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Unterlagen zur öffentlichen Mitwirkung 2017
Als Zwischenergebnis der Städtebaulichen Begleitplanung A5 Westast liegen folgende Dokumente vor:
- das städtebauliche Entwicklungskonzept
- der Richtplan Städtebau
- der Teilzonenplan
- das Teilbaureglement
- der Baulinienplan
- das Baulinienreglement
- der Überbauungsplan Weidteile
- die Überbauungsvorschriften Weidteile
- der Erläuterungsbericht
Diese planungsrechtlichen Grundlagen und Instrumente regeln die zukünftige städtebauliche Entwicklung entlang des A5-Westastes. Anlässlich der öffentlichen Mitwirkung 2017 kann die Bevölkerung dazu Stellung nehmen.
Entwicklungskonzept
Das Dokument «Städtebauliches Entwicklungskonzept A5 Westast» vermittelt einen Gesamtüberblick über die beabsichtigte Stadtentwicklung im Bereich des Autobahn-Trassees. Es zeigt insbesondere
- wie der Stadtraum im Gebiet des geplanten A5-Westastes in der Vergangenheit gewachsen ist und welche Qualitäten respektive Mängel er heute aufweist;
- welche Risiken und welche Chancen mit dem Bau der Autobahn verbunden sind;
- welche Strategie Biel und Nidau verfolgen, um aus dem A5-Westast den grösstmöglichen Nutzen zu ziehen;
- welche konkreten Schritte die beiden Städte bisher unternommen haben, um die langfristige Entwicklung entlang des Westastes zu planen;
- wie die städtebaulichen Konzepte in den einzelnen Teilgebieten aussehen;
- welche Auswirkungen der Westast auf das Verkehrsgeschehen haben wird und welche Schritte noch erforderlich sind für eine möglichst stadtverträgliche Verkehrsorganisation;
- wie der Stadtraum zwischen Nidau und Biel und zwischen dem Brüggmoos und dem Seefels in 40 oder 50 Jahren aussehen könnte, wenn die Entwicklungsstrategie umgesetzt sein wird.
Richtplan
In den vergangenen Jahren haben die Behörden von Biel und Nidau eine Strategie entwickelt, um auf den Bau des A5-Westastes angemessen reagieren zu können und um in den betroffenen Gebieten eine positive Entwicklung in Gang zu setzen.
Aufgabe des Richtplans Städtebau A5 Westast 2016 ist es, diese Strategie zu verankern. Das ist wichtig, denn die angestrebte Umgestaltung des Stadtraumes ist ein Prozess, der sich über viele Jahrzehnte hinziehen wird. In einigen Teilgebieten ist die Planung schon relativ weit fortgeschritten, in anderen bestehen erst relativ generelle Vorstellungen. Die im Richtplan festgehaltenen Massnahmen stellen sicher, dass die Entwicklung entlang des Westastes koordiniert und den formulierten Zielen entsprechend umgesetzt wird.
Der Richtplan ist für die Behörden bindend. Er schafft Planungssicherheit, weil sich alle Behörden bei der weiteren Planung an die im Richtplan verankerten Grundsätze halten müssen. Andererseits ist ein Richtplan auch ein dynamisches Instrument, das angepasst und ergänzt werden kann, wenn sich die Rahmenbedingungen verändern. So ist der Richtplan Städtebau A5 Westast 2016 eine Weiterentwicklung seines Vorgängers von 2014.
Zonenplan und Teil-Baureglement
Zonenpläne sind Karten, auf denen Gemeinden alle Flächen in ihrem Hoheitsgebiet einer bestimmten Nutzungszone respektive Bauzone zuweisen. Die in den einzelnen Zonen geltenden Bestimmungen werden im Baureglement oder in Überbauungsordnungen festgehalten. Gebiete, in denen erst die allgemeine Stossrichtung der künftigen Nutzung und Gestaltung feststeht, heissen Zonen mit Planungspflicht (ZPP). Die detaillierten Nutzungs- und Gestaltungsvorschriften müssen hier später noch in einer Überbauungsordnung präzisiert werden.
Für die Gebiete entlang des A5-Westastes haben Biel und Nidau einen Teilzonenplan entworfen, den beide Gemeinden für ihr jeweiliges Hoheitsgebiet in Kraft setzen werden. Für eine bessere Lesbarkeit ist dieser Plan in einen Nutzungszonenplan und einen Bauzonenplan aufgeteilt. Der Nutzungszonenplan hält fest, in welchen Gebieten welche Nutzungen (zum Beispiel Wohnen, Gewerbe, Park- und Sportanlagen, Parkierung) zulässig sind. Im Bauzonenplan sind die verschiedenen Bauzonen eingezeichnet. Die Bestimmungen zu den einzelnen Bauzonen (Geschosszahl, Bauweise etc.) finden sich im Baureglement der Stadt Biel. Die Zonen mit Planungspflicht sind sowohl im Nutzungszonenplan als auch im Bauzonenplan vermerkt.
Die Baureglemente von Biel und von Nidau enthalten die Bestimmungen über die zulässige Bebauung und Nutzung in den einzelnen Bau- und Nutzungszonen der jeweiligen Gemeinden. Das Teil-Baureglement A5 Westast ist eine Ergänzung zu diesen bestehenden Baureglementen.
Wesentliche Bestimmungen des Teil-Baureglements betreffen die Zonen für öffentliche Nutzungen (ZöN) und vor allem die Zonen mit Planungspflicht (ZPP). Im Gebiet des A5-Westastes sind insgesamt 23 ZPP ausgeschieden. Der Anhang zum Teil-Baureglement enthält für jede dieser ZPP Angaben
- zum Planungszweck (allgemeine Entwicklungsziele),
- zur Art der Nutzung (Wohnen, Gewerbe, Park- und Sportanlagen etc.),
- zum Mass der Nutzung (zulässige oberirdische Geschossfläche),
- zur maximal zulässigen Geschosszahl
- sowie Angaben zu den Gestaltungs- und Erschliessungsgrundsätzen.
Eine ZPP dient dazu, die wichtigsten Grundsätze zu verankern, nach denen das jeweilige Gebiet entwickelt werden soll. Auf der Basis dieser Grundsätze müssen die Gemeinden später detailliertere Vorschriften in Form einer Überbauungsordnung erlassen. Dies geschieht in der Regel erst dann, wenn Grundeigentümer ein grösseres Bauvorhaben realisieren wollen.
Kleinere Bauvorhaben wie Umbauten oder Erweiterungen sind in einer Zone mit Planungspflicht auch nach altem Recht möglich, solange noch keine Überbauungsordnung in Kraft getreten ist.
Baulinienplan und Baulinienreglement
Baulinien markieren die Grenze zwischen den bebaubaren Flächen und den Flächen, die freizuhalten sind. Zudem bezeichnen sie die Flächen, die für den Verkehr, für Gewässer und für wichtige Baumpflanzungen (z. B. Alleen) reserviert sind. Die Baulinien sind in einem Plan eingezeichnet, ein Reglement enthält die dazu gehörenden Bestimmungen.
Überbauungsplan und Überbauungsvorschriften Weidteile
Das Quartier Weidteile ist ein zusammenhängendes und weitgehend mit Wohnblöcken und Hochhäusern überbautes Gebiet zwischen dem Brüggmoos im Osten und der Keltenstrasse im Westen. Wo heute die Bernstrasse das Quartier zerschneidet, wird in Zukunft die A5 in gedeckter Halbtieflage hindurchführen. Die Befreiung vom Durchgangsverkehr ermöglicht eine umfassende Umgestaltung und Aufwertung der Weidteile. Ein Richtkonzept verankert die grundlegende Stossrichtung der beabsichtigten Entwicklung. Deren wesentliches Merkmal ist eine zusammenhängende und parkartige Grünanlage in der zentralen Achse des Quartiers. In einzelnen Teilbereichen soll die Bebauungsstruktur langfristig angepasst und ergänzt werden.
Für den grössten Teil der Weidteile liegt nun der Entwurf einer Überbauungsordnung vor. Zu dieser gehören ein Überbauungsplan sowie Überbauungsvorschriften. Die Vorschriften regeln im Detail, wie die Flächen bebaut und genutzt werden können. Dabei werden vier Sektoren unterschieden:
- Sektoren A: Baufelder
- Sektoren B: Zonen für öffentliche Nutzungen, parkartige Freiflächen
- Sektoren C: Umgebungs- und Erschliessungsflächen der Hochbauten
- Sektor D: Erschliessungs- und Parkierungsflächen für das Quartierzentrum
Ebenfalls im Plan festgehalten und in den Überbauungsvorschriften geregelt sind der öffentliche Verkehrsraum sowie die Hauptverbindungen für den Velo- und Fussverkehr.
Für drei Teilbereiche des Weidteile-Quartiers bestehen erst allgemein formulierte Nutzungs- und Gestaltungsabsichten. Diese Zonen mit Planungspflicht (ZPP) werden zu einem späteren Zeitpunkt durch detaillierte Überbauungsordnungen abgelöst.
Erläuterungsbericht
Der Erläuterungsbericht erklärt, welche Sachverhalte in den Plänen und Reglementen der baurechtlichen Grundordnungen von Biel und Nidau, die Gegenstand der öffentlichen Mitwirkung sind, geregelt werden.