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Stadtrat beschliesst Stromsparmassnahmen
Die wesentlichen Massnahmen im Überblick:
Senkung der Temperatur in öffentlichen Gebäuden
Diese Massnahme für Verwaltungsgebäude, Schulen und Sportanlagen verspricht den grössten Effekt. Im Grundsatz resultiert eine Einsparung von 5 bis 10 Prozent pro Grad der Temperaturabsenkung. In einer ersten Phase erfolgt eine Temperaturabsenkung auf 20°C. In einer nächsten Phase könnte die Temperatur auf 19°C abgesenkt werden. In Turnhallen, Sporthallen und Werkräumen wird die Temperatur auf 16 bis 17°C reduziert. Die Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Sportämter empfiehlt in den Sporthallen eine Absenkung auf 16°C.
In selten genutzten Räumen wird die Temperatur auf 13°C begrenzt und in nicht genutzten Räumen (Garagen, Lager) etc. auf 7°C. Grundsätzlich werden die Heizkurven abgesenkt und es erfolgt zudem eine Nacht- und Wochenendabsenkung.
Senkung der Wassertemperatur in öffentlichen Schwimmbädern von 28°C auf 26°C
Die Schwimmbäder gehören zur Gruppe der grössten Energieverbraucher. Loreto und Herti benötigen pro Jahr rund 1.4 Mio. kWh an Wärme und Strom. Eine Reduktion der Wassertemperatur von 1°C ergibt eine Energieeinsparung von 5 Prozent. Mit der Reduktion der Wassertemperatur muss auch die Lufttemperatur bzw. die Lüftung angepasst bzw. reduziert werden, damit das Komfortgefühl erhalten bleibt. Die Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Sportämter erachtet eine Wassertemperatur von 26°C als verantwortbar.
Reduzierte Beleuchtung in den Dienstgebäuden
Die Dauer der Beleuchtung nach einer Aktivierung durch Bewegungsmelder wird reduziert.
Keine Weihnachtsbeleuchtung in den Dienstgebäuden
Auf eine Weihnachtsbeleuchtung vor und in den Dienstgebäuden wird verzichtet, unbeleuchtete Tannenbäume bleiben bestehen.
Aufzüge im Stadthaus nur noch eingeschränkt nutzbar
Mit der Abschaltung einzelner Aufzüge im Stadthaus kann ein grosser Effekt erzielt werden. Für vier Monate ist eine Stromeinsparung von rund 2'400 kWh zu erwarten, was den Sparbemühungen von rund 10 Haushaltungen entspricht. Die Aufzüge für einen barrierefreien Zugang bleiben in Betrieb.
Reduzierte Lichtstärke der Aussenbeleuchtung von Sportplätzen
Sämtliche Beleuchtungen der Sportanlagen wurden auf LED umgerüstet und sind sehr energieeffizient. Die Beleuchtungen werden zwischen 21.30 Uhr und 22.00 Uhr ausgeschaltet. Eine frühere Abschaltung hätte einen negativen Einfluss auf den Trainings- und Spielbetrieb. Eine Reduktion der Lichtstärke ist jedoch möglich und wird umgesetzt.
Zeitlich eingeschränkte Weihnachtsbeleuchtung im öffentlichen Raum
Im Normalfall ist die Weihnachtsbeleuchtung von Ende November bis Anfang Januar während ca. elfeinhalb Stunden pro Tag in Betrieb. Einige Betriebe (z.B. die Mietervereinigung des Metalli-Einkaufszentrums) haben bereits kommuniziert, auf die Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten. Technisch basiert die Installation der städtischen Weihnachtsbeleuchtung auf energieeffizienten LED-Leuchtmitteln. Der Energieverbrauch für die Weihnachtsbeleuchtung beläuft sich pro Jahr auf rund 7’500 kWh. Ein vollständiger Verzicht würde den Sparbemühungen von rund 31 Haushaltungen entsprechen.
Um dem teilweise in der Bevölkerung vorhandenen Bedürfnis nach einer Weihnachtsbeleuchtung nachzukommen, wird die Brenndauer auf die Zeit zwischen 17.00 Uhr bis 21.30 Uhr beschränkt. Dies ermöglicht eine Einsparung von gegen 60 Prozent und entspricht den Sparbemühungen von rund 19 Haushalten.
Springbrunnen und Brunnen
Auf den Springbrunnen in der Katastrophenbucht wie auch auf laufendes Brunnenwasser wird über die Wintermonate verzichtet.
Einschränkungen von Veranstaltungen
Die Durchführung von Veranstaltungen und Aktivitäten im öffentlichen Raum ist in der Regel direkt mit einem Energieverbrauch verbunden. Trotzdem soll aufgrund der Corona-Einschränkungen in den Jahren 2020 und 2021 die Bewilligungspraxis für Veranstaltungen soweit möglich nicht erneut verschärft werden. Eingeschränkt, respektive nicht bewilligt werden allerdings Aktivitäten im öffentlichen Raum, welche keine wesentlichen Entbehrungen für die Öffentlichkeit darstellen. So wird beispielsweise die temporäre Beleuchtung von Gebäudefassaden (Kunstinstallationen) untersagt. Ebenfalls nicht bewilligt werden Veranstaltungen und Aktivitäten im öffentlichen Raum, welche mit einem erheblichen Energieverbrauch verbunden sind. Dazu zählt beispielsweise der temporäre Betrieb eines Kunsteisfeldes.
Reduzierte Reinigung von Fahrzeugen
Die Aussenreinigung von Fahrzeugen der Stadtverwaltung und des Werkhofs wird um 50 Prozent reduziert.
Auffüllen von Ölvorräten
Der Bund erachtet Zweistoffanlagen als eine rasche und wichtige Massnahme, um Erdgas einzusparen. Er empfiehlt, bereits heute – wo möglich – die Anlagen von Gas auf Öl umzustellen und die entsprechenden Öllager frühzeitig aufzufüllen. In der Stadtverwaltung gibt es insbesondere im Werkhof (217 kW) und beim Schulhaus Guthirt (250 kW) solche Zweistoffanlagen. Diese werden raschmöglichst gefüllt, um den Wärmebedarf von rund 60'000kWh anstatt mit Gas über Heizöl zu decken. Diese Massnahme entspricht den Sparbemühungen von rund 250 Haushalten.
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Hintergrundinformationen
Zu den laufenden Sparbemühungen leistet auch die Stadt Zug einen massgebenden Beitrag. Zwei Drittel der städtischen Liegenschaften werden heute mit Gas beheizt. Die Stadt Zug benötigte 2021 insgesamt 11.8GWh zur Beheizung ihre eigenen Liegenschaften. Davon wurden 85 Prozent mit Erdgas gedeckt (8.7 GWh direkt mit Erdgas und 1.5 GWh über Fernwärme). Die Hälfte des Erdgases wird dabei in Schulen und ein Viertel in Betriebsliegenschaften gerbraucht. Für kommunale Aufgaben verwendet die Stadt Zug zudem rund 5.8 GWh Elektrizität, das entspricht dem Verbrauch von rund 10 Prozent aller Stadtzuger Haushalte. Hier sind Schulgebäude mit 28 Prozent, die öffentliche Beleuchtung mit 18 Prozent, Verkehrsanlagen mit 13 Prozent, Betriebsliegenschaften mit 10 Prozent und Sport- und Freizeitanlagen mit 9 Prozent die grössten Verbraucher.
Auf die Zeit von Anfang Dezember bis Ende März entfallen rund zwei Drittel des jährlichen Wärmebedarfes. Auch beim Strom ist der Bedarf in dieser Zeit erhöht. Entsprechende Einsparmassnahmen sind deshalb in dieser Zeit besonders wirksam. Im Vergleich: Der Jahresbedarf an Elektrizität eines Durchschnittshaushalts beträgt rund 4'000 kWh/Jahr, auf die Monate Dezember bis März entfallen davon rund 60 Prozent, also 2'400 kWh. Spart ein Haushalt in dieser Zeit 10 Prozent ein, resultieren aus den Sparbemühungen 240 kWh pro Haushalt.