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Diese Komplettsanierung von alepreda architecture öffnet und modernisiert die Innenräume zweier Wohnungen in einem baufälligen historischen Palazzo in Brescia, Italien, und stellt dabei gleichzeitig die ursprüngliche Pracht der Räume wieder her.
Gleich aber anders
Interessanterweise befinden sich die Wohnungen auf aufeinanderfolgenden Etagen und teilen sich sozusagen denselben Grundriss. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Deckenhöhen ergeben sich jedoch eigenständige architektonische Lösungen. Während sich im zweiten Obergeschoss das Piano Nobile Loft vertikal ausdehnt und die 4,4 m hohe Decke nutzt, entwickelt sich das Round Wall Studio im dritten Stockwerk horizontal mit einer Reihe von halbhohen Trennwänden. Beide Wohnungen befanden sich in einem völlig baufälligen Zustand und bestanden aus mehreren kleinen Räumen, von denen viele keinen Zugang zum Tageslicht hatten. Einige der interessantesten Merkmale der ursprünglichen Architektur, wie die verzierten Primärbalken und die Holzkassettendecke, wurden durch abgehängte Gipsdecken verdeckt und kamen erst durch die Sanierungsarbeiten wieder zum Vorschein.
Starker Halt
Zudem war die Statik der beiden Wohnungen nicht mehr ausreichend – die zentralen Holzbalken, die das Piano Nobile Loft in der Breite und das Round Wall Studio in der Länge überspannen, waren beide durchgebogen. Ausserdem waren mehrere sekundäre Balken willkürlich abgeschnitten worden, um Platz für Schornsteine zu schaffen, und waren daher nicht mehr gestützt. Durch den Einbau von Stahlstützen, Konsolen und verstärktem Estrich in den Böden wurden diese Probleme gelöst.
Lichtspiele
Für die Belichtung und Belüftung standen jeder Wohnung nur zwei grosse Fenster zur Strasse hin zur Verfügung – und keine der Versorgungseinrichtungen entsprach den Vorschriften. Der neue Entwurf brachte das Gefühl des Massstab der ursprünglichen Räume zurück und sorgte gleichzeitig für eine klar definierte und effiziente Aufteilung der Wohnprogramme. Wand-„Objekte“ im Raum – deren zeitgenössische Formensprache einen Kontrapunkt zur vorhandenen Textur der historischen Bausubstanz bildet – sorgen für die Trennung dieser Programme. Diese Elemente bewegen sich auf einer Ebene zwischen Innenarchitektur und Möbeln. Damit das Licht so tief wie möglich in den Raum eindringen kann, sind diese „Objekte“ nur teilweise hoch.
Loftleben
Im Piano Nobile Loft wurde der grösste Teil der Deckenfläche nicht unterbrochen, um die Weite des ursprünglichen Raums, der ursprünglich das Hauptwohnzimmer des Palazzo war, wiederherzustellen. Das Badezimmer und das Mezzanin sind formal als eingefügte und ineinander greifende Objekte in dieser historischen Struktur zu sehen. Das Mezzanin erfüllt zwei Zwecke: Zum einen fungiert es als „Superwand“, die verschiedene Stauraumnischen mit Schränken, Regalen usw. enthält. Zum anderen beherbergt es ein erhöhtes Schlafzimmer, das über eine Treppe erreichbar ist und der Wohnraum somit überblickt werden kann. Hier dient das mit Rigipsplatten verstärkte massive Geländer gleichzeitig als Kopfteil und Nachttisch.
Wohnen im Studio
Im Round Wall Studio trennen halbhohe Trennwände – eine runde sowie eine rechteckige – den Raum, ohne ihn vollständig zu unterteilen. Hinter einem L-förmigen Volumen befinden sich noch das Bad und der Wandschrank. Die runde Trennwand schafft ein gemütliches Esszimmer mit einem runden Tisch auf einer Seite und trennt zugleich die Küche ab. Die rechteckige Trennwand zwischen Wohn- und Schlafzimmer dient dabei gleichzeitig als Kopfteil und auf der gegenüberliegenden Seite als TV-/Radiatorennische.
Viel in wenig
Die Einrichtung ist sparsam, aber stilvoll. Die Eichenholz- und weissen Möbel im Loft passen zu den massgefertigten Eichenholzarbeiten und der Küche, während das schwarze Ebenholz im Studio einen Kontrast bildet. Viele der Möbelstücke wurden von alepreda für Miduny Furniture (die Schwesterfirma des Studios) entworfen. Die Möbel von Miduny verbinden zeitlose Formen mit warmen Materialien und skurrilen Akzenten. Die in Verona von Handwerksmeistern gefertigten Stücke bringen eine Spannung zwischen der Weichheit der Handwerkskunst und der minimalistischen Form zum Ausdruck – eine Spannung, die dem Spiel zwischen alt und neu in der Architektur entspricht.
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