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Ich kam im Dezember 1950 als Zehnjähriger mit meinen Eltern auf dem Flughafen Berlin-Tegel an. Mein Vater war vom damaligen DDR-Staatspräsidenten Wilhelm Pieck mit wirtschaftswissenschaftlichen Studien beauftragt worden. Berlin lag noch in Trümmern, Lebensmittel gab es nur gegen Marken, und es war eine Sache von Tagen oder Wochen, eine Fensterscheibe oder ein Türschloss zu bekommen.
Nach dem Abitur studierte ich an der Technischen Hochschule in Dresden Bauingenieur, Fachgebiet Wasserwirtschaft. Dort wollte ich mich auch politisch betätigen. Wegen meiner Schweizer Staatsbürgerschaft konnte ich jedoch nicht SED-Mitglied werden. Deshalb trat ich in die DDR-Sektion der PdA Schweiz ein. Von da an durfte ich als Gast an SED-Aktivitäten teilnehmen.
In den siebziger Jahren musste ich mich aus beruflichen Gründen zwischen einer Einbürgerung in der DDR und einer Rückkehr in die Schweiz entscheiden. Bei einem Gespräch in der Schweizer Botschaft sagte mir aber ein Beamter: «Herr Bähler, mit Ihrer politischen Vergangenheit kriegen Sie in der Schweiz keine Stelle.» Am 17. August 1979 konnte ich meinen blauen DDR-Personalausweis abholen. Das Risiko, als DDR-Bürger nicht mehr ins Ausland reisen zu können, nahm ich auf mich.
Ab 1981 war ich «Reisekader». Dank meiner französischen Muttersprache war ich in der Aussenwirtschaft tätig und konnte zumindest beruflich ins Ausland reisen.
Ich war SED-Mitglied und fühle mich deshalb mitverantwortlich für die Politik in der DDR. Heute weiss ich, dass ich mich stärker für die Demokratisierung des Systems hätte einsetzen müssen. Aber es gab nun mal Dinge, die man nicht bewegen konnte. Heute, als PDS-Mitglied, bin ich erleichtert, dass wir in der Opposition sind.