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von Eva Meier
Die Ruine Chastel liegt am Abhang des Seerückens südöstlich von Konstanz. Noch heute ist sie als langgestreckte Burganlage zu erkennen. Grosse Teile der Ringmauer sind erhalten geblieben, sowie ein noch über 15 m hoher Turm im Nordwesten und die Reste eines Rundturmes im Südosten. Ein mächtiger Gebäudegrundriss an der Nordmauer wirft zur Zeit noch Fragen auf wie auch die Gebäudereste an der Südmauer. Der Zugang zur Burg erfolgte von Norden her durch eine Toranlage am Fuss des Turms und durch einen Zwinger.
über die Vorzeit der Burgstelle ist noch nichts bekannt, ein römisches Kastell wird jedoch ausgeschlossen. Eine erste Burganlage wurde nach urkundlichen Quellen von Bischof Ulrich I. (11111127) erbaut, soll jedoch von seinem Nachfolger Bischof Ulrich II. im Jahr 1128 schon wieder abgetragen worden sein. Ob von dieser ersten Anlage Reste vorhanden blieben, ist noch nicht geklärt. Spätestens im 13. Jh. wurde die Burg wieder aufgebaut, da die Bischöfe von Konstanz im 13. und 14. Jh. regelmässig auf der Burg Chastel residiert und geurkundet hatten. Im Zuge der Spannungen zwischen den Eidgenossen und dem Deutschen Reich wurde die Burg Chastel am 11. März 1499 von den Eidgenossen in Brand gesetzt und zerstört. Die Burg blieb danach eine Ruine, der Platz wurde nicht mehr überbaut.
Die Entstehung eines Schlosses Chastel geht auf das Ende des 16. Jh. zurück. Seine heutige Gestalt verdankt es den Bauten aus dem 18. Jh. und den Umbauten des 19. Jh. Schloss und Ruine sind bis heute in Familienbesitz.
, Eva : Die Ruine Chastel in Tägerwilen TG
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 13. Jahrgang 2008, Heft 2, 61- 68.