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Mark Zeman
So finden Sie sich mit hohen Auflösungen zurecht
Für mich war der treibende Faktor des Upgrades, dass neuere Monitore höhere Auflösungen unterstützen als noch vor 10 Jahren. Dies ist schlicht die grundlegenste Eigenschaft, welche sich verbessert hat. Meine alten Bildchirme unterstützten maximal eine Auflösung von 1920×1080 Pixeln, auch als _Full HD bekannt. Full HD ist ein Marketingbegriff, welcher sich von SD (Standard Definition, Standardauflösung) und HD Ready (1280×720) abgrenzte, als er 2005 auf den Markt kam. Für das Sahnehäubchen der Verwirrung heist das Zertifizierungsprogramm für beides auch HD Ready.
Diese Begriffe kommen insgesamt grundsätzlich aus der Fernsehwelt, wo Auflösungen lange standardisiert und stagniert waren. Es gab zwar einige Versuche, höhere Auflösungen einzuführen, doch diese scheiterten alle aus diversen Gründen. Und erst Ende der 2000er, als sich abzeichnete, dass digitale Übertragung kommen würde, kam der richtige Zeitpunkt für höhere Auflösungen.
Heutzutage bringen uns dieselben Marketingabteilungen 4K UHD, Ultra High Definition. Da es irgendwann lächerlich wird, mehr oder neue Adjektive einzuführen, wurde begonnen über die K-Klasse eines Monitors zu reden, z.B. auch mit 8K. Dabei bezieht man sich auf die ungefähre Breite der Auflösung, wobei 4K typischerweise eine Auflösung von 3840×2160 Pixeln bezeichnet und 8K eine Auflösung von 7680×4320 Pixeln. In diesem System wären meine alten Monitore mit 1920×1080 Pixeln eine 2K Auflösung.
Da es sich hierbei aber, wie gesagt, um Marketing handelt, sind die Begriffe eher unscharf und können verschiedene Auflösungen beschreiben. Speziell sogenannte Ultra-Wide Auflösungen, welche also besonders breit sind, können hier abweichen. Diese haben dann zwar etwa 4000 Pixel in der Breite, aber signifikant weniger in der Höhe, als man erwarten könnte. Hier muss also aufgepasst werden.
Es gibt noch eine weitere, verbreitete Variante über Auflösungen zu reden. Dabei wird von 1080p oder 2160p geredet. Im Gegensatz zur anderen Variante, bezieht sich diese Bezeichnung auf die vertikale Auflösung, so dass ein extra breiter Monitor fairerweise sowohl als 4K als auch als 1080p beschrieben werden könnte, wenn die Auflösung z.B. 3840×1080 Pixel beträgt. Das p bei diesen Bezeichnungen steht aber nicht für Pixel, sondern für progressive. Bei heutigen Auflösungen ist dies kaum noch relevant, da die alternativen i bzw. interlaced Auflösungen nicht mehr angepriesen oder verwendet werden. Daher gibt es auch offiziell keine 2160i Auflösung mehr, die letzte interlaced-Auflösung war 1080i, da danach bessere Videokompression dazu führte, dass der Bandbreitenvorteil von Interlacing verschwand.
So, nun haben wir etabliert, dass das Upgrade von 1920×1080 zu 3840×2160 Pixeln, also von 1080p zu 2160p sein sollte. Damit ergeben sich schärfere Bilder und mehr Platz auf dem Bildschirm für alles, was nicht grösser wird. Was hat sich sonst verändert?
Nun, abgesehen von verschiedenen kleinen Verbesserungen, vom Betrachtungswinkel über tieferes Schwarz zu schnellerem Helligkeitswechsel aber für den Zeitvertreib wichtig sind vor allem zwei Dinge.
Einerseits, und hierauf werde ich nur kurz eingehen, Bildwiederholraten: Diese werden zum Teil mit der Auflösung mitangegeben, zum Beispiel als 1080p60, aber meistens einfach zum Bildschirm als Teil der Spezifikation ausgewiesen. Dabei wird eine Frequenz in Hertz (Hz) angegeben, welche zeigt, wie oft pro Sekunde der Monitor ein neues Bild darstellen kann. 60Hz sind typisch, aber speziell für Videospiele sind höhere Bildwiederholraten potentiell relevant und unter anderem darum gibt es Bildschirme mit bis zu 144Hz (und für viel Geld noch mehr). Wer nicht plant, kompetitiv Shooter zu spielen, kann darauf aber getrost verzichten, zumal man auch die Hardware haben muss, um solche Bildwiederholraten überhaupt auszunutzen.
Der relevantere Unterschied ist die Unterstützung von HDR Inhalten, also High Dynamic Range. Dabei geht es um den maximalen Unterschied zwischen den hellsten und den dunkelsten Stellen des Bildschirms und lässt sich mit dem folgenden Satz gut zusammenfassen:
Helle Dinge können richtig hell sein, dunkle Dinge richtig dunkel und bei beiden lassen sich Details erkennen.
Da mehr und mehr Filme und Serien mit HDR produziert und über Netflix und Konsorten gestreamt werden, lohnt es sich, einen Bildschirm mit HDR-Unterstützung zu kaufen. Dunkle Szenen werden so definitiv klarer. Allerdings hat es unter Windows auch den potentiell nervigen Nachteil, dass nicht alle Applikationen im HDR-Modus funktionieren. Dies betrifft hauptsächlich Spiele, für welche Windows dann in den SDR-Modus wechselt, was ein, zwei Sekunden dauern kann. Schnelles Wechseln zwischen zwei Applikationen kann man so natürlich vergessen. Zusätzlich muss man HDR noch konfigurieren, da Windows per Default die Helligkeit für nicht-HDR Inhalte seltsam setzt. Für den Normalgebrauch, wie z.B. für mich, ist dies kein grosser Aufwand, wenn man aber tatsächliche Genauigkeit und Farbechtheit benötigt, ist der Aufwand noch immer riesig.
In meinem Fall stolperte ich beim Ersetzen meiner alten Bildschirme noch über eine kleine Überraschung. Ich dachte, ich könnte einfach dasselbe HDMI-Kabel benutzen, welches ich bereits im Einsatz hatte. Doch damit endete ich schlicht mit einem schwarzen Bildschirm, ohne Bild. Nach einigem Herumtüfteln konnte ich in einen Modus mit niedriger Auflösung starten und erhielt nun ein Bild. Mit etwas mehr Recherche entdeckte ich, dass mein Kabel wohl keine Auflösung über 1080p unterstützte! Daher empfehle ich, sowas immer im Voraus zu testen. In meinem Fall war dies relevant, weil die mitgelieferten Kabel zu kurz waren, auch wenn sie technisch ausreichend waren.
Grössere Bildschirme profitieren mehr von der höheren Auflösung, da sie nun schärfere Bilder bei grösserer Grösse liefern, während kleinere Bildschirme nicht mehr sichtbar besser werden können. Allerdings sind bereits meine 28 Zoll Bildschirme gross genug, dass sie von der höheren Auflösung profitieren.
Da die höhere Auflösung durchaus toll ist, um mehrere Fenster oder Dokumente nebeneinander offen zu haben und 4K HDR Video deutlich besser aussieht als nicht-HDR Video, lohnt es sich durchaus, die Bildschirme upzugraden, wenn man davon ausgeht, noch eine Weile zu Hause festzustecken. Insbesondere wer Serien wie Dark auf Netflix schaut, welche vom hohen Kontrast von HDR profitieren, wird einen Mehrwert aus solchen Bildschirmen ziehen können.
Zumindest für mich hat es sich daher, nach dem initialen Kabeldilemma, gelohnt. Mehr für HDR, aber auch wegen der höheren Auflösung.
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