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Im Jahr 1915 - Zürich baute eben an seinem Universitätsgebäude - war von der Stadt ein erster Projektwettbewerb für ein Kollegiengebäude am Petersplatz mit dem folgenden Raumprogramm ausgeschrieben worden: 19 Hörsäle, 14 Seminarräume, Räume für die Geographische Anstalt, Büros und die Aula. Das 16 Jahre später, 1931, ausgeschriebene Programm war etwas grösser angelegt mit 22 Hörsälen für insgesamt 1180 Hörer.
1931 wurde erneut ein Wettbewerb für alle in der Schweiz ansässigen Architekten ausgeschrieben. 201 Entwürfe gingen ein. Die Jury (Prof. Adolf Abel (München), Prof. Paul Bonatz (Stuttgart), Kantonsbaumeister Theodor Hünerwadel (Basel), Prof. Otto Rudolf Salvisberg (Zürich), Regierungsrat Dr. August Brenner (Präsident, Basel), Prof. Dr. Rober Doerr (Basel) und Ständerat Dr. Ernst Thalmann (Basel), sowie Stadtbaumeister Max Müller (St. Gallen) und Prof. Dr. Erwin Ruck (Basel)) lud acht der eingegangen Projekte zur Weiterbearbeitung ein und bemerkte «dass sich die Bewerber bemühen werden, ein Bauwerk zu schaffen, das kein reiner Zweckbau ist, sondern die Bedeutung der Universität als erste Bildungsstätte zum Ausdruck bringt und zur Umgebung, soweit sie historisch wertvoll ist, in keinem störenden Widerspruch steht». Ein Jahr später stand folgende Rangliste fest: 1. Rang Roland Rohn; 2. Rang Armin Meili; 3. Rang ex aequo Schwegler und Bachmann, Fritz Beckmann, Hermann Baur, William Dunkel, Paul Trüdinger; 4. Rang Gebrüder Keller. Der Sieger, der Architekt Roland Rohn aus Zürich, wurde gebeten sein Projekt nochmals zu überarbeiten.
1936 musste das Projekt auch noch die Hürde einer Volksabstimmung nehmen. Die Opposition richtete sich nicht gegen die Universität, sondern wollte das alte Zeughaus aus der Mitte des 15. Jahrhunderts retten, das dem Neubau weichen sollte. 1911 war eine Variante geprüft worden, das neue Kollegiengebäude im alten Zeughaus unterzubringen. Die Befürworter des Universitätsprojekts warben mit Slogans wie «Neues Leben blüht aus den Ruinen...» oder «Der Jugend ein Neubau mit Sonne und Licht/Arbeitsbeschaffung ist unsere Pflicht» und setzten sich in der Abstimmung im Verhältnis von 2:1 durch. 1939 machte man kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs aus der Beseitigung des Alten eine Fortschrittsmetapher: «Das Zeughaus, das Symbol der gewalttätigen Macht, ist der Universität, dem Symbol der geistigen Kräfte, gewichen.» (Alfred Labhardt 1939).
Rohns Projekt, das nach mehreren Überarbeitungen schliesslich verwirklicht wurde, sollte eine Synthese zwischen Zweckmässigkeit und Einfachheit einerseits und Repräsentation und Bedeutsamkeit anderseits herstellen. Seine moderate Moderne situierte das Konzept in die zeittypische Nähe des Neuen Bauens. Die Hörsäle hatten ein zeitbeständiges Format, im Rahmen der Gesamtsanierung in den Zeit 2000-Oktober 2003 mussten sie eigentlich nur mit der neuen Technik (Beamer, Lautsprecher, etc.) versehen werden. Auch die Aula mit ihren rund 500 Sitzplätzen bewährte sich über all die Jahre hinweg. Fakultäts- und Regenzzimmer waren so bemessen, dass sie noch heute den Bedürfnissen entsprechen. Völlig ungenügend erwies sich mit der Zeit dagegen der für die Universitätsverwaltung vorgesehene Raum.