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Die Schweiz ist wegen den generell höheren Niederschlägen in Gebirgsräumen und den Wasserreserven gegenüber anderen europäischen Ländern weniger anfällig auf eine Zunahme oder Verstärkung von Dürreperioden. Dürren werden deshalb kaum als Problem erkannt. Der Workshop zum Thema 'Trockenheit in der Schweiz' fand am 4. April 2000 in Bern statt.
Die Frage nach einer Zunahme oder Verstärkung von Dürreperioden im Alpenraum in einem veränderten Klima wurde bisher meist nur am Rande behandelt. Die letzten grösseren Dürreperioden liegen ein Viertel- bzw. ein halbes Jahrhundert zurück (1976 bzw. 1947 und 1949), und im 20. Jahrhundert waren Trockenzeiten gegenüber den vorangehenden Jahrhunderten deutlich seltener. Die Schweiz ist zudem wegen den generell höheren Niederschlägen in Gebirgsräumen und den Wasserreserven gegenüber anderen europäischen Ländern weniger anfällig. Dürren werden deshalb kaum als Problem erkannt.
Das Wissen über zukünftige Veränderungen von Trockenperioden ist allerdings noch sehr beschränkt. Was Niederschlagsmengen und -häufigkeit anbetrifft, wird sowohl aufgrund der Trends im 20. Jahrhundert als auch aufgrund von Modellrechnungen erwartet, dass die Niederschläge im Winter zunehmen werden. Für das für Dürren hauptsächlich massgebende Sommerhalbjahr liegen jedoch weder einheitliche Trends noch übereinstimmende Modellsimulationen vor. Grössere Veränderungen in der Häufigkeit und Intensität von Dürreperioden scheinen infolge bekannter Prozesse durchaus möglich. So deuten verschiedene Modellrechnungen auf eine in Zukunft verstärkte sommerliche Bodentrockenheit in Zentral- und Südeuropa hin.
Betroffen von längeren oder häufigeren Trockenperioden wären neben der Land- und Waldwirtschaft u.a. auch die Elektrizitäts- und Wasserwirtschaft (Trinkwasser) sowie der Tourismus. Die Dürre-Anfälligkeit der verschiedenen Branchen lässt sich aufgrund früherer Ereignisse nur bedingt abschätzen: Einerseits ist infolge des intensiven Welthandels die Überbrückung von Versorgungsengpässen allgemein einfacher geworden, anderseits sind viele Sektoren deutlich wasserintensiver und damit auch -abhängiger geworden.
Ein unmittelbare Bedrohung durch zunehmende Dürren scheint in der Schweiz im Moment nicht gegeben. Um auf mögliche künftige Veränderungen vorbereitet zu sein, ist für die betroffenen Sektoren eine Auseinandersetzung mit dieser Problematik empfehlenswert. Voraussetzung dazu ist eine Zusammenführung des Fachwissens der Oekonomie und der Klimatologie.
OcCC (Hrsg.), 2000. Trockenheit in der Schweiz. Workshopbericht. Bern, 17 pp.