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Datenerhebung und -betrachtung, Protokolle und Transkripte sind Bestandteil vieler wissenschaftlicher Arbeiten, denn sie stellen die Forschungsergebnisse deiner Arbeit dar. Sie bilden das Fundament deiner Argumentation. In diesem Beitrag erfährst du alles dazu, wie du deine Forschungsergebnisse präsentierst, welche unterschiedlichen Arten von Forschungsergebnissen es gibt und wo du sie in deiner Arbeit verortest.
Definition: Forschungsergebnisse
Forschungsergebnisse sind Daten und protokollierende/aufzeichnende Texte, die im Rahmen eines Forschungsprojekts entstanden sind. Sie sind auf einen vorher festgelegten Analysegegenstand ausgerichtet, Zufallsfunde oder im Rahmen explorativer Studien (mehr oder weniger frei) in einem bisher unerschlossenen Forschungsfeld erhoben worden.
Forschungsergebnisse sind die Grundlage für wissenschaftliche Diskurse in allen empirisch arbeitenden Fachbereichen.1 In einer wissenschaftlichen Arbeit stehen die Forschungsergebnisse im Ergebnisteil, der auf theoretischen Rahmen folgt und vor der Diskussion steht.
Forschungsergebnisse sind nicht das Endresultat einer wissenschaftlichen Arbeit. Erst ihre Auswertung und Interpretation, anhand fachspezifischer Methodik, erlaubt Aussagen zur Forschungsfrage. Es wird zwischen Ergebnissen der quantitativen Forschung und qualitativen Forschung unterschieden.
Forschungsergebnisse formulieren
Der Ergebnisteil einer wissenschaftlichen Arbeit fasst alle erfassten (relevanten) Forschungsdaten zusammen. Je nach Analysegegenstand ist das Tempus zu beachten. Ist von erhobenen Daten die Rede, die im Rahmen einer zeitlich begrenzten Erhebungssituation entstanden sind, verhält sich der Text im Perfekt oder im Präteritum zu ihnen. Bezieht sich der Text jedoch auf einen zeitlich unabhängigen Forschungsgegenstand, wird er im Präsens verfasst.
Generell solltest du folgende Aspekte bei der Darstellung deiner Forschungsergebnisse beachten:
- Nachvollziehbare Reihenfolge der Ergebnisse
- Präzise Beschreibungen
- Objektive Darstellung
- Verwendung von Abbildungen und Tabellen
- Bezug zur Forschungsfrage herstellen
- Auswertung der Forschungsergebnisse
- Interpretation der Forschungsergebnisse
- Präsentation fremder Forschungsergebnisse
Sollten durch deine Forschungsdaten Phänomene sichtbar werden, die keinen unmittelbaren Bezug zur eingangs gestellten Forschungsfrage haben, kannst du im Diskussionsteil auf sie aufmerksam machen – nicht im Ergebnisteil. Vergiss jedoch nicht, dass deine zentrale Forschungsfrage weiterhin im Zentrum der Arbeit stehen muss. Formuliere interessante Zufallsfunde daher als Ausblick auf weitere Forschung (in neuen Forschungsprojekten) und nicht als Richtungswechsel deiner eigenen Arbeit.2
Qualitative und quantitative Forschungsergebnisse
Die empirische Forschung unterscheidet zwischen qualitativer und quantitativer Forschung. Beide Ausrichtungen sind wichtig für den wissenschaftlichen Fortschritt, nutzen jedoch verschiedene Formen der Datenerhebung und der Darstellung von Ergebnissen.
Quantitative Forschungsergebnisse
Quantitative Forschungsdaten werden in einer deskriptiven Statistik zusammengefasst. Diese sorgt einerseits dafür, die ermittelten Messdaten zur Weiterverwendung aufzubereiten und andererseits, ihre Aussagekraft durch statistische Methoden sicherzustellen. Das impliziert, dass unbearbeitete Rohdaten oft noch kein probates Mittel sind, um die Forschungsfrage zu beantworten.
In der Arbeit wird die deskriptive Statistik, den Teilaspekten deiner Forschungsfrage entsprechend, unterteilt. Das heißt: Sollte die Beantwortung der Forschungsfrage die Auswertung mehrerer Erhebungen/Nebenfragen erfordern, muss sich dies in der Anordnung und Beschriftung der Forschungsergebnisse spiegeln. Dabei musst du transparent machen:
- Welche Erhebungs- und Analysemethode du verwendet hast;
- Welche der erhobenen Messdaten relevant für deine Forschung sind;
- Welchem Teilaspekt deiner Forschungsfrage die Messdaten dienen;
- Warum die Daten relevant für den Teilaspekt deiner Forschungsfrage sind.
Ferner musst du im Ergebnisteil alle Daten angeben, die Aussagen zu deiner Forschungsfrage erlauben; demnach auch Messergebnisse, die deiner Hypothese widersprechen könnten. Was du nicht angeben musst, ist die Gesamtheit der Rohdaten. Diese stehen üblicherweise im Anhang einer wissenschaftlichen Arbeit.
Quantitative Forschungsergebnisse in Abbildungen darstellen
Grafiken können hilfreich sein, um Verständnis für die Relationen und Entwicklungstrends wissenschaftlich erhobener Daten herzustellen. Sie vermitteln eine visuelle Gesamtübersicht über das Forschungsergebnis. Grafiken müssen vollständig beschriftet sein und sollten nur zum Einsatz kommen, wenn sie der Beantwortung der Forschungsfrage zuträglich sind.
Quantitative Forschungsergebnisse in Tabellen darstellen
Tabellen sind am besten geeignet, große Mengen von Messwerten darzustellen. Während Grafiken der wissenschaftlichen Verständigung dienen, untermauern Tabellen (durch die ungetrübte Wiedergabe der Datensätze) die Argumentation und dienen als zitierbares Fundament für den Diskussionsteil. Auch bei der Verwendung von Tabellen solltest du dich auf relevante Datensätze beschränken und eine unmissverständliche Beschriftung vornehmen.
Vergiss ob dieser eindrücklichen Darstellungsformen jedoch nicht, auch im Ergebnisteil deiner Arbeit einen Fließtext zu verfassen, der den Inhalt der Tabellen und Grafiken adäquat zusammenfasst.
Qualitative Forschungsergebnisse
Die Darstellung qualitativer Forschungsergebnisse beginnt mit einer allgemeinen Beschreibung des Analysegegenstands (im Rahmen der Forschungsfrage). Dem schließen sich auffällige Phänomene und Rekurrenzen, sowie alle forschungsrelevanten Parameter an, die durch die verwendete Analysemethode sichtbar werden.
Je nach Ausrichtung deines Forschungsprojekts empfiehlt sich hier eine thematische oder relevanzorientierte Reihenfolge. Geht es etwa darum, einen Text oder eine Filmaufnahme ganzheitlich auf spezifische Merkmale zu untersuchen, lohnt es sich, die Ergebnisse aller Analysekategorien der Reihe nach anzuführen. Ist die Fragestellung gezielter, solltest du die wichtigsten Informationen voranstellen. Beachte auch hier, dass du:
- noch keine Interpretation formulierst
- vom Gesamtbild zu wichtigen Details überleitest
- besonders anschauliches Material verwendest
- auch Widersprüchliches anführst
- alle Ergebnisse auf deine zentrale Forschungsfrage beziehst
Ergebnisteil vs. Diskussion
Verfasst du deine wissenschaftliche Arbeit, musst du immer darauf achten, dass es einen Unterschied zwischen dem Ergebnisteil und der Diskussion gibt:
Zusammenfassung der Forschungsergebnisse
Interpretation der Forschungsergebnisse
Zuordnung der Daten zu den Teilfragen
Vergleiche mit anderen Studien/Forschungen
Aufzeigen von Auffälligkeiten
Behandlung von Zufallsfunden
Transparenz über Aufbereitung der Rohdaten
Aussage über den wissenschaftlichen Mehrwert
Häufig gestellte Fragen
Die Forschungsergebnisse sind Daten, die unter einer bestimmten Fragestellung und mit Hilfe einer empirischen Methode erhoben wurden. Sie müssen interpretiert werden, um die Fragestellung zu beantworten.
Die Forschungsergebnisse sind die Grundlage für eine wissenschaftliche Diskussion. Während die Ergebnisse eine spezifische Faktenlage herstellen, dient die Diskussion dazu, sie (methodisch) zu interpretieren, aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten und eine Antwort auf die Forschungsfrage zu formulieren.
Die Forschungsergebnisse werden nach dem theoretischen Rahmen aufgeführt. Auf die Forschungsergebnisse folgt die Diskussion, in der die Forschungsergebnisse anhand der fachspezifischen Methodik beurteilt werden.
Je nach Erhebungsform und Beschaffenheit der Daten (quantitativ oder qualitativ) sind unterschiedliche Darstellungsformen vorzuziehen. Quantitative Daten können als Tabelle und oft in Form von Schaubildern und Grafiken dargestellt werden, während qualitative Daten ausformulierte Protokolle, Transkripte oder relevanzorientierte Beschreibungen benötigen.
Quantitative Forschungsergebnisse sind oft unter den jeweiligen Teilaspekten der Forschungsfrage subsumiert. Bei qualitativen Forschungsergebnissen wird hingegen zuerst ein (begrenztes) Beobachtungspanorama eröffnet, das dann als Grundlage dient, spezifische Auffälligkeiten oder relevant erscheinende Muster festzuhalten.
Quellen
1 Westfälische Wilhelms-Universität Münster: Grundsätze zum Umgang mit Forschungsdaten an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, in: uni-muenster.de, o. D., [online] https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/forschungsdaten/2017-08-01_wwu_fdm_policy.pdf (zuletzt abgerufen am 07.02.2023)
2 Universität Hamburg: Das Anfertigen von wissenschaftlichen Arbeiten, in: uni-hamburg.de, Juli 2020, [online] https://www.wiso.uni-hamburg.de/fachbereich-sozoek/professuren/gilbert/dateien/einfuehrende-hinweise-ha-ba-ma.pdf (zuletzt abgerufen am 07.02.2023)