Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03512.jsonl.gz/1632

Beste SA – Manuel
- Von Tuppin Jmbas, Pirahãs und Canelas. Semantik und narrative Strukturen in Stadens Warhaftiger Historia
im Vergleich mit zeitgenössischen Erlebnisberichten
Die Arbeit vergleicht die narrativen Strukturen dreier Texte beziehungsweise Textsammlungen. Hans Stadens Warhaftige Historia aus dem 16. Jahrhundert wird einerseits dem zeitgenössischen Bericht Das glücklichste Volk von Daniel Everett und andererseits aktuellen Rundbriefen einer deutschen Missionarsfamilie gegenübergestellt. Alle Texte handeln von den Erlebnissen mit Indianern Brasiliens und zeugen deshalb von einer Konfrontation mit Fremden. Die grössten Unterschiede zwischen dem älteren und den neueren Texten zeigen sich in der Benennung der Indianer: Staden bezeichnet sie als Wilde, Everett und die Missionare hingegen nennen sie bei deren Stammesnamen.
Werden die Selbstbezeichnungen hinzugezogen, zeigt sich ein differenzierteres Bild. Die Benennungssystematik ist von asymmetrischen Kategorisierungen geprägt. Bezüglich der narrativen Strukturen lassen alle Texte eine starke Rezeptionsorientierung erkennen. Gemäss ihren Textsorten und -gattungen sind sie nicht nur danach aus, Informationen zu vermitteln, sondern durch Techniken der Selbstdarstellungen und Glaubwürdigkeitssteigerungen eine maximale Wirkung bei der Leserschaft zu erzielen.
Beste Expedition – Marcel
- In einer Zürcher Bar. Aus Stadens Tagebuch
Ein fiktiver Tagebuchausschnitt vermittelt die Fremdheit des Vertrauten (Zürich 2014) durch die Augen des Besuchers aus dem 16. Jahrhundert.
Bestes Referat – Luzia
- Wild und schön? Ästhetisierung, Erotisierung, Idealisierung amerikanischer Ureinwohner
Eine ikonographische und ikonologische Analyse ausgewählter Illustrationen in den Werken Stadens, de Brys und anderen zeigte sie, wie sich die Faszination des Fremden im Bild durch die Stereotypen des Wilden und Schönen konzipiert. Durch die ethnographischen Dokumente, die uns unter anderem Staden, Léry und Thevet liefern, entstand das Bild des exotischen Bilderbuch-Indianers, das sowohl die Seite der Faszination durch das Fremde, als auch die Seite der Vorurteile, des Eurozentrismus, Imperialismus, Rassismus und Sexismus beinhaltete: Ein Stereotypenbild das sich durch literarische Rezeption bis in die Gegenwart erhalten hat – auch durch idealisierende und assimilierende Zwischenschritte.
Bestes Objektreferat – Simona, Thomas, Katja
- Zürcher Bücher – Bücher, nicht nur aus Zürich