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12. Dezember 1982: Dass die New England Patriots gegen die Miami Dolphins siegen, haben sie Mark Henderson zu verdanken. Der ist kein Footballer, sondern fährt im Stadion den Schneepflug.
Ein Football-Spiel geht in der Regel eher nicht mit 3:0 aus. Für einen Touchdown mit anschliessendem Field Goal gibt es ja bereits sieben Punkte. Aber die Partie zwischen den New England Patriots und den Miami Dolphins am 12. Dezember 1982 ist ja auch kein gewöhnliches Football-Spiel.
Heftige Regenfälle in den Tagen vor dem Spiel und ein Schneesturm am Spieltag selber sorgen für ein gefrorenes Spielfeld.
Der Klub offeriert jedem, der Schnee schaufelt, ein Gratis-Ticket und zehn Dollar obendrauf. Aller Einsatz reicht aber nicht: Es schneit so stark, dass die Schiedsrichter den Einsatz eines Schneepflugs erlauben, um für die Orientierung der Spieler wenigstens die 10-Yards-Linien freizulegen. Auch wenn es kein echter Pflug ist, sondern ein Traktor mit einer Bürste, geht das Spiel als «Snowplow Game» in die amerikanische Sportgeschichte ein.
Ein flüssiges Spiel kommt unter diesen Umständen nicht in Gang. Fünf Minuten vor dem Ende steht es nach wie vor 0:0. Da hat Patriots-Quarterback Steve Grogan eine zündende Idee. Er schlägt Coach Ron Meyer vor, dass der Fahrer des Schneepflugs doch eine Stelle räumen soll, um Kicker John Smith dessen Aufgabe zu erleichtern.
Mark Henderson wartet währenddessen neben dem Feld, bis das Spiel in der Kälte endlich vorbei ist. «Ich habe mir den Arsch abgefroren», sagt Henderson. Der 24-jährige Drogendelinquent sitzt zu der Zeit wegen Einbrüchen im Gefängnis und ist im Rahmen eines Arbeitsprogramms für Gefangene im Stadion, wo er als Abwart hilft. Henderson ist durchnässt, er hüpft auf und ab, um sich warm zu halten.
Coach Meyer findet Gefallen an der Idee seines Spielmachers. Er rennt zu Henderson, fuchtelt mit den Armen. «Er sagte mir: ‹Geh da raus und mache etwas!›», erinnert sich Henderson. «Ich wusste genau, was er meinte. Also bin ich auf meinen Traktor gesessen und aufs Feld gefahren.»
Henderson räumt einen Flecken vom Schnee, Kicker Smith schreitet zur Tat, trifft und sorgt für den knappen und späten 3:0-Heimsieg. Dolphins-Trainer Don Shula ist ausser sich. «Ich wäre am liebsten aufs Feld gerannt und hätte ihm eine geknallt», sagt er Jahre später. In der Saison nach dem «Snowplow Game» verbietet die NFL den Einsatz von Schneepflügen während eines Spiels.
Die Dolphins geben die Partie noch nicht verloren. Henderson schildert, was nach dem Field Goal geschieht: «Ich stand bei den Cheerleadern, wir sprangen und schrien vor Freude herum, es war grossartig. Da packte mich ein Assistenztrainer Miamis und sagte, dass ich das auch für sie machen müsse, sollte sich eine Gelegenheit ergeben.»
Dazu kommt es nicht, auch wenn sich die Miami Dolphins, damals ein Spitzenteam, nun als aggressive Haie zeigen. «Sie spielten in den letzten Minuten, als stünden ihre Haare in Flammen», beschreibt es Patriots-Line-Guard John Hannah. Das Spiel endet mit dem knappsten Resultat der NFL-Geschichte, eines von sechs 3:0. Mark Henderson erhält zum Dank einen Spielball, versehen mit Datum, Resultat und den Worten «A Clean Sweep».
Als die Patriots kurz vor Heiligabend 2001 eines ihrer letzten Spiele im alten Foxboro-Stadion austragen, wird Mark Henderson wieder eingeladen. Wie damals sind die Miami Dolphins der Gegner – und das Publikum bedankt sich mit einer Standing Ovation beim Schneepflug-Helden vergangener Tage.
Henderson hat eine Erklärung dafür, weshalb sich viele Fans der Patriots noch gut an ihn und das Spiel erinnern können: «Ausnahmsweise hat jemand anderes als ein Spieler, ein Coach oder ein Schiedsrichter eine wichtige Rolle gespielt. Es hätte du sein können, oder du oder du oder du. Jeder von uns wäre glücklich gewesen, die Aufgabe zu übernehmen.»
In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.
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30. Dezember 1981: 50 Tore in den ersten 50 Partien der Saison – eine geradezu mystische Bestmarke. Zwei Stürmer haben sie erreicht: Maurice «Rocket» Richard und Mike Bossy. Dann kommt in der Saison 1981/82 Wayne Gretzky und pulverisiert den Rekord.
Man hat es eigentlich nicht für möglich gehalten, was Wayne Gretzky leistet. «The Great One», der er damals freilich noch nicht ist, braucht in seiner dritten NHL-Saison bloss 39 Spiele für 50 Treffer. Ein wichtiger Grund für seine Produktivität ist Jarri Kurri. Der Finne stürmt in dieser Saison erstmals mit Gretzky in einer Linie – und sollte dies bis zu dessen Transfer nach Los Angeles im Sommer 1988 tun. Später folgt er Gretzky nach Los Angeles.
Nicht nur der Rekord ist verrückt. Auch die …