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Kochen und kompostieren am selben Ort
Gefäss:
Ekokook ist eine Küche der besonderen Art: Es handelt sich um eine Kochinsel, bei der die Haushaltsabfälle mit Hilfe integrierter Recyclingsysteme um ungefähr 80 Prozent reduziert werden. Ausgedacht haben sich das Konzept die Designer des französischen Faltazi Lab.
Die Küche, das Lebenszentrum der Wohnung, ist gleichzeitig ein grosser Abfallproduzent. «Die Industrie behandelt diesen Raum nach Grundsätzen, die aus dem vergangenen Jahrhundert stammen. Die Problematik der geschlossenen Kreisläufe und der Abfalltrennung wird nicht berücksichtigt, auch nicht die veränderten Konsumgewohnheiten», analysiert Laurent Lebot, Mitbegründer zusammen mit Victor Massip des Faltazi Lab. Ihre Küche jedoch, die sie momentan entwickeln, geht ganz mit der Zeit, denn sie basiert auf der Abfallverwertung, der gesunden Ernährung, der Reduzierung des Energieverbrauchs und einem intelligenten Aufbewahrungssystem.
Ekokook ist eine Kochinsel, zusammengesetzt aus schlichten Elementen, über der, fast wie ein Set Pfannen, verschiedene Behälter hängen. Alle diese Elemente haben eine Funktion: Luft abziehen, Geschirr aufbewahren, Kräuter in Töpfen wachsen lassen, Lebensmittel wie Teigwaren, Hirse oder Reis in Kegeln lagern. Die unteren Möbel sind zweiseitig konzipiert. Auf der einen Seite befindet sich alles, was zum Aufbewahren der Lebens¬mittel, zu ihrer Zubereitung und für das Kochen gebraucht wird. «Der Dampfgarer und der Kühlschrank mit separaten Abteilen animieren zum Verzehr von frischen und gesunden Lebensmitteln, Produkte aus lokaler Produktion, die in losen Gebinden vertrieben werden», erklärt der Designer. Die andere Seite ist den Abfällen und der Reinigung von Geschirr und Küchenutensi¬lien vorbehalten. Fünf Fächer sind für die Abfälle vorgesehen. Das erste ist für die Glasflaschen. Sie werden durch ein eingebautes System, das einen Hammer aktiviert, zerschlagen. Die Scherben kommen in einen Behälter, mit dem man zum Glascontainer in der Stadt gehen kann. Papier und Kartonverpackungen werden zuerst von zwei Rollen in Streifen geschnitten, ein Vorgang, der über einen Griff von Hand ausgelöst wird. Anschliessend werden sie zu Briketts gepresst, um Platz zu sparen. Im dritten und vierten Fach werden Blechbüchsen und PET-Flaschen komprimiert. Das letzte ist mit einem konventionellen Abfallsack ausgerüstet.
Mikrofabrik mit kleinen roten Würmer
Nebenan ist das Spülbecken für die Gemüsereinigung mit einem System für die Wasserrückgewinnung ausgerüstet. Einmal gefiltert, kann dieses Wasser für die Abwaschmaschine und den Dampfgarer verwendet werden, oder es dient zum Pflanzengiessen. Ganz am Ende der Einheit verdaut eine Mikrofabrik die organischen, biologisch abbaubaren Abfälle mithilfe eines geruchlosen lebendigen Ökosystems. Innerhalb von sechs Monaten produzieren kleine, rote Würmer – die «eisenia fetida» – die in rotierenden Behältern verteilt sind, Kompost und einen sehr gehaltvollen flüssigen Dünger. «Die Küche Ekokook setzt die menschliche Energie für das Komprimieren der Abfälle ein, lässt Tiere das Volumen im Abfallsack reduzieren und nutzt ein intelligentes System zum Wasser sparen. Damit können durchschnittlich 80 Prozent der Abfälle rezykliert werden», freut sich Laurent Lebot. Er hofft, dass sich die Industrie für dieses Projekt, das sich momentan im Stadium des Prototyps befindet, interessieren wird.
von Emilie Veillon