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Die Seelsorgearbeit von Pfarrer Fliegauf war volksnah, seine Predigten – Hunderte sind als Manuskript erhalten – zeugen von einer anschaulichen Gläubigkeit und einer bedingungslosen Verehrung der Gottesmutter Maria. Es gelang ihm in kurzer Zeit, dem kirchlichen Jahreslauf in Unterägeri ein eigenes Gesicht zu geben. So feiert die Pfarrei beispielsweise heute noch das Fest des Theodor, dessen Gebeine er 1732 erwerben half.
Fliegauf setzte sich für Verbesserungen im Schulwesen ein und forderte eine Stelle für einen Frühmesser- und Schulherr. 1739 war das notwendige Kapital beisammen. Allerdings, die Dorfschule litt weiterhin unter zahlreichen Wechseln und Vakanzen.
Fliegaufs Nachfolger, die Pfarrherren Johann Peter Zürcher von 1743 bis 1783 und Jakob Josef Iten von 1783 bis 1811, mussten schmerzlich erfahren, dass sich die religiösen Vorzeichen unter dem Einfluss der säkularen Aufklärung geändert hatten und auch die finanziellen Rücklagen für ihr Einkommen allzu spärlich waren.
Grosse Hoffnungen setzte Unterägeri 1812 in den jungen Pfarrer Johann Baptist Schwerzmann, der in den Hungerjahren 1816 und 1817 unermüdlich für die Hungernden, Kranken und Sterbenden im Einsatz war, aber selber an Typhus erkrankte und 1818, erst 34-jährig, starb.