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Straf- und Massnahmenvollzug
Gehört zum Departement: Sicherheits- und Justizdepartement
Die Dienststelle Straf- und Massnahmenvollzug ist zuständig für:
Der Vollzug von Freiheitsstrafen
Die Dauer einer von einem Gericht ausgesprochenen Freiheitsstrafe beträgt in der Regel mindestens sechs Monate; die Höchstdauer beträgt 20 Jahre. Wo es das Gesetz ausdrücklich bestimmt, dauert die Freiheitsstrafe lebenslänglich. Freiheitsstrafen werden in einer Strafanstalt vollzogen. Ist die verurteilte Person zum Urteilszeitpunkt noch nicht in Haft, plant die Dienststelle Straf- und Massnahmenvollzug den Strafantritt zusammen mit der verurteilten Person. Eine bedingte Entlassung ist erst möglich, wenn der Verurteilte zwei Drittel seiner Strafe, mindestens aber drei Monate verbüsst hat. In der Regel verbringt der Gefangene seine Arbeits-, Ruhe- und Freizeit in der Anstalt (Normallvollzug). Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr können jedoch in Form der Halbgefangenschaft vollzogen werden, wenn nicht zu erwarten ist, dass der Gefangene flieht oder weitere Straftaten begeht.
Der Vollzug von Massnahmen
Eine Massnahme wird immer dann vom Gericht angeordnet, wenn eine Strafe allein nicht geeignet ist, der Gefahr weiterer Straftaten des Täters zu begegnen und wenn zugleich ein Behandlungsbedürfnis des Täters besteht oder die öffentliche Sicherheit dies erfordert. Eine solche Massnahme kann stationär (Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik oder Massnahmevollzugseinrichtung) oder ambulant ausgesprochen werden. In der Regel wird eine zusätzlich ausgesprochene Freiheitsstrafe zu Gunsten einer solchen Massnahme aufgeschoben. Das bedeutet, dass diese Freiheitsstrafe dann nicht mehr vollzogen wird, wenn die Massnahme erfolgreich beendet werden konnte. In besonderen Fällen kann das Gerich auch eine Verwahrung des Täters gemäss Art. 64 StGB aussprechen.
Der Vollzug der gemeinnützigen Arbeit
Die gemeinnützige Arbeit stellt eine eigenständig Strafart dar. Die Dienststelle Straf- und Massnahmenvollzug legt zusammen mit der verurteilten Person den Einsatzbetrieb sowie die Vollzugsmodalitäten fest. Bei Abbruch wird die gemeinnützige Arbeit vom zuständigen Gericht in eine unbedingte Freiheitsstrafe oder Geldstrafe umgewandelt.
Die Bewährungshilfe
Bei bedingten Strafen oder im Fall der bedingten Entlassung kann Bewährungshilfe mit dem Ziel angeordnet werden, eine erneute Delinquenz zu verhindern sowie die soziale Integration zu fördern. Die Bewährungshilfe unterstützt die Klientinnen und Klienten bei der Wohnungs- und Arbeitssuche, bei Suchtfragen, Budgetfragen und der Schuldensanierung. Sie überwacht Weisungen und Massnahmen. Die Bewährungshilfe erstellt auf Begehren der zuständigen Behörde Sozialberichte. Darin wird Auskunft über das Verhalten während der Beobachtungszeit gegeben. Diese Berichte dienen als Entscheidgrundlage für die Strafvollzugsbehörden, die Gerichte und die Fachkommission. Die Bewährungshilfe wurd durch den kantonalen Bewährungsdienst ausgeübt.