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So sollte Lilian viele andere kenanische Mädchen in ihrem Alter in die nächst grössere Ortschaft ziehen, um dort Hausmädchen zu werden.
Da wurde GOA auf ihre Situation aufmerksam und nahm Lilian im nahe gelegenen Kinderheim Tumaini auf, wo sie ein neues Zuhause sowie die Möglichkeit erhielt, eine gute Highschool zu besuchen. Lilian setzte sich dafür ein, dass auch ihre kleine Schwester, Susan, in Tumaini ein neues Zuhause bekam. Denn wie sonst könnte das zehnjährige Mädchen regelmässig zur Schule gehen und täglich mehrere Mahlzeiten zu sich nehmen? Also wurde auch Susan in Tumaini aufgenommen, und gleichzeitig wurde den beiden Mädchen versprochen, dass man sich um ihre Mutter kümmern würde.
Dies reichte jedoch Susan nicht aus. Immer wieder rannte sie vom Kinderheim weg, um nach ihrer Mutter zu sehen. Ihr grosses Herz liess es nicht zu, die Pflege der schwerkranken Mutter in die Hände anderer zu legen. Während drei Jahren kümmerte sie sich mit viel Liebe und Fürsorge um ihre Mutter. Die Schule besuchte sie nur hin und wieder; der Dienst an ihrer Mutter hatte Vorrang. Auch die Überzeugungsversuche des Kinderheimleiters konnten sie nicht umstimmen. Erst als die Mutter starb, kehrte Susan ins Kinderheim und somit in die Schule zurück.
Auch im Kinderheim zeigte sich schnell ihr grosses Herz. Wo überall möglich half sie mit oder bot ihre Dienste an. Besonders in der Küche und bei der Essensausgabe war sie immer wieder anzutreffen. So war niemand sonderlich überrascht, als sie nach der Highschool den Wunsch äusserte, Catering (vergleichbar mit einer Ausbildung zur Hotelfachfrau) zu studieren. Während zwei Jahren lernte Susan an einer Hochschule die Grundregeln des Service, der Küchenarbeit und der Hauswirtschaft. Nachdem sie im vergangenen Dezember ihre Ausbildung abschliessen konnte, absolviert sie nun ein Praktikum im Sportsview Hotel in Nairobi. In diesem vornehmen Haus kann sie das Gelernte Anwenden und die Handgriffe und Abläufe weiter verinnerlichen.
Susan ist überglücklich, dass sie einen Beruf erlernen durfte, der ihrem dienenden Herz und ihren Begabungen entspricht. Ohne einer Ausbildungspatenschaft von GOA Schweiz wäre dieser Traum jedoch wohl noch lange unerreichbar geblieben.
Um auf dem kenianischen Arbeitsmarkt eine echte Chance zu haben, reicht ein Highschool-Abschluss nicht mehr aus. GOA Schweiz ermöglicht es den Jugendlichen aus den Kinderheimen, eine Berufsausbildung oder ein Studium zu absolvieren. Gleichzeitig begleitet unsere Partnerorganisation in Kenia die Jugendlichen auf dem Weg in die Eigenständigkeit und steht ihnen als Mentor zur Seite. Hast auch du Interesse, einem kenianischen Jugendlichen zu einer echten Zukunftsperspektive zu verhelfen, indem du eine Berufsausbildungspatenschaft übernimmst? Dann melde dich direkt bei email hidden; JavaScript is required oder erfahre mehr hier.
Mit herzlichen Grüssen,
das GOA-Schweiz-Team