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<h2>SubmittedText<h2><p>In der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Technologie (BFT) in den Jahren 2004 bis 2007 führt der Bundesrat unter dem Kapitel 1.5.6 "Gleichstellung von Frau und Mann" u. a. Folgendes aus: "Im Denken und in den sozialen, familiären und individuellen Verhaltensweisen bestehen mehr oder weniger bewusst zahlreiche Mechanismen, die zu einer ungleichen Behandlung der Geschlechter führen. Dieses Phänomen gilt auch für die Hochschulen. Die Gender-Perspektive muss daher in die Bildung und Forschung integriert werden, damit die zu einer ungleichen Behandlung führenden Mechanismen besser erkannt und verstanden werden." Und weiter: "Gegen die Untervertretung der Frauen, die insbesondere unter den Lehrkräften und den in der Forschung tätigen Personen besteht, muss aktiv angekämpft werden." Folgerichtig hat das Parlament den vom Bundesrat vorgesehenen und beantragten Massnahmen zur Reduzierung dieser Untervertretung in den BFT-Beschlüssen zugestimmt. Damit werden die in der Kreditperiode 1999 bis 2003 installierten Fördermechanismen weitergeführt bzw. ergänzt. </p><p>Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, dass im seit Januar 2004 neu strukturierten Departement Umweltwissenschaften der ETH Zürich nicht eine einzige der 21 Professuren durch eine Frau besetzt ist. Ausgerechnet ein Bereich, der die Nachhaltigkeit ins Zentrum stellt, leistet sich ein rein männliches Professorenteam!</p><p>Ich stelle dem Bundesrat darum die folgenden Fragen:</p><p>- Ist er mit mir der Meinung, dass die rein männliche Führungsstruktur des neuen Departementes Umweltwissenschaften nicht den BFT-Grundsätzen und -Zielsetzungen von Bundesrat und Parlament entspricht?</p><p>- Ist er bereit, zu intervenieren und darauf hinzuwirken, dass mindestens bei der Wiederbesetzung von noch vakanten Professuren und der geplanten Schaffung von neuen Professuren im Bereich Umweltwissenschaften auch der Nachhaltigkeit betreffend Gleichstellung konsequent nachgelebt wird?</p><p>- Zeigt dieses Beispiel, dass der ETH-Rat und die Verantwortlichen der Schulen wie Forschungsanstalten dem Gleichstellungsauftrag und den von Bundesrat und Parlament installierten Förderinstrumenten grundsätzlich zu wenig Gewicht geben?</p><p>- Wie will er sicherstellen, dass die ETH den BFT-Grundsätzen, -Zielsetzungen und -Massnahmen zur Förderung der Gleichstellung in Zukunft in Lehre und Forschung in der Praxis nachleben? Welche zusätzlichen Vorgaben für die BFT-Periode 2004 bis 2007 könnten dafür sinnvoll sein?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat dem allgemeinen Anliegen der BFT-Botschaft 2004-2007, die Gleichstellung von Frau und Mann zu fördern, im Leistungsauftrag an den ETH-Bereich für die Jahre 2004 bis 2007 Nachdruck verliehen und es konkretisiert. Er verfolgt damit konsequent eine bereits mit dem Leistungsauftrag 2000-2003 eingeschlagene Richtung.</p><p>Ziel 3 des Leistungsauftrages 2004-2007 gibt vor, wie der ETH-Bereich die Förderung der Chancengleichheit wahrnehmen soll und präzisiert diese Vorgabe in den Unterzielen 2 und 3: "Die Chancengleichheit wird in das gesamte Human-Resources-Management auf allen Stufen, in alle Prozesse - insbesondere in die Führungsprozesse - sowie in alle Instrumente und Massnahmen integriert. Das Angebot von wissenschaftlich attraktiven Arbeits- und Studienbedingungen wird durch Massnahmen zur Kinderbetreuung ergänzt." Die eidgenössischen Räte haben den Leistungsauftrag am 1. Dezember 2003 genehmigt.</p><p>Im konkreten Fall des neu strukturierten Departementes Umweltwissenschaften an der ETH Zürich handelt es sich gemäss Auskunft des ETH-Rates um die Fusion der bisherigen Departemente für Umweltnaturwissenschaften und Forstwissenschaften. Mit der Fusion wurden keine neuen Professuren geschaffen. Das neue Departement besteht damit aus Dozenten, die schon seit längerer Zeit im Amt sind. Im früheren Departement Umweltnaturwissenschaften war die Professur für Pflanzenbiodiversität von einer Frau besetzt. Sie wurde Anfang 2003 an eine amerikanische Universität wegberufen.</p><p>Zu den Fragen im Einzelnen:</p><p>- Der Bundesrat teilt die Meinung der Fragestellerin, wonach eine rein männliche Führungsstruktur im Departement Umweltwissenschaften nicht den BFT-Grundsätzen entspricht. Aus den eingangs erwähnten Gründen bestand bei der Fusion der beiden bestehenden Departemente zum Bedauern des ETH-Rates und der ETH Zürich kein Handlungsspielraum für die Wahl von Professorinnen. Ein solcher ergibt sich erst jetzt mit der Besetzung von insgesamt fünf Professuren in der laufenden Planungsperiode.</p><p>- Bund und Parlament führen den ETH-Bereich gemäss ETH-Gesetz mittels Leistungsauftrag. In diesem Rahmen geniesst der ETH-Bereich weitgehende Autonomie. Die Umsetzung der Massnahmen zur Förderung der Chancengleichheit ist Sache des ETH-Rates und der Leitung der sechs Institutionen. Die Beobachtung der Berufungsverfahren an der ETH Zürich wird durch die Stelle für Chancengleichheit von Frau und Mann wahrgenommen. Das Eidgenössische Department des Innern ist mit der Überprüfung der Erfüllung des Leistungsauftrages des ganzen ETH-Bereiches betraut und schlägt dem Bundesrat nötigenfalls Massnahmen vor. An der ETH Zürich waren im Jahr 2003 7 Prozent oder 25 von insgesamt 356 Professuren (Vollzeitäquivalente) von Frauen besetzt (1993: 13 von 319 Professuren oder 4,1 Prozent). Gemäss Angaben der ETH Zürich lag im Zeitraum 1990-2002 der Anteil der Bewerbungen von Frauen auf Professuren bei 8 Prozent, derjenige der tatsächlichen Anstellungen von Frauen bei 9 Prozent bei insgesamt 260 Berufungsverfahren. Damit ist die Chancengleichheit bei den Berufungsverfahren gewährleistet, wenn auch das Ziel einer adäquaten Vertretung der Frauen bei den Professuren noch lange nicht erreicht ist. Gemäss den Zielvereinbarungen des ETH-Rates mit den ETH sind die Schulen verpflichtet, in dieser Frage Verbesserungen herbeizuführen.</p><p>- Der ETH-Rat und die sechs Institutionen sind sich der Problematik der Untervertretung der Frauen sehr wohl bewusst. Als technisch-naturwissenschaftliche Universität sind die ETH in besonderem Masse davon betroffen. Die Strategie des ETH-Rates und der Institutionen beinhaltet Massnahmen zur Förderung der Chancengleichheit auf allen Stufen. Diese schliessen an der ETH Zürich Mentoring-Programme für junge Wissenschaftlerinnen und Habilitandinnen, die Publikation "Professorinnen-Portraits", die Stelle für Kinderbetreuung, der Ausbau der Kinderbetreuung sowie Mittelschülerinnentage ein. Die Massnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils zeigen Wirkung bei der Besetzung von Assistenzprofessuren, wo der Frauenanteil derzeit bei 19 Prozent liegt.</p><p>- Der Bundesrat erachtet zusätzliche Vorgaben zurzeit als nicht notwendig. Er verweist auf den Leistungsauftrag an den ETH-Bereich, dessen Indikatoren u. a. auch den Frauenanteil bei den Professuren ausweisen. Die Überprüfung dieser Indikatoren wird zeigen, ob die ergriffenen Massnahmen der beiden ETH wirkungsvoll genug sind. Der ETH-Rat und die Institutionen des ETH-Bereiches partizipieren zudem am Bundesprogramm zur Förderung der Chancengleichheit von Frau und Mann im universitären Bereich, und alle Institutionen verfügen über Beratungs- und Anlaufstellen für Fragen der Chancengleichheit, welche den Entwicklungsprozess mit verfolgen.</p>  Antwort des Bundesrates.