Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03194.jsonl.gz/279

Pfarrer Daniel Fatzer, der sich seit 23 Tagen in Lausanne im Hungerstreik befindet, hat am Freitag ein Mediationsgespräch mit der Kirche abgebrochen. Diese bedauert den Schritt und erklärt die Vermittlung der grünen Regierungsrätin Béatrice Métraux für gescheitert.
Fatzer bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda den Abbruch der Verhandlungen. Mitte der Woche hatte der Pfarrer für Freitagnachmittag in der Kirche Saint-Laurent eine Medienkonferenz angekündigt, wo er den Hungerstreik betreibt.
In einer Medienmitteilung nimmt die evangelisch-reformierten Kirche der Waadt «mit Bedauern» Kenntnis vom Entscheid des Pfarrers, das Treffen abzubrechen. Der Synodalrat habe «einen Weg zu einer friedlichen Einigung aufgezeigt (...)», heisst es weiter.
Der Rat habe vorgeschlagen, allen betroffenen entlassenen Personen den Dialog anzubieten, mit dem Ziel der «Vergebung und Versöhnung». Er bedauere das Ausmass der ganzen Affäre und den Platz, den sie im Leben der Kirche eingenommen habe.
Der Synodalrat dankte in dem Schreiben auch Regierungsrätin Métraux für ihr Engagement. Fatzer kündigte seinerseits an, seine Medienkonferenz wie geplant um 13.30 Uhr durchführen zu wollen.
Seit dem 16. Juni isst der entlassene Pfarrer nichts festes , sondern gibt an, eine salzige Bouillon pro Tag und Wasser zu sich zu nehmen. Er schläft in der Kirche im Stadtzentrum von Lausanne auf einer aufblasbaren Matratze oder sitzt in einem Liegestuhl.
Auslöser der Entlassung des Pfarrers war ein im Westschweizer Radio Espace 2 live übertragener Gottesdienst gewesen, bei dem sich Daniel Fatzer für einen entlassenen Kollegen eingesetzt hatte. Er stellte zudem Mitglieder der Kirchenleitung in Frage. Darauf wurde er fristlos entlassen. (sda)