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Die menschliche Verfassung vor Gott ist gefüllt mit Gegensätzen und Spannungen. Im Zentrum dieser Gegensätze steht das Problem, dass die Menschen Kenntnis von Gott haben, obwohl sie diese Kenntnis oftmals nicht akzeptieren oder anerkennen. Paulus spricht – ohne genaue Termini – von einer anerkannten und einer abgelehnten Kenntnis. Die erste Art von Kenntnis ist allen Menschen durch die Schöpfung zugänglich, die zweite Art kommt nur durchs Evangelium. Er spricht davon, dass Gott sich durch seine Schöpfung fortlaufend offenbart (die Präsensform im Griechischen deutet auf ein andauernd aktives Geschehen hin). Er spricht zu allen Menschen – nicht nur zu jenen, die hören wollen. Die Theologie bezeichnet diese Art der Offenbarung “Allgemeine Offenbarung”. Was offenbart Gott von sich? Es handelt sich um seine Kraft, seine Göttlichkeit (Röm 1,20) und einen wesentlichen Teil seines moralischen Gesetzes (Röm 1,32). Es gibt so etwas wie ein natürliches Muster oder Schema (Röm 1,27) für das Leben. Paradox dabei ist: Der Mangel an Kenntnis ist gerade auf Kenntnis gegründet. Die Menschen lieben es normalerweise nicht Gott zu kennen. Diese Kenntnis wird aktiv unterdrückt (Röm 1,18). In den vergangenen Jahrzehnten haben Psychologen oft von unterdrückten Erinnerungen der Menschen gesprochen, die sie ängstigen. Die Reaktion von der ersten Menschen Adam und Eva auf ihre Sünde – sie versteckten sich vor Gott – ist typisch für das menschliche Verhalten. Oder denken wir an ein Kind, das seine Augen fest zukneift und meint, die anderen würden es nicht sehen. Es ist also festzuhalten: Unglaube ist immer mit Sünde verbunden, weil Unglaube mit unterdrückter Wahrnehmung verbunden ist.
Thomas K. Johnson, in: William Dembski. Thomas Schirrmacher. (Ed.) Tough-minded Christianity. B & H Publishing Group: Nashville 2008. (197-200)