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Die Zieglerfamilie Lörch
Es wird vermutet, dass die Eltern des ersten Zieglers Martin Lörch, Anton Lörch und Elisabeth Lörch–Kaufmann, um 1820 von Deutschland nach Winikon LU eingewandert sind. Lörch ist eine andere Schreibweise für die Lerch(e), die auch das Familienwappen zierte. Die Familie hatte acht Kinder, Martin wurde 1835 als siebtes Kind geboren.
Martin Lörch kam als Verdingbub zum Statthalter Rudolf Stehli nach Ottenbach. Man nimmt an, dass er dort das Zieglerhandwerk erlernte.1873 heiratete er Rosina, die Tochter aus der Zieglerfamilie Hegetschweiler.
Im gleichen Jahr, 1873, kaufte Martin Lörch die Waldlichtung zwischen dem Rainmatter- und dem Lindenchamer-Wald und erstellte eine einfache Ziegelhütte mit oben offenem Kammerofen. Dies geschah zu einer Zeit, als es bereits mit Maschinen ausgestattete, mechanisierte Ziegeleien und energieeffizientere Ringöfen gab.
Martin und seine Frau Rosina wohnten zunächst vermutlich in einer kleinen, sehr einfachen Wohnung im Obergeschoss der Ziegelhütte. 1874 wurde der erste Sohn Caspar geboren. Spätestens 1879 errichtete Martin für seine Familie ein eigenes Wohnhaus in der Nachbarschaft der Ziegelhütte.
1882 kam der zweite Sohn Jakob zur Welt.
Neben der Handziegelei betrieb die Familie auch eine kleine Landwirtschaft mit zwei bis drei Kühen und einigen Obstbäumen. 1899 konnte sie den einfachen Schopf beim Wohnhaus durch eine Stallscheune ersetzen.
1906 übernahm Caspar Lörch die Ziegelhütte von seinem Vater Martin. Sein Bruder Jakob verliess 1916 die Handziegelei, weil der kleine Betrieb zu wenig für den Lebensunterhalt der beiden Söhne hergab.
1918 starb Vater Martin Lörch.
Jakob Lörch bestritt seinen Unterhalt mit verschiedenen Gelegenheitsarbeiten, bis er 1924 für 13‘000 Franken die Binzmühle in Rotkreuz kaufte. Als Antiquitätensammler – er nannte sich Antiquar – lebte er in der Binzmühle und machte den Ort zu einem einzigartigen Treffpunkt für Künstler und Liebhaber alter Möbel.
Caspar Lörch heiratete Elisabeth Wyss aus Friesencham. Die Ehe blieb kinderlos, aber Caspar wurde Patenonkel von Paul Wyss, einem Sohn von Elisabeths Bruder. Aus gesundheitlichen Gründen musste Caspar das Ziegeln aufgeben. 1933 wurde der letzte Brand in der Ziegelhütte durchgeführt. 1935 verstarb Caspar Lörch.
Paul Wyss, Elisabeths acht Jahre alter Neffe, zog daraufhin zu seiner Tante ins Ziegler-Wohnhaus. Er erbte das Zieglerareal und wohnte mit seiner eigenen Familie bis 1979 dort.
1971 verstarb Elisabeth Lörch und im gleichen Jahr auch ihr jüngerer Sohn Jakob Lörch.
Paul Wyss verkaufte die Ziegelhütte samt zugehöriger Lehmgrube, in der sich in der Zwischenzeit ein wertvolles Flachmoor gebildet hatte, 1979 an den Naturschutzbund Zug (heute Pro Natura Zug), der 1983 beides der neu gegründeten Stiftung Ziegelei-Museum übergab.