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Erschöpfende Videokonferenzen
Die Corona-Pandemie hat viele gezwungen, im Homeoffice zu arbeiten und per Videokonferenz zu kommunizieren. Es ist zu erwarten, dass sich diese Praxis auch nach der Pandemie fortsetzen wird. Nun bieten Online-Meetings zwar viele Vorteile, aber sie bringen auch neue Probleme mit sich. Deswegen hat sich eine Forschungsgruppe der University Old Dominion in den Vereinigten Staaten mit einer spezifischen Form der Ermüdung beschäftigt: der sogenannten «Zoom-Fatigue» – benannt nach der am häufigsten verwendeten Plattform. Ziel dieser Arbeit war es zu verstehen, weshalb Videokonferenzen so ermüdend sind. Auch sollten Empfehlungen herausgearbeitet werden, wie Kräfte geschont werden können.
Die Forschenden baten 55 Angestellte im Homeoffice, fünf Tage lang jeweils einmal pro Stunde einen Fragebogen auszufüllen. Das Ergebnis? Diese Erschöpfungsart ist allgegenwärtig: 93 Prozent der Probandinnen und Probanden gaben an, mindestens einmal davon betroffen gewesen zu sein. Die Auswertung ihrer Beﬁndlichkeit im Tagesverlauf liess auf Tiefs schliessen, die wiederum mit den Videokonferenzen in Zusammenhang standen. Die Forschenden ermittelten aber auch Schutzfaktoren. So waren diejenigen nach der Videokonferenz weniger erschöpft, die ihr Mikrofon in Sprechpausen abschalteten und sich stärker zur Gruppe zugehörig fühlten. Eine weitere Empfehlung: Videokonferenzen am frühen Nachmittag scheinen die geringste Erschöpfung nach sich zu ziehen. Das Abschalten der Kamera hingegen scheint sich nicht auf das Wohlbeﬁnden der Teilnehmenden auszuwirken.
Studie
Bennett, A. A., Campion, E. D., Keeler, K. R., & Keener, S. K. (2021). Videoconference fatigue? Exploring changes in fatigue after videoconference meetings during Covid-19. Journal of Applied Psychology, 106(3), 330–344. doi: 10.1037/apl0000906