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Als Tochtergesellschaft wird ein rechtlich, wirtschaftlich und auch geschäftlich selbständiges Unternehmen bezeichnet. Dieses steht allerdings in einem gewissen (mehr oder weniger großem) Abhängigkeitsverhältnis zur Muttergesellschaft. In der Schweiz gibt es mehrere Definitionen für Tochtergesellschaft. In der Deutsch-Schweiz werden Filialen häufig als Tochtergesellschaften bezeichnet. Dabei gibt es auch noch allgemeine Differenzierungen im Bezug auf die Höhe der Beteiligung der Muttergesellschaft. Diese kann mit 10 Prozent oder mehr an der Tochtergesellschaft beteiligt sein, wobei dann eine Schachtelgesellschaft vorliegt, durch die die Muttergesellschaft im Bezug auf die Gewerbe- und die Körperschaftssteuer den Vorteil hat, dass diese damit nicht belastet wird. Bei einer Tochtergesellschaft kann die Muttergesellschaft dabei natürlich auch großen Einfluss ausüben auf die Geschäftstätigkeit der Tochtergesellschaft, indem Sie von ihrer Schachtelbeteiligung den Nutzen zieht, um vielleicht bestimmte Geschäfte zu verhindern. Dabei besteht zwischen der Tochter- und der Muttergesellschaft eine Ansiedlung der Beteiligungsrechte in einem Über- und einem Unterordnungsverhältnis.
Gründung bzw. Kauf einer Tochtergesellschaft
Die Gründung einer Tochtergesellschaft kann verschiedene Gründe haben. Die häufigsten sind, dass ein Unternehmenszweig nicht mehr so gut zum Kerngeschäft des Unternehmens passt und aus diesem Grund besser aus dem Kernunternehmen ausscheiden sollte, um dieses noch weiter voranzutreiben. Unternehmen gründen eine Tochtergesellschaft aber auch gerade um einen neuen Geschäftszweig aufzunehmen und werden damit auch automatisch zu einer Muttergesellschaft. Durch den Kauf von einem anderen Unternehmen kann ein Unternehmen aber ebenso gut zu einer Muttergesellschaft werden. Es kommt ganz auf die Situation an, welche Art von Konstellation im Bezug auf die Beteiligungshöhe der Muttergesellschaft vorliegt, woraus sich wiederum die Steuerpflicht und auch die Rechnungslegung ergeben kann. Dass eine Muttergesellschaft mit mehr als nur 10 Prozent an einer Tochtergesellschaft beteiligt ist, kommt recht häufig vor. Dies hat dann natürlich auch Einfluss auf das Mitspracherecht der Muttergesellschaft an geschäftlichen Entscheidungen. Vorkommen kann die Tochtergesellschaft dabei in den verschiedensten Unternehmensformen. Hierzu zählen die GmbH, die Kollektivgesellschaft und die AG. Wenn es sich um eine AG handelt, hält die Muttergesellschaft bei dieser Tochtergesellschaft in der Regel die Aktienmehrheit.
Haftung der Tochtergesellschaft gegenüber der Muttergesellschaft
Im Bezug auf die sogenannte Konzernhaftung sind mehrere Konstellationen möglich. Es kann sich zum Beispiel seitens der Muttergesellschaft eine Haftung gegenüber der Tochtergesellschaft ergeben, aber auch umgekehrt eine Haftung der Tochtergesellschaft gegenüber der Muttergesellschaft. Zunächst haftet die Muttergesellschaft grundsätzlich als Aktionärin ihrer Tochtergesellschaft nicht für deren Verbindlichkeiten. Wobei es hier auch Ausnahmen gibt. Hierzu zählt die vertragliche Haftung, die sich aus Garantie, Vereinbarung oder Bürgschaft ergeben kann. Umgekehrt kann auch die Tochtergesellschaft für Verbindlichkeiten der Muttergesellschaft haben, aber nur im Umfang von deren Anteil am Unternehmen.