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Nabelschnur: So versorgt die schwangere Mutter ihr wachsendes Kind
Die Nabelschnur ist eine wichtige Versorgungsleitung, mit deren Hilfe die Mutter ihr werdendes Kind versorgt. Sauerstoff, Nährstoffe und Antikörper gelangen über die Nabelschnurvene in den Kreislauf des Kindes. Die Nabelarterien transportieren alle Abfallprodukte des kindlichen Stoffwechsels zurück.
Über die Nabelschnur sind Mutter und Kind in der Schwangerschaft verbunden. Foto: Andrei Männik, iStock, Thinkstock
Wenn die Einnistung der befruchteten Eizelle abgeschlossen ist, teilt sich in der dritten Schwangerschaftswoche der Blasenkeim. Aus einer Hälfte entsteht die Plazenta, aus der anderen Hälfte, dem Embryoblasten, wächst das Kind. Die Verbindung zwischen beiden Teilen entwickelt sich zur Nabelschnur. Sie wird im Laufe der Entwicklung des Kindes bis zu 60 cm lang. Ihre beiden Arterien und die Vene sind umeinander geschlungen. Sie transportieren durch den späteren Bauchnabel die lebenswichtigen Stoffe zur Leber und zum Herzen und damit zum Blutkreislauf des Kindes. Auf der Plazentaseite verästeln sich die Blutgefässe bis hin zu feinsten Schlingen, deren dünne Membranen die Nähr-, Abfall- und sonstigen Stoffe durchdringen.
Nabelschnur um den Hals
Häufig geschieht es, dass sich die Nabelschnur um den Hals und andere Körperteile des Babys schlingt. Die Versorgung des Kindes ist dennoch nicht gefährdet, weil die Nabeladern umeinander gewunden sind. Deshalb haben sie genug Spielraum zum Dehnen. Ausserdem sind sie in ein festes, gallertartiges Gewebe eingebettet. Dieses verhindert, dass die Adern abgeknickt oder abgedrückt werden können. Ihr Kind kann sich auch nicht strangulieren, denn es atmet noch nicht selbstständig - seinen Sauerstoff erhält es ja durch die Nabelvene. Bei einem Nabelschnurvorfall wegen vorzeitigen Blasensprungs oder einer Steiss- bzw. Querlage des Kindes kann es allerdings geschehen, dass die Nabelschnur wirklich eingeklemmt wird und damit die Versorgung des Kindes gefährdet ist. Dann erfolgt meistens ein Kaiserschnitt.
Nabelschnur wird nach der Geburt abgeklemmt
Nach der Geburt wird die Nabelschnur in der Regel an zwei Stellen abgeklemmt. Oft übernimmt der Vater dann die Aufgabe, die Nabelschnur zu durchtrennen. Heute wird mit dem Abklemmen meist gewartet, bis die Nabeladern nach ungefähr drei Minuten nicht mehr pulsieren. Der Kohlendioxidgehalt im Blut des Kindes erhöht sich, sodass das Kind zu seinem ersten selbstständigen Atemzug angeregt wird. Die Hebamme reinigt und trocknet dann die Nabelregion. Sie legt eventuell eine Nabelbinde an, die vor Keimen schützt. Auch später zu Hause gilt es, Nabelpflege zu betreiben und den Nabel immer sauber und trocken zu halten. Deshalb darf ihn die Windel nicht bedecken. Nach ungefähr 10 Tagen ist der Nabelschnurrest eingetrocknet und fällt ab.
Lotusgeburt ohne Abnabelung
Manche Schwangere in der Schweiz wünschen sich eine Lotusgeburt. Dabei wird das Kind nicht nach der Geburt abgenabelt. Es bleibt so lange mit der Plazenta verbunden, bis die Nabelschnur von selbst abfällt. «Wo sollen die Vorteile liegen? Befürworter sehen diese im allmählichen Absterben der Nabelschnur, was somit weniger traumatisch für das Kind sein soll als eine brutale «Durchtrennung». Kommt hinzu, dass sich das Kind an den neuen Zustand verlängert gewöhnen kann und natürlich auch, dass dem Kind weniger Blut verloren geht», schreibt Dr. Désirée Dal Pian von der Neuen Frauenklinik am Kantonsspital Luzern in «Frauenheilkunde aktuell». Weil das Abnabeln auf diese Weise bis zu zehn Tagen dauern kann, sind besondere Hygiene-Massnahmen erforderlich.
Nabelschnur: Stammzellen aus dem Nabelschnurblut
Weil das Blut der Nabelschnur an Stammzellen reich ist, eignet es sich zur Transplantation bei bösartigen Erkrankungen wie Leukämien und Lymphomen. Diese Stammzellen besitzen eine besonders hohe Fähigkeit zur Differenzierung, zur Verwandlung in spezialisierte Blut-, Nerven- und andere Zellen.
Links zum Thema NabelschnurDas Universitätsspital Basel informiert über die öffentliche Nabelschnurblutspende: www.unispital-basel.ch