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Strecke: Missionsstrasse - Burgfelden Grenze (1906/1930)
Seit 10. Mai 1897 endete die Burgfelderstrecke am Ende der Missionsstrasse, vor den Geleisen der Elsässerbahn. Am 10.9.1903 wurde die Strecke über den Spalenring eröffnet. Anfangs 1904 entstand ein provisorisches Dienstgleis über den Burgfelderplatz bis zum Beginn der Burgfelderstrasse. Am 12.6.1906 wurde der Linienbetrieb bis zum Südportal des Kannenfeldgottesackers aufgenommen. Die Endhaltestelle hiess "Burgfelderstrasse". Zwischen 1906 und 1919 bestand zwischen dem heutigen Burgfelderplatz und der Strassburgerallee eine Haltestelle "Habsburgerstrasse".
1929 wurde die Strecke im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms für Arbeitslose bis zur noch heute bestehenden Endschlaufe erstellt. Die Endstation wurde damals in dünn besiedeltem Gebiet und in einiger Entfernung von der Landesgrenze entfernt angelegt in der Vorstellung, im weiter westlich gelegenen Abschnitt der Burgfelderstrasse Industrie anzusiedeln. Dabei wollte man Kreuzungen mit zukünftigen Industriegeleisen vermeiden. Am Beginn der Burgfelderstrasse und am Streckenende vor der Schlaufe wurden linksläufige Gleiswechsel angelegt. In den folgenden Jahren wurden die Gleiswechsel in diesem Streckenabschnitt wiederholt verändert (siehe unten).
Die Bertriebsaufnahme bis zur heute noch bestehenden Endschaufe "Burgfelden Grenze" erfolgte am 15.März 1930. Da die Endstation jenseits der damaligen Schweizer Zollstation lag, musste zwischen der Endschlaufe und dem Luzernerring ein technischer Halt zur Zollkontrolle eingelegt werden. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1.9.1939 wurde der Betrieb ab der Haltestelle "Missionsstrasse" vorübergehend eingestellt. Ein um 1939 jenseits der Haltestelle "Hilfsspital" erstellter Gleiswechsel ermöglichte später das Wenden der Kurse vor Erreichen der Zollstation. Nach dem Krieg wurde die Zollstation zur tatsächlichen Landesgrenze verlegt und der technische Zollhalt war nicht mehr nötig. Das Gebäude des alten Zollhauses ist übrigens bis heute erhalten geblieben.
Gleiswechsel
Es ist schwierig, sich einigermassen Klarheit über die verschiedenen Gleiswechsel im Streckenabschnitt "Burgfelden Grenze" - "Missionsstrasse" zu verschaffen: Die Gleiswechsel wurden wiederholt verändert und verschoben, dies oft unter Beibehaltung ihrer Weichennummern. In den alten Weichenplänen sind zwar die jeweilig vorhandenen Weichenpläne eingeziechnet, nicht aber deren Lage in Bezug auf die Haltestellen.
- Der Burgfelder-Wechsel 372/373: Eingezeichnet ab 1930, die genaue Lage ist dank der Fahrzeitenpläne bekannt und lag unmittelbar bei Beginn der Schlaufe. Er diente dem unkomplizierten Wenden anhängerloser Motorwagen. Er ist im Weichenplan vom 30.1.1953 letztmals eingezeichnet und fehlt erstmals im Weichenplan vom 1.1.1955.
- Der Friedhofwechsel 370/371: Bei Bau der Strecke wurde zwischen den Haltestellen "Strassburgerallee" und "Hilfsspital" ein linksläufiger Gleiswechsel angelegt, dessen Lage vor dem Portal des Kannenfeldgottesackers im Fahrzeitenplan vom 1.10.1931 klar eingezeichnet ist. Am 14.10.1931, also vierzehn Tage später, wurde der Fahrzeitenplan neu gezeichnet - ohne diesen Gleiswechsel. Er diente wahrscheinlich dem Wenden von Extrazügen zu Beerdigungen, so wie dies seit 1906 möglich war. Nach 1931 gab es an dieser Stelle keinen Gleiswechsel mehr.
- Der Doppelwechsel Burgfelderplatz 370/371 und 479/480: Der Doppel-Gleiswechsel entstand 1931 und lag in der Burgfelderstrasse unmittelbar vor der Verzweigung Richtung Spalenring, also im heutigen Haltestellenbereich. Er ist im Fahrzeitenplan vom 14.10.1931 erstmals mit exakter Lage eingezeichnet (er fehlt im Plan vom 1.10.1931 und im Weichenplan von 1930). Ab 22.5.1932 diente er der Linie 23 als Wendemöglichkeit. Die doppelte Anlage lässt vermuten, dass auf der Linie 23 auch Anhängerkurse verkehrten. Im Weichenplan vom 15.5.1938 ist er letztmals als Doppel-Gleiswechsel eingetragen. Danach verschwand der Gleiswechsel 370/371, während der Gleiswechsel 479/480 noch bestehen blieb. Später (um 1939) wurde dieser Gleiswechsel Richtung Strassburgerallee verschoben, wo er um 1965 verschwand.
- Der Hilfsspital-Wechsel 370/371: Die Bedeutung des Gleiswechsels ist oben erwähnt: Er diente während des Kriegs dem Wenden der Züge vor dem Erreichen der damaligen Zollstation. Um 1946 wurde er entfernt.
Haltestellen
Die Haltestelle "Missionsstrasse" lag ursprünglich auf der gegenüberliegenden Seite des Spalenrings, am Ende der Missionsstrasse. Seit Ende der Sechzigerjahre heisst sie "Burgfelderplatz". Zwischen 1906 und 1930 lag die Endstation vor dem Hauptportal des Kannenfeldgottesackers und hiess "Burgfelderstrasse", 1930 erhielt sie den Namen "Kannenfeldgottesacker". Kurz darauf, um 1932, wurde diese Haltestelle etwas nordwestwärts verschoben und hiess fortan "Hilfsspital", seit etwa 1958 "Felix Platter Spital".
Haltestellen-Abstände
|Burgfelden Grenze|
|309m||Haltepunkt "Burgfelden Zoll" im Fahrplan 1931 nicht eingezeichnet.|
|Luzernerring|
|238m|
|Hilfsspital|
|358m|
|Strassburgerallee|
|275m|
|Missionsstrasse|
|185m|
|Friedensgasse|
Die Tabelle zeigt die Abstände zwischen den Haltestellen im Jahr 1931.

||Der Burgfelderplatz um 1930 mit dem neu erstellten, markanten Corsohaus. Die damalige Haltestelle "Missionsstrasse" befand sich für die Linie 1 vor dem Corso und für die Linie 3 am Ende der Missionsstrasse. Das Bild darunter zeigt einen Ausschnitt derselben Foto, hier ist die Haltestellentafel gut erkennber (Postkarte Sammlung R. Gerbig).

||Der vergrösserte Ausschnitt zeigt gut eine jahrzehntelange Besonderheit der Strecke durch die Missionsstrasse: Am Ende der schnurgeraden Strasse machte das Tramgleis seit 1904 eine haarsträubende S-Kurve. Dieses ärgerliche und gefährliche Betriebshindernis wurde erst um 1961 begradigt. Im Hintergrund zwei Motorwagen der Serie 56‘‘-70‘‘ mit Mitteleinstiegsanhänger in der Haltestelle "Friedensgas- se" (Postkarte Sammlung R. Gerbig).