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Auffahrt
Es ist ein guter und langjähriger Brauch an Auffahrt einen Umritt mit und durch die 5 Gemeinden zu pflegen, welche ursprünglich zur Grosspfarrei Altishofen gehörten.
Wie entstand der Brauch?
In der Festschrift zum 100jährigen Bestehen der Pfarrei Egolzwil-Wauwil hat Anton Staffelbach, ehemals Lehrer in Wauwil, folgenden Artikel geschrieben: „Aus einer Notiz um das Jahr 1550 im ältesten Jahrzeitbuch von Altishofen ist zu entnehmen, dass hier ursprünglich ein Bannritt mit dem hl. Sakrament bestand. Dieser Bannritt ging auf einen Brauch der heidnischen Alemannen zurück. Der adlige Germane ritt oder schritt jedes Jahr zum Beginn des Wiedererwachens der Natur seine Gemarken ab, führte also eine Art Grenzbegehung durch. Nach dem Übertritt zum Christentum behielt man diesen Brauch bei. Der Priester segnet die Fluren mit einem Kreuz oder sogar mit dem hl. Sakrament. Dieser Bannritt wurde im 16. Jahrhundert in eine Umrittsprozession umgewandelt, welcher jeweils am Freitag nach dem Auffahrtsfeste, also am sogenannten Kreuzfreitag, statt fand.
1571 hatte Oberst Ludwig Pfyffer das Schloss Altishofen, dessen Besitztum sowie Kirche und Kirchenschatz vom damals verarmten Deutschritteroden für 8000 Kronen gekauft. Er, der bewusst und mit grossem Einsatz an vorderster Stelle als katholischer Reformer in der Zentralschweiz wirkte, hat sicher auch den Umrittsprozession neuen Auftrieb gegeben.
Lauf Kirchenratsprotokoll der Pfarrei Egolzwil-Wauwil vom 27. April 1911 wurde, nach Gutheissung durch den hochw. Bischof, die Prozession erstmals am Auffahrtstag (an Stelle des Kreuzfreitages) durchgeführt.
Als 1813 Dagmersellen in Folge Gründung einer eigenen Pfarrei aus dem Pfarrverband Altishofen ausschied, wurde der Umritt dort nicht mehr abgehalten. Als 1866 die neue Pfarrei Schötz gegründet wurde, entschied sich die Kirchenverwaltung von Altishofen auf Bitten des Pfarrers und der Gläubigen von Schötz für die Beibehaltung des alten Umrittweges.
Die Begleitung des hl. Sakramentes durch Kreuz-, Fahnen- und Laternenträger übernehmen alljährlich abwechselnd die fünf zur Mutterpfarrei Altishofen gehörenden Gemeinden: Altishofen, Nebikon, Egolzwil, Wauwil, Ebersecken und seit 1940 auch Schötz. In der Regel trägt zuerst der Pfarrer von Altishofen das Allerheiligste, und nach der Eucharistiefeier in der Pfarrkirche Egolzwil, der Pfarrer von Egolzwil-Wauwil oder ein anderer Geistlicher.
Die Musikgesellschaft jener Gemeinde, welche die Prozession anführt, begleitet zu Fuss das hl. Sakrament und unterbricht jeweils das Beten der Gläubigen durch Marschmusik. Den Ordnungsdienst versahen bis 1865 die Kavalleristen. Sie wurden aber durch Kirchenratsbeschluss ihres Amtes enthoben, da sich in Ermangelung richtiger Dragoner, Leute engagierten, die keine militärische Disziplin kannten. Erst ab 1911 wurden durch Pfarrer Galliker wieder Dragoner berufen, die jedes Jahr für strammen Ordnungsdienst besorgt sind. Bei guter Beteiligung waren es 150-200 Reiter, die am Umritt teilnahmen. In neuester Zeit sind immer mehr auch Reiterinnen auf den Pferden anzutreffen und willkommen.
Auch ist es selbstverständlich, dass Laien, Diakone und Gemeindeleitungen aktiv an der Gestaltung teilhaben und in den Ablauf des Umrittes sowie der Liturgie eingebunden sind.