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10. April 2001
Swisscom weist im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Telecom-Anbietern eine sehr solide Bilanz auf. So senkte Swisscom im letzten Jahr die Nettoverschuldung um CHF 3,4 Mrd. auf CHF 2,9 Mrd. und steigerte die Eigenkapitalquote um 6,9 Prozentpunkte auf 38,9%. Damit verfügt das Unternehmen über die nötige Finanzkraft, um sich im Rahmen seiner Strategie gezielt weiter zu entwickeln. Swisscom wird die Massnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung konsequent fortführen.
Der Verwaltungsrat der Swisscom AG beantragt der Generalversammlung vom 29. Mai 2001 eine Dividende von CHF 11 (Vorjahr CHF 15) sowie eine Herabsetzung des Aktienkapitals auf CHF 1´250,35 Mio. durch eine Nennwertreduktion von CHF 8 pro Aktie. Mit Vorbehalt der Zustimmung der Generalversammlung werden den Aktionären demnach CHF 19 pro Aktie ausgeschüttet. Damit werden 44,2% des Gewinnes (Payout-Ratio) oder rund CHF 1,4 Mrd. an die Aktionäre ausbezahlt.
Als Dank für die guten Leistungen und als Ansporn für die Zukunft beteiligt das Unternehmen seine Mitarbeitenden in Form von Swisscom-Aktien am Unternehmenserfolg 2000. Zusätzlich wird ein Aktien-/Optionenprogramm für das mittlere und obere Kader eingeführt. Im Zusammenhang mit der Mitarbeiterbeteiligung und dem Aktien-/Optionenprogramm für das Kader wird Swisscom bis zu 72´000 Aktien am freien Markt beschaffen.
Swisscom steigerte im Jahr 2000 den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 27,5% auf CHF 14´093 Mio. Ohne Einbezug von debitel wäre der Umsatz praktisch stabil geblieben. Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich um 26,2% auf CHF 1´836 Mio. Aus dem Verkauf von Beteiligungen (Cablecom, D Plus und tesion) realisierte Swisscom einen Gewinn nach Steuern von insgesamt CHF 1´575 Mio. Dank diesen Transaktionen und dem positiven Finanzergebnis ist der Reingewinn um 32,2% auf CHF 3´161 Mio. gestiegen.
Im November 2000 wurde mit der Vodafone Group ein Vertrag über deren Beteiligung von 25% an den Mobilfunkaktivitäten von Swisscom (Mobile Com) für CHF 4,5 Mrd. abgeschlossen. Der Nettoerlös für Swisscom nach Abzug aller Transaktionskosten für die erste Tranche des Kaufpreises beträgt CHF 2,1 Mrd. Die verbleibenden CHF 2,3 Mrd. sind innerhalb der nächsten 12 Monate in bar und/oder in Vodafone-Aktien zu bezahlen.
Das Swisscom-Geschäft entwickelte sich im Jahr 2000 in den verschiedenen Segmenten sehr unterschiedlich. Der Gesamtverkehr auf dem Festnetz nahm dank dem hohen Wachstum beim Internet und dem Wholesale-Geschäft um rund 30% zu: insgesamt wurden rund 40 Milliarden Verkehrsminuten produziert.
In der Festnetztelefonie (Public Com) verringerte sich der Umsatz als Folge der Preisreduktionen und Marktanteilsverluste um 18,6% auf CHF 4´042 Mio. Swisscom erwartet auch für 2001 einen anhaltend starken Wettbewerb mit weiterem Preisdruck. Per 1. Oktober 1999 hatte Swisscom den Nahbereich zu Lasten des Fernbereiches ausgedehnt, was einen starken Rückgang beim Fernbereich-Verkehr bewirkte. Vor allem dank stark wachsender Internetkommunikation konnte der Verkehr bei den Mehrwertdiensten (Value Added Services) um 97,3% erhöht werden. Ungebrochen ist der ISDN-Boom: Swisscom steigerte die Anzahl ISDN-Kanäle um 29,6%.
Public Com erzielte ein Betriebsergebnis vor Zinsen (EBIT) von CHF 677 Mio. und liegt damit um 51,6% unter dem Vorjahr. Die rücklaufigen Umsätze können in der Festnetztelefonie wegen dem hohen Fixkostenanteil (Infrastrukturkosten, Abschreibungen) nicht vollumfänglich durch Kostenreduktionen kompensiert werden.
In der Schweizer Mobilkommunikation stieg im Jahr 2000 die Marktdurchdringung von 42% auf 64%. Swisscom partizipierte erfolgreich am Wachstum und steigerte den Umsatz um 21,4% auf CHF 2´847 Mio. und die Zahl der Kunden um netto 886´000 Teilnehmer auf rund 3,2 Mio. Der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde ist gegenüber dem Vorjahr um 12,2% auf CHF 72 gesunken, was zur Hauptsache auf die Tarifreduktionen im Juni und November 1999 zurückzuführen ist. Ebenfalls zum Wachstum beigetragen haben die gesteigerten Umsätze aus Roamingverträgen. Der Umsatz von Swisscom-Kunden im Ausland und ausländischen Kunden, die das Swisscom-Netz benutzen, stieg insgesamt um 39,1% auf CHF 693 Mio. Die insgesamt rund 651 Mio. SMS-Meldungen entsprechen einem Anstieg von mehr als einer Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr.
Das Betriebsergebnis (EBIT) von Mobile Com beläuft sich auf CHF 1´192 Mio. und liegt um 7,6% unter dem Vorjahr. Die EBIT-Marge sank von 45,3% auf 34,8%, was vor allem auf die erhöhten Kosten für die Akquisition (Preisreduktionen auf Geräten) von Neukunden zurückzuführen ist.
In der Einheit Business Com reduzierte sich der Umsatz um 4,8% auf CHF 1´383 Mio. Ausgewiesen wird ein negatives Betriebsergebnis von CHF 8 Mio., was einer Reduktion von CHF 37 Mio. gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Betriebsergebnis wurde durch Aufbaukosten für IP Plattformen (Internet-Protokoll-basierte Netzwerke) und E-Commerce-Lösungen belastet.
Die Umsätze des Bereichs Wholesale und Carrier Services stieg gegenüber dem Vorjahr markant um 56,8% auf CHF 1179 Mio. Immer mehr Telekommunikationsunternehmen nutzten die nationalen Interkonnektionsdienstleistungen, was ein starkes Wachstum zur Folge hatte: Das Verkehrsvolumen verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr. Swisscom erwartet weiter steigende Volumen und Umsätze im nationalen Geschäft.
Aufgrund der Preisreduktionen bei den nationalen Interkonnektionsdienstleistungen verringerte sich die EBIT-Marge von 31,9% auf 17,0%.
Swisscom erwarb per 1. Oktober 1999 die Mehrheit von debitel AG, dem grössten unabhängigen Service Provider im Mobilfunk in Europa. debitel steigerte im Berichtsjahr den Umsatz um 26,3% auf CHF 3´993 Mio. Die Umsatzzunahme in Lokalwährung beträgt 32%. Dieses starke Wachstum ist vor allem auf die Zunahme des Teilnehmerbestandes zurückzuführen. Im deutschen Mobilfunkmarkt stieg die Marktdurchdringung um über 30 Prozentpunkte auf 58%. debitel gelang es, in Deutschland überproportional zu wachsen. Das Unternehmen hielt per Ende 2000 einen Anteil von 14% am relevanten Markt. Das Wachstum auf rund 6 Mio. Kunden im deutschen Mobilfunk betrug rund 116%. Neben dem Heimmarkt Deutschland ist debitel auch in den Niederlanden, Frankreich, Dänemark und Slowenien tätig. Auch in diesen Märkten konnte die Kundenbasis erheblich ausgebaut werden - das Wachstum betrug rund 40%. Die gesamte Teilnehmerbasis der debitel AG belief sich per Ende 2000 auf über 8,6 Mio. Dank des erfolgreichen Unternehmenswachstums hat debitel auch 2000 mehr als 600 neue Arbeitsplätze geschaffen, über 400 davon in Deutschland.
debitel steigerte das Betriebsergebnis trotz erhöhten Vertriebskosten für die Akquisition von Neukunden gegenüber dem Vorjahr um 13,4% auf CHF 127 Mio. vor Goodwill-Abschreibung (gemäss IAS).
Der führende Schweizer Internet-Provider Bluewin verzeichnete einen stark wachsenden Teilnehmerbestand. Die Zahl der aktiven Access-Kunden stieg um 79,2% auf rund 550´000 per Ende 2000. Anlaufverluste von Bluewin und Conextrade belasteten das Betriebsergebnis um insgesamt CHF 60 Mio.
Im Berichtsjahr wurde - ohne Einbezug von debitel - die Zahl der Arbeitstellen um 9,3% auf 17´459 Vollzeitstellen reduziert. Der Personalaufwand nahm um 7,1% auf CHF 2´297 Mio. ab. Darin sind Aufwendungen für den Stellenabbau in Höhe von CHF 122 Mio. (im Vorjahr CHF 249 Mio.) im Rahmen des mit den Personalverbänden vereinbarten Sozialplans enthalten. Im Jahr 2000 sind für insgesamt 872 austretende Mitarbeiter (im Vorjahr 1´822 Mitarbeitende) solche Aufwendungen angefallen. Swisscom wird auch 2001 weitere Rationalisierungsmassnahmen einleiten, die zu dem im Frühjahr 2000 angekündigten Stellenabbau und damit zu ausserordentlichen Aufwendungen führen werden.
Swisscom konnte mit den Nettoeinnahmen aus operativer Tätigkeit von CHF 4,2 Mrd. die Investitionen ins Anlagevermögen und die Gewinnausschüttung für das Geschäftsjahr 1999 in vollem Umfang finanzieren und zusätzlich die Nettoverschuldung massiv reduzieren. Aus den Beteiligungsverkäufen flossen Swisscom rund CHF 1,8 Mrd. zu.
Mit CHF 1´450 Mio. blieben die Investitionen stabil. In der Mobilkommunikation lag der Schwerpunkt beim Ausbau des GSM-Netzes und der Vorbereitung der GPRS-Datendienste. In den nächsten Jahren wird Swisscom über eine Milliarde Franken in das UMTS-Netz investieren.
Im Festnetz investierte Swisscom verstärkt in die Bereitstellung einer breitbandigen Infrastruktur und die Migration des heute primär auf den Sprachverkehr ausgerichteten Netzes auf ein IP-basiertes (Internet-Protokoll) Multiservice-Netz. Im laufenden Geschäftsjahr werden diese Investitionen aufgrund der hohen Nachfrage nach breitbandigen Diensten weiter an Bedeutung gewinnen.
Swisscom wird sich im laufenden Jahr weiterhin in einem sehr kompetitiven und hart umkämpften Markt bewegen. Die führende Position in der Schweiz als Vollsortimentsanbieter in Telecom-Dienstleistungen soll gehalten und gezielt ausgebaut werden. In der Mobilkommunikation ist mit einer Verlangsamung des Marktwachstums zu rechnen. Der Druck auf die Margen wird im Festnetz- und im Mobilfunkgeschäft anhalten.
Auch in Deutschland, dem wichtigsten Markt für debitel, wird sich die Wachstumsrate abschwächen. debitel strebt weiterhin an, schneller als der Gesamtmarkt zu wachsen. debitel wird nach dem Rückzug aus der UMTS-Auktion in Deutschland das bestehende Geschäftsmodell für UMTS erweitern und als sogenannter ESP (Enhanced Service Provider) die Mobilfunkdienste vermarkten. debitel und D2 Vodafone unterzeichneten einen Vertrag für die Zusammenarbeit bei UMTS. Verhandlungen mit weiteren UMTS-Lizenzinhabern sind im Gange.
Zusätzliches Wachstumspotenzial eröffnet sich für Swisscom mit möglichen Akquisitionen im europäischen Datenkommunikationsgeschäft.
Insgesamt rechnet Swisscom mit einem leichten Umsatzwachstum für 2001. Der Druck auf die Margen wird auch in 2001 anhalten. Dies wird zu einem wesentlich tieferen Betriebsergebnis (EBIT) führen. Swisscom erwartet, dass sich die EBITDA-Marge (Betriebsergebnis vor Restrukturierungsaufwand und Abschreibungen) in den nächsten Jahren bei 22% bis 25% stabilisiert.
Im März 2001 wurden 190 Gebäude für einen Preis von CHF 2,55 Mrd. veräussert. Aus den Transaktionen resultiert ein Gewinn nach Steuern von CHF 500 Mio. Swisscom wird bei erfolgtem Vollzug der Verträge mit Vodafone über deren Beteiligung von 25% an der Swisscom Mobile AG einen bedeutenden Gewinn erzielen. Dank diesen ausserordentlichen Transaktionen rechnet Swisscom trotz tieferem operativen Ergebnis mit einer Steigerung des Reingewinnes.
Bern, 10. April 2001