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Für den Laien scheint es keinen allzu großen Unterschied zwischen Schamanismus und Hypnose zu geben, weshalb dieses Thema ebenfalls in der Hypnoseausbildung zur Sprache kommt. Denn die schamanische Hypnose lehnt sich stark an der Arbeitsweise von Milton Erickson an. Eine Überschneidung, die auch in der Hypnose Ausbildung angesprochen wird, besteht darin, dass auch in der modernen Hypnose Therapie bei Bedarf schamanische Elemente wie etwa duftende Essenzen oder Räucherstäbchen eingesetzt werden. Diese spielen im Schamanismus aber eine sehr viel wichtigere Rolle. Darüber hinaus gibt es weitere gravierende Unterschiede, die Thema in der Hypnose Ausbildung sind.
Schamanismus als Vater der Hypnose
Die Ähnlichkeiten zwischen Schamanismus und Hypnosetherapie ergeben sich schon allein aus der Tatsache, dass Letztere – ebenso wie andere Formen der Psychotherapie – sich aus den schamanischen Traditionen entwickelt haben. Diese lassen sich in etwa für einen Zeitraum von 30.000 Jahren belegen, ihre Wurzeln dürften jedoch noch sehr viel weiter zurück reichen. Schamanische Praktiken sind auch in der Gegenwart bei Nomadenvölkern, die als Jäger und Sammler in Stammesgemeinschaften leben, noch weit verbreitet.
Was ist ein Schamane?
Als Schamanen werden Menschen bezeichnet, die bewusst in der Lage dazu sind, sich in einen veränderten Bewusstseinszustand zu versetzen. Er besucht also Geisterwelten, um dort mit den Geistern zu sprechen. Dabei soll der Schamane nicht nur Botschaften von den Geistern empfangen, sondern diese auch bis zu einem gewissen Grad kontrollieren können.
Seine speziellen Fähigkeiten besitzt der Schamane nach dem Verständnis der Stammesgemeinschaften von Natur aus. Gewissermaßen erwählen die Geister den Schamanen also, der sich daraufhin einem Jahre währenden Initiationsprozess unterwirft.
Der Schamane geht in Trance, nicht der Klient
Ein gravierender Unterschied zwischen Schamanismus und moderner Hypnosetherapie besteht darin, dass sich im Schamanismus der Heiler selbst in einen Trancezustand begibt. Der Hypnosetherapeut hingegen versetzt seinen Klienten in den Trancezustand. Genauer betrachtet versetzt der Schamane durch seinen Ritus aber auch alle anwesenden Personen bis zu einem gewissen Grad in Trance. Hierin ähnelt sich der Schamanismus aber andererseits wiederum mit der Hypnosetherapie. Denn der Therapeut erlebt den Trancezustand seines Klienten mit, man spricht hier auch von der sogenannten „therapeutischen Co-Trance“.
Weitere wesentliche Unterschiede bestehen darin, dass der Hypnosetherapeut in aller Regel Einzelpersonen, gegebenenfalls auch Paare oder Familien behandelt, während in schamanische Rituale der gesamte Stamm eingebunden ist. Während der Schamane böse Geister vertreibt und gute Hilfsgeister anruft, spricht der Hypnosetherapeut das Unterbewusstsein des Klienten an, hilft ihm, Verdrängtes oder Traumatisches aufzuarbeiten und lehrt den Klienten, seine inneren Ressourcen zu nutzen. Dadurch lernt der Klient gewissermaßen, mittels Autosuggestion mit seinem Unterbewusstsein in einen Dialog zu treten und dieses bis zu einem gewissen Grad zu kontrollieren.