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Das Schweizer Ei, schwer konkurriert(25.04.2012)
Die Einhaltung der Lebensbedingungen der Legehennen überträgt sich direkt auf den Eierpreis und auf sein Image gegenüber dem Verbraucher. Diesbezüglich wird der ausgezeichnete Ruf der Schweizer Eier auf dem Europäischen Markt, noch lange schwer zu konkurrieren sein.
Der Komfort der Schweizer Hühner hat seinen Preis.
In der Schweizer Geflügelwelt wurden die Zuchtbedingungen « in Legebatterien » 1991 zugunsten eines Betriebssystems verboten, welches besser den Bedürfnissen der Hennen entspricht. Schweizer Hennen tummeln sich heute in der Regel auf mittel grossen Betrieben herum (das zulässige Maximum von 18‘000 Hennen wird selten erreicht), wo ihnen erlaubt wird, in relativer Freiheit auf Sitzstäben zu leben, den Boden zu kratzen und sich in frischer Luft, in Wintergärten oder auf Weiden bewegen zu können.
Gehen wir einer Besserung der europäischen Haltungsbedingungen entgegen?
Außerhalb der Schweiz werden 80 % der Europäischen Hennen in Betrieben mit einer Kapazität von 50‘000 bis 200‘000 Tieren gezüchtet, bei welchen die Batteriehaltung zum Großteil noch nicht aufgegeben wurde. Im Jahre 1999 wurde eine Richtlinie für Europäische Eierproduzenten erlassen, mit der Auflage, die Legebatteriehaltung bis im Januar 2012 durch Käfige mit Nestern, Sitzstangen und Einstreu zu ersetzen. Bis heute entsprechen aber mehr als ein Drittel der Betriebe nicht dieser neuen Norm und dreizehn Ländern drohen rechtliche Sanktionen, darunter Frankreich, Belgien und Holland. Derzeit können die „illegalen“ Eier trotz allem als Industrieeier in ihrem Produktionsland vermarktet werden, jedoch vorübergehend nur provisorisch.
Angespannte Situation am Europäischen Markt
Viele Produzenten haben erst im allerletzten Moment neue Investitionen getätigt, daher gab es einen vorübergehenden Produktionsrückgang von 10 – 15%. Der Eiermarkt war diesen Winter mit einem Anstieg der Kotierung auf dem freien Markt bis 75% zwischen Oktober 2011 und Februar 2012 sehr angespannt. Dies betrifft ausschließlich Industrie-Eier, doch die Situation scheint sich jetzt zu entspannen. Schaleneier werden in der Regel zu einem vertraglich festgelegten Preis, der periodisch festgelegt wird, verkauft, wobei der Hersteller wenigstens von diesem Anstieg direkt profitieren konnte.
In den Augen der Verbraucher ist Schweizer Qualität schwer zu konkurrieren.
Im Allgemeinen bleibt der Europäische Verbraucher gegenüber der neuen Gesetzgebung kritisch, da sie als eine falsche Verbesserung der Tierhaltung angesehen wird, da die Tiere letztendlich in Käfigen mit wenig Lichtzufuhr gehalten werden. Besonders aufschlussreich ist die Beibehaltung des Stempels „Eier produziert in Legebatterien“ auf den Europäischen Eierschachteln, welche mit diesem neuen Käfigsystem produziert sind.
Trotz den Anstrengungen, die außerhalb unseres Landes unternommen werden, sollte das Schweizer Ei daher weiterhin ein positiv unterscheidendes Bild - im Vergleich zu den Pseudo-Verbesserungen der Europäischen Zuchthaltung - und seiner führenden Position bezüglich der Produktequalität und dem Respekt der Tiere gegenüber, halten können.
Stichworte: Geflügel, Eier