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Am 17. Januar 2007 wurden die Statistiken der Armeeleistungen des Jahres 2007 veröffentlicht. Auch wenn die Informationen nicht mehr ganz taufrisch ist, wurde sie noch kaum wahrgenommen – Zeit das zu ändern 🙂 .
Die Schweizer Armee leistete im Jahre 2007 mit 293.155 Angehörigen 6,5 Millionen Diensttage – rund 250.000 Diensttage mehr als 2006. Wie kann dies sein, bei einer Armee, die auf dem Papier eine Stärke von rund 200.000 Mann aufweist (20.000 Rekruten, 80.000 Reserve und rund 120.0000 Aktive)? Auf der einen Seite wurde durch eine Umstellung des Rechnungssystems drei Wochen zusätzlich mitgezählt – dies machen ungefähr 190.000 Diensttage aus. Die restlichen 60.000 Diensttage entsprechen einem realen Anstieg gegenüber 2006. Auf der anderen Seite beinhaltet die hohe Bestandeszahl den sogenannten “Überhang” aus der Armee 95. Es handelt sich dabei um Wehrmänner, die ihre Dienstpflicht in der Armee 95 noch nicht geleistet hatten und diese auf Grund der Wehrgerechtigkeit in der Armee XXI absolvieren. Dies ist nicht ganz unproblematisch, denn das zur Verfügung stehende (bereits gekürzte) Budget der Armee XXI deckt diese zusätzlichen AdA streng genommen nicht ab.
Die oben genannten Diensttagen umfassen Ausbildung und Einsätze, wobei die Einsätze mit 418.901 Diensttage zu Buche schlagen. Dies entspricht im Vergleich zu 2006 einer Verringerung von ca. 8% , was auf einen geringeren Aufwand im Bereich der subsidiären Sicherungseinsätze zurückzuführen ist. Rund 70% der Einsatztage entfallen auf die subsidiäre Sicherung, rund 24% auf die Friedenssicherung, 5 % auf Unterstützungseinsätzen für Zivile (VEMZ) und <1% auf die Katastrophenhilfe. 80% der Einsätze wurde durch die Miliz durchgeführt (68% WK-Verbände und 12% Durchdiener). Die Unterstützungseinsätze für Zivile (VEMZ) beinhalteten unter anderem das Eidgenössische Turnfest in Frauenfeld (3927 Diensttage) und das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Aarau (4344 Diensttage). Pro Tag standen durchschnittlich 1148 Soldaten im Einsatz. Die Bilanz der Armee-Einsätze 2007 fällt durchwegs positiv aus. Es konnten alle geforderten Leistungen erbracht werden. Besonders positiv wurde im Ausland der Einsatz der Schweizer Armee mit drei Helikoptern des Typs Super Puma zur Waldbrandbekämpfung auf der griechischen Halbinsel Peloponnes wahrgenommen.
Die Kosten für einen Diensttag pro AdA beliefen sich im Jahr 2007 auf 33,50 Franken. Gesamthaft gesehen, kosteten die Schulen und Kurse der Armee im Jahr 2007 rund 220 Millionen Franken. Mit 56,3 bzw. 64,9 Millionen Franken stellten der Sold und die Verpflegung der AdA (14,1 Millionen Mahlzeiten!!) die grössten Posten in der Abrechnung dar. Für Transporte wurden 38,9 Millionen, für Unterkünfte 28,7 Millionen, für Dienstleistungen Dritter 8,1 Millionen sowie für Land- und Sachschaden 3,9 Millionen bezahlt.
Die Luftwaffe hatte 2007 im Bereich Luftverteidigung 23 Interventionen (“Hot Missions”) und 295 “Live-Missionen” (Kontrolle von Überflügen). Im Bereich der Luftaufklärung wurden zugunsten der Polizei, des GWK und Dritter rund 78 Einsätze geflogen.
Quellen
- Schweizer Armee leistete im Jahr 2007 rund 6,5 Millionen Diensttage, 17.01.2008
- Dienstleistungen der Truppe und Kosten der Schulen und Kurse der Armee im Kommissariatsdienst für das Jahr 2007
Bildverzeichnis
Oben links: Die Armee hat den subsidiären Sicherungseinsatz am World Economic Forum 2008 (WEF) erfolgreich abgeschlossen. Es gab weder gravierende Unfälle noch Zwischenfälle. Die Luftwaffe verzeichnete während des WEFs drei Regelwidrigkeiten im eingeschränkten Luftraum über Davos. Dazu kamen fünf weitere Verstösse gegen die Vorschriften für den Flugverkehr während der Trainingsphase im Vorfeld des WEF. Keiner dieser Vorfälle wurde von der Luftwaffe als schwerwiegend eingestuft, die Sicherheit im Luftraum war jederzeit gewährleistet. Auf dem Bild installieren Soldaten Stacheldraht um das Hotel Belvedere (09.01.2008).
Rechts: Swiss army soldiers react during the 17th Swiss Raid Commando in Biere, Switzerland, Saturday Sept. 29, 2007. The Swiss Raid Commando is the world’s biggest and most important military sports event. 160 teams, each composed of raiders from 18 different nations, take part in the event organised by the Swiss Armed Forces. (AP Photo/Keystone, Laurent Gillieron)