Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03455.jsonl.gz/2982

Noch immer sind einige Teile des Inselstaats Tonga in vulkanischen Staub gehüllt. Nach dem Ausbruch des Unterwasservulkans Hunga Tonga-Hunga Ha'apai türmte sich in der Luft im Südpazifik eine gigantische Aschewolke, die sich im Pazifikgebiet auch sechs Tage nach dem Ausbruch noch nicht komplett aus dem Staub gemacht hat. Satellitenaufnahmen zeigen nun, dass die Aschewolke gegen die australische Ostküste zieht.
Der Inselstaat ähnle einer Mondlandschaft, sagte Neuseelands Hochkommissar Peter Lund, der sich gerade auf einer der wenigen bewohnbaren Inseln von Tonga befindet. Er ist einer der wenigen, der Kontakt mit der «Aussenwelt» aufnehmen konnte. Die Kommunikationsverbindungen mit dem Inselreich sind massiv eingeschränkt, da bei der Eruption zwei Unterseekabel beschädigt worden sind. Zu einigen der Inseln konnte noch keine Verbindung aufgebaut werden. Die Verbindung werde wohl noch wochenlang beeinträchtigt sein.
Bislang hat die Regierung des Inselstaats drei Todesfälle bestätigt. Sie bezeichnet die Eruption als «noch nie dagewesene Katastrophe». Experten schätzen, dass die Kraft fünfhundertmal stärker war als die Explosion der Atombombe in Hiroshima. Hilfsorganisationen warnen vor Gesundheitsschäden, da die Vulkanasche das Wasser kontaminiere.
Seitens der Regierung Tongas sind Hilfsaktionen auf den am schlimmsten betroffenen Inseln wie Mango, Fonoifua und Nomuka bereits angelaufen. Internationale Hilfe wurde durch den gesperrten Flughafen erschwert, da auch dieser von der Aschewolke bedeckt war. Neuseeland und Australien schickten deshalb erste Marineschiffe mit Hilfsgütern und medizinischem Personal. Noch vor deren Ankunft konnte die Landebahn von der Asche befreit werden. Ein erstes Flugzeug hat Tonga nun bereits mit einigen Hilfsgütern beliefert. Die Ankunft der Schiffe ist am Freitag zu erwarten.
Mit zunehmender Hilfe vom Ausland sorgt sich die Regierung um die nächste Gefahr für die Inselbewohner. Die Diplomaten befürchten, dass nach dem Tsunami durch die Hilfsorganisationen eine Coronawelle ins Land schwappen könnte.
Der Inselstaat im Südpazifik mit seinen rund 106'000 Bewohner:innen ist bislang von der Pandemie verschont geblieben. Die Insel verzeichnet nur einen einzigen Coronafall, der den Inselstaat eineinhalb Jahre nach Ausbruch der weltweiten Pandemie erreichte: Ein Flugpassagier ist im Oktober 2021 nach der Rückkehr aus Neuseeland positiv auf das Coronavirus getestet worden. Daraufhin kündigte die Regierung einen möglichen Lockdown an, falls weitere Fälle auftauchen.
Weitere Coronafällen wurden nicht verzeichnet, doch es kam zu einem anderen Anstieg: Laut Angaben der Impfkommission in Tonga soll der erste Coronafall im Oktober 2021 einen Ansturm auf die Impfzentren ausgelöst haben. Mittlerweile sind knapp 62 Prozent der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft.
Trotzdem will der Inselstaat weiterhin eine Zero-Covid-Strategie fahren. Tongas Missionschef Curtis Tu'ihalangingie warnt vor einem «zweiten Tsunami» und erklärte gegenüber dem Sender ABC, dass die Virenfreiheit des Landes Priorität habe. Berichten zufolge könnte das strenge Coronaregime an der hohen Adipositasrate des Inselstaats liegen. Gemäss Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leidet knapp die Hälfte der Bevölkerung an Adipositas – eine Krankheit, die schwere Coronaverläufe begünstigen kann. Hinzu kommt, dass das Gesundheitssystem der Inseln begrenzt ist.
Die Hilfsorganisationen sind sich der Anliegen der Regierung bewusst: «Wir wollen wirklich nicht eine Katastrophe gegen die andere tauschen», sagte Katie Greenwood von der internationalen Föderation der Rotkreuzgesellschaft. Dennoch sei es wichtig, baldmöglichst mit der Katastrophenhilfe zu beginnen, da für die Inselbewohner:innen eine wachsende Gefahr von Cholera und Durchfall besteht.
Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als 80 Prozent der Bevölkerung von der Katastrophe betroffen, wobei die Versorgung mit sauberem Wasser das grösste Problem darstellt.
Tu'ihalangingie und sein Team hoffen auf eine kontaktlose Katastrophenhilfe. Die erste Lieferung von Hilfsgütern habe am Donnerstag ohne Kontakte stattgefunden, um sicherzustellen, dass Tonga coronafrei bleibt. Die Hilfsgüter wurden abgeladen und das Flugzeug kehrte wieder zurück nach Neuseeland.
Die Flotte mit medizinischem Fachpersonal ist am Freitag zu erwarten. Noch ist unklar, ob humanitären Helfer:innen von der bis zu drei Wochen vorgesehenen Quarantäne befreit sind. Wie «The Guardian» berichtet, will man auch die Hilfsgüter einige Tage unter Quarantäne stellen. Und das, obwohl die Wasservorräte allmählich knapp werden.
Die Ukraine kann immer mehr auf schwere Waffen zählen, die vorwiegend aus den Nato-Ländern geliefert werden. Im Einsatz ist etwa die 155 mm gezogene Haubitze M777, die von den USA geliefert wird. Das Artilleriegeschütz soll dazu beigetragen haben, die Russen bei Charkiw bis zur Grenze zurückdrängen.