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Sieben Tore, davon drei vom Elfmeterpunkt und eine rote Karte. Geschätzte 500 Millionen Zuschauer hatten das Glück, Zeugen bei einem der besten Fussballspiele aller Zeiten zu werden. Warum es soweit kam.
Wie üblich waren es die Katalanen, die deutlich mehr vom Ball hatten. Real liess sich auf die gegnerische Dominanz ein und störte sie im Aufbauspiel wenig. Stattdessen fokussierten sie sich auf ihre Kompaktheit zwischen Abwehr und Mittelfeld. Dementsprechend war auch die Höhe ihrer Defensive angelegt: Sie starteten im Mittelfeldpressing, entschleunigten Barcelonas Angriffe etwas und zogen sich anschliessend vor den eigenen Strafraum zurück.
Dabei starteten sie im 4-3-3 mit di Maria und Modric auf den Achterpositionen. Im Abwehrpressing wurde daraus ein 4-5-1 mit Dreifachsechs. In der Rückzugsbewegung blieb Ronaldo aber öfters auch vorne oder rückte etwas in die Mitte ein, was von di Maria kompensiert wurde. So formierten sich die Königlichen oft auch in zwei Viererketten. Eine aussergewöhnliche Idee gegen Messi und Co. hatten sie dabei nicht.
Das war auch nur bedingt nötig, da sich die Katalanen zurückhaltend zeigten und nicht mit aller Konsequenz attackierten. Besonders die Aussenverteidiger Alba und Alves starteten recht selten bis nach ganz vorne durch. So verhinderten sie, dass Bale und Ronaldo nach Balleroberungen direkt durchbrechen konnten, doch erlaubten Reals Mittelfeldspielern auch, sich auf das Zentrum zu fokussieren. Dort mussten sich Barcelonas Edeltechniker meist in Unterzahl behaupten. Neymar rückte oft in die Spitze, sodass sich Messi fallen lassen konnte.
Iniesta hingegen rückte meist nur an den Rand des Halbraums und auch Fabregas besetzte nur vereinzelt Räume in Abwehrnähe. Stattdessen sicherte er mit Busquets und Xavi die Ballzirkulationen im defensiven Mittelfeld. Barcelona konnte sich dennoch über vereinzelte Vorstösse (wie beim 0:1) oder ihre enorme Dribbling- und Kombinationsstärke (wie beim 2:2) gelegentlich durchsetzen.
Problematisch war das zurückhaltende Aufrücken jedoch bei Ballverlusten. Real fand sich dann meist in lokaler Überzahl und konnte dadurch schwer unter Druck gesetzt werden. Das berüchtigte Gegenpressing von Barcelona entfaltete sich nicht. Durch die vielen tiefstehenden Spieler konnte Madrid zwar keine klassischen, schnellen Konter fahren, aber kam immer wieder relativ ungestört in höhere Positionen.
So beschränkte sich Barcelonas Dominanz auf den eigenen Ballbesitz. Gegen den Ball konnte hingegen Real durchgängig Präsenz entwickeln. Sie rückten nach den Balleroberungen langsam nach und fanden sich dann oftmals schon in Strafraumnähe wieder, wo sie ihre körperlichen Vorteile ausspielen konnten.
Besonders viel Effekt entwickelte dabei di Maria, der auch in der Vorwärtsbewegung oft den linken Flügel für Ronaldo übernahm. Der Portugiese ging gewohnt oft in den Stafraum und di Maria konnte dann mit diagonalen Läufen schwierige Übergabemomente provozieren.
So kam der schnelle Techniker mehrfach in gute Flankenpositionen und nicht nur bei den ersten beiden Toren fand er in Benzema einen Abnehmer für seine guten Hereingaben. Auch der Elfmeter zum 3:2 entstand nach einem di Maria-Pass vom Flügel, den Benzema auf den eingerückten Ronaldo ablegte.
Entschieden wurde das Spiel jedoch durch eine rote Karte. Ein Geniestreich von Messi bestrafte dabei die Passivität des Madrilener Pressings: Von der Mittellinie sendete er einen Pass durch zwei Reihen, den Neymar erlaufen konnte.
Anschliessend stellte Real auf ein 4-4-1 um, indem sie weniger Gefahr ausstrahlten und noch seltener Zugriff bekamen. Eine weitere Unterzahlkombination inklusive Iniesta-Dribbling brachte den Katalanen den entscheidenden Elfmeter zum Siegtor.