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Taverne zum Kreuz, Merkurstrasse
Taverne zum Kreuz
Stadthausstr. 10b
8400 Winterthur ZH
052 269 07 20
Die Taverne zum Kreuz war eines der ersten Häuser, das ausserhalb der alten Stadtmauern gestanden ist. Es ist 1669 erbaut worden. Ende der 1970er Jahre wurde das Gebäude für den Bau des unterirdischen Parkhauses abgetragen und darüber wieder neu aufgebaut.
Vor der Errichtung des Hauses zum Kreuz bedurfte es einem politischen Grundsatzentscheid. Soll das Baugebiet über die Altstadtgrenzen ausgedehnt werden? Namhafte Bürger, Färber Jäggli und Hans Ulrich Hegner „Zum Schiff“ an der Metzggasse 18 forderten mehr Lebensraum und stellten entsprechende Gesuche. Die Wichtigkeit eines solchen Entscheides erforderte die Tagung der beiden Räte, die diesen Gesuchen zustimmten. So hatte am 25. Februar 1669 unsere Stadt den ersten Anstoss zu ihrer zukünftigen Vergrösserung erhalten und Hans Ulrich Hegner erbaute in der Folge das Haus „zum Kreuz“. Die Fachwerkformen weisen auf Handwerker aus dem Rheinland auf. Zwischen 1826 und 1870 zogen die Trauerzüge am „Kreuz“ vorbei zum Friedhof St. Georgen.
1675 wurde das „Kreuz“ an den Maler Jakob Weber verkauft. Dieser hatte auf dem „Schiff“ (alter Name bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts) gewirtet, und das „Kreuz“ war ein beliebtes Absteigequartier für Reisende, stand es doch an der Strasse, die beim Schmidtor ihren Anfang nahm und über den Rosenberg an den Rhein und nach Schaffhausen führte. Nach verschiedensten Besitzerwechseln wurde es 1909 Eigentum des Konsumvereins Winterthur. 1951 erfolgte eine Renovation.
1978 begann die Coop-Genossenschaft Winterthur auf dem Schöntal Areal mit dem Bau eines neuen Warenhauses. Geplant war ausser dem Warenhaus auch ein unterirdisches Parkhaus, doch genau auf diesem Gelände stand die „Taverne zum Kreuz“. Coop hätte das Haus gerne der Stadt geschenkt, doch diese war der Meinung, es müsse auf dem Schöntal Areal bleiben. Nachdem eine Verschiebung auf Rollen verneint worden war, wurden die brauchbaren Teile des „Kreuzes“ fein säuberlich eingelagert. Nach der Erstellung der unterirdischen Parkgarage wurde 1980/81 das „Kreuz“ als Restaurant und Kleinhotel wieder aufgebaut, wobei das Konstruktionsholz des Tiegelbaues und des Erkers wieder verwendet werden konnte. Die ungewohnte Bemalung der Riegel mit Begleitlinien und dekorativen Elementen entspricht den Funden, die beim Abbruch auf der Westseite gemacht wurden. Im Innern der Gaststube fanden alte Holzstützen, unter anderem aus dem Haus „zum Ritter“ (Schmidgasse 1), wieder Verwendung.
Die Adresse lautete einst „Taverne“ beim Schmidtor, später „Innere Schaffhauserstrasse“, dann Merkurstrasse 9. Mit der Stadtparkerweiterung und der damit verbundenen Unterbrechung der Merkurstrasse wurde der südliche Teil der ehemaligen Merkurstrasse der Stadthausstrasse zugeschlagen. Die Anschrift lautet heute Stadthausstrasse 10b.