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Flexibles Rentenalter ist kein Allerheilmittel
Eine Flexibilisierung des Rentenalters soll dazu führen, dass Arbeitnehmende länger erwerbstätig bleiben. Das ist jedoch nicht der Fall, wie eine Studie des ZHAW-Departements Gesundheit zeigt.
Mit dem zunehmenden finanziellen Druck auf die AHV hat die Flexibilisierung des Rentenalters in der politischen Diskussion an Bedeutung gewonnen. Sie ist Bestandteil der AHV-Reform 21 und soll dazu führen, dass Schweizer Arbeitnehmende länger erwerbstätig bleiben. Wie eine Studie des ZHAW-Departements Gesundheit zeigt, hat ein flexibleres Rentenalter jedoch nicht automatisch die erwartete Wirkung. «Es führt nicht zwingend zu einer Verlängerung des Arbeitslebens», sagt Studienleiterin Isabel Baumann. Die Forscherin hat untersucht, wann der Übergang in die Rente in vier Ländern mit flexiblem Altersrücktritt normalerweise stattfindet. Das Resultat: Fast zwei Drittel der rund 2 500 befragten Personen gingen zwischen Anfang und Mitte 60 in Rente.
Die Studie förderte auch Unterschiede zwischen den untersuchten Ländern Chile, USA, Dänemark und Schweden zutage – abhängig von der Ausprägung des Vorsorgesystems. In den liberal orientierten Ländern USA und Chile mit vergleichsweise tiefen Rentenleistungen findet der Altersrücktritt eher später statt als in Skandinavien mit grosszügigen und umfassenden Leistungen. «Dies sollte im Hinterkopf behalten werden, wenn über die Einführung des flexiblen Rentenalters debattiert wird. Soll der Verbleib im Arbeitsmarkt gefördert werden, braucht es andere Ansätze. Eine Möglichkeit wären attraktivere Arbeitsbedingungen für ältere Arbeitnehmende», so Isabel Baumann.