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| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch VI.
27.
Doch, da wir angefangen haben, auch das, was Pythagoras dunkel in Vergleichen zu seinen Schülern gesprochen hat, darzulegen, so wollen wir es bis zum Schluß tun, weil die Häresiarchen daran gegangen sind, gleichfalls Vergleiche zu gebrauchen, freilich nicht ihre eigenen, sondern der Lehre des Pythagoras entnommene. Pythagoras gibt also seinen Schülern folgende Lehre: „Du sollst dein Bündel geschnürt haben“; wie diejenigen, die eine Reise tun wollen, ihre Kleider in ein Fell schnüren zum Reisegebrauch, so will er, daß seine Schüler bereit seien, mit allen Kenntnissen wohl versehen, weil in jedem Augenblick der Tod kommen könne. Daher lehrte er die Pythagoreer, sich regelmäßig bei Tagesanbruch selbst zu ermahnen, „das Bündel zu schnüren“, d. h. zum Sterben bereit zu sein. „Untersuche das Feuer nicht mit dem Schwert“, reize den Zornigen nicht durch Reden; dem Feuer gleicht der Zornige, dem Schwert die Rede. „Tritt nicht auf ein Riegelchen“, verachte Kleinigkeiten nicht. „Pflanze keine Palme ins Haus.“ Bringe keinen Streit ins Haus. Die Palme ist nämlich des Kampfes und des Zwistes Sinnbild. „Iß nicht vom Schemel.“ Befasse dich nicht mit einem Handwerk, auf daß du nicht dem hinfälligen Leibe [S. 163] dienest, sondern schaffe dir deinen Lebensunterhalt durch die Wissenschaft; dann wird es dir möglich sein, den Leib zu ernähren und die Seele besser zu machen. „Beiß nicht vom ganzen Brotlaibe ab.“ Nimm nicht vom Kapital, sondern lebe von deinen Einkünften, erhalte dein Vermögen wie ein unangebrochenes Brot. „Iß keine Bohnen.“ Nimm die Stadtverwaltung nicht an. Zu jener Zeit wurden die Beamten mittels Bohnen gewählt.