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Schon lange zählt der britische Schriftsteller Simon Mawer zu den literarischen Geheimtipps und er hat es mit seinem Roman "The Glass House" sogar auf die Shortlist des Bookerpreises geschafft.
Seinen neuen Roman "Die Frau, die vom Himmel fiel" darf man mit Fug und Recht als würdigen Nachfolger bezeichnen. Er führt seine Leser in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und erzählt die Geschichte einer jungen Frau namens Marian Sutro, die als britische Agentin in das von den Nazis besetzte Frankreich geschmuggelt wird.
Marian Sutro ist eine gebildete, junge Diplomatentochter, die schon vor dem Krieg in ihrer Jugend lange Jahre in Paris und vor allem in Genf verbracht hat und die deshalb fließend Französisch spricht. Während dieser Zeit in Paris hatte Marian ein kurzes Verhältnis mit dem jungen Atomphysiker Clement Pelletier, der nun für die Nazis arbeitet. Auf ihn ist Marian nach einer langen Ausbildung und Vorbereitung, die Mawer kenntnisreich schildert, angesetzt. Mawer nutzt die Schilderung der Vorbereitungszeit auch, um Marian etliche Menschen kennen lernen zu lassen, die im weiteren Verlauf des spannenden Spionage -und Agentenromans tragende Rollen einnehmen werden.
Unter anderen lernen wir Marians Bruder Ned kennen, der ebenfalls als Physiker an der Entwicklung der Atombombe arbeitet. Die Briten wollen den jungen Franzosen Clement mit Marians Hilfe zum Überlaufen bewegen und sich so einen entscheidenden Kriegsvorteil verschaffen.
Irgendwann ist die Vorbereitung zu Ende und Marian springt zusammen mit anderen über Frankreich mit dem Fallschirm ab, dabei ist auch ein junger Mann, in den sie sich verliebt hat. Nun beginnt eine atemlos, aber mit viel Liebe zum Detail erzählte Geschichte über den französischen Widerstand und die Tätigkeit des britischen Geheimdienstes im besetzten Frankreich.
"Die Frau, die vom Himmel fiel" ist aber nicht nur ein spannender Spionageroman, sondern auch eine mit viel romantischem Gespür erzählte Liebesgeschichte mit Paris als Kulisse. Es ist die Geschichte einer jungen und mutigen Frau, die sich in Gefahr begibt, um ihrem Land zu dienen, und die dennoch ihr persönliches Glück nicht aus dem Auge verliert. Das Buch ist ein regelrechter Pageturner. Man kann nicht aufhören, von Kapitel zu Kapitel zu lesen und dem spannenden Weg der Protagonistin zu folgen.
Simon Mawer zeigt sich in diesem wunderbaren Roman als ein großer Erzähler, der damit hoffentlich auch in Deutschland den Durchbruch schafft.