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Das «Weltforum für die Harmonisierung der Regelungen für Kraftfahrzeuge» (WP.29 der UNO-Wirtschaftskommission für Europa, UNECE) hat die Aufgabe, technische Standards für Kraftfahrzeuge zu entwickeln und weltweit zu vereinheitlichen. Das BAFU beteiligt sich aktiv im Bereich Luftverunreinigung und Energieeffizienz (GRPE). Von 2010 bis Ende 2013 leitete es eine Arbeitsgruppe, die einen neuen weltweit harmonisierten Prüfzyklus für Personenwagen entwickelt hat.
UNECE World Forum for Harmonization of Vehicle Regulations (WP.29): Working Party on Pollution and Energy (GRPE)
Der Europäische Fahrzyklus für Personenwagen (NEFZ), mit dem bis vor kurzem die Abgasemissionen von CO2 und Luftschadstoffen der neuen Autos geprüft wurden und der auch in der Schweiz relevant war, entsprach nicht mehr der Realität. Das heisst, insbesondere der Treibstoffverbrauch und die CO2-Emissionen der Personenwagen wurden im Vergleich zum realen Fahrverhalten stark unterschätzt.
Die EU hat deshalb zusammen mit anderen Ländern (Japan, USA, Indien, China) einen neuen weltweit harmonisierten Prüfzyklus entwickelt. Dieses neue Testverfahren hat den bis dahin angewendeten Fahrzyklus (NEFZ) seit 2017 abgelöst.
Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure (WLTP)
Die Weiterentwicklung des Prüfzyklus für Personenwagen wurde in der Working Party on Pollution and Energy (GRPE) des World Forum for Harmonization of Vehicle Regulations (WP.29), einer Einrichtung der UNO-Wirtschaftskommission für Europa (UNECE), erarbeitet. Dabei hatte das BAFU von 2011 bis Ende 2013 den Vorsitz einer wichtigen Arbeitsgruppe inne, der Sub-group on the Development of the Test Procedure (DTP) bei WLTP.
In der Arbeitsgruppe arbeiteten Spezialisten aus Industrie, Wissenschaft und Behörden mit. Sie entwickelten das Typenprüfverfahren für CO2- und Luftschadstoff-Emissionen von Personenwagen und schrieben ein Reglement dazu. Anschliessend folgte eine Testphase, um zu schauen, ob die Prüfung in der Praxis funktionierte.
Die EU hat den neuen Prüfzyklus zusammen mit der Abgasstufe Euro 6c ab 2017 eingeführt.
Innerhalb der Arbeitsgruppe WLTP setzte sich das BAFU ebenfalls für strengere Kaltstart-Vorschriften ein, die den Schweizer Verhältnissen bezüglich kalten Temperaturen gerecht werden. Unter Mithilfe des BAFU, unter anderem in Form der Leitung der WLTP Sub Group on Electrified Vehicle (SG EV) in der Schlussphase, wurde ein neues harmonisiertes Testverfahren für die Messung von Kaltstartemissionen (bei -7°C) innerhalb des WLTP-Testverfahrens entwickelt, welches innerhalb der UNECE im Juni 2020 verabschiedet wurde. Es umfasst alle relevanten Luftschadstoffe und gilt für sämtliche Fahrzeuge (inkl. Hybride). Dieses harmonisierte Verfahren kann nun beispielsweise von der Europäischen Kommission in die neue Abgasnorm EURO 7 aufgenommen werden, welche dann auch für die Schweiz gelten wird.
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Letzte Änderung 20.04.2021