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Lowe Electronics Ltd., Matlock, U.K.
Modifikationsbericht HF-225 - © weltweit hören

überarbeitet am 27.8.2010

Modifikationen am LOWE HF - 225
Nachdem der Verfasser den Vorgänger, den HF-125. schon als äußerst pfiffiges und, wie OM Werner Rödl ausdrückte, "billigstes Radio. das noch etwas taugt", kennengelernt hatte, war das Interesse an dem Nachfolgemodell sehr groß. Obwohl die Detailarbeit, die hier eingeflossen ist, beträchtlich ist - hervorzuheben wäre die wesentlich verbesserte Intermodulationscharakteristik im Mittel- und Langwellenbereich bleibt auch hier noch einiges. was mit geringen Mitteln verbessert werden kann.
Netzteil: Der Grund für selektive Brummstörungen, die besonders im Nahfeld von Großsendern auftreten, liegt im Nichtvorhandensein von Überbrückungskondensatoren (jeder Wert zwischen 1 und 10 nF ist möglich) über die vier Dioden des Gleichrichters. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch einen Überspannungsableiter SIEMENS S20K250 an die Trafo-Primaranschlüsse gelegt. Das Fehlen eines Netzschalters läßt sich durch einen Schnurschalter - ich empfehle eine Type, die beide Netzzuleitungen schaltet zwischen Netzstecker und Netzteil leicht korrigieren. Dabei fällt auf, daß der Schutzleiter (GELB/GRÜN) mit dem Minuspol des Gleichspannungsausganges verbunden ist, wozu das ansonsten sehr ausführliche USER MANUAL keinen Hinweis enthält, obwohl dadurch unerklärliche Brummschleifen beim Anschluß von Zusatzgeräten entstehen könnten. Diese Vorgangsweise ist auch sicherheitstechnisch nicht unbedenklich, weswegen ich empfehle, diese Verbindung aufzutrennen, die Stromversorgung somit massefrei zu gestalten, und eine eigene HF-Erde zu verwenden. Zur HF-Abblockung empfiehlt es sich auch, die Gleichspannungszuleitung direkt beim Stecker am Gerät mit mehreren Windungen entweder in einem Ringkern oder um einen FerritStabkern zu wickeln. Die Befestigung erfolgt mit Isolierband.
Hauptplatine (MAIN UNIT): Hier habe ich zunächst beim Stromversorgungseingang einen Überspannungsableiter SIEMENS S20K11, dem ein kleiner Elko ( 220 uF 25V, Polarität beachten!) parallel geschaltet wurde, über den Gleichspannungseingang gelegt, um so zusammen mit der beim Netzteil erwähnten Drossel und dem Ladeko des Netzteiles einen Tiefpaß gegen Netzstörungen zu realisieren.
Dem 50 Ohm Antenneneingang habe ich eine Drossel von 150 mH parallel geschaltet, um eventuelle statische Aufladungen von der Antenne abzuleiten. Falls die Bastelkiste keine Drossel kleiner Bauart mit so hohem Wert bietet, kann auch ein 10 k Massewiderstand verwendet werden, dieser wird ebenfalls an der Geräteunterseite angelötet. Sicher wäre es auch noch möglich, eine Schmelzsicherung entweder im Gerät oder im Zuleitungskabel einzubauen, da der im Netzgerät eingebaute Spannungsregler aber billiger ist als eine 20 mm Schmelzsicherung samt Halter, wurde darauf verzichtet.
Nach diesen Sicherheits- und Stromversorgungsaspekten mißfiel mir der hohe N F Rauschpegel, dem ich wie folgt zu Leibe rückte: Dem C141 (20nF) wurde ein 68nF Kondensator parallel gelegt, über VR3 einer mit 10nF. Beide Bauteile sind an der Unterseite der MAIN UNIT anzulöten, ebenso wie ein 4u7 Elko parallel zur Kopfhörerbuchse und ein 22 - 47u Elko parallel zur EXT LS-Buchse, je nach dem, wieviel Höhen man abschneiden will, was im wesentlichen vom verwendeten Lautsprecher und von persönlichen Präferenzen abhängt. Die hier beschriebene Höhenabsenkung ist durch eine Absenkung der Tiefen zu kompensieren, indem man C 148 von 470 uF auf 47uF reduziert, und C 142 von 2u auf 0,5u oder weniger - je nach Geschmack und Hörempfinden verkleinert. Somit rauscht die Sache bei weitem nicht so wie im serienmaßigen Zustand, der Bereich des Klangreglers ist wesentlich weiter, aber man hört auf einem ruhigen Band, wenn wenig QRN und kein QRM herrscht, ganz leise die Abstimmschritte durch, die sonst im Eigenrauschen der NF untergegangen wären. Sollte das etwa der Grund sein, warum die NF-Auslegung so ist und nicht anders ...? Wie dem auch sei, die Ermüdung des Zuhörers wird durch oben beschriebene Modifikation wesentlich reduziert und schwache Signale lassen sich auch besser aufnehmen.
In der Praxis zeigte sich, daß die Maximalbandbreite von 10 kHz praktisch nie verwendet werden kann, sieht man von Ortssendern ab, aber diese Programme lassen sich ja auf UKW empfangen. Deswegen habe ich die Bandbreiten von 2,2 / 4 / 7 / 10 kHz auf 2,2 / 3 / 4 / 7 kHz wie folgt geändert: X3 von CFW455HT, das herstellerseitig mit 6 kHz (oder mehr) angegeben wird, auf CFW455I; X4 von CFW455I auf CFW455JT, also von 4 auf 3 kHz; und letztlich X5 von dem vorhandenen Filter auf ein CFW455HT, welches in diesem Falle nicht wie alle anderen Filter pinkompatibel isl, sondern auf ganz kurzen Drahtstückchen (ca. 5 mm) hochgesetzt wird. Somit ist nur ein CFW455JT (MURATA) anzuschaffen
Im als Zubehör erhaltlichen FM-Teil haben die Hersteller ebenfalls ein Scheunentor und kein Filter eingebaut. denn das dortige 12 kHz Filter ist m jedem Fall viel zu breit. Ich empfehle ein CFW455HT (6 - 7 kHz) für CB und 10 m FM und für die Verwendung als VHF/UHF Nachsetzer ein CFW455 G (8 kHz) um den 12,5 kHz Raster abdecken zu können.
Letztlich habe ich die beiden aus Aluminium bestehenden Gerätedeckel durch Beilegen je einer Lötöse zu einer Schraube (innen vollständig den Lack abkratzen) und je einem kurzen Litzestück auf Masse gelegt, um Einstrahlstörungen hintanzuhalten,
Weitere Wünsche an den LOWF HF 225 sind besseres Großsignalverhalten, denn man wird selbst mit einigermaßen Antennen nicht ohne Antennentuner (etwa YAESU FRT-7700) auskommen, und ein größerer und schwererer Abstimmknopf. Aber schließlich muß man ja auch die Herstellungskosten berücksichtigen, und die Preisseite gehört zu den erfrelllichsten.
Mein besonderer Dank geht an OM Michael Maringer, OE1 MMU, der seinen HF-225 mit der Seriennummer 96083 einige Zeit entbehrt hat.
Georg Lechner, OE1 GLW