Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03102.jsonl.gz/1571

Die Corona-Pandemie trifft Textilarbeiterinnen und -arbeiter weltweit besonders hart. Bei einem Lockdown werden die Fabriken und die Arbeitenden erhalten meistens keinen Lohn oder sonstige Entschädigungen. Die Fair Wear Foundation verlangt von ihren Mitgliedsfirmen, die eigenen Geschäftspraktiken zu überprüfen und Kleiderbestellungen in den Fabriken so zu gestalten, dass negative Auswirkungen vermieden werden können.
Projekt:
Als Gründungsmitglied der Fair Wear Foundation engagiert sich HEKS für die Rechte der Angestellten in der Textilindustrie. Häufig sind die vorherrschenden Anstellungsbedingungen auch nach den Gesetzen der jeweiligen Länder nicht legal. Doch wenn die Angestellten ihre Rechte nicht kennen, können sie sich auch nicht dafür einsetzen. Deshalb führt die Fair Wear Foundation mit Unterstützung von HEKS Schulungen zu Arbeitsrechten oder der Beurteilung der Gebäudesicherheit in den Fabriken für das Management und die Angestellten durch. Mit der Fair Wear Foundation wurde eine bisher einmalige Kooperation geschaffen: Gewerkschaften und NGOs setzen sich mit Unternehmensvertreter und -vertreterinnen sowie Markenlabels zusammen mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern. Firmen, die der Fair Wear Foundation beitreten, verpflichten sich, die Uno-Prinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte in der gesamten Lieferkette umzusetzen. In den Kleiderfabriken müssen zum Beispiel die freie Arbeitswahl, das Verbot von Diskriminierung und Kinderarbeit sowie das Recht auf existenzsichernde Löhne und konkrete Hilfestellungen und Verbesserungen bei Verstössen gegen die UNO Prinzipien umgesetzt werden. Überprüft werden die Verbesserungen durch unabhängige Kontrollen, die regelmässig und unangemeldet durch lokale Partnerorganisationen durchgeführt werden. Seit 2016 unterstützt HEKS die Entwicklung neuer Programme für das Rechtstraining von Arbeiterinnen und Arbeitern – in Vietnam, China, Indonesien und neu auch in Indien und Bangladesch. Infolge der Corona Pandemie hat die Fair Wear Foundation diese Programme mit Hilfe von kurzen Informations-Videos ermöglicht, die Programme auch Online anzubieten. Diese thematisieren die Arbeitsrechte, welche infolge der Covid-19-Krise besonders gefährdet sind, wie die Gefahr von Entlassungen oder die Gesundheit am Arbeitsplatz.
Ziele und Aktivitäten:
Engagement im Süden
- Durchführung von (Online-) Trainings in den Zulieferfabriken der Fair Wear Foundation-Partner sowie Aufbau von unabhängigen Beschwerde-Mechanismen. Begünstigt werden aktuell 875 000 Angestellte von Mitglied-Firmen der Fair Wear Foundation. Indirekt profitieren alle Arbeiterinnen und Arbeiter der Textilbranche, da neue Standards definiert und der Druck auf die Konkurrenzfabriken erhöht wird.
Engagement im Norden
- Um die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie flächendeckend zu verbessern, macht HEKS die Arbeit der Fair Wear Foundation bekannt, motiviert Markenfirmen der Stiftung beizutreten und regt öffentliche Beschaffer an, von Mitgliedsfirmen einzukaufen.
- Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten werden für die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie sensibilisiert und lernen ihre individuellen Handlungsmöglichkeiten kennen.