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- Aktuelle Umfragen zeigen, dass die US-Bevölkerung die hohen Benzinpreise zunehmend der Wirtschaftspolitik von Präsident Joe Biden anlastet.
- Dieser sagt hingegen, der russische Präsident Wladimir Putin sei verantwortlich.
- Es brauche sofort ein höheres Rohölangebot, um die Preise zu senken, so Biden.
Die Benzinpreise sind gestiegen, seit die USA ein Embargo gegen russisches Öl verhängt haben. Das russische Öl konnte bisher auf dem Weltmarkt nicht ersetzt werden. «Unsere Preise steigen wegen dem, was Wladimir Putin macht», so der US-Präsident in einer Rede. Es gebe schlicht nicht genug Nachschub, so Biden weiter.
Der US-Präsident Biden sagt, es gehe nun darum, in einer Kriegsnotlage eine Brücke zu bauen, bis die US-Produzenten mehr Rohöl fördern würden.
Scharfe Worte an die heimische Ölindustrie
Der US-Präsident richtete scharfe Worte an die heimische Ölindustrie. Biden forderte die Ölkonzerne auf, mehr Öl auf geleastem Bundesland zu fördern. Gewisse US-Produzenten würden Öl-Leasing-Verträge horten, so Biden. Man müsse sie dafür büssen: «Sie sollen jetzt entweder anfangen zu produzieren oder den Preis für ihre Inaktivität zahlen.»
«Grösste Freigabe der Ölreserven in der Geschichte»
Angesichts der hohen Benzinpreise infolge des Ukraine-Kriegs will die US-Regierung aus ihrer strategischen Reserve massive Mengen Rohöl verkaufen, um den Marktpreis zu drücken. Die Regierung werde für die nächsten sechs Monate jeden Tag durchschnittlich eine Million Barrel Rohöl freigeben, erklärte das Weisse Haus.
Das entspräche einer Menge von rund 180 Millionen Barrel (je 159 Liter), was umgerechnet rund 29 Milliarden Liter wären. Es sei die «grösste Freigabe der Ölreserven in der Geschichte», hiess es.
Die Freigabe werde «sehr bald» beginnen, sagte ein Vertreter der Regierung. Die Ölpreise fielen schon nach der angekündigten Freigabe stark. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 108.21 US-Dollar. Das waren 5.24 Dollar weniger als am Vortag.
Der führende Branchenverband, das American Petroleum Institute (API), weist den Vorwurf von sich. Der Verband verlangt stattdessen, dass die Regierung Investitionshürden für die fossile Energieproduktion langfristig abbaue.
Ob die 180 Millionen Barrel Rohöl aus den US-Reserven es schaffen werden, den Benzinpreis tief zu halten, ist umstritten. Für die Demokraten wäre es wichtig, um in der Wählergunst zu steigen. Denn in sechs Monaten finden in den USA die Zwischenwahlen statt – genau dann, wenn Bidens Öl-Programm ausläuft.