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Das Projekt wird von Médecins du Monde durchgeführt, um Barrieren für die Gleichstellung der Geschlechter zu bekämpfen und den Zugang zu sexuellen und reproduktiven Rechten und Gesundheit für Teenager und junge Frauen zu fördern. Ziel des Projekts ist es, in den Departements Atlantique und Couffo ein gemeindebasiertes Netzwerk aufzubauen, um soziale Normen positiv zu beeinflussen.
Ein partizipativer Ansatz
Médecins du Monde hat in den Departements Atlantique und Couffo in den Gemeinden Sô-ava, Tori-Bossito, Allada, Zê, Aplahoue und Klouékanme einen partizipativen Ansatz der Gemeinschaft eingeführt. Dieser Ansatz beruht auf der Einbeziehung der Gemeinden in die Suche nach Lösungen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Médecins du Monde arbeitet daher eng mit Gemeindeführern wie traditionellen und religiösen Führern, Jugendverbänden und Frauenorganisationen zusammen.
Gemeindeführer haben einen großen Einfluss auf das Leben der Bevölkerung. Sie können eine entscheidende Rolle bei der Förderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit spielen. Denn durch ihre Führungsposition und ihren Einfluss auf die lokalen Gemeinschaften können sie den sozialen Wandel erleichtern.
Was wird konkret getan?
Médecins du Monde bemüht sich, den Zugang zu Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu verbessern. Um dies zu erreichen, plant die Organisation Informationsveranstaltungen und Debatten für Meinungsbildner in den Familien. Außerdem werden Gemeindeführer, Mitglieder lokaler Vereinigungen und Gesundheitsfachkräfte geschult, um ihre Fachkenntnisse im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu erweitern.
Darüber hinaus werden Beratungsstellen eingerichtet, die Frauen und Mädchen zu den entsprechenden Gesundheitsdiensten führen und den Zugang zur Familienplanung erleichtern sollen. In Zusammenarbeit mit der Thakamou Culture Arts Association werden außerdem regelmäßig Forumtheaterveranstaltungen organisiert, um die durch das Projekt geförderten Themen zu kommunizieren.
Gemeindeführer spielen eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt. Sie können ihre Position nutzen, um das Bewusstsein der Bevölkerung zu schärfen und gesündere und sicherere Alternativen zu fördern. Darüber hinaus können sie dazu beitragen, Geschlechterstereotypen aufzubrechen, indem sie die Sexualerziehung für Mädchen und Jungen sowie den Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheitsfürsorge fördern.
Herausforderungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit in Benin
In Benin ist die sexuelle und reproduktive Gesundheit eine wichtige Herausforderung für das Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft als Ganzes. Das Land hat mit 397 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten in 2020 eine der höchsten Müttersterblichkeitsraten der Welt. Dies ist weitgehend auf das Fehlen einer angemessenen Gesundheitsversorgung für Mütter sowie auf einen begrenzten Zugang zu Informationen und Verhütungsmitteln zurückzuführen. Darüber hinaus ist Benin durch eine frühe Sexualität gekennzeichnet. Teenager sind die Altersgruppe mit dem geringsten Zugang zu modernen Verhütungsmethoden. Kurz vor ihrem 20. Geburtstag sollen 20% von ihnen bereits ihre erste Schwangerschaft gehabt haben. Darüber hinaus haben fast drei von zehn Frauen (27%) seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche Gewalt erfahren.
In allen Orten des Landes halten Patriarchat und Geschlechterungleichheiten Frauen in einem niedrigeren Status als Männer, insbesondere in Bezug auf Entscheidungsgewalt, Freiheit und Einkommen. Frauen sind geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt, wobei beispielsweise das Tabu der Sexualität und die pro-natalistische Kultur sie in einer vorwiegend reproduktiven Rolle festhalten. Diese für Teenager besonders einschränkenden Normen schaffen ein äußerst ungünstiges Umfeld für ihren Zugang zu Informationen und führen zu einer sozialen Kontrolle über ihren Körper. Daher ist es wichtig, die sozialen Normen zu verändern, indem man an sexistischen Darstellungen und Geschlechterstereotypen arbeitet.