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Historische Strassen
Frau G. / 06.Oktober 2004:
Ich bin auf den Suche nach der Vergangenheit, nach den Geschichten der Strassen in Basel. Könnten sie mir eventuell einen Tip geben, wo ich solche Informationen her bekommen könnte oder welche Strassen historisch gesehen speziell interessant sind?
Dabei geht es mir auch darum nicht nur Geschichtsforschung der Strassen in der Altstadt zu betreiben, sondern auch die jüngere Geschichten der diversen Quartiere (und deren Strassen) in Basel zu durchforsten.
Antwort von altbasel.ch:
Sie sprechen da ein weites Feld an, denn es gibt viele Basler Strassen mit interessanten Hintergründen. Ich will versuchen vorab einige anregende Angaben zu machen, bevor ich Ihnen am Schluss noch einen Literaturtip ans Herz lege.
Man muss beim Stadtkern bedenken, dass in früheren Zeiten einzig die Freie Strasse als solche galt, während man ansonsten hauptsächlich von Gassen sprach. Während die Freie Strasse zwischen 5,5 und 6,5 Meter breit war, massen die Gassen nur zwischen 3 und 4 Meter. Die Strassen der jüngeren Aussenquartiere waren ihrerseits bereits breiter als man sie anlegte.
Begonnen im Kern wäre da zum Beispiel die Rittergasse auf dem Münsterhügel, von der einst ein Teil St.Ulrichsgasse, nach der 1887 abgerissenen Kirche genannt wurde. Erst später folgte die Bezeichnung Rittergasse, nach der Niederlassung des Ordens der Deutschritter. Die Rittergasse mündet in den St.Alban-Graben. Basel hat eine ganze Reihe von Strassen mit Graben-Endung.
Diese Graben-Strassen gehen auf die alten Stadtmauern von Basel zurück, die im 19.Jh abgerissen wurden. Die Stadtgräben vor den Mauern füllte man auf und gestaltete sie zu Strassen um, die heute Namen wie "Claragraben" tragen. Auch die Sperrstrasse in Kleinbasel geht auf die Stadtmauer zurück, oder genauer auf die Torsperre des Bläsitors, das auch dem Bläsiring den Namen gab.
Wenn man in die Breite blickt, so findet sich dort die Strasse "In den Klosterreben". Der Name berichtet von den Zeiten als sich dort Weinreben des Klosters St.Alban befanden. Ebenso weist der Strassenname "In den Ziegelhöfen" auf Ziegelbrennereien hin, die sich schon im Mittelalter im Umfeld der Strasse befanden. Aus manchen Namen spricht direkt die Vergangenheit.
Im nahen Gellert findet sich zum Beispiel die Galgenhügel-Promenade. Sie führt an der Kreuzung mit der Gellerstrasse an jenen Ort wo einst ein Hinrichtungsplatz mit einem Galgen stand. Die Strasse Im Surinam hiess früher zum Teil Gotterbarmweg, was mit der Hinrichtungsstätte namens Galgenfeld zusammenhängen dürfte. Auch hier dringt die Geschichte des Geländes durch.
Ein Buch dass Ihnen sicher sehr nützlich sein könnte, dürfte "Die Basler Strassennamen" von André Salvisberg sein. Heruasgegeben 1999 im Christoph Merian Verlag, ISBN 3-85616-104-X
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