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Der Hamburg–Athen (oder Orient/Ost-Med) Korridor ist ein für Europa zentraler Nord-Süd-Verkehrskorridor. Er verbindet die Häfen im Norden von Deutschland mit dem Balkan, den adriatischen Häfen den Häfen an der Donau sowie den mediterrane Häfen in Thessaloniki und Athen. Verbesserungen können zu einem Anstieg der Eisenbahnkapazitäten, Passagierzahlen und zu besseren Voraussetzungen für den Güterverkehr auf der Schiene führen. Reisezeiten und Kosten für Güter- und Personenverkehre können gesenkt werden. Bei alledem gilt es die Erfordernisse einer nachhaltigen Raumentwicklung zu beachten und Chancen für die Stadtentwicklungen der jeweiligen Länder zu nutzen.
Der Hamburg–Athen Korridor ist unter diesen Gesichtspunkten momentan ein anschauliches Beispiel für infrastrukturelle Defizite, fehlende Verbindungen und Engpässe. Sobald der Korridor an Stabilität gewinnt kann er die östlichen Mitgliedstaaten der erweiterten EU mit einer leistungsfähigen Haupteisenbahnachse stärken und den Lebensräumen im Einzugsbereich Impulse für eine nachhaltige Entwicklung verleihen, nicht zuletzt im gesamteuropäischen Interesse. Das Projekt wird von der ARL (Deutsche Akademie für Raumforschung und Landesplanung) koordiniert, wobei die Rolle des Projektleiters und die des Vorsitzenden der Arbeitsgruppe (bestehend aus zahlreichen Experten aus verschiedenen Ländern) Prof. Dr. Bernd Scholl zugeteilt ist.
Bisher wurden vier ARL Sitzungen durchgeführt. Gegenstand der ersten Sitzung in Prag war die Korridorentwicklung in der Grenzregion zwischen Deutschland und Tschechien. Der aktuelle Stand wurde von der gemeinschaftlichen Initiative zur Entwicklung der Bahnlinie Dresden-Prag erläutert. Das zweite Treffen in Wien versammelte Experten aus den verschiedenen Verkehrsunternehmen, um die Strategien Wiens als Verkehrsknoten im Umgang mit einer integrierten Raum- und Verkehrsentwicklung auf zu zeigen. An der dritten Sitzung wurde die Bedeutung der Eisenbahn- und Hafenentwicklung am Ausgangs- /Endpunkt des gesamten Korridors in Athen verdeutlicht, sowie die Bedeutung zukünftiger Ausbauten in Athen diskutiert. Das letzte Treffen hat die Möglichkeiten der integrierten Raum- und Eisenbahnverkehrs-Entwicklung in Belgrad aufgezeigt.