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Als «Schwarze Kunst» wird die handwerkliche oder künstlerische Tätigkeit bezeichnet, bei der Druckfarbe auf Papier gedruckt wird, um Replikas zu erstellen. Heute fallen insbesondere die Tätigkeiten der Drucker, Mediengestalter, Polygrafen oder Vorstufentechniker in den Bereich der Schwarzen Kunst. Im Grossen und Ganzen also alles, was bei uns im Drucksaal passiert.
Automatisierung im 15. Jahrhundert
In der Mitte des 15. Jahrhunderts brachte Gutenberg die Erfindung des Drucks mit beweglichen Lettern von China nach Europa und verbesserte diese. Bis dahin wurde eine Druckerschwärze auf Wasserbasis verwendet, er entwickelte solche auf Ölbasis, mit der die beweglichen Metalllettern viel effizienter bestrichen werden konnten.
Wie lange brauchte man vor Gutenbergs Zeit für einen Buchdruck?
Bis zu Gutenbergs Erfindung benötigte die Vervielfältigung von Texten sehr viel Zeit. Die Texte wurden von speziell ausgebildeten Mönchen in Schreibstuben abgeschrieben. Ein umfangreiches Werk wie die Bibel zu kopieren, dauerte so bis zu drei Jahre. Die damals gängige Drucktechnik war der Holztafeldruck, dabei mussten Text und Bild mühsam und spiegelverkehrt in einen Holzblock geschnitten werden. Gutenberg hatte dann die geniale Idee, den Text in seine Grundbestandteile zu zerlegen. Klein- und Grossbuchstaben, die man dann immer wieder neu zu Wörtern und Zeilen zusammensetzen konnte. Und – das war besonders wichtig: Sie konnten mehrfach benutzt werden!
Warum nennt man sie überhaupt die «Schwarze Kunst»?
Als Druckerpresse diente Gutenberg eine umgebaute Weinpresse; die schwarze Druckfarbe stellte er aus Lampenruss und Firnis (Lösemittel) her. So kam der Buchdruck zum Namen «Schwarze Kunst».
1999 wurde Gutenberg für seine Erfindung von amerikanischen Historikern zum «Mann des Jahrtausends» erklärt.
Bis heute existieren die Jünger der Schwarzen Kunst
Um ein Jünger der Schwarzen Kunst zu werden, wird man bis heute nach abgeschlossener Lehre traditionell gegautscht und in den Bund der «Söhne Gutenbergs» aufgenommen.
Was Gautschen ist erklären wir im Blogbeitrag «Der Brauch des Gautschens».
PS: In ähnlichem Zusammenhang existiert der Begriff «Weisse Kunst», der sich auf die Tätigkeiten der Papierherstellung bezieht.