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"Eros"
... die Männerliebe der Griechen
1836 erschien in Glarus der erste Band
EROS, Die Männerliebe der Griechen; ihre Beziehungen zur Geschichte, Erziehung, Literatur und Gesetzgebung aller Zeiten. Oder Forschungen über platonische Liebe, ihre Würdigung und Entwürdigung für Sitten-, Natur- und Völkerkunde.
"Männerliebe der Griechen" und "platonische Liebe" waren die damaligen Umschreibungen der naturgegebenen Veranlagung, für die sich später der einschränkende Begriff "Homosexualität" durchsetzte.
Verfasser des Buches war Heinrich Hössli, geboren am 6. August 1784 in Glarus. Sein Werk veröffentlichte er privat, also in einer Art Selbstverlag. Es basierte auf der Feststellung, dass Homosexualität, obwohl während fast zwei Jahrtausenden verketzert, verfolgt, mit Gefängnis, Folter und Hinrichtung bestraft, nie ausgerottet werden konnte. Es gibt sie nach wie vor. Also, und das war Hösslis logischer Schluss, den er zur These machte:
"Sie muss Teil der Natur sein."
Das belegte er mit unzähligen Beispielen aus der ganzen ihm bekannten Menschheitsgeschichte von den Griechen bis zu seiner Zeit, um immer wieder zu fordern: Wenn homosexuelles Fühlen und Verhalten eine Variante der Natur ist, kann sie niemals als Sünde und Ketzerei verdammt, niemals als Verbrechen geahndet und bestraft und niemals als Krankheit behandelt werden.
Hösslis These und die Schlüsse, die er daraus zog, sind vor ihm noch nie so gedacht und veröffentlicht worden. Darum gilt die Publikation seines EROS 1836 als beides, Anfang der allgemeinen Schwulenbefreiung und Schwulenemanzipation, wie auch Beginn der schweizerischen Schwulengeschichte.
Ernst Ostertag, Januar 2004