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Olympiakandidatin Jenny Stadelmann feierte ihr Comeback mit dem BC Trogen-Speicher. Dieser kam in der NLA zu 6:2-Siegen gegen Argovia und in Brig.
Badminton. «Es ist wie ein Heimkommen», stellte Jenny Stadelmann fest. Die bald 24Jährige ist die aktuelle Nummer 1 der Schweiz und Nummer 67 der Weltrangliste. In der vergangenen (NLB-)Saison spielte sie nie für Trogen-Speicher, am Wochenende gab sie nun ihr Comeback. Die EM-Bronzemedaillengewinnerin von 2023 wohnt unterdessen in Bern, ist nach ihrer Ausbildung als Profi oft an internationalen Turnieren unterwegs und hat das Ziel «Olympiateilnahme» vor Augen. Die Aussichten seien gut, meinte sie. Die Anzahl der Plätze pro Land sind begrenzt, so dass viele der vor ihr klassierten Spielerinnen nicht in Paris starten werden. Im Heimspiel gegen das Team Argovia gewann Stadelmann, die mit 16 Jahren aus Thailand in die Ostschweiz gekommen ist, das Einzel ebenso wie das Doppel mit Tania Oktaviani Kusumah in 3:0 Sätzen. Nach jener Partie hiess das Resultat schon 5:0, womit der Sieg feststand.
«Dann tut alles weh…»
Spielertrainer Agung Ruhanda feierte sein Comeback. «Einmal springen, dann tut alles weh…», scherzte der Indonesier, der im September 41 Jahre alt geworden ist, nach dem Sieg im Herrendoppel mit Mochamad Rehan Diaz. Auch Muhammad Iqbal setzte sich ohne Satzverlust gegen Tobias Künzi durch; letzterer hofft ebenfalls noch auf eine Olympiateilnahme – mit geringeren Chancen als Stadelmann. Die beiden anderen Herreneinzel mussten Nicolas Franconville und Mochamad Rehan Diaz abgeben. Hart umkämpft waren das zweite Herrendoppel, das Nils Harzenmoser/Nicolas Franconville überraschend gegen die höher eingeschätzten Aargauer gewannen, sowie das abschliessende Mixeddoppel, das an Leila Zarrouk/Muhammad Iqbal ging.
Wieder nur zwei Niederlagen
Am Sonntag siegte Trogen-Speicher bei Olympia Brig ebenfalls 6:2. Stadelmann/Kusumah (die zu den stärksten Damendoppeln der Liga gehören dürften) gaben zwar ebenso einen Satz ab wie Ruhanda/Diaz im ersten Herrendoppel und Stadelmann im Dameneinzel; sie gewannen aber schliesslich alle souverän. Diaz setzte sich im zweiten Herreneinzel deutlich durch, wie Harzenmoser/Franconville im zweiten Herrendoppel. «Das Duo hat unsere Erwartungen übertroffen», freute sich Co-Sportchef Hanspeter Kolb. Niederlagen gab es nur für Iqbal (gegen den Franzosen Lucas Claerbout, anfangs Jahr noch die Nummer 52 der Welt) sowie für das gemischte Doppel Iqbal/Zarouk. Im Wallis kam im Gegensatz zum Samstag auch Joel König (BC Adliswil) mit einer Lizenz plus zum Einsatz. Er gewann das dritte Herreneinzel. Trogen-Speicher führt nach drei Runden die Tabelle an. «Daran konnten wir vor der Saison nicht denken. Aber wir haben gute Leistungen gezeigt, und die Stimmung ist ausgezeichnet», meinte Ruhanda. Die Saison wird am 18./19. November fortgesetzt (zuhause gegen Yverdon, auswärts gegen Zürich). Stadelmann wird da voraussichtlich wenigstens am Sonntag mitwirken. «Weitere Einsätze hängen davon ab, welche Turniere ich absolviere.» Sie braucht Punkte für die Olympiaqualifikation.
NLB-Team auf Rang drei
Auch das junge NLB-Team von Speicher-Trogen hat am Wochenende eine Doppelrunde gespielt. Am Samstag resultierte ein 4:4 bei den St.Galler Bären, am Sonntag ein 6:2 gegen Zug. Eindrücklich trat Ruhandas 16-jährige Tochter Azkya auf: Sie gewann ihre vier Spiele deutlich, je zwei im Einzel und im Mixeddoppel (mit Zeno Baldegger). Leander Züst und Liron Ubieto blieben in ihren drei Spielen unbesiegt. Speicher-Trogen steht auf dem dritten NLB-Rang. Das Team trifft als nächstes zuhause auf Luzern und auswärts auf Uzwil 2. (pd/pf)
Bild:
Von der Wucht, die auf den Shuttle wirkt: Tania Oktaviani Kusumah und Jenny Stadelmann (hinten) im Doppel gegen das Team Argovia.
Bild: Kurt Frischknecht