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Humoralmedizin ist ein sehr altes Therapiekonzept. Es gehört zu den medizinischen Systemen, die über 1’500 Jahre hinweg die gesamte abendländische Medizin bestimmt und geformt haben. Unter Humoralpathologie wiederum versteht der Fachmann heute eine allgemeine Krankheitslehre, die die Krankheitsursache in den flüssigen Substanzen des Körpers – den Säften – sucht. So werden die traditionellen Grundelemente Luft, Wasser, Feuer und Erde als Wirkprinzipien verstanden.
In der Antike wurden diesen Elementen vier «Säfte» zugeordnet: Blut dem Sanguis, Schleim dem Phlegma, Gelbgalle der Cholera und Schwarzgalle der Melanchole.
Heute gilt Humoralmedizin als Sammelbegriff für Verfahren, die als Aus- und Ableiten, Entgiften, Blutreinigung, Umstimmungsverfahren und Reizkörpertherapie bekannt sind. Im Unterschied zur Schulmedizin stehen die pathophysiologischen Prozesse im Vordergrund, während die strukturellen Veränderungen von Gewebe und Organen als deren sekundäre Folge verstanden werden!
Humoral-Medizin sieht den Menschen als nicht trennbar von seiner Umwelt. Sie geht davon aus, dass die Natur und ihre Elemente auch im Menschen wirken und sein Leben in Gesundheit und Krankheit prägen. Häufig wird die Behandlung der Dyskrasie ("schlechte Saftmischung") auch als Konstitutionstherapie bezeichnet. Ziel der Behandlung ist das Erreichen einer Eukrasie (ausgewogene Verteilung aller Körpersäfte).
Dabei werden Heilmittel der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde (TEN) wie Phytotherapie, Hydrotherapie, Bachblüten, Blutegel u. a. m. verwendet.