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Einwohnergemeinden in Uri
Mit der Kantonsverfassung von 1888 wurden die Die Bezirke Uri und Ursern aus dem Staatsverband ausgeschieden. Sie erhielten den Status öffentlich-rechtlicher Allmendkorporationen. Ihre bisherigen staatlichen Aufgaben wurden den Gemeinden übertragen. Diese bestanden bis zum Erlass der so genannten Ausscheidungsdekrete aus Einwohner-, Bürger und Kirchgemeinden. Die Gemeinden sind selbstständige Körperschaften des öffentlichen Rechts.
Gemäss Kantonsverfassung (KV 64) von 1984 sind folgende Arten von Gemeinden anerkannt.
a) die Einwohnergemeinde, die alle in einer Gemeinde ansässigen Personen umfasst;
b) die Kirchgemeinde, die alle in einer Gemeinde ansässigen Angehörigen einer Landeskirche umfasst;
c) die Ortsbürgergemeinde, die alle in einer Gemeinde ansässigen Ortsbürger umfasst;
d) die Korporationsbürgergemeinde (Allmendbürgergemeinde), die alle in einer Gemeinde ansässigen Korporationsbürger umfasst.
Die Landeskirchen und die Korporationen können das Hoheitsgebiet ihrer Gemeinden abweichend vom Gebiet der Einwohnergemeinden festlegen.
Bis zur Verfassungsänderung von 2013 waren die 20 Urner Einwohnergemeinden namentlich aufgeführt:
Altdorf
Bürglen
Silenen mit Amsteg und Bristen
Schattdorf
Spiringen mit Urnerboden
Erstfeld
Wassen mit Meien
Seelisberg
Attinghausen
Seedorf
Sisikon
Isenthal
Flüelen
Unterschächen
Gurtnellen
Bauen
Göschenen mit Göscheneralp
Andermatt
Hospental mit Zumdorf
Realp
Damit die verfassungsrechtliche Grundlage für den Zusammenschluss der Gemeinden gegeben ist, ist lediglich festgehalten, dass sich der Kanton Uri in Einwohnergemeinden gliedert, deren Bestand im Rahmen der Verfassung und der Gesetzgebung gewährleistet ist (KV 67).
Mehrere Gemeinden können sich zu Zweckverbänden zusammenschliessen, um ihre Aufgaben gemeinsam zu erfüllen. Die Mitbestimmungsrechte der Stimmbürger müssen jedoch gewahrt bleiben (KV 71).
Im Rahmen der Verfassung und der Gesetzgebung sind die Gemeinden befugt, sich selbst zu organisieren, ihre Behörden und Angestellten zu wählen, ihre Aufgaben nach eigenem Ermessen zu erfüllen und ihre öffentlichen Sachen selbständig zu verwalten (KV 106).
Die Einwohnergemeinden erfüllen dabei alle Aufgaben von lokaler Bedeutung, soweit diese nicht in die Zuständigkeit anderer öffentlichrechtlicher Körperschaften und Anstalten fallen. Sie erfüllen zudem die ihnen vom Kanton übertragenen Aufgaben. Im Rahmen der Verfassung können die verschiedenen Gemeinden vertragliche Vereinbarungen über die Aufgabenteilung treffen. Solche Verträge bedürfen der Genehmigung des Regierungsrates (KV 107).
Die Einwohnergemeinde besteht aus der Gemeindeversammlung, den Gemeindebehörden und der Gemeindeverwaltung.
GEMEINDEVERSAMMLUNG
Die Gemeindeversammlung ist die gesetzgebende Behörde der Gemeinde (Legislative). Diesem höchsten Gemeindeorgan gehören alle Stimmberechtigten an. Die meistens Offene Gemeindeversammlung oder Dorfgemeinde wird vom Gemeinderat einberufen. Sie findet in der Regel zwei- bis dreimal jährlich statt. Die Aufgaben und Befugnisse der Gemeindeversammlung sind durch die Kantonsverfassung und die einzelnen Gemeindeordnungen geregelt.
Gemäss Kantonsverfassung (KV 110) ist die Einwohnergemeindeversammlung zuständig für:
- den Beschluss von Rechtsvorschriften;
- die Verabschiedung des Voranschlages und der Gemeinderechnung;
- die Festlegung der Abgaben der Gemeinde;
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- die Wahl der Landräte, des Gemeinderates, des Schulrates und des Sozialrates;
- Wahl des Ortspfarrers, sofern keine Kirchgemeinde besteht;
- Beschluss von Ausscheidungsdekreten;
- Beschluss von Verträgen über die Aufgabenteilung und die Vermögensausscheidung.
Die Gemeindesatzung kann der Gemeindeversammlung weitere Aufgaben übertragen.
Jede Einwohnergemeinde hat gemäss Kantonsverfassung (KV 108) einen Gemeinderat zu wählen. Für besondere Aufgaben können weitere Behörden, insbesondere ein Schulrat und ein Sozialrat gewählt werden.
GEMEINDERAT
Der Gemeinderat besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten, dem Verwalter, der Sozialvorsteherin oder Sozialvorsteher und einem bis drei Mitgliedern (KV 111). Er leitet und verwaltet die Gemeinde und vertritt sie nach aussen. Er hat namentlich:
- die Gemeindegüter zu verwalten;
- für Ruhe, Ordnung und Sicherheit in der Gemeinde zu sorgen;
- die Geschäfte der Gemeindeversammlung vorzubereiten und zu vollziehen;
- die Aufträge des Regierungsrates zu erfüllen;
- alle Geschäfte zu erledigen und Verfügungen zu treffen, die Sache der Gemeinde
sind.
SCHULRAT
Der Schulrat besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten, dem Verwalter und zwei bis sechs Mitgliedern (KV 112). Er hat namentlich:
- das Schulwesen in der Gemeinde zu leiten;
- die Aufträge der Gemeindeversammlung und der kantonalen Behörden im Schulwesen zu vollziehen;
- die Lehrer zu wählen und zu beaufsichtigen;
- die Geschäfte der Gemeindeversammlung über das Schulwesen vorzubereiten.
Auf der Oberstufe haben sich die Gemeinden zum Teil zu Kreisschulräten zusammengeschlossen.
- Kreisschulrat Andermatt, Hospental, Realp
- Kreisschulrat Attinghausen, Bauen, Isenthal, Seedorf
- Kreisschulrat Oberstufe Flüelen / Sisikon
- Kreisschulrat Urner Oberland (Gurtnellen, Wassen, Göschenen)
SOZIALRAT
Der Sozialrat besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten, dem Verwalter und zwei bis vier Mitgliedern (KV 113).
Er hat namentlich:
- die Sozialhilfe in der Gemeinde zu leiten;
- die Gemeindebeschlüsse und Aufträge des Regierungsrates in der Sozialhilfe zu vollziehen;
- das Vermögen, das der Sozialhilfe gewidmet ist, zu verwalten;
- die Geschäfte der Gemeindeversammlung über die Sozialhilfe [49] vorzubereiten.
n der Sozialhilfe haben sich die Gemeinden zu Zweckverbänden zusammengeschlossen:
Sozialrat Uri Nord
(Altdorf, Attinghausen, Bauen, Flüelen, Isenthal, Seedorf, Seelisberg und Sisikon)
mit Sitz in Altdorf;
Sozialdienst Urner Oberland />
(Erstfeld, Gurtnellen, Wassen, Göschenen, Andermatt, Hospental und Realp)
mit Sitz in Erstfeld;
Regionaler Sozialdienst attdorf-Bürglen
(Schattdorf, Bürglen)
mit Sitz in Schattdorf.
KOMMISSIONEN
Die Gemeinden besitzen, einzeln oder zusammen Kommissionen (Baukommission, Kulturkommission).