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Zwei Kandidatinnen haben gute Chancen für den CEO-Posten, sie arbeiten seit Jahrzehnten für JPMorgan: Marianne Lake ist seit 2012 Finanzchefin und wird ab Mai das Privatkundenkreditgeschäft leiten. Die andere Kandidatin ist Jennifer Piepsack: Sie übernimmt den Posten als Finanzchefin, nachdem sie bisher das Kreditkartengeschäft der Bank leitete.
Marianne Lake wird bereits seit einiger Zeit als mögliche Nachfolgerin von Jamie Dimon gehandelt. Jennifer Piepsack dagegen gilt als Aufsteigerin innerhalb des Unternehmens. Der 63-jährige CEO Dimon selbst kündigte seinen Rückzug zwar bereits vor einigen Monaten an, doch beim Investorentag der Bank im Februar sprach er dann wieder von vier oder fünf Jahren Amtszeit, wie das «Wall Street Journal» berichtete.
Es sieht also eher nach frühzeitiger Nachfolgeregelung aus. Zwei weitere mögliche Nachfolger, Gordon Smith und Daniel Pinto, könnten bis dahin kurz vor der Pensionierung stehen und hätten wohl nur dann eine Chance, sollte sich Dimon schon früher zurückziehen.
Kaum Frauen als Bankenchefs
Marianne Lake und Jennifer Piepsack sind 49 Jahre alt – und könnten sich aufgrund des Alters und ihrer Erfahrung besser für den Top-Job eignen. Die neuen Posten für beide Managerinnen könnten darauf hindeuten, dass Dimon sie auf den CEO-Job vorbereiten will.
Eine Frau an der Spitze einer US-Grossbank wäre ein Meilenstein, da Frauen in der Bankenwelt wenige hohe Führungspositionen einnehmen. Keine der sechs grössten amerikanischen Banken hat eine Frau an der Spitze. Die erste Frau, die eine internationale Grossbank überhaupt leitete, ist Santander-Chefin Ana Botín. Im vergangenen Jahr wurde zudem Shemara Wikramanayakem Chefin der australischen Bank Macquarie.
Top-Managerinnen in der Schweizer Finanzwelt
Auch in der Schweizer Finanzwelt gibt kaum weibliche CEO. Nur zwei Schweizer Banken werden derzeit von Frauen gelenkt: Marianne Wildi bei der Hypothekarbank Lenzburg und Sandra Lienhart bei der Bank Cler.
Nur 11 Prozent Frauen arbeiten in den Geschäftsleitungen von Schweizer Banken, wie das Nachrichtenportal «finews.ch» kürzlich ermittelte. In den Verwaltungsräten sieht es etwas besser aus: Dort liegt der Frauenanteil bei 21 Prozent.
Zu den Spitzenreitern gehören Zurich und GAM, die zwar beide von Männern geleitet werden, wo die Verwaltungsräte künftig aber zur Hälfte von Frauen besetzt werden. Beim Fondsmanager GAM sind die Verwaltungsrätinnen sogar in der Mehrheit. Bei Zurich, wo gerade Ex-Alpiq-Chefin Jasmin Staiblin in das Aufsichtsgremium gewählt wurde, sind künftig fünf von elf VR-Mitgliedern weiblich.
Frauen bei den Grossbanken
Die Schweizer Grossbanken haben in den vergangenen Jahren einiges getan, um Frauen ins Top-Management zu holen. Die wichtigste Managerin im Swiss Banking ist wohl Sabine Keller-Busse. Sie ist seit 2018 Chief Operating Officer (COO) der UBS. Bei der UBS Schweiz teilen sich Isabelle Guida und Katrin Oertli den COO-Posten. Auch bei der der Privatbank Edmond de Rothschild ist mit Sabine Rabald eine Frau in dieser Position.
In der CS-Konzernleitung sitzen drei Frauen: Lara Warner (Risk), Lydie Hudson (Compliance) und Antoinette Poschung (HR). Drei Verwaltungsrätinnen hat die zweitgrösste Schweizer Bank: Iris Bohnet, Seraine Macia und Ana Paula Pessoa. Bei der Konkurrentin UBS sitzen sogar vier Frauen im Verwaltungsrat: Ann Godbehere, Julie Richardson, Isabelle Romy und Beatrice Weder di Mauro.