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„Jacke wie Hose“...
„Soll ich das blaue Sakko anziehen oder das schwarze?“, frage ich meine Frau. „Ist doch Jacke wie Hose“, antwortet sie. Ich bin ein wenig zerknirscht, ich brauche doch seinen Rat! Und was bekomme ich? Eigentlich keine Antwort.
Denn Jacke wie Hose heißt so viel wie, „Ist egal (was du anziehst).“ Aber woher kommt diese Redensart? Jacke und Hose sind ganz offensichtlich zwei total unterschiedliche Kleidungsstücke. Eine Jacke über die Beine zu streifen oder die Hose über die Arme – das ist nicht nur motorisch herausfordernd, sondern wird auch in keinem Jahrhundert Mode gewesen sein. Ich lege das Sakko also zur Seite und recherchiere im Internet.
Eine Erklärung finde ich bei Dr. Rolf-Bernhard Essig. Der Literaturkritiker nimmt Redensarten unter die Lupe: Im 17. Jahrhundert war es üblich, dass Jacke und Hose aus einem Stoff geschneidert wurden. Die Redewendung bezieht sich also gar nicht auf die Kleidungsstücke, sondern auf das Material!
Ich erzähle meiner Frau von meinem Fund. „Genau, das wollte ich damit ausdrücken“, sagt sie. „Ich finde dich in jedem Sakko schön“.
So kann man „Jacke wie Hose“ natürlich auch interpretieren.
Übrigens: „Jacke wie Hose“ heißt im Englischem nicht etwa „jacket as trousers“. Die Briten machen’s ein komplizierter und sagen: „It's six of one and half a dozen of the other“ – also „Es sind sechs von dem einen und ein halbes Dutzend vom anderen“.