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Muskatnuss
Die immergrüne Muskatpflanze Myristicaceae trägt erst ab dem siebten oder achten Jahr Früchte und dies für bis zu 40 Jahre. Von jedem Baum können jährlich circa 2000 Früchte geerntet werden, welche in etwa so gross wie Aprikosen sind. Diese Frucht ist die Muskatnuss (Myristica fragrans), welche botanisch betrachtet keine Nuss ist. Es handelt sich um eine einsamige Beere, die von einer holzigen Schale umgeben ist. Um diese Schale herum befindet sich der Samenmantel (bot.: Arillus), welcher als Muskatblüte oder Macis bekannt ist. Auch Macis wird heute als Gewürz eingesetzt und meistens in gemahlener Form angeboten. Die Muskatnuss ist als ganze Nuss oder in gemahlenem Zustand erhältlich und würzt kräftiger und aromatischer als Macis.
Geschichte
Der deutsche König Heinrich VI. (1165 - 1197) kannte Muskatgewürze bereits und liess vor seiner Krönung zum Kaiser des römischen Reiches im Jahr 1191 die Strassen Roms mit Muskat, ähnlich dem Gebrauch von Weihrauch, ausräuchern. Für die Küche wurde Muskat erst im 16. Jahrhundert entdeckt, als die Portugiesen begannen, damit zu handeln. So wurde es wahrscheinlich von portugiesischen Kreuzfahrern über Ägypten nach Europa gebracht. Die Portugiesen hielten lange erfolgreich ihre Quellen geheim, daher hatten sie eine Monopolstellung im Muskathandel. Von den Portugiesen gelang die Muskatnuss nach Holland und gegen Ende des 18. Jahrhunderts nach England. Von da aus wurde sie nach Panang (Philippinen), Sri-Lanka, Sumatra und Grenada (Westindien) gebracht.
Heutige Verwendungen
Muskatnuss soll sparsam verwendet werden, da es einen dominanten Geschmack aufweist. Weil das Aroma in gemahlenem Zustand sich schnell verflüchtigt, soll die Muskatnuss am besten frisch über die fertigen Speisen gemahlen werden. In Südostasien, China und Indien wird Muskatnuss sehr selten verwendet. In Europa findet sich Muskat in salzigen wie auch in süssen Gerichten. In Holland wird es zu Kartoffelbrei, Weisskohl, Blumenkohl, Siedfleisch und Fruchtpuddings zugegeben. In Italien werden Gemüseplatten, Kalbfleisch, Füllungen und Pastasaucen damit gewürzt. Beliebt ist die Muskatnuss in Honigkuchen, Lebkuchen, zarte Gebäcken, Käse und Eierspeisen, helle Saucen wie Béchamelsauce, klare Suppen, heissen Getränken wie Punsch oder Glühwein. Für pikantes Würzen ist es hervorragend zu Spinat, Risotto, Fisch- und Fleischgerichten, heissen Milchgetränken und in Kombination mit Orangenschalen. Geschmacksharmonien finden sich mit Dill, Kardamom, Koriander, Kümmel, Liebstöckel, Petersilie, Salbei, Wachholder und Zitrusschalen.