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Thriller. Indien. Hindi
Alternative Titel Nine Plus Two Makes Eleven; Neun, Zwei, Elf
Regie
Vijay Anand
Drehbuch Vijay Anand
Produktion Dev Anand
Songs Shiv-Hari
Kamera Manmohan Singh
Choreografie Saroj Khan
Darsteller Dev Anand, Kalpana Kartik, Shashikala, Rashid Khan, Jeevan,
Lalita Pawar, Madan Puri, Krishan Dhawan, M.A. Latif, Jagdish Raj, Helen
Länge 150 Min.
Kinostart 1957
Box office classification -
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 6
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.|
©
Text Marco, molodezhnaja 26.1.08
© Bilder Shemaroo, Screenshots molodezhnaja
STORY
Madan (Dev Anand) leidet unter andauernder Geldknappheit. Deshalb mietet er sich in ständig neuen Wohnungen ein, die er nach ein paar Monaten wegen Nichtbezahlens der Miete wieder verlassen muss. Eines Tages erreicht ihn ein Brief seines Onkels Manoharlal: Er habe vor, sein Testament zu ändern, und Madan 11 Lakhs zu vererben: 900'000 Rupien habe das Haus wert, weitere 200'000 seien in Bargeld vorhanden. Madan müsse nur nach Bombay kommen, um das Vermögen in Anspruch zu nehmen. Kurzum kauft er sich einen lottrigen Kleinlaster und fährt los. Er ahnt nicht, dass er einen blinden Passagier an Bord hat: Raksha (Kalpana Kartik). Die Millionärstochter versteckt sich bei Madan, weil sie vor ihrem geldgierigen Ehemann in spe, Surjit (Jeevan), flüchtet. Unterwegs freundet Raksha und Madan sich an. Als Madan bei seinem Freund Radhey (Madan Puri) einen Zwischenhalt einlegt und erfährt, dass sein Cousin Kuldeep (Rashid Khan) und dessen Mutter (Lalita Pawar) das Erbe angetreten haben, beschliesst er, sich mit Raksha als Ehepaar auszugeben und in dem Anwesen, das eigentlich seines wäre, zuerst einmal zu recherchieren.
REVIEW
Im Alter von gerade mal 23 Jahren gab Vijay Anand hier sein Regiedebüt für seinen Bruder, Star und Produzenten Dev Anand. Unter dem Nav-Ketan-Banner konnte der junge Filmemacher frei experimentieren und legt denn auch bereits einige der virtuosen Stilmittel vor, die Anand später zu einem der besseren Thriller-Regisseure Indiens machten. Genau genommen ist "Nau Do Gyarah" sogar einer seiner spannendsten überhaupt, denn die bekanntesten Vijay-Anand-Thriller wie der göttliche Jewel Thief sind nicht echte Suspense-Thriller, sondern Pop-Art-Thriller, cooler Nervenkitzel mit Style zum Abkratzen. "Nau Do Gyarah" hingegen hat in manchen Sequenzen keinerlei Firlefanz und liefert puren Thriller-Genuss. Bestes Beispiel ist das mehrminütige, fiebrig montierte Finale, das durch seine expressionistische Bildsprache kombiniert mit dem Takt der Uhr den Puls in die Höhe treibt.
Wäre der ganze Film so spannend wie diese fast irrsinnig in die Länge gezogene Schluss-Sequenz voller verschwitzter Nahaufnahmen, nervöser Zuckungen und schnellem Cutting, dann wäre "Nau Do Gyarah" der vielleicht spannendste Hindi-Thriller der ganzen 50er-Jahre. Doch Anand ist eben nicht nur auf Suspense aus und so wird der Film als Ganzes durch Romantik, Witz und Abenteuer aufgelockert. "Leider", muss ich sagen. Zwar sind vor allem die Schäkereien zwischen Dev Anand und seiner Ehefrau Kalpana Kartik (in ihrer letzten Rolle) gelungen und sehenswert, doch man hätte den Film mühelos um mehr als 30 Minuten straffen können und er hätte dadurch nur gewonnen. Vieles wirkt zu lange breit getrampelt, manche Sequenzen sind unnötig detailliert und obwohl die Lieder von S.D. Burman alle schwungvoll wirken, hätte auch da eines oder zwei gekippt werden können. Durch diese Massnahmen hätte der Film an Tempo gewonnen und die finale Nervenkitzel-Sequenz wäre die logische Folge einer sich zuspitzenden Thriller-Dramaturgie.
Anands Ansatz war aber eben mehr der eines abwechslungsreichen Genre-Mixes. Das hat auch seinen Reiz, vor allem in den bereits erwähnten Anfangsszenen zwischen Anand und Kartik. Langweilig wird es sicher nie, erst später im Haus von Lalita Pawar und Rashid Khan schleichen sich ein paar deutliche Durchhänger ein. Die werden durch eine gelungene Szene gleich wieder wettgemacht - darunter fallen ein Tanz-Auftritt der jungen Helen, die ein Jahr später mit Howrah Bridge ihren Durchbruch feierte, oder Geeta Dutts "See Le Zubaan", der etwas ungelenk zu Sashikalas Tanz in die Story eingeflochten ist, aber die packende Schlusssequenz erst einleitet. Vijay Anand sorgt immer dafür, dass auf der Leinwand etwas passiert und sein Publikum unterhalten wird. Das macht "Nau Do Gyarah" sehenswert. Er hat seine Schwächen, er hat seine Längen, daher schlittert er haarscharf an 3½ Sternen vorbei - doch unter den Thrillern Bollywoods sollte er primär wegen seiner geschickt montierten Schlussphase eine etwas grössere Bekanntheit erlangen.
MEINE DVD
Shemaroo (IND), Code 0, NTSC
Bild: 4:3
Ton: Hindi 5.1 mit englischen Untertiteln (Film und Songs).
Disk Rating * * ½ (Manche Bildstörungen und Verpixelungen bei schnellen Bewegungen)
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