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Keine Angst vor Grünem Star: Die Vorsorge schützt vor Erblindung
Das Glaukom, auch bekannt als „Grüner Star“, ist die häufigste Erkrankung des Sehnervs. Durch einen zu hohen Augeninnendruck kommt es zu einem schleichenden Prozess, bei dem die Nervenfasern absterben. Dadurch entstehen zunächst Gesichtsfeldausfälle peripher, später bei unentdeckter Krankheit auch zentral, die bis zur Erblindung führen können.
In Europa erkrankten 2020 rund drei Prozent der Bevölkerung am Grünen Star; weltweit zirka 79,6 Millionen. Es gibt verschiedene Glaukomformen. Die bekanntesten sind das Offenwinkelglaukom (Weitwinkelglaukom) sowie das Engwinkelglaukom. In Mitteleuropa findet man es bei 80-90% der betroffenen Patienten. In die Gruppe des Offenwinkelglaukoms gehört auch das Kapselhäutchenglaukom (= Pseudoexfoliationsglaukom), welches in der Schweiz gehäuft auftritt. Das Kapselhäutchenglaukom ist sehr aggressiv und muss meistens operativ behandelt werden.
Auch wenn die Diagnose „Glaukom“ zunächst Angst macht, ist die Krankheit gut behandelbar. Wichtig ist jedoch ein frühzeitiger Beginn der Therapie. Anfangs kann das Glaukom nur durch regelmässige Kontrollen des Sehnervs, einer Augeninnendruckmessung sowie einer genauen Augenuntersuchung diagnostiziert werden.
Sollte das Glaukom in der Familienanamnese vorkommen, empfiehlt es sich, ab dem 40. Lebensjahr regelmässig zur Vorsorgeuntersuchung zum Augenarzt zu gehen. Bei keiner genetischen Disposition empfehlen die Augenärzte kontinuierliche Untersuchungen ab dem 50. Lebensjahr.
Die wesentlichen Glaukom-Risikofaktoren
- Über 50 Jahren alt
- Genetische Prädisposition
- Kurzsichtigkeit (Myopie)
- Durchblutungsstörungen (zum Beispiel: tiefer Blutdruck, obstruktive Schlafapnoe, Migräne)
- Langfristige Verwendung von Kortison (Steroide) in den Augen, aber auch als Tabletten, Hautsalbe, Nasenspray oder zum Inhalieren
Die Glaukom-Formen
Dieser Typ zeigt sich als Glaukomanfall, welcher jedoch selten auftritt. Durch eine akute Störung des Kammerwasserabflusses steigt der Augeninnendruck stark an. Ein Glaukomanfall fällt unter einen akuten augenärztlichen Notfall. Eine sofortige Behandlung ist unabdingbar, da er unbehandelt zur Erblindung führen kann.
Symptome:
- Plötzliche Augenschmerzen
- Farbringe um Lichtquellen
- Gerötete Augen
- Der Augeninnendruck ist stark erhöht
- Übelkeit und Erbrechen
- Plötzliche Sehverschlechterung
- Weite, lichtstarre Pupille
Symptome:
- Zu Beginn: keine
- Selten verschwommenes Sehen, jedoch mit fortschreitenden Gesichtsfeldausfällen
- Schwierigkeiten beim Lesen
- Umstossen oder Anstossen an Gegenständen
- Abnahme der Sehschärfe
Symptome:
- im Frühstadium: keine
- selten Verschwommensehen mit fortschreitenden Gesichtsfeldausfällen: Probleme beim
- Lesen, Umstossen von oder Anstossen an Gegenständen, Abnahme der Sehschärfe
Dieser Typ zeigt sich als Glaukomanfall, welcher jedoch selten auftritt. Durch eine akute Störung des Kammerwasserabflusses steigt der Augeninnendruck stark an. Ein Glaukomanfall fällt unter einen akuten augenärztlichen Notfall. Eine sofortige Behandlung ist unabdingbar, da er unbehandelt zur Erblindung führen kann.
Symptome:
- Plötzliche Augenschmerzen
- Farbringe um Lichtquellen
- Gerötete Augen
- Starke Augendruckerhöhung
- Übelkeit und Erbrechen
- Plötzliche Sehverschlechterung
- Weite, lichtstarre Pupille
Durch körpereigenes Material, das sich im Auge ablagert, kommt es zu einer Abflussverstopfung des Kammerwinkels. Das Kammerwasser kann nicht wie gewohnt abfliessen, was zu einem stark schwankenden Augeninnendruck führt. Zunächst ist nur ein Auge betroffen. Die Folge sind Gesichtsfeldausfälle durch Sehnervenschädigungen und eine voranschreitende Linsentrübung (Katarakt).
Bin ich vom Grünen Star betroffen?
Rund drei Prozent der Menschen zwischen 40 und 80 Jahren sind vom Grünen Star betroffen.
Lange dachte man, dass ein hoher Augeninnendruck der grösste Risikofaktor ist. Jedoch erkranken auch Menschen an einem Glaukom (Niederdruckglaukom), die zuvor keine erhöhten Augeninnendruckwerte aufgewiesen haben. Weitere Risikofaktoren sind oft erbliche Veranlagungen und Durchblutungsstörungen. Sie sollten sich mindestens einmal pro Jahr vom Augenarzt konsultieren, wenn Sie im familiären Umkreis bekannte Krankheitsfälle haben. Neben eine starke Kurzsichtigkeit können auch die Einnahmen bestimmter Medikamente (z. B. Kortisonpräparate) den Schweregrad des Glaukoms beeinflussen.
Diagnose des Grünen Stars
Durch das Goldman Applanations-Tonometer kann der Augeninnendruck gemessen werden. Bei vielen Typen des Glaukoms ist der Augendruck erhöht und könnte ein erstes Anzeichen sein. Jedoch gibt es immer wieder Fälle von Patienten, die trotz normaler Augendruckwerte ein Glaukom diagnostiziert bekommen.
Die Hornhautdickenmessung zeigt die Genauigkeit der Augendruckmessung an und ermöglicht eine Risikoabschätzung für die weitere Glaukomentwicklung.
Das Gesichtsfeld zeigt den Bereich, den wir sehen können, ohne die Augen zu bewegen. Mit Hilfe eines Messgerätes (Perimeter) kann das Gesichtsfeld genau vermessen werden. Da ein Glaukom zu Gesichtsfeldausfällen führt, zeigt diese Untersuchung den Schweregrad und Stand der Erkrankung an. Durch regelmässige Wiederholungen kann der Krankheitsverlauf dokumentiert werden.
Die Betrachtung des Augenhintergrundes erlaubt es dem Augenarzt, die Netzhaut und den Sehnervenkopf auf Schäden zu begutachten.
Das sogenannte Papillen-OCT kann die Nervenfaserdicke im Sehnerv genau ausmessen. Somit können bereits frühzeitig Schädigungen behandelt werden.
Wie wird der Grüne Star behandelt?
Mit Hilfe von augendrucksenkenden Augentropfen kann den Betroffenen schnell geholfen werden. Jedoch vertragen diese nicht alle Patienten. Es kann zu Rötungen und Überempfindlichkeiten kommen. Hier empfehlen sich bestimmte Laserverfahren oder operative Eingriffe, um das Glaukom zu therapieren.
Da die geschädigten Sehnerven irreparabel sind, setzt sich die Glaukomtherapie zum Ziel, dass keine weiteren Schäden an den Nerven auftreten.
Wichtig: Nur eine regelmässige augenärztliche Untersuchung kann das Risiko, an einem Glaukom zu erkranken, minimieren.