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Der bisherige italienische Aussenminister folgt auf Matteo Renzi, der nach der verlorenen Abstimmung über eine Verfassungsreform zurücktrat. Staatspräsident Sergio Mattarella beauftragte den 62 Jahre alten Sozialdemokraten am Mittag mit der Bildung einer neuen Regierung, wie das Amt des Präsidenten in Rom mitteilte.
Mattarella will eine Regierung einsetzen, die das Wahlgesetz reformieren und das Land bis zum Ende der Legislaturperiode Anfang 2018 führen kann. Unter Gentilonis Führung könnte de facto eine Neuauflage der Regierung von Premier Matteo Renzi auf die Beine gestellt werden, der am Mittwoch zurückgetreten war.
Das neue Kabinett könnte aus einer Allianz aus Renzis Demokratischer Partei (PD), der rechtskonservativen Partei NCD (Nuovo Centro Destra) um Innenminister Angelino Alfano und einer Reihe kleinerer Zentrumsparteien entstehen.
Grillo: «Wir werden mit Gentiloni nicht zusammenarbeiten»
Gegen ein Kabinett Gentilonis wehren sich die Oppositionsparteien, die weiterhin auf Neuwahlen pochen. «Gentiloni ist ein Renzi-Avatar. Wir werden mit ihm nicht zusammenarbeiten", betonte der Spitzenpolitiker der europakritischen Protestbewegung Fünf Sterne, Luigi Di Maio.
Die ausländerfeindliche Lega Nord drohte mit Protesten, sollten nicht sofort vorgezogene Parlamentswahlen ausgerufen werden. Auch die rechtskonservative Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi will eine Gentiloni-Regierung nicht unterstützen.Publiziert am 11.12.2016 | Aktualisiert am 11.12.2016