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- Story
Veränderungen der Körperzusammensetzung während des Menstruationszyklus: Testpersonen gesucht
01.02.2024 Die Doktorand*innen Melanie Liechti und Alexander Schurz untersuchen in einem Forschungsprojekt, wie sich der Menstruationszyklus auf die Körperzusammensetzung auswirkt. Ausserdem erfassen sie die Kosten, die während des Menstruationszyklus entstehen, und die Beschwerden, die auftreten können. Im Interview verraten sie Details aus der Studie und möchten weitere Frauen zur Teilnahme anregen.
Das Wichtigste in Kürze zur Studienteilnahme
Am Projekt teilnehmen können Sie, wenn Sie:
- zwischen 18 und 40 Jahre alt sind;
- einen regelmässigen Menstruationszyklus (zwischen 28-35 Tagen) in den letzten sechs Monaten hatten;
- gute schriftliche Deutschkenntnisse haben.
Interessierte finden hier die wichtigsten Informationen im Überblick und können sich direkt anmelden.
Das Projekt beschäftigt sich mit dem Menstruationszyklus und der BIA. Was ist eine BIA?
Melanie Liechti: Die Bioelektrische Impedanz Analyse (BIA) wird zur Bestimmung der Körperzusammensetzung verwendet. Ein sicheres elektrisches Signal wird durch den Körper geschickt, das Wasser schnell durchdringt, aber auf Widerstand stösst, wenn es auf Fettgewebe trifft. So können verschiedene Zusammensetzungen wie Muskelmasse, Fettmasse, Wasseranteil und Body-Mass-Index gemessen werden.
Welche Rolle kann der Menstruationszyklus in diesem Zusammenhang spielen?
Melanie Liechti: In unserem PhD-Projekt untersuchen Alexander Schurz und ich chronische Rückenschmerzen und Übergewicht oder Adipositas in einer randomisierten kontrollierten Studie. Dafür benötigen wir unter anderem die BIA-Messung. Ich habe mich über das Gerät informiert und herausgefunden, dass neben einem intensiven Training und der zuletzt eingenommenen Mahlzeit und Flüssigkeitszufuhr auch der Menstruationszyklus die Ergebnisse beeinflussen kann. Bei der Literaturrecherche fand ich teils widersprüchliche Ergebnisse zum Thema Menstruationszyklus und Veränderungen der Körperzusammensetzung.
Deshalb untersuchen wir in einer explorativen Studie nun Frauen mit einem regelmässigen Zyklus, um zu erforschen, ob es Veränderungen in der Körperzusammensetzung gibt, die auf den Menstruationszyklus zurückzuführen sind.
Welche Ergebnisse erhofft ihr euch?
Melanie Liechti: Die Ergebnisse liefern zum einen Material für unser PhD-Projekt. Wenn wir zum Beispiel feststellen, dass Frauen in einer bestimmten Phase des Zyklus häufig Wassereinlagerungen haben, können wir dies in Zukunft als mögliche Fehlerquelle berücksichtigen.
Zum anderen kann es für weitere Forschungsprojekte relevant sein, wenn der Einfluss des Menstruationszyklus auf die Messung nachgewiesen werden kann. Dann wissen wir, dass die Frauen unbedingt nach ihrem Zyklus und ihrer Verhütungsmethode befragt werden sollten. Dies wird in der Forschung noch zu wenig berücksichtigt.
Habt ihr eine Hypothese?
Melanie Liechti: Die Studie ist explorativ, d.h. die Hypothesen sind offen. Eine Hypothese ist, dass sich der Wasserhaushalt während des Zyklus verändert und dies womöglich einen Einfluss auf das Gewicht und die Zusammensetzung von Fett- und Muskelmasse hat. Ob dies messbar ist, bleibt abzuwarten.
Es gibt Studien, die den Menstruationszyklus erfassen, aber nicht berücksichtigen, ob die Probandinnen Hormone einnehmen oder nicht. Deshalb untersuchen wir zwei unterschiedliche Gruppen: Frauen mit einem natürlichen Menstruationszyklus, die keine zusätzlichen Hormone zur Empfängnisverhütung einnehmen, und Frauen, die Kombinationspräparate wie die Pille oder den Vaginalring verwenden. Anhand dieser beiden Gruppen können wir überprüfen, ob die Verhütungsmethode einen Einfluss auf die Ergebnisse der Körperzusammensetzung und die zyklusbedingten Beschwerden hat.
Ihr wollt auch herausfinden, was ein Menstruationszyklus kostet. Warum stellt ihr euch diese Frage?
Alexander Schurz: In den letzten Monaten wurde das Thema des öffentlichen Zugangs zu Hygieneprodukten häufig in der Presse behandelt. So werden seit kurzem in einigen Institutionen in der Schweiz Hygieneartikel gratis abgegeben. Im Rahmen des Menstruationszyklus fallen aber für jede Frau weitere Kosten an, die heute nicht von der Grundversicherung übernommen werden. Dazu zählen beispielsweise Kontrazeptiva oder eben auch besagte Hygieneprodukte.
In dieser explorativen Evaluation wollen wir die medizinischen Kosten im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus erheben. Menstruationsbedingte Beschwerden können auch die Leistungsfähigkeit beeinflussen. Beispielsweise kann die Konzentration beeinflusst sein. Manche Frauen können an diesen Tagen auch nicht arbeiten. Da der Umfang der medizinischen und der sogenannten indirekten Kosten unklar ist, wollen wir diese Daten in der Evaluation mitberücksichtigen.
Für eure Forschung braucht ihr genügend Studienteilnehmende. Wer ist für die Studie geeignet?
Melanie Liechti: Wir suchen vierzig Frauen im Alter von 18 bis 40 Jahren. Die Teilnehmerinnen sollten sich gesund fühlen und keine schweren Erkrankungen des Lymphsystems, akute Verletzungen oder Entzündungen haben, die die Messung beeinflussen könnten. Sie sollten in den letzten 6 Monaten einen regelmässigen Zyklus mit einer durchschnittlichen Länge von 28 bis 35 Tagen gehabt haben. Es ist wichtig, dass die Teilnehmerinnen ihren Menstruationszyklus gut kennen und idealerweise den ersten Tag ihrer Blutung dokumentiert haben, damit wir die Zykluslänge und die nächste Menstruation ungefähr berechnen können.
Was müssen die Teilnehmerinnen über die Teilnahme sonst noch wissen? Wie läuft diese ab?
Melanie Liechti: Die Teilnehmerinnen kommen dreimal ins Bewegungslabor. Dort messen wir die Körperzusammensetzung mit dem BIA-Gerät und führen Umfangsmessungen (Brust, Taille, Hüfte, Waden, Knöchel) durch. Der zweite Teil besteht aus einer Befragung zu körperlichen und psychischen Symptomen mittels eines Fragebogens. Am Ende wird ein Tagebuch abgegeben, damit die Kosten kontinuierlich erfasst werden können.
Die erste Messung findet während der Menstruation statt, die beiden anderen Messungen werden aus der Zykluslänge errechnet. Auf diese Weise wollen wir eine Messung durchführen, wenn die Hormone Progesteron und Östrogen niedrig sind (Menstruationsphase) und dann jeweils eine Messung, wenn die Hormone Östrogen und Progesteron dominant sind.
Warum lohnt es sich, bei der Studie mitzumachen?
Melanie Liechti: Für die Teilnahme am Projekt gibt es keine Vergütung. Die Teilnehmerinnen erhalten jedoch einen Einblick in ihre persönliche Körperzusammensetzung und tragen dazu bei, zukünftige Studien mit Frauen, z. B. im Bereich der Gesundheit oder des Sports, weiterzuentwickeln.
Wo kann man sich anmelden?
Hier finden Interessierte noch einmal die wichtigsten Informationen im Überblick und können sich direkt anmelden.