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Häufig wird eine Entlassung damit begründet, man habe das Vertrauen in die Person verloren.
Personelle Wechsel sind sehr kostspielig und meist ineffizient. Es wäre also lohnend, zu überlegen, wie man verlorenes Vertrauen wieder aufbauen kann, um so unerwünschte Kündigungen zu vermeiden.
Vertrauen ist eine Qualität einer Handlungsweise, die dazu dient, Ungewissheit zu reduzieren.
Vertrauen kann auf verschiedene Weise entstehen und wachsen. Drei Ansätze dazu können wie folgt beschrieben werden:
- In Erwartung eines Vorteils, eines Nutzens für mich, bin ich bereit, ein kontrolliertes Risiko einzugehen, indem ich einen Vertrauensvorschuss leiste: Ich vertraue jemandem, weil es für mich nützlich und vernünftig ist. Informationen darüber, ob mein Vertrauen gerechtfertigt ist, sammle und prüfe ich laufend. Auf diese Weise gelingt es mir, das Risiko realistisch einzuschätzen und klein zu halten.
- Normen, Routine: Ich vertraue jemandem, weil ich davon ausgehe, dass diese Person ihr Verhalten an den sozialen Normen (Erwartungen) ausrichtet und dass die Routinen, die unsere Zusammenarbeit regeln, uns beiden bekannt sind und von beiden Seiten eingehalten werden. Die Wiederholungen gleicher Handlungen führen zu Routinen und Normen, das Vertrauen wächst.
- Lernprozess: Ich vertraue jemandem, weil ich mit ähnlichen Personen oder mit der gleichen Person in ähnlichen Situationen gute Erfahrungen gemacht habe. Ich schliesse aus dem einen Ereignis oder Ablauf auf zukünftige und/oder andere Ereignisse.
Auch wenn ich jemandem vertraue, weiss ich immer, dass dieses Vertrauen auch unberechtigt sein kann. Vertrauen ist deshalb kein Zustand, sondern ein langer und langsamer Prozess, der gepflegt sein will. Ein gutes Vertrauen zu haben in jemanden bedeutet, mit der verbleibenden Ungewissheit zu leben, sie zu akzeptieren, nicht aber sie zu vergessen.
Bruno Meili