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„Tito & Tarantula“ sind eine Legende. Insofern haben sie mit „The Legendary“ aus München ein Trio bei der laufenden Tour als Support dabei, das auf den Hauptact hinweist und an der eigenen Legende sicherlich noch arbeiten muss. Tito & Tarantula sind auf ihrer „Lost Tarantism Tour“ unterwegs in Deutschland, Österreich und Schweiz. Am 17. April veröffentlichte die Band ausserdem ihren Klassiker “Tarantism” inklusive Bonusmaterial sowie die komplett neue Platte „Lost Tarantism“ mit bisher unveröffentlichten Songs aus den Tarantism StudioSessions aus dem Jahre 1995. Am 24. April waren Tito und seine Band zu Gast im Z7 und boten dort volles Programm!
Geboren in Mexico und als Sohn eines Fallenstellers in der Wildnis Alaskas aufgewachsen, begann Tito Larriva’s Karriere in Los Angeles. Mit den „Plugz“ und später den „Cruzados“ nahm diese schnell Fahrt auf. Eine Top 10 Single und ein Cover auf dem Billboard Magazin später wurde Larriva Teil der L.A. Musik und Film-Szene der 80er Jahre. Im Probenraum nebenan machten die Red Hot Chili Peppers ihre ersten Gehversuche. Emmylou Harris, Jeff Porcaro (der früh verstorbene Toto-Drummer) waren seine Nachbarn. Zeitgleich begann auch die Schauspiel-Karriere des ausgebildeten Ballet-Tänzers. Nach dem Debüt als „Hammy“ in der „Pee-wee Herman Show“ (1981) arbeitete er mit Patrick Swayze (Roadhouse), Johnny Depp (Once Upon A Time In Mexico), Antonio Banderas (Desperados 2), mit Mel Gibson und Milla Jovovic in Wim Wenders´ „The Million Dollar Hotel“, David Byrne (True Stories), Cheech Marin (Born In East LA), dem oscar-prämierten Kurzfilm „Session Man“ sowie R. Rodriguez (Grindhouse) und schrieb Musik für über 50 Filme (u.a. „Machete“ 2010) und Fernsehserien.
Der Startschuss für Tito & Tarantula war Robert Rodriguez‘ Angebot an „From Dusk Till Dawn“ (1995) mitzuarbeiten. Die legendäre Performance als Vampire-Hausband der „Titty Twister“-Bar und der weltweite Erfolg des Films brachte die Band erstmals nach Europa. Der Europa-Release des Debüt-Albums „Tarantism“ folgte 1997. Neben den Klassiker Songs aus „From Dusk Till Dawn“, „After Dark“ und „Angry Cockroaches“, ist „Tarantism“ ein Zeitdokument zahlreicher Studiosessions und umfasst einen Zeitraum von 10 Jahren kreativer Arbeit mit den besten Musikern und Produzenten, die L.A. zu bieten hat. Tito & Tarantula entstand aus Musikern der wöchentlichen Session, die Larriva unter dem Namen Tito & Friends mit stets herausragenden Musikern der L.A.-Szene veranstaltete. Neben dem Gitarristen Steven Hufsteter von dem gesagt wird, er hätte Bob Dylans Angebot, in seine Band einzusteigen abgelehnt, war die Band mit Hochkarätern wie dem Drummern Alfredo Ortiz (Beastie Boys) und Rafael Gayol (A-ha, Leonard Cohen) in Europa, Asien Nord-, und Südamerika auf Tournee.
20 Jahre, unzählige Konzerte und 4 Studioalben später, erscheint der Re-Release des Debüt Klassiker Album „Tarantism“ mit etlichen bisher unveröffentlichten Bonus-Tracks. Produziert von Robert Rodriguez und David Tickle (Blondie, U2), aufgenommen in den besten Studios von L.A. ist „Tarantism“ ein Zeitdokument, das fast 10 Jahre Larrivas‘ Kreativität dokumentiert. Neu gemastert und mit etlichen neuen und bisher auch live noch nie präsentierten Tracks aus der gleichen Tarantism-Recording-Session, ein guter Grund, unter dem Motto „Lost Tarantism“ nun wieder auf Tournee zu gehen. Dazu konnte wieder Gitarrist und Gründungsmitglied Peter Atanasoff, der auch in „From Dusk Till Dawn“ zu sehen ist, gewonnen werden, der schon als 16-jähriger Wunderknabe mit der Paul Butterfield Bluesband um die Welt getourt ist. Auch der Drummer Johnny „Vatos“ Hernandez, bekannt durch Oingo Boingo und natürlich aus dem Titty Twister, ist wieder zu der Band gestossen, um das Jubiläum auf der Bühne mit zu feiern. Am Bass wird man Tito’s Tochter Lolita Carrol Larriva sehen können, die so die musikalische Tradition der Familie Larriva fortführt.
Tito & Tarantula, Pratteln, 24.04.15
Das Z7 war sicherlich nicht ganz ausverkauft, aber mit Beginn des Gigs von Tito & Tarantula kurz nach 21 Uhr doch gut gefüllt. Nun aber erst eines nach dem anderen, als erstes betraten „The Legendary“ die Bühne. Thorsten Rock (Guitars & Vocals), Stefan Tönjes (Drums) und Robin Matteo (Bass) bringen die Besucher des Pratteler Z7 mit ihrem – selbst so betitelten – „Old School Rock“ vierzig Minuten lang auf gute Betriebstemperatur. Mit Songs wie „Last of Our Days“, „I Wish I Had a Beer as Cold as Your Heart“, „Hardrock Hotel“, „If I Was a Girl“ und „Pirates“ heizen sie dem Publikum so richtig ein.Das funktioniert bei dieser recht neuen Band, die sich erst im Jahr 2014 formierte und eben noch nicht auf zahllose Tonträger zurückgreifen kann, tadellos. Ein Power-Trio mit tollem eigenem Songmaterial und einer grossartigen Bühnenpräsenz, die einfach mitzureissen vermag. Ein richtig cooler Einstieg in den Abend und die Fans werden so hervorragend auf den Hauptact vorbereitet.
Nach einer kurzen Umbauphase betreten nach einem längeren eingespielten instrumentalen Intro Tito Larriva und die Band die Bühne und legen gleich mächtig los. Der Boss nennt seine Band später seine Familie. Natürlich gibt er als singender Frontmann freundlich, aber bestimmt den Ton an. Dunkelgrauer Anzug, makellose Lederschuhe, dunkle Brille, die Haare zum kurzen Pferdeschwanz zusammengebunden. So sieht ein Familienoberhaupt aus, das sich zwanzig Jahre nach dem Kultfilm „From Dusk Til Dawn“ aus der mexikanischen Wüste in das Basler Z7 verirrt hat. Peter Atanasoff erinnernd an diesem Abend mit seinen Gesichtszügen etwas an Ray Liotta und ich weiss nicht, wie oft ich bereits die Urbesetzung mit dem Irokesen Johnny „Vatos“ Hernandez am Schlagzeug sehen konnte. Lang ist es her, aber wenn auch immer ich die Gelegenheit hatte, die Band zu sehen, habe ich ihre Konzerte besucht. Auch die bildhübsche Tochter Lolita Carrol Larriva am Bass, der deutsche Multiinstrumentalist Marcus Praed, abwechselnd an Gitarre und Keyboards, Alyssa Grace an Violine, Mandoline und an diversen Percussion-Instrumenten vermochten an diesem Abend zu überzeugen.
Geboten wurde ein Programm, das sich aus dem wieder veröffentlichten Debut „Tarantism“ und dem neu veröffentlichten „Lost Tarantism“ bediente. Insgesamt ein fantastischer und stellenweise auch für den Zuhörer schweisstreibender Konzertabend, der nach „After Dark“ und einer Vielzahl tanzender Fans auf der Bühne mit der Zugabe „Angry Cockroaches“ kurz nach 11 Uhr zu Ende geht. Ein grossartiger Abend mit einer Bomben-Stimmung und einer Band, der es sichtlich Spass machte auf der Bühne zu stehen. Der schmutzige, mexikanisch angehauchte Wüsten-Rock mit seinen „twanggy“ Gitarren, dem dreckigen Gesang und die punkige, verschwitzte Bühnenperformance wirkt immer wieder dermassen authentisch, dass man sich fürwahr im „Titty Twister“ wähnt. Einfach ohne Salma Hajek, deren Performance aus dem Film noch das Tüpfelchen auf dem i oder besser der Show von „Tito & Tarantula“ wäre, aber die Band rund um Tito kommt auch ganz gut ohne solche Show-Elemente aus und heizt dem Publikum auch so mächtig ein.
Mario Fabrio hat aus den Plastikklötzen einen Concert Stage nachgebaut mit allem drum und dran wie die Transport-Trucks, dem Bühnenaufbau, den Notfallteam, den Tontechnikern, einer versenkbaren Bühne und vielem weiteren mehr…
„Ensiferum Insomnium Omnium Gatherum“ – dreimal schnell hintereinander gesagt ist ein Zauberspruch, der drei finnische Bands auf die Bühne ruft! Die finnischen Epic-Battle-Metaller „Ensiferum“ sind mit ihrem neuen Album „One Man Army“ im Gepäck auf Tour und haben gleich zwei Bands aus ihrem Heimatland mit dabei, einerseits die Melodic Death Metaller „Omnium Gatherum“ sowie andererseits die Düstermetaller „Insomnium“. Am letztem Samstagabend machte das finnische Trio Halt im ausverkauften Z7 in Pratteln und glänzte dabei mit jeweils hochenergetischen Auftritten. Vor allem Ensiferum rissen einen Knaller nach dem anderen runter und liessen dabei keinen Stein auf dem anderen, obwohl sie auf ihre Keyboarderin Emmi Silvennoinen verzichten mussten.
Wusstet ihr eigentlich, dass Ensiferum bereits seit dem Jahr 1995 existiert? Von den ehemaligen Gründungsmitgliedern der Band ist nur noch Markus Toivonen übrig. Die restlichen Gründungsmitglieder haben die Band schon vor einigen Jahren verlassen und wurden entsprechend ersetzt. Im März veröffentlichte die Band ihr bereits sechstes Studioalbum mit dem Namen „One Man Army“ (das Review dazu findet ihr hier) und gleichnamig lautet ihre Tour, mit welcher uns die Finnen beglücken. Bereits die Bandzusammenstellung dieser Tour sorgte für einen Extrakick, auch wenn das Dreierpaket an finnischen Bands auf den ersten Blick nicht sonderlich aussergewöhnlich erschien. Doch wer auch immer diese Tour zusammengestellt hat, der muss wohl über eine ordentliche Portion Humor besitzen. Vermutlich finnischen Humor oder war das alles nur Zufall? Wie auch immer, diese Konstellation zog genügend Aufmerksamkeit auf sich, um die Konzertfabrik Z7 in Pratteln bis auf den letzten Platz zu füllen. Was den Fans an diesem Abend geboten wurde, war der absolute Hammer und liess das Z7 bis auf seine Grundfeste beben! Rakastan suomea!
Insomnium live (22.03.2015) - Daughter of the moon @ Pratteln Z7
Den Anfang machten an diesem Abend „Omnium Gatherum“ und das Publikum war bereits so zahlreich anwesend, wie man es selten bei einer Support Band sehen kann. Das Lieblingsgetränk der Metalheads floss schon am frühen Abend reichlich, was aber der friedlichen Stimmung keinen Abbruch tat und so konnten sich bereits die erste Band über regen Publikumszuspruch freuen. Man fühlte sich bei der Darbietung der sechsköpfigen Truppe spontan ein wenig an die grossen Genrekollegen von „Amorphis“ erinnert, wohingegen der Sound eher an die ebenfalls finnischen Kollegen von „Moonsorrow“ denken liess. Eher ausladend und komplex war also auch das Songmaterial von „Omnium Gatherum“, lediglich Shouter Jukka Pelkonen bekam nicht so richtigen Druck hinter seine Stimme und lieferte stellenweise ein etwas schwachbrüstiges Gegrunze ab. Dadurch wartete man unbewusst immer wieder auf eine Art Höhepunkt, der dann aber nicht kam. Dem Publikum war das aber egal, es liess sich bereits sehr gut mitreissen und stieg bereitwillig auf die diversen Mitklatsch-Passagen ein.
So war das Publikum bereits durch die erste Band hellwach und so folgte der zweite Streich, die nächste Band „Insomnium“ betrat die Bühne und diese verbreitete weitere Schlaflosigkeit, wie der Name der Band oft gerne fälschlicherweise interpretiert wird. Der Name der Truppe bezieht sich auf Träume und als träumerisch konnte man den Sound der Finnen dann auch am ehesten beschreiben. Noch mehr als ihre Vorgänger erinnerte der Sound an „Amorphis“ und die Jungs konnten das Publikum auch deutlich mehr fesseln als der Opener. Vom Bestehen her in die gleiche Altersklasse wie die Vorgängerband dieses Abends einzuordnen, teilen sich Insomnium überdies auch noch ein Bandmitglied mit Omnium Gatherum, denn seit 2011 bedient Gitarrist Markus Vanhala parallel zu seinem bald 20-jährigem Engagement bei Omnium Gatherum auch die Sechssaitige bei Insomnium. Respekt!
Ensiferum - Warrior Without A War, 15/03/2015 @ Budapest, Hungary (HD)
Besonders die tragenden Stücke wie „While We Sleep“ und „The Promethean Song“ vom aktuellen Album „Shadows Of The Dying Sun“, mit welchem sie in Finnland es sogar auf den 2. Platz der Charts schafften, bleiben im Gedächtnis hängen. Furchtlos vertreiben die Jungs die Schatten der sterbenden Sonne und machen sich auf den Weg zu einem neuen Morgen. Die äusserst aktive Stageperformance vermochte mitzureissen und wer die Songs kannte, liess sich eh von den melancholischen Melodien treiben. So wenig träumerisch wie die Band auf der Bühne agierte auch das Publikum, da wurde bis in die hintersten Reihen fleissig mitgeklatscht, ein erster Moshpit bildete sich und die Crowd Surfer waren en Masse unterwegs. Ein durchwegs überzeugender Auftritt von Insomnium!
Setlist:
The Killjoy
While We Sleep
Every Hour Wounds
Daughter Of The Moon
Black Heart Rebellion
Where The Last Wave Broke
The Promethean Song
Drawn To Black
Ephemeral
Weighed Down With Sorrow
Ensiferum, Breaking The Law, live im Z 7 Pratteln, am 21.03.15
Nach einer kurzn Umbaupause hüllte sich die Bühne in rotes Licht und Ensiferum betraten nacheinander umjubelt die Bretter die die Welt bedeuten. Diesmal war das finnische Akkordeonwunder Netta Skog mit dabei, die ja einst bei „Turisas“ in die Tasten griff und auf dieser Tour Emmi Silvennoinen ersetzte. Schon bei den Klängen des Openers „March Of War“ ging das Publikum bereits steil ab und daran änderte sich dann im Verlauf des Abends rein gar nichts mehr. Sowohl die neuen Titel wie „March Of War“, „Axe Of Judgment“, „Heathen Horde“ oder „One Man Army“, als auch die ältere Stücke wie „Into Battle“, „Ahti“ oder „Victory Song“ zündeten voll und im Zuschauerraum wurde gesungen, geklatscht, gebangt, gemosht und natürlich auch getrunken als gäbe es kein Morgen. Und auch auf der Bühne war wie immer jede Menge Bewegung: Gitarrist Markus Toivonen und der ständig Grimassen schneidende Sami Hinkka stürmten fast ständig über die Bühne, wenn sie nicht gerade den Hintergrundchor geben mussten.
Ensiferum können ja mittlerweile aus einem reichen Fundus an heroischen Hymnen wählen. Ein äusserst kurzweiliges Set, bei dem mit „Two Of Spades“ auch ein Ausflug in eine Siebziger-Jahre-Disco nicht fehlen durfte, selbst wenn nicht jeder der Anwesenden damit etwas anfangen konnte. Die Fans gingen ab wie Schmidts Katze und das Z7 drohte auseinander zu fallen. Eines der Highlights war der Beginn des Zugabenblocks, der unerwartet startete: Die fünf Finnen tauschen die Instrumente einmal durch und so klopfte mit lockerer Hand der Gitarrist den Beat am Schlagzeug, während sich der Schlagzeuger die Klampfe umhängte, der Bassist das Akkordeon übernahm und sich die einzige Dame der Band am Mikro wiederfand um ein Cover von Judas Priests „Breaking The Law“ zum besten zu geben. Die Lässigkeit der Durchführung nötigte schon Respekt ab – alleine mangelte es davon ein wenig im Publikum, dessen jüngere anwesende Semester augenscheinlich mit dem Metal-Klassiker grösstenteils nichts anfangen konnten und anstatt mitzugrölen einfach doof aus der Wäsche schauten.
Ensiferum live (22.03.2015) - Iron @ Pratteln Z7
Mit dem Zugabenblock ging es aber dann noch einmal richtig rund, denn dort brachten Ensiferum ihre richtigen Kracher unters Volk. Bei Titeln wie den grossartigen „Token of Time“ und „Iron“ sass der Text im Publikum bombenfest und die Band auf der Bühne wurde beinahe übertönt. Insgesamt hat das Live-Package rund um Ensiferum also mal wieder so richtig Spass gemacht und alle drei Bands boten jeweils eine verdammt starke Show, die an diesem Abend allesamt so richtig einschlugen! Jede Band gab ihr bestes, aber besonders die Jungs und das Mädel der Epic-Folk-Melodic-Death-Warmetal Band „Ensiferum“ bot einen absolut brillanten Auftritt! Die finnischen Bands beweisen einmal mehr, dass der Metal aus dem hohen Norden immer noch ein Massstab ist. An diesem Abend gab es Finland’s Finest! Rakastan suomea!
Die am Mittwoch im Naturhistorischen Museum Bern eröffnete Sonderausstellung „Rock Fossils – Ja, es ist Liebe!“ lüftet eine heimliche Affäre der Paläontologie: Die Leidenschaft für harte Rock Musik. Nein, bei der Ausstellung werden nicht die versteinerte Überreste dahingeschiedener Rock-Grössen ausgestellt, sondern Fossilien, die allesamt den Namen bedeutender Rock- und Metalbands tragen. Am letzten Mittwoch wurde eine bislang unbekannte Seeigel-Art auf den Namen „Paracidaris eluveitie“ getauft und mit einem Akustik-Konzert der Schweizer Folk-Metaler gewürdigt.
Als Kind besucht man das Naturhistorische Museum meist in Begleitung von Mitschülern und Lehrperson, dann macht man meist eine längere Pause bis später, wenn man selber Kinder hat, man sich wieder im Museum einfindet. Dazwischen, in der Zeitspanne zwischen Kindsein und Elternsein, ist ein Museumsbesuch eher selten. Wie lockt man Nicht-Kinder und Nicht-Eltern ins Naturhistorische Museum? In dem man diese Zielgruppe auf eine etwas andere Art und Weise anspricht, als ein Museum dies sonst tut. Es gibt Wissenschaftler, die neuen, bislang unbekannten Tierarten Namen geben, die einen Bezug auf den Fundort oder die Form haben. Und es gibt Wissenschaftler, die widmen eine neue Art ihrem liebsten Rockstar. Offenbar gibt es gerade in der Paläontologie eine Menge Wissenschaftler, die nicht nur Fossilien lieben, sondern mit derselben Leidenschaft der Rockmusik frönen – der harten Rockmusik. Die Sonderausstellung „Rock Fossils – Ja, es ist Liebe“ präsentiert 36 Dinosaurier und andere Fossilien, welche die Namen von Bands oder Sängern aus der Rockszene tragen. So haben AC/DC, Lemmy von Motörhead, Ramones, Beatles, Rolling Stones und die Sex Pistols ihren Platz in der Erdgeschichte eingenommen.
Die Ausstellung wurde erstmals im Geomuseum in Faxe, Dänemark gezeigt. Dort sorgte sie für weltweites Aufsehen, gerade in der Metal-Szene. Das Naturhistorische Museum Bern (NMBE) hat die Ehre, die Ausstellung als erstes Haus ausserhalb Skandinaviens zu zeigen. Inzwischen hat die Ausstellung prominenten Zuwachs erhalten: Das kürzlich entdeckte Fossil eines Urahns der Flusspferde, das aufgrund seiner vollen Lippen nach Mick Jagger benannt wurde, wird zum ersten Mal mit einer Rekonstruktion und Skelett-Resten zu sehen sein. Eine substanzielle Erweiterung erfuhr die Ausstellung aber durch das Naturhistorische Museum Bern selbst: Die Paläontologen des NMBE widmen eine bislang unbekannte Seeigel-Art der Band Eluveitie. Bei „Paracidaris eluveitie“ handelt es sich um einen 160 Millionen Jahre alten, kürzlich im schweizerischen Jura (Auenstein, AG) entdeckten Stachelhäuter, der mit den Ornamenten seines Gehäuses an die Verzierung keltischer Gegenstände erinnert. Beim Bandnamen Eluveitie handelt es sich ja bekanntermassen um die etruskische Form des keltischen Wortes Helvetios (Der Helvetier).
Die Ausstellung wurde stilvoll im Skelettsaal des Museums mit einem akustischen Konzert von Eluveitie eingeläutet, welche bei dieser Gelegenheit ihre „eigene“ Fossilart erhalten haben, welche ihnen in Form eines Modells des Fossils übergeben wurde. Die Kombination von Museum und Metal-Konzert hat mich im Vorfeld äusserst gereizt. Doch funktioniert das mit einem Acoustic-Gig? Funktioniert Pagan-Metal ohne Metal? Nein, tut es nicht! Schade musste man einer eigentlich tollen Live-Band an diesem Abend beim Scheitern zu sehen. Eluveitie waren leider beim experimentieren zu wenig mutig. Nur die Elektrogitarren durch Acoustik-Klampfen zu ersetzen war definitiv zu wenig kreativ. Die ganze Dynamik ihrer Songs ging verloren, was blieb waren Klangbilder die immer gleich klangen. Nix mit wildem Haareschütteln und harten Gitarren! Für den Museums-Gig hat die achtköpfige Winterthurer Truppe ein Akustik-Set einstudiert und im Halbkreis sitzend präsentiert. Den Song „The Call Of The Mountains“ hat Sängerin und Drehleiher-Spielerin Anna Murphy auf Berndeutsch gesungen, was speziell für diesen Abend einstudiert wurde und das Ganze noch etwas rausriss. Manchmal funktionieren Songs nur, wenn sie wie bei Eluveitie durch Gegensätze getragen werden – leider haben diese Gegensätze gefehlt.
NMBE präsentiert: Paläontologe Bernhard Hostettler & der Eluveitie-Seeigel
Ausser dem 160 Millionen Jahre alten Seeigel, der fortan den Namen der erfolgreichen Folk Metaler tragen wird, bietet das Museum mit dem originalen „Metal Heart“, das als Cover auf Accepts gleichnamigen 1985-er Album verewigt ist, noch ein ganz besonders Ausstellungsstück für Metalfans. Die Ausstellung „Rock Fossils – Ja, es ist Liebe!“ dauert bis zum 31. Mai. Das Rahmenprogramm umfasst Konzerte, Vorträge sowie unkonventionelle Führungen. Letztere laufen unter dem Namen „Stage Dive“ und bieten den Besuchenden die Möglichkeit, nicht nur in den wissenschaftlichen Aspekt des Themas einzutauchen, sondern auch passende Musik zu hören und an der Bar zu verweilen. Neben den Konzerten wird samstags und sonntags ein Plattenladen von Rathouse Records in der Ausstellung geöffnet sein.
Eluveitie Konzert im Naturhistorischen Museum Bern
Die Europa-Touren von Black Label Society enthalten oft nicht viele Termine in der Schweiz und so freute ich mich schon bei der ersten Ankündigung des Auftritts im Z7 der „Catacombs of Black Vatican“-Tour. Black Label Society ist eine Hardrock-Band aus den Staaten, die von Zakk Wylde, seines Zeichens behaarter Riese und Gitarrengott, angeführt wird. Es schien eine Ewigkeit her zu sein, seit diese Band letztmals die Schweiz besuchte und das merkte man an jenem Samstag dem zahlreich erschienen Publikum an. Endlich wieder Zakk Wylde, endlich wieder Black Label Society und die Jungs liessen es krachen, dass im Z7 nur so die Wände wackelten!
Zakk Wylde war über viele Jahre hinweg der Leadgitarrist von Ozzy Osbourne und als dieser nach dem Album „Ozzmosis“ Ende der 90er beschloss, eine voraussichtlich längere Pause einzulegen, war dies für Zakk Wylde die Gelegenheit, seine Zeit den Nebenprojekten „Pride and Glory“ und „Zakk Wylde’s Book of Shadows“ zu widmen. 1998 schliesslich hob Wylde „Hell’s Kitchen“ aus der Taufe und begann am Album namens „Sonic Brewery“ zu arbeiten, bei dem Teile des Songmaterials noch aus einer Session mit Guns N‘ Roses stammten. Das komplette Artwork und die Songs standen bereits fest, als man feststellte, dass man sich den Namen „Hell’s Kitchen“ nicht sichern konnte und so wurde aus der Vorliebe für Whisky das Projekt kurzerhand in“ Black Label Society“ umbenannt. So ist Black Label Society bis heute quasi Zakk Wylde’s Soloprojekt und auf den Alben spielt er meistens abgesehen von den Drums alle Instrumente selbst ein, Live greift er allerdings auf Mitmusiker zurück.
Black Label Society "The Blessed Hellride" Z7 Pratteln 14/03/2015
An diesem Samstag Abend fanden sich viele alte aber auch neue Black Label Society Fans im ausverkauften Z7 ein. Den Abend eröffneten Crobot, die Heavy Metal-Band aus den US&A kann mit ihrer Classic Rock- & Metal-Mischung relativ schnell punkten. Mit Songs a la „Nowhere To Hide“ beherrscht Sänger Brandon Yeagley das perfekte Posing und kann schnell das Publikum für sich gewinnen. Crobot boten eine solide Vorstellung und ebnten den Weg für Black Tusk, welche aber irgendwie nicht so richtig ins Vorprogramm passten. Ihre Musik liegt irgendwo zwischen Metal, Thrash, Doom und Sludge. Also rau, fies und heavy, mit recht viel Double Bass-Drums und auch der zweistimmige Gesang ist sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal. Leider klingt die Band auf Dauer recht eintönig, stumpf, dreckig und schlicht langweilig und für die Band können sich leider auch nur Teile des Publikums begeistern. Der grösste Teil starrt einfach nur auf die Bühne und gibt manchmal Höflichkeitsapplaus, Stimmung sieht anders aus.
Es erhob sich dann ein Banner mit dem Logo von Black Label Society um die Bühne etwas zu verhüllen. Viel hat es nicht genutzt, da man an den Seiten wunderbar vorbei schauen konnte. Es wurde alles vorbereitet und gecheckt und schon hier wurde deutlich, leise wird es nicht. Die Band war absolut in Hochform. schon im ersten Song nach dem Intro spührte man die Energie von der Bühne. Das Intro erklang, gefolgt von Sirenenklängen und dem Song mit dem passenden Titel „The Beginning? At Last“. Mit einem glasklaren Sound und einer massiven Bühnenpräsenz bläst die Band die Fans direkt an die Wand und legt gleich mit dem stampfenden „Funeral Bell“ oder „Bleed For Me“ weitere Brecher nach. Die Menge bebt und feiert jeden Song ab, während die Band das mit fast perfekter Spielfreude und Posing unterstützt. Natürlich lässt es sich auch Zakk Wylde nach „Damn The Flood“ nicht nehmen, noch ein gefühlt viertelstündiges Gitarrensolo hemmungslos abzubrennen, Gitarrenporno deluxe. Wer’s mag… was ich an diesem Abend definitiv zu bemängeln habe ist, dass es kein Dosenbier gab und man aus unerfindlichen Gründen mit schwabbenden Plastikbechern durch das proppenvolle Z7 wackeln müsste.
Zakk Wylde Solo (extrait 1) Z7 Pratteln 14/03/2015
Bassist John DeServio mischt ja schon seit einiger Zeit in der Band mit und strotze nur so vor Energie. Bärtig und wie ein kleines Rumeplstilzchen wuselte er auf seiner Seite. Seine fünf Saiten aber lies er nie aus den Augen. Was der Mann mit den tiefen Tönen anstellte, war schon grandios. Gleiches gilt für Dario Lorina, dem neuen Gitarristen in der Band. Der junge Spund wusste sein Instrument zu bedienen und sollte in einem ganz besonderem Song seinen grossen Auftritt bekommen. Den hatte auch Chad Szeliga am Schlagzeug. Es gab zwar kein Drum-Solo, doch donnerte es aus dem Hintergrund mächtig. Die Doublebass wummerte mächtig und sorgte für den richtigen Druck. Doch das Hauptaugenmerk lag eindeutig auf den Meister selbst. Zakk Wylde überzeugte mit einem fantastischem Umgang an seinen Klampfen und davon hatte er reichlich bei. Unter den Fans wird ein besonders enger Zusammenhalt demonstriert, den nicht zuletzt auch Zakk selbst immer wieder betont, sie seien schliesslich alle „eine Familie“. So entstehen unter Anderem auch die „Colors“, Motorradclub-ähnliche Aufnäher die viele Fans auf ihren Westen tragen. Letztendlich ist dieser Zusammenhalt jedoch eher darstellerisch, auch der vermeintliche „Ehrenkodex“ wie er ursprünglich im Booklet des zweiten Albums „Stronger Than Death“ zu finden ist, ist eher spasshaft zu verstehen, wie beim Lesen des Inhaltes schnell klar wird.
Es folgte der Balladenblock, beginnend mit „Angel Of Mercy“, wozu sich Zakk extra ans Keyboard setze. Als hinter ihm Fahnen mit dem Konterfei von Dimebag Darrel aufgehängt wurden, war klar, was kommt: „In This River“, das er einmal mehr seinem im Jahr 2004 ermordeten Freund Dimebag Darrel widmete. Zakk sang diesen Song mit viel Gefühl und doch enormer Kraft und damit war das Highlight der Show bereits gelaufen. Schade, ich hätte den Song in einer extra langen Version hören können und das in Dauerschleife. Die Hymne geht durch Mark und Bein und hinterlässt dabei ein andächtiges Publikum. Den Abschluss vom Set bildeten dann „The Blessed Hellride“, „Suicide Messiah“, „Concrete Jungle“ und „Stillborn“. Zurück bleibt zu später Stunde ein geflashtes Publikum, Top Performance der Black Label Society. Gute Arbeit leistete auch der Mann hinter den Reglern, der dem Z7 einen fetten Sound angedeihen liess. Als die letzten Töne von „Stillborn“ verklungen waren und das Saallicht gefühlt viel zu schnell wieder eingeschaltet wurde, zeigte die Uhr haargenau 90 Minuten an. So gesehen hätte noch der eine oder andere Song mehr im Set Platz gehabt.
Black Label Society "Angel of Mercy" Z7 Pratteln 14/03/2015
Ein durchaus gelungener Abend und auf der Platte wirken die Songs eher gemächlich, live hauen die aber einen zum Teil so um, speziell die vom neuen Album, das ist unglaublich. Eine absolute Live-Band, die man einmal im Leben gesehen haben sollte. Zakk Wylde zählt nicht umsonst zu den besten Metal Gitarristen der heutigen Zeit und ist ohnehin eine publikumswirksame Figur. Seine Mitmusiker wechselt er allerdings recht häufig, insbesondere der Bassistenposten unterlag in der Vergangenheit einer Vielzahl von Besetzungswechseln. Zu den bekanntesten Inhabern zählt wohl Robert Trujillo, welcher zeitgleich mit dem Ende seiner Zeit bei Ozzy Osbourne auch sein Schaffen bei BLS beendete um wenig später bei Metallica einzusteigen. Black Label Society rockten den Basler Traditions-Tempel eindrücklich. Zwar nicht mehr so „wylde“ wie früher, mit weniger rotzen, weniger bekreuzigen, weniger Aggression, dennoch heavy, mit gutem Sound, mit vollem Brett an Gitarren und allem, was zu erwarten war. Black Label Society sind definitiv live immer noch eine Macht und absolut hörenswert. No mercy and hell yeah!
Mit „Schock mein System“ rufen die Münchener Eisboys um Alex Wesselsky und Jochen „Noel Pix“ Seibert eine neue Ära in der Geschichte der Band aus. Mit ihrem am 16. Januar erschienenen Album „Schock“ im Gepäck begeisterten Eisbrecher ihre Fans im Z7 in Pratteln wieder einmal aufs Neue. Begleitet wurden sie von den Industrial Rockern Maerzfeld, die als Special Guest das Vorprogramm gestaltet durften. Live sind Eisbrecherimmer wieder ein Vergnügen, voller brachialer Wucht und der nötigen Portion Selbstironie einfach eine Klasse für sich. Gewaltig und ehrlich. Es ist jedes Mal ganz grosses Kino was uns Alexx und seine Mannschaft auf der Bühne bieten und jedes Eisbrecher Konzert ist einfach ein einzigartiges Live-Erlebnis.
Da gut Ding bekanntlich Weile braucht, machte sich die Band 2014 rar auf den Bühnen, um sich voll und ganz der Albumproduktion zu widmen. Viel muss man über die Vergangenheit der Münchener Band nicht mehr sagen. 11 Jahre lang haben sie sich Stück für Stück nach oben gearbeitet, unzählige Tourneen bestritten, Stars wie Alice Cooper und die Scorpions supportet und doch immer in ihrer eigenen Liga gespielt. Eisbrecher-Gigs sind bekannt für eine grosse Rockshow und eigenwillige Unterhaltung. In einer Zeit, in der die Gesellschaft nichts mehr richtig schocken kann, weil alles schon mal da war und immer der gleiche Mist durch die Medien gespült wird, ist es gut zu wissen, dass es noch Künstler gibt, die mit kritischem Blick und eigenem Kopf die Welt reflektieren.
Eisbrecher live in Pratteln - Schweiz 2015 Part 1
Von „eiskalt“ konnte am Freitag, den 6. März im praktisch ausverkauften Z7 in Pratteln keine Rede sein! Die Menge anheizen durften Maerzfeld, die einige auch als die wohl erfolgreichste Rammstein-Coverband „Stahlzeit“ kennen dürften. Der Bandname leitet sich vom Märzfeld ab, das unter den Merowingern als Heeresversammlungsort diente. Auch soll der Name ein Feld symbolisieren, welches jedes Jahr im März bearbeitet und gepflegt werden muss, was die Band als Metapher für das Leben ansieht, in welchem man nur durch Bemühungen und Arbeit seine Ziele erreichen kann. Die Mehrdeutigkeit des Namens in Bezug auf das Märzfeld unter den Nationalsozialisten wurde bewusst gewählt, um gegen die meist sofortige Assoziation der deutschen Geschichte mit dem dritten Reich zu protestieren.
Bei den ersten Songs war die Band und die Zuschauer noch sehr verhalten und beide kamen nicht so ganz aus sich raus, während Sänger Helfried Reissenweber von Anfang an mit viel Energie das Publikum immer wieder zum Mitmachen animierte. Die Band machte das Publikum so richtig (h)eis(s) und kam u.a. mit ihrer neuen Single „Es bricht“ daher, die im Herbst auf dem neuen Album „Nackt“ zu finden sein wird. Wer mochte, konnte die Single am Merchandise-Stand kostenlos mitnehmen, wovon nach dem überzeugenden Auftritt der Band auch rege Gebrauch gemacht wurde. Nach „Es bricht“ ging es so richtig ab, bei „Treibjagd“ kam die Band aus sich heraus und brachte die Bühne so richtig zum Beben. Zum Abschluss präsentierten Maerzfeld noch ein zweites neues Stück aus dem kommenden Album, bevor sie sich von der Bühne verabschiedeten.
Setlist Maerzfeld:
Vaterland
Ich flieg
Hübschlerin
Maerzfeld
Fremdkörper
Es bricht
Treibjagd
La petite Morte
Stalingrad
Eisbrecher live in Pratteln - Schweiz 2015 Part 2
In der Pause zwischen Maerzfeld und Eisbrecher wurde die Bühne umgebaut und was man da zu sehen bekam, liess einen auf eine grossartige Show hoffen. Wenig später betrat Kapitän Alexx energiegeladen die Bühne und das Publikum war nicht mehr zu halten. Wie schon auf dem Album erwies sich „Volle Kraft Voraus“ als hervorragender Opener, mit Volldampf aus allen Rohren und der bisher aufwändigsten Eisbrecher Bühnenproduktion unterstrichen viele kleine Details den Auftritt der Band, der wahrlich zu einem Spektakel der besondern Art wurde und so ging es mit viel Power und Elan weiter. Auch die Gitarristen Noel Pix und Jürgen Plangger bearbeiteten ihre Instrumente mit vollem Körpereinsatz und es machte Spass der ganzen Band bei ihrem Auftritt zuzusehen. Die Massen tobten und so gut wie jeder sang mit. Eine Wahnsinnsstimmung durchflutete das Z7, welche von einer grandiosen Lightshow noch unterstrichen wurde.
In den kommenden zwei Stunden gaben Eisbrecher wie immer alles, natürlich mit dem typisch witzigen Geplänkel zwischen den Songs. Auch bei den neuen Liedern waren viele Fans sehr textsicher und für die anderen gab es bei „Zwischen uns“ eine LED-Text-Laufzeile auf der Bühne, wo jeder im Karaoke-Style mitsingen konnte. Zwischen Heavy Metal, Elektro, Neuer deutscher Welle und grossen Melodien feuern Eisbrecher einen Höhepunkt nach dem anderen ab. Altbewährtes trifft frisch Vertontes, präsentiert in einer mitreissenden Bühnenshow. Nah und echt, hart und zart, live und laut, ein durch und durch grossartiges Konzert einer grossartigen Band! Gespielt wurde ein ausgezeichneter Mix aus alten Hits und neuen Krachern. „Schwarze Witwe“ erklang mit ganz neuen Tönen, „Vergissmeinnicht“ war mal nicht der Song zur Zugabe und auch die neuen Songs wie „Zwischen uns“, dass sehr gelungene „1000 Narben“ und „So oder so“ oder auch „Noch zu Retten“ bekam das Publikum zu hören, womit auch die Highlights des neuen Albums abgedeckt wurden.
Eisbrecher live in Pratteln - Schweiz 2015 Part 3
Vor dem letzten Lied holte Alexx noch ein Jagdhorn auf die Bühne und versuchte sich daran, doch kamen nur schräge Töne raus und die Band erlöste ihn recht schnell und stimmte das letzte Lied „This is Deutsch“ an. Ein treffender Song, mit explosiver Stimmung und grandioser Bühneneinlage. Beim Refrain wurde CO² aus Tanks in die Luft geblasen und so riesige Nebelsäulen gebildet. Ein fulminanter Abschluss, doch wer Eisbrecher Konzerte kennt, der weiss, da kommt noch mehr. Bei tobenden Applaus und unersättlichen Rufen nach mehr, ging es los mit den Zugaben. Erst erklang „Eiszeit“, dann kam „Verrückt“ und die Massen tobten. Mit „Miststück“ war der absolute Höhepunkt erreicht, wirklich jeder sang mit, so dass Alexx von der Bühne verschwand – um Minuten später mitten im Publikum aufzutauchen, um das Mikro den Fans weiter zu reichen, welche leicht schräg den Refrain ins Mikro brüllten. Ein allerletzter Song kam dann doch noch mit „Ohne dich“, bevor sich der Eisbrecher endgültig von der Bühne verabschiedete.
Die eisigen Mannen um die altgedienten Haudegen Alexander „Alexx“ Wesselsky und Jochen „Noel Pix“ Seibert boten eine überwältigende Performance und die grossartige Bühnenshow brachten das Z7 definitiv zum Kochen. Die Entertainer-Qualitäten von Frontmann Alexx, gepaart mit den grossartigen Songs und dem musikalischen Können der Band liessen keine Wünsche offen, ausser vielleicht dass das Konzert augenblicklich wiederholt wird. Alexx ist eine Rampensau durch und durch und er machte an diesem Abend mehrfach klar, dass auch Eisbrecher noch oft im Z7 spielen wollen, ohne diesen unsäglichen Baumarkt „OBI“, der das Z7 zu verdrängen droht. Mit den Worten „Vielen Dank Pratteln, ihr wart geil“ bedankte sich die Band für den tollen (h)eiskalten Abend und warfen noch ein paar Plüscheisbären in das Publikum. Ein wirklich wunderbares, ja grandioses Konzert mit einer bombastischen Show, welches schwer zu überbieten sein wird!
Letzten Samstag Abend stand Gitarrengott Slash endlich wieder einmal live in der Schweiz auf der Bühne. Wilde, pechschwarze Locken, Zylinder, Sonnenbrille und die Gibson „Les Paul“-Gitarre im Anschlag – kurz: Slash! Sein Auftreten ist nicht minder legendär wie seine flinken Finger, die der E-Gitarre Klänge entlocken, wie es sonst kaum ein anderer vermag. Slash, der mit Guns N’Roses Weltruhm erlangte und laut dem „Time Magazine“ der zweitgrösste E-Gitarrist aller Zeiten nach Jimi Hendrix ist, spielt ein exklusives Schweizer Konzert in der St. Jakobshalle Basel. Wie schon letztes Mal war natürlich auch Myles Kennedy (Alter Bridge) und die Conspirators (Todd Kerns, Frank Sidoris und Brent Fitz) wieder mit dabei und um es kurz zusammen zu fassen, der Gig war absolut grossartig!
Saul Hudson, wie Slash bürgerlich heisst, hat mit Guns N’Roses Geschichte geschrieben und Weltruhm erlangt. Über 100 Millionen Alben konnte er mit ihnen verkaufen. Insgesamt wurde Slash 7 Mal für den Grammy nominiert, wobei er sich die Trophäe auch einmal mit nach Hause nehmen konnte. Dass Slash im Gegensatz zu Hendrix noch lebt, hat mehr mit Glück als Verstand zu tun. Bereits zwei Mal klopfte der heute 49 Jährige an die Himmelspforte: 1988, als man ihn vollgepumpt mit Heroin vor der Lifttüre eines Hotels in San Francisco liegend fand – ganze acht Minuten lang hatte Slash keinen Puls. Und 2001 bekam er einen Herzschrittmacher, weil er sich „fast totgesoffen“ hatte. Seither trinkt er keinen Alkohol mehr und den Drogen hat er auch abgeschworen. Das Gitarrenspiel sei für ihn heute ein viel berauschenderer Trip.
Slash feat. Myles Kennedy & The Conspirators - You could be Mine, Basel. 15.11.14
Nach dem Ausstieg 1996 als Leadgitarrist bei Guns N’Roses widmete er sich seinen Projekten wie „Slash’s Snakepit“ oder „Slash’s Blues Ball“, bevor er mit dem Stone Temple Pilot Frontmann Scott Weiland und den Ex-Bandkollegen von Guns N’Roses (allen, ausser Axl Rose) die Rock-Band „Velvet Revolver“ gründete. Dazwischen hielt er immer wieder Gastaudienzen bei den verschiedensten Bands und Musikern (u.a. Lenny Kravitz, Michael Jackson, Alice Cooper oder Brian May). Letztes Jahr ist Slash auch in das Film Business eingestiegen und hat den Horrorfilm „Nothing left to fear“ produziert. Damit hat er sich einen alten Traum erfüllt, den Slash ist seit jeher ein grosser Fan von Horrorfilmen und Ende Jahr schon beginnt die Produktion des nächsten Streifens.
Slash hat Rockgeschichte geschrieben und ist damit noch lange nicht fertig. Im September erschien sein neues Album „World on Fire“, das dritte Solo-Album innerhalb der letzten vier Jahre, nach „Slash“ (2010) und „Apocalyptic Love“ (2012). Beide Scheiben schossen von Null auf Platz Drei in den Schweizer Charts, Den Durchbruch in seiner Solo-Karriere war das Album „Slash“, auf dem er zusammen mit vielen Rockgrössen wie Duff McKagan, Lemmy Kilmister, Dave Grohl, Fergie oder Iggy Pop musizierte, was ihm nebst dem Stern auf dem „Walk of Fame“ in Hollywood vor dem Hard Rock Café am Sunset Boulevard, noch viele weitere Awards einbrachte. Vor allem seine Riffs, u.a. wie aus „Sweet Child O‘ Mine“, welches als das Beste in der Rockmusik überhaupt gilt, machten ihn weltberühmt und so wurde er selbstverständlich auch in die legendäre „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen.
Slash feat. Myles Kennedy & The Conspirators - Sweet Child O' Mine, Basel. 15.11.14
Slash ist ein Perfektionist und ein Macher der die Liebe zur Musik in allen Facetten lebt. Seit mehr als drei Jahren ist er nun zusammen mit dem „Alter Bridge“ Sänger Myles Kennedy und den Conspirators rund um den Globus auf Tour. Er gönnt sich nur kurze Pausen, welche er wiederum nutzt um ein neues Album einzuspielen oder um seit neustem Horrorfilme unter seinem Label „Slasher Films“ zu drehen. Bereits Anfang der 80er Jahre spielte Slash in der Band „Tidus Sloan“, wechselte dann zu „Road Crew“ wo er das erste Mal Steven Adler traf. Die beiden gründeten dann später zusammen mit Axl Rose die Band „Hollywood Rose“ aus der dann später „Guns N’Roses“ hervorging, mit der Slash schliesslich weltberühmt werden sollte. Doch kommen wir zurück zum Konzert.
Es gibt doch (fast) nichts besseres, als sich an einem verregneten Samstagabend von Gitarrenspiel in Perfektion betören zu lassen. Diesen Gedanken schienen sich auch viele andere Rockfans gemacht zu haben, denn die Halle war sehr voll, doch ich war schon etwas überrascht, dass das „Joggeli“ nicht ausverkauft war. Die Vorband „Monster Truck“ aus Kanada spielte eine Mischung aus Southern- und Psychedelic-Rock und erinnert mit ihrem Sound an längst vergangene Zeiten und schafften es trotzdem, frisch und groovy rüberzukommen. Ich kannte diese Band bis jetzt noch nicht und muss sagen, dass dieser Einstieg in den Abend absolut grossartig war! Genialer Sound und ich kann das aktuelle Album „Furiosity“ jedem Rockfan nur wärmstens ans Herz legen!
Nach einer kurzen Umbau-Pause stand dann Slash, der seine Sonnenbrille nur im Bett auszieht, Myles Kennedy und The Conspirators auf der Bühne. Vom ersten Gitarrenriff und vom ersten Klang an wurde man in den Bann der Band gezogen und man merkte sofort, dass ausschliesslich Vollblutmusiker auf der Bühne standen, die genau wussten was sie tun. So wurde es einem schwer gemacht, das Gehör und den Blick zu fokussieren, man wusste beinahe nicht, wo man hinhören und hinschauen sollte. Dauernd hatte man das Gefühl, wenn man Augen und Ohren Myles widmet, schenkt man Gitarrengott Slash zu wenig Aufmerksamkeit und umgekehrt. Doch auch Todd Kerns, Frank Sidoris und Brent Fitz von den Conspirators lieferten eine grossartige Show und die ganze Band spielte sich die Seele aus dem Leib.
Wie zu erwarten war, wurden natürlich auch einige Songs von den Guns N’Roses gespielt. So fanden Songs wie „Night Train“, „Out Ta Get Me“, „Mr. Brownstone“, „Rocket Queen“ und zu meiner ganz besonderen Freude „You Could Be Mine“ einen wohlverdienten Platz in der Setlist. Myles Kennedy zeigte sich wie immer sehr publikumsnahe und schaffte es, nicht nur die Fans in der ersten Reihe, sondern auch das Publikum ganz hinten zum Abrocken zu animieren. Auch gesanglich zeigte der Sänger sein ganzes Können und überzeugte die Fans bis in die hinteresten Reihen. Besonders beim neuen Song „Bent To Fly“ war Gänsehaut angesagt.
Das Gitarren-Solo von Slash, welches er zu „Rocket The Queen“ zum Besten gab, mauserte sich zu einem weiteren der vielen Höhepunkte des Abends. Man kriegte durchaus das Gefühl, der Gute wolle gar nicht mehr aufhören mit dem Solo, denn es war nicht einfach irgendein Solo, nein, es war ein Slash-Solo wie es im Buche steht. Ehrfürchtig lauschte das Publikum dem Gitarren-Gott und Slash schien seinen Moment völlig zu geniessen. Ein weiteres Highlight des Abend war der Klassiker „Sweet Child O‘ Mine“, hier sang die ganze Halle mit und schwenkten die Arme in der Höhe. Als Zugabe gab Slash dann noch „Paradise City“ zum besten und die Halle kochte! An diesen Abend werden sich die Fans noch ein Weilchen erinnern. Es war eine über zweistündige Rockshow der Superlative. Slash, Myles Kennedy und The Conspirators haben einmal mehr bewiesen was sie drauf haben und versetzten die St. Jakobshalle in Ekstase.
Setlist:
You’re a Lie
Nightrain (Guns N’Roses Cover)
Halo
Avalon
Back from Cali (Slash Cover)
Withered Delilah (Live Premiere)
You Could Be Mine (Guns N’Roses Cover)
Ghost (Slash Cover)
Doctor Alibi (Slash Cover und Todd Kerns on Lead Vocals)
Out Ta Get Me (Guns N’Roses Cover mit Todd Kerns on Lead Vocals)
Warum „Amon Amarth“ ihren Stil trotz starkem Bezug zu den nordischen Kriegern nicht einfach Viking Death Metal nennen, ist nicht wirklich klar, aber spielt eigentlich auch kein Rolle. Hauptsache, die Mannen um Überwikinger Johan Hegg liefern weiterhin verdammt geilen Sound und grossartige Shows. Das Programm versprach Brutal Death, Thrash, Black und Melodic Death Metal und daher verwunderte es nicht, dass sich viele Metalheads schon früh einfanden. Dass es voll werden würde war auch an einem Dienstag nicht überraschend. Unterstützung erhielten die Wikinger aus den USA: Skeletonwitch, Havok und Suffocation waren dafür besorgt, die Stimmung anzuheizen. Ein absolut grossartiges Line-Up, welches Anfang August das Metal-Walhalla der Schweiz, das Z7 in Pratteln, bis in die Grundfesten erschüttern liess!
„Amon Amarth“ sind die Speerspitze des Melodic Death Metal basierend auf Wikinger-Mythen und Legenden und mit dieser Band kam einer der ganz Grossen des Genres nach Pratteln. Spätestens seit dem 2003 veröffentlichten Album „Versus the World“ sind die Schweden ein Dauerbrenner und haben sich mit zahlreichen Tourneen und Festival-Auftritten unter den besten Livebands etabliert. Den Abend eröffneten „Skeletonwitch“ aus Ohio und zu diesem Zeitpunkt genossen viele noch ihr Feierabendbier bei schönem Wetter auf dem Vorplatz und warteten auf die ersten Klänge. Von Beginn weg gingen „Skeletonwitch“ so richtig zur Sache, doch vor die Bühne locken liessen sich aber vorerst nur wenige. Musikalisch sorgten Elemente aus Thrash, Death und Heavy Metal zusammen mit dem Gesang, welcher eher dem Black Metal zuzuordnen ist, für eine interessante Kombination. Titel wie „I am of Death (Hell Has Arrived)“ wurden von den Amerikanern trocken und präzise präsentiert. Einen Bezug zum Publikum herzustellen gelang den Jungs während ihres ganzen Auftrittes zwar nicht, was bei rund 30 Minuten Bühnenzeit auch nicht wirklich das Ziel war. Vielmehr sorgten „Skeletonwitch“ mit ihrem schnellen und aggressiven Sound für einen gelungenen Start in den Abend.
Amon Amarth - Father of the Wolf (live at Z7, Pratteln - 2014)
Seit 2004 widmen sich „Havok“ aus Denver dem Thrash Metal und veröffentlichten bisher drei Studioalben und zwei EPs. Auch sie erhielten rund eine halbe Stunde Spielzeit und diese nutzten sie sehr aktiv und zeigten sich auf der Bühne sehr präsent. Kritik an Gesellschaft und Politik gehört bei ihnen zum Standard, verpackt in einer schnellen und intensiven Interpretation des Bay Area Thrash Metals, wobei Havok eher eine junge Band dieses Genres ist und auch moderne Einflüsse zu nutzen weiss. So waren durchaus auch Crossover-Elemente herauszuhören, mit welchen sie die Lyrics in Songs wie „Give Me Liberty… Or Give Me Death“ schonungslos untermauerten. Ohne Umschweife legten dann die New Yorker „Suffocation“ los, der letzte Supportact an diesem Abend. Die Band wurde vor fast 25 Jahren gegründet und gilt als Urgesteine des Brutal Death. Die Herren boten von durchwegs düster-aggressiven Growls über schnelle Drums bis zu tiefen, einfach gestrickten Riffs das, was man von ihnen erwarten konnte. Akustisch gelang dies leider nicht so ganz, die Drums übertönten in den eigentlich ruhigeren Parts die Gitarren, der ganze Auftritt wirkte daher insgesamt etwas langatmig und eintönig.
Während dem Bühnenumbau konnte man einen ersten Blick auf das imposante Bühnenbild werfen und mit den beiden riesigen Drachenköpfen auf der Bühne erreichte die Anspannung dann ihren Höhepunkt. Nur wenige Minuten trennten die Anwesenden Fans von den Wikingern und dann kurz nach 22:00 Uhr ging es endlich los! Als ersten Song spielten „Amon Amarth“ „Father of the Wolf“ und dies so wie man es von ihnen kennt: Von Anfang an passte jeder Ton, alle Hände schnellten in die Höhe und vor der Bühne ging es von Beginn an zur Sache! Mit „Deceiver of the Gods“ folgte der Titelsong des aktuellen Albums. Kurzatmige und prägnante Riffs, ein aggressiv gehaltener Refrain, kombiniert mit langen melodischen Parts und einem eingängigen, rein instrumentellen Übergang, welcher die ganze Halle zum Mitsingen einlud. Ein grossartiger Auftakt! So kam es auch, dass Johan Hegg die Anwesenden erst begrüssen konnte, als das erste Highlight des Abends bereits Geschichte war: „Metal Mekka Z7 – ready for some Metal? I fucking knew you were!“. Erste Rufe nach einer Wall of Death hallten durch das Z7, was der Sänger trocken mit „well, make sure nobody gets hurt“ beantwortete und zugleich ein herrlich ironischer Übergang zum nächsten Titel war, „Death In Fire“. Im vorderen Teil der Halle herrschte viel Bewegung und zur Bridge zur Mitte des Songs gingen bereits wieder alle Hände nach oben. Der Frontmann wusste mit dem Publikum zu spielen, nahm gut gelaunt einen Schluck aus seinem Horn während die Gitarristen mit präzise gespielten Riffs zum zweiten, wesentlich melodischeren Teil des Songs übergingen. Spätestens als die beiden gleich anschliessend die ersten Klänge von „For Victory or Death“ spielten, klatschte ausnahmslos jeder in der Menge.
Insgesamt langsamer als die meisten Titel, sorgten die sirenenartigen Riffs von Johan Söderberg für eine mystische Stimmung im Song “ As Loke Falls“. Während Olavi neben ihm und Frederik dahinter an den Drums ihre Parts präzise performten, grüssten Frontmann und Bassist von den Drachenköpfen. Das spärliche grüne Licht trug seinen Teil dazu bei, dass die imposante Bühnendekoration auch ohne Feuer seine optische Wirkung nicht verfehlte. Dennoch war diese nur eine schöne Nebensache, denn der Auftritt von „Amon Amarth“ lebte von ihren unglaublich stimmungsvollen und abwechslungsreichen Songs und natürlich von Johan Hegg: Abseits der Bühne ein unscheinbar ruhiger, bodenständiger Typ, verwandelt er sich bei seinen Auftritten in einen unglaublich charismatischen, energischen Krieger, der mit seinem stimmungsvollen, authentischen Gesang überzeugt. Herr Hegg beweist, dass er sein Organ auch live genauso eindrucksvoll zur Geltung bringen kann wie auf Platte. Dem Mann könnte man tatsächlich abnehmen, der letzte Nachfahre der Wikinger zu sein. Die ganze Band präsentierte sich in guter Form, die Jungs hatten scheinbar Bock auf die Show und spielten absolut fehlerfrei und mit viel Elan.
„Guardians of Asgaard“ sorgte für Bewegung im Moshpit wie kaum ein anderer Song und „Shape Shifter“ war dann der letzte Song in der Halbzeit, welche fast ausschliesslich Titel der aktuelleren Alben beinhaltete. Während einer kurzen Verschnaufpause starrten nur die beiden Drachen mit gespenstisch leuchtenden Augen in die Dunkelheit. Der anhaltende Applaus des Publikums erstarrte, als die Rufe von Vögeln aus der Ferne den zweiten Konzertteil einleiteten. „Cry of the Black Birds“ war der Auftakt zu einer Abfolge von Hits der früheren Platten. „Asator“, „Valhall Awaits Me“ oder „War of the Gods“, dass sind Amon Amarth aus alten Tagen! Mit „Embrace of the Endless Ocean“ wurde es episch, der Song erzählt die atemberaubende Geschichte eines Kriegers, welcher auf der Heimfahrt von den heimischen Winterlandschaften träumt, aber von den eisigen Wellen des weiten Ozeans verschlungen wird. Einmal mehr bewiesen „Amon Amarth“ wie melodisch und emotional Death Metal sein kann. Und jeder Song wird vom Publikum frenetisch gefeiert.
Amon Amarth live @ z7 Pratteln - Twilight of the Thunder God
Mit „Victorious March“ gewinnen wieder energischere Klänge Oberhand und wurden zum regelrechten Triumphzug durch Pratteln. Das Publikum hatte noch lange nicht genug und so verwunderte es nicht, dass die Jungs auf der Bühne noch nicht einmal so taten, als ob der letzte Song des regulären Sets wirklich der Abschluss des Abends gewesen wäre. Ohne lange zu Zögern packte Johan den Hammer aus, um den absoluten Übersong einzuläuten: „Twilight of the Thunder God“! Nochmals gingen alle Hände nach oben, langen Haare flogen wild durch die Luft und die ganze Halle sang den Refrain mit. Als Johan „if you’re loud enough“ als Bedingung für einen letzten Song stellte, erreichte die Anzeige der Halle satte 115.7 Dezibel! Keine Instrumente, keine Mikrofone, es waren alleine die Stimmen des begeisterten Publikums, welche diesen rekordverdächtigen Wert erreichten! Mit dem letzten Kracher „The Pursuit of Vikings“ setzten Amon Amarth dann einen grandiosen Schlusspunkt. Über 1500 Kehlen brüllten den Refrain – von Herrn Hegg angestachelt – immer lauter mit, was schon für kurze Gänsehaut sorgte. Das ganze war schlicht eine unvergessliche Show: Klasse Stimmung, qualitativ einwandfreier Sound, ein ausgewogenes und hochstehendes Set, zu Recht durften sich die Schweden an diesem Abend feiern lassen! Nach dem letzten Song segelten die Mannen umjubelt wieder gen Norden und man kann abschliessend festhalten, dass man heute Abend schon eine Menge für sein Geld bekommen hat. Ein stimmungsvoller Abend an dem „Amon Amarth“ mit ihrem Auftritt, wie bereits 3 Jahre zuvor, einmal mehr wieder vollends zu überzeugen vermochten und das Z7 in ein Tollhaus verwandelten.
Trackliste:
Father of the Wolf
Deceiver of the Gods
Death in Fire
For Victory or Death
As Loke Falls
We Shall Destroy
Guardians of Asgaard
Shape Shifter
Cry of the Black Birds
Asator
Embrace of the Endless Ocean
Valhall awaits me
War of the Gods
Victorious March
Twilight of the Thunder God
The Pursuit of Vikings
Amon Amarth - Twilight of the Thunder God (live at Z7, Prattlen - 2014)
Der erste Trailer zur Doku „Wacken 3D“ ist veröffentlicht worden. Seit nunmehr 25 Jahren strömen jedes Jahr aufs Neue an die 75’000 Metal-Fans in das kleine Dorf in Schleswig-Holstein. Zu diesem Jubiläum hat Norbert Heitker seinen Film in 3D gemacht, der neben Konzert-Mitschnitten und Backstage-Aufnahmen, auch Eindrücke abseits der Bühnen zeigt, das Festival von seiner familiären Seite beleuchtet. Am 24. Juli 2014 kommt die Doku in die Kinos und Heitker will dem legendären Festival zu dessen 25-jährigen Jubiläum damit ein filmisches Denkmal in 3D setzen.
Im August 1991 beehrte die Elite der harten Gitarrenklänge Basel im Rahmen des „Monsters of Rock“ und der Name wurde für 50’000 Metal-Jünger zum Programm! Metallica fegten damals mit (heute verbotenen) 110 Dezibel durchs Joggeli, so dass der Hauptact AC/DC trotz wild umher hampelnden Angus Young und einer grossartigen Show wie ein laues Lüftchen wirkten. Legenden besagen, dass Metallica noch im 20 Kilometer entfernten Rodersdorf zu hören waren. Nach über 20 Jahren kehrten Metallica am Freitag nach Basel in den ausverkauften Basler St. Jakob-Park zurück und versetzten 40’000 Fans in Euphorie – und beschwor einen dramatischen Wetterwechsel herauf. So begann die Show bei strahlendem Sonnenschein und endete im wahrsten Sinn des Wortes in einem kleinen Sturm. Die Zuschauer schien das Gewitter jedoch nicht im Geringsten zu stören, im Gegenteil: Es war, als setzten sie Blitz und Donner noch mehr unter Strom!
Nach der absoluten Schlammschlacht am Sonisphere 2010 in Jonschwil, dem organisatorischen Chaos, dass schlussendlich den Veranstalter in den Konkurs trieb am Sonisphere 2011, ebenfalls im Basler Joggeli, und dem Sonisphere 2012 in Yverdon-les-Bains, endlich einem rundum gelungenen Anlass mit Metallica, Motörhead und Slayer, fand letzten Freitag also das Sonisphere 2014 im Basler FCB St. Jakobs Park, mit Kvelertak, Airbourne, Alice in Chains und Metallica statt. Metallica im Sankt Jakob, das ist ein Anlass mit Geschichte. Das letzte Mal trat das amerikanische Quartett im Jahre 1993 hier auf, die Tour nach dem sogenannten schwarzen Album, das die Band von der Spitze der Heavy-Metal-Szene in die Riege der Stadionbands katapultierte und dort halten sie sich seither hartnäckig – trotz schwacher Alben, Besetzungswechseln, Alkoholproblemen und einem Dokfilm, der die Band mit einem Therapeuten beim Sezieren der eigenen Psyche zeigte. Nachdem Schwarzen Album war für mich persönlich Metallica tot und ausverkauft und die Napster-Affäre bestätigte mich in diesem Denken. Doch es gab nichts, was die Band-Fan-Beziehung nachhaltig beschädigen konnte und auch ich konnte den Herren verzeihen und kam mit St. Anger wieder auf den Geschmack.
Metallica live in Basel Switzerland July 4 2014 - Ecstasy of Gold / Battery
Im Publikum dominierte am Freitag ganz klar Schwarz, wie es sich für ein Metal(lica)-Konzert auch gehört. Doch schnell wurde klar, hier ist auch viel Mainstream unterwegs: Besucher mit karierten Hemden und beigen Shorts, Menschen mit Föhnfrisuren und Damen und Herren in Deutschlandtrikots – was gar nicht geht an einem Metal-Konzert. Sei’s drum, Hauptsache die Technik stimmt und hier wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt und dass so richtig: Die Bühne ist 110 Tonnen schwer, rund 14 Kilometer Kabel wurden verlegt, 1200 Menschen sind am Tourtag im Einsatz und 55 40-Tonnen LKW’s karrten das Material heran. Zwei Kranwagen à 60 Tonnen und sieben Gabelstapler waren im Dauereinsatz, 312 Meter Traversen wurden montiert und elf Nightliner brachten Musiker und Crew an den Ort des Geschehens. Wie konnte eine Band, die derart harte Musik spielt, zu einer der grössten Rockbands überhaupt werden? Nur so zum Vergleich: Slayer und Anthrax, die seit den Achtzigerjahren zusammen mit Megadeth und Metallica die „Big Four“ des Thrash Metal bilden, traten vor einem Monat gemeinsam im Z7 in Pratteln vor 1500 Leuten auf. Im Gegensatz zu ihren Weggefährten schrieben Metallica schon früh auch melodiöse und balladeske Stücke, doch das allein kann nicht erklären, wieso Zehntausende an Metallica Konzerte strömen. Dafür muss es noch einen anderen Grund geben und der heisst James Hetfield. Er gehört zu den wenigen Frontmännern, die mit ihrer Aura ein Stadion füllen können. Breitbeinig steht er da, präsent und lässt mit kumpelhafter Autorität keine Zweifel aufkommen, wer hier das Sagen hat.
Die Vorbands Kvelertak, Airbourne und Alice in Chains konnten sich noch so ins Zeug legen: Die Metal-Könige waren in der Stadt und liessen alles andere verblassen! Bis Metallica war der Sound im kompletten Stadion völlige Grütze und wurde den Bands nicht gerecht. Schade! Doch als Metallica dann nach kurzer Umbauphase loslegten war der Sound äusserst fett! Bereits das altbewährte Intro von „The Good, the Bad und the Ugly“ brachte die Meute mehr zum Toben, als jeder bis zu diesem Zeitpunkt dargebotene Song. Die grosse Stadion-Uhr war mit einem schwarzen Tuch verhängt und von der Bühne her erschallte der Hochgeschwindigkeitsangriff „Battery“ aus dem Jahre 1986. Es schien, als wollten Metallica die Zeit anhalten. Spätestens beim nahtlos angehängten „Master of Puppets“ aus dem gleichen Jahr klangen Metallica deutlich besser als noch vor sechs Jahren in Jonschwil. Die Hände gingen bis in die hintersten Reihen hoch und die Band holzte weiter ein Brett nach dem anderen raus. Seit zehn Jahren „neu dabei“ ist Bassist Robert Trujillo, der sich sofort seinen Platz im dichten Frequenzspektrum der Band erkämpft hatte und das metallische Grollen seines Fünfsaiters blieb selbst dann hörbar, wenn Hetfield und Lead-Gitarrist Kirk Hammett schwere Riffs pumpten, wie etwa im erbarmungslosen „Ride the Lightning“.
Metallica live in Basel Switzerland July 4 2014 - Master of Puppets (Sonisphere)
Hungrig fieberte die Menge den Titeln entgegen, die im Vorfeld via Online-Voting gewählt werden konnten. „Metallica by Request“ lautet das Motto der aktuellen Tour, was bedeutet, dass die Setlist im Vorfeld eines jeden Gigs durch Stimmabgabe der Fans über das Internet festgelegt und veröffentlicht wird. Dienst am zahlenden Kunden, denn wer derartige Massen vor sich hat, darf sich keine künstlerische Freiheit herausnehmen, sondern hat für Unterhaltung zu sorgen. Der Fan will Hits hören, denn dafür gibt er Geld aus und nimmt für die Anreise völlig überfüllte Extrazüge, in denen es viel zu wenig Toiletten gibt, in Kauf. Doch leider wurde nicht die gesamte Setlist per Online Voting bestimmt: Während des Konzerts wurde das Publikum wiederholt aufgefordert zwischen drei noch offenen Songs via SMS abzustimmen. Selbstverständlich für 80 Rappen pro Stimmabgabe, was die Veranstaltung zeitweise in eine richtig schmierige Verkaufsshow abdriften liess.
Somit bewegte sich der Auftritt von Metallica zwischen einem routiniertem Konzert und einer absolut grenzwertigen Verkaufsshow. Ein Wunder konnte man nicht noch an einem SMS Gewinnspiel teilnehmen, mit dümmlichen Fragen im Stile moderner TV-Shows. Diese überflüssige Zuschauerinteraktion zum Voting nervte ungemein, so richteten sich bereits vor dem eigentlichen Gig die Bandmitglieder via Videoeinspieler an die Fans, um sie zum „Voten“ aufzufordern. Doch dem nicht genug, so liess es sich James Hetfield nicht nehmen, sogar während des Auftritts immer wieder auf diese Votingmöglichkeit hinzuweisen, wobei er immer wieder mittels eines schicken Balkendiagramms den sehr knappen Zwischenstand präsentierte und die Fans aufforderte, ihr „Bestes zu geben“ – gemeint war wohl: Ihr Geld. Und auch wenn Metallica in Basel satt spielten, so dürfte nicht jeder Fan wunschlos glücklich geworden sein bei diesem Wunschkonzert. Angesichts der anbiedernden Ausverkaufsshow wünschte man sich die böse Truppe aus den Zeiten vor dem schwarzen Album zurück, die hatte immerhin eine tiefschwarze Seele.
Metallica live in Basel Switzerland July 4 2014 - One
Abgesehen von diesen störenden Unterbrechungen zeigten sich Metallica im Rahmen der zweieinhalbstündigen Show gewohnt routiniert. Untermalt von gelungenen Visuals und Video-Clips, die über die LED-Wand liefen, ballerte die Band aus der kalifornischen Bay Area die Wunsch-Setliste nahezu fehlerfrei bis ins letzte Eck des Stadions. Metallica spielten, was sich das Publikum wünschte und lieferten solide Arbeit ohne Getue. Die vier Jungs aus San Francisco spielten die 16 meistgefragten Songs und lieferten so „Metallica auf Bestellung“. Der Klang war überragend, setzen doch insbesondere die Stücke aus den frühen Jahren vorrangig auf überwältigende Soundwände. Über die gesamte Breite der Bühne hing eine mehr als 360 Quadratmeter grosse LED-Wand, auf der nicht nur Aufnahmen der Musiker aus vier verschiedenen Kameraperspektiven zu sehen waren, da marschierten Soldaten und Skelette auf, es tropfte Blut und es wurde einem eine perfekt abgestimmte Inszenierung geboten. Die Lightshow war atemberaubend, zeichnete aberwitzige Muster auf die Ränge, zersägte die Bühne mit grellen Laserstrahlen und verwandelte die Menschenmenge in ein blutrotes Meer, aus dem lediglich James Hetfield weiss herausragte. Er suchte immer wieder den Kontakt zu den Fans, dazwischen sein dreckiges Lachen – auch wenn das etwas zu einstudiert rüberkam, der Meister liess die Puppen tanzen und immer wieder ging es von der 56 Meter breiten Bühne aus auf den Laufsteg in die Massen.
Als Metallica den einzigen neuen Song des Abends spielten, ging es los: Im Schutze der Dunkelheit hatte sich eine Gewitterfront übers Joggeli geschoben, welche nun die Schleusen öffnete. Die Erstaufführung des Songs, der möglicherweise auf dem neuen Album erscheinen wird, fiel somit komplett ins Wasser. Dabei ist „Lords Of Summer“ nicht mal sooo übel. Mit Galopp-Rhythmus und den Wechseln ins schwere Halftime befinden sich Metallica zwar nahe dem Eigen-Plagiat. Egal, Zeit, um Biernachschub zu holen, für dessen Gewährleistung im Laufe der Woche einige Anstrengungen unternommen wurden. Drei Sattelschlepper mit insgesamt 400 Paletten Flüssigkeit standen im Stadion bereit. Fünf Kühlwagen und weitere fünf Kühlzellen kühlten die Getränke auf fünf Grad, zu den bestehenden Ständen im Stadion wurden zusätzliche 50 Durchlaufkühler – wie die mobilen Stände im Fachjargon heissen – installiert. Zudem entbehrte es nicht einer gewissen Ironie, dass sich ausgerechnet nach diesem Schlachtruf für den Sommer ein Regenschauer vom Himmel ergoss. Immerhin wusste Hetfield den plötzlichen Wetterumschwung zu nutzen und stellt sich für die Gesamtdauer von „Sad but True“ auf die Rampe in den strömenden Regen. Das ist Solidarität zu den Fans, welche die eingängigen Strophen des wuchtigen Shuffles aus voller Kehle mitsangen. Und es stand nicht nur Hetfield, sondern auch Gitarrist Kirk Hammet und Bassist Robert Trujillo regelmässig auf dem Steg und liessen die Fans nicht alleine im Regen stehen, sondern standen mit ihnen im Regen und gaben dermassen Gas, dass selbst die Blitze, die über dem St. Jakob Park zuckten, zum Teil der Inszenierung wurden.
Metallica live in Basel Switzerland July 4 2014 - Lords of Summer (Sonisphere)
Während ihres Auftrittes unterstrichen Metallica immer wieder ihre Nähe zu den Fans, die sie als Teil der „Metallica-Family“ bzw. fünftes Bandmitglied betrachten. Dies wurde auch dadurch zum Ausdruck gebracht, dass einige Fans während der gesamten Show am Bühnenrand stehen durften. Irgendwie fehlt mir das Rotzige, alles „Love, Peace and Happiness“, der Frontmann wirkt gezähmt. Es lässt sich nicht verleugnen, dass da ein anderer Mann auf der Bühne steht als vor zwei Jahrzehnten. Ging von ihm damals eine eher bedrohliche, dunkle Aura aus, so wirkt Hetfield jetzt kumpelhaft. Ansatzweise so oft wie er in den Songs „Die!“ oder „Kill!“ schreit – und das ist beileibe nicht gerade selten, so oft verkündet Hetfield in seinen Ansagen „Metallica loves you, Basel“. Es fällt mir schwer, darin keinen Widerspruch zu sehen. Da kann sich Hetfield noch so lange demonstrativ in den Regen stellen. Blitze zuckten während des gesamten Auftritts über den Himmel und Hetfield, Hammet und vorallem Trujillo prügeln unbeirrt auf ihre Instrumente ein. Darum heisst dieses Genre Thrash Metal. Thrash mit H. Nicht Trash, denn das ist kein Müll sondern ein Shredder, der den ganzen Müll, der einem das Leben versaut, zerkleinert und zermalmt, bis nur noch ein Gefühl von Taubheit und Erlösung übrigbleibt. Guter Thrash Metal wirkt wie Meditation, oder so ähnlich…
Erst gegen Ende kam „Nothing else Matters“ und gleich hinterher „Enter Sandman“. Das Publikum wurde nie abgehängt und zu diesen Songs hing es sich noch mal voll rein. Hetfield hätte sich das „Sing it!“ vor dem Refrain sparen können, die Metallica-Meute machte von sich aus mit und das mit einem Enthusiasmus, den selbst das endorphin-gewöhnte FCB-Stadion nur selten erlebt. „St. Anger“ eröffnete die Zugaben, ein vergleichsweise neues Stück, dass wohl zu den härteren der Bandgeschichte zählt. Anschliessend spielten die Herren den per SMS gewählten Song, in Basel entschied sich das Publikum für „Orion“ bis dann „Seek & Destroy“ losgelassen wurde. Noch einmal blitzte es heftig am Himmel, dann verabschiedete sich die Band. Das letzte Stück spielten Metallica kurz nach elf, während im Stadion schon jede verfügbare Lampe brannte. Das lag wahrscheinlich nicht daran, dass man den Musikern ihr pflotschnasses Publikum zeigen wollte, sondern am Umstand, dass in Basel die Sperrstunde auch für Rockgötter gilt.
Metallica almost gone with the wind - Heavy thunderstorm hitting during "Sad But True"
Alles in Allem bleibt festzuhalten: Metallica halt. Zweieinhalb Stunden Weltklasse. Die vier Ausnahmemusiker sind nach mittlerweile mehr als 30 Jahren Bühnenpräsenz nicht nur technisch unschlagbar, sondern schienen in Basel einen echt guten Tag zu haben. Zumindest vermittelten sie den Eindruck, dass sie Bock auf jeden Song hatten, den sie spielten. Und wie sie diese spielten: Hetfield wechselte seine Gitarren öfter, als andere Leute ihre Unterhosen in der Woche. Hinzu kam ein einfach überragender Sound, wuchtig, schneidend, glasklar, absolut rein bei den Balladen, welche die Band geschickt zwischen die thrashigen Songs mischte und so mal die Luft raus nahm, um sofort wieder Gas zu geben. Dass die Fans die Songauswahl jeden Abend der „By Request“-Tour neu bestimmen dürfen, ist schliesslich auch nicht viel mehr als ein Werbegag. Schliesslich setzt sich bei diesem Online-Voting stets der Massengeschmack gegenüber den Insider-Wünschen durch. Angesichts der Abstimmungsergebnisse titelte ein grosses deutsches Metal-Magazin unlängst „Ihr Langweiler!“ und meinte damit die Fans. Man darf jedoch gespannt sein, was sich die Marketingabteilung der Band um James Hetfield noch alles einfallen lässt. Nachdem Metallica vor kurzem bereits medienwirksam einen Gig in der Antarktis spielten (Antarctica), scheint im Sinne der Vermarktung alles möglich zu sein. Hier einige Vorschläge: „Titanica – Drown’em all“ oder „Desertica – Meet the Sandman“. Es darf gevoted werden.
Setlist:
Battery
Master of Puppets
Welcome home (Sanitarium)
Ride the Lightning
The Unforgiven
Creeping Death
Lords of Summer
Sad but true
Fade to Black
…And Justice for all
One
For whom the Bell tolls
Whiskey in the Jar
Nothing else matters
Enter Sandman
Zugabe:
St. Anger
Orion
Seek & Destroy
Ride the Lightning: Blitz und Metallica im Basler St.Jakob-Park, das Konzert Review
Heute Abend findet ja bekanntermassen das Sonisphere in Basel statt mit Bands wie Alice in Chains, Airbourne, Kvelertak und natürlich Metallica. Letztere haben ihre Fans die Songs zum Konzert wählen lassen, dass sogenannte „Metallica by Request“ und das haben die Jungs dieses Jahr schon bei einigen Konzerten den Anhängern angedeihen lassen. Leider werden uns in Basel die besteen Songs wie Whiplash und XXX nicht dargeboten, doch sind Metallica Live immer wieder ein Erlebnis.
Für alle die zuhause bleiben mussten gibts nachfolgend zwei „Metallica by Request“-Konzerte: Das erst aus Chile mit den Songs wie Battery, Master Of Puppets, Welcome Home (Sanitarium), Ride The Lightning, The Unforgiven, Lords Of Summer, …And Justice For all, Sad But True, Fade to Black, Orion, One, For Whom the Bell Tolls, Blackened, Nothing Else Matters, Enter Sandman, Creeping Death, Whiplash und Seek And Destroy.
METALLICA By Request FULL Chile 2014
Das zweite stammt aus Südamerika allgemein und enthält die Songs: Battery, Blackened, Master Of Puppets, Welcome Home (Sanitarium), The Unforgiven, Sad But True, Fade To Black, …And Justice For All, Lords of Summer, Orion, For Whom the Bell Tolls, One, The Four Horsemen, Whiplash, Ride the Lightning und Whiskey In The Jar. Have fun with Bullit Belt Thrash at Neck breaking speed!!!
Naja, da hätte man aus meiner Sicht besser den einen oder anderen Song aus alten Zeit wählen dürfen. Aber henu, es ist nun wie es ist und trotzdem wird das ganze sicherlich ein riesen Fest werden! Also Freunde, man sieht sich und denkt daran: Die, BANG YOUR HEAD!!!
„Metallica By Request„, die Fans haben entschieden! Diese Songs spielen Metallica bei ihrem Konzert in Basel! Die Wahl der Masse wird wohl kaum jeden Metallica-Fan glücklich machen, doch seht selbst: Das sind die Songs, die Metallica, neben ihrem neuen Song „The Lords Of Summer“, bei ihrem Konzert am Sonisphere in Basel spielen werden!
When there’s no more room in hell, the dead will dance on earth! Freunde, die Gruft präsentiert: “Dravens Radio from the Crypt“! Hier wird Euch ein handverlesenes Musikprogramm geboten, welches von Draven speziell für die besten Leser des Internetz zusammengestellt wurde. Von Punk bis Rock, von Folk- bis Thrash-Metal, für jeden finsteren Musikgeschmack das Richtige. Natürlich immer noch ein Stückchen lauter und besser!
Draven präsentiert Geschichten aus der Gruft mit allerlei Geheimnisvollem aus den unheimlichen Tiefen des Netzes und aus jeder Ecke der Welt. Seit dem Jahre 2007 wird Dir hier ein cooler Weblog-Mix aus Musik, Movies, Comics, Horror, Games, Kunst, Radio, Trash, Punk und Heavy Metal geboten – genau so wie es sein soll! Denn glaube mir, nichts ist trivial.
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