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Anfang der Siebzigerjahre treffen zwei junge Rennfahrer in der Formel 3 aufeinander: Der gutaussehende Brite James Hunt (Chris Hemsworth) ist auf wie abseits der Rennstrecke ein Playboy, der sich nur zu gerne mit Frauen und Alkohol vergnügt und kein Risiko scheut, um zum Sieg zu gelangen. Nicht unterschiedlicher könnte sein österreichischer Gegner Niki Lauda (Daniel Brühl) sein: Stets mit viel Kalkül agierend, macht er sich mit seiner verkniffenen Art und seinem arroganten Auftreten bei niemandem beliebt. Dank seines in Österreich berühmten Nachnamens kann er sich jedoch genügend Geld zusammenleihen, um sich einen Sitz bei einem Formel-1-Rennstall zu kaufen. Und dank seines unglaublichen Gespürs für die technische Abstimmung der Rennboliden fährt er schnell die ersten Erfolge ein.
Auch Hunt schafft es in die Königsklasse Formel 1, wo er zwar seinen Charme spielen lässt, aber mehr durch seine Eskapaden anstatt durch seine sportliche Disziplin glänzt. Im Laufe der Rennsaisons werden Hunt und Lauda immer mehr zu direkten Konkurrenten. Auch abseits der Strecke ecken die gegensätzlichen Männer immer wieder an. Nachdem Lauda 1975 für Ferrari den Formel-1-Weltmeistertitel holen konnte, wird das Jahr 1976 schliesslich zum Schicksalsjahr für die beiden Fahrer.
Für die einen ist es der wohl sinnfreiste Sport überhaupt, für die anderen gibt es nichts Schöneres als die Motoren aufheulen zu hören. Der alljährlich um die Welt ziehende Formel-1-Zirkus polarisiert noch immer, ist aber längst nicht mehr so interessant, wie er das zu Laudas und Hunts Zeiten war. Die immensen Unterschiede der Rennställe, die merkwürdigen Regeln und viele finanzielle Schwierigkeiten sorgten kürzlich für Negativschlagzeilen. In Ron Howards Rush stehen die Fahrer und ihr Können noch im Vordergrund. Die Protagonisten James Hunt (Chris Hemsworth) und Niki Lauda (Daniel Brühl) könnten unterschiedlicher kaum sein. Die Geschichte zweier Konkurrenten, die sich in der Formel 3 zum ersten Mal gegenüberstanden und in der Formel 1 zu Legenden wurden. Rush ist ein leidenschaftlich inszeniertes Rennsportdrama, das auf der Strecke ungemeinen Spass macht, aber neben Motorenöl und nasser Unterlage auch einiges an Leerlauf bietet.
Der grosse Schwachpunkt des Filmes ist das Drumherum. Hunts wilder Lebensstil und Laudas kompromissloser Kampf um Anerkennung und Erfolg sind zwar gross in Szene gesetzt, wirken aber unangenehm trivial und nebensächlich. Noch eintöniger sind die Frauengeschichten der beiden Rennfahrer. Während sich Lauda schnell auf die Eine festlegt, macht Hunt seinem Namen alle Ehre und nutzt seine Berühmtheit dafür, Schönheiten aus aller Welt zu beglücken. Sicherlich gehören auch solche Dinge zu einem Sportfilm, der auf wahren Begebenheiten beruht, dennoch wäre ein wenig mehr Intensität wünschenswert gewesen. Richtig packend geht es auf dem Asphalt zu und her. Einerseits dank der sehr detailgetreuen Darstellung des Renntages, die den Zuschauer den Reifengummi förmlich riechen lässt. Das Highlight ist aber ohne Frage der Geschwindigkeitsrausch, die Crashs und der unerbittliche Kampf um den Sieg zweier Fahrer, die sich am liebsten an die Gurgel springen würden.
Fazit: Rush berauscht die Zuschauer vor allem mit seiner Rasanz auf der Rennstrecke und zwei faszinierenden Sportlern, die von Hemsworth und Brühl sensationell verkörpert wurden. Weniger fesselnd sind die Rennpausen, in denen wir Laudas und Hunts Privatleben nur Soap-ähnlich unter die Lupe nehmen dürfen.
Das Bild der Blu-ray ist äusserst kontrastreich, was den Formel 1-Szenen sehr zu Gute kommt und die Action noch greifbarer macht. Der Ton ist nichts für hörempfindliche Nachbarn. Der Motorenlärm bringt die Wohnstube zum Beben und sorgt dafür, dass man das Gefühl hat, live auf der Tribüne zu sitzen. Im Bonusmaterial gibt es neben ein paar entfernten Szenen und informativen Interviews auch eine Vielzahl an kurzen Featurettes, die als Ganzes eine Art Making-of ergeben und sich sehen lassen können.
Yannick Suter [yan]
Yannick arbeitet seit 2010 als Freelancer für OutNow. Sci-Fi-, Horror- und Mindfuck-Filme sind seine Favorites. Wenig anfangen kann er mit Kostümfilmen und allzu prätentiösen Arthouse-Produktionen. Wer aber etwas über äusserst verstörende Filme erfahren möchte, ist bei ihm an der richtigen Adresse.
Sehr stark gespielt von Brühl und "Thor" Hemsworth. Dazu ein herrlicher Blick in die damalige Zeit und hinter die Kulissen der Formel 1. Gegen Ende hätte es ein paar Minuten kürzer sein dürfen und überraschenderweise die letzten Renn-Szenen sind etwas zuviel geworden, aber das ist ein richtig starker Film geworden.
Für mich ganz klar ein Highlight dieses Jahres! Macht von Beginn weg Spass und es ist alles dabei um den Zuschauer während zwei Stunden zu unterhalten. Genau diese Art Filme mag ich sehr und als F1-Fan schlägt das Herz dann natürlich noch höher...
Ich runde meine 5.5 ohne mit dem Ohr zu zucken auf.