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Eine französische Langzeitstudie, die im renommierten «Journal of Animal Ecology» veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. Die Wissenschaftler um Sabrina Servanty verglichen in einem Zeitraum von 22 Jahren die Vermehrung von Wildschweinen in einem Waldgebiet im Departement Haute Marne, in dem sehr intensiv gejagt wird, mit einem wenig bejagten Gebiet in den Pyrenäen.
Das Resultat: Wo hoher Jagddruck herrscht, ist die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen wesentlich höher als in Gebieten, in denen kaum gejagt wird. Weiterhin tritt bei intensiver
Bejagung die Geschlechtsreife deutlich früher – vor Ende des ersten Lebensjahres – ein, so dass bereits Frischlingsbachen trächtig werden. Auch das Durchschnittsgewicht der erstmalig fruchtbaren
Wildschweine ist bei hohem Jagddruck geringer. In Gebieten, in denen wenig Jäger unterwegs sind, ist die Vermehrung der Wildschweine deutlich geringer, die Geschlechtsreife bei den Bachen tritt
später und erst bei einem höheren Durchschnittsgewicht ein.
(Studie von S. Servanty et al., 2009, veröffentlicht im «Journal of Animal Ecology»)
Lesen Sie hier
die deutsche Übersetzung der Langzeitstudie
(Quelle: https://www.abschaffung-der-jagd.de/fakten/studiegegenwildschweinjagd/index.html)

Die natürliche Regulierung erfolgt durch folgende Faktoren und deren Interaktionen:
(dagegen sorgen Jäger ganzjährig durch legale oder illegale Zufütterungen und so genannte «Kirrungen» für ein unnatürlich hohes Nahrungsangebot – und tragen damit wiederum zur Vermehrung bei)
Droht Überpopulation in einem Biotop, wird die Geburtenrate automatisch gesenkt
Schauen Sie hier den Vortrag «Jagd Reguliert nicht»
von Prof. Dr. Josef H. Reichholf an:
Durch die Jagd vermehren sich Wildtiere stärker als unter natürlichen Umständen, meint Prof. Dr. Josef H. Reichholf, der die Abteilung Wirbeltiere der Zoologischen Staatssammlung München leitet. Würden in einem Gebiet durch die Jagd, die ja vor allem im Herbst und Winter stattfindet, viele Tiere getötet, hätten die verbliebenen ein besseres Futterangebot.
«Tiere, die gestärkt überleben, pflanzen sich im Frühjahr zeitiger und zahlenmäßig stärker fort», sagte Reichholf gegenüber der Süddeutschen Zeitung (28.01.2009).
Auch der Zoologe Ragnar Kinzelbach von der Universität Rostock ist überzeugt: «Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein. Rehe, früher tagaktive Tiere, seien nur durch die Jagd zu scheuen, nachtaktiven Waldbewohnern geworden. Wenn man die Rehe nicht jagen würde, würden sie sich auch nicht so sehr im Wald aufhalten und dort alles anknabbern», argumentiert der Zoologe.
Folgende Regionen beweisen, dass eine natürliche Regulierung möglich ist:
JAGDVERBOT SEIT ÜBER 40 JAHREN
Im Kanton Genf wurde die private Jagd bereits vor 40 Jahren verboten. Die natürliche Regulation führt dazu, dass es im Kanton Genf kaum mehr Eingriffe durch die Menschen benötigt.
ERFOLGREICHES FUCHSJAGDVERBOT VERLÄNGERT
In Luxemburg ist die Fuchsjagd seit 2015 verboten. Trotzdem gibt es weder mehr Füchse und Krankheiten oder weniger Rebhühner oder Hasen. Das Verbot wurde deshalb verlängert.
NATÜRLICH REGULIERENDEN STEINBOCK POPULATION
Im Gran Paradiso Nationalpark reguliert sich die Steinwildpopulation seit über 80 Jahren natürlich. Die Schwankungen werden höchstwahrscheinlich durch das Klima, die Schneemenge, die Populationsdichte und die Interaktionen dieser Faktoren.
ÜBER SINN UND UNSINN DER VOGELJAGD
Der Park ist ein Stück Wildnis, das sich selber überlassen ist und wo niemand auf die Jagd geht. «Das sei kein Problem, sagt Nationalparkdirektor und Wildbiologe Heinrich Haller. Auch ohne Jagd habe es nicht plötzlich zu viele Füchse, Hasen oder Vögel. Die Erfahrung zeige, die Natur könne man sich selber überlassen.»