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Gedenken an Irene Buff-Vollenweider
Irene Buff war als engagierte Pfarrfrau in Herblingen, Burg / Stein am Rhein und Schleitheim tätig und hat als Dirigentin Chöre in Herblingen, Wilchingen, Schleitheim, Beggingen und Stein am Rhein geleitet. Die Abschiedsfeier fand am 28. Dezember in der Stadtkirche Stein am Rhein statt.
Doris Brodbeck,
Am 5. Januar 1938 wurde Irene Buff-Vollenweider in Basel geboren und verbrachte eine glückliche Kindheit zusammen mit ihrer älteren Schwester Elisabeth im Pfarrhaus der Matthäus-Kirchgemeinde in Kleinbasel, wo ihr Vater Rudolf Vollenweider 18 Jahre als Pfarrer wirkte und dann das Kirchenratspräsidium übernahm. Er leistete Aktivdienst als beliebter Feldprediger. Besonders 1940/41 fürchtete man den Einmarsch deutscher Truppen und konnte erst 1945 aufatmen.
Während der Primarschulzeit in Kleinbasel bekam Irene Geigenunterricht bei einer strengen Lehrerin. Geigen- und Bratschenspiel kamen ihr später in Schleitheim und im Alter in Stein am Rhein wieder sehr zugut, als sich ihre Singstimme nicht mehr für Sologesang eignete. Nach dem Mädchengymnasium absolvierte Irene am Konservatorium Basel mit Erfolg die Ausbildung als Sängerin mit hohem Sopran und als Gesangslehrerin SMPV. Musik war ihr Lebenselixier und blieb dies bis ins hohe Alter. Die Musik war auch namhaft mitbeteiligt am Entstehen der Freundschaft und darnach der Partnerschaft mit Christoph Buff, der sie als Theologiestudent in Basel im Martinspfarrhaus, dem Amtswohnsitz des Kirchenratspräsidenten, kennen lernte. Kurz nach der Ordination zum Pfarrer und der Amtseinsetzung in der Kirchgemeinde Herblingen wurde am 15. August 1961 die Hochzeit gefeiert.
Herblingen und Stein am Rhein (Burg)
Im Pfarrhaus in Herblingen kamen die beiden Söhne Matthias und Thomas zur Welt. Irene beteiligte sich als Pfarrfrau am Gemeindeleben, hatte Musikschülerinnen und -schüler, leitete den Singkreis in Herblingen und engagierte sich im schweizerischen Vorstand der ACAT, der Aktion von Christen zur Bekämpfung und Abschaffung der Folter. 1968 wechselte die Pfarrfamilie nach Stein am Rhein in die schaffhausisch-thurgauische Kirchgemeinde Burg, wo Irene während 13 Jahren den Kirchenchor leitete und die Sonntagschule aufbaute. Sie gehörte zu den Gründerinnen eines Drittweltladens und war Präsidentin des gemeinnützigen Frauenvereins. In den Ferien zog es die Familie ins Davosertal und später ins Engadin.
Schleitheim
Im Jahre 1983 wurde Christoph Buff nach Schleitheim berufen, wo er bis zur Pensionierung 17 ½ Jahre blieb. Weil Irene im Alter von 40 Jahren noch Autofahren gelernt hatte, konnte sie den Kirchenchor Wilchingen als Dirigentin übernehmen und war dadurch auch an vielen Gottesdiensten und Anlässen im Dichterdorf dabei.
Nach dem Tod des Vaters lebte Irenes Mutter bis zum 95. Lebensjahr im Pfarrhaus. Neben der Familie und der Mitarbeit in der Kirchgemeinde Schleitheim übernahm Irene nach einigen Jahren auch die Leitung des Männerchors Schleitheim. Einer der Höhepunkte war die Aufführung der ganzen „Deutschen Messe“ von Franz Schubert. Dazu kam für einige Jahre auch die Leitung des Gemischten Chors Beggingen.
Ruhestand
Für den sogenannten „Ruhestand“ konnten Irene und Christoph im Frühjahr 2001 in eine schöne altersgerechte Wohnung in der Altstadt von Stein am Rhein umziehen. Irene spielte mit Geige und Bratsche im Steiner Kammerensemble mit. Im Januar 2012 reiste sie mit ihrer Schwiegertochter Bushra und zwei jungen Schaffhauser Kindergärtnerinnen nach Pakistan, wo Bushras Vater seit 1991 eine Schule aufbaut, die von Schaffhausen aus unterstützt wird.
Im gleichen Jahr, Ende November, musste sich Irene einer Rückenoperation unterziehen, die wenigstens einen Teil der Schmerzen linderte. Im November 2017 war der Übertritt in die Pflegeabteilung des Alterszentrums Stein am Rhein unumgänglich geworden. Christoph konnte im Alterszentrum mit ihr zusammen im Esssaal zu Mittag essen. In der Pflegeabteilung wurde sie professionell und liebevoll betreut und gepflegt. Am 22. Dezember 2018 durfte sie nach einem reichen Leben still einschlafen.