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Damals war es eine Selbstverständlichkeit, dass für den Kindergartenbesuch bei «Tante Bürkli» der Weg ins Dorf nach Meilen und später auch für den Unterricht in der Sekundarschule zu Fuss zurückgelegt wurde.
Mütterlicherseits lag Albino die Berufung zur Lehrertätigkeit wohl im Blut, und daher war es nicht verwunderlich, dass er am Lehrerseminar in Küsnacht zum Primarlehrer ausgebildet wurde. Bereits dort unterrichtete er jüngere Seminaristen in Stenografie. In jener Zeit begeisterte ihn aber auch die Aktivität im Kadettenkorps Meilen, das er zum Schluss als Hauptmann führte.
In Neubrunn, das an der Grenze zum Kanton Thurgau liegt, trat er seine erste herausfordernde Stelle an und unterrichtete fünf Klassen im gleichen Schulzimmer. Bald wechselte er ins Probsteischulhaus nach Zürich-Schwamendingen, besuchte nebenher aber auch Vorlesungen an der Uni. Schliesslich entschloss er sich, Naturwissenschaften zu studieren. Um sein Studium finanzieren zu können, arbeitete er zwischendurch an verschiedenen Orten als Hilfslehrer, wohnte wieder zuhause in Feldmeilen und pendelte einige Jahre nach Zürich (damals noch ohne S-Bahn).
Seine Dissertation schrieb er über die 200-jährige Luftdruckreihe von Mailand. An der Kantonsschule Enge unterrichtete er mit grosser Freude und Begeisterung als Hauptlehrer für Geographie Gymnasiasten in meist 13 Klassen. Nach einigen Jahren wurde ihm der Professor-Titel verliehen. Für eine Diplomarbeit zeichnete er nach einem amerikanischen System vier Klimakarten der Schweiz.
Viel Bewegung in jungen Jahren legte wohl die Basis für zahlreiche Sportarten und Albino Behrens bis heute vorhandene Fitness. Auch während seiner beruflichen Engagements hat er intensiv Sport betrieben. Seine Passion war der Orientierungslauf, wo er sich in zahlreichen Meisterschaften unter den Besten in der Schweiz klassierte. Zudem machte er Vierkampf mit den Disziplinen Laufen, Schwimmen, Fechten, Schiessen. Er war auch begeisterter Langläufer und bestritt zahlreiche Skimarathons im Engadin.
Nach der Rekrutenschule in Luzern folgten die UOS und OS, hernach führte er im Entlebuch sieben Jahre eine Kompagnie und ebenso viele Jahre das Bataillon. Als Oberstleutnant war er am Schluss Alpinoffizier eines Armeekorps. Sein Engagement für den Wehrsport hatte zur Folge, dass er die Armeesportkommission der Schweiz während 16 Jahren präsidierte. Zudem wurde er in die eidgenössiche Sportkommission berufen, wo sportverantwortliche Spitzenleute aus der ganzen Schweiz vertreten waren.
Politisch ist Albino Behrens ein FDP-ler. Er war FDP-Präsident und Schulpfleger im Kreis 9 in Zürich (Altstetten und Albisrieden) sowie während 19 Jahren Gemeinderat in der Stadt Zürich. Als Quartiervereinspräsident von Albisrieden verwaltete er mit seinem Team auch das Albisriederhaus mit Saalbetrieb und Restaurant.
Nach der Pensionierung 1994 verlegte Albino Behrens seinen Wohnsitz von Zürich wieder zurück nach Meilen, wo ein Neubau sein Vaterhaus ersetzte. Er engagierte sich auch hier immer wieder in Vereinen und anderen Institutionen. So war er Mitbegründer des Vereins SfS (Senioren für Senioren) in Meilen und ist Mitglied der FDP Meilen.
Von einem früheren Leiter der EW Meilen wurde er angefragt, ob er bereit wäre, für eine Jubiläumsschrift in den alten Akten Interessantes aufzustöbern. Dafür mussten erst die zum Teil in alter deutscher Handschrift verfassten Dokumente gesichtet und für alle lesbar umgeschrieben werden. Es wurde eine jahrelange Aufgabe, bis die vielen Verträge und Pläne schliesslich geordnet, erfasst und archiviert werden konnten. Ganz besonders faszinierten ihn das Quellwasser aus dem Goldingertal und die vor über 100 Jahren verlegte Wasserleitung nach Meilen. Schliesslich resultierte daraus eine aufschlussreiche Dokumentation, die als Broschüre bei ihm erworben werden kann.
Bezeichnend für Albino Behrens ist, dass er nach wie vor viel unternimmt, Aufgaben neugierig anpackt und durch seine ruhige, konziliante Art wertvolle Beziehungen und Verbindungen pflegt. Zudem sammelt er schöne Steine, Fossilien und Mineralien und freut sich auch heute noch immer wieder, wenn er an deren Fundorte zurückdenkt.
Seinen 90. Geburtstag am 29. Januar feierte Albino Behrens im engsten Familienkreis im Bernbiet. Wir wünschen ihm nachträglich alles Gute, gute Gesundheit und dass er weiterhin so geistig fit, liebenswert, engagiert und aktiv bleiben möge!