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Igor Malinovsky, Violine
Robert Umansky, Klavier
Sergej Prokofieff (1891 – 1953) – Fünf Melodien op. 35a
Carl Nielsen (1865 – 1931) – Sonate Nr. 2 Violine und Klavier A-dur op. 35
Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1975) – Aus 24 Präludien für Violine und Klavier op. 34
Sergej Prokofieff (1891 – 1953) – Violinsonate f-moll op. 80
An diesem Abend sind zwei grossartige Duo-Sonaten des 20. Jahrhunderts zu erleben: die
zweite Violinsonate des wohl populärsten Komponisten Dänemarks Carl Nielsen und die
erste Violinsonate von Sergej Prokofjew.
Carl Nielsen, als siebtes von zwölf Kindern auf der Insel Fünen aufgewachsen, fiel durch
seine musikalische Begabung auf und erlernte als Achtjähriger das Geigenspiel. Mit einem
Stipendium konnte er in Kopenhagen studieren und bekam bald eine Stelle als Geiger am
Königlichen Theater. Gleichzeitig erlebte er erste Erfolge mit seinen Kompositionen. Nielsen
erweiterte die traditionellen Harmonien auf unkonventionelle Art und fand zu einer ganz
persönlichen Tonsprache, die es lohnt zu entdecken. Mit dieser 1912 entstandenen
Violinsonate wird in dieser Saison bei TOP KLASSIK Zürcher Oberland ein weiteres Nielsen-
Werk vorgestellt.
Sergej Prokofjew verliess Russland zur Zeit der Oktoberrevolution, um in Amerika und in
Frankreich seine Karriere aufzubauen. Aus Heimweh kehrte er 1936 trotz der schwierigen
politischen Lage zurück und beschäftigte sich danach intensiv mit der russischen Tradition
und Folklore. Kühn und modern erweiterte er seinen eigenen Ausdruck, immer auf dem
schmalen Grad, dem Regime die geforderte leicht verständliche Sprache fürs Volk zu
erfüllen. Seine 1946 vollendete Sonate beginnt düster und spannend wie ein Krimi. Es ist
eine Musik, die von innerer Zerrissenheit erzählt, immer wieder ausbricht und die Interpreten
in einen intensiven Dialog miteinander und mit dem Publikum zwingt.
Das Programm wird mit den Präludien op. 34 für Klavier von Dmitri Schostakowitsch ergänzt.
Die Bearbeitung für Violine und Klavier durch seinen Freund Dmitri Tsyganov machte
Schostakowitsch äusserst glücklich. Er empfand seine eigenen Stücke neu als sehr
„violinistisch im Klang“. Diese kurzen und prägnanten Stücke überraschen mit verspieltem
Witz, sind spritzig und unterhaltsam.
Ebenfalls eine Umarbeitung sind die Fünf Melodien op. 35a für Violine und Klavier. 1920
schrieb Prokofjew Fünf Lieder ohne Worte für die russische Sängerin Nina Koschlitz. Die
Umsetzung dieser lyrischen und expressiven Stücke entstand später in Zusammenarbeit mit
dem Geiger Paul Kochanski, der in Paris auch Prokofjews erstes Violinkonzert erfolgreich
uraufgeführt hatte.
Seinen ersten Violinunterricht erhielt Igor Malinovsky bereits im Alter von sechs Jahren bei Prof. Wladimir Milstein in Jekaterinburg. Seine Studien führten ihn an die Musikhochschulen Wien, Köln und Zürich, wo er von Prof. Dora Schwarzberg, Prof. Gerald Schulz und Prof. Zakhar Bron Unterricht erhielt. Während seiner Studienzeit war Igor Malinovsky Stipendiat des Vereins Kammermusik am Hochrhein und blieb dem Verein seither freundschaftlich verbunden.
Bereits im Alter von 24 Jahren wurde er Erster Konzertmeister im Bayerischen Staatsorchester in München, wo er bis 2005 tätig war. Anschließend wechselte er in gleicher Position an die Komische Oper Berlin und zugleich wurde er ebenfalls als Erster Konzertmeister vom Orchester Palau des les Arts Reina Sofia in Valencia engagiert. Er arbeitete mit namhaften Dirigenten, wie Zubin Mehta, Kirill Petrenko und Lorin Maazel zusammen. Seine solistische Tätigkeit führte ihn unter anderem an die Zagreber Philharmonie, die Moskauer Philharmonie, den Gasteig in München, den Wiener Musikverein und das Wiener Konzerthaus, sowie auf zahlreiche Konzerttourneen durch Asien, Südamerika und Europa.
Igor Malinovsky ist Preisträger acht internationaler Wettbewerbe, wie zum Beispiel des Wienawski-Wettbewerbs (Lublin / Polen), des Menuhin-Wettbewerbs (Folkstone / England), des Internationalen „Fritz Kreisler“ Wettbewerbs, des Internationalen „Pablo Sarasate“ Wettbewerbs und vielen anderen. Desweiteren erhielt er den Paul Harris Fellow Award des Rotaryclub Kreuzlingen-Konstanz aufgrund seines Engagements im Rahmen der Benefizkonzerte für das „Mine-Ex-Project“.
Im Jahr 2009 wurde Igor Malinovsky als Professor für Violine an die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden berufen und erhielt eine Gastprofessur an der „Escola Superior de Música de Catalunya“ Conservatorium Superior Barcelona. Zahlreiche Einladungen zu Meisterkurse führen ihn regelmäßig in verschiedenste Städte Deutschlands, nach Spanien und Korea.
Neben seiner Lehrtätigkeit und solistischen Karriere gründete Igor Malinovsky im April 2013 das DRESDNER RESIDENZ ORCHESTER, bestehend aus hervorragenden, jungen Musikern, die von der internationalen Erfahrung des Gründers profitieren und die Zuhörer im Marmorsaal/Wallpavillon des Dresdner Zwingers regelmäßig begeistern.
Igor Malinovsky spielt eine Violine von Giovanni Francesco Pressenda (1777 – 1854) aus dem Jahre 1826.
Robert Umansky wurde 1985 in Charkow (Ukraine) geboren und studierte dort an der Universität der Künste bei Tatjana Werkina.
Weitere Studien absolvierte er bei Michael Leuschner in Freiburg (Klavier) sowie bei Tatevik Mokatsian in Saarbrücken (Kammermusik), welche er mit der Bestnote abschloss.
Er gewann Preise bei Wettbewerben in Göttingen, Ettlingen und 2001 den 2. Preis beim International Competition for Young Pianists „in Memory of Vladimir Horowitz“ in Kiew. 2013 wurde er mit dem Preis für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werkes beim Arthur Lepthien Wettbewerb in Freiburg ausgezeichnet.
Als Solist gestaltete er zahlreiche Konzerte, unter anderem mit Klavierkonzerten von Mozart, Chopin, Rachmaninov und Prokofieff und wirkte bei Audio-Produktionen, beispielsweise für den Saarländischen Rundfunk mit. Als gefragter Duo Partner konzertiert er regelmässig mit verschiedenen Instrumentalisten und wird als Pianist zu internationalen Festivals, Wettbewerben und Meisterklassen eingeladen.
Seit Oktober 2017 ist er Dozent für Instrumentalkorrepetition mit Streichern an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden. Zu erleben ist er seit 2019 auch regelmässig in zahlreichen Programmen mit dem DRESDNER RESIDENZ ORCHESTER.