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Erfahren Sie mehr über die Geologie der Grotten, die Geschichte der Entdeckung oder studieren Sie den Höhlenplan der begehbaren Grotten.
Die Höllgrotten sind weltweit einzigartig. Andere Grotten entstanden in massivem Felsuntergrund durch unterirdisch abfliessendes Wasser, was jeweils Millionen Jahre dauerte. Die Höllgrotten hingegen bildeten sich an der Oberfläche in der vergleichsweise kurzen Zeit von rund 3000 Jahren und sie sind somit relativ «jung».
Gletscherflüsse aus dem Ägerital bildeten nach dem Ende der letzten Eiszeit, vor rund 18000 Jahren, das Lorzentobel. Das Wasser, das im Moorgebiet Neugrund in Menzingen versickerte, löste auf seinem zehn Jahre dauernden unterirdischen Weg viel Kalk und trat an der Stelle, wo sich heute die Höllgrotten befinden, in grossen Quellen aus den Tobelflanken aus. Das oberflächlich abfliessende Quellwasser setzte im Hangbereich grosse Mengen von Kalk ab und baute zwischen 8500 und 5500 Jahren vor heute einen riesigen Quelltuffberg auf. An der Oberfläche verkalkten Moospölsterchen, Farne, Zweiglein, Blätter und Sand – und es entstand Quelltuff, ein sekundäres Gestein. Der Tuffstock wuchs weiter ins Flussbett hinaus, worauf die Lorze den Hang unterspülte. Es bildeten sich Höhlungen und überhängende Partien. An einer Stelle kam es zum Einsturz, das herabsackende Gestein schloss im Bereich des heutigen Höhlenausgangs einen Hohlraum ein. Die restlichen Teile der Höhlen wurden allmählich eingeschlossen: Austretendes Quellwasser bildete Vorhänge aus Wurzeln und Moos, die rasch wuchsen und versteinerten. In den derart entstandenen Höhlen hinter dem Tuffvorhang kam es zur Tropfsteinbildung.
Der im Lorzentobel abgelagerte Tuff, leicht und porös, liess sich gut schneiden und wurde im 19. Jahrhundert zu Bauzwecken abgebaut, etwa zur Auskleidung des Eisenbahntunnels bei Bonstetten im Knonaueramt. Im Zuge dieser Arbeiten wurde 1863 die erste Grotte entdeckt. Sie war wegen der unterirdischen Seen schwer zugänglich. Der Tuffabbau wurde gestoppt, damit die Grotte erhalten blieb. 1885 ordnete der Sohn des Entdeckers, Ständerat Josef Leonz Schmid, den Bau eines Stollens an, um den Höhlensee in die Lorze zu entwässern. Seit 1887 sind die Höllgrotten öffentlich zugänglich; 1892 und 1902 wurden weitere Teile der Grotten entdeckt. Ständerat Schmid kaufte die angrenzenden Grundstücke, damit er 1903 sämtliche Höhlen zusammenführen und das Grottensystem für die Nachwelt erhalten konnte. Im Jahr 1917 wurde zwischen der unteren und der rund 40 Meter weiter oben gelegenen Höhlengruppe ein künstlicher Verbindungsstollen geschaffen, sodass die gesamten Höllgrotten heute in einem Rundgang besichtigt werden können.
Die Enkel des Entdeckers der Höllgrotten, Dr. Rudolph Schmid in Baar und Dr. Walter Schmid in Arbon, errichteten 1942 die Familienstiftung Höllgrotten. Die Stiftung bezweckt, die Höllgrotten als ungeteiltes Gut der Familie Schmid zu erhalten. Das Restaurant Höllgrotten und das umliegende Land befinden sich ebenfalls im Eigentum der Stiftung Höllgrotten. Zurzeit gehören dem Stiftungsrat an: Thomas Schmid, in Zug, als Präsident, Dr. Ivo Schmid, in Arbon, und Martin Schmid, in Luzern. Geschäftsleiter der Stiftung ist Heini Schmid, in Baar.
Sand und Mergel, von den Flüssen der Urzeit ins Vorland geschwemmt, bilden die tieferen Gesteinsschichten des Zugerlandes, auch Molasse genannt. Darüber lagerten die Gletscher der früheren Eiszeit Schichten von Geschiebe und Geröll ab. Kohlesäurehaltiges Regenwasser löste beim Durchströmen dieses kalkreichen Deckenschotters den Kalk. Die undurchlässige Schicht der Molasse lies das Wasser über die Schluchtwände des Lorzentobels hinabrieseln. Druckentlastung und Kohlesäureverlust des Quellwassers waren Ursache dafür, dass der Kalk als Tuff ausgeschieden wurde. Mit der Zeit bildete sich ein Vorhang, der dahinterliegende Hohlräume von verschiedenster Grösse abschloss. Der gesamte Tuffstock, in dem die Höhlen liegen, gehört in die geologische Periode der Gegenwart und dürfte vor 5'000 – 10'000 Jahren entstanden sein.
Tritt kalkreiches Wasser tropfenweise aus einer Spalte an der Decke aus, dann entstehen durch Kohlesäureverlust auf dem Tropfen Kristallkeime von Kalzit. Sie wandern auf der Tropfenoberfläche zurück zur Decke und setzen sich dort fest. Dadurch bildet sich der Ansatz eines Sinterröhrchens. Fliesst nun zusätzlich Wasser über die Aussenseite herunter, wird auch dort Kalk abgesetzt. Dadurch wird das Sinterröhrchen immer dicker, es verliert seine Zerbrechlichkeit und wandelt sich zum Stalaktiten (griech. stalactos = tropfend). Am Ende des Stalaktiten tropft das Wasser ab. Beim Aufschlagen auf dem Boden setzt der Tropfen ebenfalls den freiwerdenden Kalk ab und baut damit den Stalagmiten (griech. stalagmos = getropft). auf. Solche «Kerzen» können viele Meter hoch werden. Sie wachsen jedoch langsamer als die Stalaktiten.