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Royal Lochnagar gehört zu den zehn kleinsten Whiskybrennereien in Schottland. Mit nur zwei Destillen, die 6'000 bzw. 3'900 Liter fassen, schafft man es hier auf etwa 450'000 Liter pro Jahr. Die Nutzung traditioneller Worm-Tub-Kondensatoren, die alten Steinhäuser und die etwas versteckte Lage in den östlichen Highlands verleihen der Marke einen ganz besonderen Charme. John Begg errichtete die ersten Gebäude 1845 gegenüber dem Dorf Crathie am Fluss Dee und begann mit der legalen Destillation von Whisky. Schon bald darauf wurde der Betrieb von Prince Albert mit einer königlichen Urkunde für Hoflieferanten versehen und war von nun an quasi unantastbar. Dies war insofern vorteilhaft, da zwischen 1823 und 1842 zwei Whiskybrennereien in Crathie niedergebrannt wurden - dahinter verbargen sich profitgierige Schmuggler, die kein Interesse an der Legalisierung der Whiskyproduktion hatten. Nach diversen Erbschaften, Besitzerwechseln und Restaurationen wurde Royal Lochnagar schliesslich Teil des beeindruckenden Portfolios von Diageo. Wenn die Whiskys ausnahmsweise mal nicht in diverse Blends (z.B. Johnnie Walker oder der in Südkorea beliebte Windsor) einfliessen, werden sie als hochgeschätzte Single Malts herausgebracht. Dabei schmecken die Tropfen - sofern man die Konstellation an Brennerei-Gerätschaften vor Augen hat - überraschend frisch, fruchtig und grasig. Whisky-Kenner würden hier eher einen schweren, öligen Körper erwarten. Doch bei Royal Lachnager laufen die Brennblasen nur an zwei Tagen die Woche heiss - während der restlichen Zeit sind die Brennblasen ausgeschaltet und werden gelüftet. Durch die Reaktion der Frischluft mit dem Kupfer werden Schwefelrückstände abgebaut und das Material auf einen neuen Durchgang vorbereitet.
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