Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03554.jsonl.gz/680

Laubfrösche sind die kleinsten Frösche, die in der Schweiz leben – und die einzigen, die gut klettern können. Bei uns leben zwei Laubfroscharten, der Europäische Laubfrosch und der Italienische Laubfrosch. Sie sehen sich so ähnlich, dass sie sich kaum voneinander unterscheiden lassen. Um sie geht es hier.
Laubfrösche findet man in überschwemmten Wiesen oder Kies- und Lehmgruben. Ideal sind auch Auenlandschaften – das Gebiet entlang von Flüssen, das immer wieder überschwemmt und durchs Wasser umgestaltet wird.
Laubfrösche leben vor allem an Land. Im Sommer findet man sie oft an sonnigen Plätzen in Gebüschen oder an hohen Pflanzenstängeln.
Im Oktober verkriechen sich die Frösche zum Überwintern in Baumhöhlen, Steinhaufen oder Erdröhren.
Laubfrösche ernähren sich vor allem von Insekten, Spinnen und Schnecken. Wenn sie ein Beutetier sehen, lassen sie ihre lange Zunge hervorschnellen und schnappen sich die Beute. Wenn das Beutetier gross ist, kann der Frosch seine Augen nach innen einziehen und so mithelfen, es in den Hals zu schieben.
Von April bis Anfang Juli versammeln sich die Laubfroschmännchen abends an den Laichgewässern. Laut quakend locken sie die Weibchen an, um sich zu paaren.
Laubfroschweibchen erkennt man an der glatten Kehle. Die Männchen haben eine bräunliche faltige Kehle. Wenn sie quaken, bläht sich dort ihre Schallblase auf. Sie bewirkt, dass das Quaken noch lauter ist.
Laubfrösche paaren sich vor allem im flachen Wasser. Dabei umklammert das Männchen das Weibchen. Mit dem Männchen auf dem Rücken schwimmt das Weibchen zu mehreren Wasserpflanzen und legt dort insgesamt 500 bis 1000 Eier ab. Das Männchen befruchtet sie sofort.
Etwa eine Woche, nachdem die Laubfrösche ihre Eier abgelegt haben, schlüpfen die Kaulquappen. Sie sind etwa so gross wie Erbsen und atmen mit Kiemen wie Fische. Bald wächst den Kaulquappen ein Schwanz.
Nach ungefähr zwei Monaten beginnt die Verwandlung zum Frosch – man nennt das «Metamorphose». Zuerst wachsen die Hinterbeine, danach die Vorderbeine, und auch der Schwanz bildet sich zurück. Am Ende verschwinden die Kiemen, und die Tiere beginnen durch die Lunge zu atmen. Jetzt fressen sie nur noch Tiere, keine Pflanzen mehr.
Die Verwandlung zum Frosch dauert wenige Tage bis etwa zwei Wochen. Dann gehen die Jungfrösche an Land.
Weil viele unserer Gewässer verbaut, verschmutzt oder zu stark genutzt werden, gibt es dort weniger Tier- und Pflanzenarten. Neben dem Laubfrosch leiden auch andere Tiere, die in und an Flüssen leben.
Der WWF hat zusammen mit Expertinnen und Experten 64 Gewässer ausfindig gemacht, die besonders schützenswert sind, die sogenannten Gewässerperlen. Es sind Gewässer, die möglichst von der Quelle bis zur Mündung unverbaut sind und bei denen es viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten gibt.
Damit diese letzten Perlen erhalten bleiben, sorgt der WWF dafür, dass sie bekannt werden. Er setzt sich zudem für neue Schutzgebiete ein und dafür, dass die Gewässer möglichst natürlich bleiben und es keine weiteren Verbauungen oder Wasserkraftwerke in den Gewässerperlen gibt.
Im Frühling beginnen Frösche, Kröten und Molche ihre Wanderungen zu den Laichplätzen. Dabei müssen sie oft Strassen überqueren. Das ist für sie sehr gefährlich. Jedes Jahr helfen Leute an verschiedenen Orten mit, die Tiere über die Strassen zu tragen. Du kannst daran mit deiner Familie teilnehmen. Hier findest du mehr Informationen dazu.