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Während der Herbst- und Wintermonate treten häufig Fälle der Saisonal-Abhängigen-Depression (SAD) auf. Die kurzen Tage können für viele Menschen bedrückend oder sogar richtig deprimierend sein, sodass ihr normaler Lebensrhythmus stark gestört wird.
SAD-Betroffene leiden an Tagesschläfrigkeit, Heisshunger auf Kohlenhydrate, Gewichtszunahme, Müdigkeit und Antriebslosigkeit bis hin zum sozialen Rückzug.
Erst in den 80er Jahren wurde zwischen SAD und Lichtmangel ein Zusammenhang belegt. Inzwischen weiss man, dass mehr Menschen davon betroffen sind, als ursprünglich angenommen wurde. Etwa 2% aller Erwachsenen in Mitteleuropa (davon 4x mehr Frauen als Männer) leiden an saisonalen Depressionen. Bei der leichten Form der sub-syndromalen- SAD, die mit leichteren Beschwerden einhergeht, ist die Dunkelziffer gross, weil die wenigsten Betroffenen sich in Behandlung begeben.
Welche Ursachen hat die SAD?
Als Hauptursache einer SAD gilt der Tageslichtmangel. Verschiedene wichtige Vorgänge bei Mensch und Tier (z.B. Fortpflanzung, Winterschlaf, allgemeines Wohlbefinden, Schlafrhythmus) werden durch eine innere Uhr gesteuert, die durch die Tageslänge eingestellt wird.
Wenn nun die Tage im Herbst kürzer werden, produziert der Körper durch den Lichtmangel mehr Melatonin. Melatonin ist ein Hormon, das in der Zirbeldrüse, einem winzigen Teil des Zwischenhirns, produziert wird. Diese Drüse steuert über die Melatoninausschüttung den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers.
Fällt tagsüber Licht ins Auge, wird die Ausschüttung des Hormons ins Blut eingestellt. Nachts, bei fehlendem Lichteinstrahl oder bei mangelndem Tageslicht im Winter, wird Melatonin aus den Speichern abgegeben und kann seine schlaffördernde Wirkung entfalten. Ein erhöhter Melatonin-Spiegel kann zu einer Depression führen.
Wie zeigt sich eine SAD?
Typische Anzeichen einer Winterdepression können sein:
- Extreme Müdigkeit
- Schlafstörungen, erhöhtes Schlafbedürfnis
- Niedergeschlagenheit, Energielosigkeit bis hin zur Lethargie
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Sexuelle Unlust
- Essstörungen (Heisshunger auf Kohlenhydrate), verbunden mit Gewichtszunahme
Ist eine SAD behandelbar?
Ob es sich um eine SAD handelt oder um eine "echte" Depression, kann nur der Arzt entscheiden. Seit längerem weiss man, dies wurde auch in Studien bewiesen, dass Lichtherapien bei der SAD hilft. 65% der behandelten SAD-Betroffenen konnte mit einer regelmässigen Lichteinstrahlung (mind. 10'000 Lux, täglich während mindestens 30 Min.) geholfen werden.
Licht beeinflusst den Hormonhaushalt und das wirkt sich umittelbar auf die Lebensfreude und die Leistungsfähigkeit des Menschen aus. Die Ausschüttung von Serotonin, dem sogenannten "Glückshormons", fördert das Wohlbefinden.
Empfohlen wird, sich auch während der dunkleren Jahreszeit regelmässig im Freien zu bewegen. Bereits ein Spaziergang von mindestens 30 bis 45 Minuten täglich kann die Beschwerden mildern. Bei Menschen mit Depressionen werden häufig reduzierte Serotoninspiegel beobachtet. Dieser Mangel kann mit einer ausgewogenen Ernährung kompensiert werden. (siehe Ernährung gegen Wintertiefs)
Medikamente
Ob eine SAD medikamentös (mit Antidepressiva) behandelt werden muss, hängt vom Leidensdruck für den Betroffenen ab und kann nur zusammen mit dem Arzt entschieden werden.
Seit längerer Zeit ist Melatonin auch im Handel erhältlich. Das Medikament wird jedoch bei der saisonal abhängigen Depression von den Ärzten nicht empfohlen.
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