Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/213989

<h2>SubmittedText<h2><p>Regelmässig werden die Herausforderungen und die Vorteile der Digitalisierung hervorgehoben. So auch im Legislaturprogramm und in der BFI-Botschaft. Gleichzeitig ist aber auch darauf zu achten, dass der Energieverbrauch mit Blick auf eine nachhaltige Entwicklung unter Kontrolle bleibt. </p><p>Die Gesellschaft von morgen erlebt sicher Paradigmenwechsel, entwickelt aber auch neue Konsumgewohnheiten. </p><p>Dazu liest man unterschiedlichste, manchmal widersprüchliche Informationen über den Stromverbrauch des Internets. Einerseits führt die digitale Wirtschaft im Bereich der Logistik und des Transports sicher zu Stromeinsparungen. Andererseits finden belegte Hinweise auf die Entwicklung der Stromkosten in den Medien noch wenig Echo.</p><p>Angesichts dieses - manchmal verwirrenden - Informationsdickichts und mit dem Ziel, besser zu verstehen und einen Anreiz für verantwortungsvolles Verhalten zu schaffen, stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Gibt es ein Monitoring zur Entwicklung des Stromverbrauchs der verschiedenen Plattformen, Server, des Webs usw?</p><p>2. Vor dem Hintergrund der Energiestrategie wie hoch ist der Mehrverbrauch, der auf die steigende Digitalisierung zurückzuführen ist?</p><p>3. Beabsichtigt der Bundesrat, ein Konzept zur Information der Bevölkerung zu unterstützen und eine "gute Praxis" für die unterschiedlichen Zielgruppen zu fördern?</p><p>- In der Gesellschaft etablieren sich neue Gewohnheiten - man denke bloss an den Fernunterricht während der Coronakrise. Beabsichtigt der Bundesrat vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die eingeschlagene Richtung und die künftigen Entwicklungen, den Stromverbrauch zu überwachen?</p><p>4. Idem für den Bereich der Medien, der sozialen Netzwerke, der Online-Angebote (Kino) usw. </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Digitalisierung kann die Transformation des Energiesystems, die Energieeffizienz und die angestrebte Dekarbonisierung unterstützen. So ist ein Ziel der Strategie Digitale Schweiz bis 2022, Digitalisierung zur Verringerung des ökologischen Fussabdrucks und Energieverbrauchs einzusetzen. Diesbezüglich wird auf die Antworten zu Ip. Molina 19.4137 "Klimawirkung der Blockchain-Technologie" und Ip. Walder 20.3372 "Digitalisierung und Klima. Welche Strategie verfolgt die Schweiz?" verwiesen.</p><p>Zur Frage 1:</p><p>Der Bund erfasst nicht den Elektrizitätsverbrauch einzelner digitaler Technologien oder Betriebsmittel wie Server, Plattformen oder des Internets. Er wird stattdessen nach Sektoren (Industrie, Dienstleistungen etc.) im Rahmen der Elektrizitätsstatistiken des BFE erhoben.</p><p>Zur Frage 2: </p><p>Energieeffizienz und die Reduktion des nationalen Elektrizitätsverbrauches sind wichtige Pfeiler der Energiestrategie 2050. Der Stromverbrauch von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in verschiedenen Wirtschaftssektoren der Schweiz wurde in den der Energiestrategie 2050 zugrundeliegenden Energieperspektiven von 2012 berücksichtigt. Im Rahmen der laufenden Aktualisierung der Energieperspektiven wird dies ebenfalls der Fall sein. Die Energieperspektiven 2050+ werden im Herbst 2020 veröffentlicht.</p><p>Zur Frage 3:</p><p>Kampagnen zur Information, Sensibilisierung und Steigerung von Energieeffizienz werden bereits über das Programm EnergieSchweiz des BFE vorangetrieben. So wird z.B. die Entwicklung eines Effizienzlabels für Rechenzentren in der Schweiz unterstützt. Oft ist die notwendige Verfügbarkeit von Daten jedoch noch nicht im wünschbaren Masse gegeben. Eine performante Dateninfrastruktur im Energiesektor im Zusammenhang mit einem Datenhub könnte zur Energieeffizienz und auch zur Integration der Erneuerbaren Energien beitragen. Solch eine Dateninfrastruktur ist eine Massnahme der Strategie Digitale Schweiz und wird mit der Revision des Stromversorgungsgesetzes (StromVG; SR 734.7) angestrebt.</p><p>Zu den Fragen 4 und 5:</p><p>Ein Monitoring des Elektrizitätsverbrauchs nach Wirtschaftssektoren findet bereits statt (siehe Antwort auf Frage 1). Es zeigt sich, dass Daten und Informationen insbesondere zum Elektrizitätsverbrauch eine wichtige Rolle bei der Sensibilisierung der Verbraucher spielen. Ein detailliertes Monitoring des Elektrizitätsverbrauchs im Bereich des Bildungswesens, der digitalen Onlinemedien oder sozialen Netzwerke findet nicht statt und ist nicht vorgesehen. Heute ist nicht bekannt, ob dies überhaupt technisch möglich ist. Im Rahmen des Postulats Munz 19.4497 "Digitalisierung und 5G im Einklang mit den Klimazielen", welches der Bundesrat zur Annahme empfohlen hat, und der Strategie Digitale Schweiz soll der Frage des Elektrizitätsverbrauchs der Digitalisierung auch deren Chancen nachgegangen werden.</p>  Antwort des Bundesrates.