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Der Juni 2016 war in Zürich so trüb wie seit 20 Jahren nicht mehr. Trotzdem waren die Temperaturen nicht unterdurchschnittlich. Trübe Junis werden eben auch immer wärmer.
Mit dem Juni ging bereits der erste Sommermonat 2016 zu Ende. Der Juni zeigte sich überwiegend trüb und regnerisch. Sommerliche Hitze gab es nur an vereinzelten Tagen in der zweiten Monatshälfte. Immer wieder gab es Gewitter mit kräftigen Regenfällen, die zu lokalen Überschwemmungen führten. Das Verhältnis von 20 nassen zu 10 trockenen Tagen ist schon sehr ungewöhnlich. Mehr Regentage als im Juni 2016 gab es in Zürich seit 1901 nur im Juni 1980, als es an 22 Tagen mehr als 1 mm Regen gab. Zwar ist der Juni in Mitteleuropa so etwas wie ein Regenmonat, doch ist dies normalerweise den starken gewittrigen Regenfällen und nicht der hohen Anzahl Regentage zuzuschreiben. Im vergangenen Juni kam beides zusammen: hohe Niederschlagsmengen an zu vielen Tagen. Über den gesamten Juni summierten sich die Niederschläge am Zürichberg auf 228 mm, das sind 80% mehr als in einem durchschnittlichen Juni. Der Juni 2016 gehörte damit zu den nassesten Junis seit Messbeginn. Seit 1901 waren lediglich der Juni 1953 und 1987 noch niederschlagsreicher. Im Juni 1953 fiel 257 mm Regen in Zürich. Die vielen Regentage im Juni 2016 schlugen sich auch in der Sonnenscheindauer nieder. So war der vergangene Monat in Zürich gleichzeitig der nasseste seit 1987 sowie der sonnenärmste seit 1997. Die Sonne lachte nur gerade 140 Stunden am Himmel. Weniger Sonne in einem Juni gab es in Zürich seit 1901 erst viermal.
Gemittelt nicht zu kühl
Trotz oft trüber Witterung war der Juni in der Schweiz über den ganzen Monat gemittelt 0,2 Grad übertemperiert, verglichen mit der Referenzperiode 1981-2010. Am Zürichberg war er mit durchschnittlich 16,4 Grad genau richtig temperiert. Letztmals kühler war es im Juni 2013. Der Durchschnitt sagt jedoch einmal mehr wenig über die zeitliche Verteilung der Temperaturen aus. Die hohe Luftfeuchtigkeit und die häufige Bewölkung verhinderten die nächtliche Auskühlung ebenso wie das tägliche Aufwärmen. Die Folge waren milde Nächte und kühle Tage. Dies zeigte sich eindrücklich in der Anzahl Sommertage mit Tageshöchsttemperaturen über 25 Grad (fotometeo). In einem durchschnittlichen Juni sind in Zürich 9 Sommertage zu erwarten, im Juni 2016 waren es lediglich 5. Der kurze aber heftige Hitzeschub vom 22.-24. Juni sorgte dann mit Temperaturen bis 32 Grad in Zürich für zwei Hitzetage (Tagesmaximum über 30 Grad). Nochmals sommerlich wurde es einige Tage später am 28./29. Juni mit Temperaturen gegen 26 Grad. Ansonsten dominierten die kühlen und weitgehend unsommerlichen Phasen.
Trübe Junis immer wärmer
Trübe Junis wie in diesem Jahr mit viel Regen, zahlreichen Regentagen und nur sehr wenig Sonne kommen in Zürich immer mal wieder vor. Witterungsmässig ähnlich wie in diesem Jahr verliefen letztmals die Junis 1916, 1933, 1953, 1980, 1987, 1990 und 1997. Erstaunlich dabei ist, dass trübe Junis bisher auch immer kühl ausfielen. So brachten es die trüben Junis 1916 und 1933 lediglich auf einen Durchschnitt von 12,9 Grad. Die Junis waren also knapp vier Grad kälter als der trübe Juni 2016. Auch 1953, 1980, 1987 und 1990 waren die verregneten und sonnenarmen Junis mit 14 bis 15 Grad deutlich kühler als der Juni 2016. Als es 1997 in Zürich letztmals einen so trüben Juni gab, war er mit 15,5 Grad zumindest nicht mehr gar so kühl, aber trotzdem noch rund ein Grad kälter als heuer. Der Juni 2016 ist somit der wärmste Juni unter den trübsten. Die globale Erwärmung macht sich eben nicht nur in heissen und trockenen Sommern bemerkbar, sondern auch damit, dass trübe Monate nicht mehr ganz so kühl ausfallen wie noch vor 100, 50 oder 20 Jahren. Ähnliches gilt wohl für die Zukunft. Das beste Abbild des Klimas in Zürich 2050 oder 2070 ist vermutlich wohl das heutige Wetter – einfach ein paar Grad wärmer.