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Eigentlich ist der Kredit zur Sanierung der Hauptstrasse durch Jaun schon lange genehmigt. Im September 1996 hatte der Grosse Rat einen Kredit an die Gesamtkosten von 15 Millionen Franken bewilligt.
Doch das Projekt wurde nie realisiert. Damals war die Gemeinde Jaun aufgrund von Arbeiten für die Abwasserentsorgung und Wasserversorgung nicht in der Lage, auch noch viel Geld in die Strasse zu investieren. Später änderte der Bund seine Prioritäten und subventionierte die Umfahrung von Bulle.
Nun ist aber das Projekt angepasst und reif für die Realisierung. Am Donnerstag nächster Woche wird der Grosse Rat über einen Kredit von 21,9 Millionen Franken entscheiden. Die Chancen zur Annahme stehen gut, denn die vorberatende Kommission beantragt einstimmig die Annahme des Kredits.
Dass das Projekt nun fast neun Millionen Franken mehr kostet als 1996, ist auf verschiedene Elemente zurückzuführen. Berücksichtigt ist die Entwicklung der Kosten im Strassenbau, die Anhebung der Mehrwertsteuer, zusätzliche Leistungen sowie Reserven von zehn Prozent.
Auch die Kostenaufteilung sieht nicht mehr gleich aus. Seit Inkrafttreten des neuen Finanzausgleichs subventioniert der Bund die Arbeiten auf dieser Strasse nicht mehr, auch wenn sie weiterhin als schweizerische Hauptstrasse gilt. Dafür fliessen in den Fonds der Freiburger Staatskasse jährlich Bundesgelder für diese Schweizerischen Hauptstrassen.
Dass die Arbeiten an der Durchfahrtsstrasse notwendig sind, ist in der Botschaft des Staatsrats unbestritten. Hauptargument ist die Sicherheit der Fussgänger. Diese ist nicht gewährleistet, da Trottoirs fehlen. Auch ist die rund 100 Jahre alte Strasse in einem schlechten Zustand.
Trottoir und Brücke
Das Projekt sieht verschiedene Abschnitte vor. Auf den ersten 590 Metern vom Lossgrabenbach beim westlichen Dorfeingang ist der hangseitige Bau eines Trottoirs vorgesehen. Im Dorfzentrum soll mit einer speziellen Pflästerung der Eindruck einer Dorfzone geschaffen werden. Auf den weiteren 700 Metern Richtung Pass ist talseitig ein Trottoir vorgesehen. Die Durchfahrt von Kappelboden wird durch eine neue Brücke gestaltet, und beim Knoten Abländschen entsteht ein Kreisel.
Jaun wird das Projekt im November vor die Gemeindeversammlung bringen, so Ammann Jean-Claude Schuwey: «Alle Bürger warten darauf; das Projekt wird vor dem Volk problemlos durchgehen. Die Sicherheit der Bewohner steht an erster Stelle, und ein Trottoir ist wirklich kein Luxus.» Schuwey erinnert daran, dass der Ausbau der Passstrasse an die Bedingung geknüpft wurde, dass das Trottoir im Dorf kommt. Finanziell wird die Gemeinde dieses Mal bereit sein, so Schuwey. Die für die Gemeinde verbleibenden Kosten von rund einer Million Franken werden auf fünf Jahre aufgeteilt. Fünf Jahre sollen auch die gesamten Bauarbeiten dauern. Ist das Wetter gut, kann schon diesen Herbst damit begonnen werden.
Zahlen und Fakten
Kanton bezahlt den Löwenanteil
Die Sanierung der Ortsdurchfahrt Jaun ist auf 23,365 Millionen Franken veranschlagt. Gemäss einschlägigem Recht trägt 18,9 Millionen der Kanton und 4,4 Millionen Franken die Gemeinde. Diese Aufteilung würde gelten, wenn der Bund sich wie früher mit 69 Prozent beteiligt hätte. Seit dem neuen Finanzausgleich von 2008 gibt es aber keine Bundessubventionen mehr. Da diese Aufteilung nur Bund und Kantone betrifft, muss der Kanton auch die fehlenden Subventionen für die Gemeinde tragen. So bleiben dem Kanton Kosten von 21,98 Millionen und Jaun solche von 1,38 Millionen Franken. Jaun hat bis 2003 schon 390 000 an Studien bezahlt, so dass noch 990000 Franken zu bezahlen bleiben.uh