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Corte (Vallee de la Restonica)
18.06.2017 Corte (Vallee de la Restonica)
Ich fahre von in Santo Pietro di Venaco nach Corte. Der Casino Supermarkt ist noch geschlossen, doch im Spar kann ich Käse und Wasser kaufen. Dann fahre ich gleich weiter ins Vallee de la Restonica. Die Strasse wird immer schmaler und ist auf 30 km/h beschränkt. Eine obligatorische Parkgebühr (eine versteckte Eintrittsgebühr) wird erhoben. Ich fahre weiter bis zur Bergerie de Grotelle. Dort stelle ich den Scooter ab und beginne die Klettertour zum Lac de Melu. Ueber riesige Felsblöcke geht es steil bergauf. Es ist sehr mühsam, insbesondere, als ich mein schlechtes linkes Knie spüre und es überhaupt nicht belasten kann, weil es dann sofort nachgibt. Nach rund eineinhalb Stunden gelange ich zum Lac de Melu. Nachdem ich den Lac del Melu halb umrundet habe, kann ich mich auf den Weg zum direkt über dem Lac de Melu befindlichen Lac de Capitellu machen. Der Weg ist sehr steil und schwer zu begehen, insbesondere wenn man ein Knie nicht mehr richtig biegen kann. An den steilsten Stellen, die über glatte Felsen gehen, sind Ketten angebracht. Eine Zeitlang laufe ich mit einer Spanierin aus Barcelona. Endlich erreiche ich den Lac de Capitellu. Hier mache ich nur kurz Halt. Allenthalben hat es noch kleine Schneefelder. Ich laufe ein wenig Richtung Refuge de Manganu. Allerdings sagen mir meine Knie, dass es definitiv nicht mehr weiter geht, abgesehen von einer dunklen Gewitterwolke, die sich über die Gipfel schiebt. Ich steige wieder zum Lac de Capitellu hinab und esse dort meine mitgebrachten Sandwiches, während mir die Bergdohlen interessiert zusehen und überhaupt keine Scheu zeigen. Der Abstieg ist äusserst mühsam. Ich kann nun kein Knie mehr belasten und muss mich mit den Händen abstützen, damit ich die schmerzenden Knier entlasten kann. Allerdings ist die „steile“ Route wesentlich weniger mühsam als die „leichte“ Route, denn hier muss ich nicht über die grossen Felsblöcke laufen. Um 14 Uhr bin ich wieder am Parkplatz, steige auf den Scooter und fahre ins Stadtzentrum, wo ich eine sündhaft teure Flasche Wasser kaufe (es ist Sonntagnachmittag, deshalb) und dann zum Musee de la Corse. Das Museum ist sehr modern aufgebaut; grundsätzlich ist es ein ethnografisches Museum, das einem Volkstum näher bringen soll. Inbegriffen ist der Besuch der Zitadelle, wobei der grösste Teil nur noch aus Grundmauern besteht, nur noch das Nid d'Aigle (Adlernest, 1419) ist vorhanden, doch die Gebäude sind neueren Datums. So stammt die Kaserne aus dem 18. Jhdt. In der Mitte des Innenhofs hat es eine Gefängnis- oder Pulverkammer, die in den Felsen hinein gehauen wurde. Nach dem Besuch fahre ich wieder hinunter und auf einen ganz schmalen und enorm steilen Weg, der mich zu einer Stelle bringt, von der aus ich die Festung genau mit dem Licht im Rücken fotografieren kann. Nun fahre ich wieder in die Stadt zurück. Ein Maler ist damit beschäftigt, ein rund vier Meter hohes Wandbild an eine Fassade zu pinseln. Ich laufe am Palais National (16.-18. Jhdt) vorbei, an der zerfallenden Casa Palazzi, die immer noch bewohnt wird und gelange zur Capella Santa Croce, die innen prächtig dekoriert ist. In einem kleinen Laden für korsische Spezialitäten darf ich die Beignets au Brocciu probieren. Es stellt sich aber heraus, dass dies Mandazis sind, völlig ungeeignet für mich. Auf einem Platz steht ein grosses Denkmal für General Arrighi de Casanova, Graf von Padua. Ich laufe nochmals an die Place Gaffori, wo ich in einem Restaurant Civets de Sanglier esse. Mit schmerzenden Kniegelenken komme ich wieder im Hotel Le Torrent an.