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Der heutige Congress-Tag fing mit einem sicherheitpolitischen Thema an: Bicyclemark behandelte in “The Arctic Cold War” die Auseinandersetzung über die territoriale Aufteilung der Arktis zwischen den USA, Kanada, Russland, Dänemark und Norwegen. Es geht dabei um die Verteilung und Nutzung der natürlichen Ressourcen im Arktis-Gebiet: es gibt Annahmen (hier sind jedoch noch die Quellen zu überprüfen!), dass 29% der globalen Gas- und 10% der globalen Erdölreserven sich im arktischen Raum befinden. Bei der Auseinandersetzung geht es auch um zukünftige Schiffahrtsrouten. Mit der globalen Erwärmung wird das arktische Gebiet zwar nicht vollständig, aber in einem zunehmenden Masse eisfrei, so dass einige Transportwege, die heute noch durch den Suez- oder Panamakanal laufen, über die arktische Route bis zu 40% weniger Zeit benötigen. Sollten die Klimamodelle sich bestätigen, so könnten diese Routen ab 2015 genutzt werden. Staaten, die dann Kontrolle über dieses Gebiet haben, könnten beispielsweise Gebühren für die Durchfahrt erheben. Sollten die Annahmen in Bezug auf die Gas- und Erdöl-Reserven zutreffen, und Russland bekäme die Kontrolle über das von ihnen geforderte Gebiet, so würde es anschliessend 2/3 der gesamten Gas- und Erdöl-Reserven weltweit kontrollieren. Um der Forderung Nachdruck zu verliehen, pflanzte Russland im Juli 2007 seine Flagge unterhalb des arktischen Eises ein. Anschliessend zeigte die USA mit einigen Eisbrechern Präsenz in der Region, Kanada kritisierte die russische Aktion, plant sein militärisches Engagement mit einem militärischen Hafen und einem Trainingslager im Nord des Landes zu verstärken. Dänemark startete seine eigene U-Boot-Mission um zu beweisen, dass der arktische Untergrund dänisch ist. Nur Norwegen reagierte nicht, da Norwegen im Bereich der Ölförderung eine strategische Partnerschaft mit Russland (Gazprom) eingegangen ist.
Nach den positiven Erfahrungen der Lightning Talks 1 besuchte ich auch noch Lightning Talks 2. Dirk Krischenowski informierte über neue Top-Level Domains, die voraussichtlich im Jahre 2009 eingeführt werden: für Grossstädten .berlin, .paris, .nyc, für grosse Firmen (.google ??) oder für verbreitete Namen (.smith ??). Die Top-Level Domains .taliban und .terror werden wohl keine Chancen haben, weil ICANN nur ethisch unverfängliche Namen vergeben will. Leider nicht anwesend war Debora Weber-Wulff – sie hätte einen kurzen Einblick über das Detektieren von Plagiaten in wissenschaftlichen Arbeiten halten wollen, ist aber nicht erschienen. Auf ihrer Ankündigung hat sie auf die Website der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin verwiesen, wo man nähere Informationen (inkl. ausführlichen Softwaretest) über dieses Thema finden kann – muss ich mal in meinem nächsten Umfeld austesten ;-). Eine Kurz-Zusammenfassung aller Lightning Talks findet man hier.
Der Congress schloss ab mit den Security Nightmares und dem Closing Event. Ron und Frank fragten sich beim Jahresausblick 2008, ob nun endlich das bio-Hacking Verbreitung finden wird. Auch schon andere Jahre genannt, aber noch nicht realisiert: Fernsteuerung von Industrieroboter über das Internet durch Hacker im Jahre 2008. Ausserdem sehen sie eine drastische Zunahme der Gerüchte-Blogs – zusätzlich mehr Handy-Hacks (insbesondere beim iPhone), mehr Angriffe auf Embedded Systems und mehr Barcodes-Hacks. Sie fragten sich ausserdem, ob man nächstes Jahr endlich feststellen wird, dass Terroristen ihre Pläne via Spam verbreiten, und das Spam-Problem damit definitiv gelöst wäre (weil die ganzen Spamer dann in Guantanamo landen).
Am Congress waren ca. 4000 Besucher, die mit ca. 5600 MAC-Adressen im Netz auftauchten.
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