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« Wem?
Fragt ihr euch manchmal, wie oft am Tag ihr euch bedankt?
Vielen Dank für das Salz, für’s Aufhalten der Tür, die Informationen.
Vielen Dank für’s Wechselgeld, für das Baguette, die Zigarettenschachtel.
Dank aus Höflichkeit, wegen gesellschaftlicher Prägung, automatisch, mechanisch. Fast leer.
Manchmal wird Dank weggelassen.
Manchmal extrem übertrieben: Danke. Ich danke Ihnen für alles. Merci vielmals. Herzlichsten Dank dafür!
Dank im Beruf: Danke für Ihre Antwort, Ihre Aufmerksamkeit, Ihre Mitarbeit.
Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie oft in eurem Leben ihr euch schon bedankt habt?
Ein echtes Dankeschön. Der Ausdruck eurer Dankbarkeit, eurer Wertschätzung.
Wem?
Dem Professor, der dir gute Bücher empfohlen hat? Dem jungen Mann, der dir half, als du auf der Straße angegriffen wurdest? Dem Arzt, der dein Leben gerettet hat? »
- Delphine De Vigan, « Die Dankbarkeit » (Original auf französisch, hier freier übersetzt)
In meinem Alltag verbringe ich viel Zeit damit, mich zu fragen, warum das hier nicht der Fall ist. « Wie kommt es, dass sie es tun darf und ich nicht ? Warum mache ich es nicht so gut wie sie oder er ? Es wäre besser, wenn wir es so machen... »
Das ist fast wie eine Gewohnheit des Denkens. Manchmal bin ich beeindruckt. Ich bin in der Lage, die Details zu erkennen, die falsch oder störend sind, bevor ich alles sehe, was richtig ist. Ich habe keine Ausbildung in diesem Bereich, und doch bin ich ein wahrer Profi des "kleinen Nichts, das den ganzen Raum einnimmt".
Also lerne ich, endlich versuche ich, Anerkennung im Alltag umzusetzen. Ich möchte, dass es aufrichtig ist und ein Teil meines täglichen Lebens ist und nicht zur Routine wird.
Um die Anerkennung zu trainieren, sage ich es. Laut, in meinen Gebeten, schreibe es an ein Fenster oder in ein Notizbuch, ich singe es. Manchmal vergesse ich es auch, mein tägliches Leben holt mich ein. Meine Fragen, meine Sorgen, meine Zweifel und meine Missverständnisse nehmen überhand. Dann muss ich eine Entscheidung treffen, und ich möchte, dass es eine Entscheidung der Anerkennung ist. Ich möchte, dass es meine Haltung wird. Dankbarkeit.
Dem Text von Delphine De Vigan möchte ich hinzufügen: « Dank geht an den Mann, der jeden Ihrer Fehler getragen hat».
Ich bete, dass unsere Dankbarkeit, die des Herzens, mehr Raum einnimmt. Ich bete, dass sie sich an die Männer und Frauen richtet, die in diesen Tagen Wunder vollbringen. Aber dass sie sich auch jeden Morgen an den unschuldigen Menschen richtet, der unsere Sünde auf sich genommen hat und der, von den Toten auferstanden, eine Brücke zwischen Mensch und Schöpfer schlägt.
Wem möchtest du heute danken?
Stéphanie Geiser