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«Mänscherächt für beidi Gschlächt!», fordert Emilie Lieberherr am 1. März 1969 auf dem Bundesplatz am «Marsch nach Bern». Gemeinsam mit 5’000 Demonstrantinnen verlangt sie das Wahl- und Stimmrecht für Frauen. Der Druck auf den Bundesrat wird so gross, dass er noch im selben Jahr eine Vorlage für die Einführung des Frauenstimmrechts präsentiert.
Haben wir schon Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau? Brauchen wir Gleichstellung? Was ist das überhaupt? Sind «Mann» und «Frau» nicht sowieso nur soziale Konstrukte? Es gibt kaum jemanden, dem diese Fragen egal sind, ja, fast jeder hat seine eigene Meinung dazu. Nach dem Frauenstreik* vom 14. Juni sieht es auch nicht anders aus.
Bei der Semestereröffnung an der Harvard Law School 1956 marschiert eine Armee korrekt gekleideter junger Männer auf das Universitätsgebäude zu. Dazu erklingt die Hymne «Ten Thousand Men of Harvard». Inmitten dieser grauen Armada sieht man: ein tintenblaues Kostüm mit weit schwingendem Rock. High Heels und Strumpfhosen mit Naht. Ondulierte dunkelbraune Haare. Ein roter Mund, der erwartungsvoll halb offen steht.
Am 9. November 1918 hatten sich die Mehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands (MSPD) und die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) auf die Bildung eines «entscheidenden Kabinetts» geeinigt, das die Regierungsgeschäfte bis zum Zusammentritt einer noch zu wählenden Nationalversammlung führen sollte. Der Rat der Volksbeauftragten war ein sechsköpfiges paritätisch besetztes Kabinett, bestehend aus USPD- und MSPD-Politikern unter der Führung des Reichskanzlers Friedrich Eberts (MSPD) und Hugo Haases (USPD). Weitere Mitglieder waren Philipp Scheidemann und Otto Landsberg von der MSPD, sowie Emil Barth und Wilhelm Dittmann von der USPD.