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Holzkorporation Oberwinterthur
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Die Holzkorporation Oberwinterthur ist eine privatrechtliche Körperschaft. Sie wurde am 14. November 1832 gegründet und umfasst die im Grundbuch eingetragenen Waldungen und Gründstücke im Andelbach bei Ricketwil (Winterthur) und im Lindberg bei Oberwinterthur.
Schon im Mittelalter hatten die Oberwinterthurer Rechte für die Nutzung des Lindbergwalds verbrieft. Dorfbewohnern durften für den Bau und die Beheizung ihrer Häuser Holz aus dem nahen Wald beziehen. Das funktionierte einige Zeit recht gut. Nämlich bis sich 1668 die Zürcher Behörde, die Wälder waren im Besitz des Kantons Zürich, über übermässigen Holzschlag und Weidebetrieb beklagten. In der Folge erliessen sie eine erste Holzordnung. Das schien aber die Oberwinterthurer nicht zu beeindrucken. Dreissig Jahre später wurden neue, viel strengere Richtlinien erlassen, um dem Missbrauch durch Gemeinde und private Frevler Einhalt zu gebieten. Knapp 150 Jahre blieb diese Ordnung in Kraft, ohne allerdings die Missbräuche und die Übernutzung unter Kontrolle zu bringen. Immer mehr und immer ärmere Leute wohnten in Oberwinterthur, die sich auch ohne Bewilligung ihr Brennholz aus dem Staatswald holten. Dazu kam das unbeaufsichtigt weidende Vieh, das den Jungwuchs schädigte. Angesichts der ausweglosen Situation kam die Idee der Privatisierung dieses Wälder auf. Nach langen Verhandlungen übertrug der Kanton 1832 der Holzgenossenschaft Oberwinterthur über 400 Jucharten - rund 150 Hektaren - im Lindberg- und im Etzbergwald bei Ricketwil.
Drei Monate später gab sich die neu gegründete Holzkorporation eigene Statuten, die heute noch in Kraft sind. Mitglieder der Korporation waren die bisherigen Besitzer von verbrieften Nutzungsrechten, den «Holzgerechtigkeiten». Die Privatisierung des Staatswalds zeitigte schon bald den gewünschten Effekt. Die privaten Besitzer konnten dank ihrer Nähe zum Wald eine viel bessere Aufsicht und Betreuung bewerkstelligen. 2007 wurde ein Jubiläum gefeiert. 175 Jahre waren vergangen seit dem Abschluss des Vertrages für die Übernahme der Holzgerechtigkeiten durch die neuen Oberwinterthurer Besitzer. Die privatwirtschaftliche Lösung hat sich in guten und schlechten Zeiten bewährt. Die beiden Wälder am Lindberg und Andelbach sind im besten Zustand. Der materielle Ertragswert ist allerdings gering. Es stehen eher ideelle Motive der Teilrechtsbesitzerschaft im Vordergrund. Es widerspiegelt auch echte Verbundenheit mit der Natur und Interesse an der Waldwirtschaft. Auch die Bevölkerung von Oberwinterthur, ja der ganzen Stadt, profitiert zusammen mit den angrenzenden städtischen Wäldern davon. Spaziergänger, Wanderer und Sportler aller Art bewegen sich auf den 16 km langen Waldstrassen der Holzkorporation Oberwinterthur.
Die Holzkorporation stellt seit kurzem den Oberwinterthurer Schulklassen das Waldschulzimmer Lindberg samt Waldlehrpfad gratis zur Verfügung. Auch wurde ein Naturweiher eingerichtet und dem Verein Läbesruum wurde ein Platz für einen Kohlenmeiler zur Verfügung gestellt. Das Waldschulzimmer Lindberg ist für die Schulen für Waldschulunterricht bestimmt. Aber es kann auch für Anlässe aller Art - ideal am Waldrand gelegen und gut erreichbar- benutzt werden. Es wurde am 1. Oktober 2005 dem Betrieb übergeben und erfreut sich einer gut ausgelasteter Nutzung.