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Am Sonntag verkündete nach dem polnischen und dem schwedischen auch der tschechische Verband, «unter keinen Umständen» gegen Russland spielen zu wollen. Damit gerät die FIFA noch stärker unter Druck, eine Lösung für die Barrage-Spiele vom 24. und 29. März zu finden.
«Jetzt ist die FIFA am Zug»
In diesen Partien sollten laut ursprünglichem Plan zunächst Polen in Russland spielen und der Sieger fünf Tage später zu Hause auf den Gewinner des Spiels Schweden gegen Tschechien treffen. Der tschechischen Verbandsmitteilung zufolge soll nun der Kontakt zur FIFA und auch zur UEFA aufgenommen werden. «Drei Verbände – das zeigt, was Solidarität bedeutet», twitterte der polnische Verbandspräsident Cezary Kulesza am Sonntag. «Jetzt ist die FIFA am Zug.»
Die FIFA reagierte umgehend. Die Verantwortlichen des Weltverbandes ordneten an, dass Russland seine Heimspiele auf neutralem Terrain austragen muss und nur noch unter neutraler Flagge antreten darf. Die FIFA behält sich ausserdem das Recht vor, «zusätzliche Sanktionen zu verhängen, einschliesslich eines möglichen Ausschlusses von Wettbewerben». Der Ausschluss der Russen von der Weltmeisterschaft in Katar war am Sonntag vorab von den Zuständigen des französischen Fussballverbandes ins Gespräch gebracht worden.
Weder Hymne noch Flagge
Die Entscheide seien in Abstimmung mit den sechs Präsidenten der Kontinentalverbände einstimmig getroffen worden, hiess es in der Mitteilung. Der Weltverband orientierte sich bei seinem Beschluss an den Empfehlungen des Internationalen Olympischen Komitees. Demnach sollen bei internationalen Wettbewerben auch nicht die russische Hymne und Flagge zum Einsatz kommen. Mannschaften treten unter dem Namen Fussball-Union von Russland an.
Die UEFA, die St. Petersburg bereits den Final der Champions League entzogen und für Russland die Verlegung der Heimpartien auf neutralen Boden angeordnet hatte, kündigte am Wochenende weitere Notfallsitzungen ihres Exekutivkomitees an. Wichtigster und wohl auch einflussreichster Geldgeber ist weiterhin der in Europa höchst umstrittene russische Energie-Konzern Gazprom.