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- Heute, am 23. Februar 2022, zwei Tage seit den Schockmeldungen aus Moskau und dem Donbass, macht die NZZ ihre Titelseite mit einer operativen Karte vom Center for Strategic and International Studies in Washington auf.
- Die Redaktion an der Falkenstrasse 11 tut gut daran. Das CSIS bildet – mit anderen “Denkfabriken” zusammen – das amerikanische Pendant zu den Londoner Spitzeninstituten IISS und RUSI.
Routen und Fronten
- Wir bringen hier die CSIS-Orginalkarte, die von der NZZ weitgehend übernommen wurde
- Das CSIS greift Kiew mit zwei Hauptstössen aus Russland und auf einer Nebenachse aus Belorus an. Die NZZ zeichnet je zwei Hauptachsen ein.
- Das CSIS hebt Russlands Präsenz in Transnistrien deutlich hervor, die NZZ nicht.
- Dafür fügt das Zürcher Blatt die amphibischen Landungen vom Schwarzen und vom Asowschen Meer hinzu. Sonst sind das CSIS und die NZZ deckungsgleich.
Wie das CSIS unterscheidet die NZZ Routen in die Ukraine hinein. Eine berühmte Route führt von Zermatt über Arolla nach Verbier – ohne bewaffneten Feind.
In der Ukraine ziehen wir den militärischen Begriff Front vor. Weltweit erkennen die Analytiker vier, mitunter auch fünf Fronten. Auch das RUSI, das Royal Institute in London, mit Gründungsjahr 1763 das älteste weltweit, identifiziert mehrere Fronten.
- Die Nordgruppe mit Polissya (Belorus), Klimowo und der Reserve).
- Die Belgorodgruppe mit L’gov, Belgorod und der Reserve.
- Die jetzt im Brennpunkt stehende Donbassgruppe mit Boguchar, Rostow am Don, Taganrog und der Reserve,
- Die Tavrikagruppe, eine Reserve bei Krasnodar (von wo starke Verbände noch im Januar näher zur Front rückten).
- Krim: Nicht als Gruppe bezeichnet werden die Truppen auf der Krim, denen jedoch einiges Gewicht beigemessen werden muss. Die beiden Pfeiler von der Krim sind logisch: Sie zeigen von Perekop gegen Westen und Osten.
- Auch von Transnistrien her fügt das RUSI eine Stossrichtungen zur russische geprägten Hafenstadt Odessa ein.
Gliederung nach Armeen
Nochmals anders arbeitet Rochan Consulting, ein beachtenswertes privates Büro. Bekanntlich gliedert sich das russische Heer in zwölf Armeen. Von allen sind um die Ukraine Verbände aufmarschiert. Rochan reiht die Armeen im Uhrzeigersinn von Belorus im Westen wie folgt auf:
- Belorus: die Armeen 35, 29, 36 und 5.
- Nordosten: die Armeen 41, 20, 6 und 1.
- Rostow am Don: die Armee 8.
- Krim: die Armee 58 plus das Armeekorps 22.
Das ergibt nach Adam Riese zehn der zwölf Armeen. Wenn das für Kiew keine Drohkulisse ist!