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Waldbau
Aufforstungen
Dichten Wald gibt es in Bolivien nur in den tieferen Regionen, soweit er nicht abgeholzt worden ist: Im Amazonasgebiet und in den östlichen Tälern bis ca. 1500 m ü. M. In den höher gelegenen Anden sind die ursprünglichen lockeren Wälder stark zurückgedrängt worden. Es gibt zwar viele einheimische Baumarten, die aber meist langsam wachsen und den Bedarf der zunehmenden Bevölkerung nicht decken können. Mit der besseren Versorgung mit Strom und Gas (heute im Dorf Mizque ab Leitung verfügbar) nahm der Druck auf die verbliebenen Wälder ab.
Die Aufforstungen, die mit Pinien gemacht werden, sollen auch helfen, die gigantische Erosion zu bremsen. Ganze Bergzonen sind heute kahl. Wenn es regnet, stürzen die Bäche und Flüsse ins Tal und richten dort Verwüstungen an. So geschehen im April 2014, als allein in der Talsohle von Mizque um die 30 ha Kulturland weggeschwemmt wurden.
Die Direktion für Zusammenarbeit und Entwicklung (DEZA), führte in den 70er Jahren im Tal von Cochabamba ein sehr erfolgreiches Projekt mit Pinien (Föhren) durch. Eine Folgeorganisation „Arboles y Futuro“, die von einem Schweizer Verein geführt wird, leistet technischen Support.
Die Aufforstung mit Pinien ist ein klassisches Agroforstprojekt, das mehrere Ziele verfolgt: Bekämpfung der Erosion, CO2-Senke, Lieferung von Nutzholz und Verbesserung der Einkommen der einheimischen Bevölkerung.
Pflanzungen 2015-2019
In diesen fünf Jahren pflanzten 30 Landbesitzerinnen und 110 Landbesitzer in 11 Gemeinden 126'700 Piniensetzlinge, von denen über 100'000 wurzelten und sich weiter entwickeln. Sie decken zusammen eine Fläche von über einem Quadratkilometer.
Im Durchschnitt wurden 900 Pflanzen pro Landbesitzerin und Landbesitzer (min. 100; max. 3'400) gesetzt.
Die Pflanzungen von 2015 bis 2018 wurden jeweils 1½ Jahr später kontrolliert, also nach der nächsten Regenzeit. 83 % der Setzlinge hatten gewurzelt. Leider herrschte 2016 eine schwache Regenzeit, so dass nur 74 % der Setzlinge überlebten. Die Resultate von 2019 stehen noch aus, da die Kontrolle erst 2020 durchgeführt wird.
Ausbildung: Im Auftrag der Aktion Mizque evaluierte „Arboles y Futuro“ im Jahr 2018 die Pflanzungen und führte 2019 drei Kurse mit den Waldbesitzern durch. „Arboles y Futuro“ ist ein Verein mit Sitz in Chur, der im Departement Cochabamba Waldbesitzer betreut und dazu wertvolles didaktisches Material über die Pflege der Bäume und deren Ernte erarbeitet hat.