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In kaum einem anderen Land gibt es so viele Naturkatastrophen – Taifuns, Tsunamis, Erdbeben, Vulkane, Dürren und Überschwemmungen – wie auf den Philippinen. Ein grosser Teil der 90 Millionen Philippinen leben auf Inseln oder in küstennahen Gebieten und sind besonders betroffen, dies ganz besonders in der Projektregion der Visayas, der Grossregion von Cebu und den Inseln Bohol und Leyte. Das Projektgebiet ist auch besonders arm und dazu touristisch sehr interessant, was zu einer besonderen Gefährdung bezüglich Frauen- und Kinderhandel, Prostitution, Cyber-Pornographie und illegaler Kinderarbeit in der Fischindustrie führt.
Im November 2013 hat der Super-Taifun Haian rund eine Million Häuser zerstört und 4,4 Millionen Menschen mussten vorübergehend ihre Häuser verlassen. Caritas leistete damals Nothilfe für 23‘000 Familien und seither Wiederaufbauarbeit von 7 Schulen und insgesamt rund 1200 sturmsicheren Häusern auf der Insel Bantayan im Norden von Cebu. Zeitgleich hat Caritas, gestützt auf die langjährige Entwicklungsarbeit in den Philippinen, ein dreijähriges Projekt gestartet, das im Projektgebiet in 12 Gemeinden und 36 Inselgemeinschaften und Küstendörfern zur Prävention von Naturkatastrophen und von Menschenhandel beiträgt. Caritas arbeitet mit drei lokalen und erfahrenen NGOs zusammen, die für dieses strategisch wichtige Projekt ein Konsortium gebildet haben. Die Partner leisteten ebenfalls Nothilfearbeit nach der Taifun-Gross-Katastrophe, weshalb sich die Realisierung erheblich verzögerte.
Eine externe Evaluation vom April 2016 zeigt auf, dass es dem Projekt gelungen ist, die Bevölkerung zu informieren und zu organisieren und mehr Verantwortung bei der Katastrophenvorsorge und bei der Verhinderung von illegalem Menschenhandel zu übernehmen. Hingegen ist diese Arbeit noch nicht konsolidiert, ihre Nachhaltigkeit noch wenig gesichert. Aufgrund der Empfehlungen hat Caritas zusammen mit den lokalen Partnern entschieden, das Projekt um ein Jahr zu verlängern, mit folgenden besonderen Zielen: Konsolidierung der Katastrophenvorsorge in 12 Dörfern bei gleichzeitiger Sicherung der notwendigen Zusammenarbeit mit den übergeordneten Gemeindebehörden; Konsolidierung von ökonomischen Entwicklungsprojekten in 18 Dörfern mit dem Ziel, dass diese finanziell zur Äufnung eines lokalen Katastrophenhilfefonds beitragen; Stärkung der lokalen NGOs mit dem Ziel, dass diese sich nachhaltig für die weitere Präventionsarbeit einsetzen.