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War schon drei Mal selbst Präsidentschaftskandidat und stellt sich nun hinter Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron: Zentrumspolitiker François Bayrou (m).
Keystone/EPA/YOAN VALAT(sda-ats)
Der französische Zentrumspolitiker François Bayrou will sich bei der Präsidentschaftswahl in zwei Monaten dem unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron anschliessen. Der Vorsitzende der Partei MoDem bot dem Ex-Wirtschaftsminister am Mittwoch in Paris eine "Allianz" an.
Bayrou stellte dazu aber mehrere Bedingungen. So solle Macron ein Gesetz für mehr Moral in der Politik in sein Wahlkampfprogramm aufnehmen.
Der Bürgermeister der südfranzösischen Stadt Pau und frühere Bildungsminister hat den konservative Kandidaten François Fillon wiederholt scharf kritisiert: Er hält dessen Reformprogramm für "ultraliberal" und geisselte ihn wegen der Scheinbeschäftigungsaffäre um seine Ehefrau Penelope.
Bayrou geniesst bei vielen Franzosen ein hohes Ansehen und gilt als integer. Umfragen für die Präsidentschaftswahl in zwei Monaten sahen ihn allerdings nur bei rund fünf Prozent.
Der 65-jährige Bayrou war schon drei Mal selbst Präsidentschaftskandidat: 2002 kam er auf 6,8 Prozent, 2007 auf 18,6 Prozent und 2012 auf 9,1 Prozent. Eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage für die Präsidentschaftswahl in zwei Monaten sah Bayrou im Falle einer erneuten Kandidatur bei sechs Prozent.
Umfragen sehen Front-National-Chefin Marine Le Pen mit mehr als 25 Prozent der Stimmen als Siegerin der ersten Runde der Präsidentschaftswahl. Bei der Stichwahl zwei Wochen später gilt sie aber als so gut wie chancenlos: Sie würde im entscheidenden zweiten Wahlgang laut Umfragen sowohl Fillon als auch Macron unterliegen.
Macron nimmt dankend an
Macron erklärte umgehend, er nehme die von Bayrou angebotene Allianz an. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sprach er von einem "Wendepunkt im Präsidentschaftswahlkampf".
Macron hat mit seiner Kandidatur für Furore gesorgt und liegt in Umfragen für die Präsidentschaftswahl derzeit auf dem zweiten oder dritten Platz. Der sozialliberale Reformer gilt als frische Alternative im französischen Politikbetrieb und ist damit für viele Franzosen zum Hoffnungsträger geworden.
Zuletzt hatte er mit Äusserungen unter anderem zur französischen Kolonialzeit allerdings Kritik auf sich gezogen. Seine Umfragewerte gingen teils deutlich zurück.
SDA-ATS