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The Piano
Regie: Jane Campion
Darst.: Holly Hunter, Harvey Keitel, Sam Neill, Anna Paquin, Kerry Walker, Geneviève Lemon, Tungia Baker, Ian Mune, Peter Dennett, Te Whatanui Skipwith, Pete Smith u.a.
Mitte des 19. Jahrhunderts verlässt die stumme Ada mit ihrer neunjährigen Tochter ihre Heimat Schottland, um in Neuseeland eine arrangierte Ehe mit einem ihr völlig fremden Mann einzugehen. Bei stürmischer See werden Mutter und Tochter samt Adas geliebtem Piano an einem einsamen Strand der neuseeländischen Nordinsel abgesetzt. Als der künftige Ehemann, der britische Siedler Alisdair Stewart, mit seinen Männern am nächsten Tag endlich eintrifft, weigert er sich, das Klavier durch den unwegsamen Urwald zu transportieren, und lässt es am Strand zurück. Ada ist aufgebracht, denn das Klavierspiel bedeutet ihr alles, es ist sowohl Ersatz für ihre Stimme als auch Ausdrucksmittel ihrer Gefühle. Stewarts Nachbar George Baines hingegen erkennt sofort, welche Bedeutung das Klavier für Ada hat. Er kauft es Stewart ab und lässt es unter dem Vorwand, Klavierstunden zu nehmen, in seine Hütte bringen. Ada macht er das Angebot, sie könne sich ihr Instrument Taste um Taste zurückverdienen, wenn sie für ihn spiele und ihm dabei gewisse Wünsche erfülle. Zwischen Ada und George entwickelt sich eine heimliche Liebesbeziehung, bei deren Aufdeckung es zur Katastrophe kommt. Mit ihrem dritten Langspielfilm «The Piano» gelang Jane Campion der fulminante Durchbruch. Am Filmfestival von Cannes gewann sie als erste Frau die Goldene Palme, 1994 wurde sie in der Kategorie Regie für den Oscar nominiert und erhielt ihn für das beste Originaldrehbuch. Holly Hunter und die damals zwölfjährige Anna Paquin wurden mit Oscars für die beste Haupt- beziehungsweise Nebenrolle ausgezeichnet. Der renommierte Filmkritiker Roger Ebert schrieb seinerzeit: «‹The Piano› ist so aussergewöhnlich und eindringlich wie kein anderer Film, den ich gesehen habe. (…) Es ist einer dieser seltenen Filme, in denen es nicht nur um eine Geschichte oder einige Figuren geht, sondern um ein ganzes Universum von Gefühlen – darum, wie Menschen sich voneinander abkapseln, einsam und ängstlich sein können, darum, wie Hilfe aus unerwarteten Quellen kommen kann, und darum, dass man nie etwas erfährt, wenn man nicht fragt.» Heute gilt «The Piano» längst als zeitloses Meisterwerk.