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Maturitätsprüfungen 2005: Besser als im letzten Jahr!
535 Maturandinnen und Maturanden sind an den fünf baselstädtischen Gymnasien zur Schlussprüfung angetreten. 504 haben die Prüfungen mit Erfolg absolviert. Von ihnen haben 78 eine Schlussnote zwischen 5.0 und 6.0 erreicht und damit gute bis sehr gute Leistungen gezeigt. 31 haben die Maturität nicht bestanden und müssen das letzte Schuljahr wiederholen.
295 Maturandinnen und 240 Maturanden haben für ihre Maturitätsarbeit mindestens eine genügende Bewertung erhalten und konnten zu den Maturitätsprüfungen zugelassen werden. Von ihnen haben 279 Frauen und 225 Männer die Prüfung bestanden. 11 haben ein sehr gutes Ergebnis erzielt (Gesamtnote besser als 5,5), 78 gute bis sehr gute Leistungen (Gesamtnote besser als 5,0). 31, davon 16 Frauen und 15 Männer, haben die Prüfungen nicht bestanden, weil sie die ungenügenden Noten nicht kompensieren konnten oder weil sie in zu vielen Fächern ungenügende Leistungen zeigten. Die Misserfolgsquote beträgt 5,8%. Im Vorjahr hatten 33 von 477 die Prüfung nicht bestanden (Misserfolgsquote 6,9%). Zum vierten Mal wurden die baselstädtischen Maturitätsprüfungen nach dem neuen, in der ganzen Schweiz gültigen Maturitätsanerkennungsreglement durchgeführt. Die neuen Zeugnisnormen sind insgesamt strenger als im alten System. Neu müssen alle ungenügenden Noten nicht nur einfach, sondern doppelt kompensiert werden. Auch die Einführung von halben Noten wirkt sich eher verschärfend aus: Während im alten System eine 3,5 in der Regel auf eine 4 aufgerundet wurde, wird im neuen System eine 3,5 gesetzt, also eine ungenügende Note, die doppelt kompensiert werden muss. Mit den halben Noten ist es auch schwieriger geworden, die Note 6 im Maturzeugnis zu erreichen. Die schärferen Bestimmungen wirken sich auf die Zahl der Misserfolge bei den Maturitätsprüfungen aus: Die Misserfolgsquote ist im Vergleich zum alten System gestiegen.
Die weiteren Gründe für die gestiegene Misserfolgsquote wurden im Rahmen einer umfangreichen Erhebung unter all jenen 33 Maturandinnen und Maturanden untersucht, die die Maturität 2004 nicht bestanden haben. Die Erhebung zeigte, dass sich die Leistungsprobleme in der Regel schon lange vor der Maturität abzeichnen: Die Notenreserven sind oft in der 1. Gymnasialklasse schon knapp und werden im Laufe der Gymnasiallaufbahn immer knapper. Im Durchschnitt treten jene Schülerinnen und Schüler, welche die Maturität nicht bestehen, mit der denkbar geringen Reserve von 0,05 Notenpunkten in die Maturklasse ein. Die schärferen Zeugnisbestimmungen erhöhen bei knappen Notenreserven das Risiko des Misserfolgs. Mit dem Leistungsabfall ist in der Regel auch ein Motivationsverlust verbunden. Dieser äussert sich in überdurchschnittlich vielen Absenzen. In den Interviews, die die Gymnasialrektoren mit den Betroffenen führten, suchten die meisten den Fehler bei sich selbst. Unter den Gründen, die die Betroffenen für ihren Misserfolg anführen, steht an erster Stelle (63%), sie hätten sich mangelhaft auf die Prüfungen vorbereitet oder zu spät mit den Prüfungsvorbereitungen begonnen. 60% der 29 Schülerinnen und Schüler, welche vor einem Jahr die Matur nicht bestanden, haben die Lehrpersonen im Laufe ihrer Schulzeit mindestens einmal zu einer anderen Laufbahn geraten, 33% mehrmals.
Zum ersten Mal hat am Gymnasium Bäumlihof eine Sportklasse die Maturitätsprüfungen absolviert. Die 13 Schülerinnen und Schüler sind in der Regelzeit von 12 Jahren zur Matur gelangt und haben alle die Prüfung bestanden. Zum ersten Mal hat am Gymnasium Münsterplatz eine sogenannte Immersionsklasse eine zweisprachige Matur absolviert. Sie erreichte von den 4 Parallelklassen die besten Resultate.