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Die Ursprünge
Entstehung
Anfangs der 1970er-Jahre entstand während eines Sommersportlagers im Sportstudium die Idee Tennis mit Mannschaften zu spielen. Den fünfzig polnischen Studentinnen und Studenten standen nur zwei Tennisplätze zur Verfügung, was zur Folge hatte, dass die einzelnen Spieler lange Wartezeiten in Kauf nehmen mussten. Janusz Smolinski kam auf die Idee, das Netz abzubauen und zwei Minifussballtore aufzustellen, um im Team Tennis spielen zu können. Er wurde jedoch ausgelacht und die Idee wurde als verrückt erklärt. Einige Jahre später während seines Sportunterrichtes an der Baugewerblichen Berufsschule Zürich, Abteilung Montage und Ausbau, hat er die „alte“ Idee als Aufwärmungsspiel mit seinen Schülern ausprobiert. Seine Motivation steigerte sich aufgrund des Interesses und der Freude seiner Schüler an dem Spiel. Die Schüler verlangten das Aufwärmspiel auf die ganze Unterrichtsstunde zu verlängern. Er prüfte anschließend in der Entwicklungsphase verschiedene Schläger für den Einsatz des Spieles. Als er jedoch nicht fündig wurde, entwickelte er in der Werkstatt seiner Schule einen Pressholzschläger. Es dauerte einige Zeit bis das Smolball®-Rackets entwickelt wurden. Die Auswahl eines Balles durchlebte dieselbe Prozedur. Aufgrund einiger Verletzungen im Unterricht wurde der Schläger anschließend mit einer Sicherheitsschlaufe aus Kunststoff ausgestattet.
Smolball® besteht aus den ersten 4 Buchstaben des Namens Smolinski, „SMOL“ und dem Wort „BALL“.
Hauptmerkmale von Smolball® sind das Handling mit Ball und Racket. Leichter gemacht wird der Umgang mit den Spielgeräten damit, dass die Rackets relativ kurz und schmal und die Bälle weich sind. Besonders attraktiv ist auch die Doppelrolle des Torhüters. Einerseits ist er Torhüter, er darf den Ball innerhalb des Torraumes mit dem ganzen Körper abwehren. Verlässt er aber den Torraum kann er wie jeder andere Feldspieler am Gegenangriff teilnehmen. Ebenso sind die technischen und taktischen Anforderungen nicht sehr komplex und führen auch diesbezüglich zu raschem Spielerfolg. Smolball® ist dank seiner Schnelligkeit und den Regeln, die das Mannschaftsspiel fördern, sehr interessant und findet überall sehr schnell grossen Anklang.
Wichtigste Regeln
Regeln & Besonderheiten
Die Regeln für Smolball® sind im Reglement, in welchem die Zahl „4“ eine hauptsächliche Rolle spielt, klar vorgegeben. Das Spiel beginnt mit einem Sprungball, welcher vom Schiedsrichter beim Schnittpunkt von Mittellinie und Kreis hoch geworfen wird. Bis zum Wurf müssen die Schläger der beiden Mannschaftsvertreter mit dem Boden in Berührung sein. Anschließend müssen die Spieler hochspringen und versuchen, den Ball zu gewinnen.
Während des Spiels können die Spieler frei ersetzt und ausgetauscht werden. Der Ball darf während des Spielzuges eines Spielers vier Mal ohne Schrittbegrenzung berührt werden. Dies gilt beim Prellen, Jonglieren und bei der Ballführung am Boden. Das erste Aufnehmen des Balls vom Boden gilt jedoch nicht als Ballberührung.
Der Ball darf nicht aktiv mit dem Fuss, dem Arm oder dem Kopf gespielt werden. Der Spieler, welcher im Ballbesitz ist, darf nicht von hinten angegriffen werden. Körperbodenspiel auf dem Spielfeld ist erlaubt und sogar erwünscht. Im Torraum (mit Ausnahme des Torhüters) sind nur zwei Körperbodenkontakte (2 Beine) erlaubt.
Freischlag gibt es für: mehr als 4 Ballberührungen, Spiel mit dem Fuss, Kopf oder Hand, Angriff des Ballbesitzers von hinten, reklamieren, ausrufen, mehr als 2 Körperbodenkontakte im Torraum. Stossen, Halten.
Alle Freischläge werden indirekt und am Ort des Regelverstoßes ausgeführt werden. Findet der Regelverstoss jedoch hinter der Torlinie oder im Torraum statt, so wird der Freischlag von einer der vorderen Ecken des Torraumes ausgeführt. Während eines Freischlags haben die Gegner einen Abstand von vier Metern einzuhalten.
Penalty gibt es für: Regelverstoss in eigenem Torraum. Verhinderung einer Torchance, Verschiebung des Tores, Spiel mit dem Fuss, der Hand oder dem Kopf durch einen Feldspieler, mehr als zwei Körperbodenkontakte durch einen Feldspieler, Abdecken des Balles mit dem Schläger oder Körper.
Der ausführende Spieler steht vor der Penaltylinie, legt sich den Ball vor und schiesst ihn direkt aus der Luft aufs Tor. Wird der Ball vom Torhüter abgewehrt, darf der ausführende Spieler weiter spielen. Berührt der Torhüter den Ball nicht und gibt es kein Tor, darf er nicht direkt weiter spielen. Die Feldspieler stehen auf dem Penaltyhalbkreis.
Variationen, Austtatung & Anforderungen
Informationen
Smolball®-Varianten
- Hallen-Smolball®
- Eis-Smolball®
- Beach-Smolball®
- Inline-Smolball®
- Rollschuh-Smolball®
- Wasser-Smolball®
- Rollstuhl-Smolball®
- Rasen-Smolball®
- Schnee-Smolball®
Alle Smolball®-Varianten werden auch als Mixed gespielt.
Spielfeld
Beach- und Wasser-Smolball® 30 x 20 m
Eis-, Rollschuh- und Inline Smolball® 45 x 25 m
Material
Für das Spiel wird keine Schutzausrüstung benötigt. Die Spielregeln erlauben aus Sicherheitsgründen nur den Einsatz des offiziellen Smolball®-Materials.
Schulschläger sin aus Aluminium, der Rahmen ist mit einem speziellen Schaumstoffschutz ausgestattet. Profi Rackets sind aus Graphit (Super leicht).
Spieldauer
Ein Spiel besteht aus drei Dritteln und dauert 70 Minuten: 2 x 20 Minuten mit 10 Minuten Pause. In letztem Drittel spielt man 30 Minuten, nach 15 Minuten erfolgt einen Seitenwechsel ohne Pause.
In der Schweizermeisterschaft beträgt die aktuelle Spieldauer 2 x 20 Minuten mit Halbzeitpause und Seitenwechsel.
Mannschaft
Die Mannschaftsgrösse beträgt 16 Spieler, gespielt wird mit drei Feldspielern und einem Torhüter. Auf Grund der grossen Dynamik des Spieles müssen die Spieler sehr oft ausgewechselt werden. Der einwechselnde Spieler darf erst dann das Spielfeld betreten wenn der andere es verlassen hat.
Tor und Torraum
Das Tor aus Aluminium ist 2 m lang und 1,25 m hoch. Der Torraum ist 5 m lang und 2 m breit. Die Torlinie ist 3 m von der Wand / Bande entfernt. Es wird auch hinter dem Tor gespielt.
An Schweizer Schulen, in Turnvereinen und im Militär ist Smolball® die Sportart Nr. 1. Das BASPO hat das Smolball®-Material auf die Liste der obligatorischen Ausrüstung der Sporthallen aufgeführt. Es werden Schweizer Club- und Berufschul-Meisterschaften ausgetragen.
Smolball® wird nicht nur in der Schweiz gespielt. Auch in Deutschland, Norwegen, Holland, Polen, Frankreich, Italien und sogar China findet es grossen Anklang.