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Zentrale Befunde
Mit Blick auf den Leistungssport sind neben den Sportvereinen die nationalen Sportverbände in der Schweiz von grosser Bedeutung, denn sie stellen den Trainings- und Wettkampfbetrieb in ihren Sportarten sicher. Die öffentlichen Beiträge für den Leistungssport werden aktuell über Swiss Olympic gemäss differenzierten Entscheidungsregeln und Erfolgskriterien an die Verbände weiterverteilt.
Wie aus der folgenden Abbildung hervorgeht, haben sich die Verbandsbeiträge von Swiss Olympic zwischen 2015 und 2021 fast verdreifacht und betrugen im letzten dargestellten Jahr knapp 60 Mio. Franken. Der deutlich höhere Mittelumfang ist auf neue Leistungsvereinbarungen zwischen dem BASPO und Swiss Olympic sowie erhöhte Beiträge der Lotterien (ausbezahlt durch die Sport-Toto-Gesellschaft) zurückzuführen. Zudem wurde die Nachwuchsförderung im Jahr 2018 aus J+S ausgelagert und zusammen mit den entsprechenden Mitteln an Swiss Olympic übertragen. Selbst wenn J+S nicht mehr für die Nachwuchsförderung zuständig ist, fliessen über J+S jedoch weiterhin Beiträge an die Verbände für Kurse und Lager.
Der Löwenanteil der Beiträge wird gemäss der Abbildung für Massnahmen der Nachwuchs- und Eliteförderung in den Verbänden ausgeschüttet, während Olympiabeiträge und die Basisbeiträge gegenwärtig zusammen nur etwas über einen Zehntel aller Beiträge ausmachen.
Weitere Informationen zum Indikator finden sich in einem PDF-Dokument.
* Hinweise: Bis 2017 enthalten die Nachwuchs- und Elitebeiträge auch die Ausbildungsbeiträge; zudem sind in diesen Beträgen auch die Erfolgsbeiträge im Umfang von 0 bis wenigen 100'000 Franken enthalten.
Nicht in der Abbildung enthalten sind die substantiellen Mittel, welche in den Jahren 2020 und 2021 als «Covid-19-Finanzhilfen» vom BASPO an Swiss Olympic überwiesen wurden und somit dem Sport zur Verfügung gestellt wurden.
Quelle: Swiss Olympic, Jahresrechnungen.
Datenquellen:
- Angaben zum «Verbandsfördermodell» von Swiss Olympic
- Swiss Olympic (2022): Richtlinien «Beiträge an die Mitglieder von Swiss Olympic». Bern: Swiss Olympic.
- Jahresrechnungen Swiss Olympic
Weiterführende Literatur:
- Kempf, H., A. Ch. Weber, C. Zurmühle, B. Bosshard, M. Mrkonjic, A. Weber, F. Pillet und S. Sutter (2021): Leistungssport Schweiz – Momentaufnahme SPLISS-CH 2019. Magglingen: Bundesamt für Sport BASPO.
Das Verbandsfördermodell von Swiss Olympic kennt verschiedene Arten von Beiträgen an die angeschlossenen Sportverbände. Auf der Grundlage von Verbandsstrategie, Ethik-Planung und Geschäftsbericht wird je nach Mitgliederzahl des Verbands ein «Basisbeitrag» von CHF 4'000.- bis CHF 200'000.- ausgerichtet.
Ein formelles Leistungssport-Förderkonzept bildet die Basis für die Einstufung einer Sportart. Mittels der beiden Hauptkriterien «Leistungssportförderung» und «Bedeutung der Sportart», die ihrerseits in eine Reihe weiterer Unterkriterien differenziert sind, wird jede Sportart einer Einstufung von 1 bis 5 zugeordnet. Nach Massgabe der Einstufung, der Verbandsgrösse und der Unterscheidung von olympischen und nicht-olympischen Sportarten sowie konkreten Finanzierungsbedürfnissen für Trainer- und Technikerpositionen werden die Nachwuchs- und Elitebeiträge festgesetzt. Darüber hinaus können Olympia- und Erfolgsbeiträge ausgerichtet und finanzielle Unterstützungsleistungen für die Organisation von Sportgrossanlässen geleistet werden. Für jede Beitragskategorie gibt es eine durch Swiss Olympic festgelegte Obergrenze pro eingestufte Sportart und/oder Verband.
Weitere Informationen sind in einem gesonderten PDF-Dokument verfügbar.
Die zusätzlichen Analysen zeigen unter anderem:
- Detailangaben zu den Sommersportarten zeigen, dass im Jahr 2021 rund ein Fünftel der Verbände mit mehr als einer Million Franken finanziert wurden. Demgegenüber erhielten zwei Fünftel der Verbände maximal CHF 50'000.-. Dabei gilt: Je höher die Einstufung einer Sportart, desto höher die Beiträge.
- Gemäss der Spitzensportstudie 2021 (Kempf et al. 2021) ist der Anteil vollzeit angestellter Trainerinnen und Trainer zwischen 2011 und 2019 deutlich angestiegen. Im selben Zuge sind auch die durchschnittlichen Lohnbezüge der Trainingspersonen gestiegen.