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Beim Radfahren wird die Plastizität der Hirnrinde gestärkt und somit die Wahrscheinlichkeit funktionaler Sehschwächen reduziert. Das hat eine Untersuchung des zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Neuroscienze in Zusammenarbeit mit der Università di Pisa ergeben.
Gegnsätzliche Bilder
Die wissenschaftliche Untersuchung über die Plastizität des menschlichen Gehirns betraf vor allem das Phänomen der binokularen Rivalität. "Unser Gehirn reagiert bei der Wahrnehmung zweier kontrastierender Bilder, indem es angesichts der entstehenden Verwirrung eines der optischen Signale privilegiert", erklärte Projektleiter Giovanni Bortolan.
Im Fall einer solchen dichoptischen Präsentation hängt die Zeitdauer der Wahrnehmung von der Sehkraft des stimulierten Auges ab. Diese wiederum liefert bei Erwachsenen einen Hinweis auf die Plastizität der Hirnrinde.
Heimtraining fürs Auge
Zur Bestätigung dieser Annahme wurden 20 Testpersonen zwei Stunden lang mit einem verbundenen Auge unregelmässig wechselnden optischen Reizen ausgesetzt. Dies geschah zunächst auf einem Stuhl sitzend und danach auf einem Heimtrainer radelnd. "Es hat sich eindeutig gezeigt, dass das bandagierte Auge bei dem auf dem Rad durchgeführten Testlauf in seiner Sehkraft weitaus stärker zunahm als bei dem Test in sitzender Ruhestellung", so der italienische Wissenschaftler.
Die Testergebnisse können in der Therapierung von Augenkrankheiten wie der Ambliopie genutzt werden. Anstelle invasiver Eingriffe wird die Sehkraft auf natürlich-physiologische Weise gestärkt. Einzelheiten der Untersuchung sind in der Fachzeitschrift "Current Biology" veröffentlicht.
Artikelfoto: Antranias (CC0 Public Domain)