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In den meisten Ländern werden Lernkarten oft als Lernmittel für Kinder eingesetzt. Sie dienen allerdings nicht nur der Vermittlung von Grundkonzepten, sondern sind auch sehr hilfreich beim Auswendiglernen von Vokabular, Daten und historischen Fakten, womit sie auch beim Erlernen von Sprachen nützlich sind.
Lern- oder Karteikarten, manchmal auch «Flashcards» genannt, sind sehr effizient beim Auswendiglernen von Informationen.
Jede Lernkarte hat zwei Seiten, vorne und hinten. Auf der Vorderseite schreibt man das Wort oder druckt/malt das Bild für das Wort, das man sich merken will. Auf die Rückseite kann man die Übersetzung oder Aussprache notieren. Die Lernkarten, die ich im Unterricht für Französisch als Fremdsprache benütze, sind allesamt Karten mit Bildern und verschieden farbigen Rändern. Lernkarten mit blauem Rand sind männliche Begriffe (zum Beispiel «garçon» [Junge]), oranger Rand bedeutet ein weiblicher Begriff (zum Beispiel «tortue» [Schildkröte]), grün steht für Wörter im Plural (zum Beispiel «tomates» [Tomaten]), und rot gibt ein Verb an (zum Beispiel «lire» [lesen]).
Warum eignen sich Lernkarten fürs Sprachen büffeln?
Eine der wichtigsten Komponenten des erfolgreichen Erlernens einer Fremdsprache besteht im Erwerb eines möglichst grossen Wortschatzes, einschliesslich Verben und festen Ausdrücken. Gleichwohl ist es unerlässlich, die erlernten Verben konjugieren zu können, damit ganze Sätze mit dem Rest des Wortschatzes gebildet werden können. Die Verwendung von Karteikarten als Lernmethode bietet mehrere Vorteile für Kinder, vor allem:
Welcher Wortschatz sollte erlernt werden?
Für ein Kind kann es entmutigend sein, wenn es an die ungeheuerliche Anzahl Worte denkt, die es zur Beherrschung einer Fremdsprache zu erlernen gilt. Es muss sich jedoch zum Glück nicht gleich den gesamten Inhalt eines Wörterbuches auf einmal aneignen. Mit den Unterrichtsmethoden, die wir bei Tandem IMS verwenden («Les petits Loustics» und «Les Loustics»), ist der Vokabularstoff auf sinnvolle Weise unterteilt und wirkt motivierend auf die Schüler*innen.
Im Weiteren schreiben die meisten Sprachzertifikate, wie z.B. das First Certificate für Englisch, DELF für Französisch und das Goethe-Zertifikat für Deutsch, ein fixes Programm für jede ihrer Zertifikatstufen vor. Damit können sich die Schüler*innen für jede Stufe auf den verlangten Wortschatz konzentrieren, den sie zum Bestehen der Prüfung brauchen, anstatt zu versuchen, alles auf einmal zu erlernen.
Arten von Lernkarten zum Erlernen einer Sprache
Herstellung von Hand:
Wenn Sie sich für traditionelle Lernkarten entschliessen, müssen Sie und/oder Ihr Kind auch die Lust und Zeit haben, die Karten zuzuschneiden und die Bilder darauf zu malen oder zu zeichnen. Dies soll keine Entmutigung sein, ganz im Gegenteil, es kann eine sehr unterhaltsame Tätigkeit sein. Zudem ist es bereits eine Übung fürs Gedächtnis, wenn man die Karten selber herstellt. Vergessen Sie dabei einfach nicht, dass dies viel Zeit in Anspruch nimmt. Ich empfehle diese Methode für Lernkarten in zwei Sprachen.
Herunterladen und Ausdrucken:
Diese Methode geht etwas einfacher und schneller. Ich verwende diese Art Lernkarten im regulären Französischunterricht. Die Kinder können dieselben Karten verwenden wie im Klassenzimmer – Sie brauchen die Dateien nur herunterzuladen und auszudrucken, und schon können Sie mit Ihrem Kind spielerisch üben.
Virtuell:
Wenn Sie lieber alles elektronisch haben, können Sie Flashcard-Apps wie Anki oder Quizlet auf Ihrem Computer oder Natel installieren. Die Apps sind gratis, und man kann darin Kartenspiele herunterladen, um spezifische Wörter zu üben oder auch einen eigenen Quiz zusammenzustellen.
Ideen für Sie und Ihr Kind
1) Die Lernkarten können soviel ausgedruckt und kopiert werden, wie Sie wollen – dies hilft bei der Ausführung gewisser Aktivitäten und macht zudem Spiele möglich, z. B.:
2) Die Lernkarten können gefaltet werden. Auf der Rückseite der Karten steht zum Beispiel das Wort auf französisch und auf der Vorderseite dann in der zu lernenden Sprache wie deutsch oder englisch.
3) Hängen Sie die Karteikarten an der Wäscheleine auf. Bitten Sie nun Ihr Kind, die Bilder bzw. Wörter/Sätze in Worte zu fassen, laut vorzulesen oder niederzuschreiben.
Karteikarten können den Lernerfolg der Schüler*innen sowohl zuhause als auch in der Schule erheblich verbessern. Als pädagogisches Mittel motivieren sie zur Aufnahme neuen Vokabulars. Zudem sind Bilder oder Fotos auf Karteikarten universell und können dem Wortschatzerwerb in allen Sprachen dienen.
Eine unschätzbare Ressource also, welche die Aufmerksamkeit der Schüler*innen gewinnt und zu einem interaktiven Unterricht beiträgt. Die Farben unterstützen die visuelle Wahrnehmung und dienen einer kommunikativen und effizienten Sprachfindung. Im Weiteren wurde erwiesen, dass Farben die Stimmung der Schüler*innen beeinflussen.
Aber auch die Grösse der Lernkarten spielt eine grosse Rolle, da sie ein optimales Blickfeld ermöglichen sollte, mit dem die Aufmerksamkeit und Konzentration der Schüler*innen unterstützt wird. Für jüngere Schüler*innen eignen sich grössere Karten, z.B. A5, da hauptsächlich mit Bildern gearbeitet wird. Ab der 4. Klasse sind dann Kärtchen der Karteigrösse A7 mit einzelnen Wörtern oder Satzteilen zweckdienlicher.
Viel Spass und Erfolg beim Lernen!