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Sollen die Löhne von Manager von Banken und von Grosskonzernen publik gemacht werden? Soll sich auch der Staat in Bezug auf die Managerlöhne einschalten?
Dieser Frage ging der Züri Puls von Radio 24 in einer Strassenumfrage am 9. November 2006 nach.
Ich habe bei Radio 24 nachgefragt und die MP3-Datei erhalten – zusammen mit der Erlaubnis, diese hier zu veröffentlichen:
[audio:zueri-puls-09-11-2006.mp3]
(zum Abspielen auf das Pfeilsymbol klicken)
Der Grundtenor scheint klar: die Menschen sind dafür, dass Managerlöhne offen deklariert werden müssen und der Staat die Aufgabe hat, hier regulierend einzugreifen. Aber Achtung: die Umfrage ist weder repräsentativ, noch wissen wir, ob tatsächlich alle Befragten dieser Meinung waren oder ob nur jene Stimmen es die Sendung geschafft haben, die diese Meinung vertreten.
Wie auch immer: So einfach ist es dann doch wieder nicht! Meine Meinung und einige Gedanken dazu:
- Ja! Ich bin auch der Meinung, dass es zumindest anstössig ist, wenn Manager 2-stellige Millionenbeträge jährlich erhalten. Einigermassen vernünftig scheint mir eine Vergütung in dieser Höhe höchstens dann, wenn sie in einer bestimmten Relation zur Leistung und zum Jahresergebnis des Unternehmens steht.
- Ist es aber sinnvoll, das Jahresergebnis nur nach dem erzielten Gewinn zu beurteilen? Sollten nicht auch Kriterien wie soziale Verantwortung des Unternehmens mit einbezogen werden? Konkret: hat ein Top-Manager einen „guten Job“ gemacht, wenn zwar Gewinn ausgewiesen werden kann, aber in der gleichen Periode Hunderte oder gar Tausenden von Stellen abgebaut worden sind?
- Kann die in der Strassenbefragung häufig geforderte Transparenz tatsächlich überrissene Managerlöhne verhindern? Ist es nicht doch sehr naiv zu glauben, das Thema sei damit vom Tisch? Meine Meinung: Manager, die sich schamlos auf Kosten der Unternehmenssubstanz bereichern, würden andere Wege suchen und finden, um Gelder ausserhalb der ausgewiesenen Löhne
abzuzweigenzu beziehen.
- Viele der Befragten fordern das Eingreifen des Staats. Nur … Wer soll dann von staateswegen beispielsweise die Lohnlimiten festlegen? Parlamentarier, die oft Wirtschaftsvertreter sind? Nach welchen Kriterien? Wer wird die Einhaltung in der Praxis tatsächlich kontrollieren? Hunderte von Sachbearbeitern und Abteilungsleitern in einer Verwaltung in Bern? Die wir über Steuerngelder finanzieren müssen? Nein danke!
- Dass Managerlöhne sich nach den üblichen Entlöhnungen im globalen Markt richten, daran habe ich tatsächlich einmal geglaubt (damals, als Managerlöhne noch einigermassen „vernünftig“ waren). Mittlerweile ist in vielen Fällen bekannt, dass sich die Abzocker gegenseitig die Entschädigungen genehmigen – Geben und Nehmen, quasi. ;-)
- Es ist menschlich, anderen gegenüber absolute Forderungen aufzustellen, sich selbst aber da auszunehmen. Das zeigen die Antworten die Strassenumfrage, wenn’s darum ginge, auch den eigenen Lohn offen zu legen. Da ist es dann häufig „etwas anderes“. Aber noch einmal: wo liegt die Grenze und wer legt sie fest?
- Ganz ab gesehen davon, dass viele, die sich über die überrissenen Managerbezüge mokieren, sich selbst ebenfalls bereichern wollen: sie kaufen selbst Aktien solcher Unternehmen und hoffen, am grossen Geldfluss teilnehmen zu können. Ist das konsequent? Hat ein solches Verhalten nicht genauso ein „Geschmäckle“ wie jenes der Abzocker? Für mich schon!
Sind Saläre von 10 und mehr Millionen Franken jährlich legitim? Sollen die Bezüge der Manager offengelegt werden? Wo ist die Grenze? Soll der Staat hier korrigierend eingreifen? Und wie soll das dann konkret aussehen?
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