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Die Entstehung von Biographie-Blockaden: Politisch inhaftierte Frauen in der DDR und ihr familiärer Hintergrund
DOI:https://doi.org/10.26043/GISo.2022.5.4
Schlagworte:Biographieforschung, DDR, Migration, Flucht, politische Verfolgung
Abstract
In der Sozialisationstheorie gibt es nur wenige Ansätze, die empirische Einblicke in Prozesse des Aufwachsens in autokratischen Systemen geben. Politische Regime wie die ehemalige Deutsche Demokratische Republik (DDR) haben (hatten) jedoch nur eine begrenzte Kontrolle über private Familienstrukturen. Daher werden in diesem Beitrag die unterschiedlichen familialen Hintergründe von Frauen dargestellt, die der Oppositionsbewegung angehörten und inhaftiert wurden, weil sie versuchten, (illegal) nach Westdeutschland zu emigrieren. Die Studie basiert auf biographischen Erzählungen von Frauen, die in den 1940er, 50er und 60er Jahren geboren wurden. Die sehr unterschiedlichen familialen Hintergründe dieser Frauen beeinflussten die erworbenen Strategien im Umgang mit dem autokratischen System. Diese Strategien können jedoch unter verschiedenen Lebensumständen versagen oder unwirksam werden, was zu biografischen Blockaden führt. Im Artikel wird argumentiert, das Biographie-Blockaden als ein Schlüsselkonzept zur Erklärung riskanter Emigrationsentscheidungen betrachtet werden können.
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