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Siidestube – Ein Ort mit Geschichte
Schubiger Seide in Kaltbrunn 1880 bis 1994
|1994
|Im Jahre 1994 musst Konkurs angemeldet und die Liegenschaft Kaltbrunn noch im selben Jahr versteigert werden.
|1989
|Rückzug Familie Schubiger - Im Jahre 1989 überführt die E. Schubiger Cie. AG den Webereibetrieb im Werk Kaltbrunn in eine Tochtergesellschaft. An dieser beteiligt sich Pierre Schwarzenbach auf dem Wege der Kapitalerhöhung als Mehrheitsaktionär. Diese neue Firma lautet dementsprechend Schubiger & Schwarzenbach AG. Damit übergibt die E. Schubiger & Cie. AG nach über 130 Jahren das Webereigeschäft an Pierre Schwarzenbach. Ihre Vertreter scheiden aus dem Verwaltungsrat der Schubiger & Schwarzenbach AG aus. Leider war der Schubiger & Schwarzenbach AG in den folgenden Jahren kein Erfolg beschieden. Trotz gelegentlicher Erfolgsmeldungen und grösseren Investitionen konnte der Niedergang der Firma nicht abgewendet werden.
|1982
|Nach 1982 wurden zusätzliche Produktivitätssteigerungen mit dem Kauf weiterer Greiferwebmaschinen erreicht, zunächst eingekauft bei der Firma Saurer Diederichs in Bourgoin-Jallieu/Frankreich und später dann bei der Firma Dornier in Lindau/Deutschland.
|1970
|In einer Modernisierungsphase in der Weberei wurden zwischen 1970 und 1974 Greiferwebmaschinen (schützenlose Webmaschinen) der Firma SACM in Mulhouse/Frankreich gekauft. Um die zum Teil saisonal bedingten Verkaufsschwankungen aufzufangen und trotzdem eine Vollbeschäftigung zu erhalten, wurden zwischen 1976 und 1979 an zwei Montagebändern über eine halbe Million Rauch-Feuermelder für die Firma Cerberus AG in Männedorf montiert.
|1936
|Nach der vom Bundesrat verordneten Abwertung des Schweizer Frankens im Jahre 1936 steigt die Nachfrage im Inland vorübergehend stark an. Doch schon 2 Jahre später lassen die Bestellungen wegen Übersättigung des Marktes wieder markant nach. Dem geradezu stürmischen Aufschwung während der ersten Kriegsjahre des 2. Weltkrieges folgen bald Absatzsorgen und Beschaffungsschwierigkeiten der notwendigen Rohstoffe. Auch der Nachholbedarf nach dem Krieg dauert nur kurz. Bereits 1952 machen sich erneut Absatzschwierigkeiten bemerkbar. Diesmal drücken überfüllte Lager und fallende Rohstoffpreise auf die Nachfrage. Unter der kundigen Geschäftsführung gelingt aber doch wieder ein kontinuierlicher Aufschwung.
Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Ernst Gucker und Franz Schubiger-Breitenmoser wird die Firma Schubiger hintereinander von Max Honegger, Hans Bischof und Pierre Schwarzenbach geleitet.
|1920
|Der Umwandlung des Unternehmens 1920 in eine Aktiengesellschaft folgen Jahre voller Spannungen und Unsicherheiten, die bald Aufstieg, bald Niedergang bringen. Während der grossen Wirtschaftskrise anfangs der 30er-Jahre muss ein erheblicher Teil der Arbeiterschaft sogar entlassen und die Arbeitszeit gekürzt werden. Die Stoffproduktion sinkt unter die Hälfte des Rekordjahres 1929. Das Unternehmen erlebt trotz schwierigen Zeiten einen weiteren Aufschwung, als die Aktionäre einen aussenstehenden Fachmann in der Person von Ernst Gucker zum Direktor wählen. Das Verwaltungsratspräsidium übernimmt der Enkel des Firmengründers, Dr. Rudolf Mäder. Die technische Leitung hat Franz Schubiger-Breitenmoser inne, welcher wesentlich zur Modernisierung des Webereibetriebes beiträgt.
|1902
|Wirtschaftliche Einflüsse, Misserfolge und Erfolge - 1902 übergibt Ständerat Emil Schubiger das Unternehmen seinen beiden Söhnen Emil jun. und Adolph, sowie dem Sohn seines Partners, Alfred Schubiger-Simmen. Diese stellen die Firma 1904 auf eine neue rechtliche Grundlage. Sie wandeln die Kollektivgesellschaft in eine Kommanditgesellschaft um.
|1907

Auch die neuen Unternehmer investieren und expandieren. So entsteht im Jahre 1907 ein werkeigenes Mädchenheim, in welches über 60 italienische Arbeiterinnen einziehen.
Während des 1. Weltkrieges muss der Betrieb in Kaltbrunn vorübergehend eingestellt werden. Doch gelingt es verhältnismässig rasch, die Auslandsverbindungen wieder herzustellen. Absatz und Gewinn entwickeln sich sogar ausgesprochen günstig, weil die Seidenindustrie in den kriegsführenden Ländern arg darniederliegt.
|1895
|1895 erfolgt die dritte Erweiterung. Der Ausbau der Firma schreitet im Eiltempo voran. Dies drängt nach entsprechenden Erweiterungen auch aller übrigen Einrichtungen: neues Turbinen-, Maschinen- und Kesselhaus, Hochkamin, Speisesaal, eigene Hydranten- und Trinkwasserversorgung für Fabrik und Arbeiterwohnhäuser. Als erster Betrieb der Gegend erhält die Weberei in Kaltbrunn eine elektrische Beleuchtung.
|1880
|Fabrikgebäude Kaltbrunn - 1880 erwirbt die Firma die Liegenschaft «Steinenbrücke» in Kaltbrunn und richtet darin eine Seidenweberei mit 50 Stühlen ein. Kurz darauf wird ein zweiter Websaal mit Rütistühlen bestückt.
|1862
|Die Weltausstellungen von London 1862 und Paris 1867 bringen der Firma die ersten Ehrenmeldungen.
|1860
|1860 kauft die Kollektivgesellschaft E. Schubiger & Cie. Den «Linthof», ein prächtiger Bau von wuchtiger Architektur, zum Preis von Fr. 58'000.–. Schon nach wenigen Jahren ist der Firmenname weit über die Grenzen hinaus bekannt. Bestellungen aus Graz, Berlin, Hamburg, Leipzig, Den Haag, ja sogar Moskau treffen ein.
|1859
|Die ersten Jahre lassen sich gut an. Dazu trägt sicher auch die Eröffnung der neuen Eisenbahnlinie Rapperswil-Weesen-Glarus im Februar 1859 bei. Recht bald erweist sich das Haus «Zur Brücke» als zu klein.
|1858

Viereinhalbtausend Jahre später entschliesst sich Emil Schubiger im Jahre 1858 aus diesem Gespinst Stoffe zu weben. Er trifft dabei mitten in eine Periode des wirtschaftlichen Aufschwungs, die bis in die 70er-Jahre des 19. Jahrhunderts dauern sollte. Das nahe Zürich gilt bereits seit langer Zeit als das Zentrum der schweizerischen Seidenindustrie.
Die Anfänge der Seidenstoffweberei Schubiger - Der junge, 24-jährige Fabrikant stellt zunächst im Haus «Zur Brücke» im Ausserhirschland einige Webstühle auf. Anfänglich bringt Emil seine Erzeugnisse selber, dann mit einer Kuh zur Bahn. Als er später zu diesem Zweck ein Pferd kauft, warnt ihn sein Vater und meint, er solle nur warten, wenn er so grossartig anfange, könne er dann bald wieder zu Fuss gehen. Das Anfangskapital beläuft sich auf Fr. 20'100.–. Die erste Ware liefert er an Frau Dr. Josefina Fuchs nach Rapperswil, nämlich 38 Ellen Taffetas noir à Fr. 2.30.
|1837
|1837 wird der Bau des Fabrikgebäudes in Uznach in Angriff genommen und bis 1897 etappenweise erweitert. Mechanische Webstühle ersetzen die Handwebstühle.
|Ursprung des Seidengewerbes – Die chinesische Überlieferung erzählt, dass Prinzessin Si-ling-shi im 27. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung die Seide entdeckt habe, als sie in den Gärten des Palastes lustwandelte. Beim Anblick einer spinnenden Raupe sei ihr der Gedanke gekommen, der Mensch könnte das, was das Tier aufwickle, auch wieder abwickeln und als Gespinst verwenden.