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Osteoporose: HIV positive Frauen besonders gefährdet
Seit einigen Jahren mehren sich die Anzeichen, dass Menschen mit einer chronischen HIV-Erkrankung vermehrt Probleme mit Osteoporose haben. Eine neue Studie untersuchte den Effekt bei den am stärksten gefährdeten Patienten: Frauen nach der Menopause.
In dieser kleinen Studie wurden 73 HIV-positive Frauen mit 55 HIV-negativen Kontrollen verglichen. Alle Frauen waren bereits in der Menopause. Im Durchschnitt waren die HIV-positiven Frauen etwas jünger und hatten einen etwas geringeren Body-Mass-Index (BMI) Doch auch nach Korrektur dieser Faktoren zeigte sich, dass die Knochendichte bei HIV-negativen Frauen höher (besser) ist als bei HIV-positiven.
Wenn man HIV positive Menschen betreut, muss man das beste für sie tun, oder dies mindestens versuchen. Die HIV-Infektion verursacht den beschleunigten Knochenschwund vermutlich über eine Aktivierung der Immunzellen respektive der Osteoklasten. Dies lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Doch es dürfte so sein, dass wir mit der Therapie diese Aktivierung stoppen können und den beschleunigten Abbau bremsen können.
Dies bedeutet, dass wir möglichst früh (aus sicht der Knochendichte zumindest) mit der Therapie beginnen sollten. Doch die Studie weist noch auf eine andere Gefahr: In dieser Gruppe der HIV-Infizierten gab es nur 12 Frauen, die mit Tenofovir (Viread, auch in Truvada, Atripla) behandelt waren. Die Studie konnte deutlich nachweisen, dass der Knochenabbau bei diesen Frauen signifikant schneller war. Wir wissen, dass Tenofovir zum Phosphatverlust über die Niere führt, der Körper holt sich das fehlende Phosphat aus dem Knochen, was diesen vermehrten Abbau des Knochens unter Tenofovir (s. beil. Abbildung, klick für Vergrösserung) wohl genügend erklärt.