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Wiederansiedlung und aktuelle Situation
Die aktuelle Luchspopulation in der Schweiz bleibt mit 140-160 Individuen (inklusive Jungtiere) weiter stabil.
Der Luchs ist nach 100 Jahren Abwesenheit anfangs der 1970er Jahre in den Alpen und im Jura wieder angesiedelt worden und konnte sich bis in die Mitte der 1980er Jahre schnell ausbreiten.
Von 2001 bis 2008 wurden innerhalb des Projektes LUNO insgesamt 12 Tiere von den Kantonen Jura und Waadt in die Nordostschweiz umgesiedelt.
In den 90er Jahre häuften sich die Schäden an Nutztieren aufgrund des schnellen Anstiegs der Population und einem gleichzeitigen Rückgang der Reh- und Gemspopulationen. Seither wird punktuell versucht, mit Herdenschutzmassnahmen Schäden zu vermeiden. Diese Massnahmen, eine Erholung der Reh- und Gemspopulationen und ein leichter Rückgang der Luchspopulation haben dazu geführt, dass seit dem Jahre 2000 die Schäden kontinuierlich zurückgegangen sind und sich mittlerweile auf einem Niveau von 20-40 Rissen pro Jahr eingependelt haben. Im Jahr 2014 wurden 28 Nutztiere vom Luchs gerissen. Eine Schadenstatistik zu den Nutztierrissen wird laufend von KORA aktualisiert.
Umsetzung von Herdenschutzmassnahmen
Die meisten Luchsangriffe auf Nutztiere konzentrierten sich auf den Voralpenraum und den Jura. Am häufigsten ereigneten sich die Angriffe auf kleineren, abgelegenen Waldweiden. Es hat sich herausgestellt, dass sich Weiden, die wiederholt von Schäden betroffen waren- sog. "Hot-Spots"- mit Elektrozäunen und/ oder Herdenschutzhunden gut schützen lassen. Eine französische Studie (fr) hat die Wirksamkeit von Schutzhunden gegenüber dem Luchs genauer untersucht.
Da der Luchs ein geduldiger Pirsch-Jäger ist, empfiehlt es sich mit mindestens 2 Hunden zu schützen.
Die Gebiete Jura, Berner Oberland und Waadtländer Alpen sind momentan die Regionen mit konstanter Luchspräsenz und den häufigsten Schäden. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Rissprobkematik beim Luchs nur punktuell auftritt- entsprechend konzentrieren sich die Präventionsmassnahmen auf die bekannten Risikoweiden.
Das Management der Luchspopulation
Das Konzept Luchs des Bundesamts für Umwelt BAFU legt die Richtlinien fest, die aufgrund des geschützten Status des Luchses für das Raubtiermanagement in den Kantonen gelten.
Regelmässig sind Verluste von Luchsen durch Verkehrsunfälle zu verzeichnen und es muss davon ausgegangen werden, dass auch durch illegale Abschüsse eine gewisse Regulation der Population stattfindet
In Zusammenarbeit mit der Wildhut wurde die Luchspopulation mit Hilfe von Sendern und einem erprobten Monitoringsystem über Jahre hinweg beobachtet. Die Resultate werden jährlich in einem Bericht zusammengefasst.