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Vor allem am Bauch, aber auch an den Hüften, Oberschenkeln und an den Brüsten wird die Haut in der Schwangerschaft extrem stark gedehnt. Der Taillenumfang kann in den letzten Wochen mehr als einen Meter betragen!
So entstehen Schwangerschaftsstreifen
Die Dehnungsstreifen sind feine Risse der Muskelfasern im Unterhautgewebe, durch die rötlich-bläulich die Blutgefässe durchschimmern. Auf den Brüsten verlaufen sie eher sternförmig, an Bauch und Oberschenkeln dagegen eher quer. Erst etwa sechs Monate nach der Geburt, wenn sich die Haut wieder zusammenzieht, werden die Streifen blasser, vernarben und sind schliesslich nur noch als feine weiss-silbrige Linien sichtbar. Deutlicher werden sie immer dann wieder, wenn die umgebende Haut von der Sonne gebräunt wird.
Aber nicht nur die Dehnung des Gewebes fördert die Streifenbildung. Auch hormonelle Ursachen tragen dazu bei: In der Schwangerschaft wird vermehrt das Hormon Cortison (Glukokortikoide) produziert, das die Regeneration der Haut vermindert und sie "brüchig" werden lässt.
Welche Frauen neigen eher zu Schwangerschaftsstreifen?
Ob und wie stark eine Frau während der Schwangerschaft Dehnungsstreifen bekommt, ist sehr unterschiedlich und letztlich vom Hauttyp und der Hautelastizität abhängig.
Weil die junge Haut über weniger stabiles Kollagen verfügt als ältere, sind jüngere Frauen eher von Schwangerschaftsstreifen betroffen als ältere Erst-Schwangere.
Schwaches Bindegewebe reisst leichter, darum bilden sich bei hell- und dünnhäutigen Frauen eher Schwangerschaftstreifen als bei Frauen mit einer dunkleren Hautfarbe.
Frauen, die bereits ein Kind geboren haben, sind eher von Schwangerschaftsstreifen betroffen als Frauen, die mit ihrem ersten Kind schwanger sind.
Frauen, die sich während der Schwangerschaft und schon davor sportlich betätigen, bekommen seltener Dehnungsstreifen als unsportliche Frauen.
Wer in der Schwangerschaft viel Gewicht zunimmt, ein grosses Kind oder Mehrlinge erwartet, hat ebenfalls ein höheres Risiko.
Übergewichtige Schwangere, die sich nicht genügend bewegen, müssen damit rechnen, dass Streifen entstehen.
Sie haben aber auf jeden Fall ein genetisch bedingtes höheres Risiko für Schwangerschaftsstreifen, wenn Ihre Mutter schon Schwangerschaftsstreifen bekommen hat.
Insgesamt sind Schwangerschaftsstreifen heute aber viel seltener als früher. Dies ist sicher durch eine bewusstere Ernährung, eine geringere Gewichtszunahme in der Schwangerschaft, eine sorgfältige Körperpflege und unterstützende Massnahmen bedingt.
Kann man Schwangerschaftsstreifen vorbeugen?
Ein sicheres Mittel zur Vorbeugung der Schwangerschaftsstreifen gibt es nicht. Eine Kombination aus Sport, richtiger Ernährung und guter Hautpflege trägt aber sicher dazu bei, die Haut und das Bindegewebe elastisch zu halten. Schon am Anfang der Schwangerschaft, wenn der Bauch noch nicht an Umfang zugenommen hat, kann die Haut auf die bevorstehende Ausdehnung vorbereitet werden.
Vitamin E ist das "Hautvitamin", das die Haut vor freien Radikalen schützt. Weizenkeim-, Oliven- und Rapsöl zählen zu den Lebensmitteln mit dem höchsten Vitamin-E-Gehalt. Auch in Getreidekeimen, Nüssen, Leinsamen, Sonnenblumenkernen und Gemüse wie Schwarzwurzeln, (Soja-)Bohnen, Grünkohl, Paprika oder Spargel findet sich reichlich davon.
Für die Synthese von Kollagen und die Stärkung des Bindegewebes benötigt der Körper vor allem Vitamin C und die essentielle Aminosäure Lysin. Lysin findet sich in Vollmilch und anderen tierischen Produkten wie Eiern oder Fleisch, aber auch in Reis, Nüssen oder Lachs. Als Vitamin C- Lieferanten gelten vor allem sämtliche Früchte wie Orangen, Kiwis, Zitronen oder Äpfel. Zudem lässt sich auch viel Vitamin C in Sauerkraut oder Paprika finden.
Der Feuchtigkeitshaushalt wird von innen reguliert. Wenn Sie genug Flüssigkeit zu sich nehmen, ist Ihre Haut grundsätzlich elastischer. Empfohlen werden ein bis zwei Liter Wasser pro Tag.
Trockenbürsten: Behandeln Sie die entsprechenden Körperstellen, also Bauch und Oberschenkel, ab dem dritten Schwangerschaftsmonat mindestens einmal täglich. Dafür kann ein Massagehandschuh, ein Luffaschwamm oder ein trockener Waschlappen benutzt werden. Auch Körperpeelings eignen sich, um die Haut zu stärken.
Viele Schwangere klagen über extrem trockene, raue Haut. Eincremen verhindert den lästigen Juckreiz und das Spannungsgefühl, die durch die Überdehnung der Haut oft entstehen. Reichhaltige Lotionen, Karitébutter, Cremes und ein gutes Körperöl (Weizenkeim-, Nachtkerzen- oder Ringelblumenöl) machen die Haut weich und elastisch. Hautwirksame Stoffe, wie zum Beispiel die Hyaluronsäure, können dann besser aufgenommen werden. Zusätzlich ist die mit dem Einreiben verbundene durchblutungsfördernde Massage sehr nützlich.
Zupfmassage: Beim Eincremen der Haut wird mit Daumen und Zeigefinger jeweils eine kleine Hautpartie hochgezogen, "gezupft", eine Sekunde gehalten und wieder losgelassen. Massieren Sie danach mit den Fingerkuppen mit leicht mit kreisenden Bewegungen Ihren gesamten Bauch. Schmerzen darf diese Behandlung nicht, eine leichte Rötung der Haut zeigt jedoch an, dass Sie es richtig machen. Wichtig: Die Gegend um das Schambein sollten Sie bei der Massage auslassen, um keine Reizung zu verursachen und etwa drei Wochen vor der Geburt sollten Sie auf die Zupfmassage verzichten, um keine Wehen auszulösen. Für die Anwendung eignen sich vor allem Öl und Karitébutter, da eine weniger reichhaltige Creme oft schon eingezogen ist, bevor die Massage zu wirken beginnt.
Wer im Sommer schwanger ist, sollte beim Sonnenbad einen hohen Lichtschutzfaktor verwenden, um die Haut nicht zu sehr zu reizen.
Ebenfalls vorbeugend wirken Wechselduschen oder Kneippgüsse dreimal pro Woche an Po, Oberschenkel, Bauch und Busen und als Nebeneffekt kommt auch Ihr Kreislauf in Schwung. Beginnen Sie behutsam mit kühlem Wasser. Halten Sie den Duschkopf über Ihren rechten Fuss und führen Sie ihn über das rechte Bein bis zur Hüfte hinauf zu ihrem Bauch. Dasselbe am linken Bein. Danach wechseln Sie zu warmem Wasser. Enden Sie nach fünf Durchgängen mit einem kaltem Wasser, denn so ziehen sich die Gefässe wieder zusammen.
Achten Sie beim Baden und Duschen darauf, dass die Haut nicht zu sehr vom warmen Wasser ausgetrocknet wird, benutzen Sie ein Ölbad oder rückfettenden Badezusatz.
Vorsichtig dehnende Übungen wie Stretching, Tai-Chi oder sanftes Bodyforming sind ideal für die Wirbelsäule und beugen Rückenschmerzen und auch Schwangerschaftsstreifen vor! Setzen Sie sich auf den Boden und strecken Sie das rechte Bein nach vorne, das linke Bein winkeln Sie an und stellen Sie den Fuss rechts vom rechten Knie. Drehen Sie den Oberkörper nach links. Der rechte Ellenbogen liegt an der linken Seite des linken Knies. Drücken Sie das linke Bein damit leicht zur rechten Seite. Ihre linke Hand stützen Sie hinter dem Rücken ab. Der Blick zeigt nach links hinten. Halten Sie die Position eine Weile. Wiederholen Sie dann die Übung nun auf der anderen Seite.
Entschlackende Massnahmen wie angenehm temperierte Totes-Meer-Salz-Bäder oder sanfte Saunagänge können ebenfalls vorbeugend wirken. Nicht zuletzt wirken auch Sport und Bewegung stoffwechselanregend, Schwimmen ist besonders angenehm gegen das Spannungsgefühl der schwangeren Haut.
Lymphdrainage: Dadurch kann auch während einer Schwangerschaft – ab dem 4. Monat und in Absprache mit Ihrem Frauenarzt – ein besserer Abtransport von Schlacken aus dem Körper und eine Stärkung der Haut erzielt werden.
Wenn die Schwangerschaftsstreifen nicht mehr verschwinden
Spezielle Cremes und Narbensalben helfen dabei, dass die Streifen optisch weniger auffallen. Modernste Wirkstoffe wie Silizium-Derivate, Zink, Peptide und Vitamin-C-Abkömmlinge, ebenso wie Pflanzenextrakte aus Efeu, Frauenmantel und Mariendistel regen die Kollagenproduktion an und lassen die Streifen mit der Zeit verblassen.
Eine komplette Entfernung der Dehnungsstreifen ist nicht möglich, allerdings lassen sich die Streifen mit modernen Methoden etwas abschwächen. Grundsätzlich wird die Behandlung umso wirkungsvoller sein, je jünger die Dehnungsstreifen sind.
Lasertherapie (ultragepulster CO2-Laser): Ähnlich wie bei der Entfernung eines Tattoos werden mit dem Laser kleinste Lichtblitze ins Gewebe eingebracht, die zur Bildung von neuem, streifenfreien Gewebe führen sollen. Nach der Behandlung können einige Tage Rötungen und Schwellungen an den betroffenen Hautstellen auftreten.
Chemisches Peeling (Mikrodermabrasion) mit Glykolsäure, Trichloressigsäure und Fruchtsäure.
Mesotherapie (Mikroinjektionen): Hierbei wird eine mit winzigen Nadeln besetzte Walze (Dermaroller) über die Haut "gerollt". So wird die Kollagenproduktion angekurbelt. Durch die winzigen Löcher in der Haut wird ausserdem die Aufnahme von Wirkstoffen in tiefere Hautschichten erleichtert, die der Hautregeneration dienen sollen.
Carboxytherapie (Kohlendioxid-Einspritzung) soll die Durchblutung im Narbenbereich verbessern.
Kryotherapie (Kältetherapie): Das Gewebe wird durch Kälte zerstört und soll sich selbst erneuern.
Lokale dynamische Mikromassage (LDM, hochfrequenter Ultraschall): Mittels Ultraschallbehandlung sollen die Stoffwechselprozesse im Gewebe angeregt und das Gewebe aufnahmebereit für Wirkstoffe werden. Es sind aber mehrere Sitzungen notwendig, bis sich erste Erfolge einstellen.
Reflektorische Skintonic Depresso-Therapie (Saugmassage).