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Nach der Brandkatastrophe in einem Hochhaus in London wird noch eine Reihe von Bewohnern des 24-stöckigen Grenfell Tower vermisst. Die Feuerwehr sucht in den Trümmern des Gebäudes nach weiteren Opfern. Bisher waren zwölf Tote bestätigt worden.
Wie der Sender BBC am frühen Donnerstagmorgen meldete, loderten in einigen Wohnungen - mehr als 24 Stunden nach Ausbruch des Brandes - noch immer die Flammen. Die Feuerwehr leuchtete von einer Hebe-Plattform von aussen in das Gebäude, berichtete eine Reporterin.
«Ich erwarte, dass die Zahl der Toten traurigerweise auf mehr als zwölf steigen wird», sagte Stuart Cundy von der Londoner Polizei am Mittwochabend. Bei dem gewaltigen Brand im Zentrum Londons wurden 65 Menschen von der Feuerwehr aus den Flammen gerettet, anderen gelang selbst die Flucht.
Nach Angaben der Rettungskräfte wurden mindestens 79 Patienten in Kliniken behandelt, 18 von ihnen seien in einem kritischen Zustand. Wie viele Menschen noch vermisst werden, ist unklar. In dem Gebäude mit 120 Wohnungen lebten britischen Medienberichten zufolge zwischen 400 und 600 Menschen.
Aufklärung versprochen
Die Ursache des Brands ist noch nicht geklärt. Bürgermeister Sadiq Khan versprach umfassende Aufklärung. «Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben, und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden.»
Auch Premierministerin Theresa May kündigte eine «sorgfältige Untersuchung» an. Wenn aus dem Feuer Konsequenzen zu ziehen seien, würden Massnahmen ergriffen, sagte May am Mittwochabend.
Der britische Brandschutz-Experte Jon Hall nannte den Brand im Grenfell Tower einen Unfall, wie er in der «Dritten Welt» vorkomme. «Alle Bestandteile der Feuersicherheit und des Gebäudemanagements» müssten versagt haben, vermutete er auf Twitter.
Matt Wrack, der Chef der Feuerwehr-Gewerkschaft, sagte, nach dem Brand hätten die Bewohner des Gebäudes das Recht, kritische Fragen zu stellen - etwa, ob die Fassadenverkleidung die Feuersicherheit beeinträchtigt habe.
Nicht einsturzgefährdet
Nach der Katastrophe ist das Hochhaus im Stadtteil Kensington entgegen ersten Befürchtungen nicht einsturzgefährdet. Spezialisten hätten den Sozialbau untersucht und für weitere Lösch- und Bergungsarbeiten sicher befunden, teilte die Feuerwehr am Abend mit.
Nach Angaben der Polizei wird der Rettungseinsatz noch mehrere Tage dauern. Indes spendeten Hunderte Londoner Decken, Kleider oder Babynahrung für die Bewohner. Auch mehr als eine Million Pfund an Spendengeldern wurden gesammelt.
Das Gebäude wurde 1974 erbaut und von 2014 bis 2016 saniert. Es hatte bereits Beschwerden über unzureichenden Brandschutz in dem Hochhaus gegeben. (sda/dpa)