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Die "Alte Dame" im postkolonialen Senegal: Djibril Diop Mambétys Film "Hyènes"
Mittwoch, 19.05.2021, 18:15 Uhr
|Veranstaltende:||Collegium generale|
|Redner, Rednerin:||Dr. Ulrich Boss, Germanistik, Universität Bern|
|Datum:||19.05.2021|
|Uhrzeit:||18:15 - 19:45 Uhr|
|Ort:||
Die Vorlesung|
findet via Zoom statt.
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Es gibt keine Präsenzveranstaltung
|Merkmale:||
Öffentlich|
kostenlos
Der Besuch der alten Dame ist mindestens neunmal verfilmt worden, öfters als jeder andere Stoff Dürrenmatts und unter anderem in Hollywood (The Visit, 1964). Die vermutlich interessanteste der Adaptionen wurde aber größtenteils mit Laiendarstellern gedreht und stammt aus dem Senegal. Djibril Diop Mambétys Hyènes (1992) versetzt den Stoff in einen postkolonialen Kontext und gewinnt Dürrenmatts Erfolgsstück als politischer Allegorie neue Facetten ab. Mambéty setzt wie Dürrenmatt auf Verfremdungseffekte: Er verbindet das titelgebende Leitmotiv der Hyänen, die in Parallelmontagen immer wieder eingeblendet werden, mit Reminiszenzen an den Westernfilm und Anspielungen auf die koloniale Vergangenheit. Seine alte Dame assoziiert er mit der Weltbank. Hyènes kommentiert so den anhaltenden ökonomischen Imperialismus des Westens, aber auch das Verhalten der korrumpierten einheimischen Eliten und die consumer culture, die im Senegal Einzug gehalten hat.