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Der kranke saudi-arabische König Fahd hält sich seit Montag zur Erholung in der Schweiz auf. Der 80-jährige Monarch traf mit grosser Entourage in Genf ein.
Das Flugzeug des saudischen Königs Fahd Ibn Abdelasis landete am Montag um 20.25 Uhr auf dem Flughafen Genf-Cointrin, wie der Flughafensprecher Philippe Roy erklärte. Neben der Maschine von Fahd gehörten noch mindestens fünf weitere zum Tross des Regenten. Insgesamt sollen rund 350 Gefolgsleute mitgereist sein.
Fahd verliess seinen Jumbo-Jet im Rollstuhl und wurde anschliessend auf sein grosses Anwesen in Collonge-Bellerive im Kanton Genf gebracht. Es ist das erste Mal, dass er sich dort aufhält. Bislang entsprach die Residenz in Sachen Grösse und Sicherheitsvorkehrungen offenbar nicht seinen Wünschen.
Keine speziellen Sicherheitsvorkehrungen
Zum Schutz des saudi-arabischen Herrschers und seiner Gefolgschaft hat die Genfer Polzei keine Extra-Vorkehrungen getroffen. Er werde wie alle anderen Staatschefs behandelt, hiess es von Seiten der Genfer Polizei.
Wenn der König innerhalb des Kantons reisen wolle, werde die Polizei auf Anfrage handeln, sagte Polizeisprecher Eric Grandjean. Es reiche, wenn der König dem diplomatischen Dienst der Genfer Polizei telefoniere, um von ihr Schutzpatrouillen zu erhalten.
Auf diese Dienste, die teils von der Eidgenossenschaft bezahlt werden, können alle Staatschefs zurückgreifen.
Aufenthaltsdauer unbekannt
Die amtliche Nachrichtenagentur Saudi-Arabiens machte zur Dauer des Aufenthalts keine Angaben. Laut saudischer Quelle soll der schwer kranke Monarch am Knie operiert werden, falls sein Gesundheitszustand dies zulässt.
Die saudische Mission in Genf wollte zum Besuch keine Angaben machen. Laut saudischen Vertretern in Jeddah, die anonym bleiben wollten, wird König Fahd zwei Monate ausser Landes weilen, davon drei Wochen in Genf und den Rest in seiner Ferienvilla in Marbella an der spanischen Costa del Sol.
König Fahd, der 1982 den Thron bestiegen hatte, erlitt 1995 einen Schlaganfall. Sein Bruder, Kronprinz Abdullah, führt seither de facto die Amtsgeschäfte.
Der König ist seit seinem Schlaganfall kaum mehr ins Ausland gereist. Seine letzte Reise führte in 1999 nach Spanien. An der Costa del Sol erholte er sich von einem chirurgischen Eingriff.
Palast am Lac Léman
König Fahd hatte das Anwesen über dem Genfersee in den 70er Jahren gekauft, als er noch nicht König war. Seither wurde "La Villa de l'Aube" stetig erweitert. Der 17'000 m2-grosse Besitz besteht aus einem zweistöckigen Palast, einem sogenannten "Mini-Versaille", einem Dutzend weiterer Villen, die durch Tunnels miteinander verbunden sind. Gegen 100 Garagen haben Platz für den Luxus-Wagen-Park des Monarchen.
Wegen seiner Baupläne am Genfersee war König Fahd vom WWF und dem Genfer Naturschutz scharf kritisiser worden.
Saudiarabien ist das mächtigste Erdöl exportierende Land der Welt. Es ist eine unumschränkte Monarchie ohne Verfassung und ohne politische Parteien. Alle leitenden Funktionen im Staatsapparat sind mit Angehörigen der Herrscherfamilie besetzt.
Das Privatvermögen von König Fahd wird auf 20 bis 30 Mrd. Dollar geschätzt. Der angeschlagene Monarch ist der vierte von 36 Söhnen des Gründers des saudishen Königreiches Ibn Sa'du (die Töchter zählen nicht in der Hierarchie der 'Royal Familiy').
swissinfo und Agenturen