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„Also ich glaube; man muss schon auch... Ja mit der Einstellung kann man folgen"
Eine qualitative Untersuchung zum Erleben und Bewältigen von Lebenslagen an der Armutsgrenze
Die drei schweizerischen Existenzminima der Sozialhilfe, des Betreibungsrechts und der Ergänzungsleistungen zur AHV/IV legen unterschiedliche Grenzen der Armut fest und verweisen dementsprechend auf unterschiedliche Lebenshaltungskosten eines minimalen Bedarfes der menschlichen Existenz. In dieser Master-Thesis wird der Frage nachgegangen, wie das Leben an diesen verschiedenen Armutsgrenzen subjektiv erlebt und bewältigt wird. Es wird untersucht, welche Bewältigungsstrategien entwickelt werden und ob hinsichtlich der unterschiedlichen finanziellen Beträge der Existenzminimatypen Unterschiede beim Erleben und Bewältigen der armen Lebenslagen vorhanden sind. Der Untersuchungsfokus wird hierbei auf alleinstehende Arme gerichtet, welche sich kurz vor oder bereits nach dem Renteneintrittsalter befinden.
Zur Beantwortung der Fragestellungen wird das qualitative Forschungsdesign der Grounded Theory nach Strauss und Corbin angewendet. Diese Methode dient in der Master-Thesis vor allem der Auswertung der anhand neun problemzentrierter Leitfadeninterviews gewonnenen verbalen Daten. Der empirischen Untersuchung geht die theoretische Einbettung des Themas Armut in der Schweiz voraus, während der Schwerpunkt auf dem Lebenslagenansatz nach Ingeborg Nahnsen liegt. Ergänzend dazu werden bei der Festlegung des angewendeten Armutsverständnisses berufsethische Aspekte der Sozialen Arbeit in der Schweiz mitberücksichtigt.
Die empirischen Ergebnisse der Master-Thesis verdeutlichen, dass sozialpolitisch definierte Arme auch subjektiv Armut erleben, unabhängig davon, welchem Existenzminimumtyp sie angehören. Jedoch durchlaufen die Betroffenen in ihrem Erleben und der Bewältigung ihrer armen Lebenslage einen Prozess, welcher, durch die Soziale Arbeit initiiert und je weiter fortgeschritten, zu zunehmender Zufriedenheit und Genügsamkeit mit der Lebenslage führt. Dies zeichnet sich dadurch aus, dass die Betroffenen mit ihren knappen Spielräumen zu leben lernen respektive im zeitlichen Verlauf ein bescheidenes Leben zunehmend gutheissen. Bedeutungsvoll ist an dieser Stelle der Einfluss der Sozialen Arbeit auf diesen Prozess, aber auch die grosse emotionale Entlastung, welche sie in prekären Lebenslagen bieten kann.