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Das Wichtigste in Kürze
- Bisher glaubten Forscher, dass unsere Planeten ungefähr zur gleichen Zeit entstanden.
- Eine Forschung diverser Wissenschaftler besagt, dass es zwei Phasen gegeben haben könnte.
- Hierfür wurde die Entstehung des Sonnensystems via Computersimulation nachgespielt.
Seit Jahrhunderten gingen Wissenschaftler davon aus, dass unser Sonnensystem simultan, also quasi in einem Zug entstand. Nach einer neuen Untersuchung diverser internationaler Akademiker in der ETH Zürich gibt es jetzt aber ein neues Modell der Planetenentstehung. Das Team von Deutschen, Briten und Schweizern simulierte das Ereignis hierfür mehrmals digital. Die Forschungen kamen zum Schluss, dass die Entstehung unseres Sonnensystems in zwei Phasen passiert sein könnte.
Zuerst die inneren Planeten, dann die Eis- und Gasriesen
Laut dieser Erkenntnis formten sich vor 4,5 Milliarden Jahren die ersten Grundbausteine der inneren Planeten. Quasi die Urformen von Merkur, Venus, Erde und Mars bestanden damals aus Eiskristallen, an welchen Wasserdampf auf Staubkörner kondensierten. Das im präsolaren verbreitete radioaktive Isotop Aluminum-26 heizte die «Planeten» anschliessend, wodurch sich Lava bildete und Wasser verdampfte. Dies ergab die Grundlage für die inneren Planeten, die wir heute kennen.
Erst nach einer halben Million Jahre begannen sich Planeten ausserhalb der Grenze zwischen dem inneren und äusseren Sonnensystem zu bilden. Da das meiste Isotop mittlerweile zerfallen war, konnten weniger flüchtige Elemente abdampfen. So konnten sich anschliessend die Eis- und Gasriesen bilden, wie im Fachmagazin «Sience» berichtet wird.
«Die Bildung der Planeten im äusseren Sonnensystem begann später, war aber deutlich schneller beendet; die inneren Planeten brauchten wesentlich länger», erklärte der Erstautor der Studie, Tim Lichtenberg von der Uni Oxford.
Die Groben Planetenbausteine im inneren Sonnensystem kollidierten und formten sich dadurch und wuchsen weiter. Nur die Erde erhielt vermutlich in der späten Phase erneut Wassernachschub aus dem äusseren System, in Bewegung gesetzt durch Jupiter. Die Simulationen widerspiegeln Daten von Meteoriten-Analysen und astronomischen Beobachtungen.