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|Datum:||3. Mai 2016|
|Zeit:||18.15 Uhr bis 20.00 Uhr|
|Ort:||Universität Luzern, HS 05|
Ein Vergleich zwischen der Sozialphilosophie Hegels und der Gesellschaftstheorie von Marx steht heute unter ganz anderen Bedingungen als noch vor fünfzig oder hundert Jahren; denn in den letzten Jahrzehnten sind an beiden Werken eine Reihe von Umdeutungen vorgenommen worden, die es inzwischen erlauben, das Verhältnis beider Denker daraufhin zu untersuchen, wo sie vom jeweils anderen hätten lernen können. In dieser noch ungewohnten Einstellung möchte ich in meinem Vortrag den Versuch unternehmen, die Sozialtheorien von Marx und Hegel auf die Möglichkeit einer wechselseitigen Ergänzung hin zu befragen. Den Ausgang will ich dabei von den geschichtsphilosophischen Prämissen nehmen, die sowohl Hegel wie auch Marx als theoretische Basis ihrer Diagnose der modernen Gesellschaft gedient haben (I). Im anschließenden Schritt will ich dann zunächst auf die Vorzüge der Hegelschen Sozialtheorie gegenüber derjenigen von Marx zu sprechen kommen (II), bevor ich in einem weiteren Schritt die Blickrichtung gewissermaßen umkehre, um die Verdienste der Marxschen Kapitalismusanalyse in den Blick zu nehmen (III). Erst im Zusammenhang dieser letzten Überlegungen will ich schließlich kurz die Frage aufwerfen, unter welchen Bedingungen und in welcher Form sich die beiden Ansätze in ein Verhältnis fruchtbarer Ergänzung versetzen lassen.
Prof. Dr. Axel Honneth unterrichtet vom 2.-6. Mai 2016 die Lucerne Master Class "Towards a Critical Theory of Markets" an der Graduate School of Humanities and Social Sciences. www.unilu.ch/masterclass