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Wie Heinrich Heine in die Mediothek fand und welches Weltbild der Dichter von Frauen hatte, erklärte Bruno Jakob, Präsident der Mediothek Freienbach. In der Lesung grüsste der Dichter aus der Matratzengruft.
Die gesamten Klassiker wie Goethe und Schiller standen in der Mediothek in Pfäffikon unter Wasser. Die Überschwemmung im Juni 2011 vernichtete auch die Werke des Dichters Heinrich Heine. Bruno Jakob, der Präsident der Mediothek Freienbach in Pfäffikon, suchte nach Ersatz und wurde ein Jahr später fündig. Rund 70 Bände fand er in Rapperswil und konnte sie zum kleinen Preis erstehen. Doch von Heinrich Heine befand sich kein Werk darunter. Der Zufall wollte es drei Jahre später jedoch doch noch: Anfang dieses Jahres hielt der Präsident Bruno Jakob Werke des berühmten Dichters in der Hand. Gefesselt von der Schreibkunst des im Jahr 1856 verstorbenen Schriftstellers kam die Idee auf, eine Lesung über den liebestollen Mann in der Mediothek in Pfäffikon zu geben. Diese fand nun am vergangenen Donnerstag statt. Wer die Schreibkunst Heines zur damaligen Zeit nicht mochte, sei mit einem «texterischen Holzhammer erschlagen worden», schmunzelte Bruno Jakob. «Wenn du meine Verse nicht lobst, lass ich mich scheiden», so ein Beispiel aus Gedicht 30 von 33.
Spezielle Liebesgrüsse
Die Liebe zu Frauen liess Heine in «entzückender Marter» und «wonnigem Weh» dichten, so Bruno Jakob. Die Dualität der Wortzusammensetzung sei bemerkenswert. Eine gewisse Reife stelle sich im Liebesleben Heines in zeitlichen Abständen immer wieder dichterisch dar, erklärte Jakob. Hätte er doch als Liebhaber mit drei Geliebten und nur zwei Beinen erkannt, dass eine morgens und eine mittags zu besuchen und der Besuch der Dritten am Abend doch sehr anstrengend sein könne. Heine sei aber kein eingebildeter Kranker gewesen. Trotz der Liebe zum anderen Geschlecht blieb er bei seiner Frau und war ihr in gewisser Weise treu. Seine Frau Mathilda, wie er sie nannte, pflegte den an Syphilis erkrankten Dichter bis zu seinem Tod.
Nahm kein Blatt vor den Mund
Heine sei der erste Dichter gewesen, der sich nicht um sein Publikum geschert habe, erklärte Jakob. Die Liebe zu seiner Frau und seiner neu erwählten Heimat Frankreich würden sich genauso in seinen Gedichten widerspiegeln, wie die Ablehnung zu seinem Herkunftsland Deutschland. Heinrich Heine nahm in der Liebe, wie politisch und religiös kein Blatt vor den Mund und gab seine Gesinnung in seinen Gedichten wieder. Er sei seiner Zeit weit voraus gewesen, erklärt der Präsident der Mediothek.
Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Eveline Corti)
Autor
Höfner Volksblatt & March Anzeiger
Kategorie
- Literatur
Publiziert am
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