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Achtung!
Die Schale der Kartoffel ist giftig!
Warum ist die Schale der Kartoffel giftig?
Um sich vor Schädlingen zu schützen, bildet die Kartoffelknolle natürliche Gifte, die so
genannten Alkaloide (auch Bitterstoffe genannt). Die bekanntesten Alkaloide sind
Chaconin und Solanin. Letzteres ist in etwa so giftig wie Strychnin. Diese Gifte befinden sich vor allem in der Schale und hochkonzentriert in den Augen und Keimen der Kartoffel.
Wer ist gefährdet?
Kinder und Schwangere sollten überhaupt keine Kartoffeln mit Schale essen.
Da sich das Vergiftungsrisiko nach dem Körpergewicht berechnet, sind Kleinkinder am
ehesten gefährdet. Dr. Norbert Hase von der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und
Lebensmittel: "Normalerweise haben Speisekartoffeln eine niedrige Konzentration an diesen Bitterstoffen. Wenn aber viele Faktoren zusammen kommen, wie Ergrünen, Keimen oder sonstige Beschädigungen der Knolle, können die Werte stark ansteigen und dann können zwei bis drei Knollen ausreichen, um bei einem Kleinkind zu einer lebensbedrohlichen Situation zu kommen." Dies gilt für Kartoffeln, die mit Schale verzehrt werden.
Eine Gesundheitsgefhärdung berechnet sich nach dem Körpergewicht: 1 bis 2 Milligramm
Alkaloide pro Kilogramm Körpergewicht gelten bereits als toxisch. 3 bis 6 Milligramm
könnten tödlich sein.
Der Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaft Udo
Pollmer warnt ausserdem schwangere Frauen davor, Kartoffeln mit Schale zu essen.
Alkaloide stünden im Verdacht, bei Ungeborenen einen offenen Rücken zu verursachen, so
Pollmer.
Vergiftungssymptome
Die akuten Vergiftungssymptome von Solanin und Chaconin sind zunächst ein Brennen und Kratzen im Hals, Magen und Darmbeschwerden, also Übelkeit, Brechreiz und Durchfall, sowie Gliederschmerzen. Bei erhöhter Dosis: Nierenentzündung, Auflösen der roten Blutkörperchen, Störung der Kreislauf und Atemtätigkeit, Schädigung des zentralen
Nervensystems (Krämpfe, Lähmungen) - und im Extremfall Atemlähmung und Tod.
Wie werden Kartoffeln richtig gelagert?
Kartoffeln sollten dunkel, kühl und trocken gelagert werden. Wer keinen Keller hat, sollte
darauf achten, nur kleine Mengen der Knollen zu kaufen und diese zügig zu verbrauchen.
Grüne und gekeimte Kartoffeln sollen nicht mehr gegessen werden. Bei Älteren,
dickschaligen Kartoffeln empfiehlt sich die Zubereitung als Salzkartoffel, denn bei ihnen sind die Alkaloide auch vermehrt unter der Schale. Bei neuer Ernte, also dünnschaligen
Kartoffeln, ist die klassische Zubereitung die Pellkartoffel (sie sollte aber nach der Zubereitung auch wirklich gepellt werden).
Der Schadstoffgehalt von Kartoffeln kann sich bei unsachgemässer Lagerung erhöhen:
Die Knollen sollten nie in einer hellen und warmen Umgebung gelagert werden.
Auf was sollte beim Kauf der Kartoffeln geachtet werden?
Was für den Haushalt gilt, gilt auch für den Supermarkt: Kartoffeln sollten dunkel, trocken
und kühl gelagert werden. Leider wird diese Regel nicht immer eingehalten. Verbraucher
sollten also hierauf achten.
Enthalten Bio-Kartoffeln weniger Alkaloide?
Nein. Biokartoffeln enthalten nicht weniger Alkaloide als konventionell gepflanzte Kartoffeln.
Zudem ist die Giftigkeit der Alkaloide deutlich höher als etwa die von Pestiziden, die gegen Schädlingsfrass eingesetzt werden, oder die von Acrylamid, das beim Braten entsteht.
Sollte man denn überhaupt noch Kartoffeln essen?
Aber ja! Wer die wichtigsten Regeln befolgt - also die Schale, Augen und Keime vor dem
Verzehr entfernt - erhält ein wertvolles Lebensmittel mit vielen Nährwerten und Vitaminen.
Und das ausserdem hervorragend schmeckt!