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Aus der Geschichte der Hohlen Gasse
Eine bedeutende historische Erinnerungsstätte
Dem «Weissen Buch von Sarnen» zufolge erschoss Tell in der Hohlen Gasse mit einem Pfeil den habsburgischen Landvogt Gessler. Nach Ägidius Tschudi (um 1530) wurde zur Erinnerung daran eine Kapelle gebaut, die 1638 vollständig neu errichtet wurde. Die Tells-Kapelle (Patrozinium: St. Margareta, später 14 Nothelfer) erhielt 1760 ein Altarbild von Caspar Wolf. Hans Bachmann malte 1905 an der Fassade Gesslers Tod und im Innenraum, Tells Tod im Schächenbach.
Der Bau und die Einweihung der Hohlen Gasse 1935 bis 1937
Die 30er-Jahre des letzten Jahrhunderts brachten ein untragbares Verkehrsaufkommen durch die Hohle Gasse. Um 1930 bewegten sich täglich bis zu 1000 Fahrzeuge durch den Hohlweg zwischen Immensee und Küssnacht am Rigi. Dadurch blieb von der Würde der historischen Erinnerungsstätte nicht mehr viel übrig. Eine Umfahrungsstrasse war eine stark gefragte Lösung, Doch die leere Schwyzer Staatskasse zwang die Regierung, nur eine Verbreiterung und die Ausbau-Variante zu realisieren. Stiftung errichtet Bei den initiativen Küssnachtern, die sich für eine würdevolle Erhaltung der Hohlen Gasse aussprachen, stand eine Stiftung – ähnlich wie 1859 das Rütli – im Vordergrund. Zusammen mit dem Redaktor der «Schweizer Illustrierten», Emil Hess, Verlagsanstalt Ringier, erwirkte Friedrich Donauer, Landschreiber von Küssnacht, die Errichtung der «Schweizer Stiftung zur Erhaltung der Hohlen Gasse».
Schuljugend sammelt Geld
Mit dem Verkauf einer Postkarte machte die Schweizer Schuljugend auf die prekäre Situation der Hohlen Gasse mit der Kapelle aufmerksam und verkaufte zugleich für 20 Rappen mehr als 500'000 Exemplare. Mit dem Reinertrag von rund Fr. 103'000.– war der Grundstein zur Umfahrungsstrasse gelegt. Mit diesem Engagement wurde die Schweizer Schuljugend auch Eigentümerin der historischen Stätte.
Bauarbeiten
Gleichzeitig mit dem Bau der 320 000 Franken teuren Umfahrungsstrasse begannen die Arbeiten, um der Hohlen Gasse ihr bekanntes Gesicht wieder zu verleihen. Mit grossen Steinblöcken, Bäumen und Büschen verlieh man der Gasse ihren eigentümlichen Charakter. Die 3,8 Meter breite Autostrasse wurde in einen knapp 1,5 Meter breiten Hohlweg verwandelt.
Einweihung
An Pfingsten 1937 konnte die Umfahrungsstrasse dem Verkehr übergeben werden. Der 17. Oktober 1937 war dann in der Hohlen Gasse der grosse Tag der Einweihung. Bei der Tellskapelle hielt Bundesrat Philipp Etter vor einer grossen Festgemeinde - darunter Schulkinder aus sämtlichen Kantonen der Schweiz - die Festansprache. Trommler schlugen Wirbel, die Kinder gelobten in einem Sprechchor Treue zum alten Bund der Eidgenossen. Anschliessend spielten Schüler Szenen aus Schillers «Wilhelm Tell», bis schliesslich ein durch das Los bestimmtes Schulkind, ein Mädchen aus dem Kanton Zug, am Arm von Bundesrat Etter als erstes den Hohlweg hinunterschreiten durfte.
Gesamtsanierung und neuer Info-Pavillon
2004/2005: Gesamtsanierung der Hohlen Gasse
Heute ist die Hohle Gasse ein viel besuchter Ort von Touristen, Gesellschaften, Vereinen, Schulklassen, Behörden sowie Regierungen aus der ganzen Schweiz und dem benachbarten Europa. Anfang des neuen Jahrtausends konnte die Behebung der Schäden des Orkans Lothar bewältigt werden. Die Stiftung hat diesen Kraftort der mythologischen eidgenössischen Gründungsgeschichte in den Jahren 2004/2005 instand gestellt sowie die Wege rollstuhlgängig gestaltet.
Informations-Pavillon
Mit der Neuerstellung des Informations-Pavillons und des Rastplatzes erhielt die Anlage eine neue Qualität. Diese Attraktivität steigerte die Aufmerksamkeit vieler kulturell-historisch interessierter Besucher. Die Erinnerungsstätte der Schweizerischen Eidgenossenschaft wird immer mehr zum Treffpunkt der Gesellschaft
Die Hohle Gasse bietet den Besucherinnen und Besuchern eine leicht zugängliche und eindrückliche Information über die Geschichte und die Geschichten rund um die historische Erinnerungsstätte. Dank des zeitgemässen Informationspavillons wird die Geschichte rund um Willhelm Tell in der Hohlen Gasse erleb-, sicht-, spür- und hörbar.