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Die Aare entspringt in den Berner Alpen (Berner Oberland) und fliesst durch das Mittelland Richtung Deutschland. Bei den Städten Koblenz (Schweiz) und Waldshut (Deutschland) mündet die Aare in den Rhein.
Der Name Koblenz leitet sich aus dem Lateinischen Confluenza [Zusammenfluss] ab, in Deutschland ist Koblenz am Zusammenfluss von Rhein und Mosel, rund 400 km rheinabwärts, wohl bekannter.
Aa ist ein altes deutsches Wort, das ursprünglich für ein beliebiges Fliessgewässer verwendet wurde. Viele Bäche in der Schweiz heissen bis heute schlicht Aa oder haben Namen, in denen Aa mit einer lokalen Ortsbezeichnung kombiniert wird (z.B. Sarner Aa).
Der Name Aare bedeutet also nichts weiter als Fluss, und in der Tat ist die Aare der Fluss schlechthin, der das dicht besiedelte schweizerische Mittelland erschliesst, während andere Flüsse wie der Rhein oder die Rhône aus Sicht der Schweiz durch Randregionen fliessen oder auf weite Strecken die Grenze zu den Nachbarländern markieren.
Eine virtuelle Reise entlang der Aare
Quellgebiet der Aare
Die Aare entspringt in einer Reihe von Gletschern in den Berner Alpen, die heute zunächst einige Stauseen im Grimselgebiet speisen.
Der erste Abschnitt der Aare von den Grimselseen hinunter ins Haslital mit den Dörfern Innertkirchen und Meiringen ist relativ steil. Zwischen Innertkirchen und Meiringen zwängt sich die Aare durch die schmale Aareschlucht.
Berner Oberland
Ab Meiringen ist das Gelände deutlich flacher und das Tal weitet sich. Brienz liegt am oberen Ende des Brienzersees.
Interlaken [aus dem Lateinischen: zwischen den Seen] liegt zwischen dem Brienzersee und dem Thunersee und ist auch das Zugangstor zum ersten grösseren Seitental, dem Lauterbrunnental mit den Ferienorten Lauterbrunnen, Mürren, Wengen und Grindelwald und den bekanntesten Bergen des Berner Oberlands: Eiger, Mönch und Jungfrau.
Am linken Ufer des Thunersees liegt Spiez, ein kleiner Eisenbahnknotenpunkt. Hier verlässt die Hauptlinie Bern - Lötschberg - Simplon das Aaretal und folgt dem Kandertal bis zum Lötschbergtunnel. Durch das Simmental gelangt man in die Ferienorte Zweisimmen, Lenk und mit der Montreux-Oberland-Bahn weiter nach Gstaad und bis nach Montreux am Genfersee.
Thun am unteren Ende des Thunersees ist die zehntgrösste Stadt der Schweiz und das regionale Zentrum des Berner Oberlandes - wenn auch geografisch gesehen an dessen Ende gelegen.
Bern die Hauptstadt der Schweiz ist viertgrösste Stadt der Schweiz mit einer malerischen Altstadt (UNESCO-Weltkulturerbe), die in eine Aareschleife eingebettet ist.
Berner Seeland
Die Aare überschwemmte in der Ebene westlich von Bern in früheren Jahrhunderten regelmässig grosse Flächen. Um dies zu verhindern, ergriff man im 19. Jahrhundert umfangreiche wasserbauliche Massnahmen. Der künstliche Hagneck-Kanal leitet das Aarewasser zuerst in den Bielersee, der so als Ausgleichsbecken dient. Der ursprünliche Flusslauf der Aare zwischen den Dörfern Aarberg und Büren a. Aare existiert immer noch als kleiner Bach. Ein zweiter Kanal, der Zihlkanal leitet das Wasser aus dem Neuenburgersee, Murtensee und Bielersee nach Büren und damit zurück in das ursprüngliche Flussbett der Aare.
Am Jurasüdfuss
Die Aare fliesst nun ruhig und gemächlich am Jurasüdfuss durch das Mittelland, mit wenig Gefälle, das nur ab und zu bei einem Flusskraftwerk künstlich etwas verändert wird. An diesen Stellen können die Kraftwerkseinrichtungen (Rechen) und die von ihnen verursachten Wirbel allerdings durchaus gefährlich werden für Schwimmer und Kanuten.
Zwischen Grenchen und Solothurn liegt ein grosses Naturschutzgebiet, in dem Wanderer und Radfahrer willkommen sind, solange sie auf den Wegen bleiben. Der moderne Verkehr verlangt allerdings auch hier seinen Tribute, eine vierspurige Autobahn zerschneidet das Naturschutzgebiet.
Die Aare folgt der sichelförmig von Südwesten nach Nordosten verlaufenden Gebirgskette des Jura. Olten, Aarau [einmal mehr hat der Fluss einer Stadt seinen Namen gegeben] und Brugg sind die wichtigsten Kleinstädte in diesem Abschnitt der Aare.
Zwischen Brugg und Turgi vereinigt sich die Aare mit der Reuss und der Limmat und weitet sich dann zum Stausee von Klingnau, der als grosses Vogelschutzgebiet bei Hobby-Ornithologen bekannt ist und im Winter viele Arten von Wasservögeln aus Nordeuropa beherbergt. Kurz nach Klingnau mündet die Aare bei Koblenz/Waldshut in den Rhein.
Die wichtigsten Nebenflüsse der Aare
Die Saane (deutscher Name) bzw. Sarine (französischer Name) ist ein kleiner Fluss, der im westlichen Teil des Berner Oberlands in der Nähe der Ferienorte Gstaad und Saanen entspringt. Von der Quelle bis ungefähr Saanen verläuft die Saane grob von Süden nach Norden, dann wendet sie sich nach Westen und durchfliesst eine Hochebene auf rund 900 bis 1000 m über Meer.
Die Saane/Sarine markiert ab Saanen in etwa die Sprachgrenze zwischen der deutschen und der französischen Sprachregion.
Bei Montbovon wendet sich die Sarine wieder nach Norden und das Tal verengt sich. Beim mittelalterlichen Städtchen Gruyère (mit Schlossmuseum), Heimat des Greyerzerkäses, fliesst die Sarine in den langgezogenen Greyerzersee (Lac de Gruyère).
Fribourg (Freiburg im Uechtland) ist die einzige grössere Stadt an der Saane/Sarine. Die Altstadt sitzt hoch über einer Schlucht, die durch Flussschleifen guten Schutz bot. Freiburg/Fribourg ist neben Biel/Bienne und Murten/Morat eine der wenigen zweisprachigen Städte der Schweiz und beherbergt die einzige zweisprachige Universität der Schweiz.
Rund 25 km unterhalb von Fribourg, kurz vor dem Bielersee, mündet die Saane/Sarine in die Aare.
Die Orbe entspringt an der schweizerisch-französischen Grenze speist den Lac de Joux und verschwindet dann (wie die Donau) in der Karstlandschaft, die typisch ist für den Jura-Kalkstein. Nahe bei Vallorbe taucht die Orbe wieder auf.
Das Städtchen Orbe [vom Lateinischen urba = Stadt], am Übergang von der Jura-Gebirgskette ins Mittelland gelegen, hat dem Flüsschen den Namen gegeben. Die Orbe fliesst an dessen südwestlichem Ende in den Neuenburgersee, nahe bei der Stadt Yverdon-les-Bains.
Die Areuse entspringt im Val de Travers (Jura) und bahnt sich ihren Weg durch die wildromantische Areuseschlucht (Gorges d'Areuse) hinunter zum Neuenburgersee.
Das Quellgebiet der Grossen Emme liegt im westlichen Teil der voralpinen Hügel zwischen Aare und Reuss. Um die heutigen Touristen zu verwirren, haben sich die Einwohner dieses Gebietes geweigert, für ihre beiden Flüsse nach Westen (grosse Emme, mündet bei Solothurn in die Aare) und nach Osten (kleine Emme, mündet bei Emmen/Emmenbrücke in die Reuss) zwei unterschiedliche Namen zu finden.
Die beiden Täler werden allerdings unterschieden, das Tal der grossen Emme, im Kanton Bern gelegen, heisst schlicht Emmental (Heimat des gleichnamigen Käses), während das Tal der kleinen Emme, im Kanton Luzern gelegen, nach dem Dorf in der Mitte des Tales Entlebuch genannt wird. Mehrere Ortnamen im Emmental finden sich auch in anderen Regionen der Schweiz, zur Unterscheidung wird oft der Zusatz "i.E." (im Emmental) verwendet. Das bekannteste Beispiel ist der Bezirkshauptort Langnau i.E., Heimat der in der obersten Liga spielenden Eishockeymannschaft SCL Tigers.
Nahe bei der Kleinstadt Burgdorf verlässt die Grosse Emme die voralpine Hügelzone und fliesst durch die Ebene nach Solothurn, wo sie in die Aare mündet.
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