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(Artikel vom 17. Februar 2016)
Meines Erachtens lässt sich das erforderliche Bauvolumen an den zur Diskussion stehenden Standorten nicht angemessen integrieren.
Theaterplatz: Deakzentuierung der Jesuitenkirche und Beeinträchtigung des ganzen Reussbereichs (insbesondere des rechten Ufers) infolge Disproportionalität (Unverhältnismässigkeit von neuem Gebäudevolumen zu den örtlichen Gegebenheiten). Konstruktionshöhe gleich Firsthöhe Jesuitenkirche !!! Es verbleibt kein Freiraum.
Inseli: Die Realisierung nur auf dem Carparkplatz ist unmöglich. Platanen und Bäume auf dem Trottoir müssten gefällt werden. Der hohe Baumbestand jedoch neutralisiert die Gebäudemassen von KKL, Uni, Frohburg, Werften, er lässt sie in den Hintergrund treten und bewirkt eine wesentliche optische Vergrösserung der Seebucht. Das Inseli muss in Bezug zum ganzen Seebecken gesehen werden. Der Inseliquai (Strasse vor Frohburg) verkäme zur Strassenschlucht.
Vorschlag André Meyer: Das vorgesehenes Bauvolumen im See, auf Stützen, Südseite Insel ist viel zu klein. Der Inselcharakter würde zerstört, die Südsicht auf Berge und See versperrt, die Insel wäre von Süden her nicht mehr sichtbar, die Erschliessung mit Sattelschleppern nur über die Insel und eine Brücke möglich, die Schiffstege müssten verlegt werden. Das Gebäude auf Stützen bedingt ein noch grösseres Bauvolumen über dem Seespiegel.
Alpenquai: Der Kiesplatz ist zu klein. Der Motorboothafen müsste verlegt werden. Die als Erholungsraum geschaffene Aufschüttung soll erhalten bleiben.
Die Platzierung der Salle Modulable am Kasernenplatz ist die einmalige Gelegenheit zur Schaffung einer städtebaulichen Einheit in Verbindung mit der schon lange fälligen Sanierung und Aufwertung dieses Stadtbereichs. Das Potential steht in keinem Verhältnis zu dem der zur Wahl stehenden Standorte.
Der Kasernenplatz wurde im Jahr 2000 aufgrund meines Projekt-Vorschlags als Uni-Standort initiiert. Es ging mir um den Einbezug des gesamten Perimeters von der Pfistergasse bis zur Geissmattbrücke.
Vorgaben und Wettbewerb waren ein Fehlschlag. Die prämierten Projekte waren nicht auf den Ort bezogen, hatten keinen Bezug zur städtischen Textur und waren verkehrstechnisch mangelhaft. Meine Intension wurde von der Jury in keiner Weise erkannt. Das Potential einer Stadtkern-Vergrösserung bis zur Geissmattbrücke mit einer grosszügigen Erholungszone an der Reuss wurde nicht wahrgenommen, die Streusiedlung wurde ins Zentrum geholt. Geplant wurde als ob Luzern zu Schwamendingen gehöre.
Spektakel (ohne Inhalt), Orientierungs- und Beziehungslosigkeit sind heute Massstab. Der jeweilige Trend wird zur Ideologie.
Worum geht es mir? 1997 begann ich mich mit der Situation auseinanderzusetzen. Es wurde mir klar, dass der ganze Raum zwischen Pfistergasse, Naturmuseum und Geissmattbrücke einbezogen werden muss. So eröffnete sich hier die Möglichkeit zur Schaffung einer klar strukturierten, städtebaulichen Einheit.
Das Wesenhafte von Luzern, die einladenden Uferpromenaden analog Bahnhofstrasse mit Baumreihe (früher bis zum Ende der Schiffsländen), Allee Seebrücke - Tivoli (Perspektive einer 700 Meter langen Geraden!) soll aufgenommen und weitergeführt werden. Auf den Kasernenplatz bezogen: Achse Pfistergasse - Reussufer - Geissmattbrücke (250 Meter Länge).
Prioritäten:
Eliminierung des Verkehrs am linken Reussufer und somit Aufwertung der ganzen Reusszone als Erholungsraum (Lärmeliminierung auch am rechten Ufer).
Überdeckung des Autobahnzubringers.
Herstellung eines urbanen Gleichgewichts zum rechten Ufer.
Technisch und ökonomisch gut zu bewältigende, einfache Verkehrsführung in die Baselstrasse bzw. von der Baselstrasse zum nicht mehr sichtbaren Autobahnzubringer.
Rückbildung eines Platzes der diesen Namen verdient.
Städtebauliche Anbindung von Basel-, Bernstrasse und Littau ans Zentrum.
Längst fällige Sanierung dieses Ortes als kultureller Beitrag.
Baukörper als städtebauliche Einheit mit kontinuitätsstiftender, auf das Wesentliche des Ortes bezogener Sprache:
Rundbau 54 Meter Durchmesser, Saal 40 Meter Durchmesser, optimale Akustik, unterteilbar, Dachterrasse als Rundgang (Vergleich: Seitenlänge Jesuitenkirche 47 Meter).
Längsbau 100 Meter Länge, 22 Meter Breite. Anlieferung intern mit Sattelschlepper, zusätzliche Parkfläche für PWs und Cars im Sockelbereich über Autobahnzubringer. Grosses Raumangebot für z.B. Übungsräume im 1. bis 4. Obergeschoss.
Direkte Verbindungen zum bestehenden Parkhaus.
Der neue Kasernenplatz zwischen Rundbau und Naturmuseum entspricht der Grösse des Freiraums zwischen Jesuitenkirche und Stadttheater.
Er ist zu Fuss in 8 Minuten vom Bahnhof aus erreichbar (kein Vergleich zum Opernhaus Zürich).
In Anbetracht der Faktenlage bin ich überzeugt, dass der Kasernenplatz, sowohl in städteplanerischer Hinsicht wie auch in Bezug auf die Akzeptanz, die besten Voraussetzungen hat (NLZ ZISCH-Umfrage Mai 2009).
PLANUNTERLAGEN
- Situation 1:1000
- Erdgeschoss 1:500
- 1. Obergeschoss 1:500
- 2. Obergeschoss 1:500
- 3. Obergeschoss 1:500
- 1. + 2. Untergeschoss 1:500
- Schnittschema
- Längsschnitt 1:500
- Reussfassade 2-teilig (Längsbau überlappend mit Teil 1 bis 16 Bäume vor Längsbau)
- Fassadenskizze mit vergrösserten Echokammern
Ein Modell 1:500 ist verfügbar.