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Während in der Schweiz der Nationalfeiertag begangen wurde, wurde im US-Kongress ein Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Cannabis eingebracht. Das Gesetz soll das landesweite Verbot der Pflanze aufheben.
Urheber des Entwurfes ist US-Senator Cory Booker aus New Jersey. Sein «Marijuana Justice Act of 2017» soll die Staatskasse retten sowie die Polizei und die Gefängnisse entlasten. Laut der American Civil Liberties Union (ACLU) sind 52 Prozent aller drogenbezogenen Festnahmen auf Marihuana zurückzuführen.
Insgesamt wurden in den USA 2010 sieben Millionen Menschen wegen dem Besitz von Cannabis festgenommen. Laut der ACLU geben die USA für die Durchsetzung des Verbots von Cannabis jedes Jahr 3,6 Milliarden Dollar aus. Während die Kriminalitätsrate in den USA in fast allen Belangen sinkt – Gewaltverbrechen sind in den letzten 20 Jahren um über 36 Prozent zurückgegangen – stieg die Zahl der Cannabis-Verhaftungen im gleichen Zeitraum um 13 Prozent.
Booker klagt an, dass mit dem Verbot besonders arme und schwarze Menschen unterdrückt werden. Eine Verhaftung könne das Leben einer jungen Person zerstören. «Ich habe junge Teenager gesehen, die verhaftet wurden und den Rest ihres Lebens unter der strafrechtlichen Verurteilung litten», sagt Booker auf Facebook.
Die Zahlen untermauern Bookers Befürchtungen. Obwohl Weisse und Schwarze laut den Zahlen der ACLU ungefähr gleich oft Gras konsumieren, werden Schwarze vier bis acht Mal häufiger wegen Cannabis-Besitz festgenommen. Wer die Busse für eine Festnahme nicht bezahlen kann, landet im Gefängnis.
«In den acht Staaten und im District of Columbia wurde Cannabis legalisiert. In diesen Staaten sind Gewaltverbrechen zurückgegangen, das Staatseinkommen wurde vergrössert und die Polizei kann sich auf schlimmere Verbrechen konzentrieren», so Booker. Die Staaten hätten «gute Erfahrungen gemacht». Für ihn Grund genug, Cannabis landesweit zu legalisieren.
Seit Ende 2016 wurde die Pflanze in den US-Staaten Kalifornien, Nevada und Massachusetts generell legalisiert. In den vergangen Jahren hatten bereits Alaska, Colorado, Oregon, Washington und die Bundeshauptstadt Washington D. C. diesen Schritt gewagt. Seit letztem Jahr ist Marihuana in 25 der 50 US-Staaten zu medizinischen Zwecken zugelassen.
Doch es gibt in den USA auch eine Anti-Marihuana-Bewegung. Einer der mächtigsten Verfechter dieser Ansicht ist wohl Generalstaatsanwalt Jeff Sessions. Er fordert, dass die Gesetze zu Cannabis verschärft werden. Weiter will er die Abgabe von Cannabis für medizinische Zwecke erneut landesweit verbieten.
Mehrere Umfragen haben ergeben, dass die Legalisierung von Gras in den USA viel Rückhalt geniesst. Die Abgabe von Marihuana zu medizinischen Zwecken soll sogar von 94 Prozent der Amerikaner gutgeheissen werden. (leo)