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Auflösung und Liquidation eines Vereins
- wenn der Verein zahlungsunfähig ist und
- wenn der Vorstand nicht mehr statutengemäss bestellt werden kann.
Durch das Gericht kann ein Verein auf Klage der zuständigen Behörde oder eines Beteiligten aufgelöst werden, wenn der Zweck des Vereins widerrechtlich oder unsittlich ist (Art. 78 ZGB).
Liquidation und Vermögensverwendung
Das Verfahren bei der Liquidation des Vermögens der juristischen Personen richtet sich nach den Vorschriften von Art. 582 ff. OR, die für die Genossenschaften aufgestellt sind.
Wenn die Statuten oder die zuständigen Organe keine Bestimmungen über die Verwendung des Vermögens bei Auflösung treffen, fällt das Vermögen einer juristischen Person an das Gemeinwesen (Bund, Kanton, Gemeinde), wo der Verein den Sitz hatte (Art. 57 ZGB). Das Vermögen ist soweit möglich dem bisherigen Zweck entsprechend zu verwenden. Wird eine juristische Person wegen Verfolgung unsittlicher oder widerrechtlicher Zwecke aufgehoben, so fällt das Vermögen an das Gemeinwesen, auch wenn etwas anderes bestimmt ist.
Löschung im Handelsregister
Ist der Verein im Handelsregister eingetragen, so hat der Vorstand oder das Gericht dem Registerführer die Auflösung mitzuteilen, damit der Eintrag gelöscht wird (Art. 79 ZGB).
Fusion und Umwandlung von Vereinen
- Als übernehmende Gesellschaft mit Vereinen und, wenn sie im Handelsregister eingetragen sind, auch mit Genossenschaften ohne Anteilscheine.
- Als übertragende Gesellschaft mit Vereinen und, wenn sie im Handelsregister eingetragen sind, auch mit Kapitalgesellschaften und Genossenschaften.
Ein Verein kann sich in eine Kapitalgesellschaft oder in eine Genossenschaft umwandeln, falls er im Handelsregister eingetragen ist (Art. 54 Abs. 5 FusG).
Inhalt des Fusionsvertrages vom Verein
Der Fusionsvertrag zwischen Vereinen muss folgende Punkte enthalten (Art. 13 FusG)
- den Namen und den Sitz des Verein und die Rechtsform der beteiligten Vereine bzw. Gesellschaften, im Fall der Kombinationsfusion auch den Namen oder die Firma, den Sitz und die Rechtsform der neuen Gesellschaft bzw. des Vereins
- das Umtauschverhältnis für Anteile und gegebenenfalls die Höhe der Ausgleichszahlung
- Angaben über Funktion der Mitglieder des übertragenden Vereins beim übernehmenden Verein
- den Zeitpunkt, von dem an die Handlungen des übertragenden Vereins als für Rechnung des übernehmenden Vereins vorgenommen werden
- jeden besonderen Vorteil, der Mitgliedern eines Leitungs- oder Verwaltungsorgans oder geschäftsführenden Mitgliedern gewährt wird.
Fusionsbericht
Ein Fusionsbericht ist gemäss Art. 14 Abs. 5 FusG nicht notwendig.
Beschlussfassung
Der Vorstand muss den Fusionsvertrag bei der Generalversammlung zur Beschlussfassung unterbreiten. Bei Vereinen müssen mindestens drei Viertel der an der Generalversammlung anwesenden Mitglieder der Fusion zustimmen (Art. 18 Abs. 1 lit. e FusG). Das gilt auch für die Umwandlung vom Verein (Art. 64 Abs. 1 lit. e FusG).
Beurkundungspflicht
Eintrag ins Handelsregister und Rechtswirksamkeit von Fusion und Umwandlung
Ein Handelsregistereintrag der Fusion ist nur dann notwendig, wenn einer der Vereine dort schon vermerkt ist (Art. 21 Abs. 4 i.V.m. Abs. 1 FusG). Die Fusion von Vereinen, die im Handelsregister nicht eingetragen sind, wird mit dem Vorliegen des Fusionsbeschlusses aller beteiligten Vereine rechtswirksam. Sobald ein Handelsregistereintrag verlangt ist, ist der Eintrag ins Tagebuch des Handelsregisters massgebend (Art. 22 FusG).
Weitere Aspekte
Vereinsmitglieder können innerhalb von zwei Monaten nach dem Fusionsbeschluss frei aus dem Verein austreten. Der Austritt gilt rückwirkend auf das Datum des Fusionsbeschlusses (Art. 19 FusG).