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- Die Thailänder haben erstmals seit dem Militärputsch vor fünf Jahren ein neues Parlament gewählt.
- Bislang sind 92 Prozent der Stimmen ausgezählt.
- Nach vorläufigem Ergebnis liegt die Partei Phalang Pracharat (PPRP) mit Premierminister Prayut Chan-o-cha als Spitzenkandidat in Führung.
- Auf dem zweiten Platz folgt die grösste Oppositionspartei Pheu Thai.
Wie die staatliche Wahlkommission in Bangkok mitteilte, kam die PPRP auf mehr als 7.5 Millionen Stimmen. Pheu Thai um den ehemaligen Premierminister Thaksin Shinawatra, den das Militär einst gestürzt hatte, lag bei etwa 7 Millionen. Auf Platz drei lag zu diesem Zeitpunkt die Partei Future Forward mit 5.1 Millionen, welche im Vorfeld vor allem bei jungen Wählern in der Gunst stand.
Allerdings kann sich Prayut des Sieges noch nicht sicher sein. Genauere Zahlen will die staatliche Wahlkommission erst am Montag nennen. Zur wahrscheinlichen Sitzverteilung gab es keine zuverlässigen Angaben, auch keine Prognosen oder Hochrechnungen des Fernsehens. Das endgültige Endergebnis wird erst in mehreren Wochen erwartet.
Startvorteil für Prayut
Prayut ging als Spitzenkandidat der PPRP mit klarem Startvorteil in die Wahl: Die Militärs hatten seit ihrer Machtübernahme Verfassung und Wahlrecht geändert. Bei der Wahl wurde nun über 500 Sitze im Repräsentantenhaus entschieden, dem Unterhaus des Parlaments.
Im Oberhaus, dem Senat, hatte sich das Militär bereits ohne Wahl vorab alle 250 Sitze gesichert. Beide Kammern wählen den künftigen Premier gemeinsam. Prayut bräuchte also nur noch 126 Mandate.
Ansage des Königs
Unmittelbar vor der Wahl hatte sich König Maha Vajiralongkorn mit einer Botschaft an seine Landsleute zu Wort gemeldet. In der Erklärung, die im Fernsehen verlesen wurde, hiess es: «Um eine ganze Nation zu befrieden, müssen nicht alle Bürger gute Leute sein. Aber sie müssen gute Führer für die Nation unterstützen und verhindern, dass schlechte Leute an die Macht kommen.»
Manche Experten werteten dies als Unterstützung für die Militärs.
Der 66 Jahre alte König hatte zuvor schon seiner Schwester Ubolratana die Spitzenkandidatur für eine Partei aus Thaksins Umfeld verboten. Die Prinzessin wäre für Prayut eine starke Konkurrentin gewesen.
Wahlen mehrfach verschoben
Insgesamt waren in dem südostasiatischen Königreich mehr als 51 Millionen Menschen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die vorige demokratisch gewählte Regierung unter Thaksins Schwester, Yingluck Shinawatra, war 2014 nach Strassenprotesten von der Armee unter General Prayut weggeputscht worden.
Putsch von 2014
Dem Putsch von 2014 vorausgegangen waren Unruhen. Dabei standen sich Anhänger von Ex-Regierungschef Thaksin Shinawatra sowie seiner Schwester Yingluck Shinawatra und Anhänger des königlichen Establishments gegenüber. Thaksin wurde als Regierungschef bereits 2006 gestürzt und lebt seither im Exil. Yingluck führte die Regierung von 2011 bis zum Putsch 2014.
Die versprochene Neuwahl wurde von den Militärs dann viele Male verschoben. Die Militärregierung hatte Bedenken geäussert, dass die Vorbereitungen der Wahl mit den Planungen für die vom 4. bis 6. Mai geplante Krönung von König Maha Vajiralongkorn kollidieren könnten. Die Regierung hatte erst im Dezember das Verbot politischer Betätigung aufgehoben, um Parteien den Wahlkampf zu ermöglichen.