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Was bedeutet Erfolg für Dich?
Ich glaube ein erfolgreicher Mensch ist zwanghaft einer, der akzeptiert hat, dass er seinen Weg mit der Angst gehen muss. Ein Mensch, der nicht darauf wartet seine Angst zu verlieren bevor er „Action“ sagt. Ein Mensch, der die Angst auf dem Beifahrersitz mitfahren lässt, sicher und bewusst darüber, dass er das Steuer in der Hand hält.
Erfolgreich sein bedeutet für mich auch, nicht mehr nur zu agieren auf Einflüsse von Außen, sich nicht mehr wie eine Fahne im Wind von Links nach Rechts schlagen zu lassen, sondern sich meist selbstbestimmt, autonom und seiner selbst bewusst erfüllende Wege zu erschaffen – ganz unabhängig von den negativen Stimmen im Kopf. Diese negativen Stimmen ausblenden oder überspielen zu können, das ist große Kunst.
Ein Mensch der nicht für Strukturen (wirtschaftliche, familiäre, gesellschaftliche, politische) arbeitet, sondern Strukturen für sich arbeiten lässt oder diese sogar umformt – das ist ein erfolgreicher Mensch.
Ein Mensch, der sich, um zu evaluieren, immer wieder zum Beobachter seines Daseins machen kann, wohl wissend, dass sein Leben größtenteils von ihm und seinen Reaktionen und Aktionen bestimmt ist.
„Erfolgreich sein bedeutet für mich auch, meist selbstbestimmt, autonom und seiner selbst bewusst erfüllende Wege zu erschaffen!”
Du bist Mama, selbständig, engagiert in der Selbsthilfegruppe und hast die therapeutische Ausbildung im Nebenstudium absolviert. Mittlerweile praktizierst du in deiner Praxis. Wie schaffst du das Alles?
Ich glaube es gab da einen Punkt, an dem ich beschloss einen wichtigen Satz zu benutzen und statt, „ich habe keine Zeit“ , „es ist nicht meine Priorität“ zu sagen. Du hast keine Zeit für Sport? Es ist nicht deine Priorität. Du hast keine Zeit für den Kosmetiksalon? Es ist nicht deine Priorität. Du hast keine Zeit für deinen Partner? Er ist nicht deine Priorität. Du hast keine Zeit für deine Weiterbildung? Es ist nicht deine Priorität. Die Bewusstheit, dass ich durchaus Macht darüber habe, wie ich meine Zeit einteile, hat Vieles in meinem Leben verändert. Wir haben nämlich immer nur Zeit für Dinge, die uns gerade wichtig sind.
„…ich beschloss einen wichtigen Satz zu benutzen und statt, „ich habe keine Zeit“, „es ist nicht meine Priorität“
zu sagen.”
Familie und meinen Lebenswandel, der viel Arbeit erfordert, bringe ich unter einen Hut, weil ich täglich genau diese bewussten Entscheidungen treffe, die durchaus ihre Einbußen fordern. Ich habe nicht viele enge Freunde und sehe diese nicht wöchentlich. Ich habe nicht viel Zeit für Spass, der finanzielle und zeitliche Aufwände erfordert, wie z.B. der Besuch eines Konzerts – ich schaffe mir Spass im Alltag. Während andere feiern gehen, arbeite ich an mir und meinen Zielen, meinem Wissen und an meiner Persönlichkeitsentwicklung, die ich weitergeben kann.
Seit mein Mann und ich beschlossen gleichwohl Heim, Kinderbetreuung und Arbeit, bzw. Selbstverwirklichung zu wählen, entschieden wir uns dafür chaotischer, unstrukturierter, gestresster, schlafloser und ungesünder zu werden. Wir leben am Limit und müssen immer wieder ausbalancieren. Es wäre eine Illusion zu glauben, dass man alles haben kann. Erfüllung kostet. Wir befinden uns auf unserem Weg, der teilweise so holprig und mit Rückschlägen versehen ist, dass wir am liebsten wieder konventionell leben würden. Und doch sind die Momente des Ertrags dann so überschwänglich und außerordentlich beglückend, dass wir nicht mehr anders können. Höhenflüge erfordern tiefe Stürze. Diese muss man bereit sein in Kauf zu nehmen.