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Die Anthropologie ist ihrer Wortherkunft nach die Lehre vom Menschen. Wie nur wenige andere Lehren ist die Anthropologie ein sehr umfangreiches und diverses Gebiet. Sie vereint naturwissenschaftliche, geistes- und sozialwissenschaftliche Ansätze und sogar gewisse Mischformen. Im naturwissenschaftlichen Sinne geht die Anthropologie beispielsweise auf die Entstehung des Menschen und das Verständnis des Menschen als Objekt ein. Genetik, Humanbiologie und Forensik sind hier als gängige Disziplinen zu nennen. Jedoch gibt es auch sozialwissenschaftliche Ansätze, die darauf gerichtet sind, den Menschen und seine sozialen Prozesse in der Gesellschaft zu untersuchen. Hier gibt es zwei Weltbilder zu nennen, die in der Sozialwissenschaft von Bedeutung sind: den homo oeconomicus der Wirtschaftswissenschaften, dessen Ziel es ist, durch rationale Entscheidungen seinen Nutzen zu maximieren, und den homo sociologicus in der Soziologie, der durch auferlegte Rollen in der Gesellschaft bestimmten Erwartungen ausgesetzt ist.
Die Bezeichnung Anthropologie geht im Übrigen auf den deutschen Philosophen Magnus Hundt im späten Mittelalter zurück. Im Verlauf haben sich sehr viele verschiedene Richtungen der Menschenkunde heraus entwickelt, zum Beispiel die Pädagogische, Historische, Theologische, Psychologische oder Kulturanthropologie, die alle einen anderen Bereich des Wirkens und Einflusses des Menschen in der Gesellschaft untersuchen.