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Fragen und Antworten
Obwohl das Gehirn ein vergleichsweise kleines Organ im Körper ist, braucht es fast einen Viertel der Blutmenge, die im Ruhezustand vom Herzen ausgestossen wird. Darum treten bei einem Gefässverschluss bereits innerhalb weniger Sekunden neurologische Ausfälle wie Sprach-, Gefühls- oder Sehstörungen auf.
Man unterscheidet 3 verschiedene Formen von Hirnschlag:
- Die häufigste Form des Hirnschlags ist der ischämische Hirninfarkt. Dabei wird die Blutzufuhr in einem Hirnbereich unterbrochen. Die Nervenzellen in der betroffenen Hirnregion erhalten dadurch wenig oder gar keinen Sauerstoff mehr.
- Von einer Hirnblutung spricht man, wenn ein Gefäss im Gehirn platzt. Das Blut ergiesst sich dabei ins Hirngewebe, wobei es zu einer lokalen Schädigung der Hirnsubstanz kommt.
- Bei der Subarachnoidalblutung platzt ein Gefäss, das zum Hirn führt. Das Blut ergiesst sich nicht im Hirn selbst, sondern in die mit Flüssigkeit gefüllten Raum zwischen äusserer (Arachnoidea) und innerer Hirnhaut.
Bei einer Streifung kommt es, ähnlich wie bei einem Hirnschlag, zu einer vorübergehenden Minderdurchblutung von Teilen des Gehirns. Im Unterschied zum Schlaganfall kommt es aber zu keinen bleibenden Schäden, da die Anzeichen nach einer kurzen Zeit wieder verschwinden.
Werden allerdings die Ursachen und Risikofaktoren für die Streifung nicht rasch abgeklärt, besteht ein hohes Risiko für einen Schlaganfall.
In der Fachsprache bezeichnet man die Streifung als transitorische ischämische Attacke (TIA).
Ein Hirnschlag ist ein Notfall. Wichtig ist, ihn rasch zu erkennen und richtig zu reagieren! In den meisten Fällen treten eines oder mehrere der folgenden Anzeichen auf:
Beim Auftreten eines Symptoms ist es wichtig, unverzüglich zu handeln.
Alarmieren Sie sofort den Notruf 144 – jede Minute zählt!
In den ersten Stunden nach Beginn der Beschwerden kann versucht werden, das Gefäss wieder zu öffnen. So können oft bleibende Schäden vermieden werden. Je früher dies geschieht, desto besser sind die Erholungschancen.
Zu den häufigsten Risikofaktoren gehören:
- Bluthochdruck
- unbehandelte Herzerkrankungen
- zu hohe Blutfettwerte
- ungesunde Ernährung
- übermässiger Alkoholkonsum
- zu geringe körperliche Aktivität
- Rauchen
- Übergewicht
- Schlaf-Apnoe-Syndrom
Auf der Stroke Unit werden standardmässig folgende Abklärungen und Behandlungen vorgenommen:
- Überwachung der bestehenden neurologischen Ausfälle
- Verhinderung resp. frühzeitige Behandlung von Komplikationen durch ständiges Monitoring der Herz- und Kreislauffunktionen
- Abklärung der Ursache für den Hirnschlag durch einen Ultraschall des Herzens, einem Ultraschall der Hals- und Hirngefässe oder einer Langzeitableitung des Herzrhythmus (EKG)
- Pflege und Therapie durch ein auf Schlaganfall spezialisiertes Team aus Pflegepersonal, Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie
- Einleitung von Massnahmen zur Verhinderung von weiteren Hirnschlägen
- Bei Bedarf Betreuung durch Sozialberatung und neurologischen Untersuchung
Die Dauer der Behandlung auf der Stroke Unit hängt vom Schweregrad des Hirnschlags und den Untersuchungsresultaten ab, beträgt aber normalerweise 1-3 Tage.
Je nach Schweregrad kann ein ambulanter oder stationärer Aufenthalt in einer neurologischen oder geriatrischen Rehabilitationsklinik notwendig sein.
Zur weiteren Stabilisierung oder zur Überbrückung bis zum Eintritt in die Rehabilitation wird in manchen Fällen eine Weiterbehandlung in einer anderen Klinik oder Abteilung nötig.
In der Neurorehabilitation arbeiten unter ärztlicher Leitung die verschiedenen Bereiche Ergotherapie, Logopädie, Neuropsychologie, Physiotherapie und Rehabilitationspflege interdisziplinär zusammen. Die Sozialberatung rundet das Angebot ab.
Durch eine Rehabilitation können dank stetigem Üben grosse Fortschritte erzielt werden, die noch lange nach dem Hirnschlag zu beobachtet sind.
Nach einem Hirnschlag oder einer Hirnblutung besteht eine besondere Gefährdung, erneut gleichartige Ereignisse zu erleiden. Deshalb sind eine systematische Nachbehandlung und bei Risikopersonen auch eine gezielte Vorbeugung nötig.
Hierzu stehen zur Verfügung
- die neurovaskuläre Sprechstunde der Neuro-Poliklinik, wo je nach Problem Neurologen, Neurochirurgen und Neuroradiologen zur Verfügung sind
- die neurovaskuläre Abklärungsstation für neurovaskuläre Ultraschalluntersuchungen.
- die diagnostische und interventionelle Neuroradiologie für CT- und MR-Diagnostik und Angiographie
- Neurofit, ein spezielles ambulantes neurovaskuläres Präventionsprogramm:
Tel. +41 31 632 21 11, Sucher 6465 (Oberarzt Rehabilitation)
«Je schneller die Behandlung, desto besser die Chancen»
Den meisten Hirnschlagpatientinnen und -patienten kann dank moderner Therapie geholfen werden. Prof. Marcel Arnold, Chefarzt am Stroke Center des Berner Inselspitals, informiert über die Heilungschancen bei einem Hirnschlag. Voraussetzung ist, dass im Notfall rasch reagiert wird. Denn bei einem Hirnschlag zählt jede Minute.
Diagnose Schlaganfall - wenn jede Minute zählt!
Im Video erzählt Georg Horisberger seine persönliche Geschichte von der Fahrt mit der Ambulanz ins Inselspital Bern bis zu seiner Rehabilitation im Spital Riggisberg.
Schlaganfälle: "Time Is Brain"
Die Hauptstadtregion ist ein bedeutender Gesundheitsstandort: Von Spitälern über Forschung, Ausbildung, Entwicklung, Medtech, Biotech und Pharma bis zu Verbänden und Behörden sind hier eine Vielzahl von Kompetenzen und Leistungen vereint, die national und international zu den besten gehören. Die Hauptstadtregion Schweiz will dazu beitragen, indem sie die Akteure des Gesundheitsstandorts noch stärker vernetzt, wobei das Inselspital Bern mit seinem Stroke Center eine tragende Rolle einnimmt.
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