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Krebs in den Kantonen der Zentralschweiz
Neuerkrankungsrate tiefer als in der Gesamtschweiz
LUSTAT Statistik Luzern ist vom Zentralschweizer Krebsregister (ZKR) unter der Leitung von Prof. Dr. med. Joachim Diebold beauftragt, die Registerdaten der Kantone Luzern, Uri, Ob- und Nidwalden jährlich auszuwerten.
Das ZKR registriert alle Krebsneuerkrankungen in den vier Zentralschweizer Kantonen und stellt diese Daten dem nationalen Institut für Krebsepidemiologie und -registrierung NICER für schweizweite Auswertungen zur Verfügung. Für die Jahre 2011 bis 2015 liegen nun erstmals für alle vier Kantone NICER-plausibilisierte Daten vor.
0,5 Prozent der Zentralschweizer Bevölkerung erkrankt jährlich neu an Krebs
In den vier Zentralschweizer Kantonen Luzern, Uri, Ob- und Nidwalden sind im Durchschnitt der Jahre 2011 bis und mit 2015 jährlich 2'355 Personen oder rund 0,5 Prozent der Bevölkerung neu an Krebs erkrankt. Dabei wurden pro Jahr 1'264 Männer und 1'090 Frauen mit einer Krebsneuerkrankung konfrontiert.
In der betrachteten Zeitspanne von 2011 bis und mit 2015 sind in den Kantonen der Zentralschweiz pro Jahr im Durchschnitt 988 Personen oder 0,2 Prozent der Zentralschweizer Bevölkerung an den Folgen ihrer Krebserkrankung gestorben. Davon waren 557 Männer und 431 Frauen.
Zentralschweizer Männer erkranken seltener als Männer schweizweit
Die altersstandardisierte Inzidenzrate der Krebsneuerkrankungen betrug gemäss NICER in den Jahren 2011 bis und mit 2015 für die gesamte Schweiz 423 Erkrankungsfälle pro 100'000 Männer und 327 Erkrankungsfälle pro 100'000 Frauen. In der Zentralschweiz lag diese Rate bei den Männern bei 396 Fällen und bei den Frauen bei 318 Fällen.
Die altersstandardisierte Mortalitätsrate der krebsbedingten Sterbefälle betrug für die Schweizer Männer 168 Todesfälle auf 100'000 Männer, bei den Frauen 107 Todesfälle auf 100'000 Frauen. In der Zentralschweiz lag diese Rate bei den Männern bei 163 Todesfällen und bei den Frauen bei 103 Todesfällen.
Krebsneuerkrankungen sind damit in der Zentralschweiz seltener als in der Gesamtschweiz, wobei dieser Unterschied bei den Frauen statistisch nicht signifikant ist. Krebsbedingte Todesfälle hingegen treten in der Zentralschweiz annähernd in der gleichen Häufigkeit auf wie schweizweit.
Risiko an Krebs zu erkranken, steigt im Alter an
Das Risiko, an Krebs zu erkranken, steigt für Frauen wie für Männer mit dem Alter an. Frauen erkranken insgesamt zwar seltener an Krebs, erkranken aber häufig in jüngeren Jahren als Männer. Bei den Männern hingegen steigt das Risiko im Alter stärker an als bei den Frauen.
In den Jahren von 2011 bis und mit 2015 lag bei den 40- bis 54-Jährigen die altersspezifische Krebserkrankungsrate pro Jahr im Durchschnitt bei den Frauen über derjenigen der Männer (358 vs. 227 Fälle pro 100'000 Pers.). Bei den 55- bis 64-Jährigen übertraf die Inzidenzrate der Männer dann diejenige der Frauen und stieg bei den älteren Altersgruppen stärker an als bei den Frauen: Die altersspezifische Rate der Krebsneuerkrankungen bei den 85-jährigen und älteren Männern lag gut 2-mal so hoch wie diejenige der gleichaltrigen Frauen (3'147 vs. 1'531 Fälle pro 100'000 Pers.).
Die altersspezifische Mortalitätsrate hingegen war bei den 40- bis 54-Jährigen beiden Geschlechts ungefähr gleich hoch (53 vs. 54 Fälle pro 100'000 Pers.), stieg aber ab der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen bei den Männern stärker an als bei den Frauen (267 vs. 190 Fälle pro 100'000 Pers.). Bei den 85-jährigen und älteren Männern betrug die Mortalitätsrate mit 2'812 Fällen pro 100'000 Personen mehr als das Doppelte der Rate der Frauen (1'329 Fälle pro 100'000 Pers.).
Geschlechtsspezifische Krebsarten sind am häufigsten
In den Jahren 2011 bis und mit 2015 wurde bei den Zentralschweizer Männern am häufigsten Prostatakrebs (im Durchschnitt jährlich 26% aller Krebserkrankungen) diagnostiziert, gefolgt von Dickdarmkrebs, Lungenkrebs (je 11%) und Hautkrebs (8%). Die Zentralschweizerinnen erkrankten am häufigsten an Tumoren der Brust (31%), des Dickdarms (10%), der Haut (8%) und der Lunge (7%).
Krebsbedingte Todesfälle waren bei den Zentralschweizer Männern am häufigsten auf Lungen- (20%), Prostata- (16%) und Dickdarmkrebs (9%) zurückzuführen. Bei den Frauen gingen die Krebstodesfälle am häufigsten auf Tumoren der Brust (20%), der Lunge (12%) und des Dickdarms (9%) zurück.
Krebs in den Kantonen Luzern, Uri, Ob- und Nidwalden
Im Kanton Luzern sind in den Jahren 2011 bis und mit 2015 pro Jahr im Durchschnitt 1'787 Personen neu an Krebs erkrankt und 747 Personen an den Folgen ihrer Krebserkrankung gestorben. Gleichzeitig wurden pro Jahr 3'347 Hospitalisierungen von Luzerner Krebspatienten/-innen gezählt.
Im Kanton Nidwalden wurden in den Jahren 2011 bis und mit 2015 pro Jahr im Durchschnitt 211 Personen neu mit einer Krebsdiagnose konfrontiert, und 83 Personen sind ihrer Krebserkrankung erlegen. Gleichzeitig wurden pro Jahr 365 Hospitalisierungen von Nidwaldner Krebspatienten/-innen nötig.
Im Kanton Obwalden sind von 2011 bis und mit 2015 pro Jahr im Durchschnitt 166 Personen neu an Krebs erkrankt, und 69 Personen verstarben an ihrer Krebserkrankung. Pro Jahr wurden bei den Obwaldner Krebspatienten/-innen durchschnittlich 299 Hospitalisierungen gezählt.
Im Kanton Uri wurden in den Jahren 2011 bis und mit 2015 pro Jahr im Durchschnitt 191 Krebsneuerkrankungen und 90 krebsbedingte Todesfälle gezählt. Gleichzeitig wurden pro Jahr durchschnittlich 371 Hospitalisierungen von Urner Krebspatienten/-innen nötig.
Weiterführende Informationen
Bundesgesetz zur landesweit einheitlichen Krebsregistrierung (KRG)
Ab 1. Januar 2020 wird die Registrierung aller neu auftretenden Krebserkrankungen in der Schweiz unter dem Krebsregistrierungsgesetz (KRG) erfolgen. Die Regelung baut auf den bestehenden Strukturen auf: Die Daten werden in den von den Kantonen betriebenen kantonalen Krebsregistern registriert und anschliessend von der nationalen Krebsregistrierungsstelle zusammengeführt. Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen werden im Kinderkrebsregister registriert. Die Krebsregistrierung dient als Datengrundlage für Früherkennungsmassnahmen, zur Evaluation der Versorgungs-, Diagnose- und Behandlungsqualität, der Krebsforschung sowie als Unterstützung der kantonalen Versorgungsplanung.
Autorinnen: Andrea Oppliger, LUSTAT; Daniela Dyntar, ZKR; 4. Dezember 2018