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Chitra Purnima / Dipavali / Durga Puja oder Navaratri / Holi / Kartigai Dipam / Makara Shankranti / Raksha Bandhan / Ratha Saptami - Telugu-Neujahr / Ganesh Chaturth / Gita Jayanthi / Hanuman / Krishna / Skanda Sasht / Rama / Shivaratri / Vaikunta-Ekadashi
Feste und Feiertage sind ein wesentlicher Bestandteil indischen Lebens. Jede Region bzw. fast jedes Dorf hat seine eigenen Feste und Veranstaltungen. Offizielle Feiertage haben ihr festes Datum. Religiöse Feiertage hingegen werden nach dem Mondkalender berechnet und gelten daher als bewegliche Feiertage. Das Indische Fremdenverkehrsamt veröffentlicht einen Kalender mit den aktuellen Terminen der Feiertage.
Im Januar/Februar wird in Jaisalmer (Rajasthan) das Desert Festival gefeiert. Neben Musik und Tanz finden Wettbewerbe, u. a. Kamelrennen statt.
Februar/März; Ein überregionales Fest und ein gesetzlicher Feiertag ist Holi, ein lautes und fröhliches Straßenfest, mit dem der Frühlingsanfang gefeiert wird. Man beschmiert und bespritzt sich mit Farbe. Oft werden Touristen die Opfer, d. h. alte Kleidung anziehen und ruhig bzw. gelassen reagieren. Das Elefantenfestival in Jaipur (Rajasthan) ist Teil des Holifestes mit einem Umzug schön geschmückter Elefanten und einem Elefantenpolospiel.
September/Oktober; Dusshera, das bedeutendste aller indischen Feste, bezieht sich auf das Ramayana-Epos, und man feiert den Sieg des Guten über das Böse. Es dauert 10 Tage, davon sind 2 gesetzliche Feiertage.
Oktober/November; Divali, das Fest der Lichter, dauert 5 Tage und wird in ganz Indien gefeiert. Zu Ehren von Laksmi, der Göttin des Wohlstand, werden die Häuser mit Hunderten von Öllämpchen geschmückt.
Das älteste und bedeutendste Hindu-Fest ist die berühmte Kumbh Mela. Sie wird alle 3 Jahre abwechselnd in Nasik (Maharashtra), Ujjain (Madhya Pradesh), Prayag (Gujarat) und Haridwar (Uttar Pradesh) gefeiert. Millionen von Pilgern und Tausende heiliger Männer (Sadhus) strömen zu den Ufern der heiligen Flüsse, um ein rituelles Bad zu nehmen
Die zwölf Monate des hinduistischen Jahres basieren auf dem Mondkalender. Sie sind jeweils nach dem Stern benannt, der bei Vollmond (Purnima) vorherrscht. Chaitra (März/April), der erste Monat des Jahres, ist der Monat, in welchem der Vollmond unter dem Stern Chitra steht. Dieser Monat ist daher besonders den Chitra Guptas geweiht, den Engeln des Hindu-Pantheons, welche alle Taten der Menschen aufzeichnen. An Chitra Purnima, dem Vollmondtag des Monats Chaitra, werden daher diese himmlischen Repräsentanten des Todesgottes mit einem besonderen Ritual geehrt. Eine Opfergabe aus gewürztem Reis wird vorbereitet und später als Prasad (heiliges Sakrament) verteilt. Im Anschluss daran findet eine Feuerzeremonie statt. Dieser alljährliche religiöse Brauch erfreut die Engel aus der anderen Welt, so dass sie die Handlungen der Menschen mit größerer Nachsicht beurteilen.
Die psychologische Wirkung dieses Verehrungsrituals besteht darin, uns eindrücklich an die höhere Macht zu erinnern, welche ständig über all unser Handeln auf dieser Erde wacht. Das wirkt wie eine unsichtbare Kontrolle unseres Verhaltens. Die Vorstellung, dass uns die Chitra Guptas über die Schulter schauen, ist ein starker Anreiz, uns stets um rechtes Handeln zu bemühen.
Der Ausdruck „Chitra Gupta” bedeutet “verborgenes Bild”. Auf der feinstofflichen Ebene, in einer Art ätherischem Archiv, bleibt ein Abbild all unserer guten und schlechten Taten erhalten. Der Hindu personifiziert dieses Abbild, um es verehren zu können. Die tiefere Bedeutung kommt in der folgenden Geschichte sehr gut zum Ausdruck:
Brihaspati war der Lehrer von Indra, dem König der Götter. Einmal gehorchte Indra Brihaspati nicht, worauf dieser sich weigerte, Indra weiterhin über richtiges und falsches Verhalten zu belehren. Ohne Lehrer beging Indra nun viele üble Taten. Schließlich hatte Brihaspati Mitleid mit ihm und nahm seine Lehrerrolle wieder auf. Nun wollte Indra wissen, was er tun solle, um die schlechten Taten, die er während der Abwesenheit des Lehrers begangen hatte, zu büßen. Brihaspati empfahl ihm eine Pilgerreise.
Während dieser Pilgerreise spürte Indra an einem bestimmten Ort (in der Nähe von Madurai in Südindien) plötzlich, wie ihm auf einmal die ganze Last seiner Sünden von den Schultern genommen wurde. Er entdeckte einen Shiva Lingam an dieser Stelle und schrieb das Wunder diesem Lingam zu. Er beschloß, einen Tempel für den Lingam zu bauen und begann sofort damit. Daraufhin ließ Gott (Shiva) selbst goldenen Lotus in dem nahe gelegenen Teich erblühen. Indra freute sich sehr über diese Segnung. Dies geschah am Chitra Purnima-Tag.
Wenn man einen festen Glauben hat und mit Reue im Herzen zugibt, dass man aufgrund von Unwissenheit falsch gehandelt hat, wenn man mit Hingabe zu Gott betet und ihn bittet, die Fehler zu vergeben, wenn man festen Willens ist, solche Handlungen in Zukunft nicht mehr zu begehen, seinem Lehrer zu gehorchen und dessen Vorgaben nicht mehr zu ignorieren, dann werden die Sünden vergeben. Darüber gibt es keinen Zweifel. Erinnere dich daran, wenn du an Chitra Purnima Gott verehrst und meditiere darüber.
In den Schriften ist genau angegeben, wie die Verehrung der Chitra Guptas an diesem Tag aussehen sollte. Sie werden in Form eines Bildes oder eines Kalasa (mit Wasser gefülltes Gefäß) angerufen und mit all den Ritualen und Zeremonien verehrt, die man üblicherweise dem Bildnis Gottes erweist. Meditiere über Chitra Gupta, indem du folgenden Vers rezitierst:
Chitra guptam maha prajnam lekhanipatra dharinam;
Dipavali
In den verschiedenen Teilen des indischen Subkontinents wird das Fest sehr unterschiedlich gefeiert, mit vielfältigen Bräuchen und unterschiedlichen mythologischen Bezügen. Je nach Region dauert es zwischen einem und fünf Tagen.
Über den Ursprung des Festes gibt es verschiedene Legenden. Nach einer davon wird an Dipavali die Hochzeit von Lakshmi (Göttin des Wohlstands, des Glücks und der Schönheit) und Vishnu (hinduist. Gott, der Erhalter der Schöpfung) gefeiert In Bengalen ist ein Fest von Kali („die Dunkle“; Göttin der Zeit). Gleichzeitig wird mit Dipavali auch jenes gesegneten Tages gedacht, an dem Rama (7. Inkarnation Vishnus; Idealtypus eines rechtschaffenen Menschen) nach seinem Sieg über Ravana (Dämonenkönig) nach Ayodhya (Hauptstadt des Königreiches von Dasharatha, dem Vater Ramas) zurückkehrte. Es ist auch der Tag, an dem Krishna (8. Inkarnation Vishnus) den Dämon Narakasura tötete.
In Südindien nimmt man an diesem Festtag morgens ein Bad mit Ölzusätzen und zieht neue Kleider an. Man isst Süßigkeiten und veranstaltet Feuerwerke als symbolische Verbrennung des Dämonen Narakasura. Bei der Begrüßung fragt man sich gegenseitig: “Hast Du schon ein Bad im Ganges genommen?” und meint damit das Ölbad am Morgen, welches als genau so reinigend angesehen wird wie ein Bad im heiligen Fluß Ganges.
Jeder vergisst und vergibt die Fehler des anderen. Überall herrscht eine Atmosphäre von Freiheit, Festlichkeit und Freundlichkeit. Das Fest verbindet die Menschen und erweckt in ihren Herzen Mitgefühl und Nächstenliebe. Familienmitglieder schenken sich neue Kleider und auch Arbeitgeber kaufen neue Berufskleidung für ihre Angestellten.
Früh zu Brahmamuhurta (Morgenstunden ca. 3.00 – 6.00 Uhr morgens) aufzustehen ist sehr gut für die Gesundheit, Disziplin, Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz und für spirituellen Fortschritt. An Dipavali steht man allgemein sehr früh auf. Die Weisen, die diesen Brauch geschaffen haben, hatten wohl die Hoffnung, dass ihre Nachkommen den Nutzen erkennen und daraus eine regelmäßige Gewohnheit machen würden.
Gut gelaunt schlendern die Dorfbewohner durch den Ort, begegnen den anderen ohne Vorbe- halte und vergessen alle Feindschaften. Sie umarmen einander liebevoll. Dipavali hat eine große einende Kraft. Wer sein inneres Gehör entwickelt hat, wird die Stimme der Weisen klar hören: “O Kinder Gottes! Vereinigt Euch und liebt Euch alle!” Die Schwingungen, die durch dieses liebevolle Verhalten erzeugt werden, erfüllen die Atmosphäre und können eine Veränderung in den Herzen aller Menschen auf der Erde herbeiführen. Unser Herz ist oft so verhärtet, dass nur die ständige Feier von Dipavali zu Hause, das heißt, das Bewußtsein von Dipavali als Fest des Lichtes und der Liebe, uns dazu bringen kann, uns von dem destruktiven Weg des Hasses abzuwenden.
In Nordindien beginnt an diesem Tag für die Kaufleute das neue Geschäftsjahr und sie beten für Erfolg und Wohlstand. Die Häuser werden geputzt und geschmückt und nachts mit Öllampen aus Ton beleuchtet.
Die schönsten Beleuchtungen findet man in Bombay und Amritsar. Der berühmte goldene Tempel von Amritsar wird am Abend mit Tausenden von Lichtern auf allen Stufen des großen Wasserbeckens beleuchtet. Vishnu-Anhänger zelebrieren die Govardhan-Puja (besonderes Verehrungsrituals zu Ehren Krishnas, einer Inkarnation Vishnus) und speisen die Armen großzügig.
Das Licht der Lichter, das strahlende innere Licht des Selbst leuchtet ständig in den Tiefen deines Herzens. Setze dich still hin, schließe die Augen, ziehe die Sinne zurück, richte deinen Geist auf dieses höchste Licht und erfreue dich am wirklichen Dipavali, indem du Erleuchtung der Seele erlangst.
Er, der alles sieht, den aber niemand erblickt, der den Geist, die Sonne, den Mond, die Sterne und das ganze Universum erleuchtet, der aber von ihnen nicht erhellt werden kann, Er ist wahrlich Brahman, das Absolute, das innere Selbst. Feiert Dipavali, indem ihr in Brahman fest verankert seid und genießt die ewige Wonne der Seele.
Dort scheinen weder Sonne, Mond oder Sterne noch Blitz und Feuer. Alle Lichter der Welt sind nicht vergleichbar mit auch nur einem einzigen Strahl des inneren Lichtes des Selbst. Verschmelze mit diesem Licht der Lichter und genieße das höchste Dipavali.
Zahllose Dipavali-Feste sind schon gefeiert worden. Und doch sind die Herzen der meisten Menschen so dunkel wie eine Neumondnacht. Die Häuser werden mit Lampen erhellt, aber die Herzen sind erfüllt vom Dunkel der Unwissenheit. O Mensch, erwache aus dem Schlummer der Unwissenheit! Erkenne durch Meditation und tiefe Innenschau das immerwährende Licht der Seele, welches weder auf- noch untergeht.
Möget ihr alle die volle innere Erleuchtung erlangen! Möge das höchste Licht der Lichter euer Verständnis entzünden! Möget ihr alle den unerschöpflichen spirituellen Reichtum des Selbst erlangen! Möget ihr alle Wohlstand auf der materiellen und spirituellen Ebene erfahren!
Gruß an die Göttliche Mutter Durga, welche in allen Geschöpfen in Form von Intelligenz, Barmherzigkeit und Schönheit existiert. Sie ist die Gemahlin von Shiva, welcher das Universum erschafft, erhält und zerstört.
Das Navaratri-Fest wird zweimal im Jahr begangen, einmal im Monat Chaitra (April/Mai) und einmal im Monat Aswayuja (September/Oktober). Sommer- und Winteranfang sind zwei wichtige klimatische Wendepunkte und werden daher als heilige Gelegenheiten zur Verehrung der Göttlichen Mutter angesehen. Entsprechend den Veränderungen in der Natur unterliegen auch der menschliche Körper und Geist in dieser Zeit beachtlichen Veränderungen.
Im April/Mai wird Rama-Navaratri (= Ramnavmi) zu Ehren Ramas begangen und im September/Oktober Durga Navaratri zu Ehren der Göttlichen Mutter. Neun Tage werden die neun Manifestationen Durgas verehrt. Navaratri heißt wörtlich „neun Nächte“. Anhänger Durgas fasten während dieser Zeit. Brahmanen (Angehörige der Priesterkaste) werden bewirtet und man bittet um Gesundheit und Wohlstand.
An Navaratri wird die Durga-Puja, ein Ritual zur Verehrung Durgas, in verschiedenen Teilen Indiens auf unterschiedliche Weise begangen. Alle Feierlichkeiten haben jedoch das Ziel, Shakti, die Göttin in ihrem Aspekt als kosmische Energie, versöhnlich zu stimmen, damit sie den Menschen Reichtum, Erfolg, Wohlergehen, spirituelles und weltliches Wissen, Kraft und Macht verleihen möge. Was auch immer der besondere Wunsch des Einzelnen an die Göttin sein mag, welchen speziellen Segen man von ihr erbitten mag, dahinter steht immer – bewußt oder unbewußt – Versöhnung, Verehrung und Verbindung mit der Göttin. Sie segnet und beschützt alle mit ihrer liebevollen Güte.
Durga Navaratri beginnt am ersten und endet am zehnten Tag nach Neumond des Monats Aswayuja (September/Oktober). Das Fest erinnert an den Sieg von Durga über Mahishasura, den büffelköpfigen Dämon. In Bengalen wird ihr Bild neun Tage lang verehrt und dann dem Wasser übergeben. Der zehnte Tag heißt Vijaya Dasami oder Dussera (der “zehnte Tag”). Am zehnten Tag werden in den Dörfern und Städten Prozessionen mit einem Durga-Bildnis abgehalten.
In grauer Vorzeit gab es in Indien Kannibalenstämme. Sie richteten verheerenden Schaden an und bedrohten unschuldige Menschen. Holika, auch Putana genannt, war eine dieser Kanibalinnen. Sie hatte besonders große Freude daran, kleine Kinder zu verschlingen. Krishna tötete sie und rettete so die Kinder. Am Holi-Fest wird noch heute ein Bildnis oder eine Figur von Holika im Feuer verbrannt. In Südindien wird eine Tonfigur von Cupido, dem Liebesgott, verbrannt. Das ist der Ursprung des großen Festes Holi.
Das Fest beginnt etwa zehn Tage vor dem Vollmond des Monats Phalgun (Februar/März) und endet am Vollmondtag. Gewöhnlich werden aber nur die letzten drei bis vier Tage gefeiert. Es ist ein Frühlingsfest. Die Bäume tragen lieblich duftende Blüten. Sie verkünden die Herrlichkeit und immerwährende Schönheit Gottes, erfüllen uns mit Hoffnung, Freude und neuem Leben. Sie regen uns dazu an, den Schöpfer zu erkennen, der in all diesen Formen verborgen ist.
In Südindien ist Holi auch unter dem Namen Kamadahana bekannt, der Tag, an dem Kama oder Cupido, der Liebesgott, von Shiva verbrannt wurde.
Eine andere Legende erzählt von einer Dämonin namens Holika,der die Enkelin einer alten Frau geopfert werden sollte. Ein Sadhu (Weiser, Heiliger) sagte der alten Frau, Holika könne durch Beschimpfungen und Schimpfworte besiegt werden. Die alte Frau rief eine große Kinderschar zusammen, die Holika beschimpfte und beleidigte. Die Dämonin fiel tot um. Über ihren Überresten entzündeten die Kinder ein Freudenfeuer.
Eng mit dieser Legende verbunden ist Prahlada (mytholog. Gestalt; Sohn des Dämonenkönigs Hiranyakashipu), seine Verehrung von Narayana (Gott als Urwesen, von dem die Schöpfung ausgeht) und wie er dem Tod durch die Hände Holikas entkam. Um seinen hingebungsvollen Geist zu brechen und seine Gesinnung weltlicher zu machen, bestrafte Prahladas Vater Hiranyakashipu (ein Dämonenkönig) ihn auf verschiedenste Weise. Alle seine Versuche misslangen. Schließlich beauftrage er seine Schwester Holika, die die Gabe hatte, dem Feuer zu widerstehen, Prahlada auf den Schoß zu nehmen und mit ihm in die lodernden Flammen zu steigen. Holika führte den Auftrag aus. Sie verschwand und Prahlada blieb lachend zurück. Das Feuer konnte ihm nichts anhaben, da er unter dem Schutz Gottes stand.
Diese Geschichte wird jedes Jahr an Holi aufgeführt. Sie soll die Menschen daran erinnern, dass diejenigen, die Gott lieben, gerettet werden und dass von denjenigen, die die Anhänger Gottes misshandeln, nur noch Asche übrig bleibt. Nachdem Holika verbrannt war, beschimpften die Menschen sie und sangen Loblieder auf Gott und seinen treuen Anhänger Prahlada. Daher sprechen die Menschen bis heute Schimpfworte, vergessen aber leider die Loblieder auf Gott und seine Anhänger.
In Nordindien spielt man an Holi fröhlich mit gefärbtem Wasser. Familienangehörige und Freunde bespritzen sich gegenseitig mit gefärbtem Wasser oder malen Gesicht und Körper bunt an. Nachts werden riesige Holzhäufen angezündet. Überall sind die Rufe „Holi-ho! Holi-ho!“ zu hören. Die Menschen stehen auf den Straßen und bespritzen jeden Passanten mit farbigem Wasser, auch wenn es eine angesehene Persönlichkeit oder ein Beamter ist. An diesem Tag gibt es keine Einschränkungen. Holi ist in Indien wie der 1. April für die Europäer. Es gibt besondere Holi-Lieder.
Während der Festtage werden die Häuser geputzt. Aller Unrat um das Haus herum wird eingesammelt und verbrannt. Auf diese Weise werden Krankheitserreger vernichtet und die hygienischen Bedingungen in den Dörfern bessern sich. Die Jungen tanzen durch die Straßen und spielen den Passanten Streiche. Am Ende des Festes wird ein Freudenfeuer entzündet. Ausgelassene Streiche des jungen Krishna werden um das Feuer herum gespielt und aufgeführt.
Am Vollmondtag des Monats Kartigai (November/Dezember), der auf den Aufstieg des Sterns Kritigai fällt, feiern die Hindus Kartigai Dipam. An diesem Tag wird das riesige Feuer auf dem heiligen Berg Arunachala in Südindien entzündet.
Einst nahm Shiva die Gestalt eines Berges in Tiruvannamalai in Südindien an. Dort bezwang er den Stolz von Brahma und Vishnu, die sich stritten, wer von ihnen der Größere sei . Eines Tages, als Shiva meditierte, verließ ihn seine Gemahlin Parvati und ging zum Berg Arunachala, wo sie Buße übte. Sie war Gast des Weisen Gautama. Zur selben Zeit überwand Durga den Dämonen Mahishasura und tötete ihn. Parvati sah Shiva als Arunachalesvara, als wahre Natur des Berges Arunachala. Shiva nahm Parvati als Ardhangini (wörtl. „die Hälfte des Körpers“; Gattin, Ehefrau) zurück an seine Seite.
Shiva wird hier als Arunachalesvara, als Tejo Lingam (tejas = Feuer, Glanz, Klarheit; linga = Zeichen, Symbol; insbesondere ein Symbol für Shiva) verehrt. In Indien gibt es für die fünf Elemente je einen heiligen Platz, der einem Element zugeordnet ist. Der Arunachala oder Tiruvannamalai-Berg steht für das Feuerelement.
Wenn an Kartigai Dipam das Feuer auf dem Gipfel des Berges entfacht wird, ist es weithin sichtbar und wird verehrt. Mit lauter Stimmer rezitiert man dabei immer wieder „Harohara“. Die esoterische Bedeutung ist: Wer das Licht der Lichter sieht, das für immer im Innern des Herzens brennt, wird durch beständige Meditation die Unsterblichkeit erreichen. Das Licht auf dem Arunachala bringt dir die Botschaft, dass das Selbst oder Shiva aus sich selbst heraus leuchtet. Er ist das Licht der Lichter.
Am Abend des Festes werden in Südindien vor den Tempeln Freudenfeuer entzündet. Sie erinnern daran, wie Shiva die Streitwagen verschiedener Dämonen verbrannte, welche den Weisen und Heiligen das Leben schwer machten.
Am Abend vorher werden Lichter vor den Häusern aufgestellt und Feuerwerke entzündet.
Vernichte die drei Unreinheiten Egoismus, Selbstsucht und Selbsttäuschung. Verbrenne die Gedanken, Sinne und Wünsche im Feuer der Erkenntnis des Selbst (Shiva Jnanam). Erlange vollständige Erleuchtung und erblicke das Licht der Lichter, welches deinen Geist erhellt und deinen Verstand, die Sonne, den Mond, die Sterne, Blitz und Feuer erleuchtet. Das ist die wahre Bedeutung von Kartigai Dipam.
Möge das Licht der Lichter euch alle erleuchten! Möge Shiva dich mit mehr Licht segnen! Mögest du mit dem höchsten Licht verschmelzen und zur unvergänglichen Wohnstatt der Glückseligkeit und Unsterblichkeit gelangen!
Verehrung dem Höchsten Gott, der ursprünglichen Kraft, die das Jahr in die vier Jahreszeiten teilt. Verehrung an Surya, den Sonnengott, der an diesem großartigen Tag seine Reise nach Norden beginnt.
Das Sanskritwort Shankramana bedeutet: „anfangen, sich zu bewegen”. Der Tag an dem die Sonne beginnt, sich nach Norden zu bewegen, wird Makara Shankranti genannt. Er fällt in Indien gewöhnlich in die Mitte des Monats Januar.
Bei den Tamilen in Südindien heißt dieses Fest Pongal.
Für viele Menschen, besonders die Tamilen, bedeutet Makara Shankranti der Anfang des neuen Jahres. An diesem Tag wird das geerntete Korn zum ersten Mal gekocht. Fröhliche Feiern in jedem Haus kennzeichnen dieses Fest. Diener, Bauern und Arme erhalten Nahrung, Kleidung und Geldgeschenke. Am nächsten Tag wird die Kuh als Symbol der Heiligen Mutter verehrt. Vögel und Tiere werden gefüttert.
Raksha Bandhan (raksha = Schutz; bandha = Band, Verschluss) heißt in Südindien Avani Avittam. Es fällt auf den Vollmondtag des Monats Shravan (August/September). Die Hindus tragen eine neue heilige Schnur und opfern den alten Rishis (Seher, Weise) der Vorzeit frisches Wasser.
An diesem Tag ist die Rezitation der Veden (älteste ind. Hl. Schriften) besonders segensreich. Vor allem den Priestern, die die heilige Schnur tragen, ist dieses Fest heilig, das auch als Upakarmam bekannt ist. Wenn der Brahmanenjunge die heilige Schnur bekommt, symbolisiert das die Öffnung seines dritten Auges, des Auges der Weisheit. Das Fest erinnert die Träger der heiligen Schnur an diese besondere spirituelle Bedeutung. Die Priester bieten ihren Vorfahren, denen sie ihre Geburt verdanken, Wasser als Opfertrunk an, ebenso den Rishis, denen sie für ihr spirituelles Wissen zu Dank verpflichtet sind und schließlich auch den Veden selbst.
Jeder Band der vier Veden wird an einem jeweils anderen Tag verehrt.
Am Tag von Raksha Bandhan band Sachi (die Gemahlin Indras) Indra, nachdem er von den Dämonen besiegt worden war, ein heiliges Band als Amulett um das Handgelenk. Daraufhin siegte Indra, der König der Götter, durch die Kraft dieses Schutzes (Raksha bedeutet „Schutz”) über die Dämonen und eroberte die verlorene Stadt Amaravati zurück.
In Nordindien binden an diesem Tag Schwestern ihren Brüdern als Schutz im kommenden Jahr ein Amulett um das Handgelenk, das Rakshi oder Rakhi genannt wird. Brahmanen und Hauspriester binden ihren Schirmherren und Gönnern ebenfalls solche Bänder um das Handgelenk und erhalten Geschenke. Das Seidenband wird mit der Kraft des folgenden Mantras aufgeladen:
Yena baddho bali raja danavendro mahabalah;
Die Kraft dieses Mantras schützt den Träger vor negativen Einflüssen.
ieses Fest fällt auf den siebten Tag des Monats Margasirsha (Dezember/Januar). Am frühen Morgen verehrt man die Sonne und rezitiert die Surya Sahasranama (surya = Sonnengott; sahasranama = tausend Namen, Lobpreisungen). Gute Taten, die man an diesem Tag vollbringt, führen zu reichhaltigen Ergebnissen. Priester werden zu himmlischen Wesen, wenn sie an diesem Tag fasten und Gott verehren; Kshatriyas, Mitglieder der Kriegerkaste, werden zu Brahmanen (Priester; Angehörige der höchsten Kaste); Vaishyas, die Kaufleute, werden zu Kshatriyas und Shudras (Menschen aus der untersten, der Dienerkaste) werden zu Vaishyas.
Fasten Frauen an diesem Tag, erlangen sie Erkenntnis und erwerben Tugendhaftigkeit. Witwen werden von der nächsten Geburt an frei vom Witwenstand, wenn sie an diesem Tag fasten. Sogar das große Vergehen, einen Brahmanen getötet zu haben, kann durch die Kraft des Fastens an diesem Tag gesühnt werden. Wer bei Sonnenaufgang ein Bad nimmt, wird rein wie Mutter Ganga (der Fluß Ganges, der den Indern als rein und heilig gilt). Er kann niemals mehr arm werden.
Faste an diesem Tag. Halte Schweigen. Bleibe an einem einsamen Platz. Rezitiere Mantras. Meditiere intensiv mit Glauben und Hingabe. Du kannst noch an diesem Tag Gottverwirklichung erreichen!
Der Neujahrstag für die Bewohner von Andra Pradesh (ind. Bundesstaat) und alle Telugus auf der ganzen Welt fällt nach dem Mondkalender (Chandramana) auf den ersten Tag des Monats Chaitra (März/April). Es ist ein Tag der Freude.
Nördlich der Vindhya-Berge hält man sich an den Barhaspatya-Kalender, südlich davon an den Sonnen- oder Mondkalender (Sauramana oder Chandramana).
Dies ist eine Besonderheit unter den verschiedenen Brahmanen-Gemeinschaften. Für Außenstehende ist es manchmal schwierig, das zu verstehen. Obwohl alle der Gesellschaftsschicht der Brahmanen angehören, gibt es Unterschiede je nach Abstammung. Die verschiedenen Brahmanenzweige orientieren sich unter anderem nach jeweils anderen Kalendern, so dass die Tage und Monate ihrer Zeitrechnung und Daten von Festtagen variieren können. Manche gehen in ihrer Zeitrechnung nach dem Sonnensystem, andere nach dem Mondsystem, so dass, je nachdem, welcher Tradition sie angehören, das Neujahrsfest auf unterschiedliche Tage fallen kann. So gibt es einen Neufahrstag für das Volk der Telugu, einen tamilischen Neujahrstag und nochmals einen anderen nach dem nordindischen Almanach (= Kalender nach Planetenbewegungen).
Gruß an Ganesha, der das Absolute selbst ist, der Höchste Gott, der die Energie Shivas verkörpert und die Quelle aller Glückseligkeit ist. Er verleiht alle positiven Eigenschaften und Erfolg bei allen Unternehmungen.
Mushikavahana modaka hastha,
„Oh Vinayaka (Name für Ganesha; wörtlich: der alle Hindernisse beseitigt), der Du alle Hindernisse beseitigst, Sohn von Shiva, klein gewachsen, mit der Maus als Deinem Fahrzeug, mit süßem Pudding in der Hand, mit großen Ohren und einem langen herabhängenden Rüssel. Ich verneige mich vor Deinen lotusgleichen Füßen!“
Ganesh Chaturthi, der Geburtstag von Ganesha, ist eines der bekanntesten hinduistischen Feste. Dieser Tag ist ganz Ganesha geweiht. Er fällt auf den 4. Tag der zweiwöchigen Phase des zunehmenden Mondes (also nach Neumond) des Monats Bhadrapada (August/September) und wird in ganz Indien sowie auf der ganzen Welt von Hindus gefeiert.
Tonfiguren Ganeshas werden angefertigt, zwei oder manchmal zehn Tage lang verehrt und dann dem Wasser übergeben.
Ganesha ist der elefantenköpfige Gott. In allen Gebeten wird er zuerst angerufen. Seine Namen werden zu Beginn aller Unternehmungen oder Verehrungsrituale wiederholt. Ganesha ist die Energie hinter Kraft und Weisheit. Er ist der älteste Sohn Shivas und der Bruder von Skanda (auch Kartikeya genannt). Weil er die Energie Shivas ist, nennt man ihn auch den Sohn von Shankar und Umadevi. Mütter erhoffen sich durch die Verehrung von Ganesha seine gediegenen Tugenden auch für ihre Söhne.
Über seine Geburt und wie er zu seinem Elefantenkopf kam, gibt es folgende Legende:
Gauri, die Gemahlin Shivas, schuf einst während eines Bades aus dem Schlamm an ihrem Körpers Ganesha als ein reines weißes Geschöpf. Sie stellte ihn vor den Eingang des Hauses und sagte ihm, er solle niemanden hereinlassen, während sie bade. Nun kam Shiva nach Hause – er war sehr durstig - und wurde am Eingang von Ganesha aufgehalten. Shiva wurde wütend und schlug ihm den Kopf ab, da er ihn für einen Fremden hielt.
Gauri war darüber tief traurig. Um sie zu trösten, befahl Shiva seinen Dienern, dem erstbesten Wesen, das mit dem Kopf nach Norden gewandt schlief, den Kopf abzuschlagen und ihm zu bringen. Die Diener fanden nur einen Elefanten, der diese Bedingung erfüllte. Sie führten die entsprechende Opferhandlung durch und brachten Shiva den Kopf des Elefanten. Shiva setzte den Elefantenkopf auf den Körper von Ganesha.
Shiva ließ seinen Sohn jeweils zu Beginn aller Unternehmungen wie Hochzeiten, Reisen, Studien usw. verehren und ordnete an, dass der 4. Tag der Phase des zunehmenden Mondes des Monats Bhadrapada besonders der Verehrung Ganeshas gewidmet sein solle.
Ohne die Gunst und den Segen Ganeshas kann man nichts erreichen. Jedes Handeln bedarf seiner Unterstützung.
Im Bundesstaat Maharashtra lernen die Erstklässler in der ersten Unterrichtsstunde das Ganesha-Mantra Om Shri Ganeshaya Namah, bevor sie das Alphabet lernen.
Ganesha hat noch viele andere Namen, zum Beispiel Dhumraketu, Sumukha, Ekadantha, Gajakarnaka, Lambodara, Vignaraja, Ganadhyaksha, Phalachandra, Gajanana, Vinayaka, Vakratunda, Siddhivinayaka, Surpakarna, Heramba, Skandapurvaja, Kapila, Vignehswara oder Maha-Ganapathi.
Ganesha-Anhänger wiederholen eines der Ganesha-Mantras wie Om Gang Ganapathaye Namah, Om Shri Ganeshaya Namah oder das Ganesha-Gayatri:.
Tat purushaya vidmahe
Ganesha ist die Verkörperung von Weisheit und Wonne. Er ist der Gott der Brahmacharis (spirituelle Schüler; jemand, der enthaltsam lebt).
Eine kleine Maus ist sein Fahrzeug, sein Reittier. Er ist die dem Muladhara Chakra (Energiezentrum am unteren Ende der Wirbelsäule) zugeordnete Gottheit. In diesem energetischen Zentrum des Körpers ruht die Kundalini Shakti (Schlangenkraft, die kosmische schöpferische Energie im Menschen).
Er beseitigt alle Hindernisse auf dem Weg des spirituellen Aspiranten und verhilft ihm zu weltlichem und spirituellem Erfolg. Deshalb nennt man ihn auch Vigna Vinayaka, den Beseitiger aller Hindernisse. Sein Bija Akshara (Wurzelsilbe) ist Gung (gesprochen „gang“), was sich auf das englische „sung” (= singen; gesprochen „sang“) reimt. Er ist der kosmische Aspekt von Frieden und Harmonie.
Ganesha repräsentiert Om (= Pranava, der kosmische Urklang), das ursprüngliche Mantra der Veden. Ohne Om zu wiederholen, kann man nichts erreichen. Daher kommt es, dass Ganesha immer vor Beginn jeglichen Rituals oder anderer Vorhaben angerufen wird. Seine beiden Füße stehen für die Kraft des Wissens und die Kraft des Handelns. Der Elefantenkopf stellt das einzige in der Natur vorkommende Symbol für Om dar.
In einer Hand hält er den Ankusha (eine speer-ähnliche Waffe mit geschwungenen Zacken oben), was seine Herrschaft über die Welt, das Königreich Gottes, symbolisiert.
Dass ausgerechnet eine Maus sein Fortbewegungsmittel ist, bedeutet die vollständige Überwindung des Egoismus. Die Maus ist eines der kleinsten Geschöpfe der Natur und der Elefant eines der größten. Das bedeutet, dass Ganesha der Schöpfer aller Geschöpfe ist. Elefanten sind sehr weise Tiere. So ist Ganesha die Verkörperung der Weisheit. Diese Symbolik steht auch für den evolutionären Entwicklungsprozess: Die Maus entwickelt sich allmählich zum Elefanten und der Elefant letztendlich zum Menschen. Deshalb hat Ganesha eine Maus als Reittier, einen Elefantenkopf und den Körper eines Menschen.
Ganesha ist der Herr der Ganas (Heerscharen) und Gruppen, wie zum Beispiel der Gruppe der Elemente, der Sinne usw. Er ist der Anführer aller Anhänger Shivas und der himmlischen Diener Shivas.
Auch die Vaishnavas (Anhänger Vishnus als höchstem Gott) verehren Ganesha als Tumbikkai Alwar, was „Gott mit dem Elefantenrüssel“ heißt.
Seine Gefährtinnen oder Kräfte sind die Kundalini (wörtlich „Die Aufgerollte“, die schöpferische Energie) und Vallabha, die Kraft der Liebe.
Er isst sehr gern süßen Pudding oder süße Bällchen aus Reismehl. An seinem Geburtstag ging er einmal von Haus zu Haus und nahm überall süßen Pudding als Gabe entgegen. Nachdem er ziemlich viel davon gegessen hatte, ritt er abends auf seiner Maus. Plötzlich stolperte die Maus - sie hatte eine Schlange gesehen und bekam Angst - und Ganesha fiel herunter. Sein Magen brach auf und der ganze süße Pudding kam heraus. Aber Ganesha stopfte alles wieder in seinen Magen zurück, ergriff die Schlange und wickelte sie sich um den Bauch.
Der Mond am Himmel hatte das alles gesehen und lachte. Ganesha ärgerte sich über das unziemliche Benehmen des Mondes. Wütend zog er einen seiner Stoßzähne heraus und schleuderte ihn gegen den Mond. Er stieß den Fluch aus, dass niemand am Ganesh-Chaturthi-Tag den Mond anschauen sollte. Tut das jemand doch, wird er einen schlechten Ruf und Kritik ernten. Wenn jemand versehentlich an diesem Tag doch den Mond anschaut, kann ihn nur eins von diesem Fluch befreien, nämlich, die Geschichte zu lesen oder zu hören, wie Krishna Ganeshas Charakter im Zusammenhang mit dem Syamantaka-Edelstein reinigte. Diese Geschichte steht in der Srimad Bhagavatam (eine Schrift über das Leben Krishnas). Ganesha stimmte dem zu. Ruhm dem Ganesha! Wie freundlich und barmherzig seinen Verehrern gegenüber ist.
Eines Tages gerieten Ganesha und sein Bruder Subramanya in Streit darüber, wer von ihnen der Ältere sei. Schließlich fragten sie Shiva. Shiva entschied, dass beide eine Reise um die ganze Welt machen sollten. Wer zuerst wieder zurückkäme, hätte zu Recht den Anspruch, der Ältere zu sein. Sofort setzte sich Subramanya auf sein Reittier, den Pfau, und begann seine Reise um die ganze Welt. Der weise Ganesha ging jedoch in liebevoller Verehrung um seine göttlichen Eltern herum und bat um den Preis des Sieges.
Shiva sagte: „Geliebter und weiser Ganesha, wie kann ich dir den Preis geben, wo du doch gar keine Reise um die Welt gemacht hast?”
Auf diese Weise wurde der Streit zugunsten von Ganesha entschieden, der fortan als der ältere der Brüder galt. Parvati gab ihm eine Frucht als Lohn für den Sieg.
Gita Jayanthi
Gita Jayanthi erinnert an einen der wichtigsten Tage in der Geschichte der Menschheit. Ein strahlender Blitz erhellte an diesem Tag vor nahezu 6000 Jahren den Horizont menschlicher Zivilisation. Dieser spirituelle Glanz war die Botschaft der Bhagavad Gita, die auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra durch Krishna, einer Inkarnation Gottes, vermittelt wurde.
Und das Leuchten dieses denkwürdigen Tages hält an, Anders als das flüchtige Aufstrahlen gewöhnlicher Blitze, die im Bruchteil einer Sekunde wieder vergehen, leuchtete der Strahl dieses denkwürdigen Tages durch die Jahrhunderte hindurch und erhellt bis heute den Weg der Menschheit auf ihrem Fortschreiten hin zur Vollkommenheit.Hanuman Jayanthi
Hanuman (der Affengott) wird – allein oder zusammen mit Rama (7. Inkarnation Vishnus, gilt als Verkörperung von Rechtschaffenheit; Held des ind. Epos Ramayana ) - in ganz Indien verehrt. In jedem Rama-Tempel befindet sich auch eine Statue oder ein Bildnis Hanumans. Hanuman ist eine Verkörperung Shivas. Er wurde als Sohn des Windgottes und der Anjana Devi geboren. Andere Namen für Hanuman sind Pavanasuta („Sohn des Windgottes“), Marutsuta („Sohn des Windes“), Pavankumar („Sohn des Windgottes“), Bajrangabali und Mahavira („Großer Held“, „Großer Krieger“).
Er ist eine lebendige Verkörperung der Verehrung des Namens Ramas, ein selbstloser Diener, ein wahrer Karma-Yogi, der ohne Erwartungen dynamisch und kraftvoll handelte. Er ist das Ideal eines großen Gottesverehrers und ein vorbildlicher Brahmachari (jemand, der enthaltsam lebt). Er diente Rama mit reiner Liebe und Hingabe, ohne irgendeine Belohnung dafür zu erwarten. Er lebte, um Rama zu dienen. Er war bescheiden, tapfer und weise und besaß alle göttlichen Eigenschaften. Er vollbrachte, was andere nicht konnten: Er überquerte den Ozean, indem er ständig den Namen Ramas wiederholte, brannte die Hauptstadt von Lanka nieder und brachte das Heilkraut Sanjivini, so daß er Lakshmana wiederbeleben konnte. Er brachte Rama und Lakshmana (Bruder Ramas) aus der Unterwelt zurück, nachdem er Ahiravana getötet hatte.
Er besaß Hingabe, Stärke, Wissen, den Geist des selbstlosen Dienens, die Kraft der Enthaltsamkeit und der Wunschlosigkeit. Niemals prahlte er mit seinem Mut und seiner Intelligenz.
Verehre Hanuman an diesem heiligen Tag. Faste. Lies die Hanuman Chalisa. Wiederhole den ganzen Tag den Namen Ramas. Das wird Hanuman zutiefst erfreuen und er wird dich mit Erfolg bei allen Unternehmungen segnenKrishna Janmashtami
Das ist der Geburtstag von Krishna, der als achte Inkarnation Gottes gilt. Er fällt auf den 8. Tag nach Vollmond des Monats Bhadrapada (August/September) und ist eines der bedeutendsten hinduistischen Feste. Krishna wurde um Mitternacht geboren. Bei diesem Anlass fastet man 24 Stunden und bricht das Fasten um Mitternacht.
Die Tempel werden geschmückt, es werden Kirtans (Mantras, Namen Gottes) gesungen, Glocken geläutet, das Muschelhorn wird geblasen und Sanskrithymnen zu Ehren Krishnas werden rezitiert. In Mathura, dem Geburtsort Krishnas, werden besondere spirituelle Zusammenkünfte organisiert, zu denen Pilger aus ganz Indien kommen.
Krishna erschien im Jahr Visvavasu, vor 5172 Jahren (von 1945 an gerechnet), also 3227 v.Chr., an einem Mittwoch, dem 8. Tag der abnehmenden Mondphase des Monats Sravana, der gemäß dem Barhaspatyamana (von Brihaspati = Jupiter und „ma“ = „messen“; Kalender, der sich am Lauf des Jupiter orientiert) identisch ist mit dem Monat Bhadrapada, als der Mond in das Haus von Vrishabha in der Konstellation des Sterns Rohini eintrat.
Seine bezaubernde Gestalt mit der Flöte in der Hand wird in unzähligen indischen Haushalten verehrt. Dieser Form sind zahllose Anhänger aus ganzem Herzen in Hingabe und höchster Liebe zugetan - nicht nur in Indien, sondern auch in der westlichen Welt. Millionen spiritueller Sucher verehren Ihn und wiederholen Sein Mantra Om Namo Bhagavate Vasudevaya.
Krishna war sehr klug, mitfühlend und tatkräftig in einem. In den Schriften findet man keine Lebensgeschichte, die erfüllter, intensiver, großartiger und erhebender wäre als die Krishnas.
Krishna spielte verschiedene Rollen, während er in dieser Welt weilte. Er war der Wagenlenker Arjunas (Held der Bhagavad Gita, Freund und Schüler Krishnas). Er war ein ausgezeichneter Staatsmann und ein Meister der Musik; er unterrichtete sogar Narada (einer der sieben großen Seher, Herr der himmlischen Musikanten, Erfinder der Vina) in der Kunst, die Vina (ind. Saiteninstrument) zu spielen. Die Klänge Seiner Flöte bezauberten die Herzen der Gopis (Hirtenmädchen) und aller anderen Menschen. Er war Kuhhirte in Brindavan (Ort in Nordindien) und Gokul. Schon als Kind zeigte er übernatürliche Kräfte und tötete viele Dämonen. Er offenbarte seiner Pflegemutter Yashoda seine kosmische Gestalt. Er führte die Rasa Lila auf (Tanz mit den Gopis), deren Geheimnis und tiefere Bedeutung nur Verehrer wie Narada, Gauranga (anderer Name für Caitanya, bengalischer Heiliger, um 1500 n.Chr.), Radha und die Gopis verstehen können. Er lehrte Arjuna und Uddhava (Freund und Ratgeber von Krishna) die höchste Wahrheit des Yoga, des Bhakti und des Vedanta. Er beherrschte jede der 64 schönen Künste. So gilt er als echte Manifestation Gottes.Skanda Sashti
Ehrerbietung und demütige Verehrung Subramanya (Sohn Shivas, Heerführer der göttlichen Armee), dem Höchsten Wesen, dem Herrscher dieses Universums , der in unseren Herzen wohnt. Er ist der zweite Sohn Shivas, der Geliebte von Valli und Deivayanai (weibliche Aspekte, Frauen von Subramanya), der Seinen Anhängern leicht seinen Segen gewährt. Er ist die Verkörperung von Stärke, Wissen, Liebe und Wonne.
Skanda Sashti fällt in den November. Es ist der Tag, an dem Subramanya den Dämonen Taraka besiegte, was mit einem großen Fest mit viel Prunk und Aufwand gefeiert wird. Es werden viele Bhajans (Lobpreisungen Gottes) und Kirtans (gemeinsames Rezitieren und Singen der Namen Gottes) gesungen. Tausende von Menschen erhalten Essen. Viele sogenannte unheilbare Krankheiten werden geheilt, wenn man Palini besucht und Subramanya dort verehrt. In Südindien wird das Leben und die Geschichte Subramanyas als Theaterstück aufgeführt.
Neben dem Skanda Sashti-Tag begehen die Anhänger wöchentlich oder monatlich einen Tag zu Ehren Subramanyas. Als besonders Subramanya geweihte Tage gelten jeder Freitag, der Kartigai Nakshatram-Tag jeden Monat und der sechste Tag der vierzehntägigen zunehmenden Mondphase. Der sechste Tag des Monats Tulam (Oktober/November) ist der allergünstigste Tag, auf den jeweils Skanda Sashti fällt.
Vielerorts beginnt das Fest bereits sechs Tage vor dem eigentlichen Sashti-Tag, an dem es dann endet. Während dieser Tage werden Geschichten und Hymnen, die in Verbindung zu Subramanya stehen, gelesen und rezitiert. Man verehrt Subramanya und führt das Kavadi-Ritual aus (siehe unten). Viele Menschen machen Pilgerreisen zu den verschiedenen Subramanya-Tempeln.
Om Sri Ram Jai Ram Jai Jai Ram
Gruß an Rama , eine Inkarnation Vishnus, der unbegrenzt ist, dessen Natur reines Bewusstsein und Wonne ist. Er ist der Gemahl von Sita, der Meister von Hanuman und Herr der drei Welten. Er wurde aufgrund seines eigenen Willens geboren, um die Rechtschaffenheit wiederherzustellen, das Böse zu zerstören und seine Verehrer zu beschützen.
Ramnavmi, der Geburtstag Ramas, fällt auf den 9. Tag des zunehmenden Mondes im Monats Chaitra (März/April).
Rama war Gott selbst, der auf die Erde gekommen war, um Ravana zu vernichten. Er war ausgesprochen gebildet, schön und mit allen königlichen Eigenschaften ausgestattet. Sein Ruhm und seine Tapferkeit waren grenzenlos. Es gab niemanden seinesgleichen auf Erden. Er war frei von Böswilligkeit, gütig und beschützte sein Volk. Er sprach immer freundlich. Niemals verwendete er harte Worte, selbst dann nicht, wenn er provoziert wurde. Er beherrschte die ganze Welt.
Rama war ein Prinz des Ikshvaku-Geschlechtes. Er war tugendhaft und voll männlicher Stärke. Er beherrschte Geist und Sinne. Mutig und heldenhaft, war er doch freundlich und bescheiden. Er war ein weiser Ratgeber, mit liebenswerter und angenehmer Sprache, überaus höflich, und edel in seiner Erscheinung. Er war ein Meister im Umgang mit allen göttlichen Waffen und ein großer Kriegsheld. Er hatte stets das Wohlergehen und Glück seines Königreiches und seiner Untertanen im Auge, verteidigte die Schwachen und beschützte die Gerechten. Dank seiner wunderbaren Geisteskraft war er wohlbewandert in allen Wissenschaften – sowohl in Wissenschaft der Kriegsführung als auch in der Wissenschaft des Selbst.
Tief und unergründlich wie der Ozean, standhaft und unerschütterlich wie die Berge des Himalaya, tapfer wie Gott Vishnu, war er die Freude von Kaushalya (Mutter Ramas). Obwohl auf dem Schlachtfeld grimmig und heftig wie Feuer, war er doch ruhig wie die kühle Brise von den Mandara-Bergen herunter, geduldig wie Mutter Erde, freigiebig wie der Gott des Wohlstands und rechtschaffen wie der Gott der Gerechtigkeit selbst. Sein Herz war voller Mitgefühl für die Leiden und den Kummer Seiner Untertanen. Bei Festen, die zu ihrer Aufheiterung gehalten wurden, teilte er ihre Freuden wie ein Vater. Durch seine Würde und seinen Heldenmut, seine Liebenswürdigkeit und Liebe gewann er die Herzen seines Volkes. Solch ein großartiger Mensch war Rama!
Rama war der Hervorragendste unter den Menschen mit einem gediegenen Charakter. Er war ein reines Ebenbild der Liebe. Er war ein idealer Sohn, Bruder, Ehemann, Freund und König. Er ist die Verkörperung der höchsten menschlichen Ideale. Er führte das Leben eines Haushaltsvorstandes in idealer Art und Weise, um die Menschen die Grundsätze der Rechtschaffenheit zu lehren. Er regierte so gut, dass sein Reich als Ram-Rajya bekannt wurde, was soviel bedeutet wie „Herrschaft der Rechtschaffenheit“, die Herrschaft, die allen Glück und Wohlstand schenkt.
In Südindien wird Ramnavmi Utsavam neun Tage lang mit großer Inbrunst und Hingabe gefeiert. Wer eine Begabung hat, Geschichten zu erzählen, erzählt anregende Episoden aus dem Ramayana. Die heiligen Namen von Rama werden gesungen und die Hochzeit von Rama und Sita gefeiert. Es ist ein sehr farbenfrohes, inspirierendes und lehrreiches FestShivaratri
Shivaratri, „die Nacht Shivas“ fällt auf den 13. oder 14. Tag nach Vollmond im Monat Phalgun (Februar/März). Diese Feier zu Ehren Shivas und seiner Hochzeit mit Parvati findet hauptsächlich nachts statt.
An diesem Tag wird strenges Fasten eingehalten. Manche trinken nicht einmal etwas. Nachts bleibt man wach und verehrt das Shiva Lingam (Symbol für Shiva) , das alle drei Stunden mit Milch, Quark, Honig, Rosenwasser usw. übergossen wird. Gleichzeitig wird ununterbrochen das Om Namah Shivaya-Mantra gesungen und Bael-Blätter (Blätter des Holzapfelbaums) werden geopfert. Bael-Blätter gelten als sehr heilig; es heißt, Lakshmi (Göttin des Überflusses und Reichtums) wohne in ihnen.
Mit großer Leidenschaft und Hingabe werden Hymnen zu Ehren Shivas gesungen, wie etwa das Shiva Mahimna Stotra von Pushpadanta oder Ravanas Shiva Tandava Stotra. Das fünfsilbige Shiva-Mantra Om Namah Shivaya wird wiederholt. Wer an Shivaratri den Namen Shivas mit vollkommener Hingabe und Konzentration ausspricht, wird frei von allen Sünden. Er erreicht die mythische Wohnstätte Shivas und lebt dort glücklich. Er ist befreit vom Kreislauf von Leben und Tod. Viele Pilger kommen in die Orte, an denen es Shiva-Tempel gibt.
Verehre Shiva innerlich folgendermassen:
Vaikunta Ekadashi (Ekadashi = der 11. Tag nach Voll- oder Neumond; gilt als besonders günstig zum Fasten; Vaikunta = Name für Vishnu, den erhaltenden Aspekt Gottes; Himmelsebene, die Vishnu zugeordnet ist) fällt in den Monat Margasirsha (Dezember/Januar). Dieser Tag wird in den Vishnu-Tempeln feierlich begangen. Fasten ist an allen Ekadashi-Tagen, jeweils am elften Tag jeder Mondhälfte, also zweimal im Monat, üblich.
Wenn man im Kali Yuga (dem jetzigen „Eisernen Zeitalter“) auch nur ein einziges Vaikunta Ekadashi frei von Leidenschaft, mit Glauben und Hingabe feiert und den Geist ganz auf Hari (ein Name für Vishnu oder Krishna; manchmal auch für Gott allgemein) ausrichtet, wird man befreit vom Kreislauf von Geburt und Tod. Daran gibt es keinen Zweifel. Die Schriften sichern uns das ausdrücklich zu.
Wer dieses Fest begehen will, fastet an diesem Tag, bleibt nachts wach und wiederholt Mantras (Japa), singt Vishnu-Kirtans (Mantras) und meditiert. Manche trinken nicht einmal etwas. Wer nicht in der Lage ist, vollständig zu fasten, kann etwas Obst und Milch zu sich nehmen.
An Ekadashi sollte man keinen Reis essen. Das ist sehr wichtig. Einem Mythos zufolge nahm der Schweiß, der vom Haupte Brahmas (des Schöpfers) fiel, die Gestalt eines Dämonen an. Der Dämon sagte: „O Herr, nun gib mir einen Platz zum Wohnen.” Brahma erwiderte: „O Dämon! Geh und wohne in den Reiskörnern, welche die Menschen an Ekadashi verzehren und werde zu Würmern in ihren Mägen.”
Wer regelmäßig an Ekadashi fastet, stimmt Gott Hari günstig. Alle Fehler werden aufgehoben. Der Geist wird gereinigt.