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Villa Flora - ein kunsthistorisch wertvoller Zeitzeuge
Quelle: «Allgemeiner Anzeiger vom Zürichsee», 4. Juni 1994 von Peter Ziegler
Die Villa Flora wurde 1880/81 vom Wädenswiler Architekten Karl Schweizer (1843–1912) auf dem Ausgelände des Hauses zur Treu erstellt. Von ihm stammen auch andere von Klassizismus, Historismus und Jugendstil geprägte Bauten in der Gemeinde, so die Villen Einsiedlerstrasse 9 und 24, das Krankenasyl, das Neue Eidmattschulhaus, das katholische Pfarrhaus oder die «Linde» an der Zugerstrasse.
1892 wurde der Weinhändler Heinrich Schwarzenbach neuer Eigentümer der «Flora». Er liess 1894 eine Holzveranda anbauen, die 1930 einem massiven Anbau weichen musste, und 1896 das Waschhaus mit Obergeschoss im damals modernen «Laubsägelistil» erstellen. 1903 stockte man die Südfassade auf und versah sie mit einem Erkerturm nach den Plänen des Wädenswiler Baumeisters Alfred Dietliker. 1955 wurde Emil Hauser-Schwarzenbach Eigentümer der «Flora», zu der seit spätestens 1916 auch ein Gartenhaus gehörte. 1988 veräusserten Hausers Nachkommen die Liegenschaft – deren Bauten im Zonenplan von 1984 als schützenswert markiert worden waren – an die Sparkasse Wädenswil.
Die 1903 umgestaltete spätklassizistische Villa Flora zeigt Fassaden mit Bänderung im Sockelgeschoss, Ecklisenen, Gurtgesimse und ein Fries im Kniestock. Die Fenster tragen im Erdgeschoss Stichbogenstürze, im Obergeschoss Verdachungen. Eine Treppe mit Gusseisengeländer führt zur verzierten Eingangstüre aus Eichenholz mit Gittereinsatz.
Auch manche Innenräume sind kunstgeschichtlich wertvoll und sollten erhalten bleiben. Die teilweise polychromen Stuckdecken sind reich ausgestattet, Täfer und Parkettböden stammen weitgehend aus der Bauzeit. Wie im benachbarten «Neuhof» ist auch hier mit später zugedeckten Malereien zu rechnen.
Mit dem geplanten Abbruch der Villa Flora würde ein Gebäude mit hervorragendem Eigenwert und bedeutendem Situationswert verschwinden. Dies gilt es durch die Volksabstimmung vom 12. Juni 1994 zu verhindern!