Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03437.jsonl.gz/1287

Fazil Say
Ein Pianist, der Beethovens 32 Klaviersonaten einspielt, muss seinen ganz eigenen Weg durch diesen Werkkosmos finden – und das, nachdem es ihm schon so viele andere Interpreten gleichgetan haben. Dem Pianisten Fazil Say ist es auf beeindruckende Weise gelungen die Sonaten aus einer einzigartigen Perspektive zu betrachten – zum einen als Virtuose, aber auch als Komponist, dessen etwa 80 Werke heute auf vielen Podien der Welt erklingen. Er folgte einem ganz bestimmten Konzept, sich diese Musik anzueignen – mit der Vorstellung von einem »inneren Orchester«, mit dem er diese bahnbrechenden Werke »innerlich probte«, und einer ganzen Welt von bedeutungstragenden Leitmotiven. Das Ergebnis ist eine der originellsten Annäherungen an diese Musik – und eine besondere Ehrung des Jubilars Beethoven.
»Ich wollte jede Sonate wie eine Sinfonie erleben, jede Note im Geiste hören, als würde ich einem Orchester lauschen. Ich stellte mir vor, mit diesem imaginären Orchester zu proben. Ich spielte die Sonaten einem neben mir sitzenden ›imaginären Beethoven‹ vor, der vor Energie und musikalischem Elan nur so sprudelte. Dieser Fantasie-Beethoven zeigte mir seine Musik; manchmal beruhigte er mich und manchmal kämpfte er mit meiner Unzufriedenheit im Geiste. Dies war das schwerste und unerbittlichste Stadium.« Schon als Kind hatte Say mit dem Studium der Klaviersonaten begonnen, doch als er 2017 seine Gesamtaufnahme in Angriff nahm, räumte er mit allem, was bisher gelernt hatte, auf. Er näherte sich dem gewaltigen Werk, in dem Beethoven die Musik aus den Stilarten der Hochklassik bis in avantgardistische Experimente führte, neu – um sich dann die extreme Modernität dieser Musik anhand von Leitmotiven zu erschließen (ähnlich wie Say es bereits bei den Mozart-Sonaten unternommen hatte): »In der schwerfälligsten Passage der ›Pastorale‹ ist dies ein alter Mann, in der ›Waldstein-Sonate‹ das ferne Grollen herannahender Kriegsschiffe, im langsamen Abschnitt der Sonate Nr. 7 ein schwindsüchtiges Kind beziehungsweise eine besorgte Mutter, in op. 111 sind es der Sensenmann, triste Einsamkeit und die ›As-Sirāt‹ (Brücke ins Paradies), in op. 109 hoffnungslose Liebe, in der ›Appassionata‹ sind es Liebe beziehungsweise Rebellion…«
9 CDs: 89.-
2 LPs : 39.-
Vö : 17.1.2020 ▴
Wiener Philharmoniker, Andris Nelsons
Das berühmte Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker war auch 2020 der prachtvolle, exzellente und hochgelobte Auftakt zum neuen Klassik-Jahr. Im festlichen und für seinen Klang berühmten Goldenen Saal des Wiener Musikvereins, der 2020 sein 150-jähriges Jubiläum feierte, präsentieren die Wiener Philharmoniker ein beschwingtes Programm der Extra-Klasse. Erstmals leitet der lettische Dirigent Andris Nelsons, einer der besten Dirigenten der Welt und bekannt auch als Chef des Gewandhausorchesters in Leipzig, die Wiener Philharmoniker. Das Publikum war begeistert und auch Presse voll des Lobes: Nelsons ist sein Debüt bei einem Wiener Neujahrskonzert geglückt, er überzeugte mit einem gefühlvollen und spritzigen Dirigat , schrieb der Donaukurier und auch der Kurier urteilte: Ein umjubeltes Debüt mit starken musikalischen Anlagen und feinen Hörgenüssen! Die sehr kluge und interessante Programmauswahl würdigte den 250. Geburtstag Beethovens, das 150 jährige Bestehen des Wiener Musikvereines und das 100- jährige Jubiläum der Salzburger Festspiele. Zu Beginn gab es die flotte Ouvertüre aus Michael Ziehrers Operette Der Landstreicher , auch die folgenden Polkas und Märsche, wie Knall und Fall (Eduard Strauß), der Liechtenstein-Marsch (Josef Strauß) oder die Blumenfest-Polka (Johann Strauß Sohn) wurden von Nelsons äußerst forsch und dynamisch dirigiert, das Orchester zeigte hier sein enormes Können. Die Walzer hingegen gelangen elegant, mit spannenden Tempi, so der den Salzburger Festspielen gewidmete Walzer 'Liebesgrüße' oder das berühmte 'Wo die Zitronen blüh'n'. Zur Überraschung des Publikums stand Nelsons während des Konzertes plötzlich mit einer Trompete am Dirigentenpult, er spielte zwar nur kurze Einlagen, aber die Überraschung gelang perfekt. Man merkte bei dem gesamten Konzert, dass die Wiener Philharmoniker und Nelsons sich schon sehr gut kennen. Zu den Glanzpunkten im Programm gehörten auch die Walzer 'Seid umschlungen, Millionen' von Johann Strauß Sohn, 'Freuet euch des Lebens' von Johann Strauß´und die berühmte 'Tritsch-Tratsch-Polka'. Das unterhaltsame Programm enthielt neben bekannten Walzer und Polkas auch Entdeckenswertes von Johann Strauß Vater und Sohn, Carl Michael Ziehrer, Franz von Suppé, Hans Christian Lumbye und anderen Komponisten. Und das allererste Mal war bei dem Neujahrskonzert 2020 auch Musik von Ludwig van Beethoven zu hören, mit den 12 Kontretänzen wurde sein 250. Geburtstag passend gewürdigt. Zum krönenden Abschluss spielten die Wiener Philharmoniker wie gewohnt mit Hingabe 'An der schönen blauen Donau' (von Johann Strauß Sohn) und einen begeisternden 'Radetzky-Marsch' (Johann Strauß Vater) in einer neuen vom Orchester in Auftrag gegebenen neuen Fassung. Ein höchst unterhaltsames Konzert der Extraklasse!
2 CDs: 25.- / Vö: 10.1.2020
3 LPs : 45.- / Vö: 7.2.2020 ▴
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons
Zwei berühmte Orchesterwerke, die im 20. Jahrhundert entstanden sind, aber jeweils den Geist der Musik des 19. Jahrhunderts atmen, sind auf dieser neuen CD von BR-KLASSIK zu hören: die 1968 von Rodion Schtschedrin meisterhaft arrangierte und weiterentwickelte Ballettmusik »Carmen-Suite« nach den berühmten Melodien aus George Bizets gleichnamiger Oper und Ottorino Respighis bekannte symphonische Dichtung »Pini di Roma« (Die Pinien von Rom) von 1924. Der Name des russischen Komponisten Rodion Schtschedrin wird im Westen zuallererst mit der seit ihrer Uraufführung ungemein beliebten »Carmen-Suite« verbunden. Die dreizehn Sätze der Ballettmusik nehmen die Opernmelodien aus George Bizets »Carmen« als Grundlage und geleiten sie behutsam in die musikalische Sprache unserer Zeit. Nachdem Schtschedrins Ehefrau Maja Plissezkaja, langjährige Primaballerina des Moskauer Bolschoi-Theaters, vergeblich bei Schostakowitsch und Chatschaturjan wegen eines ihr auf den Leib geschriebenen »Carmen«-Balletts angefragt hatte, machte sich ihr Mann daran – eine Entscheidung, die der internationale Erfolg belohnte. Die mitreißende Musik klingt in Schtschedrins Deutung wohlbekannt – und gleichzeitig so, als würde man sie zum allerersten Mal hören! Der italienische Komponist Ottorino Respighi wird vor allem für seine Instrumentationskünste geschätzt. Die symphonischen Dichtungen seiner »Römischen Trilogie«, die sich mit den Brunnen, Pinien und Festlichkeiten seiner Wahlheimat Rom beschäftigen, haben seinen Namen unsterblich gemacht. In seinen »Pini di Roma« beschreibt er vier Orte der Ewigen Stadt vor verschiedenem historischem Hintergrund: Unter den Pinien der Villa Borghese spielen Kinder/ aus einer Katakombe dringt ein feierlicher Hymnus/ in den Zweigen der Pinien auf dem Janiculum singt eine Nachtigall/ aus dem Morgennebel an der Via Appia schließlich naht ein Konsul mit seinem Heer, um aufs Kapitol zu ziehen.
CD: 25.-
Vö : 10.1.2020 ▴
Philadelphia Orchestra, Yannick Nezet-Seguin
Fast auf den Tag 100 Jahre nach der amerikanischen Erstaufführung durch das Philadelphia Orchestra (1916) feierten das Orchester und sein heutiger Chefdirigent Yannick Nézet-Séguin mit einer Jubiläums-Aufführung dieses besondere Ereignis.
Der Konzertmitschnitt, der nun endlich auf Tonträgern erhältlich ist, stellt eindrücklich unter Beweis, dass Nézet-Séguin einer der herausragenden Mahler-Dirigenten unserer Zeit ist. Zur Seite stehen ihm und dem formidablen Philadelphia Orchestra ein hochkarätiges Solistenensemble (Angela Meade, Erin Wall, Lisette Oropesa, Elizabeth Bishop, Mihoko Fujimura, Anthony Dean Griffey, Markus Werba, John Relyea) und drei Chöre (Westminster Symphonic Choir, The Choral Arts Society of Washington, The American Boychoir).
CD: 25.-
Vö : 17.1.2020 ▴
Mirijam Contzen, WDR Sinfonieorchester Köln, Reinhard Goebel
Der Dirigent Reinhard Goebel ist einer der bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Klassik-Welt, eine »Erleuchtung in einem Meer von Mittelmäßigkeit« (New York Times), ein weltweit geschätzter Vermittler historischer Aufführungspraxis und eine nie versiegende Quelle für Repertoire-Schätze.
Seine Sony Classical Aufnahme der Brandenburgischen Konzerte mit den Berliner Barocksolisten erhielt weltweit beste Rezensionen und einen Opus Klassik und gilt als neue Referenz. Zum großen Beethoven-Jahr 2020 erscheint jetzt »Beethovens Welt« als Ergebnis eines jahrelangen Forschungs- und Musikprojektes, in dem Goebel sowohl unbekannte Werke Beethovens als auch seiner Zeitgenossen erforscht und dadurch eine Neueinordnung Beethovens anregen möchte.
Bei Sony Classical erscheint jetzt das erste Album von »Beethovens Welt« mit Violinkonzerten von Franz Clement. Clement (1780-1842) galt als einer der großen Violinvirtuosen seiner Zeit und Beethoven widmete ihm sein Violinkonzert, das er mit »per clemenza per Clement« überschrieb und das als Reaktion auf Clements erstes eigenes Violinkonzert von 1805 gewertet werden kann. Die Ähnlichkeiten zwischen Clements Violinkonzert Nr. 1 und Beethovens Violinkonzert op. 61 sind keinesfalls zufälliger Natur, sondern direkte Bezugnahme, augenzwinkerndes Zuspielen von Bällen und kreative Reaktionen aufeinander, die sich dann in Clements wenig später entstandenem Violinkonzert Nr. 2 d-moll / D-Dur in umgekehrter Richtung wiederholen.
Auf diesem Album sind erstmals beide Violinkonzerte von Franz Clement zu hören - bei dem zweiten Violinkonzert handelt es sich um eine Weltersteinspielung. Eingespielt wurden die Werke von Mirijam Contzen mit dem WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Reinhard Goebel. Faszinierende Musik, die einen anderen Blick auf den Ausnahmekünstler Beethoven ermöglicht.
CD: 27.-
Vö : 10.1.2020 ▴
Diana Damrau, Helmut Deutsch, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons
Wenn es einen Komponisten gibt, der die Sopranistin Diana Damrau schon sehr lange begleitet, dann ist es Richard Strauss. In Interviews wird die Künstlerin nie müde, von seinen Vokalwerken zu schwärmen, die sie schon ganz zu Anfang ihrer Karriere für sich entdeckte und deren geradezu magische Verbindung zwischen Musik, Stimme und Sprache für sie immer wieder eine besondere Erfahrung ist. Nach einer Reihe von Produktionen des italienischen Belcanto oder der französischen Grand Opéra wendet sie sich nun dem Strauss’schen Liederkosmos zu – neben einer Auswahl des Klavierliedschaffens zusammen mit dem renommierten Pianisten Helmut Deutsch stehen die Vier letzten Lieder auf dem Programm. Die Aufnahmen entstanden in Zusammenarbeit mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons und gehören zu den letzten musikalischen Zeugnissen, die der erst kürzlich verstorbene Stardirigent – der noch im Oktober einen OPUS Klassik für sein Lebenswerk entgegennahm – hinterlässt. Die Hinwendung zu Strauss ist eine Rückkehr, denn schon seit 2010 schmückt ein Album mit Orchersterliedern (Poesie) des letzten großen Romantikers Diana Damraus Diskografie, aufgenommen mit den Münchner Philharmonikern unter Christian Thielemann. Mit dem aktuellen Album nun kostet die Sängerin die einzigartige Weise, mit der der Komponist die weibliche Stimme in das Orchester einbettet, aus: Ganz besonders im Lied Morgen! und den Vier Letzten Liedern – jenem späten, von Lebensherbst-Stimmung geprägten Zyklus nach Gedichten von Eichendorff und Hesse. Die Fülle der Klavierlieder dagegen zeichnet das Bild des Komponisten in den verschiedensten Lebensaltern, der ja selbst auch Ehemann einer berühmten Sopranistin war. Die Auswahl beginnt beim schwärmerischen Opus 10 des 23-Jährigen Strauss und reicht bis zu Vertonungen des reifen Meisters mit jenen Erfahrungen aus seinen berühmten Opern. Für die im schwäbischen Günzburg geborene Diana Damrau, die in Würzburg studierte und den Titel „Bayerische Kammersängerin“ führt, ist das neue Strauss-Album, wie sie selbst sagt, eine Art von innerer Heimkehr, eine sängerische Wiederentdeckung ihrer Muttersprache.
CD: 25.-
Vö : 31.1.2020 ▴
Cecilia Bartoli, Il Giardino Armonico, Giovanni Antonini
Das neue Album ist dem Superstar des 18. Jahrhunderts, dem Kastraten Farinelli, gewidmet. Der für seine extreme Technik, Höhen und die schier unendlichen Atemfluss bekannte Carlo Broschi - denn das ist der bürgerliche Name dieses Sängers - wird von »La Bartoli«, begleitet von den auf Originalinstrumenten spielenden Il Giardino Armonico, portraitiert.
Die Virtuosin zieht in ihrem neuen Album »Farinelli« alle Register ihres Könnens.
Cecilia Bartoli spielt dies gekonnt mit ihrer herrlichen Stimme und technischen Brillanz aus. Eine würdige Nachfolgerin Farinellis.
CD: 25.90
Vö : 29.11.2019 ▴
NDR Radiophilharmonie, Andrew Manze
Die NDR Radiophilharmonie und ihr Chefdirigent Andrew Manze präsentieren nach ihrem preisgekrönten Mendelssohn-Sinfonienzyklus und dem von der Kritik hoch gelobten Mozart-Album nun Beethovens fünfte und siebte Sinfonie anlässlich des 250. Geburtstags des Komponisten.
Während Beethovens Fünfte womöglich die bekannteste Sinfonie der Musikgeschichte ist, zählt die Siebte zu den rhythmisch am weitesten fortgeschrittenen Stücken der Musik des 19. Jahrhunderts. Sie ist eine »Apotheose des Tanzes«, um Richard Wagner zu zitieren. Beide Werke zeigen Beethovens meisterhafte und kühne Herangehensweise an die musikalische Form sowie den Reichtum seiner melodischen Erfindung.
Andrew Manze bringt seine ganze Erfahrung auf dem Gebiet der historisch informierten Aufführungspraxis in den polierten sinfonischen Klang der NDR Radiophilharmonie ein und eröffnet dadurch ein Ambiente, das zu diesen Werken des frühen 19. Jahrhunderts wie angegossen passt.
(Text vin JPC)
CD: 29.-
Vö : 10.1.2020 ▴
Gautier Capucon, Yuja Wang
Das Publikum in den Kammermusiksälen Nordamerikas war geradezu euphorisiert, als der Cellist Gautier Capuçon und die Starpianistin Yuja Wang ihr neues, hochromantisches Programm präsentierten. Ob in Toronto, Boston oder Philadelphia: Überall waren sich Presse und Publikum einig, dass sich hier ein neues, frisches, vor emotionaler Kraft geradezu überschäumendes Duo vorstellte, das die beiden Romantiker César Franck und Frédéric Chopin zu ganz neuen Höhen führte. Europäische Klassik-Fans können sich auf Konzerte mit genau diesem Programm im Januar 2020 freuen – und natürlich auf das Album, das während der Nordamerika-Tournee im vergangenen Frühling entstand, und jetzt erscheint.
Capuçon und Wang haben bereits vor einigen Jahren ihre musikalische Partnerschaft begründet und unter anderem beim Verbier Festival große Erfolge gefeiert. Die Programmatik des neuen Recitals und Albums vereint Musik von César Franck und Frédéric Chopin. Francks Violinsonate A-Dur, ein absolutes Hauptwerk des spätromantischen französischen Kammermusikrepertoires, erfuhr schon zu Francks Lebzeiten eine Cellobearbeitung von Jules Delsart, die der Komponist ausdrücklich autorisierte. Capuçon und Wang koppeln sie mit der Cellosonate von Frédéric Chopin – einem der seltenen Kammermusikwerke des ansonsten fast ganz dem Klavier verpflichteten Komponisten mit französischer Wahlheimat. In den Werken begegnen sich großer emotionaler Überschwang und nuancenreiche Tiefe, kraftvolles Adrenalin gesellt sich zu feinster Poesie. Mehr der großen Virtuosität verpflichtet sind Chopins Introduction et Polonaise brillante und – gewissermaßen als fulminante Zugabe – Astor Piazzollas Grand Tango, in dem der Tango Nuevo auf das Erbe der klassischen Kammermusik trifft. Die Januar-Tour von Gautier Capuçon und Yuja Wang wird die beiden mit diesem Programm nach Elmau, Bremen, Hamburg, München, Wien und Baden-Baden führen.
CD: 25.-
Vö : 6.12.2019 ▴
Jakub Jozef Orlinski, Philippe Jaroussky, Valer Sabadus, Veronique Gens, Celine Scheen, Giuseppina Bridelli, L'Arpeggiata, Christina Pluhar
Luigi Rossi schrieb eine der ersten Opern, die je in Frankreich aufgeführt wurden, sein Werk umfasst eine bisher kaum erschlossene Fülle edelster Barockmusik, und er begeisterte seine Zeitgenossen nur als Komponist, sondern auch als Sänger und Lautenvirtuose. Dass sein Name heute so gut wie vergessen ist, gehört zu den großen Ungerechtigkeiten der Geschichte, mit der Pioniere der Alten Musik zum Glück aufräumen. Die Lautenistin, Ensembleleiterin und Musikforscherin Christina Pluhar verhilft nun Rossi zu neuen Ehren – und das mit hervorragend besetzten Einspielungen einiger seiner mehr als 300 Kammerkantaten. Unter diesen reizvollen barocken „Miniopern“ befinden sich nicht weniger als 21 Weltersteinspielungen!
Für die Produktion hat Christina Pluhar eine Fülle an höchst renommierten Gesangssolisten um ihr Ensemble L’Arpeggiata geschart, die man auf der Bühne selten zusammen erleben kann. Die Sopranistinnen Véronique Gens, Céline Scheen und Giuseppina Bridelli sowie die Countertenöre Philippe Jaroussky, Jakub Józef Orliński und Valer Sabadus ehren Rossi in dieser einzigartigen „barocken Operngala“.
3 CDs: 35.-
Vö : 13.11.2019 ▴
Alison Balsom (Trompete), Balsom Ensemble
Die glanzvolle Zeit des Barock war die Ära der festlichen Klänge in Kirchen und Schlössern und gilt als die Epoche der Trompete schlechthin. Pünktlich zur festlichen Jahreszeit ist Alison Balsom genau dorthin zurückgekehrt. Auf dem Album Royal Fireworks widmet sie sich der golden strahlenden Musik der großen Meister Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach, Georg PhilippTelemann und Henry Purcell. Schon der Album-Titel zeigt, dass es vor allem die opulente Klangpracht ist, die Alison Balsom hier zusammen mit ihrem eigenen Ensemble zum Ausdruck bringt. Georg Friedrich Händels berühmte Feuerwerksmusik, einst als Teil eines gewaltigen Freiluftspektakels bei einem Friedensfest in London entstanden, gehört zu den berühmtesten Barockwerken überhaupt. Und von diesen feierlichen Klangmomenten ist es nicht weit zum größten Fest des Jahres: Weihnachten. Allein sieben Tracks des Albums sind dieser besonders musikalisch-festlichen Zeit reserviert – mit einzigartigen instrumentalen Fassungen entscheidender Teile von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium, in denen die Solistin in den für sie zugeschnittenen Gesangsparts eine geradezu atemberaubende Virtuosität entfaltet. Diese verlangt auchGeorg Philipp Telemann, der eines der bekanntestenTrompetenkonzerte des Barock schrieb. Mit Musik des Engländers Henry Purcell ehrt Alison Balsom einen großen eigenen Landsmann und schlägt musikalisch dieBrücke zwischen den ihrer Heimat und dem Kontinent.
CD: 24.90
Vö : 8.11.2019 ▴
Solomon’s Knot
»Bekannt für Tatkraft und Risikobereitschaft ebenso wie für historische Authentizität und intelligente Programmierung« … »Ein echter Kick für den Barock« schreibt die Presse über Solomon’s Knot. Mit seinem neuen Album gibt das in London gegründete Ensemble einen Einblick in das musikalische Leben der Stadt Leipzig um 1700 anhand der Karrieren dreier Komponisten, die maßgeblich das musikalische Leben Leipzigs geprägt haben – Johann Sebastian Bach (1685–1750), Johann Schelle (1648–1701) und Johann Kuhnau (1660–1722). Johann Schelle, vormals Mitglied des Chores der Dresdner Hofkapelle u. a. unter Heinrich Schütz, kam als Jugendlicher nach Leipzig und beeindruckte schnell den Rat der Stadt solcherart, dass ihm 1677 die Stelle des Thomaskantors, das gewichtigste Amt im musikalischen Leben von Leipzig, angeboten wurde. Die diese Aufnahme eröffnende Kantate »Machet die Tore weit« wurde von Schelle für den ersten Adventssonntag komponiert und zelebriert die Wiederkunft Jesu Christi. Schelle nutzt ein beträchtliches Orchester mit Trompeten und Pauken, sehr typisch für festliche Musik in Leipzig zu jener Zeit. Der Kantate folgt das Magnificat von Johann Kuhnau – wahrscheinlich am besten bekannt als Komponist eines Zyklus programmatischer Kompositionen für Tasteninstrumente, welcher Passagen aus dem Alten Testament beschreibt. Kuhnaus Magnificat in C-Dur ist sein größtes erhaltenes Vokalwerk, das möglicherweise auch Johann Sebastian Bach für seine Version des Magnificats inspiriert haben könnte. Bach komponierte das Es-Dur Magnificat BWV 243a (älter als die bekanntere und überarbeitete D-Dur Version BWV243, und versehen mit einer leicht geänderten Instrumentalisierung) für seinen ersten Weihnachtstag in Leipzig. Das Magnificat ist durchsetzt mit Texten von Martin Luther und dem Lukas Evangelium (laudes), vertont für Chor oder Solisten und fasst so die Weihnachtsgeschichte zusammen; Bach muss Kuhnaus Fassung dieser Texte gekannt haben.
CD: 25.-
Vö : 15.11.2019 ▴
Kati Debretzeni, English Baroque Soloists, John Eliot Gardiner
Bachs Violinkonzerte offenbaren in ihren tanzbezogenen Ecksätzen überschwänglichen Erfindungsgeist und rhythmische Ausgelassenheit, während die noblen langsamen Sätze eine leise Innigkeit vermitteln. Man meint, ein leidenschaftliches Gespräch unter Freunden zu belauschen. Doch um den Gesprächsfluss aufrechtzuerhalten, muss der Solist nicht nur die unterschiedlichen technischen Anforderungen jedes Konzerts meistern und die Stimmungen von verspielt bis tiefgründig einfangen, sondern auch den Geist jedes einzelnen Satzes erspüren, um die Seele des Zuhörers zu berühren. Und genau so erging es auch mir, als wir diese vier wunderbaren Konzerte mit Kati Debretzeni und Mitgliedern der English Baroque Soloists im vergangenen Dezember aufgenommen haben – mit förmlich greifbarer Musizierfreude. (John Eliot Gardiner)
CD: 25.-
Vö: 20.11.2019 ▴
Ludwig van Beethoven
Der ganze Beethoven in einer künstlerisch geschlossenen Gesamtschau: Bei BEETHOVEN: The Complete Works stehen nicht nur die großen Namen der Mitwirkenden für die hohe Qualität, sondern auch das Konzept, jeden Werkzyklus einem Dirigenten, einem Orchester, einem Ensemble oder Solisten anzuvertrauen. Darüber hinaus ergänzen eigens für dieses Projekt eingespielte Neuaufnahmen das Programm zur kompletten Gesamtaufnahme. BEETHOVEN: The Complete Works vereint Juwelen aus den Diskografien größter Künstler mit faszinierenden Entdeckungen im riesigen Werk des Klassik-Titanen. Die luxuriös ausgestattete Box bietet ein umfangreiches, reich illustriertes Booklet, dass neben einem hochkarätigen Einführungstext (geschrieben vom renommierten Musikwissenschaftler David Wyn Jones) einen kompletten Werkindex enthält. Die CD-Cover zieren Gemälde großer Beethoven-Zeitgenossen wie Caspar David Friedrich oder Josef Anton Koch. Die Musik eines der bedeutendsten Komponisten überhaupt Ludwig van Beethoven gehört (neben seinen Vorgängern Bach, Mozart und Haydn) zu den bedeutendsten Komponisten der klassischen Musik. Schon zu Lebzeiten ein Mythos, schuf er eine Fülle von Werken, die zum Kern des ganzen Genres gehören – allen voran seine Sinfonien (die fünfte mit dem berühmten hämmernden Anfangsmotiv oder die neunte mit der „Ode an die Freude“, deren Melodie heute die Hymne der EU bildet), dazu mitreißende Klavierkonzerte, Klaviersonaten (populär ist die „Mondscheinsonate“, die „Appassionata“ oder die „Pathétique“), Streichquartette, Violinsonaten, die Oper „Fidelio“ bis hin zum Klassik-Hit „Für Elise“. Mit 22 Jahren kam Beethoven aus seiner Heimatstadt Bonn ins damalige Musik-Weltzentrum Wien, wo er als Komponist, Pianist und Improvisator zum Star avancierte. Mit 30 kam der Schock seines Lebens: Beethoven verlor nach und nach sein Gehör. Der Kampf gegen dieses Schicksal sollte von nun an sein Leben und Schaffen bestimmen. Viele seiner größten Werke sind für ihn nur in seiner Vorstellung erklungen. Gehört hat er sie nie. Mit Beethoven beginnt eine völlig neue Ära der Musikauffassung. Schufen seine Vorgänger wie Haydn oder Mozart noch für ein Publikum, dessen Wünsche sie zu Meisterwerken inspirierte, zählte für Beethoven nur eins: Sein eigener künstlerischer Wille. So wurde der Komponist zum ersten Vertreter eines kompromisslosen, oft unverstandenen modernen Künstlertypus, der in der folgenden Epoche der Romantik und im 20. Jahrhundert zum Ideal wurde. Musikalisch überschritt Beethoven aus diesem Geist heraus sämtliche Grenzen: Formal, harmonisch und stilistisch. In seiner Klaviersonate Nr. 32 nahm er sogar den Jazz vorweg. Hier erklingt in einer rhythmisch überschäumenden Variation ein Boogie-Woogie.
80 CDs: 149.-
Vö : 29.11.2019 ▴
Xenia Löffler, Akademie für Alte Musik Berlin
Mitte des 18. Jahrhunderts: Das Berliner Publikum kann gar nicht genug von seinen Konzerten bekommen, so fasziniert ist es von C. P. E. Bach, diesem »Originalgenie«. Für die Solisten gilt es, die vielfältigen Facetten seiner raffiniert ausgearbeiteten und damals neuartigen Tonsprache geschickt zu meistern: Eine Herausforderung, die die Oboistin Xenia Löffler mit Bravour (und auf einem historischen Instrument!) besteht, wobei sie von den großartigen Kollegen der Akademie für Alte Musik Berlin begleitet wird.
CD: 27.-
Vö : 17.1.2020 ▴
Div. Interpreten;
Zu Beethovens 250. Geburtstag 2020 veröffentlicht die Deutsche Grammophon die bislang umfassendste CD-Edition seiner Werke. „Beethoven – Die Neue Gesamtedition“ wurde in Partnerschaft mit dem Beethoven-Haus Bonn kuratiert. Das bahnbrechende Projekt bietet über 175 Stunden Musik, darunter Neuaufnahmen und Welt-Ersteinspielungen – auf 118 CDs, 3 Blu-ray Audio Discs und 2 DVDs. Die Sammlung enthält legendäre Interpretationen aus dem konkurrenzlosen Beethoven-Katalog der Deutschen Grammophon neben einer Reihe musikalischer Kostbarkeiten, die in Zusammenarbeit mit Decca und vielen anderen Labeln zusammengestellt wurden. Im Mittelpunkt von „Beethoven – Die Neue Gesamtedition“ stehen die Aufnahmen von über 250 der größten Beethoven-Interpreten aller Zeiten, ob Karl Böhm oder Alfred Brendel, Martha Argerich, Claudio Arrau oder das Amadeus Quartet, Wilhelm Furtwängler oder Dietrich Fischer-Dieskau, Emil Gilels, John Eliot Gardiner, Wilhelm Kempff oder Herbert von Karajan, Yehudi Menuhin, Anne-Sophie Mutter, Murray Perahia oder Maurizio Pollini. Die Edition ist in neun Abteilungen gegliedert, sie beginnt mit den Orchesterwerken des Komponisten und umfasst das gesamte Œuvre, von wenig bekannten Ballettmusiken und Volkslied-Arrangements bis zu den wegweisenden Klaviersonaten und Streichquartetten. Eigens in Auftrag gegebene Essays und editorische Kommentare von renommierten Beethoven-Spezialisten wie Prof. Christine Siegert und Barry Cooper dienen als Führer auf dieser Reise in das gewaltige schöpferische Universum des Komponisten. Zu den vielen Höhepunkten der Edition zählen mehr als 30 CDs, die alternativen Interpretationen gewidmet sind, darunter historische Aufnahmen oder Aufführungen auf Originalinstrumenten, wie zum Beispiel Sir John Eliot Gardiners Einspielung der neun Symphonien; drei Blu-ray Audio Discs in 24-Bit-Sound mit Karajans legendärem Zyklus der Symphonien von 1962 sowie Kempffs Interpretation sämtlicher Klaviersonaten und der berühmten Aufnahme des Amadeus Quartet von sämtlichen Streichquartetten; und zwei DVDs, die erste mit Fidelio unter Leitung von Leonard Bernstein, die zweite mit den Symphonien Nr. 4 und 7 unter Leitung von Carlos Kleiber. Die in enger Abstimmung mit dem Beethoven-Haus Bonn kuratierte Auswahl preisgekrönter Einspielungen, rarer Kostbarkeiten und bislang unveröffentlichter Neueinspielungen ist eine Quelle musikalischer Inspiration und der Ausgangspunkt für eine umfassende Entdeckungsreise zu Beethovens Kosmos. Über dieses editorische Projekt kann man frei nach Beethoven nur sagen: „Es kommt von Herzen – Möge es wieder – Zu Herzen gehn!“ •Deutsche Grammophon präsentiert sämtliche Werke Ludwig van Beethovens in einer neuen Gesamtedition, die eine nie zuvor dagewesene Vollständigkeit erreicht. Die Edition wird in puncto künstlerischer Qualität der Aufnahmen und editorischer, wissenschaftlicher Begleitung höchsten Ansprüchen gerecht. •Die Box umfasst das Gesamtwerk Beethoven inklusive alternativer Einspielungen auf 118 CDs. •Dazu kommen 2 DVDs (Bernstein: Fidelio und Carlos Kleiber: Sinfonien 4 & 7) und 3 Blu-ray Audios in 24bit audiophiler Qualität (Karajan: Sämtliche Sinfonien, Kempff: Sämtliche Klaviersonaten und das Amadeus Quartett: Sämtliche Quartette). •Die Edition entstand in Zusammenarbeit mit Decca and 10 weiteren Plattenfirmen; für die wissenschaftliche Begleitung wurde mit dem Beethoven-Haus Bonn zusammengearbeitet. •Die Edition umfasst über 250 legendäre Beethoven-Interpreten, von Gilels bis Gardiner, dem Amadeus Quartett bis Arrau, Furtwängler bis Fischer-Dieskau, Kempff bis Karajan, Böhm bis Brendel, Menuhin bis Mutter und Perahia bis Pollini. •Führende Beethoven-Forscher präsentieren in einem reich bebilderten Hardcover-Buch den neuesten Stand der Forschung und liefern spannende Einblicke in Beethovens künstlerischen Arbeitsprozess. •Inklusive 2 Stunden neuer Aufnahmen, die speziell für die Edition eingespielt wurden, darunter Weltersteinspielungen von nie zuvor aufgenommenen Werken durch Lang Lang und Daniel Hope. •Ein Farbleitsystem erlaubt ein schnelles Zurechtfinden innerhalb der Edition und 9 Booklets enthalten die Tracklistings, Aufnahmeinformationen und sämtliche gesungenen Texte auf Deutsch und Englisch.
118 CDs, 3 Blu-ray Audio, 2 DVDs / 299.-
Vö : 1.11.2019 ▴
Jakob Lindberg (Laute)
Jan Antonín Losy wurde um 1650 in eine wohlhabende böhmische Familie geboren. Nach dem Tod seines Vaters, des ersten Grafen von Losinthal, erbte er nicht nur seinen Titel, sondern auch beträchtlichen Reichtum. So konnte er sein Leben der Musik widmen und sein Können als Lautenist wurde europaweit bekannt. Im Gegensatz zu professionellen Musikern musste Losy seine Musik weder verkaufen noch veröffentlichen, aber glücklicherweise ist sie in zahlreichen Manuskripten erhalten geblieben.
Heute haben wir fast 200 Stücke des Grafen Losy, von denen viele einst in größeren Suiten oder Partiten zusammengefasst waren. Als Komponist folgte Losy dem Beispiel französischer Meister wie François Dufaut, brachte jedoch eine Vorliebe für die italienische Melodie mit, insbesondere in den vielen überlieferten Arien, Rondeaus und Menuetten. Für diese reichhaltige Hommage an Losy hat Jakob Lindberg 36 Stücke ausgewählt und in sechs Suiten zusammengefasst.
Er spielt sie auf seiner Laute aus dem 16. Jahrhundert vom deutschen Lautenmacher Sixtus Rauwolf - ein Instrument, das 1715 einen neuen Hals bekam und zu einer elfchörigen Laute, der wichtigsten Lautenart zu Losys Lebzeiten, »modernisiert« wurde.
(Text von JPC)
CD: 25.-
Vö : 10.1.2020 ▴
Jakub Jozef Orlinski, Il Pomo d'Oro, Maxim Emelyanychev
Betörung, Verführung, Trauer, Wut - und die vielen Nuancen dazwischen: Mit seinem Album Anima Sacra hat sich der charismatische Countertenor Jakub Józef Orliński in die Herzen eines Riesenpublikums gesungen. Die Auswahl an barocken stimmensinnlichen Juwelen ließ seinen Ruhm in die Höhe schnellen, nachdem er schon im Internet mit seinen Vivaldi-Interpretationen Millionen Klicks geerntet hatte. Nun geht die Erfolgsgeschichte dieses Sterns am Counterhimmel weiter: In Facce d‘ amore (Gesichter der Liebe) breitet der Künstler alle Feinheiten der barocken Opernkünste auf, und das wie im Album Anima Sacra mit einer Fülle an Weltersteinspielungen! Es ist eine Reise durch mehr als acht Jahrzehnte Barock, die der Sänger hier - wieder an der Seite des Top-Ensembles Il pomo d‘oro und Maxim Emelyanychev - antritt, und bei dem er in die großen Rollen der legendären Kastraten schlüpft. Die erste Blüteepoche der Oper kannte bekanntlich keine Heldentenöre, sondern man ließ die Verführungskünste der männlichen Gestalten in hohen Stimmen leuchten. Vom venezianischen Großmeister Francesco Cavalli reicht das Repertoire über Meister wie Giovanni Antonio Boretti, Giovanni Bononcini bis in die Zeit des Hochbarock, in der Persönlichkeiten wie Georg Friedrich Händel oder Johann Adolf Hasse die Opernszene beherrschten. Orliński selbst sieht dieses Album auch als thematische Fortsetzung seines erfolgreichen Albums Anima Sacra: War es dort die durch die menschliche Stimme verkörperte Spiritualität der barocken Kirchenmusik, die das Repertoire bestimmte, ist es hier das weltliche Gegenstück der Opernbühne mit all ihren Emotionen – von jubelnder Begeisterung über die Trauer des Verlusts bis hin zur Resignation oder verzweifelter Raserei. Facce d‘ Amore zeigt so auch die vielen Gesichter eines der größten Countertenöre unserer Zeit!
CD: 24.90.-
LP : 35.-
Vö : 8.11.2019 ▴
Matthias Höfs, Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Sarah Christian
Johann Sebastian Bach hat leider kein Trompetenkonzert hinterlassen, von dem wir heutzutage wissen. Der Trompeter Matthias Höfs hat Abhilfe geschaffen und eine Reihe Bach’scher Solokonzerte für sein Instrument arrangiert. Mit seiner modernen Piccolotrompete ist es ihm – anders als mit der ventillosen Barocktrompete – möglich, den brillanten Klang der Trompete in den anspruchsvollen Melodien der Konzerte zum Strahlen zu bringen.
Matthias Höfs versetzt damit ein Instrument, dessen Klang Bach seinerzeit schon bekannt gewesen ist, in das Hier und Jetzt. Die berühmten Melodien der Bach’schen Solokonzerte glänzen so auf ganz besondere Art und Weise, wie man sie noch nie gehört hat. »Es war ja damals schon üblich, ein Stück für das eigene Instrument anzupassen.« Zusammen mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen hat er so ein Album geschaffen, das eine lange Tradition fortsetzt. Darüber hinaus zeigt er wieder einmal, wozu ein bekannt geglaubtes Instrument an Wandlungsfähigkeit und Farbgebung noch im Stande ist.
CD: 27.-
Vö : 1.11.2019 ▴
Philippe Jaroussky
Musik aus sechs Jahrhunderten, eine unzählbare Fülle von Repertoire-Entdeckungen, ein Millionenpublikum nicht nur aus der Klassikszene, sondern weit darüber hinaus: Dem Countertenor Philippe Jaroussky ist in seiner Karriere das Kunststück gelungen, seine besondere hohe Stimmlage weit über die engen Grenzen des Spezialistentums der Alten Musik hinaus berühmt zu machen. Jetzt feiert der Superstar seines Fachs sein 20-jähriges Bühnenjubiläum. Anlass genug, die immense Vielfalt seiner musikalischen Welten in einer Box zu präsentieren, die freilich weit mehr enthält als eine Sammlung seiner besten Aufnahmen. Einiges in »Passion Jaroussky« sind aber auch Neuproduktionen – darunter auch zwei Lieder von Franz Schubert, »Les feuilles mortes« (Autumn Leaves), »Flow my tears« mit Thibaut Garcia u. a..
»Auch nach all diesen Jahren ist meine Freude an der Musik ungetrübt«, sagt Jaroussky, der in der Jubiläumsbox das erste Wort seinem Lieblingskomponisten Antonio Vivaldi übergibt – der Arie Sileant Zephyri, deren Faszination die Fans mit über sieben Millionen Klicks auf Youtube zum Ausdruck gebracht haben. Neben weiteren Hits aus Jarousskys Diskografie von Cavalli über Porpora, Agostino Steffani, Händel, Purcell, Bach, Telemann, Pergolesi bis hin zu Massenet, Saint-Saëns und der französischen Chanson-Ikone Charles Tretenet überrascht Jaroussky mit Neuaufnahmen: Darunter der hochemotionale Klagegesang Flow my Tears von John Dowland, einer Arie des böhmischen Mozart-Zeitgenossen Josef Mysliveček, dem Evergreen Les feuilles mortes von Joseph Kosma sowie Titel von John Lennon und Matthieu Chedid (alias -M-), aber auch den beiden Schubert-Liedern Du bist die Ruh und Ständchen – beides Auszüge aus einem demnächst erscheinenden Album, in dem sich Jaroussky zum ersten Mal der Welt des großen Liedmeisters widmet. Eine ganze CD der Box ist Jarousskys Zusammenarbeit mit »Friends« gewidmet – Duettpartnerinnen wie Cecilia Bartoli, Marie-Nicole Lemieux, Emőke Baráth, Karina Gauvin, Nathalie Stutzmann, Julia Lezhneva, Anne Sofie von Otter, Sophie Karthäuser und anderen.
3 CDs: 27.-
Vö : 25.10.2019 ▴
Leila Schayegh, La Cetra Barockorchester Basel
Jean-Marie Leclair gilt anerkanntermaßen als Gründer der französischen Violinschule, der wie kein anderer die italienische Virtuosität mit dem kantablem Spiel und der Tonschönheit nach französischem Geschmack zu verbinden wusste. Vom Vater zunächst zum »handfesten« Beruf des Korbflechters ausgebildet, schlug der Komponist wohl schon früh eine künstlerische Laufbahn ein ‒ zunächst allerdings als Tänzer und Ballettmeister in seiner Geburtsstadt Lyon, von wo er 1722 in die norditalienische Metropole Turin wechselte. Bereits zu dieser Zeit muss er ein versierter Meister auf der Violine gewesen sein, denn ab 1726 perfektionierte er dort beim berühmten Corelli-Schüler Giovanni Battista Somis sein Geigenspiel. Zurück in Frankreich begann eine steile, vielversprechende musikalische Karriere, die 1733 in der Ernennung zum »Ordinaire de la musique du Roi« gipfelte, jedoch bald an Zwistigkeiten mit dem Kollegen Jean-Pierre Guignon scheiterte. Verärgert quittierte er den Dienst beim königlichen Orchester und wirkte fortan mehr oder weniger freischaffend. 1764 fand man ihn ermordet in seinem Haus auf. Mit vier weiteren Violinkonzerten Leclairs setzen die herausragende Schweizer Barockgeigerin Leila Schayegh und das La Cetra Barockorchester Basel ihre bereits hochgelobte Gesamtschau dieses ausgesprochen reizvollen aber bislang nur wenig beachteten Repertoires auf GLOSSA fort. Die Künstlerin vereint dabei als Solistin und Leiterin außergewöhnliche Musikalität und souveräne Virtuosität mit einem ebenso umfassenden wie fundierten historischen Wissen.
CD: 25.-
Vö : 10.1.2020 ▴
Kitgut Quartet
Kein »Orakel« hätte vorhersagen können, dass diese vier Musiker mit so unterschiedlichen und kontrastreichen Profilen sich zusammenschließen würden. Und doch gründeten Amandine Beyer, Naaman Sluchin, Josèphe Cottet und Frédéric Baldassare nach einer ersten Begegnung im Jahr 2015 das Kitgut Quartet, das auf historischen Instrumenten und Darmsaiten (engl. catgut oder auch kitgut) spielt. Mit ihrer Erfahrung als Kammermusiker und Solisten in führenden Ensembles Europas, hegen sie den Wunsch, große Meisterwerke des Repertoires, aber auch Kuriositäten und vergessene Werke mit Freiheit und Begeisterung zu neuem Leben zu erwecken. Ihr erstes Projekt untersucht die Ursprünge des Streichquartetts und die verschiedenen Versuche in Europa vor der Klassik, eine rein instrumentale Schreibweise für vier Stimmen zu schaffen. In vier Kapiteln mit den Schwerpunkten Schubert und Deutschland, Mozart und Italien, Beethoven und Frankreich sowie – nun als erste Aufnahme vorliegend – Haydn und England stellt das Kitgut Quartet die Entstehung des Quartetts aus einer anderen Perspektive dar.
(Text von JPC)
CD: 27.-
Vö : 17.1.2020 ▴
Bruno Walter
Er war Mahlers Schüler und Freund in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg in Wien und wurde dann einer der berühmtesten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Die Aufnahmen, die Bruno Walter zwischen 1941 und 1961, dem Jahr vor seinem Tod, für die amerikanische Columbia gemacht hat, galten immer als Maßstäbe setzend. Sony Classical präsentiert nun zum ersten Mal seine gesamte Columbia-Masterworks-Diskografie in einer 77 CDs umfassende Edition, wobei seine kompletten Stereoaufnahmen auf 31 CDs neu von den originalen 2- und 3-Spur-Analogbändern remastert wurden. Weitere 29 Monoaufnahmen wurden von ihren originalen Matrizen und Magnetbändern ebenfalls mit 24 bit / 192 kHz gemastert, viele frühe Aufnahmen erscheinen damit zum ersten Mal auf CD bei Sony Classical. Die Edition gibt eine umfassende Übersicht über Bruno Walters Schaffen: Symphonien, Ouvertüren und andere Orchesterwerke von Mozart, Haydn, Beethoven, Schubert, Brahms, Wagner, Schumann, Dvořák, Richard Strauss, Smetana und anderen, aufgenommen mit dem New York Philharmonic und dem Columbia Symphony Orchestra; Konzerte mit Rudolf Serkin, Zino Francescatti, Pierre Fournier, Nathan Milstein, Isaac Stern, Joseph Szigeti und Leonard Rose; Opernarien und Lieder mit Dési Halban, Lotte Lehmann, Lily Pons, Eleanor Steber, Ezio Pinza und George London. Das Set enthält ein reich illustriertes, 200-seitiges Hardcover-Buch mit einem Aufsatz des Bruno-Walter-Biografen Erik Ryding, Fotos und Faksimiles aus den Archiven der New York Philharmonic, vollständige diskografische Notizen, einen Werkindex und eine Bruno Walter / Columbia-Diskografie sowie 8 CDs mit Interviews und Probenausschnitten.
77 CDs: 339.-
Vö : 22.11.2019 ▴
Hilliard Ensemble & Jan Garbarek
Ov zarmanali (Komitas); Procurans odium; Allting finns; Litany (Kedrov; Dostoino est; Sanctus; Most holy Mother of God (Pärt); Procedentem sponsum; Se je fayz deuil (Le Rouge); Alleluia nativitas (Perotin); O ignis spiritus (Hildegard von Bingen); We are the Stars; Agnus Dei (Brumel); Remember me, my Dear
CD: 25.-
Vö : 15.10.2019 ▴
Emmanuel Pahud, Münchner Rundfunkorchester, Ivan Repusic
Die Flöte ist zwar ein Instrument, auf dem man größte technische Virtuosität zelebrieren kann, aber ihr wahres Geheimnis liegt woanders. Emmanuel Pahud, einer der weltbesten Flötisten unserer Zeit, hat das nach vielen Jahrzehnten intensiver Beschäftigung mit dem Repertoire gelernt: „Heute schätze ich vor allem die spirituelle Seite des Instruments, und mir ist klar geworden, dass das in großem Umfang auch für die Komponisten gilt, die für die Flöte geschrieben haben.“ Der Klang als beseelter Lufthauch, der in die Welt der Träume, in die Welt des inneren Irrealen entführt: Pahud hat ihn in Werken verschiedenster Epochen entdeckt, die er nun in seinem Album Dreamtime vereint.
Es ist schon wegen seiner stilistischen Vielfalt eines der außergewöhnlichsten Klassik-Alben überhaupt: Avantgardisten wie Krzysztof Penderecki oder Toru Takemitsu treffen auf Romantiker wie Carl Reinecke und Ferruccio Busoni, und dazwischen, sozusagen in der dramaturgischen Mitte, steht Mozart mit seinem kantablen Andante für Flöte und Orchester. Gemeinsam ist allen Stücken eine einmalige Qualität des Beschwörenden und des Irrealen – auch verbunden mit Naturerfahrungen: Krzysztof Penderecki schuf sein Konzert für Flöte und Kammerorchester im Dezember 1992 unter dem Eindruck der damals stattfindenden Mondfinsternis. Toru Takemitsus I Hear the Water Dreaming wurde von der Bewegung des Wassers inspiriert und basiert auf Weltschöpfungsmythen der austra-lischen Aborigines. Das Album Dreamtime ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit Pahuds mit dem Münchner Rundfunkorchester, dessen Artist in Residence der Solist derzeit ist. Der Dirigent Ivan Repušić besitzt große Erfahrung mit dem Opernrepertoire – und ist daher prädestiniert mit einem Solisten zu arbeiten, dessen Atem ebenfalls weite Räume zur Entfaltung der Musik benötigt.
CD: 25.-
Vö : 25.10.2019 ▴
Mari Kodama, Kolja Blacher, Johannes Moser, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Kent Nagano
Zusammen mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin vollenden Mari Kodama und ihr Ehemann Kent Nagano die Einspielung aller Klavierkonzerte Beethovens quasi mit einem Sprung in die doppelte Vergangenheit: Als letztes Element der in über 13 Jahren entstandenen Gesamtaufnahme spielten sie das Nullte Klavierkonzert Beethovens ein – von Mari Kodama anhand des Autographen persönlich editiert. Zusammen mit dem klassischen Kanon der Klavierkonzerte Nr. 1–5 ergibt sich daraus eine umfängliche Edition, die durch das Tripelkonzert für Klavier, Violine und Violoncello, op. 56, das Rondo, WoO 6 und die Eroica-Variationen, op. 35 ergänzt wird. »Er ist und bleibt ein Optimist, einer, der gar nicht anders kann als an das zu glauben, was er uns mit seiner Musik vermitteln will«, so Kodama. Sie, Nagano und das DSO – man könnte sie sich fast als Trio denken, in dem sich die Musiker allesamt blind vertrauen und deshalb in der Lage sind, eine musikalische Intensität hervorzubringen, die den jungen sowie den alten Beethoven noch einmal auferstehen lässt.
4 CDs: 39.-
Vö : 25.10.2019 ▴