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im Konkurs, die zum Zweck besonderer Befriedigung gewisser Gläubiger im Weg der gewöhnlichen
Zwangsvollstreckung erfolgende Trennung bestimmter Vermögensstücke von einer Konkursmasse, wobei jedoch ein nach Befriedigung
jener bevorzugten Gläubiger etwa verbleibender Überschuß an die Konkursmasse zurückfällt und zur teilweisen Befriedigung
der Konkursgläubiger mit verwendet wird. Vornehmlich steht nach der deutschen Konkursordnung ein solches Absonderungsrecht
den Realgläubigern zu, welche ein dingliches Recht, also namentlich eine Hypothek, an einem zur Konkursmasse
gehörigen Grundstück haben.
Auch der Faustpfandgläubiger gehört zu den Absonderungsgläubigern, und außerdem ist eine Reihe von Gläubigern den Faustpfandgläubigern
ausdrücklich gleichgestellt, nämlich: öffentliche Kassen wegen öffentlicher Abgaben in Ansehung der zurückgehaltenen oder
in Beschlag genommenen zoll- und steuerpflichtigen Sachen;
Verpachter wegen des laufenden und des rückständigen
Zinses sowie wegen andrer Forderungen aus dem Pachtverhältnis in Ansehung der Früchte des Grundstücks und der eingebrachten
Sachen, sofern die Früchte oder diese Sachen sich noch auf dem Grundstück befinden;
Pachter rücksichtlich des in ihrem Gewahrsam
befindlichen Inventars wegen der Forderungen für dieses;
Vermieter wegen des laufenden und des für das
letzte Jahr vor der Eröffnung des Verfahrens rückständigen Zinses sowie wegen andrer Forderungen aus dem Mietverhältnis in
Ansehung der eingebrachten Sachen, sofern die Sachen sich noch auf dem Grundstück befinden;
Gastwirte wegen ihrer Forderungen
für Wohnung und Bewirtung des Gastes bezüglich der von demselben eingebrachten und von ihnen zurückbehaltenem
Sachen;
Künstler, Werkmeister, Handwerker und Arbeiter wegen ihrer Forderungen für Arbeit und Auslagen in Ansehung der von ihnen
gefertigten oder ausgebesserten und noch in ihrem Gewahrsam befindlichen Sachen;
diejenigen, welche etwas zum Nutzen einer
Sache verwendet haben, wegen des den noch vorhandenen Vorteil nicht übersteigenden Betrags ihrer
Forderung aus der Verwendung in Ansehung der zurückbehaltenen Sache;
diejenigen, welchen nach dem Handelsgesetzbuch an gewissen
Gegenständen ein Pfandrecht oder Zurückbehaltungsrecht zusteht, in Ansehung dieser Gegenstände;
endlich auch diejenigen,
welche durch Pfändung ein Pfandrecht erlangt haben, bezüglich der gepfändeten Gegenstände. Im übrigen erkennt die deutsche
Konkursordnung das Recht der Lehns-, Stammguts- und Fideikommißgläubiger auf abgesonderte Befriedigung
aus dem Lehns-, Stamm- oder Fideikommißgut an, desgleichen das ebenfalls schon im gemeinen Recht begründete Absonderungsrecht
der Nachlaßgläubiger und Vermächtnisnehmer, vermöge dessen diese gesonderte Befriedigung aus den bei der Konkurseröffnung
über das Vermögen des Erben vorhandenen Gegenständen aus dem Nachlaß des Erblassers verlangen können.
Ferner ist Miteigentümern, Gemeinschaftsteilhabern und Gesellschaftern des Gemeinschuldners, mit Ausnahme stiller Gesellschafter,
das Recht abgesonderter Befriedigung aus dem bei der Teilung oder sonstigen Auseinandersetzung ermittelten Anteil des Gemeinschuldners
wegen der auf ein solches Verhältnis sich gründenden Forderungen eingeräumt. Endlich ist für Handelsgesellschaften und Genossenschaften
ein selbständiges Konkursverfahren statuiert. Dabei hat man zu beachten, daß nach dem deutschen
mehr
Handelsgesetzbuch bei dem Konkurs einer Handelsgesellschaft die Gläubiger derselben aus dem Gesellschaftsvermögen abgesondert
befriedigt werden und nur wegen des Ausfalls ihre Befriedigung aus dem Privatvermögen der Gesellschafter suchen können. Den
einzelnen Landesgesetzgebungen ist aber vorbehalten, zu bestimmen, ab und inwieweit den Privatgläubigern der Gesellschafter
ein Absonderungsrecht in Bezug auf das Privatvermögen derselben zusteht.
Vgl. Deutsches Handelsgesetzbuch,
§ 122; Deutsche Konkursordnung, §§ 39 ff., 108 ff., 116 ff., 193 ff.
(naturwissenschaftlich).
1) In der Geologie heißt Absonderung die innere Zerklüftung der Gesteinsmassen, soweit dieselbe nicht durch einfach mechanische
sedimentäre Ablagerung der Massenteilchen bedingt ist, auf welche Schichtung (s. d.) und wohl auch Schieferung
(s. d.) zurückzuführen sind. Die Absonderung ist zwar bei Sedimentgesteinen nicht ausgeschlossen (quaderförmige und säulenförmige
der Sandsteine), besonders aber doch für die kristallinischen Gesteine charakteristisch. Äußerlich der Schichtung und Schieferung
am ähnlichsten ist die plattenförmige Absonderung (Phonolith, Porphyr, seltener Basalt).
Sie hängt gewöhnlich mit einer Parallel- oder Fluidalstruktur der Bestandteile zusammen, die sich bei
mikroskopischer Untersuchung zu erkennen gibt. Die bank- oder quaderförmige Absonderung ist nur durch die größern
Dimensionen von der vorigen verschieden, doch findet kein eigentlicher Übergang statt (Granit, Syenit). Zeigt der Verlauf der
Trennungsebenen keinen durchgreifenden Parallelismus mehr, so erhält man die unregelmäßig polyedrische Absonderung oder
unregelmäßige Zerklüftung. In hohem Grad charakteristisch, besonders für die Basalte, ist die säulenförmige Absonderung, wodurch
die Gesteinsmasse in mehr oder weniger regelmäßige Säulen zerteilt ist.
Die Zahl der Seiten und die Dimensionen sind verschieden; am häufigsten findet man fünf- und sechsseitige Säulen. Innerhalb
einer und derselben Gesteinsmasse sind die Dimensionen gewöhnlich ziemlich gleichmäßig. Die Säulen
stehen im allgemeinen senkrecht auf den Begrenzungsflächen: in Gängen sind sie wie Holzscheite zwischen den Gangflächen
rechtwinkelig gegen dieselben gelagert;
in Decken oder Strömen stehen sie lotrecht;
bisweilen findet man eine meilerartige
Gruppierung oder ein strahlenförmiges Divergieren der Säulen.
Dabei sind dieselben nicht immer gerade
gestreckt, sondern in größern Massen gleichmäßig, auch wohl S-förmig gebogen. Oft tritt zu der säulenförmigen auch
eine transversale Absonderung hinzu, wodurch die Säulen in gleichmäßigen oder ungleichmäßigen Abständen quer zerteilt werden.
Diese Querteilung ist nicht selten sphäroidisch, so daß die Säulenstücke mit konvexer und konkaver Endfläche aufeinander
passen; zuweilen zeigen sie oben und unten konvexe Endigung (Käsegrotte bei Bertrich).
Die bekanntesten und großartigsten Vorkommnisse von Säulen basaltischer Gesteine in Europa sind der sogen. Riesendamm an der
Nordküste der Grafschaft Antrim auf Irland, die Insel Staffa mit der Fingalshöhle, der Mendeberg, Scheidskopf, Dungkopf und andre
Basaltberge der Rheinprovinz, Herrnhaus bei Steinschönau und Wargotsch bei Aussig in Böhmen. So regelmäßig
wie bei den Basalten findet sich die Säulenbildung bei keinem andern Gestein. Beim Trachyt, Phonolith und Porphyr ist sie gewöhnlich
nur eine unregelmäßig säulenförmige oder pfeilerförmige Absonderung. Nicht selten ist noch die kugelige Absonderung (Basalt, Diabas, Granit,
Syenit), die oft erst mit der Verwitterung des Gesteins deutlich hervortritt und im frischen Gestein nicht
oder
nur andeutungsweise wahrnehmbar ist.
Die verschiedenen Absonderungsformen werden im allgemeinen als Kontraktionswirkungen aufgefaßt, bedingt entweder durch Austrocknen
oder durch Erkaltung der Gesteinsmassen; doch hat Lang wenigstens für die säulenförmige der Basalte mit großem Glück den
Versuch gemacht, die Absonderung als eine Folge des Drucks zu deuten, der nach ihm bei der Verfestigung der Silikate
entstehen muß, für welche er (ähnlich wie bei Wasser und Eis) eine Ausdehnung beim Übergang aus dem flüssigen in den festen
Aggregatzustand annimmt.
Vgl. Lang, Parallelfaserung und Säulenabsonderung (Stuttg. 1875).
2) In der Botanik versteht man unter Absonderung (Ausscheidung, Sekretion) die Bildung solcher flüssigen oder festen
Substanzen in der Pflanze, welche, einmal erzeugt, nicht wieder in den Stoffwechsel zurückkehren, sondern dauernd und unverändert
dort bleiben, wo sie entstanden sind, oder selbst verloren gehen. Absonderungen sind im Pflanzenreich weit verbreitet und
können sowohl innerhalb der Zellen als auch außerhalb solcher, auf der freien Oberfläche eines Pflanzenteils
und in Zwischenzellräumen in den Geweben entstehen.
Häufig findet man einzelne zerstreut unter den übrigen liegende, mit dem Sekret, gewöhnlich ätherischem Öl, gefüllte
Zellen (Ölzellen); anderwärts kommen schlauchförmige Gefäße, wie die durch Wurzel, Stengel und Blatt laufenden Milchsaftgefäße,
vor. Häufig sind die Sekrete in besondern Zwischenzellräumen der Gewebe niedergelegt und dann meistens wieder ätherische
Öle. Jene sind entweder kleine, kugelförmige Höhlungen, wie in der Schale der Apfelsinen und Zitronen, oder sie bilden lange,
kanalförmige Gänge, die sogen. Öl- oder Harzgänge, die bei vielen Nadelhölzern in der Rinde entlang bis
in die Blätter oder auch im Holz hinlaufen.
Seltener sind solche Zwischenzellkanäle von Gummi erfüllt, wie in den Stämmen und Blattstielen mancher Farnkräuter, der
Cycadeen und in der grünen Schale der Mandel. Endlich können sie auch Milchsaft (s. d.) enthalten, und solche Milchsaftgänge
findet man in Stengeln und Blättern, z. B. beim Froschlöffel (Alisma), beim Sumach (Rhus) und bei vielen
exotischen Bäumen. Bei allen diesen der Absonderung dienenden Zwischenzellgängen sind die Zellen, welche die Wand des Ganges bilden,
von den übrigen verschieden durch Kleinheit, zarte Membranen und reichliches Protoplasma.
In der Jugend in der Mitte aneinander stoßend, weichen sie später unter Vermehrung voneinander, wodurch
sich der Kanal bildet, der schon von diesem Zeitpunkt an mit dem Sekret erfüllt erscheint, obgleich von letzterm niemals etwas
in den Wandzellen selbst zu finden ist. Jene Substanzen sind daher im strengen Sinn Ausscheidungsprodukte aus diesen Wandzellen.
Die auf der freien Oberfläche der Pflanzenteile sich bildenden Absonderungen sind zunächst in vielen
Fällen Desorganisationsprodukte gewisser Epidermiszellen, zumal eigentümlicher Haarbildungen, welche im jugendlichen
Zustand die betreffenden Teile überziehen und, indem sie sich auflösen, jenen klebrigen und meist aromatisch duftenden
Balsam- oder Harzüberzug erzeugen, mit denen die Knospen und die jungen ausschlagenden Triebe und Blätter vieler Pflanzen, z. B.
die der Pappeln, Birken, Erlen, sehr auffallend bedeckt sind. Die Zellmembranen jener Haarbildungen quellen
nämlich schleimartig auf und verfließen, wodurch die Zellen zerstört werden, während das in denselben enthaltene ätherische
Öl oder Harz sich dem Schleim beimengt. In andern Fällen entstehen die Absonderungen dieser
mehr
Kategorie, ohne daß eine Zerstörung von Zellen stattfindet; solche Sekrete sind wiederum wahre Ausscheidungen aus denjenigen
Zellen, an deren Außenseite sie angetroffen werden. Hierher gehören die sogen. Drüsenhaare auf der Oberfläche der grünen
Teile und zumal des Blütenstands bei den meisten Lippenblütlern und auch vielen andern riechenden Gewächsen: mehrzellige
Haare, deren kopfförmige Endzelle auf ihrer Oberfläche ein ätherisches Öl ausschwitzt.
Ferner sind hier zu nennen die Absonderungen von Zuckersäften, welche seltener an gewissen grünen Teilen, wie z. B.
an den Nebenblättern mancher Wicken, in größter Verbreitung aber an verschiedenartigen Blütenorganen vorkommen, wo diese
Stellen als Honigwerkzeuge (Nektarien, s. d.) bezeichnet werden. Auf gleiche Weise schwitzt aus den Epidermiszellen
vieler Pflanzenteile Wachs aus, welches als dünner, reifartiger Überzug, so z. B. auf den Pflaumen und Weinbeeren,
oder in dickern, körnigen Massen, wie auf den Blättern des Gold- und Silberfarns (Gymnogramme), auftritt.
Manche Pflanzen scheiden auch unorganische Substanzen, Salze, an ihrer Oberfläche aus, wie z. B. Kalk die
Blattzähne mancher Arten Steinbrech (Saxifraga). Endlich können hier auch die Abänderungen reinen Wassers erwähnt werden,
die, zumal bei unterdrückter Verdunstung, also in feuchter Atmosphäre, in Form von Tropfen an den Blattspitzen junger Getreide-
und Graspflanzen, an den Blattzähnen vieler andrer Gewächse sowie in größerm Maßstab an den Blättern
mancher tropischer Aroideen und in den Blattschläuchen des Kannenstrauchs (Nepenthes) beobachtet werden. - Die vegetabilischen
Absonderungen haben für die Lebensfunktionen der Pflanze mittelbare oder unmittelbare Bedeutung.
Die Zuckerabscheidung in den Blüten ist ein unentbehrliches Mittel zur Anlockung der Insekten, welche die Bestäubung der Blüten
zu besorgen haben. Die Ausscheidung von Wachsüberzügen verhindert die Benetzung mit Wasser und erscheint
besonders da angebracht, wo Pflanzenteile mit Spaltöffnungen vor Benetzung zu schützen sind. Die Bildung von ätherischem
Öl und Gummi im Innern des Pflanzenkörpers steht vielleicht mit dem Stoffwechsel in einem notwendigen Zusammenhang, und die
Balsamüberzüge haben wahrscheinlich die damit versehenen jungen zarten Teile vor zu rapider Verdunstung
zu schützen. Es gibt aber auch Absonderungen, die als krankhafte Prozesse zu betrachten sind; sie beruhen auf einer Zerstörung
innerer Gewebemassen und nehmen meistens einen solchen Umfang und Grad an, daß das Sekret nach außen ergossen wird. Hierher
gehören der Harzfluß (s. d.) und der Gummifluß (s. d.).
3) In der Physiologie versteht man unter Absonderung im weitesten Sinn sämtliche Vorgänge, bei denen gewisse Stoffe aus dem
Blut ausgeschieden werden. Man unterscheidet einfache Ausschwitzungen und Absonderungen im engern Sinn oder Sekretionen. Bei
den erstern sind im wesentlichen nur physikalische Vorgänge (Filtration und Diffusion) beteiligt, und es treten
hierbei flüssige Blutbestandteile, ohne eine chemische Veränderung zu erfahren, durch die Gefäßmembranen nach außen.
Die Produkte dieser Ausschwitzungen bezeichnet man als Transsudate; sie gleichen in ihrer chemischen Zusammensetzung mehr oder
weniger der Blutflüssigkeit, wenn auch in manchen dieser Flüssigkeiten die Eiweißkörper nur sehr spärlich vertreten sind.
Die Fibrin erzeugenden Stoffe sind in vielen Fällen so schwach vertreten, daß die Transsudate nicht freiwillig
gerinnen. Sie sind klar und durchsichtig, farblos oder schwach gelb
gefärbt, besitzen ein geringeres spezifisches Gewicht
als das Blutserum und haben eine alkalische Reaktion. Zu den einfachen Transsudaten gehören die Flüssigkeiten in den Höhlen
der serösen Häute, die Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit, das Wasser zwischen Hornhaut und Kristalllinse
im Auge, das Fruchtwasser etc. Die Absonderungen im engern Sinn (Sekretionen) sind die Produkte besonderer Absonderungsapparate,
der sogen. Drüsen (s. d.). Sie unterscheiden sich von den einfachen Ausschwitzungen dadurch, daß sie neben dem aus dem Blut
stammenden Wasser auch noch eigentümliche Stoffe enthalten, zu deren Bildung bloße physikalische Vorgänge
nicht genügen, sondern chemische Prozesse erforderlich sind.
Letztere verlaufen in den Zellen der absondernden Organe, die hierdurch gelieferten spezifischen Bestandteile mischen sich dann
den Produkten der einfachen Ausschwitzung bei. Über den allgemeinen Charakter der chemischen Vorgänge in den Absonderungszellen
läßt sich nicht viel sagen. Viele Sekretionen sind mit lebhafter Wärmebildung verknüpft, und es ist
daher wohl möglich, daß die chemischen Prozesse bei der Absonderung Oxydationsprozesse sind. Bei manchen Sekreten gehen die spezifischen
Bestandteile aus einem Zerfall von Drüsenzellen hervor (Milch, Speichel, Hauttalg etc.). Die Absonderungsorgane sind sehr verschieden
eingerichtet.
Die einfachsten Vorrichtungen sind mit Blutkapillaren versehene Membranen, welche mit einer einfachen
Zellschicht versehen sind; es sind dies die sogen. serösen Häute, welche zur von Höhlenflüssigkeiten dienen, z. B. Bauchfell,
Brustfell, Herzbeutel etc. In zahlreichen Absonderungsorganen sehen wir die sezernierende Fläche durch Einstülpungen vergrößert,
zuweilen stoßen wir auch auf eine Oberflächenvergrößerung durch Ausstülpung. Eine eingestülpte
sezernierende Fläche bildet eine Drüse, eine ausgestülpte eine Zotte; erstere sind außerordentlich verbreitet, letztere
finden sich nur in den Synovialhäuten.
Die Absonderungen stehen unter dem Einfluß des Nervensystems. Dieser kann bewirken: a) eine Veränderung des Blutdrucks in
den Absonderungsorganen durch Erweiterung oder Verengerung der Blutgefäße; b) eine Veränderung der in der
Drüse verlaufenden chemischen Prozesse. Veränderungen der ersten Art kommen durch Vermittelung der Gefäßnerven (s. Blutbewegung)
zu stande, während die andern an die Thätigkeit spezifisch sekretorischer Nervenfasern gebunden sind, welche direkt an die
Drüsenzellen treten.
Die Absonderungen sind für den lebenden Körper von der größten Wichtigkeit, indem sie teils zur Verdauung
dienen, wie der Speichel, der Magensaft, der pankreatische Saft, die Galle;
teils die beim Stoffwechsel für den tierischen Haushalt
unbrauchbar, ja schädlich gewordenen Stoffe auszuführen bestimmt sind (Harnstoff, Kohlensäure);
teils die Beweglichkeit der
Organe vermehren, wie der Schleim der Bindehaut des Auges, die Thränen, die Gelenkflüssigkeiten;
teils die
innere und äußere Oberfläche des Körpers vor schädlichen Einwirkungen schützen, wie der Schleim der Schleimhäute, die
Hautschmiere;
teils zur Erhaltung der Art dienen, wie der tierische Same und das Ei.
Über die einzelnen Absonderungen s. die
betreffenden Artikel.
in der Geologie die in vielen Gesteinsmassen auftretenden Zerklüftungen und Spalten, wodurch jene in
Gesteinskörper von verschiedener oft regelmäßiger Gestalt und verschieden angeordneter Gruppierung getrennt werden. Die
allgemeine Ursache ist die innere Kontraktion, die bei den glutflüssigen Eruptivgesteinen durch das bei
der Erstarrung eintretende Schwinden der Masse, bei den aus dem Wasser abgesetzten Sedimenten durch Eintrocknung erfolgt.
Die bezeichnendsten Formen der sowohl von der mineralog. als chem. Zusammensetzung der Gesteine
ganz unabhängigen Absonderung sind: die kugelige oder sphäroidische (z. B. bei
Diabas, Basalt, Porphyr, Granit), die plattenförmige (Phonolith, Porphyr), die säulenförmige (namentlich bei Basalt), die
parallelepipedische oder quaderförmige (Granit, Sandstein) und unregelmäßig-polyedrische (bei den verschiedensten Eruptivgesteinen,
Grauwacken, Sandsteinen). Bei der säulenförmigen Absonderung pflegen die Säulen mit ihrer Längsachse allemal senkrecht auf der
Erkaltungsfläche zu stehen, weshalb sie in einem horizontal ausgebreiteten Lavastrom vertikal, in einem
senkrecht das Gebirge durchschneidenden Basaltgang horizontal gerichtet sind.
in der Medizin die im menschlichen oder tierischen Körper vielfach vorkommende Ausscheidung flüssiger
oder luftförmiger Stoffe aus dem Blute; daneben wird auch das Produkt dieser Ausscheidung, d. h. also das Gemisch
der ausgeschiedenen Stoffe, als Absonderung bezeichnet. Da das Blut in einem geschlossenen Röhrensystem den Körper durchkreist, so
können Ausscheidungen aus dem Blute nur dadurch vor sich gehen, daß die Blutbestandteile durch unsichtbar feine Poren der
Blutgefäßwände durchschwitzen.
Die äußerst zarten Wandungen der Haargefäße (s. d.) sind jenem Durchtritt von Blutbestandteilen besonders
günstig und daher im Leben der ausschließliche Sitz dieses Prozesses. Da die Wand der Haargefäße nicht in allen Organen
gleich gebaut und für verschiedene Stoffe verschieden leicht durchgängig ist, da ferner das Blut in verschiedenen Organen
ein verschiedenes ist und unter verschiedenem Drucke steht, da endlich auch die chem. Zusammensetzung
der einzelnen Organe verschieden ist und demnach auf die einzelnen Blutbestandteile eine verschiedene Anziehung ausüben muß,
so erklärt sich schon hieraus einigermaßen die große Verschiedenheit der zahlreichen Absonderung, welche im Körper
stattfinden.
Diejenige Absonderung, welche lediglich in dem Austritt von Blutbestandteilen aus den Haargefäßen besteht, pflegt man Transsudation,
und das ausgetretene wasserhelle, alkalisch reagierende, mehr oder minder eiweißhaltige Stoffgemisch
Transsudat zu nennen. Als solches ist der Saft zu bezeichnen, welcher in alle Organe stetig aus dem Blute ausgeschieden wird,
und aus welchem sich die Organe ernähren (sog. Parenchym- oder Ernährungsflüssigkeit). Ferner gehören hierher die im gesunden
Zustande sehr spärlichen, in Krankheiten oft sehr reichlichen Flüssigkeiten, welche sich in den natürlichen
Höhlen des Körpers vorfinden, z. B. in der Brusthöhle, der Bauchhöhle, dem Herzbeutel, den Gelenkhöhlen u. s. w. Die Transsudate
sind im Grunde nichts weiter als ein verdünntes Blut mit Abzug der Blutkörperchen.
Von diesen einfachsten Absonderung oder Transsudaten, welche nur Bestandteile enthalten, die sich auch im Blute vorfinden,
unterscheidet man diejenigen, welche eine ganz besondere chem. Zusammensetzung, d. h.
Bestandteile zeigen, die man im Blute nicht findet, die also auch nicht bloß aus dem Blute ausgetreten sein können, sondern
welche aus den ausgetretenen Blutbestandteilen erst durch chem. Umwandlungen erzeugt sein müssen.
Diese Absonderung, welche man auch als Sekretionen bezeichnet, werden sämtlich in besondern Absonderungsapparaten,
den sog. Drüsen (s. d.), zubereitet. Die Drüsenzellen sind nun der Ort, in welchem
die aus dem Blute ausgetretenen und in die Schläuche hindurchgeschwitzten Blutbestandteile eigentümlich umgewandelt werden,
um dann entweder durch Zerfall der Zellen (welche von neu nachwachsenden ersetzt werden) frei oder von
der durchströmenden Flüssigkeit ausgewaschen zu werden und sich durch die Ausführungsgänge der Drüse an ihren Bestimmungsort
zu ergießen. Obwohl die erwähnten
mehr
Drüsenzellen in den verschiedenen Drüsen eine sehr verschiedene chem. Thätigkeit entfalten, so ähneln sie sich doch im
wesentlichen überall so sehr, daß man bis jetzt nicht daran denken kann, aus ihrer geringen Verschiedenheit die Besonderheiten
ihrer Wirkungen in den einzelnen Drüsen zu erklären. Jedenfalls aber sind sie die Hauptfaktoren bei
der Herstellung der Drüsenabsonderungen. Daneben ist, wie erwähnt, bei gewissen Drüsen die besondere Beschaffenheit des
Blutes zu bedenken, wie denn z. B. die Leber ganz anderes Blut führt als die meisten übrigen Drüsen;
ferner die Verschiedenheit
des Blutdrucks, welcher je nach der Länge und dem Baue des Blutgefäßsystems der Drüse sehr verschieden
ist;
endlich aber auch der Einfluß der Nerven, welche in der Drüse sich verzweigen. So ist bekannt, daß die Thätigkeit
der Speicheldrüse sogleich beginnt, wenn ihre Nerven gereizt werden;
so fängt die Thränendrüse gewaltig zu arbeiten an,
wenn das Gehirn durch gewisse Stimmungen erregt und diese Erregung durch die Nerven zur Drüse fortgepflanzt
wird.
Man unterscheidet nun unter den Drüsenabsonderungen diejenigen, welche noch weiter im Organismus verwendet werden,
als Sekrete (s. d.) von den Exkreten oder Erkrementen (s. d.), welche als Auswurfsstoffe den Körper
verlassen. Eine strenge Trennung zwischen Exkreten und Sekreten läßt sich indes nicht machen, weil viele Absonderung gewissermaßen
zu beiden gehören, wie z. B. die Galle, andere zwar nicht weiter im Organismus verwendet werden, aber doch auch nicht bloße
Auswurfsstoffe sind, sondern dem Organismus noch Dienste leisten, wie z. B. der Hauttalg, die Thränen. Länger andauernde
Unterdrückung mancher Absonderung führt zu den schwersten Störungen des gesamten Stoffwechsels, vermag sogar das
Leben zu bedrohen; so führt die Zurückhaltung der Kohlensäure und des Harnstoffs im Blute in kürzester Frist zum Tode. (S.
Drüsen, Ernährung, Stoffwechsel.)