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Vor allem im anglo-sächsischen Sprachjargon, insbesondere in den USA bezeichnet man mit 20/20 ein perfektes Sehvermögen. Aber was heißt das eigentlich? Der Ausdruck „20/20 Vision“ bezieht sich auf ein normales Sehen. Im deutschsprachigen Raum benutzt man die dezimale Einteilung, das heisst also 20/20 entspricht bei uns einer Sehschärfe von 1.0.
Eine Person mit 20/20 (oder eben 1.0) Sehvermögen kann sehen, was eine durchschnittliche Person auf einer Sehtafel sehen kann, wenn sie 20 Fuss (also 6m) entfernt steht. Die Sehtafel misst den Visus, dh. die Klarheit oder Schärfe des Sehens. Die obere Zahl bezieht sich auf Ihre Entfernung in Fuss von der Karte. Die untere Zahl gibt die Entfernung an, in der eine Person mit normalem Sehvermögen dieselbe Linie lesen könnte. Wenn Sie beispielsweise 20/30 Sehvermögen haben, bedeutet dies, dass Ihr Sehvermögen schlechter als der Durchschnitt ist. Wenn Sie 20 Fuss von der Karte entfernt stehen, können Sie Buchstaben lesen, die die meisten Menschen sehen, wenn sie 30 Fuss entfernt stehen.
Ein 20/20 Visus ist jedoch nicht die maximale Sehschärfe. Eine Person kann zum Beispiel 20/15 Visus haben, das heisst schärfer Sehen als der Durchschnitt. Wenn Sie 20/15 sehen, können Sie eine Linie auf der Sehtafel bei 20 Fuss sehen, die eine durchschnittliche Person nur sehen kann, wenn sie 15 Fuss entfernt ist. Im Allgemeinen besteht das Ziel der Korrektur des Sehvermögens mit Brillen oder Kontaktlinsen darin, das Sehvermögen einer Person auf mindestens 20/20 zu bringen.
Nur etwa 35 Prozent aller Erwachsenen haben ein Sehvermögen von 20/20 (=1.0) ohne Brille, Kontaktlinsen oder Korrekturoperation (z.B. Laserchirurgie). Mit den oben erwähnten Korrekturmassnahmen erreichen ungefähr 75 Prozent der Erwachsenen ein Sehvermögen von 20/20. Menschen gelten per Gesetzt als „blind“, wenn ihr korrigiertes Sehvermögen (mit Brille oder Kontaktlinsen) 20/200 (entspricht 0.1) oder schlechter ist.
Dr. Guber empfiehlt, die Sehschärfe bei Kindern zu testen, sobald sie genug alt sind um bei einer Augenuntersuchung zu kooperieren, in der Regel ab 3-4 Jahren. Ein Schielen kann zum Beispiel zu einer dauerhaften Schwachsichtigkeit führen. Um eine Schielen oder eine andere Augenerkrankung frühzeitig erkennen zu können ist eine augenärztliche Untersuchung unabdingbar. Ab einem Alter von 8 bis 9 Jahren bleibt die Sehschärfe der meisten Menschen stabil. Sie kann jedoch ab dem 60. Lebensjahr leicht abnehmen.
Ab einem Alter von 40-45 Jahren verlieren sie allmählich die Fähigkeit der Akkommodation, das heisst sie verlieren die Fähigkeit Dinge in der Nähe scharf zu sehen. Die Ursache ist der Verlust der Elastizität Ihrer Augenlinse. Diesen Prozess nennt man Presbyopie oder Altersweitsichtigkeit. In diesem Fall benötigen Sie möglicherweise eine Lese- oder Gleitsichtbrille um das Problem zu beheben.
Ihre Sehschärfe wird im Rahmen einer Standard-Augenuntersuchung gemessen. Dr. Guber empfiehlt, dass Sie spätestens im Alter von 40 Jahren eine Basis-Augenuntersuchung durchführen lassen, also dann wenn erste Anzeichen einer Krankheit oder eine Veränderung des Sehvermögens auftreten könnten.
Das ganze Team der Augenchirurgie.ch wünscht Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr!