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Name: Tobi Permalink: https://tierrechtsforen.de/14/2311

Datum: 08.08.11 21:51
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Da letztens mal wieder der Film The 6th Day gezeigt wurde, möchte ich mal was ansprechen, was mir ein wenig Kopfzerbrechen bereitet.
Insgesamt zähle ich den Streifen eigentlich nicht gerade zu den Meilensteinen der Filmgeschichte (außerdem enthält er reihenweise versteckt speziesistische Phrasen, wie etwa, dass Dank Klonens von Fischen die Menschen nicht an Hunger leiden müssten, oder ein geklonter Mensch keinerlei Rechte habe und "wie ein lahmendes Rennpferd erschossen" werden könne, oder so ähnlich), allerdings beschäftigt mich folgendes.Für die, die den Film nicht kennen, eine kurze Zusammenfassung:
In einer nicht allzu fernen Zukunft ist es möglich, (auch menschliche) Tiere nicht nur zu klonen sondern auch sämtliche Erinnerungen und Gedanken in einer sog. Memocopy zu speichern und dem Klon wieder aufzuspielen, sodass dieser eine 1:1 Kopie des Originals ist. Der Klon weiß nicht einmal, dass er ein solcher ist. Da tatsächlich kein Unterschied besteht, kann letztendlich nicht entschieden werden, wer das Original ist. Eine Person ist buchstäblich doppelt vorhanden. Das Klonen von Menschen ist allerdings verboten.
So, nun ist es so, dass die Schergen, die den Helden Schwarzenegger jagen und töten sollen, da dieser versehentlich geklont wurde, bei der Jagd vom selben immer wieder getötet werden. Dabei gehen sie fast lebensmüde vor, schließlich können sie - falls sie scheitern und sterben - ja einfach erneut "zum Leben erweckt" werden. Eine der Verfolger, eine Frau, die mal wieder nach einem weiteren Tod geklont und der die aktuellste Memocopy aufgespielt wurde, sieht sogar die Leiche ihrer verstorbenen "Zwillingsschwester", der sie noch ihre Ohrring abnimmt, um sich wieder auf die Jagd zu machen. Im Film ist es so, als ginge ihr Leben nahtlos weiter.
Man ist geneigt, zu denken, dass mit dieser Technologie ein Sterben nicht mehr möglich ist. Denn Jeder Gedanke, jedes Erlebnis, alle Gefühle sowie der Körper können exakt kopiert und transferiert werden. Schließlich lebt ein und die selbe Person in einem anderen, aber identischen Körper weiter. Alles, was eine Person ausmacht, kann abgespeichert und überspielt werden. Demnach wäre es - sofern man Schmerzen vermeidet - nicht verwerflich, eine Person zu töten, etwa mit einem Schuss in den Hinterkopf. Sofern man eine Memocopy kurz vor dem Schuss angefertigt hat.
Ich habe jedoch hiermit erhebliche Probleme und beim Ansehen des Films musste ich ständig überlegen, was an dieser Argumentation nicht stimmt; bzw. ob sie nicht stimmt.
Denn meiner Meinung nach ist es unerheblich, wohin meine Gedanken nach meinem Tod transferiert werden. Ich selbst bin tot und nur das zählt für mich. Eine Person zu töten wäre - trotz theoretischer Unsterblichkeit - verwerflich. Auch, wenn es eine 1:1 Kopie von mir gäbe, jede Kopie ist ein Individuum. Andererseits sollte man sich vielleicht von der physischen Fesselung lösen und nur sämtliche "Informationen" in meinem Gehirn machen meine Person aus. Diese Person ist dann eben beliebig überspielbar und somit unsterblich. Ich habe hier, ehrlich gesagt, Schwierigkeiten.
Naja, vielleicht mal eine kleine Abwechslung für das Allgemein-Forum ;-)
Tobi