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Der römische Vicus von Olten des 1.-3. Jahrhundert n. Chr. lag an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt. Hier kreuzten sich die Ost-West verlaufende Mittellandroute und die Strasse, die von den Alpen her über den Jura an den Rhein führte. Zudem war auch die Aare ein wichtiger Verkehrsweg in römischer Zeit. Der Vicus dehnte sich von der heutigen Altstadt bis an die Frohburgstrasse sowie von der Aare bis zum Stadthaus aus.
Obwohl der Vicus schon seit langem bekannt ist, gab es bisher nur kleinere Untersuchungen oder Fundmeldungen. Grössere Teile der Siedlung fielen der mittelalterlichen und neuzeitlichen Bautätigkeit zum Opfer. Im Rahmen eines Bauprojekts an der Baslerstrasse 15 führte die Kantonsarchäologie von Mitte März bis Ende Mai 2016 auf einer Fläche von knapp 300 m2 eine Ausgrabung durch. Dies erlaubte einen bisher einzigartigen Einblick in die frühe Besiedlung der Stadt Olten.
Zwei Feuerstellen, ein Brandgrab und mehrere Feuersteingeräte belegen, dass die Stelle schon in der Stein- und Bronzezeit besiedelt war. Die Hauptstrasse des römischen Vicus, der bereits um Christi Geburt besiedelt war, verlief im Bereich der heutigen Baslerstrasse. Parallel dazu führte eine Nebenstrasse durch das untersuchte Areal. Pfostenlöcher, Lehmböden, Kiespflästerungen und Feuerstellen deuten darauf hin, dass hier im 1. Jahrhundert Holz- und Fachwerkhäuser standen. Ein angeschnittener Ofen zeigt, dass zeitweise auch eine Töpferei in Betrieb war. Aus dem 2. und 3. Jahrhundert stammen zwei Steingebäude, zwei Vorratsschächte, eine Fassgrube und ein gemauerter Abwasserkanal. Die Siedlung fiel im ausgehenden 3. Jahrhundert einem Brand zum Opfer.
Während der Ausgrabung konnte eine beträchtliche Menge an Funden geborgen werden. Neben zahlreichen Keramikscherben, Tierknochen und Metallobjekten kamen insgesamt 77 Münzen zum Vorschein.