Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03600.jsonl.gz/2588

Elisabeth Müller-Bühler setzte sich als Mitbegründerin der Basler Sektion des Staatsbürgerlichen Verbands katholischer Schweizerinnen (STAKA) für die Einführung des Frauenstimmrechts ein. Sie war in Riehen als Sozialarbeiterin tätig und initiierte 1961 das Unternehmen Clubhaus, das später zur Entstehung des Freizeitzentrums Landauer führte.
Tochter des Franz Josef Bühler (Jurist) und der Elisabetha Louise Maria, geborene von Moos. Heirat 1942 mit Charles Ferdinand Müller (stellvertretender Staatsanwalt) (1902–1975). Zwei Söhne.
Elisabeth Bühler wurde am 10. Mai 1913 in Luzern geboren. Im Alter von 29 Jahren heiratete sie am 16. Juli 1942 den stellvertretenden Staatsanwalt Charles Ferdinand Müller in Basel.
Im November 1945 beteiligte sich Müller-Bühler am ersten Treffen der politischen Arbeitsgemeinschaft katholischer Schweizerfrauen. Anlass für die Versammlung war die im Kanton Basel-Stadt auf 1946 angesetzte dritte Abstimmung über die Einführung des Frauenstimmrechts. Ziel der neu gegründeten Organisation war die Förderung der politischen Schulung der Frauen und die Vernetzung mit anderen, ähnlich ausgerichteten Frauenvereinigungen. Das Frauenstimmrecht in Basel wurde 1946 zum dritten Mal abgelehnt. In der Folge unterbrach die Arbeitsgruppe ihre Tätigkeiten bis im Herbst 1947. Einige Frauen gründeten die Basler Sektion des Staatsbürgerlichen Verbands katholischer Schweizerinnen (STAKA). Bei der konstituierenden Sitzung am 13. Januar 1948 wurde Müller-Bühler als Beisitzerin in den Vorstand gewählt, dem auch Marie-Mathilde Freuler-Bühler, Alice Kälin, Ursula Kaiser und Hedwig Lutz-Odermatt angehörten. Der Verband setzte sich für die staatsbürgerliche Erziehung und Mitarbeit der Frau in allen staatlichen Belangen ein. Die Mitglieder bildeten Arbeitskreise, organisierten Führungen durch soziale und kulturelle Institutionen und zeigten an öffentlichen Veranstaltungen Präsenz.
1954 zog das Ehepaar Müller-Bühler an den Hungerbachweg 47 in Riehen und erhielt vier Jahre später das Riehener Bürgerrecht.
Elisabeth Müller-Bühler war Mitglied der Pierre-Abbé-Gruppe, der sogenannten Freunde von Emmaus, die sich nach dem Vorbild des französischen Obdachlosenpfarrers um Menschen in Notsituationen kümmerten. Sie betreute eine sozial benachteiligte Familie, die in einer der Notwohnungen neben der Riehener Landauerkirche wohnte. Anfang der 1960er-Jahre beschloss Müller-Bühler, für die Kinder aus dieser Nachbarschaft einen Ort der Begegnung und des Spiels zu schaffen, und gründete das Unternehmen Clubhaus. In der Kiesgrube und ehemaligen Abfalldeponie eröffnete sie 1967 die provisorische ‹Baracke›, wo sie Bastel- und Spielnachmittage veranstaltete. Auch die Pfadfinder und die Gegenseitige Hilfe nutzten die Räumlichkeiten des sogenannten ‹Clubi› für ihr Programm. Aus dem Clubhaus entwickelte sich das 1977 eröffnete Freizeitzentrum Landauer.
Elisabeth Müller-Bühler starb am 15. November 2009 in Riehen.
Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 4.1.2023
Archiv der Sektion Basel des Staatsbürgerlichen Verbandes Katholischer Schweizerinnen (STAKA): PA 893.
Dick-Briner, Liselotte: Die Freizeitanlage Landauer. In: Jahrbuch z’Rieche 1981. S. 90–105.
Heitz, Dominik: Freiraum für Spiel und Begegnung. In: Jahrbuch z’Rieche 2016. S. 50–55.