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Der wegen versuchter Vergewaltigung in den USA angeklagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn ist zur Untersuchungshaft in das berüchtigte New Yorker Gefängnis Rikers Island verlegt worden. Dort wurde er nach Angaben der Behörden zu seiner eigenen Sicherheit in einer Einzelzelle untergebracht.
In Strauss-Kahns Heimatland Frankreich äusserten sich viele Politiker am Dienstag schockiert über die Behandlung des bislang aussichtsreichsten Herausforderer von Präsident Nicolas Sarkozy bei den nächsten Wahlen kommendes Jahr.
Die Haftanlage Rikers Island liegt auf einer Insel im East River und ist Amerikanern aus Krimis bekannt. In dem Komplex sind um die bis zu 14'000 Häftlinge in zehn einzelnen Gefängnissen untergebracht. Strauss-Kahn wurde in eine 3,5 x 4 Meter grosse Zelle eingewiesen, die eigentlich für Häftlinge mit ansteckenden Krankheiten vorgesehen ist.
Den Behörden zufolge ist der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) dort am besten vor gefährlichen Insassen geschützt. Zu der Ausstattung gehören ein Bett, eine Tasse, Seife, Shampoo sowie Zahnpasta. Um 23.00 Uhr wird das Licht ausgeschaltet.
Dem 62-Jährigen wird versuchte Vergewaltigung eines Zimmermädchens, sexuelle Nötigung und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Der nächste Gerichtstermin ist für Freitag angesetzt.
Unklar ist, ob Strauss-Kahn eventuell ein Alibi für die Tatzeit hat: Nach Informationen von "Le Monde" hatte er sich am Samstag mit seiner Tochter zum Mittagessen getroffen.
Anwalt: Einvernehmlicher Sex
Strauss-Kahns Verteidiger Ben Brafman verlegte sich unterdessen auf eine neue Strategie: Demnach hat das Zimmermädchen allem zugestimmt.
Brafman erklärte, die Ergebnisse der forensischen Untersuchung belegten, dass die Hotelangestellte nicht zum Sex gezwungen worden sei. Angesichts dessen, was bisher herausgefunden worden sei, sei es ziemlich wahrscheinlich, dass der IWF-Chef letztendlich entlastet werde.
Rege Diskussion um Nachfolge
Die Diskussion über eine mögliche Nachfolge von Strauss-Kahn wird unterdessen immer offener geführt. Der als Anwärter gehandelte Vorsitzende der polnischen Zentralbank, Marek Belka, wies allerdings Spekulationen über seine mögliche Kandidatur am Dienstag zurück. Belka war zuvor Ministerpräsident und Finanzminister Polens und leitete die europäische Abteilung des Internationalen Währungsfonds.
SDA-ATS