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Wenn man heute einen Blick in Schweizer Menüs wirft, bekommt man sowohl Rindstartar als auch Rindstatar angeboten. Egal für welche Variante man sich entscheidet, auf den Teller gibt es dasselbe – na ja, zumindest in Variationen. Eine der beiden Varianten sollte daher noch einmal durch die Rechtschreibprüfung. Tartar oder Tatar?
Einem Mythos nach soll das Wort an das gefürchtete Mongolenvolk der Tataren aus dem 13. Jahrhundert angelehnt sein. Diese sollen bei ihrem Zug durch Osteuropa alles kleingehackt haben, was sich ihnen in den Weg stellte. Für dieses Benehmen verpasste man ihnen den griechischen Beinamen «Tartarus», was so viel wie «Unterwelt» heisst. Ob diese Sage wirklich zu unserem Schreib-Dilemma geführt hat, lässt sich nur schwer sagen. Wahrscheinlicher ist, dass sich die Köche unseres Landes der französischen («steak tartare») Schreibweise angenommen haben. Wie unsere Nachbarn dazu kommen, dem Wort ein «r» zu schenken? Sprachkundler vermuten, dass wir dazu neigen, in der Aussprache zwei ähnliche Silben einander anzugleichen, um es leichter über die Lippen zu bekommen. Ein Blick in den Duden klärt jedoch auf: Das Wort auf der Karte sollte «Tatar» heissen. In diesem Sinne: Guten Appetit!