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Die EU-Kommission erlaubt den beiden Medienriesen Bertelsmann und Pearson den Zusammenschluss ihrer Verlage Random House und Penguin zum grössten Verlag der Welt. Es gebe "keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken", teilte die Kommission am Freitag in Brüssel mit.
Das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen werde "weiterhin mit mehreren starken Wettbewerbern konkurrieren".
Der Bertelsmann-Konzern und Pearson hatten die Fusionspläne Ende Oktober bekannt gegeben. Die beiden Unternehmen wollen durch den Zusammenschluss ihrer Verlage Kosten sparen und beim Geschäft mit elektronischen Büchern ganz vorn dabei sein.
Sie wollen die Fusion in der zweiten Jahreshälfte 2013 abschliessen. Gemeinsam werden beide Verlage in den USA, Kanada, Grossbritannien, Australien, Neuseeland, Indien, Südafrika, China, Spanien und Lateinamerika vertreten sein.
Sich behaupten
Sowohl beim Erwerb von Urheberrechten für englischsprachige Bücher als auch beim Verkauf von englischsprachigen Büchern müsse sich das neue Unternehmen "weiterhin gegen mehrere grosse und zahlreiche kleine und mittlere Verlage behaupten", teilte die EU-Kommission als oberste europäische Wettbewerbsbehörde mit.
Beim Fremdvertrieb von Büchern sowie der Buchproduktion seien die Marktanteile der beiden gering, so dass auch künftig viele andere Anbieter in diesen Bereichen tätig seien.
Aus den USA, Australien und Neuseeland kam bereits grünes Licht für den Zusammenschluss. Die Fusion werde noch von mehreren weiteren Kartellbehörden in verschiedenen Teilen der Welt geprüft. "Die beiden Unternehmen sind zuversichtlich, diese Genehmigungen im Laufe des Jahres zu erhalten", teilten die zwei Verlage mit.
An der gemeinsamen Verlagsgruppe Penguin Random House soll Bertelsmann 53 Prozent und Penguin 47 Prozent halten. Bertelsmann hatte die US-Verlagsgruppe Random House 1998 gekauft und daraus im Laufe der Jahre eine internationale Verlagsgruppe geformt. Sie umfasst heute 200 Verlage in 16 Ländern.
Schon heute führende Verlage
Random House ist bereits der weltweit grösste englischsprachige Verlag. Der deutsche Unternehmensbereich mit Sitz in München soll laut Bertelsmann nicht Teil des neuen Riesenverlags werden. In Deutschland gehören 45 Verlage zu Random House, etwa Blanvalet, Blessing, btb, Goldmann, Heyne, Knaus, Luchterhand und der Hörverlag.
Penguin Books mit dem schwarz-weissen Pinguin als Markenzeichen war 1935 von Allen Lane gegründet worden, der für eine Zugfahrt ein gutes und günstiges Buch gesucht, keines gefunden und daher einen Verlag für anspruchsvolle Taschenbücher gegründet hatte.
Unter den ersten Titeln waren Werke von Ernest Hemingway, Agatha Christie und Dorothy L. Sayers. Heute ist Penguin nach eigenen Angaben die weltweit bekannteste Buchmarke und in den schnell wachsenden Märkten der Entwicklungsländer stark vertreten.
SDA-ATS