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Das Schweizer Mac Jahr 1998 stand ganz im Zeichen des iMacs.
Anfangs Jahr verkündete Apple die Rückkehr zur Profitabilität. Apple hatte im Q1/2008 635’000 Geräte verkauft und dabei einen Umsatz von 1.6 Milliarden US-Dollar und 47 Mio. US-Dollar Gewinn erwirtschaftet. Diese Zahlen verkündete Steve Jobs, der in der Zwischenzeit offiziell zum Interims-CEO ernannt worden war.
Anlässlich der Macworld Expo in San Francisco wurde Mac OS 8.1 angekündigt. Die US-Version sollte im Februar, die internationale Version im April verfügbar sein. Mac OS 8.1 sollte dann DVD unterstützen. Zudem wurde das FileSystem HFS+ eingeführt. Der Internet Explorer 3.01 galt als Standard-Browser; alternativ stand der Netscape Navigator zur Verfügung. Den Januar nutzte Apple auch, um an der CeBIT ’98 präsent zu sein. Dabei wurde die Think Different-Kampagne in Europa offiziell lanciert. Zudem war Apple im Jahr 1998 auch noch an der Internet Expo in Zürich präsent, damals noch mit dem Apple Händler Ingeno Wolf Computer.
Ende Januar wurde Claris beerdigt. Die 100%ige-Apple Tochter wurde in FileMaker Inc. umbenannt und war fortan nur noch für die Entwicklung und den Verkauf der Datenbanksoftware FileMaker Pro zuständig. Die Apple System- und Anwendungssoftware, die bisher von Claris entwickelt und vertrieben wurde, kam zu Apple zurück. Ein Vorzeigeprodukte von Claris war damals auch ClarisWorks, welches später zu AppleWorks umbenannt wurde.
Im März stellte Apple den Power Macintosh G3 mit 300 MHz-Taktfrequenz vor. Für das Modell mit 128 MB RAM, 4 GB Harddisk, einem 24fach CD-ROM-Laufwerk und dem schnellen 10/100 MBit/s Fast-Ethernet-Anschluss musste man CHF 9000.– bezahlen. Für die kleineren Modelle senkte Apple drastisch die Preise; so war das 266-Modell neu für CHF 3’190.– zu haben. Das PowerBook G3 kostete noch CHF 9’060.–.
Noch im Jahr 1997 gründete Apple eine eigene Tochter-Gesellschaft für den Newton Message Pad. Im Jahr 1998 hat sich Apple dann aber entschieden, sich vom Newton zu verabschieden und die Entwicklung des Newton OS und des Message Pad einzustellen.
Vier Wochen früher als erwartet wurde am 18. März 1998 Mac OS 8.1 lanciert. Der damalige Apple Schweiz Geschäftsführer, Martin Hagger, verkündete, dass die Version 8 seit Einführung im Juli 1997 über zwei Millionen Mal verkauft worden war. In der Zwischenzeit stellte Microsoft den IE 4.0 vor, welcher standardmässig mit Mac OS 8.1 installiert wurde. Dazu gab es den E-Mail-Client Microsoft Outlook Express. Zudem wurde Mircosoft Office 98 ausgeliefert, was als umfassende Büro-Suite vorgestellt und angepreist wurde. Der Verkaufspreis für Office ’98 lag bei CHF 980.–.
Im Mai gab es neue PowerBook G3-Modelle. Die Preise erreichten endlich ein erschwingliches Niveau. Die empfohlenen Verkaufspreise reichten von CHF 4’390.– für das Einsteigermodell bis rund CHF 9’890.– für das Spitzenmodell. Die Einsteigerversion verfügte über einen 233-Prozessor, 32 MB RAM und eine 2 Giga Harddisk. Dabei war zudem ein 20fach CD-Laufwerk und ein kleiner 12.1 Dual-Scan-Bildschirm. Das grösste Modell wurden mit 292 MHz, 64 MB RAM, einer grosszügigen 8 GB Harddisk und einem 14.1 Aktiv-Matrix-Display ausgestattet.
Apple iMac – Der Einsteigercomputer für das Internet-Zeitalter. So titelte Apple zur Einführung des neuen Computer aus dem Hause Apple. Mit seinem aufsehenerregenden Design und der sensationellen Leistung sollte er die Computerwelt revolutionieren und die Pentium-Konkurrenz deklassieren. Den bedeutenden Schritt zurück in den Konsumentenmarkt kommentierte Steve Jobs, Interim CEO, wie folgt: Wir schufen den iMac, um Anwendern das zu geben, was sie sich am meisten wünschen: die spannende Atmosphäre des Internets gepaart mit der einfachen Handhabung des Macintosh. Der iMac ist der preisgünstige Computer von morgen und nicht das billige Auslaufmodell von gestern. Heute haben wir Leidenschaft und Innovation in den Markt zurückgebracht. Auf YouTube gibt es den Film zur iMac-Einführung.
Im ersten iMac arbeitete ein 233 MHz-PowerPC G3-Prozessor, 32 MB RAM, eine 4 GB-Harddisk und ein 24fach CD-Laufwerk. Mit dem iMac wurde die Schnittstelle USB eingeführt. Im August startete der Verkauf des iMac in den USA. In der Schweiz war er ab dem 12. September 1998 für CHF 2’299.– zu haben. Mit grossen iMac Days der Händler wurde er in der Schweiz eingeführt.
Nebst dem neuen iMac hatte Apple im Spätsommer auch die Power Macintosh G3-Modelle überarbeitet. Langsam waren auch diese für den Normal-Anwender erschwinglich geworden. So lagen die Preise neu zwischen CHF 3’030.– und 5’680.–. Die Power Macintosh-Modelle waren damals die Produkte für den Profibereich. Sie takteten mit G3-Prozessoren von bis zu 333 MHz und verfügten in der grössten Version über 128 MB RAM und eine 6 GB-Harddisk. Ebenfalls überarbeitete Apple die PowerBook G3-Modelle. Diese takteten neu bis 300 MHz und präsentierten sich nur noch mit 14-Aktiv-Matrix-TFT. Leider waren sie immer noch extrem teuer. Das günstigste Modell war für CHF 5’290.– zu haben.
Turnaround geschafft! Apple überzeugt im Oktober durch ein ausgezeichnetes Geschäftsjahr 1998 und erwirtschaftete einen Umsatz von 5.9 Milliarden Dollar sowie einen Gewinn von 309 Millionen Dollar. Die Zahl der ausgelieferten Rechner erhöhte sich im vierten Quartal um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum.
Ende Oktober führte Apple Mac OS 8.5 ein. Neu dazugekommen ist Sherlock, welcher für eine rassendschnelle Volltextsuche auf lokalen Volumes und im Internet geschaffen worden war. Mit Mac OS 8.5 wurde auch das €-Zeichen in Mac OS integriert.
Der damalige Apple Schweiz-Chef, Martin Hagger, war stolz auf seinen iMac. Handelszeitung, 16.9.1998