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Fazinierender Migros-Wagen
In den frühen fünfziger Jahren war ich mehrmals zu Besuch bei meiner Tante in Oetwil a. S.. In dem Dorf, wo es nicht viel Abwechslung gab, war die Ankunft des Migros-Wagens immer eine Attraktion. Wenn der Wagen in der Dorfmitte in der Nähe der VZO-Bushaltestelle ankam, wurde eine Seitenwand teilweise hochgeklappt und ein kleinerer Teil herunter geklappt. Hinter der aufgeklappten Wagenseite wurden dann die Waren sichtbar. Diese waren in einer Unmenge von Fächern versorgt. Die einen Fächer waren breiter, andere schmäler, ein Teil höher und dann gab es noch eine Türe, hinter der besondere Dinge verborgen waren. Der Lastwagen hatte eine Motorhaube, auf der vorne so etwas wie ein Turm oder Pfeil war und dahinter eine Kabine für den Fahrer und einen zweiten Verkäufer. Die haben dann hinter der heruntergeklappten Theke die Artikel aus den Regalen genommen, wie von den zuvorderst in der Schlange stehenden Leuten verlangt. Die Verkäufer hatten einen Bubentraum umhängen, also eine Tasche an der ein Gerät war, aus dem sie Münzen herausklicken konnten. Wir Kinder, die auch mit ein paar Batzen zum Einkaufen geschickt wurden, wurden vielfach von den Erwachsenen weggedrängt und kamen erst zuletzt an die Reihe, wenn überhaupt. Denn manchmal wurden die Seitenteile zugeklappt, bevor die zuhinterst in der Schlange stehenden Kinder bedient wurden.
Migros-Moment von V. G.