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Mit dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor wurde der Zweite Weltkrieg auch am Pazifik liegenden Kalifornien, das auch Hawaii am nächsten liegt, spürbar. Die Angst griff um sich. Die Veränderungen, die der Eintritt der USA in den Krieg brachte, sind massiv. Die Geschwindigkeit, mit der sie vonstatten gingen, überraschte die Bevölkerung selbst. Kalifornien wurde der Hauptausgangspunkt für den Pazifikkrieg gegen Japan. In nur sieben Monaten wurde in Sausalito, nördlich von San Francisco, eine neue Marinebasis erbaut. Zunächst wurden dort von der Marinship Werft Liberty Ships gebaut, um den grossen Verlust an Schiffen in Pearl Harbor schnellst möglichst wett zu machen. Später wurden dann auch noch andere, grössere Kriegsschiffe gebaut, um den Japanern entgegen zu treten. Weitere wichtige Häfen in Kalifornien befanden sich in Richmond, Los Angeles und San Diego, die in Windeseile modernisiert und ausgebaut wurden.
Die Liberty Ships und später die Victory Ships waren die Antwort der Amerikaner auf die deutschen U-Boote, indem sie schneller gebaut werden sollten, als die Gegner sie versenken konnten. Ein Schiff wurde in durchschnittlich nur 60 Tagen zusammengebaut – der Rekord von Kiellegung bis Stapellauf beträgt gerade einmal fünf Tage. Allein in Richmond wurden insgesamt 747 Schiffe gebaut; nie vorher und auch nie nachher wurde in so kurzer Zeit eine so grosse Flotte zusammengebaut. Die Bevölkerung Richmonds stieg in kürzester Zeit von 20’000 auf 100’000, die meisten davon arbeiteten in den Werften. Insgesamt übersiedelten zwischen 1940 und 1945 etwa 500’000 Personen in die Gegend der San Francisco Bay. Der Staat liess allein in der Gegend von Oakland 30’000 Häuser für 90’000 Arbeiter und ihre Familien erbauen. Die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften ermöglichte es jetzt, Frauen und Nichtweissen, Stellen zu finden, die ihnen zuvor verwehrt waren.
Die fiktive Person Rosie the Riveter (deutsch: Rosie, die Nieterin) war 1941 die Hauptperson eines Propagandafilmes des US-Kriegsinformationsamts für die Anwerbung von Frauen in die Rüstungsindustrie und Titelheldin eines populären US-amerikanischen Liedes. Sie wurde zur kulturellen Ikone dieser Werbekampagne, welche die Frauen symbolisierte, die zu hunderttausenden während des Zweiten Weltkriegs in der Rüstungsindustrie arbeiteten.
Sie spielt nach wie vor eine Rolle als Sinnbild für arbeitende Frauen und als feministisches Symbol für wirtschaftliche Kraft; sie inspirierte Filme und Buchveröffentlichungen. Das während des Krieges 1942 nur kurz beim Westinghouse-Konzern intern verwendete Poster «We Can Do It!» von J. Howard Miller (1918–2004) wurde erst in den 1980er Jahren mit der Kampagne verbunden und danach millionenfach auf Kaffeetassen, Streichholzschachteln und Papier reproduziert.
Von den guten Löhnen angezogen und aufgrund der Vermutung, in Kalifornien vor Rassismus besser geschützt zu sein, zogen auch viele Schwarze in den Westen, besonders nach 1942.
Als am 2. September 1945 Japan kapitulierte und damit der 2. Weltkrieg zu Ende war, zählte man in Kalifornien 2 Millionen mehr Einwohner als beim Ausbruch des Krieges. Obwohl auf den Werften weniger Arbeit zu verrichten war, blieben die Zugewanderten in Kalifornien und suchten sich anderweitige Arbeit.