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Neubau Doppeleinfamilienhaus Brugg
Städtebau
Der Bauperimeter des geplanten Doppeleinfamilienhauses liegt an einer Eckparzelle, die umgeben ist von den Privatstrassen Rebmoos-Au und Sternackerstrasse. Sie befindet sich im Übergang der Einfamilienhäuser zu den mehrgeschossigen Mehrfamilienhäusern, welche sich zur Zurzacherstrasse hin entwickeln. Das Quartier ist geprägt von Einfamilienhäusern aus den 40er– und 50er-Jahren. Vereinzelt trifft man auch Doppelhaustypologien an. So auch in direkter Nachbarschaft, in welcher in den 60er-Jahren die sogenannten Märkihäuser vom Baumeister Märki erstellt wurden. Eine wichtige Landmarke und einen zentrumsbildenden Freiraum bildet die Weiermatt-Wiese mit Spielflächen und Kindergarten.
Entwurfsidee
Das geplante Doppeleinfamilienhaus ist in seiner äusseren Form mehrfach abgestuft. Damit wird einerseits die Länge des Gebäudes optisch gebrochen, andererseits können durch diese Gebäudeform gut definierte Aussenflächen angeboten werde. Die Setzung des Gebäudes erfolgt weitmöglichst an die Nord-Ost-Seite der Parzelle. Die so entstehende Zwischenzone von Strasse und Haus dient als Vorbereich der beiden Wohneinheiten und soll zur Strasse hin offen gestaltet werden. Ein Vordach, über die gesamte Fassadenlänge gespannt, dient zugleich als Auto- und Fahrradunterstand und gedeckter Zugangsbereich. Es schafft einen Übergang vom öffentlichen Bereich der Strasse zum privaten Wohnbereich.
Die Parzelle wird in ihrer Längsrichtung abparzelliert und beiden Wohneinheiten somit eine 3-seitige Orientierung ermöglicht. Während die Nord-West-Wohnung hin zur Privatstrasse Rebmoos-Au und dem Bruggerberg ausgerichtet ist, orientiert sich die zweite Wohneinheit gegen Süd-Westen, hin zum bestehenden grossen Kirschbaum. Die beiden verschiedenen Ausrichtungen erzeugen ein grosses Mass an Privatsphäre. Beide Parteien profitieren vom öffnenden Blick in den Grünraum zwischen den bestehenden Häuserzeilen. Die Setzung längs in die Parzelle hinein ermöglicht es, gut besonnte und, trotz der Aufteilung der Parzelle, grosszügige Aussenräume anzubieten.
Typologie
Mit der zweigeschossigen Kubatur nimmt das Haus Rücksicht auf die bestehende Bebauungsstruktur des Quartiers. Im Erdgeschoss werden die Wohn- und Essbereiche angeordnet, im Obergeschoss die Schlafbereiche. Auf ein Attikageschoss wird verzichtet.
Die Erschliessung erfolgt über die Rebmoos-Au im Nord-Osten. Das grosszügige Vordach kennzeichnet die beiden Hauseingänge und zoniert den Vorbereich des Hauses in einen halböffentlichen Bereich.
Die beiden Wohnhäuser sind identisch aufgebaut und an der Achse des Doppeleinfamilienhauses gespiegelt. Die beiden Wohnräume sind zentral angeordnet und richten sich auf den Zwischenraum der bestehenden Häuserzeilen. Im Gegensatz dazu sind die Essbereiche an den Stirnseiten des Hauses angegliedert. Beide Einheiten verfügen über grosszügige Kellerräume. Zentral ist der Technikraum angeordnet.
Materialisierung
Das geplante Doppelhaus soll auch in der äusseren Erscheinung den örtlichen Gegebenheiten Rechnung tragen. Die zurückhaltende einfache Materialisierung soll sich mit seiner muralen Erscheinung ins Quartierbild, welches von verputzten Einfamilienhäusern geprägt ist, eingliedern. Die Aussenwände des Erdgeschosses werden in Sichtbeton erstellt, während im Obergeschoss ein hochwertiger Waschputz zum Einsatz kommt.
Das in Massivbauweise erstellte Gebäude wird durch seine Staffelung im Grundriss, sowie durch das prägnante Vordach in seiner Dimension und Ausstrahlung an den Massstab der Nachbarschaft angepasst.
Landschaft
Das Zweifamilienhaus wird so gestellt, dass der auch für das Quartier prägende Kirschbaum erhalten bleibt. Damit dies möglich ist, muss das Haus so nah wie möglich an den Ostrand der Rebmoos-Au gestellt werden. Damit die gewünschte Übersicht gegeben ist, wächst der Grenze entlang nur ein 50 cm hohes Vegetationsband, bestehend aus Gräsern und Stauden. Um die Hauseingänge zu markieren und um damit gleichzeitig das Quartier zu begrünen, sollen hier schlankwachsende Amberbäume wachsen.
Auf der Nordseite entlang der Rebmoos-Au und auf der Südseite entlang der Sternackerstrasse wird je eine freiwachsende, einheimische lichte Hecke mit einzelnen Sträuchern und kleineren Bäumen den Garten fassen.
Die Umgebungsgestaltung beabsichtigt den zwei Gärten eine gewisse Privatheit zu geben, ohne sich gegen das Quartier zu verschliessen. Mit den Baumpflanzungen werden dem Garten und dem Quartier Akzente gesetzt, die nur vorteilhaft sind. Sie sollen dem Klimawandel entgegenkommen ohne merkliche Benachteiligungen zu produzieren. Die Parzelle soll nicht nur für Menschen dichter genutzt werden, sondern auch für Pflanzen und Tiere mehr Lebensraum bieten. Damit dies möglich wird, werden vorwiegend einheimische Pflanzen gesetzt. Das Flachdach wird mit einer wertvollen Vegetation einheimischer Trockenstandorte begrünt.
Ort: Brugg
Baueingabe 2019
Baustart 2019
Fertigstellung 2020
Fotos: René Rötheli