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IBM Q sei industrieweit die erste Initiative, um einen kommerziell nutzbaren, universell einsetzbaren Quantencomputer
für Wirtschaft und Wissenschaft zu entwickeln, schreibt Big Blue in einer Mitteilung. Der Konzern strebe an, in den nächsten Jahren ein IBM-Q-System zu konstruieren, das die magische 50-Qubit-Grenze erreicht. Es gilt gemeinhin, dass ein Quantencomputer ab dieser Anzahl Qubits den herkömmlichen Computern überlegen ist. Wenn das Quantensystem funktionsfähig ist, soll es über IBMs Cloud Plattform zugänglich sein.
Daneben arbeite man mit akademischen Institutionen wie dem Massachusetts Institut of Technology (MIT) oder der Lausanner EPFL zusammen, schreibt IBM. Auch Partner aus der Wirtschaft nennt das Unternehmen, darunter Samsung, JSR, Honda, Hitachi Metals, Canon und Nagase.
API und Simulator zum Experimentieren
Heute Montag hat der Konzern zwei Neuerungen angekündigt: Zum einen wird ein neues Application Program Interface (API) veröffentlicht, das es Entwicklern erlauben soll, Schnittstellen zwischen dem bestehenden 5-Qubit-Computer und klassischen Computern zu programmieren, ohne über vertieftes Hintergrundwissen über Quantenphysik zu verfügen. Zum anderen wird ein Simulator freigegeben, der einen Quantenprozessor mit bis zu 20 Qubits modellieren kann. Dazu soll noch in der ersten Hälfte dieses Jahres ein Software Development Kit (SDK) veröffentlicht werden, damit User einfache Quantenanwendungen entwickeln können.
Das Projekt ermögliche jedem den Zugang zum IBM-Quantenprozessor sowie dem Simulator über die IBM-Cloud. Es könnten Experimente durchgeführt sowie Tutorials und Simulationen betrachtet werden, die zeigen, was mit Quantencomputern alles möglich ist.
Die kommende Computerrevolution?
"IBM hat Jahrzehnte investiert, um das Feld des Quantencomputings zu erweitern. Wir sind bestrebt, den Zugang zu Quantensystemen für die Wissenschafts- und Wirtschaftsgemeinschaften zu vergrössern", lässt sich Arvind Krishna, Senior Vice President von Hybrid Cloud und Director für IBM Research in der Mitteilung zitieren. Der IBM-Mann zeigt sich überzeugt, dass nach der IBM-KI Watson und Blockchain das Quantencomputing die nächste grosse Innovation ist, die eine neue Ära über alle Industriezweige hinweg einläuten kann.
Das Quantencomputing könnte Probleme lösen, die für die heutigen Prozessoren zu komplex sind oder deren Anforderungen exponentiell anwachsen. Eines der ersten und vielversprechendsten Anwendungsgebiete sei im Bereich der Chemie zu finden. IBM-Wissenschaftler hätten bereits Technologien für die Simulation chemischer Probleme entwickelt. Man hoffe bessere Vorhersagen über chemische Eigenschaften treffen zu können, als dies mit klassischen Prozessoren möglich ist. (ts)