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Fifa-Chefaufseher Domenico Scala ist nach einer umstrittenen Entscheidung des Weltfussballverbandes zurückgetreten. Die Aufsichtsgremien seien ihrer Unabhängigkeit beraubt worden und drohten zu Erfüllungsgehilfen derer zu werden, die sie kontrollieren sollten, begründete der Schweizer am Samstag seine Entscheidung.
Auslöser war ein Beschluss des Fifa-Kongresses in Mexiko-Stadt vom Freitag, der dem Fifa-Rat das Recht einräumt, Mitglieder der Aufsichtsgremien zu entlassen. Dies war bislang dem jährlich stattfindenden Kongress vorbehalten. Nunmehr hätte der von Fifa-Präsident Gianni Infantino geführte Rat auch das Recht, etwa den Leiter der Ethikkommission abzusetzen. Die Ethikkommission hat Dutzende führende Fifa-Vertreter zu Fall gebracht, darunter auch den ehemaligen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter.
Scala sieht Rückschritte
Scala war Vorsitzender der Audit- und Compliance-Kommission, die über die Rechnungslegung des Weltfussballverbandes wacht. Der skandalerschütterte Verband hat sich eine Reihe von Reformen verordnet, um die Korruption zu stoppen und das Image aufzupolieren. Scala sagte, grosse Teile der erzielten Reformen nach dem Korruptionsskandal würden nun wieder zunichtegemacht.
Blatter-Nachfolger Infantino hatte die umstrittene Abstimmung als demokratisch legitimiert verteidigt. «Wenn wir nicht handeln, werden wir kritisiert, und wenn wir handeln, ebenfalls», sagte er nach dem mit 186 Stimmen bei nur einer Gegenstimme angenommenen Beschluss. «Sollen wir ein Jahr warten, bis der Kongress Ausschussmitglieder entlässt, die abgelöst werden sollten?» fragte er. «Wir müssen flexibel sein, um all die Veränderungen zu schaffen.»
(reuters/mbü)