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Vereinsmitteilung
Interview: „Von Scheitern zu sprechen, ist falsch!“
Obwohl inzwischen so niemand wirklich mehr daran glauben mag, ist das Erreichen der Playoffs für das Fanionteam des UHC Uster in der abschliessenden Doppelrunde der Qualifikation vom kommenden Wochenende theoretisch noch möglich. Die Betonung liegt auf „theoretisch“, denn einerseits liegt die Hürde, die das Team selber meistern müsste, mit den beiden ausstehenden Spielen gegen Wiler-Ersigen und Alligator Malans sehr hoch. Hinzu kommt, dass man auch von den Ergebnissen anderer Partien abhängig ist. Zur Erinnerung: Bei Punktgleichheit entscheidet das Torverhältnis über die ganze Quali über die Platzierung. In der aktuellen Tabellensituation liegen die Kloten-Bülach Jets mit 23 Punkten und einem Torverhältnis von minus 12 auf dem begehrten achten Platz. Rang 9 nimmt der UHC Waldkirch-St. Gallen mit ebenfalls 23 Punkten, aber einem um einiges schlechteren Torverhältnis von minus 31 ein. Die schlechteste Ausgangslage hat der UHC Uster mit 19 Punkten und einem Torverhältnis von minus 34.
- Damit der UHC Uster das im Sommer 2016 propagierte Saisonziel doch noch erreicht, müssten eine ganze Reihe an Bedingungen erfüllt werden, nämlich
- müsste der UHC Uster in den beiden Heimspielen gegen den unangefochtenen Tabellenleader und bereits als Qualisieger feststehenden SV Wiler-Ersigen sowie den derzeit zweitplatzierten UHC Alligator Malans jeweils einen Sieg nach 60 Minuten, also die vollen sechs Punkte einfahren.
- müsste der UHC Waldkirch-St. Gallen am Samstag auswärts gegen die Kloten-Bülach Jets gewinnen, dürfte dies jedoch erst in der Verlängerung oder im Shootout tun, damit es für den Sieg nur zwei Punkte gibt. Bereits ein Zwei-Punkte-Sieg von Kloten-Bülach wäre fatal, da der UHCU auch im Fall zweier Siege gegen Wiler-Ersigen und Malans wohl kaum 22 Tore auf die Jets aufholen dürfte.
- müssten die Kloten-Bülach Jets am Sonntag zum Abschluss der Quali ihr Spiel auswärts bei den Grasshoppers verlieren.
- müsste Waldkirch-St. Gallen sein letztes Qualispiel auswärts beim Tabellenletzten UHC Grünenmatt verlieren.
- müsste der UHC Uster in den zwei verbleibenden Spielen gegenüber WaSa im Torverhältnis vier Plustore gutmachen, weil man die beiden Direktbegegnungen verloren hat.
Die Voraussage, dass der UHC Uster auch in seiner zwölften NLA-Saison die Playoffs aus der Ferne mitverfolgen wird, ist also bereits mehr Fakt als Prophezeiung. Sportchef Thomas Schwarz äussert sich im Interview mit Philipp Wyss zum – voraussichtlichen – Verpassen des grossen Saisonziels.
Thomas, gehst du mit der Prognose einig, dass der UHC Uster ab diesem März wieder mal in den Playouts zugange sein wird?
Seit letztem Sonntag mit dem verlorenen Heimspiel gegen den HC Rychenberg sieht es ganz danach aus. Eine Playoff-Qualifikation ist wirklich nur noch theoretisch möglich.
Ab welchem Zeitpunkt kamen auch dir erste Zweifel, dass das klar propagierte Saisonziel erreicht wird?
Ich war bis zuletzt davon überzeugt, dass wir die Playoffs noch schaffen können. Ich habe der Mannschaft Siege gegen den HC Rychenberg, SV Wiler-Ersigen und Alligator Malans zugetraut. Spätestens nach der zweiten Niederlage gegen WaSa war klar, dass unsere Ausgangslage schwierig geworden ist. Niederlagen gegen direkte Konkurrenten wiegen schwer. Solche Punktverluste müssen gegen Topteams zuerst wieder kompensiert werden.
Worin siehst du die Ursache(n) für das erneute Scheitern? Hat vielleicht auch die nach den vielversprechenden Spielerzuzügen vorherrschende Euphorie vor Saisonbeginn zuviel Druck erzeugt?
Das Ziel Playoffs werden wir diese Saison zwar höchstwahrscheinlich nicht erreichen. In der gegenwärtigen Situation aber von Scheitern zu sprechen finde ich falsch und ist eine kurzfristige Betrachtung. Es gibt ja auch eine mittelfristige Zielsetzung, welche nicht aus den Augen verloren werden darf.
Klar sind die Erwartungen aufgrund der Zuzüge gestiegen. Druck von Seite sportlicher Leitung wurde aber nicht erzeugt. Für mich war von Anfang klar, dass wir uns in einem Prozess befinden und Schritt um Schritt gemacht werden muss. Aber es ist schon so, dass die Mannschaft die Erwartungshaltung vom Umfeld spürt und sich auch selber unter Druck gesetzt hat. Dann fehlt halt am Schluss vielleicht auch eine gewisse Lockerheit.
Trainer Simon Meier war nie ein Thema?
Ich bin überrascht, dass diese Frage überhaupt gestellt wird. Es wird gute Arbeit geleistet: Das Spielsystem wurde weiter entwickelt, junge Spieler wurden in die Mannschaft integriert, und es wird attraktives Unihockey mit viel Ballbesitz gespielt – wir können mit jeder Mannschaft in der Schweiz mitspielen! Wir sind auf dem richtigen Weg, auch wenn im Moment die Punkte fehlen. Um die Frage zu beantworten: Nein, Simon Meier war für mich oder die Sportkommission nie ein Thema.
Ausgenommen des leidigen Vorgehens in Form eines Trainerwechsels: Welche Möglichkeiten hat ein Sportchef respektive ein Vereinsvorstand überhaupt in einer solchen Situation?
Eine Möglichkeit ist, die grosse Geldschatulle zu öffnen und sich mit zusätzlichen Ausländern in die Playoffs zu schiessen. Dies ist aber sehr kurzfristig gedacht, nicht zukunftsgerichtet und entspricht nicht unserer Strategie. Die Möglichkeiten für Sportchef und Vorstand sind beschränkt. Bis Ende Dezember sind jeweils Spielertransfers möglich. Ob man in dieser Zeit aber den entscheidenden Spieler findet, wage ich zu bezweifeln. Wichtig ist, bei Staffmitgliedern und Spielern in Form von Einzelgesprächen den Puls zu fühlen und auf die einzelnen Personen einzugehen.
Hat man sich im Vorstand aufgrund der Erfahrungen in dieser Spielzeit bereits Gedanken zur kommenden Saison gemacht, oder gilt das Hauptaugenmerk jetzt zuerst noch dem Ligaerhalt?
Beides ist wichtig, und es wird auch immer an beidem gearbeitet. Bezüglich Playouts gilt es, die Saison möglichst rasch zu beenden, sprich die Ligazugehörigkeit in den Playouts sicherzustellen. Für mich als Sportchef beginnt jeweils spätestens Ende Oktober die Kaderplanung für die nächste Saison. Zusammen mit dem Trainer werden die einzelnen Positionen und mögliche Transfers besprochen. Ich knüpfe dann die entsprechenden Kontakte und führe viele Gespräche. Im Zusammenhang mit der Kaderplanung für die laufende Saison hatte ich beispielsweise mit insgesamt über 100 Spielern Kontakt. Darin eingeschlossen ist auch der bestehende Kader.