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> Rulo (*23.5.01 †7.9.05)
· Zurueckgelegte Strecke auf dieser Reise: 26’494km
· Hoehepunkt seines Lebens: Abra El Acay (4’895m)
· Todesursache: Unfall am 6.5.05 und Folgeschaeden
· Letzte Bleibe: bei William Mandry in Caracas
Bevor Roger und ich Ende Oktober 03 die Peninsula Valdez befuhren, besuchten wir das Ecozemtrum in Puerto Madryn.
Ein Museum, welches raffiniert das fragile Leben an der argentinischen Kueste aufzeugt. Dort entdeckte ich eine
Beschreibung zu einigen Seeelefanten. Einer gefiel mit besonders gut – sein Name war Rulo.
"Der Gewinner unter den Verlierern. Ein kleines Maennchen, bedeckt mit Narben, als Zeichen vieler verlorener Kaempfe.
Aber mit einer speziellen Qualitaet: er war geduldig!
Er kam zu Beginn der Paarungszeit und blieb nahe bei den zahlreichen Harems. Nach einigen Wochen gelang es ihm jeweils
3-4 Weibchen fuer sich zu gewinnen und beschuetzte sie bis ans Ende der Paarungszeit.
Fuenf aufeinander folgende Jahre machte er es so. Diese Strategie ermoeglichte es ihm, sich waehrend seines
Lebens mit 17 Weibchen zu paaren."
Ich wusste, dass ich mich bald von Roegu trennen wuerde. Deshalb wollte ich meinem Fahrrad - meinem staendigen Begleiter
- einen Namen und damit einen Charakter geben. Am 26. November 2003 wurde Rulo in Patagonien mit einer Flasche
Quilmes (das typische argentinische Bier) auf seinen wohlkingenden Namen getauft.
Was konnte ich mir besseres wuenschen als einen geduldigen Reisebegleiter?
Mein Rulo lebte ganz nach dem Motto „Schneckentempo“. Er wartete ruhig, bis es jeweils wieder weiter ging.
Stress kannte er nicht und wuetend wurde er auch nie….
Der Seelephant Rulo widmete fuenf Jahre seinem Traum sich fortzupflanzen. Koennten diese fuenf Jahre vielleicht die Dauer zur
Verwirklichung meines Traumes einer Fahrradreise sein, fragte ich mich bei seiner Taufe. Und die 17 Weibchen
mit denen er sich paarte, sind das eventuell die 17 Laender, die Rulo und ich auf unserer Reise durchqueren werden?
Spaetestens 2008 haetten wir es wissen sollen.
Doch die Antwort kam frueher als erwartet. Es war der 6. April 2005. Nach einem herrlichen Morgen fuhren wir in
Huanuco, Peru ein. Bei einer Unachtsamkeit missachtete ich die vor uns bremsenden Autos.
Mit noch ueber 20km/h prallte Rulo ins Auto. Der Rahmen gab nach. Rulo machte einen geknicksten Eindruck.
Dank der Meisterarbeit meines Mechanikers Carlos konnten wir anschliessend noch mehr als 7’000km bis Caracas
zusammen durch die Lande reisen. Dann war sein Ende aber definitiv. Mein Bruder ueberbrachte mir Hermes,
einen neuen Velorahmen von MTB Cycletech.
Auf dem Weg nach Caracas lernten wir unterwegs William und Wicky kennen. Sie spendeten uns Bier,
luden uns in ihr Ferienappartemente ein und nahmen uns per Auto hoch in die Hauptstadt, wo wir bei William zwei Naechte
in seiner kleinen Wohnung verbringen durften. Innerhalb weniger Tage wurde William zu einem "pana", einem richtigen Freunden!
Mit ihm konnte ich diskutieren, er verstand meinen Humor und meine Sprüche. Ich wusste, dass er die richtige Person ist,
die von nun an meinen Rulo beherbergen wird. Und so hinterliess ich meinen treuen Rulo meinem "pana" William Mandry in Caracas.
> Hermes (*12.9.05 †27.2.06)
· Zurueckgelegte Strecke auf dieser Reise: 6'455km
· Hoehepunkt seines Lebens: Cerro de la Muerte (3’300m)
· Todesursache: Geburtsfehler – Spalt im Oberrohr
· Letzte Bleibe: bei MTB Cycletech in Bern
Es war im Juni 05. Ich hatte Kontakt mit meinem Fahrradladen MTB Cycletech in Bern aufgenommen,
um sie ueber den Schaden an meinem Rulo zu informieren. Nach einer kurzen Mailkorespondenz kam
die ueberraschende Antwort – sie wuerden mir komplett gratis einen Neurahmen zukommen lassen !
In diesen Tagen las ich eben die letzten Seiten des Buches "Sophies Welt". Es war ein Buch, welches mir die Augen oeffnete.
Es stellt Fragen, die ich mir selber zu stellen begann. Meine Velofahrten wurden fortan zu Meditationsfahrten.
Die kleine Sophie erhaelt in diesem Buch staendig versteckte Botschaften und Briefe mit philosophischen Anregungen
und Erklaerungen, die ihr von einem Hunden ueberbracht werden. Sein Name – Hermes.
Was ich damals noch nicht wusste, war der wirkliche Ursprung dieses Namens. Erst als mein Bruder Stefan eine Bemerkung
in Verbindung zu einem griechischen Gott machte, kam ich hinter das Geheimnis.
Hermes ist in der griechischen Mythologie der Götterbote. Einerseits der Schutzgott der Wege, des Verkehrs,
der Wanderer, der Kaufleute und der Hirten, aber auch andererseits Gott der Diebe, der Redekunst, der Gymnastik
und der Magie. Er ist der Sohn des Zeus und der Nymphe Maia.
Als ich diese Beschreibung las merkte ich, dass ich ja unbewusst den wohl passendsten Namen fuer meinen treuen
Begleiter ausgesucht hatte.
Hermes wurde mir von meinem Bruder nach Caracas gebracht. Doch schon auf den ersten 50km bemerkten wir seinen Schaden
– im Oberrohr tat sich nahe des Lenkers ein Spalt auf. Es stellte sich heraus: Hermes kam als Fehlgeburt zur Welt.
Da der Spalt sich nach einigen Tagen aber nicht mehr weiter oeffnete, legten wir dennoch mehr als 6’000km zusammen zurueck.
Wieder zeigte sich MTB Cycletech grosszuegig. Ohne mit den Wimpern zu zucken, sicherten sie mir einen weiteren Neurahmen zu.
Diesen erhielt ich nach Quezaltenango geschickt, womit Hermes' Leben nach nur sechs Monate ein fruehes Ende nahm.
Um diesen Neurahmen nach Guatemala geschickt zu bekommen, schickte ich anschliessend meinen Hermes zurueck nach Bern
zu MTB Cycletech. Er wird sich einer Autopsie unterziehen muessen, zugunsten einer Verbesserung der allgemeinen
Fahrradmedizin.

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42000 km, 21 Länder, 1 Velo - Chrigu reiste mit dem Papalagi von MTB Cycletech. Entwickelt 1984 von Designer Butch Gaudy sind Tourenfahrer seither auf allen Kontinenten mit dem legendären Papalagi unterwegs. Im Papalagi- Forum erzählen sie von ihren Erlebnissen!
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