Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03431.jsonl.gz/1740

Topisches Nifedipin bei Analfissuren
Unter einer Anlafissur versteht man einen akut aufgetretenen länglichen Riss oder ein chronisches ovalförmiges Ulcus in der Plattenepithelzellschicht des Analkanals. Eine Analfissur wird durch harten Stuhl einerseits und die Säure des Stuhls andererseits provoziert. Leitsymptom einer Analfissur sind brennende Schmerzen, die mit der Defäkation einsetzten und längere Zeit anhalten. Ziel der Therapie ist eine möglichst rasche Analgesie und das Lösen des Sphincterkrampfes.
Pharmakologisch kann eine Fissur durch Senkung des Analsphincterdruckes zum Abheilen gebracht werden. Dazu eignet sich topisches Nifedipin 0,2% sehr gut. Alternativ kann topisches Diltiazem 2% benutzt werden. Nitroglycerinsalbe führt wegen relativ hoher Resorption häufig zu Kopfschmerzen und sollte nicht mehr verwendet werden. Bei Die Injektion von Botulinustoxin erfordert bei kleinen Kindern eine Narkose und führt meist zu einer - allerdings reversiblen - Stuhlinkontinenz.
Da die Analfissuren oft durch Mikroorganismen oder Pilze superinfiziert ist es ratsam, die Behandlung durch Ialugen plus -Salbe zu ergänzen.
Zudem sollte die Härte des Stuhls mittels Gabe von Stuhlweichmachern (Duphalac o.ä.) verringert werden.