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Theater mit Durchblick
Beim Neubau des Théâtre de Carouge spielen die grossformatigen Fenster von Forster Profilysteme eine besondere Rolle: Aussen als wärmedämmende Schnittstelle zum Quartier, innen als transparente Brandhemmer.
1972 wurde in Carouge bei Genf die erste feste Spielstätte des von Schauspielern gegründeten Théâtre de Carouge gebaut. Weil das 50 Jahre alte Theater den technischen und gesetzlichen Anforderungen nicht mehr genügte, musste es durch einen Neubau ersetzt werden. Die Gemeinde veranstaltete eine Architekturwettbewerb, daraus ging der Entwurf des Architekturbüros Pont12 als Gewinner hervor. Das Projekt der Lausanner Architekten besteht aus einem kubischen Theaterneubau und der Sanierung des benachbarten Festsaals unter seinem charakteristischen Zeltdach.
Der Ersatzneubau besteht aus einer gestapelten, mehrheitlich geschlossenen Kubenformation, die von einer geschmeidigen, beigen Klinkerfassaden eingehüllt wird. Das neualte Kulturensemble, das sich im Inneren eines Quartier-Gevierts im Genfer Vorort entwickelt, besteht aus fünf Einheiten: Zum einen sind drei Bühnen entstanden, die ein Publikum von 135, 150 bis hin zu 468 Personen im grossen Theatersaal aufnehmen. Zum anderen steht den Bewohnern der benachbarte Festsaal für Feiern zur Verfügung. Beide Gebäude werden durch einen gemeinsamen Vorplatz verbunden, dessen Mitte eine alte Kastanie dominiert. Der Platz, der auch Vorfahrt ist, verbindet neu und alt und schafft eine repräsentative Eingangssituation.
Weil klassische Theaterhäuser von der Bautypologie her immer Kompositionen aus geschlossenen Kisten mit Bühnenturm und Zuschauersälen sind, in denen die Regisseure das künstliche Licht präzise kontrollieren können, ist es umso wichtiger, wie ihre direkte Schnittstelle zum Stadtraum gestaltet ist. In Carouge haben sich die Architekten für Transparenz und Offenheit entschieden, zumindest im Erdgeschoss und auf der Eingangsseite. Mit geschosshohen, durchgehenden Verglasungen öffnen sich beide Häuser auf den gemeinsamen Vorplatz. Die filigranen Glasschichten, welche die beiden Foyers von der öffentlichen Esplanade abgrenzen, stellen einen fliessenden Übergang zwischen Innen und Aussen her. Die festverglasten Türen, gebaut mit dem Stahlprofilsystem forster unico, versorgen den Innenraum mit natürlichem Licht und gewähren zugleich eine optimale Wärmedämmung. Die dunkelbraune Thermolackierung lässt dabei die schlanken Stahlprofile in den Hintergrund rücken und holt die geschosshohe Glasschicht in den Vordergrund. Automatische Flügeltüren, die sich zum Hauptfoyer hin öffnen, und eine akustisch leistungsfähige Isolierverglasung ergänzen das Fenstersystem.
Die langen und hohen seitlichen Klinkerwände des Neubaus haben keine Dehnungsfugen, was ihren monolithischen Charakter unterstreicht. Kunstvoll sind im fast schon textilen Fassadenmuster, das auf die längliche Form und die Rustikalität des Ziegelsteins zurück geht, wenige, dafür grosszügige Fensteröffnungen eingepasst. Gläserne Leichtigkeit und steinerne Schwere treten in einen dramatischen Dialog.
Im Inneren haben sich die Architekten für Brandschutztüren und -festverglasungen mit forster fuego light El30 sowie feuerhemmenden Türen und Festverglasungen mit forster presto E30 entschieden. So wird die im Brandfall lebensrettende Abtrennung der Brandabschnitte erreicht. Diese vollverglasten, stützenfreien Elemente sorgen für eine sichere Verbindung etwa zwischen den Werkstätten mit hohem Brandrisiko oder den verschiedenen Räumen und dem Foyer des Neubaus.
Der Neubau des Theaters ist zwar erst ein Jahr alt, aber Forster hat bereits für die Weiterverwendung seiner in der Schweiz hergestellten Stahlprofile vorgesorgt: Weil sie vollständig aus Stahl bestehen, also auch die Isolatoren aus Edelstahl sind und die thermische Isolation ohne Kunststoff auskommt, können sie nach einem Rückbau ohne Qualitätsverlust rezykliert werden. Mit vielen weiteren Massnahmen will Forster bis 2035 Co2-neutral werden.
Die Rubrik Werkplatz ist eine Kooperation von Hochparterre mit ausgesuchten Firmen und Institutionen des Werkplatzes Schweiz.