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Entertainment
Noch immer arbeiten viele Regisseurinnen im Schatten ihrer männlichen Kollegen. Dabei haben einige von ihnen wahre Meisterwerke geschaffen, die jetzt Abwechslung zum Streaming-Einheitsbrei bringen.
Von den 250 erfolgreichsten US-Filmen aus dem vergangenen Jahr stammte nur gerade jeder fünfte von einer Filmemacherin. Obwohl der Anteil winzig ist, gabs immerhin einen Anstieg um 5 Prozent gegenüber 2018. Das verrät der Jahresbericht des Center for the Study of Women in Television & Film an der San Diego State University, der kürzlich veröffentlicht wurde.
Seit der ersten Oscar-Verleihung im Jahr 1929 wurde nur eine Frau, Kathryn Bigelow, zur besten Regisseurin gekrönt (2010). Dasselbe gilt für die Filmfestspiele von Cannes, die 1946 ins Leben gerufen wurden und bei denen nur Regisseurin Jane Campion einmal (2003) die Goldene Palme gewann.
Viele Regisseurinnen arbeiten im Schatten ihrer Kollegen. Dabei gibts einige sehenswerte Kultfilme von Frauen, die in der Vergangenheit Preise eingeheimst haben. Wer mittlerweile gelangweilt durch die neusten Netflix-Serien scrollt, sollte die freie Zeit jetzt nutzen und sich am nächsten Filmabend eines dieser Meisterwerke ansehen.
Agnès Varda hat eine der schönsten Seiten der Filmgeschichte geschrieben. Die Handlung findet in Echtzeit statt, am 21. Juni 1961 in Paris. Die Geschichte: Cleo, eine junge und schöne, sowie ziemlich leichtsinnige Sängerin, hat Angst davor, Krebs zu bekommen. Wir lieben die französische Nouvelle-Vague-Ästhetik, das tolle Schauspiel von Corinne Marchand und die zauberhafte Musik von Michel Legrand.
Eine Familie lebt in einem Haus am Rande einer stillgelegten Autobahn. Ihre unerwartete Wiedereröffnung bringt das Gleichgewicht der Family komplett aus dem Gleichgewicht. Mit diesem poetischen Film wurde die französisch-schweizerische Filmemacherin Ursula Meier einem breiten Publikum bekannt. Wir sind ausserdem Fans der schauspielerischen Leistung von Isabelle Huppert als Mutter.
Hier treffen Einsamkeiten aufeinander – mitten im belebten Tokio: Zwei Amerikaner finden sich in einer Welt wieder, die ihnen völlig fremd ist. Der Film ist auch aber ein Aufeinandertreffen des damaligen Superstars Bill Murray und der jungen Scarlett Johansson, die dank dieses Films den Durchbruch schaffte. Sofia Coppola führt bei einem ihrer wohl besten Spielfilme Regie.
Als die Goldene Palme 1993 an eine weibliche Regisseurin, Jane Campion, verliehen wurde, sorgte das für Aufsehen. Ihr Film erzählt die Geschichte einer stummen Frau im Schottland des 19. Jahrhundert, die mit ihrer Tochter und ihrem Klavier nach Neuseeland geschickt wird, um dort wieder zu heiraten. Michael Nymans Musik und die beiden Oscar-prämierten Schauspielerinnen Anna Paquin und Holly Hunter tragen zur Magie des Films bei.
Während des Irak-Krieges riskieren amerikanische Bombenentschärfer täglich ihr Leben. Dieses sensationell dargestellte Eintauchen in ein völlig fremdes, feindseliges Umfeld hat Filmemacherin Kathryn Bigelow den Oscar für die beste Regie eingebracht. Sie ist bisher die einzige Frau, die das geschafft hat. Der Film wurde insgesamt mit gleich sechs der Goldstatuen gekrönt.
Ein Sohn, der seine Mutter in den Wahnsinn treibt, während er vor seinem Vater so tut, als wäre er total unschuldig. Darum gehts in diesem Thriller mit drei grossen Schauspielern: John C. Reilly, Tilda Swinton und Ezra Miller – letzterer schaffte danach seinen Durchbruch. Es ist der dritte Spielfilm der schottischen Filmemacherin Lynne Ramsay.
"T’as du clito!" (Auf Deutsch: "Du hast Klitoris!"): Diese Zeile aus dem Netflix-Film von Regisseurin Houda Benyamina ist in Frankreich längst zum Kult geworden. Der Film, der in Cannes mit der Caméra d'Or ausgezeichnet wurde, porträtiert Dounia, eine Teenagerin aus einem Pariser Banlieue. Sie bricht die Schule ab, um mit Drogen zu dealen und gerät so in allerhand Probleme.
Selma ist eine Stadt in Alabama, im Süden der Vereinigten Staaten. Im Jahr 1965 war sie Schauplatz von diversen Ereignissen im Zusammenhang mit der damaligen Bürgerrechtsbewegung – darunter drei Protestmärsche, die von Martin Luther King angeführt wurden. Der Film von Ava DuVernay konzentriert sich auf den ikonischen Bürgerrechtler und seinen Kampf gegen die Rassentrennung. Ergreifend!