Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03319.jsonl.gz/2262

MS-Symptome wie Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen (Ataxie) sowie Tremor (Zittern) sind schwierig zu behandeln, können jedoch durch eine kombinierte Physio- und Ergotherapie verbessert werden. Krankengymnastische Massnahmen haben die Verbesserung der Rumpfstabilität und die Erarbeitung koordinierter Bewegungsabläufe unter Einsatz geeigneter Hilfsmittel zum Ziel. Auch die Sensibilität und Spannung von Muskelgruppen, die bei bestimmten Bewegungsabläufen zusammenarbeiten müssen, sollen damit verbessert werden. Für eine erfolgreiche Therapie kommt es beim Multiple Sklerose Betroffenen auf Motivation, Geduld und Disziplin an.
Medikamente gegen Tremor bei MS
Eine medikamentöse Behandlung ist zurzeit nur bei Tremor möglich. Hier können verschiedene Substanzen zum Nutzen des Multiple Sklerose Betroffenen eingesetzt werden. Dabei sind jedoch mögliche Nebenwirkungen zu beachten, die oftmals die erwünschten Effekte auf den Tremor überlagern können. Vor Beginn der medikamentösen Therapie sollte deshalb eine genaue Analyse der bestehenden Bewegungsstörung erfolgen.
Eine deutliche Verminderung eines Intentionstremors (zunehmendes Zittern des Arms bei einer Zielbewegung, wie zum Beispiel beim Greifen nach einem Glas) ist durch eine kurzzeitige (circa einminütige) lokale Eisanwendung an der betroffenen Gliedmasse zu erzielen. Der positive Effekt ist allerdings zeitlich begrenzt, das Vorgehen kann jedoch eine bedarfsbezogene Eigentherapie für MS-Betroffene im Alltag darstellen.
Ist ein Tremor durch keine der genannten Massnahmen in den Griff zu bekommen, besteht auch die Möglichkeit einer Operation, bei der eine Sonde ins Gehirn eingebracht wird, die durch schwache elektrische Impulse den Tremor unterdrücken kann. Diese Überlegung wird aber erst nach Erfolglosigkeit aller anderen Behandlungsversuche und starker Beeinträchtigung des Multiple Sklerose Betroffenen durch das Zittern in Betracht gezogen.
Verschiedene Ursachen für Schwindel bei MS
Beim Symptom Schwindel bei MS muss zwischen zwei verschiedenen Arten unterschieden werden, die unterschiedliche Ursachen haben:
- Bei Schwindelzuständen, die durch Schädigungen der Gleichgewichtszentren im Zentralen Nervensystem hervorgerufen werden (wie zum Beispiel ein Drehschwindel), kann im Bereich der Physiotherapie ein vestibuläres Schwindeltraining durchgeführt werden. Hierbei werden absichtlich Haltungsunsicherheiten hervorgerufen, auf die der Körper mit Korrekturbewegungen reagiert und damit die Gleichgewichtssituation verbessert.
- Geht der Schwindel auf Kreislaufstörungen des MS-Betroffenen zurück, stehen kreislauffördernde Bewegungsübungen, Wasseranwendungen etc. auf der Liste der Gegenmassnahmen ganz oben. Der Liftschwindel nach längerem Stehen, beim raschen Aufstehen oder besonders morgendlich auftretende, also kreislaufbedingte Schwindel spricht auch auf Medikamente an.
Fazit: Bei Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen oder Schwindel bei MS lohnt es sich für Multiple Sklerose Betroffene, physiotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch für Menschen mit MS mit einem Tremor gibt es therapeutische Optionen. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Neurologen über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten.