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Weltweit lebt heute nahezu eine Viertelmilliarde Menschen ausserhalb ihres jeweiligen Herkunftslandes. Knapp hundert Millionen sind innerhalb und zwischen Entwicklungsregionen migriert, in der Hoffnung, der Armut und Perspektivenlosigkeit oder der Gewalt zu entfliehen. Allein in den Golfstaaten leben rund 25 Millionen Arbeitskräfte aus Entwicklungsländern, insbesondere aus Süd- und Südostasien. Oft werden sie Opfer unterschiedlichster Formen von Ausbeutung und Diskriminierung – bei der Rekrutierung, unterwegs oder am neuen Arbeitsort. Sie geraten in die Fänge skrupelloser Vermittlungsagenturen, werden als Hausangestellte ausgebeutet, sind Opfer von Menschenhandel und Prostitution oder haben aufgrund eines irregulären Status keinerlei rechtlichen Schutz. Dies betrifft auch Millionen Kinder und Jugendliche.
Diesen Menschen kann Migration dann eine Perspektive bieten, wenn sie am neuen Ort unter menschenwürdigen Bedingungen leben und arbeiten können. Deshalb ist die Forderung nach «Decent Work» ein entscheidender Baustein für faire Migration und gehört auch zur Zielsetzung der «Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung». Zentrale Elemente sind eine vertragliche Regelung der Arbeitsbedingungen, ein angemessenes Einkommen, Sicherheit am Arbeitsplatz, sozialer Schutz für Familien, Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung und sozialen Integration sowie Chancengerechtigkeit und Gleichbehandlung von Frauen und Männern.
In einem soeben erschienen Positionspapier zeigt Caritas Schweiz die Missstände im Rahmen der armutsbedingten «Süd-Süd»-Arbeitsmigration aufund benennt zentrale Ansatzpunkte, wie die Schweiz aussenpolitisch und im Rahmen ihrer internationalen Zusammenarbeit zur Durchsetzung des Menschenrechts auf menschenwürdige Arbeit beitragen kann.