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Ein jeder Pferdebesitzer versucht seinem Pferd die beste Fürsorge zukommen zu lassen. Im Tierschutzgesetz Absatz 2 §2 steht Folgendes: „Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, 1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen, 2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden, 3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.“ (Tierschutzgesetz, 1972)
Doch was ist eigentlich der Art und den Bedürfnissen von Pferden entsprechend?
Dazu sollte der Pferdehalter oder Pferdebesitzer vor Augen führen, wie das Pferd in der freien Natur leben würde: Das Pferd ist ein Herden- und Fluchttier, es ist ein Dauerfresser und ernährt sich vor allem von rohfaserreichen und energiearmen Futtermitteln. Neben dem ist es ein Bewegungstier.
Doch was bedeutet eigentlich Herdentier? Das Pferd lebt in einer Gruppe mit weiteren Artgenossen. Normalerweise bestehen diese aus einigen Stuten und einem dominanten Hengst, sowie deren Nachkommen. In wenigen Fällen gibt es noch einen weiteren, nicht dominanten Hengst. Diese Gruppen Konstellationen nennt man Harem. Junghengste finden sich in Junggesellengruppen zusammen, um sicher vor Fressfeinden zu sein. Auch jüngere Stuten verlassen oft die Herde und begeben sich in eine neue. Dies beugt der Inzuchtproblematik vor. Unsere Pferde haben auch heute noch den Bedarf von Sozialkontakt und damit auch pferdetypischen Sozialverhalten wie Fellpflege. Dies muss zwingend ermöglicht werden.
Das Fluchtverhalten, ist jedem Reiter ein Begriff. Bei Angst ist oft die Reaktion des Pferdes dieser Situation durch eine Flucht zu entgehen. Dies kann für uns als Reiter oder Führenden gefährlich werden. Mit viel Training kann die Fluchtreaktion durch Gewöhnung abgeschwächt werden. Dennoch sollten wir uns immer der Gefahr bewusstwerden, die durch das Fluchtverhalten ausgeht.
Da das Pferd in der Natur bis zu 12-16 Stunden des Tages mit der Futteraufnahme sowie Futtersuche verbringt, muss das dem Pferd ebenfalls ermöglicht werden. Fresspausen sollten maximal vier Stunden andauern, da es ansonsten zu Schäden im Magen- und Darmtrakt führen kann. Eine Folge können zum Beispiel Magengeschwüre sein. Das Futter sollte einen hohen Rohfasergehalt besitzen, sowie wenig Energie, da das dem natürlichen Futter des Pferdes entspricht. Die Futteraufnahme geschieht möglichst vom Boden aus, da dies die natürliche Fresshaltung des Pferdes ist. Eine Fresshaltung durch eine erhöhte Raufe ist veraltet. Zudem kann es zu Verspannungen im Rücken- und Halsbereich führen. Auch Heunetze bieten z.T. die Problematik der schrägen Kopfhaltung, weshalb dies ebenfalls keine optimale Lösung darstellt.
Das Bedürfnis nach Bewegung ist ebenfalls ein Grundbedürfnis unseres Freizeitpartners. Beobachtet man Pferde draußen auf der Weide, so bewegen Sie sich selbst beim Fressen langsam im Schritt vorwärts. Den kleinsten Teil des Tages nehmen Schlaf- und Ruheverhalten ein. Lediglich bei Fohlen und jungen Pferden ist der Bedarf an Schlaf und Ruhe höher. Da Pferde auch im Stehen ruhen können, sieht der Reiter die Pferde äußerst selten liegen.
Es muss sich der Halter oder Besitzer fragen, ob die Haltung des Pferdes auch sicher das Beste für das Pferd ist. Sicher müssen auch Kompromisse eingegangen werden, da nicht überall eine Haltung ganzjährig draußen, in der Gruppe stattfinden kann. Dennoch sollte der Reiter dafür sorgen, dass das Pferd möglichst viel Zeit draußen, bestenfalls mit anderen Pferden, verbringt und somit ein artgerechtes Leben führt.
Quelle: Tierschutzgesetz (http://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/BJNR012770972.html)
Bildquelle: http://www.ethologie-equine.com/resources/file_indienne.jpg