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Die Zürcher Künstlerin Alis Guggenheim wurde 1896 geboren und wuchs in Lengnau (AG) in einem traditionell jüdischen Milieu auf. Als Alis Guggenheim zwölf Jahre alt war, zog die Familie nach Dielsdorf, zwei Jahre später in die Stadt Zürich. Dort absolvierte Alis Guggenheim eine Lehre als Modistin und eröffnete im Alter von zwanzig Jahren einen eigenen Modesalon an der Oetenbachgasse. 1919 reiste sie für ein Jahr nach Moskau – in der Schweiz hatte sie den russisch-jüdischen Studenten Mischa Berson kennen- und lieben gelernt und folgte diesem ins revolutionäre Russland. Im Sommer 1920 kehrte sie mit ihrer in Moskau geborenen Tochter Ruth zurück in die Schweiz und eröffnete wiederum in Zürich einen Modesalon. Nach einigen Jahren entschloss sie sich jedoch, den Schritt zur freischaffenden Künstlerin zu wagen, und wandte sich ab diesem Zeitpunkt ganz der Bildhauerei und Malerei zu. 1942 bezog sie in Muzzano (TI) ein Haus mit Atelier. Als Jüdin, Kommunistin, Künstlerin und alleinerziehende Mutter gehörte Alis Guggenheim gleich in mehrerer Hinsicht einer gesellschaftlichen Minderheit an.
Der Fotobestand F_5090 gibt einen facettenreichen Einblick in das Leben von Alis Guggenheim und besticht durch seine ästhetisch sehr ansprechenden Aufnahmen. Einzelporträts zeigen Alis Guggenheim in verschiedenen Lebensphasen, auf Gruppenporträts ist sie im Kreis ihrer Familie, ihrer zahlreichen Freunde oder mit ihrer geliebten Tochter Ruth zu sehen. Die Fotos geben aber auch einen Eindruck davon, wie Alis Guggenheim arbeitete, sei dies als Modistin in ihrem Salon oder als Künstlerin in einem ihrer Ateliers. Viele Bilder dokumentieren ihr Leben im Tessin.