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<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>Gemäss der Zielsetzung der Bodenstrategie soll ab 2050 netto kein Boden mehr verbraucht werden. Wie hoch schätzt der Bundesrat den Verlust an landwirtschaftlicher Nutzfläche und speziell an Fruchtfolgeflächen bis 2050?</p><p>Welchen Einfluss hat dieser bis 2050 andauernde Kulturlandverlust auf die landwirtschaftliche Produktion und damit auf den Selbstversorgungsgrad und die langfristige Versorgungssicherheit?</p><p>Eine Intensivierung der Produktion auf dem verbleibenden Kulturland ist nicht nachhaltig und nachweislich keine Option. Wie kann die Versorgungssicherheit bei andauerndem Kulturlandverlust aufrechterhalten werden? </p><p>Die Biodiversität ist zentral für den langfristigen Erhalt der Versorgungssicherheit. Zu ihrer Förderung sind auch Massnahmen vorgesehen, die mit einem Produktionsrückgang verbunden sind. Sieht der Bundesrat die Gefahr, dass für die Aufrechterhaltung des Selbstversorgungsgrades bei schwindender Agrarfläche Abstriche bei den Massnahmen zur Förderung der Biodiversität gemacht werden und wie will er das verhindern?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Gleichzeitig mit der Bodenstrategie hat der Bundesrat am 8. Mai 2020 auch den revidierten Sachplan Fruchtfolgeflächen (FFF) angenommen, der die produktivsten Böden weitgehend vor Überbauung schützt. Der Verlust von Landwirtschaftsfläche durch Bauzonenerweiterung wurde im Rahmen der Überarbeitung des Sachplans FFF für die nächsten 20-25 Jahre auf rund 7700 Hektaren geschätzt, davon betreffen 3700 Hektaren die FFF. Ausserhalb der Bauzonen dürfte der Kulturlandverlust rund 16 000 Hektaren betragen. Gemäss der neusten Arealstatistik (2013-2018) isind ca. zwei Drittel des durch Bautätigkeiten ausserhalb der Bauzone verursachten Kulturlandverlustes auf die Landwirtschaft zurückzuführen.</p><p>Die Revision des Raumplanungsgesetzes hat u.a. zum Ziel, den Flächenverbrauch durch Bauzonenerweiterungen zu verringern (RPG 1) und Flächenverluste ausserhalb der Bauzonen zu minimieren (RPG 2). Zudem sollen vermehrt Kulturland zurückgewonnen und degradierte Böden rekultiviert werden. Das Kulturland als Grundlage für die Produktion zu erhalten ist ein wichtiges Element der Versorgungssicherheit, insbesondere für die Versorgung in schweren Mangellagen.</p><p>Der Kulturlandverlust ist allerdings nur ein Faktor von vielen, welche die Produktivität und die langfristige Versorgungssicherheit der Landwirtschaft beeinflussen. In seiner Antwort auf die Interpellation Juillard (20.3279) hat der Bundesrat bereits hervorgehoben, dass die Inlandproduktion heute teilweise über dem ökologisch tragbaren Niveau liegt, was sich langfristig negativ auf die Produktivität der Landwirtschaft auswirkt. Nur mit einer Produktion unter Berücksichtigung der natürlichen Rahmenbedingungen bleiben die fruchtbaren Böden auch langfristig erhalten. Hierzu hat der Bundesrat Umweltziele für Ammoniak, Nitrate, Phosphor und Biodiversität verabschiedet. Diese können nur erreicht werden, wenn insbesondere die Nährstoffemissionen aus der Schweizer Tierproduktion reduziert werden. Ein zu intensiver Ackerbau kann zudem die Biodiversität sowohl durch Verdrängung naturnaher Strukturen als auch durch Pestizidemissionen beeinträchtigen. Eine weitere Intensivierung der Landwirtschaft würde die Versorgungssicherheit kontinuierlich und zunehmend irreversibel senken.</p><p>Mit der Strategie Biodiversität Schweiz verfolgt der Bundesrat unter anderem das Ziel, die Anreize für Leistungen zur Förderung der Biodiversität zu erhöhen, die Qualität und Vernetzung bestehender ökologischer Ausgleichsflächen zu verbessern und wo nötig, neue Biodiversitätsförderflächen (BFF) zu schaffen. In seiner Antwort auf die Interpellation Häberli-Koller (20.3207) hat der Bundesrat die Notwendigkeit, BFF insbesondere im Ackerbaugebiet zu schaffen, mit dem dort besonders hohen Handlungsbedarf begründet. Mit der Agrarpolitik ab 2022 (AP22+) soll deshalb unter anderem die Biodiversität auf Ackerflächen mit einem minimal erforderlichen Anteil von 3,5 Prozent BFF und über weitere Massnahmen im Rahmen der Biodiversitätsbeiträge und der Beiträge für eine standortangepasste Landwirtschaft gefördert werden. Fernerhin hat der Bundesrat am 4. Dezember 2020 beschlossen, der Biodiversitätsinitiative einen indirekten Gegenvorschlag gegenüberzustellen. Damit will er die Biodiversität in der Schweiz stärker schützen und zu diesem Zweck mehr Geld zur Verfügung stellen.</p><p>Um die Versorgungssicherheit zu stärken sind auch andere Ansätze wie die Vermeidung von Food Waste zu prüfen. Die Arbeiten dazu in Erfüllung des Po. Chevalley (18.3829) sind bereits im Gange.</p>  Antwort des Bundesrates.