Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03235.jsonl.gz/685

Nyan Cat, 2011
Das Graphics Interchange Format, kurz GIF, ist eine Bilddatei, die zur Verkürzung der Übertragungszeit komprimiert und so schneller versandt werden kann. Das GIF wurde 1987 vom US-amerikanischen Informatiker Steve Wilhite (Geburtsjahr unbekannt) für die Firma CompuServe entwickelt, um das vorher benutzte RLE-Format zu ersetzen, das nur Schwarz-Weiss-Bilder darstellen konnte. In den ersten Jahren des Internets um 1990 wurden GIFs mit einer Bandbreite von 256 Farbtönen zum Standartformat für farbige Bilder. Erst später mit dem Aufkommen des NCSA-Mosaic-Browsers 1993 sollte sich das heute geläufigere JPEG-Format durchsetzen. Der Vorteil von GIFs lag jedoch darin, dass mehrere Einzelbilder übereinander lagernd in einer Datei gespeichert und von Webbrowsern als Animation angezeigt werden konnten. Sie wurden daher gerne als Bewegtbild in statische Websites eingebunden. Diese Eigenschaft verhalf GIFs ab den 2010er-Jahren zu einem Comeback. Ähnlich wie tumblr und Internetforen wie 4chan, später auch auf sozialen Netzwerken (z. B. Facebook ab 2015) als Kommunikationsmittel und können seit Ende der 2010er-Jahre auch über Instant Messaging Systeme (z. B. WhatsApp ab 2017) versendet werden. GIFs werden als Kommentar, emotionale Reaktion, Zitat oder zur reinen Unterhaltung versandt. Oft beziehen sich GIFs auf aktuelle Ereignisse oder zeigen Personen aus der Populärkultur. Heute gibt es ganze Online-Datenbanken wie Giphy oder Tenor, durch die User_innen animierte GIF-Dateien suchen und teilen können., verbreiteten sich animierte GIFs zunächst auf Fotosharing-Portale wie
Molly McHugh, «You Can Finally, Actually, Really, Truly Post GIFs on Facebook», in Wired (29.05.2015) (zuletzt abgerufen am 20.01.2020).
Bogdan Petrovan, «You Can Finally Send GIFs in the Latest WhatsApp Beta», in Android Authority (04.10.2016) (zuletzt abgerufen am 20.01.2020).
Jackson Tolins und Patrawat Samermit, «GIFs as Embodied Enactments in Text-Mediated Conversation», in Research on Language and Social Interaction 49, Nr. 2 (2016), 75–91.