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Quatuor Diotima © lyodoh Kaneko
Gesamt
CHF 440.50
Quatuor Diotima © lyodoh Kaneko
04.
Sep
Sonntag
16.00
Quatuor Diotima
Quatuor Diotima | Mark Simpson
Bassettklarinette
Einem Flirt mit der Vergangenheit war composer-in-residence Thomas Adès noch nie abgeneigt. Auch sein neues, 2021 uraufgeführtes Klarinettenquintett Alchymia verwandelt Fundstücke aus früheren Epochen in pures musikalisches Gold. Ein Volkslied aus dem elisabethanischen England etwa, das bereits William Byrd für eine Reihe von Variationen heranzog - das also selbst schon eine «alchemistische» Transformation durchlief. Adès’ Erstes Streichquartett von 1994 wiederum beschwört die antike Sehnsuchtslandschaft Arkadien herauf. «Sechs der sieben Sätze evozieren verschwundene oder verschwindende ‹Idyllen›», erklärt Adès, der auch hier ein subtiles Netz musikalischer Anspielungen knüpft, auf Couperin und Mozart, Schubert und Elgar. Nur folgerichtig also, dass das Quatuor Diotima seinen Auftritt mit Schuberts letztem Streichquartett beschliesst: einem bahnbrechenden Werk, das durch seine schieren Ausmasse, seinen fast orchestralen Gestus und seine kühne Harmonik weit in die Zukunft weist.
Quatuor Diotima © Iyodoh Kaneko
Quatuor Diotima
Das französische Quatuor Diotima wurde 1996 von vier Studierenden am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris gegründet. Sein Name versteht sich als Reverenz an Luigi Nonos Streichquartett Fragmente — Stille. An Diotima und verrät bereits, wie wichtig dem Ensemble die Interpretation Neuer Musik ist. 1999 gewann das Quartett den französischen Kammermusikwettbewerb der FNAPEC, im Jahr 2000 wurde ihm der Preis für zeitgenössische Musik bei der London String Quartet Competition zugesprochen. Seither konzertiert das Quatuor Diotima in den renommierten Konzertsälen Europas, der USA, Mittel- und Südamerikas sowie Japans und Chinas. Das Repertoire, das die vier zu Gehör bringen, reicht von Joseph Haydn bis zu Werken der Gegenwart, die einen integralen Bestandteil ihrer Programme bilden. So haben sie Partituren von Toshio Hosokawa, Mauro Lanza, Tristan Murail, Gérard Pesson, Rebecca Saunders und Miroslav Srnka uraufgeführt. Seit drei Jahren ist das Quatuor Diotima Residenzensemble bei Radio France, seit bereits 2008 quartet-in-residence der Region Centre-Val de Loire in Orléans. Die umfangreiche Diskographie des Ensembles enthält u. a. die sechs Streichquartette Béla Bartóks, das gesamte Quartettschaffen der Zweiten Wiener Schule sowie die endgültige Fassung von Boulez’ Livre pour quatuor. Bereits fünfmal erhielt das Quatuor Diotima für seine Aufnahmen den «Diapason d’or».
Bisher ein Gastspiel bei Lucerne Festival, dafür mit gleich zwei Konzerten: Am 24. August 2013 spielte das Quatuor Diotima Werke von Boulez, Beethoven, Czernowin und Pelzel.
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Mark Simpson © Chelsey Browne
Mark Simpson