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Auf die Teller, fertig, los!
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Unternehmensgründer Conrad Hilton erwarb 1919 sein erstes Haus (40 Zimmer), das Mobley Hotel in Cisco / Texas. In den nächsten Jahren kaufte er weitere Hotels in Texas dazu und eröffnete 1925 mit dem Dallas Hilton das erste Haus unter seinem Namen.
Hilton habe Massstäbe gesetzt, meint Nassetta: Viele Selbstverständlichkeiten der Hotellerie, von der Klimaanlage über die Minibar bis zum Fernseher im Zimmer, hat Hilton zuerst eingeführt. Ausserdem hätten die Häuser das gesellschaftliche Leben vieler Städte mitgeprägt.
Heute zählt die Kette fast 6000 Häuser mit nahezu einer Million Zimmer in 113 Ländern. Der Konzern vereint 17 Marken, darunter Waldorf Astoria (Luxus), Hampton und Doubletree. Nach Marriott, die mit der Übernahme von Starwood grösste Hotelkette wurde, ist Hilton weltweit nach wie vor die Nummer zwei.
Viele Jahre gab es Hilton sogar zweimal: 1964 wurden die internationalen Aktivitäten abgespalten und waren eine eigenständige Gesellschaft unter dem Namen Hilton International, die zuletzt dem britischen Wettkonzern Ladbroke gehörte. Dies umfasste auch die Namensrechte: Die US-Gesellschaft durfte die Marke Hilton ausserhalb der USA nicht nutzen und eröffnete deshalb weltweit Hotels unter dem Gründervornamen Conrad, die heute als gehobene Häuser positioniert sind. Im Februar 2006 gelang die Wiedervereinigung, indem die US-Gesellschaft Hilton International für 5,3 Mrd. US-Dollar kaufte.
2007 stand Hilton im Zentrum der grössten Übernahme, welche die Reisebranche je gesehen hatte: Der Finanzinvestor Blackstone kaufte für 26 Mrd. US-Dollar (19 Mrd. Euro) die Gruppe und bürdete ihr 20 Mrd. US-Dollar Schulden auf. Im Herbst 2007 machte Blackstone Nassetta, der zuvor bei Hotelimmobilienfirmen gearbeitet hatte, zum Chef und verlegte bald darauf den Firmensitz von Beverly Hills nach Fairfax in Virginia. Der Deal sorgte für viel Gesprächsstoff, weil kurz darauf die weltweite Finanzkrise ausbrach, die auch das Hotelgeschäft und Hilton stark in Mitleidenschaft zog. Dank einiger Restrukturierungen überlebte Hilton die Krise.
Nassetta trimmte das Unternehmen auf Wachstum, 2013 ging Hilton Worldwide an die Börse. Blackstone blieb aber mit 45 Prozent grosser Anteilseigner. Bis 2018 verkaufte Blackstone in zwölf einzelnen Transaktionen alle Anteile. Allen Unkenrufen zum Trotz war der Hilton-Deal für den Finanzinvestor ein riesiges Geschäft. Blackstone machte nach einem Bericht von Bloomberg satte 14 Mrd. US-Dollar Überschuss in den elf Jahren der Hilton-Beteiligung.
Das grösste Aktienpaket mit einem Anteil von 25 Prozent veräusserte Blackstone im März 2017 an den chinesischen Airline- und Touristikkonzern HNA, der damals bei vielen westlichen Unternehmen auf Einkaufstour war. Doch der hoch verschuldete Konzern von der Insel Hainan musste auf Geheiss der chinesischen Regierung wieder viele Beteiligungen abstossen und verkaufte 2018 die Hilton-Anteile – mit einem Gewinn von 2 Milliarden US-Dollar.
Heute ist Hilton ein unabhängiges börsennotiertes Unternehmen, die Gründerfamilie, inklusive Conrads schillernder Urenkelin Paris Hilton, spielt keine Rolle mehr. Conrads Sohn Barron Hilton, der lange im Unternehmen tätig war und es eine Zeit lang führte, verkaufte die verbliebenen Anteile der Familie 2007.
Finanzexperte Nassetta, der 2017 die Immobilienfirma Park Hotels & Resorts und die Time-Sharing-Tochter Hilton Grand Vacations abgespalten hatte, hat grosse Pläne für die Zukunft: 2400 weitere Hotels sind nach seinen Angaben bereits in der Pipeline. «Wir eröffnen im Schnitt jeden Tag ein neues Hotel», so der CEO.
Hilton ist mit einem Wert von rund 7,4 Mrd. US-Dollar die weltweit wertvollste Hotelmarke. Zudem verfügt der Hilton-Konzern über das wertvollste Markenportfolio unter den Hotelgruppen insgesamt. In den jüngsten Rankings liegt Hilton damit vor Mitbewerber Marriott, der – was die Zahl der Hotelzimmer angeht – eigentlich auf Platz 1 im internationalen Markt liegt. Die Marke Marriott selbst hat aber im vergangenen Jahr offenbar an Wert eingebüsst und wird nun nur noch auf gut 5,0 Mrd. US-Dollar geschätzt.
Das aktuelle Markenwert-Rating der britischen Agentur Brand Finance listet 50 Hotelmarken – die nach eigenen Erhebungen der Agentur wertvollsten ihrer Art auf dem Globus. Nach Hilton und Marriott folgt Holiday Inn (Teil der Intercontinental Hotels Group) auf Platz 3, dahinter Hyatt und ein weiteres Hilton-Konzept: Hampton Inn by Hilton. Die weiteren Marken unter den Top 10 sind Shangri-Là, Doubletree by Hilton, Courtyard by Marriott, Wyndham und Ramada.
Wertvollste Marke aus Europa ist in dem Ranking Mercure (Platz 11) aus dem Hause Accor aus Frankreich. Weitere europäische Hotelbrands unter den Tops 50 sind Intercontinental, Crowne Plaza und Premier Inn aus Grossbritannien, Meliá und NH Hoteles aus Spanien sowie Ibis, Novotel und Pullman aus Frankreich.