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Wie waren die Anfänge des von Ihnen -mitgegründeten Shazam?
Chris Barton: Die ursprüngliche Idee hatte ich im Jahr 2000: Wir wollten es möglich machen, dass jeder mit dem Handy, das damals immerhin schon fast jeder hatte, überall herausfinden konnte, welche Musik gerade im Radio oder in der Mall gespielt wurde.
Damals gab es nur Sprachkommunikation und SMS.
Ja, und entsprechend einfach mussten wir uns auch einrichten. In unserem ersten Markt, in Grossbritannien, konnten Interessenten für ein halbes Pfund Sterlinganrufen und sich nach der Musik erkundigen. Mit den Telecom-Netzbetreibern wurden dann solche Einnahmen geteilt.
Und dann kam das iPhone.
2008 wurde der App Store eingerichtet, damit konnten wir eine App entwickeln. Die grössten Veränderungen kamen durch den grossen Bildschirm: Wir konnten neu auch Werbung und später dann Musik und Tickets für Konzerte verkaufen. Wir wurden so rasch Teil des mobilen Musikgeschäfts, mit dem weltweit viele hundert Millionen Dollar umgesetzt werden. Im Laufe dieser Entwicklung mussten wir unser Geschäftsmodell immer wieder neu anpassen und neu erfinden. Die wichtigen Phasen waren die einfachen Handys, dann die ersten frühen Apps auf Java-Form, die vor den Smartphones bereits auf den Handys liefen, und später dann die Smartphones mit all ihren Möglichkeiten.
Welches ist die Technologie, die sie verwenden?
Wir hatten für die Musikerkennung von Anfang an ein eigenes System gebaut und dann weiterentwickelt. Die Schwierigkeit war am Beginn, dass der Mensch den Umgebungslärm problemlos herausfiltern kann. Bei einem Computer ist das nicht so.
Sie haben eigene Algorithmen entwickelt?
Der Ansatz basiert auf künstlicher Intelligenz, aber nicht auch auf Maschinenlernen. Wir haben spezifische Algorithmen entwickelt, die aus dem Spektrum eine Art drei-dimensionales Bild zeichnen. Dabei gibt es die Dimensionen Zeit, Frequenz und die Musik- beziehungsweise Geräuschspitzen. Mit den Jahren wurden die Algorithmen immer robuster, auch dank der viel besseren Leistung der Computer.
Konnten sie dieses Grundlagenwissen -weiterverkaufen?
Wir gründeten parallel eine Firma, die für Unternehmen, die in den einzelnen Ländern Entschädigungen für das Abspielen von Musik einholen, arbeitet und die Programme der -Radiostationen ständig überwacht. Dadurch wurden die Angaben, wann welche Stücke gespielt wurden, viel präziser im Vergleich zu früher. Diese Firma haben wir dann an die BMI verkauft.
Woran arbeiten Sie gegenwärtig?
Ich stehe am Anfang der nächsten Gründung. Es geht mir nicht um Geld, sondern um positive Einflüsse der Innovation auf die Gesellschaft. Wir vereinen Maschinenlernen mit Bilderkennung und möchten dadurch unmittelbar Leben retten.