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Unsere Co-Präsidentin Prof. Carmen Sandi hat kürzlich eine neue Studie veröffentlicht, die einen Zusammenhang zwischen Angstverhalten, dem CRHR1-System und der Stressreaktion herstellt. Frühere Studien zur Motivation nach einer Stressbelastung haben widersprüchliche Ergebnisse erbracht, die entweder eine verminderte oder eine erhöhte Motivation zeigten. Carmen Sandi und ihre Gruppe versuchten herauszufinden, ob diese widersprüchlichen Ergebnisse auf Unterschiede in den Persönlichkeitsmerkmalen der Probanden zurückzuführen sind, z. B. auf Angst, die sich als wichtiger Moderator bei den Auswirkungen von akutem Stress auf das Lern- und Sozialverhalten erwiesen hat. Sie wiesen nach, dass die Motivation, nach einer Stressbelastung anhaltende Anstrengungen zu unternehmen, um Ziele zu erreichen, vom Grad der Ängstlichkeit der Personen abhängt. Darüber hinaus identifizierten sie den Corticotropin-Releasing-Hormon-Rezeptor 1 (CRHR1) im ventralen tegmentalen Areal, einer Gehirnregion, die an der Regulierung der Motivation beteiligt ist, als Teil des zugrunde liegenden Mechanismus der Verhaltensunterschiede. Diese Ergebnisse tragen dazu bei, die individuellen Unterschiede in der Anfälligkeit für Stress zu erklären, und könnten eine bessere Stratifizierung der Patienten ermöglichen, um personalisiertere Behandlungen gegen Depressionen zu entwickeln.