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Freigrenze bei der Emissionsabgabe: Ausnahmen bei Gründung einer AG oder GmbH
Die Emissionsabgabe auf Eigenkapital ist eine Stempelsteuer des Bundes. Sie wird bei der Gründung einer Gesellschaft oder bei einer Kapitalerhöhung fällig. Für Neugründungen einer AG oder GmbH gibt es eine Freigrenze bei der Emissionsabgabe.
(Bildquelle: https://www.pixabay.com/)
Gegenstand der Emissionsabgabe
Der Bund erhebt eine Emissionsabgabe auf die Begründung und die Erhöhung des Gesellschaftskapitals bei inländischen Kapitalgesellschaften oder Genossenschaften (Art. 5 StG). Die Emissionsabgabe greift bei der Ausgabe von:
- Aktien einer AG oder Kommandit-AG,
- Stammanteilen einer GmbH,
- Genossenschaftsanteilen einer Genossenschaft,
- Genuss- und Partizipationsscheinen inländischer Gesellschaften oder Genossenschaften.
Als Begründung oder Erhöhung des Gesellschaftskapitals gelten:
- Bargründungen mit Liberierung des Grundkapitals,
- Bargründungen mit Emissionsagio,
- Gründungen oder Kapitalerhöhungen durch Sacheinlagen oder Sachübernahmen.
Die Emissionsabgabe beträgt 1% auf den Nennwert der Beteiligungsrechte (Art. 8 StG). Die Steuer wird direkt von der Gesellschaft oder Genossenschaft erhoben (Art. 10 StG).
Freigrenze bei Gründung und Kapitalerhöhung
Die Freigrenze bei der Emissionsabgabe beträgt CHF 1 Mio. bei Gründungen und Kapitalerhöhungen (Art. 6 Abs. 1 lit. h StG). Die Freigrenze gilt generell bei Gründungen und Kapitalerhöhungen für die ersten CHF 1 Mio.
Beispiel: Die Start-Up GmbH erhöht ihr Gesellschaftskapital von CHF 500‘000 um CHF 800‘000 auf CHF 1‘300‘000. Die Start-Up GmbH schuldet die Emissionsabgabe von 1% auf CHF 300‘000 also CHF 3‘000.
Keine Emissionsabgabe bei gemeinnützigem Zweck
Die Emissionsabgabe entfällt komplett bei Kapitalgesellschaften und Genossenschaften, die keinen Erwerbszweck, sondern gemeinnützige Zwecke verfolgen oder sich der Beschaffung von Wohnungen zu mässigen Preisen widmen (Art. 6 Abs. 1 lit. a StG).
Beispiel: Ein Verbund von fünf Gemeinden gründet gemeinsam eine gemeinnützige AG mit dem Zweck des Betriebs eines Altersheims.
Unternehmenssteuerreform III
Die Abschaffung der Emissionsabgabe war ein Teil der Unternehmenssteuerreform III, die zurzeit im Parlament heftig diskutiert wird. Bereits im letzten März wurde aber die Abschaffung der Emissionsabgabe aus der Reform herausgelöst und sistiert, da man die Vorlage und die Bundesfinanzen nicht überladen wollte.