Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/159834

<h2>SubmittedText<h2><p>Recherchen der Sendung "Rundschau" haben gezeigt, dass das Bundesamt für Strassen (Astra) bei der Berechnung der Staulängen schummelt. Das von Viasuisse gemeldete Ausmass der Staus ist stark übertrieben. 2012 wurden in den Verkehrsinformationen vier Staus unter einem Kilometer gemeldet. 2014, als das Parlament für einen zweiten Strassentunnel gestimmt hat, waren es plötzlich 195 solcher Staus - wobei sich im Übrigen die Frage stellt, wie sinnvoll es ist, solche Staus sogar auf Radiosendern der Romandie zu vermelden, und das, obwohl laut dem Bundesamt für Verkehr der Verkehr am Gotthard seit fünfzehn Jahren praktisch gleich geblieben ist und die Zahl der Lastwagen, die die Alpen queren, beständig sinkt.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die nationale Verkehrsinformationszentrale Viasuisse verbreitet im Auftrag des Bundes und in enger Zusammenarbeit mit der nationalen Verkehrsmanagementzentrale des Bundesamtes für Strassen (Astra) schweizweit Verkehrsinformationen. Diese Informationen basieren auf dem erfassten Verkehrsgeschehen und sind in keiner Weise politisch beeinflusst. Die Erfassung des Verkehrsgeschehens erfolgt mittels technischer Systeme wie Kameras, Zählschlaufen oder Reisezeiterfassungssysteme sowie gemeldeter Störungen durch Verkehrsteilnehmende oder die Polizei.</p><p>Informationen zur Verkehrssituation am Gotthard sind insbesondere während den Hauptreisezeiten häufig in den Verkehrsmeldungen präsent. Die Informationen entsprechen einem Bedürfnis der Verkehrsteilnehmenden für ihre Reise- und Routenplanung. Zudem ist es Aufgabe des Bundes, die Verkehrsteilnehmenden über Verkehrsstörungen zu informieren und frühzeitig geeignete Alternativrouten zu empfehlen (vgl. Art. 57c des Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958; SR 741.01).</p><p>Der Bund ist seit 2008 verantwortlich für das Verkehrsmanagement auf den Nationalstrassen. Seither regelt er in sogenannten Verkehrsmanagementplänen die Massnahmen, die bei Stau zu ergreifen sind. Eine dieser Massnahmen ist die Erstellung einer Verkehrsmeldung für Staus ab einer Länge von einem Kilometer. Diese Regelung gilt schweizweit und löst die zuvor geltenden kantonalen Regelungen sukzessive ab.</p><p>Seit 2008 hat das Astra die Verkehrsmanagementpläne in einem mehrstufigen Prozess und in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen schrittweise optimiert und weiterentwickelt. Die abschliessende Fassung des Verkehrsmanagementplans für den Gotthard wurde Ende 2013 in Kraft gesetzt. Ab diesem Zeitpunkt werden auf den Zufahrten zum Gotthard Staus ab einer Länge von einem Kilometer gemeldet.</p><p>Als Folge dieser Neuregelung hat die Anzahl der am Gotthard-Nordportal erfassten Verkehrsmeldungen insgesamt nur marginal zugenommen: Zwar haben die erfassten Staumeldungen zwischen 2012 und 2014 von 4 auf 195 zugenommen. Zeitgleich haben die Meldungen mit stockendem Verkehr von 368 auf 201 abgenommen. Die Anzahl der Verkehrsmeldungen ist demnach zwischen 2012 und 2014 lediglich von 372 auf 396 gestiegen. Auf diesen Sachverhalt ist der Beitrag der "Rundschau" leider nicht eingegangen.</p>  Antwort des Bundesrates.