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Die Ausgrabungen am Vierherrenplatz wurden Ende November abgeschlossen. Mit den archäologischen Untersuchungen konnte der genaue Verlauf der der äusseren Stadtbefestigung im nordwestlichen Bereich des mittelalterlichen Städtchens nachgewiesen und deren Entstehungszeit genauer eingegrenzt werden. Von der äusseren Stadtmauer und der dazugehörigen Grabengegenmauer waren die Fundamente bis unter den heutigen Asphaltbelag fast vollständig erhalten.
Äusserst interessant sind die Ergebnisse bezüglich der Entstehungszeit der äusseren Stadtmauer. Die datierbaren Funde in den Kulturschichten aus der Bauzeit lassen darauf schliessen, dass die Mauer erst im Verlauf des 16. Jahrhunderts errichtet wurde. In dieser Epoche ist die Stadtmauer wehrtechnisch bereits ein Auslaufmodell und entspricht nicht mehr den zeitgemässen Anforderungen des Festungsbaus. Die Stadtmauer ist vermutlich nur noch ein Repräsentationsbau oder anders formuliert: die Selbstwahrnehmung der damaligen Surseer manifestiert sich im Bau. Bei den Untersuchungen konnten etliche Hölzer geborgen werden, die im Zusammenhang mit dem Mauerbau stehen. Diese werden in den nächsten Wochen dendrochronologisch datiert. Diese Methode der Altersbestimmung anhand von Jahrringsequenzen lässt eine jahrgenaue Datierung zu. Dadurch kann die Datierung mittels Funden bestätig und allenfalls verfeinert werden.
Es gilt aber zu beachten, dass der Stadtmauerabschnitt am Vierherrenplatz auf Grund seiner exponierten Lage, in unmittelbarer Nähe des Surelaufes, möglicherweise etwas später als die restliche, äussere Stadtbefestigung errichtet oder nachträglich erneuert werden musste.
Bildlegende:
Blick auf die freigelegten Mauerfundamente der äusseren Stadtbefestigung nach Abschluss der Untersuchungen. Rechts im Bild die äussere Stadtmauer, links davon die Grabengegenmauer.