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Fachärztinnen und Fachärzte geniessen in der Schweiz laut einer neuen Studie das höchste Ansehen. Am unteren Ende der Hierarchie finden sich Küchenhilfen.
In einer Umfrage bewerteten 1500 Personen in der Schweiz eine Reihe von Berufen nach ihrem sozialen Ansehen, wie es in einer Mitteilung von Social Change in Switzerland vom Dienstag hiess. Social Change Switzerland ist ein Forschungsprojekt des Schweizer Kompetenzzentrums Sozialwissenschaften und der Universität Lausanne. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ordneten so jedem Beruf einen Wert zu, der seinem Ansehen entspricht.
Die höchsten Werte erzielten neben Ärzten, Universitätsprofessorinnen, Führungskräfte, Pilotinnen und Richter. Am unteren Ende der Hierarchie finden sich neben Küchenhilfen auch Reinigungs- und Verpackungsberufe sowie Fabrikarbeiter und Ladenkassiererinnen.
Im Mittelfeld der Rangliste finden sich Dienstleistungs- und Handwerksberufe. Im Gegensatz zu früher seien Arbeiterinnen und Arbeiter oft angesehener als Vertreter von gering qualifizierten Dienstleistungsberufen, stellten die Forscher in der Studie fest.
Bildung und Einkommen entscheidend
Die beiden Hauptfaktoren, die erklären, warum ein Beruf ein hohes Ansehen geniesst, seien Bildung und Einkommen, während der Anteil von Frauen oder Migranten in einem Beruf keinen Einfluss habe. Ebenso wenig unterschied sich bei den meisten Berufen die Bewertung des Prestiges, wenn den Befragten ein Beruf in weiblicher (Verkäuferin) oder männlicher (Verkäufer) Form präsentiert wurde.
Ausnahmen bildeten dabei die Berufe Kosmetikerin und Hebamme, bei denen die weibliche Version prestigeträchtiger ist, sowie die Berufe Feuerwehrmann und Zimmermann, bei denen die männliche Form ein höheres Ansehen geniesst.
Diese Schweizer Daten verglichen die Autorinnen und Autoren mit einer internationalen Skala. Die Skalen stimmten grösstenteils überein – mit zwei Ausnahmen: In der Schweiz hatten technische und Pflegeberufe, die in der Berufsbildung erlernt werden, ein höheres Ansehen als auf internationaler Ebene. Im Gegensatz dazu hatten Berufe wie Verkäuferinnen, Sekretärinnen oder Büroangestellte in der Schweiz ein geringeres Ansehen als auf internationaler Ebene.
https://doi.org/10.22019/SC-2023-00002