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2007 tönte es noch eintöniger: StudiVZ, Facebook und LinkedIn. 4 Jahre später ist das Soziale Web viel vielfältiger:
Soziales Programmieren.
Soziales Joggen.
Soziales Videogucken.
Soziales Essen.
Soziales Beisammensein.
Ich glaube jetzt auch zu verstehen, warum ich nichts mit Twitter oder Checkin-Diensten wie Foursquare und co. anfangen kann: Sie bieten zwar „soziale Funktionen“ an, aber stellen diese in einen luftleeren Raum. Die oben genannten Angebote erfüllen hingegen ein konkretes Bedürfnis und bieten zusätzlich die Vernetzung mit gleichgesinnten Benutzern. Ein gewaltiger Mehrwert.
Eine Kollegin ist bei ihrer Stellensuche auf folgende Anforderung gestossen und hat mich nach deren Bedeutung gefragt:
Kenntnisse mit Web 2.0/Web 3.0
Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen: Web 2.0 kann ich in einem Stelleninserat sehr gut verstehen, aber Web 3.0? Entweder ist die entsprechende Firma einem Sozialen Netzwerk-Berater auf den Leim gekrochen oder sie ist tatsächlich in einem extrem progressiven Umfeld tätig. Ich tippe eher auf ersteres.
Meine Antwort lautet wie folgt:
Web 2.0 ist ein Sammelbegriff für moderne Webseiten, welche nicht nur noch Inhalte verbreiten (Klassisches Verlegermodell), sondern die Benutzer mitschreiben lässt. Darunter fallen solche Systeme wie Wikis (Siehe Wikipedia), Blogs (Jeder publiziert, was er will), Soziale Netzwerke (Facebook ist gefüllt mit Texten und Bildern von Benutzern), sowie auf der technischen Ebene die ganzen Webservices, welche verschiedene Systeme verschiedener Anbieter miteinander kommunizieren lassen (Spiele bei Facebook, alle Seiten welche Google Maps benutzen um z.B. Hotels und Empfehlungen von anderen Benutzern anzuzeigen).
Der Begriff Web 2.0 ist etwas unscharf und je nachdem wer ihn benutzt, heisst er auch etwas anderes. Ich für mich finde den Aspekt von ‚Jeder schreibt, fotographiert, komponiert, filmt mit und veröffentlicht was ihm gefällt‘ am wichtigsten.
Das Web 3.0 existiert noch nicht. Es ist ein Konstrukt, an welchem seit über 60 Jahren herumgeforscht wird und noch immer keine Resultate aufzeigt. Der Schlüsselbegriff ist vor etwa 20 Jahren entstanden: Semantisches Web. Informationen auf Webseiten sollten derart mit Metainformationen beschrieben werden, dass Maschinen ohne Hilfe von Menschen diese verstehen und interpretieren können. Theoretisch sollte es dann möglich sein, dass Computer neue Fakten aus bestehenden Daten erzeugen können.
Web 2.0 ist ein Modebegriff, Web 3.0 hingegen ist akademisch geprägt.
Heutzutage programmieren geht in etwa so: Schreib, schreib, schreib, Problem, Google Suche, lesen, schreib, schreib, schreib etc.
Je nach Art des Problems und der Programmiersprache stösst man bei seinen Recherchen auf obskure Foren oder mühsame Anlock-Und-Zahl-Seiten à la Experts Exchange. Und die Resultate darf man sich dann auch unter den ganzen Diskussionen zusammenkramen.
Frustriert darüber haben sich so bekannte Namen wie Jeff Atwood und Joel Sponsky zusammengetan und Stack Overflow erschaffen. Das erklärte Ziel dieser Webseite ist es Programmierwissen zu sammeln und in brauchbarer Form darzustellen. Deshalb ist Stack Overflow auch kein Forum, sondern ein Zwischending aus Forum, Wiki und Blog: Alles ist kommentierbar, veränderbar, per Konsensus wird die beste Lösung gefunden und prominent platziert. Gute Fragen und gute Antworten werden mit Reputation belohnt. Mit Ehrenmedaillen wird der Ehrgeiz der Benutzer zusätzlich angestachelt.
Auf den ersten Blick ist die Seite gewöhnungsbedürftig. Aber extrem effektiv: Jede Frage von mir wurde innerhalb von Minuten korrekt beantwortet.
Ein interessanter Aspekt ist die Registrierung: Stack Overflow ist derart spezialisiert und anspruchsvoll dass sie es sich leisten kann den üblichen Registrationsweg zu ignorieren. Man kann zwar anonym kommentieren, kriegt dafür aber natürlich keine Reputation. Und die einzige Art sich anzumelden ist über OpenID. Da das System kaum bekannt ist (Und obwohl sehr viele Web 2.0-Nutzer ohne ihr Wissen bereits eine besitzen), stellt diese Eintrittshürde gleich einen technischen Intelligenztest dar.
Ich hab’s auf jeden Fall geschafft und geniesse die Vorzüge dieser gesunden & hyperaktiven Community.
Konvolvierend alles persönlich und international relevantes in ein paar konfusen Zeilen und mit einem halben Dutzend Links: Das eine Hobby hat spektakulär geendet, dafür habe ich ein neues aufgegriffen (Was mich daran erinnert dass ich noch schnell aus dem Postomaten gekommen sein werden muss) und gleich mit einer eigenen Kategorie beehre. Heute war leider wettermässig nichts mit fliegen und so blieb ich auf dem Boden der Realität und fange spontan an Sport zu treiben, mit dem Ziel meinen kleinen Bruder beim Grand Prix Bern zu schlagen. Bis es soweit ist noch drei Links zum letztmontäglichen BLGMNDYBRN (Protokoll): Da wären Imified, Stikkit (Web 2.0 für Poweruser, fast so schön wie mein heissgeliebtes Quicksilver* und das Shadow IT Department (Ich mag die Druckansicht von Webseiten, der ganze Artikel mehr oder weniger ohne Werbung auf einer Seite). Das war mein Post, meines ganz allein und irgendwie ist es mir egal ob ein Metablog über mich wacht oder nicht, ich tue das hier zum Spass und aus reiner Besserwisserei und weil es alle tun. Ich glaube zuviel Sport schadet der Textqualität. Das neue Björk-Album heisst übrigens Volta und kommt am 7. Mai raus. Damit ist dieses Jahr offiziell gerettet. **
* = Ich bin mit dem Baroque Cycle schon fast ein zweites Mal durch.
** = Normalerweise folgt hier ein Spruch von wegen ‚Ferien nötig‘ aber ich habe ja Ferien und kann darum nicht klagen.
Man gewöhnt sich wahnsinnig schnell an solch praktische Features wie RSS. Und ärgert sich dementsprechend wenn man auf eine Seite stösst die es nicht unterstützt, unterstützen sollte, und zu der es keine Alternative gibt.
Zuletzt so gesehen auf WG-Zimmer.ch . Ich war kurz davor einen eigenen RSS-Wrapper für deren Annoncen zu schreiben. Bis ich fündig wurde. (Nein, Feed habe ich keinen gefunden, dafür eine Wohnung.)