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Im Heimenlacher Moor am nördlichen Ende der Gemeinde Berg wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine ausgedehnte steinzeitliche Siedlung entdeckt. Über 100 Pfähle von Pfahlbauten fand man in den verschiedenen Bodenschichten des Torfmoores. Hauptaugenmerk aber setzten die Archäologen auf die weiteren Funde: Verschiedenes Werkzeug aus unterschiedlichen Gesteinen, darunter Beile, Meissel, Kornquetschen, Schleifsteine und Hämmer. Man fand auch einige wenige Geräte aus Feuerstein, so unter anderem ein langes Messer und eine Pfeilspitze. Bei späteren Ausgrabungen im Heimenlacher Moor stiess man zudem auf eine Dolchklinge sowie ein Beil aus Bronze, welche auch eine Begehung des Moores in der Bronzezeit belegen.
Wie auch in Mauren wurden in Berg im Jahr 1993 bei der Renovation der evangelischen Kirche prähistorische Keramikscherben sowie auch römisches Fundmaterial geborgen, darunter unter anderem Scherben von Gebrauchsgegenständen aus Keramik oder ein Spinnenstein, der zur Beschwerung beim Spinnen diente. Bereits im Jahr 796 wurde eine Lokalität Berga in einer Urkunde erwähnt, in welcher Abt Werdo von Pruning seinen Besitz in Agitinchova gegen ebenso viel in Berga tauscht. Eine eindeutige Übereinstimmung der Ortschaft mit dem heutigen Dorf Berg TG kann allerdings nicht nachgewiesen werden, ebenso gut könnte auch Berg SG oder ein anderes Gebiet gemeint sein.
Die erste sichere Erwähnung von Berg TG datiert auf den 27. November 1155, wo Berg das erste Mal mit Konstanz in Verbindung gebracht wird. In dieser Urkunde bestätigte Kaiser Barbarossa dem Bischof von Konstanz den Besitz am Hof Berg samt Kapelle. Auch in den folgenden Jahrhunderten wurde Berg in verschiedenen Urkunden erwähnt, vor allem im Zusammenhang mit Besitzerwechseln. Die Geschichte des Dorfes Berg war auch stets mit derjenigen des Schlosses Berg verknüpft, denn die Herren des Schlosses waren über Jahrhunderte für das Wohl der Dorfbevölkerung zuständig.
Dem Schloss Berg ging vermutlich eine Befestigungsanlage voraus, welche allerdings mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht am selben Standort wie das heutige Schloss, sondern eher weiter südlich, im Bereich des Friedhofs, erbaut wurde. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden unter den damaligen Schlossherren der heute noch erhaltene, alte Schlosstrakt sowie auch die Schlosskapelle erbaut und innerhalb der folgenden Jahrhunderte auch mehrmals renoviert. Von 1667 bis 1836 befand sich das Schloss Berg im Besitz der Familie von Thurn-Valsassina, der die Gemeinde Berg auch ihr Wappen mit dem weissen Turm auf rotem Grund zu verdanken hat.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Schloss durch einen grossen Westflügel erweitert. Während des 20. Jahrhunderts befand sich im Schloss zunächst eine Musikschule mit integriertem Internat, bevor es 1953 in ein Altersheim umgewandelt wurde. Wichtigste Landwirtschaftszweige bildeten in Berg der Obstbau (Brennerei), die Viehwirtschaft (1899 Käserei) und bis 1900 der Rebbau. Infolge der Industrialisierung entstanden in Berg ca. 1865 die Ziegelei Brauchli und um 1900 mehrere Stickereibetriebe. Im Jahr 1911 erfolgte der Anschluss an die Mittelthurgau-Bahn mit den Stationen Kehlhof und Berg.
Im Jahr 1990 wurde in der Kantonsverfassung des Kantons Thurgau die Abschaffung des Gemeindedualismus innert zehn Jahren verankert. Aus diesem Grund bildete die Munizipalgemeinde Berg eine Kommission, die die Bildung einer politischen Gemeinde Berg aus den umliegenden Ortsund Munizipalgemeinden erarbeiten sollte. Mittels Fragebogen, die in den einzelnen Ortsgemeinden verteilt wurden, holte die Kommission Meinungen über den geplanten Zusammenschluss ein.
Gemäss Umfragen stand die Zugehörigkeit von Berg, Andhausen und Mauren ausser Frage. Aufgrund bereits früherer Wünsche der Bevölkerung Guntershausens über einen Beitritt zur Politischen Gemeinde Berg wurde auch diese in die Fragebogenaktion und Kommissionsarbeit miteinbezogen. Weerswilen entschied sich für einen Anschluss an Weinfelden, der Weiler Beckelswilen wünschte sich den Verblieb in der Politischen Gemeinde Berg. Graltshausen bevorzugte ebenfalls den Verbleib in der Politischen Gemeinde Berg, tat sich aber zu Beginn schwer mit einigen Forderungen der Kommission und der Mehrheit der Bevölkerung von Berg und Mauren.Nach sorgfältiger Überprüfung der Vorgaben des Kantons wurde der Vertrag über den Zusammenschluss und die Gemeindeordnung der Bevölkerung zur Abstimmung vorgelegt.
Berg hat sich zu einem modernen Dorf mit guter Infrastruktur und Lebensqualität entwickelt. Neben diversen Einkaufsmöglichkeiten ist auch das Gewerbe zahlreich vertreten. Zudem verfügt die Gemeinde Berg über grosszügige Schulanlagen, welche die Bedürfnisse vom Kindergarten bis zur Sekundarschule abdecken können. Des Weiteren bieten modernste Sportanlagen sowie zahlreiche Vereine ein breites Angebot an Freizeitaktivitäten, welches von den Einwohnerinnen und Einwohnern der Gemeinde Berg rege genutzt wird.