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Risperidon und Voriconazol beeinflussen sich gegenseitig
Monitorisierung
Risiko
Erhöhtes Risiko für ventrikuläre Rhythmusstörungen
Mechanismus
Risperidon wird über hauptsächlich über CYP2D6 und im Nebenweg über CYP3A4 und P-gp verstoffwechselt. Voriconazol ist ein potenter Hemmer von CYP3A4. Es kann zudem zu einer additiven Verlängerung der QT-Zeit kommen.
Effekt
Gemäss Schweizer Fachinformation für Voriconazol ist die gleichzeitige Gabe von Voriconazol mit CYP3A4-Substraten, für welche eine QTc-verlängernde Wirkung bekannt ist, kontraindiziert. Unter gleichzeitiger Therapie mit Itraconazol - ebenfalls einem starken CYP3A4-Hemmer - kam es in einer pharmakokinetischen Studie zu einer Erhöhung der Risperidon-Konzentrationen um 69%. Die Konzentration des aktiven Metaboliten von Risperidon, 9-Hydroxyrisperidon, stieg ebenfalls an (73%) [Jung SM, 2005]. Unter erhöhten Konzentrationen des Neuroleptikums kann es zu einem verstärkten Auftreten von zentralnervösen, unerwünschten Wirkungen wie z.B. Benommenheit und Sedierung, Tachykardie und Hypotonie sowie extrapyramidalen Symptomen kommen. Durch die additive Verlängerung der QT-Zeit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von kardialen unerwünschten Wirkungen wie Arrhythmien, Torsades de pointes oder Herzstillstand.
Empfehlung
Regelmässige EKG-Kontrollen der QT-Zeit, insbesondere bei Änderungen der medikamentösen Therapie. Elektrolytkonzentrationen (insb. Kalium) sollten überwacht werden. Zudem sorgfältiges Monitoring bezüglich unerwünschten ZNS-Effekten. Eine Anpassung der Risperidon-Dosis ist patientenindividuell zu erwägen.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018