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– Policy Brief –
Verstärkung der Community-Tests auf SARS-CoV-2
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Zusammenfassung
Regelmässig wiederholtes Testen z. B. in Schulen, am Arbeitsplatz und in Pflegeheimen, kann asymptomatische Fälle von SARS-CoV-2 aufspüren. Wir beschreiben verschiedene Testansätze und die Bedingungen für ihre erfolgreiche Umsetzung, um Übertragungen in der Gemeinschaft zu reduzieren.
Zunehmend kommt die Hoffnung auf, dass verstärktes Testen eines Grossteils der Bevölkerung die Kontrolle der SARS-CoV-2-Übertragung verbessern und es damit der Gesellschaft ermöglichen wird, sich im Gleichschritt mit der Impfkampagne sicher zu öffnen.
Verstärktes Community-Testen beinhaltet das wiederholte Screening auf asymptomatische SARS-CoV-2-Infektionen in bestimmten Zielgruppen, mit dem Ziel, die Übertragung in der Bevölkerung zu reduzieren. Zielgruppen sind Gruppen, die als hochgradig gefährdet für eine SARS-CoV-2-Infektion gelten und/oder sich an Orten aufhalten, wie z. B. Schulen und Arbeitsplätzen, an denen Tests in grossem Massstab durchgeführt werden können. Das Paradigma des wiederholten Testens gibt der Reichweite und Häufigkeit der Tests sowie der Geschwindigkeit in der Bearbeitung den Vorrang vor der Sensitivität des Assays, die bei diagnostischen Tests bei symptomatischen Personen im Vordergrund steht.
Der „Test“ umfasst den Analysetyp sowie die Probe. Die beiden Kombinationen, die für wiederholtes Testen als am geeignetsten gelten, sind Antigen-Schnelltests mit nasopharyngealen oder nasal+oropharyngealen Proben oder laborgestützte RT-PCR-Assays, die Speichelproben verwenden.
Die Umsetzung des verstärkten Community-Testens erfordert robuste Organisations-, Management-, Informations- und Überwachungssysteme, um eine hohe Abdeckung zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Zusätzlich zu Tests bei Einzelpersonen sollte das verstärkte Testen auch die Kontaktpersonen infizierter Personen in Haushalten, Schulen und am Arbeitsplatz einbeziehen. Die Aufrechterhaltung des regelmässigen, freiwilligen Testens erfordert Vertrauen, Unterstützung und Engagement seitens der Gemeinschaft. Vorläufige Ergebnisse aus Pilotstudien im Kanton Graubünden ergaben eine mässige Nachfrage seitens der mobilen Bevölkerung; die Testpositivität nahm in den teilnehmenden Orten kurzfristig (über mehrere Wochen hinweg) ab. Notwendig sind Daten über die wichtigsten Zielgruppen und über die für eine globale Übertragungsreduktion erforderliche Reichweite.
Eine wirksame Kommunikation und Begleitung sind notwendig. Denn die meisten Personen profitieren nicht direkt von einer Teilnahme, sind aber von den Nachteilen des wiederholten Testens, der Isolation und Quarantäne sowie den Folgen falsch positiver und falsch negativer Tests betroffen.
Pläne für die Evaluierung und das Monitoring sollten auf kantonaler und nationaler Ebene und parallel zur Umsetzung vorgelegt werden. Die getrennte Erfassung der Anzahl und der Resultate von Screening- und Diagnosetests ist unerlässlich, um einen Anstieg der Anzahl positiver Tests als Folge des Programms von einem Anstieg aufgrund einer erhöhten Übertragung unter-scheiden zu können. Nötig ist auch die Nutzen-Schaden-Abwägung für die Teilnehmenden. Eine vergleichende Auswertung der Ergebnisse verschiedener Arten der Programmumsetzung sowie Modellierungsstudien werden dabei helfen zu ermitteln, welche Ansätze am effektivsten sind und die höchste Akzeptanz finden.