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Laudatio
Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Basel verleiht die Würde des Doktors der Staatswissenschaften ehrenhalber an:
Herrn Hans Heiner Zaeslin, von Basel,
- der als privater Mäzen das nach ihm benannte Zaeslin-Programm for Law and Economics durch seine grosszügige finanzielle Unterstützung ins Leben gerufen hat;
- der uneigennützig und engagiert den wissenschaftlichen Austausch in der Wirtschafts- und Rechtswissenschaft zwischen der Universität Basel und den Vereinigten Staaten von Amerika gefördert und für die Zukunft gesichert hat;
- der hunderten von Studierenden der wirtschaftswissenschaftlichen und juristischen Fakultät die einmalige Chance eröffnet hat, sich mit den neuesten Forschungs- und Lehrmethoden aus den Vereinigten Staaten von Amerika vertraut zu machen.
Lebenslauf
Hans Heiner Zaeslin kam 1929 in Basel zur Welt, als Abkömmling einer alten Basler Familie. Er absolvierte das Humanistische Gymnasium. Hervorragende Lehrer vermittelten ihm die Grundlage für eine Vielzahl kultureller Interessen. Nach der Matur war es sein Ziel, bald auf eigenen Füssen zu stehen. Er verzichtete aus diesem Grund auf ein Universitätsstudium und machte stattdessen eine zweijährige Banklehre. 1950 begab er sich in die USA, um zu testen, wo seine berufl ichen Neigungen lagen. Nach kurzer Tätigkeit bei einer Bank trat er in eine Handelsgesellschaft ein und betätigte sich im Verkauf und in der Verkaufsadministration. Vier Jahre später, 1954, kehrte er nach Basel zurück. Hier fand er seine Lebensaufgabe in der Finanzabteilung der Sandoz AG. Begünstigt durch die Expansion des Unternehmen machte er dort seinen Weg zum Treasurer und zum Direktor. Mergers & Aquisitions bildeten einen wesentlichen Teil seiner Tätigkeit. Er ergänzte die fruchtbare Arbeit für die Arbeitgeberfi rma durch Sommerkurse an der Columbia- und Harvard-Universität. An diesen beiden Universitäten erkannte Hans- Heiner Zaeslin die Wichtigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Juristen und Finanzleuten und lernte die Direktheit des Unterrichts amerikanischer Hochschuldozenten schätzen. Daraus entstand bei Hans-Heiner Zaeslin nach seiner Pensionierung im Jahre 1991 die Idee zum «Zaeslin-Programm», die mittlerweile an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät verwirklicht ist. Es soll Studierenden an der Basler Universität etwas von dem vermitteln, was Hans-Heiner Zaeslin durch seine Berufserfahrung und seine Studien an den genannten amerikanischen Hochschulen zuteil geworden ist. Unterstützt von seiner Gattin, hat er mit dem HHZ Charitable Trust die finanzielle Grundlage für die Kontinuität des Programms geschaffen. Weitere bisher verwirklichte Projekte sind die Unterstützung der Lehrtätigkeit am orthopädischen Institut durch einen amerikanischen Professor, ferner ein jährlicher Künstleraustausch, der amerikanischen Künstlern einen Aufenthalt in der Schweiz, schweizerischen Künstlern einen Aufenthalt in den USA ermöglicht. Die Abwicklung dieses Austauschs liegt in den Händen der Christoph Merian Stiftung. Zaeslins Interesse gilt weiterhin dem Zusammenführen amerikanischer und europäischer Denkansätze auch auf anderen Lebensgebieten, wo immer solches sinnvoll ist. Bei der Verwirklichung von Projekten steht Basel im Zentrum. Würdigung durch die Fakultät Die Würdigung von Hans-Heiner Zaeslin durch die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät bezieht sich weniger auf die berufl iche Tätigkeit als vielmehr auf seine grosszügige Unterstützung des innovativen Lehrangebots im Bereich «Law and Economics», das entgegen seinem Willen seinen Namen trägt. Als Spender ist Hans-Heiner Zaeslin ein Vorbild: Er interessiert und engagiert sich, aber respektiert die akademische Freiheit ohne jegliche Einschränkung. «No strings attached», würde ein Amerikaner sagen. Hans Heiner Zaeslin hat die finanzielle Basis dafür geschaffen, dass die Universität Basel einen regen wissenschaftlichen Austausch mit Spitzen-Universitäten aus den USA auf- und ausbauen konnte und dass jedes Jahr gut hundert Studierende der Rechtsund Wirtschaftswissenschaften mit amerikanischen Lehr inhalten und -methoden in aktiven Kontakt treten können.
Basel am Dies academicus, den 30. November 2007