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Jedes der Basler Stadttore ist auf den frühen Plänen Merians mit einem sogenannten Vorhof versehen. Sie waren jenseits des Stadtgrabens eine zusätzliche Sicherungs- und Kontrolleinrichtung. Vor dem Spalentor wurde etwa gegen Ende des 15.Jh ein solcher Hof mit zwei Rundtürmen angelegt.
Der Vorhof erstreckte sich bis auf die Höhe der Liegenschaft Missionsstrasse Nummer 7, wo sich auch die beiden Rundtürme erhoben. Diese Türme waren bis ins 17.Jh relativ niedrig und hatten lediglich eine Plattform. In den Jahrzehnten danach wurden die Türme erhöht, denn eine Zeichnung von Emanuel Büchel um 1758 zeigt sie mehrstöckig und nunmehr mit Kegeldächern und Schiessscharten in ihren Mauern versehen.
Im 18.Jh sind dann auch ein weiterer Schlagbaum und ein zusätzlicher Palisadenvorhof zu sehen. Im Jahr 1800 wurde die mittlere Barriere des Vorhofs (Punkt C auf dem Bild unten) entfernt weil sie baufällig geworden war. Die beiden Türme an der heutigen Missionsstrasse brach man 1813 teilweise ab, da sie beim Durchmarsch der Allierten gegen Napoleon hinderlich waren. Bis zum Aufschütten des Stadtgrabens 1861 wurde der Vorhof schliesslich ganz beseitigt.
Zuletzt trat ein Teil des Vorhofs im Sommer des Jahres 2000 zutage. Damals stiess man bei der Erneuerung einer alten Gasleitung auf der Höhe der Liegenschaft Missionsstrasse 1 auf eine der beiden ca 70 Meter langen Zungenmauern des ehemaligen Vorhofs.
Der in roten schematischen Flächen vereinfacht angedeutete Vorhof ohne Schlagbäume und Gebäude. Er ragte bis in die heutige Missionsstrasse hinein.
A - Abschlussmauer des Hofes am Stadtgraben bei der Zügbrücke B - Seitenmauern des Hofes bis zu den beiden Rundtürmen C - Flankenmauern der mittleren Barriere die den Hof unterteilte D - Eingang des Vorhofs mit flankierenden Rundtürmen
Literatur:
Jahresbericht 1989 der Archäologischen Bodenforschung BS, Katalog der landseitigen Äusseren Grossbasler Stadtbefestigungen, Seiten 93 bis 96 mit vergleichendem Plan Seite 83
Jahresbericht 2000 der Archäologischen Bodenforschung BS, Beitrag von Christoph Ph. Matt in der Fundchronik, Seite 72