Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03240.jsonl.gz/1865

- Bild: zvg
Wenn der kleine Liebling plötzlich von Krämpfen geschüttelt wird, erschrickt jeder Tierhalter. Unter Hunden ist Epilepsie die häufigste neurologische Erkrankung. Katzen sind etwas seltener betroffen. Die Epilepsie ist eine Erkrankung, bei der die Nervenzellen im Gehirn übermässig erregt sind und das Tier dadurch krampft.
Wir unterscheiden zwei Arten der Epilepsie:
- Die primäre Epilepsie, deren Ursache meistens nicht bekannt ist. Die Nervenzellen von Tieren mit Epilepsie sind leichter erregbar, was zu den Krämpfen führt.
- Die sekundäre Epilepsie: Bei dieser Form ist eine andere Grunderkrankung die Ursache für die epileptischen Krämpfe. Beispielsweise können eine Entzündung des Gehirns, eine Lebererkrankung, Tumore oder eine Vergiftung die Krämpfe auslösen.
Ein epileptischer Anfall kann generalisiert oder lokal auftreten.
Generalisierte Anfälle: Die klassischen Krämpfe, die wir aus den Medien kennen, betreffen den ganzen Körper. Häufig verlieren die Tiere während eines solchen Anfalls das Bewusstsein. Sie können unterschiedliche Symptome zeigen: Sie speicheln oder schäumen aus dem Mund, setzen unkontrolliert Urin oder Kot ab, verdrehen die Augen, zucken oder schnappen. In der Regel sind die Anfälle von kurzer Dauer (ca. 1 Min.) können aber in einen lebensbedrohlichen Daueranfall übergehen.
Lokale Anfälle, bei denen nur kleine Muskelpartien betroffen sind, sind schwerer zu erkennen. Oft äussern sie sich in Verhaltensauffälligkeiten, z.B Schwanzbeissen, Fliegenschnappen oder unmotiviertes Bellen oder Heulen.
Therapie und Behandlung
Da ein epileptischer Anfall in der Regel nur von kurzer Dauer ist, zeigen die Tiere, wenn sie bei uns in der Praxis vorgestellt werden, bereits keine Symptome mehr. Bei jüngeren Tieren wird der Allgemeinzustand untersucht, und in den meisten Fällen bekommt der Besitzer ein Notfallmedikament (Valiumklistier), welches er zu Hause bei einem erneuten Anfall selbst applizieren kann. Bei älteren Tieren empfehlen wir, das Blut untersuchen zu lassen, um sekundäre Ursachen auszuschliessen und die Behandlung anzupassen.
Die Schwere und die Häufigkeit der Anfälle entscheiden darüber, ob das Tier Medikamente bekommt. Therapien mit Medikamenten helfen, die Tiere von Krämpfen zu befreien oder die Anfälle abzuschwächen.
Epilepsie ist nicht heilbar und die Behandlung muss lebenslang durchgeführt werden.
Bitte wenden Sie sich bei Fragen oder Unklarheiten an uns oder Ihren Tierarzt. Wir beraten Sie gerne!
Dr. med. vet. Opher Berger, Tierarztpraxis Opher Berger, Reinach
www.tierpraxis-berger.ch