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Die goldene Zeit der Schweizer Grafik begann nach dem Zweiten Weltkrieg. Der neu entstandene «Internationale Stil» wurde auch als «Internationaler typografischer Stil» oder «Schweizer Stil» bezeichnet. Er legte den Schwerpunkt auf typografische Elemente und nutzte auf mathematischen Berechnungen beruhende Linien und Rundungen zu geordneter und vereinheitlichter Struktur.
Der neue Stil setzte die an der Zürcher Schule gelehrten Theorien um und vereinigte sie mit jenen der Basler Schule. Er zeichnet sich aus durch:
- Präzision in den Details und in der Ausführung
- Verwendung des typografischen Rasters und der serifenfreien Schrift
- einfache Typografie
- grosse visuelle Wirksamkeit
- nüchterne Komposition, weg von allem Ornamentalen
- Verwendung von Fotografien (meist in Schwarz-Weiss) anstelle gezeichneter Illustrationen
Der allgemeine Eindruck ist der einer sehr strukturierten, harmonischen, mit zurückhaltend eingesetzten Farben kolorierten, leicht lesbaren Komposition, bei der die Linie dominiert.
Armin Hofmann (*1920), Leiter der Kunstgewerbeschule Basel und Begründer der Basler Schule, hatte wesentlich dazu beigetragen, den Internationalen Stil bekannt zu machen. Er schuf eine Verbindung zur Kunstschule von Yale in den USA. Die immer wieder übernommene «Hofmann-Art» zeichnet sich aus durch den Einsatz der Fotomontage, eine exakte Typografie und eine streng geometrische Komposition, häufig in Schwarz-Weiss.
Erst in den 1970er und 1980er Jahren wurde der Internationale Stil nach und nach abgelöst.
Letzte Änderung 07.12.2018