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Dr. Friedrich
Pukelsheim (*1948)
Der Erfinder der „doppelt proportionalen Divisormethode mit
Standardrundung“ ist ein Mathematiker aus Stadtbergen bei Augsburg. Er
hat dort an der Universität den Lehrstuhl für Stochastik inne und amtet
als Dekan der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Zurzeit
arbeitet er unter anderem im Auftrag des Deutschen Bundestages an einem
Projekt zur Neuverteilung der Sitze.
Kurz
erklärt
Das "Pukelsheimsystem" ist eine etwas abgeänderte Form eines schon vor
langer Zeit erdachten Systems, welches ebenfalls mit doppelten
Proportionalitäten arbeitet. Da es mit Proportionalitäten funktioniert
ist das System ebenfalls ein Proporzsystem. Dr. Friedrich Pukelsheim
hat jenes System so weit verfeinert, dass es auf heutige Wahlen
angewendet werden kann.
Das System kann durch anpassen zweier Divisoren den Unterschied der
Stimmenwerte ausgleichen, was jedoch nicht leicht zu errechnen ist. mehr>
Erfahrungsberichte
Im Kanton Bern wurde mit einem ähnlichen System
versucht Unstimmigkeiten des Proporzsystems nach "Hagenbach-Bischoff"
aus der Welt zu schaffen. Im Grossen und Ganzen klappte das auch,
jedoch nicht ganz reibungslos. Es trat das Phänomen auf, dass ein
Kandidat ein Mandat in einem Wahlkreis gewann, obwohl er weniger
Stimmen hatte als ein Kandidat einer anderen Partei aus dem gleichen
Wahlkreis. Dies sorgte für Verwirrung unter den Wählenden, was zur
Abschaffung des neuen Wahlverfahrens führte.
Beim "Pukelsheimsystem" kann das gleiche Phänomen auftreten,
jedoch ist es bei weitem nicht so anfällig wie das Berner System.
Im Kanton Zürich wurde der "Doppelte Pukelsheim", wie er mit grosser
Wahrscheinlichkeit im Aargau angewendet würde, vor kurzem für die Wahl
des Stadtrates benutzt. Hier gab es keinerlei Schwierigkeiten, und das
Ergebnis war weit genauer, als mit dem alten Wahlsystem.