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Der teilverstaatlichten Royal Bank of Scotland droht die Aufspaltung, die Regierung Grossbritanniens will aus der Bank aussteigen. Die Zentralbank sieht grosse Kapitallöcher, nicht nur bei RBS.
Grossbritannien zieht eine Aufspaltung der teilverstaatlichten Royal Bank of Scotland in Erwägung und will bald den Verkauf ihrer Lloyds-Aktien starten. «Nichts signalisiert den Weg Grossbritanniens von der Rettung zur Erholung besser, als der Fakt, dass wir nur damit beginnen können, den Ausstieg aus der Beteiligung der Regierung an den grössten Banken zu planen», sagte Finanzminister George Osborne.
Demnach ist es wahrscheinlich, dass die Regierung zunächst Lloyds-Anteile an institutionelle Investoren wie beispielsweise Pensionsfonds verkauft. Allerdings seien noch alle Optionen auf dem Tisch, darunter auch ein Aktienverkauf über die Börse.
Im Gegensatz zu Lloyds steht ein Verkauf der Beteiligung an der RBS noch in weiter Ferne. In der Zwischenzeit werde geprüft, ob es Sinn mache, faule Immobilienkredite in eine «Bad Bank» auszulagern, kündigte Osborne an. Eine Entscheidung über eine Aufspaltung solle im Herbst fallen. Der Finanzminister hatte sich lange gegen einen solchen Schritt gewehrt und dies mit den hohen Kosten begründet.
Die britische Regierung hatte im Zuge der Finanzkrise die Banken mit 66 Milliarden Pfund (78 Milliarden Euro) gestützt und besitzt 81 Prozent der RBS und 39 Prozent von Lloyds. Der Verkauf eines Teils der Lloyds-Beteiligung könnte dem Staat sogar einen Gewinn bescheren und wäre damit zumindest ein Teilerfolg bei der in der Bevölkerung sehr unbeliebten Rettung der Geldhäuser.
Weitere Milliardenlöcher vermutet
Die britische Zentralbank sieht immer noch grosse Kapitallöcher bei den Grossbanken des Landes. Ende 2012 hätten fünf Institute zusammen 27,1 Milliarden Pfund (31,6 Milliarden Euro) zu wenig Kapital gehabt, um die strengeren Regeln zu erfüllen, teilte die Bank of England (BoE) mit. Das ist noch einmal etwas mehr als die erste Schätzung von 25 Milliarden Pfund im März. Inzwischen haben die Institute aber bereits Pläne vorgelegt, wie sie ihr Kapital um 13,7 Milliarden Pfund verbessern können.
Vier Banken müssen aber noch einmal nachlegen und weitere Massnahmen einleiten, um eine Lücke von 13,4 Milliarden Pfund zu schliessen. Ursprünglich sollten sie die festgestellten Lücken bis zum Jahresende schliessen, einige Institute sollen nun aber bis ins erste Halbjahr 2014 Zeit bekommen. Neben Kapitalerhöhungen können die Banken auch Geschäft abbauen und etwa einzelne Teile verkaufen, um ihre Kapitalquoten zu stärken. Aufseher drängen weltweit die Institute dazu, ihr Kapital im Vergleich zu Risikogeschäften zu stärken. Hohe Kapitalquoten gelten als Puffer gegen neue Krisen.
Besonders hart sind wieder einmal die seit der Finanzkrise vom Staat gestützten Institute Lloyds Banking Group und Royal Bank of Scotland (RBS) betroffen. Bei Lloyds fehlten demnach Ende 2012 insgesamt 8,6 Milliarden Pfund, bei der RBS 13,6 Milliarden. Bei Barclays war die Lücke von 3 Milliarden gross, bei der angeschlagenen Co-operative Bank 1,5 Milliarden, bei Nationwide 400 Millionen.
Keine Löcher erkannte die Zentralbank bei der grössten Bank des Landes HSBC , dem britischen Arm der spanischen Grossbank Santander und bei Standard Chartered .
(chb/aho/reuters/awp)