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Es ist für einen Pferdemenschen die normalste Sache der Welt: die Hufe des Pferdes hochheben und säubern. So sollte es jedenfalls sein.
Es heisst "Ohne Huf, kein Pferd!" und daher sollten diese regelmässig kontrolliert werden. Da mein Pferd Barhuf läuft, also keine Eisen hat, muss ich ihm für Ausritte zusätzlich noch Hufschuhe anziehen. Dafür und für mögliches feilen der Hufe ist es wichtig, dass die Hufe gut zu halten sind. Ich möchte keine Kraft brauchen um den Huf zu heben und so lange wie nötig aufgehoben zu haben. Aber auch für das Pferd soll dies eine einfache Übung werden.
Das Hufgeben ist also eine Basisübung, die jedes Pferd können muss. Doch was, wenn es hier Probleme gibt, das Pferd den Huf nicht geben will oder zappelt? Und die Frage ist, wie viel Kraft wir einsetzen müssen, damit das Pferd den Huf hebt. Können wir den Huf auf der anderen Seite ebenfalls hochheben, also z.B. das linke Vorderbein von der rechten Seite aus?
Hat das Pferd Probleme mit dem Hufegeben muss man sich fragen:
- Ist es ein einmaliges Problem oder tritt es regelmässig auf?
- Kann das Pferd überhaupt angebunden ruhig stehen?
- Haben wir dem Pferd eventuell ungewollt etwas falsches beigebracht? Dies kann z.B. passieren, wenn man das Pferd ausgiebig mit Futter lobt sobald es den Huf abgestellt hat. Dies kann fürs Pferd bedeuten: Huf am Boden = grosse Belohnung. Oder wenn wir ungewollt Scharren bestätigt haben, wobei noch einmal gesagt werden muss, dass auch die versuchte Korrektur dieses Verhaltens durch den Menschen für das Pferd eine Bestätigung sein kann!
- Gibt das Pferd den Huf, aber kann es nicht lange oben behalten?
- Hat das Pferd Schmerzen, Verspannungen oder ein Problem mit dem Gleichgewicht? In diesem Fall kann eine Therapie nötig sein: Individuelle Tiergesundheit
Das Hufe heben/geben muss neu geübt werden, wenn:
- es für den Menschen zum Kraftakt wird
- das Pferd dauerhaft einen oder mehrere Hufe absolut nicht geben will
- das Pferd ausschlägt oder beisst
- das Pferd bereits bei der Berührung sehr unruhig ist
Wie das Hufeheben geübt werden kann:
- Ruhe bewahren und für eine angenehme Arbeitsatmosphäre sorgen.
- Falls nötig zuerst das ruhige Stehen üben.
- Schauen, ob das Pferd beim Berühren des Beines ruhig bleibt. Wenn nicht dies erst einmal in kurzen Sequenzen üben.
- Dem Pferd beibringen, auf ein antippen mit der Gerte beim Röhrbein hin das jeweilige Bein zu heben (fein antippen, wie mit einer Feder, nicht schlagen!).
- Dem Pferd beibringen auf antippen mit der Bürst des Hufauskratzers hin das jeweilige Bein zu heben. Auch hier, fein tippen.
- Dem Pferd beibringen auf antippen mit den Fingerspitzen den Huf zu heben.
- Das jeweilige Signal immer feiner werden lassen.
- Den Huf kurz anfassen und wieder vorsichtig abstellen.
- Das Pferd mit der Stimme loben, wenn es den Huf gibt oder hält, nicht wenn es ihn selber abstellt.
- Den Huf immer länger halten und wieder abstellen.
Der Vorschritt mit der Gerte kann sehr nützlich sein, muss aber nicht zwingend durchgeführt werden. Das Pferd kann dadurch lernen sich selber auszubalancieren und der Mensch steht dabei in sicherem Abstand. Der Mensch sollte für das Heben des Vorderbein dabei neben der jeweiligen Schulter, mit dem Blick Richtung Hinterhand, stehen. Dies ist die gleiche Position wie beim Hufe heben, was für das Verständnis des Pferdes sehr hilfreich sein kann. Der Abstand zum Pferd kann so nah sein wie möglich, aber wenn es einen Sicherheitsabstand braucht, kann dieser durch die Gerte gewährleistet werden. Ziel ist es, wie oben bereits erwähnt, dass die Singale immer feiner werden. Und wichtig ist, Gelduld zu haben. Was wir nicht sehen wollen sind Menschen, die kurz freundlich und sanft fragen und dann schnell frustriert werden und die Signale weiter verstärken. Das Signal muss nicht zwingend verstärkt werden, wenn wir einfach Geduld haben und die Übung sinnvoll strukturieren!
Ich wünsche euch viel Spass beim Üben!