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Old Mutual International will den Finanzdienstleister verklagen. Es geht um umstrittene Gebühren und Provisionen.
Der britische Vermögensverwalter Old Mutual International (OMI) habe Leonteq in einem informellen Schreiben darüber informiert, dass OMI ein Formular eingereicht habe. Mit diesem könne gegen Leonteq und weitere Parteien eine Klage beim High Court of the Isle of Man eingeleitet werden könne, teilte der Zürcher Anbieter von strukturierten Produkten am Freitag mit.
Es geht um Vorwürfe im Zusammenhang mit bestimmten Transaktionen mit strukturierten Produkten und den damit verbundenen Gebühren und Provisionen.
Die Einreichung eines Antragsformulars ist der erste Verfahrensschritt zur Einleitung eines Gerichtsverfahrens auf der Insel in der Irischen See. Leonteq weise in dieser Angelegenheit jegliche Forderungen vollumfänglich zurück und werde die eigene Position vehement verteidigen, schreibt das Unternehmen.
Während Leonteq auf dem formell gültigen Weg noch keine Dokumente erhalten habe, beinhalte die von OMI zugestellte Kopie des Antragsformulars eine kurze Beschreibung des Antrags. Sie enthalte weder aussagekräftige Informationen über die Rechtsgrundlagen, auf denen die Klage erhoben werde, noch die Rechtsbehelfe, die von OMI angestrebt würden, heisst es weiter in der Mitteilung.
Leonteq-Aktie fällt
Zum Verhältnis von OMI und Leonteq war auf Anfrage nichts Genaueres zu erfahren: Leonteq gebe grundsätzlich keine Auskunft zu einzelnen Kunden oder Custodians (Verwahrern), sagte ein Sprecher. Die Medienmitteilung veröffentlichte Leonteq, weil gewisse Medien von dritter Seite bereits selektiv Informationen erhalten hätten.
Die Papiere von Leonteq fielen am Freitag an der Börse um 1,6 Prozent auf 56,10 Franken. Auch der Gesamtmarkt zeigt sich leichter, der SPI verlor 0,2 Prozent.
Wirbel um Firmenspitze
Leonteq blickt auf eine turbulente Zeit zurück. Dazu gehört etwa der Umbau der Führungsspitze. Ab Mai übernimmt der bisherige Vizepräsident des Unternehmens, Lukas Ruflin, als Unternehmenschef die Führung. Im Oktober hatte Mitgründer Jan Schoch das Chefamt abgegeben und war aus der Geschäftsleitung zurückgetreten. Zudem kam es zu mehreren Wechseln im Verwaltungsrat.
Beim Gewinn ging es dagegen 2017 wieder aufwärts. Der Reingewinn stieg um 34 Prozent auf 23,1 Millionen Franken. Der massive Gewinneinbruch aus dem Vorjahr ist damit aber noch nicht ausgebügelt. 2016 brach der Gewinn von 68,6 Millionen Franken auf noch 17,2 Millionen Franken ein. In der Folge weitete Leonteq damals ein laufendes Kostensenkungsprogramm aus
(sda/mlo/mbü)