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Wörterbuch
der Sozialpolitik
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Beitragsprimat

Beim Beitragsprimat handelt es sich um ein im System der öffentlichen oder privaten Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge angewandtes Prinzip: Die Leistungen der Vorsorgeeinrichtung richten sich grundsätzlich nach der Höhe der von den Versicherten (und ihren Arbeitgebern) bezahlten Beiträge. Diese Beiträge werden durch das Gesetz oder das Reglement der betreffenden Vorsorgeeinrichtung (Pensionskasse, Sammelstiftung) in Prozenten des versicherten Lohnes festgelegt. Die Höhe der Leistungen wird für jeden einzelnen Versicherten individuell bestimmt und ist Ausdruck der Summe aller während der Beitragsdauer einbezahlten Beiträge (bei Kapitalisierung einschließlich der akkumulierten Zinsen). Jede Lohnveränderung führt zu einer Änderung der Leistungen.
Vorteile des Beitragsprimats: Es vermittelt den Arbeitgebern und Versicherten einen hohen Grad an finanzieller Sicherheit, weil ihre gegenseitigen Verpflichtungen stets präzise bestimmbar sind (Höhe der einbezahlten Guthaben, Höhe der zu erwartenden, das heißt finanzierbaren Leistungen sowie die Höhe der Freizügigkeitsleistung, jener Leistung, die bei Wechsel der Vorsorgeeinrichtung oder Aufgabe der Erwerbstätigkeit ausbezahlt wird). Überdies besteht keine Verpflichtung, beim Eintritt in eine Vorsorgeeinrichtung Einkaufssummen oder bei Lohnerhöhungen Nachzahlungen zu entrichten, um eine gewisse Leistungshöhe zu garantieren.
Nachteile des Beitragsprimats:
- Bei jeder Erhöhung des versicherten Verdienstes sinkt der Vorsorgegrad, das heißt, aufgrund der verkürzten Beitragsausrichtung reduzieren sich die zu erwartenden Leistungen. Durch die Anwendung altersabhängiger progressiver Beitragssätze kann dieser für die Versicherten ungünstige Effekt korrigiert werden.
- Die während der Beitragsdauer eingetretene Inflation wird nicht genügend berücksichtigt, wodurch der Leistungserhalt nur ungenügend gewährleistet ist. Wenn die wirtschaftliche Entwicklung positiv verläuft, das heißt auf dem von der Vorsorgeeinrichtung angelegten Kapital entsprechend hohe Erträge erwirtschaftet werden, werden die beschriebenen Nachteile ganz oder teilweise ausgeglichen. Allerdings kann eine verfehlte Anlagepolitik auch das Gegenteil bewirken.
- Das Leistungsniveau fällt beim Beitragsprimat oft tiefer aus als beim Leistungsprimat.
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