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Ausmass und Ursachen des Rückgangs der Feuersalamander-Populationen in der Nordschweiz
Sarah Bänziger von der Universität Zürich
Der Verlust der Artenvielfalt prägt das Anthropozän. Ein wichtiger Teil dieses Biodiversitätsverlusts ist der Verlust von Populationen einer Art, denn dies ist der erste Schritt auf dem Weg zum Aussterben der Art. Dabei ist es auch wichtig zu wissen, ob die Verlustraten zunehmen, schwächer werden oder konstant bleiben. Dies kann man feststellen, wenn man die Verbreitung wiederholt zu mehreren Zeitpunkten untersucht. Neben dem Ausmass und der Veränderung der Verlustraten ist es auch wichtig, die Ursachen für den Verlust zu untersuchen.
Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist eine Amphibienart, welche kürzlich unter einem grossen Populationsrückgang mit unbekannten Ursachen gelitten hat. In dieser Arbeit wurden neue Daten zur Verbreitung gesammelt und untersucht, ob der Rückgang weitergeht, wie stark der Rückgang ist und was die Ursachen sind. Die Verbreitung des Feuersalamanders wurde in den Jahren 2003 und 2004 in der Schweiz an 137 Bächen untersucht, indem Präsenz/Absenz (1/0) Daten von Larven gesammelt wurden. 115 Bäche in der Nordschweiz wurden noch einmal besucht und Präsenz/Absenz Daten gesammelt, um die Besetzungs-, Aussterbe- und Kolonisierungsrate berechnen zu können.
Die Resultate der Analyse zeigen, dass die Anzahl der besetzten Standorte weiterhin zurückgeht. Jedoch wurden auch an Orten, wo in den Jahren 2003/2004 keine Larven vorgekommen sind, Larven gefunden. Der Grund dafür könnte eine Wiederbesiedlung sein. Sowohl terrestrische als auch aquatische Faktoren haben die Besetzungsrate beeinflusst: In der ersten Aussterbeperiode – bis im Jahr 2003 – haben terrestrische Faktoren im weiteren Umfeld des Baches wie Totholz oder kleinere Strassen die Besetzungsrate am besten erklärt, während in der zweiten Aussterbeperiode – von 2003/2004 bis 2016 – aquatische Faktoren wie Charakteristika des Baches, Vorhandensein von Fischen oder die Art des Bodensubstrates für die Aussterberate entscheidend waren.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Daten über das aquatische und terrestrische Habitat für die Verbesserung von Schutzprogrammen einbezogen werden sollten und dass der Trend des Rückgangs des Feuersalamanders mehr oder weniger unverändert weitergeht.