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Philosophie des Qigong
In der philosophischen Auseinandersetzung mit dem Qigong wird zwischen fünf verschiedenen Herkünften beziehungsweise Schulen unterschieden:
Darunter sind die geistigen Quellen gemeint, die den historischen Ursprung begleiten und zum besseren spirituellen Verständnis beitragen.
Die fünf Schulen sind nicht als isolierte, unabhängige Formen zu verstehen, vielmehr verfolgen sie alle das gleiche Ziel: die körperliche und geistige Gesundheit und Harmonie.
Je nach Herkunft unterstützen die Übungen entweder die körperlichen oder die geistigen Kräfte etwas mehr.
Wann eine Qigong Übung der daoistischen, konfuzianischen oder der buddhistischen Schule zuzuordnen ist, ist nicht so sehr eine Frage der spezifischen Übungsform als vielmehr der geistigen Grundhaltung.
Die daoistische Schule (daojiagong)
Sie hat ihren Ursprung in der daoistischen Philosophie, welche über lange Zeit die geistige Kultur Chinas prägte.
Laotse, der im 4. Jh. v. Chr. lebte, zählt zu den Begründern des Daoismus. Diese Lehre strebt die Harmonie mit der Natur an, wobei das Tao eine zentrale Rolle spielt.
Vertreter des daoistischen Qigong pflegen vor allem die Einheit von Geist und Körper, das insbesondere in den stillen Übungen und der Meditation zum Ausdruck kommt.
Die konfuzianische Schule (rujiagong)
Der konfuzianischen Philosophie entsprechend stehen Ordnung, Sittlichkeit und tugendhaftes Verhalten im Vordergrund.
Konfuzius (551 – 479 v. Chr.) wollte mit seiner pragmatischen Lehre den moralischen sittlichen Zerfall des Landes aufhalten. Der Konfuzianismus ist heute noch eine geistig kraftvolle Lehre und philosophische Weltanschauung.
Im Qigong nach der konfuzianischen Schule wird der zeremonielle Charakter betont. Dazu gehören das Fasten, das Reinwaschen und eine hohe moralische Einstellung. Hervorgehoben wird das Üben im Alltag und der sorgfältige Umgang mit dem Qi.
Die buddhistische Schule (fojiagong)
Siddharta Gautama (560 – ca. 480 v. Chr) verfolgte mit seiner Lehre die Befreiung vom (weltlichen) Leiden und der Begierden (Samsara). Der Name „Buddha“ bedeutet „der Erleuchtete“ (Sanskrit).
Die frühen buddhistischen Prinzipien waren Verzicht auf egoistisches Machtstreben und Versenkung in sich selbst. Im Westen sind vor allem Zen-Buddhismus (Japan), Mahayana-Buddhismus (tibetische Meditationstechniken) und Theravada oder Hinayana-Buddhismus (Vipassana- oder Einsichts-Meditation) bekannt. Die wichtigsten Elemente sind ethisches Verhalten, Kultivierung der Tugenden, die Praxis der Versenkung und die Entwicklung von Mitgefühl und Weisheit.
Die Kampfkunstschule (wugong)
Der Ursprung liegt im WuShu, der chinesischen Kampfkunst. Kampfkunst-Qigong Übungen unterstützen die Entwicklung in anderen Sportarten.
Das Kampfkunst-Qigong dient insbesondere dem körperlichen Training, der Verbesserung der Körperbeherr-schung und der Kraftverbesserung. Die meditativen Fähigkeiten sind weniger gefragt.
Die medizinische Schule (yijagong)
Alle Qigongübungen sind gesundheitsfördernd und könnten als medizinisches Qigong bezeichnet werden. Einige Übungen eignen sich aber besser dafür und so wurden bestimmte Formen und Übungen ausgewählt, die im Rahmen der TCM die Selbstheilung unterstützen helfen (Therapie). Ebenfalls ist bei den medizinischen Qigongübungen das Ziel ganz auf die Linderung von Krankheiten und Heilungsförderung ausgerichtet.