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Immer wieder gab es zwischen den Nationen Streitfälle darüber, wer in welchem Gebiet fischen, forschen und mit Schiffen fahren darf. Das UNCLOS-Abkommen definierte nationale wirtschaftliche Exklusivzonen in einer Länge von 200 Seemeilen von der Küste Richtung Meer – die restlichen zwei Drittel der Meere wurden als internationale Hochsee definiert, die jedes Land beliebig für Fischfang, Forschung und die Schifffahrt nutzen kann. Der Ausbeutung des Ökosystems Ozean auf hoher See standen so Tür und Tor offen. Garrett Hardin, der in den 1960er-Jahren zu Allmenden forschte, also Gütern, deren Nutzung für alle möglich sind, wobei sich die Nutzer gegenseitig konkurrenzieren, formulierte es so: «Freiheit für alle führt zum Ruin für jeden.»
Es geht um unsere Lebensgrundlage
Der «Ruin» kann auf drei Ebenen beschrieben werden. Erstens betrifft es die Fischbestände. Seit 1970 haben sich die weltweiten Bestände der vom Menschen genutzten Meeresarten im Schnitt halbiert. Ein Drittel der Fischbestände ist von Überfischung betroffen, die Bestände kommen also mit der Regeneration nicht nach und schrumpfen. Das trifft - zum zweiten - alle Beschäftigten der Fischerei. Etwa 600 Millionen Menschen sind auf die Fischerei angewiesen. Für sie ist der Fischfang heute eine teurere und gleichzeitig weniger ergiebige Angelegenheit als früher.
Zum dritten sind aber auch alle nicht direkt in der Fischerei Beschäftigten von der abnehmenden Biodiversität auf den Weltmeeren betroffen: Aktuell absorbieren die Meere knapp die Hälfte des Kohlendioxids und produzieren über die Hälfte des Sauerstoffs. Studien weisen darauf hin, dass die abnehmende Biodiversität der Meere dazu führt, dass diese für uns Menschen zentrale Funktion der Meere nachlässt. Beim Schutz der Meere geht es also längst nicht mehr um den Erhalt der Biodiversität aus ideellen Gründen, es geht um unsere Lebensgrundlage.