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auf Venezianer Art angereihte und auf Triester Art aufgeschnürte unterscheidet.
4) Zimoccaschwämme oder Zemoccaschwämme, diese sind dunkelgelb und billiger als die andern Sorten.
5) Pferdeschwämme; es sind dies die größten.
Sämtliche B. werden außerdem noch in verschiedene Qualitäts- und Größennummern sortiert. Der Abfall oder Ausschuß wird
unter dem Namen Kropfschwamm verkauft. Man bringt auch gebleichte und gefärbte B. in den Handel. Die
Anwendung der B. ist bekannt; erwähnt mag nur noch werden, daß man in Apotheken mit geschmolzenem
Wachs getränkte und gepreßte
Schwammschnitte unter dem Namen Pressschwamm (Spongia cerata) führt; ehedem wurde auch aus den Schwammabfällen (Kropfschwamm)
durch Verglühen eine Kohle hergestellt, Garbo Spongiae, die ihres geringen Jodgehaltes wegen als Mittel
gegen den Kropf Anwendung fand. Der Wert der Einfuhr von B. aller Art in das Deutsche Reich belief sich im Jahre 1880 auf 7067000
Mk.; der der Ausfuhr auf 1024000 Mk. -
Zollfrei.
eine erst seit circa 20 Jahren in Europa bekannte Substanz aus Guayana; sie ist der
Guttapercha
und dem
Kautschuk ähnlich und wird aus dem Safte der Sapota Mülleri, dem Bully-tree Guayanas, durch Eintrocknen gewonnen.
Ein Baum mittlerer Größe liefert beim Einschneiden jährlich 0,3 bis 0,5 kg, beim Fällen auf einmal 3 bis 6 kg B. Die
Ausfuhr von Berbice soll sich auf 10000 kg jährlich belaufen; die Ware findet hauptsächlich in der englischen Industrie
Verwendung, namentlich zu Treibriemen, Schuhsohlen, Absätzen, chirurgischen
Instrumenten, besonders aber als Isolator für
elektrische Apparate. Die B. ist rötlichweiß bis bräunlichrot, lederartig zähe, läßt sich aber schneiden, ist außerordentlich
biegsam und elastischer als
Guttapercha. Bei 49° C. wird sie knetbar und bei 149° schmilzt sie. - Zoll:
Gemäß Tarif im Anh. Nr. 17 a bis e.
(Valeriana officinalis, frz. valériane, engl.
valerian, capon's tail). Diese einheimische Arzneipflanze, krautartig, mit ausdauernder gehaltreicher Wurzel, hohlem gerieften
Stengel, gefiederten Blättern und kleinen weißen oder fleischfarbenen, in Schirmtrauben zusammenstehenden
Blüten bildet den Typus der natürlichen Familie der Valerianeen und wächst bei uns nicht selten sowohl in feuchtem Gebüsch
auf Wiesen und an Bächen als auch, kleiner und mit etwas anderm Habitus als «Gebirgsbaldrian»,
auf trocknen steinigen Anhöhen.
Die Wurzeln von diesen letzteren Standorten liefern die gehaltreichste und beste Ware. Die Wurzeln sollen
nicht zu jung und im Herbst gegraben werden. Übrigens wird die Pflanze auch angebaut, namentlich in Thüringen. Die hauptsächlich
gebrauchte Wurzel besteht aus einem kurzen, rundlichen oder länglichen Wurzelstock, der von zahlreichen, etwa strohhalmdicken,
frisch fleischigen, getrocknet zusammengeschrumpften Nebenwurzeln rings umgeben ist. Ihre Farbe im trocknen
Zustande ist schmutzig dunkelbraun, im Innern heller.
Der Geruch ist durchdringend widerlich gewürzhaft, im trocknen Zustande weit stärker als im frischen. Der
Geschmack ist
kampferartig gewürzhaft, bitter scharf, beim Kauen im Munde brennend. Die Pflanze gehört zu denen, welche von Katzen begierig
aufgesucht, zerkaut und verunreinigt werden. Die Wurzel enthält als wirksame Bestandteile die
Baldriansäure
und das ätherische
Baldrianöl, dessen Behälter in ihr zu erkennen sind. Sie und Präparate daraus dienen besonders als
krampfstillende, überhaupt auf das Nervensystem wirkende Heilmittel. Zu große Gaben wirken giftig.
Das
Öl, sowie die ebenfalls ölartige, nach altem
Käse riechende Säure werden durch Destillation der
Wurzeln zugleich gewonnen und dann geschieden. Andre Baldrianarten, als Val.
off., mit ähnlichem Gehalt und Gebrauch kommen noch vor: der Alpenbaldrian (V. celtica) von den europäischen Alpen;
die
aromatische Wurzel dient mehr zu
Parfümerien als zu medizinischem Gebrauch.
Der große oder römische B., Theriakwurzel,
von V. Phu, eine Bergpflanze, in allen Teilen größer als der gemeine B., mit ganz rundem glatten Stengel
und weißen, angenehm riechenden Blumen, deren Wurzeln uns das sächsische Erzgebirge liefert. Der häufig vorkommende kleine
B., Sumpf- oder Wiesenbaldrian (V. dioïca), mit schwächeren Wirkungen als der gewöhnliche, ist außer Gebrauch gekommen
und seine Wurzeln könnten nur noch in Untermengung vorkommen. - Zollfrei.
(Oleum Valerianae);
das ätherische
Öl der
Baldrianwurzel;
es ist blaßgelb, besitzt den charakteristischen
Geruch der Wurzel in hohem Grade und hat ein spezifisches Gewicht von 0,90 bis 0,96;
es enthält freie
Baldriansäure neben
seinem Kohlenwasserstoff;
man verwendet es nur zu medizinischen Zwecken. - Zoll: Gemäß Tarif im Anh.
Nr. 5 a.
(Valeriansäure, acidum valerianicum); eine in die Fettsäurenreihe gehörige flüssige organische
Säure. Man unterscheidet natürliche (Acidum valerianicum e radice) und künstliche B. (Acid. valerianicum artificiale);
erstere wird durch Destillation der
Baldrianwurzeln mit Wasserdampf dargestellt, wobei gleichzeitig
Baldrianöl erhalten wird;
letztere, die künstliche, wird aus dem
Amylalkohol durch Oxydation mittels chromsaurem
Kali und
Schwefelsäure
gewonnen.
Diese beiden Säuren haben zwar die gleiche prozentische Zusammensetzung und die gleiche Sättigungskapazität, auch ist
der Geruch bei beiden derselbe, sie sind aber doch nicht identisch, sondern nur isomer. Das spezifische Gewicht ist bei beiden
0,937, dagegen ist das Verhalten gegen das polarisierte Licht ein verschiedenes; ferner liegt der Siedepunkt
der aus der Wurzel gewonnenen Säure zwischen 171 bis 173° C., der der künstlichen bei 178° C. In
Alkohol und in
Äther
ist die B. in jedem Verhältnisse löslich, vom Wasser braucht sie etwa 30 Teile zur Lösung. Die aus
der Wurzel bereitete B. hat einen ungefähr viermal höheren Preis als die künstliche. Verwendung findet die B. nur zur
Bereitung verschiedener baldriansaurer
Salze (Valerianate), welche letzteren nur medizinisch benutzt werden. Es sind dies
hauptsächlich folgende: (Anmerkung des Editors: Siehe folgende Artikel)
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