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Geschichte
Das historische Kerngebiet unserer Kirchgemeinde ist die Gemeinde Bivio. Am Fuss der beiden Passwege des Septimers und des Juliers gelegen, war Bivio schon in römischer Zeit für den Reise- und Handelsverkehr in der Nord-Süd-Richtung von Bedeutung. Der alte Name Bivios – Stalla – deutet auf einen regen Säumerverkehr hin; der heute übliche Name verweist auf die Verzweigung der zwei Passwege an diesem Ort.
Die Ursprünge des reformierten Glaubens in Bivio lassen sich nicht mehr genau ausmachen. Möglicherweise haben Säumer die neuen Glaubensauffassungen mitgebracht, bestimmt waren aber auch die Bergeller Bauern an der Verbreitung des neuen Glaubens beteiligt.
Eine evangelische Gemeinde in Bivio wird erstmals im Synodalprotokoll von 1584 erwähnt. 1623 zählte Bivio 40 reformierte Familien.
1631 setzte mit der Ankunft zweier Kapuziner-Pater in Bivio die Zeit der Gegenreformation ein. Das bis dahin friedliche Nebeneinander von Katholiken und Protestanten wurde dadurch empfindlich gestört. Die Mitbenutzung der Gallus-Kirche und des Friedhofes durch die Reformierten war seit dem Jahr 1655 in Frage gestellt. Dies gefährdete das Weiterbestehen der reformierten Gemeinde.
Eine eigene Kirche konnten die Reformierten in Bivio erst 1674 bauen, jedoch ohne einen Kirchturm. Dieser wurde erst einige Jahrzente später bewilligt.
Beim Bau des Staudamms in Marmorera und des Kraftwerkes in Tinizong (1950-1954) und später durch den Tourismus kamen auch vermehrt Protestanten ins Oberhalbstein, das fast ausschliesslich katholisch war.
1950 wurde die Reformierte Vereinigung Oberhalbstein gegründet, welche die Betreuung der zugezogenen Reformierten ermöglichte.
Seit 1969 gehört das Diasporagebiet Surses zur Kirchgemeinde Bivio, die jetzt offiziell Reformierte Kirchgemeinde Bivio-Surses heisst. Die Kirchgemeinde erstreckt sich über das gesamte Gebiet des Kreises Surses (330 km2).