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Wir mussten Anfang April Kenntnis nehmen vom Hinschied von Frau Hedi Lang, Nationalratspräsidentin des Jahres 1981/82. Sie ist am 31. März verstorben. Sie zählte zu den ersten zehn Frauen, die nach der Einführung des Stimm- und Wahlrechts für Frauen im Jahre 1971 in unser Parlament einzogen. Sie gehörte diesem Rat bis zum 24. April 1983 an, d. h. bis zu ihrer Wahl in den Zürcher Regierungsrat.
Hedi Lang wurde am 30. Oktober 1931 als Tochter eines Gewerkschafters und Käsers geboren. Sie machte bei der Bezirkssparkasse Uster eine Banklehre, war später Sekretärin und Buchhalterin bei der "Oberländer Arbeiterzeitung". Dort lernte sie den Redaktor Erwin A. Lang kennen, der vor ihr Nationalrat war. Hedi Lang engagierte sich in der Lokalpolitik und war acht Jahre lang Gemeinderätin von Wetzikon im Zürcher Oberland.
Ihre Parlamentstätigkeit zeigte, dass sie stets an vorderster Stelle für den Ausbau unserer Sozialwerke und für die Gleichberechtigung von Mann und Frau kämpfte. In den Jahren 1980 und 1981 präsidierte sie die Geschäftsprüfungskommission.
1983 wurde Hedi Lang in den Regierungsrat des Kantons Zürich gewählt, dem sie danach 12 Jahre angehörte. In den ersten beiden Legislaturen wurde ihr die Direktion des Innern und der Justiz, in den letzten vier Jahren die Direktion der Volkswirtschaft, übertragen.
Sie war die erste Frau der Schweiz, die für ein vollständiges Amtsjahr Nationalratspräsidentin war, und sie war auch die erste Schweizerin in einer Kantonsregierung.
Wer sie kannte und schätzte, dem werden ihre Ausstrahlung, ihre natürliche Autorität, aber auch ihr humorvolles Wesen stets in Erinnerung bleiben. Sie war sehr beliebt; und die Prädikate "Landesmutter", "Mutter Helvetia" oder "Hedi National", mit denen sie in der Presse oft bedacht worden ist, zeugen von der Volksnähe dieser grossen Magistratin. Ich persönlich hatte als Bauer selber die Möglichkeit, sie in ihrer Eigenschaft als Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin zu erleben.
Hedi Lang war stets im Kontakt zur Bevölkerung und genoss ihr Vertrauen. Mit ihr konnten sich die Menschen identifizieren. Ihre hilfsbereite und liebenswürdige Art hat ihr auch im Nationalrat über die Fraktions- und Parteigrenzen hinweg Freunde gebracht.
Als sozialdemokratische Politikerin hat sich Hedi Lang unermüdlich und mit Überzeugung und Toleranz für das Wohl des Kantons Zürich und des ganzen Landes eingesetzt.