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Vor über 50 Jahren fassten die Kinderärzte Reynold und Cook die Therapieempfehlungen für die akute Bronchiolitis zusammen: «Oxygen is vitally important in bronchiolitis and there is little convincing evidence that any other therapy is consistently or even oc casionally useful»1). Trotz intensiver Forschungs bemühungen in den letzten Jahrzehnten hat sich daran bis heute nichts geändert2). Die akute virale Bronchiolitis (AVB) ist die häufigste Infektionserkrankung der kleinen Atemwege im Säuglingsalter. Verursacht wird sie durch respiratorische Viren, meist Respiratory Syncytial Virus (RSV)3). Zwar werden nur 1–2 % der Kinder mit AVB hospitalisiert, trotzdem verursacht diese Erkrankung viele Notfallkonsultationen, Hospitalisationen und Gesundheitskosten im Winter, welche durch eine wirksame Therapie reduziert werden könnten4). Viele Behandlungsansätze für AVB wurden in den letzten 50 Jahren untersucht, aber keine hat sich als wirksam erwiesen. Weder β2Agonisten noch Anticholinergika, weder inhalative noch systemische Steroide, Antibiotika oder Atemphysiotherapie beeinflussen den Krankheitsverlauf5)–8). Adrenalin reduziert möglicherweise Symptome bei ambulant behandelten Kindern, aber nicht die Hospitalisationsdauer9). Deshalb empfehlen aktuelle Therapierichtlinien nur minimales Handling und unterstützende Massnahmen wie Sauerstoff und Flüssigkeit, Nasentoilette mit physiologischer 0.9 % Kochsalzlösung und/oder abschwellenden Mitteln (Xylometazolin) sowie Atmungsunterstützung oder (nichtinvasive) Beatmung, falls nötig.
Therapie der akuten Bronchiolitis: Nützt hypertones Kochsalz?