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Courant normal
Dass Rot-Grün in den letzten Jahren Federn lassen musste, markiert laut dem Politologen Georg Lutz im Grunde genommen eine Rückkehr zum «Courant normal». Im Normalfall seien die Parlamente und Regierungen der meisten Schweizer Kantone seit 1848 bürgerlich dominiert. Ausnahmen bilden traditionell die Stadtkantone Basel und Genf oder die eher linke Romandie.
Anfangs der Nullerjahre setzte jedoch ein gegenläufiger Trend ein, weil es mit der Zusammenarbeit im bürgerlichen Lager haperte. Die Kandidaten der SVP wurden von den FDP-Wählern nicht unterstützt, wie der Politgeograf Michael Hermann erklärt. Regierungsratswahlen sind in der Regel Majorzwahlen; um sie zu gewinnen, sind die Kandidaten auch auf Stimmen ausserhalb der eigenen Parteibasis angewiesen.
Ende der bürgerlichen Krise
Davon profitierte die Linke eine Zeit lang. Etwa ab dem Jahr 2000 habe vor allem in den urbanen Kantonen und im Mittelland ein Aufstieg von Rot-Grün in den Kantonsregierungen eingesetzt, so Hermann. In Bern errangen sie sogar die Mehrheit. Die Abspaltung der BDP von der SVP verschärfte die Krise im bürgerlichen Lager zusätzlich.
Seit zwei, drei Jahren sei jedoch ein Ende dieser Krise zu beobachten. SVP-Kandidaten seien inzwischen für viele Bürgerliche, die sich zuvor lange am harten Stil der Partei gestört hatten, wählbar. «Die SVP hat in die bürgerliche Familie zurückgefunden.»
(sda/ise)