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Seitwärtsmarkt seit 2022
Seitwärtsmarkt bedeutet, dass es auf und ab geht, aber ohne klare Richtung (auf oder ab).
Definition
Ob es sich wirklich um einen Seitwärtsmarkt handelt, kann frühestens im Sommer 2023 beurteilt werden. Anfang 2023 ist noch nicht ganz ausgeschlossen, dass es ein Bärenmarkt ist. Die Mehrheit der privaten und der institutionellen Anlegerinnen dürfte das erst nach 2025 wahrhaben.
Zen Investor kam aber im November 2022 zur Überzeugung, dass wir uns in einem Seitwärtsmarkt befinden müssten. Weil es ist das, was niemand erwartet hatte.
Bis 2016 war die Mehrheit der Foren-User (in gewissen Finanzforen) der Meinung, wir befänden uns in einem säkularen (übergeordneten) Bärenmarkt (Abwärtstrend), obwohl wir uns seit 2009 in einem Bullenmarkt (Aufwärtstrend) befanden.
Aus Sicht der Jahre 2009 bis 2016 zeigt sich dieses Bild: Wenn man zurück blickte für 20 bis 25 Jahre, so ging es zuerst (ende der 90er Jahre) aufwärts, dann 2000 bis 2003 abwärts, 2003 bis 2007 aufwärts, und dann 2007 bis 2009 abwärts und seit März 2009 wieder aufwärts. Es war naheliegend, dass es nur ein paar Jahre aufwärts gehen würde und danach wieder ein Rückgang. Doch das stellte sich als falsch heraus. Der Bullenmarkt dauerte von 2009 bis 2020.
Zen Investor glaubt nun, dass wir uns in den Jahren seit 2022 in einer ähnlichen Situation befinden: Nämlich in einem Seitwärtsmarkt, den aber die Mehrheit erst nach über 5 Jahren als solchen erkennt. Bis ende 2022 gingen nämlich alle Fachleute und Artikel davon aus, dass wir uns aufgrund der Zinsen in einem Bärenmarkt befänden, der aber 2023 enden würde.
Ursachen
Im Jahr 2021 begann die Inflation erstmals seit über 10 Jahren deutlich zu steigen, nachdem sie vorher nahe 0% gelegen hatte.
In Europa wurde die Inflation durch Lieferengpässe, in den USA durch die überhitzte Wirtschaft, verursacht.
Infolgedessen begannen zahlreiche Zentralbanken ihre Leitzinsen anzuheben. Dies führt in der Regel zu niedrigeren Bewertungen am Aktienmarkt. So auch dieses mal.
Bis im Frühling 2023 konnte man immer wieder das Phänomen beobachten, dass die Marktteilnehmer davon ausgingen, dass in den nächsten 6 Monaten der Höhepunkt der Zinsen erreicht sein würde. So auch noch im März 2023, als von der Mehrheit der Analysten erwartet wurde, dass die Zinsen ihren Höhepunkt in der ersten Jahreshälfte erreichen, dann stabil bleiben und ab 2024 wieder deutlich sinken.
Ein paar Monate zuvor war noch davon ausgegangen, dass der Höhepunkt anfang 2023 erreicht sein würde und die Zinsen dann ab Frühling oder Sommer deutlich sinken.
Diese Erwartungshaltung führt dazu, dass die Aktienmärkte sich im Frühling 2023 etwa 15-20% unter ihrem Höhepunkt von ende 2021 oder anfang 2022 befanden, obwohl aufgrund der gestiegenen Zinsen die Aktien viel stärker gefallen sein müssten.
Dies führt mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu, dass die tiefere Bewertung der Aktien irgendwann nachgeholt werden muss und dann die Aktienmärkte plötzlich heftig sinken.
Verlauf
Schweiz
Basierend auf den Schlusskursen hatte der SPI am 28.Dezember 2021 mit 16'552 Punkten seinen bisherigen Höchststand. Bis am 24.Januar 2022 ging es auf 15'073 um 8,94% runter, nur um dann anschliessend bis zum 2.Februar um 4,01% auf 15'677 Punkte zu steigen.
In der Folge ging es langsam wieder um 10,40% bis am 8.März 2022 auf 14'046 Punkte herunter. Anschliessend ging es bis zum 11.April um 13,82% auf 15'988 Punkte rauf. Danach ging es bis zum 17.Juni um 15,82% auf 13'460 Punkte herunter.
Bis zum 4.August erholte sich der SPI wieder um 7,94% auf 14'529 Punkte, nur um dann anschliessend bis zum 26.September um 10,91% auf 12'943 Punkte zu fallen.
Danach stieg der SPI bis am 26.Januar 2023 auf 14'650,37 Punkte, was der höchste Stand seit dem 8.Juni 2022 war. Dies entspricht einem Plus von 13,19%.
Seither schwankt der SPI um 14'400 bis 14'650 Punkten herum.
Letztmals aktualisiert am 9.März 2023.
Abbau der Überbewertung
Eine Überbewertung an den Aktienmärkten kann auf verschiedene Weise abgebaut werden:
- Die Gewinne und Vermögen der Unternehmen steigen schneller als die Kurse, was die relative Bewertung senkt. Entweder durch stark steigende Gewinne oder stagnierende Aktienmärkte.
- Es gibt einen Bärenmarkt, wodurch die Aktien günstiger bewertet sind.
Im aktuellen Seitwärtsmarkt scheinen sich die Überbewertungen vor allem in Europa und USA nun langsam abzubauen.
Dauer
Die Dauer lässt sich noch nicht abschätzen. Aber der SPI wird sich wahrscheinlich noch sehr lange im Band von 11'000 bis 18'000 Punkten (minus ein Drittel bis plus 10% gegenüber dem bisherigen Hoch) bewegen und damit langfristig die Überbewertung abbauen.
Das Ende des Seitwärtsmarktes ist uA daran erkennbar, dass der Aktienmarkt bzw. der jeweilige Landesindex mehr als 25% über das Hoch von ende 2021 oder anfang 2022 steigt, im Falle des SPI also auf über 21'000 Punkte.
Index-Prognosen
Falls die Einschätzung von Zen Investor zutrifft, dass wir uns in einem mehrjährigen Seitwärtsmarkt befinden, würden sich die Indizes in den nächsten 10 Jahren in mindestens 80% der Zeit innerhalb einer Spanne von ca. -25% bis +0% gegenüber dem bisherigen Höchststand bewegen. Die Bandbreiten wären dann:
|Index||Allzeithoch||Erwarteter 80%-Bereich|
|SPI||16'600||12'450 - 16'600|
|DAX||16'300||12'225 - 16'300|
|S&P 500||4'800||3'600 - 4'800|
Letztmals aktualisiert am 17.Januar 2023.