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Lange Zeit wurde darüber spekuliert, welche beruflichen Pläne Ernesto Bertarelli nach dem Verkauf seines Genfer Biotechunternehmens Serono an den deutschen Chemie- und Pharmakonzern Merck hegt. Jetzt lüftet er den Schleier. «Ich arbeite an der Lancierung eines Private-Equity-Fonds», sagt er gegenüber der «Handelszeitung». «Denn ich möchte weiterhin im Healthcare-Bereich aktiv sein», ergänzt er. Weitere wichtige Fragen seien aber noch unbeantwortet. Wie hoch wird das Kapital sein? Wird das Projekt allein oder in Zusammenarbeit mit Banken realisiert? Wird in Start-ups oder in bereits etablierte Unternehmen investiert? Und in welche Branchen soll genau investiert werden?
«Die Planung hat erst begonnen. Im Herbst wissen wir mehr», begründet Bertarelli seine Zurückhaltung. Zuerst will er ein «kleines» Team zusammenstellen, das ihn bei der Gründung des Fonds unterstützen und diesen anschliessend auch betreuen werde. «Ich werde nicht der Chef des Fonds sein, aber dessen grösster Investor», sagt Ernesto Bertarelli. Er sei aber offen für weitere Investoren, die sich beteiligen möchten.
Verkauf kam überraschend
Ernesto Bertarelli verkaufte Serono im September 2006 für insgesamt mehr als 16 Mrd Fr. an das deutsche Familienunternehmen Merck. Dieser Verkauf kam überraschend, beendete für die über 1000 Mitarbeiter aber eine unruhige Zeit. Denn Ende 2005 wurde bekannt, dass Serono mitsamt seinem grössten Medikament (Rebif gegen Multiple Sklerose) verkauft werden soll. Weil aber kein Käufer gefunden werden konnte, änderte CEO, VR-Vizepräsident sowie Mehrheitsaktionär Bertarelli im April 2006 seine Pläne – eine Kapitalerhöhung sollte es Serono ermöglichen, sich durch Akquisitionen zu verstärken und damit selbstständig zu bleiben.
Erfolgreicher Segler
Dass Bertarelli wieder als Investor und Unternehmer tätig wird, wurde erwartet. Bereits im Oktober 2006 kündigte er in einem Interview mit dem Westschweizer Nachrichtenmagazin «L’Hebdo» an, dass er im «Technologiebereich» aktiv bleiben möchte. Er sei ein Unternehmer, der das Konkrete liebe.Diese Eigenschaft war ihm auch als Segler nützlich. Er gründete das Alinghi-Segelteam, das 2003 und 2007 den America’s Cup gewinnen konnte. 2009 findet diese Regatta zum nächsten Mal statt. «Wenn Sie mein Boot sehen, werden Sie meinen Führungsstil verstehen», wird UBS-Verwaltungsrat Bertarelli auf der Team-Internetseite zitiert.