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Arnolph Archilochos ist Unterbuchhalter eines Unterbuchhalters in der Geburtszangenabteilung einer großen Firma. Des Alleinseins müde geworden, gibt Arnolph Archilochos eines Tages ein Heiratsinserat auf, dessen Text kurz und vielsagend lautet: Grieche sucht Griechin. Und das Wunder geschieht: der dickliche Junggeselle lernt das reizendste Mädchen kennen, das man sich erträumen kann. Nur einen Fehler hat sie.
Er heißt Arnolph Archilochos, ist Buchhalter von Beruf, genauer ›Unterbuchhalter eines Unterbuchhalters‹ in der Geburtszangenabteilung einer großen Firma. Des Alleinseins müde geworden, gibt Arnolph Archilochos eines Tages ein Heiratsinserat auf, dessen Text kurz und vielsagend lautet: ›Grieche sucht Griechin‹. Diese Heiratsannonce steht am Anfang einer übermütigen Liebesgeschichte. Denn das Wunder geschieht: Der dickliche Junggeselle mit seinen unzähligen Prinzipien und Hemmungen lernt das reizendste und schönste Mädchen kennen, das man sich erträumen kann. Nur einen Fehler hat sie. Doch verschweigen wir diesen Fehler lieber; denn zunächst einmal verlebt der Grieche mit seiner Griechin einen Märchensonntag. Alles Glück der Erde scheint er für sich gepachtet zu haben. Der Märchensonntag erlebt eine ebenso märchenhafte Fortsetzung: Der Unterbuchhalter eines Unterbuchhalters steigt zu höchsten Ehren empor, wird von jedermann in der Stadt gegrüßt und geachtet. Das dauert bis zu jenem Augenblick, da der Ahnungslose dahinterkommt, warum ihm dies alles widerfährt. Und hier wäre es an der Zeit, auf den Fehler der reizenden Chloé Saloniki zu sprechen zu kommen ...
»Nur ein Meister wie Friedrich Dürrenmatt kann einen Roman schreiben über einen kleinen Büroangestellten, der über Nacht reich und angesehen wird, ohne daß dieser zu einer plumpen komischen Figur wird. Arnolph Archilochos, die Hauptfigur von ›Grieche sucht Griechin‹, ist ein rundlicher Unterbuchhalter in den mittleren Jahren, dessen Leben sich aufteilt zwischen seiner Arbeit in der Geburtszangenabteilung der Maschinenfabrik Petit-Paysan AG und seiner Hingabe an die ›Altneupresbyterianer‹, ›eine vielleicht etwas ausgefallene und unklare Sekte, aus Amerika importiert‹. Die berühmte Dürrenmattsche Ironie ist überall zu finden, sei es, daß der Bischof versichert, in dieser Zeit der Bohemiens ›schließen eine anständige Mode und Christentum einander keineswegs aus‹, sei es, daß der Waffenfabrikant sich freut, als er entdeckt, daß seine Firma auch Geburtszangen herstellt: ›Ein gewisses Gleichgewicht muß eben bestehen, auch wenn nicht alles rentiert.‹«The Daily Telegraph
»Mit ihrem bitteren Spott, ihrer Besessenheit und ihrer Knappheit haben Dürrenmatts Romane etwas von einem deutschsprachigen Simenon. ›Grieche sucht Griechin‹ ist ein typisches Beispiel für seinen stromlinienförmigen Erzähltstil; aber die Stimmung ist für einmal nicht makaber, und die Geschichte ist weniger ein literarischer Thriller als ein mythologisches Märchen.«The Observer
»Friedrich Dürrenmatts komischer Schwung verträgt sich sehr gut mit seiner Grimmigkeit als Moralist. Sein Sinn für Komik erwächst aus der Menschenliebe und kann daher ein Happy-End ermöglichen, das mit Liebe zu tun hat.Dürrenmatt erinnert an Robert Walsers komische Entmystifizierung großer ›Persönlichkeiten‹ und sogar an Gottfried Kellers mitfühlendes und humorvolles Interesse an gewöhnlichen Leuten und an den Kleinigkeiten des gewöhnlichen Lebens. Das Moderne an Dürrenmatt – seine drastische und bisweilen skrupellose Entlarvung falscher Werte oder seine Bereitschaft, die Satire weit über die Grenzen der Wirklichkeit und der Wahrscheinlichkeit hinausgehen zu lassen – hat sehr wenig zu tun mit dem modischen Kult des Absurden, dafür um so mehr mit dem traditionellen Blickwinkel des Schweizer Schriftstellers, dem des Moralisten.«The Times Literary Supplement