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Berlin - Ihr angegriffenes Aussehen ist Programm, doch selbst eine Ruine muss einmal überholt werden. Die zerbombte Berliner Gedächtniskirche wird für 4,2 Millionen Euro saniert. "Der hohle Zahn", wie der Turm im Volksmund genannt wird, bleibt aber als Mahnmal gegen den Krieg hohl.
Ende des 19. Jahrhunderts liess Kaiser Wilhelm II. die Kirche zu Ehren seines Grossvaters, Kaiser Wilhelm I., errichten. 1895 wurde sie eingeweiht und vor dem Krieg von den Berlinern als "Kino-Kirche" verspottet, weil sie umringt war von den neuen Lichtspielhäusern im Westteil der Stadt.
1943 beschädigten Bomben sie schwer, doch die Berliner Behörden liessen sie nicht ganz abreissen, sondern nutzten den zerstückelten Bau als Mahnmal gegen den Krieg und für den erfolgreichen Wiederaufbau der Stadt. So fand die Kirche mit neuem Symbolcharakter Einzug in die Reiseführer.
Die Geistlichen der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche haben innert zweieinhalb Jahren mit Benefizkonzerten, Kabarett, Theater und anderen Veranstaltungen 1,2 Millionen Euro gesammelt.
Rund tausend Personen übernahmen Patenschaften für jeweils eine Fuge im Turm, die überarbeitet werden muss. Sie zahlten zwischen 100 und 5000 Euro und erhielten eine Urkunde mit dem Planquadrat, das mit ihrem Geld nun saniert wird. 6000 Meter Fugen sind noch zu haben.
Die Besucher werden die Ausstellungshalle in der Kirche weiter besichtigen können, denn die Bauarbeiter richten sich auf fünf Metern Höhe auf einer eigens eingerichteten Plattform ein.
SDA-ATS