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Ursprünglich hätte die Europameisterschaft der Frauen 2021 stattfinden sollen. Indirekt ist hier wieder einmal Corona schuld: Da die EM der Männer von 2020 auf ein Jahr später verschoben werden musste, entschied die UEFA, auch die Frauen-EM ein Jahr nach hinten zu schieben.
Somit dürfen wir uns im sonst Fussball-freien Sommer 2022 doch noch auf spannende Spiele freuen – hoffentlich im Freien bei gutem Wetter und einem kühlen Bier. In insgesamt 31 Spiele wird der Europameister ermittelt – Titelverteidiger sind die Niederlande.
Am Mittwoch, 6. Juli geht's los, die Schweizerinnen – zum dritten Mal hintereinander mit dabei – steigen am Samstag, 9. Juli, ins Rennen ein. Mehr über die Gruppe des Teams um Lia Wälti, über die Austragungsstätten sowie die Favoritinnen erfährst du hier:
Die Fussball-EM der Frauen findet vom Mittwoch, 6. Juli, bis zum Sonntag, 31. Juli, statt.
Alle Spiele werden in England bestritten. In den folgenden zehn Stadien kann man die Matches besuchen:
15 Nationen konnten ihr Ticket durch die Qualifikation lösen, Gastgeber England war als einziges Team bereits gesetzt. Folgende 16 Länder sind insgesamt an der EM 2022 dabei:
Die Portugiesinnen ersetzen übrigens die Spielerinnen aus Russland, die aufgrund des russischen Angriffskrieges aus dem Wettbewerb ausgeschlossen wurden. Portugal unterlag in einem Playoff-Spiel den Russinnen, weshalb sie nun nachrücken dürfen.
Jedes Team spielt einmal gegen jeden aus seiner Gruppe. Am Ende qualifizieren sich die jeweils zwei besten Teams jeder Gruppe für die Viertelfinals. Danach wird das klassische K.O.-System gespielt.
Mit Ausnahme der ersten beiden Tage finden ab dem 6. Juli während der Gruppenspiele jeden Tag zwei Matches statt. Ab den Viertelfinals gibt's jeweils ein Spiel pro Abend.
Das sind die Gruppenspiele der Schweizerinnen:
Ab dem 20. Juli werden die Viertelfinals gespielt. Am 26. und 27. Juli treffen die Halbfinalgegnerinnen aufeinander und am Sonntag, 31. Juli, geht das Finale im Wembley-Stadion über die Bühne.
Die Fussball-Europameisterschaft der Frauen findet in diesem Jahr zum 13. Mal statt. Aktuelle Titelträgerinnen sind die Frauen aus den Niederlanden, sie gewannen die letzte EM 2017 zuhause gegen Dänemark.
Auch Schweden wurde einmal Europameister, Norwegen zweimal. Absolute Rekordsiegerinnen sind die Deutschen mit acht Titeln. Beeindruckend ist ihre Siegesserie, bei der es ihnen zwischen 1997 und 2013 sechsmal hintereinander gelang, den EM-Titel zu holen.
Wer sich den Titel krallen wird, gilt noch als völlig offen. Favoritinnen gibt es freilich trotzdem, gleich zwei davon spielen in derselben Gruppe wie die Schweiz: Die Titelträgerinnen aus den Niederlanden sowie Schweden, das zuletzt an Grossanlässen (fast) immer gut aufspielte.
Ausserdem gehören die Frauen aus England zum Favoritenkreis. Die Gastgeberinnen erreichten sowohl bei der EM 2017 wie auch bei der WM 2019 stets die Runde der letzten vier.
Laut den aktuellen Wettquoten wird etwas überraschend den Spanierinnen der Titelgewinn am meisten zugetraut. Der Grund: Spanien hat zahlreiche Top-Spielerinnen des FC Barcelona in den Reihen. Diese haben eine äusserst erfolgreiche Saison hinter sich, unter anderem unterlagen sie in der Champions League erst im Finale Olympique Lyon.
Das sind – nach Wettquoten – die ersten sechs Favoritinnen:
Nach der WM 2015 und der EM 2017 sind die Schweizerinnen zum dritten Mal an einem Grossanlass dabei. Doch für die Teilnahme mussten sie hart kämpfen. Nachdem es mit der direkten Qualifikation nicht geklappt hatte, mussten die Spielerinnen um Kapitänin Lia Wälti in die Barrage.
Und die hatte es in sich: Nach zwei unentschiedenen Spielen gegen das Team aus Tschechien kam es zum Penaltyschiessen. Dort beginnen die Schweizerinnen denkbar schlecht – sie verschiessen ihre ersten beiden Elfmeter. Doch dann kommt die Rettung in Form von Goalie Gaëlle Thalmann, (die übrigens an der EM ihr 100. Länderspiel bestreiten könnte). Sie hält zwei Penaltys und die Schweiz qualifiziert sich in extremis für die Endrunde in England.
Am 4. Juli fliegen die Schweizer Spielerinnen nun von Zürich nach Manchester und reisen in der Folge weiter nach Leeds, wo sie ihr Teamhotel beziehen. In England nicht mit dabei sein werden Vanessa Bernauer (bis vor kurzem noch bei AS Roma) und Malin Gut (GC), sowie Alisha Lehmann (Aston Villa), die freiwillig auf die EM verzichtete. (Das komplette Kader findest du auch hier.)
Die Chance für ein Weiterkommen der Schweizerinnen werden tendenziell als gering eingeschätzt. Grund dürften unter anderem die drei Gruppengegner sein: Mit den Niederlanden und Schweden spielen gleich die Titelverteidigerinnen sowie die WM-Dritten von 2019 in der gleichen Gruppe wie die Schweiz.
SRF zeigt alle Spiele der Frauen-EM live. Auf den Fernsehkanälen wird jeweils ein Spiel pro Tag übertragen, die anderen können im Gratis-Livestream von SRF angeschaut werden.
Spielen die Männer an einer Fussball-EM, muss man meist nicht lange suchen, um ein Public Viewing zu finden. Bei den Frauen ist das schon schwieriger, doch es gibt sie: Bars und Restaurants, die – zumindest bei Schweizer Beteiligung – Spiele der Frauen-EM zeigen.
In Bern setzt sich eine Gruppe mit dem Motto «EM22-Grossmachen» für eine grössere Sichtbarkeit des Fussball-Events ein. So wollte man mehrere Bars, Restaurants und Cafés dazu bewegen, die Spiele live zu übertragen. In der Hauptstadt lassen sich deshalb zahlreiche Lokale mit Public Viewing finden. Hier wirst du laufend darüber informiert, wo du die EM schauen gehen kannst.
In Zürich kann man den Fussballerinnen beispielsweise im «Gleis» an der Zollstrasse oder in der Sportbar «Calvados» zuschauen. Auch die Sportsbar 1904 beim Fifa-Museum überträgt die Europameisterschaft. «Auf unseren Screens werden Dienstag bis Sonntag alle Spiele der EM übertragen, zudem haben wir bis jetzt zwei geplante Special Events», so Reto Saxer vom Fifa Fussballmuseum. Die Events finden zum einen am 17. Juli zum Spiel Schweiz gegen Holland, und zum anderen am 31. Juli, dem Finaltag, statt.
In Luzern zeigen die Bourbaki Bar am Löwenplatz und die Sunset Bar am Vierwaldstättersee die Spiele im Juli.
In Baselstadt hat der Kanton sogar entschieden, dass Restaurants, Bars und Cafés ihre Gäste an den Spieltagen der Frauen-EM länger bewirten dürfen. Bis maximal 15 Minuten nach dem offiziellen Spielende darf serviert werden – unabhängig von den grundsätzlich bewilligten Öffnungszeiten.
Seine Koffer hatte Arsenal-Star Granit Xhaka im Herbst 2019 schon gepackt. Der 29-Jährige wurde vom damaligen Coach Unai Emery im Spiel gegen Crystal Palace ausgewechselt.