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Selbsterforschung – „wer bin ich wirklich?“
Ramana Maharshis zentrale Frage „wer bin ich?“ zeigt sich in drei Fragen:
– was fühle und erfahre ich? (Tiefenstruktur der Gefühle und der inneren Erfahrungen)
– was will ich? (tiefer erforschen mit der Frage „was soll mir das geben“)
– wer bin ich? (ohne Namen – ohne Rollen – ohne Form)
Hier ist eine wichtige Unterscheidung zu machen: Es gibt Gefühle (nicht Körperempfindungen, die sind höher angesiedelt) und Innere Erfahrungen, die tiefer sind als Gefühle, zum Bsp. Leere, Weite, Stille, Frieden, Liebe.
Gefühle sind begleitet von stärkerer Körperaktivität, Zunahme des Atems, Herzschlag und des ganzen Energieflusses. Gefühle haben einen Anlass, sie beginnen, wallen auf, verbrennen dann wieder oder lösen sich auf.
Die inneren Erfahrungen, die tiefer sind als Gefühle, werden dagegen begleitet von einem Ruhiger-Werden des Körpers. Der Körper tritt immer mehr zurück. Atem, Herzschlag und Muskeltonus verringern sich. Diese Inneren Erfahrungen haben keinen Anfang und keinen Anlass.
Gefühle kommen und gehen wie Wellen – Innere Erfahrungen bleiben wie der Ozean.
„Sei still – halte an – werde frei!“ > der Weg der inneren Erfahrung <
Still sein bedeutet sich innerlich nicht zu bewegen. Es bedeutet, sich gegenüber dem Lärm, der da aus Deinem Inneren hochkommt, still zu verhalten, sich dem was da ist völlig auszusetzen und still zu bleiben – weder dage-gen anzurennen noch davor wegzurennen, noch irgendwohin zu rennen, einfach still zu sein.
Dann bemerkst du plötzlich, dass Gefühle hochkommen und dass die Gefühle verbrennen, sich auflösen, wenn du nichts mit ihnen machst. Dann merkst du, dass dein Herz grösser ist als die Gefühle, die da hochkommen. Dass dein Herz viel grösser ist, als du bis jetzt gedacht hast.
Wenn auf diese Weise alle Gefühle die auftauchen verbrennen, dann verblasst das Ich (Ego), denn das ausgedachte Ich“ ist nichts anderes als die fixe Idee: „ich sollte, ich muss, ich brauche etc. Ohne diese fixe Idee fällt das Ich (Ego) zusammen wie ein Kartenhaus und Tür und Tor sind dann geöffnet für die Gnade der Freiheit.
Herzensweg „gehen“
Die Strategie des Egos lautet: „ich brauche, ich muss, ich sollte, ich habe, ich darf nicht“. Das Handeln geschieht aus dem Verstand und kostet Kraft. Diese Strategie schafft Unruhe, Angst und Leid. Glücksmomente sind nur von kurzer Dauer.
Die Strategie des Herzens lautet: „ich will alles annehmen und still werden. Alles darf so sein.“ Das Handeln folgt inneren Impulsen und geschieht wie von alleine. Diese Strategie schafft inneren Frieden und unendliches, bewusstes Sein. Beachte in diesem Zusammenhang folgendes Zitat (Verfasser unbekannt):
„Wählst du die Liebe, so heisse auch den Schmerz willkommen, denn ohne diesen Raum muss Liebe sich in Schmerz verwandeln. Wählst du das Leben, so heisse auch den Tod willkommen, denn ohne diesen Raum wirst du lebendig begraben bleiben.“
Quelle: Christian Meyer, Berlin, in Anlehnung an die Lehre von Ramana Maharshi, teilweise eigene Formulierungen von uh