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Die Geschichte von «Dantons Tod» setzt dort ein, wo der euphorische Anfang der französischen Revolution schon lange vorbei ist. Das Volk hungert immer noch und neue Profiteure der Revolution lassen es sich auf dem Buckel der Bevölkerung gut gehen.
Danton, einstiger Anführer der Revolution, will die Schreckensherrschaft beenden. Danton, selber müde geworden, zweifelt daran, dass eine bessere Gesellschaft überhaupt möglich ist.
So kommt es zum Verwürfnis mit seinem einstigen Weggefährten Robespierre, welcher sich noch mehr radikalisiert und schliesslich Dantons Tod herbeiführt.
Starke Visualisierung
Der Regisseur Andreas Herrmann reichert das klassische Stück mit modernen Seitenhieben an. So mokiert er sich über die Austauschbarkeit und Belanglosigkeit der heutigen Aufstände der Wohlstandsgesellschaft.
Auch das starke, düstere Bühnenbild beinhaltet eine politische Komponente. Eine sich stetig bewegende Halbkugel, auf welcher die Schauspieler agieren und immer wieder herunterrutschen, symbolisiert die Welt im stetigen Wandel und die instabile Lage der Gesellschaft.
Es ist eine gelungene Inszenierung, die in der zweiten Hälfte einige Längen hat und an Dynamik verliert. Die schauspielerische Leistung des Ensembles ist sehr gut und auch die sprachliche Umsetzung hervorragend. Allerdings ist es kein leichtfüssiger Theatergenuss, sondern eignet sich vor allem für politisch und philosophisch Interessierte, die sich an einer ausgefeilten Sprache erfreuen und gerne zwischen den Zeilen lesen.
Regionaljournal Zentralschweiz; 17:30 Uhr.