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Chanel erfreut sich einer beneidenswerten Gesundheit, wie die zum zweiten Mal offengelegten Zahlen zeigen: 2018 steigerte das Label seinen Umsatz um 10,5 Prozent auf 11,1 Milliarden Dollar. Der Reingewinn stieg überproportional um 16,4 Prozent auf 2,16 Milliarden. Und dabei ist der Luxusgüterproduzent schuldenfrei. Das berühmte Haute-Couture-Haus musste jedoch auch einen Rückschlag verkraften, verstarb doch im Februar sein legendärer Stardesigner Karl Lagerfeld, der die Marke 36 Jahre lang verkörpert hatte. Seine Nachfolge trat Virginie Viard (57) an, die 20 Jahre lang mit dem deutschen Modeschöpfer zusammenarbeitete und nun die künstlerische Leitung der Gruppe mit 25 000 Mitarbeitern innehat.
2018 investierte das Haus von der Rue Cambon in Paris über eine Milliarde Dollar in die digitale Aufrüstung seiner Boutiquen. Während zahlreiche Unternehmen Grossbritannien wegen des Brexit verlassen, hat die Chanel-Gruppe strategische Funktionen wie Finanzen, Audit und Reporting sowie den Rechtsdienst nach London verlegt. Chanel Ltd ist nunmehr die zentrale Rechtseinheit, in der sämtliche Abschlüsse der Konzerngesellschaften konsolidiert werden.
Die Eigentümer der Chanel-Gruppe, Gérard Wertheimer (69), mit langjährigem Wohnsitz in Genf, und sein Bruder Alain (71), der in New York wohnt, sind die Enkel von Pierre Wertheimer. Er war der Geschäftspartner der Modedesignerin Coco Chanel, die das Unternehmen 1910 gegründet hatte. Branchenexperten schätzen den Wert des Labels mit dem doppelten C auf 50 Milliarden Franken.
(Stand: November 2019)