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Folgende Hinweise sollen zur Schallpegeloptimierung helfen.
Folgende Hinweise sollen zur Schallpegeloptimierung helfen.
Suva Video: Gute Musik hat nichts mit der Lautstärke zu tun
Massnahmen für guten Sound in kleinen Konzertlokalen
Raumakustik
- Im Konzertraum bewirken Absorber (Materialien: Mineralfasern, Schaumstoffe, Textilien) in Form von Vorhängen, Noppenschaum oder Teppichen einerseits ein Pegelreduktion und andererseits eine Klangoptimierung. Eine Verbesserung der Absorption bei tiefen Frequenzen wird erreicht, indem der Absorber mit etwas Distanz zur dahintergelegenen, reflektierenden Oberfläche angebracht wird.
- Mittel- und Hochtonsysteme der Beschallungsanlage sollten wenn möglich geflogen werden, damit diese über die Köpfe des bühnennahen Publikums abstrahlen.
- Die Bühne sollte möglichst viel Schall schlucken: Teppich auf dem Bühnenboden; Absorbierender Deckel über den Drums; Vorhang hinter und seitlich der Bühne für Reduktion im Mittel- und Hochtonbereich.
Drums
- Neben Spielweise und Technik ist beim Schlagzeug das Material entscheidend. Eine Holzsnare oder eine mit geeigneten Mitteln abgedämpfte Snare (Ring, Silicon-Pads) hat weniger unangenehme Obertöne. Bei den Becken haben günstige, ausgestanzte Modelle oft beissende Höhen; handgehämmerte Cymbals klingen wärmer und angenehmer. Mit Cympads kann eine Pegelreduktion von 2–3 dB erreicht werden, ohne die Klangfarbe stark zu verfälschen.
Gitarren und Amps
- Die Backline der Musiker sollte auf kleinen Konzertbühnen seitlich aufgestellt werden und in Richtung Ohren der Musiker abstrahlen (anheben oder kippen). Die Musiker haben damit ein individuell kontrollierbares Monitoring und der Tontechniker sowie das Publikum werden nicht durch nach vorne abstrahlende Verstärker gestört. Zudem bleiben die Monitore frei für den Gesang, Keyboards und weitere Instrumente.
- Gitarren: Da die Verstärker sowieso meist mikrofoniert werden, sind sehr grosse und leistungsstarke Modelle für kleine Bühnen meistens ungeeignet. Besonders bei Röhrenverstärkern erzielt man mit kleineren Modellen (bis 50W) schon bei moderateren Lautstärken bessere Klangergebnisse.
- Bass: Statt die tiefen Frequenzen hochzudrehen und dadurch den gesamten Bühnensound zuzudecken, lohnt es sich, im Mitteltonbereich einen klaren Sound herauszuarbeiten, um das Bass-Monitoring auf der Bühne zu optimieren. 10 Zoll Boxen sind 15 Zoll vorzuziehen, da letztere ihre Wirkung erst in einiger Entfernung zum Lautsprecher entfalten.
Ausrichten der Beschallungsanlage
Da eine gleichmässige Beschallung des Publikumsbereiches erstrebenswert ist, sollten die Mittel- und Hochtonsysteme wenn möglich geflogen werden, damit diese über die Köpfe des Publikums in Bühnennähe abstrahlen (gleiches gilt für allfällig eingesetzte Delay-Systeme). Tiefer hängende Systeme führen zudem zu einer Verschlechterung der Beschallungssituation zwischen vordersten und hintersten Plätzen im Publikum. Dieser Pegelunterschied sollte maximal zehn Dezibel betragen.
Können die Systeme nicht geflogen werden, muss mittels Schranken der Abstand vom Publikum zur PA vergrössert werden. Somit kann vermieden werden, dass der lauteste Punkt im Publikumsbereich in unmittelbarer Nähe der Boxen liegt (vgl. Pegelabfall und Entfernung).
Bei kleinen Bühnen ist darauf zu achten, dass die Instrumentenverstärker nicht direkt ins Publikum strahlen, sondern Richtung Ohren der Musiker (nicht auf deren Kniekehlen – z.B. Verstärker kippen).
Pegelabfall und Entfernung
Eine Verdoppelung des Abstandes vom Messpunkt zur Schallquelle bringt eine Pegelreduktion zwischen drei Dezibel (bei zylinderförmiger Abstrahlung) und sechs Dezibel (bei kugelförmiger Abstrahlung) mit sich.
Pegel korrekt messen
Als Schallpegel gilt der über 60 Minuten gemittelte Pegel Leq in dB(A). Die Schallpegel müssen mit einem Messgerät überwacht werden, welches die Bestimmung des Mittelungspegel Leq ermöglicht. Die Messung erfolgt auf Ohrenhöhe. Falls nicht am lautesten Punkt im Publikumsbereich gemessen wird, ist vorgängig die Schallpegeldifferenz vom lautesten Punkt zum tatsächlichen Messort zu ermitteln und zu dokumentieren. Die Pegelanzeige muss für den Mischer/Tontechniker jederzeit sichtbar sein, die Pegeldifferenz muss ihm bekannt sein.
Anfangs tiefere Pegel fahren
Hohe Pegel über längere Zeit führen zu temporärer Vertäubung (Hörschwellenverschiebung), das Gehör wird unempfindlicher. Deshalb werden die Pegel im Laufe einer Veranstaltung üblicherweise ein paar Dezibel angehoben. Diesen Umstand gilt es von Anfang an zu berücksichtigen und setzt voraus, dass nicht schon zu Beginn der Veranstaltung Pegel nahe dem Grenzwert gefahren werden. Bei mehreren Bands sollte jedes folgende Set zwei bis drei Dezibel lauter anfangen als das vorangegangene angefangen hat.
Höhen absenken
Ein hoher Tiefbassanteil wird für das «Body-Feeling» benötigt und fällt in der A-Bewertung des Pegels auch nicht weiter ins Gewicht. Zur Senkung des Gesamtschallpegels eignet sich die Absenkung der hohen Frequenzen. Dadurch fällt den Bassfrequenzen automatisch mehr Gewicht zu und das «Body-Feeling» bleibt bestehen. Zur Absenkung der hohen Frequenzen der Schlagzeugbecken eignet sich der Einsatz von speziellen Dämpfern (z.B. Cympads). Notfalls können die Becken auf der Unterseite auch mit Gaffertape abgeklebt werden. Dies führt jedoch zu erheblichen klanglichen Einbussen.
Mischen bei unter 100dB
Falls ein Konzert gleich von Beginn an zu laut ist: Pegelreduktionen von 0,3 bis 0,5 Dezibel pro Minute werden vom Publikum nicht wahrgenommen, führen jedoch über einen Zeitraum von 15 Minuten zu Reserven für einen nächsten hörbaren Pegelanstieg.
Der subjektive Lautstärkeeindruck hängt deutlich mehr an den Impulsspitzen als am energieäquivalenten Mittelungspegel. Limiter sollen die Lautsprecher vor Überbelastung schützen, in der Stereosumme und auf der Schlagzeuggruppe sollten sie nicht verwendet werden. Kompressoren auf einzelnen Instrumenten dienen eher der Klangbearbeitung denn der Pegelbeschränkung. Allgemein gilt, dass Pegelspitzen nicht völlig wegkomprimiert werden sollen, da von ihnen der Lautstärkeeindruck und der Live-Charakter der Musik abhängt.
Pegel an der Quelle reduzieren
Der einfachste Weg zur Einhaltung der Grenzwerte im Publikumsbereich liegt in der Reduktion der Lautstärke an der Quelle. Bei kleineren Lokalen, in denen das Publikum aufgrund fehlender Abschrankungen nahe an die Bühne herankommt, soll der verantwortliche Tontechniker vom Veranstalter angehalten werden, die Musiker gegebenenfalls bereits beim Soundcheck auf die Grenzwerte hinzuweisen und zu prüfen, dass der Bühnensound die Pegel der PA nicht überschreitet. Wenn möglich sollen die Verstärker auf der Bühne nicht ins Publikum abstrahlen. Ein zu lautes Schlagzeug kann mit Gaffertape und Papiertaschentüchern abgeklebt werden, die unbeliebte Plexiglaswand sollte erst als letzte Lösung in Betracht gezogen werden.
Pegel der Pausenmusik senken
Das Pegelminderungspotential der Pausenmusik ist klein, wenn das Konzert deutlich länger dauert als die Pause. Da sechs bis acht dB Pegelanstieg von der Pausenmusik zur Band genügen um die Aufmerksamkeit des Publikums auf diese zu lenken empfiehlt es sich während den Pausen Pegel um 90 dB (oder tiefer) zu fahren. Die Gewöhnung an den höheren Pegel der darauf folgenden Live-Musik erfolgt innerhalb von Sekunden. Nebst einem höheren Pegel kann die Live-Musik auch spürbar basslastiger gemacht werden (Achtung: Reserven für Hauptact einplanen).
Wird während der Umbaupausen keine Musik abgespielt, so wird nicht nur dem Gehör des Publikums ein Ruhephase gegönnt, sondern je nach Situation auch den Musikern die Kommunikation auf der Bühne erleichtert
Einfluss des Publikums auf den Gesamtschallpegel
Keinen nennenswerten Einfluss auf den Gesamtschallpegel hat die Geräuschkulisse des Publikums wenn sich diese um zehn oder mehr dB vom Musikschallpegel unterscheidet. Der Gesamtschallpegel wird hauptsächlich durch die lautere Schallquelle bestimmt.
Raumakustische Massnahmen
Raumakustische Probleme treten insbesondere auf bei:
- kleinen Räumen
- niedriger Decke
- quadratischen Grundrissen
- vielen schallharten Oberflächen (Sichtbeton, Fensterflächen, etc.)
Die Probleme zeigen sich in zu langen Nachhallzeiten, Flatterechos oder Überbetonungen gewisser Frequenzen. Raumakustische Massnahmen tragen in den meisten Fällen nebst einer Pegelreduktion auch viel zur Klangoptimierung bei. Es kann sauberer gemischt werden und der Zuhörer hat ein klareres und besser ortbares Klangbild.
Sind viele schallharte Oberflächen vorhanden, können mit geringem Aufwand poröse Absorber (Materialien: Mineralfasern, Schaumstoffe, Textilien) in Form von Vorhängen, Noppenschaum oder Teppichen (z.B. auf der Bühne) angebracht werden. Diese sind am wirksamsten im Mittel- und Hochtonbereich. Eine Verbesserung der Absorption bei tiefen Frequenzen kann erreicht werden, indem der Absorber mit etwas Distanz zur dahintergelegenen, reflektierenden Oberfläche angebracht wird.
Aus Steinwolle/Glasswolle-Isoliermatten, wie sie in jedem Baumarkt erhältlich sind, lassen sich sehr günstig effektive Breitband-Absorber herstellen. Dazu kann die Steinwollmatte in einem selbst gebauten Rahmen einfach mit einem geeigneten Stoff überzogen werden. Bei sehr stabilen Matten ist ein Rahmen nicht einmal unbedingt nötig. Ein sauber hergestellter Absorber muss ästhetisch überhaupt nicht störend sein und kann wie ein Bild an die Wand oder Decke gehängt werden (z.B. über dem Schlagzeug). Auch hier gilt: mit etwas Abstand zur dahinterliegenden Wand verbessert sich die Absorptionswirkung. Je dicker die Isoliermatte, umso besser ist die Absorption tiefer Frequenzen.
Achtung: Die angebrachten Absorber müssen den Brandschutzbestimmungen entsprechen (Brandkennziffer 5.1; in Räumen mit einer Sprinkleranlage Brandkennziffer 4.1). Während die Steinwollematten in der Regel den Brandschutzvorschriften entsprechen, muss bei Textilien speziell darauf geachtet werden.
Bei Unklarheiten bitte mit der zuständigen Feuerwehr oder Feuerpolizei absprechen.
Letzte Änderung 09.08.2018