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Die schliesslich gewählte Zweizylinder-Einfachexpansionsmaschine mit Auspuff der DLM AG wird aus Rücksicht auf die Platzverhältnisse nicht vertikal ausgeführt, sondern es wird die V-Anordnung der Zylinder vorgesehen, wie dies bei Schraubendampfermaschinen in Holland vorgekommen ist. Der Abdampf wird durch den Kamin ins Freie geführt. Der Lärm des Auspuffschlages wird durch einen Schalldämpfer reduziert. Bei kaltem Wetter kann eine kleine Dampffahne sichtbar sein.
Die Zylinder haben einen Durchmesser von 280 mm und einen Hub von 300 mm. Sie arbeiten mit überhitztem Dampf (16 bar/420°C) und verbrauchen bei 240 Umdrehungen pro Minute eine Tonne Dampf pro Stunde.
Die DLM-Maschine basiert auf den für die Brienzer-Rothorn-Bahn gebauten neuen Dampflokomotiven. Die Dimensionen der Dampfmaschinen auf diesen Lokomotiven wurden an die Verhältnisse auf dem «Spiezerli» angepasst.
Die hohen Dampftemperaturen bedingen von Zeit zu Zeit den Ausbau der Kolbenschieber zur Kontrolle und Reinigung der Steuerschlitze von verkokstem Zylinderöl. Die Disposition der Maschine erlaubt, dass diese gegen oben ausgebaut werden können, ohne dass die Steuerung zerlegt werden muss.
Die Erfahrungen mit diesen Dampflokomotiven, die Tatsache, dass die Teile neu sind und die vollständige Dokumentation aller Teile reduzieren das Risiko von Ausfällen, wie dies bei älteren Maschinen besteht. Die oft bescheidene oder gar nicht vorhandene Dokumentation bedingt in der Regel längere Stillstände. Ein aktuelles Beispiel ist der Ausfall der «Neuchâtel» wegen eines Risses im Deckel des Speisewasservorwärmers. Die Reparatur dieses Originalteils bedingte ein längeres Stilllager in der Saison 2016.
Ein wesentliches Argument für die DLM-Maschine stellt die Fernsteuerung dar, die bei den anderen Maschinen nicht eingerichtet werden kann. Mit der Fernsteuerung kann auf das Maschinenpersonal verzichtet werden und damit reduziert sich die Besatzung des Dampfschiffs «Spiezerli» wie bei einem Motorschiff von gleicher Grösse auf zwei Mann. Bei den anderen Maschinen wäre eine Besatzung von drei Mann nötig. Die Reduktion der Besatzung gestattet eine wesentliche Erhöhung des Kostendeckungsbeitrages und einen häufigeren Einsatz des Schiffes.