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Ein Thymom ist ein Tumor, der vom Thymus ausgeht. Der Thymus ist ein lymphatisches Organ, das hinter dem oberen Teil des Brustbeins liegt. Man unterscheidet gutartige von bösartigen Formen. Letztere werden als maligne Thymome oder Thymuskarzinome bezeichnet.
Das Thymom gehört zu den seltenen Krebserkrankungen. Grundsätzlich kann es in jedem Alter auftreten, die meisten Betroffenen sind aber zwischen 50 und 60 Jahre alt. Es gibt verschiedene Erkrankungen, die häufig in Verbindung mit einem gutartigen Thymom auftreten, zum Beispiel die Myasthenia gravis, eine Autoimmunerkrankung. Bei bösartigen Thymomen – also Thymuskrebs – sind die Ursachen dagegen noch nicht genau bekannt.
Der Grossteil der Thymustumoren ist gutartig, etwa ein Viertel ist bösartig. Beschwerden entstehen, wenn das Thymom auf Nachbarstrukturen drückt, in erster Linie auf die Luft- und Speiseröhre. Gelegentlicher Husten, Atemnot und Schmerzen sind dann Symptome, die allerdings auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten können.
Oft ist der Tumor ein Zufallsbefund, der zum Beispiel bei einer Röntgenuntersuchung festgestellt wird. Zusätzliche Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Comutertomographie (CT) ermöglichen es dem Arzt, den Tumor in ein Stadium einzuteilen (sog. Staging). Um zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren unterscheiden zu können, ist eine Gewebeprobe (Biopsie) mit anschliessender feingeweblicher Untersuchung unerlässlich. Da der Thymus schlecht zugänglich ist, nimmt der Arzt die Gewebeprobe häufig erst, wenn er den Tumor in einer Operation entfernt. Die operative Entfernung ist die häufigste Therapie bei einem Thymom. Bei fortgeschrittenen Thymomen wird nach der Operation zusätzlich eine Bestrahlung und/oder Chemotherapie durchgeführt. Da Thymuskrebs gegen die Strahlen sehr empfindlich ist, liegt die Heilungsrate recht hoch – selbst wenn der Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte. Fünf Jahre nach der Thymom-Diagnose leben noch rund 90 Prozent der Betroffenen.
Das Thymom ist ein Tumor des Thymus, einem lymphatischen Organ hinter dem oberen Brustbein. Es zählt zu den Tumoren des Mediastinums – dem Raum zwischen den beiden Lungenflügeln. Nach vorne begrenzt das Brustbein das Mediastinum, nach hinten die Brustwirbel. Innerhalb des Mediastinums befinden sich zum Beispiel das Herz, die Speiseröhre und die grossen Blutgefässe.
Der Thymus spielt für die Entwicklung und Differenzierung der T-Lymphozyten eine wichtige Rolle. Das Thymusgewebe bildet sich mit Eintritt der Geschlechtsreife zurück und besteht im Erwachsenenalter nur noch aus einem Restkörper aus Fettgewebe mit geringen Thymusanteilen.
Tumoren des Thymus sind selten, gehören aber zu den häufigsten Tumoren des Mediastinums. Drei Viertel aller Thymome sind gutartigen Charakters. Thymome können in jedem Alter auftreten, sind jedoch zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr am häufigsten.
Für das bösartige Thymom beziehungsweise das Thymuskarzinom sind die Ursachen bisher nicht bekannt.
Gutartige Thymome können typischerweise in Zusammenhang mit bestimmten Erkrankungen auftreten. Dies sind insbesondere die Myasthenia gravis, eine Autoimmunerkrankung, die in 20 bis 40 Prozent der Fälle in Kombination mit einem Thymom auftritt. Ein gutartiges Thymom tritt weiterhin oft in Zusammenhang mit einer Blutarmut oder einer Hypogammaglobulinämie, einer Antikörper-Mangelerkrankung auf. Nicht geklärt ist, warum genau sich dann ein Thymom bildet beziehungsweise was weitere Risikofaktoren sein könnten.
Bei einem Thymom treten die Symptome bei den meisten Erkrankten erst in fortgeschrittenen Stadien auf. Sie entstehen in der Regel erst, wenn der Tumor in das Nachbargewebe hinein wächst beziehungsweise es zunehmend verdrängt. Thymom-Symptome können sein:
Die Thymom-Diagnose beginnt mit einem ausführlichen Gespräch zu Beschwerden und möglichen Vorerkrankungen (Anamnese) und einer anschliessenden körperlichen Untersuchung. Um bei einem Thymom die Diagnose zu stellen, veranlasst der Arzt gegebenenfalls eine Röntgenuntersuchung. Da Thymome meist erst spät Beschwerden verursachen, werden die meisten zufällig im Rahmen einer Routine-Röntgenuntersuchung entdeckt. Durch eine anschliessende Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) kann der Arzt erkennen, wo der Tumor genau sitzt. Ausserdem kann er auf diesen Aufnahmen erkennen, wie gross der Tumor ist und ob er möglicherweise schon in benachbarte Organe eingewachsen ist (sog. Infiltration).
Eine weitere Möglichkeit, bei einem Thymom die Diagnose zu stellen, ist eine sogenannte Octreotid-Szintigraphie. Dabei bestimmt der Arzt, ob der Tumor vermehrt das Hormon Somatostatin speichert. Diese Eigenschaft ist wichtig für die spätere Behandlung.
Nur eine feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie) kann endgültig klären, ob es sich um gutartiges oder bösartiges Gewebe handelt. Wenn also der Verdacht auf ein malignes Thymom beziehungsweise ein Thymuskarzinom besteht, sichert die Biopsie die Diagnose. Durch die Lage des Thymus ist es allerdings schwierig, eine Gewebeprobe zu entnehmen. Dies geschieht in der Regel erst im Rahmen der Therapie, bei der der Arzt den Tumor in einer Operation entfernt.
Je nach Grösse, Lage und Ausdehnung werden Thymome in verschiedene Stadien eingeteilt (sog. Staging). Diese Einteilung ist bedeutend für die Therapie und Prognose.
Stadieneinteilung:
Bei einem Thymom ist die beste Therapie – wenn möglich – die chirurgische Entfernung des Tumors. Bei der Operation versuchen die Ärzte, den Restthymus, die Lymphknoten und das Fett- und Bindegewebe, die sich um den Thymus herum befinden, zu entfernen. War das Thymom auf den Thymus begrenzt (Stadium I), ist keine weitere Therapie notwendig, wenn der Tumor komplett entfernt wurde.
In allen anderen Stadien muss zusätzlich eine Strahlentherapie durchgeführt werden. Die Kombination von Operation und Strahlentherapie kann die Wahrscheinlichkeit, dass das Thymom erneut wiederauftritt (Rezidiv), deutlich senken.
In manchen Fällen ist eine Operation nicht möglich oder nicht sinnvoll, zum Beispiel in folgenden Situationen:
In solchen Thymom-Fällen kann dann eine Chemotherapie eine geeignete Therapie sein. Operation und Chemotherapie schliessen sich aber nicht aus. Manchmal behandeln Ärzte zuerst chemotherapeutisch, um den Tumor zu verkleinern und im Anschluss dann operativ entfernen zu können.
Eine weitere Behandlungsmöglichkeit bei einem Thymom ist eine Therapie mit dem Hormon Somatostatin. Die Hormontherapie kann ebenfalls einen Tumor vor einer Operation verkleinern. Ausserdem kann sie nach einem operativen Eingriff und bei einem Rückfall eingesetzt werden.
Bei einem Thymom sind Verlauf und Prognose gut – auch bei bösartigen Tumoren. Am besten ist sie bei frühen Krankheitsstadien. Generell hängt der Verlauf der Erkrankung davon ab, wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat und ob er bei der Operation vollständig entfernt werden konnte.
Kann ein Thymuskarzinom nicht völlig entfernt werden, wird aber anschliessend bestrahlt, so beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate 90 Prozent. Das heisst fünf Jahre nach dem Eingriff leben mindestens 90 Prozent der behandelten Krebspatienten.
Nach abgeschlossener Behandlung sind weitere Kontrolluntersuchungen beim Arzt notwendig. Im Vordergrund stehen bildgebende Verfahren und Blutuntersuchungen. Die Thymom-Nachsorge soll mögliche Neubildungen im Verlauf der Erkrankung aufdecken, um diese frühzeitig behandeln zu können.
Wie bei vielen Tumorarten gibt es auch beim Thymom keine verlässlichen Methoden, die der Entstehung vorbeugen könnten. Gehen Sie bei Beschwerden aber rechtzeitig zum Arzt. Dadurch können sie verhindern, dass ein Thymom erst spät entdeckt wird und somit einem fortgeschrittenem Stadium vorbeugen.