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Es ist nicht überliefert, ob sich die Modedesigner Madame Grès, mit bürgerlichem Namen Germaine Krebs, und Azzedine Alaïa jemals begegnet sind. Eines ist jedoch sicher: Ihre Kreationen zeugen von der gleichen Expertise, der gleichen Liebe zum Drapieren und einer scheinbaren Schlichtheit – um nicht zu sagen Nüchternheit –, hinter der sich aussergewöhnliches technisches Know-how verbirgt.
Grès (1903 –1993) kleidete Greta Garbo, Marlene Dietrich oder Grace Kelly ein, Alaïa (1935 – 2017) hatte Grace Jones, Tina Turner oder Naomi Campbell als Musen. Es ist beeindruckend, zu sehen, wie die Stücke der beiden miteinander zu sprechen scheinen. Alaïa, ein Meister des Schnitts, war auch ein grosser Sammler. Er erwarb mehr als 15 000 Kleider, darunter über 700 Modelle von Madame Grès, die in die von ihm gegründete Stiftung einfliessen.
In der Rue de la Verrerie in Paris, wo der französisch-tunesische Modeschöpfer lebte und arbeitete, wird bis zum 11. Februar 2024 die erste Ausstellung gezeigt, die die Werke dieser beiden Genies, die zu Lebzeiten absolute Einzelgänger waren, miteinander verbindet. 60 Kleider, für den Tag und für die Nacht, eine meisterhafte Lektion in Sachen Mode.