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Ketline lebt mit 4 ihrer Kinder in Ba Kamas, im Norden Gwomòns. Gemeinsam mit ihrem Partner hat sie 7 Kinder. Als dieser die Familie verliess, versuchte sie sich und ihre Kinder mit Wäschewaschen der Nachbarn und dem Verkauf von Süssigkeiten vor dem Haus, über Wasser zu halten. Meistens reichte es grade, um genug zu Essen für die Familie zu kaufen. Doch dann kamen Tage, an denen es nichts zu essen gab und auch kein Geld vorhanden war, um die Kinder zur Schule zu schicken. Drei der Kinder wurden zu Familienmitgliedern gebracht. Ketine weiss, dass es ihnen dort gut geht.
Rund ein Viertel der haitianischen Bevölkerung leben unter der nationalen extremen Armutsgrenze von USD 1.23 am Tag. Absolut arme Familien können sich häufig keine einzige warme Mahlzeit am Tag leisten und es gibt Zeiten, in denen einige tagelang gänzlich ohne Nahrung auskommen müssen. Ihr Zuhause bietet ihnen keinen zuverlässigen Schutz und die meisten Kinder gehen nicht regelmässig zur Schule. Die Menschen haben ausserdem oft keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. Daher sind sie überdurchschnittlich oft bestimmten Krankheiten ausgesetzt, wie z.B. Durchfallerkrankungen, Typhus, Hepatitis und Cholera. Neben diesen Herausforderungen sind sie aufgrund ihrer Lebenslage oftmals vom Gemeinschaftsleben ausgeschlossen. Landwirtschaft und Viehzucht sind neben dem Kleinhandel die Haupteinkommensquellen ländlicher Haushalte. Insbesondere arme Frauen haben jedoch häufig weder die finanziellen Mittel noch die Kenntnisse oder notwendigen Beziehungen, um Land zu pachten und Saatgut zu kaufen. Ausserdem fehlen ihnen die Kenntnisse über Anbaumethoden und die Haltung von Nutztieren. Für letzteres fehlt oft auch das Kapital. Somit haben diese Frauen und ihre Kinder kaum eine Chance, sich aus eigener Kraft aus der Armut zu befreien.
Seit 3 Monaten ist Ketline nun Teil des CLM-Programms und ist selber erstaunt, was sich innerhalb so kurzer Zeit schon alles verändert hat und welche Fortschritte sie macht. "Ich habe gelernt meinen Namen zu schreiben und meinen Alltag zu managen."
Die wöchentlichen Fördergelder konnte sie teilweise zur Seite legen, um sich dann vom Ersparten ein kleines Schwein zu kaufen. Sie möchte es grossziehen, um es dann mit Gewinn zu verkaufen. Als einkommenschaffende Massnahme wählte sie Ziegen und einen Kleinhandel. Sie hat Pläne einen Verkaufsstand mit Schweinefleisch zu starten. Das Waschen der Wäsche in der Nachbarschaft wird sie weiterführen, denn obwohl es harte Arbeit bedeutet, verschafft es ihr regelmässiges Einkommen.
Mit dem CLM Programm werden Frauen in absoluter Armut begleitet und geschult ein eigenständiges Leben zu führen und aus absoluter Armut herauszukommen. Am Anfang wählen sie zwei einkommenschaffende Massnahmen, erhalten wöchentliche Fördergelder, einen Wasserfilter und Materialien zum Bau eine schützenden Hütte. Nach 18 Monaten können sie sich selber versorgen und können ihre Kinder zur Schule schicken.