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Die Organisation
Wie viele lateinamerikanische Staaten hat auch Guatemala keine lange demokratische Tradition. Die Parteienlandschaft ist wenig stabil und oft korrupt, viele politische Gruppierungen lösen sich nach einer Legislaturperiode auf oder verschwinden in der Bedeutungslosigkeit. Das Land leidet zudem unter grosser Ungleichheit in der Einkommensverteilung. Unter der Armut leiden insbesondere die Angehörigen indigener Volksgruppen. Die Nachfahren der Maya sind häufig Kleinbauern und leben in den entlegenen und infrastrukturell unterentwickelten Teilen des Landes. Während des Bürgerkrieges in den 80er- und 90er-Jahren wurden vor allem sie Opfer von Vertreibung und Massakern. Viele Kooperativen indigener Kleinbauern sind in den letzten Jahren mit dem Ziel entstanden, eine bessere und gemeinsame Absatzmöglichkeit für ihre Produkte zu finden. Ein erfolgreiches Beispiel einer solchen Eigeninitiative, die der jahrelangen Repression standgehalten hat und heute weiterhin für ihre Rechte und für würdige Lebensbedingungen kämpft, ist Guaya’b. Entsprechend der Bedeutung des Namens in der Sprache der Maya-Popti beruht der Zusammenschluss auf der Idee der “gegenseitigen Hilfe”. Mit dem Ziel, die Mitglieder stärker einzubinden, hat die Gruppe 1998, zwei Jahre nach Ende des Bürgerkrieges, den Status eines Verbandes angenommen. Die Bauern aus dem Regenwald der Region Huehuetenango möchten so gemeinsam ihren Kaffee und Honig vermarkten. Die Unterstützung durch Fair-Handelsorganisationen hat entscheidend zum Überleben und der Festigung der Organisation beigetragen. Die Fair Trade-Prämien, die Guaya’b seit der Aufnahme ins Fair Trade-Register 1999 erhält, fliessen in Gemeinschaftsprojekte, wie die Bildung eines Fonds für kostengünstige Kredite und die Verbesserung der Infrastruktur. Mit dem Ziel, die Abhängigkeit vom Kaffee zu verringern und weitere Verdienstquellen zu schaffen, setzt sich Guaya’b in den letzten Jahren besonders stark auch für die Förderung der Bienenzucht ein. Heute ist Guaya’b eine der erfolgreichsten Bauernvereinigungen Guatemalas und es gelingt ihr die gesamte Honig- und Kaffee-Produktion zu Fair Trade-Bedingungen zu verkaufen. Im Übrigen geht es Guaya’b auch darum, die Umwelt und die natürlichen Ressourcen zu schützen, d.h. die Richtlinien des ökologischen Landbaus zu befolgen und auf Bio-Produktion umzustellen.
Das Produkt
claro bezieht von Guaya’b den Fairtrade-Zertifizierten cremigen Quetzal Urwaldblüten-Honig. Es handelt sich dabei um eine Honigmischung zweier Produzentengruppen (COADAP und Guaya’b), die dadurch ihren charakteristischen Geschmack der Blüten des guatemaltekischen Urwalds erhält.
Die Auswirkungen des fairen Handels
- Förderung der Produktdiversifizierung und dadurch zusätzliche Marktöffnung
- Finanzierung von Kreditprogrammen und Errichtung eines Notfallfonds für individuelle Zwecke
- Garantierter Mindestpreis, Vorfinanzierung und Fair Trade-Prämie