Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03408.jsonl.gz/3797

(grch.), Hörrohr, ein von Laennec erfundenes Instrument, dessen man sich zur Auskultation
(s. d.) bedient, besteht aus einem hohlen Cylinder von Holz,
[* 4] Elfenbein oder Hartgummi,
der oben mit einer konvexen oder konkaven Scheibe versehen ist. Man setzt dieses Instrument mit dem untern Ende auf die zu
untersuchende Körperstelle und legt dann das Ohr
[* 5] auf die Scheibe. Hierdurch wird der Schall
[* 6] aus einer
bestimmten umschriebenen Stelle des Körpers sicher ins Ohr des Arztes geleitet und sogar (durch Konsonanz der Luftschicht im
Hörrohr) noch etwas verstärkt.
[* 3] (lat.), das Behorchen des Körpers, welches in der Absicht vorgenommen wird, um diejenigen Geräusche,
welche innerhalb desselben sowohl im gesunden als im kranken Zustand entstehen, zu erforschen und daraus auf den Zustand
der Organe zu schließen. Die Auskultation ist ein Teil der physikalischen Untersuchungsmethode;
sie wird ergänzt durch die Perkussion (s. d.), d. h. durch diejenige Untersuchungsmethode,
bei welcher man durch ein kunstgerechtes Anklopfen an den Körper die Form, Lage, Bewegungsfähigkeit, den Widerstand und den
Schall der untersuchten Teile zu erforschen sucht.
Das Behorchen mit dem nackten Ohr nennt man die unmittelbare Auskultation, dasjenige vermittelst eines besonders konstruierten Hörrohrs
(Stethoskops) die mittelbare Auskultation oder Stethoskopie. Neben mancherlei ästhetischen
Vorzügen der letztern Methode gestattet sie eine viel genauere Begrenzung abnormer Töne, so daß man die Größe erkrankter
Stellen, z. B. einer Höhle der Lunge,
[* 8] weit genauer bestimmen kann. Das Stethoskop (s. Abbildung) ist eine 26-31 cm lange Röhre
aus Holz, die unten trichterförmig gestaltet, und an der oben eine runde Scheibe, die sogen. Ohrplatte,
gewöhnlich aus Elfenbein, angebracht ist.
Das untere Ende von etwa 2,6-3,9 cmDurchmesser muß abgerundet sein, damit es beim Aufsetzen auf die Körperhaut nicht schmerzhaft
einschneide. BeimGebrauch ergreift man das Stethoskop am trichterförmigen Ende, setzt es genau auf die Oberfläche
des Körperteils, welcher untersucht werden soll, so daß es rundum fest aufsitzt, und legt dann das Ohr auf die Ohrplatte.
Außer bei Brust- und Herzkrankheiten wird die Auskultation auch mit Nutzen angewendet zur Untersuchung von Knochenbrüchen, zur Auffindung
der Herztöne des Kindes im Mutterleib, überhaupt zur Exploration der Unterleibsorgane. Am wichtigsten
ist die Auskultation jedenfalls für die Brustorgane, für die Krankheiten des Rippenfells, der Lungen und des Herzens.