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Die ersten Spuren von domestizierten Rindern in der Schweiz wurden im Wallis entdeckt. Genetische Vergleiche mit diesen Knochenfunden (Alter ~ 6’000 Jahre) zeigen, dass die Evolèner die nächsten heute noch lebenden Verwandten dieser Tiere sind und die beiden Schwesternrassen Eringer und Evolèner zudem einen anderen Ursprung aufweisen als die anderen beiden schweizer Rinderrassen (Original Braunvieh und Simmental Code 60). 1859 wurde die Evolèner Rasse zum ersten Mal explizit in einem Bericht der Bundesregierung erwähnt (Evolène ist ein Dorf im Val d’Hérens). In den Texten der folgenden Jahre wurde die kleine, einzigartige Bergrasse jedoch undifferenziert Eringer oder Evolèner genannt. Um die Rasse im Erscheinungsbild zu vereinheitlichen, wurde ab 1885 von der Regierung die Einfarbigkeit propagiert. Einige wenige Züchter hielten an den gefleckten Tieren fest und selektionierten in der Folge nicht auf den Kuhkampf, sondern hielten am kleinen Zweinutzungsrind fest. Durch die unterschiedliche Selektion entstanden aus dem gleichen Ursprung zwei Rassen. Die Evolèner widerspiegeln dabei den
leichteren, auf Milch- und Fleischnutzung gezüchteten, Zweinutzungstyp.
In den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts stand die Evolèner Rasse kurz vor dem Aussterben. Dank dem Engagement von ein paar wenigen Züchtern und der Stiftung Pro Specie Rara (Schweizerische Stiftung für die kulturhistorische und genetische
Vielfalt von Pflanzen und Tieren) wurde das erste Herdebuch gegründet und die Evolèner offiziell als eigenständige Rasse anerkannt. Damit waren die Grundsteine zur Erhaltung und Förderung der Rasse gelegt.