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Der Neuropathologe Adriano Aguzzi erhält für seine Arbeiten über die Erkrankungen des Nervensystems den Benoist-Preis 2004.Dieser Inhalt wurde am 20. September 2004 - 14:16 publiziert
Der Preis ist mit 100'000 Franken dotiert und gilt als "Schweizer Nobelpreis".
Der Zürcher Neuropathologe Adriano Aguzzi gehört zu den führenden Forschern auf dem Gebiet der Prionen-Erkrankungen wie Creutzfeldt-Jakob und BSE.
Gesundheitsminister Pascal Couchepin empfing am Montag in Bern den Preisträger, wie das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) mitteilte.
Aguzzi, der an der Universität Zürich lehrt, erhielt den mit 100'000 Franken dotierten Preis für seine Arbeiten über die degenerativen Erkrankungen des Nervensystems.
Wissenschaft ist Teamwork
Er freue sich sehr über die Auszeichnung, sagte der Neuropathologe in Bern. Was er mit dem Preisgeld machen wolle, wisse er aber noch nicht. Gleichzeitig müsse ein solcher Preis auch mit der gebotenen Bescheidenheit angenommen werden, denn Wissenschaft sei immer auch Teamwork.
Aguzzis Forschungsresultate eröffneten viel versprechende und ermutigende Perspektiven für die Früherkennung schwerer Krankheiten wie Creutzfeldt-Jakob und BSE, schreibt das EDI weiter.
Sie trügen ausserdem zum besseren Verständnis altersbedingter Hirnerkrankungen wie Alzheimer bei.
Auf dem Weg zu einem Impfstoff
Aguzzi und sein Forschungsteam konnten aufzeigen, wie anormale Eiweisspartikel, so genannte Prionen, als Auslöser von Creutzfeldt- Jakob oder BSE über den Blutkreislauf und das Nervensystem ins Gehirn gelangen.
Auch wies Aguzzi nach, dass gewisse Etappen dieses Prozesses blockiert werden können, was im Hinblick auf die Entwicklung eines Impfstoffes von Bedeutung ist.
Die Forschungen Aguzzis sind wegen der Analogien auch für die Behandlung von Alzheimer von Bedeutung. So wie bei Creutzfeldt-Jakob ein Prion eine krank machende Form annimmt, wandelt sich bei Alzheimer das Protein (APP) in ein fehlgebildetes Molekül um.
Zahlreiche Preise erhalten
Der 1960 in Italien geborene Aguzzi absolvierte seine Medizinstudien an den Universitäten von Freiburg im Breisgau, Basel, Columbia in New York, Zürich und Wien. Seit 1993 gehört er dem Lehrkörper der Universität Zürich an.
1997 wurde Aguzzi in Zürich zum ordentlichen Professor und zum Direktor des Instituts für Neuropathologie ernannt. Seit 1995 leitet er das Nationale Referenz-Zentrum für Prionen-Erkrankung.
Aguzzi wurde im Verlauf seiner Forschertätigkeit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Darunter befinden sich der Robert-Koch-Preis 2003, der Biotec Award 2000, der Ernst-Jung-Preis 1999, der Cloëtta- Preis 1998 und der Pfizerpreis 1997.
Innovative Forscher auszeichnen
Der Marcel-Benoist-Preis wird jährlich vom Rat der gleichnamigen Stiftung an etablierte Forscher verliehen. Laut Reglement muss sich deren "Werk durch seine Originalität, seinen innovativen Charakter und seine Wirkungen, insbesondere auf das menschliche Leben" auszeichnen.
Stifter des Preises war der 1918 verstorbene französische Anwalt Marcel Benoist.
Pascal Couchepin präsidiert in seiner Funktion als Vorsteher des EDI die Marcel-Benoist-Stiftung. Er wird Aguzzi seinen Preis am 11. November anlässlich eines Festaktes an der Universität Zürich offiziell überreichen.
swissinfo und Agenturen
In Kürze
Der Benoist-Preis geht auf den 1918 verstorbenen französischen Anwalt Marcel Benoist zurück.
Er wird jährlich jährlich verliehen und auch als "Schweizer Nobelpreis" bezeichnet.
Mit dem Preis werden seit 1920 in der Schweiz etablierte Forscher für ihre herausragende Arbeiten auf einem für die Menschheit wichtigen Gebiet ausgezeichner.
Der Neuropathologe Adriano Aguzzi erhält den Preis am 11. November anlässlich eines Festaktes an der Universität Zürich.
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