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Atmosphäre erfassen, verstehen und gestalten
Die Atmosphäre eines Raums wird durch Lichtstimmung und Materialität, Farbwiedergabe beeinflusst. Studierende der HSLU analysierten diese Attribute am Beispiel der Stadthalle Zug.
Im Modul ‹Atmosphäre, Farbe, Licht & Material› an der Hochschule Luzern lernen wir, die komplexen Wechselwirkungen von Farbe, Material und Licht zu analysieren, zu abstrahieren und in Worte zu fassen. Das Ziel ist es, Atmosphären präzise beschreiben und die gewonnenen Erkenntnisse in der Praxis anwenden zu können. Als Analyseobjekt diente uns die Stadthalle in Zug, wo wir die Atmosphäre des Sportes ergründeten.
Dazu mussten wir zuerst den Raum in seine Komponenten zerlegen. Wir nutzten subjektive Methoden wie die ‹Écriture automatique›, bei der man Gefühle, Ausdrücke und Bilder möglichst unzensiert wiedergibt. Diese ergänzten wir mit objektiven Messmethoden wie dem Sammeln der vor Ort aufgefundenen Farben, Materialien und Oberflächen. Um die Wirkung der Materialien und Farben in der Stadthalle zu verstehen, haben wir sie anhand ihrer qualitativen und quantitativen Eigenschaften geordnet und mittels Farbkreis, Polaritätenprofil und Quantitätsdiagramm grafisch dargestellt. Dann definierten wir die 15 wichtigsten Materialien und Farben der vorgefundenen Atmosphäre.
Mit dem sogenannten ‹Modus der Verbindung› verglichen wir ausgewählte Materialien und Farben. Basierend auf unserer Analyse haben wir vier Farb- beziehungsweise Materialkontraste erstellt: hart-weich, warm-kalt, Qualitätskontrast und ein Farbe-an-sich-Kontrast. Wir definierten drei Begriffe, welche die Sportatmosphäre auf ihre Essenz reduzieren: Spannungsvoll, weitläufig und überragend. In einem weiteren Schritt übersetzten wir die ‹Modi der Verbindung› in einen massstabsfreien physischen Körper, den sogenannten ‹Raumkäfer›. Darin fassten wir die Erkenntnisse aus den vorherigen Phasen in ein räumliches Gebilde zusammen.
Der Raumkäfer dient als Grundlage für die Protoatmosphäre. Eine Protoatmosphäre ist die Verräumlichung der bedeutendsten Elemente und Zusammenhänge einer Atmosphäre. Sie basiert auf den für uns wichtigsten ‹Modi der Verbindungen›: hart-weich und warm-kalt. Die Verbindungen stehen in einem Gleichgewicht. Dies zeigt sich in Form eines ausgeglichenen Verhältnisses zwischen hart-weich und warm-kalt. Räumlich haben wir dies dargestellt, indem wir einer harten und warmen Fläche eine äquivalente weiche und kalte Fläche gegenüberstellen. Die Weitläufigkeit des Raumes, zeigt sich in unserer Analyse in der Linienführung und den bewusst platzierten Ausschnitt. Das Attribut ‹Spannungsvoll› wird durch den Kontrast zwischen bunten und unbunten Farbtönen dargestellt, das Attribut ‹Überragend› durch den klein gewählten Massstab. Vervollständigt wird die Atmosphäre mithilfe einer neutralweissen, diffusen Lichtstimmung für eine wahrheitsgetreue Farbwiedergabe. Die Verbindungen, Begriffe und die Lichtstimmung ergeben zusammen die Atmosphäre des Sportes.
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* Christina Canal, Fiona Conte, Isabel Neuenschwander, Lars Maeder und Philipp Zemp studieren im 5. Semester Innenarchitektur an der Hochschule Luzern Technik & Architektur.