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ein Film von Stéphane Riethauser
Schweiz 2019, 94 Minuten, deutsch-französische Fassung, teilweise mit deutschen Untertiteln & französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Caroline ist eine Dame, die ihrer Zeit stets voraus war. Die 1920er Jahre sahen für Frauen eigentlich Heim und Herd als Lebensaufgaben vor. Caroline aber befreit sich aus der Ehe, die ihre Eltern für sie arrangiert haben, und wird eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Und auch im weiteren Leben setzt sie sich immer wieder über Grenzen hinweg, die die patriarchale Gesellschaft für sie vorgesehen hat. Über 50 Jahre später führt ihr Enkelsohn Stéphane einen ähnlichen Kampf: Als schwuler Junge in einer grossbürgerlichen Schweizer Familie versucht er, der Rolle des angepassten, maskulinen Heteros zu entkommen, die alle von ihm zu erwarten scheinen. Alle bis auf seine flamboyante, 90-jährige Oma Caroline.
Stéphane Riethauser begann schon als 13-Jähriger, sich und seine Umgebung mit einer Video-Kamera aufzunehmen. Aus seinem umfangreichen biografischen Bildarchiv hat er ein berührendes Doppelporträt gewonnen: über seine ungewöhnliche Grossmutter Caroline und sich selbst, den schwulen Jungen, der wie seine Oma ansetzt, die konservativen Vorstellungen über Geschlechterverhältnisse und Sexualität kühn zu überschreiten. Nach seinem Kurzfilm-Hit „Prora“ (125 Festivals, 15 Preise, knapp 5 Millionen Zuschauer*innen auf YouTube!) hat Riethauser mit seinem ersten langen Film „Madame“ eine zutiefst persönliche und einzigartige nicht-heteronormative Familiensaga gedreht.