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Haus Badgasse 8, einst Lörlibad und Hotel Rössli
Das dreigeschossige Wohnhaus wurde 1676 als Lörlibad erbaut. Im Erdgeschoss sind die gewölbten Badezellen des „Lörlibades" noch heute erhalten. Das Wasser wurde vom Lindberg/Mockentobel, wo ab 1471 ein erstes Lörlibad betrieben worden ist, bezogen. Das Badehaus wurde 1840 als Hotel Rössli umgenutzt. Im Obergeschoss befanden sich die Gaststube und die Fremdenzimmer. Das Gebäude ist heute ein überkommunales Inventarobjekt.
Die erste Badstube (später Lörlibad) in Winterthur hiess vorerst die obere Badstube. Die „unteren Badstube“ befand sich an der Steinberggasse. Der österreichische Herzog Albrecht erteilt 1349 Rudolf Schultheiss das Alleinrecht eine Badstube am Rettenbach einzurichten.
Die Familie Schultheiss gehörte dem Stadtadel an. Von 1343 bis 1368 sass Rudolf Schultheiss fast immer im Kleinen Rat und war Mitglied der Herrenstube. 1425 verkauft die in Ungnade gefallene Familie Schultheiss die Badstube samt Umschwung der Stadt Winterthur. Der Betrieb des Bades wurde fortan verpachtet bis es 1517 an Michael Bader verkauft wurde. Der Kaufvertrag beinhaltete unter anderem aber die Auflage, dass weiterhin ein Badebetrieb aufrechterhalten werden müsse. Dafür leitete die Stadt das Wasser aus dem Mockentobel von der Brunnenstube in Täucheln zur Badstube. Es folgte eine bewegte Geschichte mit zahlreichen Betreibern und Besitzern des Lörlibades.
Ab 1840 wurde das Lörlibad zum Hotel Rössli. Im Erdgeschoss waren links und rechts des Mittelganges gewölbte Badezellen aneinander gereiht. Im ersten Stock befanden sich Gasträume und Fremdenzimmer. Der Badebetrieb wurde bis in die 1870er Jahre aufrechterhalten. Mit dem Neubau der "Bad- und Waschanstalt“ 1874 neben dem Lörlibad an der Badgasse 6 endete die lange Tradition des Lörlibades. Das Gebäude wurde 1980 und 2005 renoviert. Es ist heute Vereinslokal der WILSCH (schwullesbischer Verein in Winterthur).