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Kurzporträt
Der Musikverein Rothrist (MVR) wurde 1894 als Christlicher Musikverein Rothrist gegründet.
Wir sind eine Brass Band mit ca. 40 Aktivmitgliedern und etlichen Passivmitgliedern. Wir spielen in der 2. Stärkeklasse und nehmen jedes Jahr,wenn möglich, an einem Musiktag teil.
Unser Repertoire umfasst die verschiedensten Stilrichtungen: Vom originalen Brass–Bandstück über die modernen und klassischen Kompositionen, über die Marschmusik bis zur böhmischen Blasmusik.
Vor der Gründung
Wenn man in der Musikgeschichte zurückblättert, kann man feststellen, dass schon früher in unserer Gemeinde Musikvereine bestanden. So war es um die Mitte des 19. Jahrhunderts der Blechmusikverein Niederwil (heutiges Rothrist). Dieser Verein war eine der leistungs-fähigsten Blechmusiken der ganzen Schweiz. Im Jahre 1862 nahm diese Musikgesellschaft an einem grossen Musikfest in Zofingen teil und belegte dort nach der Klostermusik Einsiedeln den 2. Rang.
Weitere Aktivitäten waren die Beteiligung am Eidgenössischen Musikfest in Solothurn und 1868 am grossen Wiggertaler Gesangstag in Zofingen als Festmusik. Diesen tüchtigen Musikanten fehlte aber der Nachwuchs, so dass diese Gesellschaft in den 70er Jahren wieder einging. Einige Bläser bildeten nachher 5- bis 6-stimmige Dorf- und Tanzmusiken, die für kurze Zeit auf bis 12 Bläser anwuchsen, aber doch immer wieder auf das Tanzmusik-niveau zurückfielen.
Gründung und die Zeit danach
Anfangs der 90er-Jahre lernten zwei musikbegabte Jünglinge das Trompetenspiel und schlossen sich der bestehenden Dorf- und Tanzmusik an. Einer der beiden Brüder erkrankte und starb schon früh. Dies machte auf seinen Bruder einen so tiefen Eindruck, dass sich dieser von den weltlichen Vereinen zurückzog und sich dem Christlichen Jünglings- und Männerverein anschloss.
Er fühlte sich verpflichtet, seine musikalischen Gaben in den Dienst der christlichen Gemeinde zu stellen. So gründete er innerhalb des Christlichen Jünglings- und Männervereins im November 1894 einen Christlichen Musikverein – den heutigen Musik-verein Rothrist.
Der Übergang von der Volksmusik zur Kirchenmusik war aber nicht so einfach. Die in der Kirche und der christlichen Gemeinde benötigten Musikalien fehlten beinahe vollständig. Auch wurde die Gründung von solchen Musikvereinen im Allgemeinen nicht sehr freudig begrüsst. Im Volksleben hatte man nicht viel Raum für sie und in der christlichen Gemeinde gab es genug Glieder, die ihren Glauben nur schwer mit der Blechmusik vereinigen konnten.
1895–1904
In den ersten Jahren entwickelte sich der Verein soweit, dass er wiederholt öffentlich auftreten konnte und 1897 sogar ein eigenes Konzert gab.
– Im Jahre 1898 scheint sich eine Krise eingeschlichen zu haben, denn es demissionierte der ganze Vorstand und erst nach mehreren amüsanten Wahlgängen konnte ein neues „Kabinett“ gebildet werden.
– 1899 wurde der Verein dann in den Namen „Christlicher Musikverein Rothrist“ umgetauft.
– Das grösste Ereignis des Jahres 1900 war, als unsere Kirchenglocken, eingeleitet von den Chorälen des Vereins, das erste Mal läuteten.
– 1902 zeigte sich erneut eine Krise und es wurde beschlossen, den Verein aufzulösen. Die Instrumente wurden im Estrich eines Privathauses beim Rössli eingestellt. Allerdings nicht für lange Zeit, bald fanden sich wieder einige Bläser ein, um den Verein weiterzuführen.
1905–1914
Das zweite Jahrzehnt begann der Verein mit 15–16 Bläsern, für die damaligen Verhältnisse war dies ein mittelmässiger Verein. Im Jahre 1906 folgte der Verein einer Einladung zu einem Posaunentag und im gleichen Jahr wurde bei der Gründung des Verbandes Schweiz. Posaunenchöre in Aarburg gespielt.
1914–1918
Der erste Weltkrieg brachte, wie für alle kulturellen Bestrebungen, auch für den Christlichen Musikverein einen grossen Rückschlag. Bei der Gesamtmobilmachung am 1. August 1914 musste die Tätigkeit ganz eingestellt werden und konnte erst Ende Oktober wieder aufgenommen werden. Wenn auch immer einige, ja manchmal mehr als die Hälfte der Mitglieder an der Grenze standen, so wurden doch regelmässig Proben abgehalten und an vielen Anlässen mitgewirkt.
1919–1930
Dieses Jahrzehnt war durch ein stetes Anwachsen des Vereins geprägt. 1920 waren es 20 Bläser und 1930 bereits mehr als 30. Auch wurde der Verein etwas straffer organisiert. So wurden Absenzenlisten eingeführt und Bussen für nicht entschuldigtes Fernbleiben festgesetzt.
1930–1949
In diesen Jahren war der Verein zu einem der grössten christlichen Musikvereine angewachsen und hatte inzwischen bis zu 50 Bläser. Dann wurde am 2. September 1939, nun schon zum zweiten Mal in der Geschichte des Vereins, die friedliche Tätigkeit jäh unterbrochen. Der lang befürchtete Krieg war ausgebrochen und der grösste Teil der Bläser musste das Instrument mit den Tornister oder der Militärtrompete vertauschen. Aber schon nach 2–3 Wochen fanden sich die zu Hause gebliebenen wieder im gewohnten Übungszimmer ein.
Am 10. Mai 1940, bei der zweiten Mobilmachung, mussten die Proben für einige Wochen eingestellt werden. Als sich später das Kriegsgeschehen etwas von der Grenze entfernte, konnten die Übungen und Anlässe wieder durchgeführt werden.
Trotz den schwierigen Umständen, feierte der Verein im Jahre 1944 sein 50-Jahr-Jubiläum.
1950–1960
In diesen Jahren erfreute sich der Verein einer problemlosen Entfaltung. Die Tätigkeiten lagen vorwiegend in unserer Gemeinde mit jährlich 25 – 35 Auftritten. Auch innerhalb des Verbandes blieb der Verein nicht untätig und beteiligte sich an einigen Anlässen.
1960–1970
Ein schon lang gehegter Wunsch ging in den 60er-Jahren in Erfüllung: eine Neu-instrumentierung. An der Generalversammlung vom Januar 1964 wurde dieser Beschluss gefasst und im November wurde die Übergabe der neuen Instrumente würdig gefeiert.
An der Generalversammlung vom März 1969 wurde die Anschaffung einer neuen Uniform beschlossen und zwei Jahre später konnte der Verein seine neue blaue Uniform anlässlich der Dorfwoche einweihen.
1972 wurden die revidierten Statuten in Kraft gesetzt. Dabei wurde der „Christliche Musik-verein Rothrist“ auf „Musikverein Rothrist“ umgetauft.
Damit der Musikverein Rothrist nicht fahnenlos an das Eidgenössische Musikfest in Biel gehen musste, wurde 1976 die Anschaffung einer Vereinsfahne beschlossen.
Damit der Musikverein Rothrist nicht fahnenlos an das Eidgenössische Musikfest in Biel gehen musste, wurde 1976 die Anschaffung einer Vereinsfahne beschlossen.
1990–1994
Seit der Uniformierung des Vereins sind schon 20 Jahre vergangen und die Uniform zeigte zusehends Abnutzungserscheinungen. Deshalb wurde bereits 1987 eine Kommission für die Anschaffung einer neuen Uniform ins Leben gerufen. Im Herbst 1990 konnte sich der Musikverein in seiner neuen rot/grauen Uniform präsentieren.
1994–2010
1996 wurde eine Kommission gebildet um die veralteten Statuten des Musikvereins zu überarbeiten.
1998 fand in Rothrist wiedermal eine Dorfwoche statt an der sich der Musikverein ebenfalls beteiligte.
Der Verein führte in diesen Jahren, nebst den eigenen Jahreskonzerten, einige Gemeinschaftskonzerte durch (Polizeimusik Kanton Aargau, Tambourenverein Rothrist, etc.). Teilnahmen an Eidgenössischen Musikfesten und Jubilaren-Ständchen standen ebenfalls auf dem Programm.
2010–
Alois Kissling trat 2010 nach 23 Jahren sein Amt als Dirigent an Cyrill Schaub ab.
2011 nahm der Verein am Eidgenössischen Musikfest in St. Gallen teil. Im Herbst kam das geplante Herbstkonzert zustande und konnte in der reformierten Kirche durchgeführt werden.
An der Generalversammlung wurde die Bildung einer Uniformen-Kommission beschlossen, so dass sich der Musikverein 2014 zum 120-Jahr-Jubiläum in einem neuen Gewand präsentieren kann.
Unsere Homepage erscheint in einem neuen Design.