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Verbrennungsmotor von Martini
Erster und ältester noch existierender Viertakt-Verbrennungsmotor (Gasmotor) der Schweiz, gebaut von der Firma Martini in Frauenfeld, Baujahr 1880. Dabei wird die Explosionskraft der verbrennenden Gase als Arbeitshub genutzt. Diverse Elemente, darunter Flachschiebersteuerung, Zylinderbohrung und Hub der Triebwerkteile, waren dem ersten Verbrennungsmotor von Niklaus August Otto abgeschaut. Das war in der Schweiz damals noch möglich, da der Patentschutz erst 1887 eingeführt wurde. Der stationäre Gasmotor wurde aufgrund seiner liegenden Bauart fest eingebaut und war daher nicht als Fahrzeugmotor geeignet. Er diente als Antriebsmotor im gewerblichen Umfeld wie Stickereien oder Webereien. So einen Antriebsmotor hütete man wie einen Goldschatz, da er einige Arbeitsplätze an weiteren Maschinen geschaffen hat. Meistens war ein vollamtlicher Maschinist für seine Betreuung zuständig. Der Gasmotor entwickelte sich zu einem richtigen Verkaufsschlager, insgesamt wurden über 700 Stück gebaut. Ab Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Gasmotoren von den Elektromotoren konkurrenziert und schliesslich von ihnen verdrängt. Das Exemplar befindet sich heute im Besitz eines privaten Sammlers in Rafz.