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Eine Traumafolgestörung bezeichnet anhaltende Gefühle von Angst, Panik, Ekel oder Wut nach einem traumatischen Ereignis oder einer Reihe solcher Ereignisse. Während belastende Situationen Teil des Lebens sind und häufig bewältigt werden können, kommt es manchmal zu anhaltenden Beeinträchtigungen nach solchen Erfahrungen. Bestimmte Ereignisse führen dabei eher zu einer Traumafolgestörung als andere. Als besonders traumatisierend erlebt werden häufig Situationen, die unerwartet auftreten und die Unversehrtheit einer Person bedrohen. Die Betroffenen erleben eine starke Hilflosigkeit und einen Kontrollverlust. Dazu gehören Krieg, Folter, schwere Unfälle, Katastrophen sowie sexueller, körperlicher oder psychischer Missbrauch. Allen Traumafolgestörungen ist gemein, dass der Entstehung der Erkrankung eine identifizierbare traumatische Erfahrung vorausgeht.
Einordnung der Traumafolgestörungen
Zu einem gewissen Ausmass gehören negative Ereignisse zum Leben und viele Menschen entwickeln individuelle Strategien, um damit umzugehen. Gewisse negative Ereignisse sind jedoch so schwer belastend, dass bei nahezu jeder Person eine tiefgreifende Reaktion darauf erfolgen würde. Als Folge davon bilden Menschen eine akute Belastungsreaktion oder eine posttraumatische Belastungsstörung aus. Davon abzugrenzen sind Reaktionen auf Stress verursachende Situationen, die viele Personen erleben und deren Bewältigung für gewisse Personen dennoch eine massive Herausforderung darstellen wie z.B. anhaltende Konflikte, Scheidung, Trennung oder andere Formen von Verlusterlebnissen. In diesen Fällen entwickelt sich möglicherweise eine Anpassungsstörung oder im Falle eines Todes eine anhaltende Trauerstörung. Abgesehen von der potentiell traumatisierenden Situation, ist es allen Traumafolgestörungen gemeinsam, dass der Gedächtniszugang nicht bewusst reguliert werden kann. Dies führt zum unwillkürlichen Wiedererleben der Situation oder der stark aversiven Gefühlen in Zusammenhang mit der Situation. Die Entstehung einer (einfachen) posttraumatischen Belastungsstörung wird durch kurz- oder langanhaltende Ereignissen aussergewöhnlicher Bedrohung oder grauenhafter Natur begünstigt. Die komplexe posttraumatische Belastungsstörung entsteht besonders dann, wenn diese aussergewöhnliche Bedrohung oder Ereignisse grauenhafter Natur im Rahmen längerer oder sich wiederholenden Situationen auftreten und eine Flucht schwierig oder unmöglich ist. Dazu gehören Kriegserleben, Folter, anhaltende häusliche Gewalt oder wiederholter sexueller Missbrauch in der Kindheit.
Symptome der (komplexen) posttraumatischen Belastungsstörung
Während der potentiell traumatisierenden Situationen treten Symptome wie Amnesie, Derealisation, Depersonalisation, Einengung der Wahrnehmung sowie ein Gefühl der Gefühllosigkeit oder Abwesenheit auf. Eine Amnesie bezeichnet die Unfähigkeit, sich an Vergangenes zu erinnern, eine Derealisation bezeichnet eine abnorme oder verfremdete Wahrnehmung der Umwelt und die Depersonalisation bezeichnet eine abnorme oder verfremdete Wahrnehmung seiner selbst. Nach der belastenden Situation kehrt das Trauma immer wieder unkontrolliert ins Bewusstsein zurück. Betroffene fühlen sich ins Trauma zurückversetzt und zeigen ähnliche Reaktionen wie während des Traumas selbst. Manchmal können die Erinnerungen kaum von der Realität unterschieden werden. Häufig leiden Betroffene unter Alpträumen und wachen mit Symptomen ähnlich einer Panikattacke auf. Reize, die an ein Trauma erinnern, wie zum Beispiel Gerüche, Geräusche oder Gefühle, lösen das Wiedererleben des Traumas aus. Es lassen sich drei Symptomgruppen bilden, in die häufige Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung eingeordnet werden können. Diese drei Symptomgruppen sind Intrusionen, Vermeidungsverhalten und Hyperarousal. Intrusionen beschreiben das Wiedererleben des Traumas in Form von ungewollten Erinnerungen, Träumen, Bildern oder Gefühlen. Das Vermeidungsverhalten bezieht sich auf das Meiden von Reizen, die mit dem Trauma in Verbindung gebracht werden, wie Orte, Situationen oder Menschen. Das Hyperarousal beschreibt Symptome wie übertriebene Wachsamkeit, anhaltende Bedrohungswahrnehmung und Schreckhaftigkeit.
Die komplexe posttraumatische Belastungsstörung enthält zusätzlich zu den bereits beschriebenen Symptomgruppen drei weitere. Diese sind die beeinträchtigte Affektregulation, ein negatives Selbstkonzept und interpersonelle Probleme. Die beeinträchtigte Affektregulation bezeichnet eine zu starke oder zu geringe emotionale Reaktivität. Dazu gehört zudem eine Dissoziationsneigung bei Stress, das heisst, ein Ausfall von Wahrnehmungs- oder Bewusstseinsfunktionen. Das negative Selbstkonzept beschreibt anhaltende Selbstvorwürfe, ein Gefühl von Beschädigung oder Beschmutzung sowie ein niedriges Selbstwertgefühl. Interpersonelle Probleme beschreiben eine Schwierigkeit, Beziehungen aufrechtzuerhalten.