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Im westafrikanischen Sierra Leone haben die Menschen am Mittwoch einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament gewählt. Zur Wahl aufgerufen waren 3,1 Millionen Wahlberechtigte. Für das Präsidentenamt gab es 16 Kandidaten, darunter zwei Frauen.
Der seit einem Jahrzehnt amtierende Präsident Ernest Koroma vom All People«s Congress (APC) durfte gemäss der Verfassung nicht wieder antreten. Die APC und die oppositionelle Sierra Leone People»s Party (SLPP) dürften den Sieg unter sich ausmachen. Die beiden Parteien beherrschen das politische Leben in dem westafrikanischen Land.
Der APC schickte den unter Korruptionsverdacht stehenden ehemaligen Aussenminister Samura Kamara ins Rennen. Für die SLPP trat der 53-jährige Julius Maada Bio an. 1996 hatte der damalige General den Militärmachthaber Valentine Strasser gestürzt und bis zur ersten freien Wahl in Sierra Leone wenige Monate später vorübergehend die Regierungsgeschäfte geführt.
Die Wahlbüros in dem bitterarmen Land sollten um 18.00 Uhr schliessen. Erste Ergebnisse werden in den kommenden zwei Tagen erwartet.
Arm trotz Bodenschätze
Die Wahlen gelten als Test für die demokratische Konsolidierung Sierra Leones, wo in den Jahren 1991 bis 2002 ein Bürgerkrieg mit 120’000 Toten wütete. Sierra Leone ist trotz seiner Bodenschätze eines der ärmsten Länder der Welt.
Das Land leidet unter Inflation, wachsenden Staatsschulden und einer anhaltend hohen Jugendarbeitslosigkeit. Zwischen 2014 und 2016 wütete zudem eine Ebola-Epidemie, der etwa 4000 Menschen zum Opfer fielen.