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Englisch in Japan
Englisch ist nicht die Stärke der Japaner. Seit Jahren schneiden die japanischen Schüler bei internationalen Englischprüfungen wie dem TOEFL schlecht ab (Asienspiegel berichtete). Bestätigt wird dies durch den alljährlich publizierten English Proficiency Index der Sprachschule EF. 100 Länder und Regionen wurden dabei getestet. 2,3 Millionen Menschen, die im Durchschnitt 23 Jahre alt sind, nahmen teil. Japan liegt abgeschlagen auf dem 53. Platz, hinter Ländern wie China, Südkorea, Vietnam oder Taiwan. Selbst im Städtevergleich schneidet das Land nur mässig ab. In Tokio besitzt man nur «mittlere Kenntnisse». In Jakarta, Hanoi, Shanghai, Seoul oder Taipeh spricht man derweil etwas besser Englisch.
Seit Beginn dieser Studie 2011 rutscht Japan bei dieser Bewertung stets um einige Plätze nach hinten. Das hat einerseits mit der zunehmenden Zahl an Ländern zu tun, die bei dieser Studie einbezogen werden. Andererseits trägt auch die anhaltende Stagnation der Wirtschaft wie auch die Überalterung der Bevölkerung zu diesem schlechten Ergebnis bei. Ausserdem wird schon lange kritisiert, dass sich das japanische Schulsystem zu stark auf den geschriebenen und grammatikalischen Teil der Sprache fokussiert, während die mündlichen Fähigkeiten viel zu wenig gefördert würden. Kurz gesagt: Seit 10 Jahren hat sich das Englisch-Sprachniveau der Japaner nicht verbessert.
Die Technologie als Hilfe
Die Studie von EF bestätigt nur, was Japan schon lange weiss: Das Land muss mehr in den Englischunterricht investieren. Erste Schritte wurden bereits unternommen. 2011 wurde Englisch ab der fünften Klasse als Pflichtfach eingeführt. Ab 2020 wird der obligatorische Englischunterricht bereits ab der dritten Klasse beginnen (Asienspiegel berichtete). Auch an innovativen Ansätzen wird gearbeitet. So wurde dieses Jahr mit dem Tokyo Global Gateway ein Englischdorf auf der Insel Odaiba in Tokio eröffnet (Asienspiegel berichtete). Das Innenministerium setzt derweil auf Technologie, um die Sprachbarrieren zu überwinden. So soll die Übersetzer-App VoiceTra in möglichst allen Behörden, Krankenhäusern, Schulen, Polizeistationen und Tourismusschaltern zur Verfügung gestellt werden (Asienspiegel berichtete).
Für ausländische Touristen, die kein Japanisch sprechen, ist die kostenlose App Google Übersetzer eine grosse Hilfe. Viele Restaurants, Hotels, Apotheken und Bahnschalter setzen auch auf «Point and Speak»-Karten (Asienspiegel berichtete). Glücklicherweise sind die mangelnden Sprachfähigkeiten auf einer Japan-Reise kein dramatisches Problem. Die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Japaner sowie die Sicherheit kompensieren diesen Mangel bei weitem.
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