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Lerntheoretische Modelle
Lerntheorien und Heilpädagogik
Im folgenden Videoausschnitt erläutert Prof. Dr. Guy Bodenmann die möglichen Einflussfaktoren auf herausforderndes Verhalten (Video aufgenommen an den Fortbildungstagen HfH im Januar 2014).
Operante Konditionierung in der Pädagogik
Lehrer und Pädagogen sollten wissen, dass Verstärkung effektiv Verhaltensänderungen bewirken kann, dass Bestrafung für das Lernen nicht sehr wirkungsvoll ist, dass manche Verstärker mächtiger sind als andere und dass die Konsequenzen mit geringstmöglicher Verzögerung auf das Verhalten folgen sollten.
Wichtig ist es auch, die Quellen von Verstärkung gut zu kennen. Wir neigen dazu, uns Verstärker als leicht identifizierbare Stimuli vorzustellen, z.B. Essbares (Süssigkeiten), Manipulierbares (z. B. Spielzeug), visuelle und auditorische Stimuli (z. B. ein Glockenton, der «gut gemacht» bedeutet), soziale Stimuli (wie Lob) und Token, die gegen andere Verstärker getauscht werden können. Diese Stimuli wirken verstärkend, weil sie gemäss Skinners Definition die Wahrscheinlichkeit steigern, dass eine Reaktion gezeigt wird (Lefrançois, 2006, S. 109).
Wie Skinner wiederholt anmerkt, verwendet die Gesellschaft häufig aversive Kontingenzen, während positive Kontingenzen weitaus menschlicher und möglicherweise auch wirkungsvoller wären. Diese Methoden zeigen sich deutlich in den Schulen: Dort bilden Verweise, Nachsitzen, schlechte Noten und Strafandrohungen häufig einen grösseren Teil des Alltagslebens von Schülern als Lob, das Gewähren von Vorteilen, das Versprechen guter Noten oder die Möglichkeit anderer wichtiger Verstärkungen (Lefrançois, 2006).
Bundschuh (2008) sagt zur Technik des operanten Konditionierens: Warum erweist sich die Anwendung des operanten Konditionierens gerade für Kinder mit Verhaltensaufälligkeiten oder mit Behinderungen als bedeutsam? Diese Therapieform bietet sich vor allem bei Kindern an, die verbal wenig beeinflussbar sind, z. B. bei Kindern mit geistiger Behinderung, wenn sie Ansätze z.B. zum selbstständigen Anziehen oder Essverhalten zeigen, bei Kindern mit autistischen Verhaltensweisen oder bei Kindern mit Verhaltensstörungen, die ansatzweise, vielleicht in bestimmten Situationen «akzeptables Verhalten» zeigen. Bei diesen Kindern werden kleinste Schritte in Richtung des erwünschten Verhaltens verstärkt. (S. 272)
Kontingenzmanagement und Kontingenzvertrag
Komplexe Programme zur Verhaltenssteuerung werden als Kontingenzmanagement bezeichnet. Dabei werden systematisch Belohnungen und gelegentlich auch Bestrafungen zur Steuerung des Verhaltens eingesetzt. Diese können dazu verwendet werden, schlechtes Benehmen im Unterricht zu kontrollieren, verbale Interaktion schüchterner Kinder zu ermutigen oder bessere Lerngewohnheiten zu entwickeln. Neben der weiter oben beschriebenen Token Economy werden in den Verhaltensmodifikationsprogrammen auch Verhaltensverträge eingesetzt. Dafür wird die genaue Beziehung zwischen spezifischen Verhaltensweisen und Belohnungen (oder Bestrafungen) in einem schriftlichen Dokument festgelegt, dem sogenannten Kontingenzvertrag (Lefrançois, 2006).