Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03295.jsonl.gz/2436

Soll ich ein Haus bauen oder kaufen? Könntest du besorgt sein, dass ich einen Jungen als Kind bekomme? Würdest du bitte dafür sorgen, dass der Bus nicht gleich abfährt? – Wer hat nicht schon so oder ähnlich gebetet? Ich frage mich: Welches Gottesbild steckt dahinter? Das eines Gönners, eines Kumpels, eines “Wohlfühl-Lieferanten”?
Wie verändert sich dieses Bild, wenn dieser Gott nicht das “liefert”, was ich begehre? James I. Packer hat den Umkehrschluss treffend beschrieben: Es gebe manche, die meinen,
Gottes Wille sei ein sorgenfreies Leben für alle, ohne Rücksicht auf ihre geistige oder sittliche Verfassung, und von da her schliessen sie, alles Widrige und Ärgerliche sei (gleich, ob es Krankheit, Unglück, Unrecht, Arbeitslosigkeit oder Liebesschmerz ist) ein Zeichen, dass entweder Gottes Weisheit oder Seine Macht, oder aber beides am Ende – dass Er möglicherweise gar nicht existiere. (James I. Packer. Gott erkennen. VLM: Liebenzell 2005. S. 81.)
Calvin schreibt in der Institutio zur göttlichen Vorsehung:
Wir müssen eben an der Bescheidenheit festhalten, die Gott nicht zur Rechenschaft zieht; wir sollen vielmehr seine verborgenen Ratschlüsse ehren, damit uns sein Wille der gerechteste Grund aller Dinge sei! (Johannes Calvin, Institutio, I,17,1)