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Dadurch reduzierte sich die Anzahl aktiver Geldhäuser in den USA von etwa 24 000 Ende 1929 in den ersten Jahren der Grossen Depression um mehr als ein Drittel.
Eine Besonderheit des damaligen US-Bankensystems war mitverantwortlich sowohl für die grosse Zahl operierender Banken als auch die zahlreichen Bankenpleiten. Es war nämlich überaus fragmentiert: Sowohl Banken mit nationaler als auch Banken mit einzelstaatlicher Zulassung waren in der geografischen Ausdehnung ihrer Aktivitäten beschränkt. Einige Staaten liessen gar keine Zweigniederlassungen zu und Banken mit nationaler Zulassung konnten Zweigniederlassungen nur durch Übernahmen anderer Banken etablieren. Diese Regulierungsstruktur führte zu einem Bankensystem mit vielen kleinen, geografisch schlecht diversifizierten Banken, die der Kombination aus regionalen und landesweiten wirtschaftlichen Verwerfungen der frühen 1930er Jahre nicht gewachsen waren. Der Abbau von Regulierungen seit den 1970er Jahren erleichterte den Aufbau landesweiter Niederlassungsnetzwerke. Heute konkurrieren die US-Institute in einem einzigen gemeinsamen Bankensystem, nicht in fünfzig verschiedenen, voneinander isolierten.
Anders sieht es in der heutigen EU aus: Hier können Banken grundsätzlich grenzüberschreitende Niederlassungsnetzwerke etablieren. Dennoch sind sie in vielen Fällen eng mit Unternehmen, Haushalten und dem Staat ihres Ursprungslandes verwoben. Entsprechend gross sind ihre geografischen Klumpenrisiken. Ein echter gemeinsamer Bankenmarkt wie in den USA bedingte eine grenzüberschreitende Konsolidierung des EU-Bankenmarktes. So wären die Banken und das Finanzsystem zumindest im Falle regionaler Verwerfungen robuster. Dazu ist es bisher nicht gekommen, auch weil die Attraktivität grenzüberschreitender Übernahmen aufgrund nationaler Eigenarten der Steuer-, Rechts-, Einlagensicherungs- und Regulierungssysteme weiterhin überschaubar ist. Bis es so weit ist, wird bei regionalen wirtschaftlichen Schocks stets das Risiko nationaler Bankenkrisen mitschwingen.