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| Gregor v. Nyssa (†394) - Gespräch mit Makrina über Seele und Auferstehung (Dialogus de anima et resurrectione)

§2 Die Seele in ihrem Verhältnis zu den Elementen.
1.
Die Lehrerin machte dann folgenden Vorschlag: „Wir müssen also den Ausgangspunkt feststellen, den unsere Untersuchung nehmen soll, und von dir mag die Verteidigung der entgegengesetzten Anschauungen übernommen werden; denn mir scheint, daß deine Denkweise dich zu dieser Rolle geeignet macht. So wird die wahre Ansicht durch das Gegenteil beleuchtet werden.“ Nachdem sie diese Anordnung getroffen, gab ich ihr die Versicherung, daß ich die Einwände, die ich vorbringen würde, nicht selbst für ernst halte, sondern daß sie einzig dazu dienen sollen, die Glaubenslehre über die Seele nur desto fester zu begründen, wenn alle Einwände als hinfällig sich erwiesen. Darauf sprach ich: „Könnten die Vertreter der gegenteiligen Meinung nicht darauf hinweisen, daß der Körper, weil zusammengesetzt, sich [S. 247] vollständig in die Bestandteile auflöse, aus denen er besteht? Ist das Band, das die Elemente im Körper zusammenhält, gelöst, so strebt jedes in entsprechender Weise zu dem ihm Verwandten hin, da die Natur der Elemente selbst mit einer gewissen Notwendigkeit dem Gleichartigen zuführt, was zu ihm gehört. So wird sich die Wärme in unserem Körper wieder mit Wärme verbinden und das Erdartige mit dem Festen und so jeder der übrigen Grundstoffe zu dem ihm Verwandten kommen.“