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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Elftes Buch
26. Die Reihenfolge der Worte Pauli, die als Einwand dienen.
Vorerst muß man wissen, daß dies nicht die Anordnung der Lehre des Apostels ist. Zuerst nämlich findet [S. 256] die Übergabe der Herrschaft statt, danach die Unterwerfung, zuletzt tritt das Ende ein. Aber jedem einzelnen Tatbestand sind eigene Arten zugehöriger Tatbestände untergeordnet, so daß der vorhergehende Tatbestand immer einen ihm untergeordneten Tatbestand hat, wenn die einzelnen Dinge durch ihren Übergang in andere ihr Dasein verloren haben. Ein Ende wird es nämlich geben, aber nachdem er die Herrschaft Gott übergeben hat. Er wird aber auch die Herrschaft übergeben, jedoch erst, wenn er jegliche Obrigkeit und jegliche Macht zunichte gemacht hat. Er wird aber jegliche Obrigkeit und Macht zunichte machen, weil er die Herrschaft besitzen muß. Er wird aber herrschen, bis er alle Feinde zu seinen Füßen legt. Er wird aber die Feinde zu seinen Füßen legen, weil Gott alles zu seinen Füßen gelegt hat. Die Unterwerfung hat Gott aber in der Weise vollzogen, daß als letzter Feind der Tod von ihm besiegt werde. Wenn danach alles ihm unterworfen ist, außer demjenigen, der ihm alles unterworfen hat, dann wird auch er demjenigen unterworfen, der ihm alles unterwirft. Der Grund zu der Unterwerfung ist aber kein anderer als der, daß Gott alles in allem sei. Das Ende ist also, daß Gott alles in allem ist.1
1: Vgl. 1 Kor. 15, 24―28.