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Und was Sie selbst dagegen tun könnenHoher Blutdruck ist die häufigste Krankheit in westlichen, industrialisierten Ländern und der bedeutendste Risikofaktor für die Entwicklung der Arterienverkalkung und deren Folgen, wie Herzinfarkt oder Hirnschlag. In der Schweiz haben ca. 10% der Menschen einen hohen, behandlungsbedürftigen Blutdruck. Die Herz-Kreislauf-Erkrankungen, welche durch einen hohen Blutdruck unter anderem ausgelöst werden können, sind die häufigste Todesursache. Fast jeder zweite Schweizer oder jede zweite Schweizerin stirbt an den Folgen von Herz-Kreislauf Leiden. Neben dem hohen Blutdruck gehören Rauchen, erhöhte Blutfette, Zuckerkrankheit, Übergewicht, mangelnde Bewegung und langanhaltender Stress zu den Risikofaktoren. Das Risiko einer dieser Krankheiten zu bekommen, steigt mit der Anzahl von Risikofaktoren stark an.
Fakten:
Gemäss neuesten Richtlinien der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und der schweizerischen Gesellschaft für hohen Blutdruck, beträgt ein normaler Blutdruck 135mm Hg für den oberen Wert und 90 mm Hg für den unteren Wert. Dies würde bedeuten, dass jeder Blutdruck über 135/90 als zu hoch anzuschauen ist. Dies bedeutet nicht, dass jeder Blutdruck der höher als diese Grenze ist, auch behandelt werden muss. Der Blutdruck ist sehr abhängig von der momentanen Tätigkeit. Je nachdem ob man liegt, steht, sitzt oder arbeitet, der Blutdruck ändert sehr schnell. Zudem unterliegt der Blutdruck tageszeitlichen Schwankungen. Ebenso ändert der Blutdruck, wenn man kurz hintereinander am gleichen Arm den Blutdruck misst. Mit steigendem Alter kann der Blutdruck stetig ansteigen. Dies kann Ausdruck einer beginnenden Arterienverkalkung sein. Als obere Grenze eines absolut behandlungsbedürftigen Blutdruckes gilt ein oberer Wert über 165 mm Hg und oder ein unterer Wert über 95 mm Hg. Sind die Werte also konstant über 165/95, sprechen wir von Hypertonie oder eben, hohem Blutdruck.
Ursache:
Die Ursache von hohem Blutdruck lässt sich nur bei ca. 5 % der Erkrankten exakt feststellen, da sie durch Organerkrankungen bsp. der Nieren ausgelöst werden. Bei 95% der Erkrankten können wir keine Ursache nachweisen, wir sprechen dann von einer „essentiellen Hypertonie“. Wir wissen aber auch, dass die oben erwähnten Risikofaktoren die Entstehung von hohem Blutdruck begünstigen können. Dies führt zu einem fatalen Kreislauf, indem Ursache gleich Risikofaktor wird.
Symptome:
Gefährlich ist ein hoher Blutdruck vorallem deshalb, weil er meist keine Beschwerden verursacht. Das heisst, die Betroffenen merken diese Krankheit erst, wenn es zu spät ist, d.h. dann, wenn der mögliche Herzinfarkt aufgetreten ist. Nur bei sehr hohen Werten, oder bei Blutdruckkrisen zeigen sich Symptome wie Kopfschmerzen oder allgemeine innere Unruhe. Ein leicht erhöhter Blutdruck kann zu Gereiztheit oder ebenfalls Nervosität führen. Da dies schleichend eintritt und sich die Betroffenen daran gewöhnen, merken sie es oft erst, wenn der Blutdruck behandelt wird. Oft hören wir die Aussage, dass sich die Patienten nach Senkung des Blutdrucks wohler fühlen und weniger nervös sind. Kopfwehgeplagte klagen über weniger Kopfschmerzen.
Eine grosse Gefahr von hohem Blutdruck, auch für junge Leute, ist die Gefahr einer Hirnblutung durch ein platzendes Gefäss. Immer wieder sterben junge Leute plötzlich an Hirnblutungen, deshalb ist es auch für junge notwendig den Blutdruck kontrollieren zu lassen.
Blutdruckmessung:
Gemessen wir der Blutdruck im Sitzen mittels eines der gebräuchlichen Geräte, entweder am Oberarm, oder aber am Handgelenk. Da eine Blutdruckmessung nie hundert Prozent genau ist und viele Faktoren auch die Messung beeinflussen können, ist es nötig, verschiedene Werte zu messen und den Durchschnitt daraus abzulesen. Nie werden wir auf Grund nur einer zu hohen Messung von hohem Blutdruck reden. Es sollte auch immer am gleichen Arm gemessen werden, da der Blutdruck am mehr gebrauchten Arm tendentiell etwas höher ist. Ebenso geben die modernen Handgelenkgeräte eher etwas höhere Werte an.
Nicht wenige Menschen leiden unter hohem Blutdruck nur dann, wenn der Arzt misst. Wir sprechen dann von einer „Weisskittel-Hypertonie“. Besteht deshalb der Verdacht auf hohen Blutdruck versuchen wir die Betroffenen dazu zu motivieren, ihren Blutdruck selber zu messen mit einem Heimgerät. Damit können viele Werte miteinander verglichen werden und das Resultat wird genauer. Dasselbe gilt für Menschen, die ihren Blutdruck mittels Medikamenten behandeln müssen.
Vorbeugung:
Eine gesunde Lebensweise senkt den Blutdruck. Hoher Alkoholkonsum lässt den Blutdruck ansteigen und schädigt das Herz direkt. Alkohol verändert zudem den Stoffwechsel und lässt das Cholesterin ansteigen. Nikotin ist das stärkste Gefässgift und somit ein eigenständiger Risikofaktor der Arterienverkalkung. Nikotin verengt die Gefässe und lässt deshalb den Blutdruck ansteigen. Übergewicht führt ebenfalls zu hohem Blutdruck bei entsprechender Veranlagung. Eine Normalisierung des Gewichtes senkt den Blutdruck beträchtlich. Kochsalz hat einen direkten Einfluss auf den Wasserhaushalt, d.h. zu viel Salz speichert Körperwasser, was den Blutdruck ansteigen lässt. Bluthochdruckpatienten sollten deshalb den Salzkonsum reduzieren. Kaliumreiche Nahrungsmittel, wie Gemüse, Orangen, Pilze, Kartoffeln, Obst und Getreideprodukte sowie Petersilie und Tomatenmark können den Blutdruck senken. Magnesium sollte in genügender Menge zugeführt werden, da auch Magnesium den Blutdruck senken kann. Magnesium findet sich vorallem in Hülsenfrüchten, Kiwi, Erdnüssen und Vollkornprodukten. Leider haben diese Nahrungsmittel oft auch viele Kalorien. Wer viel Fleisch konsumiert oder viel Sport treibt hat übrigens einen erhöhten Magnesiumbedarf.
Stress ist Gift für den Blutdruck, deshalb müssen Stressreaktionen erkannt werden und behandelt werden. Bewährte Entspannungsmethoden wie autogenes Training etc. können einen guten Ausgleich schaffen. Wichtig ist aber auch genügend Erholung im Sinne von Freizeit und vorallem genügend Schlaf. Eine gute Entspannungsmethode, die für sich selber zudem den Blutdruck günstig beeinflusst, ist sportliche Betätigung. Gefordert ist nicht Leistungssport, sondern Bewegung, die Freude macht. 2-3 x pro Woche Bewegungstherapie in Form von Laufen, Spazieren, Wandern, Velofahren, Schwimmen etc. genügt. Da Kraftsportarten den Blutdruck ansteigen lassen, sind sie weniger geeignet.
Therapie:
Nützen all die oben genannten Massnahmen zu wenig, oder können sie aus irgend welchen Gründen nicht durchgeführt werden, ist oft eine medikamentöse Behandlung, meist lebenslang notwendig. Die heute gebräuchlichen Blutdruckmedikamente sind sicher und die Auswahl ist so gross, dass für jeden Betroffenen eine gute, nebenwirkungsfreie und sichere Therapie gefunden werden kann. Eine medikamentöse Behandlung erfordert eine genaue Diagnostik und eine Überprüfung der Therapie in regelmässigen Abständen.
Die richtige Einstellung des Blutdrucks kann Leben retten, deshalb messen sie regelmässig den Blutdruck.