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Die vergangene Woche vor Gericht offenbarte keine zusätzlichen, einschlägigen Erkenntnisse. Doch das Verhalten von den beiden AEG Führungskräften Phillips und Gongaware hat AEG Live definitiv nicht zu mehr Glaubwürdigkeit verholfen.
Die Befragung am Freitag dürfte nicht allzu interessant gewesen sein, zumal die Medien wenig bis gar nicht davon berichteten. Da sogar die Richterin Randy Phillips anweisen musste, den Fragen nicht ständig auszuweichen, hat AEG Live diese Woche mit Sicherheit nicht an Glaubwürdigkeit gewonnen.
Die Anwälte von AEG Live machen geltend, dass der Konzertveranstalter nicht wissen konnte, dass der King of Pop Medikamente missbrauchte. Doch als dieser 1993 seine Dangerous Tournee vorzeitig abbrach, hatte er öffentlich verlauten lassen, sich einer Entziehungskur von Schmerzmitteln zu unterziehen. Der stellvertretende AEG Firmenchef Paul Gongaware war bei der Dangerous Tour als Tour Manager mit dabei. Und was hatte Randy Phillips dazu vor Gericht zu sagen? „Ich erinnere mich nicht daran, davon gehört zu haben“, so Phillips eidesstattliche Aussage. „Wann haben Sie zum ersten Mal davon gehört?“, wollte der Jacksons Anwalt Brian Panish wissen. „Gerade jetzt“, behauptete Phillips. Er habe davon auch nicht in einem Zeitungsbericht vom Dezember 2008 gelesen. Darin ging es um Michael Jacksons Probleme mit Schmerzmitteln. Phillips schickte den Link damals an Manager Thome Thome: „Hast du diese Geschichten gelesen? Dieser Reporter hat viel recherchiert.“ Vergangene Woche konnte Randy Phillips nur noch sagen: „Ich erinnere mich nicht, es gelesen zu haben.“
Die Anwälte von Katherine Jackson und Michaels Kinder argumentieren, dass bereits die This Is It Pressekonferenz ein Warnzeichen hätte sein müssen für AEG, wie sehr Michael Jackson in seiner aktuellen Lage die Konzerte bereits im Vorfeld unter Druck setzten. Statt besorgt zu sein, schrieb Paul Gongaware in der Folge an Phillips: „Sobald wir den Verkauf starten, wozu wir das Recht haben, ist er [MJ] festgehalten.“
Randy Phillips relativierte vor den Geschworenen seine Mails unmittelbar vor der Pressekonferenz, und er habe Michael Jackson auch nicht angeschrieen, sondern mehr so, wie ein Football Trainer mit seinem Spieler spreche. AEG Live habe mit der Konzertplanung weiter gemacht und Geld investiert, da sie Michael nicht fallen lassen wollten. „Ich war besorgt, dass wir auf eine Blamage hinsteuern, dass seine Karriere vorbei sein wird“, sagte Randy Phillips. „Es gab viele Sachen, über die ich besorgt war.“ Nicht besorgt um Michael Jackson war Phillips aber scheinbar, als er kurz vor Michaels Tod von zwei hohen This Is It Mitarbeitern gebeten wurde, einen Psychologen einzuschalten. Phillips gab letzte Woche zu, dass er sich nicht um professionelle Hilfe bemühte.
Angesprochen auf das brisante Mail („Wir möchten [Murray] daran erinnern, dass es AEG, nicht MJ, ist, die seinen Lohn bezahlen. Wir möchten ihn daran erinnern, was von ihm erwartet wird“) von Gongaware an Randy Phillips, konnten sich beide vor Gericht nicht mehr erinnern, es geschrieben oder gelesen zu haben. Kurz darauf wurde, was Randy Phillips vor Gericht bestätigte, eine „Intervention“ bei Michael Jackson zu Hause mit Dr. Conrad Murray, Kenny Ortega, Phillips und Jackson selbst, einberufen.
Ein Polizeiermittler aus Los Angeles hatte das Gesprächsthema des Treffens in den während dem Prozess gegen Murray verwendeten Akten notiert. Randy Phillips habe dabei Kenny Ortega Vorwürfe gemacht, da er Michael Jackson bei einer vorherigen Probe nach Hause geschickt hatte. Murray habe Phillips dann in der hitzigen Diskussion ermahnt, dass er kein Doktor sei.
Vor den Geschworenen sagte Randy Phillips, dass die Zusammenfassung des polizeilichen Ermittlers nicht stimme. „Ich sagte Ihnen etwas völlig anderes als das. Sie haben nur die Leute und Dinge vermischt.“ Wirklich geschehen sei, dass Dr. Murray nicht ihn (Phillips), sondern Kenny Ortega ermahnt habe, kein Amateur-Doktor zu sein, der Michael analysiere.
In Rückblick auf die vergangene Woche, abschliessend mehr zu Randy Phillips Reaktion, als ihn Brian Panish auf das verdächtige Meeting mit Thome Thome ansprach, das am 4. Mai 2013 in der Polo Lounge im Beverly Hills Hotel stattfand.
“Ich erinnere mich nicht, ob es um die Zeugenaussage in diesem Fall oder um was es beim Mittagessen ging, aber Marvin Putnam [der leitende Anwalt von AEG im aktuellen Fall] war beim Mittagessen dabei“, so Phillips. Er könne sich nicht 100% erinnern, sagte er auf Panish nachfragen, sie hätten eventuell Thomes Geldforderung an das MJ Estate diskutiert. „Ich erinnere mich nicht, was ich an dem Tag ass“, sagte Phillips weiter aus. „Ich fragte Sie nicht, was sie assen“, fuhr in Panish an. „Ich fragte Sie, über was Sie gesprochen haben.“
Interessant ist der neueste Bericht aus dem Gerichtssaal. Besonders Randy Phillips. Der Michael Jackson auch nicht angeschrien, sondern mehr so, wie ein Football Trainer mit seinem Spieler spreche. Herr Phillips hat nicht nur angeschrien, er hat einem 50-jährigen Mann und Vater von drei Kindern auch noch einen Schlag auf das Hinterteil verpasst. Er ist also handgreiflich geworden. Im Internet leicht zu finden unter: Randy Phillips i slapped him on the butt. (Vindicating Michael: News Summary of Week 6 at the AEG trial. Weiter: cnn/Alan Duke. Duke berichtet, dass MJ auch noch mit kaltem Wasser behandelt wurde.)
Die Aufzeichnungen der Befragungen von Panish betreffend Gongaware und Phillips finden sich unter Vindicating. Ein weiterer Mitspieler, der Bodybuilder Louis Ferrigno, hatte auch keinen Vertrag. So wie Travis Payne auch nicht. Ich gehe davon aus, dass sie erstaunt sind. Aufgefallen ist mir auch, dass der Künstler Michael Jackson keine Kopie des AEG Live-Vertrages erhalten hat. Das ist mir schon bei der Durchsicht des Vertrages aufgefallen. Da die einzelnen Seiten nicht signiert wurden, können sie also nach Belieben ausgetauscht worden sein. Ich habe hin und her überlegt. Ist die Führungsspitze der AEG Live gerissen? Das passt irgendwie nicht. Da sich Gongaware und Phillips mehrfach widersprachen. Sie erinnerten sich also an ihre eigenen Lügen nicht mehr. Das schliesst doch eher auf Dummheit. Eine Steigerung davon ist die Blödheit.
(Hier bloss aus der Sicht von AEG, deren Ziel es doch ist Geld zu verdienen):Dass ein Konzertveranstalter sein Geld in einen Künstler investiert, der schon bei der Pressekonferenz nicht fähig ist, das kommt mir komisch vor. Jede Firma überprüft doch die Leute, mit denen sie Geld verdienen möchte, und wenn es bei der Pressekonferenz schon nicht klappt, hätte ein weiser Geschäftsmann sich spätestens danach aus dem Geschäft gezogen um Verlusten vorzubauen. Das geschah hier nicht. Eigentlich völlig unlogisch.