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Im US-Bundesstaat South Carolina ist am Dienstag ein Gesetz verabschiedet worden, das Abtreibungen nach der sechsten Schwangerschaftswoche verbietet. Ausnahmen bilden etwa Vergewaltigungen, Inzest oder die Gefährdung der Schwangeren selbst. Zuvor waren Abtreibungen auf Verlangen bis zur 22. Woche möglich.
Am gestrigen Donnerstag trat das Gesetz bereits in Kraft: Gouverneur Henry McMaster unterschrieb den Gesetzestext und schrieb auf Twitter: «Ab sofort beginnen wir damit, das Leben ungeborener Kinder zu retten. Wir sind bereit, das Gesetz gegen alle Herausforderungen zu verteidigen, denn es gibt kein wichtigeres Recht als das Recht auf Leben.»
Damit nähert sich South Carolina den zahlreichen Bundesstaaten im Süden der USA an, in denen bereits ein komplettes Abtreibungsverbot herrscht. Abtreibungen in den ersten sechs Schwangerschaftswochen sind nicht die Regel, da viele Frauen zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wissen, dass sie überhaupt schwanger sind. Zudem haben viele Abtreibungskliniken lange Wartelisten, womit das Gesetz Kritikern zufolge de facto fast einem Verbot gleichkommt.
In Florida und in North Carolina soll das Abtreibungsgesetz ebenfalls bald verschärft werden. In beiden Staaten soll eine Abtreibung nach der 12. Woche verboten werden. Für Frauen aus dem «Bible Belt», in dem evangelikaler Protestantismus ein integraler Bestandteil der Kultur ist, würden diese Gesetze den Zugang zu Abtreibungsmöglichkeiten weiter stark einschränken. Bislang kamen viele Frauen aus der Region mit dem Wunsch einer Abtreibung nach North und South Carolina, weil der Eingriff an ihrem Wohnort illegal gewesen wäre.
Auch weltweit sind die Abtreibungsgesetze sehr unterschiedlich. In der Schweiz ist der Schwangerschaftsabbruch seit 20 Jahren erlaubt. Am 2. Juni 2002 stimmte die Bevölkerung mit über 72 Prozent dafür, die Abtreibung bis zur 12. Schwangerschaftswoche zuzulassen. Die Entscheidung beendete eine jahrzehntelange Debatte. Ein erster Versuch erfolgte 1977, er scheiterte an der Urne knapp.
Auch in den meisten anderen westeuropäischen Ländern ist eine Abtreibung bis zur 12. Woche legal. In diesem Jahr zog mit Finnland ein weiterer Staat nach, damit sind Abreibungen in Europa nur noch in Ungarn und Polen illegal. Ausnahmen sind dort, wie übrigens auch in den meisten streng-katholischen Ländern Südamerikas, Asiens und Afrikas sowie in der arabischen Welt, jedoch möglich. Beispielsweise bei Gefahr für Leben oder Gesundheit der Mutter, Vergewaltigung, Behinderung des Fötus oder sozialer Notlage.
Die Badehose war schon entstaubt, der Grillplatz gereinigt. Und nun kommt doch der Winter zurück. Die Schweiz hat gerade mit Minimaltemperaturen um den Gefrierpunkt zu kämpfen. Der April zeigt sich also wieder von seiner widerspenstigen Seite.