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Ab dem 3. Oktober 2022 hatte ich zwei Wochen Ferien. Ich entschied mich für eine neuntägige Reise nach Jordanien, bereits zum sechsten Mal mit G Adventures. Hauptgrund für die Reise nach Jordanien war die Felsenstadt Petra, eines der neuen sieben Weltwunder. Nach der Chinesischen Mauer im Jahr 2019, Chichén Itzá in Mexiko und dem Kolosseum in Rom beide im Jahr 2020 war die Felsenstadt Petra bereits das vierte der neuen Weltwunder, das ich besuchen konnte.
Anreise
Schon am Sonntag, dem 2. Oktober fuhr ich abends zum Flughafen Zürich. Ich übernachtete im Capsule Hotel Alpine Garden am Flughafen beim Check-In 1. Im Kapselhotel dreht sich alles um die alpinen Fotografien des Influencers Fabio Zingg. Am nächsten Morgen nahm ich Flug TK 1912 um 07:40 Uhr nach Istanbul in der Türkei. Nach gut zwei Stunden Aufenthalt flog ich weiter nach Amman in Jordanien und landete dort um ca. 16:00 Uhr. Mit einem Taxi fuhr ich zum Hotel, was im Feierabendverkehr etwa 45 Minuten dauerte, so dass ich um etwa 18:00 Uhr das Mena Tyche Hotel in der jordanischen Hauptstadt erreichte.
Amman
Tag 2 – Römisches Theater von Amman
Am nächsten Morgen machte ich eine Stadttour zu Fuss. Als erstes lief ich vom Hotel zum römischen Theater von Amman, was eine gute Stunde dauerte. Das römische Theater wurde im 2. Jahrhundert während der Regierungszeit des römischen Kaisers Antoninus Pius entweder neu gebaut oder umgebaut. Das Theater bietet eine Kapazität für etwa 6’000 Zuschauer. Ich lief die Stufen bis ganz nach oben, von wo man eine gute Aussicht auf einen Teil der Stadt hat.
Tag 2 – Zitadelle von Amman
Als nächstes lief ich zur Zitadelle von Amman, was eine knappe halbe Stunde dauerte. Die historische Sehenswürdigkeit thront auf einem der höchsten Hügel der Stadt, dem Jabal Al Qal’a. Es handelt sich um eine von Ammans ältesten archäologischen Stätten. Nach einigen Schätzungen wurde dieser Hügel schon vor 7’000 Jahren als Siedlung und Festung benutzt.
Tag 2 – Rainbow Street und König-Abdullah-Moschee
Bevor ich zum Hotel zurückkehrte, lief ich via Rainbow Street zur König-Abdullah-Moschee. Die Rainbow Street ist eine Strasse, bekannt und beliebt für die vielen Restaurants, Cafés, Geschäfte und das Nachtleben. Da ich noch vor dem Mittag dort war, war allerdings nur wenig los. Die König-Abdullah-Moschee wurde zwischen 1982 und 1986 im Auftrag von König Hussein I. gebaut und nach seinem Grossvater Abdallah ibn Husain I. benannt. Ich schaute mir die bedeutende Moschee nur von aussen an und lief dann zurück zum Mena Tyche Hotel.
Tag 2 – G Adventures Welcome Meeting
Um 18:00 Uhr fand das Welcome Meeting der achttägigen Tour statt. Zum ersten Mal traf ich auf unseren Guide Mohammed und die Mitreisenden Yun, Mark, Kim, Arthur, Eileen, Edward, Jared, Trevor, Riccardo, Yiyi, Wanda, Ren, Sean und Michael. Nach einigen ersten Informationen über die Reise assen wir im nahegelegenen Restaurant „Lebnani Snack Bar“ das Abendessen.
Gerasa
Tag 3 – Geführte Tour in Gerasa
Am nächsten Morgen fuhren wir um 07:00 Uhr in einem privaten Kleinbus los Richtung Gerasa, auch Jerash, einer historischen, römischen Stadt, die aufgrund ihrer Grösse auch manchmal als Pompeji des Ostens bezeichnet wird. Um die historische Stätte, die sich etwa 40 Kilometer nördlich von Amman befindet, hat sich heute eine moderne Stadt entwickelt. Unser Guide Mohammed führte uns durch die Stätte, vorbei am Hadriansbogen, Oval Plaza, Cardo Maximus, Nordtheater, Artemis-Tempel, Südtheater und Zeus-Tempel.
Totes Meer
Tag 3 – Dead Sea Spa Hotel
Am Nachmittag fuhren wir wieder nach Süden, an Amman vorbei und weiter ans Ufer des toten Meeres. Die Oberfläche des abflusslosen Sees befindet sich mehr als 430 Meter unter dem Meeresspiegel. Damit ist der See der am tiefsten gelegene See der Erde und das Ufer des Sees die am tiefsten zugängliche Landstelle der Erdoberfläche. Aufgrund der geringen Zuflussmenge trocknet der See allmählich aus. Der Wasserspiegel sank in den letzten Jahrzehnten um rund einen Meter pro Jahr. Der vom Jordan gespeiste See ist für seinen sehr hohen Salzgehalt bekannt. Beim Schwimmen im See ist der Auftrieb so gross, dass ohne Schwimmbewegungen bequem an der Oberfläche getrieben werden kann. Dabei kann man zum Beispiel ein Buch lesen, jedoch sollte man sich nicht länger als etwa 15 Minuten im Wasser aufhalten.
Wir hielten uns gute drei Stunden am Dead Sea Spa Hotel auf und hatten die Möglichkeit, im toten Meer zu baden. Optional hatten wir währenddessen die Möglichkeit, die angebliche Taufstätte Jesus zu besuchen, was ich aber nicht gemacht hatte. Die Stätte ist seit 2015 unter dem Namen „Taufstätte ‚Bethanien jenseits des Jordans‘ (Al-Maghtas)“ als UNESCO-Welterbe eingetragen. Vom toten Meer fuhren wir wieder zurück nach Amman, wo wir ein weiteres Mal im Mena Tyche Hotel übernachteten.
Madaba
Tag 4 – St.-Georgs-Kirche und Madaba Visitors Center
Heute hatten wir einen mit Aktivitäten vollgepackten Tag und ganz nebenbei war heute mein Geburtstag. Wir starteten um 07:15 Uhr und fuhren Richtung Süden nach Madaba. Unser erster Stop war beim Madaba Visitors Center. Bekannt ist Madaba unter anderem für Mosaike, im Speziellen für die Mosaikkarte von Madaba in der St.-Georgs-Kirche. Im Englischen heisst die Kirche „St. George’s Church“ oder wegen der Mosaikkarte eben auch „Church of the Map“. Vom Visitors Center liefen wir zu der besagten Kirche und schauten uns die Mosaikkarte an, auf der unter anderem Jerusalem, Bethlehem, das tote Meer und das Nildelta erkennbar sind.
Tag 4 – Tree of Life Handcraft Center und Mount Nebo
Unser nächstes Ziel war das Tree of Life Handcraft Center. Wir hatten hier die Möglichkeit, handgemachte Mosaike zu kaufen. Der Shop befindet sich ganz in der Nähe des 808 Meter hohen Bergs Nebo knapp 10 Kilometer westlich von Madaba. Dieser bietet eine Aussicht in das Jordantal, auf das Tote Meer, Palästina und Israel. Nach einem kurzen Aufenthalt fuhren wir wieder in östliche Richtung zurück über Madaba und weiter nach Al Jizah südlich des Queen Alia International Airports, wo wir eine kurze Mittagspause einlegten. Danach fuhren wir weiter nach Süden Richtung Kerak.
Kerak
Tag 4 – Kreuzritterburg Kerak
In Kerak, einer Stadt mit gut 20’000 Einwohnern, schauten wir uns die Ruinen der Kreuzritterburg Kerak an. Wir hielten uns hier etwa eine Stunde auf und fuhren dann aufgrund unseres straffen Programms bereits weiter nach Little Petra. Die Fahrt dorthin dauerte etwa zweieinhalb Stunden.
Wadi Musa und Petra
Tag 4 – Little Petra
Die Besichtigung von Little Petra war optional und demzufolge nicht im Tourpreis inbegriffen. Ich entschied mich trotzdem dafür und bereute es nicht. Die archäologische Stätte wird auch Siq el-Barid genannt. Sie liegt nur wenige Kilometer nördlich der Nabatäerstadt Petra. El-Barid ist zwar deutlich kleiner als das bekannte Petra mit seinen prächtigen Fassaden, war aber früher ein bedeutender Karawanenrastplatz. Nach dem Besuch von Little Petra fuhren wir zum Seven Wonders Hotel, wo wir die folgenden beiden Nächte übernachteten. Das Abendessen gab es um 19:15 Uhr. Bereits um 20:00 Uhr wurden wir abgeholt für die optionale Tour Petra by Night.
Tag 4 – Petra by Night
Petra ist eine in Sandstein gemeisselte Stadt und ein einzigartes Monument der Antike. Die UNESCO-Weltkulturerbe-Stätte ist ausserdem eines der neuen sieben Weltwunder. Die Stadt war Hauptstützpunkt des arabischen Volkes der Nabatäer. Aufgrund mehrerer Erdbeben geriet sie schliesslich in Vergessenheit. Durch den Schweizer Johann Ludwig Burckhard wurde sie wiederentdeckt und 1930 touristisch erschlossen. Es handelt sich übrigens um den gleichen Orientreisenden, der auch den Tempel Abu Simbel in Ägypten wiederentdeckt hat.
Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir das Haupteingangstor der Stätte. Von hier liefen wir gute zwei Kilometer durch den Siq zum sogenannten Schatzhaus des Pharaos, das auch „Al-Khazneh“, „Khazne al-Firaun“ oder im Englischen einfach „Treasury“ genannt wird. Es handelt sich hier um das wohl berühmteste Bauwerk Petras. Sowohl der Siq als auch das Schatzhaus waren Drehorte im Film „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“.
Die Show „Petra by Night“ fand beim Schatzhaus statt. Meiner Meinung nach war sie ziemlich langweilig und die Meinung teilten meine Mitreisenden. Die Ausleuchtung des Siqs mit hunderten oder sogar Tausenden von Kerzen sah allerdings sehr schön und eindrücklich aus. Nach der Rückkehr zum Eingangstor wurden wir dort wieder abgeholt und um ca. 22:30 Uhr zurück ins Hotel gefahren.
Tag 5 – Petra
Heute hatten wir einen ganzen Tag Zeit, die riesige Stätte zu besichtigen, zum ersten Mal bei Tageslicht. Aufgrund der Grösse von Petra und den zu erwartenden Menschenmassen legten wir früh los. Um 05:50 Uhr fuhren wir los und erreichten um ca. 06:00 Uhr erneut das Haupteingangstor von Petra. Unser Guide führte uns hinunter bis zum Schatzhaus und weiter zum Theater, der Königswand, dem Grossen Tempel und dem Tempel Quasr al-Bint.
Nach der geführten Tour hatten wir genügend Zeit, Petra auf eigene Faust zu erkunden. Ein Grossteil der Gruppe entschied sich für eine Wanderung zum Ad-Deir-Kloster. Das Kloster ist ein imposantes Felsgebäude von 50 Metern Breite und 39 Metern Höhe. Szenen des Filmes „Transformers – Die Rache“ wurden bei dem Kloster gedreht. Ich hingegen wanderte den Al-Khubtha-Trail, der beim Aussichtspunkt „Treasury from Above“ endet. Wie der Name des Ortes schon sagt, hat man hier eine schöne Aussicht auf die Schatzkammer von oben. Ich wanderte den gleichen Weg zurück, dann an der Königswand, dem Theater und Al-Khazneh vorbei zum Eingangstor. Von dort nahm ich nach dem Mittagessen ein Taxi zurück zum Hotel.
Wadi Rum
Tag 6 – Fahrt nach Wadi Rum
Heute konnten wir ausschlafen, da wir erst gegen 10:00 Uhr losfuhren. Zuerst stoppten wir überraschenderweise, weil unser Guide zwei Geburtstagskuchen organisiert hatte, einen für Riccardo, der einen Tag vor mir Geburtstag hatte und einen für mich. Kurz danach stoppten wir an einem Aussichtspunkt immer noch innerhalb von Wadi Musa. Von hier hatten wir einen Überblick über den Siq und Teile der Felsenstadt Petra. Danach fuhren wir weiter in die Wüste zum Wadi Rum Visitor Center, wo unser Guide etwas organisierte, bevor wir im nahegelegenen Ort Disah von unserem Kleinbus auf Allrad-Pickup-Trucks umstiegen. Damit fuhren wir durch die Wüste zu einem Beduinencamp, wo wir eine Nacht verbrachten.
Tag 6 – 4×4-Tour
Am späteren Nachmittag konnten wir an einer 4×4-Tour durch die Wüste teilnehmen. Die Tour war zur Hälfte optional und zur Hälfte inklusive. Die volle Tour dauerte vier Stunden und war ihren Preis wert. Unser erster Stop war ein interessant aussehender, grosser Stein, der auch einige Touristen anzog. Ein Highlight für mich war der zweite Stop, ein Drehort des Films „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ aus dem Jahr 2015.
Kurz nach unserem „Marsianer-Stop“ konnten wir an einer anderen Stelle barfuss einen Sandhügel hoch- und wieder herunterrennen. Ein weiterer Stop nannte sich „The Ship“, weil ein Felsen an die Form eines Schiffes erinnerte. Man konnte den Felsen auch besteigen und die bekannte Szene aus dem Film „Titanic“ nachspielen. Etwas weiter entfernt befand sich eine natürlich Steinbrücke, die mich an die Sandsteinbögen im Arches National Park in den USA erinnerte. Wiederum an einem anderen Ort konnten wir in einem Zelt Souvenirs kaufen und Tee probieren. Ein Einheimischer spielte auf einem Instrument, eine Art Mischung aus einer Geige und Gitarre. Zu meiner Überraschung stimmte er am Ende noch „Happy Birthday“ an. An unserer letzten Location sahen wir uns dann bei klarem Himmel den Sonnenuntergang an, bevor wir ins Camp zurückkehrten.
Tag 6 – Übernachtung im Beduinencamp
Im Beduinencamp gab es ein grossartiges Abendessen und zum Nachtisch die beiden Geburtstagskuchen, welche auch mit unseren Namen in arabischer Sprache beschriftet waren. Da musste ich unserem Guide einfach glauben, nachprüfen konnte ich das nicht. Die arabische Version von „Happy Birthday“ war etwas gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie hat mir die Version gut gefallen.
Am nächsten Morgen stand ich kurz vor dem Sonnenuntergang auf. Einige unserer Gruppe hatten eine optionale Kameltour gebucht. Ich hatte darauf keine Lust, da ich in Ägypten schon einmal auf einem Kamel geritten war. Trotzdem wollte ich einige Fotos der Aktion machen.
Aqaba
Tag 7 – Aqaba
Später fuhren wir in die Stadt Aqaba. Die Stadt befindet sich am Roten Meer, genauer gesagt am Golf von Aqaba. Hier grenzt Jordanien an Ägypten, Israel und Saudi-Arabien. In Aqaba checkten wir am frühen Nachmittag im My Luxury Hotel ein. Später hatten wir freie Zeit, die Stadt zu erkunden. Optional konnten wir eine Schnorchel- oder Tauch-Tour unternehmen, worauf ich aber keine Lust hatte.
Amman
Tag 8 – Rückfahrt nach Amman
An diesem letzten Tag vor der Heimreise fuhren wir den ganzen Weg zurück nach Amman. Die Fahrt dauerte ohne Pausen etwa vier Stunden. Unterwegs pausierten wir in der von G Adventures unterstützten Safi Kitchen in Gawr as-Safi. Ein letztes Mal übernachteten wir im Hotel Mena Tyche in Amman.
Heimreise
Tag 9 – Heimreise
An diesem Tag stand nur noch die Heimreise an. Von Amman flog ich über Istanbul zurück nach Zürich.