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Chamonix-Mont-Blanc (F), Studienprojekt (ETHZ), 2018{"62":"https:\/\/baukombinat.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Gare-Centrale-Chamonix_5-1027x635.jpg","61":"https:\/\/baukombinat.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Gare-Centrale-Chamonix_4-1027x635.jpg","60":"https:\/\/baukombinat.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Gare-Centrale-Chamonix_3-1027x635.jpg","59":"https:\/\/baukombinat.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Gare-Centrale-Chamonix_2-1027x635.jpg","58":"https:\/\/baukombinat.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Gare-Chamonix-Central_TITEL-1-1027x635.jpg","57":"https:\/\/baukombinat.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Gare-Chamonix-Central_TITEL-1027x635.jpg"}
Chamonix erhält einen Hauptbahnhof, der die bisherigen zwei Stationen zusammenfasst. Hier beginnt die neue Bahnlinie durch das Mont-Blanc-Massiv nach Italien. Die folgende urbane Entwicklung löst eine Verdichtung nach innen aus.
Eine internationale Verbindung
Aus dem zum Eisenbahntunnel umgenutzten Mont-Blanc-Tunnel kommend, erreicht die neue Schmalspurstrecke Aosta–Chamonix die Rampe hinab ins Arvetal. Am Nordhang des Mont-Blanc-Massivs geht es hinab nach Chamonix-Grepon, wo die Strecke flaches Terrain erreicht. Nach einer Kurve folgt sie der Montenvers-Bahn zum neuen Bahnhof Chamonix-Central. Der Bahnhof verfügt über neun Gleise: Sieben dienen dem Regionalverkehr in Richtung Sallanches, Aosta und Martigny, zwei dem touristischen Verkehr zum Montenvers.
Urbanisierung für Chamonix
Als regionales Zentrum und neuer Eisenbahnknoten des Mont-Blanc-Gebietes hat Chamonix erhöhte städtische Entwicklung zu erwarten, die im Sinne des Landschaftsschutzes mit einer Verdichtung nach innen aufgenommen werden soll. Hierfür ist genug Platz vorhanden, da nicht nur der neue Bahnhof weniger Raum einnimmt als die beiden alten, sondern auch nordwestlich dessen mit der Place du Mont Blanc eine Freifläche zur Verfügung steht, die im Verhältnis zum Ort massiv überdimensioniert ist. Vom Bahnhof zu diesem Entwicklungsgebiet führt eine urbane Achse, die in der bestehenden Stadtgeografie bereits schwach angedeutet ist und nun voll ausformuliert wird. So ergibt sich ein Dreieck zwischen dem alten Stadtkern, der neuen Stadterweiterung und dem Hauptbahnhof. Von dieser Keimzelle ausgehend können die vorgesehenen Baufelder je nach Bedarf entwickelt werden. Die Baufelder sind so angelegt, dass die meisten der bestehenden Gebäude erhalten bleiben und in die neue Bebauung integriert werden können. Dieser Teil von Chamonix wird so von seinem suburbanen, undefinierten Charakter befreit und wird zu einem vollwertigen Teil der Stadt.
Ein Bahnhof als Zeichen
Die neue städtische Achse trifft beim Bahnhofsplatz mit der von der alten Stadt kommenden Avenue Michel Croz zusammen. Das stadtseitige Bahnhofsgebäude selber besteht aus drei Teilvolumen, von denen das mittlere, das die Empfangshalle aufnimmt, zurückspringt, sodass der Platz klar gefasst wird. Im nördlichen und südlichen Teil ist im Erdgeschoss Platz für öffentliche Nutzungen. Betritt man die Empfangshalle, befinden sich rechts die Fahrkartenschalter und links die Freitreppe, die die Brücke zu den Gleisen erschliesst. Sie wird von vier Betonpfeilern getragen, die gleichzeitig die Aufzüge aufnehmen. Durch die Ausformulierung der Brücke und der strukturellen Öffnung, durch die sie hinaus zu den Gleisen führt, werden Empfangs- und Gleishalle miteinander verbunden. Die Brücke endet ebenerdig bei den Gleisen 8 und 9, die der hier beginnenden Montenvers-Bahn dienen. Direkt hinter diesen befindet sich der rückseitige Bahnhofplatz. Die Bahnsteighalle wird durch ein Dach geschützt, das ebenfalls von den Betonpfeilern getragen wird. Dessen zwei rechtwinklig zueinander stehende Querschnittfiguren kreuzen sich in der Empfangshalle in einer geschwungenen Figur. Durch die Ausformulierung des Gebäudes wird klar auf die beabsichtigte Entwicklung Chamonix‘ zu einem urbanen Zentrum Bezug genommen.