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15 Fragen an Julia Onken
«Mit 20 war ich ziemlich orientierungslos»
1. Was haben Sie im Leben erreicht?
Beinahe acht Jahrzehnte in stürmischen Wetterverhältnissen auf hoher See überstanden zu haben - ohne dabei schiffbrüchig geworden zu sein.
2. Was haben Sie nicht erreicht, was Sie erreichen wollten?
Mit Inbrunst und Hingabe in der Küche zu stehen.
3. Wenn Sie zurückblicken, auf was sind Sie besonders stolz?
Na ja, niemals die Bodenhaftung verloren zu haben.
4. Was haben Sie verpasst im Leben?
Mich rechtzeitig von sämtlichen Diätempfehlungen verabschiedet zu haben.
5. Was würden Sie gerne noch lernen ?
Auf die Gefahr hin, mich der Lächerlichkeit preiszugeben: Irish Step Tanzschritte!
6. Was kann man von Ihnen lernen?
Auch in scheinbar aussichtsloser Situation nicht das Handtuch zu werfen.
7. Wären Sie gerne nochmals 20.
Nein. Definitiv nicht. Es war eine verdammt anstrengende Zeit. Ich war ziemlich orientierungslos.
8. Was würden Sie an Ihrem Leben ändern, wenn Sie könnten?
Nichts. Ich bin mit mir und meinem Leben einverstanden.
9. Welches Motto würden Sie der Generation 50plus mit auf den Weg geben?
Kampfgeist! Jetzt geht es erst richtig los!
10. Was macht Ihnen Freude
In den Morgenstunden an meinem Schreibtisch sitzen und in weiten Gedankenräumen zu surfen und zu schreiben.
11. Was macht Ihnen Angst?
Dass zunehmend politisch agierende Protagonisten am Werk sind, die weder über berufliche Qualifikationen verfügen noch mit sonstigen Leistungsnachweisen aufwarten können.
12. Was ist Ihr grösstes Talent?
Unbeirrt gegen den Strom zu schwimmen.
13. Mit wem würden Sie gerne eine Wanderung unternehmen?
Mit meinem Hund Scarlett.
14. Mit wem möchten Sie nicht im Lift stecken bleiben?
Ich führe keine Hassliste.
15. Glauben Sie ans Schicksal?
Diese Frage ist zu vergleichen, ob ich an die Schwerkraft glaube.
Julia Onken (1. Mai 1942) ist Psychologin und Psychotherapeutin, Gründerin und Leiterin des Frauenseminars Bodensee in Romanshorn und Buchautorin. Julia Onken machte zunächst eine Lehre als Papeteristin und arbeitete dann als Einkäuferin in einer Papierwarenhandlung. Als ihre zweite Tochter in den Kindergarten kam, begann sie ein Studium an der Akademie für angewandte Psychologie (AAP) in Zürich. Seither arbeitete sie im Strafvollzug und in der Bewährungshilfe, als Dozentin in der Erwachsenenbildung und als Psychotherapeutin mit eigener Praxis. 1987 gründete sie das Frauenseminar Bodensee (FSB); und begann zu schreiben. In der Folge wurden ihre Sachbücher und Ratgeber zu Bestsellern, auch in zahlreichen Übersetzungen.
Die Fragen stelle Peter Röthlisberger schriftlich.