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Predigt zu Matthäus 13,10-17.
Die Gleichnisse vom Himmelreich sind bekannt und einfach zu verstehen. Warum sollten wir darüber nachdenken und viele Worte darüber verlieren?
Die Gleichnisse behandeln ein Thema, das schwer zu fassen ist. Jesus beschrieb seinen Jüngern seine Herrschaft. Es ist das Reich, das nicht von dieser Welt ist (Joh 18,36). In diesem Thema finden wir den Kern des Evangeliums, das zuerst von Johannes dem Täufer (Mt 3,2), danach von Christus (Mt 4,17) und später von den Jüngern (Mt 10,7) verkündigt wurde.
Das Geschenk des Verstehens
Die Jünger meinten, ihr Herr sage die Gleichnisse Aussenstehenden, um ihnen seine Lehre näherzubringen. Jesus korrigierte diese Ansicht. Um das Evangelium verstehen zu können, muss den Menschen das Verständnis geschenkt werden.
Ziel des Geschenks ist, wie Luther übersetzt, die Fülle. Der griechische Text könnte auch mit «damit ihr Fortschritte macht» übersetzt werden. So lange Gottes Kinder auf Erden leben, ist ihre Erkenntnis von Gottes Reich eingeschränkt. Das wird nicht nur im Wissen, sondern vor allen Dingen im Handeln deutlich. Sie freuen sich aber darauf, einmal ihren Herrn von Angesicht zu Angesicht zu sehen, in dem sie bereits auf Erden die Fülle haben (Kol 1,19-20).
Leben ohne des Geschenk des Verstehens
Auch der zweite Abschnitt des Textes ist an die Jünger gerichtet. Jesus erklärt ihnen, wie ihr Leben aussehen würde, wenn sie von Gott nicht mit Glauben beschenkt worden wären. Ihre natürlichen Sinne können das Geheimnis des Himmelreichs nicht fassen, obwohl sie nicht getrübt sind.
Dass es nicht ein Versehen ist, dass Menschen die Botschaft des Evangeliums nicht verstehen können, macht Christus durch das Zitat aus dem Buch von Jesaja deutlich (Jes 6,9-10). Es ist Gottes Wille, dass alle Menschen von seinem Heil erfahren, aber jene, die nicht zu ihm gehören, nicht daran glauben können.
Beschenkte Menschen haben keinen Grund für Überheblichkeit, aber allen Anlass zur Dankbarkeit. Gottes Kinder werden durch das Evangelium ermutigt, auf Christus zu vertrauen, statt auf sich selbst zu vertrauen. Statt ihre eigene Überzeugungen zu präsentieren, sind Christen Menschen, die täglich um das Geschenk des Glaubens bitten.
Das Glück der Beschenkten
Am Ende des Abschnitts finden wir eine herrliche Seligpreisung. Himmlisches Glück, das niemals mehr vergeht und von keiner Sorge und nichts Bösem getrübt werden kann, haben alle Beschenkte bereits gefunden. Wo Augen den Heiland sehen und Ohren die Worte des Evangeliums hören und verstehen, findet der ganze Mensch das Heil.
Leider wird das herrliche Geschenk, das Gott Menschen mit dem Glauben macht, oft unterschätzt. Jesus sagte, dass sogar die Propheten, zu denen Adam, Noah, Abraham, Mose, Elia und auch David zählen, sich gewünscht hätten, zu sehen und hören, wie es die Jünger und genauso wir heute vor uns haben. Die grossen Männer des Glaubens aber, die Gott scheinbar so nahe standen, haben immer nur darauf gewartet. Gott ist in Christus zu uns gekommen und hat uns die Herrlichkeit seines Reiches und den Weg dorthin gezeigt.
Möge Gott uns aufmerksame Sinne schenken, damit wir im Glauben Fortschritte machen, unseren Heiland erkennen und immer mehr zur Ehre unsers Schöpfers und Erlösers leben.