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- Länderinfo
- Seychellen
Etwa 90‘000 Menschen leben auf den acht ständig bewohnten Inseln der Seychellen, 90% davon auf der grössten Insel Mahé, der Rest auf den kleineren Inseln der Umgebung, wie Praslin, La Digue und Silhouette. Der beliebteste Strand Mahés, der Beau Vallon Beach in der grossen Bucht im Nordwesten, präsentiert sich so, wie man sich einen tropischen Strand vorstellt. Strahlend blaues, klares Wasser, weicher, feiner, silbrig glänzender Sand und dahinter bis über 900 Meter hoch aufragende, mit tropisch-grünen Wäldern bewachsene Berge, machen ihn zu einer Augenweide. Die Westküste von Mahé ist weit weniger bewohnt und von unglaublicher Schönheit. Je weiter man entlang ihrer kleinen Buchten in den Süden fährt, desto unberührter werden die Strände. Einige von ihnen zählen zu Recht zu den schönsten der Erde. Und fast alle Segnungen unserer Zivilisation kann man hinter sich lassen, wenn man per Segelschoner oder Flugzeug zu den Nachbarinseln Praslin und La Digue reist.
Geschichte
Arabische Seefahrer hatten die Inselgruppe im 7. Jahrhundert entdeckt und ihre Lage mündlich weitergegeben. Erst in der Folge der Portugiesischen Entdeckungsfahrer, unter Leitung arabischer Navigatoren um 1500, wurde die Inselgruppe auf Karten verzeichnet. Ab Ende des 18. Jahrhunderts bestellten französische Kolonialisten mit Hilfe afrikanischer und madagassischer Sklaven kleine Plantagen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die Inseln eine englische Kolonie, und Anfang der 1970-er Jahre entstanden dann politische Parteien - die Seychelles Democratic Party (SDP) und die Seychelles People United Party (SPUP). Gemeinsam setzten sie 1976 die Unabhängigkeit der Inseln von England durch. Nach nur einem Jahr Koalitionsregierung führte die SPUP einen unblutigen Putsch durch und errichtete einen Einparteienstaat. Nach Zusammenbruch der sozialistischen Staaten Ende der 1980-er Jahre orientierte man sich wieder nach Westen und verabschiedete 1993 eine demokratische Verfassung.
Geographische Lage
Innerhalb einer riesigen Seefläche, 1000 Kilometer östlich der Küste Kenias, befinden sich ausser den gebirgigen Inseln der Inneren Seychellen etwa 100 flache Inseln korallenen Ursprungs. Die grösste Landfläche besitzt das unbewohnte Aldabra Atoll, das grösste zusammenhängend, aus dem Wasser ragende, Korallenatoll der Erde.
Klima
Wegen der Nähe zum Äquator sind die Temperaturunterschiede im Laufe des Jahres gering, die Niederschlagsmengen pro Monat und die Sonnenstunden pro Tag unterscheiden sich statistisch nur wenig. Die Temperaturen sinken nachts fast nie unter 22 Grad, die Tageshöchsttemperaturen steigen selten über 30 Grad. Der Monsunregen erreicht die Inseln zumeist zwischen November und März/April zusammen mit Passatwinden aus dem Nordosten. Dieser schwülen Jahreszeit folgen milderes, trockenes Wetter und rauere See, wenn von Mai bis Oktober der Passat aus Südwesten weht.
Essen und Trinken
Wenn es stimmt, dass die indische, die chinesische und die französische Küche die drei besten der Welt sind, dann muss man die seychellische Küche nicht mehr bewerten, denn sie setzt sich aus diesen dreien zusammen und fügt ihnen einige afrikanische Elemente hinzu. Fisch findet man in vielen Sorten, Grössen und Geschmacksrichtungen. Fischgerichte werden auf den Seychellen nie langweilig. Sie sind von solcher Vielfalt und werden so unterschiedlich zubereitet, dass man täglich zweimal Fisch essen könnte. Zu den Mahlzeiten wird auf den Seychellen traditionell Wasser gereicht und seit es auf Mahé, das nach bayrischem Reinheitsgesetz hergestellte seychellische Bier Seybrew gibt, hat sich das Bier zum zweitwichtigsten Durstlöscher entwickelt.
Einreisebestimmungen
Schweizer Bürger benötigen für die Einreise einen gültigen Reisepass, der mindestens 6 Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig ist.
Tourismus
Der Tourismus wird auf hohem, aber, was die Besucherzahl angeht, begrenztem Niveau gehalten. So bleiben die Gäste auf den Inseln sich selbst, sowie der Schönheit der tropischen Natur überlassen - Sie erleben und geniessen hier Erholung und Entspannung pur.
Festival Kreol
Wie in vielen Ländern, die kolonisiert waren, ist auch auch auf den Seychellen zu spüren, dass die Bevölkerung ihre eigenen Wurzeln verleugnet, oder sich ihrer schämt. Zwar waren die Inseln unbewohnt, als französische Siedler begannen, Kolonialwaren auf ihnen anzubauen, aber es wurden Sklaven hierher gebracht, denen von den weissen Landbesitzern deutlich gemacht wurde, dass sie weniger wert sind. Bis heute merkt man, dass die Mehrheit der Seychellois alles, was von Ausländern stammt, als überlegen und nachahmenswert betrachtet. Die afrikanischen Wurzeln ihrer Musik, die mündlichen Überlieferungen und Sagen, die traditionelle Kleidung und Kunst – all das geriet in Vergessenheit. Insbesondere seit in den 1950er- und 1960er-Jahren mit der Elektrizität zunächst das Radio und später das Fernsehen Einzug hielten, und es nicht mehr erforderlich war, die primitive Musik selbst zu spielen oder in den Abendstunden der jüngeren Generation alte Geschichten aus der Heimat zu erzählen. Seit den 1980er-Jahren bildet das Festival Kreol nun einen festen Bestandteil im Festkalender der Seychellen. Mit dem Festival sollen die kulturellen Wurzeln der Bevölkerung gepflegt bzw. ins Bewusstsein der Seychellois zurückgebracht werden. Das Programm ist vielfältig. Allabendlich finden am Strand, in den Hotels und Festsälen Musikveranstaltungen statt. So kommen Musikgruppen von Mauritius, La Réunion, Martinique oder Guadeloupe, manchmal sogar aus den kreolischen geprägten Regionen der Südstaaten der USA. In der Hauptstadt findet der Victoria Karneval statt, auf Mahé gibt es den Sonntag am Strand mit kreolischem Picknick, eine kreolische Schönheitskönigin wird gewählt und Ausstellungen zeigen Fotos und Gemälde der schönsten Kolonialhäuser. Die Zenn Artis Kreolofonn präsentiert Werke junger Künstler, Theatergruppen spielen im Freien, es werden kleine Volksfeste mit Musik, Tanz und viel Bier, calou und jungle juice veranstaltet - ein sympathisch amateurhaftes Ereignis, das jedes Jahr in der letzten Oktoberwoche stattfindet.
Friedhof und Riese von Bel Air
Biegt man von der Revolution Avenue in die Bel Air Road ein, so liegt ca. 50 Meter hinter der Abzweigung der Friedhof Bel Air, der heute als National Heritage der Seychellen unter Schutz steht. Auf diesem Friedhof ruhen die ersten Bürger aus der Gründerzeit Victoria. Die Grabsteine sind stark verwittert, aber vielleicht entdecken Sie ja das Grab der Korsaren Jean François Hodoul, der seinen im Auftrag der französischen Regierung durch Aufbringen britischer Handelsschiffe erworbenen Reichtum, auf die Seychellen brachte. Oder Sie versuchen die letzte Ruhestätte des Louis Poiret aufzuspüren, der als alter Herr schliesslich erzählte, er sei der Sohn König Louis XVI. von Frankreich und habe immer gehofft, eines Tages als Louis XVII. in sein europäisches Heimatland zurückkehren zu können. Mindestens ebenso spannend und geheimnisvoll aber ist die Geschichte der Riesen von Bel Air, der ebenfalls auf diesem Friedhof seine letzte Ruhestätte gefunden haben soll. Von des Riesens Muskelkraft wird Sagenhaftes berichtet. Er lebte Ende des 19. Jahrhunderts in Bel Air und soll schon als 16-jähriger fast 3 Meter gross gewesen sein. Einen Sack Reis soll er mit dem kleinen Finger gehoben, grosse Fischerboote angeblich allein an Land getragen haben. Seine Kraft war so beängstigend, dass seine Nachbarn glaubten, einen Zauberer damit beauftragen zu müssen, ihm ein klein wenig zu schwächen. Der Zauberer war (über)erfolgreich, denn wenig später lag der Riese vergiftet in seinem Bett. Wirklich beruhigt waren die Nachbarn jedoch erst, nachdem der Tote endlich auf dem Friedhof von Bel Air beigesetz war. Doch selbst danach liess der Vergiftete die Menschen nicht in Ruhe, vielmehr geisterte er von da an während der Nächte durch den Ort und verbreitete Furcht und Schrecken. Vergessen wurde der Zorn des Riesen letztlich bis heute nicht. Zwar nutzten noch bis vor wenigen Jahren Frauen die Grabsteine im Friedhof als Waschbretter, den Grabstein des Riesen jedoch mieden sie wie der Teufel das Weihwasser.
Einwohner
89‘318 (2012, geschätzt) auf einer Fläche von 455 km²
Sprache
Amtssprachen sind kreolisch, englisch und französisch.
Religion
Die Seychellois sind überwiegend katholische Christen. Etwa 10% gehören der anglikanischen Kirche an und weitere 10% bekennen sich zu kleineren christlichen Gruppierungen.
Strom
Die Spannung beträgt 240 Volt. Geräte mit 220 Volt können gefahrlos betrieben werden. Die meisten Steckdosen entsprechen der englischen Norm. Es empfiehlt sich einen Adapter mitzubringen.
Zeitdifferenz
Der Zeitunterschied zur Mitteleuropäischen Zeit beträgt +2 Stunden (+3 Stunden während der Winterzeit).
Währung
Seychellen-Rupie (SCR), 1 CHF = ca. 12,8 Seychellen-Rupie (Juni 2014). Empfohlen sind Euro.