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Leucin – Proteine und effektiver Muskelaufbau hängen direkt zusammen – dieses Wissen hat sich im Leistungssport schon lange durchgesetzt. Sportler und Athleten aller Art nutzen eben diese Wirkung täglich und nehmen zu diesem Zweck vor oder nach ihrem Training Eiweissdrinks zu sich. Eine Gruppe von Athleten, für die der Effekt von Eiweiss auf die Muskelmassebildung ganz besonders wichtig ist, sind dabei Gewichthebern, da sie in ihrem Training einen möglichst schnellen Aufbau von Muskelmasse erzielen wollen.
Bei der Einnahme von Proteinen spielen allerdings viele Faktoren eine Rolle. So können Sportler die Art der Proteine (etwa Whey Protein, Casein, Soja oder Aminosäuren), den Zeitpunkt der Einnahme (vor oder nach dem Training) und die Menge der zugeführten Proteine variieren. Ein ganz wesentlicher Faktor wird dabei aber oft vergessen: das Leucin.
Leucin ist eine Aminosäure, die erwiesenermassen grossen Einfluss auf die Proteinsynthese und daher den Muskelmasseaufbau im Körper hat. Um diesen Einfluss zu verstehen, muss aber der Prozess der Proteinsynthese selbst erklärt werden.
Die Proteinsynthese
Proteinsynthese passiert, wenn Methionyl-Ribonukleinsäure sich an die eukaryotische kleine ribosomale Untereinheit bindet. Dies bildet den sogenannten Vor-Initiierungskomplex (43S-Komplex). Der eukaryotische Initiationsfaktor 2 (eIF2) unterstützt diesen Vorgang.
Der 43S-Komplex koppelt sich an die Boten-RNA, wodurch der molekulare eukaryotische Initiationsfaktor 5 (eIF5) den eIF2 eliminiert. Ein Molekül Guanosintriphosphat (GTP) wird dabei hydrolisiert, was dazu führt, dass das eIF2 in seine aktive Form eIF2-GTP übergeht. Nach der Ausschüttung dieses eIF2-GTP kann der nächste Schritt der Proteinsynthese beginnen.
Sobald der eukaryotische Initiationsfaktor 4F (eIF4F) das eIF2-GTP-Molekül erkennt, bildet sich eine Ribosomen-Bindungsstelle. Der eIF4F bindet dann den eukaryotische Initiationsfaktor 4E (eIF4E), eine Untereinheit des eIF4F, an die sogenannte m7GTP-Struktur in der eukaryotischen RNA, wodurch der RNA-Strang repliziert wird. Das ist die Proteinsynthese.
Die Aminosäure Leucin unterstützt diesen komplexen Prozess in einem ganz entscheidenden Ausmass. Das geschieht auf folgende Art: Leucin stimuliert im oben beschriebenen Prozess der Proteinsynthese den sogenannten mTOR-Signalgeber. Wird dieser aktiviert, phosphorisiert er das Bindungsprotein 1 des eIF4E-Komplexes und den Ribosomalprotein-S6-Kinasekomplex (S6K1). Das Bindungsprotein 1 wird nach seiner Phosphorisierung inaktiv und behindert damit seine Bindung an den eIF4F-Komplex, wodurch weitere Übersetzungen ermöglicht werden. Wird das S6K1 phosphorisiert, produziert es weitere eIF, welche die Replikation von mRNS erhöhen und damit die Proteinsynthese steigern.
Positive Wirkung von Leucin
Ob man diesen wissenschaftlichen Ausführungen nun im Detail folgen kann oder nicht: die positive Wirkung von Leucin ist klar bestätigt – auch in Praxistests. So wurden in der Vergangenheit mehrere Studien durchgeführt, in der untrainierte Probanden nach intensivem Krafttraining entweder kein Getränk, ein reines Kohlenhydratgetränk, ein Kohlenhydrat-Proteingetränk oder eben ein Kohlenhydrat-Proteingetränk mit beigesetzten Leucin erhalten haben. Die Gruppe, die Leucin zu sich nahm, zeigte durchgehend höhere Werte der Proteinsynthese.
Leucin ist damit ein essentieller Bestandteil der Proteinsynthese und leistet einen wichtigen Anteil zum Masseaufbau der Muskeln. Insbesondere Gewichtheber und andere Athleten, die schnell Muskelmasse aufbauen wollen, sollten also mit ihren Proteinen auch 3 bis 4 Gramm Leucin zu sich nehmen und den Masseaufbau damit ganz entscheidend unterstützen.
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