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Zu Beginn des 6. Jahrhunderts kommen sie dann doch noch, die Alemannen. Die Römer gehören in unserem Kulturraum endgültig der Geschichte an, die Burgunder sind bereits in den ungleichen Machtkampf mit den aufkommenden Franken - einem anderen germanischen Stamm, unter König Chlodwig - verwickelt.
Die Alemannen haben viel von ihrem einstigen Schrecken eingebüsst. Sie kommen weniger als Eroberer, denn als Siedler. Nach und nach besiedeln sie den süddeutschen und nordhelvetischen Raum. Schon dem Namen nach (= „Alle Menschen“) scheint die Gemeinschaft einen besonderen Stellenwert zu haben. Es ist auch denkbar, dass der Stamm der Alemannen aus einem Zusammenschluss verschiedener Volksgruppen entstanden ist.
Zwischen den ansässigen Galloromanen und den Alemannen findet nach und nach eine kulturelle Angleichung zu Gunsten der alemannischen Germanen statt. Es bleibt aber eine Kluft zwischen den Alemannen und den Burgundern, den ehemaligen Feinden der Alemannen. So bildet sich zwischen den burgundischen Galloromanen und den gallorömischen Alemannen eine Kultur- und Sprachgrenze.
Das ursprüngliche Romanisch bleibt noch in einigen Alpentälern und im Rheintal erhalten, wohl durch die relativ hohe Anzahl von an den wichtigen Handelswegen zwischen Nord und Süd wohnhaften Galloromanen, die relative geografische Abgeschiedenheit der Bündner Bergtäler und den anhaltenden Handelsbeziehungen zum Mittelmeerraum.
Die Franken
Im 5. Jahrhundert steigt der Stamm der Franken unter ihrem dritten König Merowech zu einer bedeutenden Macht im untergehenden römischen Reich auf. Zuerst noch Gefolgsleute der Römer, errichten die Merowinger ab 461 in Nordgallien einen eigenen fränkischen Machtbereich. Chlodwig I. (482 - 511) ist der erste Alleinherrscher über die Franken. Er tritt 485 zum Christentum über und kann fortan in seiner Machtentfaltung auch mit dem Segen und der Hilfe der Kirche rechnen. Chlodwig, der in Paris residiert, übernimmt für seine Gebiete die römische Ordnung, die Währung und das Steuersystem. So schafft er eine innere Einheit im Frankenreich.
Nach Chlodwigs Tod führen seine Söhne die Eroberungskriege und die Ausweitung des fränkischen Reiches weiter. Neben anderen Völkern werden 533 die Burgunder unterworfen. Seit Beginn des 6. Jahrhunderts steht das Gebiet der heutigen Schweiz unter fränkischem Einfluss. Dem können sich auch die Alemannen nicht entziehen. 630 wird das Gebiet der heutigen Schweiz von König Dagobert I., dem wohl mächtigsten und angesehensten Merowingerkönig, dem Frankenreich einverleibt und von nun an vom fränkischen Königshaus regiert.
Aber mit König Dagobert I. ist der Zenit der Merowinger Könige bereits erreicht. Nach ihm zeichnet sich langsam der Untergang der Merowinger ab. Bald wird ihnen ein anderes mächtiges Geschlecht die Herrschaft streitig machen und eine neue fränkische Dynastie begründen, die der Karolinger.
Aufgaben und Recherchen
Wen lösen die Alemannen besiedlungsgeschichtlich im helvetischen Raum ab?
Woher kommen die Alemannen?
Wann kommen die Alemannen in die Region der heutigen Schweiz?
Auf wen treffen die Alemannen bei ihrer Wanderung nach Süden?
Warum bildet sich in der Schweiz eine Sprachgrenze? Welche Sprachen sind betroffen?
Wo bleibt das galloromanische Erbe noch erhalten?
Ab wann können wir die Römer in unserem Kulturraum vergessen, weil sie jede Bedeutung verlieren?
Welcher andere Stamm drängt in den frei werden Raum Zentral- und Westeuropas? Wo siedeln sie sich vorwiegend an?
Woher kommen die Franken?
Auf wen treffen die Franken auf ihrem Weg in den zentraleuropäischen Raum?
Wie heisst der grosse König der Franken und aus welchem Geschlecht kommt er?
Welches grosse fränkische Herrschergeschlecht folgt den Merowingern?
Wie ist das Verhältnis zwischen Alemannen und Franken im Gebiet der heutigen Schweiz (6./7. Jahrh.)?
Welche alemannischen Dialekte gibt es?