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Marcel
(spr. -ssell), Etienne, Prévôt der Kaufmannschaft von Paris, [* 2] hatte sich durch seine populäre Beredsamkeit Ansehen und Einfluß zu verschaffen gewußt, als er 1356 nach der Schlacht bei Poitiers auf der Versammlung der Reichsstände in Paris Abstellung der Mißbräuche des Feudalkönigtums, Entlassung mehrerer königlicher Beamten und Einsetzung einer aus den Ständen gebildeten Aufsichtsbehörde über die Finanzen forderte; ihn unterstützte der Bischof von Laon, Lecoq.
Der
Dauphin
Karl gab anfangs nach, als er aber dem
Streben
Marcels, die
Freiheiten von
Paris zu vermehren,
entgegentrat, rief dieser
Karl den
Bösen von
Navarra zu
Hilfe, bemächtigte sich an der
Spitze von bewaffneten Handwerkern und
Arbeitern mit blauroten
Mützen der Herrschaft in der Stadt und ermordete die
Marschälle
Clermont und
Constans vor
den
Augen des
Dauphins. Doch ward er schon 31. Juli einem Volksauflauf von einem seiner frühern Genossen,
Jean
Maillart, mit der
Streitaxt erschlagen, worauf
Paris sich dem
Dauphin unterwarf.
Vgl.
Naudet, La conjuration d'Étienne
Marcel (Par.
1815);
Perrens,
Étienne
Marcel, ou le gouvernement de la bourgeoisie (das. 1860);
Derselbe, É.
Marcel, prévôt
des marchands (in der
»Histoire générale de
Paris«, 1875).