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Um seine post-sowjetische Unabhängigkeit klanglich zu repräsentieren, hat Usbekistan eine überraschende Wahl getroffen: Mit dem Genre Estrada entschied es sich nicht nur für Mainstream-Pop, sondern auch für ein musikalisches Erbe der Sowjetzeit. Unter Präsident Islom Karimow wurden verschiedene staatliche Institutionen mit der Entwicklung und Kontrolle von Estrada betraut, und die Schaffung von milliy estrada – nationaler Estrada – als klanglicher Verkörperung der nationalen Unabhängigkeitsideologie bekam eine prominente Position auf der Regierungsagenda. Aber warum gerade Estrada? Anhand von Videoclips aus der Geschichte der usbekistanischen Estrada in der Sowjetzeit und seit der Unabhängigkeit geht dieser Vortrag den Gründen für die so außergewöhnliche wie enge Verflechtung von Pop-Musik und Staatspolitik in Usbekistan nach.