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Besonders die zentralen Fragen zur Vergleichbarkeit der Replika, der Stärke der Strahlenversprödung und der Grösse der Sicherheitsmargen bleiben in der Ensi-Stellungnahme unbeantwortet. Nur sie geben Aufschluss darüber, wie gross die Risiken des Weiterbetriebs von Beznau 1 sind. Die SES fordert Antworten und einen transparenteren Umgang mit den Mängeln und Problemen der noch laufenden Atomkraftwerke. Dies gilt insbesondere für das AKW Beznau, das seit über zehn Jahren im Langzeitbetrieb läuft.
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Der Sicherheitsnachweis von Beznau I – die Chronologie
2011: Das Ensi verlangt von der Axpo den Beweis, dass der Reaktordruckbehälter des AKW Beznau auch nach 60 Betriebsjahren sicher sein wird. Das Resultat nach herkömmlicher Methode liegt nur knapp unter dem vom UVEK festgelegten Grenzwert. 2010 hatte das Ensi neue Methoden eingeführt, die der Axpo zu besseren Ergebnissen verhalfen. Das Ensi akzeptierte in der Folge den Sicherheitsnachweis für 60 Betriebsjahre.
2012: Die Medien berichten, dass der Stahl der Reaktordruckbehälter von belgischen AKW tausende möglicherweise sicherheitsrelevante Einschlüsse beherbergen. Die Western European Nuclear Regulators Association (WENRA) empfiehlt daraufhin alle AKW mit geschmiedeten Reaktordruckbehältern auf Einschlüsse zu überprüfen.
2015: Die Axpo führt auf Anweisung des Ensi Ultraschalltests in den Reaktoren Beznau 1 und 2 durch. Das Resultat: Auch Beznau I enthält viele blasenförmige Einschlüsse, womit der Sicherheitsnachweis gefährdet ist. Das AKW muss vom Netz.
2016: Um die Sicherheit von Beznau 1 zu belegen, muss die Axpo nachweisen, dass die Einschlüsse die Materialeigenschaften nicht beeinträchtigen. Weil kein verwertbares Originalmaterial mit identischen Einschlüssen für Tests zur Verfügung steht, lässt die Axpo eine Kopie (Replika) des Rings C des Reaktordruckbehälters schmieden.
2018: Die Axpo präsentiert die Einschlüsse als Aluminiumoxid, die den Stahl des Reaktordruckbehälters nicht schwächen würden. Das Ensi akzeptiert den Sicherheitsnachweis und lässt Beznau 1 wieder ans Netz. Ein internationales Expertengremium (International Review Panel, IRP) bestätigt die Beurteilung des Ensi.
2019: Seit dem Ensi-Entscheid zur Wiederinbetriebnahme von Beznau 1 versucht die SES Einblick in die Unterlagen zum Sicherheitsnachweis zu erhalten um die sicherheitstechnische Begründung nachvollziehen zu können. Bislang wird der SES der Zugang zu den relevanten Dokumenten jedoch verweigert. Also hat die SES beim Öko-Institut eine Analyse der öffentlich zugänglichen Dokumente zum Sicherheitsnachweis in Auftrag gegeben, welche im November erscheint.
2020: Die Analyse des Öko-Instituts wird vom Ensi anfangs Juni heftig kritisiert. Das Öko-Institut präsentiert heute seine Replik auf die Ensi-Stellungnahme. Daraus geht hervor, dass das Ensi trotz der scharfen Worte die zentralen, sicherheitsrelevanten Punkte nicht entkräftet, da es auf die Hauptkritik nicht ausreichend eingeht.
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Quelle:
Schweizerische Energie-Stiftung SES
Sihlquai 67, 8005 Zürich
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www.energiestiftung.ch