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Schwingen
Schwingen ist eine Variante des Ringkampfs, der auf Sägemehl ausgeführt wird. Der Schwingsport gilt noch vor Hornussen und Steinstossen als Schweizer Nationalsport. Obwohl die Wurzeln des Schwingens nicht eindeutig feststehen, kann davon ausgegangen werden, dass bereits im 13. Jahrhundert geschwungen wurde. Vor allem in der Zentralschweiz und im Mittelland gehörte das Schwingen zum festen Bestandteil der Festkultur. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wurde das Schwingen von den ländlichen Gebieten in die grossen Städte gebracht. So wurde aus dem ursprünglichen Kampf der Hirten und Bauern ein Nationalsport, der alle Schichten umfasst. Doch trotz dieser Ausweitung ist das Schwingen noch heute in den ländlichen Gegenden am populärsten. Schwingen ist traditionell ein Männersport. Frauen schwingen erst seit wenigen Jahren. Es gibt zwei Arten von Schwingern: Die Sennenschwinger (traditionellerweise Mitglieder eines reinen Schwingervereins), welche dunkle Hosen und ein farbiges Hemd tragen und die Turnerschwinger (traditionellerweise Mitglieder einer Turnvereins der auch andere Sportarten ausführt), die lange weisse Hosen und ein weisses Leibchen tragen. Erfolgreiche Schwinger erhalten keine Preisgelder, sondern Naturalpreise vom Gabentisch, wie zum Beispiel eine Kuhglocke oder auch mal ein Velo. Das wichtigste Schwingfest ist das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest, das nur alle drei Jahre stattfindest – zum letzten Mal im Jahr 2013 in Burgdorf.
Hornussen
Das Hornussen zählt neben dem Schwingen und dem Steinstossen zu den Schweizer Nationalsportarten. Ausgeübt wird er vor allem in den Mittellandkantonen Bern, Solothurn und Aargau. Ausserhalb der Schweiz findet man noch in Deutschland sowie in Südafrika – Schweizer Auswanderer - einige Hornussermannschaften. Hornussen ist eng mit anderen Schlag- und Fangspielen wie Cricket oder Baseball verwandt. Es gewinnt die Mannschaft, bei welcher weniger Hornusse unabgetan (ungestoppt) im Spielfeld zu Boden gegangen sind. Ein Spiel kann bis zu drei oder mehr Stunden dauern. Die Ursprünge des Hornussens sind nicht genau bekannt. Jeremias Gotthelf beschrieb das Hornusserspiel bereits im 19 Jahrhundert. Damals war die Sportart ein spielerischer Wettkampf zwischen Jungbauern im Emmental. Spieleinsatz war ein Zvieri, welches die Verlierermannschaft den Gewinnern anbieten musste. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Vereine gegründet und eine Reglementierung aufgestellt. Bis heute ist das Zvieri ein wichtiger Teil des Hornussens. Zudem schliessen die Mannschaften auch in der heutigen Zeit noch Wetten über den Spielausgang ab. Der vom Eidgenössischen Verband festgelegte Mindesteinsatz liegt bei zwei Franken pro Spieler. Die 78 Gramm schwere Nouss trifft mit einer Geschwindigkeit von rund 160 Kilometer pro Stunde auf dem Boden auf. Trotz fehlender Verpflichtung zum Tragen von Schutzausrüstungen (Helmpflicht nur für Kinder und Jugendliche obligatorisch) sind Verletzungen durch direkte Körpertreffer selten. Alle drei Jahre findet das Eidgenössische Hornusserfest statt.
Steinstossen
Steinstossen ist neben Schwingen und Hornussen die dritte Nationalsportart der Schweizer. Steinstossen ist wohl das älteste Kräftespiel der Hirten und Sennen, denn für das Spiel wird nur ein schwerer Stein und kein Partner benötigt. Die Wiege des Steinstossen liegt wohl in den Kantonen Schwyz und Appenzell. Der wohl berühmteste Stein, welcher bei Steinstosswettkämpfen zum Einsatz kommt, ist der mehr als 83 Kilo schwere Unspunnenstein. Er wurde im Jahr 1805 am ersten Alpenhirtenfest zu Unspunnen (Interlaken) gestossen. Steinstossen erlebt in den letzten Jahrzehnten einen Aufschwung. Seit 1998 werden offizielle Weltmeisterschaften durchgeführt. Ausser in der Schweiz kennt man Steinstossen als Sportart auch in Deutschland, Österreich, Frankreich, England, Schottland, Tschechien, Ukraine, USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika.
Platzgen
Platzgen ist ein alter Wurfsport, der laut Chroniken bereits im Mittelalter in fast allen Gebieten der Schweiz betrieben wurde. Heute findet man fast nur noch im Kanton Bern Platzgerklubs. Beim Platzgen wird ein sternförmiger Stahlkörper durch die Luft geworfen. Eine Platzge hat fünf bis sieben Uacken und sieht einem Ahorblatt ähnlich. Das Gewicht liegt zwischen einem und drei Kilogramm. Ähnlich des Bodgiaspiels geht es auch beim Platzgen darum, möglichst nahe an einen vorher positionierten Gegenstand zu treffen.