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Zwischen 1870 und 1900 wuchs die Bevölkerung von Delémont von 2300 auf über 5000 Einwohner. In der Stadt lebten damals so viele Deutschsprachige, dass sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts sogar als zweisprachig galt. Im Quartier zwischen der Route de Moutier, der Rue Auguste-Quiquerez und der Sorne stehen heute noch zahlreiche Arbeiterhäuser, die um die Jahrhundertwende für die wachsende Bevölkerung erbaut worden sind.
Meist handelt es sich um alleinstehende Häuser, oft für zwei Familien, die nach dem Vorbild der zehn Häuser der «Cité Meister» an der Rue Courte erbaut wurden. Dieser Wohnungstyp, bei dem jede Familie ihren eigenen Garten hat, kombiniert wie bei den englischen Gartenstädten die Idee der verdichteten Siedlung mit jener der individuellen Wohnung. Wenige Schritte weiter an der Rue Morépont illustrieren aneinander gebaute Häuser einen anderen architektonischen Ansatz. Hier wurde versucht, jede Wohneinheit durch einen privaten Eingang zu individualisieren und die Häuser so von Mietskasernen abzuheben. Eine solche «Kaserne» für acht Familien stand übrigens an der Route de Courroux, wurde unterdessen allerdings abgerissen.
Einige Firmen wie beispielsweise Von Roll betrieb damals eine mitarbeiterfreundliche Wohnbaupolitik. Sie waren besorgt um eine geeignete Unterkunft für ihre Angestellten. An den verschiedenen Haustypen lassen sich die beruflichen Positionen ihrer Bewohner ablesen. So boten die fünf Doppelvillen an der Rue du Progès mit ihren geschwungenen Mansardendächern den Familien höherer Angestellten ein Zuhause.
Baujahr: 1890; 1915
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Arbeiterhäuser
AdresseRue Courte; Rue du Progrès, 2800 Delémont
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz