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Wie die TCM nach Europa gelangte
In China galt die Chinesische Medizin bis zur Einführung der Westlichen Medizin im neunzehnten Jahrhundert als primäres Medizinsystem. Heute wird sie in China parallel zur Westlichen Medizin angewandt.
Ein erster Teilbereich der TCM, die Akupunktur, kam im 14. Jahrhundert erstmals nach Europa, nachdem Marco Polo darüber berichtet hatte. Praktiziert wurde die Akupunktur jedoch selten. Im 18. und 19. Jahrhundert brachten Missionare und Handelsverbindungen die Akupunktur ein zweites Mal nach Europa. Schon bald erschienen die ersten Publikationen, versuchsweise Akupunktur anzuwenden und sie zu erforschen. Dennoch erreichte die Akupunktur hier nie grosse Popularität, bis der französische Konsul Soulie de Morant im frühem 20. Jahrhundert nach Europa zurückkehrte: Er hatte zwei Jahrzehnte in China gelebt und legte nun die ersten guten Übersetzungen der klassischen Werke zur Chinesischen Medizin vor. Damit konnte sich die Praxis der Akupunktur auch bei uns etwas etablieren.
Akupunktur war klar der Vorläufer der Chinesischen Medizin in Europa. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden vermehrt Quellen zur Arzneimitteltherapie in europäische Sprachen übersetzt und publiziert.
Heute ist die TCM in den meisten europäischen Ländern eine relativ breit akzeptierte medizinische Heilmethode. In vielen europäischen Städten werden Lehrkurse der Chinesischen Medizin angeboten, die Literatur in europäischen Sprachen wird stetig umfangreicher und vielfältiger und das Feld der anfänglich individuell praktizierende Ärztinnen und Therapeuten professionalisiert sich zusehends.