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Detail
FAVRE, Pierre
* Le Locle, 02.06.1937
Drums, Gong, Suspended cymbals, Clapper, Percussions
Durch seinen Bruder entdeckte Pierre mit 15 Jahren das Schlagzeug und den Jazz. Schon als Amateur spielte er mit Albert Nicholas, Lil Armstrong und war im Dixieland-Orchester von Raymond Droz dabei (Amateur Jazz Festival 1954). Als junger Schlagzeuger spielte er von 1957-60 im Unterhaltungsorchester von Radio Basel, aber auch mit bekannten Musikern wie K. T. Geier, George Gruntz, Eric Peter, Umberto Arlati, in Holland mit Rita Reys. Mit Flavio Ambrosetti nahm er seine erste Platte (European Jazz Echoes) auf.
1961 ging Favre nach Paris und spielte u. a. mit dem Luis Fuentes Sextet, mit Bud Powell, Lou Bennett im Jazzclub Tabou. In Rom begleitete er das Quartett mit Nunzio Rotondo, Eric Peter und Joel Vandroogenbroeck beim italienischen Fernsehen. Mit Bill Smith spielte eine weitere Platte (The American Jazzensemble) ein.
Die nächste Schaffensperiode war im Orchester von Max Greger mit Solisten wie Benny Bailey, Don neza und Dick Spencer. In der Zeit verwirklichte er auch Projekte mit Freddie Hubbard, Jaki Byard, Reggie Workman, Don Cherry, Booker Ervin und Albert Mangelsdorff. 1966 arbeitete er bei der Firma Paiste als Klangberater und Tester und gab weltweit Workshops.
Favre entwickelte ein neues, melodiöses Konzept der Perkussion und begann, sich in der europäischen freien Improvisationsszene zu etablieren. In der Anfangszeit des Free Jazz gründete er mit Irène Schweizer und Peter Kowald das Pierre Favre Trio, zu dem später Evan Parker stiess. Seine erste Soloplatte spielte er 1969, es folgten Solokonzerte. In den Siebzigerjahren hatte er Projekte mit u. a. Michel Portal und spielte im Naked Hamlet Ensemble (Schauspielhaus Zürich) mit Ole Thilo, John Tchicai und Peter Warren. Er machte Aufnahmen mit japanischen Musikern wie Terumasa Hino und Masahiko Satoh und trat mit dem indischen Trommler T. V. Gopalkrishnan auf. Auch arbeitete er mit Jack de Johnette, Fredy Studer und Dom Um Romao (Percussion Profiles) und mit Neue Horizonte Bern. Anfang der Achtzigerjahre zog er nach Paris, unterrichtete aber auch in Stuttgart und später in Luzern.
ECM nahm ihn unter Vertrag und es entstanden Aufnahmen mit u. a. Dino Saluzzi, John Surman, Tamia, Barre Phillips, dem ersten Ensemble Singin' Drums und mit Music Monster.
1994 zog er nach Zürich zurück.
Seit dem Jahr 2001 spielt er im Duo mit Yang Jing. Aus dem ursprünglichen European Chamber Ensemble wurde das Pierre Favre Ensemble. Pierre widmet sich auch der Komposition und schreibt für Projekte wie The Drummers, das einige der besten Schlagzeuger der Schweiz versammelt.
2005 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Zürich.
[Nicole Stocker]