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Schlosspark
Im Februar 1817 erwirbt Hortense de Beauharnais, die Exkönigin von Holland, das Gut Arenenberg. Sie brachte aus Frankreich nicht nur den exklusiven Geschmack ihrer Familie für Kunstgegenstände und Schlossbauten, sondern auch die Liebe zur Gartenbaukunst mit an den Bodensee.
Im Schloss ihrer Mutter Joséphine, Malmaison, jedoch unabhängig von ihr, entwickelte Königin Hortense eine grosse Liebe zur Natur. Lediglich Schloss Malmaison, das grosse Vorbild aller kontinentalen Parkanlagen im englischen Stil, und Schloss Arenenberg, seine verkleinerte Kopie am Bodensee, blieben erhalten. Wie sehr die Königin Gärten liebte, zeigt sich darin, dass sie den Arenenberger Garten plante, bevor sie ihn überhaupt besass.
Der Schlosspark: 1817 - 1906
Wer als Gartenbauarchitekt für die Arenenberger Anlage in Frage kommt, lässt sich zum momentanen Zeitpunkt noch nicht endgültig ermitteln. Es spricht viel dafür, dass Hortense ihre Vorstellungen durch Louis-Martin Berthault, den grossen Gartenbauer Frankreichs, überarbeiten liess, bevor sie den Plan einige Monate später in die Tat umsetzte. Ab 1834 gestaltet ihr Sohn Louis Napoléon zusammen mit Fürst Hermann von Pückler-Muskau den Park um und gibt ihm sein heutiges Aussehen. Es finden sich heute noch Springbrunnen, kaiserliche "Lustgrotten", eine Eremitage, eine ideelle Nachbildung von Napoleons I. Grab, Wiesen, die zum Picknick einladen. Eine eigene Schifflände im Bereich des heutigen Badeplatzes rundet das Bild ab.
Entwicklung 1906 bis heute
1906 vermacht Kaiserin Eugénie das Schlossgut Arenenberg aus Dankbarkeit für seine Gastfreundschaft dem Kanton Thurgau. Dieser trennt die Anlage und richtet im Schloss ein Museum und in der Dépendance die Landwirtschaftliche Winterschule ein. Für den kaiserlichen Park scheint man keine Verwendung mehr zu sehen. Georg Alphons Simon, der letzte kaiserliche und erste kantonale Obergärtner, zerstört aber die Anlage nicht, sondern schüttet die gesamten Einbauten absichtlich zu und schützt sie so vor weiterem Vandalismus. Ihm ist es zu verdanken, dass sie heute wieder in ihrer originalen Pracht zu sehen ist.
Dank der Stiftung Napoleon III. konnte zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Idee einer umfangreichen Untersuchung und Wieder-herstellung angegangen werden. 2008 erfolgte die feierliche Eröffnung des restaurierten Herzstücks der Parkanlage. In den folgenden Jahren sollen weitere Schritte folgen, die schliesslich in einer kompletten Wiederherstellung des Zustands um 1835/55 gipfeln.