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Mit Alexandre Arcady teilt der inzwischen 76 jährige Franzose Serge Franklin Filme wie Le coup de sirocco, die Actionkomödie Hold-Up oder Le grand carnaval und schliesslich Dernier été à Tanger, deren letzte Zusammenarbeit. Weit aktiver als im Kino war Franklin allerdings im französischen Fernsehen, wo er bis heute für die beliebte Serie Une famille formidable tätig ist.
Jean-Paul Belmondo war Mitte der 80er Jahre nach Le professionnel, L’as des as oder Le marginal auf der Höhe seiner Popularität (und verzeichnete durchaus auch musikalische Erfolge mit den jeweiligen Filmmusiken), doch die teils in Kanada gedrehte Komödie Hold-Up (Deutscher Titel Der Boss) um einen einfallsreichen Bankräuber war für Belmondo eine leise Enttäuschung, sie kam beim Publikum nur mässig gut an – und das obschon Belmondos Unfall (der Franzose war bekannt für die Stunts, die er selber vollführte) in den Gazetten zünftig kolpotiert wurde.
Serge Franklins Musik startet mit dem Titelsong „Hold-Up“ gesungen von Rena Scott, der deutlich nach 80er Jahre Pop klingt. Das Thema des Songs verwendet Franklin mal ausführlicher, mal in kürzeren, aber immer abwechslungsreichen Versionen auch in seinem Score – auch diesem ist das Entstehungsjahr durchaus anzuhören, insbesondere wenn die E-Drums erklingen. Die Musik ist zumeist rockig-popig mit einem tüchtigen Schuss Country gehalten; Keyboards, Drums, Gitarren, aber auch Mundharmonika oder „Zirkusklänge“ („Grimm Circus“) beherrschen die 34 Minuten Musik, die der 1985 erschienen LP bis auf Änderungen in der Abspielreihenfolge entspricht.
Eine wundervoll unterkühlt düster-romantische Atmosphäre schafft Franklin in seinem Score zu Dernier été à Tanger. Auch dieser öffnet mit einem (italienisch gesungenen) Lied, „Io racontero“. Das Saxophon zusammen mit Orchester, spanisch angehauchter Perkussion (Kastagnetten) und Gitarren sorgt für die eingangs erwähnte Stimmung. Nachtclubfeeling gibt es mit „Baila con te“, „Brooklyon Bridge“, „Blue Moon“ aber auch dem Gershwin Klassiker „The Man I Love“, während in „Une boite à musique“ und „La corniche“ das spanische Flair wieder auftaucht, im wunderbaren „Une terrasse au soleil“ die Gitarren, in „Dernier été“ die süffige Leichtigkeit fast ein wenig an Georges Delerue erinnern, der Spannungstrack „Vengeance“ wiederum Morricone-Flair versprüht und Klavier, Bass und Saxophon in „Filature“ rauchigen Jazz vermitteln.
Eine Kombo, mit der Music Box Records die Arcady/Franklin Thematik beschliesst (Le grand pardon und Le grand carneval/Le coup de scirocco brachte das Label 2011 respektive 2013) und mit Tanger eine seiner bekanntesten Musiken in einer im Gegensatz zu Hold-Up um ca. 10 Minuten Musik erweiterten Version (u.a. die beiden von Darstellerin Anna Karina gesungenen Lieder) herausbringt.
HOLD UP / DERNIER éTé À TANGER Serge Franklin Music Box Records MSB-044 32 Tracks / 42:05 Min. Limitiert auf 500 Stk.