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Zeugnis der ersten Italienerwallfahrt von 1919
Ein Votivbild aus dem Archiv des Benediktinerklosters Mariastein
Von der ersten Wallfahrt der Italiener der Region Basel nach Mariastein im Jahr 1919 besitzt das Archiv des Klosters ein farbiges Votivbild.
Im Vordergrund in der Mitte des Bilds prangt ein flammendes Herz, darin ein goldenes, verschlungenes Marienmonogramm (MA) mit Krone. Das Herz ist von mehreren Reihen Ornamenten umgeben, im äusseren Kranz finden sich drei Engelsköpfe. Über dem geschmückten Herzmotiv zeigt das Votivbild einen Marienkopf mit rotem Schleier.
In der rechten Bildhälfte ist das Kloster Mariastein auf dem Felsen vom Tal her dargestellt, eine Pilgergruppe von Italienerinnen und Italienern ist zu Fuss auf dem Weg nach Mariastein. Die linke Bildhälfte zeigt einen Trupp Infanteriesoldaten bei einem Vorstoss in waldigem Gebirge, an ihren Helmen als italienische Soldaten erkennbar. P. Lukas Schenker, der Historiker des Klosters Mariastein, denkt dabei an die Isonzoschlachten des Gebirgskriegs zwischen Italien und Österreich-Ungarn im Rahmen des Ersten Weltkriegs. Bei den zwölf erbittert geführten Schlachten von 1915 bis 1917 am Fluss Isonzo im heutigen Slowenien und teilweise im Hochgebirge erlitt vor allem die italienische Seite überaus grosse Verluste an Soldaten. Nach Kriegsende fiel Südtirol an Italien. Nach Ansicht von Lukas Schenker bringt das Votivbild die Dankbarkeit der in der Schweiz lebenden Italiener über das Kriegsende zum Ausdruck. Rechts unten trägt es die Inschrift «Gl’Italiani di Basilea per grazia ricevuta, Luglio 1919» (Die Italiener Basels für erwiesene Gnade, Juli 1919).
Die Fotografie des Votivbilds wurde «Kirche heute» von P. Ludwig Ziegerer, Wallfahrtsleiter des Klosters Mariastein, zur Verfügung gestellt. Für Hinweise zum Bild danken wir P. Ludwig und P. Lukas vom Benediktinerkloster.
Christian von Arx