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Oberschwaben, um 1525
Umkreis des Meisters von Ottobeuren
Lindenholz, geschnitzt und farbig gefasst
H. 70, B. 105, T.10 cm
Inv. 1877.56.
Das Schnitzwerk gehört zu einer Folge von fünf Reliefs, die aus der Kathedrale in Chur stammen sollen und die folgenden Szenen aus dem Leidensweg Christi darstellen: das hl. Abendmahl, Christus im Garten von Gethsemane, Gefangennahme und Petrus mit Malchus, Handwaschung des Pilatus und Wegführung Christi, Dornenkrönung. Über ihren ursprünglichen Zusammenhang in einem Schreinaltar ist nichts bekannt. Die Abendmahlsszene lebt vom Realismus der Schilderung der zwölf mit Christus an der Tafel speisenden Jünger. Ausgeführt werden Details wie das auf einer Zinnplatte aufgetischte Lamm oder die Schraubkanne im Vordergrund, wie der schlafende Lieblingsjünger Johannes oder rechts Judas mit dem Verräterlohn; ihm hängt der Geldsack mit der Schlinge von hinten um den Hals, eine vorwegnehmende Anspielung auf seine Selbstentleibung mit dem Strick. Stilistisch vertritt das Relief den Parallelfaltenstil, der mit dem Namen von Hans Thoman als "Meister von Ottobeuren" und mit Jörg Kendel von Biberach verbunden wird und im schwäbischen Voralpengebiet im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts seine regionale Verbreitung fand.