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Hormonelle Stimulation
Die Eireifung und der Eisprung können mit Hormonen angeregt werden.
Ist die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch ein verspäteter oder ausbleibender Eisprung, kann er mit einer Hormonbehandlung in Form von Tabletten (Letrozol, Femara®) gefördert werden. Insbesondere beim polycystischen Ovarsyndrom ist dies die Behandlung der Wahl. Das früher verwendete Clomifencitrat ist in der Schweiz im Handel nicht mehr erhältlich; ausserdem ist es erwiesen, dass Letrozol jedenfalls beim polycystischen Ovarsyndrom (PCOS) wirksamer ist. Nach der Tabletteneinnahme über 5 Tage kontrollieren wir am 12. Zyklustag mittels Ultraschall Anzahl und Grösse der Eibläschen. Der Eisprung kann mit einer Hormoninjektion (Beta-HCG, z.B. Choriomon®, Ovitrelle®, Pregnyl®, Profasi®) ausgelöst werden.
Eine Alternative ist die Behandlung mit niedrig dosierten Hormonspritzen (FSH, z.B. Fostimon®, Gonal F®, Ovaleap®, Puregon® oder HMG, z.B. Menopur®, Merional®). Auch diese Injektionen beginnen in der Regel am 3. Zyklustag (spätestens am 5. Zyklustag), die erste Ultraschallkontrolle wird am 8. Zyklustag durchgeführt. Der Eisprung muss mit einer Hormoninjektion ausgelöst werden, sobald ein sprungreifes Eibläschen vorhanden ist. Die Spritzen (Injektionen) können mit den heutigen, modernen Präparaten auf einfache Weise direkt unter die Haut erfolgen, so dass diese nach einer entsprechenden Unterrichtung gut durch die Frau selber oder durch ihren Partner appliziert werden können. Eine Stützung der Gelbkörperphase (Lutealphase) mit Gelbkörperhormon (Progesteron, z.B. Utrogestan®, Crinone®, Prolutex®) verbessert die Schwangeschaftschancen.
Dadurch, dass der Eisprung medikamentös ausgelöst wird, kann gewährleistet werden, dass sich befruchtungsfähige Spermien zum idealen Zeitpunkt, nämlich kurz vor dem erwarteten Eisprung, im Eileiter finden.
Wichtig ist, dass die Hormonbehandlung immer unter Ultraschallkontrolle durchgeführt wird, damit eine allfällige Gefahr von insbesondere höhergradigen Mehrlingen (Drillinge und mehr) rechtzeitig erkannt werden und die Therapie entsprechend abgebrochen werden kann. Vor der ersten Ultraschallkontrolle sollte deshalb kein ungeschützter Geschlechtsverkehr stattfinden.
Die Hormonbehandlung kann auch mit anderen Behandlungsverfahren kombiniert werden: