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Die Gelbsucht oder auch Hyperbilirubinämie genannt, ist eine meist harmlose Veränderung der Hautfarbe des Neugeborenen im frühen Wochenbett. Nahezu alle Babys werden etwas „gelblich“ in den ersten 2-6 Tagen nach der Geburt. Dies liegt daran, dass der kleine Körper nach der Geburt rote Blutkörperchen (Erythrozyten) abbaut. Beim Abbau der Erythrozyten fallen bestimme Abbauprodukte an, unter anderem das Bilirubin. Das Bilirubin wird dann über die Blutbahnen in die Leber transportiert. Die Leber ist verantwortlich, dass das Bilirubin in seiner Struktur umgewandelt wird und über die Galle in den Darm ausgeschieden wird. Ein Teil des umgewandelten Bilirubins wird auch über die Niere und somit mit dem Urin ausgeschieden.
Da die Neugeborenen eine noch unreife Leber haben, ist es ganz natürlich, dass diese mit der Arbeit nicht nach kommt und die Konzentration des Bilirubins im Blut steigt. Ab einer gewissen Konzentration im Blut, tritt das Bilirubin ins Gewebe über und führt dann zur Gelbfärbung der Haut.
Im Spital wird mit einem Sensor über die Haut die Stärke der Gelbverfärbung kontrolliert. Je nach Wert wird das Bilirubin auch im Blut des Babys bestimmt. Denn ein zu hoher Wert, eine Hyperbilirubinämie, ist therapiebedürftig. Bei einer nicht behandelten Hyperbilirubinämie besteht das Risiko eines Kernikterus. Das heisst, der Körper hat eine so hohe Konzentration des Bilirubins im Blut, dass er es nicht nur im Gewebe ablagert, sondern auch über die Blut-Liquor-Schranke ins Gehirn transportiert. Dort wirkt es toxisch auf das Gehirn und kann schwere Gehirnschäden verursachen. Durch die Beobachtung des Kindes, Kontrollen des Bilirubinwerts und eine Therapie kann dies aber sehr einfach verhindert werden.
Die Hyperbilirubinämie wird mit einer Phototherapie behandelt. Das Bilirubin im Gewebe, kann mit bestimmten Weiss-, Blau- und Spezialblaulichtern umgewandelt und so über die Niere und Leber ausgeschieden werden. Eine Therapie dauert meist 12 Stunden. In dieser Zeit liegt das Baby nur in Windeln und mit einer „Augenbinde“ auf einer speziellen Phototherapie-Matte oder in einem Inkubator unter einer Phototherapie-Lampe. Welche Phototherpie-Quelle verwendet wird hängt vom Schwangerschaftsalter und der Stärke der Hyperbilirubinämie ab und natürlich von den Möglichkeiten im Spital. Während der Therapie wird das Kind durch das Pflegepersonal oder die Hebammen überwacht und es wird auf eine regelmässige Ernährung geachtet. Beim gestillten Kind wird mit Hilfe von Wägeproben kontrolliert, ob es genug Muttermilch bekommt und bei Bedarf wird zugefüttert.
Bei einem „gelben“ Kind, dass nicht therapiebedürft ist, ist es trotzem sinnvoll es im Abbau des Bilirubins zu unterstützen. Der Abbau kann durch häufiges Stillen erleichtert werden. So hat das Baby genug Energie und Flüssigkeit zur Verfügung. Auch indirekte Sonnenbestrahlung durch ein Fenster oder beim Spazieren hilft.