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Am Dies academicus von 1891 verwies der Rektor auf die geistige Minderwertigkeit des weiblichen Geschlechts. Der Rektor, Hermann Fehling, Professor für Gynäkologie, liess es sich nicht nehmen auf die eigentliche Bestimmung der Frau sowie ihre Stellung zu Familie und Beruf hinzuweisen: "Nie vergesse sie, dass sie bei der Wahl eines bisher Männern vorbehaltenen Berufes aus der Sphähre heraustritt, welche die Natur für sie bestimmt hat. (...) Wird die Stimme der Natur doch noch in ihr wach, so entsage sie dem Beruf, damit nicht dieser oder die Familie unter der doppelten Last leide."
Das Frauenstudium beurteilte er als Modetorheit und er war zuversichtlich, dass auch in ferner Zukunft "der schöpferische Geist des Mannes die Welt bewegen und gestalten werde." - Er schliesst mit: "Die Geschichte der Medizin, der Vergleich der Natur beider Geschlechter, die praktische Erfahrung des Lebens, sie alle drängen mich zu dem Schlusse, dass in erster Linie die Bestimmung des Weibs auch heute noch die ist, die ihr im Plan der Schöpfung gegeben wurde, Gattin, Mutter, Hausfrau, Erzieherin der Jugend zu sein." Und er fügt noch an: "Ich gehöre nicht zu denen, welche glauben, das das weibliche Studium unser Hochschulwesen umwälzen wird, dass etwa am 500jährigen Jubelfeste unserer alma mater eine rectrix magnifica von dieser Stelle srpechen wird." - Dass am 500jährigen Jubiläum der Universität Basel (1960) keine Rektorin eine Rede halten würde, diese Prognose ist in Erfüllung gegangen. Bis heute, über 550 Jahre nach Gründung der Universität, hat keine Frau je das Amt der Rektorin ausgeübt.
100 Jahre später, 1990, äusserte sich der damalige Rektor, Prof. Carl Rudolf Pfalz in seiner Ansprache zum Jubiläum des Frauenstudiums: "Schliesslich ist es nicht sinnvoll und nicht rechtens, die Diskriminierung der Frauen durch diejenige des Mannes zu ersetzen." 1990 arbeiteten gerade mal zwei ordentliche Professorinnen an der Universität Basel - und schon stand die Befürchtung im Raum, Männer könnten durch Frauen an der Universität Basel diskriminiert werden. Zahlreiche Frauen hätten daraufhin die Eröffnungsfeier zum 100jährigen Jubiläum des Frauenstudiums verlassen, so die Berichterstattung zum Anlass.