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Modedesigner Edward Molyneux
Der französische Modeschöpfer Edward Henry Molyneux kam am 5. September 1891 in London zur Welt. Seine Eltern waren hugenottisch-irischer Abstammung.
Nach dem Tod seines Vaters verliess Molyneux im Alter von 16 Jahren die Schule, um seine Familie finanziell zu unterstützen. Bald darauf fand er eine Anstellung als Zeichner für ein Londoner Magazin – schon lange war es Molyneuxs Traum gewesen, als Maler oder Illustrator zu arbeiten.
Vor allem seine Modezeichnungen stiessen auf grosse Begeisterung bei der britischen Designerin Lucy Christiana Duff Gordon, genannt Lucile, die ihm eine Stelle in ihrem Salon anbot. Innerhalb weniger Monate hatte es Molyneux geschafft, sich zum Assistant Designer hochzuarbeiten und reiste für Lucile nach London, Paris und New York.
Während des Krieges diente Edward Molyneux einige Jahre als Captain in der britischen Armee. Nach seiner verletzungsbedingten Rückkehr arbeitete er wieder für Lucile, doch aufgrund eines Streits trennten sich die beiden bald voneinander.
1919 eröffnete Molyneux sein eigenes Modehaus in Paris. In den folgenden Jahren eröffnete er weitere Läden in Monte Carlo (1925), Cannes (1927) und London (1932). Der Modeschöpfer lehnte üppige Ausschmückungen ab und zog einen minimalistischen Stil vor – eine für die französische Haute Couture eher ungewöhnliche Vorliebe, die möglicherweise von seiner irisch-englischen Abstammung und die Jahre im Militär herrührte.
Zudem arbeitete Molyneux als einer der ersten Designer Reissverschlüsse ein, wodurch er neue Formen schaffen konnte. Seine eleganten, schlichten Kleider stiessen auch bei Königshäusern und Stars der 20er- und 30er-Jahre auf grossen Anklang; u.a. zeigten sich Greta Garbo, Vivien Leigh und Marlene Dietrich in seinen langen, glatten Abendroben. Spätere namhafte Designer wie Pierre Balmain und Christian Dior wurden von seinem Stil inspiriert und beeinflusst. Neben Kleidung entwarf der Modeschöpfer auch Lingerie, Hüte und brachte Düfte heraus.
1950 setzte sich Edward Molyneux zur Ruhe und überliess die Leitung seines Hauses Jacques Griffe. 1964 kehrte er jedoch wieder in die Modewelt zurück und eröffnete 1964 das „Studio Molyneux“ mit einer gewohnt schlichten Ready-to-wear-Linie, die sich in den farbenfrohen 60er-Jahren jedoch nicht durchsetzen konnte. Drei Jahre später übernahm Molyneux‘ Cousin John Tullis das Studio, da sich der Modeschöpfer nun endgültig zurückzog.
Am 23. März 1974 verstarb Molyneux in Monaco.
Das Studio Molyneux schloss 1977, die Marke existiert jedoch weiterhin. Nach wie vor werden Parfums wie „Captain“ und „Red“ produziert.
Artikel von: fashionpress.de
Artikelbild: James Edward Abbe, Wikimedia, public domain