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Einer der erfolgreichsten Serienhelden der USA sagte in einer Episode: «Und aus irgendeinem Grunde sehen mein Haar und mein Ohr zusammen aus wie die Buchstaben M und G.» Der Grund dürfte auf der Hand liegen, denn der Serienstar ist Homer Simpson und sein Erfinder, MG, ist Matt Groening.
Groening hat eine der erfolgreichsten Serien der Fernsehgeschichte geschaffen und die Gegenwartskultur ein erhebliches Stück bereichert. Am 15. Februar wird er 60 Jahre alt. Ein Ständchen von Mr. Burns persönlich gibt es aber nicht. Es ist wie Smithers einst sagte: Man kriegt nie, was man sich am meisten wünscht.
Zurück zu den Anfängen von Groening: Der Sohn einer deutschstämmigen Familie machte damals Musik, gab am College die Studentenzeitung heraus – und zeichnete. Sein Comic «Life in Hell» war so erfolgreich, dass er in hunderten Zeitungen, nicht nur in den USA, erschien. Die Figuren mit ihren Alltagssorgen haben schon viel von den Simpsons: Überbiss, Glubschaugen, Bartschatten bei den Herren und Perlenkette bei den Damen – und einen stachelköpfigen Knaben namens Bart.
Die Comics gefielen auch James L. Brooks. Der Fernsehproduzent suchte nach Pausenfüllern für die erfolgreiche «Tracey Ullman Show». Doch statt Sketchen aus seinem Comic erfand Groening lieber eine neue Familie: Die Simpsons. Der infantile Vater Homer, die stets besorgte Mutter Marge, die intelligente Schwester Lisa, das nur per Schnuller kommunizierende Baby Maggie – und natürlich Bart, der freche Sohn.
Die Ullman-Show wurde 1990 abgesetzt – doch da hatten sich «die Simpsons» schon selbstständig gemacht. Dem jungen Sender Fox verhalfen sie zum Aufstieg und Groening machten sie zur Kultfigur. Heute ist sie mit 25 Staffeln und fast 550 Folgen die am längsten laufende Serie, die es je im US-Abendprogramm gab.
Stars reissen sich darum, zwischen der gelben Familie aufzutauchen. Als Groening 2012 seinen Stern auf dem «Walk of Fame» in Hollywood bekam, zählte er ein paar auf: «James Brown, Johnny Cash, George Harrison, Bob Hope, Michael Jackson, Jack Lemmon, Tito Puente und Elizabeth Taylor – und das sind nur die Toten!» Mit dem englischen Premierminister Tony Blair war gar ein amtierender Regierungschef dabei.
Doch die besten Zeiten der Serie scheinen vorbei zu sein. Fans sehen den Wandel von anarchisch zu kommerziell irgendwo nach Staffel zehn. Und von den einst 8,7 Millionen Zuschauern allein in den USA sind ein Fünftel weg. Längst gibt es bissigere Serien, gerade die von Seth MacFarlane («Family Guy», «American Dad»). Zwischen Groening und dem 20 Jahre jüngeren MacFarlane gab es eine bittere Fehde, per Trickfilm bekriegten sich die beiden. Längst vergessen – inzwischen treten die Figuren sogar gemeinsam auf.
Groening hat ja noch ein anderes Kind: «Futurama» tauchte im Jahr 2000 auf und zeigte sein Bild vom Jahr 3000: Überall Ausserirdische, Al Gore ist der Kaiser des Mondes und eine komische Apparatur spricht eine «seltsame, längst untergegangene Sprache» («Bonjour!»). Fox setzte die Serie nach ein paar Staffeln ab. Doch die DVD-Verkäufe waren so gut, dass der kleine Sender Comedy Central weitere Folgen bestellte. Im vergangenen Jahr war auch damit Schluss, Groening sucht nun wieder einen Sender.
Und privat? Groening ist mit seiner Frau Deborah verheiratet, die beiden haben zwei Söhne – Homer und Abe. Kein Witz! Seine Eltern hiessen Homer und Margaret (also Marge, geborene Wiggum), seine Schwestern Lisa und Margaret (Maggie). Welch schöneres Denkmal kann man seiner Familie denn setzen?
(sim/sda)