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Extrem Frühgeborene brauchen noch lange besondere Betreuung
Kinder, die als Frühgeborene mit einem extrem niedrigen Geburtsgewicht von 500 bis 1 000 Gramm geboren wurden, leiden Jahre später signifikant häufiger unter chronischen Erkrankungen wie Asthma und haben häufiger motorische und kognitive Defizite als Kinder mit einem normalen Geburtsgewicht. Das ergab eine Untersuchung der Case Western Reserve University, Ohio/USA.
„Fortschritte in der Neugeborenen-Versorgung ermöglichen es seit dem 90er-Jahren, auch Frühgeborene mit einem extrem niedrigen Körpergewicht zu überleben. Es ist aber wenig über den Gesundheitszustand dieser Kinder bekannt, wenn sie das Schulalter erreicht haben“, erklärte die Studienleiterin Maureen Hack. Mit ihren Mitarbeitern untersuchte sie deshalb den Gesundheitszustand von 219 achtjährigen Kindern mit einem Geburtsgewicht unter 1 000 Gramm. Diese Kinder wurden zwischen 1992 und 1995 geboren. Als Kontrollgruppe dienten 176 gleichaltrige Kinder mit einem normalen Geburtsgewicht und aus einer vergleichbaren sozialen Situation. Hack und ihre Mitarbeiter untersuchten die Kinder klinisch. Ausserdem füllten die Eltern einen Fragebogen aus, in dem es um verschiedene motorische und kognitive Fähigkeiten und die Morbidität des Kindes ging.
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Kinder mit dem niedrigen Geburtsgewicht signifikant häufiger unter chronischen Erkrankungen litten – zum Beispiel Bronchial-Asthma: 21 Prozent der Frühgeborenen litten später daran, aber nur neun Prozent der Kinder aus der Kontrollgruppe. 38 Prozent Frühgeborenen hatten einen Intelligenzquotienten unter 85, aus der Kontrollgruppe waren es 14 Prozent. Bei den motorischen Fähigkeiten zeigten sich eine ähnliche Tendenz: Defizite zeigten 47 Prozent der Frühgeborenen und nur zehn Prozent der Kontrollgruppen-Kinder.
„Die Behandlung der frühgeborenen Kinder darf nicht mit der Intensivstationen enden“, folgerten Hack und ihre Mitarbeiter. Langfristiger Förderprogramme seien notwendig, um die Kinder in ihrer Entwicklung wirkungsvoll zu unterstützen.
Quelle: Maureen Hack, et al.: JAMA 2005;294:318-325
Stand: 8/05, B.H.