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Das Bauvorhaben umfasst die ältesten Gebäude auf dem Industrieareal in Niederuster. Die Firma Zellweger Luwa AG, die hier ihren Hauptsitz hatte, entwickelte ihr Areal seit 2005 in Etappen zu einem attraktiven und hochwertigen Quartier mit einer Mischung von Wohnen und Arbeiten.
Das Ensemble der Spinnerei ist die Keimzelle der Industrialisierung und wurde in den Jahren 1824 bis 1831 erbaut und in mehreren Etappen bis 1957 erweitert. Mit seinen drei Gebäudeteilen, dem Ostbau, dem mittleren Turmbau über der Wasserturbine und dem Westbau bildet es eine markante, die umliegenden Industriegebäude überragende und weithin sichtbare Silhouette, die als wuchtiger Zeuge der industriellen Vergangenheit einer ganzen Gegend wahrgenommen wird. Es erhielt durch den Abbruch verschiedenster An- und Nebenbauten neueren Datums seinen eigenständigen Auftritt. Zu seinem Gegenüber, einer grossen Shedhalle aus den 50-er Jahren, die immer noch in Betreib ist, wird dabei eine klare Nachbarschaft hergestellt und zugleich eine neue visuelle Transparenz in westöstlicher Richtung eröffnet.
Das Spinnereiensemble steht in einer Abfolge unterschiedlichster Bauten und Nutzungen, die sich entlang der Sonnenbergstrasse vom Westen des Areals her bis in den Zellwegerpark entwickelt. Den Auftakt macht das gläserne Vordach des Ladeneingangs. Es markiert den Beginn eines Weges, der entlang der Spinnerei mit dem eingespannten Turmbau und vorbei am Turbinen- und dem Dampfhaus mit dem Hochkamin führt und an der Schnittstelle zum Park mit seinem anschliessenden Wohnquartier im Westen mündet. Der Turbinenplatz vor dem Ostbau des Ensembles vorgelagert und baumbestanden, wird räumlich gefasst durch die Shedhalle und markiert durch einen bestehenden Hochkamin. Er ist das räumliche Bindeglied zum anschliessenden Zellwegerpark mit seinen solitären Wohnbauten und zum Teil denkmalgeschützten Bürogebäuden der 1950-er Jahre, seinen grossen Bäumen und den Skulpturen am Teich.
Im Westbau des Spinnereiensembles wäre wegen ungenügender Raumhöhe eine Wohnnutzung nicht möglich gewesen. Deswegen wurde er durch einen Neubau in der historischen Volumetrie ersetzt. In seinem Erdgeschoss findet sich nun ein Lebensmittelladen, in den Obergeschossen sind 20 Mietwohnungen eingerichtet. Ihre Erschliessung erfolgt über zwei Treppenhäuser, die sich am Turbinenweg in einem in den Baukörper eingestülpten gemeinsamen Hauseingang vereinen. Der anschliessende Mittelbau und der Ostbau hingegen sind durch das vorhandene eingeschossige, in den Strassenraum ragende Vestibül zugänglich. Unter Erhaltung ihrer primären Tragstrukturen und der Fassaden wurden darin total 13 4½ - Zimmer - Geschosswohnungen eingerichtet, die Dachgeschosse des mittleren Turmbaus wurden zusätzlich mit 2 Maisonette-Wohnungen ausgebaut.
Der alte Wasserkanal als Anlassgeber für die Spinnereibauten und ihr räumlicher Ordnungsstifter wird nun unter dem Turmbau in Rohren gefasst durchgeführt und treibt ein neu errichtetes Kleinwasserkraftwerk auf dem Turbinenplatz, bevor sein Wasser wieder in den bestehenden Wasserlauf mündet. Die Stadt Uster richtet den ehemaligen Maschinenraum der alten Turbine im untersten Geschoss des Turmbaus als Museumsstation ein, die künftig interessierten Besuchergruppen zur Besichtigung offen stehen wird.
Bild: Roger Frei