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Über die SVP Rüti
Am Sonntag, den 26. Juli 1918, versammelten sich 44 Bauern im Rest. Sternen, Rüti, unter dem Tagespräsidenten Hermann Helbling, und vollzogen die Gründung der politischen Bauernpartei.
Gründe zu diesem Schritt waren:
Die sozialdemokratische Partei hatte eine Initiative bei der Gemeinde Rüti eingereicht, für die freiwillige Einführung des Behördenproporzes. Die freisinnige Partei, die bis anhin die politische Macht in der Gemeinde hatte, wollte von diesem Proporz nichts wissen und lehnte die Initiative strickte ab. Die Bauern hatten bis anhin grossmehrheitlich für die Freisinnigen gestimmt und gewählt. Sie sahen ihr Dilemma und hatten keine andere Wahl als eine eigene Partei zu gründen, um an der Macht teilzuhaben.
Aus dieser Versammlung wurden folgende Bauern in den ersten Vorstand gewählt:
Hermann Helbling, Schürwies, Präsident
Albert Honegger, Fägswil, Rest. zur Meinig, Vizepräsident
Robert Isler, Obermoos, Aktuar
Heinrich Wettstein, Platten, Quästor
Robert Vontobel, Platten, Beisitzer
Julius Vontobel, Fägswil, Gemeinderat, wechselte von den Freisinnigen zur Bauernpartei. Somit war die Bauernpartei bereits im Gemeinderat vertreten und hatte in der rauen Wirtschaftszeit einen genehmen Vertreter, der die Anliegen, des nicht zu unterschätzenden Bauernstandes, in der Gemeinde vertreten konnte.
Auch in anderen wichtigen Behörden wie Armen- und Schulpflege, sowie der Steuerkommission konnten die Bauern ihre Leute nominieren und dank dem freiwilligen Proporz auch gewählt werden. Zur politischen Ideologie wurden dazumal schon der Grundstein gelegt, „Spare in der Zeit, so hast du in der Not“, was auch heute noch vertreten wird. Bereits zu diesem Zeitpunkt wollte die sozialdemokratische Partei den Sozialstaat ausbauen und das Nehmen attraktiver und hemmungsloser machen, als das Geben.
Im Juli 1936 wurde die Bauernpartei Schweiz auch für die Gewerbler und die Bürgerlichen geöffnet und wurde in die BGB unbenannt. Die Bauern von Rüti waren aber nicht so offen für andere Berufsstände, ausser denjenigen die explizit mit der Landwirtschaft zu tun hatten wie Wagner, Hufschmiede usw. Der Antrag eines Bäckermeisters, zur Aufnahme in die Partei, wurde in den 60-iger Jahren noch abgelehnt. Erst 1975 gingen den Rütner Bauern die Augen auf, als bei den Kantonsratswahlen der zweite Sitz nur dank der Listenverbindung mit den Freisinnigen gehalten werden konnte. 1971 wurde die BGB in SVP unbenannt.
Die BGB Rüti hatte den Schritt 1977 vollzogen. Die BGB / SVP Rüti erlebte in den vergangenen Jahren hohe und tiefe Zeiten. Mit Hanno Gohl, Treuhänder, konnte die SVP Rüti zum ersten Mal einen Bezirks-, sowie einen Kantonsrat stellen. Leider wurde er bei den Erneuerungswahlen 1987 im Kantonrat abgewählt, welches auch für die SVP Rüti ein Schock war. Mit Ruedi Menzi, als Kantonsrat in der zweiten Amtszeit, sowie zwei Gemeinderäten, und dem meisten Stimmenanteil bei den Kantons- und Nationalratswahlen befinden wir uns wieder auf dem Höhepunkt.
In den 90 Jahren BGB / SVP Rüti hatte die Partei folgende Präsidenten:
Hermann Helbling, Schürwies, 1918 – 1942
Daniel Hotz, Weid, 1942 - 1966
Albert Honegger, Fägswil, 1966 - 1979
Hanno Gohl, Würzhalde, 1979 - 1987
Ruedi Menzi, 1987 - 1994
Peter Betschart, 1994 - 2010
Christian Klambaur, 2010 - 2015
Rolf Tremp, seit 2015
Geschichte der SVP-Rüti als pdf. zum herunterladen