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Konzeption und Struktur
Halten Sie fest, worum es in Ihrem Text geht. Skizzieren Sie einen roten Faden, halten Sie ein Konzept fest oder eine Botschaft, die in Ihrem Text vorkommen oder vermittelt werden soll.
Gliedern Sie den Text mit einer vorgegebenen Struktur oder entwickeln Sie eine geeignete Struktur in Haupt-, Ober- und Untertiteln.
Arbeiten Sie auch im Fliesstext mit Absätzen. Diese dienen auch der Leserschaft, gedankliche Pausen zu machen und das Gelesene zu verarbeiten.
Machen Sie sich bereits in der Konzeptionsphase Gedanken über das Erscheinungsbild (Bilder, Schriften, Farben, Formate). Das äussere Erscheinungsbild soll zur Gliederung und zur Textart passen.
Stellen Sie sicher, dass die Konzeption vollständig, logisch aufgebaut und nachvollziehbar ist.
Auf das Mass kommt es an
Schreiben ist eine Tätigkeit, die Sie alleine machen und für andere sichtbar wird. Halten Sie sich immer vor Augen, dass Sie den Text für den Leser schreiben und nicht für sich. Die Leserschaft bleibt am Text, wenn die Schilderungen anschaulich und konkret ist.
Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.n.n.
Die richtigen Worte
Erstellen Sie eine Liste der Worte, die Sie verwenden wollen und solche, die Sie auf jeden Fall vermeiden wollen. Die oberste Maxime in schriftlichen Arbeiten: Jedes Wort soll Sinn tragen.
Die richtige Syntax
Grundsätzlich gilt: kurze, einfach verständliche Sätze zu schreiben. Vermeiden Sie Schachtelsätze, zu lange Aufzählungen oder zu lange Worte. Ein optimale Satzlänge umfasst 10 bis 20 Worte. Hat ein Satz mehr als 25 Worte, muss er aufgeteilt werden. Werden Haupt- und Nebensätze verwendet, dann nur so, dass sie nicht missverstanden werden und keine Doppel- oder Mehrdeutigkeiten interpretiert werden.
Unsere Orthographie kennt 7 Satzzeichen: Punkt, Komma, Semikolon, Gedankenstrich, Ausrufezeichen, Fragezeichen, Doppelpunkt. Nutzen Sie diese als wirkungsvolle Instrumente für den Transfer Ihrer Botschaft.
Sie können den Satz mit dem Subjekt beginnen oder auf vier andere Arten:
… mit den Umstandsangaben.
… mit dem Objekt.
… mit einem kurzen vorangestellten Nebensatz.
… mit einem verstärkenden Ausdruck.
Schwierig anmutende Sätze oder Passagen lesen Sie laut und langsam vor. Sind Sie mit einem Satz nicht zufrieden, stellen Sie dessen Syntax um.
Die richtige Semantik
Denken Sie daran: Sie wissen erst, was Sie geschrieben haben, wenn Sie erfahren, was der Leser verstanden hat. Wählen Sie eine aktive Sprache, vermeiden Sie also passive Formulierungen. Aktiv formulierte Sätze muten dynamischer und lebendiger an. So bleibt der Leser dran und kann sich gedanklich schneller in die Handlung einfinden. Schaffen Sie mit geeigneten Adjektiven eine Welt für den Leser.
Vermeiden Sie Füllwörter. Nutzen Sie diese Worte NUR in der Ausnahme und um Akzente zu setzen:
- anscheinend, ausnahmslos, augenscheinlich, ausdrücklich
- bei weitem, besonders, bestenfalls, bestimmt
- demgegenüber
- echt, eigentlich, einfach, einigermaßen, einmal, endlich, erheblich, etwa, etwas
- fast, folgendermaßen, fortwährend, fraglos, freilich
- ganz gewiss, ganz und gar, gelegentlich, genau, gerade, geradezu, gesagt, gewiss, gewissermaßen, gewöhnlich, gleichsam, grundsätzlich, gänzlich
- hervorragend, hier und da
- im Prinzip, in Wahrheit, in aller Deutlichkeit, in der Regel, in diesem Zusammenhang, in etwa, in gewisser Weise, infolgedessen, inzwischen, irgendwann, irgendwie, irgendwo
- kaum, keinesfalls, keineswegs
- letzten Endes, letztendlich
- mal, man könnte sagen, manchmal, maßgeblich, mehrere, meist, meistenteils, mutmaßlich, möglicherweise
- nachhaltig, natürlich, nicht wahr, nichtsdestotrotz, nichtsdestoweniger, nie, niemals, normalerweise, nun, nur
- offenbar, offenkundig, oft, ohne Umschweife, ohne Zweifel
- plötzlich, praktisch
- regelrecht, relativ, ruhig
- schon, sehr, selbstredend, seltsamerweise, sicher, sicherlich, sogar, sogleich, sonst, sozusagen, streng
- unbedingt, ungefähr, unlängst, unsinnige, ursprünglich
- vergleichsweise, vielfach, vielleicht, vollkommen
- wahrscheinlich, weitgehend, wenige, wenigstens, wieder, wieder einmal, wirklich wohl
- ziemlich, zugegeben, zweifellos, zweifelsohne
Der richtige Kontext
Setzen Sie das Geschriebene in einen eindeutigen Kontext und vermeiden Sie damit Doppel- oder Mehrdeutigkeiten. Schaffen Sie Klarheit und Ordnung in Ihre Gedanken und sortieren Sie diese in Ihrem Text für mehr Nachvollziehbarkeit.
Denken Sie daran, für die Leserschaft greifbar, konkret, anschaulich und eindeutig zu schildern. Nutzen Sie Redewendungen und Zitate im richtigen Zusammenhang – So viele wie nötig, so wenig wie möglich.
Sinn- und formgebende Hinweise
Akzente setzen
Setzen Sie Akzente, um Ihre Persönlichkeit und Echtheit zu unterstreichen. Akzente werden durch Zitate, Ironie, Humor oder einer überraschenden Pointe gesetzt. Da ist auch das eine oder andere Füllwort von vorher willkommen.
Akzente verleihen Ihrem Text eine persönliche Note und unterstreicht Ihre Echtheit. Akzente sind wie eine Handschrift – einzigartig und einmalig.
Schreibfluss vs. Pausen
Sind Sie im Schreibfluss, schreiben Sie und achten Sie nicht auf die Uhr. Haben Sie eine Blockade, machen Sie eine Schreibpause und beschäftigen sich mit Dingen, die nicht mit dem Thema Ihrer schriftlichen Arbeit zu tun haben.
Der eine schreibt besser unter Zeitdruck, der andere braucht Zeit, damit sich die Gedanken in Worte formen lassen. Setzen Sie sich zu Beginn Ihrer Arbeit einen realistischen Zeitplan und Etappenziele, die genügend zeitlichen Puffer und Reserve haben. Denken Sie beim Zeitplan auch an die Korrekturschlaufen.
Wo ein Anfang, da ein Ende
Jeder Text braucht eine Einleitung und ein würdiges Ende. Entwickeln Sie Ideen für den Auftakt und den Abschluss Ihrer Gedankenreise. Mit den geschriebenen Worten führen Sie die Leserschaft auf eine Reise: Sie müssen Ihre Erwartungen klären und abschliessend ein Fazit, eine Konklusion oder einen Ausblick geben.
Korrektur- und Feedbackschlaufe
Planen Sie genügend Zeit für die Korrektur- und Feedbackschlaufe ein.
Legen Sie fest, ob Sie ein Lektorat, eine Redaktion oder ein inhaltliches Feedback wünschen. Je nach dem, müssen Sie andere Personen anfragen. Bekommen Sie einen Text zur Lesung, fragen Sie nach, was der Autor / die Autorin wünscht.
Lektorat: Korrektur von Orthografie und Grammatik, tlw. Nutzung von Worten.
Redaktion: Struktur und Form des Textes, Inhalt und Nutzung von Worten, Zitaten, Redewendungen.
Inhaltliches Feedback: Zusammenhang, Logik, Richtigkeit und Reflexion des Geschriebenen.
Bevor Sie den Text in die Korrektur- und Feedbackschlaufe geben, nutzen Sie die integrierte Rechtschreibprüfung, Thesaurus und automatische Silbentrennung. Nutzen Sie auch weitere Hilfsmittel wie Duden, Enzyklopädien, Lexika, etc.
Legen Sie den Text einige Tage beiseite und lesen ihn nochmals durch bevor er zur Korrektur geht. Achten Sie dabei auf regelmässige, wiederkehrende Worte. Markieren Sie diese und suchen mit den Thesaurus nach geeignetem Ersatz.
Last but not least: Geben Sie Ihren Text erst in die Korrektur- und Feedbackschlaufe, wenn Sie fertig sind.