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Auf Empfehlung der Fachjury zeichnet die Kulturförderung des Kantons Bern und die Berner Filmförderung im Jahr 2022 zwei Dokumentarfilme, einen Langspielfilm und einen Animationsfilm aus.
Filmpreis für den Dokumentarfilm «Schwarzarbeit» von Ulrich Grossenbacher
Der Regisseur Ulrich Grossenbacher nimmt das Publikum in seinem politischen Road-Movie mit zu den Kontrollen von sieben Berner Arbeitsmarktinspektorinnen und -inspektoren sowie in den gewerkschaftlichen Kampf für den Lohnschutz. Dabei gelingt es ihm, ein Bild der Menschlichkeit zu zeichnen, bei den Schwarzarbeitenden sowie bei den Kontrollierenden. Stets bleibt das verfolgte Ziel klar: das Aufzeigen der Notwendigkeit von Lohnschutzmassnahmen. «Schwarzarbeit» ist Grossenbachers sechster Film als Regisseur und seine dritte Auszeichnung mit einem Berner Filmpreis. 2006 wurde er mit «Hippie Masala, für immer in Indien» und 2011 mit «Messies, ein schönes Chaos» ausgezeichnet.
Preissumme: 30'000 Franken; Produktion: fair&ugly, Barbara Burger
Filmpreis für den Langspielfilm «Wet Sand» von Elene Naveriani
In einem abgelegenen Dorf am Schwarzen Meer gerät das Leben nach einem Selbstmord aus den Fugen. Die für die Beerdigung ins Dorf geholte Enkelin des Verstorbenen deckt ein verstecktes Liebesverhältnis von diesem auf und bringt ein Lügennetz zum Zusammenbruch. Der zweite Langspielfilm von Elene Naveriani behandelt das Thema repressiver Gewalt gegen die LGBTQA+-Community in Georgien anhand der Geschichte einer Dorfgemeinschaft. Naveriani ist damit ein aufrüttelndes Drama gelungen, das auch den Prix de Soleure 2022 gewonnen hat.
Preissumme: 15'000 Franken; Produktion: Maximage GmbH, Brigitte Hofer
Filmpreis für den Dokumentarfilm «Für immer Sonntag» von Steven Vit
In seinem ersten langen Dokumentarfilm hat Steven Vit seinen Vater Rudy während drei Jahren im Übergang vom Arbeitsleben in die Pension begleitet. Nachdem die letzte Geschäftsreise nach Japan beendet ist, muss Rudy sich in seinem Leben als Rentner in der Schweiz zurechtfinden, sowohl in seiner Beziehung mit seiner Frau Käthi wie auch in der Ausgestaltung seines neuen, sesshaften Alltags. Vit zeigt in diesem sehr persönlichen Film nicht nur den oft unterschätzten Weg vom Arbeitsleben in den Ruhestand, sondern auch den Aufbau einer neuen Beziehung mit seinem Vater.
Preissumme: 10'000 Franken; Produktion: Lomotion AG, Louis Mataré
Filmpreis für den Animationsfilm «Dude» von Konstantin Rosshoff, Tokay und Marco Jörger
Der Stop-Motion-Film nimmt einen mit auf eine abenteuerliche Autofahrt durch den Wald. Der Protagonist, Sören, findet auf dieser Reise zu sich selbst und seiner Naturverbundenheit zurück. Das Regieteam, welches den Film als Abschlussarbeit seines Studiums an der Hochschule Luzern produziert hat, will zwei sich bekämpfende Seiten des Menschen aufzeigen: die spontane und die rational kontrollierte. Melchior ist Sörens naturliebende und spontane Seite. Als er Sören mitten im Wald verlässt, beginnt Sörens wilde Fahrt zurück zu Melchior und sich selbst. Der Dialog besteht aus einem Wort: «Dude», wobei Untertitel helfen, den wechselnden Sinn des Wortes zu verstehen.
Preissumme: 5000 Franken
Wochenende des Berner Films BE MOVIE − Save the date!
Das Wochenende vom 18. bis 20. November steht ganz im Zeichen des aktuellen Berner Filmschaffens: In 13 Kinos des Kantons Bern sowie per Online-Streaming gibt es aktuelle Berner Filmproduktionen zu entdecken − darunter auch die mit einem Berner Filmpreis ausgezeichneten Filme. Das diesjährige Fokusprogramm widmet sich unter dem Motto «Next Generation» der neuen Generation der Berner Filmemachenden. Wie tickt diese neue Generation? An einem Podiumsgespräch geben Regisseurinnen und Regisseure, die mit ihren Erstlingswerken im Filmprogramm vertreten sind, Einblick in ihren Berufsalltag. Der Filmpass für 20 Franken gewährt Zugang zu allen Kinovorstellungen und zum Online-Streaming. Er kann an diversen Vorverkaufsstellen oder online erworben werden. BE MOVIE wird im Auftrag der Berner Filmförderung vom Branchenverein «Bern für den Film» durchgeführt.
Filmpass und Online-Streaming: www.be-movie.ch