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Barry Callebaut engagiert sich seit Jahren im Bereich der nachhaltigen Beschaffung von Kakao. Als weltweit führender Hersteller von Schokoladen- und Kakaoprodukten liegt es in seinem unternehmerischen Interesse, die Nachhaltigkeitsprobleme in der Wertschöpfungskette der Schokoladebranche anzugehen. Im Jahr 2016 hat Barry Callebaut die umfassende Nachhaltigkeitsstrategie «Forever Chocolate» vorgestellt. Mit der Strategie will Barry Callebaut nachhaltig produzierte Schokolade in weniger als zehn Jahren vom Nischenprodukt zur Norm machen und so die Zukunft der Schokolade sichern.
Vier konkrete und relevante Ziele
Trotz Bemühungen der Industrie weist die Herstellung von Schokoladen- und Kakaoprodukten strukturelle Schwächen auf: Die geringe Produktivität ist Folge von schlechter landwirtschaftlicher Praxis, ausgelaugten Böden und alternden Kakaobäumen. Sie hindert viele Kakaobauern daran, ihre Armut zu überwinden. Die Armut wiederum verunmöglicht es, dass die Bauern in ihre Farmen und in eine neue Anbaupraxis investieren, um ihre Produktivität und Rentabilität zu verbessern. Zudem sind sie auf die Mitarbeit ihrer Familie, auch der Kinder, angewiesen.
Barry Callebaut will diese grössten Herausforderungen in der Herstellung von Schokoladen- und Kakaoprodukten angehen und setzt dazu bei den Ursachen an. In seiner Nachhaltigkeitsstrategie «Forever Chocolate» werden vier ehrgeizige Ziele formuliert:
- Befreiung von über 500,000 Kakaobauern aus der Armut.
- Eliminierung von Kinderarbeit aus der eigenen Beschaffungskette.
- Positive Bilanz bezüglich CO2-Emissionen und Abholzung.
- Verwendung von 100 Prozent nachhaltigen Zutaten in allen Produkten.
Massgeschneiderte Nachhaltigkeitsprogramme
Im Geschäftsjahr 2017/18 startete Barry Callebaut eine Reihe von konkreten Initiativen im Einklang mit den Zielen von «Forever Cocolate». Der Schokoladenhersteller hat beispielsweise damit begonnen, detaillierte Daten über Kakaofarmen in seiner Lieferkette zu sammeln. Die Datensätze umfassen Angaben zu Standort sowie agronomischen und sozialen Bedingungen von über 130’000 Kakaofarmen. Bis 2025 soll diese Zahl auf 500’000 erhöht werden. Die Datensätze ermöglichen es, massgeschneiderte Nachhaltigkeitsprogramme zu realisieren und die Kernprobleme der Bevölkerung in den Anbaugebieten anzugehen. Z. B. kann sichergestellt werden, dass die erfassten Kakaofarmen nicht in geschützten Waldgebieten liegen.
Barry Callebaut leistete über die Stiftung Cocoa Horizons einen Beitrag in Höhe von 15 Millionen Euro zwischen Kundenprämien und Eigenbeitrag. Dieser Beitrag konzentriert sich auf die Schaffung positiver Auswirkungen für Kakao anbauende Gemeinschaften. Zudem schaffte Barry Callebaut ein Angebot von Produkten und Dienstleistungen zur Produktivitätssteigerung für Kakaobauern. Darunter sind z. B. Schulungen zu Anbaumethoden sowie der Zugang zu Finanzdienstleistungen, verbessertem Pflanzmaterial und Produkten für den landwirtschaftlichen Bedarf. 2017/18 nahmen 12’395 Bauern in der Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Tansania, Brasilien und Indonesien Beratung und andere Leistungen wie Werkzeuge und Setzlinge oder Zugang zu Finanzierungen in Anspruch. Zudem unterstützte Barry Callebaut Kakaobauern bei der Neubepflanzung von 281 Hektaren Land mit jungen Kakaobäumen und Schattenbäumen sowie bei der Diversifizierung ihrer Einkünfte.
Das Beispiel von Barry Callebaut zeigt, dass ehrgeizige Ziele nur mit gemeinsamer Anstrengung der beteiligten Stakeholder zu erreichen sind. Die deutlichen Fortschritte in kurzer Zeit unterstreichen den erfolgsversprechenden Ansatz einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie und weisen den Weg zu einer nachhaltigen Schokoladenproduktion.