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Seraina ist nun seit über einem Jahr in der Kita Regenbogen. In dieser Zeit hat sie sich in die Gruppe integriert und zeigt nun Beziehungspräferenzen zu anderen Kindern. Im Verlauf des letzten Jahres war eine deutliche Präferenz zu Tilla, Enric, Lotta und Lilly zu erkennen, welche sich mal mehr und mal weniger im Alltag durch Spielinteraktionen zeigte.
Beziehungen sind für die Entwicklung von grosser Wichtigkeit. Anders als die Beziehung zu Erwachsenen fehlt in den Kindergesellschaften (Peergroup) das Macht- und Kompetenzgefälle.
In der Kindergemeinschaft lernt Seraina Beziehungen aufzunehmen und aufrechtzuerhalten. Sie lernt auch, dass Beziehungen länger andauern können oder nach einem Unterbruch wieder aufgenommen werden können.
Die vertrauten Interaktionen mit ihren Freunden geben Seraina Resonanz über ihre eigenen Bildungsprozesse. Die Resonanz bewirkt eine Überprüfung der eigenen Theorien über die Welt und gleicht diese mit der sozialen Umwelt ab.
Anders als die Beziehungen zu Erwachsenen, erlebt Seraina die Beziehungen zu anderen Kindern als geprägt von Irritierbarkeit und dass die Existenz der Beziehung vom eigenen Verhalten abhängt. Innerhalb der Kindergemeinschaft erfährt Seraina alle grundlegenden Varianten der sozialen Beziehungen, welche auch in ihrem späteren Leben eine Rolle spielen
All diese Aspekte heben hervor, wie wichtig das Beziehungsgeflecht für Seraina ist. Folgend ist es von hoher Bedeutsamkeit für die pädagogische Fachkraft, Kenntnisse über Serainas Präferenzbeziehungen zu erlangen. Die bildungsorientierte Portfolioarbeit gibt Instrumente vor, wie die bevorzugten Beziehungen dokumentiert werden und so für die Planung der pädagogischen Arbeit genutzt werden können.
Doch warum nicht Seraina fragen, wer denn ihre Freunde sind?
Dazu dient das Ressourcen-Atom als geeignete Methode.
Seraina liegen Fotos von den ihr bekannten Kindern vor. Ein Foto von ihr selbst liegt mittig auf dem Blatt. Darauf ist das Ressourcen-Atom aufgezeichnet (siehe Kreise). Sie selbst steht im Zentrum des Kreises. Um sie herum darf Seraina nun die Kinder legen, welche sie am liebsten mag. Zielgerichtet nimmt sie sich Fotos und legt sie nah zu ihrem eigenen oder etwas weiter weg. Innert kürzester Zeit konstruiert Seraina eine Aufstellung ihrer Freunde.
Diese Tätigkeit scheint Seraina grosse Freude zu bereiten. Sie wiederholt das Ausbreiten der Fotos und kommt auch dann auf das selbe Ergebnis.
Verfasserin: Marie-Christine