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Vom 9. Juni bis zum 9. Juli bestreitet die Schweiz in Deutschland ihre 8. Fussball-Weltmeisterschaft – die erste seit 12 Jahren.
Vor 52 Jahren war die Schweiz Gastgeberland der 5. Ausgabe der Fussball-WM. Der Final vom 4. Juli 1954 in Bern zwischen Ungarn und Deutschland ist in die Fussball-Geschichte eingegangen.
An der allerersten Fussball-WM 1930 in Uruguay war die Schweizer Nationalmannschaft nicht dabei. Die Schweiz konnte sich bisher für sieben der 16 nachfolgenden Ausgaben der Fussball-Weltmeisterschaft qualifizieren.
WM-Teilnehmerin war die Schweiz 1934 in Italien, 1938 in Frankreich, 1950 in Brasilien, 1954 im eigenen Land, 1962 in Chile, 1966 in England sowie 1994 in den USA. Und jetzt ist das Schweizer Nationalteam an der 18. WM in Deutschland dabei.
Unterschiedliche mediale Wahrnehmung
Nicht alle WM-Endrunden wurden von den Medien gleich prominent abgedeckt: zu Beginn wegen der langsamen Verteilerkanäle lediglich verspätet in den Zeitungen, später im Radio und schliesslich im Fernsehen.
Deshalb wurden der Sieg der Schweiz gegen Deutschland im Pariser Parc des Princes oder das Unentschieden gegen WM-Gastgeberland Brasilien 1950 hierzulande relativ schwach wahrgenommen. Ganz anders, 44 Jahre später, das 1:1-Eröffnungsspiel gegen das WM-Gastgeberland USA 1994.
Die Schweiz als WM-Organisationsland
Für viele Schweizer Fussballfans bleibt 1954 der Höhepunkt der Fussballgeschichte: In diesem Jahr fand die WM nämlich in der Schweiz statt. Die Schweizer Nationalmannschaft schlug sich tapfer und schied im Viertelfinal gegen Österreich mit 5:7 aus.
Absoluter Höhepunkt der WM in der Schweiz war das Finale, das so genannte "Wunder von Bern": Deutschland gewann gegen den seit vier Jahren ungeschlagenen Top-Favoriten Ungarn in einem dramatischen Spiel 3:2. Dieser völlig unerwartete Sieg trug zur Rehabilitierung der damaligen Bundesrepublik Deutschland nach den Kriegsjahren bei.
"Für mich war das mehr als nur eine Enttäuschung, das war schrecklich, denn Ungarn spielte einen magischen Fussball. Am Ende des Spiels habe ich geweint, denn es war brutal", sagte der ehemalige bekannte Journalist und Kommentator des Westschweizer Fernsehens, Jean-Jacques Tillmann, vor zwei Jahren gegenüber swissinfo.
1962 und 1966
Während die Schweiz an der WM 1958 in Schweden nicht dabei war, qualifizierte sie sich für die Endrunde 1962 in Chile. Im Eröffnungsspiel gegen das Gastgeberland unterlag sie 3:1 und gegen die anderen Gruppenmitglieder Bundesrepublik Deutschland (BRD) und Italien verlor sie auch (2:0 bzw. 3:0).
Vier Jahre später, 1966 in England, das gleiche Bild: Niederlagen gegen die BRD (5:0), Spanien (2:1) und Argentinien (2:0). Es war die erste, bittere WM für den heutigen Nationalcoach Köbi Kuhn, damals als Spieler. Kuhn durfte im ersten Spiel gegen die BRD nicht spielen - zur Strafe für eine nächtliche Eskapade zusammen mit zwei anderen Nati-Spielern.
Der letzte Auftritt in den USA
1994, unter Coach Roy Hodgson, nahm die Schweiz in den USA an ihrem bisher letzten Auftritt an einer WM teil. Dabei gelang es Stéphane Chapuisat, Alain Sutter und ihren Kollegen, sich dank einem brillanten 4:1-Sieg gegen Rumänien für die Achtelfinals zu qualifizieren. Dort scheiterte die Schweiz mit 0:3 an Spanien.
An den folgenden zwei Weltmeisterschaften 1998 in Frankreich und 2002 in Japan und Südkorea war die Schweiz nicht dabei. Dafür hat sie sich für die diesjährige WM in Deutschland qualifiziert.
Dazu musste das Schweizer Nationalteam – die meisten Angehörigen spielen in den grossen europäischen Ligen – aus seinen letzten Ressourcen schöpfen. Nach zwei dramatischen Barrage-Spielen gegen die Türkei erkämpfte sich die Schweiz das Ticket für Deutschland.
swissinfo, Mathias Froidevaux
(Übertragung aus dem Französischen: Jean-Michel Berthoud)
In Kürze
Die Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland musste sich die Schweiz hart erkämpfen. In der Qualifikationsgruppe (Frankreich, Irland, Israel, Zypern und Färöer) belegte sie mit einem Punkt Rückstand auf Frankreich den 2. Platz.
In zwei Barrage-Spielen gegen die Türkei gewann das Schweizer Nationalteam im Heimspiel in Bern 2:0 und verlor auswärts in einem denkwürdigen Spiel 4:2. Dank der Auswärtstore, die doppelt gezählt werden, qualifizierte sich die Schweiz für die WM in Deutschland. Nach dem Spiel in der Türkei kam es zu gewalttätigen Szenen.
Für die Europameisterschaft konnte sich die Schweiz bisher lediglich zweimal qualifizieren: 1966 in England und 2004 in Portugal. Beide Male kam das Nationalteam nicht über die Gruppenspiele hinaus. 2008 findet die Fussball-EM in der Schweiz und in Österreich statt. Als Gastgeberland ist die Schweiz (wie auch Österreich) automatisch qualifiziert.
Fakten
2006 findet in Deutschland die 18. Fussball-WM statt.
Nach 1974 geht die WM zum 2. Mal auf deutschem Boden über die Bühne.
Die Schweiz war bisher siebenmal bei einer WM dabei: 1934, 1938, 1950, 1954, 1962, 1966, 1994.