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Die Ergebnisse der 2020 durchgeführten Befragung von 2'993 Familien zur familienergänzenden Betreuung sind da. Sie zeigen, dass vor allem Betreuungsplätze in Kinderkrippen fehlen, ungenügend sind aber auch die Sozialisierungsaktivitäten für Kinder im Vorschulalter und die Betreuung während den Schulferien. Die Stadt wird Massnahmen ergreifen, um den Zustand zu verbessern. Sie stellt immerhin eine höhere Zufriedenheit hinsichtlich der frühkindlichen Betreuung seit der letzten Studie im Jahr 2016 fest.
Alle vier Jahre führt die Stadt Freiburg entsprechend dem kantonalen Gesetz über die familienergänzenden Tagesbetreuungseinrichtungen (FBG) eine Erhebung über die diesbezüglichen Bedürfnisse der Familien durch. Diese Evaluation soll es der Stadt ermöglichen, die Anzahl und die Art der Plätze zu bestimmen, die es braucht, um die Bedürfnisse bei der familienergänzenden Betreuung abzudecken. Im Jahr 2020 hat jede Familie der Stadt Freiburg mit mindestens einem Kind zwischen 0 und 12 Jahren ein Schreiben mit der Einladung erhalten, einen Online-Fragebogen zum eigenen Kinderbetreuungsbedarf zu beantworten. In diesem Jahr betraf dies 2'993 Familien mit 4'831 Kindern. Erstmals war der Fragebogen zusätzlich zu den Amtssprachen auch in Portugiesisch und Albanisch verfügbar. Über 33 % der kontaktierten Familien haben an dieser Befragung teilgenommen, was ungefähr 10 % mehr als 2016 ausmacht.
Erhöhter Bedarf während den Ferien
Die Umfrage zeigt, dass 231 Schulkinder einen Betreuungsplatz während den Schulferien benötigen. In 23 % der Fälle betrifft dies Familien, die keine familienergänzende Betreuung während des restlichen Jahres beanspruchen und deshalb auch keine Möglichkeit haben, ihre Kinder für die Ferien anzumelden. Die Stadt wird deshalb die Möglichkeit prüfen, diesen Eltern eine Lösung anzubieten.
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen ferner, dass die Eltern von schulpflichtigen Kindern 37 zusätzliche Betreuungsplätze während der Schulzeit benötigen. Eine genauere Untersuchung hat jedoch zur Feststellung geführt, dass die meisten der anlässlich der Umfrage nachgefragten Betreuungsplätze durch das vorhandene Angebot abgedeckt werden können. Die Stadt ermutigt Eltern, die solche Plätze benötigen, mit dem Sektor familienergänzende Betreuung Verbindung aufzunehmen; dort sind die Wartelisten derzeit weitgehend leer. Die Umfrage zeigt auch , dass der Bedarf für die Kinder der Schulklassen 1-2H grösser ist. Die Empfangsstruktur im Vignettaz-Quartier ist die gefragteste, gefolgt von den Strukturen im Pérolles und im Schönberg. Die gesuchtesten Zeiteinheiten sind die Mittagspause sowie die Nachmittage nach dem Schulunterricht.
Zusätzliche Krippenplätze
Die Ergebnisse der Umfrage 2020 zeigen, dass 34 zusätzliche Krippenplätze und 7 Plätze für die Betreuung durch Tageseltern (für die Säuglinge und Kinder im Vorschulalter) benötigt werden. Die überwiegende Mehrheit dieser zusätzlichen Plätze werden von Familien beantragt, die bereits eine Empfangsstruktur beanspruchen. In den Quartieren Vignettaz, Schönberg, Jura und Pérolles ist der Bedarf am grössten. Er betrifft vor allem Kinder im Alter von 0 bis 2 Jahren. Mit einer durchschnittlichen Auslastungsquote von 90,5 % verfügen die subventionierten Kinderkrippen über wenig Spielraum. Deshalb und angesichts der Anzahl Kinder ohne Betreuungsmöglichkeit auf einer zentralen Warteliste müssen zusätzliche Plätze finanziert werden. Im Rahmen des Budgetierungsprozesses 2022 wird die Stadt Verbindung mit einzelnen Empfangsstrukturen aufnehmen, um diesem Mangel an Betreuungsplätzen in den kommenden Jahren abzuhelfen. Was die Betreuung durch Tageseltern betrifft, so können sich betroffene Familien an "famiya", ehemals Verein für Tagesfamilienbetreuung Saane, wenden.
Grosses Interesse an Sozialisierungsaktivitäten
Um die Frühförderung in der Stadt Freiburg zu verstärken, betrafen mehrere Fragen die Sozialisierung der Kinder im Vorschulalter. 45 der betroffenen Kinder (7,8 %) verstehen keine der Amtssprachen. 106 Kinder (17,4 %) besuchen weder eine Empfangsstruktur noch nehmen sie an Sozialisierungsaktivitäten teil (Gruppe zur Vorbereitung auf den Schuleintritt, Waldspielgruppe, Spielgruppe oder Frühfördergruppe, Kindergarten). Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die Eltern von 331 Kindern (54,3 %) an Sozialisierungsaktivitäten interessiert sind (gegenwärtig nehmen 174 Kindern, also 28,4 %, an solchen Aktivitäten teil). In den Quartieren Jura und Vignettaz ist der Deckungsgrad des Sozialisierungsbedarf am niedrigsten. Die Stadt unterstützt bereits einzelne Programme. Sie stellt fest, dass ein zusätzlicher Bedarf da ist, und wird sich bemühen, diesem bei der Verwirklichung ihrer Politik für das Vorschulalter Rechnung zu tragen.
Steigende Zufriedenheit
Erfreuliche Feststellung: Fast 91 % der Eltern von Kindern im Vorschulalter, die sich an der Umfrage beteiligt haben, geben an, dass sie mit ihrer jetzigen Kinderbetreuungslösung zufrieden sind, was 13 % mehr als anlässlich der letzten Umfrage sind.
Der vollständige Bericht ist auf der Internetseite der Stadt Freiburg einsehbar; die Berichte der Umfragen von 2016 und 2012 sind es ebenfalls.