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Praktiken des Umgangs mit Rechtsaufzeichnungen und Wandel der politischen Kultur 1200–1500 Über Praktiken des Schriftgebrauchs, insbesondere Briefwechsel, lassen sich Beziehungs- und Herrschaftsordnungen des Spätmittelalters erschliessen. Ordnungen beider Art wurden in bestimmten Situationen wesentlich durch den Austausch von Briefen emergent gemacht und praktisch eingespielt. An ihnen lässt sich ein produktiver und reflektierter Zugang zur (medien)historischen Erforschung vergangener sozialer Verhältnisse eröffnen. Briefwechsel werden als komplexe Ensembles aufgefasst. Sie sind zu analysieren, im Sinn eines Medienwissens, hinsichtlich der Kenntnisse (Skills) in der Briefbenutzung. Dabei scheinen sich gerade auch (inter)mediale Situationen, in denen Briefe Wechselwirkungen mit anderen Medien eingingen, zur Untersuchung von Gebrauchslogiken sozialer Figurationen anzubieten. Schliesslich werden die Techniken der textuellen und materiellen Gestaltung von Briefen untersucht, durch die Nähe und Distanz, Präsenz und Absenz, Hierarchie und Interaktion hergestellt wurden. Darauf basierend wird im Rahmen der beiden Dissertationsprojekte einerseits über fürstbischöfliche Missiven in einer spätmittelalterlichen Herrschaft (Biel) sowie über bürgerliche Privatbriefe aus dem frühneuzeitlichen Nürnberg andererseits der Zugriff auf sehr unterschiedliche soziale Ordnungen gewagt.