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Wir spielen mit Balsaholz Tischtennis und bauen daraus Modellflugzeuge oder Schiffsteile. Das extrem leichte Tropenholz kann bis zu dreimal so leicht sein wie herkömmliches Bauholz, isoliert und hat im Wasser einen starken Auftrieb. Bereits tausend Jahre vor der Zeit der Inka erkannten die Urvölker Mittel- und Südamerikas diese Eigenschaften und fingen an, aus Balsaholz Flösse zu bauen. Aus dieser Zeit stammt auch die Bezeichnung «Balsa», das spanische Wort für Floss.
Heutzutage wird der Werkstoff Balsaholz neben der fast schon klassischen Verwendung im Modellbau vor allem dort eingesetzt, wo die Elemente stabil und gleichzeitig leicht sein sollen. So entwickelt die Firma Siemens beispielsweise Rotoren für Windkraftwerke, letztes Jahr sogar den grössten der Welt – mit einem Durchmesser von 154 Metern – für eine Windkraft-Anlage vor der Küste Dänemarks. Die drei hohlen Rotorflügel wurden von innen mit Streben aus dem leichten Balsaholz stabilisiert.
Ein Tropenholz auf dem Mond
Sogar in der Raumfahrt fand das Tropenholz Anwendung. Die Nasa schickte in den frühen 1960er-Jahren mehrere unbemannte Raumsonden zum Mond. Drei dieser «Ranger»-Sonden sollten vor dem Aufprall eine rund 40 Kilogramm schwere Instrumentenkapsel ausstossen, die möglichst sanft auf den Mond fallen sollte. Ein kugelförmiges Gehäuse aus dem stabilen Balsaholz wurde dafür konstruiert, die darin enthaltenen Instrumente vor dem harten Aufprall zu schützen. Die Mission misslang jedoch: Eine Sonde flog am Mond vorbei, zu den beiden anderen brach der Kontakt ab.
Auf das Label ist zu achten
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts steigt die Nachfrage an Balsaholz stark an. Die intensivere Nutzung des Holzes fordert aber auch die Wälder. Die natürliche Verbreitung erstreckt sich über weite Teile des tropischen Regenwaldes in Süd- und Mittelamerika, von Peru bis Süd-Mexiko. In diesen Regionen bauen die Menschen das Holz für den Export unter anderem auf Plantagen an – auf Kosten des Regenwaldes. Der WWF rät vom Kauf solcher Hölzer ab. «Die einzige Sicherheit, dass ein tropisches Holz nicht aus Raubbau stammt, liefert zurzeit das FSC-Label. Darauf ist beim Kauf von tropischen Hölzern strengstens zu achten», sagt Simone Stammbach vom WWF Schweiz.
Viele Holzproduzenten in den Anbauländern halten sich an einen nachhaltigen und ökologischen Anbau, um das FSC-Label zu erhalten. Dazu kommt, dass der Balsabaum bei einer nachhaltigen Bewirtschaftung schon in kurzer Zeit einen hohen Ertrag liefern kann. Er wächst schnell und erreicht bereits nach sechs bis sieben Jahren seine optimale Schlagreife. Zum Vergleich: Bäume in unseren Breitengraden, beispielsweise Fichten oder Tannen, sind oft erst ab einem Alter von über 100 Jahren gross genug, dass sich eine industrielle Nutzung lohnt.