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Stürze gehören zum Fussball – bei grossen und kleinen Spielern. Ein wichtiger Unterschied: Kinder verletzten sich anders als Erwachsene. «31 Prozent der Komplikationen betreffen die Gelenkbänder», sagt Dr. Oliver Faude. «Danach folgen mit 23 Prozent Prellungen und mit 19 Prozent Muskel-Sehnen-Verletzungen. Bei erwachsenen und jugendlichen Spielern sind viel häufiger die Muskeln betroffen.»
Der Sportwissenschafter der Universität Basel testete zusammen mit Kollegen das speziell entwickelte Aufwärmprogramm «11 + Kids». An der internationalen Studie nahmen rund 3900 Kinder zwischen sieben und dreizehn Jahren in vier europäischen Ländern teil. «Bisher gab es kaum wissenschaftliche Daten zu Fussballverletzungen in dieser Altersgruppe», sagt Dr. Faude.
Das Aufwärmprogramm besteht aus sieben Übungen, die in jeweils fünf Schwierigkeitsgrade unterteilt sind. Die verschiedenen Übungen zielen darauf ab, die Koordination und das Gleichgewicht zu verbessern, um die Gefahr von Stürzen zu verringern. Mit der Stärkung der Beinund Rumpfmuskulatur sollen die Gelenke und der gesamte Körper stabilisiert werden, mit verbesserten Falltechniken will man die Konsequenzen von Stürzen reduzieren.
«Viele Übungen werden zu zweit oder mit Ball durchgeführt, um das sogenannte Dual-Tasking, das Teilen der Aufmerksamkeit auf zwei verschiedene Dinge, wie es im Fussball üblich ist, zu trainieren», erläutert Sportwissenschafter Faude.
Weiterer Vorteil von Verletzungspräventionsprogrammen: Sie verbessern ebenso Kraft, Schnelligkeit und Wendigkeit. Zudem seis möglich, dass auch andere Sportarten von solchen Programmen profitieren. «Studien zeigen, dass ähnliche Programme bei Basketballspielern und Handballspielerinnen sehr positive Effekte zeigen», ergänzt Dr. Faude.