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Etwa 15.000 Vietnamesen leben heute in der Schweiz. Mehrheitlich kamen sie aufgrund des Vietnamkrieges in den 1970er Jahren in die Schweiz.
In der Region Luzern gründeten die sogenannten Indochina Flüchtlinge bereits 1984 einen Verein, um eine erste Andachtsstätte und einen Treffpunkt an der Bernstrasse in Luzern zu schaffen. Nachdem sie in den folgenden Jahren zeitweise Räumlichkeiten an anderen Standorten nutzen konnten, konstituierte sich der Verein 1993 neu und erwarb 2001 ein Haus in Emmenbrücke.
Lange Zeit verfügte die Pagode über kein geistliches Oberhaupt. Seit 2014 leitet Thich Nhu Tu die Pagode. Im Jahr 2017 verkaufte der Pagodenverein das Haus in Emmenbrücke und erwarb ein ehemaliges Gasthaus in Nebikon. Seither hat die Pagode den Namen Chùa Vien Minh.
Details
Der Vietnamesische Buddhismus gehört dem Mahayana-Zweig an und vereint die Meditationspraxis des chinesischen Ch’an-Buddhismus, die vertrauensvolle Hingabe an den Buddha Amitabha des „Reinen Landes“ sowie die Hochachtung und Verehrung der Ahnen.
Im Oktober 2006 weihten vietnamesische Mönche im Freien die Statue des Bodhisattvas Avalokiteshvara (vietnamesisch: Quan Am) ein, die Verkörperung des universellen und unerschöpflichen Mitgefühls. Die Statue steht heute im Freien vor dem Tempel in Nebikon.
Im Erdgeschoss des Gebäudes befinden sich Gemeinschaftsräume, die Küche und die „Buddhahalle.“ Hier finden die religiösen Anlässe statt. Auf dem Hauptaltar befinden sich die Statuen von Shakyamuni-Buddha und verschiedene Bodhisattvas. Es gibt mehrere Seitenaltäre, einen an dem den Ahnen gedacht wird und weitere für die Verehrung von Schutzgottheiten und von Bodhidarma, der aus Indien stammend in China den Ch’an-Buddhismus begründete. Im ersten Stock befinden sich eine Bibliothek und mehrere Gästezimmer. Im obersten Stockwerk befinden sich die Räume der Ordinierten.
In der Pagode treffen sich täglich ab 16 Uhr Vietnamesen zur Rezitation und Meditation. Es besteht ein Jahresprogramm mit Veranstaltungen zu bedeutenden vietnamesischen Festen, buddhistischen Unterweisungen und weiteren Aktivitäten des Vereins. Zudem finden mehrere Wochenendseminare statt, an denen hochrangige Mönche aus aller Welt nach Nebikon kommen.
Die Pagode war während Jahren ohne einen vor Ort ansässigen Mönch. Seit Juni 2014 ist nunmehr der Ehrw. Thich Nhu Tu als Abt für die religiösen und rituellen Belange in der Pagode zuständig. Thich Nhu Tu ist somit der zweite vietnamesisch-buddhistische Abt in der Schweiz, neben dem Abt Thích Quảng Hiền der Pagode in Zollikofen (bei Bern). Zudem leben noch eine Anzahl vietnamesisch-buddhistischer Nonnen in der ganzen Schweiz.
Im Jahr 2017 verkaufte der Pagodenverein das Haus in Emmenbrücke und erwarb ein ehemaliges Gasthaus in Nebikon. Seither hat die Pagode den Namen Chùa Vien Minh.
Galerie
Adresse und Kontakt
Im Winkel 9
CH-6244 Nebikon
041 281 32 52
Kontaktperson
Ehrw. Thich Nhu Tu, Abt und Leiter der Pagode
Weitere Informationen
Studie zu vietnamesischen Buddhisten in der Schweiz:
Frank Weigelt, Die vietnamesisch-buddhistische Diaspora in der Schweiz, 2013
«Religionsvielfalt im Kanton Luzern» (www.unilu.ch/rel-LU) ist ein Projekt des Religionswissenschaftlichen Seminars der Universität Luzern.
Letzte Aktualisierung: 09.11.2018