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Nils Nielsen, der Trainer des Schweizer Frauen-Nationalteams, kennt die dänische Mannschaft bestens. Der 47-jährige Däne war viele Jahre im Juniorenbereich der Dansk Boldspil-Union, des dänischen Fussballverbandes, tätig. Unter anderem amtete er zwischen 2012 und 2013 als Nationalcoach der U18.
Schön anzuschauen ist es nicht. Der Fokus liegt stark auf dem Verhindern.
Dänen mit eindrücklicher Serie
«Es wird nicht leicht, die Dänen zu schlagen», sagt Nielsen gegenüber der Nachrichten-Agentur keystone-sda. Sein Heimatland ist seit 17 Pflichtspielen in der regulären Spielzeit ungeschlagen. Die letzte Niederlage setzte es im Oktober 2016 ab (0:1 gegen Montenegro in der WM-Quali). Im WM-Achtelfinal verlor man gegen Kroatien im Penaltyschiessen. Im Test gegen den Kosovo am letzten Donnerstag rettete Pierre-Emile Höjbjerg in der 92. Minute ein 2:2.
Trotz überzeugenden Resultaten übt Nielsen Kritik am Spielstil. «Schön anzuschauen ist es nicht. Der Fokus liegt stark auf dem Verhindern», findet der Nachfolger von Martina Voss-Tecklenburg.
Nielsen über:
- Die Tätigkeit im dänischen Nachwuchs: «Ich kenne tatsächlich fast alle Spieler. Die meisten durchliefen das ganze Talent-Entwicklungsprogramm im Nachwuchs-System des Verbandes.
- Den Spielstil: «Die Spielweise unter Morten Olsens Nachfolger Age Hareide hat sich signifikant geändert. Die Mannschaft spielt nun viel simpler, direkter und ohne Risikobereitschaft.»
- Die Stärken der Dänen: «Weil die Spieler das Risiko minimieren, gibt es viel weniger Torchancen. Dafür ist die Mannschaft defensiv extrem stark.»
- Die Schwächen: «Die Abhängigkeit von Christian Eriksen in der Offensive ist gefährlich. Wenn es dem Gegner gelingt, Eriksen zu kontrollieren – was natürlich nicht leicht ist –, dann ist die Kreativität der Dänen spürbar eingeschränkt.»
- Spezielle Eigenheiten: «Sie analysieren die Gegner sehr detailliert und haben stets einen spezifischen Gameplan zur Hand. Wenn zum Beispiel der linke Verteidiger der Schweizer klein ist, dann versuchen sie dies mit langen Bällen und einem grossen Stürmer auf dieser Seite auszunutzen.»
- Starspieler Christian Eriksen von Tottenham: «Eriksen ist Weltklasse. Er war schon als Junior so gut, dass er stets in höheren Altersklassen spielte.»
- Die weiteren Teamstützen: «Goalie Kasper Schmeichel ist auch Weltklasse, er wird wie ein Rotwein mit jedem Jahr besser. Dazu gibt es diverse Akteure von internationaler Klasse, die in den besten Ligen spielen, allen voran den Dortmunder Thomas Delaney.»
- Die Schlüsselrolle von Simon Kjaer von Sevilla: «Die aktuelle Spielweise ist exakt auf Innenverteidiger Kjaer zugeschnitten. Im Nationalteam ist er einer der Besten und Wichtigsten.»
Nielsen tippt auf ein 0:0
Nielsen ist der Meinung, dass man mit der dänischen Spielweise nicht auf Dauer Grosses gewinnen kann. Zum letzten Mal sei dies 2004 den Griechen gelungen, als sie Europameister wurden. Den Dänen war dies 1992 geglückt.
Mehr Gefallen findet er an der Spielanlage der Schweizer. «Sie sind fähig, den Ball zu behaupten und Torchancen zu kreieren, indem sie das Spiel selbst aufbauen», so Nielsen. Alle nordischen Länder pflegen gemäss Nielsen mittlerweile den gleichen Stil. «Man könnte es ‹schwedisch› nennen», sagt er. Seine Prognose: «Ich tippe auf ein 0:0 oder maximal ein Tor. Beide wollen eine Niederlage vermeiden.»
Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 23.03.2019, 14:30 Uhr