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Yosa (mit ursprünglichem Familiennamen: Taniguchi) Buson kam 1716 in einem Dorf bei Ôsaka zur Welt. In seiner Jugend studierte er in Edo (Tôkyô) bei dem Haikai-Meister Hayano Hajin die Dichtkunst und ausserdem Landschaftsmalerei. Nach Wanderjahren, in denen er auf den Spuren seines grossen Vorbilds Bashô die Landstriche im Norden durchstreifte, liess er sich im Alter von etwa vierzig Jahren in Kyôto nieder, gründete eine Familie und begann Schüler um sich zu sammeln – von diesem Kreis ging eine das literarische Leben prägende Bashô-Renaissance aus. Buson, der auch in der Landschafts- und Genremalerei im damals modischen chinesisch beeinflussten Nanga-Stil erfolgreich war, starb 1784 in Kyôto.
Die Übersetzungen stammen von G. S. Dombrady (GSD), Dietrich Krusche (DK) und Jan Ulenbrook (JU).
Winterregen.
Eine Maus läuft über die Saiten
der Mandoline.
(DK)
Es dunkelt früh!
Schon leuchten die Sterne
über dem Ödland …
(GSD)
Beunruhigend:
des Anglers Verbissenheit
im Winterregen.
(GSD)
Im alten Teiche
versank die Strohsandale
bei Schnee und Regen.
(JU)
So rauh der Winter!
Die kleinen Vögel suchen
im Feld den Lauch ab.
(JU)
Eisiger Winterwald –
bei diesem Mond aber muss jeder
sein Leid vergessen …
(GSD)
Sägen hört man
mitten in der Winternacht –
klingt nach Armut.
(GSD)
Nacht. Ich beisse den
gefrorenen Pinsel mit
meinem letzten Zahn.
(DK)
Der eine Windstoss
liess all die Wasservögel
viel weisser aussehn!
(JU)
Bei Frost und Mondschein
die kleinen Kiesel spüren
unter den Sohlen …
(JU)
Komm, lass uns schlafen gehen!
Das neue Jahr ist eine
Sache von morgen!
(DK)
Verschneiter Wintermorgen:
Aus dem Haupthaus kringelt
glückverheissender Rauch!
(GSD)