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Ukraine: Erster Schweizer Hilfstransport per Eisenbahn erreicht Donetsk
Bern, 25.05.2016 - Erneut haben zwei Hilfstransporte der Humanitären Hilfe des Bundes (HH) Chemikalien für die Wasseraufbereitung und medizinische Güter ins ukrainische Konfliktgebiet gebracht. Erstmals hat die in der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) angesiedelte HH die Eisenbahn als Transportmittel eingesetzt.
Am 24. Mai erreichte der Zug mit acht Wagen die ostukrainische Grossstadt Donetsk. Er war mit 473 Tonnen Chemikalien für die Wasseraufbereitung, v.a. Aluminiumsulfat, beladen. Die Chemikalien sind für die Wasserwerke Donbas bestimmt, die zahleiche Gemeinden auf beiden Seiten der Kontaktlinie mit Trinkwasser versorgen. Der Zug war auf der regierungskontrollierten Seite beladen worden und überquerte die Kontaktlinie zwischen Kostyantynivka und Yasinovataya. Es handelt sich um den ersten humanitären Transport per Eisenbahn in die NGCA (Nicht von der Regierung kontrolliertes Gebiet) seit Ausbruch des Konflikts.
Weitere Güter wurden per Lastwagen nach Donetsk transportiert. Dabei handelt es sich namentlich um medizinisches Material wie Ersatzteile für ein Röntgengerät und Krebsbehandlungsmittel sowie 38 Apparate zur Chlorproduktion (WATA). Mit diesen Apparaten können die lokalen Behörden vor Ort eine Chlorlösung produzieren, mit der das Trinkwasser für 300‘000 Personen selbständig und auf lange Sicht aufbereitet werden kann.
Ein zweiter Transport, bestehend aus 15 Lastwagen, lieferte Hilfsgüter auf der regierungskontrollierten Seite. Der Konvoi hatte 245 Tonnen Chemikalien für die Zweigstelle der Wasserwerke Donbas in der Stadt Krasnoarmiysk geladen. Eine LKW-Ladung dieses Transports mit medizinischem Material und Medikamenten war für das Spital in Kurakhove nahe der Kontaktlinie bestimmt. Begleitet und unterstützt wurden die Transporte im Osten der Ukraine von neun Angehörigen der HH und des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe (SKH) sowie von Mitarbeitern der Schweizer Botschaft und des Kooperationsbüros in Kiew.
Bei den jüngsten Transporten handelt es sich um die vierte Aktion in diesem Rahmen. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf 1.3 Mio. Franken. Seit dem Frühjahr 2015 beliefert die HH mit Hilfe von SKH-Fachleuten die Wasserwerke Donbas mit Chemikalien zur Wasseraufbereitung. Die DEZA ist bislang die einzige staatliche Akteurin, die humanitäre Konvois organisiert, welche die Kontaktlinie im Osten der Ukraine überqueren.
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