Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03354.jsonl.gz/1919

Im Lavaux sagt die Architektur viel aus: in den Dörfern drängen sich die engen Winzerhäuser aneinander; davon heben sich die stattlichen Gebäude der grossen Weingüter ab, die zwischen den Rebstöcken thronen.
Eine Entscheidung treffen
Bis Mitte des XX. Jahrhunderts verbinden die Lavaux-Winzer die Weinbautätigkeiten mit Ackerbau und Viehzucht. Viele Familien ergänzen ihre Weingüter durch auf dem Land verstreute Besitzungen. Die Bauern von den Höhen, die einige Weinbauparzellen besitzen, beauftragen Malocher mit deren Pflege, genau so wie Winzer mit Bewohnern des Jorat zusammen arbeiten, um Heu, Mist und Rebpfähle zu bekommen.
Während der ersten Hälfte des XX. Jahrhunderts stellen die soziale Entwicklung und der wirtschaftliche Druck die Bewohner vor die Wahl: entweder Winzerdasein, oder Bauer sein, oder sogar die Bearbeitung des Bodens aufgeben.
In den Höhenlagen des Lavaux ist die ländliche Streusiedlung charakteristisch, hingegen stehen die Winzerhäuser in den Dörfern eng beieinander, um sich nicht zu sehr auf den für den Weinbau geeigneten Hängen auszudehnen.
Architektonische Zeugnisse
Die Winzerorte wurden an leichten Gefällknicken im Herzen der Weinberge angelegt, wie z.B. Savuit, Aran, Grandvaux, Riex, Epesses beziehungsweise Rivaz. In Richtung Vevey weisen die an der Nahtstelle von Weinberg und Land gelegenen Orte Chexbres und Chardonne sowohl bäuerliche als auch winzerische Aspekte auf.
Ausserhalb der Dörfer stellen die „capites“, oft einfache Unterkünfte, die an die Weinbergsmauern angelehnt sind, die Winzerhäuser, die Bauten der grossen Weingüter sowie die Türme und Schlösser im Lavaux die architektonischen Zeugnisse der mit dem Wein zusammenhängenden Tätigkeiten dar.
Bibliografie : RAYMOND, Denise, « Ethnographie », in Lavaux, Vignoble en terrasses face au lac et aux Alpes, Dossier de candidature de Lavaux au patrimoine mondial de l’UNESCO, Cully, Janvier 2006, pp. 89-92.