Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03157.jsonl.gz/303

Die vorliegende Studie untersucht zum einen die Bestimmungsgründe für das Anlegen von Haushaltsvorräten gemäss den Empfehlungen des Bundesamtes für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) vor und während des ersten Lockdowns (13. März bis 26. April 2020). Zum anderen werden Bestimmungsgründe für das Anlegen von Notvorräten nach der Covid-19-Krise eruiert. Dazu werden Daten einer repräsentativen Online-Umfrage des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) unter rund 1000 in der Schweiz lebenden Personen (BLV, 2020) mittels multivariater Analysemethoden ausgewertet.
Ein Teil der befragten Personen verfügte bezüglich den Empfehlungen des BWL über einen vergleichsweise hohen Wissensstand und wies immer Vorräte gemäss den Empfehlungen auf. Personen mit einem hohen Durchschnittsalter («Nachkriegsgeneration») scheinen für das Thema Vorratshaltung sensibler zu sein als jüngere Personen.
Soziodemographische Charakteristika wie z. B. Einkommen oder Bildung können die Entscheidung, ob während des ersten Lockdowns 2020 Lebensmittelvorräte über das gewohnte Mass hinaus angelegt wurden, nur zu einem kleinen Teil erklären. Frauen waren tendenziell eher dazu geneigt, ihren Lebensmittelvorrat zu erhöhen. Darüber hinaus zeigten Personen aus der französisch- und italienischsprachigen Schweiz im Vergleich zu Personen aus der deutschsprachigen Schweiz eine höhere Wahrscheinlichkeit, umfassendere Lebensmittelvorräte anzulegen. Übermässig hohe Vorräte angelegt zu haben, scheint im Wesentlichen durch die Sorge angetrieben zu sein, dass gewisse Regale leer oder teilweise leer sein könnten.
Ferner zeigt sich, dass Personen aus der italienischsprachigen Schweiz die Empfehlungen des BWL bezüglich Lebensmittel- und Getränkevorräten mit einer höheren Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft befolgen werden als Personen aus anderen Sprachregionen. Zudem hat sich gezeigt, dass Personen, die während des ersten Lockdowns besorgt waren, gewisse Lebensmittel nicht mehr zu finden, in Zukunft eher bereit sind, Lebensmittel- und Getränkevorräte entsprechend der Empfehlungen anzulegen. Gleiches gilt für Personen, die einer Risikogruppe angehören.