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* 25.09.1911 in Basel
– † 28.08.2011 in Muttenz
Beruf: Musiker
Voller Name: Curt Paul Janz
Konfession: reformiert
Sohn des Theodor Sutter und der Frieda, geborene Seehaus (Gesangs- und Klavierlehrerin). Heirat mit Annemarie Caduff. Eine Tochter, zwei Söhne.
Curt Paul Janz wurde in Basel geboren. Seinen Nachnamen erhielt er von seinem Stiefvater, dem zweiten Ehemann der Mutter, dem Flötisten Max Rudolf Janz. Da der Besuch eines Gymnasiums aus finanziellen Gründen nicht möglich war, besuchte Janz zunächst die Realschule und dann das Basler Conservatorium. Dort studierte er im Hauptfach Geige und in den Nebenfächern Bratsche und Klarinette. 1930 trat er dem Basler Orchester (dem heutigen Basler Sinfonieorchester) unter Felix Weingartner bei. Janz war sechsundvierzig Jahre lang Mitglied des Orchesters und spielte dort Bratsche, zeitweilig auch Klarinette und Saxophon. Während dreiundvierzig Jahren vertrat er zudem im Musikerverband die Interessen der Berufsmusiker. 1935 zog Janz nach Muttenz. 1941 begann er, am Institut Athenaeum Latein und Griechisch zu lernen. In den 1970er-Jahren besuchte er als Hörer altphilologische und philosophische Lehrveranstaltungen an der Universität Basel. Bekannt wurde Janz als Nietzsche-Biograf: Über die Musik und die Altphilologie und insbesondere über die Beschäftigung mit Wagner begann sich Janz für Friedrich Nietzsche zu interessieren. 1959 arbeitete er erstmals mit Nietzsches Manuskripten im Archiv in Weimar. Nach dem Tod von Richard Blunck 1962, der die Arbeit an einer Nietzsche-Biografie bereits aufgenommen hatte, übernahm Janz diese Aufgabe. 1976 erschien zunächst eine Ausgabe des musikalischen Nachlasses Nietzsches, die Janz im Auftrag der Schweizerischen Musikforschenden Gesellschaft erarbeitet hatte. 1978 folgte die dreibändige Biografie. 1973 wurde Janz zum Ehrenmitglied des Schweizerischen Musikverbands ernannt. 1978 erhielt er den Primo Premio Internazionale di Filosofia Federico Nietzsche Taormina. 1979 verlieh ihm die Universität Basel für seine Arbeit den Ehrendoktortitel und 1998 erhielt er den Nietzsche-Preis des Landes Sachsen-Anhalt. Auch nach seiner Pensionierung 1976 musizierte er weiterhin und hielt Vorträge zu Nietzsche. Privat war Janz zeitlebens ein begeisterter Alpinist und bestieg zahlreiche Viertausender.
Autor: Roman Seifert
Janz, Curt Paul: Die Briefe Friedrich Nietzsches. Textprobleme und ihre Bedeutung für Biographie und Doxographie. Zürich 1972.
Janz, Curt Paul (Hg.): Nietzsche, Friedrich: Der musikalische Nachlass. Basel 1976.
Janz, Curt Paul: Friedrich Nietzsche. Biographie. München 1978/79.
Curt Paul Janz. Musiker und Nietzsche-Biograf. In: Mittelland Zeitung, 09.09.2011.
«Der Tod braucht uns nicht zu kümmern». Vor dreissig Jahren schrieb der Musiker Curt Paul Janz seine Nietzsche-Biografie. In: Basler Zeitung, 09.05.2008.
Eine Biografie nach Nietzsches Noten. In: Mitteldeutsche Zeitung, 27.10.2007.
Korrespondenz mit dem Sohn Werner Janz im November 2014.
Todesfälle Baselland. In: Mittelland Zeitung, 02.09.2011.
Schweizerisches Wirtschaftsarchiv, Basel, Biogr. Janz, Curt Paul. Universitätsbibliothek Basel, Nachlass Janz, Grundlagenmaterial für die Nietzsche-Biografie.