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Die Stimme begleitet als Artikulation den Signifikationsprozess. Dieser Prozess derBedeutungsgebung ist gemäss der psychoanalytischen Theorie von Lacan durch dasLustprinzip kontrolliert, das dafür sorgt, dass wir als Sprechende nicht mehr geniessenkönnen. Es ist dies der Preis für den Eintritt in die symbolische Ordnung (Sprache).Das Lustprinzip sorgt so für die Distanz zwischen dem Ding und dem Subjekt. DieStimme kann diese Barriere jedoch unterlaufen. Dadurch, dass die Sprache als bedeutungsgebendesSystem mit ihrer Logik der Differenzialität im Vordergrund steht unddie Stimme als reine Artikulation verdeckt, kann sich so auf der "Rückseite", im Schattender Sprache als Signifikation, und nur in dieser Rahmung und Fassung (den Bedeutungsgebungsprozessunterschwellig begleitend) die andere Logik der "Lalangue"mit ihren Wortklängen, Assonanzen und Resonanzen entfalten und geniessen. ImGenuss überkreuzt sich das System des Begehrens mit dem System des Triebs, derdasjenige, das im Bedeutungsprozess nicht signifiziert werden konnte und als Abfallzurückbleibt, als Triebobjekt "objet petit a" umkreist.
Musik, Bild und Wort – eine Auseinandersetzung mit diesen Themen und Begriffengründet auf unendlich vielen Fragen zu Aneignung, Verteidigung und Aushandlung vonBedeutungszuschreibungen. Meinen Fokus habe ich auf die Frage nach der Relevanzvon Songs, Videoclips und “Liebes-Ideen” für die Formung von subjektiven und auchkollektiven Identitäten gelegt. Sie bilden Möglichkeiten für die Konfrontation und denUmgang mit der erschreckenden Leere, der Unordnung und dem Nonsens des Seins.
Ich werde in dieser Arbeit die Auswirkungen und den Umgang mit dem Gefühl der Angst, auf der einen Seite im Theater und als Schauspieler, auf der anderen Seite in unserer Gesellschaft, darlegen.
Welche Ängste spielen für mich als Schauspieler eine Rolle? Welche sind gesellschaftlich präsent?
Wie gehe ich als Schauspieler mit meiner Angst um?
Was sind gesellschaftliche Mechanismen zum Umgang mit Angst?
Gibt es Parallelen und wie kann das Theater und der Schauspieler, ausgehend von der eigenen Angst, allgemeingültig und gesamtgesellschaftlich über Angst erzählen?
Als Grundlage für die „territories“ verwende ich Roland Barthes’(7) Werk „Fragmente einer Sprache der Liebe“ (8), in dem er Liebe in „Szenen undFiguren“ fragmentiert. 80 dieser Fragmente suche ich aus und ordne ihnen je (wilkürlich)einen Youtube-Videoclip zu. Weiter erstelle ich 80 diesbezügliche Blogseiten überTumblr.com, mit eigener Adresse und dadurch eigener Identität. Schliesslich generiereich 80 zugehörige QR Codes (9), die ich in der Stadt Zürich verteile, wodurch ein interaktivesSpiel zustande kommt. Eine Landkarte der Bedeutung entsteht.