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Der palästinensische Botschafter in Tschechien, Dschamal al-Dschamal, ist bei einer Explosion in seiner Wohnung in Prag tödlich verletzt worden. Der Diplomat starb wenig später im Prager Militärspital, wie eine Polizeisprecherin mitteilte.
Nach Angaben des palästinensischen Aussenministeriums ereignete sich die Explosion, unmittelbar nachdem al-Dschamal einen «alten Safe» öffnete. Der Safe sei von einem früheren Botschaftsgebäude in die gerade neu bezogene Residenz gebracht worden, teilte das Ministerium mit. «Minuten nach der Öffnung des Safes ereignete sich die Explosion.»
Mit Sprengstoffen hantiert?
Konkrete Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es nicht, hiess es. Eine Nachrichtenwebseite berichtete unter Berufung auf die Polizei, der Botschafter habe womöglich unvorsichtig mit gefährlichen Sprengstoffen hantiert.
Ein Chirurg des Prager Militärspitals gab an, der Diplomat habe schwere Kopf-, Bauch und Brustverletzungen erlitten. Das palästinensische Aussenministerium kündigte die Entsendung einer ranghohen Delegation nach Prag an. Diese solle mit den tschechischen Behörden bei der Untersuchung der Explosionsursache zusammenarbeiten.
Die Explosion war kurz vor Mittag per Notruf gemeldet worden. Die Umgebung der Botschafterresidenz in Prag-Suchdol wurde weiträumig abgesperrt. Die Polizei war mit Spürhunden, Sprengstoffexperten und einem Helikopter im Einsatz.
Erst seit drei Monaten im Amt
Die Polizei leitete eine Untersuchung zur Explosionsursache ein. Eine Polizeisprecherin sagte, die Ermittlungen würden aber wahrscheinlich dauern. Die ausgedehnte Wohnung erstrecke sich über zwei Stockwerke: «Wir brauchen mehr Zeit.»
Wie ein Botschaftssprecher einem Radiosender sagte, befand sich die gesamte Familie al-Dschamals zur Zeit der Explosion in der Residenz. Eine Frau sei vor Ort von den Rettungskräften versorgt worden, nachdem ihr von den Explosionsdämpfen übel geworden sei. Sie sei ins Spital gebracht worden und stehe unter Schock.
Al-Dschamal hatte den Botschafterposten in Prag erst im Oktober übernommen. Die neuerbaute Residenz bezog er mit seiner Familie erst vor wenigen Tagen. Tschechien unterhält als Nachfolgestaat der Tschechoslowakei diplomatische Beziehungen zum Palästinenser-Staat.