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Wie es begann . . . . .
Katholiken von Zollikon reichten am 14. April 1926 eine Petition an das bischöfliche Ordinariat Chur ein mit der Forderung, katholische Gottesdienste und Religionsunterricht einzuführen und den Bau einer Kirche voranzutreiben.
Folgende Gründe wurden u.a. angeführt:
- Zollikon zähle ungefähr 250 – 300 Katholiken. Eine genaue Angabe sei wegen der mangelnden Organisation in der Gemeinderatskanzlei nicht möglich.
- Der Kirchgang sei zu weit – sowohl nach Küsnacht als auch nach St. Anton in Zürich. Die Wegstrecke betrage mehr als eine halbe Stunde.
- Die Pfarrei von Küsnacht könne den Katholiken von Zollikon nicht helfen. Sie müsse selbst zusehen, wie sie bestehen könne. In den nächsten 20 Jahren werde Küsnacht daher nicht in der Lage sein, für den Bau einer katholischen Kirche in Zollikon zu sorgen.
- Die unterzeichneten Katholiken von Zollikon hielten es deshalb für geeigneter, dass Zollikon an die Pfarrei St. Anton in Zürich angeschlossen werde.
Durch die Verfügung des bischöflichen Ordinariats vom
8. Juli 1926 wurde Zollikon von Küsnacht abgetrennt und der Pfarrei St. Anton in Zürich zugeteilt.
Entstehung der Pfarrei Dreifaltigkeit
Nun begann die Suche nach einem geeigneten Gottesdienstraum.
Am 2. Oktober 1927 konnte vom protestantischen Wirt Tuffli der Terrassensaal im Hotel Bellevue für 30 Franken je Sonntag gemietet werden. Es zeigte sich aber bereits beim ersten Gottesdienst, dass der Saal viel zu klein war. Am 16. Juni 1929 haben der Gemeinderat und die reformierte Kirchgemeinde nach anfänglichem Widerstand beschlossen, ihren Kirchgemeindesaal den Katholiken zur Verfügung zu stellen. Man kann sich heute zu Recht fragen, ob diese Geste nicht schon ein Anfang der Oekumene bedeutete.
Die Katholiken von Zollikon wandten sich am 8. Juni 1928 mit einem Schreiben an das bischöfliche Ordinariat mit der Frage, wann nun endlich eine Kapelle gebaut werden könne. Der katholische Kultusverein (heute Kirchenstiftung) von St. Anton hatte bereits 1927 in Zollikon Bauland erworben und beschlossen, eine Kapelle und ein Pfarrhaus zu errichten.
Der Bischof gab die Einwilligung für den Bau am 19. Juni 1928. Nach einigen Rekursen fand der erste Spatenstich endlich am 23. Juni 1930 statt.
Am 6. April 1931, Ostermontag, wurde die Kapelle feierlich eingeweiht. Ein jahrelanger Wunsch der 700 Katholiken von Zollikon ging damit in Erfüllung.
Damit war eine erste Phase der Pfarreigeschichte zu Ende.
Durch ein bischöfliches Dekret wurde Zollikon am
1. Januar 1932 eine selbständige Pfarrei.
Die Kirchgemeindeversammlung hat am 7. Januar 1965 beschlossen, die bescheidene Kirche mit einem Sakristeianbau zu erweitern.
Starkes Wachstum im Zollikerberg
Bis 1906 führte eine gemütliche Pferdepost Reisende und Postgüter von Zürich in den Zollikerberg. Sie wurde ab 1906 bis 1912 durch einen Autobusverkehr abgelöst. Im Jahre 1912 wurde mit der Forchbahn eine gute Verbindung von Zürich zu einem grossen Wohngebiet in Zollikerberg geschaffen. Aber der Weg vom Zollikerberg zur Kirche im Dorf war weit und besonders im Winter beschwerlich.
Pfarrer Dr. Ambros Zurfluh (1937 – 1955 Seelsorger in Zollikon) und der damalige Kirchenrat erkannten die Notwendigkeit eines Kirchenbaus im Zollikerberg und trafen die notwendigen Vorbereitungen.
Dank dem Entgegenkommen der damaligen Besitzer, insbesondere von Frau Maria Karoline Weber-Link, konnte die Herz-Maria-Stiftung (Vorgängerin der St.Michaels-Stiftung) nach Ueberwindung grosser Schwierigkeiten am 29. August 1952 von der Erbengemeinschaft Weber unerschlossenes Land im Wilhof kaufen.
Nach verschiedenen Provisorien gelang es dem initiativen Pfarrer von Zollikon, dank dem Entgegenkommen der reformierten Kirchenpflege Zollikon, ab 20. Mai 1962 den grossen Saal ihres neuen Kirchgemeinde -hauses im Zollikerberg für sonntägliche Gottedienste mitzubenützen.
In Zumikon stellte die Schulpflege im November 1959 den Katholiken einen grossen Saal für den Sonntags-gottesdienst zur Verfügung.
Anerkennung der röm.-kath. Kirche im Kanton Zürich
Nach über 10-jährigen Bemühungen wurde die röm-kath. Kirche im Kanton Zürich am 7. Juli 1963 durch Volksabstimmung öffentlich-rechtlich anerkannt. Bis zu diesem Jahr konnten Kirchensteuern nur auf freiwilliger Basis erhoben werden! Im Jahre 1963 betrugen die Steuereinnahmen ca. CHF 174'000, 1964 bereits CHF 300'000.
Am 11. November 1963 erfolgte die Konstituierung der öffentlich-rechtlichen röm.-kath. Kirchgemeinde Zollikon. Anstelle des bisherigen Kirchenrates wurde erstmals eine Kirchenpflege gewählt.
Filiale für die „Bergler“
Nachdem etwa CHF 1,4 Mio Spenden zur Verfügung standen, mit doppelt so hohen Steuererträgen gerechnet werden konnte und die Zürcher Kantonalbank einen Kredit von CHF 1,5 Mio zugesichert hatte, war am 9. August 1963 der Weg für die Baueingabe der Kirche St. Michael frei. Das Projekt „Licht“ von Architekt Karl Higi wurde aus 10 Eingaben von der Jury ausgewählt.
Am 17. Januar 1964 bewilligte die Kirchgemeindever-sammlung den Kredit von CHF 2.4 Mio für den Bau der St. Michaelskirche mit 169 Stimmen ohne Neinstimme und ohne Stimmenthaltung.
Erstmals stimmberechtigt waren auch die Frauen, da am 1. Januar 1964 das Stimm- und Wahlrecht in kirchlichen Angelegenheiten für Frauen schweizerischer Nationalität eingeführt worden war. Die kath. Kirche war also wesentlich moderner und fortschrittlicher als das öffentliche Recht, da das Frauenstimmrecht in der Schweiz erst im Jahre 1971 im Gesetz verankert wurde.
Am 23. Juni 1964 hat Bischof Johannes Vonderach den Baurechtsvertrag zwischen der St. Miachaels-Stiftung (Eigentümerin des Landes) und der Kirchgemeinde genehmigt. Am 19. August 1964 erfolgte die Beurkundung auf dem Notariat Riesbach. Der Baurechtszins betrug
CHF 6'000, d.h. ca. CHF 1 pro m2.
Am 20. September 1964 hat Generalvikar Dr. Teobaldi den Grundstein der Kirche St. Michael gelegt und am 19. Mai 1966 die Glocken gesegnet.
Am 10. Juli 1966 wurde die Kirche St. Michael in Zollikerberg vom damaligen Bischof von Chur, Johannes Vonderach, eingeweiht.
Am 31. Dezember 2006 betrug die Einwohnerzahl in der Gemeinde Zollikon, Dorf und Berg total 11'988. Davon waren 3'114 röm.-katholisch.
Ende der 50er Jahre wurde bis zum Jahre 2000 ein Bevölkerungswachstum im Zollikerberg von ca. 3'000 auf ca. 17'000 und im Dorf-Zollikon von ca. 6'000 auf ca. 12'000 prognostiziert. Wir dürfen heute davon ausgehen, dass diese Fehlprognose die Grösse der Kirche St. Michael beeinflusst hat.
Neues Pfarreizentrum in Zollikon
1977 konnte das Kath. Kirchgemeindehaus in Zollikon eröffnet werden. Bis dahin hatte die auf Initiative des damaligen Pfarrers, Dr. Ambros Zurfluh, 1952 im Eutal erworbene Militärbaracke, welche in Fronarbeit auf einem selbst gebauten Fundament erstellt worden war, als Pfarreiheim gedient.
Wie aus dem Zolliker Boten vom 28. Mai 1976 zu entnehmen ist, habe „der Zahn der Zeit in Form eines Wurmregiments am Holzskelett der betagten Hütte derart genagt, dass es an ein Wunder grenzte, dass nicht ein flotter Frühjahrssturm das wurmstichige Kartenhaus zum Einsturz gebracht habe“. Das alte Pfarreiheim konnte daher gerade rechtzeitig durch das neue Kirchgemeindehaus (heutiges Pfarreizentrum) abgelöst werden.
Bruder-Klaus-Kapelle Zumikon
An der denkwürdigen Kirchgemeindeversammlung vom 28. Juni 1976 in der reformierten Kirche Zumikon beschloss die katholische Kirchgemeinde Zollikon, Zollikerberg, Zumikon, sich am Gemeinschaftszentrum Zumikon mit einem Andachtsraum, dem dazugehörigen Besprechungszimmer und einem Unterrichtszimmer zu beteiligen. Die St. Michaels-Stiftung war damals bereits Eigentümerin einer kleinen Liegenschaft im Zentrum von Zumikon. Es wäre jedoch unmöglich gewesen, darauf eine Kirche zu errichten. Die Kirchenpflege entschloss sich daher zum Verkauf dieser Liegenschaft an die Gemeinde Zumikon, und diese ihrerseits sicherte der katholischen Kirchgemeinde die Möglichkeit zu, die von ihr gewünschten Räumlichkeiten im geplanten Gemeinschaftszentrum einzubauen.
Ein beträchtlicher Teil der Baukosten konnte aus einem Legat der am 14. Dezember 1974 verstorbenen Frau Anna Weber-Morath gedeckt werden. In ihremTestament hatte sie der röm.-kath. Kirchgemeinde ein Kaufsrecht an einer unüberbauten Parzelle von 2'330 m2 zum Vorzugspreis von CHF 100 /m2 in Zumikon eingeräumt. Da sich das Land selber nicht für den Bau einer Kirche eignete, wurde es an einen Generalunternehmer verkauft und der Erlös für die Finanzierung der Bruder-Klaus-Kapelle und der weiteren Räumlichkeiten verwendet. Es ist hier sehr wohl am Platz, Frau Anna Weber-Morath ehrend zu gedenken.
Am Samstag, 30. Oktober 1982 wurde die Bruder-Klaus-Kapelle durch Bischof Johannes Vonderach in einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht.
Sie ist ein Ort der Meditation und des Gebets und steht auch reformierten Glaubensbrüdern offen. Diese geniessen bei uns das Gastrecht wie die Katholiken in früheren Jahren in der reformierten Kirche.
Kirchenneubau in Zollikon
Bereits am 15. März 1950 schreibt Pfarrer Dr. A. Zurfluh an den Generalvikar in Chur:
„Heute, bald 20 Jahre nach der Gründung von Zollikon (gemeint ist die kath. Kirche) besitzen wir die notwendigsten Einrichtungen, wobei aber nicht unbeachtet bleiben darf, dass vielleicht in 15 – 20 weiteren Jahren in Zollikon eine eigentliche Kirche zu bauen sein wird, wurde doch selbst unser heutiges Kirchengebäude immer schon von den Gründern und besonders von Pfarrer Spehn sel. stets als Notlösung betrachtet. Vorerst aber haben wir noch die Sorge um eine zukünftige Pfarrei Zollikerberg-Zumikon. Ein gewaltiges Programm, auch bei anerkannter und grösster Opferwilligkeit“.
Im Herbst 1981 wurden die Pfarreimitglieder zu einem Ausspracheabend über einen möglichen Neubau der Dreifaltigkeitskirche eingeladen. Der damalige Pfarrer, Dr. Giosch Albrecht, kämpfte engagiert für einen Neubau. Am 17. Mai 1982 wurden an der Kirchgemeindeversammlung ein Planungskredit von CHF 25'000 und eine Einlage von CHF 100'000 in den Baufond bewilligt.
Viele Jahre vergingen, Projekt um Projekt wurde ausgearbeitet und vorgestellt, doch keines von der Kirchgemeindeversammlung genehmigt. Nachdem die mit einem Grossaufmarsch besuchte Kirchgemeinde-versammlung im Juni 1989 mit 272 gegen 121 Stimmen den heftig umstrittenen Baukredit von CHF 4,6 Mio für den Neubau der Kirche und des Pfarrhauses abgelehnt hatte, deutete alles darauf hin, dass nur eine Totalsanierung der bestehenden Kapelle bewilligt würde.
Im 1991 wurde eine Projektgruppe gebildet mit dem Auftrag, die Wünsche des Volkes breitfächrig abzudecken.
Am 30. Mai 1994 kam endlich der Durchbruch. Die Kirchgemeindever-sammlung bewilligte den Kredit von CHF 4,9.Mio für den Neubau. Nach der Erledigung verschiedener Rekurse von Nachbarn wurde am Eidg. Dank-, Buss- und Bettag, 15. September 1996, der Grundstein zum Neubau der Dreifaltigkeitskirche gelegt.
Am 29. Juni 1997 wurde die wunderbare Kirche in einem feierlichen Gottesdienst von Weihbischof Peter Henrici eingeweiht.