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Eine transnationale Geschichte der 'Cracker-Szene', 1980-1995
In seinem Habilitationsprojekt, durchgeführt im Rahmen der DFG-SNF-Forschergruppe Medien und Mimesis, untersucht Gleb J. Albert ein kaum erforschtes, jedoch zeitgenössisch höchst wirkmächtiges jugendkulturelles Phänomen aus der Frühzeit der Heimcomputer: Die "Cracker", eine transnationale Subkultur computerbegeisterter Jugendlicher, die es sich zur Aufgabe machten, den Kopierschutz kommerzieller Computerspiele zu "knacken" und die entsprechend modifizierten Softwarekopien per Diskettenpost und Modem um den Erdball zu schicken. Für die Cracker-Gruppen stand nicht Gelderwerb, sondern sportlicher Wettkampf um die geschicktesten und schnellsten Programmmodifikationen im Vordergrund, doch agierten sie höchst "unternehmerisch" und professionell, und setzten die neuen sozialen und ökonomischen Diskurse der 1980er Jahre gleichsam spielerisch und zugleich affirmativ in Szene. Das Projekt weist den unternehmerischen Computerkids einen zentralen Platz in der Frühgeschichte der digitalen Gesellschaft und des Neoliberalismus zu.
Im Rahmen des Projekts werden zudem die analogen Quellen der Cracker-Subkultur aus privaten Archiven digitalisiert und auf dem Got Papers?-Blog der interessierten Öffentlichkeit präsentiert.