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Zu DDR Zeiten mietet Clara, die Hauptfigur des umfangreichen Romans, eine kleines, marodes Häuschen im mecklenburgischen Dorf Machandel. Für die Familie wird es zum Rückzugsort. Clara und ihr Mann kratzen Tapeten von den Wänden, hinter denen alte Zeitungen vorkommen, und tauchen Stück um Stück in die Geschichte des Hauses und die seiner Bewohner ein. Damit verbunden sind persönliche Erinnerungen, denn Claras Mutter und Oma haben als Flüchtlinge nach dem Krieg hier im Dorf gearbeitet und gewohnt.
Mich hat der Roman sehr berührt. In ihm kommen viele Menschen zu Wort, an dessen Schicksal ich Anteil genommen habe: z.B. Marlene, die in der Kate ihre Geschwister betreute und später dem Euthanasieprogramm der Nazis zum Opfer fiel, die Zwangsarbeiterin Natalja die nach dem Krieg in Machandel blieb, Claras Bruder Jan, der 1985 in den Westen auswanderte
Auch in den Ereignissen nach der Wende werden zerschlagene Erwartungen thematisiert. Insgesamt verbinden sich zahlreiche Mosaiksteine zu einer vielfarbigen Chronik des Dorfes und zu einem Zeitenpanorama, das den Anfang der 30er Jahre bis zur Nachwendezeit umfasst. Regina Scheels Roman ist wunderbar zu lesen. Einfühlsam, poetisch, leise und voller Wehmut erzählt sie von vergeblichen Träumen und Hoffnungen in drei Generationen.
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