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Wenn eine Freundin, ein Freund zum Opfer wird, solltest Du diesem Menschen vor allem zeigen, dass er nicht allein ist. Du solltest geduldig zuhören und versuchen, sein Selbstwertgefühl durch positive Worte und Vorschläge zu verbessern. Falls das Opfer verschlossen ist, kannst Du probieren, es in einem ruhigen, privaten Moment auf Deine Beobachtungen anzusprechen: Sag ihm, dass Du merkst, dass es ihm nicht gut geht. Aber bedränge das Opfer nicht. Sag ihm, dass Du sein Schweigen respektierst, empfehle ihm aber, so schnell wie möglich bei Erwachsenen Hilfe zu suchen.
Wenn Dein Freund, Deine Freundin, dies nicht alleine fertigbringt, liegt es an Dir, Hilfe zu holen. In diesem Fall musst du andere Menschen ins Vertrauen ziehen – und zwar am besten Erwachsene. Überlege Dir, wer das in Deinem Fall sein könnte... Wenn Du ein gutes Verhältnis zu Deinen Eltern hast, sprich mit Ihnen darüber. Falls Du die Eltern Deiner Freundin oder Deines Freundes kennst, ruf sie an, vielleicht können das auch Deine Eltern für Dich übernehmen.
Wenn es aus irgendwelchen Gründen nicht möglich ist, die Eltern auf das Problem anzusprechen, kannst Du einen Termin mit einer Lehrperson von Deiner Schule, der Du vertraust, abmachen.
Du kannst aber auch mit den Mitarbeitenden eines Jugendtreffs, mit Sporttrainerinnen und -trainern, verständnisvollen Nachbarn, einer Ärztin oder einem Arzt oder mit Sozialarbeitenden darüber reden.
Für ganz schwierige Fälle gibt es in allen Kantonen Jugendberatungen oder telefonische Beratungen: Wenn Du dort anrufst, wirst Du auf offene Ohren stossen. Mehr… In der ganzen Schweiz gibt es Jugendberatungsstellen. Du findest sie leicht, wenn Du diese Worte als Suchbegriffe bei Google eingibst. Diese Beratungsstellen sind manchmal staatlich oder sie werden von erfahrenen Jugendorganisationen in Absprache mit den Behörden geführt.
Die Leute, die dort arbeiten sind speziell geschult, kennen alle Hilfsangebote, können Dich also wirksam weitervermitteln – und sie gehen in jedem Fall vertraulich mit Deinen Informationen um.
Ein ähnliches Angebot ist „Die Dargebotene Hand“, die schweizweit unter der Telefonnummer 143 erreicht werden kann. Die Dargebotene Hand nimmt über Telefon und Internet die Rolle eines verständnisvollen, einfühlsamen und unvoreingenommenen Gesprächspartners ein, der wirklich zuhört und mit dem die Ratsuchenden über alles reden können. Selbstverständlich unter Wahrung völliger Anonymität und hundertprozentiger Diskretion.
Wenn Du Dich für erwachsene Ansprechpartner entschieden hast, weisst Du möglicherweise trotzdem noch nicht genau, wie Du ihnen das Problem schildern kannst. Wichtig ist, dass Du es trotzdem versuchst. Ein guter Anfang könnte sein, dass Du von Deinen eigenen Ängsten berichtest, die es schwierig für Dich machen, das Problem Deiner Freundin oder Deines Freundes weiterzuerzählen. Sage am Anfang des Gesprächs, dass Du die Geschichte im Vertrauen berichtest – und Du erst mal nicht willst, dass sie weitererzählt wird. Du wirst folgende Erfahrung machen: Sobald Du einen Einstieg in ein solches Gespräch gefunden hast, läuft der Rest fast automatisch ab.