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Stiftung Islamische Gemeinschaft Zürich (SIGZ)
Seit den 1960er-Jahren trafen sich in Zürich Studierende aus muslimischen Ländern für das gemeinsame Freitagsgebet, das abwechselnd in einer Wohnung der Teilnehmenden durchgeführt wurde. In den 1970er Jahren wuchs die muslimische Gemeinde durch Gastarbeiter aus Ex-Jugoslavien und der Türkei stark an, so dass der Wunsch nach einem eigenen Zentrum aufkam.
So wurde 1975 der Verein „Islamische Gemeinschaft in der Deutschsprachigen Schweiz“ mit Sitz in einer Wohnung an der Zürcher Nordstrasse begründet.
Im Jahr 1982 kauften die Vereingten Arabischen Emirate die Liegenschaft an der Rötelstrasse 86 in Zürich, und stellten diese 1983 der Islamischen Gemeinschaft zur Verfügung.
Heute bietet die Stiftung in erster Linie die Verrichtung von rituellen Handlungen an. Das umfasst die fünf täglichen Gebete, Freitags- und Festgebete, sowie Tarawih- und Taschahudgebete im Ramadan. Das Freitagsgebet wird um viertel nach eins in der Üetlibergstr. 54 und um halb drei in der Rötelstr. 86 gehalten. Die SIGZ organisiert Hajj- und Umrah (Pilgerfahrt) Vorbereitungskurse, sowie die jährliche Umrah nach Mekka und Medina.
Nebst den rituellen Angeboten bietet die Stiftung eine religiöse Erziehung für Kinder und Jugendliche an, sowie die Förderung der religiösen Bildung aller Muslime durch Vorträge, Kurse, Diskussionsveranstaltungen und einer Koranschule. Dort gibt es Kurse wie, „Usul Al-Fiqh“ (Rechtsnormen im gottesdienstlichen- und zwischenmenschlichen Handeln), „Lektion für Frauen“, „Fiqh und Sira für Jugendliche“ oder „Koran“. Der Kurs „Lektion für Frauen“ findet auf Arabisch und auf Somalisch statt, der Kurs „Koran“ auf Bengalisch sowie auf Deutsch. Die restlichen Kurse werden in Deutsch gehalten.
Die SIGZ betreibt eine Koranschule für Kinder und Jugendliche, wo der Koran und die Arabische bzw. die Bengalische Sprache unterrichtet werden. Der Unterricht wird in Deutsch, Bengalisch und Arabisch gehalten und findet jeweils am Samstag und Sonntag statt.
Eine kleine Bibliothek mit ausgewählter islamischer Literatur in verschiedenen Sprachen, vor allem Deutsch und Arabisch, gehört ebenfalls zu den Angeboten der SIGZ. Die Schriften sind bei Bedarf auch Aussenstehenden zugänglich.
Die Stiftung ist auch an der Verteilung Islamischer Literatur und Broschüren, sowie Korane in verschiedenen Sprachen engagiert, wie auch an der Erstellung einer Gebetszeittabelle für die Stadt Zürich. Ebenfalls werden Informationsveranstaltungen für Nicht-Muslime, Moscheeführungen und Schülerbesuche angeboten.
Die SIGZ strebt eine Unterstützung von Institutionen mit gleicher oder ähnlicher Zielsetzung an, sowie eine konstruktive Wechselbeziehung mit der Schweizer Gesellschaft.
Die Stiftung ist in vier Organe unterteilt. Erstes ist die Generalversammlung, welche alle drei Jahre unter Teilnahme der Aktivmitglieder stattfindet. Aktivmitglieder sind Muslime, die mindestens seit drei Jahren Mitglied der SIGZ sind. Zweites Organ ist der Stiftungsrat, welcher aus neun Mitgliedern besteht. Sieben davon werden alle drei Jahre von der Generalversammlung gewählt, von denen vier Gründer der im Jahre 1975 gegründeten „Islamischen Gemeinschaft in der Deutschsprachigen Schweiz“ sind. Die Vereinigten Arabischen Emirate als Besitzer der Liegenschaft an der Rötelstrasse 86 ernennen ein einziges Mitglied. Diese acht Mitglieder wählen einstimmig ein neuntes Mitglied, von dem sie überzeugt sind, „dass es der Stiftung gute Dienste leisten kann.“ Drittes Organ ist das Verwaltungsbüro.
Der oben erwähnte Stiftungsrat wählt aus seiner Mitte das Büro, das die Verwaltung und die notwendigen Arbeiten für das Zentrum übernimmt. Viertes und letztes Organ ist die Kontrollstelle, die aus zwei natürlichen Personen oder einer juristischen Person besteht. Diese dürfen dem Stiftungsrat nicht angehören und werden von demselben für eine Amtsdauer von zwei Jahren gewählt, wobei eine Wiederwahl zulässig ist. Die Kontrollstelle prüft die Jahresrechnung und die zweckmässige Verwendung der Stiftungsmittel.
Die Stiftung Islamische Gemeinschaft Zürich ist Mitglied der Vereinigung der islamischen Organisationen in Zürich VIOZ.
Finanziert wird die Stiftung durch das Stiftungsvermögen und die daraus resultierenden Erträge, durch Spenden und Zuwendungen sowie durch Mitgliederbeiträge.