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Schutzmassnahmen bei Rindvieh
Allgemeine Situation
Seit der Rückkehr des Grossraubtiere ereigneten sich nur selten Übergriffe auf Rindvieh. Die Schäden ereigneten sich in Mutterkuhherden. Je ein Fall in den Kantonen Bern, Waadt, Tessin und Wallis durch den Wolf und ein Fall durch den Bären im Münstertal (GR).
2010 wurden erstmals im Wallis Rinder von Wölfen angegriffen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass es sich um ein Wolfspaar handelte. Einzelwölfe greifen im Normalfall keine Tiere von solcher Grösse an.
In Frankreich sind Übergriffe auf Rinder trotz der starken Ausbreitung und der Rudelbildung der Wölfe nur vereinzelt vorgekommen. 1-2 % der Schäden fallen auf Rindvieh, was ca. 20 Tieren pro Jahr entspricht (meistens Kälber bis 6 Monate).
Schutzmassnahmen
Seit 2006 leitet AGRIDEA ein Pilotprojekt zu Mutterkühen und Herdenschutzhunden im Kanton Jura. Ein Bericht fasst die Erfahrungen zusammen.
Nach einem Kälberriss im Val d’Illiez 2007 wurden von AGRIDEA einige mögliche Lösungsansätze zur Mutterkuhhaltung mit den betroffenen Viehhalter diskutiert.
Im Sommer 2010 wurde ein Versuch mit dem mobilen Herdenschutz gestartet, um die Rinderherde auf der Alp Scex (VS) vor weiteren Wolfsangriffen zu schützen. Die daraus entstandene Idee eines Schutzgürtels mit Schafen und Herdenschutzhunden wurde dann 2011 weiterentwickelt.
2011 wurde im Kanton Waadt auf der Alp Creux-de-Champ in Form einer Mischweide mit Rindern, Schafen und Ziegen die Dynamik zwischen den verschiedenen Tiergattungen getestet. Die Schutzmöglichkeiten einer optimierten Weideführung mit Zäunen und Mischweiden könnte ein interessanter Ansatz auf mittelgrossen Rinderweiden sein.
Da das Rindvieh in der Schweiz eine viel wichtigere Bedeutung hat, als das Kleinvieh, ist es wichtig, trotz dem relativ geringem Risiko Schutzmassnahmen zu testen. Weil nur beschränkt auf die Erfahrungen im Ausland zurückgegriffen werden kann, sind neue, innovative Ansätze gefragt.