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Unter dem Titel "Latexallergie - Sinn und Unsinn von Präventionsmassnahmen bei Kindern mit Spina bifida" haben Aerztinnen der Klinik Charité in Berlins die Auswirkungen der Latexprophylaxe bei Patienten mit Spina bifida untersucht und dabei erstaunliche Erkenntnise erworben. Die Häufigkeit der Bildung von Latex-IgE-Allergieantikörpern (Latex-Sensibilisierung) ist in der Gruppe der latexfrei operierten Kinder um 55% gesunken. Bei Kindern mit Spina bifida fanden sich vor Beginn der Latexprophylaxe signifikant mehr Fälle mit IgE-Antiköper gegen andere Allergene wie Gräserpollen oder Hausstaubmilben und diese Kinder litten auch häufiger unter Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma. Kinder die latexfrei operiert wurden, bilden auch deutlich weniger Antikörper gegen die häufigsten Inhalationsallergene und leiden deutlich weniger an einer Allergie (Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma). Durch Kontakt mit Latex während nichtlatexfreien Operationen entsteht offenbar eine Veränderung im Immunsystem, welche die Bildung von anderen Allergieantikörpern begünstigt.
Aus allergologischer sicht sollte ein Schliemhautkontakt mit Latex während der ersten Lebensjahre vermieden werden, d.h. neben latexfreier Operation sollten auch latexfreie Nuggis (Schnuller) und Blasenkatheter verwendet werden. Allfällige rektale Ausräumungen müssen ebenfalls mit latexfreien Handschuhen vorgenommen werden.
Der Artikel ist ein klares Statement um die Latexprophylaxe resp. latexfreie Operationen bei Kindern mit Spina bidifa zu fordern und durchzusetzen.
Ref:
Bayer P und Blümchen K, Latexallergie - Sinn und Unsinn von Präventionsmassnahmen bei Kindern mit Spina bifida, ASBH-Brief 4/2008 Dezember "vom Fach" p.25-32