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| Cyrill von Jerusalem († 387) - Katechesen an die Täuflinge (Procatechesis et Catecheses ad illuminandos)

XI. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über die Worte: „den eingeborenen Sohn Gottes, der aus dem Vater geboren wurde als wahrer Gott vor aller Zeit, durch den alles erschaffen wurde".
8.
[Forts. v. [S. 165] ] Die Geburt Christi darfst du dir nicht nach Menschenart vorstellen. Du darfst sie auch nicht vergleichen mit der Erzeugung Isaaks aus Abraham. Denn Abraham erzeugte den Isaak nicht auf Grund eigenen Willensentschlusses, sondern auf Grund einer Gnadenerweisung. Wenn aber Gott, der Vater, erzeugt, da gibt es keine Unkenntnis und kein Bedenken. Die Behauptung, er habe nicht gewußt, was er erzeuge, wäre die größte Gottlosigkeit. Und die gleiche Gottlosigkeit wäre es, zu behaupten, es habe ihm erst einige Überlegung gekostet, ehe er Vater geworden sei. Denn nicht war Gott ehedem ohne Sohn, und nicht ist er erst später, in der Zeit, Vater geworden. Vielmehr ewig hat er seinen Sohn, welchen er nicht nach Menschenart geboren hat, sondern in einer Weise, die allein ihm bekannt ist, der vor aller Zeit ihn als wahren Gott geboren hat.