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|Michael
arbeitet noch als Devisenhändler bei einer Bank. Er tritt in dieser
Rolle als Nachfrager und Anbieter von fremden Währungen auf dem Devisenmarkt
auf. Er sucht eine neue Stelle. Er gehört zu den Nachfragern nach einer
Stelle auf dem Arbeitsmarkt. Er braucht zudem eine neue Wohnung. Er ist
also auch Nachfrager auf dem Wohnungsmarkt. Zur Zeit bietet er auf dem Flohmarkt
alles zum Kauf an, was er nicht in die neue Wohnung mitnehmen will. Er ist
gerade damit beschäftigt, die alte Kaffeemaschine einem Kunden zu verkaufen.
Der Kunde feilscht um den Preis.

Ein freier Markt besteht, wenn der Staat weder das Angebot noch die
Nachfrage beeinflusst und auch keine Vorschriften in bezug auf den Preis
erlässt. Der Zugang zum Markt ist für jeden Nachfrager und Anbieter
offen.
Es wird zwischen den Gütermärkten (im engern Sinne) und den Faktorenmärkten unterschieden. Auf Faktorenmärkten werden die
Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital gehandelt. Zu den Faktorenmärkten
zählen der Arbeitsmarkt, der Immobilienmarkt, der Geld- und Kapitalmarkt.
Auf den Konsumgütermärkten kaufen Konsumenten die Güter
des täglichen Bedarfs, wie z.B. Nahrungsmittel, Kleidung oder Einrichtungsgegenstände.
Auf den Investitionsgütermärkten treffen sich die Unternehmer,
um Produktionsmittel, wie z.B. Rohstoffe, Anlagen und Ausrüstungen
zu beschaffen.
In der Vorstellung ist ein Markt vollkommen, wenn alle Marktteilnehmer ausschliesslich nach
ökonomischen Prinzipien handeln. Zudem müssen die folgenden
Bedingungen erfüllt sein: Die auf dem bestimmten Markt angebotenen
und nachgefragten Güter sind homogen. Sie sind in bezug auf die Qualität, die Aufmachung
und die Verpackung sachlich gleich. Weder Anbieter noch Nachfrager haben
sachliche Präferenzen. Es ist ihnen gleich, ob sie das eine oder ein anderes
Exemplar eines Gutes erhalten oder weggeben. Der Wettbewerb ist aber auch
nicht durch persönliche Präferenzen, wie Freundschaften, familiäre
Beziehungen, Sympathien zum andern Geschlecht usw. verzerrt. Auch räumliche
Präferenzen, also Standortvorteile, und zeitliche Präferenzen
bleiben unbeachtet. Anbieter und Nachfrager treffen sich nicht nur am
gleichen Ort, sondern auch zur gleichen Zeit. Es besteht eine vollständige
Markttransparenz. Alle Anbieter und Nachfrager haben die vollständige
Uebersicht über den Markt. Jeder weiss, wieviel zu welchem Preis
angeboten und nachgefragt wird.
Konkrete Märkte sind höchstens annähernd vollkommen.
In der Regel treffen wir auf unvollkommene
Märkte. Beispiele für
annähernd vollkommene Märkte sind Devisenmärkte (z.B. der
Markt für US-$), Wertschriften-Märkte (die Effektenbörse),
Edelmetallmärkte z.B. der Markt für Gold, Silber, Platin. Ein
Gemüsemarkt, der Wohnungsmarkt, der Arbeitsmarkt sind in hohem Mass
unvollkommene Märkte.