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Die Zuschauer im gut gefüllten Shanghai Stadium bekamen anlässlich des zweiten Diamond-League-Meetings der Saison im 800-m-Rennen Seltenes zu sehen. Der Olympiasieger und zweimalige Weltmeister David Rudisha nahm zwar als Erster die letzten 100 m in Angriff, wurde vor der Zielgeraden aber noch von vier Konkurrenten überholt. Der Sieg ging in bescheidenen 1:45,68 an Rudishas kenianischen Landsmann Ferguson Cheruiyot Rotich.
Einen Favoritensieg gab es dagegen in der Königsdisziplin. Justin Gatlin verpasste über 100 m in 9,94 Sekunden die Jahresbestzeit von Femi Ogunode aber um drei Hundertstel. In Schanghai vermochte dieser Gatlin nicht zu fordern; mit enttäuschenden 10,07 blieb dem katarischen Sprinter nigerianischer Herkunft bloss Rang 2.
Besonders namhaft war das Starterfeld über 400 m Hürden. Der überraschende Weltmeister des Vorjahres, Nicholas Bett aus Kenia, war erst zum zweiten Mal überhaupt in seiner Karriere an einem Diamond-League-Meeting am Start, konnte aber wie schon im vergangenen September in Brüssel nicht überzeugen. Für den 24-Jährigen resultierte mit 49,31 lediglich der 6. Rang. Der Sieg ging an Michael Tinsley aus den USA, wobei der WM-Zweite von 2013 in 48,90 um 54 Hundertstelsekunden über der Jahresweltbestzeit seines Landsmanns Johnny Dutch blieb.
Europameister Kariem Hussein hat seinen ersten Saisonstart über 400 m Hürden am nächsten Samstag anlässlich der Schweizer Vereinsmeisterschaften in Langenthal geplant. Eine Woche später ist der Thurgauer für das Diamond-League-Meeting in Eugene gemeldet. Mit Interesse dürfte Hussein im Hinblick auf die Europameisterschaften in Amsterdam die Leistung des erst 22-jährigen Polen Patryk Dobek registriert haben. Der U23-Europameister des letzten Jahres wurde in 49,01 Zweiter. “Ich bin sehr überrascht, diesen 2. Platz konnte ich nicht erwarten – zumal ich mich vor dem Start nicht gut fühlte”, freute sich Dobek.
Im Diskuswerfen der Frauen gelang Sandra Perkovic mit 70,88 m ein Diamond-League-Rekord. “Ich war nie in besserer Verfassung als derzeit. Erstmals seit Jahren habe ich keine gesundheitlichen Probleme”, machte die kroatische Olympiasiegerin von 2012 der Konkurrenz wenig Hoffnung für die Highlights der Saison. Ein Ausrufezeichen setzte über 1500 m auch die Kenianerin Faith Kipyegon. In 3:56,82 blieb sie als Erste in diesem Jahr unter der 4-Minuten-Marke und verbesserte gleichzeitig den Meeting-Rekord der äthiopischen Weltrekordhalterin Genzebe Dibaba um 95 Hundertstelsekunden.
Für die weiteren Jahresweltbestleistungen zeichneten der Äthiopier Muktar Edris (5000 m), der Jamaikaner Omar McLeod (110 m Hürden) und die Kenianerin Hyvin Kiyeng Jepkemoi (3000 m Steeple) verantwortlich. Für einen chinesischen Heimsieg sorgte der 22-jährige Gao Xinglong im Weitsprung.
(SDA)