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In einer Befragung von Prof. Marius Romme und Dr. Sandra Escher von der Universität Maastricht 1987 unter 450 stimmenhörenden Personen gaben 150 an, gut mit den Stimmen klar zu kommen. Im weiteren Verlauf der Forschung zeigte sich, dass es durchaus möglich ist, als Stimmenhörer ein normales Leben zu führen, auch wenn Medikamente nicht geholfen haben. Die Forschung von Romme und Escher war wichtig, weil sie wissenschaftlich belegte, dass Stimmenhören an und für sich nichts Krankes ist und dass viele Betroffene auch ohne (psychiatrische) Unterstützung gut damit umgehen können.
Romme und Escher blieben am Thema dran und lernten viel von den Stimmenhörenden, welche nie mit der Psychiatrie in Kontakt gekommen waren. Es zeigte sich, dass der Bewältigungsprozess der Betroffenen entscheidend dafür war, ob sie zu psychiatrischen Patienten wurden oder nicht. Nicht hilfreich schienen eher passive Erklärungsansätze, die es schwer machten, den Stimmen weniger Macht zuzusprechen, also wenn die Stimmenhörenden den Eindruck hatten, selbst keinen oder wenig Einfluss auf sie zu haben, z. B. wenn sie die Stimmen als aus elektronischen Geräten wie Radio und Fernsehen kommend erlebten. In diesem Sinn ist auch der meist in der Psychiatrie vertretene Ansatz wenig hilfreich, der die Stimmen als biologische Fehlfunktion ansieht. Denn auch das verunmöglicht es den Stimmenhörenden, selbst aktiv zu werden, sich in Kontrolle zu erleben und zu lernen, welche Einflussmöglichkeiten sie selbst auf ihre Stimmen haben.