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Bernie Ecclestone steht momentan in München vor den Richtern. Die müssen entscheiden, ob er den Banker Gribkowski im Jahr 2006 bestochen hat oder ob er lediglich für «Dienstleistungen» bezahlte, um den Formel-1-Zirkus weiter zu beherrschen.
Dokumente aus jenem Gerichtsverfahren stellen Ecclestone nun auch noch in einer weiteren Affäre ins Rampenlicht. Die BBC deckte auf, dass Ecclestone mit der britischen Steuerbehörde einen Deal aushandelte, der auf der Insel alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Statt eine Steuerschuld von über 1,2 Milliarden Pfund zu zahlen, kam er mit 10 Millionen Pfund weg.
Erbschaftssteuer «sehr ungerecht»
Die exorbitante Summe kommt daher, weil Ecclestone seiner Ex-Frau Slavica sämtliche Einnahmen für die TV-Rechte der Formel 1 via einer Stiftung in Liechtenstein «schenkte». Nun zeigen Dokumente, die im Münchner Gerichtsfall öffentlich wurden, dass diese Stiftung alle sechs Wochen 10 Millionen Pfund kassiert. Dies bezeugte Ecclestones Schweizer Anwältin Frédérique Flournoy der Genfer Anwälte DePfyffer. Gemäss den Dokumenten überwies Ex-Frau Slavica ihrem Ex-Mann seit 2009 über 300 Millionen Pfund.
Ecclestone gab an, dass er den Umweg über Liechtenstein wählte, weil er die Erbschaftssteuer in seinem Land als «sehr ungerecht» empfand. Mit dem Liechtenstein-Trick konnte er sie umgehen.
Flournoy erklärte den deutschen Richtern auch, wie es zum Deal mit den britischen Steuervögten kam: «Im Sommer 2008 kontaktierte uns die Steuerbehörden und machte uns das Angebot, mit einer Zahlung von 10 Millionen Pfund die Untersuchungen abzuschliessen.»