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Seit gut einem Monat läuft unsere Gletscherüberwachung am Weissmies mit dem interferometrischen Radar. Während dieser Zeit haben sich mehrere, eher kleine Eisabbrüche ereignet. Über einen dieser Abbrüche berichten wir hier im Detail:
- In den zwei Tagen vor Abbruch waren auf dem Radarbild sehr lokal erhöhte Geschwindigkeiten zu erkennen
- Wir konnten den Abbruch filmen: er fand am Tag bei gutem Wetter statt und löste eine Schneelawine aus
- Direkt nach dem Abbruch konnten wir den Lawinenpfad anhand der Radardaten rekonstruieren
Fazit: Mit dieser Überwachung können auch kleinere Eisabbrüche (ab ca. 1’000 m²) im voraus erkannt werden. Einschränkungen gibt es während Perioden starken Schneefalls, wo die Radarmessungen nur beschränkt verfügbar sind.
Blick vom Radar auf den Triftgletscher in der Weissmies-Nordwestflanke. Blau eingekreist das Gebiet, wo vor dem Gletscherabbruch erhöhte Geschwindigkeiten gemessen wurden.
Radarmessungen vom 6. November 2014 nachmittags. Der Gletscher bewegt sich mit etwa 10-15 cm pro Tag. Nur auf wenigen Pixeln (blauer Kreis) sind erhöhte Geschwindigkeiten von 25-35 cm pro Tag messbar.
Betrachten wir dieses Gebiet etwas näher: Zwei Tage vor dem Abbruch waren auf einer kleinen Fläche (200-300 m², wenige Radarpixel) erhöhte Geschwindigkeiten erkennbar. Dieses Gebiet bewegt sich zwei bis dreimal so schnell wie die umliegenden Gebiete und wird stetig leicht schneller.
Der Abbruch fand am 8. November mittags um 12:54 Uhr statt. Er und die darauf folgende Lawine wurden von unserer Webcam gefilmt.
Der Pfad der Lawine konnte durch einen Vergleich der Radarmessung vor und nach dem Lawinenabgang genau nachvollzogen werden. Eine Lawine verändert die Schneeoberfläche. Dies wird vom Radar innert Minuten erkannt. Auf den grünen Bereichen hat sich die Oberfläche nicht verändert. Auf den blauen Flächen unterscheidet sich die Oberfläche vor und nach der Lawine stark — dort ist die Lawine durchgeflossen.