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Mons. Mennini
Ein Botschafter des Papstes erhält die "Silberne Rose des heiligen Nikolaus". Das gaben die Stifter des Preises im Institut für Ökumenische Studien und im Ostkirchlichen Institut Regensburg am Nikolaustag 6. Dezember 2011 bekannt.
Die zum sechsten Mal verliehene Auszeichnung geht an Erzbischof Antonio Mennini, lange Jahre Nuntius in Ländern mit orthodoxer Mehrheit der Christen. Nuntius Mennini wird die Silberne Rose des heiligen Nikolaus am 9. Mai 2012, dem Gedenktag der Übertragung der Gebeine des Heiligen von Myra nach Bari in Süditalien, entgegennehmen. Die feierliche Preisverleihung ist verbunden mit einem Gebet in der Nikolaus-Kathedrale in Freiburg Schweiz und der Verehrung der dort aufbewahrten Reliquien des Heiligen aus der heutigen Türkei. Während des Akademischen Festaktes an der Universität wird Nuntius Mennini über seine Erfahrungen in der Begegnung zwischen russischen orthodoxen und katholischen Gläubigen in Russland sprechen.
Am Nikolaustag 2011 war die für Nuntius Mennini bestimmte Silberne Rose wie ihre Vorgängerinnen in Bari und wurde im feierlichen Pontifikalamt am Grab des heiligen Bischofs gesegnet.
Vater Luigi (†1997) war hoher Finanzbeamter im jungen Vatikanstaat. Am 14. Dezember 1974 wurde Antonio zum Priester geweiht und promovierte an der Päpstlichen Universität Gregoriana über die theologische Grundlegung der Gewissensfreiheit bei dem Schweizer reformierten Theologen Alexandre Vinet (1797–1847). Als Kaplan konnte er in geheimer Mission Ministerpräsident Aldo Moro beistehen, der von den Roten Brigaden entführt und ermordet wurde. 1981 wurde er in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls berufen und diente in den Nuntiaturen in Uganda und in der Türkei, später im Sekretariat für die Öffentlichen Angelegenheiten im Vatikan. Schon in der Türkei gelangen ihm vertrauensvolle Kontakte zu den Gläubigen der verschiedenen Konfessionen der Christen und der Muslime, trotz aller Spannungen.
Diese Gabe blieb ihm in der schwierigen Situation in Bulgarien, wo er im Jahre im Jahre 2000 als "Erzbischof von Ferentinum" seinen Dienst als Apostolischer Nuntius begann und durch viele Besuche in den orthodoxen Gottesdiensten und Treffen eine herzliche Atmosphäre schaffte, in der der Besuch von Papst Johannes Paul II. in Bulgarien im Jahre 2002 neues Vertrauen der Christen zueinander bewirkte. Dieser Erfolg brachte Nuntius Mennini die Versetzung nach Moskau ein, wo die Beziehungen zwischen der Russischen Föderation und dem Heiligen Stuhl ebenso wie zwischen der Russischen Orthodoxen Kirche und der Katholischen Kirche äußerst spannungsreich waren.
Nuntius Mennini gewann das Vertrauen der orthodoxen Bischöfe und Priester, löste manchen örtlichen Konflikt zwischen den katholischen und den orthodoxen Pfarreien, versöhnte die unterschiedlichen nationalen Traditionen innerhalb der katholischen Bistümer in Russland und erklärte behutsam, als zum ersten Mal in der Geschichte des Landes katholische Bistümer nicht von der Regierung, sondern vom Papst errichtet wurden. Im Jahre 2008 wurde Mennini auch Nuntius in Usbekistan. Sein ausgleichendes friedenstiftendes Wirken führte zur vollen Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Russischen Föderation und dem Heiligen Stuhl, Präsident Medvedev verlieh ihm den Orden der Freundschaft.
Seit Dezember 2010 ist Mennini Nuntius in London, seine Erfahrungen im Osten soll er nun in der angespannten Atmosphäre nach der Aufnahme anglikanischer Gruppierungen in die katholische Kirche einbringen und die Wogen glätten.
Die Silberne Rose 2011 wurde in einer Goldschmiede in Hildesheim gefertigt und steht so in Bezug zum tausendjährigen Hildesheimer Rosenstock, der im Jahr 815 Kaiser Ludwig dem Frommen, einem der Söhne Karls des Großen, die Stelle anzeigte, an der er eine Kapelle zu Ehren der Gottesmutter errichten sollte. Trotz mehrfacher Schädigungen hat sich der Rosenstock stets erholt und blüht Jahr für Jahr im Mai.