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Paul Brain, Head of Fixed Income bei Newton Investment Management
Am kommenden Sonntag wird in Spanien zum dritten Mal in weniger als dreieinhalb Jahren ein neues Parlament gewählt. Die Umfragen deuten darauf hin, dass die Stimmen zwischen den traditionellen linken und rechten Parteien und dem neuen rechten Herausforderer Vox aufgeteilt werden. Wieder einmal erscheine es unwahrscheinlich, dass eine Partei eine Mehrheit gewinnt, so dass es wohl zu einer Koalitionsregierung kommen wird, sagt Paul Brain, Head of Fixed Income bei Newton Investment Management, einer Boutique von BNY Mellon IM. Jedes Koalitionsvotum würde für Anleiheinvestoren zunächst einmal Unsicherheit schaffen, bis klar werde, welche Parteien zur Zusammenarbeit bereit seien.
Unzufriedenheit der Wähler führt zu mehr Parteien
Die anhaltende Unzufriedenheit der Wähler hat zwei neue Parteien – das linke Wahlbündnis Unidas Podemos und die ursprünglich regional-katalanische Ciudadanos – hervorgebracht. Nun mischt auch die rechtspopulistische Vox mit. Die Investment Manager erwarten, dass sich die Unzufriedenheit als globaler Trend bei Wahlen fortsetzen wird.
"Populistische Parteien neigen dazu, den Wählern eine lockerere Steuerpolitik zu versprechen, die zu höheren Haushaltsdefiziten führen kann."
Das habe Auswirkungen auf den Anleihenmarkt, so der Experte. Möglich sei allerdings auch, dass die Parteien keine ausreichenden steuerlichen Anreize durchsetzen können, um ihre Wählerklientel zufriedenzustellen. In der Folge könne dies zur Gründung weiterer Parteien führen, die sich noch weiter links oder rechts positionieren. Wenn mehr Parteien hinzukämen, verwässere dies das Gesamtergebnis.
Gute Rahmenbedingungen trotz allfälliger Koalitionsregierungen
Koalitionsregierungen seien nur eingeschränkt in der Lage, sinnvolle Veränderungen vorzunehmen. Das sei nicht nur ein Problem in Spanien – die italienischen Parlamentswahlen im vergangenen Jahr und die Umkehrung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank in Frankreich durch Emmanuel Macron hätten gezeigt, wie beunruhigend diese Entwicklung für Anleiheinvestoren sein kann, so der Experte. Die Tatsache, dass andere Länder mit ähnlichen Wählerwünschen konfrontiert sind, die ihren haushaltspolitischen Kurs schwächen, bedeute allerdings auch, dass Spanien von den Anlegern nicht allzu sehr für geringfügige Steuerausfälle oder Unsicherheiten nach den Wahlen bestraft werden sollte. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Spanien seien – im Gegensatz zu Italien – nach wie vor gut. Das stütze die Anleihespreads.
"Sobald die Wahl zu Schnee von gestern geworden ist und es eine funktionierende Koalition gibt, sollten sich die Spreads daher stabilisieren."
Der Bedarf an höheren Renditen sei nach wie vor hoch, insbesondere wenn die EZB ihre Politik der negativen Zinsen fortsetze. Diese Nachfrage, zusammen mit der sich grundsätzlich verbesserten Kreditqualität Spaniens, dürfte dazu führen, dass spanische Anleihen allmählich eine Prämie gegenüber deutschen Anleihen aufweisen, erwartet Brain.
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