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Die Arktis ist eine erbarmungslose, harsche Wildnis und sich in dieser Region zu bewegen benötigt viele Fähigkeiten, Ausrüstung und vor allem Erfahrung. Doch sogar die fähigsten Jäger und Bewohner der Arktis können in Situationen geraten, in denen der Unterschied zwischen Leben und Tod nur durch Glück bestimmt wird. Drei Jäger aus Hall Beach, Nunavut, waren Ende Februar in eine solche Lage geraten und wurden nur durch Zufall von kanadischen Militärs gerettet.
Eine Twin Otter und ihre Mannschaft der kanadischen Luftwaffe (RCAF), die auf einer Trainingsmission waren, fanden und retteten per Zufall zwei Jäger aus einer bedrohlichen Lage. Thom Doelman, Kapitän in der RCAF in Yellowknife, erzählt, dass er und sein Team in der Nähe von Hall Beach, Nunavut, im Rahmen der Operation Nunalivut, einer jährlichen Militärübung im hohen Norden, Flüge durchführte „Man könnte verrückt werden beim Gedanken, welche Zufälle alle zusammengespielt hatten, damit wir diese Jungs unten auf dem Eis entdeckten,“ erklärt Doelman. Die Übungsflüge beinhalteten eine Suchmission nahe einer alten Mine. Als die Twin Otter die Mine erreicht, beginnt Doelman mit den Suchmustern, um die Umgebung abzusuchen. Da entdeckt Teammitglied Kapitän Jason Mackenzie etwas Unerwartetes: eine Person, die Hilfe braucht. „Man kann sich vorstellen, wie wir geschockt waren, das zu sehen“, sagt Doelman. Als das Flugzeug ein zweites Mal die Stelle überfliegt, sind bereits zwei Leute auf dem Meereis und winken. „Wir beurteilten zusammen die Situation“, erklärt Doelman weiter und erinnert sich, dass sie nur noch rund 30 Minuten Zeit hatten, bevor es zu dunkel für eine Landungn geworden wäre. „Wir hatten nicht von vermissten Personen gehört, hatten aber das Gefühl, dass wir nicht einfach nach Hall Beach zurückfliegen konnten, schliesslich ist dies die Arktis und es wurde bald dunkel.“
Der Pilot war bisher noch nie mit Rädern auf dem Eis gelandet. Daher zog er die Räder über das Eis, um zu kontrollieren, ob das Eis das Gewicht des Flugzeugs aushalten würde. Nachdem Doelman das Flugzeug neben dem Lager der beiden zum Stillstand gebracht hat, beginnt er gleich wieder mit den Startvorbereitungen. Er errechnet, dass sie rund 15 Minuten am Boden bleiben können, bevor es zu dunkel zum Starten werden würde. Sie laden die beiden Jäger ein, einzusteigen und bald schon sind sie wieder in der Luft. Als sie den beiden Essen und heisses Wasser anbieten, fragen diese, ob das Flugzeug auch ihren Freund gefunden hätte. „In diesem Moment rutschte mir das Herz in die Hose, als ich von dem dritten Jäger hörte. Es war unglaublich“, meint Doelman. Die drei Jäger (zwei Erwachsene und ein Teenager) waren seit drei Tagen draussen gewesen und wollten rund 40 km südlich von Hall Beach Rentiere jagen. Doch ihr Schneemobil blieb liegen und ihr Notsignalgerät funktionierte nicht. Während einer der Jäger zurück nach Hall Beach lief, bauten die beiden anderen ein Lager. Doch nach zwei Tagen war noch immer niemand gekommen.
Nach der Aufnahme der beiden Jäger wird es zu dunkel für eine Suche und auch der Sprit geht langsam aus. Daher funkt Doelman den Flugplatz in Hall Beach an und alarmiert die Polizei, die gleich mit einigen Bewohnern eine Suche organisiert. Der dritte Jäger wird früh am nächsten Morgen in der Nähe von Hall Beach gefunden, unterkühlt und mit Frostbeulen, aber sonst in guter Verfassung, genauso wie die beiden anderen Jäger. „Die drei sind wohl die grössten Glückspilze der Arktis, die ich kenne“, meint Doelman. „Solche Such- und Rettungsmissionen sind normalerweise nicht unser Ding, aber wir üben sie trotzdem. Und jetzt wissen wir auch, warum. Es zeigt, dass wir trainieren müssen, um für genau solche Dinge bereit zu sein.“
Quelle: Canadian Broadcasting Company News
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