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Geschichte
Hellas ist die Eigenbezeichnung Griechenlands in der Antike, sie gilt als die Wiege Europas und ist als frühe Hochkultur von Bedeutung. Ihre zivilisatorischen Leistungen liegen auf den Gebieten der Philosophie, Literatur und Naturwissenschaften, sie bringt die Demokratie und die klassische griechische Architektur hervor.
Menschliche Spuren reichen bis in die Altsteinzeit zurück, wie Schädelfunde von Neandertalern in Athen und Thessaloniki belegen. In der Bronzezeit wandern Indogermanen vom westlichen Balkan ins heutige Griechenland ein, gleichzeitig erlebt die minoische Kultur auf Kreta ihre erste Blüte mit den beeindruckenden Palastbauten von Knossos und Phaistos. Sie wird von der späteren mykenischen Kultur abgelöst, die sich auf dem Festland entwickelt und als Erste Schriftzeugnisse in griechischer Sprache hinterlässt. Die Mykener erobern Kreta, übernehmen die Macht auf den ägäischen Inseln sowie über minoisch geprägte Siedlungen an der Küste Kleinasiens wie Milet und Didyma. Sie pflegen intensive Kontakte mit dem östlichen Mittelmeerraum, nach Westen mit Sizilien, Unteritalien und dem nördlichen Adriagebiet. Zu den wichtigsten Palastzentren zählen Mykene, Theben und Tiryns. Die Dorische Wanderung von Nordwesten auf den Peloponnes besiegelt das Ende der mykenischen Kultur. Sie unternehmen umfangreiche See- und Militärexpeditionen, erforschen die Gewässer Richtung Atlantik und Schwarzes Meer. Im ganzen Mittelmeerraum werden zahlreiche griechische Kolonien zur Erschliessung neuer Handelsbeziehungen gegründet. Während der klassischen Periode besteht Griechenland aus Stadtstaaten, die bedeutendsten Polis sind Athen und Sparta. Unter Alexander dem Grossem von Makedonien wird das Perserreich erobert, die Grenzen dehnen sich bis nach Indien und Ägypten aus.
Im Jahr 146 v. Chr. fällt Griechenland an das Römische Reich, womit zwar die politische Selbständigkeit für fast zwei Jahrtausende endet, die griechische Kultur jedoch prägend bleibt. Der römische Kaiser Konstantin macht die Polis Byzantion am Bosporus zu seiner Hauptresidenz, die nach seinem Tod in Constantinopolis umbenannt wird und heute Istanbul heisst. Bei der Reichsteilung im Jahr 395 wird Griechenland dem Byzantinischen Reich zugeschlagen. Zur Zeit der Kreuzzüge teilen die Kreuzfahrer das Gebiet unter sich auf, die ägäischen Inseln werden zu einem Herzogtum unter venezianischer Oberhoheit. 1453 nehmen die Osmanen Konstantinopel ein, womit Griechenland fast vier Jahrhunderte lang unter türkische Herrschaft gelangt. Der Machtzerfall des Osmanischen Reiches und der Einfluss der Französischen Revolution führen zur Bildung einer hellenischen Nationalbewegung, unterstützt von den Grossmächten Frankreich, Grossbritannien und Russland. Die Griechen erheben sich 1821 und befreien den Peloponnes, im Dezember des gleichen Jahres tritt die erste griechische Nationalversammlung zusammen. Nach der Kapitulation des türkischen Sultans werden in den Londoner Protokolle bis 1832 die Grenzen des unabhängigen und tributfreien neuen Staates festgelegt. Er umfasst zunächst nur das Festland südlich vom Golf von Arta bis zum Golf von Volos, die Insel Euböa und die Kykladen. Dem Königreich Griechenland schliessen sich 1864 die Ionischen Inseln an, 1881 muss das Osmanische Reich Thessalien abtreten. Die Megali Idea wird zum Motto der Nationalisten, die davon träumen, alle Gebiete zu befreien und in den neuen Staat zu integrieren, in denen Griechen leben. Ein wichtiger Verfechter der «Grossen Idee» ist der Politiker Eleftherios Venizelos, nach ihm ist der Flughafen Athens benannt. Als Ministerpräsident in den Balkankriegen von 1912 bis 1913 schafft er die Ausdehnung des Staatsgebiets auf Epirus, Makedonien, Westthrakien und seine Geburtsinsel Kreta. Durch die Niederlage im Krieg gegen die Türkei gehen hingegen Ostthrakien und die Gebiete um Smyrna (Izmir) in Kleinasien verloren, was 1923 zu einer einvernehmlichen gewaltsamen Vertreibung der jeweiligen nationalen Minderheiten in den beiden Ländern führt. Im Zweiten Weltkrieg wird Griechenland von Italien und Deutschland besetzt, trotz Widerstand der Streitkräfte und Partisanen. Die Dodekanes-Inseln, seit 1915 von Italien besetzt, geraten nach Kriegsende unter britische Militärverwaltung und werden erst 1947 Teil von Griechenland.
Nach der Befreiung folgt ein vierjähriger Bürgerkrieg, in den britische Truppen eingreifen, um eine kommunistische Machtübernahme zu verhindern. Er bewirkt den Zusammenbruch der nach dem Krieg verbliebenen Infrastruktur des Landes. Mit Hilfe des Marshallplans und der Entwicklung des Tourismus kommt die Wirtschaft allmählich auf Touren, viele Bürgerrechte und Freiheiten bleiben jedoch eingeschränkt. Gleichzeitig mit der Türkei tritt Griechenland 1952 in die NATO ein, im gleichen Jahr das Frauenwahlrecht eingeführt. 1967 putscht sich eine Gruppe rechtsextremer Offiziere an die Macht, die Militärdiktatur facht 1974 den Zypernkonflikt und provoziert damit den Eingriff der Türkei. Als die griechische Armee sich weigert, dem Befehl der Junta zur Generalmobilmachung zu folgen, bricht das Militärregime zusammen. Seit der anschliessenden Abschaffung der Monarchie ist Griechenland eine parlamentarische Präsidialdemokratie. Das Land wird 1981 Mitglied der EU und tritt 2001 der Eurozone bei.
Die bereits zuvor erhebliche Staatsverschuldung verschärft sich im Lauf der weltweiten Finanzkrise ab 2007 und mündet in einer schweren Rezession. Der drohende Staatsbankrott wird nur dank Schuldenschnitt und Hilfspakete des IWF, der EZB und der EU vermieden. Die Reform- und Austeritätspolitik der letzten Jahre hat zu einer tiefen sozialen Krise geführt, von der sich Griechenland nur langsam erholt, auch wenn der Tourismus mittlerweile wieder aufblüht.