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Gut einen Monat vor Beginn eines Veruntreuungs-Prozesses gegen den französischen Ex-Präsidenten Jacques Chirac mehren sich Spekulationen über den Gesundheitszustand des 78-Jährigen. Chiracs Ehefrau Bernadette dementierte am Montag, dass ihr Mann demenzkrank sei.
"Die Ärzte haben ihm gesagt, dass er nicht an Alzheimer erkrankt sei", sagte Bernadette Chirac dem Sender Europe 1. "Wenn mein Mann diese Krankheit hätte, würde ich nicht zögern, das zu sagen", fügte sie hinzu.
Sie räumte ein, dass der 78-Jährige Schwierigkeiten beim Laufen habe und auch nicht gut höre. "Manchmal hat er Gedächtnisstörungen." Dennoch könne ihr Mann "blendend" sein, ergänzte die ehemalige First Lady. Jacques Chirac hatte 2005 einen leichten Schlaganfall erlitten.
Die Sonntagszeitung "Journal du Dimanche" hatte berichtet, dass Chiracs Frau Freunden gegenüber die Befürchtung geäussert habe, ihr Mann könne an Alzheimer erkrankt sein. Das Blatt widmete dem Gesundheitszustand Chiracs, der bei seinen öffentlichen Auftritten in den vergangenen Wochen wacklig auf den Beinen war, zwei Seiten.
Schuldspruch unwahrscheinlich
Bernadette Chirac bezeichnete die Berichte als "Lügen". Chirac werde sich wie geplant Anfang März dem Gericht stellen, das über eine Affäre aus den 90er Jahren urteilen soll. Chirac soll in seiner Zeit als Pariser Bürgermeister eine Reihe von Scheinarbeitsverhältnissen im Rathaus für Freunde und Vertraute geschaffen haben.
Sie sollen für angebliche Jobs oder Dienstleistungen bezahlt worden sein, ohne eine Gegenleistung für die Stadt erbracht zu haben. Einige von ihnen sollen stattdessen für die RPR, eine Vorläuferin der heutigen Regierungspartei UMP, tätig gewesen sein.
Das Verfahren soll vom 7. März bis zum 8. April dauern. Im Fall eines Schuldspruchs drohen dem Ex-Staatschef bis zu zehn Jahre Haft und 150'000 Euro Strafe. Es gilt allerdings als unwahrscheinlich, dass Chirac verurteilt wird.
SDA-ATS