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<h2>SubmittedText<h2><p>Der zweite Lehrstuhl für Französische Literatur der Neuzeit an der Universität Zürich ist bedroht und soll 2019 aufgegeben werden. Die Universitätsleitung hat anscheinend beschlossen, die Stelle nicht wiederzubesetzen.</p><p>Die Entscheidung scheint im Rahmen eines Sparprogrammes der Universität gefällt worden zu sein.</p><p>Es würde also in Zukunft nur noch einen Lehrstuhl für Französische Literatur der Neuzeit an der Universität Zürich geben, der für die gesamte französische Literatur, vom 16. Jahrhundert bis heute, zuständig wäre. Dieser Beschluss kommt zu einem Zeitpunkt, an dem landesweit über die Beziehung zwischen den Sprachregionen diskutiert wird. Der Abbau hat auch Auswirkungen auf die Ausbildung der Französischlehrerinnen und -lehrer auf der Gymnasialstufe. Damit ein guter Unterricht im Maturafach Französisch auf der Sekundarstufe II möglich ist, müssen die Lehrkräfte in französischer Sprache und Literatur an unseren Universitäten ausgebildet werden können.</p><p>Die Universitäten fallen zwar in die Zuständigkeit der Kantone, aber für die Maturität sind sowohl die Kantone als auch der Bund zuständig, der sich also ebenfalls über die Ausbildung der Lehrkräfte Gedanken machen sollte, die die Schülerinnen und Schüler auf die Matura vorbereiten.</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Teilt der Bundesrat die Meinung, dass diese Streichung des zweiten Lehrstuhls für Französische Literatur der Neuzeit dem Sprachenreichtum der Schweiz schadet und dass damit dem nationalen Zusammenhalt kaum Beachtung geschenkt wird?</p><p>2. Ist der Bundesrat nicht der Ansicht, dass dieser Beschluss ein grosses Problem für die Ausbildung der Französischlehrerinnen und -lehrer auf Gymnasialstufe darstellt? Gerät der Französischunterricht hier nicht in eine eigentliche Abwärtsspirale hinein?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bund unterstützt Lehre und Forschung der kantonalen Universitäten im Rahmen des Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes sowie des Bundesgesetzes über die Förderung der Forschung und der Innovation. Hochschulen sind in der Schweiz im Rahmen der Vorgaben ihrer kantonalen Trägerschaften in der Definition von Lehre und Forschung autonom und verwalten sich selbst (Hochschulautonomie). Dazu gehört auch die Führung von Lehrstühlen. Der Bund hat keine Kompetenzen, den Universitäten vorzuschreiben, welche Lehr- und Forschungsleistungen sie erbringen müssen.</p><p>Wie der Autor der Interpellation legt der Bundesrat grossen Wert auf die Mehrsprachigkeit in unserem Land und auf Massnahmen, die die Kenntnisse der Landessprachen stärken. Der Bund fördert im Rahmen seiner Zuständigkeit die Verständigung und den Austausch zwischen den Sprachgemeinschaften (Art. 70 Abs. 3 der Bundesverfassung). In Berücksichtigung dieser Erwägungen antwortet der Bundesrat wie folgt auf die gestellten Fragen:</p><p>1. Die Umgestaltung von Lehrangeboten an Hochschulen mag in einigen Fällen bedauerlich erscheinen. Der Entscheid der Universität Zürich zeitigt aber aus Sicht des Bundesrates keine relevanten Wirkungen auf die Verständigung und den Austausch zwischen den Sprachgemeinschaften: Gegenwärtig ist es in der Schweiz an sämtlichen drei französischsprachigen Universitäten Genf, Lausanne und Neuenburg, an der zweisprachigen Universität Freiburg sowie an den deutschsprachigen Universitäten Basel, Bern und Zürich möglich, ein Studium in französischen Sprach- und Literaturwissenschaften zu absolvieren. An der Universität Zürich gibt es neben zwei Lehrstühlen in französischer Linguistik und einem Lehrstuhl in französischer Literatur des Mittelalters auch zwei Lehrstühle in moderner französischer Literatur, wovon einer im Zuge der Entwicklungs- und Finanzplanung der Universität für die Jahre 2017-2020 vorerst nicht mehr besetzt werden soll. Insgesamt bleibt damit die Fachrichtung der französischen Sprach- und Literaturwissenschaften selbst an der Universität Zürich gut ausgestattet, was sich auch im sehr guten Betreuungsverhältnis widerspiegelt. Dies zeigt insgesamt, dass das Studien- und Lehrangebot in französischen Sprach- und Literaturwissenschaften in der Schweiz vielfältig ist und der Sprachenvielfalt unseres Landes hinreichend Rechnung trägt.</p><p>2. Die Qualität des Sprachenunterrichts, insbesondere an den allgemeinbildenden Schulen auf Sekundarstufe II, hängt von vielen Faktoren ab. Selbstverständlich sind gutausgebildete Lehrkräfte eine wichtige Voraussetzung für die Qualität des Unterrichts und die Vermittlung von Sprache. Die Schliessung eines von fünf Lehrstühlen an der Universität Zürich stellt in den Augen des Bundesrates aber keine Gefahr dar, dass die Ausbildung von Lehrpersonen für Französisch in der Schweiz beeinträchtigt wird. Die Ausbildung zum Lehrdiplom für Maturitätsschulen im Schulfach Französisch wird sodann auch an der Universität Zürich selbst weiterhin gewährleistet sein. Wichtiger ist aus Sicht des Bundesrates die Förderung von Austausch und Mobilität der Lehrpersonen zwischen den Sprachregionen in der Schweiz (vgl. auch Antwort des Bundesrates auf die Postulate 14.3670 und 14.4234).</p><p>Im Rahmen der Kulturbotschaft 2016-2020 hat der Bundesrat die Förderung der Landessprachen und des Austausches zwischen den Sprachgemeinschaften zu einem der Schwerpunkte für die nächsten Jahre erklärt. So schlägt er insbesondere vor, die Möglichkeit zu prüfen, die Förderung der Austauschprogramme auf Lehrkräfte auszuweiten, um ihre sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen zu stärken.</p>  Antwort des Bundesrates.