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18-jährig, erster Olympia-Einsatz und im Vorlauf über 400 m Crawl mit persönlicher Bestzeit von knapp unter der Grenze von 3:46 Minuten seriöser Anwärter auf einen Finalplatz – diese Angaben passen alle auch auf Antonio Djakovic.
Doch nicht der Thurgauer vom Schwimmclub Uster-Wallisellen, sondern der gleichaltrige Tunesier Ahmed Ayoub Hafnaoui zog am ersten Wettkampftag der Schwimmer unter die Top 8 ein. Um 0,14 Sekunden war der Nordafrikaner schneller als Djakovic.
Nur gut 14 Stunden später setzte Hafnaoui auf der Aussenbahn 8 zum nie erwarteten, ja als sensationell zu wertenden Coup an. Bereits Dritter nach 100 m, hielt er sich in der Folge an zweiter Stelle. Die letzten 50 m nahm er mit drei Zehnteln Rückstand auf den führenden Jack McLoughlin in Angriff. Doch Hafnaoui liess im Schlusssprint dem 26-jährigen Australier klar das Nachsehen.
Der Teenager aus Tunis, wo er mit seinem Coach Jabrane Touili alleine trainiert, pulverisierte auf der grösstmöglichen Bühne in 3:43,36 seine eigene Bestmarke gleich nochmals. Um mehr als zwei Sekunden war Hafnaoui, der noch Anfang Mai mit 3:49,90 zu Buche stand, im Tokioter Aquatics Centre schneller als am Vortag.
Hafnaoui ist der zweite Schwimm-Olympiasieger aus Tunesien nach Oussama Mellouli. Der mittlerweile 37-Jährige gewann 2008 in Peking Gold über 1500 m Crawl im Becken, vier Jahre später in London triumphierte er im Open Water über 10 km.
Trotz elf Medaillen-Entscheidungen in diversen Sportarten blieben die USA am ersten Tag in Tokio ohne Medaille. Doch wenn die Wettkämpfe im olympischen Becken stattfinden, kommt niemand an der Schwimmnation Nummer 1 vorbei. Nicht anders in Japan, wo in den ersten vier Disziplinen immer mindestens ein Amerikaner auf dem Podest stand.
Über 400 m Lagen gewann Chase Kalisz Gold vor seinem Landsmann Jay Litherland. Über 400 m Crawl gab es Bronze für Kieran Smith. Bei den Frauen sahen sich auf der längeren Lagen-Distanz Emma Weyant und Hali Flickinger einzig von der Einheimischen Yui Ohashi geschlagen. Das US-Quartett über 4x100 m Crawl sicherte sich zudem den 3. Rang. In diesem Wettkampf gab es durch die hoch überlegenen Australierinnen in 3:29,69 den ersten Weltrekord im Olympia-Becken. (sda)