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Das Beaumontquartier erhält in ein paar Jahren ein völliges anderes Gesicht. Auffallend wird dabei ein Gebäude sein, das der Freiburger Kathedrale durchaus Paroli bieten kann. Die Aussichts-Plattform der Kathedrale befindet sich auf einer Höhe von 65 Metern, das geplante Hochhaus mit 58 Metern ist nicht weit davon entfernt. Solche Türme sind in der Stadt Freiburg durchaus willkommen, wie Stadtarchitektin Nicole Surchat-Vial gestern vor den Medien sagte (siehe Kasten).
Das Turm-Projekt im Beaumont wird von der Immobilien-Gesellschaft Proxiland Real Estate AG realisiert. Laut deren Gründer und Geschäftsführer Laurent Chappuis ist im rechtwinkligen unteren Teil des Gebäudes auf vier Stockwerken ein Hotel mit 88 Zimmern vorgesehen. «Es entspricht nicht ganz einem Vier-Sterne-Hotel», sagte er; in der Stadt Freiburg fehlten solche Hotels.
Mit Luxuswohnungen
Im unteren Stockwerk ist ein Fitness-Zentrum auf einer Fläche von 700 Quadratmetern geplant. Im fünften Stock sind vier Büroräumlichkeiten von je 150 Quadratmetern vorgesehen. «Diese Büros mit einer Glasfront bilden den Übergang zu den höher gelegenen 48 Wohnungen, die mit zweieinhalb bis fünfeinhalb Zimmern als Eigentumswohnungen verkauft werden», sagte Laurent Chappuis. Je höher der Turm, desto kleiner werden die Flächen des Gebäudes, was zum Beispiel auch beim Roche-Tower in Basel der Fall ist. Chappuis verheimlichte dabei nicht, dass die Wohnungen im oberen Turmteil als Luxuswohnungen verkauft werden, zumal die Wohnungen über eine Terrasse von 25 bis 40 Quadratmetern verfügen werden. «Alle Wohnungen im Turm werden zwei Aussichts-Winkel haben: einer gegen den Moléson und einer gegen die Kaiseregg», begründete Architekt Jean-Marie Bovet vom Architekturbüro Quabbarchitectes Sàrl unter anderem die teuren Preise der Eigentumswohnungen.
100 unterirdische Parkplätze
Im Untergeschoss des Gebäudes, dessen Gesamtkosten Laurent Chappuis auf 50 bis 60 Millionen Franken schätzt, sind 100 Parkplätze geplant. «Aussenplätze sind nur für das Hotel vorgesehen, vor allem für Cars», sagte er. Er ist sich bewusst, dass es Einsprachen gegen dieses Projekt geben könnte. Als der Detail-Überbauungsplan auflag, ging eine Einsprache ein. «Sie galt dem Schattenwurf des Gebäudes», sagte Bovet. «Mit der asymmetrischen Konstruktion des Gebäudes haben wir aber darauf geachtet, dass der Schattenwurf auf die benachbarten Gebäude so gering wie möglich ausfällt.»
Seit letztem Freitag liegt das Baugesuch öffentlich auf. Profilstangen sind aber keine zu sehen: Bei einer Höhe von 58 Metern sind diese nicht geeignet. Daher hat sich Proxiland etwas Besonderes einfallen lassen. «Auf dieser Höhe wurden auch schon Ballons installiert, aber wenn es windet, so weichen ihre Höhen von den effektiven Höhen stark ab», führte Chappuis aus.
Laser statt Profilstangen
Daher können Interessierte an vier Abenden dank Laserstrahlen sehen, wie hoch dieser Beaumont-Turm gebaut wird: Die Höhe der 48 Eigentumswohnungen im oberen Gebäude werden an vier Abenden mit Laserstrahlen markiert, wie sie von den Konzerten bekannt sind, wobei die Laserstrahlen auf der Höhe der 17 Stockwerke von Drohnen begrenzt werden. Das rechteckige Gebäude mit acht Stockwerken ist normal mit Profilstangen gekennzeichnet. Jeweils am Dienstag und Donnerstag zwischen 20.30 und 21 Uhr werden die Laserstrahlen in den nächsten zwei Wochen zu sehen sein.
In Fortsetzung zweier Gebäude
Bereits heute sind an der Glanestrasse im Beaumontquartier, die täglich von 25 000 Fahrzeugen befahren wird, zwei längliche, acht- bis neun-stöckige Gebäude mit Mietwohnungen im Bau; sie werden ebenfalls von der Firma Proxiland erstellt. «Wir haben darauf geachtet, dass die Höhe der zwei Gebäude dem rechtwinkeligen Gebäude des Turms ohne die Privatwohnungen entspricht», sagte Laurent Chappuis. Und diese zwei Gebäude mit ihren 141 Wohnungen und mit 70 unterirdischen Parkplätzen sollen für jedermann erschwinglich sein; sie sollen Ende 2018 bezugsbereit sein, die Wohnungen im Turm Ende 2019.
Mittlerweile hat die Proxiland AG die zwei Gebäude mit zwei weiteren Hochhäusern dem Fonds Immobilier Romande verkauft. Laurent Chappuis geht davon aus, dass im Innenhof dieser Gebäude mit Garten ein ruhiges Quartierleben abseits des Lärms der Durchgangsstrasse möglich sein wird.
Stadt Freiburg
Türme sind durchaus willkommen
Der 58 Meter hohe Turm im Beaumontquartier, der an Weihnachten 2019 bezugsbereit sein sollte (siehe Haupttext), soll nur der Anfang des Turmbaus in der Stadt Freiburg bilden. Dies sagte Stadtarchitektin Nicole Surchat-Vial an der gestrigen Medienkonferenz. «Ja, ich hoffe sehr, dass dieser Turm im Beaumontquartier realisiert wird», betonte sie. Dabei gab sie zu verstehen, dass auch andere Türme eingangs der Stadt oder an strategisch wichtigen Eckpunkten willkommen wären. Und solche Türme würden sich auch ins Stadtbild integrieren und zudem den Forderungen des Bundes entsprechen, die Städte zu verdichten. «Wir wollen bis 2030 Wohnungen für rund 10 000 neue Einwohner errichten», sagte Surchat-Vial.
Geplant ist ein Turm neben dem Alten Bahnhof: «Solitaire» heisst das Hochhaus mit 17 Stockwerken, das die SBB bauen wollen. «Wir haben gehofft, dass sich dieses Projekt früher entwickelt als jenes im Beaumont, aber was solls», sagte Surchat-Vial. Weitere Türme wären im Schönberg-Quartier, in der Chassotte oder im Perollesquartier willkommen, nicht aber im St. Leonhard.