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Eine Zeitreise durch 1500 Jahre
Das mehrheitlich evangelisch-reformiert geprägte Prättigau im Norden Graubündens ist eine Kirchenlandschaft mit einer ausserordentlich vielseitigen 1500-jährigen Geschichte. Hier wird sie erstmals vorgestellt.
Eine ins Unermessliche gesteigerte Kirchlichkeit und Todesangst vor der Pest führen zum Kirchenbau-Boom im Spätmittelalter. Ein Priester aus dem Montafon gibt 1523/24 den Anstoss zur Reformation im Tal. Ein Kloster hebt sich selbst auf, weil das Mönchtum nicht biblisch begründbar sei. 1622 wird die Bevölkerung zur Rückkehr zum katholischen Glauben gezwungen, ohne Erfolg. Im Rahmen der Hexenprozesse rauchen wenige Jahrzehnte später die Scheiterhaufen. Die Frömmigkeitsbewegung des Pietismus prägt im 18. Jahrhundert weite Teile der Bevölkerung. 1931 wird „illegal“ erstmals in Europa eine Frau von der Gemeinde in ein Einzelpfarramt gewählt.
Vorgestellt werden die bis heute bestehenden 18, ausserdem die elf einstigen Kirchen und Kapellen. Querschnitte zu Themen wie „Sonntagsruhe“, „Taufe“ oder „Bestattung“ beleuchten die Wandlungen im Verlauf der Jahrhunderte.