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Aussehen: Hochbeinige Katze, grau bis rötliches Fell, oft mit schwarzen Flecken oder Rosetten, Ohrpinseln (4 cm), Backenbart und Stummelschwanz (20–25 cm).
Grösse: Adulte Männchen 20–26 kg, Weibchen 17–20 kg.
Verbreitung: Europa und Asien vom Himalaya bis zur nördlichen Waldgrenze.
Habitat: boreale und gemässigte Wälder, in Zentralasien auch in waldlosen Gebirgen.
Verbreitung CH: In der Schweiz ab 1971 wieder angesiedelt, heute in den Alpen (Schwerpunkt Nordwestalpen) im Jura und als kleine Population in Appenzell, St.Gallen ( Alpsteingebiet ). Lebt einzelgängerisch in permanenten Territorien, Weibchen (50–150 km²) und Männchen (100–250 km²) überlagernd, aber exklusiv bei gleichgeschlechtigen Tieren.
Von der Ausrottung bis zum Projekt LUNO
Der Luchs starb in der Schweiz während des 19. Jahrhunderts aus. Die letzte historische Beobachtung erfolgte 1904 beim Simplonpass. Der Luchs wurde mit allen Mitteln verfolgt, aber auch die Lebensgrundlage war zerstört: Die Wälder waren weitgehend abgeholzt, die Beutetiere ausgerottet.
Mit der Rettung der Wälder und der wilden Paarhufer im 20. Jahrhundert waren die ökologischen Voraussetzungen für eine Wiederansiedlung gegeben. 1967 fasste der Bundesrat einen entsprechenden Beschluss. 1971 wurden die ersten Luchspaare aus den Karpaten im Kanton Obwalden freigelassen.
Seither haben sich in der Schweiz zwei Luchs-populationen entwickelt, im Jura und in den Nordwestalpen. Von dort wurden zwischen 2001 und 2008 einige Luchse im Rahmen des Projektes LUNO in die Nordostschweiz umgesiedelt, um die Ausbreitung der Art im Alpenraum zu fördern.
Grossraubtier-Management Luchs
Die acht Grossraubtier-Management-Kompartimente
Eine Kombination aus natürlichen, künstlichen und politischen Barrieren führten zur Bildung der acht Schweizer Grossraubtier-Management- Kompartimente.
Verbreitung des Eurasischen Luchses in der Schweiz
Verbreitungsgebiet des Eurasischen Luchses in der Schweiz. © KORA GIS
K1 (rot): "hard Facts wie tot aufgefundene Luchse, Beobachtungen mit Foto.
K2 (blau): Bestätigte Meldungen wie Risse, Spuren und Kotfunde.
K3 (grün): Nicht überprüfte Risse, Spuren und Kotfunde. allg. Beobachtungen.
Der eurasische Luchs ist ein Jäger von kleinen Paarhufern wie Reh, Gämse, Ren- und Moschustier. In der Schweiz sind 88% der Beutetiere Rehe und Gämsen. An dritter Stelle folgt der Fuchs mit einem Anteil von lediglich 4,3 %. Gehäufte Übergriffe auf Haustiere – vor allem Schafe, seltener Ziegen – erfolgen lokal und zeitlich beschränkt, wenn der regionale Rehbestand tief ist. Der Luchs ist ein Anschleich- und Überraschungsjäger, der die Beute nicht verfolgt. Er greift das Opfer mit den Krallen der Vorderpranken und tötet es mit einem gezielten Biss in die Kehle. Ein Reh oder eine Gämse wird während mehrerer Nächte vollständig verzehrt. Nur die groben Knochen, der Kopf, das Fell sowie der Verdauungstrakt bleiben übrig. Ein Luchs braucht pro Woche ungefähr ein Reh oder eine Gämse, 50–60 Tiere pro Jahr.
Eine Population zwischen Schweiz und Frankreich
Die Population im Jura besteht aus ca. einem Drittel einer Population welche über die CH Grenze und im grenznahen Frankreich existiert und lebt.
Die Präsenz des Luchses zieht sich von Genf bis in den Aargauer Jura. Da sich sein Lebensraum nach dem Futterangebot richtet, so wie nach den Möglichkeiten um seine Jungen auf zu ziehen, bevorzugt er die bewaldeten Jurazüge. Hier ist er ungestört, hat sein Futterangebot und kann die Jungen am liebsten in Felsenhöhlen aufziehen.
Da die Hauptpopulationen im Alpengebiet, Jura und Nordostschweiz durch die Besiedlung von uns Menschen, durch Autobahnen, Bahnen, Industrie, stark belastet ist, besteht eine ungenügende Blutauffrischung in den verschiedenen Populationen. Daher werden vereinzelt Tiere aus dem einen in das andere Gebiet übersiedelt. Solche Übersiedlungen erfolgen nicht nur Schweiz intern, sondern auch ins Ausland, wie Deutschland, Österreich und Italien.
Wo hält sich der Luchs im Dorneck-Thierstein überwiegend auf?
Am dichtesten und konstantesten werden die Gebiete Passwang, Erschwil, Nunningerberg, Meltingerberg, Bärschwil bis Kleinlützel besiedelt. Im Westen dieser Gebiete stossen wir an den Kt. Jura und im Osten an den Kt Baselland wo der Luchs sich über die Kantonsgrenzen bewegt. Auf dem nördlichsten Jurazug von Challpass bis Pfeffingen ( Blauen ) konnten bis dahin nur sporadische Besuche nachgewiesen werden.
Die Geschehnisse rund um das Luchswesen im Kt. Solothurn sind heute gut organisiert. Als oberste und wichtige Anlaufstelle zeichnet das KORA, ( Koordinationsstelle für Grossraubtiere in der Schweiz ) mit Sitz in Muri Bern. Im Kt. Solothurn ist die kantonale Jagdverwaltung mit speziell ausgebildet Luchsverantwortlichen in den verschiedenen Kantonsgebieten verantwortlich.
Um einen Einblick in den Bestand und die Bewegung zu erhalten, werden in bestimmten Abständen ( alle zwei bis drei Jahre ) Intensiv-Überwachungen nach einem entsprechenden Konzept durchgeführt.
Von den Luchsverantwortlichen ihrerseits werden ebenfalls Überwachungen nach Prioritäten getätigt.
Zur Identifikation von gerissenem Wild oder Haustieren werden die speziell ausgebildeten Luchsverantwortlichen beigezogen. Sie erstellen die nötigen Formalitäten und leiten sie an die Kt. Jagdverwaltung weiter, welche ihrerseits wieder das KORA informiert.