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Neben dem Coronavirus (COVID-19) oder dem Influenza-Virus gibt es auch einige andere Viren, die für uns Menschen gefährliche Krankheiten auslösen können. Weltweit gibt es schätzungsweise ca. 3.000 Virenarten. Der bislang älteste Beleg für eine durch Viren verursachte Erkrankung wurde aus den deformierten Knochen eines 150 Millionen Jahre alten, kleinen zweibeinigen Dinosauriers abgeleitet. Dieser alte Knochen kann im Berliner Museum für Naturkunde betrachtet werden. In dieser Top 10 Liste stellen wir einige viel verbreitete und gleichzeitig wenig bekannte Virsuserkrankungen vor.
10. Rotavirus
Das Rotavirus ist auf der ganzen Welt verbreitet und löst eine schwere Durchfallerkrankung aus. Weltweit kommt es jedes Jahr zu schätzungsweise 140 Millionen Fällen, wobei besonders Kinder von der Krankheit betroffen sind. Pro Jahr sterben nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation 527’000 Kinder unter 5 Jahren am durch den Durchfall bedingten starken Flüssigkeitsverlust, den das Rotavirus auslöst. Bis zum Ende des dritten Lebensjahres haben fast alle Kinder (>90 %) bereits eine Rotavirusinfektion durchgemacht. Die Infektion mit Rotaviren erfolgt fäkal-oral, wobei kontaminierte Lebensmittel und kontaminiertes Trinkwasser eine Rolle spielen können. Es existiert eine Impfung gegen Rotaviren.
9. Varizella-Zoster-Viren
Das sogenannte Varizella-Zoster-Virus ist Verursacher der Windpocken und Gürtelrose. Die Windpocken (Wilde Blattern) sind eine höchst unangenehme, meist aber harmlos verlaufende Infektionskrankheit. Symptome der Windpocken sind Fieber und der für die Krankheit typische juckende Hautausschlag mit kleinen Bläschen. In wenigen Fällen treten Komplikationen wie Hirnentzündungen oder Lungenentzündungen auf. In einer Schweizer Untersuchung wurde bei nicht geimpften Personen eine Sterblichkeit durch Windpocken von 1 auf 100’000 Erkrankungsfälle gefunden. Normalerweise ist man nach einer Windpocken-Erkrankung ein Leben lang immun gegen die Krankheit. Das Virus verbleibt aber nach Abklingen der Symptome im Körper und kann später, beispielsweise ausgelöst durch Stress oder ein geschwächtes Immunsystem, reaktiviert werden und die als Gürtelrose bekannte Krankheit auslösen. Rund 25 bis 30 % der Bevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens an der Gürtelrose. Die Symptome einer Erkrankung sind leichtes Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Bildung von Hautbläschen. Die Gürtelrose verläuft meist harmlos, sehr selten und nur bei meist stark immungeschwächten Menschen treten Komplikationen wie Hirnentzündung oder Rückenmarksentzündung auf.
8. Epstein-Barr-Virus
Das Epstein-Barr-Virus (kurz EBV) ist ein krebsauslösendes Virus, mit dem sich nahezu alle Menschen bereits im Kindesalter infizieren. Das Virus verbleibt lebenslang im Körper. Es ist bei 98% der Menschen, welche älter sind als 40 Jahre, nachweisbar. Bei 30-60% der Infizierten zeigt sich das Virus durch den Ausbruch des Pfeiffer-Drüsenfiebers. Das Virus steht unter dem Verdacht, bei Lymphdrüsenkrebs und anderen Krebserkrankungen eine Rolle zu spielen. Es ist weltweit schätzungsweise für 10 bis 15 Prozent aller Krebserkrankungen verantwortlich. Darüber hinaus erhärtete sich der Verdacht, dass EBV mit einer Vielzahl von Autoimmunerkrankungen wie z.B. Multipler Sklerose in Zusammenhang steht. Aktuell existiert kein Impfschutz gegen EBV.
7. Zika-Virus
Das Zika-Virus ist beim Menschen Verursacher des Zikafiebers. Es konnte erstmals im Jahr 1952 in Uganda und Tansania nachgewiesen werden. Bis 2007 waren weniger als 15 Infektionen beim Menschen bekannt, die alle in Afrika oder Südostasien nachgewiesen wurden. Seit dem Jahr 2007, als sich in Mikronesien der erste grosse Ausbruch ereignete, verbreitet sich das Virus immer weiter über die Welt. Es gilt heute als Virus, dass sich möglicherweise über die ganze Welt ausbreiten könnte. Ab 2015 wurden Fälle von Zika-Fieber in Süd-, Mittelamerika und der Karibik beobachtet. Der Ausbruch in Lateinamerika wird als «perfekter Sturm» beschrieben, weil das Virus auf eine komplett empfängliche Bevölkerung traf und 60% der exponierten Bevölkerung infizierte. Das Virus wird über verschiedene Arten von Stechmücken – jedoch erst bei Temperaturen über 27 Grad – übertragen. In Europa wurde im Herbst 2019 über eine Zika-Infektion durch die Stechmücke aus Südfrankreich berichtet. Das Virus verläuft zunächst milde und äussert sich insbesondere durch Hautausschlag und Fieber, Gelenkschmerzen sowie seltener Kopfschmerzen und Erbrechen. Die Symptome klingen in der Regel bereits nach wenigen Tagen wieder ab. Gesicherte Todesfälle sind bislang keine bekannt.
6. Dengue-Virus
Das Dengue-Virus löst das so genannte Denguefieber aus. Das Virus wird durch Stechmücken verschiedener Gattungen übertragen. Die Mücke nimmt das Virus beim Stechen eines infizierten Menschen auf und gibt es beim nächsten Stich weiter. Bei Denguefieber handelt es sich um die sich am schnellsten ausbreitende, von Stechmücken übertragene Krankheit. Seit 1960 haben sich die Fallzahlen verdreissigfacht. Die Krankheit äussert sich häufig mit unspezifischen Symptomen oder solchen, die einer schweren Grippe ähneln. In seltenen Fällen kann es auch zu inneren Blutungen kommen. Weltweit erkranken schätzungsweise 50 bis 100 Millionen am Denguefieber. Dabei durchleiden 500’000 Personen einen schweren Krankheitsverlauf und 22’000 Menschen sterben. Die meisten der Todesopfer sind Kinder.
5. Hanta-Virus
Zur Familie der Hantaviren gehören zahreiche Virustypen, die je nach Typ verschiedene Erkrankungen auslösen können. Dazu gehören schwere Lungenerkrankungen, akutes Nierenversagen oder Fiebererkrankungen. Die Viren sind weltweit verbreitet. Die Sterblichkeit liegt bei den in Mitteleuropa vorkommenden Typen des Hanta-Virus bei weniger als 1 Prozent. Die amerikanischen Hantaviren sind für den Menschen viel gefährlicher, die Sterblichkeit bei den als Sin-Nombre-Virus und Andes-Virus bekannten Typen liegt bei bis zu 40 Prozent. Die Viren werden durch den Kot oder Urin infizierter Nagetiere (Mäuse und Ratten), der als Staub eingeatmet wird, auf den Menschen übertragen. Eine Impfung gegen Hantaviren befindet sich erst im Entwicklungsstadium.
4. Kyasanur-Wald-Fieber
Das Kyasanur-Wald-Fieber (KFD-Virus) wird durch den Biss verschiedener Zeckenspezies auf den Menschen übertragen und löst die gleichnamige Krankheit mit hohem Fieber und Kopfschmerzen, gefolgt von Blutungen aus der Nasenhöhle, dem Hals und dem Zahnfleisch, aus. Oft dauert die Genesungszeit mehrere Monate. Das KFD-Virus hat eine Todesrate von zwischen 3 und 10 Prozent. Jährlich sterben etwa 500 Menschen an diesem Virus. Es existiert ein Impfstoff, der bei dreimaliger Verabreichung eine Wirksamkeit von 82,9% erreicht.
3. Krim-Kongo-Fieber
Fälle vom Krim-Kongo-Fieber sind seit den 1940er Jahren dokumentiert. Später wurde das Virus erstmals 1956 im Kongo isoliert, weshalb die Krankheit heute den Namen Krim-Kongo-Fieber trägt. Der letzte Grössere Ausbruch des Virus fand zwischen 2006 und 2008 in der Türkei statt. In dieser Zeit sind mindestens 23 Menschen am Krim-Kongo-Fieber gestorben. Die Übertragung erfolgt durch den Stich von Zecken. Die Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, Reizbarkeit, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen. Oberbauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Typisch sind eine Gesichtsrötung und ein Gesichtsödem, Bindehaut- und Rachenrötung. Die Sterblichkeit ist abhängig vom Virusstamm und liegt zwischen 2% und 50%. Der Tod tritt meistens in der zweiten Krankheitswoche ein, die Todesursache ist Multiorganversagen. Aktuell gibt es keinen Impfstoff.
2. Lassa-Virus
Das Lassa-Virus gehört zu den gefährlichsten Viren der Welt und wird der höchsten Risikogruppe 4 zugeordnet. Weltweit gibt es nur ca. 35 Hochsicherheitslabore (darunter 3 in der Schweiz), in denen Tätigkeiten der Schutzstufe 4 durchgeführt werden dürfen. Das Virus löst die als Lassa-Fieber bekannte Krankheit aus. Zu den Symptomen der grippeähnlichen Erkrankung gehören Fieber, Husten, Halsschmerzen und Kopfschmerzen. In Westafrika erkranken jährlich zwischen 300’000 und 500’000 Menschen am Lassa-Fieber, was zu 5’000 Todesfällen pro Jahr führt. Aktuell ist kein Impfstoff verfügbar.
1. Marburg-Virus
Beim Marburg-Virus handelt es sich um ein äusserst lebensgefährliches Virus. Es wird wie das zuvor behandelte Lassa-Virus der höchsten Schutzstufe 4 zugeordnet. Das durch das Virus ausgelöste Marburgfieber ist für den Menschen sehr gefährlich und häufig tödlich. Die Sterblichkeit liegt bei mindestens 25 Prozent. Die rasche Schädigung seines Wirtes bis hin zu seinem Tod ist jedoch kein vorteilhafter Effekt für das Virus, weil es für die eigene Verbreitung auf einen lebenden Wirt angewiesen ist. Dieser Umstand deutet darauf hin, dass weder das Virus an den Menschen noch der Mensch an das Marburg-Virus angepasst ist. Eine Impfung ist in Entwicklung. Im Jahr 2009 begannen erweiterte klinische Studien mit einem Ebola- und Marburg-Impfstoff.