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Nach Angaben beider Regierungen bildeten sich lange Schlangen von Bussen und Lastwagen, die die Grenze nicht überqueren konnten. Dies könne Auswirkungen auf den Handel in “der gesamten mittelamerikanischen Region” haben, erklärte die Regierung Nicaraguas.
In den vergangenen Wochen hat sich eine starke Wanderbewegung von Kubanern entwickelt, die von Süd- und Mittelamerika aus in die USA zu gelangen versuchen. In Ecuador können Kubaner beispielsweise ohne Visum einreisen.
Die amerikanische Landroute erscheint vielen Kubanern aussichtsreicher für eine Einreise in die USA als die Überquerung der Florida-Strasse, wo sie von der US-Küstenwache zurückgewiesen werden können. Die Kubaner befürchten, dass die Zeit zu Ende gehen könnte, in denen ihnen in den USA Asyl gewährt wird.
Costa Rica forderte inzwischen ein Dringlichkeitstreffen der Aussenminister der beteiligten Staaten – von Ecuador bis Mexiko.
Die Ansammlung der Kubaner an der Grenze zwischen Costa Rica und Nicaragua hängt auch damit zusammen, dass die Behörden Costa Ricas einen Menschenschmuggler-Ring ausgehoben haben, der für die Weiterreise bis in die USA zwischen umgerechnet 7100 und 15’100 Franken kassierte.
In Santa Cruz werden die oftmals mittellosen Kubaner in Kirchen, Gemeindezentren und Turnhallen untergebracht. “Ich glaube, Nicaragua wird uns nicht reinlassen”, sagte der 32-jährige Kubaner Yordani Garcia. Aber zurück will er auch nicht: “In Kuba wird es nicht besser – im Gegenteil: Es wird schlechter.”
Hinter den Problemen an der Grenze stehen auch alte politische Allianzen. Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega ist seit Jahrzehnten ein enger Verbündeter Kubas, Costa Rica stand den USA näher.
Das Pew-Forschungszentrum ermittelte in den neun Monaten vor Juli 2015 eine Zunahme kubanischer Flüchtlinge in den USA um 78 Prozent auf mehr als 27’000. Zwei Drittel von ihnen kamen über die mexikanische Grenze nach Texas – eine Zunahme um 66 Prozent binnen Jahresfrist.
(SDA)