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Bis ins Jahr 1696 war die Verbindung zwischen Bergün und Filisur versperrt. Die Gemeinde Bergün versuchte bereits im Jahr 1600 den Crap da Bravuogn (deutsch: Bergünerstein), ein wildes, fast senkrecht abfallendes Massiv von Felswänden, zu durchbrechen, aber erst beim dritten Versuch anno 1696 gelang der Durchbruch: zwei Thusner Steinhauer sprengten mit Schwarzpulver den Fels unterhalb Bergüns zurecht.
Damals wurde am Crap da Bravuogn von Peter Zur und Peter Tescher zum ersten Mal in Graubünden Schwarzpulver für die Felssprengung eingesetzt.
„Die Gemeinde Bergün zahlte den beiden die vereinbarten 3330 Gulden und erhob fortan für jede Passage einen Strassenzoll.“ (Wikipedia)
Rund 150 Jahre später wurde der Abschnitt Tiefencastel-Bergün auf eine Breite von 4,2 bis 4,5 Meter ausgebaut. Im Rahmen des Ausbaus des kantonalen Strassennetzes in Graubünden (1855-1857) wurde so auch für rund 40’000 CHF das Strassenstück durch den Crap modernisiert, wobei Bund und Kanton die Kosten trugen. Die Gemeinde Bergün musste damals einzig die Kosten der Enteignung von Wiesen im Bereich Avalungia tragen.
Militärische Sperre: Festung Albula
Im Jahr 1940 begann man, in den Felsen im Bereich des Bergünersteins Sprengstoffkammern unterzubringen. Im Falle eines motorisierten Angriffs hätte die Schweizer Armee mit einer Sprengung der Albulastrasse ein Durchdringen des militärischen Gegners um Monate aufhalten können. Die Sperre ist von 2 leicht bewaffneten Felskavernen aus geschützt worden und konnte von Infanterie über Stuls oder auch Crest Ota leicht umgangen werden. Dazu mehr Informationen unter www.festung-albula.ch
Der Bergünerstein – ein historischer Roman
Die Autorin Antonia Bertschinger arbeitet an einem Buch, der in der Zeit der Bündner Wirren „fünf ineinander verwobene Geschichten voller Spannung, Drama und Humor“ auf der Ebene einer Gerichtsgemeinde und ihrer Bevölkerung lebendig werden lässt. Auf der Website findet man schon viele wertvolle Inhalte zum Thema Bergünerstein oder dem Buch der Autorin.
Genauso wie geschichtliche Informationen für alle frei zugänglich sein sollen, publiziert Graubünden Online für „Das Buch – Bergünerstein“ 10 lizenzfreie #GRischashot-Fotos rund um den Bergünerstein. Herzlichen Dank, Antonia Bertschinger! 🍀🌞🏔
Bergünerstein – Crap da Bravuogn (Antonia Bertschinger, 2017-2018)
Der Bergünerstein, die senkrechte Felswand unterhalb von Bergün, verweigert sich der direkten Abbildung und hält Fotografinnen und Maler auf Distanz. Die Fotos in dieser Sammlung wurden im Zuge der Recherche für den historischen Roman „Der Bergünerstein“ von der Autorin aufgenommen.