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Oscar Wilhelm Lüthy
26. Juni 1882 – 1. Oktober 1945
Nach seinem Studium der Architektur an der Kunstgewerbeschule Bern verlegte Oscar Wilhelm Lüthy 1903 seinen Wohnort ins Wallis, wo er sich nach ersten Malversuchen der Freiluftmalerei zuwandte. Ab 1907 belegte er private Malkurse bei Hans Lietzmann, bei denen er mit religiöser Kunst in Kontakt kam. Mit Jean Arp und Walter Helbig gründete er 1911 die Künstlergruppe «Der moderne Bund», die bis 1913 an drei Ausstellungen teilnahm, unter anderen 1912 an der programmatischen Manifestation im Kunsthaus Zürich. Es folgten Studienaufenthalte in Italien und Paris, bevor er sich dann in Zürich niederliess. In den Jahren zwischen 1918 und 1920 beteiligte er sich an Ausstellungen der in Basel gegründeten Künstlervereinigung «Das Neue Leben». 1920 war er einer Mitunterzeichner des Dadaisten-Manifests. Die Bekanntschaft mit dem Maler Otto Meyer-Amden weckte Lüthys Interesse an der Anthroposophie und der christlichen Mystik. Das Stadtmuseum Dresden erwarb 1925 sein Gemälde «Madonna» welches später von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und 1933 im Rahmen der Ausstellung «Entartete Kunst» im Innenhof des Dresdner Neuen Rathauses sowie in acht weiteren deutschen Städten gezeigt wurde. Unter anderem 1937 in München zusammen mit Werken von Karl Schmidt-Rottluff und Emil Nolde. Wo sich «Madonna» jetzt befindet oder ob das Gemälde noch existiert ist unbekannt. In der Schweiz bekam Lüthy zahlreiche Aufträge von kirchlichen Institutionen. Sein letztes grosses Werk war das Altarbild für die Christuskirche in Oerlikon (1941–1942).