Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03113.jsonl.gz/2264

Sturzgeburt: Der "Schrecken aller Eltern" ist kein Weltuntergang
Bei der Vorbereitung auf die Geburt wollen Eltern alles genau durchplanen, doch dies gelingt nicht immer - erst recht nicht, wenn es das Kind eilig hat und mit einer Sturzgeburt zur Welt kommt.
Auch wenn Ärzte und Hebammen sie als "überstürzte Geburt" bezeichnen, spricht man im Allgemeinen von einer Sturzgeburt, wenn das Kind innerhalb von weniger als drei Stunden zur Welt kommt. Damit ist die Zeit zwischen dem ersten Öffnen des Muttermundes bis zur tatsächlichen Geburt des Kindes gemeint. In der Regel dauert die Geburt rund zwölf Stunden. Ob überstürzte Geburt oder Sturzgeburt: In jedem Fall kommt das Kind deutlich schneller zur Welt als üblich. Selten kommt es zu dem Fall, dass - wie der Begriff befürchten lässt - das Kind zu Boden fällt. Ausschliessen kann man dies aber nicht, weshalb sich die Mütter möglichst schnell hinlegen sollten. Für den Fall, dass sich beim Blasensprung die Nabelschnur um den Hals des Kindes gewickelt hat, ist eine liegende Position ohnehin von Vorteil. Dadurch drängt das Kind nicht zusätzlich nach unten und erhöht dadurch den Druck der Nabelschnur auf den Hals.
Ursachen und Häufigkeit von Sturzgeburten
Aus medizinischer Sicht gibt es noch keinerlei ausreichende Befunde, warum es zu derart überstürzten Geburten kommen kann, wie sie bei rund 2% der hochschwangeren Mütter auftreten. Dann kommen die Kinder bereits im Auto, auf dem Weg zum Krankenhaus oder sogar schon unplanmässig zu Hause zur Welt. Mediziner nehmen an, dass die Mütter dieser Kinder unter anderem weniger schmerzempfindlich sind und daher erst die Presswehen spüren, sodass die Geburt dann sehr schnell erfolgt. Auch kann eine verstärkte Wehentätigkeit der Grund für eine Sturzgeburt sein. Häufiger sind Sturzgeburten bei Mehrgebärenden, da sich bei ihnen der Geburtskanal bereits während der Schwangerschaft stark gedehnt hat.
Wie sich Eltern bei einer Sturzgeburt verhalten sollten
Spürt die werdende Mutter einen leichten Druck, der auf beginnende Wehen hindeuten könnte, sollte sie sich schnellstmöglich hinlegen und versuchen, den Schmerz beziehungsweise die Wehen "wegzuatmen". Im nächsten Schritt gilt es, Alarm bei der Hebamme oder dem Spital zu schlagen, damit medizinische Unterstützung noch rechtzeitig eintreffen kann. Zu Hause sollte allerdings alles ruhig bleiben. Als Partner gilt es nun, alles für die anstehende Geburt vorzubereiten. Dazu zählt das Säubern der Hände sowie die Bereitstellung von lauwarmem Wasser und Handtüchern sowie Decken und Waschlappen. Ist das Kind bereits zu sehen, sollte unbedingt der Kopf - und später der gesamte Körper - festgehalten werden, damit es nicht zu Boden fällt. Käseschmiere und Blut können dafür sorgen, dass der kleine Körper rutschig ist. Hier gilt es also, besonders vorsichtig zu sein. Damit das Kind atmen kann, muss unter Umständen die Eihaut (Glückshaube) vom Gesicht entfernt werden.
Kind und Mutter warm halten
Jetzt dürfen sich Mama und Kind zum ersten Mal kennenlernen. Im Arm der Mutter und in Decken gewickelt, kann das Neugeborene die ersten Atemzüge nach der Geburt machen. Mit Decken oder einer Wärmflasche werden Mutter und Kind warmgehalten. Wichtig ist, dass die Nabelschnur weder durchtrennt wird noch gespannt ist. Das Durchtrennen der Nabelschnur sollte in jedem Fall der Arzt oder die Hebamme vornehmen. Für die Nachgeburt reicht es, eine Schüssel zwischen die Beine der Mutter zu stellen. Sollte sie stark bluten, kann es ihr helfen, die Beine zu kreuzen und sich flach hinzulegen.