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Oscar Tuazon (*1976 in Seattle) hat die zwei Holzskulpturen «Erector» und
«I Put Food on the Table» in den Jahren 2011 / 2012 geschaffen, die nun in der Vasarely-Halle im Zellweger Park ausgestellt sind. Zuvor waren in der Schweiz bereits anlässlich verschiedener Ausstellungen seine eigenwilligen und intelligenten künstlerischen Arbeiten zu sehen gewesen. So etwa 2008 in Bern, wo er als Co-Kurator (mit Clémentine Deliss) an der Sommerakademie im Paul Klee-Zentrum eine Ausstellung in einem auf dem Feld vor dem Zentrum ausgehobenen Loch organisierte («Dragged down into lower case»). 2010 fand dann in der Kunsthalle Bern eine eindrückliche Einzelpräsentation statt, wobei die Institution sich in ihrem Innern von kraftvollen Verstrebungen, Strukturen aus Holzbalken, buchstäblich durchdrungen sah. Ein Gebilde, das autonom sein wollte und doch sich mit der Physis des Raums, in welchem es präsentiert wurde, eng verschränkte.
Tuazons Interventionen im Kunstraum sind roh, gleichzeitig prekär und aggressiv, dabei verweisen sie auf poetische Art genauso auf die neuere Skulpturengeschichte wie auf die Gegenkultur der 1970er Jahre und auf andere spekulative oder utopische Ideen rund um Behausung, um Überlebensstrategien und das «Sheltering». In einer in die Kunst eingeführten Ästhetik der urbanen Grauzonen behauptet sich ein sensibler Geist, der auf Kommunikation vertraut. Anlässlich der 54. Biennale in Venedig (2011) schuf Oscar Tuazon einen sogenannten «Parapavillon» im Freien, in den sogenannten «Giardini» des mit den traditionellen Nationenpavillons bestückten Geländes. Tuazon baute eine labil aussehende Struktur, eine Art Kartenhaus aus Zement, in dessen Innern ein Soundpiece von Asier Mendizabal zu hören war, während eine der Aussenwände ganzflächig von Ida Ekblad bemalt worden war. Zum Werk gehörte auch eine sich erbarmungslos mit einem Baum verzahnende Plattform mit Scheinwerfern, die an Polizei- oder Grenzwachen erinnernd sich gleichwohl einladend als Bühne an die andern sensiblen Künstlergeister der Biennale richtete. Hier fanden während der Ausstellung Konzerte, Diskussionen und verschiedene Performances statt.
Oscar Tuazons Werke thematisieren auch immer wieder die körperliche Arbeit und umkreisen eine Elementarität von Materialien und Formen, die bereits ihre Ablagerungen in unserem Unterbewusstsein hinterlassen haben: «I use my body for something, I use it to make something. I make something and I pay for it and I get paid for it», ist der Titel eines Werkes, das er 2010 im Migros Museum gezeigt hat, und das aus einer am Boden liegenden, wie ein Biskuit zerbröselnden Zementplatte besteht. Bice Curiger