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AHV-Beiträge der Nichterwerbstätigen
Freiburger Nachrichten vom 24. Juni 2010
Ein wichtiger Teil der schweizerischen Sozialversicherung sind die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), die Invalidenversicherung (IV) und die Erwerbsersatzordnung (EO). Alle in der Schweiz wohnenden oder erwerbstätigen Personen sind versichert und müssen Beiträge bezahlen, auch Nichterwerbstätige.
Als solche gelten Personen, die kein oder nur ein geringes Einkommen erzielen, so u.a. vorzeitig Pensionierte, Teilzeitbeschäftigte, Bezüger von IV-Renten und Krankentaggeldern, Studierende, ausgesteuerte Arbeitslose, Geschiedene, Verwitwete, Ehegatten/-innen von Pensionierten, die nicht im AHV-Rentenalter sind oder Erwerbstätige, deren Bruttojahresgehalt unter CHF 4'554.– liegt.
Nichterwerbstätige müssen ab dem 20. Altersjahr bis zur Erreichung des ordentlichen Rentenalters Beiträge an die AHV, IV und EO entrichten. Werden in dieser Zeitspanne nicht lückenlos Beiträge entrichtet, kann dies zu einer Kürzung der Rente führen. Es ist Sache der Versicherten, sich um die Erfüllung der Beitragspflicht zu kümmern.
Ausnahme: Werden vom erwerbstätigen Ehepartner Beiträge in der Höhe von CHF 920.– (doppelter Mindestbetrag) entrichtet, so muss der nichterwerbstätige Partner keine eigenen Beiträge leisten. Ist jedoch der erwerbstätige Ehepartner bereits im AHV-Rentenalter, gilt unter Umständen eine andere Regelung.
Zur Festsetzung und Berechnung der Beiträge werden das Vermögen und das 20fache jährliche Renteneinkommen beigezogen; bei Verheirateten jeweils die Hälfte davon. Zum Vermögen gehören Sparkonten, Wertpapiere, Liegenschaften und Vermögen, an welchen eine Nutzniessung zusteht. Zum Renteneinkommen gehören neben den Renten und Pensionen (ausgenommen AHV- und IV-Renten) u.a. auch Unterhaltsleistungen der geschiedenen Ehepartner, Taggelder, Stipendien, Überbrückungsrenten der beruflichen Vorsorge, Arbeitslosenunterstützungen und regelmässige Zuwendungen Dritter.
Die Beiträge liegen zwischen 0.17% und 0.26% des Vermögens und des 20fachen jährlichen Renteneinkommens, wobei der Mindestbeitrag CHF 460.– und der Maximalbeitrag CHF 10'100.– pro Jahr beträgt.
Nichterwerbstätige mit geringen Erwerbseinkommen (z.B. aus Teilzeitarbeit) sowie Empfänger von EO-Entschädigungen und IV-Taggeldern können auf Verlangen die von ihnen entrichteten Beiträge anrechnen lassen.
Fazit: Nichterwerbstätige sollten ihre Beitragspflicht regelmässig prüfen, um Beitragslücken und somit Rentenkürzungen zu vermeiden. Gerne stehen wir Ihnen dabei beratend zur Seite.
Elmar Schafer
Fachmann im Finanz- und Rechnungswesen mit eidg. Fachausweis