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Kann das Ansiedeln von Artengemeinschaften die Etablierung von seltenen Arten fördern? Ein experimenteller Test mit zwei prioritären Arten im Mitteleuropäischen Halbtrockenrasen (Mesobromion)
Masterarbeit von Olivier Magnin (2020): In einem Ansiedlungsexperiment mit zwei seltenen Enzianen, werden die Effekte verschiedener Pflanzmethoden auf den Ansiedlungserfolg untersucht. Insbesondere werden Effekte von Auspflanzungen in Artengemeinschaften untersucht, um die Bedeutsamkeit von Nachbarpflanzen in Auspflanzungen aufzuklären.
Ansiedlungen sind, neben dem Schutz des natürlichen Lebensraumes, ein wichtiges Werkzeug im Artenschutz. Es gibt jedoch noch immer viele offenen Fragen darüber, welche Methoden sich eignen, um den Ansiedlungserfolg zu erhöhen. Zum Beispiel wird die existierende Vegetation meist als Konkurrenz angesehen und oft bei Ansiedlungen komplett entfernt. Gleichzeitig ist bekannt, dass Nachbarpflanzen bei der Etablierung von Jungpflanzen auch behilflich sein können, weil sie z.B. Schutz vor Austrocknung, intensivem Licht oder einwandernden, konkurrenzstarken Arten bieten können.
In diesem Projekt wird untersucht, wie drei unterschiedliche Pflanzmethoden den Ansiedlungserfolg von zwei seltenen Enzian Arten (Gentiana cruciata und Gentiana germanica) in Halbtrockenrasen beeinflussen. Die drei Methoden sind:
- Die seltenen Arten werden alleine in eine offene Fläche gepflanzt
- Die seltenen Arten werden direkt in die bestehende Pflanzengesellschaft gepflanzt
- Die seltenen Arten werden zusammen mit typischen Vertretern ihres Lebensraumes als Artengemeinschaft ausgepflanzt
Der Hauptfokus liegt dabei vor allem auf dem Effekt von Auspflanzungen in Artengemeinschaften und damit der Frage, ob «Facilitation» (Unterstützende Wechselwirkung von Arten aufeinander) der Nachbarpflanzen die negativen Auswirkungen von Konkurrenz aufwiegen können.
Abgegeben: fortlaufend