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Häuser und Höfe am Nordrand des Münsterplatzes
Die Erweiterung des Museums der Kulturen 2008–2011 hatte den Umbau und die Aufstockung des Ausstellungsgebäudes im Hinterland der nördlichen Münsterplatzbebauung zum Gegenstand. Sie erforderte auch die Neugestaltung des grossen Innenhofs, der durch die Verlegung des Haupteingangs in den Torbau des Schürhofs zum neuen Museumsvorplatz wurde. Die umfangreichen Arbeiten gaben auch Anlass, die Fassaden der um den Hof gruppierten historischen Bauten aufzufrischen.
Museen und Sammlungen auf dem Münsterhügel
Der Münsterhügel ist seit jeher Standort öffentlicher Museen und Sammlungen: Im Haus zur Mücke am Schlüsselberg befanden sich 1671–1849 die Bibliothek der Universität und die auf das Amerbachkabinett zurückgehende Kunstsammlung. Beide wanderten 1849 in das neu errichtete Museumsgebäude von Melchior Berri an der Augustinergasse, das sich im Lauf des vergangenen Jahrhunderts durch die sukzessive Verselbständigung der dort untergebrachten Anstalten vom Vielzweckbau zum Domizil des Naturhistorischen Museums wandelte.
Die Entwicklungen der Basler «Museumsinsel» waren für die Bebauung zwischen Stapfelberg, Schlüsselberg und Augustinergasse immer schon prägend. Nachdem der Kanton 1898 den Rollerhof und die angrenzenden Häuser an der Augustinergasse zur Museumserweiterung erworben hatte, drohte zeitweise gar ein Abbruch der nördlichen Münsterplatzfront zugunsten eines neuen Kunstmuseums (1904). Mit einem Erweiterungstrakt anstelle der barocken Hofgebäude des Rollerhofs wurden 1913 die Grundlagen der heute bestehenden und durch das Museum der Kulturen genutzten Bauten geschaffen.
Am Nordrand des Münsterplatzes
Die Erhaltung der aus hochrangigen Baudenkmälern zusammengesetzten Häuserzeile am Nordrand des Münsterplatzes ist aus heutiger Sicht dem Zufall zu verdanken. Es handelt sich um mittelalterliche Häuser, die an Ausstattung und Fassadenbild vor allem im 18. und 19. Jh. moderate Anpassungen im Stil der jeweiligen Zeit erfahren haben. An den Innenhof des Museums grenzen – von Ost nach West – das Hinterhaus des Rollerhofs (Münsterplatz 20, 15./18. Jh.), der Schürhof mit Torbau und Fachwerk-Flügel (Münsterplatz 19, 1454; erweitert Mitte des 16. Jh. und 1667), der Burghof (Schlüsselberg 17, zur heutigen Grösse ausgebaut 1494) und die Hoftrakte des Hauses zum Landser (Schlüsselberg 15, älteste Teile aus dem 13. Jh.). Zum überwiegenden Teil hatten diese Bauten in den 1980er Jahren eine Restaurierung der Fassaden gegen den Münsterplatz und gegen den Hof erfahren.
Sorgfältige Restaurierung
Die seinerzeit mit grösster Sorgfalt durch den Restaurator Paul Denfeld gesicherten Befunde der Schichtenfolge zahlreicher Anstriche und Gestaltungsphasen erlaubten es damals, die Architektur und die hofseitigen Fachwerkfassaden in jener farblichen Fassung zu rekonstruieren, die zur jeweiligen Entstehungszeit bestimmend war. Diese durch Originalbefunde gestützte Farbgebung ist bei den 2011 abgeschlossenen Restaurierungsarbeiten aufgefrischt worden und erlaubt es dem heutigen Betrachter, in der Nachbarschaft zeitgenössischer Museumsarchitektur einen lebendigen Eindruck jahrhundertealter Architekturzeugnisse zu gewinnen.
Thomas Lutz
Weitere Beispiele
Dieser Beitrag stammt aus dem Jahresbericht der Kantonalen Denkmalpflege 2011, in dem Sie weitere Beispiele für gelungene Restaurierungen finden.