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Sundby wurde zweimal positiv auf Salbutamol getestet. Das in Sportlerkreisen weitverbreitete Asthma-Medikament hat der 31-Jährige mit ärztlicher Genehmigung angewendet, dabei aber einen Formfehler begangen. Sundby nahm das Mittel nicht wie üblich über einen Inhalator, sondern über einen Zerstäuber ein und überschritt so die erlaubte Dosis.
Im Gegensatz zum Weltverband FIS sprach der Internationale Sportgerichtshof (CAS) aber eine Strafe aus. Der CAS sperrte Sundby rückwirkend ab dem 11. Juli 2016 für zwei Monate. Ausserdem strich er die Ergebnisse vom Weltcuprennen am 13. Dezember 2014 in Davos (1. über 15 km klassisch) und der Tour-de-Ski-Etappe vom 8. Januar 2015 in Toblach (3. über 25 km Skating-Verfolgung). Bei beiden Rennen hatte Sundby eine positive Probe abgegeben.
Für die beiden positiven Dopingproben übernahm der norwegische Ski-Verband die Verantwortung. Der Team-Arzt Knut Gabrielsen nahm die Schuld auf sich und erklärte, er habe die Regeln falsch verstanden. Es dürfte bei der Anmeldung des Nasensprays oder der Art der Einnahme zu einem Fehler gekommen sein. Sundby habe nicht mehr als die erlaubte Dosis eingenommen, betonte der Arzt.
Der CAS stellte allerdings fest, dass keine Ausnahmegenehmigung eingeholt worden war. Für die FIS war in Sundbys Vorgehen kein Dopingverstoss zu erkennen. Deshalb entschied die FIS am 4. September 2015, keine weiteren Massnahmen zu ergreifen. Dagegen hatte wiederum die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) Rekurs eingelegt.
Sundby wird nun der Sieg im Gesamtweltcup aberkannt. Einer der Nutzniesser heisst Dario Cologna. Der Bündner wird dadurch zum vierten Mal nach 2008/09, 2010/11 und 2011/12 zuoberst in der Gesamtwertung geführt. Die Saison 2014/15 hatte Cologna 305 Punkte hinter Johnsrud Sundby beendet. Durch die Streichung der Resultate in Davos und Toblach sowie für den Sieg an der Tour de Ski fallen Sundy 530 Zähler aus der Wertung. Der Schweizer hingegen kommt neu auf 1103 Punkte und gewinnt somit das Overall-Klassement vor Petter Northug (1047). Dieser kommt seinerseits unverhofft doch noch zu einem Sieg an der Tour de Ski, weil Sundby nun einen seiner drei Tour-de-Ski-Siege los ist.
Die FIS wolle Sundby nun zurückzuzahlende Prämien ersetzen, berichteten norwegische Medien. Der Weltverband unterstrich, Sundby sei nicht als Athlet anzusehen, der bewusst dope. Der Olympia-Dritte im Skiathlon von 2014 hatte schon vor seiner Sperre betont, aufgrund seiner Probleme seien ohne das Medikament weder Training noch Wettkämpfe möglich.
(SDA)