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Der Weg ans Meer führt für die Schweiz nach Norden
Insbesondere Rotterdam, aber auch die andere niederländische Hafenstadt Antwerpen sind für den Schweizer Handel die wichtigsten Tore zu den Meeren der Welt. Sie liegen zwar viel weiter weg als zum Beispiel Genua am Mittelmeer. Trotzdem werden die Container mit Schweizer Waren zur Nordsee gebracht, um dort auf Schiffe verladen zu werden.
Auch wenn einige Güter mit Flugzeugen nach Übersee transportiert werden können, so wird doch das Gros mit grossen Cargoschiffen über die Weltmeere an ihren Bestimmungsort gebracht. Das dauert zwar ungleich länger als durch die Luft, ist aber im Vergleich zum Luftverkehr konkurrenzlos preiswert.
Da für die Schweiz in der Mitte Europas der Weg zum Meer immer durch andere Länder führt, ist sie auf Häfen angewiesen, die weit von ihrer Landesgrenze entfernt liegen. Das ist eigentlich auch nicht weiter problematisch, da die Infrastruktur der Schweiz gut ausgebaut ist. Über die Strasse und Schiene können Waren auch aus dem entlegensten Tal zu ihren Abnehmern in Europa transportiert werden. Nur in fernere Länder müssen Schiffe her. Obwohl die Alpen kein logistisches Problem mehr darstellen, schlägt der Güterverkehr den Weg nach Süden jedoch nur selten ein.
Das Mittelmeer ist nah, aber doch fern
Genf im Süden der Schweiz liegt von Genua am Mittelmeer weniger als 400 Kilometer und von Marseille 460 Kilometer entfernt. Bis zur Nordsee sind es dagegen mehr als 900 Kilometer nach Rotterdam und zu den deutschen Häfen noch mehr. Warum müssen die Container dennoch erst diesen langen Weg zurücklegen, wenn sie doch oft wieder nach Süden um Frankreich, Spanien und Portugal herum transportiert werden müssen? Da es in den Häfen des Mittelmeers nicht genügend Verladekapazitäten gibt, ist der Transport über die Niederlande wirtschaftlicher.
Zusammen mit den deutschen Häfen konkurrieren die Häfen in den Niederlanden um immerhin mehr als 80 Prozent des Verladevolumens. Das Mittelmeer mit den italienischen und französischen Häfen spielt da nur eine untergeordnete Rolle. Über Genua wird nur ein Sechstel der Menge von Rotterdam verschifft. Deshalb gilt Rotterdam zusammen mit Antwerpen als wichtigster Umschlagsplatz für den Warenverkehr der Schweiz in ferne Länder.
Der Weg zu den Überseehäfen wird auf der Schiene oder Strasse zurückgelegt. Hier ist die Schifffahrt auf dem Rhein nicht so bedeutsam. Nach Italien geht es über die Neue Eisenbahn-Alpentransversale. Da aber grosse Containerschiffe in den Mittelmeerhäfen nicht umgeschlagen werden können, ist dieser Weg nach Übersee immer mehr ins Hintertreffen geraten.
Oberstes Bild: © hans engbers – shutterstock.com