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Ursachen und Verlauf
Ursachen
Die Ursachen der Krankheit sind bis heute nicht geklärt. Da der Morbus Bechterew in einigen Familien gehäuft auftritt, muss angenommen werden, dass Erbfaktoren eine Rolle spielen. Bei 80% aller Betroffenen ist der Erbfaktor HLA-B27 vorhanden. Bei der übrigen Bevölkerung haben nur 8% dieses Gen. Trotz intensiver Forschung ist der genaue Zusammenhang zwischen dem Erbfaktor HLA-B27 und dem Morbus Bechterew noch nicht geklärt. Inzwischen ist bekannt, dass auch andere Gene eine Rolle spielen. Es wird vermutet, dass es neben der erblichen Veranlagung noch zusätzliche Faktoren braucht, damit es zum Ausbruch der Krankheit kommt, zum Beispiel die Aktivität von Krankheitserregern, die eine Infektion des Magen-Darm-Traktes oder von Niere und Blase verursachen.
Verlauf
In der Regel fängt die Krankheit zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr schleichend und mit uncharakteristischen Beschwerden, die kommen und gehen, an. Die Entzündung beginnt meist bei den Kreuz-Darmbein-Gelenken und greift dann schrittweise auf die höher gelegenen Wirbelsäulenabschnitte über. Dabei können wir drei Verlaufsformen unterscheiden:
- den häufigeren gutartigen Verlauf mit unterschiedlich starken Schmerzschüben und geringer oder gar keiner Versteifung,
- den chronischen schubweisen Verlauf mit Versteifung der Wirbelsäule in zwei bis drei Jahrzehnten, gelegentlich verbunden mit dem Befall der Gliedmassengelenke,
- den seltenen bösartigen Verlauf mit Versteifung in wenigen Jahren und dem Befall von Gelenken und inneren Organen.
Erfolgt im Verlauf der Zeit eine Versteifung der Wirbelsäule, nimmt die Beweglichkeit ab. Dann kann die Wirbelsäule in einer nach vorne gebückten Haltung versteifen. Die Versteifung des Brustkorbes kann bei Anstrengungen zu Atemnot führen.