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- Die Superreichen dieser Welt verursachen einer Oxfam-Studie zufolge zigfach mehr klimaschädliche Treibhausgase als der Rest der Menschheit.
- Die reichsten zehn Prozent überschreiten 2030 den Wert voraussichtlich um das Neunfache, das reichste Prozent sogar um das 30-fache.
- Dagegen bleiben die Pro-Kopf-Emissionen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung auch 2030 weit unter jener Menge, die für das 1.5-Grad-Ziel maximal möglich ist.
Die Studie wurde von Oxfam im Rahmen der Weltklimakonferenz in Glasgow vorgestellt. Sie beruht nach Angaben der Entwicklungsorganisation auf Untersuchungen des Instituts für Europäische Umweltpolitik (IEEP) und des Stockholmer Umweltinstituts (SEI). Das reichste Prozent wird laut Oxfam bis 2030 für 16 Prozent der globalen Gesamtemissionen verantwortlich sein.
Emissionsreiche Weltraumflüge
Nafkote Dabi, Klimaexpertin bei Oxfam, sagte dazu: «Eine kleine Elite gönnt sich einen Freifahrtschein für die Zerstörung unseres Klimas.» Dies habe katastrophale Folgen für Millionen Menschen, die bereits jetzt mit tödlichen Stürmen, Hunger und Not konfrontiert seien. Mit einem einzigen Weltraumflug verursache ein Milliardär mehr Emissionen, als jemand aus der ärmsten Milliarde Menschen in einem ganzen Leben zusammenbringe.
Die Studie zeigt den Angaben zufolge zudem, dass sich die geografische Verteilung bei den Treibhausgasemissionen zunehmend nicht mehr hauptsächlich aus den traditionellen Industrieländern zusammensetzt.
Klima-Massnahmen für Reiche gefordert
Fast ein Viertel (23 Prozent) des reichsten Prozents werden Chinesen sein und ein Zehntel (elf Prozent) Inder. Tim Gore, Autor der Studie bei IEEP, erklärte dazu, Regierungen müssten ihre Massnahmen auf die extrem Reichen ausrichten. «Dazu gehören sowohl Massnahmen zur Einschränkung des CO2-Verbrauchs für Luxusgüter wie Megajachten, Privatjets und private Raumfahrt, als auch zur Begrenzung klimaintensiver Investitionen wie Aktienbesitz in der fossilen Brennstoffindustrie.»
Erst am Donnerstag war EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wegen eines rund 20-minütigen Charterflugs aus Wien nach Bratislava in die Kritik geraten. Sowohl vom Europäischen Steuerzahlerbund als auch aus dem Bundestag kamen deutliche Worte. Der Flug sei eine «ökologische Sünde», sagte der Generalsekretär des Steuerzahlerbundes, Michael Jäger, der «Bild»-Zeitung.