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Green!Tea – Prospektive Ökobilanz der Agrar-Photovoltaik im Teesektor
Auf einen Blick
- Projektleiter/in : Dr. Grégoire Meylan
- Projektteam : Peter Qvist-Sorensen
- Projektvolumen : CHF 18'750
- Projektstatus : abgeschlossen
- Drittmittelgeber : Interne Förderung (ZHAW Sustainable Impact Program)
- Projektpartner : REM Tect S.r.l., Vietnam National University / Institute for Circular Economy Development ICED
- Kontaktperson : Grégoire Meylan
Beschreibung
Agrivoltaik (APV) ist ein vielversprechender Ansatz zur Erzeugung von erneuerbarem Strom und landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf demselben Stück Land. Sie trägt daher zur Entschärfung von Landnutzungskonflikten bei. Neben der Stromerzeugung schafft die APV ein günstiges Mikroklima und verringert die Abhängigkeit von Bewässerung und Mineraldünger. Die Bauern können ihren Lebensunterhalt verbessern, indem sie die Qualität und Quantität ihrer Ernte steigern und Strom an das Netz oder private Nutzer verkaufen. Da APV noch nirgendwo in grossem Massstab eingesetzt wird, ist es wichtig, Umweltaspekte bereits in der Planungsphase von APV-Anlagen zu berücksichtigen, um ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit zu maximieren.
Bislang wurden Ökobilanzen, eine weit verbreitete Methode zur Bewertung der Umweltverträglichkeit von Produkten und Dienstleistungen, nur auf bestehende APV-Anlagen angewandt. In dem vorgeschlagenen Projekt werden wir eine prospektive Ökobilanz durchführen, um ökologische Hotspots und Verbesserungspotenziale von APV für die Produktion von grünem Tee in Vietnam vor der Umsetzung zu identifizieren.
Grüner Tee ist eine vielversprechende Feldfrucht für APV, da er Beschattung benötigt. Vietnam ist ein Schwerpunktland der internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Schweiz und gehört zu den zehn grössten Teeproduzenten. APV ist daher ein Weg, um die Qualität des Tees auf wirtschaftlich effiziente Weise zu verbessern und damit die Lebensbedingungen der Bauern zu verbessern und den Zugang zu lukrativen Exportmärkten wie der Schweiz zu sichern. Wir werden zunächst den vorliegenden Fall und mögliche Szenarien definieren und eine vollständige Ökobilanz anwenden, die aus folgenden Schritten besteht: 1) Definition von Ziel und Rahmen, 2) Sachinventar und Datenerfassung, für die wir eng mit einem weltweit tätigen Unternehmen, das APV-Systeme entwickelt, und Partnern in Vietnam zusammenarbeiten werden, 3) Wirkungsabschätzung und 4) Interpretation der Ergebnisse. Die letzte Phase wird es ermöglichen, Empfehlungen für den Fall und generell für den Einsatz von prospektiven LCAs für APV abzuleiten.
Wir werden das Projekt mit Verbreitungsaktivitäten abschliessen. Neben den Stakeholdern in Vietnam wird der Fallstudienansatz auch an der ZHAW durch den Aufbau von Kapazitäten im Bereich APV und bei Schweizer Stakeholdern Wirkung zeigen. Wir beabsichtigen, die Bedeutung und den Nutzen einer vorausschauenden Ökobilanzierung im aufstrebenden Bereich des APV aufzuzeigen und einen Beitrag zur Schweizer Wirtschaftspolitik gegenüber Vietnam zu leisten.