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Allgemeines über Karate
Was ist Karate-Do?
Karate-Do ist eine aus Japan stammende Körper- und Kampfkunst sowie eine Methode der Selbstverteidigung. Der oder die Karatetreibende (Karateka) schult bei regelmässigem Training das bewusste und kontrollierte Bewegen seines bzw. ihres Körpers. Die verschiedenen Übungen werden langsam und schnell, in rhythmischer Abfolge von Atmung, Bewegung, Spannung und Entspannung durchgeführt. Die so entstehenden Angriffs- und Abwehrtechniken führen dann die Karateka kontrolliert und präzise aus.
Die geübten Karateka beherrschen alle Bewegungen des Körpers und können ihren Geist gezielt kontrollieren. Ihre Bewegungsabfolgen erzeugen im Raum eine Harmonie zwischen Körper und Geist.
Der Name Karate-Do setzt sich aus den drei nebenstehenden japanischen Schriftzeichen zusammen:
Kara = leer
Te = Hand
Do = Weg
Karate-Do ist der (Lebens-) Weg der leeren Hand, die Kunst der Selbstverteidigung ohne Waffe.
Geschichte des Karate-Do
Die Wurzeln des Karates liegen auf den japanischen Ryuku-Inseln (der heutigen Präfektur Okinawa). Ein Regierungsbeschluss im 17. Jahrhundert untersagte den Inselbewohnern das Tragen von Waffen. Als einzige Selbstverteidigung blieb ihnen nur ihr Körper.
Aus der Not heraus entwickelten sie eine Kampfart, bei der sie ihre Hände und Füsse als Waffe einsetzen konnten. Um was für eine Art der Selbstverteidigung es sich dabei handelte, kann nur vermutet werden. Streng hüteten die Einheimischen das Geheimnis dieser Art der Selbstverteidigung, sodass schriftliche Überlieferungen fehlen.
Vermutet wird, dass der waffenlose Kampfsport schon früher auf der Insel gepflegt wurde und das Waffenverbot nur dessen Fortentwicklung beschleunigte. Bekannt ist, dass die Inselbewohner mit China Handel pflegten und wahrscheinlich die chinesische Kampftechnik „Shaolin Kempo“ ausübten. Beim Erlass des Verbots entwickelten sie diese Technik weiter. Daraus entstand das heutige Karate. Zuerst wurde es aber „Okinawwate“ und erst später Karate genannt wurde.
Entwicklung des Shotokan – Stils
Shotokan ist eine der vier grossen traditionellen Schulen (Ryu) Japans: Wado-ryu, Goju-ryu, Shito-ryu und Shotokan.
Der aus Okinawa stammende Gichin Funakoshi (1868 – 1957) gilt als Begründer der Shotokan-Karate-Stilrichtung. Shoto war sein Künstlername. Aus diesem Grund wurde seine erste Trainingshalle in Tokyo (1935 eingeweiht) Shotokan genannt. Diese Bezeichnung wurde später auch für seinen Karate-Stil übernommen.
Der Volksschullehrer Funakoshi begann auf Okinawa das Karate zu unterrichten, als es in Japan noch verboten war. Nach anfänglichen Schwierigkeiten erhielt er die Möglichkeit, an einer Schule eine Karatedemonstration zu geben. Danach durfte er mit der Zustimmung des Kulturministeriums an den Mittelschulen Karate unterrichten und Schüler aufnehmen. Später wurde Karate auch in die Kursprogramme zur Körperertüchtigung an Universitäten aufgenommen. Der Weg nach Tokyo öffnete sich, als auch die kaiserliche Marine ihr Interesse an Karateübungen zeigte.
Als Funakoshi noch auf Okinawa lebte, stieg er viel auf einen Berg, um von dort die Oberfläche des Meeres zu beobachten. Einmal sah er in den Wellen einen Tiger. Ein Künstler malte für ihn einen solchen Tiger, der später zum Symbol für seinen Karate-Stil wurde. Funakoshi’s Ziel war es, mit dieser Sportart Geist, Charakter und die innere Einstellung zu schulen. „Bevor du den Gegner besiegst, musst du dich selbst besiegen.“
Funakoshi’s direkter Nachfolger Masatoshi Nakayama entwickelte das Shotokan Karate weiter. Er gründete 1949 den ersten Karateverband in Japan, den „Japan Karate Association“. (JKA). Bis zu seinem Tod war Nakayama dessen Chefinstruktor. Die JKA bemüht sich auch heute noch sehr um die Ausbildung qulifizierter Instruktoren. Es ist dem Verband ein Anliegen, dass auf der ganzen Welt Karate auf hohem Niveau vermittelt wird.
Shotokan bedeutet:
Sho = Nadelbaum
To = Welle
kan = Haus oder Halle
Karate – Do ein Jungbrunnen für Körper und Geist
Regelmässiges Training bewirkt beim Karateka (Karate-treibenden) eine überdurchschnittliche Fitness und Körper-beherrschung. Karate-Do ist bestens geeignet, um dem täglichen Stress entgegenzuwirken, Aggressionen abzubauen, die Konzentration sowie die Gesundheit zu fördern. Die Geschmeidigkeit des Körpers führt zudem zu aktiv-positivem Denken.
Für wen ist Karate-Do?
Karate-Do ist für alle geeignet, für Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer jeden Alters. Keine Person ist zu alt, um diese Sportart zu lernen. Die Motivation kann je nach Alter verschieden sein. Die Jugendlichen beginnen eher wegen der Kampfkunst und der Lust, sich an Turnieren zu messen. Dagegen überwiegen bei Personen ab mittlerem Alter eher gesundheitliche Aspekte.