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«Der Eindruck der Stadt war einfach überwältigend», schreibt Ruedi Bannwart über seine New York-Reise, die er 1978 zusammen mit seiner Frau Margret und seinem Sohn unternahm. Dieses Erlebnis initiierte sein Manhattan-Projekt, für das er bis 2005 über 40'000 Fenster in 19 Kupferplatten radierte.
Ruedi Bannwart war eine wichtige Person für das Grafikdesign in der Ostschweiz. In seinen Ateliers in Heiden, Ermatigen, Grub AR und Degersheim schuf Ruedi Bannwart (1932-2016) während Jahrzehnten unzählige grafische Arbeiten, etwa Weihnachtsschaufenster für die Magazine zum Globus, die Halle des Gastkantons Thurgau der OLMA St.Gallen, das Bilderbuch «Berteli und Konrad» für den Niggli Verlag, dreidimensionale Adventskalender für die Zeitschrift «Schöner Wohnen», sowie Werbung für namhafte Industriefirmen.
Nach seiner Pensionierung im Jahr 1988 kehrte Bannwart verstärkt zu seinem eigenen kreativen Schaffen zurück. Er schloss sich der Radier-Gemeinschaft im Atelier von Max Oertli in St. Gallen an, was den Beginn seines langjährigen Projekts «Manhattan 1524-2005» markierte. Hier äusserte sich seine Faszination für Architektur – insbesondere für den modularen Elementbau. Mit Präzision und Ausdauer ritzte er die Pläne für die Wolkenkratzer in die vorbereiteten Kupferplatten, druckte sie auf der Radierpresse, schnitt sie aus und baute sie zu dreidimensionalen Objekten zusammen. Auf diese Weise entstand auch die Serie von zehn Sequenzen, in der Ruedi Bannwart die städtebauliche Entwicklung Manhattans – eben die «Inbesitznahme» – symbolisiert. Dabei steigt die Zahl der Hochhäuser von einem Objekt zum nächsten um ein Vielfaches: «Vom unberührten Stuhl in der ersten Vitrine zur ersten Besiedlung in der zweiten Vitrine hinaus wächst nun die Stadt, wuchert über die Stühle, nimmt Besitz vom Symbol des Besitzes.» Diese zehn Vitrinen aus der Kantonalen Kunstsammlung Appenzell Ausserrhoden sind nun im Kaminraum zu sehen, ergänzt mit Skizzen, Notizen und originaler Druckplatte Ruedi Bannwarts.
Das gesamte Kunstprojekt «Wolkenkratzereien» wurde erstmals von 9. bis 30. Oktober 2005 während seiner Ausstellung in der Galerie Max Oertli in St.Gallen präsentiert.