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Der ursprüngliche Dampfkessel und die Dampfmaschine sind nicht mehr vorhanden. Spätestens 1903 wurden diese aus dem Boot ausgebaut und vermutlich verschrottet.
Dampfmaschinen waren zu jener Zeit alles andere als erhaltenswerte Raritäten. Besonders in dieser Leistungsklasse drängte der viel modernere und leichtere Verbrennungsmotor auf den Markt. Besondere Umstände führten dann allerdings dazu, dass St. Urs für die nächsten rund 70 Jahre einen Elektroantrieb erhielt. Mehr dazu unter: Volta - Elektro statt Dampf
Über die ursprüngliche Dampfmaschine ist einiges, wenn auch teilweise Widersprüchliches bekannt. Sicher ist, dass sie zwei Zylinder besass und vermutlich im Verbund jedoch ohne Kondensation lief.
Der Dampf strömte vom Kessel zuerst in den Hochdruckzylinder, von dort, nachdem er einen Teil seiner Energie abgegeben hatte, zur Verwertung der restlichen Energie in den Niederdruckzylinder um dann schliesslich ins Freie zu gelangen.
Es bestehen zudem Anhaltspunkte, dass es sich um eine Tandemmaschine gehandelt hat. Bei dieser recht komplizierten und seltenen Maschinenbauart wirken jeweils zwei Zylinder auf dieselbe Kolbenstange. Aufgrund der vorhandenen Fotografien von St. Urs und dem Übersichtsplan der Firma Holtz wäre dieser Maschinentyp durchaus möglich.
Eine nähere Beschreibung der ursprünglichen Dampfmaschine und des Kessels findet sich in einem Eintrag Hauptverhältnisse von 1894 im Bundesarchiv. Alle Angaben zu den technischen Daten (vgl. Technische Daten 1894) stützen sich auf diese Quelle.
Plan von 1889
und
Foto von 1894
Ein wichtiger Bestandteil eines Dampfbootes ist die Antriebsanlage. Im Dampfkessel wird mit Hilfe des Brennstoffes, meist Kohle oder Holz, aus Wasser Dampf erzeugt. Die Dampfaschine wandelt dann die dem Dampf innewohnende Wärmeenergie in mechanische Energie um.
Unten ist die ursprüngliche Antriebsanlage zu sehen, wie sie 1894 in Betrieb stand. Sie ist leicht rötlich hervorgehoben.