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Restrukturierungen kommen im Finanzsektor immer wieder vor. Die Konsequenzen tragen häufig die Angestellten, wobei Massenentlassungen alle treffen können.
Im Fall von Restrukturierungen schützt die VAB die Mitarbeitenden und hilft, den Stellenverlust sozial abzufedern. Die Banken sind verpflichtet, betroffene Angestellte, Personalvertretungen und die Sozialpartner frühzeitig zu informieren und zusammen mit ihnen geeignete Massnahmen zu verhandeln.
Zusammen mit den Sozialpartnern wird ein Sozialplan verhandelt. Darin werden die genauen Massnahmen definiert, welche für die betroffenen Personen geeignete Lösungen für ihre individuelle Situation bieten sollen. Teil des Sozialplans können erweiterte Kündigungsfristen oder Abfindungen, Outplacements, Weiterbildungen oder Frühpensionierungen mit finanzieller Unterstützung des Arbeitgebers sein.
Gegenstand dieses Abschnitts sind Massnahmen bei Entlassungen aller oder einer grösseren Zahl von Angestellten infolge gänzlicher oder teilweiser Schliessung einer Bank oder infolge einschneidender betrieblicher Umstellungen. Solchen Entlassungen gleichgestellt sind Kündigungen, zu denen Angestellte bei Betriebsverlegungen aus Distanzgründen gezwungen sind.
Über solche Massnahmen sind die betroffenen Angestellten, die Angestelltenvertretung und die Sozialpartner frühzeitig zu informieren.
Die Information soll so umfassend wie möglich sein. Dies gilt insbesondere für die Gründe, die zum Entscheid geführt haben, die kommenden Massnahmen, ihre Organisation und die zeitliche Abwicklung.
Die Banken müssen die Folgen solcher Massnahmen mit den Angestellten und den Sozialpartnern besprechen.
Es müssen substanzielle innerbetriebliche Verhandlungen über den Sozialplan mit der Angestelltenvertretung geführt werden. Wo keine solche besteht, werden die Sozialpartner beigezogen. Das gleiche gilt, wenn die Angestellten selbst den sofortigen Beizug der Sozialpartner wünschen. Der Abschluss eines Sozialplans soll angestrebt werden.
Bei einschneidenden betrieblichen Umstellungen, welche einen Stellenabbau zur Folge haben, insbesondere bei Fusionen, verpflichten sich die Unternehmensleitungen, Gespräche mit den Sozialpartnern zur vorübergehenden Erhaltung von Arbeitsplätzen und zur Vermeidung von menschlichen und wirtschaftlichen Härten zu führen.
Bei der Durchführung der Massnahmen sind vor allem folgende Punkte zu beachten:
Gesetzliche und vertragliche Ansprüche und Verpflichtungen wie:
– Kündigungsfristen
– Gehaltszahlungspflicht inklusive Nebenleistungen
– Personalvorsorge
– Abgangsentschädigung, soweit sie nicht durch Freizügigkeitsleistungen ersetzt ist
Als Massnahmen zur Milderung der Auswirkungen eines Stellenabbaus sind zu prüfen:
– vorübergehende lohnwirksame Herabsetzung der Arbeitszeit zur Erhaltung von Arbeitsplätzen
– Vermeidung regelmässig wiederkehrender Überstunden
– Förderung der Teilzeitarbeit
– Kurzarbeit
Als weitere Massnahmen zur Vermeidung oder Milderung menschlicher und wirtschaftlicher Härten sind zu prüfen:
– Angebot anderer Arbeitsplätze in der Bank
– bankinterne Umschulung
– Mithilfe der Bank bei der Stellensuche
– Verlängerung oder, auf Wunsch der Angestellten, Verkürzung von Kündigungsfristen
– Umzugserleichterungen
– vorzeitige Ausrichtung von Zulagen für Jubiläen innerhalb von 12 Monaten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses
– Entgegenkommen bei bestehenden Darlehen
– Verzicht auf Konkurrenzklauseln
– vorzeitige Pensionierung mit Zusatzleistungen
– erhöhte Freizügigkeitsleistungen aus der betrieblichen Personalvorsorge bis zum vollen Deckungskapital
– zusätzliche Leistungen in individuellen Härtefällen
– Durchhalteprämien für Angestellte, die sich zur Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses über die Kündigungsfrist hinaus verpflichten