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Der französische Schauspieler und Steuerflüchtling Gérard Depardieu hat seinen neuen russischen Pass persönlich in Russland abgeholt. Am Samstagabend traf er sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Schwarzmeerstadt Sotschi zu einem Abendessen.
Auf Fernsehaufnahmen war zu sehen, wie Putin den Schauspieler in der Präsidentenresidenz zur Begrüssung umarmte. Das russische Fernsehen zeigte die beiden Männer beim Abendessen und wie sie dabei über Depardieus neuen Film diskutierten, in dem er den mysteriösen russischen Mönch Rasputin spielt.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte, dass der Franzose seinen neuen russischen Pass erhalten habe. Dieser sei ihm aber nicht von Putin überreicht worden. Der russische Präsident hatte dem Filmstar am Donnerstag per Dekret die russische Staatsbürgerschaft zugesprochen.
Depardieu steht mit der Steuerpolitik der sozialistischen Regierung Frankreichs um Präsident Francois Hollande auf Kriegsfuss. Diese plant eine Reichensteuer von 75 Prozent für Einkommen über eine Million Euro. In Russland gilt ein einheitlicher Steuersatz von 13 Prozent.
Begeisterter Empfang
Am Sonntag reiste Depardieu nach Saransk weiter, der rund 600 Kilometer südöstlich von Moskau gelegenen Hauptstadt der russischen Republik Mordwinien, um dort das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest zu feiern.
Der Filmstar sei wie ein "Held" empfangen worden, berichtete das Fernsehen. Nach Angaben der örtlichen Medien boten ihm die Behörden an, ihm ganz nach seinem Wunsch ein Haus zu bauen.
Der gewichtige Schauspieler hatte Russland zuvor als "grosse Demokratie" gewürdigt. "Ich liebe euer Land Russland abgöttisch, seine Menschen, seine Geschichte, seine Schriftsteller", schwärmte der 64-Jährige in einem offenen Brief an das russische Volk, aus dem die französischen Medien am Freitag zitierten.
Laut dem russischen Fernsehen ist Depardieu derzeit so schlecht auf Frankreich zu sprechen, dass er zwei französische Reporter wegjagte, als sie über seine Ankunft in Saransk berichten wollten.