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Abwasser der Autobahn
Benzin, Pneupartikel, Öl, Bremsabrieb - die Beläge der Autobahn sind dreckig. Bei Regen wird das verschmutzte Wasser von der Strasse geschwemmt und gelangt in die Umwelt. Mit dem Aufkommen des Umweltschutzgedankens in den 1980er-Jahren begann man mit der Reinigung des Strassenabwassers.
Die einfachste, häufigste und kostengünstigste Variante zur Reinigung des Abwassers ist, dieses über die Strassenböschung versickern zu lassen. Durch die Bepflanzung und den Boden wird das Wasser automatisch gefiltert. Die stetige Neigung von 3% zum Rand der Autobahn fördert den Abfluss des Wassers.
Behandlungsanlagen für eine bessere Filterung
Neue Gewässerschutzvorschriften schreiben die Reinigung des Strassenabwassers vor. Da normale Kläranlagen Schwermetalle nicht herausfiltern können, werden bei der Sanierung von Autobahnabschnitten heute zunehmend sogenannte SABAs gebaut. Diese Strassenabwasser-Behandlungsanlagen verfügen über bessere Filteranlagen und können bei starken Regenfällen Wasser speichern. Eine SABA kann das Wasser von vier Kilometern Autobahn reinigen.
Dabei unterscheidet man zwischen der natürlichen und der technischen SABA. Die erste technische SABA wurde 2010 in Betrieb genommen. Heute existieren bereits über 40 solche Anlagen in der Schweiz. Technische SABAs funktionieren wie eine Waschmaschine und verbrauchen Energie für den Reinigungsprozess. Wo der Platz es erlaubt werden deshalb aus Energie- und Kostengründen bevorzugt natürliche SABAs gebaut. So auch 2008 bei der Raststätte Würenlos.
Sauberes Wasser dank Schilf und Gras
Hier wird das Wasser der Autobahn A1 in Rinnen am Strassenrand gesammelt. Von dort fliesst es durch einen Abwasserkanal in den Einlaufschacht in der SABA, wo das Wasser gesammelt wird. Durch den Mess- und Kontrollschacht gelangt es in den Grobabscheider, wo grosse Abfallteile wie Flaschen und Zigarettenpäcklein abgeschöpft werden und sich Kies und Sand ablegen kann. Steigt das Wasser bei Regen an, fliesst es horizontal weiter in den Kiesfilter.
Mittlere Schmutzpartikel bleiben dort zwischen den kleinen Steinen hängen, Feinpartikel fliessen weiter ins 627 Quadratmeter grosse Filterbecken. Dieses besteht aus einer Humusschicht sowie einem sandigen Unterboden und ist mit Schilf und Gras bepflanzt. Die Wurzeln der Pflanzen lockern den Boden und verhindern so, dass die Feinpartikel das Becken verstopfen. Vom Filterbecken gelangt das gereinigte Wasser erneut in einen Schacht, wo es kontrolliert wird. Dosiert kann das Wasser nun in die Limmat abgelassen werden. Es stellt keine Gefahr für die Umwelt mehr dar.
In der SABA Würenlos werden jährlich etwa 24'000 Kubikmeter Abwasser gereinigt. Das entspricht dem Volumen von über 170'000 Badewannen.