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Elon Musk gilt zurzeit als der reichste Mensch der Welt. Er selbst sieht sich auch als den wichtigsten Menschen der Welt. Er hat nicht nur Geld, er hat auch grosse Ambitionen. Der Tesla-CEO und Twitter-Umgestalter will den Mars besiedeln.
Starpower, aber kein roter Faden
Star-Biograf Walter Isaacson hält Elon Musk offenbar auch für einen der ganz Grossen. Seine Biografie über Musk ist so schnell getaktet wie ein Actionfilm, doch es steckt viel Leerlauf drin.
Isaacson erzählt kleinteilig und lässt viele Zitate von sehr vielen Leuten einfliessen. Bei den Zitaten kommt es immer wieder zu Wiederholungen. So entsteht ein Stimmengewirr, in dem man leicht den Faden verliert. Elon Musk selbst bleibt seltsam blass.
Zwei Jahre hat Walter Isaacson Elon Musk begleitet und sich Sätze diktieren lassen wie «Urlaub bringt einen um» oder «Meine Lebensaufgabe ist es, aus der Menschheit eine multiplanetare Zivilisation zu machen». Seine Visionen seien ein Auftrag des Himmels. Aussagen, die Isaacson weder hinterfragt noch einordnet.
Mehr zum Star-Biograf Walter Isaacson
Walter Isaacson ist Autor, Journalist und Professor und hat unter anderem in Harvard Geschichte und Literatur studiert. Er war von 1996 bis 2001 Chef vom Dienst bei der «Time», 2001 bis 2003 CEO beim Nachrichtensender CNN und wurde 2009 von Präsident Obama als Vorsitzender des Broadcasting Board of Governors eingesetzt.
Isaacson hat bereits mehrere erfolgreiche Biografien verfasst: Leonardo Da Vinci (2017), Steve Jobs (2011), Albert Einstein (2007) und Benjamin Franklin (2003).
Elon Musk auf dem Mars
Walter Isaacson stellt interessante Fragen. Zum Beispiel: Warum ist Elon Musk so besessen von der Idee, den Mars zu besiedeln? Darauf liefert er dann aber pauschale Antworten.
Weil Musk schon als Kind von Raumfahrttechnik fasziniert war. Das waren andere Kinder auch. Weil er gern Science-Fiction liest, vor allem Douglas Adams ironische Trilogie «Per Anhalter durch die Galaxis».
Weil er schneller sein will als die NASA, von der er sich, als er 2002 das Raumfahrt-Unternehmen SpaceX gegründet hat, Aufträge erhofft hat, die nicht auf Anhieb kamen. Weil er die Menschheit retten will, indem er sie auf einen anderen Planeten umsiedelt.
Buchhinweis
Walter Isaacson «Elon Musk. Die Biografie», Bertelsmann
Elon Musk und X (ehemals Twitter)
Elon Musk ist kein besonders netter und kein besonders ausgeglichener Mensch. Das wiederholt Biograf Isaacson wie ein Mantra. Wenn Musk genervt ist, greift er zu unverhältnismässigen Massnahmen. So entstehen bizarre Geschichten, wie die rund um X (ehemals Twitter): Elon Musk ärgert sich über zu viel Wokeness auf Twitter, also kauft er das Unternehmen. Er kann sich’s ja leisten.
Dann macht er aus Twitter X – einen Tummelplatz für rechte Trolle. Das Arbeitsklima ist (wie in anderen Musk-Unternehmen auch) so gemütlich wie in einer Gefriertruhe. Wer nicht gefeuert wird, geht freiwillig. Auch viele User verabschieden sich.
Will Elon Musk wirklich die Welt retten?
Das Elektroauto soll ein Bubentraum von Elon Musk gewesen sein – und natürlich ein weiteres Mittel, um die Welt zu retten. Dass die Verkaufszahlen von Tesla rückläufig sind, spielt da keine grosse Rolle.
Elon Musks Wille, die Welt zu retten, soll grösser sein als sein Appetit auf Reichtum. Ein Punkt, der immer wieder auftaucht: Elon Musk interessiert sich nicht für Geld. Ihm geht’s um die Idee.
Elon Musk und der Genie-Glanz
Elon Musk, der Übermensch mit üblem Charakter und grossen Visionen: Walter Isaacson zeichnet den Tech-Multimilliardär als Genie.
Vieles klingt dabei nach Klischee: der einsame Junge aus Südafrika, der brutale Vater, die Schulzeit ohne Freunde. Nerdige Interessen und radikale Selbstausbeutung. Elon Musk macht nie Urlaub, schläft ohne Kopfkissen unter dem Schreibtisch, wenn er im Arbeitsflow ist.
Walter Isaascon hat seinen Superhelden begleitet. Vermutlich hofft er, dass dabei ein wenig von Elon Musks Genie-Glanz an ihm haften geblieben ist.
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