Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03260.jsonl.gz/2456

Hoi Seegras
Nochmals danke für dein Feedback. Ich habe mich noch etwas schlau gemacht bei unseren Ober-Recherchierern, hier ein paar Antworten zu den oben genannten Punkten
- Nadelbinden ist schon sehr verbreitet und vor Allem im Norden im Früh bis Hochmittelalter, das stimmt. Ich kenne aus der Schweiz nur gerade die nadelgebundenen Pontifikalstrümpfe des Hl. Germanus aus dem 12. Jhd, aus weissem Leinen aus Delémont. Ob man das verallgemeinern kann sei dahingestellt, aber die Technik war definitiv bekannt. Hier müssen wir auch eine gewisse Freiheit lassen da nicht alle Beinlinge mit Füssen nähen können.
- Ja, dies mit den wilden Tieren ist ein guter Punkt. Wir haben hier schon eine relativ einfache Antwort gewählt. Sicher ist aber, dass die Felle von Mardern/Wieseln oder ähnlichem oft verwendet wurden als Futter (waren teilweise auch Haustiere). Zudem ist ja in den Ordensregeln explizit ein Pelzgefütterter Mantel erwähnt. Es gibt auch Pelze welche nicht verwendet wurden, beispielsweise Schaf (war den Kranken vorbehalten, diese erhielten einen Schaf-Pelzmantel). Kaninchen war im 12. Jahrhundert in Zentraleuropa noch nicht verbreitet und wurde nicht verwendet.
- In der Hospitaliter- wie in der Templer-Regel wird eine fellgefütterte Garnache erwähnt. 1263 wird den Brüdern verboten den Pelz von ihrer Garnache zu entfernen, sie dürfen aber zusätzliche eine Garnache ohne Pelz haben. Die Bildbelege sind unsere Interpretation, dass dies eine Garnache sein könnte, wir wissen nicht ob die Garnache wirklich so ausgesehen hat. Es macht aus unserer Sicht einfach am ehesten Sinn wenn man die späteren klareren Definitionen anschaut.
Zu der Literatur: Ja, es gibt wirklich nur sehr wenig gutes Material zu den Johannitern im Hochmittelalter. Wir haben die Fachbücher zur allgemeinen Bekleidung hier noch weggelassen da dies weniger im Fokus war. Da haben wir aber ganz viele Bücher
Cheers, Daniel