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Der Regierungsrat wird aufgefordert, die Entwässerung hinsichtlich längeren Trockenperioden zu
analysieren, Planungen ggf. anzupassen sowie Vorkehrungen zu treffen, damit wertvolles Regen-
wasser verstärkt im Boden zurückbehalten werden kann (versickern) oder den Gewässern zufliessen
kann (Förderung des naturnahen Wasserkreislaufes) und nicht via Mischwasser den Abwasserreini-
gungsanlagen zugeführt werden. Die Überarbeitung von generellen Entwässerungsplanungen (GEP)
ist diesbezüglich zu überprüfen.
Begründung:
Bisher richtete sich die Entwässerung resp. die Abwasserbewirtschaftung insbesondere darauf aus,
um möglichst gute („gewässerschutzkonforme“) effiziente Abwasserreinigungsanlagen betreiben zu
können und auch möglichst gut auf grösseren Regenfälle ausgerichtet zu sein. Die Zusammenle-
gung (Regionalisierung) von Abwasserreinigungsanlagen ist im Gange – dadurch werden bessere,
und effizientere Klärleistungen erzielt – dies ist unbestritten.
Aber die aktuelle Trockenperiode gezeigt hat, dass durch die Zusammenlegung von ARAs insbeson-
dere den kleineren Gewässern (Vorflutern, die nicht von Schmelzwasser gespiesen werden) Wasser-
mengen entzogen wurden (siehe Medienbeiträge über die Sissle, die diesen Sommer austrocknete).
Auf Anfrage wird von Fachpersonen bestätigt, dass der Niederschlagsarme Winter und der trockene
und heisse Frühling/Sommer des aktuellen Jahres gezeigt habe, dass Wasser in der Schweiz regio-
nal zu einer Mangelware werden kann. Eine Anpassung unserer Regenwasserbewirtschaftung an
die Folgen des Klimawandels sei zwingend notwendig. In den Siedlungen ist ein möglichst naturna-
her Wasserkreislauf zu fördern.
Alle bisherigen Planungsinstrumente sind vorwiegend auf grössere Regenmengen ausgerichtet,
kaum aber auf grössere Trockenperioden.
In der Publikation Nr. 84 „Umwelt Aargau“ wird z. B. anhand eines Beispiels dokumentiert, dass in-
nerhalb eines Abwasserverbandes die Regenwassermenge, welches bisher direkt dem Bach (Vorflu-
ter) zufloss, um 40 % reduziert werden konnten. Dies sei ein „Gewinn für den Gewässerschutz“. Die-
ser unbestrittene Gewinn kann aber gleichzeitig ein Verlust sein, zum Beispiel, dass Wasser
gebietsweise der landwirtschaftlichen Bewässerung entzogen wird und auch lokal Ökolo-
gie/Biodiversität beeinflusst.
Der Regierungsrat wird aufgefordert die Situation von möglichen längeren Trockenperioden hinsicht-
lich der Entwässerung zu analysieren und die künftigen Planungen darauf auszurichten resp. bishe-
rige Planungen (von Zusammenlegungen von ARAs bis zu den generellen Entwässerungsplanungen
„GEP“) dahingehend zu überdenken. Es fällt im selben Zusammenhang auf, dass z. B. heute in Ag-
glomerationen immer noch viel Brunnenwasser, oder unverschmutztes Dachwasser im (verschmutz-
ten) Mischwasser landet, statt direkt in die Vorfluter zu gelangen oder in der Versickerung. Auch der
Grundwasserspiegel ist ein wichtiger Aspekt. Es finden in vielen Gemeinden wohl kaum Sensibilisie-
rungen statt oder Anstrengungen diese Situation zu verändern. Im Gegensatz zu anderen Kantonen
wird im Kanton Aargau beispielsweise trotz Definitionen in der Bundesgesetzgebung (GSchV (Art. 3),
Regenwasser, von schwach benutzte Verkehrswegen meist als „verschmutzt“, statt als „unver-
schmutzt“ bezeichnet; – vielfach werden mögliche Havarien vorgeschoben, obwohl solche in den
letzten 100 Jahren nicht vorgekommen sind. Aktuell ist die Entwässerung wohl eher technokratisch
bestimmt; Trockenheit mit den erwähnten Auswirkungen muss in Gesamtbetrachtungen einfliessen.
Auch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) schreibt u. a. auf seiner Homepage und bestätigt auf Nach-
frage: Wegen den mit dem Klimawandel häufiger auftretenden Starkniederschlägen, Hitze- und Tro-
ckenperioden ist es notwendig, den Umgang mit Regenwasser zu überdenken.
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