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Vor einer aus dem Wolkenmeer ragenden Bergkulisse schieben sich ein naturalistisch gemalter, gigantischer Rabenschädel und ein Taschenkrebs.
Die in hyperrealistischer Malweise gehaltenen Schädel kontrastieren mit dem Hintergrund, den in Blautönen gehaltenen, diffus wirkenden Berggipfeln. Jan Czerwinski (*1966) arrangiert seine Motive gekonnt und ausgeklügelt, wie besonders das Bild <Die Holbeins>, 2013, vorführt. Die hell beleuchteten Tier- und Menschenschädel heben sich vor einem tiefschwarzen Hintergrund ab. Die Vergänglichkeit ist in seinem Werk allgegenwärtig, was vielleicht sein Hang zur Gothic-Kultur erklärt. Der Ausstellungstitel bezieht sich auf den verzerrten Schädel als Memento mori im berühmten Doppelporträt <Die Gesandten>, 1553, von Hans Holbein dem Jüngeren (1497-1543). Es stellt ein undefinierbares, anamorphotisches Objekt in Perspektive dar, das zwischen zwei männlichen Figuren über dem Mosaikfussboden schwebt. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich das Vexierbild als Totenschädel. Abgesehen von diesen effektvollen Szenen treiben Jan Czerwinski Fragen der Malerei um wie die Gliederung des Bildraums, die Lichtführung, die Farb- und Bedeutungsperspektive sowie die altmeisterhafter Manier. Sie manifestieren sich in einer aus schwarzem Hintergrund auftauchenden Magnolie, die mit ihrer blühenden Pracht eine wahre Ode an das Leben bekundet.
Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg, bis 29. April 2023
www.kunstsammlung-ruegg.ch