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Hypertriglyzeridämie: Gefahr für Gefässe und Pankreas abwenden
Sind die Triglyzeride erhöht, kann das negative Konsequenzen für Gefässe und Pankreas haben. Bei der multifaktoriell bedingten Hypertriglyzeridämie führen oft bereits Lebensstilanpassungen zu besseren Werten. Ist die Störung aber genetisch bedingt, hilft meist nur eine strenge Vermeidung von ernährungsbedingten Triglyzeriden in der Ernährung.
Ab einem Triglyzeridspiegel von 88 mg/dl steigt das kardiovaskuläre Risiko kontinuierlich bis zu Werten von 500–880 mg/dl an. Oberhalb dieses Bereichs sinkt das kardiovaskuläre Risiko wieder, stattdessen droht vermehrt die akute Pankreatitis (1).
Multifaktorielle oder familiär bedingte Hypertriglyzeridämie?
In der Praxis hat sich eine Differenzierung zwischen der schweren multifaktoriellen Hypertriglyzeridämie und dem familiären Chylomikronämie-Syndrom (FCS) bewährt (siehe Kasten). Das FCS entsteht durch genetische Defekte der plasmatischen Triglyzeridhydrolyse. Die multifaktorielle Fettstoffwechselstörung bildet sich als Folge von Lebensstil, Krankheiten und polygener Veranlagung. Zwischen beiden Erkrankungen existieren fliessende Übergänge.
|Multifaktorielle Hypertriglyzeridämie
|Familiäres Chylomikronämie-Syndrom
|Triglyzeride < 160 mg/dl (1,8 mmol/l)
|Nüchtern-Triglyzeride wiederholt > 800 mg/dl (9 mmol/l)
|Sekundärfaktoren (Diabetes, Adipositas etc.)
|keine Sekundärfaktoren
|keine Pankreatitisanamnese
|Pankreatitisanamnese
|positive Familiengeschichte für Hypertriglyzeridämie
|keine schwere Hypertriglyzeridämie der Eltern
|Ansprechen auf Lipidsenker
|kein/kaum Ansprechen auf Lipidsenker
|Beginn im Erwachsenenalter
|Beginn in der Kindheit oder Adoleszenz
Zur Diagnostik wird eine Bestimmung der Nüchtern-Triglyzeride empfohlen. Erst nach mindestens zwölfstündiger Nahrungskarenz und nach eventuell sogar mehrtägigem Alkoholverzicht kann der niedrigst mögliche Spiegel gemessen werden. Dieser erleichtert die Differenzierung zwischen einer genetisch bedingten und einer primär alimentären oder sekundären Hypertriglyzeridämie.
Auch LDL und Non-HDL-Cholesterin bestimmen!
Neben dem Konsum alkoholischer Getränke spielen auch die Ernährungsgewohnheiten und Medikamente eine Rolle. Auszuschliessen sind Diabetes, Insulinresistenz und metabolisches Syndrom sowie hormonelle Veränderungen (z.B. Hypothyreose). Auch Lebererkrankungen, Niereninsuffizienz, generalisierte Entzündungen und eventuell eine Schwangerschaft gilt es zu eruieren.