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Casablanca
Der Film von Michael Curtiz mit Humphrey Bogart, Ingrid Bergman, Paul Henreid, Sydney
Greenstreet, Claude Rains, Peter Lorre.
Artikel vom 15. Februar / 14. März 2000
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Casablanca gehört zu den Klassikern der Filmgeschichte und ist
unterdessen auch auf DVD erhältlich. Zeitlose Ingredienzen wie verlorene
Liebe, Intrigen, Geheimnisse und Melodrama vermischen sich vor dem Hintergrund
des Zweiten Weltkriegs und mit Hilfe der von Max Steiner ausgewählten
Musik (As Time Goes By) zu einem unschlagbaren Cocktail. Hervorragende
Schauspieler wie Humphrey Bogart (Rick/Richard Blaine), Ingrid Bergman
(Ilsa Lund), Paul Henreid (Victor Laszlo), Sydney Greenstreet (Ferrari),
Claude Rains (Captain Louis Renault), Peter Lorre (Ugarte) und Conrad Veidt
(Major Strasser) tragen das ihre zum Erfolg bei.
Zur Zeit der Entstehung von Casablanca befand sich das Studio-System
in Hollywood auf seinem Höhepunkt. Alle Majors drehten einen Film
pro Woche. Casablanca war nur einer von ihnen. Deshalb war sein
Erfolg nicht vorhersehbar. Der Autor Murray Brunett war auf einer Europareise,
die ihn nach Südfrankreich gebracht hatte, zur Geschichte um Rick's
Café Américain inspiriert worden. Die berühmten Epstein-Brüder
adaptierten den Skript fürs Kino. Zum Glück für die Produzenten
landeten die Alliierten nur wenige Tage vor dem Kinostart in Casablanca,
weshalb der Name in aller Munde war, die Aufmerksamkeit der Kinogänger
auf sich zog und ihre Fantasie anregte. 1943 erhielt Casablanca
einen Oscar für den Besten Film des Jahres. Seinen weltweiten Siegeszug
trat der Film nach Humphrey Bogarts Tod im Januar 1957 an. Bis zum Jahr
1977 wurde Casablanca zum im Fernsehen meistgespielten Film.
Im Gegensatz zur historischen Realität spielte Casablanca
im unbesetzten Frankreich (Marokko), wo verfolgte Personen verzweifelt
auf der Suche nach Ausreisevisa sind und korrupte Funktionäre, zwielichtige
Figuren und Kriminelle ihren Vorteil daraus zu ziehen versuchen. Zwei deutsche
Kuriere werden getötet. Ihre von General DeGaulle unterzeichneten
Transitvisa werden auf dem Schwarzmarkt zum Verkauf angeboten. Der Untergrundführer
Viktor Laszlo (Paul Henreid) will sie von Ugarte (Peter Lorre) für
sich und seine Frau Ilsa Lund (Ingrid Bergman) kaufen. Laszlo ist aus einem
KZ entflohen und wurde von den Nazis durch ganz Europa gejagt. Wie es der
Zufall so will, hatte seine Frau früher in Paris eine Affäre
mit dem Nachtclubbesitzer Rick (Humphrey Bogart).
Der Film lebt von grossartigen Dialogen wie in der Szene zwischen dem
korrupten Polizeipräfekten von Casablanca, Captain Louis Renault,
und dem Besitzer von Rick's Café Américain:
Renault: Was hat Sie nach Casablanca gebracht?
Rick: Meine Gesundheit. Ich kam wegen der Quellen nach Casablanca.
Renault: Die Quellen? Welche Quellen? Wir sind in der Wüste.
Rick: Ich war falsch informiert worden.
In einer Rückblende werden die Zuschauer über die Beziehung
zwischen Rick und Ilsa aufgeklärt. Die zwei hatten in Paris eine kurze
aber intensive Affäre, die mit dem Einmarsch der Deutschen endete.
Zum vereinbarten Treffen zur Flucht am Bahnhof erschien Ilsa nicht. In
Casablanca schliesslich klärt sie ihn über ihr Verhalten auf.
Im letzten Moment hatte sie erfahren, dass ihr Mann, Victor Laszlo, nicht
wie geglaubt im KZ umgekommen war. [Das wusste sie bereits bei ihrem letzten
Treffen, wagte aber nicht, es ihm mitzuteilen].
1942 war ein Jahr, in dem die Hollywood-Zensur strikt gehandhabt wurde.
Zeilen wie die folgenden, von einer Frau gesprochenen, hatten keinen Platz
im Film und wurden rausgeschnitten: "Früher nahm ich wenigstens eine
Villa in Cannes oder zumindest eine Perlenkette. Heute verlange ich lediglich
ein Ausreisevisa." Allerdings sind leicht versteckte Anspielungen und Andeutungen
ähnlichen Inhalts durchaus im Film zu sehen.
Nur so nebenbei: Dooley Wilson, der den Pianisten Sam spielt, singt
im Film tatsächlich einige Songs wie As Time Goes By. Das Klavierspiel
dagegen stammt vom Studiomusiker Elliot Carpenter. Dooley Wilson tut nur
so als ob er spielte. Der Song As Time Goes By wurde nicht extra
für Casablanca geschrieben, sondern Herman Hupfeld hatte ihn
1931 für die Broadway Revue Everybody's Welcome komponiert.
Rick's an Ilsa gerichtete Zeilen "Schau mir in die Augen, Kleines" heissen
im englischen Original "Here's looking at you, kid."
Als die Produktion für Casablanca anlief, war das Filmskript
noch nicht beendet. Der Regisseur Michael Curtiz konnte Ingrid Bergman
scheinbar nicht einmal mitteilen, in den Armen welchen Filmcharakters sie
enden würde. Er sagte ihr lediglich, sie sollte es "zwischendurch"
spielen ("play it in between"), was entscheidend zur Magie des Filmes beiträgt.
Wie die Italiener sagen: Se non è vero, è ben trovato. Drei
Wochen, nachdem die Produktion abgeschlossen war, wurde Bogart gebeten,
die heute weltberühmte Zeilen zur letzten Szene zu sprechen, in der
Rick und Captain Louis Renault in Rückenansicht zu sehen sind: "Louis,
ich denke, das ist der Anfang einer wunderbaren Freundschaft."
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