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Bild
Titel:
Winterdienst beim Gasthaus zum Storchen in Schwellbrunn
Thema: Land
Datum: --.--.1907
Masse: 8,9 x 13,8 cm
Standort: Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden, KB-002701/200
Urheber/-in:
Beschreibung:
Die Postkarte zeigt eine Fotografie von Männern bei schweisstreibenden Schneeräumungsarbeiten am oberen Ende der alten Schwellbrunnerstrasse vor dem Gasthaus Storchen (Gebäude links). Die Aufnahme wurde im schneereichen Winter 1906/1907 gemacht.
Geschichte:
Die vorliegende Postkarte schickte ein Vater im August 1907 an seine Kinder, die in Deutschland (Geisslingen) weilten, dort wahrscheinlich eine Schule besuchten und deshalb im Pfarrhaus wohnten.
Im Appenzellerland war schon der Winter 1905/1906 ein langer und schneereicher gewesen. Im Mai 1906 soll in der Gemeinde Schwellbrunn nochmals 70-80 cm Schnee gefallen sein, so dass der Schneepflug in den Schneemassen stecken blieb. Bis in die erste Novemberhälfte konnten sich die Appenzeller im Jahr 1906 dann an schönem Wetter erfreuen – der erneute Wintereinbruch mit sinkenden Temperaturen und vermehrtem Niederschlagsrisiko ab Ende November kann anhand der Witterungsberichte der Witterungsstation auf dem Säntis in der Appenzeller Zeitung nachvollzogen werden. Laut diesen Berichten wurde es im Dezember immer kälter, während die grossen Schneemassen noch auf sich warten liessen. Laut dem Appenzeller Jahrbuch und den Witterungsberichten der Appenzeller Zeitung schneite es anfangs des neuen Jahres dann fast jeden Tag; während 16 Tagen im Januar vormittags und während 13 Tagen nachmittags. Aufgrund dieser erheblichen Schneefälle mussten sieben Männer mit vereinten Kräften den Weg zum Gasthaus Storchen freischaufeln. Der schneereiche Winter dauerte lange; in der Appenzeller Zeitung wurde von Ende Dezember 1906 bis März 1907 bei den Witterungsberichten jeweils angemerkt: „Gedenket der hungernden Vögel!“
Autorin: Nina Sonderegger, Speicher
Literatur:
Appenzellische Gemeinnützige Gesellschaft (Hrsg.): Appenzellische Jahrbücher, Trogen, Herisau 1907, S. 173 und 183.
Appenzeller Zeitung, zweite Hälfte Jahrgang 1906 und erste Hälfte Jahrgang 1907.
Zusatztexte:
Wetter im Jahr 1907, AJb 1908, S. 173.
Der Anfang des Jahres 1907 zeichnete sich aus durch ungewöhnliche Schneemassen. Fast Tag für Tag fielen dichte Flocken aufs neue und die Schneebrucharbeiten stellten überall die höchsten Anforderungen. An den Strassen des Mittellandes konnten Schneewände photographiert werden, die fünf Meter hoch waren und deren letzte Spuren erst Mitte Mai verschwanden. Es folgte ein kurzer Frühling und diesem ein nasser Vorsommer. Die Heuernte litt darunter und es kam viel graues Futter in die Scheunen. Dagegen brachte der Nachsommer ein prachtvolles Herbstwetter mit qualitativ sehr gutem Emd und einem Weidgang, der bis in die ersten Tage November ausgedehnt werden konnte.
Transkription:
Lauftext auf Rückseite der Postkarte:
Meine lieben Kinder! Gross dank für Euer Briefchen hier ein Stückchen "Winterlandschaft (") aus Schwellbrunn Auf frohes Wiedersehen morgen Euer treuer Vater R. L. M. 22. VIII. [19]07
Postanschrift auf Rückseite der Postkarte:
S[ch]euchtzer (?) im Pfarrhaus Kirchen o/a Geislingen an der Steige
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