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Patrouille-Suisse-Pilot muss sich vor Militärgericht verantworten
SDA, smi
22.11.2021 - 15:47
Bei einem Flug der Patrouille Suisse im niederländischen Leeuwarden im Juni 2016 ist ein F5-Tiger-Kampfjet abgestürzt. Der Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz. Am Montag steht er in St. Gallen vor Militärgericht.
Das hätte viel schlimmer ausgehen können: Beim Training für die «Netherland Airforce Open Days 2016» kollidierte ein Pilot der Patrouille Suisse mit einem seiner Staffelkollegen. Sein Tiger war danach nicht mehr flugtauglich, deshalb rettete er sich mit dem Schleudersitz.
Die Anklage wirft dem Berufspiloten fahrlässigen Missbrauch und Verschleuderung von Material, fahrlässige Störung des öffentlichen Verkehrs und fahrlässige Missachtung von Dienstvorschriften vor. Der Beschuldigte habe beim Übungsflug der Patrouille Suisse mit sechs Tiger-Kampfflugzeugen Sorgfaltspflichten verletzt.
Der Unfall geschah während der «Netherland Airforce Open Days 2016» in der Nähe des Luftwaffenstützpunkts Leeuwarden (NL). Die sechs Tiger-Kampfjets der Patrouille Suisse trainierten ein Standard-Schönwetter-Programm. Im Verlauf des Formationsflugs stellte der beschuldigte Pilot fest, dass er zu schnell flog.
Staffelkollegen übersehen
Zur Korrektur begann er ein sogenanntes Overshoot-Manöver, bei dem er einen zweiten Tiger der Formation zweimal von unten kreuzen wollte. Dabei verlor er den zweiten Kampfjet kurz aus den Augen. Es kam zu einer unkontrollierten Annäherung und einer Kollision.
Der beschädigte Tiger des Beschuldigten war danach nicht mehr manövrierfähig. Der Pilot betätigte den Schleudersitz, und die unbemannte Maschine stürzte in einen Weiher unmittelbar neben einem Bauernhof, rund sechs Kilometer vom Militärflugplatz entfernt.
Der Pilot landete mit seinem Fallschirm in der Nähe der Absturzstelle und durchschlug das Glasdach eines Treibhauses. Der Pilot des zweiten von der Kollision betroffenen Tiger konnte die Maschine trotz der Beschädigungen auf dem Luftwaffenstützpunkt Leeuwarden landen.
Das Militärgericht hat für den Fall fünf Verhandlungstage bis zum 20. Dezember in den Räumen des Bundesverwaltungsgerichts in St. Gallen angesetzt.
SDA, smi