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Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates hat mehrere Berichte des Bundesamts für Statistik über die Anzahl der Lehrkräfte und den künftigen Bedarf zur Kenntnis genommen. Die Kommission ist jedoch der Meinung, dass nach wie vor Daten zu den Gründen für den Lehrpersonenmangel fehlen. Daher hat sie mit 18 zu 4 Stimmen bei 2 Enthaltungen beschlossen, mit einem Postulat (22.4265) den Bundesrat zu beauftragen in einem Bericht aufzuzeigen, aus welchen Gründen Lehrpersonen den Beruf verlassen und welche Gründe Lehrpersonen im Beruf halten. Mit dem gleichen Ziel hat die Kommission mit 18 zu 5 Stimmen bei einer Enthaltung beschlossen ein Postulat (22.4266) einzureichen, das den Bundesrat beauftragt, die positiven und negativen Auswirkungen von nationalen Schulreformen auf Schülerinnen und Schüler zu evaluieren und die zusätzliche Belastung für Lehrpersonen zu überprüfen. Eine Minderheit lehnt die beiden Postulate ab, da sie der Meinung ist, dass die Lösung dieser Problematik in die Zuständigkeit der Kantone fällt.
Mit der Absicht konkrete Lösungen in die Wege zu leiten, hat die Kommission mit 15 zu 8 Stimmen bei 2 Enthaltungen beschlossen, mit einer Motion (22.4268) den Bundesrat zu beauftragen, die prüfungsfreie Zulassung von Absolventinnen und Absolventen der Berufsmaturität zur Pädagogischen Hochschule einzuführen. Eine Minderheit lehnt die Motion ab, da den Absolventinnen und Absolventen je nach Berufsmaturitätsrichtung die für das PH-Studium notwendigen allgemeinbildenden Kompetenzen fehlen.
Parallel zur Motion reicht die Kommission mit 17 zu 6 Stimmen bei einer Enthaltung ein Postulat (22.4267) ein, das den Bundesrat beauftragt, in einem Bericht die Bedingungen für eine Zulassung von Inhaberinnen und Inhabern einer Berufsmaturität zur Pädagogischen Hochschule und die Einführung einer Berufsmaturität mit dem Schwerpunkt «Pädagogik» zu prüfen.
22.030 s Beitritt der Schweiz zu sechs internationalen Eric-Forschungsinfrastrukturnetzwerken und Änderung des FIFG
Die Kommission erachtet die Anbindung an den europäischen Forschungsraum als sehr wichtig, weshalb sie einstimmig den Beitritt der Schweiz zu sechs europäischen Forschungsinfrastrukturnetzwerken beantragt. Mit diesem Beitritt können sich die Forscherinnen und Forscher in der Schweiz uneingeschränkt an den Netzwerken «Biobanking and Biomolecular Resources Research Infrastructure», «Consortium of European Social Science Data Archives», «Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities», «European Clinical Research Infrastructure Network», «European Plate Observing System» und «Integrated Carbon Observation System» beteiligen.
Im Weiteren befürwortet die WBK-N eine Änderung des Bundesgesetzes über die Förderung der Forschung und Innovation (FIFG), mit welcher der Entscheid über den Beitritt der Schweiz zu anderen Forschungsinfrastrukturen des «European Research Infrastructure Consortium» (ERIC) an den Bundesrat delegiert wird, um den Beitritt zu europäischen Infrastrukturnetzwerken künftig zu erleichtern.
Fussball-Europameisterschaft der Frauen: Kommission unterstützt Schweizer Kandidatur
Die Kommission beantragt mit 20 zu 2 Stimmen ihrem Rat, eine Erklärung (22.070) zur Unterstützung der Fussball-Europameisterschaft der Frauen 2025 zu verabschieden. Im Rahmen dieser Diskussion hat die Kommission zudem mit 16 zu 9 Stimmen beschlossen der Finanzkommission zu beantragen, im Voranschlag 2023 650'000 Schweizer Franken für die im Jahr 2024 geplante Staffel-Weltmeisterschaft einzustellen.
Im Anschluss an die Sitzung hat eine Delegation der WBK-N Mitglieder der Bildungskommission der rumänischen Abgeordnetenkammer empfangen. Die Diskussionen drehten sich um die neusten Entwicklungen und Strategien im Berufsbildungsbereich sowie um die Rolle der Legislative in der Bildungssteuerung.
Die Kommission hat am 27./28. Oktober 2022 unter dem Vorsitz von Nationalrat Fabien Fivaz (Grüne, NE) und teilweise im Beisein von Bundesrat Guy Parmelin, Vorsteher des WBF, in Bern getagt.