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Meine Verblüffung wich schnell einer Verärgerung,
die sich allmählich in eine Kritik verwandelte. Hier werden Aussagen gemacht, die materiell falsch oder irrelevant sind, aber leider belegen, wie weit fortgeschritten wir in der ökologischen Propaganda bereits sind und wie stark das staatliche Schubsen (Nudging) schon „gediehen“ ist.
Dazu drängen sich die folgenden Fragen und Bemerkungen auf:
- Wie kommt es, dass ein Bundesamt (Bafu) einen Test einer ideologiegetriebenen NGO (2 °Investing Initiative) „amtlich“ organisiert und bewirbt? Wie wäre das, wenn das BFE in Zusammenarbeit mit Swissnuclear eine Studie über neue Entwicklungen in der Nuklearindustrie publizieren würde?
- Wir haben das Pariser Abkommen mitunterzeichnet, welches in der Tat das Ziel einer globalen Reduktion der Erwärmung um 2° anpeilt, aber völlig unrealistisch und weitgehend unverbindlich bleibt. Die Schweiz will ihren CO2-Ausstoss bis 2050 um 50 % reduzieren, was bei einem Weltanteil von 1 Promille a priori irrelevant ist. Aber die Ziele beziehen sich auf Länder und nicht auf Anlage-Portfolios oder gar Firmen. Was ist eine 2°-Kompatibilität von Firmen und Portfolios? Wie lässt sie sich definieren und messen?
- Ein angebliches Modell-Portfolio ist methodisch absolut willkürlich und nicht aussagefähig. Investitionen in neue, viel effizientere und saubere Kohlekraftwerke oder gar in das Fracking zur Gasgewinnung sind massiv CO2-mindernd, wenn sie alte Kohlekraftwerke ersetzen. Wie soll die Dritte Welt Armut und Elend überwinden, ohne noch während Jahrzehnten fossile Energien zu nutzen? Neben der verpönten Nuklearindustrie bringt auch die Umstellung von Kohle auf Gas einen riesigen Reduktionsbeitrag.
- Woher nehmen sich das Bafu und die Ethos-Stiftung des Recht, Pensionskassen und Versicherungen zu testen und aus angeblich klimafeindlichen Anlagen herauszuschubsen? Wollen wir in der Schweiz die norwegische Heuchlerei kopieren? Norwegen lebt zu einem grossen Teil vom Verkauf fossiler Energien, rühmt sich aber, für den Eigenbedarf nur „saubere“ Energiequellen zu nutzen (mit den Erträgen aus Öl und Gas).
- Wieso unterwerfen sich Pensionskassen und Versicherer einem faktischen Diktat von Bundesämtern und NGOs? Unterstehen sie nicht ausschliesslich der Finanzaufsicht und sollten sie gemäss gesetzlichen Grundlagen und Statuten nicht einfach möglichst hohe Renditen für ihre Rentner und Zwangssparer erwirtschaften? Der Verdacht liegt nahe, dass die Energiewende nicht zuletzt deshalb zu scheitern droht, weil Private wenig bis gar nichts in dieses Hochrisikoprojekt investieren wollen – also versucht man jetzt Pensionskassen und andere parastaatliche Institutionen in die Lückenbüsserrolle zu drängen!