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Die Erreichbarkeit von Unternehmen und die individuelle Mobilität sind wesentliche Faktoren für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und die Lebensqualität der Regionen.
Die Pendlerbewegungen haben zwischen 1990 und 2020 insgesamt zugenommen. Das räumliche Grundmuster des Pendlerverhaltens blieb aber ähnlich. Die Polarisierung zwischen «Arbeitsplatzgemeinden» und «Wohngemeinden» hat sich in diesem Zeitraum allgemein verstärkt. Die Kernstädte haben ihren starken positiven Pendlersaldo während diesen Jahren gehalten. Die Kerngemeinden ausserhalb der Agglomerationen haben ihren positiven Pendlersaldo in der selben Periode auch stabil gehalten oder sogar verstärkt. In den nahe liegenden Gemeinden der Kernstädten (Hauptkern, Nebenkern) hat ein Schrumpfen des negativen Pendlersaldos stattgefunden, vor allem zwischen 1990 und 2010. Diese Entwicklung ist unter anderem auf einen Zuwachs von Arbeitsplätzen in der Peripherie zurückzuführen. Im Gegenteil dazu haben die weiter entfernt liegenden urbanen Gemeinden (Gürtelgemeinden, mehrfach orientierte Gemeinden) sowie die Gemeinden ohne städtischen Charakter über den gesamten Zeitraum einen ziemlich stabilen negativen Pendlersaldo behalten.
Die Karten der Erreichbarkeit der grossen Zentren und der Agglomerationszentren sind auf map.geo.admin.ch verfügbar. Beim clicken auf die unterstehende Karte finden Sie diese.
Die Erreichbarkeitsmuster des motorisierten Individualverkehrs und des öffentlichen Verkehrs sind weitgehend deckungsgleich. Der Zugang zu den grossen Zentren mittels öffentlichen Verkehrsmitteln unterscheidet sich jedoch stärker von Region zu Region. Die topografische Situation und die geringere Siedlungsdichte in den Alpentälern und im Jurabogen schlugen sich in verlängerten Fahrzeiten bzw. einem weniger dichten Fahrplanangebot nieder. Beim Individualverkehr sind zudem die Erreichbarkeiten im Raum gleichmässiger verteilt.
Weiterführende Informationen
Tabellen
Definitionen
Relativer Pendlersaldo: Zupendler minus Wegpendler einer Region, in % aller in dieser Region wohnhaften Pendler.
Raum mit städtischem Charakter (Definition des BFS, 2012):
Die Typologie „Raum mit städtischem Charakter“ bildet die urbanen Strukturen in der Schweiz statistisch ab. Dabei wird jeder Gemeinde eine von sieben Kategorien zugewiesen.
- Agglomerationskerngemeinden (Kernstädte)
- Agglomerationskerngemeinden (Hauptkern)
- Agglomerationskerngemeinden (Nebenkern)
- Agglomerationsgürtelgemeinden
- Mehrfach orientierte Gemeinden
- Kerngemeinden ausserhalb von Agglomerationen
- Ländliche Gemeinden ohne städtischen Charakter
Es gelten für die Zuordnung national einheitliche Schwellenwerte und Kriterien. Letztere greifen sowohl morphologische als auch funktionale Aspekte auf.
Diese Kategorien wurden noch zusammengefasst:
- Städtischer Kernraum (Kerngemeinden)
- Einflussgebiet städtischer Kerne (Gürtelgemeinden und mehrfach orientierte Gemeinden)
- Gebiete ausserhalb des Einflusses städtischer Kerne (Ländliche Gemeinden ohne städtischen Charakter)
Methodologie
Pendler: Für diesen Indikator versteht man unter Pendler Erwerbstätige ab 15 Jahren, welche ihren Wohnort (Wohngebäude) verlassen, um ihren Arbeitsort zu erreichen. Die Ausbildungspendler/innen (Schüler/innen, Lehrlinge, Studierende) werden hier nicht betrachtet. Unterschieden werden des Weiteren Pendler, die innerhalb ihrer Wohngemeinde arbeiten (Binnenpendler), von denjenigen, die ihre Wohngemeinde verlassen und ihrer Beschäftigung in einer anderen Gemeinde (Wegpendler) oder im Ausland (Grenzgänger) nachgehen. Erwerbstätige mit unvollständigen Angaben über Pendlerstatus sind nicht berücksichtigt. Der relative Pendlersaldo = der Pendlersaldo, das heissst Zupendler minus Wegpendler, in Prozent der im Raumtyp wohnhaften Arbeitspendler/innen.
Aufgrund von Änderungen im Bereich der Erhebungsmethode und der Gewichtung bei der Strukturerhebung können die Ergebnisse nur bedingt mit denen der Jahre vor 2018 verglichen werden.
KontaktBundesamt für Statistik Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz
- Tel.
- +41 58 463 62 91