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Toxisches Heimvon Vittoria Burgunder Die Künstlerinnen Annina Machaz und Mira Kandathil stellen in «Nora oder ein Altenheim» die Strukturen in Frage, die im Altenheim vorherrschen.
Sowohl im Kindesalter wie auch als Erwachsene wurde Nora wie eine Puppe gehandelt. Nora die mit ihrem Mann Torvald eine bürgerlich-bevormundende Ehe führt, wurde wohl kaum je ernst genommen. Im Stück «Nora oder ein Puppenheim» (1879) des norwegischen Dramatikers Henrik Ibsen bricht Nora aus einer auf Kontrolle basierenden Ehe aus und begibt sich damit in eine damals sozial inakzeptable Position. Die Autorinnen und Performerinnen Annina Machaz und Mira Kandathil bringen die Figur Nora auf die Bühne und versetzen sie an einen Ort, der für viele von uns einmal Zuhause sein wird: ins Altenheim. Auch hier herrscht mehr Bevormundung als grenzenlose Freiheit. In ihrer Version, «Nora oder ein Altenheim», fragen sich die beiden Noras, inwiefern man sich an diesem Ort, an dem viele ihren Lebensabend verbringen, endlich von gesellschaftlichen Fesseln lösen kann und wie wir als Teil einer alternden Bevölkerung mit dem Alter umgehen.