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Leichte Alzheimer-Demenz
Psychotherapie für Personen mit leichter Alzheimer-Demenz und deren Angehörige
Die Alzheimer-Demenz ist eine langsam fortschreitende Erkrankung des Gehirns. Im Verlauf der Erkrankung sterben Hirnzellen ab, was zu Problemen mit dem Gedächtnis und dem Denken führt. Wenn zusätzlich vaskuläre Ereignisse aufgetreten sind, spricht man von einer Mischdemenz. Neben diesen Problemen mit dem Gedächtnis und Denken treten häufig Beeinträchtigungen in der Stimmung (depressive Stimmung, Angst, Reizbarkeit), Initiative (Antriebslosigkeit, Interesseverlust, Lustlosigkeit) und im Verhalten (Umherwandern, Schlafstörung, verändertes Essverhalten) auf.
Eine Demenz ist bisher nicht heilbar. Es gibt aber eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, die darauf abzielen, das Voranschreiten der Demenz zu beeinflussen. Eine angemessene Behandlung, wie sie auch in der Klinik für Alterspsychiatrie eingesetzt wird, besteht aus einer Kombination aus Sozialberatung, wenn nötig medikamentöser Therapie und bei Bedarf Gedächtnistraining und Selbsthilfegruppen. Unser Ziel ist es zu überprüfen, ob die Wirksamkeit dieser Standardtherapie verbessert werden kann, indem sie durch eine umfassende kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung ergänzt wird. Ziel dieser Psychotherapie ist, die Beeinträchtigung von Stimmung, Initiative und Verhalten bei Menschen mit leichter Alzheimer-Demenz zu reduzieren. Gleichzeitig wird dem Angehörigen geholfen, die eigene Belastung durch Bewältigungsstrategien zu reduzieren.
Die kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung als Ergänzung zur Standardtherapie wird im Rahmen einer Therapiestudie angeboten. Für diese Therapiestudie suchen wir Personen, welche:
- entweder bereits eine Diagnose einer beginnenden (leichten) Alzheimer-Demenz oder Mischdemenz haben
- oder Symptome einer Gedächtnisstörung aufweisen, aber noch nicht untersucht wurden (in diesem Fall wird von uns eine Demenzdiagnostik durchgeführt)
- zusätzlich an einer Beeinträchtigung von Stimmung, Initiative und/oder Verhalten leiden (typische Symptome sind depressive Stimmung, Interesseverlust, Angst und Reizbarkeit)
- einen Angehörigen haben, der an den Therapiesitzungen auch teilnehmen kann (meist Partner oder Kind, seltener ein guter Freund)
- Interesse an einer psychotherapeutischen Behandlung haben.
Eine Teilnahme ist leider nicht möglich, wenn Sie:
- alkoholabhängig sind oder Drogen verwenden
- an einer Schizophrenie leiden oder
- an einer anderen Krankheit leiden, die das Gehirn betrifft (Pick, Creutzfeld-Jakob, Huntington, Parkinson, HIV, neoplastische Krankheiten).
Sollten Unsicherheiten bezüglich der Teilnahmebedingungen bestehen, können Sie sich gerne telefonisch oder per E-Mail an uns wenden. Vor Beginn einer Therapie erfolgt immer eine genaue Abklärung.
Der Ablauf erfolgt in vier Phasen:
- Abklärung: Diagnostisches Interview, evtl. neuropsychologische und medizinische Untersuchung
- Zuteilung: Entweder zur Standardtherapie oder kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung
- Behandlungsphase: (1) Kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung: 20 bis 25 Sitzungen à 60 Minuten; i. d. R. wöchentlich; Dauer ca. 6 bis 8 Monate. (2) Standardtherapie: Anzahl an Sitzungen nach Bedarf
- Nachsorge: Drei, sechs und zwölf Monate nach Ende der Behandlung Nachsorgegespräche und Erhebung des Therapieeffektes
An der Universität Zürich, Psychologisches Institut:
Dr. rer. nat. Simon Forstmeier
Prof. Dr. med. Dr. phil. Andreas Maercker
An der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, Klinik für Alterspsychiatrie:
Dr. phil. Tanja Roth
PD Dr. med. Egemen Savaskan
Die Klinik für Alterspsychiatrie ist spezialisiert auf eine umfassende Diagnostik sowie medizinische und psychotherapeutische Behandlung von Alterserkrankungen. Unser psychotheutisches Behandlungsteam besteht aus gut ausgebildeten Psychotherapeuten/-innen mit einem Universitätsabschluss in Psychologie, abgeschlossener Psychotherapieausbildung und therapeutischer Erfahrung. Während der Behandlungsphase stehen die Therapeuten/-innen unter enger Supervision.
- Sorgfältige Demenzabklärung, falls nicht schon erfolgt
- Detaillierte Rückmeldung zu den Ergebnissen der Untersuchungen
- Die Möglichkeit, eine auf die individuellen Probleme zugeschnittene Therapie zu erhalten
- Mehrere Nachsorgegespräche
- Betreuung sowohl der Person mit leichter Alzheimer-Demenz als auch des Angehörigen
- Sie leisten auch einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten von Personen mit einer leichten Alzheimer-Demenz in unserem Gesundheitssystem.
Die Standardtherapie sowie der medizinische Teil der Demenzabklärung, falls nicht bereits erfolgt, sind über die Krankenkasse gedeckt. Der neuropsychologische Teil der Demenzabklärung sowie die studienspezifische Diagnostik und die kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung sind kostenlos, da dieses Projekt durch den Schweizerischen Nationalfonds und weitere Stiftungen finanziell unterstützt wird.
Die während aller Phasen der Studie erhobenen Daten werden streng vertraulich behandelt. Wenn Personen nicht in die Studie eingeschlossen werden, so werden deren Daten sofort vernichtet.
Weitere Informationen erhalten Sie telefonisch von
- Dr. Simon Forstmeier 044 635 73 05 oder
- Dr. Tanja Roth 044 389 16 49
oder über folgende E-Mail-Adresse:
Falls Sie lieber schriftlich mit uns Kontakt aufnehmen möchten, wenden Sie sich bitte an:
Dr. Simon Forstmeier
Universität Zürich
Psychologisches Institut
Binzmühlestr. 14/17
8050 Zürich
- Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
Klinik für Alterspsychiatrie
Gerontopsychiatrisches Zentrum Hegibach
Ambulatorium
Minervastrasse 145
8032 Zürich
- Psychotherapeutisches Zentrum
Psychologisches Institut der Universität Zürich
Attenhoferstrasse 9
8032 Zürich
Flyer zum Behandlungsangebot
www.psychologie.uzh.ch/alzheimer
Detailliertes Informationsblatt