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... „Studien zeigen, dass vegetarisch ernährte Kinder im Durchschnitt die Empfehlungen für eine gesundheitsfördernde Ernährung deutlich besser umsetzen als Kinder, die Mischkost verzehren.“ Er rät Eltern, den Wunsch des Kindes ernst zu nehmen: „Das ist eine gute Gelegenheit, die vegetarische Küche selbst einmal auszuprobieren.“
Essenziell bei der Entwicklung des Nervensystems
Der Direktor der Kinderklinik am Kölner Uniklinikum, Jörg Dötsch, gibt hingegen zu bedenken, dass eine vegetarische Ernährung in der Wachstumsphase deutlich kritischer einzustufen sei als bei Erwachsenen: „Gerade bei Vitamin B12 und bei Eisen kann es schnell zu Mangelerscheinungen kommen.“ Vitamin B12 komme vor allem in Fleisch vor und sei essenziell bei der Entwicklung des Nervensystems.
Die Versorgung mit Eisen sei bei jungen Mädchen aufgrund ihrer Periode oft ohnehin schon ein Problem. „Typische Symptome für Mangelerscheinungen sind etwa Blässe, offene Hautstellen, Müdigkeit und Leistungsabbau.“
Er rät darum dazu, die vegetarische Ernährung vom Kinderarzt begleiten zu lassen: „Jedes halbe Jahr sollte ein Blutbild erstellt werden, bei dem der Eisen- und der B12-Wert kontrolliert wird. Und auch eine Gewichtskontrolle sollte stattfinden.“
Häufung von Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie
Denn es gebe eine Häufung von Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie unter jugendlichen Vegetarierinnen. Einer Studie zufolge, die in der Fachzeitschrift „Journal of the American Dietetic Association“ veröffentlicht wurde, zeigen 25 Prozent der jungen Vegetarier ungesunde Verhaltensweisen wie übertriebene Diäten oder erzwungenes Erbrechen, um ihr Körpergewicht zu kontrollieren.
Der Zusammenhang ist allerdings noch ungeklärt. Wissenschaftler vermuten, dass Teenager die fleischlose Ernährung zwar als gesunde Option wahrnehmen, es ihnen tatsächlich aber oft eher darum geht, ihr Gewicht besser zu kontrollieren.
Kinderarzt Dötsch rät deshalb dazu, sich mit dem Kind genau über die Beweggründe für die fleischlose Ernährung auseinanderzusetzen.
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Es sollten genug Vollkornprodukte auf dem Speiseplan stehen, wenn man auf den Eisenlieferanten Fleisch verzichten will. Wichtig ist nach Angaben des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund auch die Kombination von Lebensmitteln: Pflanzliches Eisen aus Getreide kann der Körper am besten mit Vitamin C verwerten, Milchprodukte hemmen die Aufnahme.
Jessica Rudmann ist mit Mira zu einem Kompromiss gekommen: „Ich habe sie davon überzeugt, einmal in der Woche ein Stück rotes Fleisch zu essen. Und dafür garantiere ich ihr, nur 100-prozentiges Biofleisch von ganz, ganz glücklichen Kühen zu kaufen.“
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