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Warnzeichen und Früherkennung
Wie lässt sich feststellen, dass mit der geistigen Leistungsfähigkeit etwas nicht stimmt? Ab wann ist eine Früherkennung möglich? Es gibt eine Reihe von Warnzeichen, die uns dazu bewegen sollten, zwecks Früherkennung einen Arzt aufzusuchen. Das Vorliegen solcher Warnzeichen beweist jedoch noch nicht, dass jemand eine Demenz hat. Um zu einer zuverlässigen Diagnose zu kommen, sind vertiefte medizinische Abklärungen und neuropsychologische Tests unerlässlich.
Krankhafte Veränderungen im Gehirn lassen sich nur schwer von einem normalen Rückgang der geistigen Fähigkeiten im Alter unterscheiden. Dass man mit steigendem Alter Informationen etwas langsamer verarbeitet und neue Dinge nicht mehr so einfach lernt, ist normal.
Es kommt auch vor, dass sich die geistige Leistungsfähigkeit verschlechtert hat, ohne dass eine Demenz vorliegt. Man nennt dies in der Fachwelt eine „leichte kognitive Beeinträchtigung“. Eine solche muss zu einem späteren Zeitpunkt neu beurteilt werden. In einigen Fällen, aber längst nicht immer, entwickelt sich diese später zu einer Demenz.
Warnzeichen einer möglichen Demenz
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Die Person hat deutlich Mühe, sich neue Informationen wie z.B. Namen zu merken. Sie vergisst Verabredungen, Ereignisse usw. Zu Beginn ist vor allem das Kurzzeitgedächtnis betroffen, mit zunehmender Vergesslichkeit später auch das Langzeitgedächtnis.
Die Person findet häufig mitten im Satz das richtige Wort nicht und benutzt schliesslich ein anderes Wort aus einem ähnlichen Kontext (etwa „Fuss“ für „Schuh“) oder eine Umschreibungen. Sie mag auch Begriffe verwechseln oder neue Wörter erfinden. Es wird schwieriger, sie zu verstehen und sie hat ihrerseits zusehends Mühe, einem Gespräch zu folgen. Ihre Sprache vereinfacht sich.
Die Person hat bisweilen Mühe, sich zurechtzufinden und kann sich plötzlich in einer eigentlich vertrauten Umgebung verlaufen. Sie mag sich an einem Ort wiederfinden, ohne sich erklären zu können, wie sie dorthin geraten ist. Solche Orientierungsstörungen können gerade beim Autofahren zu Schwierigkeiten führen. Die Person mag weiter Gegenstände an durchaus unlogischen Orten ablegen (z.B. Zahnbürste im Kühlschrank) und sie dann erst viel später durch Zufall wiederfinden. Sie hat auch Schwierigkeiten mit dem Zeitgefühl und bringt gelegentlich die Tageszeiten durcheinander.
Im Alltag (oder auch im Beruf ) hat die Person plötzlich Mühe, gewohnte Tätigkeiten auszuführen, weil die Vorgänge zu schwierig werden. Dies äussert sich etwa durch Probleme im Gebrauch von Geräten wie etwa die Fernbedienung oder Haushaltsgeräte, aber auch z.B. beim Schuhbändel binden.
Tätigkeiten, die komplexere Denkprozesse umfassen, führen schnell einmal zu Überforderung, z.B. bei administrativen Aufgaben (Zahlungen ausführen, Steuererklärung ausfüllen). Oft werden solche Tätigkeiten in der Folge vernachlässigt. Eine falsche Einschätzung der Situation kann sich etwa so äussern, dass die Person sich nicht saisongerecht kleidet oder dass sie ein Kleinkind, das sie hüten soll, überhaupt nicht beaufsichtigt.
Die Stimmung der betroffenen Person schwankt stark und kann aus scheinbar unerklärlichen Gründen von Zufriedenheit in Verzweiflung oder Wut umkippen. Die Stimmungsveränderungen lassen sich jedoch auch mit den Gefühlen der Person erklären, die zu Beginn die verschiedenen Einbussen der eigenen geistigen Leistung wahrnimmt. Dies kann Angst, Scham, Wut, Frustrationen, Niedergeschlagenheit und ähnliche Gefühle aufkommen lassen.
Nahestehende stellen bei der betroffenen Person deutliche Veränderungen im Verhalten und der Persönlichkeit im Vergleich zu früher fest. Die Person kann reizbar, ängstlich oder misstrauisch sein. Sie kann sich auch unangemessen verhalten, etwa durch völlige Distanzlosigkeit gegenüber Unbekannten, ein aufdringliches Verhalten oder anzügliche Bemerkungen.
Die Person scheint unbewusst nach Erklärungen für die Einbussen ihrer geistigen Leistungsfähigkeit zu suchen, und die Reaktionen darauf in ihrem Umfeld ebenfalls. Sie ist dadurch sehr beunruhigt und fühlt sich sozusagen angeklagt. Sie sucht nach „logischen“ Erklärungen für Vorkommnisse: Verlegte Gegenstände mag sie als gestohlen betrachten und bestimmte Personen des Diebstahls bezichtigen.
Die Person neigt dazu, sich aus dem sozialen Leben zurückzuziehen. Sie pflegt Hobbys und persönliche Kontakte nicht mehr, verzichtet auf gesellschaftliche Anlässe und wird zusehends passiv. Es fehlt ihr an Antrieb und die geringste Tätigkeit scheint ihr enorm viel Energie abzuringen.
Früherkennung
Diese Liste von Warnzeichen zeigt, dass die geistigen Einbussen längst nicht allein das Erinnerungsvermögen betreffen. Alle Gehirnfunktionen können davon betroffen sein: Planung, Ausführung, Fähigkeit zu abstraktem Denken, Fähigkeit, eine Situation richtig einzuschätzen.
Wenn Sie solche Warnzeichen an sich oder an Angehörigen feststellen, bedeutet dies nicht automatisch, dass Sie an einer Demenz erkrankt sind. Auch andere Krankheiten, die einer Demenz ähnlich sind, u.a. Übermüdung oder Stresssituationen, hormonelle Störungen, Fehlernährungen, Infektionen, Hirnblutung, können für den Rückgang der geistigen Leistung verantwortlich sein. Die Diagnose ist schwierig. Selbsttests sollten deshalb höchstens dazu dienen, sich von der Notwendigkeit eines Arztbesuches zu überzeugen und keinesfalls, eine Selbstdiagnose zu stellen.
Die Entwicklung einer Demenz ist schleichend. Veränderungen von Fähigkeiten und Verhaltensweisen müssen immer im Vergleich zu früher gesehen werden. Wenn Sie diesbezüglich Zweifel haben oder sich Sorgen machen, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Es ist wichtig, genau abzuklären, wodurch die Symptome, die Ihnen auffallen, verursacht werden, damit die Störung optimal behandelt werden kann.
Haben Sie Fragen? Das Alzheimer-Telefonteam beantwortet Ihre Fragen gern. Rufen Sie an: 024 426 06 06!
In unserer Broschüre Vergesslich? Eine Abklärung hilft weiter finden Sie weitere Informationen zu Demenz, Warnzeichen und Abklärung.
Juni 2015