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Nachdem einer von ihnen gehenkt wurde, beschliessen Tom Logan (Jack Nicholson) und seine Bande von Pferdedieben, dass sie alles daran setzen werden, den reichen Pferdezüchter David Braxton (John McLiam) zu ruinieren. Sie wollen sich zur Tarnung als Farmer ausgeben, die von Braxton ein Stück Land abkaufen und nach einer Gelegenheit suchen, ihm seine Pferde mit einem Mal alle zu stehlen.
Als Reaktion auf den Mord an seinem Vorarbeiter engagiert der Züchter den kaltblütigen Killer Robert E. Lee Clayton (Marlon Brando), der die Mörder zur Strecke bringen und zugleich Braxtons Besitz vor Pferdedieben schützen soll. Während sein Auftraggeber nicht ahnt, was sich wirklich hinter der Fassade des harmlosen Farmers verbirgt, ist sich Clayton sicher, dass Logan einer der Drahtzieher hinter den Diebstählen sowie dem Mord ist. Als die übrigen Mitglieder seine Bande einen erneuten Raubzug planen, kommt es zum Duell zwischen Logan und Clayton.
Ein später Blick auf den WestenDer Name Arthur Penns wird auf ewig in der Filmgeschichte assoziiert werden mit der Entstehung des New Hollywood, da er mit Bonnie und Clyde 1967 ein für diese Ära wichtiges Werk hinlegte. Sein Schaffen alleine auf diesen Film zu reduzieren, wäre jedoch mehr als unfair, denn in der Folge arbeitete er an Projekten wie Little Big Man, Night Moves oder eben Duell am Missouri, die sich ebenfalls mit ur-amerikanischen Mythen und Figuren auseinandersetzen. Wegen der Besetzung von Jack Nicholson und Marlon Brando in den Hauptrollen galt Duell am Missouri auch aus kommerzieller Sicht als vielversprechend, entpuppte sich dann aber als Flop, der es Penn auf lange Sicht hin schwer machte, die finanziellen Mittel für weitere Projekte zu sichern. Dabei ist gerade dieser Spätwestern vielleicht das beste Werk des Filmemachers, da in keinem seiner anderen Filme seine Themen so deutlich und klar hervortreten wie in diesem.
Schon in Little Big Man blickte Penn auf die Narrative des Western, jenes typisch amerikanischen Filmgenres, in dem sich so viele der Mythen und Symbole des amerikanischen Traumes wiederfinden. Während der eine Film – nicht nur wegen seiner Länge – mehr als ein Epos gelten kann, erzählt Duell am Missouri augenscheinlich eine für das Genre sehr konventionelle Geschichte, die man so auch mit Western-Grössen wie John Wayne oder Gary Cooper hätte drehen können.
Alleine schon die Auswahl der Figuren jedoch weicht von den Konventionen des Genres ab, verschlägt es den Zuschauer, wie schon in Bonnie und Clyde, auf die Seite der Outlaws, angeführt von Nicholsons Tom Logan, die Aussenseiter der Gesellschaft sind und deren Werte mehr oder weniger ablehnen. Den Höhepunkt bildet sicherlich der von Marlon Brando gespielte Killer, der schon wegen seines Auftretens, seines Gestus sowie seiner Handlungsweisen alles auf den Kopf stellt, was man als Zuschauer meint über eine solche Figur zu wissen. Duell am Missouri zeigt eine sehr eigenwillige Sicht auf den amerikanischen Western, ein Land, in dem der Platz begrenzt ist und in dem keiner wirklich glücklich wird.
Ein Land voller RisseDer Originaltitel des Films bezieht sich auf eine Stelle des Flusses Missouri, an der dieser viele „Risse“ aufweist und das Land damit zerfurcht. An einer entscheidenden Stelle, als die wahre Natur Claytons deutlich wird, kommt ein solcher Riss zum Tragen und bedeutet das Aus für eines seiner Opfer. Wie Dr. Marcus Stiglegger in seinem Essay Verloren am Missouri erklärt, ist es die passende Allegorie auf ein von „Rissen durchzogenes, mythisches Land“, das nach den Umwälzungen des vergangenen Jahrzehnts nicht mehr dasselbe ist. Der Oulaw, der Reiche und alle anderen sind sich letztlich selbst überlassen, kämpfen um ihr Überleben in der Strömung und können sich nicht mehr länger auf harte Arbeit oder sonstige Aspekte des amerikanischen Traumes verlassen, die angeblich ein Heilsversprechen beinhalten.
In keiner anderen Darstellung wird dies klarer als in Brandos Clayton. Die Anekdoten über sein Gehabe während des Drehs überlagerten wie bei vielen seiner Projekte auch dieses, doch zeigt gerade das Unberechenbare, der Wechsel von Komödiantischen ins Dandyhafte und dann wieder ins Kaltblütige, dass man sich auf nichts verlassen kann, was vielleicht einer der Gründe ist, warum Duell am Missouri in den Folgejahren bei Kritik und Publikum immer mehr Fans gefunden hat.