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Ich erblickte den alten Herren, der irgendein Magazin las, irgendwo in Aix-en-Provence. Er sass an einem kleinen Tisch eines jener typischen französischen Cafés, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint und diese mir deswegen so sympathisch sind. Er war ungewöhnlich lang gewachsen, eine sehr gepflegte Erscheinung, zweckmässige, aber dennoch elegante leichte Sommerkleidung, eine Brille mit sehr dünnem Rand. Aus einem nicht erklärbaren Grunde erschien er mir gebildet und seriös, ein im Alter reifer Mensch (und lassen Sie es sich gesagt sein: Nur weil ein Mensch an Alter gewinnt, gewinnt er oder sie nicht zwingend auch an Reife! Da könnte ich Ihnen Dinge erzählen…). Wie das mit Menschen dieser Art ist: Solche Menschen können über gewisse „Unzulänglichkeiten“ hinweg sehen und sie problemlos ignorieren, ohne ein Wort zu verlieren oder die Miene zu verziehen. In diesem Falle handelte es sich bei der „Unzulänglichkeit“ um das Gefälle des Gehweges, welcher vor jenem Café entlang führte und auf welchem Tische und Stühle für die Gäste platziert waren. Das Trottoir war sichtbar abschüssig. Gute fünf bis sieben Grad trennten die geneigte Senkrechte von der wahrhaft senkrechten Senkrechten. Aber das schien jenem Herren nichts auszumachen. Ruhig, fast schon stoisch passte er sich jenem Gefälle an und neigte seinen Oberkörper in die Gegenrichtung, während sich seine Hüfte aufgrund des Gefälles gegen die Seitenlehnen des Stuhles drückten. So positioniert las er das Magazin, vollkommen unbeeindruckt von den Auswirkungen der geschrägten Wirkungskräfte. Er hätte den Stuhl auch drehen können, aber das tat er nicht. Er las ruhig in seinem Magazin, während die Tasse des Espressos, den er zuvor getrunken hatte, die Senkrechte um weitere drei bis fünf Grad neigte.