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In Memoriam Hans H. Müller
Verstorben im Januar 2020, im Alter von 95 Jahren
Hans H. Müller war von 1977 bis zu seiner Emeritierung 1991 Professor für Experimentalphysik an der Universität Zürich. Hans H. Müller lernte ursprünglich Maschinenzeichner, diplomierte am Technikum und machte die Matur an der Abendschule bevor er mit einem Physik Studium an der Universität Zürich begann. Er promovierte 1965 bei Prof. Dr. Hans Staub mit einer Arbeit über die die Bestimmung der mittleren Lebensdauer des 8Be-Kerns im Grundzustand, der Vereinigung von zwei α -Teilchen. Dieses Resultat war für die Kosmologie sehr wichtig. Noch während seinem Studium half Prof. Hans H. Müller den ersten Beschleuniger am Physik-Institut aufzubauen. Nach seiner Habilitation 1971 zum Thema Kernphysik mit dem Injektor-Zyklotron wurde er 1977 zum Titularprofessor ernannt. Er arbeitete in der Forschungsgruppe von Prof. Dr. Verena Meyer im Bereich Niederenergie-Kernphysik.
Seine Forschungsgebiete waren Untersuchungen von Reaktionsmechanismen und Kernstrukturanalysen mittelschwerer Kerne (z.B. Zr,Y ) in der Hauptsache mit Hilfe von direkten Kernreaktionen mit Protonen und α-Teilchen bei Proton Energien von etwa 35 MeV am Schweizerischen Institut für Nuklearforschung (SIN) einem Teil des heutigen Paul Scherrer Instituts (PSI). Später wurden auch Proton-3Helium und Deuterium-α Wechselwirkungen sowie mit polarisierten Protonen induzierte Kernreaktionen untersucht. Für Forschungsaufenthalte war er für längere Zeit in Grenoble, Frankreich und Groningen, Holland. Prof. Hans H. Müller hat dabei eine intensive Zusammenarbeit mit anderen Forschungsgruppen der Universitäten Basel, Wien, Krakau und Warschau aufgebaut.
Prof. Hans H. Müller hielt einführende Vorlesungen für Physikstudierende und Sekundarlehramtskandidaten sowie Spezialvorlesungen über Kernphysik. Sein persönliches Engagement in Lehre und Forschung sowie seine ruhige und zurückhaltende Art wurde von den Studierenden und Mitarbeitenden ausserordentlich geschätzt.