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Rasch fiel ihrer Pflegemutter Reenas rechtes Auge auf: «Die Pupille war geweitet, und so sah ich den Grauen Star eindeutig.» Keine zwei Wochen später hat Meena Rajwhak mit Reena die CBM-geförderte Klinik in Biratnagar im Südosten Nepals aufgesucht.
Reenas alleinstehender Vater ist schwer alkoholkrank und kümmert sich nicht um die 11-Jährige. Von der Mutter ist sie längst verlassen worden, als diese für eine andere Beziehung wegzog. Auf die damit elternlose Reena stiess zufällig Meena Rajwhaks Schwester, die im selben Dorf lebt. Kurzentschlossen brachte sie das Mädchen zu Meena Rajwhak. Ihre gleichaltrige Tochter war sieben Jahre zuvor gestorben. Aufgrund eines Diagnosefehlers im regionalen Spital wurde die richtige Behandlung viel zu spät vorgenommen. Sie war ein Wunschkind gewesen. «Eine Tochter zu haben, finde ich wunderbar», verrät Meena Rajwhak. «Nach ihrem Tod bewahrte ich ihre Kleider auf. Jetzt habe ich all diese Kleider Reena gegeben.»
Die Pflegeeltern bestreiten den Lebensunterhalt mit einer kleinen Strassenküche. Die auf einem Freiluftherd gekochten Speisen geniessen die Gäste in einem kleinen Raum neben dem Wohnhaus.
Reena und ihre Pflegemutter haben sich bereits nach zwei Wochen gut kennengelernt: «Reena geht gern zur Schule und interessiert sich für die Fächer », freut sich Meena Rajwhak und fügt schmunzelnd hinzu: «Beim Essen schiebt sie alles Grüne beiseite. Kartoffeln isst sie hingegen gerne.» Reenas Blick verrät Vertrauen und Zuneigung.
Gleich am ersten Tag hat Meena Rajwhak die weite Pupille und die hellgraue Scheibe im rechten Auge von Reena bemerkt. «Wenn ich das gute Auge schliesse», schildert Reena, «sehe ich völlig verschwommen und erkenne nichts mehr. Schon seit einem Jahr ist das so.» Auf den Rat eines Dorfältesten hin begeben sich die beiden zur BMgeförderten Klinik in Biratnagar. Dort steht die Diagnose Grauer Star schnell fest und Reena wird eine künstliche Linse implantiert. Seitdem sieht Reena wieder klar, kann wieder unbeschwert umherspringen und gut von der Schulwandtafel lesen. Die Zukunft scheint in hellem Licht!
Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie unseren Partnerkliniken, Betroffene aufzufinden und zu behandeln. So kann vermeidbare Blindheit geheilt oder verhütet werden. Bei einem Kind kostet die Operation am Grauen Star samt Vollnarkose und augenoptischer Nachsorge 180 Franken. Jeder Franken zählt!