Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03482.jsonl.gz/2506

Frieda Maeder-Leuenberger kam am 28. Januar 1924 in Courmoen auf die Welt. Zusammen mit acht Geschwistern wuchs sie auf dem elterlichen Bauernhof auf und besuchte die reformierte Schule in Gurmels. Viel zu früh verlor sie ihren Vater nach einer schweren Krankheit, und zusammen mit der Mutter mussten die Kinder fortan die Arbeit auf dem Hof und im Haushalt verrichten. Im Welschland absolvierte sie ein Haushaltslehrjahr, um die französische Sprache zu lernen. Danach arbeitete sie in einer Saisonstelle bei Verwandten in einem Hotel in Wilderswil. In einem Winterkurs in der Frauenschule in Bern vervollständigte sie ihre Ausbildung als künftige Hausfrau.
In Werner Maeder aus Lurtigen fand sie den Lebenspartner, den sie 1951 heiratete und auf dessen elterlichen Bauernhof nach Lurtigen zog. Zusammen mit den Schwiegereltern und drei jüngeren Geschwistern von Werner Maeder lebte sie damals im gleichen Haushalt, aber dank dem Organisationstalent, der Fürsorge und der Toleranz aller Beteiligten blieb das Familienleben intakt. Später übernahmen sie den Bauernhof, aber da ihr Ehemann noch im Murtenwald arbeitete, half Frieda Maeder-Leuenberger auch immer bei den Feldarbeiten mit und führte oft mit dem Landrover landwirtschaftliche Transportarbeiten aus. Mit der Zeit wurden dem Ehepaar die Kinder Erhard, Christine, Eduard, Ursula und Jörg geschenkt. Später kamen die Grosskinder auf Besuch oder in die Ferien. Im Jahre 1979 übernahm der Sohn Eduard den Betrieb, aber Frieda Maeder-Leuenberger und ihr Mann halfen weiterhin tatkräftig mit, konnten aber auch auf Reisen gehen.
Ein schwerer Schlag war der plötzliche Hinschied vom Ehemann im September 1993. Dank ihrer positiven Einstellung wurde sie mit diesem Schicksal fertig. Mit Altersgefährtinnen genoss sie die Badbesuche in Yverdon-les-Bains oder sie machte Spaziergänge mit dem Hofhund «Bärri». Mit dem fortschreitenden Alter schwanden auch bei ihr langsam die Kräfte. Nach einem Sturz brach sie sich den Oberschenkel, die Pflege durch Schwiegertochter und Sohn wurde zu gross. Im August 2012 trat sie ins Altersheim Jeuss ein. Im Januar konnte sie noch den 95. Geburtstag mit vielen Besuchen feiern. Am letzten Karfreitag, 19. April 2019, schloss sich ihr langer Lebenskreis und sie wird in ehrender Erinnerung bleiben.
.