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Hergestellt von der National Company Inc., Malden, MA.
Als Nachfolger des HRO, der basierend auf dem Urmodell über die Jahrzente verbessert wurde, in seinem Konzept mit Spulenschubladen und dem „Micrometer Dial“ aber im wesentlichen unverändert blieb, entwickelte National einen transistorisierten Nachfolger: der HRO-500 kam 1964 auf den Markt. Basierend auf dem Wadley - Loop - Konzept bietet der Empfänger mit seiner mechanischen „Micrometer“ - Skala und linearem Frequenzgang eine Frequenzablesegenauigkeit von unter 1 kHz. Obwohl im kommerziellen Segment vermarktet, lässt der Empfänger keines der Hilfsmittel vermissen, die das Maximum aus einem Signal heraus„kitzeln“ lassen: der HRO-500 verfügt über ein Notchfilter und Passbandtuning in den 0,5 und 2,5 kHz - Bandbreiten.
Der Empfänger ist in ein 420 x 195 x 325 mm grosses Metallgehäuse eingebaut und bringt 14,5 kg auf die Waage, ich mag mich noch vage an das Gewicht erinnern, als ich meinen in Friedrichshafen von der alten Messe zu Fähre schleppen musste…
Versorgt wird der HRO-500 mit 115 oder 230 V Netzstrom oder 12,6 V Gleichstrom von einer Autobatterie, der Stromverbrauch ist verglichen mit Röhrengeräten gering.
Ein Lautsprecher ist nicht eingebaut, als Originalzubehör war der HRO-500TS Lautsprecher vorgesehen, der wohl ähnlich selten anzutreffen sein dürfte, wie der LF-10 VLF-Vorsatz.
In der Mitte der Frontplatte findet sich der für die frühen National - Empfänger aus der HRO-Baureihe charakteristische „Micrometer dial“: in den Skalenfensterchen im grossen Drehknopf zeigen kleine Ziffern die Frequenz in 10 kHz - Schritten an, dazwischen erlauben 1 kHz-Marken mit etwa 5 mm Abstand die Frequenz bis etwa 300 Hz genau abzulesen. Die MHz-Stelle der Frequenz wird in einem beleuchteten Skalenfenster darüber angezeigt. Mit dem Knopf „Synthesizer Tune“ wird das korrekte 500 kHz - Segment gewählt, bei diesem auf dem Wadley - Prinzip basierenden Empfänger wird auf eine Oberwelle eines Quarzoszillators abgestimmt, das Synchronisieren wird durch Erlöschen der roten Signallampe zur Rechten des Abstimmknopfs angezeigt - ganz ähnlich, wie beim FRG-7 vorgegangen werden muss.
Mit dem Bandschalter muss der Bereich 0-1,5 / 1,5-4 / 4-10 / 10-20 und 20 - 30 MHz gewählt werden, eine verschiebliche Maske gibt die entsprechenden 0.5 MHz - Bereichs- anzeige frei. Mit Preselect Tune muss auf der Preselektorskala links neben der Frequenzskala auf Signalmaximum abgestimmt werden, die fünf Skalen entsprechen den fünf Bandabschnitten.
In der linken unteren Ecke der Frontplatte findet sich der mit konzentrischen Knöpfen ausgeführte RF-Gain und Lautstärke (Audio) - Regler, zur Rechten neben dem Bandsegmentschalter der Schalter für die AGC und den Abschwächer.
Auf der rechten Frontplattenseite, unterhalb des S-Meters, finden sich die Regler für das Quarzfilter mit der Notchfunktion, das sogar mit einem Feintrieb versehen ist, und das Passband - Tuning, mit dem auch das Seitenband ausgewählt wird. Rechts unten finden sich die Drehschalter für die vier ZF-Bandbreiten und der Hauptschalter, der mit dem Betriebsartenschalter AM und SSB gekoppelt ist und auch den Eichmarkengeber aktiviert.
Wie bei allen Kurzwellenempfängern, die auf dem Wadley - Prinzip basieren, ist die Bedienung nicht absolut trivial… Eingeschaltet wird der HRO-500 indem der Betriebsartenschalter auf AM gestellt wird, der RF-Gain soll am rechten Anschlag stehen, die AGC eingeschaltet sein, nach vorsichtigem Aufdrehen des Lautstärkereglers wird im Kopfhörer ein Rauschen hörbar. Mit dem Bandsegmentschalter wird das entsprechende Band gewählt und mit „Synthesizer Tune“ der korrekte 0,5 MHz-Bereich gewählt, spätestens nun wird das Rauschen stärker und die „Phase Lock“ Kontrolllampe erlischt bei korrekter Einstellung. Mit dem Preselector wird in der Nähe der entsprechenden MHz-Frequenzmarke das Rauschmaximum eingestellt, erst bei optimal eingestelltem Preselektor erreicht der Empfänger die maximale Empfindlichkeit resp. ist überhaupt ein Empfang möglich. Nun kann mit der Hauptabstimmung auf die richtigen kHz-Stellen der gewünschten Empfangsfrequenz einstellt werden: mit der Anzeige von 6.0 im der Bereichsskala und zwischen den Marken „60“ und „70“ ist die Frequenz 6.065 kHz eingestellt, die Stammfrequenz von Radio Schweden…
Nun muss der Preselector auf die Marke etwas oberhalb von 6 MHz eingestellt werden, die Station sollte hörbar werden. Zum Empfang einer ungestörten AM-Station ist das 8 kHz-Filter geeignet, bei Nachbarkanalstörungen sollte auf 5 kHz gegangen werden. In einer schwierigen Interferenzsituation kann der Einseitenbandempfang versucht werden, mit dem 2,5 kHz-Filter kann mit dem Passbandregler auf das weniger beeinträchtigte Seitenband abgestimmt werden.
Empfangsmässig verfügt der HRO-500 über eine ausgezeichnete Empfindlichkeit, dank den Spulenfiltern auf der niedrigen ZF eine gute Trennschärfe und komfortablen Möglichkeiten der Signalnachbearbeitung dank dem Notchfilter und Passbandtuning. Etwas weniger komfortabel ist das gesamte Handling des bald fünfzigjährigen Geräts. Für einen Frequenzwechsel sind beim HRO-500 eine ganze Reihe Handgriffe notwendig, die Bedienung ist nicht mit einem modernen mikroprozessorgesteuerten Empfänger mit direkter Frequenzeingabetastatur zu vergleichen - aber hervorragend empfangsstark bleibt das Sammlerstück.
Das HF-Signal durchläuft zunächst ein durch den Bandbereichsschalter geschaltetes Bandfilter. In den Bereichen 0 - 1,5 und 1,5 - 4 MHz arbeitet der HRO-500 als Dreifachsuperhet: das Signal wird zunächst mit einem 26 MHz-Oszillatorsignal gemischt und auf eine ZF von 26-27,5 resp. 27,5-30 MHz umgesetzt. Nach Mischung mit dem Synthesizersignal von 29,25-30,25 resp. 30,75-32,75 MHz wird das zweite Mal auf eine ZF von 3,25-2,75 MHz umgesetzt, nach einer abgestimmten ZF-Verstärkerstufe wird das Signal mit dem VFO-Signal überlagert, es resultiert die tiefere ZF von 230 kHz. Nach Durchlaufen der ZF-Filter und einer weiteren ZF-Verstärkerstufe gelangt das Signal auf den AM-Detektor oder den Produktdetektor zum SSB-Empfang folgt die NF-Stufe.
In den Bereichen 4-10, 10-20 und 20-30 MHz wird die erste Umsetzung übersprungen: das Signal vom Bandfilter wird mit dem Synthesizersignal auf 3,25 - 2,75 MHz umgesetzt, diese wirkt hier als erste ZF. Nach der ZF-Verstärkerstufe und Mischung mit dem VFO-Signal von 3,48-2,98 MHz wird auf die zweite ZF von 230 kHz umgesetzt. Der weitere Signalverlauf ist nun identisch, nach der ZF-Filterbank und nochmaliger ZF-Verstärkung wird das Signal dem AM- und dem Produktdemodulator zugeführt.
Das Gerät ist halbleiterbestückt.