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Wir wissen es alle. Öl ist eine nicht erneuerbare Ressource. Doch obwohl die globale Wirtschaft direkt oder indirekt davon abhängt, fragen sich nur sehr wenige, was passiert, wenn die allerletzte Quelle versiegt sein wird. Dabei hat die Geschichte gezeigt, dass Öl nicht ewig aus dem Boden sprudelt. In Baku (Aserbaidschan), dem Maracaibo-See (Venezuela) und Texas (USA), die Anfang des letzten Jahrhunderts einen Grossteil des schwarzen Goldes gefördert haben, ist der Spass mittlerweile vorbei. Übrig geblieben sind nur noch Industrieruinen. Dabei haben zu der Zeit ganze Kontinente wie Asien und Afrika noch fast kein Öl gebraucht.
Wenn aber die Ökonomien Indiens und Chinas weiterhin so wachsen werden wie bisher, wird der Öl-Verbrauch noch weiter ansteigen. "Peak Oil" ist nur noch eine Frage der Zeit. So nennen Wissenschafter das Phänomen, wenn die maximale Fördermenge erreicht ist, und es stetig weniger wird. So tauchen fragen auf. Werden Kriege geführt werden für die letzten Ölreserven? Wieviel Öl gibt es wirklich noch? Werden wir alle bald wieder wie im 19. Jahrhundert leben müssen? Gibt es Alternativen zur Energiegewinnung? Der Dokumentarfilm A Crude Awakening - The Oil Crash sucht Antworten.
Es gibt noch eine Inconvenient Truth. Anders als im Film über Al Gore, geht es aber nicht um "Global Warming", sondern um die Verknappung des Erdöls, eine geologische Realität, die noch viel apokalyptischere Folgen haben kann als die Erderwärmung. Dessen sicher sind sich Manager aus der Erdölindustrie, Professoren, Wissenschafter und Politiker aus der ganzen Welt im Film von Basil Gelpke und Ray McCormack. Der Schweizer und der Amerikaner sind Inhaber von Lava Pictures, einer Firma, die sich mit Reality-TV-Formaten bei TV3 wie Expedition Robinson und Alarm einen Namen machte und sich seit 2005 restrukturiert hat.
Die Swissness in A Crude Awakening beschränkt sich aber neben ein paar Aufnahmen vom Verkehrsaufkommen auf der Hardbrücke und dem Paradeplatz auf die Teilnahme des ETH-Konfliktforschers Daniele Ganser, der auch mal gerne Charlie Sheen als 9/11-Experten zitiert. Der Film richtet sich in erster Linie an ein US-amerikanisches Publikum. Was auch gut ist, da sie mit Abstand die grössten Verbraucher der weltweiten Ölvorkommen sind. Der Film bedient sich deshalb der heute üblichen Mittel, um seine Aussagen unters Volk zu bringen. Archivmaterial und alte Werbespots, die aus heutiger Sicht witzig wirken, werden zwischen die Talking Heads geschnitten. Manchmal gelingt mit ein paar eindrücklichen Naturaufnahmen eine sehr bildliche Umsetzung der Aussagen. Hinter Wüstensandbergen tauchen plötzlich Ölraffinerien auf, wenn vom Nahen Osten als letzter Ort mit Öl die Rede ist. Oder man schaut von Bergspitzen in tiefe Abgründe, dass einem schwindlig wird, wenn das Erreichen des "Peak Oil" zur Sprache kommt.
Der "Peak Oil" ist auch das wichtigste Reizwort des Films. Nur ist dieser nichts wirklich Neues, wie auch der Film gleich selber beweist. Schon in den Siebzigern hat ihn ein Professor namens M. King Hubbert vorausgesagt. Er wird deshalb auch Hubbert's Peak genannt. Doch wie Recht der Mann vor dreissig Jahren schon hatte, ist schon sehr erstaunlich. Deshalb beschleicht einem beim Schauen von A Crude Awakening schon eine gewisse Furcht vor der Zukunft, auch wenn man sich der Panikmache des Film entziehen möchte.
Naja, ich war etwas enttäuscht. Zwar informiert The Oil Crash auf extrem hohem Niveau und er hält sich auch mit allzu reisserischen Zukunftsspekulationen zurück, doch leider ist der Stoff nicht besonders publikumsfreundlich aufgearbeitet. Informativ, aber staubtrocken.
[Editiert von El Chupanebrey am 2010-07-13 23:00:23]
Ein sehr anspruchsvoller Film, in dem uns die Zahlen, Fakten und Daten nur so um den Kopf geschlagen werden. Das ist anfänglich sehr interessant, auch wenn die Zwischenberichte immer wieder aufheitern, wird aber nach der Hälfte zunehmend mühsamer. Was hat der jetzt am Anfang gesagt? Wie war das nochmal mit dem und dem?
Das Thema ist sehr interessant. Wenn wir im Alltag auch kaum daran denken, so sind es genau solche Dokus, die uns bewusst machen, wie tragisch es eigentlich um die Erde, die Menschheit und um die Ressourcen steht.
Der Film lohnt sich definitiv und wer sich hinterfragt, was wir denn eigentlich machen, wenn dieses Öl nicht mehr da ist, dem werden hier ein paar dramatische Fakten präsentiert.
Der Film wird unter dem Titel "The Oil Crash" in die Schweizer Kinos kommen. Gemäss Angaben des Verleihers wird der Film digital projeziert werden über die Server von der Werbevermarkterin Cinecom, die jeweils für die Werbespots vor dem Hauptfilm benutzt werden. Freut euch aber nicht auf Hochauflösendes. Cinecom bietet mit 720 x 576 oder 768 x 576 Pixels "nur" die normale PAL-Auflösung.