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Basim Magdy (geb. 1977 in Assiut/Ägypten, lebt in Basel), welcher auf eine rege Ausstellungstätigkeit in Galerien, Off-Spaces, Ausstellungsräumen und Museen in Ägypten, den USA, in Spanien und in der Schweiz verweisen kann, wurde vom Kunsthaus Baselland für die Gestaltung eines neuen Fassadenprojektes eingeladen.
Magdy arbeitet in den verschiedensten Medien wie Zeichnung, Malerei, Skulptur, Video und Installation. Seine Konzeptionen sind oft bestimmt durch die Gegenüberstellung von Gegensätzen, welche beispielsweise Alltägliches mit Fiktivem, Lächerliches und Slapstickartiges mit dem vermeintlich Normalem, oder Seriöses mit Humoristischem vermischen. In seinen Arbeiten vollzieht sich häufig eine inhaltliche und konzeptuelle Umkehrung, welche dem Werk seinen spezifischen Charakter gibt. Unter dem Titel Last Good Deed [Letzte Gute Tat] (2009) entwarf der Künstler ein fotografisches Szenario, welches die Sterblichkeit des Menschen mit einem Touch von schwarzem Humor aufgreift. Die urbane, industrielle Randzone, an welcher das Kunsthaus Baselland gelegen ist, ebenso wie die daraus resultierenden konstanten strukturellen Veränderungen, waren Ausgangspunkt für generelle Überlegungen, die das existentiell Ephemere und Vorübergehende zum Thema haben. Der Künstler entwarf in der Folge ein Motiv, das einen Mann auf einem Auto stehend zeigt. Den Blick zum Himmel gerichtet, versucht die Person mit einer Art verlängerter Hand den Himmel zu kitzeln. Die Texzeile erklärt, das der Protagonist sich seiner eigenen Sterblichkeit bzw. sich seines jederzeit möglichen Sterbens bewusst ist und darauf mit einer seltsamen Tat reagiert: Er will mit dem Himmel in Kontakt treten. Die Frage, was geschieht nach dem Tod und jene nach der Manipulierbarkeit höherer Kräfte begleiten die Überlegungen der Handlung. Gibt es eine übergeordnete Kraft im Himmel? Welche Rolle spielt Religion? Kann der Himmel positiv gestimmt werden, wenn er vorher gekitzelt wird? Wie fühlt sich der Himmel generell an? Wirkt sich eine positive Grundstimmung des Himmels positiv auf das Leben nach dem Tod aus? Stellvertretend für uns lässt Basim Magdy seine Figur die Fragen stellen und stattet sie mit einer komikhaften Geste aus: Der Mann nimmt seine rechte Hand ab, steckt sie auf einen Zollstock, der als Armverlängerung dient und versucht, sich bis in die Fingerspitzen streckend, das Himmelsgewölbe zu berühren. Realität und Fiktion vermengen sich ebenso wie Absurdes mit Möglichem und Unmöglichem. Der Ambivalenz, welche dem Thema inhärent ist, begegnet der Künstler mit einem ironisch humoristischen Konzept. Umsetzungstechnisch wählt Magdy für die Fassadenfront eine der Werbeästhetik verpflichtete Fotografie. Die Diskrepanz zwischen gewählter Ästhetik und thematischem Inhalt ist Teil des Konzepts. Der Künstler animiert das Nachdenken über Endlichkeit unseres Daseins und, damit einhergehend, über gelebte Qualität im Alltag.
Text von Sabine Schaschl