Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03527.jsonl.gz/2476

Besonders in der Nacht gibt es über dem Viktoriasee heftige Stürme in denen jährlich tausende Fischer sterben. Durch den Klimawandel werden die Gewitterstürme häufiger auftreten, dies zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie.
Der in Ostafrika liegende Viktoriasee ist der zweitgrösste Süsswassersee der Welt und der grösste See Afrikas. Rund 30’ooo Millionen Menschen leben an seinen Ufer. Der an Tansania, Uganda und Kenia grenzende See, ist bekannt für sein Artenreichtum. Neben dem Flusspferd sind im Viktoriasee rund 550 Fischarten bekannt, im Vergleich zu Europa, wo gut 200 Süsswasserfischarten nachgewiesen sind.
Die Stürme entstehen durch die Luftzirkulationen auf der riesigen Wasseroberfläche. Die am Tage erstandenen Winde drücken vom See auf das warme Festland. In der Nacht bewegen sich die Winde vom abgekühlten Festland zum wärmeren See und treffen dort aufeinander. Durch zusätzliche Verdunstung entstehen Gewitter, Wellen, Regen und Stürme.
Forscher der ETH und der belgischen Universität Leuwen zusammen mit der amerikanischen Weltraumbehörde NASA konnten das Wettermuster in einer kürzlich veröffentlichten Studie aufzeigen und Dr. Wim Thiery diskutiert die Ergebnisse im ETH-Zukunftsblog. Am Tag stürmt es vorwiegend auf dem umliegenden Festland und in der Nacht wüten die Stürme über dem Viktoriasee.
Durch Computersimulationen konnten die Wissenschaftler die Folgen der Klimaerwärmung auf dem Victoriasee erwägen. Wenn die Treibgasemissionen weiter steigen, werden die extremen Wetterereignisse zunehmen. Die enormen Niederschläge werden doppelt so häufig gegenüber dem umliegende Festland und auch Superstürme werden sich bis am Ende des Jahrhundert jährlich ereignen im Vergleich zur aktuellen Häufigkeit von allen 15 Jahren.
Besonders prekär wird die Situation für die 200’000 Menschen die jede Nacht auf Fischfang gehen. Heute schon ist es ein gefährliches Gewässer und fordert jedes Jahr tausende Tote. Um die Konzequenzen für den Menschen abzumildern werden neue Sturmwarnsysteme entwickelt. Neben den Auswirkungen für den Menschen ist auch von einer grossen Belastungen für die Ökosysteme auszugehen.