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Über Pulli-Aktionen und nachhaltige Investitionen
Der Kanton Basel-Stadt und somit auch die ehemaligen Stadtwerke in Basel richteten sich sehr früh auf die erneuerbare und nachhaltige Energieversorgung aus: mit der Beteiligung am Wasserkraftwerk Oberhasli im Berner Oberland 1927 und danach zahlreichen weiteren Beteiligungen in den Schweizer Alpen und der Region Basel. Damit war und ist die Versorgung der IWB-Kunden mit erneuerbarem Strom seit Generationen möglich. Mit diesen Beteiligungen war es vor rund 40 Jahren nicht notwendig, ein Kernkraftwerk Kaiseraugst zu unterstützen.
Bildlegende: Widerstand gegen KKW Kaiseraugst, Foto: Dokumentationsstelle Atomfreie Schweiz
Seit Ende der 1990er Jahre engagiert sich IWB für den Ausbau der Stromproduktion mit Photovoltaik-Anlagen und verpflichtete sich frühzeitig, den produzierten Solarstrom zu festen Einspeisetarifen zu übernehmen. Vorreiter war Basel auch mit der Verpflichtung bis zu 40% der Investitionskosten für neue Photovoltaikanlagen mit Mitteln des Förderfonds des Kantons Basel-Stadt zu unterstützen. Schon ein Jahr nach dem Start der IWB-Solarstrombörse, bezogen im November 2001 rund 4000 Kunden Solarstrom bei IWB. Heute produzieren in Basel rund 800 Photovoltaikanlagen Strom, teilweise über eine Million Kilowattstunden pro Jahr, wie beispielsweise die Anlagen auf der Messe Basel oder die etwas kleineren Anlage auf dem Fussballstation St. Jakob-Park.
Konsequent war der Ausbau der Stromproduktion um 500 Millionen Kilowattstunden jährlich zwischen 2011 und 2015, näher beschrieben im Artikel «Strom aus Wasser, Wind und Sonne».
Auch die Wärmeversorgung der Basler Kunden wurde schon vor den 1970er Jahren zu einem grossen Teil mit der CO2-neutralen Fernwärmeproduktion in der KVA Basel realisiert. In den 1950 und 1960er Jahren war die Fernwärmeproduktion ein Mittel im Kampf gegen die Luftverschmutzung in Basel.
Ölpreiskrise und Aufbau der IWB Energieberatung
Befeuert durch die immens gestiegenen Ölpreise während der Ölpreiskrise ab Mitte der 1970er Jahre begann der Erfolg des Erdgases, das in den nächsten Jahren und Jahrzehnten in der Schweizer Energieversorgung eine zunehmend wichtige Rolle einnahm – auch in Basel. Erdgas galt aufgrund seines geringeren CO2-Ausstosses als umweltfreundlichere Alternative zu Erdöl und weiteren fossilen Energieträgern.
Schon 1978 lagen wissenschaftliche Erkenntnisse vor, dass die ungebremste Nutzung fossiler Energie einen Treibhauseffekt auslösen kann. So wies Prof. Dr. Med. M. Schär, von der Universität Zürich am 28.04.1978 in einer Kommissionssitzung des Grossen Rates des Kantons Basel-Stadt darauf hinwies, dass das bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern entstehende CO2 von globaler Bedeutung ist. Prof. Schär wird im Protokoll der Kommissionssitzung so zitiert: „Man weiss nicht, ob die Zunahme des CO2-Gehaltes in der Luft zu einem Treibhaus-Effekt führen wird. Tatsache ist, dass das CO2 in der Atmosphäre von 0,025 auf 0,03% zugenommen hat und zwar in der Zeit von 1900-1970.“ Damals erarbeitete der Kanton Basel-Stadt gemeinsam mit dem Kanton Baselland das erste Energieleitbild für beide Kantone, ein «Versuch für ein Energiekonzept der Region Basel». Ziel des Energieleitbildes war, «eine sichere, verfügbare, umweltgerechte und wirtschaftliche Energieversorgung zu gewährleisten» (aus Ratschlag zuhanden Grosser Rat, vom 10.05.1977).
In diesem Zeitraum, ab Ende der 1970er Jahre baute IWB eine neutrale Energieberatung auf, um die angestrebten Effizienzziele des Kantons zu unterstützen. Die IWB Energieberater haben über die letzten vier Jahrzehnte viele Kunden und Unternehmen begleitet, die ihren Strom- und Wärmeverbrauch reduzieren konnten. Privatkunden wurden zu Haushaltsgeräte beraten, zahlreiche Aktionen unterstützten beim Austausch von alten ineffizienten Geräten, Energieberater begleiteten Unternehmen jahrelang zur Erreichung ihrer Energieeffizienzziele.
Pulli-Aktion und Tram-Lektüre
Innerhalb von IWB kümmerte sich die sogenannte Energiekommission rund 15 Jahre darum, den IWB-internen Ressourcenverbrauch zu reduzieren. Gleich im ersten Jahr 1995 konzentrierte sich die Kommission auf den Wärmeverbrauch in den Büroräumlichkeiten. Die Heizsysteme in den Bürogebäuden wiesen erhebliche Mängel auf, die Heizkosten waren enorm. Denn die IWB-Mitarbeitenden konnten die Heizkörper in den Büroräumlichkeiten nach Belieben regulieren. Eine von der Energiekommission veranlasste zentrale Regulierung führte zu einem Aufschrei. In einzelnen Büros war es im Winter 1995 zeitweise nur noch 17 Grad kalt. Heizungsventile mussten kontrolliert, Einstellungen geändert werden – und tatsächlich konnten in nur einem Jahr Einsparungen von 15% erreicht werden. Die Energiekommission leistete viel Grundlagenarbeit bei der Dokumentation der Energieverbrauchs- und der Abfalldaten. Mit vielen kleinen Aktionen wurden die Mitarbeitenden über die Jahre sensibilisiert. Eine Pulli-Aktion, um die Raumtemperatur im Büro und Zuhause zu reduzieren, das Motto «Treppen statt Lift», der Aufruf «Mit dem Tram, statt dem eigenen PW zur Arbeit», inklusive dem Angebot von Leselektüre fürs Tram mit Literatur von Franz Hohler und mit Basel - Zürich retour, von Roger Thiriet führten nach und nach zum Umdenken.
Zentrales IWB Nachhaltigkeitsmanagement
Seit 2015 betreibt IWB ein zentrales unternehmensweites Nachhaltigkeitsmanagement. Dabei berücksichtigt IWB die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft gleichermassen. Mit ihren Anspruchsgruppen strebt IWB die kontinuierliche Verbesserung ihres Handelns als Produzent und Dienstleister für Energie, Wasser und Telekom an. IWB will ihren ökologischen Fussabdruck konsequent weiter verringern und langfristig die erneuerbare Vollversorgung erreichen. Darum fördert IWB im eigenen Netzgebiet die Energieeffizienz und räumt dem Natur- und Artenschutz eine hohe Bedeutung ein.