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Von den strategischen Spielen zur Spieltheorie
Die Spieltheorie ist eine mathematische Disziplin, die interaktive Prozesse auf der Basis von strategischen Spielen in Abhängigkeit von getroffenen Entscheidungen modelliert und untersucht. Sie liefert die mathematische Grundlage zur Entscheidungsfindung in vielen Situationen.
Die mathematische Theorie strategischer Spiele wird vom Mathematiker John von Neumann gemeinsam mit dem Wirtschaftswissenschaftler Oskar Morgenstern entwickelt, um eine rationale Analyse von ökonomischen und sozialen Konfliktsituationen zu ermöglichen. Mit ihrem grundlegenden Werk "Theory of games and economic behaviour" (Erstausgabe 1944) begründen sie die Spieltheorie als Gebiet der Mathematik mit Anwendungen in Politik und Wirtschaft.
Mathematische Analysen von strategischen Spielen gibt es schon wesentlich früher, doch geben diese lediglich Antworten auf spezifische Fragestellungen. Bereits im 14. Jahrhundert wird die Ähnlichkeit zwischen dem Schachspiel und Situationen des realen Lebens erkannt. Im Jahre 1710 formuliert Gottfried Wilhelm Leibniz vermutlich als erster das Bedürfnis nach einer Theorie der Spiele, deren Ausgang nicht nur vom Zufall abhängt. Im Jahre 1713 beschreibt James de Waldegrave die optimale Strategie für das Kartenspiel Le Her.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts veröffentlicht Ernst Zermelo (1913) eine mathematische Analyse des Schachspiels. Emile Borel verfasst in den Jahren 1921 bis 1927 mehrere Artikel über Spiele für zwei Personen, für die er die optimale Strategie angeben kann. Zu erwähnen ist auch der wichtige Beitrag von John von Neumann "Zur Theorie der Gesellschaftsspiele", der im Jahre 1928 in den "Mathematischen Annalen" veröffentlicht wird und die Existenz von optimalen Strategien für Spiele für zwei Personen allgemein beweist.