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In den Ermittlungen über mögliche Kontakte von US-Präsident Donald Trump zu russischen Regierungskreisen taucht eine schillernde Figur auf. Erik Prince, Gründer der Sicherheitsfirma Blackwater, muss am Donnerstag vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses aussagen. Er hatte im Januar auf den Seychellen einen russischen Geschäftsmann getroffen.
Die Begegnung sei vom Kronprinzen des Emirats Abu Dhabi eingefädelt worden, berichtet CNN. Thema sei die Einrichtung eines geheimen Kommunikationskanals zwischen Trump und dem Kreml gewesen, lautet der Verdacht. Erik Prince spielte das Treffen im August auf CNN herunter. Er habe mit «einem Fondsmanager» gesprochen, und zwar ausschliesslich über persönliche Geschäfte. Die Begegnung habe «vermutlich nicht länger als ein Bier» gedauert.
Am Mittwoch liess er durch einen Sprecher ausrichten, das Treffen habe «nichts mit Präsident Trump» zu tun gehabt. Das Weisse Haus teilte mit, es habe «keine Kenntnis» davon. Bei dem Russen, den Prince auf den Seychellen traf, soll es sich gemäss der Enthüllungsplattform The Intercept nicht um irgend einen Geschäftsmann gehandelt haben, sondern um Kirill Dmitriew, den CEO eines russischen Staatsfonds. Er soll zum Umfeld von Präsident Wladimir Putin gehören.
Erik Prince hat offiziell nie für Donald Trump gearbeitet. Er bewegte sich jedoch wiederholt in seinem Umfeld und soll als informeller Berater in aussenpolitischen Fragen gedient haben. Für Trumps Wahlkampf spendete er 250'000 Dollar. Laut CNN nahm er an der Siegesfeier in der Wahlnacht teil. Seine Schwester Betsy DeVos wurde von Trump zur Erziehungsministerin ernannt.
Im Sommer erarbeitete Prince im Auftrag des damaligen Chefstrategen Steve Bannon und von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner eine Afghanistan-Strategie. Darin schlug er vor, die US-Soldaten durch private Sicherheitsleute zu ersetzen. Die Idee stiess im Pentagon und bei Trumps Sicherheitsberater Herbert McMaster auf Ablehnung, weshalb sie nicht weiterverfolgt wurde.
Das erstaunt wenig, denn mit privaten Sicherheitsfirmen haben die USA nicht nur gute Erfahrungen gemacht. Mitarbeiter des von Erik Prince gegründeten Unternehmens Blackwater hatten 2007 bei einer Schiesserei in Bagdad 14 unbewaffnete irakische Zivilisten getötet. 2010 verkaufte Prince die Firma, die nach mehreren Umbenennungen heute Academi heisst.
Allerdings ist Erik Prince nach wie vor in dem Business tätig. In einem Interview mit der italienischen Zeitung «Corriere della Sera» schlug er die Gründung einer privaten Polizeitruppe in Libyen vor. Diese solle Migranten aus Afrika aufhalten, internieren und in ihre Heimat zurückführen. Dieser Plan sei «humaner und professioneller» als die Bemühungen der EU, die Migration über das Mittelmeer zu stoppen, meinte Prince.
Ausserdem erwägt Erik Prince laut US-Medien den Einstieg in die Politik. Er prüfe eine Kandidatur für den US-Senat im Bundesstaat Wyoming. Dabei würde er den republikanischen Amtsinhaber John Barrasso herausfordern. Prince wäre demnach Teil der Strategie von Steve Bannon, jene Republikaner im Senat anzugreifen, die nach seiner Meinung zu wenig linientreu sind.
Vorerst aber muss sich der umstrittene Sicherheitsunternehmer vor dem Kongress äussern. Die Anhörung am Donnerstag findet hinter verschlossenen Türen statt. Später soll jedoch laut CNN eine Abschrift veröffentlicht werden.