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Der Begriff stammt aus der Tradition der sog. Mittelwege und wurde etwa auch vom Anglikanismus beansprucht, der sich als V. zwischen Protestantismus und Katholizismus verstand. Im Falle der Schweiz handelt es sich um eine Bezeichnung der Nachwelt für eine bestimmte Strömung in der Reformationszeit, die aus dem Humanismus hervorging. Aus dessen Schule stammten praktisch alle schweiz. Reformatoren. Politisch wirksam wurde sie in den 1520er Jahren, als sich die Geister an der Reformationsfrage schieden. Die wichtigsten Vertreter der V. in der Schweiz waren Erasmus von Rotterdam, Bonifacius Amerbach, Valentin Tschudi und Konrad Pellikan. Sie versuchten in den Reformationswirren, die Einheit wieder herzustellen, indem sie zur Mässigung und zum Gespräch mahnten. In den 1540er Jahren vollzog sich ein Generationenwechsel von denjenigen Männern, die sich noch von der Universität her gekannt und die die Zeit von 1515-30 mitgestaltet hatten, zur neuen Generation, die schon im Klima der kirchl. Trennung und der Glaubensfeindschaft erzogen worden war (Konfessionalismus). Angesichts der Konfessionalisierung in der 2. Hälfte des 16. Jh. war die V. zum Scheitern verurteilt. In ihr lebte aber der Geist fort, der das Auseinanderbrechen der Eidgenossenschaft verhindert hatte und der in der Aufklärungszeit neu auflebte.
Literatur
– K. Maeder, Die V. in der schweiz. Reformation, [1971]
Autorin/Autor: Kathrin Utz Tremp