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Männerchor Iberg 1891-2012
Über 120 Jahre lang hatte die Seener Aussenwacht Iberg einen eigenen Männerchor. Über viele Jahre hinweg organisierte dieser Verein die 1. August-Feier auf dem wunderschönen Aussichtspunkt Sessel. Eine Tradition die sich bis heute unter anderer Leitung erhalten hat. 2012 mangelte es an Sängern. Der Chor löste sich auf.
Die wechselvolle Geschichte des Männerchors Iberg beginnt 1869 mit dem ersten Liederbuch für den Männergesangverein Iberg. Eine alte Fahne zeugt auch noch aus dieser Zeit. Die offizielle Geburtsstunde des Männerchors Iberg war dann aber am 28. November 1891, wovon die ersten Statuten zeugen.
1903 nahm der Männerchor Iberg am Sängerfest in Seen teil und errang einen Eichenkranz. 1926 flaute der Schwung im Verein ab, weshalb man sich mit dem Töchterchor zum Gemischten Chor Iberg zusammenschloss. Dieser bestand bis 1936 und wurde mangels Frauen wieder durch einen Männerchor abgelöst. Eine Zeit lang waren aber immer noch Frauen im Vorstand zugelassen. In dieser Zeit wurde auch mit dem Bummel über die Höfe begonnen, um die Passivmitgliedsbeiträge einzukassieren. Diese Tradition, wenn auch ohne Passivmitgliedsbeiträge, wird auch heute noch von einigen ehemaligen Sängern weitergeführt.
Während dem zweiten Weltkrieg war das Vereinsleben durch die Mobilisation stark eingeschränkt. Dafür blühte der Chor aber danach wieder auf. Die Unterhaltungen wurden mit Theatervorführungen bereichert. Ein weiteres Sängerfest fand 1946 wieder in Seen statt und der Männerchor Iberg war auch da wieder dabei. 1947 wurde der Töchterchorfonds aufgelöst. Trotzdem wurden noch bis 1954 Frauen als Ehrenmitglieder ernannt.
Für eine neue Fahne wurden 1972 Nachforschungen über ein Iberger Wappen angestellt. Ein solches wurde aber nie gefunden. 1974 fand dann die Fahnenweihe mit dem Musikverein Harmonie Kyburg statt.
Der Männerchor Iberg organisierte über viele Jahre hinweg jeweils am 1. August die Bundesfeier auf dem Sessel. Ab 1998 konnten für die Bundesfeier viele prominente Redner engagiert und mit Sängertreffen verschiedenster Vereine ergänzt werden.
1995 wies das Verzeichnis der aktiven Sänger noch 30 Namen auf, wohl der Höhepunkt der Sängerzahl in neuerer Zeit. Danach nahm die Sängerzahl aber rapide ab. Versuche, neue Sänger zu finden, scheiterten.
So wurde schweren Herzens 2012 die Auflösung des Vereins beschlossen. Ein paar Sänger schlossen sich daraufhin dem Männerchor Kollbrunn an, während die anderen Gesangsfreudigen ab 2013 beim Männerchor Winterthur-Seen eine neue Heimat fanden.
Text und Bilder stammen von Willy Niederer