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1948-1963
Sommer- und Herbstfeste
Nach dem ersten fulminanten Fest unmittelbar nach Kriegsende, Sommer 1945, dauerte es drei Jahre, bis mit dem neuen Clublokal in der "Eintracht"/Theater am Neumarkt ein Ort zur Verfügung stand, an dem sich Grosses inszenieren liess. Denn es sollte nicht nur getanzt werden.
Karl Meier / Rolf hatte Pläne und Ideen für ein volles Kulturprogramm. Als erfahrener Leiter des beliebten Sommertheaters in seiner thurgauischen Heimat, wo Laien sämtliche Rollen besetzten, lag es nahe, dass er eine KREIS-interne Theatertruppe gründen wollte. Das gelang ab 1954 mit einer Kerngruppe, zu der er je nach ausgewähltem Stück weitere Laien beizog.
Zusätzlich warb er mündlich und in der Zeitschrift um Abonnenten jeden Alters für Einzelauftritte mit Chansons, Sketches oder Pantomimen. Seine Devise: Jeder soll mitmachen können. Karl Meier war ein begnadeter Leiter für Laienspieler und brachte sie zur bestmöglichen Einheit mit ihrem Part.
Mit seinem Geschick gelang ihm der Durchbruch von den ursprünglichen Unterhaltungsabenden eines Vereins zu professionellen Darbietungen auf einer Theaterbühne und zu Festanlässen, die internationales Publikum anzogen und weltweites Echo auslösten. Es waren die einzigen Grossereignisse für Homosexuelle in der damaligen Zeit.
Die aufgeführten Stücke in der eigentlichen Hohen Zeit des KREIS von 1955 bis 1957 brachten ernste Themen und Probleme von Homosexuellen auf die Bühne und stammten von anerkannten Autoren, die ihr diesbezügliches Schaffen ausserhalb des KREIS keinem Publikum vorlegen konnten.
Die "grossen Herbstfeste" waren ein Teil der bedeutenden Ausstrahlung des KREIS sowohl als Organisation wie als Zeitschrift. Denn in der Zeitschrift fanden sie ihr schriftliches Echo.
Ernst Ostertag, August 2012