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«Es ist zwar der Moment, um eine Bilanz des Wahlsonntags zu ziehen, aber auch der Moment, um die Wahlmaschine sofort wieder zu starten.» Dies sagte SP-Ständerat Christian Levrat gestern am SP-Kongress in Bulle, an dem er formell für den zweiten Wahlgang nominiert wurde.
Parteipräsident Benoît Piller hatte zuvor das ausgezeich- nete Resultat Levrats mit rund 37 000 Stimmen oder 43 Prozent der Wählerstimmen gepriesen. Die nachfolgenden Kandidaten Beat Vonlanthen (CVP), Johanna Gapany (FDP) und Pierre-André Page (SVP) erhielten zwischen 27,1 und 21,5 Prozent der Stimmen. «Die zentrale Frage ist nun nicht mehr, ob ein Kandidat links oder rechts steht, sondern ob er in der Lage ist, das eigene Lager noch einmal zu mobilisieren», sagte Levrat.
Er erinnerte an die Ständeratswahlen 2015, als er ebenfalls zum zweiten Wahlgang antrat und die Stimmbeteiligung gleich hoch blieb wie im ersten Wahlgang. Damals gelang es Levrat, seinen Vorsprung noch zu vergrössern.
«Das grösste Risiko besteht jetzt darin, dass wir die Mobilisierung nicht schaffen», so Levrat. Doch seine Partei hat sich bereits auf diesen zweiten Wahlgang vorbereitet. Ab Mitte dieser Woche werden neue Wahlplakate aufgehängt, und am 2. November will die Partei in grosser Zahl auf die Strasse gehen, um Flyer für Levrat zu verteilen. Zwei Tage später liegt das Material für den zweiten Urnengang im Briefkasten.
Gleichgewicht für Freiburg
Am SP-Kongress wurde auch die Frage diskutiert, ob und mit wem es zu einem zweiten Wahlgang kommt. Parteipräsident Piller sagte: «Vernünftigerweise würde die FDP auf den zweiten Wahlgang verzichten.» Johanna Gapany habe weniger Stimmen erzielt als Jacques Bourgeois vor vier Jahren, und dieser habe sich damals zurückgezogen.
Levrat betonte, für ihn persönlich sei die Vertretung der Interessen Freiburgs im Stöckli ein wichtiger Aspekt. Es brauche Netzwerke und Erfahrung, um diese Arbeit effizient zu erledigen. Beat Vonlanthen bringe diesen Rucksack als ehemaliger Staatsrat mit. «Ich plädiere für ein politisches und sprachliches Gleichgewicht zwischen links und rechts sowie zwischen französisch- und deutschsprachig.»
In seiner Analyse betonte Parteipräsident Benoît Piller, dass die SP am Sonntag schon drei Wahlziele erreicht habe: drei Sitze für links zu gewinnen, zweitstärkste Partei im Land und erstklassierte im Kanton zu sein. Dies hat die SP geschafft, obwohl die Mutterpartei in Freiburg von 22,32 Prozent im Jahr 2015 nun 4,89 Prozentpunkte verloren hat.