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Mit seiner 80-jährigen Firmengeschichte, gehört Stuker in Bern zu den ältesten und sicher traditionsreichsten, international tätigen Auktionshäusern auf dem europäischen Festland und zu einem der führenden Häuser in der Schweiz. Mit einer einmaligen Infrastruktur und bester geografischer Lage zwischen französischer und deutscher Schweiz gelegen, lädt Stuker zweimal jährlich ein internationales Publikum zu seinen grossen Mai- und November-Auktionen ein.
Die aussergewöhnliche Auktionatorslaufbahn des schon in jungen Jahren kunst-und antiquitätenbegeisterten Berners, Jürg Stuker (1914-1988), begann mit der Eröffnung eines Antiquariats in Thun am 1. April 1938. Ungeachtet des 1939 ausgebrochenen 2. Weltkriegs prosperierte das junge Unternehmen, so dass es bereits 1940 nach Bern verlegt werden konnte. Der gute Geschäftsgang ermöglichte Stuker 1943 den Kauf eines Hauses an der Kramgasse. Es folgten die ersten von ihm in Bern organisierten Auktionen, deren Angebotspalette bereits jene typische Objektvielfalt mit lokalen und internationalen Bezügen aufwies, wie sie zum Charakteristikum der Stukerauktionen wurde. Nach weiteren Lokalitätswechseln empfing das Auktionshaus Stuker von 1954 bis 1963 seine Kunden an der Kramgasse 54 im Herzen von Berns Altstadt.
Nach 25-jähriger, erfolgreicher Tätigkeit fand Stuker mit der Villa Rosenberg hoch über der Aare und dem Bärengraben, in schönster Aussichtlage samt grossem Umschwung, eine Liegenschaft, die es ermöglichte besucherfreundlichere und praktischere Voraussetzungen für den Auktionsbetrieb zu schaffen. Das Ende der Ära Jürg Stuker wurde 1976 eingeleitet, indem man die bisherige Einzelfirma in eine Aktiengesellschaft überführte. Jürg Stuker veräusserte das Auktionshaus 1976 an den ebenfalls kunst-und antiquitätenbegeisterten Unternehmer Charles Vögele, der bereits mit der Schaffung einer Stiftung im Seedamm-Kulturzentrum, Pfäffikon SZ, sein Engagement unter Beweis gestellt hatte.
Neben dem bernisch-schweizerischen Antiquitäten- und Kunstsegment mit seinen Interieurteilen wie Möbeln, Gemälden, Silber, Porzellan/Keramik oder Uhren, aber auch Graphik und Büchern, die das Angebot noch heute prägen, konnte Jürg Stuker während langen Jahren, dank seinen persönlichen Kontakten, immer wieder Sammlungen und Nachlässe aus in- und ausländischem, oftmals fürstlichem Besitz, in gediegenem Rahmen auf dem Rosenberg anbieten. Zu den Glanzlichtern der Aera Stuker gehörten unter anderem der Verkauf von drei grossen Vermeil Service des für den Hof Napoleons tätigen Goldschmieds Biennais, die für die Kaiserinnen Joséphine und Marie Louise sowie für die Grossherzogin Stéphanie von Baden angefertigt worden sind. Viele Preziosen, wie der Smaragdschmuck der Kaiserin Eugenie oder der Goldpokal des Hauses Rothschild wechselten in Bern den Besitzer. In seiner launigen Art verstand es Jürg Stuker auf vielfältige Art und Weise das Auktionspublikum immer wieder in seinen Bann zu ziehen.
Nachdem sich Stuker aus dem Auktionsbetrieb zurück gezogen hatte, ging dessen Leitung an den langjährigen Mitarbeiter Ulrich Christian Haldi über, der in seinen Bemühungen das Auktionshaus in der Tradition Stukers weiter zu führen auch von der Gattin des neuen Inhabers, Frau Agnes Vögele unterstützt wurde. Den definitiven Abschluss der Gründerphase markierte 1989 der Verkauf der Privatsammlung von Jürg Stuker durch die von ihm 1938 gegründete Firma, welche sich bis zu seinem Ableben in Stukers ehemaligem Wohnsitz, Schloss Gerzensee, befand. Auf Anregung des neuen Besitzers begann Stuker eine kleine Buchreihe zu bernischen Themen herauszugeben. So entstanden unter anderen Schriften über die Goldschmiedewerkstatt Rehfues und den Maler und Radierer Johann Ludwig Aberli. Dem von 1976 bis 2003 massgeblichen Direktor U. C. Haldi und seinem Team gelang es, das Auktionshaus in der schweizerischen und internationalen Kunsthandelslandschaft erfolgreich zu positionieren.
Wie seit jeher in der Geschichte des Auktionshauses Stuker sind räumliche Veränderungen auch in jüngster Zeit sowohl Ausdruck eines Neubeginns, als auch von Kontinuität. Unter der Leitung eines Sohnes von Charles Vögele, dem Kunsthistoriker Peter Vögele, wurde der Eingangstrakt nach Plänen des international bekannten Architekturbüros Diener & Diener neu gestaltet und in enger Zusammenarbeit mit der Berner Denkmalpflege die geschützte Villa Rosenberg restauriert; gleichzeitig modernisierte man die Auktionsräume sowie die Infrastruktur der Firma. Damit wird Stuker den Anforderungen gerecht, welche an ein Auktionshaus gestellt werden, das man als "Privatbank" unter den schweizerischen Auktionshäusern bezeichnet.