Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03483.jsonl.gz/1605

So wurde der vordere Rohzuckerkontrakt Nummer 11 mit Fälligkeit im März 2018 am vergangenen Freitag in New York für 13,89 cts/lb (302 Fr./t) gehandelt. Das bedeutete - bezogen auf das Zwischenhoch vom 24. November in Höhe von 15,45 cts/lb (336 Euro/t) - eine Verbilligung um 10,1%.
Höhere Produktion in der EU und Indien
Gleichzeitig rutschten auch die Futureskurse auf Weisszucker in den Keller. Der für dieses Produkt an der Londoner Börse gehandelte Termin März 2018 kostete am Freitagmittag 363,80 USD/t (359 Fr.). Das entspricht einem Minus von 8,6%. Für Preisdruck sorgten unter anderem Spekulationen über höher als bislang erwartete Produktionsmengen wichtiger Erzeuger, darunter die Europäische Union, Indien und Thailand. Die Analysten prognostizieren zurzeit für 2017/18 einen globalen Lagerendbestand von bis zu 6 Mio. t Weisszuckeräquivalent. Allerdings dürfte sich dessen Verhältnis zum erwarteten Verbrauch verkleinern.
Kleinere Ernte in Brasilien
Zu Kursabschlägen am Zuckerterminmarkt führte in der vergangen Woche auch die Abwertung des brasilianischen Real gegenüber dem Dollar. In der Folge lohnt sich die Ausfuhr von brasilianischem Zucker mehr als zuvor. Allerdings verfehlte die Zuckererzeugung im wichtigsten brasilianischen Anbaugebiet im November deutlich die betreffende Vorjahresmenge, weil die dort noch bis März laufende Zuckerrohrernte durch Regenfälle erschwert wurde. Das südamerikanische Land ist der grösste Zuckererzeuger und -exporteur der Welt. Sollte sich der Preisrutsch für Zucker fortsetzen, dürfte bald die alternative Erzeugung von Ethanol zu Lasten der brasilianischen Zuckererzeugung wieder zunehmen.
EU will Export verdoppeln
Unterdessen geht die Brüsseler Marktbeobachtungsstelle für Zucker davon aus, dass sich die Zuckerexporte der Gemeinschaft 2017/18 im Vergleich zum Vorjahr mindestens verdoppeln könnten, und zwar auf bis zu 3 Mio. t. Die Fachleute begründen ihre optimistische Einschätzung mit dem
Argument, dass die führenden Zuckererzeuger in der Gemeinschaft in den Ausbau ihrer Exportlogistik investiert hätten und so die Chancen am Weltmarkt nutzen könnten.
Gleichzeitig dürften sich die EU-Zuckerpreise nach den Erwartungen der Brüsseler Marktexperten wahrscheinlich immer mehr an den niedrigeren Weltmarktpreisen orientieren.