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Zweckmässigkeitsbeurteilung (ZMB) Zweite Tramachse
Zweite Tramachse durch die nördliche Altstadt als Bestvariante
Die Ergebnisse der Zweckmässigkeitsbeurteilung (ZMB) Zweite Tramachse liegen vor: Als Bestvariante aus der ZMB geht eine Tramachse vom Kocherpark über die Belp- und Laupenstrasse, den Bahnhofplatz, das Bollwerk, die Speicher- und die Nägeligasse hervor. Damit kann die heutige Strecke vom Zytglogge bis zum Hirschengraben um rund 40 Tramzüge pro Stunde entlastet werden. Nach einer öffentlichen Anhörung und weiteren detaillierten Abklärungen soll voraussichtlich ab 2014 ein Vorprojekt und danach ein Bauprojekt erarbeitet werden.
Seit der Inbetriebnahme der
Tramlinien nach Bümpliz und Brünnen im Herbst 2010 fahren pro Stunde bis zu 104
Trams und Busse durch die Spital- und Marktgasse. Seither wird der Tramverkehr in
den Hauptgassen und im Gebiet Hirschengraben zunehmend als störend empfunden. Die
Behördendelegation Tram Region Bern hat deshalb im Dezember 2010 beschlossen,
eine Zweckmässigkeitsbeurteilung (ZMB) Zweite Tramachse durchzuführen. In einer
ZMB wird aus einem breiten Variantenfächer die beste Variante zur Lösung eines
Problems ermittelt.
Bestvariante bringt grösste Entlastung
Für die ZMB Zweite Tramachse,
welche unter der Federführung der Stadt Bern erarbeitet wurde, standen drei
Kriterien im Zentrum der Bewertungen: Erstens die Entlastung der Hauptgassen, zweitens
die Umfahrungsmöglichkeiten des Tramverkehrs bei Streckenunterbrüchen (Netzredundanz),
und drittens die möglichen Impulse für die Entwicklung des öffentlichen
Verkehrs und der Innenstadt. Als Bestvariante ging aus der ZMB die Variante
«Altstadt Nord» hervor. Sie führt über die Belp- und Laupenstrasse, den
Bahnhofplatz, das Bollwerk und durch die Speicher- und Nägeligasse zum
Kornhausplatz. Diese Variante weist den grössten Nutzen hinsichtlich Entlastung
der Innenstadt (bis zu 40 Fahrzeuge pro Stunde) und der Netzredundanz auf. Sie
bietet zudem Entwicklungsimpulse in den Gebieten City West, Bollwerk und
Altstadt Nord. Nachteile sind Anlieferungskonflikte in der Speicher- und
Nägeligasse sowie die Reduktion der Verkehrskapazitäten im Bollwerk und beim
City West. Die Kosten belaufen sich auf 110,4 Millionen Franken (+/-30
Prozent).
Zahlreiche andere Varianten geprüft
Vertieft geprüft wurden im Rahmen der ZMB auch drei Varianten im Süden der Altstadt, die den Bundesplatz überqueren. Diese Varianten wären verkehrlich weniger vorteilhaft und technisch schwer zu bewerkstelligen. Auch würden sie eine grosse Beeinträchtigung der Gestaltungs- und Aufenthaltsqualität des Platzes bedeuten. Weiter wurde eine Variante via Bollwerk, Lorrainebrücke und Viktoriarain geprüft; diese schneidet jedoch bezüglich Entlastung der Hauptgassen, Netzredundanz und Kosten schlechter ab als die Bestvariante. Varianten über die Monbijoubrücke sowie unterirdische Varianten wurden ebenfalls untersucht, aber nach der ersten Evaluationsphase verworfen. Eine unterirdische Linienführung würde rund 700 Millionen Franken kosten und einen massiven Eingriff in den Stadtraum bedeuten, welcher mit dem Status der Berner Altstadt als Unesco-Weltkulturerbe nicht vereinbar wäre.
Die Resultate der ZMB wurden Ulrich Weidmann, Professor für Verkehrsplanung an der ETH Zürich vorgelegt. Er bestätigt, dass die Variante „Altstadt Nord“ gemessen an den Hauptzielsetzungen der ZMB die Bestvariante ist und empfiehlt, die Planungs- und Projektierungsarbeiten weiter zu verfolgen.
Beim Bund zur Mitfinanzierung einreichen
Die aus der ZMB hervorgegangene Bestvariante soll Mitte 2012 als Massnahme des Regionalen Gesamtverkehrs- und Siedlungskonzepts (RGSK) Bern-Mittelland beim Bund zur Mitfinanzierung aus dem Infrastrukturfonds für Agglomerationsverkehrsprojekte eingereicht werden. In den Jahren 2012/2013 folgen weitere Untersuchungen, etwa zum Verkehrsmanagement und zur Anlieferung. Voraussichtlich ab 2014 wird ein Vorprojekt erarbeitet, danach folgt das Bauprojekt.