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Do try this @ home: Gruseliger Augenblick
20. Januar 2021
Dieses Experiment ist nichts für schwache Nerven! Oder hast du dir schon mal selbst ins eigene Auge geschaut und die Adern darin gesehen?
Du brauchst dazu: Ein Smartphone, ein paar Haftnotiz-Zettel und einen schwarzen Hintergrund (zum Beispiel ein Stück schwarzen Tonkarton, einen schwarzen Vorhang oder ähnliches). Wenn du keinen schwarzen Hintergrund hast, kannst du das Experiment auch in einem abgedunkelten Raum vor einer weissen Wand durchführen.
Wir werden das Smartphone als Taschenlampe benutzen, um damit in unser Auge zu leuchten. Damit das Auge dabei nicht geblendet wird, dunkeln wir die Lampe mit einigen Schichten Haftnotiz-Papier ab. Schneide dazu bei einem Haftnotiz-Zettel vier Stücke aus der klebenden Seite. Diese klebst du dann übereinander auf die Taschenlampe des Smartphones. Wenn du jetzt die Taschenlampenfunktion anschaltest, sollte das Licht noch sichtbar, aber nicht blendend hell sein.
Halte jetzt den schwarzen Tonkarton vor dein Gesicht (bzw. stelle dich vor den schwarzen Vorhang oder in den abgedunkelten Raum). Halte dann das Smartphone mit eingeschalteter und abgedunkelter Taschenlampe ganz nah an den äusseren Rand deines Auges, sodass das Licht ins Auge fällt. Schaue auf den schwarzen Hintergrund und bewege die Lampe am Rand des Auges hin und her, ohne ihr mit dem Blick zu folgen. Du kannst auch versuchen, von unten ins Auge zu leuchten. Wenn du die richtige Position gefunden hast, siehst du etwas, das aussieht, wie verästelte Zweige eines Baums.
Dabei handelt es sich um die Adern, die deine Netzhaut mit Blut versorgen. Sie liegen auf der Vorderseite der Netzhaut, und werfen darum im Licht der Taschenlampe einen Schatten auf das Blickfeld.
Warum sehen wir sie aber nicht immer, obwohl sie auch bei normalem Licht einen Schatten auf die Netzhaut werfen? Das kannst du ausprobieren, indem du die Lampe ganz still hältst, sobald du die Adern siehst: Die Adern scheinen langsam zu verschwinden! Wenn du jetzt die Lampe bewegst, werden sie wieder sichtbar.
Bilder, die sich auf der Netzhaut nicht bewegen, werden von unserem Gehirn ausgeblendet. So können wir die Welt vor unseren Augen wahrnehmen, ohne durch «unwichtige» Informationen über den Aufbau unserer Augen abgelenkt zu werden. Wenn wir aber die Taschenlampe am Rand des Auges hin- und herbewegen, bewegt sich auch der Schatten der Adern auf der Netzhaut hin und her, so dass er kurzzeitig sichtbar wird.