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Gesundheit und Lebensbedingungen: Resultate aus SILC 2021 Die Schweiz ist das Land mit dem besten selbst wahrgenommenen Gesundheitszustand in Europa
11.05.2023 - Fast drei Viertel der Schweizer Bevölkerung fühlten sich im Jahr 2021 meistens oder ständig glücklich. 3,9% schätzen ihren Gesundheitszustand als schlecht oder sehr schlecht ein. Dies sind so wenige wie in keinem anderen Land in Europa. Sowohl der Bildungsstand als auch das Einkommen beeinflussen das physische und psychische Wohlbefinden. Dies sind einige Ergebnisse der Erhebung über die Einkommen und Lebensbedingungen (SILC) des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Der selbst wahrgenommene Gesundheitszustand bezeichnet die subjektive Beurteilung der eigenen Gesundheit und vermittelt in der Regel ein gutes Bild des effektiven Gesundheitszustands der Bevölkerung. Im europäischen Vergleich ist die Schweiz das Land mit dem geringsten Anteil der Bevölkerung, der seine Gesundheit schlecht oder sehr schlecht einschätzt (3,9% im Vergleich zu 8,8% in der EU), jedoch hängt dies auch vom Einkommen ab.
8,4% der Personen in der untersten Einkommensgruppe (die untersten 20% der Einkommensverteilung) bezeichnen ihren Gesundheitszustand als schlecht oder sehr schlecht. Diese Einschätzung gaben in der höchsten Einkommensgruppe (oberste 20% der Einkommensverteilung) nur 1,2% an. Dieser Unterschied zwischen den Personen in der obersten und denen in der untersten Einkommensgruppe ist in allen europäischen Ländern zu beobachten. In Deutschland und Frankreich schätzen beispielsweise 20,0%, bzw. 14,4% der Personen im untersten Einkommensgruppe ihren Gesundheitszustand als schlecht ein, während dies in der höchsten Einkommensgruppe nur 5,4%, bzw. 3,9% waren.
Soziale Benachteiligungen und Gesundheitszustand
In der Schweiz zeigen sich Unterschiede im selbst wahrgenommenen Gesundheitszustand nach Bildung, Einkommen und Einkommensarmut. Der Einfluss der sozialen Benachteiligungen akzentuiert sich mit steigendem Alter. So schätzen beispielsweise Personen ab 50 Jahren mit höchstens einem obligatorischen Schulabschluss ihren Gesundheitszustand doppelt so häufig als schlecht oder sehr schlecht ein (12,1%) als Personen, die auf der Sekundarstufe II ihre höchste Ausbildung abgeschlossen haben (5,9%). Im Vergleich zu Personen mit Tertiärabschluss (3,2%) sind Personen mit höchstens einem obligatorischen Schulabschluss fast 4 mal häufiger betroffen. Auch gaben Personen ab 50 Jahren mit ausländischer Nationalität (11,1%) ihren Gesundheitszustand deutlich häufiger als schlecht oder sehr schlecht an, als Personen mit Schweizer Nationalität (4,7%).
Mehrheit der Bevölkerung mit gutem psychischem Wohlbefinden
73,4% der Schweizer Bevölkerung fühlte sich laut eigener Angabe in den letzten vier Wochen vor der Befragung ständig oder meistens glücklich. Der Anteil Personen, der sich ständig oder meistens entmutigt oder deprimiert fühlte, liegt bei 5,9% und sinkt mit zunehmendem Bildungsstand und Einkommen.
Body-Mass-Index bei den Personen mit niedriger Ausbildung am höchsten
Der Bildungsstand hat einen deutlichen Einfluss auf den Anteil übergewichtiger oder adipöser Personen. Personen mit höchstens einem obligatorischen Schulabschluss (17,5%) sind doppelt so häufig von Adipositas betroffen als Personen mit Tertiärabschluss (9,0%). Andere soziale Benachteiligungen haben dagegen einen geringeren Einfluss auf das Körpergewicht.
Übergewicht und Adipositas, der selbst wahrgenommene Gesundheitszustand und das psychische Wohlbefinden hängen eng miteinander zusammen. Von Adipositas betroffene Personen schätzen ihren Gesundheitszustand deutlich häufiger als schlecht oder sehr schlecht ein (10,1%) im Vergleich zu normalgewichtigen Personen (2,6%). Auch gaben sie seltener an, ständig oder meistens glücklich zu sein (69,2%), im Vergleich zu den Personen mit Normalgewicht (75,6%).
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