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Nachdem die puritanischen Trachten zu Vereinskostümen aus billigsten Materialien verkommen waren, entstand in den 1920er Jahren im Auftrag des Heimatschutzes die neue Schaffhauser Sonntagstracht, die bei der jungen Generation begeisterte Aufnahme fand. Die historische Kelttgauer- oder Hallauertracht wurde dabei als Vorbild genommen. "Die blauen und grünen Jüppen, die roten Strümpfe und Brusttücher, die Bändel und Leinenschürzen feierten eine muntere Auferstehung. Und neben Strohhut und "Begine" krönt nun auch wieder das verführerische "Bermässli" die blonden und braunen Köpfe der ledigen Mädchen. So leben heute im Kanton drei verschiedene Trachten friedlich nebeneinander: die "Historische (Hallauer) Tracht", die "Puritanische" und die neugeschaffene Sonntagstracht." (Ruth Blum in "Heimatleben" August 1943)
Typisch für den Reiat ist der blaue Rock der Sonntagstracht im Gegensatz zu den schwarzen und grünen im übrigen Kantonsgebiet. Ebenfalls speziell ist die runde Haube der verheirateten Frauen, bei den anderen Schaffhauser Sonntagstrachten läuft die Haube oben spitz zu. Das ledige Mädchen trägt das Biremässli.
1936/37 ersetzte der Frauenchor Buchthalen sein damaliges Vereinskleid durch selbst genähte Trachten. Dank der Spende eines Buchthalers im Andenken an seine verstorbene Frau konnte der Stoff angeschafft werden. 1939 wurde von Mitgliedern des Frauenchors die Trachtengruppe Buchthalen gegründet. Da die damals noch selbständige Gemeinde dem Trachtenbezirk Reiat angehörte, wurde Blau als Trachtenfarbe gewählt. Heute einzigartig ist der speziell gewobene Stoff, der jedoch auch im Klettgau als "Ribeli"-Jüppe dokumentiert ist. Durch den Schuss von abwechselnden Streifen mit feinem Garn und dickerer Wolle ergibt sich nach dem Einlegen in kaltes Wasser eine gerippte Struktur ("Ribeli"), die der Stoff nicht mehr verliert.
Der Brustlatz kann sowohl einen Bandbesatz als auch eine vier bis sechs Zentimeter breite Stickerei mit unterschiedlichsten Motiven Aufweisen. Der Nestel passt zum Bankdbesatz oder ist eine Kordel in der Farbe des Rockes. Die ehemals "möschenen", d.h. aus Messing bestehenden Haken wurden mit zunehmendem Wohlstand durch Silberhaften ersetzt. Die Sonntagstracht kann auch ohne Schmuck getragen werden, im Gegensatz zur historischen Hallauertracht oder zur puritanischen Tracht. Die weiten Blusenärmel werden oben mit kunstvoller Smokstickerei zusammengehalten, den Halsausschnitt ziert ein Rüscheli, und die vordere Kante der Bluse ist mit Hohlsaum versehen. Bei Leinenblusen wird das Rüscheli nach wie vor geröhrlet.