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Es gib wohl
kaum ein Land, dass bei steigendem Meeresspiegel betroffen ist wie, nein nicht
Bangla-Desh, die Niederlande. Über 50% der Bewohner (9 Millionen) wohnen
unterhalb des Meeresspiegels. Auf der anderen Seite haben die Niederländer
jahrhundertlange Erfahrungen mit Deichbau.
Der niedrigliegende
Teil der Niederlande ist aufgeteilt in 53 Deichringe. Die Ringe um die großen
Städte sind so hoch, dass nur alle 10’000 Jahre mit einer Überschwemmung gerechnet
werden muss. Steigt der Meeresspeigel um 70 cm, muss alle 100 Jahre mit einer
Überschwemmung gerechnet werden.
Die niederländische Regierung hat bereits 2008 die Kosten berechnen lassen, wenn der Meeresspiegel steigt und die Deiche erhöht werden müssen. Das Ergebnis ist 0.1% bis 0.2% des Bruttosozialprodukts. Ein bezahlbarer Betrag.
Mehr dazu hier.
Ich habe im
Internet eine Aufzeichnung von der letzten Klimakonferenz in Kattowice gefunden.
Ein
englischer Forscher hat die Ergebnisse seiner Studien präsentiert. Es ging
unter anderem darum, welcher Effekte ein Wirbelsturm in Bangladesh hat unter
der Berücksichtigung des Meeresspiegelanstiegs. Es wurde gezeigt, dass es immer
schlimmer wird, wenn der Meeresspiegel steigt. Das ist natürlich zu erwarten,
aber interessant waren natürlich die Zahlen, wie viel Land und wie viele
Menschen es betrifft.
Ein Punkt
wird aber nie erwähnt. Welchen Effekt hätte der Bau eines Deiches? Wie viel
würde ein solcher Deich kosten und wie lange würde es dauern ihn zu bauen.
Irgendwo habe ich von Baukosten von 4 Mrd. Euro gelesen.
Wenn man mal die
Extremisten beider Seiten weglässt, dann ging der Streit der Klimaforscher
darum, wie groß der menschengemachte Anteil am
Klimawandel ist. Bisher war man der Meinung, dass nur ein Teil des Klimawandel
natürlichen Ursprungs ist und der andere Teil menschengemacht.
Im neuen Regelwerk sind
Entschädigungszahlungen für Klimaschäden vorgesehen. Dazu müsste man eigentlich
wissen, wie groß der jeweilige Anteil ist, denn für den natürlichen Klimawandel
gibt es keine Entschädigungen. Da ist natürlich ewiger Streit vorprogrammiert.
Da hat der Weltklimarat
aber vorgesorgt. Zur großen Überraschung hat er im letzten Bericht festgestellt,
dass der Klimawandel ganz menschengemacht ist.
Wenn man das weiterdenkt,
dann bedeutet das, dass der ewige Klimawandel am Beginn der industriellen
Revolution zum Stillstand gekommen ist. Wenn wir kein CO2 mehr emittieren, dann
bleibt das Klima auf ewig wie es ist.
Die Klimakonferenz in Katowice dauert 13 Tage. Nehmen wir mal an, dass jeden Tag 10 Stunden verhandelt wird. 13 Tage mal 10 Stunden mal 3600 Sekunden macht 468’000 Sekunden.
Es nehmen 22’000 Delegierte teil. Es bleiben dann für jeden Delegierten ca. 20 Sekunden Redezeit.
Natürlich gibt es parallele Sitzungen. Bei 10 parallelen Sitzungen kommt man immerhin auf mehr als 3 Minuten.
Heute ging es in unserer Regionalzeitung (Nordwest-Zeitung, NWZ) natürlich auch uns Klima. An wen stellt man wohl die Frage: «Wie steht Deutschland aus Ihrer Sicht bei der Energiewende da?» Sie haben richtig geraten: an den Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck. Die Antworten erspare ich dem Leser.
Der Weltklimarat (IPCC) gilt bei allgemein als die unantastbare Instanz, was die Erforschung des Klimawandels und seine Bekämpfung betritt. Kritik an ihm gilt als Häresie. Wer behauptet, dass der IPCC hat auch politische Agenda hat, hat sich disqualifiziert.
Dummerweise ist der IPCC der Meinung, dass man mit Sonnen- und Windenergie den Klimawandel nicht in den Griff bekommt. Man braucht auch Kernenergie und CCS (das Abtrennen von Kohlendioxid aus den Abgasen und Verpressen unter der Erde). Diese Techniken fürchtet der aufrechte deutsche Grüne aber mehr als der Teufel das Weihwasser. Ein Herr Christoph von Lieven, Sprecher für Greenpeace, erklärte dies in der NWZ für ein «politisches Zugeständnis». Der Weltklimarat macht politische Zugeständnisse?? An wen?
«Technologien wie CCS sind im Interesse von Erdölexporteuren wie Saudi-Arabien und der Kohleindustrie, die Geschäftsmodelle bedroht sehen.» erklärt er.
Wem soll man da noch glauben, wenn selbst der IPCC von RWE unterwandert ist?
In der Physik gibt es ein Bonmot, dass der erste Fusionsreaktor in 50 Jahren fertig ist und dass diese Aussage unabhängig davon ist, wann sie gemacht wurde.
Ich erwarte mit dem Klimawandel eine ähnliche Aussage. Jetzt heißt es, dass wir noch 10 Jahre Zeit haben, um ihn aufzuhalten. Diese Aussage wird auch in der Zukunft gelten.
Was würde passieren, wenn man plötzlich erkennt, dass man den Zeitpunkt verpasst hat? Warum sollte man dann noch Geld für die Energiewende ausgeben? Warum sollte man dann noch Klimaforschung betreiben?
Vor kurzem gab Prof. Schellnhuber der FR ein Interview. In darauffolgenden Leserbriefen wurde er für seine «lasche» Haltung kritisiert.
Wenn man das Interview genau durchliest, dann stellt man fest, dass Prof. Schellnhuber meistens im Konjunktiv spricht. Er hat dazugelernt. Vor Jahrzehnten hat man noch grosszügig Prognosen gemacht in der Art «2010 gibt es keinen Schnee mehr in den Alpen.».
Wenn mal ehrlich ist, muss man zugeben, dass man zwar weiss, dass es wärmer wird. Wieviel es jedoch wärmer wird und wo und welche Folgen das hat, das wissen wir nicht genau und können es vielleicht auch gar nicht wissen bei einem chaotischen System wie dem Klima. Die Vorhersagen schwanken zwischen 1.5° und 4.5° bis zum Jahr 2100.
Leute wie Prof. Schellnhuber meinen, dass eine vollkomme Änderung unserer Lebensweise und unseres Gesellschaftssystems notwendig seien. Das hat ihm den Vorwurf einer «Ökodiktatur» eingetragen.
Wenn ich derartig starke Veränderung fordere, dann müssen dahinter auch Annahmen für die Folgen des Klimawandels stecken. Ich habe den Eindruck, dass wer maximale Veränderung fordert auch von maximalem Schaden ausgeht. J. Trittin hat sich mal in einem Interview auf Phoenix dahingehend geäussert. Man müsse die pessimistischsten Prognosen zur Basis der Politik machen.
Dieses wurde mMn niemals in Deutschland diskutiert.
Nach meinem Eindruck widerspricht es der menschlichen Natur immer vom schlimmsten auszugehen (Ausnahmen bestätigen die Regel.). Wenn ich vom schlimmsten ausgehe (in zwei Minuten bin ich tot), dann führt das zum Fatalismus.
Der diesjährige warme und trockene Sommer gab zu vielen Analysen Anlass. Ein Aspekt wurde aber nicht gewürdigt. Warme und trockene Sommer entstehen durch festliegende Hochdrucksysteme. Die Luftdruckunterschiede sind über weite Strecken gering und dies bedeutet, dass es wochenlang sehr windstill ist. Die Windturbinen stehen meistens still oder drehen sich nur langsam.
Wenn man also mal annimmt, dass durch den Klimawandel solche Sommer zum Normalfall werden, dann fällt die Windenergie als Stromlieferant im Sommer praktisch aus. Wenn kein Wind weht, nützt es auch nichts, wenn man mehr Turbinen aufstellt, die sich dann auch nicht drehen.
In der Naturwissenschaft misst man üblicherweise Daten und dann konstruiert man eine Theorie, um die Daten zu „erklären“ oder zu „interpretieren“. Nietsche ist soweit gegangen, zu behaupten, dass es keine Daten gäbe, sondern nur Interpretationen.
Es gibt schlichte Gemüter wie den Kollegen H. Lesch, der der Meinung ist, dass es in der Astromomie nur Daten gäbe, aber keine Interpretation.
In der Quantentheorie sind sich alle darüber einig, welche Gesetze gelten. Aber wie die Gesetze zu interpretieren sind, darüber gibt nach 100 Jahren keinen Konsens.
Warum machen wir Theorien und was erwarten wir von Theorien? Wir wollen in der Lage sein, mit Hilfe der Theorie Verhalten vorhersagen zu können. Ohne eine Theorie der Elektrotechnik, die uns erlaubt vorauszuberechnen, was passiert, wenn ein Stommast umfällt, wäre eine Stromversorgung kaum möglich.
In den letzten Tagen war es sehr kalt. Ein Kieler Klimaforscher hatte sich 2000 zu weit aus dem Fenster gelehnt und behauptet, dass es 2010 keinen Winter und keinen Schnee mehr in den Alpen gäbe (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/winter-ade-nie-wieder-schnee-a-71456.html). Jetzt schreiben ihm Leute hämische Briefe.
Das ist aber uninteressant. Interessanter ist, dass jetzt gesagt wird, dass die Kälteperiode eine Folge des Klimawandels sei. Die Hinweise klingen nicht unlogisch. Das Problem liegt jetzt darin, dass, ob es wärmer oder kälter wird, es immer am Klimawandel liegt.
Aber ist das noch eine Theorie, die jedes Wetterphänomen erklären kann? Für eine Theorie, die noch wenig ausgereift ist, ist das nicht ungewöhnlich. Es zeigt aber wohl, dass noch viel zu tun ist.
Die deutschen alpinen Sportler (Abfahrt, Slalom, etc.) haben bei den olympischen Spielen diesmal keine Medaille geholt. Nach einer Meldung der Süddeutschen Zeitung ist daran auch der Klimawandel schuld.
Die erfolgreichste Sportart für die Deutschen war Biathlon.
Jetzt halten sich die Alpinen, zu mindestens beim Start, eher weiter oben auf. Die Biathleten sind eher weiter unten tätig.
Wie sollen wir das jetzt verstehen? Eine Erklärungsmöglichkeit wäre eine durch den Klimawandel verursachte Inversionsschneelage. Durch den Klimawandel gibt es oben auf den Bergen weniger Schnee, dafür aber unten im Tal mehr.