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Langfristige Beeinträchtigungen durch Tuberkulose
Eine Tuberkulose schlägt erheblich auf die Lungenfunktion, sowohl in der Akutphase als auch danach. Der Einfluss auf Kapazität und Ventilation hängt dabei unter anderem davon ab, wie sensibel die Erreger auf Medikamente sind.
Tuberkulose (Tbc)-Überlebende leiden oft noch Jahre nach ihrer Infektion an Überbleibseln der Tbc. Studien schätzen dabei, dass rund die Hälfte der ehemaligen Tbc-Patienten an einer post-TB-Lungenerkrankung leiden. Auch ihr Sterberisiko ist im Vergleich zur Gesamtbevölkerung erhöht.
Metaanalyse untersuchte Einschränkungen der Lungenfunktion nach Tbc
Zur Messung der Lungenfunktion nach Tbc wird üblicherweise die Spirometrie eingesetzt. Eine neue Meta-Analyse untersuchte nun, wie häufig Patienten mit einer austherapierten Tbc-Infektion Einschränkungen in der Spirometrie zeigen (1). 54 Studien mit den Daten von mehr als 14.000 Patienten hatte die deutsche Arbeitsgruppe für ihr Review gesichtet.
Analysiert wurden Prävalenz, Art und Schwere der spirometrisch gemessenen Lungenfunktionsstörungen nach Tbc, wobei die Autoren zwischen der medikamentensensiblen Tbc und der Infektion mit multiresistenten Erregern unterschieden.
Bei den Patienten mit sensiblen Erregern ergab die Spirometrie eine Einsekundenkapazität (FEV1) von durchschnittlich 76,6 Prozent und eine forcierte Vitalkapazität (FVC) von 81,8 Prozent. Resistente Keime führten hingegen zu einer stärkeren Beeinträchtigung (65,9 % FEV1 resp. 76,0 % FVC).
Die Metaanalyse weist einige Schwächen auf
Obstruktive Ventilationsstörungen lagen bei 22 Prozent der Patienten mit sensiblen und 19 Prozent mit multiresistenten Tbc-Erregern vor. Restriktive Störungen wiesen 23 bzw. 22 Prozent der Patienten auf.
Der grösste Unterschied fand sich mit bei den gemischten Ventilationsstörungen (15 bzw. 43 Prozent der Patienten). Nach GOLD(Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease)-Kriterien hatten bis zu 15 Prozent der Betroffenen eine schwere Beeinträchtigung ihrer Lungenfunktion. Der Zeitpunkt der Spirometrie beeinflusste das Ergebnis: Unter und nach Tbc-Therapie nahm die Restriktion eher ab und obstruktive Ventilationsstörungen zu.
Die Autoren weisen auf einige Schwächen der Metaanalyse hin. So fehlten Daten zum Raucherstatus und zu Komorbiditäten, ausserdem unterschieden sich die Qualität der Spirometrie und das Design der einzelnen Studien erheblich. Nichtsdestotrotz unterstreiche die Studie die Auswirkungen der Tbc auf die Lungenfunktion – vor allem bei einer Infektion mit multiresistenten Erregern.