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Die Saison 2019 war hart, es gab viele Niederlagen – aber auch Lichtblicke. Ich sammelte viele Erfahrungen, machte Fehler und habe daraus gelernt.
Verletzung
Der Aufbau im Winter fiel praktisch aus, da ich wegen einer Daumenverletzung vom Dezember bis Februar nicht paddeln konnte. Die fehlenden drei Monate des Wintertrainings erschwerten mir den Start in die Saison, da mir so das Grundlagentraining komplett fehlte.
Qualirennen
Dank der letztjährigen erfolgreichen Saison war ich schon vorqualifiziert für das U18- und Elite Team, so war ich ausgenommen von den diesjährigen Qualirennen und konnte den Fokus voll auf die nachfolgenden Rennen setzen.
Weltranglistenrennen Hüningen
Dennoch fuhr ich beim zweiten Wettkampf – einem Weltranglisterennen in Hüningen (FRA) aufs Podest. Die überraschende Bronze-Medaille war einerseits eine Bestätigung für mich, dass ich noch mit der internationalen Konkurrenz mithalten konnte, andererseits erhöhte sie auch die Erwartungen und den Druck auf die kommenden Rennen.
Trainingslager Krakau und Bratislava
Nach den Qualirennen folgten Trainingslager mit den verschiedenen Teams – ein Trainingslager mit dem U18-Team in Krakau, wo später die Junioren Weltmeisterschaften stattfinden würden und danach ein Trainingslager mit dem Elite-Team in Bratislava, als Vorbereitung auf den Weltcup im Juni.
Schweizermeisterschaft
Gleich im Anschluss fand in Goumois im Jura die Schweizermeisterschaft statt. Ich hatte einen guten Qualilauf und steigerte mich noch im Finallauf. So konnte ich meinen letztjährigen Schweizermeistertitel bei den Elite Damen sowie bei den Juniorinnen erfolgreich verteidigen.
Europameisterschaft Elite
Mitte Mai fuhren wir nach Pau (FRA) für die Elite Europameisterschaft. Ich war noch nicht ganz in Form, weshalb die Erwartungen nicht hoch waren. In den eineinhalb Wochen Trainingszeit vor dem Wettkampf hatte ich starke Probleme mit meinen Armen, die Ellbogen- und Schulterschmerzen verursachten und mich so nicht optimal trainieren liessen. Der Wettkampf lief nicht gut, was sich wahrscheinlich auf die mangelhafte Vorbereitung zurückführen lässt.
Weltcup 2 Bratislava
Nach der EM anfangs Juni ging ich zwei Wochen in die Schule, bevor ich nach Bratislava für einen Weltcup fuhr. Die Vorbereitung lief besser als in Pau und ich hatte weniger Schmerzen in den Armen. Am Wettkampftag fühlte ich mich fit, doch ein grosser Fehler im zweiten Qualilauf hat mich aber davon abgehalten, mich für das Halbfinale zu qualifizieren.
Junioren Weltmeisterschaft
Das nächste Rennen war die Junioren Weltmeisterschaft im Juli in Krakau. Ich hatte eine sehr gute Vorbereitungswoche und fühlte mich fit für den Wettkampf. Die Quali lief sehr gut, ich brachte einen soliden Lauf mit wenig Fehlern ins Ziel. Ich landete auf dem sechsten Zwischenrang, was mir meine gute Form bestätigte. Im Halbfinale wollte es nicht funktionieren, trotz perfekter Vorbereitung und gutem Gefühl. Ich fand die Konzentration nicht während dem Lauf und setzte so meinen Plan schlecht um. Ich berührte zu viele Tore und bekam sogar 50 Strafsekunden (Tor ausgelassen), weil ich bei einem Tor zu knapp drin war mit dem Kopf. Die Enttäuschung war gross, das war meine letzte Junioren WM und nach der letztjährigen Bronze-Medaille waren die Erwartungen hoch angesetzt. Trotz dem enttäuschenden 30. Rang konnte ich einige positive Schlüsse aus diesem Wettkampf ziehen und aus meinen Fehlern lernen.
Schwieriger Start in die zweite Saisonhälfte
Die erste Saisonhälfte war nun durch. Nach einer Woche Trainingspause gings schon wieder ins nächste Trainingslager nach Leipzig und Prag, um Weltcup 4 und 5 vorzubereiten. Wir trainierten intensiv, zu intensiv für meinen Körper, der sich immer noch im Trainingsdefizit befand. Meine Schultern machten irgendwann nicht mehr mit und ich musste mehrere Trainings auslassen. Wieder zuhause wurde es nicht besser und ich trainierte in den zwei Wochen vor den Weltcups sehr wenig.
Weltcup 4 Leipzig
Für Weltcup 4 in Leipzig gings Mitte August wieder los. Mit den Armen gings anfangs wieder besser, was eine grosse Erleichterung war. Am Anfang der Trainingswoche hatte ich Mühe mein Bootsgefühl zurückzugewinnen, doch das Training ging von Tag zu Tag besser. Am Wettkampf fühlte ich mich gut im Boot, jedoch machte ich wieder grosse Fehler und klassierte mich weit hinten, ein weiterer enttäuschender Wettkampf.
Weltcup 5 Prag
Gleich danach fuhren wir weiter nach Prag für Weltcup 5. Zu Beginn der Woche lief das Training sehr gut, doch meine Arme fingen wieder an zu schmerzen, sodass ich schlussendlich ein Training auslassen musste. Am Wettkampf konnte ich meine Leistung nicht abrufen, ich kassierte sogar 50 Strafsekunden im zweiten Lauf.
Weltmeisterschaft Elite
Die Saison war bisher enttäuschend gewesen, doch ich hatte noch eine Chance, alles wieder gut zu machen, denn der wichtigste Wettkampf stand noch bevor. An der bevorstehenden Weltmeisterschaft würden die Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2020 vergeben, wobei ich auch im Rennen war. Wir hatten Zwei Wochen Training in La Seu D’Urgell, bevor der Wettkampf anfing. Zuerst musste ich mich wieder an die Strecke gewöhnen, doch in der zweiten Trainingswoche gingen die Trainings sehr gut. Meine Arme waren in ständiger Behandlung unseres Team-Physios, weshalb das ziemlich gut ging. Ich war sehr motiviert für den Wettkampf und fühlte mich körperlich wie auch psychisch bereit für den Wettkampf. Der erste Lauf war gut, abgesehen von vielen Berührungen (2 Strafsekunden pro Berührung) und einem Fehler. Doch die Zwischenzeiten zeigten, dass ich in Halbfinalreichweite war. Im zweiten Lauf hatte ich schon ziemlich weit oben einen kleinen Fehler, der mich aber nicht allzu viel Zeit kostete. Der Mittelteil war gut, doch vor dem Tor 19 machte ich einen Fehler, sodass ich das Tor verfehlte und hochpaddeln musste, um es zu holen. Dieser Fehler kostete mich sehr viel Zeit, zu viel, als dass ich noch eine Chance fürs Halbfinale hätte. Somit waren meine Chancen vorbei, an der WM einen Quotenplatz für Tokio zu holen.
Lichtblick Tokio
Es wurde nicht erwartet, dass ich diesen Quotenplatz hole, dennoch wusste ich, dass es möglich gewesen wäre. Ich wusste, dass ich einen guten Lauf brauche würde, und das habe ich nicht geschafft. Doch die Ausgangslage ist doch nicht so schlecht im Hinblick auf Tokio: An der Europameisterschaft im nächsten Jahr in London gibt es noch einen Quotenplatz für das beste Land, das noch keinen hat. Da fast alle europäischen Länder ihren Quotenplatzt schon an der WM dieses Jahr geholt haben, sind die Chancen für mich gut.
Motiviert fürs Wintertraining
Diese Saison verlief alles andere als erfreulich und dennoch kann ich ein paar positive Dinge mitnehmen und aus meinen Fehlern lernen. Nun gilt: Ab ins Wintertraining, sodass ich optimal in die Saison 2020 starten kann.
Denn Tokio ist noch immer in Sichtweite!
Danke an alle Unterstützer, die an mich glauben, auch wenn es manchmal schwierig ist. Danke, dass ihr das alles möglich macht!