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Anfangs des 19. Jahrhunderts ist der Bevölkerung des Kantons Uri die Bedeutung des Brandschutzes bewusst geworden. Die Föhnwacht ist zwar bereits 1652 erstmals eingeführt worden, doch diese nützliche Einrichtung ist Schlamperei zum Opfer gefallen. So etwas wie eine Feuerwehr existierte bis 1789 in Schattdorf höchstens in Ansätzen. Brannte ein Haus, so war es Sache der Besitzer und deren Nachbarn, dieses zu löschen. 1811 ist in ganz Uri die Föhnwacht erneuert worden. Sie ist bei anbrechendem Föhn aufgerufen und von einem vom Dorfgericht gewählten Föhnwachtmeister geleitet worden. Jede Haushaltung war verpflichtet, dem Föhnwachtmeister Tür und Haus zu öffnen und verdächtig erscheinendes Feuer untersuchen zu lassen.
1817 findet sich der älteste Hinweis auf den Schattdorfer Feuerschutz. In diesem Reglement ging es in erster Linie um die Brandverhütung, insbesondere bei Föhn. So waren bei einfallendem Sturm die Feuer auszumachen. Insbesondere war das Backen, Schmieden und Waschen verboten. In den Küchen musste bei Föhn abends nach acht Uhr das Feuer gelöscht werden. Generell war das Rauchen in Speichern und Ställen verboten. Jede Haushaltung war verpflichtet, einen Feuerkübel zu besitzen, der mit Namen gekennzeichnet war.
Die Feuer-Aufsichts-Behörde bestand aus dem Dorfgericht, drei Feuerwehrkommandanten (vermutlich, falls einer oder zwei infolge Abwesenheit ausfielen), den übrigen Räten, dem Feuerspritzen-Hauptmann sowie dem Dorfschreiber und dem Weibel. Der Sollbestand der Feuerwehr bestand aus einer Feuerspritze mit Schlauch und 24 Feuerkübeln, 3 "Wasserbränten", 3 grossen "Feuerhäggen" und 6 Leitern. Eine funktionierende Feuerwehr gab es zumindest in Schattdorf aber nicht. Als um 1840 das Haus der Familie Steiner beim Weingarten bis auf die Grundmauern niederbrannte, ist man sich dieses Leichtsinns bewusst geworden.
1844 hat das Dorf eine Saugfeuerspritze Nr. 5 mit dazugehörigem Zubehör erworben. Die Gemeinde Schattdorf musste dafür einen Kredit aufnehmen. Doch es fehlte ein geeignetes Lokal, um die Feuerspritze unterzubringen. Nach längerer Diskussion blieben der Stall bei der Sigristen-Wohnung im Schulhaus oder das Gemeindehaus ("Tanzhüs") übrig. Für das erste Feuerwehrlokal in Schattdorf einigte man sich schliesslich auf das "Tanzhüs". Als erster Feuerspritzenhauptmann wurde der Metzger Franz Stadler ernannt, zum Schlauchführer Augustin Schuler und zum Wortführer der Seiler Joh. Jos. Zgraggen. Das Jahr 1844 ist damit die Geburtsstunde der Schattdorfer Feuerwehr. Im Jahr 2019 konnte die Feuerwehr Schattdorf somit das 175. Jubiläumsjahr feiern.