Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03339.jsonl.gz/695

Die schlimmste Sache die wir jemals taten
war Gott in den Himmel zu setzen
unerreichbar das Göttliche
aus dem Blatt zu ziehen,
das Heilige aus unseren Knochen zu schütteln,
darauf zu beharren
Gott sei nicht berstende Verblüffung
wegen allem was wir gemacht haben
eine harte Verpflichtung als normal anzusehen,
das Heilige von überall abzustreifen
einen Wolkenmann einzusetzen woanders,
die Innigkeit deines Herzens auszuhebeln.
Die schlimmste Sache die wir jemals taten
war den Tanz und das Lied
aus dem Gebet herauszunehmen
es aufrecht sitzen zu lassen
und seine Beine übereinander schlagen
es vom Jauchzen zu lösen
sauber zu wischen seinen Hüftschwung,
seine Fragen,
sein ekstatisches Johlen,
seine Tränen.
Die schlimmste Sache die wir jemals taten
war vorzugeben
Gott sei nicht die einfachste Sache
in diesem Universum
zugänglich für jede Seele
in jedem Atemzug.
Chelan Harkin
Das Gedicht erschien 2020 im Band «Susceptible to Light» bei Soulfruit Publishing. Übersetzung aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung der Autorin.
Das Foto veröffentlichte Jupi Lu auf pixabay.com (Ausschnitt).