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China hat die Supercomputer-Krone übernommen. Das Schweizer CSCS bleibt im internationalen Vergleich bedeutend.
Im Rahmen der noch bis morgen laufenden International Supercomputing Conference (ISC) in Leipzig ist die jüngste Liste
, war erwartet worden, dass China mit einem Supercomputer mit Intel-Prozessoren dem bisherigen amerikanischen Spitzenreiter mit seinen AMD-Prozessoren den Rang ablaufen würde. Und das ist nun auch eingetreten: Titan2, zuletzt Spitzenreiter im zweimal jährlich erscheinenden Ranking der Grossanlagen, hat heuer überaus deutlich die Krone an den chinesischen Supercomputer Tianhe-2 verloren. Der Name der Riesenmaschine lässt sich mit "Milchstrasse" übersetzen, und die erreicht mit 33,86 Petaflops pro Sekunde beinahe die doppelte Leistung des Titan mit seinen 17,59 Petaflops/s.
Der schnellste Schweizer Supercomputer - Piz Daint (Cray XC30) - steht im Swiss Scientific Computing Center (CSCS) und figuriert auf Platz 42 der Liste. Monte Rosa (Cray XE6), ebenfalls im CSCS angesiedelt, schafft es auf Platz 93. Der Tödi-Supercomputer (Cray XK7) des CSCS folgt auf Platz 108. Der einzige Schweizer Nicht-CSCS-Supercomputer auf der Liste ist der CADMOS BG/Q (BlueGene/Q) der ETH Lausanne (Rang 168).
Tianhe-2 soll Ende des Jahres an der Universität für Verteidigungstechnik im Supercomputerzentrum in Guangzho den Betrieb aufnehmen. Sein Vorgänger hatte bereits 2010 das Ranking angeführt. Verbaut wurden ausschliesslich Prozessoren von Intel. Während bei der jetzigen Nummer zwei Nvidia-Grafik- und AMD-Mehrkernprozessoren zum Einsatz kommen und die Anlage vom amerikanischen Energieministerium zum Beispiel für die Klimaforschung und Nuklear-Simulationen betrieben wird. Inzwischen werkeln in gut 80 Prozent der Supercomputer der Top-500-Liste Intel-Prozessoren.
Beschränkt man sich auf die schnellsten zehn Grossrechner, ist die Dominanz der USA augenfällig. Hier stehen fünf der Grossanlagen: Neben dem Titan sind das Sequoia mit 17,17 Petaflops/s, Mira mit 8,58 Petaflops/s, Stampede mit 5,16 Petaflops/s und Vulcan mit 4,29 Petaflops/s. Zwei Anlagen stehen in China (Tianhe-1a mit 2,56 Petaflops/s und eben der Tianhe-2). Über zwei verfügt Deutschland (Juqueen mit 5,08 Petaflops/s und Supermuc mit 2,89 Petaflops/s) und eine betreibt Japan (K-Computer mit 10,51 Petaflops/s). IBM hat fünf der Top-10 Anlagen in den USA und Deutschland gebaut, während neben den zwei chinesischen Nudt-Grossrechnern Dell, Fujitsu und Cray je einen der Supercomputer gebaut haben. (vri/mim)