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Die Hornhaut ist die Windschutzscheibe unseres Auges.
Die Hornhaut des erwachsenen Menschen ist zentral etwa 0,55 mm, im Randbereich 0,8 mm dick und weist einen Durchmesser von rund 11,5 mm auf. Sie besitzt keine Gefässe, was ihr die besondere Durchsichtigkeit verleiht. Die Ernährung der Hornhaut erfolgt einerseits über das Kammerwasser, andererseits über den Tränenfilm und die Atmosphäre (Sauerstoffversorgung).
Ursachen von Hornhauterkrankungen
Schädigende Prozesse der Hornhaut können vielfältiger Natur sein. Hierzu gehören in erster Linie:
- Entzündliche Prozesse infektiöser und nicht-infektiöser Natur
- Degenerative Veränderungen
- Erbliche Veränderungen und Störungen
- Verletzungen
- Veränderungen als Folge medizinischer Behandlung
Ebenso wie die vielfältigen Ursachen einer Hornhauterkrankung gibt es zahlreiche Therapiemöglichkeiten, die eine vorherige, sorgfältige Untersuchung erforderlich machen. Anhand einiger häufiger Hornhauterkrankungen werden die oben genannten Gruppen etwas näher erläutert. Nicht eingegangen wird an dieser Stelle auf Korrekturmöglichkeiten von Kurzsichtigkeit und Stabsichtigkeit durch Einsatz von Laserverfahren. Weitere Informationen dazu finden Sie unter dem Thema Augenlaser + Implantate.
Die Hornhaut (Kornea) bildet gemeinsam mit der Lederhaut die äussere Hülle des Augapfels. Im Randbereich geht sie in die Lederhaut über. Sie schützt damit wie die Binde- und Lederhaut das Augeninnere vor Infektionen. Normalerweise ist sie völlig klar und ermöglicht damit den Eintritt von Licht in das Auge. Als wichtiger Teil des optischen Systems des Auges wird das Licht zusätzlich durch die Wölbung der Hornhaut gebrochen.
Hornhautentzündungen (Keratitis) + Hornhautverletzungen
Infektiös
Infektiöse Hornhauterkrankungen können durch Bakterien und Viren, in seltenen Fällen auch durch Pilze oder andere Erreger ausgelöst werden. Im Vergleich zu den viralen und bakteriellen Hornhautentzündungen sind Pilze und Protozoen nur selten Auslöser einer Entzündung.
Eine bakteriell bedingte Hornhautentzündung macht sich zumeist durch ein plötzlich einsetzendes entzündliches Geschehen mit Schmerzen, Sehverschlechterung und Rötung des Auges bemerkbar. Bakterielle Hornhautentzündungen sind wahrscheinlich die häufigsten und am schnellsten verlaufenden Entzündungen. Häufig gehen der Infektion der Hornhaut leichte Verletzungen voraus, die zu einer Eröffnung der Hornhautoberfläche führen und damit ein Eindringen der Keime in die Hornhaut erleichtern. Zahlreiche Keime können für solche Entzündungen verantwortlich sein. Die antibakterielle Therapie erfolgt in Abhängigkeit von der Ausprägung und dem verursachenden Keim.
Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um Infektionen mit dem Herpes-simplex-Virus (HSV) Typ I, Varizella-Zoster-Virus und Adenoviren. Herpes-simplex-Virus-bedingte Entzündungen können als Erstinfektion mit dem Virus erfolgen, entstehen aber zumeist als Folge (respektive einer „Reaktivierung“) einer bereits vorbestehenden HSV-Infektion. Die Viren sind hierbei dauerhaft in Nervensträngen vorhanden und können sich dann unter bestimmten Umständen (z.B. Stress vor Prüfungen oder Sonnen-UV-Strahlung im Gebirge) entlang des Versorgungsgebietes der jeweiligen Nerven ausbreiten und eine aktive Entzündung provozieren. Die Behandlung erfolgt mit Virustatika, die als Augentropfen und -salben und im Falle einer stärkeren Beteiligung auch in Form von Tabletten und selten als Infusion gegeben werden müssen.
Hornhautentzündungen nicht-infektiöser Natur sind nicht selten. Dies betrifft vor allem oberflächliche Veränderungen der Hornhaut, die in Zusammenhang mit einem ausgeprägten trockenen Auge auftreten können. Die Beschwerden können sehr variabel sein, vor allem imponieren aber Fremdkörpergefühl und Schwankungen im Sehvermögen. Im Vordergrund der Behandlung steht die Gabe von künstlichen Tränen.
Hornhautentzündungen nicht-infektiöser Natur können auch in Zusammenhang mit Allgemeinerkrankungen auftreten. Hier muss insbesondere an die primär chronische Polyarthritis gedacht werden. Es handelt sich dabei oft um eher schmerzlose Hornhautgeschwüre im Randbereich der Hornhaut. In diesen Fällen ist das gemeinsame Vorgehen von Augenärzten und Rheumatologen für eine erfolgreiche Behandlung sehr wichtig. Neben der primär chronischen Polyarthritis können auch andere Autoimmunerkrankungen entzündliche Veränderungen der Hornhaut bedingen.
Degenerative Veränderungen der Hornhaut
Degenerative Veränderungen der Hornhaut müssen nicht immer Krankheitswert haben. So ist im Alter sehr häufig der so genannte Greisenbogen (Arcus senilis) zu beobachten, wobei es sich um die Ablagerung von Fettstoffen im Randbereich der Hornhaut handelt. Eine Behandlung ist hier nicht erforderlich.
Im Rahmen anderer Augenerkrankungen können ebenfalls degenerative Veränderungen der Hornhaut auftreten. Lang andauernde Entzündungen des Augeninneren oder der Hornhaut selbst können zu einer zunehmenden Kalkeinlagerung führen (bandförmige Keratopathie).
Erbliche Veränderungen und Störungen der Wölbung (Keratokonus)
Erblich bedingte Veränderungen der Hornhaut werden unter dem Sammelbegriff der Hornhautdystrophien zusammengefasst. Hierbei handelt es sich um eine ganze Reihe unterschiedlicher Erkrankungen, die in der Regel beidseitig auftreten. Ihr oft typisches Bild erleichtert die Diagnosestellung wesentlich, auch wenn es sich um seltene Erkrankungen handelt.
Keratokonus
Eine häufigere Erkrankung ist der Keratokonus, der zwar ebenfalls zumindest teilweise genetisch bedingt scheint. Es handelt sich um eine allmählich zunehmende Verdünnung und Vorwölbung der zentralen Hornhaut, die meist im zweiten Lebensjahrzehnt auffällig wird. Bei den meisten Patienten lässt sich dies durch harte Kontaktlinsen, gelegentlich auch nur durch Veränderungen der Brillenkorrektur, ausreichend ausgleichen. Bei einem geringeren Teil der Patienten schreiten die Veränderungen aber weiter voran, so dass die Durchführung einer Hornhauttransplantation notwendig sein kann.
Hornhautverletzungen
Verletzungen der Hornhaut sind häufig. Zumeist handelt es sich um leichte Verletzungen, die oberflächlicher Natur sind und eine gute Heilungstendenz aufweisen. Hierzu gehören oberflächliche Hornhautfremdkörper, die in der Regel gut entfernt werden können. Da die Hornhaut eine gute nervale Versorgung hat, treten zum Teil auch bei nur leichten Verletzungen eher starke Schmerzen auf. Die Behandlung mit Verband und antibiotischer und pflegender Augensalbe wird meist ausreichend sein.
Schwere Verletzungen der Hornhaut entstehen vor allem durch spitze Gegenstände, die mit Wucht auf das Auge treffen und die Hornhaut in der gesamten Dicke durchtrennen können. In dieser Situation ist das Auge unmittelbar in seiner Existenz bedroht, da Keime dann ungehindert Zutritt zum Auge erhalten. In dieser Situation wird zumeist eine operative und antibiotische Behandlung notwendig.
Medizinisch bedingte Veränderungen
Der Einsatz von Medikamenten und die Durchführung operativer Massnahmen am Auge können gelegentlich zu nicht erwünschten Effekten an der Hornhaut führen. Dies gilt sowohl für den direkten Einsatz von Medikamenten am Auge in Form von Augentropfen und –salben wie auch für den Einsatz von Medikamenten in Form von Tabletten oder Infusionen. Viele in der Augenheilkunde eingesetzte Medikamente, insbesondere diejenigen mit Konservierungsstoffen, können die oberflächliche Hornhautschicht beeinflussen. Die Verwendung künstlicher Tränen bewirkt meist eine schnelle Rückbildung dieser Veränderungen.
Operative Massnahmen am Auge führen natürlich zu einer gewissen Belastung der Augengewebe einschliesslich der Hornhaut. Dies gilt insbesondere für Eingriffe im Augeninneren (z.B. Operation des grauen Stars). Wenn bereits vorbestehende Veränderungen der Hornhaut vorliegen, z.B. eine altersbedingte, verringerte Zahl an Endothelzellen, dann kann die Belastung der Hornhaut durch einen operativen Eingriff zu einer – meist vorübergehenden – Quellung und Trübung der Hornhaut führen.
Behandlungen & Therapie
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