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Die Kirche Muhen
Nach langen Vorarbeiten wurde in den Jahren 1959-60 auf einem gerodeten Waldstück südlich des Friedhofs, am Hang der Lotten, die neue Kirche gebaut und am 22. Januar 1961 eingeweiht.
Ihr Architekt Hans Hauri, Reinach (1912-1986), bezeichnete sie noch im Alter als sein reifstes Werk. Es ist ein stimmiges Ensemble mit einer nach Westen orientierten Kirche mit farbiger Chorwand, einem mit Hilfe einer Stützmauer gewonnenen, grossen Vorplatz, begrenzt von der Kirche auf der Südseite, einem der Kirche angebauten Kirchensaal mit breitem Vordach auf der Hangseite und dem freistehenden Glockenturm im Nordwesten.
Das Kirchenschiff hat einen sechseckigen Grundriss, hinten breit verengt es sich etwas gegen vorne. Davorgesetzt und um zwei Stufen erhöht ist ein eingezogener Chor, dessen Wände gänzlich aus einem Glasbild mit Betonfugen bestehen. Von hinten nach vorn nimmt die Höhe im Kirchenraum trapezförmig zu, der Boden fällt gegen den Chor hin leicht ab, sodass für die 400 Besucherplätze viel Raum geschaffen ist und sich der Blick auf die hohe, farbige Glaswand weitet und zugleich auf das Geschehen im Chorraum konzentriert. Das Innere erhält viel Licht von je vier hohen Fenstern in den Seitenwänden und vier weiteren in den drei Rückwänden. Durch die vielfach trapezförmige Struktur des Baus und den schräg nach vorne sich erhöhenden Dachfirst ergibt sich durch das einfache Satteldach eine interessant geformte Decke, die mit ihrer Holztäferung betont wird und ein freundliches Raumgefühl schafft. Die Betonwände sind im Inneren verputzt und wie der Sichtbeton aussen weiss gestrichen. Der Innenraum nimmt deutlich Rücksicht auf die kirchlichen und liturgischen Erfordernisse der damaligen Zeit. Auch Kanzel und Taufstein wurden vom Architekten entworfen. Bau und Innenausstattung wurden vom lokalen Gewerbe ausgeführt. Viel wurde von Familien und Einzelpersonen gespendet. Die hinten platzierte Orgel ist ein 45 Register umfassendes Werk der Orgelbaufirma Genf.
Das zentrale, grosse Kunstwerk in Glas und Beton ist von Heiny Widmer, Zofingen (1927-1984), geschaffen und ausgeführt worden von Aubert & Pitteloud, Verriers, Lausanne. Es ist aus christlichen Symbolen komponiert. Das farbige Glas und die ins Bild integrierten Betonfüllungen sollen die Blendung von vorn vermindern. Mit der grossen Kreuzstruktur in der Mitte unterteilt, weist das Bild unmissverständlich auf die Mitte in Jesus Christus hin und auf die ganze Botschaft der Bibel, die in ihm wie farbig durchscheinend ist für das Licht der Welt.
Leicht lesbar findet sich über dem Kreuz ein Symbol für die göttliche Dreifaltigkeit, darüber, etwas weniger deutlich, eine herabstürzende Taube als Zeichen für den Heiligen Geist. Links der Mitte drei Fische, ein Kelch und darüber ein Brot als Zeichen für das Abendmahl und das Bekenntnis zu Jesus Christus und als Hinweis auf die wunderbare Speisung der vielen. Rechts der Mitte, nicht sehr offensichtlich, eine Öllampe, wohl erinnernd an das Wort (Ps. 119,105), «dein Wort ist meines Fusses Leuchte und ein Licht auf meinem Pfad», und daneben ein (kleiner) Lebensbaum. Flankiert wird das Grosse Bild in der südlichen Seitenwand von einem in tiefem Blau gehaltenen Fenster mit sieben roten Flecken, welche die Wundmale Jesu darstellen, und in der rechten von einem in Rot gehaltenen Fenster mit elf gelben Punkten, welche auf die elf an Pfingsten verbliebenen Apostel hinweisen sollen.
Hinten in der Kirche befindet sich eine Engelskulptur in Gebetshaltung, die von Zita Rey-Walder, Muhen, geschaffen worden ist. Sie dient als Zentrum einer Andachtsecke.
Die fünf Glocken wurden von Rüetschi, Aarau, gegossen. Sie sind von der grössten zur kleinsten auf dis, fis, gis und ais gestimmt und mit Worten aus der Bibel versehen, sowie mit den Wappen der Stifter, der Einwohnergemeinde Muhen und vier Familien aus dem Dorf.
Im Frühjahr hat Pfarrer Martin Hess im Archiv zum Kirchenbau nachgeforscht. In den Protokollen und Bauplänen ist er auf viel Interessantes gestossen. Davon möchte er Ihnen gerne noch dies und das mitteilen.
Im unten stehenden Dokument finden Sie seinen Bericht.
Mehr Informationen und Fotos zur Kirche Muhen finden Sie auf der Website "Reformierte Kirchen im Aargau" unter https://www.ref-kirchen-ag.ch/kirchen/muhen oder auch auf dem direkten Link der Geschichte der Kirche Muhen https://www.ref-kirchen-ag.ch/kirchen/muhen/kirchen-und-baugeschichte.