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| Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien

19. Homilie.
4.
[Forts. v. [S. 182] ] Zwingt sich jemand, dem das Gebet fehlt, bloß zum Gebete, um die Gebetsgnade zu erlangen, zwingt er sich aber nicht zur Sanftmut, Demut, Liebe und zur Erfüllung der übrigen Gebote des Herrn, läßt er es sich nicht Sorge, Mühe und Kampf kosten, um sie auszuführen, soweit es in seiner Willenskraft und freien Selbstbestimmung steht, so wird ihm bisweilen Gebetsgnade in Wonne und Freude des [Heiligen] Geistes auf seine Bitte hin teilweise gewährt. In seinen Sitten aber ist er noch der gleiche, der er vorher war. Er hat keine Sanftmut. Denn er gab sich keine Mühe und traf keine Zubereitung, um solche (= Sanftmut) zu erlangen. Er hat keine Demut. Denn er hat [um sie] nicht gebeten und sich nicht darum bemüht. Er hat nicht Liebe gegen alle. Denn er hat sich darum nicht gekümmert und nicht gekämpft im flehentlichen Gebete. Selbst in der Werkbetätigung hat er keinen Glauben und kein Gottvertrauen. Denn er besitzt keine Selbsterkenntnis, er ist nicht von seinem Unvermögen überzeugt und hat sich in Bedrängnis nicht die Mühe genommen, den Herrn zu bitten, er möge ihm festen Glauben an ihn und wahre Zuversicht gewähren.