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| Tertullian († um 220) - Die Prozeßeinreden gegen die Häretiker (De praescriptione haereticorum)

13. Kap. Glaubensregel oder kurzer Inbegriff der christlichen Glaubenswahrheiten.
Es gibt aber eine Regel des Glaubens, um schon hier mit dem, was wir verteidigen, hervorzutreten, jene nämlich, wonach geglaubt wird, es gebe schlechthin nur [S. 320] einen einzigen Gott und keinen andern neben dem Weltschöpfer, der alles aus nichts hervorgebracht hat durch sein zuerst vor allem hervorgegangenes1 Wort. Dieses Wort sei sein Sohn genannt worden, unter dem Namen Gott verschiedentlich von den Patriarchen geschaut, in den Propheten beständig vernommen, zuletzt aus dem Geiste und durch die Kraft Gottes des Vaters in die Jungfrau Maria herabgestiegen, in ihrem Mutterschoße Fleisch geworden und als Jesus Christus von ihr geboren worden. Darnach habe er das neue Gesetz und die neue Verheißung des Himmelreiches gepredigt und Wunder getan; ans Kreuz geschlagen, sei er am dritten Tage wieder auferstanden; in den Himmel entrückt, sitze er zur Rechten des Vaters, habe als die seine Stelle vertretende Kraft den Hl. Geist, welcher die Gläubigen bewegen soll, gesendet und werde wiederkommen mit Herrlichkeit, um die Heiligen in den Genuß des ewigen Lebens und der himmlischen Verheißungen aufzunehmen und die Unheiligen zum ewigen Feuer zu verurteilen, nachdem die mit Wiederherstellung des Fleisches verbundene Auferweckung beider geschehen ist.
Diese, wie wir beweisen werden, von Christus gelehrte Regel wird bei uns keinerlei Untersuchungen unterworfen, außer solchen, die durch die Häresien angeregt werden und wodurch man zum Häretiker wird.
1: emissum; der Agobardinus hat demissum, aber auch demitti bedeutet bei Vergil und Tacitus abstammen; emissum, demissum ist also hier dasselbe, was T. an anderen Stellen mit „prolatum“, „qui ab ipso processerit“ bezeichnet.