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Vor Kurzem fand im Museum Fram der dritte von vier Anlässen des Fram-Clubs statt. Alle diese Anlässe stehen in irgendeinem Zusammenhang mit dem Welttheater.
Walter Kälin (Meilen) konnte gut 50 Gäste willkommen heissen. Speziell begrüsste er Tim Krohn, den Autor des Welttheaters 2013. Das Wort «Nachlese» habe zwei Bedeutungen und zwar beinhalte es einen Zeitpunkt, der sei jetzt nach Ende desWelttheaters und habe zweitens mit einer Lesung zu tun.
Neuland Welttheater
Tim Krohn erwähnte, dass er bis anhin noch nie ein Welttheater gesehen hatte. Die Anfrage, eine neue Fassung zu schreiben, kam von Beat Fäh, über die er sich sehr freute. Fäh selbst konnte vorerst mit Calderón nichts anfangen.Als Tim Krohn sich dann in das Stück vertieft hatte, merkte er bald einmal, wie witzig Calderón sei und sagte sich, dass er mit dem Schreiben eines neuenWelttheaters nur lernen könne.Auf eine Frage vonWalter Kälin, wie er mit der eher schlechten Zuschauerzahl fertig werde, antwortete Krohn, dass er dies nicht auf sich beziehe; vor allem deshalb nicht, da er viele positive und schöne Reaktionen erhalten habe.Auch er nannte die vielen Freilichtspiele und das eher schlechte Wetter im Frühling als zwei der Gründe für die etwas dürftige Zuschauerzahl.
Mundart und Deutsch
Tim Krohn gab ein paar Kostproben aus noch unveröffentlichten Stücken; zum Beispiel über Goethes Tell. Dass er Mundart und Hochdeutsch schreibe, komme nicht so sehr von seiner deutschen Abstammung, sondern ganz einfach daher, dass es Geschichten gäbe, die man zwar auf Hochdeutsch erzählen, aber nicht auf Hochdeutsch niederschreiben könne und umgekehrt.
Er erwähnte auch sein Verhältnis zu Literaturkritikern, wo man je länger je weniger Antworten in den Zeitungen finde, da diese vor allem auf Social Media setzen und so viel Gefolgschaft hätten. Wichtiger für ihn sei das Weitersagen des Publikums. Tim Krohn erzählte auch, wie er bei der Blinden- und Sehbehindertenbibliothek Texte ohne Vorbereitung auf CDs spreche und zwar neben Belletristik/Romanen oft auch Texte für Zeitschriften wie Betty Bossi oder für Physik, ein Thema, das ihn gar nicht interessiere und von dem er keine grosse Ahnung habe. Die Zuhörer vernahmen von ihm auch, dass er als Mentor am Literaturinstitut in Biel Studenten begleite und erwähnte schmunzelnd, dass er sein eigener Mentor sei.
Unveröffentlichte Kostprobe
Als Weiteres seiner noch nicht veröffentlichten Werke vernahmen die Anwesenden Passagen aus dem Werk «Das Leben einer Matratze bester Machart». Das Buch erzählt die Geschichte einer Matratze, von ihrem ersten Besitzer, einem jüdischen Industriellen, der sie nach einer Schweizerreise im Jahr 1935 ersteht, bis zur Jahrtausendwende, und ist zugleich eine spielerische Geschichte der Schweiz und Europas des 20. Jahrhunderts.
Sein Beruf sei in vielem deckungsgleich mit seinen Hobbys und das Leben in einer Drei-Zimmerwohnung am Zürcher Sihlquai mit Frau und kleinem Kind erfordere viel Flexibilität und Verständnis. Auf dem bereitgestellten Büchertisch war neben Krohns bekannten Werken auch Literatur zu finden, die vergriffen oder kaum mehr erhältlich ist. Nach rund eineinhalb Stunden konnte Walter Kälin einen spannenden Abend abschliessen.
Höfner Volksblatt und March-Anzeiger
Autor
Höfner Volksblatt & March Anzeiger
Kategorie
- Literatur
Publiziert am
Webcode
www.schwyzkultur.ch/TrXG2E