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Erdbeben
Was passiert, wenn die Erde bebt?
Erdbeben nennt die Fachwissenschaft der Seismologie die messbaren Erschütterungen der Erdkruste. Wenn auf dem Meeresboden Material aus dem Erdinneren nach oben drängt, werden die großen Kontinentalplatten der Erdkruste mit einer Geschwindigkeit von 2 bis 20 cm pro Jahr auseinandergeschoben. Durch diese Kontinentaldrift wächst z.B. der Himalaya mit einer Geschwindigkeit von aktuell etwa 2cm pro Jahr, weil hier die indo-australische und die eurasische Kontinentalplatte aufeinandertreffen
Diese Theorien sind seit Anfang des 20. Jahrhunderts allgemein anerkannt; bis heute ist jedoch keine genaue Vorhersage von Erdbeben möglich. Stattdessen werden Angaben über die Wahrscheinlichkeit des Eintritts gemacht und Vorläuferphänomene analysiert. Da die bekannten Vorläuferphänomene nach Intensität und Zeit jedoch stark variieren, sind auch sie keine Grundlage für sichere Prognosen.
Erdbebengefährdet sind besonders die Gebiete, in denen sich die Spannungen der Kontinentaldrift ruckartig entladen. Erdbeben werden nach der freigesetzten Energiemenge (Magnitude) und den angerichteten Schäden (Intensität) gemessen. Die dafür von Charles Francis Richter (1900- 1985) entwickelte und erstmals 1935 angewendete Richterskala wird in den Medien häufig als "nach oben offen" charakterisiert und soll damit von anderen Skalen, z.B. der Intensitätsskala, abgegrenzt werden. Der Meßbeginn der Richterskala liegt im Bereich des nicht mehr spürbaren Bebens,das sich mit einer Häufigkeit von bis zu achttausendmal am Tag ereignen kann.
Auch im deutschsprachigen Raum gibt es einige seismisch aktive Zonen. Das aktivste Gebiet ist die Kölner Bucht, in die sich der Druck der afrikanischen Platte auf die eurasische Platte weiterleitet. Diese Zone reicht von den Beneluxländern bis zum Oberrheingraben bei Basel.
Das Erdbeben mit der stärksten bisher gemessenen Magnitude ereignete sich 1960 im chilenischen Valdivia, nach der Richterskala lag die Stärke bei 9,5. Auf rund 1000 Kilometern Länge brach die Erdkruste; der entstehende Riss bewegte sich mit 3,5 km/s weiter. Ein etwa 200 Kilometer breiter Block brach ruckartig ab und wurde etwa um 20 Meter nach Westen bewegt. Die dabei freigesetzte Energie verschob sogar die Erdachse um drei Zentimeter.