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Aufgrund der ausserordentlich warmen Vorwoche mit einer Nullgradgrenze über 3000 m, dank kühleren Temperaturen diese Woche und oft klaren Nächten nahm die Lawinengefahr langsam ab. Auch der tageszeitliche Anstieg der Gefahr von Nass- und Gleitschneelawinen war weniger ausgeprägt und blieb zum Schluss dieser Wochenberichtsperiode aus. Erstmals diesen Winter konnte die Lawinengefahr allgemein als gering (Stufe 1) eingeschätzt werden.
Wie bereits in der Vorwoche gab es in den Bergen viel Sonne. Die Nacht vom Freitag auf den Samstag war jedoch am Alpennordhang (vgl. Abbildung 1) und in Graubünden, die Nacht von Samstag auf den Sonntag im Süden bedeckt. Die Nullgradgrenze sank am Freitag deutlich von knapp 3000 m auf rund 2000 m am Samstag. Am Sonntag stieg sie wieder auf 2500 m. Am Samstag kam vorübergehend mässige bis starke Bise auf, sonst wehte der Wind meist schwach bis mässig.
Montag und Dienstag glänzten mit ungetrübtem Sonnenschein. Dank tiefer Luftfeuchtigkeit (vgl. Abbildung 2 und 3) war die Fernsicht ausgezeichnet. Es wurde wieder etwas wärmer und die Nullgradgrenze stieg tagsüber etwas über 2500 m. Der Wind wehte schwach bis mässig aus Südost.
Die Nacht auf den Mittwoch war im Osten klar, im Westen nur teilweise. Tagsüber war es in allen Regionen bedeckt. Ursache der Bewölkung war eine weitere Lieferung Saharastaub (die dritte im Februar nach dem Samstag, 06.02. und Montag, 22.02.). Nach Aufhellungen in der Nacht zum Donnerstag gab es
tagsüber im Wallis und im Gotthardgebiet längere sonnige Abschnitte, sonst war es bewölkt mit Aufhellungen. Im Norden fiel gebietsweise wenig Niederschlag.
Die Gefahr von trockenen Lawinen nahm weiter ab. Die Gefahr von Nass- und Gleitschneelawinen unterlag jeweils einem Tagesgang, wobei dieser deutlich weniger ausgeprägt war als in der Vorwoche. Folgende Faktoren haben dies begünstigt:
- Es war kühler als in der Vorwoche. Die Nullgradgrenze lag rund 500 m bis 1000 m tiefer.
- Vor allem vom Sonntag, 28.02. bis Dienstag, 02.03. waren dank sehr tiefer Luftfeuchtigkeit und den noch relativ langen Nächten die Abstrahlungsbedingungen sehr gut.
Gleitschneelawinen:
Das ausgeprägteste Lawinenproblem in dieser Wochenberichtsperiode waren Gleitschneelawinen. Abbildung 4 zeigt die gemeldeten Gleitschneelawinen. Die meisten waren gross (Grösse 3), einige sehr gross (Grösse 4). Die Lawinenaktivität nahm während der Woche ab. Dies ist darauf zurück zu führen, dass weniger Wasser in die Schneedecke sickerte. Da die Schneedecke an Südhängen unterhalb von rund 2800 m und an West- und Osthängen unterhalb von rund 2400 m bereits durchfeuchtet war, ging aber das Schneegleiten – wenn auch verlangsamt – weiter (vgl. Abbildung 5).
Die Gleitschneelawinen waren einem Tagesgang unterworfen und wurden deshalb im Lawinenbulletin unter «Nasse Lawinen im Tagesverlauf» aufgeführt.
Altschneeproblem und Nassschneelawinen:
Das Altschneeproblem im südlichen Wallis und in Graubünden war wohl noch vorhanden, jedoch neigte die Schneedecke bei trockenem Schnee kaum mehr zur Bruchbildung und -ausbreitung. Wurden oberflächen- oder bodennahe Schichten aber feucht, konnten nasse Schneebrettlawinen ausgelöst werden. Einzelne solcher Auslösungen durch Personen wurden am Samstag, 27.02. und Sonntag 28.02. gemeldet (vgl. Abbildung 6).
Während die trockene Schneedecke kaum mehr zu Bruchbildung und -ausbreitung neigte, konnten in Schneedeckenstabilitätstests im feuchten Schnee Brüche erzeugt werden (vgl. Abbildung 7, Erläuterung hier unter «Beispiel»).
Kein ausgeprägtes Lawinenproblem:
Ausser in den «Altschneegebieten» des Wallis und Graubündens war im trockenen Schnee kein Lawinenproblem mehr prägnant. An einzelnen Stellen im schattigen, extremen Steilgelände waren in oberflächennahen Schichten noch vereinzelte Auslösungen denkbar. Lokal und vor allem in der Höhe bildeten sich vor allem am Samstag kleine Triebschneeansammlungen. Trockene Lawinen wurden keine gemeldet.
Die Lawinengefahr nahm im Allgemeinen ab. Ab Sonntag, 28.02. wurde die Gefahr von trockenen Lawinen in allen Gebieten als gering (Stufe 1) eingeschätzt. Der markante Tagesgang der Nass- und Gleitschneelawinengefahr vom vorangehenden Mittwoch, 25.02. und Donnerstag, 26.02. nahm ab und konnte ab Samstag noch als mässig (Stufe 2) beurteilt werden, für Donnerstag dann auch als gering (Stufe 1)
Anfangs März (04.03.) entsprachen die Schneehöhen in den meisten Gebieten etwa den um diese Jahreszeit üblichen Werten oder lagen leicht darunter (vgl. Abbildung 8). In Graubünden lagen die Werte verbreitet etwas höher, im Westen tiefer. Auf 2000 m lagen verbreitet 80 bis 120 cm Schnee oder mehr, im südlichen Wallis waren es 50 bis 80 cm (vgl. Abbildung 9).
In dieser Woche wurden drei Lawinen gemeldet, die durch Personen ausgelöst wurden (Abbildung 10). Es handelte sich dabei um Auslösungen im nassen Altschnee.
Tödliche Unfälle ereigneten sich glücklicherweise keine.
Per Ende Februar ereigneten sich im laufenden Winter 151 Lawinenunfälle mit erfassten Personen. Das sind etwa doppelt so viele wie im Mittel über die letzten 20 Jahre (78, Median). Dabei wurden 204 Personen erfasst (127, Median letzte 20 Jahre) und 20 verstarben (14, Median letzte 20 Jahre).
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.