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Diese These wurde lange nicht wirklich ernst genommen. Man war sich einig, dass die Schiffe von damals spätestens nach 14 Tagen auf See sinken würden.
Heyerdahl aber hielt an seiner These fest und machte die Probe aufs Exempel. Er baute ein Schiff, wie es die Ureinwohner Perus gebaut haben könnten, und nannte es Kon-Tiki, nach Qun Tiksi Wiraqucha, dem Schöpfergott der Mythologie der Inka. Er baute alles mit ursprünglichen Materialien. Einzig in Sachen Ausrüstung kamen moderne Funkgeräte, ein Kompass, ein Sextant und Medizin mit an Bord.
Heute vor 70 Jahren wurde das Floss mit einer Besatzung von sechs Personen von der Küste freigeschleppt, um die Küstenschifffahrt nicht zu gefährden. Dann wurde die Kon-Tiki den Kräften der Natur überlassen.
Der Humboldtstrom und der Wind schoben das Schiff in westlicher Richtung. Über drei Monate dauerte die Reise dieses Flosses, bis es im Tuamota-Archipel an Land gespült wurde. In dieser Zeit ist das Floss nicht nur nicht untergegangen. Die verwendeten Materialien erwiesen sich in jeder Hinsicht als zuverlässiger als allgemein vermutet.
Heyerdahl und sein Team hielten die ganze Überfahrt filmisch fest und erhielten für den Dokumentarfilm sogar einen «Oscar». Vor allem aber bewies Heyerdahl damit, dass die Besiedlung von Lateinamerika aus zumindest möglich gewesen war. Damit hatte er die experimentelle Archäologie etabliert, also quasi die wissenschaftliche Variante von «Probieren geht über Studieren».