Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03319.jsonl.gz/2205

Älteres Hauptarchiv
Älteres Hauptarchiv
AHA
Abteilung
1098-1936 (ca.)
Das Ältere Hauptarchiv umfasst die Urkunden, Bücher und Akten des Stadtstaats Basel vom Mittelalter bis 1798, des helvetischen Kantons Basel von 1798 bis 1803, des Kantons Basel von 1803 bis 1833 und des Kantons Basel-Stadt bis rund 1936. Hinzukommen die Unterlagen der Stadt Basel von 1803 bis 1875. Seit der Verfassungsrevision von 1875 besteht keine eigenständige Einwohnergemeinde der Stadt Basel mehr, die allgemeinen Geschäfte der Gemeinde werden durch die kantonalen Organe besorgt. Die Ordnungsstruktur des Älteren Hauptarchivs geht auf Rudolf Wackernagel (Staatsarchivar von 1877 bis 1917) zurück. Er betrachtete das staatliche Schriftgut als Produkt einer einzigen, geschlossenen Verwaltungseinheit. Die aus ihrer Tätigkeit entstandenen Akten gliederte er nach sachsystematischen Gesichtspunkten unter einzelnen Schlagworten von A wie "Armenwesen" oder "Auswanderung" bis Z wie "Zins und Zehnten" oder "Zoll". Alle Aktenserien wurden unabhängig von ihrer Herkunft (Provenienz) aufgrund ihres Themas (Pertinenz) nach den von Wackernagel definierten Sachgruppen in den Bestand eingeordnet. Dieser Ordnungsgrundsatz wird "Pertinenzprinzip" genannt.
1098-1936 (ca.)
Der sachsystematischen Ordnung stellte Wackernagel die Urkunden sowie die Serien der Ratsbücher, Protokolle und Missiven (= ausgehende Schreiben der Kanzlei) voran. Zwei dieser Serien werden heute noch weitergeführt und nehmen eine zentrale Position für die historische Forschung ein: Die Urkunden: Der unter der Signatur "Städtische Urkunden" respektive "Staatsurkunden" aufgestellten Serie von rund 15'000 Pergamenturkunden werden die modernen Staatsverträge laufend beigefügt. Die Ordnung ergibt sich aufgrund des Ausstelldatums der Urkunde oder des Vertrags. Jede einzelne Einheit ist durch ein Regest erschlossen, welches im Lesesaal konsultiert werden kann. Verträge, die von einem einzelnen Departement oder von einer Dienststelle abgeschlossen werden, sind in der Serie der "Staatlichen Vereinbarungen" zu finden. Das Detailverzeichnis zu diesen Vereinbarungen ist als Repertorium E 10 im Repertorienraum aufgestellt. Die Protokolle: Es gibt kaum ein Forschungsvorhaben, das nicht zunächst auf die Benützung der Protokollserien angewiesen wäre, lassen sich hier doch die wichtigsten Fakten als Raster für die weiterführende Recherche zusammentragen. Neben den Protokollen von Regierungsrat und Grossem Rat werden unter diesem Titel die Protokolle der verschiedensten staatlichen Kommissionen und Gremien verwahrt. Die Verhandlungen des Grossen Rates werden zudem durch Tonprotokolle auf VHS-Kassetten dokumentiert, die wenige Tage nach der Sitzung im Staatsarchiv angehört werden können. Die zentralen Protokolle von Kleiner Rat und Regierungsrat (bis 1918) sowie des grossen Rates sind digitalisert und im Archivkatalog einsehbar. Im übrigen erweist sich das Ältere Hauptarchiv als überaus reiche Basis bei der Suche nach Erkenntnissen zu Geschichte und Entwicklung Basels vom 12. bis 20. Jahrhundert. Dies ermöglicht einerseits die erstaunliche Unversehrtheit des historischen Bestandes, der nur durch die auf das Erdbeben von 1356 folgende Feuersbrunst bedeutende Verluste erlitt. Andererseits erwies sich Wackernagels Gliederung als ausgesprochen anpassungsfähig, was gewiss dem Umstand zuzuschreiben ist, dass er sich der möglichen Schwierigkeiten einer nicht nur thematisch, sondern auch chronologisch übergreifenden Sachsystematik vollauf bewusst war. Schliesslich können sich die Benützerinnen und Benützer auf einen beständeübergreifenden Zentralkatalog stützen.
12/31/1966
Gemäss Archivgesetz BS
Oeffentlich
uneingeschränkt
Nein
Zur Benützung des vorliegenden Bestandes vgl. die Repertorien-Serie A und den Zentralkatalog.