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«Malgré les progrès dans l’évolution des mentalités, l’homosexualité continue à être perçue négativement par une minorité importante de la population. Un homosexuel a plus de difficulté à s’épanouir naturellement dans la société.»
Michel
Die abgebildeten Zitate sind Antworten auf die offenen Fragen aus den Befragungen 2007 und 2011 über die Gründe für einen begangenen Suizidversuch. Die Teilnahme an allen Befragungen des Projekts schwule Gesundheit war anonym, und die verwendeten Vornamen sind frei erfunden.
Alle weltweit durchgeführten Studien über Suizid (Selbsttötung, Selbstmord) bei LGBT-Menschen zeigen, dass diese von der Problematik unverhältnismässig oft betroffen sind. Im Rahmen des Projekts schwule Gesundheit wurde die Frage des Suizids intensiv erforscht, um die Situation in der Schweiz zu erfassen, um zu erreichen, dass die betroffenen Organisationen und Behörden das Problem anerkennen, und um Programme und Präventionsmassnahmen mit zu gestalten.
Einerseits wurden die Fragen nach der Suizidalität (Gedanken an, Planung von und Versuche der Selbsttötung), in den drei Befragungen des Projekts 2002, 2007 und 2011 gestellt. So war es möglich, eine allfällige Veränderung über die Jahre zu beobachten. Andererseits wurden die Ergebnisse der Basisbefragung von 2002 mit den Ergebnissen aus zwei landesweiten Befragungen aus demselben Jahr verglichen (SMASH-Studie über die Schweizer Jugend und die Rekrutenbefragung ch-x), was einen direkten Vergleich zwischen jungen Männern mit homosexueller und solchen mit heterosexueller Neigung ermöglichte.
Die Ergebnisse bestätigen, dass junge Schwule, Lesben und Bisexuelle in der Schweiz ein zwei bis fünf Mal höheres Suizidrisiko haben als junge Heterosexuelle.
Obwohl die Schweiz ein Land mit hohen Suizidraten ist, hat die Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB) bis 2017 keine Daten zu dieser Frage erhoben. Diese Tabelle vergleicht deshalb die Suizidalität (Gedanken an, Planung von und Versuche der Selbsttötung) bei schwulen Männern mit derjenigen von Männern der Gesamtbevölkerung aus mehreren Untersuchungen über Suizid in Dänemark. Der schraffierte Bereich steht für die Ergebnisse aus mehreren Studien. Schwule Männer hegen im Lebensverlauf fast dreimal häufiger Selbstmordgedanken als die dänischen Männer, und einer von fünf schwulen Männern hat im Jahr vor der Befragung Suizidgedanken gehabt. Noch erschreckender ist die Situation bei den Selbstmordversuchen. Fast 4% der Gays haben im Jahr vor der Befragung versucht, sich zu töten, und fast 20% haben irgendwann in ihrem Leben schon einen Selbstmordversuch verübt
Die Grafik stellt den Anteil schwuler Männer dar, die in den 12 Monaten vor der Befragung bzw. irgendwann in ihrem Leben Selbstmordgedanken hatten. Jeder dritte junge Gay, der sich mit Suizidgedanken trägt, begeht einen Selbsttötungsversuch. Der Rückgang um 22% zwischen 2007 und 2011 der Suizidgedanken in den letzten 12 Monaten lässt sich zum Teil auf die Wirkung des Projekts Blues-out zurückführen.
Die Grafik bildet den Anteil der schwulen Männer ab, die in den 12 Monaten vor der Befragung bzw. irgendwann in ihrem Leben Selbstmordpläne gemacht haben. Auch hier lässt sich der Rückgang um 29% zwischen 2007 und 2011 zum Teil auf das Projekt Blues-out zurückführen
Fast 20% der schwulen Männer, also jeder Fünfte, haben irgendwann in ihrem Leben einen Suizidversuch begangen. In der Altersgruppe der Jugendlichen liegt der Prozentsatz fünfmal so hoch wie bei den heterosexuellen Schweizer Männern. Die Hälfte dieser Selbstmordversuche wird vor dem zwanzigsten, drei Viertel vor dem 25. Geburtstag begangen. Wobei auch bei älteren Gays die Rate hoch ist. Fachleute für Suizidprävention und für die Betreuung Suizidgefährdeter stellen fest, dass einer der schwerwiegendsten Risikofaktoren für einen Selbstmordversuch der Umstand ist, dass man schon einen Versuch unternommen hat.
Die Analyse der Daten mit dem Ziel, die psychosozialen Ressourcen zu benennen, die am besten gegen das Suizidrisiko schützen, ist im Gang.
Die Kreisdiagramme stellen die wichtigsten Gründe für den ersten Selbstmordversuch dar, wie sie von den Teilnehmern an einer oder mehreren Befragungen wahrgenommen wurden. Dabei ist im Auge zu behalten, dass sich kaum jemand aus einem einzigen Grund das Leben nehmen will. In den meisten Fällen ist es eine Häufung mehrerer Faktoren, die einem Menschen das Leben so ausweglos erscheinen lässt, dass er seinem Leiden ein Ende setzen will.
Beim ersten Suizidversuch nennen die Jüngeren Liebes- und Beziehungsprobleme, die Schwierigkeit, die eigene Homosexualität anzunehmen und Probleme mit der Familie fast gleichwertig bei den Gründen für ihre Tat. Bei der Frage nach dem letzten Selbstmordversuch werden vor allem bei den Erwachsenen Liebes- und Beziehungsprobleme, die Schwierigkeit, die eigene Homosexualität anzunehmen und in geringerem Masse die Depression an erster Stelle genannt.
Mit Ausnahme der Schwierigkeit, die eigene Homosexualität anzunehmen, sind diese Gründe nicht Homosexuellen-spezifisch. Die Schwierigkeit, die eigene Homosexualität anzunehmen, ist Ausdruck der sehr hohen persönlichen, interpersonalen und sozialen Belastung, die viele schwule Männer nicht nur in dem Moment erleben, in dem sie ihre eigene Homosexualität entdecken, sondern ihr Leben lang. Hier hängt das Mass der Belastung stark von der Reaktion des persönlichen Umfeldes ab, insbesondere von der Familie und deren religiösen Überzeugungen.
Liebes- und Beziehungsprobleme sind im wesentlichen die Beendigung von Beziehungen und Probleme beim Aufbau dauerhafter Beziehungen. Die qualitativen Vorstudien zu den Befragungen von 2001 hatten ergeben, dass für schwule Männer in Genf Liebe und Beziehung die wichtigsten Faktoren für ein gutes Leben sind, und dass sie gleichzeitig gerade hier besonders unzufrieden waren. Die Gays, und namentlich die Jüngeren unter ihnen, von denen viele auf der Suche nach einem Partner oder nach einer festen Beziehung sind, leben in einer schwulen Kultur, die den Sex über die Liebesbeziehung stellt.
Wenn man selbst Suizidgedanken hegt oder befürchtet, dass ein Freund oder eine Freundin solche hat, sollte man nicht zögern, direkt mit ihm oder ihr darüber zu reden und Hilfe anzubieten. Hilfreiche Informationen und Links zu Notfalldiensten findet man auf der Website von Blues-out.