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Kopf voran mit 140 km/h einen Eiskanal hinunterdonnern. Klingt irr? Find ich auch.
Es handelt sich aber um sportlich legitimierten Irrsinn, darum ist es in Ordnung. Wir reden von der Sportart Skeleton. Der Name kommt aber nicht von den vielen Skeletten, die der Sport gefordert hat. Obwohl das – angesichts des eben erwähnten irren Charakters der Sportart – wohl auch kein schlechter Grund für die Namenswahl gewesen wäre. Nein, der Name geht auf die bügelbrettähnlichen Dinger zurück, mit denen sich die todesmutigen Athleten in den Eiskanal stürzen.
Tiefergelegte Schlitten
1882 bauten englische Soldaten eine Schlittelbahn von Davos nach Klosters, um sich sportlich zu messen. Denn Skifahren war zu dieser Zeit in Mitteleuropa noch unbekannt. Nach Jahren des fröhlichen Schlittelns tauchte 1892 der Engländer L.P. Child auf und meinte es ernst: Er brachte einen tiefergelegten Schlitten mit. Er (also der Schlitten) erinnerte die Leute damals an ein menschliches Skelett, daher der englische Name Skeleton.
Die Sportart wurde erst 1905 ausserhalb der Schweiz ausgeübt und war 1928 zum ersten Mal eine olympische Disziplin. Dann erst wieder 1948. Und dann erst wieder 2002.
Ein Mythos
Das irre Eiskanalrasen hat seinen Ursprung also in der Schweiz. Ganz im Gegensatz zum Skifahren, wovon alle immer meinen, es sei eine Schweizer Erfindung. Es waren slawische Einwanderer aus Russland, die die Ski im 17. Jahrhundert nach Slowenien brachten. Für die Verbreitung als Sport waren dann aber die Norwerger verantwortlich, die Mitte des 19. Jahrhunderts ernst machten mit den Brettern an den Füssen. Zuerst aber nur, um zu springen. Um nach den Sprüngen nicht so weit den Berg hochlaufen zu müssen, feilten sie an der Bremstechnik und entwickelten so die ersten Stoppschwünge: Skifahren ist eigentlich nur ein Zufallsprodukt. Das erzählt man sich zumindest. Aber das ist eigentlich auch egal, denn Skeleton ist sowieso viel cooler.
Bild: Flickr (CC BY 2.0)