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In Mexiko-Stadt ist am Freitag ein Denkmal für die zahlreichen Opfer des mexikanischen Drogenkriegs eingeweiht worden. Das Denkmal würdige nicht nur die Toten, sondern auch diejenigen, die noch da seien, sagte Alejandro Martí, Gründer der mexikanischen Organisation SOS.
Das vornehmlich mit beschlagnahmten Geldern der Drogenkartelle finanzierte Projekt war noch während der Amtszeit von Präsident Felipe Calderón, die im Dezember geendet hatte, fertiggestellt worden. Das aus grossen Stahlwänden bestehende Mahnmal wurde jedoch erst jetzt in einem Park in der mexikanischen Hauptstadt eingeweiht.
Die Regierung wurde bei der Einweihung des Denkmals von Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong vertreten. Calderóns Nachfolger Enrique Peña Nieto hatte jüngst erklärt, in einem Jahr deutliche Fortschritte bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität vorweisen zu wollen.
Im mexikanischen Drogenkrieg sind in den vergangenen sechs Jahren rund 70'000 Menschen getötet worden. Weitere 26'000 Menschen verschwanden spurlos.
Gerechtigkeit statt Denkmal
Das 2,4 Millionen Dollar teure Monument stösst jedoch auch auf Ablehnung und Kritik bei den Angehörigen. "Wir wollen keine Denkmale, wir wollen Gerechtigkeit", sagte José Antonio Robledo, dessen Sohn im Jahr 2009 im Norden des Landes verschwand.
Unter anderem der bekannte Friedensaktivist und Schriftsteller Javier Sicilia weigerte sich, an der Einweihung teilzunehmen, weil keine Namen der Opfer auf den Stahlwänden vermerkt sind und sich das Denkmal in der Nähe einer Militärbasis befindet. Martí sagte dazu zur Begründung, es existierten keine offiziellen Listen der Vermissten.
SDA-ATS