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Der Kunstverein in Hamburg zeigt den amerikanischen Künstler James Benning (*1942, Milwaukee, Wisconsin) in seiner ersten institutionellen Einzelausstellung in Deutschland.
In Europa ist Benning in den letzten Jahrzehnten vor allem als einer der wichtigsten amerikanischen Experimentalfilmemacher gefeiert worden. Erst einzelne Ausstellungen in Galerien und Kunstprojekte in anderen Kontexten zeigten sukzessive die Vielfältigkeit seines Werkes. Die Ausstellung im Kunstverein in Hamburg wird ganz unterschiedliche Aspekte von Bennings Werk präsentieren: Die Arbeiten stellen einen Themenkreis her, der die Auseinandersetzung mit der Landschaft und die Kritik an der Technologie und ihrer Ideologie zusammenführt. So bekommt das bisher wenig beachtete zeichnerische und malerische Werk des Künstlers einen neuen Stellenwert. Mit seiner Appropriation von Bildern großer Außenseiter und der Auseinandersetzung mit Mythen, die sich nicht zuletzt in Figuren der jüngeren amerikanischen Geschichte wie den Philosophen Henry David Thoreau (1817–1862) und den zwischen 1976 und 1998 als „Unabomber“ bekannt gewordenen Mathematiker Theodor Kaczynski manifestieren, betreibt Benning eine epische Erzählung und Darstellung von spezifischen Haltungen, die Einzelne gegenüber dem Rest der Welt einnehmen. Hier bildet sich wiederum die historische Entwicklung in Details ab, die aus alternativen Formen des Umgangs mit Information zu weltweiten Daten- und Technikimperien geführt haben. Indirekt referiert Benning auf den intellektuellen Aufbruch Amerikas in den 1960er- und 1970er-Jahren; er setzt verschiedene Elemente desselben nebeneinander, Quilts und Computer, das weite Land, die Natur, die Kryptografie und das World Wide Web. Benning begibt sich mitten in die Ambivalenz von technologischem Fortschritt und dem Freiheitsversprechen einer Kultur, die sich dem Pioniergeist heute noch mental verpflichtet sieht.