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Das Parlament in Lima wählte Francisco Sagasti mit 97 von 130 Stimmen. Die Regierungskrise gilt damit vorerst als überwunden. Der 76-jährige Abgeordnete gehört zu einer Mitte-Rechtspartei, die letzte Woche gegen die Absetzung von Martin Vizcarra Stellung bezogen hatte, des regulären Staatspräsidenten. Den in der Bevölkerung beliebten Vizcarra hatte die Parlamentsmehrheit des Amtes enthoben, angeblich, weil er korrupt sei.
Darauf wurde zunächst der Rechtspolitiker Manuel Merino interimistischer Staatspräsident. Dieser musste jedoch schnell zurücktreten. Zehntausende Demonstranten hatten Merino für einen, wie sie sagen, «parlamentarischen Staatsstreich» verantwortlich gemacht. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet wegen Exzessen der Polizei während den Kundgebungen.
Tote und Vermisste nach Demonstrationen
Sagasti ist Perus dritter Staatspräsident in acht Tagen. Er hat die Aufgabe, das Land bis zu den Neuwahlen im nächsten April zu regieren und das Amt im darauffolgenden Juli dem gewählten Nachfolger zu übergeben. In der Vergangenheit hatte Sagasti mehrfach Ministerposten inne.
Nach der Wahl sprach er sich dafür aus, den Tod zweier Demonstranten durch Gummischrot aufzuklären, ebenso den Verbleib von rund einem Dutzend Kundgebungsteilnehmern, die seit den Polizeiaktionen als vermisst gelten.
Auch die UNO kritisiert das harte Vorgehen der Ordnungskräfte während den Kundgebungen und will es auf die Verhältnismässigkeit prüfen lassen.