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R. L. Drake Company, Miamisburg, OH
R - 4 B

überarbeitet am 23.7.2010

Nach den Amateurfunkempfängern Drake 1 - A und der Reihe 2 - A bis 2 - C wartete Drake im Jahre 1964 mit dem R - 4 auf, einem Doppelsuper, der im Bereich der Amateurfunkbänder und im Bereich von 10 bequarzbaren zusätzlichen Bereichen jeweils Bereiche des Empfangsspektrums von 500 kHz Breite mit einer Ablesegenauigkeit auf der Analogskala von bis 1 kHz abdeckt. Waren der R - 4 und der R - 4 A abgesehen von der Diode zur Demodulation noch voll mit Röhren aufgebaut, so wirkten im R - 4 B neben 10 Röhren zahlreiche Transistoren und als Frequenzteiler sogar erste integrierte Schaltungen.
Das Gehäuse des 7,3 kg schweren Empfängers aus schwarzem gelochtem Stahlblech, hinter dem man die Röhren verheissungsvoll glühen sieht, misst 14 x 27,3 x 29,7 cm. Im hellgrau gefärbten oberen Teil der Frontplatte liegt neben dem in S-Stufen geeichten analogen S-Meter der Hauptschalter, mit dem sich der Empfänger in Standby- Betrieb und definitiv einschalten lässt, auch der Noise Blanker und der Eichmarkengeber lassen sich hier aktivieren. Weiter rechts ist der Passbandregler angeordnet, mit dem sich die Filter-Durchlasskurve relativ zum Signal verschieben lässt. Ein kleiner Hebel auf der gleichen Achse hinter dem PBT-Knopf angeordnet, schaltet zwischen den 4 nicht sehr steilflankigen Spulenfiltern 400 Hz / 1,2 / 2,4 und 4,8 kHz Bandbreite um. Ganz rechts daneben liegt die analoge Frequenzskala und darunter der griffige Hauptabstimmknopf.
Im unten liegenden dunkelgrau eingefärbten Teil der Frontplatte liegen zuäusserst links übereinander der Frequenzbereichs-Schalter, mit dem sich die zehn zusätzlichen bequarzbaren Empfangsbereiche schalten lassen, darunter der Wählschalter für die sechs Amateurfunkbänder. Gleich daneben findet sich oben der Preselektor, mit einer Untersetzung zeigt ein kleiner roter Zeiger die ungefähre Stellung auf einer Skala an, von Hand muss beim Empfang der Preselektor auf Signalmaximum eingestellt werden. Unterhalb liegt der RF-Gain-Regler, mit dem die Hochfrequenzverstärkung eingestellt wird. Weiter rechts folgt der Betriebsartenwählschalter, mit dem auch die AGC-Abfallzeit beim SSB-Empfang eingestellt werden kann, ganz unten rechts der mit AF-Gain bezeichnete Lautstärkeregler. Oberhalb des Betriebsartenschalters liegt der Regler des Notchfilters.
Auf der Rückseite finden sich die in Chinch-Norm ausgeführten Anschlüsse für den externen Lautsprecher, den Antennenanschluss und die Verbindungen mit einem Sendeteil, zu Rechten liegen die Anschlüsse, in die die zehn optionalen Bereichsquarze eingesteckt werden können. Ein durchgehender Empfang von 1,5 MHz bis 30 MHz ist mit dem R - 4 B an sich nicht möglich, um die 55 Bereichsquarze zu ersetzen, wurde als FS-4 ein externer Frequenzsynthesizer angeboten, mit dem sich sämtliche Bereiche schalten lassen.
Zum Empfang muss zunächst mit einem Blindstecker auf dem Mute-Anschluss der den Innen- und Aussenpol verbindet, der R - 4 vom Standby in den Betriebszustand geschaltet werden, sonst wird nach dem Einschalten gar nichts hörbar. Zum zweiten benötigt der R - 4 einen externen Lautsprecher, passend war von Drake der MS-4 Lautsprecher mit gleichen Gehäuseabmessungen. Nun noch eine Antenne am entsprechenden Chinch-Anschluss eingestöpselt - und losgehen kanns, der Drake R - 4 B verträgt auch starke Signale.
Nach dem Einschalten sind S-Meter und Hauptabstimm- Skala hellblau beleuchtet. Nun wird mit dem Bandwahl- Schalter das gewünschte Amateurfunkband eingestellt, der Zusatzquarzschalter muss dabei auf Normal stehen. Soll beispielsweise das 49 m - Amateurfunkband empfangen werden, muss der Empfänger mit dem entsprechenden Quartz ausgestattet sein, aus einer Tabelle im Handbuch ist zu entnehmen, wie der Bandwahlschalter im entsprechenden Frequenzbereich stehen muss. Mit dem Preselektor wird nun im betreffenden Bereich auf maximales Rauschen resp. Signalstärke eingestellt, bei Absuchen eines Bandes muss der Preselektor feinfühlig nachgestellt werden, er verhilft dafür bei korrekter Einstellung zu einer hervorragenden Grosssignalfestigkeit und hohen Unempfindlichkeit gegenüber Intermodulationen. Auf der linearen Analogskala mit Markierungen alle 25 kHz und den 1 kHz-Markierungen am Ring des Abstimmknopfes kann die eingestellte Frequenz auf 1 kHz genau abgelesen werden, eine solche Ablesegenauigkeit war zur Zeit der ungenauen Analogskalen um 1965 den aufwendig konstruierten im kommerziellen Bereich eingesetzten Kommunikationsempfängern vorbehalten. Der eingebaute Eichmarkengeber gibt alle 25 kHz ein Eichsignal ab, mit dem die Frequenzanzeige kHz-genau geeicht werden konnte. Im SSB/CW-Betrieb wird die entsprechende Eichmarke aufgesucht und auf Zero beat, auf Verschwinden den tiefer werdenden Pfeiftones eingestellt. Mit einem kleinem Knopf kann der rote Strich auf der Frequenzskala genau auf die 25 kHz-Markierung verschoben werden, die Ring am Abstimmknopf mit den 1 kHz-Markierungen muss bei festgehaltener Hauptabstimmung ebenfalls auf 0 gedreht werden.
Nachdem die korrekte Frequenz am R-4 eingestellt ist - die Prozedur ist nach einiger Gewöhnung viel einfacher als sie in der Beschreibung tönt - sind die Möglichkeiten der Signalnachbearbeitung, um eine schwach einfallende Station verständlich aus dem Lautsprecher zu bringen, vielfältig und entsprechen noch denen aktueller Stationsempfänger. Die auf niedriger Zwischenfrequenz arbeitenden Spulenfilter haben relativ schlechte Formfaktoren und sind weniger steilflankig, als die Quarzfilter des Nachfolgemodells R - 4C. Mit der hervorragend arbeitenden Passbandfunktion lässt sich die Filterdurchlasskurve verschieben und sich manches Störsignal auf einer Filterflanke eines Nutzsignals ausblenden. Berühmt sind die Drake R - 4 Empfänger auch durch das auf ZF-Ebene arbeitende Notchfilter, mit dem sich störende Pfeifsignale ausblenden lassen.
Empfangsmässig kann der R -4B mit seiner hohen Empfindlichkeit von < 0,25 uV für 10 dB S+N/N und der guten Stabilität auch heute noch mit Stationsempfänger vorne mithalten, vor allem wenn in einem Band empfangen wird und der Preselektor jeweils nachgestellt wird. Rasche Frequenzwechsel, beispielsweise um Parallelfrequenzen abzusuchen, sind naturgemäss umständlicher, beim Suchempfang vor allem in nicht allzu dicht belegten Bändern, in denen die Spulenfilter ausreichende Selektivität bieten, liefert der R - 4B beste Ergebnisse bei guter Audioqualität. Mit der von der Betriebsart unabhängig wählbaren Auswahl von 4 ZF-Filtern und dem in allen Betriebsarten einsetzbaren Passbandtuning ist der R - 4B universeller einsetzbar, als der nachfolgende R - 4C.
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© Martin Boesch 27.7.1999