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Studierende an der Universität Tel Aviv können demnächst Theater in jiddischer Sprache und verwandte Künste studieren. Mit dem neuen Studiengang, der theoretische und praktische Aspekte von Kunst und Performance umfasst, reagiert die Universität auf das wachsende Interesse an jiddischen Studien, wie die Zeitung “Ynet” am Dienstagabend berichtete.
Im Zentrum des neuen Studiengangs stehe unter anderem die Frage, was das Erbe des jiddischen Theaters für junge Theaterschaffende und die zeitgenössische Kultur ausmache. Jiddisch werde in der israelischen Gesellschaft oft als traditionell, nostalgisch oder noch schlimmer als grotesk und veraltet wahrgenommen, erklärte Jair Lipschitz von der Abteilung für Theaterkunst. Dabei seien die vielfältigen Stimmen in der jiddischen Kultur einst modern, radikal und avantgardistisch gewesen. Diese Stimmen wolle man in das heutige Tel Aviv zurückbringen.
Die jiddische Sprache entwickelte sich seit dem Spätmittelalter unter den Juden Ostmitteleuropas. Hervorgegangen ist sie aus dem Mittelhochdeutschen. Noch bis zum Holocaust war Ostjiddisch die Alltagssprache eines Großteils der jüdischen Bevölkerung in Osteuropa.
Die Universität bietet neben verschiedenen Kursen in Jiddisch und einem Masterstudiengang in Jiddistik auch ein jiddisches Sommerprogramm an, an dem laut Bericht gegenwärtig 75 Studierende aus 14 Ländern teilnehmen.
KNA/akr/cdt