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Das Spurenelement Mangan – ein Co-Faktor für zahlreiche wichtige Stoffwechselfunktionen
Resorption, Transport und Konkurrenz
Mangan wird im Dünndarm aufgenommen – meist über ein aktives Transportsystem, bei einem hohen Angebot allenfalls auch über eine passive Diffusion. Im Blut wird der Grossteil des Mangans an Transferrin, Albumin und Plasma-alpha-2-Makroglobulin gebunden. Es gibt hier also eine gewisse Konkurrenzsituation mit Eisen – sowohl bei der Resorption im Dünndarm als auch beim Weitertransport im Blut (Transferrin). Dies ist vor allem bei einer langfristig hohen Eisenzufuhr bzw. bei einem hohen Eisenstatus zu beachten. Im Tierversuch wurde beobachtet, dass eine Mangangabe sowohl die Knochendichte als auch die Knochenneubildung erhöht. Mangan vermochte in einer Kombination mit Zink und Kupfer die Knochenmasse-Verluste bei Frauen nach der Menopause zu verringern. Allerdings ist hieraus nicht ersichtlich, welcher Anteil der Wirkung dem Mangan allein zugeschrieben werden kann.
Einsatzmöglichkeiten
Mangan kommt als Monopräparat nur selten zum Einsatz. Die handelsübliche Tagesdosierung liegt im Bereich von 1-3 μg Mangan pro Tag. Meist wird es in Multivitamin-Spurenelement-Präparaten, Multimineral-Produkten, Mischungen zur Regulierung des Säure-Basen-Haushalts, in Präparaten zur Unterstützung des Knochen- und Knorpelstoffwechsels, zur Wundheilung oder auch in Antioxidantien-Mischungen eingesetzt.
- Knochenstoffwechsel, Osteoporose
Mangan wird für die Biosynthese von Proteoglykanen im Knochen- und Knorpelgewebe benötigt. Zudem ist Mangan Co-Faktor für verschiedene Enzyme in der Knochenmatrix.
- Knorpelstoffwechsel, Arthrose
Mangan hemmt die Bildung von sogenannten Matrix-Metall-oproteasen. Das sind Enzyme, die extrazelluläres Knorpelgewebe zerstören können. Sie werden bei Arthrose vermehrt gebildet.
- In Antioxidans-Präparaten
Mangan wird als Antioxidans selten allein eingesetzt, sondern meist als Bestandteil von Antioxidans-Komplexen. Die Mitochondrien-Membrane werden so mithilfe der Mangan-Superoxiddismutase (MnSOD) vor freien Radikalen geschützt.
- Allergien, Asthma
Manganhaltige Enzyme sind Co-Faktoren für den Histamin-Abbau. Allergiker und Asthmatiker zeigen oft einen erniedrigten Manganstatus. Manganmangel scheint die Häufigkeit von Allergien zu begünstigen.
- Wundheilung
Mangan wird zur Bildung der Aminosäure Prolin benötigt, welche zur Kollagensynthese beiträgt. Auch die für die Wundheilung wichtigen Glycosaminoglycane werden von manganabhängigen Enzymen gebildet.
- Manganmangel, Wechselwirkungen von Medikamenten
Bei einem labordiagnostizierten Manganmangel kann Mangan eingesetzt werden. Man misst Mangan vorzugsweise im Vollblut. Von einigen Arzneimitteln ist bekannt, dass sie zu einem Manganmangel führen können. Dazu gehören: östrogenhaltige Medikamente, Reserpin (Antihypertensivum). Auch die in Getreide vorkommende Phytinsäure führt zu einer verminderten Aufnahme von Mangan.
Toxikologie, Überdosierungen
Mangan-Intoxikationen sind fast ausschliesslich aus der metallverarbeitenden Industrie und aus dem Bergbau bekannt. Dabei wird unter anderem über parkinsonähnliche Störungen, Demenzen, Lernschwierigkeiten, Psychosen, Kopfschmerzen und Hypertonie berichtet.
Literatur
Manganese, Fact Sheet for Health Professionals, National Institutes of Health (NIH). https://ods.od.nih.gov/factsheets/Manganese-HealthProfessional/ Zugriff 27.10.2020.