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Als Arbeitsgruppe „Betroffenes Spital“ interessieren und engagieren wir uns für die christlichen Werte in unserem Land. Durch Erlebnisse, die wir im Beruf (Medizinalpersonal, Juristen) und als Angehörige haben, welche nahe Verwandte in Pflegeheimen betreuen, ist uns aufgefallen, wie gross der Einfluss des Leitbildes eines Heimes oder Spitales ist. Vor allem die Leitung bestimmt die Art und Weise, wie den Bewohnern, Klienten und Patienten begegnet wird.
Mit einer schriftlichen Umfrage wollten wir die Grundhaltung von Pflegedienst- und Heimleitungen kennen lernen und erfahren, wie sie zur Sterbehilfediskussion stehen. In einer Zeit, wo die Kosten stetig wachsen und die Heime unter immer grösseren Druck geraten, ist eine klare Orientierung umso wichtiger.
Die Umfrage und der Rücklauf der Antworten:
Die Umfrage bestand aus einer Fragebogenkarte mit 4 Fragen und wurde an 198 Alters- und Pflegeheime im Kanton St. Gallen verschickt. Die Fragen konnten anonym beantwortet werden. Es kamen 45 ausgefüllte Karten zurück, das entspricht einem Rücklauf von 23%.
Auf die erste Frage, ob der Staat Sterbehilfeorganisationen verbieten solle, antworteten 31% mit Ja. 11% bejahten die Förderung der Sterbehilfeorganisationen. Auf die Frage, ob der Staat Sterbehilfeorganisationen auf privater Ebene belassen solle (Status quo beibehalten), antworteten 51% mit Ja. 7% beantworteten diese Frage nicht.
Die zweite Frage lautete: Sind Sie mit der geltenden Gesetzesregelung einverstanden? Art. 115, Strafgesetzbuch, Verleitung und Beihilfe zum Selbstmord: Wer aus selbstsüchtigen Beweggründen jemanden zum Selbstmord verleitet oder ihm dazu Hilfe leistet, wird, wenn der Selbstmord ausgeführt oder versucht wurde, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft. 71% sind einverstanden, 16% sind nicht einverstanden, 13% beantworteten die Frage nicht.
Die dritte Frage, ob Dienstleistungen von Sterbehilfeorganisationen im Heim zugelassen würden, beantworteten 9% der Institutionen mit Ja und 89% mit Nein, 2% gaben keine Auskunft.
Die letzte Frage lautete: Sind in Ihrer Institution Patientenverfügungen obligatorisch? Für 4% der Organisationen sind sie obligatorisch, für 91% sind sie freiwillig, 4% gaben keine Antwort.
Ein paar Denkanstösse dazu:
45 Karten von 198 sind ausgefüllt zurückgekommen, wir schätzen das als Interesse an der Thematik ein: Die Institutionen sind dafür sensibilisiert. 31% der Organisationen bekunden mit einem Ja, dass Sterbehilfeorganisationen wie Exit und Dignitas verboten werden sollten. Es könnte sein, dass diese Organisationen bereits unter dem Druck des Angebotes vom „schnellen und schönen Tod“ stehen und dass sie bereit sind dagegen zu kämpfen. Aufgefallen ist uns, dass sich einige dieser Gruppen als christliche Werke vorstellten und Verse aus der Bibel zitierten; das heisst, auch am Ende des Lebens wollen sie bewusst mit Gottes Hilfe rechnen und ihm vertrauen.
11% der Institutionen wünschen, dass Sterbehilfeorganisationen vom Staat gefördert werden sollten. Dies unterstreicht die Tendenz, dass sich einige eine „gute, solide und vertrauenswürdige Schweizerqualität“ für den herbeigeführten und selbst bestimmten Tod im Gesetz vorstellen. Die Verantwortung für ein qualitätskonformes Sterben soll vom Staat getragen werden.
71% sind mit der jetzigen Gesetzesregelung einverstanden, d.h. sie vertrauen dem Gesetz oder denken, die Sterbehilfeorganisationen könnten professionell überwacht werden.
89% der befragten Institutionen lassen keine Sterbehilfeorganisationen zu. Diese klare Haltung hat uns sehr gefreut. Bei 9% hat Exit oder Dignitas freien Zugang. Was für eine unheimliche Stimmung muss in diesen Heimen anzutreffen sein, wenn die Bewohner das realisieren? Was für eine Not, welch beunruhigende Gedanken können in einem Herzen zurückbleiben: ‚Für mich ist es sicher auch bald Zeit, den anderen nicht mehr zur Last zu fallen. Ich müsste mich wohl auch bei einer Sterbehilfeorganisation anmelden, ich bin ja bald so hilfsbedürftig wie der andere, der diese Dienstleistung in Anspruch genommen hat…‘ Kranke und ältere Menschen müssen sozusagen ihr Sterben rechtzeitig organisieren.
Bei der letzten Frage kam deutlich zum Ausdruck, dass Patientenverfügungen ein bekanntes Instrument sind und dazu benutzt werden, die letzten Dinge zu regeln, Wünsche und Vorstellungen zu klären und zu formulieren. Eine solche Verfügung kann allen beteiligten Personen, inklusive den Angehörigen, eine Sicherheit geben, dass die Wünsche der Patienten oder Bewohner ernst genommen werden.
Ein Sterbeprozess ist ein sehr persönlicher Weg, den es zu gehen gilt, den wir akzeptieren müssen, zugleich aber auch gestalten können.
Gottes Wort ist voller Hoffnung, auch im Alter! Jung und Alt leben zu Gottes Ehre. In Psalm 92,14 lesen wir (Lut. 84): „Die gepflanzt sind im Hause des Herrn, werden in den Vorhöfen unseres Gottes grünen. Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein, dass sie verkündigen, wie der Herr es recht macht, er ist mein Fels, und kein Unrecht ist an ihm.“