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Die französisch-marokkanische Schriftstellerin Leïla Slimani erhält den Prix Goncourt 2016 für ihren zweiten Roman «Chanson douce». Darin erzählt die 35-Jährige in einer Mischung aus Thriller und Sozialstudie von der Tötung zweier Kleinkinder durch ihre Babysitterin.
Laut Jury stimmten die Jurymitglieder der Académie Goncourt gleich in der ersten Abstimmungsrunde mit sechs von zehn Stimmen für «Chanson douce». Der Roman, der sich wie ein Thriller liest, beginnt mit dem Satz: «Das Baby ist tot.» Die Mörderin ist die Kinderfrau, die mit ihrer aufopfernden und diskreten Art den Anschein einer perfekten «Perle» gemacht hatte. In dem Buch untersucht Slimani, selbst Mutter, wie es zu der Tragödie kommt.
Die ehemalige Journalistin ist erst die zwölfte Frau in der 112-jährigen Geschichte des Prix Goncourt, welche die renommierte Auszeichnung erhält. Ihren Preis widmete sie ihren Eltern, vor allem ihrem vor zehn Jahren verstorbenen Vater, wie sie der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag sagte.
Der Preis ist mit nur zehn Euro dotiert - allerdings verspricht der Prix Goncourt einen massiven Anstieg der Verkaufszahlen des preisgekrönten Buches mit einer Auflage von mindestens 450'000 Stück.
Wie ebenfalls am Donnerstag bekannt wurde, wird die Autorin Yasmina Reza in diesem Jahr für ihren Roman «Babylone» mit dem Literaturpreis Prix Renaudot ausgezeichnet. Reza ist vor allem als Dramaturgin bekannt, ihre Werke sind die am meist aufgeführten französischsprachigen Theaterstücke. (sda)