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Die Regenzeit hat in Madagaskar seit Dezember angefangen und dies könnte noch bis Monat März dauern. Die Hauptsaison der Zyklone liegt zwischen den Monaten Januar bis April hier im Indischen Ozean.
Ein Zyklon ist ein heftiger Wirbelwind, der viel Regen und Wind bringt. Dabei handelt es sich um gewaltige tropische Wirbelstürme, die über den warmen Gewässern des Indischen Ozeans östlich Madagaskars ihren Ursprung haben. Die Haupteingangszone bei Landkontakt ist meistens an der östlichen Küste Madagaskars also zwischen Sambava und Tamatave. Die meisten Zyklone sind harmlos. Aber alle paar Jahre richtet ein gewalttätiger Zyklon grosse Schäden an. Das geschah letztmals vor ein paar Wochen.
Öfter fragen uns die Reisegäste, ob man Madagaskar auch in der Regenzeit bereisen kann? Ja, natürlich! Es regnet nicht den ganzen Tag und im Süden der Insel bleibt das Wetter immer warm und sonnig, auch während der Regenzeit.
Dabei ist die Landschaft auf der ganzen Insel üppig grün. Hier im Hochland beginnt die Reis- und Maisernte ab Ende Dezember, so ist die schöne Landschaft von grünen Reis- und Maisfeldern geprägt. In den verschiedenen Naturparks blühen auch die gut riechenden Orchideen-Arten um diese Zeit. Die Regenzeit ist auch die ideale Saison für die Beobachtung der Farbenkünstler Chamäleon, denn es gibt etwa 70 endemische Chamäleons auf Madagaskar.
Die verschiedenen tropischen Früchte in Madagaskar sind auch bereits reif während der Regenzeit. Auf dem Markt werden die duftenden Ananas, die süssen Äpfel, die leckeren Birnen und Pflaumen sehr preiswert angeboten. Sie können natürlich auch die saftigen Trauben von Madagaskar um diese Zeit probieren!
Sollten Sie Fragen über die Madagaskarreise haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.
Die beste Möglichkeit den Nationalpark von Masoala zu erreichen, ist per Flug. Allerdings sind die Reisedaten auf die entsprechenden Inlandsflüge abzustimmen, die die Routen nur an bestimmten Wochentagen bedienen.
So fliegt man von der Hauptstadt Antananarivo entweder nach Sambava in der Region SAVA, an der nördlichen Ostküste Madagaskars und fährt von dort nach Antalaha, um von dort oder dem nahen Cap Est ein Trekking in den Masoala zu unternehmen. Oder das, in der Innenbucht der Masoala-Halbinsel gelegene Maroantsetra ist Ausgangspunkt für den Nationalparkbesuch. Von Maroantsetra reist man, gerne mit einem Abstecher über die Insel Nosy Mangabe, an den Rand des Masoala. Dort angekommen kann man von einem Standorthotel entweder Tagestouren in den Masoala Nationalpark unternehmen oder aber, man startet von dort zu einer der zahlreichen Trekking-Varianten im Camping-Stil. Für beide Möglichkeiten ist die Begleitung durch einen fachkundigen, örtlichen Guide obligatorisch.
Für die Rückfahrt nach Maroantsetra organisieren die Unterkünfte Bootstransfers.
Masoala Nationalpark
Der Masoala Nationalpark liegt im Nordosten von Madagaskar und ist mit seinen 2‘100 km² Fläche das grösste der insgesamt fast 100 Schutzgebiete der Insel.
Der dichte, feuchte Wald befindet sich auf einer mittleren Höhe von 0-800 m.ü.M. Dabei enthält der östliche Küstenwald von Masoala 50% der Biodiversität von ganz Madagaskar. So ist er das letzte Rückzugsgebiet des Roten Varis (Varecia rubra). Auch Masoala-Gabelstreifenmakis sowie das Aye-Aye kommen vor. Seltene Vögel, wie der Madagaskar-Schlangenhabicht (Eutriorchis astur) oder der Helmvanga (Euryceros prevostii) finden hier noch ihren ansonsten bereits zerstörten Lebensraum. Wer genau hinschaut, entdeckt auch die wundersamen Tenreks, Chamäleons verschiedenster Grössen, Frösche, Fische, seltene Schmetterlinge und Wirbellose. Die Flora des Masoala wartet auf mit endemischen Bäumen wie den Balsambaumgewächsen (Canarium) und Rosenholz und Palisander (Dalbergia). In einem Gebiet um Cap Est ist gar die zu den fleischfressenden Pflanzen zählende, Nepenthes masoalensis zu finden.
Der Masoala Nationalpark wurde bereits 1997 ausgewiesen und im Jahre 2007 aufgrund seines Naturreichtums zu einem Teil des UNESCO Weltnaturerbes.
Er ist eine der seltenen Regionen Madagaskars, bei der der Wald mit dem Meer verbunden ist.
In den Küstengewässern des Masoala lässt sich beim Tauchen oder Schnorcheln die Meeresflora und -fauna erkunden. In der Regel ist es von Mitte Juni bis Anfang September ebenfalls möglich, in der angrenzenden Bucht von Antongil, Buckelwale zu beobachten, die sich dort paaren oder ihre Kälber gebären.
Nosy Mangabe Die Insel Nosy Mangabe war zu früheren Zeiten von Piraten besiedelt. Gravierte Steine zeugen von der Passage von verschiedenen niederländischen Schiffen in den umgebenden Gewässern in der Zeit von 1601 bis 1657. Zu dieser Zeit war Nosy Mangabe bekannt für die Versorgung mit Trinkwasser und als Post-Insel.
Das Naturreservat auf der malerischen Insel, ca. 5 km vom Festland entfernt, hat eine Fläche von über 5,2 km². Nosy Mangabe gehört bereits zum Gebiet des Masoala und bietet Besuchern die Möglichkeit eine Tages- und Nachtwandertour mit Zeltübernachtungen zu unternehmen.
Es gibt auch zahlreiche endemische Pflanzen und Tiere wie Lemuren, Geckos, Chamäleons, andere Reptilien und auch Amphiben zu entdecken.
Trekking Masoala
Hier drei Beispiele für die populärsten Trekking-Varianten im und um den Masoala Nationalpark:
1.) ANTALAHA – CAP EST – TREKKING – MAROANTSETRA oder umgekehrt
Für diese Trekking-Tour sind, bereits im Gebiet angekommen, 7 oder 8 volle Reisetage zu veranschlagen. Übernachtet wird dabei im Zelt oder bei Einheimischen.
Die erste Etappe ist einen Besuch der Stadt Antalaha, mit Markt, Kirche, Strand, dem Hafen und anderen sehenswerten Orten.
Am Folgetag erreicht man in mindestens vierstündiger Fahrt den Ort Ambohitralana. Weiter geht es dann mit der Piroge gegen den Strom des Flusses Onive. Mit etwas Glück sieht man Krokodile, die ihr Sonnenbad am Ufer des Flusses geniessen.
Bald schon ist das Gebiet des Masoala Nationalparks und der Waldrand erreicht.
In den weiteren Tagen wird der Nationalpark von Nordosten nach Südwesten durchquert. Die Übernachtung erfolgt im Zelt inmitten des Waldes.
Unterwegs können wir die Kaskade des Wasserfalls Bevontsira von Ferne sehen und bewundern. Und mit etwas Glück gelangen auch Lemuren, Vögel, Reptilien und andere Tiere vor die Linse.
Die zweite Etappe der Trekking-Tour führt durch kleine Dörfer und Weiler, wo man mehr Kontakt mit Einheimischen haben kann.
Da hier seit ein paar Jahren das sogenannte „grüne Gold“, die Vanille, angebaut wird, kann im Juli und August deren Ernte beobachten. Begleitet wird dies oft mit Freude und lauter Musik, denn die Vanille bietet eine gute und meist sichere Einnahmequelle.
Für diese Trekking-Tour kann man 5 oder 6 volle Reisetage rechnen. Nach einer halbtägigen Autofahrt startet man die Wanderung durch Dörfer und üppig grüne Landschaft. Dabei kann man einen guten Einblick in Kultur und Bräuche der Einheimischen erhalten und das tägliche Leben hautnah miterleben.
Auf einer weiteren Etappe quert man den Wald von Ambatolaidama (einen Teil des Waldes des Masoalas), wo man im Zelt oder in den einfachen Bungalows des Parks übernachtet. In der Umgebung des Bungalows ist es erlaubt Abendwandertouren zu unternehmen. Das weitere Trekking durch Wald und die Zivilisation der Dörfer führt schliesslich zurück nach Maroantsetra. 3.) MAROANTSETRA – AMBANIZANA – AMBODIFORAHA
Dies ist die kürzeste der drei beschriebenen Routen, die man in 5 Tagen schaffen kann.
Hier führt die erste Etappe parallel zur Bucht von Antongil. Nach einer Boots- oder Pirogenfahrt erreicht man den Privatpark von Farankaraina, wo man im Zelt übernachten und eine Abendwanderung unternehmen kann. Während des Trekkings durch Dörfer und Kulturlandschaft ergibt sich auch Gelegenheit, Nelken- und Vanilleplantagen zu besuchen. Das Trekking führt schliesslich am Rand des Masoala-Waldes und entlang des Meeresufers zurück zum Ausgangspunkt.
Der Ariary ist die offizielle Landeswährung in Madagaskar. Im Restaurant, im kleinen Hotely, in den grossen Geschäften und im Supermarkt wird immer mit Ariary gerechnet. Viele Leute in Madagaskar denken aber noch immer in der alte Währung Franc Malagasy. So muss man beim Einkauf immer aufpassen, denn ein Ariary ist fünfmal wert als ein madagassischer Franc.
Aber was kann man damit kaufen hier in Madagaskar? Der kleinste Geldschein von 100 Ariary ist gerade mal 0,02 Eurocent wert. Der grösste Geldschein von 20000 Ariary ist etwas über vier Euro wert.
Mit dem kleinsten Geldschein 100 Ariary kann man auf der Strasse ein mofo gasy, also einen süssen Reiskuchen, kaufen. Oder auch ein mofo ramanonaka, also einen salzigen Reiskuchen.
Auf dem lokalen Markt kann man Zwiebeln, Knoblauch oder auch Tomaten mit einer Banknote von 200 Ar kaufen. In den einfachen Essbuden in der Hauptstadt Antananarivo oder überall am Strassenrand bekommt man mit diesem Geldschein eine Tasse gezuckerten Kaffee mit Milch.
Der Fahrkosten für die öffentlichen Stadtbusse hier im Stadtzentrum sind 500 Ar, also 10 Eurocent.
Die lokale Zeitung „Express de Madagascar“ kostet 600 Ar.
Ein Kilo Banane variiert zwischen 1000 Ar bis 2000 Ar je nach Qualität und Grösse. Mit einer Banknote von 1000 Ar Banknote kann man sich eine kleine Flasche Mineralwasser von einem halben Liter leisten.
1 Kilo Reis kostet derzeit etwa 2000 Ar.
Ein Menü in einer Gargote kostet rund 5000 Ariary: ein Teller Reis mit schmackhaftem Zebu- oder Schweinefleisch sautiert mit Gemüse, dazu noch ein Teller Salat, und das duftende „Ranovola“ oder gekochte Reiswasser sind in diesem Preis von rund einem Euro inkludiert.
Für das kontinentale Frühstück im Restaurant muss man mindestens 10000 Ar rechnen. Damit bekommt man Früchte oder Obstsalat, ein Spiegelei oder eine Omelette, Brötchen, Butter, Marmelade und warme Getränke wie Kaffee, Tee oder Schokolade.
Nur ganz selten hat ein normaler Mensch die grösste Banknote von 20000 Ariary in der Hand. Auf dem Markt ist es oft schwer, damit bezahlen zu wollen, weil oft das Wechselgeld fehlt.
Ich hoffe, mit diesem Video haben wir Ihnen einen kurzen Überblick über die Preislage hier in Madagaskar gegeben. Natürlich sind wir für weitere Fragen zu Madagaskar und zu Ihrer Madagaskarreise zur Verfügung.
Veloma und bis bald auf unserer schönen Insel Madagaskar!
Unser heutiges Thema geht um die Vornamen in Madagaskar
Wie in allen Ländern auf der ganzen Welt wählen die Madagassen die Vornamen ihres Babies entweder vor oder während der Schwangerschaft. In Madagaskar soll die Bedeutung eines Vornamens für die Zukunft des Kindes entscheidend sein. Dieser soll eine positive Bedeutung haben und den Lebensweg des Kindes beeinflussen.
Jedes Kind trägt verschiedene, oft mehrere Vornamen. Die Namen spiegeln den Wunsch der Eltern oder sollten den Charakter des Kinds beschreiben. Hery bedeutet zum Beispiel die Kraft oder die Stärke, Aina heisst das Leben.
Die Mädchen und Frauennamen bezeichnen meistens Naturelemente, Blumen oder Schmuckstücke, oder auch die Schönheit des Mädchens. Voahirana bedeutet die Seerose, Fanja, die Blüte, die Blume und Meva bedeutet himmlisch schön sein.
Die Eltern geben ihren kleinen Buben meistens Vornamen mit positivem Charakter: Tahiana ist der Gesegnete und Andry ist die Stütze oder die Säule in der Familie.
Wenn das Geschlecht des Babys vor der Geburt unbekannt ist, geben die Eltern gemischte Vornamen, die gleichzeitig für Buben und für Mädchen gelten. Nirina bedeutet ein Wunschkind, Mamy ist süss lieb und nett.
Viele Vornamen beschreiben auch das Schicksal des Kindes, also je nach dem Sternzeichnen und der Astrologie zur Zeit der Geburt. Wenn das Kind unter einem sehr glücklichen Sternzeichen geboren ist, trägt es den Namen von „Mahery“ (die Kraft) oder Nomenjanahary, die Gabe von Gott,
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts haben französische Gewohnheiten und Lebensstil Einfluss auf das madagassische Leben genommen. So gaben die meisten Küstenbewohner ihren Kindern englische oder französische Vornamen. Diese gemischten Namen haben auch mit der Ankunft der Missionare und dem ersten Bau der Missionsschulen an der Küste zu tun. So wurden viele Kinder an der Küste zum Beispiel als David John genannt.
Mit dieser Übersetzung dieser madagassischen Vornamen denken wir, dass Sie einen kurzen gesellschaftlichen Überblick über unsere Kultur und unsere Bräuche haben. Mit der Wiederöffnung der Grenze hoffen wir, dass Sie unsere facettenreiche Insel bald besuchen werden.
Heute möchte ich Ihnen den madagassischen Rum oder „toaka gasy“ vorstellen.
Neben dem kommerziell hergestellten Rum wie Dzama, der auf der Insel Nosy Be destilliert wird, gibt es noch einen traditionellen Rum. Wir nennen ihn „toaka gasy“ oder „betsabetsa“.
Überall auf Madagaskar sieht man Zuckerrohplantagen, denn diese Pflanze braucht keine besondere Pflege. Die Männer verwenden Zuckerrohr als Rohstoff für Rumdestillerien, während die Kinder gern den süssen Saft heraus saugen.
Besonders im Land der Betsileo leben die Dorfbewohner von der Herstellung des „toaka gasy“. Direkt am Rand der RN 7 wird dieser frohfarbige Rum sehr preiswert angeboten. Jede Flasche ist anders gefärbt, jede unterschiedlich hoch gefüllt. Besonders den „echten“ madagassischen Rum vom kleinen Betsileo-Dorf Ambodivoara ist sehr beliebt.
Auch hier in der Hauptstadt, im Restaurant oder im kleinen Hotely wird „toaka gasy“ angeboten. Bier ist bei uns sehr teuer, daher wird hochprozentiger Rum bevorzugt und er hat auch stärkere Effekte.
Oft wird der Rum bei uns in Madagaskar mit verschiedenen Früchten oder Gewürzen verfeinert und dann als „Rhum arrangé“ angeboten. Zum Beispiel werden Vanillenschoten oder Kaffee oder Orangen oder Ingwer mit Honig dabei verwendet. Die Zutaten sind also sehr variationsreich.
Kommen Sie zu uns nach Madagaskar und probieren Sie auch unseren „Toaka gasy“.
Veloma und bis bald! Herzliche Grüsse von Frau Bodo, PRIORI Antananarivo
Im Nordosten von Madagaskar verbirgt sich das historische Landstädtchen Vohemar.
Das Hafenstädtchen Vohemar gehört zur Region SAVA. Von Sambava aus fährt man auf der Nationalstrasse 5a zunächst ein Stück nach Westen durch hügeliges Gelände und dann durch die bergige Landschaft des fruchtbaren Hinterlands nach Norden. Die Piste von Ambilobe bis Vohemar, die RN 5a, hat unter den vielen Wirbelstürmen aus dem Indischen Ozean stark gelitten und erfordert deswegen viel Zeit. Diese Piste mit tiefen Schlaglöchern ist in einem so erbärmlichen Zustand, dass sie während der Regenzeit fast unpassierbar ist. Und selbst in der Trockenzeit beansprucht sie viele Stunden Fahrzeit.
Der Stadtname Vohemar (oder Iharana auf madagassisch) stammt aus den beiden Wörtern “Vohitra“ auf deutsch Siedlungen und “Maro“ oder viel, also wörtlich übersetzt bedeutet dieses zusammengesetzte Wort “die grosse Siedlung mit vielen kleinen Dörfern“. Die idyllische Hafenstadt liegt an der Küste, geschützt durch Korallenriffe und damit “zyklonsicher“. Deswegen wird ein Grossteil der Exportprodukte über dieses Kleinstädtchen verschifft (Vanille aus Sambava und Antalaha, Reis aus Andapa und Zebus aus den Trockengebieten rund um Vohemar). Der regionale Handelshafen stellt den Seeverkehr mit den wichtigsten Häfen Madagaskars einschliesslich Toamasina, aber auch mit dem Ausland wie der Nachbarinsel La Réunion und den Inseln der Komoren sicher.
Effektiv ist Vohemar der einzige Tiefseehafen der Nordostküste. Die weitaus grössere Stadt Sambava verfügt über keinen Hafen und in Antalaha gibt es zwar eine Hafenmole, aber dort können nur die in der Region gebauten Holzschiffe anlegen. Diese motorbetriebenen Frachter können zwar 20 bis 50 Tonnen transportieren, haben aber nur einen geringen Tiefgang. Grössere Meeresschiffe hingegen können ihre Fracht nur in Vohemar löschen. Dort befindet sich auch das Treibstofflager der Region.
Vohemar
Die wichtige Küstenstadt Vohemar an der Nordostküste zeichnet sich vor allem durch das trockene Klima aus. Die Region ist auch bekannt für die Zebuzucht, was den Bezirk zur reichsten Region an Nutztieren macht. Dieses Siedlungsgebiet gehört den Volksgruppen Betsimisaraka, Sakalava und Tsimihety. Rund um dieses Kleinstädtchen gibt es grosse Vanille-, Nelken-, Zimt-, Kaffee-, Mais-, Erdnuss- und Kokosplantagen, wobei die Vanille die Haupteinkommensquelle der hier lebenden Bevölkerungsgruppe ist.
Die Tsimihety (der Volkstamm, der sich die Haare nicht schneidet) sind anteilmässig die grösste Volksgruppe in dieser entlegenen nördlichen Region. Sie sind bekannt für ihre grossen Wanderbewegungen als Viehzüchter. Im Gegensatz zu den anderen Ethnien gelten sie als “Individualisten“ und möchten immer ein freies Leben führen. Die Sakalava (oder diejenigen, die im langen Tal wohnen), die ebenfalls in dieser Region wohnen, sind Nachfahren von arabischen und ostafrikanischen Einwanderern, deswegen ihr Hang zum Ritual der Blutbruderschaft, zur Ahnenverehrung und zu den heiligen Reliquien. Sie sind hervorragende Viehzüchter und halten sich grosse Rinderherden. Die Betsimisaraka (oder die vielen, die sich nicht trennen lassen) sind die drittgrösste Volksgruppe an der Ostküste nördlich und südlich der Hafenstadt Toamasina. Diese Ethnie ist aus dem Zusammenschluss verschiedener Volksgruppen entstanden. Sie leben hauptsächlich vom Fischfang und vom Reis- und Gewürzanbau. Sie pflegen auch viele uralte Rituale und glauben an Naturgeister.
Neben den erwähnten ethnischen Gruppen, die hauptsächlich von der Landwirtschaft im Binnenland und vom Fischfang an der Küste leben, gibt es auch Geschäftsleute aus der Sava Region und viele Chinesen, die von der Verschiffung der Exportprodukte wie Vanille und Gewürze leben. Leider werden von hier aus seit vielen Jahren und immer noch illegal Edel- und Rosenhölzer nach China verschifft.
Der Besuch des Lac Andranotsara (oder Lac Vert) ist eine besondere Attraktion ausserhalb der Stadt. Er liegt ca. 10 km südlich der Stadt Vohemar, inmitten von malerischen Dörfern und einer weiten, sanft hügeligen Landschaft, wo die Zebus den ganzen Tag weiden. Der ortskundige Führer begleitet die Besucher und zeigt ihnen den Weg entlang der Graspiste des Flughafens von Iharana und bis zum See. Der Lac Andranotsara ist nur durch einen schmalen Streifen Land vom Indischen Ozean getrennt. 70 m oberhalb dieses heiligen Sees hat man einen faszinierenden Blick auf die umliegende Landschaft, aber auch auf die wechselnden Farben des Sees: mal ein eindrucksvolles Türkisgrün bei Sonnenschein und mal dunkelgrün schimmerndes Wasser, wenn das Wetter bewölkt ist. Es wird gesagt, dass der Ursprung dieses sattgrünen Sees auf die Vermischung von Süss- und Salzwasser zurückzuführen sei.
Dieser heilige See spielt im Glauben der Einheimischen eine grosse Rolle, so wie der Antanavo See ca. 50 km von Diego Suarez entfernt. Hier leben viele Krokodile, die als Reinkarnation der Vorfahren der hier Lebenden verehrt und respektiert werden. Der Legende nach soll hier einst ein grosses Dorf gestanden haben und im Ozean, nahe dieses Dorfes, habe ein siebenköpfiges Monster gelebt. Dieses riesige Ungeheuer hätte einmal mit den Fischern heftig gestritten und so ging es wütend ins Dorf und unter seinem riesigen Gewicht versank das ganze Dorf in der Tiefe. Während eines grossen Unwetters füllte sich dann die entstandene Senke mit Wasser und die Dorfbewohner verwandelten sich in Krokodile. Seit diesem Zwischenfall sind viele Tabus in und um diesen Grünen See zu beachten. Der Besuch dieses Sees ist nur in Begleitung von Einheimischen möglich. Gelegentlich werden zu Ehren der Krokodile Zebus auf einer Sandbank geopfert, ebenso werden hier regelmässig Ahnenverehrungen sowie Heilungszeremonien abgehalten.
Vohemar
Etwa 80 km westlich von Vohemar liegt das Daraina Reservat. Die NGO Fanamby verwaltet und schützt dieses Waldgebiet in der Region von Loky Manambato. Hier befindet sich ein Refugium der sehr seltenen Goldkronensifakas (oder Propithecus tatersalli), aber es ist auch die Heimat verschiedener endemischer Reptilien und Vögel. Beste Saison für den Besuch dieses Naturschutzgebietes ist während der Trockenzeit zwischen Mai und November. Das Camp Tatersalli liegt etwa sechs Kilometer nordöstlich dieses Schutzgebietes und hat einfache Zeltbungalows mit einem kleinen Restaurant, wo Gerichte mit lokalen Produkten und Kokosmilch zubereitet werden.
Einige Unterkünfte in Vohemar haben einen schönen Meeresblick auf die weite Bucht. Hier herrscht Beschaulichkeit und Ruhe an einem schönen haifischsicheren Strand. Die Restaurants bieten ihre kulinarischen Highlights an mit Spezialitäten aus den edlen Vanilleschoten und bereiten madagassische Spezialitäten mit der sehr beliebten Kokosnuss-Sauce.
Von Vohemar nach Sambava durchfährt man auf 150 km ein Trockengebiet mit savannenartigen Grasflächen. Nicht weit von der Vanillestadt Sambava erstrecken sich die endlosen Kokosplantagen, die sich entlang der weitläufigen Sandstrände Richtung Süden hinziehen. Von Sambava aus startet auch die abenteuerliche und anstrengende Trekkingtour durch den Marojejy Nationalpark.
Der Nationalpark von Andohahela befindet sich im tiefen Südosten von Madagaskar in der Region Anosy.
Man erreicht den Nationalpark von Andoahela auf der Nationalstrasse RN 13 von Fort Dauphin aus in Richtung Westen. Dieses Schutzgebiet liegt inmitten der Ausläufer des Gebirgszuges, der sich von Norden nach Süden zieht. Wegen seiner Vielfältigkeit ist er ein ganz besonderer Nationalpark, denn er beherbergtverschiedene Waldtypen. Hier findet man den endemischen Primär-Dornenwald, einen Trockenwald und ebenso tropischen Feuchtwald.
Dieser Park beherbergt eine grosse Vielfalt an Ökosystemen und bildet den Übergang zwischen dem (trockenen) Süden und dem (feuchten) Osten Madagaskars. Wegen der Mischvegetation findet man hier viele Pflanzenarten wie Baobabs, Orchideen, Aloen, Pachypodien, Dreieckspalmen, Tamarinden und viele andere tropische Pflanzen. Auch die Tierwelt ist vielfältig vertreten mit Lemuren, Reptilien und Vögeln.
Andohahela Nationalpark
An der Klimascheide treffen die verschiedenen Vegetationstypen messerscharf aufeinander: der feuchte Ostküstenregenwald und die typische Trockenvegetation des heissen Südens. Mit 76’000 ha Fläche und Höhen bis 1957 m bietet dieser Park mehrere Wandertouren wie Tsimelahy, Mangatsiaka oder Allée des Sifaky, Manangotry und Malio.
Tsimelahy ist die von den Reisenden am meisten gewählte Tour, denn es ist die leichteste Tour. Im Gebiet des Übergangswaldes sind einige Baobabs und eine schöne, rosagefärbte Granitschlucht zu sehen. Auf dem Fussmarsch findet man nicht nur zahlreiche Pachypodien und andere endemische Pflanzen, sondern auch einen wunderschönen natürlichen Pool. Auf dieser Wandertour begegnet man immer wieder der berühmten Dreieckspalme (Dypsis decaryi), die es nur in dieser Region gibt. Aber auch die Landschaft geizt nicht mit ihren Reizen.
Andohahela Nationalpark Eine andere Tour ist Mangatsiaka oder Ihazofotsy. Die Besonderheit in dieser Zone ist der trockene Wald, der durch die ursprüngliche Vegetation des Südens kennzeichnet ist. Auf dieser Wandertour kann man am frühen Morgen Lemuren wie Larvensifakas (Propithecus verreauxi), Vögel und Reptilien in grosser Zahl beobachten.
Im südöstlichen Teil des Parks liegt die Zone des Regenwaldes. Hier hat man ein ganz besonderes Erlebnis, denn hier dominiert ein feuchtes Klima. Diese Tour wird seltener begangen, einerseits wegen der anstrengenden Anfahrt, andererseits wegen der Länge der Tour. Es ist ein Auf und Ab über steile Wege und Stege. Die 25 km lange Tour macht man besser in zwei Tagen und campiert in Malio.
Andohahela Nationalpark
90% der Pflanzen in diesem Park werden auch in der Medizin verwendet. Tatsächlich gehören diese Pflanzen zum Alltagsleben der Einheimischen. Wurzeln, Rinde, Blätter, Blüten werden gegen verschiedene Krankheiten verwendet. In den Dörfern kennt jeder die Verwendung der Heilpflanzen, und diese Kenntnisse werden von Generation zu Generation weitergegeben.
Februar 2021, geschrieben von Koloina, PRIORI Antananarivo
Redigiert von Peter Elliker www.madagaskarhaus.ch
Maroantsetra, ein beschauliches Städtchen am Ende einer Bucht. Ein Traum aller Seefahrer.
Durch seine isolierte Lage ist Maroantsetra ein ruhiges Städtchen, es hat einen kleinen Hafen und ist ein regionales Schiffbauzentrum in der geschützten Bucht von Antongil. Maroantsetra ist Provinzhauptstadt und liegt ca. 100 km nördlich von Mananara.
Die Gegend ist eine der regenreichsten von ganz Madagaskar. Von Süden her ist Maronatsetra während der Trockenzeit über eine abenteuerliche und sehr schlechte Schlammpiste und nur mit einem speziellen Geländewagen mit erhöhter Bodenfreiheit erreichbar. Die Landschaft ist aber abwechslungsreich, wild und vor allem unberührt.
Am besten ist dieser abgelegene Ort per Flugzeug 1- oder 2-mal pro Woche ab der Hauptstadt Antananarivo oder ab Tamatave erreichbar.
Im Kleinstädtchen Maroantsetra regnet es fast das ganze Jahr über, besonders zwischen Januar und August. In der Trocken-Periode ab September bis Dezember regnet es dann weniger. Die Summe der Niederschläge beträgt 3275 mm.
Die malerische Stadt ist umgeben von einer grossen Agrarregion und neben der Arbeit auf den vielen Vanille-, Kaffee- und Nelkenplantagen stellt der Fang von Fischen, Krabben und Garnelen einen wichtigen Erwerbszweig in dieser Gegend dar. Die Stadtbewohner sind freundlich und der Besuch des üppigen Marktes unter freiem Himmel mit den verschiedenen tropischen Früchten, dem frischen Gemüse und anderen Lebensmitteln erweist sich als sehr interessant. Im lebhaften Kleinstädtchen befindet sich auch eine nicht unbedeutende Schiffswerft. Es lohnt sich, vor der kurzen Stadtbesichtigung einige Grussworte auf madagassisch wie „Mbola Tsara“ oder „salama e“ einzuprägen. Schauen Sie den Leuten der Betsimisaraka-Volksgruppe bei ihrer täglichen Arbeit zu oder blicken Sie in die schüchternen, aber strahlenden Kindergesichter und beobachten Sie die Gelassenheit der Einheimischen, denen man meist ihre afrikanischen Vorfahren ansieht.
Das Spezialreservat von Nosy Mangabe sieht man von Maroantsetra aus wie mit einem dicken Dunstschleier in einem Blauton bedeckt, daraus stammt dieser besondere Name “die grosse blaue Insel“ oder auf madagassisch Nosy Mangabe.
Nosy Mangabe
Die Europäer haben dieses schöne Eiland schon früh entdeckt und die Piraten haben in den gut geschützten Buchten viele Unterschlüpfe gefunden. Zeugen davon sind die Grotten und eingemeisselte Botschaften in Felsen aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die “Plage des Hollandais“, das Schiffswrack vor den Klippen sowie der verrostete Leuchtturm auf dem Gipfel im nördlichen Teil der Insel. Auf dieser Insel war damals auch der Ort für den Warenaustausch der holländischen und europäischen Seepiraten. In kleinem Umfang diente sie auch der Verschiffung von Sklaven.
Ein Ausflug nach Nosy Mangabe ist gut zu kombinieren mit dem Aufenthalt auf der Masoala Halbinsel. In der Bucht von Antongil kann man zwischen Juli und September die riesigen Buckelwale beobachten.
Die Bootsfahrt zur Insel dauert etwa eine halbe Stunde und führt zuerst an der Westküste der Insel entlang. Je nach Interesse können die Besucher die Nacht in den überdachten Zeltstellen verbringen oder am späten Nachmittag nach Maroantsetra zurückfahren. Der Besuch dieser unbewohnten und hügeligen Insel hängt hauptsächlich von der Wetterlage ab und das Programm als Tagesausflug oder mit Zeltübernachtung muss immer im Voraus mit dem Lokalguide geklärt werden.
Auf der Insel gibt es nämlich keine Restaurants und keine Einkaufsmöglichkeiten, so müssen die Ausflügler Proviant und Wasser aus Maroantsetra mitnehmen. Die Insel ist von Menschen unbewohnt.
Dieses Naturreservat mit ca. 520 ha wurde ca. um 1960 speziell für die besonders gefährdeten und selten gewordenen Fingertiere oder Aye Aye (Daubentonia Madagascariensis) eingerichtet, um diesen Lemuren eine sichere Heimat zu geben. So wurde dieses “Réserve Spéciale“ zu einem Schutzgebiet für die wenigen eingeführten Lemuren und sie konnten sich im Laufe der Jahre ungestört vermehren. Im Vergleich zu den anderen Lemurenarten wie dem niedlichen „Vari“ oder dem possierlichen Lemur Catta wirkt der nachtaktive Aye Aye anders als die anderen Primaten. Sie haben ein extrem struppiges und schwarzes Fell, dazu weit aufgerissene stechende Augen und einen buschigen Schwanz, ausserdem sind sie auch sehr scheu und sehr selten zu finden.
Nosy Mangabe
Der Aye Aye hat ungewöhnlich grosse Fledermausohren, mit denen er die in hohlen Bäumen oder unter der Baumrinde verborgenen Insektenlarven hört. Mit den ständig nachwachsenden Zähnen zerbeisst er das Holz, in dem diese “Eiweisslieferanten“ versteckt sind. Die Finger sind knochig dünn und extrem lang, wobei der Mittelfinger die übrigen in der Länge um die Hälfte übertrifft. Dieser spielt eine grosse Rolle, indem diese geheimnisvollen “Nachtgeister“ mit diesem geübten Finger die Insektenmaden aus den morschen Bäumen herausstochern oder das Fleisch von angenagten Kokosnüssen auslöffeln. Mit den nagetierähnlichen Zähnen knacken sie auch Ihre Lieblingsspeise, wie die hartschaligen Samen oder die verschiedenen wilden Früchte im Regenwald.
Ein Tagesausflug mit Inseldurchquerung auf den wenigen Fusspfaden ist ein “Muss“ auf dieser Insel und eine Zeltübernachtung im Urwald ist für Naturfreunde natürlich sehr empfehlenswert.
Im Lichtkegel der Taschenlampen kann der aus Maroantsetra mitgereiste Lokalguide bei einer Abendwanderung viele Nachttiere zeigen. In diesem eindrucksvollen Urwald leben verschiedene Amphibien und Reptilien wie Frösche, Chamäleons, Schlangen, Eidechsen, aber auch die kleinste Chamäleon-Art, die sogenannte Brookesia, die schwierig zu finden ist, weil dieses Reptil nicht grösser als ein Daumennagel ist. Die besonders gut getarnten Plattschwanzgeckos, auch Blattschwanzgeckos genannt (Uroplatus fimbriatus) sind eine Hauptattraktion in diesem Naturschutzgebiet, die bei einer Tages- oder Nachtexkursionen gut beobachtet werden können. Auch die Mausmakis springen fleissig durchs Gehölz und die Guides erkennen sie sofort an ihren zirpenden Geräuschen und ihren reflektierenden roten Augen.
Nosy Mangabe
Aber auf dieser “Blauen Insel“ leben auch viele tagaktive Lemuren. Die Brauen Lemuren tauchen immer in der Nähe des Zeltplatzes auf und die schwarz-weissen Varis (Varecia Variegata) mit ihren lauten und schrillen Schreien sind sehr leicht zu finden, denn man kann sie schon vom Weiten hören.
Beim Aufstieg auf den höchsten Punkt der Insel mit 350 m über dem Meeresspiegel sieht man ein paar Grabstätten an einem heiligen Ort. Der dichte Wald wurde damals teilweise abgeholzt. Dies ist der Beweis, dass diese schöne und ursprüngliche Insel schon in vergangenen Jahrhunderten von der ortsässigen Betsimisaraka-Volksgruppe (die vielen, die sich nicht trennen lassen) besiedelt war.
Einen Bootsausflug nach Nosy Mangabe kann man natürlich auch mit einem Besuch des Nationalparks von Masoala kombinieren.
Die Halbinsel Masoala heisst wörtlich auf madagassisch “das Auge des Waldes“ und ist ein bezeichnender Name für das faszinierende Juwel am östlichen Punkt Madagaskars.