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In Ihrem Editorial mit dem Titel “Swexit ist langsam schädlich in der Schweiz” (FT Show, 1. Juni) skizzieren Sie einige gute Punkte. Als leidenschaftlicher Anglo-Schweizer und Europäer habe ich sehnsüchtig beobachtet, wie Großbritannien die Europäische Union verlässt und nun erstaunt, wie die Schweizer Regierung den Verhandlungen über ihr Rahmenabkommen unbeholfen die Tür verschließt.
Ich stimme auch zu, dass die Schweiz stark von ihrer engen Verbindung mit der Europäischen Union profitiert hat; Aber auch die Europäische Union hat es getan. Sie sprechen zum Beispiel davon, dass die Schweiz davon profitiert, in Schengen zu sein, aber können Sie sich als Insel in Mitteleuropa vorstellen, mit welchen Unannehmlichkeiten alle Europäer konfrontiert sind, wenn sie Schengen auf jedem Flug von Deutschland nach Italien oder Österreich nach Frankreich verlassen und wieder einreisen müssen? Nicht zu vergessen sind auch die enormen Investitionen der Schweiz in die europäische Infrastruktur, zum Beispiel 12 Milliarden Dollar für den neuen Gotthard-Eisenbahntunnel, den längsten der Welt, von dem inzwischen die deutschen und italienischen Bahnen stark profitieren. Die Schweiz wartet jedoch noch darauf, dass Deutschland und Italien ihre Zusagen zum Ausbau ihrer Bahnsysteme in ihren Grenzregionen einlösen und damit den Güterverkehr in ganz Mitteleuropa bremsen.
Ich werde weder versuchen, den schlechten Umgang der Schweiz mit diesem ganzen Prozess und den Mangel an strategischer Führung ihrer Politiker zu verteidigen, noch werde ich die Inkompetenz britischer Politiker verteidigen, ihr Land aus dem Abgrund zu schieben.
Ich bin jedoch weiterhin zutiefst betrübt über die Arroganz und Inflexibilität der Europäischen Union und ihrer Führung. Wäre es nicht tragisch für die Europäische Union, eine ihrer größten Volkswirtschaften, ihre älteste Demokratie, ihren stärksten Verfechter einer bescheidenen und pragmatischen Organisation zu verlieren, oder jetzt nicht engere Beziehungen zu einer anderen alten Demokratie voller Moral und Ordnung aufzubauen, nicht die vielleicht stärkste Pro-Kopf-Wirtschaft in Europa zu nennen, während sie gleichzeitig etwas tut, um die Grundrechte einiger ihrer 27 Mitglieder zu verbessern.
Denken Sie an das Chaos und die Korruption, die in vielen Mitgliedstaaten endemisch sind, oder an antidemokratische Populisten in anderen? Angesichts seines manchmal verzweifelten Urteils, das es nur einer Stimme von 27 Mitgliedern erlaubt, gegen wichtige Gesetze ein Veto einzulegen, ist die EU kein Modell pragmatischer Führung, auf das man stolz sein kann.
Warum kann sich Europa in dieser mysteriösen und manchmal beängstigenden Welt nicht besser vereinen?
Anthony Wild
Luzern, Schweiz