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Erste Schritte mit Cannabis: Dosierung und Einnahmemöglichkeiten
Möglichkeiten der Einnahme
Es gibt viele Möglichkeiten, wie medizinisches Cannabis konsumiert werden kann, und jede Methode führt zu subtil unterschiedlichen Effekten. Dies ist darauf zurückzuführen, dass THC, CBD und andere Inhaltsstoffe bei unterschiedlichen Temperaturen und unterschiedlichen Verabreichungswegen unterschiedlich aktiviert werden. Es wird allgemein angenommen, dass das Rauchen, das Verbrennungstoxine einschließt, einen etwas entspannenden (“stoned”) Effekt erzeugt, während das Essen den Beginn des Effekts verzögert, aber die Dauer des Effekts typischerweise länger ist. In einem ScienceDaily-Bericht von 2007, der an der Universität von Kalifornien-San Francisco durchgeführt wurde, berichteten Forscher, dass Nutzer von Verdampfern (Vaporizern) denselben Effekt wie beim Rauchen erfahren, aber ohne die mit dem Rauchen von Marihuana verbundenen Toxine.
Rauchen ist die älteste und traditionellste Form des Konsums. Beim Rauchen von Marihuana wird die getrocknete Blume gewöhnlich durch eine Pfeife gerraucht, in einen „Joint“ gerollt oder mit einer Wasserpfeife (Bong) geraucht.
Die Wirkung setzt sofort ein, aber mit 90 Minuten bis zu 4 Stunden wird auch berichtet, dass sie die kürzeste Dauer zeigt.
Ein Verdampfer, auch Vaporizer genannt, ist ein elektrisches Gerät, das die getrocknete Blüte bei einer niedrigeren Temperatur (185-210 ° C / 365-410 ° F) erwärmt, wobei die aktiven Verbindungen als Dampf (Vape) anstelle von Rauch freigesetzt werden. So werden auch weniger Nebenprodukte erzeugt. Eine Studie von Forschern der Universität Leiden ergab, dass die Auswirkungen der Verwendung eines Verdampfers “mit dem Rauchen von Cannabis vergleichbar ist und gleichzeitig die Atemnot des Rauchens vermeidet“.
Die Tatsache, dass die verschiedenen Cannabinoide bei verschiedenen Temperaturen unterschiedlich aktiviert werden, ermöglicht es dem Patienten auch, die Wirkung in gewissem Maße zu kontrollieren. Je höher die Temperatur ist, desto entspannter wird der Effekt.
Terpenoide haben den niedrigsten Siedepunkt (etwa 55 ° C / 132 ° F) und sind typischerweise die ersten, die durch Verdampfen freigesetzt werden. Es wird angenommen, dass Terpenoide für viele Synergieeffekte verantwortlich sind, die Cannabinoide bereitstellen.
Da der Dampf bei niedrigeren Temperaturen nicht immer sichtbar ist, müssen Sie durch den Geschmack und Geruch des erzeugten Dampfes beurteilen, auf welche Temperatur Sie den Verdampfer einstellen.
Da die Cannabinoide bei Verdampfern in viel mehr Zügen als mit einem „Joint“ freigesetzt werden, sind sie ideal zu regulieren und langsam zu beginnen. Auf der anderen Seite sind Verdampfer viel effektiver beim Absorbieren der Cannabinoide wenn sie viele Züge nehmen. Der Effekt hält gewöhnlich auch länger an als bei einem Joint. In etwa 3-6 Stunden.
Cannabis kann auch in Butter oder Öl gekocht werden, das dann anderen Nahrungsmitteln beigemischt wird. Alle diese Produkte werden im englischen üblicherweise als „edibles“ bezeichnet. Das verdauen von Cannabis führt zu signifikant längeren und psychoaktiveren Effekten als andere Methoden, die sofort in den Blutkreislauf gelangen.
Da die Dosis schwer zu beurteilen ist, ist es ratsam mit kleinen Portionen essbaren medizinischen Cannabis anzufangen und mindestens eine Stunde zu warten, um die Auswirkungen zu beurteilen. Übermäßiger Verzehr von Cannabis kann sehr starke Nebenwirkungen hervorrufen.
Die Zeit bis zum Einsetzen der Wirkungen hängt stark vom Mageninhalt ab, dauert jedoch in der Regel 1 bis 2 Stunden und kann eine beträchtliche Zeit andauern. In etwa 4-8 Stunden.
Tinkturen und Nahrungsergänzungen sind konzentrierte Formen von medizinischem Cannabis als Öle oder andere fettlösliche Lösungen wie Alkohol, Essig oder Glycerin. Tinkturen sind hochkonzentriert und erfordern sorgfältige Dosierungsstufen, die klein beginnen und langsam gesteigert werden um die Wirkungen abzuschätzen. Sie können unter die Zunge gegeben-, in Getränke eingemischt- oder einfach geschluckt werden. Tinkturen benötigen ebenso wie beim Essen Zeit bis der Effekt eintritt, wodurch die Dosierungskontrolle reduziert wird. Der Effekt hält gewöhnlich 4-8 Stunden.
Cannabisprodukte können im allgemeinen gut mit den meisten anderen Medikamenten kombiniert werden. Dort wo Wechselwirkungen auftreten geschieht dies häufig da die angewendeten Substanzen die gleichen Angriffspunkte im Körper aufweisen oder einen ähnlichen Wirkmechanismus besitzen. So können Cannabis und THC die Wirkung von anderen Medikamenten sowohl verstärken als auch vermindern.
Von klinischer Bedeutung ist vor allem die Verstärkung des beruhigenden Effektes anderer psychotroper Substanzen (Alkohol, Benzodiazepine) und die Wechselwirkung mit Substanzen, die auf das Herz wirken (Amphetamine, Adrenalin, Atropin, Betablocker, Diuretika, trizyklische Antidepressiva, etc.).
Eine Anzahl von verstärkenden Effekten kann erwünscht sein, wie die Steigerung des schmerzlindernden Effektes von Opiaten und des antiemetischen Effektes von Phenothiazinen, bei der Muskelentspannung, Krampflösung, Bronchienerweiterung und bei der Senkung eines erhöhten Augeninnendrucks.
Antidepressiva:
Viele Patienten, die an psychischen und psychiatrischen Problemen leiden, verwenden Antidepressiva oder andere Medikamente, die die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin hemmen. Diese Medikamente zeigen eine deutlich verstärkte Wirkung von Schläfrigkeit und Sedierung, wenn sie mit den Wirkstoffen der Cannabispflanze kombiniert werden.
Anticholinergika:
Atropin und Scopolamin können die herzfrequenzsteigernden THC-Effekte verstärken.
Neuroleptika:
THC kann möglicherweise die antipsychotische Wirkung der Neuroleptika hemmen. Es kann ihre therapeutische Wirksamkeit bei motorischen Störungen verbessern.
Opiate:
Verstärkung von Sedierung und Schmerzlinderung.
Alkohol:
Da Alkohol potenziell gefährliche dämpfende Wirkungen auf unser zentrales Nervensystem hat, sollte er mit Vorsicht genossen werden, wenn er in Kombination mit Cannabis konsumiert wird. Auch bei moderaten Mengen werden diese Effekte verstärkt und können schnell zu Übelkeit und Schwindel führen.
Diabetes und Blutzuckerspiegel:
Die Wirkung der Senkung des Blutzuckers wird durch Cannabis kontrastiert, also ist es obligatorisch den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren, wenn Cannabis zusammen mit dieser Art von Medikamenten eingenommen wird.
Phenothiazine:
Prochlorperazin und andere Phenothiazine vermindern die psychotropen Effekte von THC und verstärken den brechreizhemmenden Effekt.
Theophyllin:
Der Stoffwechsel von Theophyllin wird durch THC beschleunigt. Daher sind möglicherweise höhere Dosen von Theophyllin erforderlich.