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Die Begegnung mit John Cage 1958 in Darmstadt war ein Wendepunkt im Leben des Musiktheoretikers Heinz-Klaus Metzger. Denn die Zufallsoperationen des Amerikaners führten zu Ergebnissen, die dem Konstruktivismus der Darmstädter Serialisten mindestens ebenbürtig waren. Für Metzger war damit die abendländische Ästhetik insgesamt erschüttert. Er setzte sich vehement für Cage ein und interpretierte dessen anarchische Ästhetik als ein Modell für umfassende politische Freiheit. Legendär ist sein Essay „John Cage oder Die freigelassene Musik“ von 1958. John Cage blieb bis an sein Lebensende eines seiner zentralen Themen. Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn regten als Chefdramaturgen der Frankfurter Oper auch Cages „Europeras“ (UA 1987) an. Einige von Cages Werken sind Metzger und Riehn gewidmet. Zum 100. Geburtstag von John Cage und zum 80. Geburtstag von Heinz-Klaus Metzger erscheinen dessen gesammelte Schriften über Cage erstmals in einem repräsentativen Band.
Portrait
Heinz-Klaus Metzger, 1932-2009, aufgewachsen in Konstanz und Dortmund, eisterschüler bei Carl Seemann in Freiburg, studierte bei Max Deutsch i Paris und bei Rudolf Kolisch und Hans Leygraf in Darmstadt. Theodor W. Adorno wurde für ihn zum zentralen geistigen Einfluss. Metzger avancierte zum wichtigsten Theoretiker der seriellen Bewegung und trug massgeblich dazu bei, John Cage in Europa durchzusetzen. 1969 Gründung des Ensembla Musica Negativa (mit Rainer Riehn). 1977-2003 Herausgabe der Reihe "Musik-Konzepte", danach "querstand. musikalische konzepte". Florian Neuner, geboren 1972 in Wels, lebt als Schriftsteller und Journalist (u.a. für Deutschlandradio) in Bochum und Berlin. 2003 bis 2006 Mitherausgeber der Literaturzeitschrift "perspektive". Seit 2007 Herausgeber der Zeitschrift "IDIOME. hefte für neue Prosa", gemeinsam mit Lisa Spalt.