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Die Brille aus dem 3D-Drucker
Aus feinstem Staub entstehen Brillenrahmen – ganz ohne Restmaterial. VIU revolutioniert gerade die Brillen-Herstellung. Wie das geht und warum wir sie...
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Imagine you travel to Auroville, the international city in South India, which has no less aim to live in peace and increasing harmony beyond religion, politics and nationality, realizing human unity. This place has a very special aura. Whenever you meet people, you realize that everyone has a message for you. One helps you if you are new to the place and cannot cope with something, the other gives you a valuable tip. So I arrive at a potluck in the middle of the jungle, a kind of joint buffet where everyone brings something. After countless enchanted paths in the middle of nowhere, where you would never find your way without help, suddenly there are some simple bamboo huts. And a few hippies in the middle. And me. Although, I like hippies. I’ve been called one myself. But that was way beyond me. They were picture-perfect in the 1970s. Dreadlocks up to the ankles, beards up to the belly button, everything looks a bit grubby and they didn’t eat by hand as beautifully as the Indians did. I’m a little lost in the middle. Try to throw my obvious stereotype overboard. And meet an elderly Swiss couple, we talk a little. Until someone feisty also addresses us in Swiss German. Sylvie.
Sylvie Eigenmann
We start chatting and suddenly realize that we are both from the same small city in Switzerland and even have mutual friends. We can hardly believe we’re meeting here: What a coincidence in the middle of the jungle! It feels like an ancient reunion. And with her there’s Desiree from Sweden. The two of them want to do a photo shoot today, but Desiree has to rather than want to. She doesn’t like being in front of the camera, she says, but she needs some good portraits of herself for a website. My ears are pointed. „Are any of you a photographer?“ I ask. No, they want to do it on their cell phones. I’m laughing. „Okay, well, I just happen to have my camera with me…“ From then on I don’t remember what happened, where we went, what we did – I was just in flow, we were all in flow, we forgot the camera, the time and just danced, laughed, played. It was just so wonderful. That’s photography for me. So real, so natural. And even Desiree suddenly likes to stand in front of the camera… relaxed and herself. There was a kind of indescribable magic in the air. And the photos tell all about that, don’t they?
Desiree Olssen
And just normal when I meet the fourth of us in a stone shop one day later: Shade from Canada. And we find out that we’re both gemini and we both love the same stones, storytelling and writing. When all four of us meet, there is that familiar feeling again. The next photo shoots followed, long evenings of deep conversation, music, delicious food, wild motorcycle rides and the first full moon night of the new decade. Full of hope and a sense of new beginnings. We had sooo much to say to each other and yet we didn’t need big words. So connected, so beautiful. Auroville kept its promise, at least for us: human unity – I now have an idea about it.
Stell dir vor, du reist nach Auroville, der internationalen Stadt in Südindien, ein visionäres Experiment, das nichts weniger zum Ziel hat, als jenseits von Religion, Politik und Nationalität in Frieden und Harmonie zu leben und die menschliche Einheit zu realisieren. Dieser Ort hat eine ganz besondere Ausstrahlung. Immer wenn du auf Leute triffst, merkst du, jeder hat eine Botschaft für dich. Die eine hilft dir, wenn du als Neuling mit etwas nicht zurechtkommst, der andere gibt dir einen wertvollen Tipp. So gelange ich zu einem Potluck mitten im Dschungel, einer Art gemeinsames Buffet, wo jeder was mitbringt. Nach zig verwunschenen Wegen im Nirgendwo, wo du ohne Hilfe niemals selber hinfinden würdest, stehen da plötzlich ein paar einfache Bambushütten. Und ein paar Hippies mittendrin. Wobei, ich mag ja Hippies, mitunter sagt man auch mir mal einen nach. Aber das hat all meine Vorstellungen überstiegen. Sie waren wie aus dem Bilderbuch aus den 1970er Jahren. Dreadlocks bis zu den Knöcheln, Bärte bis zum Bauchnabel, alles wirkt etwas schmuddelig und ganz so schön wie die Inder haben sie also auch nicht gegessen von Hand. Ich etwas verloren dazwischen. Versuche, mein offensichtliches Klischeedenken über Bord zu werfen. Und treffe ein älteres Schweizer Paar, wir reden ein wenig. Bis uns jemand Quirliges auch auf Schweizerdeutsch anspricht. Sylvie.
Wir fangen an zu quatschen, merken plötzlich, dass wir beide aus Luzern sind und erst noch gemeinsame Freunde haben. Wir können es kaum fassen, dass wir uns hier treffen: Was für ein Zufall, mitten im Dschungel! Es fühlt sich an, wie ein uraltes Wiedersehen. Und mit ihr ist da noch Desiree aus Schweden. Die beiden möchten heute ein Fotoshooting machen, wobei Desiree eher muss als will. Sie mag es gar nicht, vor der Kamera zu stehen, sagt sie, aber sie braucht ein paar gute Portraits von sich für ne Website. Meine Ohren sind gespitzt. «Ist jemand von euch Fotografin?», frage ich. Nein, sie wollen mit dem Handy fotografieren. Ich lache. «Ok, ich hab drum meine Kamera zuuufällig dabei und hätte voll Bock mit euch was zu machen.» Von da an weiss ich nicht mehr, was alles geschah, wo wir hingefahren sind, was wir getan haben – ich war einfach nur im Flow, wir alle waren im Flow, wir haben die Kamera und Zeit vergessen und einfach nur getanzt, gelacht, gespielt. Es war sowas von herrlich. Das ist für mich Fotografieren. So echt, so natürlich. Und sogar Desiree steht plötzlich gerne vor der Kamera… Ganz unverkrampft und sich selbst. So eine Art unbeschreibliche Magie lag in der Luft. Und die Fotos erzählen das alles, nicht wahr?
Shade Sullivan-Paul
Und einfach nur normal, als ich einen Tag später noch die vierte im Bund in einem Steinladen treffe: Shade aus Kanada. Und wir herausfinden, dass wir beide Zwilling sind und dieselben Steine, Storytelling und das Schreiben lieben. Als wir dann alle vier aufeinander treffen, ist da sogleich wieder dieses vertraute Gefühl. Die nächsten Fotoshootings folgten, lange Abende mit tiefen Gesprächen, Musik, leckerem Essen, wilden Motorradfahrten und der ersten Vollmondnacht der neuen Dekade. Voller Hoffnung und Aufbruchstimmung. Wir hatten uns sooo viel zu sagen und doch brauchte es keine grossen Worte. So verbunden, so schön. Auroville hat sein Versprechen zumindest für uns eingehalten: die menschliche Einheit – ich hab jetzt eine Ahnung davon.
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