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Auflösung
Auflösungsberechnung Drucken?
Auf den ersten Blick scheint die Druckerwelt ein Buch mit sieben Siegeln zu sein, doch es ist gar nicht so kompliziert. Zuerst wollen wir anschauen, was wir wissen müssen, um für einen Flyer oder Plakat die notwendige Auflösung für ein gutes Druckergebnis zu berechnen.
- Auflösung des menschlichen Auges
- Betrachtungsabstand vom Druckergebnis
- Kameraauflösung
- Masseinheit Inch
Faktor Menschliches Auge
Wie weit dürfen zwei Punkte voneinander entfernt sein, damit sie das menschliche Auge noch als einzelne Punkte erkennt? Dies hängt davon ab, wie weit das Auge von den zwei Punkten entfernt ist. Je weiter das Auge von den Punkten entfernt ist, um so weiter auseinander müssen sie sein, um noch auseinander gehalten werden zu können. Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage kann demnach nicht in Millimenter, Zentimeter oder Meter angegeben werden, sondern in einem Winkel.
Betrachtungsabstand
In der Praxis heisst das, dass je weiter das Druckergebnis vom Auge entfernt ist, je weiter müssen die Punkte voneinander entfernt sein, um noch als einzelne Punkte erkannt werden zu können. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass je weiter das Auge vom Gedruckten entfernt ist, die einzelnen Punkte immer weniger als Punkte, sondern als homogene Fläche gesehen werden.
Winkelauflösung
Die Auflösung unseres Auges nimmt also mit der Betrachtungsdistanz zum Druckergebnis ab. Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass das menschliche Auge eines normal sehenden Menschen eine Winkelauflösung von einer Bogenminute hat, also der sechzigste Teil eines Grades. Dies entspricht gerundet 0,0167 Grad (1 Grad / 60 = 0.016666666...). Mithilfe dieses Winkels, der Tangens und dem Betrachtungsabstand kann die effektive Auflösung (Punkteabstand) nun berechnet werden.
(Winkelauflösung tan) * Betrachtungsabstand = Punkteabstand
Einen Flyer oder eine Broschüre halten wir zum Lesen in der Regel mit einem Abstand von ca. 30 cm vor unserem Auge. Der maximale Punkteabstand, so dass ein normal sehender Mensch die einzelnen Punkte als Fläche sieht, berechnet sich demnach wie folgt:
(0,0167 Grad tan) * 30 cm = 0,87 cm
Dots per inch (dpi)
Nun muss das Ganze noch in "dpi", auf deutsch "Punkte pro Zoll", umgerechnet werden. Ein Inch entspricht 2.54 cm. Die Formel für die Umrechnung auf "dpi" lautet:
2.54 cm / 0.87 cm = 291 dpi
Formel
Das Ganze muss natürlich nicht so kompliziert hergeleitet werden. Hier nun die komplette Formel in Meter:
Auflösung in "dpi" = 0.0254 m / (0.0167 Grad tan * Betrachtungsabstand in Meter)
Druckauflösung
Untenstehende Tabelle kann als Faustregel für die Druckauflösung herangezogen werden (siehe dazu auch weiter unten ("Zu Beachten").
Produkt
Betrachtungsabstand
Bildauflösung
Flyer, Broschüren
0.3 m
ca. 300 dpi
Poster, Plakate bis Din A2
1 m
ca. 100 dpi
Plakate Din A1, A0
2 m und mehr
|ca. 50 dpi|
|Grossflächenplakate||5 m und mehr||ca. 20 dpi|
Druckformate
Anhand der "dpi-Werte" können nun die Druckformate anhand der horizontalen und vertikalen Kameraauflösung errechnet werden. Die Formel dafür lautet:
Horizontale Druckauflösung = Kameraauflösung / dpi * 1 Inch
Vertikale Druckauflösung = Kameraauflösung / dpi * 1 Inch
In der nachfolgenden Tabelle sind die maximalen Druckformate, ausgehend von den Auflösungen unserer Kameras, für die verschiedenen Druckauflösungen aufgeführt.
Kamera
Auflösung
300 dpi
|100 dpi||50 dpi||20 dpi|
Nikon D850
8256 * 4640px
70 * 39 cm
|2.1 * 1.2m||4.2 * 2.4m||10.5 * 5.9m|
Nikon D750
|6016 * 4016px||51 * 34 cm||1.5 * 1.0m||3.1 * 2.0m||7.6 * 5.1m|
Nikon D300
4288 * 2848px
|36 * 21cm||1,1 * 0.7m||2.2 * 1.4m||5.5 * 3.6m|
|Olympus PEN-F||5184 * 3888px||44 * 33 cm||1.3 * 1.0m||2.6 * 2.0m||6.6 * 4.7m|
Info: DIN A3 = 297*420mm / DIN A2 = 420*597mm / DIN A1 = 594*841mm / DIN A0 = 882*1247
Tipps
Interpolation
Sollen sehr grosse Druckformate mit einer hohen Druckauflösung realisiert werden, können die Bilddateien interpoliert werden. In diesem Verfahren wird die Pixelanzahl der Bilder erhöht, indem neue Pixel in das Bild eingefügt werden. Die Werte dieser Pixel werden anhand der Werte der benachbarten Pixel errechnet. Mit der bikubischen Interpolation von Photoshop werden weiche Tonwertabstufungen errechnet, was sehr gute Ergebnisse bringt. Der Prozess kann wiederholt werden, wenn dazwischen das Bild geschärft wird. Merke: Je besser die Qualität des Ausgangsbildes, desto besser das Resultat.
Grafiken Schriften Logos
Die Auflösungsberechnungen im Hauptartikel beziehen sich auf fotografisches Bildmaterial. Um bei Grafiken, Schriften und Logos randscharfe Ergebnisse zu erzielen, verdoppeln Sie die "dpi-Werte" oder verwenden Sie Vektordateien.
Kontrast
Die errechneten Zahlen im Hauptartikel beziehen sich auf einen maximalen Kontrast von schwarzen Punkten auf weissem Hintergrund. Sind die Punkte z.B. grau auf beigem Hintergrund, können sie vom menschlichen Auge nicht mehr auseinander gehalten werden, obwohl sie anhand obiger Formel berechnet wurden.
Pixel per Inch
Die Bezeichnung ppi (pixel per inch) wird im Umfeld von Ausgabegeräten wie Drucker, Belichter etc. nicht verwendet. Da diese Geräte Punkte ausgeben, wird hier der Name dpi (dots per inch) verwendet. Anders sieht es bei den Eingabegeräten aus. Hier werden Pixel dargestellt. Der Wert ppi definiert also die Anzahl der Pixel pro inch und zeigt somit die Auflösung des Eingabegerätes.
Drucker mit exorbitanter Auflösung
Heutige Consumer Drucker machen bis zu 9600 dpi. Warum? Gemäss unserem Hauptartikel, hat das menschliche Auge nur eine beschränkte Auflösung. Wenn wir nun ein Bild mit über 8000 Pixel Kantenlänge auf ein Fotopapier mit 10 cm Kantenlänge mit 300 dpi ausdrucken wollen, was theoretisch ausreichen würde, könnte also nur jedes 7. Pixel für den Druck berücksichtig werden. Das Bild könnte damit nicht ausreichend detailliert dargestellt werden (es wäre, als wenn alles mit einem extremen Weichzeichner überzogen worden wäre) und eine realistische Darstellung der Farben könnte nicht gewährleistet werden. Wird das Foto jedoch mit 2097 dpi gedruckt, wird jedes Pixel berücksichtigt.