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Seit 1. Januar erkundige sich die Lego-Gruppe beim Verkauf grosser Mengen ihrer Produkte nicht mehr nach dem «Zweck», teilte das Unternehmen gestern mit. Damit sollen «Missverständnisse» vermieden werden.
Missverständnisse? Lego hatte einen internationalen Shitstorm ausgelöst, nachdem es eine Bestellung von Ai Weiwei im vergangenen Jahr zurückgewiesen hatte. Das Unternehmen begründete den Schritt damit, dass die Steine «für politische Arbeiten» benutzt würden.
Der Künstler zeigte sich damals «entgeistert». Für ein Kunstwerk im Rahmen der Ausstellung «Andy Warhol - Ai Weiwei» bekam er dann letztlich von Fans massenhaft Lego-Steine gespendet. Er wollte damit die Porträts von 20 australischen Bürgerrechtlern in Lego nachbauen.
Die Entscheidung der dänischen Spielwarenfirma, nun nicht mehr nach dem Grund für Grossbestellungen zu fragen, bezeichnete Ai Weiwei auf dem Kurznachrichtendienst Twitter als «feinen Zug».
Lego betonte zugleich aber auch, dass Käufer bei einer Ausstellung ihrer Lego-Kreationen deutlich machen müssten, dass das Projekt nicht von dem Unternehmen unterstützt werde.
Bis Ende vergangenen Jahres verlangte Lego bei grossen Bestellungen Informationen zum jeweiligen Projekt - dies, weil der Zweck von Lego sei, Kinder zu kreativem Spiel anzuleiten und nicht um die Interessen einzelner Personen oder Organisationen zu unterstützen. (SDA/bih)Publiziert am 13.01.2016 | Aktualisiert am 13.01.2016