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Bei der Haglund-Ferse handelt es sich um eine druckschmerzhafte knöcherne Schwellung (Exostose) an der Oberkante des Fersenbeines im Bereich des Achillessehnenansatzes.
|Haglund-Ferse
||Ueberbein im Röntgenbild|

Die Achillessehne übt eine Zug- und Druckbelastung auf das Fersenbein aus. Bei konstanter Belastung, wie z.B. bei Laufsportlern, schützt sich das Fersenbein mit der Ausbildung einer Exostose, die äusserlich als Fersenhöcker (schmerzhafte Schwellung und Rötung) sichtbar ist. Die Exostose führt in Kombination mit dem Druck der Fersenkappe von Schuhen zu Schmerzen um den Achillessehnenansatz. Die Folge sind eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) unter dem Achillessehnenansatz oder sogar eine Druckschädigung der Achillessehne selbst. Bei Verdacht auf Abnahme der Sehnenqualität kann mittels MRI-Untersuchung das Ausmasses sowie die Lokalisation der Störung ausgemacht werden.
Sowohl die konservativen als auch die operative Therapie sind aufwändig und langwierig. Die nichtoperativen Massnahmen basieren auf zwei Prinzipien: der mechanischen Entlastung von Achillessehne und Ferse und der Entzündungshemmung. Für die mechanische Entlastung geeignet sind Fersenkeile zur Anhebung der Ferse und stützende Einlagen in Kombination mit gutem Schuhwerk. Bei der Entzündungshemmung kommen medikamentöse, physikalische (Ultraschall, Wechselströme, Stosswellen) und manuelle Methoden zur Anwendung. Manuelle Methoden dienen dem beschleunigten Abtransport von entzündlichen Stoffwechselprodukten.
Führen die konservativen Therapieanstrengungen über mehrere Monate nicht zu einer markanten Schmerzreduktion, kann die Operation diskutiert werden. Schmerzreduktion kann erreicht werden, wenn die auslösenden Ursachen (Druck, Reibung, Gewebsdegeneration, Entzündung) beseitigt werden. Operationen im Fersenbereich sind wegen der exponierten Lage, der suboptimalen Gewebsdurchblutung und der geringen Polsterung der Haut durch das Unterhautfettgewebe heikel. Die Erfolgsaussicht bei den Haglundexostosen wird von der Anzahl der Begleitprobleme mitbestimmt. Eine reine Exostose am Calcaneus hat dabei eine bessere Erfolgsaussicht als eine Exostose kombiniert mit einer Störung der Sehnentrophik.
Neben der Abtragung der Calcaneusexostose wird auch die Bursa zwischen dem Calcaneus und der Sehne entfernt und bei Bedarf die Achillessehne skarifiziert. Dabei entnimmt man den degenerativ veränderten Kernteil der Achillessehne, um die Regenerationsprozesse zu beschleunigen. Bei einer bereits massiv ausgebildeten Sehnendegeneration muss unter Umständen eine Sehnenrekonstruktion erwogen werden.
Neben den allgemeinen Operationsrisiken sind v.a. Wundheilungsstörungen zu nennen, da die Haut im Achillessehnenbereich schlecht durchblutet und die prominente Lage für Reibung prädisponiert ist. Die konsequente Ruhigstellung der operierten Ferse mit einem Stabilstiefel oder sogar einem Gips für einige Tage nach der Operation begünstigt die Erholung des operierten Gewebes und verhindert die Entstehung von chronischen Schmerzen bei zu frühzeitiger Vollbelastung.
Bei uns wird die Operation in Blutleere und Blutsperre durchgeführt, was eine blutungsfreie und präzise Operationstechnik ermöglicht. So ergibt sich auch nach der Operation kein Bluterguss und die Schmerzmedikamente können auf einem Minimum gehalten werden. Mit kleinstmöglicher Schnittführung und einer speziellen Nahttechnik wird neben dem funtionellen auch ein ästhetisch ansprechendes Resultat erreicht.