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Der Name des Dorfes Langnau wird erstmals 1139 urkundlich erwähnt, frühere Nennungen wie beispielsweise jene von 850 unserer Zeitrechnung beziehen sich wahrscheinlich nicht auf das emmentalische Langnau. Die Bezeichnung „lange Au“ ist denn auch ein Flurname, der auf verschiedene Regionen zutreffen kann.
1130 wurde das Benediktinerkloster Trub gegründet und grosse Gebiete der heutigen Gemeinde Langnau gingen mit der Zeit in Klosterbesitz über. Der Kirchensatz Langnaus ging 1276 durch Schenkung an das Kloster und in der Folge wurde die Priesterstelle in Langnau von Benediktinermönchen besetzt.
Die Vorherrschaft des Staates Bern über das Emmental festigte sich im 15. Jahrhundert, nachdem die Eidgenossen 1386 die Schlacht bei Sempach für sich entschieden hatten und so den Einfluss des Hauses Habsburg entscheidend schwächten. Trotzdem erfolgte die bernische Besitzergreifung schleichend durch Ausburgerpolitik, Kauf und „Erbe“, und fast 100 Jahre lang gab es Obrigkeitsstreitigkeiten mit der Stadt Luzern. 1406 wurde Langnau ein Gericht der Landvogtei Trachselwald. Bern wurde 1528 reformiert und setzte in seinen Gebieten den neuen Glauben durch. Von nun an übte die Stadt Bern die oberste Militär-, Gerichts-, Polizei- und Religionsgewalt aus.
Der Bauernkrieg von 1653 ist als Folge der Wirtschaftskrise nach dem dreissigjährigen Krieg 1618-1648 sowie als Reaktion auf die harten Täuferverfolgungen im Emmental zu sehen. Die Niederschlagung des Aufstandes begünstigte eine andauernde Verfolgung der Täuferbewegung durch die Obrigkeit bis etwa 1730. Sie löste Auswanderungen dieser Religionsgemeinschaften unter anderem in den Jura aus.
Langnau war wohl schon sehr früh kein Bauerndorf mehr, sondern ein „gemischter“ Ort mit Handel und Gewerbe. Das Dorf erhielt früh das Marktrecht – da dies eigentlich ein städtisches Privileg war, ist es ein Hinweis auf die Wichtigkeit Langnaus als Zentrum der Region schon im späten Mittelalter. Wann genau der Ort ein Marktrecht erlangte ist nicht dokumentiert, aber nach langen obrigkeitlichen Streitigkeiten wurde es jedenfalls 1467 erstmals urkundlich erwähnt. Langnau hat seine Stellung als Wirtschaftsstandort ganz besonders im 18. Jahrhundert ausgebaut. 1798 übertraf die Oberemmentaler Leinwand- und Käsemetropole sämtliche bernischen Landstädte mit einer doppelt so hohen Einwohnerzahl. Zwar hatte Bern mit mehr als 13'000 Einwohnern unbestritten die Spitzenposition inne, doch weder Thun mit 1’500 noch Burgdorf mit 1’300 Einwohnern kamen auch nur von ferne an die 3'700 Personen zählende Gemeinde Langnau heran. Einzig Sumiswald mit 3’100 Einwohnern vermochte im
2. Rang mitzuhalten. Die „Hochblüte“ im Emmental, ähnlich wie im Simmental des 18. Jahrhunderts, brachte auch viel Geld in die Region, die mondäne europäische Kundschaft Micheli Schüppachs und die weitgereisten Leinen- und Käsehändler liessen Langnau zu einem weltoffenen Dorf werden.
Nach dem Fall des alten Bern 1798 wurde Langnau Hauptort des helvetischen Distriktes Oberemmental, dem ehemaligen Amt Signau und heutigen Oberen Emmental.
Der Ausbau der Verkehrswege trug zu einer starken Wandlung des einstigen Bauerndorfes bei. Im Gegensatz zu seinen nach wie vor ländlichen Aussenbezirken ist das Dorf heute von eher urbanem Charakter. Die Ansiedlung von Kleingewerbe-, Handels- und Industriebetrieben führte zu einer nachhaltigen Veränderung.