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2-Ebenen-Sonnenuhr
(DGC-Jahresschrift 2000)
ZusammenfassungDie "2-Ebenen-Sonnenuhr" [1] wird erklärt und eine Ausführungsform ("Sonnen-Pfeil") vorgestellt.
Inhalt1. Entstehungsgeschichte
2. Prinzip-Erklärung
3. Literatur (inkl. Bildnachweis)
4. 2-Ebenen-Sonnenuhren im Sonnenuhrenpark in Genk/B (Ergänzung im Juni 2009)
1. Entstehungsgeschichte ↑ Anfang
Die Idee eines Schülers von Peitz für eine solche Sonnenuhr wurde mit einem leider mehrfach falschen Bild veröffentlicht: Nr.280 in [1] (s.Abb.1). Die Ausrichtung des Modells in der Windrose ist nicht erfolgt (das Sonnenlicht eines Tages muss das Modell von oben links über oben mittig bis von oben rechts treffen), und die Stunden-Linien sind in die falsche Richtung ausgedehnt (die Ausdehnung ist in Richtung der Bildmitte und nach unten erforderlich).
<< Abb.1 Sonnenuhr mit horizontalen Schattenwerfern (Körperkanten) [1]Der Grundgedanke war aber mit Hilfe der Bildlegende erkennbar und regte mich zu eigenen Entwürfen an. Für einen davon entstand ein Modell, das ich Sonnenpfeil nannte (s.Abb.2):
Es handelt sich um eine Pfeilspitze mit einer ausgeprägten Abmessung in der dritten Dimension (Höhe). Am Wahren Mittag scheint die Sonne genau gegen die Pfeilspitze. Das durch den Schlitz scheinende Licht fügt dem Pfeil in diesem Moment einen kleinen "Licht-Stiel" hinzu. Zu den anderen vollen Stunden fällt jeweils der Schatten eines geraden Stückes einer der beiden Polygon-artigen oberen Seitenkanten auf eine dazu parallele Linie am Boden. Insgesamt werden neun volle Stunden angezeigt. Ablesen zwischen 2 vollen Stunden ist durch Interpolieren näherungsweise möglich. Die gebrochene linke Dachkante im linken Bild von Abb. 2 entspricht von oben nach unten den langen Dachkanten der in Abb.1 von unten nach oben aufgestellten rechten Würfelreihe.
Schliesslich nahm ich Kontakt mit Herrn Peitz auf, wobei er meine Feststellungen zum genannten Bild in seinem Buch bestätigte und mir die betreffenden Arbeitsblätter aus seiner Sammlung schickte. Der Titel dieser Blätter lautet "2-Ebenen-Sonnenuhr". Ich stellte mir ein 2-Ebenen-Modell her, indem ich einem vorhandenen Modell die zweite Ebene (durchsichtig) aufsetzte (s.Abb.3).
Abb.2 "Sonnenpfeil"
2. Prinzip-Erklärung (Abb.3) ↑ Anfang
Es handelt sich um je eine selbständige horizontale Polstab-Uhr in zwei übereinanderliegenden Ebenen. Der Polstab der unteren geht in den der oberen über. Wird der gemeinsame Polstab entfernt, so bleibt dennoch eine funktionierende Sonnenuhr übrig.
Abb.3 2-Ebenen-Sonnenuhr
In dieser werfen die Stundenlinien des oberen Zifferblattes ihre Schatten auf das untere Zifferblatt. Nur in einem Moment des Tages fällt der Schatten einer solchen oberen Linie auf die zugehörende untere Linie. Zwischen den Stunden wird interpoliert, indem die Lage zweier Schatten relativ zu zwei Stundenlinien beobachtet und interpretiert wird.
Der Aufwand ist also etwas grösser als bei der Verfolgung nur eines Schatten, desjenigen vom Polstab. Werden noch die Paare Stundenstab plus Stundenlinie in beliebiger gegenseitiger Anordnung verteilt, so gibt es noch mehr zu tun. Andererseits ist aber diese Beliebigkeit eine reizvolle Idee. Reizvoll ist z.B. die Idee einer Sonnenuhr, deren Schattenwerfer die Sitzvorderkanten von in einem Park verteilten Bänken sind [1]. Auf dem Boden vor jeder dieser Bänke gibt es eine Stundenlinie.
Dass sich die Paare Schattenwefer plus Stundenlinie in zwei parallelen horizontalen Ebenen befinden, ist nicht nötig. Es vereinfacht die Erklärung (s.oben) und auch die Ausführung mittels Gebrauchsgegenständen oder Bauwerken: Bänke, Mauern, Simse und ähnlichem. Wichtig ist, dass sie in derselben Stundenebene [2] liegen.
Die allgemeine Aussage lautet:
3. Literatur ↑ Anfang
[1] Schumacher/Peitz: "Sonnenuhren 3", München 1981
4. 2-Ebenen-Sonnenuhren im Sonnenuhrenpark in Genk/B