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Mit seinem Film «Flower in the Pocket» gewann Liew Seng Tat den Hauptpreis des 22. Filmfestivals Freiburg. Das Festival ist am Samstag mit der Preisverleihung zu Ende gegangen.
Autor: Carole Schneuwly
Der 29-jährige malaysische Regisseur Liew Seng Tat hat mit seinem ersten Spielfilm «Flower in the Pocket» («Eine Blume in der Tasche») den Regard d'Or des 22. Internationalen Filmfestivals Freiburg (Fiff) gewonnen. Die Internationale Jury unter dem Präsidium der argentinischen Regisseurin Celina Murga vergab den mit 30 000 Franken dotierten Hauptpreis einstimmig.
«Der Regisseur blickt auf eine zärtliche und poetische Art auf eine komplexe und reiche Eigenheit seiner Gesellschaft, ohne dabei das filmische Abenteuer zu vergessen», heisst es in der Begründung der fünfköpfigen Jury. Der Film erzählt die Geschichte von zwei Buben, die ohne Mutter aufwachsen und vom Vater vernachlässigt werden. Er vereint Schwere und Humor und zeigt, wie aus einem schwierigen Alltag Hoffnung keimt.
Mit einer lobenden Erwähnung ehrte die Jury den südkoreanischen Film «Mädchen der schwarzen Erde» von Jeon Soo-il und zeichnete die schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin aus. Der Film erhielt auch den Preis der Fipresci-Jury (Internationale Vereinigung der Filmjournalisten) und den Don-Quijote-Preis der FICC-Jury (Internationale Vereinigung der Filmclubs).
Insgesamt erhielten sechs der 13 für den Wettbewerb selektionierten Filme Preise oder lobende Erwähnungen. Der Spezialpreis der Internationalen Jury, gestiftet von der schweizerischen Autorengesellschaft und von Suissimage, ging an «El Camino» von Ishtar Yasin aus Costa Rica. Der Film überzeuge durch seinen Umgang mit der «fragilen Grenze zwischen Fiktion und Dokumentation, Poesie und Wirklichkeit», so die Begründung. «El Camino» erhielt auch den Preis der Ökumenischen Jury.
Ein eindeutiges Verdikt sprach das Publikum: Mit einer Stimmenzahl, die jene aller anderen Filme bei weitem übertroffen habe, vergab es den Publikumspreis an «La Zona» des Mexikaners Rodrigo Plá, einen Thriller um die sozialen Gegensätze in Mexico..
Der Jugendpreis geht nach Taiwan
Die Jugendjury verlieh ihren E-Changer-Preis an «God Man Dog» von Singing Chen aus Taiwan. Der Film habe mit seinem originellen Drehbuch, seinen Bildern und seinen Figuren überzeugt, so die siebenköpfige Jury.
Der Oikocredit-Preis für Produzenten, die ein Erstlings- oder Zweitlingswerk ermöglichen, ging an «Fengming, Chronik einer chinesischen Frau» von Wang Bing. Der Film, einer von zwei Dokumentarfilmen im Wettbewerb, rekonstruiert ein halbes Jahrhundert Geschichte des maoistischen Chinas anhand der Erzählung einer Frau.
Die Zuschauerzahl bleibt mit 25 500 Eintritten stabil
Die Verantwortlichen des Festivals zeigten sich zum Abschluss der Ausgabe 2008 zufrieden: Mit 25 500 Eintritten und 2400 Teilnehmenden an den Rahmenveranstaltungen bewege man sich im Rahmen der letzten Jahre. Dies sei umso erfreulicher, als man diese Zahlen im Vergleich zum Vorjahr mit zwölf Aufführungen weniger erreicht habe, präzisierte Mediensprecherin Mari Serrano.
Bewährt hätten sich die neu eingeführten Treffen zwischen Branchenvertretern: Regisseure und Produzenten konnten Projekte vorstellen und Partner suchen. Für sechs ausgewählte Projekte wurden individuelle Treffen arrangiert, und für alle sechs wurde eine Form der Zusammenarbeit gefunden. Man werde diese Initiative in den kommenden Jahren wiederholen und weiterentwickeln, heisst es in der Abschlussmitteilung des Festivals.
Die Daten für das 23. Fiff stehen bereits fest: Dieses wird vom 14. bis zum 21. März 2009 stattfinden.