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der französischen Schule nicht nachsteht. Weniger gefielen wegen ihres damals noch unverständlichen Realismus einige Bilder
aus der religiösen Historie, namentlich das Gastmahl bei Simon dem Pharisäer (Klosterkirche in Neuruppin) und Christus
unter den Pharisäern und Zöllnern (Museum in Chemnitz). Auch seine orientalischen Bilder hatten erst allmählich glänzenden
Erfolg, so namentlich in den 60er Jahren der Sklaventransport durch die Wüste, das Lager der Mekka-Karawane,
Beduinenlager, Almosenspenden in Kairo, das Gebet der Mekka-Karawane und die Begegnung zweier Karawanen in der Wüste.
Nachdem er dann in den Jahren 1870-72 die höchst verschiedenartigen, aber stets interessanten und in der Charakteristik
ausgezeichneten Bilder: Nillandschaft, Märchenerzähler bei Kairo, Totenfest bei Kairo, Dorfschule in
Oberägypten und einen Schlangenbeschwörer gebracht hatte, reiste er 1873 nach Palästina, um die Lokalstudien für das
große Bild: Einzug des deutschen Kronprinzen in Jerusalem 1869 zu machen, das, in Komposition und Farbenpracht unvergleichlich,
als die Krone seiner Schöpfungen erschien (1876) und alsbald in die Nationalgallerie
überging. Nachher folgte nur noch ein kleines Genrebild: der Koranspruch als Heilmittel, und 1879 ein figurenreicher Bazar
in Algier. An dem Ebersschen Prachtwerk «Ägypten» beteiligte er sich mit
vielen Zeichnungen, die eine Hauptzierde des Buches bilden. Er ist Mitglied der Akademie in Berlin.
August, Porträtmaler, geb. war auf der Akademie
in
Wien der Lieblingsschüler Rahls und erregte gleich anfangs große Erwartungen, die, weil vielleicht zu hoch gespannt,
nicht in vollem Maß in Erfüllung gingen, obgleich er einer der besten
Wiener Porträtmaler, namentlich im Kolorit des Fleisches,
ist. Nur in den ersten Jahren seiner Thätigkeit brachte er Bilder andern Inhalts (die Wirkung des Weins,
1853, und Richard III.), seit 1857 aber widmete er sich fast ausschließlich dem Bildnis.
Schon die ersten derselben, denen es allerdings noch an feiner Charakteristik fehlte,
erregten durch ihre meisterhafte
Technik
Aufsehen; späterhin trat daneben auch eine schärfere Charakteristik ein. Mit besonderer Vorliebe malt
er Künstlerporträte, z. B. den Schauspieler
Ludwig Löwe, den Komiker
Beckmann, den Maler v.
Angeli und mehrere
Wiener Architekten
und Bildhauer. Die besten sind wohl die Porträte des Grafen Rudolf Hoyos, des Schauspielers Findeisen,
Ludwig Damböcks und
des Anatomen Rokitansky. Weniger gelungen sind einige größere Bilder weiblicher Schönheiten.
(spr. schĕráhr),LouisAlphonse, franz. Holzschneider, geboren im Januar 1820 zu Paris, ging von der Malerei
zur Formschneidekunst über, wurde 1836 Schüler von Porret und machte sich schon 1838 durch die Holzschnitte der «Scènespopulaires» nach Zeichnungen von Henri Monnier bekannt.
Später lieferte er eine Anzahl trefflicher Schnitte für
das «Musée des familles», dessen artistischen Teil er leitete, für die
«Histoire des peintres», für die Zeitschrift «L'Artiste»,
die «Illustration», das «Magasinpittoresque» und zahlreiche andre Blätter.
Eduard, Maler landschaftlicher Architekturen, geb. 1812 zu Erfurt, trieb anfangs
dort und in Köln die Lithographie, bis er 1837 nach München ging und die Malerei ergriff. Seine wiederholten
längern Reisen in Italien, Spanien und Portugal veranlaßten ihn, die Architekturmalerei zu seinem Hauptfach zu machen,
die Bauwerke jener Länder gründlich zu studieren und sie in Öl- wie in Aquarellbildern darzustellen. Durch Korrektheit
der Zeichnung, klares und tiefes Kolorit, poetische Auffassungsweise und die geschickte Verbindung der
Staffage mit der landschaftlichen Umgebung sind sie ausgezeichnet. Am schönsten die Werke der maurischen Architektur in
Spanien, die er ebenso treu und naturwahr wie im poetischen Glanz erscheinen läßt. Dahin gehören seine Aquarelle aus der
Alhambra und San Ildefonso, der Inquisitionspalast in Cordova (1863), die Carmokirche in Lissabon, das
herrlich gelegene Cintra, die Kirchen San Marco und Santa Maria
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della Salute in Venedig sowie die Ölbilder: nördliche Ansicht der Alhambra, Mondnacht in einer spanischen Stadt, Eingang
zum Löwenhof der Alhambra u. a. Zwölf seiner Hauptbilder befinden sich im Besitz der Königin
von Württemberg. Er erhielt 1852 den Roten Adlerorden 4. Klasse.