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Chaves gehörte einer 12-köpfigen Ausreissergruppe an, die sich schon kurz nach dem Start gebildet hatte. 2,7 km vor dem Ziel liess er im Schlussaufstieg seine letzten Begleiter stehen. Der 29-Jährige errang seinen dritten Etappensieg im Rahmen des Giro. 2016 hatte er in Corvara/Alta Badia triumphiert, letztes Jahr im Teilstück hinauf zum Ätna, wodurch er sich im Gesamtklassement auf Platz 2 setzte.
Dem Erfolg auf Sizilien folgte aber eine harte Zeit. Wenige Tage nach seinem Sieg am Ätna wurde Chaves durch eine üble Schwächephase in der Gesamtwertung nach hinten durchgereicht. Untersuchungen ergaben, dass er gleich an mehreren Virusinfektionen litt, unter anderem auch am Pfeifferschen Drüsenfieber. Es folgte eine Rennpause von mehr als einem halben Jahr, erst im Februar kehrte er zurück.
Vor zwei Tagen hatte Chaves im Teilstück nach Antholz seinen ersten Sieg nach über einem Jahr als Zweiter noch verpasst. Denn noch ist er nicht so weit, um an sein Erfolgsjahr 2016 anzuknüpfen. Damals beendete er den Giro als Zweiter und die Vuelta als Dritter, zudem gewann er mit der Lombardei-Rundfahrt als erster Kolumbianer eines der fünf grossen Eintagesrennen. Zum aktuellen Giro war er im australischen Team Mitchelton-Scott als Edelhelfer von Simon Yates gestartet. Der Brite blieb jedoch bisher alles schuldig.
In der Gesamtwertung änderte sich an der Spitze nichts. Der finale Aufstieg war etwas zu wenig steil, als dass es unter den Anwärtern auf den Gesamtsieg einen Grosskampf abgesetzt hätte. Richard Carapaz aus Ecuador behauptete sich jedenfalls problemlos einen weiteren Tag als Leader. Unverändert liegt der Südamerikaner 1:54 Minuten vor dem Italiener Vincenzo Nibali und 2:16 vor dem Slowenen Primoz Roglic.
Einzig Chaves' Landsmann Miguel Angel Lopez hatte in der Gruppe mit den Favoriten mit einem Antritt Erfolg. 44 Sekunden machte er gut, doch eine unmittelbare Gefahr stellt Lopez inzwischen nicht mehr dar, weshalb ihm Carapaz auch nicht nachsetzte. Noch immer liegt Lopez als Gesamt-Sechster fünfeinhalb Minuten zurück.
Die wohl letzte Chance, Carapaz am grossen Triumph zu hindern, bietet sich in der Bergetappe vom Samstag. Start und Ziel liegen Luftlinie nur wenige Kilometer auseinander. Doch es gilt, am Südrand der Dolomiten eine 194 km lange Schleife zu fahren, die den Fahrern mit insgesamt 5000 Höhenmetern viel abverlangen wird. Das Ziel befindet sich nach einem Schlussaufstieg am Monte Avena. Am Sonntag folgt das 17 km lange Einzelzeitfahren in Verona, das mit einer kleinen Steigung im mittleren Abschnitt versehen ist.
(sda)