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Desax Martina, Geiser Reto
TH-Research Project
TH-Forschungsprojekt
TH-Forschungsprojekt
Der weitreichende Einfluss, den die USA insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg auf Politik, Ökonomie, Kultur und Alltagsleben der europäischen Länder gewonnen haben, ist breit erforscht. Bislang fehlen jedoch vertiefte historische Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung bilateraler Kulturbeziehungen zwischen einzelnen europäischen Nationen und den USA.
Das Forschungsprojekt nimmt den Sektor der Architektur- und Kunstbeziehungen zwischen der Schweiz und den USA von 1850 bis 1950 in den Blick. Eingebettet in einen grösseren Kontext gegenseitigen kulturellen Interesses, wurde auch auf dem Sektor von Architektur und Kunst bereits im 19. Jahrhundert das Fundament intensiver, langfristig wirkender Beziehungen gelegt. Aktualität kommt der Fragestellung unter den Stichworten der Herausbildung kultureller Identität im Schweizer Nationalstaat und der Beteiligung der Schweiz an den Strömungen der Moderne zu. Beide Prozesse wirken bis in die Gegenwart fort. Die Aufarbeitung der transatlantischen Kulturbeziehungen der Schweiz ist darüber hinaus auch für die ETH eine Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Geschichte.
Der chronologische Rahmen des Vorhabens ist durch zwei historische Einschnitte markiert: die Gründung des Schweizer Bundesstaates sowie das Ende des Zweiten Weltkriegs. Entworfen wird ein umfassendes Bild der bilateralen Kunstbeziehungen unter dem historischen Paradigma des Kulturtransfers. Zwei Teilprojekte - Kunstbeziehungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sowie Sigfried Giedion und die USA - ermöglichen die Verknüpfung kulturgeschichtlicher und wissenschaftshistorischer Ansätze. Beide Teilprojekte suchen Antworten auf die Leitfrage nach kultureller Identität und Modernisierung. Sie bieten die Chance, das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu erläutern.