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Auf einen Blick: Snus in der Schweiz
Im vergangenen Jahr wurden über 28 Tonnen des rauchfrei konsumierbaren Tabakproduktes Snus in die Schweiz importiert. Sechs Jahre zuvor, im Jahr 2006, war es erst eine Tonne. Die massive Zunahme zeigt, dass Snus längst nicht nur von Sportlern konsumiert wird, sondern bei einer breiten Bevölkerungsschicht Zuspruch findet. Dennoch ist der Gebrauch von Snus in der Schweiz fragwürdig geregelt. Zugelassen sind lediglich der Import für den Eigenkonsum (maximal 1,2 Kilo pro 60 Tage) sowie die Konsumation. Den Verkauf hingegen verbietet das Lebensmittelgesetz. Aufgrund dieser rechtlichen Regelung ist Snus als oraler Tabak schlechter gestellt als Kau- und Schnupftabak, der nicht nur konsumiert, sondern auch verkauft werden darf. Aus gesundheitspolitischer Sicht gibt es für diese Benachteiligung keinen Grund. Denn Snus ist nicht gesundheitsschädlicher als Kau- und Schnupftabak. Langzeitstudien aus Schweden, wo Snus seit jeher produziert, vertrieben und konsumiert werden darf, zeigen zudem auf, dass vermehrter Snus-Verbrauch den Zigarettenkonsum massiv verringert und zur Abnahme von Lungenkrebs führt (Schweden hat innerhalb von Europa die tiefste Lungenkrebs-Rate). Auch die WHO kommt in einer Studie zum Schluss, dass oraler Tabakkonsum deutlich weniger schädlich als Rauchen ist.
Aufgrund dieser Ausführungen fordert der Verein „FreeSnus“, dass der Verkauf von Snus in der Schweiz gesetzlich legalisiert und erlaubt wird. Das derzeit geltende Verkaufsverbot ist unverhältnismässig, diskriminierend und nicht gerechtfertigt.
Was zeichnet schwedischen Snus aus?
Bei Snus handelt es sich um oralen Tabak, der in kleinen Portionen in Beuteln abgepackt wird und in der Mundhöhle (zwischen Zahnfleisch und Mundschleimhaut eingeklemmt) rauchfrei konsumiert wird. Dabei wird das Nikotin über die Schleimhaut absorbiert. Snus wird aus Tabakblättern hergestellt, die mit Wasser, Salz und Geschmacksstoffen versetzt werden. Die Tabakblätter für den schwedischen Snus werden zusätzlich in einem speziellen Verfahren erhitzt (pasteurisiert), um Schadstoffe zu eliminieren wie beispielsweise Nitrosamine. Damit folgt die Herstellung den Vorschriften des schwedischen Lebensmittelgesetzes und unterscheidet sich klar von anderem Snus (wie zum Beispiel Snus aus den USA, der fermentiert, aber nicht pasteurisiert wird und damit einen bedeutend höheren Gehalt an Schadstoffen aufweist).
Entwicklung von Snus in der Schweiz
Der Absatz industriell hergestellter Zigaretten ist in der Schweiz seit Jahren rückläufig, da sowohl die Zahl der Raucher und Raucherinnen als auch die Anzahl täglich konsumierter Zigaretten abgenommen hat. Seit der Jahrtausendwende ist anderseits ein stetig wachsendes Interesse an rauchfrei konsumierbaren Tabakprodukten (Schnupf- und orale Tabake) festzustellen. Eine Sonderform dieser Kategorie ist Snus. Der private Import von Snus hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Waren es im Jahr 2000 noch 2 Kilogramm, weist die Oberzolldirektion für das Jahr 2012 über 28 Tonnen aus. Schubweise zugenommen haben die Einfuhren in Zusammenhang mit der Verschärfung der Bestimmungen zum Schutz vor Passivrauchen (Rauchverbote in Restaurants usw.) in den bevölkerungsreichen Kantonen.
Diese Entwicklung widerlegt die Auffassung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), Snus sei ein fast ausschliesslich in Eishockey- und Unihockey-Kreisen genutztes Nischenprodukt. Zum einen hat die Zahl aktiver Sportler in diesem Zeitraum nicht derart signifikant zugenommen. Zum anderen legt die Korrelation von Nutzungszahlen und Rauchverboten den Schluss nahe, dass Snus auch in der Schweiz als Ergänzungs- oder Substitutionsprodukt verwendet wird und so Rauchern die Entwöhnung erleichtert – ein gesundheitspolitisch erwünschter Effekt.
Rechtliche Regelung heute
Gesetzlich ist der Konsum von Snus in Artikel 5 der Verordnung über Tabakerzeugnisse und Raucherwaren mit Tabakersatzstoffen (TabV) geregelt: „Tabakerzeugnisse zum oralen Gebrauch dürfen weder eingeführt noch abgegeben werden. Als Tabakerzeugnisse zum oralen Gebrauch gelten Erzeugnisse in Form eines Pulvers oder eines feinkörnigen Granulats oder einer Kombination dieser Formen, insbesondere in Portionenbeuteln oder porösen Beuteln oder in anderer Form. Ausgenommen sind Erzeugnisse, die zum Rauchen oder Kauen bestimmt sind.“ Das Schweizerische Lebensmittelgesetz, auf das sich die TabV abstützt, regelt den Eigengebrauch explizit nicht. Snus darf daher legal eingeführt und konsumiert werden. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat jedoch 2004 den privaten Import auf 1200 Gramm pro 60 Tage limitiert, um den gewerblichen Weiterverkauf zu verunmöglichen.