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Der Tropensturm «Dorian» steuert auf Puerto Rico zu. Laut Prognosen könnte «Dorian» am Mittwoch auf die Karibik-Insel treffen oder knapp daran vorbei Richtung Florida ziehen. Die Meteorologen gehen davon aus, dass «Dorian» noch an Stärke gewinnt und sich zu einem Hurrikan auswachsen könnte, bevor er Puerto Rico erreicht.
Hier 5 Fakten zu diesen gefürchteten Wirbelstürmen, die jeden Sommer in den Meeren östlich und westlich des amerikanischen Doppelkontinents entstehen:
Die Bezeichnung «Hurrikan» dürfte aus der Sprache der indianischen Ureinwohner der karibischen Inseln stammen. Möglicherweise gibt es auch einen Zusammenhang mit dem Namen der Maya-Gottheit Hunracán, die für Feuer und Winde verantwortlich ist. Das Wort ist übrigens gleich zweimal in die deutsche Sprache gelangt: Zuerst als «Orkan», das heute schwere Stürme über Europa bezeichnet, später als «Hurrikan» für diese spezifischen Wirbelstürme.
Die Begriffe «Hurrikan» und «Taifun» beschreiben dasselbe Phänomen; der Unterschied besteht einzig darin, wo ein Wirbelsturm sich entwickelt: Ein «Hurrikan» ist ein Wirbelsturm vor der amerikanischen Küste, der im Nordatlantik oder nordöstlichen Pazifik seinen Ursprung hat, während man im nordwestlichen Pazifik westlich der Datumsgrenze von einem «Taifun» spricht. Wirbelstürme im Indischen Ozean nennt man «Zyklon»; im Südpazifik heissen sie «Willy Willy» oder ebenfalls «Zyklon».
Typische Hurrikane weisen einen Durchmesser von knapp 500 Kilometern auf und sie ragen in der Atmosphäre bis zu 18 Kilometern Höhe auf. Es gibt jedoch Windsysteme, die bedeutend grösser werden: Der bisher grösste beobachtete Durchmesser eines Wirbelsturms betrug 2200 Kilometer; es handelte sich um den Taifun «Tip», der 1979 Japan heimsuchte. Der bisher grösste beobachtete Durchmesser eines Hurrikans erreichte knapp 1600 Kilometer («Olga», 2001).
Das windstille Auge im Zentrum des Wirbelsturms weist im Schnitt einen Durchmesser von 45 Kilometern auf, kann aber bis zu 70 Kilometer erreichen. Der Hurrikan dreht sich im Gegenuhrzeigersinn um dieses Auge, wobei die Wolkenfront rund um das Auge die destruktivste Zone des Wirbelsturms mit den höchsten Windgeschwindigkeiten bildet.
Die Windgeschwindigkeiten von Hurrikanen sind enorm; bei einem Wirbelsturm mit einem Durchmesser von 100 Kilometern können sie über 200 km/h erreichen. Bei den stärksten Hurrikanen sind es 300 km/h – der pazifische Hurrikan «Patricia» (2015) erreichte über dem Meer Windgeschwindigkeiten von 345 km/h, in Böen sogar bis zu 400 km/h.
Die effektive Windgeschwindigkeit ergibt sich aus der Bewegung des Zentrums, der sogenannten Zuggeschwindigkeit, und der Rotationsbewegung. Da sich Hurrikane auf der Nordhalbkugel aufgrund der Corioliskraft im Gegenuhrzeigersinn bewegen, ist die Windgeschwindigkeit auf der rechten Seite des Auges stets höher als auf der linken, wo die Rotationsgeschwindigkeit der Zuggeschwindigkeit entgegenwirkt.
Die Zuggeschwindigkeit ist jedoch auch bei starken Hurrikanen eher bescheiden; ihr Auge bewegt sich relativ zum Grund lediglich mit etwa 15 bis 20 km/h vorwärts. Gerade diese geringe Geschwindigkeit macht die Wirbelstürme gefährlich, denn sie gewinnen dadurch viel Zeit, um Stärke aufzubauen – und weil sie sich so langsam verlagern, suchen sie Orte auf ihrer Zugbahn relativ lange heim.
Der Unterschied zwischen einem gewöhnlichen Tropensturm – der Windgeschwindigkeiten zwischen 63 und 118 km/h aufweist – und einem Hurrikan ist die Windgeschwindigkeit. Erst ab einer Geschwindigkeit von 64 Knoten (118,4 km/h), die der Windstärke 12 auf der Beaufort-Skala entspricht, handelt es sich um einen Hurrikan.
Die Stärke eines Hurrikans wird durch die Saffir-Simpson-Skala ausgedrückt. Ihre Kriterien sind die Windgeschwindigkeit, die Höhe der vom Sturm erzeugten Meereswellen und der Luftdruck im Auge des Hurrikans. Es gibt 5 Kategorien für Hurrikane:
Die schlimmsten Hurrikane sind jene, die am meisten Todesopfer forderten. Die Opferzahlen haben in den letzten Jahrzehnten aufgrund der verbesserten Vorhersagemethoden und Schutzmassnahmen tendenziell abgenommen. Der verheerendste Hurrikan liegt denn auch schon lange zurück: Der «Grosse Hurrikan von 1780» forderte mit Abstand am meisten Todesopfer; es waren vermutlich mehr als 22'000.
Hurrikane, die hohen materiellen Schaden anrichten, dürften dagegen in neuerer Zeit häufiger sein. Hier führt «Katrina» (2005) die Liste an: Der Hurrikan, der über Florida, Louisiana – namentlich über New Orleans – , Mississippi, Alabama und Tennessee hinwegzog, forderte mehr als 1000 Menschenleben und richtete einen Schaden von etwa 81 Milliarden Dollar an.
Der stärkste jemals gemessene Hurrikan ist der bereits erwähnte Wirbelsturm «Patricia» mit einem Kerndruck von lediglich 872 hPa. Die über mindestens eine Minute anhaltende Spitzengeschwindigkeit von «Patricia» betrug 345 km/h – das ist Rekord. Im Atlantik war «Wilma» (2005) der bisher stärkste Hurrikan; der Kerndruck fiel auf 882 hPa ab; niedriger als bei jedem anderen atlantischen Hurrikan. Die mittlere Windgeschwindigkeit betrug bei «Wilma» 295 km/h, in Böen waren es bis 340 km/h.
(dhr)