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zukünftige Wirtschaftslage läßt voraussehen, daß die Hüttenwerke mit den ihnen zur Verfügung stehenden Brennstoffen noch mehr als bisher in sparsamster Weise umgehen müssen. Dazu kommt noch, daß die Pläne der Regierung über ein neues Reichsenergiegesetz und Reichskohlengesetz erkennen lassen, daß die ganze Energiewirtschaft einheitlich geregelt werden soll, wobei offenbar auch eine Ueberwachung der Brennstoff- und Energiebewirtschaftung in den einzelnen Betrieben vorgesehen werden soll. Bei der Gefahr eines solchen staatlichen Eingriffes in die geschlossene Betriebsführung erscheint es erforderlich, daß die Eisenindustrie von sich aus eine solche Ueberwachungsstelle einrichtet, die zunächst zweckmäßig dem Verein und dem Institut für Eisenforschung angegliedert würde. Die Geschäftstelle hat mit Unterstützung maßgebender Fachleute die vorbereitenden Arbeiten bereits in die Hand genommen.
Infolge der sich überstürzenden Verhältnisse haben sich die Arbeiten für das Institut für Eisenforschung1) leider verzögert, so daß Endgültiges über den zukünftigen Standort des Institutes noch nicht beschlossen werden konnte. Die wissenschaftlichen Arbeiten sind jedoch von den bereits gewonnenen Kräften aufgenommen worden, und zwar vorläufig im Eisenhüttenmännischen Institut der Aachener Technischen Hochschule, da die Einrichtung des Institutsgebäudes noch längere Zeit auf sich warten lassen wird. Laut Erlaß des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung vom 12. Februar 1919 ist Hr. Geheimrat Prof. Dr. Wüst in Aachen zum Direktor des Institutes ernannt worden.
Der Redner schilderte dann, wie schwer die deutsche Eisenindustrie durch den Krieg getroffen worden ist. Zunächst hatte ein gewaltiger Rückgang der Eisen- und Stahlerzeugung, ein großer Arbeitsmangel in den Werken eingesetzt. An den verantwortlichen Stellen fehlte noch die Erkenntnis, daß zum Krieg Eisen, sehr viel Eisen gehört. Dann stiegen plötzlich die Anforderungen höher und höher. Aber in keinem Abschnitt des Krieges hat die Eisenindustrie versagt. Immer haben die Werke die Forderungen, die Heer und Marine stellten, erfüllt. Diese Leistungen sind unter erschwerenden Umständen vollbracht worden: Rohstoffmangel in den Hochöfen, in den Stahlwerken, ungeübte Arbeitskräfte in allen Werken, Ersatzstoffe in allen Betriebszweigen! Daneben dauernd die Einmischung der Kriegsorganisationen in die Betriebsverhältnisse. Ist doch in der Kriegszeit jener verhängnisvolle Aberglaube an die bureaukratische Organisationskunst großgezogen worden. Wenn vorübergehend die freischaffenden Kräfte den immer wechselnden großen Anforderungen nicht nachkommen konnten, dann sollte plötzlich ein Beamtenheer, meist von Nichtfachleuten, das Wunder vollbringen.
Wenn die Geschichte dieses verlorenen Krieges aufgezeichnet wird, wird ein Teil der Schuld und kein geringer dieser »Verorganisierung« der Wirtschaft zugeschrieben werden. Hinzu trat noch die dilettantenhafte Behandlung der Technik auf vielen Gebieten. Vergebens erhoben berufene Fachleute immer von neuem eindringlich und warnend ihre Stimme. Vergeblich forderten sie die Leitung der technischen Kriegsaufgaben durch führende Techniker. Der Redner erinnert an die wiederholten Eingaben des Vereines deutscher Ingenieure 2), die ohne jeden Erfolg geblieben sind. Es ist wohl für jeden selbstverständlich, daß die Leitung der Schlacht dem General gebührt. Dagegen scheinen weite und maßgebende Kreise. keinerlei Verständnis dafür zu haben, daß große technische Aufgaben auch nur vom Techniker erfolgreich gelöst werden können. Nun ist der Krieg verloren und die deutsche Wirtschaft ein Trümmerhaufen. Wir müssen bald zum Neubau schreiten, wenn wir nicht gänzlicher Vernichtung anheimfallen wollen. Dabei ist es ein Gebot der Selbstverständlichkeit, nunmehr die Lehren des Krieges zum Wiederaufbau nutzbringend zu verwerten. Die planmäßige Auswertung der gewonnenen Erfahrungen für die Wirtschaft wird eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft sein.
Es bricht sich immer weiter die Erkenntnis Bahn, daß ängstlich gehütete Betriebsgeheimnisse doch nur in seltenen Fällen wirklichen Vorteil bringen. Der größere Nutzen für das einzelne Werk und damit für die Gesamtheit der Werke liegt vielmehr im regen Austausch der gegenseitigen Erfahrungen. Gerade dadurch, daß die einzelnen Aufgaben an verschiedenen Stellen gleichzeitig in Angriff genommen und dabei zur Erreichung desselben Zieles verschiedene Wege eingeschlagen werden, liegt ein starker Antrieb zu gesundem Fortschritt.
Vor wenigen Tagen ist der Deutsche Stahlbund gegründet worden. Zum erstenmal haben sich aus freier Ent
deutscher Ingenieure.
schließung alle stahlerzeugenden Industrien zu einem gemeinsamen Verbande zusammengefunden. Darüber hinaus sind Verhandlungen mit Verbraucherkreisen gepflogen worden mit dem erfreulichen Ergebnis, daß auch diese in das neue Wirtschaftsgebilde aufgenommen worden sind. Auch die Arbeitsgemeinschaft der industriellen und gewerblichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist entsprechend ihrer Bedeutung für unser Wirtschaftsleben vertreten.
Der Redner besprach sodann die Frage der Sozialisierung der Eisenindustrie. Er befürwortete einen weiteren Ausbau der Arbeitsgemeinschaft in der Richtung, daß sie schließlich zu einem Wirtschaftsparlament führe und das werktätige Volk eine berufständische Vertretung erhalte, die schon Bismarck vor Jahrzehnten ins Auge gefaßt hat. Zum Schluß forderte er zu ernster Arbeit am Wiederaufbau unserer Wirtschaft auf.
Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde die Carl LuegDenkmünze dem Hüttendirektor a. D. Jantzen in Wetzlar verliehen.
Darauf sprach Regierungsrat Quaatz aus Köln über die Reichseisenbahnen.
Die einheitliche Leitung des großen allgemeinen Verkehrs, die Schonung der örtlichen Eigentümlichkeiten, Beweglichkeit und Schlagkraft in der Verwaltung das sind die Ziele, die durch die Reichseisenbahn erreicht werden müssen. Die Vorbedingung für die Wiederaufrichtung unseres Wirtschaftslebens ist der Wiederaufbau unseres Verkehrswesens. Dieser muß mit denkbar geringsten Mitteln erfolgen; jede Zersplitterung muß vermieden werden, und zu diesem Zweck muß Deutschland ein einheitliches Verkehrsgebiet bilden. Nach einem Rückblick auf die Geschichte des Reichseisenbahngedankens und einem Eingehen auf die Beschlüsse des Verfassungsausschusses in Weimar bezeichnet der Vortragende es als sehr erfreulich, daß Bayern anscheinend seinen Widerstand gegen den Reichseisenbahngedanken aufgibt, und daß man in Weimar den Eisenbahnen in ihrer Verfassung künftig die unbedingt notwendige Bewegungsfreiheit zugestehen will. Die finanzielle Auseinandersetzung zwischen dem Reich und den Bundesstaaten ist nicht leicht. Indessen sind hierfür verschiedene Wege gegeben, die der Redner im einzelnen andeutete. Wesentlich erleichtert würde die Auseinandersetzung und das ganze Uebernahmegeschäft, wenn das Reich die Eisenbahnen sofort zu getreuen Händen, zunächst für Rechnung der Eigentümer, in seine Verwaltung übernähme. Sodann machte der Redner eingehende Organisationsvorschläge. Der allgemeine Verkehr ist von dem Ortsverkehr zu trennen. Das kann den einzelnen Verwaltungen, in Preußen besondern provinzialen Einrichtungen, überlassen werden. Der allgemeine Verkehr dagegen muß künftig ausschließlich den Reichseisenbahnen zufallen. Ihre Organisation muß der notwendigen Einheit Rechnung tragen, dabei aber aus politischen wie aus fachtechnischen Rücksichten eine weitgehende Dezentralisation vorsehen. Die Wirtschafts- und Buchführung muß kaufmännisch geordnet, klar und übersichtig sein, die Verwaltung nach rein sachlichen Rücksichten, unbeeinflußt von politischen und unverantwortlichen Einflüssen, geführt werden. Demgemäß schlug der Redner die Verwaltung der Reichseisenbahnen durch eine Gesellschaft des öffentlichen Rechts (Reichseisenbahngesellschaft) unter Aufsicht des Reiches vor, deren Organisation er des näheren behandelte. Für die Betriebsverwaltung bezeichnete er eine Zusammenfassung der deutschen Wirtschaftsgebiete zu Generaldirektionen als erforderlich. Diese sind mit weitgehender Selbständigkeit auszustatten. Ihnen würde ein Landeseisenbahnrat mit Vertretern des Wirtschaftslebens, des politischen Lebens und der Angestellten zur Seite stehen. Für die örtliche Betriebsverwaltung schlug er eine wesentlich vereinfachte Verwaltung vor und gab einen Abriß, wie in Preußen die Verwaltung des Lokalbahnwesens neben den Reichseisenbahnen durch besondere Landeskleinbahn-Gesellschaften nach belgischem Muster zu denken sei. Zum Schluß wies der Redner darauf hin, daß die Volksmeinung, wenn sie jetzt auf Einheit im deutschen Verkehrswesen dringe, instinktiv auf dem richtigen Wege ist. Dieser Strömung darf kein unnützer Widerstand entgegengesetzt werden, damit es nicht auch hier wie so oft im deutschen öffentlichen Leben heißt: »zu spät«, und die Flut über die künstlichen Hemmnisse hinweggeht. Wir müssen uns durch Taten rechtfertigen, die vom Vertrauen in die Zukunft unseres Volkes getragen sind.
In einer kurzen Erörterung bemerkte Dr. Dr.-Ing. e. h. Beumer, daß man den Wunsch nach einheitlicher Leitung des großen allgemeinen Verkehrs durchaus teilen könne, aber
21. Juni 1919.
doch Befürchtungen hegen dürfe, daß bei einem Uebergang der Eisenbahnen auf das Reich die kleineren Gliedstaaten, die in ihrem Eisenbahnwesen zurückgeblieben sind, mit großen Forderungen für den Bau von Eisenbahnen, Bahnhöfen, Stationsgebäuden usw. kommen würden, die die Eisenbahn unwirtschaftlich machten. Auf jeden Fall müsse er feststellen, daß Preußen, wie die Verhandlungen des ehemaligen Abgeordnetenhauses klar bewiesen, bei weitem das größere Opfer bringen würde, nicht etwa Bayern. Eine sorgfältige Prüfung aller in Betracht kommenden Verhältnisse unter Mitwirkung der berufenen Vertretungen von Landwirtschaft, Industrie, Schiffahrt, Handel, Gewerbe und Handwerk sei unerläßlich zur Erreichung des an sich erstrebenswerten Zieles. Auch sei dies Ziel nur zu erreichen, wenn wir von den Friedensbedingungen verschont blieben. Dr.-Ing. e. h. Macco unterstrich diese Bedenken noch im einzelnen, worauf der Vorsitzende mit herzlichem Dank an den Vortragenden die Verhandlungen schloß.
Am Vorabend der Hauptversammlung tagte die 27. Versammlung deutscher Gießereifachleute. Zunächst sprach Oberingenieur Treuheit aus Elberfeld über Erfahrungen aus der Praxis der Kleinbessemereien (Windzuführung, Abbrand, Blasezeit).
Der Vortragende hat durch Versuche mit seitlicher und unterer Windzuführung zu den Düsenkästen festgestellt, daß die untere Windzuführung erhebliche wirtschaftliche Vorteile in bezug auf Windverbrauch, Blasezeit und Abbrand bietet. Aus den gleichzeitig mit verschiedenartigen Düsenanordnungen vorgenommenen Versuchen hat sich ferner ergeben, daß von den untersuchten fünf Düsenlagen diejenige die wirtschaftlich vorteilhafteste ist, bei welcher die Düse in senkrecht zu der inneren Wand stehenden Ebenen angeordnet war. Von den bei den Versuchen erprobten Badtiefen erwies sich die größere als günstiger. Wie sich ferner bei allen Versuchen ergeben hat, sind der Windverbrauch bezw. die Blasezeit und der Abbrand in der Art voneinander abhängig, daß mit einem hohen Windverbrauch bezw. einer langen Blasezeit auch ein größerer Abbrand verknüpft ist und umgekehrt. Weiter gab der Vortragende auf Grund einer Reihe von Versuchen mit manganarmen und manganreichen Schmelzungen Zusammensetzungen von Gasen und Schlacken bekannt und besprach ihre Beziehungen zum Windverbrauch und Abbrand.
Schließlich teilte er über den Stickstoffgehalt in Kleinbessemerstahl eine Reihe von Untersuchungsergebnissen mit und stellte fest, daß die Unterschiede im Stickstoffgehalt des Großbessemer- und Kleinbessemerstahles gering sind. Durch Zusätze von Aluminium zur Desoxydation des Kleinbessemerstahles wird der Stickstoffgehalt bei gleich geringen Gehalten wie in Siemens-Martin-Stahl verringert.
An den Vortrag schloß sich ein äußerst reger Meinungsaustausch über Brüche von Gießpfannengehängen an. Eine Sammlung der Erfahrungen auf diesem Gebiete ist in die Wege geleitet.
Zum Schluß sprach Tr.-Ing. L. C. Glaser, Berlin, über die metallurgischen Vorgänge beim sauern und basis: hen Windfrischverfahren (einschl. des Kleinbessemerbetriebes) auf Grund spektralanalytischer Beobachtungen.
Der Vortrag, der infolge vorgerückter Zeit stark gekürzt werden mußte, betraf Betriebs- und Laboratoriumsversuche, die zum Zwecke der Nutzbarmachung der Spektralanalyse bei der Betriebsführung in den Stahlwerken vorgenommen worden sind. Für die Versuche wurde ein photographisch aufzeichnender Spektralapparat von großen Abmessungen gebaut, der es ermöglichte, das verhältnismäßig schnell wechselnde Spektrum der Flamme der blasenden Birne zu untersuchen und die kennzeichnenden Aenderungen photographisch festzulegen. Die metallurgische Grundlage der Windfrischverfahren in der bodenblasenden und auch in der oberflächenblasenden Birne (Kleinbessemerei) mit saurer und basischer Ausmauerung wurde in Beziehung zu den Vorgängen gebracht, die im Spektroskop zu beobachten sind. Es wurde ferner eine eingehende Erklärung für das Auftreten des Spektrums der Birnenflamme gegeben, das im wesentlichen das Spektrum des verbrennenden Mangandampfes ist. Die Versuche haben ergeben, daß der alte Widerspruch, ob die kennzeichnenden Linien und Bänder im Grün auf Mangan oder Kohlenstoff zurückzuführen sind, nicht mehr aufrechtzuerhalten ist, da beide mit Sicherheit nebeneinander bestehen können, während es eine Erfahrungstatsache ist, daß farbige metalldampfhaltige Flammen fast ausschließlich durch den Metalldampf und nicht durch brennende Kohlenwasserstoffe oder Kohlenoxyd beeinflußt werden. Dem Metalldampf kommt in der Kohlenwasserstoff- oder kohlenoxydhaltigen Flamme eine starke Leuchtkraft im Vergleich zur reinen Kohlenwasserstoff- oder kohlenoxydhaltigen Flamme zu. Weiterhin ist zu beachten, daß eine Ausstrahlung von Metalldampf nur durch die Reduktion von Metallen in der Flamme stattfinden kann, so daß das mehr oder weniger starke Auftreten eines Metalldampfspektrums in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Anteil der Flamme an reduzierenden Stoffen, wie Kohlenwasserstoffen oder Kohlenoxyd, steht
Die praktische Nutzanwendung hiervon ist bei der Flamme der Bessemerbirnen zu machen. Es ist möglich, nach dem Verschwinden bestimmter Liniengruppen des Manganspektrums auf den Kohlenstoffgehalt des Bades zu schließen und durch Abstellen des Gebläsewindes im entsprechenden Augenblick den metallurgischen Vorgang zu beendigen und nach allgemeinen Gesichtspunkten, nach der Helligkeit, der Stärke und dem Auftreten oder Verschwinden der Spektrallinien und Spektralbänder auf den Temperaturverlauf des Vorganges zu schließen. Man ist daher in der Lage, beim sauern Verfahren sowohl in der bodenblasenden als auch in der oberflächenblasenden Birne (Kleinbirne) die Herstellung von hochwertigem Stahl zu überwachen. Man kann das Ueberblasen einer Beschickung vermeiden, da sofort, wenn eine überschüssige Menge Sauerstoff in der Flamme vorhanden ist, keinerlei Linienspektrum mehr erscheint. Bei dem basischen Windfrisch verfahren, dem Thomasverfahren, ist es möglich, neben allgemeinen Rückschlüssen auf den Verlauf den genauen Beginn der stärksten Entphosphorung festzustellen, da diese im allgemeinen erst besonders stark nach der Abscheidung des Kohlenstoffes beginnt. Der Vortragende gab zum Schluß der Hoffnung Ausdruck, daß bei Anwendung neuzeitlicher Hilfsmittel durch die Verwendung des Spektroskops mancherlei praktische Vorteile bei der Betriebsführung erwachsen werden.
Bücherschau.
Ersatz ieder und Arbeitshilfen für Kriegsbeschädigte und Unfallverletzte. Herausgegeben von der Ständigen Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt (Reichs-Anstalt) in BerlinCharlottenburg und der Prüfstelle für Ersatzglieder (Gutachterstelle für das Preußische Kriegsministerium) in Berlin Charlottenburg. Berlin 1919, Julius Springer. 1121 S. mit 1586 Abb Preis 28 M, geb. 40 M.
Im Dezember des Jahres 1915 wurde auf Antrag des Professors an der Technischen Hochschule zu Charlottenburg Georg Schlesinger die Prüfstelle für Ersatzglieder durch den Verein deutscher Ingenieure begründet, und zwar im Anschluß an ein Preisausschreiben, das zwar stark beschickt war, aber sehr wenig Befriedigendes ergeben hatte. Von Beginn an und fortwirkend bis heute hat die Gründung fruchtbare und neuartige Arbeit geleistet. Die Prüfstelle hat das Ergebnis dreijähriger Tätigkeit jetzt in einem Monumentalwerk zusammengefaßt, das auf mehr als tausend Seiten, mit bestem Bildmaterial versehen und auf vorzüglichem Papier gedruckt, ein Kompendium der Prothesenkunde darstellt.
Um das von der Prüfstelle Geschaffene richtig würdigen zu können, muß man ins Auge fassen, was vorher war. Der
Gründungsgedanke Schlesingers entsprang einer starken menschlichen Empfindung. Er sah im Laufe des ersten Kriegsjahres, wie immer mehr junge Männer an Krücken oder mit leerem Aermel die Lazarette verließen, wie sie recht hilf- und ratlos umhersuchen mußten, um kümmerlichen Ersatz für die verloren gegangenen Glieder aufzufinden. Gewiß gab es schou damals Prothesen, aber es gab keine Prothesenkunde. Eine wissenschaftliche Durcharbeitung dieses technischen Erzeugnisses und als solches muß man jedes Kunstglied auffassen fehlte durchaus. Nur wenige orthopädische Aerzte leisteten auf dem Gebiet des Gliederersatzes Tüchtiges, und diese wenigen beschränkten sich fast ausschließlich auf das Kunstbein. Nur die inzwischen verstorbenen Professoren Höftman-Königsberg und Riedinger-Würzburg haben auch den Ersatzarm nicht ganz vernachlässigt. Im allgemeinen lag die Herstellung ausschließlich in den Händen der Bandagisten, von denen einzelne gewiß Brauchbares geschaffen haben; zur grundsätzlichen Förderung des Gegenstands aber sind sie als Gewerbetreibende nicht geeignet. Die Aufgabe der Prüfstelle sollte sein, Aerzte und Ingenieure in gemeinschaftlicher Tätigkeit zu vercinen zur Prüfung alles Vorhandenen, zur
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Ausmerzung des Schlechten, Förderung und Weiterbildung des Guten und zur Schaffung neuer Kunstglieder. Die Tatsache schon, daß medizinische Sachverständige und praktische Techniker sich vereinten, versprach Gutes, denn das organische Zusammenwirken beider ist auf diesem Gebiet unentbehrlich.
Die Aerzte haben das Fundament zu bereiten, auf dem der Ingenieur bauen kann; der Gliedstumpf stellt die Grundveste dar, auf dem die Prothese ruhen muß. Nur wenn Unterbau und Aufbau zueinander passen, wenn sie von vornherein als Teile eines gemeinsamen Ganzen erdacht sind, kann gute Wirkung entstehen. Und wirklich wurde bewirkt, daß heute in Deutschland schließlich jeder vom Verlust eines oder mehrerer Gliedmaßen betroffene Kriegsbeschädigte das passendste und dauerhafteste Kunstglied zu erhalten vermag, welches die Technik unserer Tage überhaupt darbieten kann. Die Auffindung war mühelos, da in der Prüfstelle zu Charlottenburg und in ihren Schwesterstellen in Düsseldorf, Danzig, Gleiwitz, Hamburg, Nürnberg, Stuttgart Zentralen geschaffen sind, die in bequemer Ueberschau alles Vorhandene vereinigen und jeden in bester Weise zu beraten vermögen. Die Berliner Prüfstelle allein hat denn auch bisher fast 4000 Amputierte betreut und mit Kunstgliedern versorgt. Das hier zu besprechende Werk ist ein vortrefflicher Spiegel der in der Prüfstelle geleisteten Arbeit und der dort errungenen Erfolge.
Das Handbuch zerfällt in 3 Hauptabschnitte. Es enthält:
2) einen technisch-konstruktiven Teil,
Man darf sagen, daß sich an der Abfassung des ersten Hauptabschuitts fast alle namhaften Orthopäden und Chirurgen Deutschlands wie Oesterreichs beteiligt haben. Einen vorzüglichen Auftakt bildet der Beitrag von Prof. Dr. R du Bois-Reymond in Berlin: »Physiologie des Arms und des Beins<, der die menschlichen Glieder in modernster Weise als technische Werkzeuge behandelt. Die Muskeln sind Energiequellen, die Knochen Hebel, an denen diese angreifen. In einer großen Fülle von Betrachtungen und Abbildungen sind jeder Muskel, jede Sehne, jeder Knochen in ihrer speziellen Funktion betrachtet und behandelt. Es wird hier eine Sprache geredet, die den Techniker anheimelt. Verschwunden ist alles Metaphysische, das noch vor einer kurzen Reihe von Jahrzehnten die Medizin zu einer Art Geheimwissenschaft machte. Statische und dynamische Gesichtspunkte, die der mathematischen Erörterung zugänglich sind, geben vollständigen Aufschluß über Konstruktion und Arbeiten der Maschine »menschlicher Körper«. Das Knochengerüst des Fußes ist ein untergurtetes Sprengwerk, das Gehen eine Aufeinanderfolge verschiedener Hebelstellungen. Im Knochengerüst des Armes wird eine gelenkig zusammengefügte Hebelkette von vier Gliedern gesehen, die gestattet, den zur Hebung einer bestimmten Last notwendigen Muskelzug genau zu berechnen.
Es schließen sich umfangreiche Erörterungen von Prof. Goch über Beinmessungen, von Prof. Borchardt und Prof. Bayr über die operative Behandlung beschädigter Glieder an, worin die besten Methoden zur arbeitsfähigen Ausgestaltung der Stümpfe besprochen werden. Ganz besonders interessant sind die Erörterungen von Spitzy und Sauerbruch, welche die Erschließung natürlicher Kraftquellen in den Stümpfen behandeln. Es darf an dieser Stelle als bekannt vorausgesetzt werden, daß die Muskelschleifen von Vanghetti, die Muskeldurchbohrungen von Sauerbruch und die Muskelunterfütterungen von Spitzy dahin zielen, die in den Oberarmstümpfen noch vorhandenen Muskelreste zur willkürlichen Bewegung künstlicher Hände heranzuziehen. Es ist hier anzumerken, daß die Wiederbelebung der Bestrebungen dieser Art, die schon vor 20 Jahren von dem Italiener Vanghetti versucht wurden, neuerdings von einem Ingenieur ausgegangen ist, dem Prof. Stodola in Zürich). Das Endziel derartiger kühner Muskelum bildungen ist verlockend, und die Bestrebungen sind lange Zeit energisch und unter Anwendung jeglicher ärztlichen Kunst gefördert worden. Das Ergebnis aber ist bis heute nach Aussage namhafter Ingenieure und Aerzte, vor allem aber vieler Amputierten selbst, schließlich doch nicht das Erwartete gewesen. Die Sauerbruch-Hand dürfte im wesentlichen eine Schmuckhand bleiben. Wesentliche Arbeitsleistungen sind von ihr nicht zu erwarten, wohl aber äußerliche formschöne Bewegungen.
Das Gegenteil ist von der Unterarmzange Krukenbergs zu sagen. Dieser trennt bei vorhandenem langen Unterarm1) Vergl. Z. 1915 S. 842.
deutscher Ingenieure.
Stumpf Elle und Speiche voneinander und erzieht den Operierten dazu, daß er diese Knochen gegeneinander zu bewegen lernt. Es entsteht eine Art Zange, mit der recht erhebliche Kraftwirkungen ausgeübt werden können, Sie ist zum Festhalten sehr geeignet, wenn auch die Dicke der Knochen feineren Zugriff unmöglich macht. Das Aussehen der Krukenberg-Zange ist sehr unschön, und ihre Verwendung unter den Augen fremder Menschen jedem Amputierten wohl unmöglich. Den Hauptteil des Buches bildet der Bericht Schlesingers über den mechanischen Aufbau der künstlichen Glieder. Es ist hier auf fast dreihundert Seiten die Gesamtprothesenkunde in übersichtlicher Weise gegliedert und zusammengefaßt. Die Darstellung darf mit ihrer kühlen Klarheit als meisterhaft bezeichnet werden. Der wissenschaftlich durchgebildete Ingenieur wird von der Lektüre ebenso befriedigt sein wie der Arzt, der die technische Eigensprache nicht beherrscht. Und selbst der einfache Bandagistengehilfe dürfte der Darstellung mühelos folgen können. Schlesinger ist ja ebenso ausgezeichnet als Wissenschaftler wie als Mann der Praxis, wodurch er zur Abhandlung des vorliegenden Themas besonders berufen erscheint. Man findet neben den Abschnitten. die den Beinersatzgliedern gewidmet sind, vor allem in seiner Arbeit eine grundlegende Darstellung des Handersatzes. Von des Berlichingers eisernem Greifgerät, das zwar auch schon ein technisches Kunstwerk darstellt, aber in seiner Betätigung nicht selbständig ist, geht es bis zur Carneshand, die das vollkommenste Ergänzungsgerät unserer Tage darstellt. Ganz unmöglich ist es, hier die Fülle des Stoffes auch nur anzudeuten, die Schlesinger vor uns ausbreitet. Das Zwischenglied allein zwischen Stumpf und Handersatz, die Bandage, ist vielfältigster Ausgestaltung fähig. Sie wird allen vorkommenden Fällen in spezialisierter Weise gerecht. Jedes Zentimeter des vorhandenen Armrestes wird als höchste Kostbarkeit behandelt und nach Möglichkeit verwendbar gemacht. Schlesinger gelingt es, die lebendige Hand vollkommen vom Standpunkt des Ingenieurs zu erörtern. Die Kritik der vorhandenen Kunsthände läßt sich im Anschluß hieran mit größter Klarheit durchführen. Vor der begreiflichen Freude an technisch glänzend durchgeführten Konstruktionen hat der Verfasser sich streng gehütet, nur die wirkliche Brauchbarkeit und Dauerhaftigkeit einer Bauart sind ihm für die Beurteilung maßgebend. So kommt er zu der vollkommenen Anerkennung der von dem Landwirt Keller längst vor dem Krieg gebrauchten ganz einfachen Kunsthand, die für landwirtschaftliche Arbeiter Ausgezeichnetes leistet.
Ganz besonders schätzbar ist die von der Prüfstelle durchgeführte Anpassung des Handersatzes an die verschiedenen Berufe. Während die feinbewegliche Carneshand dem Kopfarbeiter vorzügliche Dienste leistet, ist sie in der Werkstätte nur beschränkt brauchbar. Hier heißt es, ohne Rücksicht auf Schönheit sich der Arbeitshilfen zu bedienen, die keine Handähnlichkeit mehr haben. Und in der Schaffung dieser Arbeitshilfen ist, wie aus Schlesingers Darstellung hervorgeht, unter seiner Leitung das Umfassendste und Gründlichste geleistet worden. In nimmermüder Beobachtung hat man dem einzelnen Handwerker, dem Schlosser, dem Bäcker, dem Schneider, dem Zimmermann oder Tischler jede seiner handwerklichen Hauptbewegungen abgelauscht. Die Form des Ersatzgliedes ist den Vorrichtungen angepaßt, und Einsatzstücke sind geschaffen worden, die jeglichen Griff aufs Leichteste möglich machen. Es ist dies eine Rettungsaktion größten Stiles. Und wenn heute schon Tausende und Abertausende Kriegsverstümmelter mit bestem Erfolg in den Fabriken wieder tätig sind, so darf man ihre Zurückführung in den Kreis der menschlichen Gesellschaft, in dem sie wieder vollgültige Mitglieder sind, der großartigen Arbeit der Prüfstelle zuschreiben. Als wichtig ist auch das Streben nach Normalisierung zu bezeichnen, die es ermöglicht, daß Einsatzstücke in jeden Kunstarm hineinpassen. Merkblätter der Prüfstelle hierüber wie über die Sonderprothesen für einzelne Handwerksarten sind in dieser Zeitschrift in beträchtlicher Zahl veröffentlicht worden.
Kurz er
Schlesinger geleitet den Leser als sicherer Führer durch die fast unendliche Fülle des auf diesem Gebiet Neugeschaffenen. Hunderte trefflichst durchgeführter Zeichnungen erörtern das Gesagte, und ebenso viele Bilder nach Photographien zeigen die Ersatzglieder im praktischen Gebrauch wähnt sei noch, daß im dritten Abschnitt des Werkes die wirtschaftliche Wiederertüchtigung Kriegsbeschädigter und das wirtschaftliche Ergebnis der Tätigkeit Schwerbeschädigter in der Industrie durch Dr. Beckmann und Schlesinger behandelt werden. Es ist ein echt deutsches Werk, das durch die Arbeit der Prüfstelle geschaffen worden ist; wir dürfen in diesen Zeiten der Trübsal uns an seinem Anblick aufrichten. Artur Fürst.
63. Nr. 25
1919.
Zeitschriftenschau.1)
(* bedeutet Abbildung im Text.)
(Engineer 21. Febr.
19 S. 180/81*) Untersuchung der Geschwindigkeit, mit der Körper im Wasser zu Boden sinken. Die gesiebte Kohle begegnet im Wascher einem aufwärts gerichteten Wasserstrom, so daß die leichteren Teile
abschwimmen.
Bergbau.
Wagerechte Geschwindigkeitskomponenten im Wetterstrom des Einziehschachtes. Von Bischoff. (Glückauf 17. Mai 19 S. 353/55*) Die im Wetterstrom des einziehenden Schachtes 3 der Zeche Kaiserstuhl I ausgeführten Anemometermessungen lassen starke wagerechte Kräfte erkennen. Der Wetterstrom durchflutet den Schacht also nicht in gerader Linie von oben bis unten, sondern auch in korkzieherartigen Windungen.
Brennstoffe.
The utilisation of peat for power generation. Von Kershaw. (Engineer 14. März 19 S. 239/40* u. 21. März S. 265/67*) Am weitesten ist die Torfverwertung in Deutschland und Rußland entwickelt. Torfkraftanlage zu Wiesmoor in Friesland. Einrichtungen und Verfahren zum Verkoken des Torfes und zur Gasgewinnung. Verwendung von Torfpulver in Schweden. Für große Kraftwerke ist die Verwendung des Torfgases günstig, für Dampfkesselfeuerungen ist Torfpulver besser als Torfbriketts, die für Hausbrand vorteilhaft sind.
Dampfkraftanlagen.
Die Ursachen der Zerstörungen an Wasserrohrkesseln im Turbinenbetrieb und die zu ergreifenden Gegenmaßnahmen. Von Siegmon. Schluß. (Z. Ver. deutsch. Ing. 7. Juni 19 S. 534/39*) Es wird nachgewiesen, daß die Zufuhr von Oel, das die Restschichten gut loslöst, berechtigt ist. Versuche über die Umpolarisation der Zinkschutzplatten. Vorschläge und Forderungen auf Grund der Beobachtungen und Betrachtungen. Gesichtspunkte für die Aufstellung einer Betriebsvorschrift.
Der Einfluß der Auswechslung der Lenkwände bei Wasserrohrkesseln auf die Rauchentwicklung und Kesselleistung. Von Pradel. (Z. Dampfk. Maschbtr. 16. Mai 19 S. 147/49 9*) An zwei Beispielen wird gezeigt, wie die Rauchentwicklung durch Versetzen der Lenkwände bei Wasserrohrkesseln vermindert werden kann. Leistungen der Kessel vor und nach der Aenderung. Die Verwendung von gestücktem Koks zur Dampferzeugung. Von Stober. (Stahl u. Eisen 15. Mai 19 S. 525/31*) Verschiedene Feuerungen für Koks, Bauart Babcock, Siller, Steinmüller Schluß folgt. u. a. und Vergleichsversuche damit.
Ueber die Entstehung der Riffeln auf den Schienenfahrflächen. Von Märtens. (Organ 15. April 19 S. 119/22*) Die Ursache der Riffeln sind Materialfehler, falsches Zusammenarbeiten von Schiene und Rad, Schwingungen der Schiene und zeitweiliges Gleiten der Räder. Als Gegenmittel werden empfohlen: Harte Laufflächen, stärkere Neigung der Laufflächen, Verwendung verschiedenartiger Betriebsmittel und federn der Einbau der Schienen. Schliffbilder. Eisenhüttenwesen.
Ueber Anlage und Betrieb der Kokereien. (Stahl u. Eisen 15. Mai 19 S. 541/43) Kokereien werden zweckmäßig bei den Hütten werken angelegt, nicht bei den Zechen. Erforderliche Feuchtigkeit der Kohle. Zweck und Einfluß des Stampfens der Kohle. Oefen mit wagerechten Kammern gestatten bessere Regelung des Luftüberschusses. Wirtschaftlichkeit der Regenerativ- und der Abhitzeöfen. Verwendung des Koksofengases. Bedingungen für gute Ausbeute an Ammoniak, Teer und Benzol.
Steel research laboratory. (Iron Age 10. April 19 S. 954*). Auf Veranlassung führender Stahlwerke soll dem Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh ein Versuchswalzwerk zur Bestimmung der physikalischen und mechanischen Aenderungen und des Kraftverbrauches beim Walzen angegliedert werden.
Erd- und Wasserban.
Vehicular tunnels under the Hudson River. Von Schreiber. (Journ. Franklin Inst. März 19 S. 273/88*) Es werden drei Vorschläge für zwei Tunnel mit 9 m Dmr. und 6 m breiter Fahrbahn, einen Tunnel von 12 m Dmr. mit zwei übereinander liegenden Fahrbahnen und einen elliptischen Tunnel mit Achsen von 9 und 7 m besprochen. Untersuchung der Lüftung des rd 3 km langen Tunnels.
Stoff- und
Gießerei.
Wärmebilanz eines Gießereiflamm'ofens. Von Gnade. (Stahl u. Eisen 29. Mai 19 S. 590/95*) Auf Grund praktischer Versuche an einem Flammofen deutscher Bauart in einer großen belgischen Gießerei wird eine ausführliche Stoff- und Wärmebilanz aufgestellt. Grundlagen der Berechnung. Versuchsergebnisse. Schluß folgt.
The Green rolling cylinder
arc furnace. (Iron Age 17. April 19 S. 1005/07*) Beschreibung des Ofens mit Einzelheiten der Ausführung. Betrieb. Der zylindrische Ofen mit wagerechter Achse wird durch Druckwasser gekippt und ist besonders für kleine Gießereien bestimmt.
Sandaufbereitung und beförderung in einer amerikanischen Röhren-Großgießerei. Von Griesberger. (Stahl u. Eisen 29. Mai 19 S. 602/04* Neuartige Vorrichtung zum Entleeren der Formkästen. Vollständig selbsttätige Aufbereitung des Altsandes.
Zur Normalisierungsfrage. Von Baumann. (Z. Ver. deutsch. Ing. 7. Juni 19 S. 531/34) Den Anstoß für die heutigen Bestrebungen gab die für die richtige Durchführung der Heeresbedarflieferungen unbedingt erforderliche Einheitlichkeit. Für die Industrie in Friedenszeiten können die Erfolge aber nur viel kleiner sein. Die Vorteile der Normung, der Typisierung und der Spezialisierung. Nachteile mit Rücksicht auf die Arbeiter- und Technikerausbildung.
Der grund
sätzliche Unterschied der früheren Entwurfverfahren nach Reuleaux u. a. und der heutigen Anschauungen wird erörtert. Schluß folgt.
Specification for high speed steel. Von Poliakoff. (Iron Age 27. März 19 S. 227/29*) Man ordnet die verschiedenen Schnelldrehstähle nach Art der Herstellung (Elektrostahl oder Tiegelstahl), nach Länge der Stangen, nach der Anlieferung (geglüht oder ungeglüht), nach chemischer Zusammensetzung und nach den Vorschriften über Schnittgeschwindigkeit, Schnittiefe, Vorschub u. dergl.
Standard large taper shanks and sockets. Von Burlingame. (Iron Age 30. Jan. 19 S. 297/99*) Die steigende Verwendung großer Werkzeuge im Maschinenbau macht auch die Normung der groBen Kegel von 82,5 auf 101,6 mm bis 305 auf 356 mm Dmr. zum Bedürfnis. Die Vorarbeiten wurden Brown & Sharpe übertragen.
Betrachtungen über Aluminium, Aluminiumlegierungen und deren Festigkeiten. Von Rieger. Schluß. (Gießerei Z. 15. Mai 19 S. 151/53) Ergebnisse von Festigkeitsprüfungen mit Aluminium-Sandguß. Aluminiumlegierungen mit Schwermetallzusätzen werden vorteilhaft mit Vor- oder Zwischenlegierungen hergestellt. Entfernung der Oxydhaut durch Chlorzink. Festigkeit verschiedener Legierungen.
Zirconium in steel. (Iron Age 13. April 19 S. 1015) Zirkonstahl ist in weitgehendem Maße für Panzerplatten verwendet worden. Zugfestigkeit = 198 kg/qmm. = 198 kg/qmm. Angaben über die Zusammensetzung.
New alloy reported. (Am. Mach. 3. Mai 19 S. 374) Chromstahl mit Kobaltzusatz als Ersatz für Wolframstahl. Härtetemperatur bis 1200° C. In der Abnutzung sollen Werkzeuge aus dieser Legierung dem Wolframstahl doppelt, dem Kohlenstoffstahl vierfach überlegen sein.
Metallbearbeitung
Automatic universal hob and form catter grinding machine. (Am. Mach. 5. April 19 S. 180/81*) Das Schleifrad kann schräg gestellt werden. Schleifen von Schraubennuten. Schleifen bei Hin- und Rückgang des Tisches.
Motors for drilling and boring machines. (Am. Mach. 5. April 19 S. 163/67*) Beispiele des elektrischen Antriebes von Bohrmaschinen und Bohrwerken. Anordnung und Steuerung. Formeln für Schnittgeschwindigkeit, Durchmesser und Spanleistung. Tafeln über Kraftbedarf bei bestimmten Spanleistungen in verschiedenen Werkstoffen und bei verschiedenartigen Maschinen.
Trying to thicken the edges of a disk. (Am. Mach. 5. April 19 S. 171/72*) Die Werkzeuge zum Ausstanzen flacher Messingdeckel und Anstauchen des Randes in zwei Arbeitsgängen werden beschrieben und in Schnittzeichnungen dargestellt.
New toolholders. (Am. Mach. 5. April 19 S. 212*) Der Schneidstahl ist in einen schrägen Schlitz des vierkantigen Schaftes eingesetzt und wird durch einen nachstellbaren Keil festgeklemmt. Schneide ist durch eine Nase des Schaftes abgestützt.
Die
Reclaiming high-speed steel scrap. Von Cone. (Iron Age 27. März 19 S. 805*) Die Onondaga Steel Co. sortiert die von etwa 900 Werken eingehenden Schnellstahlabfälle, schmilzt sie um und walzt die gewünschten Stäbe.
deutscher Ingenieure.
Industrial accidents in the United States iron and steel industry. (Engng 7 Febr. 19 S. 161/67*) Seit 1907 ist die Unfallziffer durch entsprechende Maßnahmen von 507,9 auf 167,1 vT herabgedrückt worden. Zahlentafeln der Häufigkeit und Schwere der Unfälle, Ursachen und Zeit der Unfälle und das Verhältnis der Unfälle zur Leistung.
First aid for factories and plants. Von Radebough und Beard (Am. Mach. 29. März 19 S. 109/14*) Die Organisation und die Hilfsmittel der Unfallfürsorge in großen Werkstätten, die zum Teil an der Abteilung für Maschinenbau der Universität von Illinois durchgeführt sind.
Verbrennungs- und andre Wärmekraftmaschinen. Luftströmung durch Tellerventile. Von Schwager. (Motorw. 10. Mai 19 S. 223/29*) Versuchseinrichtungen und Ergebnisse der Versuche des amerikanischen beratenden Ausschusses für Luftfahrt zur Klärung der Frage der Ein- oder Mehrventilbauart von Flugmotoren. Vergleich mit den Ergebnissen von Mercedes- und Benzflug
motoren.
Wasserkraftanlagen.
Der günstige günstige wirtschaftliche Wettbewerb zwischen Dampf- und Wasserkraft. Von Straus. (ETZ 1. Mai 19 S. 200/04*) Die Grundlagen für die Wirtschaftsberechnungen. Schaubilder der kennzeichnenden Werte für Dampf- und Wasserkraftwerke. Wenn es nicht gelingt, mit Hilfe von Nebenproduktenanlagen Elektrizität noch billiger zu liefern, bleiben für Verbraucher mit höheren Ausnutzungsziffern die Wasserkräfte stets am billigsten. Etwa 4/5 aller deutschen Wasserkräfte können zu einem entsprechend billigen Preis erschlossen werden.
A pelton wheel driven driven centrifuge. Von Broadbent. (Engng. 7. Febr. 19 S 161/64*) Die zur Munitionsherstellung verwendeten Zentrifugen werden durch Peltonräder mit senkrechter Achse angetrieben. Die Schaufelform muß gegen die übliche für wagrechte Achse geändert werden.
Werkstätten und Fabriken.
Der deutsch rumänische Werfthau Giurgiu. Von Foerster. (Z Ver. deutsch Ing. 7. Juni 19 S. 325/31*) Für die Ausbesserung der zahlreichen versenkten Griechenschleppe und die Durchführung der verschiedenen Abkommen mit Rumänien war eine Werftanlage in Giurgiu erforderlich. Es werden die zu lösenden Aufgaben, die Gesichtspunkte für die Anlage und die Bauausführung erörtert. Queraufschleppe für Schiffe bis für Schiffe bis 80 m Länge und 880 t Gewicht. Schienenbahn, Eisenbauhalle, Neubauhelling und Ausrüstungsufer der Werft. Werkstattschiff. Schluß folgt.
Tin mills with individual drives. (Iron Age 17. April 19 S. 1008*) Anlage einer Konservendosenfabrik mit Einzelantrieb der verschiedenen Pressen.
Airplane factory converted. (Iron Age 17. April 19 S. 1003) Eine englische Flugzeugfabrik in Sheffield hat den Bau kleiner Spielzeuglokomotiven und Dampfmaschinen aufgenommen, die die früher aus Deutschland bezogenen verdrängen sollen.
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