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Die Kornelkirsche (Cornus mas) ist als Wildobst wenig bekannt.
Die roten kirschähnlichen Kornelkirschen haben einen feinherb-säuerlichen Geschmack und werden deshalb meist verarbeitet gegessen. Sie sind schmackhaft im Kompott und Gebäck, im Saft und Likör. Für eine Konfitüre kann die Kornelkirsche mit säurearmen Früchten wie Birne, Apfel und Holunder kombiniert werden, Kornelkirsche passt als Wildobst süßsauer eingelegt auch zu Wild. Aus noch unreifen orangefarbenen Kornelkirschen können „falsche Oliven“ hergestellt werden: Sie verlieren ihre Bitterstoffe und werden weich, wenn sie in Salzwasser eingelegt und mit Lorbeerblättern und Fenchelsamen gewürzt werden.
Die Kornelkirsche wird auch Herlitze oder Gelber Hartriegel genannt. Sie ist in Mittel- und Südeuropa sowie in Westasien beheimatet, ist ein Hartriegelgewächs und nicht mit der Kirsche verwandt.
Für Insekten ist der Baum als Nahrungsquelle wichtig, weil er sehr früh im Jahr blüht. Die roten ovalen Früchte reifen ab September und werden gerne von Vögeln gefressen, die ihre Steinkerne so auch weiter verbreiten.
Das Fruchtfleisch der Kornelkirsche enthält zahlreiche günstige Inhaltsstoffe – darunter reichlich Kalium und Vitamin C, aber auch B-Vitamine, Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen.
Die Früchte der Kornelkirsche reifen in der Regel über einen Zeitraum von vier bis fünf Wochen. Darum wird empfohlen, den Baum in regelmäßigen Abständen zu schütteln und die reifen Früchte aufzulesen.
Noch nicht ganz reif gepflückte Früchte kann man ein bis zwei Tage bei Zimmertemperatur nachreifen lassen. Rohe Kornelkirschen lassen sich nur schwer entsteinen. Kocht man die Kerne mit, lassen sie sich leichter ablösen.
Quelle:
http://www.aid.de/presse/aktuell.php?mode=beitrag&id=6627
Kommentar & Ergänzung:
Aus ökologischen Gründen ist die Anpflanzung der Kornelkirsche empfehlenswert, weil sie im Gegensatz zu der aus China stammenden und als Vorfrühlingsblüher oft angepflanzten Forsythie wertvolle Nahrung für Insekten bietet. Die Kornelkirsche ist eine gute Bienentrachtpflanze im Frühling.
Die Kornelkirsche wird immer wieder als Heilpflanze in Büchern der Hildegard-Medizin empfohlen. Keine der Empfehlungen ist aber nachvollziehbar oder gar belegt.
Das Holz der Kornelkirsche war früher wegen seiner Festigkeit und Zähigkeit begehrt.
Beispiel:
„Im Altertum erhielt das Holz der Kornelkirsche militärtechnische und letztlich historische Bedeutung, als König Philipp II. die Phalanx als neue Schlachtordnung der makedonischen Infanterie etablierte. Deren bis zu sechs Meter lange Lanzen (Sarissen) konnten nur aus diesem speziellen Holz gefertigt werden; der erfolgreiche Einsatz der Phalangen gegen die persische Kavallerie wurde zu einem wesentlichen Faktor, der Philipps Sohn, Alexander dem Großen, seine Eroberungen ermöglichte.
Wegen seiner Festigkeit und Zähigkeit war das Holz des Kornelbaums wie kaum ein anderes (Eibe) zur Herstellung von Speeren und Lanzen geeignet.“
(Quelle: Wikipedia)
„Große Popularität hat das Holz der Kornelkirsche in Deutschland durch einen Spazierstock gefunden, den sogenannten Ziegenhainer. Da ihr Holz so fest ist, stellten die Bauern des Dorfes Ziegenhain südöstlich der Universitätsstadt Jena aus den geschälten Ästen besonders haltbare Knotenstöcke her. Sie wurden zunächst von den Jenaer Studenten getragen, kamen dann sehr in Mode und wurden etwa zum Ausgang des 19. Jahrhunderts in ganz Deutschland bekannt. Daneben gab es noch andere, preisgünstigere, die aus dem weniger harten und weit häufigeren Weißdorn gefertigt wurden. Der von den Studenten getragene Stock, damals Stenz genannt, hatte eine zweifache Verwendung: Einmal als Spazier- und Wanderstock, dann als Bestandteil der damals häufigen studentischen Duelle, und zwar in Händen der Sekundanten.“
(Quelle: Wikipedia)
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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