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Am 27. April 1994 wurden in Südafrika erstmals demokratische Wahlen durchgeführt, an denen alle Bevölkerungsgruppen teilnehmen durften. Am 10. Mai 1994 wurde Nelson Mandela als erster schwarzer Präsident vereidigt. Er gelobte feierlich: «Nie, nie und nie wieder soll dieses schöne Land Unterdrückung des Einen durch den Anderen erfahren«.
Das neue Südafrika erhielt mit diesem Tag nicht nur eine neue Staatsflagge, sondern auch eine neue politische Strukturierung. Die vier alten Provinzen (Kap-Provinz, Oranje-Freistaat, Natal, Transvaal) und die sechs autonomen Homelands wurden aufgelöst. Die vier selbstständigen Staaten innerhalb von Südafrika (Bophuthatswana, Transkei, Ciskei und Venda) wurden ebenfalls aufgelöst und die Einwohner dieser Länder erhielten wieder die südafrikanische Staatsbürgerschaft.
Administrativ ist die Republik Südafrika in 9 Provinzen gegliedert: Western Cape, Northern Cape, Eastern Cape, Free State, North- West Province, Limpopo, Gauteng, Mpumalanga und KwaZulu-Natal. Jeder Provinz steht ein Premier vor, der vom jeweiligen Provinzparlament gewählt wird. Die Provinzparlamente haben erhebliche Macht und Verantwortlichkeit, wozu auch die Ausarbeitung von Provinzverfassungen gehört.
Nach der neuen Verfassung, die 1997 die Übergangsverfassung von 1994 ablöste, ist Südafrika eine parlamentarische Republik mit präsidialem Regierungssystem. Die Verfassung betont die Grundrechte und schreibt die Gewaltenteilung sowie das Mehrparteiensystem vor. Es herrscht allgemeines Wahlrecht ab 18 Jahren.
Das Staatsoberhaupt der Republik Südafrika ist der auf 5 Jahre von der Nationalversammlung gewählte Präsident. Stellvertreter ist ein ebenfalls vom Parlament gewählter Vizepräsident. Beide verfügen über weitgehende Machtbefugnisse, die jedoch durch etliche Kontrollmechanismen begrenzt werden.