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Bauvorhaben
Lärmrelevante Bauvorhaben
Lärmrelevante Bauvorhaben sind neue sowie wesentlich geänderte Gebäude mit lärmempfindlichen Räumen. Das Vorgehen für Baubewilligungen in lärmbelasteten Gebieten regelt Art. 31 der Lärmschutz-Verordnung LSV.
Ausnahmebewilligung mit Zustimmung des Kantons
Neuer Wohnraum kann sowohl durch Neubauten als auch durch An- und Aufbauten entstehen. Ebenfalls entsteht neuer Wohnraum durch Umnutzungen eines Gewerberaums zu einem Wohnraum oder wenn durch Umbau von bestehendem Wohnraum zusätzliche Wohneinheiten geschaffen werden.
Bei diesen Bauvorhaben gelten die Vorgaben nach Art. 31 LSV. Können die Immissionsgrenzwerte IGW nicht an allen Fenstern eingehalten werden, so sind Ausnahmen erforderlich und eine Zustimmung des Kantons zum überwiegenden Interesse ist notwendig.
Beispiele:
- Neubau eines Mehrfamilien oder Einfamilienhauses
- Anbau für zusätzliche Wohnungen
- Ausbau eines Dachgeschosses mit einer neuen Wohnung
- Umbau einer 4-Zimmer-Wohnung in beispielsweise vier 1-Zimmer-Wohnungen
- Umbau eines Stockwerks mit 4 durchgehenden Wohnungen zu 4 einseitig ausgerichteten Wohnungen
- Umnutzung eines Lagers zu einem Wohnraum
- Umnutzung eines Büroraums zu einem Wohnraum
Baubewilligung ohne Zustimmung des Kantons
Bei Umbauten, welche keine neuen Wohneinheiten schaffen und wo alle neuen lärmempfindlichen Räume über ein Fenster mit einer Belastung unter dem IGW verfügen, wird von einer genügenden Lärmoptimierung unter erschwerten Bedingungen ausgegangen sowie ein überwiegendes Interesse als ausgewiesen angesehen.
Beispiele:
- Ausbau des Dachgeschosses eines Einfamilienhauses
- Umbau einer 4-Zimmer-Wohnung in eine 5-Zimmer-Wohnung
- Umbau einer 4-Zimmer-Wohnung in eine 3-Zimmer-Wohnung
- Anbau eines Wohnbereichs zu einer bestehenden Wohneinheit
- Zusammenlegung von zwei Wohnungen
Baubewilligung ohne Zustimmung des Kantons
Bei lärmempfindlichen Betriebsräumen (z. B. Büros), Schulen, Kindergärten und Kinderkrippen sowie klassischen Hotelzimmern mit IGW-Überschreitung am offenen Fenster entfällt die Grenzwertbeurteilung, wenn die Räume über eine kontrollierte Lüftung verfügen.
Beispiele:
- Neubau eines Büro- oder Gewerbegebäudes
- Neubau eines Schulhauses
- Anbau für Büroräume
- Umnutzung eines Lagers zu einem Büroraum
- Umnutzung eines Büroraums zu einer Kita
Neue, grössere oder zusätzliche Fenster
Werden Fenster von bestehenden Räumen ersetzt, vergrössert oder zusätzlich erstellt, der Grundriss und die Nutzung jedoch nicht geändert, handelt es sich um eine unwesentliche Änderung nach Art 31 LSV, nicht jedoch nach Art. 32 Abs. 3. Es sind die Anforderungen an die Schalldämmung der Gebäudehülle nach der SIA-Norm 181 einzuhalten. Weisen die übrigen Fassadenteile eine ungenügende Schalldämmung auf, so dass die Anforderungen nicht erreicht werden können bzw. unverhältnismässig sind, kann die Vollzugsbehörde auf Gesuch hin Erleichterungen gewähren.
Neue Fenster bei älteren Gebäuden
Werden in vor 1985 erstellten oder letztmals geänderten Gebäuden die Fenster ersetzt, der Grundriss und die Nutzung jedoch nicht geändert, wird das als eine Sanierungsmassnahme eingestuft. Es sind mindestens die Anforderungen an die Schalldämmung nach Anhang 1 LSV einzuhalten.
Beispiele:
- Renovation der Innenräume
- Sanierung der Aussenfassade
- Anbringen einer Aussenisolation
- Einbau einer Dachlukarne