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<h2>SubmittedText<h2><p>Mit einer Pressemitteilung vom 28. Februar 2013 hat das UVEK bekanntgegeben, dass am 3. März das Thermoportal am Südeingang des Gotthard-Strassentunnels in Airolo nach einer zweieinhalbjährigen Testphase seinen Betrieb aufgenommen hat. Mit dem Thermoportal soll verhindert werden, dass Fahrzeuge mit überhitzten Motoren in den Tunnel einfahren und dort in Brand geraten. Die Anlage wurde initiiert durch das Postulat Simoneschi-Cortesi 01.3759, eingereicht im Dezember 2001, kurz nach dem folgenreichen LKW-Brand.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um Auskunft zu folgenden Fragen:</p><p>1. Warum wurde die Anlage erst neun Jahre nach der Einreichung des Postulates errichtet?</p><p>2. Warum dauerte die Testphase zweieinhalb Jahre, obwohl andernorts schon seit Jahren (Fréjus-Tunnel seit 2000, Mont-Blanc-Tunnel seit 2002 auch innerhalb des Tunnels) derartige Anlagen im Einsatz sind?</p><p>3. Beabsichtigt er, auch auf der Nordseite des Gotthardtunnels eine analoge Anlage zu installieren? Warum ist die Installation nicht gleichzeitig wie auf der Südseite erfolgt?</p><p>4. Beabsichtigt er, auch andere Tunnels mit solchen Anlagen besser vor Fahrzeugbränden zu schützen? Welche?</p><p>5. Welche Konsequenzen ergeben sich aus der Installation von Thermoportalen für die Beurteilung der Sicherheitssituation des Gotthardtunnels?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./2. Als das Postulat 01.3759 Ende 2001 eingereicht wurde, existierte kein funktionierendes Thermoportal. Die Anlagen am Fréjus- und am Mont-Blanc-Tunnel lieferten unbefriedigende Resultate und waren entsprechend meist ausser Betrieb, sodass der Bund die Entwicklung eines eigenen Systems in Angriff nahm. Da der Bund damals noch nicht Betreiber der Nationalstrassentunnels war, wurde dieses Pilotprojekt über die Geschäftsleitung des Gotthard-Strassentunnels in Auftrag gegeben.</p><p>Erst nachdem sich das Tropfenzählersystem am Gotthardtunnel eingespielt hatte und sämtliche Lastwagen vor dem Gotthardtunnel (zumindest kurz) anhalten mussten, wurde es überhaupt möglich, überhitzte Fahrzeuge klar zu identifizieren. 2007 wurde eine Versuchsanlage installiert und 2008 mit der Projektrealisierung begonnen, sodass 2009 der Testbetrieb aufgenommen werden konnte. Die hauptsächliche Schwierigkeit war, für die unterschiedlichen Kategorien von schweren Motorfahrzeugen und für die verschiedenen Bauteile (Motoren, Achsen, Auspuff usw.) die kritischen Werte festzulegen, da die Hersteller von Lastwagen keine derartigen Angaben publizieren. Entsprechende Erfahrungswerte wurden daher zwischen 2009 und 2011 gesammelt. Parallel wurde die Anlage weiter getestet und optimiert, sodass der Bund 2012 die definitive Einführung per Februar 2013 beschloss.</p><p>3. Die Installation eines Thermoportals ist auch auf der Nordseite des Gotthard-Strassentunnels geplant. Bevor allerdings konkrete Schritte unternommen werden, sollen die Erfahrungen aus dem Dauerbetrieb vor dem Südportal ausgewertet werden. So muss insbesondere geprüft werden, ob die Temperatur-Schwellenwerte sich in verschiedenen Situationen, für unterschiedliche Lastwagentypen und bei veränderlichen Umgebungstemperaturen als angemessen erweisen. Gegenwärtig stellen insbesondere die relativ häufigen Fehlalarme noch eine Herausforderung dar. Diese müssen minimiert werden, bevor der Bau einer derartigen Anlage am Nordportal in Betracht gezogen werden kann.</p><p>4. Aufgrund der Seltenheit entsprechender Vorkommnisse lohnen sich Thermoportale nur vor den langen Alpentunnels mit Gegenverkehr und mit langen und vergleichsweise steilen Zufahrtsrampen. Dort sind die Fahrzeugbeanspruchung und somit auch das Risiko der Überhitzung am grössten. Sofern die Erfahrungen am Gotthard positiv sind, kommt von den Nationalstrassentunnels insbesondere der San-Bernardino-Tunnel für die Installation von Thermoportalen infrage. Zu beachten ist, dass abgesehen von der technischen Installation und ausreichenden Platzverhältnissen vor dem Portal auch ausgebildete Fachleute und eine funktionierende Sicherheitsorganisation vor Ort zur Verfügung stehen müssen.</p><p>5. Im Schnitt gerät pro Jahr ein Lastwagen im Gotthard-Strassentunnel in Brand. Glücklicherweise verlaufen diese Brände in aller Regel glimpflich - auch dank der bereits vorhandenen Warn- und Sicherheitssysteme und der gut organisierten Einsatzkräfte. Nicht in jedem Fall sind zudem überhitzte Fahrzeugbestandteile Ursache des Brandes. Klar ist, dass das Thermoportal einen Beitrag an die Sicherheit des Gotthard-Strassentunnels leisten wird. Wie gross dieser sein wird, ist allerdings noch schwierig abzuschätzen, da noch keine Messreihen über längere Zeitspannen zur Verfügung stehen. Experten schätzen, dass pro Jahr und Portal etwa drei kritische Fälle vermieden werden können. Das heisst, es können Fahrzeuge gestoppt werden, die wegen Überhitzung in Brand zu geraten drohen. Ein ungleich grösseres Risiko besteht jedoch weiterhin in der Form von Frontal- und Streifkollisionen.</p>  Antwort des Bundesrates.