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Deutsche wollen Privatsphäre, Inder BequemlichkeitUhr | Aktualisiert
EMC hat einen Index zum Thema Datenschutz und Privatsphäre im Internet erstellt. Dieser zeigt grosse Unterschiede zwischen einzelnen Ländern.
EMC hat 15'000 Verbraucher aus 15 Ländern über Datenschutz und Privatsphäre im Internet befragt. Länder mit einem relativ schwachen Datenschutzbedürfnis landen im Index zuoberst. Je weiter hinten ein Land steht, desto höher ist dort das Datenschutzbewusstsein. Die Studie zeigt laut EMC, dass die Menschen in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich über das Thema Datenschutz denken.
Deutsche legen am meisten Wert auf Privatsphäre
Untersucht wurden Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Indien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, der Nahe Osten, die Niederlande, Russland, das Vereinigte Königreich Grossbritannien und Nordirland (UK) und die USA. Die Online-Befragung fand im August 2013 statt.
Wer ist am ehesten bereit, seine Privatspähre für mehr Bequemlichkeit aufzugeben? Auf einer Skala von 0 (gar nicht bereit) bis 100 (sehr willig) erreicht Indien mit 61 den höchsten Wert, gefolgt vom Nahen Osten und China, die beide über der 50er-Marke liegen. Am vorsichtigsten ist Deutschland mit einem Wert von 36. Auch Kanada, Niederlande, Australien und UK erreichen Werte unter 40.
Unterschiedliche Rollentypen
EMC hat in der Studie folgende Rollen definiert:
- Das "Soziale Ich" - interagiert mit Social-Media-Seiten, E-Mail-Programmen, Chat/SMS- und anderen Kommunikationsdiensten.
- Das "Finanz-Ich" - interagiert mit Banken und anderen Finanzdienstleistern.
- Das "Bürger-Ich" - interagiert mit Behörden und Regierungsstellen.
- Das "Gesundheits-Ich" - interagiert mit Ärzten, medizinischen Einrichtungen und Kranken-versicherungen.
- Das "Arbeits-Ich" - interagiert mit Systemen und Webseiten aus dem Arbeitsumfeld.
- Das "Verbraucher-Ich" - interagiert mit Online-Shops und kauft gerne im Internet ein.
In der Rolle des "Bürger-Ichs" sind die Befragten am ehesten bereit, Einschränkungen beim Datenschutz hinzunehmen. Das gilt weltweit für 36 Prozent der Teilnehmer. In der Rolle des "Sozialen Ichs" sind sie hingegen am wenigsten bereit, Kompromisse beim Datenschutz einzugehen. Das gaben weltweit 27 Prozent der Teilnehmer zu Protokoll.
Terrorbekämpfung?
Unabhängig von ihrer Rolle sind Nutzer nur sehr begrenzt dazu bereit, Privatsphäre zugunsten von Vorteilen digitaler Technologien wie zum Beispiel höherem Komfort aufzugeben. 91 Prozent schätzen die Vorteile des "einfachen Zugangs zu Informationen und Wissen" durch digitale Technologien, aber nur 27 Prozent sind willens, ihre Privatsphäre gegen Vorteile des Internets einzutauschen.
85 Prozent der Teilnehmer schätzen die "Nutzung digitaler Technologien für den Schutz vor terroristischen und/oder kriminellen Aktivitäten", aber nur 54 Prozent der Befragten gaben an, dass sie hierfür bereit wären, zumindest teilweise Einschränkungen beim Datenschutz hinzunehmen.
Teilnehmer über 55 Jahren sind weniger bereit, aus Komfortgründen auf Datenschutz zu verzichten. Stattdessen wünschen sie mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten.
Wenig Vertrauen in Social-Media-Anbieter
Über die Hälfte der Befragten gab an, bereits ein Datenschutzproblem gehabt zu haben. Dazu gehören beispielsweise gehackte E-Mail-Accounts, verlorene oder gestohlene Mobiltelefone und kompromittierte Social-Media-Konten. 62 Prozent der Umfrageteilnehmer ändern ihre Passwörter trotzdem nicht regelmässig. Vier von zehn Befragten passen zudem die Datenschutzoptionen in sozialen Netzwerken nicht an. Und 39 Prozent schützen ihre Mobilgeräte nicht mit einem Passwort.
Die Befragten erwarten, dass ihre Daten in sozialen Netzwerken in den nächsten fünf Jahren sehr schwierig zu schützen sein werden. Nur 51 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Vertrauen in die Fähigkeiten der Anbieter haben, persönliche Daten zu schützen. 39 Prozent haben auch Vertrauen in die Datenschutzethik dieser Unternehmen. Die breite Mehrheit der Internet-Nutzer (84 Prozent) möchte aber nicht, dass jemand über ihre Gewohnheiten Bescheid weiss, solange sie selbst diese Informationen nicht wissentlich freigeben.
Weltweit stimmten 59 Prozent der Teilnehmer der Frage zu, ob sich ihr Datenschutz im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert habe.