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Kletterseile machten eine grosse Entwicklung durch, seit sie aus Naturfasern hergestellt wurden. Ein Insider zeigt, wie sie heute hergestellt werden, und warum sie sicher sind. (Carlo Pisani, swissinfo.ch)
Als das Bergsteigen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts anfing, waren die Pioniere beseelt von Abenteuerlust und Risikobereitschaft. Auf eine gute Ausrüstung hingegen wurde weniger Wert gelegt.
Die Kletterseile jener Zeit stammten aus Seefahrt und Landwirtschaft. Sie bestanden aus Naturfasern wie Hanf, Manilahanf oder Flachs, manchmal sogar aus Seide. Sie waren deshalb schwer, steif, saugten sich mit Wasser voll und gefroren in der Kälte. Ein Sturz mit einem solchen Seil wurde zum russischen Roulette.
Bei einem Absturz konnte nicht nur das Seil unter dem Gewicht des Bergsteigers reissen. Er konnte auch zu Tode kommen, weil die frühen Seile nicht über die Dämpfungsfunktion ihrer modernen Gegenstücke verfügten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stiegen die Chancen, einen Sturz zu überleben, drastisch an. Der grösste Paradigmenwechsel war ohne Zweifel die Einführung von Nylon als Ausgangsmaterial.
Zudem wechselte der Seilaufbau in den 1960er-Jahren von der traditionellen gewobenen "Goldline" zum modernen Kernmantel.
Heutige Seile sind nicht nur viel sicherer, weil sie stärker, sondern auch weil sie flexibler sind. Das heisst, bei einem Sturz können sie viel mehr Energie absorbieren. Das Verletzungsrisiko bei einem Sturz ist also geringer, auch wenn Klettern nie ein Sport ohne Risiko sein wird.