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Negative Docs, Filmstills, HD-Video, 9:00 Min., 2016 © Erica Scourti
SITUATION #48: Erica Scourti, Negative Docs, 2016
17. September – 27. November 2016
Für Negative Docs hat Erica Scourti einen algorithmischen Filterprozess verwendet, um zu dokumentieren, wie sich ihr mentaler Zustand im Laufe des Jahres 2015 verschlechterte. Mithilfe einer Software zur Gefühlsanalyse teilte Scourti ihre über das Jahr geschriebenen Texte in drei Kategorien ein: positiv, neutral, negativ. Aus den Wörtern, die der Algorithmus als negativ eingestuft hatte, wurde anschliessend ein Text erstellt.
Im Video wird der Text, dessen Inhalt an Negativität stetig zunimmt, mittels einer Schnell-Lese-App vorgetragen und ergibt so eine performative Lesung über Scourtis Abstieg in die Depression und ihre Schwierigkeit, mit dem Leben Schritt zu halten. Überblenden und Zwischenschnitte mit Screencasts von Online-Recherchen sowie Kamera-Uploads aus dem Archiv der Künstlerin beschleunigen die Erzählung fast bis zur Unverständlichkeit. Das Video fängt Scourtis aus den Fugen geratene psychische Verfassung ein und setzt sie zu den täglichen Anforderungen ins Verhältnis, stets funktionieren und besser werden zu müssen. Darauf spielt auch die Verwendung einer sogenannten „Efficiency App“ (zur Steigerung der Leistungsfähigkeit) an. Negative Docs verweist auf die schädliche Wirkung digitaler Technologien für unsere mentale Gesundheit, besonders auf die permanente Inanspruchnahme unserer Aufmerksamkeit für kommerzielle Zwecke.