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Der längste Eisenbahntunnel der Welt unter Meer
Der Seikan-Tunnel weist eine Länge von 53,85 km auf und ist damit der längste im Betrieb befindliche Tunnel der Welt. Davon liegen 23,3 km unter dem Meer. Nur der Eurotunnel hat einen längeren Tunnelabschnitt unter der Meeresoberfläche.
Die Eröffnung fand am 13. März 1988 statt. Er verläuft unter der Tsugaru-Strasse und verbindet die zwei japanischen Inseln Hokkaido und Honshu. Somit waren nun alle vier japanischen Hauptinseln untereinander durch Zugverbindungen erreichbar. Der Tunnel liegt 240 m unter der Meeresoberfläche. Er besteht aus einem Fahrtunnel und zwei Versorgungsröhren. Der Haupttunnel ist bis zu 11,90 m breit und 9 m hoch. Die maximale Steigung beträgt 20 Promille.
Seinen Namen hat der Seikan-Tunnel von den Schriftzeichen der Gross-Städte welche je bei den Tunneleingängen liegen. Der erste von Aomori auf Honshu und der zweite von Hakodate.
Chronologie
Bereits 1939 bestanden erste konkrete Pläne für die Verbindung der vier japanischen Hauptinseln durch einen Tunnel. Die damaligen japanischen Kolonien Korea und Mandschuko im Nordosten Chinas sollten ebenfalls durch einen Tunnel erschlossen werden. 1942 wurde dann der kürzeste Tunnel, zwischen Honshu und Kyhusu, fertiggestellt.
1964 begannen die Arbeiten am Seikan-Tunnel. Die Bauherrin Japanische Eisenbahn-Baugesellschaft rechnete damals mit einer Bauzeit von rund einem Jahrzehnt und veranschlagte Baukosten in Höhe von 200 Milliarden Japanischen Yen (etwa anderthalb Milliarden Euro). Die geplante Shinkansen-Strecke durch den Tunnel sollte die Fahrzeit zwischen Tokio und der Inselhauptstadt Sapporo von 17 auf etwa 6 Stunden reduzieren. Nach beinahe fünfjährigen Probe-Bohrungen und weiteren Vorarbeiten begannen die Bauarbeiten am 1. April 1971. Die Bauzeit wurde mit sieben bis acht Jahren und Kosten in Höhe von 325 Milliarden Yen gerechnet. Die Eröffnung war für 1978 geplant.
Erst Anfang 1983 wurde die erste Versorgungsröhre des Tunnels durchgeschlagen. Der damalige japanische Premierminister Yasuhiro Nakasone löste per Fernsteuerung von seinem Tokioter Büro diese Sprengung aus. Zu diesem Zeitpunkt fehlten im Haupttunnel noch rund drei Kilometer bis zum Durchschlag. Der Durchstich erfolgte dann am 10. März 1985.
Als erster Tunnel der Welt lagen die Röhren, in ihrem 12 km langen Mittelabschnitt, in internationalen Gewässern (Niemandsland).
1985, kurz vor dem Abschluss der Bauarbeiten, waren bis dahin 34 Bauarbeiter tödlich verunglückt und mehr als 700 verletzt worden. Die ursprünglich geplanten Baukosten waren von 200 Milliarden Yen auf 700 Milliarden Yen (ca. 4,3 Milliarden Euro) explodiert.
Der Seikan-Tunnel war damit der längsten Tunnel der Welt.
Gegenwart und Zukunft
Seit dem 26. März 2016 verkehrt der Shinkansen nun auch auf der Hokkaido-Shinkansen Linie welche durch den Tunnel geführt wird. Von Tokyo nach Shin-Hakodate-Hokuto beträgt die Reisezeit nun noch lediglich 4 Stunden und 2 Minuten. Die Verlängerung nach Sapporo ist in Planung und wird später erfolgen. Um dies zu ermöglichen wurde bereits zu Beginn der Tunnelarbeiten mit Lichtraumprofilen gearbeitet.
Seikan Tunnel