Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03295.jsonl.gz/1544

Seit dem frühen Mittealter war es üblich, dass der Geistliche einer Pfarrkirche aus den Erträgen der dieser Kirche gehörender Güter unterhalten wurde. Die Pfründe (von lat. praebenda = Unterhalt, von praebere = darreichen, geben) bezeichnete sowohl den Nutzen als auch das damit verbundene Amt. Die Besoldung der Pfarrer aus den Erträgen des Kirchenguts wurde auch nach der Reformation beibehalten. Das Pfrundgut bestand aus Gebäuden, Vieh, Ackerland, Wiesen und Wald, gegebenenfalls auch aus Reben. Zur Pfarrkirche und zum Pfarrhaus gehörte deshalb auch ein Ökonomiegebäude, meist in Form einer Pfrundscheune. Sie enthielt im Erdgeschoss Ställe für Pferde, Kühe, Schweine, Schafe oder Ziegen sowie Tennen und Remisen, im Obergeschoss wurden Heu, Stroh, Korn und andere Vorräte gelagert. Die Pfrundscheune ist als Baukörper dem Pfarrhaus oft und bisweilen sogar der Kirche durchaus ebenbürtig.
Kirche, Pfarrhaus und Pfrundscheune bilden vielerorts noch heute ein architektonisches Ensemble, das den Charakter eines Pfarreibezirks auszeichnet. Oft gehörten auch Kleinbauten wie etwa Speicher, Ofenhaus oder Waschhaus dazu.