Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03366.jsonl.gz/2213

Konjunktiv und indirekte Rede
Der Konjunktiv ist – neben dem Indikativ und dem Imperativ – einer der drei Modi der deutschen Sprache. Er wird auch Möglichkeitsform genannt.
Jetzt mit Spass die Noten verbessern
und sofort Zugriff auf alle Inhalte erhalten!30 Tage kostenlos testen
Video-Galerie
Indirekte Rede
Hallo, ich bin Martina und in diesem Video lernst du, wie man wiedergibt, was andere gesagt haben, also die indirekte Rede. Du solltest dir noch einmal die beiden Videos zur Bildung des Konjunktivs 1 und des Konjunktivs 2 ansehen, denn du brauchst den Konjunktiv für die indirekte Rede. Ich wünsche dir mit dem Video viel Spaß! Man verwendet die indirekte Rede also, um die Aussagen von anderen wiederzugeben. Durch die Verwendung des Konjunktiv drückt man gleichzeitig aus, dass man sich vom Gesagten distanziert. Wenn du nicht mehr weißt, wie man den Konjunktiv bildet, dann sieh dir einfach das Lehrvideo dazu noch einmal an. Und jetzt, wo du die Bildung des Konjunktivs so gut kannst, erzähle ich dir, dass häufig auch nur die Konjunktion "dass" in Aussage- und Aufforderungssätzen und Fragewörter, bzw. die Partikel "ob" in Fragesätzen reicht, um die indirekte Rede zu markieren. Auf jeden Fall wird die indirekte Rede aber durch ein Verb des Sagens, Denkens, Meinens oder Fühlens eingeleitet und durch ein Komma vom Hauptsatz abgetrennt. Die indirekte Rede erscheint nämlich im Nebensatz, die entweder durch andere Wörter eingeleitet wird oder nicht. Das war jetzt ein bisschen kompliziert. Fassen wir am besten noch einmal alles zusammen. Also: Die indirekte Rede gibt etwas wieder, das ein anderer gesagt hat, sie wird durch ein Verb des Sagens, Denkens, Meinens oder Fühlens eingeleitet, sie erscheint im Nebensatz. Der Nebensatz kann in Aussage- und Aufforderungssätzen durch "dass" und in Fragesätzen durch ein Fragewort oder durch "ob" eingeleitet werden. Bei der indirekten Rede steht das Verb häufig im Konjunktiv. Wird die indirekte Rede durch "dass", ein Fragewort oder durch "ob" eingeleitet, kann ihr Verb auch im Indikativ stehen. Üben wir das Ganze einmal praktisch mit ein paar Beispielen, und zwar zuerst mit den Aussagesätzen. Stellt euch einmal vor, Lukas, Paul und Tina unterhalten sich. Was Lukas sagt, ist die wörtliche Rede, und wenn Paul wiedergibt, was Lukas gesagt hat, dann ist das die indirekte Rede. Also, Lukas sagt zu Paul: "Ich suche meine Uhr." Paul erzählt nun Tina: "Lukas sagt, er suche seine Uhr." oder mit der Konjunktion "dass": "Lukas sagt, dass er seine Uhr suche." In beiden Sätzen steht das Verb im Konjunktiv 1. Wenn der Satz mit dass eingeleitet wird, kann das Verb aber auch im Indikativ bleiben, z. B. so: Lukas sagt, dass er seine Uhr sucht. Wenn die indirekte Rede ein Fragesatz ist, dann muss sie als Nebensatz eingeleitet werden. Das heißt, ihr geht ein Fragewort oder ein Partikel voraus. Man unterscheidet dabei zwischen Ergänzungsfragen, die durch ein Fragewort eingeleitet werden und Entscheidungsfragen, die durch "ob" eingeleitet werden. Eine Ergänzungsfrage in der wörtlichen Rede wäre z.B.: Wo ist meine Uhr?Wenn Paul die Frage wiedergibt, dann heißt es: Lukas fragt, wo seine Uhr sei. Eine Entscheidungsfrage in der wörtlichen Rede wäre: Hat jemand meine Uhr gesehen? Und jetzt kommt wieder Paul: Lukas fragt, ob jemand seine Uhr gesehen habe. Da in beiden Fällen der indirekte Fragesatz eingeleitet wird, nämlich durch "wo" und durch "ob", kann das Verb auch im Indikativ stehen, also so: Lukas fragt, wo seine Uhr ist. Und als Entscheidungsfrage: Lukas fragt, ob jemand seine Uhr gesehen hat. Ist die indirekte Rede ein Aufforderungssatz, dann steht ihr Verb im Imperativ, das ist die Befehlsform. Bitte nicht mit Indikativ verwechseln, das ist nämlich die Ist-Form. Ist die indirekte Rede also ein Aufforderungssatz, dann braucht man das Modalverb "sollen". In der wörtlichen Rede heißt es z. B.: "Gib mir meine Uhr!". Wenn Paul nun wiederholt, was Lukas gesagt hat, dann heißt es: Lukas befahl, er solle ihm seine Uhr geben. Natürlich kann man auch hier wieder den Nebensatz durch "dass" einleiten, nämlich so: Lukas befahl, dass er ihm seine Uhr geben solle. Wird der Aufforderungssatz, wie in diesem Beispiel durch "dass" eingeleitet, kann das Modalverb sollen auch im Indikativ stehen. Lukas befahl, dass er ihm seine Uhr geben soll. Fassen wir zum Schluss noch einmal alles zusammen. Die indirekte Rede gibt etwas wieder, das ein anderer gesagt hat. Sie wird durch ein Verb des Sagens, Denkens, Meinens oder Fühlens eingeleitet, sie erscheint im Nebensatz, sie kann durch "dass", ein Fragewort oder durch "ob" eingeleitet werden. In der indirekten Rede steht das Verb häufig im Konjunktiv. Wird die indirekte Rede durch "dass", ein Fragewort oder durch "ob" eingeleitet, kann das Verb aber auch im Indikativ stehen. Für Ergänzungsfragen nimmt man ein Fragewort und für Entscheidungsfragen "ob". Und bei Aufforderungssätzen braucht man das Modalverb sollen. Bei der indirekten Rede ändern sich natürlich auch die Personalform und die Zeitform. Aber das lernen wir im nächsten Video. Wir werden ebenso die Besonderheiten beim Konjunktiv 1 und Konjunktiv 2 wiederholen. Ich hoffe, dir hat das Video gefallen. Bis zum nächsten Mal, Martina!
In nur 2 Minuten zum kostenlosen Testzugang!
Starte dafür schnell & einfach deine kostenlose Testphase
und verbessere mit Spass deine Noten!
-
Lernvideos für alle Klassen und Fächer, die den Schulstoff kurz und prägnant erklären.
-
steigere dein Selbstvertrauen im Unterricht, indem du vor Tests und Klassenarbeiten mit unseren unterhaltsamen interaktiven Übungen lernst.
-
lerne unterwegs mit den Arbeitsblättern zum Ausdrucken – zusammen mit den dazugehörigen Videos ermöglichen diese Arbeitsblätter eine komplette Lerneinheit.
-
24h-Hilfe von Lehrern, die immer helfen, wenn du es brauchst.
Die Modi des Verbs
Wie sehen die Modi des Verbs im Indikativ, Imperativ und Konjunktiv aus? Im Deutschen wird zwischen drei verschiedenen Modi des Verbs unterschieden. Sie bezeichnen die Aussageweisen, die ein Verb ausdrücken kann. Es gibt den Indikativ (Wirklichkeitsform), den Imperativ (Aufforderungs- oder Befehlsform) und den Konjunktiv (Möglichkeitsform). Je nach Modus weißt du, wie eine Satzaussage einzuschätzen ist – als wirkliche Begebenheit, Befehl, Möglichkeit oder Wunsch.
- Am häufigsten verwendest du den Indikativ, also die Wirklichkeitsform eines Verbs. Sie drückt aus, dass ein Geschehen wirklich stattfindet, stattfand oder noch stattfinden wird. Beispiel: Er isst sein Essen nicht auf.
- Der Imperativ ist die Befehlsform. Er gibt also einen Befehl, eine Bitte oder ein Verbot wieder. Beispiel: Iss dein Essen auf!
- Der Konjunktiv ist die Möglichkeitsform eines Verbs. Den Konjunktiv brauchst du für die indirekte Rede, Wünsche, Aufforderungen und Aussagen über Sachverhalte, die vom Sprecher als nicht oder noch nicht wirklich eingeschätzt werden. Hierbei gibt es zwei Formen – Konjunktiv I und Konjunktiv II.
Konjunktiv I
Dem Konjunktiv I wirst du vor allem in Nachrichten und Zeitungsartikeln begegnen, wenn Aussagen in der indirekten Rede wiedergegeben werden, z. B.
- Der Trainer sagte, er sei überglücklich und stolz.
Auch in Aufforderungen und Ausrufen findet der Konjunktiv I Verwendung:
- Man nehme zwei Eier.
- Das Geburtstagskind lebe hoch!
Zur Bildung des Konjunktiv I benötigt man den Präsensstamm des Verbs, an den die Endung -e, -est, -en oder -et geknüpft wird. Tatsächlich ist aber nur das Verb sein im Konjunktiv I noch in allen Formen üblich: ich sei, du seiest, er/sie sei, wir seien, ihr seiet, wir seien. Den Konjunktiv I kannst du im Präsens, Perfekt und Futur bilden.
Konjunktiv II
Der Konjunktiv II wird verwendet, um Wünsche, höfliche Aufforderungen oder Konditionalsätze zu formulieren.
- Ich wünschte, es gäbe jeden Tag Spaghetti! (Wunsch)
- Wären Sie so nett, mir Ihren Fahrschein zu zeigen? (höfliche Aufforderung)
- Wenn jetzt Ferien wären, läge ich den ganzen Tag am Strand. (Konditionalsatz)
Genau wie der Konjunktiv I wird auch der Konjunktiv II für die indirekte Rede verwendet. Der Konjunktiv II wird dann genutzt, wenn sich der Konjunktiv I in seiner Form nicht vom Indikativ Präsens unterscheidet.
- Er sagte: „Ich komme am Mittwoch mit.“ (Indikativ, wörtliche Rede)
- Er sagte, er komme am Mittwoch mit. (Konjunktiv I, indirekte Rede)
- Er sagte, er käme am Mittwoch mit. (Konjunktiv II als Ersatzform)
Zur Bildung des Konjuntiv II brauchst du den Präteritumstamm des Verbs sowie die Endungen -e, -(e)st, -en oder -est. Starke Verben erhalten hierbei einen Umlaut. In der Umgangssprache bevorzugen wir meist die würde-Form (würde + Infinitv), z. B. Ich würde gerne am Mittwoch kommen. Natürlich kann auch der Konjunktiv II verschiedene Zeitstufen ausdrücken.
Indirekte Rede
Den Konjunktiv I verwendest du vor allem für die indirekte Rede. Wenn du wiedergibst, was jemand gesagt hat (wörtliche Rede), geschieht dies nicht wortwörtlich, sondern nur sinngemäß (indirekt).
- Mein Vater rief: „Es gibt Frühstück!“ (Indikativ, wörtliche Rede)
- Mein Vater rief, es gebe Frühstück. (Konjunktiv I, indirekte Rede)
Den Konjunktiv II kannst du verwenden, wenn Konjunktiv I und Indikativ identisch sind:
- Sie sagte: „Ich habe eine Überraschung für dich.“ (Indikativ, wörtliche Rede)
- Sie sagte, sie habe eine Überraschung für mich. (Konjunktiv I, indirekte Rede)
- Sie sagte, sie hätte eine Überraschung für mich. (Konjunktiv II als Ersatzform, indirekte Rede)
In der Alltagssprache wird häufig auch ein mit dass eingeleiteter Nebensatz verwendet:
- Sie sagte, dass sie eine Überraschung für mich hat/habe/hätte.