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Mit dem Angriff auf die Nord-Stream-Pipelines ist ein technisch herausragendes Bauwerk zerstört worden. Es war dafür ausgelegt, mindestens ein halbes Jahrhundert lang mehr als 1200 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr von Russland nach Europa zu leiten und damit die Hauptlieferleitung für die EU zu werden.
Die beiden Pipelines Nord Stream 1 und 2 mit insgesamt vier Strängen verlaufen weitgehend parallel rund 1200 Kilometer lang aus Russland nach Lubmin, einer Kleinstadt bei Greifswald. Das Hauptkontrollzentrum befindet sich im schweizerischen Zug. Der erste Strang wurde im November 2011 fertiggestellt.
Jeder der vier Leitungsstränge setzt sich aus etwa 100.000 Rohren zusammen, die mit Beton ummantelt sind und jeweils etwa 24 Tonnen wiegen. Die Technik der Nord-Stream-Pipeline erlaubt einen Betrieb ohne zusätzliche Kompressorstationen.
Mit Hilfe einer modernen Verdichterstation im russischen Portowaja, die einen Anfangsdruck von 220 Bar erzeugt, konnte das Erdgas ohne Zwischenstation über die gesamte Entfernung transportiert werden.
Die Leitungen wurden in drei Abschnitten verlegt, die jeweils für ein unterschiedliches Druckniveau ausgelegt sind und entsprechend abnehmende Wandstärken haben. Dadurch konnte Nord Stream den Stahlverbrauch und damit die Kosten für die Rohre verringern.
Die drei Leitungsabschnitte der beiden Pipelinestränge wurden einzeln verlegt und anschliessend im finnischen Meerbusen und vor der Küste der schwedischen Insel Gotland in einer Tiefe von etwa 80 beziehungsweise 110 Metern unter Wasser miteinander verschweisst.
Während der Bauphase waren mehr als dreissig Schiffe zeitgleich in der Ostsee im Einsatz. An etwa 1000 Messpunkten entlang der Route massen ständig Sensoren, ob die Leitungen so funktionieren, wie sie sollen.
Sie haben am Dienstag Alarm geschlagen.
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