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Der Schweizer U21-Internationale Michael Frey verlässt die Young Boys. Der 20-jährige Stürmer setzt seine Karriere in der französischen Ligue 1 bei Lille fort.
Frey, der für YB in der laufenden Super-League-Saison drei Tore erzielt hat, unterschrieb mit den Nordfranzosen einen Vierjahresvertrag. Der kräftige Angreifer war am späten Montagnachmittag nach Lille gereist, um sich mit seinem neuen Klub zu einigen. Gemäss französische Quellen erhält YB vier Millionen Franken Ablöse.
Die Young Boys hätten ihren jungen Angreifer gern in den eigenen Reihen gehalten. Aber Sportchef Fredy Bickel musste konstatieren: "Es ist eine Tatsache, dass es für praktisch jeden Schweizer Klub sehr schwierig wird, einen Spieler zu halten, der von einem Verein aus einer grösseren Liga umworben wird." Frey bezeichnete den Wechsel zu Lille als eine grosse Chance, die vielleicht nicht mehr so schnell kommen würde.
Frey wird in Frankreich als Ersatz für den zu Hertha Berlin gewechselten Salomon Kalou vorgestellt. Mit Ryan Mendes, Nolan Roux und dem belgischen WM-Teilnehmer Divock Origi ist der Sturm in Lille gut besetzt. Ohnehin besitzt der Meisterschafts-Dritte der letzten Ligue-1-Saison eine starke, eingespielte Mannschaft, die in der letzten Spielzeit vor allem in der Defensive überzeugte. Die Qualifikation für die Champions-League-Gruppenphase verpasste Lille gegen den FC Porto allerdings deutlich, nachdem eine Qualifikationsrunde zuvor GC ausgeschaltet worden war. In der laufenden Meisterschaft belegt der dreifache Meister nach vier Runden den 3. Platz.
In Lille machte auch Stephan Lichtsteiner von 2005 bis 2008 seine ersten Schritt im Ausland. Seither hat der nahe der belgischen Grenze beheimatete Klub an Bedeutung gewonnen. Frey kann damit rechnen, in der Meisterschaft mit Lille vorne mitzuspielen. Mit René Girard hat er einen Trainer, der sich im Umgang mit jungen Talenten auskennt. Der 60-Jährige betreute von 2004 bis 2008 die französische U21-Nationalmannschaft. 2012 coachte er Montpellier sensationell zum Meistertitel. Seit 2013 ist er nun in Lille als Nachfolger von Rudi Garcia, dem derzeitigen Trainer der AS Roma, tätig. Garcia hatte Lille 2011 zum dritten und bislang letzten Meistertitel geführt.
Zu seinem Debüt im neuen Dress könnte Frey am 14. September kommen. Dann spielt Lille gegen Nantes im gut 50'000 Zuschauer fassenden Heimstadion Pierre-Mauroy (sda).
Bildquelle: bernerzeitung/Andreas Blatter