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<h2>SubmittedText<h2><p>Neben der Kommunikation ist die Informatik jener Bereich in der Bundesverwaltung, der im Laufe der Zeit am stärksten gewachsen ist. Angesichts der Notwendigkeit eines Stopps der Personalkosten stellt sich die Frage, ob nicht insbesondere bei der Informatik Einsparungen zu tätigen sind. Bevor jedoch Massnahmen zur Redimensionierung der Informatik in der Bundesverwaltung ergriffen werden können, braucht es eine saubere Standortbestimmung mit den notwendigen Fakten zur Ausgangslage.</p><p>Deshalb bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Wie viele Stellen umfassen die Informatikabteilungen in den sieben Departementen und in der Bundeskanzlei?</p><p>2. Welches ist die entsprechende Lohnsumme, und in welchen Lohnklassen sind die Informatikverantwortlichen eingeteilt?</p><p>3. Wie haben sich die Anzahl Stellen und die Personalkosten der Informatikabteilungen in den letzten zwanzig Jahren entwickelt, und wie sieht der Vergleich im Verhältnis mit Personalkosten der übrigen Verwaltung aus?</p><p>4. Wie viele Stellen sind ausserhalb der Informatikabteilungen ganz oder teilweise mit Informatikaufgaben beschäftigt?</p><p>5. Wie viele Aufträge werden im Zusammenhang mit der Informatik an verwaltungsexterne Auftragnehmer vergeben, und wie hoch ist der diesbezügliche Aufwand?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in der Verwaltung ist für deren effektive und effiziente Leistungserbringung entscheidend, da die meisten Aufgaben der Bundesverwaltung insbesondere auch die Informationsverarbeitung beinhalten. Vor fünfzehn Jahren wurde in der Bundesinformatik eine Trennung zwischen Leistungserbringern und Leistungsbezügern erzielt (Programm Nove-IT). In der Bundesverwaltung existieren heute fünf zentrale Leistungserbringer: das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation, die Informatikdienstleistungszentren des EDA, EJPD und WBF sowie die Führungsunterstützungsbasis der Armee. Die Verwaltungseinheiten als Leistungsbezüger verfügen über eine eigene IKT-Organisation primär mit Führungsaufgaben. Mit der bundesweit übergreifenden Steuerung und Führung im Auftrag des Bundesrates ist das Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB) betraut.</p><p>Zu den einzelnen Fragen:</p><p>1. Die Bundesinformatik umfasste Ende 2014 insgesamt 2929 Vollzeitstellen. Davon entfielen 2101 Vollzeitstellen auf die fünf zentralen IKT-Leistungserbringer und das ISB. Weitere 828 IKT-Vollzeitstellen verteilten sich auf die Leistungsbezüger (ohne Behörden und Gerichte). Die Leistungsbezüger führen die dezentralen IKT-Projekte im Bereich der Fachanwendungen, sind für die IKT-Planung, das IKT-Controlling sowie die IKT-Sicherheit in ihrem Fachbereich zuständig. Sie steuern die Leistungen der Leistungserbringer.</p><p>2. Im Jahr 2014 betrug der Personalaufwand im IKT-Bereich 511 Millionen Franken. Davon entfielen 379 Millionen Franken auf die zentralen IKT-Leistungserbringer und das ISB. Der IKT-Personalaufwand der Leistungsbezüger betrug 132 Millionen Franken. Rund 60 Prozent der IKT-Funktionen waren in den Lohnklassen 18 bis 23, etwa 30 Prozent in den Lohnklassen 24 bis 29 eingestuft.</p><p>3. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Technologien in der Informatik und Kommunikation enorm weiterentwickelt. Entsprechend hat sich in den letzten zwanzig Jahren in den Verwaltungen der Umfang der Prozesse markant ausgedehnt, welche durch die IKT unterstützt werden. Gesamthaft sind informatikgestützte Geschäftsprozesse meist deutlich weniger aufwendig als personalintensive Arbeitsabläufe. Weiter haben Volks- und Parlamentsentscheide zu neuen Aufgaben für die Bundesverwaltung geführt, welche oft zusätzliche IKT-Kosten verursachen. Für 1999 waren für die Bundesinformatik Personalausgaben in der Höhe von rund 202 Millionen Franken budgetiert (ohne IKT-Personal bei Behörden und Gerichten). Die Personalausgaben der Bundesverwaltung betrugen damals 4755 Millionen Franken (ohne Behörden und Gerichte). Der IKT-Anteil betrug somit 4,2 Prozent. Im Jahr 2014 beliefen sich die Personalausgaben der Bundesverwaltung auf 5277 Millionen Franken (ohne Behörden und Gerichte). Der Anteil der IKT (511 Millionen) betrug 9,7 Prozent. Im gleichen Betrachtungszeitraum haben die IKT-Gesamtausgaben durchschnittlich um 4,6 Prozent pro Jahr von 563 Millionen Franken auf 1104 Millionen Franken zugenommen. Der überproportionale Anstieg der IKT-Personalausgaben im Vergleich zu den IKT-Gesamtausgaben ist darauf zurückzuführen, dass in den letzten Jahren viele IKT-Schlüsselfunktionen internalisiert wurden. Damit konnten die Ausgaben für wichtige IKT-Kompetenzen in der Regel um 20 Prozent gesenkt und gleichzeitig die Risiken in den Bereichen Wissensabfluss sowie Sicherheit minimiert werden. Auch die parlamentarischen Finanzkommissionen haben zwecks Kostensenkung eine Erhöhung des Anteils der internen Leistungserstellung gefordert.</p><p>4. Dezentral bei den Leistungsbezügern sind insgesamt 828 IKT-Vollzeitstellen angesiedelt (vgl. Antwort zur Frage 1). Diese Stellen sind für den möglichst wirksamen, wirtschaftlichen sowie sicheren IKT-Einsatz in den rund 60 Verwaltungseinheiten der zentralen Bundesverwaltung verantwortlich und führen die dezentralen IKT-Projekte im Bereich der Fachanwendungen.</p><p>5. Um den reibungslosen Betrieb der Informatik sicherzustellen und die erforderlichen Weiterentwicklungen zu gewährleisten, hat die Bundesverwaltung im Jahr 2014 593 Millionen Franken für externe IKT-Produkte und -Leistungen ausgegeben.</p><p>Der Anteil des IKT-Aufwands am Eigenaufwand der Bundesverwaltung lag im Jahr 2014 bei 11,5 Prozent. Dieser Anteil ist im Kontext der hohen Bedeutung der IKT für die Bundesverwaltung, der ausserordentlichen Vielfältigkeit der Bundesaufgaben sowie der föderalen Strukturen der Schweiz zu sehen. Zwischen 2010 und 2014 sind die Informatikausgaben des Bundes laut Staatsrechnung (Band 3, Ziff. 33, IKT) durchschnittlich um 0,8 Prozent pro Jahr gewachsen. Die Gesamtausgaben des Bundes haben im gleichen Zeitraum stärker zugenommen (plus 1,9 Prozent pro Jahr).</p>  Antwort des Bundesrates.