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Felche
Biologie der Felchen (Coregonus sp.)
Körpermerkmale
Silberglänzender, mehr oder weniger langgestreckter, seitlich abgeflachter Körper mit spitzschnauzigem, kegelförmigem Kopf und tief eingekerbter Schwanzflosse. Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse. Schuppen grösser als bei Forellen. Mundspalte eng, reicht höchstens bis zum vorderen Augenrand; Zähne klein oder völlig rückgebildet. Seitenlinie vollständig. Durch den grossen Formenreichtum der verschiedenen Populationen ist es schwierig, die einzelnen Tiere exakt zu bestimmen.
Vorkommen
Wanderformen in Küsten- und Fliessgewässern des Nord- und Ostseegebietes, stationäre Bestände in den Seen des Voralpen- und Alpengebietes. Im Kanton Bern kommt in den drei grossen Seen eine aussergewöhnliche Felchenvielfalt vor, wie neueste Untersuchungen ergaben: im Brienzersee leben vier, im Thunersee sechs und im Bielersee vier Felchenarten. Auch im Wohlensee und in der Aare unterhalb des Bielersees kommen regelmässig Felchen vor.
Lebensweise
Allen Arten ist gemeinsam, dass sie meist in grösseren Gruppen oder Schwärmen auftreten. Schwebfelchen, mit zahlreichen schlanken Reusendornen, halten sich meist im freien Wasser auf und ernähren sich überwiegend von Plankton. Bodenfelchen mit weniger zahlreichen kürzeren Reusendornen, hauptsächlich von kleinen Bodentieren. Die Laichzeit ist bei den meisten Felchen-Populationen im Winter; selten aber bereits im Spätsommer (z.B. Brienzlig im Brienzersee) und erfolgt im freien Wasser oder in Ufernähe über Sand- oder Geröllgrund.
In Mitteleuropa sind Felchen die "Brotfische" der Berufsfischer. Im Zuge der gestiegenen Nährstoffkonzentrationen in den Seen verbesserte sich die Ernährungssituation der Felchen. Gleichzeitig verschlechterten sich jedoch ihre Fortpflanzungsbedingungen drastisch, weil die sich auf dem Seegrund entwickelnden Eier aufgrund der niedrigen Sauerstoffkonzentrationen abstarben. Deshalb werden heute Felchen in grosser Anzahl in Brutanstalten (kantonale Anlagen in den FZ Faulensee und Ligerz) künstlich erbrütet und als frisch geschlüpfte Larven oder mit Plankton angefüttert als vorgestreckte Brut in die Seen ausgesetzt. Ein spezielles Verfahren, die sogenannte Kalterbrütung (mit künstlich abgekühltem Wasser) gewährleistet, dass die Embryonalentwicklung künstlich verlängert wird. Dadurch kann man die Fischchen solange im Bruthaus halten, bis die Winterzeit überbrückt ist und sie erst unter den günstigeren Umweltbedingungen im Frühjahr in den See entlassen. In jüngster Zeit ist aufgrund des Phosphatverbotes in den Waschmitteln und der Phosphatfällung in den Abwasserreinigungsanlagen die Nährstoffbelastung in unseren Seen und damit auch die Produktionsfähigkeit zurückgegangen.
Angeltechniken
Die Felchen werden im Kanton Bern von den Angelfischern nur mit der Hegene befischt. Die beste Fangzeit beginnt im Bielersee bereits im Januar, wo die Felchen dann direkt am Grund, in einer Wassertiefe zwischen 10 und 25 Metern stehen.
In Thuner- und Brienzersee beginnt die gute Saison meist erst im März / April, um dann im Sommer (Juli bis August) ihren Höhepunkt zu erreichen.