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Die Stadt Genf wehrt sich gegen die Durchfahrt des Schwerverkehrs durch den Mont-Blanc-Tunnel. Der Tunnel soll voraussichtlich im September wieder geöffnet werden, nachdem im März 1999 ein Brand 39 Tote gefordert hatte.
Um ihren Anliegen mehr Gewicht zu verleihen, schloss sich die Stadt Genf der Vereinigung für die Respektierung der Gegend des Mont Blanc (ARSMB) an, wie der Genfer Stadtpräsident Alain Vaissade am Montag (12.03.) mitteilte.
Laut Vaissade würde ein Rückkehr der Lastwagen in den Mont-Blanc-
Tunnel "kurzfristige Lösungen für den Huckepackverkehr" in der
Region verhindern. Die Lastwagen trügen weiterhin dazu bei, dass
eine Gegend Schaden nehme, die zum unschätzbaren Welterbe gehöre,
wie die zerstörten Buddha-Statuen in Afghanistan.
Die Rückkehr der Lastwagen in den Tunnel stelle aber auch ein Sicherheitsrisiko dar. Der Genfer Stadtpräsident beurteilt die nach der Katastrophe ergriffenen Sicherheits-Massnahmen als ungenügend. Damit könne nicht garantiert werden, dass sich eine solche Katastrophe nicht noch einmal wiederhole.
150'000 Unterschriften
Georges Unia, Präsident von ARSMB, verurteilte die "unverantwortbare Politik" der französischen und italienischen Regierungen bezüglich des Mont-Blanc-Tunnels. Die Bevölkerung stehe hinter der ARSMB. Ende März werde dem französischen Premierminister Lionel Jospin eine Petition mit 150'000 Unterschriften überreicht.
Seit zehn Jahren kämpft die ARSMB dagegen, dass der Güterverkehr durch die Alpen vorwiegend auf der Strasse stattfindet. Gegen die Rückkehr der Lastwagen in den Mont-Blanc-Tunnel wehrt sich die Vereinigung auch auf juristischem Weg. Sie habe im Zusammenhang mit der Wiederöffnung verschiedene "Ungereimtheiten" festgestellt, sagte Unia.
Die Stadt Genf wird trotz ihres Engagements in der Vereinigung ARSMB ihren Sitz im Verwaltungsrat der Betreiber-Gesellschaft des Mont-Blanc-Tunnels (ATMB) nicht aufgeben.
swissinfo und Agenturen