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Die Wettfahrtleitung hatte sich zwar noch um die Austragung eines zweiten Rennens bemüht, doch am Ende des dritten Wettfahrttages, in dessen Verlauf der Wind von anfänglich rund zehn auf vier Knoten im Ziel abnahm, musste die Flotte mit nur einem absolvierten Rennen über den spiegelglatten Gardasee zurück in den Hafen von Riva del Garda segeln. Mateusz Kusznierewicz (POL) und Frederico Melo (POR) ließen ihren Mastbruch vom Vortag vergessen, holten ihren zweiten Rennsieg und machten den Freitag zu ihrem Tag. Andere dagegen würden diesen Tag lieber aus ihrem Gedächtnis streichen.
Kusznierewicz und Melo dagegen feierten ihren Erfolg. Das neu formierte Duo hatte schon an den ersten Tagen in frischen Winden auffallend gute Leistungen gezeigt und waren trotz des Mastbruchs von Platz drei aus punktgleich mit Diego Negri (Italien) und Frithjof Kleen (Deutschland) in die sechste Wettfahrt gestartet. „Es war extrem stressig, weil wir auf der Seite des Startboots in die Wettfahrt gestartet sind, obwohl das Pin-End sehr bevorzugt war“, erklärte Kusznierwicz, „ich bin nicht sicher, ob ich das verraten sollte, aber unser Plan hatte eigentlich nicht vorgesehen beim Startboot zu starten. Wir sind [nach dem allgemeinen Rückruf] den Kurz ziemlich weit hochgekreuzt und als wir wieder zur Startlinie zurückgekehrt waren, blieb keine Zeit mehr um noch zum Pin-End runterzufahren. Ich habe dann zu Frederico gsagt ‚schau einfach nicht nach vorne‘, weil es für uns zu Beginn des Rennens ziemlich schlecht aussah. Aber wir haben dann gut kontrolliert und einige Gewinne auf der rechten Seite machen können.“ Das Duo hat sich mit dem Rennsieg souverän auf den zweiten Platz vorgearbeitet und Negri und Kleen auf Platz drei verwiesen.
Das Rennen:
Nach dem allgemeinen Rückruf in Folge des ersten Startversuchs hatte die Wettfahrtleitung die U-Flagge gesetzt, bei den Segler auch „Schwarze Flagge“ genannt. Die geht dann hoch, wenn eine Wettfahrtleitung erneute Massenfrühstarts verhindern will. Sie bedeutet für die Teilnehmer, dass jeder Frühstarter disqualifiziert wird. Wieder kam es zum Gedränge an der Startlinie mit ihrem bevorzugten Pin-End. Woraufhin die Wettfahrtleitung sieben Crews als Frühstarter disqualifizierte, darunter eine Reihe sehr bekannter Namen. So auch die Spitzenreiter Robert Scheidt (Brasilien) und Henry Boening (Brasilien). Doch Scheidt arrangierte sich schnell mit seinem Missgeschick, vielleicht auch, weil er bis zu dieser sechsten Wettfahrt bereits eine eindrucksvolle Serie hingelegt hatte und das Klassement am Abend immer noch anführte, weil er die Disqualifikation zu seinem Streichergebnis machen konnte. „Es ist schon anspruchsvoll mit einer Startlinie dieser Art”, sagte Scheidt. „Wir hatten uns mit einer Gruppe weiterer Boote etwa in der Mitte positioniert. Die haben dann die Segel dichtgenommen und sind losgefeuert. Wenn du nicht mit ihnen anziehst, dann wird das für dich garantiert ein schlechtes Rennen“, reflektierte der erfahrene Steuermann.
„Es war ein wirklich schwieriges Rennen und es war sehr leicht sich eine hohe Punktzahl einzufangen. Ich bin froh, dass sie in diesen Bedingungen kein zweites Rennen gestartet haben. Nun haben wir also auch ein dickes Streichergebnis kassiert und die Regatta ist wieder weit offen.“
Ptrominente weitere Frühstarter neben Scheidt waren Hubert Merkelbach GER, George Szabo (USA), Eric Doyle (USA), Guido Gallinaro (Italien), Tibor Tenke (Ungarn) und Davide Leardini (Italien).
Manche Crews, die am Start ungeschoren davonkamen, litten später auf dem Kurs. Dazu zählten Paul Cayard (USA) und Arthur Loppes (Brasilien), die auf der linken Kursseite kein Glück fanden und deren 28. Rang sie auf Platz sechs im Zwischenklassement zurückfallen ließ.
Nachdem die ersten beiden von starken Winden dominierten Wettfahrttage sogenannte „Einbahnstraßen-Rennen“ ergeben hatten, in denen gute Geschwindigkeit von großer Bedeutung war, ging es in der Wettfahrt am Freitag darum ruhig zu bleiben und effektives Risiko-Management zu betreiben.
Während einige der Stars sich mit einem schwachen Tag arrangieren mussten, gelang es anderen, weniger bekannten Crews bei dieser Starboot-EM in Kombination mit dem SSL Breeze Grand Slam neben den Legenden zu glänzen. Sie bewiesen wie viele starke Segler bei diesen Titelkämpfen am Start sind. Weswegen es keine große Überraschung war, dass die österreichischen Seen-Segler Florian Raudaschl und Michael Fischer die Flotte an der ersten Wendemarke in ihnen bestens bekannten Segelbedingungen mit deutlichem Vorsprung anführten. Ein Fehler kostete sie den möglichen Rennsieg. Das Duo überstand die finale Luvtonne, was die Österreicher auf Rang vier zurückfallen ließ. Sie haben sich im Zwischenklassement auf Platz 36 vorgearbeitet. Aber auch dem ITA Team Riccardo Improta/Andrea Lupoli gelang ein Super Lauf und klassieren sich als 5. Im Zwischenklassement Super dabei ist das grosse Talent Thomas Allart/Gert Van der Heijden NED. Sie liegen zur Zeit auf dem hervorragenden 15. Rang
Die Schweizer Teams:
Urs Hunkeler SUI/Andreas Hanakamp AUT segeln einen Ausgezeichneten Lauf und passieren das Ziel als 10. und verbessern sich damit in die erste Ranglistenhälfte (Rang 43). Hans Stöckli/Alex Gouda segeln ebenfalls ihren besten Lauf mit Rang 26 womit sie sich auf den 55 Zwischenrang verbessern. Das junge Welsche Team Vincent Guidoux/ Yann Dorset seglen ihren streicher und liegen auf Rang 65.
Link zur Rangliste auf der SSL Webseite.
Vorschau für heute Samstag:
Auch für heute sind ein bewölkter Himmel und unbeständige Winde vorhergesagt. Doch der vorletzte Tag der Meisterschaft dürfte durch die „Fine Art Sails“ erhellt werden, bei der eine Flotte Starboote mit künstlerisch bemalten Segeln vor dem Ufer zur Parade aufkreuzt. Bei der Charity-Veranstaltung wird Geld für die Andrew Simpson Stiftung gesammelt, die in Folge des tödlichen Trainingsunfalls von Olympiasieger Andrew „Bart“ Simpson“ im America’s Cup 2013 gegründet worden war.
Video des TagesHighlights - Day 3 - SSL Breeze Grand Slam
und hier die TOP 12
|PL||Nat.||Eivind||Crew||R 1||R 2||R3||R4||R5||R6||Pkt.|
|1||BRA||Robert Scheidt||Henry Boening||3||1||3||5||2||UFD||14|
|2||POL||Mateusz Kusznierewicz||Frederico Melo||4||4||6||1||27||1||16|
|3||ITA||Diego Negri||Frithjof Kleen||1||UFD||1||10||3||12||27|
|4||USA||Eric Doyle||Payson Infelise||9||2||4||8||7||UFD||30|
|5||SWE||Fredrik Lööf||Brian Fatih||11||6||11||3||1||14||32|
|6||USA||Paul Cayard||Arthur Lopes||2||3||2||24||10||28||41|
|7||ITA||Roberto Benamati||Alberto Ambrosini||5||49||5||7||13||16||46|
|8||FRA||Xavier Rohart||Pierre-Alexis Ponsot||7||10||33||2||4||25||48|
|9||NOR||Eivind Melleby||Joshua Revkin||6||14||16||9||12||18||57|
|10||ITA||Silvio Santoni||Sergio Lambertenghi||DNF||11||7||14||18||11||61|
|11||GER||Hubert Merkelbach||Markus Koy||20||22||9||6||5||UFD||62|
|12||CRO||Marin Misura||Tonko Barac||33||5||8||17||11||34||74|