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Im Jahr 2010 feierte unsere dreischiffige Säulenbasilika mit dem charakteristischen Dreiapsidenchor und der monumentalen Doppelturmfassade ihr hundertjähriges Bestehen. Seit einem Jahrhundert gehört die St. Martinskirche zu den schönsten und markantesten Gebäuden der Dreitannenstadt Olten. Nach den schmerzlichen konfessionellen Auseinandersetzungen des Kulturkampfes war in den Jahren 1875/76 die neugotische römisch-katholische Notkirche gebaut worden. Doch schon in den Achtzigerjahren des 19. Jahrhunderts wuchs die Zahl der Gläubigen wieder so stark an, dass sich die Platzverhältnisse als zu eng erwiesen. 1907 waren 31 Prozent der Oltner Bevölkerung, nämlich 2648 Personen, römisch-katholisch. Schon seit dem Jahr 1894 wurde ein Kirchenbaufonds geäufnet. Im März 1904 legte der renommierte St. Galler Architekt Augustin Hardegger ein neubarockes Bauprojekt mit 1000 Sitzplätzen vor und veranschlagte die Kosten samt Innenausbau auf 250'000 Franken. Der neue Bischof von Basel und Lugano, Dr. Jakobus Stammler verlangte jedoch eine romanische Kirche, welche mit Rohbau und Innenausstattung auf 450 000 Franken geplant war. Stadtpfarrer Josef Jeker stattete darauf jeder römisch-katholischen Oltner Familie einen Sammlungsbesuch ab und kam dabei auf den unerwartet hohen Betrag von 300'000 Franken. Die Nidwaldner Regierung gab die Bewilligung für einen einträglichen Lotteriefonds. Ende April 1908 wurden die Bauarbeiten ausgeschrieben. Der erste Spatenstich geschah am 2. Juni 1908.
Auf den St.-Anna-Tag am 26. Juli 1908 wurde in Anwesenheit des Diözesanbischofs die feierliche Grundsteinweihe angesetzt. Vor 5000 Gläubigen hielt der Kapuzinerpater Alexander Müller die Festpredigt. In seinem Kanzelwort erklärte er die Zeremonien und legte die Bedeutung des Grundsteins bei einem Kirchenbau dar. In den Grundstein wurde eine Kupferkassette eingemauert. Sie enthält neben Aktenstücken und zeitgenössischen Dokumenten eine Nickelplatte mit einer lateinischen Inschrift, welche übersetzt lautet: «Am 26. Juli 1908 wurde der Grundstein dieser Kirche von Bischof Dr. Jakob Stammler von Basel und Lugano zu Ehren des heiligen Bekenners und Bischofs Martin geweiht. Erbaut wird diese Kirche durch die römisch-katholische Genossenschaft von Olten, weil die früher von derselben erbauten Kirche des Jahres 1876 die in dieser Stadt wohnenden Gläubigen nicht mehr zu fassen vermag.» Am 19. April 1910, kam eines der herausragendsten Bauwerke der Dreitannenstadt mit seiner imposanten Doppelturmfassade nach 530 Arbeitstagen zur Vollendung. Es ergaben sich Gesamtkosten von Fr. 546'552.45. An der traditionellen Oltner «Chilbi» des zweiten Augustsonntags, am 14. August 1910 wurde die bedeutendste neuromanische Grossraumkirche der Schweiz aus der Spätzeit des Historismus von Diözesanbischof Dr. Jakob Stammler feierlich eingeweiht.
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