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Nur zwei Tage nach seiner Verurteilung wegen Beihilfe zu passiver Bestechung ist der 55-jährige Zigarettenschmuggler Gerardo Cuomo am Freitag (29.06.) von der Schweiz an Italien ausgeliefert worden. Dort muss er sich wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation verantworten.Dieser Inhalt wurde am 29. Juni 2001 - 14:23 publiziert
Der gesundheitlich angeschlagene Cuomo wurde am Freitagmorgen in einer Ambulanz nach Chiasso gefahren und dort den italienischen Behörden übergeben, wie das Bundesamt für Justiz mitteilte. Das Geschworenenstrafgericht Lugano hatte den im Prozess gegen den ehemaligen Richter Franco Verda mitangeklagten Cuomo am vergangenen Mittwoch zu zehn Monaten Gefängnis bedingt und fünf Jahren Landesverweis bestraft.
Cuomo wurde belangt, weil er dem mutmasslichen Mafiaboss Francesco Prudentino den Wunsch des mit 18 Monaten bedingt verurteilten Richters Verda übermitteilte, Verda rund 800'000 Franken der ursprünglich 3,2 Mio. Franken zu überlassen. Verda hatte entschieden, Prudentino die Hälfte der beschlagnahmten Gelder zurückzuerstatten.
Cuomo war am 10. Mai 2000 auf Begehren Italiens in Zürich verhaftet worden. Ursprünglich wurde ihm Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation sowie Zigarettenschmuggel vorgeworfen. Das Bundesamt für Justiz bewilligte am vergangenen 27. November die Auslieferung jedoch nur für Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation. Zigarettenschmuggel wird als Fiskaldelikt betrachtet. Damit ist gemäss Rechtshilfegesetz eine Auslieferung nicht möglich. Eine Beschwerde gegen den Auslieferungsentscheid hatte das Bundesgericht am 20. April 2001 abgewiesen. Die Auslieferung war zu Gunsten des Schweizer Strafverfahrens aufgeschoben worden.
swissinfo und Agenturen
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