Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03596.jsonl.gz/1037

"Katame" bedeutet Kontrolle. Katame Waza sind also Kontrolltechniken.
Nach einem nicht vollständig gelungenen Wurf wird der Gegner/Partner am Boden so kontrolliert, dass er entweder während 25 Sekunden festgehalten ist, wobei seine Schultern am Boden sein müssen und Tori (der Ausführende) vollständig über Uke (der Hinnehmende) ist oder dass er aufgeben muss. Letzteres geschieht meistens nach Hebel- oder Würgetechniken.
Die Katame Waza werden daher unterteilt in Festhalter-, Hebel- und Würgetechniken.
Bei einer Festhaltetechnik kontrolliert Tori Uke derart, dass dessen eine oder beide Schultern, bzw. der Rücken, am Boden sind. Dabei muss er sich über Uke befinden. Die Kontrolle kann von oben (vom Kopf her), von der Seite oder indem Tori sich über Uke befindet, ausgeführt werden und der Körper oder die Beine von Tori dürfen nicht von Uke kontrolliert werden. Tori kann seine Kontrolltechnik wechseln, wenn dies nötig ist, darf dabei aber die Kontrolle über Uke nie verlieren.
Im Kampf ruft der Kampfrichter "Osae Komi", sobald die Bedingungen erfüllt sind, und die Zeitmessung für den Festhalter beginnt. In dem Moment, wo Tori die Kontrolle verliert, ruft er "Toketa" und die Zeitmessung stoppt. Je nach Dauer der Kontrolle erhält Tori Wertungspunkte: nach 15 Sekunden ein Yuko (5 Punkte), nach 20 Sekunden ein Waza Ari (7 Punkte) und nach 25 Sekunden gewinnt er den Kampf mit Ippon (10 Punkte).
Es werden folgende Osae Komi Waza unterschieden:
Alle Osae Komi Waza dürfen bereits von Kindern und Anfängern ausgeübt werden.
Hebeltechniken können prinzipiell an (fast) allen Gelenken ausgeübt werden. Im Judo-Wettkampf sind jedoch nur Hebeltechniken am Ellbogen erlaubt. Sie werden so ausgeübt, dass der Ellbogen überstreckt oder seitlich "verbogen" wird. Uke wird dadurch gezwungen, den Kampf aufzugeben. Dies zeigt er an, indem er zwei Mal an Toris Körper abklopft oder, wenn dies nicht möglich ist, "Maitta!" ruft.
Folgende Kansetsu Waza werden unterschieden:
Da Hebeltechniken ein hohes Mass an Selbstbeherrschung verlangen, dürfen sie im Kampf erst ab 15 Jahren angewendet werden. Im shin do kan - Luzern werden die ersten Kansetsu Waza in der Prüfung für den halbblauen Gurt verlangt und vorsichtig eingeführt.
Würgetechniken zwingen Uke zur Aufgabe, da sie ihm entweder die Blutzufuhr zum Hirn (Blutwürger) oder die Luftzufuhr (Luftwürger) abschneiden. Tori darf nie mit blossen Händen würgen, sondern muss immer entweder den Kragen des Partners, seinen eigenen Ärmel oder seine eigene Hand fassen.
Bei den Shime Waza werden folgende Techniken unterschieden:
Shime Waza können bei unsorgfältiger Ausführung oder bei zu später Aufgabe von Uke zur Bewusstlosigkeit führen. Daher sind sie im Kampf erst ab 15 Jahren erlaubt. In unserem Prüfungsprogramm werden die ersten Shime Waza in der Prüfung zum 3. Kyu (Grüngurt) verlangt und sehr sorgfältig eingeführt.