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Liberianische Methodisten: Plan zur Trennung so nicht annehmbar
Februar 24, 2020
Die liberianischen Methodist/innen sagen, dass sie einen Anfang Jahr vorgelegten Plan zur Trennung der weltweiten United Methodist Church ohne grössere Änderungen nicht unterstützen werden. Sie fordern andere afrikanische Methodist/innen auf, sich bei der Generalkonferenz im Mai für die von ihnen vorgeschlagenen Änderungen einzusetzen.
An der Tagung der Jährlichen Konferenz (Synode) der Methodist/innen in Liberia haben sich die Delegierten mit einem vor kurzem vorgestellten Mediationsprotokoll befasst. Dieses Protokoll wurde als Grundlage für eine mögliche Trennung der weltweite Methodistenkirche ausgearbeitet. Auf diese Weise soll der langjährige Konflikt über den Umgang mit Homosexuellen in der Methodistenkirche beendet werden. Im Mai werden Delegierte aus allen Teilen der weltweiten United Methodist Church (UMC) an der «Generalkonferenz» darüber entscheiden, ob sie dem Protokoll zustimmen, es ändern oder ganz ablehnen wollen. Die Generalkonferenz ist die höchste legislative Versammlung der UMC.
Resolution fordert Veränderungen
«Das Protokoll in seiner jetzigen Form hat viele Fehler, mit einer kolonialen Untermauerung», sagte Pfarrer Jerry Kulah, der die Delegation der Liberia-Konferenz an die Generalkonferenz leitet. Die Methodist/innen an der Konferenz in Liberia verabschiedeten darum an ihrer Tagung vom 10. bis 16. Februar einstimmig eine Resolution. In dieser fordern sie einige markante Veränderungen an dem Protokoll. Andernfalls wollen sie diesen Trennungsplan nicht unterstützen.
Der Name der Kirche muss gewahrt werden
Das Mediationsprotokoll sieht die Bildung einer neuen, traditionalistischen Methodistenkirche vor. Diese würde nicht mehr «United Methodist Church» heissen und auch nicht mehr das internationale Logo «Flamme und Kreuz» verwenden. Für die afrikanischen Methodist/innen wäre das ein gravierender Schritt. In ihrem Kontext gilt die «United Methodist Church» aufgrund ihrer Arbeit als vertrauenswürdiges und verlässliches Gegenüber. Die Resolution der Konferenz in Liberia fordert darum, dass die afrikanischen Methodist/innen Name und Logo auch weiterhin benutzen dürfen, auch wenn sie sich der traditionalistischen neuen Methodistenkirche anschliessen.
Das gesamte liquide Vermögen muss verteilt werden
Die neue traditionalistische Kirche würde gemäss dem Mediationsprotokoll 25 Millionen US-Dollar erhalten. Kirchen und Konferenzen könnten ausserdem ihre Immobilien mit in die neue Kirche übernehmen. Die Resolution aus Liberia fordert dagegen, dass die 120 Millionen Dollar, auf die die liquiden Mittel der weltweiten UMC geschätzt werden, im Falle einer Trennung unter den Konferenzen in Asien, Europa, Afrika und den USA aufgeteilt werden sollen.
Eine Entscheidung ist notwendig
Ausserdem fordert die Liberia-Resolution, die Formulierung aus dem Protokoll zu streichen, dass Konferenzen oder Kirchgemeinden in der United Methodist Church verbleiben würden, wenn sie nicht für ihren Austritt stimmen. Das Protokoll wollte so ermöglichen, dass Konferenzen oder Kirchgemeinden keine explizite Entscheidung treffen müssen und dennoch Teil der UMC bleiben könnten. Die Liberia-Resolution dagegen sieht darin einen «Akt des Kolonialismus und der Ungerechtigkeit».
Die einfache Mehrheit genügt
Für einen Wechsel hin zur neuen traditionalistischen Methodistenkirche sollte überdies gemäss der Liberia-Resolution ein Entscheid mit einfacher Mehrheit genügen. Das Mediationsprotokoll verlangt dagegen einen Entscheid mit mindestens 57% der Stimmen.
Ohne Änderung nicht akzeptabel
Unterstützung findet diese Resolution auch bei anderen Vertretern der afrikanischen Methodist/innen. Pfarrer Forbes Matonga ist Delegierter der West-Zimbabwe-Konferenz. In einem kürzlich erschienenen Essay griff er viele der Bedenken der Liberianer auf. «Die Afrikaner werden die Verabschiedung des Protokolls in seiner jetzigen Form nicht unterstützen», schrieb er. «Es sind ernsthafte Änderungen erforderlich, um es für viele Afrikaner akzeptabel zu machen.»
Der einzig mögliche Kompromiss
Pfarrer Keith Boyette, Präsident der traditionalistischen Wesleyan Covenant Association, gehörte zu der Gruppe, die das Mediationsprotokoll ausgearbeitet hat. Er sagte in einer ersten Reaktion, dass er und andere Traditionalisten in der Gruppe die Bedenken der Liberianer, wie sie in der Resolution zum Ausdruck kommen, teilen würden. Doch «die einzige Möglichkeit, wie die Teilnehmer der vermittelten Verhandlungen eine einstimmige Einigung erzielen konnten, war, diese Fragen so zu lösen, wie sie im Protokoll angesprochen werden», sagte Boyette weiter. «Hätten wir an den in der Resolution zum Ausdruck gebrachten Positionen festgehalten, wäre keine Einstimmigkeit erzielt und ein Protokoll nicht unterzeichnet worden».
Lieber kein gefährliches Spiel
Bemühungen, das Protokoll zu ändern, seien zwar verständlich, aber ein riskantes Spiel, sagte auch Pfarrer Thomas Lambrecht, Vizepräsident der traditionalistischen Interessenvertretung Good News. «Ist es für die Delegierten besser, auf mehr Fairness im Protokoll zu drängen, auf die Gefahr hin, schlussendlich keinen Plan zur Trennung zu verabschieden? Oder ist es besser, den Konflikt unserer Kirche durch Trennung um der Mission willen zu beenden, auch wenn das bedeutet, eine weniger wünschenswerte Vereinbarung zu akzeptieren? Nur die Zeit wird zeigen, was die Delegierten entscheiden», sagte Lambrecht.