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Die meisten von uns haben nicht das Glück, Besitzer eines Eigenheims zu sein, sondern wohnen in einem Mehrfamilienhaus. Dabei ist es immer ein bisschen eine Glückssache, ob die Nachbarn ein Fluch oder ein Segen sind.
Du merkst, dass es sie gibt, wenn sie um 3 Uhr morgens nach Hause kommt und im Treppenhaus versucht, die Stufen leise mit ihren Absätzen zu treffen, ihr aber das Gegenteil gelingt. Wenn du Pech hast, hörst du sie anschliessend noch ungefähr 40 Minuten lang, weil sie in der Wohnung den Lichtschalter nicht findet und irgendwas umschmeisst. Ansonsten siehst du sie eigentlich nie, da sie, wenn du das Haus verlässt, noch schläft.
Kaum lässt du deine Wäsche drei Minuten zu lange in der Waschmaschine drin, kannst du dir sicher sein, dass er sie schonungslos rausholt und den nassen Klumpen einfach so auf die Ablage legt. Schliesslich ist jetzt seine Zeit! Kulanz ist für ihn ein Fremdwort.
Jeden Morgen erwachst du früher als du solltest, weil dich sein penetranter, lauter Raucherhusten weckt und du dir jedes Mal denkst, so wie der klingt, gibt er gleich den Löffel ab. Er raucht gefühlte drei Päckchen am Tag, zu jeder Jahreszeit. Denn wirklich jedes Mal, wenn du das Fenster zum Lüften öffnest, dringt Rauch vom Balkon unter dir rein, so dass du dich zwischen Passivrauchen und stickiger Luft im Zimmer entscheiden musst. Auch geniert er sich nicht, die Zigi gleich nach dem Verlassen der Wohnung anzuzünden, BEVOR er aus dem Haus raus ist, so dass das ganze Treppenhaus ständig nach Tabak stinkt.
Dieser Opa wohnt seit dem ersten Weltkrieg in diesem Haus und fühlt sich dementsprechend als Platzhirsch. Seine Frau hat die «wichtige Aufgabe» des Erstellens des monatlichen Wäscheplans für sich gepachtet, um allen anderen zu zeigen, wer der Chef im Haus ist. Die beiden sind chronisch mies gelaunt und schimpfen auf Gott und die Welt und ganz besonders auf die Nachbarn.
Entweder er rennt andauernd auf der Stelle, übt für seinen Dragqueen-Auftritt mit den lautesten Absatzschuhen, spielt Boccia oder schiebt die Möbel hin und her. Ruhig ist es in der Wohnung ob dir nie. Auch nicht in der Nacht, auch nicht am Sonntag um 8 Uhr früh.
Weil er in der Wohnung kein Platz mehr für seine Schuhe hat, breitet er sich einfach mal draussen vor der Tür aus. Irgendwann kommt eine Pflanze und drei offene Regenschirme dazu. Weil du gegenüber wohnst, wird dein Weg von der Tür bis zur Treppe immer mehr zu einem Hindernisparcours, doch das ist nicht sein Problem.
Es sind zwei Männer, die zwar beide schon lange 30plus sind, aber immernoch in einer WG leben. Die Kindsköpfe sind laut, rücksichtlos und auch noch ziemlich frech, wenn man ihnen dumm kommt. Denn schliesslich haben sie auf einen Zettel im Gang geschrieben, dass «heute eine Party steigt und es darum etwas lauter werden könnte». Die nette Variante lädt dich einfach zum Mitfeiern ein.
Wenn der kleine Joel-Liam nicht pennen kann, dann können das auch seine Eltern nicht. Und du. Weil sein Schlafzimmer direkt hinter deinem liegt. Das Problem: Anders als bei Nachbarn, die laut Musik hören, kann man Joel-Liam nicht bitten, etwas leiser zu heulen.
So, #w#emo#w6Q=##sche ist auch fertig gewaschen und aufgeh#emo#w6Q=##ngt Jetzt noch schnell #staubsaugen, weil wir nachher nach #bremen zur #waterfront wollen Heute Abend geht's dann mit Freunden lecker zum Mexikaner #emo#8J+NvQ==## #hausarbeit #w#emo#w6Q=##schewaschen #hwr #hauswirtschaftsraum #waschk#emo#w7w=##che #staubsauger #samstag #wochenende #shoppen
Als wäre es nicht schlimm genug, dass du nur all drei Wochen im Wäscheplan eingetragen wirst, lässt der Vorgänger auch ständig seine längst trockene Wäsche da hängen. Auf allen Leinen. Gopfriedstutz, andere brauchen den Platz auch! Imfall!
Er sieht noch schlimmer aus, als er riecht und immer, wenn du an seiner Wohnung vorbeiläufst, musst du dir die Nase zuhalten. Denn da gammelt der Assi inmitten von Pizzaschachteln, Bierdosen, Grasresten und bestimmt einigen Kakerlaken vor sich hin. Den Müll entsorgt er einmal im Monat, worunter auch du leidest.
Er wartet mit der Uhr in der Hand vor seiner Wohnungstür, um punkt 22.01 rauszustürmen, bei dir zu klingeln und dich darauf hinzuweisen, dass du jetzt keine Nägel in die Wand mehr einschlagen darfst, um ein Bild aufzuhängen. Weil Nachtruhe. Ihm ist alles zu laut, zu wild und zu schmutzig. Er ist so unentspannt, dass er sich sogar die Mühe macht, dir die Coop-Tüte mit dem Altpapier wieder vor die Tür zu stellen, weil du das Ganze nicht gebündelt hast.
Du wirst das unheimliche Gefühl nicht los, dass er ständig andere durch das Guggloch beobachtet und sich erst aus der Tür traut, wenn die Luft rein ist. Sollte es vorkommen, dass ihr euch im Treppenhaus begegnet, senkt er den Blick und läuft schnell an dir vorbei, ohne Hallo zu sagen. Trotzdem spürst du seinen Blick im Nacken.
Ihre Gefühle füreinander müssen raus. Und zwar laut. Wenns gut läuft, dann stöhnen und schreien sie, was das Zeug hält. Dazu schlägt das Bett eine gefühlte Ewigkeit gegen die Wand. Wenns schlecht läuft, fliegt das Geschirr und im Extremfall etwas aus dem Fenster.