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Soya
Viele Fleischesser glauben immer noch, dass Vegetarier sich hauptsächlich von Tofu ernähren müssen, um genügend Eiweiss zu bekommen. Dass dies ein völlig überholtes Vorurteil ist, beweisen längst viele wissenschaftliche Studien. Wenn aber vom gesundheitlichen Standpunkt aus für Vegetarier überhaupt keine Notwendigkeit besteht Soyaprodukte zu konsumieren, was für Vor- und Nachteile verbergen sich dann hinter dieser bekannten Bohne?
Soyaprodukte erleichtern (nebst Getreideburgern etc.) manchen
Fleischessern den Umstieg zur vegetarischen/veganen
Ernährungsweise, da man damit relativ einfach die Konsistenz von
Fleisch (Soyaklösse) und eine Kuhmilchalternative für
Veganer (Soyamilch) herstellen kann.
Mittlerweile hat die Soyabohne allerdings bereits starke Konkurrenz durch andere Produkte bekommen: Nebst der Soyamilch (die aus gesetzlichen Gründen als Soya-Drink verkauft werden muss) gibt es z. B. auch Reismilch und Mandelmilch. Viele Getreideprodukte machen dem Tofu als Fleischersatz längst Konkurrenz. Der Soya wird oft angelastet, dass ihr langer Transportweg (z.B. aus den USA) unökologisch sei. Diese Behauptung stimmt jedoch bei näherer Betrachtung nur teilweise:
Es gibt bereits einige Soyaproduzenten, die biologische Soyabohnen aus dem benachbarten Frankreich benutzen (z.B. die Tofurei Engel). Doch selbst wenn man die Bohnen aus den USA oder Kanada importiert ist es immer noch 7-16x ökologischer, diese direkt der menschlichen Ernährung zuzuführen, statt sie über den Umweg unserer Schlachttiere zu konsumieren.
Leider wird heute immer noch weit über 90% der gesamten Soyaproduktion an unsere Schlachttiere verfüttert.
Auch in der Schweiz wird Soya angebaut: 1994 waren es bereits 5100 Tonnen. Nur 4% davon werden für die menschliche Ernährung verwendet! Dies liegt grossteils daran, dass die Bauern nur Subventionen für den Anbau von Soyabohnen zur Ölgewinnung erhalten und die Schweizer Soyapflanzen mit diesem Ziel gezüchtet wurden. Die in der Schweiz produzierte Soya liefert deshalb nicht nur einen viel geringeren Ertrag als in Kanada oder den USA, sondern ist auch von ihrer Qualität her kaum für die Tofuproduktion geeignet. Deshalb müssen die Soyadrink- und Tofuproduzenten ihr Soya aus dem Ausland importieren.
Ein weiterer Grund sich über die Herkunft der Soyabohne
Gedanken zu machen ist, dass in diesem Sommer erstmalig aus den USA
gentechnisch verändertes Soya auf den Weltmarkt gebracht wird
(siehe dazu auch: Gentechnik in
Nahrungsmitteln). Da dieses Soya dem normalen Futter-Soya
beigemischt wird, ist die Wahl von biologischen Soyaprodukten die
einzige Möglichkeit, das neue Gentechprodukt zu umgehen. Die
Tofurei Engel, die Soyana und die Fa. Bär AG haben erklärt
auch in Zukunft strikte auf Gentechnikprodukte zu verzichten.
Fünf Schweizer Bauernorganisationen (der Schweizerische
Bauernverband gehört nicht dazu!) wollten Ende Juli mit einem
offenen Brief an die Futtermittelfabrikanten die Einfuhr von
Gentech-Futtermittel in die Schweiz verhindern. Die Vereinigung
Schweizerischer Futtermittelfabrikanten erklärte daraufhin
offiziell, sie sei ausserstande, auf die Entwicklung der Gentechnik
im Futtermittelbereich Einfluss zu nehmen.
Fleischesser müssen also künftig damit rechnen, mit dem Fleisch auch genetisch veränderte Substanzen zu konsumieren. Ein Grund mehr, auf Fleisch zu verzichten!
Renato Pichler
Weiterer Artikel über die Soyabohne (in Englisch):
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