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Isabelle Schubert beweist, dass Karriere und Kinder durchaus unter einen Hut passen. und ihr Beispiel zeigt zudem, dass man als Naturwissenschafterin oder Naturwissenschafter keinesweg im Labor bleiben muss, sondern dass mit dem Fundament eines solchen Studiums viele Wege offen stehen.
Isabelle Schubert ist Patentanwältin, arbeitet also in der Schnittfläche zwischen Naturwissenschaft und Recht. Gefragt sind hier Menschen mit vielseitigen Interessen und das gilt auch für Schubert. Schon in der Schule mochte sie eigentlich alle Fächer, «ausser Physik, das war nicht so mein Ding». Entsprechend breit war schon damals das Spektrum ihrer Berufswünsche, das von Ärztin bis zur Försterin reichte. Nach dem Gymnasium ging Schubert zunächst als Au-pair für ein Jahr nach Kanada, um ihr Englisch zu perfektionieren, studierte dann Molekularbiologie und stieg danach ins Patentrecht ein. Heute hat sie eine Kaderfunktion in der Patentabteilung von Novartis inne. «Mein Beruf ist herausfordernd. Es braucht einen klugen, analytisch denkenden Geist und eine Persönlichkeit, die mit vielen verschiedenen Leuten umgehen kann. Man muss stressresistent sein und mit Termindruck umgehen können. Ich kenne keinen Patentanwalt, der seinen Beruf nicht liebt.»
Isabelle Schubert ist Mutter zweier Töchter im Alter von 7 und 12 Jahren. Sie arbeitet 80 Prozent und kümmert sich an ihrem freien Tag um ihre Mädchen. Als diese noch jünger waren, brachte sie die Kinder in die firmeninterne Kinderkrippe. Entspannen kann sie beim Yoga.
Frau Schubert, wie kommt man auf die Idee, Patentanwältin zu werden?
Ich wollte ursprünglich Anwältin werden. Mein Stiefvater, der selbst Patentanwalt ist, brachte mich dann auf diese Idee. Um Patentanwältin zu werden, braucht es ein naturwissenschaftliches Studium, zum Beispiel Biologie, Chemie oder Ingenieurwissenschaften. Die Biologie interessierte mich davon am meisten.
Nach dem Biologiestudium gingen Sie direkt ins Patentrecht über?
Zunächst nicht. Nach dem Studium war ich plötzlich der Meinung, Forschung sei vielleicht etwas für mich. Ich suchte nach einer Arbeit in Lateinamerika, um mein Spanisch zu verbessern, und landete schliesslich in Venezuela, in einem Institut in der Nähe von Caracas. Dort fand ich nicht nur Neues über Serotonin-Rezeptoren, sondern auch meinen künftigen Mann. Nach einem Jahr kehrten wir in die Schweiz zurück. Eine Zeit lang grübelte ich noch, ob ich eine Doktorarbeit anhängen sollte, merkte dann aber, dass das nicht in meinen Zeitplan passte. Ich wollte Patentanwältin werden und ich wusste schon damals, dass ich Kinder haben wollte. Doktorarbeit, Patentanwältin und Kinder – das ging zeitlich nicht auf, also liess ich die Doktorarbeit fallen.
Wie lange dauert die Ausbildung zur Patentanwältin?
Nach dem naturwissenschaftlichen Studium sind drei Jahre Arbeitserfahrung im Bereich Patentrecht Pflicht. Es folgt eine harte Prüfung zur Europäischen Patentanwältin, bei der bis zu 70 Prozent durchfallen. Dafür darf man nach erfolgreicher Prüfung stolz sein auf einen in ganz Europa gültigen Eignungsausweis.
Gibt es verschiedene Wege, Patentanwältin zu werden?
Viele Anwärter besuchen vorher einen Lehrgang. Es gibt zum Beispiel ein Nachdiplomstudium an der ETH Zürich, das eine gute Vorbereitung ist für die Prüfung. Andere Lehrgänge gibt es in London oder Strassburg.
Arbeiten alle Patentanwälte in grossen Firmen?
Patentanwälte, was für Menschen sind das?
Patentanwälte sind oft Menschen, die sich für Wissenschaft interessieren, aber nicht mehr selbst im Labor stehen möchten. Sie argumentieren und gewinnen gerne mit Argumenten – zum Beispiel vor Gericht, wenn es um Patentstreitfälle geht.