Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03565.jsonl.gz/479

| Cyrillus von Alexandrien († 444) - Gegen diejenigen, welche nicht zugeben wollen, dass die heilige Jungfrau Gottesgebärerin ist [Alte Version] (Adversus nolentes confiteri sanctam virginem esse Deiparam)

9.
Wenn sie aber sagen, hier sei die Einwohnung [wirklich] eine Einigung, nicht in der Jungfrau, sondern nach der Geburt aus ihr, wohlan, so laß uns auch so das Gesagte untersuchen! Wenn sie sagen, deßwegen sei die Salbung von der Person des Wortes ausgesagt, weil das Wort mit dem Menschen, wie sie sagen, verbunden und geeinigt sei, so werden sie durchaus genöthigt sein, zu sagen, es sei nach der Einigung gesalbt worden; denn von Gott dem Worte redend hat der Prophet und auch der Apostel deutlich ihm auch die Salbung zugeschrieben. Wenn also die Heiligen wegen seiner Einigung und Verbindung mit dem Menschen Das, was dem Menschen zukommt, dem Worte zueignen, so werden sie gewiß gestehen, die Salbung selbst sei nach der Einigung geschehen; wenn er aber nach der Einigung gesalbt wurde, sie aber die Einigung nicht vor seiner Geburt aus der Jungfrau gelten lassen wollen, so wird die Jungfrau von ihnen auch nicht mehr als Christusgebärerin anerkannt werden; denn wenn sie Christusgebärerin ist, ist sie gewiß auch Gottesgebärerin; wenn aber nicht Gottesgebärerin, dann auch nicht Christusgebärerin. Denn wenn die Salbung nach der Einigung stattfand und sie deßwegen von der Person des Wortes ausgesagt wird, die Einigung aber nach der Geburt aus der Jungfrau stattgefunden haben soll, dann wird sie auch nicht mehr als Christusgebärerin erfunden werden; wenn aber als Christusgebärerin, dann auch als Gottesgebärerin. Denn da die Salbung nicht vor der Einigung gedacht werden kann, so wird die Jungfrau, wenn sie Christusgebärerin ist, weil sie, wenn die Einigung in ihr stattfand, nicht mehr einen Menschen, wie sie sagen, sondern einen mit dem Worte Geeinigten geboren hat, mit Recht Gottesgebärerin genannt werden, wenigstens wenn sie, wie vorher gesagt, die Einigung für eine wahre und nicht für eine solche wie bei den Heiligen erklären. Das aber sagen wir, daß man die Einigung nach der Geburt keine wahre nennen kann. Wir aber wissen Christum nicht als einen mit Gott geeinigten Menschen, sondern als Gott, der das Menschliche angenommen hat, das heißt der Leib und Seele und Geist [Vernunft] vollkommen ohne Sünde mit sich geeinigt hat durch die heilige Jungfrau. Wenn du daher auch Christum einen Menschen genannt werden hörst, vergiß nicht, daß er auch Gott war! In diesem Bewußtsein verkündete ihn der selige Paulus bisweilen als einen Menschen. 1 Denn „erinnere dich“, sagt er, 2 „daß Jesus Christus von den Todten auferstand und aus Davids Samen war!“ Und wieder: 3 „Gott aber hat sowohl den Herrn erweckt, als auch wird er uns auferwecken durch seine Macht.“ Hörst du, wie er deutlich verkündet wird als aus Davids Samen und als auferweckt von den Todten?
1: Der Text ποτὲ δὲ θεὸν ἐκήρυττεν ohne ein vorausgegangenes ποτὲ μέν gibt hier gar keinen Sinn.
2: II. Tim. 2, 8.
3: II. Kor. 2, 14.