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Rational gefühlsbasierte und moralischer Entscheidungen
Wissenschaftler der Jülich Aachen Research Alliance (JARA-BRAIN) untersuchten mit Hilfe funktioneller Bildgebungsverfahren den Zusammenhang rationaler, gefühlsbasierter und moralischer Entscheidungen – Moral und Empathie.
Moralische Entscheidungen und umsichtiges moralisches Verhalten sind Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens. Lange verfolgten Philosophen und Psychologen die These, dass rationale moralische Entscheidungen vor allem mit der „theory of mind“ – der Fähigkeit, die Gedanken und Überzeugungen anderer Menschen nachzuvollziehen – im Zusammenhang stehen. Jüngere Forschungsergebnisse legen jedoch nahe, dass auch die Empathie-Fähigkeit – also die Fähigkeit, die Emotionen anderer intuitiv nachzuempfinden und zu verstehen – an der Entstehung moralischer Entscheidungen beteiligt ist.
Neurowissenschaftler der Jülich Aachen Research Alliance (JARA-BRAIN) untersuchten nun, welche Hirnregionen bei verschiedenen Facetten moralischen Verhaltens besonders aktiv sind. Zu diesem Zweck werteten sie die Daten von fast 250 Bildgebungsexperimenten mit insgesamt 1.790 Versuchsteilnehmern und über 2.600 Einzelkoordinaten aus. Für ihre Analyse nutzten die Forscher ein neues Verfahren zur statistischen Zusammenfassung funktioneller Bildgebungsbefunde: Mit der sogenannten Activation Likelihood Estimation (ALE) Meta-Analyse wurden Hunderte von Studiendaten auf statistische Gemeinsamkeiten untersucht. So konnten die Wissenschaftler die bei moralischen, rationalen und gefühlsbasierten Entscheidungen genutzten Hirnregionen quantitativ und objektiv miteinander vergleichen.
Sie kamen zu dem Ergebnis, dass sich die Hirnareale, die für moralische Entscheidungen eine Rolle spielen, tatsächlich fast vollständig mit denjenigen decken, welche entweder für das Nachvollziehen von Gedanken anderer („theory of mind“) oder von Emotionen anderer Menschen (Empathie) entscheidend sind.
Dieser Befund legt nahe, dass sich komplexe soziale Leistungen wie moralische Entscheidungen aus entwicklungsgeschichtlich älteren Hirnfunktionen entwickelten, und dass …..
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