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Geprägt durch die Lebensmittelknappheit der Kriegs- und Nachkriegsjahre, stand eine intensive Tierhaltung lange im Vordergrund für den Landwirtschaftsbetrieb Früebüel. Im Jahr 1989 konnte die ETH Zürich den Betrieb übernehmen. Nun begann eine neue Ära mit extensiverer Nutzung der Flächen und der Umsetzung von ökologischen Ausgleichsmassnahmen.
Während des Ersten und des Zweiten Weltkriegs wurde am Walchwiler Berg im grossen Stil Torf abgebaut. Der Torfabbau im Eigenried (nordöstlich des Früebüels) war von strategischer Bedeutung. Er stellte die allgemeine Energieversorgung und damit auch den Betrieb der Industrie sicher. Der Torf wurde mit einer Seilbahn ins Tal befördert und von dort in die ganze Schweiz transportiert.
Intensive Nutzung durch das Militär
Noch im zweiten Weltkrieg erwarb die Schweizerische Eidgenossenschaft das Land im Früebüel von der Korporation Walchwil, um eine Militärstrafanstalt aufzubauen. Diese war von 1943 bis 1988 in Betrieb. In dieser Zeit wurden die Flächen intensiv genutzt mit dem Ziel, einen Beitrag zur Ernährungssicherheit zu leisten. So wurde neben intensiver Futterwirtschaft auf den fruchtbareren Böden auch Ackerbau betrieben.
Moderner Forschungsstandort
Nachdem die ETH Zürich den Betrieb im Jahre 1989 übernehmen konnte, baute sie einen Forschungsbetrieb auf, der den Anforderungen der Forschung entsprach. Der Ackerbau wurde aufgegeben und die Bewirtschaftung der Lage im Berggebiet entsprechend angepasst.
Im Kontext der Neuausrichtung von AgroVet-Strickhofs konnte die ETH Zürich mit den Behörden und den Verbänden eine zeitgemässe Bewirtschaftungsplanung vereinbaren. Diese trägt dem Standort in der Naturlandschaft von nationaler Bedeutung genauso Rechnung wie sie komplexe grundlagenorientierte und praxisbezogene Forschungsfragen zulässt.
An den Schnittstellen von Landwirtschaft, Natur- und Umweltschutz
Mit der Umsetzung von AgroVet-Strickhof wurde ab 2017 ein neues Betriebskonzept erarbeitet. In der Folge wurden die Gebäude an die Bedürfnisse der aktuellen Forschung angepasst. Diese umfassen auch Fragen an den Schnittstellen von Landwirtschaft, Natur- und Umweltschutz sowie produktionstechnische Herausforderungen im Berggebiet.
Die Anpassungen der Infrastruktur für die Forschungsstation im Berggebiet mit angrenzendem Natur- und Moorschutzgebiet waren zum Teil aufwändig und herausfordernd. Neben dem Ausbau eines Laufstalles für Mutterkuhhaltung, dem Umbau des bisherigen Milchviehstalles zu einem Schafstall und der Errichtung einer zusätzlichen Remise sollte die Arbeit an Fragestellungen rund um Wildwiederkäuer für Lehre und Forschung ermöglicht werden.
Ein Team aus Nutzer*innen, Planer*innen und verschiedenen Fachpersonen erarbeitete zusammen mit den Behörden und unterschiedlichen Verbänden ein Betriebs- und Landschaftskonzept. Im Sommer 2020 wurden die Gebäude und Gehege sowie weitere Forschungsinfrastrukturen nach einer einjährigen Bauzeit eingeweiht.