Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03201.jsonl.gz/2964

Bereits im 13. Jahrhundert werden in ersten Urkunden die Namen der Kuhalpen Entschligen und Silleren erwähnt. Die Bewohner des Engstligentals wurden bis ins 16. Jahrhundert "Waldleute" genannt, was darauf schliessen lässt, dass Adelboden früher sehr stark bewaldet war. Urwaldähnliche Reste des ehemaligen Dickichts hielten sich bis auf unsere Tage unter dem Birg, an Tschenten und im Fahrni. Für Viehweiden und Hausbauten wurde viel Wald gerodet (Flurnamen "Schwand", "Schwendli"), bis man sich bewusst wurde, dass vermehrte Lawinen und Erdschlipfe die Folgen waren.
Da der Weg zum nächsten Gotteshaus in Frutigen beschwerlich war und hin und zurück eine Tagereise bedeutete, bauten die Adelbodner 1433 auf eigene Kosten eine Kirche. 56 Hausväter verpflichteten sich, für das Einkommen des Pfarrers aufzukommen. Die Freskenmalerei stammt aus dem Jahr 1443.
Die meisten Adelbodner Geschlechter sind urkundlich früher im unteren Kandertal nachgewiesen, daher darf angenommen werden, dass die Besiedlung von Norden her erfolgt ist. Die schwer zugänglichen Schluchten der Engstligen und die wilden Tobel der Spissen verwiesen den Zugang hoch auf die rechte Talseite hinauf. Erst 1878-1884 wurde die "neue Strasse" der Engstligen entlang erstellt. In fast völliger Abgeschiedenheit lebten die "Waldleute" von ihrem Vieh, pflanzten Gemüse, Kartoffeln und Getreide. Die einzige Möglichkeit zum Barerlös der Bergbauern war im Herbst der Viehverkauf. Aufgrund Missernten, Tierseuchen und Teuerung gerieten in der Mitte des 19. Jahrhunderts viele Adelbodner in Not. Es gab kein Handels- und Durchgangsverkehr, keine Industrie verschaffte den vielen Vätern kinderreicher Familien einkömmliche Arbeit. So kam es, dass viele Adelbodner auswanderten. 1872 verbrachte Pfarrer Rohr aus Bern seine Ferien bei Christian Hari auf dem Schlegeli und gilt daher als der erste Feriengast Adelbodens.
1878 wurde das erste Hotel erbaut ("Stöckli"), bald folgten der "Wildstrubel" (1887), das "Kurhaus" und das "Edelweiss". Die Früchte des Fremdenverkehrs begannen sich auszuwirken: Während zwischen 1850 und 1900 die Bevölkerung um ganze 50 Personen zunahm, steigerte sie sich von 1900 bis 1910 um 500 Seelen.
Heute sind in Adelboden beinahe alle Arbeitnehmer direkt oder indirekt vom Tourismus abhängig. Die Berglandwirtschaft spielt jedoch noch immer eine wichtige Rolle. Die Bevölkerung ist auf rund 3'600 Einwohner angewachsen.