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Ein schwieriges Wort hat den Sprung auf die grosse Bühne geschafft: Algorithmus. Gerade gab es wieder Diskussionen über die unheimliche Macht der Algorithmen, die, Wichteln oder Heinzelmännchen gleich, verborgene Arbeit leisten, die Frage ist nur, für wen und mit welchen Folgen. Immer wieder höre ich ein ü, als schriebe man das Wort mit y wie im Fremdwort Rhythmus.
Weil ich vor Jahren in der usbekischen Oase Chiwa an der alten Seidenstrasse mal sein Denkmal und vor einem guten Jahr im Iran Wirkungen seiner Leistung gesehen habe, fällt mir ein, dass es sich weder um ein altes Fremdwort handelt noch um einen modernen Fachbegriff. Algorithmus war ein Mensch aus Chiwa. Er hiess al-Ḫwārazmī, weil diese Gegend Persiens Chorezm hiess. Und weil er gefunden hatte, was heute Algorithmus heisst, hat man das Gefundene nach dem Finder benannt und seinen Namen latinisiert.
Noch verrückter wird es, wenn man entdeckt, wann das war: 813-833 lehrte er in Bagdad im Haus der Weisheit. Dort überführte er die indische Null nach Westen, entwickelte das Dezimalsystem und schrieb das erste Lehrbuch der Algebra. Ohne seine Rechenkunst gäbe es im Iran keine Baukunst zu bestaunen. Am verrücktesten: Algorithmus war ein frommer Muslim.