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Am 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, startet die Veranstaltungsreihe „Orange Days“ im Anna Göldi Museum mit einem Buch-Interview. Sie schliesst am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, mit Kerzenziehen. Dieser erste Beitrag ist der Auftakt zu einer Serie über die Veranstaltungen im Rahmen der 16 Tage gegen Gewalt an Frauen
von Eva Gallati, Kulturbloggerin
Im Gespräch mit Britta Scheunemann (Präsidentin der Frauenzentrale Glarus), Petra Baumann (Leiterin der Koordinationsstelle Häusliche Gewalt und Gewaltprävention) und Ursula Helg (Leiterin Anna Göldi Museum) werde ich über die Hintergründe und die Entstehung der Orange Days informiert.
Geschichte
Bereits 1981 werden in Südamerika jeweils am 25. November feministische Proteste gegen Gewalt an Frauen durchgeführt. Hintergrund für die Initiierung des Aktionstages war der Fall Mirabal. Die Schwestern Mirabal, Mitglieder der Movimiento Revolucionario 14 de Junio, wurden 1960 nach mehreren vorangegangenen Verhaftungen in der Dominikanischen Republik von Militärangehörigen des Diktators Rafael Trujillo verschleppt und dann ermordet. Das Women's Global Leadership Institute initiierte 1991 die Kampagne „16 Days of Activism Against Gender Violence“ (16 Tage Aktivismus gegen geschlechtsspezifische Gewalt). Sie wird seit 2008 als Teil der UNO-Kampagne „UNiTE to End Violence against Women“ weitergeführt. Unter dem Motto Orange Your City beleuchten zahlreiche Städte, Gemeinden, Institutionen und Unternehmen historische Gebäude und Wahrzeichen in Orange, um weltweit ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzen.
Seit 1991 haben in über 187 Ländern bislang mehr als 5‘000 Organisationen die internationale Kampagne unterstützt - die Schweiz fehlte bis 2008. Im Jahr 2008 lancierte FRIEDA – feministische Friedensorganisation - zum ersten Mal in der Schweiz die Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen». Seither tragen jährlich rund 180 Menschenrechtsorganisationen mit einem vielfältigen Programm an Aktivitäten und Veranstaltungen zur Kampagne bei.
Erstmals werden in dieser Form Aktionstage im Kanton Glarus durchgeführt. Eine ganze Reihe von NGO‘s, Vereinen und staatlichen Stellen haben sich zusammen getan, um während diesen 16 Tagen die Bevölkerung für das Thema Gewalt an Frauen zu sensibilisieren, Betroffene auf bestehende Unterstützungs- und Beratungsangebote hinzuweisen und die Zivilgesellschaft dazu aufzufordern, sich gemeinsam aktiv gegen Gewalt einzusetzen.
Das detaillierte Programm bietet eine Vielfalt an Veranstaltungen im Raum Glarus.
Tatort Beziehung
Fokusthema 2023 ist die psychische Gewalt, die sowohl in der Familie, in Beziehungen und auch am Arbeitsplatz stattfinden kann. Die Koordinationsstelle Häusliche Gewalt und Gewaltprävention wird in Zusammenarbeit mit Toxiclove während der Orange Days eine Kampagne auf social media durchführen. Ihr Ziel ist die Erkennung von Warnsignalen in Beziehungen. Sie soll vor allem junge Menschen ansprechen.
Gewalt hat viele Gesichter
Im Programm gibt es unter anderem einen Workshop zur Gewaltfreien Kommunikation, einen Selbstverteidigungskurs, einen Filmabend, einen Konzertabend und ein Frauenfrühstück. Bewusst haben sich die Initiantinnen dafür entschieden, sich im ersten Jahr nicht auf das Fokusthema zu beschränken, sondern einen Überblick über die verschiedenen Gewalt-Thematiken anzubieten. Die Initiantinnen freuen sich auf viele Begegnungen, aber vor allem darauf, möglichst viele Frauen zu erreichen und ihnen zu vermitteln, dass Leiden verhindert werden kann, und dass es Hilfe gibt für Betroffene.
Mögen wir einander beistehen, mögen Frieden und Mitmenschlichkeit gedeihen!