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Seit Jahrtausenden wurden Mittel und Wege gesucht, um das Gotthardmassiv zu überwinden. Bis ins 12.Jahrhundert allerdings stellte vom Norden her die Schöllenenschlucht – zu deren Überquerung in der Schweizer Sagenlandschaft der Teufel nötig war– ein grosses Hindernis dar. Trotzdem kann aufgrund von südalpinen Fundstücken im Raum zwischen Zuger- und Zürichsee angenommen werden, dass die Alpenpässe und auch der Gotthardpass bereits in der Eisenzeit überquert worden sind, wie das Historische Lexikon der Schweiz (HLS) schreibt. Die Schlucht konnte jedoch nur durch einen beschwerlichen Umweg umgangen werden. Man geht davon aus, dass ungefähr ab 1200 eine Holzbrücke existierte.
Viele Namen für einen Berg
Eine erste überlieferte Reisebeschreibung über den Gotthard datiert vom 1234. Die erste erhaltene Säumerstatue stammt vom 1237, was belegt, dass diese Nord-Süd-Verbindung bereits damals regelmässig begangen wurde. Damals diente die Route dem Handel.
Regelungen und Verträge für Säumer zeigen, dass auf der Gotthardroute bereits früh ein Art Eilgutverkehr möglich war. Es waren auch die Säumer, die für den Unterhalt und den Ausbau der Wege verantwortlich waren. Der Berg hatte damals verschiedene Namen, er wurde als Monte Tremulo, Mons Ursarie oder Mons Elvelinus in den Quellen verzeichnet. Ab 1237 heisst er Monte Sancti Gutardi. Damals diente die Route dem Handel. Eine Brücke aus Stein existiert an dieser Stelle seit 1595, vorher war sie aus Holz.
Der erste Tunnel durch den Gotthard wurde bereits im Jahr 1707 gebaut. Er war 60 Meter lang und machte die Brücke über die Schöllenen überflüssig. Er war einer der ersten Tunnel durch die Alpen. Befahrbar für Kutschen machen wollte ihn der Kanton Tessin ab dem Jahr 1810, auch die Urner bemühten sich darum. 1826 schloss Uri mit den Kantonen Luzern, Basel und Solothurn ein Konkordat, in dem sie festlegten, die Lücken, die auf ihrem jeweiligen Territorium bestanden, zu schliessen. Ab 1835 verkehrte eine Postkutsche, ab 1842 bestand täglich eine Verbindung in beide Richtungen, das war ein Taktfahrplan für die damalige Zeit.
Eisenbahntunnel und Autotunnel
Der erste Eisenbahntunnel war 1882 fertiggestellt, elektrifiziert wurde die ganze Strecke von Basel, resp. Zürich nach Chiasso zwischen 1919 und 1924. Die Route durch den Gotthard gewann ab 1945 zunehmend an Bedeutung, allerdings nahm diese wieder ab, als weitere Alpenpässe erschlossen wurden.
In den 1960er bis 1970er-Jahren wurde die Südseite des Passes zu einer Hochleistungsstrasse ausgebaut, dies, weil der Lastwagenverkehr über die Alpen zunahm. Die Strasse mit vielen Haarnadelkurven ist bis heute aber nicht ganzjährig befahrbar. Um den Übergang für Lastwagen und den Individualverkehr auch im Winter zu sichern, wurde der erste Gotthard-Strassentunnel in den Jahren 1969 bis 1970 gebaut.
In einem Urnengang 1992 über eine neue Alpentransversale (Neat) stimmte das Schweizer Volk einem neuen Bahntunnel zu. Der sogenannte Gotthardbasistunnel wird im Jahr 2016 eröffnet.
1994 nahm das Volk die Alpeninitative an, die die Alpen vor dem Transitverkehr schützen soll und den Transport von Gütern von der Strasse auf die Schiene verlagern soll. Auf einen Ausbau der Kapazität auf den Transitstrassen in den Alpen soll nach dem Alpenschutzartikel verzichtet werden. 2004 lehnte das Volk die Avanti-Initiative ab, die schon damals einen zweiten Tunnel durch den Gotthard bauen wollte.
Die Autobahn A2, zu deren Strecke der erste Strassentunnel gehört, ist an sich vierspurig, der 57 Kilometer lange Tunnel ist richtungsgetrennt einspurig befahrbar. Der Strassentunnel muss nun saniert werden, auf welche Art und Weise das geschieht, entscheidet das Schweizer Volk in der kommenden Abstimmung.
Der Name Gotthard
Seinen Namen hat das Gotthardmassiv vom christlichen Heiligen Godehard von Hildesheim. Er sei der Sohn eines Erzbischofs gewesen und war selber Bischof des Klosters von Hildesheim. Heiliggesprochen wurde er von Papst Innozenz II im Jahre 1131.