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Ein Mythos hält sich in der Sporternährung ganz tapfer: Muskelkrämpfe werden durch einen Mangel an Magnesium verursacht. Dies ist erstaunlich. Denn in der Fachliteratur forscht man vergebens nach der Evidenz für diesen Mythos. Eine Suche mit den Stichworten “Muskel Krampf Sport Magnesium” in der Datenbank, in der die Zusammenfassungen aller Publikationen aus dem Bereiche der Medizin (die Ernährung und Sporternährung werden hier dazugerechnet) enthalten sind, ergibt ganze fünf Treffer. Und in keiner dieser Arbeiten gibt es direkte Evidenz dafür, dass Muskelkrämpfe im Sport durch einen Mangel an Magnesium verursacht werden.
In einer aktuellen Übersicht über Muskelkrämpfe während sportlicher Belastung kommt Michael Bergeron in den Current Sports Medicine Reports zum gleichen Schluss (1). Bergeron unterteilt zudem die während sportlichen Belastungen auftretenden Krämpfe in zwei unterschiedliche Kategorien. Zum einen gibt es Krämpfe, die aufgrund Überlastung und Ermüdung der Muskulatur auftreten. Diese Krämpfe können mit Stretching, Massage oder Reduktion der Belastung behandelt / behoben werden. Die Ursache der Muskelkrämpfe in der zweiten Kategorie ist eine ganz andere. Diese Krämpfe entstehen aufgrund starken Schwitzens mit einhergehendem Verlust an Natrium (dem Bestandteil des Kochsalzes), und nicht wie die meisten wohl vermuten würden, mit einem Verlust an Magnesium. Diese Krämpfe können mit einer ausreichenden Zufuhr an Flüssigkeit und Natrium (bzw. Kochsalz) behoben werden.
1. Bergeron MF. Muscle cramps during exercise – Is it fatigue or electrolyte deficit? Curr.Sports Med.Rep. 2008;7:S50-S55.