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Baugeschichte
Das Fraumünster ist eines der bedeutendsten Wahrzeichen Zürichs und zugleich eine der ältesten städtischen Kirchen. Wie eine Schenkungsurkunde bezeugt, stiftete Ludwig der Deutsche im Jahr 853 ein Kloster, schenkte dem Konvent zahlreiche Ländereien und ernannte seine Tochter Hildegard zur ersten Äbtissin.
Bereits ein Jahr später wurde an der Stelle des heutigen Fraumünsters die erste Kirche geweiht. Es handelte sich um eine dreischiffige Säulenbasilika aus Stein, deren Masse in etwa der heutigen Kirche entsprachen. Die Basilika bestand aus einem Längs- und einem Querschiff mit drei Apsiden, hatte aber noch keine Türme. In den folgenden Jahrhunderten wurde stetig weiter gebaut, unter anderem entstand die Jakobuskapelle an der Nordseite und die Krypta wurde neugestaltet. Im 12. Jahrhundert wurden vor allem auf der Südseite der Kirche am Aussenbau Änderungen vorgenommen. Ein Kreuzgang und ein Konventgebäude wurden erbaut, zudem entstand die Nikolauskapelle und der Südturm wurde errichtet.
Im Jahr 1218 wurde Zürich zur Reichsstadt erhoben und die Äbtissin des Fraumünsters zur formalen Stadtherrin ernannt. Das mächtige Kloster initiierte weitere Bautätigkeiten: Im Lauf der folgenden Jahrzehnte wurde der Nordturm errichtet und das Längsschiff um einen Chor erweitert. Der Friedhof, welcher sich auf dem heutigen Münzplatz befand, wurde aufgehoben und zum öffentlichen Platz umgenutzt. Zudem wurde mit dem Ausbau des Quer- und Langhauses begonnen, eine Bautätigkeit, die allerdings erst im 15. Jahrhundert abgeschlossen war. Im späten 15. Jahrhundert wurde dann noch der Kreuzgang des Westflügels erneuert.
Das Kloster des Fraumünsters wurde in der Reformation aufgehoben und die Kirche als reformierte Predigerkirche genutzt.
Rekonstruktion und Quellenmaterial
Sarah Figueredo Hernandez und Leonor Diggelmann haben das Fraumünster im Zustand des 15. Jahrhunderts digital rekonstruiert. Bei der Rekonstruktion des Grundrisses stützten sich die beiden Geschichtsstudentinnen auf die archäologischen Unterlagen (Grundriss und bildliche Darstellungen) von Emil Vogt, welche 1959 erschienen waren. Teilausgrabungen von Petra Ohnsorg haben die Richtigkeit dieser Unterlagen nachgewiesen, die allerdings nicht vollständig erhalten sind. Dennoch erlaubten sie eine recht genaue Dimensionierung des Fraumünsters im 15. Jahrhundert.
Die Nachbildung der Fenster, des Kreuzgangs und der Verzierungen geschah auf der Grundlage des Murerplans, des Tafelgemäldes von Hans Leus dem Älteren sowie weiterer Abbildungen. Besonders hilfreich war der Kupferstich von E.G. Graf, welcher im Gegensatz zu anderen Zeichnungen den Südturm nahe am Chor darstellt und die beiden Türme unterschiedlich gross zeichnete. Beide Merkmale sind archäologisch nachweisbar.
Die Texturen des Models richten sich nach der Abbildung «Das Fraumünster und das Abteigebiet um das Jahr 1500». Trotz einer breiten Basis an Quellen blieben einige Aspekte bei der Rekonstruktion unklar und mussten mit Hilfe von «educated guesses» gelöst werden.
Sarah Figueredo Hernandez und Leonor Diggelmann nutzten für die Software Sketchup. Das Model wurde danach von Noemi Fuchs in Blender importiert und mit Hilfe von Blend4web in die Webseite integriert. Leider entstanden beim Import viele Polygone. Diese werden bei der Darstellung nicht sauber berechnet, weshalb im Endprodukt einige Schatten und Verzerrungen in der Textur entstanden sind. Trotz vieler Mühen konnten sie nicht restlos korrigiert werden.
Literatur
Abegg, Regine / Barraud Wiener, Christine: Die Stadt Zürich. Altstadt Links der Mimmat Sakralbauten, Bern 2002 (Die Kunstdenkmäler des Konton Zürich 2.1).
Ohnsorg, Petra: Wie alt ist das Zürcher Fraumünster, in: Peter Niederhauser/Dölf Wild (Hg.): Das Fraumünster in Zürich. Von der Königsabtei zur Stadtkirche, Zürich 2012, S.75-84 (Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich 80).
Vogelsanger, Peter: Zürich und sein Fraumünster. Eine elfhundertjährige Geschichte 853-1956, Zürich 1994.
Darstellungen
Die Schenkungsurkunde von König Ludwig dem Deutschen befindet sich im Staatsarchiv Zürich (C II 2, Nr. 1).
Das Tafelgemälde von Hans Leu dem Älteren gehört dem Landesmuseum (Tagelgemälde AG 7.1)
Jos Murer: Der uralten wytbekannten Statt Zürych Gestalt und Gelaegenheit, wie sy zu diser Zyt in waesen / ufgerissen und in Grund gelegt durch Josen Murer, 1576. Der Plan ist online in der e-rara Sammlung hinterlegt und im Besitz der Zentralbibliothek Zürich.
E.F. Graf: Das Fraumünster im 16. Jahrhundert, in: Vogelsanger, Peter: Zürich und sein Fraumünster. Eine elfhundertjährige Geschichte 853-1956, Zürich 1994.
Modell
Titelbild
Beim Titelbild handelt es sich um einen Ausschnitt des linken Teilstücks der Altartafeln von Hans Leu dem Älteren. Die Altartafeln sind im Landesmuseum Zürich unter dem Titel „Tafelgemälde AG 7.1“ zu finden.