Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03108.jsonl.gz/765

Weltweit zweitwärmstes Jahr
Im Copernicus-Datensatz ab 1970 war das Jahr 2019 global das zweitwärmste mit 0,59 °C über dem Durchschnitt 1981−2010. Rekordhalter ist das Jahr 2016 mit 0,63 °C über dem Durchschnitt. Für Europa zeigt der Copernicus-Datensatz einen neuen Jahresrekord. 2019 liegt etwas vor den Jahren 2014, 2015 und 2018. In der Schweiz war das Jahr 2019 das fünftwärmste seit Beginn der Messungen im Jahr 1864.
Weltweit extrem mildes Jahr
Im vergangenen Jahr 2019 stieg die globale Temperatur 0,59 °C über dem Durchschnitt 1981−2010. Sie erreichte Rang zwei hinter der Jahrestemperatur 2016 mit 0,63 °C und vor der Jahrestemperatur 2017 mit 0,54 °C über Durchschnitt 1981−2010. Im Jahr 2016 trug ein El-Niño-Ereignis wesentlich zur globalen Wärme bei. Im vergangenen Jahr 2019 hingegen waren die El-Niño Bedingungen im äquatorialen Pazifik neutral.
Im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zeigte das Jahr 2019 eine Abweichung von +1,22 °C. Es sei daran erinnert, dass gemäss dem Pariser Klimaabkommen die globale Erwärmung bis 2100 auf "deutlich unter 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau bzw. mit weiteren Anstrengungen möglichst auf 1,5 °C zu begrenzen ist".
Regionale Rekordwärme
Die meisten Regionen der Welt registrierten 2019 eine überdurchschnittliche Jahrestemperatur. In einigen wenigen Meeres- und Landregionen lagen sie jedoch nahe oder unter dem Durchschnitt. Im Zentrum und Südosten Kanadas bewegte sich die Jahrestemperatur sogar deutlich unter dem Durchschnitt.
Nicht so in Alaska, wo die Jahrestemperatur weit über den Durchschnitt stieg und einen neuen Rekord erreichte. Auch Australien verzeichnete 2019 einen neuen Rekord der Jahrestemperatur. Weitere Regionen mit neuem Jahresrekord sind Hongkong (Messbeginn 1884) und die Insel Réunion. Mehr Informationen zur Hitze und Trockenheit in Australien liefert ein Blog von MétéoSuisse.
Rekordwärme in Europa
Europa registrierte mit 1,24 °C über dem Durchschnitt 1981−2010 ebenfalls das wärmste Jahr in der Copernicus-Messreihe ab 1970. Die massiv überdurchschnittliche Wärme zeigt sich vor allem in Osteuropa. Serbien meldete landesweit das wärmste Jahr seit Messbeginn 1951, Belgrad das wärmste seit Messbeginn 1888. Auch in Ungarn war 2019 im landesweiten Mittel das wärmste Jahr. Den bisherigen Rekord hielt hier das Vorjahr 2018. Weiter registrierten Litauen, Lettland, Zentral- und Westrussland, einschliesslich der Stadt Moskau, das wärmste Jahr seit Messbeginn. In Vilnius, der Hauptstadt Litauens, war es das wärmste Jahr seit Messbeginn 1778. In Polen war 2019 das wärmste Jahr seit 1781. Die bisherigen Höchstwerte stammen hier von den Jahren 2015 und 2018.
In Deutschland war das Jahr 2019 das zweitwärmste seit Messbeginn 1881, zusammen mit dem Jahr 2014. Rekordhalter ist das Jahr 2018. In Österreich lieferte das Jahr 2019 nach dem Jahr 2014 und dem Rekordjahr 2018 die dritthöchste Temperatur seit Messbeginn 1768. Frankreich registrierte im landesweiten Mittel ebenfalls das drittwärmste Jahr seit Messbeginn um 1900. Rang zwei brachte das Jahr 2014, Rang eins das Jahr 2018. In Italien war das Jahr 2019 das viertwärmste seit Messbeginn 1800 (Quelle CNR).
Fünftwärmstes Jahr in der Schweiz
Die Schweiz registrierte das fünftwärmste Jahr seit Messbeginn 1864. Rekordhalter ist das Jahr 2018. Im Jahresverlauf 2019 waren zehn Monate wärmer als die Norm 1981−2010, drei davon erreichten Werte im extremen Bereich. Der Sommer war landesweit der drittwärmste, der Herbst der sechstwärmste seit Messbeginn. Den umfassenden Überblick zum Witterungsjahr 2019 in der Schweiz liefert das Klimabulletin 2019 von MeteoSchweiz.
Extrem milder Dezember
Global gemittelt lag der Dezember 2019 um mehr als 0,7 °C über dem Durchschnitt 1981−2010. In der Copernicus-Messreihe ab 1970 war es der mildeste Dezember, zusammen mit dem Dezember 2015. Auch Europa registrierte mit 3,2 °C über dem Durchschnitt 1981−2010 den mildesten Dezember, ebenfalls zusammen mit dem Dezember 2015.
Die Schweiz erlebte im landesweiten Mittel den drittwärmsten Dezember seit Messbeginn 1864. Einzelne Föhntäler der Alpennordseite registrierten gar den mildesten oder zweitmildesten Dezember seit Messbeginn Ende des 19. Jahrhunderts, wie dem Klimabulletin Dezember 2019 von MeteoSchweiz entnommen werden kann.
Das Copernicus Bulletin zum Dezember 2019 und zum Jahr 2019 ist in englischer Sprache verfügbar.