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Wenn man von Bienen spricht, denken die meisten Menschen sofort an die fleissige Honigbiene. Es gibt aber weitaus mehr Bienenarten. Von den über 620 Bienenarten sind die wenigsten Honigbienen, die weiteren Arten, darunter etwa 40 Hummel-Arten, sind Wildbienen. Wildbienen sind vor allem wegen ihrer Bestäubungsleistung wichtig für das Ökosystem. Anders als die Honigbiene leben Wildbienen nicht in Völkern, sondern sind Einzelgänger, die lediglich in Nachbarschaft mit anderen Wildbienen leben. Die Hummel ist ein Zwischending. Sie lebt in Völkern, diese sind aber viel kleiner als jene der Honigbienen. Während Honigbienen auch über den Winter ihrer Königin treu bleiben, überwintert die Hummelkönigin alleine und bildet im neuen Jahr ein neues Volk.
Die Hälfte aller Wildbienen-Arten sind bedroht oder potentiell bedroht. Umso wichtiger also, ihnen in ihrer Lebensweise zu helfen, wo das möglich ist, um ein Aussterben zu verhindern.
Das kann man tun, indem man beispielsweise ein Bienenhotel im Garten oder auf dem Balkon aufstellt. Diese werden optimalerweise an sonnigen Orten angebracht. Eine süd-südöstliche Ausrichtung ist am besten geeignet.
Etwas grössere Bienenhotels hat die Gemeinde Meilen an diversen Standorten in der Gemeinde angebracht. Die Wildbienenarten, die in Holz nisten, tun das natürlicherweise in Totholz, welches von Käfern und Insekten angeknabbert und durchlöchert wurde. Selbstgebaute Bienenhäuser sollten darum mit Bohrlöchern versehen werden, damit die Bienen optimalen Zugang finden. Die Wildbienen, die Bienenhotels nutzen, sammeln Nektar und Nistmaterial und beginnen jeweils ganz hinten mit dem Nestbau und legen ihre Eier direkt auf den Nistplatz. Langsam arbeiten sie sich dem Rohr entlang nach vorne. Um genügend Nahrung und Nistmaterial zu finden, ohne zu lange Strecken zurücklegen zu müssen, ist es wichtig, dass auch das Blütenangebot in unmittelbarer Nähe vielfältig ist. Die Blütenvielfalt ist sogar fast wichtiger, als der Nistplatz an sich.
Viele Bienen sind Bodennister
Viele der über 620 Wildbienenarten nisten übrigens nicht in Holz, sondern im Boden. Einzelne von ihnen graben sich bis zu einem Meter tief in die Erde, die Mehrheit nistet aber in 20 bis 30 Zentimeter Tiefe. Auch bei den Bodennistern ist eine grosse Vielfalt an Blüten in unmittelbarer Nähe überlebenswichtig. Die Flugbereitschaft ist artenabhängig. Je kleiner die Art desto kürzere Distanzen können sie zurücklegen. Maximal bewegen sich Wildbienen in etwa 200 bis 300 Meter Flugdistanz um ihren Nistplatz. Um überhaupt Nester anlegen zu können, brauchen sie offene Flächen, offene Bodenstellen. Offene Bodenstellen entstehen an nährstoffarmen Standorten, durch natürliche Abtragung oder durch regelmässige Störungen (auf einer Weide, am Wegesrand oder im Gartenbeet). Der Nistplatz muss trocken sein, feuchte und stark humose Böden werden kaum besiedelt. Besonders beliebt sind kies- oder sandhaltige Böden, das ist aber kein Muss.
Divers, beständig, grosse Masse
Beim Blütenangebot sollte auf drei Grundpfeiler geachtet werden. Die Blumenauswahl sollte divers sein, je mehr Auswahl, desto besser. Zudem sollten über längere Zeit immer Blüten vorhanden sein, das Angebot an Blumen sollte also beständig sein. Das heisst, am meisten ist den Bienen geholfen, wenn von März bis im Oktober immer etwas blüht. Und schlussendlich sollten die Blüten und Blumen in Massen vorhanden sein, dass alle Wildbienen Nahrung finden und gleichzeitig für die Honigbienen genügend übrig bleibt.
Ein Problem für die Bienen ist zudem das Mähen von Wiesen im Frühling. Auf einen Schlag fällt im Prinzip die ganze Nahrungsquelle weg. Sinnvoll wäre es, einen Teil der Blumenwiese stehen zu lassen und diesen erst später zu mähen.
Jeder kann helfen
Es wird also schnell klar, dass alle ihren Teil dazu beitragen können, den Wildbienen einen geeigneten Lebensraum zu bieten. Egal ob auf dem Balkon oder im Garten. Wie gross das Interesse an Wildbienen ist, zeigte sich auch an den vielen Teilnehmenden am Anlass. Das Naturnetz Pfannenstiel musste kurzfristig weitere Experten aufbieten, um eine Corona konforme Gruppenaufteilung gewährleisten zu können. Insgesamt haben am Spaziergang 60 Personen teilgenommen. Die vier Gruppen waren also alle bis auf den letzten Platz gefüllt.
Auch die Gemeinde Meilen trägt ihren Teil dazu bei, dass Meilen für Wildbienen zum Paradies wird. Neben den an diversen Orten aufgestellten Bienenhotels sorgen sie an vielen Stellen in der Gemeinde dafür, dass Naturflächen die oben genannten Kriterien erfüllen. Auf dem Friedhof wurde beispielsweise eine ganze Fläche bewusst mit einer Wildblumenmischung angesät.