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Kleine Geschichte des Denkmals
Der Denkmalbau setzt im 19. Jahrhundert ein. Hoch zu Ross und auf dem Sockel fordern Herrscher Bewunderung, Demut und Gehorsam von den Untertanen.
Ein eigentlicher Denkmal-Boom erfolgt um 1870 ein: Die jungen Nationalstaaten Deutschland und Italien bauen eine ganze Fülle von Wilhelm-, Bismarck-, Garibaldi- und Cavour-Denkmälern; man spricht von «quantitativ unüberschaubaren Denkmälermassen».
Nach dem Ersten Weltkrieg gedenkt man, v.a. wenn man wie Italien und Frankreich zu den Siegern gehört, auch der einfachen Soldaten.
So rechnet man denn in Deutschland mit gegen 40‘000 Kriegsdenkmälern, viele in sehr einfacher Form.
Die meisten Bildhauer waren allerdings überfordert, zeigt doch ein heroisches Denkmal den Helden oft nackt, und viele Kriegsdenkmäler tun dies auch.
Was im Altertum oder in der Renaissance angebracht war, wirkt im Hinblick auf den Ersten Weltkrieg mit seinem Grabenkampf und seinen Materialschlachten völlig deplatziert.
Die neue Ausstellung zeigt sowohl Beispiele von nackten Soldaten als auch solche, die auf die monumentalen Dimensionen der Verluste mit monumentalen Denkmälern antworten, so als ginge alles nach der naiven Proporzrechnung Grösse der Verluste = Grösse des Denkmals.
Wie viele Kriegsdenkmäler braucht die Schweiz? – auch diese Frage wirft die Ausstellung auf.
Da die Schweiz nicht an den Weltkriegen beteiligt ist, gibt es konsequenterweise keine Gefallenen-Denkmäler und wenig Kriegsdenkmäler.
Das wichtigste Denkmal ist sicher der «Wehrwille» von Brandenberger, der in der Landi 1939 den Widerstandsgeist der Schweiz symbolisch verkörperte und der heute vor dem Bundesbriefarchiv in Schwyz steht.