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Ranglisten sind schon lässig. Auf den ersten Blick sieht man, wer gerade die beste Fussballmannschaft der Welt ist. Und die Schweiz steht auch ganz weit oben. Jupii!
Sorry, die Freude ist fehl am Platz. Die Fifa-Weltrangliste ist Bullshit. Klar hat die Schweiz ein paar ganz gute Spiele in der WM-Quali gemacht. Aber niemand würde ernsthaft behaupten, dass die Schweizer Nati besser ist als Frankreich, Spanien, Italien oder sogar England.
Der Grund für diesen absoluten Blödsinn ist die Berechnung der Punkte. Die Formel ist ziemlich kompliziert (siehe Kasten). Wie doof sie jedoch ist, zeigt sich nur schon an der Tatsache, dass zum Beispiel WM-Spiele nicht gewichtet gewertet werden. Die Wichtigkeit des Spiels ist für die Fifa genau gleicht, egal ob eine Mannschaft in der WM-Gruppenphase gegen Island oder im WM-Final gegen Deutschland gewinnt. Ein WM-Titel ist nichts wert.
Wirklich punkten kann ein künftiger Turnier-Gastgeber nicht, da er keine Qualifikationsspiele bestreiten muss. Wenn also jemand von «Fussball-Weltmacht Schweiz» oder gar sportliche Ziele an dieser Rangliste festmachen will, hat er schlicht keine Ahnung von Fussball.
Die Weltranglisten-Formel: P = M x I x T x C x 100
Gewinnt eine Mannschaft einen Match (M), gibt es drei Punkte, zwei für einen Sieg nach Elfmeterschiessen, einen für ein Unentschieden. Bei einer Niederlage gibt es null Punkte, also auch automatisch auch im Ergebnis (P) eine 0.
Wie Wichtigkeit (I) des Spiels wird mit 4,0 Punkten für ein WM-Spiel, 3,0 Punkten für ein Spiel eines Kontinentalturniers (EM und ähnliche), 2,5 Punkte für ein Quali-Spiel und einem Punkt für ein Freundschaftsspiel oder kleinere Turniere gewertet.
T steht für Team. Hier gilt die Formel 200 minus der Ranglistenposition des Gegners durch 100. Der Minimalwert beträgt 0,5. Das C steht für die Konföderation: 1,0 bei der Uefa, 0,98 bei der Conmebol (Südamerika) und 0,85 bei allen anderen Verbänden.
Die gewonnenen Punkte werden über einen Zeitraum von vier Jahren immer weniger wert: Von 100 Prozent im ersten Jahr, 50 Prozent im zweiten, 30 im dritten und 20 im letzten Jahr.