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Die Geschichte der FLP
Die Ferrovie Luganesi AG (FLP) entstanden zu Beginn des letzten Jahrhunderts um die Entwicklung der Region zu fördern und die Verbindung zwischen der Stadt Lugano und ihrer Umgebung zu erleichtern.
Die Gesellschaft, welche die Bundeskonzession erhielt, wurde dank einiger lokaler Persönlichkeiten gegründet. Agostino und Giuseppe Soldati, Luigi Balestra und der Bürgermeister von Ponte Tresa Pietro Tognetti schafften es, in nur 18 Monaten die Arbeiten zu beenden und den Betrieb der Eisenbahn am 5. Juni 1912 aufzunehmen.
Die Eisenbahn wurde sofort zu einem wichtigen Entwicklungselement, litt aber wegen der beiden Weltkriege und der allgemeinen Wirtschaftskrise bis in die fünfziger Jahre unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Danach gab vor allem die Einführung von Gesetzen, welche die Finanzierung und die Defizitdeckung garantierten, der Bahn die Gelegenheit, ihre Infrastruktur vollständig zu erneuern. Möglich war dies aber auch dank der Entwicklung des Passagierverkehrs, der den Erhalt der Linie zu einer Zeit rechtfertigte, als der Dienst bei vielen anderen regionalen Eisenbahnen eingestellt wurde. In den siebziger Jahren, mit der Einführung des Taktfahrplans, der Erneuerung der Zugzusammensetzung und dem Einsatz von Fahrkartenautomaten, verwandelte sich die Eisenbahn in eine Stadtbahn-ähnliche Verbindung. Dank einer besseren Koordination mit den anderen öffentlichen Verkehrsmitteln und vor allem durch die Integration von Haltestellen für die Postautolinien an den Bahnhöfen von Ponte Tresa, Magliaso, Agno und Bioggio-Molinazzo, wurde ihre Rolle immer bedeutender.
Im Jahre 2000 ermöglichte die Einführung des Taktfahrplans alle 15 Minuten während der Werktage und der Kauf von Personenwagen mit herabgesetztem Boden, der die Kapazität der Züge erhöhte und den Zugang erleichterte, eine bedeutende Verbesserung der angebotenen Dienstleistungen.
100 Jahre im Überblick
1877
Der Anwalt Leone De Stoppani stellt beim Bundesamt für Bahnverkehr einen Antrag auf Erteilung einer Konzession für den Bau einer normalspurigen Eisenbahnlinie zwischen Lugano und Ponte Tresa.
15. Januar 1910
Gründung der Gesellschaft Ferrovie Luganesi AG. mit einem Aktienkapital von CHF 800’000.-, das in der Folge auf CHF 1’430’000.- erhöht wird. Ehrenpräsident ist Agostino Soldati, Präsident Giuseppe Soldati.
1910-1912
Bauarbeiten an der Eisenbahnlinie. Die Gesamtkosten des Bauwerkes belaufen sich schlussendlich auf CHF 2’750’000.-.
2. Juni 1912
Offizielle Einweihung der Eisenbahnlinie. Anwesend sind der Bundesrat Giuseppe Motta, die Nationalräte Giuseppe Cattori und Evaristo Garbani-Nerini sowie die Staatsräte (Regierungsräte) Giovanni Rossi, Sebastiano Martinoli und Emilio Bossi. Die Eisenbahn wird von Monsignor Tartini gesegnet.
1922
Sanierung der Gesellschaft und Verringerung des Aktienkapitals von CHF 1’430’000.- auf CHF 858’000.- sowie Bewilligung einer Garantie des Kantons für die Zahlung der Zinsen auf die Hypotheken im 1. und 2. Rang.
1949
Erster finanzieller Beitrag von CHF 500’000.- durch Eidgenossenschaft und Kanton (zu 50%), gemäss dem Eisenbahngesetz vom 3. April 1936, der für die Anschaffung eines neuen Triebwagens und die neue Streckenführung des Abschnittes zwischen Colombera und dem Endbahnhof Ponte Tresa verwendet wird.
1951
Erhöhung des Aktienkapitals von CHF 858’000.- auf CHF 960’000.-
1964
Bau der neuen Strecke zwischen Bioggio und Crespera nach Fertigstellung der Autobahn.
1970 – 1973
Erstes mit dem Bund und dem Kanton vereinbartes Sanierungsprogramm, gemäss Art. 56 des Eidgenössischen Eisenbahngesetzes vom 20.12.1957. Die Gesamt-investition beläuft sich auf CHF 2.9 Mio. und betrifft die Erneuerung der Gleise, die Verlegung einer neuen Oberleitung und die Einführung eines automatischen Streckenblocks, der die Betriebssicherheit garantiert. Das Aktienkapital wird durch Einzahlung von CHF 240’000.- auf CHF 1’200’000.- erhöht. Kanton und Eidgenossenschaft übernehmen daraufhin im Jahre 1976 auch die Mehrkosten von CHF 970’000.- die sich im Laufe der Sanierungsarbeiten ergeben haben.
1978
Einführung des Taktfahrplans mit Fahrten alle 20 Minuten und Renovierung des Bahnhofes Ponte Tresa.
Juni 1994
Dank Vereinbarungen mit dem Kanton und der Postauto AG, integriert die PTT neu eine Haltestelle für die Postautolinien an den FLP-Bahnhöfen von Ponte Tresa, Magliaso, Agno und Bioggio. Ausserdem wird ein Mini-Tarifverbund ACTL/FLP/PTT gegründet, der es ermöglicht, im Malcantone eine einzige Fahrkarte für die Benutzung aller drei Dienstleistungsbetriebe zu kaufen.
1993-2000
Verschiedene Sanierungsarbeiten im Bahnhof von Lugano und längs der Strecke.
2001
Errichtung und Inbetriebnahme der neuen Haltestelle Molinazzo in Bioggio, um die Verbindung mit dem Postautoverkehr zu verbessern.
2003
Bauarbeiten am Bahnhof von Agno (Erneuerung der Gleise und Verbreiterung des zentralen Bahnsteigs).
2 dicembre 2007
Nach Abschluss der für die Gleisverdoppelung notwendigen Ausbauarbeiten zwischen Magliaso und Caslano, der Arbeiten am Bahnhof von Magliaso und von Cappella Agnuzzo sowie der Erneuerung des Sicherheitssystems (Streckenblock), wird ein Taktfahrplan mit Fahrten alle 15 Minuten eingeführt.
2012
Feierlichkeiten zum 100-jährigen Betriebsjubiläum und Einweihung des neuen FLP-Museums in Ponte Tresa.