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Cyber-Souveränität definiert die strategische Zukunft jeder Nation
Was im Privaten als Freiheit bezeichnet wird (die Freiheit im Privaten soll solange gelten wie die Freiheit der Anderen nicht leidet), wird auf Ebene Staat als Souveränität ähnlich definiert: Selbstbestimmung und Unversehrtheit – solange den anderen Staaten diese Eigenschaften im gleichen Masse zustehen.
Souveränität: Definition im Völkerrecht
Im Völkerrecht wird Souveränität als die grundsätzliche Unabhängigkeit eines Staates von anderen Staaten (Souveränität nach aussen) und als dessen Selbstbestimmtheit in Fragen der eigenen staatlichen Gestaltung (Souveränität nach innen) verstanden. Die äussere Souveränität eines Staates besteht somit in seiner Völkerrechtsunmittelbarkeit und heisst auch Staatssouveränität. Die innere Souveränität wird durch die Fähigkeit zu staatlicher Selbstorganisation bestimmt. Die Souveränität von wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Akteuren in einem Lande wird durch Verfassung und Gesetzgebung geregelt.
Die Vernetzung bedroht die Souveränität
Die bereits sehr hohe Vernetzung im Cyber-Space, welche durch Technologien wie Industry 4.0 und Internet of Things (IoT) weiterhin rapide zunehmen, führen dazu, dass faktisch mehr oder weniger alle Daten entweder über das Netz übertragen werden oder sogar im Netz gespeichert werden. Seit Snowden wissen wir, dass die Hard- und Software fast immer zusätzliche Funktionen hat, die es Dritten ermöglichen unter gewissen Bedingungen in die Daten zu sehen. Deshalb ist die Wissenshoheit heute in globalen Konzernen und dominanten Cyber-Nationen zentralisiert und viele kleine Nationalstaaten wissen weniger über ihr Land als diejenigen, welche Zugriff auf die zentralisierten Informationsbanken haben.
Lösungsansätze
Als Folge davon unterliegen die kleinen Nationalstaaten einer vollständigen Kontrolle durch die Mächtigen im Internet und können Ihre Souveränität nicht mehr frei leben: In Verhandlungen in schwacher Position, bezüglich Absichten und Geheimnissen verletzbar, bezüglich Demokratie manipulierbar und erpressbar.
Viele Staaten beginnen eigenständige Cyber-Security Produkte zu entwickeln und nationalisieren somit einen Teil ihrer Infrastruktur in der Hoffnung wieder Kontrolle zu erreichen. So z.B. die Niederlande im Dokument «Cyber security supply chain risk analysis 2015». Dabei wird die Kombination der Forschungs-, Innovations-, und Wirtschaftspolitik notwendig, damit wenigstens in ganz wichtigen Bereichen wieder eine erhöhte Souveränität erreicht werden kann.
1291 hatte Wilhelm Tell, wie von Friedrich Schiller 1804 in der gleichnamigen Novelle erzählt wird, mit seiner Armbrust dem Grossmachttyrannen Gessler die Stirn geboten und dadurch entscheidend dazu beigetragen, der Schweiz die Eigenständigkeit und Souveränität zu ermöglichen.
Wo bleibt Willy heute, mit seiner Digitalen Armbrust?
Prof. Dr. Bernhard M. Hämmerli, SATW und Hochschule Luzern - Informatik
Weiterbildungen (z.B. CAS CCNP, CAS CCNA, MAS IT-Network Manager, Information Security)
Prof. Dr. Bernhard Hämmerli
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