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Der Pegel des Zürichsees wird mit dem Platzspitzwehr in der Limmat in Zürich reguliert. Das Wehr dient dazu, den Zürichseepegel möglichst stabil zu halten. Zudem hat es die Aufgabe, Zürichseewasser in das Kraftwerk Letten zu leiten, das damit Strom produziert wird. Die Steuerung des Wehrs durch den Kanton Zürich ist in einem Reglement der Anrainerkantone von Zürichsee und Limmat (ZH, SG, SZ und AG) festgehalten und vom Bund genehmigt. Es sieht unter anderem vor, den Zürichseepegel im Winter abzusenken, um die natürliche saisonale Schwankung zu simulieren. Seen ohne Regulierung weisen in der Regel im Winter einen tieferen Pegel auf als im Sommer.
Mehr Wasser für die kritische Versorgungsphase
Angesichts der angespannten Energieversorgungslage hat sich der Kanton Zürich mit den anderen Anrainern und dem Bund darauf verständigt, diese saisonale Absenkung bis Mitte Februar aufzuschieben, also vom Reglement abzuweichen. Damit steht in der kritischen Versorgungsphase mehr Wasser zur Verfügung, um Strom zu produzieren. Bis Mitte März wird der Zürichseepegel dann wie im Reglement vorgesehen auf dem Tiefststand angelangt sein, sodass er das mit dem Einsetzen der Schneeschmelze zu erwartende Schmelzwasser aufnehmen kann.
Niederschläge möglichst für Stromproduktion nutzen
Zudem soll über die Wintermonate bei starken Niederschlägen und ansteigendem Zürichseepegel mehr Strom aus Zürichseewasser produziert werden. Dazu wird das Platzspitzwehr die maximal turbinierbare Wassermenge zum Kraftwerk leiten und möglichst wenig über das Wehr ablassen. Diese Massnahme führt nicht nur im Kraftwerk Letten, sondern in der gesamten Kraftwerkskette an der Limmat zu einer Erhöhung der Stromproduktion. Bei starken Niederschlägen kann es dadurch etwas länger als üblich dauern, bis der Seepegel wieder auf das gewünschte Niveau abgesunken ist. Die Massnahme wird nur umgesetzt, falls es die Hochwassersituation erlaubt.
Bis zu fünf Gigawattstunden mehr Winterstrom
Dank dieser beiden Massnahmen kann ein Teil der Stromproduktion vom Herbst in die kritische Zeit im Winter verlagert und darüber hinaus zusätzlicher Strom produziert werden. Insgesamt dürften im Winter 2022/2023 zwischen drei und fünf Gigawattstunden mehr Strom produziert werden können als üblich. Das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von rund 4000 Vierpersonenhaushalten während dreier Monate.