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Sobald Sie über den Gewichtsverlust nachdenken, wird der Kampf fast ausschliesslich in Ihrem Kopf geführt.“Sollte ich den Kuchen mit Butter bestreichen oder wäre es besser für mich, wenn ich die Butter mit Margarine oder, sogar noch besser, mit Marmelade ersetze? Warum esse ich diesen Kuchen überhaupt? Der Kuchen ist nämlich derart kalorienreich und enthält Unmengen an gesättigten Fettsäuren. Ich bin solch ein Schwein. Ich habe überhaupt keine Willensstärke.”
Es ist also kein Wunder, dass Sie diesen Kuchen mit Butter bestreichen und essen werden und obendrein auch noch eine dicke Schicht Marmelade auftragen werden, um bloss die negativen Selbstgespräche still zulegen.
Was Sie dabei brauchen, ist mehr als nur eine Diät, es ist die Möglichkeit, diese negativen, selbst zerstörenden Gedanken in positivere eigene Aussagen umwandeln.
Genauso wie bei den meisten lohnenden Erfahrungen, ist eine wenig Übung gefragt. Erstens, müssen Sie sich schon mal bewusst werden, dass Sie sich der falschen Einstellung bedienen, zweitens müssen Sie feststellten, was an Ihren Gedanken fehlerhaft ist.
Anschliessend müssen Sie diese Gedanken mit einer selbst verteidigenden Stellungnahme oder einem aufbauenden Gedanken ersetzen.
Bezüglich des Kuchen- Beispiels, anstatt sich die Behauptung “Ich bin solch ein Schwein”, die Sie offensichtlich falsch einschätzt, anzuhören, antworten Sie stattdessen mit “Schweine sind Tiere und ich bin auch nur ein Mensch. Deshalb muss ich nicht perfekt sein.”
Viele sind nicht imstande, ihre Essgewohnheiten zu ändern, solange sie ihre Einstellung gegenüber der Nahrung, dem Essen und dem Trinken nicht umdenken.
Durch die Umwandlung “verfälschter” Gedanken zu produktiven Aussagen, können auch Essgewohnheiten verändert werden. Es ist zwar möglich, sich von vielen der selbst kritischen Gedanken zu befreien. Jedoch, wie bei jeder tief verwurzelten Gewohnheit, sind etwas Ausdauer und Aufmerksamkeit gefragt.
Anbei einige weitere Denkweisen die geändert werden müssen:
Sollwerte. Soll- Behauptungen übermitteln viel mehr die Werte unserer Mitmenschen, als diejenigen der Person, die abnehmen möchte. Darüber hinaus, widerspiegeln die Soll- Behauptungen der Versuch des Diätpatienten sich selbst zu motivieren, ohne wirklich daran zu glauben.
Es ist deshalb viel besser zu bestimmen, was bei Ihnen am besten einwirkt. “Ich werde bis zu zwei Pralinen täglich essen und sie wirklich geniessen.”
Alles oder Nichts. Diese Einstellung ist die Grundlage des Perfektionismus. Eine Alles- oder Nichts- Lebenseinstellung sieht die Welt als schwarz / weiss. Da keine Grauzonen geduldet werden, wird das Verhalten entweder vollkommen oder misslungen sein.
“Ich habe meine Diät verfehlt, weil ich so viel Pizza gegessen habe. Ich kann keine langfristige Diät halten und werde für immer fett bleiben.” Vielleicht geht das Problem nicht aus dem Verhalten hervor, vielleicht liegt das Problem daran, dass eine bestimmte Diät keine Pizza einrechnet.
Darum könnte die Lösung so lauten: “Ich möchte nicht die Pizza für den Rest meines Lebens aufgeben, so muss ich eine Möglichkeit finden, auch Pizza in meiner Diät einzubauen, ohne mich wie ein Versager zu fühlen.“
Ich versuche, vor der Pizza einen Salat zu essen (mit etwas Salatdressing dazu), um meinen Hunger etwas zu stillen.”
Gute/ schlechte Nahrungsmittel. Lebensmittel sind wie sie sind und sind nichtr schlecht oder gut. Was für den einen schlecht ist, kann für den anderen gut sein.
Deshalb gibt es keine guten und schlechten Nahrungsmittel. Obwohl es zwar stimmt, dass manche Nahrungsmittel Nährstoff- und Ballaststoffreicher sind, können alle Nahrungsmittel genossen werden.
Unsere Einstellung gegenüber den Nahrungsmitteln bestimmt, was wir essen und wie viel wir essen. Falls ein Gericht als schlecht abgestempelt (wie z.B. Pommes), wird es für viele zum Tabu.
Sobald jemand dem Reiz des Verbotenen, d.h. den Pommes unterliegt, so kann das entstehende Endergebnis zum Suchtverhalten werden.
Anstatt diese gegensätzliche Einstellung, gegenüber gutem/schlechtem Essen fortzusetzen, sollte man sich darauf umstellen allen Gerichten Freiraum ohne Beurteilung zu bieten.
Anstatt zu sagen “Ich habe diese Pommes gegessen, die für mich so schädlich sind” sollte man eher sagen “Mir hat diese kleine Portion Pommes wirklich geschmeckt. Das hat mich wirklich erfreut.”
Zerrbilder des Körpers. Anstatt auf die Einbildung, wie fett oder schlank Ihr Körperbau angeblich ist einzugehen, ist es viel hilfreicher Ihren Körper als das, was es tatsächlich für Sie tun kann wahrzunehmen.
Wenn Sie sich beispielsweise im Spiegel sehen, anstatt auf sich Ihrem Bauch zu konzentrieren und zu behaupten “sieht wie im fünften Schwangerschaftsmonat aus” (obwohl Ihre letzte Schwangerschaft vor neun Jahren stattfand oder Sie ein Mann sind), sollten Sie sich sagen “mein Körper hat Leben geschaffen” oder “mein Körper begleitet mich überall und lässt mich meinen Spass am Leben haben.”
Die Gespräche, die in Ihrem Kopf stattfinden, können nicht beliebig ausgeschaltet werden.
Trotzdem können Sie sich der negativen Selbstgespräche bewusst sein und begreifen, dass sie mit der Wirklichkeit wenig gemeinsam haben.
Sobald Sie dies wahrnehmen, können Sie auf Ihrer kritischen Stimme mit objektiveren, aufbauenden Gedanken erwidern. Und obwohl die negativen Gedanken nicht gänzlich beseitigt werden können, können diese durch vorsichtiges Zuhören auf Ihrer mitfühlenden, fürsorglichen inneren Stimme zur Ruhe gebracht werden.
Fast genauso, wie Sie einen guten Freund verstehen und ihm zuhören würden, sollten Sie sich selbst zuhören. Seinen Sie Ihr eigener guter Freund und die Chancen eines erfolgreichen Gewichtsverlusts werden sichtlich zunehmen.