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Kaum eine Firma symbolisiert die wechselhafte Geschichte der Fotografie wie die japanische Firma Fuji. Sie wurde 1920 gegründet und war der erste Hersteller von Firmen in Japan. Das Unternehmen produzierte Filme für die ersten Fotokameras, aber auch für die Filmindustrie und Röntgenfilme. Zehn Jahre nach dem Start expandierte man in das Geschäft mit Objektiven und Fotozubehör. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs Fuji vor allem auf dem Gebiet der Röntgenfilme, der medizinischen Filme, aber auch in Bereich wie magnetische Speichermedien.
In den Folgejahren setzte das Unternehmen auf Wachstum. In Japan hatte es mit seinen Filmen so gut wie ein Monopol, auch weltweit gehörte es zu den drei Größten neben Agfa und Kodak. Fuji hatte auch schon begonnen, digitale Techniken beim Drucken und Belichten einzusetzen und erste Erfahrungen zu sammeln. Bald wurde Fuji, auch als Sponsor der Olympischen Spiele in Los Angeles. zu einem großen Marktteilnehmer in den USA, während Kodak in Japan kaum Fuß fassen konnte. Das Unternehmen hatte bereits in den 80er Jahren gesehen, dass die Digitaltechnik auf dem Vormarsch war, und sich zum Beispiel einen großen Anteil an dem Unternehmen Xerox gesichert, was sich später als Glücksgriff erweisen sollte.
Während Kodak sich recht sicher fühlte, vor allem auch wegen seiner Dominanz in der Filmindustrie und bei amerikanischen Fotografen, begann Fuji sich umzuschauen, was man nicht machen konnte. Man baute Kioske, an denen Fotografen ihre Filme entwickeln oder Bilder drucken konnten. Und man begann sich zu überlegen, welche neuen Bereiche man erobern konnte.
Als der Filmverkauf dann komplett zusammenbrach, nutzte Fuji sein Wissen über die Chemikalien, die man in der Entwicklung von Filme und Bildern, aber auch bei deren Herstellung benutzte und begann, sich ein Standbein als Lieferant für die Kosmetikindustrie aufzubauen, die viele der gleichen Ausgangsstoffe verwendete. Gerade die Nanotechnologie wird heute in vielen Cremes benutzt.
Im Gegensatz zu Kodak stellte sich Fuji breiter auf, erschloss neue Geschäftsfelder und baute strategische Partnerschaften wie die mit Xerox aus. Der Fotografie ist Fuji trotzdem treu geblieben. Noch immer werden Fuji-Filme produziert, allerdings für einen kleinen Markt von Nostalgikern und professionelle Fotografen, die die besonderen Auflösungen vor allem das Diafilme schätzen. Aber Fuji produziert auch erstklassige Kameras, die heute ebenbürtig mit jenen von Canon oder Nikon sind. Mit der Instaxkamera, einer Art Polaroid, hat man einen Trend in Japan losgetreten. Das Unternehmen hat aber auch Mittelformatkameras, hervorragende Kompakt und Systemkameras und nach wie vor eine große Auswahl an Objektiven.
Kaum eine Firma hat den Übergang von der analogen zur digitalen Fotografien in allen Bereichen so gut meistern können wie Fuji.