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Lamborghini: das Spielzeug für die Reichen und Schönen
Die Wagen des italienischen Fahrzeugbauers Lamborghini sind das ultimative Bild eines Luxusautos. Nur in Kleinserie werden die Sportwagen gefertigt, denn sie waren tatsächlich nie darauf ausgelegt, die Automobilbranche sonderlich zu beeinflussen. Trotzdem werden mit den Autos mehrere Hundert Millionen Schweizer Franken eingefahren.
Ein Kampfstier steht für eine starke Marke
Ursprünglich wurde das Unternehmen 1948 gegründet - mit dem eigentlichen Sinn, aus nutzlosen Militärfahrzeugen aus dem Zweiten Weltkrieg dringend benötigte Traktoren zu bauen und zu vertreiben. Erst etwa 15 Jahre später begann die Produktion von Sportwagen mit der neu gegründeten Firma "Automobili Lamborghini", weil der Gründer Ferruccio Lamborghini mit seinem Ferrari unzufrieden war und beweisen wollte, dass er einen noch viel besseren und schnelleren Sportwagen bauen konnte. Er wählte als Markensymbol den legendären Stier "Murciélago" - einst überlebte dieser einen Stierkampf mit 24 Lanzenstößen und gilt seither als Symbol der Stärke. Tatsächlich waren die Wagen deutlich stärker als die der Konkurrenz von Ferrari. Das 1966er-Modell "Miura" kam mit seinen 385 PS sogar knapp an die 300-km/h-Marke heran, wovon Ferrari weit entfernt war. Trotzdem geriet das Unternehmen 1972 in wirtschaftliche Schwierigkeiten, sodass die einzelnen Abteilungen verkauft werden mussten, seit 1998 gehört beispielsweise der Sportwagen-Teil zur "Audi AG". Lamborghini befasste sich danach mehr mit dem Weinbau anstelle von Sportwagen, die zum Nebengeschäft wurden. Seit 2004 werden unter dem Namen Lamborghini außerdem Kaffee- und Espresso-Maschinen verkauft. Vom Jahr 2011 an ist die Marke mit neuen Modellreihen der Sportwagen aber wieder mehr im Automobilgeschäft präsent.
Kleinserien von Sportwagen, die massig Geld bringen
Im Gegensatz zu großen Automobil-Konzernen wie "Mercedes-Benz" oder "General Motors" ist Lamborghini ein sehr kleines Unternehmen, das auf den Markt einen nur sehr geringen Einfluss ausübt. Seit Beginn der Sportwagen-Produktion entstanden über 20 verschiedene Modellreihen: alle dieser, bis auf eines, tragen in ihrer Bezeichnung den Namen eines berühmten Stiers (zum Beispiel der "Gallardo" oder "Veneno") - die Ausnahme ist das Modell "Countach", für das kein passender Name gefunden werden konnte. Der Anekdote zur Namensfindung zufolge waren es Werksarbeiter, die sich den Wagen auf dem Innenhof anschauen sollten, wobei einer "Countach!" (deutsch: "Donnerwetter!") gesagt haben soll. Dies gab dem Wagen seinen Namen.
Lamborghini zählte 2011 rund 715 Beschäftigte und erreichte einen Umsatz von über 400 Millionen Schweizer Franken. Den größten Teil, neben den Kaffee-Maschinen, brachten die Wagen der Modellreihen "Murciélago" und "Gallardo" ein. Ein Wagen kostet bis zu 275'000 Schweizer Franken oder mehr. Das neueste Modell aus der Reihe "Veneno", das wie alle anderen weltweit verschickt wird und 2013 vorgestellt wurde, kostet dagegen weit über drei Millionen Schweizer Franken. Damit bleiben die Autos von Lamborghini auch weiterhin nur das Spielzeug der Schönen und Reichen - oder der Lottogewinner.