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Hepatitis A ist eine Leberentzündung, verursacht durch das Hepatitis-A-Virus. Der Erreger kommt vor allem in tropischen Ländern mit schlechten hygienischen Bedingungen vor. Die Übertragung erfolgt durch kontaminierte Lebensmittel oder Trinkwasser sowie durch Schmierinfektion. Viele Betroffene entwickeln eine Gelbsucht. Die Infektion hinterlässt eine lebenslange Immunität.
Hepatitis A ist eine ansteckende, akute Leberentzündung. Ausgelöst wird die Infektion durch das gleichnamige Hepatitis-A-Virus HAV. Dank dem hohen Hygienestandard ist die Ausbreitung in der Schweiz rückläufig. Laut Bundesamt für Gesundheit BAG werden in der Schweiz jährlich 60 Fälle von Hepatitis A gemeldet. Da jedoch viele Hepatitis-A-Infektionen symptomlos verlaufen, ist die Dunkelziffer deutlich höher. Rund die Hälfte aller Hepatitis-A-Fälle in der Schweiz wird auf Reisen in Risikogebieten erworben. Daher nennt man Hepatitis A in der Umgangssprache auch «Reisehepatitis» oder «Reisegelbsucht».
Reisehepatitis
Das Virus ist sehr resistent und unempfindlich gegenüber Kälte sowie vielen Desinfektions- und Reinigungsmitteln. Hepatitis A ist weltweit verbreitet. Besonders häufig kommt es in warmen, tropischen Ländern oder in Regionen mit mangelhaften hygienischen und sanitären Verhältnissen vor. In Europa ist ein deutliches Nord-Süd-Gefälle zu beobachten. Während Länder in gemässigten Klimazonen mit hohem Hygienestandard eine niedrige Durchseuchungsrate aufweisen, findet man in Gebieten mit warmem Klima eine höhere Durchseuchung. Das trifft schon für Reisen in Länder rund ums Mittelmeer wie Spanien, Italien, Türkei oder Nordafrika zu. Besonders hohe Durchseuchungsraten weisen aber vor allem beliebte Reiseziele in Asien, Afrika und Südamerika auf.
Ansteckung
Eine Ansteckung mit dem Hepatitis-A- Virus erfolgt fast ausschliesslich fäkal-oral, also durch Aufnahme von Kot oder Kotspuren über den Mund. Das geschieht hauptsächlich indirekt über verunreinigte Nahrungsmittel, Trinkwasser oder durch eine Schmierinfektion, also durch das Berühren von verschmutzten Gegenständen wie beispielsweise Toilettenspülungen, Türgriffen, Handtüchern, Gläsern oder Handgriffen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Weitere Übertragungswege sind enge Personenkontakte, insbesondere Sexualkontakte unter Männern. Sofern die Virenkonzentration im Blut hoch ist, kann eine Übertragung auch über das Blut erfolgen, beispielsweise durch einen Spritzentausch unter Drogenabhängigen. Dies ist jedoch eine Seltenheit.
Risikogruppen
Mit Hepatitis A kann sich grundsätzlich jede Person anstecken, ausgenommen Personen, die gegen die Krankheit geimpft sind oder durch eine frühere Ansteckung immun geworden sind. Das grösste Risiko für eine Ansteckung besteht auf einer Reise in ein tropisches Gebiet oder Entwicklungsland mit schlechtem Hygienestandard. Weiter gehören zur Risikogruppe:
- Menschen aus Berufsgruppen, die während ihrer Arbeit in Kontakt mit fremdem Kot
- Männer, die Sex mit Männern
- Menschen, die an chronischen Leberkrankheiten
Inkubationszeit
Die Zeit von der Ansteckung mit dem Virus bis zum Auftreten der ersten Anzeichen bezeichnet man als Inkubationszeit. Dieser Zeitraum dauert bei Hepatitis A 15 bis 50 Tage, im Allgemeinen jedoch 25 bis 30 Tage. Betroffene sind ein bis zwei Wochen vor dem Auftreten der Beschwerden und bis zu einer Woche danach am meisten ansteckend.
Symptome
Bei Kleinkindern verläuft die Infektion meist ohne Symptome. Auch bei Erwachsenen verläuft die Krankheit nicht selten unbemerkt und heilt von selbst aus. Stellen sich Krankheitssymptome ein, ähneln die ersten Beschwerden üblichen Grippesymptomen:
- Fieber
- Durchfall
- Übelkeit und Erbrechen
- Appetitlosigkeit
- Erschöpfung
- Druckgefühl und Schmerzen im rechten Oberbauch
- Muskel- und Gelenkschmerzen
- Kopfschmerzen
Im Anschluss an die ersten Anzeichen folgt oft eine Gelbsucht mit folgenden Symptomen:
- Haut und das Weisse des Auges verfärben sich gelb
- Stuhl bekommt eine helle Farbe
- Urin verfärbt sich dunkel
- starker Juckreiz
- Lebervergrösserung
- Milzvergrösserung
Nach rund zwei Wochen verschwinden die Beschwerden. In schweren Fällen kann der Verlauf auch mehrere Monate bis hin zu einem halben Jahr dauern. Chronische Verläufe sind bei Hepatitis A nicht bekannt.
Diagnose
Die Diagnose Hepatitis A stellt der Arzt mittels Blutuntersuchung. Im Blut befinden sich nachweislich Antikörper gegen das Hepatitis-A-Virus. Leberwerte geben Aufschluss darüber, wie aktiv die Krankheit ist.
Therapie
Hepatitis A heilt im Gegensatz zu Hepatitis B und C immer von selbst aus. Eine medikamentöse Therapie der Krankheitsursache gibt es nicht. Behandelt werden können lediglich die Symptome. Empfohlen wird Bettruhe sowie fettarme und kohlenhydratreiche Ernährung. Um die Leber zu schonen, soll strikte auf Alkohol und leberbelastende Medikamente verzichtet werden. Um die Ansteckung anderer Personen zu vermeiden, ist besonders auf Hygiene zu achten.
Mögliche Folgen, Komplikationen
Hepatitis A verläuft in den allermeisten Fällen gutartig. Nach wenigen Wochen sind die Beschwerden verschwunden. Schwere Komplikationen wie ein Leberversagen oder lebensbedrohliche Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, der Herzmuskulatur und der Lunge sind sehr selten. Nach der Infektion besteht eine lebenslange Immunität gegen das Hepatitis-A-Virus.
Prävention
Die sicherste Vorsorge gegen eine Ansteckung mit Hepatitis A ist eine Schutzimpfung. Der Impfstoff enthält abgetötete Hepatitis-A-Viren, wird in den Muskel verabreicht und ist in der Regel gut verträglich. Eine Impfung empfohlen wird vor allem vor Reisen in ein Risikogebiet sowie Personen, die aus beruflichen oder privaten Gründen einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Das Impfschema hängt vom verwendeten Impfstoff ab.
Neben der Impfung ist das Einhalten der grundlegenden Hygieneregeln das wichtigste Mittel zur Prävention einer Hepatitis-A-Übertragung.
Hygieneregeln
Auch wer gegen Hepatitis A geimpft ist, sollte sorgfältig auf Hände- und Nahrungsmittelhygiene achten. Dabei handelt es sich um Massnahmen wie gründliches Händewaschen nach jedem Toilettenbesuch, vor der Zubereitung von Nahrungsmitteln und vor dem Essen. In Risikogebieten gilt zusätzlich:
- Trinken Sie nur abgekochtes oder abgepacktes Wasser, auch beim Zähneputzen.
- Vermeiden Sie rohe Meerestiere, insbesondere Muscheln.
- Verzichten Sie auf nicht ausreichend erhitzte Speisen.
- Essen Sie nur selbst geschälte Früchte.
- Verzichten Sie auf Getränke, die mit Eiswürfeln gekühlt sind.
- Verzichten Sie auf Speiseeis, das offen verkauft wird.
- Vorsicht beim Genuss von Salat und rohem Gemüse.
Nützlich auf Reisen ist der Merksatz: «Cook it, boil it, peel it or leave it.»
Übersetzung: Koche es, gare es, schäle es oder lass es sein.
Was tun, wenn eine Person im Haushalt erkrankt ist?
Achten Sie auf folgende Ratschläge, falls ein Angehöriger erkrankt:
- Lassen Sie sich so schnell wie möglich gegen Hepatitis A impfen.
- Achten Sie besonders auf gute Hände- und und Nahrungsmittelhygiene.
- Jede Person im Haushalt soll ein eigenes Handtuch benützen.
- Falls der Erkrankte Unterstützung bei der Pflege braucht, benützen Sie Wegwerfhandschuhe.
- Falls möglich, soll der Erkrankte ein eigenes WC benutzen.
- Mit Stuhl oder Urin verunreinigte Wäsche soll umgehend bei 95 °C gewaschen werden. Bewahren Sie die verschmutzte Wäsche bis zum Waschgang in einem verschlossenen Plastiksack auf.
Meldepflicht
Hepatitis A ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit. Sobald die Krankheit durch den Antikörpernachweis im Blut bestätigt ist, muss der behandelnde Arzt den Fall namentlich ans Bundesamt für Gesundheit BAG melden. Auch wenn der Erreger von Hepatitis A nachgewiesen wurde, ohne dass der Betroffene Krankheitszeichen zeigt, besteht Meldepflicht.
Franzi Holweck