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Mit Genua und Palermo besuchten wir im Frühjahrssemester 2018 zwei italienische Hafenstädte mit einer jeweils ganz eigenen, bewegten Geschichte. Während ihnen die Blütezeiten im Mittelalter bis in die frühe Neuzeit gemein sind, entwickelten sie sich in den letzten 150 Jahren sehr unterschiedlich und können heute stellvertretend für den italienischen Nord-Süd-Gegensatz angesehen werden.
Genua mit seiner grossen Seefahrertradition und seinem heute noch bedeutenden Hafen ist geprägt von der dramatischen Topografie. Die grossen städtebaulichen Achsen folgen den Höhenlinien und dehnen den Stadtkörper parallel zur Küste in die Länge. Als Hafen des wirtschaftsstarken Norditaliens (und der Schweiz) konnte Genua in den letzten Jahren die Folgen des Strukturwandels der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts überwinden.
Palermo wurde aufgrund seiner strategisch wichtigen Lage seit der Antike immer wieder von verschiedenen Kulturen erobert, die allesamt ihre baulichen und kulturellen Spuren im Stadtbild hinterliessen. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs folgten wirtschaftlicher Niedergang und Jahrzehnte der Mafiagewalt, von denen sich die Stadt bis heute nur teilweise erholt hat.
Die Verbindung zwischen beiden Städten stellten wir zum einen physisch mit einer Fährüberfahrt über das tyrrhenische Meer her. Zum anderen interessierte uns der atmosphärische und typologische Vergleich. Welche Einflüsse erreichten die beiden Städte über das Meer? Wie gliedern sich die Stadtkörper? Wie erfolgte der Wiederaufbau und die Stadtentwicklung der Nachkriegszeit? Mit welchen Strategien werden heute urbane Probleme gelöst?