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<h2>SubmittedText<h2><p>Das Parlament sollte über die namentlich statistischen Zusatzinformationen verfügen, die notwendig sind, um seine Politik zur Eindämmung der Gesundheitskosten in der Schweiz auszuarbeiten. Ich bitte deshalb den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>a. Die Gesundheitskosten in der Schweiz nehmen ständig zu. Was geht dabei, wenn man die letzten zehn Jahre betrachtet, auf das Konto der Zunahme der gesamthaft bezogenen Leistungen und was auf das Konto des Anstiegs der Kosten für die Einzelleistungen (medizinische Verrichtungen, Spitaltage, Medikamente usw.)?</p><p>b. Lässt sich der Anteil, den die neuen Technologien in der Medizin am Anstieg der Gesundheitskosten haben, beziffern? Wenn ja, wie hoch ist er?</p><p>c. Lässt sich der Einfluss der Alterung der Bevölkerung auf den Anstieg der Gesundheitskosten beziffern? Wenn ja, wie stark ist er?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>a. Gemäss der vom Bundesamt für Statistik 2009 publizierten Synthesestatistik "Kosten und Finanzierung des Gesundheitswesens" sind die Gesundheitskosten von 39,8 Milliarden Franken im Jahr 1998 auf 55,2 Milliarden Franken im Jahr 2007 gestiegen, dies entspricht einem Anstieg von 38,7 Prozent. Davon sind 4,2 Prozentpunkte auf Preis- und 34,5 Prozentpunkte auf Mengenänderungen zurückzuführen. Diese Mengenänderungen umfassen sowohl ein quantitatives als auch ein qualitatives Wachstum. Die Studie "Medikamentenpreise und Medikamentenmarkt in der Schweiz" des Preisüberwachers aus dem Jahr 2007 hatte ergeben, dass die stark gestiegenen Medikamentenkosten in erster Linie durch den Ersatz von jeweils alten kostengünstigen durch neue teure Medikamente zustande kommen. Ob neue Medikamente und neue medizinische Methoden per se auch zu besseren Resultaten führen, lässt sich mit den zur Verfügung stehenden Statistiken nicht auseinanderhalten. Eine Angabe zu weiteren Kostenkategorien wie Tagespauschalen ist nicht möglich.</p><p>b. Die neuen Medizinaltechnologien sind sehr vielseitig und werden bei neuen Medikamenten, diagnostischen Tests, medizinischen Einrichtungen, Implantatsmaterialien usw. eingesetzt. Den technischen Fortschritt als Ganzes und in seiner Komplexität zu erfassen, ist für die Gesundheitsökonomie eine grosse Herausforderung. Auch wenn er schon Gegenstand mehrerer wissenschaftlicher Studien war, ist er immer noch schwer zu quantifizieren. Eine kürzlich erschienene Studie über die Determinanten und die Entwicklung der Kosten des Gesundheitswesens ("Déterminants et évolution des coûts du système de santé en Suisse", Publikation in französischer Sprache; Bundesamt für Statistik 2007) besagt, dass der technische Fortschritt einerseits das Angebot und die Nachfrage und andererseits auch das Volumen und die Preise der Leistungen beeinflusst. Somit ist es schwierig, den Einfluss der einzelnen Faktoren voneinander zu unterscheiden.</p><p>c. Die demografische Alterung der Bevölkerung beinhaltet neben der steigenden Lebenserwartung der einzelnen Menschen weitere wichtige Komponenten: das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung, die veränderte Zahl von Personen in jeder Altersklasse, aber auch der bessere Gesundheitszustand in einem bestimmten Alter. Die Studie "Kosten des Gesundheitswesens und Demografie" (Bundesamt für Statistik 2005) schätzt den Einfluss der demografischen Veränderung auf die Kostenentwicklungen im Gesundheitswesen, indem sie die Kosten des Jahres 1985 mit der Bevölkerungsstruktur 2002 hochrechnet und mit den effektiven Gesamtkosten des Jahres 2002 vergleicht. Sie kommt zum Schluss, dass das allgemeine Bevölkerungswachstum zu 23 Prozent und das demografische Altern zu ungefähr 16 Prozent für das allgemeine Kostenwachstum zwischen 1985 und 2002 verantwortlich ist. Schliesslich fällt ein Grossteil der Gesundheitskosten unabhängig vom Lebensalter im letzten Lebensjahr an (Zweifel et al. 1999, Werblow et al. 2005, Breyer und Felder 2005) - die durchschnittlichen Gesundheitskosten einer Person im letzten Lebensjahr sind ungefähr zehnmal höher als die Kosten einer gleich alten Person, welche dieses Lebensjahr überlebt. Ein proportionaler Zusammenhang zwischen Verlängerung der Lebenszeit und Erhöhung der Gesundheitskosten ist daher nicht gegeben.</p>  Antwort des Bundesrates.