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Als sich die moderne Wissenschaft im 19. Jahrhundert etablierte, war darin kein Platz für Frauen vorgesehen. Die Universität war eine männliche Domäne. Es brauchte die Frauenbewegung, die das Recht der Frauen auf gleiche Bildung einforderte und sich insbesondere gegen ihren Ausschluss aus der höheren Bildung wandte. Mehrere Schweizer Universitäten übernahmen dabei, etwas unverhofft, eine Vorreiterrolle: Sie liessen als erste Europas ab den 1860er Jahren Frauen zum Studium zu. Basel zögerte allerdings.
Die rechtliche Gleichstellung im Zugang zur Universität ist aber nur die eine Seite. Die effektiven Chancen, in Studium, Wissenschaft und Beruf zu reüssieren, bleiben zwischen Männern und Frauen bis ins 21. Jahrhundert ungleich verteilt. Vom Ersten Weltkrieg bis in die 1950er Jahre stagniert der Anteil Studentinnen an den Schweizer Universitäten bei rund 15% – trotz offenem Zugang. Aber auch das kontinuierliche Wachstum des Studentinnenanteils seit den 1960er Jahre bedeutet noch nicht, dass sich die Karriereperspektiven in Wissenschaft und Erwerbswelt automatisch zu ihren Gunsten ausgleichen würden. In den 1980er Jahren thematisieren vor allem Assistentinnen und Studentinnen die Benachteiligung von Frauen. In den 1990er Jahren wird die universitäre Gleichstellungspolitik an der Universität Basel institutionalisiert. Sie versucht auf einen geschlechtergerechten Chancenausgleich in Lehre und Forschung hin zu wirken.