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Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund befindet sich wegen einer Finanztransaktion mit dem Jüdischen Weltkongress (WJC) auf Konfrontationskurs.Dieser Inhalt wurde am 15. November 2004 - 18:25 publiziert
Der Disput dreht sich um die Nutzung eines UBS-Kontos durch den langjährigen WJC-General-Sekretär Israel Singer, von dem das Genfer WJC-Büro nichts wusste.
Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) bleibt wegen eines von Israel Singer benutzten Bankkontos auf Konfrontationskurs mit den internationalen jüdischen Dachverbänden.
Singer ist der ehemalige langjährige Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses (WJC)und heutiger ehrenamtlicher Vorsitzender des Direktoriums.
Zur Zeit des Höhepunkts des Disputs um die nachrichtenlosen Vermögen aus dem Zweiten Weltkrieg zwischen dem WJC und der Schweiz gehörte WJC-Direktor Singer zu den hartnäckigsten Kritikern des Landes.
Beharren auf gründlicher Buchprüfung
In zwei Briefen vom Montag dieser Woche beharrte der SIG auf einer gründlichen Buchprüfung im mittlerweile geschlossenen Genfer Büro des WJC.
Ausgangspunkt des seit Monaten schwelenden Konflikts ist ein UBS-Konto des Genfer WJC-Büros, von dem die dortige Leitung keine Kenntnisse hatte.
Auf diesem Konto deponierte Israel Singer innerhalb weniger Monate 1,2 Mio. Dollar. Im Juli 2003 überwies er das Geld an seinen Freund, den israelischen Anwalt Zwi Barak.
Das Geld floss laut einem Artikel im in der Schweiz erscheinenden jüdischen Wochenmagazin "tachles" auf ein Konto in London. Dieses habe Barak zu Gunsten von Singer und dessen Frau unterhalten.
Nach Intervention floss Geld zurück
Erst als das Genfer WJC-Büro interveniert habe, sei das Geld wieder zurückgeflossen, dieses Mal auf ein WJC-Konto in New York. Nach dieser Intervention schloss der WJC das Genfer Büro.
Wegen dieser Vorfälle, die SIG-Präsident Alfred Donath auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP bestätigte, verlangt der SIG seit vergangenem April eine unabhängige Buchprüfung.
Austrittsdrohung aus dem Europäischen und dem Weltkongress
Falls dies nicht geschehe, werde der SIG aus dem Europäischen Jüdischen Kongress (EJC) und dem WJC
austreten.
Der WJC lehnte darauf die Buchprüfungs-Forderung des SIG ab. Interne Abklärungen hätten gezeigt, dass die Verdächtigungen unbegründet seien. Die 1,2 Mio. Dollar seien für heutige und künftige Pensionszahlungen an Singer vorgesehen gewesen, liess er verlauten.
Der Konflikt um das Konto spitzte sich nun am vergangenen Dienstag zu, als sich der EJC auf die Seite des WJC schlug. Ausserdem drohte der EJC damit, Donath aus dem Präsidium des EJC auszuschliessen, wenn der SIG weiter auf der Buchprüfung in Genf beharre.
Wie weiter mit Genf?
Am Montag reagierte der SIG nun auf die Drohung mit je einem Brief an den EJC und an den WJC, wie SIG-Sprecher Thomas Lyssy auf Anfrage sagte.
Im Schreiben an den EJC hätten die Schweizer Juden ihre Gesprächsbereitschaft signalisiert und die Kopie des zweiten Briefs an den WJC beigelegt. Im Brief an den WJC habe der SIG erneut auf einer Buchprüfung beharrt.
Ausserdem will der SIG laut Lyssy wissen, warum das Büro in Genf geschlossen wurde und wie es mit Genf weitergeht.
Im Brief an den WJC distanziert sich der SIG aber klar vom Vizepräsidenten des WJC, Isi Leibler. Dieser hatte eine allgemeine Diskussion über die Transparenz der WJC-Finanzen entfacht.
swissinfo und Agenturen
In Kürze
Laut "tachles" führte der WJC in Genf ein Spezialkonto, das meist leer war und am 1. April geschlossen wurde.
Daneben gibt es zwei gewöhnliche Konten bei der UBS Genf, eines in Franken und eines in Dollar.
"tachles" bezeichnet Israel Singer als den "starken Mann" des World Jewish Congress (WCJ).
Fakten
Der Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) hat dem World Jewish Congress (WJC) einen Brief geschrieben.
Der SIG möchte wissen, weshalb das WJC-Büro in Genf geschlossen wurde.
Der Gemeindebund verlangt auch ein externes und unabhängiges Audit.
Es geht um Einzahlungen des ex-WJC-Generalsekretärs Israel Singer in der Höhe von 1,2 Mio. Dollar auf ein WJC-Bankkonto über Genf.
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