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Eine schöne Bescherung
Damit kann einerseits ein unliebsames Ereignis oder die Verteilung von Geschenken an Heiligabend gemeint sein – je nach dem, ob die Betonung bei «schön» oder «Bescherung» liegt. Was uns das Christkind heute Schönes oder Unliebsames bescherte, lesen Sie im nachfolgenden Blog.
Tiefdruckbestimmt
An Heiligabend lag die Schweiz nach wie vor unter einer nordwestlichen Höhenströmung. Im Bodenfeld streckte zwar das Hoch über den Iberischen Halbinsel einen schwachen Ausläufer Richtung Alpenraum, der aber kaum wetterwirksam wurde. Bestimmend war vielmehr die Tiefdruckrinne, die sich von Island bis nach Südosteuropa erstreckte. An deren Südrand verlagerte sich tagsüber ein Randtief von den Britischen Inseln nach Polen. Es führte am späteren Vormittag und Mittag eine Warmfront über die Schweiz hinweg, dahinter folgte am Nachmittag und Abend rasch eine Kaltfront nach.
Niederschlag, ...
Kaum hatten die Niederschläge kurz nach Mitternacht ganz im Osten der Schweiz nachgelassen, setzte kurze Zeit später ganz im Südwesten, insbesondere im Unterwallis, bereits der Warmfrontniederschlag ein. Dazwischen gab es also nur eine kurze trockene Phase.
Der Niederschlag griff am frühen Morgen auf die ganze Westschweiz über und dehnte sich im Laufe des Vormittags weiter ostwärts aus. Bis etwa Mittag erreichte er auch das Engadin, nur im Mittel- und Südtessin blieb es abgesehen von wenigen Tropfen mehrheitlich trocken.
Am Nachmittag verlagerte sich der Niederschlag hauptsächlich an die zentralen und östlichen Voralpen und Alpen, im Flachland liessen die Schauer rasch nach. Am meisten fiel im Unterwallis mit 20 bis 40 mm (Wasserwert), etwas weniger am westlichen Jura und am Alpennordhang mit 10 bis 20 mm, in den übrigen Gebieten waren es meist weniger als 10 mm.
...seine Form,
Interessant zu verfolgen war dabei die Schneefallgrenze: Während sie am frühen Morgen noch verbreitet bei 600 bis 1000 Metern lag, stieg sie mit der Warmluftzufuhr im Laufe des Vormittags im Westen rasch gegen 2000 Meter an. Im Wallis hingegen wurde die Kaltluft vorerst nicht ausgeräumt, und so schneite es dank Niederschlagsabkühlung und windstillen Verhältnissen noch längere Zeit bis auf den Talgrund.
... und seine Mengen
Die Niederschläge der vergangenen Tage haben immerhin den höheren Lagen einen teils schönen Neuschneezuwachs beschert, während man im Flachland wieder einmal grüne Weihnachten feiern kann bzw. muss.
Allerdings gibt es auch für die Bergregionen unterhalb von etwa 2000 Metern einen Wermutstropfen. Mit der heute vorübergehend stark angestiegenen Schneefallgrenze wurde der Neuschnee stark durchfeuchtet, was zumindest das kurzfristige Vergnügen etwas schmälert. Aber langfristig gesehen stabilisiert diese Durchfeuchtung die Schneedecke; zudem sinkt heute Abend und in der Nacht auf Mittwoch die Schneefallgrenze wieder und dürfte morgen auf etwa 900 bis 1200 Meter zu liegen kommen.
Für heute müsste man also sagen «eine schöne Bescherung», aber längerfristig gesehen ist der Niederschlag als Ganzes betrachtet doch eine «schöne Bescherung».
Start mit vielen Wolken, aber dann...
Abgesehen von einzelnen kurzen Aufhellungen am Morgen in der Südostschweiz zeigte sich der Vormittag in der ganzen Schweiz wolkenvergangen und trüb. Erst nach dem Mittag kam die Sonne langsam zum Vorschein, zunächst im Mittel- und Südtessin, später vor allem im westlichen Flachland der Alpennordseite sowie in Mittel- und Südbünden.
Frischluftzufuhr
Wie schon in den vorangegangenen Tagen war auch an Heiligabend für eine gute Durchlüftung gesorgt. Im Flachland wehte ein mässiger bis starker Südwest- bis Westwind, in den Bergen ein starker bis stürmischer West- bis Nordwestwind. Die höchste Böenspitze wurde auf dem Jungfraujoch mit 178 km/h gemessen, auf den Jurahöhen und verschiedenen Alpengipfeln wurden 110 bis 135 km/h registriert. Auch im Flachland gab es Höchstwerte von 30 bis 60 km/h.