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Tomatis-Methode
Definition
Die Tomatis-Methode ist ein psychopädagogisches Training, das vorbeugend und heilend bei Hörschwierigkeiten eingesetzt wird.
Herkunft
Die Tomatis-Methode geht auf den französischen Hals-Nasen-Ohren-Arzt Alfred A. Tomatis (1920-2001) zurück. Nach jahrelangen Studien über die komplexen Wechselbeziehungen zwischen Gehör, Stimme, Sprache und Psyche entwickelte er seine spezielle Horchpädagogik. Er konnte nachweisen, dass jede Art der stimmlichen Äusserung durch die Aktivität der Ohren gesteuert wird. 1957 veröffentlichte er seine Entdeckungen unter dem Namen „Tomatis-Effekt“. Daraus entstand später die Bezeichnung Audio-Psycho-Phonologie.
Grundlagen
Nach Tomatis besteht ein Unterschied zwischen Hören und Horchen. Hören ist die physiologische Fähigkeit, Töne wahrzunehmen, ein Vorgang, der meist unbewusst abläuft. Horchen dagegen ist das willentliche Wahrnehmen von Tönen und Klängen, auch im Sinn von bewusstem Zuhören. Horchen ist ein aktiver Vorgang, der Konzentration und Aufmerksamkeit erfordert. Dank der Mittelohrmuskeln können die Menschen so regelrecht „die Ohren spitzen“: Das Ohr konzentriert sich auf bestimmte akustische Reize und blendet störende Geräusche aus.
Manchmal sind trotz intaktem Hörvermögen die Fähigkeit und der Wille zum Horchen beeinträchtigt. Aus dieser mangelnden „Horchbereitschaft“ können erhebliche Konsequenzen für die Kommunikationsfähigkeit resultieren sowie Verhaltens- und Lernschwierigkeiten auftreten. Dabei bedeutet Kommunikation nicht nur die Fähigkeit, mit anderen zu sprechen, sondern auch, sich anderen gegenüber zu öffnen, auf sie zu „horchen“. Die Tomatis-Methode zielt darauf ab, das Horchen des Patienten zu schulen und dadurch seine Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern. Bisher vernachlässigte Frequenzen werden besser wahrgenommen. Um dies zu erreichen, werden die Mittelohrmuskeln trainiert.
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