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Weinstein par Kellenberger en 1830 (graphica-antiqua.ch)
Schloss Weinstein ein alter Edelsitz Stadt-St.Gallischer Ratsherrengeschlechter, wurde Ende des 14. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. In der Familienchronik des Ratsherrengeschlechts der Varnbüler von St.Gallen wird erstmals 1375 ein Hans Varnbüler zu Weinstein erwähnt. Ein Nachkomme der ersten Weinstein-Herren war Bürgermeister Ulrich Varnbüler von St. Gallen, welcher sich namentlich als Feldhauptmann der St.Galler Truppen in den Burgunderkriegen einen Namen verschaffte. Dieser war es auch, es auch, welcher anstelle des allzubescheidenen Sommersitzes in Marbach das Schloss Weinstein erbaute. Varnbüler war ein Gegner äbtischer Hoheit und somit auch der Grosse Gegenspieler vom machthungrigen Abt Ulrich Rösch. Als einer der Initianten des Rorschacher Klosterbruches (1489) wurde er von den mit Abt Ulrich Rösch verbündeten Eidgenossen besiegt und des Landes verwiesen. Das Rheintal kam bei dieser Gelegenheit unter die Hoheit der acht alten Orte, denn die Appenzeller waren auch auf der Seite der St.Galler mit Ulrich Varnbüler an der Spitze, gestanden. Ulrich Varnbüler floh nach Deutschland. Sein gesamter Besitz und damit auch Weinstein
wurden enteignet. Nach langwierigem Prozess vor dem kaiserlichen Kammergericht wurde von Kaiser Maximilian I. die Rückgabe der ausserhalb der Stadt St.Gallen gelegenen Güter - somit auch von Schloss Weinstein - verfügt. Ulrich Varnbüler selbst erlebte dies nicht mehr. Der Besitz von Weinstein ging an Ulrichs Sohn Johannes, Bürgermeister von Lindau, von diesem an dessen Sohn Nikolaus Varnbüler, würtenbergischer Rat, Professor der Rechtswissenschaft in Tübingen und mehrfacher Rektor der Universität. Nikolaus Varnbüler, der Grossvater des mit Hemmingen belehnten Johann Conrad Varnbüler, verkaufte 1559 Weinstein an seinen Schwager Caspar Schlumpf, Bürgermeister von St.Gallen.
1590 ging Weinstein an das St.Galler Geschlecht der Schlapparitzi über. Diese wiederum erweiterten das Schloss 1613 durch den Nordostflügel mit dem heutigen Rittersaal .bzw. Schlapparitzi-Saal, und dem mächtigen Torkel.
Von den Schlapparitzis ging der Besitz durch Vererbung an Hans Heinrich Fels und die Familie Högger, später auf Johann Heinrich Zollikofer von St.Gallen.
1763 wird erstmals ein Rheintaler, der Altstätter Handelsherr Johann Jakob Custer als Besitzer erwähnt. In jene Zeit dürfte auch der der Anbau des Westtraktes fallen.
1841 ersteigerte erstmals ein "bürgerlicher" Weinstein, nämlich Johann Anton Kuster von Altstätten. Weinstein wurde mit dem Anbau des Ökonomie Gebäudes erweitert.
Wie lange das Schloss ein Restaurant betreibt lassen die Urkunden offen, dürfte aber in diese Zeit fallen.
1943 kaufte Johannes Herzog von Thal, der Grossvater der heutigen Besitzerfamilie, das Schloss. 1954 bis 1984 führten meine Eltern Hans und Selma Herzog-Wälter den Betrieb erfolgreich weiter. Im Jahre 1984 übernahmen wir das Schloss pachtweise von meinen Eltern. bis es dann 1986 durch Kauf in den Besitz von Alfred und Käthy Herzog-Gfeller überging.
Im Jahre 1979 wurde die gesamte Schlossmauer saniert.
1981 beide Türme nach verheerenden Sturmschäden neu eingedeckt.
1984 erfolgten die Renovation des Schlapparitzi-Saales und der Einbau einer Zentralheizung.
Bis 1989 stand den Gästen nur eine gemischte Toilette zur Verfügung. Im Jahre 1989 nahmen wir die Sanierung des gesamten Restaurationsbetriebes in Angriff. In die ehemalige Küche wurden die neuen Toilettenanlagen eingebaut. Unter dem Saal wurden 90 Kubikmeter Fels herausgesprengt und die neue Küche dorthin verlegt. Im
neu entstandenen Zwischen-Geschoss ist die Varnbülstube und die zentrale, neuzeitliche Buffetanlage untergebracht. Zudem wurden die verschiedenen Geschosse mit einem Kleingüter-aufzug verbunden.
1993 wurden sämtliche Dächer neu eingedeckt. An der Hofseite die Fassade und an beiden Quergiebeln der Riegel freigelegt und restauriert, das Glockentürmchen saniert und mit einem elektrischen Läutwerk und Uhr versehen.
Im Jahre 1997 erfolgte die Sanierung der Schlossstube.
Dezember 09
Käthy Herzog-Gfeller
Christine 1989 und Dominique 1993
Quellen- und Literaturhinweise:
Nideröst. Pius G. Ulrich Varnbüler, Erbauer von Schloss Weinstein und sein Gegenspieler Abt Ulrich Rösch, im Jahrbuch "Unser Rheintal" 1984
Rohner Josef: Schloss Weinstein und seine Besitzer "Rheintaler Almanach" 1950
Hatz Pierre:Denkmalpflege und Archäologie im Kanton St.Gallen 1986-1996
Treiber Walter, Hemmingen:350 Jahre Haus Varnbüler in Hemmingen
www.schlossweinstein.ch
Bibliographie