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Pocken
Die Pocken gelten als eine der ältesten Seuchen, die dem Menschen bekannt sind. Schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts begannen die Impfungen gegen die Pocken. Doch sehr schnell stellten sich schon damals die ersten Komplikationen ein. Die Geimpften wurden zu Infektionsquellen für die Umgebung und erlitten vielfach leichte Krankheitsverläufe und starben oftmals.
In Deutschland wurde die Pockenimpfung (Variolation) 1781 in Weimar von Hufeland eingeführt. Es kam zu großen Epidemien mit oft tödlichen Verläufen. In Hamburg und Berlin wurde die Methode 1794/95 durchgeführt. Auch hier kam es zu großen Pockenepidemien. Daraufhin wurde erst auf Stadt- und dann auf Landesebene diese Art der Impfung verboten.
Am Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte der britische Arzt Edward Jenner (1749-1823) ein neues Impfverfahren. Tausende von Portionen gingen in das Ausland. Doch auch hier gab es Komplikationen: »Am Ende seines Lebens erlebte Jenner große Pockenepidemien in England. Es stellte sich heraus, daß auch die von ihm oder mit seiner Methode geimpften nicht vor den Pocken geschützt waren. Jenner soll am Ende seines Lebens von Zweifeln geplagt worden sein, ob er mit seinem Verfahren wirklich etwas Gutes oder nicht doch etwas Furchtbares geschaffen habe.«
In Deutschland gibt es seit 1816 eine Statistik über die Pocken-Todesfälle. Anhand dieser ist ersichtlich, daß »die durchgeführten Impfungen keinen Einfluß auf die Höhe der Pocken-Todesfälle gehabt haben«. Ebenfalls eindeutig ersichtlich ist, daß die Pockentodesfälle schon ab 1874, also vor Einführung des Reichsimpfgesetzes am 1.4.1875 drastisch zurückgingen.
Aus dem Reichsimpfgesetz folgte, daß jedes Neugeborene vor dem zweiten Geburtstag und im 12. Lebensjahr geimpft werden mußte. »Trotzdem hat es im zweimal durchgeimpften Deutschland immer wieder Pockenausbrüche gegeben, z.B. in Ostpreußen sowie in Sachsen.« Daraus resultierten Erkenntnisse wie: »Ich wiederhole auch, daß ein sogenannter Impfschutz ohne Bedeutung für die Ausbreitung der Erkrankung war, denn geimpfte und ungeimpfte Kinder wurden ziemlich gleichmäßig befallen.« (Dr. Jürgens)
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Bei den Pockenausbrüchen in Düsseldorf (61/62), Monschau (61/62) und Meschede (1970) gab es insgesamt 1183 (bekannte) Kontaktpersonen. Davon wurden in der Inkubationszeit 709 geimpft, die restlichen 474 blieben ungeimpft. Unter den 709 geimpften Personen gab es 7 Todesfälle und 58 Pockenerkrankungen. Bei den 474 ungeimpften Personen gab es weder eine Erkrankung noch einen Todesfall.
Der Pockenausbruch in Meschede (1970) sollte zu einer Massenimpfaktion führen, zu der etwa 300,000 Einwohner der betroffenen Region aufgerufen worden waren. Buchwald klärte in der Sendung »Report« vom 2.2.1970 auf, daß es bei allen bisherigen Impfaktionen zu schwersten Schäden gekommen war. Im folgenden brach die Aktion zusammen, es erschienen nur ca. 27,000 Personen in den Impflokalen. »Wie zu erwarten, gab es unter den dem Impfaufruf nicht gefolgten 270 000 Menschen keinen einzigen Pockenfall. Ohne Ausnahme waren alle, bei denen in den nächsten Tagen die Pockenerkrankung noch diagnostiziert werden mußte, bereits isoliert. Bei Bekanntwerden des Pockenfalles waren sie – wie immer nutzlos – geimpft worden.«
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Auch die WHO (Welt-Gesundheitsorganisation) bemühte sich die Pocken weltweit auszurotten. Das auf vier Jahre ausgelegte Programm, daß 1958 in Minneapolis beschlossen wurde, mußte jedoch mehrfach verlängert werden. Überzeugende Beweise für die Wirksamkeit der Pockenimpfung gab es jedoch keine. So ist einem Bericht aus Indien vom August 1967 zu entnehmen, daß es trotz bis dahin 537 Mio. durchgeführter Pockenschutzimpfungen (damaliger Bevölkerungstand: 511 Mio.) im Jahre 1967 zu einer der schwersten Epidemien kam.
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home.arcor.de/m_enning/literatur/buch/buchwald_impf.htm#pocken
LG
Christian :wave: