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Handlung
Der im Jahr 2019 erschienene historische Roman von Sarah Collins beginnt in Paradise, einer kleinen Stadt auf der Insel Jamaika. 1812 wird dort ein kleines Mädchen namens Frances, Haussklavin von einem britischen Kolonialherr namens Langton und seiner Gattin Miss-Bella. Von Beginn an führt Frannie ein hartes Leben, hat jedoch eine gute Freundin namens Phibbah, eine ältere Sklavin welche gerne Sprüche klopft und das Leid in ihrem Leben versucht mit Humor zu überdecken. Im Februar 1825 wird Frannie mit Langton nach London verschifft wo sie in einem neuen Herrenhaus arbeiten muss. Die Madame des Hauses in London wird zum Verhängnis von Frannie, denn Sklavin und Hausherrin kommen sich näher als erlaubt zu diesen Zeiten. Bevor die Geschichte in Paradise ihren Lauf nimmt, befindet sich Frannie in einer Gefängniszelle in London zum Doppelmord verurteilt und versucht ihre Lebensgeschichte auf Papier zu bringen.
Buchkritik
Das Buch ist in der Originalsprache Englisch etwas schwierig zu lesen. Da die Hauptperson Frannie aus Jamaica kommt, enthält das Werk viele Ausdrücke welche im jamaikanischen Englisch zu Papier gebracht sind. Geschrieben ist der historische Roman aus der Sicht von Frannie Langton, wie ein sehr persönliches Tagebuch mit Einschüben von direkten Rede der anderen Personen. Da es aus der Sicht der Hauptperson geschrieben ist, bekommen wir wenig von den Gedanken der anderen Protagonisten mit. Zwischen den verschiedenen Abschnitten des Buches gibt es zu Beginn Zeitsprünge welche etwas verwirrend sein könnten. Alles in allem ist aber die Schreibweise sehr bilderhaft und regt an in Gedanken Bilder von karibischen Inseln und London um 1900 zu malen. Der historische Roman glänzt wenn Frannie ihre innersten Gefühle preisgibt und innehält bevor sie mit ihren Beschreibungen und ihrer Geschichte weiterfährt.
Themen
Die Sklaverei ist ein zentrales Thema und wird nicht beschönigt oder umschrieben. Die Strafen die Frannie und ihre Freunde von den Kolonialherren erhalten, werden genauestens beschrieben. Ebenfalls bekommt man von Rassen- Experimenten mit, welche mit toten Bekannten der Hauptperson auf Jamaika durchgeführt wurden. Ein weiteres Thema ist die Rasse per se, Frannie fühlt sich als Jamaikanerin mit eher heller Haut in gewissen Situationen bevorzugt gegenüber ihren dunkelhäutigeren Kollegen. Die Frau und ihre Stellung im 19. Jahrhundert ist ebenfalls ein zentrales Thema. Die Hausherrinnen von Frannie werden als reiche, fragile Frauen beschrieben, welche den ganzen Tag herumsitzen, Bücher lesen und gelegentlich Spaziergänge machten. Sie alle sind gefangen in der Position der Frau eines erfolgreichen Mannes und werden so auch eher als Porzellanpuppen behandelt. Daneben hat Frannie als Haussklavin von Jamaika eine ganz andere Stellung, nämlich zuunterst in der Hierarchie. Sie gewinnt jedoch durch Freundschaft mit ihrer Madame eine bessere Stellung.
Empfehlung
Der historische Roman von Sarah Collins erzählt eine einzigartige Geschichte mit Spannung und bilderhafte Sprache. Da das Buch von der Hauptperson selbst geschrieben wird, hat man das Gefühl, man sieht in den Kopf von Frannie und bildet eine Verbindung zu ihr. Es ist ein Porträt von einer starken jungen Frau, welche viel in ihrem Leben erleben musste aber ihr Schicksal mit Würde ertrug. Der historische Hintergrund mit der britischen Kolonisierung von Jamaika bildet einen Bezug zur Realität und gibt der ganzen Geschichte ein Fundament mit viel Gewicht.
Persönlich empfehle ich “ The Confessions of Frannie Langton“ vor allem Lesern, welche Interesse an Romanen mit historischen Hintergründen haben. Ebenfalls empfehle ich das Buch von Sarah Collins Lesern, welche etwas anderes als den üblichen Liebesroman lesen wollen, denn das Werk ist voller Abenteuer, Spannung, Gewalt und auch Liebe. Es ist ein Buch welches ich sicher nicht so schnell vergessen werde und zu welchem ich in ein paar Jahren bestimmt wieder greifen werde.