Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03212.jsonl.gz/1581

Lars Gustafsson hat am 17.05 Geburtstag
Lars Gustafsson (* 17. Mai 1936 in Västerås; † 3. April 2016) war ein schwedischer Schriftsteller und Philosoph.
Lars Gustafsson studierte Literatur, Philosophie und Soziologie an den Universitäten von Uppsala/Schweden und Oxford. Seit den 1960er Jahren tritt er als Lyriker, Philosoph und Romancier in Erscheinung. Neben seinem literarischen Schaffen war er anfangs zeitweilig Chefredakteur einer Literaturzeitschrift. Schon bald knüpfte er internationale Kontakte, auch in der Welt der Literatur, z. B. zur deutschen Autorengemeinschaft Gruppe 47.
Durch ein DAAD-Stipendium für einen einjährigen Arbeitsaufenthalt in West- Berlin gelangte er 1972 nach Deutschland, wo er für zwei Jahre lebte. In diese Zeit fielen ausgedehnte Reisen, u. a. nach Australien, Singapur, Tokio, Israel und in die USA. 1961 wurde er im Fach Philosophie promoviert, 1979 schloss er seine Habilitation ab. 1981 konvertierte Gustafsson zum Judentum. 1983 bis 2006 war er Professor für Germanistische Studien und Philosophie an der University of Texas in Austin/Texas. Seit Mai 2006 lebt er in Södermalm, Stockholm. Die Sommermonate verbringt er regelmäßig in Västmanland.
Sein jüngster Aufenthalt in Deutschland stand in Zusammenhang mit der Tübinger Poetik-Dozentur, an der sich Gustafsson 2005 als Dozent beteiligte. Seine Vorlesungen sind unter dem Titel Augenblick und Gedicht veröffentlicht. Im Jahre 2009 machte er anlässlich der Europawahl 2009 Schlagzeilen, als er mit einem Wahlaufruf offiziell die schwedische Piratenpartei unterstützte. Zur Begründung sagte der Autor:
"Letztlich geht es um das Bürgerrecht auf Information. Das ist wichtiger als das Urheberrecht."
Mit der Verleihung der Goethe-Medaille 2009 wird Gustafsson für sein umfangreiches literarisches Werk und dem darin enthaltenen starken Deutschlandbezug geehrt. Das Goethe-Institut hebt in seiner Begründung hervor, der Autor habe "seit den 70er Jahren das deutsche Schwedenbild jenseits der großen Kinderbuchtradition und der populären schwedischen Kriminalliteratur geprägt." Besonders in seiner Pentalogie Risse in der Mauer schicke er den Leser auf eine Zeitreise durch die 60er und 70er Jahre Schwedens, die präzise und kritisch den Wandel im gesellschaftlichen Wertesystem verfolgt.
Am 25. August 2010 verlässt Gustafsson die schwedische Piratenpartei aus Protest gegen die Zusammenarbeit mit dem Portal WikiLeaks, welchem er vorwirft Todeslisten für die Taliban zu liefern.
Quelle Video: Youtube.com
Quelle weitere Infos: de.wikipedia.org/wiki/Lars_Gustafsson
Weitere Links:
Lars Gustafsson auf www.promigate.ch
Fehler melden / Alle Angaben ohne Gewähr