Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03448.jsonl.gz/2638

Dani Rabaiotti, Zoologin am University College in London, und Nick Caruso, Ökologe an der University of Alabama, haben sich intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, welche Spezies aus dem Tierreich pupsen kann. Herausgekommen ist ein kurzweiliges und informatives Sachbuch, das (fast) keine Fragen zur tierischen Flatulenz offen lässt.
Alles begann mit der Frage: «Können Schlangen eigentlich furzen?», die Dani Rabaiotti von einem Familienmitglied gestellt wurde. Weil sie sich nicht sicher war, reichte sie die Frage an einen befreundeten Wildtierökologen weiter. Daraus entwickelte sich in kurzer Zeit eine lebhafte Diskussion auf der Social-Media-Plattform Twitter. Nick Caruso kreierte den Hashtag #DoesItFart und zahlreiche Wissenschaftler und Tierhalter steuerten ihr Wissen bei. Es entstand schon bald eine Liste, die immer umfangreicher wurde und schliesslich in Buchform veröffentlicht wurde.
Die meisten Säugetiere furzen, allerdings nicht alle
Ob ein Tier furzt oder nicht, hängt in erster Linie von seinem Verdauungssystem und der bevorzugten Nahrung ab. Besonders geruchsintensiv sind die Fürze von Enddarmfermentierern, zu denen beispielsweise Pferde, Elefanten und Nashörner zählen. Die ziemlich schwerverdauliche pflanzliche Nahrung passiert bei diesen Säugetieren Magen und Dünndarm, bevor sie im Dickdarm durch Biofermentation verdaut wird und dabei reichlich Verdauungsgase produziert. Eines der wenigen Säugetiere, das Verdauungsgase nicht rektal entweichen lassen kann, ist das Faultier. Bei der Verdauung der sehr blattreichen Nahrung entstehen zwar Gase, diese werden aber über den Darm in den Blutkreislauf aufgenommen und ausgeatmet.
Vögel erfüllen zwar die anatomischen Voraussetzungen, wären somit theoretisch furzfähig, besitzen aber nicht die dafür notwendigen gasproduzierenden Darmbakterien, weshalb bisher kein wissenschaftlicher Nachweis für einen Vogelpups erbracht werden konnte. Und wer schon immer wissen wollte, wie es um die Verdauung der Dinosaurier stand oder ob bei Einhörnern hinten tatsächlich nur Glitzerkonfetti rauskommt, der findet im Buch ebenfalls die passende Antwort.
Fazit
Das 144 Seiten starke Büchlein schafft gekonnt den Spagat zwischen Information und Unterhaltung. Der Leser erfährt viel Erstaunliches und Amüsantes zur Flatulenz unterschiedlichster Tierarten. Und die liebevollen Illustrationen von Ethan Kocak entlocken einem nicht selten ein Schmunzeln. Ein kleines, feines Nachschlagewerk, das man immer wieder gern zur Hand nimmt.
Was ist nun mit den Schlangen?
Ja, Schlangen können tatsächlich furzen, wie David Steen, der Arbeitskollege der Buchautorin, mit einem Seufzer zur Antwort gab und damit den Stein für dieses Buch ins Rollen brachte. (dh)
Informationen
Nick Caruso & Dani Rabaiotti;
mit Illustrationen von Ethan Kocak
(p)oops! – Erstaunliches zur tierischen Flatulenz
Nagel & Kimche Verlag
144 Seiten | Fester Einband
ISBN 978-3-312-01110-0
Preis: ca. CHF 22.00
Wettbewerb
Unter allen Leserinnen und Lesern der PraxisDepesche verlosen wir zwei Exemplare von «(p)oops! – Erstaunliches zur tierischen Flatulenz». Schicken Sie uns eine Mail mit Ihrer Adresse und dem Betreff «Gewinnspiel» an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Einsendeschluss ist der 3. Juni 2019.
Viel Glück!
Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Es erfolgt keine Barauszahlung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.