Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03570.jsonl.gz/61

Belarus
Die Auswirkungen von 1986 sind langfristig spürbar. Bei Kindern wird heute etwa Schilddrüsenkrebs bis zu 100-mal häufiger diagnostiziert als in unbelasteten Gebieten Europas.
Schwere Umweltbelastungen, schlechte Wohnsituation, Armut breiter Bevölkerungsschichten und Alkoholmissbrauch stellen für das Gesundheitssystem grosse Herausforderungen dar.
Undemokratisch, autoritär und marktfeindlich – so wird die Politik Aljaksandr Lukaschenkas, der 1994 an die Macht kam, von westlichen Beobachtern beschrieben. Er vereint die Macht zunehmend auf sich. Seine wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Partner sind Russland, China, der Iran und Venezuela.
Die bislang auf Grund sehr guter Wirtschaftsbeziehungen zu Russland stabile Wirtschaft geriet durch die Anhebung der Rohölpreise durch Russland in Schwierigkeiten. Die Industrie und die Landwirtschaft sind grösstenteils in Staatshand. Damit gehört die Wirtschaft Weissrusslands zu den wenigen staatskapitalistischen Volkswirtschaften der Welt.
Die Landwirtschaft, auf die 15% der Beschäftigung entfällt, wird durch Kollektivierung mit zwei Hauptzweigen beherrscht: der Anbau von Kartoffeln und die Viehzucht. Die Textilindustrie, die Holzverarbeitung und der Maschinenbau sind wichtige Industriezweige.
Weissrussland war eines der besonders betroffenen Gebiete des Holocausts. Vorher lebte hier eine grosse jüdische Bevölkerungsgruppe. Seit 1989 wanderte ein grosser Teil der Nachkommen der überlebenden Juden aus.
Belarus ist ein Binnenstaat in Osteuropa, der an Polen, die Ukraine, Russland, Lettland und Litauen grenzt.
Spitex-Projekt Bethanien
Familien mit behinderten und chronisch kranken Kindern gehören zu den am stärksten von Armut betroffenen Bevölkerungsgruppen. Durch das Projekt Bethanien werden 80-100 Kranke, Behinderte und Betagte betreut. Ein Team von Pflegeschwestern arbeitet in Gomel, Grodna, Minsk und Mogiljow unter der Leitung von Ruth Thomann. Die Betreuungsarbeiten reichen von Pflege und Körperhygiene bis hin zum Kochen, Putzen oder Holzhacken. Bei Bedarf erhalten die Klienten Lebensmittel und Kleider. Die Spitex Bethanien ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Schwesternschaft der Stiftung Diakonissenhaus Bern.
Lebensmittel (für Weissrussland und zum Teil Russland)
Jährlich werden über 150 Tonnen Lebensmittel an Bedürftige verteilt. Davon sind 60 Tonnen Kartoffeln, die im Herbst für den Winter verteilt werden.
Kleider
Etwa 7 - 8 mal jährlich fährt ein Lastwagen der Christlichen Ostmission mit gebrauchten Kleidern aus der Schweiz nach Weissrussland. Die rund 100 Tonnen Kleider und Schuhe werden von lokalen Mitarbeitenden an Bedürftige, Kinder-, Altersheime und Spitäler verteilt. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit lokalen Sozialämtern, Kirchgemeinden und Selbsthilfe-Organisationen.
Kinder-, Jugendlager und Behindertenferien
Die Christliche Ostmission finanziert Sommerlager, an denen jeweils rund 400 Kinder und Jugendliche teilnehmen. Für viele Kinder bedeuten die Sommerlager einen Meilenstein in ihrem Leben.
Mehr als 100 Nationalitäten leben auf dem Boden Weissrusslands. Fallende Geburtenziffern, eine rückläufige Lebenserwartung und negative Wanderungssaldi kennzeichnen die Bevölkerungsentwicklung.
80% der Weissrussen verstehen sich als russisch-orthodoxe Christen, 11% gehören der römisch-katholischen Kirche an, besonders in den westlichen Landesteilen, welche bis 1939 zu Polen gehörten. Ausserdem gibt es evangelische, baptistische und griechisch-katholische Gemeinden (Unierte). Die jüdische Gemeinde verliert durch Auswanderung nach Israel und in die USA zunehmend an Mitgliedern.