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Ich bin verwirrt, nein, erschöpft. Das Farbwort schwarz macht mich total fertig. Was geht sprachpolizeilich noch, was nicht mehr, wann droht gar Anklage, Busse oder Haft? Bei der humanen Anwendung geht gar nichts mehr, obschon niger ja für lateinisch schwarz steht. Dafür wird mit der Farbe schwarz rücksichtslos im Tierreich gewütet. Bären sind an der Börse im Gegensatz zu den Bullen, diese meist schwarzer Farbe, verhasst, ausser bei denen, die auf sinkende Kurse setzen. Aber bei allen anderen gelten sie als Problembären, die einen Bärenmarkt auslösen, der die Börsenhändler schwarz sehen lässt.
Ein anderer Vertreter aus der Tierwelt wird noch mehr gefürchtet: der schwarze Schwan. Es dürfte kein Zufall sein, dass Nassim Nicholas, der 2007 den schwarzen Schwänen ein Buch widmete, ein Börsianer ist. Seitdem versteht man unter einem schwarzen Schwan ein seltenes, negatives Ereignis, dessen Folgen grosse Kollateralschäden auslösen können. Corona war so ein Cygnus niger, ein schwarzviraler Schwan.
Der Finanzspezialist Markus Krall hat sich sogar erdreistet, ein Buch mit dem Titel «Wenn schwarze Schwäne Junge kriegen» zu schreiben. Eine schwarze bedeutungsmässig negativ konnotierte Grossfamilie? Hallo? Hat die inklusiv-diverse Sprachpolizei noch nicht gemerkt, dass die Diskriminierung im Reich der Tiere weit fortgeschritten ist? Eine Minderheit wird aufgrund ihrer Federfarbe an den Rand des Tierreichs gedrängt. Ich werde die Bewegung BSM gründen: Black Swan Matters …
von Marco Caimi
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