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WASHINGTON - James Holmes, der Todesschütze von Aurora, hat seine Tat offenbar ankündigen wollen. Die Polizei fand ein Paket mit Texten und Zeichnungen über Mordfantasien an der Universität Colorado, wo Holmes bis vor kurzem studierte.
Der Fernsehsender NBC berichtete gestern, der 24-Jährige habe die Ermittler selbst auf die Existenz des Päckchens aufmerksam gemacht. Er soll es nach Informationen von Fox News mit seinem Namen als Absender an einen Psychiater der universitären Medizin-Fakultät geschickt haben.
Unklar sei, ob das Paket vor dem Kino-Massaker mit zwölf Toten in der Poststelle angekommen sei und warum es dann nicht an den Empfänger zugestellt worden sei. Es sei am Montag gefunden worden, habe sich aber laut Fox News wohl schon rund eine Woche dort befunden.
Über die Inhalte machte die Polizei mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen keine Angaben. Der Sender berichtete unter Berufung auf ungenannte Quellen weiter, in dem Paket habe sich ein Notizbuch «voller Details, wie er Menschen töten wollte», befunden.
Der designierte Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Mitt Romney, nahm mittlerweile Stellung zu den Vorfällen in Aurora. Er behauptete, Holmes habe seine Waffen illegal erworben — und widersprach damit den Ergebnissen bisheriger Ermittlungen.
«Diese Person hätte keine Waffen oder Bomben haben dürfen», sagte Romney auf NBC. Der Verdächtige habe mit dem Besitz vieler seiner Waffen bereits gegen das Gesetz verstossen. Gesetzesänderungen würden Tragödien dieser Art jedoch nicht verhindern, sagte Romney weiter.
Holmes hatte allerdings seine drei Waffen, mit denen er ins das Kino in Aurora kam, legal gekauft. Er bestand vor dem Erwerb alle dazu notwendigen Überprüfungen.
Romneys Konkurrent, der amtierende US-Präsident Barack Obama, kündigte hingegen eine Verschärfung der Waffenkontrollen an. Er werde sich im Kongress weiter für einen Konsens über Massnahmen zur Reduzierung der Gewalt stark machen, sagte Obama in New Orleans.
Zwar gebe die Verfassung allen US-Bürgern das Recht, Waffen zu tragen. Doch dürften auch viele Waffenbesitzer der Meinung sein, «dass Sturmgewehre nicht in die Hände von Verbrechern gehören» und «nichts auf den Strassen unserer Städte zu suchen haben».
Viele Massnahmen für weniger Gewalt seien am Widerstand im Kongress gescheitert - «insbesondere, wenn sie das Thema Waffen berührten», führte Obama weiter fort. Doch sei er davon überzeugt, dass auch die Mehrheit der Besitzer von Gewehren dafür sei, «dass wir alles tun sollten, um Kriminelle am Kauf von Waffen zu hindern, dass psychisch Labile nicht so einfach an Waffen kommen». (SDA)