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Die chilenische Luksic Familie kontrolliert Antofagasta und Quiñenco, zwei der grössten Unternehmen Chiles. Sie ist eine der reichsten Familien Südamerikas. Das Vermögen der Familie Luksic-Fontbona wird derzeit auf 23 Milliarden US-Dollar geschätzt (Quelle). Das ist fast ein Zehntel des jährlichen Bruttoinlandsprodukts Chiles.
Antofagasta
Ab dem Jahr 1980 erlangte die Familie die Kontrolle über den chilenischen Bergbaukonzern Antofagasta. Sie besitzt noch heute mehr als die Hälfte der Anteile am Unternehmen. Die Familie ist derzeit in der Konzernführung vertreten. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Grossbritannien. Antofagasta war 2018 der sechstgrösste Kupferproduzent der Welt. Kupfer ist in fast allen Kabeln und Elektrogeräten vorhanden und ist daher ein wichtiger Rohstoff.
Chile ist das Land mit den grössten Kupferreserven und besitzt mehr als doppelt soviel wie Australien, das Land mit den zweitgrössten Kupferreserven. Mehr als 26 Prozent der weltweiten Kupferreserven befinden sich in Chile. Die Kupferindustrie macht schätzungsweise 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von Chile aus. Antofagasta ist auch im Kupferbergbau in Peru aktiv, das Land mit den zweit- oder drittgrössten Kupferreserven. (Quelle)
Die chilenische Kupferindustrie wird von Antofagasta und Codelco dominiert. Der chilenische Bergbaukonzern Codelco befindet sich in Besitz des chilenischen Staates. Codelco war 2018 der weltweit zweitgrösste Kupferproduzent. Wichtige ausländische Unternehmen in Chiles Kupferindustrie sind Rio Tinto, Glencore und Anglo American (Quelle). Rio Tinto und Glencore sind mit der Rothschild Familie verbunden. Rio Tinto wurde früher von den Rothschilds kontrolliert. Der derzeitige Vorsitzende von Rio Tinto, Simon Thompson, arbeitete für die Rothschild Bank. Der CEO von Glencore, Ivan Glasenberg, ist ein guter Freund von Nathaniel Rothschild (Quelle). Anglo American wird von der Oppenheimer Familie kontrolliert.
Quiñenco
Die Luksic Familie gründete 1957 Quiñenco, ein Mischkonzern den sie bis heute besitzt. Sie führen den Vorstand des Konzerns. Quiñenco ist an mehreren wichtigen Unternehmen beteiligt, bei denen die Familie auch im Vorstand vertreten ist:
- Quiñenco besitzt zur Hälfte LQ Inversiones Financieras. Die andere Hälfte gehört der US-amerikanischen Citigroup, eine der grössten Banken der Welt. LQ Inversiones Financieras wiederum besitzt zur Hälfte die Banco de Chile, eine der grössten Banken Chiles.
- Quiñenco besitzt den chilenischen Treibstoffkonzern Enex. Dieser ist der zweitgrösste Treibstoffverteiler in Chile mit einem Marktanteil von 21,1 Prozent am Gesamtvolumen und einem Anteil von 24,5% im Tankstellensegment
- Quiñenco besitzt die Tochterfirma Invexans. Diese besitzt wiederum 28,8 Prozent des französischen Unternehmens Nexans, das zu den weltweit grössten Kabelherstellern gehört.
- Quiñenco besitzt zur Hälfte Inversiones y Rentas. Die andere Hälfte gehört dem niederländischen Bierkonzern Heineken, der von der Milliardärsfamilie Heineken kontrolliert wird. Inversiones y Rentas besitzt zur Hälfte den chilenischen Alkohol- und Lebensmittelkonzern CCU.
- Quiñenco besitzt 61,8 Prozent der CSAV, ein chilenischer Schifffahrtskonzern. CSAV besitzt 30 Prozent des deutschen Schifffahrtskonzerns Hapag-Lloyd. Hapag-Lloyd gehört zu den grössten Unternehmen in der weltweiten Containerschifffahrt. Die Hapag wurde 1847 von der Hamburger Elite gegründet und aufgebaut. Darunter waren auch die Hamburger Familien Merck, Warburg und Godeffroy.
- Quiñenco besitzt zur Hälfte SAAM, ein chilenisches Hafendienstleistungsunternehmen das weltweit aktiv ist.
(Die Angaben beziehen sich auf den Zeitraum 2019 bis 2020)
Seit 2017 besitzt die Familie den chilenischen Fernsehsender Canal 13 (Quelle). Dieser ist einer der vier meistgesehenen Sender Chiles (Quelle). Die Familie ist schon seit 2010 am Fernsehsender beteiligt. Davor wurde der Sender von der „Päpstlichen Katholischen Universität von Chile“ kontrolliert, die ihn 1959 gegründet hatte. Die päpstliche Universität wurde Ende des 19. Jahrhunderts von einem Erzbischof und weiteren katholischen Geistlichen gegründet. Der Vatikan ist mit vielen katholischen Universitäten in Südamerika vernetzt. Der Vatikan hatte seit Beginn der Kolonialisierung viel Einfluss in Südamerika. Nirgendwo sonst ist die katholische Kirche auch heute noch so einflussreich wie in Lateinamerika. Der Jesuitenorden hatten früher in Argentinien und Paraguay sogar eine Art eigenen Staat errichtet. (Quelle)
Die Familie
Der Kroate Policarpo Luksić emigrierte nach Chile. Sein Sohn Andrónico Luksic (1926-2005) wurde in der Kupferindustrie aktiv und stieg zum reichsten Mann Chiles auf. Andrónico hatte Kontakte in seinem Herkunftsland Kroatien, wo er auch geschäftlich aktiv war. Er unterhielt eine enge Beziehung zu Franjo Tuđman, welcher der erste Präsident der Republik Kroatien war (Quelle). Unter Tuđmans Führung machte sich Kroatien unabhängig von Jugoslawien. Er war mit dem Vatikan verbunden und seine Regierung handelte die vier umstrittenen Verträge zwischen dem Vatikan und Kroatien aus. Die katholische Kirche bzw. der Vatikan ist noch immer sehr einflussreich in Kroatien (Quelle). Chile war eines der ersten Länder, welche die Unabhängigkeit Kroatiens anerkannten, was auch auf Luksic und sein Engagement bei der Förderung der Beziehungen der beiden Länder zurückzuführen ist (Quelle).
Jean-Paul Luksić (*1964) arbeitete für die französische Grossbank BNP Paribas, die zu den weltweit grössten Banken gehört. Er ist ein enger Freund von Maximo Pacheco Matte, der ehemalige Energieminister Chiles. (Quelle) Maximos Vater war der chilenische Staatsminister Maximo Pacheco, der als Botschafter Chile im Vatikan vertrat.
Guillermo Luksic (1956-2013) führte ein gemeinsames Weinprojekt mit dem französischen Milliardär Laurent Dassault (Quelle). Dieser führt auch Weinprojekte mit dem französischen Zweig der Rothschild Familie.
Andrónico Luksic (*1954) nahm 2009 an einem Treffen Teil, bei dem die reichsten Südamerikaner zusammenkamen. Darunter waren auch der mexikanische Multimilliardär Carlos Slim sowie die Brasilianer Antonio Moreira Salles (seine Familie kontrolliert die grösste südamerikanische Bank) und Joao Roberto Marinho (seine Familie kontrolliert den grössten Medienkonzern Brasiliens). (Quelle)
Andrónico Luksic ist im internationalen Beirat des kanadischen Bergbaukonzerns Barrick Gold, der einer der weltweit grössten Goldproduzenten ist. Er ist im internationalen Beirat der US-amerikanischen Denkfabriken Brookings Institution und Council of the Americas. Letztere wurde von David Rockefeller gegründet. Andrónico wird über seinen Beiratsposten beim Council of the Americas vermutlich André Desmarais kennen, der derzeit ebenfalls Beiratsmitglied ist. André kommt aus der Desmarais Familie, eine der reichsten und mächtigsten Familien Kanadas. Andrónico ist zudem im internationalen Beirat der Blavatnik School of Government an der Oxford Universität. Die Gründung der Blavatnik Schule wurde 2010 vom US-amerikanischen Milliardär Len Blavatnik finanziert. Blavatnik wuchs in Russland auf und hat Kontakte zu mehreren russischen Milliardären.