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Bild
Titel:
Werbung für die Rorschach-Heiden-Bergbahn
Thema: Kultur
Datum: --.--.1957
Masse: 29.5 x 20.9 cm
Standort: Staatsarchiv Appenzell Ausserrhoden, Pa.166.
Urheber/-in:
Beschreibung:
Tourismusplakat von 1957, wahrscheinlich mit Acryl gemalt. Zeigt den mit Passagieren gefüllten Lokomotivwagen der roten Rorschach-Heiden-Bergbahn, wie sie den Aufstieg von Rorschach nach Heiden bewältigt. Im Vordergrund jubeln ein Mann, eine Frau und ein Mädchen der vorbeifahrenden Eisenbahn zu: Der Mann in weissem Hemd sitzend und mit einer Pfeife im Mund, die Frau in roter Hose, weissem Hemd mit roten und blauen Quadraten, einem wehenden weissen Taschentuch in der einen Hand und einer Gitarre mit roter und blauer Schleife in der anderen, das Mädchen in blauem Kleid mit heller Schleife und hellem Kragen, das braune Haar zu zwei Zöpfen geflochten. Im Hintergrund erstrecken sich die grünen Hügel des Vorderlandes, der Bodensee, auf dem ein einsames Segelschiff schaukelt, und die dunklen Umrisse der deutschen Uferseite. Am unteren Rand steht in schwarzer Kursivschrift geschrieben: „Juhee! – Üseri RHB!“
Geschichte:
Die Rorschach-Heiden-Bergbahn (RHB), 1875 in Betrieb genommen, ist eine der ältesten normalspurigen Zahnradbahnen der Welt. Konzipiert wurde sie von den beiden Eisenbahntechnikern Niklaus Riggenbach (1817-1899) – Erfinder des Zahnradsystems – und Olivier Zschokke (1826-1898). Die sechs Kilometer lange Strecke über Wartensee, Wienacht und Schwendi war Antwort auf die Forderung nach einem Anschluss Heidens an den damaligen Schiffsknotenpunkt Rorschach – und damit an die internationalen Verkehrslinien. Die zunehmende Bedeutung Heidens als Luft- und Molkenkurort hatte einen solchen notwendig werden lassen. Aus aller Welt, insbesondere aus Deutschland, den Baltischen Staaten und aus Russland, reisten Gäste an, um von der frischen Höhenluft und von der Aussicht auf die grüne Hügellandschaft zu profitieren.
Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges aber folgten schwere Zeiten. Die Touristen flüchteten zurück in ihre Heimat, der Verkehr stand beinah gänzlich still. Die Zwischenkriegszeit war gezeichnet durch zahlreiche Veränderungen: Während der Kurort nun vermehrt um Gäste aus dem eigenen Land warb, passte sich die Rorschach-Heiden-Bergbahn den technischen Fortschritten an. Schienen wurden ausgewechselt und ausgedehnt, Bahnhofsanlagen und Lagerräume ausgebaut, alte Züge und Lokomotiven repariert, deponiert und durch neue ersetzt. 1930 erfolgten die Elektrifizierung und weitere technische Verbesserungen, doch das Automobil stellte die Bahn zunehmend in den Schatten.
Mit eben dieser Konkurrenz zwischen individuellem und öffentlichem Verkehr gewannen für die RHB der Tourismus und dessen Anpreisung an Bedeutung. So ist im 84. Geschäftsbericht der Rorschach-Heiden-Bergbahn 1958 zu lesen: „Der Werbung muss mehr und mehr volle Aufmerksamkeit geschenkt werden. […] Hand in Hand damit geht der Versand von entsprechenden Prospekten und der Aushang von Plakaten.“ Und diese zeigten ihre Wirkung. Dank der Touristen konnte der Verlust an insbesondere regelmässigen Fahrgästen teilweise ausgeglichen werden; bei schönem Wetter musste häufig zusätzliches Personal aufgeboten werden.
Allen Umstrukturierungen und Tiefgängen, ob finanziellen, technischen oder gesellschaftlichen Charakters, ja sogar Dammrutschungen und Föhnstürmen hat die Rorschach-Heiden-Bergbahn standgehalten. Noch immer führen die neueren Wagen der Zahnradbahn täglich vom Bodenseegebiet ins Appenzellerland und zurück. Die älteren Glieder haben jedoch keinesfalls ausgedient. Die 1951 erbaute Dampflokomotive Rosa beispielsweise tuckert seit 1998 wieder bergauf und bergab – ausser im Winterhalbjahr, wenn sich „Rosa“ wohlverdient im SBB-Depot am Rorschacher Bahnhof ausruht.
Autorin: Susanna Schoch, Herisau
Literatur:
Huber, Johannes: Heiden. Ein Gang durch die Geschichte und Architektur. Heiden 1998. S. 12-17.
Röhr, Gustav F.: Appenzellerland mit Bahn und Bus. Krefeld 1983.
StAAR, Mo.16-030, Rorschach-Heiden-Bergbahn.
StAAR, Pa.166, Rorschach-Heiden-Bergbahn. Geschäftsbericht von 1958.
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