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Etwa jeder zehnte Fall von Lungenkrebs wird histologisch als kleinzelliges Lungenkarzinom (LK) eingestuft. Diese bösartige Neubildung hat bei der Diagnosestellung oft schon Fernmetastasen gebildet, sodass viele Betroffene palliativ behandelt werden. Wenn ein Versuch zur kurativen Therapie unternommen wird, ist die Wahrscheinlichkeit aber dennoch hoch, dass die Patienten zu einem späteren Zeitpunkt ein rezidivierendes kleinzelliges Lungenkarzinom (rLK) entwickeln.
LK neigen zur Bildung von Fernmetastasen im Hirn, in der Leber, den Nebennieren, den Knochen und im Knochenmark [1]. Folglich kann ein rLK lokale Masseneffekte in der Lunge, in den zuvor genannten Organen, seltener aber auch an anderen Lokalisationen auslösen. Die Symptome entwickeln sich zumeist über Zeiträume von nicht mehr als drei Monaten. Dabei können respiratorische Beschwerden das klinische Bild dominieren, das ist aber nicht zwangsweise der Fall.
In Abhängigkeit von der Lokalisation des rLK werden regelmäßig folgende Befunde erhoben:
Konstitutive Symptome wie Schwäche, Anorexie, Gewichtsverlust und Fieber können unabhängig von der Lokalisation des rLK auftreten. Typisch für LK und rLK ist zudem ein komplexes paraneoplastisches Syndrom, das beispielsweise das Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion, das Lambert-Eaton-Syndrom und das Cushing-Syndrom umfassen kann [1] [2].
Den wichtigsten Hinweis auf ein rLK liefert die Krankengeschichte des Patienten, die verrät, dass bei ihm zuvor bereits diese Art des Lungenkrebses diagnostiziert wurde. Allerdings besteht immer auch die Möglichkeit, dass LK-Überlebende zu einem späteren Zeitpunkt andere Tumore entwickeln. Deshalb sind zunächst ähnliche diagnostische Maßnahmen durchzuführen wie bei der Erstdiagnose des LK.
Die Grundlage der Diagnose bilden die zytologische und histologische Untersuchung einer Gewebeprobe [9] und das Tumorstaging mit Hilfe der bildgebenden Diagnostik. LK-Tumorzellen sind typischerweise klein und haben eine runde bis spindelähnliche Form. Ihre Kern-Plasma-Relation ist hoch und die Zellkerne enthalten feingranuläres Chromatin, aber nur selten Nukleoli. Im Präparat sind meist unzählige Mitosefiguren zu erkennen. Besonders bei rezidivierenden Tumoren kann die Neoplasie jedoch auch Abschnitte mit Zellen atypischer Morphologie enthalten [8].
Computertomographie, Magnetresonanztomographie und Szintigraphie oder, wenn verfügbar, eine kombinierte Positronen-Emissions-Tomographie/Computertomographie, werden eingesetzt, um das rLK darzustellen, seine Lokalisation und Ausdehnung einzuschätzen, und um herauszufinden, ob der Tumor metastasiert hat. Bei einem rLK ist die Wahrscheinlichkeit der Metastasenbildung sehr hoch, denn tatsächlich ist diese Neoplasie oft selbst eine Metastase des Primärtumors in der Lunge. Wenn multiple Metastasen entdeckt werden, sodass nur noch eine palliative Therapie infrage kommt, kann das Tumorstaging an dieser Stelle abgebrochen werden. Nur das Vorhandensein von Hirnmetastasen ist in jedem Fall abzuklären [8].
Soll allerdings ein Heilungsversuch unternommen werden [10], muss ein vollständiges Staging erfolgen, und das schließt die immunzytochemische Untersuchung einer Knochenmarkprobe ein [11]. Die Entscheidung zu zusätzlichen Analysen fällt dann entsprechend des klinischen Bildes und anhand der Ergebnisse von Blutuntersuchungen, die möglicherweise eine konkrete Organbeteiligung anzeigen.