Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03414.jsonl.gz/1927

Das Wichtigste in Kürze
- Das jährliche Sommermanöver von den USA und Südkorea findet ohne Feldtraining statt.
- Die reduzierte Übung wird mit der Corona-Pandemie begründet.
- Nordkorea bezeichnet die Übungen als «Vorbereitungen für einen Angriff».
Ungeachtet der Drohungen Nordkoreas wollen die Streitkräfte der USA und Südkoreas wieder ihre jährlichen Sommermanöver abhalten. Südkoreas Militär kündigte jedoch am Sonntag eine reduzierte Übung ohne Feldtraining an.
Die Entscheidung sei auch unter Berücksichtigung der Corona-Pandemie getroffen worden. Sowie der «Bemühungen um eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und der Friedensschaffung», teilte der Generalstab mit. Unter Denuklearisierung verstehen beide Länder die Abrüstung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms.
Kommandoübung soll neun Tage dauern
Die Kommandoübung soll den Angaben zufolge am Montag beginnen und neun Tage dauern. Im Mittelpunkt stünden Computersimulationen. Nur unbedingt notwendiges Personal werde daran teilnehmen. Die USA haben 28'500 Soldaten in Südkorea stationiert.
Nordkorea hatte mit Konsequenzen für den Fall gedroht, dass die Übungen im Nachbarland stattfinden. Pjöngjang wirft den USA regelmässig vor, ihre Manöver mit Südkorea dienten Vorbereitungen für einen Angriff. Washington und Seoul bestreiten das.
Kim Yong Chol hatte zuletzt gedroht, Südkorea werde sich einer «ernsten Sicherheitskrise» ausgesetzt sehen. Er ist der Vizevorsitzende des Zentralkomitees der in Nordkorea herrschenden Arbeiterpartei. Zuvor hatte bereits die einflussreiche Schwester des Machthabers Kim Jong Un, Kim Yo Jong, gedroht: Nordkorea werde seine Fähigkeiten zu mächtigen Präventivschlägen ausbauen.
In den vergangenen Jahren hatten die USA und Südkorea den Umfang einiger Übungen auch aus diplomatischen Gründen bereits reduziert. Die Verhandlungen über das Atomprogramm Nordkoreas kommen seit 2019 nicht voran. Damals fand das gescheiterte Gipfeltreffen Kim Jong Uns mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump im Februar in Vietnam statt.