Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03599.jsonl.gz/564

Nach dem Angriff aserbaidschanischer Truppen in Berg-Karabach musste Sofya mit ihrer Familie fliehen. Die Witwe und achtfache Mutter fand in einem armenischen Dorf ein neues Zuhause. Mit Hilfe der CSI-Partner kann sie dort eine neue Existenz aufbauen.
Vor zehn Jahren verliessen Sofya (Name geändert) und ihr Mann ihr winziges Haus in einem armenischen Dorf, um einen grossen Bauernhof in Berg-Karabach zu betreiben. Ihre acht Kinder wuchsen in den beiden Häusern auf, die sie besassen. 2019 musste die Familie einen bitteren Schicksalsschlag hinnehmen: Sofyas Ehemann erlag einem Herzinfarkt. Doch die tapfere Frau gab nicht auf und kümmerte sich von nun an mutig allein um ihre Kinder.
Als Ende September 2020 Berg-Karabach von aserbaidschanischen und türkischen Kämpfern überrannt wurde, floh Sofya mit ihrer Familie nach Armenien in ihren ehemaligen Wohnort. In ihrem Überlebenskampf hatte die Familie keine Zeit, etwas von ihrem Besitz mitzunehmen. Glücklicherweise fand sie in Armenien Verwandte, die ein Haus für sie mieten konnten.
Sofyas drei älteste Söhne verliessen das neue Zuhause jedoch gleich wieder, um Berg-Karabach zu verteidigen. Der Jüngste dieser drei stand als Freiwilliger im Einsatz. Er kehrte körperlich unversehrt, aber psychisch traumatisiert, von seinem Dienst zurück. Die beiden anderen Söhne leisten weiterhin Militärdienst.
Ohne sich zu beklagen, hat Sofya noch einmal ganz von vorne angefangen. Sie bewirtschaftet ein Kartoffelfeld, das ihr die armenischen CSI-Partner zur Verfügung gestellt haben. Mit dem Erlös aus dem Verkauf von Kartoffeln kann sie ihre jüngeren Kinder ernähren. Zudem erhielt sie von den CSI-Partnern zwei Kälber und das für deren Unterhalt erforderliche Futter.
Das neu bewohnte Haus war alt und sehr klein für eine so grosse Familie. Auch befand es sich in einem besorgniserregenden baulichen Zustand, als Sofya und ihre Kinder dort einzogen. Mit Hilfe der CSI-Partner wurde im Haus ein Wasseranschluss mit Boiler installiert sowie ein Badezimmer mit Toilette eingerichtet. Ausserdem wurde der Fussboden renoviert.
Dafür drückt Sofya ihre tiefe Dankbarkeit aus: «CSI hat uns enorm geholfen. Wir fühlen uns sehr wohl in diesem gemütlichen Haus.»
Die Kinder sind zwar noch gezeichnet von der Tortur, die sie während der Flucht durchgemacht haben. Und dennoch blickt Sofya zuversichtlich in die Zukunft. «Wir werden im neuen Zuhause unser Glück finden.»
Reto Baliarda