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Ein Pferdeflüsterer sein, das wäre was. Immer wüsste man, wie es dem Pferd geht, was ihm fehlt oder wie es sich fühlt. Dabei kann man schon mit etwas Wissen relativ gut einschätzen, wie es um den Gemütszustand des Pferdes steht. Dazu reicht es, auf die Körpersprache zu achten. Natürlich muss man wissen, was welche Signale bedeuten. Das erfahren Sie hier.
Gesichtsausdruck
Bleckt das Pferd die Zähne, ist das eine Drohgebärde. Es beißt dann bald zu. Das feste Aneinanderpressen der Lippen ist auch eine Drohung, aber in abgemilderter Form. Es kann aber auch heißen, dass das Tier schmerzen hat. Abscheu wird mit einem Rümpfen der Nüstern angedeutet, dagegen deuten aufgeblähte Nüstern auf Erregung und Anspannung hin. Bei Furcht sind die Augen aufgerissen, bei Erschöpfung und Müdigkeit geschlossen.
Halshaltung
Ist das Pferd irritiert oder durch Irgendetwas beeinträchtigt, drückt es das durch Kopfschütteln aus, als wollte es Fliegen verscheuchen. Mit Vorwärtsbewegungen des Kopfes will das Pferd auf sich aufmerksam machen, wenn es Sie bspw. anstupst. Dreht das Pferd seinen Kopf demonstrativ von etwas weg, will es damit nichts zu tun haben.
Ohren
Auch die Ohren drücken die Gemütsverfassung von Pferden aus. Ohne Anspannung aufgerichtete Ohren, bei denen die Ohrmuscheln nach außen und vorne gerichtet sind, bedeuten, dass alles in Ordnung ist. Stehen beide Ohren in eine Richtung, hat das Pferd etwas gehört, dass seine Aufmerksamkeit erregt hat. Entspannte, seitlich fallen gelassene Ohren, bei denen die Ohrmuscheln nach unten zeigen, weisen auf ein müdes oder unterwürfiges Tier hin. Achtung ist geboten, wenn die Ohren flach nach hinten an den Kopf gelegt werden. Das drückt starken Unwillen aus.
Körperhaltung
Schon alleine die Körperhaltung sagt viel über die allgemeine Stimmungslage des Tieres aus. Generell ist ein Pferd erregt, das aufrecht dasteht, den Kopf hoch trägt und den Schweif von sich streckt. Umgekehrt ist fehlende Körperspannung ein Zeichen für Müdigkeit, Langeweile oder Unterwürfigkeit.
Zusatztipp: Der Schulterrempler ist bei Pferden ein Mittel, das dominante Tiere anwenden. Es stellt eine Form der Drohung dar. Das können auch Sie selbst einsetzen. Führt man sein Pferd zum Beispiel und es will einen immer überholen, kann man es mit der Schulter fest anrempeln. Dieses Signal verstehen Pferde immer.
Beine
Bodenscharren kann Zweierlei bedeuten: Bei frei lebenden Pferden hängt es mit der Futtersuche und dem Untersuchen der Bodenbeschaffenheit zusammen. Bei Pferden, die in einer Box leben, ist es ein Zeichen von Frustration wegen eingeschränkter Bewegungsfreiheit.
Das Heben eines Beins ist eine Drohgebärde. Beim Hinterhandpräsentieren besteht die Gefahr, dass das Pferd austritt. Das Aufstampfen mit einem Bein bedeutet ebenfalls, dass man vorsichtig sein muss. Es ist ein Zeichen des Protests.
Zusatztipp: Dieses Beinstampfen kann auch von Menschen einfach angewandt werden, um den Tieren zu sagen, dass sie z. B. ein Verhalten unterlassen sollen.
Schweifstellung
Je höher der Schweif, umso aktiver und wachsamer, je schlaffer er hinabhängt, desto müder und erschöpfter ist das Tier. Es kann sich aber auch um ein Zeichen der Unterwürfigkeit handeln. Bei besonders großer Angst klemmt das Pferd den Schweif zwischen die Beine. Ruckartiges, schlagende Schweifbewegungen sind ein Zeichen für Beunruhigung. Seitliches Peitschen deutet auf Wut hin.
Kombiniert man diese einzelnen Beobachtungen, kommt man zu ein paar typischen “Ausdrucksweisen”:
Ein Pferd ist jemandem freundlich gesinnt, wenn es Ihnen die gespitzten Ohren zugewandt hat, es Sie mit entspanntem Ausdruck interessiert ansieht und der Schweif locker pendelt.
Aggressionen zeigen sich durch Aufstampfen, das Anlegen der Ohren, Kopfschütteln, das Anheben eines Fußes und dem Blecken der Zähne.
Bei angespannter Haltung, hochgerissenem Kopf, geweiteten Nüstern und Augen und eingezogenem Schweif hat das Pferd Angst, kann man das Weiße in den Augen sehen, sogar Panik.
Zuletzt noch ein Wort zu Schmerzen: Pferde äußern Schmerzen nicht mit ihrer “Stimme”. Sie werden Schmerzen nie akustisch mitteilen, sondern drücken das mit einem stumpfen Blick und zusammengepressten Lippen aus. Beim Reiten werden Schmerzen durch eine hohe Kopfhaltung, einen weggedrückten Rücken, Kopfschlagen, ein aufgerissenes Maul sowie Buckeln und dem Versuch Durchzugehen ausgedrückt.
Sie sehen, man muss kein Zauberer sein, um zu wissen, wie es dem Pferd geht. Mit ein paar einfachen Tipps kriegt man das hin. In diesem Sinne: Setzen Sie Ihr neu gewonnenes Wissen ein, um eine noch bessere und engere Beziehung mit Ihrem Pferd aufzubauen.