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Akademischer Alpenklub Zürich
Sektion Halle a/S. des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. Bericht für die Jahre 1896 bis 1900.
Sektion Würzburg des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins. XXIV Jahresbericht für das Jahr 1900.
Société Allobrogia. Bulletin X° 6. Genève, Octobre 1900..
Der Akademische Alpenclub Zürich, der erste und einzige dieser Art in der Schweiz, denn die kleinen Gesellschaften in Genf, die nicht einmal ausschließlich Akademiker aufnehmen, zählen nicht im Ernste mit, ist eine sehr rührige Gesellschaft. Sein IV. Jahresbericht enthält u.a. den Bericht über die Hauptangelegenheit des Vereins, die Förderung des projektierten Hüttenbaus, der viel Zeit schon für die Vorbereitungen in Anspruch nimmt. Das Tourenverzeichnis, in welchem „ die wenigen mit Führern unternommenen Touren " durch * ausgezeichnet werden, sind vom Vorstand nachfolgend zusammengefaßt worden: Auf diesen 282 unternommenen Bergfahrten wurden von 32 Mitgliedern 198 Alpengipfel bestiegen ( 1898: auf 138 Touren von 26 Mitgliedern 88 Gipfel ). Neue Touren 6, Wintertouren 22, davon Skitouren 5. Auch das Verzeichnis der gehaltenen Vorträge, Projektions- und Diskussionsabende weist auf eine erfolgreiche Thätigkeit in der alpinen Sache hin. Das Mitgliederverzeichnis weist auf 31. Dezember 1899 an ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern und alten Herren 49 Namen auf, darunter die sehr bekannter junger Bergsteiger.
Der V. Jahresbericht für 1900 muß leider den Tod zweier tüchtiger Mitglieder, H. Sallinger und Koppelhuber, durch Absturz am Mürtschenstock und das Ableben von Dr. A. Swaine berichten; sonst gedeiht der A.A.C.Z. gut, wie der Auszug aus dem Sitzungsprotokoll, der Jahresbericht des Hüttenbaukomitees, das Mitgliederverzeichnis ( 55 Namen ) und die Bilanz ( Aktivsaldo Fr. 5042. 45 ) ausweisen.
Das Tourenverzeichnis wird wie folgt zusammengefaßt: Im Jahre 1900 wurden von 37 Mitgliedern 262 Bergfahrten unternommen. Auf diesen wurden 141 Gipfel im ganzen 269 mal bestiegen und 54 Depressionen 91 mal überschritten. Die übrigen 18 Bergfahrten ( 29 mal ) waren Versuche. Dabei wurden ausgeführt: 50 Traversierungen 75 mal, 9 Wintertouren, wovon 7 Skitouren ( 24 Mitglieder ), 21 Viertausender ( 35 mal, wovon 11 traversiert ), 6 neue Touren ( 11 Mitglieder ), 22 Touren allein. Zu diesen letztern Angaben möchte ich die Stimme der Warnung erheben. Die genannten Punkte sind nicht gerade die schwierigsten, immerhin figuriert doch das Oberaarhorn auf der Liste; aber gefährlich, manchmal leichtsinnig ist dieser Sport gewiß.
Der mir zum erstenmal zugehende Bericht der Sektion Halle alS. des D. & Ö.A.V. umfaßt 5 Jahre = gleich der ersten Hälfte des zweiten Jahrzehnts der Sektion. In diesem Zeitraum ist die Mitglieder- I zahl von 170 auf 371 gestiegen, und ist die Hallesche Hütte am.
Eisseepaß ( Cevedale ) gebaut und bald durch einen Anbau erweitert worden mit einem Gesamtkostenaufwand, Zugang eingeschlossen, von Mark 31,191. 53. Im Tourenverzeichnis von 1896—1899 hat für die Walliseralpen Fräulein Schmidtborn den Rekord der meisten Hochgipfel, darunter Matterhorn und Fletschhorn. In dem Bericht über die Entwickelung und Wirksamkeit der Sektion in den Jahren 1896—1900 bin ich auf die Bemerkung gestoßen: „ Der Kreis derer, die bereit sind, die Ehrenlast der Vorträge auf sich zu nehmen, ist — wesentlich kleiner, als dies der Mitgliederzahl der Sektion entspricht, und es kann nur dringend dem Wunsch Ausdruck geliehen werden, daß der Vorstand weniger oft eine abschlägige Antwort erhalten möchte, wenn er jemand zum Vortrag zu gewinnen sucht, der gar wohl in der Lage wäre, über ein ^interessantes alpines Thema zu berichten.a Solamen miseris socios habuisse malorum, Herr Collega!
Die Berichterstattung der Sektion Würzburg des D. & Ö.A.V. für 1900 bewegt sich in dem aus meinen früheren Referaten bekannten Rahmen. Bei dem kostümierten Alpenkränzchen vom 1. Februar 1900 wurde der Einakter „'s Resei ", Volksstück mit Gesang von Karoline Häußer, aufgeführt, dessen Moral Dr. Zipperer in dem Einladungsgedicht mit den Worten zieht: Der Franz kriegt's Resei, sie den Franz, und der Franzos fahrt ab mit Glanz. Die Sektion Würzburg, die an diesem Abend nach den Worten ihres Dichters „ lusti fein ins zwanzigste Jahr-hundert'nein gerutscht " iät, wird im Herbst 1901 ins Landl, d.h. ins Tirol fahren, um dort ihr 25jähriges Jubiläum zu feiern. Wir gratulieren zum voraus. Fehlen kann 's einer Sektion nicht, von der Dr. Zipperer in seiner neuesten Einladung zur Aufführung des vermehrten und verbesserten „ Versprechens hinterm Herda, wobei zwei Almerinnen statt nur einer auftreten, sagt: „ Mi kunna so was, weil ma 's ham.u Von der Société Âllobrogia sollte ich eigentlich nicht reden, weil das eine Bulletin, das ich in zwei Exemplaren erhalten habe, nicht über das ganze Jahr 1900 Auskunft giebt, also kein vollständiges Bild erlaubt. Immerhin können wir demselben entnehmen, daß vom Februar bis zum September der Reculet, die Voirons, die Haute Pointe de Somman, der Balajoux, der Mont Joly, die Dent d' Oche, die Pointe longue, der Beichpaß, die Fußhörner ( dabei eine erste Ersteigung ), die Konkordiahütte, das Grunerjoch, der Rothornsattel ( Jungfrau durch schlechtes Wetter vereitelt ) und die Lötschenlücke als Sektionstouren begangen wurden. Außerdem werden unter den Courses individuelles der 19 Mitglieder u.a. genannt: der Buet, Grand Combin, Bec d' Epicoun, Aiguille de la Za, Mont Blanc, Aiguille du Goûter, Aiguille de Bionnassay, Jungfrau, Wilde Frau, Weiße Frau, Blümlisalpstock, Tour Noir, Nesthorn, Weißhorn, Zinal-Rothorn, Obergabelhorn, Aiguilles dorées etc. und mehrere große Gletscherpässe. Auch die Sujets der in der Allobrogia gehaltenen Vorträge sind interessant. Zwei davon: Pensées sur la mort du guide J. Tabin und La Croix de bois dans les montagnes sind im'Bulletin abgedruckt.
Redaktion.