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Ausreifende Hirnregionen bei Kindern am stärksten von Schlafentzug betroffen - Medienmitteilung
Ein Forscherteam der Universität Zürich hat erstmals die Auswirkungen von akutem Schlafentzug bei Kindern untersucht. Dabei zeigte sich, dass das Gehirn von 5- bis 12-jährigen Kindern anders auf Schlafentzug reagiert als das von Erwachsenen: Der verkürzte Schlaf führt zu einem erhöhten Bedarf an Tiefschlaf in jenen Hirnregionen, die sich entwickeln und ausreifen. Betroffen sind Regionen im hinteren Hirnbereich, die für das Sehen, die räumliche Wahrnehmung und die Verarbeitung multi-sensorischer Inputs zuständig sind.
Veränderung der langsamen Schlafwellen über die Nacht
Schlaf ist ideal um entwicklungsbedingte Veränderungen in der Gehirnaktivität ohne Einflüsse von Motivation und Aufmerksamkeit zu messen. Tiefschlaf "slow waves" breiten sich über den Kortex aus wie Wanderwellen und zeigen einen Zusammenhang mit dem Alter. In dieser Studie haben wir die Veränderungen dieser Tiefschlaf-Wellen in 29 gesunden Kindern und Adoleszenten über die Nacht angeschaut. Unsere Resultate zeigen ein Verringerung der Distanz der Tiefschlaf-Wellen über die Nacht, welche besonders in den jüngsten Kindern auftritt. Dies deutet darauf hin, dass es altersspezifische Dynamiken der Propagation der Tiefschlaf-Wellen gibt.
Schlafmessung durch Aktimetrie bei Babys
Wir sind in dieser Studie der methodischen Frage nachgegangen: Wie kann man die Messung des Schlafes durch die Aktimetrie (Bewegungsmessung) bei Babys verbessern? Wir haben die Daten der ersten 50 Teilnehmer der "Schlaf und Darmbakterien" Kohorte verwendet und mit zwei verschiedenen Algorithmen ausgewertet (Sadeh 1995 und Oakley 1997). Wir fanden heraus, dass mit konkreten Anpassungsschritten die Vergleichbarkeit der Algorithmen erhöht werden kann, sodass damit die Erkennung von «Schlaf» oder «Wach» in den Bewegungsmustern stark verbessert wird.
Zudem konnten wir zeigen, dass mit diesen Methoden und durch die Integration des Schlaftagebuches auch der Tagschlaf reliabel gemessen werden kann. Diese methodischen Untersuchungen sind sehr wichtig, um eine verlässliche Analyse der Schlafanalyse zu gewährleisten, z.B. um die Schlafdaten sinnvoll mit den Darmbakterien vergleichen zu können. Zudem ist dies auch für das ganze Forschungsfeld der Babyschlafforschung wichtig, da andere Forschungsgruppen diese Methoden auch anwenden können.