Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/55794

<h2>SubmittedText<h2><p>Im gemeinsamen Auftrag des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM) und der WEMF AG für Werbemedienforschung hat die Firma Publicom AG eine Studie durchgeführt. Diese Studie bestimmt die Schweizer Wirtschaftsgebiete nach politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Kriterien. Im Wesentlichen gestützt auf  diese Gebiete entscheiden die grossen Inserenten, welche Zeitungen sich als Träger für ihre Werbekampagnen eignen.</p><p>Nun begünstigt diese neue Karte der Wirtschaftsgebiete aber ganz offensichtlich die grossen städtischen Agglomerationen auf Kosten der Wirtschaftsgebiete mit weniger starken urbanen Zentren. Zum Beispiel verliert das Wirtschaftsgebiet 15 (Freiburg) das freiburgische und waadtländische Broyetal sowie den Vivisbachbezirk an das Gebiet 12 (Lausanne). Auch das Wirtschaftsgebiet 16 (Unterwallis) wird zu Gunsten von Lausanne verkleinert - wohlgemerkt um den Walliser Bezirk Monthey. </p><p>Die neue Aufteilung der erwähnten Regionen scheint nicht den tatsächlichen Verhältnissen zu entsprechen. Sie wird besonders für Regionalzeitschriften der Kantone Freiburg und Wallis dramatische Auswirkungen haben. Ich stelle dem Bundesrat deshalb folgende Fragen:</p><p>1. Wie hoch war die finanzielle Beteiligung des Bundes an dieser Studie?</p><p>2. Ist der Bund als Mitauftraggeber dieser Studie (über das BAKOM) und angesichts der erwähnten Beispiele der Meinung, dass die von der Publicom AG vorgeschlagenen Verschiebungen der Wirtschaftsgebiete die tatsächlichen Verhältnisse widerspiegeln? Ist er mit den Ergebnissen der Studie zufrieden?</p><p>3. Ist sich der Bund als Mitauftraggeber dieser Studie bewusst, dass die neue Definition der Wirtschaftsgebiete Regionalzeitungen gefährdet, dies zu Gunsten von Zeitungen mit hoher Auflage, die sich in den starken urbanen Zentren befinden und grossen Medienkonzernen gehören? </p><p>4. Heisst der Bund diesen Sachverhalt gut?</p><p>5. Falls nicht, gedenkt der Bund als Mitauftraggeber Massnahmen zu treffen, um die Studie richtig stellen zu lassen? Wie könnten solche Massnahmen aussehen?</p><p>6. Ist der Bundesrat noch immer der Meinung, dass die WEMF AG eine "neutrale Organisation" ist, wie er sie in seiner Antwort vom 16. Februar 2000 auf die Interpellation 99.3635 von Josef Zisyadis mit dem Titel "Versandkosten für Zeitungen mit kleinen Auflagen" bezeichnete?</p><p>7. Welche Auswirkungen könnte diese Studie auf die Reform der Regionalpolitik des Bundes haben?</p>