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Das Bundesamt für Kultur (BAK) zeichnet das Werk des Aargauer Schriftstellers Klaus Merz mit dem höchsten Literaturpreis der Schweiz aus. Die in Zürich geborene Dorothea Trottenberg erhält den Sonderpreis für Übersetzungen.
Grosser Schweizer Literaturpreis 2024 an Klaus Merz
Klaus Merz wurde 1945 geboren und wuchs in Menziken, Kanton Aargau, auf. Nach dem Studium zum Sekundarlehrer arbeitete er als Sprach- und Kulturlehrer an der Schweizerischen Bauschule in Aarau. Seit einigen Jahren lebt er in Unterkulm und arbeitet als freier Schriftsteller.
Das Werk des Autors ist eine Verflechtung von Introspektion und sprachlicher Verdichtung. Sie ist Ausdruck einer diskreten, aber gleichzeitig prägnanten und maßgeblichen literarischen Stimme, deren Echo weit über die nationalen Grenzen hinausgeht. In mehr als einem halben Jahrhundert seines literarischen Schaffens, das 1967 mit dem Gedichtband Mit gesammelter Blindheit begann, hat Klaus Merz ein facettenreiches Werk aufgebaut, das Lyrik, Prosa (Kurzgeschichten, Novellen, Kurzromane und Essays), Theaterstücke, Hörspiele und Kinderbücher umfasst.
Seine Werke sind in einer siebenbändigen Ausgabe veröffentlicht worden. Das Werk wächst weiter und Klaus Merz beschäftigt sich zum Beispiel mit dem Innenleben eines Unternehmens im Schweizer Mittelland(Signature, 2019) oder den Spuren der Erinnerung(Noch Licht im Haus, 2023). Das Archiv von Klaus Merz ist im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA) deponiert.
Sonderpreis für Übersetzungen 2024 an Dorothea Trottenberg
Dorothea Trottenberg, geboren 1957, ist eine der produktivsten unabhängigen Übersetzerinnen der Deutschschweiz. Die gelernte Bibliothekarin studierte Slawistik in Köln und Leningrad (St. Petersburg) und übersetzt heute klassische und zeitgenössische russische Autoren. Neben dieser Tätigkeit arbeitet er als Fachreferent für Slavistik und Osteuropastudien an der Bibliothek der Universität Basel.
Dorothea Trottenberg glänzt durch die große Vielfalt an sprachlichen Registern, die sie beherrscht und die es ihr ermöglicht, von den großen klassischen Romanen von Gogol, Turgenev, Tschechow oder Tolstoi bis zu den zeitgenössischen Erzählungen von Elena Čižova und Maria Rybakov, von der experimentellen Prosa von Sigizmund Krzhizhanovsky (Der Club der Buchstabenmörder, 2015; Münchhausens Rückkehr, 2018) bis hin zur prägnanten Eloquenz der Texte von Andrej Gelasimov (Durst, Suhrkamp, 2011).
Seit 2005 widmet sie sich der deutschen Übersetzung des Gesamtwerks von Iwan Bunin, von dem die ersten zehn Bände bereits erschienen sind und das sie zu Recht zu den zeitgenössischen Exzellenzen der russischen Übersetzung zählt. Im Jahr 2012 verlieh ihr der Deutsche Literaturfonds den Paul-Celan-Preis, die renommierteste Auszeichnung für Übersetzungen ins Deutsche.
Schweizer Literaturpreise
Neben dem Grossen Schweizer Literaturpreis und dem Spezialpreis für Übersetzungen vergab die Bundesjury auch die Schweizer Literaturpreise für Werke, die 2023 erscheinen:
- Bessora (*1968, lebt bei Paris), Vous, les ancêtres, Paris, JC Lattès
- Jérémie Gindre (*1978, lebt in Genf), Tombola, Genève, Zoé
- Judith Keller (*1985, lebt in Zürich), Wilde Manöver, München, Luchterhand
- Dominic Oppliger (*1983, lebt in Zürich), Giftland, Luzern, Der gesunde Menschenversand
- Claudia Quadri (*1965, lebt in Lugano), Kindheit und Bestiarium, Bellinzona, Casagrande
- Ed Wige (*1984, lebt in Lausanne), Milch Lait Latte Mleko, Lausanne, Paulette éditrice
- Ivna Žic (* 1986, lebt in Zürich), Wahrscheinliche Herkünfte, Berlin, Matthes & Seitz
Das Bundesamt für Kultur (BAK) vergibt jedes Jahr die Schweizer Literaturpreise. Der Grosse Schweizer Literaturpreis zeichnet einen Autor oder eine Autorin für die Gesamtheit seines oder ihres Werks aus. Der Sonderpreis für Mediation und der Sonderpreis für Übersetzung werden abwechselnd in jedem Jahr verliehen.
Jede dieser Auszeichnungen hat einen Wert von 40.000 CHF. Weitere Preise im Wert von 25’000 Franken werden im Rahmen eines Wettbewerbs vergeben, zu dem Werke zugelassen sind, die im vergangenen Jahr veröffentlicht wurden. Ab dem 15. Februar werden jeden Monat neue Folgen des Podcasts zum Schweizer Literaturpreis veröffentlicht, in denen die Preisträgerinnen und Preisträger in Interviews vorgestellt werden. Ihre Arbeiten werden auch an den Solothurner Literaturtagen präsentiert.
Verleihung der Schweizer Literaturpreise: Freitag, 10. Mai 2024, im Rahmen der Solothurner Literaturtage.