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Die Grossbankenfusion von UBS und Credit Suisse tangiert unzählige Bereiche, über die man sich vor bald einem Jahr noch kaum Gedanken gemacht haben dürfte. Einer dieser Bereiche ist die Klimastrategie. Zu den heikelsten Punkten gehört die Frage, wie die fusionierte Grossbank künftig mit der Kohlefinanzierung umgehen will.
Nach monatelangen internen Debatten über den Umgang mit der Klimastrategie der Credit Suisse soll die UBS nun an ihrer eigenen Politik zur Kohlefinanzierung festhalten, wie Bloomberg in einem Bericht schreibt. Das bedeutet, dass die kombinierte Bank sich kein festes Enddatum für die Finanzierung des schmutzigsten aller fossilen Energieträger setzt. Die UBS werde den geplanten Ausstieg aus der Kohlefinanzierung, den die Credit Suisse unterstützt hatte, aufgeben.
Die Credit Suisse hatte bei der Kreditvergabe und bei Kapitalmarktemissionen für den Kohleabbau und die Kohleverstromung Schwellenwerte gesetzt. Die Grossbank hatte sich verpflichtet, den Schwellenwert für Einnahmen auf Kohle von 25 Prozent im Jahr 2020 auf 15 Prozent im Jahr 2025 und auf 5 Prozent im Jahr 2030 zu senken.
Teufel steckt im Detail
Die UBS hingegen finanziert weiterhin kohlebefeuerte Stromerzeuger und Bergbauunternehmen, solange die Produktion nicht ausgeweitet wird und nicht mehr als ein Fünftel der Einnahmen aus Kohle stammen.
Die UBS hat sich jedoch zum Ziel gesetzt, die absolut finanzierten Emissionen aus Krediten an Unternehmen, die fossile Brennstoffe nutzen, bis 2030 um 71 Prozent zu reduzieren. Die Credit Suisse wiederum hat sich zum Ziel gesetzt, die absoluten finanzierten Emissionen aus Öl, Gas und Kohle im gleichen Zeitraum um 49 Prozent zu reduzieren.
Das zeigt, dass der Teufel im Detail steckt und es nicht einfach ist, zu bestimmen, welche Bank unter dem Strich die klimaschonendere Finanzierungsstrategie verfolgt.
Die Credit Suisse war mit ihrem Investmentbanking traditionell deutlich stärker im US-Energiegeschäft engagiert. Sie betrieb bedeutende Geschäfte in der Ölmetropole Huston in Texas. Gemäss dem letztjährigen Fossil Fuel Finance Report , der von verschiedenen NGOs unter Federführung des Rainforest Action Network herausgegeben wird, hat die Credit Suisse dem fossilen Energiesektor zwischen 2016 und 2022 insgesamt 104 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt.
Damit lag die Bank weltweit auf Platz 20 der grössten Finanzierer fossiler Energien und in Europa hinter BNP Paribas auf Platz 2. 2022 betrug das Volumen noch 6,6 Milliarden Dollar. Die UBS lag auf Platz 37 mit Finanzierungen von 45 Milliarden Dollar seit 2016. 2022 unterstützte sie fossile Energieprojekte mit 2,8 Milliarden Dollar.
Nachhaltigkeitsbericht soll Klarheit bringen
Ein Sprecher der Bank sagte gegenüber Bloomberg, dass die Bank im Rahmen der Integration der Credit Suisse eine «umfassende Überprüfung der Dekarbonisierungsziele» durchführe und dabei das Profil der kombinierten Organisation sowie die übernommenen Kundenbeziehungen und Aktivitäten berücksichtige. In ihrem nächsten Nachhaltigkeitsbericht wird die UBS Details zu ihrem Klimaansatz und einen Überblick über die Dekarbonisierungsziele der kombinierten Bank geben.