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Mehr als zwei Jahrzehnte - 1860 bis 1882 - war nichts geschehen in Sachen Befestigungsbau in der Schweiz - ausser jede Menge Planungen. Erst im Jahr 1885 nach der Eröffnung des Gotthardeisenbahn-Tunnels
beendete der Bundesrat diese Phase und löste die erste Bauetappe in Sachen Gotthardbefestigung aus. Am Ende entstanden die heute bekannten Werke
Fort Airolo, Motto Bartolla und Stuei.

Im Frühjahr 1902 entstand ein diplomatischer Streit zwischen dem Bundesrat und dem italienischen Gesandten Giulio Silvestrelli, in dessen Verlauf die Spannungen zwischen Italien und der Schweiz
anstiegen. Die Schweiz sah sich veranlasst, die Werke am südlichen Gotthard in kürzester Zeit in Kriegszustand zu versetzen, und die Truppen bezogen die Anlagen. Dabei offenbarten sich schlagartig
zahlreiche Unvollkommenheiten und Schwachstellen bei den Anlagen am Gotthard Südportal. So war zum Beispiel die Stellung auf Motto Bartolla von hinten und an der rechten Flanke völlig schutzlos.
Die Tunnelsicherung war mit dem Fort Airolo und den Anlagen im Tunnel nicht zu gewährleisten. Hier musste etwas geschehen und zwar schnell.
Zur Sicherung der exponierten Stellung Motto Bartolla wurde zur Alpe di Fieudo ein Fussweg errichtet. Damit sollte den Truppen die Besetzung des Grates zwischen Tremola und Alp die Fieudo erleichtert werden. Danach
entstanden auf der Alp di Fieudo einige Unterkunftshütten, die ein Fussweg mit der Gotthardpasshöhe verband. Schliesslich projektierte Oberst Schrott (Geniechef der Gotthardbefestigung) drei Infanteriewerke
auf dem Costone die Fieudo. Die ungünstige Geologie und Bodenbeschaffenheit sowie die komplizierten Materialtransporte verteuerten das Projekt aber dermassen, dass EMD Chef Bundesrat Müller die sofortige
Einstellung aller Arbeiten anordnete. Erst auf Intervention von Oberst Theophil Sprecher von Bernegg erfolgte der Weiterbau der drei Infanteriewerke. So entstanden die ersten permanenten
Infanterieanlagen auf dem Gotthard. Das am höchsten gelegene Werk (A8400) entstand in Form eines polygonen Blockhauses. Die tiefer gelegenen Werke bestanden aus bombensicheren Kasematten und bis
zu 100 Meter langen Schützengräben. Diese schlossen die grössten Lücken im Dispositiv der Südfront zuverlässig ab.
Eine analoge Anlage auf Loita dura - 1 km nördlich von Cima del Bosco - zur Sicherung der linken Flanke von Motto Bartola wurde aus
Kostengründen nicht mehr realisiert.

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Infanterie-Fort
A8400 Fieudo
Schützengräben Fieudo
Schützengräben
Cassina del Buco