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Die heutige brasilianische Regierung nimmt bei der Sicherstellung der Energieversorgung des Landes kaum Rücksicht auf die lokale Bevölkerung. Während des Planungs- und Bauprozesse der Staudämme in Brasilien werden jeweils zahlreiche Rechte der betroffenen Bevölkerung verletzt.
Deshalb führt die Partnerorganisation Movimento dos Atingidos e Atingidas por Barragens (MAB) als Bewegung der von Staudämmen betroffenen Bevölkerung das vorliegende Projekt durch. Es verteidigt erstens die Rechte der direkt betroffenen Bevölkerung in Altamira bei der teilweise bereits Strom liefernden Talsperre Belo Monte und Rondônia bei den geplanten und im Bau befindlichen Talsperren Santo Antônio und Jirau. Der Widerstand der Bevölkerung gegen die gigantischen und umweltschädlichen Dämme im Amazonasgebiet kann nur Erfolg haben, wenn sie sich zusammenschliesst und sich gemeinsam wehrt. Dafür organisieren sich die Familien gemeinsam. In Ausbildungen erhalten sie Zugang zu Informationen über ihre Rechte und lernen, wie sie diese verteidigen können.
Zweitens macht das Projekt konkrete Vorschläge für ein dezentrales Modell der Energieproduktion. Unter anderem führt MAB ein Projekt zur Installation von Solarzellen in Altamira/Pará und im Bundestaat Rondônia durch. Die produzierte Energie der Solarzellen wird dabei in erster Linie für die Bewässerung agroökologischer Landwirtschaft verwendet. Die Erfahrungen dieses Projekts, das Fragen der Energiegewinnung mit sozialen Fragen wie der Armutsreduktion und dem Recht auf Nahrung verknüpft, werden ausgewertet und systematisiert, so dass die Projektidee auch in anderen Gebieten angewendet werden kann.
Drittens setzt sich das Projekt dafür ein, das aktuelle Energiemodell Brasiliens hin zu einer dezentralen Produktionsweise zu verändern. Die Einflussmöglichkeiten der Zivilgesellschaft sollen durch inhaltliche Weiterbildung zum Thema und durch die Stärkung von Netzwerken für die Lobbyarbeit mit anderen erhöht werden.
Direkte Zielgruppen des Projekts sind 183 Führungspersonen aus Basisgemeinden und lokale Behördenvertreter/innen, indirekt erreicht das Projekt rund 16’000 Personen.