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D. bezeichnet die auf teilweise oder totale Regelung des Zahlungsverkehrs mit dem Ausland ausgerichtete Währungspolitik eines Staates (Geld- und Währungspolitik). Der D. liegt üblicherweise ein Devisenmangel des devisenbewirtschaftenden Landes zugrunde (Geldwechsel). Ziele der D. sind die Verteilung der (knappen) Devisen nach staatl. Gesichtspunkten, Absicherung einer autonomen Wirtschaftspolitik durch Verhinderung internat. Kapitalbewegungen im Interesse nationaler Wachstums- oder Stabilitätsvorstellungen, Schutz vor importierter Inflation, Bekämpfung der Kapitalflucht sowie der Protektionismus der Binnenwirtschaft.
Erstmals wurden Massnahmen zur D. in grossem Massstab im 1. Weltkrieg von den Mittelmächten aus kriegswirtschaftl. Gründen angewandt (Kriegswirtschaft). In der Weltwirtschaftskrise gingen zuerst die Schuldnerländer zur D. über; bis zum 2. Weltkrieg folgten die meisten europ. Staaten, so dass praktisch kein freier Geldverkehr mehr existierte. Mit der Vereinbarung bilateraler Abkommen auf der Grundlage des Clearings konnte die Schweiz als einziges Land selbst während des 2. Weltkriegs eine D. vermeiden, auch wenn verschiedene Massnahmen zur Lenkung des Devisenflusses getroffen wurden, z.B. die Vereinbarung der Schweiz. Nationalbank (SNB) mit den Geschäftsbanken 1935 zur Bekämpfung der Devisenspekulation, die Dollarbewirtschaftung nach der Blockierung der schweiz. Vermögenswerte in den USA im Juni 1941 oder der Bundesratsbeschluss vom 7. Dez. 1941, der den Goldhandel mit dem Ausland der Bewilligung durch die SNB unterstellte. Wegen anhaltender Gold- und Devisenabflüsse aus der Schweiz im Sommer 1940 diskutierte die SNB die Einführung einer D., verwarf sie aber aus Gründen der Preisstabilität und der Konvertibilität des Frankens. In den 1950er Jahren ging die D. kontinuierlich zurück bis zum fast vollständigen Abbau 1958 im Rahmen des Europ. Währungsabkommens. Mit dem Übergang zu Flexiblen Wechselkursen Anfangs der 1970er Jahre wurden die letzten Devisenkontrollen abgeschafft.
Literatur
– W. Rutz, Die schweiz. Volkswirtschaft zwischen Währungs- und Beschäftigungspolitik in der Weltwirtschaftskrise, 1970
– F.W. Meyer, H. Willgerodt, «D.», in Hwb. der Wirtschaftswiss., hg. von W. Albers et al., Bd. 8, 1980, 159-168
– Veröff. UEK 16
Autorin/Autor: Martin Meier