Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03102.jsonl.gz/2019

Der tödliche Vulkanausbruch, der sich Anfang des Jahres im Südpazifik-Staat Tonga ereignet hat, war einer Studie zufolge der stärkste, der jemals mit moderner Technik gemessen wurde. Erstmals wurde registriert, dass bei einem Vulkanausbruch hinausgeschleudertes Material die Mesosphäre, also die mittlere der fünf Hauptschichten der Erdatmosphäre, erreicht hat.
Dies zeigt eine Untersuchung von Neuseelands Nationalem Institut für Wasser- und Atmosphärenforschung, die am Montag veröffentlicht wurde.
Der Ausbruch des im Meer gelegenen Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai Mitte Januar hatte die Kraft von mehreren hundert Atombombenexplosionen und verursachte einen 15 Meter hohen Tsunami. Drei Menschen starben bei dem Ausbruch. Ausserdem wurden Häuser sowie Unterwasser-Kommunikationskabel zerstört, so dass Tonga wochenlang keine Internetverbindung hatte.
Das neuseeländische Forscherteam ermittelte, dass bei dem Unterwasser-Vulkanausbruch fast 10 Kubikkilometer Material wie Gestein und Asche in die Atmosphäre und ins Meer geschleudert wurde. Das entspricht dem Volumen von 2.6 Millionen olympischen Schwimmbädern.
Einige Brocken flogen mehr als 40 Kilometer hoch und erreichten damit die Mesosphäre. «Die Eruption hat Rekordhöhen erreicht», bilanzierte der Meeresgeologe Kevin Mackay. «Es war wie eine Schrotflinten-Detonation direkt in den Himmel.»
Für die Untersuchung hatten Mackay und seine Kollegen rund drei Viertel des bei dem Vulkanausbruch ausgestossenen Materials geortet. Der Rest verteilte sich in der Erdatmosphäre. Bei seinen Messungen stellte das neuseeländische Forscherteam zudem fest, dass der Krater des Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai nun rund 700 Meter tiefer ist als vor dem Ausbruch.
Von der Stärke her konkurriert der Vulkanausbruch in Tonga mit dem Ausbruch des Krakatoa im Jahr 1883. Dabei waren im heutigen Indonesien zehntausende Menschen ums Leben gekommen. Damals existierten allerdings noch keine modernen Geräte zur Messung der Eruptionsstärke, so dass offen bleibt, ob der Ausbruch des Krakatoa oder der des Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai stärker war. (sda/afp)
In einem ungewöhnlichen Schritt hat der Iran die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses angekündigt, der die Gründe für die seit mehr als zwei Monaten andauernden Proteste im Land klären soll. Allerdings sollen weder Demonstranten oder Systemkritiker noch andere politische Parteien daran teilnehmen, erklärte Innenminister Ahmad Wahidi laut Nachrichtenagentur Ilna am Sonntag.