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Jugend
Kurt Tucholsky wird am 9. Januar 1890 als erster Sohn des jüdischen Bankkaufmann Alex T. und seiner Cousine Doris T. in Berlin geboren. Neben den Geschwistern Fritz und Ellen hat Kurt ein sehr gutes Verhältnis zum Vater, der bereits 1905 stirbt. Die Beziehung zu seiner Mutter ist nie sehr warmherzig.
Studium und Beginn seiner schriftstellerischen Arbeit
Kurt wird in Berlin eingeschult. Nach dem Abitur, beginnt er ein Jurastudium. Tucholsky lebt zeitlebens ohne finanzielle Sorgen, zuerst durch das Vermögen seines Vaters, danach durch seine guten Einkünfte aus seiner journalistischen Arbeit. Bereits während des Studiums interessiert sich Tucholsky für Literatur und schreibt für das sozialdemokratische Parteiorgan „Vorwärts“. 1912 veröffentlicht er „Rheinsberg: Ein Bilderbuch für Verliebte“, das ihn einem grösseren Publikum bekannt macht. 1914 promoviert er über Hypothekenrecht. Sein literarisches Schaffen wird aktiver und er veröffentlicht in jeder Ausgabe der linksliberalen Theaterzeitschrift „Die Schaubühne“ (später zu „Die Weltbühne“ umbenannt) zwei bis drei Artikel.
Erster Weltkrieg
Seine Karriere wird durch den ersten Weltkrieg (1914-1918) unterbrochen. Kurt Tucholsky ist kein Patriot. 1915 wird er an die Ostfront eingezogen. Es gelingt ihm, den Dienst mit Waffe im Schützengraben zu umgehen.
Chefredakteur bei der Ulk
1918 kehrt er aus dem Krieg als überzeugter Antimilitarist und Pazifist zurück und übernimmt den Posten des Chefredakteurs der „Ulk“. Da Tucholsky so viele Artikel schreibt, erscheinen sie unter den Pseudonymen Ignaz Wrobel, Theobald Tiger, Peter Panter und Kaspar Hauser.
In der Hochphase der Inflation 1922/23 stellt er seine publizistische Arbeit zurück und wird in der Wirtschaft tätig, leidet aber unter einer schweren Depression. Zwei Jahre später lässt Tucholsky sich von seiner Frau Else Weil nach vier Jahren Ehe scheiden und heiratet Mary Gerold. Ihre Ehe scheitert ebenfalls.
Er zieht nach Schweden
1926 übernimmt er die Leitung der „Weltbühne“. Als ihm klar wird, dass er für diese Tätigkeit nach Berlin zurückgehen müsse, tritt er die Leitung an Carl von Ossietzky ab. Ab 1930 lebt er dauerhaft im schwedischen Hindås.
Seine publizistische Arbeit verstummt zunehmend. Sein letzter Beitrag erscheint am 8. November 1932 in der „Weltbühne“. Im Jahr darauf wird die „Weltbühne“ von den Nationalsozialisten verboten, Tucholskys Bücher werden verbrannt, es wird ihm die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt. Bereits vor den 1930er Jahren hat er in Hitler eine aufziehende Gefahr erkannt, doch seine Warnungen wurden nicht gehört. Auch ohne zu schreiben nimmt er Anteil an den Entwicklungen in Deutschland und Europa.
Sein unklarer Tod
Nach langem Magenleiden stirbt Kurt Tucholsky am 20. Dezember 1935 in seinem Haus in Hindås. Ob es ein Selbstmord oder eine versehentliche Überdosierung seiner Medikamente war, bleibt unklar. Im darauffolgenden Sommer wird seine Asche unter einer Eiche nahe Schloss Gripsholm beigesetzt.
Nach dem Ende des Naziterrors sorgt Mary Gerold-Tucholsky für die Herausgabe der Werke von Kurt Tucholsky. Seine Mutter Doris Tucholsky kommt 1943 im KZ Theresienstadt ums Leben.