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I am personally not a friend of carbon budgets, as they convey the impression that there is a safe limit to carbon emissions. This is simply not true at this point: every additional ton of CO2 entering the atmosphere will make us more miserable.
More importantly, the often-quoted carbon budgets for a specific temperature only give us certain probability of staying below. A recent publication by Knutti et al contains a nice summary of carbon budgets, which I have turned into the plot below.
The blue curve represents the probability of staying below 1.5°C of warming as a function of cumulative carbon emission, starting from the beginning of 2020. If we want a 50% probability of staying below this limit, the carbon budget was 443 Gt. If we want an 80% probability, the remaining carbon budget was 0 Gt and for a 95% probability, the budget was -307 Gt.
In other words, there is already far too much CO2 in the atmosphere. Even if we stopped emissions today, there is still no guarantee that we will stay below 1.5°C.
BTW, below is my latest update of the Keeling curve, including data up to the beginning of May, 2021. Obviously, the are still no signs that the carbon concentration will peak anytime soon, as the annual rate of increase is still increasing. Put differently, we are heading for the precipice and have not yet decided to take the foot off the accelerator. Applying the brake is still completely out of the question.
One of my favorite moments in human history was when Alan Greenspan, the legendary chairman of the Federal Reserve, had to admit in front of a congressional committee that he never really understood how the economy works (you can find the quote and the reference here). BTW, if you are under any illusion that mainstream economists learn from their mistakes, I encourage you to google the word bitcoin. Or read this article by Paul Krugman.
Another person who apparently never understood anything is William T. Nordhaus, recipient of the The Sveriges Riksbank Prize in Economic Sciences in Memory of Alfred Nobel in 2018. The point is not that his conclusions about managing climate change were all wrong. The real outrage is that they were based on completely ridiculous assumptions, as pointed about by Professor Steve Keen in a paper appropriately titled “The appallingly bad neoclassical economics of climate change”.
I will try to be more polite in my choice of words than professor Keen, but my conclusion is the same: Classical economic theory cannot be applied to climate change, because we are facing a situation where all societal structures could break down. If you believe that I am exaggerating, I encourage you to read “Some Questions of Moral Philosophy” by Hannah Arendt. Her starting point is a quote by Winston Churchill: “Scarcely anything, material or established, which I was brought up to believe was permanent and vital, has lasted. Everything I was sure, or was taught to be sure, was impossible, has happened.” She then points out that “We – at least the older ones among us – have witnessed the total collapse of all established moral standards in public and private life during the 1930s and 40s.” My father was already alive the last time society collapsed. There is no reason to be believe that this could not happen again. As a matter of fact, it is already happening in many parts of the world.
Only if we are prepared to accept the magnitude of the challenges facing us, will we have any chance of responding in an appropriate fashion. Basing our decisions on an already discredited theory does not seem very clever.
Furthermore, I believe that Global Climate Compensation is a realistic proposition for halting climate destruction, ensuring global stability, and alleviating poverty.
Hier ein kleines Update zu meiner Präsentation «Auf ein Wunder zu hoffen ist keine Strategie» mit einem Vorwort von Galileo Galilei (vgl. Denken ist erlaubt). Der Auslöser dafür war nicht nur die Wiederaufnahme der Klimastreiks, sondern auch der fast komplette Realitätsverlust der offiziellen Klimadebatte. Alle reden von der Notwendigkeit, die Treibhausgasemissionen möglichst schnell zu senken. Gleichzeitig wissen wir, dass sie bis im Jahr 2030 kaum sinken werden, womit wir dann auch das Zwei-Grad-Ziel aufgeben können. Der Grund ist, dass eine schnelle Absenkung der Emissionen bei gleichbleibender oder sogar steigender Wirtschaftsleistung eine physikalische Unmöglichkeit darstellt, wie ich in meinem Vortrag zeige. Wir könnten genauso gut die Erfindung des Perpetuum Mobiles zur offiziellen Klimastrategie machen.
Leider ist der Vortrag etwas zu lang geraten aber er enthält einige interessante Informationen. Eine PDF-Version der Vortrages ist hier.
Auf ein Wunder zu hoffen ist eben keine Strategie. Wenn wir also jetzt nicht bereit sind, die wirtschaftliche Notbremse zu betätigen, gibt es keine Hoffnung mehr. Um mit Hannah Arendt zu sprechen, stehen wir dann wieder vor dem «totalen Zusammenbruch aller geltenden moralischen Normen im öffentlichen und privaten Leben», ausgelöst durch das banale Versagen der Eliten, das Richtige zu tun.
«Was eben wahr ist allerorten Das sag ich mit ungescheuten Worten.»
Übrigens habe ich letzte Woche den Klimaplan von avenir suisse erhalten. Besten Dank dafür. Ich werde den Bericht unvoreingenommen und mit grossem Interesse lesen und bei Gelegenheit einen Kommentar dazu verfassen.
Mit nachhaltigen Grüssen, Henrik Nordborg
PS: Ich rede in meinem Vortrag über die globale Situation. Für die reichen Industrieländer ist die Situation viel einfacher: Je schneller sie sich von fossilen Brennstoffen verabschieden können, desto besser. “When in a hole, stop digging”. Etwas Selbstversorgung wäre beim globalen Klimakollaps vielleicht gar nicht schlecht. Sie haben die Technologie und die finanziellen Ressourcen dafür.
Frau Bundesrätin Simonetta Sommaruga und viele andere Politiker*innen haben sich vor zwei Jahren von der Klimajugend beeindruckt gezeigt. Das ist schön und gut, aber eigentlich sind es die gewählten Politiker*innen, die sich um die Zukunftsstrategie der Nation kümmern sollten, und nicht die Schulkinder.
Ich bin auch von der Klimajugend und ihrem Climate Action Plan begeistert. Sorgen macht mir eher die Nicht-Klimajugend. Wir dürfen nicht vergessen, dass die grosse Mehrheit der Jugendlichen sich anscheinend gar nicht für ihre eigene Zukunft interessiert. Wenn Studierende unserer Hochschule eine Nachhaltigkeitswoche organisieren, sind leider nur einige Studiengänge vertreten. Die grosse Mehrheit der Studierenden scheint nicht verstanden zu haben, dass die Welt sich verändert hat. Das ist übrigens an der ETH nicht anders. Ich finde dieses Verhalten merkwürdig. Der Generalsekretär der UNO nennt es selbstmörderisch. Wer nicht bereit ist, auf einem sinkenden Schiff mit dem Pumpen auszuhelfen, ist nicht besonders schlau.
Wir stehen vor gigantischen Herausforderungen. Ein Teil der Lösung wird sicher der komplette Umbau der globalen Energieinfrastruktur sein. Die Frage ist nur, wer die ganze Arbeit machen soll. Wer heute Energie und Umwelttechnik studiert, erwirbt nicht nur das richtige Wissen für die Zukunft, sondern hat bereits am Ende des Studiums das richtige Netzwerk für eine erfolgreiche und sinnstiftende Karriere.
Die Generalversammlung und der Frühlingsanlass von swisscleantech vom 3. Mai hat wieder gezeigt, wie schnell sich die Wirtschaft verändert. Die Mitglieder dieses Wirtschaftsverbandes haben mehr als 400’000 Angestellte und das Netzwerk wächst schnell. Die grösste Sorge dieser Firmen ist inzwischen, dass sie nicht genug qualifizierte Arbeitskräfte finden werden.
Übrigens, es lohnt sich, die Agenda 2030 von swisscleantech zu lesen. Sie fasst sehr gut zusammen, was wir tun müssen.
„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“
Die Klimakrise stellt junge Menschen vor eine schwierige Wahl. Wer verstanden hat, dass die Klimakrise nur durch einen globalen Systemwandel gelöst werden kann, muss dies auch bei der Karriereplanung berücksichtigen. Es macht keinen Sinn, tagsüber für eine Ölfirma zu arbeiten, um dann am Abend am Klimastreik teilzunehmen. Abgesehen davon, dass Ölfirmen eher schlechte Zukunftsaussichten haben.
Die Frage ist, ob ein potenzieller Arbeitgeber als Teil der Lösung oder als Teil des Problems gesehen werden kann. Eine Marketingfirma mit dem Ziel, den Konsum anzukurbeln, ist Teil des Problems. Das Gleiche gilt auch für Hersteller von SUVs und für Fluggesellschaften, um nur einige Beispiele zu nennen. Es gibt aber viele Firmen, die auch etwas Positives bewirken wollen. Einige davon findet man bei den Mitgliedern von swisscleantech. Diese Firmen setzen sich auch aktiv für die Annahme des neuen CO2-Gesetzes ein, das notwendig, aber sicher nicht hinreichend ist. Es werden weitere Massnahmen erforderlich sein, aber es geht im Moment darum, das eine zu tun und das andere nicht sein zu lassen. Oder wie die Amerikaner es sagen: You’ve got to be able to walk and chew gum simultaneously.
Leider bilden viele Hochschulen immer noch Menschen für die Gesellschaft und Wirtschaft von gestern aus. Sie wollen gut geschmierte Zahnrädchen für eine veraltete Maschine produzieren. Für junge Menschen ist die Aussicht auf einen gut bezahlten Job mit Dienstwagen vielleicht verlockend. Viele stellen sich vor, zuerst 10 Jahre Karriere zu machen, um Geld zu verdienen, bevor sie sich dann einer sinnvollen Tätigkeit widmen. Diese Überlegung ist aus zwei Gründen gefährlich: Der Ausstieg ist meistens schwieriger als man denkt und in 10 Jahren wird es zu spät sein, den Planeten zu retten. Der britische Journalist George Monbiot hat mehrmals darüber geschrieben, wie junge Menschen für sinnlose Tätigkeiten ausgebildet werden, die bald überflüssig sein werden:
Die Digitalisierung ist ein gutes Beispiel dafür, und das Urteil des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung in Deutschland hätte kaum härter ausfallen können:
Im Großen wirken Digitalisierungsprozesse heute eher als Brandbeschleuniger bestehender nicht nachhaltiger Trends, also der Übernutzung natürlicher Ressourcen und wachsender sozialer Ungleichheit in vielen Ländern.
Das Problem ist, dass die Digitalisierung hauptsächlich von gewinnoptimierenden Grossfirmen vorangetrieben wird. Damit ist nicht gesagt, dass sie keine positiven Auswirkungen haben könnte. Das Gleiche lässt sich aber über die Kernspaltung sagen.
Für junge Menschen, die etwas Positives bewirken wollen, gibt es aber genug Möglichkeiten. Hier meine Empfehlungen an die Jugend von heute:
Seid laut, kritisch, unartig und politisch aktiv. Damit die notwendigen Veränderungen schnell genug passieren, muss ein enormer politischer Druck aufgebaut werden.
Lernt etwas, das auch in einer post-fossilen und post-kapitalistischen Welt Sinn ergibt. Es ist zwecklos, sich für die Welt von gestern auszubilden.
Wählt ein Studium, bei dem die Dozierenden und die anderen Studierenden auch etwas Positives bewirken wollen. So macht es mehr Spass und der Lerneffekt ist grösser.
Es freut mich natürlich, wenn unsere Studierenden dies auch so sehen. Das Statement von Cornelia Haueisen zum Studium hat mich sehr beindruckt.