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Vangelis Score zum Politthriller von Costa Cavras aus dem Jahr 1982 liegt nun in einer auf 1000 Stück limitierten Sammleredition in der Komplettversion vor. Der Score selber ist recht kurz und wird im Film nur an wenigen exponierten Szenen zum Einsatz gebracht. Aufgefüllt wird die CD mit sogenannten alternativen Tracks. Die Aufmachung und die Zusammenstellung der CD lassen vermuten, dass es sich bei der Cimmerian Veröffentlichung um ein Bootleg handelt. Deutlich hört man in den einzelnen Tracks unterschiedliche Lautstärken und Klangfärbungen heraus. Es scheint als ob man aus allen bekannten Soundtracktrackveröffentlichungen die Tracks des Scores hier zusammengefügt hat.
Missing von Vangelis wurde nie offiziell veröffentlicht. Einzig eine Promo Kassettenaufnahme ist bei Sammlern im Umlauf und dient späteren Bootlegs (z.B. Off World etc) als Vorlage. Erst 1989 veröffentlicht Polydor den originalen Main Title auf dem Album Themes. Zusätzlich wird im Film das Hauptthema aus Vangelis Konzeptalbum Ignacio verwendet.
Tim Rice schreibt Jahre später für den „Main Title“ einen Text, den Elaine Page auf ihrem Album „Cinema“ singt. Cover Versionen gibt es in Folge u.a. von James Last, The Shadows und Nana Mouskouri.
1982 ist für Vangelis ein sehr produktives Jahr. Er vertont neben The Missing die Musik zum Ridley Scott Klassiker The Blade Runner, für Frederic Rossif Pablo Picasso-The Painter, für Carl Sagan die Dokumentation Cosmos und für Demis Roussos spielt er das Album „Denis“ ein.
Das Politdrama von Costa Cavras ist mit Jack Lemmon, Sissy Spacek, Melanie Mayron, John Shea und Charles Cioffi hochkarätig besetzt. Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit des Journalisten Charles Horman. Während der politischen Unruhen um Salvador Allende in Chile Anfang der 70ger Jahre wird der Journalist von den Militärs entführt und ermordet. Der Film zeigt die verzweifelte Suche seiner Frau und seines Vaters. Es zeigt die Ohnmacht des Vaters und die Verwicklungen der amerikanischen Regierung während des Putsches.
Vangelis komponiert ein bezauberndes Hauptthema, dass neben seiner emotionellen Bandbreite eine tragische, melancholische Färbung prägt. Da der Film alleine durch das grandiose Spiel von Jack Lemmon und den ungeheuerlichen Enthüllungen besticht, bleibt wenig Raum für weitere Musik. Verwendung findet eine Hintergrundmusik, die in jeder Hotel Lobby gespielt wird. Für Spannungsbögen oder zur Untermalung der Hoffnungslosigkeit wird Musik eingesetzt. „Curfew“ ist ein weiterer wichtiger Track. Fast minimalistisch gestaltet kommt er mit seiner treibenden Rhythmik marzialisch daher.
Missing ist ein typischer Vangelis Score mit einem Hauptthema, das ein Eigenleben außerhalb des Films entwickelt. Die restliche Musik funktioniert im Film und bleibt nicht nachhaltig in Erinnerung.
Mit nun fast 70 Jahren ist Vangelis nach wie vor aktiv. Anfangs des Jahres gab Vangelis ein Konzert in Katar, zur Eröffnung des neuen Amphitheaters in Doha. Hierfür komponierte er für Solisten, Chor und einem Sinfonieorchester. Für die Kinowiederveröffentlichung und der Bluray Veröffentlichung von Chartiots of Fire, hat sich Vangelis seiner Musik angenommen, sie überarbeitet und den Film an zwei Stellen mit neuer Musik untermalt (u.a. Schottische Folklore). Einen neuen Soundtrack komponiert Vangelis für die Umweltdokumentation Trashed. Hierbei handelt es sich um eine von Jermey Irons produzierten Dokumentation, die gerade bei den Cannes Filmfestspielen vorgestellt wurde. Mitte des Jahres wird Warner Music eine neue Vangelis „Best Of“ Doppel CD veröffentlichen. Neben den bekannten Filmmusiken, steuert Vangelis einen neu komponierten siebenminütigen Track „Remembering“ bei.