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Von Sophrologie haben Sie sicher schon einmal gehört, aber wissen Sie auch, worum es sich dabei handelt? Erwan Tréguer, Sophrologielehrer an der Klubschule Migros in Genf, fasst die Vorteile zusammen und erklärt, wie diese Methode positive Gefühle in uns aufkommen lässt.
«Es handelt sich um eine Reihe von Techniken, die auf einen Zustand des Wohlbefindens abzielen. Die Sophrologie wurde in den 1960er-Jahren von Alfredo Caycedo entwickelt. Dieser Arzt und Psychiater hat dazu beigetragen, dass aus Asien stammende Methoden wie Zen-Meditation und Yoga in den Westen eingeführt wurden. Indem er diese dann mit europäischen Praktiken wie der Selbsthypnose koppelte, entwickelte er eine neue Disziplin.»
«Die Sophrologie verwendet drei Hauptwerkzeuge: Muskelentspannung, Atmung und Visualisierung. Die Idee ist, dass die Person, die Sophrologie praktiziert, auf eine Bewusstseinsebene hinabsteigt und dort verbleibt, die wir alle kennen, nämlich die Ebene zwischen Wachen und Schlafen. In diesem Zustand maximaler Entspannung, der für die Erholung förderlich ist, kann man lernen, positive Bilder und Emotionen zu entwickeln. Lassen Sie mich erklären: Unser Gehirn kann dazu neigen, sich für alle möglichen Situationen, zum Beispiel für ein Vorstellungsgespräch, einen Sportwettkampf oder eine Schwangerschaft, ein negatives Szenario vorzustellen. Mithilfe der Sophrologie soll man diese Ereignisse visualisieren und sich auf etwas Besseres programmieren. Am Tag X kann die Person diese Empfindungen dann wiederfinden und reproduzieren. Zwar können Sie zum Beispiel einen chirurgischen Eingriff nicht direkt beeinflussen, aber Sie können Einfluss auf Ihren Spannungszustand nehmen und dafür sorgen, dass Sie den Eingriff besser erleben.»
«Diese sind sehr weitläufig. Jede Person, die an Verstimmung oder Stress leidet oder Schlafstörungen hat, kann damit ihre Lebensqualität verbessern. Ausserdem lernen Menschen mit Kopfschmerzen, ihre Muskeln im Bereich des Trapezius und des Kopfes zu entspannen, wodurch die Verspannungen verringert werden können. Viele Sportler praktizieren Sophrologie auch als Teil ihrer mentalen Vorbereitung.
«Ja, absolut. Sogar Kinder können damit anfangen. Zumal sie noch die tiefe Bauchatmung verwenden und eine natürliche Begabung im Bereich der Vorstellungskraft haben. Die Sophrologie ist zudem wie ein Samen, den man in sich selbst pflanzt und der einen das ganze Leben lang begleitet. Man kann sie später jederzeit in Anspruch nehmen.»
«Es gibt nur wenige wissenschaftliche Studien zu diesem Thema, denn die Forschungsprotokolle sind nur schwer reproduzierbar, weil sich die Sophrologie an sehr viele verschiedene Personengruppen richtet. Abgesehen von den medizinischen Parametern kommt es meiner Meinung nach vor allem auf die subjektive Erfahrung der Personen an, die Sophrologie praktizieren. Und viele kommen zu mir und sagen mir, dass sie sich besser fühlen, besser schlafen und gelassener leben.»
(Fortsetzung weiter unten…)
«Anfängerinnen und Anfänger werden bereits positive Ergebnisse erzielen, wenn sie drei bis vier Wochen lang täglich fünfzehn bis zwanzig Minuten lang Übungen machen. Anschliessend haben sie Lust, weiterzumachen, und die Sophrologie wird zu einer natürlichen, in den Alltag integrierten Aktivität.»
«Manche Leute benutzen Apps oder sehen sich Videos im Internet an, was ein guter Anfang ist, um sich mit der Sophrologie vertraut zu machen. Um die richtigen Grundlagen zu erlernen, sind jedoch Einführungskurse empfehlenswert, und sei es nur, um von einem persönlicheren, auf die eigenen Bedürfnisse ausgerichteten Ansatz zu profitieren. Später wird Sophrologie allein praktiziert.»
«Am einfachsten ist es, die zukünftige Lehrperson zu treffen und sich mit ihr zu unterhalten, sie nach ihrem Abschluss zu fragen und eine Probestunde zu machen. Wenn das Gefühl nicht stimmt, sollte man sich ungeniert weiter umsehen. Auch wenn es die Sophrologie selbst ist, die Ihnen Unbehagen bereitet, ist es besser, auf das Gefühl zu hören und sich einer anderen Methode zuzuwenden.