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Nach dem ersten Wahlgang, in dem Lombardi noch geführt hatte, hätten sich viele Wähler umorientiert, glaubt Dadò. "Das ist das Resultat einer immer stärkeren Polarisierung in der Schweiz." Die Wähler würden vermehrt auf Vertreter der beiden Pole denn auf Mitte-Politiker setzen.
Nach dem knappen Resultat sei es schwierig, die Schuld an der Abwahl bei Filippo Lombardi zu suchen: "45 Stimmen sind sehr wenig, der Wahlausgang war sehr knapp", resümiert Dadò.
Marina Carobbio habe bei den Wählern sicher auch gepunktet, weil sie eine Frau sei - aber nicht nur, meint Dadò. "Es wäre falsch, ihren Sieg nur damit zu erklären." Zahlreiche andere Faktoren hätten dieses Resultat mitbegründet.
Die historische Listenverbindung der CVP mit dem politischen Erz-Rivalen FDP hätte nur teilweise funktioniert, hält Dadò fest. "Während sie bei den Nationalratswahlen spielte, wirkten bei den Ständeratswahlen andere Kräfte."
Der Vizepräsident der CVP Tessin ist überzeugt, dass die Mitte-Parteien über kurz oder lang verschwinden werden. "Die Schweiz wird grosse Veränderungen erleben."
Ob die Partei Rekurs gegen das knappe Wahlresultat einlegen werde, sei noch offen. Er selber sei jedoch dagegen, sagt Dadò. "Wir müssen das Wahlresultat respektieren." Zudem seien 45 Stimmen Differenz nicht so wenig, findet Dadò.
(sda)