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Über Kantha Bopha
Von 1992 bis 2007 hat Dr. Beat Richner in Phnom Penh und Siem Reap Angkor fünf Kinderspitäler eröffnet.
Das Kantha Bopha Spital betreut rund 85% aller kranken Kinder in Kambodscha. 80% der der schwer kranken und hospitalisierten Kinder hätten ohne diese Spitäler keine Überlebenschance.
Die Behandlung ist für alle Kinder kostenlos. 80% aller Kambodschaner sind mittellos und 80% der Patienten kommen aus Familien mit einem täglichen Einkommen von 1 US-Dollar oder weniger. Sie können schlicht und einfach nicht bezahlen!
Finanzen
Die jährlichen laufenden Kosten für den Spitalbetrieb in Kambodscha belaufen sich heute auf 43,5 Mio. US-Dollar. Die Kantha Bopha Spitäler weisen weltweit die beste Korrelation Kosten/ Heilungsrate auf. Der kambodschanische Regierungsbeitrag betrug im Jahr 2017 6 Mio. US-Dollar. Seit Februar 2017 erhält die Stiftung 2 US-Dollar pro Ticket für jeden Touristen, der die weltberühmte Angkor Wat Tempelanlage besucht. Für das Jahr 2017 betrug der jährliche Beitrag der Schweizerischen Eidgenossenschaft unverändert 4 Mio. US-Dollar.
2017 wurde über die Hälfte des Budgets mit Spenden aus der Schweiz finanziert. Auch in Zukunft sind wir dringend auf Spenden aus der Schweiz angewiesen. Wir zählen auf die Treue unserer zahlreichen geschätzten Spenderinnen und Spendern. Herzlichen Dank an alle!
Keine Bürokratie
Der «Infrastrukturaufwand Schweiz» (Fundraising- und allgemeiner Werbeaufwand sowie administrativer Aufwand) beträgt lediglich 5% der gesamten Mittel. Somit können die Menschen und Kinder in Kambodscha voll und ganz von Ihren Spenden profitieren.
Nur 5% der Spitalgelder werden für die Administration aufgewendet. Um traditionelles, kostenintensives Management, das auch bürokratische Aufgaben beinhaltet, zu vermeiden, haben wir diese administrativen Aufgaben Mitgliedern des lokalen medizinischen Personals zugewiesen, welche die nötigen administrativen Kompetenzen besitzen.
Keine Korruption und das Recht auf eine angemessene medizinische Versorgung
Jeder der 2’500 kambodschanischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kantha Bopha Spitäler verdient seinen bescheidenen Lebensunterhalt, mit dem sie gut über die Runden kommen. Mit dem ortsüblichen Salär von 20 US-Dollar ist das nicht möglich. Indem wir unseren Angestellten einen Lohn zahlen, wovon sie leben können, haben wir einen Weg gefunden, die in Kambodscha weitverbreitete Korruption erfolgreich zu bekämpfen.
Bis heute gab es in den Spitälern keinen Diebstahl, keinen Fall von unnötig verabreichter Medizin. Die Spitäler sind 24 Stunden am Tag in Betrieb. Ein Teil unserer Belegschaft arbeitet im Schichtdienst. Es werden keine Schmiergelder von den Angehörigen der Patienten angenommen. Und niemand aus unserer Belegschaft muss einer zweiten Arbeit ausserhalb der Spitäler nachgehen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Medizinische Versorgung ist für alle Kinder kostenlos. Kantha Bopha ist die einzige Möglichkeit, um überhaupt medizinisch versorgt zu werden.
Universitäts- und Regierungsspitäler
Der Direktor und die Ärzte der Kantha Bopha Spitäler sind ordentliche Professoren an der medizinischen Fakultät in Phnom Penh. 2017 absolvierten 1'007 Medizinstudenten ihr Praktikum in unseren Spitälern in Pädiatrie, Chirurgie und Geburtshilfe. Die Pflegefachschule, welche der medizinischen Fakultät in Phnom Penh angeschlossen ist, schickte 2017 416 Praktikantinnen und Praktikanten in die Kantha Bopha Spitäler. Es werden auch medizinisch technische Assistenten und Assistentinnen in Labor und Röntgen ausgebildet.
Seit 1994 ist Kantha Bopha (damals gab es erst Kantha Bopha I) ein Departement des Gesundheits-ministeriums. Dies ist langfristig für die Weiterexistenz von Kantha Bopha in der vorgegebenen Form mit korrekten Löhnen für die 2'500 kambodschanischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ohne Korruption sowie kostenfreier Behandlung für alle, von grosser Bedeutung.
Interventionelle Kardiologie
und Herzchirurgie in Kambodscha
2012 betrug die Mortalitätsrate nur 0,035%. 20% der Kinder, die in den Intensivstationen gestorben sind, hatten Herzprobleme. Der Grund dafür: In den Kantha Bopha Spitälern wurden der interventionelle Herzkatheter und die Operation am offenen Herzen eingeführt. 2012 führte das Team französischer Herzspezialisten, geleitet von Prof. Dr. Gerard Babatasi (Chaîne de l`Espoir), zehn Eingriffe durch. Drei interventionelle Katheter-Eingriffe wurden unter der Leitung von Prof. Dr. Oliver Kretschmar, Leiter Kardiologie am Kinderspital Zürich, erfolgreich durchgeführt. Seither kann unser kambodschanisches Team PDA-Eingriffe (persistierender uctus rteriosus) nun routinemässig selbständig durchführen. Die Eingriffe sind im Artikel mit dem Titel «Interventional and cardiac surgery in Cambodia» beschrieben. Dieser wurde im renommierten Journal «The Lancet» am 31. März 2012 publiziert. In Kambodscha findet eine enge Zusammenarbeit mit dem «Institut Pasteur» statt. Dr. Oliver Kretschmar besucht seine kambodschanischen Kollegen in Siem Reap zweimal im Jahr.
Familienplanung
Die Kantha Bopha Spitäler dienen als Vorbild für die armen Länder der Welt. Zudem zeigen sie einen Weg auf für ethisch vertretbare Familienplanung, wie die Zahlen zeigen. Die Mütter in Kambodscha wissen, wenn ihr Kind schwer krank ist, können sie es kostenfrei in den Kantha Bopha Spitälern behandeln lassen. Sie müssen nicht mehr zehn Kinder gebären, weil sie befürchten, dass jedes zweite Kind stirbt. So gibt es in Kambodscha nur noch selten eine Mutter mit drei Kindern. Auf der Entbindungsstation verzeichnen wir heute rund 70 Geburten täglich. Die Mütter kommen aus allen Regionen Kambodschas. Dank der ausgezeichneten Geburtshilfe verlieren wir nur eine Mutter auf 16'000 Geburten.
Kantha Bopha ist weltweit im Gesundheitsbereich eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Seit 1992 behandeln die Kantha Bopha Spitäler 16,3 Millionen kranke Kinder ambulant. Stationär hospitalisiert wurden zudem 1,9 Millionen schwer kranke und schwer verunfallte Kinder, welche nachhaltig geheilt wurden.