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Hansjörg Kessler, Braunwald, sagt, dass die Standseilbahn für das Gewerbe und die Familien unverhältnismässige Mehrkosten verursacht. Pro Familie seien dies rund 4000 Franken pro Jahr. Deshalb verlangt Kessler, dass die Standseilbahn ins Kantonsstrassenregister aufgenommen wird. Es gebe keine andere Gemeinde in der Schweiz, die nur durch eine Standseilbahn erschlossen ist. Eine Standseilbahn sei überdies immer noch viel billiger als nur schon der jährliche Unterhalt einer Strasse nach Braunwald, ganz zu schweigen von den Erstellungskosten. Der Kanton könne auch die Einnahmen der Parkplätze dafür nutzen. So gesehen sei eine kostenlose Bahn eine günstige Lösung für den Kanton. Es könne ja nicht sein, dass eine Fahrt mit der Standseilbahn gleich viel koste wie jene auf einer "Chilbibahn".
Josef Müller, Glarus, will den Antrag auf eine kostenlose Braunwaldbahn ablehnen. Weder Strasse noch Bahn könnten unbeschränkt mit Geld "gefüttert" werden. Braunwald habe keine Gegnerschaft, aber es sei eine gefährliche Entwicklung, wenn immer alles gratis abge. Entweder solle man ein Billet lösen oder höhere Steuern zahlen.
Danielle Hefti, Braunwald, empfiehlt den Memorialsantrag anzunehmen. Als Kanti-Schülerin lohne sich für sie der Kauf eines GAs. Das gelte aber nicht für ihre Schulkollegen, die oftmals aufgrund der erhöhten Preise der Standseilbahn von einem Besuch in Braunwald absehen würden. Für Hefti ist unverständlich, wieso der einzige Zugang zu Braunwald derart überteuert ist, würde doch eine kostenlose Standseilbahn "nur" Mehrkosten von rund einer Million Franken verursachen. Ausserdem würde mit einer kostenlosen Braunwaldbahn einer strukturschwachen Region geholfen, was auch dazu führe, dass weniger Junge abwandern.
Peter Rufibach, Riedern, will den Memorialsantrag ablehnen. Wenn die Braunwalder eine Strasse hätten, kämen die Autofahrten viel teurer als heute mit der Bahn. ÖV dürfe nicht kostenlos sein, denn das Auto sei es auch nicht. Der Kanton leiste heute schon Zahlungen an die Braunwaldbahn. Wenn man aus sozialen Gründen der Meinung sei, dass die Braunwalder gratis fahren sollen, sei die Gemeinde gefordert. Diese könnte allen Braunwaldern ein Billet zahlen. Mit dem nicht tragbaren Memorialsantrag würden Strukturprobleme - sofern diese vorhanden seien - nicht gelöst.
Landrätin Ann-Kristin Peterson, Niederurnen, ist gegen eine kostenlose Braunwaldbahn. Sie bezweifelt, dass eine kostenlose Bahn mehr Touristen anlocken würde. Ausserdem seien alle Versuche von ausländischen Gemeinden mit gratis öV gescheitert, weil dies eben doch zu teuer sei. Der Kanton habe sowieso kein Geld und zahle allen Braunwaldern bereits die Hälfte an das Jahresabonnent. Besser würde man Braunwald anders touristisch aufwerten, findet die grüne Landrätin.
Patric Vogel, Braunwald, findet, dass die Glarner Pioniere sein und etwas wagen sollen. Er ist für die kostenlose Braunwaldbahn. Die Gästebedürfnisse hätten sich geändert. Die Standseilbahn sei der Knackpunkt. Die Gäste in Braunwald sollen das ganze Glarnerland entdecken. Da aber jede Fahrt viel Geld koste, sei diese heute weniger möglich. Für die Braunwalder sei der Antrag ein Steilpass. Zudem hätten die Hoteliers von Braunwald beschlossen, dass sie von allen Hotelgästen, die mindestens zweimal in Braunwald übernachten, für eine gewisse Zeit die Kosten für die Anreise aus der Schweiz übernehmen, sofern der Memorialsantrag angenommen wird.
Michael Dürmüller, Mitlödi, findet, dass die Gratis-Braunwaldbahn die beste Lösung für den ganzen Kanton ist. Heute würden viele Leute von den hohen Kosten der Bahn abgeschreckt. Mit höheren Parkgebühren und Werbung seien die Kosten für den Kanton tiefer als eine Million Franken. Für ihn sei dies zudem keine Ausgabe, sondern eine Investition. Es mache Sinn in Braunwald Wirtschaftsförderung zu betreiben.
Landrat Emil Küng, Obstalden, empfiehlt als Kommissionspräsident den Memorialsantrag abzulehnen. Sollte er angenommen werden, führe dies sofort zu Ansprüchen von Bewohnern anderer peripherer Lagen. Man habe sich dann überlegt, einzelne Benutzergruppen zu bevorteilen, doch sei man zum Schluss gekommen, dass dies zu einem zu grossen administrativen Aufwand führe. Abgesehen davon seien die Bewohner von Braunwald bereits bevorteilt.
Hansruedi Sauter, Netstal, setzt sich für ein klares Ja zum Memorialsantrag ein, schliesslich ersetze die Bahn in Braunwald die Strasse. Braunwald habe es ausserdem als Tourismusort schwerer als etwa Zermatt oder die Rigi. Mit einer kostenlosen Bahn könne man hier eine Vorreiterrolle übernehmen und gute Rahmenbedingungen für einen nachhaltigen und attraktiven Tourismus in Braunwald schaffen.
Regierungsrat Rolf Widmer, Bilten, plädiert im Namen der Regierung für die Ablehnung des Memorialsantrags. Der Kanton habe die Braunwaldbahn immer wieder finanziell unterstützt. Zudem zahle der Kanton jährlich Beiträge. Neben diesen Beiträgen gebe es Gelder aus dem GA-Topf und die Nutzer zahlten einen Beitrag. Bei Annahme des Antrags würden nur noch die Steuerzahler für die Bahn aufkommen. Die Bahn koste dem Kanton mehr als die Kantonsstrasse. Bei der angespannten finanziellen Lage des Kantons sollen sich die Bürger nicht auf Experimente einlassen.