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Der Vorstoss stammte von Hasan Candan (SP). Er führte für seine Forderung an, dass die Regelblutung für die Frauen zu unangenehmen Situationen führen könne. Während in allen öffentlichen Einrichtungen Toilettenpapier zur Verfügung gestellt werde, gebe es dort weder Tampons noch Binden, obwohl die auch zum Grundbedarf gehörten.
Ein Argument für die Gratisabgabe waren auch die Kosten. Frauen könnten die finanzielle Belastung, welche die Hygieneartikel mitbringen, nicht immer tragen. Es wäre ein kleiner Schritt Richtung Gleichstellung, sagte Candan. Er warf der Kantonsregierung vor, mit dem Thema schlicht «überfordert» zu sein.
Das Thema Gratis-Tampons führte im Luzerner Kantonsparlament zu zahlreichen Voten. Melanie Setz (SP) sprach in diesem Zusammenhang etwa vom prämenstruellen Syndrom, welches im Volksmund eher bekannt sei als «Mmhh, sie hat wieder einmal ihre Tage». Ihre Parteikollegin Sarah Muff fühlte sich ab gewissen Wortmeldungen vor den Kopf gestossen: «Ich bin hässig – und nein, ich habe nicht meine Tage. Ich bin einfach entsetzt ab gewissen Voten, die ich hier hören muss.»
Die Kantonsparlamentarierin der Grünen Noëlle Bucher meinte fast schon zynisch: «Ich reisse mich zusammen, zerknülle die halbe WC-Rolle und stopfe sie mir zwischen die Beine». Riccarda Schaller (GLP) unterstützte das Anliegen, stutzte aber dessen Bedeutung. In Restauranttoiletten würden immer häufiger Tampons zur Verfügung gestellt, sagte sie. Um Gleichstellung und Armutsbekämpfung gehe es hier aber nicht. Sie forderte deswegen nur teilweise Überweisung.
Wieso nicht gleich Rasierer für Männer?
Anderer Meinung war Helen Schurtenberger (FDP), die den Vorstoss nicht unterstützte. Es müsste eine grosse Auswahl aufgelegt werden, um die Bedürfnisse aller Frauen zu befriedigen. Zudem befürchtete sie, «dass die Artikel einfach mitgenommen werden.» Nein sagte auch Jasmin Ursprung (SVP). Sie fragte, ob denn nicht auch den Männern Artikel zur Bartpflege zur Verfügung gestellt werden müssten.
Stephan Schärli (CVP) sagte, die CVP lehne den Vorstoss ab, weil das Kantonsparlament nicht so tief in das operative Geschäft der Regierung eingreifen müsse. Nicht begeistert vom Vorstoss war auch die Luzerner Kantonsregierung. Auch sie lehnte ihn ab.