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Wie lässt sich die Mütterlichkeit bei Sauen beurteilen? Dieser Frage gingen Mitarbeiter des Instituts für Biologische Landwirtschaft und Biodiversität der Nutztiere in Thalheim bei Wels (Österreich) im Rahmen eines Forschungsprojektes nach. Dabei wurden auf dem Forschungsbetrieb in Thalheim und auf fünf weiteren Biobetrieben die Sauen rund um die Geburt beobachtet. Die Ergebnisse dieser Erhebung unter Praxisbedingungen sollten folgende Fragen beantworten:
- Setzen „aggressive Sauen“ mehr Ferkel ab, weil sie ihren Wurf besser schützen?
- Beeinflusst das Ausmass des Nestbaus die Anzahl tot geborener Ferkel?
- Hat das Abliegeverhalten der Sauen einen Einfluss auf die Anzahl abgesetzter Ferkel?
Mutter-Kind-Beziehung
In den ersten drei Tagen nach der Geburt beurteilten die Beobachter mindestens dreimal, ob eine Sau auf Manipulation der Ferkel (Kastration, Impfung, Hochheben) reagiert. Dabei zeichneten sie auf, ob diese ängstlich oder gar nicht reagiert. Zudem hielten sie fest, ob sie Warnlaute abgibt, mit dem Kopf in Richtung des Betreuers schnappt oder ihren Wurf unkontrolliert verteidigt.
Überraschenderweise hatte das Verhalten der Sau gegenüber dem Menschen keinen Einfluss auf die Anzahl abgesetzter Ferkel. Aggressive Sauen setzten zwar etwas mehr Ferkel ab, dies konnte jedoch nicht auf das Verhalten zurückgeführt werden. Denn von den untersuchten 556 Würfen zeigten nur etwa 3 % der Mütter unkontrolliertes Verteidigen. Dieses Verhalten tritt also insgesamt sehr selten auf. Viel aussagekräftiger ist das Verhalten zwischen Sau und Ferkeln.