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Am 16. Dezember hat die Europäische Kommission eine neue Regelung für den Binnenhandel mit Elfenbein verabschiedet. Diese schränkt die Möglichkeiten zum Kauf und Verkauf von Gegenständen aus Elfenbein in der EU ein. Die Fondation Franz Weber (FFW) begrüsst diesen Schritt zum Schutz der afrikanischen Elefanten, welche Opfer der Wilderei und des Handels mit ihren Stosszähnen sind. Allerdings hätte sich die FFW mehr Mut seitens der Europäischen Union (EU) gewünscht. Einige Ausnahmen bereiten Sorge.
Jeder Handel mit Elfenbein, ob legal oder illegal, bedroht direkt das Überleben der afrikanischen Elefanten. Sie werden auf dem gesamten Kontinent wegen ihres Elfenbeins dezimiert, welches häufig gewaschen auf den heimischen Märkten in Asien, Japan, aber auch in der EU landet. Dies trotz eines internationalen Verbots des Elfenbeinhandels im Rahmen des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES). Die FFW tritt daher seit Jahren für eine vollständige und ausnahmslose Schliessung der inländischen Elfenbeinmärkte ein und hat in diesem Zusammenhang klare Empfehlungen von CITES erzielen können.
Nach mehreren Jahren hat die EU nun endlich Massnahmen ergriffen, um den CITES-Beschlüssen Folge zu tragen und den Elfenbeinmarkt zwischen den Mitgliedstaaten einzuschränken. Die FFW begrüsst insbesondere die Entscheidung der Europäischen Kommission, den Handel mit Rohelfenbein auf dem EU-Markt auszusetzen wobei Reparaturen von Musikinstrumenten aus der Zeit vor 1975 und Antiquitäten aus der Zeit vor 1947, welche von hoher kultureller, künstlerischer oder historischer Bedeutung sind eine Ausnahme bilden. Einige dieser Abweichungen im EU-Recht geben jedoch weiterhin Anlass zur Sorge. Insbesondere ist der Handel mit bearbeitetem Elfenbein aus der Zeit vor 1947 mit entsprechenden Genehmigungen weiterhin erlaubt. Diese Ausnahmen senden eine unklare Botschaft an Wilderer in Afrika und anderswo, die weiterhin in den Glauben versetzt werden, dass Elfenbein in der EU als besonders wertvoll gilt, und somit ihre Aktivitäten fortsetzen werden.
Darüber hinaus hat ein Grossteil der von der EU beschlossenen Massnahmen die Form von Leitlinien, die von den Mitgliedstaaten umgesetzt werden müssen. Vera Weber, Präsidentin der FFW, befürchtet, dass diese nicht ausreichen werden: «Ein reines Verbot des Elfenbeinhandels wäre klarer und effektiver gewesen, um den drastischen Rückgang der Elefantenpopulationen in Afrika zu bekämpfen», erklärt sie mit Nachdruck und fährt fort, «zumindest ist es nun unerlässlich, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten sorgfältig darauf achten, dass die von der Europäischen Kommission beschlossenen Massnahmen, insbesondere diejenigen in den Leitlinien, konkret umgesetzt werden. Und vor allem ist es von höchster Wichtigkeit, dass die Kommission die Fortschritte überwacht und dem Parlament regelmässig Bericht erstattet.»