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Ende der 1960er Jahre hatte der Chemiker Spencer Silver den Auftrag, einen Superleim zu entwickeln. Statt die Stahlplatten von Ozeandampfern zu verschweissen, sollte man sie verkleben können. Aber der Leim, den Silver und sein Team erfanden, war ein Flop. Er konnte noch nicht mal eine zerbrochene Vase flicken.
Trotzdem hatte der Chemiker so ein Gefühl: Ein Leim, der fast nicht klebte und auch keine Rückstände hinterliess – vielleicht war das ja ganz nützlich? Aber Silver wusste einfach nicht, wofür. Sein Arbeitskollege Art Fry auch nicht.
Dann war Fry wieder einmal in der Chorprobe. Um auf Anhieb die Lieder zu finden, die sie einstudierten, legte er kleine Zettel zwischen die Seiten des Singbuchs. Gerade eben war einer dieser blöden Zettel herausgefallen. Da ging Fry ein Licht auf: Warum nicht kleine Papierstücke mit diesem komischen Leim beschichten, der nicht klebte und keine Rückstände hinterliess? Und ja, genau so wurde das Post-it erfunden.
Ursprünglich als Buchzeichen gedacht, merkten Fry und Silver rasch, dass ihre Erfindung noch viel mehr war. Nämlich eine neue Art der Kommunikation. Via Kühlschranktüren («Milch kaufen!») oder Computermonitore («Meeting um 10!»).
Mittlerweile werden Jahr für Jahr 50 Milliarden Post-its verkauft. Und das nur, weil zwei Chemiker in einem Misserfolg keinen Misserfolg sahen.