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Gewalthaltige Videospiele stumpfen das Mitgefühl nicht ab. Eine Studie von Wiener Forschern zeigt, dass sich nach dem Spielen im Gehirn keine Veränderung ablesen lässt – zumindest nicht nach sieben Stunden Spielzeit verteilt über zwei Wochen.
Für ihre Untersuchung liess das Forschungsteam unter Leitung der Universität Wien 89 erwachsene Männer über zwei Wochen hinweg insgesamt sieben Stunden lang entweder eine äusserst gewalttätige Variante des bekannten Videospiels «Grand Theft Auto V» (GTA 5), das unter anderem mit Foltersequenzen aufwartet, oder eine Version des gleichen Spieles, aus der die Gewaltdarstellungen entfernt wurden, spielen. Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie war, dass die Teilnehmer keine oder nur sehr wenig Vorerfahrung mit dieser Art Videospielen hatten.
Die 45 Versuchspersonen aus der Gewalt-Gruppe töteten in diesem Zeitraum im Schnitt 2844.7 Menschen im virtuellen Raum. Vor und nach der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Varianten von «Grand Theft Auto V» baten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Teilnehmer in den Magnetresonanztomografen (MRT). Während Bilder der Vorgänge im Gehirn gemacht wurden, sahen sie Bilder von Menschen, denen vorgeblich Elektroschocks verabreicht wurden – ein klassischer wissenschaftlicher Versuchsaufbau, um auf das Mitgefühl (Empathie) von Menschen schliessen zu können.
Dabei zeigten sich keine statistisch signifikanten Veränderungen in der Reaktion auf die gequälten Menschen im Bildmaterial. Die Forschenden merkten aber in einer Mitteilung der Universität Wien an, dass dieses Ergebnis im Kontrast zu anderen Untersuchungen und Theorien stehe. Das dürfte demnach vor allem damit zusammenhängen, dass in vielen Untersuchungen die Empathie direkt nach dem Spielen getestet wurde.
Es könne aus den Resultaten der Studie keineswegs geschlossen werden, dass diese auch gälten, wenn Menschen über lange Zeit gewalthaltige Videospiele spielten, betonten die Wissenschaftler weiter. Ausserdem sei es auch möglich, dass der Effekt solcher Spiele auf Kinder und Jugendliche grösser sei als bei den getesteten Erwachsenen. (saw/sda/apa)
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