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Quantitative Erhebungsmethoden
Mit quantitativen Methoden wird versucht, Verhalten oder Veränderungen in Form von zahlenmässigen Ausprägungen möglichst genau zu beschreiben und zu erfassen. Quantitative Verfahren werden insbesondere dort eingesetzt, wo man Informationen von möglichst vielen Personen erhalten will (grosse Stichprobe). Sie sind auch ideal, um Daten über einen gewissen Zeitraum zu vergleichen.
In der offenen Kinder- und Jugendarbeit werden quantitativen Daten teilweise den Vorzug gegeben, weil die Vorstellung besteht, dass man solche einfacher generieren kann und dass diese Daten aussagekräftiger sind. Jede Erhebungsmethode hat jedoch sowohl Vor- als auch Nachteile. Ein Nachteil von quantitativen Erhebungsmethoden ist beispielsweise, dass nicht nachgefragt werden kann und häufig nicht erkennbar wird, wie Beurteilungen zustande kamen und welche Begründungen die Befragten anfügen würden. Aus diesem Grund werden idealerweise quantitative mit qualitativen Erhebungsmethoden kombiniert eingesetzt. Nachfolgend werden die für die offene Kinder- und Jugendarbeit wichtigsten quantitativen Erhebungsmethoden beschrieben:
Messung und Zählung
Häufig angewandte quantitative Methoden sind Messungen oder Zählungen. Diese Methoden sind einfach in der Erfassung von Daten und werden oft zur Beurteilung von Leistungszielen eingesetzt. So können beispielsweise die Anzahl Besucher/-innen an den Treffs regelmässig gezählt werden.
Standardisierte Befragungen
Standardisierte Befragungen können in verschiedenen Formen realisiert werden (z. B. mündlich mit Fragebogen, schriftlicher Fragebogen, Online-Befragung usw.). Charakteristisch ist, dass damit die Meinung vieler Personen in Erfahrung gebracht werden kann (z. B. möglichst alle Oberstufenschüler/-innen der Gemeinde). Standardisierte Befragungen durchzuführen ist aber aufwendig und bedingt, dass man über den Untersuchungsgegenstand bereits viel weiss, weil bei den Fragen die Antwortkategorien bereits vorgegeben werden müssen. Um für die Erstellung eines guten Fragebogens genügend Informationen zu sammeln, kann es sinnvoll sein, vorher einige Interviews durchzuführen. Bei der Erstellung von Fragebogen muss ausserdem darauf geachtet werden, dass nicht zu viel Raum für Freitext gegeben wird, da sonst die Auswertung schwierig wird.
Systematische Beobachtung
Die systematische (oder standardisierte) Beobachtung unterscheidet sich insofern von der Alltagsbeobachtung, als sie zielgerichtet und methodisch kontrolliert abläuft. Die systematische Beobachtung setzt einen genauen Beobachtungsplan voraus, der Folgendes vorschreibt:
- was (und bei mehreren Beobachtern auch von wem) zu beobachten ist,
- was für die Beobachtung unwesentlich ist,
- ob bzw. in welcher Weise das Beobachtete gedeutet werden darf,
- wann und wo die Beobachtung stattfindet und
- wie das Beobachtete zu protokollieren ist. (Bortz, 2006, S. 262).
Beispiel: Im Rahmen eines Bewegungsangebots in einer Turn- halle (z. B. MidnightSports-Anlass) wird anhand eines dafür entwickelten Rasters beobachtet, inwiefern das Rauchverbot durchgesetzt werden kann, wohin die rauchenden Jugendlichen gehen, wie der Bewegungsradius der Teilnehmenden in und um die Turnhalle sich darstellt usw.
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