Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03662.jsonl.gz/1151

Angebot
Shotokan Karate
Wir legen grossen Wert darauf, traditionelles Karate (Stilrichtung: Shotokan, nach Gichin Funakoshi und Kanazawa Soke) zu unterrichten. Sportkarate als Gegensatz ist bedeutend athletischer, schneller und betont den kämpferischen Aspekt der Kampfkunst Karate.
Für traditionelles Karate gibt es keine Alterslimite, ob Du nun 5, 60 oder schon 70 Jahre alt bist - Du kannst jederzeit damit beginnen. Karate betreibst Du NUR FÜR DICH! Du selber bestimmst Dein Vorwärtskommen, Deine Fortschritte und Dein Ziel.
Geschichte, Herkunft
Woher stammt Karate ursprünglich?
Die japanische Insel Okinawa gilt als die Wiege des Karate. Der Kampfsport Karate ist während vielen Jahrhunderten unter chinesischem Einfluss auf Okinawa entstanden. Im 14. Jahrhundert geriet die Insel unter die Vorherrschaft Japans. Der Besitz jeglicher Waffen wurde verboten. Die aufständische Bevölkerung wollte sich jedoch vor Übergriffen der kaiserlichen Armee schützen. So entstanden zahlreiche Kampfsportarten, unter anderem auch Karate.
Der Mann, dessen Verdienst es ist, Okinawa-te zum heutigen weltbekannten Karate entwickelt zu haben, ist Gichin Funakoshi (1868 - 1957), ein Bewohner Okinawas. Er lernte unter den Meistern Itosu und Asato. Funakoshi kam im Altern von 55 Jahren nach Japan, um Karate vorzustellen. Er blieb dann auf vielfältigen Wunsch in Japan. Der Name des von Funakoshi geschaffenen Karatestils ist Shotokan. „Shoto“ bedeutet soviel wie „das Rauschen der Kiefernwipfel“ und „kan“ heisst Tempel.
Einer von Funakoshis Karate-Erben ist Hirokazu Kanazawa Soke (10. Dan). Er gründete 1974 den Verband Shotokan Karatedo International Federation (S.K.I.F.) und war bis vor wenigen Jahren Cheftrainer des Verbands. Hirokazu Kanazawa ist heute bereits eine lebende Legende mit weltweiter Anerkennung. Anlässlich der SKIF-Weltmeisterschaften 2012 in Sydney (AUS) übergab Hirokatsu Kanazawa Soke die Leitung des Weltverbandes seinem Sohn Nobuaki Kanazawa Kancho. Anlässlich seiner regelmässigen Lehrgänge in der Schweiz können unsere Mitglieder Begegnungen mit dem Grossmeister und Kancho erleben.
Shotokan - unser Stil
Nur eine Stilrichtung? Oder mehr?
Der Shotokan Stil wurde von Meister Gichin Funakoshi (1868-1958) gegründet. Es ist der meistverbreitete Karate-Stil weltweit. Hervorgegangen ist dieser Stil aus Shuri-te und Tomari-te. Das Wort Shotokan ist aus drei Schriftzeichen zusammengesetzt. Das Schriftzeichen sho ist aus dem Wort matsu (Pinienbaum) entnommen. To ist das Schriftzeichen für Wellen. Pinienwellen bedeutet "das Geräusch, welches Pinienbäume verursachen, wenn der Wind durch ihre Nadeln bläst".
Manchmal wird es auch im Sinne von "Wellen, die die Pinienbäume zu verursachen scheinen, wenn sie sich im Winde biegen" interpretiert.
Der Gründer, Gichin Funakoshi, signierte seine kalligrafischen Arbeiten mit Shoto.
Daher stammt auch der erste Teil der Bezeichnung dieser Stilrichtung. Das Wort kan bedeutet Gebäude. Zusammen bezieht sich der Name Shoto-Kan auf das Dojo (Schule, Gebäude), in dem Funakoshi die Künste des Karate lehrte. Im Gegensatz zu den drei anderen Hauptstilrichtungen wird im Shotokan Karate üblicherweise auf die angehängte Silbe Ryu (Stilrichtung) verzichtet.
Dojokûn - die Regeln
Die Karate-Dojokûn wurde von dem okinawischen Meister SAKUGAWA SHUNGO gegründet und in alle Stilrichtungen des Karate übernommen.
Die Essenz der ursprünglichen Dojokûn ist auch heute in allen Stilen erhalten geblieben. Sie besteht aus fünf Leitsätzen, die die gesamte geistige Entwicklung eines Übenden auf seinem Weg bestimmen:
Hitotsu, Jinkaku Kansei ni Tsutomuru Koto.
Erstens: Suche die Vervollkommnung Deines Charakters.
Hitotsu, Makoto no Michi o Mamoru Koto.
Erstens: Sei ehrlich.
Hitotsu, Doryoku no Seishin o Yashinau Koto.
Erstens: Versuche Dich ständig zu verbessern.
Hitotsu, Reigi o Omonzuru Koto.
Erstens: Sei höflich.
Hitotsu, Kekki no Yu o Imashimuru Koto.
Erstens: Unterlasse jegliche Gewalt.
Benehmen im Dojo
1. Höflichkeit
Karate ist ein Sport, bei dem "Höflichkeit" die Basis bildet!
Wir verneigen uns:
- Zur Begrüssung und Verabschiedung vor unserem Trainer, dazu geben wir ihm die Hand (und schauen ihn an)
- beim Betreten und Verlassen des Dojo, auch kurzzeitig
- vor und nach Partnerübungen vor unserem Partner
- nach Absolvieren von Grundschulübungen und Kata vor unserem Trainer
- dazu sagen wir "Oss".
2. Sauberkeit & Sicherheit
- Wir trainieren barfuss – das Tragen von Schuhen ist auch für Zuschauer im Dojo aus Hygienegründen nicht erlaubt
- saubere Füsse und Hände sowie kurz geschnittene Nägel sind selbstverständlich
- lange Haare werden mit einem Haarband zusammengebunden oder geflochten
- ein sauberes Gi wird vorausgesetzt
- das Tragen von weissen T-Shirts unter dem Gi ist Frauen und Kindern vorbehalten, farbige T-Shirts sind nicht gerne gesehen
Schmuck und Piercings sind vor dem Training unbedingt abzulegen oder abzukleben.
3. Pünktlichkeit
Solltest Du einmal zu spät kommen, ist das kein Drama:
- Führe selbständig den Gruss durch und wärme Dich selbständig auf
- bleib nach dem Aufwärmen an der Seite stehen, hebe die Hand und warte, bis der Trainer Dich bemerkt
- nach einem kurzen Gruss läufst Du an ganz ans Ende der Reihe, um die anderen nicht zu stören und gliederst dich in das Training ein
- erst beim nächsten Wechsel der Formation oder Reihenfolge der Gurtgrade begibst Du Dich an Deine "angestammte" Position.
4. Respekt
Respekt ist einer der wichtigsten Grundsätze im Karate:
- Konzentriere Dich auf die Kommandos - höre Deinem Trainer zu, wenn er etwas erklärt
- Karate ist Kampfsport – dennoch treten ernsthafte Verletzungen nur sehr selten auf, wenn sich die Schüler mit Respekt gegenübertreten
- wir trainieren stets mit einem "Partner" und kämpfen nicht gegen einen "Gegner"; dieser wichtige Unterschied sollte uns stets bewusst sein!
- höhere Gurtgrade sind niedrigeren gegenüber zur Hilfestellung und Rücksichtnahme angehalten
- die niedrigeren Gurtgrade sollen die höheren Gurtgrade anerkennen und respektieren
- in unserem Verein duzen sich alle, ohne dabei den gegenseitigen Respekt zu vergessen
- die Trainer werden mit "Sensei" angesprochen, ihre Vornamen haben im Training keine Bedeutung
- Zuschauer stehen während der Grusszeremonie zu Beginn und am Ende des Trainings jeweils auf und unterbrechen ihre Gespräche.
5. Aufmerksamkeit
Karate ist eine Tätigkeit, bei der es bei Unaufmerksamkeit ganz schnell zu Verletzungen kommen kann!
- betreibe Dein Training mit Ernst und betrachte es nicht einfach als lockere Freizeitbeschäftigung
- unser Club ist keine Kindertagesstätte, die Trainer sind nicht zur Erziehung und Unterhaltung der Kinder da
- Gespräche während des Trainings sind auf das wirklich Notwendige zu beschränken
- nicht Dein Trainingspartner, sondern Dein Trainer unterrichtet Dich
- jede Übung wird erst mit dem "Yame" des Trainers beendet. Vorher solltest Du nicht einfach aufhören – das wäre dem Trainer und Deinem Trainingspartner gegenüber unhöflich.
Dies bedeutet:
- sich nicht ablenken zu lassen, sondern sich zu konzentrieren
- sein Training so gut zu absolvieren, wie es einem nur irgendwie möglich ist (Motto: jedes Mal ein wenig besser als beim letzten Mal!)
- sei konzentriert und setze oder lege Dich während des Trainings nicht eigenmächtig hin, zapple nicht unnötig herum und verlasse nicht Deinen Platz.
Oss! ... Oss?
Der Begriff Oss besteht in der japanischen Schreibweise aus zwei Schriftzeichen. Das erste ist "Osu", das die Aussprache des ganzen Wortes beeinflußt. Dieses bedeutet wörtlich stossen oder drücken. Das zweite Zeichen "Shinobu" hat die Bedeutung von ertragen, erdulden, erleiden.
Im Karate-Do sollte und wird Oss für fast alles benutzt. Übliche Bedeutungen sind: Danke, Bitte, Ich habe verstanden und es steht auch als ein Grusswort zu anderen Karateka. Wird es mit einer Verbeugung ausgesprochen, drückt es Respekt, Vertrauen und Sympathie dem Gegenüber aus oder zeigt dem Sensei, dass das von ihm Gesagte verstanden wurde.
Das Wort “Oss” wird nur zwischen Menschen gebraucht, d.h. es wird beim Shomen-ni-Rei nicht benutzt, sondern nur beim Sensei-ni-Rei oder dem Otagai-ni-Rei. Es zeigt auch den Willen an, den Weg des Karate-Do beschreiten zu wollen und steht als Dank am Ende des Unterrichts.