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Eritrea weist eine wechselvolle und faszinierende Geschichte der Post und der Philatelie auf. Diese Geschichte spiegelt die Entwicklung des Postwesens von den Anfängen der ägyptischen Poststation in der Hafenstadt Massawa bis zum Postwesen des unabhängigen Staates Eritrea. Diese Entwicklung verlief nicht geradlinig, sondern ist durch zahlreiche Brüche gekennzeichnet.
Das erste Postamt auf eritreischem Boden wurde von Ägypten in Massawa ab 1869 betrieben. Dieses Postamt wurde 1885 durch die italienische Kolonialpost abgelöst, die bereits seit 1883 im Hafen von Assab tätig war. Im Zuge der Eroberung des Territoriums durch Italien weitete sich auch das Postwesen aus. Mitte der 1930er Jahre befand sich die italienische Kolonie Eritrea wirtschaftlich auf dem Höhepunkt. Mit dem Angriffskrieg auf Abessinien ging die italienische Kolonialpost 1938 für wenige Jahre in der Post von Italienisch Ostafrika auf. Nach der militärischen Niederlage Italiens ging das Postwesen 1941 an die britischen «Middle East Forces» über, dann an die britische Militärverwaltung und anschliessend an die britische Zivilverwaltung. Mit der Zwangsföderation Eritreas mit Äthiopien übernahm 1952 die äthiopische Post die Posthoheit, die bis zum Ende des Befreiungskriegs 1991 bestand.
Bereits 1977 hatte die Eritreische Volksbefreiungsfront (EPLF) begonnen, in den befreiten Gebieten ein eigenes Postwesen aufzubauen. Nach der Niederlage Äthiopiens im Befreiungskampf bis zur Abhaltung des Referendums über die Unabhängigkeit Eritrea 1991 bis 1993 blieb Eritrea postalisch isoliert. Zwar bestand eine Inlandpost und aufgrund bilateraler Abkommen ein Postverkehr mit dem Sudan und Äthiopien, doch ein Postverkehr mit dem Rest der Welt war nicht möglich. Mit der international anerkannten Unabhängigkeit und der Aufnahme in die UNO sowie in Folge in den Weltpostverein konnte ab 1993 Post aus aller Welt nach Eritrea und von dort in alle Welt versandt werden. Heute verfügt die eritreische Postverwaltung über mehr als 50 Postämter im ganzen Land.
Die Epoche nach dem Ende des Befreiungskampfes ist bisher nur vereinzelt dargestellt worden. Über das Postwesen während der italienischen Kolonialzeit und des Eroberungskrieges gegen Äthiopien sowie die britische Verwaltungsperiode sind bereits einige fundierte Publikationen erschienen. Die jüngere Zeit ist hingegen bis heute nicht bearbeitet worden. Sie stellt den Schwerpunkt der vorliegenden Publikation dar. Damit wird erstmals ein Überblick über die Briefmarkenausgaben während des Befreiungskampfes, der kaum bekannten zweijährigen Übergangsperiode mit der Inlandpost (1991-93) sowie nach der Unabhängigkeit (ab 1993) gegeben. Verfasst wurde sie vom Eritrea-Kenners und Philatelisten Hans-Ulrich Stauffer. Die 100-seitige Broschüre ist reich bebildert.
Hans-Ulrich Stauffer, Postgeschichte und Philatelie in Eritrea, Hrsg. Afrika-Komitee, Basel 2020, 100 Seiten DIN A5, mit zahlreichen Abbildungen (ISBN 978-3-033-07704-1). Englische Fassung ebenfalls lieferbar.
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