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Suisse-Occidentale–Simplon
|Kürzel||SOS|
|Bahntyp||Normalbahn|
|Betriebseröffnung||1881-06-28|
|Mutiert||Ab 1890-01-01 Jura–Simplon|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die SOS war eine Aktiengesellschaft und entstand 1881 aus dem Kauf der Ligne du Simplon (S) durch die Suisse-Occidentale (SO). Der Kaufpreis betrug rund 13.2 Mio. Franken. Dem stand ein Bauaufwand für die S von 6.6 Mio. Franken gegenüber, wobei zu berücksichtigen ist, dass die S 1874 aus dem Konkurs der vormaligen Ligne d'Italie (LI) hervorging. Bei dieser Handänderung wurden fast 25 Mio. Franken abgeschrieben.
Die SOS war mit einem Anlagekapital von 248 Mio. Franken und einer Netzlänge von 580 Kilometern die damals grösste Bahngesellschaft der Schweiz. Ihr Streckennetz umfasste im Wesentlichen die Verbindungen Genf–Lausanne–Brig sowie ab Lausanne die Weiterführungen über Romont nach Bern und über Yverdon nach Neuenburg bzw. La Neuveville. Zudem besorgte die SOS den Betrieb einiger weiterer Bahnen, etwa der Bulle–Romont-Bahn (BR) oder – auf Rechnung der französischen Mittelmeerbahn (PLM) – auf den Strecken Jougne–Vallorbe–Pontarlier und Verrières–Pontarlier. Netzstrategisch prioritäres Ziel der SOS war der Durchstich des Simplons (Brig–Domodossola), doch dazu kam es vorerst nicht. Allein 1886 investierte die SOS für diesbezügliche «Vorstudien» fast 670'000 Franken. Die SOS ging 1890 durch Fusion mit der Jura–Bern–Luzern-Bahn (JBL) in der neu gegründeten Jura–Simplon-Bahn (JS) auf.
1883/84 nahm die SOS erhebliche Abschreibungen von insgesamt 28.5 Mio. Franken bei den Baukosten vor, und zwar sowohl bei den Bahnanlagen als auch beim Rollmaterial. Da sich in beiden Bereichen – Bahnlänge und Stand des Rollmaterials – in diesen zwei Jahren nichts Entscheidendes veränderte, handelte es sich um eine rein bilanztechnisch bedingte Verminderung, indem bestimmte Aktiven wie «Emissionsverluste auf Aktien» ab 1884 nicht mehr dem Baukonto zugeschrieben wurden. Die in der Statistik ausgewiesenen Baukosten der SOS sind überhaupt trügerisch, da darin die Verluste der Konkurse der ehemaligen Ligne d'Italie (LI, später Ligne du Simplon) und der Jougne–Eclépens-Bahn (JE), insgesamt rund 32.5 Mio. Franken, nicht enthalten sind.
Die Betriebsergebnisse der SOS lagen stets im positiven Bereich. Der Güter- und der Personenverkehr trugen dazu etwa zu gleichen Teilen bei. Die SOS konnte zwar alljährlich eine Dividende ausschütten, diese bewegte sich aber gemessen am Aktienkapital auf einem sehr bescheidenen Niveau.
Da der Kauf bzw. der Zusammenschluss mit der Ligne du Simplon (S) auf den 1. Juli 1881 erfolgte, sind Datenreihen, die sich nicht auf das Jahresende beziehen, 1881 nicht vollständig der SOS zugeordnet, sondern bis zum 30. Juni noch der S. Die Betriebssubventionen leistete übrigens der Bund für das Führen von Nachtzügen.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: