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11 May 2016
Die frühesten Touristen in den Schweizer Alpen waren im 15. Jahrhundert Pilger auf der Durchreise nach Italien oder Spanien, sowie vereinzelte Humanisten und Naturforscher, welche an der heimischen Flora und Fauna Interesse fanden. Im 16. und 17. Jh. machten die ersten Bergsteiger die Voralpen unsicher. Albrecht Friedrich von Brandenburg war 1690 einer der ersten Ausländer, der gezielt zur Besichtigung der schönen Alpennatur in die Schweiz reiste. Im Zuge der Grand Tour nach Italien und Frankreich, die im 18. Jahrhundert als Abschluß der klassischen Ausbildung junger Adelsherren und Großbürgersöhne aus Europa und teilweise auch aus Amerika angesehen war, wurden die Schweizer Alpen oft durchquert. Einer dieser berühmten “Gentlemen-Touristen” war damals James Boswell. Reisebeschreibungen, Gedichte und Geschichten belegen ab dem frühen 18. Jahrhundert ein vermehrtes touristisches Interesse an den Alpen. Besonders angetan waren die Reisenden dabei von der Hochgebirgsnatur mit ihren Gletschern, Wasserfällen und Schluchten. Im 19. Jahrhundert begann dann die schrittweise Eroberung der Alpen mit der Erstbesteigung von Jungfrau, Finsteraarhorn und Matterhorn. Darauf folgte der Massentourismus.
Ein archäologisch überlieferter, früher Tourist der Alpen ist „Theo“, der wie sein älterer Genosse Ötzi im Eis gefunden wurde. Theos Überreste umfassen Knochen, Waffen, Kleidungsfragmente und Münzen. Sie wurden bereits in den 1980er Jahren am Oberern Theodul-Gletscher in Zermatt gefunden. Theo selbst stammt wohl aus der Zeit um 1600 und war zwischen 20 und 30 Jahre alt.
Viele Schweizer Pässe wie der Septimerpass oder Julierpass weisen archäologische Funde aus der Römerzeit auf, die belegen, dass sie Teil bedeutender Transitrouten über die Alpen waren. Hierbei zeugen vor allem Münzfunde, die dem römischen Reich zugeordnet werden können, von der frühen Benutzung vieler Walliser Pässe. Münzfunde aus römischer Zeit gibt es zum Beispiel für den Theodulpass, Monte Moro-Pass, Antronapass, Albrunpass, Nufenenpass, Lötschenpass und Gemmipass. Der Große St.-Bernhard-Pass auf fast 2.500 m Höhe stellte im römischen Reich der wichtigste Ort zur Alpenüberquerung dar. Sogar ein kleiner Tempel zu Ehren Jupiters wurde auf der Passhöhe errichtet.