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Zentrumsplanung Seminar Rickenbach
Das Areal liegt im Ortsteil Rickenbach am Rande der Gemeinde Schwyz.
Die Grundstücke sind mit Gebäuden aus verschiedenen Epochen und mit unterschiedlicher Baustruktur bebaut. Seit dem Auszug der Pädagogischen Hochschule Schwyz (PHSZ) werden sie vom Kanton mehrheitlich für Zwischennutzungen verwendet. Der Kanton ist Eigentümer der Liegenschaft des ehemaligen Seminars mit einer Turnhalle samt Aussensportanlagen sowie den Häusern Beau Site und Bellevue. Die auf dem Areal liegende Kapelle ist im Eigentum der Stiftung Kapelle St. Magdalena.
Mit dem Studienauftrag werden Ideen für die Entwicklung des gesamten Areals gesucht, welche später auch als Basis für einen Gestaltungsplan dienen sollen. Das Programm sieht den Abbruch des Seminargebäudes vor und den Neubau einer Wohnüberbauung, den Verkauf der Wohnhäuser Bellevue und Beau Site sowie den Fortbestand der Turnhalle mit Aussensportanlage.
Die Gebäudevolumina, die Stellung und Gestaltung der Bauten im vorgeschlagenen Konzept orientieren sich bezüglich Massstäblichkeit und Körnung an der Typologie des Strassendorfes und nehmen insbesondere auf die dorfbildprägenden Bauten – Kapelle, Haus Bellevue und Beau Site – Rücksicht.
Ergänzende Bauten stärken die Reihung der strassenbegleitenden Bebauung. Das Ensemble aus Kapelle und den Häuser Bellevue und Beau Site wird erhalten, aussenräumlich besser eingebunden und mit zusätzlichen Bauten ergänzt.
Den Auftakt zum Dorf bildet ein neues Gebäude mit Turnhalle. Zudem wird mit dieser Massnahme der bestehende Platz im Zentrum des Areals klarer definiert und in seiner Form gestärkt. Er soll in Zukunft multifunktional genutzt werden und eine grössere Bedeutung im Dorfleben erfahren. Die fussläufige Wegverbindung über den Schulweg führt direkt zum Platz und bindet diesen zusätzlich an das Dorf an.
Das bestehende, hangabwärts liegende Seminargebäude wird rückgebaut und mit vier Neubauten ergänzt. Die kleinmassstäblichen Volumen mit Satteldach fügen sich in die bestehende Bautypologie ein und können gleichzeitig die Verdichtungsbestrebungen des Dorfes erfüllen.
Bauetappen
In einer ersten Bauetappe werden hangabwärts vier Wohnbauten in unterschiedlicher Grösse und Ausrichtung entlang des natürlichen Hangverlaufes platziert, so dass von jedem Wohnhaus eine Aussicht auf das Seepanorama möglich ist. Die Bauten orientieren sich in Ihrer Grösse und Ausformulierung am Bauen im ländlichen Kontext und werden mit geneigten Dächern, Holzfassaden und Sockel gestaltet.
Die unterschiedlich grossen Häuser lassen ein breites Spektrum an zukünftigen Wohnungsgrössen und Typologien zu.
Der Grünraum der Landwirtschaft entwickelt sich in der neuen Siedlung zur kultivierten Landschaft und steht im Kontrast zum befestigten Dorfplatz. Die Zufahrt zur Turnhalle und den Parkplätzen erfolgt über die bestehende Erschliessung und wird nur im Bereich der Strasseneinmündung optimiert.
In der zweiten Bauetappe wird die bestehende Turnhalle abgebrochen. Durch deren Neuplatzierung kann ein für das Dorf passender Platzraum mit einer optimalen Dimensionierung und Begrenzung geschaffen werden und das Ensemble aus den drei, das Dorfbild prägenden Bauten – Kapelle, Haus Bellevue und Haus Beau Site – wird aufgewertet und erhält einen angemessenen Freiraum nach Westen.
Im Bereich der Kapelle wird die Stützmauer nach Westen verschoben, um hier einen vergrösserten Aussenraum zu ermöglichen. Zudem erhält der neue Dorfplatz eine klare Begrenzung nach Osten.
Mit der Realisierung der zweiten Bauetappe kennzeichnet die neue Turnhalle den Auftakt der strassenbegleitenden Bebauung hinein ins Dorf. Sie soll auch als Mehrzweckhalle für verschiedene Veranstaltungen genutzt werden können und sich bei Bedarf zum Platz öffnen.