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von Roby Tschopp
Wird Economiesuisse am Ende feministisch? Angesichts des Wirbels um die letzte Version von deren «Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance», welche Ende September veröffentlicht wurde, könnte man dies fast glauben. Die Richtlinien bringen endlich ein hartnäckiges Tabu auf den Tisch: die ausgewogene Zusammensetzung der Verwaltungsräte. Dieses Thema ist für die Mitglieder von Actares seit langem von höchstem Interesse. An keiner Verwaltungsratswahl wurde versäumt, eine höhere Anzahl weiblicher Kandidaturen zu fordern und auf den oft einsamen Weg weiblicher Verwaltungsratsmitglieder hinzuweisen. Leider erfüllt der Code die Erwartungen nicht. Er verlangt lediglich, dass dem Verwaltungsrat weibliche und männliche Mitglieder angehören sollen und hält betreffend deren Anzahl fest: «Der Verwaltungsrat stellt eine angemessene Diversität seiner Mitglieder sicher».
Es braucht juristischen Scharfblick, um zu begreifen, dass diese Formulierung lediglich die Wahl mindestens einer Frau in jeden Verwaltungsrat fordert. Obwohl der Code von Economiesuisse nicht verbindlich ist, fordert er nur die kleinstmögliche weibliche Quote. Atomarisch klein – und genauso hochexplosiv!