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Akademischer Alpenclub Zürich
Von den Publikationen dieses rührigen Vereins habe ich diesmal zwei Hefte auf einmal anzuzeigen. Von dem ersten habe ich oben in den „ Neuen Bergfahrten in den Schweizer Alpen " ausgiebigen Gebrauch machen können, um die Besteigungsgeschichte der Schweizer Alpen von 1903 zu komplettieren; für 1904 ist das Heft leider doch zu spät in meine Hände gelangt, als daß ich es für die nämliche von 1904 hätte völlig ausnutzen können. Es würde das den Druck zu sehr aufgehalten haben. Ich habe mich also damit begnügt, wenigstens die Verweisungen nachzutragen, und werde die Details im Jahrbuch XLI nachholen. Von dem übrigen Inhalt von Heft 8 habe ich wenig zu sagen nötig, da ich mich über Einrichtung und Tätigkeit des A.A.C.Z. schon mehrmals, und zwar ausnahmslos durchaus anerkennend ausgesprochen habe. Der Jahresbericht pro 1903 weist, trotz den gewiß berechtigten Klagen der Redaktion des Jahresberichtes über saumselige Einsendung der Tourenberichte von seiten der zahlreichen auswärtigen Mitglieder, immer noch eine gewaltige Summe von Gipfelbesteigungen und Paßübergängen im Hochgebirge auf. Die Alpen sind darin mit 525, der Kaukasus mit 17 vertreten. In den Alpen entfallen auf die „ Jagdgründe " des A.A.C.Z., die Urner- und Glarner Alpen, zusammen 150. Den größten Teil des Heftes nimmt der, von freudigstolzen Gefühlen — mit Recht — getragene Bericht über die Einweihungsfeier der Mischabelhütte, 8.10. August 1903, verfaßt von Dr. Th. Herzog, ein, zu dem der von Dr. Fr. Weber verfaßte Jahresbericht des Hüttenbau-Komitees die Ergänzung bildet. Die Hüttenfrequenz und die Zahl der von der Hütte aus vom 10. Juli bis 11. September ausgeführten Touren war schon 1903 sehr beträchtlich, Es übernachteten darin vom Juni bis Oktober in 37 Nächten 255 Per- sonen; es besuchten sie in dem gleichen Zeiträume an 26 Tagen 102 Personen ( nicht inbegriffen die Teilnehmer an der Hütteneinweihung ). Ausgeführt wurden 56 Touren von 117 Touristen und 47 Führern, davon 29 Touren von 79 Touristen führerlos, 27 Touren von 38 Touristen mit Führern. Das Mitgliederverzeichnis weist 79 Namen auf bis Ende 1903. Das IX. Jahresheft enthält den Jahresbericht, verfaßt von dem Präsidenten Dr. Th. Herzog, auf den ich noch zurückkommen muß, einen Auszug aus den Eintragungen im Hüttenbuch, wonach die Frequenz von 255 Personen auf 373 zum Übernachten und von 75 auf 102 Hüttenbesucher über Tag gestiegen ist. Ausgeführt wurden von 167 Touristen und 100 Führern 75 Touren, davon 8 führerlos. Auch die Tourenstatistik des Jahres 1904 weist im Vergleich zu derjenigen von 1903 in fast allen Punkten eine Steigerung auf, die aber naturgemäß nicht sehr erheblich sein kann bei einer Mitgliederzahl von 82 auf Ende 1904. Wenn dies* alles durchaus erfreulich ist und Lob verdient, so kann ich mich dagegen nicht einverstanden erklären mit der Art, wie ich im IX. Jahresbericht angegriffen und beschimpft werde, aus Anlaß der Vorgeschichte des „ Urnerführers ", von dem der Jahresbericht erklärt, daß er auf die kommende Saison, also 1905, und wohl bald nach dieser Rezension im Druck erscheinen werde, mit Subvention aus der Zentralkasse des S.A.C. Ich mag dem A.A.C.Z. den Sieg an der Delegiertenversammlung in Olten 1904 gönnen, obschon ich ihre Vertreter um die von ihnen dort angewendete Kampfesweise nicht beneide, denn sie war, nach meinen bei verschiedenen Gelegenheiten; namentlich in der „ Al-pinagegebenen Auseinandersetzungen, unfair. Aber ich kann es nicht ohne Protest hingehen lassen, wenn Behauptungen, die ich in Olten schriftlich widerlegt habe, nunmehr wieder als Tatsachen hingestellt werden. Ich muß es auch formell als unanständig bezeichnen, wenn der A.A.C.Z. in der Person seines Präsidenten einen gegenstandslos gewordenen Streit wieder hervorzerrt, nachdem in einem Briefaustausch zwischen Dr. Amberg, dem frühern Präsidenten, und mir ausgemacht worden war, daß wir um des Friedens im S.A.C. willen uns einer Weiter-ziehung der Diskussion in die „ Alpina " enthalten wollten. Materiell habe ich folgendes zu konstatieren: Es ist nicht wahr und qualifiziert sich nach meinen in der „ Alpina " und in Olten gegebenen Erklärungen als verleumderische Beschimpfung, die ich mit Verachtung zurückweise, wenn von Dr. Th. Herzog gesagt wird, ich hätte „ im Auftrag der Herren Conway, Coolidge und Unwin " gehandelt, als ich dem Zentralkomitee den Antrag unterbreitete, einen Hochgebirgsführer für die Schweizeralpen zu subventionieren unter gewissen klar formulierten Bedingungen, die für den S.A.C. nichts Demütigendes hatten. Es ist nicht wahr, daß dies die Subventionierung eines englischen Unternehmens bedeutet hätte, und daß ich den S.A.C. einem konkurrierenden Unternehmen hätte ausliefern wollen. Es ist nicht wahr, daß der A.A.C.Z. im Jahre 1904 durch seine vorbereitenden Arbeiten Prioritätsrechte besaß, die größer gewesen wären als die Tatsache, daß ein großer Teil seines Arbeitsge- bietes in den Climbers'Guides für den Tödi seit 1894 und die Lepontischen Alpen seit 1892 bearbeitet vorlag, und daß sich die Besitzer der Climbers'Guidesserie alle Rechte ausdrücklich vorbehalten haben. Es ist eine müßige Schnödigkeit, zum voraus zu erklären, daß ich und meine Mitarbeiter, deren Materialien völlig genügen, nicht im stände seien, einen brauchbaren Führer über den westlichen Teil der Urner Alpen — denn nur dieser kommt für uns in Betracht — zu schreiben. Wenn mir Leben und Gesundheit bleibt, werde ich trotz dem A.A.C.Z. den Hochgebirgsführer zunächst für die Nordalpen von der Dent de Mordes bis zum Urirotstock herausgeben, und dann wird wohl auch der S.A.C. nichts dawider haben, wenn dieser Führer seinen Mitgliedern dient, ohne daß seine Zentralkasse für die Kosten aufkommen muß, wie dies nun für den Urnerführer, das „ Unternehmen eines befreundeten Vereins ", der Fall ist. Wenn endlich Herr Dr. Herzog sagt, er begreife nicht, was ich meine, wenn ich im Jahrbuch XXXIX, pag. 408, sagte, „ die Herren sollten ob ihrer verdienstlichen Erstellung der Mischabelhütte andere Leistungen nicht zu gering einschätzen ", so wäre die Lektüre des Briefes, den ich nach Empfang des VII. Jahresheftes des A.A.C.Z. an diesen geschrieben habe, seinem „ bescheidenen Auffassungsvermögen " zu Hülfe gekommen. Ich bin nicht übermäßig stolz auf meine „ schriftstellerischen Elaborate " und habe nichts dawider, wenn sie unter „ die kritische Lupe genommen werden ", aber, wenn denn doch Zürich, wie Herr Dr. F. Weber ( Jahresbericht 1903, pag. 15 ) so bescheiden sagt, die „ geistige Kapitale der Schweiz " ist, so sollten die Züricher Akademiker in ihrem Urteile über einen Mann, der als alpiner Schriftsteller längst mündig geworden ist, den Ton anschlagen, welcher feingebildeten Leuten geziemt. Weiter verlange ich nichts und gedenke, mich um die Mißgunst von Dr. Herzog und seinen Freunden nicht zu kümmern. Ich habe Dringenderes zu tun.Redaktion.