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Problemlagen von suchtmittelabhängigen Menschen im offenen Strafvollzug
Der Zusammenhang von Suchtmittelabhängigkeit und delinquentem Verhalten führt dazu, dass die Betroffenen häufig mit dem Strafvollzugssystem in Kontakt geraten. Die nachfolgende Bachelor-Thesis geht der Frage nach, mit welchen Problemlagen sich suchtmittelabhängige Strafgefangene im offenen Strafvollzug konfrontiert sehen und worin der Handlungsbedarf für die Soziale Arbeit liegt.
Um die Frage zu beantworten, wird zu Beginn der Bachelor-Thesis die Integrative Identitätstheorie nach Petzold herangezogen. Anhand der 5 Säulen der Identität, welche das Fundament der Integrativen Identitätstheorie bilden, werden die Problemlagen aus verschiedenen zeitlichen und identitätsbildenden Perspektiven dargelegt. Anschliessend folgt ein Gesamtüberblick über den offenen Strafvollzug, dies hinsichtlich seiner institutionellen Eigenschaften, mit Schwerpunkt auf die resozialisierungsfördernden Aspekte. Weiter zeigt die Bachelor-Thesis den offenen Strafvollzug aus der Perspektive der sozialen Organisation auf.
Eine Synthese dieser Themenschwerpunkte zeigt auf, dass der offene Strafvollzug als Institution zwar einige resozialisierungsfördernde Angebote bietet, diese jedoch zu wenig auf die multiplen Problemlagen von suchtmittelabhängigen Strafgefangenen abzielen. In der Bachelor-Thesis wird dargelegt, dass besonders für suchtmittelabhängige Strafgefangene, die auf Grund der Merkmale der totalen Institution vorhandenen Subkulturen, einen Risikofaktor darstellen. Bereits geschädigte Identitätsbereiche werden im offenen Strafvollzug nicht zuletzt infolge der Stigmatisierung gefestigt. Die Identifizierung mit dem suchtmittelabhängigen Kriminellen wird im offenen Strafvollzug bestärkt.
Um dem entgegenzuwirken, bedarf es vom offenen Strafvollzug individualisiertere Konzepte zur Betreuung von suchtmittelabhängigen Strafgefangenen und ein subjektbezogener Vollzug, welcher sich nicht ausschliesslich auf Risikoorientierung und Sanktionierungen konzentriert. Dass die Soziale Arbeit über passendes theoretisches Hintergrundwissen und Methoden verfügt, wird in der Bachelor-Thesis aufgezeigt. Jedoch zeigt sich in den Ergebnissen, dass sich die Soziale Arbeit im Strafvollzug als eigenständige Profession vermehrt etablieren sowie einsetzen muss. Sozialarbeitende im offenen Strafvollzug leisten zwar mit dem Casemanagement und der Sachhilfe einen wertvollen Beitrag zur Resozialisierung von suchtmittelabhängigen Strafgefangenen, jedoch sehen sie sich im Kontext des offenen Strafvollzugs besonders mit dem doppelten Mandat der Hilfe und Kontrolle konfrontiert.