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Als Brücke zwischen Europa und dem Morgenland, zwischen Okzident und Orient, ist Sizilien seit fast 3000 Jahren heiss begehrt und hart umkämpft, wobei die Kämpfe meistens auf dem Rücken der angestammten Bevölkerung ausgetragen wurden, die sich auch immer wieder in blutigen Aufständen gegen die Herrschenden erhob.
Die Griechen machten die Insel acht Jahrhunderte vor Christus zu einem Teil ihres Reiches. 300 Jahre später fassten die Karthager aus Nordafrika Fuss im Westen der Insel, die mehr als halb so gross ist wie die Schweiz. Die Karthager wurden von den Römern vertrieben, die Sizilien zur Kornkammer ihres Reiches ausbauten und im Jahre 227 vor Christus zur ersten Provinz ihres aufstrebenden Herrschaftsbereichs erhoben.
Im 6. Jahrhundert nach Christus fiel die Insel an Ostrom, an Byzanz. Nach einem germanischen Zwischenspiel, als Wandalen und Goten über die Insel herfielen, begann 200 Jahre später die arabische Machtübernahme. Kurz nachdem Karl der Große im Dom zu Aachen zum Kaiser gekrönt worden war, standen in Palermo, der Inselhauptstadt, über 100 Moscheen.
Dank der überlegenen arabischen Kultur erlebte Sizilien damals seine große Blütezeit. Literatur, Künste, Philosophie und zivilisatorische Errungenschaften wie das arabische Zahlensystem breiteten sich von Palermo her über Europa aus.
Als die Normannen in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts die Insel eroberten, warfen sie die Araber nicht hinaus, sondern schufen ein Staatsgebilde mit einer Gesellschaft, in der Muselmanen, Byzantiner, Juden und Christen zusammenlebten. Dabei entstand der einmalige, vor allem in Westsizilien verbreitete „normannische Baustil“, der die nordfranzösische Romanik mit byzantinischen und arabisch-sarazenischen Elementen vereinigt. Von der kulturellen Blüte dieser etwa 100 Jahre dauernden Epoche zeugen heute vor allem die Domkirchen von Cefalu, Palermo und Monreale, der Palazzo Normanno, der das Parlament der Region Sizilien beherbergt, dessen Capella Palatina, die Martorana und die Zisa, ein gut erhaltenes Jagd- und Lustschloss im arabisch-normannischen Stil, gelegen im einstigen Grüngürtel um Palermo. Weitere Zeugnisse dieser glanzvollen Epoche sind unter anderem die Palermitaner Kirchen San Giovanni degli Eremiti und die wieder eröffnete Kirche San Cataldo an der Piazza Bellini.
Die Staufer, die 1194 auf die Normann folgten, gaben sich ähnlich tolerant, vor allem Friedrich II., der in Palermo aufwuchs und fliessend arabisch und italienisch sprach. Er, der 1220 zum Deutschen Kaiser gekrönt wurde, umgab sich mit einem orientalischen Hofstaat, zu dem zahlreiche arabische Gelehrte gehörten, was sicher mit dazu beitrug, dass er mit dem päpstlichen Bannfluch belegt wurde.
Bald nach dem Tod Friedrichs im Jahre 1250 fiel Sizilien an das Haus Anjou. Aber die Franzosen hielten sich nur für ein paar Jahrzehnte an der Macht: 1282 geriet die Insel unter spanische Herrschaft. Sie dauerte, mit kurzen Unterbrechungen (weil die Insel zwischendurch zuerst vom Haus Savoyen, dann von den Habsburgern beansprucht wurde), fast 600 Jahre, bis zum Jahre 1860, als Garibaldi von Sizilien aus zu seinem Befreiungsmarsch startete und das moderne Italien schaffen half.
Fast hätte es eine weitere sizilianische Epoche gegeben. Denn 1945 und 1946 machte sich eine starke Separatistenbewegung daran, die Insel, die heute etwa 5,5 Millionen Einwohner hat, zum 52. Staat der USA zu erklären. Um die Abspaltung vom damals gerade mal gut 80 Jahre alten italienischen Einheitsstaat Italien abzuwenden, wurde Sizilien, das seither einen Sonderstatus geniesst, zur Autonomen Region Italiens erklärt.
Es kamen und gingen die Herrscher. Es bleiben Armut und Reichtum und die Gegenwart des Vergangenen. Auf Sizilien harren die Dinge der Zeit, dulden den Wandel, der kaum einer ist, stolz und stoisch. Die Zeit kommt zur Ruhe.
Wir von Sizilienferien.ch möchten Sie einladen, mit uns auf der Insel weiter auf Entdeckungsreise zu gehen – das Land zu erfahren und das Leben neu zu verstehen.