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Richard Carapaz sorgt für grossen Jubel in Ecuador. Der Gesamtdritte der diesjährigen Tour de France gewinnt nach einem spektakulären Finale die Goldmedaille im anspruchsvollen Strassenrennen.
Carapaz setzte sich nach 234 Kilometern und fast 5000 Höhenmetern solo vor dem Belgier Wout van Aert und dem slowenischen Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar durch. Für Ecuador war es erst die dritte Olympia-Medaille bei Sommerspielen, nachdem der Geher Jefferson Pérez 1996 in Atlanta Gold und 2008 in Peking Silber gewonnen hatte.
Vom Schweizer Quartett konnte im Finale keiner in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Teamleader Marc Hirschi musste am zweitletzten Anstieg zum Mikuni-Pass abreisen lassen. Der Berner, der vor vier Wochen an der Tour de France einen schweren Sturz erlitten hatte, überquerte die Ziellinie mit 6:20 Minuten Rückstand auf den Sieger als 25.
Bereits früh aus der Entscheidung fiel der Belgier Greg van Avermaet. Der Olympiasieger von 2016 stellte sich voll in den Dienst seiner Mannschaft.
Für Carapaz war es das mit Abstand beste Ergebnis in einem grossen Eintagesrennen, nachdem er zuvor vor allem bei grossen Rundfahrten auf sich aufmerksam gemacht hatte. 2019 gewann er als erster Ecuadorianer den Giro d'Italia, in diesem Jahr schaffte es der 28-Jährige nach seinem Sieg an der Tour de Suisse auch in der Frankreich-Rundfahrt (als Dritter) aufs Podest.
Den Grundstein zu Olympia-Gold legte der Profi vom Team Ineos-Grenadiers 25 km vor dem Ziel, als er im letzten Anstieg des Tages hinauf zum Kagosaka-Pass zusammen mit dem Amerikaner Brandon McNulty aus einer elf Fahrer umfassenden Gruppe mit den Topfavoriten attackierte. Das Duo kam weg und bog gemeinsam auf den Fuji International Speedway, die Motorsport-Rennstrecke am Fusse des höchsten japanischen Berges Fuji, ein. Mit einer weiteren Attacke 5 km vor dem Ziel liess Carapaz auch seinen letzten Begleiter stehen und erreichte das Ziel solo.
Die weiteren Medaillen machten neun Fahrer unter sich aus. Silber sicherte sich der Belgier Wout van Aert, der sich im Foto-Finish vor Tadej Pogacar durchsetzte. Das Duo stand sechs Tage zuvor bei der Ankunft der Tour de France in Paris zuoberst auf dem Podest: Pogacar als verdienter Gesamtsieger und Van Aert als Gewinner der Schlussetappe.
Der erste Teil des Rennens nach dem Start im Tokioter Musashinonomori Park war geprägt von einer achtköpfigen Ausreissergruppe, dessen prominentestes Mitglied der Slowake Juraj Sagan, der ältere Bruder des dreimaligen Weltmeisters Peter Sagan, war. Der Maximalvorsprung dieser Gruppe betrug knapp über 20 Minuten. Rund 50 km vor dem Ziel war die 170 km lange Flucht auf für den letzten Ausreisser zu Ende. (dab/sda)