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Mit Baskin ist allen gedient
Baskin lehnt sich an Basketball an und ist besonders innovativ. Es wurde erfunden, um Jugendliche mit und ohne Behinderung im gleichen Team Basketball spielen zu lassen. Dabei steht der Inklusionsgedanke im Vordergrund.
Baskin heisst so viel wie «Basket integriert». Das Spiel erlaubt es auch Spielern mit unterschiedlichen Behinderungen (körperlich und/oder geistig), in den Korb zu werfen. Geboren und realisiert wurde die Idee in Cremona (Italien). Während des letzten Schuljahres haben über 100 Jugendliche – darunter 45 mit einer Behinderung – diese Spielsportart ausüben können.
Dem Helfersyndrom entgegnen
Das Spiel setzt auf den wichtigen Beitrag jedes Einzelnen in einem Team. Und der gemeinsame Erfolg hängt von den Bemühungen jedes einzelnen Spielers ab. Während eines Spiels erhält jeder eine bestimmte Rolle mit besonderen Verantwortlichkeiten zugewiesen, und deshalb lässt sich der «Hilfsgedanke» der in vielen Aktivitäten für Menschen mit Behinderungen zugrunde liegt, etwas aufheben.
Kurze Regelkunde
Das Reglement lässt sich kurz zusammenfassen:
- Material: Mehrere Körbe (zwei normale, zwei seitlich und etwas tiefer angebracht); der Ball kann durch einen kleineren und leichteren Ball ersetzt werden.
- Raumaufteilung: Geschützte Zonen erlauben den Wurf in die seitlichen Körbe.
- Regeln: Jeder Spieler erhält eine Rolle, die seinen motorischen Fähigkeiten entspricht. Als Folge ist der jeweils direkte Gegenspieler auf dem gleichen Niveau. Die verschiedenen Rollen werden von 1 bis 5 durchnummeriert und haben eigene Regeln.
- Passspiel: Ein Spieler kann die Rolle eines Beschützers übernehmen und mehr oder weniger alle Aktionen eines behinderten Mitspielers begleiten.
Jedem seine Rolle
Beide Teams müssen einen Pivotspieler und mindestens zwei Spieler mit der Rolle Nr. 5 aufstellen (siehe Hilfsmittel). Die Summe der Rollen darf den Wert 23 nicht übersteigen. Jedes Team hat 30 Sekunden, um eine Aktion abzuschliessen und einen Korb zu landen. Defensivarbeit von zwei Spielern mit derselben Rolle ist erlaubt. Wenn ein Spieler einen Gegenspieler aus einer tieferen Rolle angreift, begeht er ein Foul, das mit zwei Freiwürfen bestraft wird. Das Anspiel geht danach an das Team, welches das Foul erlitten hat. Wenn der Spieler mit der Rolle Nr. 3 gefoult wird, darf er die Freiwürfe in einem seitlichen Korb ausführen.
Kleine Unterschiede zum Basketball
Die Rollen Nr. 5 dürfen maximal drei Körbe pro Spielzeit landen. Für die anderen Spieler gibt es keine Beschränkungen. Im Unterschied zum Basketball gibt es keine Linien, die drei Punkte ermöglichen. Wenn der Ball von der Angriffszone wieder in die Defensivzone gelangt, wird das nicht sanktioniert, und es gibt keine Zeitlimite, um die Spielplatzhälfte zu verlassen. Die 3-Sekunden-Regel fällt aus sowie der Foulbonus (ab fünf Fouls erhält das gegnerische Team zwei Freiwürfe) und der Sprungball.
Ermutigende Erfahrungen
Auch Nichtbehinderte profitieren von dieser neuen Aktivität. Sie lernen, sich in Gruppen einzufügen, in denen die Mitglieder verschiedene Fähigkeiten aufweisen. Sie müssen dazu neue kommunikative Fähigkeiten entwickeln und dazu ihre Kreativität gelten lassen. Darüber hinaus wird auf der Beziehungsebene ein intensiver Austausch gefördert. Sie lernen auch das Teilen der Zielsetzungen von Kameraden mit Behinderungen sowie die Wertschätzung der Andersartigkeit.
Gute Erfahrungen
Die letzten sechs Jahre Erfahrung mit diesem Spielart haben bemerkenswerte Resultate hervorgebracht: Das Selbstvertrauen, die Fähigkeit Pflicht mit Spass zu verbinden, sowie psychomotorische Kompetenzen sind bei den Teilnehmern gewachsen. Auch der Austausch zwischen Jugendlichen und Erwachsenen hat sich verbessert.