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Neue Bergfahrten in den Schweizer Alpen 1894
Mont-BIanc-Gebiet.
Col Supérieur du Tour Noir. 16. Aug. Rev. A. C. Downer mit François Mugnier und H. Schuler brachen morgens 3 Uhr 30 Min. von Lognan auf, erreichten den Fuß der Felsen südwestlich vom Amethystes-gletscher um 5 Uhr 55 Min., hielten um 7 Uhr 40 Min. an einer Quelle Frühstücksrast und erreichten den Paß um 10 Uhr 40 Min. oder nach sechsstündigem Gehen. Ein Schneesturm zwang die Partie nach Errichtung eines Steinmanns, auf dem gleichen Wege abzusteigen. Später, vom Rücken des Col des Essettes aus, wurde konstatiert, daß der Paß auf der Ostseite zugänglich sei. A.J. 2 ) Nr. 126, pag. 252.
Col des Essettes. 23. Aug. Die gleiche Partie verließ die Saleinaz-clubhtltte um 8 Uhr 10 Min. und überschritt den Col de Planereuse ( 3063 m ) zum Planereusegletscher. Sie umkreisten den Gletscher in seinem obersten Teil, ziemlich in gleicher Höhe bleibend, und überschritten den Rücken zwischen den Planereuse- und Daneïgletschern, wahrscheinlich an dem Punkte, der gerade östlich vom i im Worte Darret des Siegfr. liegt. ( Die nämliche Route verfolgten am 18. Aug. 1893 Herr H. Rieckel mit G. Coquoz und Pierre Dévouassoud auf ihrem Anstieg auf den Darret. ) Den Darreïgletscher im obersten Teil überschreitend, erreichten sie ( cirka um 1 Uhr ) einen Punkt auf dem Felsenrücken zwischen Glacier Darreï und Glacier de la Neuva in der Gegend von Punkt 3222 oder Punkt 3124 ( Bl. Orsières ). Wegen schlechten Wetters wurden weitere Pläne aufgegeben und teils über Felsen längs des Neuvagletschers, teils über diesen selbst zum Val Ferret abgestiegen. A.J. Nr. 126, pag. 252.
Col des Courtes. 2. Aug. MM. G. Hastings, A. F. Mummery und Dr. J. Norman Collie verließen das Chalet de Lognan morgens 12 Uhr 40 Min. und gelangten um 5 Uhr an den Fuß der steilen Hänge, die sich bis zum Paß hinaufziehen. Der Bergschrund erwies sich als ziemlich bedeutend, doch nach Überwindung dieses Hindernisses bot eine Felsrippe auf der „ Courtes"seite des Eiswalles einen ziemlich leichten Weg zum Paßrücken dar. Die Begehung dieses Rückens bis zu dem Punkte, wo er sich im obern Plateau des Glacier des Courtes verliert, nahm etwas mehr als eine Stunde in Anspruch. Der häufigen Rasten wegen wurde der Col de Triolet erst um 10 Uhr 30 Min. erreicht. Der Abstieg nach Courmayeur ging auf dem üblichen Col de Triolet-Wege vor sich. A.J. Nr. 126, pag. 251.
Mont Rouge du Triolet. ( Erhebung in der Kette, welche von der Aiguille du Triolet herunterkommt, zwischen den Gletschern des italienischen Mont Dolent und des Triolet; höchster Punkt 3257 m. ) MM. V. Attinger und P. Bovet bestiegen diesen Gipfel am 11. Aug. direkt vom Glacier du Triolet aus. E.d.A.. 1895 Nr. 3, pag. 104.
20. Aug. Die MM. H. Rieckel und Ls. Courvoisier mit den Führern G. Coquoz und J. Bessard verließen um 6 Uhr morgens die etwas primitive Cabane du Triolet, verfolgten das linke Ufer des Glacier du Triolet bis zu einem Felsturm, den sie nach oben umgingen ( 30 Min.dann stiegen sie in östlicher Richtung zuerst über den Gletscher ( 15 Min. ) bis zu dem großen südwestlichen Couloir des Berges; in diesem, teilweise auch auf der linken Seite, stiegen sie empor zum Gipfel, der sich links von der obern Ausmündung des Couloirs befindet. Ankunft daselbst um 8 Uhr 10 Min. Abstieg auf dem gleichen Weg. Bull, annuel N° 3 de la Section Chaux-de-Fonds, pag. 93.
Darret Occidental. 28. Aug. MM. H. Rieckel und Ls. Courvoisier mit den Führern G. Coquoz und J. Bessard verließen die Cabane de Saleinaz um 63/4 Uhr, stiegen über den Glacier de Planereuse empor in der Richtung der Tita Neire, erstiegen die kleine Einsattlung, welche im Südosten zum Glacier de Planereuse führt und wandten sich dann südwärts zu dem steilen und zerrissenen Gletscher, der zwischen den beiden Darreï-spitzen liegt. Nach Überschreitung des Bergschrundes erstiegen sie gerade dem Darre'i Oriental gegenüber in nördlicher Richtung ein Schneecouloir, indem sie sich, um die Steinfälle zu vermeiden, an die linksseitigen Felsen hielten; in 20 Minuten erreichten sie so den Kamm, der steil und mit Eis bedeckt war und IV2 Stunden Hackarbeit verlangte. Über brüchige Felsen wurde um 118/* Uhr der Gipfel ( cirka 3500 m ) erreicht. Rückkehr auf dem gleichen Wege in 23/* Stunden. Bull, annuel N° 3 de la Section Chaux-de-Fonds, pag. 116.
.'*Penninische Alpen.
Cima di Livournèa. 8. Sept. Dr. F. Antoniotti, E. Canzio, C. Grosso und F. Mondini verließen morgens die Station Nus und stiegen in 6 Stunden das Thal von St. Barthélémy hinauf bis zu den Hütten von Lusenej ( 3601 m ), verließen diese um 1 Uhr 30 Min. und erreichten in 45 Minuten den Col di Livournèa ( 2858 m ), wandten sich südwestlich und erstiegen in 3 Stunden über den Westkamm den auf der Karte nicht benannten Gipfel zwischen Colle di Livournèa und Colle di Lusenej. In heftigem Sturm stiegen sie in weniger als 2 Stunden über die Südflanke zu den Hütten von Crotes ab. R.M. 1894, pag. 322.
Punta di Straîing, Südschulter ( 3022™ It.K.. ). 7. Sept. HH. G. F. und B. Guigliermina und N. Schiari erreichten in sehr schwieriger und teilweise gefährlicher Kletterei von der Alp Pianmisura ( Valle d' Otro ) aus diesen Punkt in 5 Stunden um 12 Uhr und stiegen auf dem leichten Wege zum Passo di Coppa ab. R.M. 1894, pag. 352.
Punta Sella. 26. Aug. 1893. Evan Mackenzie und sein Sohn William mit den Führern L. Carrel und A. Maquinaz gelangten um 5 Uhr morgens, von einem Bivouak auf den Felsen der Tête de Roèse herkommend, zum Bergschrund, der sich auf der Westseite am Fuß der Jumeaux de Valtournanche hinzieht. Nach längerem Hin- und Hersuchen gelang der Übergang etwas südlich vom Fuß der Punta Sella und über einen 45 ° geneigten Eishang stiegen sie auf den zerrissenen Kamm, den sie etwas südlich der Punta Sella kurz nach 9 Uhr erreichten. In etwas mehr als x/2 Stunde erstiegen sie von da die Punta Sella über den Südkamm. Der Abstieg wurde über den Kamm nach der Becca di Guin und von da nach Giomein genommen. R.M. 1894, pag. 114.
Punta Maquinaz und Punta Carrel ( cirka 3700 m und 3750 m ). ( Gemeint sind zwei von Giomein aus deutlich erkennbare Gipfel im Grat zwischen Dent d' Hérens und Col Tournanche. ) 28. August 1893. Die nämlichen ohne Sohn, verstärkt durch L. Vaccarone, erstiegen von einem Bivouak in den Felsen unterhalb des Col de Tournanche in 1 Stunde auf am Tag vorher zugerichteten Stufen diesen Paß und kletterten in westlicher Richtung über den Grenzkamm hinauf unter großen Schwierigkeiten. Höher oben traversierten sie, um zum großen Eiscouloir zu gelangen, das, vom Gletscher bis auf den Grenzkamm hinaufreichend, die ganze Nordwand der Punta Maquinaz einnimmt. Da die Zeit schon zu weit vorgerückt war, mußte in den Felsen auf der Ostseite des Couloirs bei 3500™ bivouakiert werden. Auf Stufen, welche die Führer am Tage vorher geschlagen hatten, wurde am frühen Morgen des 30. das Couloir in 20 Minuten überschritten und um 8 Uhr 10 Min. in schwieriger Kletterei die Punta Maquinaz über die Nordostwand erreicht. Von hier stiegen sie in V« Stunde westwärts ab bis an den Fuß der Punta Carrel, umgingen denselben auf der Tiefenmattenseite und erstiegen durch einen Kamin den Gipfel von Norden. Der langgestreckte Gipfelgrat wurde um 11 Uhr erreicht, um 1 Uhr 30 Min. wieder verlassen und in 3 Stunden und 20 Minuten zum Col de Tournanche abgestiegen. Rückweg über den Cherillongletscher nach Giomein. Ankunft um 9 Uhr abends nach 63-stündiger Abwesenheit. R.M. 1894, pag. 114 ff.
Denis du Velan ( cirka 3208 m ). ( Unter diesem Namen wird die westlich von der Aiguille de Velan abzweigende Kette zwischen Glacier de Proz und Glacier du Petit Velan verstanden. ) 27. Aug. Mr. C. H. R. Wollaston mit Jos. Biner und Augustin Gentinetta von Zermatt verfolgten den gewöhnlichen Weg von Bourg St. Pierre zum Glacier de Proz, gewannen die Felsen nordwestlich von Ziffer 3 des Punktes 3985 Siegfr. und erstiegen über diese direkt den Gipfelkamm. Eine lustige Kletterei über fünf aufeinanderfolgende Felszähne brachte sie auf den höchsten Punkt, wo sie einen Steinmann und eine Karte von MM. René und Fernand Correvon vorfanden, welche die erste Ersteigung einige Tage zuvor gemacht hatten. Abstieg zuerst auf dem gleichen Wege und dann mit einer Umgehung nach Nordwesten auf den Glacier du Petit Velan; von diesem nordwestlich ansteigend, gewannen sie einen Punkt, von wo sie ins Val Sorey absteigen konnten. Zeiten von Bourg St. Pierre zum Gipfel etwas über 7 Stunden, Halte eingerechnet, Rückweg 4 Stunden. A.J. Nr. 127, pag. 346.
Bec Termin. 1. Oktober. HH. Robert Helbling und E. Labhardt. S.A.C. XXX, pag. 131 ff.
Petit Mont Fort. 9. Juli. MM. E. F. M. Benecke und H. A. Cohen erstiegen diesen doppelköpfigen Felsgipfel vom Fuß der Südwand über steile, aber leichte Felsen in ak Stunden. Vom Gipfel ( 3026 m ) zum Col hinunter in 1k Stunde; von da durch ein Couloir zum See hinunter in 20 Minuten.
Pointes de Torbesse. 10. Juli. Mr. E. F. M. Benecke stieg von der Sevreualp über Gras- und Trümmerhalden in 18I* Stunden an den Westfuß des Berges und erstieg den Gipfel über ziemlich steile Felsen in lVa Stunden. Abstieg über die Südwand, über Felsen und Trümmercouloirs in IV2 Stunden nach Le Crêt.
Pointes de Torbesse und Parrain. 12. Juli. MM. E. F. M. Benecke und H. A. Cohen stiegen von der Sevreualp über Gras und Trümmer in 2 Stunden zu dem Einschnitt zwischen den Pointes de Torbesse und Punkt 2960, von hier über Schnee und einige Felsen in'2 Stunde auf den höchsten Punkt der Pointes de Torbesse.Von hier über Schnee, immer auf der Nordseite des Kammes, in 1 Stunde 20 Minuten hinüber zum Westkamm des Parrain und in 10 Minuten auf diesen selbst. Abstieg über die Südwand nach Le Crêt und Fionnay in 2 Stunden 40 Minuten.
Petit Mont Calme. 13. Juli. Die nämlichen gingen von Fionnay in 4 Stunden 5 Minuten zu den letzten Felsen unter dem Col de Cleuson, von " da über Schnee in ZU Stunden an den Südfuß des Berges und über den Südgrat in IV2 Stunden tüchtiger Kletterei auf den Gipfel. Abstieg über den leichten Nordgrat in 50 Minuten zu dem Einschnitt zwischen den beiden Mont Calme und von da in 20 Minuten zum Col de Cleuson.
Mont Gelé über den Südostgrat. 16. Juli. Die nämlichen gingen von Chanrion über den Glacier de la Crête Sèche in 2114 Stunden an den Fuß eines breiten Couloirs in der Nordostflanke des Mont Gelé und stiegen über Felsen in 1 Stunde 5 Minuten auf den Grenzkamm und verfolgten diesen meist über Felsen über einen niedrigeren Gratturm zum Ostgipfel in 1 Stunde.Von hier stiegen sie hinab auf den Schnee an der italienischen Seite und erreichten den Hauptgipfel in ungefähr x/e Stunde.
La Serpentine von Süden. 17. Juli. Die nämlichen stiegen, sobald sie oben am Breneyeissturz ( 3 Stunden 40 Minuten von Chanrion ) angelangt waren, direkt nördlich, über eine ziemlich steile Eishalde und dann über steile, aber leichte Felsen, von einer kleinen Schneehalde unterbrochen, direkt zum Gipfel in 1 Stunde 55 Minuten. Sie folgten dann dem Nordkamm über oder um verschiedene kleine Schneehöcker hinunter zum Col de la Serpentine in 1 Stunde 20 Minuten.
Combin de Zessetta. 21. Juli. Die nämlichen stiegen vom obern Plateau des Glacier de Corbassière südöstlich über die Wand des Grand Combin hinab, gelangten auf den Grat direkt östlich der Schneespitze ( 4080 m ) und verfolgten dann einen breiten Schneekamm zum Gipfel in 2 Stunden 35 Minuten. Abstieg auf demselben Weg in 55 Minuten. Unschwierig, aber etwas den Eisstürzen ausgesetzt. A.J. Nr. 126, pag. 252 ff.
Dents des Bouquetins, Südspitze ( 3690 m Siegfr. ). 18. Juli. Mr. Alfred Topham mit Jean Maître und Pierre Maurice jun. überstiegen vom Stockje aus den Col de Valpelline und gelangten an den Fuß der Ostwand des Berges um 5 Uhr 20 Min. Von hier stiegen sie 1 Stunde lang über leichte Felsen in der Richtung nach einem Couloir südwestlich der Spitze; da dieses sich unzugänglich erwies, so betraten sie das nordöstlich gelegene, verließen dasselbe nach 1lt Stunde wieder und stiegen über die Felsen zur Rechten empor auf den Nordkamm, den sie zwischen dem Südgipfel und dem von Mr. Topham, bei seiner Besteigung des höchsten Bouquetins von Westen her, über den Südkamm zuerst erreichten Punkt betraten. ( A.J. XIV, pag. 499. ) Von hier verfolgten sie den Kamm sk Stunden lang bis auf den Südgipfel. Nach stündigem Aufenthalt verließen sie den Gipfel um 11 Uhr und stiegen auf dem gleichen Wege ab bis zu dem oben genannten Kamin ( 1 Uhr 30 Min. ). Sie überschritten den Kamin um 2 Uhr 15 Min. und verfolgten ein Fels- und Schneeband, das sie auf den Südgrat des Südgipfels führte.Von hier verfolgten sie diesen bis zu einem Schneeband und stiegen dann über die Felsen südlich des Felssporns, der zu Punkt 3097 hinabführt, und nördlich des großen Couloirs, das zum Plateau Za de Zan führt. Von letzterem, das sie um 5 Uhr erreichten, aus gelangten sie nach Aroila um 7 Uhr 25 Min. abends.
Monte Cervo ( 8430 m, It.K.J. Col zwischen la Rajette und Bec de Ciardonnet. 20. Juli. Die nämlichen verließen Arolla um 2 Uhr morgens, überschritten den Col de la Vuignette und den Col de Chermontane, stiegen den Glacier d' Otemma hinab bis unter die Felsen des Tourme de Bouque ( 8 Uhr 45 Min.längs diesen stiegen sie empor auf das Plateau ( oberhalb des Eisfalls ) des Seitengletschers zwischen Gran Epicoun ( It.K .) und Bec d' Epieoun; sie überschritten diesen Gletscher und die Einsattlung zwischen Jardin des Chamois und Bec d' Epieoun ( 10 Uhr 45 Min. ) und gelangten so auf einen zweiten Seitengletscher, der zum Col de la Ciardonnet führt; diesen Gletscher stiegen sie an längs der Westwand des Bec d' Epieoun ( 12 Uhr 30 Min. ) und erreichten den Col de la Rajette um 2 Uhr. Sie verließen den Paß um 2 Uhr 30 Min., umkreisten den Hintergrund des Ciardonnetgletschers und erstiegen den Monte Cervo über seinen Nordgrat ( 3 Uhr 45 Min. ). Abstieg um 5 Uhr zuerst auf dem nämlichen Weg, dann auf den Ciardonnetgletscher hinunter, dessen Eissturz sie auf dem linken Ufer über Lawinenschnee und Felsen umgingen. Der Abstieg über die Moräne brachte sie zur Verdecampe-schlucht an dem Punkt, wo der Col de Ciardonnet-Weg abzweigt. Ankunft in Bionaz um 8 Uhr.
Becca des Lacs und Aigle Rouge. ( Siehe Reliefkarte Evolena-Zermatt-Monte Rosa, Beil. zum Jahrb. XXVII. ) 23. Juli. Die nämlichen verließen Prarayé im Valpelline um 3 Uhr 40 Min. morgens und stiegen eine Stunde lang die Comba d' Oren hinan, dann stiegen sie, sich immer südwärts haltend, steile Grashalden hinauf und erkletterten über ein steiles Felsbollwerk den Gipfel des Aigle Rouge ( 7 Uhr 40 Min. ). Von hier stiegen sie westlich ab in eine kleine Einsenkung und längs des Ostkamms hinauf zu der Becca des Lacs ( 10 Uhr 20 Min. ). Sie verließen den Gipfel um 11 Uhr, traversierten nach einem vergeblichen Versuch, direkt über die Westwand hinab zu gelangen, in östlicher Richtung und stiegen endlich durch einen schlimmen Kamin hinab auf den schmalen Rücken, der, auf der It.K. nicht markiert, südlich des Lac Mort liegt ( 2 Uhr 30 Min. ). In Prarayé zurück um 5 Uhr.
Punta del Dragone ( 3394 m, 3369™, 3230 m, It.K.. ). 24. Juli. Die nämlichen verließen Prarayé um 5 Uhr morgens und stiegen das Valpelline hinauf bis zur obersten Brücke, überschritten diese, bestiegen eine Grashalde, überschritten den kleinen Bach, der vom Petit Glacier Bellaza kommt; von hier stiegen sie über Felsen und Grashänge an den Fuß des breiten Bollwerks ( 7 Uhr 40 Min. ), welches die Basis des Westgrates bildet und auf der It.K. mit 2843 m markiert ist. Nachdem sie dieses überstiegen, verfolgten sie den Felsgrat, und schließlich brachte sie eine Stunde Steigen über einen Schneegrat und -Wand auf Punkt 3394 ( 11 Uhr 15 Min. ); sie verfolgten den Gipfelkamm bis Punkt 3369. Der Rückweg wurde um 12 Uhr 15 Min. angetreten und führte den Ostgrat hinunter über Punkt 3230 zum Col de Bellaza ( 1 Uhr 30 Min. ). Von hier erstiegen sie den Col de Vofrède und erreichten Breuil um 6 Uhr 15 Min. abends. A.J. Nr. 126, p. 254 ff.
L' Eveque von Südwesten. 18. August. MM. R. A. Robertson und Howard Barrett, Miss Agnes M. Barrett und Mr. Edmund H. Barrett mit den Führern Josef Quinodoz ( Evolena ) und Alois Tembl ( Sulden ) erstiegen vom Col de l' Eveque den nordöstlich gelegenen und eisbedeckten Punkt 3393 Siegfr. Von hier wandten sie sich zuerst links und stiegen an der Westwand empor, kehrten dann nach rechts zurück auf den südwestlichen Kamm des Evêque bis zu einem steilen Felsen, der überklettert werden mußte; dann eine Weile in die Südwand längs eines schmalen Gesimses und dann leicht hinauf zum Gipfel. Zeitverbrauch vom Col de l' Eveque zum Gipfel 2314 Stunden. Es wird empfohlen, den Grat von Anfang an zu verfolgen. A.J. Nr. 126, pag. 256.
Almagellhorn von Südwesten. 3. August 1892. Mr. Colin Campbell erreichte von Saas-Fee die Hütten von Furggstalden um 10 Uhr 50 Min. und von da den Punkt 2279. Von hier erreichte er den Fuß des Südwestgrates, stieg teils über diesen, teils durch das Couloir zur Linken empor und erreichte um 1 Uhr 30 Min. eine Schulter im Nordwestgrat und diesen verfolgend um 2 Uhr den Gipfel in 4 Stunden 40 Min. von Saas-Fee aus. Abstieg über den Nordwestgrat bis nahe zu Punkt 2814, dann östlich hinab über glatte und steile Felsen ins Almagellthal. In Saas-Fee zurück um 7 Uhr 10 Min.
Das nämliche in umgekehrter Richtung war am 1. August 1892 mit Traversierung des Almagellhorns von der Almagelleralp ins Furggenthal gemacht worden durch die HH. L. Courvoisier, A. Hagenbach und Dr. E. Hagenbach, wie eine von Mr. Campbell auf dem Gipfel vorgefundene Karte bewies. A.J. Nr. 127, pag. 361.
Petite Dent de Veisivi. Neuer Abstieg über die Ostwand zum Col de Zarmine. 15. August 1893. Mr. Colin Campbell mit Jean Vuignier von Evolena bestieg diesen Gipfel von Arolla aus über den ganzen Westgrat. Dann machten sie einen Versuch, beim Abstieg den ganzen Grat zu begehen bis zum Col de Zarmine. Mit Umgehung eines Gratturms und über einen Bergschrund gelangten sie nach lak Stunde Klettern zum Col ( 2 Uhr 35 Min. ). A.J. Nr. 127, pag. 362.
Clocher de Bertol. August. Ch. Fontannaz bestieg allein vom südlichen Col de Bertol aus den sich unmittelbar nördlich vom Paß erhebenden Felsturm. E.d.A.. 1895, pag. 105.
Tête de Millon ( 3698 m ) von Südwesten. 21. August. Mr. O. K. Williamson mit Pierre Epiney erreichten ( von Zinal ) die Crete de Millon gerade nordöstlich von Punkt 3216 ( Siegfr. ), verfolgten den Kamm, teils direkt, teils unterhalb in der Nordwestwand, und erreichten den Gipfel in 6 Stunden. Rückweg zum Col de Tracuit und nach Zinal in 3 Stunden.
In umgekehrter Richtung hatten MM. C. Cannan und W. J. Kippen mit P. J. Truffer schon am 23. August 1887 den Gipfel auf dem gleichen Wege traversiert. A.J. Nr. 126, pag. 257 und Nr. 127, pag. 362.
Dom und Täschhorn an einem Tag. 26. Juli. MM. R. Corry und E. J. Garwood mit Cäsar Knubel und Roman Imboden verließen die Clubhütte an der Festi um 2 Uhr 36 Min. und erreichten den Dom um 7 Uhr 11 Min., das Domjoch um 9 Uhr 18 Min., unterwegs nahm die Traversierung eines Gratturms 20 Minuten in Anspruch. Nach einem Halt von 20 Minuten erreichten sie das Täschhorn um 10 Uhr 37 Min. Abstieg nach Randa auf dem gewöhnlichen Weg in 8 Stunden, erschwert durch starken Nebel und schlechtes Wetter. A.J. Nr. 126, pag. 257.
Mettelhorn über die Nordwand. 25. August. MM. Ch. de la Harpe, A. Montandon, H. Armand Delille und E. Thury stiegen von Randa den Melchfluhweg hinauf, überschritten den untersten Teil des Hohlichtgletschers und stiegen über die Felsen des Triftje und den Nordkamm des Mettelhorns empor. Am obersten Teil desselben sahen sie sich genötigt, in der West wand zu traversieren, und erreichten so bei der kleinen Einsattlung am Westfuß des Gipfels den Weg, der von Zermatt heraufkommt. E.d.A.. 1895, pag. 105.
Monte Leone-OfenhorngTüupe.
Piago Fizzo ( 2742 m ) oder die Südspitze des Pizzo di Crempiolo. ( Erste Ersteigung von der Deveroseite. ) 31. Juli. HH. R. Gerla, C. Casati und D. Brina mit L. Marani von Antronapiana stiegen von der Bocca Rossa in 2 Stunden zuerst über den Kamm, der die Bocca Rossa mit dem Gipfel verbindet, traversierten dann über die Felsen und Couloirs der Südwestwand zum Pizzo Fizzo empor. Abstieg über die nämliche Wand zu der kleinen Einsattlung zwischen Pizzo Fizzo und Pizzo Stange und Rückkehr nach Devero über die Ostseite der Bocchetta Stange.
Mittelbergpaß. 1. August. Die nämlichen erreichten durch die Valdeserta in 5 Stunden von Devero aus die ca. 2850 m hohe Einsenkung zwischen Mittelberg und Groß-Schienhorn, vom Paß in 10 Minuten auf den Mittelberg über den leichten Nordkamm ( keine Spuren einer früheren Besteigung ). Rückkehr nach Devero zuerst auf der Schweizerseite unterhalb der Geißpfadspitzen, d.h. der Kette zwischen Mittelberg und Grampielhorn. Dann über den östlichen Passo della Rossa ( 2550 m ), besser Passo di Crempiolo genannt, und die Alpe di Valdeserta.
Pizzo del Cervandone oder Cherbadung auf neuem Wege. 7. August. Die nämlichen mit F. Longhi von Baceno stiegen von Devero hinauf zu der Schneemulde zwischen Cherbadung und Pizzo di Cornera, erreichten von hier den westlichen Grenzkamm und den Gipfel, indem sie in der Südwestwand traversierten. Aufstieg 4 Stunden, Abstieg auf dem nämlichen Weg 3 Stunden.
Schwarzhorn ( 3069 m It.K.. ). 9. August. Die nämlichen stiegen in 2B/4 Stunden zum Passo dei Laghi ( ca. 2820 m ) zwischen Schwarzhorn und Rothorn, von hier in 2V2 Stunden auf den Gipfel, indem sie unter dem langen Grenzkamm traversierten und den Südgrat des Schwarzhorns zwischen Punkt 3108 und dem Gipfel betraten. Schwieriger Abstieg auf Schweizerseite in 4 Stunden zum Furggelti und von da nach Binn. R.M. XIII, pag. 323/24.
Unter-Schienhorn. 18. Juni. Rev. Geo. Broke und seine Frau mit Adolf Andermatten verließen den zum Geißpfadpaß führenden Weg etwa 10 Minuten oberhalb der obern Messernhütte, wandten sich nordwärts über den mit 2152 m bezeichneten Hügel, überschritten den Lengenbach und verfolgten den Westgrat in seiner ganzen Länge bis zum Gipfel in 21h Stunden von den Messernhütten. Beim Abstieg folgten sie 20 Minuten lang dem Grat, stiegen dann über die mit Schnee bedeckten Hänge im Nordwesten und erreichten, sich immer westlich haltend, den Paßweg bei Mochji in 112 Stunden vom Gipfel. A.J. Nr. 126, pag. 258.
HülleJiorn von Süden. 11. August. Mr. J. A. Luttman-Johnson mit Augustin Gentinetta und Franz Biener von Zermatt stiegen von Berisal zum Steinengletscher empor, wandten sich dann gegen die Bocca Mottiscia ( zwischen Bortelhorn und Punta Mottiscia ), welche sie über den Eishang erstiegen. Von hier folgten sie dem felsigen Südwestgrat bis auf die Punta Mottiscia ( 3156 m It K. ); hier verließen sie den Grenzkamm, der hier nach Ostsüdost umbiegt, und stiegen hinab auf das Hüllejoch am Südfuß des Hüllehorns, welches, von dieser Seite gesehen, ein imponierender Felsturm ist. Nachdem sie auf dem Schnee des Jochs bis zu einem Punkt direkt unter dem Gipfel gelangt waren, erstiegen sie die Ostwand und erreichten den Gipfelkamm gerade südlich vom Steinmann. Abstieg vom Hüllejoch zum Steinengletscher auf dem Weg von MM. Stable und Broke. A.J. Nr. 126, pag. 258.
Anmerkung. Über die verschiedenen Zugänge und den Unterschied zwischen Hüllehorn und Punta Mottiscia siehe S.A.C. XXVIII, pag. 102 ff.
Berner Alpen.
Räzlipaß. 29. Aug. MM. Fred. Corbett und Seymour Williams und Miß Ethel Corbett stiegen von der Engstligenalp zum Ammertenpaß, folgten dann dem gewöhnlichen Wildstrubelweg bis zur Ostmoräne des Ammertengletschers, überschritten die Moräne und betraten den Ammertengletscher unterhalb des Eisfalls. Sie traversierten den Gletscher in südwestlicher Richtung etwas oberhalb der Felsen, welche das Ammerten-thäli südlich begrenzen, und erreichten so den Südfuß des Ammertenhonis. Von hier wendeten sie sich südlich und stiegen über die Felsen unter dem Westgipfel des Wildstrubels zum Räzligletscher empor, den sie in der Gegend der Quote 2700 erreichten. Sie überschritten den Räzligletscher in südwestlicher Richtung gegen Punkt 2930 westlich vom Todthorn; von hier stiegen sie ab auf der Westseite des Tubang zum Col de Pochet und nach Montana bei Siders. ( Im ganzen 9 Stunden.A.J.. Nr. 126, pag. 259.
Alteis vom Gasterenthal über den Nordabfall. 25. Juli. A. Wäber und Hans Wäber mit Abraham Müller und Hans Ogi-Müller. S.A.C. XXX, pag. 164 ff.
Schwarshorn ( Lötschenthal ). 30. August 1892. Hr. Paul Montandon und Frau und Hr. René König stiegen von der Bietschhornclubhütte aus gegen die Schneefelder südlich von Punkt 3595, überschritten den Bergschrund, erkletterten das Felsenpostament des Schwarzhorns in westlicher Richtung, traversierten dem obern Rand der Felsen entlang liber Eis und Schnee auf den Nordwestgrat und gelangten so in 3 Stunden von der Clubhütte aus auf den Gipfel. Interessante Kletterei und großartiger Blick auf das Bietschhorn. Abstieg direkt gegen den Bietschgletscher und ins Bietschthal. Persönliche Mitteilung von Herrn P. Montandon.
26. Juli 1894 bestiegen den nämlichen Gipfel MM. E. F. Beneeke und H. A. Cohen vom Bietschgletscher aus, indem sie die leichten Felsen der Südwand in 25 Minuten erstiegen. Abstieg nach Südwesten zum Wilerjoch. A.J. Nr. 127, pag. 347.
Jägihorn 3416 m ( Baltschiederthal ). 23. Juli. Mr. J. A. Luttman-Johnson mit Augustin Gentinetta und Franz Biener erreichten von Ried aus das Baltschiederjoch ( 3 Stunden 50 Minuten ) und überschritten den Äußern Baltschieder-Firn in 1 Stunde zum Fuß der schneegekrönten Felswand unter der Einsenkung zwischen dem Jägihorn und dem nächsten höchsten nördlichen Punkt. Über die teilweise mit Eis bedeckten Felsplatten, dann über Schnee nach rechts den Felsen zu erreichten sie den Gipfel endlich über den Nordgrat in 3k Stunden vom Gletscher. Auf der Spitze ein wahrscheinlich von Peter und Johann Siegen, den Führern Dr. Häberlins ( vide S.A.C. Bd. X, pag. 116 ), errichtetes Steinmännchen. A.J. Nr. 126, pag. 259.
Aletschhorn über den Westgrat. 5. Juli. MM. Coolidge und W. Larden mit Christian Almer jun. und Rudolf Almer stiegen von der Oberaletschhütte den Oberaletschfirn hinauf bis etwas westlich von Punkt 2828; von hier erstiegen sie in nordöstlicher Richtung einen sehr zerklüfteten Gletscher, der von dem Schneesattel zwischen Aletschhorn westlich und Klein-Aletschhorn ( cirka 3750 m ) östlich herabkommt ( 2 Stunden 55 Minuten ). Von dem Schneesattel verfolgten sie den Westgrat bis zum Gipfel ( 3 Stunden 25 Minuten ). Mehrere Grattürme mußten meist auf der Nordseite umgangen werden. Abstieg über den Südgrat. ( Über die Bezeichnung Klein-Aletschhorn siehe S.A.C. Bd. XIX, pag. 34.A.J.. Nr. 126, pag. 258.
Wilerhorn, Iraversiert. 26. Juli. MM. E. F. Benecke und H. A. Cohen erstiegen, vom Schwarzhorn herkommend, den Gipfel in 55 Minuten vom Wilerjoch aus; sie folgten dann dem Südwestgrat bis an den Fuß des Kastlerhorns ( 20 Minuten ); von hier stiegen sie in 1 Stunde 25 Minuten über eine lange Felsrippe auf den'Wilergletscher und über diesen hinunter in Eisstufen; dann wendeten sie sich östlich und ge- langten auf die Route, die vom Wilerjoch herkommt. Abstieg nach Ried in cirka 4 Stunden vom Fuß der Felsen.
Anmerkung. Das Wilerhorn wurde seit der ersten Ersteigung durch Hrn. E. von Fellenberg am 21. August 1879 von Ijolliflrn aus jedenfalls einmal durch Mr. Yeld besucht.Mitteilung von Herrn P. Montandon.
Burstspitzen 3189 m. ( Es sind dies fünf Gipfel eines von Norden nach Süden verlaufenden Grates, der vom Lauterbrunner Breithorn herkommt; der höchste ist in der Mitte. ) 28. Juli. Die nämlichen brachen um 2 Uhr 10 Min. von Ried nach dem Inner-Faflerthal auf, wandten sich am Ende desselben nach Osten und erstiegen durch eine Schlucht, steile Grashalden und gute Felsen den Punkt, wo der eigentliche Burstspitzen-grat beginnt, in 2 Stunden 5 Minuten. Diesem Grat folgten sie bis auf den ersten Gipfel ( 55 Minuten ) und zum zweiten ( 15 Minuten ), wo sie einen Steinmann bauten, stiegen ab zum Fuß der dritten Spitze, die Mr. Cohen in 20 Minuten bestieg, auf demselben Wege wieder absteigend. In südöstlicher Richtung erreichten sie zusammen über einige schwierige Felsen und Schutthalden den Thalweg zwischen Heimscheggen und Guggi-see in 1 Stunde.
Grindelspüz ( 3018 m ). 1. August. Die nämlichen gelangten von Ried aus in 1 Stunde 10 Minuten an den Eingang des Äußer-Faflerthals und erstiegen in nördlicher Richtung über steile Gras- und Trümmerhalden, dann über große glatte Platten an der Südwand den letzten Felsenkopf in 2 Stunden 15 Minuten. Abstieg auf demselben Weg über die Felsen in 30 Minuten; dann direkt zur Fafleralp.
Sackhorn und Elwertätsch ( cirka 3200 m ). 5. August. Die nämlichen verließen Ried um 4 Uhr und stiegen über die Weritzalp und die Moränen unter der Westwand des Tennbachhorns zu Punkt 3001 ( 2 Stunden 30 Minutenvon hier stiegen sie nordwärts auf den Grat und verfolgten diesen in südwestlicher Richtung zu einer tiefen Einsenkung am Nordostfuß des Sackhorns ( 1 Stunde 20 Minuten ); von hier erstiegen sie über einen kurzen Eishang, Felsen und einen Schneerücken in 20 Minuten den Gipfel. Abstieg zu der Einsenkung, die auch direkt vom Tennbachgletscher erreichbar ist ( 15 Minuten ). Von hier Abstieg auf der Gaster-seite über einen kleinen Gletscher, schwierige Felsen und einen steilen, Steinfällen ausgesetzten Schneehang zum Alpetli in 5 Stunden. Von hier mühsam auf die Thalsohle ( 1 Stunde 45 Minuten ) und nach Kandersteg ( 2 Stunden 15 Minuten ). Der Paßübergang wird, weil lang und gefährlich, nicht empfohlen. A.J. Nr. 127, pag. 347/48.
Kistenhorn [Grindelspitzen ), Ävßer-Leghorn, Inner-Leghorn, Beichelhorn ( Schintigrat ). 1. August. Julien und Louis Gallet mit Joseph und Gabriel Kalbermatten stiegen, von einem Höhlenbivouak im Seethal aufbrechend, auf zur Krinnenlücke ( 1 Stunde ), dann auf das Kistenhorn ( 45 Minuten ) und stiegen wieder ab zur Lücke ( 40 Minuten ). Dann erreichten sie, in nördlicher Richtung ansteigend, das Äußer-Leghorn ( 45 Minuten ) und das Inner-Leghorn ( 1 Stunde 40 Minuten ). Abstieg ins Seethal, von wo sie über die Nordwestwand mit einiger Mühe das Beichelhorn ( am Südende des Schintigrats ) erstiegen ( 1 Stunde 40 Minuten ).
Fäschhorn ( Strahlhorn ). 3. August. Die nämlichen erreichten von Südosten nach einem Höhlenbivouak im Raltschiederthal ( Martigschüpfe ) den Gipfel des Fäschhorns in 4 Stunden 20 Minuten. Abstieg durch die Schluchten auf der Westseite.
Rotlauihorn. 4. August. Die nämlichen erstiegen vom gleichen Bivouak aus das Rotlauihorn in 4 Stunden 15 Minuten über den Nordgrat, von Punkt 2887 ausgehend. Abstieg in 3 Stunden 20 Minuten.
Gredetschlücke ( Übergang von Osten nach Westen ) und Grubhorn. 6. August. Die nämlichen brachen nachts von Mund auf, stiegen in 4Va Stunden das Gredetschthal hinauf und erstiegen in mühevoller Kletterei über die Ostwand die Gredetschlücke ( 2 Stunden 50 Minuten ), verfolgten den Nordgrat bis auf das Grubhorn ( 55 Minuten ) und stiegen dann ab ( 2 Stunden 10 Minuten ) zum Bivouak im Baltschiederthal.
Stocichorn. 7. August. Die nämlichen ohne Louis Gallet bestiegen vom Bivouak im Baltschiederthal aus das Stockhorn über den Südgrat ( 4 Stunden 50 Minuten ), versuchten dann auf der Nordostseite zu traversieren, mußten aber des Steinschlages wegen auf dem gleichen Wege absteigen.
Gletscher spitzen ( 3062 m ). 20. August. Die nämlichen erreichten von Ried aus über Gletscherstafel und Distelberg den Fuß der Felstürme, die den Lauibach- und den Distelgletscher von einander trennen, und erstiegen den höchsten, die Gletscherspitze, über die Südwestwand in 5 Stunden 45 Minuten von Ried. Abstieg in 3 Stunden 50 Minuten.
Strahlhorn. 18. August. Die nämlichen mit Madame Louise Gallet und dem Träger Benjamin Kalbermatten. Nach einem Bivouak in der zerfallenen Hütte von Schönbühl ( früher erbaut für die Minenarbeiter von Goppenstein ) erstiegen sie den Hohgleifen ( 3 Stunden 20 Minuten ) und verfolgten dann während 1 Stunde 15 Minuten den Südgrat bis zum Hauptgipfel der Strahlhörner. Rückkehr nach der Hütte in 4 Stunden 25 Minuten und nach Kippel in lVa Stunden. Persönliche Mitteilung von Julien Gallet. Siehe auch E.d.A.. 1895, N° 3, 4 und 5.
Mönch vom Jungfraujoch aus. 8. Juli. Andreas Fischer und Hans Kaufmann jun. erstiegen von der Guggihütte aus das Jungfraujoch und verfolgten den ganzen Südwestgrat bis zum Gipfel. Abstieg auf das Mönchjoch und zur Berglihütte, wo sie wegen des schlechten Wetters erst abends sehr spät eintrafen. A.J. Nr. 127, pag. 360.
Urner und Glarner Alpen.
Hinter-Sustenhorn vom Sustenjoch über den Nordostgrat. 22. Juli. MM. V ". Fynn und Erik Ekengren. Alp. II, Nr. 17.
Dammastock von Norden über Weiß-Nollen, Eggstock und Schneestock. 28. August 1894. 9 Mitglieder der Sektion Pilatus mit Wyßenfluh und Lerchs von Gadmen. Alpina 1895, Nr. 5.
Die nämliche Tour wurde zwei Tage später von Ch. Montandon und E. Fahrner wiederholt. S.A.C. XXX, pag. 174 ff.
Bristenstock ( Südgipfel ) mit Abstieg über die Ostwand. 7. August. HH. Amberg, Hardmeyer, Vogler und Züblin. S.A.C. XXX, pag. 402.
Pia Giuf von Norden. B. August. Die nämlichen. S.A.C. XXX, pag. 404.
Bächistock ( Punkt 2957 neben der Rienliicke am südöstlichen Gratende des Rienzenstockes ) vom Rienthal aus mit Abstieg über den Ostgrat nach dem Fellithal hinunter. 26. August. L. Bachmann mit Ambros Z'graggen. Alp. II, Nr. 20.
Federstock oder Piz Sumval. 20. August 1893. C. Seelig und Veitl mit J. Tresch von Felliberg. S.A.C. XXX, pag. 195 ff.
Wichelschyn. 22. Oktober 1893. C. Seelig, Emil Huber und E. Amberg. S.A.C. XXX, pag. 201.
Rüchen ( Siegfr. ) oder Klüserstock ( Duf. ). 10. Dez. 1893. C. Seelig, Emil Huber und E. Amberg mit J. M. Gamma von Gesehenen. S.A.C. XXX, pag. 203.
Sonnigwichel. 22. Juli. C. Seelig, E. Huber und E. Kolben. S.A.C. XXX, pag. 213 ff.
Adula-Alpen.
Piz Cazirauns und Piz Senteri. 5. Juli. Dr. Darmstädter mit J. und G. Stabeier von der Alpe di Cazirauns ( Medels ) resp. dem Joch ( 2822 m ) zwischen beiden Gipfeln aus. Alp. II, Nr. 16. Siehe auch Ö.A.Z. Nr. 424, pag. 92.
Steilerhorn durch das Südsüdwestcouloir und über den Südgrat. 4. Juni. Max Schlesinger mit Chr. Klucker.
30. Juni. Dr. Darmstädter und Dr. Helverson mit den Stabeier erreichten den nämlichen Gipfel durch ein mehr westlich laufendes Couloir und ein kürzeres Stück des Südgrates. Ö.A.Z. Nr. 424, pag. 90.
Cufercalhorn über den Südgrat. 5. Juni. Max Schlesinger mit Chr. Klucker. Ö.A.Z. Nr. 405, pag. 183.
Pizzas d' Annarosa durch den Südivestkamin und über den Südwestgrat. 9. Juni. Die nämlichen. Ö.A.Z. Nr. 405, pag. 183.
Pizzas d' Annarosa über die Südwand und den Westrücken. 23. Juli. C. Hößli-Imthurm mit Peter Schwarz von Splügen. Alp. vol. II, pag. 151.
Pizzas d' Annarosa von Norden. 22. August. Mr. W. A. B. Coolidge mit Christian Almer jun. gingen von Splügen über den Alperschellipaß zur Furcla d' Annarosa ( 2596 m ) in 3lk Stunden; von hier umkreisten sie die Westseite des Gipfelstockes, bis sie zur Nordwestseite gelangten. Von hier erstiegen sie, sich immer westlich haltend von dem Rücken, welcher den Gipfel mit der Furcla dil Lai grand verbindet, das große Couloir der Nordwestseite und dann die Felsen zwischen den beiden steilen Schluchten, in welche das Couloir oben gabelt; zuletzt etwas nach rechts traversierend, kamen sie auf ein kleines Plateau westlich vom höchsten Gipfel und über einen leichten Felsrücken auf diesen selber ( 3 Stunden 5 Minuten ). Den Abstieg nahmen sie zuerst über den Felsrücken und das Plateau bis zum obern Endpunkt eines großen schneegefüllten Couloirs, das sie in 1 Stunde 20 Minuten an den Fuß der Nordostwand brachte.Von hier traversierten sie östlich über einen kleinen, auf der Karte nicht markierten Gletscher oberhalb des Lai grand und über Geröll- und Grashalden zur Furcla dil Lai pintg ( 45 Minuten ), von wo sie in 40 Minuten zur obersten Cufercalhütte und in IV2 Stunden nach Sufers abstiegen. A.J. Nr. 126, pag. 260.
Albula-Gruppe.
Tscheischhorn und Kleinhorn. 21. Juni. Dr. L. Darmstädter mit Joh. und Georg Stabeier von der Pürterfurka ( zwischen Kleinhorn und Tscheischhorn ). Alp. II, Nr. 16.
Tscheischhorn. Vom Sattel südlich des Tscheichhorns und über den Südgrat. Anfang der 80er Jahre. Die HH. Käser aus Zürich, Salis von Cresta und andere. S.A.C. XXX, pag. 107.
Anmerkung der Bed. Nach den Nachweisen der Bündnertriangulation, die mir Hr. Ing. Reber mitgeteilt hat, hat Ingenieur Bétemps 1849 im Avers das Tscheischhorn, das Gletscherhorn und die Cima di Cavio bestiegen, vielleicht als erster. In der Alp. II, Nr. 19, erklärt Hr. C. Hößly, daß er den von Dr. Darmstädter als erste Besteigung in Anspruch genommenen Piz Grisch oder Fianell schon im Jahre 1861 auf der Adlerjagd erstiegen habe. Solche Reklamationen würden übrigens weniger häufig sein, wenn neue Besteigungen rechtzeitig und] an passenden Orten publiziert würden.
Weißberge ( Gratwanderung ). 22. Juni. Die nämlichen von der Cresta-Alp aus über Außer-Weißberg und Mittelspitze zum Inner-Weißberg.
Piz Piott, Juferjoch und Juferhorn. 24. Juni.5 Die nämlichen und Dr. Helverson vom Juferthal aus.
Piz Maedero und Forcella di Val Lunga. 25. Juni. Die nämlichen vom Juferthal aus.
Piz Mutalla ( erste touristische Besteigung ) und Piz Ferrera ( 3039 Siegfr., 3023 It.K .) oder Östliches Surettahorn. Die nämlichen.
Splügenhorn ( 2888 m ). 1. Juli. Die nämlichen.
Weißhornscharle von der Teurialp ins Safierthal. 2. Juli. Die nämlichen. Alp. II, Nr. 16 und Ö.A.Z. Nr. 422 ff.
Östliches Surettahorn oder Piz Ferrera ( 3039 m ) von Westen. 25. August. Mr. W. A. B. Coolidge mit Chr. Almer jun. verfolgten von Splügen den Weg zum westlichen Surettahorn bis auf den Schneesattel zwischen diesem und Punkt 2922; von hier traversierten sie rund um den Hintergrund des Surettagletschers über zwei Felsrippen weg, immer oberhalb des Eissturzes, und erreichten so den Fuß des Felssporns, der in nördlicher Richtung vom östlichen Surettahorn herabkommt ( 1 Stundeüber diesen erreichten sie in 25 Minuten leicht den Gipfel. Abstieg zuerst an den Fuß des Nordsporns ( lU Stunde ), dann weiter, den Gletscher nach Osten traversierend, bis Punkt 2712, nördlich von Piz la Mutalla ( Va Stunde ), in die Val d' Emet hinab in 1 Stunde 40 Minuten und nach Canicül in 3k Stunden. Die Traversierung dieses Gipfels als Weg von Splügen nach Avers wird empfohlen. A.J. Nr. 126, pag. 261.
Averser Weißberg ( 3047 m ) von Nordosten. 30. August. Die nämlichen stiegen von Cresta über Hubeiboden und Am Bühl durch das „ Thäli " auf das Thälijoch ( 2802 m ) in 2^4 Stunden, stiegen dann auf der Mühlenseite etwas ab, wandten sich westlich über Stein- und Schneehänge zurück zu dem Felshöcker zwischen Punkt 2987 und Punkt 3041 ( 40 Minutenvon hier erreichten sie die Spitze auf dem gewöhnlichen Weg über den Felsrücken ( 20 Minuten ). Abstieg über die gelbe Wand der Nordostseite zum kleinen Gletscher der Starleraschlucht, den sie von Westen nach Osten traversierten, um über einen Felssporn hinweg den verlassenen Punkt unter dem Thälijoch wieder zu erreichen ( 35 Minuten ). Abstieg durch die Schluchten von Gronda und Faller nach Mühlen ( 2114 Stunden ). A.J. Nr. 126, pag. 262.
Piz Val Müra ( 3164 m ). 26. August. Dr. J. Gelbke und Frau und A. Rzewusky mit Joh. Engi und Chr. Clavadetscher. Alp. II, pag. 153.
Pig Val Müra ( Punkt 3149 ). O. Schuster mit Moser aus Meier-hofen. Alp. II, pag. 153.
Nadel des Piz Kesch ( 3388 m ) von der Fuorcla d' Es-chia aus mit Überschreitung des ganzen Keschgrates. 31. August. A. Rzewusky und Joh. Engi. Alp. II, pag. 153.
Piz d' Aela ( Variante/, Abstieg auf der Ostseite nach dem innern Gletscher. 15. August. L. Purtscheller und Dr. Blodig. S.A.C. XXX, pag. 69.
Piz d' Aela, neuer Abstieg über die Ostwand. 25. August. D. Stokar mit P. Mettier. S.A.C. XXX, pag. 74 ff.
Piz d' Aeia direkt von der Aelahütte aus über die Westwand. 21. August. E. Heinzelmann und O. Neher mit P. Mettier. S.A.C. XXX, pag. 88 ff.
Piz Uertsch, erste Traversierung vom Vadret da Tisch zum Albulahospiz. 25. Juli 1893. Prof. H. Schiess mit zwei Söhnen und einer Tochter. S.A.C. XXX, pag. 101 ff.
Kette des Pis Forun traversiert von Pis Murte.let über Munt Piatta naira zum Pis Forun. 22. Juli. W. Zwioky und E. Imhof. S.A.C. XXX, pag. 28 ff.
Errgrat traversiert von Bergün zum Julierhospiz. 24. Juli. E. Imhof, W. Zwicky und A. Ludwig mit P. Mettier. S.A.C. XXX, pag. 38 ff.
Piz Julier über den Südwestgrat. 25. Juli. Die nämlichen ohne Hrn. Zwicky. S.A.C. XXX, pag. 51 ff.
Traversierung des Piz Uertsch von Westen nach Osten und Piz Kesch über die Südwestwand. 26. Juli. Die nämlichen. S. A. O. XXX, pag. 16 ff.
Pie Sursura traversiert von Dürrboden nach Süs. 23. August. E. Imhof und Frl. Emma Künzli. S.A.C. XXX, pag. 57 ff.
Sertigplattenhorn von der Nordseite. 28. August. D. Stokar mit P. Mettier8. A. C. XXX, pag. 82 ff.
Bernina-Gtebiet.
Monte Rosso di Scersoen /Variante/. 23. August. Mrs. Main mit R. Imboden von St. Nikiaus und W. Wieland von St. Moritz verfolgten auf der italienischen Seite die Route von Wainwright und Garwood ( A.J. XIII, pag. 300 ff. ) bis etwa Vs der Entfernung vom Bergschrund an, indem sie eine Pelsrippe westlich des Couloirs erkletterten. Auf der Höhe des steilen Felsens angelangt, verließen sie die Route ihrer Vorgänger und verfolgten die Felsrippe weiter bis etwas unterhalb des Hauptgrates, den sie durch eine leichte Traversierung nach Osten erreichten. Der höchste Punkt wurde vom Grate erreicht, der von der Schneehaube herkommt. Abstieg auf dem nämlichen Weg. A.J. Nr. 126, pag. 263.
Ofenpass-Gruppe.
Sasso di Campo. 15. August. Oskar Schuster mit Heinrich Moser vom Berninahospiz ein Stück gegen La Rosa abwärts. 5 Uhr 22 Minuten ab Berninastraße hinter der zweiten Lawinenschutzgalerie an einem kleinen weißen Hause. Ein Stück auf ziemlich schwach ausgeprägtem Pfade in nordöstlicher Richtung aufwärts, dann steil hinab in die Val Agone, deren Bach sie 5 Uhr 47 Minuten überschritten, um über steile, zum Teil blockübersäete Rasenhänge zu der auf dem Siegfr.A. mit 2903 bezeichneten Einsenkung aufzusteigen. An 7 Uhr 22 Minuten. Nun über Geröll und Felsen mit einiger Kletterei zum Passo di Val Mera und von hier über Rasenhänge und eine Moräne hinan zum Campo-gletscher. Dann zuerst östlich, dann südlich über den Gletscher auf den Nordhang des Berges zu; von hier über Firn und Fels zum Gipfel, der gegen Süden und Westen schroff abfällt. An 9 Uhr 15 Minuten. Abstieg auf dem gleichen Wege zum Passo di Val Mera. An 11 Uhr 32 Minuten. Ö.A.Z. Ne. 414, pag. 291.
Silvretta-Grnppe.
Seescheien. 6. August. O. Schuster mit Heinr. Moser von der Sar-dasca-Alpe um 5 Uhr 45 Minuten aufbrechend durch das Seethäli bis nahe der Scheienpaßhöhe; nun nach rechts über Rasenhänge und Felsrinnen, zuletzt über den Grat,der vom Scheienpaß kommt, zur Südwestspitze der Seescheien ( 9 Uhr 45 Minuten ). Auf der Ostseite hinab zur Scharte und über schwierige Wandstellen zuletzt auf der Westseite zum zweiten Gipfel ( Doppelturm ) ( 10 Uhr 42 Minuten ); schwieriger Abstieg auf den gegen das Seethäli abfallenden Bändern und Traversierung über plattige Felsen in die Scharte zwischen dem zweiten und dritten Gipfel. Der letzte wurde über eine schroffe Felswand und ein Rasenband, das auf die Westseite hinüberleitete, erstiegen. Um 11 Uhr 32 Minuten stiegen sie auf gleichem Weg wieder zur Scharte hinab; von dort auf der Seethäliseite ein Stück hinunter, dann über plattige Stellen horizontal hinüber in eine tiefe Geröllrinne und durch diese hinauf in die Scharte zwischen dem dritten und vierten Gipfel. Dieser wurde über steile Felsen, zuletzt auf der Schlappinerseite, kletternd um 12 Uhr 58 Minuten erreicht. Der Abstieg wurde um 1 Uhr 42 Minuten direkt zur Scharte angetreten. Von hier stiegen sie ein großes Stück durch die Rinne hinab, verließen diese dann nach rechts und erreichten über steile Rasenhänge den Boden des Seethälis und Sardasca um 3 Uhr 50 Minuten. Ö.A.Z. Nr. 413, pag. 280.
Tkuralpen.
Gamsberg von Süden. 25. Juni. J. B. Stoop, Dr. E. Haffter und Karl Wildhaber. Alp. II, Ne. 15.
Anmerkung. Über die Besteigungsgeschichte des Gamsberges siehe auch Alp. II, Nr. 16.
Redaktion.