Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03161.jsonl.gz/1876

Kauf und Anpassung von Hilfsmitteln
Das Projekt MTE stellt ein jährliches Budget für die Beschaffung von dringend benötigten Hilfsmitteln und deren individueller Anpassung zur Verfügung. Die Projektleitungen in Tsnori und Gurjaani ermitteln laufend, welche Personen in den Regionen einen dringenden Bedarf nach einem Hilfsmittel (Pflegebett, Pflegematratze, Rollstuhl, Gehilfe, Hörhilfe, etc.) oder für eine Anpassung eines Hilfsmittels haben. In Fällen, in denen der Staat nicht hilft, finanziert MTE den Kauf von dringend benötigten Hilfsmitteln oder die Anpassung von bestehenden Hilfsmitteln.
Der georgische Staat stellt grundsätzlich Rollstühle und Pflegebetten zur Verfügung. Der Prozess zur Erlangung eines Hilfsmittels kann jedoch sehr lang, kompliziert und manchmal auch erfolglos sein. Ausserdem sind die Rollstühle, die der Staat zur Verfügung stellt, veraltet, nicht an die betroffene Person angepasst und teilweise zu gross oder zu klein. Die veralteten und viel zu schweren Rollstühle sind für Menschen mit körperlichen Behinderungen ein grosses Problem. Die Sitzflächen der Rollstühle sind nicht individuell angepasst und verursachen deshalb Schmerzen, Fehlhaltungen und Immobilität. Ausserdem gibt es in Georgien keine Werkstatt, die (zahlbare) individuelle Anpassungen an orthopädischen Hilfsmitteln machen kann. Im Oktober 2019 hat MTE mit der Arbeit der individuellen Anpassung von Hilfsmitteln begonnen, als die junge Orthopädietechnikerin Daria Spring aus der Schweiz erstmals an einer MTE-Tour in Georgien teilnahm. In improvisierten Werkstätten hat sie in zwei Wochen 9 Rollstühle individuell angepasst: Mit Sitzkissen nach Mass, Kopfstützen, Tischen, Sitzgilets, Anzügen, Gurten, Fussleisten. Ketevan Cholokashvili, langjährige Partnerin von MTE, und Alexandre Kobaladze, die über Basiswissen in Orthopädietechnik verfügen, nehmen seit 2020 die dringendsten Anpassungen bei den Sitzflächen, der Kopfstütze, den Armlehnen und der Rückenführung der Rollstühle vor.
Im Januar 2022 startete in diesem Bereich eine mehrjährige Kooperation von MTE mit der Orthotec AG des Schweizerischen Paraplegiker Zentrum (SPZ) in Nottwil. Seit März 2022 stellt die Orthotec AG für die jährlichen Touren im März, Juni und Oktober auf eigene Kosten eine Orthopädietechniker:in zur Verfügung. Vor Ort werden in Zusammenarbeit mit den lokalen Fachkräften individuelle Anpassungen an Rollstühlen und weiteren Hilfsmitteln gemacht – wichtig dabei ist auch der Wissenstransfer und Weiterbildung der lokalen Fachkräfte Ketevan Cholokashvili und Alexandre Kobaladze. Die Orthotec AG stellt für die Touren ausserdem orthopädisches Material und Werkzeug für die Arbeit vor Ort zur Verfügung. Weiter ist vorgesehen, dass 1-2 Fachkräfte aus Georgien im Frühling 2023 ein Praktikum bei der Abteilung Orthotec des SPZ in Nottwil machen. Mit Blick auf den Abschluss des Projekts und die Weiterführung der Aktivitäten durch lokale Fachkräfte ist dies besonders wertvoll: Es wird vor Ort Fachpersonen geben, die dauerhaft diese für die betroffenen Menschen lebenswichtigen Anpassungen machen kann.
Die verbleibende Zeit bis zum Abschluss des Projekts Ende 2023 steht ganz im Zeichen eines nachhaltigen Projektabschlusses und der Übergabe von zentralen Aktivitäten an eine georgische Trägerschaft. Für die Projektaktivitäten im Bereich Hilfsmittel und Anpassungen bedeutet das:
- Regelmässige Teilnahme von Fachkräften der Orthotec AG des Schweizerischen Paraplegikerzentrums (SPZ) in Nottwil an den Projekttouren; sorgfältiger Wissenstransfer an lokale Fachkräfte
- Praktikum von 1-2 Fachkräften aus Georgien bei der Orthotec AG des SPZ Anfang 2023 mit dem Ziel, vor Ort Fachpersonen zu haben, die dauerhaft die lebenswichtigen Anpassungen bei Hilfsmitteln durchführen können.