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Der Januar 2021 war extrem grau. Lokal war es der sonnenärmste Januar überhaupt seit mindestens 40 Jahren. Negativrekorde gab es auf dem Hörnli im Zürcher Oberland, auf dem Napf in der Zentralschweiz und auf der Messstation La Frétaz im Waadtländer Jura. Alle diese Stationen liegen ausserhalb der Nebelschicht des Mittellandes, wo sonnenarme Wintermonate öfters vorkommen. Die zahlreichen Fronten, die im vergangenen Monat über uns hinwegzogen, sorgten an diesen Orten für den trübsten Januar seit Messbeginn. Die Messreihen aller drei Stationen gehen bis zu den frühen 80er-Jahren oder zu den späten 70er-Jahren zurück. Es war aber auch über einen längeren Zeitraum gesehen extrem trüb. In Basel wird seit 1885 systematisch die Sonnenscheindauer aufgezeichnet, aber auch dort gab es nur fünfmal weniger Sonnenschein als 2021. In den letzten 100 Jahre war es dort nur 1977 noch grauer. Die anderen vier Ereignisse gehen auf die Zeit zwischen 1885 und 1900 zurück.
Grauer Winter: Das war einmal
Man hatte fast schon den Eindruck, graue und trübe Winter würden der Vergangenheit angehören. In den letzten Jahren war es im Winter, nicht nur im Januar, oft freundlich, und auch epische Nebelphasen im Mittelland gab es kaum noch. Dies zeigt auch die Zeitreihe am Flughafen Zürich. Dort findet man unter den zehn grausten Januar-Monaten nicht einen im 21. Jahrhundert. Nicht anders ist die Situation in Güttingen am Bodensee oder in Schaffhausen. An all diesen Stationen wird seit 1959 gemessen. Auch an der Messstelle Zürichberg mit einer Messreihe, die bis ins Jahr 1884 zurückreicht, waren die zehn grausten Januar-Monate alle im 20. Jahrhundert.
In den letzten Jahren immer sonniger
Der graue Winter 2020/21 passt sogar nicht ins allgemeine Bild. 2020 war zum Teil das sonnigste Jahr überhaupt in der Schweiz. Ging die Sonnenscheindauer von den späten 40er-Jahren des letzten Jahrhunderts bis Ende der 70er-Jahre beidseits der Alpen immer mehr zurück, ist seit den frühen 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts wieder ein deutlicher Anstieg der Sonnenscheindauer zu verzeichnen. Die Ursache dafür konnte bis jetzt wissenschaftlich noch nicht eruiert werden.