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Fortschritte bei der rechtlichen Gleichstellung
Die Situation der Frauen in der Schweiz hat sich seit den 1970er Jahren wesentlich verbessert, vor allem in rechtlicher Hinsicht. Meilensteine auf dem Weg zur Gleichstellung von Frau und Mann waren 1971 die Einführung des Stimm- und Wahlrechts für Frauen auf nationaler Ebene und 1981 die Verankerung der Gleichstellung in der Bundesverfassung. Artikel 8 Abs. 3 (neue BV) lautet:
«Mann und Frau sind gleichberechtigt. Das Gesetz sorgt für ihre rechtliche und tatsächliche Gleichstellung, vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeit. Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.»
Fortschritte bei der rechtlichen Gleichstellung
In den folgenden Jahren wurden eine Reihe von Gesetzen wie zum Beispiel das Eherecht (1988), das Sexualstrafrecht (1992), das Scheidungsrecht (2000) und das Namensrecht (2013) revidiert. Als weitere wichtige Meilensteine sind der Beitritt der Schweiz zum UNO-Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW, 1997) sowie die per Volksabstimmung eingeführte Fristenregelung zum legalen Schwangerschaftsabbruch (2002) und der Erwerbsersatz bei Mutterschaft (2004) zu nennen.
Das Gleichstellungsgesetz, in Kraft seit 1996, verbietet Diskriminierungen im Erwerbsleben und sieht Massnahmen vor, um die Chancengleichheit von Frau und Mann im Berufsleben zu erleichtern.
Handlungsbedarf bei der tatsächlichen Gleichstellung
Grosser Handlungsbedarf besteht nach wie vor bei der tatsächlichen Gleichstellung. Die stereotypen Rollenvorstellungen beginnen sich zwar langsam aufzuweichen, doch in Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit sind Frauen noch immer nicht gleich vertreten und besetzen deutlich weniger einflussreiche Positionen als Männer. Umgekehrt leisten Frauen weiterhin den grössten Teil der unbezahlten Arbeit in Haushalt und Familie. Auch hier sind unter anderem gesetzgeberische Schritte gefragt, um die nötigen Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche und soziale Chancengleichheit der Geschlechter zu schaffen.
Publikationen der EKF
40 Jahre EKF - Überblick, 2015 (PDF, 965 kB, 24.11.2015)Autorin: Elisabeth Keller. Aus: "Frauenfragen" 2015, S. 8-18
Viel erreicht, wenig verändert? Zur Situation der Frauen in der Schweiz (PDF, 46 MB, 20.02.2014)Bern: 1995, 236 S., D/F/I/E
Weiterführende Informationen
Öffentliche Gleichstellungsstellen
„Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann fördert die Gleichstellung der Geschlechter in allen Lebensbereichen und setzt sich für die Beseitigung jeglicher Form direkter oder indirekter Diskriminierung ein“ (GlG Art. 16).
Die Schweizerische Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten SKG ist der Zusammenschluss der öffentlichen Gleichstellungsstellen des Bundes, der Kantone und Städte. Auf ihrem Portal bietet sie u.a. Stellungnahmen sowie eine umfangreiche Datenbank mit Entscheiden nach Gleichstellungsgesetz.
egalite.ch ist der Zusammenschluss der kantonalen Büros für Gleichstellung zwischen Frau und Mann in der Romandie.
Organisationen / Netzwerke