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II. Die Sektionen
Die Leistungen der Sektionen im Jahr 1869 werden, wie früher, in der Reihenfolge, in welcher die Berichte eingegangen sind, aufgeführt.
I. Sektion Pilatus in Luzern. Präsident: Hr. Prof. Zähringer. Aktuar: Hr. Stadtschreiber Schürmann. Mitglieder 55.
1. Sektionsversammlungen wurden zehn gehalten, im Sommer ohne Vorträge; nur Geschäfte oder Besprechungen über Ausflüge; durchschnittlich 15-20 Anwesende, da zirka 20 Mitglieder im Kanton zerstreut sind, eine Anzahl auch in den drei Urkantonen.
2. Vorträge wurden gehalten: Fünf über Bergfahrten im Wallis, einer über Besteigung des Ortstockes, einer über die des Piz Languard, einer über Besteigung des Finsteraarhornes, und Mittheilungen über den Pizzo Centrale der Gotthardgruppe.
3. Das Jahresfest in Genf besuchten 7 Mitglieder der Sektion. Ihr Bericht war voll Lob über die herzliche Aufnahme und die Entwickelung ausserordentlicher Gastfreundschaft von Seite der Sektion Genf und ihrer Mitglieder.
4. Sektionsausflüge wurden folgende von mehr oder weniger Mitgliedern ausgeführt: Gnepstein oder Mittaggüpfi ( 1926 m ), Urirothstock ( 2932 m ), PizzoCentrale ( 3002 m ): Schüpfer, Pfenninger, Henz, Schürmann. Monte Prosa: 2 Mitglieder.
5. Privatexkursionen. Finsteraarhorn ( 4275 m ): Herr Prof. Zähringer und Herr Oberst Abraham Stocker. Urirothstock: Herr Zähringer und Emil Henz. Dieppen, Rophaien und westliche SchächentJialer Bergkette ( 2000 m bis 2400 m ): Herr Prof. Dziatzko und Stadtschreiber Schürmann. Tête noire, Arollagletscher, Col de Valpelline, Zermatt, Bellalp: Herr Ulrich Suidter, Charles Schnyder, Albert v. Moos, Jaques Blankart. Rigidalstock ( 2595 m ): Herr X. Schüpfer und E. Henz. Hochbrisen ( 241 lm ), dieselben. Torrenihorn ( 2950 m ): Herr Eduard und Joseph Röthelin.
6. In Sachen der erratischen Blocke wurde ein Bericht an die damit betraute Kommission in Genf erstattet, wovon im Gesammtberieht an die schweizerische Naturforschende Gesellschaft bei ihrer Versammlung in Neuenburg Erwähnung gethan ist. Fortsetzung in Arbeit.
7. Am 27. November hielt die Sektion Pilatus eine Feier zum Andenken an den 100. Geburtstag Alexander Humboldt's. In einem alpin und mit der Büste Humboldt's dekorirten Lokale des Gasthofes zur Post Arersammelten sich bei ihrem Mitgliede Robert Schnyder etwas zu 50 Mitglieder und eingeladene Gäste. Eine Festrede des Sektionspräsidenten feierte die Verdienste Humboldt's um die Naturwissenschaften, speziell die vergleichenden, gab einen Ueberblick über dessen Reisen und ein Bild desjenigen, was Humboldt geleistet. Dem Vortrage folgten ein Zweckessen, woran die Berge von Uri, Bünden und Tessin ihren Beitrag leisteten, und ein vom besten Humor gewürzter Gesellschaftsabend mit Alpenliedern, Kuhreigen und entsprechenden Allotriis.
II. Die Sektion Basel, Präsident: Hr. Prof. L. Rüti-, Aktuar: Herr Bernoulli, hat am 20. Juni durch den Schweizer Alpenclub.34 plötzlichen Hinschied des Herrn Rathsherr Finninger einen schweren Schlag erlitten.
Reich an Thatkraft und an Gaben des Gemüthes, war er einer der Gründer des Vereines, und sowohl nach Aussen durch die Tüchtigkeit der That, als nach Innen durch die Frische und Wärme des Herzens seine stärkste Stütze. Die Lücke ist nicht ausgefüllt, und der Verlust wird noch auf die Dauer schwer auf der Sektion lasten, die, trotzdem ihr eine so starke Hand geraubt ist, sich bereit erklärte, für die nächsten Jahre die Leitung des Schweizer Alpenclubs zu übernehmen, nachdem zwei andere Sektionen diese Aufgabe abgelehnt hatten. Der Verlust hat daher nicht nur die Sektion getroffen. Da aber gemeinsame Schläge am meisten gelindert werden durch um so stärkeres Zusammenhalten der Betroffenen, so zählt die Sektion Basel um so sicherer auf wohlwollendes Entgegenkommen von Seiten der übrigen Sektionen. Nur dieses einerseits, vermehrte eigene Anstrengung anderseits wird im Stande sein, die Verdoppelung der Last minder fühlbar zu machen. " Wie also die Sektion verspricht, das Ihrige zu leisten, so zählt sie auch darauf, dass die Freunde sich jetzt um so mehr als Freunde bewähren.
Wenn die Sektion Basel beim Herannahen einer Periode grösserer Arbeit auf die Kräfte zurückblickt, die ihr geblieben sind, so darf sie trotz des Verlustes von 8 Mitgliedern in diesem Jahr eine Beruhigung finden in der grossen Stetigkeit, welche sich in ihrem bisherigen Lebenslauf deutlich macht, und welche auch in diesem Jahresbericht in erfreulicher Weise an den Tag tritt.
Trotz der ungewöhnlich zahlreichen Austritte aus dem Verein ist derselbe von 88 Mitgliedern auf 91 angewachsen, indem nicht nur eine Anzahl jüngerer Kräfte, sondern auch ältere Freunde des Vereines, unter welchen den weithin bekannten Namen des Herrn Geheimrath Eisenlohr in Karlsruhe mit Freude nennen, ihm beigetreten sind.
Die Zahl der Zusammenkünfte ist seit Jahren dieselbe geblieben, indem man sich ohne Unterbrechung alle vierzehn Tage versammelte, und wobei sogar die Mittelzahl der anwesenden Mitglieder genau dieselbe war, wie im verflossenen Jahre, nämlich 32 in 26 Sitzungen. Mit Ausnahme weniger Vereinsabende in den Sommerferien, wo man sich an den mündlichen Referaten der von ihren Fahrten zurückgekehrten Mitglieder erfreute, lagen an allen 20 Abenden schriftliche Mittheilungen verschiedener Art vor, an welchen sich wieder, wie im letzten Jahr, 16 Mitglieder betheiligten, die Hälfte der Mittelzahl der Anwesenden.
Einer solchen Beharrlichkeit in seiner Thätigkeit darf sich unser Verein billig freuen, allein sie mag auch eine kräftige Aufforderung, nicht nachzulassen und auf tüchtige Reserven bedacht zu sein, aus dem Umstände entnehmen, dass an diesen Arbeiten, die vorzüglich geeignet sind, das Gefühl reger Thätigkeit und gesunden Vereinslebens hochzuhalten, sich in erster Linie zwei Mitglieder, die in mehrfachen Beziehungen weit auseinander stehen, betheiligt haben. Einmal eines unserer jüngsten, und zwar ein auswärtiges Mitglied, Herr Studiosus Häberlin in Heidelberg, dem ohne Zweifel durch die Ersteigung von drei noch jungfräulichen Alpengipfeln ersten Ranges die Krone der touristischen Thätigkeit unserer Sektion zufällt. Zweitens eines unserer ältesten Mitglieder, Herr Schaub, der nicht nur in seinem 69. Jahr die entlegensten und einsamsten Gebiete unserer Alpen bereist hat, sondern auch seiner Hände Arbeit die Musse abgewann, um den mit jugendlicher Liebe und Frische niederge-
34* schriebenen Darstellungen seiner Reisen uns an nicht weniger als 5 Abenden zu erfreuen.
Unsere Sammlungen sind in regelmässigem Fortschritt begriffen. Die Bibliothek umfasst gegenwärtig zirka 600 Bände und 160 Karten und Panoramen. Auch die Mineraliensammlung erfreut sich nunmehr der besonderen Pflege unseres Mitgliedes, Hrn. Sulger, wodurch sie an Fruchtbarkeit für die Zwecke des Vereins sehr gewinnen wird.
An gemeinsamen Exkursionen des Vereines fallen drei in das verflossene Jahr. Bei dem Jahresfest in Genf war Basel durch 12 Mitglieder vertreten. Die gemeinschaftliche Clubfahrt galt in diesem Jahr nur den Hügelregionen des Aargaus; allein der Spaziergang nach Kloster Muri, und über Schloss Horben und Heidegg nach Beromünster und Sempach ist den 18 Mitgliedern der Sektion, die daran Theil nahmen, sowohl durch die an herrlichen Aussichten auf die jetzige Alpenwelt, als an Spuren von deren früherer Wirkung so reichen Gegend in angenehmer Erinnerung geblieben.
Noch am Schlüsse des Jahres vereinigten sich am 19. Dezember 18 Mitglieder unserer Sektion mit einem gleich starken Zuzug von Bern in Langenthai zu einem kleinen Feste, das die alten Freundschaftsbande beider Sektionen neu belebt hat.
Was die einzelnen Touren unserer Mitglieder anbetrifft, so erstreckten sie sich auch diesmal, wie fast jedes Jahr, wenn auch gewisse Gebiete bevorzugt wurden ( die Hochgebirge von Bern, Wallis und die Gotihardgruppe)y über die ganze Ausdehnung der Alpen von Savoyen bis-Tyrol. Es sind davon folgende angemeldet worden:
Wallis und westliche Alpen, Herr Doktor Wilhelm BernoulU: Mont Pleureur und Dent du Midi. Hr. Riggen- baeh-Stehlin:
Pic d' Arzinol. Herr G. Sulger: Binnen- und Saasthal, Antrona- und Griespass.
Die Berner Alpen und ihre Nachbarschaft sind, wie schon seit einigen Jahren, der Hauptschauplatz unserer Bergbesteiger gewesen, und namentlich fällt in dieses Gebiet die Bewältigung einiger bisher unbestiegenen Alpengipfel ersten Ranges, und die genaue Erforschung und topographische Berichtigung eines Gebietes, das bisher nicht nur von einheimischen wie ausländischen Montanisten soviel als gemieden, sondern auch von der eidgenössischen Aufnahme in auffallender Weise vernachlässigt worden war.
Dies ist die Begehung des Eisgebietes der südlichen Seite des Lötschthales, in welchem Herr Studiosus Hä-herlin die drei, sämmtlich bei 3800 m hohen Gipfel des Lauinhornes, Breithornes und* Schienhornes zum ersten Mal erstiegen, und mit einer sorgfältig ausgeführten Karte zu Händen des Clubbuches beschrieben hat. Ueberdies hat Herr Hab erlin auch das Gspaltenhorn ( 3. Ersteigung ) und die wilde Frau ( 3. Ersteigung ) bezwungen.
Ausserdem fallen in dieses Gebiet noch folgende durch Mitglieder unserer Sektion ausgeführte Ersteigungen:
Herr Albert Hoffmann-Burkhar dt: Finsteraarhorn, Grünhornlücke, Aletschhorn, Jungfrau, Mönchjoch. Herr Ed. Burkharde: Lauteraarhorn. Herr Fr. Bischoff: Eiger, Jungfrau ( von der Nordseite ). Herr Passavant-Bachofen: Tschingelgletscher, Petersgrat, Langengletscher, Lötschenlücke. Herr Stückelberger - Speiser und Preiswerk-Buxtorf: Galenstock. Hr. Preiswerk-Burkhar dt, Stähelin-Stähelin, Suter-Christ und Stehelin-Koch: Sustenhorn.
Die Alpen des Kanton TJri und seiner Nachbarschaft, seit Jahren ein Lieblingsaufenthalt unserer Mitglieder,
erfreuten sich auch dieses Jahr reichlicher Besuche, worunter wir folgende nennen:
Herr Viktor Haller: Bristenstock mit Medersteigen in 's Fellithal, Pizzo Centrale, Pizzo Rotondo. Herr Kauf-mann-Neukirch: Pizzo Centrale. Herr Baillard-Stähelin: Pizzo Centrale und Fibia. Herr Krayer - Bamsperger und Herr Oser - Paravicini: dieselben Gipfel nebst Oberalpstock. Vier Sustenhornbesteiger. Herr Sulger: über Brunnigletscher in 's Cavardiras- und Roseinthal.
Endlich hat unser schon im letzten Jahr besonders erwähnter Veteran, Herr Stadtrath Burkhard, ausserdem noch in seinem 72. Jahre dem Torrenthorn, Stanzerhorn, Motterone und Blanchard bei St. Gingolph einen Besuch abgestattet.
Neben der Gotthardgruppe, von welcher der höchste Gipfel durch ein, der Pizzt ) Centrale durch nicht weniger als zehn Mitglieder besucht wurde, blieben auch die näherliegenden Gipfel von Uri und Umgebung nicht einsam, wie Urirothstock von Herrn Kaufmann-Neukirch, Preis-werk-Buxtorf ', Zäsün-Thurneisen und Ad. Burkhard-Bi-schoff; Titlis der Vorige; dessen Umgebung Hr. Brenner-Stehelin.
Auch den Gebirgen Graubündens bis in 's Tyrol haben sich im verflossenen Jahr einige unserer Mitglieder zugewendet, wie Herr Bischoff - Ehing er: Piz Minschun, Monte Cristallo. Herr Dr. Bernoulli-WertJiemann: Schanfigg, Searlthal. Herr Oberstlieut. Federer: Stätzerhorn. Herr Gerber-Keller: Diavolezza, Roseg-und Morteratschgletscher. Herr Ed. Hof mann: Piz Minschun, Stätzerhorn. Herr K. Respinger: Piz Minschun. Herr Bieter - Heller: Passo di Balniscio vom Bernhardin nach Campo Dolcino, ferner vom Tosafall nach Val Bavona und Bedretto und Pizzo Centrale. Endlich einer unserer Veteranen, Herr Schaub:
Silvrettapass, Piz Minschun, Scarl, Münster, Plafnerthal und anstossende Gebiete und Thäler im Tyrol.
III. Die Sektion St. Gallen hielt im Laufe des Jahres zehn Sitzungen, welche theils geschäftlichen Verhandlungen und Besprechungen, theils Vorträgen gewidmet waren, zu denen die verschiedenen Mitglieder in sehr erfreulicher Weise mitwirkten. Waren die Sitzungen auch nicht gerade sehr zahlreich ( 15-23 Mitglieder ) besucht, so gereichten sie doch fast immer den treuen Theilnehmern zur Befriedigung und nicht selten auch zur Belehrung. In der ersten wurde der Vorstand aus folgenden Herren bestellt: Präsident: Hr. Dr. Friedrich v. Tschudi, Vicepräsident: Herr Schlegel-Fehr, Aktuar: Herr Dr. v. Gonzenbach, Kassier: Herr G. Sand.
Zur Pflege des geselligen Lebens veranstaltete die Sektion einige Sonntagsspaziergänge.Von Sektionsexkursionen kamen zu Stande: eine auf den Pfänder bei Bregenz, eine an den Sämtisersee und auf Sollalp, sowie die übliche Säntisfahrt im Spätherbst, alle drei gewürzt von kameradschaftlichem Geiste und fröhlichem Humor. Besonders erfreulich war die letztgenannte. Nachmittags halb zwei Uhr wurde die Clubfahne auf der Säntisspitze entrollt, und die Theilnehmer stiegen und kletterten ihr von den verschiedenen Bergseiten zu. Der wolkenlose Nachmittag, das heitere Hüttenleben des Abends und der unvergleichlich klare Sonnenaufgang auf jener aussichtsreichen Hochwarte werden allen Theilnehmern unvergesslich bleiben. Im Oktober endlich folgte die Sektion noch einer freundlichen Einladung ihres Mitgliedes, Herrn Tschavoll, auf seinen herrlichen Sitz MargarethetiJcapf bei Bregenz.
Auch in diesem Jahre wendete sie wieder Fr. 200 auf für Verbesserung des gebräuchlichsten " Weges auf ihren Liebling, den Sänüs.
In Folge ihrer bisherigen Leistungen zu diesem Zwecke ist der früher nicht ganz gefahrlose Zugang bereits ganz bequem geworden und hat sich der Besuch des Gipfels in ausserordentlichem Maasse gesteigert. Für das Jahr 1870 wurde die Aufnahme des grossartigen Panoramas in Aussicht genommen.
Von bemerkenswerthen Fahrten der Sektionsmitglieder notiren wir folgende:
Herr Weilenmann: Von Lend im Lechthal über das Kuhjoch nach Schnan im Stanzerthal, Ortler, Vertainspitze. Herr Sand und Dr. Schlüpfer: von Grindelwald über das Mönchjoch nach dem Eggischhorn in Einem Tage. Herr Dr. Schlüpfer allein: durch das Gerenthal über den Monte Rotondo nach Realp. Herr Iwan i\ Tschudi: Bettlihorn, Jaffischthal, Ritterpass, Pizzo della Douana. Hr. Wehrli: Oetzthalergruppe ( Kreuzspitze ). Herr Borel: Grösser Buin. Herr Tschavoll und Linser: Tödi, Silvrettagruppe. Herr Pfarrer Heim und Herr Steiger-Zölper bestiegen den 22. Juli 1869 auf dem gewöhnlichen Wege glücklich und unter ganz ungewöhnlich günstigen Umständen die Dufourspitze des Monte Kosa. Aufbruch vom Riffelhaus um Va3 Uhr Morgens, mit einem jungen Perren von Zermatt als Führer und Abraham Ögi von Kandersteg als Träger. Um 5 Uhr Ankunft bei " der „ Blattje ", etwas vor 6 Uhr „ aufm Fels ", um 9 Uhr beim Sattel nach mühsamem, sehr beschwerlichem Steigen. Nach fast einstündiger Ruhe ging 's etwas vor 10 Uhr die Gräte hinauf und dann über das schnee- und eisfreie Gestein im schönsten Sonnenschein ohne alle Gefährde zur Dufourspitze, welche genau um Vil2 Uhr Mittags erreicht wurde. Die Reisenden wurden durch eine wundervolle, nur nach Italien hin getrübte Aussicht belohnt. .'Temperatur + 10—12 ° Réauni.
Nach den Angaben auf den in einer Flasche vorgefundenen Papierstreifen haben in jenem Sommer 3 Partien vor ihnen die Dufourspitze bestiegen. Etwas nach 12 Uhr wurde der Rückweg angetreten und glücklich zurückgelegt. Um 5 Uhr Abends Ankunft im Riffelhaus, von wo unsere Clubisten am gleichen Tage noch nach Zermatt wanderten.
Im Dezember wurde die Bildung einer Clubsektion in Appenzell A. Rh. notifizirt und von der Sektion, obgleich sie an die junge Schwester einige Mitglieder verliert, mit Freuden begrüsst.
IV. Die Sektion Bern, Präsident: Herr Statthalter Studer, hatte im Jahr 1869 13 regelmässige Zusammenkünfte, in denen sich die Behandlung von Clubangelegenheiten und die Anhörung belehrender und unterhaltender Vorträge mit einem heitern gesellschaftlichen Leben verbanden. Vorträge wurden folgende gehalten:
Herr Gösset über Bildimg und Bewegung der Gletscher ', Herr Ober und Dübi über ihre erste Besteigung des Gross-Jiomes bei Lauterbrunnen; Herr Gösset anlässlich eines durch mehrere Mitglieder der Sektion unternommenen Winterbesuches des Schaf loches im Justithal über unterirdische Gletscher; Herr Bachmann über Schnee-, Eis-und Gletscherbildung; Herr Statthalter Studer über seine Besteigung des Galenstockes; Hr. Haller über den ersten, zweiten und dritten Sektionsausflug. Herr Dr. Ziegler über seine Streifereien im Bagnethal.
Wiederholte Verhandlungen veranlassten die Clubhütten am Triftgletscher und am Mönchjoch.
Im Juli erhielt die Sektion den ersten Bericht von Weissenfluh, dass die neue Clubhütte am Triftgletscher den Wr ohne Schaden bestanden habe, an der alten aber das Dach eingedrückt sei.
Da diese zur Aufbewahrung von Vorräthen und nöthigen Falles als Nachtquartier immerhin noch gute Dienste leisten kann, wenn sie in gutem Stande erhalten wird, so wurde zur Herstellung des Daches ein Kredit von Fr. 20 ausgesetzt, und diese Arbeit auch ausgeführt. Es wurde gleichzeitig beschlossen, den Bergführer Andreas Weissenfluh auf Mühlestalden als Aufseher der Hütte zu bestellen und ihm für das Jahr 1869 ein Wartegeld von Fr. 40 zukommen zu lassen. Was die Clubhütte am Mönchjoch anbetrifft, so vereinigte sich eine Anzahl von Bergführern in Grindelwald zur Errichtung einer solchen, nachdem ihnen sowohl von Seite des Zentralkomité als von Seite der Sektion angemessene Beiträge an den diesfälligen Kosten in Aussicht gestellt wurden. Das gesammte Holzwerk zur Hütte wurde im Laufe des Winters in Grindelwald selbst zugerüstet. Der Transport desselben und der Ausbau der Hütte selbst verzögerte sich aber verschiedener Umstände wegen bis in den Spätherbst. Anfänglich hatte man den Platz zur Erstellung der Hütte hinter dem Mönchjoch bestimmt. Nach reiflicher Ueberlegung erachtete es jedoch die betheiligte Führerschaft für weitaus zweckmässiger, die Hütte mehr auf der Grindelwalder Seite, etwa eine Stunde unterhalb des Jochs, im sogenannten Bergli zu erstellen, und die Sektion musste die Triftigkeit der dafür angebrachten Gründe anerkennen, nachdem Hr. Pfarrer Gerwer die Güte gehabt hatte, sich persönlich an Ort und Stelle zu verfügen, und sich ebenfalls davon überzeugte, dass der gewählte Platz demjenigen hinter dem Mönchjoch vorzuziehen sei.
Unterm 29. November zeigte nun unser Clubmitglied, Herr Adlerwirth Bohren in Grindelwald, unter dessen Auspizien und Bethätigung die ganze Angelegenheit betrieben wurde, der Sektion an, dass die Hütte nun wirk- lieh solid und zweckmässig im Bergli erstellt sei und nichts mehr darin fehle als der Eisenofen.
Sobald die Rechnungen geprüft sein werden, wird auch die Sektion den Betrag ihres Beitrages bestimmen, und sie behält sich vor, vor dem Beginn der nächsten Sommersaison die Hütte auch an Ort und Stelle inspiziren zu lassen.
Im Ferneren haben die Grindelwalder beim Schönbühl am Wege nach dem Gleckstein und Wetterhorn eine solide Leiter angebracht, welche den Marsch um ein Wesentliches abkürzt, und im verflossenen Sommer schon vielfach benutzt worden ist. An die diesfälligen Kosten von Fr. 98 hat die Sektion einen Beitrag von Fr. 50 aus der Sektionskasse gesprochen. Es ist endlich auch die Rede davon, beim Gleckstein selbst statt des unbequemen Fel-senloches ein besseres Obdach zu erstellen.
Gemeinschaftliche Sektionsausflüge haben im Sommer 1869 vier stattgefunden, und es haben sich die Mitglieder in gesteigertem Maasse an denselben bethätigt.
Der erste wurde am 23. Mai ausgeführt von 12 Mitgliedern. Nachdem man Abends den Bahnzug nach Biet genommen hatte, ging es " am folgenden Tage über die Höhen des Jura bis zum Weissenstein und nach 8olothurnT von wo die Bahn die Gesellschaft am gleichen Tage nach Bern zurückführte. Das Ziel des zweiten war der Napf. Nachdem man am 5. Juni über Langnau und Trüb bis zur Stächelegg vorgerückt war, wurde am folgenden Tage der Napf bestiegen, die ganze Bergkette bis in den Wasen verfolgt, von da über Affoltern Burgdorf erreicht und zur Heimreise nach Bern die Eisenbahn benutzt. 13 Mitglieder nahmen Theil.
Der dritte Ausflug richtete sich nach der Stockhornkette. Ein Theil der Gesellschaft wanderte am 26. Juni
Flamatt über Albligen, Schwarzenburg und Ryffen-
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matt bis in 's Schwefelbergbad, indem im Vorbeigehen die Grö'negg bestiegen wurde.Verstärkt durch andere Mitglieder, die den direkteren Weg nach dem Schwefelbergbad eingeschlagen hatten, ging es am folgenden Tag, 20 Mann stark, über den Ochsen, die Bürgten und den Gurnigel bis nach Uttigen, wo die Eisenbahn zur Heimkehr benutzt wurde.
Der vierte Ausflug hatte das Sigriswyler Rothhorn zum Ziele. Das Nachtquartier in Sigriswyl war der Sam-melort. Den folgenden Tag, 11. Juli, begab sich ein Theil der Gesellschaft, mit Instrumenten und Fackeln versehen, direkt nach dem Schaf loch, um dort die Tiefe desselben zu ergründen. Der andere Theil schloss sich dort nach Besteigung des Rothhornes dem erstem an und am gleichen Tage kehrte man nach Bern zurück. An diesem Ausfluge nahmen 23 Mitglieder Theil.
Bedeutendere Hochgebirgstouren wurden, soviel bekannt, durch Sektionsmitglieder folgende ausgeführt:
Die Herren Apotheker und Dr. Lindt und W. Brunner bestiegen das Blümlisalphorn ( 2. Besteigung ). Herr Bädecker das Morgenhorn der Blümlisalp ( 1. Besteigung ). Herr Adlerwirth Bohren das Gspaltenhorn ( 2. Besteigung ). Das Ehrenmitglied der Sektion, Fräulein Brunner, und ihr Bruder Wilhelm unternahmen unter Umständen, welche leicht von schlimmen Folgen hätten sein können, eine Schreckhornbesteigung. Nach einer sehr langen und mühsamen Kletterei gelangten sie erst um vier Uhr auf den Gipfel. Es war schon in der vorgerückten Herbstzeit, und sie waren gezwungen, auf dem höchsten Schreck-horngrat ohne Decken, ohne Feuer, ohne Proviant, unter freiem Himmel auf dem harten Schnee die Nacht zu passiren. Ausserdem wurden auch mehrere WetterhornbesiW'gütigen von Sektionsmitgliedern ausgeführt.
Herr Beck von Strassburg endlich, Mitglied der Sektion, hat Matterjoch, Tschingelgletscher und Klaridengrat besucht, und auf 28 photographischen Aufnahmen 24 verschiedene zum Theil ganz, zum Theil ziemlich gelungene Bilder erzielt, worunter Tö'di und Scheerhorn die besten.
Die Sektion Bern zählt gegenwärtig 137 Mitglieder.
V. Bei der Sektion UtO ( Zürich ) ist der Vorstand, wie im Jahr 1868, unverändert geblieben. Präsident: Herr Siber-Gysi, Aktuar und Quästor: Herr Pestalozzi-Jenny. Dagegen sind in die Sektion neu eingetreten 18 Mitglieder, während 5 durch Wegzug von Zürich und 1 durch den Tod austraten.
Die Gesammtzahl der Sektion stellt sich zu Ende des Berichtjahres auf 138 Mitglieder.
Auch dieses Jahr wurden zwei höchst gelungene Sektionsausflüge unternommen. Der erste hatte mit 25 Theilnehmern das Bockmatteli zum Ziel, zu welchem durch das Wäggithal auf und durch das Oberseethal nach Näfels hinabgestiegen wurde.
Der zweite ging auf den Hinterruck in der Churfirstenkette. 18 Mitglieder nahmen daran Theil.
In den stets mit grossem Eifer besuchten monatlichen Winterversammlungen wurden folgende Gegenstände behandelt:
Herr Prof. Osenbrüggen: über den durch dieGebirgs-ttatur bedingten eigenthümlichen Charakter der Gebirgs-pfarrer. Herr Prof. Biedermann: über die Berge und deren Beziehung zur Freiheit. Herr Prof. Kenngott: Cristal-lographie. Herr Stud. Heim: über Yerbauung der Runsen und Wildbäche. Herr Prof. Ulrich: Relation über seine Reise in 's Binnenthal. Herr Dr. Baltzer: Ersteigung der vurettahö'rner. Herr Hamberger - Huber: Ersteigung des Tödi.
Herr Siber-Gysi: über den Adamello. Herr Stutz-Finsler: Bericht über das Jahresfest in Genf und Mittheilung seiner Rede daselbst.
Gegangen wurde in der Sektion sehr viel, wie denn überhaupt in dieser Richtung die Anregungen, welche dem Vereinsleben entspringen, auf fiuchtbaren Boden gefallen sind, und gar Manche sich bestimmen liessen, an der Stelle passiven Zuschauens selbst den Weg unter die Füsse zu nehmen, und sich die Herrlichkeiten der Gebirgswelt selbst zu besehen und zu prüfen. Es sind in Folge dessen einige aufgehende Sterne in der Sektion an 's Licht getreten, die Schönes versprechen. Es hält für das Präsidium sehr schwer, die nöthigen Mittheilungen von seinen Mitgliedern zu erhalten. Eine falsche Bescheidenheit hält sie davon ab, ihre Exkursionen zu besprechen oder mitzutheilen, wenn sie nicht über die Zehntausend hinausgehen. Glärnisch, Urirothstock und bald auch der Tödi werden nicht mehr angemeldet, und so muss auch die Chronik der diesjährigen Leistungen meist aus dem zufällig Gehörten zusammengesetzt werden.
Die Hrn. Carl Brupbacher und Oberholzer bestiegen den Piz Fliana, die letzte noch unerstiegene Spitze der SU-vrettagruppe. Die Herren Heinrich und Ferdinand KöUiker über den Silvretta nach Lavin, Piz Linard und am nämlichen Tage Tal Torta, Fremd Yareina, Stutzalp, Klosters. Herr Heinrich KöUiker überdies den Oberalpstock. Die Herren Zuppinger-Zollinger und F. Blumer: Urirothstock, Oberalpstock, Fibia, Pizzo Centrale, Galenstock, St. Theodulpass und eine durch das Wetter in schon bedeutender Höhe unterbrochene Monte-Rosa-Besteigung. Herr Hain-berger - Huber nebst Gattin den Tödi. Herr Apotheker Schoch neben Tödi und Grauen Hörnern erste Besteigung 4es Grossen Seehornes mit Bündnern, siehe Sektion Rhätia.
Herr Baumann-Zürrer den Tödi. Herr Dr. Egbert Stocker: Mont Avril, Gemmi, Alteis. Herr Apotheker Wernle: Scesaplana und Silvrettahorn. Herr Dr. Baltzer: erste Besteigung der Surettahörner, Tambohorn, quer die Bergamaskerthäler hindurch, mit der Val Sassina beginnend über den Barbellinopass in 's Veltlin. Derselbe mit Herrn Siber-Gysi den Adamello, über den Malghette-pass in 's Val di Sole, den Passo degli Orsi und den Fornogletscher in den südlichen Ortleralpen nach Bormio. Herr Siber-Gysi den Monte San Columbano und den Tresero bei Bormio. Ausserdem mehrfache 6rZàVmscA-Besteigungen, Ausflüge in 's Silvrettagebiet, in die nahen Glarnerberge, die nicht genau genug konstatirt werden konnten, obschon sie eine namentliche Aufführung wohl verdient hätten.
Für den Vorstand ist es eine angenehme Aufgabe, an der Hand des Wenigen, welches er anzeigen konnte, darauf hinzuweisen, in welch erfreulichem Maasse innerhalb der Sektion der Passivität der Anfangsjahre eine erfreuliche und stets wachsende Aktivität entgegengetreten ist. Er rechnet darauf, mit jedem Jahre in dieser Richtung immer Erfreulicheres melden zu können.
Der unermüdlichste Künstler unseres Kreises, Herr Müller-Wegmann, brachte wieder reiche Ausbeute aus dem Engadin zurück, ebenso Herr Dr. Baltzer von seinen Reisen. Im nächsten Jahre wird von grosser Arbeit der Sektion zu berichten sein, allerdings mehr in der Thätigkeit eines Thalsohlenclubisten.
In Genf ist uns die Ehre zu Theil geworden, das Jahresfest des S.A.C. für 1870 bei uns aufnehmen zu dürfen. Wir brauchen nicht zu versichern, dass unsere Sektion diese Ankündigung mit der grössten Freude aufgenommen hat, und auf recht zahlreiche Betheiligung von Seite der Schweizer Clubisten hofft. Wir hoffen, bei un- serem nächsten Jahresbericht mittheilen zu dürfen, dass unsere lieben Gäste nicht nur zahlreich erschienen sind, sondern auch, dass es uns gelungen sein möchte, sie durch das Wenige, was wir, allerdings aus bestem Herzen, zu bieten im Stande sein werden, zufrieden zu stellen.
VI. Die Sektion Rhätia, Präsident: Herr Coaz, Aktuar: Herr F. Salis, 88 Mitglieder stark, hielt im abgelaufenen Jahre 1869 10 Vereinssitzungen, in welchen Geschäfte und wissenschaftliche Mittheilungen behandelt und besprochen wurden. Die Thätigkeit einiger Sektionsmitglieder konzentrirte sich auf Erforschung der obersten Grenzen der erratischen Blöcke und ist darin ziemlich geleistet worden. Die sa vielfache Thalverzweigung, ja sogar Kreuzung des Rheingebietes, erschwert die Festsetzung der Gufferlinien und die damit verbundene Anfertigung einer Gletscherkarte, die sich die Sektion zur Aufgabe gemacht hat.
Der leider allzufrühe und so unerwartet eingetretene Tod des Herrn Professor G. Theobald riss auch hier eine Lücke, und liess die ganze Aufgabe auf den Schultern weniger Mitglieder.
An gemeinschaftlichen Touren wurden zwei ausgeführt. Die eine von Bonaduz aus über die Alp gleichen Namens nach dem Präzerhorn, und über den Heinzenberg nach Thusis. Die zweite von Reichenau über die Calanda-alpen von Tamins, Felsberg und Haldenstein nach Chur. Als erste Besteigungen notiren wir diejenige des Grossen Seehornes im Silvrettagebiet, ausgeführt im August durch Herrn Emil Hauser in Chur und Herrn Landammann'Florian Brost von Klosters, und eine zweite auf den St. Michel durch Führer Jenny von Pontresina mit zwei Berner Herren in der ersten Hälfte Oktober von Bad Alveneu aus.
Ueber diese letztere Besteigung wird von Seite der zwei Herren wohl etwas berichtet werden, und erübrigen uns nur noch in Bezug auf die Seehorngruppe einige Bemerkungen.
Zwischen Sardasca und dem Fermontthal erhebt sich die dreizackige Seehorngruppe.Von diesen wird die östlichste, also die an der Grenze gelegene Spitze, bei der Bevölkerung von Klosters Hinter-Seehorn} Montafunei-seits aber Gross Litzner genannt ( 3124 m ).
Die durch Herrn Hoffmann-Burkhardt im letztjährigen Clubbuch gegebene genaue Beschreibung über seine Besteigung lässt darüber keinen Zweifel. Die westlichste der drei Zacken ist das Vorder- oder Kleine Seehorn} und in der Mitte zwischen beiden steht das Grosse Seehorn und ist auf der Clubkarte mit 3033 m verzeichnet. Die Karte zeigt also in soweit einen Mangel, dass dieses Grosse Seehorn mit dem Namen Vorder bezeichnet ist, und dagegen das Vor-der- oder Kleine Seehorn auf derselben ganz fehlt. Ueber den Höhenunterschied des Grossen und Kleinen Seehorns ist von Seite der Herren Besteiger leider keinerlei Untersuchung angehoben, noch eine Schätzung gemacht worden. Die Spitze des Grossen Seehorns besteht aus einem glimmerreicheri Gneiss, welcher wohl in Folge von bedeutendem Gehalt an Schwefeleisen eine rostgelbe Farbe zeigt und der Verwitterung sehr unterworfen ist.
VII. Sektion Monte Rosa. Präsident: Hr. A.v. Torrente. Da der Bestand der Sektion merklich zugenommen, so wurde der Vorstand von drei auf fünf Mitglieder erhöht, und besteht nun aus einem Präsidenten, Vizepräsidenten, Aktuar, Kassier und Bibliothekar.
Es wurden im Laufe des Jahres 12 Mitglieder aufgenommen, zwei sind ausgetreten, und eines, Herr Pfarrer Schweizer Alpenclub.35 Imseng, den bekannten, tüchtigen Bergsteiger, haben wir durch plötzlichen Tod verloren.
Die Sektion zählt 75 Mitglieder.
Sectionssitzungen haben bloss drei stattgefunden. Sie könnten zahlreicher sein, wenn nicht die Clubisten in dem 36 Stunden langen Wallis zerstreut wohnen würden. Im Winter wurden in Sitten alle 14 Tage Vereinsabende gehalten.
Die hauptsächlichsten Verhandlungen bestanden in der Führung der Yereinsgeschäfte, in der Medersetzung einer Kommission, die mit Beobachtungen über die Gletscherbewegungen an verschiedenen Stationen betraut wurde, und die darüber gemachten Notizen am Ende jedes Jahres protokolliren soll. Auf Anregung von Hrn. Alph. Favre aus Genf wurde ferner eine Kommission unter Leitung des Herrn Prof. Otto Wolf bestellt, die erratischen Blöcke auf der Karte aufzunehmen.
Die Gipfelsteinsammlung und die SeMionsbibMoihek erhielten dieses Jahr einen erfreulichen Zuwachs.
Am 20. November feierte die Sektion auf der Burg Valeria das Enthüllungsfest eines bescheidenen Denkmales, welches Herrn Venetz, Vater, dem Urheber der schönen, damals kühnen Theorie über die frühem Gletscherausdehnungen, die davon übrig gebliebenen Moränen und erratischen Blöcke, gewidmet wurde. Dieses Denkmal besteht darin, dass auf einem dort liegenden Prachtexemplar von Findling der Name „ J. Venetz1'mit der Jahreszahl 1821, dem Datum des Erscheinens der ersten diesen Gegenstand betreffenden wissenschaftlichen Abhandlung Herrn Venetz^s, eingegraben wurde.
Der Weg zum Triftjoch von Zinal aus nach Zermatt wurde auf Anregung des Vorstandes durch den Wirth von Zinal vermittelst eines Geldbeitrages des Baude- partements ausgebessert.
Es bleibt noch die Aufgabe, die an den Felswänden befestigten Seile durch Ketten zu ersetzen. Die Erbauung einer Schirmhütte im Einfisch-thale auf einem günstigen Punkte, wo die Trift- und Du-randpässe auslaufen, wurde auf die Anregung des Centralkomité in Aussicht genommen, und wird im Jahr 1870 in Mitte dieser grossartigen Gletscherregion ausgeführt werden.
Das Führerheft mit den Tarifen für alle Besteigungen und Exkursionen, die im Wallis ausgeführt werden können, ist im Druck erschienen.
. Nächstes Jahr wird ein neues Führerreglement der Regierung zur Genehmigung vorgelegt, und jenem beigefügt werden.
Am Jahresfeste in Genf haben sich vierzehn Mitglieder betheiligt.
Die diesjährigen von Mitgliedern der Sektion ausgeführten und uns mitgetheilten Fahrten sind folgende:
Herr Otto Wolf hat einen Theil der Simplongruppe geologisch durchwandert, und den Wildstrubel und die Rosa Manche erstiegen.
Herr Gallerini, Monte Leone und von Arolla über Col du Mont brûlé und Valpelüne nach Zermatt.
Herr Dr. hortet zwei Male den Montblanc und den Col du Géant.
Herr Gard das Wildhorn und den Mont Avril.
Herr X. Wuilloud das Wildhorn.
H«rr Raphaël Ritz hat Herrn Professor Ulrich im künftigen Exkursionsgebiet über alle Pässe des Binnenthaies begleitet.
Herr Loretan und Herr Walther über den Aletschgletscher und auf das Eggischhorn.
35* Herr Anton v. Torrentê auf die Rocs d' Enfer.
Der Clubsaal befindet sich im Casino in Sitten.
VIII. Die Sektion Tödi, Präsident: Herr Landrath Hauser, hielt während des Jahreslaufes zwei Hauptversammlungen zur Abwandlung der ordentlichen Geschäfte und zwei gesellige Monats Versammlungen. Am 31. Januar wurde eine Yon zirka 30 Mitgliedern besuchte Clubfahrt nach Mühlehorn veranstaltet, um dem Clubgenossen Landrath Kamm, der noch bei keiner offiziellen Exkursion oder Yersammlung seit dem Bestände des Yereines ausgeblieben war, für die Treue und Liebe, mit der er den Idealen des Club zugethan ist, ein Zeichen wohlverdienter Anerkennung zu geben.
Am 1. Mai wurde das jährliche Bankett gefeiert, und zwar zum ersten Male mit Zuziehung der Damen der Clubgenossen. Bei diesem Anlasse wurde zum ersten Male inGlarus die „ Bergbesteigungsphantasie " von Thiele durch die Harmoniemusikgesellschaft von Glarus, und zwar in sehr gelungener Weise, aufgeführt. Die Komposition erntete'allgemeinen Beifall. An die üblichen Festfreuden reihte sich der Tanz, und beschäftigte eine bedeutende Anzahl von Clubgenossen bis zum Grauen des Morgens. Offizielle Exkursionen wurden ausgeführt:
1. Besteigung des Tödi Busein von der Südseite ( erstmalige Ascension ). Bei diesem Anlasse wurde auch dem bisher noch unerstiegenen Gipfel des Bleisas verdas ein Besuch abgestattet; ebenso von einem Spezialdetasche-ment zum ersten Male die Aseension zum Grünhorn über das rechte Ufer des Bifertengletschers forcirt.
2. Exkursion nach der Alp Ramin, auf den Sardonagletscher; Besteigung des nur Ein Mal zuvor betretenen Gipfels der Scheibe. Descension in 's Kal/euserthal auf noch nie versuchten Pfaden, sodann nach Vättis, Pfäfers, Ragaz.
3. Besteigung des Rautispitz ( Wiggis ).
4. Besteigung des Hirzli bei Niederurnen.
Vom Komité der Sektion wurden theils zur Vorbe-rathung, theils zur Vollziehung der Sektionsbeschlüsse sechs Sitzungen gehalten.
Unter den Leistungen der Sektion für die allgemeinen Vereinszwecke sind als bemerkenswerth namentlich folgende hervorzuheben:
Es wird bis zum Frühjahr ein Verzeichniss der sämmtlichen, von der Sektion Tödi patentirten Führer, mit Angabe der Touren, welche sie gemacht haben, sowie der Taxen, welche sie zu fordern berechtigt sind, zu Händen der Mitglieder des Vereines, der Gasthof besitzer, sowie der Verleger und Redaktoren von Reisehandbüchern im Drucke herausgegeben.
Ferner wurde mittelst Sprengung und Erdarbeiten ein Uebergang vom Rautispitz nach der Hochnase erstellt, und bei Anlass der offiziellen Besteigung des erstem kollaudirt, so dass nun bei dieser Tour wechselsweise das Obersee- und das Klönthal besucht werden können..
Herr Albert Heim weilte Anfangs September auf dem Gipfel des Ruchenglärnisch, und nahm im Auftrage der Sektion ein Panorama dieses aussichtreichen, immer mehr besuchten Gipfels auf.
Die Zahl der Mitglieder ist in steter Zunahme b griffen, und stand zu Ende des Jahres auf 80.
Bezüglich des Zustandes der Schirmhütten im Gebiete der Sektion Tödi ist zu erwähnen, dass diejenige in der Firnblanke bis dahin den Bedürfnissen vollständig entsprochen hat, und auch baulich befriedigend beschaffen ist. Dagegen bedarf das Asyl am Grünhorn dringend der Eeparatur, und es wird dieser Gegenstand sowohl dag Centralkomité als die Sektion im künftigen Jahre beschäftigen.
Von den Einzelnleistungen der Mitglieder sind folgende hervorzuheben:
In den Tagen vom 20. bis 31. Juli unternahm der Sektionspräsident, Herr Häuser, folgende Nachlese in den offiziellen Exkursionsgebieten des " Wallis von 1866 und 1868, und zwar unter ausschliesslicher Beihülfe des bewährten Bergführers,Heinrich Eimer von Elm.
Von Martigny ausgehend, wurde das BagnetJial durchwandert, dann der Otemmagletscher passirt, und sodann von dem Felsen aus, wo die Herren Dr. Baltzer und Schröder vor zwei Jahren zu übernachten genöthigt waren ( siehe Jahrbuch 1868—69, Streifereien im Clubgebiet im Jahr 1867 ), die eben so schwierige als gefährliche, noch von Niemanden unternommene, Descension über den linken Arm des Vuibez- nach dem untersten Plateau des Arollagletschers ausgeführt. Gleich am folgenden Tage wurde vom Hôtel du Mont Collon in Arolla aus die Expedition auf den jungfräulichen Gipfel der Loelette ( 3544 m ) unternommen. Nach Arolla zurückgekehrt, wurde der Weg nach Sion, von da nach Siders und durch das Einfischthal nach Zinal genommen, sodann von der Alp de VAllee aus der Durandgletscher und der noch wenig begangene Col Durand ( 3474 m ) passirt. Auf der jenseitigen Abdachung angelangt, wurde zum ersten Male der Abstieg über den Hohwängglefscher bis zu seiner Sohle am Zmuttgletscher im Angesicht des Matterhornes erzwungen, wie die Passage über den Vuibez, eine der schwierigsten Gletscherpartien, die es gibt.
Einige Tage später beging auch Herr Dessinateur Speich einen Theil des vorhin bezeichneten Weges. Von Siders ausgehend, defilirte er durch 's Einfischthal, und drang bis Zinal vor, besuchte dann verschiedene Höhepunkte der Alpen Arpitetta und de VAllée, passirte alsdann den Durandgletscher bis zu den Rocs noirs, wandte sich von hier aus nach dem Col de Zinal oder Triftjoch ( 3540 m ), und stieg über den Triftgletscher nach Zermatt hinunter.
Von da besuchte er den Riffelberg, Gornergrat etc. Die beabsichtigte Besteigung des Breithornes konnte er wegen anhaltend ungünstiger " Witterung nicht ausführen. Auf der Rückreise wanderte er von Aigle durch das Ormondthal, über den Col de Pillon, das Saanen- und Simmenthal u. s. w.
Die Herren Trümpy'-Blumer und Peter Jenny-Hutli unternahmen mit Führer Heinrich Eimer im August folgende Touren:
Ton Trnns aus durch das Medelserthal auf den Lukmanier, dann über den Passo deVTJomo nach Airolo. Vom Gotthard aus wurde die Sella bestiegen, dann das Tritthorn oder Pizzo Centrale; hierauf ward àerFibbia ein Besuch gemacht, dann dem Lucendrothale und dem Pizzo di Vinei, und über dessen schönen Gletscher hinab nach Wyttenw asser, Realp und Amsteg. Von da aus wurde das Maderanerthal besucht, der Hüfigletschev und Sandfirn überschritten, und nach dem freundlichen Stachelberg de-bouchirt.
IX. Die Sektion Genf ist das verflossene Jahr ruhig auf dem gewöhnlichen Wege fortmarschirt. Ihre Hauptbeschäftigung war natürlich die Anordnung des Clubfestes, das den 28., 29. und 30. August in Genf stattgefunden hat. Wir kommen darauf zurück.
Die erste Jahressitzung wurde der Ernennung des Bureau gewidmet. Es wurden ernannt:
Herr M. Chauvet, Präsident, G. Loppé, Vizepräsident, Gr. Lasserre, Sekretär, L. Didier, Kassier, S. P. Beaujelois, Bibliothekar.
Die Sitzungen, neun an der Zahl, waren immer belebt, und gewöhnlich durch 30 Mitglieder besucht.
Die hauptsächlichsten Mittheilungen, die gemacht wurden, sind folgende:
Schilderung des Ueberganges über das Triftjoch durch Herrn Wistaz und seine Töchter. Diese Tour verdiente ohne anders geschildert zu werden, da wohl wenige Damen ( wahrscheinlich keine ) diesen hohen, langen und schwierigen Uebergang gemacht haben.
Herr L. Didier schilderte in drei Sitzungen seine Irrfahrten des vorhergehenden Jahres unter dem Titel: Streifereien von Bagne nach Janian.
Herr J. Jullien berichtete auf launige " Weise, wie er es versteht, über die Vorfallenheiten einer im Freien zugebrachten Nacht auf dem Col de Voza.
Herr Briquet lieferte eine interessante Notiz über die Kristalle des Galenstockes, welche Herr G. Bevilliod gekauft hat, um unsern akademischen Sammlungen damit ein Geschenk zu machen.
Herr Alphonse Favre machte mehrere Mittheilungen, ebenso Herr Privat, der die Aufmerksamkeit der Sektion auf die Bildung eines schweizerischen Herbariums richtete.
Herr Isenring wies der Sektion seinen Alpenplaid vor, der die. Billigung der Liebhaber erhielt.
Ein Vorschlag des Herrn de Billy in Bezug auf die Führer wurde dem Centralkomité überwiesen.
Die andern Sitzungen wurden durch die Berichte der verschiedenen Kommissionen ausgefüllt. Vorerst über das Echo des Alpes. Das Journal ist im Jahr 1869 nach den nämlichen Grundsätzen und unter denselben Eedak- toren wie das vorige Jahr forterschienen.
Vier Hefte, beinahe 200 Seiten, interessanten und mannigfaltigen Inhaltes, sind die Früchte der Arbeit. Mit dem Jahr 1870 wird für das Echo eine neue Existenz beginnen. Es wird in grösserm Umfang das Organ der drei romanischen Sektionen sein, und hoffentlich unter dieser neuen Form fortblühen.
Nachdem Herr Bonneton, Yater, der Sektion den prächtigen erratischen Block von Beauregard, den er bei Mornex ( Salève ) besass, zum Geschenk gemacht, wurde eine Abordnung von drei Mitgliedern ernannt, die nöthigen Schritte zu thun, um den Block in Besitz zu nehmen, der nun der Sektion gehört. Diese Besitznahme wurde bei Anlass eines Sektionsausfluges den 9. Mai bestätigt und später, den 30. August, am Clubfest, vereinigten sich mehr als hundert Clubisten um diesen ehrwürdigen Block, den Zeugen einer frühern Zeit.
Die Kommission für Ausarbeitung eines Bergführers um den Genfersee setzt ihre Arbeit fort. Sie macht wenig Lärm; aber sie schreitet vor, und hofft, 1870 die Frucht einer Arbeit von drei Jahren in 's Leben treten zu sehen, die eine grosse Zahl von Ausflügen und Nachforschungen aller Art erfordert hat. Es genügt anzuführen, dass dieser Führer ungefähr 250 Gipfel und Pässe um den Genfersee schildern wird, von denen eine sehr grosse Zahl bis jetzt in keinem Reisehandbuch vorgemerkt ist.
Eine andere Kommission, welche die Reduktion der Tarife und ein besseres Règlement der Führerschaft von Chamonix zum Zwecke hat, hat durch die Vermittlung des Centralpräsidenten, Herrn Ulrich, eine Petition an den Minister des Innern von Frankreich gerichtet, um die nöthigen Verbesserungen zu erlangen. Bis jetzt sind wir ohne Kenntniss über den Erfolg dieses Schrittes.
Die Kommission für den Unterhalt des Fussweges der Grande Gorge hat in diesem bescheidenen Wirkungskreis ihre Aufgabe gewissenhaft erfüllt, und wir freuen uns, dass unsere Sektion einigermassen zur Annehmlichkeit der Spaziergänger und Touristen unserer Stadt beiträgt, von welcher sie stets Zuwachs erhält.
Die Festkommission endlich, bestehend aus den Herren Chauvet, Loppé, Lasserre, Didier, Beaujelois, Freundler, de Fernex, Briquet, Naville, Maquelin, Alizier und Geisendorf, hat sich bestrebt, die Versammlung unserer Kollegen in Genf auf 's Beste einzurichten. Es steht uns nicht zu, zu entscheiden, ob sie die Befriedigung unserer Gäste erlangt hat. Nur das können wir sagen, dass unsere ganze Sektion glücklich und stolz war, die Einleitungen zu dieser Versammlung zu treffen, doppelt glücklich, Bekanntschaft zu machen mit so vielen Kollegen, die bekannt und geliebt sind wegen ihrer Wissenschaft, ihren Arbeiten und ihren Bergtouren. Das Wetter hat unser Fest begünstigt; das ganze Programm konnte von Anfang bis zu Ende durchgeführt werden. Wir treten nicht weiter ein; ein Bericht über die Abgeordneten Versammlung, die Generalversammlung und das Fest selbst wird an einem andern Orte erstattet werden.
Unsere Sektion hat einige Ausflüge gemacht. Vorerst den gewöhnlichen Frühlingsausflug den 9. Mai auf den Piton de Salève ( 1383 m ), dann den 6. Juni mit den Sektionen Waadt und Wallis auf den Roc d' Enfer ( etwa 40 Clubisten nahmen daran Theil ). Den 27. Juni Sektionsausflug auf den Gramont und die Cornette de Bise, wenig zahlreich.
Emzelnleistungen sind folgende zu notiren:
Mont Blanc, Herren Forget und Loppé; Dom, Maquelin ) Grand Combin, Loppé; Titlis, Sparrenhorn^ Prosa, Freundler y Alizier; Pointes de Sales et de Pelouse, la Tête de Colonne etBuet, Briquet; Tours d' Ai et de May en, Maquelin, de Traz, Lombard; Pointe de Grange, Maquelin, Beaujelois; Col du Mont brûlé et Tête blanche, Maquelin; Aiguille de la Floria, H. Vaffier; Col du Miage, Loppé; Monte Luna, Didier, Bref und de Fernex; Dent de Mvolet, Eberhard.
Im Februar, März, April 1869 wurden r'egelmässige Ausflüge auf den Saleve alle Donnerstag Nachmittag durch eine Anzahl Mitglieder gemacht, die durch diese regelmässigen Spaziergänge ihre Gesundheit. erfrischten.
Ungeachtet die Sektion durch den Tod oder durch Austritt mehrere Mitglieder verloren hat, hat sie auch manche neue Kräfte gewonnen, und zählt dermalen 110 Mitglieder.
X. Die Sektion Aargau ( Präsident: Herr v. Hallwyl, Aktuar: Dr. Wirz ) versammelte sich im abgelaufenen Jahre fünf Male zur Behandlung der Club- und Sektionsangelegenheiten. Sie gewann fünf neue Mitglieder, verlor eines durch Austritt, so dass sie jetzt 17 zählt.
Als Ziel einer gemeinsamen Exkursion wurde das Finsteraarhorn bestimmt, und hiefür das Inventar durch Anschaffung von englischen Seilen, eines Kochapparates u.a. m. vermehrt. Es betheiligten sich folgende acht Mitglieder: Herr v. Hallwyl} Frei-Gessner, Hunziker, Apotheker Inihof, Mühlberg, Neuburger, Saft und Wirz, denen sieh Herr Gösset von der Sektion Bern anschloss.
Am Abend des 4. August, eines der schönsten Tage des Jahres, befanden sie sich in Meiringen, geriethen aber auf der Grimsel in Gewitter und schlechtes Wetter.
Am Morgen des 8. August zog eine stattliche Colonne von zirka 20 Mann — als Führer waren engagirt vier Brüder Blatter von Meiringen und Andreas Maurer — über den Oberaargletscher zum Oberaarjoch, wo der des Photographirens kundige Hr. Saft eine Ansicht aufnahm. Früh am Abend langte man beim zum Bivouak bestimmten Rothloch an, wo Herr Saft wieder als Photograph, andere sich als Meister der Kochkunst bewährten. In das berühmte Loch quetschten sich sechs Menschen, die andern drei suchten sich nicht weniger komfortable Winkel j die Führer- und Trägerschaft wachte bei einem flackernden Feuer und munterm Gesang und Gejohl.
Der folgende Morgen brachte auf den wunderschönen Abend eine bittere Enttäuschung. Der Wind pfiff heftig von der Grünhornlücke her, und jagte die Nebel vor sich. Alles bewölkte sich, die Bergspitzen hüllten sich ein. Zwei Stunden ging man trotzdem seines Weges; dann aber erklärten die Führer, es sei unmöglich, die Besteigung auszuführen. Man hörte, mit welch'gewaltigem Brausen oben auf dem ungeschützten Kamme die Winde sich brachen. Man steuerte also missstimmt der Grünhornlücke zu, welche gegen den Sturm durch Sturm genommen werden musste.Von da hinunter zum Aletschgletscher und über diesen zum Merjelensee. Weitere Pläne, die unter dem Dache des Hôtel Jungfrau am Eggischhorn besprochen wurden, machte am folgenden Tage der Regen zu Wasser. Man stieg hinunter nach Fiesch, und fuhr von da im Wagen und im Waggon in grossem Bogen nach Hause.
Freie Fahrten: Herr Ingenieur Imhof bestieg am 4. August mit seinem 13jährigen Knaben den Galenstock.
XI. Die Sektion DiableretS hat im verflossenen Jahre sieben regelmässige Sitzungen gehalten, vier in den sechs ersten Monaten, und drei gegen Ende des Jahres.
Sie hat den Hinschied des Herrn Dr. Rochat zu bedauern gehabt, eines der ältesten Mitglieder, und den Austritt von vier andern, welche die Schweiz verlassen haben. Die Zahl wäre von 46 auf 41 gesunken, wenn die Aufnahmen, acht an der Zahl, die Lücken nicht ausgefüllt und den Bestand mit 31. Dezember auf 49 Mitgliedei gebracht hätten.
Der Vorstand wurde im Herbst erneuert und besteht nun aus:
Herr Beraneck, Präsident, Professor Carrard, Vizepräsident, Ingenieur A. Doxat, Kassier, Ingenieur R. Giii-san, Aktuar.
Dass die Sitzungen nicht häufiger waren, daran trägt Niemand Schuld; denn nach dem bisherigen modus vivendi rief der Präsident nur zusammen, wenn ein Vortrag sicher, oder eine Mittheilung von Bedeutung vorlag. Im Herbst aber schlug der jetzige Präsident eine Aenderung vor, die ohne Widerstand angenommen wurde, und jetzt hat die Sektion den letzten Dienstag eines jeden Monats eine regelmässige Sitzung im gewohnten Lokal.
Doch wurden die Sitzungen von 1869 gut ausgefüllt. Es gab mündliche Mittheilungen, und mehrere interessante Arbeiten wurden vorgelesen, unter andern:
Herr Professor Dufour über einige Eigenthümlichkeiten der Alpenflora; Herr Professor Favrat über den Albinismus einiger Arten von Alpenpflanzen; Herr Prof. Renevier über die Geologie der Diablerets; Herr Ingenieur Cuénod über die Wildbäche der hohen Alpen, eine Arbeit, die in der Bibliothèque universelle in Lausanne publizirt erschien; Herr de Roulet Schilderung seiner Besteigung der Tour Salières, die ohne Zweifel im Echo des Alpes erschei- nenwird;
Herr Javelle hübsche Schilderung seiner Forschungen in der Gruppe der Dent du Midi, eine Arbeit, die fortgesetzt wird, und deren erster Theil in der ersten Nummer des Echo des Alpes erscheinen wird.
Kein Mitglied hat dieses Jahr einen Ausflug in das Exkursionsgebiet gemacht; dagegen machte die Sektion awei Exkursionen:
1. Den 5. und 6. Juni auf den Roc d' Enfer ( zirka 2300 m ) in Savoyen, ein Gipfel, der bisher wenig bekannt war, und der sich von Lausanne in der Richtung von Evian zeigt, im Hintergrunde des Thales der Dranse von Thonon. Dieser Ausflug wurde auf die Anregung der Genfer Sektion hin gemacht, der sich zehn Waadtländer anschlössen. Derselbe ist so gut gelungen, und hat so angenehme Erinnerungen zurückgelassen, dass beschlossen wurde, zusammen noch einige andere, im Mai oder Juni, zugängliche Gipfel zu erklimmen.
2. Der zweite Ausflug hatte den 17. und 18. Juli statt. Diesmal luden die Waadtländer die Genfer ein. Aber das Wetter verschlimmerte sich, und man konnte mit Noth die Cornette de Bise ( 2439 m ) ersteigen.
Nachher ging der Sommer vorüber, und es war nicht möglich, sich über irgend eine bedeutende Unternehmung zu verständigen.
Zwanzig Mitglieder der Sektion folgten der Einladung ihrer Freunde von Genf, und nahmen Theil an diesem schönen Feste.
Herr Renevier und Guisan wurden an die Abgeordnetenversammlung abgesandt, und in Folge des Beschlusses, das Echo des Alpes zum Organ der romanischen Sektionen des S.A.C. zu machen, wurden Herr Guisan und Challand zu Mitgliedern der interkantonalen Redaktionskommission ernannt.
Mehrere haben auch an der Uebersetzung des Jahrbuches thätigen Antheil genommen.
Noch sind eine Zahl Einzelnleistungen zu erwähnen; die bedeutendsten sind folgende.:
Herr de Lessert, neuer Clubist, hat mit der Ersteigung des Monte Rosa debütirt.
Herr de Boulet die Tour Salières erstiegen.
Herr Javelle die Dent de Morde, den Buet, den Gletscher von Susanfe und die Dent du Midi in allen möglichen Richtungen.
Herr Beraneck hat dem Oldenhorn und den Diablerets einen Besuch gemacht, ebenso den Galenstock erstiegen, leicht und ohne Unfall, hat aber leider den Herrn Scheurmann von Luzern nicht in diesen Revieren getroffen.
Wir schliessen mit einer Leistung, die keinen alpinen Charakter hat. Unser Sekretär, Herr B. Guisan, hat als Mitglied der schweizer. Gesandtschaft zur Einweihung des Canals von Suez die Pyramiden erstiegen, das Club-band im Knopfloch. Es ist ohne Zweifel das erste Mal, dass die Sphinx Aehnliches gesehen, ungeachtet sie seit 4000 Jahren ihre grossen Augen gegen den Orient richtet.
XII. Die Sektion Säntis hat sich Mitte Dezember im Heinrichsbad unter dem Präsidium von Herrn Pfarrer Heim in Gais konstituirt, und wird das folgende Jahr über ihre Leistungen Bericht erstatten.
Wir wünschen dem Benjamin des Vereines, und dem Vereine selbst fröhliches Gedeihen, von dem auch die vorliegenden^Sektionsberichte Kunde geben.