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sieben Gemeinden des Bezirks: Vevey, Corseaux, Corsier, La Tour de Peilz, Le Châtelard, Les Planches und Veytaux.
Beleuchtung.
Die Elektrizitätsgesellschaften Vevey-Montreux, de la Grande Eau und La Romande, die im Grunde nur eine einzige Unternehmung bilden, liefern der ganzen Gegend Licht und Kraft. Für Beleuchtung und Heizung mit Gas sorgt die Gasgesellschaft von Vevey, die gegenwärtig einen grossen Gasometer in Clarens erstellt.
Oeffentliche Werke.
Bedeutende Verbreiterungen von Strassen, zu La Rouvenaz und Vernex-Rive, die Erbauung der Quais von Vernex-Clarens und Territet, die Steinsicherung des Quai von Veytaux-Chillon, die Korrektion und Verbreiterung der Strasse von Belmont zum Friedhof in Clarens etc. sind in jüngster Zeit ausgeführt worden.
[Prof. L. Poirier-Delay.]
Uferbauten und Uferrutschungen im Gebiete von Montreux-Vevey.
Die Uferzone zwischen Montreux und Vevey ist fast durchwegs ihres natürlichen Charakters beraubt worden, durch die Erstellung der sogenannten Quaibauten, wodurch ein stellenweise sehr breiter Landstreifen nutzbar gemacht wurde, entweder als Pflanzland, Gartenterrasse oder als Strasse mit Baumalleen, welche als Spazierweg sehr beliebt geworden sind. Diese Bauten haben vor etwa 50 Jahren ihren Anfang genommen, so dass nun zwischen dem Schloss Chillon und der westlichen Grenze der Gemeinde Vevey nur noch wenige hundert Meter natürliches Seeufer bestehen.
Fast überall ist nicht nur das Flachufer, sondern auch die früher mit Wasser bedeckte Uferbank bis an die Steilhalde des Seebeckens künstlich aufgefüllt worden. An der äussersten Grenze der Auffüllungszone ist diese durch die Erstellung einer Schutzmauer gegen den Wellenschlag gesichert worden. Gewöhnlich wird diese Schutzmauer zuerst errichtet und zwar auf einem Damm von Felsblöcken (enrochement), welcher bis auf die Höhe des Hochwasserstandes aufgeschüttet wird.
Erst neuerdings wurde auf eine gewisse Strecke auf die künstliche Schutzmauer verzichtet und als alleiniger Widerstandbau gegen die Erosion der Blockdamm bis auf die Höhe der Auffüllung aufgeführt, d. h. etwa l½ bis 2 Meter über dem Hochwasserstand. An mehreren Stellen wurde die Auffüllung zu wiederholten Malen immer weiter vorgeschoben, so dass der Schutzdamm nicht nur nahe an dem Steilrand, sondern sogar auf diesen letztern selber zu liegen kam; die Blockbasis desselben fusst auf der Aussenseite auf der bis 40° geneigten Steilhalde. Da nun die Wirkung des Wellenschlags diese lose Blockanhäufung nach und nach auflöst und in die Tiefe versenkt, muss naturgemäss beständig nachgefüllt werden, wenn nicht die Schutzmauer und das gewonnene Nutzland gefährdet werden sollen.
Oft hat man sich auch damit begnügt, allerlei Schutt und Abraum von Bauplätzen und Strasseneinschnitten in den See zu führen, wodurch aber die unterseeische Steilhalde überlastet wird und zuletzt abrutscht, infolgedessen nicht nur das neu aufgefüllte Material, sondern auch die Quaimauern und sogar die Strasse nebst einzelnen Bauten mitgerissen wurden. Seit etwa 40 Jahren hat dieses Ufergebiet eine ganze Reihe mehr oder weniger bedeutender derartiger Abrutschungen und Uferversenkungen aufzuweisen, besonders da, wo unvorsichtigerweise zu nahe oder gar auf die Steilhalde selber gebaut wurde oder die notwendige Nachfüllung mit grösseren Felsblöcken als Uferversicherung unterlassen wurde.
Folgende mehr oder weniger bedeutende Uferversenkungen sind ein lautsprechender Beweis wie unvorsichtiger Weise hier oftmals verfahren wurde und wie unfehlbar auch die Strafe eintrat:
1870. Die Dampfschiffländte in Montreux (La Rouvenaz) wurde weggerissen und der z. T. in den See hinausgebaute Schiesstand wurde stark beschädigt. Ursache: starker Sturm.
1872. Die Quaimauer zwischen dem Landungssteg von Clarens und der Baye wurde auf etliche Meter Länge unterwühlt, so dass die Mauer ins Sinken kam und sich seewärts neigte. Sie konnte noch beizeiten unterbaut und mit einem Steinberg beschützt werden. Ursache: Sturm.
1877. 1. Mai. Der Quai Perdonnet in Vevey versank auf 106 m Länge bei ganz ruhigem und klarem Wetter. Ursache: Abrutschen der Steilhalde infolge Ueberlastung und unrationelle Bauart. Die Quaimauer wurde auf eingerammten Pfähle aufgeführt, bei 4-8 m Seetiefe und dann hinter den Pfählen nach Belegung mit Faschienen einfach mit Schutt aufgefüllt.
1883. 13. September. Eine begonnene Quaibaute vor der Liegenschaft Puenzieux in Clarens, neben der Dampfschiffländte, versank bei ruhigem Wetter auf 25 Meter Länge, als eben ein mit Schutt beladener Wagen ausgeleert werden sollte. Wagen und Pferd versanken mit, - letzteres schwamm vom Geschirr befreit wieder ans Land. Ursache: Ueberlastung der Steilhalde.
1883-1890. Zwei Abrutschungen der in den See gebauten Gartenterrasse vor dem Hôtel Breuer. Ursache: Unsichere Böschung und Ueberlastung derselben.
1887. November. Unterseeische Rutschung der begonnenen Quaibaute von La Rouvenaz in Montreux. Sieben verankerte Kähne verschwanden mit dem Ankerboden in der Tiefe. Am Ufer entstand eine bedeutende Einbuchtung. Ursache: Ueberlastung der unterseeischen Halde.
1891. 19. Mai. Uferabbruch am Trait de Baye zwischen Montreux und Territet, mit dem neugebauten Quai, samt Hafen und Gartenanlagen auf 72 m Länge, bei starkem Föhnsturm. Weitere Ursachen sind Ueberlastung der bis 45° geneigten Steilhalde, dann Erschütterung und Zerklüftung derselben durch zu nahe aneinander eingerammte Pfähle.
1892. 6. Oktober. Abrutschung des im Bau begriffenen Quai von Vernex Dessous auf 30 m Länge. Ursachen: Ueberlastung und Sturm.
1895. 31. Juli. Absinken bei ruhigem Wetter einer etwa 5000 Quadratmeter messenden Schuttablagerung an der Stelle des am versunkenen Quai am Ausgang der Avenue Nestlé (Trait de Baye). Auf dieser als Lagerplatz dienenden Plattform lagen ausserdem noch 5 Schiffsladungen Bausteine, 200 m3 Mauersand, 150 t Backsteine, und 500 m Zementröhren. Der Abbruch fand lautlos statt. Einzige Ursache: Ueberlastung der unterseeischen Steilhalde.
1896. 15. Dezember. Zerstörung des im Bau begriffenen Quai von Plan in Vevey auf 32 m Länge. Ursache: heftiger Sturm und Rückwirkung der hinter der Quaimauer angesammelten Wassermenge.
1898. 31. Dezember. Versenkung von 15 m Quai in Clarens gegenüber Verte Rive. Ursachen: Abrutschen des Steinberges und Unterwühlung der Schutzmauer.
1899. 4. September. Kleinere Absenkung neben obiger Stelle durch dieselben Ursachen.
1906. 19. Juli. Abbruch des Quai von La Rouvenaz 100 m östl. vom Landungssteg auf 44 m Länge, an einer Stelle, wo seit mehreren Jahren Schutt abgelagert wurde und sich eine bedeutende Plattform gebildet hatte. Ruhiges Wetter. Ein mit Angeln beschäftigter Mann wurde mit ins Wasser gerissen und konnte nur mit Mühe gerettet werden. Ursache: Ueberlastung der unterseeischen Halde.
1910. 18. Januar. Unterwühlung und Zerstörung des neuen Quai vor dem Hôtel Montreux-Palace auf etwa 10 m Länge. Ursachen: Sturmwind und Wellenschlag.
1910. 16. Mai. Abbruch und Versenkung des Quai von Clarens vor der Villa Murillo und Pillivet bei ruhigem Wetter auf 40 m Länge. Die angrenzenden Gärten wurden mitbeschädigt. Ursachen: Unterwühlung der Schutzmauer und nachherige Ueberlastung der Halde durch Schuttabladen, wodurch eine unterseeische Rutschung entstand.
[Dr. H. Schardt.]