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Der grüne Heinrich
Das aus bescheidenen Familienverhältnissen stammende Muttersöhnchen Heinrich Lee - wegen der Farbe seines Wamses »grüner Heinrich« genannt - will sein Glück in der Malerei suchen. Mit großen Erwartungen kommt er nach München, wo ihm seine hochfliegenden Träume durch erniedrigende Erfahrungen als Gelegenheitsarbeiter gründlich ausgetrieben werden. Heinrich sagt sich von der Malerei los und kehrt desillusioniert in seine Heimatstadt zurück.
Da seine vom Gram zermürbte Mutter in der Zwischenzeit verstorben ist, muss sich Heinrich auch sein moralisches Scheitern eingestehen. Die hier vorliegende Erstfassung schrieb Keller als junger, noch weitgehend unbekannter Schriftsteller in den Jahren zwischen 1846 und 1855. Gegenüber der 1879/80 erschienenen, wesentlich veränderten Zweitfassung besticht die Erstfassung durch ihre Unmittelbarkeit, ihre Radikalität und lyrische Intensität.