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Ich liebe Bahnhöfe – mehr als Flughäfen. Da spielen wohl auch Kindheitserinnerungen mit: Mein Vater war „Bähnler“. Es müssen aber „alte“ Bahnhöfe sein – mindestens so alt wie ich. Und klar: Die paar Bahnhöfe in meiner Umgebung, die ich mehr oder weniger regelmässig frequentiere als Pendler, die nehme ich nicht mehr wirklich zur Kenntnis.
Zu meinen Lieblingsbahnhöfen gehören sicher Charing Cross und Paddington in London oder der Wiener Westbahnhof (in der Fassung von vor 2008). Also sogenannte Kopfbahnhöfe also, Bahnhöfe, in die der Zug einfährt, um sie dann in umgekehrter Richtung wieder verlassen zu müssen. So was nenne ich einen richtigen Bahnhof – alles andere sind ja nur erweiterte Haltestellen ;o).
Bahnhöfe sind wegen der Züge interessant, die Reisenden stören ja meist nur.
Es gibt auch andere Bahnhöfe, langweilige. Die schlimmsten (weil mit unter die langweiligsten meines Lebens zählenden) zwei Stunden habe ich auf dem Bahnhof von Mürzzuschlag verbracht. Später wurde mir klar, dass Elfriede Jelinek so schreiben muss, wie sie schreibt. Vielleicht mag ich sie deshalb so sehr, weil ich das in ihren Romanen ausgedrückte Lebensgefühl nach jenen zwei Stunden im Wartesaal des Bahnhofs ihrer Heimatstadt so gut nachvollziehen kann …