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für Stimme, Ensemble und Video
Kompositionsauftrag von soyuz21_contemporary new music ensemble zürich
Durata 42′
Sarah Maria Sun – Stimme
soyuz21 – contemporary music ensemble zürich
Die dritte Zusammenarbeit von soyuz21 mit Bernhard Lang ist ein neuer Kompositionsauftrag. Basierend auf Texten von William S. Burroughs wird Bernhard Lang im Auftrag von soyuz21_contemporary new music ensemble zürich ein abendfüllendes Werk für Stimme, Ensemble, Elektronik und Video komponieren.
Premiere ist geplant Mitte 2022.
The Travel Agency is on Fire basiert auf einer Auswahl von „Cut-up“-Experimenten von William S. Burroughs zu Texten einer Reihe kanonischer Schriftsteller, von William Shakespeare und Arthur Rimbaud bis hin zu William Wordsworth und James Joyce. Burroughs wählte die Quellentexte aus, zerschnitt sie und stellte die Fragmente nebeneinander, um zufällige Wortkombinationen auszuwählen und neue Kompositionen zu schaffen. The Travel Agency is on Fire, das erst seit 2010 in den Archiven verfügbar ist, fasziniert Wissenschaftler und Burroughs-Fans gleichermaßen, da es die experimentellen Prozesse beleuchtet, die Burroughs‘ Werk zugrunde liegen.
«Dieses neue Stück (vielleicht wird es der Serie der Cheap Operas als Nummer 3 angehören?) basiert auf einem kürzlich neu veröffentlichten Text von William Burroughs, mit dessen Werk ich mich schon sehr über 40 Jahren beschäftige (siehe DW2 und das Theater der Wiederholungen);
Es handelt sich um Cutups verschiedener klassischer Autoren in englischer und teilweise sogar deutscher Sprache.
Musikalisch werden die Cut-Up-Strategien, die Bourroughs zusammen mit Brion Gysin entwickelt und in den Filmen mit Anthony Balch und Ian Sommerville visualisiert hatte, auf verschiedene Weise referenziert: wesentlich ist hier die Burroughs’sche Maxime: „Play it back, Play it back, Play it all back“, die auf eine Bewusstseinsveränderung durch Überlagerung und Dopplung des Realen mit Samples und Loops hinweist. (vergleiche Burroughs/Gysin „Der Job“)
Das Stück ist elektronisch, verwendet werden Synthesizer, Sampler und prozessierte Egitarre; alle sonstigen Instrumente und die Stimme sind verstärkt.
Das Stück soll auch auf einer noch zu definierenden visuellen Eben realisiert werden. Ich denke derzeit an eine Fortführung der in DW6a, b und c entwickelten Live-Video-Loops, die durch auf den Instrumenten montierten Kameras erzeugt werden.
Die Aufführung von „The Travel Agency is on Fire“ ist semi-szenisch zu denken, wobei der Rolle der Mezzosopranstimme hier eine tragende Funktion zukommt.»
Bernhard Lang Paris 030920