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Decision Process in Unstable Mental States: The Effect of Unstable Cognitive-Emotional States on Decision Behavior
Warum variieren Menschen in ihren monetären Entscheidungen? Studien, die nach Prädiktoren für inter- und intraindividuelle Verhaltensunterschiede suchen, weisen eine Reihe von Mängeln auf: Sie berücksichtigen nur durch Fragebögen erfasstes, selbstberichtetes Verhalten; sie erheben fast ausschliesslich einzelne Persönlichkeitseigenschaften und sie untersuchen unerfahrene Testpersonen, hauptsächlich Studierenden. Zudem werden monetäre Entscheidungen nicht mit anderen Entscheidungsprozessen mit absteigendem Grad an Kognition und Bewusstheit verglichen.
Im Projekt geht es um das im Labor auftretende Entscheidungsverhalten und die einhergehenden psycho-physiologischen Reaktionen der Teilnehmenden. Ausserdem wird der Einfluss von verschiedenen Persönlichkeitseigenschaften berücksichtigt, auch indem Individuen rekrutiert werden, die vermutlich eine breite Variabilität in der Entscheidungsfindung aufweisen: Krankenschwestern, Finanzexperten und Asperger-Autisten. Schliesslich soll finanzielles Entscheidungsverhalten mit anderen Entscheidungsprozessen mit absteigendem Grad an Kognition und Bewusstheit verglichen werden, wie sie in den Entscheidungsdomänen Schmerz, visuelle Ambiguität und physiologische Ansteckung auftreten.
Es liegt ein Modell menschlichen Verhaltens zugrunde, das auf Prinzipien der Informations-verarbeitungs- und Signaldetektionstheorie beruht, und von einer sequentiellen Informa-tionsverarbeitung mit vier Komponenten ausgeht: 1.) Informationssammlung (Perception); 2.) Informationsevaluation (Appraisal); 3.) Planung und Ausführung einer Handlung (Action); und 4.) Speichern und Abfragen von Information aus dem Gedächtnis.
Die Studie soll dazu beitragen, Entscheidungsprozesse zu beschreiben, zu charakterisieren und Einflussfaktoren zu identifizieren. Ihre Schwerpunkte liegen zum einen auf Persönlichkeitseigen-schaften, Rollenidentität, Stress Level, emotionalem Zustand und zum anderen auf der Biologie des Menschen. Sie spielt insofern eine Rolle, als Entscheidungsverhalten durch bestimmte Gene mit beeinflusst wird. Dazu wird der Dopamin Rezeptors DRD4 im Rahmen der Studie genetisch charakterisiert. Ziel ist es, mit diesem Experiment sowohl eine psycho-physiologische Charakterisierung von Entscheidungsverhalten unter verschiedenen Bedingungen von Informiertheit und Bewusstheit als auch Erkenntnisse zu den Persönlichkeitsbedingungen der Entscheidungsfindung zu generieren. Im Ergebnis können die Erkenntnisse zu einer Verbesserung der Entscheidungsqualität (Nachhaltigkeit, ethische Fundierung, ökonomischer Gesamterfolg) führen.
Dieses Vorhaben erkundet die (Erhöhung von) Reproduzierbarkeit von menschlichem Entscheidungsverhalten unter verschiedenen Bedingungen. Es geht der These nach, dass die Reproduktion von identischen Mustern und Entscheidungsprozessen nicht immer zum gewünschten Effekt führt und es deshalb evolutionär zu einer intrainidividuellen Varianz von Entscheidungsverhalten kam. Ein psycho-physiologisch und genetisch vollständigeres Verständnis der Mechanismen, die menschlichem Entscheiden zugrunde liegen, könnte zum besseren Verständnis der grundlegenden Prozesse der Entscheidungsfindung führen.
Publikationen
In: Psychiatry Research, Received: November 8, 2013; Received in revised form: January 20, 2014; Accepted: May 28, 2014; Published Online: June 05, 2014: DOI: dx.doi.org/10.1016/j.psychres.2014.05.053
Juicy lemons for measuring basic empathic resonance
Florence Hagenmuller, Wulf Rössler, Amrei Wittwer, Helene Haker
In: Research in Autism Spectrum Disorders 8 (2014) 851–859
Empathic resonance in Asperger syndrome
Florence Hagenmuller, Wulf Rössler, Amrei Wittwer, Helene Haker