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Geschichte
Die Kirche zum Heiligen Geist in der Solothurner Vorstadt ist Teil eines ehemaligen Spitalkomplexes, der auf eine bürgerliche Gründung im Jahr 1296 zurückgeht. Die heutige Kirche wurde nach einem Brand 1736 – 1742 nach einem Entwurf des französischen Architekten Josef Abeille unter Leitung des Solothurner Werkmeister Peter Josef Frölicher neu errichtet und ausgestattet.
1930 wurde ein neues Spital im Schöngrün gebaut Damit verlor der fortan „Altes Spital“ genannte Gebäudekomplex mit der Kirche zum Heiligen Geist in der Vorstadt seine ursprüngliche Funktion. Ab Mitte der 1980er Jahre entwickelte sich das Alte Spital in ein Zentrum für Kultur, Soziales und Seminare. 2006 wurde die Spitalkirche in die neu gegründete „Stiftung Alte Spitalkirche zum Heiligen Geist in der Vorstadt zu Solothurn überführt. Der Stiftungsrat setzt sich aus Mitgliedern der Bruderschaft Sanctae Margarithae Solothurn, der Spitalschwestern- Gemeinschaft und der römisch – katholischen Kirchgemeinde Solothurn zusammen.
Über den ehemaligen Spitalbetrieb hinaus hatte die Kirche eine grosse Bedeutung als seelsorgerisches Zentrum für die Bewohner der Vorstadt und entwickelte für diese eine stark identitätsstiftende Funktion. Dies kommt noch heute zum Ausdruck in der engen Verbundenheit mit der Bruderschaft St. Margrithen in der Vorstadt und in der lebendig gebliebenen Tradition der „Chilbi“ (Kirchweihfest zum St. Margarithen-Tag).
Spitalschwesterngemeinschaft
1784 beschloss die Solothurner Spitaldirektion, die Krankenpflege und Haushaltführung für das Spital in der Vorstadt Ordensschwestern anzuvertrauen. Am 1. März 1788 gründeten 5 Schwestern die Solothurner Niederlassung der Spitalschwesterngemeinschaft, begannen ihren Spitaldienst und betrieben eine eigene Spitalapotheke, welche heute museal aufbewahrt wird. Sie bezogen das unmittelbar nördlich der Kirche gelegene Haus am Fluss. Mit der Verlegung des Spitalbetriebes in den Neubau im Schöngrün zogen 1930 auch die Spitalschwestern um, zuerst in den Dachstock des neuen Spitalgebäudes, ab 1957 in das nebenan neu errichtete Schwesternhaus. Jede Spitalschwester wurde nach Ablegung ihrer Profess Mitglied der St. Margarithen-Bruderschaft. Im ehemaligen Haus der Spitalschwesterngemeinschaft ist heute ein Hotel untergebracht.
Ausstattung
Die Ausstattung mit den Kirchenbänken, der Chorschränke und den Altären stammt aus der Bauzeit der Kirche zwischen 1736 und 1742, stilistisch steht sie am Übergang des Spätbarocks (Stuckornamentik) zum Régence (Altäre). Die drei Altäre wurden 1740/1742 von Urs Josef Füeg angefertigt.
Die Kreuztragungsgruppe wird 1461 datiert und Hans Tussmann zugeschrieben. Sie wurde ursprünglich wohl für das St. Ursen-Stift hergestellt und gelangte 1957 in die ehemalige Spitalkirche.<br /> Die kleine Glocke wurde 1741, die grosse 1844 durch die Glockengiesserei Kaiser in Solothurn hergestellt.
Restaurierungsgeschichte
In regelmässigen Abständen wurden seit Mitte des 19. Jahrhunderts Restaurierungen am Äusseren und im Inneren durchgeführt: 1892 neue Farbfassung des Inneren durch Kunstmaler Gottlieb Rüefli.
1927 Restaurierung der Naturfassaden durch Arnold Bargetzi.
1962 Umfassende Restaurierung der inneren Raumhülle und der Ausstattung unter der Leitung von Studer und Stäuble Architekten Solothurn. Dabei wurden sämtliche Ausstattungsstücke des 19. Jahrhunderts entfernt (u.A. ein Stationenweg) und neue Fenster mit wabenförmiger Bleiverglasung eingesetzt. Die stuckierte Innenausstattung und die Wandoberflächen erhielten durchgehend eine weisse Fassung.
2011 Aussenrestaurierung, 2014 Innenrestaurierung und neue Beleuchtung, beides unter der Leitung von Flury und Rudolf Architekten Solothurn.
Quellen:
Die Innenrestaurierung der ehemaligen Spitalkirche zum Heiligen Geist in Solothurn, Christine Zürcher mit einem Beitrag von Nicola Branger, Archäologie und Denkmalpflege im Kanton Solothurn 20/2015
https://so.ch/fileadmin/internet/bjd/bjd-ada/pdf/ADSO15/20_de_sol_spitalkirche_innenrest_adso_2015.pdf
Die Stadt Solothurn III, Sakralbauten, Johanna Strübin, Christine Zürcher, Die Kunstdenkmäler der Schweiz Kanton Solothurn, S.262ff