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Wie sieht es die nächsten 24 Stunden mit Gewittern aus? Diese Frage versuche ich in diesem Beitrag so gut wie möglich zu klären.
Damit sich ein Gewitter bildet sind drei Zutaten notwendig:
1. Labilität
2. Feuchtigkeit
3. Hebung
Labilität: In der Schweiz ist an jedem Hitzetag mit mindestens 30°C ein ausreichendes Temperaturgefälle zwischen bodennaher Luftschicht und der 500 hPa-Druckfläche, die auf etwa 5.5 Kilometer Höhe liegt, vorhanden. Eine grobe Orientierung bietet die Temperaturdifferenz zwischen 850 und 500 hPa, also zwischen 1.5 und 5.5 Kilometer Höhe. Heute beträgt diese Differenz rund 33°C und bereits 25°C würden ausreichen für Schauer, ab etwa 30 können sich Gewitter bilden. Daran kann es also nicht scheitern.
Feuchtigkeit: Die unteren zweitausend Meter der Troposphäre (Wetterschicht) sollten möglichst feucht sein. Am Boden ist diese Feuchtigkeit einigermassen vorhanden mit Taupunkten zwischen 14 und 17°C. Auch auf der 700 hPa-Druckfläche, die häufig als Kriterium herangezogen wird, ist die relative Luftfeuchtigkeit mit rund 60% am Abend nicht schlecht für Gewitter, sie könnte aber dennoch ein wenig höher liegen. Die Feuchtigkeit ist also heute eher knapp bemessen, was unter Umständen auch die Auslöse von Gewittern etwas erschwert.
Hebung: Für mich ist die Prognose eines Hebemechanismus immer die Königsdisziplin, da dies für mich immer etwas schwer erkennbar scheint in den Wetterkarten. In den frühen Morgenstunden liess ein kleiner Trog einige Schauer, am Zürichsee auch ein kleines Gewitter entstehen. Tagsüber liegt die Achse eines Höhenkeils genau über unseren Köpfen und die Gewitterbildung wird unterdrückt. Die Sonne kann vom meist wolkenlosen Himmel scheinen und bis auf über 30°C einheizen. Erst am Abend verlagert sich der Keil etwas nach Osten und lässt zunehmend mehr Spielraum für konvektive Entwicklungen. Wir gelangen dann auf die Vorderseite eines umfassenden Trogs über der Atlantikküste Europas. Dieser wird im weiteren Verlauf zunehmend für Hebung sorgen, aber ob die Keilachse heute Abend schon genug weit entfernt ist mag ich zu bezweifeln. Ich könnte mir vorstellen, dass in der zweiten Nachthälfte die Bedingungen für die Gewitterauslöse zunehmend bessern. Ein bedeutenderes Hebungsfeld soll laut dem Wettermodell GFS am Donnerstagmorgen Schauer und Gewitter auslösen.
Abschliessende Diskussion:
In den Alpen, teils auch den Voralpen entlang erwarte ich heute Abend einige Gewitterzellen. Erst im Verlaufe der Nacht könnten sich auch im Mittelland lokale Gewitter bilden. Windscherung ist kaum vorhanden, aber in den Alpen können Gewitter auch so grösseren Hagel entstehen lassen. Zudem sind lokale Überschwemmungen möglich. Im Mittelland erwarte ich vorläufig keine schweren Gewitter, lokaler Starkregen oder Kleinhagel ist aber nicht ausgeschlossen.