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erleidet leine Veränderung durch Feuchtigkeit;
es be- wirkt große Arbeitsersparnis, weil weniger Bohr- löcher von geringerm Durchmesser erforderlich sind, ferner Ersparnis an Kosten;
obgleich nämlich Dynamomaschinen 3^/2- bis 4mal soviel kostet als Pulver, leistet es doch 8mal soviel;
ferner verbreitet es keine schäd- lichen Gase; [* 2]
außerdem ist seine Anwendung, wenn die Arbeiter über seine Eigenschaften gehörig belehrt sind, verhältnismäßig gefahrlos.
Die Produktion an^D. beträgt in Europa [* 3] etwa 7000 t. Für den Gebrauch wird das Dynamitpulver in 6-7 cm lange und 1,5-2 cm dicke Patronen aus Pergament fest eingedrückt. In Steinkohle kann das Pulver locker verwendet werden. Zur Zündung bedient man sich einer Zündschnur mit aufgeschobe- nem und mittels Zange [* 4] darauf festgctniffenem Zünd- hütchen; diese wird 3 cm tief in das Pulver gescho- ben, dies fest angedrückt und die Patrone mit einem Papicrstöpsel geschlossen.
Die Verdammung wird aus losem Sande hergestellt. Anstatt der Zünd- schnüre (s. Leitfeuer) benutzt man vorteilhafter die elektrische Zündung, d. h. man entzündet die aus Ka- liumchlorat und Schwefelantimon oder Phosphor- kupfer bestehende Zündmasse durch den elektrischen Funken. Über Herstellung, Aufbewahrung, Trans- port und Verwendung des Dynamomaschinen s. Sprengstossgesetz.
Vgl. Jahresbericht über die Leistungen der chem. Technologie, hg. von N. von Wagner und Fcrd. Fischer (Lpz. 1870 fg.);
I.Mahler, Die moderne Sprengtechnik (Wien [* 5] 1873);
E. von Meyer, Die Er- plosivkörper (Vraunschw. 1874);
Trauzl, Die neuen Sprengstoffe (Wien 1885);
Guttmann, Handbuch der Sprengarbeit (Vraunschw. 1893);
Häußermann, Sprengstoffe und Zündwaren (Stuttg. 1894).
Dynamitgeschütze, s. Pneumatische Geschütze. [* 6] Dynamitgesetz, s. Sprengstoffgesetz. Dynamitkanonen, s. Pneumatische Geschütze. Dynamo-elektrische Maschinen, s. Dynamo- maschinen. Dynamolögie (grch.), Lehre [* 7] von den Natur- kräften, auch von den Kräften der Arzneien. Dynamomaschinen (grch. ä^uamiZ, «Kraft»), [* 8] Dynamo-elektrische Maschinen oder auch schlechtweg Dynamo, im weitern Sinn alle Ma- schinen zur Erzeugung von elektrischem Strom unter Auswendung motorischer Kräfte, im engern nach dem Dynamoprincip (s. d.) konstruierte Maschinen. In ihrer heutigen Gestalt bildet die Dynamo- maschine einen vollendeten Apparat, worin die Umwandlung der eingeleiteten mechanischen in elektrische Energie sich nach einem Güteverhältnis vollzieht, das sür Verbcsserungen nur noch wenig Spielraum läßt.
Aber selbstverständlich hat sie eine ganze Reihe sehr wesentlicher Verbesserungen durch- zumachen gehabt, ehe sie auf dem heutigen Stand- punkt angelangt war und die Grundlage einer großen, durch sie geschaffenen Industrie, der heuti- gen Elektrotechnik, besonders des Elettromaschinen- baues, werden konnte. Doch liegt die Konstruktion der ersten derartigen, damals freilich noch nicht nach dem Dynamoprincip ausgeführten Maschine [* 9] kaum 60 Jahre hinter uns. Anfang der zwanziger Jahre hatten Faraday und Varlow gezeigt, wie man elektrischen Strom in Bewegung und damit Strom- encrgie in mechanische umsetzen könne; 1831 gab Faraday durch seine Entdeckung der Induktion [* 10] (s. d.) den Nachweis der Umkchrbarkeit dieser Um- wandlung und damit die Grundlage jeglicher Er- zeugung von elektrischer Energie unter Auswand von mechanischer.
Die Anwendung lieh nicht lange auf sich warten. Schon das folgende Jahr, 1832, brachte die ersten Maschinen, die von Dal Negro und von Pirii, letz- tere im September durch Hachette der Pariser Akademie vorgelegt. (S.Tafel: Dynamomaschi- nen I, [* 1] Fig. 1.) Bei beiden wird der Strom er- zeugt in auf Weicheisen gewickelten Drahtspiralen oder Spulen, die gegenüber den Polen eines Magnets derartig bewegt werden, daß sie sich die- sen annähern und sich wieder von ihnen entfernen.
Bei Dal Negro ist diese Bewegung eine oscilla- torisch hin und her gehende, bei Pirii wie bei säst allen spätern Maschinen eine drehende. Ursache des Stroms ist bei beiden der Hauptsache nach die Än- derung des magnetischen Zustandes der Spulen- kerne. Diese werden bei Annäherung an die Pole durch magnetische Induktion zu einem Magneten, verlieren den erlangten Magnetismus [* 11] aber ebenso schnell wieder bis aus Spuren, den sog. remanenten Magnetismus, wenn sie sich wieder von ihm ent- fernen.
Nur in geringem Grade trägt zur Erzeugung des Stroms bei die Bewegung des die Spule bilden- den Drahtes selbst in Bezug auf den Magneten oder, wie man sich heute ausdrückt, in Bezug auf das von ihm gebildete magnetifche Feld (s. d.). Das Gleiche gilt noch für längere Zeit für alle folgenden Kon- struktionen, von denen hier nur die von Saxton (1833), von Clarke und von Iacobi (1835), ferner die von Stöhrer (1844) mit sechs, statt wie bisher mit nur zwei Polen, und endlich die ersten eigent- lichen Großmaschinen, die von Nollct (1849) und von Holmes (1856) mit 50 bis 60 und mehr Polen, noch genannt werden mögen.
Mit einer Maschine der letztern Konstruktion wur- den 1857 im Auftrage der engl. Regierung unter Leitung von Faraday bei Vlackwall Versuche an- gestellt, die zur Ausrüstung des einen der beiden Leuchttürme von South-Foreland mit einer solchen führten, der zum erstenmal in dem neuen elektrischen Licht [* 12] erstrahlte. Aus der von Nollet bildete sich nach einer Reihe von Umgestal- tungen die Maschine der Pariser Compagnie L'Älliance (s.Taf.I, [* 1] Fig. 4), die vielfach gleich- falls zur Stromlieferung für Leuchttürme, aber auch zur Beleuchtung [* 13] von Vauarbeiten bei Nacht, fo u. a. beim Sueskanal, [* 14] benutzt wurde und auch im Deutfch-Franzöfischen Kriege von 1870 und 1871 eine Rolle spielte, wo sie durch Beleuchtung des Vorgeländes vom Mont-Valerien aus die nächt- lichen Arbeiten der Belagerer erschwerte. Da es nur auf die Relativbewegung der Spule in Bezug auf die Pole ankommt, so ist es im Prin- cip gleichgültig, ob, wie bei Pirii, der Magnet, oder, wie bei den meisten spätern, die Spulen sich bewegen, oder ob endlich, was vielfach vorgeschlagen, der kon- struktiven Schwierigkeiten halber aber wohl kaum ausgeführt worden, zur Vergrößerung der Relativ- geschwindigkeit und damit der den Strom erzeugen- den elektromotorischen Kraft beide einander entgegen bewegt werden. Die erzeugten Ströme sind (wenn von den für die Praxis unbrauchbaren Unipolar- maschinen ^s. d.^ abgesehen wird) in allen Fällen Wechselströme, d. h. sie wechseln ihre Richtung im Augenblick des Übergangs von gegenseitiger An- näherung von Spule und Pol in Entfernung der- selben voneinander, also in dem Augenblick, in welchem erstere den letztern gegenüberstehen. Für eine ganze Reihe von Anwendungsformen sind sie ¶
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so ader nicht zu gebrauchen, müssen vielmehr durch einen besondern Apparat, den Kommutator oder Kollektor [* 16] (s. d.), dessen Funktion derjenigen der Steuerung einer Dampfmaschine [* 17] sehr nahe verwandt ist, in gleichgerichtete oder, wie man sie kurz nennt, in Gleichströme verwandelt werden, und man unter- scheidet hiernach Maschinen mit Steuerung oder Gleichstrommaschinen und Maschinen ohne Steuerung oderWechselstrommaschinen. Die ersten Maschinen waren Wechselstrommaschinen, und erst an einer spätern Ausführung brachte Pirii einen Kommutator an. Von den spätern Großmaschinen waren die von Rollet und von Holmes Glcichstrom- maschinen, die Allianccmaschine nur in ihren ersten Ausführungen; in der Folge ließ man den Kommu- tator weg, weil er der großen Zahl der Wechsel hal- ber, die er bei der Vielheit der Pole bei jeder Um- drehung zu vollziehen hatte, sich als eine Quelle [* 18] be- ständiger Störungen und großer Verluste erwies und Vogcnlichtbeleuchtung, die einzige Anwen- dungsform der damaligen Maschinen, auch mit Wechselstrom möglich war.
Waren alle bis jetzt besprochenen Maschinen im letzten Grunde Nachbildungen der Pirii-Maschine, von der sie sich nur durch ihre Größe und durch die Anzahl der Pole und die hierdurch bedingte kon- struktive Umgestaltung des Kommutators unter- schieden, so fehlte es doch auch schon damals nicht an Vorschlägen zu Änderungen principieller Art, durch die, wenn man ihren Wert erkannt und sie weiter ausgebildet hätte, manche der sehr viel spä- tern Verbcsserungen der Maschine würden vorweg- genommen sein.
Dies gilt sowohl hinsichtlich der Anordnung der Spule bez. des von ihrer Gesamt- heit gebildeten Induktors oder, wie er heute meist genannt wird, des Ankers, als auch hin- sichtlich der Zusammenfassung der in ihm erzeugten Ströme, der Steuerung. So hatte bereits 1841 Elias in seiner «Lesoki'^viuss eonoi' uieuve Nac1iin6 t61' ä^U^VoillliNF V3.U 1i6t I^i6cti'0INlIZI16ti3MU8 klg L6^v663ivlac1it» (Haarlem) [* 19] dem Anker [* 20] die heute meist gebräuchliche Form des sog. Ningankers (s. d.) ge- geben, indem er die Spulen auf einem einzigen, in sich zurücklaufenden, also einen geschlossenen Ring bildenden Weicheisenkern anordnete, den er vor den Polen des Magneten sich drehen ließ (s. Taf. I, [* 15] Fig. 2). Dadurch wurden nicht allein die einzelnen Windungen der Spulen selbst in unmittelbare Nähe der Pole, vor denen sie sich vorbeibewegten, gebracht, und dadurch in sehr viel höherm Grade als bisher zur Stromerzeugung mit herangezogen, es trat auch an die Stelle der beständigen Umkehr des Magne- tismus innerhalb der Kerne bei jedem Polwechsel die für den zeitlichen Verlauf des Stroms i'chr viel gün- stigere gleichförmige Verschiebung der Pole inner- halb des Ringes.
Anen Anlauf [* 21] nach derselben Rich- tung hin hatte vor Elias schon Wheatstone (1841) genommen, war ader aus halbem Wege stehen ge- blieben. Es folgten Greenough (1851), Pacinotti (1860; s.Taf.I, [* 15] Fig. 5), Worms [* 22] de Romilly (1806), Siemens (1867) und endlich Gramme (1870), die, jeder ohne von den vorigen zu wissen, den Ring- [* 23] ankcr immer wieder aufs neue erfanden. Siemens erreichte dasselbe Ziel schon 1856 mit seinem be- kannten Cylinder-Induktor (s. d.) auch noch auf einem andern Wege (s. Taf. I, [* 15] Fig. 3). Die erste wesentliche Verbesserung in der Zu- sammenfassung der Ströme rührt von Wheatstone her, der 1841 den in seinem zeitlichen Verlauf sehr ungleichmäßigen Strom der damaligen Maschine dadurch zu einem gleichmähigern machte, daß er mehrere Maschinen, jede mit einem eigenen Kom- mutator versehen und gegen die benachbarten um den gleichen Winkel [* 24] versetzt, staffelförmig, wie die Stufen einer Wendeltreppe, auf einer einzigen Achfe anordnete.
Durch entsprechende Verbindung der den Strom abnehmenden Kommutatorfedcrn oder Bürsten (s. d.) konnten die veränderlichen Ströme der Einzelmaschinen zu einem Summenstrom ver- einigt werden, der, wie leicht ersichtlich, wie der Förderstrom einer Reihe gegeneinander versetzter Kurbelpumpen, um so gleichmäßiger stießen mußte, je größer die Zahl der Einzelmaschinen der von Wheatstone LiLctro - in^uotie d^Nor^ genannten Verbindung ist. Denselben Gedanken hatte dann 1860, ohne von Wheatstone zu wissen, auch der Pro- scssor an der Universität Pisa, [* 25] Antonio Pacinotti, durchgeführt, war aber noch einen Schritt weiter ge- gangen.
Wheatftones Konstruktion war im Grunde genommen weniger eine Maschine als ein Aggregat von Maschinen und infolge der vielen Einzclstcue- rungcn verhältnismäßig kompliziert. Pacinotti, der übrigens auch seine Schleifen nicht wie Wheatstone staffelförmig, sondern in einem einzigen großen Kreise [* 26] bez. auf einem Ringe liegend anordnete, erfetzte die letztern durch eine einzige für alle Schleifen dienende Steuerung, dcnK o ll e k to r(s.d.). Andere Steuerun- gen zu demselben Zweck gaben schon vorher Daven- port (1837), Grecnough (1851) und Bcssolo (1855); letztere beide der von Pacinotti nahe verwandt.
Die- selben sind aber kaum häufiger angewandt worden. Waren also nicht allein die beiden Haupttypen des Ankers der heutigen Dynamo, der Ring und der Cylinder oder die Trommel, sondern auch die Steuerung derselben bereits bekannt und wäre durch eine geschickte Zusammenfassung derselben immerhin etwas Bedeutendes und in vielen Fällen Brauch- bares geschaffen worden: ein neuer, wichtiger Zweig der Industrie, wie dies in der That geschehen ist, würde aber wohl schwerlich durch dieselbe ins Leben gerufen worden sein.
Dazu fehlte noch als Schluß- stein die 1867 erfolgte Entdeckung Werner Siemens', das von ihm so genannte Dynamo Princip (s. d.). Die erste nacb diesem Princip gebaute Maschine ist auf Taf. I, [* 15] Fig. 6 dargestellt. War man bis dahin für das Magnctgcstell auf Stahlmagncte angewiesen, deren Magnetismus im Verhältnis zu ihrer Masse gering und die zudem durch die bei der raschen Umdrehung des Induktors unvermeidlichen Stöße einen großen Teil dieses Magnetismus sehr bald wieder verloren, so zeigte nun Diemens, wie man viel stärkere Maschinen als bisher ganz ohne Anwendung permanenter Ma- gnete herstellen könne, womit, wie er in sofortiger Erkenntnis der ungeheuern Tragweite seiner Ent- deckung seine Mitteilung an die Akademie schließt: « der Technik nun die Mittel gegeben sind, elektrische Ströme unbegrenzter Stärke [* 27] auf billige und bequeme Weise überall da zu erzeugen, wo Arbeitskraft disponibel ist, eine Thatsache, die auf mchrern Gebieten derselben von wesentlicher Be- deutung sein wird». Wie sehr er mit dieser seiner Prophezeiung recht hatte, sollte sich bald zeigen und würde sich noch früher gezeigt haben, wenn eine der soeben besprochenen Konstruktionen, namentlich die von Pacinotti, die, für das Physik. Kabinett der Uni- versität Pisa gebaut und nur in einer wenig verbrei- teten ital. Zeitschrift, dem «^uovo (^iinLuto», ¶