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Am Beispiel von Médecins sans Frontières lässt sich zeigen, wie sich die Arbeitsmotivation von Expatriates und lokalen Mitarbeitenden unterscheidet.
Nonprofit-Organisationen (NPO) zeichnen sich im Vergleich zu Wirtschaftsbetrieben durch eine ausgeprägte Missions- und Werteorientierung aus. Dementsprechend wird oft davon ausgegangen, dass die Mitarbeiter von NPO eine vergleichsweise hohe Übereinstimmung in ihren Einstellungen und Werthaltungen aufweisen: sowohl zwischen den Mitarbeitern und der Organisation als auch unter den Mitarbeitern. In einer Befragung von 310 Mitarbeitern eines international tätigen Hilfswerks wurden die Einstellungen der Beschäftigten gegenüber ihrer Tätigkeit und Erwartungen an die weitere berufliche Entwicklung sowie die organisationalen Bindungsmuster erfragt. Die Heterogenität im Vergleich der Mitarbeitergruppen erweist sich als erheblich: Mitarbeiter, die als Expatriates in Projekten tätig sind, weisen deutlich andere Karriereanker und Bindungen auf als lokal rekrutierte Projektmitarbeiter bzw. Angestellte in den Hauptquartieren der Organisation. Auffallend ist zudem die Heterogenität der Expatriates, wenn man Teilgruppen nach geographischer Herkunft bildet und vergleicht. Die Befunde zeigen sich ansonsten weitgehend unabhängig von Alter und Geschlecht sowie formalem Bildungsgrad der befragten Personen. Die Studie verdeutlicht, dass die Personalführung in international tätigen NPO mindestens ebenso hohen Anforderungen an das Diversitätsmanagement genügen muss, wie das in den weniger sachzielgebundenen Unternehmen des globalen Wirtschaftssystems der Fall ist.
Markus Gmür, Roya Milani und Eric Davoine