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<h2>SubmittedText<h2><p>Ich frage den Bundesrat:</p><p>1. Teilt er die Meinung, dass E-Learning ein wichtiges Instrument ist für die berufliche wie für die Hochschulausbildung und insbesondere zukünftig sehr wichtig sein wird? </p><p>2. Wie wichtig erachtet er das E-Learning für die Zukunft der Schweiz bezüglich des Ausbildungsstandes der zukünftigen Arbeitnehmenden und bezüglich des internationalen Images als Lehr- und Forschungsstandort? </p><p>3. Wie beurteilt er die Chance, dass die Schweiz durch die Bündelung der Erfahrungen und durch die Koordination und den Ausbau der bisherigen Anstrengungen eine internationale Führungsrolle in der Weiterentwicklung des E-Learnings einnehmen kann?</p><p>4. Wie könnte in der erziehungswissenschaftlichen Ausbildung auf E-Learning-Angebote reagiert werden (Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrpersonen, Dozentinnen, Professoren)? </p><p>5. Wie steht er dazu, eine nationale Strategie für E-Learning zu entwickeln, die die Tätigkeiten der bisherigen und künftigen Akteure (Kantone, Schulen, private Anbieter) besser koordiniert und sie in die Weiterentwicklung einbindet? Wäre der Bundesrat bereit, hier die Führung zu übernehmen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./2. Der Bundesrat teilt die Meinung, dass E-Learning ein wichtiges Instrument für die berufliche wie für die Hochschulausbildung ist. In seiner "Strategie für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz" (letztmals revidiert im Dezember 2008) beschreibt der Bundesrat das Bildungswesen als ein wichtiges Handlungsfeld für die Verwirklichung einer demokratischen und wettbewerbsfähigen Informationsgesellschaft. Aufbauend auf dieser Strategie wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Massnahmen zur Integration der Informations- und Kommunikationstechnologie in die Aus- und Weiterbildung ergriffen. </p><p>Der Bund beteiligt sich auf der Grundlage des Bundesgesetzes vom 5. Oktober 2007 über Beiträge an gemeinsame Projekte von Bund und Kantonen zur Steuerung des Bildungsraums Schweiz (SR 410.1) am Schweizerischen Bildungsserver (educa.ch). Der Server bietet Zugang zu allen relevanten Informationen des schweizerischen Bildungswesens und ist eine offizielle Plattform für kantonale, interkantonale und nationale Institutionen. Über den Server werden interaktive Arbeits- und Lernumgebungen für Schulen und Berufsbildungsakteure zur Verfügung gestellt und dabei im Besonderen die Formen des kooperativen Lernens und Lehrens unterstützt. Zudem bietet der Server den an der Ausbildung Beteiligten Unterstützung bei der Integration von Arbeitswerkzeugen und Lernumgebungen an und fördert die Kooperation mit Partnern. Seit Oktober 2005 koordiniert die Schweizerische Koordinationskonferenz IKT und Bildung (SKIB) die Aktivitäten von Bund und Kantonen für eine Integration der IKT in Schule und Unterricht auf allen Stufen und in allen Bereichen des Bildungswesens. In der Berufsbildung wiederum kann der Bund gestützt auf das Berufsbildungsgesetz vom 13. Dezember 2002 (SR 412.10) innovative Projekte oder besondere Leistungen im öffentlichen Interesse der Kantone oder Organisationen der Arbeitswelt unterstützen. </p><p>E-Learning ist unterdessen ein fester Bestandteil der Lehre an öffentlichen wie auch an privaten Schulen (v. a. Hotelfach- und Managementschulen). Für die kantonalen Hochschulen wurde Ende der 1990er Jahre das grosse und unterdessen abgeschlossene Bundesprogramm "Swiss Virtual Campus" (SVC) lanciert und bundesseitig mit gesamthaft 74 Millionen Franken finanziert: zuerst in einer vierjährigen Impulsphase (2000-2003), anschliessend in einer ebenso langen Konsolidierungsphase (2004-2007/08). In den beiden Programmphasen wurden 112 zumeist erfolgreiche E-Learning-Projekte entwickelt. Die kürzlich veröffentlichte Evaluation des Konsolidierungsprogramms stellt dem Programm insgesamt ein sehr gutes Zeugnis aus.</p><p>Für die Schweiz ist es wichtig, das in den letzten Jahren durch den SVC und andere Initiativen gewonnene Know-how aufrechtzuerhalten und auszuweiten. Denn richtig ist, dass sich Hochschulen im Wettbewerb auch durch ein möglichst ausgereiftes E-Learning-Angebot zu positionieren versuchen. Hier sind insbesondere auch die beiden etablierten und anerkannten Fernstudieninstitutionen in der Schweiz, das sind die "Stiftung Universitäre Fernstudien Schweiz" und die "Fernfachhochschule Schweiz" (FFHS, Teilschule der Supsi), zu nennen, die einen stetigen Zuwachs an Studierenden zu verzeichnen haben, und die vom Bund in der Periode 2008-2011 mit 7,8 Millionen Franken (Universitäre Fernstudien Schweiz) bzw. mit ebenfalls etwa 8 Millionen Franken (FFHS) unterstützt werden. </p><p>3. Erfahrungen und Kompetenzen im Bereich des E-Learning in der Ausbildung sind nicht zuletzt dank der im Rahmen des SVC eingerichteten bzw. ausgebauten Kompetenz-, Service- und Produktionszentren (CCSP) an den verschiedenen Hochschulen vor Ort vorhanden. Eine zusätzliche Bündelung wäre aufgrund der engen Verknüpfung mit den jeweiligen Curricula wenig sinnvoll. Was die Fernstudien betrifft, so ist eine gewisse Bündelung bereits dadurch gegeben, dass die Fernuniversität sowie die Fernfachhochschule ihren Hauptsitz beide in Brig haben und dort gemeinsam ihr Institut für Fernstudien- und E-Learning-Forschung (IFEL) führen. </p><p>4. Viele schweizerische Hochschulen bieten regelmässig Kurse zu ICT-gestützter Lehre, E-Learning und neuen Medien im Hochschulunterricht für Lehrende und Mitarbeitende an (z. B. die ETH, die EPFL, die Universität Bern, die Universität Basel, die USI/Supsi). Auch das unter Punkt 3 genannte IFEL leistet einen wesentlichen Beitrag zur Qualifizierung von Dozierenden. Es führt zahlreiche Workshops, Kolloquien sowie Online Live Meetings durch und bietet verschiedene Kurse im Bereich Didaktik und Methodik für Dozierende und Ausbildungsverantwortliche an.</p><p>5. Der Bundesrat hat früh bei diesem wichtigen Thema eine Führungsrolle übernommen. Gleichzeitig setzte er aber Zeichen, dass die Hochschulen nach Ablauf der ersten Förderperioden (SVC, siehe Antwort zu den Fragen 1 und 2) vermehrt selbst in der Pflicht stehen würden. Die Schweizerische Universitätskonferenz (SUK) legte darauf den beiden Rektorenkonferenzen Anschlussmassnahmen an den SVC nahe. Die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (Crus) bestimmte einen E-Learning-Delegierten und steht gegenüber der SUK in der Pflicht. Die Crus muss der SUK im zweiten Halbjahr 2010 einen Bericht über den Stand des E-Learning an den universitären Hochschulen der Schweiz abliefern. Die Rektorenkonferenz der Fachhochschulen der Schweiz (KFH) ist gegenwärtig daran, über ihre Fachkommission E-Learning ihre Empfehlungen aus dem Jahre 2004 weiterzuentwickeln.</p><p>Mit der Stiftung Switch, der Betreiberin des Schweizer Wissenschaftsnetzes der Hochschulen, steht zudem eine nationale Organisation bereit, die über reiche Erfahrung in Dienstleistungen auf dem Gebiet des E-Learning verfügt und weiterhin die E-Learning-Community aller Schweizer Hochschulen in infrastruktureller Hinsicht unterstützt. Der SVC hat in Zusammenarbeit mit Switch überdies mit Eduhub eine Plattform aufgebaut, die unterdessen erfolgreich den Wissens- und Erfahrungsaustausch aller Hochschulen im Bereich des E-Learning fördert.</p><p>Der Bundesrat sieht deshalb derzeit kein Bedürfnis, eine neue Strategie für E-Learning aufzugleisen. Er wird die weiteren Entwicklungen im Bereich des E-Learnings verfolgen.</p>  Antwort des Bundesrates.