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Fortsetzung der Abschweifung im folgenden Thread: Unterscheidung ADS - Asperger
Du kannst keine Pflanzen "wegwerfen"?.....Was ist mit den essbaren Pflanzen die du hoffentlich auch zu dir nimmst (Gemüse)? Hast du dir schon angesehen, wie eine Kartoffel um´s Überleben kämpft?
Nein, Pflanzen leben wie alles andere mit Zellen auch. Es ist auch nachweisbar, dass Pflanzen empfinden können. Wütet in einem Wald ein Feuer, reagieren bereits schon jene Bäume, die noch Kilometer weit vom Feuer entfernt sind, darauf so, dass sie vermehrt Wasser in die Blätter befördern, also "schwitzen". Pflanzen haben zwar kein klassisches Gehirn, also eine zentrale Verwaltungsstelle, dafür eine dezentralisierte Selbstverwaltung/-organisation. Wenn die Wurzeln "Wassermangel" melden, reagieren die wichtigen Blätter darauf so, dass sie den unwichtigeren Blättern das Wasser entziehen. Es gibt intelligente Pflanzen, die entweder in der Not die wichtigsten Blätter noch versorgen, aber auch welche, die ihre ganze Energie in die Wurzeln zurückziehen. Kommt von der Art drauf an, aber das ist bereits alles Intelligenz. Eine Steigerung dazu sind Karnivoren, die Reizsensoren (einen Tastsinn) besitzen und äußerst schnelle Bewegungen durchführen können.
In jeder Hinsicht nehmen Pflanzen ihre Umgebung also wahr. Auch wenn man es nicht mit menschlicher oder tierischer Wahrnehmung und Empfinden vergleichen kann, sind für mich Pflanzen keine bewgungslosen und empfindungslosen Dinge, mit denen man alles machen könne, wie es einem beliebt, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben.
Bzgl. den essbaren Pflanzen sehe ich es so, dass ich genauso ungern Pflanzen esse, wie Tiere. Aber ich differenziere hier ganz genau. Obst "will" gegessen werden, da jene Pflanzen Früchte nur dazu ausbilden, damit sie gegessen werden, damit durch den Kot des Tieres ihre Samen weit verbreitet werden. Gemüse und Getreide "will" nicht gegessen werden, da grüne Pflanzen ja wachsen und leben wollen und Körner/Samen zur Fortpflanzung dienen. Ich denke, der Mensch würde es auch nicht wollen, wenn jemand/etwas seine Hoden oder Eierstöcke oder Embryonen essen würde. Kartoffeln sind der Energiespeicher der Pflanze. Wenn man davon ein paar entfernt, wird das die Pflanze selbst verkraften können, daher finde ich es nicht schlimm, wenn man von der Pflanze ein paar Kartoffeln entfernt, die aber nicht ganz umbringt. Zudem leben die Kartoffeln auch bis zum Verzehr und werden dann recht schnell totgekocht.
Anders ist es bei Tieren. Man tötet das ganze Tier komplett, so wie man auch grüne Pflanzen komplett tötet. Aber grüne Pflanzen leben nach der Ernte noch lange weiter, Tiere nach der Schlachtung nicht mehr. Pflanzen leiden daher länger als Tiere.
Dennoch sehe ich das Thema "Essen" anders als das Thema gesunde Pflanzen einfach auf den Kompost oder in den Biomüll zu werfen und dort noch lange leiden zu lassen. Ich muss essen, damit ich leben kann. Jeder der leben will, wird nicht darum herum kommen anderes Leben für sein eigenes Leben töten zu müssen. Es ist nur immer eine Frage des "Wie".
Wenn jemand ein Tier tötet und einfach auf dem Feld verwesen lässt, würde wohl jeder laut aufschreien und "Skandal" rufen, aber mit Pflanzen macht das fast jeder Mensch mehrmals im Jahr. Warum ist das eine ein Skandal und das andere nicht, obwohl es doch ziemlich das selbe ist?
Gruß
Sav