Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03269.jsonl.gz/3102

20'000 Elefanten als Geschenk: So viele Tiere will das afrikanische Land Botswana an Deutschland schicken, erklärt ihr Präsident Mokgweetsi Masisi bei der «Bild»-Zeitung. «Das ist kein Scherz». Der Grund ist aber kein erfreulicher: Der Politiker ärgert sich über ein Vorhaben der deutschen Bundesregierung. Umweltminister Steffi Lemke (Die Grünen) will die Einfuhr von Jägertrophäen verbieten.
Nach Angaben von Masisi leide Botswana aber «nach Jahrzehnten» erfolgreichen Artenschutzes an einer «Überpopulation». Deshalb habe die kontrollierte Jagd einen nachhaltigen Nutzen. Die Tiere sehe er ohnehin als Ressource, sagt er bei «Bild».
Dass das Land im Süden von Afrika zu viele Elefanten beherberge, ist jedoch umstritten. Zwar sei die Population der Afrikanischen Savannenelefanten in der Region vermutlich stabil oder gar gewachsen, berichtet der WWF. Trotzdem gilt die Tierart laut des IUCN, der früheren Weltnaturschutzunion, als gefährdet. Wie der Verein «Future for Elephants» zudem berichtet, habe sich allein zwischen 2010 und 2016 die Zahl der Tiere im Land um 15 Prozent verringert.
Die strittige Trophäenjagd hat Botswana 2019 wieder eingeführt. Das sei jedoch aus kommerziellem Interesse gemacht worden und nicht um den Bestand der Tiere zu kontrollieren, sagt Kabelo Senyatso, Direktor des Department of Wildlife and National Parks in Botswana.
Botswanas Präsident Masisi lässt sich davon nicht beirren. Sei Land habe im grenzübergreifenden Kavango-Sambesi-Schutzgebiet 8000 Elefanten an Angola verschenkt, weitere Tiere sollen an Mosambik übergeben werden. «Und genauso möchten wir ein solches Angebot hiermit der Bundesrepublik Deutschland machen. Wir akzeptieren kein Nein», berichtet die «Bild».
«Future for Elephants» stellt die Zahlen des Präsidenten infrage. Es sei wissenschaftlich fragwürdig, Elefantenzahlen einzelnen Ländern zuzuordnen. «76 Prozent aller Elefanten leben [...] Grenzen überschreitenden Populationen», erklärt der Verein.
Laut Masisi Elefanten würden zudem Menschen in Botswana tottrampeln, Ernten vernichten und Dörfer verwüsten, «Ich möchte, dass Frau Lemke, die ich tief respektiere, sich die Zeit nimmt, die Fakten und die Wissenschaft anzunehmen.» Er wolle «herausfinden, wie es Frau Lemke damit ergeht», sagte der Präsident. Er schlug aber auch versöhnliche Töne an: Er lade die Grünen-Ministerin ein, sich den Wildtierschutz im Land anzuschauen.
Im ersten Strafprozess gegen einen ehemaligen US-Präsidenten ist die Auswahl einer Geschworenen-Jury fortgesetzt worden. In dem Verfahren gegen Donald Trump in Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin befragten am Dienstag Vertreter von Staatsanwaltschaft und Verteidigung sowie Richter Juan Merchan weitere Kandidaten und Kandidatinnen, bevor sie sich vorerst auf sechs Geschworene einigten. Die Suche nach insgesamt sechs weiteren könnte sich noch über mehrere Tage hinziehen.