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Im Jahr 1973 veröffentlichten Peter Tompkins und Christopher Bird ein Buch, in dem sie die psychische Welt der Pflanzen erforschten. Das Buch heisst „The Secret Life of Plants“ und stellt unter anderem die These auf, dass Pflanzen mit Menschen kommunizieren, Gefühle empfinden und vom Musikhören profitieren können.
Ihre Erkenntnisse decken die beiden Autoren mit einer Sammlung pseudowissenschaftlicher Experimente, wofür sie heftig kritisiert wurden. Dennoch erwies sich ihr Buch als grosser Erfolg, der mehrere Künstler:innen dazu veranlasst, ganze Alben mit Musik für Pflanzen zu komponieren. Darunter die Platte „Plant Music“ von Baroque Bouquet, die unter dem Amherst Records Label publiziert wurde. Auf der Rückseite der Schallplatte erklären die Musiker, wie sie eine Anzahl Pflanzen unter den gleichen klimatischen Bedingungen über mehrere Tage hinweg mit Musik unterschiedlicher Genres beschallt und die damit verbundenen Auswirkungen gemessen hätten. Ihre Auswertung beschreiben sie in den folgenden zwei Sätzen: „Die Reaktion auf die Musikformen von Bach und Shankar ist in allen Experimenten, die wir gelesen haben, offensichtlich. Die Reaktion auf Perkussion und auch auf nicht-mathematische und extrem einfache Musikformen (Acid Rock) ist ebenso offensichtlich.“ Ihre LP betiteln sie daraufhin mit der Aussage: „Music to keep your plants healthy and happy. We know our music will stimulate a favorable response within your growing plants.“
Das Plant-Music-Genre brachte unzählige weitere Veröffentlichungen hervor, zu den bekanntesten zählt dabei wohl Mort Garsons „Mother Earth’s Plantasia“ (1976), die in der Geschichte der elektronischen Musik als Pionierarbeit gewertet wird. Grund dafür ist Mort Garson, der als einer der ersten Komponisten von einem analogen Synthesizer Gebrauch machte und das Album auf einem modularen Moog Synthesizer produzierte. Die Verbreitung seiner LP blieb zur Zeit der Erscheinung verhältnismässig gering, da die Schallplatte nur an zwei Orten erworben werden konnte: entweder von Personen, die sich im Pflanzengeschäft namens Mother Earth eine Zimmerpflanze kauften, oder jenen, die sich eine Simmons-Matratze in einem Sears-Outlet erwarben.
Plant Music etablierte sich in den 70er-Jahren und klingt auch so: Sphärische Klänge der Synthesizer spannen einen Klangteppich, der begleitet wird von Flöten oder einer ruhigen Stimme, die direkt zu den Pflanzen spricht (Ann Chase – „A Chant for Your Plants“). Die Musik klingt verträumt, mal verschlafen, blüht auf und wandelt sich teilweise zu beinahe aggressiv glücklichen Melodien. Spannungsvoll schwebende Harmonien wechseln sich mit hellen Songteilen, so als wollten sie, dass die Pflanzen sich erwartungsvoll recken, um mehr über die Geschichte zu erfahren, die ihnen von der Musik erzählt wird.