Bücher die ihn auf einen Schlag weltberühmt machten. Mit dem Roman "Fabian" (1931), einer bitterbösen und traurigen Satire, dem Kästner ursprünglich "den Gang vor die Hunde" nennen wollte, versuchte er vor dem Abgrund zu warnen, dem sich Deutschland und Europa näherten. Man hörte nicht auf ihn und Kästner selbst hat das vorausgesehen.
Jäh unterbrochen wurde seine literarische Tätigkeit durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten. Bei der berüchtigten Bücherverbrennung vom 10.Mai 1933 stand er dabei, schaute zu, wurde erkannt und entging einem ersten Zwischenfall. Er bekam ein Publikationsverbot, das 1942 auf das gesamte Ausland ausgedehnt wurde. Zweimal wurde er von den neuen Machthabern inhaftiert, doch er blieb und schrieb "für die Schublade", wie er das ausdrückte. Und er wollte, trotz aller Gefahren, aus nächster Nähe als Beobachter dabeisein.
Nach Ende des Krieges leitete Kästner das Feuilleton einer Tageszeitung und eröffnete das Kabarett "Die Schaubude". Allmählich begann er wieder Bücher zu schreiben, seine "Schublade" zu leeren. Der grosse "Abrechnungsroman" mit der Nazizeit blieb zwar aus, vor allem auch deshalb, weil schon bald wieder (im kalten Krieg) aufgerüstet wurde und Kästner sich gegen die Militarisierung und Aufrüstung engagierte.
Mehrere literarische Auszeichnungen unterstreichen seine literarische Bedeutung. Am 29.Juli 1974 starb Erich Kästner in München. "Mit ihm ist ein warmherziger und genialer Moralist gestorben: Ihm gelang es, den bitteren Kern der Wahrheit mit freundlicher Heiterkeit zu überzuckern." (BUND vom 29.7.74)
Ich selber wagte Kästner zu vertonen, nachdem ich beim Gedicht "Marionettenballade" den Untertitel fand "Zum Leierkasten zu singen"! Also scheint er sich vorgestellt zu haben, dass man als Bänkelsänger mit entsprechenden Instrumenten seine Gedichte vortrug...
© Peter Hunziker, Bänkelsänger 2000
Lieber Gott, mein Herz ist schwer.
Jetzt kommt Max, mein Mann, aus dem Büro,
und ich lebe doch nicht mehr!
Ich bin tot und das kam so:
Eben trat ich zum Balkon hinaus
und befühlte die gewaschnen Socken.
Denn ich wusste, Max kommt gleich nach Haus,
und ich dachte, die sind sicher trocken.
Auf der Strasse war Geschrei.
Menschen brüllten. Andre warfen Steine.
Irgendwo pfiff Polizei.
Und ich nahm die Socken von der Leine.
Denn ich dachte, dass ich eilen müsse,
und ich freute mich aufs Abendbrot.
Plötzlich fielen auf der Strasse Schüsse.
Einer traf mich. Und da war ich tot.
Ach, ich hätte Max so gern
vorher noch einmal gesprochen!
Werd ich nun ein kleiner Stern?
Und die Nudeln werden überkochen!
Wenn er heimkommt und mich liegen sieht,
wird er stillstehn und es erst nicht glauben.
Herr, von dem was in der Welt geschieht,
dürftest du sehr Vieles nicht erlauben.
Lieber Gott, mein Herz ist schwer.
Max wird weinen und mich nie vergessen.
Warum leb ich denn nicht mehr?
Wenn ich nicht gestorben wär,
würden wir jetzt abendessen...
Ähnliches Gedicht: Gedanken beim Überfahrenwerden (s. Buch: Ein Mann gibt Auskunft)
Hatten wir, die Berner Bänkelsänger, 1976 im Programm...