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Die Grossbank UBS ist wegen möglicher Steuervergehen abermals ins Visier von amerikanischen Behörden geraten. Im Bericht zum vierten Quartal bestätigte die Bank, dass die amerikanischen Behörden im Zusammenhang mit Inhaber-Wertpapieren («Bearer Bonds») ermitteln. Verschiedene Medien hatten vergangene Woche erstmals darüber berichtet.
Neu ist aber: Die Ermittler sind offenbar ganz besonders daran interessiert, ob sich dies abspielte, während die Bank wegen eines früheren Falls von Beihilfe zur Steuerhinterziehung unter Aufsicht des Justizministeriums stand. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Bloomberg News von einer Person, die mit den Vorgängen vertraut ist.
Es droht ein neues Steuerhinterziehungsverfahren
Das ist brisant, denn die grösste Schweizer Bank entging im Februar 2009 der Strafverfolgung in den USA, da sie zugab, Amerikanern bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben, 780 Millionen Dollar zahlte und die Daten von 250 geheimen Konten übergab. In einer Übereinkunft mit dem Justizministerium versprach das Geldhaus, sich gesetzestreu zu verhalten und mit den US-Behörden zu kooperieren. Diese Vereinbarung lief bis Oktober 2010.
Falls die Bank die 18-monatige Bewährungszeit gebrochen hat, könnte das Justizministerium die Strafverfolgung aufgrund der früheren Vorwürfe wieder aufnehmen, sagen Juristen, darunter Michael Perino, Jura-Professor an der St. John’s University in New York.
«Bearer Bonds» im Mittelpunkt
Die Behörden wollen den Informationen zufolge wissen, ob die UBS unregistrierte Inhaberschuldverschreibungen – sogenannte «Bearer Bonds» – an Kunden emittiert hat oder für Kunden in solche Papiere investiert hat. Die Ermittler vermuten, dass dies geschah, während die Bank noch den Beschränkungen durch die Vereinbarung mit dem Justizministerium unterlag, hiess es weiter.
Laut dem «Wall Street Journal» gibt es derzeit aber noch keine konkreten Anzeichen dafür, dass sich die Bank während der Bewährungsfrist etwas zu Schulden kommen liess. Karina Byrne, eine Sprecherin der UBS, wollte sich nicht zu der Bearer-Bond-Untersuchung äussern.
(bloomberg/ise/ama)