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Auszug
In ihrem kargen Zimmer warf sich Selar unruhig im Bett hin und her, bis sich ihr nackter Körper völlig im Laken verworren hatte. Schweiss strömte aus all ihren Poren, obwohl die Klimakontrolle ihres Quartiers äusserst akkurat die ihr vertraute trockene und heisse Umwelt ihres Heimatplaneten Vulkan simulierte. Während der Nacht wachte sie mehrere Male auf und rief den Namen ihres verstorbenen Gemahls Voltak, woraufhin sie wieder in unruhigen Schlaf fiel.
Eindringliche Bilder zogen an ihrem Geist vorbei. Sie erlebte noch einmal die Nacht ihrer Vereinigung, die schreckliche Wendung, als Voltak ihr durch einen Herzinfarkt entrissen wurde, während sie sich im Taumel des Pon Farr befanden. Sie sah wieder sein Gesicht, wie es in die Leere entschwand. Und dann sah sie ein anderes Gesicht mit ungewöhnlichen Zügen und einem Lächeln, das beinahe ein Grinsen war, das Haar in zwei Blondtönen knapp über der Kopfhaut geschoren. Es war das Gesicht von Burgoyne 172, dem Hermat-Chefingenieur. Er/Sie hatte ihr mehrere leidenschaftliche Avancen gemacht, bevor Selar klargestellt hatte, dass sie nicht geneigt war, die Forderungen des Pon Farr mit dem seltsamen Hermat zu erfüllen. Und in dem Augenblick, als Selar es sich anders überlegt hatte, war sie zufällig Zeugin geworden, wie Burgoyne Arm in Arm mit dem Astronavigator Mark McHenry unverkennbar auf dem Weg zu einem Stelldichein gewesen war. Damit sass Selar plötzlich auf dem Trockenen - was sie ziemlich frustrierte.
Burgoyne lächelte ihr zu, wobei die spitzen Eckzähne unter den Lippen hervorragten.
Daraufhin streckte er/sie ihr die langen, schlanken Finger entgegen, woraufhin Selar sich selbst sah, wie sie Burgoyne die Hände entgegenstreckte.
Dann folgte ein helles Piepen.
Das Piepen wiederholte sich, bis Selar den Schlaf
abgeschüttelt hatte. Sie setzte sich auf, schätzte ihre Position jedoch falsch ein, sodass sie vom Bett rollte und mit einem recht lauten Krachen auf dem Boden landete. Sie blieb einen Moment liegen, ins Laken verstrickt, und dachte über die Abfolge der Ereignisse nach, die sie in diese merkwürdige Lage gebracht hatten. Als ihr Gehirn wieder normal funktionierte, rief sie ihre Antwort in die Dunkelheit. "Selar hier", meldete sie sich. Ihre Stimme war ruhig und gefasst und enthielt nicht den geringsten Hinweis darauf, dass sie splitternackt in einem verworrenen Laken auf dem Boden lag.
"Doktor", hörte sie die Doktor Maxwells besorgte Stimme. "Ist alles in Ordnung?"