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Der jeweilen für ein Jahr bestellte Vorstand der Zunft - Ein Ehren Regiment der Zunft - wie ihn die titulaturenreiche spätere Zeit nannte, setzte sich zusammen aus Ratsherr, Meister und Sechs.
Der Ratsherr, von 1337 an durch das bischöfliche Wahlmännerkollegium erkoren und seit 1521 durch den städtischen Rat selbst gewählt, war weniger der Vertreter der Zunft im Rat als vielmehr der Vertreter des Rats und der allgemein öffentlichen Interessen innerhalb seiner Zunft.
Anders der Zunftmeister, der als eigentlicher Leiter und oberster Wahrer der Zunftinteressen seit 1382 dem Rat angehörte. Ratsherr und Meister hiessen die «Häupter» der Zunft, zu denen sich die nach ihrer Anzahl als «Sechser» bezeichneten Beisitzer des Vorstandes gesellten.
Anfänglich stand die Wahl des Zunftmeisters und der Sechser bei der Gesamtheit der Zunftbrüder, der Zunftgemeinde. Seit dem 15. Jahrhundert wurden diese Wahlen aber durch den Zunftvorstand vollzogen, in der Weise, dass die jährlich abtretenden Sechser (alte Sechser) zuerst die neuen Sechser wählten und dann alte und neue zusammen, unter dem Vorsitz des abtretenden Meisters, mit Zuziehung von nur wenigen Kiesern aus der Zunftgemeinde den neuen Meister wählten.
Wahltag war uralter Gepflogenheit gemäss der «Sonntag vor St. Johannstag zu Sunwenden», d.h. der dem Johannisfest vorangehende Junisonntag, der gleiche Tag, da seit der Reformationszeit bis 1798 am Morgen auf dem Petersplatz der versammelten Bürgerschaft die neugewählte städtische Obrigkeit vorgestellt wurde.
Um die Mittagsstunde dieses Tages vollzog sich auf dem Zunfthause im Beisein der Zunftgemeinde die Wahl der Zunftregenten. Dieser Akt hiess «Regimentserneuerung» und geschah unter Beobachtung ähnlicher, feierlicher Bräuche wie die Erneuerung des Rates der Stadt.
Besonders zeremoniell war die Meisterwahl, vor welcher der abtretende Meister die Sechser einen Eid schwören liess, einen neuen Meister zu kiesen, «niemant zu heb noch zu leyd, weder durch früntschafft noch durch vientschafft, weder durch miett oder miettwon, durch nyd oder durch hass, noch durch keiner anderley sach willen, denn dz einen yettlichen in sinen synn beduncken wil, der der zunfft und gantzer gemeynde der nützlichest und der verfengklichest sige under den sechseren oder sunst under der gantzen gemeynde, er sige rych oder arm». Alsdann zogen sich die Sechser zur Wahl ins Herrenstüblein zurück. War sie vollzogen, so wurde sie der unten in der grossen Zunftstube harrenden Gemeinde durch den abtretenden Meister mit den stereotypen Worten kundgetan: «Also haben wir einen meister gemacht und kosen», worauf der bisherige, nun abtretende Meister dem Neugewählten das «kräntzlin» aufsetzte, indem er zur Gemeinde sprach: «Der soll und wirt disskünfftig jore meister sin.»
Das Meisterkränzlein bestand ursprünglich aus einem einfachen Gewinde natürlicher Blumen. Seit der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts stellte man den Meisterkranz aus künstlichen Blumen her, die aus bunter Seide, aus Silber- und Goldflitter bestanden. Er wurde immer kostbarer, bis 1696 die Safranzunft, dem Beispiel anderer Zünfte und Gesellschaften folgend, durch den Goldschmied Hans Rudolf Meyer (1665 bis 1706) jene prächtige Meisterkrone aus losem silbernem Blumen- und Blattwerk bekrönt von der silbervergoldeten Zunftlilie schaffen liess, die heute noch bei festlichen Mahlzeiten vor dem Gedeck des Meisters die Tafel ziert.
Nach beendeter Wahl liess man durch den Oberknecht öffentlich sagen und rufen, wer den neuen Meister ehren wolle, der möge zum Nacht mahl kommen, da wolle man dem neuen Meister, den neuen Sechsern und Stubenmeistern «schenken als das bisher eine lobliche Gewohnheit und von alter herkommen ist».
Als oberster Sachwalter der vielfältigen Zunftgeschäfte hatte der Zunftmeister von altersher Anspruch auf Vergütung. Er erhielt z.B. 1414 auf Martini 12 Schilling für Kapaunen und in der Fastenzeit 24 Schilling für ein Hundert Häringe. Während seiner jährlichen Amtsperiode bezog er von jedem neu eingetretenen Zunftbruder einen Schilling. Weiterhin hatte er mit Ratsherr und Sechsern Anteil an den Bottgeldern. In der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts erkannte die Zunft hierüber, dass das Bottgeld niemandem, weder reich noch arm, geschenkt werden, sondern durch die Herren, die es verdient haben, d.h. die beiwohnenden Vorgesetzten verzehrt werden soll. Dass der Zunftmei ster, wie übrigens alle andern Vorgesetzten, bei den festlichen Mahlzeiten irtenfrei war, entsprach altem Herkommen. Im Jahre 1538 beschlossen die Zunftregenten, dass von den Aufnahmegebühren, von der vierteljährlichen Leerung der Zunft- und Gewürzstampfebüchsen wie auch von allen 10 Schillinge übersteigenden Geldbussen jedesmal 3 s. 4 d. weggenommen und in das «Bixlin» gestossen werden sollten, um daraus die Kosten gemeinsamer Vorgesetztenessen zu decken.
Mit der steigenden Bedeutung der Zunft wurde das Meistertum mehr und mehr zu einer ehrenamtlichen Würde. Dafür musste aber seine Vorstufe, das Amt eines Sechsers, geradezu erkauft werden. Seit dem Jahre 1481 war jeder safranzünftige neue Sechser verpflichtet, das sog. Schalengeld im Betrag von drei Gulden zu entrichten, «an ein becher ze stür, so die zunfft dorus machen soll und will».
Diese Becher und Schalen betrachtete man neben ihrer Verwendung bei den Zunftessen als eine stille Vermögensreserve für wirtschaftlich böse Tage. Am 26. Mai 1606 erkannte das Zunftregiment, dass fortan jeder neue Sechser anstatt des Geldbetrages einen silbernen Becher von 12 Lot Gewicht zu stiften habe. In der Zeit ihrer wirtschaftlich höchsten Macht steigerten sich auf der Safranzunft die mit der Erlangung des Sechsertums verbundenen Kosten ganz bedeutend, musste doch seit 1718 ein Sechser nach seiner Wahl nicht nur das üblich gewordene Erwählungsmähli und das Einführungsmähli spenden, sondern sechzig Gulden in bar oder ein «silbervergüldet geschirr» im Mindestwert der vorgenannten Summe schenken. Die Ehre, Sechser, will sagen Grossrat des Standes Basel zu werden, konnten sich demnach nur reiche Gewerbsleute und vermögliche Handwerksmeister leisten. Schon zu Ende des 17. Jahrhunderts hatte sich bei der Besetzung der Sechserstellen ein starkes Überwiegen des Herrenelements d.h. von Nichthandwerkern bemerkbar gemacht. Um tiefergehende Streitigkeiten in der Zunft zu vermeiden, beschloss das Vorgesetztenbott vom 22. September 1700, dass fortan bei Sechserwahlen als Nachfolger eines Sechsers von Gewerben wiederum ein Gewerbsmann, als Nachfolger eines Sechsers von Handwerken aber ebenmässig ein Vertreter des Handwerks in die Wahl zu ziehen sei.
Unter den Zunftchargen, die aus den Sechsern bestellt wurden, ist neben dem Meistertum an erster Stelle das Amt des Seckelmeisters zu nennen. Im 15. und 16. Jahrhundert sind es fast ausschliesslich angesehene Krämer und Kaufleute, die zu Safran diesen verantwortungsvollen Posten versehen: 1446-1458 Hans Irmy, 1459-1463 Burkard Schaffner, 1463-1465 Peter Tannhuser der Seckler, 1465-1474 Lienhart Tunsel gen. Silberberg, 1474-1478 Ludwig Zscheckenpürli, 1478 - 1482 Andres Bischoff, 1483-1493 Diebold Thoman gen. zu der Strollen, 1493-1494 Heinrich Türmer, der Gürtler, 1494-1497 Eucharius Holtzach, 1497-1499 Bernhardin Spurius usw.
Das Rechnungsjahr des Bursener, wie man im 15. Jahrhundert den Seckelmeister auch nannte, begann mit dem Johannistag (24. Juni). Auf diesen Tag hatte er über Einnahmen und Ausgaben dem Zunftvorstand Rechenschaft abzulegen. Die Haupteinnahmen bildeten die Zunftkaufgebühren, Heizgeld, Wachsgeld und Bussen, die Gefälle der Gewürz stampfe und die Mietzinse der Zunftgaden, seit dem 14. Jahrhundert bereits auch Zinsen von Darlehen und Gülten. Nach dem Erdbeben zählt der Safran zu den Gläubigern der Stadt, denn 1361/62 zahlt der Rat 180 Gulden zurück «an das gelt, so man den Cremern schuldig ist».
Regelmässig wiederkehrende Ausgabeposten bilden die Kosten für Erneuerung und Instandhaltung des Hausrates und der Zunftinsignien, der Unterhalt des Zunfthauses, der Andreaskapelle und der Gewürzstampfe, die Beschaffung von Heizmaterial und Kornvorräten, die Löhne der Zunftbediensteten, die Aufwendungen für gesellige, kirchliche und wohltätige Zwecke.
Neben dem Seckelmeister der Zunftschreiber. Auch dieses seit der Mitte des 15. Jahrhunderts von einem Sechser versehene Amt wurde zumeist schreibkundigen Krämern und Kaufleuten anvertraut. Der älteste Zunftschreiber aus den Sechsern war der 1459-1468 amtierende Krämer Hans Altenbach. Er legte 1459 das heute noch erhaltene Verzeichnis der Zinse, Vergabungen und Kirchenzierden der St.Andreaskapelle an. Als Schreiber verdient machte sich auch Johannes Bürcklin, der 1501 die vom Vorstand erneuerten, approbierten und «gfirmierten» alten Ordnungen und Eide einem neu angelegten Ordnungenbuch einverleibte, damit zu künftigen Zeiten «vil müeg und arbeitt vermitten und mengklichem bescheche und widerfare, was bilfich und recht sige».
Im Jahre 1556 nahm der damalige Seckelmeister Oswald Mieg erstmals eine Repertorisierung der Zunftschriften an die Hand, welche Arbeit durch den späteren Schreiber Jakob Merede fortgesetzt wurde. Die Safranzunft machte 1600 durch ihren Schreiber Lux Martin den Anfang, die Sechserbottverhandlungen ordnungsmässig einzutragen. Ein vorbildlicher Zunftschreiber - nach Schrift und Diktion - war der Apotheker Andreas Bletz, dem wir die in den Handbüchern niedergelegten ersten eigentlichen Protokolle verdanken, deren Fortsetzungen seit 1654 lückenlos bis heute die Protokollbücher füllen.
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Observanz gehalten, dass ein jeweiliger Schreiber auf Absterben des Seckelmeisters hin diesem in seinem Amte nachfolgte.
Eine Versammlung des Zunftvorstandes hiess Sechserbott. Wer zu spät dazu erschien, büsste mit einem Vierling Wachs, resp. 1 Schilling. Wer ohne triftigen Grund dem Bott fernblieb, hatte ein Pfund Wachs oder mehr, je nach Befinden zu zahlen.
Alles was im Vorstand besprochen und verhandelt wurde, unterlag der Schweigepflicht, wie sie in dem seit dem 15. bis ins 18. Jahrhundert gleich gebliebenen Sechsereid umschrieben ist: Ihr werdet schwören einen Eid leiblich zu Gott dem Allmächtigen, der Zunft zum Safran Nutz und Frommen zu fördern und ihren Schaden nach allem euerm Vermögen zu wenden, auch aller derselben Zunft zum Safran Sachen, ihren Gewinn und Verlust berührend, es sei von des Stampfs, auch von des Gefechts und des Gewichts und auch von der Jahrrechnung wegen,so man alle Jahre zu tun pflegt, es sei von der Zunft zu Safran, desgleichen von St. Andreas wegen, jetzt und zu ewigen Zeiten zu hehlen und solches bis zu Ende immerwährend zu verschweigen, er sei Ratsherr, Meister oder Sechser, er werde abgestossen oder nicht.
Neben den wichtigen Sechserbotten erscheinen die durch die ganze Zunftgemeinde viermal des Jahres abgehaltenen Fronfastenbotte, auf denen die Zunftordnungen beschworen und Erlasse des Vorstandes und des Rates kundgetan wurden, fast nur als begleitendes Element zünftigen Wesens. Seit dem 15. Jahrhundert konzentrierte sich die zünftige Gewalt in den Händen Weniger. Wie der städtische Rat sich faktisch selbst wählte, so war auch auf jeder Zunft «Wählen und Gewähltwerden die Sache eines enge bemessenen Kreises».
Seine stärkste Machtbefugnis besass das Zunftregiment zu Safran in seiner Zunftgerichtsbarkeit. Sie schied sich in die Gewerbejurisdiktion über alle Sachen, die safranzünftige Berufe betrafen, und in die Strafgerichtsbarkeit über Frevel aller Art, vom Scheltwort bis zur Wundtat. Schwere Vergehen hatte die Zunft dem Rat zur Ahndung zu überweisen. Der wichtigen Gewerbegerichtsbarkeit unterlagen die Berufsstreitigkeiten zwischen einzelnen Zunftbrüdern oder ganzer Handwerksgruppen, ferner die Klagebehandlung ausserhalb der Zunft Stehender wegen schlechtem Material oder mangelhafter Arbeit. Auch das Gesellen- und Lehrlingswesen barg einen nie versiegenden Quell zu Reibereien und Konflikten in sich, nicht minder die Abgrenzung der Befugnisse der vielartigen safranzünftigen Gewerbe und Handwerke. Die Ausbildung des Gesellenwesens in gewerkschaftlichem Sinn und die zunehmende Solidarität des deutschen Zunfthandwerks im 16. und 17. Jahrhundert brachte eine derartige Häufung von Geschäften, die in den Bereich der Zunftgerichtsbarkeit fielen, dass eine Arbeitsteilung notwendig wurde. Die Meister der safranzünftigen Handwerke. taten sich zu selbständigen Meisterverbänden zusammen. Sie wurden von Bottmeistern geleitet, welche die Meisterschaft selbst wählte oder die ihr vom Zunftvorstand gesetzt wurden. Das auf dem Zunfthaus abgehaltene Handwerksbott übernahm fortan einen Teil der Strafkompetenzen des Zunftvorstandes, im Rahmen der von der Zunft resp. dem Rat sanktionierten Handwerksordnung. Klägern wie Beklagten stand aber die Appellation an den Zunftvorstand und evtl. der Weiterzug an den Rat offen.
Bei, den Verhandlungen des Handwerksbott spielte die «Lade», in der die Dokumente und Gelder der Meisterschaft verwahrt wurden, eine feierliche Rolle. Sie galt gewissermassen als des Handwerks Heiligtum. Sobald sie geöffnet wurde, hatte aller Lärm zu verstummen. Schimpfen und Fluchen bei offener Lade wurden schwer bestraft. Nur der Bottmeister hatte das Wort und jeder andere Meister erst dann, wenn er darum gefragt wurde. So lange die Lade geöffnet blieb, durfte auch niemand den Verhandlungsort verlassen.
Auch das gerichtliche Verfahren im Sechserbott bewegte sich vielfach noch in den Formen der alten Gerichtshaltung: die Mahnung, bei geleistetem Jahreid auszusagen, das Erbitten eines Fürsprechs, das Walten des Oberknechts als Ankläger, die Art und Weise der Einvernahme der Zeugen, der Ernst und die Würde der durch den Zunftmeister präsidierten Sitzung.
Die von der Zunft verhängten Strafen waren grösstenteils Geldbussen. Eine andere Strafart war die Konfiskation schlechter oder zunftwidrig erworbener Waren; sie wurde besonders gegenüber Fremden und Stümpelern angewendet. Eine auf grobe Vergehen gesetzte Ehrenstrafe bestand in der Verweisung in eine Vorstadt auf kürzere oder längere Zeit. Die noch im 17. Jahrhundert zu Safran ausgesprochene Leistung in eine Vorstadt betraf namentlich Bussenrückfällige. Die höchste und schwerste Strafe, die der Zunft zu Gebote stand, war der Verlust des Zunftrechtes, der im 17. Jahrhundert noch in vereinzelten Fällen angedroht, aber kaum mehr im vollen Umfang durchgeführt wurde.
Eine Aeusserung der gewerblichen Gerichtsbarkeit war auch die seit dem 15. Jahrhundert zu Safran ausgeübte Warenschau, durch ihre ernannten Gewürzschauer, durch die Zwei zu den Pfleglen und Kappen (Hutmacherei) und die Zwei zu den Gürtlern und Spenglern.
Zur Verhütung von «Falsch» gehörte auch das dem Safran zustehende Recht der Prüfung von Waage, Gewicht und Elle, das sog. « Gefecht». Seine Ausübung bestand darin, alle im Kleinhandel verwendeten Waagen, Messinggewichte und Ellen an Hand der anerkannten, mit der Zunftlilie gezeichneten Normalen periodisch zu prüfen. Als Fechtmeister amtete anfänglich einer der zunftgenössigen Rotgiesser, seit 1490 aber der Oberknecht. Das Gefecht fand jeweilen am Dienstag vor Luziatag (13. Dezember) statt, in der Weise, wie es etwa die Protokollnotiz vom Jahre 1622 meldet: «Meine Gnädigen Herren lassen durch ihren Oberknecht gebieten, dass er in alle Läden gehen und das Gewicht auf die Zunft tragen lasse, damit es aufgezogen und gefochten werde. Auch dass zwei von den Sechsern samt dem Oberknecht umgehen in alle Apotheken und Wurzkrämerläden und auch zu allen Tuchleuten, die Ellen messen und die Wagen in allen Läden aufziehen, ob sie just erfunden werden möchten, und nachher Ratsherr, Meister und Sechs vorbringen, wie sie alles gefunden haben. Wenn dann das alles mit Gottes Hilfe verrichtet ist worden, so soll man Ratsherr, Meister und Sechs ein Imbismahl geben.»
Wegen der Morgenpredigt und um Licht zu sparen, war schon 1609 beschlossen worden, das Gefecht erst nach gehaltener Morgenpredigt um 8 Uhr ins Werk zu setzen. Im Jahre 1630 passierte das Missgeschick, dass das Normalgewicht teilweise mit fremdem Gewicht verwe chselt worden war. Sofort liess der Vorstand alles einschmelzen und beim Rotgiesser einen Gewichtssatz giessen, der von nun an mitsamt den Normalwaagen im Zunftgewölbe verwahrt wurde.
Die Safranzunft focht nicht nur Gewicht und Ellenmass ihrer eigenen Angehörigen, sondern hatte auch darüber zu wachen, dass die fremden, die Baselmesse besuchenden Krämer und Kaufleute nur Basler Gewicht und Mass benutzten. Dies geschah durch den sog. «Messumgang», bei welchem die dazu verordneten Vorgesetzten ausser vom Oberknecht noch vom Rathausknecht und einem Stadtknecht in den Standesfarben begleitet wurden. Was Bussen von «kurtzy der ellen» verschuldet wurden, fielen seit 1495 dem städtischen Fiskus und nicht mehr den Aufsicht fahrenden Messherren anheim.
Sowohl der Messumgang als das Gefecht blieben bis ins 19. Jahrhundert Machtbefugnisse der Safranherren. Am Dienstag vor Luzia des Jahres 1837 wurde dieses uralte Recht letztmals durch die Zunft ausgeübt.