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Am Samstagabend kam man im Theater Arth in den Genuss einer Schwyzer Uraufführung.
Zugegeben, total schwyzerisch war die Produktion nicht – das junge, im Jahr 2021 gegründete Opernkollektiv Zürich führte die unbekannte Oper «Die Eifersüchtigen » erstmals auf. Zuvor hatte die Joachim-Raff-Gesellschaft, Lachen, die Herausgabe der Oper dem Verlag Edition Nordstern, Stuttgart, in Auftrag gegeben. Erfreulicherweise zeigt nun das Opernkollektiv Zürich das Werk, passend zum 200. Geburtstag des Komponisten, zweimal im Theater Arth und zweimal im Theater Seefeld in Zürich. Joachim Raff wurde 1822 in Lachen geboren. Sein Vater, ein vor napoleonischen Kriegen geflüchteter Lehrer aus Württemberg, förderte Joachim früh und unterrichtete ihn an der Violine und an der Kirchenorgel. Später besuchte Joachim nach dem Gymnasium in Rottweil auch das Jesuitenkollegium in Schwyz.
«Die Eifersüchtigen» ist Raffs letzte von sechs Opern
Es folgten vier Jahre als Volksschullehrer in Rapperswil, doch nach viel Lob von Felix Mendelssohn Bartholdy für Raffs herausgegebene «Klavierstücke im Salonstil» entschied dieser sich für den steinigen Weg eines freischaffenden Komponisten in Deutschland. Nach Stationen in Köln, Stuttgart und Hamburg liess er sich nach Anwerbung durch Franz Liszt 1850 in Weimar nieder, später wurde er gar erster Rektor des Hoch’schen Konservatoriums in Frankfurt. Seinen Durchbruch schaffte er erst im Jahr 1863 mit seinen bekannten Sinfonien «Im Walde» oder «Leonore ». Das Libretto seiner sechsten und letzten Oper «Die Eifersüchtigen » schrieb Raff während einer Familienreise nach Magglingen, zwei Jahre vor seinem Tod 1882. Nicht nur seine Frau Doris Genast stand der naiven Geschichte der Oper kritisch gegenüber, weshalb sie wahrscheinlich damals nicht aufgeführt wurde.
Lebendige, spannende Inszenierung mit Humor
«Die Eifersüchtigen» spielt in Florenz des Jahres 1555 und trägt typische Züge einer italienischen Opera buffa (heiterkomische Oper), wie sie auch von Rossini oder Donizetti auf die Bühne gebracht worden sind. Die Oper kommt leichtfüssig daher, eher ungewöhnlich für Joachim Raff, der auch für schwerfälligere romantische Werke bekannt ist. Die Aufführung am Samstag überzeugte durch die Besetzung der sieben Hauptrollen mit wunderbaren Stimmen, die die anspruchsvolle Musik und den vielen Text grossartig meisterten. Die Sängerinnen und Sänger harmonierten auch bestens mit dem «Orchestra of Europe» (musikalische Leitung Joonas Pitkänen, künstlerische Leitung Davide Fior). Gelungen ist ebenso die Inszenierung (Regie/Bühnenkonzept Stephan Grögler) in einem angedeuteten Fotostudio, wo moderne Gegenstände wie Leuchtschirme mit alten Requisiten wie Sessel oder kostbaren Kleidern auf Büsten kombiniert wurden.
Bote der Urschweiz / Ruth Auf der Maur