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von Daniel Bartholdi, Rehetobel (CH) und Jürgen Kronenberg,Nürtingen (D)
Ein Fahrrad mit Gangschaltung war in den 1930er Jahren sicher für viele Fahrradbenutzer purer Luxus – für manchen jedoch schon ein bezahlbarer Komfort. Radler, die über ein größeres Budget verfügten, stießen im Angebot des Schweizer Rappa-Werkes auf einen besonderen technischen Leckerbissen: Eine 4-Gang-Tretlagerschaltung. Der ausgesprochen breite Übersetzungsbereich dieses Getriebes stellte alles in den Schatten, was seinerzeit auf dem Markt verfügbar war.
Zwar hatte man bereits seit der Jahrhundertwende in Großbritannien die Entwicklung der 2- und 3-Gang-Nabenschaltungen vorangetrieben. Und in Deutschland war Fichtel & Sachs ab 1907 mit der 2-Gang-Torpedo gut im Geschäft. Finanziell interessant waren diese technischen Fortschritte jedoch zunächst nur für die Zulieferindustrie, kaum jedoch für die Fahrradfabrikanten.
Ende der 1920er Jahre erkannten wohl einige Radhersteller, dass sie sich vom Wettbewerb abgrenzen mussten, wollten sie am Verkauf von Fahrrädern weiterhin verdienen. Oder Marktanteile hinzugewinnen. Die Räder aus eigener Produktion mit einer selbstentwickelten Gangschaltung auszustatten erwies sich hier als eine Möglichkeit. So konnte die eigene technische Kompetenz unterstrichen und gleichzeitig dem Kunden ein realer Mehrwert verkauft werden. Besonders hohe Ansprüche sollten die Tretlagerschaltungen aus Deutschland, vor allem aber aus der Schweiz, erfüllen.