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Diop: Sie sagen oft, dass das, was wir suchen, so gewöhnlich ist wie Essen, Trinken und Gehen. Und: Das Größte zeigt sich im Kleinsten.
WW: Ja. Aber es fällt uns schwer, das anzunehmen. Wir halten es einfach nicht für möglich, dass sich selbst in einem Grashalm die absolute Wirklichkeit manifestiert. Als Buddha einmal mit seinen Schülern spazieren ging, zeigte er mit der Hand zum Boden und sagte: „Es wäre gut, hier einen Tempel zu errichten.“ Daraufhin nahm Taishakuten einen Grashalm, steckte ihn in den Boden und sagte: „Der Tempel ist errichtet.“ Buddha lächelte.
Diop: Wer war dieser Taishakuten?
WW: Taishakuten ist in der hinduistischen Mythologie Sakedevendra-Indra, der Herrscher der Götter. Indra stellt in den indischen Veden den höchsten der Götter dar. Er beherrscht das Wetter und sendet Regen, Blitz und Donner. Einerseits wird er als Spender des Regens, der Quelle und der Fruchtbarkeit verehrt, andererseits als Herrscher über die Unwetter gefürchtet. In der indischen Mythologie ist Indra der Vater von Arjuna. In späteren Zeiten verblasste jedoch seine Bedeutung immer mehr und die Gottesverehrung konzentrierte sich mehr auf Krishna. Die mythologische Gestalt Indra’s wird auch in einem Koan von Ummon angesprochen. „Während einer von Gläubigen gespendeten Mahlzeit nahm der Meister einen Biss von einem Sesampfannkuchen und sagte: „Jetzt habe ich gerade in Indras Nase gebissen, und er windet sich vor Schmerz!“ Dann wies er mit seinem Stock auf die Füße der Anwesenden und sagte: „Er ist da unter euren Füßen und verwandelt sich in den alten Buddha! Seht ihr ihn, seht ihr ihn?“
Es gibt noch ein weiteres Koan von Ummon, in dem auf Indra Bezug genommen wird. Der Meister betrat die Lehrhalle und sagte: „Indra und der alte Shakyamuni Buddha disputieren im Innenhof des Klosters über die buddhistische Lehre und veranstalten einen Saulärm.“ Damit verließ der Meister sein Lehrpodest.
Doch zurück zu Buddha’s Koan. Jedes Koan zeigt immer auf uns. Es will uns immer in die Erfahrung der Ur-Wirklichkeit führen. Diese Wirklichkeit jedoch zeigt sich in einem winzigen Grashalm ebenso wie in einem prächtigen Tempel. Als früher einmal ein Meister gefragt wurde, wer Buddha sei, gab er die Antwort: „Die Katze klettert den Pfosten hinauf.“ Der Schüler gestand seine Unfähigkeit, den Sinn zu erfassen, und der Meister sprach: „Wenn du es nicht verstehst, frag den Pfosten.“ Ein andermal fragte ein Mönch seinen Meister: „Was ist der Sinn von Zen?“ Der Meister antwortete: „Frag den Pfosten“. Der Mönch gestand, dass er dies nicht verstehe. Der Meister sagte: „Mir geht es ebenso.“
Diop: Was ist mit dem Tempel im Koan gemeint?
WW: Natürlich meint Indra nicht das Gebäude. Zen meint immer uns und will uns in die große Erfahrung führen, in die Ur-Wirklichkeit. Diese zeigt sich in einem winzigen Grashalm ebenso wie in einem gewaltigen Tempel. Die Form ist der Grashalm, die Leere der Tempel, das Universum, die Grenzenlosigkeit, die alles enthält und sich gegenseitig durchdringt. In der Integration von Form und Leerheit baut die Form gleichsam die Leerheit auf und die diesem Vorgang innewohnende Dynamik verbindet beides zu einer nicht mehr zu trennenden Einheit. Das eine ist alles. Und so kann, wie Yamada Roshi in einem Teisho einmal gesagt hat, ein echter Zen-Meister manchmal einen Grasstängel als sechzehn-Fuß-große goldene Buddhastatue verwenden oder - andersherum - eine goldene, sechzehn-Fuß-hohe Buddhastatue als Grashalm gebrauchen. Wir sind dann frei, alles zu tun. Wenn eine wirklich große Kraft aufspringt, gibt es keinen vorbestimmten Weg und keine vorgeformte Weise dafür. Es geht in diesem Koan also um die große Freiheit, zu handeln, ohne zu handeln.“
Diop: Ist das wirklich möglich?
WW: Im Lankavatara-Sutra aus dem fünften Jahrhundert kann man lesen, dass alles, was in der Welt gesehen wird, frei ist von Anstrengung und Tätigkeit, denn alle Dinge in der Welt sind wie ein Traum oder ein durch Wunder erzeugtes Bild. Dies wird von den Philosophen und Unwissenden nicht verstanden, aber diejenigen, die die Dinge so sehen, sehen sie in rechter Weise. Diejenigen, die die Dinge anders sehen, wandern in Unterscheidungen, und da sie von Unterscheidungen abhängen, klammern sie sich an den Dualismus. Die Welt in Unterscheidungen gesehen gleicht dem Erblicken des eigenen Bildes in einem Spiegel oder des eigenen Schattens oder des Mondes im Wasser gespiegelt oder gleich einem Echo im Tal. Leute, die ihren eigenen Schatten der Unterscheidung ergreifen, haften an diesem oder jenem Ding, und da sie den Dualismus nicht loslassen, gehen sie immer weiter in ihren Unterscheidungen, und so können sie nie zur Ruhe kommen.
Diop: Aber unser alltägliches Leben wird doch von so vielen Faktoren bestimmt.
WW: Ja. Da sind die Dinge, die uns umgeben, die Sinnesorgane, durch die wir all das aufnehmen, und das Denken, das uns unterscheiden lässt, das gegenüberstellt und vergleichen lässt. All dies verfestigt sich im Laufe der Zeit derart zur Gewohnheit, dass in uns das Bild einer eigenständigen Persönlichkeit entsteht. Wir haben dann den Eindruck: „Das bin ich“ und „das bist du“, „ich bin hier“ und „du bist dort“. Aus diesem individuell ganz unterschiedlichen Zusammenspiel erwächst all unser Tun und Handeln.
Diop: Aber was ist falsch an dieser Sichtweise?
WW: Nichts, und doch alles. Wir haben vergessen, dass alles, was wir wahrnehmen, unserem persönlich eingefärbten Geist entspringt. Er ist es also, mit dem wir die Welt so sehen, wie sie zu sein scheint. Der Alltagsmensch hat seinen Geist eingefärbt mit Annehmen und Zurückweisen, mit „das will ich“ und „das will ich nicht.“ Unsere Situation ist eine zweigeteilte Welt, in der wir uns zurechtfinden müssen. Und doch ist es auch dieser gleiche Geist, der uns die Erleuchtungserfahrung machen lässt. Wir haben nur diesen einen Geist. Viele Menschen können das nicht verstehen. Sie meinen, sie müssten ihren Geist verändern. Das ist ein großer Irrtum. Einerseits haben wir also unseren Geist eingefärbt mit unserem Ego, das stets etwas will, andererseits erscheint, wenn das Ego vollständig losgelassen wird, der reine Geist und leuchtet in uns auf. Dieser unser ureigene Geist ist seinem Wesen nach so rein wie klares Wasser. Wir selbst sind es, die das Wasser immer wieder aufwühlen, so dass es uns unmöglich ist, auf den Grund zu sehen. Deshalb sind wir nicht in der Lage, vollkommen frei zu handeln. Würden wir nach der Ursache forschen, müssen wir feststellen: Da ist zunächst einmal alles, was sich unseren Sinnen darbietet, wie Form, Geruch, Geschmack usw. Diesem geben wir Namen und bilden Begriffe, die stellvertretend dafür stehen. Namen und Begriffe aber führen zu Unterscheidungen, Gegenüberstellungen und Vergleichen. Sie münden schließlich in ein bestimmtes Handeln, in ein ich-bezogenes Handeln. Dieser Vorgang wiederholt sich so lange und ohne Unterbrechung, bis wir der Meinung sind, das wäre die Wirklichkeit. Nehmen wir zum Beispiel den Begriff „Wasser“. Das Darüber-Nachdenken und Analysieren stillt nicht, wenn wir durstig sind, unseren Durst. Wir müssen trinken! Darum geht es. Dazu äußert sich auch der chinesische Zen-Meister Fo-yan im zwölften Jahrhundert. Er sagt: Wenn du Farben siehst und Laute hörst, ist dies eine Zeit der Verwirklichung. Wenn du isst und trinkst, ist auch dies eine Zeit der Verwirklichung.
Diop: Im Zen heißt es: „Suche es nicht, nenne es nicht, lerne es nicht!“
WW: Wenn wir Es ganz verwirklicht haben, können wir auf unserem Weg von allen Dingen freien Gebrauch machen. Haben wir Es jedoch nicht verwirklicht, werden wir immer wieder von den Dingen immer hin- und hergerissen.
Diop: Die Frage für mich ist: Wie frei bin ich in meinem Handeln wirklich?
WW: Huang-po rät uns: Wenn Gelegenheit zum Handeln ist, handelt, ist die Gelegenheit vorüber, gebt Ruhe.
Diop: Können wir das? Können wir sitzen, ohne zu handeln? Sind wir wirklich so frei in unserem Handeln wie Indra, der den Grashalm in den Boden gesteckt hat mit den Worten: „Der Tempel ist errichtet“?
WW: Jeder muss für sich die Frage klären: Bin ich wirklich Herr im eigenen Haus oder werde ich beherrscht von meinen Gefühlen und Gedanken, die mich hierhin und dorthin ziehen und denen ich ständig nachlaufe? Wie frei bin ich an meinem Arbeitsplatz oder fühle mich davon eingeengt? Wie frei bin ich beim Einkaufen, wenn ich Dinge sehe, die ich gerne hätte, die ich mir aber vielleicht nicht leisten kann? Wieviele Wünsche habe ich täglich, dies oder jenes zu erreichen, und bin dann wieder und immer wieder frustriert, wenn es eben doch anders gekommen ist?
Diop: Meistens fühlen wir uns begrenzt und eingeengt von Zwängen und Konventionen.
WW: Ja. Trotzdem verspüren wir in uns manchmal den Drang und eine tiefe Sehnsucht - auch wenn wir uns dies oft nicht eingestehen -, diese Ich-Schale, diesen Egopanzer zu durchstoßen, auch wenn wir nicht genau wissen, was uns auf der anderen Seite erwartet. Was uns hindert, diesen Panzer zu durchstoßen, ist unser Wille. Wir wollen ständig etwas. Soko Morinaga Roshi hat einmal gesagt: Was euch ausfüllt, wenn es in euer Herz kommt - und sei es auch nur ein einzelner Grashalm -, wenn ihr versucht, es willentlich in euch aufzunehmen, wird es sich entfernen. Es wird nur dann in euer Herz dringen, wenn ihr ihm natürlich und ohne Geist begegnet. Ein Grashalm oder der ‚Große Weg’, der das ganze Universum in sich einschließt, sie sind das Gleiche. Solange ihr versucht, durch das Ego irgendetwas zu ergreifen, wird nicht nur ein einzelner Grashalm, sondern selbst der ‚höchste Weg’ euch nicht erfüllen können.
Diop: Wie sollen wir uns also Ihrer Meinung nach verhalten?
WW: Das Shinjin-mei gibt uns eine klare Antwort: „Handle gemäß deiner Natur und du stimmst mit dem Weg überein, gehst ihn gelassen und frei ohne Sorge.“ Könnten wir uns gelassen dem „Großen Wirken“ hingeben, ohne es ständig anders haben zu wollen, würde uns die Herrlichkeit des Seins im einfachsten Grashalm entgegenleuchten. Auch wir könnten dann, wie einst der weise Indra, Tempel und Grashalm beliebig miteinander austauschen. Wären wir ganz von diesem Einen erfüllt, gäbe es für uns kein Einzelnes oder Einzelwesen mehr, und in jedem Grashalm würde uns die ganze Weisheit aufleuchten. Ein berühmtes buddhistisches Gleichnis lautet: Der größte Buddha ist gleich wie ein gemeiner Grashalm. Dogen sagt uns: Halte einen Grashalm hoch, um ein sechs Fuß hohes Bildnis des Buddha zu machen, halte ein Sandkorn hoch, um die Stupa eines alten Buddha zu bauen. Zen sagt: Hört auf zu unterscheiden. In Wirklichkeit ist alles Eins und eins ist Alles. Im Shinjin-mei lesen wir: „Der höchste Weg ist nicht schwer, wenn du nur aufhörst zu wählen. Aber schon die kleinste Unterscheidung ist wie der Abstand zwischen Himmel und Erde.“ Darum ist es so wichtig, alles Verstandesmäßige während des Sitzens loszulassen. Johannes vom Kreuz sagt, dass Gott sich nur jenseits des Denkens mitteilt, aber nicht durch ein schlussfolgerndes Denken. Gott teilt sich nur durch einen reinen Geist mit, wobei das Denken einem einfachen Akt des Schauens weicht. Meister Eckehart äußert in seiner vierzigsten Predigt: Solange noch irgend etwas von Kreatur in dich leuchtet, so lange siehst du Gott nicht, wie klein es auch sein mag. In Wirklichkeit gibt es also keinen Unterschied zwischen dem Tempel und dem Grashalm. Es ist unser abstrahierendes Denken, das die Unterschiede herbeiführt.
Diop: Warum können wir Ihrer Meinung nach die Dinge nicht einfach so nehmen, wie sie sind? Warum müssen wir alles in intellektuellen Schubladen verstauen? Wer zwingt uns dazu?
WW: Unser Ich ist ausgesprochen stark und damit verbunden auch unser Denken. Sie sind wie zwei Brüder, von denen jeder auf den anderen angewiesen ist. Stirbt der eine, geht auch der andere mit unter. Das Grenzenlose jedoch, unsere Wesensnatur, offenbart sich in allem.
Diop: Auch in diesem Ich und diesem Denken?
WW: Ja. Selbst dann, wenn es in unserer beschränkten Sichtweise nicht immer zu unserem Besten aussieht, ist jeder Tag ein guter Tag. Sie dürfen diese Aussage allerdings nicht im dualistischen Sinn von positiv oder negativ begreifen. „Jeder Tag ist ein guter Tag“ bedeutet: Auch wenn uns der Hexenschuss in die Knie zwingt, auch wenn wir Krebs haben, auch wenn das soziale Umfeld zusammenzubrechen droht, offenbart ES sich. Diese Energie kommt nirgendwoher und ist doch immer da. Das Grenzenlose zeigt sich gleichermaßen in Schmerz und Freude, im Suchen wie im Finden, im Leben und im Tod und ist doch gleichzeitig jenseits dieser Gegensätze. Die Leere manifestiert sich als Form, d.h., die Form ist leer. Religiös ausgedrückt: Das Göttliche offenbart sich in mir als Mensch, als Tier oder als Baum. Wir dürfen dies aber nicht missverstehen. Gott ist nicht der Baum, Gott ist nicht das Tier, Gott ist nicht der Mensch. Es ist vielmehr so, dass das Göttliche in der Form des Baumes, in der Form des Tieres, in der Form des Menschen erscheint, sich darin ausdrückt und Form annimmt. Es verdichtet sich gleichsam zur Form. „Es sammelt, was in seine Hand kommt und gebraucht es geschickt“, heißt es im nachfolgenden Vers.
Diop: Was bedeutet das?
WW: Wir alle haben schon einmal einen Zauberer gesehen, der seine Tricks so geschickt beherrscht, dass keiner sie nachvollziehen kann. Erst wenn wir einen Blick hinter die Kulissen geworfen haben, durchschauen wir die Illusion. Das bedeutet: Wir sind immer dort an der richtigen Stelle, egal, wo wir uns in diesem Augenblick befinden, auch wenn uns unser Verstand etwas anderes vorsagt. Es bedeutet auch: Nicht ich bin es, der sucht. ES sucht mich. Ich bin der Gesuchte, auch wenn ich es momentan nicht begreifen kann. Es bedeutet weiterhin: Die Arbeit, die gerade heute getan werden muss, ist die beste, auch wenn ich ihr etwas anderes vorziehen würde. Uns fehlt nichts, wir sind bereits ganz. Deshalb heißt es im Zen: „Es gibt nichts zu erreichen.“ Dieser Atemzug ist es, dieser Schritt ist es. Das ist es, was wir erfahren müssen. Unser Problem besteht darin, dass wir zum gegenwärtigen Augenblick stets etwas dazutun oder wegnehmen wollen. Unser Ego pfuscht immer dazwischen. Aber wir müssen nichts werden, wir sind es bereits! Wir haben zu lernen, dass wir die Arbeit, die wir gerade machen, absichtslos tun, ohne ständig ein Ziel im Kopf zu haben, das wir erreichen müssen. Dieses zielgerichtete Streben ist es doch letztlich auch, was uns zermürbt. Wenn wir genau hinschauen, kommt es meistens anders, als wir es haben wollten. Unsere ego-gefärbten Zielvorstellungen stimmen nicht mit dem Resultat überein. „Überall ist die Lebenskraft ausreichend vorhanden“ heißt es auch im Vers. Ob ich mich also in der Küche befinde und Kartoffeln schäle oder auf meinem Bänkchen sitze und meditiere. Entscheidend ist allein die Frage: Wie schäle ich meine Kartoffeln? und Wie sitze ich auf meinem Bänkchen? Bin ich vertieft in diesen Augenblick oder bin ich gedanklich beim Planen meines nächsten Urlaubs?
Diop: In unserer Gesellschaft wird sehr großer Wert auf das Verstandesmäßige gelegt. „Du kannst nicht einmal logisch denken“ gilt als eine der schlimmsten Beleidigungen. Daraus folgern viele Menschen, dass es in diesem Leben um das Anhäufen von Wissen geht.
WW: „Selig sind die Armen im Geiste“ heißt es in der Bergpredigt. Gemeint sind diejenigen, die sich geistig arm machen, die ihren Verstand beiseite lassen und in den Augenblick gehen. Meister Eckehart sagt, dass diesen tiefen Sinn nur wenige Menschen verstehen. Sie meinen, der sei ein armer Mensch, der nichts anderes will, als den Willen Gottes zu erfüllen. Ein solcher Mensch hat aber nicht die Armut, denn er hat noch einen Willen, mit dem er dem Willen Gottes tun will. Wenn der Mensch wirklich arm sein will, so soll er in Bezug auf seinen Willen so frei sein, wie er war, als er noch nicht war. Der Himmel ist nicht irgendetwas in der Zukunft Liegendes, gedacht für diejenigen, die immer brav waren. Der Himmel ist immer da! Er liegt vor unseren Füßen, wir sitzen darauf, wir berühren ihn ständig. Unser Wahres Wesen, alles Glück dieser Welt liegt hinter unserem Verstand. Wer dies erfahren bzw. begriffen hat, wird sich in größter Bescheidenheit auf sein Kissen oder Bänkchen setzen, um sich ganz diesem Augenblick zu überlassen, ohne den Wunsch, etwas daran zu verändern.erweisen.
Diop: Das ist wirklich nicht einfach.
WW: Ich weiß. Im Zendo einfach nur sitzen, ohne zu handeln, ohne von den Gefühlen und Gedanken ständig hin- und hergezogen zu werden, ist nicht einfach.
Diop: Ich glaube, das ist wirklich schwer, denn wir fühlen uns ja so oft eingeengt in Zwängen und Konventionen. Die Folge ist, dass wir auf unserem Kissen frustriert sind, wenn es dann eben doch ganz anders kommt, als ich es mir vorgestellt habe.
WW: Genau das ist der Punkt. Wir wollen ständig etwas. Wenn wir einfach gemäß unserer Natur handeln könnten, ohne ständig nach links und rechts zu schauen, würden wir ganz genau mit dem Weg übereinstimmen.
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