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Pukaskwa Nationalpark mit ältestem Gestein der Welt
Von Ottawa nach Alberta
1. Teil bis zur Grenze Ontario / Manitoba 26. Mai - 1. Juni 2018
Ein Reisebericht ist immer eine momentaufnahme des Reisenden und ist unter anderem von der Jahreszeit und dem Wetter abhängig. Einer findet die Gegend super, der andere fährt bei Regen und Nebel durch und hofft dass auch er bald eine schöne Gegend antrieft.
Am Ottawa River gibt es sehr viele prachtvolle Landhäuser und die ersten Blumen blühen. Am Abend aufsteigender Nebel vom Fluss mit dem Sonnenuntergang gemischt ergeben ein mystisches Bild. Weiter gehts nach North Bay, Sudbury und Sault Ste. Marie.
Sault Ste. Marie sind 2 Städte, eine in den USA und eine in Kanade. Die glanzvollste Zeit haben sie hinter sich, da die Schiffsschleusen vom Lake Superior zum Lake Huron an Bedeutung verloren haben. Die Ostküste des Lake Superior ist beeindruckend mit steil abfallenden Klippen und Sandstränden. Im Pukaskwa National Park kann man die ältesten Felsen der Welt, 3 Billionen Jahre alt, erwandern. Der Lake Superior hat sehr kaltes und glasklares Wasser. Er enthält 10 % des weltweiten Süsswasseers, ist mit 82 000 km2 fast doppelt so gross wie die Schweiz und es dauert 190 Jahre bis das Wasser einmal umgewälzt ist.
Bei Fahrpausen besichtige ich Wasserfälle und sonstige Attraktionen oder versuche mein Anglerglück. Vor Thunder Bay ist das Terry Fox Monument. Terry Fox musste mit 18 Jahren infolge Krebs ein Bein amputiert werden und bekam eine Prothese. Um Lebensmut zu demonstrieren und Geld für die Klebsforschung zu sammeln startete er den Marathon of Hope, der von St.John's in Newfoundland über den gesamten Trans Kanada Highway bis nach Vancouver Island führen soll. Nach 143 Tagen und 5373 km musste Terry Fox hier aufgeben. Er starb mit 22 Jahren und sammelte $ 24 Mio für die Krebshilfe. Sein Leben wurde später verfilmt.
In Thunder Bay stand ab 1803 das Fort William und diente den Pelztierjägern als Treffpunkt, Umschlagplatz und Winterquartier. Ab hier wurden die Felle per Lastkanu nach Montréal verschifft. Das Fort wurde nachgebaut und historische "Zeitbewohner" zeigen den Besuchern altes Handwerk. Bei Regen geht die Fahrt weiter Richtung Kenora. Die Distanzen zwischen den Siedlungen werden über 100 km, ab und zu erblickt man eine grosse Mine oder eine Zelluosefabrik. Der Trans Kanada Highway 17 ist hier sehr gut ausgebaut, die häufigsten Fahrzeuge sind grosse, schwere Trucks, die Bergab auch mal rechts auf dem Schotterstreiffen überholen. Vor lauter Staunen brachte ich den Mund kaum noch zu.
Die vielen Seen sind sehr Fischreich aber fast nicht erreichbar. Zum einen gibt es keine Parkmöglichkeiten und zum andern ist der Wald oder Schilfgürten undurchdringlich. Die wenigen Stellen sind dann auch bei den Truckerfahrern sehr beliebt und der Fang wird sofort gebraten. Die Hechte messen 50 - 60 cm und sind schnell im trockenen, aber die Barsche sind sehr kampfstark. Auch mit schwerem Angelgerät braucht es Zeit die 40 - 50 cm grossen Brocken sicher landen zu können, da sie meisten grosse Luftsprünge präsentieren.
Westlich von Kenora ist die Provinzgrenze von Ontario und Manitoba. Hier beginnen die Prärien Südkanadas.
2. Teil Manitoba und Saskatchewan 2. bis 5. Juni 2018
Die beiden Prärieprovincen Manitoba und Saskatchewan sind je 15 x so gross wie die Schweiz, haben aber nur je ca. 1,4 Mio. Einwohner. Das Land ist komplet flach, flach so weit das Auge reicht. Es wird intensiv Getreideanbau betrieben, vereinzelt Rinderzucht. Dann fallen noch zwei grosse Minen auf wo Salz und Kalium abgebaut wird. Der Strukturwandel, noch beschleunigt durch die sinkenden Getreidepreise, ist auch hier sichtbar. Etliche Farmen stehen zum Verkauf, einige Gebäude sind schon zusammengefallen und die verrostenden Pick-ups und Landmaschinen zeugen von Schicksalsschlägen. Und trotzdem hat es in jedem grösseren Dorf mehrere Landmaschinenverkäufer mit unzähligen Ausstellungsmaschinen von beeindruckender Grösse. Damit diese Maschinen optimal eingesetzt werden können wurde jeder Baum gefällt. Nun fegen heftige Winde über das Land und bei grosser Trockenheit wird die Erde in riesigen Staubwolcken vom Winde verweht. Die Häuser der Farmer sind nun hinter hohen Büschen und Hecken versteckt um etwas vom Wind und Staub geschützt zu sein. Auf meiner Fahrt habe ich die starken Winde auch zu spüren bekommen, wurden doch die elektronischen Hilfsprogramme ASR (Anfahrhilfe) und EPS (elektronisches Stabilitäts-Programm) während der Fahrt aktiviert. Das ist bis jetzt noch nie passiert, nicht mal beim starken Borra in Kroatien und dem heftigen Sturm auf Korsika.
Um mich von der anstrengenden Fahrt etwas zu erholen, besuchte ich die Hauptstadt von Saskatchewan, Regina mit 250000 Einwohnern. An einem gestauten Fluss wurde eine grosszügige Parkanlage erstellt und das Parlamentsgebäude und Museum für Indianerkunst stehen hier. Da Sonntag ist sind viele Leute aktiv im Park unterwegs.
Auf den 1200 km Trans Canada Hwy durch die beiden Provincen sind die Rast- und Parkplätze sehr rar, meistens eine Tankstelle und ein Tim Hortons auf einem Schotterplatz. Manitoba hatte noch den Vorteil, dass auf der ganzen Strecke guter Radioempfang war und die Musik auch meinem Geschmack entsprach.
Durch das gesammte Prärieland füht auch eine Eisenbahn. Hier verkehren Gütterzüge mit 2 km länge und 150 Wagen und mehr. Fünf bis sechs Dieselloks ziehen und schieben diese nicht endenden Würmer durch die Einöde, begleitet von dauerndem lauten Gepfeiffe damit die ungesicherten Bahnübergänge frei sind und auch die Rinder und Weisswedelhirsche das Weite suchen.
Bei einem Fotostopp, wo ein ganzes Haus auf einem Anhänger auf die Weiterfahrt wartete, sprach ich mit einem Truckerfahrer der vor 20 Jahren aus Holland einwanderte. Er ist bei einem der grössten Farmern angestellt. Zum Fuhrpark gehöhren 70 Zugmaschinen mit Aufliegern für Getreide- und Rindertransporte und Tiefladern für Landmaschinen. Sein Gespann mit 9 Achsen hat 45 Tonnen Getreide geladen. Im weiteren sind 25 grosse Erntemaschinen im Einsatz. Zur Zeit wird in den US-Südstaaten mit der Ernte begonnen und dann gehts immer nördlicher bis im Herbst die Anbaugebiete in Kanada erreicht sind. Da die Maschinen rund um die Uhr im Einsatz sind, werden sie nach einer Saison ersetzt.
Ich bin froh diese Strecke hinter mir zu haben und freue mich jetzt auf die westlichen Nationalparks.
Die Ueberfahrt von Ottawa in die Province Alberta, 3500 km