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Eine Kultur hinterläßt Spuren in Form stummer Zeugen, in diesem Fall, Ruinen. Reste einer lauten Kultur. Wir betrachten diese Zeugen sehr oft ohne uns bewußt zu sein, daß diese vergangenen Kulturen klangvoll waren.
Die römische Ausgrabungsstätte in Chur-Welschdörfli wurde von Peter Zumthor überdacht. Er hat einen Schutzbau darüber erstellt. Dieses Gebäude hat schuppenartige Wände die luft- und dementsprechend klangdurchlässig sind. Beim Betreten des Schutzbaues sehen wir nicht nur die stummen Reste einer römischen Siedlung, wir sind auch von einer klangvollen Umgebung begleitet. Diese Verbindung, von sichtbaren aber stummen Zeugen einer vergangenen Kultur mit den gegenwärtigen Umgebungsklängen inspirierte mich zu einer Klanginstallation.
Kurze Reflexion über die Klanginstallation
Ich verstehe meine Beschäftigung mit dem Klang als eine Arbeit mit einem Material das unser Gehör wahrnimmt, und zwar ohne daß ich es klassifiziere in Musik, Lärm, Geräusche, Naturklänge, künstliche Klänge usw. Ich möchte Schwingungen, die auf unser Gehör eintreffen und die wir als Klang wahrnehmen und definieren, aus ihrem Kontext lösen und als Material betrachten und verarbeiten , so wie der Bildhauer sein Material, sei es Stein oder Ton, bearbeitet.
Die Beschäftigung mit Zumthor's Schutzbau führte mich zu einer Komposition, in der ich drei verschiedene Klangebenen verarbeitete.
Die erste Klangebene sind die Umgebungsgeräusche die in die Ausgrabungsstätte eindringen. Sie symbolisieren für mich das dauernde Vorhandensein von Schwingungen und somit das unendliche Kontinuum unserer Zeit.
Die zweite Klangebene entstand durch die Beschäftigung mit der Idee Schwingungen durch Bewegung zu erzeugen.
Die dritte Klangebene ist die menschliche Stimme. Sie symbolisiert meine menschliche Präsenz, meine beschränkte Zeit in der Unendlichkeit.
Die fertige Komposition wird in der Ausgrabungsstätte installiert.
Die alltäglichen Klänge der Umgebung durchdringen und vermischen sich mit der eingerichteten Installation, umgekehrt dringen die Klänge der Installation nach Außen um sich dort mit den alltäglichen Geräuschen zu vermischen.