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Datum: 4. Mai 2010 «Esst mehr Butter und Käse!» Valentin Oehen, ehemaliger Forscher an der Versuchsanstalt Liebefeld und alt Nationalrat, ist der Meinung, dass der Milchmarkt nicht wegen eines zu grossen Angebots im Ungleichgewicht ist, sondern wegen einer zu geringen Nachfrage. von Alimenta Import Teilen Newsletter Input group with success Ihre E-Mail-Adresse Δ Der Verbrauch an Frischmilch und Butter ist auf ein Minimum gesunken, was die Gesundheit der Konsumenten gefährdet. Eine Zunahme des Konsums würde sich allseits positiv auswirken: - Würde jede Person pro Tag einen Deziliter mehr Milch konsumieren, bedeutete dies eine Erhöhung der Konsummenge um 292?000 Tonnen pro Jahr (mit 8 Mio. Einwohnern gerechnet). - Der Butterverbrauch von 5,4 Kilo pro Person und Jahr (2009) sollte aus gesundheitlichen Gründen mindestens verdreifacht werden. Bei 15 Kilo würde die Schweiz jährlich 120 Mio. Kilo Butter benötigen – eine Menge, die nicht aus dem eigenen Boden produziert werden könnte. - Ähnliches ist vom Käse zu sagen, wobei vor allem die Hartkäsesorten Emmentaler, Greyerzer und Sbrinz angesprochen werden. Der erwünschte Verzehr von 100 Gramm Käse pro Tag und Person entspricht einer Jahresmenge von 292?000 Tonnen, also rund dem Vierfachen der gesamten heutigen Hartkäseproduktion in der Schweiz. Der Verbrauch an Konsummilch pro Kopf der Bevölkerung war während des zweiten Weltkriegs vier Mal höher als heute, der Käsekonsum machte rund 50 Prozent des heutigen Verzehrs aus, und es wurde deutlich mehr Butter konsumiert. Gleichzeitig waren Zucker, Brot und Teigwaren aller Art in deutlich geringerer Menge verfügbar. Zugleich war es die hohe Zeit der Kartoffeln. Damit befand sich die Bevölkerung deutlich näher am Ideal einer kohlenhydratarmen Ernährung nach neueren Forschungsergebnissen als heute. Ab den 1960er-Jahren stimmten nicht nur die Lebensmittelkonzerne, sondern auch Ernährungswissenschafter und unbedarfte Mediziner ins Loblied auf Pflanzenfette (Margarine) und in die Warnungen gegen den Verzehr von Butter ein. Seither ging der Butter- und Frischmilchkonsum stetig zurück. Und dies, obwohl in all den Jahrzehnten immer wieder fundierte Publikationen in medizin-wissenschaftlichen Zeitschriften erschienen, welche die offiziell gewordene Wertung in Frage stellten, nahmen die Verantwortlichen der Milchwirtschaft den Ball nicht auf und verharrten in einer Art «schuldbewussten Schweigens», was die Qualität und den gesundheitlichen Nutzen des Milchfettes und des -eiweisses anbetrifft. Die immer weiter gehende Unterbewertung der Milch und ihrer wichtigsten Bestandteile hat zur heutigen katastrophalen Situation der Milchbauern im In- und Ausland geführt. Mit dem weiteren Absenken des Milchpreises, der forcierten Zucht von Höchstleistungstieren oder der Kostenoptimierung der Milchproduktion ist dem Problem nicht beizukommen. Dies sind Argumente, die belegen, dass der Weg der Produktionsbeschränkungen der Milch durch Abbau des Preises falsch ist. Vielmehr müsste durch gezielte Werbung der Konsum von Milch, Butter und Käse stärker gefördert werden.