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Die Studie wird, bis zum allfälligen In-Krafttreten eines Experimentierartikels, zurückgestellt.
FAQ Allgemein
Ziel der Studie ist es, die Auswirkungen des regulierten Cannabisverkaufs in Apotheken auf das Cannabiskonsumverhalten zu untersuchen. Die Ergebnisse der Studie können als wissenschaftliche Grundlagen für die Debatte über die gesetzliche Regulierung von Cannabis genutzt werden. Wir erhoffen ausserdem positive Gesundheitseffekte.
Legalisierung: Als Legalisierung bezeichnet man die Aufhebung eines Verbots. Ein bestimmtes Verhalten (Konsum, Besitz, Produktion und Verkauf von Cannabis) wird nicht mehr strafrechtlich oder administrativ sanktioniert. Dies ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einer freien und ungeregelten Zugänglichkeit, denn auch eine legale Substanz kann gesetzlich streng geregelt und staatlich kontrolliert sein.
Regulierung: Die Regulierung nimmt Bezug auf die Regeln, die rund um den Konsum, Besitz, Handel etc. einer Substanz erlassen werden. Diese können beispielsweise die Festlegung eines Mindestalters für den Konsum und/oder die Kontrolle der Produktion und des Verkaufs beinhalten.
Die vorliegende Studie will einen mit klaren Regeln begrenzten, legalisierten Umgang mit Cannabis, insbesondere hinsichtlich Verkauf, Besitz und Konsum, untersuchen.
Cannabis ist ein Betäubungsmittel. Die Lagerung und die Logistik erfordern eine Infrastruktur, die insbesondere in den Apotheken im Gegensatz zum Supermarkt bereits vorhanden ist. Auch verfügen die Apotheken über medizinisch geschultes Personal und über Erfahrungen mit der Durchführung von wissenschaftlichen/ klinischen Studien.
Die Studie unterliegt dem Schweizerischen Humanforschungsgesetz und muss deshalb vor dem Start durch die zuständige Kantonale Ethikkommission bewilligt werden, in diesem Fall durch die KEK Bern. Die Bewilligung erfolgte am 23.02.2017. Da Cannabis ein verbotenes Betäubungsmittel ist, unterliegt die Studie ausserdem dem Betäubungsmittelgesetz. Dem entsprechend muss vorab eine Ausnahmebewilligung durch das Bundesamt für Gesundheit vorliegen. Ohne diese Bewilligungen kann die Studie nicht beginnen.
Vor der endgültigen Bewilligung stellte die Ethikkommission des Kantons Bern einige Fragen zur Studienplanung und formulierte verschiedene Auflagen. Insbesondere war eine Präzisierung der Einschlusskriterien notwendig: Es wurden eindeutige Kriterien für einen regelmässigen Konsum definiert. Zudem müssen alle potentiellen Studienteilnehmenden vor Studieneinschluss eine Haarprobe zur Untersuchung auf Cannabis abgeben. Darüber hinaus wurden die Fragebögen für die Studienteilnehmenden präzisiert. Es wurde festgelegt, dass sämtliche Daten und Informationen, die von den Probanden gesammelten werden, streng vertraulich behandelt werden.
Die Studie ist ein klinischer Versuch im Sinne des Schweizerischen Humanforschungsgesetzes (HFG) und unterliegt den entsprechenden Anforderungen. PD Dr. Sven Trelle von der Universität Bern ist der hauptverantwortliche Studienleiter und fungiert als Sponsor gemäss Humanforschungsgesetz.
Die Studie wird aus verschiedenen Quellen finanziert. Die Stadt Bern hat die Ausarbeitung des Studienprotokolls finanziell mit 20‘000 CHF unterstützt. Die Universität Bern hat eine Anschubfinanzierung von 72‘000 für die Planung der Studie zur Verfügung gestellt. Der Hauptteil des Projekts wird jedoch über die Projektförderung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) finanziert (720‘000 CHF). Die Stadt Bern beteiligt sich ebenfalls finanziell an der Durchführung der Studie (100‘000 CHF).
Der genaue Startzeitpunkt kann zurzeit noch nicht festgelegt werden und hängt von der Bewilligung des Bundesamts für Gesundheit ab. Wir hoffen, dass wir mit der Studie zu Beginn des Jahres 2018 starten können.
Die Initiative und der Auftrag zur Erarbeitung des Studienprotokolls kamen von der Stadt Bern. Das Studienprotokoll wurde von unabhängigen Forschenden des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin und dem Klinischen Studienzentrum der Universität Bern erarbeitet. Die Durchführung der Studie, die Interpretation und mögliche Veröffentlichung der Ergebnisse finden unabhängig von anderen Einflüssen statt. Die Stadt Bern ist somit nicht die Auftraggeberin der Studie.
Die Durchführung und Interpretation der Studie durch die Universität verhindert eine Einflussnahme durch die Politik und dient dazu, die wissenschaftliche Aussagekraft der Studie zu erhöhen, sodass möglichst unverzerrte Ergebnisse erzielt werden können.
Dadurch kann eine Einflussnahme durch die Politik verhindert werden. Das dient dazu, die wissenschaftliche Aussagekraft der Studie zu erhöhen, sodass möglichst unverzerrte Ergebnisse erzielt werden können.
Das bewilligte Studienprotokoll und die Erkenntnisse aus der Studie können anderen Städten zur Verfügung gestellt werden. Die Städte Zürich, Luzern und Köniz haben bereits Interesse an einer Teilnahme bekundet. Andere Städte werden ihre Modelle so wählen, dass sie ihren lokalen Bedürfnissen sowie den jeweiligen rechtlichen und politischen Gegebenheiten entsprechen. Die jeweiligen Studienverantwortlichen stehen untereinander in regelmässigem Kontakt und koordinieren die verschiedenen Projekte gemeinsam.
Grundsätzlich werden in Rahmen von Studien Hypothesen getestet, um Wissen zu gewinnen. Hierzu müssen Studien durchgeführt werden, die die Realität so gut und so objektiv wie möglich abbilden. Die beteiligten Personen müssen dabei möglichst neutral an ein Thema herangehen. Somit spielt die Meinung der Forschenden in dieser Studie keine Rolle. Ziel der Studie ist es, möglichst verlässliche Ergebnisse zu erhalten. Dies kann nur durch eine neutrale Haltung erreicht werden.
Nach einer Laufzeit von drei Jahren ist die Studie abgeschlossen. Wir sind fest davon überzeugt, dass die Studie wertvolle Erkenntnisse und Ergebnisse für die politische Diskussion rund um die Frage der Cannabisregulierung erbringen kann. Was nach der Studie entschieden wird und wie die Politik die Studienergebnisse nutzen wird, liegt ausserhalb des Einflussbereichs wissenschaftlicher Forschung.
FAQ Studienteilnahme
Nur erwachsene, registrierte Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Bern (in der Stadt wohnhaft oder WochenaufenthalterIn) können an der Studie teilnehmen. Interessierte Personen müssen regelmässig Cannabis konsumieren (mindestens einmal pro Monat in den letzten sechs Monaten). Der regelmässige Konsum muss durch eine positive Haarprobe bestätigt werden. Wer an der Studie teilnehmen möchte, muss die Teilnehmerinformationen lesen, verstehen und unterschreiben.
Schwangere oder stillende Frauen können nicht an der Studie teilnehmen. Ausserdem können keine Personen teilnehmen, die in psychiatrischer Behandlung sind oder verschreibungspflichtige Medikamente nehmen.
Im Falle einer Bewilligung der Studie durch das BAG werden sich interessierte Personen auf dieser Webseite anmelden können.
Die Anzahl der Studienteilnehmenden ist nicht beschränkt. Wie viele Personen an der Studie teilnehmen werden, ist eine der Fragestellungen der Studie.
Falls Sie während der Studie schwanger werden, müssen wir Sie vom regulierten Cannabiskauf ausschliessen. Das bedeutet aber nicht, dass Sie aus der Studie ausgeschlossen werden. Wir werden Sie bis zur Geburt des Kindes begleiten.
Ja, es besteht die Möglichkeit, dass Personen vom regulierten Verkauf ausgeschlossen werden, wenn beispielsweise die erforderlichen Fragebogen nicht ausgefüllt werden, das Produkt weiterverkauft wird, oder wenn eine teilnehmende Person wegen Führen eines Fahrzeugs unter Cannabiseinfluss von der Polizei angezeigt wird.
Die Daten werden nach Vorgaben des Humanforschungsgesetztes und des Datenschutzes geschützt. Das bedeutet, dass ausschließlich das Studienteam Zugang zu den Daten der Teilnehmenden hat. Die Daten werden unter keinen Umständen anderen Parteien wie der Polizei zugänglich gemacht.
Studienteilnehmende, welche bei Polizeikontrollen Studiencannabis auf sich tragen, müssen den Studienausweis vorweisen.
Die Ausnahmebewilligung wird für das Gebiet der Stadt Bern gelten. Ausserhalb der Gemeindegrenzen müssen sich auch StudienteilnehmerInnen bewusst sein, dass hier das geltende Betäubungsmittelgesetz zum Zug kommt und sie beispielsweise im Rahmen von Polizeikontrollen gebüsst werden können. Die StudienteilnehmerInnen werden entsprechend informiert.
FAQ Cannabis
Der Preis für das Studiencannabis wird dem aktuellen Schwarzmarktpreis ungefähr entsprechen und – falls nötig – laufend angepasst. Wenn wir den Preis zu hoch ansetzen, könnte dies Personen von der Teilnahme abhalten. Bei zu tiefen Preisen steigt hingegen die Gefahr, dass das Cannabis weiterverkauft wird.
Das Cannabis wird in Verpackungen à 4 Gramm verkauft werden. Pro Erwerb können maximal 8 Gramm gekauft werden, pro Monat maximal 24 Gramm.
Das Cannabis stammt aus der Schweiz und wird im Gewächshaus angebaut (kein Kunstlicht). Die Qualität des Produkts und sein Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) werden regelmässig überprüft. Zudem wird eine Prüfung auf Pestizide durchgeführt.
Es handelt sich um geschnittene Blüten mit einem THC-Gehalt von 12% und einem Gehalt an Cannabidiol (CBD) von <3%. Das Produkt wird durch eine unabhängige Stelle auf Schadstoffe geprüft.
Nein, das Cannabis darf weder in der Apotheke noch sonst im öffentlichen Raum konsumiert werden. Der Konsum ist nur in privaten Räumlichkeiten erlaubt.
Wie für alle anderen Personen gilt auch für die TeilnehmerInnen die Strassenverkehrsgesetzgebung. Fahren unter Drogeneinfluss ist verboten und gefährlich.