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Mahfuza Akhter Kiron aus Bangladesch galt am Montag bei der Wahl zur neuen Fifa-Vertreterin für Asien als Aussenseiterin. Sie trat gegen die prominente Australierin Moya Dodd an, die schon in offiziellen Funktionen für den Weltverband von 2013 bis 2016 tätig war. Die Anwältin gilt als starke Stimme im Frauenfussball. Trotzdem gewann Kiron völlig überraschend mit 27 zu 17 Stimmen beim derzeit laufenden Fifa-Kongress in Bahrain.
Mani Djazmi, Journalistin beim BBC World Service, traf Kiron nach der Wahl für ein Interview. Dabei fragte sie die neue Asien-Vertreterin nach dem aktuellen Weltmeister im Frauenfussball. Zwei Mal ratete Kiron falsch («Korea» und «Japan»). Erst danach tippte sie auf die richtige Lösung «USA».
«Das ist sehr enttäuschend», sagte die zweifache Weltmeisterin Carli Lloyd zu «ESPN». Lloyd erzielte im Final einen Hattrick für die USA.
«Unqualifizierte Menschen mit viel Macht»
Die BBC-Journalistin Djazmi will die Ignoranz der neu gewählten Kiron nicht als Votum gegen den Frauenfussball interpretieren: «Es ist vielmehr Ausdruck davon, dass in der Fussballpolitik unqualifizierte Menschen zu viel Macht und Einfluss kommen können. Viele Männer hier beim Fifa-Kongress sind ähnlich unwissend wie Kiron.»
Djazmi räumt ein, dass eine solche Frage gegenüber einer Vertreterin des Fussballverbands ein bisschen unverschämt scheinen könne. Aber: «Vielleicht sollten Journalisten in jedem Interview mit Fifa-Offiziellen eine solche Frage einbauen. Die Resultate wären sicher spannend.»
Im Fifa-Rat sitzen Vertreter der sechs Konföderationen Asien, Europa, Afrika, Nord- und Zentralamerika, Südamerika und Ozeanien. Jede Konföderation muss auch eine Frau in den Rat berufen.
Einreiseverbot für kritische Journalisten
Der 67. Fifa-Kongress startet offiziell am 11. Mai in Bahrain. Nebst einer unwissenden Asien-Vertreterin sieht sich die Fifa jedoch noch mit einem viel gravierenderen Vorwurf konfrontiert. Dem ARD-Journalisten Robert Kempe wurde im Vorfeld die Einreise verwehrt.
Kempe setzte sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch mit der Königsfamilie des Golfstaats auseinander. So berichtete er 2016 vor der Fifa-Präsidentschaftswahl über Vorwürfe der Menschenrechtsverletzungen gegen den Kandidaten aus Bahrain, Scheich Salman.
Wieso dem Journalisten die Einreise verwehrt worden ist, begründen die bahrainischen Behörden nicht. Die Fifa sei ebenfalls machtlos, teilte der Fussball-Weltverband der ARD mit: «Wir bedauern, dass unsere Versuche erfolglos geblieben sind.»
In Bahrain werden unter anderem Vergabekriterien für zukünftige Weltmeisterschaften beschlossen. Auch über eine Neubesetzung der Ethikkommission soll diskutiert werden.
(rr)