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Nun gibt es kaum noch Hoffnung für das seltenste Grosssäugetier der Welt: Am Montag ist das letzte männliche Exemplar des nördlichen Breitmaulnashorn gestorben. Das Tier mit dem Namen Sudan musste eingeschläfert werden. Es litt laut dem Ol-Pejeta-Reservat in Kenia an Altersschwäche. Jahrelang hatten Forscher versucht, mit Hilfe von Sudan die Spezies zu retten.
Sudan wurde 1973 im heutigen Südsudan, damals noch Sudan, geboren. Er wurde gefangen genommen und zusammen mit weiteren Nashörnern in einen Zoo in Tschechien gebracht. Als jegliche Versuche der Fortpflanzung scheiterten, wurden vier der Nördlichen Breitmaulnashörner, darunter Sudan, 2009 nach Ol Pejeta gebracht. Doch auch hier klappte die natürliche Reproduktion nicht.
Jetzt existieren weltweit nur noch zwei Nördliche Breitmaulnashörner. Zwei Weibchen. Auch sie leben im Ol-Pejeta-Reservat. Die Forscher haben noch eine letzte Hoffnung: Sie wollen sie mit dem eingefrorenen Sperma anderer verstorbener Jungbullen befruchten.
Die Art ist beliebtes Ziel von Wilderern, die es auf die Hörner der Tiere abgesehen haben. In Asien werden dafür hohe Preise gezahlt, weil den Hörnern heilende Wirkung zugeschrieben wird. Angeblich helfen sie gegen alles – vom Kater nach durchzechten Nächten bis hin zu Krebserkrankungen.
Das Nördliche Breitmaulnashorn gilt als seltenstes Grosssäugetier der Welt und als unmittelbar vom Aussterben bedroht. Es war ursprünglich in einem Gebiet vom Kongo über Uganda und den Sudan bis hinein in den Tschad verbreitet. Der Bestand des Südlichen Breitmaulnashorns liegt dagegen nach Angaben der Umweltorganisation WWF bei mehr als 20'400 Tieren. (mlu/sda)