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Hergestellt von Braun, Frankfurt.
In der Mitte der Sechzigerjahre brachte Braun einen Weltempfänger heraus, der aufgrund seines Designs Furore machte und vor allem in der Nachfolgeversion T1000 CD bei Mitgliedern des diplomatischen Korps beliebt war, um Kurzwellensendungen aus der Heimat zu hören.
Der Braun T1000 respektive das kosmetisch etwas überarbeitete Nachfolgemodell T1000 CD, der am Leder - Tragegriff, den etwas abgerundeten an der Kante mit einer Riffelung versehenen Abstimmknöpfen und der Beschriftung auf der Rückseite erkennbar ist, mit dem Design von D. Rams ist ein vor allem in Deutschland gesuchtes Sammlergerät.
Der Empfänger ist der einzige ernstzunehmende Weltempfänger von Braun, er wurde über eine längere Zeit produziert und unter anderem vom deutschen diplomatischen Corps gerne eingesetzt, hierher rührt das Suffix CD der Modellbezeichnung und die aufgrund von persönlichen Erinnerungen grosse Beliebtheit.
Das Bestechendste am Braun T1000 ist das schnörkellose Braun - Design, das Gerät trägt die Handschrift von Dieter Rams. Mitte der sechziger Jahre wurde hier ein Design und Empfängerkonzept eingeführt, mit den charakteristischen Elementen der grossen Skala und dem Trommeltuner, welche sich in den Weltempfängern von Grundig und Nordmende noch Jahre später wiederfinden. Mit den Jahren wurde das Design auch von japanischen und koreanischen Herstellern „weiterentwickelt“.
Hervorragend ist die mechanische Verarbeitung und die Stabilität. Der Trommeltuner mit den Goldkontakten arbeitet auch nach Jahrzehnten noch zuverlässig und die Abstimmung ist spielfrei.
Das Koffergerät verfügt zur linken über einen grossen Frontlautsprecher, eine ausklappbare Abdeckung schützt zur rechten die Skala und die Bedienelemente.
Die Senderskala ist als horizonale Analogskala ausgeführt, die Rundfunk- und Amateurfunkbänder sind gekennzeichnet, aber nicht in sich gespreizt. Je ein Abstimmknopf dient zur Abstimmung der AM-Bereiche und des UKW-Bereichs. Die Wiederkehrgenauigkeit ist verglichen mit den Geräten mit einer auf dem Wadley-Prinzip basierenden Linearskala oder gar den Geräten mit einer digitalen Frequenzanzeige für heutige Verhältnisse ungenügend, um eine Station gezielt einstellen zu können, braucht es einige Kenntnisse der Bandbelegungen und das Pausenzeichen zur Identifikation.
Unter der Skala von links der Lautstärkeregler mit dem darunterliegenden Hauptschalter, die Tonblende, durch Herausziehen des Knopfes wird ein NF- Filter aktiviert, der BFO-Regler und darunter der Schalter für die zwei ZF-Bandbreiten von +/-1 und +/- 3 kHz. Der Regler zur rechten aktiviert die manuelle Verstärkungsregelung MGC, der Schalter darunter die Skalenbeleuchtung. Es folgt der Feinabstimmregler, der einen kleinen mit der Hauptasbtimmung gewählten Frequenzbereich elektronisch spreizt, gleich darunter in einer etwas ungünstigen Position das S-Meter, das beim „Tweaken“ eines Signals von den Fingern überdeckt wird. Zur Rechten folgt die Reihe der Tasten für AM- und FM-Betrieb, für den Tonbandeingang und die schaltbare automatische Frequenzkorrektur.
In der untersten Reihe finden sich Anschlussbuchsen und links vom Feld der Antennenanschlüsse ein Antennenanpass - Trimmer für die Aussenantenne.
Die Antennenausstattung erlaubt einen problemlosen Stand-alone - Betrieb mit einer Ferritantenne für die Lang- und Mittelwellenbereiche, einer 1,8 m langen Teleskopantenne für die Kurzwelle und zwei UKW-Teleskopantennen. Zum T100 war ein Peiladapter PV1000 (erlaubt Umschaltung von Rundfunkempfang auf Peilbetrieb mit Peilminimum und -maximum und Seitenerkennung, dazu ist auch das Peilkreuz PK1000 notwendig.
Der Empfänger wird mit 8 UM-1 1,5V-Batterien mit Spannung versorgt, eine neunte Batterie dient der Skalenbeleuchtung. Mit dem optional einbaubaren Netzteil TN1000 verträgt der Empfänger Netzspannungen von 90 - 130 respektive 150 - 240 V, er kann aber auch mit Gleichstromquellen betrieben werden und verträgt Spannungen von 6 - 12 Volt.
Technisch erlaubt der Einfachsuper problemlosen Empfang der internationalen Stationen, die Sendersuche ist auf der wenig gespreizten Analogskala mühsam. Wenn eine Station einmal gefunden ist, kann mit der Feinabstimmung und den schmalen LC-Filtern dann der Empfang noch weiter optimiert werden. CW- und SSB-Empfang geht nur mittels BFO, die Einstellung einer Amateurfunkstation kann mit der Bandspreizung, dem BFO und der manuellen Verstärkungsregelung schon ziemlich mühsam werden, zum ECSS-Empfang ist der T1000 nicht geeignet. Heutzutage ist in meinen Augen der Braun T1000 ein Sammlergerät, mit dem mit nostalgischen Gefühlen internationale Auslandsdienste gut gehört werden können, von einer DX - Maschine ist das Gerät technisch zu weit entfernt. Wie bei anderen deutschen Geräten aus renommierten Häusern ist die Preisentwicklung durch die Begeisterung der Sammler und nicht unbedingt durch die herausragenden technischen Daten bedingt - es bleibt jedem offen, was er für das Designergerät auslegen möchte (was im Klartext heisst: ich lasse mir auch auf Rückfrage keine Preisempfehlung entlocken…).
Das Gerät ist halbleiterbestückt.