Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/147827

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht zu erstellen, der Aufschluss gibt über die Erfolgsquote bei Qualifikationsverfahren nach Beruf und Kanton. Ursachen für tiefe Erfolgsquoten sollen analysiert und Massnahmen zur Verbesserung vorgeschlagen werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bund ist verantwortlich für die strategische Steuerung und Entwicklung der Berufsbildung. Er erlässt die von den Berufsverbänden ausgestalteten Bildungsverordnungen, in denen unter anderem die Qualifikationsverfahren definiert werden. Die Qualitätssicherung der beruflichen Grundbildung und der Qualifikationsverfahren obliegt den Kantonen und den jeweiligen Berufsverbänden.</p><p>Die Kommissionen für Berufsentwicklung und Qualität überprüfen zudem für die einzelnen Berufe periodisch, ob die Qualifikationsprofile den Anforderungen der Berufspraxis und die Qualifikationsverfahren den gängigen Gütekriterien (Gültigkeit, Zuverlässigkeit, Chancengerechtigkeit und Ökonomie) entsprechen. Erkennen die Kommissionen Handlungsbedarf, beantragen sie gegenüber ihrer Organisation der Arbeitswelt Massnahmen.</p><p>Die Erhöhung der Abschlussquoten auf der Sekundarstufe II ist dem Bundesrat ein wichtiges Anliegen. In den gemeinsamen bildungspolitischen Zielen haben Bund und Kantone 2011 festgehalten, dass bis 2020 95 Prozent aller 25-Jährigen über einen nachobligatorischen Abschluss verfügen sollen. Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt (Verbundpartner der Berufsbildung) haben verschiedene Massnahmen erarbeitet, um Jugendliche mit schulischen, sozialen und sprachlichen Schwierigkeiten beim Erwerb eines Berufsabschlusses zu unterstützen. Dazu zählen unter anderen die fachkundige individuelle Begleitung oder die Möglichkeit zur Verlängerung der beruflichen Grundbildung. Berufsfachschulen bieten Stützkurse für Schülerinnen und Schüler, deren Lernerfolg gefährdet ist (Art. 22 BBG). Bei Nichtbestehen des Qualifikationsverfahrens besteht die Möglichkeit, die Abschlussprüfung zu wiederholen. Der Schweizerische Gewerbeverband und die Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz erarbeiten zudem in einem Projekt Grundlagen für den individuellen Kompetenznachweis für Jugendliche ohne eidgenössischen Berufsbildungsabschluss.</p><p>Die Erfolgsquoten der Qualifikationsverfahren nach Beruf und Kanton sind in der Statistik der beruflichen Grundbildung des Bundesamtes für Statistik ersichtlich. Darin wird jährlich erhoben, wie viele Kandidatinnen und Kandidaten pro Beruf und Kanton zur Abschlussprüfung antreten und wie viele Fähigkeitszeugnisse ausgestellt werden. Diese Daten zeigen, dass sich die Höhe der Erfolgsquote stark nach Sprachregion, Kanton und Lehrberuf unterscheidet. Die durchschnittliche Erfolgsquote bei beruflichen Qualifikationsverfahren beträgt rund 90 Prozent, wobei ein Teil der restlichen 10 Prozent einen eidgenössischen Abschluss im zweiten Durchgang erwirbt. Ist die Durchfallquote in einem Beruf überdurchschnittlich, so obliegt es dem jeweiligen Kanton und dem jeweiligen regionalen Berufsverband, den Gründen nachzugehen und gemeinsam entsprechende Massnahmen zu ergreifen.</p><p>Ein weiterer Bericht brächte nach Ansicht des Bundesrates keinen signifikanten Mehrwert.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.