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Bildungsort, Männerhort, politischer Kampfverein – Deutsche Arbeitervereine in der Schweiz:
"Eintracht Zürich" (1840-1916)
12. Juni 2012, 18:30 Uhr:
Restaurant "Neumarkt", David-Morf-Stube, Neumarkt 5, 8001 Zürich
Ab den 1830er Jahren gründeten politische Flüchtlinge aus den deutschsprachigen Nachbarstaaten Gesangs- und Lesevereine an verschiedenen Orten in der Schweiz. Unter dem Namen "Deutscher Arbeiterbildungsverein Eintracht Zürich" entwickelte sich die Zürcher Sektion bis zum Ersten Weltkrieg zu einem eigentlichen sozialistischen Kampfverein. In ihrer gut 70-jährigen Geschichte war die "Eintracht" Dreh- und Angelpunkt für ausländische und Schweizer Sozialdemokraten. Liebknecht, Bebel, Bernstein, Kautsky und vielen anderen bot die "Eintracht" ein wichtiges Redeforum. Herman Greulich, Fritz Brupbacher, Fritz Platten und der spätere Generalstreikführer Robert Grimm starteten ihre politische Laufbahn in diesem Verein. Vor und während des Ersten Weltkriegs gesellten sich mit Lenin, Trotzki, Axelrod, Radek und vielen anderen die russischen Exilrevolutionäre hinzu.
Die Historikerin und Autorin Karin Huser stellt ihr neustes Buch über dieses facettenreiche Stück Schweizer Arbeitergeschichte vor. Für das passende musikalische Kolorit sorgt der Historiker und Liederinterpret Hans Peter Treichler. Urs Kälin, Archivar des Schweizerischen Sozialarchivs, stellt die Bedeutung der "Eintracht" in den Kontext der Schweizerischen Arbeiterbewegung.
Im Anschluss wird ein Apéro serviert.