Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03359.jsonl.gz/2156

Bis ins 19. Jahrhundert war im Dorfzentrum von Ballwil die Burgstelle der Herren von Ballwil zu erkennen. Die letzten Reste wurden 1849 abgetragen, heute zeugen nur noch die Flurnamen "Schloss" bzw. "Schlosshöhe" vom Bestehen der Burg.
Bei der Liegenschaft "Schloss" entsteht nun ein neues Mehrfamilienhaus. Anlässlich der Bauarbeiten war durch die Kantonsarchäologie abzuklären, ob sich im Bereich der Parzelle Spuren der mittelalterlichen Burg erhalten haben. Bereits 1995 war hier bei einer archäologischen Sondierung festgestellt worden, dass das Gelände aus künstlichen, also durch den Menschen aufgeschütteten Erdschichten besteht. Nun, 24 Jahre später, sollte die Frage beantwortet werden, ob diese Schichten den Verlauf des mittelalterlichen Burggrabens anzeigen.
Tatsächlich zeigte sich bei der Sondierung 2019, dass auf dem Grundstück im 19. Jahrhundert ein alter, tiefer Bodeneingriff wieder aufgefüllt worden ist. Es handelte sich jedoch nicht um den Burggraben, sondern um eine Kiesgrube, in welcher Kies und Sand gewonnen worden war – wahrscheinlich für den in den 1840er-Jahren vorgenommenen Ausbau des Ballwiler Strassennetzes. Möglicherweise wurde die Kiesgrube anschliessend mit dem Erdmaterial des 1849 abgetragenen Burghügels wieder aufgefüllt – allerdings kann diese These nicht mit Sicherheit bestätigt werden.
Spuren, welche den exakten Standort der Ballwiler Burg verraten würden, fehlen somit auch weiterhin.