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Nach spektakulären Entführungen wie im Fall Jan Philipp Reemtsma tauchen erpresste Lösegelder selten wieder auf. Prominente Beispiele aus Deutschland:
Mit der Entführung des Millionen-Erben Jan Philipp Reemtsma wollte sich Thomas Drach seinen Traum von einem Leben in Reichtum und Luxus erfüllen. Stattdessen kam er für mehrere Jahre ins Gefängnis. Nun ist der 53-Jährige wieder frei.Drach kam nach mehr als 15 Jahren hinter Gittern wieder auf freiem Fuss. Er will Deutschland verlassen. Vom Lösegeld fehlen noch rund 6,5 Millionen Euro. Nach spektakulären Entführungen tauchen erpresste Lösegelder selten wieder auf.
Reemtsma: Nach der Entführung des Hamburger Millionenerben Jan Philipp Reemtsma 1996 wird ein Lösegeld von umgerechnet 15,3 Millionen Euro gezahlt - die bis dahin höchste bekannte Summe. Reemtsma kommt unverletzt frei. Die Täter mit ihrem Kopf Thomas Drach erhalten lange Haftstrafen. Bisher wurden nur ein kleiner Teil der Beute entdeckt. Helfer hatten die Scheine hinter Fussleisten versteckt, unter einem Gartenteich vergraben, in einer Waschküche eingemauert und an einer Autobahn verbuddelt. Komplizen geben an, dass das Geld verbraucht oder durch Fehlinvestitionen verloren sei.
Schlecker: Nach der Entführung der beiden Kinder des Drogerie-Unternehmers Anton Schlecker 1987 erpressen die Kidnapper 9,6 Millionen Mark (4,9 Millionen Euro) Lösegeld und fliehen. Die Jugendlichen können sich selbst befreien. Die Täter werden erst 1998 nach einem Bankraub gefasst und zu langjährigen Strafen verurteilt. Später schildern sie, dass sie drei Millionen Mark problemlos in Paris umtauschten - trotz registrierter Scheine. Sie investierten ihre Beute in Luxuswohnungen und Autos. Den grössten Teil aber brauchten sie für Wertpapier- und Immobilienspekulationen auf - und machten dabei enorme Verluste.
Oetker: 1976 wird der Münchner Industriellensohn Richard Oetker, damals 25, entführt und in eine enge Kiste gesperrt. Die Familie zahlt ein Lösegeld von 21 Millionen Mark (10,7 Millionen Euro). Oetker wird schwer verletzt gefunden und behält körperliche Behinderungen zurück. Die Polizei fasst Täter Dieter Zlof zwei Jahre später, weil er registrierte Scheine aus der Beute bei seiner Hausbank einzahlt. Er wird zu 15 Jahren Haft verurteilt. Danach will er seine Beute heben, die er in Plastiksäcken vergraben hatte. Doch ein grosser Teil ist verrottet. Bei dem Versuch, erhaltene Tausend-Mark-Scheine in London umzutauschen, wird Zlof erneut verhaftet und wegen Geldwäscherei nochmals zu zwei Jahren Haft in Grossbritannien verurteilt.
(sda/tke)