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Als Anarchie bezeichne ich die Herrschaftslosigkeit. Das Fehlen von Herrschaft hat zwei gängige Interpretationen. Unter dem Aspekt von Selbstorganisation führt die Herrschaftslosigkeit zur besten oder zur naturwüchsigen Ordnung in einer Sozietät. Unter dem Gesichtspunkt der politischen Organisation führt Herrschaftslosigkeit zur absoluten Unordnung.
Der Ausdruck Anarchie wird oft für beides verwendet, in einer soziologischen Terminologie bezeichne ich den zweiten Fall abgrenzend als Anomie.
Die Lehre zur Anarchie heisst Anarchismus
Die Lehre in welcher Anarchie als Möglichkeit vorkommt, heisst Politik oder Politologie.
Homer und Herodot (490-420 v. Chr.) bezeichnen eine Gruppe Soldaten „ohne Anführer“ als Anarchia. Xenophon (580-480 v. Chr.) verwendet Anarchia allgemeiner für ein Zeit ohne obersten Staatsbeamten, den Archon. Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.) spricht - paradox - von Sklaven ohne Herren.
Im antiken Rom fehlt der Ausdruck. N. Machiavelli benutzte den Ausdruck in etwas verdrehter Anlehnung an Aristoteles für eine Degeneration von Herrschaftsformen.