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Macht – Spiel und Schrecken
Macht ist ein Prinzip, das jede menschliche Gemeinschaft strukturiert. Macht wurde schon immer verehrt und gefürchtet. Was in Urzeiten anfing mit der Überlegenheit des Stärkeren und Klügeren, setzte sich fort als Herrschaft von Gruppen, die in der Lage waren, die Ressource der Macht dauerhaft in die Macht der Ressource zu verwandeln. Eine soziale Pyramide bildete sich heran, Adel und Klerus teilten sich die Herrschaft, bis Revolutionen diesem Monopol ein Ende setzte. Dennoch sollte es noch dauern, bis das Zeitalter der vom Volk kontrollierten, gewaltenteiligen Macht anhob, in dem wir heute leben.
Im Zeitalter von Demokratie und Meritokratie hat sich das Spiel der Macht ausdifferenziert und entschärft. Um handlungsfähig zu sein, bedürfen Gesellschaften der Eliten, doch gleichzeitig bleiben diese Eliten eingebunden in ein funktionales System, das ihre Macht beschränkt. Macht grenzt heute immer auch an Ohnmacht: Wer hoch steigt, kann auch tief fallen.
NZZ Podium zu Gast bei Lucerne Festival
Einleitungsreferat von Rainer Hank