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|Blick auf Oberhittnau|
Hittnau liegt an der alten Verbindungsstrasse vom Glattal ins Tösstal oberhalb des Pfäffikersees. Die sich mehrheitlich am Westhang des Stoffels (höchster Punkt der Gemeinde mit 928 Meter über Meer) erstreckende Gemeinde umfasst neben den Dörfern Hittnau und Oberhittnau die Aussenwachten Dürstelen, Isikon, Hasel, Schönau und Hofhalden sowie rund 30 Weiler und Siedlungen. Diese Gegend wurde bereits in alemannischer Zeit besiedelt und gehörte im Mittelalter zur Grafschaft Kyburg. Aus dem 12. Jahrhundert stammte die Burg der Herren von Werdegg, die im 14. Jahrhundert durch Einheirat an das Adelsgeschlecht der Landenberger kam. 1444 wurde die Burg, die mittlerweile den Herren von Hinwil gehörte, während des Alten Zürichkrieges zerstört. Der Schlosshügel, der sich heute im Eigentum der Schulgemeinde befindet, diente fortan als Steinbruch. Ausser der Burgstelle erinnert nur noch der schwarze Adler im Gemeindewappen an jene herrschaftliche Zeit. Heutige Kirche 1708 erbaut
In Oberhittnau wird schon im Jahr 1275 eine zur Pfarrei Pfäffikon gehörige Kapelle erwähnt, die nach der Reformation um 1525 nicht mehr benutzt wurde. Erst seit 1675 hielt der Pfäffiker Pfarrhelfer allwöchentlich in der Kapelle Hittnau eine Predigt. 1707 löste sich Hittnau von der Mutterpfarrei Pfäffikon. Schon im Herbst 1708 war die einfache Landeskirche mit dem markanten Dachreiter vollendet, die, zusammen mit dem Pfarrhaus aus der gleichen Zeit, noch heute den Mittelpunkt von Oberhittnau bildet. Bis 1831 blieb der Kirchensatz allerdings noch beim Rate in Zürich. Erst von da an konnte die Gemeinde den Pfarrer selber wählen. Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft
Bedingt durch die starke Verbreitung der textilen Heimindustrie erlebte Hittnau im 18. Jahrhundert eine ausgeprägte Zunahme der Bevölkerung, die aber nach 1836 infolge des Niederganges der Heimindustrie wieder stark abnahm. Viele Bauten, zumeist Reihenflarze und Kleinbauernhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert, blieben bis heute erhalten. Recht zahlreiche solcher Gebäude wurden in den letzten Jahren renoviert. Von 1820 bis 1834 siedelten sich die ersten Fabriken (drei Spinnereien) am Hittnauer Dorfbach, der Luppmen, an. Neben den beiden grössten Industriebetrieben, der Wagner+Grimm AG (eh. Lapp-Textima AG) und der Alipro AG, zählen heute zahlreiche kleinere Gewerbebetriebe und nach wie vor auch die Landwirtschaft zu den Pfeilern des Erwerbslebens der Gemeinde Hittnau. Jakob Stutz (1801 - 1877), der Volksdichter aus Isikon
Vor über 200 Jahren wurde in Isikon bei Hittnau der Volksdichter Jakob Stutz geboren. Er lebte an verschiedenen Orten im Zürcher Oberland.
Jakob Stutz war der erste eigentliche Zürcher Oberländer Dichter, der sich noch zu einer Zeit zu Worte meldete, als die allmächtige Stadt auf der Landschaft das alleinige Sagen hatte. Wie immer man auch Jakob Stutz als Dichter einstufen mag, unbestritten ist, dass er die erste relevante sozialgeschichtliche und völkerkundliche Quelle des Zürcher Oberlandes ist. Er hat Sitten und Gebräuche beschrieben, er hat die Stimmung, die Sorgen und Freuden der Landbevölkerung unverfälscht in deren Sprache geschildert - hat einen wohltuenden Gegenpol gesetzt zu den pfarrherrlichen Meldungen über die Stimmung auf der Zürcher Landschaft. Aus seinen Schilderungen lässt sich leicht ablesen, dass das politische Erdbeben von 1830 überfällig war, als infolge des „Ustertages“ der Zürcherische Staat umgekrempelt und insbesondere der Landschaft endlich zu ihren Rechten verholfen wurde. Jakob Stutz war vor allem ein Dichter und hat ein umfangreiches Werk hinterlassen, welches in den frühen Jahren reissenden Absatz fand, später mehr von Theaterinteressierten und schliesslich nur noch von Volkskundlern beachtet wurde. Den ersten Durchbruch erzielte der am 27. November 1801 in Isikon geborene Jakob Stutz mit dem 1831 erschienenen Mundartbändchen „Gemälde aus dem Volksleben, nach der Natur aufgenommen und treu dargestellt in gereimten Gesprächen Zürcherischer Mundart“, dem bis 1853 fünf weitere Bände folgten und bis zu sechs Mal neu aufgelegt werden mussten. In späteren Jahren widmete er sich dem Theater und verfasste „dramatische Spiele“ und „vaterländische Schauspiele“.
Im Jahre 1853 erschien das bedeutendste Werk von Jakob Stutz, die Autobiographie „Sieben mal sieben Jahre aus meinem Leben als Beitrag zur Kenntnis des Volkes“, welche bis heute drei Mal neu verlegt wurde (1927, 1960 und 1983). Auch nach dem Tod von Jakob Stutz - er war am 14. Mai 1877 in Bettswil ob Bäretswil gestorben - wurden einzelne seiner Theaterstücke neu aufgelegt. Industrie- und Gewerbebauland Ifang
Der Kauf von rund 15‘000 m2 Industrie - und Gewerbebauland im Ifang durch die politische Gemeinde im Jahre 1989 war mit der Absicht verbunden, vor allem dem einheimischen Gewerbe die Möglichkeit zur Erweiterung und Entfaltung zu bieten. Während ein paar Jahren „harzte“ der Verkauf dieses Baulandes wegen der schlechter gewordenen wirtschaftlichen Lage und des Überangebotes an Gewerbebauland sowie an leerstehenden Industriebauten. Nachdem die Gemeindeversammlung 1996 und 1997 den Verkaufspreis auf einen attraktiven Stand reduzierte, kamen bis Mitte 2000 verschiedene Verkäufe zustande, so dass im Frühjahr 2001 nur noch knapp 1'700 m2 erhältlich sind. Dadurch konnten nicht nur neue Arbeitsplätze in Hittnau geschaffen werden, auch die finanzielle Belastung der Gemeinde Hittnau konnte dadurch erheblich reduziert werden. Verdoppelung der Einwohnerzahl in weniger als 20 Jahren
In der Zeit von 1836 bis 1910 nahm die Einwohnerzahl von 1983 Personen stetig ab bis auf den Tiefstand von 1255 Personen. Nachher blieb die Einwohnerzahl während rund 60 Jahren ziemlich konstant. 1980 zählte die Gemeinde Hittnau 1347 Einwohner. Der Abschluss der Gesamtmelioration, das Zustandekommen der Quartierplan-Erschliessungen in den Gebieten Lätten-Schleifentobel und Zimberg, die Erschliessung weiterer Baugebiete (u.a. Mehrfamilienhaus-Quartier Seewadel) löste eine rege Bautätigkeit aus, die praktisch ohne Unterbruch bis in die Gegenwart andauert. Die Einwohnerzahl entwickelte sich seither fast „boomartig“ mit jährlichen Zunahmen um die 100 Personen. Hittnau ist eine von sechs Gemeinden im Kanton Zürich, die in der Zeit zwischen den Volkszählungen 1980 und 1990 eine Bevölkerungszunahme von mehr als 50 % zu verzeichnen hatte. Diese Entwicklung wird auch dadurch bekundet, dass sich die Einwohnerzahl seit 1980 verdoppelt hat. Per 31. Dezember 2000 betrug die Einwohnerzahl 2'980. Nach dem Bezug zahlreicher neugebauter Wohnungen in der Überbauung Ziegelhütte und Einfamilienhäuser im Nussets ist anfangs April 2001 die Einwohnerzahl 3'000 erreicht und überschritten worden. Infrastruktur muss laufend angepasst werden
Das rasche Bevölkerungswachstum der Gemeinde Hittnau seit Beginn der achtziger Jahre hatte zur Folge, dass die Infrastruktur laufend den neuen und künftigen Bedürfnissen angepasst werden musste. So wurde unter anderem die Schulanlage Hermetsbüel erweitert. Neben dem Gemeindehaus, das anfangs der sechziger Jahre gebaut wurde, entstand ein Feuerwehr- und Werkgebäude. Die Kläranlage Müllerwis wurde in den Jahren 1995 bis 1998 saniert und ausgebaut. Da eine weitere kostenintensive Sanierung anstand, wurde zusammen mit der Gemeinde Pfäffikon eine Lösung gefunden, indem die Abwässer seit Herbst 2010 in der Kläranlage Schanz in Pfäffikon geklärt werden und auf dem Grundstück der ehemaligen Kläranlage Müllerwies befindet sich lediglich noch eine Pumpstation. Auf dem Luppmen-Areal hat es verschiedene sanierungsbedürftige Gebäulichkeiten und es besteht zudem seit Jahren der weit verbreitete Wunsch nach einer Lösung für das Areal. Im Oktober 2010 durfte endlich die längst ersehnte Mehrzweck-Turnhalle eingeweiht werden. Auch die Platzverhältnisse im Gemeindehaus sind knapp. Mit zwei Pavillons für die Gemeindeverwaltung und zwei Pavillons für die Schulverwaltung wurde dieser "Notstand" für die nächsten Jahre provisorisch behoben. Gemeindefinanzen
Der Ausbau der Infrastruktur war und ist mit beträchtlichen Kosten verbunden. Die anstehenden Investitionen gemäss der gemeinsamen Finanzplanung des Gemeinderates und der Gemeindeschulpflege können ohne Neuverschuldung in den nächsten Jahren nicht verwirklicht werden. Wohnliche Gemeinde in einer reizvollen Landschaft
Das rasche Bevölkerungswachstum der Gemeinde Hittnau seit dem Anfang der achtziger Jahre ist nicht auf einen niedrigen Steuerfuss zurückzuführen. Auch die Baulandpreise waren in Hittnau nie besonders günstig. Es darf deshalb davon ausgegangen werden, dass die grosse Nachfrage nach Wohnraum in Hittnau vor allem auf die reizvolle Landschaft am Rande eines voralpinen Erholungsgebietes sowie die gute Erreichbarkeit der städtischen Zentren Zürich, Winterthur, aber auch von Uster und Wetzikon, zurückzuführen ist.
Die zahlreichen Wanderwege laden ein zu Wanderungen und Spaziergängen. Genügend Schnee vorausgesetzt, kann im Winter auf der Stoffel-Loipe, die von der Langlaufgruppe des Verkehrsvereins Hittnau unterhalten wird, dem Langlaufsport gefrönt werden. Auf dem Gemeindegebiet Hittnau befindet sich im weiteren seit bald vierzig Jahren ein sich sehr gut in die Landschaft einfügender Golfplatz. Dieser Golfplatz wird zu den schönsten Golfanlagen in der ganzen Schweiz gezählt. Der Golfplatz in Dürstelen wird vom Golf- und Country-Club Hittnau betrieben.
Die Vereine, die Kirchen und auch die Behörden sorgen mit einem vielfältigen Angebot an kulturellen und sportlichen Veranstaltungen und Aktivitäten für eine lebendige Gemeinde. Sie tragen damit dazu bei, dass der Gemeinde Hittnau - trotz des grossen Bevölkerungswachstums und Wandels in den vergangenen zwanzig Jahren - ihre Wohnlichkeit und Liebenswürdigkeit erhalten geblieben ist.