Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03178.jsonl.gz/2382

Tunesien befindet sich in einer Krise ohne Ende. Präsident Kais Sayed führt seinen Kampf gegen „Spekulanten und Verräter“ unbeirrt weiter. Doch die staatlichen Agenturen, die den Import vom Grundnahrungsmitteln wie Öl, Mehl und Zucker kontrollieren, haben seit langem viele der Lieferanten nicht mehr bezahlt. Nun weigern sich diese, Waren nach Tunesien zu schicken. Mittlerweile, so berichten mir Informanten übereinstimmend, sind viele Produkte des täglichen Lebens de facto rationiert. „In meiner Stadt lässt sich Cannabis oder Alkohol leichter finden als Zucker, Sonnenblumenöl oder Mehl“, sagt mir ein Freund aus dem Hinterland. Einen solchen Mangel hat es in Tunesien seit der Unabhängigkeit noch nie gegeben.