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Van der Poel setzt sich im kurzen Schlussanstieg auf dem letzten Kilometer ab und gewinnt mit sechs Sekunden Vorsprung vor dem letztjährigen Tour-Sieger Tadej Pogacar. Dritter wird dessen slowenischer Landsmann Primoz Roglic.
Hingegen Leader Julian Alaphilippe kam nur als Fünfter ins Ziel. Der Franzose, der tags zuvor beim Tour-Auftakt in der Bretagne ein ähnlicher Coup wie nun van der Poel gelungen war, verlor damit das Maillot jaune nach nur einem Tag bereits wieder.
Nun acht Sekunden Vorsprung
Alaphilippe trägt am Montag immerhin noch das grüne Trikot des punktbesten Fahrers. Der Weltmeister liegt neu in der Gesamtwertung als Zweiter um acht Sekunden hinter van der Poel zurück. Dritter ist Tadej Pogacar (0:13 zurück).
Mit dem Maillot jaune erreichte van der Poel, bei Alpecin-Fenix Teamkollege des Aargauers Silvan Dillier, etwas, was seinem Grossvater Raymond Poulidor immer verwehrt geblieben war. Der im November 2019 verstorbene Franzose hatte in den Sechziger- und Siebzigerjahren zu den besten Radprofis der Welt gehört.
Doch trotz sieben Etappensiegen und insgesamt acht Top-3-Platzierungen in der Gesamtwertung trug Poulidor bei seiner Heimrundfahrt nie das Gelbe Trikot. In seiner Heimat wurde er deshalb als der ewige Zweite betitelt, was aber seiner enormen Beliebtheit keinen Abbruch tat.
Van der Poels Tränen
«So etwas kann man nicht planen. Heute war meine letzte Chance, das Maillot jaune zu holen. Dass mir das so gelungen ist, ist unglaublich. Die letzten 500 Meter waren unglaublich hart, aber ich musste alles geben, um die Lücke möglichst gross zu halten», erzählte van der Poel im Siegerinterview.
Später brach der Allrounder, der auch mehrfacher Radquer-Weltmeister ist und in einem Monat in Tokio Olympia-Gold im Mountainbike holen will, in Tränen aus, weil er so intensiv an seinen Grossvater dachte. «Ich stellte mir vor, wie stolz er gewesen wäre. Er ist nicht mehr unter uns, um das zu sehen, aber er wäre sicher sehr stolz gewesen.»
Alle Schweizer beenden Etappe
Bestklassierter Schweizer der 2. Etappe war wie am Vortag Stefan Küng. Der Thurgauer erreichte nach 183,5 km das Ziel als 73. mit 2:26 Minuten Rückstand. In der Gesamtwertung liegt Küng als 53. knapp viereinhalb Minuten hinter van der Poel.
Auch die weiteren fünf Schweizer Starter beendeten die Etappe, mit Marc Hirschi (134.), Reto Hollenstein (163.) und Michael Schär (117.) insbesondere auch die Sturzopfer vom Samstag.
Nun sind die Sprinter gefordert
Für die 3. Etappe mit Start in Lorient und Ziel in Pontivy wird der erste Massensprint dieser Rundfahrt erwartet. Zu bewältigen sind auf den 182,9 km nur zwei Bergpreise der tiefsten Kategorie. Die letzten 1400 m verlaufen ohne Richtungsänderung und komplett flach.
Die erste Grosschance also für die Fraktion der Sprinter. In der Favoritenrolle: der Australier Caleb Ewan, der wohl etwas stärker einzuschätzen ist als der Franzose Arnaud Démare und der Belgier Tim Merlier.