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Einen Zacken zulegen!
Im letzten Pressekommuniqué vom 13.Mai 2015 stellt der Verband der Schweizer Milchproduzenten (SMP) endlich fest, dass die Situation katastrophal ist. Die Preise sind um die 50Rp/kg. «So können auch gut strukturierte und rationell wirtschaftende Betriebe im teuren Schweizer Kostenumfeld bei weitem nicht kostendeckend Milch produzieren.»
Nun dauert diese Situation aber bereits Jahre, selbst mit 70 Rp/kg ist die Milchproduktion nicht rentabel. Die Bauernfamilien müssten mehrheitlich 1 Fr/kg bekommen, um dabei etwas zu verdienen...
Dennoch könnten wir angesichts einer solchen Botschaft des SMP-Verbandes im weiteren Pressetext einen effektiven Kampfplan erwarten. Aber da kommt nichts. Wir erfahren von der Anstellung einer neuen Person in der Führungsriege, um die Kommunikation zu verbessern, einer Stärkung der Absatzförderung für mehr «lokal essen» und einer Wiederholung der Forderung für einen Nachtragskredit «von rund 26 Millionen Franken für das Schoggigesetz, damit der in Aussicht gestellte Deckungsgrad von 85 Prozent erreicht werden kann».
Des weiteren, „fordert der SMP-Vorstand, von den Branchenpartnern, dass der Richtpreis für die A-Milch ab 1. Juli unverändert bei 68 Rappen belassen wird und der effektive Milchpreis in der zweiten Jahreshälfte wieder an den Richtpreis herangeführt wird.“ Muss dies als Zeichen der Verhandlungsunfähigkeit gedeutet werden?
In einem Kommuniqué vom 14.April 2015,ergänzte der Verband, er unternehme alles, um innerhalb der BOM (Branchen Org. Milch), die Segmentierungsregelungen systematisch umzusetzen. Dies obwohl diese Massnahmen, wie wir von Anfang an gewusst haben, nichts nützen und auch heute noch unkontrollierbar sind.
Unserer Meinung nach können die bäuerlichen Mitglieder von einem Verband, wie dem SMP, der die Milchproduzenten zu verteidigen hat und dessen Budget nach wie vor bequem gepolstert ist, etwas mehr erwarten.
Wann kommen nationale Demonstrationen, wann die nächsten Aktionen? Wann wird endlich Klartext gesprochen? Die öffentliche Meinung muss wieder mobilisiert werden, denn die Krise ist weit schlimmer als im Jahr 2008, dem Jahr des Milchstreiks. Die Bauernfamilien sind sicher bereit den Docht wieder anzuzünden, aber für andere Lösungen. Ein feuchter Zünder wird im Milchpool nicht explodieren, den müssen wir eher durch das Zudrehen des Hahnes austrocknen. Und dafür könnte ein System der nationalen Regulierung, modelliert nach dem europäischen Muster, ein guter Anfang sein. BUMM !
Uniterre