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Sturmglas zur Wettervorhersage.
Ein wenig Historie
Wer Sturmgläser ursprünglich entwickelt hat, ist nicht bekannt. Und obwohl es sie seit Jahrhunderten gibt, kann bis heute niemand genau sagen, wie sie funktionieren.
Bekannt geblieben sind sie durch Robert FitzRoy (1805 bis 1865), einem britischen Marineoffizier und angesehenen Meteorologe. Er besaß ein eigenartiges Instrument, bestehend aus einem geschlossenen Glasrohr (ca. 25 cm lang und ca. 2 cm im Durchmesser), gefüllt mit einer meist wasserklaren Flüssigkeit. Einige Tage vor dem Aufzug von Stürmen oder Schlechtwetterfronten beginnen darin "Wetter-Kristalle" in verschiedenen Formen zu wachsen. Kapitän FitzRoy verließ sich voll und ganz auf dessen Funktionstüchtigkeit, mit Erfolg.
Als er 1831 mit dem britischen Vermessungsschiff „Beagle" zu einer Forschungsexpedition nach Südamerika aufbrach, war es als Vorhersage-Instrument mit dabei. Ebenfalls an Bord war auch der junge Charles Darwin. FitzRoy und Darwin beschrieben damals den Zusammenhang von Wetter und den verschiedenen Formen des Kristallwachstums.
Aufbau und Wirkungsweise (nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Sturmglas)
In einer hermetisch abgeschlossenen Glasröhre befindet sich eine Flüssigkeit, die im wesentlichen aus Campher und verdünntem Trinkalkohol besteht. In dieser Lösung entstehen und vergehen bei Wetteränderungen Kristalle. Je stärker die Wetteränderungen sind, desto stärker sind die Reaktionen der Kristalle.
Während der zweiten Reise der HMS Beagle arbeiteten FitzRoy und Charles Darwin folgende Schemata des Kristallwachstums heraus:
Das Sturmglas soll dabei eine Vorhersage über einen Zeitraum von ca. 24 bis 36 Stunden erlauben.
Eine Theorie zum Phänomen des Kristallwachstums, die oft zitiert wird, ist der Umstand, dass sich eine Sturmfront in der Regel durch einen sinkenden Luftdruck ankündigt. Je geringer der Luftdruck ist, desto geringer ist die Menge an Fremdstoffen, die in einer Flüssigkeit gelöst sein können, ohne dass diese Übersättigt. Der verminderte Luftdruck führt somit zu einer vorübergehenden Übersättigung der Lösung, und es bilden sich temporär Kristalle. Nicht alle Beschreibungen fordern einen hermetischen Verschluss des Glases. In diesem Fall kann der Luftdruck Einfluss auf das Innere des Glases haben. Aber es funktioniert auch, wenn das Glas zugeschmolzen, also hermetisch verschlossen ist. In diesem Fall ist der Einfluss des Luftdrucks um etliche Größenordnungen kleiner und damit nicht mehr von Belang.
Im Buch "Sferics" von Hans Baumer findet sich eine genauere Beschreibung der Zusammensetzung der Flüssigkeit im Glas. Baumer konnte durch seinen Versuchsaufbau Temperatur und Druck als wesentliche Einflussfaktoren ausschließen. Er konnte zeigen, dass die Größe der Kristalle in seinem Glas im Wesentlichen an das Auftreten elektromagnetischer Längstwellen (sog. Sferics) gekoppelt ist. Diese Sferics entstehen vor allem in Tiefdruckgebieten in den Bereichen, in denen Luft gehoben wird oder aufgrund von atmosphärischer Labilität steigt. Das Sturmglas zeigt demnach Sferics und somit das Herannahen eines Tiefdruckgebietes, also Schlechtwetter, an. Schon FitzRoy soll vermutet haben, dass die Luftelektrizität – was man im weitesten Sinne als elektromagnetische Wellen interpretieren kann – der Verursacher für das Kristallwachstum ist.
|Kristallsatz unten.|
|Klar.|
|Kurzanleitung.|
|Weitere Bilder werden später folgen.|
Campher kommt in den ätherischen Ölen von Lorbeergewächsen vor. Es wirkt leicht antiseptisch und findet daher Verwendung in diversen Kosmetika. Es ist schwach wassergefärdend und hat in reiner Form die Giftklasse 3 (in der Schweiz).
Hergestellt in Deutschland.
Keine Garantie, dass das Sturmglas das Wetter zuverlässig voraus zu sagen vermag.
|Höhe ca.||200||mm|
|Durchmesser ca.||30||mm|
|Durchmesser Fussstütze ca.||63||mm|
|Lösung||Hauptsächlich Weingeist und Campher.|
|Gewicht ca.||130||g|
1 Stück Sturmglas.
1 Kurzanleitung.
Nicht für Kinder geeignet.
©2003 Peter Märki