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Die historische Binntal-Mineraliensammlung Baumhauer zählt über 750 Stücke. Zwei Drittel davon stammen aus der weltberühmten Mineraliengrube Lengenbach, der Rest von anderen Lokalitäten dieses Oberwalliser Seitentals. Die Lengenbach-Mineralien (Sulfosalze und Sulfide) finden sich eingeschlossen in einem unverwechselbaren weissen Zuckerdolomit.
Die Sammlung wird von reichhaltigem Archivmaterial begleitet. Dieses besteht aus den handschriftlich geführten Beobachtungsjournalen von Baumhauer, einer historischen nationalen und internationalen Korrespondenz, vorbereitenden Notizen von Doktorarbeiten über die Lengenbach-Mineralien, Separata von Publikationen des 20. Jahrhunderts über das Binntal, Bibliographien, Druckplatten, Fotonegativen sowie zahlreichen Zeichnungen und Diagrammen.
Die Sammlung von Binntal-Mineralien wurde zwischen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts von Professor Heinrich Adolph Baumhauer (1848–1926) aufgebaut. Baumhauer, ein deutscher Chemiker und Mineraloge, war 1896 von der Freiburger Regierung dazu eingeladen worden, den neu geschaffenen Lehrstuhl für Mineralogie der Universität Freiburg in der Funktion des Direktors zu führen. Als Wissenschaftler von Rang, der über ein grosses internationales Netzwerk verfügte, war er von der Seltenheit und der Qualität der Funde aus der Grube Lengenbach fasziniert. Ab 1896 begann er, diese Mineralien – welche die Grundlage seiner Forschung bildeten – systematisch zu sammeln. Es sei hier anzumerken, dass die Kristallografie damals ein Spitzenforschungsgebiet war. Die von Baumhauer aufgebaute Sammlung begründete den guten Ruf des Mineralogischen Instituts Freiburg, was sicher dazu beitrug, dass sie von nachfolgenden Institutsdirektoren (Nowacki, Nickel) weitergeführt wurde.
2016 wurden das Sammlungsinventar sowie das begleitende Archivmaterial überarbeitet und konservatorisch auf den neusten Stand gebracht.
Sammlung und Archivmaterial können nach Absprache mit den Verantwortlichen des Naturhistorischen Museums eingesehen werden.