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Mit mehr als 112 Millionen Menschen ist Äthiopien das zweitbevölkerungsreichste Land Afrikas. Gleichzeitig ist Äthiopien mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 850 Dollar eines der ärmsten Länder, obwohl seine Wirtschaft das schnellste Wachstum in der Region verzeichnet. Hinzu kommt eine starke Abhängigkeit von den klimatischen Bedingungen, denn in den ländlichen Regionen ist die Landwirtschaft für bis zu 80% der Bevölkerung weiterhin die Haupteinnahmequelle. Insbesondere die ländlich geprägten und von pastoralistischen und agropastoralistischen Gemeinden besiedelten Gebiete im südlichen Äthiopien stehen vor komplexen Herausforderungen.
Die Region weist in vielen Bereichen die niedrigsten sozioökonomischen Werte des Landes auf. Dazu gehören u.a. die Gleichstellung der Geschlechter, die Alphabetisierungsrate, der Zugang zu Bildung, Wasser, sowie die Ernährungssicherheit.
Während die negativen Auswirkungen von COVID-19 und des Klimawandels in allen Gemeinschaften der Region zu spüren sind, sind Frauen und Jugendliche unverhältnismäßig stark betroffen. Schon vor der Pandemie war die Armut in Haushalten mit weiblichem Haushaltsvorstand, die ein Viertel aller Haushalte ausmachen, besonders groß. Obwohl Frauen entscheidend zum Lebensunterhalt der pastoralen Haushalte beitragen, haben sie kaum Zugang zu Informationen und Finanzdienstleistungen und nur begrenzte Kontrolle über Ressourcen. com/Translator (kostenlose Version)