Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03344.jsonl.gz/2800

Unverantwortliches KonzernverhaltenCoal India betreibt unter anderem Kohleminen in der Jharia Region, ursprünglich ein dichter Waldgürtel, den verschiedene ethnische Minderheiten bewohnten. Heute kommt aus Jharia die meiste indische Kohle, die in 23 Untertage- und neun Tagebauen abgebaut wird. Unter anderem Coal India's ungeklärte Rolle im indischen Kohleskandal «Coalgate» und Hinweise für den Verkauf von Kohle an bevorzugte Grosskunden weit unter dem Marktpreis, unterstreichen die gängige Praxis von Korruption und Vetternwirtschaft bei Coal India. Arbeitsbedingungen, Sicherheitsvorkehrungen und Umweltstandards sind teils katastrophal. Folgen
In den Minen kommt es immer wieder zu spontanen und unkontrollierten unterirdischen Kohlebränden, die giftige Gase freisetzen. Mehr als 400.000 Menschen in Jharia leben in der ständigen Gefahr, dass sich durch die Feuer der Boden absenkt. Ganze Dörfer und Strassen mussten verlegt werden, wenn sich die Feuerfronten näherten. Die steigende Oberflächentemperatur und die toxischen Stoffe im Grundwasser und Boden haben die ehemals dicht besiedelten Kohlegebiete in ausgedehntes Ödland verwandelt. Die Menschen, die in Jharia über den Untergrundbränden leben, atmen täglich giftige Gase ein. Da Landwirtschaft unmöglich geworden ist, bleibt vielen Dorfbewohnern nur das Zusammensammeln von Restkohle für ein mickriges Einkommen.
Da Coal India mit seinen 7 Tochterfirmen für nahezu 90% der Kohleminen in Indien zuständig ist, leiden nicht nur die Menschen in Jhari und der Firma.. Der Kohleabbau in Waldgebieten schadet nicht nur der Natur und dem Klima, er hat auch bisher schon den Stammesvölkern Zentralindiens die Lebensgrundlage geraubt. Für die Minen von Coal India wurden bereits hunderttausende Stammesbewohner vertrieben. Diese Menschen leben heute in bitterster Armut. Viele von ihnen wurden in den letzten 25 Jahren bis zu fünf Mal zwangsumgesiedelt. Und obwohl sie für den Kohleboom bitter bezahlt haben, haben sie bis heute keinen elektrischen Strom.
Die Expansion des Tagebaus einer Tochterfirma von Coal India - Central Coalfields Limited - vertreibt nicht nur Indigene von ihren Ländereien und zerstört deren Landwirtschaft in einem der ertragreichsten Reis- und Gemüseanbaugebiete Indiens, sondern er macht ein weiteres Leben, in der Umgebung der Minen durch Verschmutzung der Flüsse und Sprengungen, die zu Rissen in den Häusern führen, nahezu unmöglich.
Durch Abholzung und Fragmentierung der Landschaft im grossen Stil, stellt der Kohletagebau in Indien auch eine der grössten Bedrohungen für das Überleben des indischen Tigers dar. In Zentralindien, wo sich die grössten Minen von Coal India befinden, bedrohen die Minen einige der wichtigsten Tigerschutzgebiete, wie z.B. das Tadoba Andhari Tiger Reservat und das Bandhavgarh Tiger Reservat. Die geplante Ausweitung der Minen stellt eine akute Bedrohung für die letzten Tigerpopulationen dar.
Ungeachtet dessen geht die Zerstörung und Vertreibung weiter: Coal India beabsichtigt die restlichen indischen Kohlereserven den Wäldern Zentralindiens zu erschliessen. Werden die Pläne realisiert, werden über eine Million Hektar Wald zerstört. Mit schlimmen Folgen nicht nur für die Biodiversität, sondern auch für das Klima.