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Gegen die «Seefeldisierung» wurde das Hornbach-Areal mit 125 Wohnungen an bester Lage im Zürcher Quartier Seefeld gebaut. Der Begriff «Seefeldisierung» bedeutet, dass günstige, ältere Wohnungen abgerissen werden und die neu renovierten Wohnungen für ein Vielfaches des Mietpreises an neue Bewohner vermietet werden. Die Hornbach-Siedlung, die diesem Trend entgegenwirken sollte, wird seit einem Jahr bewohnt. Für viele Linke ist das heute nur noch ein «Tropfen auf den heissen Stein», wie die NZZ berichtet. Im Kampf gegen die Gentrifizierung hat die 100-Millionen-Franken-Überbauung leider nicht viel bewirkt.
Eher stellt sie eindrücklich die Absurditäten der übertriebenen Wohnbautätigkeit in der Stadt auf. Die rund 400 Bewohner, die sich gegen Tausende von Interessenten durchgesetzt haben, haben den Jackpot gezogen. Die anderen fühlen sich zu Recht hintergangen. Die Glücklichen müssen für die Miete einer 4½ Zimmer-Wohnung in einem der begehrtesten Stadtteile weniger als 1800 Franken pro Monat bezahlen, während die sonstigen Mieten zwei- oder dreimal so hoch sind.
Die Konsequenz: Wenige Profiteure und viele Verärgerte. Es wäre wohl besser gewesen, die Siedlungswohnungen zu einem hohen Preis an einen Privaten zu verkaufen, dann hätte das Geld für vergünstigten Wohnraum an einem anderen Ort investiert werden können.
Ein weiteres Problem ist, dass das Vermietungsreglement für kommunale Wohnungen in Zürich zu tiefe Ansätze festsetzt. Wer in einer städtischen 4½-Zimmer-Bleibe für 1700 Franken wohnt, darf ein steuerbares Einkommen von bis zu 122'000 Franken pro Jahr erzielen. Das ist deutlich mehr als das durchschnittliche Einkommen in Zürich. Personen dieser Lohnklasse könnten vermutlich auf dem freien Markt ebenso eine Wohnung finden.
(red.)