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Der britische Reaktorentwickler Rolls-Royce SMR hat mit Unterstützung der Behörde NDA eine Studie zur Bewertung von Standorten für den möglichen Einsatz des Rolls-Royce-SMR erfolgreich abgeschlossen. Die NDA ist von der britischen Regierung dazu beauftragt, Altlasten zu beseitigen und Nuklearstandorte zu sanieren. In ihrer Obhut liegen einige Standorte stillgelegter Kernkraftwerke und auch das Gelände des Nuklearkomplexes Sellafield in der Region West Cumbria.
Gemäss Rolls-Royce SMR ist die Studie Teil «der ersten Phase eines Arbeitsprogramms, das die Standortwahl, die Möglichkeiten der Zusammenarbeit und die sozioökonomischen Vorteile des Einsatzes von Rolls-Royce-SMR auf Landparzellen innerhalb von NDA-Grundstücken untersucht, wobei auch andere Standorte in ganz Grossbritannien geprüft werden». Diese Arbeiten stünden im Einklang mit dem NDA-Auftrag der Sanierung von alten Nuklearstandorten und deren Freigabe für andere Nutzungsmöglichkeiten. Und die Studie folge der Ankündigung des Departments for Business, Energy and Industrial Strategy (BEIS) früher in diesem Jahr, dass die NDA mit interessierten Parteien zusammenarbeiten werde, um potenzielle künftige Nuklearprojekte an NDA-Standorten zu ermöglichen, so Rolls-Royce SMR. Die NDA arbeitet bei der Weiternutzung von Standorten neben Roll-Royce SMR also auch mit weiteren Partnern zusammen, wie beispielsweise dem Entwicklungsunternehmen Cwmni Egino.
Geeignete Standorte sollen SMR-Betrieb am Anfang der 2030er-Jahre erlauben
Rolls-Royce SMR habe die Standorte anhand einer Reihe von Kriterien bewertet, die es ermöglichten, Kernkraftwerkseinheiten bis Anfang der 2030er-Jahre in Betrieb zu nehmen. «Dazu gehören: vorhandene geotechnische Daten, eine angemessene Netzanbindung und ein Standort, der gross genug ist, um mehrere SMR zu errichten», verkündete das Unternehmen.
So sei es gelungen Land auf vier NDA-Grundstücken zu identifizieren, die Rolls-Royce SMR für einen möglichen Bau bevorzugen würde: Trawsfynydd in Nordwales, ein Grundstück beim stillegelegten Kernkraftwerk Berkeley in der Nähe des Nuklearkomplexes Sellafield in Nordwestengland, Wylfa auf der Insel Anglesey in Nordwales und Oldbury im Zentralwesten Englands. An diesen Orten könnten mehrere SMR mit einer Kapazität von bis zu 15 GW errichtet werden und so die Pläne der britischen Regierung zur Erhöhung der Energieversorgungssicherheit unterstützt werden. Rolls-Royce SMR betonte aber, dass «jede förmliche Zusage von NDA-Gelände oder sonstiger Unterstützung die Zustimmung der Regierung über das für die NDA zuständige BEIS erfordern» würde.
Gemäss Rolls-Royce SMR wurden auch andere Standorte geprüft. Beim NDA-Standort Berkeley in Südwestengland könnten vier bis sechs SMR mit einer Gesamtleistung von maximal 3 GW gebaut werden, dazu bräuchte es aber noch weitere Abklärungen. Auf Grundstücken an Nuklearstandorten, die nicht der NDA gehören, wären SMR mit einer Gesamtleistung von maximal 5,5 GW möglich. Es bräuchte aber Übereinkommen (u.a. mit dem Betreiber/Besitzer Électricité de France, EDF). Dies gilt für Hartlepool (Südostengland, zwei SMR), Heysham (Nordwestengland, drei SMR) und Bradwell (Südostengland, vier bis sechs SMR). Beim Rolls-Royce-SMR handelt es sich um einen kleinen Druckwasserreaktor mit einer elektrischen Leistung von 470 MW.
Unternehmen Rolls-Royce SMR als bevorzugter Technologieanbieter ausgewählt
Am 11. November 2022 gab Rolls-Royce SMR zudem bekannt, dass es von der neu gegründete Solway Community Power Company Ltd als bevorzugter Nukleartechnologieanbieter ausgewählt wurde. Solway plant, West Cumbria mit neuer Kernkraft zu versorgen. In dieser Region an der Nordwestküste Englands liegt auch der Nuklearkomplex Sellafield. Dadurch seien bereits Fähigkeiten, Erfahrungen und die Lieferkette für die Nutzung der sauberen, zuverlässigen und bewährten Energiequelle Kernenergie an einem Standort in der Nähe von Sellafield vorhanden.
Quelle
B.G. nach Rolls-Royce-SMR, Medienmitteilungen, 9. und 11. November 2022
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