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Im Ersten Weltkrieg, am 25. Januar 1915, wurde Josefine Sturny-Haymoz als Älteste von 16 Kindern in Benewil geboren. Ihre Eltern waren Viktor Haymoz und Rosa geb. Aerschmann.In Alterswil besuchte sie die Schule. Daheim in der Grossfamilie lernte sie früh Hand anzulegen und bei der Betreuung der jüngeren Geschwister, aber auch im Haus und auf dem Hof tatkräftig mitzuarbeiten. Der Schule entlassen, arbeitete sie in Freiburg in verschiedenen Haushalten und lernte dort die französische Sprache. Gerne erzählte sie von dieser lehrreichen, aber strengen Zeit. 1940 heiratete sie Josef Sturny aus Galteren, wurde Bäuerin auf dem grossen Hof der Familie Sturny. Sie lebte im gleichen Haushalt mit ihren Schwiegereltern und den Geschwistern des Ehemannes. Sechs Kinder, vier Mädchen und zwei Knaben, brachten neues Leben, viel Freude, aber auch viel Arbeit ins Haus. Als 1946 der Schwiegervater starb, übernahmen Sepp und Fini das Heimwesen. Sie war Bäuerin mit Leib und Seele und war auch von den Angestellten auf dem Hof stets geschätzt und geachtet, denn für alle hatte sie ein gutes Herz. Mit viel Liebe und Umsicht pflegte sie ihren grossen Garten und die Kleintiere. Ihre Mitarbeit war auch im Landfrauen- und Mütterverein sehr gefragt. Hier fand sie etwas Abwechslung zur täglichen Arbeit. Ein harter Schicksalsschlag traf sie beim plötzlichen Unfalltod ihres Gatten im Jahr 1968. Die Söhne waren kaum der Schule entlassen. Mit viel Gottvertrauen und den Blick vorwärts gerichtet hat sie diese schwere Zeit gemeistert. 1978 heiratete ihr Sohn Niklaus und übernahm den Betrieb. Sie konnte aber bei der jungen Familie bleiben und stellte weiterhin ihre ganze Arbeitskraft zur Verfügung. Ein weiterer Schicksalsschlag traf die Familie im Mai 1982. Am Hochzeitstag des jüngsten Sohnes brannten Wohnhaus und Scheune nieder; Hab und Gut wurden in Schutt und Asche gelegt. Die Verstorbene kannte aber auch glücklichere Zeiten. Sie freute sich an den heranwachsenden 17 Grosskindern und später an den 13 Urgrosskindern. Gerne machte sie im Altersturnen mit. Viel Freude bereitete ihr das Kartenspielen mit ihrer Familie oder beim monatlichen Witwenjass. Auch für ihre Lieblingsbeschäftigung, das Stricken von Socken für ihre Lieben, fand sie jetzt viel Zeit. Nach und nach traten Altersbeschwerden auf. Eine Altersdemenz machte ihr zu schaffen. Für alle Angehörigen war dies eine grosse Herausforderung. Trotzdem, sie war immer da, wollte mithelfen und ihre gewohnten Arbeiten verrichten. Dankbar, zu Hause in der Familie betreut, verstanden und umsorgt zu werden, wurde sie zusehends stiller. Die Kräfte liessen nach und kurz nach Weihnachten, am 27. Dezember, durfte sie im neunzigsten Lebensjahr heimkehren in den himmlischen Frieden. Sie bleibt den Hinterbliebenen als eine Frau mit einem tiefen christlichen Glauben, mit viel Gottvertrauen, Herzensgüte und einer grossen Schaffenskraft in Erinnerung. Der Herr schenke ihr den ewigen Frieden.