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Die Contact-Tracing-App des Bundes kommt im Mai – vielleichtUhr
In wenigen Wochen schon könnten die Schweizer Behörden eine Contact-Tracing-App veröffentlichen. Sie soll ihre Benutzer warnen, wenn sie Kontakt zu positiv auf das Coronavirus getesteten Personen hatten. Die App basiert auf dem dezentralen DP-3T-Konzept, an dem sich auch Forscher der ETH beteiligen.
Der Bund unterstützt die Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) Lausanne und Zürich bei der Entwicklung einer Contact-Tracing-App. Wie die Hochschulen mitteilen, basiert diese auf dem DP-3T-Konzept, das von diversen europäischen Forschern gemeinsam entwickelt wird. Eine fertige App könnte bereits am 11. Mai lanciert werden, wenn in der Schweiz Schulen und diverse Unternehmen wieder öffnen.
Die Armee habe das von von der ETH Lausanne entwickelte System in den letzten Tagen auf ihrem Campus getestet. Die mobile App basiert auf einem weitgehend dezentralisierten Mechanismus, der die Benutzer warnt, wenn sie mit einer Person in Kontakt gekommen sind, die sich später als Corona-infiziert herausstellt.
Apple und Google haben vor einigen Tagen ein ähnliches Konzept sowie die Entwicklung einer API angekündigt, die die Nutzung der Bluetooth-Technologie durch Tracing-Anwendungen erleichtert, wie Sie hier lesen können. Laut BAG-Direktor Pascal Strupler wird die geplante App diese Standardschnittstelle nutzen, sobald sie verfügbar ist.
Kampf der Konzepte
Mehrere europäische Länder diskutieren den Einsatz von Contact-Tracing-Apps, um die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen. Sie basieren auf unterschiedlichen Konzepten, die zum Teil heftig untereinander konkurrieren. In einer am 19. März veröffentlichten Erklärung plädieren 300 Forschende aus aller Welt dafür, ausschliesslich auf dezentrale Lösungen - wie jene der ETH oder des MIT – zu setzen, während sie Lösungen mit zentraler Datenspeicherung ablehnen.
Zwar nennen die Forscher im offenen Brief keine Namen. Ihre Kritik dürfte sich aber auf das französische ROBERT-Projekt sowie auf die paneuropäische PEPP-PT-Initiative beziehen – mit letzterer hatte die ETH bis vor kurzem noch zusammengearbeitet.
Der Unterschied besteht darin, dass bei den dezentralisierten Ansätzen wie dem PD-3T-Konzept die Behörden nur die infizierten Personen kennen, während sie bei den eher zentralisierten Varianten die Kontakte zwischen allen Personen (infiziert oder nicht infiziert) rekonstruieren könnten. Beamte und Forscher interessieren sich für den zentralen Ansatz, weil er ein besseres Verständnis der Ausbreitung des Virus ermöglichen würde. Der Mechanismus hat jedoch den zweifachen Nachteil, dass er mehr Daten als nötig sammelt und einem indirekten Zweck dient, der den Nutzern nicht unbedingt bekannt ist.