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Das Château de Chillon steht als Monument am See. Das Seeufer mit zugehörigen Uferweg und parkartigen Aufweitungen im Bereich der Schlossanlage wird durch die angelegten Terrassen für Bahn und Strasse räumlich von der dahinter liegenden, bewaldeten Bergkulisse getrennt. Historische Karten zeigen, dass die ursprünglich steil abfallende Landschaft bis ans Schloss reichte. Bedingt durch die vielen topographischen und baulichen Eingriffe in der unmittelbaren Umgebung des Chateau de Chillon fehlt heute eine markante, raumgreifende Vegetation.
Das Volumen des neuen Gebäudes definiert einerseits auf der oberen Ebene zusammen mit der Schlosseingangsbrücke und dem Bazar einen Aussenraum, welcher in seiner das Schloss, den Bazar und den neuen Shop erschliessenden Eigenschaft sowie aufgrund seiner Durchgangsfunktion durch Bewegung geprägt ist; andererseits werden auf der unteren Ebene als Gegenpol Aussenräume geschaffen, welche ganz im Zeichen des Verweilens stehen, und denen entsprechend die Funktion der Cafeteria angegliedert ist.
In seiner spezifischen volumetrischen Ausprägung nimmt das Gebäude Bezug auf Elemente seiner Umgebung: Auf die bestehenden Mauern, den Torbogen, das Türmchen und die Uferlinie. In einer Neuinterpretation der mittelalterlichen Manier des additiven Weiterbauens, wird die mineralische Gebäudeschale an und auf die bestehenden Mauern gebaut. Lediglich eine Arbeitsfuge trennt sie vom historischen Bestand. Die rohe, kannelierte Betonoberfläche erlaubt, neben einer Aufnahme der Unregelmässigkeiten des Bestands, die Ausprägung eines Massstabes, der analog zu den Mauersteinen des Schlosses auf menschliches Handwerk verweist. Durchbrochen wird die Betonschale von zwei Grundtypen von Öffnungen: grossflächige, aussenbündig verglaste Fenster, sowie kleinere, innen angeschlagene Fenster, welche der Massivität und Dauerhaftigkeit des Gebäudekörpers Ausdruck verleihen.
Gemeinsam mit Nicolaj Bechtel & Atelier Oririr Landschaftsarchitektur, 2014