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Geschichte
Die erste Besiedlung des heutigen Togo erfolgte zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert durch das Volk der Ewe, die aus der Region um den Fluss Niger einwanderten, andere Stämme folgten ihnen im 18. und 19. Jahrhundert. Seit dem 15. Jahrhundert gab es portugiesische Stützpunkte an der Küste des heutigen Togo, später auch dänische, französische und britische Niederlassungen. Seit dem 16. Jahrhundert war die Region um Togo als Sklavenküste bekannt, weil sie Europäern oft als Quelle für schwarzafrikanische Sklaven diente. Während des 16. bis 18. Jahrhunderts siedelten sich an der Küste dänische Kaufleute und befreite brasilianische Sklaven an, der Handel mit Sklaven, Tabak, Rum, und Stoffen florierte, ab dem 19. Jahrhundert wurde auch mit Palmöl gehandelt.
Kolonialzeit
Am 5. Juli 1884 wurden einzelne Orte im heutigen Togo durch einen Vertrag zwischen einem Vertreter des Königs Mlapa III. und dem deutschen Generalkonsul für Westafrika, Gustav Nachtigal zum deutschen Schutzgebiet erklärt. Am 5. September 1884 folgte ein Schutzvertrag zwischen dem zum Konsul in Lome ernannten Kaufmann Randad und dem König von Porto Seguro. In einem Protokoll vom 24. Dezember 1885 erkannte Frankreich die deutsche Schutzherrschaft über Anecho an.
Die Abgrenzung zu den benachbarten Kolonien erfolgte durch das deutsch-französische Abkommen vom 23. Juli 1897 und die Vereinbarung über die Abgrenzung zwischen Togo und den französischen Besitzungen in Dahomé und dem Französischen Sudan vom 28. September 1912 bzw. den deutsch-britischen Abkommen vom 1. Juli 1890 und 14. November 1899.
1914 umfasste die Kolonie eine Fläche von 87.200 km2;. 1885 wurde Ernst Falkenthal zum ersten Kaiserlichen Kommissar mit Sitz in Bagida ernannt. Unter seiner Ägide erfolgte am 30. November 1885 die Gründung einer Polizeitruppe. 1889 wurde er durch Jesko von Puttkamer abgelöst. 1886 wurde die deutsche Herrschaft auf die Landschaften Towe, Kewe, Agotime und Agome-Palime, 1887 auf Liati ausgedehnt. Ab 1888 erfolgten mehrere Expeditionen in das entferntere Hinterland zur Manifestation der deutschen Oberhoheit und zum Abschluss weiterer Verträge mit der eingesessenen Bevölkerung, u.a. durch Hauptmann Curt von François (1888), Stabsarzt Dr. Ludwig Wolf (1889) und Dr. Hans Gruner und Oberleutnant Ernst von Carnap-Quernheimb (1894). Binnenlandstationen entstanden in Bismarckburg (1888), Misahöhe (1890), Kete Krachi (1894) und Sansane-Mangu (1896). 1914 bestanden in Togo acht Verwaltungsbezirke: Lome-Stadt, Lome-Land, Anecho, Misahöhe, Atakpame, Kete Krachi, Sokode und Sansane-Mangu Schon kurz nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde es von Großbritannien und Frankreich besetzt. Die deutsche Polizeitruppe kapitulierte am 27. August 1914. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Ostteil der Kolonie (ca. 2/3 des Gebietes mit der gesamten Küste) an Frankreich (Französisch-Togoland), der Westteil an Großbritannien (Britisch-Togoland) als Völkerbundsmandat übergeben, (faktisch aber von der Goldküste aus verwaltet), nach dem Zweiten Weltkrieg wurde daraus ein UN-Treuhandgebiet.
Unabhängigkeit
1957 schloss sich Britisch-Togoland an das nun unabhängige Ghana an. Der französische Teil erhielt 1955 von Frankreich Autonomie. Am 27. April 1960 erhielt Togo schließlich die volle Unabhängigkeit; erstes Staatsoberhaupt wurde Sylvanus Olympio. General Gnassingbé Eyadéma, 1967 als Militärchef an die Macht gekommen, war Afrikas am längsten regierender Staatschef. Hinter der Fassade von freien Mehrparteien-Wahlen, die zu Beginn der 1990er Jahre eingerichtet wurden, blieb die Regierung stets unter starker Kontrolle General Eyadémas. Seine Partei Rassemblement du Peuple Togolais (RPT) hat ihre Macht seit 1967 fast durchgehend halten können. Nach dem Tod von Gnassingbé Eyadéma am 5. Februar 2005 ernannte die Armee des Landes seinen Sohn Faure Gnassingbé zum neuen Präsidenten. Am 25. Februar trat dieser unter internationalem Druck wieder zurück. Das Amt wurde vom Parlamentspräsidenten übernommen. In der äußerst umstrittenen Wahl vom 24. April 2005 wurde Faure Gnassingbé zum Präsidenten gewählt. Unruhen mit Dutzenden Toten waren die Folge. Tausende Menschen flüchteten aus Togo. Togo geriet wegen Menschenrechtsverletzungen durch viele internationale Organisationen unter Beschuss, was dazu führte, dass bis heute viele bilaterale und multilaterale Entwicklungshilfeprojekte eingefroren wurden.