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der Augenlieder gegen den Rand derselben als eine rothe umschriebene Entzündungsgeschwulst sich zeigt, und durch Entzündung eines Büschels der Meibom'schen Drüschen gesetzt ist. Es unterscheidet sich dieses von dem gewöhnlichen Hordeolum durch seinen kleinern Umfang und den raschern Verlauf, da gewöhnlich schon in vier und zwanzig Stunden der Abscess ausgebildet ist. - - - Es entstehen bisweilen gleichzeitig mehrere Gerstenkörner, oder treten wohl auch mit andern Formen der Oplithalmitis auf, wodurch diese gesteigert werden, wie Demours"), ganz meiner eigenen Erfahrung gemäss, bemerkt. Beer?) stet den Unterschied zwischen dem idiopathischen und scrophulösen Hordeolum auf; allein es kommen diese in ihrem Verlaufe so sehr überein, dass eine Trennung überflüssig ist; nur ist zu bemerken, dass bei scrophulösen Individuen sich eine besondere Neigung zur Verhär– tung ausspricht, und bei fortdauernden Schäd– lichkeiten ein bösartiges Geschwür an die Stelle des Hordeolum tritt. Ueberhaupt neigt diese Entzündung zur Verhärtung, einer Krankheitsform, welche die Nosologen mit der Benennung Chalazion bezeichnen, und letztere wird herbeigeführt durch Störung der Entzündung oder der sich bildenden Eiterung. Obgleich diese Entzündungsform bei ganz gesunden Individuen auftritt, so ist doch nicht in Abrede zu stellen, dass besonders Individuen, deren Constitution scrophulös, dyscrasisch ist, deren Verdauungsorgane geschwächt sind, davon befallen werden. Gewisse Nahrungsmittel, z.
verdaulicher Breie bei Kindern scheinen besonders deren Entwicklung zu begünstigen. Mit dem Eintreten der Regeln scheint das Vorkommen des Gerstenkornes bisweilen zusammen zutreffen, und periodisch sich zu wiederholen. Nach Weller) sollen traumatische Ursachen diese Entzündung zu setzen vermögend seyn. Da die Entzündung durch Eiterung sich ausgleichen muss, so vermeide man die Anwendung reperkussiver Mittel, und suche durch erweichende, die Spannung vermindernde Breie den Eiterungsprocess herbeizuführen, und diesen solange zu crhalten, bis alle Härte geschmolzen ist. Semmelkrummen in Milch gekocht, mit Safran gemischt, der Aepfelbrei in Leinwand gewickelt (die Stelle derselben, welche mit dem Hordeolum in Berührung kömmt, herausgeschnitten); das Emplastr. de cimt., diachy. c. gy. etc. sind die passenden Mittel. Jede Oeffnung des Abscesses ist schädlich. Bisweilen bleibt etwas abgestorbenes Zellgewebe in der Abscesshöhle zurück, der Eiterungsprocess fängt zu stocken an. Nach S. Cooper*) leisten erweichende Mittel wenig Hülfe; der Wundarzt soll die Spitze eines Kameelhaarpinsels in Schwefelsäure eintauchen, und diesen in die Abscesshöhle einbringen, worauf denn die zweckmässige Eiterung und Abstossung des Todten erfolgt. Bleibt eine ödematöse Anschwellung des Augenliedes zurück, so dient ein mit Weingeist versetztes Bleiwasser. So wie das Hordeolum der phegmonösen Blepharophthalmitis entspricht, ebenso kommt das A gps (die erysipelatöse Nasenwinkegschwulst) mit der erysipelatösen Blepharophthalmitis überein, wovon es sich nur durch seinen
1) Die Krankheiten des menschlichen Auges. Berlin 1849. S. 34. Neue Aufl. 1822.
2) Dictionary of practical Surgery. - 1817. p. 588.
beschränkten Sitz an dem grossen Augenwinkel unterscheidet. Sein Verlauf ist gewöhnlich der des Erysipelas; es kann aber phlegmonös werden und alsdann in seinen Ausgängen der Pflegmone entsprechen. Beer hat zuerst diese Krankheitsform richtig gezeichnet und von der Dacryocystitis und deren Ausgängen unterschieden. An dem innern Augenwinkel bildet sich eine glänzend rothe, brennend schmerzende Geschwulst, welche gleich dem Erysipel nicht begränzt ist, sondern über das obere und untere Augenlied hinaus sich erstreckt. Die Röthc weicht dem Fingerdrucke, kehrt aber nach Aufhebung desselben augenblicklich wieder. Der auf die Thränenpunkte sich fortsetzende Reitz bewirkt Verschliessung derselben und dadurch gestörte Leitung der Thränen, deren Folge ein Thränenträufeln ist. Die Sekretion der Nasenschleimhaut ist verändert, bei mässiger Entzündung vermehrt, bei heftigem Zustand derselben unterdrückt. Nur bei enpfindlichen Individuen zeigen sich Fieberbewegungen. Die Entzündung reflectirt sich oft auf den Thränensack, so, dass durch die Reitzung seiner Ein- und Ausmündungen eine entzündliche Reaction in demselben geweckt wird. Beer !) giebt an, dass man in einem solchen Falle in der erysipelatösen Geschwulst bei einer sorgfäl– tig angestellten Befühlung eine bohnenförmige, begränzte, harte, äusserst empfindliche Geschwulst
finde, die sich durch stärkere Röthe auszeichne,
wogegen man, so lange der Thränensack nicht in den Entzündungsprocess gezogen ist, nirgends in der Geschwulst eine besondere Härte bemerke.
Behält die Entzündung den erysipelatösen Charakter, so zertheilt sie sich, indem die Röthe und der Schmerz unter dem Destructions – und
Reproductionsprocess die Epidermis allmähli schwinden. Gewöhnlich stellt die Thätigkeit der Thränenpünktchen nur nach und nach sich wieder her, und der in dem Thränensacke etwa haftende Schleimfluss schwindet endlich. Beschränkt sich aber die Entzündung nicht auf die Haut, sondern greift diese auf das unterliegende Zellgewebe ein, so bildet sich ein Abscess. Der dem Anchylops folgende Abscess wird Aegilops genannt. Bleibt der Natur das Eröffnen Ä en überlassen, so dringt der Eiter gewöhnlich durch einige Oeffnungen des destruirten Hautorgans hervor. Bei derbem Hautorgane und tiefer Lage des Eiters kann dieser die vordere Wand des Thrämensacks, nach innen schreitend, durchlöchern, wodurch dann eine nach Beer unächte Thränensackfistel entsteht, indem sich der Eiter nicht aus dem Thränensack einen Ausweg gebahnt hat, sondern die Eiterung von aussen, von der erysipelatösen Entzündungsgeschwulst aus, auf denselben gewirkt hat. Ä es kann anch die Continuität des Thränensackes dadurch gestört wer– den, dass der in ihm quantitativ und qualitativ verändert abgesonderte Schleim denselben öffnet, in das Zellgewebe sich ergiesst, und endlich die Haut durchbricht. Gewöhnlich wird der letztere Zustand unter der Benennung Aegilops begriften"). Die auf die eine oder die andere Art bewerkstelligte Durchbrechung des 1) Pott ( on stula lachrymalis) glaubt, dass der im Thränensack angesammelte Schleim diesen durchbreche. Demours (Traité des maladies des yeux 1. B. S. 141 u. 142 ) sagt: wenn die im Thränensacke eingeschlossene Materie, die weder durch die Nase, noch durch die Thränenpunkte entleert werden kann, gährt, so entstehen heftige Schmerzen an der Stelle, an welcher die Materie durchzubrechen strebt; endlich berstet Haut und Thränensack, es entsteht ein fistulöses Geschwür in Nasenwinkel, welches man Aegilops nennt.
Thränensacks erkennt man, wenn aus dem Aegilops nicht allein Eiter, sondern auch Schleim – und Thränen fliessen, wenn diese in solcher Menge hervorquellen, dass der einfache Abscess diese Quantität nicht zu enthalten vermögend wäre. Das Somdiren setzt dann in vollkommene Gewissheit. Die auf diese Weise gebildeten Fistelgänge widerstehen oft auch der zweekmässigen Ä hartnäkig, besonders wenn der Nasengang aufgelockert ist. Hat die Entzündung eine Obliteretion der Thränenpünktchen gesetzt, so bleibt ein unheilbares Thränenträufeln zurück.
Individuen mit einem feinen empfindlichen Hautorgan scheinen geneigter zu dieser Entzündungsform zu seyn, als jene, deren Haut derb ist. Schnelle Veränderungen der Temperatur des Auges und consensuelle gastrische Reitze liegen oft dieser Entzündung zu Grunde. Als eine diese Entzündung vorzüglich begünstigende Ursache giebt Beer!) ein heftiges anhaltendes Weinen, bei einem zarten empfindlichen Hautorgan an, wenn sich der Weinende zugleich schnell einer kalten Zugluft aussetzt. Diese Ursache scheint jedoch nicht gegründet. - Nach Entfernung des Ursächlichen beschränkt sich die Behandlung im Anfang auf Anwendung erwärmter Kräutersäckchen, wie bei der Rothlaufentzündung überhaupt. Kalte Umschläge wirken schädlich. Man versetze das Auge in eine befreundete trockene Atmosphäre. Beginnt der Eikerungsprocess, so werde dieser durch warme Breie unterstützt. Sobald die Fluctuation deutlich ist werde der Abscess geöffnet. Hat die Naturthätig– keit schon die Eröffnung bewirkt, so werde, wenn der Eiter keinen leichten Ausfluss hat, die Wunde vergrössert.
Auf das Leiden des Thränensacks muss noch
4 ) I. a. W. 4. B. S. 335.