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Im Dezember werden die Wähler in Italien über eine wichtige Verfassungsreform abstimmen. Der wichtigste Bestandteil ist die Herabstufung des Senats. Bis anhin ging dieser zusammen mit der Abgeordnetenkammer denselben Aufgaben nach. Mit der Reform wird die zweite Kammer weitgehend entmachtet. Die Senatoren sollen nur noch bei Verfassungsänderungen mitreden. Gemäss Nicola Mai, würde dieser Entscheid der Abgeordnetenkammer die gesamte gesetzgebende Gewalt zuteilen. Somit würde Italiens Staatswesen gestrafft, ein klarer Weg für notwendige Reformen geebnet und das Hervorgehen eines eindeutigen Siegers aus den nächsten Parlamentswahlen sichergestellt.
Premierminister Matteo Renzis Versprechen, bei einem Scheitern der Reform zurückzutreten, macht die Abstimmung zu einer politisch höchst brisanten Angelegenheit. Zudem spannt die politische Ungewissheit die Marktteilnehmer auf die Folter. Umfragen zeigen, dass bei der Abstimmung noch nichts entschieden ist. Durch den hohen Anteil an unentschlossenen Wählern (30%) wird die Ungewissheit noch verstärkt.
Potenzielle Szenarien
Obwohl Mai glaubt, dass ein Scheitern des Referendums die langjährige politische Stabilität und Reformaussichten gefährden würde, stellt das eigentliche Hauptrisiko für die Märkte die Wahl einer euroskeptischen Regierung, die das Establishment ablehnt, dar. So könnten die folgenden beiden Szenarien eintreten:
Ein ”Ja” wäre besser für die Märkte: Italien würde ein Wahlsystem annehmen, welches einen klaren Gewinner hervorbringt und Renzi würde sehr wahrscheinlich im Amt bleiben, bis die Legislaturperiode 2018 zu Ende geht. Zu diesem Zeitpunkt könnte es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Renzi und Beppe Grillos Fünf-Sterne-Bewegung geben.
Ein ”Nein” stünde für Routinepolitik: Renzi würde wahrscheinlich zurücktreten, wobei aber keine neuen Wahlen zu erwarten wären. Präsident Sergio Mattarella würde folglich auf eine Übergangsregierung plädieren, die vielleicht von Renzi selbst geführt wird und welche die Ausarbeitung eines neuen Wahlrechts vor den nächsten Wahlen zum Ziel hätte. Dieses Szenario würde einer bereits bekannten politischen Entwicklung Italiens gleichen, die sich irgendwie durchschmuggelt und Grillos Chancen auf einen eindeutigen Sieg beeinträchtigen könnte.
Langfristig gilt Vorsicht, kurzfristig bestehen Chancen
Bei mittelfristigen Investitionen in europäische Anlagen ist laut dem Experten Vorsicht geboten. Der Investmentfokus von Pimco gilt dem Kapitalerhalt und ist vor allem für die Region relevant, in welcher der Makroausblick nicht gerade begeistert und erhöhte politische Unsicherheit vorherrscht, die kaum kompensiert werden kann.
Kurzfristig könnte die Volatilität in peripheren Spreads und europäischen Risikoanlagen im Vorfeld des Referendums steigen. Nach einem "Nein" würde die Unsicherheit voraussichtlich abnehmen. Dies könnte Chancen bieten, vermehrt Risiken einzugehen, insbesondere in peripheren Staatsanleihen, deren Zinsen dank der Lockerungspolitik der europäischen Zentralbank gestützt werden. Vorsichtiger sollte man bei italienischem Bank-Exposure sein. Diese werden weiterhin anfällig bleiben und ein "Nein" könnte die laufenden Sanierungspläne weiter verzögern.