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Die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und der Sowjetunion im Jahre 1946 ist im kollektiven Gedächtnis verbunden mit der Vorstellung eines beziehungslosen Zeitraumes. Dies lässt sich damit erklären, das zwischen 1918 und 1946 keine offiziellen diplomatischen Beziehungen existierten. Christine Gehrig-Straube zeigt aber, dass ein vielfältiges Netz von Fäden und Kontakten, wenn auch nicht auf offizieller Ebene, bestand, die den Abbruch der Beziehungen überlebt hatten, und dies sowohl auf sowjetischer wie auch auf schweizerischer Seite, ungeachtet der aussenpolitischen Einstellung der beiden Regierungen zueinander.
Die Autorin lässt sich von drei Hauptfragen leiten:
1. Welche Persönlichkeiten, Institutionen, Ideologien, politischen und gesellschaftlichen Kräfte waren dafür verantwortlich, dass die Schweiz mit ihrer Position gegenüber der Sowjetunion mehr und mehr in eine Sackgasse geriet, aus der sie nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nur mit grosser Mühe wieder herausfinden vermochte?
2. Welches waren die Kräfte, die schon früh darauf drängten, offizielle Beziehungen zur Sowjetunion aufzunehmen, welches waren ihre Motive und wie suchten sie ihr Ziel zu erreichen?
3. Welche inneren und äusseren Umstände haben den Verantwortlichen schliesslich einen aussenpolitischen Kurswechsel ratsam erscheinen lassen?