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Die neue Zusammensetzung der Führung Chinas lasse erste Rückschlüsse auf die Reformfreudigkeit der künftigen Machthaber zu, sagt Bruno Gisler von der Aquila Group.
Xi Jinping, der designierte neue Staatspräsident, wird weitherum als Kompromisskandidat erachtet. Er ist politisch schwer fassbar, weil er sich seit der Wahl in den Ständigen Ausschuss 2007 sehr zurückhaltend verhielt. Li Keqiang, der voraussichtlich neue Ministerpräsident, ist ein Schützling des abtretenden Staatspräsidenten Hu Jintao. Er vertritt eine sozial ausgewogene wirtschaftliche Entwicklung, die in den nächsten 10 Jahren etliche Reformen voraussetzt.
Wang Qishan hat einen guten Ruf als Krisenmanager und Problemlöser. Er tat sich bei der Restrukturierung der Staatsbetriebe, der Bewältigung der SARS Krise und als Manager in der Wirtschaftskrise hervor. Wang gilt als Wirtschafts- und Finanzreformer. Zhang Gaoli und Yu Zhengsheng sind beide politisch schwer zu fassen. Sie haben in der Vergangenheit klare Positionsbezüge vermieden. Insofern fällt eine Einteilung in die Gruppe der Reformer oder Traditionalisten schwer.
Zhang Dejiang war während des SARS Ausbruchs Verantwortlicher in Guangdong und verschleierte die Krise anfänglich. Ihm wird nachgesagt, eine starke Rolle des Staates in der Wirtschaft zu verfechten. Liu Yunshan ist seit 2002 Propagandaminister der Kommunistischen Partei. Er wird als politischer Hardliner gesehen. Zhang und insbesondere Liu gehören zu den Traditionalisten.
Insgesamt lässt die Besetzung des Ständigen Ausschusses mit zwei Reformern, zwei Traditionalisten und drei politisch schwer fassbaren Mitgliedern den Schluss zu, dass die gegenwärtige Politik der kleinen Reformschritte in der Wirtschaft fortgesetzt werden soll.
Reformen im politischen System sind vorläufig nicht zu erwarten.
Im Sinne der Kontinuität der aktuellen Politik drängt sich für den Investor weder ein Aufbau noch ein Abbau von China bezogenen Positionen auf.