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Kalifornische Naturschutzbehörden hatten versucht, vier Hummelarten unter dem California Endangered Species Act (CESA) – also dem Naturschutzgesetz für besonders gefährdete Arten – aufzulisten. Dagegen hatten Landwirte geklagt; und in erster Instanz Recht erhalten, wie "Independent" berichtet.
Rechtlicher Winkelzug
Die Naturschützer zogen den Fall vor ein kalifornisches Berufungsgericht und forderten für bedrohte Bienen- und Hummelarten tiefgreifendere Schutzmassnahmen. Das Gericht folgte den Forderungen und bediente sich hier einer mehr als kuriosen Argumentation: Es entschied, dass die schwarz-gelb-gestreiften Insekten rein rechtlich auch als Fische eingestuft werden könnten. Und so den für die CESA-Liste vorgesehenen Schutz geniessen.
First you had the "Is a burrito a 'sandwich'?" case.— Ross Guberman (@legalwritingpro) June 1, 2022
Then came Yates v. US: "Is a fish a 'tangible object'?"
And now from the California courts:
"Is a bumble bee a 'fish'?"
Spoiler: Yes! It's a "terrestrial invertebrate," after all.https://t.co/ohwoNEQYoJ pic.twitter.com/sNnjlGlx98
Im Gesetz heisst es nämlich, dass die Kategorie der Fische allgemein «wirbellose Tiere» umfasst. Und damit eben auch Insekten wie Bienen oder Hummeln. «Ein Fisch, wie der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch verstanden wird, lebt natürlich in einem aquatischen Umfeld», gaben die Richter in ihrem Urteil zu. Jedoch gäbe es ein einziges Tier in Kalifornien, das als Fisch gelistet und dennoch an Land lebe: Die seltene Trinity-Borstenschnecke. Es gäbe also «keinen Grund», wieso man nicht auch Bienen und Hummeln in diese Liste aufnehmen dürfte.
«Ein grosser Tag für die Hummeln Kaliforniens»
Sichtlich erleichtert zeigten sich die vor Gericht stehenden Naturschützer. «Dies ist ein grosser Tag für die Hummeln in Kalifornien», zitiert «Independent» Pamela Flick von Defenders of Wildlife.
«Die Entscheidung des Gerichtshofs ermöglicht es Kalifornien, einige seiner am stärksten gefährdeten Bestäuber zu schützen, ein Schritt, der zur Widerstandsfähigkeit der einheimischen Ökosysteme und landwirtschaftlichen Betriebe des Staates beitragen wird», sagte Sarina Jepsen von der Xerces Society in einer Pressemitteilung.