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«Die Sense war schon immer ein Grenzfluss», sagte René Schneuwly. Als Gemeinderat von Wünnewil-Flamatt stellte er am Samstag an der Mitgliederversammlung des Vereins Kultur Natur Deutschfreiburg drei aktuelle Bauprojekte an der Sense vor. Schon die Römer hatten Streitigkeiten, wem welche Seite der Sense gehört. Zur definitiven Grenze zwischen den Kantonen Freiburg und Bern wurde der Wildfluss erst, als Freiburg 1481 dem Bund der Eidgenossenschaft beitrat. Bei den drei Bauprojekten am Fluss arbeiten die beiden Kantone zusammen.
Die Steinige Brücke
Sie ist im Freiburger Kulturgüterverzeichnis erfasst, wird in Bern als schützenswertes Objekt bezeichnet und ist von nationaler Bedeutung. Schwer vorstellbar, dass die Gemeinde Wünnewil-Flamatt im Jahr 1979 die Steinige Brücke nur widerwillig in Form eines Tauschgeschäfts vom Kanton Freiburg übernahm. Dieser akzeptierte eine von der Gemeinde geplante Unterführung und «schenkte» ihr im Gegenzug die Rundbogenbrücke. Im Laufe der Zeit verwandelte sich die anfängliche Zurückhaltung der Gemeinde über diesen Besitz in Stolz, auch wenn es um die denkmalgeschützte Brücke mit dem Baujahr 1850 immer schlechter stand. Die Abdichtung war mangelhaft, Wasser drang ein und Steine fielen aus der Brücke auf den darunterliegenden Wanderweg. Im Jahr 2001 startete der erste Anlauf einer Sanierung, wurde aber aus finanziellen Gründen wieder abgebrochen. 2019 bejahte der Generalrat den zweiten Versuch: Die Sanierung konnte im September letzten Jahres beginnen. «Es geht um den Erhalt der Substanz und die Verringerung der Unfallgefahr», sagte René Schneuwly.
Der wichtigste Punkt der Sanierung ist die Erneuerung der Abdichtung. Nach der Entfernung des Teers stiessen die Bauarbeiter auf Sandsteinplatten. Diese mussten auf Geheiss des Kulturgüteramts belassen werden. Momentan geht es darum, die Brücke endgültig abzudichten. Über einer ersten Schicht Teer wurden Bitumenbahnen verschweisst. Darauf folgte eine weitere Schicht Teer und Kies und zum Schluss Pflastersteine. «Alles muss kulturhistorisch übereinstimmen», sagte Schneuwly, «die Pflastersteine durften wir nur anbringen, weil wir glücklicherweise einige alte Exemplare auf der Brücke fanden.» Er rechnet damit, dass die Steinige Brücke bis Ende Oktober fertig saniert ist. «Es ergibt ein Bijou, von dem auch die nächsten Generationen profitieren können.» Den Hauptteil an Subventionen, 606 000 Franken, übernimmt das Bundesamt für Strassen. Das Kulturgüteramt und die Berner Denkmalpflege zahlen je 101 000 Franken. Neuenegg sowie die Loterie Romande tragen je 50 000 Franken bei. Der Gemeinde Wünnewil-Flamatt verbleibt ein Kostenanteil von 570 000 Franken.
Weitere Bauprojekte
Auch beim Projekt «Senseaufweitung» gab es Fortschritte. Die Auflagen und das Kreditbegehren in den Anstössergemeinden Wünnewil-Flamatt und Neuenegg wurden mittlerweile genehmigt. Die Kosten in der Höhe von 8,9 Millionen Franken werden zu 70 Prozent vom Bund übernommen. Die restlichen Kosten tragen neben diversen Ökologie-Fonds die Kantone Freiburg und Bern sowie die beiden Gemeinden. Gemeinderat Erwin Grossrieder schätzte die Dauer der Aufweitung auf zehn Jahre.
Als drittes Bauprojekt wurde an der Mitgliederversammlung die Renovierung des Sense-Viadukts vorgestellt. Die Intensivphase mit der 21-tägigen Sperrung der Brücke ist bereits bewältigt. Das 15-Millionen-Franken-Projekt soll bis Ende Jahr fertig sein.
Verein für Kultur Natur Deutschfreiburg (Kund)
Franz-Sepp Stulz bleibt Präsident
An der Mitgliederversammlung des Vereins für Kultur Natur Deutschfreiburg (Kund) vom Samstag ist Franz-Sepp Stulz für weitere drei Jahre als Präsident bestätigt worden. Ausserdem nahmen die Anwesenden Franziska Werlen und Jean-Claude Goldschmid als neue Mitglieder in den Vorstand auf. Markus Rüttimann, Karl Fäh und Andreas Stalder verliessen den Vorstand. «Wir haben Güter von den Generationen vor uns geerbt und tragen die Verantwortung, den Generationen nach uns etwas weiterzugeben», sagte der Freiburger Staatsrat Jean-François Steiert in einer Ansprache. Für das nächste Jahr plant der Verein die Verleihung des Kulturpreises im Januar und die Publikation eines zweisprachigen Stadtführers der etwas anderen Art. Kund ging 2017 aus der Fusion des Heimatkundevereins und der Deutschfreiburgischen Arbeitsgemeinschaft hervor und setzt sich für Kultur und Sprache sowie Natur und Landschaft ein.