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Das globale Dealvolumen wuchs im 1. Vierteljahr 2010 um 33% auf 224 Transaktionen, verglichen mit dem Vorquartal (169 Deals). Dies ist der erste Anstieg seit dem 2.Quartal 2009. In Relation zum 1.Quartal 2009 erhöhte sich das Volumen um 8%. Wertmässig legten die Deals sogar um 334% auf 43,2 Mrd Dollar zu (im Vergleich zum Vorquartal). Dies ist zwar immer noch weniger als die Hälfte des Spitzenwerts des 2.Quartals 2008; es ist seit dem 1.Quartal 2007 jedoch die dritthöchste Summe. Der durchschnittliche Wert der abgeschlossenen Deals lag im 1. Quartal 2010 bei 515 Mio Dollar, dies ist der höchste Wert seit dem 2. Quartal 2008.
Europa ist am aktivsten
Europäische Firmen übertreffen über den gemessenen Zeitraum deutlich die Kauf- und Verkaufstransaktionen von US-amerikanischen Unternehmen. Während europäische Firmen im 1. Quartal 2010 73 grenzüberschreitende Deals tätigten, kamen Firmen aus den USA nur auf 27. Seit 2007 führten sie weniger Transaktionen durch als europäische Firmen, und auch wertmässig gelang es ihnen nur in den ersten Quartalen 2007 und 2010, Unternehmen aus Europa zu übertreffen. Allerdings sind die USA stark bei den Top-Ten-Deals vertreten.
Die Gründe für die geringen Aktivitäten aus den USA sind vielfältig: US-amerikanische Unternehmen suchen oftmals Ziele in den Wachstumsmärkten; die Landesgrösse zwingt sie nicht dazu, auch ausserhalb der Grenzen andere Unternehmen zu kaufen; und aufgrund von kulturellen Differenzen (wenn auch nie als Hinderungsgrund angegeben) werden heimische Unternehmen als Dealpartner bevorzugt.
Darüber hinaus sind Länder, die einen Währungsvorteil haben, eher auf der Käuferseite zu finden. Des Weiteren sind noch die Sorge über eine ansteigende Inflation, eine Abwertung der Währung und steigende Rohstoffpreise Gründe dafür, dass Firmen aus den USA finanzielle Mittel eher für schwerere Zeiten zurückhalten.
Global betrachtet, fanden im 1. Quartal 2010 50% der Käufe und 40% der Verkäufe in/von Europa aus statt. Auffällig ist, dass europäische Firmen verstärkt US-Unternehmen kaufen, und dies nicht nur in grossen Deals, sondern auch in einer Reihe von kleineren Transaktionen.
Lebensmittel starker Sektor
In der Gruppe der BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China) stach Russland im 1. Quartal 2010 durch viele inländische Deals heraus (14 von 17 Deals waren innerhalb von Russland), China zog die meisten ausländischen Investitionen an (sechs Deals), und Indien führte bei Investitionen ins Ausland (drei Deals). Brasilien verzeichnete acht Deals ohne weitere Auffälligkeiten.
Stärkster Subsektor der Deals in der Konsumgüterindustrie war im 1. Quartal 2010 die Lebensmittelbranche. Die Anzahl der Deals in diesem Segment wuchs um 40 (+39%) auf 143 Deals im Vergleich zum Vorquartal. Wertmässig stiegen sie um 695% auf 26,6 Mrd Dollar, hauptsächlich aufgrund der Akquisition von Cadbury durch Kraft für 19,1 Mrd Dollar. Obwohl der Lebensmittelsektor im Schnitt über alle Quartale hinweg 63% der Deals ausmachte, werden weitere erwartet, vor allem solche, die Kernbereiche oder den Bereich Gesundheit/Wellness stärken. Im Getränkesegment erhöhten sich die Deals um 10 (+27%) auf 47 und wertmässig um 206% auf 13,2 Mrd Dollar. Gerüchte um eine zunehmende Konsolidierung in diesem Sektor lassen weitere Deals vermuten. Im Haushalts- und Körperpflegesegment gab es nur zwei Deals mehr als im Vorquartal, insgesamt waren es 30 mit einem Wert von 3,4 Mrd Dollar. Aufgrund des bereits hohen Konsolidierungsgrads fand im Subsektor Tabak kein Deal statt.
Die weiteren Entwicklungen
Konsumgüterhersteller reagieren auf härtere Verhandlungen mit Händlern, steigende Rohstoffpreise und den von Eigenmarken ausgehenden Druck mit Konsolidierungen, der Überarbeitung des Portfolios und dem Verkauf von Marken. Zu beobachten ist auch, dass Verkäufe durch Private-Equity-Häuser und Deals in den Wachstumsmärkten zunehmen, gleichzeitig erstarken Unternehmen aus solchen Märkten.
Zwar kann von einer nachhaltigen Erholung der M&A-Branche erst dann ausgegangen werden, wenn die nächsten beiden Quartale eine ähnlich positive Entwicklung verzeichnen wie das erste. Für die Zukunft ist dennoch von zunehmenden M&A-Aktivitäten auszugehen, angetrieben durch u.a. folgende Faktoren:
Veränderungen der Wechselkurse (hiervon profitieren insbesondere Japan und die USA).
Zunehmend globale Stärke der Unternehmen aus Wachstumsmärkten.
Steigende Bedeutung von Afrika.
Stärkeren Fokus auf Gesundheits- und Naturprodukte.
Weitere Fokussierung der grossen Unternehmen auf ihre Kernkategorien.