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Dieser von der EU empfohlene Indikator ist einer der wichtigsten im Arbeitsmarktbereich. Eine Arbeitsmarktbeteiligung auf einem stabilen Niveau trägt erheblich zur Integration bei. Eine Angleichung der Erwerbsquoten von Personen verschiedener Bevölkerungsgruppen würde – zumindest zahlenmässig und unabhängig von einer branchenspezifischen Betrachtung – eine Angleichung der Teilhabe am Arbeitsmarkt anzeigen. Grosse Unterschiede der Erwerbsquote können als Zeichen mangelnder Anpassung an übliche Erwerbsnormen in der Schweiz interpretiert werden.
Die Erwerbsquoten der 15- bis 64-Jährigen lagen 2019 bei allen nach Migrationsstatus differenzierten Bevölkerungsgruppen nahe beieinander. Dennoch sind die Erwerbsquoten bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten sowie der zweiten oder höheren Generation leicht tiefer als diejenige der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (83% gegenüber 85%).
Das Gegenteil ist festzustellen, wenn die Erwerbsquoten in Vollzeitäquivalenten (VZÄ) betrachtet werden, bei denen die Quote der Bevölkerung mit Migrationshintergrund höher war als diejenige der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Die erste Generation wies eine höhere Quote auf (74%) als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (73%).
Während sich bei den Männern die Erwerbsquote und die die Erwerbsquote in Vollzeitäquivalenten (VZÄ) je nach Migrationsstatus ähnlich präsentieren, zeigt sich bei den Frauen ein anderes Bild.
Bei den Männern weisen die Personen mit Migrationshintergrund der zweiten oder höheren Generation nicht nur die tiefste Erwerbsquote, sondern auch die tiefste Erwerbsquote in VZÄ auf (85% bzw. 82%). Die Männer der ersten Generation verzeichnen die höchsten Quoten (90% bzw. 88% in VZÄ) und jene ohne Migrationshintergrund leicht darunterliegende Werte (88% bzw. 86%).
Bei den Frauen sind je nach Art der Erwerbsquote Unterschiede zu beobachten: Während Frauen ohne Migrationshintergrund eine höhere Erwerbsquote (82%) verzeichnen als jene mit Migrationshintergrund beider Generationen (77% bei der ersten Generation, 80% bei der zweiten oder höheren Generation), ist ihre Erwerbsquote in VZÄ die niedrigste (59% gegenüber 61% bei der ersten Generation und 62% bei der zweiten oder höheren Generation).
Zwischen 2012 und 2019 sind die Erwerbsquoten und die Erwerbsquoten in Vollzeitäquivalenten (VZÄ) der 15- bis 64-Jährigen bei allen untersuchten Bevölkerungsgruppen gestiegen.
Die Entwicklung der Erwerbsquoten bei den verschiedenen Bevölkerungsgruppen verlief unterschiedlich: Bei die Bevölkerung mit Migrationshintergrund der zweiten oder höheren Generation war die Zunahme am geringsten (+1,1 Prozentpunkte); sie ist zudem nicht signifikant. Bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten Generation war der Anstieg am stärksten (+2,4 Prozentpunkte).
Bezüglich der Erwerbsquote in VZÄ war die Zunahme am stärksten bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund der ersten Generation (+2,8 Prozentpunkte) und am geringsten bei der zweiten oder höheren Generation (+0,9 Prozentpunkte).
Im Espace Mittelland und in der Zentralschweiz verzeichnet die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund signifikante höhere Erwerbsquoten als die Bevölkerung mit Migrationshintergrund. Bezüglich der Erwerbsquote in VZÄ weist die Bevölkerung mit Migrationshintergrund fast überall die höchsten Quoten auf mit Ausnahme der Zentralschweiz.
Mit einer Erwerbsquote von 76% und einer Erwerbsquote in VZÄ von 66% verzeichnet die im Tessin lebende Bevölkerung ohne Migrationshintergrund die tiefsten Werte. Die höchsten Werte dagegen weist die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund in der Zentralschweiz auf (89% bzw. 77% in VZÄ).
Tabellen
Definitionen
Die Erwerbsquote (siehe Definition auf dieser Seite) drückt die Beteiligung am Arbeitsmarkt der 15- bis 64-Jährigen nach Migrationsstatus aus. Sie unterscheidet allerdings nicht zwischen Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten. Die Erwerbsquote in Vollzeitäquivalenten ergänzt diese Informationen, indem sie den Beschäftigungsgrad einbezieht.
Als Erwerbspersonen gelten die erwerbstätigen und die erwerbslosen (gemäss ILO) Personen. Erwerbspersonen werden mit dem Arbeitsangebot gleichgesetzt. Grundgesamtheit ist die ständige Wohnbevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren.
Die Erwerbsquote der 15- bis 64-Jährigen gibt den Anteil der Erwerbspersonen an der Grundgesamtheit an.