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Lokale Mittel bei akuter Otitis externa
|r -- van Balen FA, Smit WM, Zuithoff NP et al. Clinical efficacy of three common treatments in acute otitis externa in primary care: randomised controlled trial. BMJ 2003 (22. November); 327: 1201-5 [Link]|
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|infomed screen Jahrgang 8 (2004), Nummer 2

Datum der Ausgabe: Februar 2004
Studienziele
In mehreren Studien wurde die Wirksamkeit von lokalen Therapien der akuten Otitis externa nachgewiesen, und sei es nur die Ansäuerung des Milieus durch Essigsäure. Welche Behandlung in der hausärztlichen Praxis am schnellsten zur Symptomfreiheit und zu den wenigsten Rückfällen führt, war aber unklar. In dieser randomisierten Studie wird darauf eine Antwort gesucht.
Methoden
Diese niederländische Untersuchung wurde in 79 Allgemeinpraxen durchgeführt. Wenn nötig, wurde der Gehörgang gespült oder bei engem Gehörgang eine Gaze eingelegt. Dann erhielten die Versuchspersonen doppelblind Ohrtropfen, die entweder nur verdünnte Essigsäure (1. Gruppe), Essigsäure und Triamcinolon (2. Gruppe) oder Neomycin, Polymyxin und Dexamethason (3. Gruppe) enthielten. Die Behandelten mussten über die Symptomatik ein Tagebuch führen und nach 1, 2 und 3 Wochen wurde jeweils eine klinische Kontrolle durchgeführt.
Ergebnisse
213 Personen wurden randomisiert drei ungefähr gleich grossen Gruppen zugeteilt. Bei der ersten Konsultation musste bei ungefähr der Hälfte, bei der zweiten noch bei gut 10% der Teilnehmenden das Ohr gespült oder eine Gaze eingelegt werden. In der 1. Gruppe waren die Teilnehmenden nach median 8, in der 2. Gruppe nach 7 und in der 3. Gruppe nach 6 Tagen beschwerdefrei. Nach 2 Wochen waren in der Essigsäuregruppe signifikant weniger geheilt (57%) als in Gruppe 2 und 3 (75% und 82%, Unterschied zwischen letzteren Gruppen nicht signifikant). Auch Rückfälle in der 4. bis 6. Woche waren in den Gruppen mit Kortikosteroiden seltener.
Schlussfolgerungen
Ohrtropfen, die Steroide enthalten, sind in der Behandlung der akuten Otitis externa wirksamer als Tropfen, die lediglich Essigsäure enthalten.
Zusammengefasst von Peter Koller
Hat Essigwasser als Hausmittel zur Behandlung einer Entzündung des äusseren Gehörgangs endgültig ausgedient? Haben Leute, die Wassersport betreiben (bzw. insbesondere tauchen) ihr «swimmer's ear» falsch behandelt? Trotz den Ergebnissen dieser kontrollierten, randomisierten doppelblinden Multizenterstudie mit durchschnittlich 2,7 Versuchspersonen pro Studienort lautet die Antwort nein. Eine Otitis externa entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel von Feuchtigkeit, Wärme und bakterieller Besiedelung insbesondere durch Pseudomonas aeruginosa und Staphylococcus aureus. Ziel der lokalen Therapie ist in erster Linie die Trockenlegung und Reazidifikation des äusseren Gehörgangs, was u.a. zu einer Hemmung des Bakterienwachstums führt. Die günstige therapeutische Wirkung von essigsäurehaltigen Tropfen ist gut belegt. Ein zusätzlicher günstiger Effekt kann durch die Beigabe eines Kortikosteroids erzielt werden. Die routinemässige lokale Applikation von Antibiotika ist meistens nicht notwendig. Die meisten in der Schweiz erhältlichen Ohrentropfen enthalten jedoch ein Gemisch von Antibiotika und Steroiden.
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Lokale Mittel bei akuter Otitis externa (Februar 2004)
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