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Centaur
Regie: Aktan Arym Kubat
Darst.: Aktan Arym Kubat, Nuraly Tursunkojoev, Zarema Asanalieva, Taalaikan Abazova, Ilim Kalmuratov, Bolot Tentimyshov, Maksat Mamyrkanov u.a.
Der in die Jahre gekommene Centaur lebt am Rande der kirgisischen Hauptstadt Bischkek mit seiner taubstummen, jungen russischen Frau Maripa und dem gemeinsamen fünfjährigen Sohn in einem kleinen Haus in ärmlichen Verhältnissen. Früher war Centaur einmal Filmvorführer im Quartierkino gewesen, doch Filmrollen gibt es keine mehr, und so wurde das Lichtspielhaus vor einiger Zeit geschlossen und in eine Moschee umgewandelt. Stumpfsinniger Islamismus und dekadenter Kapitalismus, das sind die Boten der neuen Zeit in Centaurs Umgebung. Da ihm das eine so zuwider ist wie das andere, bleibt ihm nichts mehr als zu träumen und nachts gelegentlich ein Rennpferd aus einem benachbarten Rennstall zu entwenden und es nach einem wilden Ausritt heimlich wieder zurückzubringen – oder auf dem Markt mit einer verwitweten Verkäuferin zu flirten. Doch intrigante Nachbarn beobachten Centaurs Treiben, und so muss er sich bald als Pferdedieb und Ehebrecher vor der Gemeindeversammlung verantworten. Der 1957 in einem kleinen Dorf in der damaligen kirgisischen Sowjetrepublik geborene Aktan Arym Kubat schloss 1980 seine Studien an der Kunstakademie in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek ab und begann Dokumentar- und Kurzfilme zu realisieren. Mit dem bezaubernden Coming-of-Age-Drama «Beshkempir» (Der Adoptivsohn), dem ersten Spielfilm aus dem 1992 unabhängig gewordenen Kirgisien, begeisterte Kubat 1998 noch unter seinem früheren, russifizierten Namen Aktan Abdykalykov am Filmfestival Locarno und erhielt dafür den Silbernen Leoparden. 2010 kehrte er nach Locarno zurück und präsentierte auf der Piazza Grande die sanft-ironische Parabel «The Light Thief», in der er wie nun auch in «Centaur» nicht nur Regisseur und Drehbuchautor, sondern gleich auch Hauptdarsteller ist. «Ein Film, der in prachtvollen Panoramaaufnahmen von der überwältigenden Landschaft Kirgisiens (…) jene Freiheit und Weite atmet, aus der sich auch Centaurs Sehnsucht speist. (…) Eine wunderbare, kleine cineastische Kostbarkeit, eine unspektakuläre, surreale Filmelegie, (…) in der es scheint, als stimmte Kubat ein Requiem an, einen Abgesang auf ein Kirgisien, wie es heute nur noch in Träumen und Mythen existiert.» Stefan Volk, Filmbulletin