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In den Herbstmonaten fangen viele freilebende Tiere an, sich auf die kühleren Zeiten einzustellen und sich auf den Winter vorzubereiten. Auch Igel gehen im Herbst auf die Suche nach geeigneten Winterquartieren in Form von Nischen in Laub und unter Büschen. Und sie gehen auf Nahrungssuche, um sich für den Winterschlaf zu wappnen. In der Regel findet diese Phase zwischen November und März statt. Junge Igel, die erst im August oder September zur Welt gekommen sind, haben es in dieser Zeit besonders schwer. Es kommt vor, dass sie ihr Mindestgewicht von 500g für das Überleben des Winterschlafes noch nicht erreicht haben, wenn die Temperaturen bereits unter den Gefrierpunkt sinken. Denn während des Winterschlafes können Igel bis zur Hälfte ihres Gewichtes wieder verlieren.
Ab wann kann ein Igel den Winterschlaf überleben?
Ein ausgewachsener Igel, der von oben betrachtet eine ovale bis runde Körperform und ein Gewicht von mindestens 500g hat, herumläuft und sich gut bewegt und keine sichtbaren Verletzungen aufzeigt, ist in der Regel gewappnet für den Winterschlaf. Hat er allerdings hervorstehende Schultern, eingefallene Flanken oder wiegt er unter 500g, ist er in der Regel noch nicht stark genug und zu leicht für den Winterschlaf. Das kommt insbesondere bei jungen Igeln vor, die noch im selben Jahr geboren sind. Wichtig: Rollt sich ein Igel beim Hochheben ein, ist das nicht immer eine Garantie dafür, dass er gesund und überlebensfähig ist. Auch kranke und zu leichte Igel können sich unter Umständen zur Kugel rollen. Es empfiehlt sich daher das Gewicht als Indikator zu nehmen. Begegnet man einem zu leichten Igel, darf er ausnahmsweise mit feuchtem Katzenfutter zugefüttert werden. Denn ist er zu leicht und findet selbstständig kein Futter, entwickelt er eine Sperre. Diese führt dazu, dass er nicht in den Winterschlafmodus findet, in Folge in eine Abwärtsspirale kommt und seine Überlebenschance drastisch sinken. Ganz wichtig beim Zufüttern: Zeitig aufhören zu füttern, selbst wenn der Igel noch einige Tage zur Fütterungszeit auftaucht. In der Regel reichen dafür 10 – 12 Tage aus um ein Wintergewicht bis zu den kühlen Temperaturen rund um den Gefrierpunkt zu erreichen. Die Zufütterung kann am besten in Verbindung mit einem Temperatursturz eingestellt werden, sodass der Igel intuitiv in den Winterschlaf übergehen kann.
Nischen schaffen
Für den Bau ihrer Winterquartiere brauchen Igel vor allem Nischen in Form von geschützten Hohlräumen mit Laub, feinen Ästen und Holzreste. Selbstgebastelte oder gekaufte Igelhäuser sind für Igel grundsätzlich nicht lebensnotwendig für das Überstehen der Wintermonate. Aber gerade für Familien mit Kindern kann diese Option zusätzlich auch noch bereichernd sein. Kinder können auf diese Weise Interessantes über Igel und ihren Lebensraum lernen und auf aktiven Tierschutz sensibilisiert werden. Igel sind aber keine Haustiere. Sie gelten als naturgeschützte Wildtiere und es ist verboten sie als Haustiere zu halten. Sollte es vorkommen, dass jemandem ein kranker oder verletzter Igel über den Weg läuft ist es daher immer besser sich erst einmal fachkundigen Rat zu holen. Dafür gibt es Fachpersonen, die für Unterstützung und Tipps kontaktiert werden können und die bei Bedarf auch an geeignete Auffangstationen weitervermitteln können.
Wichtiger Hinweis an Autofahrer: Der natürliche Instinkt von Igeln bei Gefahren ist es sich einzurollen. Das hilft ihnen aber leider reichlich wenig, wenn sie sich mitten auf der Strasse einrollen, während sich ein Fahrzeug direkt auf sie zubewegt. Angepasste Geschwindigkeiten und die Aufmerksamkeit von Autofahrer sind daher besonders wichtig und können im Fall der Fälle Igeln (aber auch Menschen) das Leben retten.
Weitere Infos unter: Igelzentrum