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Allgemeines: Kompressen unterscheiden sich von den Wickeln dadurch, dass sie einen Körperteil nicht umfassen, sondern nur auf eine bestimmte erkrankte Stelle gelegt werden. (aus Haushaltbuch von 1901)
Dampfkompresse (aus Haushaltbuch von 1901):
Dampfkompressen macht man, indem man 8-12faches Baumwolltuch in siedendes Wasser taucht, zum Auswringen am besten zwischen zwei Deckeln auspresst und, zwischen Flanell oder Wolle gepackt, auf die kranke Stelle legt. So kann man eine grössere Hitze ertragen, als wenn man den heissen Ueberschlag direkt auf die Haut brächte. Die Kompressen werden erneuert, wenn die Hitze derselben sich fühlbar vermindert hat.
Tipp: Den heissen Ueberschlag mit Wachsleinwand bedecken, da die feuchte Wärme dadurch besser erhalten wird.
Anwendung: Schleimlösend bei Husten. Darf nicht angewendet werden bei Fieber!
Kräuterkompresse (aus Haushaltbuch von 1901):
Kräuter können einzeln oder in Mischung auch zu Kompressen verwendet werden. Man füllt ein entsprechend grosses Stoffsäcklein mit den Kräutern und übergiesst es mit heissem Wasser oder hält es längere Zeit in einem Sieb über kochendes Wasser in den Dampf, presst gut aus und legt es, zwischen Flanell oder Wolle gepackt, auf. Oder man taucht das Tuch in den entsprechenden heissen Kräutertee und fährt fort wie bei Dampfkompressen.
Anwendungen:
bei Husten: Wärmende Kräuter wie Brennessel, Majoran, Minze, Thymian verwenden.
bei Magen- und Unterleibskrämpfen bringen so ausgeführte heisse Kamillenkompressen oder Heublumenkompressen Linderung.