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Dieser autobiografisch grundierte Debütroman fährt ein. Er führt eindringlich vor Augen, welche Komplexität sich hinter dem verbirgt, was wir leichthin mit Identität bezeichnen. Wie soll die Identität einer jungen Frau aussehen, die als algerische Migrantin in Paris aufwächst? Die zwischen Banlieue und Universität pendelt. Die sich von ihrer Mutter unverstanden fühlt und ihr dennoch die Treue hält. Die als gläubige Muslimin zu ihrer Homosexualität steht. Die Herausforderungen, denen sich Fatima stellen muss, scheinen endlos.
Mit ihren knappen und präzisen Sätzen und suchenden Kreisbewegungen insistiert Fatima Daas geradezu unerbittlich darauf, dass Identität eine nie abgeschlossene Integrationsleistung ist, die jeder Mensch für sich selbst leisten muss.
«Ich heisse Fatima» beschwört Daas zu Beginn eines jeden Kapitels ihre Einzigartigkeit und gleichzeitig ihre unablässige Suche. Konsequent verweigert sie sich allen Entweder-Oder-Entscheidungen, die ihr von aussen aufgezwungen werden. Die fragmentarische Struktur dieses Romans lässt nicht zu, dass man sich als Voyeur in einem gefühligen Entwicklungsroman einrichtet.