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Nach harzigem Beginn und einigen überstandenen brenzligen Momenten bei eigenem Aufschlag übernahm Federer im Tiebreak das Kommando und marschierte dann im Eiltempo zum neuerlichen Triumph. Mit einem Volleyfehler beendete der körperlich womöglich leicht angeschlagene Goffin nach 1:23 Minuten die Partie.
Acht Tage vor Wimbledon unterstrich Federer insbesondere seine Qualitäten in den entscheidenden Momenten. Hatte er gegen den in der Weltrangliste verletzungsbedingt auf Platz 33 abgerutschten Belgier zunächst Mühe, seine Servicegames durchzubringen, war er zur Stelle, als Goffin im Tiebreak ein erstes Mal schwächelte. Im zweiten Satz schlug er im ersten Game erneut zu, als er erstmals in die Nähe eines Breaks kam. Goffins Widerstand war damit gebrochen. Im neunten Duell musste sich der 28-Jährige seinem einstigen Idol zum achten Mal geschlagen geben.
Die 102 Turniersiege von Roger Federer
Persönlicher Rekord
Mit seinem zehnten Triumph stellte Federer einen persönlichen Rekord auf. Gleich oft hat der 37-Jährige sonst nirgends triumphiert. Fast jeden zehnten seiner nunmehr 102 Turniersiege hat er auf dem Rasen von Halle errungen. Am Heimturnier in Basel hält Federer bei neun Siegen.
Während Novak Djokovic und Rafael Nadal, Federers grösste Konkurrenten in Wimbledon, pausierten, nutzte der Schweizer das Turnier in Halle optimal. Mit Siegen gegen John Millman, Jo-Wilfried Tsonga, Roberto Bautista Agut, Pierre-Hugues Herbert und Goffin brachte er sich in Wimbledon-Form. Nicht alles lief in den zwölf absolvierten Sätzen perfekt, gegen Tsonga und Bautista Agut stand der Erfolg wegen einiger Schwächephasen auf der Kippe. Doch wenn es zählte, war Federer «voll präsent», wie er es nach dem Halbfinalsieg gegen Herbert nannte.
Federer fühlte sich gut
Überdies kam Federer körperlich wunschgemäss durch die Woche. Hatte ihn im Vorjahr, als er auf die Sandsaison verzichtete und stattdessen unmittelbar vor Halle in Stuttgart antrat, bei der Finalniederlage gegen Borna Coric ein Muskelkater geplagt, fühlte er sich diesmal auch am Sonntag noch gut.
Mit der Umstellung von den Sandplätzen auf die schnellere Rasen-Unterlage bekundete der achtfache Wimbledon-Champion von den Topspielern am wenigsten Mühe. Er war von den Finalisten in Halle und im Londoner Queen’s Club der einzige Gesetzte, vermeintliche Favoriten wie Alexander Zverev, Stefanos Tsitsipas und Kevin Anderson waren spätestens in den Viertelfinals gescheitert, Juan Martin Del Potro verletzte sich bei einem Fehltritt schwer am Knie.