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Der PCR Test:
Grippevirusnachweise durch klinische Tests sind unüblich, weshalb es gegen saisonale Grippen (Influenza Infektionen) bisher keine Virustests gab. Bisher wurden Patienten bei grippalen Symptomen beim Arzt untersucht und danach -wo indiziert- medizinisch behandelt. Bei COVID-19 ist das anders. Innerhalb weniger Wochen wurde ein Testverfahren entwickelt, das in der klinischen Forschung sehr oft angewendet wird, um kleinste Mengen an Erbmaterialien sehr spezifisch nachzuweisen. Die sogenannte PCR Anwendung (Polymerase Chain Reaction) ist eine molekularbiologische Methode, um DNA oder RNA in einer Kettenreaktion zu amplifizieren und nachzuweisen (siehe dazu zBsp ‘PCR Test bei Labor Spiez’). Bei COVID-19 wird dabei mit einer Abstrichprobe aus Rachen oder Nase eine chemische Reaktion gestartet bei der man spezifische «Startmoleküle» -genannt Primer- und hitzeresistente Enzyme -genannt Polymerasen- zur Probe hinzufügt. Dabei heften sich die Primer, die spezifisch sind für die Probe -hier SARS-COV-2- an die RNA und die Polymerase multipliziert die RNA bis durch Erhitzen die Reaktion gestoppt wird. Dieser Vorgang wird ein Cyclus genannt.
PCR Cyclen:
Mit jedem Cyclus verdoppelt sich die Anzahl RNA Moleküle in der Probe. Nach dem ersten Cyclus hat man die RNA verdoppelt, nach dem zweite Cyclus vervierfacht und so weiter. So vermehrt man die RNA mit steigenden Cyclen exponentiell. Nach 10 Cyclen hat man theoretisch aus einem RNA Molekül 2'000 hergestellt, nach 15 Cyclen 65'000 RNAs, nach 20 Cyclen 2'000'000 und nach 25 Cyclen 67'000'000 RNA Moleküle. Diese Menge lässt sich dann mit einer Farbsonde farblich visualisieren und so allenfalls eine Positivität feststellen.
In der Forschung werden in der Regel 25 Cyclen eingesetzt, um spezifische RNA Molekül zu detektieren. Wie viele Cyclen bei der COVID-19 PCR Methode angewendet werden sollten, ist stark umstritten. In der Schweiz werden von den Labors in der Regel 40-45 Cyclen durchgeführt. Weshalb man über die üblichen 25 Cyclen hinausgeht, ist unklar und wird in der Fachwelt kontrovers diskutiert. Es wird angenommen, dass je mehr Cyclen es braucht, um eine Probe zu detektieren, desto weniger spezifisch und verlässlich ist das Resultat. Eine Ende November 2020 erschienene Publikation von Peter Borger et al berichtet, dass wenn jemand mit 35 und mehr Cyclen positiv getestet wurde, die Wahrscheinlichkeit lediglich bei 3% liegt, dass die Person auch tatsächlich infiziert ist. Gegen die Anwendung des PCR Test bei COVID-19 wurde deshalb kürzlich auch eine Sammelklage eingereicht.
Schnelltest:
Seit Kurzem gibt es auch Antigen Schnelltests. Auch bei diesen müssen Abstrichproben vom Rachen oder Nasen genommen werden. Dabei werden im Gegensatz zur PCR Methode bei Schnelltest Viruspartikel detektiert anhand einer Antikörper Reaktion. Somit weisen Schnelltest den effektiven Virus im Körper nach und nicht die RNA, die auch noch relativ lange nachdem das Virus den Körper verlassen hat noch detektierbar ist. Diese Schnelltests sind weniger genau als der PCR Test dafür sind sie schneller. In der Regel innerhalb 30 Minuten hat man ein Testergebnis im Gegensatz zum PCR Test, der Tage braucht.
Bei Patienten mit hoher Viruslast scheinen die Schnelltests zuverlässigere Testergebnisse zu liefern im Gegensatz zu milden oder symptomlosen Verläufen.