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Selbstbewusst blickt die abgebildete Frau aus der Mitte des Gemäldes heraus. Es ist ein für Ruth Stauffer typisches Bildnis einer Frau, die sie oft mit intensiver Ausstrahlung darstellt. In gelber Jacke mit grüner Perlenkette, die linke Hand in die Hüfte gestemmt, in der Rechten eine rauchende Zigarette haltend. Es ist die Künstlerin selbst, die sich hier porträtiert. Als junge Sekretärin hat sie 1921 den zwei Jahre älteren Maler Fred Stauffer geheiratet, doch erst mit 40 Jahren wird sie von der Lust gepackt, selbst zu malen. Dass gerade ihr Ehemann als Zeichenlehrer einen guten Ruf geniesst, bietet für die Einordnung von Stauffers Schaffen eine grosse Interpretationsfläche. Auch sie ging zu ihm in den Unterricht. Doch auf die Frage, ob sie seine begabteste Schülerin gewesen sei, reagiert sie unmissverständlich; «Ich war niemandes Schülerin; ich habe alles aus mir selbst erfahren.» Mitte der 1970er-Jahre kommen einige Werke von Stauffer als Schenkung in die Sammlung des Kunstmuseums Thun, darunter auch dieses undatierte Selbstporträt.
Katrin Sperry
Die Künstlerin malt sich selber.
Ihre Haltung wirkt selbst-bewusst.
Mit 26 Jahren heiratet sie den Maler Fred Stauffer.
Er ist Zeichenlehrer
und gibt auch seiner Frau Unter-richt.
Erst mit rund 40 Jahren startet Ruth Stauffer
ihr Leben als Künstlerin.
Sie stellt klar:
«Ich war niemandes Schülerin;
ich habe alles aus mir selbst erfahren.»