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Allgemeine Informationen
Was ist ein Boden?
Das Bundesgesetz über den Umweltschutz (USG) definiert Boden als die oberste, unversiegelte Erdschicht, in der Pflanzen wachsen können." (Art. 7, Abs. 4bis). Diese "Erdschicht" kann in Dicke, Textur, Struktur, Farbe usw. variieren und besteht in der Regel aus mehreren Schichten, den sogenannten "Horizonten" (Abbildung 1). Bei Arbeiten, die mit Abtrag, Lagerung und Rekultivierung von Böden verbunden sind, wurden diese Bodenhorizonte in 2 Schichten zusammengefasst:
- Die oberste Bodenschicht = Horizont an der Oberfläche (mit einer Dicke von wenigen cm bis zu 20 oder sogar 30 cm). Dieser Horizont ist besonders reich an organischer Substanz und lebenden Organismen und enthält unter anderem die Grundelemente (Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kalzium, Eisen, Kadmium, Zink usw.) in löslicher Form (dank der Mineralisierung), die direkt für das Pflanzenwachstum verfügbar sind. Manchmal wird diese Schicht auch als "Mutterboden" oder "A-Horizont" bezeichnet.
- Die darunter liegende Bodenschicht = der tiefer liegende Horizont (unter dem Oberflächenhorizont). Dieser Horizont spielt eine wichtige Rolle für den Wasser-, Luft- und Nährstoffhaushalt. Manchmal wird er auch als "mineralische Erde" oder "B-Horizont" bezeichnet.
- Unter einem Boden befinden sich wenig oder nicht verwitterte mineralische Elemente (Gestein, Sand, Schluff usw.). Diese Elemente werden oft als Rohstoff genutzt und stellen Aushubmaterial im Sinne der Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA) vom 4. Dezember 2015, Art.3, lit.f dar. Manchmal auch als "C-Horizont" bezeichnet.
Die Verordnung über Belastungen des Bodens (VBBo) vom 1. Juli 1998 präzisiert die bestehende Gesetzgebung zu den Böden.
Warum sollten wir uns um unsere Böden kümmern?
Obwohl die Ökosystemleistungen unserer Böden weit über die Nahrungsmittelproduktion hinausgehen, ist ihre derzeitige Bewirtschaftung nicht nachhaltig. Der Druck von Gebäuden, Verkehrs- und Energieinfrastrukturen sowie verschiedenen menschlichen Aktivitäten führt zu quantitativen und qualitativen Beeinträchtigungen mit unwiederbringlichen Folgen. Der Boden ist eine nach menschlichen Zeitmassstäben nicht erneuerbare Ressource. Die meisten Böden in der Schweiz stammen aus der Zeit seit der letzten Eiszeit, d.h. sie haben sich in den letzten 10'000 Jahren gebildet.
Situation im Wallis
Im nationalen Durchschnitt gehen etwa 3500 ha/Jahr an landwirtschaftlichen Flächen verloren. Im Wallis ist die Verlustrate doppelt so hoch, was bedeutet, dass die landwirtschaftlichen Flächen in 200 Jahren vollständig verschwunden sein werden, wenn sich dieses Tempo fortsetzt. In der Rhoneebene ist die Situation noch kritischer (Abbildung 2): Die landwirtschaftlichen Flächen verschwinden hier mehr als dreimal so schnell wie in der Schweiz, so dass die Rhoneebene in einem Jahrhundert vollständig überbaut sein wird, wenn der derzeitige Trend anhält!
Wie können sie bewahrt werden?
Gestützt auf diese alarmierende Feststellung wurde im Mai 2021 ein Bericht über die Bewirtschaftung der Ressource Boden im Wallis veröffentlicht. Seither wurde ein kantonales Kompetenzzentrum Boden (KZB-WS) geschaffen, das die Dienststelle für Landwirtschaft (DLW), die Dienststelle für Umwelt (DUW) und die Dienststelle für Raumentwicklung (DRE) vereint. Die Hauptaufgaben des KZB-WS sind:
- Die Erfassung und Zentralisierung von Bodeninformationen in Zusammenarbeit mit dem nationalen Kompetenzzentrum Boden (KOBO) mit dem Ziel, die Walliser Böden zu kartografieren;
- Die Sensibilisierung und Information der Nutzer der Ressource Boden;
- Die Stärkung der Durchsetzung der rechtlichen Vorschriften zum Schutz und zur Bewirtschaftung der Böden.
Raumplanung und Nutzungskonflikte
Die Urbanisierung ist die Hauptursache für den Verlust von landwirtschaftlichen Böden im Wallis. Die Siedlungs- und Infrastrukturflächen haben in den letzten 30 Jahren in der Rhoneebene um mehr als 50% zugenommen.
Daher ist die Erhaltung der landwirtschaftlichen Flächen in der Rhoneebene eine Priorität. Um die Urbanisierung und die Bodenerhaltung zu koordinieren, müssen in erster Linie die noch unbebauten Flächen geschützt und die beschränkte Verfügbarkeit des Bodens bei der Revision der Zonenpläne berücksichtigt werden.