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Monika Gmür kannte die tollpatschige Seite ihres berühmten Vaters
- Aktualisiert am Freitag, 10. April 2015, 17:45 Uhr
Ihr Vater galt als Tausendsassa. Hans Gmür komponierte Musical-Evergreens, war ein gefeierter Radiosprecher, textete Hörspiele und war Entertainer. Als Handwerker war er allerdings gänzlich ungeeignet, wie seine Tochter Monika zu berichten weiss.
Sprechen und schreiben konnte er fürwahr. Wehe aber, Hans Gmür sollte einen Nagel gerade in die Wand schlagen. Dann war die ganze Familie quasi schon einmal voralarmiert. Monika Gmür muss schmunzeln, wenn sie daran denkt.
Sowieso brachte sie ihr Vater oft und viel zum Schmunzeln. Er war aber auch ein Mensch, der seinen Kindern das Gefühl gab, dass man sie ernst nimmt. Er lehrte sie, sich im Leben zurechtzufinden und sich auszudrücken.
Das Rückgrat der Familie bot hingegen Monikas Mutter. Ohne ihren Rückhalt hätte es Hans Gmür wohl auch nicht geschafft, eine solch eindrückliche Karriere zu erzielen.
So schrieb er beispielsweise Sketches fürs Schweizer Radio, komponierte Musicals wie «Helden Helden» oder «Bibi Balu». Mit Stars wie Ines Torelli, Margrit Rainer oder Jörg Schneider war er auf Du und Du.
Haselnüsse wurden zum Verhängnis
Monika Gmür wuchs zusammen mit ihren zwei Geschwistern, der vier Jahre jüngeren Schwester Susanne und dem sieben Jahre jüngeren Bruder Thomas, zuerst in der Stadt Zürich auf.
Weil sie als Kinder Haselnüsse vom Strauch des Hausbesitzers stibitzten kam es zum grossen Eklat. Im Endeffekt mussten die Gmürs dann ihre Koffer packen und die Stadtwohnung gegen ein Haus auf dem Land in Egg ZH tauschen.
Karrieremässig war ihr Vater weiterhin äusserst erfolgreich. Als Kind war sie auch stolz darauf, wenn Papi beispielsweise im Radio zu hören war. Die ganze Familie musste dann mucksmäuschenstill sein und lauschen.
In der Pubertät störte sich Monika allerdings an der Prominenz ihres Vaters. Immerzu wurde sie mit ihm verglichen. Vielleicht galt sie während ihrer Jugendzeit gerade deshalb als widerspenstig. Sie liebte die Freiheit und legte sich ungern fest, was sich auch beruflich widerspiegelte. Sie arbeitete mal hier mal da und war vor allem sozial engagiert. Ausserdem war sie zu Gründerzeiten von Radio 24 mit dabei.
«You can get it if you really want»
Sie arbeitete zwar nur für kurze Zeit als Rezeptionistin für den Sender - gerade diese Phase ihres Lebens sieht sie heute allerdings als äusserst prägend. «You can get it, if you really want» war damals der gemeinsame Schlachtruf von Roger Schawinski und seinem Radioteam. Niemand glaubte an die Zukunft seines Privatradios, und dennoch gelang ihm damit der Erfolg. «Du erreichst alles, wenn du es nur willst», an diesem Motto hält die heute 61-jährige Monika Gmür nach wie vor fest. Sie lebt heute im Tessin und führt ihr eigenes Hotel «Casa Martinelli» in Maggia.