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16.
Hierauf behauptet Celsus, dass „ der Ausspruch Jesu gegen die Reichen: 'Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes eingehe'1 geradezu aus Plato genommen sei, indem Jesus den platonischen Satz: 'Unmöglich ist es, dass ein hervorragend guter Mensch zugleich auch hervorragend reich sei'2 , verfälscht habe. “ Wo findet sich nun einer, nicht S. 548 nur unter den Anhängern Jesu, sondern auch unter den übrigen Menschen, der, wenn er die Sachlage nur ein wenig zu beurteilen vermag, nicht über Celsus lachen würde, sobald er ihn behaupten hört, Jesus, der bei den Juden geboren und erzogen und für „den Sohn des Zimmermannes Joseph“ gehalten wurde3 , der nicht nur nicht in den Wissenschaften der Griechen, sondern nicht einmal in denen der Hebräer unterrichtet worden ist, was ja auch die wahrheitsliebenden4 Schriften von ihm bezeugen5 , habe den Plato gelesen und befriedigt durch seinen Ausspruch über die Reichen, „dass es unmöglich sei, zugleich gut und reich in hervorragendem Maße zu sein“, diesen „verfälscht“ und daraus gemacht; „es sei leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher in das Reich Gottes eingehe“?
Hätte Celsus nicht mit gehässiger und feindseliger Gesinnung, sondern von Wahrheitsliebe durchdrungen die Evangelien gelesen, so hätte er erwogen, warum wohl das Kamel, dieses durch einen Höcker verunstaltete Tier, [von Jesus] zum Abbild des Reichen gewählt wurde, und was er mit dem engen „Nadelöhr“ sagen wollte, da er lehrte, „der Weg, der zum Leben führe, sei eng und schmal“6 ;7 dass dieses nach dem Gesetz „unreine“ Tier hier aufgezeichnet ist, das zwar eine gute Eigenschaft hat, da es Wiederkäuer ist, aber auch eine tadelnswerte, da es ungespaltene Hufe besitzt8 . Er würde ferner auch untersucht haben, wie oft und bei wem in den heiligen Schriften das Kamel herangezogen ist, um zu erkennen, was die Schrift über die Reichen sagen will. Er hätte auch nicht ununtersucht gelassen, ob Jesus, wenn er die Armen selig preist9 , die Reichen dagegen beklagt10 , S. 549 dies von den sinnlich wahrnehmbaren Armen und Reichen [gesagt hat], oder ob die Schrift eine durchaus selig zu preisende Armut und einen durchaus tadelnswerten Reichtum kennt. Denn auch der gewöhnliche Mann würde nicht alle Armen ohne Unterschied loben wollen, da die meisten von ihnen auch einen sehr schlechten Charakter haben. Doch dieser Punkt ist genügend besprochen.