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Quelle: Keystone-SDA
Blumen, Blätter und Blüten wurden zu Markenzeichen von Georgia O'Keeffe (1887-1986): Makrobildnisse in zum Teil grellbunten Farben, oftmals mit einer fast schon aufdringlichen Vulva-Symbolik, was die Künstlerin aber stets vehement in Abrede gestellt haben soll. Hervorstechend sind unter anderem die berühmten feuerroten Mohnblüten («Oriental Poppies») von 1927.
Aber damit hat man das Oeuvre O'Keeffes noch längst nicht umrissen. Ebenso wichtig in ihrem Werk sind die minimalistisch-surrealen Blicke durch die Strassenschluchten New Yorks, wo sie ab 1918 für ein paar Jahre lebte und wo sie ihren späteren Ehemann Alfred Stieglitz und über ihn auch die europäische Avantgarde kennenlernte.
Die Stadtan- und -einsichten sind in ihrer düsteren Farbgebung und in ihrer formellen Nähe zur Abstraktion ein deutlicher Kontrast zu den Blumengemälden.
Und auch damit hat man O'Keeffes Werk noch lange nicht abschliessend umschrieben. Ab den 1920er-Jahren tauchen vermehrt Abbildungen von zerfurchten Wüstenlandschaften auf, in deren Reihe sich aber auch mal kontrastreich ein ausgesprochen grüner Landstrich einfügt. Oder ein symbolgeladenes Gemälde mit einem Maultierschädel und rosaroten Blüten von Weihnachtsternen.
Stilbrüche deutlich gemacht
So wandelt man in der Fondation Beyeler beinahe etwas verwirrt von Raum zu Raum, um immer wieder mit ganz anderen Werken konfrontiert zu werden.
Die chronologisch angelegte Ausstellung lässt die stilistischen Brüche bewusst zu, macht sie deutlich. So sieht man eine sehr abstrahierte Landschaft neben einer überaus naturalistisch abgebildeten Pueblo-Siedlung. Zwischen zwei grellbunten Farbspielereien ist das Bild von zwei düster-gräulichen Scheunen eingefügt.
Im Katalog zur Ausstellung wird O'Keeffes Werk als «Modernität ausserhalb der Norm» umschrieben. Tatsächlich erscheint sie in der Ausstellung, die über 80 Leihgaben aus vornehmlich US-amerikanischen Museen und Privatsammlungen vereint, als «entschiedene Individualistin», wie Cody Hartley, Direktor des Georgia O'Keeffe Museum in Santa Fe schreibt.
Dieser Individualismus offenbart sich nicht nur in der Abgrenzung zu anderen Künstlern - etwa zu Edward Hopper, der als Chronist des American Life einen ganz anderen Weg ging. O'Keeffes Motive blieben die Natur und Landschaften, in denen der Mensch allenfalls einmal als herumliegender Schädel vorkommt.
Sie erlaubte sich selber ein wildes Stilhopping, das Gegenständliches Abstraktem gegenüberstellt, ja manchmal ineinander hinübergleiten lässt.
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