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Jeden Tag eine Tasse frische Milch
Als der indische Gott Krishna noch klein war, liebte er es, frisch gemolkene Milch zu trinken. Kaum hatte die Magd die Kuh gemolken und die Milch in einer Schale in die Küche gestellt, schlich er sich hinein und trank die ganze Milchschale leer. Er beeilte sich noch nicht einmal dabei, weil er sich sicher war, als junger Gott ohnehin nicht erwischt zu werden.
Als seine Mutter später die leere Schale auf dem Küchentisch entdeckte, wurden alle Angestellten und Kinder des Hauses zur Rede gestellt, aber niemand gestand, die Milch getrunken zu haben. Auch Krishna verneinte, der Milchdieb zu sein. Weil die frische Milch nun schon seit geraumer Zeit immer wieder verschwand, legte sich die Mutter am nächsten Tag auf die Lauer, um herauszufinden, wer der Milchdieb sei.
Und tatsächlich kam Krishna erneut angeschlichen, da er der Versuchung einfach nicht wiederstehen konnte. Er trank die grosse Milchschale leer und war natürlich sehr erschrocken, als seine Mutter hinter ihm auftauchte und ihn zur Rede stellte. Er gab zu regelmässig die Milch weggetrunken zu haben und bat um Verzeihung.
Die Mutter ermahnte ihn, dass gerade er, als junger Gott und Vorbild, tugendhaft sein müsse. Krsihna machte seiner Mutter klar, dass er frischer Milch nicht wiederstehen könne, aber dass er auch nie wieder seine Mutter anlügen wolle. So bot die liebevolle Mutter Krishna an, ihm jeden Tag eine Tasse frisch gemolkene Milch zu geben, und beide waren glücklich und zufrieden.
(Quellenangabe: Weisheitsgeschichte aus dem Buch «Patanjalis 10 Gebote der Lebensfreude» von Brigit Feliz Carrasco)
Satya ermuntert uns Fehler zuzugeben, denn jeder Mensch wird uns eher verzeihen, wenn wir ehrlich sind, als wenn wir versuchen einen Fehler zu vertuschen.
Übe Satya, beobachte aufmerksam, handle aufrichtig und empfange wahre Erkenntnis.