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Basel, 1539
Jakob Steiner (?)
Konstruktionsholz: Linde
Furnier und Schnitzwerk: Ungarische Esche, Nussbaum
H. 113, B. 197, T. 69 cm
Inv. 1870.911.
Amerbach-Kabinett
Als frühes Beispiel eines Renaissancemöbels nördlich der Alpen, als profanes Reliquienbehältnis für den Nachlass des berühmten, 1536 in Basel verstorbenen Humanisten und symbolisch als Keimzelle der Sammlungs- und Museumstradition in Basel nimmt die Erasmus-Truhe einen der ersten Plätze unter den Objekten des Historischen Museums ein. Das vom Rechtsgelehrten Bonifacius Amerbach, dem Erben des Erasmus von Rotterdam, konzipierte Programm verweist auf den Bestimmungszweck des Möbels und erhebt es zu einem Denkmal: "Für mich selbst und innig des Grössten aus dem Kreis der Ge-lehrten gedenkend, habe ich dies herstellen lassen", lautet (aus dem Lateinischen übersetzt) die Widmungsinschrift an den Säulenfüssen auf der Front. Die Köpfe in den Medaillons werden als Salomo, Aristoteles und Vergil, als die Vertreter der jüdischen, griechischen und römischen Literatur gedeutet, denen als bedeutendster zeitgenössischer Gelehrter Erasmus ebenbürtig beigesellt ist. Die Hinterlassenschaft des Gelehrten, bestehend aus Hausrat, Schmuck, Tafelgerät aus Edel-metall, ist zu einem kleinen Teil erhalten und neben der Truhe im Museum ausgestellt.