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Die Studie untersucht die Produktion und Zirkulation von Polarwissen. Dazu zählt sie naturwissenschaftliches Wissen über die Polargebiete ebenso wie implizites Wissen über Ernährung, Bekleidung, Logistik und Kälteanpassung. Ausgangslage der Untersuchung sind Expeditionen der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Grönland. Die Arbeit richtet den Blick auf die porösen Ränder von kulturell eingebetteten, vermeintlich stabilen Wissensformationen. Das Polarwissen wird als entangled knowledge (Hock/Mackenthun) untersucht, welches aus transkulturellen Anleihen, Übersetzungen und Transformationen von Wissensbeständen besteht. Die Studie ist für eine Globalgeschichte des Wissens von dreifachem Interesse: Der Fokus auf implizites Wissen (Polanyi) erschliesst ein bislang wenig beachtetes Feld. Mit dem Schauplatz Grönland gerät der von der Globalgeschichte vernachlässigte Arktische Kolonialismus ins Blickfeld. Die Berücksichtigung von Forschern aus der Schweiz vermag schliesslich einen Beitrag zur Geschichte des Kolonialismus ohne Kolonien (Purtschert/Lüthi/Falk) zu leisten.
Die Dissertation ist Teil des SNF-Forschungsprojektes Raumerschliessung und Forschungsförderung.