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- Kategorie: V1
- Erstellt: Freitag, 05. Juni 2020 00:00
- Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 04. Januar 2024 12:38
V1-Feuerstellungen
in Frankreich
«Rumpelkammer» und der Startbefehl «Eisbär»
Am späten Nachmittag des 6. Juni 1944 erhielt Oberst Max Wachtel den Befehl «Rumpelkammer», was bedeutete, mit den Vorbereitungen für den Einsatz der Fi 103 zu beginnen. Ab diesem Zeitpunkt hatten die Mannschaften 6 Tage, um die Katapulte auf die vorbereiteten Fundamente zu montieren und die Feuerstellungen mit allem notwendigen Material für den Einsatz zu versorgen.
Am 11. Juni erging der Startbefehl «Eisbär» für die V1-Kampagne gegen London, aber keine der bisher gebauten 156 vereinfachten Stellungen war einsatzbereit.
Kurz vor Mitternacht des 12. Juni meldeten 63 von 72 Stellungen Einsatzbereitschaft.
Und erst in den frühen Stunden des 13. Juni 1944 – also eine Woche nach der alliierten Invasion an den Stränden der Normandie – starteten die Deutschen ihre V1-Kampagne gegen London.
Mit unterschiedlichem Erfolg wurden die ersten V1 gestartet.
Der erste Start erfolgte um 3 Uhr 50 von der FSt 109 bei Mouriez. So zumindest die Annahme aufgrund späterer Auswertungen beider Seiten. Angenommen wird ebenfalls, dass es diese V1 war, die um 4 Uhr 13 auf einem Feld bei Swanscombe abstürzte, somit 30 Kilometer vom Ziel entfernt. Dies bekräftigt auch eine durchschnittliche Flugzeit der Fi 103 von 22 Minuten zwischen den Startstellungen und dem Ziel London.
Weitere neun Starts erfolgten in kurzen zeitlichen Abständen. Fünf davon endeten noch als Frühabstürze auf französischem Boden, ein weiteres Gerät ging über dem Ärmelkanal verloren. Von den restlichen vier Geräten erreichte nur eine Fi 103 das vorgesehene Zielgebiet London. Eine eher ernüchternde Bilanz nach den grossen Erwartungen!
Erst zwei Tage später sollte die Kampagne mit etwas mehr Erfolg weitergehen, blieb aber bis zum Ende des Ersteinsatzes hinter den Erwartungen zurück.
Den Fi 103 welche London erreichten, stand eine Grosszahl von Geräten gegenüber, die schon als Frühabstürze in Frankreich oder dem englischen Festland endeten, respektive von der britischen Luftabwehr und Luftwaffe über dem Kanal oder dem Luftraum südlich von London abgefangen wurden.
Operation Crossbow
Schon ab Sommer 1943 deuteten erste Meldungen des französischen Widerstands und Aufklärungen der Alliierten darauf hin, dass im Hinterland der nordfranzösischen Küstenregion bauliche Aktivitäten stattfanden, die vorerst nicht eingeordnet werden konnten.
Relativ rasch stellte man aber fest, dass auf diesen Baustellen Bauwerke entstanden die sich ähnelten. Im Rahmen der Operation Crossbow, die sich gegen die noch wenig bekannten Anlagen der deutschen Fernwaffen richtete, wurden auch diese insgesamt 96 aufgedeckten V1-Stellungen alter Bauart angegriffen und bombardiert.
Dies führte dazu, dass die Deutschen die Bauart ihrer Stellungen stark vereinfachten und diese in der Folge schwieriger aufzuklären waren. Als Konsequenz der intensiven Bombardierungen waren fast alle 96 Startstellen zum Auftakt der V1-Kampagne im Juni 1944 teilweise oder ganz zerstört.
Belegt ist nur eine Stellung alter Bauart die letztendlich aktiv war, die FSt 101/59 le Nieppe im Département Nord.
Der Ersteinsatz der Fi 103 ab französischem Boden endete in den letzten Augusttagen 1944.
Anschliessend verlegte das Flakregiment 155 (W) in neue Stellungsräume in den Niederlanden.
Diese Seite und ihre Unterseiten listen und beschreiben die V1-Feuerstellungen in Frankreich, die geplant waren resp. gebaut wurden und diejenigen die tatsächlich zum Einsatz gekommen sind.
Der besseren Übersichtlichkeit wegen gibt es getrennte Seiten für die Feuerstellungen in den verschiedenen Départements.
Hinweis zur Gliederung der Stellungen:
Die Feuerstellungen (FSt) sind alphabetisch geordnet. Es gibt nur teilweise offizielle Benennungen, es wurde aber versucht wo das nicht der Fall ist die Stellungen nach naheliegenden Orten oder Landschaftsmerkmalen zu benennen.
Weitgehend orientieren sie sich an den Bezeichnungen im Buch V1 – Arme du désespoir.
Die Gliederung der Départements verläuft von Ost nach West und von Nord nach Süd, dies entspricht auch grob den Einsatzgebieten der Abteilungen des Flak Rgt 155 (W).
Einteilung der Feuerstellungen nach deren Bau- und Einsatzart:
- SaB = Stellung alter Bauart
- EiS = Einsatzstellung
- ErS = Ersatzstellung
- TzS = Total zerstörte Stellung
- Ww = Wasserwerk
- VS = Versorgungsstelle/Feldmulag
Nachstehende Struktur ist auch im Menu wiederzufinden. Die Unterseiten können aber auch direkt hier aufgerufen werden – sie werden dann in einem neuen Fenster angezeigt.
Verlinkt sind nur Départements, wo schon Beiträge existieren.
Da sich die Situation vor Ort verändert, steht in den einzelnen Beiträgen nahe dem Titel, wann die entsprechende Stellung recherchiert und dokumentiert wurde.
Einiges verschwindet oder ist schon verschwunden und bei vielen Stellungen hat wieder die Natur das Zepter übernommen.
Nachstehender Abschnitt wird bei neuen Erkenntnissen ergänzt
Feuerstellungen und Versorgungsstellen im Département Nord.
Feuerstellungen und Versorgungsstellen im Département Pas-de-Calais.
Feuerstellungen und Versorgungsstellen im Département Somme
Oise & Val-d’Oise
Feuerstellungen und Versorgungsstellen in den Départements Oise und Val-d’Oise.
Feuerstellungen und Versorgungsstellen im Département Seine-Maritime.
Eure
Feuerstellungen und Versorgungsstellen im Département Eure.
Calvados & Orne
Feuerstellungen und Versorgungsstellen in den Départements Calvados und Orne.
Manche
Feuerstellungen und Versorgungsstellen im Département Manche (Halbinsel Cotentin).
Gedenken
Gedenksteine und -tafeln oder Ähnliches in Frankreich, die im Zusammenhang mit der V1 an Opfer von Frühabstürzen oder unter Zwangsarbeitern erinnern.