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Wal-Mart, der grösste Retailer der Welt, hat sich vor rund einem Jahr dazu entschieden, seine traditionell von Eigenentwicklungen geprägte IT komplett umzustellen und eine Standard-Business-Software als Plattform einzuführen. Im letzten Oktober setzte sich SAP bei der Evaluation gegen den letzten Konkurrenten Oracle durch, und in diesen Tagen, so berichtet die 'Financial Times', hat die erste Phase des Rollouts begonnen.
Dass sich die 'FT' für dieses Projekt interessiert, hat vor allem mit seinen Kosten zu tun. "Die Effizienz unseres 'Eigenbaus' hat mit dem Wachstum unseres Unternehmens gelitten. Die Implementierung des neuen Systems wird schon sehr viel kosten", erklärte Wal-Mart-Finanzchef Tom Schoewe der Finanzzeitung. "Wenn es aber einmal läuft, wird es deutlich effizienter sein, und zudem ist es besser skalierbar." Wal-Mart will zusätzlich auch weiterhin eigene Lösungen entwickeln, zum Beispiel für RFID, und möchte diese über eine globale E-Commerce-Plattform in das SAP-System integrieren.
Die genauen Kosten der Migration bezifferte Wal-Mart nicht. Gemäss Wal-Mart waren die vor allem durch das SAP-Projekt gestiegenen IT-Kosten aber zu einem überwiegenden Teil für den Anstieg der Gesamtausgaben des Konzerns um 20 Prozent im ersten Quartal verantwortlich. Laut Schoewe wird Wal-Mart nicht nur für den Rest dieses Jahres sondern noch einige Jahre darüber hinaus mit den zusätzlichen Kosten leben müssen. Die erste Phase des SAP-Projekts soll rund zwei Jahre lang dauern. Die darauf folgende zweite und dritte Phase hofft Wal-Mart in drei bis fünf Jahren abschliessen zu können. (hjm)