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Im Jahr 2021 feiert eine der größten Uhrenkomplikationen aller Zeiten ihren 220. Geburtstag: das Tourbillon.
Das von Abraham-Louis Breguet (1747-1823) entworfene Tourbillon findet in der Haute Horlogerie auch heute noch viel Zuspruch. Am 26. Juni im Jahr 1801 – laut dem republikanischen Kalender im postrevolutionären Frankreich dem “7. Messidor des Jahres IX” – erhielt die Maison das Patent zugesprochen.
Breguet begriff, welche Faktoren – insbesondere jene der Hemmung – die Genauigkeit eines Zeitmessers beeinflussen. In dem Bewusstsein, gelingt es ihm stattdessen, das Problem zunächst zu umgehen, um es anschließend zu lösen. Er sorgt für einen „Ausgleich“ der Beeinträchtigungen durch die physikalischen Gesetze, welche die zentralen Organe der Uhr verformen und damit die Ganggenauigkeit verschlechtern. Da er es nicht mit der Schwerkraft aufnehmen kann, entscheidet sich Breguet dafür, wenigstens ihre Folgen zu „zähmen“.
Aus all diesen Faktoren entstand das Projekt, das der Erfinder in Anlehnung an dessen ursprüngliche Bedeutung in der Astronomie auf den Namen „Tourbillon“ tauft. Heute ist in Vergessenheit geraten, was die großen Wörterbücher des 19. Jahrhunderts unter dem Eintrag „Tourbillon” aufführen: Hier war es ein Planetensystem, das sich um eine einzige Achse dreht, dort die Energie, die die Planeten um die Sonne kreisen lässt. Damit hatte der Begriff ursprünglich wenig mit der heutigen Bedeutung des Wortes im Französischen, die einer „heftigen Drehung“ oder einem „Wirbelwind“ entspricht, zu tun.
Ursprünglich für Taschenuhren entworfen, die im Allgemeinen in senkrechter Position getragen wurden, erfuhr die Erfindung von Abraham-Louis die Aufmerksamkeit und das Interesse der Uhrenindustrie. “Das was für die Taschenuhr gut ist, ist auch gut für die Armbanduhr” dachte sich die Uhrenindustrie. Mit Audemars Piguet ging das Tourbillon in Armbanduhren-Serie. Mit dem ersten Serien-Tourbillon wartete Audemars Piguet im Jahre 1986 auf. Das Formwerk war nicht nur das kleinste und flachste seiner Art, sondern auch das erste Exemplar mit Selbstaufzug.
In den ersten 200 Jahren wurden gerade einmal etwa 700 Tourbillons gebaut, da deren Anfertigung besonders schwierig ist. Deshalb sind Tourbillonuhren teuer. Die Einstellung und Reparatur einer Tourbillonuhr erfordern viel Fachkenntnis und Sorgfalt. Mittlerweile bietet aber fast jeder Luxusuhrenhersteller entsprechende Uhren an, so dass inzwischen mehrere tausend Tourbillons hergestellt wurden. Bei Schweizer Uhrenmarken und deutschen Uhrenherstellern sind die Uhren erst ab etwa 50.000 Schweizer Franken 30.000 Euro erhältlich.
Dabei steht der Nutzen in keinem Verhältnis zum Preis. Viel mehr gelten heute die exklusiven Uhren als reines Statussymbole.
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