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Die Symptome und die Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung erkennt die Ärztin oder der Arzt vor allem im ausführlichen Gespräch. Je nach Beschwerden kommen manchmal zusätzlich technische Untersuchungsmethoden zur Anwendung. Am häufigsten setzt die Kardiologin Rubina Syed von der Herzpraxis Zürich-Höngg den Ultraschall ein. Sie erklärt: «Damit erkenne ich Herzklappenfehler oder eine Herzschwäche und sehe auch die Folgen des hohen Blutdrucks.» Eine Durchblutungsstörung, die zu einem Herzinfarkt führen kann, diagnostiziert sie mit einem Belastungstest auf dem Velo oder dem Laufband.
Die häufigste Herzkrankheit ist die Verengung der Herzkranzgefässe, in der Fachsprache «koronare Herzkrankheit» genannt. Unbehandelt können verengte Herzkranzgefässe zu einem Herzinfarkt führen. Am zweithäufigsten kommt eine Herzinsuffizienz vor, also eine Herzschwäche. An dritter Stelle stehen Herzklappenerkrankungen und Herzrhythmusstörungen. Schliesst man auch die Kreislauferkrankungen mit ein, dann gehört der Bluthochdruck zu den häufigsten Problemen.
Bei allen Herzerkrankungen sind Betroffene weniger leistungsfähig und schnell müde. Die koronare Herzkrankheit äussert sich oft mit Schmerzen im Brustbereich, vor allem unter Belastung. Herzrasen oder ein unregelmässiger Puls sprechen für eine Herzrhythmusstörung.
Jahrelang hat man von typischen Herzinfarktsymptomen gesprochen, wobei damit die Beschwerden gemeint waren, die bei Männern auftreten. «Generell hat sich die Medizin in der Vergangenheit auf den Mann konzentriert», weiss Rubina Syed, «heute sind wir uns mehr bewusst, dass bei Frauen vieles anders ist.»
Der typische, starke Brustschmerz mit Ausstrahlung in den linken Arm äussere sich bei Frauen meist weniger heftig. Wenn Frauen einen Herzinfarkt erleiden, klagen sie eher über einen leichten Druck im Brustbereich, Kurzatmigkeit, Rückenschmerzen, haben Schweissausbrüche oder sind von Übelkeit betroffen. Oft spüren sie nur ein Ziehen in den Armen, eine unerklärliche Müdigkeit oder haben Oberbauchschmerzen, die häufig als Magenverstimmung abgetan werden.
Das führt laut Rubina Syed dazu, dass sie Symptome weniger ernst nehmen, die Probleme verdrängen und die Situation herunterspielen. «Weil Frauen die Symptome nicht einordnen können, informieren sie auch ihre Ärztin oder ihren Arzt und ihr Umfeld ungenügend. Aufklärung tut Not!», sagt die Fachärztin.
Die Gesundheit des Herzens lässt sich fördern. Empfehlenswert ist, einen hohen Blutdruck, hohe Cholesterinwerte und einen hohen Blutzuckerwert zu senken. Viele Studien haben nachgewiesen, dass Nikotin nicht nur der Lunge, sondern auch dem Herzen schadet.
Ausserdem ist es wichtig, Übergewicht zu vermeiden und körperlich aktiv zu sein. Wer sich regelmässig bewegt (täglich mindestens 30 Minuten am Stück), reduziert nicht nur das Risiko für Übergewicht, sondern senkt auch zu hohe Cholesterin- und Blutzuckerwerte. Gelingt es Übergewichtigen, Pfunde loszuwerden, sinkt auch der Bluthochdruck. Regelmässige Bewegung stärkt den Herzmuskel und führt zu einem tieferen Ruhepuls: Das Herz kann sich besser erholen.
Für das Herz sind die mediterrane Ernährung und das Einhalten der Ernährungspyramide ideal, also eine Kost mit viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, moderatem Fisch-Konsum und einem geringen Konsum an Milchprodukten und Fleisch. Wer an einer Herzerkrankung leidet und übergewichtig ist, sollte versuchen, abzunehmen. Am einfachsten gelingt dies durch eine ausgewogene Kost und durch das Weglassen von Süssgetränken, Süssigkeiten und fetthaltigen Lebensmitteln in Kombination mit mehr Bewegung.