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Fluggast beschwert sich beim Staat über englischsprechende Flugbegleiterin
Dass sprachliche Vielfalt auch zu Konflikten führen kann, zeigt das Beispiel dieses aufgebrachten Fluggastes aus Kanada. Mit einer Maschine von Air Canada flog Jean-Pierre Beaudoin von Québec nach Fort Lauderdale in Florida. Kanada ist neben Ahornsirup und Eishockey auch bekannt dafür, dass Englisch wie auch Französisch gesprochen wird.
Englisch oder Rausschmiss
Auch Beaudoin ist beider Sprachen mächtig. In der Businessclass sei er dann von einer Flugbegleiterin bedient worden, die nur Englisch sprechen konnte, wie «msn.com» schreibt. Offensichtlich ein Affront für den stolzen Kanadier.
Er bat um einen zweisprachigen Flugbegleiter, weil er sich auf Französisch unterhalten und bedient werden wollte. Die Flugbegleiterin teilte ihm dann, nach einem Gespräch mit einem ihrer Arbeitskollegen, mit, dass das nicht möglich sei. Sie sei für diesen Bereich zuständig, werde ihn bedienen und wenn ihm das nicht passe, habe er die Freiheit, das Flugzeug zu verlassen.
«Kochte innerlich»
Das war nicht die Antwort, die sich Beaudoin wünschte. «Es brachte mein Blut zum Kochen. Ich dachte: Wir sind in Québec. Der Flug stammt aus Québec. Es war keine Wahl für mich, das Flugzeug zu verlassen» erzählt er gegenüber «TVA Nouvelles».
Als er erneut darauf bestand, auf Französisch bedient zu werden, kam ein weiterer Mitarbeiter an Bord des Flugzeuges und teilte ihm nochmals eindringlich mit, dass er entweder auf Englisch bedient werde, während des Fluges, oder eben: Das Flugzeug verlassen könne. Ob dieser ein Angestellter der Airline war oder des Sicherheitspersonals des Flughafens, weiss der gekränkte Kanadier nicht.
Kein Support anderer Passagiere
Er blieb sitzen und hielt die englische Bedienung aus – antwortete aber während des gesamten Fluges auf Französisch. «Es geht ums Prinzip», beharrt er. Auch habe er auf Unterstützung der anderen Passagiere gehofft, aber niemand habe sich für ihn eingesetzt.
Komplett unverständlich für ihn sei ausserdem, dass der zweisprachige Service vorhanden gewesen wäre, aber halt nicht in dem Bereich, in dem er gesessen hätte. Die anderen Mitarbeiter, die der französischen Sprache mächtig waren, hätten auch nicht angeboten seinen Service zu übernehmen, auch wenn es nicht ihre Abteilung sei. Dass die einzige Möglichkeit gewesen sein soll, das Flugzeug zu verlassen, lässt er so nicht gelten.
Gesetz sieht zweisprachigen Service vor
Im Anschluss an den Flug legte der Fluggast Beschwerde bei den kanadischen Sprachbehörden ein. Bei der Airline verzichtete er auf eine Beschwerde. Er traue deren Beschwerdeprozess nicht.
Seine Forderung ist auch nicht ungewöhnlich. Air Canada unterliegt seit ihrer Privatisierung im Jahr 1988 nämlich dem Amtssprachengesetz. Gemäss diesem Gesetz verpflichtet sich die Fluggesellschaft zur Aufrechterhaltung der Sprachverpflichtung. Aufgrund solcher Versäumnisse wie auf besagtem Flug gehen jedes Jahr Beschwerden gegen das Unternehmen ein.
Der Vertrag sieht auch je nach Flugzeugtyp eine Mindestanzahl zweisprachiger Mitarbeiter vor. Sein Wunsch auf eine Bedienung auf Französisch hätte demnach möglich und sichergestellt werden sollen. Was die Behörde nun zu tun gedenkt, ist unklar.
Wie findest du das Verhalten des Passagiers? Gerechtfertigt oder übertrieben – diskutiere in den Kommentaren.
(roa)
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