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Von Guebwiller marschierten wir bergauf durch die "Rue du Sudel", die bald zu einem Waldweg wurde.
Am höchsten Punkt unserer ersten Bergüberquerung stand dieses Kreuz.
Jetzt geht es wieder flott bergab nach Jungholz.
Wir durchqueren den Ort Jungholtz ...
... und marschieren tapfer am Rastplatz vorbei.
In der Ferne sieht man schon den Wallfahrtsort Thierenbach.
Notre-Dame de Thierenbach
Notre-Dame de Thierenbach gehört zu den ältesten Wallfahrtsorten des Elsass. Gemäss einem Bericht, der im Archiv in Colmar aufbewahrt wird, geht die Marienwallfahrt bis aufs 8. Jh. zurück. Kirche und Kloster, gegründet von irischen Mönchen des Benediktinerklosters Murbach, wurden im 12. Jh. ein Benediktinerpriorat, das der Abtei Cluny unterstand. Seit der Franz. Revolution besteht das Kloster nicht mehr. Die romanische Klosterkirche aus dem 12. Jh. wurde im 14. Jh. vergrössert. Im 30-jährigen Krieg wurden Kloster und Kirche teilweise zerstört und 1717-1723 vom Vorarlberger Baumeister Peter Thumb neu aufgebaut. 1932 wurde ein neubarocker Turm gebaut.
Eine Wunderheilung ist für Thierenbach von Bedeutung gewesen: 1125 wurde ein adliger Herr von Sulz von schwerer Krankheit geheilt. Zum Dank schenkte er der Gottesmutter alle seine Güter und zog sich nach Cluny zurück, um Mönch zu werden. Abt Petrus Venerabilis richtete darauf in Thierenbach ein Priorat ein.
Skulpturen der romanischen Vorgängerkirche sind unter dem Eingang des Glockenturms erhalten. Das Gnadenbild, eine prachtvoll geschnitzte Pietà (um 1350), wird als „Helferin der Christen“ verehrt. Von der alten Ausstattung sehen wir noch die Samson-Kanzel von 1510, die Statuen der Heiligen: Benedikt, Margaretha, Barbara, Katharina aus dem Beginn des 16. Jh., Bilder aus dem Marienleben aus dem 18. Jh. und vor allem viele Votivtafeln an den Wänden.
Wie bei vielen Wallfahrtsorten rankt sich auch um Thierenbach eine Legende, und zwar um die Namengebung: Kinder sollen beim Spielen am Bach einen Gegenstand entdeckt und ausgerufen haben: „Tier im Bach!“, aber es handelte sich um ein Marienbild.
Ein weiteres langes Waldstück folgt. Es geht bergauf und bergab.
Bei einer Pilgerstele machen wir kurz Halt, um uns von dem schönen Text inspirieren zu lassen.
PILGER
steh auf und iss
der Weg ist sonst zu weit für Dich
jeder Tag bringt dir Neues
die Sonnenstrahlen werden dich umkosen
und Regen wird dich reinigen
nimm es an wie es ist
und denk daran
dass es für deine Seele hier unten
ein Oben gibt
PILGER
steh auf und trinke
manchmal wirst du betrunken
deinen Halt verlieren
doch betend
wirst du ein besserer Mensch werden
PILGER
steh auf und geh
steh auf und wieder auf
dein Glaube ist dein treuer Begleiter
Geh weiter geh nur weiter
Vergiss vor allem nicht
dass du dir dieses grenzenlose Glück
nicht selbst gegeben hast
eines Tages dieser Pilger
dieser so wertvolle
und wohl nie vergessene Pilger gewesen zu sein
Ultreïa
Marcel l’Alsacien (Marcel, der Elsässer)
Der Weg führt weiter am Waldrand und entlang von Weingärten.
Bei unserem Mittagsrastplatz finden wir dieses Kreuz.
Das Kreuz stammt aus dem Friedhof der Hartmannswiller Festung und ist allen Pilgern der N.D. de Thierenbach und des hl. Jakobus von Compostela gewidmet. S.H.H. August 2006
Bunker aus dem ersten Weltkrieg
Auf dem Weg durch den Wald bei Wattwiller kommt man an einer Reihe von Betonbunkern vorbei, die als stumme Zeugen an die tragischen Ereignisse des Ersten Weltkriegs erinnern. Man umrundet hier den Hartmannsweilerkopf, wo innerhalb weniger Wochen 30‘000 Soldaten beider Nationen, Frankreich und Deutschland, gefallen sind. Auf das Drei- bis Vierfache schätzt man die Zahl der Verwundeten.
Der 957 m hohe Hartmannsweilerkopf beherrscht durch seine strategisch wichtige Lage den Ausgang der Burgundischen Pforte ins Oberrheintal. Er wurde im 1. WK zu dem am meisten umkämpften Berg der Westfront. Die Schlacht um den Gipfel begann am 31. Dezember 1914 und dauerte bis Ende 1915. In den 4 Kriegsjahren bis 1918 wechselte die Bergkuppe 4 Mal ihren Besitzer. Ab etwa Mitte 1916 reduzierten beide Seiten ihre Truppen; es fanden im Wesentlichen nur noch Artillerieduelle statt. Beide Seiten, in den Schanzengräben „eingebunkert“, beschränkten sich darauf, ihre Linien zu halten.
Heute erinnern nur noch die vielen Gedenksteine auf den Höhen und die Soldatenfriedhöfe, wo die Toten beider Nationen ruhen, an jenes mörderische Ringen mit seinen blutigen Schlachten.>
Ein weiterer Bunker
Wir verlassen den Wald und wandern Richtung Wattwiller.
Wir passieren die Kirche von Wattwiller.
Durch Weinberge geht es nach Uffholtz.
Im Hintergrund sehen wir die Kirche von Cernay. Den Ort durchqueren wir aber nur am Rande
Pause in Cernay
Weiter geht es durch Wälder und Weinberge Richtung Thann.
Kapelle St. Urban im Weinberg vor Thann.
Auf einer Asphaltstrasse (Rue du Vignoble) geht es am Fluss Thur entlang bis zur Brücke, die in die Rue des Pèlerins und in die Stadt führt.
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