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- Der Pilot des am Schreckhorn abgestürzten Kleinflugzeuges PC-7 der Schweizer Armee ist tot gefunden worden.
- Schlechtes Wetter verzögert aber die Bergung.
- VBS-Chef Guy Parmelin sieht trotz mehrerer Flugunfälle der Schweizer Luftwaffe in Folge keinen direkten Handlungsbedarf.
Erneut muss Verteidigungsminister Guy Parmelin einen Flugunfall der Schweizer Luftwaffe zur Kenntnis nehmen. Alleine in den letzten 14 Monaten ist das schon der vierte Zwischenfall.
Vier Flugunfälle in jüngster Zeit
|- Am 8. September 2016 stürzt ein Super Puma am Gotthardpass ab und gerät in Brand. Die beiden Piloten sterben, der Flughelfer wird verletzt.|
- Einen Monat zuvor zerschellt im Gebiet des Sustenpasses ein F/A-18-Kampfjet. Der Pilot wird tot geborgen. Der Flugverkehrsleiter hatte eine zu tiefe Flughöhe angeordnet.
- Am 9. Juni stürzt F5-Tiger-Kampfflugzeug der Patrouille Suisse bei einem Training vor einer Flugshow in den Niederlanden ab. Der Pilot kann sich mit dem Schleudersitz retten.
- Auch mit dem PC-7 ist es in der Vergangenheit zu mehreren Zwischenfällen gekommen. Zuletzt an der Ski WM in St. Moritz. Ein Flugzeug der PC-7-Fliegerstaffel zertrennt das Zugseil einer Seilbahnkamera. Die Kamera fällt in den Zielraum und landet im Schnee. Verletzt wird niemand.
Ungeachtet dieser Häufung von Flugunfällen sieht VBS-Chef Guy Parmelin keinen akuten Handlungsbedarf. «Man muss jetzt zuerst die Ermittlungen der Militärjustiz abwarten. Wir sehen keinen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Ereignissen. Sollte die Untersuchung aber zu einem anderen Ergebnis kommen, werden wir reagieren.»
Wetter erschwert Bergung
Der Pilot, der beim Absturz des Kleinflugzeugs der Schweizer Armee am Dienstag ums Leben kam, konnte noch nicht geborgen werden. «Wir konnten das Gelände bisher nicht erreichen», sagte Armeesprecher Daniel Reist. Nebel und Schnee würden die Bergung in dem schwierigen Gelände verzögern.
Im Laufe der kommenden Tage sei mit der Bergung der Wrackteile zu rechnen. Der verunglückte Milizmilitärpilot sei aber am späten Dienstagabend an der Absturzstelle am Schreckhorn gefunden und identifiziert worden, sagte Reist. Zwei Helikopter stehen für die Bergung des Piloten auf 2000 bis 3000 Metern Höhe bereit, konnten wegen des Wetters aber noch nichts unternehmen.
Für die Untersuchung des Absturzes ist die Militärjustiz zuständig. In den kommenden Tagen wird die Armee die Wrackteile bergen. Dies könnte wegen des schwer zugänglichen, hochalpinen Geländes länger dauern.
Mittlerweile gibt es Luftaufnahmen der Absturzstelle.
Die Armee hat eine Flugverbotszone um den Unfallort für Luftfahrzeuge in einem Radius von fünf Kilometern ab Boden bis in eine Höhe von 4000 Metern über Meer eingerichtet.
Flug von Payerne nach Locarno
Das verunglückte Propellerflugzeug hatte am Dienstag etwa um 8.30 Uhr vom Flugplatz Payerne (VD) abgehoben und hätte nach 9 Uhr in Locarno (TI) eintreffen sollen. Dort ist es aber nicht planmässig angekommen.
Darauf suchten drei Helikopter, eine PC-7 und die Jets des Luftpolizeidienstes das Flugzeug. Etwa um 16 Uhr konnte die Maschine im Gebiet Schreckhorn in den Berner Alpen geortet werden.
Keine Schleudersitze
An Bord der Maschine war nur eine Person. Es war ein erfahrener Pilot. Die Propellerflugzeuge, die bis zu zwei Personen Platz bieten, werden nicht permanent von einem Radar überwacht. Der Pilot meldet sich am Abflugort ab und danach am Ankunftsort wieder an. Über einen Schleudersitz verfügen die Flugzeuge nicht. Auch einen Flugschreiber hatte die abgestürzte PC-7 nicht an Bord.
Die Pilatus PC-7 dienen der Armee vor allem als Schulflugzeuge. Mit dem PC-7-Team unterhält die Schweizer Luftwaffe auch eine Kunstflugformation, die bei Flugshows auftritt.