Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03345.jsonl.gz/2654

Das Medium der Fotografie begleitet Annelies Štrba seit frühen Jugendjahren. Im Alter von 14 Jahren bekam sie von ihrem Vater eine Kamera geschenkt. Aufnahmen zu machen, bestimmt Štrbas Alltag. Es ist ihre Art, sich mit der Sinnhaftigkeit der Welt auseinanderzusetzen.
In Štrbas umfangreichem Werk dominieren bunte Blumenwiesen, Madonnen, verstanden als Urbild aller Mütter, Mädchen und junge Frauen, es handelt sich dabei meist um ihre heute erwachsenen Kinder und Enkelkinder, die überwiegend im Schlaf dargestellt sind, eingebettet in eine natürliche Umgebung – auf Waldlichtungen, am Wasser oder in Berglandschaften.
Ihre Arbeiten wirken wie aus der Zeit gefallen; sie changieren zwischen Traum und Wirklichkeit. Die Künstlerin lässt am Bildschirm Fotomaterial und/oder Videostills ineinanderfliessen, setzt durch die Erhöhung der Sättigung von Farben leuchtende Akzente und/oder verzerrt Formen, indem sie Motive in Pixel auflöst, teilweise bis hin zur Abstraktion. Unter Verwendung digitaler Werkzeuge erschafft Štrba neue Realitäten, in denen sich Tranceartiges und Auratisches vereinen, wodurch die Betrachtenden zum Innehalten und Sinnieren verführt wird.
Die 1947 in Zug geborene Annelies Štrba absolvierte eine Ausbildung zur Fotografin. Die erste Einzelausstellung mit dem Titel Aschewiese, die die Kunsthalle Zürich 1990 realisierte, begründete Štrbas internationalen Erfolg. Für ihr künstlerisches Schaffen erhielt sie zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, unter anderem den Eidgenössischen Preis für Gestaltung (1971, 1972 und 1973). Ihre Arbeiten sind weltweit in musealen und privaten Sammlungen vertreten. Štrba lebt und arbeitet in Richterswil, Ascona und Arcegno.