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Story über Lea
Chip Nr.: 945000000887749
Kam im April 2010 ins Asyl
Geb. Herbst 2009
Lea kam im Herbst 2009 in Binningen zur Welt, ihre Mutter lebte dort als verwilderte Streunerin in einem Wohnquartier.
Eine ältere Dame mit zwei Hauskatzen, mit Freigang, hatte im Garten einen Futterplatz, sowohl für die beiden eigenen Katzen, als auch für die Quartierstreuner/innen.
Weil sich niemand um die Kastration der Streuner/innen kümmerte, drohte die Katzenpopulation ausser Kontrolle zu geraten. Um das schon am Anfang zu verhindern, wurde ich schon beigezogen, als es erst 5 Katzen waren.
Drei erwachsene gingen kastriert zurück, zwei Jungtiere blieben ins Asyl um sie von hier aus zu vermitteln. Sie bekamen die Namen „Lina“ und „Lea“
Die beiden waren aber schon so sehr verwildert, dass an eine Vermittlung nicht zu denken war. Mit viel Geduld und ständigen Risiko gebissen zu werden, ist es mir wenigsten so weit gelungen, sie an mich zu gewöhnen.
(Mehr zu Lina am Schluss, hier geht es nur um Lea)
Kurz nachdem sie ins Asyl kamen, konnte ich den neu renovierten Auslauf auf der Bergseite des Hauses in Betrieb nehmen. In diesem Auslauf stellte ich auch eine Klettermöglichkeit aus Baumstämmen auf, dummer weise zu nahe beim Haus. Lea sprang vom Kletterbaum aufs Dach des Hauses (knapp 2 m) und von dort in die Freiheit. Glücklicherweise war sie damals schon kastriert und gechipt.
Der Herbst kam, der Winter zog ins Land, Lea habe ich nie wieder gesehen. Erst im Frühling 2011, ich konnte endlich wieder im Garten weiterarbeiten, traf ich einen Grundstücksnachbarn, der ebenfalls 3 Katzen hat. Ich erzählte ihm, dass mir „eine verwilderte Katze“ ausgebüchst ist und beschrieb ihm Lea. „Ach, die wohnt schon den ganzen Winter bei mir im Keller, aber wenn ich in den Raum komme rappelt es und sie ist weg!“ bekam ich zur Antwort. Mit einer Mischung aus Wut, dass er mir nie von dieser Katze erzählte und Freude, dass es Lea noch gibt und in der Nähe ist, nahm ich diese Info zur Kenntnis. ABER, „Ist es wirklich Lea?“
In diesem Haus gab es dann interne Veränderungen, Lea „zog dort aus“ und ich sah sie dann manchmal. Sie war aber immer noch so scheu, dass sie, so bald sie mich sah, auf „Fluchtgeschwindigkeit beschleunigte“. Ausserdem, hatte ich 2 Probleme: 1. ich hatte kein Foto von ihr und 2. ich konnte sie nie länger als 2 – 5 Sekunden, auf eine Distanz von 10 m und weiter, sehen; und das meistens nachts. Die Unsicherheit, ob es wirklich Lea ist blieb.
Im Verlaufe des Sommers wurde sie etwas mutiger, sie kam auch bei Tageslicht zum Futterplatz, den ich für andere Quartierstreuner aufgestellt hatte. Im Winter stellte ich ihr unter dem Balkon einen Schlafplatz auf; eine grosser Transportboxe, mit Wolldecken eingepackt und drinnen einen Flauschdecke. Sie nahm den Schlafplatz an, aber wenn sie nur hörte, dass ich die Türe öffnete, floh sie.
So ging das bis in den Frühling 2015 weiter, nur die Fluchtdistanz verkürzte sie allmählich auf ca. 5 – 6 m. So hatte ich wenigstens die Möglichkeit, mit ihr zu sprechen; und so lange ich ihr nicht näher kam, blieb sie Sitzen, doch die Unsicherheit, ob es wirklich Lea ist blieb halt immer noch bestehen. Es konnte auch vorkommen, dass ich sie bis zu 2 Wochen nicht gesehen habe, aber der gut gefüllte Futternapf war jeweils am Morgen leer. Bei den Nachbarskatzen „hat es sich herum gesprochen“, dass es bei mir jeden Abend Futter gibt. Eigentlich war es ja für Lea und die Streuner bestimmt, aber was soll’s, auswärts schmeckt es halt besser...!
Ich musste also so viel Futter aufstellen, dass für die scheue Lea etwas übrig bleibt...!
Doch dann, endlich, im Sommer 2015 wurde die vermeintliche Lea noch mutiger, sie kam zur Fütterungszeit zum Futterplatz und sie verkürzte die Fluchtdistanz auf 1.50 – 2.0 m. Manchmal sass sie sogar zum Warten auf die Türschwelle, ich sah dann durch die Glastüre ihre Umrisse, wenn das Futter noch nicht parat war. Wenn ich dann hinaus schaute, konnte es passieren, dass sie ganz leise, abwechselnd miaute und fauchte. „Ich habe Hunger, bring endlich etwas!“
(N.B. das macht sie heute noch!)
Nicht nur das, seit diesem Sommer kann ich sie hin und wieder auf dem Grundstück der Katzenasyl sitzen sehen, oder sie läuft ohne Scheu ein paar Meter an mir vorbei; natürlich zum Futterplatz, ob noch, oder schon etwas dort ist.
Mit teueren Guttis (jeden Abend 2 – 3 Gourmet Perle, Gourmet Gold, Vital Balance oder One) konnte ich sie bestechen / noch mehr ihres Vertrauens gewinnen.
Ab und zu stellte ich ihr die Guttis hin und setzte mich ca. 1.50 m bis 2.0 m daneben, nach einigen Zögern ging sie dann Essen.
Dann, endlich kam die entscheidende Wende!
Am Freitag, 28. Aug. 2015 stellte ich das Futter nur ca. 80 cm neben meine Füsse, während ich am Boden sass, nach kurzem Zögern, kam sie zum Essen. An den folgenden zwei Tagen verkürzte ich den Abstand immer mehr, am Sonntag 30. Aug. konnte ich sie zum ersten Mal berühren. Sie machte dann zwar einen Sprung von ca. 20 cm zurück, ass aber sofort weiter, so bald ich die Hand zurück genommen habe.
Am Montag, 31. August hielt ich das Chip-Lesegerät parat, währen sie direkt neben mir am Essen war, konnte ich den Chip lesen; und welche Freude für mich: Es ist Lea.
Dieses Fütterungsritual, dass ich mich täglich neben den Napf setze während sie isst, werde ich einhalten. Ich erhoffe mir davon, dass ich Lea mit der Zeit streicheln und richtig anfassen kann. Nur so habe ich die Kontrolle ob es ihr gut geht und kann, wenn es notwendig sein sollte, mit ihr zum Tierarzt gehen.
Ausserdem bin ich nur so sicher, dass wirklich Lea dieses Futter bekommt, für die Streuner stelle ich Futter auf, wo eine 400 g Dose so viel kostet wie ein 85 g Beutel / Döschen für Lea.
Die bittere Pille dieser Geschichte mit Happyend ist, dass das Risiko besteht, dass Lea an Amyloidose erkranken könnte, lt. Tierarzt einer Erbkrankheit, die vorwiegend bei Abessinierkatzen auftritt.
Die Eingangs erwähnte Schwester Lina ist daran gestorben.
Als Lina erkrankte (Ikterus = Gelbsucht ohne Festlegung der Ursache) und ich mit ihr zum Tierarzt ging, standen zwei mögliche Erkrankungen im Raum, welche es ist galt es herauszufinden: Leberkrebs oder Fettleber.
Mit Fettleber hätte man sie therapieren können, bei Leberkrebs wäre eine Euthanasie unumgänglich gewesen. Um Klarheit zu bekommen, hat der Tierarzt eine Biopsie gemacht (Gewebeprobe entnommen). Noch bevor die Ergebnisse der Histologie (Gewebeuntersuchung) vorlagen, „Amyloidose der Leber“, ist sie verstorben.
Lina war von Anfang an zugänglicher und wurde mit der Zeit eine ganz liebe und verschmuste Katze, allerdings war sie total auf mich fixiert.