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FAQ
Wie werden die Prämien berechnet?
Die von einer Krankenkasse pro Jahr berechneten Prämien müssen die Rückerstattung der Gesundheitskosten innerhalb des betreffenden Jahres abdecken. Die Versicherer basieren ihre Berechnungen deshalb auf Prognosen (da die effektiven Kosten erst nach Ablauf des Jahres bekannt sind).
Die Versicherer erstellen jeweils Voraussagen über die zu erwartenden Kosten. Dabei verwendet jede Kasse ihre eigenen Parameter, darunter:
- die Reserven der Kasse,
- die erwartete Entwicklung der medizinischen Kosten (verbunden mit neuen Leistungen, den Medikamentenpreisen, neuen Gesetzen, usw.)
- die Anzahl neuer Versicherter,
- die Art der Risiken dieser Neuversicherten.
Die Krankenversicherer müssen Ihre Vorschläge für die Prämien der Grundversicherung dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) bis 31. Juli des laufenden Jahres melden, unter Beilage der definitiven Zahlen des Vorjahrs, der Voraussagen für das laufende Jahr und des Budgets für das folgende Jahr.
Wenn im Lauf eines Jahres die eingenommenen Prämien höher sind als die von den Versicherten verursachten Kosten, kann die Kasse die Prämien im folgenden Jahr kompensieren. In jedem Fall dient jeder Prämienfranken zur Finanzierung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, die keinerlei Profit machen darf.
Wie setzen sich die Prämien zusammen?
Von 100 Prämienfranken der obligatorischen Grundversicherung (OKP) gehen 95.2 an die medizinische Therapie, nur 4.8 in die Administration der Krankenkassen. In diesen Verwaltungskosten sind sämtliche Kosten, wie Löhne, Sozialleistungen, Rückstellungen, Räumlichkeiten, Unterhalt, Informatik, Werbung, usw. inbegriffen.
* Physiotherapie, Chiropraktik, Ergotherapie, Logopädie, Heilbäder, usw.
Warum zahlen wir Krankenversicherungsprämien?
Um die Versicherten im Fall von Krankheit, Unfall und Mutterschaft zu decken, erheben die Krankenkassen Prämien, die von jedem Versicherten monatlich zu zahlen sind.
Dank den einbezahlten Geldern und den damit gebildeten Reserven kann die Grundversicherung die hauptsächlichen medizinischen Pflegekosten der Versicherten übernehmen.
Dieses auf Solidarität gegründete System ermöglicht der gesamten Bevölkerung den Zugang zu einem Gesundheitssystem von hoher Qualität. Es verhindert, dass gewisse Personen aus Kostengründen auf eine Behandlung verzichten.
2015 hat die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP oder Grundversicherung) medizinische Leistungen in der Höhe von 30,1 Milliarden Franken zurückvergütet, das sind im Schnitt 304 Franken pro Versicherten und pro Monat.
Anmerkung:
Der Prämienbetrag ist je nach Versicherer, Franchise, gewähltem Modell und Wohnkanton verschieden. Die von der Grundversicherung gedeckten Leistungen sind jedoch die gleichen für jeden Versicherten in der ganzen Schweiz.
Was kann jeder Versicherte tun, um seine Prämie für die Grundversicherung so niedrig wie möglich zu halten?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um bei den Prämien für die Grundversicherung zu sparen, namentlich:
- eine höhere Jahresfranchise wählen;
- ein Alternativmodell wählen (Hausarzt, HMO, usw.);
- das Unfallrisiko ausschliessen, wenn es bereits vom Arbeitgeber gedeckt ist;
- bei bescheidenem Einkommen einen Verbilligungsbeitrag (IPV) beim Wohnkanton beantragen;
- bei mehr als 60 Tagen Militärdienst die persönliche Versicherung suspendieren;
- ein Versicherungsmodell mit Bonus abschliessen, das ab dem 2. Jahr bei nicht bezogenen Leistungen eine Ermässigung bietet.
Bezahlen alle Versicherten die gleiche Prämie für die Grundversicherung?
Das Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG) sieht vor, dass alle der gleichen Kasse angeschlossenen Versicherten im Prinzip die gleichen Prämien bezahlen, unabhängig von ihrem Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand.
Ausnahme von dieser Regel: Die Prämien sind von Kanton zu Kanton und manchmal von Region zu Region verschieden. Die Versicherer haben das Recht, bis zu drei Prämienregionen pro Kanton zu bilden. Die Tarifunterschiede sind durch die regional unterschiedlichen Gesundheitskosten bedingt. Je höher die Gesundheitskosten in einem bestimmten Kanton oder einer Region ausfallen, umso höher sind die Prämien für die Grundversicherung.
Alle Krankenkassen bieten in der Regel einen Prämienrabatt für Kinder (0 – 18 Jahre). Auch junge Erwachsene (19 – 25 Jahre) profitieren von einem Rabatt, ob sie in Berufsausbildung sind oder nicht.
Warum werden die Prämien für die Grundversicherung jedes Jahr erhöht?
In der Schweiz tragen zahlreiche Faktoren zum konstanten Anstieg der Gesundheitskosten bei, darunter die demografische Entwicklung und der technologische Fortschritt im Medizinbereich. Solange die Gesundheitskosten weiter ansteigen, bleibt eine jährliche Prämienerhöhung leider die Regel.
Das Übel muss deshalb an der Wurzel bei den verschiedenen Kostenverursachern angepackt werden – also bei den Ärzten, Spitälern, Medikamenten und der Spitex-Pflege. Auch die immer anspruchsvolleren Versicherten spielen dabei eine Rolle. Und die Kantone müssen ihrer Verantwortung für die Finanzierung der Gesundheitskosten gerecht werden.
Massnahmen zur Eindämmung der steigenden Gesundheitskosten drängen sich heute auf. Neben Sparanstrengungen entwickeln die Versicherer attraktive neue Modelle zur Kosten- und Prämienreduzierung, wie die Hausarzt-, HMO- und Telmed-Modelle.
Werden im Ausland gekaufte Medikamente durch die Grundversicherung vergütet?
Im Rahmen der Grundversicherung gilt das Territorialitätsprinzip: Im Ausland gekaufte Medikamente werden daher nicht übernommen – ausgenommen bei Notfällen.
Wie werden die Krankenversicherungsprämien festgelegt?
Die sozialen Krankenversicherer (Krankenkassen, welche die Leistungen der Grundversicherung erbringen) sind nicht gewinnorientiert. Laut Gesetz müssen die Einnahmen jedes Jahr kostendeckend sein.
Die Einnahmen der Krankenversicherer bestehen im Wesentlichen aus den Prämien, deren Höhe notgedrungen durch die Höhe der wichtigsten Ausgaben bedingt ist. Bei der Kostenveranschlagung und Prämienberechnung werden verschiedene Faktoren berücksichtigt: medizinische Kosten, Höhe der Reserven, Anzahl der Neuversicherten, Profil der Versicherten (Risikotypen) usw.
Die Krankenversicherer sind verpflichtet, ihre Prämienvorschläge bis am 31. Juli jeden Jahres dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu unterbreiten. Das BAG überprüft die Vorschläge im Lauf der Monate August und September und gibt die Prämienerhöhungen üblicherweise am ersten Freitag im Oktober an einer Pressekonferenz bekannt.
Wie kann ich als Versicherter überprüfen, ob meine Arztrechnungen korrekt sind?
Die von den Ärzten erbrachten Leistungen werden in der Regel angemessen fakturiert. Die Rechnungskontrollen der Versicherer erlauben jedoch jedes Jahr Einsparungen von über einer Milliarde Franken (aufgrund ungerechtfertigter Kosten)!
Als Versicherte nehmen Sie direkt am Kampf gegen den Anstieg der Gesundheitskosten teil, indem Sie Ihre Rechnungen sorgfältig prüfen. Kontrollieren Sie, ob die Konsultationen korrekt aufgeführt sind, ob die berechneten Analysen durchgeführt wurden und ob Sie die angegebenen Medikamente erhalten haben. Falls Sie Unregelmässigkeiten feststellen, wenden Sie sich ruhig an Ihren Arzt, und verlangen Sie eine Überprüfung oder eine neue Rechnung.
Arztrechnungen studieren ist nicht gerade ein Vergnügen! Hier eine Erläuterung, um sie zu verstehen und ihre Geheimnisse zu ergründen.
Welche vorsorglichen gynäkologischen Untersuchungen werden von der Grundversicherung übernommen?
Wenn eine junge Frau zum ersten Mal den Gynäkologen aufsucht, übernimmt die Grundversicherung die Vorsorgeuntersuchung (inklusive Abstrich). Die zweite Untersuchung wird ebenfalls übernommen, sofern sie im folgenden Jahr erfolgt. Anschliessend vergütet die Grundversicherung je eine Untersuchung alle drei Jahre – wenn die Resultate normal sind. Falls bei den Untersuchungen eine Pathologie festgestellt wird, hängt die Frequenz von der klinischen Beurteilung ab.
Bei diesen Vorsorgeuntersuchungen verbleiben Franchise und Selbstbehalt zu Lasten der Patientin.
Anmerkung:
Zahlreiche Zusatzversicherungen beteiligen sich an den Kosten der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen auch in den Zwischenjahren.
Was ist die CO2-Abgabe und welchen Einfluss hat sie auf meine Prämien?
Die CO2-Abgabe ist eine Lenkungsabgabe, die auf fossilen Brennstoffen wie Heizöl oder Erdgas erhoben wird. Damit werden Anreize für einen sparsamen Verbrauch geschaffen und weniger umweltverschmutzende Alternativen gefördert. Zwei Drittel dieser Einnahmen werden gemäss ihrem jeweiligen Anteil an Unternehmen und Private zurückerstattet. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) sorgt dafür, dass der Anteil für die Bevölkerung durch die Krankenversicherer weiterverteilt wird. Dies ist eine einfache und wirtschaftliche Methode, um sämtliche in der Schweiz wohnhaften Personen zu erreichen. Für 2018 beträgt deren Anteil CHF 751 Millionen, das entspricht 88.80 pro Versicherten. Der Betrag ist für alle identisch und wird direkt von Ihrer Prämie abgezogen!
Was ist die Unfallversicherung und in welchen Fällen muss sie bezahlt werden?
Die Unfallversicherung bietet Schutz im Fall eines beruflichen oder nicht beruflichen Unfalls und bei beruflich verursachten Krankheiten. Ihre Deckung umfasst die Behandlungskosten und die Auszahlung von Taggeldern oder Renten bei Arbeitsunfähigkeit.
Die Unfallversicherung ist in der Schweiz obligatorisch. Wenn Sie während mindesten acht Stunden pro Woche für den gleichen Arbeitgeber arbeiten, sind Sie automatisch versichert. Dies gilt auch für die Empfänger von Arbeitslosenentschädigungen, die bei der SUVA versichert sind.
Personen, die nicht Lohnempfänger sind, zum Beispiel Hausfrauen und Hausmänner, Kinder, Studenten oder Rentner, sind jedoch nicht automatisch versichert. Sie müssen sich deshalb im Rahmen der obligatorischen Krankenversicherung gegen Unfälle versichern oder eine private Versicherung abschliessen.
Falls Sie Lohnempfänger sind, können Sie deshalb die Unfalldeckung aus Ihrer Grundversicherung ausschliessen, um sie nicht doppelt zu bezahlen. Ihre Prämie vermindert sich dadurch um nahezu 7%!
Was ist ein Generikum und wodurch unterscheidet es sich vom Originalmedikament?
Wenn das Patent eines Medikaments ausläuft, ist es möglich, ein Nachahmerprodukt (Generikum) herzustellen. Die für das Generikum verwendeten Wirkstoffe sind genau die gleichen wie im Originalmedikament. Andere Substanzen, sowie der Name und die Verpackung können sich dagegen ändern. Die Heilwirkung ist jedoch absolut die gleiche. Der Hauptunterschied liegt einzig im Preis! Generika sind nämlich im Schnitt 25 % preisgünstiger als die entsprechenden Originalpräparate.
Generika sind deshalb ein ausgezeichnetes Mittel, um die Gesundheitskosten zu reduzieren und sie haben eine direkte Auswirkung auf Ihr Portemonnaie! Wenn ein Generikum auf dem Markt verfügbar ist, steigt der Selbstbehalt auf dem Originalmedikament von 10 % auf 20 %. Mit anderen Worten, wenn Sie das Original wählen, erhöht sich der Betrag, den Sie aus der eigenen Tasche bezahlen müssen. Zögern Sie also nicht, mit Ihrem Arzt darüber zu reden und fragen Sie ihn, ob es zu den von ihm verschriebenen Medikamenten gleichwertige Generika gibt.