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Wiesel sind Fleischfresser und auf ausreichend Futter angewiesen. Ihre Hauptnahrung sind Wühlmäuse, die vor allem auf Wiesen, Weiden und Brachen leben. Diese Lebensräume werden zunehmend intensiver genutzt, wodurch die Wiesel ihre wichtigsten Jagdgebiete verlieren. Zudem fehlen ihnen in den grossen Feldern oft die Strukturen, um sich vor ihren Feinden, wie zum Beispiel Greifvögeln, zu schützen. Dies führte in vielen Gebieten der Schweiz zu einem merklichen Rückgang der Wiesel.
In diesem Projekt wollten wir herausfinden, wo Wiesel im Schweizer Mittelland vorkommen. Ausserdem interessierte uns, ob die Artenzusammensetzung der Beutetiere sich zwischen den Standorten unterscheidet und ob dies einen Einfluss auf das Vorkommen der Wiesel hat.
Da Beobachtungen von Wieseln selten und schwierig zu planen sind, müssen andere, indirekte Methoden verwendet werden, um Wiesel nachzuweisen. In diesem Projekt setzten wir Wildtierkameras ein, welche bei Bewegungen ein Bild machen oder ein kurzes Video aufzeichnen. Indem wir die Wildtierkamera innerhalb einer Box platzierten, erhöhten wir die Chance, Wiesel aufzunehmen. Wir nutzten dabei das Interesse der Wiesel, Löcher und Öffnungen nach möglichen Beutetieren zu erkunden. In der Box verbleiben die Tiere in der Regel einen Moment und dadurch können diese flinken Tiere besser gefilmt werden. Zudem können so wiederholte Fehlauslösungen der Kamera durch sich bewegende Pflanzen im Hintergrund verhindert werden. Nebst Wieseln besuchten natürlich auch andere Wildtiere die Boxen. So wurden zum Beispiel auch Ringelnattern, Wühlmäuse, Iltisse und Vögel in der Box gesichtet.
Als Raubtiere stehen Wiesel oben in der Nahrungskette und sind Indikatoren für den Zustand eines Ökosystems. Gehen Wieselzahlen zurück so ist dies ein Indiz, dass auch die Anzahl der Beutetiere, in diesem Falle Wühlmäuse, zurück geht. Letztere sind jedoch für eine Vielzahl von anderen Tieren, eine wichtige Nahrungsgrundlage.
Während das Hermelin als eine Art der Gruppe der Wiesel in der Schweiz noch einigermassen häufig ist, ist die zweite Art, das kleinere Mauswiesel auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten der Schweiz als gefährdet aufgeführt. Dies heisst, dass diese Art ein hohes Risiko besitzt in der Natur in unmittelbarer Zukunft auszusterben.
Langzeitüberwachungen von Wieseln und deren Beutepopulationen sind daher sehr wichtig für den Naturschutz. Solche Monitorings sind aber sehr aufwendig und oft nur mit der Unterstützung von vielen Freiwilligen möglich. Die Kontrolle der Fotofallenboxen wurde in diesem Projekt vor allem durch Freiwillige durchgeführt. Vielen Dank an alle, die sich für das Projekt engagiert haben!
Auf der Meldeplattform wildenachbarn.ch werden auch Beobachtungen von Hermelin und Mauswiesel gesammelt, die schlussendlich wieder als Datengrundlage in Förderprojekte einfliessen.
Das Projekt wurde unterstützt von: