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Das Gefängnis, in dem Oscar Wilde in Reading inhaftiert war, wurde für sieben Millionen Pfund an eine britische Wohltätigkeitsorganisation verkauft. Absicht ist, dort ein Museum über den Schriftsteller einzurichten.
Anton Ladner
Oscar Wilde war von 1895 bis 1897 im HM Prison Reading in der gleichnamigen Stadt Reading, 60 Kilometer von London entfernt, inhaftiert. Er musste dort eine zweijährige Strafe wegen Homosexualität verbüssen. Dieser Aufenthalt führte zu seinem Werk «The Ballad of Reading Gaol», das er nach seiner Entlassung schrieb. Darin thematisiert er die Todesstrafe, nachdem er im Gefängnis Zeuge einer Hinrichtung geworden war. Das Gefängnis wurde 1844 erbaut und später als historisch bedeutsam eingestuft. Seit 2014 ist es aufgrund der nicht mehr zumutbaren Infrastruktur geschlossen. Die Ideen einer Umnutzung verliefen jedoch alle im Sand, auch aufgrund von Opposition gegen die neuen Projekte. 2021 realisierte der unter Banksy bekannte anonyme Künstler ein Graffiti an der Gefängnismauer. Es zeigt einen Gefangenen, der mit einem Laken als Seil flieht, an dem eine Schreibmaschine befestigt ist. Eine klare Ehrerweisung an Oscar Wilde. Nun hat die Verwaltung ein Angebot in Höhe von sieben Millionen Pfund von der Ziran Education Foundation für den Kauf akzeptiert. Die von Channing Bi gegründete gemeinnützige Organisation hat sich nach Eigendefinition der Förderung «einer mitfühlenden, friedlichen und nachhaltigen Welt durch Bildung» verschrieben. Um dieses Ziel zu erreichen, konzentriert sich die Organisation auf Lehrerausbildungsprogramme, Workshops und aktive Partnerschaften mit bestehenden Schulen. «Diese Programme sollen Pädagogen die Mittel und Ressourcen vermitteln, die sie benötigen, um die Entwicklung emotionaler, sozialer und ethischer Intelligenz bei Schülern und sich selbst zu fördern.» Dazu soll bald auch ein Museum über Oscar Wilde im Gefängnis gehören. In Dublin besteht das Oscar Wilde House, sein Elternhaus, das heute das American College Dublin beherbergt und eine Reihe von Studiengängen anbietet, darunter auch kreatives Schreiben.
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