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Man. Lymphdrainage & komplexe physik. Entstauungstherapie

- Anatomie des Lymphgefäßsystems
Das Lymphsystem ist ein Drainagesystem. Es transportiert Lymphe in den venösen Blutkreislauf. Zwar läuft das Lymphsystem parallel zu den Venen, stellt dennoch ein eigenes System da. Zum besseren allgemeinen Verständnis folgende Unterscheidung vom Herz-Kreislauf-System und dem Lymphsystem.
Das HK-System hat eine zentrale Pumpe, nämlich das Herz. Dieses pumpt normalerweise ca. 60-70 mal in der Minute. Es ist ein „geschlossener Kreislauf“, welcher aus einem Körperkreislauf und einem Lungenkreislauf besteht.
Das Lymphsystem ist ein so genannter „Halbkreislauf“. Es kommt aus der Peripherie des Körpers und endet in den Venen. Dieses hat keine zentrale Pumpe, sondern arbeitet mit der eigenen Muskelkraft der Lymphgefäße, der Lymphangiomotorik. Es arbeitet mit ca. 8-10 Schlägen in der Minute.
Gemeinsam ist, daß beide Systeme für den Abtransport von Stoffen zuständig sind. Oftmals reichen die Venen alleine nicht aus. Denn es gibt Stoffe, die sind lymphpflichtig, insbesondere die größeren Moleküle wie Eiweiße, und die benötigen ein besonderes Transportsystem, das Lymphatische.
Die kleinsten Lymphgefäße, die Lymphkapillaren, saugen die in Wasser gelösten Stoffe aus dem Interstitium (Gewebe zwischen den Zellen), und nehmen es somit ins Lymphgefäßsystem auf. Ist das Gewebe geschädigt oder es sind zu viele Stoffe im Zwischenzellraum gelagert, kann es sein, daß es zu einer Gewebsschwellung kommt. Diese Gewebsschwellung, welche durch die zurückgestaute lymphpflichtige Gewebsflüßigkeit verursacht wird, wird als Lymphödem bezeichnet.
- Primäre und sekundäre Lymphödeme
Es gibt primäre und sekundäre Lymphödeme. Die meisten primären Lymphödeme sind Folgen von Entwicklungsstörungen der Lymphgefäße oder/und der Lymphknoten. Sekundäre Formen entstehen durch verschiedene Schädigungen der Lymphgefäße oder/und der Lymphknoten, z.B. durch eine bösartige Geschwulst, entzündliche Vorgänge, durch Verletzung, Operation oder Bestrahlung.
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