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| Armenische Väter - Wider die Irrlehren (De Deo)

Drittes Buch: Widerlegung der Religion der griechischen Weisen.
7.
Ebenso ist auch in den Lichtkörpern keine vernünftige Beseelung, sondern sie haben nur naturhafte und fortlaufende Bewegung. Daher haben manche Engel als ihre Leiter aufgestellt. Allein wir wollen der Heiligen Schrift folgen, welche vom Regen sagt: „Noch hatte Gott nicht regnen lassen auf die Erde“ (Gen. 2, 5). Und nicht, wie manche faseln, hatte Satan die Macht, die Lüfte zu bewegen und zu verändern gemäß dem Wort des Apostels „gemäß dem Fürsten des Reiches dieser Luft“ (Eph.2, 1. 2; vgl. 6, 11 ff.). Er nennt ihn deswegen Fürst dieser Luft, weil er vom Himmel stürzte und in den Lüften umherschweift. Daraus erklärt sich auch das Wort, das er braucht: „Luft dieser Finsternis“. Er will damit zeigen, daß er aus dem Licht in die Finsternis gestürzt wurde und nicht der Veränderer der Luft ist bald zu Regen, bald zu Schnee, bald zu Hagel.
Daß aber dies Gottes, und nicht des Teufels Werk ist, soll uns zunächst David sagen im Heiligen Geiste: „Er führt die Wolken herbei von den Enden der Erde [S. 136] und macht die Blitze zu Regen. Und er führt die Winde aus seinen Speichern“ (Ps. 134, 7; vgl. Jer. 10, 13) [= Ps. 135, 7; vgl. Jer. 10, 13] und wiederum: „Er gibt Schnee wie Wolle, und den Reif streut er aus wie Staub, und das Eis wirft er hin wie Bissen;“ (Ps. 147, 16) und so mit andern (Worten). Und ein Prophet sagt: „Er ruft das Wasser des Meeres und gießt es aus über das Angesicht der Erde“ (Amos 9, 6). Und Job sagt: „Wer hat den Regentropfen geboren und aus welchem Mutterschoß trat das Eis hervor, und wer hat im Himmel den Reif erzeugt, der herabfällt wie fließendes Wasser, daß er sagen könnte: Mein Werk ist das und keines anderen“? (Job 38, 28 ff.)
So ist auch die Bewegung der Sterne das Werk seines Wortes und nicht das eines anderen. Und nicht bloß sieben Sterne haben Bewegung, und die andern sind ohne Umlauf, sondern alle sind bewegt, die einen langsam wandelnd, die andern in raschem Gange. Nicht sind sie an den Himmel befestigt, wie schon oben gesagt wurde, daß sie wie im Kreise sich drehen und jene bald sichtbar machen, bald verbergen. Was am meisten lächerlich ist, ist noch die Behauptung, daß die Sonne von Westen nach Osten gehe. Ach warum nennen sie dann den Sonnenuntergang nicht lieber Sonnenaufgang und den Sonnenaufgang Sonnenuntergang?
Die Sonne geht jedoch, sagen sie, überhaupt nicht unter. Daß sie nicht untergeht, ist daraus auch offenbar, daß nachts von ihrem Licht im Mond aufgefangen, das Licht erstrahlt. Denn ist sie auf ihrem Laufe ferngerückt, so befindet sie sich auf der anderen Seite des Himmels.
Und würdest du sagen: Wenn sie nachts am Himmel wäre, woher käme die Finsternis, die eintritt? so sagen sie: Vom Schatten der Erde mag sie kommen. Woher käme nun aber die Finsternis, welche oben am Himmel ist? Ist es hierdurch nicht sicher erwiesen, daß sie nachts doch irgendwo sich verbirgt, wie es auch beim Untergang zu beobachten ist. Denn gleich wie von oben steigt sie zur Tiefe herab und beim Aufgang wiederum erhebt sie sich gleichsam wieder aus der Tiefe zur Höhe in ihrem Lauf empor.
Eitel sind auch die Redensarten derjenigen, welche sagen, daß sie dem Himmel dieselbe Größe zuerkennen [S. 137] wie der Erde. Denn die göttlichen Schriften bezeichnen den Himmel mit Spanne und die Erde mit Hand. Und wir finden nicht, daß die Spanne größer sei als die Hand.