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Die Credit Suisse hat in Absprache mit UBS eine Liste von Mitarbeitern erstellt, die sowohl für den Erhalt der Unternehmen bis zum Abschluss der Übernahme als auch für eine reibungslose Zusammenführung nach Beginn der Integration von entscheidender Bedeutung sind, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Die Credit Suisse hat diesen Monat eine kleine Gruppe von leitenden Bankern angeschrieben und ihnen garantierte Boni versprochen, die sich aus Bargeld und UBS-Aktien zusammensetzen und eine aufgeschobene Komponente enthalten, sagten die Personen, die nicht namentlich genannt werden wollten. Diese Banker seien auch für eine leistungsbezogene Prämie vorgesehen.
Die UBS übernimmt die Credit Suisse, nachdem die Lokalrivalin im März durch den Rückzug von Kunden und einen dramatischen Kursrückgang an den Rand des Zusammenbruchs geraten war. Die Boni könnten helfen, die Folgen für ausgewählte Mitarbeiter abzumildern, die Teile ihrer Vergütung im Zuge dessen verloren haben.
Eine zweite, grössere Gruppe von Mitarbeiter der Credit Suisse, zu der sowohl Umsatzbringer wie Investmentbanker und Kundenberater als auch Backoffice- und Betriebsmitarbeiter gehören, die für die Aufrechterhaltung von Plattformen und Systemen wichtig sind, habe Anspruch auf einen leistungsabhängigen Bonus, hieß es.
“Wir ergreifen proaktive Massnahmen, um unser Kundengeschäft zu schützen, Risiken zu managen und die operative Stabilität zu fördern”, sagte ein Sprecher der Credit Suisse. UBS lehnte eine Stellungnahme zu den Boni ab.
Mit den Schritten soll verhindert werden, dass Konkurrenten das Drama nutzen, um wertvolle Mitarbeiter und Kunden abzuwerben, bevor die Übernahme durch die UBS dieses Jahr abgeschlossen ist. Die Bank geht davon aus, dass die Übernahme im Mai vollzogen sein wird. Dann kann sie offiziell mit der Zusammenführung der beiden Geschäftsbereiche beginnen und stärkere Massnahmen ergreifen, um die Abwanderung aus der Credit Suisse einzudämmen. UBS-Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher bezeichnete die Integration als ein “enormes Risiko.”
Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen und die Bank hat möglicherweise nicht alle berechtigten Mitarbeiter benachrichtigt.
Die Credit Suisse warnte diese Woche in ihrem Geschäftsbericht für das erste Quartal, dass die jüngsten Entwicklungen bereits zu einer erhöhten Fluktuation bei ihren Mitarbeitern geführt hätten und dass Verzögerungen beim Abschluss der Transaktion wesentliche negative Auswirkungen auf das Geschäft haben könnten.
Einige Boni für Top-Mitarbeiter basieren auf dem, was für die Performance im Jahr 2020 bei der Credit Suisse ausgezahlt wurde, als der Gesamtpool etwa dreimal so hoch war wie 2022, so die Personen. Einige der Pläne unterlägen einer mehrjährigen Sperrfrist, so die Personen.
Halteprämien sind für die Credit Suisse nicht neu. In den letzten zwei Jahren wurden solche Boni an fast 1.800 Mitarbeiter in Höhe von über 750 Millionen Franken ausbezahlt.
In den letzten Wochen reiste UBS-Vermögenschef Iqbal Khan rund um den Globus, um den Verlust potenzieller Spitzenbanker im Wealth-Bereich der Credit Suisse zu verhindern. Er sprach mit Private Bankern in Niederlassungen von Dubai bis Doha, traf sich mit Managern in Hongkong und Singapur, veranstaltete Townhalls für Mitarbeiter in Europa und flog nach Brasilien, um dort Leistungsträger zu treffen.
Per Ende des ersten Quartals hatte die Credit Suisse in den vorangegangenen 12 Monaten 280 Kundenbetreuer in ihrer wichtigsten Wealth-Einheit verloren.
(Bloomberg)
3 Kommentare
Diesen Mangern ist der CH Staat egal und das ist das Problem.
Hoffentlich gibt es ein Desaster und die SNB muss alles übernehmen, ich mag es allen gönnen, man hätte die CS ganz einfach retten können in Dezember und es hätte nichts gekostet. Aber es war wohl alles gut eingefädelt. Die Zwangsenteignung war geplant.
Wer was anderes erwartet hat, träumt. Weiter wie bisher bis zum grossen Knall.