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Eine neue Studie der ETH Zürich zeigt, dass durch die Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels Glukosamin das Leben von Mäusen um 10 % verlängert wird. Glukosamin simuliert eine kohlenhydratarme Ernährung und verbessert so den Blutzuckerstoffwechsel.
Glukosamin ist ein seit Jahrzehnten verwendetes, frei verkäufliches Nahrungsergänzungsmittel. Es wird zur Verbesserung der Gelenkfunktion und Regeneration von lädiertem Knorpel eingesetzt. Bereits in den 1960er Jahren entdeckten Forscher, dass Glukosamin den Abbau von Zucker in Körperzellen verlangsamt. Jüngere Forschungsarbeiten weisen zudem darauf hin, dass Glukosamin den Stoffwechsel und somit das Wachstums von Krebszellen beeinträchtigt.
Um zehn Prozent verlängertes Leben
In der jetzt veröffentlichten Studie, die in einer Kollaboration von Forschenden der ETH Zürich, der Universität Jena sowie drei Instituten der Leibniz-Gemeinschaft, verwendeten die Forscher Glukosamin, welches den Zuckerstoffwechsel bremst. Glukosamin erhöhte bei Fadenwürmern die Lebenserwartung um durchschnittlich etwa fünf Prozent.
Nachfolgend fütterten die Wissenschaftler alternde, 100 Wochen alte Mäuse, entsprechend dem menschlichen Alter von etwa 65 Jahren, kontinuierlich mit glukosaminhaltiger Nahrung. Zur Kontrolle verglichen sie die Lebensdauer dieser Tiere mit Mäusen, die Nahrung ohne Glukosamin erhielten. Die natürliche Lebenserwartung der mit Glukosamin gefütterten Tiere stieg im Durchschnitt um knapp zehn Prozent, was einer Steigerung der menschlichen Lebenserwartung von etwa acht Jahren entsprechen würde. Zudem wiesen die Mäuse einen verbesserten Blutzucker-Stoffwechsel auf, was vor Diabetes zu schützen vermag.
Mögliche Alternative zu low-carb Ernährung
In detaillierten Untersuchungen konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die mit Glukosamin gefütterten Mäuse den verminderten Zuckerabbau kompensieren, indem sie vermehrt Aminosäuren zur Energiegewinnung verwenden. Glucosamin soll also eine low Carb Ernährung stimulieren, welche als gesundheitsfördernd gilt.
Anders als bei einer solchen kohlenhydratarmen Diät musste die Kohlenhydratzufuhr der Tiere jedoch nicht eingeschränkt werden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Glukosamin auch beim Menschen einen Stoffwechselzustand wie bei einer kohlenhydratreduzierten Diät herbeiführen könnte, ohne dass das eigene Essverhalten geändert werden müsste.
Sollen wir nun Glukosamin auf unseren täglichen Speiseplan setzen? Die Ernährungsmediziner der ETH Zürich sind vorsichtig, da es bislang an Langzeitstudien fehlt. Insbesondere Diabetiker sollten vor einer Glukosamin Einnahme Rücksprache mit dem Arzt nehmen und vermehrt Blutzuckerkontrollen machen.
Zwei jüngere Bevölkerungsstudien mit mehr als 77‘000 Teilnehmern weisen auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Glukosamin-Einnahme und verminderter Sterblichkeit auch beim Menschen hin. Anders als bei den Mäusen der Studie der ETH Zürich ist dies zwar kein Beweis dafür, dass Glukosamin im Menschen lebensverlängernd wirkt, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch.
Die Originalstudie und detaillierte Resultate sind unter folgendem Link zu finden:
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