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1872: Die Familie Häller zieht auf den Oberkircherberg. Ihre Begeisterung für die Landwirtschaft und deren stetige Veränderungen und Erneuerungen haben allen Generationen gedient und dazu verholfen, dass wir heute noch aus der Landwirtschaft und deren Produkte leben können.
1880: Um mehr Wertschöpfung aus der Milch zu generieren wird auf eigene Rechnung eine Emmentaler-Käserei gebaut und von anderen Betrieben Milch zugekauft und zu Käse verarbeitet. Zudem werden die Birnen von den vielen Birnbäumen zu Dörrbirnen verarbeitet.
1908: Aufgrund des viel zu frühen Todes des Vaters muss die nächste Generation - der Älteste von sechs Söhnen war gerade mal 19 Jahre, damals noch nicht volljährig - die Betriebsführung übernehmen. Zur Weiterführung der Landwirtschaft müssen sie Strukturen wieder vereinfachen und auf die Weiterverarbeitung ihrer Produkte verzichten.
Der erste und zweite Weltkrieg mit ihren Nöten waren für die damalige Bevölkerung nicht einfach. Es war Pflicht, die Bevölkerung mit möglichst viel Nahrung zu versorgen und das war mit eisernem Sparen und hartem Arbeiten verbunden. Der Erfolg davon war, dass für vier der sechs Söhne eine weitere Existenz aufgebaut werden konnte.
1955: Geburtsstunde des Neu-Sennhofs. Gut 7 Hektaren Land werden vom Sennhof ab parzelliert, die beiden Wohnungen in der ehemaligen Käserei zu einer Wohnung umgebaut, sowie ein Viehstall für 14 Kühe und ein Schweinestall für acht Mutterschweine gebaut.
Der Neu-Sennhof war geboren und die nächste Generation konnte ihr Können unter Beweis stellen.
Die Arbeit mit dem Vieh war Männersache, diejenige mit den Mutterschweinen war Frauensache. Dank der guten Arbeit von Charlotte Häller-Steiner waren die Schweine ebenso wirtschaftlich wie die Viehwirtschaft, was ihr Mann (Seppi Häller) dazu bewegte, das Vieh 1964 zu verkaufen und voll auf die Schweine zu setzen. Mit viel Eigenleistungen der ganzen Familie wurden dann weitere Ställe gebaut.
1972: Ein neues Wohnhaus wird gebaut.
1976: Der Nachbarbetrieb von den Geschwistern Huber, Höhe, Grosswangen konnte gepachtet werden. Damit verbunden war die Rückkehr in die Viehwirtschaft. Jedoch nicht mehr als Milchproduzenten, sondern als Mutter-Ammenkuhhalter mit dem Label «Natura Beef». Wegbereiter war Walter Unternährer, dessen Philosophie das Betriebsleiterpaar begeistert hat.
1981: Generationenwechsel: Die beiden Söhne Seppi und Hansruedi sind für die Weiterführung und Übernahme des Betriebes startklar und können ihre Ideen und Visionen dank der hilfreichen Unterstützung der Eltern schon in jungen Jahren – 20 und 24-jährig – einbringen und umsetzen.
1985: Ein Landwirtschaftsbetrieb in Daiwil wurde käuflich erworben und die Mutterkuhhaltung mit der Natura Beef-Produktion wurde ausgebaut. 1994 wurde dieser Betrieb verkauft um damit den Landwirtschafts-Betrieb Loch, Buttisholz, ganz in der Nähe des Neu-Sennhofs, erwerben zu können.
1994: In der Schweinehaltung wurde von der Mastjager-Produktion auf die Zucht von Remonten umgestellt, was bis heute ein wichtiges Standbein für den Betrieb Neu-Sennhof ist.
In den Folgejahren wurde immer mehr auf das Zusammenarbeiten mit anderen Landwirten gebaut, was dazu führte, dass auf dem Nachbarsbetrieb von Familie Muff-Imgrüth, Libanon, trächtige Sauen gewartet werden. Eine weitere sehr gute Zusammenarbeit im Acker- und Futterbau kann mit Familie Bachmann-Fischer, Oberhöhe, Grosswangen gepflegt werden.
2000: Ein Wohnhaus für die Familie Seppi und Luzia Häller-Huber wird gebaut.
2008: Das älteste Wohnhaus, die ehemalige Käserei wird totalsaniert.
2010: Die Ökologie und das Umweltbewusstsein gewinnen gesellschaftlich und politisch an Bedeutung, weshalb das 1972 erstellte Wohnhaus zusätzlich mit einer Aussenisolation versehen und der gesamte Landwirtschafts-Betrieb von Öl- auf die Holzwärmeerzeugung umgestellt wird.
2011: Hansruedi verkauft seinen ½ Betriebs-Anteil an die Familie von Seppi und Luzia.
2014: Die nächste Generation, Georg und Simon, setzen sich – nebst ihren beruflichen Aus- und Weiterbildungen – für den Fortbestand des Betriebes Neu-Sennhof ein. Zum Schutz der Steilflächen werden diese ab jetzt mit Schafen beweidet; ein neuer Betriebszweig entsteht.
2015: Die Sonnenwärme wird fortan durch eine Solaranlage auf dem Schweinestalldach genutzt.
2016: Eine Photovoltaikanlage speist ab jetzt vom neuerstellten Dach im Loch Strom ins Netz.
2017: Der Erfolg der Herdebuchzucht in der Schweinehaltung motiviert dazu, dass auch in der Viehhaltung auf die hornlosen Limousin-Herdebuchzucht gesetzt wird.