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Ansdell
(spr. änns-), Richard, engl. Tier- und Genremaler, geb. 1815 zu Liverpool widmete sich anfangs einem geschäftlichen Beruf, bis er seinem Talent folgte und mit 21 Jahren Künstler wurde. Nach einigen Studienreisen im Norden Englands und in Schottland debütierte er 1840 in der Akademie zu London mit Tierstücken, worauf er schon gleich nachher historische Scenen folgen ließ, von denen aber nur der Tod Sir William Lambtons in der Schlacht bei Marston-Moor zur Zeit Cromwells 1842 Aufsehen erregte.
Später stellte es sich immer mehr heraus, daß die Darstellung menschlicher Kämpfe nicht seine Sache war, sondern bewegte Scenen aus dem Leben der Jagd- und der wilden Tiere, welchen man wohl den Einfluß Landseers anmerkt, denen sie aber an geistreicher Behandlung nachstehen. Dahin gehören z. B.: der Tod (1843), der Kampf (1848), die Fuchsjagd im Norden u. a. Nachdem er bis 1847 in Liverpool gewohnt hatte, ließ er sich in London nieder und begann 1850 auch die Darstellung der Haus- und Zuchttiere und gab solchen Bildern oft einen idyllischen oder melodramatischen Charakter.
Bisweilen arbeitete er auch in Gemeinschaft mit Creswick, der das Landschaftliche ausführte, z. B.: ein Tag auf dem Land (1851), die Rache des Schafhirten an einem Wolf, oder auch mit dem Genremaler Frith, der die menschlichen Figuren malte. In Gemeinschaft mit diesem bereiste er 1856 und 1857 Spanien und fand besonders in Sevilla zahlreiche Motive für seine Tierbilder, die seinen Ruf noch erhöhten, obgleich das Kolorit weniger erfreulich wurde. Als solche nennen wir nur: der Wasserträger, trinkende Maultiere, Durchgang durch eine Furt in Sevilla (1858), und als einige seiner Schöpfungen des letzten Decenniums: die Ziegenfütterung in der Alhambra (1871), die westlichen Hochlande, zudringliche Gäste, die ängstliche Mutter (1875), der wandernde Troubadour (1876) und die Heimat des Hochwilds (1877). Viele seiner Bilder radierte er selbst, viele andre wurden nach ihm gestochen.