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2. Hälfte 19. Jh.
Herstellungsort unbekannt
2. Hälfte 19. Jh.
Bein, gesägt, bemalt
L. 10-11 cm
Inv. 2003.107.
«Mikado» war früher eine ehrende Bezeichnung («erhabene Pforte») für den japanischen Kaiser. In dem Geschicklichkeitsspiel, das heute noch diesen Namen trägt, wurde der Stab mit dem höchsten Wert so bezeichnet. Das Spiel war bereits um 1700 bekannt und wurde damals mit hölzernen Stäbchen, deren Enden Gegenstände zeigten, gespielt. Bei den im 19. und frühen 20. Jahrhundert entstandenen Spielen sind die Stäbe aus Bein oder Elfenbein geschnitzt und nach wie vor mit gegenständlichen Motiven geschmückt: Werkzeuge, Tiere, Gegenstände des täglichen Gebrauchs, Leitern, Musikinstrumente, Waffen und Büsten, die teilweise durch bunte Bemalung herausgehoben sind. Kleine Ziffern auf der Rückseite geben den jeweiligen Spielwert an. Er wird dem Spieler gutgeschrieben, wenn er den Stab - mit Hilfe eines speziellen, vorn gekrümmten Häkchens - aus dem Wirrwarr heraus holt, ohne dass die anderen Stäbe in Bewegung geraten. Das Spiel fördert Geschicklichkeit und Konzentration, und beides wurde bei den dünnen und federleichten Stäbchen in weit höherem Masse benötigt als bei den einfachen Holzstäben des heute gebräuchlichen Mikado-Spiels.