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Der L. war eine meist 4-5 m lange Stangenwaffe des Fussvolkes, welches damit im dichten Verband Reiterangriffe abzuwehren vermochte (Schlachthaufen). Der mit einer kurzen Eisenspitze versehene L. wog 2-3 kg. Im geschlossenen Haufen wurden aussen mehrere Reihen L.e postiert (bis zu zwei Drittel der Mannschaft), welche die im Zentrum formierten Halbarten-Träger geschützt an den Feind heranführten und erste Lücken schufen, worauf der Haufen sich öffnete. Die Eidgenossen lernten den L. vermutlich im 14. Jh. in Italien kennen und setzten ihn im 15. Jh. zunehmend ein. Das L.-Halbarten-Heer bestimmte die Taktik von der 2. Hälfte des 15. Jh. bis zur Schlacht von Marignano 1515, als die moderne Artillerie ihre Überlegenheit bewies. Dennoch verschwand der kostengünstige und vielseitig verwendbare L. erst im 17. Jh.
Literatur
– R. Wegeli, Inventar der Waffenslg. des Bern. Hist. Museums in Bern 3, 1939
– V. Schmidtchen, Kriegswesen im späten MA, 1990
Autorin/Autor: Christian Folini