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Aufgrund der Mobilität von Mensch und Tier konnten sich in den letzten Jahrzehnten diverse Infektionskrankheiten rasant verbreiten. Eine Krankheit, die Tierärzten in unseren Breiten immer mehr Sorgen bereitet, ist die Leishmaniose.
Dabei handelt es sich um eine unheilbare Infektionskrankheit, die erst Monate oder sogar Jahre nach der Infektion ausbricht und tödlich ausgehen kann. Die Zahl der Leishmaniosefälle hat in der Schweiz in den letzten Jahren stark zugenommen. Ein Grund dafür sind der Import von Hunden aus dem Mittelmeerraum sowie von Hunden, die mit ungenügender oder ohne Prävention in die Sommerferien in den Süden mitgenommen werden und sich vor Ort infizieren. Es wurden in der Schweiz und Deutschland aber auch schon Hunde mit Leishmaniose identifiziert, die nie im Süden waren. In solchen Fällen spricht man von autochthonen Fällen. Eine definitive Erklärung für diese Fälle gibt es bisher nicht, aber andere Faktoren wie Bluttransfusionen, direkter Kontakt mit infizierten Wunden, Hundebisse oder Bisse durch andere Insekten (zum Beispiel Zecken oder heimische Sandmücken) könnten theoretisch eine Rolle spielen. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass sich das Risiko einer Infizierung in der Schweiz erhöhen wird, je mehr infizierte Hunde unter uns leben.
Die Ursache der Leishmaniose ist ein Infektionserreger namens Leishmania, ein einzelliger Parasit, der während der warmen Sommermonate von blutsaugenden Sandmücken (Phlebotomus) auf Hund und Mensch übertragen wird. Heimisch (endemisch) sind die Leishmanien im gesamten Mittelmeerraum, von Portugal bis in die Türkei. Neben Hunden dienen vor allem Nager, Füchse und andere Wildtiere als Reservoir. Die Sandmücken sind nur wenige Millimeter gross und halten sich tagsüber an kühleren und feuchten Orten auf. Am aktivsten sind sie nachts und wenn es windstill ist. Sie werden auch durch Licht, Wärme und Kohlendioxid angezogen, weshalb man sie oft in bewohnten Gebieten antrifft.
Wie wird eine Leishmaniose nachgewiesen?
In den meisten Fällen werden Leishmania-spezifische Antikörper mittels einer Blutuntersuchung (ELISA oder IFAT) nachgewiesen. Da die Qualität der Testmethoden variieren kann, empfehlen wir die Blutproben von professionellen Labors untersuchen zu lassen. Sind Organe (beispielsweise Haut, Lymphknoten, Niere) betroffen, können die Mikroorganismen mittels diversen Tests an Biopsieproben (zum Beispiel PCR) auch direkt identifiziert werden. (…)
Den vollständigen Artikel von Dr. med. vet. Patrick Hensel finden Sie im «Schweizer Hunde Magazin» 6/16.