Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03594.jsonl.gz/2290

Die Faire Milch garantiert den Milchproduzent*innen eine gerechte Entlöhnung, d.h. sie erhalten 1 Franken pro Liter Milch, damit die Produktionskosten gedeckt sind.
Seit vielen Jahren ist die Schweizer Milchproduktion schlecht gesteuert. Wir könnten sogar behaupten, dass die Situation der industriellen Schweizer Milchproduzent*innen im Jahr 2018 katastrophal war.
Der Milchpreis ist deutlich gefallen und deckt die Produktionskosten bei weitem nicht. Heute erhalten die Milchproduzent*innen cirka 67 Rappen pro Liter Milch, sofern die Milch auf dem Schweizer Markt* verkauft wird. Gleichzeitig liegt der Produktionspreis für einen Liter Milch bei 98 Rappen pro Liter Milch, d.h. bei fast 1 Franken (Agridea, 2016).
Um diesen Ausfall zu decken, reichen die Direktzahlungen an die Produzent*innen nicht aus.
Die Folge: Jedes Jahr nimmt die Zahl der Milchproduzent*innen deutlich ab und zwar auch bei Betrieben von beträchtlicher Grösse.
So haben z.B. im letzten Jahr 2021, 471 Bauernfamilien ihre Milchproduktion eingestellt. Das entspricht einem Rückgang von 2,6 Prozent in einem Jahr, sodass die Schweiz Ende 2021 noch 17'925 Milchproduzent*innen zählte.Vor 20 Jahren waren es noch ungefähr 44'000: Ein Rückgang um mehr als die Hälfte!
* In der Schweiz gibt es eine Milch-Segmentierung:
Die auf dem Schweizer Markt verkaufte A-Milch wird den Milchproduzent*innen zu einem Richtpreis von 78 Rappen pro Liter Milch (Preis angepasst am 1. April 2022) abgenommen. In Wirklichkeit erhalten sie pro Liter aber oft 5 bis 10 Rappen weniger, da Transport-, Verwaltungs- und andere Kosten. abgezogen werden. Der Durchschnittspreis für 2021 im A-Segment lag bei 67,4 Rappen.
Die A-Milch finden Sie in in Ihrem Geschäft in Milchtüten, Joghurt und Butter.
B-Milch wird für Produkte verwendet, die ins Ausland, hauptsächlich in die EU, exportiert werden. Milchproduzent*innen erhalten für diese Milch deutlich weniger, im Durchschnitt rund 50 Rappen pro Liter Milch.
Die Folge: Am Ende erhält ein*e Milchproduzent*in in der Schweiz durchschnittlich zwischen 55 und 65 Rappen pro Liter Milch.
Die Faire Milch ist DIE Lösung, damit Schweizer Milchproduzent*innen ein würdiges Leben führen können!
Mithilfe der Genossenschaft Faire Milch, die allen Schweizer Milchproduzent*innen offensteht.
Die Milch wird gesammelt, weiterverarbeitet und zu den verschiedenen Verkaufsstellen gebracht.
Alle Genossenschaftsmitglieder bzw. die Milchproduzent*innen, die sich in der Genossenschaft Faire Milch engagieren. Achtung: Die Milch für die Faireswiss-Produkte kommt nicht zwingend von einem Genossenschaftsmitglied. Aus logistischen Gründen ist dies zurzeit nicht möglich.
Die Faire Milch ist in erster Linie ein solidarisches Projekt! Wenn Sie einen Liter faire Milch kaufen, erhält ein*e Milchproduzent*in irgendwo in der Schweiz 1 Franken für seine*ihre Milch.
Genau! Es hat Gruyère-ProduzentIn in den Genossenschaft.
Das Einzige, was sich dabei ändert, ist die Vergütung des Genossenschaftsmitglieds. Denn im Produktionsgebiet des AOP-Gruyère ist der Preis pro Liter Milch höher als in der Molkerei.
Wenn zum Beispiel ein*e Gruyère-Produzent*in 80 Rappen pro Liter Milch erhält, zahlen wir ihm 20 Rappen pro Liter, damit er 1 Franken pro Liter Milch erhält.
Auf der Mitgliederversammlung im September 2020 wurde beschlossen, dass ab 2021 die Käseproduzent*innen vorerst keine neuen Käsehersteller*innen mehr aufnehmen. Dies kann sich natürlich ändern.
Die Schweizer Milch "Faireswiss" gehört zur grossen, europäischen Familie, die sich für faire Milch einsetzt.
Unter der Führung des European Milk Board* (EMB) wurden verschiedene Faire-Milch-Projekte in ganz Europa lanciert:
* Das EMB ist eine Interessenvertretung für Milchproduzent*innen in Europa. Der Verband hat Mitglieder in 15 europäischen Ländern und arbeitet mit zahlreichen befreundeten Organisationen in weiteren Ländern zusammen. Das EMB repräsentiert somit etwa 100.000 Milchproduzent*innen. Wir stehen für eine zukunftsorientierte, nachhaltige Milcherzeugung in allen Regionen Europas, die es den Bäuer*innen ermöglicht, würdevoll von ihrer Arbeit zu leben. Grundvoraussetzung hierfür ist ein Milchpreis, der die durchschnittlichen Kosten der Milcherzeugung deckt.www.europeanmilkboard.org