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peratur, hinreichende und richtige Zuführung des Sauerstoffs der Luft) und vorteilhafte Wärmeabgabe an die Zimmerluft. Außerdem ift wünschenswert: Wärmeabgabe durch Leitung und milde Strahlung, Regulierbarkeit der Verbrennung dem Värmebedarfe entsprechend, einfache und sichere Bedienung, be- queme Reinigung der Heizflächen und Entrußung der Rauchwege. Ferner ist Wert zu legen anf eine mit dem Ofen event, zu verbindende Ventilation der Räume: Zuführung reiner, vorher erwärmter Luft und Abführung der verbrauchten Zimmerluft.
Obige
Bedingungen werden am wenigsten erfüllt von der ältesten Lokalheizung, der offenen
Feuer- stelle; auch bei der halboffenen
Feuerstelle, dem Kamin (s. d.), ist die Wä'rmeausnutznng noch eine sehr geringe.
Die eigentlichen Stubeu
öfen mit ganz geschlossener Feuerung sind anßerordentlich mannigfaltig konstruiert.
Man kann sie im allge- meinen einteilen in solche mit gewöhnlicher nnter- brochener Feuerung und solche mit ununterbrochener
oder Füllfenerung.
Die Art der Erwärmung der Räume wird sehr durch das Ofenmaterial (gebrann- ter
Thon oder
Eisen
[* 2] oder beides) beeinflußt.
Der gebrannte
Thon nimmt als schlechter Wärmeleiter nur laugsam die Wärme
[* 3] der Feuergase
auf und giebt
sie noch langsamer an den zu erwär- menden Raum ab; je nach der
Dicke der Ofenwand entwickelt er ein größeres oder geringeres
Wärme- F'g. i.
[* 1]
Fig. 2. aufspeicherungsvermögen. Aus derartigem Material
hergestellte O.,
Thon-,
Kachel-, auch
Berliner
[* 4]
Öfen
[* 5] genannt, welche aus dem russischen und schwe- dischen
Ofen hervorgegangen sind, erwärmen erst nach mehrern
Stunden das Zimmer, dafür kann aber dieFeuerung nach verhältnis- mäßig
kurzer Zeit eingestellt werden, und die im Ofen aufgespeicherte Wärme bc- wirtt ein nachhaltiges Er- wärmen des Raums.
Damit die aufgespeicherte Wärme uicht durch den Schornstein entweicht, muß dieser vom Ofen abgeschlossen werden, aber nicht hinter dem Ofen durch die sog. Ofenklappein der Rauchröhre, wodurch Kohlenoxydgasvergiftung (s. d.) entstehen kann, sondern vorn durch luftdicht schließende Ofen- thüren. Die gleichmäßige milde Wärmeabgabe, allcr- [* 1] Fig. 3. dings ohne Regelung derselben, läßt diesen Ösen für Wohnräume vorteilhaft erscheinen. Beistehende [* 1] Fig. 1 u. 2 zeigen zwei Längsschnitte eines gewöhn- lichen Berliner Ofens mit vertikalen und wagerechten Zügen; die Fünfeckform [* 1] (Fig. 3, im Querschnitt) bean- sprucht weniger Raum, ist aber teurer und weniger wärmeausnutzend. Während für Holz- und Preh- kohlenfeucrung ein Rost nicht unbedingt erforderlich ist, macht sich ein solcher sowie eine Isolierung des Feuerraums von der Ofenwand bei Stein- oder Braunkohlenfeuerung notwendig und zwar durch Eiufetzung von Chamotteplatten [* 1] (Fig. 1 u. 2) oder eines eisernen Feuerkastens, der sich unabhängig vom Ofenmauerwerk ausdehnen kann.
Das Wärmeleitungsvermögen des andern Ofen- materials, des Eifens, und zwar des dauerhaften [* 1] Fig. 4. [* 1] Fig. 5. Gußeifens, ist ungefähr 33mal so groß als das des Thons. Der eiserne Ofen giebt die aufgenommene Wärme also bedeutend schneller wieder ab als der Thonofen, er heizt fchnell, erkaltet aber auch schnell uach dem Erlöschen des Feuers. Deshalb hat man in eisernen O. beständig das Feuer zu unterhalten. Wegen der verhältnismäßig großen Wärmeabgabe find nur kleine Heizflächen, die event, noch mit Rippen versehen sein können, nötig, weshalb der eiserne Ofen weit billiger als der Thonofen ist.
Das Ausfüttern der O. mit Thon, um ein Erglühen der Wandungen zu verhindern, ist in ökonomischer Hin- sicht nicht rationell und verfehlt feinen Zweck. Die lästige Wärmestrahlung [* 6] der stark erhitzten Heizstächen läßt sich durch Blechschirme, besser durch feststehende Ummantelung beseitigen. Dieser Mantel dient gleich- zeitig dazu, die kalte Fußbodenlust an den Heiz- flächen des Ofens vorbeizuleiten oder am Fußboden dicht abschließend, den Ofen mit einem Frifchluft- kanal unter der Diele in Verbindung zu fetzen und direkt frifche Luft erwärmt ins Zimmer zu führen.
Der einfachste eiserne Ofen ist der Kanonenofen [* 1] (Fig. 4, in etwas verbesserter Konstruktion), bei dem die Wärme der Rauchgase infolge des kurzen Wegs nur fchlecht ausgenutzt wird. Durch Einschaltung eines langen Rauchrohrs zwischen Ofen und Schorn- stein mit auf- und abwärts gehenden Zügen läßt sich eine Vergrößerung der Heizfläche und damit des Nutz- effekts erzielen; der Ofen erfordert aber dann einen, größern Zug, auch sind die Nohrkniee öfter zu ¶
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setzen. Zweckentsprechender ist der Etagcnofen [* 7] (Fig. 5) schon infolge der scharfen Ablenkung der Rauchgase, wodurch lebhafte Wirbelungen und Mi- schungen der kalten und wärmern Gase [* 8] entstehen. Die Dffnungen 9. werden häufig mit Gittern ver- sehen, damit die Zimmerluft sich erwärmend durch- streichen kann, sie werden auch als Nischen zum Warmstellen von Speisen u. s. w. benutzt. Um ein schnelles Erwärmen und längeres Nach- heizen zu erzielen, hat man die beiden Ofenmateria- lien, Eisen und Thon, in der Weise miteinander verbunden, daß man den Feuerkasten zur größern Haltbarkeit aus Eisen, den obern Aufsatz aus Kacheln, oft aber auch umgekehrt herstellt.
Der gußeiserne Teil dient zur raschen Erwärmung des Zimmers, der thönerne Teil zur Wärmeaufspeicherung. Oft bildet auch ein gußeiserner Ofen den Einsatz eines Kachelofens [* 7] (Fig. 6). Im erstern Falle ist die Wärme- aufspeicherung eine sehr geringe, im letztern Falle ist meist eine Reinigung des Ofens von auflagern- dem Staube unmöglich. In [* 7] Fig. 6 umströmt die Zimmerluft 22 von unten nach oben den eisernen Einsatz, wodurch ein Erglühen desselben vermieden und ein schnelles Erwärmen des Zimmers erzielt wird.
Die Nachteile der eisernen O. in der Form des Kanonen- und Etagenofens, daß sie eine beständige OW
F'g-
[* 7]
Fig. 7. aufmerksame Bedienung erfordern, daß ihr Effekt ein sehr wechselnder ist, hat man
durch die Kon- struktion der sog. Füll
öfen zu beseitigen gesucht, bei welchen ein größerer
Vorrat an Brennmaterial znr allmählichen Verbrennimg gelangt. Man unter- scheidet Halb füll- oder Regulieröfen und Füll-
oder Dauerbrand
öfen; beiden erstern erfolgt die Beschickung in einem größern Feuerraum, bei den letztern
in einem besondern Füllschacht, aus welchem das Brennmaterial allmählich in den eigentlichen Feuerraum nachrutscht. Zur
erstern Sorte gehört der einfache Meidingersche Ofen, welcher sich durch seine Zweckmäßigkeit und Billigkeit in der Anlage
und im Betriebe auszeichnet. Der außen mit Rippen versehene, aus einzelnen Ringen zu- sammengesetzte
Cylinder in der verbesserten Form
[* 7]
(Fig. 7) des Eisenwerkes Kaiserslautern
[* 9] hat un- mittelbar über
dem Boden einen Hals, welcher durch die luftdicht schließende, zur Regulierung des Zugs seitlich verschiebbare
Thür a nach
Bedarf ver- schlossen oder geöffnet werden kann.
Die Anordnung von Rost und Aschenkasten erleichtert das Entleeren der Asche. Der Cylinder hat oben einen Füllhals d zum Beschicken und Nachfüllen des Ofens. Zur Milderung der Wärmestrahlung ist der Cylinder mit zwei Blechmänteln umgeben, in welchen die am Fuß- boden lagernden kältern Luftschichten oder von außen zugeführte Frischluft am Ofen emporströmt. Die Bedienung dieses Ofens erfordert Aufmerksamkeit. Man füllt ihn bis unter den Rand des Füllhalfes mit Anthracit oder Koks in Nußgröße, legt etwas Anzündematerial auf, dann noch eine Hand [* 10] voll Koks oder Kohlen, zündet an und schließt die Füllthür.
So- bald die Füllung in Brand, schiebt man die Regulier- thür bis auf einen etwa 10 mm breiten Spalt zu.
Gries und backende Kohlen können nur in kleinen Mengen aufgegeben werden. Durch Nachfüllen kann das Feuer fortwährend unterhalten
werden. Ähnlich ist auch der fog. Pfälzer Ofen des Eisenwerks Kaiserslautern eingerichtet
[* 7]
(Fig.
8), welcher durch den Füllschacht 3. für beliebigen Brennstoff geeignet ist. H. Heim in Döbling bei
Wien
[* 11] fertigt Meidinger
öfen recht zweckmäßig unter dem Namen Vesta
öfen. Um jedes Brennmaterial, allerdings nur sür einige
Brennstunden, bei geringerer Schütthöhe (bei größe- rer nur Koks oder Anthracit) zur Verwendung zu F'g
[* 7]
Fig. 9. bringen,
eignet sich der dem bessern Kanonenofen ähnliche, nur mit einem höhern Brennstosfbehälter ausgeführte Negulierofen,
wie er z. V. vom Eisen- werk Kaiserslautern unter Bezeichnung Kasernen- ofen sowie von Käuffer & Co. in Mainz
[* 12] (Fig. 9) geliefert
wird.
Die Regelung der Verbrennung ge- schieht durch ein Luftventil in der Aschenthür, welche, wie die Füllthür, luftdicht schließt.
Teilweise Auskleidung des Feuerraums mit Chamottesteinen, Rippung der Heizflächen und Ummantelung zeigen
die t). von E. Sturm in Würzburg
[* 13] und H. Kori in Berlin.
[* 14] Bei dem sog. Irischen Ofen liegen die Feuerzüge nicht über, sondern
hinter dem Feuerherd. Der Ofen bleibt dabei verhältnismäßig niedrig, giebt also zweckmäßig die Wärme mehr an die untern
kältern Luftschichten ab.
[* 7]
Fig. 10 zeigt eine für Kir- chen und große Säle gebräuchliche Ausführungs-
form des Irischen Ofens. Verfertiger solcher
Öfen sind
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