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09.03.2012
(Si) Die Weltcup-Rennen in Kvitfjell (No) waren die letzten in der langen Karriere von Ambrosi Hoffmann. Der bald 35-jährige Davoser gab gestern seinen Rücktritt bekannt.
"Die Zeit für den Rücktritt ist gekommen - vom Alter, aber auch von den Resultaten her", sagte Ambrosi Hoffmann. Didier Cuche wird auf seiner Abschiedstournee allüberall gefeiert, Ambrosi Hoffmann hat quasi den Hinterausgang gewählt. Das passt zum bescheidenen und von allen geschätzten Bündner mit dem trockenen Humor, der meist im Schatten anderer stand. Für die Zeit nach dem Skisport hat der zweifache Vater längst vorgespurt. Der gelernte Maurer steigt nach einer Auszeit mit der Familie ins Baugeschäft seines Vaters ein.
In seiner letzten Weltcup-Saison war Ambrosi Hoffmann nie mehr besser als im ersten Rennen in Lake Louise als 17. Das Highlight erlebte er an den Olympischen Spielen 2006, als er im Super-G hinter Kjetil André Aamodt und Hermann Maier die Bronzemedaille gewann. Nur zwei Wochen später zog sich Hoffmann beim Riesenslalom-Training in Adelboden einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu. Es war die einzige schwere Verletzung seiner Karriere. Die letzten beiden Winter waren von kleineren Verletzungen beeinträchtigt. Zuerst bereitete Hoffmann die Achillessehne Probleme, in der Vorbereitung auf die zu Ende gehende Saison brach sich der Speed-Spezialist das Handgelenk.
Auf die gleiche Stufe wie die Olympia-Medaille stellt Hoffmann den Weltcup-Podestplatz zwei Jahre zuvor in der Abfahrt auf der Kitzbüheler Streif, wo er im Zielraum als Führender 20 Minuten lang auf den ganz grossen Coup hoffen durfte. Ein Weltcupsieg sollte Hoffmann nicht nur an diesem Tag, sondern während der ganzen Karriere verwehrt bleiben. Fünfmal wurde er Dritter, 2002 in Zauchensee Zweiter.
Erstmals für Aufsehen gesorgt hatte Hoffmann 1996, als er auf dem Hoch-Ybrig Junioren-Weltmeister in der Abfahrt wurde. Seine Weltcup-Karriere nahm dann allerdings erst so richtig Fahrt auf, nachdem er in der Saison 2000/2001 im Europacup noch einmal Anlauf geholt hatte. Das Zwischenjahr zahlte sich aus, Hoffmann gewann auf zweithöchster Stufe sowohl die Gesamt- als auch die Abfahrtswertung.
Auch die Karriere von Patrik Jaerbyn, mit Jahrgang 1969 der Methusalem im Skizirkus, ist in Kvitfjell zu Ende gegangen. Er ist sowohl der älteste WM-Medaillengewinner als auch der älteste Podestfahrer im Weltcup. Ein Weltcupsieg blieb aber auch dem Schweden verwehrt. Dafür gewann Jaerbyn 1996 in der Sierra Nevada WM-Silber im Super-G und elf Jahre später in Are WM-Bronze in der Abfahrt. Mit 142 bestrittenen Weltcup-Abfahrten ist er von den in diesem Winter noch aktiven Fahrern die Nummer 3 - hinter Didier Cuche (150) und vor "Amba" Hoffmann (134). Jaerbyn, der mit seiner Familie in den USA lebt, sorgte auch immer wieder mit spektakulären Stürzen für Aufsehen - zum Beispiel an den Olympischen Spielen 2010.