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- Der parteilose konservative Juraprofessor Kais Saied gewinnt laut einer ersten Prognose die Stichwahl in Tunesien und wird neuer Präsident. Er setzt sich gegen Medienunternehmer Nabil Karoui durch.
- Er habe 72.5 Prozent der Stimmen erhalten, berichtete der Radiosender Mosaique FM unter Berufung auf das Umfrageinstitut Emrod.
- Rund 7.2 Millionen Wähler waren dazu aufgerufen, an einer der rund 4500 landesweiten Wahllokale ihre Stimme abzugeben.
- Die etablierten Parteien des Landes waren bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl vor vier Wochen abgestraft worden.
Der 61-jährige Jura-Professor und politische Kommentator im tunesischen Fernsehen, Saied, trat zwar als unabhängiger Kandidat an – nach seinem Sieg im September teilte aber die Ennahda-Partei mit, ihn bei der Stichwahl zu unterstützen. Nun erzielt er einen Erdrutschsieg. Saied habe sich fast 77 Prozent der Stimmen gesichert, meldete der staatliche Fernsehsender Wataniya. Sein Konkurrent, der umstrittene Medienmogul Nabil Karoui, kam demnach auf 23 Prozent.
Mehr Demokratie versprochen
Den Tunesiern verspricht Saied neben der Bekämpfung der Korruption eine rigorose Überarbeitung der Verfassung und des Wahlsystems sowie mehr Demokratie auf lokaler Ebene. Saied ist zudem für seine erzkonservativen Ansichten in gesellschaftlichen Fragen bekannt.
Tunesien hatte nach dem sogenannten Arabischen Frühling 2011 tiefgreifende demokratische Reformen eingeleitet. Das Land kämpft aber mit grossen wirtschaftlichen Problemen und hoher Arbeitslosigkeit. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung ist gross. Bei der ersten Runde der Wahl gaben nur 45 Prozent der registrierten Wähler ihre Stimme ab. Der Wert lag weit unter dem der vorangegangenen Präsidentschaftswahl vor fünf Jahren. Damals gaben knapp 63 Prozent der registrierten Wähler ihre Stimmen ab.