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Reporter ohne Grenzen Schweiz ist erfreut, dass der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, Ignazio Cassis, der sich derzeit zu einem offiziellen Besuch in Algerien aufhält, während seiner offiziellen Gespräche mit seinen algerischen Gesprächspartnern den Fall unseres inhaftierten Kollegen Khaled Drareni angesprochen hat. RSF Schweiz hofft, dass diese Intervention Früchte tragen wird und fordert weiterhin, dass Drareni sofort und bedingungslos freigelassen wird.
Ingazio Cassis, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, absolviert derzeit einen offiziellen Besuch in Algerien. Deshalb hatte ihn RSF dazu aufgefordert, bei den algerischen Behörden zugunsten des Journalisten Khaled Drareni zu intervenieren. Offenbar hat Cassis den Fall tatsächlich gegenüber seinen algerischen Gesprächspartnern angesprochen. RSF Schweiz hofft, dass Drareni nun freigelassen wird.
Drareni, ein bekannter Journalist und Korrespondent für Reporter ohne Grenzen und TV5 Monde in Algerien, ist seit März 2020 in Haft. Er wurde willkürlich zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, weil er seinen Beruf als Journalist ausübte. In Algerien ist Drareni für seine Unabhängigkeit und seinen Mut bekannt. Der Direktor der Nachrichten-Website Casbah Tribune war auch Moderator von 20H und der Nachrichtenmagazine der privaten Fernsehsender Chourouk TV und Dzaïr TV. Er hat den aktuellen Präsidenten der algerischen Republik, Abdelmadjid Tebboune, interviewt, aber auch den französischen Präsidenten Emmanuel Macron während des letzten französischen Präsidentschaftswahlkampfes.
Drareni wurde Anfang März verhaftet, als er über die Demonstrationen der Hirak-Bewegung berichtete und damit seinen Pflichten als Journalist nachkam. Er wurde der «Aufwiegelung einer unbewaffneten Versammlung» und der «Untergrabung der Integrität des nationalen Territoriums» für schuldig befunden und zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, die in der Berufung auf zwei Jahre reduziert wurden. Der Fall von Khaled Drareni ist symbolisch, aber kein Einzelfall. Er ist Teil einer Zensurwelle, die in den letzten Monaten von der algerischen Regierung gegen die algerischen Medien ausgeht.
Der öffentlich-rechtliche Schweizer Rundfunk ist über Radio Télévision Suisse (RTS) am internationalen französischsprachigen Sender TV5 Monde beteiligt. Auch deshalb hatte RSF Schweiz Ignazio Cassis aufgefordert, sich für die Situation des Korrespondenten des Senders einzusetzen und bei seinen algerischen Ansprechpartnern direkt zu dessen Gunsten zu intervenieren. Denn Drareni ist ein Opfer des Wunsches der algerischen Behörden, die Informationen in ihrem Land zu kontrollieren und auf ihren Kurs zu bringen.