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Als Thomas Lyon ein altes Verbrechen im englischen Rennmilieu verfilmt, sticht er in ein Wespennest, dessen zorniges Gesumm nicht nur die Pferde scheu macht.
Der Regisseur Thomas Lyon besucht den schwerkranken Rennsportjournalisten Valentine. Der Sterbende legt vor Thomas, den er schon ganz verwirrt für einen Priester hält, die letzte Beichte ab. Was Thomas dabei erfährt, ist so befremdend, daß er es zunächst gar nicht ernst nimmt bis er beginnt, Nachforschungen für seinen neuen Film anzustellen, in dem es um den ungeklärten Tod einer Frau vor 26 Jahren geht
Autorentext
Dick Francis, geboren 1920, war viele Jahre Englands erfolgreichster Jockey, bis ein mysteriöser Sturz 1956 seine Karriere beendete. Fast 50 Jahre lang schrieb er Thriller, die das Pferderenn- und Wettmilieu als Hintergrund haben. Seine 42 Romane wurden alle Bestseller. Dick Francis starb 2010.
Leseprobe
Der abgemagerte alte Mann, der langsam an Knochenkrebs starb, saß wie immer in seinem großen Armsessel, und Tränen einsamen Schmerzes liefen an seinen eingefallenen Wangen hinunter.
An diesem Dienstag, seinem letzten, verstärkte er in anhaltendem Schweigen krampfhaft den harten Griff um mein Handgelenk, während ich sah, wie seine Lippen unter der immensen Anstrengung, etwas zu sagen, zitterten und bebten.
»Pater.« Endlich brachte er die Worte heraus, ein verzweifeltes Flüstern, geboren aus höchster Not. »Pater, ich muß beichten. Ich muß um Vergebung bitten. «
Überrascht und voll Mitgefühl sagte ich: »Aber... ich bin doch kein Priester.«
Er hörte nicht zu. Die schwache Stimme, die seine Verfassung besser spiegelte als die grimmig zupackende Hand, wiederholte einfach: »Pater... vergeben Sie mir.«
»Valentine«, sagte ich ruhig, »ich bin Thomas Lyon. Wissen Sie nicht mehr? Ich bin hier, um Ihnen vorzulesen.«
Sein äußeres Gesichtsfeld war noch halbwegs intakt, aber er konnte nichts mehr sehen, geschweige denn lesen, was er direkt vor Augen hatte. Ich kam so etwa alle acht Tage vorbei, um ihm das Neueste aus den Rennsportbeilagen vorzutragen, und auch, damit seine geplagte, chronisch erschöpfte alte Schwester in Ruhe einkaufen gehen und ein Schwätzchen halten konnte.