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Marvin Schulze war 15 Jahre alt, als er gemeinsam mit seinen Eltern eine Radiosendung über Autisten hörte. Und dabei realisierte, dass er einer von ihnen sein könnte. Er war schon immer eher introvertiert und sozial unbeholfen, hatte wenig Freunde. «Bereits als Kleinkind spielte ich lieber für mich allein als mit anderen», erzählt der inzwischen 28-jährige Schulze. Eine psychologische Abklärung ergab: Asperger-Syndrom, eine Ausprägung im Autismus-Spektrum.
Auch Severin Siffert (22) war bereits in der Kantonsschule, als bei ihm Asperger diagnostiziert wurde. «Für heutige Verhältnisse ist das eher spät, bei den meisten wird es bereits mit sechs Jahren festgestellt», sagt er. Zur Abklärung führte, dass er immer wieder eine Woche pro Monat wegen heftiger Kopfschmerzen gefehlt hatte. Die hat er manchmal noch heute, bedingt vermutlich durch die Anstrengung, all die zwischenmenschlichen Signale um sich herum pausenlos analysieren zu müssen, damit er darauf angemessen reagieren kann. Und «angemessen» heisst: So, dass er die «Normalos» um sich herum nicht irritiert.