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Pauly Shore is Dead (2003)
Pauly Shore is Dead (2003)
Oder: Wie macht das Wiesel?
In den 90-er Jahren war der Schauspieler Pauly Shore eine Kultfigur in Hollywood. Erst startete er mit einer Show auf MTV durch, dann folgten qualitativ fragwürdige aber dennoch erfolgreiche Spielfilme und die Kunstfigur "The Weasel" machte das Übrige. Doch nirgends mehr als in Hollywood kann der Wind eine andere Richtung einschlagen. Pauly Shore hatte plötzlich keinen Erfolg mehr. Seine Filme floppten, seine Sitcom brachte dem Sender die miesesten Quoten seit langem und "The Weasel" war so was von Out.
Pauly muss sogar sein schönes Haus an "Carrot Top" (Scott Tompson) verkaufen. Einer Kunstfigur aus neuen, modernen MTV-Tagen. Er muss wieder heim zu Mama und trauert dort seiner vergangenen Karriere nach. Eines Nachts bekommt er Besucht des Geistes vom dicken Komiker Sam Kinison, der ihm rät, sich selber umzubringen, um dann als "Genie" in Erinnerung behalten zu werden. Und zwar ein Genie, das seiner Zeit weit voraus war.
Gesagt, getan. Pauly Shore verübt (offiziell) Selbstmord und erreicht damit eine ungeahnte Popularität. Jedermann in Hollywood hat den Kerl schon immer lustig gefunden, mit ihm Parties gefeiert oder ihn als grandiosen Schauspieler angesehen. Sein Name ist zurück im Showbusiness und jedes Magazin, jede TV-Station und jeder Filmstar würdigt den Mann.
Dass allerdings in Hollywood die Zeiten schnell umschlagen können, hätte Pauly Shore eigentlich wissen sollen. Als er nämlich eines Nachts erkannt wird und die Welt erfährt, dass der Mann seinen Tod nur vorgetäuscht hat, zeigen nicht nur die so genannten Schauspielfreunde ihr wahres Gesicht, sondern sogar die Hardcorefans fühlen sich verarscht. Und so was kann für einen Star zur tödlichen Gefahr werden.
DVD-Rating
Kann sich jemand an den Encino Man erinnern? Immerhin das Kinodebüt von einem gewissen Brendan Fraser. Oder an Son In Law? In the Army now? Oder an die Gurke Bio Dome in der eine Kylie Minogue mittat? Ja, in den 90-ern gab es jede Menge schlechter Filme, die allerdings einen richtig hohen Unterhaltungsfaktor hatten. Nicht etwa, weil sie spannend, witzig oder gut waren. Nein, sie waren ja wirklich übel. Aber sie hatten einen Typen dabei, der semi-schwul agierte und Töne von sich gab, die zum Kult wurden. "The Weasel" Pauly Shore war (und ist) kein grosser Schauspieler, jedoch ein Typ den man einfach mögen muss.
Für Pauly Shore is dead hat er seine Erfolglosigkeit nach all den durchschnittlichen und blöden Filmen als Thema genommen. Er, von Stars umgeben seit er ein kleiner Bub war, Sohn der Besitzerin des weltbekannten "Comedy Store" am Sunset Boulevard in Hollywood und Teenieschwarm von MTV kriegte keine Rollen mehr. Selbst Kollegen konnten ihn nicht in deren Serien und Filmen unterbringen. Pauly Shore war am Ende. Diese Tatsachen hat er nun als Basis genommen und einen ganz bösen, aber sehr gut unterhaltenden Film über das Leben in Hollywood produziert. Aus dem eigenen Sack. Ohne Sponsoren. Und mit Gastauftritten und Cameos von dutzenden von Stars und bekannten Gesichtern, die er während deren Drehpausen mit der Kamera "belästigte":
Pauly Shore ist weiterhin kein grosser Schauspieler. Aber auch er wird älter und reifer. Diesen Prozess kriegt man hier überzeugend zu sehen. Es gibt mehr als einmal etwas zu schmunzeln und wem das nicht passt, der hangelt sich von einem Cameo zum Nächsten. Auch wenn einige der Stars nur Sekunden ins Bild kommen oder bei uns gänzlich unbekannt sind, so verleiht Pauly Shore deren Auftritten Glaubwürdigkeit, indem er sie wie in einer Doku zu Wort kommen lässt.
Fazit: Pauly Shore is Dead ist definitiv ein Geheimtipp für alle, die mal wissen wollen, wie sich die Stars von damals heute so schlagen. Die Geschichte mag nicht total zu überzeugen (dafür ist der fanatische Fan zu uninteressant), ist aber einen Blick wert und wer sich noch an Pauly Shore erinnern kann, der wird sich freuen, den alten Recken mal wieder zu sehen und vor allem *zissssch* zu hören.
Als Rezensionsmaterial bekamen wir leider nur einen sogenannten "Promotion-Screener", auf dem leider nur der Film in deutscher Sprache zu sehen war. Auch von den Extras, die gemäss dem der DVD beiliegenden Heftli aus ein paar Deleted Scenes (kommentiert von den Hilton-Sisters), einem Audiokommentar des Weasels persönlich und einem Q+A mit ihm bestehen sollten, war auf unserer Rezi-Disc keine Spur. Schade.
OutNow.CH:
18.05.2006 / muri
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