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20 Jahre Hilfe zur Selbsthilfe im struktur-armen Nordosten Ungarns
Am vergangenen Wochenende fand im reformierten Kirchgemeindehaus Möhlin eine Bilderausstellung von Péter Bürgi statt mit
von ihm gemachte Landschafts-, Dorf- und Menschenaufnahmen aus Ungarn, die meisten aus dem Dorf Sály (sprich „Schaji“).
Es wurden auch auf Stellwänden die verschiedenen Projekte in diesem Dorf gezeigt, die er im Laufe von mehr als zwanzig
Jahren leitete und immer noch leitet:
Am Freitagabend fand die Vernissage statt mit einem feinen Apéro. - Es folgte eine lebendig gestaltete Einführung ins Thema
anhand der Bildtafeln sowie ein Kurzfilm über die heute ausschliesslich von Roma-Mädchen besuchte Kochschule (die aber für
alle Kinder zugänglich wäre). - Es bestand während des ganzen Wochenendes die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen
und Bilder käuflich zu erwerben, deren Erlös je zur Hälfte der Weltgruppe Möhlin und dem Verein „Pro Sály“ zugute kommen.
Folgende Projekte wurden im Laufe der letzten mehr als zwanzig Jahren mit teils mehr, teils weniger Erfolg durchgeführt: Unterstützung
eines Behindertenheims (z.B. durch die Einrichtung eines Computerraums und eines geeigneten Bodens für die Gymnastik;
Unterstützung der Gemeindeschule (durch die Lieferung von Schulbänken, die in der Schweiz nicht mehr gebraucht wurden
sowie die Einrichtung einer funktionstüchtigen Kochschule), Ermöglichung eines Besuchs einer SchülerInnen-Gruppe aus Sály für
eine Woche in der Schweiz; Lebensmittel-Geschenkpakete für betagte Menschen; Versuch, einen sanften Tourismus in Sály zu
ermöglichen; Familiengärten; Instandstellung des völlig überwucherten jüdischen Friedhofs. Diese Aktivitäten werden von der
Weltgruppe Möhlin www.weltgruppe.ch unterstützt. - Der Verein „Pro Sály“, von dessen Mitgliedern die Hälfte in Sály lebt, unterstützt
die für 2019 vorgesehene Herausgabe über die Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Sály, die 1944 fast gänzlich in die
Vernichtungslager der Nazis deportiert wurde. Etwas, was leider im heutigen Ungarn weitgehend verdrängt wird, weswegen nicht
nur in Sály jüdische Friedhöfe oft irgendwo im Dickicht dichten Gestrüpps in Vergessenheit geraten.- Dies zu verhindern ist das Ziel
sowohl der regelmässigen Pflege des jüdischen Friedhofs als auch die Publikation des erwähnten Buchs, das in ungarischer und in
deutscher Sprache erscheinen soll.
Ein ganz grosser Dank gebührt der reformierte Kirchgemeinde Möhlin für das unentgeltliche Zur-Verfügung-Stellen des schönen
Kirchgemeindesaales für das ganze Wochenende, und auch der politischen Gemeinde Möhlin für das ebenfalls unentgeltliche
Zur-Verfügung-Stellen der grossen Stellwände und dem nicht in Rechnung gestellten Transport, dem Aufstellen und Abräumen
derselben. Wahrlich sehr grosszügig, herzlichen Dank auch an die fleissigen Männer, die diese Arbeit verrichtet haben!
Den von Péter Bürgi im Rahmen der Weltgruppe Möhlin koordinierten Projekte ist weiterhin Erfolg zu wünschen im Dienste einer
nicht mit Reichtum gesegneten Bevölkerung im Nordosten Ungarns.