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Interview Marks Kirchhofer
- Du hast einmal folgende spezielle Reise gemacht: von Menziken nach Oberkulm via Ruedertal und Paris. Wieso und was hast du dort alles erlebt?
Das beschreibt meinen Lebensweg, eine Reise in meine Vergangenheit. Ich bin in Menziken geboren und danach im Ruedertal in der Käserei aufgewachsen. Zur Schule ging ich dann in Schildwald und Schöftland und absolvierte danach die Kantonsschule in Aarau. Ich machte eine Ausbildung im Stapferhaus in Zofingen und arbeitete unter anderem im Härdöpfelchäller. Mit 30 ging ich dann nach Paris um ein Studium als Sekundarlehrer zu machen. Danach wohnte ich eine Zeit lang in Lenzburg bevor ich nach Oberkulm zog, wo ich heute noch wohne.
- Kennst du dieses Buch (zeigt den Comic «Matter»)
Natürlich, das ist der Neudruck meines Comics «Matter», der bereits 1992 zum ersten Mal erschien. Damals hielt ich meine erste Buchlesung hier im Bären Muhen und stelle mein Werk vor. Dieser Neudruck hier ist eine Kombination zweier Bände, die überarbeitet wurden und ein neues Cover kriegten. Leider verstarb der ursprüngliche Zeichner, Reto Gloor, den ich seit meiner Zeit an der Kanti Aarau kenne, 2019 an MS. Wir haben seine Zeichnungen aus der Originalausgabe aber übernommen.
Matter war der letzte Verurteilte, der im Aargau für seine Taten öffentlich hingerichtet wurde. Seine Geschichte bietet viel Spannendes, zum Beispiel seinen Ausbruch aus dem Aarburger Gefängnis, was wiederum zu seiner Hinrichtung führte. Aber auch beispielsweise, dass das Gefängnis Lenzburg als Folge von Matters Geschichte gebaut wurde.
- Was hast du noch vor?
Nun, 2004 fand in Muhen unter der Führung des Regisseurs Ruedi Matter zum ersten Mal ein Freilichttheater statt, bei dem Szenen und Orte aus Matters Geschichte abgelaufen wurden. 2012 wurde das Projekt eingestellt. Damals war ich noch Lehrer und hatte danach das Bernhard Matter «beerdigt». Diesen Herbst feiern wir Jubiläum im Musiktheater. Die Premieren werden im Oktober stattfinden, in Kunsttheater Baden und der neuen Reithalle Aarau. Zudem wird es eine Ausstellung zu Reto Gloors Werken geben. Dann habe ich auch Pläne für weitere Bücher und Kurzgeschichten.
- Sollen Unternehmer, wie unsere Gwärbler hier, denn auch lesen?
Ja natürlich, kann man denn schreiben, ohne zu lesen? Natürlich sollen auch Unternehmer lesen, alle sollen lesen. Für mich geht es dabei immer um das Eintauchen in fremde Welten um diese kennenzulernen. Das Erleben von Geschichten bietet so vieles! Ich liebe es halt, mich in Welten und Gedanken zu versetzen und diese zu hinterfragen. Natürlich ist auch Lesen als Unterhaltung immer legitim. Hauptsache lesen!