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Jung, autistisch, und jetzt?
Ted ist 26 Jahre alt. Der Single lebt allein in Paris und hat eine Arbeit in einer Bibliothek gefunden, wo er dank seines aussergewöhnlichen Gedächtnisses die Klassiﬁzierungen in- und auswendig kennt. Auf den ersten Blick besteht sein Leben daraus, mit der Metro zur Arbeit zu fahren, zu arbeiten und danach wieder zum Schlafen nach Hause zu fahren. Doch sein Rhythmus ist in viele Rituale eingeteilt. Vom Aufstehen bis zum Schlafengehen wiederholt er täglich dieselben Handlungen: das gleiche Hemd anziehen, den gleichen Sitzplatz in der Metro auf-suchen, das gleiche Mittagessen ... Ted ist der Protagonist im Comic Ted, drôle de Coco.
Ted zählt zu den 25 Prozent der Erwachsenen mit Asperger-Syndrom, die sich beruflich und persönlich gut entwickeln. Eine solche Stabilität ist also keine Selbstverständlichkeit. Wie für alle Menschen ist der Übergang ins Erwachsenenalter auch für Personen auf dem Autismus-Spektrum ein wichtiger Schritt, der mit vielen Herausforderungen einhergeht: einen Partner finden, sich eine eigene Wohnung suchen, mit Geld umgehen lernen, eine Ausbildung und eine befriedigende Arbeit finden. Viele autistische Menschen fühlen sich damit überfordert, denn dazu benötigen sie Kompetenzen, die sie sich vielleicht (noch) nicht angeeignet haben.
Wenn bei autistischen Menschen diese kognitiven, affektiven und verhaltensbezogenen Besonderheiten (an)erkannt werden, stellen sie einen grossen Reichtum dar. In dieser Ausgabe des Psychoscope widmen wir uns den Lösungen, die sich heute abzeichnen, um diesen Menschen in einer entscheidenden Lebensphase die nötige Unterstützung anzubieten. Stichworte sind Ausbildung, soziale Unternehmen, Jobcoaching und therapeutische Begleitung.