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Durst schützt uns vor dem Austrocknen, kann aber auch das Zeichen einer Erkrankung sein
Durst kennt jeder von uns. Das Durstgefühl verstärkt sich, wenn wir ausgetrocknet sind. Unnormaler, permanenter Durst ohne körperliche Anstrengung und trotz normalen Trinkgewohnheiten kann Hinweis auf eine Erkrankung sein. Es kann zum Beispiel eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), eine Nierenkrankheit oder eine hormonelle Störung vorliegen.
Wie äussert sich das Symptom?
Durst ist ein Warnsignal unseres Körpers, um ihn vor dem Austrocknen (Dehydratation) zu schützen. Hat man jedoch ständig Durst, obwohl ausreichend getrunken wird, dann liegt ein krankhafter Durst (medizinisch Polydipsie) vor. Meist besteht gleichzeitig auch eine vermehrte Harnausscheidung, da man wegen dem Durst auch mehr trinkt.
Zeichen für eine "inneren Austrocknung" sind: Durst, Trockenheit der Haut und Schleimhäute, Trockenheitsgefühl im Mund und Rachen, Sprechstörungen, Benommenheit, Schläfrigkeit.
Durst kann verschiedenste Ursachen haben. Er kann als normale Reaktion bei starkem Schwitzen oder zu geringer Trinkmenge auftreten. Ein übermässiger Durst (mit häufigem Wasserlassen) kann aber auch ein Anzeichen für verschiedene Erkrankungen sein, allen voran die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Auch Störungen der Nieren, der Nebennieren, Schilddrüse oder der Nebenschilddrüsen können starken Durst auslösen.
Ursachen für Durst als normale Reaktion:
Starkes Schwitzen beim Sport oder anderen körperlichen Anstrengungen
Konsum salziger Speisen
Heisse Umgebungstemperatur
Unzureichende Trinkmenge
Erkrankungen, die mit vermehrtem Durst einhergehen:
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) Typ 1 und Typ 2
Elektrolytstörungen: Hyperkalzämie (Kalzium im Blut zu hoch) oder Hypokaliämie (zu niedriges Kalium im Blut zu niedrig)
Psychische Erkrankungen: Essstörungen (Anorexie, Bulimie), Verhaltens- und Persönlichkeitsstörungen
Nebenwirkung von Medikamenten
Nach übermässigem Alkoholkonsum ("Nachbrand")
Selbsthilfe
Generell ist auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten. Als Richtwert gilt beim gesunden Erwachsenen 2-3 Liter täglich. Bei Kindern richtet sich die empfohlene Trinkmenge nach dem Alter. Kleinkinder und ältere Menschen sind besonders gefährdet für eine Austrocknung. Insbesondere ältere Menschen haben ein vermindertes Durstgefühl und sollen daher reichlich trinken, auch wenn sie nicht durstig sind.
Bei leichtem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust eignen sich zur Rehydrierung gezuckerte Tees, Sportgetränke, Mineralwasser, Bouillon und Fruchtsäfte.
In schwereren Fällen empfiehlt sich der Ausgleich mit speziell vorgefertigten "Rehydratationslösungen" aus der Apotheke. Diese "Zucker-Salz-Lösung" kann auch selber hergestellt werden:
1 gestrichener Teelöffel Kochsalz
8 gestrichene Teelöffel Zucker
1/2 Liter Orangensaft
1/2 Liter gekochtes Wasser oder Mineralwasser.
Wann zum Arzt?
Wenn man ohne erklärbaren Grund ständig Durst hat, sollte man die Ursache von einem Arzt abklären lassen.
Welcher Arzt ist zuständig?
Hausarzt
Internist (Facharzt für Innere Medizin)
Endokrinologe (Facharzt für Stoffwechselerkrankungen)
Nephrologe (Facharzt für Nierenerkrankungen)
Abklärung beim Arzt
Um sich ein genaues Bild von den aktuellen Beschwerden und den möglichen Ursachen zu machen, erfolgt zuerst die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung mit einfachen Hilfsmitteln (Betrachten, Abtasten, Abhören, Abklopfen, Funktionsprüfungen, etc.). Ausgehend von der Anamnese und der körperlichen Untersuchung können weitere spezielle Untersuchungen folgen.
Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese)
Fragen zum Durst: seit wann, wie stark, hat er im Verlauf zugenommen, Trinkmenge pro Tag, Zusammenhang mit bestimmten Situationen, besteht auch vermehrtes Wasserlassen, Beschaffenheit des Urins, etc.
Begleitsymptome
Vor- und Begleiterkrankungen, inklusive Operationen
Bedeutsame Erkrankungen/Todesursachen in der Familie
Gewichtsverlauf
Ernährungs- und Trinkgewohnheiten (vor allem Kaffee, Alkohol)
Medikamenteneinnahme, vor allem entwässernde Medikamente (Diuretika)
Körperliche Untersuchung
Der Arzt achtet bei der Untersuchung vor allem auf Zeichen der Austrocknung ("Dehydratation"): trockene Schleimhäute, niedriger Blutdruck, eine Hautfalte die man durch "Zwicken" auf dem Handrücken aufstellt, verschwindet nur langsam.