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Preisabsprachen in öffentlichen Ausschreibungen sorgen regelmässig für Aufregung. Schlagzeilen schrieb etwa das Bündner Strassenbaukartell, das sich in Hunderten von Projekten mit einem Volumen von mindestens 190 Millionen Franken abgesprochen hatte. Es wurde von der Wettbewerbskommission (Weko) 2019 mit einer Busse von 11 Millionen Franken belegt.
Eine internationale Studie zeigt, dass die Preise im Schnitt um 45% höher liegen
, wenn sie abgesprochen sind. Im IT-Bereich ist das zwar relativ selten, kommt aber auch vor: 2020 büsste die Weko vier Unternehmen
wegen der Koordinierung von Preisen bei einer IT-Ausschreibung der Schweizerische Nationalbank (SNB). Sie mussten 55'000 Franken bezahlen.
Illegalen Zusammenschlüssen und Absprachen will die Weko künftig dank Künstlicher Intelligenz rascher auf die Spur kommen. Ein von der Universität Freiburg (Unifr) und der Wettbewerbskommission entwickeltes Programm zeigte in Tests eine Erfolgsquote von über 90%. Es soll Behörden künftig bei der Erkennung und Bekämpfung von illegalen Absprachen unterstützen, teilt die Universität mit.
Die Forscher trainierten für das System ein Modell mit historischen Daten, die sowohl Ausschreibungen mit nachgewiesenen Preisabsprachen als auch Ausschreibungen ohne Absprachen enthalten. Preisabsprachen hinterlassen oft bestimmte Muster oder Anomalien in den angebotenen Preisen, wie die Unifr in der Mitteilung erklärt.
Die Methode identifizierte in ersten Tests 19 von 20 Unternehmen korrekt als Kartellmitglieder oder Wettbewerber, wie die im Fachblatt "International Journal of Industrial Organization" veröffentlichten Resultate
zeigen.