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| Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)

Zweites Buch.
Briefe von Augustins Erhebung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputation mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
XXIV. (Nr. 40.) An Hieronymus
XXIV.(Nr. 40.)
Geschrieben im Jahre 397.
Augustinus an seinen geliebtesten Herrn und mit aufrichtigster Liebe zu verehrenden Bruder und Mitpriester Hieronymus.
Inhalt.
Schon zu Brief XVI (28) bemerkten wir, daß er nicht in die Hände des heiligen Hieronymus kam, weil Profuturus seine Abreise unterließ und bald darauf starb. Indessen sandte Hieronymus an Augustinus ein kurzes Begrüßungsschreiben1, auf das Augustinus mit dem nachfolgenden Briefe antwortet. Er benützt die Gelegenheit, abermals seine Klage über die Auslegung von Gal. 2, 11f. vorzubringen und auf die weittragenden Folgerungen solcher Erklärungen hinzuweisen. Da Hieronymus behauptet hatte, der heilige Paulus habe sich bei dieser Gelegenheit einer nützlichen Lüge bedient, so fordert ihn Augustinus geradezu zum förmlichen Widerruf auf. Schließlich wird das Werk des Hieronymus über die kirchlichen Schriftsteller gelobt und er selbst gebeten, die erwiesenen Irrtümer des Origenes zu bezeichnen und ein kurzgefaßtes Verzeichnis aller Irrlehrer und Irrlehren anzufertigen. Auf diesen Brief antwortete Hieronymus erst, nachdem Augustinus ihn nach fünf Jahren nochmals zu einer Antwort aufgefordert hatte, mit großem Mißvergnügen, ohne aber auf die angeregten Streitpunkte näher einzugehen2.
1: Vallarsi 103.
2: Ebd.