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Jugendlichen stehen nach der obligatorischen Schule zwei unterschiedliche Bildungswege auf der Sekundarstufe II offen: die Berufsbildung und die Allgemeinbildung. Die Verteilung der Lernenden im ersten Ausbildungsjahr auf die beiden Bildungswege ist ein Indikator für die Ausbildungspräferenzen der Jugendlichen. Allerdings ist zu beachten, dass nicht alle Jugendlichen ihren bevorzugten Weg einschlagen können, sei es aus Mangel an Ausbildungsplätzen, fehlender Vorqualifikationen oder anderen Gründen.
Hauptergebnisse
- Knapp 70% der Lernenden im ersten Ausbildungsjahr auf der Sekundarstufe II sind in einer beruflichen Grundbildung.
- Bei den Frauen beträgt dieser Anteil lediglich 60% während dem es bei den Männern fast 75% sind.
- In der französischsprachigen Schweiz ist der Anteil Lernende im ersten Ausbildungsjahr in beruflichen Grundbildungen vergleichsweise tief.
Die Berufsbildung bleibt in der Schweiz der bevorzugte Bildungsweg auf der Sekundarstufe II. Seit 1990 ist der Anteil der Lernenden im ersten Ausbildungsjahr in einer beruflichen Grundbildung um rund 10% auf unter 70% gesunken.
Seit 2008 ist der Anteil Frauen die eine Allgemeinbildungen beginnen um fast 5% auf 40% gestiegen. Der Anstieg ist vor allen in gymnasialen Maturitätsschulen zu beobachten. Bei den Männern ist ein Anstieg von 23% auf rund 25% zu beobachten. Ausländische Jugendliche sind mit 71% etwas häufiger als Schweizer Jugendliche (67%) in einer beruflichen Grundbildung.
Generell beginnen anteilsmässig deutlich mehr Jugendliche in der französischsprachigen Schweiz sowie in den Kantonen Tessin, Basel-Stadt und Basel-Land eine allgemeinbildende Schule als im Schweizer Durchschnitt. Die Kantone Genf und Waadt sind die einzigen Kanton, in denen mehr Jugendliche eine allgemeinbildende Ausbildung als eine Berufsbildung beginnen.
Tabellen
Methodologie
Berechnungsmethode
Verteilung der Lernenden im ersten Ausbildungsjahr der Sekundarstufe II auf berufliche Grundbildungen, gymnasiale Maturitätsschulen und Fachmittelschulen.
Da der Indikator primär Informationen zur Wahl des ersten Bildungsweges nach der obligatorischen Schule liefern soll, wird die Grundgesamtheit wie folgt definiert:
- Um eine Verzerrung der Resultate aufgrund unterschiedlicher Ausbildungsdauern zu vermeiden, wurden nur Personen im ersten Ausbildungsjahr berücksichtigt;
- Um die Anzahl Personen, die eine Ausbildung auf dem zweiten Bildungsweg absolvieren, soweit als möglich von den Berechnungen auszuschliessen, werden Personen von den Berechnungen ausgeschlossen, die älter als 19 Jahre sind;
- Nur Lernende in zertifizierenden Ausbildungen mit einer Dauer von mindestens zwei Jahren wurden für die Berechnungen berücksichtigt.Konkret handelt es sich um die folgenden Ausbildungen:
Allgemeinbildung
- Gymnasiale Maturitätsschulen;
- Fachmittelschulen (ehemals Diplommittelschulen);
- Schulen für Unterrichtsberufe (ehemals Lehrerseminare). Die Lehrkräfteausbildung wurde im Jahr 2000 tertiarisiert. Seit 2004 gibt es keine neuen Lernenden in der Lehrkräfte Ausbildung auf der Sekundarstufe II mehr.
Berufsbildung
- Berufliche Grundbildung (Eidg. Berufsattest BA und Eidg. Fähigkeitszeugnis EFZ);
- Anlehre: seit dem Inkrafttreten des neuen Berufsbildungsgesetzes 2004 werden die Anlehren sukzessive durch zweijährige berufliche Grundbildungen ersetzt, die zu einem Eidg. Berufsattest führen.
Definitionen
Dimensionen
Kanton
Das Kriterium für den kantonalen Vergleich ist der Wohnkanton, d.h. der Kanton, in dem die Schüler/innen und Studierenden ihren gesetzlichen Wohnsitz haben.
Andere Eigenschaften des Indikators
Lernende, die sich an einer Schule befinden, die sie nach der Berufslehre auf eine Berufsmaturitätsschule oder nach dem Fachmittelschuldiplom auf die Fachmaturität vorbereiten, werden aus den Berechnungen ausgeschlossen. Diese Lernenden absolvieren eine zweite Ausbildung auf der Sekundarstufe II, welche die Erstausbildung (Eidg. Fähigkeitszeugnis oder ein Fachmittelschuldiplom) ergänzt und den Hochschulzugang ermöglicht. Ebenfalls nicht berücksichtigt werden Personen, die eine nicht-zertifizierende Übergangsausbildung zwischen der Sekundarstufe I und der Sekundarstufe Il (10. Schuljahr, Vorlehre, andere allgemeinbildende Ausbildung) oder eine einjährige Berufsbildung absolvieren.
Bruch der Zeitreihen
- 2011: Die Daten des Kantons Tessin sind unvollständig und wurden bei der Berechnung nicht berücksichtigt.
Periodizität
Jährlich
Nächste Aktualisierung
März 2021
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Publikationen
Quellen