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In Madagaskar finden 6 von 10 Geburten zu Hause statt, bei 353 von 100 000 Lebendgeburten überlebt die Mutter nicht und pro 1000 Lebendgeburten sterben 20 Neugeborene. Wie kommt es zu so hohen Sterberaten? Diese Zahl lässt sich dadurch erklären, dass das Pflegepersonal nur schlecht für Fälle mit Komplikationen ausgebildet ist und die Familien zu selten die Gesundheitsdienste in Anspruch nehmen.
Werdende Mütter durch eine respektvolle Behandlung von den Gesundheitsdiensten überzeugen
Um gegen die hohe Sterberate bei Müttern und Neugeborenen in Madagaskar vorzugehen, hat unsere NGO in Zusammenarbeit mit den Universitätsspitälern Genf (HUG) für das medizinische Personal des Bezirksspitals Ambanja eine Ausbildung eingeführt, die die Behandlung von Müttern und Neugeborenen verbessern soll. Die von ESTHER Switzerland finanzierte Ausbildung hat zum Ziel, einen respektvollen Umgang mit den Frauen bei der Behandlung sicherzustellen und die Qualität der Behandlung schwangerer Frauen, junger Mütter und Neugeborener zu verbessern.
Das bedeutet nicht nur, die Frauen besser zu empfangen und über die Behandlungsschritte aufzuklären, sondern auch für grundlegende medizinische Handlungen die Einwilligung der Patientinnen einzuholen.
Eine respektvollere Behandlung von Müttern und Neugeborenen führt dazu, dass mehr Frauen regelmässig die Gesundheitszentren aufsuchen
Eine innovative und inklusive Ausbildung
Da es den Mitarbeitenden der HUG und von Enfants du Monde im Herbst 2020 aufgrund der Gesundheitskrise nicht möglich war, die Ausbildung für die respektvolle Behandlung von Müttern und Neugeborenen vor Ort durchzuführen, wurde sie als Fernausbildung konzipiert.
Der Inhalt der Ausbildung ist in Module gegliedert, die auf Madagassisch übersetzte Tonaufnahmen enthalten und auf einer Online-Plattform verfügbar sind. Die Teilnehmenden lernen über die Mütter- und Neugeborenengesundheit weltweit und in Madagaskar, das Recht auf Mütter- und Neugeborenengesundheit und das Respektieren der Frau und des Neugeborenen. Zusätzlich zu diesen Themengebieten enthält die Ausbildung ein Modul über Covid-19 und den epidemiologischen Kontext.
Wir haben das Ausbildungsmaterial in zwei Monaten, von Mitte September bis Mitte November, produziert. In dieser Zeit mussten wir das Online-Material, das wir bereits für Burkina Faso entwickelt hatten, an den madagassischen Kontext anpassen, den gesamten Inhalt auf Madagassisch übersetzen, die Plattform erstellen und die fertigen Inhalte hochladen, Leitfäden für die lokalen Ausbildungsleiter und die Teilnehmenden erstellen und ein Quiz entwickeln»
Die Ausbildung umfasst sowohl Distance Learning, da die Module über Computer, Tablets und Smartphones online abgerufen und heruntergeladen werden können, als auch eine praktische Umsetzung.
Um das erworbene Wissen in praktische Kompetenzen umzuwandeln, mussten die Teilnehmenden entsprechende Massnahmen umsetzen. Zum Beispiel beschlossen manche Teilnehmenden nach dem Modul über Covid-19, am Arbeitsplatz immer eine Maske zu tragen, und stellten fest, dass das aufgrund des Materialmangels am Spital praktisch unmöglich war. Das half bei der Bedarfsermittlung an Masken auf lokaler Ebene und es konnten so Massnahmen getroffen werden, um die medizinischen Einrichtungen zu unterstützen.
Ein vielseitiges und engagiertes Team
Neben den Mitarbeitenden der HUG und von Enfants du Monde haben mit dem lokalen Team des Bezirksspitals Ambanja in Madagaskar und den Mitgliedern der madagassischen Diaspora in Genf zahlreiche Personen an der Konzeptionierung und Umsetzung dieser Fernausbildung mitgewirkt.
Dieses vielseitige und engagierte Team hat 21 Mitgliedern des medizinischen Personals im Bereich Mütter- und Neugeborenengesundheit geholfen, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu vertiefen.
Wir haben eine enge Verbindung zum lokalen Spitalsteam aufgebaut und gelernt, uns komplett auf die Menschen vor Ort zu verlassen, um jede Phase des Projekts durchzuführen. Das lokale Team hat uns enorm dabei geholfen, die Ausbildung auf lokaler Ebene umzusetzen,