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Sperrstelle Kandersteg BE
Kandersteg ist nicht als Sperre zu bezeichnen, obwohl dem Ort mit dem Nordportal des Lötschberg-Bahntunnels natürlich eine wichtige Bedeutung zukommt.
Da im Zweiten Weltkrieg eine Besetzung der Nord-Süd-Verbindungen durch die Deutschen zu Befürchten war, wurde der Ort mit Truppen belegt. Auch eine Ortswehr wurde aufgestellt, zudem ist die Verlegung eines Teils derPferdekuranstalt Sand-Schönbühl zu erwähnen. Ebenfalls sind bis zu 800 internierte französische Soldaten wurden einige Zeit in Kandersteg untergebracht, abgelöst durch zivile Flüchtlinge, die später oft als Feriengäste zurückkamen.
Mit dem Aufbau des Reduits wurde ein Teil des Armeesanitätsmagazin von Bern ins Landesinnern nach Kandersteg verlegt. Die Durisolbaracken entstanden, die in der nächsten Zeit verschwinden werden, da sie heute überflüssig sind. Ebenfalls das Zeughaus wurde in dieser Zeit aufgebaut.
Sprengobjekte wurden geladen und scharf gemacht (Bahnbrücken und Tunnel der Lötschberg-Bahnlinie).
- M2823 Sprengobjekt Lötschbergtunnel Nord BLS – 617500/147520 – 6 Stollenminen in jeder der beiden Tunnelwände, total 1108,8 kg Trotyl – 1 Zündstelle – frühere Bezeichnung 4312
- M2824 Sprengobjekt Bühlstutz BLS – keine Angaben vorhanden
Gasterntal-Lötschenpass
Über der Gfellalp und bei der Mutthornhütte wurden Munitionsmagazine errichtet. Noch heute sind im Raum Alpetli am Kanderfirn und im Raum Schöenbüel auf dem Weg zum Lötschenpass Mauerreste von Militärbauten zu finden. Grosse Angst herrscht, dass der Kanderfirn von deutschen Luftlandetruppen besetzt wird, die dann zum Tunnel vorstossen würden. Aus dem Plan Böhme: Am Morgen des ersten Angriffstages sind durch die Luftwaffe abzusetzen: Eine Fallschirmjäger-Division mit Einheiten in Brig (Lötschberg-Simplon), Frutigen (Lötschberg), Spiez-Thunersee, Thun (Simmentalbahn), ferner noch an den Reduitflugplätzen.» Beim Eingang des Gasterntals, beim Zusammenfluss von Schwarzbach und Kander, sind heute noch künstlich geschaffene Höhlen zu finden, die als Stellungen für Mg 11-Maschinengewehre dienten. Dort sollte Widerstand gegen allfällig im Gasterntal gelandete Einheiten geleistet werden. Auch die erste Seilbahn auf den Stock war militärisch.
Oft waren Flabeinheiten in und um Kandersteg im Dienst, sie nutzten die heutige Adolf Ogi-Strasse als Standort, um auf Flugzeug-Schleppsäcke zu zielen. Auf dem Bühl war ein Fliegerbeobachtungsposten erstellt worden. Bevor das Gasterntal nach dem Weltkrieg zum regulären Flab-Schiessplatz wurde (und später von den Leichten und Mechanisierten Truppen genutzt wurde), benutzte eine Nebelkompanie das Tal als Übungsgelände (1942). Dies wohl auch im Zusammenhang mit den befürchteten deutschen Luftlandungen.
Ganz zuhinterst im Dorf, im Eggeschwand, stand die Kaserne Bären. Wegen baulichen Mängeln wurde sie abgerissen und als Zwischenlösung durch ein Containerdorf ersetzt. Irgendwann wird vielleicht ein Neubau folgen…
Gemmi-Pass (VS)
Die Route Kandersteg-Leuk über den Gemmipass gehörte bereits zur Gebirgsbrigade 10 und war auf Walliser Seite durch mindestens eine Waffenstellung gesichert. Zudem gibt es einen Tunnel im Wanderweg, der als Bunkertunnel bezeichnet wird.