Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03236.jsonl.gz/191

Gründungsdatum: April 1989
Fläche: 33.930 Hektar
Ökosystem: Atlantischer Regenwald und Mangrovenwald
Relief: Variationen zwischen Berghängen im Norden und Küstenebeneim Süden.
Aktivitäten: Wanderungen, Bootsfahrten, Birdwatching, fotografisches Trekking und Umwelterziehung.
Ort: Bundesstaat Paraná – Munizipien von Guaraqueçaba und Superagüi
Diesen Park könnte man als ein riesiges Naturaquarium und Aufzuchtstätte von Fischen, Krustentieren und Vögeln bezeichnen, er ist einer der unangetasteten Abschnitte Atlantischen Regenwaldes, von grossem biologischen Inhalt und Wert, der Forscher und Touristen aus der ganzen Welt gleichsam begeistert.
Er befindet sich im Bundesstaat Paraná, ein Marine-Park, der von zwei Inseln gebildet wird – der Insel Superagüi und der Insel das Peças. Er wird als eines der fünf bemerkenswertesten Küsten-Ökosysteme unseres Planeten bezeichnet und ist ein teil des “Complexo Estuarino-Lagunar“, zu dem die Orte Cananeia, Iguape und Paranaguá gehören. Dies ist eine bedeutende Region unter dem Gesichtspunkt der alimentären Selbsterhaltung ihrer Fauna, welche von Restingas und Mangroven garantiert wird. Dieses vielschichtige Ökosystem wurde von der UNESCO 1994 als “Reservat der Biosphäre“ anerkannt.
Eingeborene Fischer waren die ersten Bewohner dieser Region. Sie hinterliessen zirka 50 “Sambaquis“ (eine Art Monument aus Muschelresten, Tierskeletten, Utensilien und anderen Überresten menschlicher Gegenwart), was beweist, dass die Carijó- und Tupiniquim-Indianer die Erstbewohner in diesem Gebiet gewesen sind. Später, im 16. Jahrhundert, begann der Prozess der Kolonisierung durch die Portugiesen – besonders solche von den Azoren – die, zusammen mit den Bandeirantes aus São Paulo, die Indianer verfolgten und in die Sklaverei zwangen. Um 1765 wurden die Jesuiten aus diesem Gebiet vertrieben, was die Gegend in totale Einsamkeit zurückfallen liess, bis 1851 neue Einwanderer aus der Schweiz erschienen, die Kaffee-, Reis- und Bananen-Pflanzungen anlegten. Im 20. Jahrhundert war die Schweizer Kolonie am Ende – die Insel Superagüi wurde zur neuen Heimat von “Caiçaras“ (von Indianern, Schwarzen und Europäern abstammenden Fischern), welche den Fischfang zur Selbsterhaltung betrieben. In den 70er Jahren wurde die Insel zum “Historischen und Natürlichen Erbe des Bundesstaates Paraná“ erklärt und machte die Umweltschützer auf sich aufmerksam – 1989 gründete man den Nationalpark. 1997 erweiterte man die Schutzzone auf die Inseln “Ilha do Pinheiro“ und “Pinheirinho“ zusammen mit einem kontinentalen Abschnitt, der “Vale do Rio dos Patos“ heisst.
Superagüi heisst im Tupi-Guarani “Königin der Fische“ – die Insel ist eine der bedeutendsten Referenzen im Ökotourismus von Paraná. Sie präsentiert einen Abschnitt Atlantischen Regenwaldes mit herrlichen, wilden Stränden und üppigen Mangrovewäldern. Ein Szenario mit einer grossen Vielfalt von Orchideen, die im Restinga-Wald blühen – unter der Fauna eine endemische Spezies, welche erst kürzlich entdeckt wurde: und zwar der winzige Primat “Mico-leão-da-cara-preta (Leontopithecus caissara)“, den man Anfang der 90er Jahre zum ersten Mal entdeckte.
Charakteristisch sind die typischen Pflanzen des Atlantischen Regenwaldes mit breitblättrigen Baumarten, die von einem Netz von Kletterpflanzen und Epiphyten umspannt sind – unter ihnen der Guanandi (Calophyllum brasiliense), der Araçá (Psidium cattleianum) und der Palmito. Im Mangrovewald gibt es zwei Spezies: die Mangue-vermelho (rote Mangrove) und die Mangue-branco (weisse Mangrove), die auf jodhaltigem Boden, mit hohem Salzgehalt, gedeihen – ausserdem wachsen auch hier zahlreiche Orchideenarten. Unter den grösseren Bäumen finden sich Maçaranduba (Manilkara huberi) und Figueira (Ficus elastica) als Beispiel.
Die Tierwelt des Parks ist mit grosser Vielfalt vertreten. Neben dem erwähnten Mico-leão-da-cara-preta (Leontopithecus caissara) sind bemerkenswert: der Papagaio-de-cara-roxa (Amazona brasiliensis) – man nennt ihn auch “Papagaio-chauá“ – beide sind vom Aussterben bedroht. Unter den Säugetieren finden wir hier: Paca (Cuniculus paca), Bugio (Alouatta caraya), Porco-do-mato (Tayassu tajacu) und Cutia (Dasyprocta aguti ). Auch Vögel gibt es in Scharen, wie zum Beispiel der Biguá (Phalacrocorax brasilianus), die Garça-branca-grande (Ardea alba, Egretta alba), den Tiê-sangue (Ramphocelus bresilius) und den Tucano. Man kann auch auf Giftschlangen treffen, wie zum Beispiel die Cobra-coral (Micrurus corallinus) und die Jararaca (Bothrops jararaca).
Tropisch und sehr feucht – es gibt keine definierte Trockenperiode. Die mittlere Temperatur liegt im Sommer zwischen 24 und 26oC – im Winter zwischen 14 und 16oC. Die Regenfälle sind unregelmässig während des Jahres – zwischen 600 und 2.000mm.
Ilha das Peças
Die Insel präsentiert einen einsamen Strand von 7km Länge – man kann von dort die “Ilha do Mel“ sehen und einen Teil der zerklüfteten Topografie der Serra do Mar.
Ilha do Pinheirinho
Diese Insel ist bedeckt von einer gemischten Vegetation zwischen Atlantischem Regenwald, Mangrovewald und restinga. Eine besondere Attraktion ist am späten Nachmittag zu beobachten: Schwärme des seltenen “Papagaio-chauá“ kehren zu ihren Nistplätzen zurück.
Praia Deserta
Der “einsame Strand“ hat 37km Länge und ist ein idealer Ort für herrliche Wanderungen und die Beobachtung von Schwärmen verschiedener Zugvögel.
APA de Guaraqueçaba
In der Nähe der Grenze zwischen den Bundesstaaten Paraná und São Paulo ist dieses Reservat, mit einer Fläche von 136km2, ein besonderer Tip zur Beobachtung einer reichen Fauna, darunter Garça-azul (Egretta caerulea), Garça-moura (Ardea cocoi) Colhereiro (Ajaia ajaja) und dem Papagaio-chauá (Amazona rhodocorytha).
Botos e Golfinhos
Diese Delfin-Arten kann man während einer Überfahrt per Boot zwischen Paranaguá und der Insel Superagüi antreffen. Eine Pause nahe der “Ilha do Mel“ sollte man zu ihrer Beobachtung einlegen.
- Die Tiere nicht belästigen oder erschrecken – sie sind das Schönste im Park!
- Keinen Müll innerhalb des Parks zurücklassen – gleich welcher Art!
- Keine Pflanzen abreisssen – auch keine Äste!
- Keine Blumen, Früchte oder Pflanzen sammeln!