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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
28. Kapitel: Vieles entzieht sich unserm Verständnis
9.
Will nun jemand unsere Ausführungen und dem Worte des Apostels widersprechen, daß Stückwerk unser Erkennen und Stückwerk unser Prophezeien ist, weil er meint, daß er nicht eine stückweise, sondern universelle Kenntnis der existierenden Dinge besitze, sei es nun ein Valentinus oder Ptolomäus oder Basilides oder ein anderer von jenen, welche die Tiefen Gottes erforscht haben wollen, so möge er uns doch die Gründe der Dinge, die in dieser Welt sind, und die wir nicht wissen, wie z. B. die Zahl der Haare seines Kopfes oder der Sperlinge, die täglich gefangen werden, oder ähnliche uns unbekannte Dinge sorgfältig erforschen, von seinem Vater lernen und uns verkünden, damit wir auch die größeren Dinge ihm glauben! Aber nicht möge er sich mit eitler Prahlerei ausputzen und inbetreff unsichtbarer Dinge, die nicht bewiesen werden können, sich rühmen, mehr als andere zu wissen. Wenn nämlich die, welche sich die Vollkommenen nennen, nicht einmal das, was uns auf der Hand oder vor den Füßen liegt, und sich in unserm Gesichtskreis auf Erden befindet, ja nicht einmal den Stand ihrer eignen Kopfhaare wissen, wie sollen wir ihnen dann das glauben, was sie über geistige und überhimmlische, ja sogar über übergöttliche Dinge in eitlem Wortgepränge behaupten?
Soviel möge nun von uns über ihre Zahlen, Namen, Silben, überirdische Fragen und falsche Parabelauslegungen gesagt sein! Du wirst aus dem Deinigen noch mehr hinzufügen können.