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Die Grünen sollten sich mit landwirtschaftlichen Produktionsvorgaben zufrieden geben, die zwar erhöht würden, aber leicht unter dem Bio-Niveau blieben. Im Gegenzug könnten die Bauern die grüne Forderung nach einem Importstopp für Agrargüter, die nicht nach Schweizer-Standards produziert werden, stützen, schlägt Ritter vor. Als ersten Schritt zu einem solchen Bündnis fasst er die Unterstützung des Referendums gegen den Freihandelsvertrag mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten ins Auge. «Ich glaube, wir sollten uns mit den Grünen zusammentun und uns auf einen solchen Kompromiss einigen», sagt Ritter.
«Schauen Sie, in Brasilien spielt es keine Rolle, ob Sie auf gerodetem Land produzieren, und in den USA ist Gentechnik weit verbreitet, während bei uns hohe Standards gelten. Diese Rechnung kann für uns nicht mehr aufgehen», erklärt Ritter. Deshalb sei er persönlich überzeugt, dass die Landwirtschaft hier ein solches Bündnis mit den ökologischen Kräften diskutieren müsse, «zum Schutz der Landwirtschaft und der Umwelt».
Sollte sich bestätigen, dass das Mercosur-Freihandelsabkommen im Bereich der Nachhaltigkeit keine griffigen Bestimmungen enthalte, «werden wir sehr genau überlegen müssen, ob ein solcher Weg noch zukunftsgerichtet ist», konkretisiert Ritter. «Und im Rahmen der Landwirtschaftspolitik werden wir uns für den Erhalt des Grenzschutzes mit Nachhaltigkeitsvorschriften einsetzen.»
Die Bauern würden sich, um Mehrheiten zu finden, zwischen den Ultraliberalen, die einfach die Grenze öffnen wollen, und den Grünen entscheiden müssen, so Ritter weiter. «Und ich glaube, eine Diskussion mit Grünen ist eher möglich.»
Regula Tschanz, Generalsekretärin der Grünen, erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass Markus Ritter Recht habe, wenn er sage, dass es endlich eine Qualitätsstrategie für importierte Lebensmittel geben müsse. Er habe deshalb 2018 konsequenterweise die Fair-Food-Initiative der Grünen unterstützt. Wie dies auch Bauernverbände in der Westschweiz oder der Verband der Bäuerinnen und Landfrauen getan hätten.
«Wir sind bereit, mit dem Bauernverband zusammen eine nachhaltige Handelsstrategie durchzusetzen. Aber wir wollen auch einen griffigen Gegenvorschlag zu den Pestizid-Initiativen», betonte Tschanz. Ein solcher Gegenvorschlag müsse rasch Verbesserungen bringen und Bauernbetrieben neue Perspektiven eröffnen. «Wir setzen uns gerne mit dem Bauernverband dazu an einen Tisch", erklärte die Grünen-Generalsekretärin: «Es braucht hier rasche Lösungen!»
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