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1918, Flucht aus Russland, SRF info
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Freitag, 09.11.2018
Wiederholung vom 07.11.2018
Info / Dok
2018
58 Minuten
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Der Agronom Michele Raggi aus Morcote wanderte im Jahr 1896 nach Südrussland aus und gründete im Kaukasus eine Tessiner Landwirtschaftskolonie. Er gehört zu den gut 8000 Schweizern, die nach der Oktoberrevolution von 1917 aus Russland flohen. Michele Raggis Urenkel begibt sich nun auf Spurensuche.
Der Agronom Michele Raggi aus Morcote wanderte im Jahr 1896 nach Südrussland aus und gründete im Kaukasus eine Tessiner Landwirtschaftskolonie. Sein Russland-Abenteuer endete nach der Oktoberrevolution 1917: Zusammen mit gut 8000 anderen Schweizern floh er danach zurück in die alte Heimat. Michele Raggi hatte zusammen mit vier anderen Tessinern und vier Italienern Land von einem russischen Prinzen gepachtet und am Fusse des Kamelberges einen blühenden Betrieb errichtet. Weinberge und Obst, Viehwirtschaft - Arbeit für über 200 Bauern und Tagelöhner aus der Umgebung. Raggi war ein Kritiker des Zarismus und begrüsste anfangs die Revolution, doch angesichts der radikalen Entwicklung, des Chaos und der Gewalttätigkeiten, von denen auch die Schweizer Kolonie nicht verschont blieb, entschloss er sich schliesslich schweren Herzens zur Flucht. Er hinterliess ein Tagebuch, das er mit viel Leidenschaft aber auch mit Bitterkeit geführt hatte. Vieles hatte er vorausgesehen, doch wie sich die Dinge wirklich entwickelt haben, konnte er nicht mehr erleben. Er starb wenige Tage nach seiner Ankunft in Morcote, wo er seine Familie in Sicherheit gebracht hatte. Michele Raggis Urenkel reist nach Russland und begibt sich auf Spurensuche nach der Tessiner Landwirtschaftskolonie. Dabei entdeckt er nicht nur die Schönheit des Kamelbergs, sondern trifft auch auf Überreste, die auf seine Vorfahren verweisen.