Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03181.jsonl.gz/1335

InterContinental Geneva
Zum Schluss verlassen wir die edle Perlenkette um das Genfer Seebecken für ein paar Schritte ins Landesinnere. Dort steht zwischen Flughafen und den internationalen Organisationen seit 1964 das InterContinental Geneva, das es dank vieler Konferenzen mit Politikprominenz zu weltweiter Berühmtheit gebracht hat.
Bar Les Nations
Die Bar Les Nations wird auch als Lobbybar betrieben. Und seit der Renovation hat diese Lobby grosse Dimensionen, erstreckt sie sich doch über einen beträchtlichen Teil des galerieähnlichen Eingangsbereichs. Im ersten Stock wird sie mit einem Fumoir ergänzt. Die Barkarte beschreibt die Cocktailklassiker mit einem historischen Rückblick. Wir wählen den Mai Tai (CHF 26.-), erfunden 1944 im Trader Vic’s, der stilgerecht in einem Keramik-Tiki-Becher serviert wird und tadellos mundet. Lobenswert erwähnen will ich noch, dass neben dem InterContinental auch das Hotel d‘Angleterre in einem Teil der Leopard Bar eine Cigar Lounge eingerichtet hat. Peu à peu können wir also in der Zigarrenstadt Genf wieder ein Feu entfachen.
Georges Addor
Eine private Investorengruppe gibt Anfang der 1960er Jahre den Auftrag zu einer modernen Überbauung mit Hotel im Gebiet zwischen dem Flughafen und den internationalen Organisationen. Für dieses anspruchsvolle Projekt wird der Genfer Architekt Georges Addor (1920-1982) verpflichtet, der seinen Abschluss an der ETH Zürich gemacht hat.
Neben Bürogebäuden und Schulen war er vorwiegend im Wohnungsbau tätig, wobei es sich meist um Genfer Grosssiedlungen mit viel Grünflächen handelt. Von ihm stammt aber auch das Rolex-Gebäude von 1965. Zusammen mit seinem Partner Dominique Juillard entwirft er nun eine Überbauung mit Luxuswohnungen und einem Hotel mit 400 Doppelzimmern, das von InterContinental betrieben werden soll. Das gesamte Ensemble nennt sich Parc de Budé.
Herbert Schott
Am 31. Januar 1964 kann das Hotel eröffnet werden. Im galerieähnlichen Eingangsbereich befinden sich kleine Läden und Boutiquen. Eine Rolltreppe führt zum Empfang im ersten Stock. Die ersten Jahre sind für das Hotel schwierig. Die erhofften Gruppenreisen bringen nicht den gewünschten Erfolg.
Herbert Schott wird 1967 als Chef de Réception engagiert. Er stammt aus Köln und arbeitete vorher im Claridge’s in London. Ab 1981 amtet er als Direktor. Ihm ist die Hinwendung des Hauses zu internationalen Konferenzen zu verdanken. Damit kann das InterContinental seine strategisch günstige Lage zwischen Flughafen und internationalen Organisationen voll ausnützen. Nach der Pensionierung schreibt Schrott ein Buch über die 35 Jahre in Genf.
Tony Chi
Im Jahr 2005 unterzieht sich das Hotel einer umfassenden Sanierung. Für 25 Millionen Franken werden alle Zimmer und Suiten renoviert und der gesamte Eingangsbereich neu gestaltet. Dafür verantwortlich zeichnet der New Yorker Innenarchitekt Tony Chi. Nun ist der Empfang im grosszügigen Eingangsbereich untergebracht, ebenfalls das Restaurant und die Bar. Statt der Rolltreppe führt eine herrschaftliche Treppe in das Obergeschoss. Übrigens ist die InterContinental Hotel Gruppe heute in britischer Hand und die grösste Hotelkette weltweit.
Prospekt
Restaurants: Woods Restaurant, Bar Les Nations, Le Fumoir; Zimmer: 333 Zimmer & 56 Suiten; Adresse: InterContinental Geneva, Chemin du Petit-Saconnex 7-9, 1209 Genève / https://www.intercontinental.com/
© tscheiar.ch – 2016