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Der Geist der Zeit kennt sich nicht. Vieles ist ungewiss, irritierend, kann noch nicht eingeordnet und aus der notwendigen Distanz beurteilt werden. So auch in der Corona-Politik.
Wenn nun aber der Staub, der von Politikern und ihnen zugewandten Medien aufgewirbelt wurde, sich allmählich legt und lichtet, und wenn auch die neuen fantastischen Partikel, mit denen die Staubmaschine weiter wirbeln will und virtuos das griechische Alphabet durchbuchstabiert (alpha, beta, gamma, delta – was wenn einst die Buchstaben ausgehen?), wenn dieser Blasebalg weder das alte Narrativ von der Gefährlichkeit aufrechtzuerhalten noch die Menschen in die planwirtschaftlich verordnete Impfung zu treiben vermögen: dann wird es Zeit die Linien und Konturen wahrzunehmen, die sich unter der Staubwolke unbemerkt herausgebildet haben.
Diese Konturen zeigen einen Paradigmenwechsel von einem direkt-demokratischen System zu einem sozialen Punktesystem nach dem Vorbild von China. Im Wikipedia-Artikel «Sozialkredit-System» heisst es dazu: «Es stellt einen Versuch der totalen Kontrolle der Bevölkerung durch die Vergabe von Punkten für (aus Sicht der herrschenden Kommunistischen Partei Chinas) wünschenswertes Verhalten, bzw. deren Entzug für negatives Verhalten, dar. Das System geht einher mit einer quasi allgegenwärtigen Überwachung, aus deren Daten sich ein Großteil der Punktevergabe speist. […] Wer ein zu niedriges Punkte-Level erreicht, muss mit Einschränkungen im alltäglichen Leben, etwa beim Zugang zu sozialen Diensten oder der Arbeitsplatz- und Ausbildungssuche, rechnen.» Wir lesen das und sind empört! Wir halten inne und blicken auf – uns?
Ich bin im Besitz eines gelben Impfbüchleins, dessen Funktion darin bestand, mich an allfällige Auffrischungen zu erinnern. Ein Covid-Zertifikat hat nichts damit zu tun. Es ist kein medizinisches, sondern ein politisches Dokument zur Steuerung von Massen, dessen Grundfehler schon darin besteht, dass man Menschen im Unterschied zu Waren gar nicht zertifizieren kann. Stattdessen ist seine Konsequenz, dass diejenigen, die mit der Sicht des herrschenden BAG konform gehen, zusätzliche Rechte erhalten, während diejenigen, die sich einfach nicht entschliessen können, sich eine experimentelle Substanz zu spritzen (die nur über eine Notzulassung verfügt und deren Risiken und Komplikationen mit inzwischen Hunderten von Todesfällen sich nicht mehr verheimlichen lassen), benachteiligt werden. Zu diesem Paradigmenwechsel passt, dass nun in gewissen Medien allen Ernstes erwogen wird, «Impfskeptiker» zu diskriminieren. Und ebenfalls passt, dass zeitgleich sog. «Terrorismusgesetze» installiert werden, die gegen wirklichen Terrorismus gar nichts leisten, aber eine effiziente Überwachung von Andersdenkenden im eigenen Land legitimieren. Was, wenn China in der Schweiz liegt? «Corona» ist nur ein Symptom dieser politischen Entwicklung, die sich längst von medizinischen Fakten entkoppelt hat und die, wenn ihr nicht jetzt durch die Bevölkerung entschieden Einhalt geboten wird, ebendiese Bevölkerung in gläserne Ketten legt.
Dr. Dr. Timon Georg Boehm hat an der Universität Genf in theoretischer Physik und an der ETH Zürich in Philosophie promoviert. Er arbeitet derzeit auf dem Gebiet der Textwissenschaften.
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