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Enikö, die Sozialarbeiterin im Rahmen des BH-Projekts, half uns bei der Beantwortung dieser Frage: Im Frauenhaus lässt sich oft ein Muster erkennen. Die Frauen werden von ihren Ehemännern oder Freunden angerufen, die sich entschuldigen und ihnen das Blaue vom Himmel versprechen. Viele Frauen gehen daraufhin zu ihren Partnern zurück, dabei spielen laut Enikö verschiedene Faktoren eine Rolle: Oft ist die Mutter in verschiedener Hinsicht abhängig von ihrem Partner, sei dies in materieller oder auch psychischer Hinsicht. Auch die Kinder können eine Rolle spielen, vor allem wenn sie ihren Vater vermissen und die Mutter ihre Kinder nicht alleine erziehen möchte oder sich dies nicht zutraut. Leider glauben viele, dass sie eine Mitschuld an der Gewalt tragen und reden sich ein, dass der Partner ja auch positive und sie auch negative Seiten habe. Vor allem wenn die Entscheidung, ins Frauenhaus zu kommen, nicht die eigene Entscheidung war, sondern diejenige von Behörden oder Spitälern, ist das Risiko der Rückkehr hoch. Noch höher wird dieses Risiko, wenn der Partner nicht der Vater der Kinder ist: Sie liebt ihn so sehr, stellt ihn über ihre Kinder und realisiert nicht, dass die Kinder ebenfalls in Gefahr sind.
ora international setzt sich mit dem BH-Projekt dafür ein, dass Frauen auf ihrem Weg in ein gewaltfreies Leben unterstützt werden. Keine Frau soll das Gefühl haben oder das Gefühl bekommen, nicht ohne Mann leben zu können. Gerade im ländlichen Rumänien, wo sich das Frauenhaus befindet, sind die Rollenbilder noch starr: Dies impliziert leider auch, dass eine alleinerziehende Frau kein hohes Ansehen geniesst. Deswegen ist es umso wichtiger, das Selbstvertrauen der Frauen aufzubauen.