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Die USA ist um einen traurigen Hinrichtungs-Skandal reicher: Der 38-jährige Clayton Lockett, der unter anderem eine junge Frau getötet hat, ist nach langem Todeskampf an einem Herzinfarkt gestorben.
Die Hinrichtung wurde nach wenigen Minuten gestoppt, weil es Probleme mit der Giftinjektion gegeben habe, teilte die Gefängnisverwaltung des US-Bundesstaates Oklahoma mit. Beim Spritzen einer der drei verschiedenen Medikamente platzte eine Vene, wie der Fernsehsender KFOR-TV berichtete.
Nach der Injektion des ersten Medikamentes blieb der Mann bei Bewusstsein, wälzte sich minutenlang auf der Bahre, rang um Luft und starb schliesslich nach zwei weiteren Spritzen 43 Minuten später an einem Herzinfarkt. Dem Todeskandidaten wurde eine nicht erprobte Giftmischung verabreicht, weil Oklahoma das normalerweise verwendete Todesgift ausgegangen war.
Das erste Medikament hätte dem Verurteilten das Bewusstsein nehmen sollen, das zweite die Atmung stoppen und bei der letzten Spritze hätte das Herz zu schlagen aufhören sollen.
Mary Fallin, die Gouverneurin von Oklahoma, hat eine zweite geplante Hinrichtung um zwei Wochen verschoben und eine Untersuchung des Giftmix-Protokolls angekündigt. Der US-Bundesstaat hatte erstmals seit 80 Jahren zwei Hinrichtungen an einem Tag angesetzt.
Als nächstes an der Reihe wäre Lockets Mitinsasse Charles Warner gewesen. Die beiden hatten auf eine Verschiebung der Exekution geklagt, weil sie die Inhalte der neuartigen Giftspritze offen gelegt haben wollten. Die Hinrichtung wurde zwar einmal verschoben, das Oberste Gericht der USA hatte die Klage aber abgeweisen. Oklahoma hatte seinen Giftcocktail nicht offen legen müssen.
Es ist der zweite Skandal dieser Art innert kurzer Zeit: Im Januar ist ein Mann in Ohio bei der Hinrichtung mit einem neuen Medikament qualvoll verendet. Sein Todeskampf dauerte rund 15 Minuten, dabei soll er mehrfach nach Luft geschnappt haben und Würgegeräusche von sich gegeben haben.
Die US-Strafvollzugsbehörden haben bei den Mitteln für die tödlichen Giftspritzen seit längerem Nachschubprobleme, da sich die europäischen Hersteller der Mittel weigern, diese weiter für Hinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Mehrere US-Bundesstaaten haben daher neue und nicht erprobte Giftmischungen von nicht bundesweit zertifizierten Herstellern ausprobiert, was bei Kritikern aber auf scharfe Kritik stösst. (rey/sda/afp)