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In der Stadt Genf demonstrierten die Linksparteien ihre Stärke. Sogar Rémy Pagani von den Alternativen Linken schaffte seine Wiederwahl in die fünfköpfige Exekutive, nachdem er im ersten Wahlgang am 20. April noch auf Platz acht gelandet war. Diesmal lagen die vier Kandidaten der Linksparteien auf den ersten vier Plätzen. Pagani hat seine Wiederwahl vor allem einem Schulterschluss des linken Lagers im zweiten Wahlgang zu verdanken. Im ersten Durchgang war er noch allein angetreten.
Das Spitzenresultat erzielte Sami Kanaan (SP) mit 17'851 Stimmen vor der Grünen Esther Alder mit 17'354 Stimmen. Dahinter folgen SP-Frau Sandrine Salerno (16'499 Stimmen), Linksaussen-Politiker Rémy Pagani (15'684) und CVP-Nationalrat Guillaume Barazzone (15'633). Mit dem sechsten Platz zufrieden geben musste sich der Freisinnige Pierre Conne (13'989), der im ersten Wahlgang noch auf dem fünften Platz gelegen war.
Bürgerliche Mehrheit im Parlament
Die zweitgrösste Schweizer Stadt dürfte trotz des deutlichen Sieges der Linksparteien schwierig zu regieren sein. Die bürgerlichen Parteien hatten bereits in der vergangenen Legislatur die Mehrheit im Parlament und konnten diese am 20. April weiter ausbauen.
Sie stellen nun 43 der 80 Parlamentssitze. Der Präsident der Genfer Freisinnigen, Alain-Dominique Mauris, befürchtet nun eine «Legislatur der Blockade».
Eric Stauffer abgewählt
In der Stadt Onex verpasste der Gründer des Mouvement Citoyens Genevois (MCG), Eric Stauffer, die Wiederwahl in die Exekutive. Er lag abgeschlagen auf dem vierten Platz und muss seinen Sitz in der dreiköpfigen «Mairie» an François Mumenthaler von der FDP abgeben.
Für das MCG ist dieser Sitzverlust besonders bitter, weil damit das einzige Exekutivmandat der rechtspopulistischen Bürgerbewegung verloren ging. Auch Hoffnungen in Lancy, wo MCG-Präsident Roger Golay im ersten Wahlgang noch auf dem dritten Platz lag, zerschlugen sich am Sonntag. Golay wurde ebenfalls deutlich abgeschlagen Vierter.