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Grippe
1. Was ist eine richtige Grippe?
Schnupfen, Husten, Halsweh, Kopfweh und etwas Fieber – das ist meistens keine richtige Grippe sondern höchstens ein grippaler, d.h. grippeähnlicher Infekt, ebenfalls durch ein Virus ausgelöst. Die echte Grippe (Influenza) ist eine ernstzunehmende Virus-Erkrankung. Sie beginnt im Normalfall mit plötzlichem hohem Fieber und Schüttelfrost. Neben Kopf- und Gliederschmerzen sind Muskel- und Kreuzschmerzen typisch. Hinzu kommen extreme Müdigkeit und Abgeschlagenheit.
Grippewellen treten in Europa jedes Jahr in ein oder zwei Wellen zwischen Dezember und März auf. Wen die Grippe erwischt, ist echt krank und muss ein bis zwei Wochen das Bett hüten.
2. Wie bekämpft man eine Grippe?
Es gibt zahlreiche Mittel, die allesamt nur die Symptome bekämpfen. Sie senken das Fieber, lindern die Schmerzen und erleichtern die Atmung. Vitaminzusätze helfen dem Organismus, die Infektion zu überwinden. Wenn aus beruflichen oder privaten Gründen unter allen Umständen eine schwerere Grippe vermieden werden soll, kann in der Anfangsphase (optimal innerhalb der ersten 24-48 Stunden) eine Behandlung mit Tamiflu oder Relenza eingeleitet werden (das sind spezifisch antiviral wirkende Medikamente). Das Grundproblem bei dieser Behandlung ist, dass bereits in einem frühen Stadium mit der Behandlung begonnen werden muss um ein optimales Behandlungsresultat (sprich einen kurzen Verlauf) zu erhalten. Zu diesem Zeitpunkt ist es aber meist noch schwierig mit Sicherheit festzustellen, ob es sich wirklich um eine echte Grippe oder nur um eine Erkältung handelt. Das Medikament wird zudem von der Kasse nicht bezahlt.
Nebst der Symptombekämpfung (s.o.) hilft nur Bettruhe, viel trinken und Geduld haben. Wer dennoch aufsteht, steckt erstens seine Umgebung an und riskiert zudem Herz- und Kreislaufprobleme. Antibiotika bekämpfen Bakterien, aber keine Viren. Sie verhindern und behandeln also keine Grippe, können aber bei entsprechenden Komplikationen (bakt. Zusatzinfekt auf der Lunge, im Ohr oder in der Nasennebenhöhle) vom Arzt eingesetzt werden.
3. Ist Grippe gefährlich?
Grundsätzlich kommt es auf die Ausgangslage und das Alter der PatientInnen an. Als Risikogruppen gelten ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Herz- und Lungenleiden oder Zuckerkrankheit. Aber auch Kleinkinder und PatientInnen, die mit Immunsuppressiva (Mittel gegen Abstossungsreaktionen bei Zustand nach Organtransplantation) behandelt werden müssen oder eine Immunschwäche (Abwehrschwäche) aufweisen, gelten als speziell gefährdet.
4. Wie steckt man sich eigentlich an?
Die Grippe wird durch Tröpfcheninfektion (Husten und Niessen) sowie durch direkten Kontakt mit Handschweiss oder Speichel übertragen. Der Grippevirus verbreitet sich mit Vorliebe in geschlossenen Räumen (Schule, Büro, Tram, Lift, Einkaufszentren, Restaurants). Während der Epidemie ist es fast unmöglich, alle Ansteckungsquellen zu meiden, es sei denn Sie bleiben zu Hause und vermeiden Personenkontakte.
5. Kann man sich gut vor Grippe schützen?
Der beste Schutz ist, wie oben erwähnt, eigentlich das Vermeiden von Kontakt mit dem Grippevirus, da auch eine gute Grundkonstitution keinen sicheren Schutz gegen eine Infektion darstellt. Dass die Einnahme von Vitamin C vor Grippe schützt konnte bisher nie wissenschaftlich in Studien bestätigt werden, hingegen lässt sich wahrscheinlich der Krankheitsverlauf damit abkürzen. Für die Einnahme von Abwehrstimulantien wie z.B. Echinacea liegen widersprüchliche Resultate vor. Von einer generellen Einnahmeempfehlung möchten wir deshalb absehen. Zudem ist bekannt, dass es in seltenen Fällen auch bei diesem biologischen Mittel zu Nebenwirkungen kommen kann. Die effektivste Vorbeugungsmassnahme ist deshalb nach bisherigem Wissen die Grippeimpfung (s.u.).
6. Grippe-Impfung
Die Grippe-Impfung wird allen Personen empfohlen, welche einen wirksamen Schutz gegen die Grippe wünschen (wie oben erwähnt, gibt es danebst natürlich noch eine Vielzahl von grippeähnlichen, viralen Infekten, mit einem milderen Verlaufsbild, welche natürlich trotzdem auftreten können).
Speziell empfohlen wird die Grippe-Impfung folgenden Personengruppen:
Für diese Personengruppen wird die Impfung sicher von der Krankenkasse übernommen.
Die Grippe-Impfung ist sehr gut verträglich und löst selber sicher keine Grippe aus. Der Impfstoff wird jährlich den vorherrschenden Grippe-Viren angepasst. Es empfiehlt sich deshalb, die Impfung jährlich zu wiederholen. Gemäss persönlichen Erfahrung steigt der Schutzeffekt mit regelmässiger Impfung zusätzlich an. Die Impfzeit dauert von September bis Dezember. Für Hochrisiko-PatientInnen empfiehlt sich sogar eine zweite Impfung 4 Monate nach der ersten Impfung (Impfschutz optimal für ca. 4 Monate).
Diese Informationen basieren auf einer Broschüre zur Grippeimpfung der Firma „Berna“, ergänzt durch persönliches Wissen und Erfahrung.