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Maipo
Maipo-Valley: Sitz des Weinadels
Reiche Gutsbesitzer legten die Grundlage zum heutigen chilenischen Weinwunder. Die meisten von ihnen legten im 19. Jahrhundert südlich der Stadt herrschaftliche Anwesen an, wo nebst Pferdezucht schon früh auch Wein angebaut worden ist. Heute sind diese Residenzen mit ihren legendären Rebgärten von der ins Land hinaus expandierenden Stadt vereinnahmt worden. Doch noch immer entstehen hier viele der renommiertesten Rotweine Chiles. Cabernet Sauvignon, Carménère und Syrah sind hier die führenden Sorten.
Rotweine aus Maipo
Maipo ist die nördlichste Subregion des Valle Central und verfügt über ein ausgesprochen heisses Klima. Darum werden hier seit Generationen besonders konzentrierte, qualitativ hochstehende und auch lagerfährige Assemblagen auf der Basis von Cabernet Sauvignon produziert. Obwohl viele Maipo-Weingüter in den letzten zwei Jahrzehnten in neue Rebgärten in kühleren Anbaugebieten Chiles investiert haben, um elegantere Weine anbauen zu können, hat Maipo nichts von seinem magischen Ruf eingebüsst. Im Gegenteil: Der Grossteil der chilenischen Kultweine (auch Icon-Weine genannt) wird noch immer hier, in den südlichen Ausläufern der Millionen-Metropole Santiago angebaut. Eine wichtige Rolle spielen dabei alte Bestände von wurzelechten Cabernet-Rebgärten.
Terroir für Top-Cabernets
Das Maipo-Tal mit seinen rund 12‘000 Hektar Reben wird in drei verschiedene Zonen unterteilt. Im Alto Maipo, in den Ausläufern der Anden gelegen, reifen die Trauben in Höhenlagen von bis zu 800 Meter. Das Mikroklima wird vom nahen Gebirge geprägt, vor allem weil hier die allabendlichen Winde für kühle Nächte sorgen. Es ist ein Terroir aus sehr gut strukturierte, elegante Cabernet Sauvignon-Weine. Im Central Maipo, zu dem die meisten Lagen in der Talebene gehören, ist es wärmer. Hier reift der klassische, konzentrierte Maipo-Cabernet der Chile schon in den 80er und 90er Jahren sein Qualitäts-Image verschafft hat. Das in Bezug auf die Rebfläche kleine Gebiet Pacific Maipo schliesslich, umfasst den westlichen Teil des Tales, hier ist kühle Einfluss des Pazifiks stärker. Hier spielen auch weisse Sorten wie Chardonnay und Sauvignon eine nicht unwichtige Nebenrolle.
Wenig Niederschlag
Generell dominiert im Maipo Valley ein mediterranes Klima. Die Niederschläge sind mit nur 320 Millimeter pro Jahr und Quadratmeter gering, so dass eine Bewässerung der Rebgärten mehrheitlich unerlässlich ist. Die Böden sind hier ausgesprochen sandig (ein perfekter Schutz gegen die Reblaus), wobei in den östlichen Lagen mehr Kies vorkommt, während im Westen das Terroir von einem höheren Lehmanteil geprägt wird.