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Die Altersvorsorge in der Schweiz (2)
Um unseren kurzen Überblick über die Altersvorsorge in der Schweiz fortzusetzen und als Ergänzung des Artikels zur Abstimmung über ihre letzte Reform, hier einige Hinweise zur 2. Säule und zu den Pensionskassen, die mit dem SMV kooperieren.
Wie bereits im ersten Teil dieses Artikels erwähnt, ist die berufliche Vorsorge (oder 2. Säule) das Ergebnis eines politischen Konsens. Die AHV (oder 1. Säule) erweist sich oft als unzureichend, um einen akzeptablen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Die 2. Säule, die von den Pensionskassen verwaltet wird, erlaubt es, den Lebensstandard nach dem Eintritt in den Ruhestand zu verbessern. Wenn diese angesparten Einkommen nicht ausreichen und die Person nicht über ein ausreichendes Vermögen verfügt, kann sie ausserdem Ergänzungsleistungen beantragen, die von den Kantonen bewilligt werden, aber nach Bundesrecht geregelt sind, und die es erlauben, das Lebensnotwendige abzudecken.
Einer Pensionskasse obligatorisch beitreten müssen AHV-pflichtige Angestellte, die mindestens 17 Jahre alt sind und einen Arbeitsvertrag von mindestens 3 Monaten abgeschlossen haben mit einem Mindestjahreseinkommen von 21.250 Franken. Oberhalb eines Jahreseinkommens von 84.600 Franken ist alles, was diese Summe überschreitet, nicht mehr obligatorisch bei der Pensionskasse versichert, kann aber als Überobligatorium versichert werden, welches höhere Leistungen bietet.
Andere Kategorien von Erwerbstätigen können auf freiwilliger Basis Beiträge zur 2. Säule entrichten: Angestellte, die über ein geringeres Einkommen verfügen oder bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt sind, und Selbstständige mit oder ohne Angestellte. Wenn Freischaffende sich versichern, müssen sie ihre verschiedenen Arbeitgeber darüber informieren, dass sie einer BVG-Kasse angehören. Diese sind dann dazu angehalten, sich an den Beiträgen zu beteiligen, selbst wenn das Arbeitsverhältnis weniger als drei Monate dauert. Unter Berücksichtigung aller Engagements muss die Person jedoch ein Gesamtjahreseinkommen entsprechend dem Minimum von 21.250 Franken erhalten. Die Selbstständigen zahlen hingegen selbst ihre gesamten Beiträge. Der SMV empfiehlt den freischaffenden Musikern, sich bei einer der beiden Vorsorgestiftungen zu versichern, an die er angeschlossen ist.
Mitte April 2017 zählte die Schweiz 1865 Vorsorgeeinrichtungen (1985 gab es davon um die 18 000), welche 4,1 Millionen aktive Versicherte und um die 900 000 Rentner versorgen. Ihr Vermögen wird auf mehr als 900 Milliarden Franken geschätzt, dies entspricht mehr als 140% des jährlichen BIPs der Schweiz. Der SMV ist an zwei Stiftungen angeschlossen: Die Pensionskasse Musik und Bildung (früher Gemeinschaftliche Vorsorgestiftung VMS/SMPV) und die CAST (Charles Apothéloz-Stiftung). Erstere wurde 1978 vom Verband Musikschulen Schweiz gegründet und bietet jeder Person, die eine berufliche Tätigkeit im Bereich der Bildung, Musik oder anderen Künsten ausübt, eine Vorsorgelösung, die spezifisch auf Einkommen aus mehreren Berufstätigkeiten oder einer selbstständigen Tätigkeit angepasst ist. Ausser dem SMV haben sich mehr als 300 Musikschulen und zahlreiche Einrichtungen, die in den Bereichen Bildung, Musik und anderen Künsten tätig sind, der Kasse angeschlossen. Die CAST wiederum wurde 1984 vom Schweizerischen Bühnenkünstlerverband SBKV gegründet, zwei Jahre nach dem Tod des namensgebenden Regisseurs Charles Apothéloz. Sie widmet sich spezieller der beruflichen Vorsorge der Bühnenkünste und der Theaterberufe, hauptsächlich für diejenigen, die in der deutschsprachigen Schweiz arbeiten, wo die Selbstständigen sich selbst einer Kasse anschliessen – in der französischen Schweiz ist die Situation anders: Es sind die Arbeitgeber, die sich der Kasse Artes et Comoedia anschliessen und ihre Beiträge dorthin entrichten, sowohl für ihre festen Angestellten als auch für die Selbstständigen.
Zuletzt noch der Hinweis, dass diesen Herbst Workshops über die Sozialversicherung von Musikern abgehalten werden (siehe unsere Maiausgabe). Mehr Informationen auf der Internetseite des SMV!