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Nach der
Lehre
[* 2] des S. ist die Welt eine Emanation
Gottes, der überall und in allem ist. Gott ist das allein existierende Wesen.
Das Ziel des Lebens ist das Aufgehen in Gott. Zu diesem Ziele gelangt man vermittelst verschiedener aufeinander folgender
Vollkommenheitsstufen, deren successive Erreichung den
Inhalt des Lebens im
Sinne des S. bildet. Vom Gesetz
ausgehend gelangt man durch stufenweise Vervollkommnung, innerhalb deren den ekstatischen Zuständen
(Hal) eine große Rolle
zukommt, endlich zur
Vereinigungmit Gott, welche das Ziel des S. ist.
Innerhalb der Bestrebungen des S. verliert das Gesetz des
Islams sowie das konfessionelle Leben überhaupt allen Wert
und alle Bedeutung. Um auf dem
Boden des
Islams möglich zu bleiben, hat der S. zu einer allegorischen Deutung des Gesetzes
seine Zuflucht genommen. Wie hinsichtlich der Formulierung der pantheïstischen
Lehre, so bieten die verschiedenen
Kreise
[* 3] des
S. auch hinsichtlich ihres Verhältnisses zum Ritualgesetz Abstufungen dar. Während die einen sich äußerlich
an das Gesetz halten, verkünden andere öffentlich die Lossagung von demselben. Es giebt demgemäß zweierlei Derwischorden,
welche, je nach ihrem Verhältnis zum Ritualgesetz, mit dem pers.-arab.
Namen Ba-schar (mit Gesetz) und Bi-schar (ohne Gesetz)
bezeichnet werden.
Wegen seiner pantheïstischen
Lehren
[* 4] sowie auch wegen seines Verhältnisses zu dem Gesetz traten die orthodoxen
Theologen dem S. feindlich gegenüber. Dies Verhältnis führte bereits sehr früh zur Verfolgung der
Autoritäten der pantheïstischen
Ketzerei. Unter diesen ist der berühmteste ein Wollkrempler
Namens Hallâdsch, der die Inkarnation
Gottes im vollkommenen
Menschen lehrte und im pantheïstischen
Sinne die Worte sprach:
Ich bin die Wahrheit
(d. i. Gott).
Seiner
Lehren wegen wurde er 922 hingerichtet. Viele orthodoxe
Autoritäten, unter welchen
Ghazali (s. d.) der bedeutendste
ist, bestrebten sich, den Formalismus der mohammed. Gesetzlehre mit sufischen Ideen zu
durchdringen, und schufen ein zwischen
S. und
Islam vermittelndes
System. Korporative Vertretung findet der S. in den zahlreichen
Orden
[* 5] derDerwische (s. d.), welche in ihren Regeln und
Lehren die verschiedenen
Richtungen des S. darstellen.
In ihnen ist aber auch der
Mißbrauch hervorgetreten, den arbeitsscheue
Menschen und Landstreicher mit den tief angelegten
Lehren des S. treiben.
Hauptort ist
Borgo (s. d.). Das
Thal, anfangs breit, folgt gegen
Osten einer tektonischen Linie, wendet
sich später in enger Schlucht südlich und mündet bei
Bassano in die oberital. Ebene. Die Suganathalbahn oder
Val-Sugana-Bahn
(65,135 km; 1896 eröffnet), eine
Lokalbahn von
Trient nach Tezze an der ital. Grenze, geht von
Trient (192,5 m) zuerst im
Thale des Suganaflusses und ersteigt die
Wasserscheide (471 m) zwischen Etsch und
Brenta, auf welcher
Strecke (10 km) zahlreiche
Kunstbauten und
Tunnels angelegt sind. Die Anlagekosten betragen 6 Mill.
Fl.
(spr. ßüschähr),Abt von St.
Denis, franz. Staatsmann, von niedriger Herkunft, trat 1196 zuerst im Dienste
[* 12] der
Abtei St.
Denis, dann 1118 und 1121 als Gesandter König
Ludwigs VI. beim Papst hervor. Er wurde 1122
Abt
und spielte bald eine wichtige und für die erstarkende franz. Monarchie nützliche Rolle
als Freund und erster
Berater des Königs. Auch dessen Sohn
Ludwig VII. vertraute dem bewährten Minister ganz und ließ ihn
als Reichsverweser zurück, als er 1147 ins
Heilige Land zog. Kraftvoll wahrte S. die
Rechte des Königs gegenüber der Willkür
der Feudalherren. Als
Ludwig VII. nach vielen
Verlusten ohne Erfolg heimkehrte (1149), rüstete S., ursprünglich kein Freund
des Kreuzzugs, zu einem zweiten, starb aber S. hat sich auch als Geschichtschreiber ausgezeichnet,
indem er eine «Vita Ludovici VI» (hg. von Molinier, Par.
1887) verfaßte. -
Vgl. Combes, L'abbé S. Histoire de son ministère et the son régime (Par. 1853);
Huguenin, S. et la
monarchie française au 12e siècle (ebd. 1857).
(lat.), ursprünglich die
Erweckung einer
Vorstellung durch eine andere («Suggestionsgesetz») der schott.
Psychologenschule), wurde zuerst von
Braid als Bezeichnung für gewisse Erscheinungen in der
Hypnose eingeführt. Wie schon
im gewöhnlichen Leben durch Sinneseindrücke gewisse entsprechende Gefühle (z. B.
beim Anblick von Ungeziefer
Hautjucken) entstehen können, wie andererseits durch Gefühle (z. B.
Angst) allerhand
Vorstellungen
ängstlicher Art ausgelöst werden, so finden sich derartige Wechselwirkungen ganz besonders in dem hypnotischen Zustande,
wo die
Suggestibilität gesteigert ist, wenigstens in gewissen Formen derselben. Bringt man z. B.
die
Hände eines Hypnotisierten in die Haltung wie beim Gebet, so entsteht in demselben lebhaft die
Vorstellung
des
Betens, das
Gesicht
[* 14] drückt eine andächtige Stimmung aus, die nicht
¶
mehr
von innen heraus entstanden ist, sondern von außen durch Händefalten; oder ruft man einer zur Hypnose disponierten Person
zu: «Schlafen Sie!», so verfällt dieselbe unter Umständen sofort in einen
entsprechenden Zustand, indem sie sich lebhaft denselben vorstellt (Fremdsuggestion oder Heterosuggestion, weil hier die
Vorstellung von einem fremden Willen angeregt wird);
oder denkt eine derartige stark disponierte Person
von selbst lebhaft an das Eintreten des hypnotischen Zustandes, so stellt sich derselbe alsbald ein (Autosuggestion).
Die
S. ist also ein Mittel, teils um hypnotischen Zustand herbeizuführen, teils um während und nach der HypnoseVorstellungen,
Gefühle, Empfindungen und vor allem entsprechende Handlungen entstehen zu lassen. Im hypnotischen Zustande
vermischen sich Auto- und Fremdsuggestionen fortwährend und bilden vereint die Hauptgrundlage der Erscheinungen insbesondere
der Handlungen Hypnotisierter. Glaubt ein solcher, sein rechter Arm sei gelähmt, so kann er ihn auch nicht bewegen, bringt
man ihm die Überzeugung bei, er fühle selbst die schmerzhaftesten Eindrücke nicht, so fühlt er auch
nicht.
Besonderes Interesse bieten die Hallucinationen (Erblicken von Gestalten, das Schmecken und Riechen von Dingen, die gar nicht
vorhanden sind), die sog. negativen Hallucinationen, z. B. das Nichterblicken von Personen, die unmittelbar im Gesichtskreis
des Hypnotisierten sich befinden, auf Befehl, die sog. Nachahmungsautomatie, d. h. das Nachahmen
vorgemachter Bewegungen. Von großer Wichtigkeit sind die sog. posthypnotischen S., z. B.
Handlungen, die erst nach Verscheuchung des hypnotischen Zustandes ausgeführt werden, nachdem während des letztern die
Aufforderung hierzu gegeben worden ist, oder in entsprechender Weise zu stande kommende Sinnestäuschungenu. dgl. m. Auf den
posthypnotischen S. beruht die Möglichkeit, gewisse krankhafte Zustände zu beseitigen, indem während
der Hypnose dem Kranken eingegeben (suggeriert) wird, er werde nach dem Erwachen dieselben nicht mehr darbieten, z. B.
keine Schmerzen mehr haben, gelähmte Glieder
[* 16] bewegen können.
Die Erfolge, die hierbei erzielt werden, sind zum Teil höchst überraschend, meist aber nicht von langer Dauer. Die Frage,
ob man auf diesem Wege auch pädagogisch einwirken könne, faule Kinder fleißig machen u. dgl., ist noch
nicht endgültig entschieden. Andererseits können durch posthypnotische S. auch Personen zu Verbrechen veranlaßt werden,
indem ihnen während der Hypnose befohlen wird, zu dieser oder jener Zeit nach dem Erwachen etwas zu stehlen u. dgl.
m. Diese Experimente gelingen bei unmoralischen Personen leichter als bei sittlich starken, und es ist überhaupt fraglich,
ob letztere auf diesem Wege zu Verbrechen veranlaßt werden können, da zweifellos ein Widerstand gegen die suggerierten Handlungen
innerhalb weiter Grenzen
[* 17] möglich ist. Ob auf dem Wege der posthypnotischen S. thatsächlich bereits Verbrechen
veranlaßt worden sind, ist durchaus zweifelhaft, so daß die Frage vorläufig nur ein theoretisches Interesse hat. -