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Neben unseren wichtigsten Bestäubern, den (Wild-)Bienen und Hummeln, gibt es unzählige andere Insekten wie z.B. Schwebfliegen, Schmetterlinge und Käfer, die Pflanzen bestäuben. Je mehr unterschiedliche Summer und Brummer eine Blüte besuchen, desto höher ist der Fruchterfolg und somit die Ernte im Garten.
Beim Anlegen des Gartenplanes übersehen wir jedoch häufig, dass Bienen und vor allem Hummeln vom März bis in den Herbst Nahrung benötigen, damit sie sich Vorräte respektive Fettreserven anlegen können, bevor sie in die Winterruhe gehen. Oft ist das Blütenangebot im Frühling und Frühsommer ausreichend, da viele Gärten und Parks üppig mit Zwiebelpflanzen wie Krokussen, Iris und Tulpen sowie mit einjährigen Sommerblumen bepflanzt werden. Viele Laubbäume blühen ebenfalls im Frühling und bieten Insekten einen reichen Tisch.
Wenn die Hummelvölker jedoch grösser werden und gegen den Spätsommer und Herbst hin eine neue Generation von Königinnen heranziehen müssen, fällt das Nahrungsangebot spärlich aus, da nur noch wenig blüht. Fehlende Strukturen in der Landwirtschaft wie z.B. Hecken mit Krautsaum, Ackerrandstreifen und Naturwiesen, wo Blütenpflanzen das ganze Jahr über zur Verfügung stehen, sind selten geworden. Dies ist einer der Faktoren, der zu einem dramatischen Rückgang bei Wildbienenpopulationen führte. Es ist daher wichtig, dass Gärten so bepflanzt werden, dass sie immer Nahrung für Bestäuber anbieten. Vor einiger Zeit habe ich zu diesem Thema eine umfangreiche Pflanzenliste entdeckt, die nicht nur Angaben zu den Arten macht, sondern auch wann, welche Pflanze wieviel Nektar oder Pollen zur Verfügung stellt. Eine gute Hilfe um den Garten während der ganzen Vegetationszeit am Blühen zu halten.
In diesem Zusammenhang möchte ich zwei Pflanzen empfehlen, die wir auf unserer Gartenparzelle gepflanzt haben und aufeinanderfolgend von Juni bis September blühen: Der Lavendel ist von Juni bis August der absolute Renner (bei Insekten vielleicht eher der absolute "Flieger"). Solange er blüht, summt es in unserem Garten wie vor einem Bienenstock. Ab Juli bis September lassen Bienen und Hummeln für Herbsthimbeeren alles links liegen. Unser Garten grenzt an eine extensive Wiese, die reich blüht, und trotzdem werden die Himbeeren fleissig aufgesucht. Der Vorteil der Herbsthimbeeren ist also nicht nur, dass der Himbeerkäfer sie nicht befällt, sondern auch, dass sie bis in den September blühen und somit wichtige Nahrung liefern.
Oft denken wir bei der Förderung von Insekten nur an die ausgewachsenen geflügelten Stadien. Doch auch die Raupen benötigen Nahrung. Diese besteht überwiegend aus einheimischen Wildpflanzen. Natürlich möchten wir in unseren Gärten farbige Akzente mit grossblütigen Blumen setzten. Es erscheint mir jedoch durchaus attraktiv, Beete anzulegen, in denen Zierpflanzen mit den meist filigraneren einheimischen Wildpflanzen kombiniert werden und so einen Hauch von Wildnis in sich tragen. Sogar Brennnesseln als grüner Hintergrund oder als Strukturelement finden Platz.
Diese werden oft hartnäckig bekämpft, obwohl sie als Wirtspflanzen für Raupen von rund 25 Schmetterlingsarten dienen. Auch andere einheimische Wildkräuter dienen als wertvolle Futterpflanzen. Es gibt sogar Raupen, die sich nur von einer einzigen Pflanze ernähren. Fehlt diese, verschwindet das Insekt. Unter diesen Insekten sind auch Räuber, die für uns arbeiten, und "Schadinsekten" dezimieren. Es ist daher sinnvoll, gezielt Wildpflanzen zu fördern.
Nun habe ich viel über ein reichhaltiges Nahrungsangebot geschrieben. Doch, was nützt der bestgedeckte Tisch, wenn keine Unterkunft vorhanden ist? Die meisten Wildbienenarten nisten im Boden. Damit Solitärbienen jedoch ihre Nester anlegen können, brauchen sie vegetationsfreie Bodenstellen, in die sie Röhren graben können.
Unfreiwillig haben wir vor ein paar Jahren eine solche Stelle angeboten: Zu unserem Leidwesen starben in einer Rabatte ein paar Pflanzen ab. Es entstand eine Lücke, die wir nicht gleich wieder füllten. Bei einem Gartenrundgang entdecken wir dann zufällig eine emsig suchende Wildbiene, die dicht über dieser freien Stelle hin und her flog. Schliesslich fand sie, was sie suchte: Ein kleines Loch im Boden, das sie zuvor gegraben hatte. Offensichtlich war der Ort geeignet, um eine Kinderstube anzulegen. Es ist doch erstaunlich, wie wenig es braucht, um Biodiversiät zu fördern. Diese Strukturen können wir natürlich auch gezielt anlegen und so zusätzlich bedrohte Bestäuber fördern.
Solitärbiene
(zur Animation bitte aufs Bild klicken)
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