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Am 1. August 1811 gelangten die Gebrüder Johann Rudolf und Hieronymus Meyer aus Aarau, begleitet von den zwei Walliser Gemsjägern und Bergführern Joseph Bortis und Alois Volken, über die Lötschenlücke auf den Grossen Aletschfirn. Ausgerüstet waren sie mit Lebensmitteln, Holz, einer zusammenlegbaren Leiter, Stangen und Seilen. Sie erreichten den Fuss des Kranzberges, wo sie ihr Nachtlager aufschlugen.
Frühmorgens brachen sie auf und stiegen den Jungfraufirn hinauf. Da der Gletscher an einigen Stellen stark zerklüftet war, mussten sie für das Weiterkommen die Leiter gebrauchen. Als sie den Jungfraugipfel vor sich hatten, brach ein Föhnsturm aus und sie mussten unverrichteter Dinge zurückkehren. Gegen Abend schlugen sie das Nachtlager bei der Mittelfluh auf.
Am Morgen des 3. Augusts brachen sie zu viert auf, um einen erneuten Versuch, die Jungfrau zu besteigen, zu starten. Die Vier überquerten den Jungfraufirn und stiegen die steilen und vereisten Hänge zum Rotthalhorn hinauf. Mit Hilfe eines Seils, das sie an einem tief in den Schnee gestossenen Stock befestigten, glitten sie den Eisgrat zum Rotthalsattel hinab. Nur mit Mühe, halb sitzend, halb kletternd, überwanden sie den zugespitzten Eiskamm, der zum Gipfel führt, links und rechts in den Abgrund blickend. Nachdem sie einen tiefen Firnschrund überquert haben, standen sie nachmittags um zwei Uhr auf dem Gipfel.