Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03471.jsonl.gz/2478

Messungen einer Genfer Forschergruppe haben ergeben, dass um das Jahr 2000 grössere Mengen Cäsium 137 in den Bielersee geflossen sein müssen. Das berichtete die Sonntagszeitung. Anhand von Bodenproben aus dem Seegrund stellten sie fest, dass die Menge an radioaktiven Partikeln für diesen Zeitraum drei- bis fünfmal so hoch war, wie in anderen Jahren. Das Cäsium stammt höchst wahrscheinlich aus dem AKW Mühleberg. Doch niemand will davon gewusst haben.
Greenpeace findet diese Umstände besorgniserregend. Offensichtlich konnte das AKW Mühleberg grosse Mengen an Cäsium in die Aare fliessen lassen, ohne dass die Behörden darüber im Bild waren. Der Bielersee sei keine Atommüll-Deponie . Die Berner Staatsanwaltschaft muss ermitteln und klären, unter welchen Umständen die BKW die Radioaktivität in die Aare einleitete, fordert Greenpeace weiter.
Ausserdem muss das Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) erklären, wieso es nichts von dem Vorfall wusste oder offenlegen, warum es die Öffentlichkeit nicht informiert hat. Das ENSI ist aufgefordert, alle ihm verfügbaren Informationen, welche die radioaktiven Emissionen vom AKW Mühleberg betreffen, auf den Tisch zu legen. Die Behauptung vom ENSI, bestimmte Messdaten seien verloren gegangen, ist höchst unseriös.
Der Befund zeigt einmal mehr, dass sich das AKW Mühleberg an einem kritischen Standort befindet. Ein Unfall mit einer Freisetzung von Radioaktivität würde nicht nur die Agglomeration Bern verseuchen, sondern auch das Trinkwasser von Millionen von Menschen dauerhaft unbrauchbar machen. Einzig eine Abschaltung eliminiert das Risiko.