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Sprachübergreifende Einflüsse von Substandard-Varietäten
In diesem Projekt soll untersucht werden, wie Kenntnisse von Substandard-Varietäten einer Erstsprache (z.B. eines lokalen Dialektes) das Erlernen einer anderen Sprache beeinflussen.
Der Forschungsschwerpunkt liegt dabei auf den Intuitionen von Sprechenden des Niederländischen hinsichtlich des grammatischen Genus von deutschen Substantiven, insbesondere wenn diese ein formal ähnliches Gegenstück im Niederländischen haben (d.h. Kognate). Während das Deutsche drei grammatische Geschlechter kennt (männlich, weiblich, sächlich), fallen das Männliche und Weibliche im heutigen Standard-Niederländischen zusammen und es wird lediglich zwischen einem sächlichen und einem nicht-sächlichen Genus unterschieden. Viele Substandard-Varietäten des belgischen Niederländisch haben jedoch die Unterscheidung männlich/weiblich bewahrt, so dass ihre grammatischen Genussysteme denjenigen im Deutschen ähnlicher sind als das Genussystem des Standard-Niederländischen.
Im vorliegen Projekt wird untersucht, ob und unter welchen Bedingungen Sprechende einer Substandard-Varietät des Niederländischen, welche drei grammatische Geschlechter kennt, dieses Wissen bei der Bestimmung des Genus von deutschen Substantiven mit niederländischen Kognaten heranziehen.