Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03644.jsonl.gz/632

Die Manie kommt gewöhnlich im jugendlichen Alter von 17-27 Jahren und zuweilen im kräftigsten Mannesalter, wiederum häufiger
im Greisenalter vor und befällt etwas häufiger das weibliche als das männliche Geschlecht. Bei aller Mannigfaltigkeit, welche
der Manie wie jeder andern Geisteskrankheit eigen ist, läßt sich gewöhnlich zuerst eine mißmutige, gereizte Stimmung, eine
erhöhte Erregbarkeit, Eingenommenheit und Schmerzhaftigkeit des Kopfes bei den Kranken beobachten.
Dazu gesellt sich Schlaflosigkeit, späterhin erhöhter, bis zur Rastlosigkeit sich steigernder Thätigkeitstrieb
und Redseligkeit, welche namentlich dann auffallend ist, wenn bis dahin schüchterne, zurückhaltende Personen mit großer
Lebhaftigkeit, treffender Wortbereitschaft und sprühendem Witz in der Gesellschaft die Unterhaltung an sich reißen und die
staunenden Bekannten mit Bewunderung zu erfüllen wissen. Auf der Höhe der Krankheit artet diese fröhliche
Stimmung (Amönomanie) und dieser Bewegungsdrang (Hyperkinesis) in lautes Singen, Lachen, Lärmen und wüstes Toben aus, wobei
nicht selten weinerliche Stimmungen oder Zornesausbrüche mit unterlaufen.