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In der Urnenabstimmung vom 17. Februar 1963 bewilligten die Stimmberechtigten einen Kredit von 6.5 Millionen Franken für den Bau einer zentralen Kläranlage in der Rietliau. Anfang Oktober 1967 konnte die von der Bauunternehmung Fietz + Leuthold AG in Zürich erstellte Anlage mit dem mechanisch-biologischen Teil in Betrieb genommen werden. Im Februar 1968 waren auch die Installationen für die dritte, das heisst chemische Reinigungsstufe und für die Schlammbehandlung einsatzbereit. Ende Mai 1968 wurde die Abwasserreinigungsanlage in der Rietliau eingeweiht.
Nachdem die Anlage während einiger Jahre in Betrieb war, beklagten sich die Anwohner über durch die Schlammbelüftung verursachte Lärm- und Geruchsimmissionen. Im Herbst 1976 setzte man deshalb die beiden Schlammbelüftungsbecken ausser Betrieb und gab den Frischschlamm an die Landwirtschaft ab. 1982 bewilligten das Parlament und die Stimmberechtigten einen Kredit von 7 700 000 Franken für die Sanierung der Abwasserreinigungsanlage Rietliau. In zwei 15 Meter hohen Faultürmen, die sich im Sommer 1984 im Bau befanden, lässt man den pasteurisierten Frischschlamm künftig ausfaulen. Das im Faulprozess anfallende Biogas wird für die Wärme- und Stromproduktion wiederverwendet. Die Kläranlage ist heute mit zirka 70 bis 80 Prozent ausgelastet. Ob künftig auch eine vierte Reinigungsstufe eingebaut wird – eine Abwasserfiltration – ist noch nicht entschieden. Standortmässig wäre dies möglich, allerdings müsste ein Teil des Parkplatzes Rietliau beansprucht werden. [Quelle: Die Au gestern - heute, 1984, pzi]
Kläranlage Rietliau vor dem Bau der beiden Faultürme, 1983.