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Kirchensteuern trotz Kirchenaustritt
Im Wallis entspricht der Kirchenaustritt einem rein symbolischen Akt, denn es entsteht keine direkte Steuerersparnis.
Man hat generell die Möglichkeit, jedes Jahr von Neuem von der Gemeinde eine “Ordentliche Reduktion” zu verlangen um zumindest einen Teil des Kultusaufwandes zurückzuerhalten. Eine völlige Befreiung von einer Finanzierung der Kirchen ist im Wallis aber weder mit noch ohne Kirchenaustritt möglich.
Warum ist das so?
Im Gegensatz zum Kanton Wallis, sind die Meisten Kirchen in den anderen Kantonen durch Kirchgemeinden organisiert, welche wiederum der Landeskirche unterstellt sind. Die Mitglieder der Kirchgemeinden finanzieren mit einer ausgewiesenen Kirchensteuer die Kirche und die Gelder werden nach demokratischen Massstäben (sogenanntes Duales System) eingesetzt.
Aufgrund der Nachwirkungen des Sonderbundkrieges (zuerst Säkularisation, aber nach der Exkommunikation durch den Papst eine Verankerung in der Kantonsverfassung) war es im Wallis nicht möglich, Kirchgemeinden zu schaffen: Im Wallis unterstützt der Staat das Bistum für bestimmte Aufgaben aus allgemeinen Steuermitteln und die Gemeinden tragen die Defizite der Pfarreien, was die Kirche finanziell von Staat und Gemeinde abhängig macht. Aufgrund dieser Sonderstellung des Bistums Sitten können die Bestimmungen für den Kirchenaustritt im Wallis ebenfalls anders lauten als im übrigen Teilen der Schweiz.
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