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Die Geschichte des Bellacher Weihers ist schon vielfach erforscht und aufgeschrieben worden, besonders von den Bellacher Heimatkundlern Kurt Jäggi und Anton Ris. Sie soll deshalb an dieser Stelle nicht neu erfunden, sondern mit ausdrücklichem Hinweis auf die genannten Quellen in einem kurzen Abriss aus den bestehenden Schriften zusammengefasst werden
Die Entstehung des Bellacher Weihers ist nicht auf eine natürliche Begebenheit zurückzuführen, sondern er wurde von Menschenhand geschaffen. Die Stadt Solothurn beauftragte Mitte des 15. Jahrhunderts einen Dammbauer aus dem Aargau, das sumpfige Weihertäli zwischen Bellach und Selzach mit einem Damm abzuriegeln und so das Wasser zu einem ansehnlichen Weiher aufzustauen.
Diese Investition hatte natürlich ihren wirtschaftlichen Zweck. Der Weiher sollte dazu dienen, die Stadt mit Fischen und im Winter mit sauberem Eis zu versorgen.
Die Stadt scheint aber die Auslagen für den Betrieb dieses Fischweihers unterschätzt zu haben. Insbesondere das Einsetzen der Zuchtfische war eine kostspielige Angelegenheit. Der Reinerlös war von Jahr zu Jahr grossen Schwankungen ausgesetzt, ja er nahm tendenziell sogar ständig ab. Übrigens nicht zuletzt deshalb, weil die Stadtherren ihre Anwesenheit beim Fischen für unumgänglich hielten und sich dabei stets ein reichhaltiges „Zvieri“ ans Ufer servieren liessen. Der Rat erwog bereits 1513 den Verkauf des Weihers, weil er nicht mehr mit Gewinn betrieben wurde; dieser Verkauf kam jedoch nicht zustande.
Die Bellacher selbst hatten vom Weiher dahingehend einen Nutzen, als dass sie das abfliessende Wasser zur Bewässerung ihrer Felder verwenden durften.
Der Bellacher Weiher wurde ebenfalls zur Eisgewinnung eingesetzt. Wie dies von Statten ging zeigt die NZZ-Dokumentation über das "Yschen" in eindrücklicher Art und Weise.
Der Weiher blieb also im Besitz der Stadt, bis er im Jahre 1861 von der Baumwollweberei Schwarz & Co. gekauft wurde, um mit dem Wasser die Turbinen für die mechanische Weberei anzutreiben und Strom zu erzeugen. Aufgrund dieses damaligen Besitzers wird der Bellacher Weiher von vielen Einheimischen „Schwarzes Meer“ genannt.
Der Weiher war damit seinem ursprünglichen Zweck aber nicht entzogen; denn die Baumwollweberei verpachtete den Weiher weiterhin zum Fischen.
Der Weiher ging 1955 in den Besitz der Baumwollweberei Leysinger AG über. Nach kurzer Zeit, im Jahr 1959, erwarb ihn René Gaschen und dieser verkaufte ihn 1971 an Max Gerber aus Niederwil. Seit 2001 ist er nun im Besitz der Familie Stöckli aus Bellach.
Seit 1945 steht das einzige stehende Gewässer der Region unter kantonalem Naturschutz. So gelang es anfangs der fünfziger Jahre dem Solothurner Regierungsrat und dem Naturschutz, das Auffüllen des westlichen Weiherteils mit Aushubmaterial des damals erbauten Fabrikareals der Lanco in Langendorf zu stoppen. Seither ist der Weiher als zu schützendes Naturobjekt anerkannt.
„Wie der Bellacher Weiher entstand“, in: St. Ursen-Kalender, 1942.
Kurt Jäggi: „Der Bellacher Weiher“, in: Bellacher Kalender, 1977
Anton Ris: „Fische und Eis für die Stadt“, in: Das Dorf ist bemerkenswert, Bellach 2004.
Solothurner Zeitung vom 15.April 1987.