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Courtemautruy führt, während die andere den Gebirgsknoten von Les Malettes gewinnt, sich dort verzweigt und einerseits nach Cornol, andererseits nach Asuel-Miécourt absteigt. Von Saint Ursanne aus kann das Doubsthal selbst bis Soubey auf Feldwegen begangen werden, die sich flussaufwärts über den Moulin Jeannotat bis Goumois und von da über den Moulin Theusserret nach La Goule und weiterhin fortsetzen. Alle diese einst bei Hochwasser meist überschwemmten Strässchen und Fusswege sind während der letztvergangenen Jahre verbessert oder oft auch ganz neu angelegt worden. Es ist dies das Verdienst von Verschönerungsvereinen wie z. B. des «Comité du sentier des rives du Doubs», das den dem ganzen Neuenburger Ufer folgenden Fussweg Le Châtelot-Maison Monsieur geschaffen, oder der Gesellschaft der Kraftwerke von La Goule, die vor kurzem den sehr schönen Weg La Goule-Theusserret erstellt hat, oder endlich auch der eidgenössischen Verwaltung, die damit den Zoll und Grenzwachtdienst zwischen Soubey und Goumois am Berner Ufer zu erleichtern bestrebt war. Im Sommer ist das Doubsthal immer stark von Ausflüglern besucht; die bekanntesten Ausflugsziele sind der Lac des Brenets, der Saut du Doubs, die Schluchten von Moron und Le Châtelot, ferner die Maison Monsieur, Biaufond, der Moulin und die Échelles de la Mort, La Goule, Goumois, der Zirkus von Soubey, der Clos du Doubs, die Côtes de Césai und de Montfavergier u. a.
Bei der Maison Monsieur bildet der Doubs einen reizenden kleinen See, der in Urkunden aus dem 15. Jahrhundert als Lac de Blanche Roche erwähnt wird; hier ist ums Jahr 1850 der weit bekannte Pavillon des Sonneurs erstellt worden. Es ist urkundlich bezeugt, dass der Doubsübergang bei der Maison Monsieur schon im 14. Jahrhundert bekannt war.
Fauna u. Flora.
Die Fauna der beiderseitigen Uferhänge des Doubs ist heute nur noch eine stark reduzierte. Der letzte Bär und letzte Luchs wurden zu Ende des 18. Jahrhunderts in den Wäldern von Goumois erlegt. Dieses Ereignis ist der damaligen Generation derart bedeutend erschienen, dass es am Gemeindehaus zu Goumois in Bild und Wort verewigt worden ist. Ziemlich häufig ist dagegen am fischreichen Doubs längs der Niederungen und im Gestrüpp der Ufer noch der Fischotter, dieser gefährliche Feind der Forellen.
In den kleinen Lehmfällen am Uferrand kann man hier und da auch noch den Eisvogel in seinem Nest überraschen, das sich zuhinterst in einem langen wagerechten Gang zu befinden pflegt. Jedes Frühjahr überführen die austretenden Hochwasser des Doubs die Uferwiesen von neuem mit feinem Schlamm, der die Humusschicht unmerklich aber beständig erhöht und voll von aller Art Trümmerwerk ist. So finden sich darin besonders in Menge Schalen von Landschnecken (Succineen, Paludinen, Cycladen), die von den Thalhängen abgeschwemmt worden sind.
Diese Schwemmlandbildung kann man etwa derjenigen des Löss als analog betrachten. Der früher ausserordentlich fischreiche Doubs lohnt heute noch den Fang der Forelle und des Weissfisches. Die Schuld an dem Rückgang des Fischbestandes tragen weniger die sowohl auf Schweizerseite als auf Boden der ehemaligen französischen Freigrafschaft am Doubs zahlreichen Fabrikbetriebe, als vielmehr die grosse Menge der Fischer aller Art. Am gesuchtesten sind die Lachsforelle und ihr feinschuppiger Verwandter, die Rotforelle.
Die Bachforelle kommt in lokalen Abarten vor, die von den Fischern als Regenbogenforelle (ein sehr schöner Fisch) und als Stromforelle (truite de courant; schwarz und gedrungen, sehr schwierig zu fangen) bezeichnet werden. Mit Ausnahme der Schonzeit vom 20. Oktober bis 20. Januar ist der Fischfang im Doubs zu jeder Zeit freigegeben. Die schwerste in Goumois gefangene Forelle hatte ein Gewicht von 8 kg und mochte nach der Schätzung der erfahrensten Fischer etwa 12-14 Jahre alt sein; sonst pflegt die Forelle im Doubs zu Beginn ihrer Fortpflanzungsperiode, d. h. im Alter von 2½-3 Jahren, im Durchschnitt 250 gr zu wiegen.
Neben der Bachforelle finden sich im Doubs noch ziemlich häufig die zarte und schwache Aesche, die kaum ein Gewicht von über 2 kg erreicht;
der bis zu 12 kg schwere Hecht, der Haifisch des Süsswassers;
der an den Karpfen erinnernde, in verschiedenen Formen auftretende und bis 4 oder 5 kg schwere Alet;
der Weissfisch (ablette; hier le blanc oder le souffe geheissen), ein bis 20 cm langer guter Bratfisch.
Den Forellen und Hechten dient die Ellritze zur Nahrung. Selten nur werden etwa eine Barbe oder ein Barsch gefangen. Im Lac des Brenets oder Lac de Chaillexon findet sich auch noch der Brassen (Abramis brama). Die häufig in grossen Schaaren beieinander angetroffenen ¶
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Weissfische laichen im April. Der im Meer laichende Aal steigt vom Mittelmeer durch die Rhone u. Saône bis in den Doubs auf. Die von Besançon und Dôle an gegen die Schweiz hin an sonnigen Hängen des Doubsthales allgemein vorkommende Redische Viper (Vipera aspis) trifft man bis zum Saut du Doubs hier und da auch noch in ihrer grauen Abart (auf Jurakalk).
Von für das Doubsthal charakteristischen Pflanzenarten sind zu erwähnen: Arabis arenosa (von Les Brenets bis Saint Ursanne überall auf den Felsen der Thalgehänge), Chrysosplenium alternifolium und Ch. oppositifolium (Standort n. La Chaux de Fonds), die schöne Fritillaria meleagris, die Perlhuhn-Schachblume, hier Tulipe de Goudebas geheissen (zahlreich auf allen den Hochwassern des Doubs ausgesetzten Wiesen, so oberhalb des Lac des Brenets, bei Les Galiots, bei Biaufond; diese auch in Deutschland sich findende, in der Schweiz aber nur hier vorkommende Blume ist charakteristisch für angeschwemmten Kalkschlamm). Der schöne Strauch des Seidelbast, die Meerzwiebel (Scilla), das Maiglöckchen (Convallaria maialis), Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), Immergrün, das wohlriechende Veilchen, Ziegenbart, gelbe Seerose u. a. tragen das ihrige zur Verschönerung dieser einsamen Gegenden bei. In den Wäldern ist die Eiche ein seltener Gast.
Geologie.
Es wäre zu erwarten, dass das beinahe ausschliesslich in Malm oder obern Jura eingeschnittene Thal des Doubs diese Schichten an zahlreichen Stellen entblösst zeigen sollte. Dass dies aber nicht der Fall ist, bewirken die längs des Fusses der Felshänge regelmässig aufgehäuften Sturz- und Verwitterungsschuttmaterialien, die im Besondern die Schichten der Oxfordstufe meist verhüllen. Immerhin lassen sich diese mit ihren gewöhnlichen pyritischen Faunen in der Umgebung von Vautenaivre feststellen.
Besonderer Erwähnung wert sind die Korallenfelsen von Vautenaivre und Tariche, welch' letztere namentlich von Fossilienjägern sehr häufig abgesucht worden sind. Bei Biaufond kann man den Uebergang des Rauracien in sein tiefmeerisches, mergeliges Aequivalent, das Argovien, beobachten; Uebergangsfaunen an den Côtes du Doubs n. La Chaux de Fonds. Bei Biaufond, Goumois, Vaufrey etc. liegen in einer Höhe von 30-40 m über dem heutigen Flussspiegel noch Reste von Hochterrassenschottern.
Anbau des Bodens und industrielle Tätigkeit.
Im Doubsthal lohnt sich der Bodenbau naturgemäss nur wenig, hauptsächlich wegen des stetigen Wechsels der Bodenarten und wegen ihres vom Verwitterungsrückstand der Jurafelsen herrührenden starken Tongehaltes. An zahlreichen Stellen ist der Boden ausserdem weggewaschen und in zu lange Zeit nass bleibenden Senken angehäuft worden. Solche Anschwemmungen sind es z. B., die an der Ausfüllung des Lac des Brenets arbeiten, wie man dies namentlich bei Niedrigwasser des Doubs beobachten kann. Die Wiesen von Goudebas sind nichts Anderes als eine Art von gehobenem, dem See abgewonnenen Delta, in dem der Pflanzenwuchs jeweilen nach der Ablagerung einer neuen Lehmschicht jede Schichtung wieder verwischt. Hier werden bei jedem Austritt des Flusswassers Succineen und Arionta arbustorum in Masse unter dem Pflanzenkleid abgelagert.
In den Côtes du Doubs stehen die Bauernhöfe weit von einander entfernt und sind die Siedelungsgruppen im Allgemeinen wenig ansehnlich; das Leben ihrer lange Zeit von dem Verkehr mit der übrigen Welt nahezu abgeschlossenen Bewohner ist ein recht einförmiges. Weit häufiger als heute pflegte man in früheren Zeiten zur Gewinnung von Holzkohle ganze Waldstrecken (Buchen und Hagebuchen) kahl zu schlagen; die Kohle fand ihren Absatz hauptsächlich in die heute fast alle zerfallenen einstigen Schmiedewerke des Berner Jura und in die der Uhrenmacherei dienenden Metallschmelzwerke.
Heute gibt das mehrfach künstlich gestaute und auf die Turbinen einer Reihe von Wasserwerken übertragene Gefälle des Flusses den gewerbsfleissigen Ortschaften auf den Hochflächen der Freiberge und von Maîche, sowie im Thal von St. Immer elektrische Kraft und elektrisches Licht. (Werk von La Goule mit 2000-4000 HP; Werk von Le Moulin Theusserret für Saignelégier und Les Pommerats). Man studiert gegenwärtig ein neues Projekt, das bei Soubey die Wasser des Doubs abfangen, in einer Gallerie quer durch das Bergland des Clos du Doubs nach Ocourt führen und damit auch die Umgebung von Saint Ursanne der Vorteile elektrischer Kraft teilhaftig machen will. Ziemlich bedeutend ist auch, namentlich im Frühjahr, die von jeher auf dem Doubs betriebene Holzflösserei.
[Dr. Louis Rollier.]