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Zwei Oikocredit-Partner sind für den European Microfinance Award 2021 nominiert
Zwei Oikocredit-Partner sind für den European Microfinance Award 2021 nominiert
Crecer und Fonkoze überzeugen durch ihr Engagement für finanzielle Inklusion und Gesundheitsversorgung.
Oikocredit gratuliert Crecer IFD (Bolivien) und Fonkoze (Haiti), die in die engere Wahl für den European Microfinance Award 2021 for Inclusive Finance & Healthcare gekommen sind. Von den 43 Bewerbungen aus 32 Ländern, die bei der European Microfinance Platform eingingen, kamen nur drei Organisationen in die engere Wahl. Der Gewinner des Preises wird am 18. November gekürt und erhält ein Preisgeld in Höhe von 100.000 Euro. Die beiden anderen Organisationen erhalten jeweils 10.000 Euro. (Update: Fonkoze hat den European Microfinance Award 2021 gewonnen und erhält 100.000€ als Erkennung für sein Programm Boutik Santé.)
Crecer und Fonkoze
Crecer IFD, Oikocredit-Partner seit 1999, ist eine bankenunabhängige Finanzinstitution, die Spar- und Kreditdienstleistungen für Frauen in einkommensschwachen Gemeinschaften in Bolivien anbietet. Das Land hat eine sehr hohe Sterblichkeitsrate bei Gebärmutterhalskrebs und einen geringen Zugang zu Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen. Das Gebärmutterhalskrebs-Präventionsprogramm von Crecer stärkt Frauen und fördert ihre Fähigkeit zur Selbstdiagnose und Vorsorge. Das Programm führt Gesundheitskampagnen durch, bietet Screening- und Telekonsultationsdienste an und vergibt Kredite zur Deckung der Kosten für ärztliche Konsultationen, Behandlungen, risikoreiche Operationen sowie für den Kauf von Medikamenten und medizinischer Ausrüstung.
Fonkoze ist eine haitianische Mikrofinanzinstitution und seit 2002 von Oikocredit finanziert. Neben anderen Formen der Unterstützung bietet die gemeinnützige Stiftung von Fonkoze Gesundheitsuntersuchungen und -aufklärung für sehr einkommensschwache Menschen in abgelegenen Regionen des Landes an. Die Kindersterblichkeit in diesen Regionen gehört zu den höchsten der Welt, weniger als ein Viertel der Haushalte verfügen über angemessene sanitäre Einrichtungen und der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist schwierig. Angesichts der Auswirkungen unvorhergesehener Erkrankungen auf die überwiegend weiblichen KundInnen der Mikrofinanzinstitution hat die Fonkoze-Stiftung 2014 das Programm Boutik Santé ins Leben gerufen. In dessen Rahmen bilden ÄrztInnen und Fachleute des öffentlichen Gesundheitswesens Krankenpflegepersonal aus, das seinerseits MikrofinanzkundInnen und ausgewählte kommunale medizinische MitarbeiterInnen darin schult, grundlegende Gesundheitsuntersuchungen durchzuführen, Gesundheitsbildung zu betreiben und Gesundheitsprodukte zu beschaffen.
Der Oikocredit-Regionaldirektor für Lateinamerika und Karibik, Eduard Walkers, war im September 2021 Mitglied des Auswahlgremiums für die Finalisten. Gemäß den Regeln des Ausschusses durfte Walkers nicht für die Oikocredit-Partner stimmen, die von anderen Jurymitgliedern nominiert wurden.
Walkers sagt: «Ich freue mich nicht nur über den Preis und darüber, dass Crecer und Fonkoze zu den Finalisten gehören. Ich bin auch sehr begeistert von der Rolle, die wir als Oikocredit im Gesundheitswesen spielen können.»
Oikocredit-Partner reagieren auf die globale Herausforderung im Gesundheitswesen
Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu einer qualitativ hochwertigen und erschwinglichen Gesundheitsversorgung[1]. «In ländlichen Gebieten von Ländern mit niedrigem Einkommensniveau müssen die Menschen oft 50 Kilometer oder mehr fahren, um eine Arztpraxis aufzusuchen, und die ÄrztInnen überweisen PatientInnen möglicherweise an FachärztInnen, die mehr als 80 Kilometer, manchmal sogar mehr als 200 Kilometer, entfernt sind», erklärt Walkers. Durch die lange An- und Rückreise verlieren diese Menschen manchmal ihren Tageslohn. Aufgrund der schlechten Infrastruktur und ähnlichen Gründen stirbt alle elf Sekunden irgendwo auf der Welt eine Frau oder ein Neugeborenes.[2]
Viele Oikocredit-Partner sind sich dieses Bedarfs bewusst und haben daher Gesundheitsprogramme ins Leben gerufen. Krankheit ist einer der Hauptgründe, warum Menschen in Armut geraten und warum KundInnen unserer Partner nicht in der Lage sind, ihre Kredite zurückzuzahlen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sind die Gesundheitskosten für 100 Millionen Menschen hoch genug, um sie in extreme Armut zu stürzen[3], und diese Situation hat sich während Covid-19 wahrscheinlich noch verschärft. Deshalb haben viele unserer Mikrofinanzpartner und einige unserer Partner in der Landwirtschaft Produkte oder ganzheitliche Programme aufgelegt, um dieses dringende Problem anzugehen, darunter Spar-, Versicherungs- und Kreditprodukte für Gesundheitsbelange und nichtfinanzielle Dienstleistungen wie Gesundheitschecks.
Walkers fügt hinzu: «Gesundheitsprogramme sollten ganz oben auf der Liste der Mikrofinanzinstitutionen stehen, idealerweise neben Programmen für wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit, Wohnraum, Wasser, Gemeinschaftsbildung und Bildung. Alle diese Bereiche sind miteinander verflochten und miteinander verbunden.»