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Basierend auf Agrarumweltindikatoren vollzieht das BLW ein Monitoring, mit dem der Einfluss der Landwirtschaft auf die Umweltqualität eruiert wird.
Dank des Agrarumweltmonitorings (AUM) kann die Entwicklung der Umweltwirkungen der Landwirtschaft verfolgt werden. Die Agrarumweltindikatoren (AUI) geben Aufschluss über plötzliche und unerwünschte Veränderungen, was anschliessend eine eingehende Ursachenforschung erlaubt. So stellt das AUM insofern eine wichtige Informationsgrundlage für die Weiterentwicklung der Agrarpolitik, die Öffentlichkeit und die Forschung dar, als das Wissen über die Interaktionen zwischen der landwirtschaftlichen Praxis und der Umwelt vertieft werden können.
Die Rechtsgrundlage des Agrarumweltmonitorings bildet die im Dezember 1998 verabschiedete Verordnung über die Beurteilung der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft. Gemäss Artikel 8 und 9 dieser Verordnung beruht das Monitoring auf Agrarumweltindikatoren, die mit internationalen Normen vergleichbar sind und die quantitativen und qualitativen Auswirkungen der Agrarpolitik auf gesamtschweizerischer, regionaler und betriebsbezogener Ebene evaluieren.
Die AUI sind in die sechs Themenbereiche «Stickstoff», «Phosphor», «Energie/Klima», «Wasser», «Boden» und «Biodiversität/Landschaft» und die drei Funktionskategorien «Antriebskräfte» (landwirtschaftliche Praktiken), «Umweltauswirkungen» (landwirtschaftliche Prozesse) und «Umweltzustand» unterteilt. Die Indikatoren zu den Antriebskräften reagieren schneller auf Veränderungen bei der Bewirtschaftungsmethode als die übrigen Indikatoren. Anhand der Indikatoren zum Umweltzustand kann beurteilt werden, ob die früher festgelegten Umweltziele erreicht wurden. Den Prozess-Indikatoren liegen meist Modellrechnungen zugrunde. Bei den Indikatoren zum Umweltzustand ist das BAFU federführend.
Zentrale Auswertung Agrarumweltindikatoren
Die Zentrale Auswertung der Agrarumweltindikatoren (ZA-AUI) ist analog zur Zentralen Auswertung von Buchhaltungsdaten aufgebaut. Sie ermöglicht die Erhebung von Daten über die landwirtschaftlichen Praktiken in einem Netz von Betrieben und deren Auswertung mit dem Ziel, Informationen über Landwirtschaft und Umwelt auf regionaler und betriebsbezogener Ebene zu gewinnen.
Seit 2009 werden deshalb in einem Netz von Betrieben ökologisch relevante Daten gesammelt und zentral ausgewertet. Das BLW arbeitet mit den gleichen Partnern zusammen wie für die Zentrale Auswertung der Buchhaltungsdaten. Neben den Landwirtinnen und Landwirten sind dies die im Treuhandverband Landwirtschaft Schweiz (Treuland) zusammengeschlossenen Agrotreuhänder, Agroscope und Agridea. Die Agrotreuhänder sind die direkten Ansprechpersonen der beteiligten Landwirtinnen und Landwirte. Die gesammelten Daten werden von ihnen ein erstes Mal auf die Qualität geprüft und an die Zentrale Auswertung weitergeleitet. Agroscope stellt das Kompetenzzentrum Agrarumweltindikatoren dar, das neben der
Berechnung der Indikatoren auch deren methodische Weiterentwicklung sicherstellt.
Gesammelt werden die Daten von den Landwirtinnen und Landwirten mithilfe der extra angepassten Software AGRO-TECH, die Agridea und dem Schweizerischen Bauernverband (SBV) gehört. Limitierender Faktor ist der Aufwand für die Landwirtinnen und Landwirte. Deshalb werden weitgehend nur Daten gesammelt, die die Landwirtinnen und Landwirte im Rahmen der Aufzeichnungspflicht für den Ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) und im Rahmen der Tierarzneimittelverordnung ohnehin erheben müssen. Dazu gehört zum Beispiel der Feldkalender, der eine grosse Menge ökologisch relevanter Daten enthält. Zusätzliche Angaben müssen zum Beispiel bezüglich des jährlichen Dieselverbrauchs gemacht werden.
Das Sammeln von Ökodaten auf Buchhaltungsbetrieben startete mit einer zunächst kleinen Anzahl von Betrieben. Im Laufe der Jahre wird dieses Netz weiter ausgebaut, um seine Repräsentativität zu verbessern.