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Fusion Lafarge und Holcim: EU sagt Ja
Die EU-Komission hat die Fusion von Holcim und Lafarge geprüft und genehmigt. Allerdings müssen die beiden Zementriesen noch einge Auflagen erfüllen.
Die EU-Kommission wollte vor allem abklären, wie die Fusion von Holcim und Lafarge zum weltgrössten Zementkonzern den europäischen Wettbewerb beeinflusst. Um Wettbewerbsbedenken aus dem Weg zu räumen, will man darum vor allem überlappende Geschäftsbereiche veräussern. Damit dürfte sich in erster Linie das Europageschäft der Holcim-Lafarge deutlich reduzieren. Wie die Holcim mitteilt, erwartet sie in Frankreich, dem Heimmarkt Lafarges, geringe Veränderungen. Dies könnte sich erleichternd auf die durch die Schulden- und Wirtschaftskrise angekratzte Befindlichkeit Frankreichs auswirken.
Wie Holcim und Lafarge übereinstimmend mitteilten, entsprechen die vorgesehenen Veräusserungen in Europa weitestgehend der bereits im Oktober vorgelegten Liste. Die Schweiz ist davon jedoch nicht betroffen. Denn Holcim wird sich vor allem von ihren französischen Aktiven trennen. Ausgenommen davon sind jedoch das Zementwerk im elsässischen Altkirch und die Zuschlagsstoff- und Transportbeton-Standorte in der Region Haut-Rhin. Zudem werden auch die Geschäfte in Ungarn, Serbien und in der Slowakei verkauft. Ausserhalb Europas verkauft Holcim die Aktiven in Kanada und Mauritius. Zudem trennt sie sich auf den Philippinen von einigen seinerzeit strategisch eingegangenen Beteiligungen.
Derweil veräussert Lafarge in Europa das Geschäft in Deutschland, Rumänien und in Grossbritannien von Lafarge Tarmacs. Am Zementwerk im englischen Cauldon und den damit verbundenen Aktiven hält Lafarge jedoch fest. In Frankreich stehen ein Mahlwerk in Saint-Nazaire sowie Lafarges Aktiven auf La Réunion zum Verkauf, mit Ausnahme der Beteiligung an Ciments de Bourbon. Zudem wollen beide Unternehmen in Brasilien drei integrierte Zementwerke, zwei Mahlwerke sowie Transportbetonwerke veräussern.
Interessenten in den Startlöchern
Interesse an Teilen oder dem ganzen Paket der angebotenen Werke und Anlagen hegen verschiedene Finanzinvestoren und Konkurrenten. Weitere Einzelheiten zum Stand einzelner Verkaufsprozesse werden derzeit nicht bekanntgegeben.
Ziel ist es, bis Ende Februar 2015 alle wettbewerbsrechtlichen Prüfungen abzuschliessen, damit bis Ende Juni auch der Abschluss des Mergers erfolgen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Zusammenschluss durch die Aktionäre der beiden Unternehmen noch abgelehnt werden könnte, wird in Finanzkreisen als sehr gering eingestuft. (mai/sda)