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(Kt. Waadt,
Bez. Vevey,
Gem. Le Châtelard). 390 m. Bedeutende Ortschaft, am Genfersee und 22 km osö. Lausanne; heute mit Montreux
zu einer Siedelung verwachsen, umfasst den zwischen der Maladeyre und dem einstigen Dorf Vernex gelegenen Gebäudekomplex.
Station der Simplonbahn und der elektrischen Strassenbahn Vevey-Chillon; Dampfbootstation. Postbureau, Telegraph,
Telephon. 177 Häuser, 1763 reform. Ew. Kirchgemeinde Montreux, von deren drei Geistlichen abwechselnd ministriert.
Diese Siedelung von hohem Alter ist verschiedene Male von den die Ufer des Genfersees brandschatzenden Barbarenhorden zerstört
worden. Der Ueberlieferung nach fiel die Ortschaft auch dem Bergsturz vom MonsTauretunum (563) oder der dadurch verursachten
mächtigen Flutwelle des Sees zum Opfer. Clarens ist heute eine stark besuchte Fremdenstation, die ihren
Gästen in zahlreichen Pensionen und Gasthäusern, sowie in dem eigens hiefür erbauten Villenquartier Dubochet allen Ansprüchen
entsprechende Unterkunft gewähren kann.
Schöne Quaianlagen. Klima und Lage wie die von Montreux, aber mit umfassenderer und harmonischerer Rundsicht. Feigen-,
Maulbeer- und Granatapfelbaum gedeihen im Freien; Weinbau wird in grossem Stile betrieben, und die Rebe behauptet allen Boden,
der nicht den Gebäulichkeiten
zu dienen hat. Der auf einer Anhöhe wunderschön gelegene Friedhof enthält die Grabstätten
dreier hervorragender Männer: des Dekans Bridel (1767-1845), der 40 Jahre lang in Montreux als Pfarrer
wirkte und als begeisterter Waadtländer Patriot den Conservateur Suisse herausgab;
des Philosophen und Litterarhistorikers
Alexander Vinet (1797-1847), sowie des Dichters u. Schriftstellers Amiel.
Hier sollen die berühmten «Bosquets de Julie»
gelegen haben, die von J. J. Rousseau in seiner NouvelleHéloïse so begeistert und wundervoll geschildert worden sind.