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Das Pfarrehepaar reist mit seinem Wohnmobil an Orte, die nach der Pensionierung erreicht sein wollen, die Unbekanntes bergen. Albanien gehört dazu. Über Wochen hinweg waren die Referenten unterwegs. Und dass sie sich bereit erklärten, über ihre Erfahrungen zu berichten, stiess auf begreiflich hohes Interesse.
Zur Vielzahl von Bildern kamen Zitate von albanischen Schriftstellerinnen und Schriftstellern, kam es zu einer dichten Vermischung von Persönlichem und dem literarischen Schaffen.
«Mit Albanien auf den Schultern hat man schwer zu tragen» – diese Erkenntnis aus einem der vielen Bücher war so etwas wie Fortsetzung des Einstiegs mit Geografischem und Naturschönheiten. Der Staat liegt in Südosteuropa, grenzt an Montenegro, Griechenland und den Kosovo, die Küsten der Adria und des Jonischen Meers. Tirana, zugleich grösste Stadt, ist auch Hauptstadt. Heute ist Albanien mit aktuell etwas mehr als 2,8 Millionen Einwohnern eine parlamentarische Republik. Rund die Hälfte des Landes ist gebirgig. An der Küste befinden sich viele Lagunen und Feuchtgebiete.
Die Geschichte dieses Staates ist von teilweise Dramatischem geprägt. Um 395 nach Christus wurde das Römische Reich aufgeteilt. Das heutige Albanien kam unter byzantinische Herrschaft. Ab 1204 wechselte die Herrschaft häufig; erwähnt wurden beispielsweise Neapel, Serbien, Venedig und einheimische Adelige, die eigene Fürstentümer aufbauten. Vom Ende des 15. Jahrhunderts war Albanien über vier Jahrhunderte hinweg Teil des Osmanischen Reichs. Die meisten Albaner traten zum Islam über. Im Ersten Weltkrieg verlor Albanien seine Unabhängigkeit. Es kam beispielsweise zur Annexion durch Italien der Besetzung der Achsenmächte. Ab 1944 baute Enver Hoxha, Führer der kommunistischen Partei, eine Diktatur auf, verkrachte sich mit Jugoslawien und der Sowjetunion. 1967 wurde ein totales Religionsverbot erlassen. Albanien kapselte sich ab. Aus Angst vor einer feindlichen Invasion wurden mehr als 200 000 Bunker errichtet. Davon wurden Bilder gezeigt. Hoxha starb 1985. Fünf Jahre später wurde das kommunistische Regime gestürzt. Der Aufbau demokratischer Strukturen erfolgte sehr schleppend.
Claire und Alfi Meier zeigten vieles auf. Sie äusserten sich zur teilweise erdrückenden Armut, der sie begegneten, zum Fehlen von Perspektiven für Junge, die im eigenen Land bleiben wollen, zur grossen Abwanderung in diverse Länder. Ein Siebtel der Gesamtbevölkerung wanderte aus. Das war bedrückend.
Zur Sprache kamen auch die vielen Naturschönheiten und baulich Wertvolles. Die Referenten erlebten und sahen vieles, das sie in Bildform weitervermittelten. Sie äusserten sich zur Entwicklung des Tourismus entlang der oft malerischen Küsten und die zahlreichen Ausflüge, die sie unternahmen. Sie begegneten grosser Hilfsbereitschaft und erfuhren nachhaltige Gastfreundschaft.
Vieles hat sie verständlich betroffen gemacht. Dazu gehören die nach wie vor praktizierte Blutrache, die Macht der Clans, die Verachtung gegenüber Frauen. Ein Zitat liess aufhorchen: «Nur ein Mann kann das Oberhaupt einer Familie sein, der Frau bleibt der Gehorsam». Ungute Gewohnheitsrechte haben nach wie vor Gültigkeit.
Es hätte noch so vieles zu berichten gegeben über Schulen, die riesigen Abfallprobleme, den Zerfall von Industrieanlagen, den Anbau von Cannabis, die Landflucht, die ungeregelte Bauerei.
Die Zeit verfloss zu rasch. Es war Sache von Paul Aebli, Präsident des Seniorenverbandes, den grossen Dank auszudrücken und auf Kommendes hinzuweisen. Dazu gehören beispielsweise ein Referat von Ruedi Isler über den Bau der Geige, Ausflüge an den Rotsee und in die Aareschlucht, Seniorenferien am Gardasee oder das Verweilen mit den Bündnern im Landesplattenberg ob Engi. Mit persönlichen Einladungen und auf der Homepage www.glarnersenioren.ch wird informiert.