Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03441.jsonl.gz/45

Freiburg Für seine zweite Kleberaktion vom Sommer 2010 hat der Fotograf Christoph Schütz gegen den im Frühling geschlossenen Vergleich mit dem heutigen Stadtfreiburger Gemeinderat Thierry Steiert verstossen. Seine Einsprache hat Richter Peter Rentsch am 15. Oktober 2010 abgewiesen. Markus Meuwly, Anwalt von Thierry Steiert, hat das seit Ende April rechtskräftige Urteil am Mittwoch veröffentlicht.
Konkret ging es um einen Kleber auf dem, laut Schütz, Fakten aufgezählt wurden. Es werden Aussagen von Steiert zu Aussagen von anderen involvierten Stellen gegenübergestellt, die in Zusammenhang mit der Patenterteilung für die Disco «To See» stehen. Laut Urteil des Gerichtspräsidenten Peter Rentsch beabsichtige Christoph Schütz mit dem Kleber, dass Thierry Steiert, damals in seiner Funktion als Generalsekretär der Sicherheits- und Justizdirektion, bezichtigt wird, in Zusammenhang mit der Patenterteilung nicht die Wahrheit gesagt zu haben.
«Falscher Eindruck»
Die Aussagen von Steiert seien so, wie sie auf dem Kleber stehen, aus dem Zusammenhang gerissen und «nach Belieben sogenannten Fakten gegenübergestellt», hält Peter Rentsch im Urteil fest. Das Bild sei verzerrt und wecke bei einem neutralen Leser einen falschen Eindruck, so das Urteil. «Unweigerlich wird dem Leser nahegelegt, dass der Einsprachegegner (Thierry Steiert, Anm. d. Red.) sich ehrenrührig verhalten und gelogen haben soll.» Eine von Schütz angebrachte Vorbemerkung, dass «Steiert nachfolgend nicht mehr öffentlich der Lüge beschuldigt wird», ändere nichts. Die Frage der Patenterteilung hat das Gericht nicht behandelt.
Christoph Schütz wollte sich gestern auf Anfrage nicht zum Urteil äussern.pj