Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03182.jsonl.gz/495

Woher der Name «Blauer Heinrich» stammt, ist ungeklärt. Es handelt sich dabei um einen Taschenspucknapf für Hustende, v. a. für Tuberkulose-Kranke. Gemäss Hinweis auf der Verpackung «soll (er) zur Aufnahme der Luftröhren- und Lungenabsonderung dienen, sein Gebrauch ist einfach, reinlicher, als der des Taschentuchs oder Fussbodens und beseitigt jede Gefahr der Übertragung von Ansteckungsstoffen. Der Kranke öffnet den Klappdeckel und hustet ins Fläschchen. Der Fuss ist abschraubbar, so dass das Fläschchen leicht geleert und gereinigt werden kann.»
Sein Erfinder war Peter Dettweiler, der 1876 die Leitung der Lungenheilanstalt Falkenstein im Taunus übernahm. Er stellte seine Erfindung 1889 auf einem Medizinkongress vor und die Firma Gebr. Noelle in Lüdenscheid vertrieb das Fläschchen in der Folge.
Thomas Mann erwähnt den Blauen Heinrich in seinem Roman "Der Zauberberg", erschienen 1924.