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Im Tennis liegen bei den Hawk-Eye-Entscheidungen die Männer deutlich öfters daneben als die Frauen. Und nehmen auch «peinliche» Challenges in Kauf. Dies belegt eine interessante Studie.
Das US Open 2014 hat dieses Jahr bei den Frauen und Männern viele potenzielle Kandidaten und Kandidatinnen, welche die Trophäe schlussendlich in die Höhe stemmen könnten. Gewiss ist aber nach einer Studie von Wirtschaftsprofessoren der Deakan Universität in Melbourne und der Sogang Universität in Seoul die Voraussage, dass die Männer mehr «peinliche» Challenges als die Frauen nehmen werden, wie das «Time Magazine» schreibt.
Die Studie untersuchte Linien-Challenges von 331 Profi-Spielen der Männer und 149 Frauen-Partien aus dem Zeitraum von 2006 bis 2008.
Die grössten Entdeckungen dabei sind: Je heikler die Situation während eines Matchs ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Männer bei der Entscheidung daneben liegen.
Bei den nervenaufreibenden Tie-Breaks haben die Frauen viel mehr korrekte Challenges genommen als die Männer, die öfters einen falschen Call machen.
Wie immer zu beachten gilt dabei, dass die Anzahl Challenges nicht unbegrenzt ist: Wenn das Hawk-Eye zeigt, dass der Call unbegründet war, verliert man eine von drei Challenges pro Satz (im Tie-Break gibt's noch eine zusätzliche Challenge).
Zu denken dürfte Roger Federer und seinen Geschlechtsgenossen auch eine weitere Entdeckung geben. So werden in Tie-Breaks nach den Forschern 34 Prozent der Challenges der Männer als «peinlich» eingestuft, sprich die Bälle sind fünf Zentimeter und mehr im Aus.
Die Challenges der Frauen dagegen sind nur zu 9 Prozent «peinlich», was statistisch einen sehr grossen Unterschied von 25 Prozent ausmacht.
Männer tendieren offensichtlich dazu, dumme Challenges zu nehmen, auch wenn sie von der anderen Spielseite aus logischerweise eine schlechtere Sicht haben als die Linienrichter und der Schiedsrichter. Zusätzlich versperrt ja noch das Netz die Sicht.
Ein weiterer interessanter Fakt: Je besser klassiert ein Mann in der Weltrangliste ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit der «peinlichen» Challenges. Bei den Frauen genau das Gegenteil: Je besser in der WTA-Liste klassiert, desto vorsichtiger wird eine Challenge genommen.
Die Forscher begründen die markanten Unterschiede der Geschlechter mit zu grossem Selbstvertrauen, Stolz und Scham. So denken Federer & Co., ihre Ansicht sei immer korrekt, sogar wenn vom blossen Auge zu sehen ist, ob der Ball drin war oder nicht.
Ausserdem steht dem starken Geschlecht der Stolz im Weg: Männer können weniger gut verlieren und machen so viele irrationale Challenges, um den vermeintlichen Fehlentscheid des Schiedsrichters zu korrigieren.
Abschliessend vermuten die Forscher, dass sich die Männer offenbar bei ihren «peinlichen» Challenges vor grossem Publikum und Millionen TV-Zuschauern viel weniger schämen, während die Frauen grössere Angst haben, sich mit einer grotesken Challenge der Lächerlichkeit preiszugeben.
Altmeisterin Martina Navratilova bestätigt gegenüber dem «Time Magazine» die Forschungsergebnisse: «Jungs kümmert es einfach sehr, ob sie Challenges verlieren, während die Frauen Angst haben sich zu blamieren.»
Oder mit den Worten der Forscher: In engen Momenten wie Tie-Breaks versuchen Männer mit allen Mitteln zu gewinnen, während die Frauen eine Niederlage würdevoller akzeptieren können.