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Am 12. September 2019 wurde am Wandbild „Vaterland“ an der East Side Gallery in Berlin-Friedrichshain eine flächendeckende Schmiererei festgestellt. Nach Aussage des Künstlers handelte es sich um die insgesamt 61. Beschädigung des Bildes seit der Entstehung des Wandbildes kurz nach dem Mauerfall.
Das Bild, das Elemente der Landesflaggen des Staates Israel und der Bundesrepublik Deutschland kombiniert, befindet sich am letzten stehenden Teilstück der Berliner Mauer, der zu einer Open-Air-Galerie, der East Side Gallery, umfunktioniert wurde. Am 12. September 2019 stellte der Künstler fest, dass das Wandbild durch eine Übermalung des Davidsterns und die grossflächige Aufschrift „Free Palestine“ beschädigt wurde – noch zwei Tage zuvor war der Künstler vor Ort und fand es unbeschädigt vor.
Laut einer Mitteilung der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus – RIAS, wurde das Bild bereits mehrfach zum Zielpunkt von antisemitischen Schmierereien, zuletzt im Februar 2018, als ebenfalls der Davidstern im Mittelpunkt des Bildes überschmiert wurde. Insgesamt wurde der Davidstern mindestens 16 Mal seit der Entstehung des Bildes im März 1990 übermalt oder durchgestrichen, zudem im Oktober 2011 durch Hinzufügung von Haken an die Sternspitzen zu einer Kombination von Davidstern und Hakenkreuz erweitert. Auch wurde der Davidstern immer wieder mit Sprüchen bedeckt.
Erste Beschädigungen des Bildes wurden laut RIAS bereits im April 1990 entdeckt. Seitdem diente es als Projektionsfläche für sowohl Post-Schoa-Antisemitismus – so in Schmierereien wie „lass‘ uns ewig büssen“ (Mai 2004) oder „Juden = Cyklon B“ (August 1990) – als auch für israelbezogenen. Kürzel oder Namen von Terrororganisationen wie Hamas, Hizbollah oder PFLP (zuletzt im August 2013) wurden hinterlassen und Israel mit Schmierereien wie Israehll“ (gemeint wohl „Israhell“, Oktober 2011) dämonisiert. Kurz nach den Anschlägen am 11. September 2001 wurde in grossen Buchstaben „Grosste terorist ist zionistische Israel und imperialistische West sein Vertreter“ (sic) geschmiert. Im Januar 1998 wurde das Bild beinahe vollständig mit grauer Farbe übermalt.
Neben diesen Beschädigungen des Bildes wurde in der Vergangenheit auch wiederholt der Künstler persönlich und physisch angegriffen, schreibt RIAS. 1997 stand er auf einer Leiter, um Schmierereien zu entfernen und das Bild nachzufärben, als ein vorbeifahrender Radfahrer die Leiter mit seiner Hand umstiess. Der Künstler fiel, konnte aber durchs Abrollen Verletzungen verhindern. 2000 suchte eine Person ihn in seinem Atelier auf und fragte ihn, ob er „der Mauerfuzi“ wäre, der das Bild gemacht hätte. Als der Künstler dies bestätigte, schlug ihn die Person ins Gesicht und entfernte sich daraufhin zügig aus dem Atelier.