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Weniger Kalorien rein, mehr Kalorien raus –das ist die Devise. Der Gewichtsverlust wird von vielen mit einer Kalorienrestriktion verbunden. Aber eine Kalorie ist nicht eine Kalorie. Das mag ausserhalb unseres Körpers noch so sein, jedoch nicht mehr wenn wir sie aufnehmen. Lebensmittel werden unterschiedlich verstoffwechselt.
Diverse Studien belegen, dass die ketogene Ernährung gegenüber anderen Ernährungsformen einen grossen Vorteil hat: es können mehr Kalorien aufgenommen werden, ohne sofort an Fett zuzunehmen. Die BioMed Central veröffentlichte 2004 eine Studie*, bei der die Auswirkungen einer ketogenen Ernährung mit einer fettarmen Diät in Bezug auf Gewichts-, Fett- und Rumpffettabnahme verglichen wurden. Beiden Gruppen wurde eine energiereduzierte Diät verschrieben (-500 Kcal/Tag) und alle Teilnehmer nahmen den gleichen Gehalt an Kalorien auf, bis auf die Männer der ketogenen Gruppe. Sie nahmen 293 Kcal/Tag mehr auf, als die aus der fettarmen Gruppe.
Während der fettarmen Diät wurden Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Obst/Fruchtsäfte, Gemüse, Pflanzenöle sowie fettarme Milch- und Fleischprodukte empfohlen, wohingegen bei der ketogenen Gruppe Rindfleisch, Geflügel, Fisch, Öle, Nüsse, Samen, Erdnussbutter, Käse, Eier und Gemüse auf dem Plan standen.
Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die Mehrheit der Männer und Frauen bei einer sehr kohlenhydratarmen Diät mehr Gewicht und Fett verloren, als mit einer fettarmen Ernährung, obwohl die Männer in der ketogenen Gruppe erheblich mehr Kalorien zu sich nahmen.
Bei einer Abnahme von überschüssigem Fett geht es also nicht alleine um aufgenommene Kalorien. Unser Körper ist komplex. In ihm laufen unglaublich viele Prozesse und Mechanismen ab. Zwei Hormone, die im Zusammenhang mit unserem Körpergewicht eine wichtige Rolle spielen, sind Insulin und Glukagon. Insulin transportiert den über die Nahrung aufgenommenen Zucker aus dem Blut in unsere Zellen. Ein Teil davon wird sofort zur Energie herangezogen. Der Rest wird in Form von Glykogen in den Zellen gespeichert. Diese Glykogenspeicher sind jedoch nicht groß. Der Glykogen Überschuss wandelt sich in Fettsäuren um und wird als Depotfett gespeichert. Mit dem Wissen, dass alle Kohlenhydrate im Blut in Form von Einfachzucker ankommen, ist es nicht schwer zu verstehen, dass wir schnell Depotfett ansammeln können. Das gilt auch für Vollkorn. Glukagon ist der Gegenspieler von Insulin und hat die Aufgabe die gespeicherten Fettsäuren wieder abzubauen. Es wird allerdings nur ausgeschüttet, wenn der Insulinspiegel flach ist. Kohlenhydrate lassen den Insulinspiegel am höchsten ansteigen, Proteine nur moderat und Fette kaum. Es macht also Sinn, die Kohlenhydrate zu reduzieren, denn die Lebensmittelauswahl ist für die Fettverbrennung von grosser Bedeutung, hat sie doch einen grossen Einfluss auf unsere Hormone.
Ein weiteres Beispiel ist der thermische Effekt. Bei der Verdauung der einzelnen Lebensmittel muss der Körper unterschiedlich viel Energie aufwenden und verbraucht dabei folglich schon einen geringen Anteil der aufgenommenen Kalorien. Kurz gesagt verbrennt der Mensch Kalorien, während er Kalorien zu sich nimmt. Proteine erhöhen bei der Verdauung den Stoffwechsel am stärksten. Ein Stück Fleisch, Fisch oder Eier haben den stärksten thermischen Effekt. Der Energieverbrauch für die Verdauung liegt hier bei ca. 20-30%. Es macht also einen grossen Unterschied, ob 500 Kcal durch eine Eierspeise oder durch einen vermeintlich gesunden Haferbrei mit Banane aufgenommen werden.
Eine Kalorie als eine Kalorie zu betrachten, egal aus welchem Lebensmittel sie stammt, ist schlichtweg nicht richtig. In aller erster Linie ist es wichtig, den Stoffwechsel sowie den Hormonhaushalt mit den richtigen Lebensmitteln zu regulieren, denn so entsteht ein gesundes Hunger- und Sättigungsgefühl, auf das wir uns verlassen können, ohne unsere Lebensmittel wiegen und dokumentieren zu müssen.