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Eritrichium nanum
Man muss sich tief hinunter bücken, um den blumigen Duft des Himmelsherolds einzuatmen. Die Polsterpflanze streckt ihre Blüten auf ganz kurzen Stielen gegen den Himmel. Das intensive Blau der Blüten hat auch zum deutschen Namen dieser Art geführt. Im Englischen heisst sie „King of the Alps“, im Französischen ebenso „Roi des Alpes“. Denn man muss hoch hinauf steigen, bis über 2700 m, um sie zu finden. In der Hohsaasregion und um den Egginer ist es aber auch mithilfe von Seilbahnen möglich, dem Himmelsherold zu begegnen.
Die Pflanze ist mit dem Vergissmeinnicht verwandt, doch eine Verwechslung ist nicht möglich: Der Himmelsherold hat silbrig-graue Blätter und eben diesen besonderen Duft. Dieser ist nötig, um in der dünnen Höhenluft von den Fliegen gefunden zu werden, die ihn bestäuben. Wahrscheinlich hat der Himmelsherold die letzte Eiszeit bei uns auf hohen Bergspitzen oberhalb der Gletscherströme überstanden. Deshalb kommt er in den Alpen nur in vereinzelten Regionen vor, in der Schweiz etwa im Oberwallis, Nordtessin und Engadin.