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Die Schweizer Presse sieht Präsident Nicolas Sarkozy nach dem ersten Wahlgang in Frankreich "zwischen den Fronten", wie es in einem Kommentar heisst. Unklar scheint, was Sarkozy allenfalls tun könnte, um sich doch noch im Amt zu halten.
Der Präsident werde in den nächsten Tagen den Zentristen von François Bayrou "alle möglichen Avancen machen", schreibt die "Neue Zürcher Zeitung": "Aber es könnte zu spät sein." Die Mitte werde sich nicht mehr so leicht von Sarkozy bezirzen lassen wie ehedem.
Der "Tages-Anzeiger" erwartet im Gegenteil, dass sich Sarkozy nach rechts wendet: "Es bleibt ihm wohl nichts Anderes übrig, als noch radikaler aufzutreten und den Front National enger zu umarmen."
Dies habe der Präsident jedoch bereits im ersten Wahlgang versucht, heisst es in dem Artikel: "Er radikalisierte seinen Diskurs bis hart an die Schwelle zur Fremdenfeindlichkeit. ... Die Strategie war unappetitlich. Und sie war ein Reinfall."
Umfrage-Resultate angezweifelt
In einem Kommentar, der in diversen Deutschschweizer Zeitungen abgedruckt ist, wird die Aufgabe für den Staatschef als schier unlösbar beurteilt. "Er müsste gleichzeitig Le-Pen-Wähler wie auch die politische Mitte ansprechen - und das wäre auch vom Tausendsassa im Elysée etwas viel verlangt", schreibt der Autor.
Wie es im Kommentar von "24 heures" und "Tribune de Genève" heisst, steht auch die Partei des Präsidenten, die konservative UMP, vor einer ungewissen Zukunft. Der Ausgleich zwischen "humanistischen Tendenzen, die zur Mitte hin streben" und den Kräften, die mit der harten Rechten des FN paktieren wollen, werde schwierig.
Das Rennen mit Blick auf den zweiten Wahlgang vom 6. Mai sei allerdings noch nicht gelaufen, schreibt die Zeitung "Le Temps" - und verweist auf das überraschend starke, in den Umfragen so nicht abgebildete Abschneiden von Marine Le Pen.
Der Stichentscheid zwischen Nicolas Sarkozy und dem Sozialisten François Hollande könne womöglich ebenfalls knapper ausfallen als es die Umfrageresultate bisher erwarten liessen.
Affäre Strauss-Kahn überstanden
Gewinnen werde, wer weniger Fehler mache, schreibt "La Liberté". Die Freiburger Zeitung erinnerte daran, dass die Sozialisten mit der Affäre um ihr hochrangiges Parteimitglied Dominique Strauss-Kahn noch vor Jahresfrist schlecht aufgestellt waren.
SDA-ATS