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Nach Aussagen von Wissenschaftlern werden nur 20 % der getöteten Delfine letzten Endes an Land gespült. Demzufolge sind in diesem Jahr möglicherweise schon mehrere Tausend Delfine getötet worden, da es seit Ende Dezember 700 Totfunde gab.
Unabhängige Beobachter auf Fangschiffen in Les Sables unerwünscht
Der erste Schritt zur Verbesserung der Situation wäre Wissenschaftlern zufolge, die verantwortlichen Schiffe mit Hilfe von Beobachtern oder Bordkameras eindeutig zu identifizieren. Während dies in vielen Ländern verpflichtend ist, erlaubt Frankreich nicht nur zerstörerische Fangmethoden in empfindlichen Meeresgebieten, sondern stellt Fischern sogar frei, unabhängige Beobachter abzuweisen. Die Schleppnetzschiffe von Les Sables d'Olonne und Saint Gilles, die von Sea Shepherd mit Delfinen im Netz gefilmt wurden, haben Beobachter abgelehnt.
„Wann wird es gesetzliche Vorschriften dazu geben? Wie lange wird die Regierung zulassen, dass eine Handvoll Menschen jeglichen Fortschritt zu diesem Problem aufhält? Wie können wir erklären, dass das Fischerei-Komitee in diesem Land derart mächtig ist und ungestraft davon kommt?“, kritisiert Lamya Essemlali, die Präsidentin von Sea Shepherd Frankreich.
„Es muss gesagt werden, dass trotz der Absichtserklärungen, die jedes Jahr durch Pressemitteilungen verkündet werden, die Regierung das Problem nicht ernst nimmt und hauptsächlich die Interessen der Fischerei vertritt.“
Frankreich hat das Übereinkommen zum Schutz von Walen und Delfinen unterschrieben und ist folglich verpflichtet, konkrete Massnahmen anzuwenden, die ihren Fang vermindern.
Wissenschaftler sind besorgt, da sich Delfine sehr langsam fortpflanzen und nur wenige Junge bekommen. Sobald der Rückgang der Delfinbestände sichtbar wird, ist es in der Regel zu spät.
„30 Jahre lang Tagungen und Besprechungen mit dem Fischerei-Komitee haben zu dieser katastrophalen Lage geführt, in der wir heute sind“, erklärt Essemlali, die die höchsten Strandungszahlen, die je verzeichnet wurden, anprangert. „Die Zeit der Besprechungen ist vorbei, es ist Zeit zu handeln.“
Behauptungen des Fischerei-Komitees und die Nutzlosigkeit der Pinger
Der Vorsitzende des Fischerei-Komitees von Loire, José Jouneau, behauptet und wird auch ohne offizielle Prüfung stets zitiert, dass in diesem Jahr alle Schleppnetzschiffe mit Pingern ausgestattet seien (akustischen Signalgeber zur Abschreckung). Sea Shepherd weiss jedoch aus sicherer Quelle, dass dies nicht der Fall ist und konnte dies in der Praxis nachweisen. Die beiden Schleppnetze, die im Februar gefilmt wurden, enthielten tote Delfine und hatten keine Pinger. Und falls es Pinger gegeben hätte, wäre deren Nutzlosigkeit somit erwiesen.
Straffreiheit für Wilderer
Die toten Delfine sind nur die Spitze des Eisbergs. Sea Shepherd dokumentierte während der Patrouillenfahrten auch, wie Schleppnetzschiffe mehrmals mitten im Rochebonne Plateau fischten, obwohl in diesem Jahr die Schleppnetzfischerei dort verboten ist, um den Fischbeständen Zeit zu geben, sich zu erholen. Welche Kontrollen und Sanktionen sollten bei diesen Wilderern angewandt werden? Wir erhoben Anklage gegen zwei von ihnen, die wir auf frischer Tat beim illegalen Fischfang ertappt haben. Einer ist in Saint Nazaire registriert und entlädt in La Turballe, der andere ist in Les Sables d'Olonne gemeldet. Die beiden Schiffe wilderten inmitten des Rochebonne Plateaus und machten sich noch nicht einmal die Mühe ihr AIS (Automatisches Identifikationssystem) abzuschalten. Dieses Verhalten zeugt von der völligen Straffreiheit, die in dieser Gegend vorherrscht.
Der Besuch der SAM SIMON und die Pressekonferenz in Bordeaux
Das Haupt-Patrouillenschiff von OPERATION DOLPHIN BYCATCH, die SAM SIMON, wird am Samstag und Sonntag, den 16. und 17. März in Bordeaux sein. Das Schiff wird öffentlich zugänglich sein, und Besucher bekommen die Möglichkeit, die Crew zu treffen und über die Herausforderungen und Ziele des Einsatzes zu sprechen.
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