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(Dinte), jede zum Schreiben mit der Feder bereitete Mischung. Die gewöhnliche Schreibtinte muß dünnflüssig
sein, ohne jedoch zu leicht aus der Feder zu fließen oder zu tropfen, sie darf bei längerm Stehen keinen Bodensatz bilden
und nicht dickflüssig, gallertartig werden. Auf der Feder muß sie zu einem firnisartigen Überzug, nicht zu
einer bröckeligen Masse eintrocknen. Sie darf das Papier nicht mürbe machen, mit dem Alter nicht vergilben, auch die Feder
nicht angreifen und daher weder sehr sauer noch kupferhaltig sein.
Das Schimmeln läßt sich durch eine Spur von Karbolsäure leicht verhindern. Da T. nur unter dem Einfluß der Luft verdirbt,
so verdienen Tintenfässer den Vorzug, welche die Berührung der Tinte mit der Luft möglichst beschränken,
wie die artesischen. Diese enthalten einen eingesenkten Trichter, in den immer nur eine sehr geringe Menge Tinte eintritt, während
der Vorrat von der Luft fast vollständig abgeschlossen ist. Auch die Tintenfässer mit vom Boden seitlich emporsteigendem
Halse sind empfehlenswert.
Diese Tinte ist völlig klar, seegrün, liefert schön schwarze, fest haftende Schrift, welche tief in das Papier eindringt, wird
aber allmählich auch im Tintenfaß schwarz und bildet zuletzt auch einen Bodensatz. IhreSäure greift die Stahlfedern ziemlich
stark an. Sehr gute Tinten werden mit Blauholz dargestellt. Eine klare Abkochung des Holzes oder eine Lösung
von Blauholzextrakt mit wenig Soda, dann mit chromsaurem Kali versetzt, gibt eine schön blauschwarze, gut fließende Tinte, welche
schnell trocknet, die Federn nicht angreift und sich tief
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Das Problem, völlig unauslöschliche Tinten zu bereiten, ist noch nicht vollkommen gelöst; wenn man aber auf einem mit Ultramarin
gebläuten Papier schreibt, dessen Farbe durch Betupfen mit Säure zerstört wird, so genügen schon viele
unsrer gewöhnlichen Tinten, und auf Papier, welches mit Ultramarin und Chromgelb grün gefärbt ist, genügt jede Tinte, da man
die Schriftzüge auf keine Weise entfernen kann, ohne einen der Farbstoffe zu zerstören. Ausgezeichnet ist die Tinte, mit welcher
die Nummern in die preußischen Staatspapiere eingeschrieben werden.
Dieselbe ist schwach angesäuerte Galläpfeltinte und enthält noch salpetersaures Silberoxyd und chinesische Tusche. Es ist
unmöglich, auf dem oben genannten grünen Papier mit dieser Tinte Geschriebenes unbemerkbar zu vertilgen. Ist auf weißem Papier
Geschriebenes ausgelöscht worden, so gelingt es oft, die Schriftzüge wieder hervorzurufen, wenn man das Papier in ganz
schwache Salzsäure taucht und dann in eine konzentrierte Lösung von gelbem Blutlaugensalz legt. Enthielt die Tinte auch nur wenig
Eisen, so erscheinen die Schriftzüge blau.
Violette Tinte, unter verschiedenen Namen im Handel, ist eine Lösung von Blauviolettanilin in Wasser; grüne Tinte erhält man durch
Lösen von Jodgrün in Wasser, sie ist leuchtend blaugrün und kann durch Pikrinsäure nüanciert werden.
Gold- und Silbertinte ist eine Mischung von Gummilösung (die etwas Wasserglas enthalten kann) mit Blattgold oder Blattsilber,
welches auf einer Porphyrplatte mit Honig zerrieben, ausgewaschen und getrocknet wurde. SympathetischeTinten sind Spielereien,
da alle mit denselben ausgeführten Schriftzüge sichtbar werden, wenn man das Papier stark erhitzt oder
mit Kohlenpulver reibt oder mit verschiedenen Reagenzien prüft.
Verdünnte Kobaltchlorürlösung gibt unsichtbare Schriftzüge, welche beim Erwärmen blau werden und beim Erkalten wieder
verschwinden. Enthält die Lösung auch Nickelsalz, so werden die Schriftzüge grün. Bleisalz- und Quecksilbersalzlösungen
geben unsichtbare Schriftzüge, die durch Schwefelwasserstoff braun
oder schwarz werden. Kupfervitriolschriftzüge werden
durch Ammoniak schön blau. Verdünnte Blutlaugensalzlösung eignet sich sehr gut als sympathetische Tinte auf
eisenfreiem Papier.
Man extrahiert auch die Schalen der Elefantenläuse (Anakardien) mit einem Gemisch von Äther und Weingeist
und läßt das Filtrat verdunsten, bis es die zum Schreiben geeignete Konsistenz hat. Die Schriftzüge werden nach dem Trocknen
mit Kalkwasser befeuchtet und erscheinen dann tief braunschwarz. Sehr praktisch ist Anilinschwarz, zu dessen Herstellung
man ein grünlichgraues Pulver kauft, welches, feucht auf die Wäsche aufgetragen, beim Erwärmen über
kochendem Wasser den sehr echten Farbstoff liefert.