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Eine falsche Bewegung, eine lange unbewegliche Haltung, das Tragen schwerer Lasten sind gängige Beispiele für Gründe von Rückenschmerzen. Männer oder Frauen, Jung oder Alt, in den westlichen Ländern sind 80 bis 90% der Bevölkerung irgendwann im Verlauf ihres Lebens von Rückenschmerzen betroffen.
Schematisch gesehen muss man sich in Erinnerung rufen, dass unsere Wirbelsäule aus 33 Wirbeln besteht. Die Bandscheiben sorgen für Schutz, Federung und die Beweglichkeit der Wirbelsäule. Der Wirbelkanal umschliesst das Rückenmark, aus dem die Wurzeln der peripheren Nerven austreten. Letztere übermitteln Informationen an die verschiedenen Körperteile bzw. empfangen Informationen von dort.
Rückenschmerzen können auf zahlreiche Pathologien oder Situationen zurückgehen. Auslöser können falsche Haltungen im Zusammenhang mit einer zu schwachen Rückenmuskulatur oder Muskelverspannungen sein, die bei Stress verstärkt werden. Ausserdem kann ein Bandscheibenvorfall im Anschluss an die Verletzung einer Zwischenwirbelscheibe auftreten. Das entsprechende Band ist betroffen und führt beispielsweise zu Hexenschuss oder Ischias. Der Hexenschuss löst einen akuten, starken Schmerz infolge einer Belastung oder einer falschen Bewegung aus, während beim Ischias, einer Entzündung oder Verklemmung des Nervs, der Schmerz in Po, Beine und Füsse ausstrahlt.
Arthrose oder Osteoporose, Erkrankungen, die auf die Alterung der Knochen und der Gelenke zurückzuführen sind oder auch auf Übergewicht, das eine Belastung für die Wirbelsäule darstellt, sind weitere häufige Schmerzquellen. Und schliesslich dürfen auch die Schmerzen bei Schwangerschaft oder Menstruation, Metastasen bei Krebs, Erkrankungen innerer Organe (z. B. Magengeschwüre) mit ausstrahlenden Schmerzen nicht vergessen werden. Die Liste ist mehr als lang! Allein eine medizinische Diagnose kann die Ursache für Ihre Schmerzen herausfinden und die richtige Behandlung einleiten.
1) Ruhe! Die liegende Position lindert den Druck auf die Bandscheiben, die Muskelverspannung, die Reizung der Nerven. Es ist angezeigt, sich auf den Rücken zu legen, die Beine sind gebeugt und werden von einer Kiste oder von Kissen gestützt, die Ruhezeit ist je nach Krankheit unterschiedlich. Nehmen Sie die Position ein, die Ihnen am angenehmsten ist. Die Verwendung eines speziellen Kissens, das den Nacken unterstützt, einer guten Matratze, eines passenden Bettrostes tragen zur Linderung bei.
2) Gutes Schuhwerk. Achten Sie auf die Höhe Ihrer Absätze! Nicht zu hoch für einen guten Halt… Versuchen Sie, wenn nötig, ein paar Kilo abzunehmen: Übergewicht verschlimmert die Schmerzen.
3) Wärme. Sie entspannt die Muskeln (heisses Bad, heisse Fango-Packung oder Wärmepflaster).
4) Kälte. Sie betäubt die schmerzende Stelle und wirkt entzündungshemmend (Umschläge).
5) Medikamente. Rezeptfreie Schmerzmittel (Paracetamol, Ibuprofen, Acetylsalicylsäure) dürfen nur in einem kurzen Zeitrahmen in der auf der Verpackung angegebenen Dosierung und unter Berücksichtigung der möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verwendet werden, wenn Sie in ärztlicher Behandlung sind.
Wenn Ihre Schmerzen gelindert sind, können Sie mit einer körperliche Aktivität beginnen, um Rückfällen vorzubeugen und die Beweglichkeit des Rückens wieder herzustellen. Die Kräftigung des Rückens und der Bauchmuskulatur entlastet die Wirkbelsäule und die Bandscheiben: Treiben Sie regelmässig einen rückenstärkenden Sport. Schauen Sie sich die Programme der «Rückenschule» an, die Ihnen die richtige Körperhaltung (bei allen Alltagshandlungen), die Entspannung, die für jede Situation passenden Handgriffe beibringt. Denken Sie auch an die Elektrostimulation, die sich gut als Ergänzung zur körperlichen Bewegung anbietet, um die Rückenmuskulatur zu stärken. Diese Technik ermöglicht ferner die Behandlung chronischer Schmerzen (durch die transkutane elektrische Nervenstimulation oder TENS) sowie akuter Schmerzen (durch Endorphinfreisetzung oder verspannungslösende Behandlungen).
Holen Sie in folgenden Fällen ärztlichen Rat ein:
– Ihre Rückenschmerzen gehen mit Fieber, Schüttelfrost oder einem schlechten Allgemeinzustand einher;
– Hexenschuss oder Ischias gehen mit Kribbeln, Sensibilitäts- und Bewegungsstörungen, Problemen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang einher;
– Die Schmerzen sind stark und nehmen bei Selbstbehandlung nicht ab oder treten auch in anderen Gelenken als dem Rücken auf.