Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/84891

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Medikamente der Grundversicherung müssen wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein. Die Wirtschaftlichkeit wird aufgrund des Vergleichs der Medikamentenpreise mit anderen verwendungsfertigen Arzneimitteln und der Preisgestaltung im Ausland beurteilt. Bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit eines Originalpräparates sind die Kosten für Forschung und Entwicklung angemessen zu berücksichtigen. Dies ist nicht bestritten.</p><p>Auch wenn die umliegenden Länder der Schweiz nicht mit dem Länderkorb übereinstimmen, welcher für die Preisvergleiche herangezogen wird, ersuche ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Welches sind die 25 in der Schweiz am meisten verkauften Medikamente (Angabe der Menge)?</p><p>2. Welches sind die Fabrikabgabepreise bzw. die Konsumentenpreise dieser Medikamente in der Schweiz und in den Nachbarländern (Deutschland, Italien, Österreich, Frankreich)?</p><p>3. Welche der obenerwähnten 25 Medikamente werden in der Schweiz hergestellt?</p><p>4. Welche durchschnittliche Mehrbelastung in Franken ergibt sich pro Jahr für die Grundversicherung aus den Preisdifferenzen Schweiz/Nachbarländer?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der folgenden Tabelle lassen sich die 25 in der Schweiz meistverkauften Arzneimittel, welche durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung vergütet werden, entnehmen. Die Reihenfolge der Präparate resultiert aus der Überprüfung der in der Schweiz im Jahr 2007 meistverkauften Packung des jeweiligen Arzneimittels auf Basis Fabrikabgabepreis. Die verwendeten Daten stammen aus der internationalen Datenbank der Intercontinental Marketing Services Health GmbH, Hergiswil, eine Datenquelle, welche die Angaben der Pharmaunternehmungen zusammenfasst. Sie wurden dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) vom Branchenverband Interpharma zur Verfügung gestellt, da die Pharmaunternehmen nicht zu einer systematischen Datenlieferung verpflichtet sind. Der Gesamtumsatz der 25 meistverkauften Arzneimittel in der Schweiz belief sich im Jahre 2007 auf 730 Millionen Franken. Gesamthaft beliefen sich die Ausgaben der obligatorischen Krankenpflegeversicherung für Arzneimittel auf rund 4,3 Milliarden Franken. Betreffend Umsatz pro Arzneimittel in der Schweiz liegen dem BAG keine Zahlen vor.</p><p>1. Arzneimittel: Sortis; Hersteller: Pfizer;</p><p>2. Nexium Mups; AstraZeneca;</p><p>3. Pantozol; Altana Pharma AG;</p><p>4. Seretide; GSK Pharma;</p><p>5. Plavix; Sanofi-Aventis;</p><p>6. Efexor; Wyeth;</p><p>7. Symbicort; AstraZeneca;</p><p>8. Zyprexa; Eli Lilly;</p><p>9. CoAprovel; Sanofi-Aventis;</p><p>10. Humira; Abbott;</p><p>11. Seroquel; AstraZeneca;</p><p>12. Cipralex; Lundbeck;</p><p>13. CoDiovan; Novartis Pharma;</p><p>14. Remeron; Organon;</p><p>15. Atacand Plus; AstraZeneca;</p><p>16. Enbrel; Wyeth;</p><p>17. Glivec; Novartis Pharma;</p><p>18. Zurcal; Nycomed;</p><p>19. Aprovel; Sanofi-Aventis;</p><p>20. Atacand; AstraZeneca;</p><p>21. Cosaar Plus; MSD-Chibret;</p><p>22. Rebif; Serono;</p><p>23. Herceptin; Roche Pharma Schweiz;</p><p>24. Cosaar; MSD-Chibret;</p><p>25. Avonex; iogen Dompé.</p><p>2. Die Preisbildung für die durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung zu vergütenden Arzneimittel der Spezialitätenliste erfolgt anhand des Vergleichs mit anderen auf der Spezialitätenliste aufgeführten Arzneimitteln und der Preisgestaltung im Ausland. In erster Linie werden dabei Deutschland, Dänemark, die Niederlande und Grossbritannien als Referenzländer herangezogen (Hauptländerkorb); erst subsidiär kommt ein Vergleich mit Österreich, Frankreich und Italien in Betracht.</p><p>Die Auslandpreise werden dem BAG mit dem Gesuch um Aufnahme in die Spezialitätenliste, bei den ordentlichen Überprüfungen (nach drei Jahren und nach Patentablauf bzw. fünfzehn Jahre nach Aufnahme) und bei Indikationserweiterung sowie bei allfälligen ausserordentlichen Überprüfungen mitgeteilt. Dem BAG stehen daher diese Preise nicht ständig und bezogen auf alle auf der Spezialitätenliste aufgeführten Arzneimittel zur Verfügung, sondern nur dann, wenn die Überprüfung eines konkreten Arzneimittels erfolgt. </p><p>Der nachfolgenden Tabelle sind die Fabrikabgabepreise (FAP) und die Publikumspreise (PP) der meistverkauften Arzneimittel in der Schweiz (Stand April 2008) sowie die FAP in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Grossbritannien zu entnehmen, soweit diese dem BAG anlässlich der letztjährigen ausserordentlichen Preisüberprüfung (betrifft Medikamente mit Aufnahmedatum 1993 bis 2002) von den Herstellerfirmen bekanntgegeben wurden. Verglichen wurde auf Basis des FAP der jeweils meistverkauften Packung bzw. Dosierung in der Schweiz. Preisüberprüfungen und -vergleiche erfolgen stets auf der Basis der FAP, da ein Vergleich der PP infolge der unterschiedlichen Margensysteme der verschiedenen Länder nicht vorgenommen werden kann. Aus diesem Grund verfügt das BAG generell nicht über die entsprechenden PP.</p><p>Die FAP in Österreich, Frankreich und Italien wurden anlässlich dieser ausserordentlichen Überprüfung nicht erhoben und können deshalb nicht angegeben werden. Festzuhalten ist aber, dass die Aussagekraft von Referenzpreisen in diesen Ländern beschränkt ist, da einerseits die Produkte nicht überall erhältlich sind und andererseits die Preisbildung teils regional (Italien) funktioniert, teils mit Rückzahlungslösungen (Frankreich) verbunden ist, sodass kein eigentlicher "offizieller" Preis besteht, der abgefragt werden könnte.</p><p>Die Auslandpreise basieren auf dem Stand vom 1. Oktober 2007 und wurden mit den Wechselkursen 100 DKK = 22.11 SFr., 1 Euro = 1.65 SFr., 1 Dollar = 2.43 SFr. in Schweizerfranken umgerechnet.</p><p>Präparat: FAP CH; PP CH; FAP DK; FAP D; FAP NL; FAP GB:</p><p>Sortis: 176.62; 224.35; 221.21; 182.84; 184.01; 213.84;</p><p>Nexium Mups: 213.57; 267.90; 225.34; 147.26; 159.97; 187.45;</p><p>Pantozol: 111.14; 147.25; 100.82; 88.79; 110.57; 97.47;</p><p>Seretide: 131.32; 171.00; 119.04; 137.54; 97.33; 132.44;</p><p>Plavix: 218.41; 273.60; 274.45; 263.85; 226.12; 225.24;</p><p>Efexor: 24.89; 45.70; 28.63; 39.80; --; 26.68;</p><p>Symbicort: 91.08; 123.65; 90.48; 89.27; 80.19; 80.80;</p><p>Zyprexa: 192.53; 243.10; 207.93; 299.87; 166.60; 168.93;</p><p>CoAprovel: 152.71; 196.20; 153.46; 141.42; 126.19; 125.87;</p><p>Humira: keine Angaben vorhanden;</p><p>Seroquel: 390.81; 476.60; 345.23; 416.39; 368.89; 400.78;</p><p>Cipralex: 138.04; 178.95; 126.78; 154.04; 119.39; 111.00;</p><p>CoDiovan: 156.49; 200.65; 182.51; 141.42; 118.55; 137.00;</p><p>Remeron: 28.95; 50.50; 25.51; 33.63; 22.49; 40.80;</p><p>Atacand Plus: 132.03; 171.85; 139.13; 124.66; 102.94; --;</p><p>Enbrel: 807.08; 966.80; 1028.41; 1160.86; 848.30; 760.13;</p><p>Glivec: 3603.50; 3935.75; 4069.30; 4148.10; 3911.41; 3897.91;</p><p>Zurcal: 111.20; 147.35; 100.82; 88.79; 110.57; 97.47;</p><p>Aprovel: 105.68; 140.85; 116.36; 102.94; 99.05; 93.56;</p><p>Atacand: 121.24; 159.15; 106.91; 120.88; 104.25; --;</p><p>Cosaar Plus: 36.50; 59.35; keine Angaben vorhanden;</p><p>Rebif: 1952.65; 2245.25; 2041.61; 2058.28; 1917.30; 2097.77;</p><p>Herceptin: 3189.50; 3511.80; 3057.44; 3182.40; 3255.00; 2903.95;</p><p>Cosaar: 117.76; 155.05; 119.39; 114.26; 107.70; 95.26;</p><p>Avonex: 1424.35; 1665.85; 1675.22; 1739.94; 1569.65; 1589.03.</p><p>3. Dem BAG sind einzig die antragstellenden Firmen bekannt. Es liegen keine Angaben darüber vor, ob diese ihre Produkte teilweise oder vollumfänglich in der Schweiz herstellen lassen. Von den aufgeführten Firmen haben einzig Roche und Novartis ihren Hauptsitz in der Schweiz.</p><p>4. Diese Frage kann aufgrund der fehlenden Angaben zu den Preisen in Frankreich, Italien und Österreich nicht beantwortet werden. Festzuhalten ist aber, dass die im letzten Jahr durchgeführte ausserordentliche Preisüberprüfung der Spezialitätenliste-Arzneimittel, bei denen vorher kein Auslandpreisvergleich vorgenommen wurde, dazu geführt hat, dass auch ohne Vergleich mit den angefragten Nachbarländern eine massive Kostenreduktion erreicht werden konnte. Gerade die obenaufgeführten Beispiele zeigen, dass sich die Schweiz im Durchschnitt des Länderkorbs eingefügt hat bzw. einfügen wird, sobald die Preisanpassungen, die bei grossen Preisdifferenzen in zwei Etappen erfolgen (1. März 2008 und 1. Januar 2009), ihre Wirkung entfalten. Damit sollten keine "Ausreisser" mehr vorhanden sein, und das Preisniveau in der Schweiz hat sich dem Ausland angepasst. </p><p>Die Vorstösse mit Tabellen und Grafiken können heruntergeladen werden unter: Ratsbetrieb / Curia Vista / Vorstösse mit Tabellen und Grafiken, die in der Geschäftsdatenbank nicht abgebildet werden können.</p>  Antwort des Bundesrates.