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Fragestellungen des Swiss Medical Board im Jahr 2012
Über die Fragestellung des dritten geplanten Berichtes wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Die Auswahl der Fragestellungen erfolgte einerseits aufgrund von Empfehlungen aus der Ärzteschaft. Andererseits beabsichtigt die Trägerschaft in diesem Jahr die Nutzung von Synergien mit Berichten ausländischer HTA-Agenturen zu prüfen. Zu diesem Zweck wurden kürzlich im Ausland veröffentlichte HTA-Berichte identifiziert, welche für das schweizerische Gesundheitswesen relevant sind. Anhand dieser Beispiele sollen erste Erfahrungen gemacht werden, ob und inwiefern ausländische Berichte und Empfehlungen für die Schweiz übernommen werden können.
Der Vorstand der Trägerschaft des Swiss Medical Board hat für das Jahr 2012 die Analyse von drei medizinischen Leistungen in Auftrag gegeben. Davon sollen zwei Analysen soweit als möglich aus bereits im Ausland erstellten und veröffentlichten Berichten abgeleitet werden. Damit nimmt das Swiss Medical Board die Bestrebungen auf, Synergien zwischen den HTA-Agenturen zu nutzen, wie dies auch in der internationalen Zusammenarbeit im Rahmen von SNHTA (Swiss Network for Health Technology Assessment) angestrebt wird. Ein wichtiger Bestandteil aller HTA-Berichte ist die medizinische Evidenz. In diesem (aufwändigen) Teil erhofft man sich die grössten Synergieeffekte. Länderspezifisch sind sicherlich die rechtlichen, ethischen und ökonomischen Erwägungen, welche das unterschiedliche Umfeld berücksichtigen und in die Empfehlungen einfliessen.
Konkret wird sich das Swiss Medical Board in diesem Jahr mit folgenden Fragestellungen befassen:
Chirurgische Entfernung von Lebermetastasen beim kolorektalen Karzinom
Unter dem Begriff «kolorektales Karzinom» werden die Krebserkrankungen des Dickdarms (Kolon) und des Mastdarmes (Rektum) zusammengefasst. 25 bis 35% der Patienten, bei welchen ein solches Karzinom chirurgisch entfernt wurde, erkranken im weiteren Verlauf von 5 Jahren an Metastasen in der Leber.
Im Rahmen der vorliegenden Fragestellung wird untersucht, ob eine chirurgische Entfernung solcher Metastasen im Vergleich zu anderen Therapieverfahren für die betroffenen Patienten mit einem relevanten Vorteil bezüglich Überlebensdauer und Lebensqualität verbunden ist. Hierbei werden auch die potentiell negativen Wirkungen der unterschiedlichen Therapieverfahren und das Kosten-Wirksamkeits-Verhältnis betrachtet.
Computertomographie-Scanner in der Abklärung der koronaren Herzkrankheit. Eine Untersuchung auf Basis eines HTA-Berichtes von NICE
Die Koronare Herzkrankheit (KHK, Verengung der Herzkranzgefässe) ist eine häufige Erkrankung mit hoher Morbidität und Mortalität. Für die Diagnose der KHK und die Quantifizierung der Verengung stehen zwei diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung: (1.) die invasive Koronarangiographie, bei der ein Katheter über die Leistenarterie in die Herzkranzgefässe vorgeschoben wird, um die Gefässe darstellen zu können und (2.) die Computertomographie.
Bei einer Teilgruppe von Patienten mit Verdacht auf eine KHK ergibt die Computertomographie mit herkömmlichen Geräten eine zu geringe diagnostische Genauigkeit. Neue Geräte (sogenannte «NGCCT, new generation cardiac CT Geräte»), sollen diese Lücke schliessen.
Bei dieser Fragestellung wird die diagnostische Genauigkeit der neuen NGCCT-Geräte untersucht. Als Vergleich dient die Koronarangiographie. Es wird auch darauf geachtet, ob dieses Verfahren einen patientenrelevanten Vorteil bietet. Zusätzlich werden potentiell negative Wirkungen der beiden Verfahren und das Kosten-Wirksamkeits-Verhältnis betrachtet.
Grundlage des Fachberichtes ist eine Evidenz-Synthese, die im August 2011 vom britischen National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) erstellt wurde.
Über das Thema einer dritten Fragestellung wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.
Die Verabschiedung und Veröffentlichung der Berichte ist für Ende Jahr vorgesehen.
Weitere Informationen:
Fragestellungen des Swiss Medical Board: http://www.medical-board.ch/index.php?id=810
Auskunft:
Susanna Marti Calmell, Sekretariat Trägerschaft Swiss Medical Board
Telefon +41 43 259 24 79, info@medical-board, www.medical-board.ch
Swiss Medical Board
Im Januar 2012 hat sich die Regierung des Fürstentums Liechtenstein der Trägerschaft des Swiss Medical Board angeschlossen.
- Dateien:
- » MM_MB_Fragestellungen_2012.pdf