Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/97519

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, mit einer Studie präzise zu untersuchen, weshalb Opfer von einer Anzeige absehen. Ausgehend von diesen Erkenntnissen sollen Empfehlungen gemacht werden, wie die Anzeigequote gesteigert werden kann.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Es trifft zu, dass viele Opfer auf eine Anzeige verzichten. So war im Jahre 2008 lediglich in 45 Prozent der Fälle, in denen eine Beratung nach OHG erfolgte, ein Strafverfahren hängig. Nach dem International Violence Against Women Survey (IVAWS 2004) wurde von diesem Kreis von Betroffenen nur in 23,4 Prozent ein Strafverfahren ausgelöst, wobei der Anteil in der Schweiz noch deutlich tiefer liegt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Opfer geben häufig an, dass sie die Angelegenheit bereits selbst bereinigt haben. Bei Sexualdelikten verhindern oft Schamgefühle eine Anzeige. Verbreitet ist auch das Gefühl, die Polizei könne oder wolle nichts unternehmen. Schliesslich verhindert die Angst vor dem Täter oder der Täterin oft eine Anzeige.</p><p>Der Bundesrat ist bereit, diese Gründe näher abzuklären und nach Gegenmitteln zu suchen. Er wird dafür in erster Linie auf bestehende Untersuchungen zurückgreifen und nur falls nötig eine weitere Studie in Auftrag geben.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.