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Ausserhalb des Legionslagers Vindonissa
Im Vorfeld eines grossen Überbauungsprojekts an der Zürcherstrasse in Windisch hat ein Team der Kantonsarchäologie in zwei Kampagnen im 2020 und 2021 die römischen Überreste direkt ausserhalb der Lagerbegrenzung ausgegraben.
Für die bislang als Weideland und Parkplatz genutzte Fläche zwischen der Zürcherstrasse und dem Sonnenweg in Windisch ist eine Grossüberbauung geplant. Dabei werden bis in 4 Meter Tiefe die römischen Spuren zerstört. Deshalb führt die Kantonsarchäologie im Bauperimeter vorgängig eine Grabung durch und dokumentiert die im Boden liegenden römischen Überreste.
Die ausgegrabene Fläche schliesst an einen Bereich an, auf dem zwischen 2013 und 2018 bereits drei Ausgrabungen stattfanden.
Bestattungsplatz
Zur ältesten Nutzung des Gebietes gehört ein Bestattungsplatz, wo die Römer ihre Toten kremierten und in Brandgräbern bestatteten. Bisher wurden 14 solcher Brandgräber freigelegt und dokumentiert.
Eines dieser Brandgräber enthielt eine Urne mit sogenanntem Leichenbrand, also den verbrannten Knochen des verstorbenen Menschen. Ebenfalls fanden sich Milchzähne eines Kindes, das wohl von seinen Verwandten hier bestattet wurde. Die Urne war durch einen Deckel verschlossen, daneben lagen mehrere Glasbalsamarien, die ursprünglich wohl Parfüm enthielten. Mehrere kleine Glasperlen stammen von einer Halskette, die man mit ins Grab gab. Als weitere Beigaben standen neben der Urne zwei Krüge.
Im Rahmen eines Feldkurses untersuchten Studierende der Universität Basel das Erdmaterial innerhalb und ausserhalb der Urne. Dabei zeigte sich, dass in der Urne verschiedenes Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte lagen, während ausserhalb der Urne zusätzlich Getreide, Wildkräuter, Feigen und Datteln niedergelegt wurden.
Wohnen und Handwerken
In römischer Zeit verlief unmittelbar südlich der Südwestfront des Legionslagers Vindonissa eine Kiesstrasse, von der eine weitere Strasse Richtung Südwesten abzweigte. Am Kreuzungspunkt dieser beiden Verkehrswege befand sich ein Quartier für die zivile Bevölkerung, die hier wohnte und arbeitete. Entlang dieser Kiesstrasse reihten sich auf beiden Seiten mehrere Gebäude aneinander. Von den ursprünglich aus Holz gebauten Häusern haben sich nur wenige Spuren im Boden erhalten.
Eine bemalte Wand
Um die Lebensdauer der Gebäude zu verlängern, verlegten die Römer ihre Holzschwellbalken auf einer Reihe Steinen. Im Innern trennten dünne Lehmwände die verschiedenen Räume voneinander ab. Diese Wände waren mit weissem Verputz verkleidet, auf den eine einfache Bemalung aus roten, braunen und grünen Linien aufgemalt war. Beim Abriss des Gebäudes war die Wand als Ganzes umgestürzt, weshalb der Wandverputz noch in zusammenhängenden Stücken geborgen werden konnte.