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Die Vorentscheidung fiel am Ende eines langen ersten Satzes, der deutlich über eine Stunde dauerte. Der 30-jährige Schweizer schlug als Erster zu, indem er das Break zum 5:3 schaffte. Murray schenkte ihm dieses mit zwei Vorhand-, einem Doppel- und einem Rückhandfehler geradezu. Doch Wawrinka konnte die Gunst der Stunde nicht nutzen und gab den Vorteil – ebenfalls mit einem Doppelfehler bei 30:30 – postwendend wieder aus der Hand.
Im Tiebreak ging der Schotte 4:2 in Führung, ehe Wawrinka mit fünf Punkten in Folge die Wende gelang. Zwar half Murray mit einigen Fehlern wiederum tatkräftig mit, ein Zufall war der Sieg in der Kurzentscheidung dennoch nicht. Mit 34 zu 12 gewonnenen Tiebreaks ist der Romand in dieser Domäne der erfolgreichste Spieler des Jahres unter den Top Ten. Umgekehrt verlor Murray in dieser Saison kein Spiel nach gewonnenem Startsatz (60 Siege).
Der Brite konnte die Enttäuschung dieses für ihn unbefriedigenden Endes des ersten Satzes nicht sofort wegstecken. Er gab gleich zum Auftakt seinen Aufschlag ein zweites Mal ab und fand danach keinen Weg mehr zurück. Murray war zwar in der Defensive gewohnt stark, überliess die Initiative aber zu sehr dem Schweizer, der sich geduldig genug zeigte, um auf die richtige Möglichkeit zum Angreifen zu warten. Mit dem Sieg vor Augen geriet er aber doch noch ins Zittern. Nach einem zweiten Break zum 5:2, liess er Murray noch einmal herankommen und musste sogar noch einmal zwei Breakbälle zum 5:5 abwehren, ehe er nach 1:54 Stunden zum Sieg kam.
Neuauflage des Schweizer Duells
In der Londoner O2 Arena wiederholt sich also die Geschichte. Wie im vergangenen Jahr kommt es heute (21.00 Uhr) im Halbfinal zum Schweizer Duell zwischen Wawrinka und Roger Federer. Auf eine Repetition des damaligen Spiels könnten aber mit Sicherheit beide helvetischen Protagonisten verzichten. In einem hochstehenden und dramatischen Kampf – den Federers Ehefrau Mirka mit einem Zwischenruf noch weiter anheizte – setzte sich der 34-jährige Basler nach 2:48 Stunden und der Abwehr von vier Matchbällen durch. Der Erfolg stellte sich allerdings als Pyrrhussieg heraus, denn am folgenden Tag konnte Federer wegen Rückenschmerzen nicht zum Final antreten.
(SI)