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Am Mittwoch/Donnerstag, 22./23. August 2018 feierten wir das einundreissigste Treffen der Geschwister Balzer im Albulatal im Bündnerland.
Nachdem 2016 der älteste Bruder Pepi Balzer-Hungerbühler verstorben ist ging diesen 1. August 2018 Peter Balzer-Cresta von uns. Peter Balzer leidete seit etwa drei Jahren an Speiseröhrenkrebs. Er konnte zuletzt nur noch pürierte Nahrung zu sich nehmen und diese kaum mehr schlucken.
Regina Gloor-Balzer organisierte dieses Treffen bewusst in der Nähe von Peter Balzer mit Uebernachtung im Landgasthof Rätia in Filisur. Auch Peters Frau Rosmaria Balzer-Cresta verzichtete auf die Absage des Treffens überbrückte aber ihre stille Trauer mit den häufigeren Besuchen ihrer Töchter Julia Bonifazi-Balzer und Caro Sutter-Balzer welche uns die Ehre eines gemeinsamen Nachtessens im Gasthof Rätia zu teil werden liessen.
Am zweiten Tag führte uns Regina zusammen mit dem Bauer und Freizeit-Historiker Wolfgang Schutz durch das enge Strassendorf. Glücklicherweise wird seit 2006 das enge Dorf durch eine der Albula entlang führende Strasse umfahren.
In Filisur gab es bereits zur Broncezeit erste Siedlungen. Erstmals erwähnt wurde villa Fallisour aber erst im Jahre 1262.
Oberhalb Filisur befand sich seit dem 13. Jahrhundert die Burg Greifenstein als Sitz der Herren von Greifenstein, eines hochadligen Bündner Geschlechts. Später war die Burg Sitz der bischöflichen Vögte mit Höfen im Dorfbereich. Heute sind nur noch Fragmente der schwer zugänglichen Reste vorhanden.
Bereits 1394 gelangte die Herrschaft Greifenstein an das Bistum Chur, welches die Burg zum Verwaltungszentrum der Region machte. Das obere Albulatal wurde dann im Hochmittelalter von den Rätoromanen besiedelt. Kirchlich gehörte Filisur bis im Jahre 1496 zu Bergün.
Um das Jahr 1590 trat die Gemeinde zum reformierten Glauben über was die Umsiedlung aller Katholiken zur Folge hatte.
Seit 1565 wurden hier Hochöfen der Eisen- und Zinkverarbeitung nahe Filisur an der Albula betrieben. 1848 wurde der Erzabbau und die Verhüttung wieder aufgegeben. Lange Zeit lebte man darnach im Dorf von Viehwirtschaft und Ackerbau. Als zwischen 1855 und 1858/59 der Ausbau der Albulastrasse erfolgte, konnte man als weitere Verdienstmöglichkeit auch vom Durchgangsverkehr (Sust, Kutschenverkehr, Porten) profitieren.
Filisur wurde bis Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend germanisiert. Während des 1. Weltkrieges wurde Deutsch zur Hauptsprache der Menschen in Filisur und löste damit das Romanische ab.
Heute spricht die Mehrheit der Bewohner Deutsch und nur etwa 10 % das alte Engadiner Romanisch.
Praktisch alle Häuser in Filisur sind dem alten Passverkehr zugewandt und kleine Erker erlaubten den Bewohnern diesen Verkehr zu überwachen. Einzelne Erker – meist in Hinterhöfen dienten aber auch dem Backen.
Einzelne überhöhte Eingangstore waren notwendig um als Sust (Umschlagplatz) – wo die hoch beladenen Saumtiere durchkamen – und ihre Last im Schutze des Hauses gelagert werden konnten. So waren die Säumer teilweise in Porten genannte Genossenschaften organisiert, wo die Waren an andere Porten übergeben werden konnten.
Die übrigen waren einfach breite Zugänge für den landwirtschaftlichen Verkehr, wo früher selbst der Miststock zusammen mit Kühen, Schafen, Ziegen und Pferden die Wärme für die Bauern spendeten.
Gemeindevorsteher Luzi C. Schutz hat die Gemeinde Filisur mit der gleich grossen Gemeinde Bergün anfangs 2018 zusammen geführt. Das Gebäude der Einheitsverwaltung steht in Filisur und die neue Gemeinde heisst Bergün Filisur. Amtssprache Deutsch. (www.berguenfilisur.ch)
Russisch Orthodox liturgischer Gesang