Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03656.jsonl.gz/1893

Was tun, wenn Stress einer Ihrer Migräneauslöser ist
Zu sagen, dass der Umgang mit chronischen Migräne-Kopfschmerzen eine Herausforderung ist, ist eine Untertreibung. Diese Herausforderungen werden noch grösser, wenn Stress einer Ihrer Migräneauslöser ist. Stress kann Migräne auslösen, chronische Schmerzen verursachen noch mehr Stress und schon befinden Sie sich mitten in einem Teufelskreis. Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen: wenn Ihr Körper sich an andauernden Stress gewöhnt hat, kann ein freies Wochenende dazu führen, dass Sie eine sogenannte «Let down»-Migräne bekommen, wenn Ihr Stresspegel plötzlich sinkt. Das ist nicht wirklich eine Win-Win-Situation für jene Menschen, die mit Migräne leben.
«Das Migränegehirn reagiert sehr empfindlich auf Veränderungen des Schlafrhythmus und Stresspegels, daher sollten Veränderungen möglichst vermieden werden», sagt Dr. Peter Goadsby, Kopfschmerzspezialist vom University of California San Francisco Medical Center [Universitätsklinikum der Universität Kalifornien in San Francisco].
Neben der Arztsuche, dem Führen eines Kopfschmerztagebuchs und der Suche nach der richtigen Medikation besteht eine der wirksamsten Möglichkeiten zur Kontrolle der Migräne darin, Ihren Stress zu verringern, was erst einmal einfach klingt, nicht wahr? Falsch. Also wie können wir in unserem Berufsalltag besser mit dem Stress umgehen, der mit Migräne in Verbindung gebracht wird? Hier einige Tipps, wie dies gelingen kann.
Setzen Sie Prioritäten
Denken Sie über Ihre Prioritäten nach und schreiben Sie sie in zwei Listen «Leben» und «Jetzt» auf. Welches sind die wichtigsten Dinge auf Ihrer Liste? Welche können Sie streichen? Denken Sie daran, was wirklich wichtig ist, wenn Sie Ihre Zeit einplanen und ihren Aktivitäten Prioritäten zuweisen. Immer auf dem Sprung zu sein, fokussiert auf Aufgaben, die Sie nicht glücklich machen, ist nicht die beste Möglichkeit, um ein Leben mit wenig Stress zu führen.
Schützen Sie Ihre Zeit
Lernen Sie, sich Auszeiten zu nehmen. Machen Sie nicht zu viele Termine und denken Sie daran, dass Ihre Bedürfnisse wichtig sind. Reservieren Sie für sich selbst eine halbe Stunde am Tag und nutzen Sie diese Zeit, um aufzustehen und sich zu bewegen. Wenn Sie eine Vollzeit-Mutter sind, überlegen Sie, ob Sie nicht eine Kinderbetreuung oder die kostengünstige Hilfe einer anderen Mutter nutzen, um Sie bei der Betreuung Ihrer Kinder zuhause tagsüber zu unterstützen, damit Sie sich selbst auch mal eine Atempause gönnen können. Manchmal kann das Wort «nein» Ihr bester Freund sein. Benutzen Sie es, um Einladungen abzulehnen, die nur Unordnung in Ihr Leben bringen.
Nehmen Sie sich Zeit für Beziehungen und die eigene persönliche Entwicklung
Studien zeigen, dass Gespräche mit anderen Menschen Stress reduzieren. Planen Sie «Zeit zu zweit» für sich und Ihren Partner ein und werden Sie bewusst aktiv und unternehmen Sie etwas, das Spass macht. Gehen Sie auf Ihr Unterstützungsnetzwerk zu und bieten Sie anderen Ihre Unterstützung an. Durch mehr persönliche Kontakte und Priorisierung der Dinge, die Sie glücklich machen, wird der Stress direkt minimiert.
Lernen Sie, bestimmt zu sein und zu kommunizieren
Wenn Sie in einer passiven Weise kommunizieren, ist es wahrscheinlich, dass Sie die Menschen nicht wissen lassen, was Sie vom Leben erwarten. Gute Kommunikationsfähigkeiten können Ihnen dabei helfen, an Selbstvertrauen zu gewinnen, Ihre Gefühle klar auszudrücken, zu kommunizieren, ohne sich aufzuregen, und Ihren Stresspegel zu verringern. MindTools bietet ein kostenloses Selbstsicherheitstraining an, bei dem Sie lernen können, wie Sie Ihre Wünsche und Bedürfnisse kommunizieren können.
Achten Sie auf genügend Schlaf
In einer neueren Studie mit mehr als zweihundert Migräne-Patienten berichteten mehr als 85 % über eine klinisch signifikante schlechte Schlafqualität, die mit der Häufigkeit der auftretenden Kopfschmerzen, mit Depression und Angstgefühlen in Zusammenhang gebracht wird. In ihrem Artikel «Schlaf, Schlaflosigkeit und Migräne» präsentierten Dr. Halker, Dr. Vargas und Dr. Dodick einen einfachen Behandlungsplan für einen besseren Schlaf. Zu einer guten Schlafhygiene gehören folgende Regeln: täglich sportlich bzw. körperlich aktiv sein, vor dem Schlafengehen nichts mehr essen und auf Koffein verzichten, abends immer zur gleichen Zeit schlafen gehen und eine halbe Stunde vor Schlafenszeit kein Fernsehen mehr sehen und auch keinen Laptop, kein Tablet und Handy etc. mehr benutzen.
Es reicht schon, dass Sie die durch die Migräne verursachten Belastungen bewältigen müssen; Sie müssen sich nicht zusätzlich noch mit äusseren Faktoren beschäftigen, was für Sie eine zusätzliche Belastung bedeuten kann. Wenn Sie die Massnahmen zur Verringerung von Stress in Ihrem Leben ergreifen, könnte dies andere Migränesymptome vermindern. Beginnen Sie noch heute und unternehmen Sie Schritte in die richtige Richtung.