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Hilfe für Flüchtlinge und Einheimische im Nordirak
Flüchtlingsdrama im Nordirak
Während des drei Jahre andauernden und mit grösster Brutalität geführten Krieges gegen den Islamischen Staat im Irak wurden Millionen von IrakerInnen intern vertrieben. In besonderem Mass betroffen waren die Menschen in der Provinz Ninewa, deren Provinzhaupstadt Mossul stark umkämpft war. Die zurückgekehrten Personen benötigen Hilfe und Unterstützung beim Wiederaufbau ihrer Lebensgrundlagen. HEKS leistet im Irak seit 2014 Nothilfe für intern Vertriebene.
Das Ausmass der Vertreibungen und die fehlende Unterstützung für zurückkehrende Familien haben den Irak zu einem der weltweit grössten Krisenherde werden lassen. Viele der Vertriebenen wären grundsätzlich bereit, nach Hause zurückzukehren, können dies aber nicht wegen der zerstörten Infrastrukturen. Zudem wird laufend über neue interne Vertreibungen berichtet. Die irakische Regierung unternimmt derzeit grosse Anstrengungen, um Binnenvertriebene zur Rückkehr in ihre Herkunftsgebiete zu motivieren. Viele gefährdete Familien können allerdings nicht ohne Hilfe zurückkehren.
Im Februar 2018 hat HEKS in der Provinz Ninewa entlang der ehemaligen Frontlinie den Bedarf an Unterstützung evaluiert. Ziel aller HEKS-Projekte in Ninewa ist primär der Wiederaufbau zerstörter oder beschädigter Infrastrukturen, der Lebensgrundlagen und damit der Einkommensmöglichkeiten besonders verletzlicher Familien. Zudem soll der soziale Zusammenhalt der verschiedenen Bevölkerungsgruppen gefördert werden.
Von August 2018 bis April 2019 unterstützte HEKS die Bevölkerung von Felfel in der Provinz Ninewa mit Cash-for-Work-Programmen. Ausserdem wurde die Bevölkerung für die Minengefahr sensibilisiert.
Im Dezember 2018 wurde in Al Ayadia in der Provinz Ninewa ein Projekt zur sicheren Rückkehr von schutzbedürftigen Menschen gestartet. Gemeinsam mit der Organisation «Better Shelter», die behelfsmässige Unterkünfte für Vertriebene bereitstellt, hat HEKS 113 Unterkünfte aufgerichtet. Jede Behausung bietet Platz für fünf Personen. Die Unterkünfte sind fertiggestellt und wurden von den Familien bezogen.
Zusätzliche Informationen
Wie HEKS im Irak wirkt
HEKS unterstützt gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen REACH und «Diakonie Katastrophenhilfe» vertriebene Menschen und einheimische kurdische Kleinbauernfamilien dabei, ihre Ernährungssicherheit zu verbessern. Daneben leistet HEKS Nothilfemassnahmen.
Seit März 2019 werden in den Kleinstädten al Ba’aj und Rabia der Provinz Ninewa besonders verletzliche Familien dank Cash-for-Work-Programmen mit Bargeld respektive Unterkünften unterstützt. Zudem werden Wasseraufbereitungs- und Sanitäranlagen saniert und somit der Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglicht. Familien, die im Agrarsektor arbeiten, erhalten Saatgut und landwirtschaftliches Gerät zur Wiederaufnahme ihrer bäuerlichen Tätigkeit und damit zur Sicherung ihrer Existenzgrundlage.
Oktober 2019
Projekt im Irak
Cash for Work, Saatgut und Trinkwasser für Flüchtlinge (HEKS Nr. 640.327)