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Begriffserklärung / Hütehunde Die dritte Gattung der Schäferhunde sind die Hütehunde, zu der auch der Australian Shepherd gehört. Es ist anzunehmen, dass sie sich erst entwickelten, als sie natürlichen Feinde der Schafsherden also Wolf, Bär und Luchs, weitgehend ausgerottet waren. Bedingt durch die immer grösser werdenden Schafherden benötigte der Schäfer nun einen kleinen, flinken und ausdauernden Hund, der weniger selbständig arbeitete als der Hirtenhund.
So entwickelten sich schnell bodenständige Hütehundschläge, deren Erscheinung durch die Anforderung des Umfeldes, als auch durch die Witterung bestimmt wurde. Hütehunde, die grosse Schafsherden auf langen Wanderungen begleiten, sind in der Regel robuster, besitzen Schutztrieb und brauchen oft eine konsequentere Erziehung, als die örtlich hütenden Hunde, die dem Schäfer an den Pferchen helfen.
Die Rassenvielfalt der Hütehunde ist sehr gross, denn ähnlich, wie die Jagdhunde, wurden sie entsprechend den Anforderungen immer spezialisierter. Die kleinen, gelenkigen Schläge traf man meist im unwegsamen Gebirge an, während die grossen ausdauernden Traber in der Ebene ihre Arbeit taten. Nach ihrem Arbeitsfeld nennt man diese Hunde auch „Herdengebrauchshunde“.
Der Hütetrieb Was veranlasst einen Hund, andere Tiere zusammen zutreiben und zusammenzuhalten ? Ein Blick auf das Erbgut des Hütehundes könnte Aufschluss geben: Wenn die caniden Vorfahren unseres Hundes, die Wölfe sind, so vererbten sie auch Instinkte für das Handeln eines Hütehundes ! Forscher fanden folgendes heraus: Wenn Wölfe jagen, geschieht dies immer im Rudel, welches durch gezielte Koordination eine Gruppe möglicher Beutetiere zusammenhält. Die Tiere werden an einen bestimmten Ort getrieben, wo dann eines ausgesondert wird, um getötet zu werden. Dieses Verhalten ist genetisch gesteuert. Der Ablauf ist immer derselbe. Zunächst nähert sich jeder Wolf der Beute bis auf dieselbe Entfernung und hält dabei zu seinen rechten und linken Jagdgefährten immer den gleichen Abstand. Das Opfer wird eingekreist, wobei der Kreis immer enger gezogen wird. Der Hütehund arbeite nach den gleichen System, nur dass ihm das Rudel fehlt. Darum wird er versuchen, jeden einzelnen zu ersetzten, d.h. er übernimmt die Arbeit von einem Dutzend Wölfen, so als wäre er jeder einzelne. Zuerst bestimmt er den richtigen Abstand, den das „Rudel“ von der Herde halten soll. Danach rennt er herum, um alle Positionen einzunehmen sie sonst von seinen Kumpanen besetzt worden wären. Während er sich von einem „Posten“ zum nächsten begibt spielt er nacheinander die Rollen der fehlenden Jagdgefährten und „umzingelt“ die Herde in weit ausholenden Kreisbewegungen. Durch dieses Verhalten, wobei er immer an den Positionen stehen bleibt, an denen sich eigentlich ein andere Wolf befinden soll, treibt er die Schafe an den Aussenrändern der Herde in die Mitte des Kreises und hält sie so zusammen.