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Medikamenteneinnahme: Nüchtern oder mit der Mahlzeit?
Ärzte und Apotheker informieren Patienten normalerweise über die Anwendung eines Medikaments bei dessen Neuverordnung. Doch oft wird vergessen, dass auch der Zeitpunkt und die Zusammensetzung der Mahlzeiten den Therapieerfolg beeinflussen können.
In der Gebrauchsinformation vieler Medikamente findet sich die Anweisung, das Medikament «auf nüchternen Magen» einzunehmen. Holger Petri von der Zentralapotheke der Wicker Kliniken in Bad Wildungen erklärt in seiner Übersichtsarbeit, wann man wirklich nüchtern ist und welche Wechselwirkungen zwischen Nahrungs- und Arzneimitteln zu beachten sind (1).
Die Aufnahme von Nahrung kann die Exposition gegenüber Arzneistoffen verstärken oder verringern. Eine verlangsamte Magenentleerung verzögert beispielsweise den Wirkeintritt bestimmter Schmerzmittel. Bei wasserlöslichen und flüssigen Substanzen wie Metamizol und Tramadol kann dieses Problem umgangen werden, indem man sie mit ausreichend Wasser einnimmt. Gleiches gilt für orodispersible Tabletten, auch bekannt als Schmelztabletten.
Bei schlecht wasserlöslichen Arzneimitteln erhöht die Nahrungsaufnahme oft die maximale Konzentration im Blutplasma. Ein Beispiel dafür ist das atypische Neuroleptikum Ziprasidon, das mit einer Mahlzeit eingenommen werden sollte, die mindestens 500 kcal enthält.