Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03153.jsonl.gz/2246

Überprüfung der Eignung eines Industrieareals für eine Wohnüberbauung.
Aufteilung in zwei Baufelder mit unterschiedlichen Typologien und höheren Gebäuden entlang der S-Bahnstrecke.
Landschaftspark mit angelagerten öffentlichen Nutzungen und privatere Wohnzeilen gegen Norden.
Um die Jahrtausendwende wurde das Potential des Gewerbe- und Industriegebiets zwischen der Furttallinie der S-Bahn und der Mühlackerstrasse in Neu-Affoltern langsam sichtbar. 1999 führte die Stadt Zürich einen städtebaulichen Wettbewerb für die Entwicklungsplanung durch, den Graber Pulver gewannen.
Im von dieser Studie abgeleiteten Leitbild war von circa 1'000 Wohnungen in 3- bis 4-geschossigen Bauten die Rede. Allreal, die aus ihrer industriellen Vergangenheit als Teil des Oerlikon-Bührle-Konzerns Zugriff auf das Areal des metallverarbeitenden Betriebs Gauger & Co am Eingang ins Gebiet hatte, lud vier Büros zu einem Workshopverfahren ein.
Bald zeigte sich, dass im Rahmen einer Arealüberbauung ganz andere Dichten und Höhen möglich waren. Es ging nicht mehr um beschauliche Wohnzeilen am Stadtrand, sondern um achtgeschossige Volumen. Während einige Teams die nun möglichen 300 Wohnungen in selbstbewussten Grossformen unterbrachten (und mit dieser These, wie die Siedlung Klee mittlerweile beweist, die Zukunft des Gebiets vorweg nahmen), teilten wir das Baufeld in zwei Zonen. Angrenzend an die S-Bahnstation Zürich Affoltern und als Eingangstor ins Gebiet schlugen wir grosse Volumen mit öffentlichen Nutzungen in den Erdgeschossen und einer parkartigen Landschaft vor. Um diese Öffentlichkeit zu stärken, schloss nördlich ein reines Wohngebiet an.
Die schlussendlich 2007 für die ABZ fertiggestellte Siedlung Ruggächern von Baumschlager Eberle weist noch die Gene der ursprünglichen Unsicherheiten auf. Die 14 Gebäude verköpern als Solitäre eine selbstbewusste Haltung, einzelne Arkaden behaupten Urbanität. Die modellierte Landschaft mit differenzierten Aussenräumen überspielt geschickt, dass es sich um eine reine Wohnsiedlung mit Wohnungen bis ins Erdgeschoss handelt.