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Der aktuelle UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger verteidigt den millionenschweren "Goldenen Handschlag" für seinen designierten Nachfolger Axel Weber: "Es gibt einen Markt, dem wir uns anpassen mussten", sagte Villiger in einem Interview mit der "SonntagsZeitung".
Zur Begrüssung erhält Weber eine Einmalzahlung von 2 Millionen Franken und 200'000 für ein Jahr blockierte UBS-Aktien, die beim gegenwärtigen Aktienkurs 3,14 Millionen Franken wert sind. Als Präsident soll er jährlich 2 Millionen Franken sowie 200'000 Aktien erhalten, die vier Jahre lang blockiert sind.
Zur Einmalzahlung von 5,14 Millionen Franken sagte Villiger: "Sie müssen das als Gesamtpaket sehen, das mitberücksichtigt, worauf er verzichtet hat."
Die UBS habe die Chance packen müssen, die sich mit Webers plötzlichem Ausscheiden aus der Deutschen Bundesbank geboten habe. Weber sei auf dem Markt sehr begehrt gewesen. "Wenn wir nicht rasch entschieden hätten, wäre er wohl weg gewesen", sagte Villiger, der seine eigene Nachfolge ursprünglich erst im nächsten Jahr anpacken wollte.
Kein weiterer Kandidat
Weber sei der einzige Kandidat für das UBS-Präsidium gewesen, das der Deutsche nach einem Jahr als UBS-Vizepräsident dann 2013 übernehmen soll. Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, wäre ebenfalls eine hervorragende Persönlichkeit für dieses Amt gewesen, sagte Villiger. Aber Ackermann "führt einen wichtigen Konkurrenten, und das hätte Interessenskonflikte geben können". Mit Ackermann habe er nicht über den Job gesprochen.
Mit Weber sei man sich rasch einig geworden, erklärte Villiger. "Ich habe mich bewusst für die UBS entschieden", sagte Weber seinerseits in einem Interview mit der "NZZ" vom Samstag. Er galt auch als Kandidat für die Nachfolge Ackermanns bei der Deutschen Bank.
Es gebe keine Interessenskonflikte. Die Schweiz gehöre nicht zum Euro-Raum. Und "mit der Bankenaufsicht habe ich mich in der Schweiz nie befasst", sagte Weber.
Zu gegebener Zeit werde Weber mitwirken an der Suche nach einem Nachfolger für den 68-jährigen Konzernchef Oswald Grübel, sagte Villiger. Der Generationenwechsel sei eine mittelfristige Aufgabe. Grübel werde nicht in den Verwaltungsrat einziehen. "Das ist auch nicht sein Wunsch", sagte Villiger.
Ziele kaum erreichbar
Villiger gab zu verstehen, dass die mittelfristigen Ziele der UBS nicht erreichbar seien. Grübel hatte Ende 2009 einen jährlichen Vorsteuergewinn von 15 Milliarden Franken bis 2014 als Ziel ausgegeben.
Seither liefen die Märkte deutlich schlechter und die regulatorischen Anforderungen hätten sich deutlich verändert. Unter Berücksichtigung aller Fakten werde die UBS voraussichtlich im November neue mittelfristige Ziele präsentieren, sagte Villiger.
Weber für schärfere Regeln
Der designierte UBS-Präsident Weber stellte sich bereits jetzt hinter die verschärften neuen Regulierungsvorschriften für Grossbanken in der Schweiz. "Regulatorisch wurden hier in der Schweiz vernünftige und tragbare Kompromisse gefunden", sagte Weber.
Bisher hatten Grübel und Villiger immer die Banken-Regulierungspläne kritisiert, die vor allem die Schweizerische Nationalbank (SNB) vorangetrieben hatte. Die Schweizer Pläne gehen deutlich über das hinaus, was im Rahmen des internationalen Basel-III-Regelwerks geplant ist.
"Global agierende Banken müssen in Zukunft deutlich höhere Kapitalstandards erfüllen als Institute, die nicht systemisch relevant sind", sagte Weber. Nach einer turbulenten Zeit in der Finanzkrise habe die UBS den Turnaround geschafft. "Jetzt geht es darum, die strategischen Perspektiven für die Zukunft weiterzuentwickeln", sagte Weber. Ein Verkauf des bislang enttäuschenden Amerika-Geschäfts sei kein Thema, sagte Villiger.
(rcv/sda)