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In den Wochen um den 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, führt Amnesty International den weltweiten Briefmarathon durch – zum achten Mal auch in der Schweiz. Erneut werden zahllose Menschen auf der ganzen Welt Hunderttausende von Briefen schreiben für Gewissensgefangene und Personen, die aufgrund ihres Engagements für die Menschenrechte in Gefahr sind.
Mit dem Briefmarathon erinnert Amnesty International an den 10. Dezember 1948, als die Generalversammlung der Uno die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet hat. Die Erklärung verankert zentrale Menschenrechte wie das Recht auf freie Meinungsäusserung oder das Folterverbot. Sie stellt damit eine wichtige Grundlage für Rechtsstaat und Demokratie dar.
...eine Idee
Am 10. Dezember 2001 führte eine Lokalgruppe der polnischen Sektion von Amnesty International in Warschau einen sogenannten «Briefmarathon» durch. Die Teilnehmenden trafen sich während 24 Stunden, schrieben 1000 Briefe zugunsten ausgewählter Gewissensgefangener und schickten sie an die Regierungen der betreffenden Länder. Die Aktion war ein grosser Erfolg. Zwei Jahre später wurde die Idee von Amnesty-Sektionen auf der ganzen Welt aufgenommen. 2011 haben Mitglieder und SympathisantInnen von Amnesty in über 80 Ländern am Briefmarathon teilgenommen und in einer konzertierten Aktion während ca. zwei Wochen über eine Million Briefe und Solidaritätsbotschaften geschrieben. Davon kamen über 30'000 aus der Schweiz.
...ihre Ziele
Ziel des Briefmarathons ist es, in einer konzertierten Aktion weltweit möglichst viele Menschen dafür zu gewinnen, Briefe zu schreiben – Briefe an diejenigen Regierungen, welche verantwortlich sind für die unrechtmässige Inhaftierung, die Folter und Misshandlung oder eine sonstige Gefährdung von Personen, die sich friedlich für ihre Überzeugungen und/oder die Gewährleistung der Menschenrechte in ihrem Land eingesetzt haben. Deren Schicksal gewinnt dadurch eine relative Öffentlichkeit, und der Druck auf die Regierungen steigt. Die Briefe sind gleichzeitig für die Betroffenen und ihre Angehörigen auch ein Zeichen der Solidarität, ein Signal gegen das Vergessen. Amnesty kann für die Einrichtung von Standaktionen und Schreibstuben auf die Unterstützung zahlreicher Schulklassen, Jugendgruppen und Kirchgemeinden zählen.
...und ihr Erfolg
Die Briefaktionen von Amnesty International sind eine effiziente Massnahme, um das Leben gefährdeter MenschenrechtsverteidigerInnen zu schützen. Der geballte Versand von Briefen, E-Mails, SMS- und Fax-Mitteilungen an die verantwortlichen Regierungen zeigt oft Wirkung und verbessert die Situation der Betroffenen: Gewissensgefangene werden freigelassen, Todesurteile in Haftstrafen umgewandelt oder die Haftbedingungen verbessern sich.