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Für US-Präsident Barack Obama steht eines fest: Der japanische Unterhaltungskonzern Sony habe einen Fehler gemacht. Das Filmstudio hat den Streifen «Das Interview» diese Woche zurückgezogen, die Premiere abgesagt.
Obama: Gefährlicher Präzedenzfall
Die hätten vorher mit mir reden sollen, meinte Obama. Dann hätte ich ihnen gesagt, das ist ein gefährlicher Präzedenzfall. Es gehe um die Meinungsäusserungsfreiheit. Wenn das jemand bei einem satirischen Streifen schafft, was ist dann bei einem Dok-Film oder einem Zeitungsbericht, der diesen Leuten nicht in den Kram passt?
Bei «diesen Leuten» soll es sich um Nordkorea handeln. Das FBI teilt mit, es habe Beweise. Die Täterschaft überrascht nicht: Im Film geht es um die Ermordung des nordkoreanischen Diktators.
Schub für Cyber-Sicherheitsgesetz
Präsident Obama kritisierte nicht nur Sony. Die USA planten auch Massnahmen gegen Nordkorea. Welche, verriet er nicht. Laut Medien könnte Nordkorea erneut als Terrorstaat klassifiziert werden.
Für Obama zeigt der Fall auch, wie wichtig es ist, dass der Kongress möglichst bald das geplante Cyber-Sicherheitsgesetz verabschiedet.
Der Chef von Sony hat die Kritik aus dem Weissen Haus inzwischen zurückgewiesen. Das Studio habe keine andere Wahl gehabt, weil kein amerikanisches Kino den Film mehr habe zeigen wollen.
Und Nordkorea? Die Regierung in Pjöngjang lässt verlauten, Obamas Anschuldigungen seien reine Fiktion.
Sony prüft Veröffentlichung
Nach Kritik am Kinostopp der Nordkorea-Satire «The Interview» will das Filmstudio Sony den Film nun anderweitig unter die Leute bringen. «Es ist noch immer unsere Hoffnung, dass jeder, der den Film sehen möchte, auch die Gelegenheit dazu bekommt», teilte Sony jetzt mit.