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Ein aktivistischer Hedgefonds will den Luxuskonzern Richemont aufmischen. Bluebell Capital, zuletzt engagiert beim britischen Arzneimittelhersteller GSK, fordert eine Umstrukturierung des Verwaltungsrats.
Der Luxuskonzern Richemont, zu dem etwa die Schmuck- und Uhrmacher Cartier und Vacheron Constantin gehören, teilte am Dienstag mit, dass Bluebell einen Vertreter für die Aktionäre, die A-Aktien halten, im Verwaltungsrat fordert. Diese haben schwächere Stimmrechte als Besitzer von Aktien der B-Klasse, bei denen der südafrikanische Milliardär Johann Rupert heraussticht.
Bluebell fordert ausserdem, die Mindestanzahl der Verwaltungsratsmitglieder auf sechs anzuheben. Die A- und B-Aktionäre sollten gleich viele Vertreter in dem Gremium haben, argumentiert Bluebell.
Die geforderten Änderungen sind eine Kampfansage an Rupert, der Richemont praktisch kontrolliert. Dank der dualen Struktur übersetzen sich die 10 Prozent des Aktienkapitals, die Rupert besitzt, in 51 Prozent der Stimmrechte, wie aus dem jüngsten Geschäftsbericht von Richemont hervorgeht.
“Die Forderung scheint vernünftig zu sein, um die Interessen der Aktionäre zu unterstützen”, sagte Luca Solca, Analyst bei Bernstein, zu Bluebells Forderungen. “Ob sie allerdings Erfolg haben wird? Ich weiss es nicht.”
Wie viele Aktien Bluebell derzeit besitzt, teilte Richemont nicht mit. Diese Information sei vertraulich, sagte ein von Bloomberg kontaktierter Vertreter. Laut Geschäftsbericht hielt kein Aktionär ausser Rupert zum 31. März mehr als 3 Prozent der Stimmrechte.
Kampagnen gegen grosse Namen
Bluebell ist im Vergleich zu Branchengrössen wie Elliott Investment und Pershing Square ein relativ kleiner Fisch unter den aktivistischen Investoren. Allerdings hat sich die Firma zuletzt mit Attacken auf prominente Adressen einen Namen gemacht. Dazu gehörte etwa GSK, wo das Management um CEO Emma Walmsley in Frage gestellt wurde. Eine Kampagne beim Joghurthersteller Danone führte zu Änderungen im Management.
In anderen Fällen war Bluebell weniger erfolgreich. Bisher gelang es nicht, die Mediobanca zum Verkauf ihrer 13 Prozent-Beteiligung an Assicurazioni Generali zu bewegen. Beim italienischen Luft- und Raumfahrtunternehmen Leonardo scheiterte man einstweilen mit der Forderung nach einem neuen CEO.
Die in London ansässige Bluebell wurde 2019 von Giuseppe Bivona zusammen mit Marco Taricco und Francesco Trapani gegründet, Veteranen der Finanzbranche, die fast drei Jahrzehnte lang den italienischen Juwelier Bulgari leiteten. Das Trio hatte jahrelang Elliott, Jana Partners und andere Aktivisten bei ihren Kampagnen in Europa und den USA unterstützt.
Die Vorschläge von Bluebell werden den Aktionären auf der Generalversammlung des Unternehmens am 7. September vorgelegt. Richemont “prüft die Vorschläge und wird seine Empfehlungen zu diesem Thema zu gegebener Zeit mitteilen”, erklärte das Unternehmen. (Bloomberg)
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