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Die Bondola ist eine alte, einheimische, blaue Rebsorte aus dem Kanton Tessin (italienische Schweiz). Wenig bekannt ist eine Spielart, die Bondoletta. Im Jahr 1905 beschrieb der Ampelograph Fantuzzi auch eine weiße Spielart. Diese weiße Sorte ist heute jedoch nicht mehr bekannt.
Früher war die Bondola im Tessin weit verbreitet. Häufig wurde sie durch den Merlot ersetzt. Heute findet man noch ca. 27 Hektar Rebfläche im nördlichen Tessin, dem Sopraceneri. Die Rebe wird heute noch für den traditionellen Rotwein «Nostrano», der «Unsrige», verwendet, in dem Sorten wie Barbera, Bonarda, Bondola und Freisa verschnitten werden.
Die Beeren der Sorte haben eine sehr dünne Schale. Dadurch ist die Gefahr eines Befalls von Graufäule sehr hoch. Die Bondola bildet nur weinig Zucker. Dies ist einer der Gründe, weshalb die Anbaufläche schrumpfte.
Weine aus Bondola-Trauben duften nach Veilchen. Der Alkoholgehalt ist niedriger als bei Merlot-Weinen. Wegen der frischen Säure und der oft fehlenden Struktur wird die Bondola selten sortenrein gekeltert. Sie wird als Verschnittpartner für den traditionellen «Nostrano» verwendet, einem rustikalen, tanninhaltigen Rotwein, der einen typischen Erdgeschmack aufweist. Wird dieser «Nostrano» aussserhalb des Kantons Tessin verkauft, bezeichnet man ihn oft mit «Colli del Ticino».
Der Bondola del Nonu Mario von der Azienda Mondò Giorgio Rossi wird sortenrein gekeltert und für 12 Monate im Barrique ausgebaut. Degustationsnotiz: Die hohe Schule der einzigen noch angebauten alten Tessiner Sorte. Fast violette Farbe, beinahe stürmische Aromen von Zwetschgen, roten Kirschen und Veilchen, die Note von Krautstengeln, der kräftige Säure-Biss, der moderate Körper, das ist Bondola pur - und die beste Vertreterin ihrer Spezies überhaupt!
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