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Rasse: Maine Coon
Herkunft
Über die Herkunft und den Namen der Maine Coon gibt es viele Legenden und Spekulationen.
Fest steht auf jeden Fall, dass sie das “Maine” im Namen von ihrer Heimat, dem Staate Maine im Nordosten der USA hat.
Wegen ihres stämmigen Aussehens, ihres dichten, gebänderten Felles und dem buschigen Schwanz glaubte man früher, die Maine Coon sei durch die Kreuzung zwischen einer Katze und einem Waschbären (Englisch Racoon, was den Namen der Rasse erklären könnte) entstanden, was genetisch aber absolut unmöglich ist! Auch die Theorie, dass die Rasse ihre typischen Haarbüschel (Lynxtips) aus einer Verpaarung mit einem Luchs haben soll, ist eher unwahrscheinlich, wenn auch nicht unmöglich.
Nach einer Legende sind die Katzen, welche bis ins frühe 20. Jahrhundert noch Coon Cats hiessen, Nachfahren langhaariger Katzen, die mit Kapitän Tom Coon von England nach Amerika kamen. Kapitän Coon machte häufiger in den Häfen von Maine halt. Seine langhaarigen Katzen (wahrscheinlich Perser und Angora, welche zu dieser Zeit in Europa gross in Mode waren) gingen immer mit ihm an Land und verpaarten sich dort mit den einheimischen Kurzhaar-Katzen. Die Nachkommen nannte die Bevölkerung mehr oder weniger erfreut Coon’s Cats.
Eine andere Theorie ist, dass die Maine Coon von der Norwegischen Waldkatze abstammt (die der Maine Coon von allen Rassen am ähnlichsten ist) und von den Wikingern nach Amerika eingeführt wurde.
Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass die langhaarigen Vorfahren der Maine Coon im 18. Jahrhundert mit den ersten Siedlern nach Amerika kamen und sich dann mit den einheimischen Kurzhaar-Katzen paarten. Da im US-Bundesstaat Maine, der weit im Norden an der Ostküste und der Grenze zu Kanada liegt, ein sehr rauhes Klima herrscht, passte sich die Katze diesen harten Bedingungen im Laufe der Zeit an. So wurde die Maine Coon zu einer grossen, robusten und kräftigen Katze.
Die Geschichte der Maine Coon
Die erste schriftliche Erwähnung der Maine Coon finden wir in The Book of the Cat, das 1903 beim Londoner Verlag Cassel & Co. erschien. Hier beschreibt Mrs. F.R. Pierce die Rasse noch als Maine Cats, wie sie bis zum beginnenden 20. Jahrhundert auch hiess. Sie besass mit dem Kater bereits 1861 eine für die Rasse typische Katze. In den Häfen der Region, so berichtet sie, waren solche Katzen bereits seit Jahrzehnten bekannt und verbreitet. Als “Hauptstadt” der Maine Coon wird oft der kleine Hafenort Biddefort genannt, der etwa 150 Kilometer nördlich von Boston an der nordamerikanischen Ostküste liegt – selbstverständlich im Bundesstaat Maine.
Bei den Farmern waren die Maine Coon als Ratten- und Mäusefänger immer sehr beliebt, da sie ausgezeichnete Jäger sind und sich stets selbst versorgen konnten. Doch auch bei der ersten grossen Katzenausstellung in den USA, 1895 im New Yorker Madison Square Garden, erntete die Rasse grossen Beifall. Die brown tabby gezeichnete Maine Coon Cosey wurde sogar Ausstellungssiegerin – sehr zum Stolz ihrer Besitzerin Mrs. E.N.Barker. Dies war aber nicht die erste Erwähnung einer Maine Coon auf einer Ausstellung und die Ausstellung im Madison Square Garden war bei weitem auch nicht die erste ihrer Art, aber die Bekannteste. Bereits 1878 wurden mehrere Maine Coons im kleineren Rahmen in Boston ausgestellt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts eroberten importierte Rassen wie Perser und Siam die USA und wurden Statussymbole. Auch bei Preisrichtern immer beliebter und so den Maine Coon vorgezogen. Den letzten Ausstellungserfolg hatte eine Maine Coon 1911 in Portland. Diese Entwicklung führte dahin, dass die Rasse in den 50er Jahren beinahe als ausgestorben galt.
Aufgeschreckt durch die dramatische Entwicklung gründeten einige Liebhaber 1953 in den USA den Central Maine Cat Club. Dieser kleine Club schaffte es tatsächlich, Ausstellungen zu organisieren und so die Rasse nicht nur vor dem Aussterben zu bewahren, sondern ihre Popularität sogar zu fördern. Dies führte im Laufe des Bestehens dazu, dass jeglicher Rahmen gesprengt wurde, der mehr oder weniger ehrenamtlich geführt werden konnte. Als Folge löste sich der Club 1964 auf. 1968 gründete sich die Maine Coon Breeders and Fanciers Association (MCBFA). Doch es ging mit der Rasse, was ihren Ausstellungsstatus betraf, nur langsam bergauf.
Die Maine Coon wurde vom grössten amerikanischen Verband, der Cat Fanciers Association (CFA), erst 1976 anerkannt, nachdem ein neuer Club, der Maine Coon Cat Club, 1973 gegründet und ein Standard verfasst wurde.
Die FIFÉ erkannte die Maine Coon 1983 an. Somit gab es die Rasse nun auch hierzulande offiziell. Schnell wurde sie zur Moderasse. Interessanterweise sind die Gründe für die heutige Beliebtheit der Rasse genau die gleichen, die Anfang des 20. Jahrhunderts fast zu ihrem Aussterben geführt hätten. Nach dem jahrzehntelangen Züchten und leider auch Überzüchten solcher Rassen wie der Perser führte der Trend zurück zu den ursprünglichen Katzentypen. Diesem modernen Modebild entsprach die Maine Coon perfekt. Ihre Beliebtheit hat bis heute nicht abgenommen.
Das Wesen der Maine Coon
Die Maine Coon ist eine sehr anhängliche und menschenbezogene Katze. Sie ist verspielt, intelligent, lernfähig und hat einen umwerfenden Charme mit dem sie jeden um ihre Pfote wickelt. Wer einmal eine Maine Coon besitzt, kommt nicht mehr von dieser Rasse los. Die Maine Coons sind sehr soziale Tiere, die nicht gerne alleine sind und durchaus auch Freundschaften mit Hunden schliessen. Viele Maine Coons sind richtige Plaudertaschen und sprechen mit ihrem überraschend feinen Stimmchen sehr viel mit ihrem Menschen. Ausserdem ist die Maine Coon nicht wasserscheu, im Gegenteil, sie findet es toll Wasser aus dem Napf zu “schaufeln” und darin rumzuplantschen bis er leer ist.