Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03300.jsonl.gz/230

Teilprojekt: Autographe von Jean-Jacques Rousseau
Anfang: April 2014
Status: Laufend
Finanziert durch: swissuniversities
Beschreibung des Teilprojekts: Die Autographe von Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) werden an verschiedenen Orten aufbewahrt. Wenn Rousseau einen Wohnort wechselte, hinterliess er häufig seine Papiere einem engen Freund, so zum Beispiel Pierre-Alexandre DuPeyrou, der eine umfangreiche Sammlung an wichtigen Werken und Arbeitsheften später der Bibliothek in Neuchâtel, der heutigen Bibliothèque publique et universitaire vermachte. Andere Autographe befinden sich in der Bibliothèque de Genève, die Rousseau seinem Genfer Freund und Herausgeber Paul Moultou überliess. Autographe finden sich aber auch im Ausland: in der Bibliothèque de l’Assemblée nationale, der Bibliothèque nationale de France, im Musée Rousseau von Montmorency oder in der Morgan Library & Museum in New York.
Die Bibliothèque publique et universitaire de Neuchâtel veröffentlicht als erstes "Les Rêveries du promeneur solitaire" und den "Dictionnaire de Musique" in einem neuen Teilprojekt, das sich den Autographen von Jean-Jacques Rousseau widmet. Ziel ist es, ein gemeinsames und koordiniertes Netzwerk für die Autographe von Jean-Jacques Rousseau zu schaffen.
Alle Bibliotheken und Sammlungen
Die Komödie Der tolle Tag oder Die Hochzeit des Figaro, uraufgeführt am 27. April 1784 und eine lebendige Satire der Gesellschaft des Ancien Régimes sowie der adligen Privilegien, deutete die Einleitung der Französischen Revolution an, an deren Anbruch sie zweifellos teilnahm. Nach dem Untergang der Monarchie 1792 war die Komödie auf mehreren Pariser Bühnen wieder aufgeführt worden, jedoch waren die Abschlussgesänge von Beaumarchais abgeändert worden. Die Schlussstrophe des stotternden Richters Don Gusman Brid'oison, die 1784 mit Tout fini-it par des chansons geendet hatte, wurde den Schwierigkeiten der Zeit angepasst: Pour tromper sa maladie, / Il [das Volk] chantoit tout l’opera : / Dame ! il n’sait plus qu’ce p’tit air-là : / Ca ira, ça ira…. Doch nach dem Fall Robbespierres und der Reaktion der Thermidorianer versetzten diese Worte die Jeunesse Dorée in Aufruhr, so wie die vorherigen die Sansculottes aufgebracht hatten. Da die Aufführungen durch dieses turbulente Publikum durcheinandergebracht wurden, vertraute Beaumarchais La Rochelle, dem Schauspieler, der die Rolle von Brid'Oison innehatte, ein alternatives Ende an, das en cas de bruit (im Falle von Lärm), rezitiert werden sollte. Diese Variante, die bis zu ihrer Publikation in jüngster Zeit unveröffentlicht geblieben war, stellt sich als Lobrede auf die Meinungsfreiheit und auf das sang froid de la raison (kalte Blut der Vernunft) gegen die stratagème (Listen) der ideologischen Intrigen dar.
Online seit: 22.06.2017
Trotz der sichtbaren Rasuren handelt es sich hierbei um die vollendete Version dieses unbetitelten Textes, der aus sechs Absätzen auf zwei Blättern besteht, gebunden in rotes Saffianleder. Er war von Flaubert frühestens während seiner Orientreise mit seinem Freund Maxime du Camp geschrieben worden (1849-1851), obwohl es wahrscheinlicher scheint, ihn auf seine Rückkehr 1851 nach Frankreich zu datieren, den Moment, da er sein Leben dem Schreiben widmete. Später bekannt als Le Chant de la Courtisane war dieses Prosagedicht in humorvollem Tonfall von Flaubert selbst nicht veröffentlicht worden. Es fasst dennoch seine Erfahrungen als Schriftsteller zusammen: das Werk zeugt von der Faszination des Autors für die orientalische Kultur und Landschaft, die er auf realistische Art wiederzugeben wünscht. Ein Reisetagebuch, das seine Beobachtungen und Empfindungen festhält und sein fiktionales Schaffen direkt beeinflusste. Der Wortschatz zeigt seine Belesenheit und sein Bemühen um Genauigkeit, Vorgehensweisen, die in Salambo wieder anzutreffen sind. Martin Bodmer hat diese Handschrift, die aus der Sammlung Paul Voute stammt (der 1928 ein Faksimile davon publiziert hat), in der Buchhandlung Blaizot erstanden.
Online seit: 22.06.2017
Von Flaubert in seiner Korrespondenz als erläuterndes Kapitel zu Salammbô erwähnt, besteht diese Handschrift aus 28 Blättern, die mit Ausnahme des Letzten, das Anmerkungen über die Götter enthält, alle durchnummeriert sind. Sie befindet sich in einer Mappe, auf der Flaubert den Titel des Werkes schrieb und mit 1857 datiert, das mit dem Beginn der Niederschrift von Salammbô übereinstimmt. Das Kapitel seinerseits wurde nach 1857 verfasst: es wurde in der Tat nach einer wichtigen, für sein Projekt unabdingbaren Dokumentationsphase und nach einer Reise nach Karthago entworfen. Bei seiner Rückkehr im Jahre 1858 arbeitete der Schriftsteller an einem Kapitel, das eine topographische und pittoreske Beschreibung einhalten soll „la description topographique et pittoresque de la susdite ville avec exposition du peuple qui l’habitait, y compris le costume, le gouvernement, la religion, les finances et le commerce, etc.“ (Brief an J. Duplan, datiert auf den 1. Juli 1858). Trotz einer gewissen Anzahl von Korrekturen und nebensächlichen Ergänzungen handelt es sich um die abgeschlossene Version des Textes, der schlussendlich aus dem Roman entfernt wurde, obwohl die Informationen daraus im Werk verstreut benutzt wurden. Das Kapitel enthüllt die Arbeitsmethode des Autors. Er zeichnet sich durch seine enzyklopädische Belesenheit und durch seine Sorge um Details aus, die ein Licht auf die ursprüngliche Herausforderung der Entstehung von Salammbô werfen, d.h. die Stadt Karthago, damals verschwunden, wiederherzustellen. Im November 1949 erstand Martin Bodmer diese Handschrift beim Buchhändler Blaizot.
Online seit: 22.06.2017
Im Anschluss an die Philosophen der Aufklärung bezeichneten die liberalen Denker - zu denen auch Mill zählte - die Meinungsfreiheit als ein fundamentales Menschenrecht. In diesem kleinen Autograph mit eingeprägtem Monogramm „JSM“, das aus drei für den Versand bestimmten Folios besteht, kopiert der Philosoph eine Passage aus seinem berühmten „On Liberty“ von 1869, dem Kapitel II entnommen: „Of the Liberty of Thought and Discussion“. Mill betont darin, dass die Menschheit nicht mehr das Recht dazu hätte, eine einzelnstehende Meinung zum Schweigen zu bringen wie diese das Recht dazu hätte, der Menschheit den Mund zu verbieten, wenn sie denn die Macht dazu hätte. Dieses Briefchen wurde vom Autor Stefan Zweig 1923 erstanden, bevor es in den Besitz von Martin Bodmer kam.
Online seit: 22.06.2017
Die Lettres écrites de la montagne bilden das letzte zu seinen Lebzeiten veröffentlichte Werk Rousseaus. Zum ersten Mal mischt sich der Philosoph hier direkt in die Angelegenheiten Genfs ein. Darin enthalten sind, abgesehen von grundlegenden Äusserungen, weiterentwickelte Gedanken über den Geist der Reformation sowie eine Verteidigung des Contrat Social. Der Brief VII, aus dem dieses Blatt stammt, unterstützt das Recht zur Vertretung, wenn es darum geht, Missbräuche des Kleinen Rates zu beheben, und empfiehlt den im Generalrat versammelten Bürgern, jede Neuwahl von Magistraten abzulehnen, sollten diese darauf beharren ihre von der Verfassung verliehenen Rechte zu überschreiten. Diese Lettres wurden sowohl in Genf wie auch in Paris zensuriert. Das vorliegende Dokument stammt aus der Sammlung Ch. Vellay (Kauf durch Martin Bodmer 1926) und enthält den Entwurf zweier Passagen der Lettres. Die erste davon erschien in der Originaledition (Amsterdam, M. M. Rey, 1764), die zweite in der Edition der Œuvres complètes der Bibliothèque de la Pléiade.
Online seit: 22.06.2017
Das Mémoire présenté à M. de Mably sur l’éducation de M. son fils ist das erste Schreiben Rousseaus, das direkt mit seinen Erfahrungen als Erzieher in Verbindung steht. Er hatte 1740 in Lyon ein schwieriges Amt als Hauslehrer inne, bei der Familie des Notablen Jean Bonnot de Mably, Generalprofos der Gendarmen von Lyon. Bereits nach einem Jahr fand diese Anstellung ein Ende. Zwei kleine Kinder, dem Studium wenig geneigt, waren ihm anvertraut worden: François-Paul-Marie Bonnot de Mably, genannt Monsieur de Sainte-Marie, fünfeinhalb Jahre alt, und Jean-Antoine Bonnot de Mably, genannt Monsieur de Condillac, viereinhalb Jahre alt. Das lange Mémoire, dem älteren Jungen gewidmet, betont den « erzieherischen Auftrag » und die Erfahrung mit der praktischen Erziehung: es präsentiert sich wie ein Konzept und eine Synthese, und seine Verfassung wird auf den Dezember 1740 eingeordnet. Der junge Hauslehrer wendet sich an M. de Mably, dem er seinen Plan und den Aufbau der Erziehung für seinen Sohn bekannt gibt, um « das Herz, das Urteilsvermögen und den Geist zu formen ». Es handelt sich nicht um die natürliche Erziehung, die später in Émile empfohlen wird. Hat Rousseau dieses Mémoire M. de Mably tatsächlich übergeben? Bekannt ist einzig, dass er dieses Manuskript des Mémoire an Mme Dupin, seine Arbeitsgeberin im Jahre 1743, verschenkte, und dass es seither in den « Papieren der Mme Dupin » aufbewahrt wird. Es wurde das erste Mal 1884 in Paris von G. de Villeneuve-Guibert im Le portefeuille de Madame Dupin herausgegeben. Das Manuskript der Fondation Bodmer ist das einzig existierende. Ein Projet d’éducation, viel kürzer, sauberer aufgebaut und von unbekanntem Datum, war zuerst in den Papieren Rousseaus bei seinem Tod gefunden worden (dieses heute verlorene Manuskript war 1782 in Genf herausgegeben worden). Es ist dem Mémoire sehr ähnlich und scheint später geschrieben worden zu sein (allerdings gibt es in Bezug auf die chronologische Reihenfolge der beiden Texte keine Sicherheit).
Online seit: 23.06.2016
Diese „paperolle“, die aus dem berühmten „Code Gonzague“ (aufbewahrt in der Biblioteca Ariostea von Ferrara) stammt, ist eine Arbeitsschrift für eine Passage, die dem grossen Epos von Tasso, das im vorherigen Jahr vollendet worden war, hinzugefügt wurde. Der Dichter hatte sein Werk mehreren Humanisten und ranghohen Gelehrten vorgelegt und er berücksichtigte gewisse Kritiken und Ratschläge, indem er seine Verse während des Sommers 1576 überarbeitete. Einige Strophen wurden tiefgreifend ausgebessert oder sogar vollständig neu geschrieben. Die Strophe 42 war eine der am stärksten überarbeiteten, so stark, dass Tasso diesen kleinen Papierstreifen mit der definitiven Version des Textes in die Handschrift kleben musste. Der Text beschreibt die Haltung und die Gedanken der muslimischen Prinzessin Armida, die sich anschickt, den Kalifen und seine Armee zum Kampf bis zum Tod gegen die Kreuzritter aufzurufen, um sich auf diese Weise am christlichen Held Rinaldo zu rächen, der sie verlassen hatte.
Online seit: 22.06.2017
Manuskript der ersten drei Bücher der Confessions und eines Teils des vierten. Im Vergleich zu den anderen beiden verzeichneten Abschriften zahlreiche Korrekturen und Varianten. Halbeinband aus Pergament (Rücken und Ecken) mit der handschriftlichen Signatur 23 auf dem Deckel, welcher mit einer permanenten Schutzhülle aus Papier überzogen ist. Der Einführungstext wurde in der veröffentlichten Version des Textes weggelassen.
Online seit: 17.12.2015
Erste handschriftliche vollendete Fassung, mit einer Anzahl Streichungen und Querverweisen. Jedes Heft setzt sich aus 12 Doppelblättern zusammen. Die Seiten wurden von Rousseau nummeriert. Die Rectoseite der Blätter enthält den Text, die Versoseite Korrekturen und Zusätze. In seinem Dictionnaire de musique greift Rousseau die etwa vierhundert Artikel wieder auf, welche er 1749 für die Encyclopédie geschrieben hat. Ab 1753 beginnt er als Antwort auf die durch die Artikel hervorgerufenen Angriffe und Kritikpunkte eine Überarbeitungs- uns Neubearbeitungsarbeit. Da er eine lexikographische Vollständigkeit im musikalischen Bereich anstrebt, verfasst der Autor immer mehr neue Einträge, so dass er beinahe neunhundert Begriffe erreicht. 1794 wird die Handschrift vom Neuenburger Pierre-Alexandre DuPeyrou (1729-1794), Freund und Herausgeber Jean-Jacques Rousseaus, der Bibliothèque de Neuchâtel überlassen.
Online seit: 09.04.2014
Handschriftliche und sorgfältige Abschrift der ersten sieben Promenades (von den zehn, welche der veröffentlichte Text enthält), mit einigen durchgestrichenen und verbesserten Stellen. Jedes Heft besteht aus 12 Doppelblättern. Die Seiten wurden von Rousseau von 1 bis 83 nummeriert, ab der Seite 84 von Th. Dufour. In den Rêveries vollbringt Rousseau eine letzte Introspektionsarbeit in Form von philosophischen Überlegungen und Gedanken, welche er selbst als Anhang zu seinen Confessions bezeichnet. In der fünften Promenade beschreibt er mit Wehmut jene Augenblicke des einsamen Glücks, die er auf der St. Petersinsel im Bielersee erlebt hat. Die Rêveries sind der letzte Text Rousseaus und wurden nach dem Tode des Philosophen von seinem Freund und Herausgeber, dem Neuenburger Pierre-Alexandre DuPeyrou (1729-1794), aufbewahrt. Dieser vererbt 1794 die Handschrift testamentarisch der Bibliothèque de Neuchâtel.
Online seit: 09.04.2014
Kleines Heft mit einem Kartoneinband des 18. Jahrhunderts, der mit Pergament überzogen wurde. Doppelte Seitenzählung von Théophile Dufour. Tinte und Bleistift. Das stark korrigierte Manuskript enthält den Entwurf der Spaziergänge acht bis zehn der Rêveries du Promeneur solitaire und Teile der Dialogues. Enthält auch Bezüge zur Botanik.
Online seit: 17.12.2015