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Ein Jahr nach dem Absturz einer Crossair-Maschine bei Zürich ist die Ursache nach wie vor unbekannt. Die Experten des Bundes wollen am kommenden Dienstag (09.01.) einen weiteren Zwischenbericht vorlegen. Am Unglücksort wird ein Gedenkstein enthüllt.
Die Saab 340 B der Crossair ist am Abend des 10. Januars letzten Jahres rund zwei Minuten nach dem Start zum Linienflug nach Dresden in Nassenwil auf dem Gemeindegebiet von Niederhasli im Kanton Zürich abgestürzt. Alle zehn Insassen kamen ums Leben.
Auch ein Jahr nach dem Absturz ist die Ursache noch unbekannt. Die Experten hatten bisher weder technische Ursachen noch Pilotenfehler ausgeschlossen. Das Büro für Flugunfall-Untersuchungen des Bundes will am kommenden Dienstag einen weiteren Zwischenbericht veröffentlichen.
Der Stand der Ermittlungen
Es handle sich um einen Rechenschafts-Bericht über den Stand der Ermittlungen, sagte Daniel Knecht vom Büro für Flugunfall-Untersuchungen. Man hoffe, die Untersuchung im Laufe dieses Jahres abschliessen zu können.
Gemäss dem ersten Zwischenbericht vom 28. März letzten Jahres bog die Unglücksmaschine kurz nach dem Start vom Flughafen Zürich-Kloten in eine möglicherweise fatale Rechtskurve ein. Die Experten stellten fest, dass die Maschine zunächst während rund sieben Sekunden die von den Fluglotsen angeordnete Linkskurve flog, die sie zum Drehfunkfeuer "ZURICH EAST" hätte bringen sollen.
Während dieser Linkskurve machte der nichtfliegende slowakische Kopilot eine bisher nicht identifizierte Eingabe ins Flugleitsystem. Dies hatte zur Folge, dass der fliegende moldawische Kommandant, der das Flugzeug immer noch von Hand steuerte, einen Kurvenwechsel nach rechts einleitete. Ob der Kopilot die Eingabe in den Computer machte, um das Drehfunkfeuer auf einem kürzeren Weg zu erreichen, ist bisher nicht bekannt.
Der Kopilot war zu diesem Zeitpunkt mit dem Funkverkehr, der Navigation und anderen Verrichtungen im Steigflug nach dem Start beschäftigt. Er machte wenig später den Kommandanten darauf aufmerksam, dass die Maschine eigentlich nach links drehen sollte. Als die Flugverkehrsleitstelle die Besatzung nach der Richtung ihrer Kurve fragte, antwortete der Kopilot mit: "Moment please, stand by".
Darauf segnete die Flugverkehrs-Leitstelle diese Rechtskurve nachträglich ab und erteilte eine neue abgeänderte Freigabe. Während dieser kritischen Momente ging das Flugzeug vom Steigflug unter drastischer Zunahme der Geschwindigkeit in einen spiralförmigen Sinkflug über und zerschellte 118 Sekunden nach dem Abheben von der Piste auf einem Feld.
Gedenkstein
Crossair will den Jahrestag des mit Abstand gravierendsten Unfalls in der 26-jährigen Geschichte der Regional-Fluggesellschaft am kommenden Mittwoch mit der Enthüllung eines Gedenksteins an der Unglücksstelle begehen. In Kloten ist zudem ein Gedenk-Gottesdienst geplant. Es werden Angehörige der Opfer erwartet.
swissinfo und Agenturen