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Spanien lässt England keine Chance und gewinnt die WM
Die Spanierinnen gewinnen zum ersten Mal die Fussball-WM. Das Team des umstrittenen Nationalcoaches Jorge Vilda setzt sich im Final von Sydney verdient gegen den Europameister England mit 1:0 durch.
Die Spanierinnen dominierten mit ihrem variablen und technisch versierten Spiel vor allem die erste Halbzeit deutlich und führten durch den Treffer von Carmona eigentlich zu knapp mit 1:0. Die ganze Klasse der spanischen Equipe wurde bei diesem Treffer deutlich: Der Ball wurde schon im Mittelfeld erobert und dann blitzschnell über mehrere Stationen in den freien Raum gepasst, wo die Aussenverteidigerin von Real Madrid mit einem präzisen Flachschuss traf.
Spanien erspielte sich in der Folge weitere Chancen, mal dank der Schnelligkeit der 19-jährigen Turnier-Entdeckung Salma Paralluelo, mal dank dem Kurzpassspiel. Aber auch die spanischen Standardsituationen waren gefährlicher als jene der Engländerinnen. Jennifer Hermoso vergab die beste Möglichkeit der Spanierinnen auf den zweiten Treffer, als sie in der 70. Minute mit einem Handspenalty an Englands Goalie Mary Earps scheiterte, die ihr Team mit Paraden im Spiel hielt.
So hatten die Lionesses bis in die 14. Minute der Nachspielzeit und dem allerletzten Eckball des Turniers die Möglichkeit, zumindest eine Verlängerung zu erwirken. Doch wie fast alles andere zuvor, was von den Engländerinnen in dieser Partie kam, war auch der Eckball wirkungslos und eine sichere Beute von Goalie Catalina Coll.
England schaffte es auch in der Schlussphase nicht, die stilsicheren Spanierinnen in Verlegenheit zu bringen. Der zweite spanische Treffer stand immer näher als der erste englische. Nach dem Lattenschuss von Stürmerin Lauren Hemp in der Anfangsphase blieben die Angriffe meistens wirkungslos.
Die personellen und taktischen Umstellungen zur Pause von Trainerin Sarina Wiegman, die ihren vierten grossen Final in Folge auf der Bank miterlebte, erzielten nur zum Teil die erhoffte Wirkung: Die Spanierinnen wurden etwas besser kontrolliert, aber ausser einem Schuss von Lauren James eine Viertelstunde vor Schluss gab es keine zählbaren englischen Torchancen.
Der erste WM-Titel von Spanien war in vielerlei Hinsicht logisch. Die “Furia Roja” überzeugte im Final wie in der ganzen K.o.-Runde. Nicht umsonst hatten die Schweizerinnen nach dem 1:5 im Achtelfinal gegen diesen Gegner angekündigt, dieses Team werde im Turnier noch weit kommen. Den 0:4-Ausrutscher gegen Japan zum Abschluss der Vorrunde verarbeiteten die Spanierinnen genauso erfolgreich wie den Streit mit dem Nationaltrainer Vilda früher im Jahr.
Nach den zahlreichen Titeln auf Juniorenstufe – unter anderem im letzten Jahr die WM-Trophäen auf U17- und U20-Niveau – ist Spanien erst die fünfte Nation, die die seit 1991 durchgeführte Weltmeisterschaft der Frauen gewinnt – nach Rekordsieger USA, Deutschland, Norwegen und Japan.
(text:sda/bild:keystone sda)