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Soziale Arbeit trägt heute massgeblich zur sozialen Sicherheit bei. Pionierarbeit hierfür leisteten in der Schweiz Frauen, die nach dem Ersten Weltkrieg Schulen für Sozialarbeiterinnen gründeten und damit wesentlich zur Etablierung dieses Berufs beitrugen. Bemühungen zur Akademisierung der Sozialen Arbeit hingegen scheiterten bis weit ins 20. Jahrhundert. Die damit vorgegebenen Rahmenbedingungen der Ausbildung wirkten sich auf die Geschlechterordnung, die Wissensproduktion und die Professionalisierung der Sozialen Arbeit in der Schweiz aus.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert setzte zunehmend Kritik an der traditionellen Armenpflege ein. Diese galt als unsystematisch und wenig effizient. Ein Blick über die Landesgrenzen hinaus zeigte Möglichkeiten zur Reform: Die Methoden der Armutsbekämpfung mussten wissenschaftlich entwickelt und in spezifischen Ausbildungsstätten unterrichtet werden. Die Professionalisierung der Sozialen Arbeit in der Schweiz war wesentlich von internationalen Vorbildern geprägt, wobei die 1920er und 1950er Jahre besonders intensive Phasen des transnationalen Austausches darstellten. So verstärkten die Gründung des Völkerbundes wie auch die Etablierung der Vereinten Nationen eine Internationalisierung der Sozialen Arbeit.
Ausgehend von einer geschlechtergeschichtlichen und transnationalen Perspektive beleuchtet die Autorin die treibenden Kräfte der Professionalisierung der Sozialen Arbeit in der Schweiz und zeigt ihre transnationalen Netzwerke auf. Sie analysiert die Prozesse der Wissensproduktion und untersucht, wie die Sozialhygiene, Psychiatrie und Psychoanalyse die Soziale Arbeit prägten. Zudem geht sie der Frage nach, welche normativen Leitbilder für die Bekämpfung von Armut wegleitend waren.