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Gewitter in der Schweiz und Gewitterradar
Gewitter – von dem einen gefürchtet und gehasst und von dem anderen faszinierend geliebt – sind meteorologische Erscheinungen. Meistens treten Gewitter nicht allein auf, sondern werden von Regen, Hagel oder auch stürmischen Winden begleitet. Gewitter sind kein Phänomen der Schweiz, sondern treten auf der ganzen Welt auf, vornehmlich im Sommer. Es gibt aber auch Wintergewitter, zu denen sich gern Schneeschauer gesellen. Ist eine hohe Luftfeuchtigkeit in der Troposphäre vorhanden, dann ist das schon die beste Voraussetzung für ein Gewitter. Durch hohe Bodentemperaturen steigen Luftmassen hoch und es bilden sich Quellwolken, in denen der Wasserstoff der Luft kondensiert. Dadurch wird wiederum Wärme frei und die Luftmassen steigen weiter. An den Seiten der Wolke wird Warmluft angesogen und die Gewitterwolke (Cumulus congestus) wächst in die Höhe. Das ist eine ganz grobe Darstellung, die Details und Zusammenhänge beim Entstehen eines Gewitters sind im Einzelnen noch viel komplexer.
Gerade in den warmen Sommermonaten kommt es in der Schweiz oft zu Gewittern, es handelt sich dann um die sogenannten Wärmegewitter. Die Erwärmung und das oben erwähnte Aufsteigen der warmen Luft werden durch das Oberflächenrelief in der Schweiz lokal begünstigt und es bilden sich sehr hohe Gewitterwolken. Durch die vorherrschenden Auf- und Abwinde werden zusätzlich elektrische Spannungen erzeugt, deren Abbau und Entladung jeder in Form von Blitzen kennt. Mit dem Gewitter einhergehend gibt es in der Schweiz häufig Regen, manchmal auch Sturm und Hagel.
Mit einem Gewitterradar, was besser unter dem Namen Niederschlagsradar bekannt ist, ist der Meteorologe in der Lage, innerhalb eines begrenzten Umkreises den Wassergehalt von Wolken zu messen. Das wiederum lässt Rückschlüsse bezüglich der zu erwartenden Gewittertätigkeit zu. Die Reichweite eines solchen Gerätes ist aufgrund der Erdkrümmung begrenzt und endet in etwa bei 300 Kilometern. Auch Niederschlag aus Wolken, die sich in einer Höhe von bis zu 200 Kilometern befinden, können vom Gewitterradar erkannt werden. Doch damit nicht genug, das Gewitterradar kann außerdem die Bewegung des Regens in der Wolke berechnen und zudem Windstärke und Windrichtung bestimmen. Hoch entwickelte und komplexe Technik macht all das möglich. Das Niederschlagsradar sendet Signale aus, die vom Regen zurückgeschickt werden. Dadurch ergibt sich eine bestimmt Intensität der Dichte der zurückgeschickten Signale, die wiederum in Bildern farblich dargestellt werden können. Aus diesen Aufzeichnungen lassen sich am Ende die Regen- und damit die Gewitterwahrscheinlichkeit ablesen.
Im Bereich der Schweiz arbeiten die Fachleute mit insgesamt drei solcher Radarstationen, die sich auf dem Albis, auf der Dole und auf dem Monte Lema befinden. Die Arbeit mit Niederschlagsradaren und damit verbunden mit Gewitterprognosen hat eine große Bedeutung. Neben der einfachen Wetterprognose, die der Normalverbraucher für die Urlaubs- und Ausflugsplanung nutzt, ergeben sich auch weitreichendere Nutzen, wie zum Beispiel für die Luft- und Raumfahrt. So werden Flüge durch Gewittergebiete erfolgreich vermieden und zu erwartende Risiken von Turbulenzen errechnet. Es werden Rückschlüsse auf zu erwartende Niederschläge in Form von Regen, Schnee und Hagel gezogen. Auch die Stärke und die Dauer der Gewitter und Unwetter können prognostiziert werden. Dadurch wiederum lässt sich die Flugsicherheit insgesamt erhöhen, was sicherlich in jedermanns Interesse liegt.