Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03306.jsonl.gz/639

von dem ein
Auszug als beliebtes Schulbuch erschien, wie durch seinen
»Versuch einer
Methodik des
geographischen
Unterrichts« (das. 1835) hat er viel zu einer zweckmäßigern
Methode des geographischen
Unterrichts beigetragen.
Mit
Gaspari, Hassel u. a. verband er sich zur Bearbeitung des »Vollständigen
Handbuchs der neuesten
Erdbeschreibung«, für welches er die
Beschreibung der südamerikanischen
Staaten (Bd. 19 u. 20,
Weim. 1827-30) lieferte. Für das von ihm und
Jakobi herausgegebene Werk
»Deutsches Land und deutsches
Volk« verfaßte
er den 1. Teil,
der auch unter dem besondern
Titel:
»Deutsches Land« (Leipz. 1820-32, 4 Bde.)
erschien. Bemerkenswert ist der Einfluß, welchen der Geograph Guts Muths auf seinen ihm innig zugethanen
SchülerKarlRitter
ausgeübt hat.
(Gutsabtretungs-,Gutsübergabs-,Güterüberlassungs-,Abfindungs-, Altenteilsvertrag), derjenige
Vertrag, vermöge dessen der alt gewordene Hofbesitzer bei Lebzeiten einem jüngern Verwandten, meist einem
Kind
(Anerben),
das
Gut zum
Eigentum abtritt und übergibt.
Das in der
Natur der Bauernwirtschaft begründete Erfordernis körperlicher Rüstigkeit
des Besitzers ist in der
Regel die Veranlassung dazu, daß der alternde Landwirt sein Besitztum an die jüngere
Generation
abgibt, sich selbst und seiner Ehefrau den
Altenteil (s. d.) vorbehaltend und für die übrigen
Kinder eine
Abfindung (s. d.)
festsetzend.
bedeutendster
Markt auf der
Großen Schüttinsel im ungar.
KomitatKomorn, gegenüber der Mündung der
Waag in den
Neuhäuseler Donauarm (Waag-Donau), mit (1881) 6097 ungar. Einwohnern
und reichem Fischfang.
Wasser, um eine kompakte Masse zu erhalten, welche in Blöcken von 10-20 kg in den Handel kommt. Die rohe Guttapercha ist häufig mit
Rindenstückchen, Erde, Steinchen etc. verunreinigt, rötlich, oft ziemlich dunkel gesalbt und marmoriert.
Sie fühlt sich fettig an, ist geschmacklos, riecht namentlich beim Erwärmen kautschukähnlich, besitzt etwa das
spezifische Gewicht des Wassers, ist undurchsichtig, zäh, wenig elastisch und dehnbar und zeigt besonders in Form dünner
Blättchen das Verhalten eines faserigen Körpers, der in der Richtung der Fasern sich bedeutend strecken läßt, aber zerreißt,
sobald man versucht, ihn quer gegen die Fasern zu strecken.
Bei 25° wird Guttapercha biegsam, bei 48° läßt sie sich unter starkem Drucke kneten, und zwischen 55 und 60°
ist sie so plastisch, daß man sie zu Röhren,
[* 19] Fäden und Bändern ausziehen kann. Bei 100° wird sie klebrig, auch in kochendem
Wasser, in welchem sie ihre Form verliert und aufquillt. Sie nimmt hierbei 5-6 Proz.
Wasser auf, welches sie an der Luft sehr langsam wieder abgibt. Die erwärmte Guttapercha läßt sich in jede Form pressen, nimmt die
feinsten Details derselben an und bewahrt dieselben auch beim Erkalten.
Guttapercha besteht aus 78-82 Proz. Gutta C20H32 und zwei Oxydationsprodukten dieses Kohlenwasserstoffs, dem
Fluavil C20H32O und dem Alban C20H32O2 . An Luft und Licht,
[* 22] besonders bei
25-40° und in Form dünner Platten, Bänder oder Fäden, oder wenn sie abwechselnd befeuchtet und getrocknet
wird, verändert sich Guttapercha schnell, wird brüchig, zerreiblich, harzig, in Alkohol und Alkalien löslicher und selbst ein guter
Leiter der Elektrizität.
Diese Oxydation erfolgt nicht im Dunkeln und unter Wasser, namentlich nicht unter Seewasser. Bei 130° schmilzt Guttapercha, und bei
höherer Temperatur zersetzt sie sich und gibt dieselben Produkte der trocknen Destillation
[* 23] wie Kautschuk.
Behufs der Verarbeitung wird die Guttapercha auf einer Schneidemaschine in feine Späne zerschnitten, die man mit
Wasser wäscht und von den abgelösten Verunreinigungen durch Absetzen trennt, dann durch Einleiten von Dampf
[* 24] erweicht und zu
Blöcken vereinigt.
Diese zerreißt man in noch weichem Zustand durch eine schnell rotierende Zahntrommel in feine Teilchen,
welche durch zuströmendes Wasser fortgespült und ausgewaschen werden. Die erhaltene gleichförmige Masse wird zwischen Walzen
mit dicken, stumpfen Zähnen geknetet und ist dann für den Gebrauch fertig. Läßt man sie zwischen glatten Walzen hindurchgehen,
so erhält man sie in Form von Platten oder Papier und bei Einschaltung eines Schneideapparats in Form
von Bändern.
Ebenso werden Röhren gepreßt und nach einem ähnlichen Verfahren Telegraphendrähte mit Guttapercha umkleidet. Wie Kautschuk, kann
man auch vulkanisieren und ihr dadurch die unangenehme Eigenschaft entziehen, bei 40-60° zu erweichen. Besser als
Schwefel, der beim Vulkanisieren des Kautschuks angewendet wird, eignen sich aber für Guttapercha die Unterschwefligsäuresalze des
Bleies oder Zinks.
Man mischt 100 Teile Guttapercha mit 15 Teilen des Salzes bei 100° und erwärmt den geformten Gegenstand auf 140°.
Ein Gemenge von 1 Teil Guttapercha mit 2 Teilen Kautschuk steht in Bezug auf seine Eigenschaften in der Mitte zwischen beiden Substanzen
und läßt sich wie Guttapercha vulkanisieren. Zur Darstellung von reiner, farbloser Guttapercha löst man 10 Teile in 64 Teilen
Schwefelkohlenstoff, setzt 2,5 Teile Pulver von unglasiertem Thongeschirr zu, schüttelt einigemal um, läßt 3-4 Tage stehen,
filtriert dann die geklärte Lösung in 60-70 Teilen Weingeist von ca. 0,833 spez. Gew., schüttelt wiederholt stark
durch, trennt nach einigen Tagen die Guttaperchalösung von der auf ihr schwimmenden alkoholischen Flüssigkeit,
schüttelt sie noch einmal mit 40 Teilen Alkohol aus, destilliert dann den Schwefelkohlenstoff ab, knetet die farblose in kochendem
destillierten Wasser und rollt sie schließlich in dünne Stangen aus, die unter Wasser aufbewahrt werden müssen.
Sie dient meist nur als Zahnkitt, indem man sie in heißem Wasser erweicht und in die ausgetrocknete Zahnhöhlung
drückt. Eine Lösung in 12-14 Teilen Chloroform diente früher unter dem NamenTraumaticin als elastisches Kollodium, haftet
aber der Haut
[* 31] wenig fest an und zerfällt leicht. Guttaperchaabfälle können leicht wieder zusammengeknetet werden; durch
Einwirkung der Luft brüchig und harzartig gewordene Guttapercha läßt sich zwar auch wieder zu einer homogenen
Masse verarbeiten, erhält aber die Eigenschaften frischer Guttapercha nicht wieder.
Will man Leder damit lackieren oder Taft oder Gaze überziehen, so setzt man Kopalfirnis hinzu. Firnisse
aus Guttapercha zum Überziehen von Guttaperchafabrikaten oder zum Wasserdichtmachen von Geweben bereitet Fry mit Terpentinöl oder Steinkohlenteeröl,
welche er aber zunächst mit Kautschuk oder Guttapercha (auf 10 Pfd. Öl 180-240 g) destilliert. Um denGeruch des Lösungsmittels nach
Auftragung des Firnisses zu vertreiben, setzt Fry die Gegenstände oder Stoffe in geschlossenen Räumen
der Einwirkung von Wasserdampf aus, welcher nur eine Spannung von einer
¶