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*1924 in San Sebastián, †2002 ebenda
Der baskische Künstler Eduardo Chillida fand über die Bildhauerei und die Eisenplastik Zugang zur Druckgrafik. Nach dem Abbruch seines Architekturstudiums wandte sich Chillida der Bildhauerei und wenig später – nach einem Aufenthalt in Paris – der Eisenplastik zu. Schon bald zeichnet sich sein Hauptanliegen deutlich ab: Ihn beschäftigt der dreidimensionale Raum. Als er sich 1959/60 der Druckgrafik zu widmen beginnt, tauchen wieder dieselben Themen auf. Nun erforscht Chillida den Um- und Binnenraum hier nicht mehr im wirklichen, dreidimensionalen Raum, sondern auf dem zweidimensionalen Blatt, dessen Weiss als vorgestellter, perspektivenloser Raum gesehen wird.
Auf «Bi Esku II» werden mit einfachen Linien zwei Hände dargestellt. Die obere ist halb geöffnet und nach oben gewandt, die untere zu einer Faust geformt. Die einzelnen Finger, die Handfläche, der Handballen sind Einzelteile des Ganzen, d.h. der Hand. Dieses Ganze, also beide Hände, täuscht durch die Art der Darstellung Volumen und Körperlichkeit vor und scheint Raum einzunehmen. Es verdrängt ihn durch seine Masse, wird von ihm umgeben, umschliesst ihn aber auch in seinem Innern. Der Raum wird nicht mehr mit illusionistischen Mitteln vorgetäuscht, sondern aus der Fläche, aus dem Blattweiss heraus suggeriert. Anstelle von dreidimensionalen Gegenständen und dem sie umgebenden, perspektivisch dargestellten Raum treten in Chillidas druckgrafischen Blättern Elemente als Lettern auf.