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/ Forschung
Zusammenhang zwischen Wachstumsretardierung und Körperzusammensetzung bei südafrikanischen Primarschulkindern
Studien in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zeigen einen Zusammenhang zwischen Wachstumsretardierung («Stunting») im Kindesalter und Fettleibigkeit sowie erhöhtem Bauchfett im Jugend- und Erwachsenenalter. Im Rahmen des KaziAfya-Projekts untersuchten Forschende des DSBG deshalb, ob auch bei südafrikanischen Kindern aus benachteiligten Stadtvierteln ein Zusammenhang zwischen Wachstumsretardierung und einer grösseren Gesamt- und Bauchfettmasse zu beobachten ist.
In dieser Studie wurden Primarschulkinder der 1. bis 4. Jahrgangsstufe eingeschlossen, die an einer randomisierten, kontrollierten Interventionsstudie teilnahmen. Ziel der Interventionsstudie war es, die Auswirkungen von körperlicher Aktivität und Nahrungsergänzung mit Mikronährstoffen auf Wachstum, Gesundheit und Wohlbefinden zu untersuchen. Die Kinder wurden aus öffentlichen Schulen in benachteiligten Stadtvierteln von Port Elizabeth (neu: Gqeberha) in der Provinz Eastern Cape rekrutiert. Körperzusammensetzung und Gewicht wurden unter Verwendung einer bioelektrischen Impedanzanalyse bestimmt.
Insgesamt wurden 1'287 Kinder (619 Mädchen, 668 Jungen) untersucht. Das Vorhandensein einer Wachstumsretardierung war mit einer höheren Fettmasse, einer geringeren fettfreien Masse sowie einer geringeren fettfreien Rumpfmasse verbunden, wobei sich die Zusammenhänge bei zunehmender Körpergrösse in die umgekehrte Richtung drehten.
Mädchen mit leichter oder mittlerer Wachstumsretardierung hatten eine höhere Gesamt- und Rumpffettmasse. Gleichzeitig war die fettfreie Rumpfmasse verringert. Bei Jungen wurden dagegen keine signifikanten Zusammenhänge gefunden.
Die Studie legt nahe, dass zur Bekämpfung der ansteigenden NCD-Krankheitslast in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen ein verstärkter Fokus auf Kindern mit Wachstumsretar-
dierung gelenkt werden sollte. Diese haben möglicherweise durch eine grössere Bauch- und Gesamtfettmasse ein höheres Risiko, im Jugend- oder Erwachsenenalter an NCDs zu erkranken. Welche Rolle dabei Bewegung und Sport spielen können, gilt es in Zukunft genauer zu analysieren.
Die Ergebnisse der Studie können im Detail in der Fachzeitschrift «Nutrients» nachgelesen werden:
Long, K.Z.; Beckmann, J.; Lang, C.; Seelig, H.; Nqweniso, S.; Probst-Hensch, N.; Müller, I.; Pühse, U.; Steinmann, P.; Randt, R.D.; et al. Associations of Growth Impairment and Body Composition among South African School-Aged Children Enrolled in the KaziAfya Project. Nutrients 2021, 13, x.