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Andorra – Fürstentum in den Pyrenäen
Eingezwängt zwischen seine Nachbarn Frankreich und Spanien liegt das Fürstentum Andorra inmitten der Pyrenäen. Sieben Gemeinden teilen sich das 468 Quadratkilometer grosse Staatsgebiet mit Andorra la Vella als Hauptstadt. Seine Lage in einem Hochtal, das von Berggipfeln umgeben ist, macht das kleine Land zu einem beliebten Ziel für Wandertouristen und Wintersportler.
Andorra ist ein alter Staat. Der 8. September 1278 gilt als Gründungstag des Fürstentums. Es verdankt seine Unabhängigkeit letztlich Streitigkeiten lokaler Fürsten um das Gebiet, die an besagtem Datum im Rahmen eines Kompromisses beigelegt wurden. Seither besitzt Andorra eine staatsrechtlich einmalige Konstruktion. Es wird von zwei Co-Fürsten regiert, heute dem Bischof von Urgell und dem französischen Staatspräsidenten. Beide üben inzwischen nur noch repräsentative Funktion aus, die Macht liegt tatsächlich bei andorranischen Organen.
Von Bergen umgeben
Der Reiz Andorras ist seine Berglandschaft. Der niedrigste Punkt des Landes liegt 840 Meter hoch an der Grenze zu Spanien, ein Drittel des Gebiets befindet sich oberhalb der Baumgrenze. Viele der insgesamt 65 Gipfel Andorras sind über 2000 Meter hoch, der höchste Punkt ist der Coma Pedrosa mit 2942 Metern. Oberhalb der Baumgrenze sind alpine Matten und Felsen vorherrschend. Darunter finden sich zahlreiche Kiefern- und Fichtenwälder. Ein besonderes Naturschutzgebiet ist das Vall del Madriu-Perafita-Claror, ein Gletschertal im Südosten des Landes, in dem noch die traditionelle Weidewirtschaft anzutreffen ist.
Beliebtes Ski-Resort
Die Pyrenäen Andorras sind ein ideales Terrain zum Wandern und Bergklettern. Es gibt in Andorra eine ausgebaute touristische Infrastruktur mit entsprechenden Übernachtungsmöglichkeiten. Das Gebiet ist aber vor allem als Wintersport-Region bekannt. Mit dem Skigebiet Grandvalira im Osten des Hochtals verfügt Andorra über das grösste Wintersport-Zentrum in den Pyrenäen. Feriengästen stehen hier über 200 Kilometer Pisten zur Verfügung. Als besonders schönes Ski-Terrain gilt Grau Roig bei dem Grenzort Pas de la Casa. In Escaldes-Engordany besitzt das Fürstentum auch ein überregional bekanntes Thermalbad.
Ein Einkaufsparadies
In der Hauptstadt Andorra la Vella vermischen sich Historisches und Modernes. Die Kirchen Santa Coloma und Sant Esteve aus dem 9. bzw. 11. Jahrhundert gehören zu den ältesten Bauten der Stadt. Als Wahrzeichen gilt die Casa de la Val aus dem 16. Jahrhundert, die traditionell Regierungs- und Gerichtssitz ist. Daneben wird Andorra la Vella von glitzernden Bankfassaden und zahlreichen Geschäften beherrscht. Wegen der niedrigen Umsatzsteuer ist Andorra als Einkaufsparadies bei Touristen sehr beliebt. Besucher zahlen hier mit dem Euro, obwohl Andorra kein EU-Mitglied ist.
Oberstes Bild: Circ dels Pessons, Andorra (© Ferran Llorens, Wikimedia, CC)