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Washington, 12. Juni 1866, ein Jahr nach Bürgerkriegsende: In einem Atelier mitten in der Hauptstadt malt Frank Buchser (Wolfram Berger) den berühmten schweizer Emigranten General Sutter (Hannes Schmidhauser).
Während Sutter Modell sitzt, erzählt er Buchser seine eindrückliche Lebensgeschichte. Auf diese Weise entsteht vor den Augen der Zuschauer ein vielfach reflektierendes Bild dieser umstrittenen und schillernden Persönlichkeit.
Sutters wichtigsten Erlebnisse wurden an Originalschauplätzen in Amerika und der Schweiz gedreht. In enger Zusammenarbeit mit Historiker in Kalifornien und der Schweiz inszeniert Benny Fasnacht in seiner zweiten Regiearbeit die detailgetreue Lebensgeschichte des berühmten General Sutter.
Der sorgfältig recherchierte Dokumentarspielfilm mit Bildern des amerikanischen Kameramannes Steven R. Miles und der Musik von Philippe Blumenthal wurde 1999 in Locarno uraufgeführt.
Action / Drama / Thriller
92 Minuten
Benny Fasnacht
Caroline Felix Brun
Hannes Schmidhauser, Wolfram Berger, Werner Bachofen, Rahman Deshongh, Raul Subia
Philippe Blumenthal
Kodak
Steven R. Miles
Sutter ist Nachfahre einer langen Reihe von Bandweber- und Bauerngeschlechter der Nordwestschweiz. In seinem Bürgerort Rünenberg/Baselland kann die Familie bis ins Jahr 1574 zurückverfolgt werden.
Geboren wurde Sutter am 15. Februar 1803 in Kandern, Markgrafschaft Baden, als Sohn von Johann Jakob Sutter (geb. 1776), Vorsteher und Vorarbeiter der Häusler' schen Papierfabrik in Kandern und von Christine Wilhelmine Stober, Tochter des Pfarrers Johann Adolf Stober von Grenzach. Sein Bruder, Jakob Friedrich, wurde am 28. Februar 1808 geboren. Sutter absolvierte eine kaufmännische Lehre in der Thurneysen' schen Druckerei und Verlagsbuchhandlung in Basel und heiratete am 24. Oktober 1826 in Burgdorf Annette Dübeld. Ihr erster Sohn, Johann August, kam einen Tag später, am 25. Oktober 1826 zur Welt. Vier weitere Kinder, drei Jungen und ein Mädchen, folgten.
Aufgrund des schlechten Geschäftsgang seiner Firma verliess Sutter im Mai 1834 die Schweiz und landete im Juli in New York. Am 1. Juli 1839 traf er im späteren San Francisco ein und baute im Landesinnern seine Siedlung Neu Helvetien, die er zu einem fruchtbaren Gut machte, bis am 28. Januar 1848 sein Zimmermann James Marshall beim Bau von Sutters Sägemühle bei Coloma Gold fand.
Der Fund löste den Gold Rush aus und richtete Sutters Werk zugrunde. Sutter versuchte noch jahrelang erfolglos von der amerikanischen Regierung eine angemessene Entschädigung für seinen Verlust zu erstreiten. Er starb am 18. Juni 1880 in einem Hotelzimmer in Washington, D.C.
Seine Frau folgte ihm am 19. Januar 1881. Beide fanden in Lititz, Pennsylvanien, ihre letzte Ruhestätte.
«Die Figur des Johann August Sutter ist sicher eine der schönsten Rollen, die ich in meinem Leben spielen konnte. Sein Draufgängertum und Wagemut sind faszinierende Eigenschaften, die ich persönlich gut nachvollziehen kann. Ich fühle mich ihm und seinem Wesen in vielen Punkten verbunden. Sutter hat als Schweizer Emigrant Pionierarbeit geleistet. Leider sind seine Taten oft falsch interpretiert worden. Die tragischen Umstände und die Ungerechtigkeit, die ihm widerfahren sind, machen mich betroffen und ich hoffe sehr, dass dieser Film dazu beiträgt, dass er und seine Geschichte von der Öffentlichkeit besser verstanden werden. Zudem denke ich, dass es für das Image der Schweiz wichtig ist zu zeigen, dass sie in der Vergangenheit viel Positives geleistet hat. Es ist, nicht nur aus heutiger Sicht, eine mutige und grosse Leistung, was Sutter vor über 150 Jahren in der damaligen Wildnis Amerikas zustande brachte.»
Geboren am 9. September 1926 in Locarno. Beginn seiner schauspielerischen Karriere 1942 mit der Ausbildung am Bühnenstudio in Zürich. Parallel zur Schauspielerei spielt Hannes Schmidhauser erfolgreich Fussball und bestreitet als Captain der Schweizer Nationalmannschaft die grossen internationalen Matches der fünfziger Jahre. Zwischen 1946 und 1950 stellt der junge Schauspieler sein Talent in Deutschland unter Beweis und spielt an renommierten Bühnen wie den Städtischen Bühnen Frankfurt viele klassische Rollen. 1954/55 gelingt ihm mit den Ueli-Rollen in den Gotthelf-Filmen «Ueli der Knecht» und «Ueli der Pächter» der Durchbruch beim Film. Danach reiht sich ein Film-, TV- und Bühnenengagement ans andere. Zwischen 1964 und 1970 erweitert er seine berufliche Erfahrung als Produzent und Schauspieler und betätigt sich zwischendurch als Journalist und Sportkommentator beim Radio. Der Film General Sutter war Hannes Schmidhausers letzter Film. Er starb im Februar 2000 in seinem geliebten Tessin.
«Es war immer mein Traum, einmal für eine Produktion in Hollywood arbeiten zu können und es freut mich, dass dies nun bei gerade diesem Film Wirklichkeit geworden ist. Sutter ist auch über die Grenzen hinweg bekannt und war auch mir, als Österreicher mit Basler Wohnsitz ein Begriff. Es ist beeindruckend, was sich in jener Zeit ereignete und wieviel Anteil am Geschehen Sutter tatsächlich hatte. Wer weiss, was aus Kalifornien geworden wäre, ohne die Gründung der ersten Siedlungen und der Hauptstadt Sacramento? Johann August Sutter hat, ohne es zu wollen, Weltgeschichte geschrieben. Trotzdem sind seine Verdienste leider nie richtig gewürdigt worden. Es wäre schön, wenn dieser Film dem Publikum etwas davon vermitteln kann.»
Geboren 1945 in Graz. 1964–1965 Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz.
Wolfram Berger spielte in zahlreichen Filmen, TV- und Theater-Produktionen, führte selbst auch Regie und produzierte eigene Theater- und Kabarett-Soloprogramme.
Wolfram Berger lebt heute in Wien und Basel.
Philippe Blumenthal wurde 1969 in Solothurn (Schweiz) geboren. Seine Filmarbeiten umfassen vor allem orchestrale Kompositionen. Das erforderliche filmusikalische Wissen eignete er sich mit Privatstunden in der Schweiz und einer Zusatzausbildung in Los Angeles an. In Zusammenarbeit mit dem Altdorfer Filmemacher Claudio Fäh entstand der Soundtrack zu Kampf um ein neues Leben (1989), V.R. – Virtual Reality (1993) und der Gotthard-Thriller Kilometer 11 (1995), welcher mit grossem Erfolg an den Solothurner Filmtagen lief. Für seine frech-swingige Mischung aus Big Band und Elektronik-Sound zu V.R. – Virtual Reality (1993) und der bissig-zynischen Jazz-/Orchestermusik zu Leo's Freunde (1996) erhielt der Jungkomponist an den Internationalen Filmfesttagen (IFT) in Luzern den Spezialpreis.
"Als ich die ersten Bilder von General Sutter sah, wurde mir sofort bewusst, dass dieser Film nach einer grossen symphonischen Musik verlangt. Die Filmmusik ist es schliesslich, die die Emotionen transportiert.
Der Einsatz von authentischen, aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammenden Stücken, wie dem bekannten "Bonnie Blue Flag", "Dixie" oder "When Johnny Comes Marching Home", war ein spezieller Wunsch von Regisseur Benny Fasnacht. Damit wollten wir die Zeitperiode, in der "General Sutter" spielt, unterstreichen und dem Film eine identische Basis geben."
"The City of Prague Philharmonic Orchestra" ist zu einer der renommiertesten Adressen im Bereich Filmmusik geworden. Die Erfahrung der über 70 Musikerinnen und Musiker im Umgang mit Filmmusik war für die Qualität der Aufnahmen ausschlaggebend. Ende Juni 1999 konnte die Einspielung der Filmmusik unter der Leitung von Mario Klemens abgeschlossen werden.
Die CD mit der Original-Filmmusik von Philippe Blumenthal können Sie per E-Mail direkt bei uns bestellen