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Zürich (awp) - Micronas hat im Geschäftsjahr 2009 einen deutlichen Umsatzrückgang und einen beträchtlichen Reinverlust hinnehmen müssen. Das Jahr war von der Restrukturierung und vom Rückzug aus dem Consumer-Geschäft geprägt. Eine erste Erholung zeichnete sich in der zweiten Jahreshälfte ab, die sich auch 2010 fortsetzen soll. Die Gewinnzone dürfte jedoch noch nicht erreicht werden.
Die Halbleiterherstellerin erzielte von Januar bis Dezember einen um 60% tieferen Umsatz von 241,2 Mio CHF. Der Verlust auf Stufe EBIT stieg auf -172,0 Mio CHF und damit gegenüber dem Vorjahr auf mehr als das Dreifache. Vor Wertminderungen, Restrukturierung und dem Teilverkauf der Consumer-Sparte waren es -66,1 Mio CHF. Der Reinverlust erhöhte sich auf 179,0 Mio CHF, wie die Gesellschaft am Donnerstag mitteilte.
ABSCHIED VOM CONSUMER-GESCHÄFT
Im Mai übernahm das amerikanische Halbleiterunternehmen Trident Microsystems drei Consumer-Produktlinien von Micronas. Es resultierte ein Nettoerlös von 8,7 Mio CHF. Die nicht übernommenen Teile des stark defizitären Bereichs wurden im Laufe des Jahres geschlossen, letzte Lieferungen an Kunden sollen bis Mitte 2010 weitgehend beendet sein.
Sowohl im Bereich Consumer wie auch bei Automotive ging der Umsatz 2009 zurück, und es ergab sich ein Betriebsverlust. Bei Automotive verweist Micronas auf die zu niedrige Auslastung der Produktionsanlagen in Freiburg, diese wurden restrukturiert. Nachdem die Kapazitätsauslastung in der Waferfabrik in den ersten beiden Quartalen auf unter 50% gesunken war, stieg sie in der zweiten Hälfte 2009 wieder an und betrug im vierten Quartal 65%.
Auftragsbestand und Umsatz legten jedoch im letzten Jahresviertel gegenüber dem dritten Quartal zu. Für das vierte Quartal weist das Unternehmen einen um 4% höheren Umsatz von 49,3 Mio CHF aus, eine Zunahme des Auftragsbestands per Ende Jahr um 20% auf 55,8 Mio CHF sowie eine Book-to-bill-Ratio von 1,21.
NEUES MANAGEMENT
Veränderungen gab es zudem bei Management und Verwaltungsrat. Am 1. Januar 2010 übernahm Matthias Bopp als CEO die Geschäftsführung, neuer CFO seit 1. Dezember 2009 ist Günter Hoppe. Sie ersetzen die zurückgetretenen Wolfgang Kalsbach und Manfred Häner. Auch der Verwaltungsrat wurde an einer ausserordentlichen Generalversammlung im November 2009 grossenteils neu besetzt.
Akquisitionen haben für Micronas trotz hoher liquider Mittel von 188 Mio CHF per Ende Jahr vorerst nicht oberste Priorität. Die neue Unternehmensführung will zunächst den Mittelabfluss im operativen Bereich stoppen. Zudem müsste sich die Gesellschaft nach dem massiven Umbau und den personellen Veränderungen erst einmal einspielen, hiess es.
WACHSTUMSMARKT IM BLICK
Gute Perspektiven sieht Micronas bei den Lösungen für die Automobilindustrie. Die Wachstumsraten im Markt für Hall-Sensoren sehe man im Zeitraum 2009 bis 2014 bei 14%, sagte CEO Matthias Bopp vor den Medien. Demgegenüber soll der Sensormarkt bei Automotive allgemein um 12% wachsen und bei der Automobilproduktion wird ein Plus von 8% erwartet. Neben Hall-Sensoren gelten auch Microcontroller als vielversprechend. Zudem sieht die Gesellschaft erste Erfolge im Industriebereich und mit Weisser Ware.
Micronas rechnet 2010 mit einer weiteren Belebung des Geschäfts. Weil aber keine kurzfristigen Erholung des weltweiten Automotive-Marktes auf das Niveau vor der Krise erwartet wird, dürfte die Gewinnzone wohl noch nicht erreicht werden, so das Unternehmen. Im ersten Quartal 2010 wird ein Umsatz von 45 Mio CHF erwartet, davon sollen 38 Mio CHF auf den Bereich Automotive und 7 Mio CHF auf den Bereich Consumer entfallen. Der EBIT wird ausgeglichen erwartet.
Analysten reagierten unterschiedlich auf den Zahlenausweis. Einige werten die Auftragslage als positiv, andere bezweifeln die Wachstumschancen bei Automotive. Die Börse reagierte ungnädig, die Micronas-Aktien verlieren am Nachmittag in einem leicht schwachen Gesamtmarkt 4,6% auf 4,17 CHF.
cc/uh
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