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750 Jahre Augustinerkirche
Anlässlich des 750-Jahr-Jubiläums der Augustinerkirche ist eine Publikation entstanden und gibt es eine Ausstellung.
Inmitten der City, wenige Schritte von der Bahnhofstrasse entfernt, steht sie wie ein Fels in der Brandung, die Augustinerkirche. Und das nicht erst seit kurzem, sondern seit 750 Jahren. Dieses Jubiläum hat die Christkatholische Kirchgemeinde Zürich an einem Festwochenende im September 2020 mit mehreren Veranstaltungen gefeiert. Dazu gehörte die Eröffnung der Ausstellung «750 Jahre – vom Kloster über die Münzgiesserei zur christkatholischen Kirche». Die informative und reich bebilderte Ausstellung erzählt die wechselvolle Geschichte der Augustinerkirche auf Stellwänden im Kirchenraum, ebenso wie die zum Jubiläum herausgegebene Publikation von Yves und François G. Baer.
Verschiedene Zwecke erfüllt
Als Klosterkirche von Augustinerbrüdern 1270 gegründet, diente die Kirche im Lauf der Zeit unterschiedlichsten Zwecken. Als im 16. Jahrhundert im Zuge der Reformation alle Klöster in Zürich (ausser dem Grossmünsterstift) aufgehoben wurden, zogen das Ehegericht und das Almosenamt bei den Augustinern ein. Das Almosenamt übernahm die Verwaltung der Einnahmen aus den ehemaligen klösterlichen Gütern, womit fürsorgerische Leistungen finanziert wurden. So gab es hier täglich einen Mushafen, mit dem Bedürftige gespeist wurden.
Ende des 16. Jahrhunderts richtete die Stadt im Chor der Klosterkirche ihre Münzstätte ein und das Langhaus, die heutige Kirche, wurde im 16. und 17. Jahrhundert als Kornspeicher und Trotte verwendet, wofür Zwischenböden eingezogen wurden. Der Kreuzgang und Teile der Klostergebäude wurden im 18. Jahrhundert abgebrochen oder umgebaut. Im 19. Jahrhundert war hier die Philosophische Fakultät der 1833 gegründeten Universität untergebracht. Nach dem Rückbau zur Kirche – im neogotischen Stil – konnte hier 1844 erstmals seit der Reformation wieder ein katholischer Gottesdienst stattfinden. Weil den Katholiken das Glockenläuten untersagt blieb, verzichtete man auf den Bau eines Turms.
Christkatholische Kirche
Seit 1873 wird die Kirche von der Christkatholischen Kirchgemeinde Zürich genutzt. Die Christkatholische Kirche entstand nach einem Glaubensstreit um den Unfehlbarkeitsanspruch des Papstes in Abspaltung von der Römisch-katholischen Kirche. Im Zug der Aussen- und Innenrenovation von 1900 erhielt die Augustinerkirche ihren Turm auf dem Dach, der fünf Glocken trägt. 1959/1960 stand eine Gesamtsanierung der Kirche an. Dabei sollte das ursprüngliche gotische Raumbild wiederhergestellt werden. So präsentiert sich die Augustinerkirche bis heute. Sie dient als Citykirche und ist für Besucherinnen und Besucher täglich geöffnet.
Elmar Melliger
Quelle: «750 Jahre – vom Kloster über die Münzgiesserei zur christkatholischen Kirche. Die Augustinerkirche», eine Publikation von Yves und François G. Baer, erhältlich unter <email-pii>,
64 Seiten, Fr. 17.–.
Die gleichnamige Ausstellung in der Augustinerkirche, Münzplatz/Bahnhofstrasse, ist täglich geöffnet von 10 bis 19 Uhr, bis Ende Juni 2021.
Elmar Melliger