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Die Sprengstoffverordnung (SprstV) regelt die Trägerschaften sowie verschiedene Berechtigungen für die Ausführung von Sprengarbeiten und die Verwendung pyrotechnischer Gegenstände. Zur Zeit existieren 20 Berechtigungen.
Trägerschaften
Art. 61 Trägerschaften und Prüfungskommissionen
Trägerschaften der Kurse und Prüfungen können von einem Berufsverband oder interessierten Wirtschaftskreis alleine oder von mehreren gemeinsam gebildet werden. Je Spreng- oder Verwendungsberechtigung im Sinne von Artikel 52 wird gesamtschweizerisch nur eine Trägerschaft gebildet. Für den Vollzug setzt die Trägerschaft eine Prüfungskommission ein. Die Prüfungskommission kann für einzelne Aufgaben Kreise bilden.
Art. 62 Reglemente
Die Trägerschaften der Kurse und Prüfungen erstellen für die Berechtigung, für die sie zuständig sind, ein Ausbildungs- und ein Prüfungsreglement.
Sie regeln darin insbesondere:
- den Ausbildungs- beziehungsweise den Prüfungsstoff, aufgeteilt in Fächer
- Art und Dauer der Fächer
- die Voraussetzungen für die Zulassung zu Kursen und Prüfungen
- das Anmeldeverfahren
- die Zusammensetzung der Prüfungskommission
Berechtigungen
einfache, kleine allgemeine Sprengarbeiten mit geringem Schadenrisiko
umfangreichere allgemeine Sprengarbeiten mit erhöhtem Schadenrisiko selbständig sowie unter Aufsicht alle allgemeinen Sprengarbeiten mit erhöhten Schadenrisiko
alle allgemeinen Sprengarbeiten mit erhöhtem Schadenrisiko selbständig und mit hohem Schadenrisiko zusammen mit ausgewiesenen Fachpersonen
Sprengungen von Schneemassen (Schneedecken, Schneewächten) mit Sprengladungen
Berechtigung Vernichten von unbrauchbar gewordenen Sprengmitteln (VE)
Vernichten von unbrauchbar gewordenen Sprengmitteln heisst, die explosionsfähigen Bestandteile der Sprengmittel unwirksam machen.
Berechtigung Metallsprengungen (ME)
ME sind Sprengungen von Drahtseilen, Rundeisen und einfachen Eisenprofilen (keine Bauwerke).
Berechtigung Grossbohrlochsprengungen (GR)
GR sind Sprengungen in Bohrlöchern von mehr als 12 m Tiefe und über 65 mm Durchmesser.
Berechtigung Werksteingewinnung (WS)
Die WS ist eine Gewinnungstechnik für block- oder plattenförmige Gesteinsstücke.
Berechtigung Unterwassersprengungen (UW)
UW sind Sprengungen unter der Wasseroberfläche.
Berechtigung Bauwerksprengungen (BA)
BA sind Sprengungen von Bauwerksteilen oder ganzen Bauwerken.
Berechtigung Sprengungen in heissen Massen (HM)
HM sind alle Sprengungen, bei denen die Temperatur der zu sprengenden Medien + 70°C übersteigt.
Berechtigung Kammersprengungen (KA)
KA eignen sich zur Gewinnung grosser Haufwerksmassen.
Berechtigung Hagelabwehrraketen (HA)
HA berechtigt, Hagelabwehrraketen zu verschiessen.
Berechtigung Rettungssprengladungen (RS)
RS dienen dazu, Zugang zu verschlossenen Räumen zu schaffen.
Berechtigung Sprengschweissen (SS)
SS berechtigt, mit Sprengschweissladungen zu schweissen.
Berechtigung Schnellöffnende Ventile (SV)
SV berechtigt das Verwenden von Zündsätzen zum Öffnen von Ventilen.
Berechtigung Feuerwerk A (FWA)
Der Eintrag FWA berechtigt das Abbrennen von gebrauchsfertigen Feuerwerkskörpern und pyrotechnischen Gegenständen bis zu einem Kaliber von max. 75 mm und einer Nettoexplosivstoffmasse von max. 50 kg. Er ist für Personen vorgesehen, die kleinere Feuerwerke im Freien abbrennen.
Berechtigung Feuerwerk B (FWB)
Der Eintrag FWB berechtigt Feuerwerke im Freien nach den anerkannten Regeln der Technik selbstständig zu planen und abzubrennen ohne eine Beschränkung der Kaliber und Nettoexplosivmasse.
Er richtet sich vor allem an Personen, die gewerbliche Feuerwerke planen und abbrennen.
Berechtigung Bühnenfeuerwerk (BF)
Der Eintrag BF berechtigt das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen der Kategorie T2 auf Szenenflächen sowie auf Bühnen im Innern und im Freien.
Sprengausweis im Polizeidienst
Weiterführende Informationen