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Text: Tamara Fritzsche, World Vision Schweiz
Minjmaa ist 28 Jahre alt. Sie hat drei Kinder, die 5-jährigen Zwillingsbrüder Khosbayar und Khoserdene und den drei Monate alten Erdenebayar. Die beiden älteren Jungs sind Patenkinder bei World Vision. Erdenebayar, der dritte im Bunde kam im Januar zur Welt. Kurz vor der Geburt trennte sich Minjmaa von ihrem alkoholsüchtigen Ehemann, der mit seinen rücksichtslosen Entscheidungen der ganzen Familie schadete. Verstärkter Alkoholkonsum hat sich in der Mongolei in den letzten Jahren leider zu einem echten Problem entwickelt. Ab sofort war Minjmaa auf sich alleine gestellt.
Und plötzlich brennt es
Minjmaa lebt mit ihren drei Kindern in Bayanzurkh, einem Distrikt der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar. Im Winter sinken da die Temperaturen auf bis zu minus 30 Grad. Da ist ein Dach über dem Kopf zu haben nicht nur ideal, sondern absolut überlebenswichtig. Mitte Januar, kurz nach der Trennung von ihrem Ehemann und der Geburt ihres dritten Kindes, trifft die junge Frau der nächste Schicksalsschlag: Bei einem Brandumfall brennt die Hütte der Familie nieder. Sie verliert ihren ganzen Besitz. Minjmaa bleibt nichts anderes übrig, als mit ihren Kindern und ihrer übriggebliebenen Habe zu ihren Eltern zu ziehen. Minjmaas Eltern, selbst arm, unterstützen die Familie, wo sie können, um sie sicher durch den bitterkalten Winter zu bringen.
Minjmaas Vater suchte wegen der aussichtslosen Situation Hilfe bei denGemeindebehörden. Ein neues Zuhause können die Eltern ihrer Tochter nicht bezahlen. Das World Vision-Büro der Mongolei steht in engem Kontakt mit den Behörden und erfuhr von der Notlage, in der sich die Familie befand. Das Büro leitete postwendend die nötigen Massnahmen ein und begann noch im Januar, keine Woche nach dem Hausbrand, mit dem Bau eines neuen Zuhauses. Anfangs Februar konnte die Familie bereits in ihre traditionelle mongolische Jurte einziehen.
Heute geht es der Familie trotz der vielen Schicksalsschläge gut und die Kinder sind alle gesund und den Umständen entsprechend wohl auf. Das World Vision-Büro vor Ort steht in regelmässigem Kontakt mit ihnen, um sicherzustellen, dass es ihnen auch weiterhin gut geht.
COVID-19 in der Mongolei
Wegen der Verbreitung des Corona-Virus in der Mongolei bleiben die meisten Kinder zurzeit zu Hause. Um die Familien vor jeglichen Risiken zu schützen, hat World Vision Mongolei Lebensmittel und Hygieneartikel an bedürftige Familien verteilt. Ausserdem wurden die Familien über den Virus informiert und darüber aufgeklärt, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen können.