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«Dreckige N******» steht an der Wand des Lehrerzimmers. «N******» auf einem Bücherregal, den Schliessfächern oder über den Kopierern. «Verschwinde, dreckige N******» auf der Tafel im Lehrerzimmer.
Es handelt sich um das Lehrerzimmer im Collège et Ecole de commerce (CEC) André-Chavanne in Genf. Die Fotos, die watson vorliegen, zeigen die rassistischen Inschriften, mindestens sieben an der Zahl, alle am selben Ort. Die Schule unterrichtet über 2000 Schüler und hat 230 Lehrkräfte.
Nach Informationen der Schule sind die Beleidigungen an die Direktorin der Schule, Joyce Mallet, gerichtet. Mallet ist seit August 2022 im Amt. Mitarbeitende, die mit der Schule vertraut sind, berichten anonym von einer schlechten Atmosphäre, die schon seit mehreren Monaten herrschen soll. Seit Mallets Stellenantritt gebe es Spannungen zwischen der Direktorin und einem Teil der Lehrkräfte – mit aggressivem und unangebrachtem Verhalten. Mit diesen rassistischen Sprüchen im Lehrerzimmer sei nun aber eine Grenze überschritten worden.
Das Genfer Erziehungsdepartement (DIP) bestätigt gegenüber watson die Existenz der Inschriften, die am Mittwochmorgen entdeckt wurden.
Laut dem DIP ist die für das Departement zuständige Staatsrätin Anne Hiltpold informiert worden. Die Tags wurden entfernt und es wurde eine Strafanzeige eingereicht.
Nach Informationen der Tageszeitung «Tribune de Genève» fand am Vorabend ein Raclette-Abend statt, an dem etwa 50 Lehrpersonen teilnahmen. Ob vielleicht zu viel getrunken wurde und das Treffen anschliessend ausser Kontrolle geriet?
Am nächsten Morgen erreichte die Schule eine Reihe von E-Mails von Mitarbeitenden. watson liegen diese E-Mails vor. Hier einige Auszüge:
In der anonymisierten E-Mail, die von einer Lehrperson verfasst wurde, heisst es, dass der Täter «aus unserer Schule verschwinden» müsse. Weiter heisst es: «Bis der Gerechtigkeit Genüge getan ist, bekunde ich meine Unterstützung und Solidarität mit der Schulleitung und allen von Rassismus betroffenen Kolleginnen und Kollegen.»
Eine Unterstützungskundgebung fand um 15 Uhr vor dem Büro der Direktorin statt.
Einer aus Afghanistan stammenden Witwe ist zurecht kein humanitäres Visum erteilt worden, weil sie nicht einer grösseren Gefährdung ausgesetzt ist als der Rest der Bevölkerung. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden. Die Frau hatte bei der Schweizer Botschaft in Pakistan ein Visums-Gesuch für sich, ihre zwei Töchter und den minderjährigen Sohn eingereicht.