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Zwei zeitversetzte Wellen weisen frischen Hautzellen den Weg zu einer Wunde. Zuerst werden die Zellen von einer mechanischen Welle erfasst, dann folgt eine chemische. Indem die Zellen die Signale der beiden Wellen kombinieren, erkennen sie die Richtung zur Wunde.
Wenn eine Wunde aufklafft, drückt die mechanische Welle die Hautzellen in manchen Bereichen dichter aneinander. In anderen Bereichen sind sie weniger nahe beisammen. Dadurch werden die Zellen von ihren Nachbarn geschoben und gezogen – sie bewegen sich hin und her, ohne sich insgesamt fortzubewegen.
Zeitversetzt werden die Hautzellen von einer zweiten, chemischen Welle erfasst, in der ihre Eiweissstoffe aktiviert werden, wie die Forschenden im Fachmagazin «Nature Physics» berichten. Demnach trifft die chemische Welle die Zellen etwas nach der mechanischen, weil die Proteine sich erst nach einer bestimmten Zeit aktivieren.
Geschwindigkeitsunterschied zieht Zellen zu Wunde
Die Proteinaktivität steuert die Geschwindigkeit, mit der sich die Hautzellen bewegen: Schnell, wenn sie in Richtung der Wunde gezogen werden, und langsam, wenn sie weggeschoben werden. Dadurch bewegen sich die heilbringenden Zellen insgesamt auf die Wunde zu.
Das Ganze wiesen die Forscher nicht nur in einem mathematischen Computermodell nach, sondern auch in Experimenten mit echten Zellen.