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Donnerstag, 3. Mai 2012 – 9. Reisetag
Heute haben wir eine kurze Etappe vorgesehen, da wir uns ein besonderes Ziel vorgemerkt haben.
Ausgangs St. Louis verändert sich das Strassenbild. Wir verlassen die Gross-Stadt und fahren durch eine Wohngegend mit einer Vielzahl von ähnlichen Landhäuschen, die sich mit Gewerbebetrieben abwechseln. Beim Vorbeifahren entdecken wir auch ein ”White Castle“, ein Restaurant, das zur ältesten ”fast food“-Kette Amerikas gehört. Der Betrieb von Ted Drewes – ein „must stop“ – wird meistens von vielen Einheimischen belagert. Die Spezialität des Hauses ist ”frozen custard“, gefrorene Vanillecreme, zubereitet mit Eiern und Honig. Wir sind zu früh. Es wird berichtet, dass wir noch mindestens eine halbe Stunde warten müssten, bis der Verkauf bereit sei. Das dauert uns zu lange. Wir beschränken uns auf das Studium der leckeren Angebote im Fenster. Nach der letzten Nacht mit Blähungen wegen zu üppigem Essen, fällt uns der Verzicht leicht.
Wie Ron Warnick am 15. September 2016 in „Route 66 News“ berichtet, gewann „Ted Drewes Frozen Custard“ den „World Ice Cream Index.“
Wir haben uns vorgenommen, wenn immer möglich auf der ältesten Linie der Route 66 zu fahren. Wir verzichten auf die PRE-1932 Option und den Hwy 100 über Manchester, Ballwin etc., da wir dort keine nennenswerten alten Gebäude und Souren der alten Route 66 mehr finden werden. Wir fahren auf der Post 1932 Option.
In Marlborough grüsst uns ”a goofy smiling farmer goliath“ mit seinem Sohne als ”Mini-Me“ in menschlicher Grösse. Die beiden standen einfach so am Wegrand und auch der Farmer Markt interessierte uns nicht besonders.
Pacific Bluff
Um einige Hausecken herum finden wir einen schmalen Kiesweg hinauf zum ”Jensen’s Point Scenic Overlook“, von wo aus man einen guten Überblick über die hügeligen Felsstrukturen hat. Es scheint, dass viele Einheimische diesen Weg nicht kennen.
Erst kürzlich haben wir realisiert, dass wir damals wohl auf einem privaten Grundstück herumspaziert sind, das teilweise umzäunt war, um Durchreisende fernzuhalten… Wir bitten den ehemaligen Besitzer um Nachsicht. ”Jensen’s Point Scenic Overlook“ wurde erst nach einer Renovation am 30. Mai 2016 (!) feierlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Gray Summit
Zerfallene Motels haben früher bessere Tage gesehen. Andere bieten sich den Durchreisenden sehr gepflegt an. Wir fahren noch an einigen Motels vorbei mit ihren typischen „Neons“, den übergrossen Leuchtreklamen. Teilweise sind diese nicht mehr im Betrieb.
St. Clair
Hier sind wir nicht sicher, ob die örtlichen Wasserwerke kaltes und warmes Wasser in getrennten Türmen aufbewahren. 🙂
„Meramec Caverns“
Die 7.4 km lange Höhle wurden von der Erosion der großen Kalksteinvorkommen über Millionen von Jahren gebildet. Die „Meramec Caverns“ gelten als eine der wichtigsten Attraktionen entlang dem ehemaligen US-Highway 66. So ist dieser Besuch auch ein Höhepunkt unserer Reise. Auf einem geführten anderthalbstündigen Rundgang studieren wir die Stalaktiten (von der Decke einer Höhle hängende Tropfstein), oder wie immer diese bizarren Gebilde heissen. Jesse James soll hier sein Unwesen getrieben haben. Die Führung endet mit einer spektakulären Licht- und Sound-Show. Dieser eindrückliche Marsch wird uns unvergesslich bleiben.
Am 10. März 2016 mussten die Höhlen überraschend einige Zeit geschlossen werden. Es wurden giftige Dämpfe gemessen, die über einem Niveau von gesundheitlichen Bedenken waren. Seit kurzem sind die Höhlen wieder zugänglich, allerdings noch nicht auf der ganzen Länge.
„Emissourian.com“ hat vor wenigen Tagen von einer Unterhaltung mit dem Höhlenbesitzer Lester Turilli Sr. berichtet. Die „Meramec Caverns“ hoffen auf ein besseres 2017. Es werden wieder normale Besucherzahlen erwartet, nachdem 2016 der Umsatz um 68 % gesunken war. Im letzten Jahr hatte der Fluss die Höhlen überschwemmt. Die asbesthaltigen Bodenfliesen im Eingangsbereich und im grossen Ballsaal der Höhle − die vor Jahrzehnten gewöhnlich verwendet wurden − begannen sich zu verziehen. Dies erforderte eine vollständige Asbestsanierung. An deren Stelle wurden grosse Mengen von Beton in die Höhlen gegossen, wodurch diese wieder für viele Jahre gesichert sind. Danach verursachte ein nahe gelegener Industriebetrieb mit seinem Abwasser eine Verschmutzung des Flusses, die zu gefährlichen Dämpfen in den unteren Kammern der Höhle führten. Gemäss Angaben des Betreibers sind die „Caverns“ nunmehr wieder normal geöffnet. (2017-03-18)
Bourbon
Wir dachten zuerst, dass hier Whisky gelagert werde, 🙂 im Wasserturm von Bourbon, MO.
Nur wenige Meilen trennen uns noch vom Tagesziel: Cuba