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Die Hauptstadt Brasiliens wurde eingeweiht am 21. April 1960, gelegen auf zirka 1.000 Metern Höhe. Die Region wird vom „Rio Paranoá“ bewässert, sie hat eine einheitliche Topografie und ein überaus gesundes Klima – trocken und warm. Noch im Jahr 1956 gab es an diesem Ort nichts als die Einsamkeit des „Cerrado“!
Der Grundriss der Stadt stammt von Städteplaner Lúcio Costa. Er besteht aus zwei Achsen, die sich im rechten Winkel kreuzen und an den Grundriss eines Flugzeugs erinnern. Sie wurden der lokalen Topografie angepasst. Die Nord-Süd-Achse stellt den Wohnsektor dar, und die Ost-West-Achse reiht die Sektoren Administration, Kultur, Vergnügung, Sport, Militär und Wirtschaft aneinander.
Die Architektur der Gebäude stammt vom Star-Architekten Oscar Niemeyer. Sie gehören zu den progressivsten Schöpfungen der Weltarchitektur, wie die Konstruktionen des „Nationalkongresses“ und andere administrative Gebäude beweisen.
Die Stadt wurde aus dem Nichts, innerhalb einer Bauzeit von nur 4 Jahren, buchstäblich aus dem Boden gestampft! Die Betonmischer liefen rund um die Uhr auf vollen Touren, Bauarbeiter und Handwerker waren in Schichten tätig, rund um die Riesenbaustelle entstanden provisorische Arbeitersiedlungen – wie „Núcleo Bandeirante“ oder „Cidade Livre“ – mit allen Charakteristika der Pionierstädte. Einige von ihnen haben sich gehalten und sind als Vorstädte im Regierungsdistrikt aufgegangen, wie zum Beispiel „Taguatinga“ und „Braslândia“.
Die Arbeiter, meistens „Nordestinos“ (aus dem Nordosten) nannte man „Candangos“. Die Bezeichnung übertrug sich dann auch auf die ersten Bewohner der neuen Hauptstadt. Das Wachstum der Bevölkerung war rasant: 1959 wurden 64.314 Bewohner in der kaum fertig gestellten Stadt gezählt, 1960 waren es bereits 92.761 Bewohner und dann, 10 Jahre später (1970) 277.005 Einwohner. Heute, im Jahr 2003, ist die 2 Millionengrenze überschritten, mit 2.043.169 Einwohnern.
Energie fliesst aus den in der Nähe gelegenen Wasserkraftwerken „Paranoá“ und „Cachoeira Dourada“, darüber hinaus existieren im Gebiet so genannte thermoelektrische Kraftwerke für den Notfall.
Brasília ist mit Belo Horizonte, Rio de Janeiro, São Paulo, Belém und Fortaleza durch Fernstrassen verbunden, und durch die Schiene mit verschiedenen städtischen Zentren der Bundesstaaten São Paulo, Minas Gerais und Goiás. Der moderne Flughafen der Hauptstadt gehört zu den meist frequentierten des Landes.
Die Geschichte Brasílias ist vor allem die seiner Konstruktion. Der Mann, der sie gebaut hat, ist der Architekt Oscar Niemeyer, und wir wollen ihm hiermit Gelegenheit geben zu einem persönlichen Kommentar:
Der Traum
„Einem Besucher, der Brasília zum ersten Mal sieht, erscheint die Stadt nicht unbedingt wie eine voraussehbare und unvermeidliche Fortsetzung üblichen Städtebaus – eher wie eine Oase in der Weite einer Wüste, eine Erscheinung, welche von der Natur des „Agreste“ und ihrer Jahrtausende alten Stille scheinbar gewürdigt wird. Eine Erscheinung, wie ein Akt der Besitzergreifung, ein vorgeschobener Posten der Zivilisation und ihres Fortschritts, zu dem mutige Menschen das eigene Leben einbringen – mit all seinen Freuden und Unsicherheiten. Diese emotional geladenen Faktoren und ihre Kontraste erschwerten aber auch die Realisierung. Von Regierung zu Regierung schleppte sich dieser Wunschtraum, und seine konkrete Umsetzung schien lange Zeit unmöglich, besonders innerhalb einer einzigen Regierungsperiode von nur 4 Jahren – man fürchtete sich vor einer halbfertigen Bauruine und einer ruinierten Staatskasse.
Die enorme Grösse der Aufgabe erklärt die lange Wartezeit zwischen den ersten befürwortenden Manifesten eines Umzugs der Hauptstadt und dessen Verwirklichung. Man brauchte Zeit, um die beste Gelegenheit abzuwarten, den entscheidenden Moment und den unentbehrlichen Optimismus. Hier handelte es sich nicht nur um ein Gebäude mit schwierigem Bauplan, sondern um ein Werk, dessen Unterbrechung zweifellos zum Verlust von Motivation und Prestige führen würde.
Ein Werk, das eine gigantische Anstrengung, Kampfgeist und Opferbereitschaft und einen unverrückbaren Willen, gepaart mit konstanter Aktivität erfordern würde, um es in dem lächerlichen Zeitraum von nur fünf Jahren zu realisieren. Nur ein Regierungsoberhaupt mit einer persönlicher Leidenschaft für diese Idee hatte eine Chance sie zu verwirklichen – dieser Mann war Präsident Juscelino Kubitschek de Oliveira, dessen Interesse für Brasília sich bereits während seiner Wahlkampagne 1955 um die Verwirklichung des langgehegten Hauptstadttraums rankte, und der sich dann, aller Schwierigkeiten zum Trotz, mutig und unbeirrbar seiner Verwirklichung widmete – ungeachtet der politischen Opposition, die im gleichen Masse wuchs, mit dem sich das Vorhaben konkretisierte.
Ich fing an, mich eines schönen Morgens mit Brasília zu beschäftigen, als Juscelino Kubitschek seinen Fahrer vor meinem Haus in der „Gávea“ (Stadtteil in Rio de Janeiro) anhalten liess, um mich mit in die Stadt zu nehmen. Noch im Wagen, machte ich meiner professionellen Leidenschaft Luft, die dieser Traum über die Jahre in mir aufgestaut hatte. Beim Mittagessen in einem Restaurant konnte ich nicht umhin, meine Vorstellungen mit ein paar Strichzeichnungen auf einer Serviette zu illustrieren, und er – mit dem mich andere Arbeiten verbanden, auch andere Schwierigkeiten und eine langjährige, treue Freundschaft – steckte die Serviette in seine Sakkotasche. Von da an begann mein Leben in Funktion von Brasília.
Das Projekt
Der von Lúcio Costa entworfene Bebauungsplan – welcher von einer Kommission von Architekten und Städteplanern internationalen Renomées einstimmig ausgewählt wurde – entsprach der folgenden Idee, die im „Relatório do Plano-Piloto de Brasília“ festgehalten ist:
„Brasília soll nicht nur als ein Organismus geschaffen werden, in der Lage die vitalen Funktionen irgendeiner modernen Stadt ausreichend und ohne Anstrengung zu erfüllen, nicht nur als urbs, sondern als civitas, in Besitz aller unumgänglichen Attribute einer Hauptstadt. Und in diesem Sinne ist die erste Bedingung, einen Städteplaner mit gewisser Würde und noblen Absichten zu finden, denn aus solcher Grundhaltung ergibt sich in der Ausführung das Gespür für den erwünschten monumentalen Charakter des Projekts. Monumental nicht im Sinne des Pomps, sondern im Sinne des gefühlvollen Ausdrucks, mit anderen Worten, wert- und bedeutungsbewusst. Eine geplante Stadt für effiziente und ordentliche Arbeit, aber gleichzeitig auch eine lebendige und beliebte Stadt, geeignet, intellektuelle Fantasien und Spekulationen anzuregen, um sich im Lauf der Zeit, neben dem Sitz der Regierung und der Administration, auch zu einem der sensibelsten kulturellen Zentren des Landes zu entwickeln“.
Die ersten Projekte für Brasília wurden in meinem antiken Büro, in Rio, entwickelt. Meine Aufgabe war, eine schöne und klare Strukturform zu finden, innerhalb einer erwünschten Noblesse, welche die wichtigsten Regierungsgebäude definieren und charakterisieren würde, ohne mir dabei vorläufig funktionelle Grenzen zu setzen. Aber was mich bis ins Innerste aufwühlte, war meine Suche nach neuen, andersartigen Formen, mit denen diese Gebäude in Erscheinung treten würden – weit weg von der Routine, in der die gegenwärtige Architektur leider melancholisch stagniert. Formen, die geeignet wären, zukünftige Besucher der neuen Hauptstadt zu überraschen und zu stimulieren und damit ihre eigene Grandiosität unter Beweis stellten.
Unerwartete Harmonie
Ich bemühte mich, alle an den einzelnen Projekten Beteiligten so zu orientieren, dass die Idee einer freien und kreativen Architektur gewahrt bliebe, um nicht in jene formalistischen Tendenzen zu verfallen, mit denen die brasilianischen Architekten neuerdings ihre Auftraggeber langweilen. Also eine Architektur, die sich nie nach den radikalen Vorgaben des Funktionalismus richtet, sondern nach neuen und unterschiedlichen, und wenn möglich, logischen Lösungen innerhalb des konstruktiven Systems sucht. Und das ohne Angst vor den Widersprüchen zwischen Form, Technik und Funktion – überzeugt, dass einzig und allein die schönen, unerwarteten und harmonischen Lösungen Bestand haben werden.
Mit diesem Ziel akzeptierte ich alle Anstrengungen und alle Kompromisse, überzeugt, dass Architektur nicht nur einfach eine simple Frage der Ingenieurstechnik ist, sondern ein Manifest des Geistes, der Vorstellungskraft und – der Poesie.
Nehmen wir nur mal den „Palácio do Congresso“ (Kongress-Palast) als Beispiel. Seine Komposition ergab sich aus folgenden Kriterien: Möglichkeiten der Architektur und Forderungen der Planung, des Volumens, der Freiräume und, ganz besonders der Absicht, ein Werk von monumentalem Charakter zu schaffen – mit einer Vereinfachung seiner Elemente und einer Anwendung von reinen geometrischen Formen. Und auf dieser Basis entwickelte sich dann das gesamte Palast-Projekt, inklusive einer Nutzung der örtlichen Gegebenheiten: jene monumentale „Esplanade“, flankiert von den beiden Avenidas, und auf ihrem letzten Drittel besetzt mit den charakteristischen Kuppeln der Hierarchie.
Beim „Palácio do Planalto“ (Arbeitsplatz des Präsidenten), dem „Supremo“ (Oberster Gerichtshof) und dem „Alvorada“ (Wohnung des Präsidenten) begnügte ich mich damit, mir den Kopf über ihre tragenden Elemente, die man in der Regel als Säulen bezeichnet, zu zerbrechen.
Es gefiel mir nicht, zylindrische oder eckige Säulen zu verwenden – die einfacher und billiger gewesen wären – ich wollte eine andere Form, selbst wenn diese sich mit gewissen funktionellen Forderungen beissen würde, eine Form, die jenen Gebäuden einen besonderen Charakter verleihen, ihnen eine gewisse Leichtigkeit geben würde, um sie wie vom Boden gelöst, wie schwebend erscheinen zu lassen.
Während der Konzeption dieser Paläste beschäftigte ich mich auch mit der Atmosphäre, die sie dem „Praça dos Três Poderes“ (Platz der Drei Gewalten) verleihen würden. Ich wollte sie nicht kalt und technisch, mit der klassischen Reinheit und Härte, die man eigentlich von geraden Linien erwartet. Im Gegenteil, ich wollte sie gefüllt mit Form, mit Traum, mit Poesie. Formen, die den Boden nicht als Bedingung der Technik beschwerten, sondern die Paläste wie in der Schwebe halten würden – leicht und weiss, in den endlosen Nächten des „Planalto“ (Hochebene von Brasília).
Das Experiment
Während der Bauausführungen hatten wir unzählige Hindernisse zu überwinden, Probleme, welche sich durch die Hetze und die Transportschwierigkeiten zuspitzten und uns in vielen Fällen zwangen, vorgesehene Materialien durch andere zu ersetzen, nur um uns innerhalb des Zeitplans halten zu können. So erarbeiteten wir in 14 Tagen Projekte, zu denen wir normalerweise zwei oder drei Monate gebraucht hätten – vereinfachten und änderten Vorgaben, um importiertes Material zu vermeiden, das, obwohl besser geeignet, uns zusätzliche Schwierigkeiten wegen der höheren Kosten, und auch im Zollbereich, bereitet hätte. Ausserdem gehörte es sich, die brasilianische Industrie zu protegieren.
Wir akzeptierten also die Stimme der Vernunft, auch deshalb, weil uns bewusst war, dass Brasília eine nationale Realität auszudrücken hatte und – dass wir unwiderruflich auf ein Datum festgelegt waren, an dem diese Stadt soweit fertig sein musste, dass man sie als „beziehbar“ bezeichnen konnte – zumindest für den Regierungsapparat. Dieses vorgegebene Datum war der 21. April 1960. Es ist wahr, dass ich in meiner Arbeit ein paar Fehler gefunden habe, aber ich tröste mich mit der Überzeugung, dass man mit kritischer Sachkenntnis leicht in jedem Architektur-Projekt Fehler entdecken kann. Nun könnte ich diese Fehler ja mit jener zeitlichen Hetze entschuldigen – wenigstens teilweise. Bin aber der Meinung, dass gerade diese Hetze sich in einen positiven Aspekt verwandelt, denn sie erlaubt dem Architekten – nachdem sein Projekt Gestalt angenommen – nachträgliche Änderungen zu vermeiden und bei der ursprünglichen Lösung zu bleiben, in all ihrer spontanen Reinheit.
Wir hatten eine Aufgabe zu erfüllen, und wir alle hatten den Wunsch, es in der vorgesehenen Zeit zu schaffen. Und diese Absicht schuf eine Art Kampfgeist, eine Zielstrebigkeit und Entschlossenheit, die wir vorher nie gekannt haben, ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das alle unterschiedlichen Rassen, militärischen Ränge und professionellen Positionen einebnete – ein gemeinsames Ziel, welches eventuell existierende Klassenunterschiede zwischen uns einfach aufhob.
Brasília bedeutete für alle, die an dem Werk gearbeitet haben, eine Erfahrung voller Kampf und neuer Erkenntnisse, die wohl von niemandem wieder vergessen werden können. Ich spürte diesen Druck von Anfang an, seit der ersten Kontakte mit der Aufgabe, seit der ersten durchgeführten Studien war mir bewusst, dass es sich hier um eine wahrhaft gigantische Aufgabe handelte – aber auch eine notwendige – ein fundamentales Werk für unser grosses Land. Meine persönlichen unvergesslichen Eindrücke sammelte ich während meines Aufenthalts und meiner Teilnahme – zusammen mit Tausenden von Brasilianern – an diesem langen Abenteuer, nach dem mich heute – wie so viele andere, die mit dabei waren – eine unstillbare Sehnsucht erfüllt.
Etappen
Zum Schluss dieses Berichts füge ich einige der Inschriften an, die auf dem Denkmal am „Platz der Drei Gewalten“ eingraviert sind. Sie berichten von den einzelnen Etappen der Konstruktion – über ihren Anfang steht da: „in seiner Wahlkampagne als Präsidentschaftskandidat unterhält Juscelino Kubitschek de Oliveira in jedem besuchten Ort einen lebendigen Dialog mit dem Volk, um etwas von dessen Vorstellungen und Wünschen zu erfahren.
Am 4. April, in Jataí, einer kleinen Stadt in Goiás, wird er von einem Mann aus dem Volk gefragt, ob er die Absicht habe, im Interior des Landes die neue Hauptstadt zu erbauen. „Ich werde unsere Verfassung und die Gesetze in ihrem gesamten Ausmass erfüllen. Die Konstitution befürwortet die Verlegung der Hauptstadt. Es muss nur jemand den Mut aufbringen, diese Aufgabe anzugehen – und ich werde das tun!“ antwortete der Kandidat.
Über das Instrument zur Realisierung von Brasília sagt die Inschrift: „Am 18. April 1956 unterzeichnet Präsident Juscelino Kubitschek in Anápolis die Nachricht an den Nationalkongress, in der er die Schaffung der „Companhia Urbanizadora da Nova Capital“ – die „Novacap“ – vorschlägt (Gesellschaft zum Bau der Neuen Hauptstadt), mit der erklärten Absicht, die Auswahl des Ortes, die Planung und die Konstruktion der zukünftigen nationalen Metropole zu promovieren.“
Am 19. September desselben Jahres beschliesst der Nationalkongress, und der Präsident sanktioniert, das Gesetz Nº 2.874, welches den Umzug der „Capital Federal“ von Rio de Janeiro nach Brasília zum Inhalt hat.
Fehlte jetzt noch der Plan für die Stadt: „Am 24. September 1956 genehmigt der Präsident der Republik, laut Dekret Nº 40.017, die Bildung der Aktiengesellschaft Novacap, nominiert als ihr Präsident ist: Israel Pinheiro da Silva und als Direktoren: Bernardo Sayão Cavalho Araújo, Ernesto Silva und Iris Meinberg. Nach einer öffentlichen Ausschreibung erklärt die Jury, bestehend aus den Architekten und Städtebauexperten William Holford, André Sive, Stamo Papadaki, Oscar Niemeyer, Hildebrando Horta Barbosa und Paulo Antunes Ribeiro, das Projekt des Architekten Lúcio Costa zum Sieger des Wettbewerbs.
Der Segen der Kirche kam am 3. Mai 1957: „Am Jahrestag der Entdeckung und ersten Messe auf den Ländereien von „Santa Cruz“ (gemeint sind der 21. April 1500 und die erste Messe von „Cabral“ in Porto Seguro) erfreut es uns besonders, dass dieses heilige Datum durch eine erste Messe in der neuen Hauptstadt Brasília in Erinnerung gerufen werden soll. Wir werden Gott bitten, dass er über die grosszügige Brasilianische Nation seine himmlische Güte ausschütten möge, auf dass das Licht des Evangeliums und die Lehren der Kirche in ihr blühen und sich weiterentwickeln. Wir erteilen hiermit Ihrer Exzellenz, den anwesenden Autoritäten und der suggestiven Zeremonie, sowie dem ganzen geliebten brasilianischen Volk, unseren besonderen apostolischen Segen“. Gezeichnet: Pius PP XII.
Der Präsident
In einer Rede während der Bauzeit – auch, um die Arbeiter zu noch mehr Leistung anzutreiben, sagte Juscelino Kubitschek – jetzt als gewählter Präsident: „Brasília kann nur verwirklicht werden, weil der Glaube an Gott und an Brasilien uns alle motiviert und erhält – Euch alle, „Candangos“, und ich bin stolz darauf, zu euch zu gehören. Einige von euch kamen aus Minas Gerais, andere aus angrenzenden Bundesstaaten, die meisten aus dem Nordosten. Und ihr seid alle irgendwie hier eingetroffen, manche sogar zu Fuss – weil ihr alle dort draussen die Botschaft von Brasília vernommen habt. Weil man euch erzählt hat, dass wir der Fahne unserer Heimat einen neuen Stern hinzufügen möchten – zu den anderen einundzwanzig (damals bestand Brasilien nur aus 21 Bundesstaaten – heute 26). Ich anerkenne euren beispiellosen Einsatz und erkläre in diesem Moment, dass ihr der Ausdruck der Kraft seid, die Brasilien vorwärtsbewegt!“
Und als die Stadt eingeweiht wurde – am 21. April 1960 – sagte Juscelino: „Am heutigen Tag blättern wir eine Seite um in der Geschichte Brasiliens. Wir erklären unsere kühnste Aufgabe für erfüllt – unsere dramatischste Aufgabe ebenfalls. An diesem 21. April – gewidmet „Alferes Joaquim José da Silva Xavier“, dem „Zahnzieher“ (Tiradentes, Freiheitsheld) sowie dem einhundertachtunddreissigsten Jahr der Unabhängigkeit und dem einundsiebzigsten Jahr der Republik – erkläre ich, unter dem Schutz Gottes, die Stadt Brasília, Hauptstadt der Vereinigten Bundesstaaten von Brasilien, als eingeweiht!“