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Fluss im Kt. Waadt, der in die Aare, später in den Rhein mündet. Die O. entspringt in Frankreich dem Lac des Rousses auf 1'100 m und durchquert den Lac de Joux sowie den Lac Brenet, von wo sie bis La Dernier in Vallorbe unterirdisch verläuft. Die Karstgrotten Sources de l'Orbe können seit 1974 besichtigt werden. Die O. fliesst durch Les Clées, die Stadt O. und wird nach dem Zusammenfluss mit dem Talent zur Zihl, die sich bei Yverdon in den Neuenburgersee ergiesst. Zwischen Vallorbe und O. fliesst sie durch eine Schlucht, die seit 1970 unter Naturschutz steht.
Die Orbeebene war während Jahrhunderten ein Sumpfgebiet. 1854 beschloss der Waadtländer Gr. Rat, die O. einzudämmen. Durch die Errichtung des Entreroches-Kanals und den Bau des westl. Kanals 1856 konnte das Sumpffieber zurückgedrängt werden. Es entstand urbares Land, auf dem 1899 das Gefängnis von Bochuz mit seinem landwirtschaftl. Betrieb gebaut wurde. Die Erosion der Ufer und die Überschwemmungen nahmen ab, so dass Strom erzeugt werden konnte. 1869-91 regulierte die erste Juragewässerkorrektion den Lauf der Zihl und senkte den Wasserstand der Seen. Die Abflussmenge der O. war von den Kraftwerken abhängig, was sich negativ auf den Fischbestand auswirkte. 1889 eröffnete am Saut du Day die weltweit erste elektrochem. Fabrik. 1892-1908 entstanden in Vallorbe (Auffangbecken Le Miroir), Les Clées, Montcherand, Le Chalet und Les Moulins Rod (beide Gem. O.) Staudämme und Fabriken.
1962-73 wurde in der zweiten Juragewässerkorrektion der Wasserspiegel des Neuenburgersees nochmals abgesenkt und der Zihlkanal erweitert. Die Auswirkung der Drainagen, des Pumpens und das Einsinken des Torfbodens bewirkten Ende des 20. Jh. einen unwiderrufl. Verlust an landwirtschaftl. Boden, der die Wechselwirtschaft notwendig machte. Es gibt jedoch immer noch wertvolle Sumpfbiotope, die Lebensraum für Insekten, Vögel, Wildschweine und Rehe bieten.
Literatur
– C. Marion, L'O. inférieure, Liz. Lausanne, 1995
– P. Rebiffé, L'O. salubre, 2006
Autorin/Autor: Frédéric Sardet / BE