Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03501.jsonl.gz/1586

Niederglatt macht eigentlich nicht viel Schlagzeilen von sich und die Meisten hatten Mühe, dieses abgelegene Dorf auf der Karte überhaupt zu finden.
Der kleine Fluss Glatt, der der Ortschaft den Namen gegeben hat, kommt vom appenzellischen Hinterland und bildet die Grenze zwischen dem ehemals fürstäbtischen Hoheitsgebiet und dem Toggenburg, heute zwischen den Bezirken Wil und Untertoggenburg. Zur Rechten thronte einst die Gielen-Glattburg, deren Besitzer früher in Niederglatt ihre Grundrechte besassen.
Als 1798 die alte Eidgenossenschaft zusammenbrach, wurde nach dem Einmarsch der Franzosen die Schweiz nach dem französischen Vorbild in einen Einheitsstaat umgeformt, in die „Eine und unteilbare helvetische Republik“. Obwohl diese Zeit nur 5 Jahre dauerte, so hat sie doch in mancher Hin-sicht die Entwicklung der Schweiz bestimmt. Die ehemals abtischen Lande mit Ausnahme des obersten Teils des Toggen-burgs wurden zum Kanton Säntis geschlagen und dieser wurde in 13 Distrikte eingeteilt. Niederglatt gehörte zum Distirkt Flawil. Die Weiler Aesch, Wilen und Watt können urkundlich bis ins Jahr 882 und 897 zurückverfolgt werden. Wie aus der Geschichte entnommen werden kann, ist die Kirchgemeinde Niederglatt eine der ältesten der Umgebung.
Die Recherchen ergeben auch, dass die erste namentliche Erwähnung einer kath. Schule in die Jahre um 1670 fällt, aber tatsächlich schon früher bestanden haben muss.
Die Bestandesaufnahme fur Niederglatt besorgte der damals bekannte Schulmeister Johann Bapt. Egli.
„Niderglat, ein Dorf von drey Heüser. Es ist eine
eigene Gemeinde und Agentschaft niderglat,
Districkt Flawill. Die entfernung der zum schuol
bezirck gehörigen Heüsser:
Tobel 13 Heüser, die eine viertel stund weit haben;
Aesch 3, die ein halb stund weit haben;
Willen und Wath 20 Heüsser die nur eine viertel
stund weit haben.“
Diese Zahlen decken sich genau mit dem Bericht von Pfarrer G.J. Müller aus dem Jahre 1797.
Durch den Machtspruch Napoleons erhielt die Schweiz am 19. Februar 1803 ein neue Verfassung, die Mediationsakte. Am 15. April erscheint der neue Kt. St. Gallen als vollberech-tigtes Mitglied der Eidgenossenschaft. Der Kanton wurde nun in 8 Bezirke eingeteilt. Der Bezirk Untertoggenburg umfasste die heutigen Alt- und Untertoggenburg.
Seit dieser Zeit gibt es politische Gemeinden, in denen gelegentlich Dörfer zusammengefasst wurden, die bisher wenig Beziehungen zueinander hatten. Niederglatt war ursprünglich der polit. Gemeinde Degersheim zugeteilt und damit dem Kreis Flawil. Schon 1804 wurde die Ortsgemeinde Niederglatt von Degersheim losgelöst und dem Kreis Oberuzwil angegliedert, wozu Niederglatt auch heute noch gehört.
Heute zählt die Gemeinde Niederglatt 361 (Bestand 31.12.2002).