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Regeln
Snooker Spielregeln
Kurzfassung
- Ein Spiel mit 15 roten und 6 farbigen Kugeln, die mit dem Spielball (weiße Kugel) auf einem großen Tisch in 6 Löcher gespielt werden wollen!
- Der Spieler, der an den Tisch kommt, versucht, immer abwechselnd zuerst eine Rote und im nächsten Stoss eine Farbige (alle außer rot) und dann wieder eine Rote usw. zu treffen oder sogar zu versenken
- Er bleibt so lange am Tisch, bis bei seinem letzten Stoss keine gültige Kugel mehr fällt oder er ein Foul begeht
- Die erzielten Punkte werden aufaddiert, Rot je 1 Punkt, Farbige 2 bis 7 Punkte (je nach Farbe)
- Der nächste Spieler versucht wieder das gleiche usw.
- Die roten Kugeln bleiben im Loch, die Farbigen werden wieder auf ihre Aufsetzmarken auf dem Tisch zurückgelegt
- Sind alle Roten weg, müssen die Farbigen der Reihe nach versenkt werden und bleiben dann auch vom Tisch.
- Gewinner ist, wer am Schluss mehr Punkte auf seinem Konto hat.
TEIL 1 - DAS MATERIAL
1. Der Tisch
a) Spielfläche. Die bespielbare Fläche innerhalb der Banden (gemessen senkrecht zur Bandenkante) beträgt 3500 x 1750 mm.
b) Höhe. Die Höhe ab Boden bis Bandenoberkante liegt zwischen 850 - 875 mm.
c) Taschen. In jeder Ecke ist 1 Tasche. Die beiden Taschen am oberen Ende werden Kopftaschen, die beiden Taschen am unteren Ende Fusstaschen genannt. Je 1 Tasche befindet sich in der Hälfte der Längsseiten, genannt Mitteltaschen. Die Taschenöffnungen betragen an ihrer engsten Stelle ca. 90mm, wobei hierfür die Bestimmungen/Schablonen der B&SCC Geltung haben.
d) Fusslinie und Fusszone. Eine gerade Linie, parallel zur Fussbande und 700 mm davon entfernt, ist eingezeichnet und wird Fusslinie genannt (gemessen senkrecht zur Bandenkante). Der Bereich innerhalb dieser Linie heisst Fusszone.
e) Das "D". Das "D" ist ein Halbkreis, eingezeichnet in der Fusszone, mit Zentrum in der Mitte der Fusslinie und einem Radius von 292 mm.
f) Markierungspunkte. 4 markierte Punkte sind auf der Längsachse der Tischmitte eingezeichnet.
- Kopfpunkt: 320 mm von der Kopfbande entfernt (senkrecht zur Bandenkante)
- Pyramidenpunkt: In der Hälfte zwischen Mittelpunkt (3.) und Kopfbande
- Mittelpunkt: In der Tischmitte
- Fusspunkt: In der Mitte der Fusslinie
- Ferner ist je 1 Punkt auf den Ecken des "D" eingezeichnet
2. Die Bälle
Die Bälle haben einen Durchmesser von 52,5 mm und müssen alle gleich schwer sein. Sie können auf Verlangen einzeln oder als ganzes Set ausgetauscht werden.
1 Snookersatz besteht aus:
- 1 weisser Ball - Spielball
- 15 rote und 6 farbige Bälle - Objektbälle
3. Das Queue
Es darf nicht weniger als 910 mm Länge aufweisen und keine wesentlichen Abweichungen zu den allgemein gebräuchlichen, traditionellen Formen und Aussehen haben.
4. Queuehilfen
Sie dienen dem Spieler als Brücken oder Verlängerungen. Es bestehen grundsätzlich keine besonderen Vorschriften betreffend Mass, Formen, Aussehen.
Anmerkung: Für deren Benützung ist der Spieler alleine verantwortlich.
TEIL 2 - DEFINITIONEN / REGELN
A1 Frame
Dies ist 1 Spiel. Es ist beendet, wenn
Ausnahme: unentschiedener Spielstand (Regel L)
- ein Spieler aufgibt oder
- der letzte, schwarze Ball versenkt wurde oder
- ein Foul begangen wurde, als sich nur noch schwarz und der Spielball auf dem Tisch befanden
A2 Game
Eine festgesetzte Anzahl "frames"
A3 Match
Eine festgesetzte Anzahl "games"
B1 Spieler
Diejenige Person, welche an der Reihe ist, das Spiel aufzunehmen oder sich bereits am Spielen befindet.
B2 Mitspieler
Diejenige Person, welche die Aufnahme beendet hat und den Tisch nach Ansicht des Schiedsrichters verlassen hat.
B3 Schiedsrichter
Diejenige und einzige Person, welche
- den Spielverlauf für die Einhaltung der Regeln überwacht,
- über Regelverletzungen und unsportliches Verhalten entscheidet,
- Regelverletzungen bekanntgibt,
- farbenblinden Spielern auf Verlangen die Farben benennt,
- Bälle auf Verlangen reinigt.
Er darf keine Fragen betreffend des Spielstandes beantworten oder einen Spieler vor dem Stoss auf ein Foul aufmerksam machen.
Anmerkung zu B2 + B3: Der Mitspieler sowie der Schiedsrichter haben sich mit einer genügenden, den Spieler nicht irritierenden Distanz vom Tisch entfernt aufzuhalten. Beide haben darauf zu achten, dass sie sich nicht in der Stossrichtung vor einem vom Spieler anvisierten Ball befinden.
B4 Zuschauer
Sie haben sich ruhig zu verhalten und können vom Schiedsrichter I bei Spielen ohne Schiedsrichter von der Turnierleitung, aufgefordert werden, die Räumlichkeiten zu verlassen, falls jemand das Spiel stört.
Gutplazierte Zuschauer können vom Schiedsrichter für seine Meinungsbildung bei übersehenen, vom Mitspieler jedoch beanstandeten Fouls, hinzugezogen werden
B5 Turnierleitung
Die Turnierleitung übernimmt die Funktion einer Jury bei Uneinigkeiten zwischen Spielern oder Schiedsrichter und Spieler. Sie hat allfällige Proteste entgegenzunehmen und die dafür vorgesehenen Massnahmen einzuleiten.
Werden Spiele ohne Schiedsrichter ausgetragen, werden ihr sämtliche Schiedsrichterentscheidungen übertragen.
C1 Unsportliches Verhalten
Weigert sich ein Spieler, das Spiel fortzusetzen, oder ist sein Verhalten als unsportlich und willkürlich zu bezeichnen, kann er disqualifiziert werden. Eine Verwarnung muss nicht unbedingt vorausgehen.
Bei einer Disqualifikation verliert er das "game" und kann zudem für künftige Turniere des Billardverbandes gesperrt werden.
C2 Zeitverzögerung
Nimmt sich ein Spieler für einen oder mehrere Stösse ungewohnt viel Zeit, darf er darauf aufmerksam gemacht werden, dass er im Wiederholungsfalle mit einer Disqualifikation zu rechnen hat.
C3 Bestrafung
Wurde einem Spieler bezüglich Regel C1 oder C2 ein "game" aberkannt, werden die verbleibenden Bälle des "frames" dem Mitspieler gutgeschrieben, (pro roten Ball werden 8 Punkte gezahlt) und der bestrafte Spieler verliert seinen erzielten Punktestand gänzlich.
Jedes weitere "frame" wird dem Mitspieler mit 147 Punkten gutgeschrieben, sofern ein Punktestand von Bedeutung ist.
C4 Time out
Time out (Zeit und Anzahl) werden vor Turnierbeginn von der Turnierleitung bekanntgegeben. Verlangt ein Spieler infolge Dringlichkeit ein Time out wahrend eines "frames", soll ihm dies ausnahmsweise gewährt werden. Der Spieler darf für die Dauer seiner Abwesenheit eine Person beauftragen, seine Interessen zu wahren und allfällig begangene Regelverletzungen mitzuteilen.
D1 Der Stoss
- ein Stoss gilt als ausgeführt, sobald der Spieler den Spielball mit der Queuespitze berührt hat
- um einen Stoss als korrekt bezeichnen zu können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt werden:
- 1. Im Moment der Berührung müssen alle Balle stilliegen
- 2. Der Spielball darf nicht "geschoben", sondern muss gestossen werden
- 3. Der Spielball darf nur einmal berührt werden
- 4. Während der Stossbewegung muss der Spieler mit mindestens einem Teil eines Fusses Bodenkontakt haben
- 5. Es darf kein anderer Ball als der Spielball und nur mit der Queuespitze berührt werden
- 6. Es darf kein Ball vom Tisch springen. Ein Zurückfallen eines Balles von der Bandenoberflache auf die Spielflache oder in eine Tasche gilt als korrekt
- Ein Stoss gilt erst als beendet, sobald sich kein Ball mehr bewegt und der Spieler nach Ansicht des Schiedsrichters den Tisch verlassen hat
D2 Durchstoss
Ein Durchstoss ist unter folgenden Voraussetzungen als Foul zu werten: Hat die Queuespitze Kontakt mit dem Spielball während
- der Spielball einen Objektball berührt oder
- die Vorwartsbewegung des Spielballes begonnen hat
Anmerkung: Liegen der Spielball und der Objektball so nahe aneinander, dass ein Durchstoss gar nicht vermieden werden kann, gilt der Stoss als korrekt, sofern der Objektball an seiner äussersten Stelle getroffen wird.
D3 Sprungstoss
- Ein Sprungstoss bedeutet, dass der Spielball über einen Ball springt, ohne vor dem Sprung einen Ball berührt zu haben. Dies ist ein Foul
- Springt der Spielball über den Ball "on" und fallt anschliessend auf die entferntere Seite des Balles "on", gilt auch dann ein Sprungstoss, obwohl der Ball "on" noch berührt worden ist
Ausnahme: Wird der Ball "on" korrekt angespielt und springt der Spielball nach einem anschliessenden Bandenkontakt über einen Ball, ist der Stoss korrekt.
E1 Ball "on"
Jeder Objektball, welcher als erster getroffen werden darf, wird als Ball "on" bezeichnet.
E2 Angesagter Ball
Will ein farbiger Objektball angespielt werden, ist die Farbe vom Spieler vor dem Stoss zu benennen, ausgenommen in zweifelsfreien Situationen, wo in der Umgebung der Stossrichtung nur 1 farbiger Objektball anspielbar ist.
Auf Verlangen des Schiedsrichters ist die Farbige jedesmal anzusagen.
E3 Ball "in-hand"
- Der Spielball ist "in-hand" nachdem er in eine Tasche oder vom Tisch gefallen ist
- Auf Wunsch des Mitspielers nach einem "angled ball" (Regel E8)
- Der Spielball gilt solange "in-hand", bis er im "D" angestossen wurde oder ein Foul begangen wird
Bei "in-hand" ist der Spielball innerhalb oder mit seinem Zentrum auf der Linie des "D" zu setzen.
Anmerkung: Der Schiedsrichter muss auf Anfrage des Spielers beantworten, ob der Spielball korrekt gesetzt ist.