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Der Schreiner und Innenarchitekt Kurt Naef (1926–2006) entwarf mit seinem einfach produzierbaren Bauklotz ein Bausystemelement, das neue Bauformen aus Holzklötzen ermöglicht. Dieser sogenannte Naef-Stein wird von der Firma Naef Spiele AG bis heute als Klassiker produziert.
Nach einer Schreinerlehre und der Ausbildung zum Innenarchitekten an der Kunstgewerbeschule Basel eröffnete Kurt Naef (1926–2006) ein Geschäft für Möbel und Inneneinrichtung in Basel. Seine Kundschaft fragte immer wieder nach gut gestaltetem Spielzeug, sodass Naef 1956 selbst ein Spiel produzierte und ins Angebot aufnahm. Anders als der Bildhauer Antonio Vitali, dessen plastische Holzfiguren ab 1958 auch von Naef vertrieben wurden, ging der Schreiner und Innenarchitekt pragmatisch an das Material Holz heran und plante von Anfang an die maschinelle Produktion. Indem er einen Holzwürfel auf zwei gegenüberliegenden Seiten kreuzweise diagonal einschnitt, schuf er einen Würfel mit mehr Verbindungsmöglichkeiten. Dieser liess sich nun nicht nur stapeln oder nebeneinander reihen, sondern auch ineinander verkeilt auftürmen. Bauten konnten damit auch auskragen und nach oben in die Breite wachsen. Im Prinzip machte Naef mit acht Sägeschnitten aus einem einfachen Bauklotz ein Bausystem-Element. Dieser rationale Ansatz im Spielzeug-Design gefiel dem SWB. 1960 erhielt das Naef-Spiel die Auszeichnung «Die gute Form». 1967 eröffnete die Firma Naef eine Produktionsstätte in Zeinigen und stellte Naefs Spiel und Spiele anderer Designer her. Handelsbeziehungen wurden aufgebaut, insbesondere mit Japan, wo die beliebte Schweizer Spielzeugmarke seit 1971 exklusiv über das Tokioter Unternehmen Atelier Niki Tiki vertrieben wird. 2012 wird die Produktion nach Süddeutschland verlagert, die Geschäftsleitung, Administration und Entwicklung bleiben in Zofingen, wo auch ein kleines Museum eingerichtet wird. (Renate Menzi)