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Lo'am*, Ober-Lo'am und Pinggir*
Lo'am*, Ober-Lo'am und Pinggir*
4 Mio.
Islam, traditionelle Religion
Verschiedene Teile des NT, Jesusfilm in Lo'am* und Pinggir*
Lo’am* ist der Name einer Stadt und einer Volksgruppe. Die Lo’am leben zum grössten Teil in der Provinzhauptstadt, aber auch in der ländlicheren Umgebung. Die Stadt Lo’am ist eine der ältesten Städte im Land. Früher war es die Hauptstadt eines namhaften Königreiches. Lokale Ölfelder und Raffinerien tragen zum Wohlstand der Region bei. Trotz eines hohen Pro-Kopf-Einkommens leben viele weiterhin in Armut, da die Einnahmen aus den Ölvorkommen nicht allen gleichmässig zu Gute kommen. Ausserhalb der Provinzhauptstadt sind Verkehrswege und Infrastruktur schlecht entwickelt. Die Gegend ist ein wichtiges Anbaugebiet von Ölpalmen.
*Pseudonyme
Alle drei Sprachgruppen sind in erster Linie Muslime. Die Lo’am sind aber ebenso stolz auf ihre Traditionen. Ein viel zitiertes Sprichwort besagt, dass die Tradition über dem Religionsgesetz steht.
Auch auf die Kultur der Pinggir hat der Islam einen starken Einfluss; daneben sind sie aber stark abergläubisch und pflegen im Alltag einen Geisterglauben. Bei Krankheit wird oft ein Schamane gerufen. Sie bemühen sich stets um ein Gleichgewicht zwischen ihrem moslemischen und ihrem animistischen Glauben.
Entlang der Flüsse werden Bewässerungstechniken für den Reisanbau benötigt. Ausserdem müssten Techniken entwickelt werden, um während der Regenzeit Wasser von den Feldern zurück in den Fluss zu leiten. Mit diesen Technologien wäre es möglich, jährlich zwei- bis dreimal statt einmal Reis zu ernten.
Geistlich gesehen ist diese Gegend sehr dunkel. Die Bibel in den Muttersprachen könnte da bedeutend zu einer Veränderung beitragen.
Wie kann man eine Bibelübersetzung machen für ein Volk, das zu fast 100% einer anderen Religion angehört und daher kein Interesse daran hat?
Bei den Lo’am wurden vor rund 15 Jahren 18 biblische Geschichten mündlich erarbeitet und aufgenommen. Unter den Pinggir wurde gleichzeitig versucht, eine Bibelübersetzungsarbeit zu starten, aber mangels Interesse und Arbeitskräften blieb es beim Versuch.
In den letzten Jahren wurde ein neuer Anlauf mit einem Mehrsprachenprojekt genommen. In der Stadt Lo’am hat ein Team erste Bibeltexte übersetzt: 2017 wurde das Buch Jona auf Lo’am fertiggestellt und gedruckt. 2018 wurden 11 Psalmen übersetzt, die auf einer App erhältlich sind. Auch ein Lektionsplan für die Weihnachtsgeschichte ist entstanden. Im Herbst 2019 wird das Lukasevangelium veröffentlicht.
Bei den Pinggir verhält es sich ein bisschen anders. Auch für sie wird eine Bibelübersetzung gewünscht, aber es muss zuerst noch abgeklärt werden, in welcher Form (z.B. in welchen Dialekt) dies am besten geschehen soll.