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Die gezielte Zucht auf eine Verkürzung des Schädels hat zur Bildung der sogenannten brachycephalen Rassen geführt. Dies erfolgte aus zwei völlig unterschiedlichen Gründen: Mops und Französische Bulldogge sollten ganz besonders niedlich aussehen und ihre kindliche Stubsnase lebenslang behalten. So sehen auch erwachsene Tiere aus wie ein Welpe und sprechen über das Kindchenschema fürsorgliche Instinkte in uns an. Ganz anders die Englischen Bulldoggen, sie sollten im Mittelalter beim Kampf mit Bullen besser kämpfen können.
Die gezielte Umformung des Hundeschädels hat zu Deformationen an allen oberen Atemwegen, dem Gebiss, dem Mittelohr, den Augen und des Gehirns geführt. Die Veränderungen werden unter dem Begriff Brachycephales Syndrom zusammengefasst. Als charakteristische Befunde gelten verengte Nasenlöcher und Nasenhöhlen, ein verlängertes und verdicktes Gaumensegel sowie Veränderungen an Kehlkopf und Luftröhre.
Brachycephalie kann deshalb zu Problemen der oberen Atemwege führen (brachycephales Syndrom). Als charakteristische Befunde gelten verengte Nasenlöcher und Nasenhöhlen, ein verlängertes und verdicktes Gaumensegel sowie Veränderungen am Kehlkopf. Darüber hinaus können die Rachenmandeln in den Innenraum der Atemwege gezogen werden, wenn der Unterdruck beim Einatmen zu groß wird. Dies kann zu Atemproblemen, Erstickungsanfällen, Ohnmacht, zumindest aber röchelnden Atem- und Schnarchgeräuschen führen.
Zudem sind hervorstehende, teils auch vergrößerte Augen zu beobachten, was zu häufigen Verletzungen der Hornhaut führt.
Ebenso sind Hunde brachycephaler Rassen häufiger von Geburtsstörungen (z.B. Kaiserschnitt) betroffen.
Nachfolgend die Veränderung des Schädels beim Mops (Bild 1, links, von 1920, Bild 2, rechts, von 2000) (vom Boston Terrier gibt es keine analogen Bilder)
Mehr Informationen zu Brachycephalie:
Das Brachycephalensyndrom des Hundes (Kurzköpfigkeit) von Dr. med. vet ECVS Daniel Koch
Universitätsklinikum Leipzig, Leitung Prof. Dr. med. vet. Gerhard Oechtering