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Der im Zusammenhang mit einem Milliardenverlust angeklagte frühere UBS-Wertpapierhändler Adoboli weist vor Gericht Betrugsvorwürfe zurück. Zudem haben die britischen Staatsanwälte die Anklageschrift u
Der im Zusammenhang mit einem Milliardenverlust angeklagte frühere UBS-Wertpapierhändler Kweku Adoboli beurteilt sein eigenes Verhalten nicht als betrügerisch. Es sei unfair zu behaupten, seine frühere Tätigkeit in einer Abwicklungsabteilung der UBS-Investmentbank habe ihm das Computerwissen und die Fähigkeit zum Betrug vermittelt, sagte Adoboli vor dem Geschworenengericht des Londoner Southwark Crown Court.
Er sei ausdrücklich aufgefordert worden, seine Kenntnisse von der «Interaktion verschiedener Systeme» in seine Arbeit einzubringen, sagte er auf eine Frage seines Verteidigers. Adoboli hatte bei UBS zuletzt mit börsennotierten Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETF) gehandelt. Er wurde im September des vergangenen Jahres festgenommen.
Der 32 Jahre alte Sohn eines ehemaligen UNO-Diplomaten aus Ghana sagte zum ersten Mal aus. In den sechs Wochen seit Prozessbeginn waren ehemalige Kollegen und solche UBS-Mitarbeitern als Zeugen gehört worden, die für die interne Überwachung und Kontrolle zuständig waren.
Mit stillschweigender Duldung seiner Vorgesetzten
Die Verteidigung war bestrebt nachzuweisen, dass Adoboli mit der stillschweigenden Duldung seiner Vorgesetzten handelte. Zudem seien die internen Kontrollen zu lax gewesen und die Systeme hätten nicht immer richtig funktioniert.
Die Staatsanwälte wollen die Geschworenen dagegen davon überzeugen, dass Adoboli ein Zocker war, der aus Ehrgeiz und weil er auf hohe Erfolgsprämien scharf war, unerlaubt Risiken einging und eine «Betrugspyramide» aufbaute.
Anklage um zwei Punkte erweitert
Die Staatsanwälte des britischen Crown Prosecution Service haben daher zwei neue Anklagepunkte im Prozess gegen den früheren UBS-Händler Kweku Adoboli hinzugefügt. Dabei geht es um die Einrichtung der Schattenkonten, der sogenannten «Umbrella Accounts», mit denen Adoboli die Höhe der von ihm gehaltenen Risikopositionen verschleiert haben soll, wie das «Wall Street Journal» in ihrer Internetausgabe berichtet. Insgesamt habe sich damit die Zahl der Anklagepunkt auf sechs erhöht, so der Bericht weiter, zwei wegen Betrugs und vier wegen Bilanzfälschung.
Adoboli plädierte auch in den sechs Wochen nach Prozessbeginn hinzugefügten Anklagepunkten auf «nicht schuldig». Er trat am heutigen Prozesstag für seine Verteidigung in den Zeugenstand, nachdem die Anklage gestern ihre Beweisaufnahme und Zeugenanhörung abgeschlossen hatte.
In einem separaten Bericht meldet Reuters, der Richter habe die Jury darüber instruiert, dass die neuen Anklagepunkte hinzugefügt wurden, um den Fall in seiner Beurteilung für die Jury verständlicher zu machen. Er werde in seiner Zusammenfassung des Falls nach Abschluss der Beweisaufnahme die Gründe für die Erweiterung der Anklagepunkte erläutern.
Der Angeklagte war ab 2006 bei der UBS in London im Handel mit Exchange Traded Funds (ETF's) tätig. Adobolis Fehlspekulationen hatten der UBS einen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar beschert.