Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03321.jsonl.gz/2140

Die intelligenten Ventile des Walliser KMU Biar werden in mehr als 50 Ländern vermarktet
Chemischen und petrochemischen Betreibern die Möglichkeit bieten, auf sichere und einfache Weise Produktproben zu entnehmen: Das ermöglichen die intelligenten Ventile, die durch das in Sembrancher ansäs sige Unternehmen Biar entwickelt wurden. Das KMU mit rund 70 Mitarbeitenden hat seit seiner Gründung in den 1980er Jahren bereits über 30'000 Ventile in 55 Ländern installiert. Während es seine Bemühungen um Produktinnovation weiter vorantreibt, erkundet das Unternehmen nun auch die Märkte in China und im Nahen Osten, will seine Produktion aber auch künftig ausschliesslich auf Sembrancher konzentrieren.
Biar (für Bureau d'Ingénierie et Atelier de Réalisation) wurde 1985 von Guy Masson, dem Vater des heutigen Geschäftsführers Claude Masson, gegründet. «Mein Vater war damals Ingenieur bei Ciba Geigy in Monthey. In seinem Beruf hatte er immer wieder mit dem Problem zu tun, Proben von Chemikalien in Rohrleitungen oder Bioreaktoren zu entnehmen. Also erfand er ein intelligentes Ventil, das direkt an den Leitungen oder Tanks befestigt werden konnte», erklärt Claude Masson.
Kurz darauf gab Guy Masson seinen Posten auf, um sich ganz seinem Unternehmensprojekt zu widmen. So entstand Biar, zunächst mit Standort im Dorf Lourtier. «Das Unternehmen richtete er in einer Wohnung ein, bevor es bereits 1988 in eine Halle umzog.» Die ersten Ventile wurden in Monthey eingesetzt, später folgten weitere Chemiestandorte in der Schweiz, insbesondere Basel.
Eine Tochtergesellschaft in Louisiana
«Zwischen 1993 und 1995 zog unsere ganze Familie nach Baton Rouge in Louisiana, um die Geschäfte dort auszubauen. Wir haben bis heute eine Filiale in dieser Stadt, die von meinem Bruder Yvan geleitet wird.» Im Jahr 2005 übergab der inzwischen verstorbene Guy die Leitung an seinen Sohn Claude. Das KMU zählte damals 20 Mitarbeitende.
Im Jahr 2009 zog Biar nach Sembrancher um. «Die Produktionsfläche stieg von 600 auf 4000 m2. Das ermöglichte uns, unsere Entwicklung fortzusetzen und nach und nach weitere Ressourcen einzusetzen». Biar beschäftigt heute rund siebzig Mitarbeitende, nachdem 2019 Famat Sampling, ein Schweizer Hersteller von Probenahmeventilen für Pulver und Granulate, übernommen wurde.
Neben den Angestellten, die hauptsächlich in der Fabrik in Sembrancher beschäftigt sind, stützt sich das KMU auf ein Netzwerk von etwa 40 Vertretern und Händlern, die seine Produkte in über 55 Ländern vertreiben. Das Unternehmen kann ausserdem auf drei Wartungszentren (in den USA, China und Indien) zurückgreifen.
Ein Katalog mit 15'000 Ersatzteilen
In der Fabrik in Sembrancher werden die Entnahmeventile von Biar mittels eines Maschinenparks von rund 30 Maschinen hergestellt. «Wir sind in der Lage, bis zu 15'000 verschiedene Ersatzteile herzustellen, die in die Herstellung unserer Ventile einfliessen.»
Biar-Ventile können direkt in die Rohrleitungen eingebaut werden. Sie sind in bestimmten Konfigurationen mit einem Schutzsystem ausgestattet, das den Kontakt zwischen der Chemikalie und der bedienenden Person verhindert. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, eine Schutzausrüstung zu tragen. Die Ventile können auch in Tanks oder Reaktoren eingebaut werden. Sie sind mit einem Tauchrohr verbunden, das eine Probe aus einer Tiefe von bis zu vier Metern im Tank entnehmen kann.
«Dank unseres Forschungs- und Entwicklungsteams entwickeln wir auch massgeschneiderte Ventile, manchmal mit Kammern, in denen die Flüssigkeiten aufbewahrt werden, zum Beispiel für die Kühlung der Proben.» Biar arbeitet auch an Probenahmeventilen für Gase. «Unsere Ventile, die hauptsächlich aus Edelstahl, Nickellegierungen oder Teflon hergestellt werden, können optional mit einer Temperatur- oder pH-Analyse ausgestattet werden.»
2’500 Kunden auf der ganzen Welt
Nicht weniger als 2'500 Kunden vertrauen auf die Produkte von Biar, hauptsächlich in den Bereichen Petrochemie und Chemie. Auch die Feinchemie und die Pharmaindustrie sind potenzielle Zielgruppen. «Wir haben das Glück, ein Nischenprodukt für eine treue Kundschaft anbieten zu können», sagt Claude Masson.
Zwischen 5 und 8 Prozent des Umsatzes von Biar werden in der Schweiz erwirtschaftet. Die Hälfte der Produkte wird nach Europa, insbesondere nach Deutschland, und der Rest in die ganze Welt exportiert. «Derzeit erlebt China eine starke Entwicklung. Wir erschliessen auch ein neues Geschäftspotenzial im Nahen Osten.»
Weiterer Ausbau in Sicht
Das Unternehmen aus Sembrancher setzt auch auf Nachhaltigkeit. Bereits 2014 hat es Solarpaneele installiert, deren Energie für die Produktion genutzt werden können. «Uns liegt auch ein grosses soziales Engagement am Herzen, indem wir mit Wiedereingliederungseinrichtungen zusammenarbeiten, die uns bestimmte Montagen abnehmen, oder indem wir Mitarbeitende aus dem Bereich der beruflichen Wiedereingliederung aufnehmen.» Biar ist ausserdem ein Ausbildungsbetrieb mit vier Lernenden, die derzeit unter Vertrag stehen.
Bis 2024 wird Biar seine Produktionsstätte erweitern, indem es auch in das benachbarte Gebäude investiert und die Energieeffizienz seiner derzeitigen Halle verbessert. Das reicht aus, um das Wachstum aufzufangen, das sich in den nächsten Jahren fortsetzen dürfte. Das ist dem florierenden Walliser Unternehmen sehr zu wünschen!
Weitere Informationen: www.biar.com