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Ich wuchs im Südsudan auf, in der Region, in der die Menschen versklavt wurden, die CSI befreit. Wie sie bin ich vom Stamm der Dinka und spreche die Dinka-Sprache.
Dass ich mich auch mit den arabischen Befreiern unterhalten kann, hat mit dem Kriegsausbruch im Sudan von 1983 zu tun. Damals floh ich als 20-Jähriger zuerst in die Hauptstadt Khartum und dann weiter nach Ägypten. Später wanderte ich mit meiner Frau in die USA aus.
Ich kenne CSI seit den 1990er Jahren. Südsudanesische Flüchtlinge in Ägypten erzählten mir vom Sklavenbefreiungsprogramm. 2013 wurde ich von CSI als Projektmanager angestellt. Ich organisiere den Empfang der befreiten Sklaven und bin dafür zuständig, dass jeder ehemalige Sklave Hirse, eine Milchziege und einen Startsack erhält. Besonders aufwendig ist die Hungerhilfe, für die ich ebenfalls vor Ort sein muss.
Ich koordiniere auch die CSI-Projekte in Nigeria. Als Afrikaner ist es für mich einfacher als für Europäer, mich in diesem krisengeschüttelten Land zu bewegen.
Für mich ist die Arbeit eine Berufung. Eine meiner Nichten wurde 1985 von arabischen Milizen entführt. Sie ist bis heute nicht aufgetaucht. Dieses Familienschicksal spornt mich an, dranzubleiben, bis alle südsudanesischen Sklaven befreit sind.
Aufgezeichnet von Reto Baliarda