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Starlink, der Satelliten-Internet-Service von SpaceX, könnte ungefähr im September 2021 das Betastadium verlassen und seinen kommerziellen Betrieb aufnehmen. Dies sagte Gwynne Shotwell, COO bei SpaceX, laut US-Medienberichten am Macquarie Technology Summit.
Bereits seien 1800 Satelliten für Starlink in eine Umlaufbahn um die Erde gebracht worden, so Shotwell. Sobald sie ihre zugewiesenen Orbits erreicht haben, werde Starlink einen unterbruchsfreien globalen Service anbieten können und dies werde ungefähr im September der Fall sein.
Die Starlink-Satelliten fliegen in einer äusserst tiefen Umlaufbahn, nur zwischen 540 und 570 Kilometern über der Erdoberfläche. Das ist zwar noch etwas höher als die Internationale Raumstation ISS, aber rund sechsmal tiefer als normale Satelliten. Durch die tiefen Umlaufbahnen ist die Latenzzeit nicht so hoch, wie bei anderen Satelliten-Internet-Services, und Starlink kann einen Service bieten, der eher normalen Internet-Services ähnelt als traditionelle Satelliten-Internet-Angebote.
Mehr und mehr Satelliten
Die 1800 Satelliten, die jetzt schon im All sind, sind nur der Anfang. Bereits hat die US-Telekommunikationskommission FCC Starts für rund 2500 weitere genehmigt. SpaceX bringt gegenwärtig jeweils 60 Stück mit einer Rakete in eine Umlaufbahn. Von diesem Anfangs-Orbit aus bewegen sie sich dann in ihre vorgesehenen Umlaufbahnen. Letztendlich soll die Starlink-Koalition aus 12'000 oder mehr Satelliten bestehen. Aufgrund der schieren Menge an Satelliten müssen sie ihre vorgesehenen Orbits ungeheuer präzise erreichen.
Ausserdem sind die Starlink-Satelliten von der Erde aus sichtbar, auch wenn SpaceX Anstrengungen unternommen hat, um sie weniger hell zu machen. Das Privatunternehmen SpaceX verändert also den Nachthimmel, und dies für alle Menschen auf der ganzen Welt. Dies hat ebenso zu Kritik geführt wie die riesige Menge an Satelliten. Weltraumwissenschaftler befürchten, dass es zu Kollisionen mit anderen Satelliten und Raumfahrzeugen kommen könnte.
Das Starlink-Angebot richtet sich an User in abgelegenen Gebieten, die noch keine gute Breitband-Versorgung haben. Interessiert ist man daran vor allem in den USA. Die FCC hat SpaceX im letzten Dezember einen Zustupf von 885 Millionen Dollar gegeben, um die Internet-Versorgung in 35 US-Staaten zu verbessern.
Starlink wird weltweit angeboten werden, User können den Service aber nur in Ländern nutzen, deren Telekommunikationsbehörden grünes Licht gegeben haben
100'000 Testuser
Gegenwärtig hat Starlink gemäss Gwynne Shotwell rund 100'000 Testuser in 11 Ländern. Für die Testphase bewerben konnte man sich auch in der Schweiz. Insgesamt sollen rund 500'000 Personen Interesse gezeigt haben. Um diese mit den notwendigen Empfängern ausstatten zu können müsse man aber zuerst vorhandene Nachschubprobleme für notwendige elektronische Komponenten beseitigen.
Auch wenn Starlink auch hierzulande erhältlich werden sollte, dürfte das Interesse eher klein bleiben. In einem Test von 'Golem.de' im April
erreichten die Tester im Download zwischen 2,3 MBit/s und 130 MBit/s und im Upload zwischen 30,57 MBit/s und 19,81 MBit/s. Die Latenz lag im Bereich von 27 bis 57 ms. Der Service soll trotz der vergleichsweise niedrigen und schwankenden Bandbreiten anfänglich 99 Dollar pro Monat kosten.