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Hintergrund Projekt Appui institutionnel
Ausgangspunkt des Appui institutionnel waren verschiedene zentrale Probleme der burkinischen Mädchenpfadi, welche man im Rahmen des neuen Projektes gemeinsam lösen wollte, um den Verband nachhaltig zu stärken und seine Existenz zu sichern.
Die Verbandsleitung, das Bureau National, das aufgrund der stark zentralen Strukturen bei den GBF massgeblich das Funktionieren der Pfadibewegung beeinflusst, war mit den steigenden Mitgliederzahlen zunehmend überlastet. Das Bureau National und auch die Regionalkommissionen bestehen aus Frauen zwischen 35 und 50 Jahren, die alle verheiratet und berufstätig sind. Für diese Frauen ist es sehr aufwändig, nebenher noch Pfadiarbeit zu machen, denn zu Hause warten jeweils nicht nur Kinder, sondern auch Ehemänner, für die es nicht selbsverständlich ist, dass ihre Frauen abends jeweils an Sitzungen teilnehmen oder verschiedenen Regionen des Landes bereisen.
Wie in jedem anderen afrikanischen Land fehlt es zudem auch in Burkina Faso an Geld. Die GBF können sich nicht auf Reserven oder regelmässige Mitgliederbeiträge stützen, um grössere Projekte, zum Beispiel zur Festigung der Verbandsstrukturen, zu lancieren. Ausserdem kann sich eine afrikanische Pfadibewegung nicht auf zahlreiche erfahrene Pfadfinderinnen stützen, denn Frauen werden, vor allem auf dem Land, sehr früh verheiratet und haben anschliessend meist keine Möglichkeit mehr, sich in der Pfadi zu engagieren
An den oben erwähnten Problemen knüpfte der Appui institutionnel direkt an. Durch eine festangestellte Sekretärin wird das Bureau National entlastet, und zwar sowohl in administrativen Belangen wie auch in Bezug auf die Sicherung der Ausbildung. Regelmässige Kontakte zu den verschiedenen Regionen und regelmässige Ausbildungskurse garantieren die Qualität der Pfadiarbeit trotz einer hohen Fluktuation von Leiterinnen und erfahrenen Guides. Und die Budgetentlastung durch die Unterstützung der Pfadibewegung Schweiz erlaubt den GBF heute eine langfristige Finanzplanung und die Erschliessung von neuen, verschiedenen und unabhängigen Finanzierungsquellen. Das Projekt Appui institutionnel wird jedoch nicht nur auf finanzieller Ebene unterstützt. Schweizer Pfadi, die in ihrem beruflichen Leben einer kaufmännischen Tätigkeit nachgehen oder im Informatikbereich arbeiten, geben ihr Wissen an Mitglieder der burkinischen Verbandsleitung weiter und stellen so eine funktionierende Administration sicher.