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Karl der Grosse, König des Frankenreichs um 800, war wirklich gross. Das zeigen Messungen seines Schienbeins, die Forscher aus der Schweiz, Deutschland und Australien vorgenommen haben. Die Statur könnte dazu beigetragen haben, dass der Herrscher eine so überragende Wahrnehmung erlangte.
Die Wissenschafter um Frank Rühli, Leiter des Swiss Mummy Projects an der Universität Zürich, untersuchten mit modernsten Geräten den linken Schienbeinknochen Karls des Grossen. Aufgrund seiner Länge schätzten sie dann auf acht verschiedene Methoden die Lebendgrösse des Herrschers ab.
Basierend auf nur einem Knochen sei eine exakte Bestimmung zwar nicht möglich, schreiben die Forscher im Fachmagazin Economics and Human Biology. Doch Karl der Grosse war tatsächlich gross: Die Forscher schätzen ihn auf 1,84 Meter, und das in einer Zeit, als der Durchschnittsmann laut früheren Studien gerade mal auf 1,69 Meter kam.
Umgerechnet auf heutige Verhältnisse würde die Länge Karls des Grossen etwa 1,95 Metern entsprechen, wird Frank Rühli in einer Mitteilung des Teams zitiert. "Ungefähr 98 von 100 Männern sind damals wohl kleiner gewesen als Karl der Grosse."
In weiteren Untersuchungen fanden die Forscher keine Anzeichen wesentlicher Krankheiten. Das Schienbein war aber nicht sehr robust. Daraus könne spekuliert werden, dass Karl der Grosse wohl eher von schlanker Statur war, so Rühli.
Karl der Grosse lebte etwa von 747 bis 814 nach Christus und gilt als einer der bedeutendsten Herrscher des Abendlandes. Mit etwa 20 Jahren wurde er König des Frankenreiches, das auf seinem Zenit von den Pyrenäen bis zur Ostsee und von der Nordseeküste bis nach Rom reichte. Im Jahr 800 wurde er vom Papst zum Römischen Kaiser gekrönt.
swissinfo.ch und Agenturen