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Kanada: Hydro-Québec möchte Gentilly-2 Ende 2012 stilllegen
Der Candu-Reaktor (635 MW) Gentilly-2 der Betreiberin Hydro-Québec war 1982 für eine vorläufige Betriebsdauer von 30 Jahren ans Netz gegangen. Mitte Juli 2011 hatte die Canadian Nuclear Safety Commission (CNSC) die Betriebsbewilligung um fünf Jahre – das heisst bis zum 30. Juni 2016 – verlängert. Sie verlangte jedoch von der Hydro-Québec, bis zum 31. Dezember 2012 bedeutende Modernisierungsarbeiten durchzuführen.
Bereits Anfang der 2000er-Jahre hatte die Hydro-Québec ein Vorprojekt lanciert, um abzuklären, ob die Lebensdauer des Kernkraftwerks um weitere rund 30 Jahre, das heisst bis 2040, verlängert werden soll. Aufgrund der Ergebnisse erklärte das Unternehmen 2008, die nötigen Erneuerungsarbeiten durchführen zu wollen. Die Aufwendungen dafür bezifferte es damals auf CAD 1,9 Mrd. (rund CHF 2,0 Mrd.). Vertiefte technische, wirtschaftliche und ökologische Studien hatten ergeben, dass es wirtschaftlicher sei, die Anlage zu erneuern als stillzulegen. Aus verschiedenen Gründen mussten die Arbeiten jedoch verschoben werden.
Eine im Oktober 2012 veröffentlichte Studie schätzt die Kosten der Instandsetzungsarbeiten – die zwischen Januar 2014 und September 2016 durchzuführen wären – neu auf CAD 4,3 Mrd. (CHF 4,0 Mrd.). Aus finanzieller Sicht seien diese Arbeiten nicht mehr zu vertreten, schreibt die Hydro-Québec in einer Medienmitteilung. Die Schliessung der Anlage komme sie nur auf CAD 1,8 Mrd. (CHF 1,7 Mrd.), verteilt auf 50 Jahre, zu stehen. Wegen der gestiegenen Kosten und der verschlechterten Marktpreise ziehe es das Unternehmen vor, Gentilly-2 am 28. Dezember 2012 endgültig abzuschalten. Dies habe die Hydro-Québec jetzt ihrer Eigentümerin, der Provinzregierung, empfohlen. Pauline Maurois, die neue Premierministerin der kanadischen Provinz Québec, hatte bereits nach ihrem Wahlsieg bestätigt, dass sie Gentilly-2 stilllegen möchte, jedoch keine Frist genannt.
«Grüne Wiese» 2062
Die Vorbereitungsarbeiten zur Stilllegung werden laut Hydro-Québec rund 18 Monate in Anspruch nehmen. Sie umfassen hauptsächlich die Entnahme des Kernbrennstoffs, die Behandlung des schweren Wassers und die Deaktivierung verschiedener Systeme. Nach Ablauf einer rund 40 Jahre dauernden gesicherten Einschlussphase erfolge der Rückbau und die Wiederherstellung des Zustands «grüne Wiese». Die verschiedenen Arbeitsphasen würden gestaffelt und bis 2062 dauern, präzisierte die Hydro-Québec.