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Alternative-die Grünen unterstützt Fastenopfer-Petition und Beschwerde gegen Glencore und andere ausbeuterische Konzerne
Der Namenswechsel von Marc Rich zu Glencore in den 90er Jahren hat sich für letztere ausbezahlt. Obwohl die Firma unter den neuen Namen ebenso rücksichtlos handelt, wie sie es unter dem alten getan hat, steht sie weniger in Verruf. Dabei illustrieren die drei Köpfe der heutigen Glencore das ethische Niveau des Weltkonzern sehr gut: Die drei Köpfe der Glencore sind der ehemalige Fremdenlegionär Simon Murray, der Apartheid-Boykottbrecher Iwan Glasenberg und Tony Hayward. Dieser führte bis zur Ölkatastrophe im Golf von Mexiko die hauptverantwortliche Firma British Petroleum. (Der zweitverantwortliche Konzern, Transocean, hat seinen Steuersitz im Kanton Zug.)
Was der Konzern früher unter dem Namen Marc Rich tat, tut er heute unter dem Namen Glencore. Er beutet die Dritte Welt aus. Das Fastenopfer und Brot für alle haben das dokumentiert in der zur Fastenzeit veröffentlichten Studie am Beispiel des Kongo. Die detaillierten Recherchen zeigen, wie wenig sich Glencore in diesem rohstoffreichen, aber armen Land um die soziale Verantwortung und die Umwelt kümmert. So heisst es im Bericht der beiden christlichen Entwicklungsorganisationen: „Was Glencore treibt, fördert Kinderarbeit.“ Umgekehrt streicht Glencore riesige Gewinne ein. Im letzten Oktober kostete eine Tonne Kobalt im Kongo 1000 Dollar, auf dem Weltmarkt waren es um die 30‘000 Dollar. Dazu kommt der Gewinntransfer in Steuerparadiese wie Zug. Dadurch entgehen dem Kongo Steuereinnahmen, welche dieser Staat für die Bildung, das Gesundheitswesen, die Nahrungsmittelhilfe dringend brauchen würde. Gemäss Schätzungen der UNO müssten die Minen dem Kongo jährlich 400 Millionen Dollar einbringen. Real kassiert der Staat nur 92 Millionen. (Siehe die beigefügte Studie auf Französisch und die deutsche Zusammenfassung!)
Eine weitere kürzlich veröffentlichte Studie zu ausbeuterischen Glencore-Praktiken betrifft Sambia. Dort betreibt der Zuger Konzern gemeinsam mit der kanadischen First Quantum Minerals die Ausbeutung der Mopani Cooper Mines, der grössten Kupfermine des Landes. Eine unabhängige Untersuchung im Auftrag der sambischen Steuerbehörden hat folgendes ergeben: „Wenn man die Kupferpreise an der Londoner Rohstoffbörse mit jenen vergleicht, die Mopani Glencore verrechnet hat, wird klar, dass Mopani das Kupfer praktisch verschenkt.
Ähnliche Beispiele der Ausbeutung und des „Transfer Pricings“ gibt es aus anderen Ländern, in denen die Glencore geschäftet, und von anderen Zuger Konzerne wie Mittal Steel, Danzer, Xstrata usw.. Weil die Alternative-die Grünen sich seit jeher eingesetzt hat für fairen Handel und gegen die Ausbeutung der Dritten Welt, verurteilen wir die erwähnten Praktiken von Firmen wie der Glencore. Wir unterstützen die vom Fastenopfer und von Brot für alle lancierte Petition an den Bundesrat, Schweizer Konzernen wie Glencore mehr auf die Finger zu schauen und stärker anzuhalten, die Menschenrecht zu respektieren. Weiter unterstützen wir die von der Erklärung von Bern und anderen Entwicklungsorganisationen bei der OECD gegen die Glencore eingereichte Beschwerde wegen illegaler Steuerpraktiken in Sambia.
Andreas Hürlimann
Kantonsrat und Co-Präsident Alternative-die Grünen Zug
>> Zum vollständigen Bericht (französisch) >> Zur deutschen Version des Berichts
>> Radiosendung "Mehr Transparenz beim Baarer Rohstoffriesen Glencore"