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1. Jahrhundert
MITTAG DES REICHES
Die Chronik des 1. Jahrhunderts nach Christi Geburt mit den berühmten und wichtigen Persönlichkeiten, den grossen Köpfen des 1. Jahrhunderts, die in den hundert Jahren zwischen 1 und 99 lebten und wirkten, wie etwa Apostel Paulus und Seneca.
EUROPA
Das 1. Jahrhundert am Beginn des 1. Jahrtausends fällt in Europa und dem Mittelmeerraum in das Zeitalter der Antike, des griechisch-römischen bzw. klassischen Altertums. Es ist die Blütezeit des Imperium Romanums, das unter Kaiser Augustus (63 v. Chr.–14) um die Jahrtausendwende eine langanhaltende Friedenszeit (Pax Augusta) im Inneren erlebt und im 1. Jahrhundert fast den gesamten europäischen Kontinent beherrscht. Zentrum des Römischen Reiches ist die Millionenstadt Rom. In der grössten Metropole der Antike wird im Jahr 2 das Augustusforum, im Jahr 80 das Kolosseum fertiggestellt. Beim Ausbruch des Vesuv wird 79 die Stadt Pompeji verschüttet.
In Nord- und Mitteleuropa leben germanische Stämme, deren Heerführer Arminius (17 v. Chr.–21) den Römern auf dem Höhepunkt ihrer Macht in der Varusschlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 n. Chr. eine vernichtende Niederlage zufügt und ihren weiteren Vorstoss jenseits des Rheins stoppt. In Niedergermanien kommt es 69 zum Bataveraufstand gegen die römischen Herrscher. Diese beginnen zur Sicherung der Grenze im 1. Jahrhundert mit dem Bau von Grenzwällen, dem Limes.
Im Nahen Osten betritt Jesus von Nazareth (4 v. Chr.–30) in Jerusalem die Weltbühne und markiert für die westliche Welt den Beginn einer neuen Zeitrechnung. Schriften wie die Apostelgeschichte, die Paulusbriefe und die Evangelien von Markus, Matthäus und Lukas werden verfasst. Auf Ihnen fusst das sich in den kommenden Jahrhunderten zur neuen Weltreligion ausbreitende Christentum. Das Judentum verliert mit der Zerstörung des Jerusalemer Tempel 70 n. Chr. durch die Römer sein Heiligtum. Die Zeit der Diaspora beginnt.
In Asien herrscht die Han-Dynastie über ein mit Rom in Fläche und Einwohnerzahl vergleichbares chinesisches Reich. Die erste Volkszählung aus dem Jahr 2 zählt exakt 57.671.400 Einwohner, verwaltet von rund 130.000 Beamten. Über die Seidenstrasse florierte der Handel zwischen Ost und West. Gesichert werden die wichtigen Handelsrouten u. a. gegen die feindlichen Reiternomaden der Xiongnu durch die über mehrere Jahrhunderte errichtete Grosse Mauer.
In Afrika erlebt das Königreich Kusch im heutigen Sudan seinen kulturellen Höhepunkt und widersetzt sich erfolgreich den Römern, mit denen es Handel treibt. Die von den Schwarzen Pharaonen errichten Pyramiden von Meroe bilden das grösste Pyramidenfeld der Erde. Auf dem Gebiet des heutigen Libyen siedeln die Garamanten und bewirtschaften mit komplexen Bewässerungssystemen die unwirtliche Wüstenregion. Im heutigen Jordanien haben die Nabatäer ein Handelsmonopol auf Weihrauch und kontrollieren mit einem Knotenpunkt der Weihrauchstrasse eine bedeutende Handelsroute. Ihre Hauptstadt Petra ist eine monumentale Wüstenstadt mit dem um 40 n. Chr. erbauten Grabtempel im Zentrum der Stadt.