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In vielen Bücher wird immer noch von der Rangordnung geschrieben. Eine Rangordnung mit einer fast militärischer Struktur, im Sinne ich Chef - du nix! Es werden darin auch Regeln dringend empfohlen, die der Hund zwingen einhalten muss, damit er versteht wer Chef in diesem Rudel ist. So ist dabei unter anderm die Rede von "der Hund darf nie auf erhöhten Plätzen liegen" oder " der Mensch isst immer zuerst und dann bekommt der Hund"....
Nun ist es aber so, dass die neusten Forschungsergebnisse (ca. 10 Jahre alt - also fast neu) von frei lebenden Wölfen ganz andere Erfahrungen mit sich gebracht haben, dass in freier Wildbahn Wolfsrudel nicht in einer Hierarchie zusammen leben, sondern in einem Familiengefüge.
Das heisst, das Familienoberhaupt ist Vater und Mutter und nicht wie veraltet beschrieben Chef oder Chefin. Geschwister, Onkel, Tanten, Grossvater und Grossmutter...eine Familie. Nur wenn Futter im Überfluss zur Verfügung steht, lässt das Rudel es zu, dass ein Fremder Wolf dem Rudel beiwohnen darf.
Die moderne Wolfsforschung zeigt, dass in freier Wildbahn lebende Wölfe nicht in einer Hackordnung leben, also nicht Alpha, Beta, Gamma bis Omega und nicht das Alphapaar als Rudelchef anführt. Das Rudel wird familiär geführt, was heissen will Vater und Mutter, sowie Grosseltern und Onkel, Tanten erziehen und die Jungen und in der Regel führen Vater und Mutter auch das Rudel...zumindest in familiären Bereichen. Auf der Jagd kann es durchaus sein, dass ein Onkel oder Bruder das Zepter übernimmt und das Rudel anführt, da er mehr jagdlicht Erfahrung hat oder einfach als geeigneter respektiert wird.
Ich denke, dass es auch etwas anderes ist, zum Chef als Lehrling aufzuschauen oder zum Vater als Vorbild. Wenn der Vater Vorbildfunktion hat (was ja sein sollte), eifert man - zumindest ging es mir so - seinem Vater nach und möchte auch so sein. Sollte ich einen anderen Weg gehen wollen, droht mir da ja auch keine Kündigung also auch weniger Stress. Als Angestellter habe ich dies nicht, wenn ich Pech habe kann mein Meister super und vorbildlich arbeiten, ist aber menschlich ein "Arsch". Wehren kann ich mich nicht, bin ja Kündbar....
Tja, welche Variante ist mit mehr Vertrauen und Sicherheit in Verbindung zu sehen? Der Hund schaut zu seinem zwangsmässig zugeteiltem Chef oder Ersatzfamilie wo eher auf? Was würdet ihr eher von Vorteil empfinden, wenn ihr in einer solchen Situation währet?
Führt euren Hund also wie ein Familienmitglied - also wie Kind der Familie mit 4 Beinen. Nicht dass ihr mich Falsch versteht, ich bin ein absoluter Gegner von Menschen, die ihre Hunde als ihre eigenen Kinder ansehen....es sind und bleiben Hunde und so sollen sie auch erzogen werden.
Regeln sind Leitplanken für die Welpen. Sie zeigen auf, in welchem Spielraum sie agieren dürfen und zeigen ihnen die Grenzen auf.
Hat dies ein Welpe nicht, wird bald ein kleines, terrorisierendes "Monster" aus ihm.
Dies lernen sie im Rudel bereits bei ihrer Mutter und auch untereinander. Nicht zu übermässig spielen, nicht zu fest zubeissen, mein Futter - dein Futter, etc.
Mit klaren, konsequenten Regeln, lässt es sich einfach stressfreier leben.
Regeln sind aber nicht Regeln. In vielen "Fachbücher" (nicht jedes Buch ist von Fachpersonen geschrieben worden!) findet man noch alte, nicht mehr sinnvolle Regeln damit wir Menschen dem Hund zeigen wer "Chef" ist, wie z.B. der Hund erhält sein Futter immer erst, wenn der Mensch gegessen hat oder der Hund darf nie auch erhöhten Stellen schlafen oder er darf nie an einem übersichtlichen Platz liegen...etc.
Tatsache aber ist, dass diese Regeln einfach dem Welpen und natürlich auch dem Menschen Sicherheit bieten sollen, keine ungewollten Verhalten sich einschleichen die später nur schwer wieder abzutrainieren sind oder einfach so, weil es uns stört oder wir etwas nicht möchten (Bsp. ich möchte den Hund nicht auf dem Sofa, weil mich die Haare darauf stören).
Ein Hund braucht mindestens 8 konsequente Regeln - welche die ganze Familie einzuhalten hat. Besprecht dies mit euren Familienmitglieder, schreibt die Regeln auf...