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Der Gemeinderat freut sich, als Festredner Herrn Botschafter Dr. Thomas Greminger, Generalsekretär der OSZE, empfangen zu dürfen. Der Generalsekretär der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wuchs in Adliswil auf und studierte an der Universität Zürich Geschichte, Volkswirtschaft und Politologie. Seine Studien schloss er mit dem Doktorat in Geschichte ab. 1990 trat er in den diplomatischen Dienst des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ein und hatte dort zahlreiche leitende Positionen inne.
Sicherheitspolitische Fragen im Zentrum
Ab 2010 amtete er in Wien als Botschafter der Schweiz bei der OSZE, den Vereinten Nationen und den internationalen Organisationen. 2014, als die Schweiz den Vorsitz der OSZE innehatte, leitete Thomas Greminger den Ständigen Rat der OSZE. Danach wurde er beim EDA Stellvertretender Direktor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Am 18. Juli 2017 wurde Thomas Greminger für eine Amtsperiode von drei Jahren zum Generalsekretär der OSZE bestellt.
Sein ganzes Curriculum ist geprägt vom Interesse für Sicherheit im weiteren Sinne, von seinem Engagement für den Frieden und dem steten Bestreben, ehrlichen Dialog aufzubauen. Schon während der Gymnasialzeit hat sich Thomas Greminger für strategische Abrüstung engagiert und sich systematisch mit sicherheitspolitischen Fragen auseinandergesetzt. In der Schweizer Armee diente er als Generalstabsoffizier.
Die Gedanken von Botschafter und OSZE-Generalsekretär Thomas Greminger, dem höchsten Friedenssicherer in Europa, zum Schweizer Nationalfeiertag darf man mit Spannung erwarten.
57 gleichberechtigte Teilnehmerstaaten
Die OSZE hat ihren Ursprung in den 1970er-Jahren. Damals wurde in der Phase der politischen Entspannung zwischen Ost und West die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) gegründet. Es wurden grundlegende Prinzipien festgelegt, die das Verhalten der Staaten untereinander und gegenüber ihren Bürgern regeln.
Mit dem Ende des Kalten Krieges wurden die Weichen neu gestellt. Es fand ein Institutionalisierungsprozess statt, der dazu führte, dass die KSZE 1994 in Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa umbenannt wurde. Heute ist die OSZE eine Staatenkonferenz mit 57 gleichberechtigten Teilnehmerstaaten. Sie widmet sich der Sicherheit in politisch-militärischen, ökonomischen, die Umwelt und die Menschen betreffenden Aspekten. Beschlüsse werden nach dem Konsensprinzip gefasst. Sie sind politisch, jedoch nicht rechtlich bindend.
Ablauf der Meilemer Bundesfeier
Musikalisch umrahmt wird die Feier durch den Männerchor Meilen. Anschliessend offeriert die Gemeinde einen Apéro. Dank einer ganztags geöffneten Festwirtschaft ist für das leibliche Wohl bestens gesorgt.
Abends steigt das traditionelle 1. August-Fest. Zwischen 19.00 und 24.00 Uhr sorgt das Trio «Donmax» für vielseitige Unterhaltung: von Jive, Jazz, Rock, Funk, Volksmusik, Mundart, Swing, Soul, Latin bis hin zu Popmusik.
Um 22.00 Uhr wird bei der Verzweigung Erlenstrasse/Toggwilerstrasse das Höhenfeuer entfacht. Einen weiteren Höhepunkt des Fests bildet das Feuerwerk. Es wird um 22.30 Uhr auf dem See gezündet und musikalisch untermalt. Die Begleitmusik zum Feuerwerk wird ab 22.00 Uhr auch gestreamt, so dass sie zusätzlich zu den Lautsprechern in der Seeanlage über mobile Geräte verfügbar ist. Ein Link wird ab Ende Juli auf www.meilen.ch aufgeschaltet.
Der Gemeinderat und der Verkehrsverein Meilen wünschen der Bevölkerung einen besinnlichen und unterhaltsamen Nationalfeiertag.
«Am schönsten ist es am Nationalfeiertag in der Heimat»
Thomas Greminger hat dem Meilener Anzeiger im Vorfeld der 1.-August-Feier per Mail einige Fragen zum Thema Schweiz und Nationalfeiertag beantwortet. Der OSZE-Chef verrät, weshalb er, obwohl heute in Wien zu Hause, die Schweiz besonders schätzt und wie bei ihm und seiner Familie ein klassischer 1. August aussieht.
Herr Dr. Greminger, mit welcher Motivation haben Sie die Einladung angenommen, in Meilen zu sprechen?
Ich fühle mich geehrt, von Gemeindepräsident Hiller – den ich vom gemeinsamen Militärdienst her kenne – eingeladen worden zu sein. Ich habe sehr gerne zugesagt, weil ich mich mit der Region sehr verbunden fühle: Ich bin in Adliswil aufgewachsen, habe in Zürich studiert und in Horgen gewohnt. Zudem bin ich als begeisterter Velofahrer mit dem Rennrad unzählige Male um den See gefahren.
Sie wohnen mit Ihrer Familie in Wien. Verbringen Sie den 1. August häufig in der Schweiz?
Ich finde es noch immer am schönsten, am Nationalfeiertag in der Heimat zu sein, auch wenn es meine beruflichen Verpflichtungen nicht immer erlauben. Den 1. August in der Schweiz zu verbringen, ermöglicht mir auch, meine Eltern und zumindest die in der Schweiz lebenden Töchter zu sehen.
Wie verbringen Sie den Nationalfeiertag? Gibt es Rituale?
Ja, über die Jahre haben sich Rituale ausgebildet: Im Familienrahmen zu grillieren, sich dann gemeinsam auf den Festplatz der Gemeinde zu begeben, dem 1.-August-Feuer beizuwohnen, ein paar Vulkane abzubrennen und Raketen steigen zu lassen.
Was wird in Meilen Ihr Thema sein? Werden die Zuhörer Interna aus der internationalen Spitzendiplomatie zu hören bekommen?
Ich werde argumentieren, dass es trotz verbreiteter Skepsis weiterhin nötig ist, internationalen Sicherheitsherausforderungen mit Zusammenarbeit zu begegnen. Kein noch so mächtiger Staat ist in der Lage, gewalttätigen Extremismus, Terrorismus, Menschen-, Drogen- und Waffenhandel oder den Bedrohungen im Cyberraum alleine zu begegnen. Dafür braucht es internationale Zusammenarbeit. Das gilt auch für die Förderung von Frieden und Stabilität in Europa oder die Erarbeitung von Lösungsansätzen zu globalen Herausforderungen wie Klimawandel oder Migrationssteuerung. Es ist gut und wichtig, dass die Schweiz solche Anstrengungen tatkräftig unterstützt.
Was schätzen Sie besonders an der Schweiz im Vergleich zu all den anderen Staaten, die Sie im Rahmen Ihrer beruflichen Tätigkeit kennengelernt haben?
Meine vielen Auslandreisen und -aufenthalte haben mich in der Tat vieles an meiner Heimat schätzen gelehrt. Dazu gehören sicher die hohe Qualität staatlicher Dienstleistungen: Wir haben tolle Schulen und Unis, ein funktionierendes Gesundheitssystem, eine beeindruckende Verkehrsinfrastruktur. Ich schätze aber auch die auf Dialog und Ausgleich ausgerichtete politische Kultur. Wunderschöne und dank vernünftiger Raumplanung weiterhin intakte Landschaften sind ein weiterer toller Aspekt unseres Landes. (maz)