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Wie eine Forschergruppe unter Beteiligung des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenökologie (ZMT) und der Universität Cardiff jetzt in einer Studie dargelegt hat, dürfte in den nächsten 100 Jahren nur knapp die Hälfte der weltweiten Vorkommen ihre Regenerationsfähigkeit erhalten und sich nach Trockenphasen wieder vollständig auffüllen.
Zwar könnte sich ein Teil der Reservoirs innerhalb der genannten Zeitspanne an die klimabedingten Veränderungen anpassen. Insbesondere in Regionen, in denen der Grundwasserspiegel empfindlich auf Veränderungen der Wasserzufuhr reagiere, falle die Adaptionsphase aber länger aus. Betroffen davon seien vor allem trockene Gebiete.
Die Forscher raten deshalb dazu, bei Anpassungsstrategien das „hydraulische Gedächtnis“ der Grundwassersysteme mit zu berücksichtigen. Dieses könne die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserreserven in vielen Regionen zwar abfedern, andererseits aber Auswirkungen auf Flüsse und grundwasserabhängige Ökosysteme haben, die nicht unmittelbar ersichtlich würden.
Folgen heutiger Klimaveränderungen manifestierten sich in den meisten Regionen der Welt erst nach 100 Jahren, so die Wissenschaftler. Die ZMT-Forscher Nils Moosdorf und Mark Cuthbert von der Universität Cardiff sprachen daher von einer „ökologischen Zeitbombe“, da sich alle jetzt auftretenden Folgen des Klimawandels für die Grundwasserneubildung erst lange Zeit später vollständig auf den Basisabfluss zu Flüssen oder Feuchtgebieten auswirkten.
Der Prozess, in dem Regenwasser gefiltert werde und sich in tieferen Erdschichten ansammle, könne je nach Region sogar Jahrhunderte dauern. Aber bereits heute seien die Vorräte durch die stark wachsende Bevölkerung und die damit einhergehende Intensivierung der Lebensmittelproduktion gefährdet. Für die Studie wurden Computermodelle auf der Grundlage von Grundwasserdaten herangezogen. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler im Fachmagazin „nature climate change“ veröffentlicht. (www.nature.com)