Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03587.jsonl.gz/2525

Die Geschichte ist in zwei Parts aufzuteilen. Im ersten bekommt der Leser dank eines auktorialen Erzählers Einblick in die Gedanken und Gefühle des Grafen. Nachdem dieser von einer Wahrsagerin erfahren hat, dass er auf seiner letzten Gartenparty im Chateau du Pluvier einen Gast ermorden wird, stürzt er sich in eine erfolglose Planung nach dem perfekten Mord. Seine Gefühlsschwankungen gehen dabei von euphorischem Leichtsinn zu schwermütiger Niedergeschlagenheit. Auf seiner Suche wendet er sich an seinen Freund Évrard Schweringen, welcher alles über die Geschichte des belgischen Adels wusste. Im zweiten Teil rückt seine Tochter Sérieuse ins Rampenlicht, welche dem Vater einredet, sie selbst wäre das optimale Opfer. Vom Leben, vor allem vom Nichts-Empfinden, hat sie genug und findet es nur gerecht, wenn der Vater, welcher schliesslich massgeblich zum Entstehen ihrer Existenz beitrug, ihr dieses auch wieder nehmen würde.
Neben der Tatsache, dass dieses adlige Drama im Jahr 2014 stattfindet, trägt die Haltung des Grafen noch mehr dazu bei, die Geschichte aus dem Kontext der Aktualität zu reissen. Seine naive und kritiklose Haltung gegenüber dem Geschehen in seinem Leben im Zeitalter der Postmoderne geben der Geschichte eine realitätsferne Aura. Keine Aussage stellt er in Frage, die Prophezeiung nimmt er ohne einen einzigen kritischen Gedanken an und scheint allgemein nicht im Besitz eines aufgeklärten Denkens zu sein.