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Im Körper eines erwachsenen Menschen fliessen etwa 5–6 Liter Blut. Es wird in einem System von Blutgefässen transportiert, das insgesamt etwa 96‘000 km lang ist – das ist mehr als zweimal der Umfang der Erde! Die Blutgefässe verzweigen sich auf ihrem Weg vom Herzen zu den Organen in immer feinere Adern. So erreichen sie jedes Gewebe des Körpers. Nur unsere Haare, die Zehen- und Fingernägel, die Hornhaut der Augen und der Zahnschmelz sind nicht durchblutet.
Ein weitläufiges Transportsystem
Das Blut sorgt dafür, dass alle Zellen des Körpers ausreichend „Brennstoff“ zur Energiegewinnung haben: Es bringt ihnen Sauerstoff und energiereiche Stoffe wie Traubenzucker. Das Kohlendioxid, das bei der Verbrennung entsteht, wird wieder abtransportiert und durch die Lunge ausgeatmet. Ausserdem verteilt das Blut Mineralsalze und Vitamine im Körper und leitet Abfall- und Giftstoffe zu den Ausscheidungsorganen, vor allem in die Leber und die Nieren.
Abwehr von Krankheitserregern
Auch Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Parasiten nutzen allerdings das Blut, um sich im Körper auszubreiten und zu vermehren. Wenn sie es schaffen, die Barriere der Haut oder Schleimhäute zu überwinden und in den Körper einzudringen, kann es zu einer Infektion kommen. Daher müssen sie so rasch wie möglich bekämpft werden.
Zu diesem Zweck zirkulieren die Zellen des Immunsystems in unserem Blut. Die weissen Blutkörperchen stellen dabei die "Polizei" unseres Körpers dar: Da gibt es "Fresszellen", die Eindringlinge im Blut und im Gewebe erkennen und sie zerstören. "Helferzellen" merken sich die Struktur auf der Oberfläche des Krankheitserregers und geben diese Information an andere Zellen weiter. "Plasmazellen" beginnen daraufhin, gezielte Waffen gegen den Eindringling zu produzieren: die Antikörper. "Killerzellen" zerstören Körperzellen, die bereits von einem Erreger befallen wurden, so dass sich dieser dort nicht weiter vermehren kann. Und "Gedächtniszellen" sorgen schliesslich dafür, dass sich der Körper über lange Zeit an eine Infektion erinnert und sie beim nächsten Mal viel schneller abwehren kann. Deshalb wird man gegen gewisse Krankheiten immun, man macht sie also nur einmal im Leben durch.
Wunden verschliessen und Blutverlust vermeiden
Noch besser ist es natürlich, wenn Krankheitserreger erst gar nicht in den Blutkreislauf eindringen können. Daher versucht der Körper bei Verletzungen, die Wunde so rasch wie möglich zu verschliessen. Das Blut gerinnt also und bildet eine Kruste, die erst abfällt, wenn das Blutgefäss und die Haut darüber wieder verheilt sind. An der Blutgerinnung ist ein weiterer Typ von Blutzellen beteiligt, die Blutplättchen. Ausserdem braucht es verschiedene Gerinnungsfaktoren, das sind Proteine in der Blutflüssigkeit (auch Blutplasma genannt).