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Önanthäther
(Weinbeeröl, Kognaköl, aether oenanthicus, oleum vitis viniferae), eine eigentümliche ölige, stark riechende Flüssigkeit, die in winziger Menge wirklich im Wein als ein Produkt der Mostgärung enthalten ist und dessen Geschmack und Geruch mit bilden hilft, nicht aber die Ursache der sog. Blume des Weines ist. In etwas größerer Menge bleibt die Substanz in der Weinhefe zurück, aus der sie gewonnen wird.
Man preßt von der Hefe (Druse, Geläger) das Flüssige ab, rührt sie wieder mit Wasser zu einem dünnen Brei, setzt etwas Schwefelsäure zu und destilliert die Masse mit einem Dampfstrom so lange als sich auf dem wässerigen Destillat noch Öltröpfchen zeigen. Dieses Rohöl wird nochmals rektifiziert und bildet nun ein farbloses, zuweilen auch durch einen Kupfergehalt grünes Öl, das in Masse einen starken und betäubenden Weingeruch und scharfen, unangenehmen Geschmack hat, in sehr sparsamer Verwendung aber zu Branntwein gesetzt, demselben den eigentümlichen Geruch und Geschmack des Kognaks mitteilt. Es dient allgemein zur Darstellung nachgemachter Kognaks; außerdem wird es zur Bereitung von Fruchtäthern benutzt. Die Franzosen sollen noch eine andre Verwendung dafür haben, indem sie schon lange, wenn ihre Bordeauxweine mißraten, ungarische Weine kommen lassen und sie durch ein wenig Ö. in echten Bordeaux verwandeln. Der rote Ungarwein kommt ohnehin dem Bordeaux im Geschmack ziemlich nahe und ist bedeutend wohlfeiler als der französische. -
Da man aus 5000 kg Weinhefe nur etwa 2 kg Öl gewinnt, so ist dieses begreiflich sehr teuer; auch hat man verschiedne Qualitätsnummern je nach der Weinsorte, welche die Hefe lieferte. Man hat sich auch auf die Herstellung des Stoffes auf künstlichem Wege verlegt, wozu es mehrere Wege und Rohstoffe gibt. Der gebräuchlichste ist das Kokosnußöl, aus welchem ein Präparat erhalten wird, welches dem aus Weinhefe ziemlich ähnlich ist. Die Preise sind je nach Ausfall der Weinernten schwankend und belaufen sich für I. Qualität auf 100-200 Mk. pro Kilo, für II. Qualität auf 65-90 Mk.; künstliches kostet 30-35 Mk. -
Zoll gem. Tarif im Anh. Nr. 5 a.