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Nostalgische Eisenbahnliebhaber und Harry Potter-Fans und Touristen geniessen gleichermassen die unter Volldampf stehende Lok auf der Fahrt des Jacobite-Dampfzug von Fort Willian nach Mallaig.
Das Dampfross steht bereit
Der dampfbetriebene Museumszug, der „The Jacobite“, auch als Jacobite Stream Train bezeichnet, fährt die rund 41 Meilen, 66 km von Fort Williams durch die westlichen, schottischen Highlands, vom späten Frühjahr bis in den Herbst hinein nach Mallaig, einem der westlichsten Fischerdörfer in Grossbritanniens. Während der Hochsaison verkehren zwei Züge pro Tag durch die schöne und vielseitige Landschaft mit vielen „versteckten“ Filmlandschaftenskulissen auf der ca. 1 ½ stündigen Fahrt.
Unter dem Motto; Iron Road to the isles oder „Cairdean an Rathaid-Iarrainn“ lockt sie jedes Jahr tausende Touristen und Technik-Fans an die romantische Strecke oder zum Mitfahren ein.
Das reguläre Aus, der dampfbetriebenen West Highland Line kam Anfang der 1960er. Erst im Sommer 1984 bot die British Rail die Teilstrecke von Fort William nach Maiiaig unter dem Namen
„The West Highlander“ wieder an, allerdings noch nicht unter Dampf. Einige Jahre später wurde der Zug auf „The Lochaber“ umbenannt. So sollte die Region mit dem Schienenabenteuer verknüpft und wieder lukrative gemacht werden. Erst wieder nach der Privatisierung der British Rail 1993 wurde 1995 unter West Coast der Dampfbetrieb auf der West Highland Line wieder eingeführt. Der inzwischen Weltbekannte Teilabschnitt der West Highland Line bekam so seinen heutigen Namen „The Jacobite Steam Train“ nach dem historischen Ereignis als 1745 die Standarte von Prinz Charles Edward Stuart zur zweiten Jacobiterrevolution gehisst wurde. Die einspurige Eisenbahnstrecke wurde 1897 von Iren in Bau genommen. Dazumal diente die Eisenbahn für die florierende Fischindustrie als Warentransport und nicht als Passagierzug.
Ein bisschen Hollywood-Flair
Vor der Abfahrt in Fort William wir die dampfend und zischende Lok von Gross und Klein haargenau in Augenschein genommen und natürlich eingehend fotografiert. Wer wie der junge Zauberschüler Harry Potter reisen möchte, kann sich Spezialtickets erwerben wo bei Tee und Shortbread, ein Mürbeteiggebäck, die Reise im Filmabteil gedreht wurde, nostalgisch geniessen. Kurz nach verlassen des Bahnhofs führt die Strecke am Loch Linnhe entlang über die Nevis Bridge vorbei an Neptunes Staircase, ein Schleusensystem beim Eingang des Caledonian Canal. Die wunderschöne, abwechslungsreiche Landschaft nimmt die Reisenden ein und lullt sie in die Tage vor über 270 Jahre ein.
Vorbei an Corpach und Loch Eil wo nach dem ersten Tunnel alle auf das legendäre 380 Meter lange Glennfinnan Viaduct mit 21 Bögen, aus dem Harry Potter-Film gespannt warten und schon mal ihre Kameras und Handys gezückt im Anschlag halten. Viele Bewunderer entlang und rund um das Viadukt werden durch die Pfiffe und das laute Schnauben der Lokomotive auf das kommende „vorbereitet“. Der Anblick, ob im Zug oder verteilt an Hügeln und Mulden, bekommen einem Anblick den sie sicher für immer bewahren.
Das zu überquerende Tal beschneidet die Berge zur Linken und lässt ein weites, offenes Land erblicken mit kleinen Gehöften und alten Villen. An der Glenfinnan Station wird eine ca. 20-minütige Pause eingelegt, wo man das kleine Dörfchen oder das Museum mit Bildern vom Bau der Strecke und dem Viadukt im Schnelldurchgang besichtigen kann bevor es weiter zum höchsten Punkt der Strecke geht. Jetzt kann die Dampflok etwas verschnaufen auf dem Weg vorbei an Loch Eilt mit seinen kleinen romantischen Inselchen mitten im See. Blickt man jetzt aus dem Fenster ist die markante, polnische „White Church“ vor dem Loch Ailort mit der bekannten Lachsfarm zu erblicken. Nach dem Black Loch (übersetzt, Schwarzsee) überquert man das weniger bekannte Glen Mama Viadukt bevor es wieder in die Berge geht und einige Tunnels durchquert werden müssen. Wer jetzt die Fenster im Abteil nicht vorzeitig geschlossen hat, wird mit speziell riechendem Dampf „parfümiert“. Loch nan Uamh, ein Meeresarm ist ebenfalls ein geschichtsträchtiger Ort. Bonnie Prince Chariie trat dort nach seinem Zwangsexil sein Rückeroberungsfeldzug an und floh nach seiner Niederlage genau vom selben Anlegeplatz aus die endgültige Flucht nach Frankreich an. Nach Arisaig Station kommen diverse Filmkulissen in tiefblauen Fjordlandschaften Richtung Küste vor, so zum Beispiel etliche Szenen aus dem Schottland-Klassiker „Local Hero“ mit Burt Lancaster oder dem wunderschönen Sandstrand mit „Silver Sands“ vor Morar wo Szenen mit Christopher Lambert und Sean Connery im „Highlander“ gedreht wurden. Bei optimalen Wetterbedingungen (was wir nicht hatten) können die kleine Inseln Rum, Eigg, Muck oder Canna gesichtet werden. Sogar der südliche Zipfel der Insel Skye wäre ersichtlich. Im Sackbahnhof von Mallaig endet der erste Teil der Reise. Bevor der Lokführer in die Pause gehen kann wird die Lok abgekoppelt und in Rückwärtsmanöver auf ein Ausweichgleis gefahren und am „hinteren“ Ende des Zugs wieder Eingekoppelt so das die Gäste, die wieder nach Fort William zurückfahren jetzt die Poleposition inne haben. Im zweistündigen Aufenthalt verführen schmucke, blumenüberladene Restaurants mit heimeligen Aussenterrassen zum Verweilen ein. Einen Abstecher zum Hafen loht sich auf jeden Fall. Wer sich mit Fish-and-Chips verköstigen möchte, muss sich zeitlich ran halten. Das sonst sehr ruhige, eher verschlafene Fischerdörfchen Mallaig wird von den Zugtouristen vollständig in Beschlag genommen bevor sie sich wieder Richtung Fort William aufmachen und die grandiose Natur und Aussicht erneut bewundern können. Am Ende der Reise hat der Lokführer und sein Team rund 3 ½ Tonnen geschaufelt.
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Das Glennfinnan-Viadukt wurde zwischen Juli 1897 und Oktober 1898 erbaut. Es verbindet die am 14. April 1901 eröffnete Bahnlinie zwischen Fort William und Mallaig. Damals kostete das 380 Meter lange Bauwerk mit 21 Pfeilern die bis zu 30 Meter hoch sind 18’904 Pfund Sterling. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung war dieses Bauwerk eine technische Pionierleistung vom Erbauer Robert McAlpine. Zu einem späteren Zeitpunkt erhielt McAlpine den begehrten Ritterschlag und den Spitznamen „Concrete Bob“
(Beton-Bob).
Fernsehserien und Szenen in vielen Filmen wie „Charlie & Louise“, „das doppelte Lottchen“, „Die Liebe der Charlotte Gray“ und „Monarch of the Glen“ nutzten das Viadukt als Kulissenrequisit. In den Verfilmungen von „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“, „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ sowie im „Harry Potter und der Feuerkelch“ kommt der Hogwarts-Eypress und das Glennfinnan-Viadukt vor.