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Darmkrebsrisiko und die Folsäure-Biosynthese von Darmbakterien
Zusammenfassung des Artikels «Bacterial folate biosynthesis and colorectal cancer risk: more than just a gut feeling» von Dieuwertje E. Kok, Wilma T. Steegenga et al.
Der Artikel ist ein Review und gibt einen Überblick über verschiedene Studien im Zusammenhang mit bakterieller Folatbiosynthese und Darmkrebsrisiko. Sie stellt aktuelle Ergebnisse über die Folsäure-Biosynthese von Darmbakterien und deren Auswirkungen auf krebsrelevante Prozesse wie DNA-Modifikation und -Synthese dar.
Die Bullet Points der Studie umfassen:
- Eine zu geringe Aufnahme von natürlichem Folat (aus der Nahrung) steht im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Darmkrebs, neurodegenerativen Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine zu hohe Aufnahme an synthetischer Folsäure kann allerdings auch Auswirkungen auf die Entstehung von Krebs haben.
- Darmbakterien im menschlichen Magen-Darm-Trakt (v.a. Dickdarm) können natürliche Folatformen synthetisieren. Sie tragen somit zum Folatspiegel in peripheren Geweben und zur Durchblutung bei. Vor allem sind bestimmte Stämme von Milchsäurebakterien für die Folatproduktion bekannt (L. lactis/ S. thermophilus/ Lb. plantarum WCFS1/ Bifidobakterien).
- Die Anwendung von Milchsäurebakterien zur Erhöhung der Folsäuremenge in fermentierten Nahrungsmitteln kann als eine alternative zur künstlichen Folatanreicherung von Lebensmitteln gesehen werden. Die Kapazität der bakteriellen Folatbiosynthese hängt von der Zusammensetzung der Darmmikrobiota ab.
- Folsäure aus Nahrungsquellen wird primär im Dünndarm absorbiert, bakteriell synthetisierte Formen im Dickdarm. Die Folatabsorption im Dickdarm ist ca. 100mal langsamer als im Dünndarm, allerdings ist auch die Transitzeit im Dickdarm wesentlich länger. Schätzungsweise werden 322-396μg Folsäure pro Tag im Dickdarm absorbiert.
- Die fäkale Ausscheidung von Folat zeigt, dass nicht das gesamte Folat im Dickdarm absorbiert werden kann. Jedoch ist die genaue Menge an Folat, die durch die Darmbakterien produziert wird nicht bestimmbar, da es auf unterschiedliche Gewebe verteilt wird und ein genauer Biomarker fehlt.
- Folat hat eine Funktion als C1-Überträger und ist deshalb sehr wichtig bei der DNA- und RNA-Synthese. Außerdem ist Folat an Methylierungsreaktionen beteiligt und bestimmt somit die Verfügbarkeit von Methylgruppen, die auf Proteine, RNA und DNA übertragen werden können. Durch Folatmangel kann es zu Fehlern in der DNA kommen und damit zur Krebsentstehung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Folatbiosynthese zum Folatdepot beitragen kann und daher Auswirkungen auf das Darmkrebsrisiko und andere Aspekte der menschlichen Gesundheit hat.