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Amandine Favier ist Senior Advisor in der Abteilung Sustainable Finance beim WWF Schweiz in Zürich. Sie verfügt über umfassende Berufserfahrung in der Bankbranche und im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. Amandine Favier leitete die im Frühling erschienene Studie zur Nachhaltigkeit der Investitionen der Schweizer Pensionskassen.
Wie hat der WWF die Pensionskassen ausgewählt, die im Rahmen der Studie zur Nachhaltigkeit ihrer Investitionen befragt wurden? Und warum wurde die Studie gerade jetzt durchgeführt?
Ausgewählt wurden die 20 Schweizer Pensionskassen mit den grössten verwalteten Vermögen. Auf diese 20 Kassen entfallen über 268 Milliarden Franken, das sind rund 33 Prozent des gesamten Vorsorgekapitals in der Schweiz. Die Pensionskassen gehören zu den grössten und einflussreichsten Investorengruppen. Als langfristige Aktionärinnen sind sie in der Lage, die Unternehmen, in die sie investieren, zu beeinflussen und deren Verhalten zu bestimmen. Ihr Einfluss auf die Wirtschaft ist daher erheblich. Es gab bisher noch keine vergleichende Studie, die ihre Leistungen im Hinblick auf verantwortungsvolle Investitionen untersuchte.
Wie haben die Pensionskassen auf die Fragen des WWF reagiert? Haben sie sie möglicherweise als Einmischung empfunden?
Ziel der Studie war es, zu untersuchen, wie es aktuell um das verantwortungsvolle Investieren in der Schweiz steht, Best Practices zu ermitteln und einen Dialog mit den grössten Pensionskassen zu diesem Thema einzuleiten. Dass 16 der 20 Pensionskassen bereit waren, aktiv an der Studie mitzuwirken und den Fragebogen zu beantworten, ist ein Zeichen, dass das Interesse für die Problematik des verantwortungsvollen Investierens zunimmt.
Was sind die wichtigsten Erkenntnisse der Studie?
Sie zeigt, dass alle Pensionskassen, die daran teilgenommen haben, sich in irgendeiner Weise mit dem verantwortungsvollen Investieren auseinandersetzen und dass die Umwelt-, Sozial- und Governance- Faktoren (ESG) im Anlageprozess immer stärker berücksichtigt werden. Keine der untersuchten Pensionskassen wurde in die unterste Kategorie der «Nachzügler» eingestuft. Allerdings zeigen die Ergebnisse auch, dass die Schweizer Pensionskassen in Sachen verantwortungsvolle Investitionen noch ein gutes Stück Weg vor sich haben. So schaffte es keine unter die obersten 20 Prozent, in die Kategorie der sogenannten «Vorreiter».
Was soll die Studie bewirken? Und wird es eine Fortsetzung geben?
Wir hoffen, dass die Studie zwischen den verschiedenen Stakeholdern und den Pensionskassen einen konstruktiven Dialog rund um die Themen verantwortungsvolle Investitionen und Transparenz auslösen wird. Ziel ist es, einen positiven Wettstreit zwischen den Pensionskassen in Gang zu setzen, indem die Best Practices der Branche herausgeschält und aktuelle Mängel aufgezeigt werden. Der Bericht gibt auch einige allgemeine Empfehlungen, wie die Schweizer Pensionskassen ihre Leistungen weiter verbessern können. Es ist deshalb geplant, die Übung in den nächsten zwei Jahren zu wiederholen.