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Geschichte838 - 2001
Für die Bedeutung der weiteren Umgebung vom heutigen Bischofszell waren zwei Ereignisse von grundlegender Bedeutung, nämlich die Verlegung des Bischofsitzes von Vindonissa nach Konstanz - vermutlich Ende des 6. Jahrhunderts - und die Gründung der Klause durch Gallus im Tal der Steinach im Jahre 612 . Im Jahre 720 wurde die Klause in das Kloster umgewandelt.
Das Bistum von Konstanz und das Kloster St.Gallen wurden reich beschenkt, vornehmlich durch die fränkischen Könige. Beide, Konstanz und St.Gallen waren bestrebt, ihre Gebiete zu vergrössern.
In Bischofszell begann die Geschichte mit dem Bau einer Burg als Verwaltungszentrum sowie einer klösterlichen Anlage durch den Konstanzer Bischof Salomo I.
(838-871) oder seinen Neffen Salomo III. (890-919), wobei letzerer gleichzeitig auch Abt von St.Gallen war. Des Bischofs Zelle war somit für ihn ein Etappenort auf halbem Weg zwischen seinen beiden Machtzentren. Über diese zeit fehlen zwar die Urkunden, aber die Grabungen durch Prof. H.U. Sennhauser anlässlich der Restaurierung der Stiftskirche ( 1968) belegen einen ersten Kirchenbau aus dieser Zeit Salomos III.
Neben der geistigen Betreuung der Bevölkerung unterhiehlt das Pelagistift auch eine Schule. Aus dieser Stiftsschule sind in der Zeit des religiösen Umbruchs eine Reihe von bedeutenden Männern hervorgegangen. Einer der bedeutensten dieser "geleerter menner" war wohl Theodor Buchmann, genannt Bibliander, der Nach-folger Zwinglis als Professor für alttestamentliche Theologie in Zürich.
1248 wird der Ort erstmals als "oppidum" (ummauerter Bezirk)erwähnt. Darunter versteht man einen befestigten Platz, also eine "Stadt" nach mittelalterlicher Auffassung.
Der dritte Stadtbrand von 1743 vernichtete die mittelalterliche Kleinstadt und brachte einen grossen Teil der Bevölkerung um Hab und Gut. Doch aus der Asche entstand das heutige Bischofszell mit seinem Ratahus, einem Werk des Stararchitekten des Deutschen Ordens Johann Caspar Bagnato, im Urteil des Kunsthistori-kers Linus Birchler der "zierlichste öffentliche Profanbau der alten Schweizer Kunst". Und im oberen Teil der Stadt bauten die Gebrüder Grubenmann ihre herrschaftlichen Häuser, die, vor allem in ihrer Innenausstattung,als repräsentative Beispiele für bürgerliche Wohnkultur in der Mitte des 18. Jahrhunderts gelten dürfen.
Leider noch wenig bekannt ist die merkwürdige Tatsache, dass sich zur Zeit der Französischen Revolution die erste Druckerei ausgerechnet in Bischofszell befand; wenn auch nicht zu jedermanns Freude. Die Diethsche Druckerei machte nämlich unter anderem ihr Geschäft mit subversiven Schriften und druckte auch das "Ochsenbüchlein", den berühmt-berüchtigten Entwurf für eine helvetische Staatsverfassung des franzosenfreundlichen Basler Staatsschreibers Peter Ochs.
Sehr viel verdankt Bischofszell dem Bischofszeller Pfarrherrn und Geschichts-forscher Johann Adam Pupikofer (1797-1882). Er gründete im Jahre 1851 die "Literaria", eine Gesellschaft für Literatur, Kunst und Musik, der es bis heute mit Erfolg gelungen ist, im Schatten der Metropole St.Gallen zu bestehen. Aus der Literaria hinaus wuchs das "Raritätenkabinett", das spätere Museum Bischofszell Dieses Museum gilt heute als eines der schönsten Ortsmuseen der Schweiz. Eine einzigartige Attraktion des Museums ist die Dr.Albert Knöpfli-Stiftung, eine überaus reichhaltige Kartensammlung der Schweiz von grossem wissenschaftlichem Wert.
Seit den siebziger Jahren haben viele Hausbesitzer mit oft grossem finanziellem Engagement zum schönen Erscheinungsbild der barocken Altstadt beigetragen. Der nationale Dank erfolgte 1987 durch die Verleihung des Wakkerpreises, eine Ehrung, auf die wir Bischofszeller mit Freude und berechtigtem Stolz zurückblicken.