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Die Babuschka – Eine Wahrnehmungsübung
Lege Dich auf eine nicht zu weiche Unterlage und entspanne Dich. Stell Dir vor, Du seist eine Babouschka, eine Holzpuppe die in ihrem Innern mehrere, jeweils kleinere Puppen hat. Stell Dir vor, wie Du die äusserste Babouschka entfernst. Sie ist eine Deiner sozialen Funktionen, z.B. „die Lehrerein/der Lehrer“. Du drehst die nächste Babouschka auf und entfernst sie. Sie kann eine weitere soziale Funktion sein, z.B. „die Mutter/der Vater“. Dann entferne die Nächste, z.B. „die Ehefrau/der Ehemann“. Drehe die Nächste auf und nimm sie weg – „die Schwester/der Bruder“. Die letzte Babouschka lässt sich als „Tochter/Sohn“ entfernen. Im Innersten bleibt eine kleine Puppe übrig, welche sich nicht öffnen lässt. Dieser Puppe gibst Du Deinen Vornamen. - Wie fühlst Du Dich, ohne äussere Schicht? Ziehe alle Puppen der Reihe nach wieder an. Wie fühlst Du Dich als grosse Puppe?
Ein Bild betrachten und wahrnehmen
Die Wahrnehmung beim Betrachten dieses Bildes ist sehr verschieden. Nachdem Du das Bild etwas genauer betrachtet hast, mach es Dir gemütlich, schliesse Deine Augen und entspanne Dich. Stell Dir vor, Du bist mitten in diesem Bild.
Welche Elemente nimmst Du wahr
Wie fühlen sich diese Elemente an
Welche Sinne werden dabei angesprochen
Lass Dir Zeit! Lass deinen Körper sprechen indem Du ihm zuhörst, riechst, spürst, schmeckst und mit Deinem inneren Auge hinschaust, auf was er Dich aufmerksam macht. Welches Element ist einfach zum Wahrnehmen und wo gestaltet sich die Wahrnehmung etwas schwieriger?
Bewegung
Welche Vorstellungen haben wir von Bewegung? Ist Bewegung, wenn mein Körper mobil ist oder ist Bewegung, wenn mein Geist keine Grenzen kennt? Kann es sein, dass mein Körper voll funktionstüchtig ist, ich jedoch in meinen Bewegungen verharre - mich vielleicht sogar einschränke? Finde ich vielleicht keinen Gefallen daran, mich zu bewegen? Habe ich eventuell in der Vergangenheit eine schlechte Bekanntschaft mit Bewegung gemacht?
Kehren wir das Ganze einmal um: Mein Körper ist nicht mehr so mobil; dass kann vom Alter her sein, durch eine Krankheit oder durch einen Unfall. Ich finde aber, durch meine geistige Beweglichkeit, eine andere Art, mich in Bewegung zu versetzen. Sodass ich keine körperlichen Grenzen verspüre und alles machen kann worauf ich im Geist Lust und Laune habe. Ist es nicht eindrücklich, dass wenn ich meine Vorstellung beiseite stelle, ich eventuell einen ganz anderen Blickwinkel auf Bewegung erhalte...?
Bewegung ist für mich auch, mit den Sinnen spielen. Gleite ich per Fallschirm vom Berg zum Tal, hat Bewegung eine ganz andere Bedeutung und Wahrnehmung, als wenn ich mich aufrecht im Wasser bewege. Meine verschiedenen Sinne werden bei jeder Bewegung, sei es nun körperlich oder auch geistig gefordert und gefördert. Jedes Mal in einer anderen Art und Weise. So kann ich jeden Tag meines Lebens, irgendwo und irgendwie in Bewegung sein und dabei mein Umfeld spüren, betrachten, hören, riechen und wahrnehmen. Ich kann aber auch meinem Körper zuhören, was er mir aufgrund dieser Bewegungen erzählt - seien sie nun aktiv oder passiv. Welche er mag und welche er nicht gerade so angenehm findet. Bewegung, in allen erdenklichen Formen, kann mit so vielen Sinnen und Gefühlen verknüpft werden. Ist es nicht schade, wenn wir dies nicht wahrnehmen und verfolgen?
Berührung
Es gibt so viele unterschiedliche Berührungen…-Hast Du schon einmal ganz unsittlich einer Marmorstatue an ihren wohlgeformten Po gefasst? Nicht! Das Gefühl dabei war einfach nur fantastisch. Wohlgeformte Pobacken, prall und fest. Marmor, kühl und hart. Die Oberfläche fein und glatt. Ich berührte und war berührt und diese Berührung löste Glück und Freude bei mir aus. Am gleichen Ort, es war im April, sahen wir Bäume und Pflanzen in voller Blütenpracht. Die betörenden Düfte, die in der Luft hingen, berührten unsere Nasen und unsere Sinne. Diese Berührung löste Glück und Zufriedenheit aus. Es war ein wunderschöner, sonnenreicher Tag und die Berührung der Sonne auf unseren Gesichtern und der ganzen Haut, löste Zufriedenheit und Wohlbefinden aus.
Durch Berührungen, ob wir sie empfangen oder geben, werden ganz viele Sinne und Gefühle in uns geweckt!
Augen und Augenblicke. Auch sie können einen tief berühren. Gehen wir mit offenen Augen durch die Welt, werden wir beschenkt durch manch berührende Augenblicke. Sei es ein stimmungsvoller Sonnenuntergang, vor Kälte gefrorener „Biecht“, Nebelschwaden, die sich mystisch in der Luft bewegen, ein Kind beim Schlafen zu beobachten. - Es gibt so viele Augenblicke, die berühren. Nehmen wir sie aber auch wahr?
Hände - welch wundersame Werkzeuge. Stark und kräftig und dann wiederum weich und sanft. Hände haben so viele Berührungsqualitäten, dass es viel zu umfassend wäre, diese alle aufzuzählen. Sind wir uns diesen Qualitäten aber auch bewusst?
Ohren - wie stark kann uns Musik berühren, die Verständigung (Klicken) von Delphinen. Wann haben wir genug vom Lärm und wie werden wir dann berührt?
Nase - wie berührt uns ein liebevoll zubereitetes Essen, wie berührt uns der Duft von Weihnachten, von frisch gemähtem Gras, von gesägtem Holz, wie berührt uns der Gestank von Abgasen?
Haut - wie nimmt unsere Haut Berührung auf und wie reagieren wir auf die verschiedenen Berührungsformen?
Körpersprache
Die Haltung des Körpers kann oft aufzeigen, wie sich die Person gerade fühlt! Mit der Körpersprache geben wir unserem Gegenüber wichtige Signale wie zum Beispiel:
bleib ja von mir fern
komm mir bitte nicht zu nahe
ich platze gleich vor Aufregung
ich schmelze dahin vor lauter Glücksgefühl
Ich mag niemanden sehen
etc.
Welche Gefühle nehmen wir wahr, wenn unser Körper in die oben aufgeführten Haltungen geht? Lösen umgekehrt, die gleichen Gefühle, die wir spüren und erleben, immer wieder die gleiche Körperhaltung aus oder ist das veränderbar?
Zeichen des Körpers können auch wichtige Hinweise darauf sein, dass irgendwo in uns etwas nicht so ist, wie es sein sollte oder des es einem fast "verchlepft" vor lauter Glücksgefühl. Spannungsfelder und Stress - einmal können sie wunderbar und gut für uns und unseren Körper sein (lachen, weinen, etc). Ein Andermal machen sie krank oder manifestieren sich im Körper (Schmerzen, Lustlosigkeit, etc). Aussagen wie:
sie/er trägt alle Last auf ihrer/seiner Schulter
sie/er "vergibelet" fast vor lauter Vorfreude
sie/er hat sich zu viel aufgeladen
es verschlägt ihm/ihr die Sprache
es nahm ihr/ihm den Appetit
Solche Redewendungen erklären uns, was wir anhand des Verhaltens des Menschen und seinem Körper wahrnehmen.
Atem – Atmung
Schon einmal im Gegenwind gestanden und versucht normal zu atmen?
Schon einmal auf einer Hängebrücke gestanden und normal weitergeatmet?
Schon einmal ein lustvolles Gähnen bei sich und bei anderen beobachtet?
Schon einmal überlegt wohin wir eigentlich atmen, wenn wir nicht daran denken?
Schon einmal überlegt wo Du Dich heute besser fühlst - beim Einatmen oder Ausatmen?
Schon einmal wahrgenommen ob sich der Körper während der Atmung bewegt oder starr bleibt?
Schon einmal ganz bewusst den Atem angehalten?
Ist es nicht spannend, welche Fragen man sich bezüglich der Atmung stellen kann und diese Aufstellung ist ja nur eine kleine Auswahl....
Mit der Atmung wird mein Körper versorgt und genährt. Mit der Atmung kann ich meinen Körper aufheizen oder beruhigen. Mit der Atmung werden meine inneren Organe sanft massiert und somit in ihrer natürlichen Funktion gestärkt. Bewusstes Atmen hilft uns, in jeder Lebenslage, unseren Körper zu unterstützen, unseren Geist zu befreien und unser Wohlbefinden zu steigern. Aus diesem Grund werden Atemübungen auch immer in Entspannungsübungen mit einbezogen. Bewusstes Atmen führt unseren Körper zur Ruhe. Werden Atemübungen an der frischen Luft ausgeführt, erhält der Körper von innen her eine sanfte Reinigung und es können auch hier verschiedene Berührungen stattfinden. Sich für einmal nicht nur vorzustellen, man stehe am Strand am Meer und atme die frische Meeresluft ein, es dann auch zu machen - welcher Genuss für den Körper und welche Freude für uns!
Stimme
Eine liebliche Stimme die uns berührende Geschichten erzählt. Eine kratzige, verruchte Stimme, die uns mit Soulmusik unterhält. Hast Du Dir schon einmal überlegt, wie viele verschiedene Stimmen es doch alleine unter uns Menschen gibt? Welche Stimmungen man der Stimme entnehmen kann? Hört sich Deine Stimme in Deinen Ohren immer gleich an? Wann erhebst Du die Stimme und wann wird die Stimme zu einem Flüstern? Erkennst Du Deine Liebsten anhand der Stimme oder ist Dir auch schon aufgefallen, dass Du eine Stimmlage bei Dir oder jemand anderem noch gar nie richtig wahrgenommen hast?
Die Auseinandersetzung mit der eigenen Stimme kann Informationen darüber geben, wie jemand sich darstellt oder sein möchte und wie man tatsächlich wirkt. Die Stimme ist auch sehr stark mit unseren Gefühlen verbunden - darin drückt sich unser Selbstwertgefühl aus. Durch das Erkennen der Zusammenhänge zwischen Verspannungen im Körper und zufriedenstellender Ausdrucksfähigkeit in der Stimme, kann eine Selbstheilung stattfinden. Eine freie Stimme kann eine offene und freie Kommunikation bewirken.
Imagination – Visualisation
So wie die Sonne untergeht, so "verschwindet" unser Bewusstsein scheinbar im Schlaf.
"Wohin gehen wir, wenn wir schlafen?", fragte letzthin ein Kind.
Es gibt hunderte von erforschten, benannten und unerforschten, noch nicht benannten Bewusstseinszustände. In der Integrativen Körperarbeit gehen wir davon aus, dass der Schlaf der Regeneration dient, der Erholung. Dass wir durch Träume in einen anderen Bewusstseinszustand kommen können, der uns, ähnlich wie in der Meditation und der Visualisation, einen Perspektivenwechsel auf unser Tagesbewusstsein geben kann. Schon einmal ausprobiert, über längere Zeit, die Träume aufzuschreiben, und die "Nachtsprache unseres Seins" zu verstehen? Das braucht Geduld, im Sinne: "Fördern ist Beharrlichkeit"!
Mit sich und dem Anderen in Kontakt sein
In der Beziehung und alleine existieren können. Beziehungen sind subtile Geflechte, ähnlich wie ein Mobile - wenn eine/r sich bewegt, wirkt es sich auf das Ganze aus.
Achtsamkeit, Mitgefühl, Aufmerksamkeit, Verbundenheit, Klarheit und gute Kommunikation fördern das „Zusammen-unterwegs-Sein“. Das gilt nicht nur für das Paar, sondern auch für grössere, komplexere Gruppierungen.
Selbstverantwortung
Wer kennt sie nicht, diese 3 Affen! Ist nun nichts sehen, nichts hören und nichts sagen das, was für mich das Richtige ist?
Kann es auch sein, dass wenn ich die Hände vor die Augen lege, ich zwar im Moment nichts sehe, sobald die Hände aber weg sind, sich nichts verändert hat und das "alte Muster“ immer noch da ist? Gilt dasselbe auch für nichts hören und nichts sagen? Wann ist es besser, sich wie die 3 Affen zu verhalten und ab wann ist es meine Verantwortung, mich von diesen 3 Haltungen zu befreien...?
Körperarbeit im Wasser
Sich dem Wasser, dem Strömen, dem Fliessen, der Bewegung und der Schwerelosigkeit hingeben. Geführt und auf Händen getragen schwebst Du auf und unter Wasser. Die Atemung wird ruhig und Du tauchst ab, dorthin wo Deine Gefühle und Gedanken Dich tragen. Was könnte freier sein...?
Ausgestattet mit einer Nasenklemme, schwebt Dein Körper, in den Armen der Praktizierenden wie eine Rose an der Wasseroberfläche. Mit viel Achtsamkeit bewegen sich diese mit Dir durchs Wasser. Es entstehen Bewegungen wie schaukeln, strömen, mäandern, kreisen, schrauben, wellen... Mal sind die Bewegungen klein und fein, mal aber auch kraftvoll und gross. Das Wasser umschmeichelt den Körper und ist auf jeder Hautzelle spürbar. Die Atemfrequenz sinkt und der Körper wird spürbar lockerer und freier.
Meditation – Heilmeditation
Lege Dich auf den Rücken oder sitz in aufrechter Haltung, sodass Dein Atem frei fliessen kann. Stell Dir vor, dass Du Licht einatmest. Das Licht geht von den Lungen in den ganzen Körper. Es strömt zu jeder Zelle und bringt Nahrung, Kraft und Heilung.
Stell Dir vor, dass Du beim Ausatmen Ballast an das „grosse Ganze“ abgibst. Gib all Deine Sorgen, Ängste und Zweifel ab. Atme Licht und Kraft ein. Atme all das aus, was Dir schadet und Dich belastet.