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Kreuzlingen bietet das umfassendste Bildungsangebot im Kanton Thurgau, ausgezeichnete Sportmöglichkeiten und eine vielfältige Kulturlandschaft. Wir freuen uns über Ihr Interesse und laden Sie ein, sich ein Bild von Kreuzlingen zu machen. Selbstverständlich stehen wir Ihnen gerne persönlich für Auskünfte zur Verfügung.
Das Kloster ist mit der Basilika St. Ulrich die bedeutendste Sehenswürdigkeit der Stadt
Von «crucelin» zu «Kreuzlingen»
Die Grenzstadt Kreuzlingen entstand im letzten Jahrhundert durch den Zusammenschluss der Gemeinden Kreuzlingen-Egelshofen mit Kurzrickenbach (1927) und Emmishofen (1928). 1946 wurde zum ersten Mal ein Gemeindeparlament mit 30 Mitgliedern gewählt. Seit 1971 gehören dem Parlament 40 Personen an. Ein Jahr später wurde Kreuzlingen mit der 10'000. Einwohnerin zur Stadt.
Der Name leitet sich vom Augustinerstift «crucelin» ab, das Bischof Ulrich I. von Konstanz 1125 vor den Toren der Bischofsstadt gründete. Das Stift befand sich zunächst auf dem Bellevue-Areal, wurde jedoch 1633 im Nachgang zur schwedischen Belagerung von Konstanz zerstört und 1650 am heutigen Ort neu aufgebaut. Seit der Säkularisierung 1848 befindet sich die Pädagogische Maturitätsschule in den Klostergebäuden. Weitere geschichtsträchtige Bauten sind die Kapelle Bernrain (14. Jahrhundert), das Museum Rosenegg, die Schlösser Bernegg, Brunegg und Girsberg sowie das Schloss Seeburg, das direkt am See im wunderschönen Seeburgpark liegt.
Das Wappen von Kreuzlingen
Das Wappen ist in den Farben rot und weiss gehalten. Das Kreuz (links) verweist auf "crucelin" der Bischofsstab (rechts) hebt die klösterliche Vergangenheit hervor.
Die drei Dörfer
Die Stadt Kreuzlingen hat ihre Wurzeln in drei Dörfern, die am Fusse des Seerückens um die Einschnitte von Bachtobeln entstanden. 830 wurde Rihinbah (Kurzrickenbach) erstmals urkundlich erwähnt, 1125 folgte Eigolteshoven, 1159 Eminshoven. Inzwischen sind die Weiden und Rebberge zwischen den alten Dorfkernen mit Wohnquartieren und Industrie- und Gewerbebetrieben überbaut. Die alte Struktur der drei Dörfer hat sich in den Ortsbildern erhalten. Während Emmishofen mit seinen Schlössern und ehemaligen Landsitzen vornehm erscheint, dominieren in Egelshofen die Gewerbebauten und hat sich Kurzrickenbach im Kern seinen ländlichen Charakter bewahrt.
Stadt an der Grenze
Nach der Eroberung durch die Eidgenossen 1460 wurde der Thurgau zum Grenzraum mit eigenen politischen Strukturen. Der Wiener Kongress von 1815 brachte eine Neuordnung für Europa, welche der Landesgrenze eine neue Bedeutung gab. 1818 entstand in Kreuzlingen das erste Wach- und Zollhaus. Der kleine klösterliche Marktflecken entwickelte sich zum Zoll- und Handelsplatz.
Die Beziehung zur Stadt Konstanz, der Austausch von Waren, Arbeitskräften und Dienstleistungen über die Grenze haben für die Geschichte Kreuzlingens seit jeher grösste Bedeutung. Der Thurgau bildete das natürliche Hinterland für Konstanz. Die Thurgauer Milchbauern versorgten die Stadt mit ihren Produkten, während das Konstanzer Ladenangebot auf die Kundschaft aus den Schweizer Dörfern ausgerichtet war. Sie kaufte in Konstanz Werkzeuge, Haushaltsbedarf, Kleider und Schuhe, während die Konstanzer in Kreuzlingen günstig Brot, Mehl, Teigwaren, Zucker, Kaffee und Zigarren besorgten.
Aufschwung mit der Eisenbahn
1871 und 1875 wurden die Bahnverbindungen nach Romanshorn und Etzwilen eingeweiht. Mit der Erschliessung durch die Eisenbahn und dem Bau der zwei Bahnhöfe erlebte Kreuzlingen einen Boom und die gesamte Region einen Aufschwung. Konstanz profitierte vom Schweizer Kapitalexport und Filialgründungen, Kreuzlingen von den Vorteilen der Grenzlage, den Arbeitskräften und Märkten. Das Ortsbild wandelte sich vom Dorf zur «Gartenstadt». In den 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts entstand die Hauptstrasse zwischen dem Kloster, Egelshofen und Konstanz. 1862 erhielt die Hauptstrasse ihre erste Beleuchtung, 1872 wurde sie mit einem Trottoir zum «Boulevard» ausgebaut.
Der Bau der Konstanzerstrasse zwischen Emmishofen und Konstanz bildete mit der Hauptstrasse ein Gebiet, das während des Aufschwungs mit Wohn- und Gewerbebauten besiedelt wurde. Als politische Folge der raschen Entwicklung wurde das mit Egelshofen vereinte Kreuzlingen 1874 anstelle von Gottlieben zum Bezirkshauptort. 1911 wurde unter finanzieller Beteiligung der Stadt Konstanz die Mittelthurgau-Bahn vollendet. Das Wachstum hielt bis zum Ersten Weltkrieg an.
Grenzschliessung und Folgen
Die Schliessung der Grenze zu Beginn des Ersten Weltkriegs führte für Kreuzlingen und Emmishofen zur Unabhängigkeit von Konstanz und hatte wirtschaftliche Einbussen zur Folge. Die wirtschaftlichen Einschränkungen durch Handels- und Zollpolitik blieben nach dem Krieg bestehen. Viele Konstanzerinnen und Konstanzer hatten um die Jahrhundertwende Unternehmen in Kreuzlingen gegründet, manche wohnten hier und hatten in Schweizer Familien geheiratet.
Für den Alltag der Kreuzlinger und Konstanzer Bevölkerung bedeutete die neuerliche Absperrung der Grenze im Zweiten Weltkrieg einen scharfen Einschnitt. Ein Grenzzaun mit Stacheldraht trennte die beiden Städte. Kontakte zu Verwandten und Freunden waren jahrelang nicht möglich.
Normalisierung und Hochkonjunktur
Die Grenzschliessung während der Kriege führte langfristig zu einer Entfremdung zwischen den Menschen. 1946 gab es zwar Nothilfe-Aktionen in Kreuzlingen für die hungerleidenden Nachbarn. Auf die Dauer überwog jedoch das Misstrauen gegenüber Deutschland und insbesondere Konstanz mit seinem Vergnügungsviertel und Spielcasino.
Die Lage an der Grenze war vorübergehend Standortnachteil. Der unmittelbaren Nachkriegszeit folgte 1960 bis 1975 die Hochkonjunktur, die das Ortsbild von Kreuzlingen wesentlich veränderte. Zahlreiche Neubauten entstanden. Im Bildungssektor hatte Kreuzlingen seit der Gründung des Lehrerseminars 1833 kantonale Bedeutung. Bereits 1893 kam eine Gewerbeschule hinzu. Seit der Gründung der Kantonsschule 1969 war das Angebot an weiterführenden Schulen vollständig. Mit der Gründung der Pädagogischen Hochschule wurde Kreuzlingen 2003 zur ersten Hochschulstadt im Kanton Thurgau.
Die Landschaft Kreuzlingens ist geprägt von drei in die Landschaft eingeschnittenen Bachtobeln, welche zum See hin abfallen. An den Bächen lässt sich die Entstehungsgeschichte Kreuzlingens ablesen. Alle Dörfer lagen früher an einem Bach, so auch die drei Gemeinden Emmishofen, Egelshofen und Kurzrickenbach, aus deren Zusammenschluss Kreuzlingen anfangs des 20. Jahrhunderts entstanden ist.
Der Saubach durchquert den heutigen Ortsteil Emmishofen im Westen Kreuzlingens und fliesst im Tägermoos in den Seerhein. Der Schoderbach, der mittlere der drei Bäche, fliesst durch den Ortsteil Egelshofen und wird beim Döbeli, nach dem Emmishofer Zoll, zum Grenzbach. Er mündet beim Trompeterschlössli in den Seerhein. Durch den Ortsteil Kurzrickenbach im Osten Kreuzlingens verläuft der Chesbach (Ches von Kies), welcher nördlich der Romanshornerstrasse zum Chogenbach wird und beim Rest. Fischerhaus in den Bodensee einmündet.
Speziell der Sau- und der Schoderbach sind im Wohngebiet wenig sichtbar, da sie eingedolt durch unterirdische Kanäle fliessen. Wo möglich werden die Bachläufe wieder geöffnet und renaturiert. Die Bäche werden jeweils im Spätherbst durch den Werkhof gereinigt. Nach starken Regenfällen werden die kritischen Stellen, welche durch Schwemmholz verstopft werden können, kontrolliert und wenn nötig frei gemacht. Die Kreuzlinger Bäche sind als Fischpacht an Private vermietet. Alljährlich werden in den Bächen junge Forellen ausgesetzt, um den Fischbestand zu sichern.
Eigene Identität entwickeln
Die Zukunft Kreuzlingens wird geprägt sein von der Entwicklung der eigenen Identität, wozu auch die Integration der grossen ausländischen Einwohnerschaft gehört, der Partnerschaft mit Konstanz, der Bedeutung der Grenze im Zuge der EU-Politik der Schweiz und von der Bewältigung der verkehrs- und ortsplanerischen Aufgaben. Die Autobahn A7 mit dem Girsbergtunnel bringt Kreuzlingen wirtschaftliche Vorteile: Sie schafft noch engere Verbindungen mit dem Grossaum Zürich. Kehrseite der Medaille sind die Probleme, die der zunehmende Verkehr aufwirft und die Gefahr der Zersiedelung der attraktiven Bodenseelandschaft. Die überdurchschnittliche Lebensqualität ist und bleibt ein grosser Standortvorteil von Kreuzlingen. Hier lässt es sich gut leben und arbeiten!
Internationaler Wirtschaftsstandort
In Kreuzlingen wird viel und erfolgreich gearbeitet. Die Kreuzlinger Wirtschaft ist breit diversifiziert, das gilt für Branchen wie für Betriebsgrössen: Grösster Arbeitgeber ist die General Dynamics European Land Systems - Mowag GmbH (gepanzerte Fahrzeuge), als weitere bekannte Firmen sind Amcor Flexibles Kreuzlingen AG, Strellson AG, Neuweiler AG, Chocolat Bernrain AG, Ifolor AG und Rausch AG zu nennen. Dazu sind mit dem Herz- und Neuro-Zentrum Bodensee, der Klinik Seeschau und der Venenklinik Bellevue AG drei angesehene Privatkliniken in Kreuzlingen zu Hause. Die starke und aktive Präsenz von allen grossen Schweizer Banken, Versicherungen und Detailfachgeschäften in Kreuzlingen unterstreicht die Bedeutung der Bodenseestadt. Mitgetragen wird die wirtschaftliche Entwicklung von zahlreichen, innovativen Kleinunternehmen, Dienstleistern, Gewerbebetrieben und Einzelfachgeschäften, welche die Lage an der Grenze als Chance und Herausforderung zugleich sehen.
Bildung und Sport
Kreuzlingen bietet das umfassendste Angebot an Bildungsinstitutionen im Thurgau: Von Betreuungsplätzen für Kinder im Vorschulalter, Volksschulen, einem Gymnasium, einer Maturitätsschule, einer Internationalen Schule bis hin zur Pädagogischen Hochschule Thurgau und Instituten der Universität Konstanz. Und wer sich ganz dem Sport verschreiben möchte, besucht am besten den SBW Talent-Campus Bodensee.
Rund 60 Sportvereine in Kreuzlingen bieten ein vielseitiges Angebot an aktiver Freizeitbeschäftigung. Der Schweizer Meister im Wasserball und der Schwimmclub trainieren im Schwimmbad Hörnli oder im Hallenbad Egelsee. In verschiedenen Clubanlagen direkt am See finden zahlreiche Wassersportlerinnen und Wassersportler optimale Bedingungen vor.
Schöne Aussichten für Kreuzlingen
«Kreuzlingen – Kinder, Konsum und Karrieren 1874-2000»
Das Buch «Kreuzlingen – Kinder, Konsum und Karrieren 1874-2000» wurde von einem Team junger Historikerinnen und Historiker aus der Region unter der Leitung von Dr. Monica Rüthers, Bottighofen, verfasst. Es ist bei der Stadt Kreuzlingen via E-Mail oder im Buchhandel erhältlich. Wolfau-Druck, Weinfelden, 2001, 288 Seiten, 233 Bilder, ISBN 3-85809-124-3.