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«Le Mystère des Voix Bulgares» und Gheorghe Zamfir waren in den 70ern Weltstars.
Marcel und Catherine Cellier brachten die Musik des Balkans in den Westen.
Balkan Melodie - Eine grosse Leidenschaft
Er war der erste Schweizer, der einen Grammy gewonnen hat, entdeckte Musiker wie den Panflötenspieler Gheorghe Zamfir und den Frauenchor «Le Mystère des Voix Bulgares»: Marcel Celliers ungewöhnliche Lebensgeschichte kommt jetzt ins Kino.
Angefangen hat es 1950: Mitten im Kalten Krieg reist der junge Handelsvertreter Marcel Cellier mit seiner Frau Catherine hinter den Eisernen Vorhang. Im Autoradio hörten sie auf Radio Sofia, Radio Bukarest und Radio Skopje beschwörende Stimmen, kaum bekannte Instrumente und für westliche Ohren merkwürdige Klänge. Cellier beschreibt seine Entdeckung so: «Ich hatte mit Silizium, Kupferminen und Manganerz zu tun und stiess auf eine Goldmine, die noch lebendige Volksmusik.»
Hals über Kopf kaufte Cellier Aufnahmegeräte und hielt sich fortan auf den beruflichen Reisen jeweils die Wochenenden frei für seine leidenschaftlichen Musikstudien. So entstand eine Fülle von Tonaufnahmen, und Cellier machte die traditionelle Musik der Balkanländer über Radiosendungen und Plattenproduktionen dem Publikum im Westen zugänglich: Ab 1960 war er 25 Jahre mit der Sendung «De la Mer Noire à la Baltique» auf Radio Suisse Romande zu hören und auch in Radiosendungen der Deutschweiz, Österreich, Deutschland und Frankreich. Er gründete eine Plattenfirma und verkaufte die Aufnahmen millionenfach.
Auf den Spuren der Celliers reiste Dokumentarfilmer Stefan Schwietert durch Osteuropa. Ausgestattet mit den alten Musikaufnahmen, Reisetagebüchern, Fotos und Super-8-Filmen begann die Suche nach den Orten und Musikern von damals. In Bukarest arbeitet der ehemalige Plattenmillionär Gheorghe Zamfir heute als Musiklehrer. In Maramuresch, dem nördlichsten Teil Rumäniens an der Grenze zur Ukraine, lebt eine Handvoll Musiker, deren Musikerdasein damals durch den Kommunismus «verstaatlicht» wurde. In Bulgarien trifft Schwietert auf die legendären Sängerinnen von «Le Mystère des Voix Bulgares», deren Weg von kleinen Bergdörfern bis auf die grossen Bühnen des Westens führte. Und schliesslich ist da die Gypsy-Pop-Formation «Mahala Rai Banda», welche die traditionelle Musik ihres Landes ins neue Jahrtausend transferiert.
Der Film zeichnet ein facettenreiches Bild der Begegnung zwischen Ost und West und lädt ein zu einer musikalischen Erkundungsreise zu Klängen, die damals wie heute die Menschen zu begeistern wissen. Im Kontrast der Begegnungen von damals und heute wird ein Stück Zeitgeschichte erfahrbar. Der Film erzählt von der Veränderung der Menschen und ihrer Umgebung ebenso wie von der Unsterblichkeit zeitloser Musik. Zu sehen ab 8. März in den Programmkinos der Schweiz.
Weitere Infos unter www.looknow.ch
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