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Mission | Dezember 2022 / Januar 2023
Lichtblicke für ein Volk im Dunkeln
Eine Mischung aus traditioneller afrikanischer Religion mit vielen okkulten Elementen und immer stärker werdender islamischer Prägung hält das Volk der Nanumba im Dunkeln gefangen. Unzählige Male habe ich die Verse aus Jesaja 9 über diesem Volk gebetet: «Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein grosses Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Du weckst lauten Jubel, du machst gross die Freude … Denn du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen.» (Jesaja 9,1,2a+3).
Ein ungewöhnlicher Traum
An einem Morgen im Advent ruft uns Nura*, unsere Haushaltshilfe, an. Mit tränenerstickter Stimme erzählt sie, dass ihre betagte Mutter in kritischem Zustand ins Krankenhaus in der nächsten Stadt gebracht werden müsse. Natürlich erlaube ich ihr, sie zu begleiten, und versichere, dass wir für sie und ihre Mutter beten werden.
Schon nach wenigen Tagen kommt sie wieder zur Arbeit. Ihre Mutter hat sich überraschend schnell erholt und konnte nach Hause entlassen werden.
Heute hat Nura kaum Zeit, die vielen traditionellen Begrüssungsformeln auszutauschen. Etwas brennt ihr auf der Zunge. Schon schiesst es aus ihr heraus: «Während meine Mutter im Krankenhaus lag, wollte ich eine kleine Mahlzeit für sie zubereiten und liess sie kurz allein. Plötzlich hörte ich ungewöhnliche Geräusche aus ihrem Zimmer und rannte zu ihr zurück. Sie schien gerade aus einem tiefen Schlaf zu erwachen.»
Die kranke Mutter hatte im Traum ihre verstorbene Tochter rufen gehört. Diese hatte sie aufgefordert, ihr zu folgen und die Leiden des Lebens hinter sich zu lassen und an den Ort des vollkommenen Glücks zu kommen, an dem sie sich seit ihrem Tod befand.
Gemeinsam liefen die beiden in hellem Licht über saftige Wiesen, bis zum Eingang dieses herrlichen Ortes. Als sie hineingehen wollten, sagte jemand zur Mutter: «Du musst noch einmal zurück, du trägst noch kein weisses Kleid!»
Eine wunderbare Gelegenheit
Mich ergreifen helle Begeisterung und heilige Ehrfurcht. Welche unglaubliche Gelegenheit, Nura vom weissen Kleid der Gerechtigkeit zu erzählen. Und was für ein überaus gnädiger Gott, der dieser alten Frau eine zweite Chance gibt, dieses Kleid zu suchen!
Nura bittet uns, ihr sämtliches in der lokalen Sprache erhältliche christliche Audio- und Videomaterial auf ihr Smartphone zu laden, damit sie es im Dorf mit ihren Eltern teilen kann. Sie will ihrer Mutter unbedingt erzählen, wie sie dieses weisse Kleid bekommen kann.
Bibelbetrachtung mit Mitarbeitern
Das muss es sein
Wir gehen zum Alltag über. Das Erlebte muss sich setzen. Eine Frage beschäftigt mich. Wie ist die verstorbene Tochter, die die Mutter im Traum gesehen hat, zu ihrem weissen Kleid gekommen?
Worüber denkt Nura nach? Ihr Blick verrät, dass ihre Gedanken weiter weg sind als beim vor ihr stehenden Berg schmutzigen Geschirrs. Wie alle Mitarbeitenden hört sie jede Woche eine biblische Geschichte. Am anschliessenden Austausch ist sie jeweils mit Eifer dabei. Auch an ihrem Verhalten stellen wir fest, dass Gottes Licht begonnen hat, in ihr Leben hineinzustrahlen.
Vor Arbeitsende hake ich nach. Ich spreche vom grossen Geschenk, dass Jesus für unser weisses Kleid bezahlt hat und wir es nur dankbar und glaubend abholen dürfen. Und von der Notwendigkeit, dass wir alle, ob alt oder jung, dieses Kleid besitzen müssen, um bereit zu sein für die Ewigkeit.
Da bricht es aus Nura heraus: «Das ist es. Das muss es sein!» Sie erzählt mir, dass ihre Schwester vor ihrem Tod bei einer christlichen Familie im Süden des Landes gearbeitet hatte. «Und als sie starb, war ihr Handy voll mit Jesus!»
Ja, Jesus der Herr, das Licht der Welt, ist die Lösung dieses Geheimnisses! Gnädig hat er im Dunkel dieser Familie sein Licht aufstrahlen lassen. Inmitten von Krankheit und Verlust.
Heute erwärmt dieser Strahl auch meine Seele. Gott hat mir einen Blick in sein Herz erlaubt und mich daran erinnert, dass unser Säen und Beten nicht vergeblich ist.