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Die organischen Böden in der Schweiz haben durch die historische Landnutzung bereits einen grossen Teil ihres Torfs verloren, speichern aber noch rund 32 Millionen Tonnen Kohlenstoff. Die landwirtschaftlich genutzten organischen Böden verlieren jedoch fortlaufend Kohlenstoff, etwa 600’000 Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr.
Die Kohlenstoffverluste (hauptsächlich oxidative Verluste als CO2) sind auf Drainagen zurückzuführen, welche auf diesen Böden Forst- und Landwirtschaft erst ermöglichen. Seit 1850 waren die Kohlenstoffverluste der organischen Böden in der Schweiz beträchtlich: Dagegen sind die Kohlenstoffverluste durch Torfabbau in demselben Zeitraum gering. Besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stiegen die Emissionen trotz des Torfabbau-Verbots, weil die Bewirtschaftung von organischen Böden intensiviert wurden.
Grössere, landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen mit organischen Böden befinden sich in flachen, breiten Talböden wie z.B. im Seeland. Hier bestimmten Agroscope-Fachleute über zwei Jahre den Kohlenstoffverlust eines landwirtschaftlich genutzten, ehemaligen Flachmoors mittels einer mikrometeorologischen Methode, um die Emissionsfaktoren im Schweizer Treibhausgasinventar zu verbessern.
Derzeit werden von Agroscope zwei Minderungsoptionen für die Verringerung der Treibhausgasemissionen von landwirtschaftlich genutzten organischen Böden untersucht: Überschüttung und nasse Bewirtschaftung mit Reis.
Zwischen 2018 und 2022 untersuchten Agroscope-Fachleute an einem Standort im St. Galler Rheintal, ob der Kohlenstoffverlust aus organischen Böden trotz landwirtschaftlicher Nutzung durch Überschüttung von mineralischem Bodenmaterial reduziert werden kann, und wie sich eine solche Überschüttung auf die Lachgasemissionen auswirkt. Dazu haben sie den Treibhausgasaustausch von CO2, Methan und Lachgas kontinuierlich und mehrere Jahre lang gemessen.
Die Lachgasemissionen waren mit Überschüttung deutlich niedriger. Der Einfluss der mineralischen Überschüttung auf den Stickstoffkreislauf wurde darüber hinaus mit Hilfe von Isotopen (15N) nachvollzogen.
Mittels Isotopen (14C) konnten wir die Herkunft des emittierten CO2 analysieren und somit überprüfen, ob die mineralische Überdeckung den darunterliegenden Torf vor Zersetzung schützt.
Nördlich der Alpen gewinnt der Nassreisanbau zunehmend an Bedeutung. Auf organischen Böden kann er möglicherweise zu einer Verringerung des Torfabbaus und damit, trotz höherer Methanemissionen, eventuell zu einer besseren Treibhausgasbilanz führen. Seit 2021 steht am Agroscope-Standort in Zürich-Reckenholz eine Mesokosmenanlage, um zu untersuchen, wie sich hohe Wasserstände auf die Lachgas- und Methanemissionen von Reis, der auf organischem Boden wächst, auswirken.
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