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Hintergrund und Ursachen
Trotz des rasanten technologischen Fortschritts im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien bleibt vielen Menschen der Zugang zu diesen Technologien und den damit verbundenen Möglichkeiten verwehrt. Der Begriff «Digital Divide» bezieht sich darauf, dass Chancenungleichheit entstehen kann, wenn nicht jede Bevölkerungsgruppe die gleichen Möglichkeiten hat, auf Informationen zuzugreifen und diese zu verwerten. Derzeit nutzt lediglich ein Viertel der Weltbevölkerung das Internet. Den «Digital Divide» gibt es einerseits in Bezug auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen innerhalb eines Landes (z. B. bildungsnahe vs. bildungsferne), und andererseits global zwischen hoch entwickelten und weniger entwickelten Nationen.
Die Ursachen für die globale Wissens- und Informationskluft liegen zum einen in den mangelnden technischen Voraussetzungen für Internetverbindungen in den Entwicklungsländern. Oftmals spielen nicht vorhandene oder schlechte Stromversorgung in den Städten sowie das Fehlen von Elektrizität oder von Telefonanschlüssen in ländlichen Räumen eine entscheidende Rolle. Weitere Gründe sind die hohen Kosten für Hardware, Internet- und Telefongebühren, aber auch mangelnde Lese- und Schreibkenntnisse.
Bedeutung und wirtschaftliche Folgen
Die Nutzung und Übertragung von Informationen gewinnt weltweit an Bedeutung. Daher muss davon ausgegangen werden, dass sich die verschiedenen Ausprägungen der digitalen Kluft erheblich vergrössern. Immer mehr Industrien beschäftigen sich ausschliesslich mit dem Erfassen, dem zeitnahen Verarbeiten und Zurverfügungstellen von Informationen. Unternehmen, die in der Wissensindustrie und Bereichen wie dem E-Commerce, dem Web 2.0, den sozialen Medien oder Big Data tätig sind, werden immer bedeutsamer. Die negativen Folgen für die wirtschaftliche Position der vom «Digital Divide» betroffenen Länder sind daher erheblich.
Entwicklungen und Gegenstrategien
Die technologische Diskriminierung durch den «Digital Divide» führt zu Armut und sozialer Ausgrenzung, indem sie Menschen den Zugang zu grundlegenden Ressourcen, Wissen und somit Wohlstand verunmöglicht. Sie akzentuiert soziale Unterschiede und führt auch zu Geschlechterdiskriminierung.
Mit diversen Initiativen und Programmen – so zum Beispiel im Rahmen der Nachhaltigkeitsziele der UNO (Sustainable Development Goals SDG) – wird versucht, diese Kluft zu überwinden. Wissens- und Technologietransfer, Ausbau von Kommunikationsinfrastruktur sowie verstärkte digitale Bildung und generell eine Erhöhung der weltweiten Alphabetisierungsrate bilden die Gegenstrategien zum «Digital Divide».