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Vorhersage des Therapieansprechens bei RA
Baseline predictors of different types of treatment success in rheumatoid arthritis
Capelusnik D. et al. Ann Rheum Dis 2021:online ahead of print
Anhand von drei Studien zur rheumatoiden Arthritis (RA) (ASPIRE-Studie [zur Analyse], ATTRACT- und GO-BEFORE-Studien [zur Validierung]) wurden Patienten- und Krankheitsmerkmale sowie zusammengesetzte Indizes analysiert. Niedrigere Krankheitsaktivität zu Studienbeginn war assoziiert mit tiefer Krankheitsaktivität im Verlauf (z.B. SDAI-Schlusswert) und hohe Krankheitsaktivität zu Studienbeginn war assoziiert mit stärkeren Veränderungen (Verbesserung des SDAI). Eine multivariate Analyse identifizierte die beste Vorhersage mit einer Kombination aus kurzer Krankheitsdauer, männlichem Geschlecht und geringer Krankheitsaktivität. Bezüglich Vorhersage des Ansprechens konnte nur für das hohe CRP zu Studienbeginn eine bessere Therapieantwort gezeigt werden.
Prognosen sind Glücksache, und leider gelingt es auch mit unseren ausgefeilten Scores nicht, das Ansprechen auf eine Therapie unserer RA-Patienten vorauszusehen respektive Rückschlüsse auf die Therapieintensität zu ziehen. Bestätigt wird unser Konzept, Patienten mit hoher Krankheitsaktivität intensiver zu behandeln als jene mit geringem Leidensdruck.
Häufigkeit der diffus idiopathischen skelettalen Hyperostose (DISH)
Diffuse idiopathic skeletal hyperostosis in elderly Icelanders and its association with the metabolic syndrome: the AGES-Reykjavik Study
Auðunsson A et al., Scand J Rheumatol 2021;50(4):314
In dieser populationsbasierten Observationsstudie aus Island wurden die Häufigkeit und die Risikofaktoren der diffusen idiopathischen skelettalen Hyperostose (DISH) untersucht.
Bei 5321 Teilnehmern (2276 Männer und 3045 Frauen, Durchschnittsalter 77 Jahre) der AGES-Reykjavik Studie wurde im Rahmen der Baseline Untersuchung auch ein CT-Thorax angefertigt. Die Diagnose einer DISH wurde gemäss den Resnick-Kriterien gestellt (überbrückende hypertrophe Spondylose über > 3 Segmente im BWS Bereich ohne moderate oder schwere degenerative Bandscheibenveränderungen).
Bei dieser älteren Studienpopulation betrug die Inzidenz einer DISH 13.7% bei den Männern und nur 2.8% bei den Frauen. Die Häufigkeit zeigte in dieser Studienpopulation keine Altersabhängigkeit. Es zeigte sich jedoch eine starke Assoziation mit dem metabolischen Syndrom. Die höchste Korrelation der Komponenten des metabolischen Syndroms mit einer DISH wiesen die Insulinresistenz und der BMI auf.
Fazit:
Die diffuse idiopathische skelettale Hyperostose zeigt bei einer älteren Population eine hohe Inzidenz bei Männern auf. Risikofaktoren sind das metabolische Syndrom und dabei insbesondere der BMI und die Insulinresistenz.
In dieser Studie wurden oder konnten leider keine Angaben gemacht werden, ob die DISH einen Krankheitswert mit entsprechenden Symptomen hat.
HLA-DRB1 Risikoallele: Schritt in Richtung personalisierte Medizin?
HLA-DRB1 risk alleles for RA are associated with differential clinical responsiveness to abatacept and adalimumab; data from a head-to-head, randomized, single-blind study in autoantibody-positive early RA
Rigby W. et al, Arthritis Res & Ther 2021: online ahead of print
Gewisse Risikoallele bei Antikörper-positiver rheumatoider Arthritis (RA) deuten auf eine schlechtere Prognose dieser Erkrankung. Die vorliegende prospektive Studie zeigt in einem direkten Vergleich unterschiedliche Outcome-Resultate unter Therapie mit Abatacept versus Adalimumab. Insgesamt 80 Patienten, 40 je unter subkutam Abatacept bzw. Adalimumab, Antikörper positiv für CCP und Rheumafaktor, resistent auf die Behandlung mit Methotrexat. Therapie über 24 Wochen, danach Switch der Gruppe unter Adalimumab auf Abatacept, offene Beobachtungsdauer bis 48 Wochen. Genotypisierung der Patienten für HLA-DRB1-Allele und dementsprechend klassiert als shared epitope (SE, gemeinsame Epitope) – positiv oder – negativ.
SE positiv waren 30 der 40 Patienten unter Abatacept, 31 der 40 Patienten unter Adalimumab. Nach 24 Wochen zeigte sich eine ACR50 Verbesserung unter Abatacept in 73%, dies im Vergleich zu Adalimumab in 45%. In der offenen Beobachtungszeit bis 48 Wochen waren die Verbesserungen in der Abatacept-Gruppe stabil und zeigten in der von Adalimumab auf Abatacept gewechselten Gruppe einen Trend zu stets weiterer Verbesserung. Dabei konnte der positive Effekt von Abatacept auf eine stärkere Wirkung bei SE positiven im Vergleich zu SE negativen Patienten zurückgeführt werden.
Fazit:
Diese prospektive Studie mit allerdings geringer Patientenzahl legt numerisch nahe, dass gewisse Risikoallele bei früher Antikörper-positiver RA entscheidend erscheinen für die stärkere Wirkung von Abatacept im Vergleich zum TNF-Blocker Adalimumab.
Bereits frühere Studien haben gezeigt, dass Patienten mit RA und hohen ACPA-Titern auf Abacept besser ansprechen als auf Medikamente mit anderem Wirkungsmechansimus. Hauptlimitation der Studie ist die geringe Patientenzahl, welche keine direkte statistische Berechnung der Signifikanz erlaubt. Aus diesem Grund hat diese Studie explorativen Charakter; sie zeigt aber, dass durchaus individuelle Marker die Antwort auf eine medikamentöse Therapie mitbestimmen können. Falls dies in grösseren Studien bestätigt werden sollte, wäre dies ein weiterer Schritt in Richtung einer präzisions- bzw. personalisierten Medizin für den gezielten Einsatz von Medikamenten.