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Viel ist von der alten Basler Stadtmauer nicht mehr übrig – mit Ausnahme eines restaurierten Abschnittes am Rheinufer, der dank seiner besonderen Lage dem Bauboom der vergangenen 150 Jahre Widerstand leisten konnte.
1362 wurde in Basel mit der Errichtung einer neuen, der Äusseren Stadtmauer begonnen, um das inzwischen stark angewachsene Stadtgebiet mitsamt Kleinbasel zu umschliessen. 1398 war der Bau vollendet. Der malerische Letziturm beim St.-Alban-Tor wurde jedoch erst 1676 erbaut – also relativ spät. Auch wies die Stadtmauer Anfangs kaum einen Wehrgang auf, wie der heute zu besichtigende Abschnitt. Dennoch – schön ist sie allemal, und einen Hauch von mittelalterlicher Wehrhaftigkeit verströmt sie noch immer. Eine Letzimauer ist übrigens eine mittelalterliche Befestigung. Das Wort stammt von dem mittelhochdeutschen «Letzen», einer Abwehr, Hinderung, Hemmung oder Schutzwehr und ist heute nur noch im schweizerischen Sprachgebrauch bekannt, und etwa in der Form «lätz» für «falsch» sogar noch gebräuchlich.
Vom Letziturm aus, der früher direkt am Rhein stand, konnte der Fluss gut überblickt werden und gewährleistete Sicherheit für die Umgebung des «Dalbeloch». 1911 wurde der St.-Alban-Rheinweg aufgeschüttet; so kam der Turm zu seiner heutigen Lage. Die vollständige Stadtmauer wies einst 1200 Zinnen, 40 Türme und 7 Stadttore auf – das Aeschentor, Bläsitor, St. Johannstor, Riehentor, Spalentor, Steinentor und das St. Albantor. 1859 beschloss der Grosse Rat (Stadtregierung) den Abbau der Stadtmauern, um die Stadterweiterung vorantreiben zu können. Innerhalb von rund zwanzig Jahren wurden die Stadtmauern geschleift und fast alle Stadttore abgerissen. Von den Toren blieben nur das St. Johannstor, das Spalentor und das St. Albantor erhalten. Erhalten wurde auch das Mauerstück mit dem Letziturm in der Nähe des St. Albantors. Es steht heute, wie die Tore, unter Denkmalschutz.
Mehr Infos auf altbasel.ch.
Über die Gegend auch ein Eintrag auf “Basler Bauten”: Harzgraben