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Wussten Sie, dass Polarlichter (Fachbegriff in den nördlichen Polregionen «Aurora Borealis», in den südlichen Polregionen «Aurora Australis») im Prinzip Stürme sind? Dieses Wetterphänomen entsteht nämlich dann, wenn elektrisch geladene Teilchen, von Sonnenstürmen Richtung Erde geschleudert, aus der Magnetosphäre auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in den oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen und diese ionisieren. Bei der anschliessend erfolgenden Rekombination der Teilchen entsteht die charakteristische Fluoreszenz. Es sind also harmlose «Stürme», welche ein fantastisches und völlig ungefährliches Naturspektakel bieten und vor allem auf der Nordhalbkugel in der dunklen Jahreszeit alljährlich zahlreiche Schaulustige anlocken.
Bislang waren diese Naturphänomene noch «namenlos», im Gegensatz etwa zu anderen Stürmen wie Hurricanes, welche ab einer bestimmten Grösse Personennamen erhalten, welche im vornherein festgelegt sind. Doch nun soll sich dies zumindest bei den Nordlichtern, also den Polarlichtern der nördlichen Hemisphäre, ändern. Dazu erklärt Rauno Posio, Project Director bei Visit Arctic Europe mit Sitz im finnischen Rovaniemi: «Von Herbst bis Frühling gibt es so viele Nordlichter im arktischen Europa zu sehen, dass wir damit begonnen haben, den stärksten Lichtern Namen zu geben, wie dies bei anderen Stürmen üblich ist. Dadurch erhalten diese eine eigene Identität und es ist uns einfacher, über diese Lichter zu berichten und zu informieren.» Das hat natürlich auch einen Marketing-Aspekt: Wenn die millionenfach fotografierten Nordlichter Namen haben, lassen sich diese bei der Verbreitung via Sozialen Medien mit eigenen Hashtags besser zuordnen, vergleichen und diskutieren.
Speziell daran ist nun, dass die Öffentlichkeit die Namen mitbestimmen kann, was bei den anderen Stürmen nicht der Fall ist. Konkret läuft die Namensgebung so ab: Das Weltraumwetterprognosezentrum der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) im amerikanischen Boulder sammelt Daten über die Sonnenaktivität, also über Sonneneruptionen, den Sonnenwind und mehr. Damit lässt sich relativ gut vorhersagen, wo es zum nächsten Polarlicht kommen wird. Wenn die Daten nun einen gewissen Wert überschreiten, und folglich von einem besonders eindrücklichen Polarlicht auszugehen ist, erhält dieses einen Namen. Im Falle der Nordlichter soll es ein nordischer Name sein, welcher durch die Geschichte oder Kultur von Finnland, Norwegen oder Schweden beeinflusst ist; bei der effektiven Namensgebung wird dann zwischen den drei Ländern alterniert. Es gibt bereits vorhandene Namensvorschläge, auf welche die Behörde zugreifen kann.
Aber, und das ist der Clou: Man kann über eine spezielle Website von Visit Arctic Europe Namensvorschläge eingeben. Damit erhält man die Chance, ein «eigenes» Nordlicht zu haben, welches nach sich selber oder einer geliebten Person benannt ist. So funktioniert es: Man begibt sich auf die Website «Naming Auroras» und gibt dort den Namensvorschlag mitsamt einer Begründung und der eigenen Mail-Adresse ein. Mit etwas Glück wird der Name ausgewählt und «Ihr» Nordlicht wird dereinst den nordischen Nachthimmel erleuchten - und natürlich wird der Name auch auf der genannten Website sowie mit einem eigenen Hashtag versehen auf dem Instagram-Account von Visit Arctic Europe zu sehen sein.