Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03251.jsonl.gz/1264

Inhaltsverzeichnis
A) Ausgangslage
Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen (GER) Der «Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen» (GER) erschien 2000 unter dem Patronat des Europarates. Er ist das Referenzdokument für die Entwicklung von Instrumenten zur Förderung, Planung, Durchführung und Qualitätssicherung von Fremdsprachenunterricht in Europa. Die darin festgelegten Kompetenzbeschreibungen ordnen Sprachkenntnisse sechs Niveaustufen zu und bilden so einen Bezugsrahmen, der es erlaubt, Zielvorgaben, Lehrpläne, Lernprogramme, Evaluationsinstrumente, Examen sowie Diplome und Zertifikate international vergleichbar zu machen. Der GER stellt auch das Basisdokument dar für das Europäische Sprachenportfolio (ESP), welches vom Europarat ebenfalls im Jahr 2000 lanciert wurde.
Gesamtschweizerische Koordination des Sprachenunterrichts
Am 25. März 2004 beschloss die Plenarversammlung der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), den Sprachenunterricht in der obligatorischen Schule zu koordinieren. Sie einigte sich auf eine Strategie und einen Arbeitsplan für die gesamtschweizerische Koordination. Für den Fremdsprachenunterricht und die Festlegung der Anforderungsniveaus stützt man sich konsequent auf den GER ab. Das Massnahmenpaket zur gesamtschweizerischen Koordination sieht u.a. vor:
a. Festlegung von Mindestanforderungen betreffend Sprachkompetenzen für die Volksschule
b. Einführung und Generalisierung des Europäischen Sprachenportfolios (ESP)
c. Koordination der Anforderungen Lehrerinnen- und Lehrerausbildung
d. Evaluation des Sprachenunterrichts
In ihrem Strategiebeschluss hat die EDK unter Punkt 5.2 folgendes Ziel festgehalten: «Alle Schülerinnen und Schüler verwenden während der gesamten Schulzeit ein Europäisches Sprachenportfolio in einer für das entsprechende Alter angepassten Fassung (Portfolios I, II und III)». Die Etappen der gesamtschweizerischen Koordination sehen vor, dass die Verwendung der ESP I und II bis spätestens 2010 generalisiert wird. Nicht ausgeführt wurde in diesem Zusammenhang, ob die angestrebte Generalisierung als Obligatorium oder auf der Basis einer Empfehlung zu erfolgen hat.
Europäisches Sprachenportfolio (ESP)
In der Koordinationsstrategie der EDK wie auch im Gesamtkontext des Sprachenlernens spielt das ESP eine zentrale Rolle. Als Instrument schafft es Transparenz und dient der Kohärenz der Bildungsstufen. Zur Beurteilung des ESP ist es wichtig, die oben beschriebenen Massnahmen der EDK, die gegenseitig aufeinander Bezug nehmen, in einen Gesamtzusammenhang zu stellen.
Zielvorgaben: Ausgangspunkt für die Zielvorgaben im Sprachenunterricht aller Bildungsstufen ist der GER mit den international definierten Kompetenzbeschreibungen. Die im EDK-Projekt HarmoS (2004-2008) festzulegenden Bildungsstandards basieren auf diesen Kompetenzniveaus und fliessen in der Folge in die Lehrpläne der Regionen bzw. Kantone ein.
Lehr- und Lernprogramme: Neue Sprachlehrmittel nehmen bereits heute Bezug auf die Kompetenzbeschreibungen und –niveaus. Auch private Sprachkursanbieter richten vermehrt ihre Programme auf den GER aus.
Ergebnissicherung: Neue Evaluationsinstrumente und Sprachtests berücksichtigen ebenfalls zunehmend den GER. So wurden in einem Deutschschweizer Projekt Instrumente zur Evaluation von Fremdsprachkompetenzen (IEF) für den Einsatz an der Volksschule entwickelt, welche gestützt auf den GER bzw. das ESP Aussagen über die erreichten Kompetenzniveaus in den Fächern Französisch und Englisch machen. Ein erfreuliches Ergebnis ist auch die Tatsache, dass praktisch alle wichtigen europäischen Sprachzertifikate das erreichte Kompetenzniveau gemäss GER deklarieren und somit eine internationale Vergleichbarkeit gewähren.
Damit die Lernenden aller Schulstufen ein ihrem Alter angepasstes Sprachenportfolio verwenden können, hat die EDK folgendes Gesamtkonzept für die Schweiz beschlossen: Produkt Alterstufe Erscheinungstermin
Gesamtkonzept
|Produkt||Alterstufe||Erscheinungstermin|
|ESP I||Kinder 6 – 11 Jahre||Pilotfassung ab Sommer 2006

Endfassung ab Sommer 2007
|ESP II||Kinder und Jugendliche 11 – 15 Jahre||August 2006

Kanton ZH: zugelassenes Lehrmittel
|ESP III||Jugendliche ab 15 Jahre und Erwachsene||März 2001

Kanton ZH: zugelassenes Lehrmittel
für das 9. Schuljahr