Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03401.jsonl.gz/1071

Als Podcast anhören
In Folge eins ging es um die hohen Temperaturen zur Zeit der Dinosaurier. Sie sind ein schlechtes Argument, um die aktuelle Klimaerwärmung kleinzureden. Denn vor Jahrmillionen von Jahren waren die Kontinente an völlig anderen Orten auf dem Globus platziert. Und die Meeresströmungen verliefen ebenfalls ganz anders. Ein Vergleich mit heute ist unmöglich.
Auch dass sich die Erde nach der letzten Eiszeit erwärmte, ist kein Argument gegen das Problem des aktuellen Klimawandels. Diese Erwärmung hat ihre Gründe in der veränderlichen Umlaufbahn der Erde um die Sonne. Sie lässt sich genau berechnen und kommt heute als Ursache nicht in Frage.
_____________
Abonniere hier unseren Newsletter! ✉️
_____________
Dann gibt es aber auch Klimaskeptiker, die richtig hart recherchieren und das Phänomen des mittelalterlichen Klimaoptimums entdeckt haben. Was war denn damals im Mittelalter los?
Fakt ist: Zwischen dem Jahr 950 bis etwa 1250 gab es in Europa ein Intervall vergleichsweise warmen Klimas. Aber Achtung: Erstens war sie auch von zum Teil massiven Dürren begleitet. Und in anderen Regionen der Erde begann sie früher und endete später. Das heisst, diese Wärmeperioden des Mittelalters waren zeitlich und regional uneinheitlich. Anders als die seit dem 20. Jahrhundert überall auf der Welt gleichzeitig voranschreitende Erwärmung.
Nie dagewesene Geschwindigkeit
Auch ist die Geschwindigkeit der globalen Erwärmung heute so hoch wie noch nie in der jüngeren Erdgeschichte. Neuste Publikationen der ETH zeigen, dass das globale Klima in den letzten 24 000 Jahren viel konstanter war als die Wissenschaft früher angenommen hatte.
Ausserdem war das Tempo, mit dem sich die Erde seit dem Höhepunkt der letzten Eiszeit erwärmte, relativ langsam. Es waren global etwa sechs Grad Celsius pro 10 000 Jahre. Was wir heute messen ist eine Erwärmung von 1,2 Grad seit dem Jahr 1860. Also rund zehnmal schneller.
Warum man das so genau weiss? Es gibt verschiedene Messmethoden, die man kombiniert. Eine nutzt die Tatsache, dass Wasser nicht gleich Wasser ist. Im Meer sind unter tausend Wassermolekülen H2O zwei etwas schwerer als die anderen. Dies, weil sie ein Sauerstoffmolekül enthalten, das ein Atomgewicht von 18 enthält, statt wie normalerweise 16. Die schweren Moleküle verdunsten schlechter als die leichten. Darum ist im Wasserdampf, der aus dem Meer verdunstet, je tiefer die Temperatur ist desto weniger schweres Wassers enthalten. Es findet im Ozean also je nach Temperatur sozusagen eine Destillation statt. Und die verändert die Zusammensetzung der Niederschläge. Dieses Verhältnis von 18O und 16O kann man noch nach Jahrtausenden nachweisen. Wenn man das Schicht um Schicht in Bohrkernen aus dem Meeresboden, im Polareis und sogar in den Ablagerungen von Binnenseen tut, kann man Temperaturveränderungen über hunderte und tausende von Jahren nachweisen.
Auch CO2 steigt so schnell wie nie zuvor
Und noch eine Geschwindigkeit ist heute beispielslos in der Erdgeschichte. Jene des Anstiegs von CO2 in der Atmosphäre. Auch dies zeigen Messungen aus Eisbohrkernen – 800 000 Jahre zurück.
Die Veränderungen im CO2-Gehalt der Atmosphäre waren nie schneller als 20 ppm pro 1000 Jahren. Heute haben wir 100 ppm in den letzten zirka 60 Jahren. Es geht also etwa 80-mal schneller als je zuvor mit Messungen nachweisbar.
Die Geschwindigkeit des CO2-Anstiegs lässt sich auch noch in einer anderen Darstellung veranschaulichen. Diese Grafik zeigt die Veränderung des CO2 pro 1000 Jahre. Hier wird extrem deutlich, dass das, was heute gemessen wird niemals zuvor stattgefunden hat.
So werden historische Temperatur- und CO2-Veränderungen also gemessen und nicht nur einfach darüber spekuliert. Und so schlägt die Klimaforschung den Klimaskeptikern ein weiteres «Argument» aus der Hand.