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Autor: Wolfgang Steiert
FreiburgIn den Sechzigerjahren – wie auch heute wieder – setzte die Gesellschaft in den USA ihre Hoffnung auf mehr Gerechtigkeit gegenüber dem farbigen Mitbürger, was in der symphonischen Dichtung «A Movement for Rosa» von Marc Camphouse deutlich zum Ausdruck kam. Rosa Parks war eine Mitstreiterin von Martin Luther King im Kampf für die Gleichberechtigung.
Was mit einem Flötensolo ergreifend und lyrisch (Kindheit von Rosa) begann, wandelte sich bald zu aggressiv kämpferischer Musik. Polyrhythmische Überlagerungen und dichte Akkordfolgen unterstrichen diese Stimmung. Der absteigende Tritonus am Schluss des Satzes schien zu fragen: Wie geht es weiter?
Vom österreichstämmigen amerikanischen Komponisten Stephen Melillo stammt die symphonische Dichtung «The Fountainhead» nach einem Roman von Ayn Rand: Es handelt sich um ein Spitzenwerk der zeitgenössischen Blasmusik. In diesem programmmusikalischen Werk werden vorwiegend Personen und weniger Abläufe geschildert.
Es gelang den Musikern unter der souveränen Stabführung von Jean-Claude Kolly die weitreichenden Kontraste in diesem Werk in qualitativer Höchstform zum Ausdruck zu bringen. In diesem Werk verlangt der Komponist von den Musikern so ziemlich alles an musikalischen und technischen Stilmitteln, die man einer Blasharmonie von der hohen Qualität der Concordia zumuten kann.
In der Parody Suite von Steven Briant konnte sich der Zuhörer ebenfalls am Schauspieler Pierre Richoz ergötzen, welcher in typisch französischer Theatermanier die ersten zwei Sätze dieser Suite «komponierte».
Diese zwei Sätze – während den Darbietungen des Schauspielers von einzelnen Instrumentengruppen gespielt – boten sich als Orchester- und Instrumentenlehrstück an, wie zum Beispiel «Peter und der Wolf» von Prokoffiew.
Nachwuchs
Zu erwähnen ist ebenfalls der Auftritt der Assistenz-Dirigentin Stéphane Delley. Sie feuerte zu Beginn des Konzertes die Nachwuchs-Musiker (Les Cadets de la Concordia) zu rasanten rhythmischen Darbietungen an, zum Beispiel in «Indian fire» von Mario Bürki.
Am Schluss ihrer Ausbildung werden die jugendlichen Musiker ihren älteren Vorbildern in Bezug auf Tonreinheit in nichts nachstehen.
Den begeisterten Applaus belohnte die Concordia mit den Märschen «Hand across the sea» von John Philipp und «American salute de Sousa».