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| Irenäus († um 200) - Erweis der apostolischen Verkündigung (Demonstratio apostolicae praedicationis)

II. Zweiter Hauptteil. Beweis der Wahrheit der Offenbarungslehre aus dem äusseren Zeugnis der heilsgeschichtlichen Tatsachen.
Zweiter Abschnitt. Die Erfüllung der einzelnen Weissagungen über Jesu Lebensverhältnisse, Wirksamkeit, Leiden und Auferstehung.
53.
Und daß dieser Christus, der als Wort des Vaters beim Vater war, hernach einen Leib annahm und Mensch wurde, dem Wege der Geburt sich unterzog und von einer Jungfrau geboren wurde und unter den Menschen wandelte, indem der Vater aller selbst seine Fleischwerdung wirkte, lehrt Isaias in folgenden Worten: „Deshalb wird der Herr selbst dir ein Zeichen geben. Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären und ihn Emmanuel nennen. Butter und Honig wird er essen; bevor er zur Erkenntnis kommt oder das Böse unterscheiden kann, wird er das Gute wählen, denn bevor das Kind das Gute oder Böse erkennt, wird es dem Bösen widerstehend das Gute wählen“1 . Daß er aus einer Jungfrau geboren werde, hat er hiermit verkündigt, und daß er wahrhaft Mensch war, zum voraus dargetan durch den Hinweis auf sein Essen, auch dadurch, daß er ihn Kind nennt und ihm einen Namen gibt. Denn diese Unwissenheit ist auch [ein Zustand] des Geborenen [d. h. des Kindes]2 ; auch hat er einen doppelten Namen: in der hebräischen Sprache Messias, Christus, und in der Landessprache3 Jesus, Erlöser. Beide Namen sind Namen von Werken, die er ausgeführt hat. Christus wird er genannt, weil der Vater durch ihn alles gesalbt und geschmückt hat, und mit Bezug auf seine Ankunft als Mensch, weil er der Gesalbte Gottes und seines Vaters ist im Hl. Geiste. Er sagt selbst durch den Propheten Isaias: „Der Geist des Herrn ist über mir, denn er hat mich gesalbt, den Armen das Evangelium zu verkünden.“ Erlöser wird er genannt aus dem Grunde, weil er die Ursache der Erlösung wurde für diejenigen, welche damals durch ihn von verschiedenerlei Krankheit und vom Tode gerettet wurden, und deshalb, weil er denjenigen, die hernach an ihn glaubten, das zukünftige und ewig währende Heil verschafft hat.
1: Jes. 7,14-16
2: Die Herausgeber übersetzten: „Denn eben hierin besteht ein Irrtum in Betreff des Geborenen.“ Conybeare schlägt vor, im arm. Text statt moloruthiun sovoruthiun zu lesen. Dann wäre zu übersetzen: „Denn das ist die Gewohnheit in Betreff des Geborenen.“ Beide Übersetzungen werden dem Zusammenhang nicht gerecht. Die nähere Rechtfertigung der hier gegebenen Übersetzung s. in der Theol. Quartalschr. Tübingen 1909 IV. Heft S. 565 ff. u. 1911 I. Heft S. 162
3: Im arm. Text heißt es: hajov = „im Armenischen“