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Der Vollständigkeit halber hier noch der Jurybericht zum Investorenwettbewerb:https://www.stadt-zuerich.ch/content/da ... ericht.pdf
Das Siegerprojekt "Ensemble" erhielt mit folgender Begründung den Zuschlag:
Zitat:
Mit der städtebaulichen Setzung gelingt es den Architekten, die unterschiedlichen Anforderungen der Aufgabe beispielhaft zu erfüllen: Einmal wird die östliche Baustruktur aufgenommen und mit dem Stadion zu Ende gebracht, um dann mit zwei Hochhäusern nach Westen hin einen Übergang zu der peripheren Bebauung und den Verkehrsflächen einen eigenen Akzent zu setzen. Zum andern haben alle drei Stadtbausteine, die gut miteinander harmonieren, ihre eigene Identität.
Für den Aussenraum ermöglicht die offene Bebauungsstruktur eine kontextuell entwickelte, zusammenhängende Freiraumfigur, mit massstäblichen Bezügen zu den boulevardartigen Hauptverkehrsadern und stimmigen Verbindungen zu umgebenden Quartierräumen. Um das Stadion werden durch örtliche Aufweitungen grosszügig dimensionierte Ankunftsräume etabliert, welche über gassenartige Querstrassen, mit belebender Erdgeschossnutzung, verbunden sind. Entlang der Hardturmstrasse schafft eine Platzfolge mit baumbestandenen Kiesinseln Bezüge zum gegenüberliegenden Hardhofpark. Um die Hochhäuser weitet sich der Raum zu einer offenen Plaza auf. Die Aufenthaltsqualität an diesem exponierten Ort wird jedoch kritisch beurteilt. Der geschützte Gartenhof zu den Genossenschaftswohnungen schafft einen guten Übergang zum Hardturmpark und den Genossenschaftssiedlungen im Quartier weist einen hohen Gebrauchswert auf. Die vollflächige Parkgarage über beinahe den gesamten Perimeter schafft einen hohen Versiegelungsgrad und stellt in der aufgezeigten Form eine starke Einschränkung für ein angemessenes Baumwachstum gegenüber den grossen Bauvolumen dar. Für die angestrebte städtische Gesamtwirkung des Freiraums ist es deshalb von grosser Bedeutung, dass die grosskronigen Bäume bündig im Platzbelag stehen und über besonders gute Wachstumsbedingungen verfügen; sei dies durch örtliche Aussparungen im Bereich der Parkgarage oder entsprechend hohe Erdüberdeckungen.
Das Stadion, sehr einfach, reduziert und dennoch raffiniert eigenständig, ist unverkennbar der Dreh- und Angelpunkt des Ensembles. Das gelingt mittels der eigens entwickelten Fassade aus Glasbausteinen, die mit LED-Elementen bestückt in ihrer Gesamtheit einen bespielbaren Screen ergeben. Tagsüber ist die semitransparente Fassade genügend hell, was den insgesamt doch sehr großen Baukörper im Gegensatz zu den üblicherweise nach außen geschlossenen Stadionbauten sehr viel freundlicher erscheinen lässt. Dieser spielerische Umgang mit der Außenhaut lässt völlig vergessen, dass die eigentliche Tragkonstruktion wie ein simpler Industriebau errichtet werden kann. Daraus resultiert auch die hohe Gebrauchstüchtigkeit des Stadions selbst. Das Sicherheitskonzept für den öffentlichen Raum ist noch zu wenig ausgereift, was aber lösbar erscheint. Der Baukörper des gemeinnützigen Wohnbaus ist mäanderförmig ausformuliert, womit nicht nur der Stadtraum eine angenehme Gliederung erhellt, sondern die Wohnungen selbst eine gute Orientierung erhalten. Für sich selbst genommen ist das Gebäude ein guter Stadtbaustein.
Die beiden Hochhäuser, die die westliche Spitze des Terrains besetzen, erhalten hinsichtlich ihrer Größe nicht denselben ungeteilten Zuspruch wie die beiden anderen Bauten. Man wünschte sie sich schlanker mit einer weniger gewichtigen Erscheinung. Dies betrifft vor allem die Fernsicht, also ihre Gestalt in Bezug auf die Gesamtstadt, aber auch aus Sicht der angrenzenden Quartiere. Gleichwohl sind sie grundsätzlich an der richtigen Stelle gesetzt. Eine Genehmigungsfähigkeit, den Lärmschutz für die Wohnungen betreffend, wäre bei einer eventuellen Weiterbearbeitung des Projekts nachzuweisen.
Das Investorenteam plant neben der Genossenschaftssiedlung, ein Fussballstadion mit einer maximalen Kapazität von 18‘500 Zuschauern und ein Investorenprojekt mit rund 66‘000 m2 Hauptnutzfläche. Das Stadion wäre im Besitz einer bereits gegründeten Stadioneigentümergesellschaft und wird schlüsselfertig einer Stadionbetriebsgesellschaft, welche von den beiden Clubs gegründet wird, vermietet. Die Finanzierung wird durch HRS sichergesellt. Der fünfköpfige Verwaltungsrat der Betriebsgesellschaft setzt sich aus je zwei Vertretern pro Club sowie einem Vertreter der Stadioneigentümergesellschaft zusammen.
Das Investorenprojekt sieht den Bau von zwei Wohn- und Geschäftstürmen im Westen des Areals vor und wird durch HRS im Auftrag des Investors erstellt. Das Investorenprojekt wird, im Baurecht, zu marktüblichen Konditionen von Anlagestiftungen und Fonds der Credit Suisse erworben. Der gemeinnützige Wohnungsbau wird in Kooperation mit der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich (ABZ) geplant und nach Baufertigstellung an diese übertragen. Das Teilprojekt sieht einen Wohnkomplex mit 173 Genossenschaftswohnungen in unterschiedlichen Grössen vor.
Für alle drei Teilprojekte wird der Stadt Zürich ein Baurechtszins bezahlt.
Das vorliegende Projekt überzeugt durch ein langfristig tragfähiges Konzept, welches den grosszyklischen Unterhalt der Stadionbaute sicherstellt. Die Risiken für die Stadt Zürich wurden soweit möglich reduziert. So werden beispielsweise allfällige Mehrkosten des Stadionbaus von HRS übernommen, was eine zuverlässige Kalkulation der Werteflüsse der Stadioneigentümergesellschaft ermöglicht. Das Team hat einen detaillierten, gut durchdachten und stimmigen Businessplan vorgelegt. Der Businessplan bildet auch Stressszenarien ab. Die Zeitplanung für die Umsetzung des Projekts ist jedoch zu optimistisch.
Insgesamt handelt es sich bei dem gut durchgearbeiteten Entwurf um ein sehr schlüssiges Gesamtkonzept, das auf der einen Seite tatsächlich den Begriff des Ensembles für sich reklamierenkann, bei der dennoch auf der anderenSeite die individuellen und gut identifizierbaren Bausteine als eigene Charaktere beispielhaft herausgearbeitet sind.