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ist nach einer im gewöhnlichen Leben üblichen Auffassung eine periodisch sich erneuernde Einnahme, welche
eine Person bezieht, während unter Ertrag (s. d.) die Summe zu verstehen ist, welche eine Produktionsquelle abwirft.
Kassenmäßige und als solche zu verbuchende Einnahmen sind alle Gütereingänge, wie Erlöse aus Verkäufen, Schenkungen,
geliehene Beträge, Rückzahlungen etc. Im Interesse einer geordneten Wirtschafts- und Buchführung (s. d.) werden verschiedene
Bestandteile einer Wirtschaft als selbständig gedacht (Warenkonto, Kassenkonto etc.) und so auch bei Substanzwechseln
Einnahmen verbucht, welche nicht gerade von außen eingehen.
Man unterscheidet Roh- und Reineinnahme.Letztere erhält man, wenn man von ersterer die Kosten abzieht, welche zu ihrer Erzielung
erforderlich sind. Ebenso würde man Roh- und Reineinkommen unterscheiden können. Nach einer andern in der Nationalökonomie
und Finanzwissenschaft herrschenden Auffassung ist dagegen als Einkommen einer Person diejenige Summe aufzufassen, welche
dieselbe ohne Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage verzehren könnte; nach derselben ist also Einkommen ein Zuwachs zum vorhandenen
Vermögensstamm, welcher teils zum eignen Unterhalt, teils zur Kapitalisierung verwendet werden kann.
Geliehene Summen und Rückzahlungen würden hiernach nicht zum Einkommen zu rechnen sein, ebenso könnte nicht zwischen
Roh- und Reineinkommen unterschieden werden. Da Einnahmen und Aufwendungen schwankend sind und auch nicht
gerade in den Zeitabschnitten, in welchen sie erfolgen, zur vollen Auswirkung kommen, so hat man zur Ermittelung des wirklich
verzehrbaren Einkommens eine solche Periode zu unterstellen, in welcher sich günstige und ungünstige Chancen genügend ausgesprochen
haben, und dann das durchschnittliche Einkommen für die Zeiteinheit (Jahr) zu berechnen. Ein Teil des Einkommens,
das sogen. notwendige, dient zur Deckung des von Klasse zu Klasse verschiedenen und mit steigender Kultur sich erhöhenden Unterhaltsbedarfs.
Der über diesen Betrag hinaus erzielte Überschuß wird freies Einkommen genannt.
Das Einkommen einzelner Personen kann sich vergrößern und vermindern, ohne daß das gesamte Volkseinkommen eine
gleiche Änderung erfährt. Dies würde z. B. bei Schenkungen der Fall sein, oder wenn Wendungen in den Konjunkturen eintreten,
die dem einen zuführen, was dem andern entgeht. Solche einfache Übertragungen haben nicht immer Wirkungen gleicher Art im
Gefolge. Der Verlust auf der einen Seite
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kann Quelle
[* 4] schädlicher wirtschaftlicher Störungen werden, der Gewinn auf der andern zur Unwirtschaftlichkeit Veranlassung
geben. Ebensogut kann aber auch, ganz abgesehen von den Ursachen der Konkurrenzänderung, der drohende Einkommensverlust eine
erfolgreichere wirtschaftliche Thätigkeit wie auch Verbesserungen im Haushalt zur Folge haben, während die Einkommenserhöhung
zur Gründung oder Ausdehnung
[* 5] vorteilhafter Unternehmungen führt. Bei der Unterscheidung zwischen ursprünglichem
und abgeleitetem Einkommen hat man ähnliche Übertragungen von Hand
[* 6] zu Hand imAuge.
[* 7]
Ursprünglich ist dasjenige Einkommen, welches man selbst erzeugt, die eigne Leistung, abgeleitet dasjenige, welches
man ohne wirtschaftliche Gegenleistung von einem Dritten erhält. Früher wurde von vielen Nationalökonomen das Einkommen aller
derjenigen, welche nicht unmittelbar mit der Erzeugung von Sachgütern sich befassen, schlechthin als
ein abgeleitetes bezeichnet. Doch kann die Thätigkeit solcher Personen zur Wertschaffung ebenso beitragen wie die Arbeit der
Gewinnung und Umwandlung von Rohstoffen. Für die Zwecke der Besteuerung ist die genannte ältere Auffassung unanwendbar (s.
Steuern).
Zum gleichen Ergebnis gelangt man, wenn man 2) die Reinerträge aller Einkommensquellen summiert, oder wenn
man 3) die Einzeleinkommen aller Personen eines Volkes, der physischen sowohl als der juristischen (Staat, Gemeinde, Stiftungen
etc.), zusammenrechnet. In den letztern beiden Fällen dürfen Ertragseinbußen und negative Differenzen zwischen Einnahmen und
genußlosen Aufwendungen der einzelnen Personen nicht unberücksichtigt bleiben, wie sie ja auch bei dem erstern Verfahren
nicht außer acht gelassen werden. Zahlt z. B. ein Unternehmer an Lohn 10,000 Mk., mißglückt jedoch
die Unternehmung vollständig, so hätten zwar die Arbeiter ein Einkommen von 10,000 Mk., welches sie verzehren, der Unternehmer aber
hätte einen Verlust von 10,000 Mk. zu verzeichnen. Das Gesamteinkommen wäre gleich Null, und der Lebensbedarf wäre durch
Minderung des Kapitals bestritten worden.
Würde in dem genannten Fall der Ertrag der Unternehmungsich auf 20,000 Mk. beziffern, so wäre das Einkommen des Unternehmers
= 10,000, das Gesamteinkommen = 20,000 Mk. Hiervon werden 10,000 Mk. zum
Leben verbraucht, der Rest ist freies Volkseinkommen. Dasselbe kann zur Erhöhung der Genüsse oder zur
Vergrößerung des Kapitals verwendet werden. Ebenso kann aber auch die Steigerung
des freien Einkommens zu einer Vermehrung der
Volkszahl die Möglichkeit bieten und auch hierzu die Veranlassung geben.
Man kann unterscheiden zwischen Einkommen aus Arbeit und Einkommen aus Besitz (fundiertem Einkommen), oder es läßt sich das gesamte Volkseinkommen
einteilen in: 1) der Lohnarbeiter (s. Arbeitslohn) als vertragsmäßiges Entgelt für einem Dritten geleistete Dienste;
[* 22]
Das Gesamteinkommen verteilt sich in ungleicher Weise auf die einzelnen Glieder
[* 23] der Gesellschaft. Die Ungleichheit
wird zunächst durch Verschiedenheit in den Leistungen bedingt. Die Arbeitsfähigkeit ist in quantitativer wie in qualitativer
Hinsicht eine ebenso verschiedene wie die Leistungsfähigkeit der angewandten Produktivmittel je nach ihrem Umfang und ihrer
besondern technischen und wirtschaftlichen Beschaffenheit. Dazu kommen Ungleichheiten im Haushalt, in der wirtschaftlichen
Verwendung des Einkommens, Anfälle aus Erbschaften etc., politisch-rechtliche Begünstigungen, Verschiedenheit
in den natürlichen und sozialen Verwertungsvorteilen etc. Durch Änderungen in der gesellschaftlichen
Verfassung können zwar einige Ursachen der Verschiedenheit beseitigt werden, doch ist eine vollständige Ausgleichung ebensowenig
möglich, wie sie im Interesse der Kulturentwickelung liegt.