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Wann Kunst wirklich begonnen hat, ist uns nicht überliefert. Was wir aber wissen ist, dass die Menschen schon früh begonnen haben, Gegenstände für religiöse Zwecke anzufertigen. Auch wenn Kunst immer wieder Gelehrte über die genaue Definition streiten ließ, so gibt es zumindest eine Einigung, was die Funktion betrifft: Kunstobjekte unterscheiden sich von Gebrauchsgegenständen dadurch, dass sie keine konkrete oder praktische Funktion haben. Damit sind auch die religiösen Objekte wie Wandmalereien oder Phallusstatuen eingeschlossen. Bei den ersten Tonobjekten wie Pfeifen kann man darüber diskutieren, ob die Tonerzeugung eine Funktion ist oder der Erbauung dient. Die Wissenschaft tendiert zu Letzterem.
Die ersten solcher Kunstgegenstände, die uns überliefert sind, werden auf ein Alter von 40.000 Jahren geschätzt. Darunter finden sich Tonflöten und Figuren, die aus Elfenbein geschnitzt sind. Noch heute kann man bei Naturvölkern untersuchen, wie solche Gegenstände für rituelle Zwecke, aber auch als Spielzeuge verwendet werden.
Mit dem Altertum wurde Kunst dann zu dem, was hier heute darunter verstehen. In Ägypten, Griechenland und im römischen Reich wurde der Kunstbegriff entwickelt, wie wir ihn in den Grundzügen noch immer kennen. Das kam zu einem großen Teil in Skulpturen, der Architektur und der Literatur sowie der Musik zum Ausdruck. Viele Gemälde sind uns nicht erhalten, es gibt aber zahlreiche Hinweise darauf, dass diese auch vorhanden waren. Aus ägyptischen Pyramiden sind viele Papyrusrollen erhalten, die man ebenfalls als Kunst verstehen kann. Allerdings dienten diese auch der Informationsübermittlung oder -aufbewahrung.
Wenn wir heute von den freien Künsten sprechen, dann kommt der Begriff aus einer Zeit, in der diese Künste nur Bewohnern vorbehalten waren, die keine Sklaven waren. Im Altertum wurde auch noch die Astronomie dazu gezählt.
Kunstentwicklung in China
Das Mittelalter wird zwar oft als dunkel bezeichnet, dennoch gab es auch Kunst und künstlerische Entwicklung. Während in Europa die Ritter in den Burgen hausten, fertigen Steinmetze in Asien bezaubernde Skulpturen und in China wurden in der Song- und Yuan-Dynastie noch heute geschätzte Gedichte und Landschaftsansichten geschaffen. 1368 begann die bekannte Ming-Dynastie, die auch wegen der feinen Porzellanobjekte bekannt ist.
Den großen Durchbruch in Europa brachte die Renaissance. Man knüpfte darin an die Schönheitsideale der Antike an, befreite sich aber von den Vorgaben, die es im Mittelalter gegeben hatte. Es wird deshalb von der frühen Neuzeit gesprochen, weil Kunst nicht mehr alleine der Kirche und den Regierenden diente und von diesen in Auftrag gegeben wurde. Die Reformation gab Künstlern neue Möglichkeiten und legte die Grundlagen zu einer Gegenreformation. Diese fand Ausdruck im Barock. Zeugnisse heute sind die vielen musikalischen Werke und Kirchenbauten.
Die Aufklärung begann im 18. Jahrhundert. Sie fand zunächst in der Literatur statt und weitete sich auf die bildende Kunst aus. Künstler begannen, sich als freie Gestalter zu verstehen, die nicht mehr im Auftrag arbeiteten. Sie schufen Werke nach ihrem Gutdünken, was in vielen Fällen auch finanzielle Risiken mit sich brachte.