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Schloss Schadau
Das zauberhafte Schloss Schadau und seine einmaligen Parkanlage mit dem alten Baubestand bieten sich als ideales Naherholungsgebiet für Gross und Klein an. Der Park verfügt über einen grossen Kinderspielplatz und während der Sommersaison fährt eine kleine Dampfeisenbahn. Ebenfalls im Schadaupark steht das neu renovierte Thun-Panorama. Im Schloss Schadau finden sich das Restaurant ARTS mit seinem vielseitigen Angebot und natürlich das Schweizerische Gastronomiemuseum.
Das heutige Schloss Schadau wurde in den Jahren 1847 bis 1852 in einem Stilgemisch, heute bekannt als romantischer Historismus, erbaut. Bereits in früheren Jahrhunderten standen jedoch Vorgängerbauten am Ausfluss des Thunersees in die Aare.
um 1273
Das Sässhaus der Strättliger
Die Herren von Strättligen bauen sich in der Schadau (Gemeinde Strättligen) ein Sässhaus.
Die Abbildung aus dem Codex Manesse zeigt den damals berühmten Minnesänger Heinrich III. von Strättligen (1258–1294).
zwischen 1348 bis 1443
Die Schadau geht via die von Bubenberg und die von Wichtrach an die von Erlach.
1638
Die von Erlach erbauen ein bernisches Landschlösschen
Schultheiss Franz Ludwig von Erlach der Ältere (1575–1651) erbaut ein bernisches Landschlösschen anstelle des Sässhauses.
1760
Die Schadau geht durch Tausch an Bernhard May.
1824
Die Neuenburger de Rougemont
Der Neuenburger Bankier Denis de Rougemont (1759–1839) kauft in Hofstetten das ehemalige Gut von Niklaus von Mülinen.
1831
Rodolphe de Rougemont (1805–1844), der jüngere Sohn von Denis und ebenfalls Bankier, erwirbt von Niklaus von Mülinen das Bächigut mit dem Landhaus ‚Chartreuse‘ in Hünibach.
1837
Alfred de Rougemont (1802–1868), der ältere Sohn von Denis, Oberst im Generalstab, kauft zusammen mit seiner Frau Sophie de Pourtalès (1807–1882) die alte Schadau.
1846–1852
Bau der neuen Schadau und der Hofgruppe jenseits der Seestrasse durch Alfred und Sophie. Heftige Stildiskussion: «Ein Architektonisches Monstrum … eine noch nicht einmal vollendete architektonische Missgeburt, ein wahrhaft Widerwillen erregendes Phantasiegebilde»
um 1852
Nach Bauvollendung der neuen Schadau Abbruch der alten Schadau und Erweiterung des Bauernhofes „zur Eselmatte“ (heute „Schlossgut“).
um 1868
Albert de Rougemont (1837–1899), Sohn von Alfred und Sophie, übernimmt die Schadau. Die Schadaubesitzung wird durch Landkäufe sukzessive auf 350‘000 m2 erweitert.
1873
Aus einem Reiseführer: „Die Schadau ist eine von Menschenhand geschaffene Perle, gefügt in das Diadem der Alpenlandschaft, das die Natur hier in fröhlichster Stunde geschaffen“
1877
Mutter Sophie und Sohn Albert übernehmen die Pension an der Gwattstrasse 117 und bauen sie zum Greisenasyl um. Der Schlosspark wird am Sonntag für die Bevölkerung geöffnet.
1880
Albert de Rougemont heiratet erst kurz vor dem Tod der Mutter die Comtesse de Constant-Rebecque (1854–1933).
1881
Geburt von Tochter Clara (1881–?)
1882
Geburt von Tochter Alice (1882–1913); heiratet 1902 den deutschen Baron Alexander von Swaine.
1885
Geburt von Sohn Alfred Denis Louis de Rougemont (1885–1908)
1908
Sohn Louis nimmt sich das Leben. Das Erbe geht ah seinen Neffen Henry von Swaine (1904–?), Sachwalter wird dessen Vater Baron Karl Alexander Freiherr von Swaine (1870–1927).
1916/17
Versteigerung des gesamten Inventars der Schadau im Auftrag des Barons von Swaine.
1917
Die Schadau als Spekulationsobjekt
Verkauf der Schadau (inkl. 350‘000 m2 Umschwung) für 1.15 Mio Franken an ein Thuner Konsortium. Am See werden Parzellen für herrschaftliche Villen abgetrennt.
1920
Strättligen wird ein Teil der Gemeinde Thun.
1925
Die Einwohnergemeinde Thun kauft zum Preis von 380’000 Franken das Schloss als Abbruchobjekt und die restlichen 36’000 m² des ehemaligen Umschwungs.
ab 1925
Zahlreiche Zwischennutzungen: Schweizerische Kunstausstellung, Relief der Berner Alpen (Simon Simon, heute im alpinen Museum in Bern), Sommerausstellungen des Kunstmuseums Thun, Galerie Wendeltreppe, Spielzeugausstellung.
ab 1928
Betrieb einer alkoholfreien Wirtschaft durch die Frauenvereine Thun und Strättligen (später SV-Service).
1934–1960
Schweizerisches Kriegsmuseum
1929–1945
Wohnungen für Familien in Not (der Familienvater leistete Aktivdienst)
1954
Doch kein Abbruch
Erneute Stildiskussion. Berner Heimatschutz leistet keinen Beitrag an eine Renovation. Erst ein Gutachten der Eidgenössischen Kommission für historische Kunstdenkmäler bringt die Wende: Die Stadt Thun bewilligt einen ersten Kredit von 50‘000 Franken für die Erhaltung.
ab 1974
Sandsteinreparaturen. Zahlreiche, unterschiedlichste Zwischennutzungen.
1982–1994
11 Open-air-Festivals im Park
1985
Einbau einer Gasheizung. Modernisierung der Restaurantküche
ab 1988
Schweizerisches Gastronomiemuseum
Das Schweizerisches Gastronomiemuseum bezieht Räumlichkeiten im 1. und 2. Obergeschoss.