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Sind spezifische Bakterien die Ursache einer Parodontitis?
Parodontitis, eine entzündliche Erkrankung im Zu- sammenhang mit einer bakteriellen Infektion, wird durch mehrere Wirtsreaktionen in Kombination mit Lebensgewohnheiten und Umweltfaktoren verändert. Die Suche nach dem/den verursachenden parodontalen Krankheitserreger(n) geht weiter, es gibt jedoch Hinweise darauf, dass es die entzündliche Reaktion ist, die Veränderungen im parodontalen Mikrobiom bewirkt und die Pathogenese der progressiven Parodontitis verstärkt.
In der Vergangenheit wurde angenommen, dass entzündliche Parodontalerkrankungen (Gingivitis und Parodontitis) vor allem bakteriellen Ursprungs seien. Bakterien sind für die Krankheitsentwicklung von Bedeutung, aber das Vorhandensein spezifischer Bakterien garantiert nicht das Fortschreiten der Parodontitis. Parodontitis ist eine multifaktorielle Erkrankung; spezifische Bakterien sind mit ihr assoziiert, jedoch möglicherweise nicht das Ziel der Behandlung. Bei der Gingivitis und der Parodontitis handelt es sich um entzündliche Veränderungen, die mit einer bakteriellen Überbesiedelung einhergehen.
In der vorliegenden Übersichtsarbeit sollten Beweise für die etablierte Vorstellung gefunden wer- den, dass bestimmte Bakterien direkt an der Pathogenese der Parodontitis beteiligt sind. Außerdem sollte der seit Langem vertretene Grundsatz in Frage gestellt werden, dass die Penetration des parodontalen Bindegewebes durch Bakterien und ihre Produkte eine signifikante Phase in der initialen Entwicklung der Parodontitis ist. In der Literatur wurde nach Studien zur Auslösung von Gingivitis und Parodontitis durch bestimmte Krankheitserreger gesucht. Die Suchergebnisse waren für eine systematische Überprüfung unzureichend und wurden stattdessen in einem Kommentar zusammengefasst, dem zufolge sich nur sehr wenige Hinweise in der Literatur finden, die das gängige Konzept unterstützen, dass bestimmte Bakterien eine Parodontitis auslösen.
Es scheint, dass die Entzündung und nicht spezifi- sche Mikrobiota in der frühen Pathogenese der Parodontitis eine zentrale Rolle spielen. Das Verständnis der Krankheitspathogenese erfordert es zu wissen, was die Krankheit auslöst, gefolgt von der Definition der Folgeereignisse. In der Literatur zeigt sich eine Überbetonung der Rolle spezifischer Bakterien bei der Parodontitisentstehung auf Kosten der Berück- sichtigung der Wirtsreaktion sowie genetischer und ökologischer Faktoren.
Für die Ätiologie der Parodontitis sind Bakterien von Bedeutung. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass die Pathogenese mit Entzündungen zusammen- hängt. Für Daten, die die In-vivo-Invasion von Bakterien unterstützen, fehlt ein überzeugender Nachweis. Vermeintliche Krankheitserreger sindTeil der normalen Flora und des Überwachstums nach Krankheits- beginn, welches durch die Kontrolle der Entzündung reversibel ist. Die Hypothese des „Keystone-Patho- gens“ wird weder durch In-vivo- noch durch In-vitro-Beweise gestützt, und für direkte Wechselwirkungen von Bakterien mit Fibroblasten oder Osteozyten gibt es keine histopathologischen Belege.
Schlussfolgerungen: Konzepte, die sich ausschließlich auf die Kontrolle der Infektion zur Beeinflussung der Entzündung konzentrieren, sollten dahingehend überarbeitet werden, dass die Kontrolle der Entzündung zur Beeinflussung der Infektion in Betracht gezogen wird.
Bartold PM, van Dyke TE. An appraisal of the role of specific bacteria in the initial pathogenesis of perio- dontitis. J Clin Periodontol 2018 Dec 17 [Epub ahead of print].
Originale Implantatabutments besser als nicht originale Fabrikate
Bei der Versorgung eines Implantats muss ein Sekundärteil mit dem Implantat verbunden werden. Fehlanpassungen und Mikrolecks zwischen diesen beiden Teilen können zu biologischen und mechanischen Problemen führen. Bei Kausimulationen konnte eine bakterielle Penetration an der Implan- tat-Abutment-Verbindung beobachtet werden. In diesen Lücken kommt es zur Entwicklung von Bio- filmen, die sich in einer periimplantären Mukositis bzw. Periimplantitis und schließlich in einer krestalen Knochenresorption niederschlagen. Mechanische Komplikationen wurden in der Literatur auch als Folge von Fehlanpassungen zwischen dem Implantat und seinem Aufbau beschrieben. Komponenten verschiedener Hersteller werden unterschiedlich bearbeitet, was zu Designabweichungen führt. In der Literatur wurde wenig über die Verwendung nicht originaler Komponenten bei der Wiederherstellung von Implantaten berichtet.
Ziel der In-vitro-Untersuchung war die Beurteilung der internen Genauigkeit, des mechanischen Verhaltens unter statischer Belastung und der Schraubenlockerung vor und nach zyklischer Belastung von implantatgetragenen Kronen, die mit Ori- ginalteilen oder mit zwei kompatiblen, nicht origina- len Fabrikaten versorgt wurden. 63 Zahnimplantate (Straumann, Standard Plus) wurden in drei Gruppen eingeteilt (n = je 21). In Gruppe 1 wurden Originalkomponenten verwendet, und in den Gruppen 2 und 3 kamen nicht originaleTeile zum Einsatz.
Die interne Genauigkeit wurde über einen Quer- schnitt der Probengruppen (n = 8) mittels Rasterelek- tronenmikroskopie gemessen, um die Passform für Implantatabutments, Implantatkronen und Kronen- abutments zu beurteilen. Zur Ermittlung der Tragfähigkeit wurden acht Proben aus jeder Gruppe gemäß ISO-Norm 14801 bis zum Bruch belastet. Das Entfernungsdrehmoment wurde in den Schrauben, die die Krone mit dem Sekundärteil und das Sekun- därteil mit dem Implantat verbinden, in fünf Proben vor und nach zyklischer Belastung (2 x 106 Zyklen) aus jeder Gruppe ausgewertet. Die Analyse der Daten erfolgte mit dem Kruskal-Wallis-Test (p < 0,05).
Statistisch signifikante Unterschiede wurden zwi- schen den in Gruppe 1 (9,3 μm), Gruppe 2 (45,4 μm) und Gruppe 3 (44,9 μm) gemessenen mittleren Fu- genbreiten festgestellt. In Gruppe 1 (1.098 N) ergaben sich höhere Werte für die mittlere Belastbarkeit als in den Gruppen 2 und 3 (1.057 bzw. 973 N), aber diese Unterschiede waren statistisch nicht signifikant. Die originalen Abutment-Implantatschrauben zeigten hinsichtlich der Drehmomentreduzierung geringere Prozentsätze als die nicht originalen Schrauben.
Schlussfolgerungen: Im Rahmen dieser In-vitro- Studie wiesen die Originalabutments eine höhere Genauigkeit ihrer Komponenten als die nicht origina- len Fabrikate auf. Die Tragfähigkeit schien durch die Originalität der Komponenten nicht beeinträchtigt zu sein, aber die beobachteten Versagensarten deuteten auf eine bessere Lastverteilung bei Originalrestaurationenhin. Das Lösen der Schrauben bei Verwendung von Originalabutments schien weniger problematisch zu sein, und die Originalabutments zeigten eine geringere Drehmomentreduzierung der Abutment- Implantatschraube nach zyklischer Belastung als die nicht originalen Fabrikate. Um einen langfristigen Erfolg von Restaurationen zu gewährleisten, sollte der Einsatz von Originalteilen bevorzugt werden.
Alonso-Pérez R, Bartolomé JF, Ferreiroa A, Salido MP, Pradíes G. Original vs. non-original abutments for screw-retained single implant crowns: An in vitro evaluation of internal fit, mechanical behaviour and screw loosening. Clin Oral Implants Res 2018;29: 1230-1238.