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Was ist geschehen? Dänemark hat vergangene Woche als erstes Land den Einsatz des Impfstoffs des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astra-Zeneca gestoppt. Zuvor waren bei einigen Geimpften Blutgerinnsel aufgetreten. Einer Person entwickelte mehrere Gerinnsel und verstarb 10 Tage nach der Verabreichung einer Dosis.
Die dänischen Gesundheitsbehörden verfügten eine Suspendierung des Impfstoffs für zwei Wochen, während die Fälle genau untersucht würden. Sie merkten dabei an, dass «derzeit nicht festgestellt werden kann, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und den Blutgerinnseln gibt.»
Norwegen, Island, Bulgarien, Thailand und der Kongo folgten bald darauf. Österreich stoppte die Verwendung von bestimmten Chargen. Auch Irland und die Niederlande gaben am Wochenende bekannt, dass sie den Einsatz des Astra-Zeneca-Impfstoffs vorübergehend stoppen.
Deutschland: Auffällige Häufung von seltenen Thrombosen
Noch am Sonntag hielt Deutschland an der Verabreichung des Vakzins fest. Nach einer Analyse neuer Daten, Link öffnet in einem neuen Fenster seit dem 11. März hat das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eine auffällige Häufung einer speziellen Form von sehr seltenen Thrombosen in Hirnvenen in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) und Blutungen in zeitlicher Nähe zu Impfungen mit Astra-Zeneca festgestellt und seine Empfehlung geändert. Die Daten würden von der EMA nun weiter analysiert und bewertet.
Am Montagnachmittag zogen auch Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien nach. Am Abend setzten dann auch Portugal, Zypern und Slowenien die Impfung aus. Anders sieht es in Tschechien und Polen aus, die den Corona-Impfstoff weiterhin verabreichen, das Gleiche gilt auch für Kanada.
Gibt es einen Beweis dafür, dass der Impfstoff verantwortlich ist? Nein. Laut der Europäische Arzneimittelbehörde gibt es «keinen Hinweis darauf, dass die Impfung diese Zustände verursacht hat.» Die EU-Behörde betonte in der vergangenen Woche, dass die bisher verfügbaren Informationen zeigten, dass die Anzahl der thromboembolischen Vorfälle bei geimpften Personen nicht höher sei als in der Allgemeinbevölkerung. Eine Einschätzung, der sich auch die Weltgesundheitsorganisation WHO anschliesst.
In Grossbritannien, wo 11 Millionen Dosen des Astra-Zeneca-Impfstoffs verabreicht wurden – mehr als in jedem anderen Land – gab es Berichte über etwa 11 Menschen, die nach einer Impfung Blutgerinnsel entwickelten. Bei keinem konnte nachgewiesen werden, dass er durch den Impfstoff verursacht worden war.
Einige Ärzte wiesen darauf hin, dass zunächst Menschen geimpft wurden, die mit grösserer Wahrscheinlichkeit bereits gesundheitliche Probleme haben. Experten sagen, das könnte es schwierig machen, festzustellen, ob eine Impfung verantwortlich ist.
Der Impfstoff-Hersteller Astra-Zeneca hat als Reaktion auf die Aussetzungen des Impfstoffs die Daten von 17 Millionen Menschen überprüft, die Dosen in ganz Europa erhalten haben. Festgestellt wurden demnach 37 Fälle von Menschen, die Blutgerinnsel entwickelten. Astra-Zeneca sagte, es gebe «keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko» von Blutgerinnseln in jeder Altersgruppe oder jedem Geschlecht in jedem Land.
Warum hat man die Impfung dann gestoppt? Das wird von allen Ländern als Vorsichtsmassnahme begründet. Jedes Mal, wenn Impfstoffe auf breiter Basis eingeführt werden, erwarten Wissenschaftler, dass einige schwerwiegende Gesundheitsprobleme und Todesfälle gemeldet werden. Dies auch einfach nur aufgrund der Grösse der Gruppe.
Die überwiegende Mehrheit dieser Fälle steht in keinem Zusammenhang mit dem Impfstoff, aber da die Covid-19-Impfstoffe noch experimentell sind, müssen jegliche unvorhergesehene Nebenwirkungen untersucht werden. Die Impfungen gelten als experimentell, weil die Vakzine erst im letzten Jahr entwickelt wurden und es so keine Langzeitdaten zu ihnen gibt.
Wie geht es nun weiter? Die Europäische Arzneimittelbehörde will
an einer Sondersitzung am Donnerstag die vorliegenden Informationen über den Astra-Zeneca-Impfstoff bewerten. Der Beratungsausschuss der
WHO trifft sich am Dienstag.