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Die Lehrerin Gemma Volli berichtete: „Ich hatte das Vergnügen, von der Prüfungskommission zu hören, dass die Schüler des Gymnasiums Weggis den besten Erfolg unter allen Kandidaten, die aus
Lausanne, Lugano, Zugerberg Montana und von der italienischen Auslandsschule in Zürich gekommen waren, hatten“. Wie kam es zu einem Gymnasium in Weggis? In der Schweiz traf im März 1944 eine
Spende von italienisch-jüdischen Flüchtlingen in Brasilien im Umfang von USD 8’000 ein. Der Genueser Rechtsanwalt Leila Vittorio Valobra nahm sich dessen an und stockte das Geld bis auf CHF
60’000.- auf. Ziel war es, italienisch-jüdische Kinder in der Schweiz zu unterrichten und unterzubringen, damit sie nach ihrer Rückkehr den Anschluss in den italienischen Schulen wieder finden.
Denn italienisch-jüdische Kinder sind in Italien 1938 von den Schulen ausgeschlossen worden. Den Schülern sollten aber auch die Grundsätze ihrer Religion, Sprache, Geschichte und Kultur
vermittelt werden. Viele dieser jüdischen Schülerinnen und Schüler benötigten auch Schutz und Obdach, da sich ihre Eltern in Lagern befanden. Leila Vittorio Valobra fand im Luzerner Rechtsanwalt
Dr. Karl Erwin Bloch einen Helfer, der in Weggis die leerstehende Pension Baumen* vermitteln konnte. Am 1. Dezember 1944 stand das Gebäude in Weggis als Heim und Schule bereit. Anfang Februar
begann der Unterricht mit ca. 60 Kindern im Alter zwischen 10 und 17 Jahren. Der Forscher Silvano Longhi schreibt, dass es noch immer einige ältere Italienerinnen und Italiener gäbe, die sich an
das Weggiser Gymnasium erinnern würden.
*heute Kurhaus Seeblick
aus: Longhi Silvano. Exil und Identität. Die italienischen Juden in der Schweiz (1943-1945). Schriftenreihe Bibliothek des Deutschen Historischen Instituts in Rom. Band 133. Verlag De Gruyter. Berlin/Boston 2017
Karin Bernath