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Natürlich wäre ich auch lieber Fussballer geworden. Doch weil meine Kollegen Handball spielten, frönte ich trotz meiner bescheidenen Grösse, den kurzen Fingern und dem mangelnden Hebel beim Sprungwurf diesem Ballspiel. Das mangelnde Talent und der fehlende Eifer im Training reichten gerademal für eine Saison in der zweiten Liga.
So bin ich halt Journalist geworden. Freilich nicht Sportjournalist. Ihnen wird nachgesagt, Möchte-gern-Spitzensportler zu sein. Von mir möchte ich freilich nicht behaupten, ein Möchte-gern-Spekulant zu sein, auch wenn ich über Finanzmärkte schreibe.
Das theoretische Rüstzeug holte ich mir am Collège St. Michel in Fribourg und im Ökonomie-Studium an der Uni Bern. Praktische Erfahrungen als Finanzjournalist sammelte ich an der Wallstreet: Von 1989 bis 1994 wirkte ich als USA-Korrespondent verschiedener Zeitungen: «Handelszeitung“, «Werbewoche», und «Hotel und Touristik Revue» waren die wichtigsten Auftraggeber. Für die Filmbeilage der NZZ schrieb ich über die Film- und Fernsehindustrie. Und für DRS 3 berichtete ich über dies und das, unter anderem auch über den vielbeachteten «Nanny-Prozess», in welchem ein Aargauer Au-Pair-Mädchen angeblich ein Haus samt Kleinkind in Brand gesteckt haben soll.
Doch eigentlich kam ich vom Tourismus: An der Uni Bern besuchte ich die Vorlesungen beim Tourismuspapst Jost Krippendorf. Nach dem Studium war ich für Hotelplan in Togo, auf Kreta und in Tunesien. Bei dieser Tätigkeitkeit verdient man wenig; aber braucht noch weniger, weil fast alles bezahlt ist. Der Grundstein des späteren Investierens war somit gelegt. Es folgte ein Jahr als Verkaufsleiter der deutschen Hotelgruppe «Dorint» mit Arbeitsort Beatenberg im Berner Oberland. Erst dann gings in den Journalismus zur Fachzeitung «Hotel und Touristik Revue», für welche ich 1989 nach New York ging.
In den USA lernte ich viel über Johnson & Johnson, IBM, Merrill Lynch, Warner Brothers, General Electric, wusste aber nichts von Glas Trösch in Langenthal, Gilgen in Schwarzenburg oder Mikron in Biel. Das lernte ich ab 1994 als Wirtschaftsredaktor bei der Berner Zeitung kennen. Später spezialisierte ich mich auf Vorsorgethemen: Ich konzipierte und bewirtschaftete die ersten Ratgeber-Geldseiten der Berner Zeitung, ehe ich für sieben Jahren zum «Blick» wechselte, wo ich im 50-Prozent-Pensum die Ratgeberkolumne «Chatelain rät» schrieb. In den anderen 50-Prozent wirkte ich für die inzwischen eingestellte Wirtschaftszeitung «Cash». Ab 2008 war ich wieder bei der Berner Zeitung. Acht Jahre betreute ich die Ratgeber-Geldseiten und verfasste wöchentlich die Kolumne «Vierte Säule». Ende Januar 2017 ist Schluss damit. Die «Vierte Säule» erscheint ab Februar wöchentlich im SonntagsBlick, wenn auch unter einem anderen Namen.