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Pushing Boundaries
Regie: Lesia Kordonets
Mitw.: Valeriy Suschkevytsch, Angelika Churkina, Anton Kriukov, Roman Polianskiy u.a.
Als im März 2014 in Sotschi an der russischen Schwarzmeerküste die Paralympischen Winterspiele stattfanden, setzte sich einige hundert Kilometer weiter westlich die russische Armee in Bewegung. Sie annektierte die ukrainische Halbinsel Krim und nahm damit dem Team aus der Ukraine sein neues Trainingszentrum. Es klingt wie ein Witz, doch das offizielle Motto der damaligen Paralympics lautete: Pushing Boundaries. Während mehrerer Monate begleitete die Regisseurin Lesia Kordonets in der Folge fünf Sportler:innen, die ihren Traum nicht aufgeben wollen. Während die Grenzen ihres Landes neu gezogen und verschoben werden, bereiten sich die Athlet:innen bereits auf die nächsten Spiele in Rio de Janeiro vor. Die 1983 in einem kleinen Dorf in der Westukraine geborene Lesia Kordonets lebt seit 2008 in der Schweiz, wo sie an der Zürcher Hochschule der Künste ihre Filmausbildung absolvierte. «Pushing Boundaries» ist ihr erster Kinodokumentarfilm, er wurde an zahlreichen Festivals mit Preisen ausgezeichnet. Die Geschichte, die der Film dokumentiert, erscheint aus heutiger Sicht wie ein Vorspiel zu dem, was die Menschen in der Ukraine derzeit erleiden. Bei seiner Weltpremiere im April 2021 am Festival Visions du Réel gewann die Regisseurin den Prix Zonta, einen Förderpreis für junge Filmemacher:innen; im vergangenen Herbst erhielt sie den Zürcher Filmpreis und am DOK.fest München vor zwei Monaten wurde «Pushing Boundaries» mit einem der Hauptpreise, dem Student Award, ausgezeichnet. Die Jury schreibt in ihrer Begründung: «Lesia Kordonets nimmt uns mit viel Mut und ohne Pathos mit auf die Reise des Teams der ukrainischen Paralympionik:innen. (…) Die Sportler:innen sind Held:innen des Alltags, die plötzlich an sportliche, politische und existenzielle Grenzen stossen und dennoch unermüdlich alles geben, um ihre Ziele zu erreichen. Jede Geschichte wird unaufdringlich und auf Augenhöhe erzählt. ‹Pushing Boundaries› bedeutet Grenzen verschieben, Grenzen erweitern. Die sensible Montage verschiebt ebenfalls Grenzen und zeigt, dass es keine behinderten Menschen gibt – sondern nur Menschen, die behindert werden.»