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| Origenes († 253/54) - Gegen Celsus (Contra Celsum)

Drittes Buch
30.
Man betrachte z.B. die Gemeinde Gottes in Athen! Sie liebt den Frieden und die Ordnung, da sie dem allmächtigen Gott gefallen will; die athenische Bürgergemeinde dagegen ist zu Aufruhr geneigt und kann in keiner Weise mit der Gemeinde Gottes verglichen werden, die sich dort befindet. Dasselbe wird man von der Gemeinde Gottes in Korinth und der Volksgemeinde der Korinther und zum Beispiel auch von der Gemeinde Gottes in Alexandria und der Volksgemeinde der Alexandriner sagen können. Und wenn ein Mann, der dies hört, urteilsfähig ist und die Dinge wahrheitsliebend prüft, so wird er den bewundern, der den Ratschluß gefaßt und ihn auszuführen vermocht hat, überall Gemeinden Gottes zu gründen, die unter den bürgerlichen Gemeinden einer jeden Stadt als Fremde wohnen. Und wenn du den Rat der Gemeinde Gottes mit dem Rat in jeder Stadt vergleichst, so wirst du unter den Ratgebern der Kirche manche finden, die eine Stadt Gottes zu leiten verdienen, wofern es eine solche in dieser Welt gibt, während die weltlichen Ratsherren allerwärts in ihrem Wandel nichts aufweisen, was ihnen einen Anspruch auf den Vorrang unter ihren Mitbürgern gäbe, den ihnen ihre amtliche Stellung zu verleihen scheint. So muß man auch den Vorsteher der Christengemeinde in jeder Stadt mit dem bürgerlichen Oberhaupte dieser Stadt vergleichen, um zu erkennen, dass selbst diejenigen Ratgeber und Vorsteher der Kirche Gottes, die weit von der Vollkommenheit entfernt sind und im Vergleich mit ihren sittenstrengen Amtsgenossen ein zu lässiges Leben führen, nichtsdestoweniger im allgemeinen auf der Bahn der Tugend weiter vorgeschritten sind als die bürgerlichen Ratsherren und Vorsteher in den Städten.