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Nationalsinn und
Festigkeit.
[* 2]
In demProzeß des letztern erbot er sich unaufgefordert zu seinem Verteidiger und führte binnen
acht
Tagen mit zwei vom König gewählten
Gehilfen die
Arbeit aus, die sämtlichen Anklagepunkte und darauf bezüglichen Aktenstücke
zu untersuchen und zu ordnen, sich mit dem Angeklagten darüber zu besprechen und darauf eine
Verteidigung
zu gründen, welche
Desèze im
Konvent vortrug. Als der
Konvent gleichwohl das Todesurteil aussprach, erschien Malesherbes nochmals
vor den
Schranken des
Konvents und beschwor die Versammlung unter
Thränen,
vor der Vollziehung des
Urteils die Zustimmung der
Nation einzuholen.
Darauf setzte Malet seine Genossen Guidal und Lahorie in
Freiheit, und während ersterer im Polizeigebäude den Polizeiminister
Savary verhaftete und Lahorie an dessen
Stelle setzte, begab er sich mit einem
Haufen Bewaffneter zum Platzkommandanten
Hulin, und als dieser sein Mißtrauen gegen die
Kunde vom
TodNapoleons nicht verhehlte, schoß er seine
Pistole auf ihn ab, verwundete
ihn aber bloß. Auf diesen
Schuß eilte der
AdjutantLaborde herbei, und diesem gelang es, über und dessen
Genossen
Herr zu werden.
Schon am folgenden
Tag wurden die Verschwornen vor ein
Kriegsgericht gestellt und 29. Okt. in der
Ebene von
Grenelle erschossen.
Daß dieses abenteuerliche Unternehmen beinahe gelang, daß man gar nicht an den König von
Rom
[* 8] dachte, zeigte, wie wenig
dieNapoleonische Dynastie
Wurzel
[* 9] gefaßt hatte.
Napoleon war daher auch sehr entrüstet über den
Vorfall
und überhäufte nach seiner Rückkehr die Beamten mit heftigen Vorwürfen wegen ihrer Kleinmütigkeit.
Vgl. Lafon,Histoire
de la conjuration de Malet (Par. 1814);
im weitern
Sinn die flächenhafte Unterlage, auf welcher Werke der
Malerei ausgeführt werden, im engern
Sinn der
für die verschiedenen malerischen
Techniken verschiedenartig vorbereitete
Untergrund. Der ursprünglichste Malgrund war die Mauerfläche.
Dieselbe bedurfte hierzu einer bestimmten Vorrichtung, je nachdem der Auftrag auf die trockne
Wand (a
secco) oder auf die nasse
Wand
(a fresco) geschah. Das letztere bewirkt eine festere
Bindung, welche dem Gemälde einen kristallinischen
Überzug gibt.
sowohl bei der Fayence als bei dem Porzellan der Farbenauftrag meist auf die glasierte Masse statt, worauf dann die Gegenstände
in Kapseln
[* 22] und Muffeln der Glühhitze ausgesetzt werden, bis sich die Farben mit der Glasur zu einem gleichmäßigen Schmelz verbinden.
Doch hat man jetzt auch Farben, welche das nachträgliche Brennen vertragen (Unterglasurfarben). Ähnlich
ist das Verfahren bei der Emailmalerei, bei welcher eine künstliche, auf Metallflächen befestigte Glasur den Malgrund bildet.
Wie die Ölmalerei in der spätern Zeit die Temperafarben völlig verdrängte, so haben auch Holz und Metall
(das erstere besonders wegen des Wurmfraßes) dem mit einem Firnis überzogenen Maltuch weichen müssen. Einen ähnlichen
Überzug gab man zum Gebrauch für die Ölmalerei auch noch der Pappe und dem Papier. Zu Zeichnungen und für den Auftrag von
Wasserfarben eignet sich vorzugsweise das letztere als Malgrund; es hat das früher in Anwendung
gekommene Pergament fast völlig verdrängt. Vgl. Ölmalerei.