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Oder was ein Silberbergwerk in Nevada mit dem 5 Frankenstück von 1886 zu tun hat
Nur fünf Exemplare haben sich vom 5 Franken Stück aus dem Jahr 1886 erhalten. Eines liegt in der Sammlung der Schweizerischen Münzprägeanstalt Swissmint, eines im Schweizerischen Landesmuseum und eines im Bernischen Historischen Museum. Lediglich zwei Stücke sind in privater Hand. Das Exemplar, welches das Haus Rapp in seiner Ausstellung «L’EXCELLENCE SUISSE – Die kostbarsten Münzen der Schweiz» zeigt, stammt aus der renommierten Sammlung J. J. Wilhelm Bachofen-Burckhardt (1853 –1906). Der Neffe des bekannten Religionsforschers erwarb die Münze wohl direkt vom Münzmeister der eidgenössischen Münzstätte. Während der Versteigerung seiner Sammlung kaufte sie 1918 Virgil Brand, ein Bierbrauer aus Chicago, der eine der grössten privaten Münzsammlungen der Geschichte aufbauen sollte. Erst im Jahr 2000 kam die Münze wieder auf den Markt. Sie wurde von einem Schweizer Privatsammler erworben.
2008 wurde das andere sich in Privathand befindende 5 Franken Stück von 1886 in Genf versteigert. Es brachte 185’000 Schweizer Franken zuzüglich Aufgeld. Heute wäre der Zuschlag wohl um einiges höher, da die Preise für Raritäten im letzten Jahrzehnt stark gestiegen sind.
Und was hat das Silberbergwerk in Nevada mit dieser Münze zu tun?
Globalisierung ist keine neue Erscheinung. Als in Virginia City die grösste Silbermine der Geschichte entdeckt wurde, fielen auf der ganzen Welt die Silberpreise. 6’971’641 Tonnen Silber kamen innert 20 Jahren auf den Markt und veränderten die europäischen Währungssysteme. Deutschland gab seine Silberwährung auf und nahm 1871 den Goldstandard an. Die Mitglieder der Lateinischen Münzunion, der auch die Schweiz angehörte, verboten 1880, Silbermünzen auszuprägen. Für Länder wie China oder Indien, die den Silberstandard beibehielten, wurden ausländische Waren praktisch unbezahlbar.
Das Ende des Silberbooms
In der Schweiz beschloss man 1885, in Absprache mit den anderen Ländern der Lateinischen Münzunion, wieder 5 Franken Stücke zu prägen. Zwar suchte man händeringend nach einem neuen Münzentwurf, doch weil der nicht so schnell gefunden wurde, entschied man sich für eine schnellere Alternative. Durch die Vorschriften der Lateinischen Münzunion war die Schweiz nämlich gezwungen, jedes 5 Franken Stück, das im Umlauf mehr als 1 % seines Gewichts verloren hatte, aus dem Verkehr zu ziehen. Wegen des sinkenden Silberpreises verlor die Schweiz mit jeder aus dem Verkehr gezogenen Münze 20 % ihres Nennwerts, wenn sie nicht ersetzt werden konnte.
Man reaktivierte also die alten Münzstempel. Allerdings waren diese in einem so schlechten Zustand, dass nur wenige Stücke damit hergestellt werden konnten. Wie viele insgesamt, wissen wir nicht. Erhalten sind heute lediglich fünf Stück.
Eines dieser Stücke wird in der Ausstellung «L’EXCELLENCE SUISSE – Die kostbarsten Münzen der Schweiz» zu sehen sein. Es handelt sich dabei tatsächlich um die kostbarste Münze der Schweiz.