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Die Unbegreiflichkeit Gottes ist ein Wesensmerkmal Gottes: Wenn ich Gott begreifen könnte, würde er ja in mein Denken hineinpassen. Damit aber wäre er kleiner als ich. Und will ich wirklich an einen Gott glauben, der kleiner ist als ich? Wenn dieser Gott aber grösser ist als ich, dann übersteigt er auch mein Denken und mein Fassungsvermögen – und dann wird er mir auch unbegreiflich bleiben. Vor einem solchen Gott kann ich nur auf die Knie fallen und ihn anbeten. Augustinus, ein grosser Kirchenlehrer im 4./5. Jahrhundert n.Chr. sagt sinngemäss: Wenn du denkst, du hättest Gott begriffen, dann war es nicht Gott.
Paulus drückt es so aus, wenn er über das grosse Erbarmen Gottes nachdenkt: „Oh, welche eine Tiefe des Reichtums (der Gnade) und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Urteile und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat seine Gedanken erkannt oder wer ist sein Ratgeber gewesen?“ Römer 11,33-34
Durch die Begrenztheit seines eigenen Erkennens hat Paulus ein umso grösseres Bild von Gott gemalt: „Denn von ihm, durch ihn und zu ihm sind alle Dinge: Ihm gebührt die Ehre in Ewigkeit! Amen.“
Ein Segensgebet von Sabine Nägeli: Der unbegreifliche Gott erfülle dein Leben mit seiner Kraft, dass du entbehren kannst, ohne hart zu werden; dass du leiden kannst, ohne zu zerbrechen; dass du Niederlagen hinnehmen kannst, ohne dich aufzugeben; dass du schuldig werden kannst, ohne dich zu verachten; dass du mit Unbeantwortbarem leben kannst, ohne die Hoffnung preis zu geben.