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| Augustinus (354-430) - Vier Bücher über die christliche Lehre (De doctrina christiana)

3. Buch
8. Kapitel: Von dem Verhältnis der Juden und der Heiden zur christlichen Freiheit
12. Deshalb hat die christliche Freiheit diejenigen, die sie im Dienste nützlicher Zeichen antraf, als schon fast Gefundene dadurch, daß sie ihnen die Zeichen, denen sie unterworfen waren, erklärte, zu den durch diese Zeichen angedeuteten Sachen emporgehoben und so frei gemacht. Aus jenen wurden die Kirchen heiliger Israeliten gebildet. Bei denjenigen nun, welche die christliche Freiheit im Dienste nutzloser Zeichen antraf, hat sie nicht bloß den unter solchen Zeichen geübten Sklavendienst, sondern auch gleich die Zeichen selbst für aufgehoben erklärt und alles entfernt. Die Heiden sollten von dem in der Heiligen Schrift oft im eigentlichen Sinn „Buhlerei“ genannten Verderben, das im Dienste der vielen erdichteten Götter lag, zum Dienste des einen Gottes bekehrt werden; dabei sollten sie nicht einmal mehr unter nützlichen Zeichen dienen müssen, sondern sich vielmehr gleich in ihrem geistigen Verständnis üben.