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Sie erstreckte sich zunächst auf Möbel
[* 11] für kirchlichen und weltlichen Gebrauch, deren Stil und Ornamentik durch die jeweilig
herrschende Architektur (byzantinisch, romanisch, gotisch) bestimmt wurde. Am reichsten begann sich die an dem Chorgestühl
der Kirchen zu entfalten, welches dann in der Renaissanceperiode das Objekt einer üppigen figürlichen
und ornamentalen Dekoration wurde. In deutschen und italienischen Kirchen sowie in den Museen sind noch zahlreiche Beispiele
von Chorgestühlen vorhanden, bei welchen sich oft zu der Holzbildhauerei noch Intarsia oder Holzmosaik gesellt.
AndreSpezialitäten der Holzbildhauerei waren in dieser Zeit Truhen, Bilderrahmen, Kunstschränke sowie Schmuckkästchen und Möbel jeglicher
Gattung. Auch in der Barockzeit blühte die Holzbildhauerei, bis sie in der Rokokoperiode für Zimmerausschmückungen
allmählich durch die Stuckdekoration verdrängt wurde. Neuerdings hat sie wieder einen Aufschwung genommen, wird aber als
ein Zweig der Möbeltischlerei kultiviert. Nur in Italien, wo gegenwärtig Frullini (s. d.) Ausgezeichnetes leistet, ist die
Holzbildhauerei noch eine besondere Kunst. S. die Tafel »Möbel«.