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«Mit welchen Superlativen können eigentlich schweizerische Staatsoberhäupter mitbieten?» Das fragt uns Herr Res B. aus L., ausgehend von Vergleichen mit zwei internationalen Oberhäuptern. Das Askforce-eigene Textverarbeitungssystem lässt es allerdings nicht zu, deren Namen zu nennen. Es macht dann ganz laut «Beep-beep-beep», schickt ein zorniges Emoji auf die Oberfläche und löscht den Namen umgehend. Wir müssen deshalb mit Umschreibungen arbeiten, sorry.
Der eine Vergleich von Herrn B. betrifft einen immer etwas orange im Gesicht wirkenden, abgewählten Präsidenten aus Übersee, der scheints einmal prahlte, er habe den grössten Atomknopf. Der andere Vergleich bezieht sich auf einen Herrn im Kreml, der den längsten Besprechungstisch besitze (nebst Atomknopf).
Nun sind das ja unheilvolle Superlative, über die nicht zu verfügen einem Schweizer Staatsoberhaupt zur Ehre gereicht. Aber schon klar, unser Fragesteller ist doppelbödig unterwegs. Er meint kaum, dass wir Ähnliches bräuchten. Vielmehr dürfte er gerade die Vorteile hiesigen meist unauffälligen, dafür demokratie- und friedliebenden sowie die Macht teilenden Regierungspersonals hervorzuheben trachten, dies um zwei Ecken herum. Die Askforce kennt doch ihre Pappenheimer.
Extra für Herrn B. haben wir deshalb ein paar zurückhaltende Superlative heutiger und früherer Mitglieder des Bundesrats zusammengestellt:
Wolligste Schwarznasenschafe (E. Baume-Schneider). Geblümtestes je in der Boulevardpresse abgebildetes Wohnzimmer-Sofa (Ignazio Cassis). Glaubwürdigster Botschafter der Schlafwagen-Gesellschaften (Johann Schneider-Ammann). Profundeste Ortskenntnisse im Gasterntal (Adolf Ogi). Erfolgreichste Duschmittel-Influencerin (Doris Leuthard). Heiterste Intonation des Begriffs «Bündnerfleisch» vor einem Parlament (Hans-Rudolf Merz). Mobilste Katzen (Arnold Koller, Fritzli, Chräbeli). Ehemann der ersten tätowierten Bundesratsgattin (Joseph Deiss). Schöpfer epochal schöner Rekrutenunterwäsche (Rudolf Gnägi). Rüebligott (Friedrich Traugott Wahlen).
Alle diese Namen gingen in der Textverarbeitung übrigens problemlos durch. Nur als wir testhalber «grösster Vertrauensverlust nach zweideutig anpasserischen Äusserungen angesichts neuer faschistischer Machtverhältnisse in Europa (Marcel Pilet-Golaz)» eingaben, blinkte die Warnlampe wieder auf. Beep-beep-beep. Stabil, das Askforce-System.
Askforce Nr. 1065
27. März 2023