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Die Eringer Rasse ist sehr wahrscheinlich der Restbestand einer Rindviehpopulation, welche den Alpenbogen von Österreich bis nach Savoyen bevölkerte. Ihre kranialen Formmerkmale ordnen sie dem Rindvieh mit breitem Schädel, genannt Brachycephalus zu. Diese Eigenschaft findet man auch beim kleinen Rindvieh des Neolytikums. Die Vorfahren kamen im Wallis bereits um das Jahr 3000 vor Christi Geburt vor, wie dies ein Schädel aus der archäologischen Fund- stelle Saint Guérin bei Sitten beweist.
Die Eringer Rasse ist nahe verwandt mit den autochthonen Rassen Castana und Pezzatanera des Aostatals. Gemäss einer von REUSE durchgeführten Studie weicht die Blutgruppenstruktur der Eringer Rasse markant von derjenigen der übrigen Schweizer Rassen ab.
Das Eringer gehört zu den kleinsten Rinderrassen Europas. Die Tiere haben ein dunkelrotes bis schwarzbraunes Haarkleid. Gescheckte Tiere sind selten. Kennzeichnend ist der kurze und brei- te Kopf, der eine konkave Stirnlinie hat. Die Tiere sind äusserst muskulös; beide Geschlechter haben kräftige Hörner.
Die Widerristhöhe beträgt bei Stieren 125 bis 134 Zentimeter. Sie wiegen ausgewachsen zwi- schen 650 und 750, selten bis über 1000 Kilogramm.

Die Widerristhöhe der Kühe beträgt zwi- schen 118 und 128 Zentimeter. Ihr Gewicht beträgt 500 bis 600, selten bis über 800 Kilo- gramm. Sie gelten als fleischbetonte Zweinutzungsrasse. Ihre Milchleistung liegt bei 3200 Kilo- gramm pro Jahr, meist aber deutlich darunter, weil sie nur kurze Zeit gemolken werden, um die Kräfte für die Kämpfe zu sparen.
Geprägt von den Bergen ist die Eringer Rasse eine hervorragende Fussgängerin, welche sich mit Leichtigkeit in schwierigem Gelände bewegt. Sie hat zudem ihren ausgeprägten Herdentrieb aufrechterhalten. Dieser Trieb erleichtert den Tieren das Zusammenleben auf den Hochalpen, wo innerhalb der grossen Herden ein erstaunlicher Zusammenhalt besteht. Die Eringer Rasse besitzt des Weiteren einen stark entwickelten Mutterinstinkt.
Die Eringer Kühe verfügen über ein lebhaftes und kampflustiges Temperament, welches sich in einem stark dominierenden Verhalten manifestiert. Die Kämpfe, welche sie sich anlässlich des Weideaustriebs, der Alpauffahrt oder des Zusammenführens von zwei Herden auf ganz natürli- che Weise liefern, sind Zeugen dieses dominanten Charakterzugs.
Schweizerischer Eringerviehzuchtverband: www.raceherens.ch