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Text Dr. Fritz Stucki / Bearbeitung Hans Speck
Die Herkunft der Freuler, deren katholischer Stamm vor allem im 17. und anfangs des 18. Jahrhunderts politisch und militärisch eine bedeutende Rolle spielte, steht nicht eindeutig fest. Da katholische Glarner Freuler vor allem im 16. Jahrhundert ihr Landrecht in Schwyz erneuerten und dies auch umgekehrt vorkam, scheint ein Zusammenhang mit diesem Urkanton zu bestehen. Dagegen ist es fragwürdig, ob der im Jahre 1372 als Bürge für Säckingen erwähnte Heinrich der Fröwen und die im Jahrzeitbuch in Linthal erwähnte Adelheid Fröwen mit den späteren Freuler etwas zu tun haben. Ebenso kann man der Auffassung Kubli-Müllers nicht zustimmen, dass der erste evangelische Stamm auf einen Einwanderer aus Schaffhausen zurückgeht.
Der erste namentlich genannte Freuler ist Heini aus der Kilchhöri Glarus, der im Jahre 1444 in der Schlacht bei St. Jakob an der Birs sein Leben verlor. Im Zürcher Glückshafenrodel sind nicht weniger als zehn Träger dieses Namens verzeichnet, und aus der vor allem über die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts Auskunft gebenden Regesten Kubli-Müllers ist ersichtlich, dass damals Freuler hauptsächlich in Mitlödi wohnten, die dort als Bauern und Handwerker tätig waren und am alten Glauben festhielten. Ende des Jahrhunderts stellten sie dort auch den Tagwenvogt. Seit dem 17. Jahrhundert verlegten sie dann das Schwergewicht nach Ennenda, Glarus sowie nach Näfels, wobei im Folgenden wegen der starken Verflechtung innerhalb der Gemeinden die Aufteilung nach Konfessionen erfolgen soll.
Bekannt wurden die Freuler vor allem durch die „Näfelser Linie“, die sich in fremden Kriegsdiensten und auch im Staatsdienst einen Namen machte. Fast alle volljährigen Träger dieses Namens bekleideten entweder Offiziersstellen oder Landesämter oder sogar beides zusammen. Begründet wurde diese Linie vermutlich durch Christof, der als Hauptmann im Regiment von Oberst Kaspar Gallati diente und auch dessen Tochter heiratete. Im Jahre 1594 ist er als Näfelser Tagwenvogt erwähnt, und 1602 bis 1604 amtete er als Wilerhauptmann. Sohn Oberst Kaspar (gest. 1651), der wie sein Grossvater Oberst Kaspar, das französische Garde Regiment kommandierte, ist als Erbauer des Palastes in Näfels in die Geschichte eingegangen. Sein Sohn Fridolin (1626 – 1714) diente als Hauptmann im Garderegiment und wirkte als Landvogt im Rheintal. Als Landeshauptmann gehörte er zu den Schrankenherren. 1676 erwarb er das Landrecht von Uri. Kaspar Josef (1658- 1723), ein Enkel Kaspars, wurde Landesfähnrich und Landvogt im Gaster und war 1699 bis 1701 sowie 1709 bis 1711 Landammann. Johann Caspar Gabriel (1697-1736), der älteste Sohn des Landammanns, amtete in jungen Jahren als Landvogt im Gaster und in Uznach - Ämter, die auch sein Bruder Fridolin Anton Josef (1693-1736) bekleidete. Der dritte Sohn Johann Jodokus Fridolin (Jost) (1703-17882) brachte es zum Brigadier in neapolitanischen Diensten, und in der Heimat diente er als Pannerherr sowie als Landvogt in Mendrisio und im Maggiatal. Unter den folgenden Generationen sind Fridolin Josef Anton (17739-1794) und Johann Josef Anton Xaver (1739- 1806) zu erwähnen. Ersterer amtete als Landvogt von Baden, und Zeugherr Xaver hatte 1798 bei Wollerau ein hohes Kommando inne. Der letzte männliche Näfelser Freuler war Fridolin Josef Anton (gest. 1837), Oberst und Ritter des St. Ludwigordens.
Zum katholischen Stamm gehören auch die Netstaler Freuler. 1657 kaufte Jakob von Näfels und von Glarus für sich und seine zwei Söhne um 200 Gulden das dortige Tagwenrecht, wobei er zusätzlich noch jedem Tagwenmann ½ Gulden zu entrichten hatte. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erneuerten Freuler verschiedentlich das Tagwenrecht in Näfels. In der Öffentlichkeit hat sich keiner dieser Freuler hervorgetan.