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Bitte nicht falsch verstehen: Hier geht es um einen Spielzug und nicht um einen gefälschten Spielerpass, bzw. Zulassung: Was ist eigentlich ein „Falscher Pass“ und wann ist ein guter Zeitpunkt diesen anzuwenden?
Spielsituation:
Es gibt Phasen in einem Spiel, da bunkert sich der Gegner zu. Der Trainer, bzw. sein Team versucht dann den Spielaufbau anzupassen. Da es unzählige Spielvarianten gibt, konzentrieren wir uns hier auf zwei Varianten:
Tief und breit:
Die angreifende Mannschaft soll möglichst tief und breit stehen. Da die Mitte meist zu ist, versucht man über Flankenbälle so rasch wie möglich in den gegnerischen Strafraum zu gelangen. Ein solcher Flankenball bedeutet eine 50/50 Chance. Hier muss das angreifende Team über Spieler verfügen, welche sich im Strafraum durchtanken und einen Treffer erzielen können. Faktor Glück spielt auch eine entscheidende Rolle. Ein Vertikalspiel in der Mitte mit Wandpass wird wohl durch den engen Raum eher unwahrscheinlich. Wenn, dann wäre dies nur mit technisch gut ausgebildeten Spielern realisierbar. Man darf aber nicht vergessen, dass der Gegner sich zurückgezogen hat. Dem angreifenden Team bleibt deshalb wenig Raum und wenig Zeit um einen sauberen Spielaufbau vorzubereiten und in Abschlusssituation zu kommen.
DER Falsche Pass:
Das angreifende Team versucht den Gegner aus seinem Igelsystem zu befreien. Das Team zieht sich in die eigene Spielhälfte zurück und lanciert einen Spielaufbau. Man versucht den ersten Angreifer (meist Stürmer) des Gegners dazu zu bewegen die Mittellinie zu verlassen, damit dieser eine Lücke für den Spielaufbau öffnet. Ist der 6er / 8er / 10er nun anspielbar, kann man versuchen (möglichst mit Vertikalpässen) durch die Mitte zu kombinieren. Wenn dies nicht möglich ist, kann man den „Falschen Pass“ einleiten.
Der Ballführende spielt den Ball möglichst tief (entweder in die linke oder rechte gegnerische Abwehrseite, bevorzugt auf die schwächere Seite) in die gegnerische Hälfte und lässt den Aussenverteidiger den Ball annehmen. Die eigenen Mitspieler müssen aber realisieren, dass es sich hier um den „Falschen Pass“ handelt. Greifen die Offensivspieler den Gegner zu früh an, wird der bedrängte gegnerische Spieler sich natürlich schnell vom Ball befreien wollen (meist mit einem langen Ball). Also vermittelt man dem Gegner lieber das Gefühl, dass man nicht angreifen will und dass der gespielte Ball ein (ratloser) Befreiungsschlag war. Der Abwehrspieler denkt jetzt, dass er einen Spielaufbau lancieren kann. Diesen Zeitpunkt muss man ausnutzen und den Ballführenden sofort im Kollektiv unter Druck setzen und alle Pass- und wo möglich Laufwege zumachen.
Wenn man aber bereits beim Spielaufbau nicht weiter als zur Mittellinie kommt, kann man den „Falschen Pass“ auch möglichst weit in die gegnerischen Hälfte (ins Aus) spielen und einen Einwurf in der gegnerischen Hälfte erzwingen. Wenn die gegnerische Mannschaft den Einwurf ausführen möchte, rückt die Abwehr zur Mittellinie auf und stellt die Offside-Falle. Der Rest versucht den Ball in der gegnerischen Hälfte wieder zu erobern und innerhalb von 6-10 Sekunden aufs gegnerische Tor zu kommen.
Diese Varianten des „Falschen Passes“ muss man aber trainieren. Der Trainer darf nicht davon ausgehen, dass dies durch aufzeigen im Theorieunterricht sofort auf dem Platz umgesetzt werden kann.