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Im Rahmen einer Investorenkonferenz wirbt das Land mit Investitionsvorhaben im Wert von umgerechnet rund 27,5 Milliarden Euro. Fast sechs Jahre nach Beginn der Umbrüche habe Tunesien den wirtschaftlichen Wandel noch nicht erfolgreich vollziehen können, konstatierte Staatspräsident Beji Caid Essebsi am Dienstag zum Auftakt der Konferenz. Rund 2000 Teilnehmer aus 70 Ländern sollen nach Regierungsangaben die zweitägige Konferenz besuchen.
Die deutsche staatliche Förderbank KfW unterzeichnete am Dienstagabend Kredit- und Darlehensverträge in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro. Die Gelder sollen zur Finanzierung einer Meerwasserentsalzungsanlage und eines Photovoltaik-Kraftwerks verwendet werden.
Die von der tunesischen Regierung vorgestellten Projekte kommen vor allem aus den Bereichen Transport, Energie, Landwirtschaft und Tourismus.
"Die wirtschaftlichen Entwicklungen müssen mit der politischen Entwicklung Schritt halten", betonte die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde. Neben privaten Investoren versprachen Staaten wie Saudi-Arabien, Frankreich und Katar finanzielle Unterstützung in Milliardenhöhe. Die Europäische Union hatte bereits im September ihre finanzielle Hilfe für das nordafrikanische Land im kommenden Jahr auf 300 Millionen Euro erhöht.
Das Wirtschaftswachstum Tunesiens betrug laut Weltbank im vergangenen Jahr nur 0,8 Prozent. Die Rating-Agentur Moody's hatte dem Ursprungsland des Arabischen Frühlings erst vor wenigen Tagen einen negativen Ausblick beschieden.
(AWP)