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Schangnau ist eine politische Gemeinde im Oberen Emmental des Kanton Bern in der Schweiz.
Schangnau hat ca. 930 Einwohner und liegt im Emmental nördlich des Hohgant (2196 m).
Politische gehörte Schangnau im 15. Jahrhundert zur Stadt Bern. Kirchlich wurde es in der Zeit vor der Reformation vom Kloster Trub betreut. Das bedeutete für die Schangnauer so manche Tagesreise, wollten sie etwa eine Taufe vollziehen lassen oder wenn es galt Abschied zu nehmen von einem Mitglied der Familie. Als im Jahr 1401 die Klosterherren von Trub eine Filialkappelle in Marbach errichten liessen, verkürzten sich die Wege recht bedeutsam.
Die Wege Marbachs und Schangnaus trennten sich allerdings durch die Reformation. Schangnau trennte sich im Jahr 1528 kirchlich ab von Marbach und erhielt 1530 eine eigene Kirche.
Hermann von Fischer bemerkt dazu: " Vom damaligen Kirchenbau fehlen urkundliche Nachrichten, doch erinnern Flurnamen daran, dass der Bau in Schangnau in der Chilchegg drüben stand."
1533 wurde vereinbart, dass der Pfarrer von Trub in Schangnau predigen solle. Später war es der Pfarrer von Würzbrunnen, der auch die Gemeindeangehörigen von Trub betreute.
1594 trennte sich Schangnau von Trub und wurde zur eigenen Kirchgemeinde erhoben. Der erste Pfarrer in Schangnau war Michel Keisereisen.
1618 wurde eine neue Kirche gebaut. Diese Jahrzahl findet sich noch über der EINGANGSTÜR und am TAUFSTEIN. Seit der gründlichen Renovation in den Jahren 1965 - 1966 steht sie unter dem Schutz des Bundes.
Als schlichten Schmuck weist der Innenraum am Chorbogen und an den Fenstern ein gemaltes Muster von PUNKTEN, LINIEN und QUADRATEN auf. Das trägt viel zu seiner freundlichen, harmonischen Atmosphäre bei.
Während des Ersten Villmergerkrieges wurde an der Kirche grosser Schaden angerichtet. Es musste eine neue Kanzel erstellt werden. Sie trägt die Jahrzahl 1657. Neben geschnitzten Verzierungen zeigt sie am Hutrand eine Inschrift auf lateinisch, die auf vielen Kanzeln geschrieben steht. Sie lautet:
VERBUM DOMINI MANET IN AETERNUM ESA (Jesaja40,8).
Das heisst übersetzt: Gottes Wort bleibt in Ewigkeit.
Früher war der Eingang auf der Westseite. Der seitliche Anbau auf der Nordseite entstand anlässlich der bereits genannten zweiten Renovation. Dadurch hat der Bau noch an Ausstrahlung gewonnen. Wie viele andere kleine Kirchen hat auch die unsere als TURM einen sogenannten DACHREITER. Zwei Glocken hängen darin.
Als eines von vielen Beispielen dafür, mit welcher Liebe und mit wie viel handwerklichem Geschick die Kirche gebaut wurde, sei noch die Eingangstüre genannt. Der Drücker ist aus einem FISCH und einer TAUBE geformt. Beide sind alte christliche Symbole.