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Glarus den 25. Oktober 1846.
Mein theurer Freund!
Ich weiß, daß du es gerne hast, wenn ich dich von einem Besuche bei dir, namentlich wenn derselbe nur kurze Zeit dauern soll, jeweilen zum voraus in Kenntniß setze, damit du dich bei deinen vielen Geschäften darnach einrichten kannst. Deßhalb zeige ich dir an, daß ich übermorgen (Dienstags) nach Zürich kommen werde, wo ich mich indessen bloß bis Mittwoch Abends aufzuhalten gedenke, um dann über Basel nach Paris zu reisen. Ich habe mich nämlich entschlossen, meinen Schwager, der sich gegenwärtig noch in Paris aufhält, dort abzuholen u. bei diesem Anlaße einmal die Weltstadt kennen zu lernen. Du weißst, daß dieses schon lange mein Wunsch war; nun bietet sich mir eine günstige äußere Gelegenheit dazu dar, die ich nicht entwischen lassen will, u. Hinderniße stehen gerade keine im Wege. Auf der andern Seite erlauben mir freilich meine Amtsverhältnisse, so wie anderweitige Pflichten u. Geschäfte nicht, einen längern Aufenthalt in Paris zu machen, wie dieses in einem andern Zeitpunkte eher möglich gewesen wäre; indessen habe ich auch bei meiner Reise keinen andern Zweck, als einmal Paris mit allen seinen Merkwürdigkeiten zu sehen, u. den kann ich hoffentlich wohl erreichen.
Mit Empfehlungen werde ich mich zwar für meinen kurzen Aufenthalt in Paris nicht zu sehr belasten; wahrscheinlich aber könntest du mir doch solche mitgeben, welche für mich von entschiednem Vortheile wären, u. in diesem Falle würde ich sie mit bestem Danke| entgegennehmen.
Wie mir Christ. Tschudi sagte, hast du diesen Herbst eine kurze Reise an den Rhein mit Hrn. Rüttimann gemacht; ich bin begierig, von dir das Nähere zu vernehmen. Ich freue mich überhaupt sehr auf unsre mündlichen Besprechungen, auf die ich natürlich alles Weitere verspare.
Empfehle mich bestens deinen verehrten Eltern, die ich recht wohl anzutreffen hoffe, u. sey herzlich gegrüßt von
deinem treuen
J J Blumer-Heer.