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In jeder Wohneinheit gibt es ein separates elektisches
Sicherungstableau.
Darauf sind verschiedene "Hebelsicherungen" zu sehen.
Die einen sind normale Sicherungen, (Leitungsschutzschalter, LS) welche
die Leitungen vor Ueberströmen und Kurzschlüssen
schützen.
Die andern sind kombinierte LS - Fehlerstromschalter (FI) Bild:
(Roter Pfeil: FI-Indikator,
siehe unten).
Fehlerstromschalter dienen primär dem Personen- und Brandschutz.
Die kombinierten FI-/LS-Schalter sind mindestens für jene
Sicherungsgruppen der Wohnung vorhanden, an denen ein
Badezimmer angeschlossen ist.
Wenn nun "die Sicherung rausfliegt"; also dieser Hebel nach
unten zeigt, kann das folgende Gründe haben:
- Auslösung wegen eines Kurzschlusses (Ein solcher ist
im Moment des Eintritt meist an einem Knall mit
Funkenbildung zu erkennen (z.B. in einem Stecker oder an
einem Kabel).
- Auslösung durch eine zu grosse Stromentnahme. Dieser
Fall ist jedoch eher unwahrscheinlich, denn man kann pro
Sicherung 13 Ampère dauernd beziehen, was einer
angeschlossenen Leistung von fast 3000 Watt entspricht. Wenn
man also nicht gerade drei Racletteöfen an der gleichen
Sicherung anschliesst und gleichzeitig noch den Staubsauger startet, so
sollte eigentlich nichts passieren.
- Auslösung durch einen so genannten Fehlerstrom.
Ein Fehlerstrom ist ein Strom, der nicht wie vorgesehen durch die
Rückleitung des Kabels zurückfliesst. Dieser kann
bei Unfällen (Haarfön fällt ins Wasser) oder
Isolationsfehlern auftreten. Der FI-Schalter schützt
dabei vor einer gefährlichen Elektrisierung, aber auch
vor Kriechströmen, welche einen Brand auslösen könnten.
Der Fehlerstrom
ist die wahrscheinlichste Ursache für das "Rausfliegen"
dieses "Sicherungstyps". Was
ist in diesem Fall zu tun und zu lassen?
Ursachen für Fehlerströme:
- "Interner" Isolationsdefekt bei einem geerdeten
Gerät:
Der Stromkreis "rinnt", irgenwo tritt Strom aus dem Hauptstromkreis, wo
er nicht sollte. Der Fehlerstrom fliesst aber über den
Schutzleiter (Erdung) zurück.
Bei einem ordnungsgemäss geerdeten Gerät (z.B.
Bügeleisen) ist dies nicht weiter tragisch und kommt
hie und da vor. Gefährdete Geräte sind jene mit
Heizelementen und Wasser, z.B. Kaffeemaschinen, Bügeleisen,
Tauchsieder, Waschmaschinen, aber auch
Racletteöfeli u.ä. Der Nachteil und gleichzeitig
die Gefahr ist, dass man sie an einer Steckdose mit
FI-Schalter nicht mehr betreiben kann.
Bevor das Gerät allenfalls an
einer nicht FI-geschützten Steckdose betrieben wird,
sollte es von einer Fachperson überprüft werden!
- Elektrisierung einer Person: Auch hier "rinnt" der
Stromkreis, ein Fehlerstrom fliesst über eine Person
oder sonstwie zur Erde ("externer" Isolationsdefekt,
Wassereintritt, beschädigtes Gehäuse oder defekte
Isolation, Unfall).
Falls Sie elektrisiert worden sind,
herrscht Lebensgefahr (welche durch den
Fehlerstromschalter abgewendet werden konnte).
In diesem Fall darf das betreffende Gerät keinesfalls
weiterverwendet werden und muss getrocknet, repariert oder
entsorgt werden!
Falls die "Hebelsicherung" tatsächlich durch einen Fehlerstrom
ausgelöst wurde, ist dies vom geübten Auge daran erkennbar,
dass im leider bereits blau erscheinenden Fenster (roter Pfeil im Bild)
eine weitere hellblaue Klappe erscheint, die beim Wiedereinschalten
verschwindet.
Im andern Fall (Kurzschluss, Ueberstrom oder manuelles Ausschalten)
erscheint im blauen Fenster keine zusätzliche blaue
Klappe.
Die beiden Zustände sind aber durch ein geübtes Auge
auseinanderzuhalten. Am besten ist der Unterschied zu sehen,
wenn man gerade auf den FI/LS-Schalter blickt und ihn von der
Seite unter einem Winkel von 45 Grad mit einer Taschenlampe
anleuchtet.
Im Zweifelsfall Elektrofachmann beiziehen.