Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03105.jsonl.gz/39

Ein schmaler Gedichtband von rund 70 Seiten wird leicht übersehen oder für zu leicht befunden. Die zweite Buchveröffentlichung von Roman Graf ist jedoch alles andere als leicht, weder leicht geschrieben noch leicht zu beschreiben. Es ist auch nicht einfach, den Autor zu loben, weil er sich dem leicht Gefügigen und Gefügten mit Kunstverstand widersetzt. Nur […]
Im Jahr 1989 starben nicht nur Samuel Beckett und Thomas Bernhard. Nur wenige Wochen nach dem Tod des von ihm als «Prosalehrer» verehrten österreichischen Autors nahm sich Hermann Burger das Leben. Bei allen Unterschieden – Bernhard etwa wurde lange Zeit als Beckett-Epigone ridikülisiert («Alpenbeckett und Unterganghofer») – ist ein Gemeinsames dieser drei Autoren in ihrer […]
Am Ende steht (und so stand es auch schon in Interviews zu lesen), dass Peter Handke der Privatlektor seines Freundes Luc Bondy war, als dieser mit einer schweren Erkrankung in der Klinik lag. Weder der Autor noch sein Lektor konnten (oder wollten) verhindern, dass diese 160 luftig gesetzten Seiten als «Roman» feilgeboten würden; im Text […]
Das Glück des Wissens 1853 schrieb Gottfried Keller an einen Freund: «Ich habe gesehen und gestaunt, wie schlecht und unfähig die Produkte anderer Leute gelesen werden.» Trotz dieser pessimistischen Einschätzung Kellers wurden beide Fassungen des «Grünen Heinrichs» offenbar gut und fähig genug gelesen, um inzwischen zur Weltliteratur zu zählen. Von der Kunst, Gottfried Keller zu lesen, handelt auch eine diesjährige Vorlesung am Deutschen Seminar der Universität Zürich. Wie der Zürcher Germanist Karl Wagner im folgenden erläutert, liegt der Reiz des Romans auch darin, dass er die Wissenschaft und deren Vermittlung literarisch verarbeitet und dabei auch für ein Wissen zuständig wird, von dem die Wissenschaft selbst nichts weiss.
Fast vierzig Jahre nach der französischen Erstausgabe ist nun der Schlussband von Albert Cohens Tetralogie endlich in deutscher Sprache erschienen; im Jahre 1930 hatte Cohen (geboren 1895 in Korfu, gestorben 1981 in Genf) diese Romanreihe mit «Solal» eröffnet und mit «Eisenbeisser» 1938 fortgesetzt. «Die Tapferen» waren vom Autor ursprünglich als Teil seines umfangreichen und auch […]