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Zudem sollten Sie Ihre geerbte Liegenschaft genauestens unter die Lupe nehmen. Ist sie in schlechtem Zustand, sollten Sie genauestens prüfen, ob Sie sich die Kosten für Renovierung oder Altlastenentsorgung leisten können. Haben Sie sich entschieden, das Erbe nicht anzutreten, so haben Sie die Möglichkeit, es innerhalb von drei Monaten nach Kenntnisnahme der Erbschaft auszuschlagen.
Wie ist die Rechtslage, wenn mehrere Erben Immobilien in einer Erbengemeinschaft erwerben?
In vielen Fällen kann es passieren, dass Sie und beispielsweise Ihre Geschwister das Erbe gemeinsam als Erbengemeinschaft antreten sollen.
Generell gilt hier: In einer Erbengemeinschaft haben alle dieselben Besitzrechte. Müssen jetzt Entscheidungen bezüglich eines Verkaufs oder einer Renovierung getroffen werden, so ist mehrheitlich oder einstimmig abzustimmen. Sollten die Erben sich nicht einigen können, so haben sie die Möglichkeit zur Erbteilungsklage, bei der einer der Erben seinen Anteil einfordern und aus der Erbschaft austreten kann. Zusätzlich gilt bei der Erbengemeinschaft die Solidarhaftung. Das bedeutet, dass Erben für die Versäumnisse anderer Erben haften – auch mit ihrem Privatvermögen. Da es sich hier um ein sehr emotionales Thema handelt, kommt es in Erbengemeinschaften regelmässig zu Konflikten. Hier empfiehlt sich der Einsatz eines Mediators, der zwischen den Parteien vermittelt.
Welche Höhe hat die Erbschaftssteuer?
Hier unterscheidet man in der Schweiz zwischen Erbnachlasssteuer (bezieht sich unmittelbar auf den Nachlass, ohne Bezug auf persönliche Verhältnisse der Erben oder verwandtschaftlichen Beziehungen zum Erblasser) und Erbanfallsteuer (bezieht sich auf den vom Erben erworbenen Erbteil und seine persönlichen Verhältnisse). Hier haben die Kantone unterschiedliche Regelungen, wobei mittlerweile nur noch Solothurn und Graubünden die Erbnachlasssteuer anwenden, die Gemeinden jedoch eine Erbanfallsteuer erheben können.
Wie werden Immobilien bei Erbschaft und Schenkung steuerlich bewertet?
Es gilt, dass Immobilien bei Erbschaft und Schenkung immer in dem Kanton besteuert werden, in dem sie stehen. Mit näherem Verwandtschaftsgrad zwischen Erblasser und Erben bzw. Schenker und Schenkungsempfänger sinkt auch die Steuer. Es sollte jedoch die Steuerprogression beachtet werden: Je höher der Wert der Liegenschaft, desto höher die Steuern. Besteuert werden jedoch nur das in der Liegenschaft angelegte Kapital, die Hypothekenschulden werden davon abgezogen. Auch bei diesem Thema gibt es starke Unterschiede zwischen den Kantonen, bei denen wir gerne weiterhelfen.