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26. Februar 2021
Pistor ist am Weltmarkt zu Ihrem Einkaufsvorteil dabei.
Frachtkosten
Die Seeschifffahrt ist aus mehreren Gründen global beeinträchtigt: Ein zentrales Thema ist die Containerverknappung. Container, die in den USA ankommen, werden in der Regel wieder aufgefüllt und international verschifft, was ein gleichmäßiger Handelsfluss gewährleistet. Viele asiatische Länder kehren zu ihrer Exporttätigkeit vor der Pandemie zurück und verschiffen Container in die Vereinigten Staaten. Aufgrund der COVID-Beschränkungen sind die USA jedoch nicht in der Lage, Container mit ausgehender Ware zurückzuschicken. Da die Schiffe nicht mit kleineren Ladungen fahren, wird die Menge an Containern eingeschränkt, die auf die Seefrachtwege zurückgeschickt werden. Dies führt zu einer globalen Verknappung. Die Frachtkosten sind auf einigen Routen um bis zu 80 Prozent gestiegen. Es wird erwartet, dass die Containerknappheit bis zum Ende des ersten Quartals 2021 anhält.
Mandeln
Aufgrund der grossen Verschiffungs-Herausforderungen in den Häfen wurde in Kalifornien im Januar 11,9 Prozent weniger verladen als im Vorjahr. Nach einem stetigen Aufwärtstrend im November und Dezember sind die Preise im Januar etwas gefallen. Der Preisrückgang wurde durch den Positionsbericht vom Dezember ausgelöst. Dieser zeigte, dass die Ernte wahrscheinlich höher als 3.000 Mio. lbs ausfallen wird. Ein hoher Carryover übt zusätzlichen Druck auf die nächste Ernte aus, obwohl Käufer als auch Verkäufer sich während der Blütezeit wahrscheinlich zurückhaltend verhalten werden. Die Preise befinden sich bereits auf einem für die Erzeuger schwierigen Niveau und es wird davon ausgegangen, dass es in Kalifornien nicht nochmals zu einer Rekordernte kommt. Die weitere Preisentwicklung wird sich verdeutlichen, sobald die Blüte und die Ernteaussichten für 2021 bekannt sind. Während mehr Regen und Schnee willkommen gewesen wären, wenden sich die Wetterbedenken nun der Mandelblüte zu. Die ersten Anzeichen der Blüte entlang der Westseite Kaliforniens sind ersichtlich und die kritische Blütezeit dauert an.
Haselnusskerne
Selten spielten so viele Faktoren bei der Preisbildung der türkischen Haselnüsse eine Rolle wie im Februar. Hauptgrund für die höheren Preise war unbestritten die erstarkte Landeswährung. Das Vertrauen in die Lira ist deutlich gestiegen, mit staatlicher Unterstützung wird vermehrt investiert. Das Klima in den Hauptanbaugebieten war im Februar viel zu mild. Dies hatte zur Folge, dass sich die neuen Triebe schneller gewachsen sind. Die erfreuliche Entwicklung der Sträucher sorgte bei einigen Marktteilnehmern für Nervosität, weil diese anfälliger für frostige Temperaturen sind. Dies und die tiefe Nachfrage sind die Hauptgründe, weshalb die Farmer ihre Waren zurückhalten. Als letzten Punkt ist nach wie vor die weltweite Coronakrise zu erwähnen, welche eine längerfristige Planung praktisch verunmöglicht. Wenn keine gravierenden Veränderungen eintreten, kann davon ausgegangen werden, dass sich die Preise bis Ende März/anfangs April 2021 stabil mit Tendenz nach oben verhalten werden.
Zucker
An der Zuckerbörse haben die Preise in den vergangenen zwei Monaten kräftig angezogen. Das trockene Wetter und tiefere Erntemengen in Brasilien führen zu einem erwarteten globalen Zuckerdefizit für das aktuell laufende Zuckerjahr 2020/21. Auch in der EU lag die produzierte Zuckermenge deutlich unter dem Vorjahr. Die Flächenreduktionen sowie der starke Befall durch den Vergilbungsvirus waren die Hauptursachen für die Mindermengen. Die aktuelle Situation zerrt an den Lagerbeständen und könnte die steigenden Preise in den nächsten Monaten weiter stützen. In der Schweiz gab es in den Regionen Ost- und Westschweiz grosse Unterschiede. Während die Ostschweiz gute Wetterbedingungen hatte und kaum vom Vergilbungsvirus betroffen war, zeigte sich in der Westschweiz ein komplett anderes Bild: Viele Felder waren stark vom Virus betroffen. Insgesamt lag die Produktionsmenge unter dem Durchschnitt und die Verfügbarkeit von Schweizer Zucker bleibt knapp.
Sultaninen Golden Südafrika
Die südafrikanische Rosinenindustrie arbeitet daran, den Auswirkungen der ungewöhnlich starken Regenfälle im Dezember 2020 und Januar 2021 entgegenzuwirken. Diese werden sich voraussichtlich auf die gesamten Exportmengen in dieser Saison auswirken. Die Niederschläge, die sich über eine 350 km lange Strecke entlang des Orange River Valley verteilen, schwankten in den letzten Monaten zwischen 80 bis 200 Liter pro Quadratmeter. In den letzten 3–5 Jahren hat Südafrika während der Erntezeit nur sehr wenig Regen erhalten. Das ungewöhnliche Wetter entlang des Oranje-Flusses hat sich vor allem auf die Produktion von Golden Sultaninen ausgewirkt, die 30 Prozent der gesamten südafrikanischen Ernte ausmacht. Daher erwarten die Produzenten grosse Mengeneinbussen.
Speiseöle
Sonnenblumenöl/High Oleic Sonnenblumenöl
Die globale Ernte der Saison 2020/2021 wird unter dem Vorjahr liegen. Eine überraschende Meldung kommt aus Russland, wo die Regierung beschlossen hat, eine Exportsteuer zu erheben. Allerdings beschränkt sich diese Steuer auf die Saaten und nicht auf das Öl. Es scheint, dass die Regierung die einheimische Industrie schützen und die Verarbeitung im Lande behalten möchte. Jedoch hat sich diese Massnahme bisher noch nicht gross auf die Preise ausgewirkt. Beim High Oleic Sonnenblumenöl sind die Preise stabil geblieben. Die Tendenz ist stabil bis zu leichtem Anstieg.
Ernussöl
Die guten Aussichten in den USA scheinen sich nicht, wie ursprünglich erhofft, zu bestätigen. Auch in Indien haben die Überschwemmungen offensichtlich einen grösseren Schaden verursacht. Somit ist die globale Ernteerwartung leicht nach unten korrigiert worden. Gegen Ende der letzten Saison hat China nochmals sehr viel importiert – vor allem ganze Erdnüsse. Einerseits dürften die chinesischen Lager nun gut gefüllt sein, andererseits wird kaum mehr Ware auf dem Weltmarkt gehandelt. Auch aus Argentinien gibt es sehr wenig Angebote, weil die argentinischen Farmer aufgrund der starken, inländischen Inflation immer noch grosse Mengen Erdnüsse auf ihren Feldern lagern. In Afrika hat nun die Feldarbeit begonnen, um die Ernte einzuholen. Nach wie vor kann grundsätzlich mit guten Erträgen gerechnet werden. Die Tendenz ist stabil.
Rapsöl/HOLL Rapsöl
Aus Kanada kommen Meldungen, wonach die bisherigen Ernteerwartungen nicht ganz erfüllt werden können. Australien kann dieses Manko wettmachen. Der weltweite Verbrauch wird jedoch höher ausfallen als die geernteten Mengen. Die Folge wird ein starker Lagerabbausein. Zwischen China und Kanada scheint sich eine Lösung im (Handels-)Konflikt abzuzeichnen. Dies bedeutet, dass China wieder im grösseren Umfang Saaten aus Kanada importieren wird. Dies ist wesentlich für die EU, weil dadurch die Nachfrage nach australischer Ware zurückgeht. Aufgrund der GVO-Problematik kann die EU nur sehr beschränkt Saaten aus Kanada beziehen. Die Tendenz ist steigend.