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Die Nieren - zentrale Organe mit wichtigen Funktionen
Die Nieren sind zwei unscheinbare Organe verborgen in den Flanken unterhalb der Rippenbögen, die für das Überleben des Organismus wichtige Aufgaben leisten. Dabei sind die Entwässerung und Entgiftung nur die zwei bekanntesten Funktionen dieser Organe. Ein vollständiger Verlust der Nierenfunktion ist ohne medizinische Hilfe nicht mit dem Leben vereinbar. Im Folgenden sind die wichtigsten Funktionen der Nieren aufgeführt.
Aufbau und Funktion der Nieren
Die menschliche Niere hat in etwa das zweifache Volumen (in ml) des Körpergewichtes und besteht zu Anfang des Lebens aus ca. 1 Millionen Nephronen, dem Filterapparat des Organismus. Mit zunehmendem Alter gehen diese Strukturen verloren, sodass ab ca. dem 40 Lebensjahr eine natürliche Abnahme der Nierenfunktion jährlich um ca. 1-2% zu beobachten ist. Durch ein komplexes Netzwerk aus Transportern, Rezeptoren und Regulationsmechanismen wird das Gleichgewicht des Wassers, der Elektrolyte und des Säure-Basen-Haushaltes aufrechterhalten.
Entwässerung
Täglich werden die Nieren von ca. 1.800 Liter Blut durchflossen, was in etwa 20% der Herzleistung in Ruhe beansprucht. Es werden dabei etwa 180 Liter filtriert und zu 98% zurückgewonnen, sodass eine Urinmenge von ca. 2 Liter jeden Tag ausgeschieden wird. Diese immense Leistung auf kleinstem Raum erfordert einen raffinierten Aufbau, welcher durch ein Labyrinth von Blutkapillaren und Ausführungsgängen ermöglicht wird.
Entgiftung
Eine Vielzahl von Abbauprodukten des Stoffwechsels sowie über die Nahrung zugeführte Substanzen werden über die Nieren teilweise oder vollständig ausgeschieden. Zudem werden Medikamente oftmals über die Nieren verstoffwechselt. Im Gegensatz zu anderen Säugetieren sind Menschen und Menschenaffen auf die Nieren zur Ausscheidung von Harnsäure angewiesen.
Entsalzung und Elektrolytsteuerung
Der Menschliche Körper enthält ca. 200 bis 300 Gramm Kochsalz, wovon etwa 9 Gramm in der Blutbahn gelöst sind. Täglich werden durchschnittlich ca. 8 bis 10 Gramm Kochsalz durch die Nahrung zugeführt, der tägliche Bedarf von ca. 1.4 Gramm ist damit weit überschritten und muss über die Nieren reguliert werden. Neben wasserbindenden Eigenschaften (osmotische Kräfte) mit Steigerung des Blutdrucks hat das Natrium auch Auswirkungen auf das Reizleitungssystem der Nerven, der Muskelzellen und des Herzens. Anderes Elektrolyte wie beispielsweise das Kalium werden zu 90% über die Nieren ausgeschieden und spielen eine wichtige Rolle bei elektromechanischen Prozessen an Nerven und am Herzen.
Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Haushaltes
Ein leicht alkalischer pH-Wert im Blut sorgt für das optimale Milieu für Stoffwechselprozesse. Dieses Gleichgewicht wird in einem Zusammenspiel der Nieren mit der Lunge aufrecht erhalten. Die Störung eines dieser beiden Organsysteme kann bis zu einem gewissen Grad durch das andere kompensiert werden.
Regulation des Blutdruckes
Ein Bluthockdruck im Erwachsenenalter ist weiter verbreitet und es findet sich selten eine Ursache. Falls ein erkennbar ist, so spielen die Nieren bei knapp der Hälfte eine Rolle. Ursachen eines Bluthochdrucks können Gefässveränderungen oder Entzündungen der Nieren sein. Das blutdruckregulierende Hormonsystem - auch bekannt als Renin-Angiotensin-Aldosteron-System - wird durch die Nieren dominiert in Zusammenspiel mit den Nebennieren. Herz und Nervenbahnen sowie Rezeptoren in Blutgefässen spielen eine zusätzliche Rolle. Eine Nierenerkrankung kann in jedem Lebensabschnitt Ursache des Bluthochdrucks sein. Zugrunde liegt oftmals eine gestörte Salz- und Wasserausscheidung.
Steuerung des Knochenstoffwechsels
Das Vitamin D ist bekannt als wichtiger Faktor in der Knochenstärkung. Damit es seine Wirkung entfalten kann, bedarf es einer Aktivierung durch die Nieren. Diese steuern in einer Wechselwirkung mit dem Darm und den Nebenschilddrüsen den Auf- und Abbau der Knochen, was für Reparatur- und Erneuerungsprozesse sehr wichtig ist.
Beitrag zur Blutbildung
DasErythropoietin ist ein wichtiger Wachstumsfaktor, welcher in den Nieren gebildet wird und das Knochenmark zur Bildung roter Blutkörperchen stimuliert. Als zusätzliche Faktoren der Blutbildung, die für einen geregelten Sauerstofftransport erforderlich ist, werden Eisen, Folsäure und Vitamin B12 benötigt.