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Das hier vorliegende Arbeitsprogramm enthält eine detaillierte Beschreibung der Ziele, Untersuchungsprogramme sowie der zeitlichen Abfolge der Feldarbeiten, welche im Rahmen der Explorationsphase II am Wellenberg durchgeführt werden.
Das generelle Ziel der Explorationsphase II besteht einerseits in der Ergänzung und Erweiterung des während der Explorationsphase I (Feldkampagne 1986 – 1993) erhobenen standortspezifischen Geosphären-Datensatzes, andererseits sollen die Untersuchungen die Planungsgrundlagen für eine optimale Linienführung und Auslegung des Sondierstollens in einigen Punkten ergänzen. Zudem wird erwartet, dass aus der Explorationsphase II wichtige Daten im Hinblick auf die Erstellung des Gesuches für die nukleare Baubewilligung resultieren.
Das Arbeitsprogramm dient auf der einen Seite allen direkt an der Explorationsphase II Beteiligten als Arbeitsgrundlage sowie Arbeitsanweisung und verfolgt andererseits den Zweck, Behörden, Aufsichtsorgane und die interessierte Öffentlichkeit umfassend über die geplanten Arbeiten zu informieren. Für Planung, Vorbereitung und Ausführung der Feldarbeiten wurde Nagra-intern ein Projektteam zusammengestellt, welches auch das vorliegende Arbeitsprogramm erarbeitet hat.
In Kapitel 1 werden einleitend die Randbedingungen des Untersuchungsvorhabens, die geplanten Untersuchungen sowie die behördlichen Bewilligungen und Auflagen dargelegt.
Kapitel 2 enthält eine ausführliche Beschreibung der Seismikkampagne 94. Es ist geplant, die reflexionsseismischen Arbeiten (6 Messlinien, totale Länge 11.2 km) von Anfang August 1994 bis Mitte Dezember 1994 an der östlichen und westlichen Flanke des Eggeligrates durchzuführen. Von den Messresultaten wird erwartet, dass sie Hinweise auf mögliche grosse steilstehende Störzonen und Fremdgesteinseinschlüsse im Wirtgestein liefern.
In Kapitel 3 werden die Zielsetzungen sowie das Bohr- und Untersuchungsprogramm der max. 4 untiefen Bohrungen im Seklisbachtal dargelegt. Mit den max. 100 m ins Festgestein reichenden Aufschlüssen soll der Verlauf der unter der Lockergesteinsdecke liegenden Grenze Wirtgestein (Valanginienmergel) / Nebengestein (Kalke der Drusbergdecke) eingegabelt werden.
Kapitel 4 enthält eine Beschreibung neuer Grundwasser-Pegelbohrungen sowie einer Meteo-Messtation. Erläuterungen hinsichtlich der Zielsetzungen sowie der Messprogramme sind Bestandteil des folgenden Kapitels.
In Kapitel 5 werden die Langzeitbeobachtungs- und Überwachungsprogramme (Quellen, Piezometer, Niederschläge, Umgebungsluft, Seismizität, Rutschbewegungen sowie Druckspiegelmessungen in Tiefbohrungen) und eine kleinere geologische Feldstudie behandelt. Ein wesentlicher Teil dieser Messprogramme läuft bereits und wird weitergeführt. Sie dienen auf der einen Seite der vorsorglichen Beweissicherung und ergänzen andererseits die Datenbasis für die ModelIierung der Grundwasserdynamik sowie die Beurteilung der geologischen Langzeitsicherheit. Eine neue Zielsetzung ist die Beschaffung der Grundlagen für ein mögliches Monitoring-Programm während und nach der Betriebs- und Verschlussphase.
Das sechste Kapitel befasst sich mit der Sondierbohrung SB4a, welche im Gebiet «Ried» auf der Westflanke des Eggeligrates niedergebracht wird. Es wird erwartet, dass der Tiefenaufschluss mit seinen beiden Bohrästen (vertikal und schräg) u.a. ergänzende Daten zur Planung des Stollenverlaufs sowie eine Erweiterung des bisherigen Geodatensatzes erbringen wird. In den Unterkapiteln 6.1 – 6.4 werden die jeweiligen Ziele und Untersuchungsprogramme der geologischen, hydrogeologischen und geophysikalischen Bohrloch- und Bohrkernuntersuchungen dargelegt. Die Unterkapitel 6.6, 6.7 und 6.8 sind der Bohrtechnik (Umfang der Bohrarbeiten, Bohrmethode Verrohrungen etc.), dem mutmasslichen Bohr- und Untersuchungsablauf (Ablaufplan) sowie den logistischen Aspekten gewidmet.
Schliesslich folgen in den Kapiteln 7 und 8 Erläuterungen zur Berichterstattung sowie Terminplanung und Projektorganisation.
Abgesehen von den bereits laufenden Langzeituntersuchungen beginnt die Explorationsphase II Mitte 1994 mit der Bohrplatzerstellung sowie den ersten Seismikmessungen und endet mit dem voraussichtlichen Baubeginn des Sondierstollens 1997.