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<h2>SubmittedText<h2><p>In England wird nur knapp 1 Prozent der Forschungsgelder, die für den Pflanzenbau bestimmt sind, für die Agrarökologie eingesetzt, obwohl diese beachtliche Erfolge erzielt. In die Forschung an gentechnisch veränderten Pflanzen fliessen hingegen 15 Prozent der genannten Forschungsgelder. Die Agrarökologie bietet Lösungen für eine nachhaltige und gleichzeitig produktive Landwirtschaft. Es ist wichtig, dass die Forschungsgelder gleichmässig auf die verschiedenen Lösungen, die sich der Schweiz bieten, verteilt werden.</p><p>Ich stelle dem Bundesrat darum folgende Fragen:</p><p>1. Hat er eine Definition von "Agrarökologie"?</p><p>2. Stimmt er zu, dass die Agrarökologie Potenzial für die Ernährungssicherheit in der Schweiz hat?</p><p>3. Wie viele Mittel werden in der Schweiz für die Forschung im Bereich der Agrarökologie gesprochen? Wie viele Mittel sind es für die Forschung im Bereich gentechnisch veränderter Organismen und für die konventionelle Landwirtschaft?</p><p>4. Welche Institutionen betreiben in der Schweiz Forschung im Bereich der Agrarökologie?</p><p>5. Wird er einen Dialog zwischen den Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft, der Landwirtschaft und den Behörden zum Thema Agrarökologie unterstützen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat stützt sich auf die wissenschaftliche Auslegung des Begriffs. Die Agrarökologie befasst sich im weitesten Sinn mit den Wechselwirkungen zwischen der landwirtschaftlichen Produktion und den betroffenen Ökosystemen. Im Vordergrund der Forschung im Bereich der Agrarökologie steht eine nachhaltige Entwicklung aller Agrarsysteme (z. B. integrierte und biologische Produktion) unter optimaler Nutzung der Ökosystemleistungen und Schonung der natürlichen Ressourcen.</p><p>2. Die Forschung in der Agrarökologie fördert insbesondere das notwendige Systemverständnis und erarbeitet Empfehlungen für eine Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit, ressourcenschonende Nährstoffkreisläufe, hohe Biodiversität, sauberes Wasser, saubere Luft und Reduktion klimawirksamer Emissionen. Dies sind wichtige Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion zur Sicherung der Ernährung.</p><p>3. Die agrarökologische Forschung ist als umfassende Systemforschung bestimmten Produktionssystemen wie dem integrierten oder biologischen Anbau übergeordnet. Das heisst, die Forschung zu Pflanzenbausystemen muss sich immer auch den Fragen zur Agrarökologie stellen. Demzufolge sind die eingesetzten Forschungsmittel für die Agrarökologie wesentlich grösser als jene für einzelne Produktionssysteme. Aufgrund dieser Überschneidungen ist eine Erfassung der gesprochenen Mittel zu einzelnen Bereichen nicht möglich. Die bundeseigene Forschungsanstalt Agroscope produziert keine genetisch modifizierten Organismen. Agroscope etabliert und betreibt jedoch ein geschütztes Versuchsfeld, um in Feldversuchen zu untersuchen, wie sich gentechnisch veränderte Pflanzen in der Umwelt verhalten und um den Nutzen und die Risiken von gentechnisch veränderten Pflanzen zu untersuchen. Es handelt sich hierbei per Definition auch um agrarökologische Forschung.</p><p>4. Die agrarökologische Forschung bildet die Basis für eine Ökologisierung der Landwirtschaft, wie sie der Bund seit zwanzig Jahren betreibt. Die Agrarökologie hat dementsprechend einen sehr hohen Stellenwert bei der Ressortforschung des Bundes. Die bundeseigene Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau in Zürich-Reckenholz (1996-2006) ist heute in das Institut für Nachhaltigkeitswissenschaften bei Agroscope integriert. Weitere bedeutende Forschung in Agrarökologie wird am Departement Umweltsystemwissenschaften an der ETH Zürich, an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften, an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften und am Forschungsinstitut für biologischen Landbau betrieben.</p><p>5. Im Rahmen der Weiterentwicklung des landwirtschaftlichen Innovations- und Wissenssystems ist das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) im Dialog mit Forschungs-, Beratungsinstitutionen und Vertretern der Praxis zur Entwicklung geeigneter Instrumente für die Diskussion gemeinsamer strategischer Ziele. Zudem fördert das BLW im Rahmen von wettbewerblichen Vergaben Beratungsprojekte für innovative Ideen zur Stärkung des Dialogs und Wissensaustauschs zwischen Forschung und Praxis.</p>  Antwort des Bundesrates.