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Mit der Energie und Verbissenheit, mit der seine Bergarbeitervorfahren im Erzgebirge Kohle und Metall schürften, geht er den Silberadern der Poesie in fremden Sprachen nach […]. Die Sorgfalt jedoch, die er dem Deutschen angedeihen lässt, ist nicht kleiner. Kein Wunder, dass er einer der schärfsten Kritiker der unglückseligen Rechtschreibreform wurde. Der Übermut der Ämter, der Kunze schon in der DDR zur Verzweiflung brachte, empört ihn – siehe den Oktroi der neuen Ortografie – im vereinigten Deutschland nicht minder.
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Corino, Karl
Daß […] die Frage einer Rechtschreibreform gestellt werden durfte, scheint ebenso unabweislich. Man konnte also etwa überlegen, ob man um die Leiden der Legastheniker und anderer orthographisch Leidgeprüfter zu heilen nicht wieder eine gemäßigte Kleinschreibung einführt, wie sie etwa mutatis mutandis im Mittelalter gepflogen wurde und von manchen zeitgenössischen Autoren benutzt wird. Eine solch radikale Reform […] wollten die Expertenkommission und die deutsche Kultusministerkonferenz nicht wagen. Die Lösung, die der deutschen Sprachgemeinschaft schließlich oktroyiert wurde, ist ebenso undemokratisch wie teuer und widersinnig in vielen Details. […] Was nach der Lektüre von Kunzes Büchlein bleibt, ist die Empörung über die freche Gängelung der deutschen Sprachgemeinschaft durch eine Handvoll Kulturbürokraten und über den Verlust an sprachlicher Feinjustierung, einer Feinjustierung, die niemand missen möchte, für den unser geliebtes Deutsch ein geistiges Präzisionswerkzeug bildet.
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