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Gustav IV. Adolf (1778-1837) war der älteste Sohn von König Gustav III von Schweden und dessen Ehefrau Sophie von Dänemark. Im jungen Alter von 13 Jahren musste er nach dem Tod seines Vaters, die königliche Regierung Schwedens übernehmen.
Absetzung des Königs
Gustav Adolf war streng religiös, weswegen er gegen Napoleon opponierte, den er für einen Antichristen hielt. Aufgrund dessen fand er sich schnell in einen Krieg mit dem französisch-russischen Bündnis verwickelt. Während dieser Auseinandersetzung verlor er Finnland und Pommern, wodurch ihm die schwedische Öffentlichkeit mit Misstrauen gegenübertrat. 1809 wurde er in Folge eines Staatsstreichs gefangen genommen und nur wenige Wochen später zur Abdankung gezwungen. Noch im selben Jahr setzte ihn der Ständereichstag formell ab und er wurde von der Thronfolge ausgeschlossen. Das Amt des Königs übernahm daraufhin sein Onkel Karl XIII.
Nachdem Gustav aus Schweden verwiesen wurde, zog er über Kopenhagen nach Deutschland bis er schliesslich im Jahre 1810 in Basel landete.
Aufenthalt in Basel
Unter dem Namen «Graf von Gottorp» gastierte er «als einer der seltsamsten Gäste» in einem Zimmer im Hotel «Drei Könige», welches er als «Kajüte» bezeichnete. Auch den Birsig, über welchem sich die «Kajüte» befand, beschimpfte er herablassend als Kloake. Nach der Scheidung von seiner Frau Frederike Dorothea von Baden im Jahre 1812 führte er einen ruhelosen Lebensstil. Er verliess die Stadt am Rhein und lebte in Deutschland.
St. Johanns-Vorstadt 72
Erst 1818 führte ihn sein unstetes Leben zurück nach Basel, wo er sich nach einem erneuten Zwischenfall im «Drei Könige» für 12'000 Franken das Haus an der St. Johanns-Vorstadt 72 kaufte. Noch heute ziert eine Gedenktafel das Gebäude. In diesem Haus lebte er schliesslich unter dem Namen «Oberst Gustafsson».
Unzufriedener Basler Bürger
Im gleichen Jahr erwarb er sich ausserdem das Basler Bürgerrecht für 1'500 Franken, nachdem er vor versammeltem Rat auf alle Vorrechte von Geburt und Stand verzichtet hatte. Laut zeitgenössischen Quellen fand er den bürgerlichen Frieden jedoch nie. Er fühlte sich zeitlebens missverstanden, ärgerte sich über das Geschrei im Rhein badender Kinder und bewarb sich umsonst um den Posten eines Zeughausverwalters. 1822 sandte er schliesslich den Basler Bürgerbrief beleidigt zurück an das Rathaus.
Ärmlicher Tod
Nach weiteren Jahren seines unglücklichen Flüchtlingslebens starb er 1834 in St. Gallen. Das Ende seiner Lebzeiten hat er in ärmlichen Verhältnissen zugebracht: Ein trauriges Ende für einen ehemaligen Schwedischen König.
Knapp 200 Jahre nach dem schwedischen König logiert das ayurvedische Restaurant «Sri Veda» an der St. Johanns-Vorstadt 72.Weitere Basler Geschichten
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