Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03250.jsonl.gz/162

Die Deklaration von Heimtierfutter ist in der Schweiz streng geregelt. Neben den Daten vom Hersteller, muss unter anderem die Zusammensetzung sowie die analytischen Bestandteil klar deklariert werden.
Was Du aus diesen Daten lesen kannst, erkläre ich dir jetzt.
Die Zusammensetzung umfasst alle Bestandteile, die im Futter enthalten sind. Sie sind nach Gewicht und Alphabet in absteigender Reihenfolge aufgelistet. Das heisst, das was in der Zusammensetzung weit vorne steht, ist Mengenmässig auch am meisten im Futter enthalten.
Beispiel:
Das Rezept eines Futters:
500g Buchweizen, 50g Sesamsamen, 30g Kardisamen, 200g Spitzsaat, 200g Hirse
Und so wird es der Reihe nach aufgeführt:
1. 500g Buchweizen (da das die grösste Menge ist)
2. 200g Hirse (es ist die zweitgrösste Menge, und "H" wie Hirse kommt vor "S" wie Spitzsaat im Alphabet)
3. 200g Spitzsaat
4. 50g Sesamsamen (das ist die nächst kleinere Menge)
5. 30g Kardisamen (das ist die kleinste Menge)
So sieht es dann auf der Verpackung aus:
Zusammensetzung: Buchweizen, Hirse, Spitzsaat, Sesamsamen, Kardisamen
Die analytischen Bestandteile müssen durch ein Labor bestimmt werden. In der Schweiz sind bei Allein- oder Ergänzungsfuttermittel folgende Bestandteile zu bestimmen: Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche.
Diese Bestandteile sagen aber nur über die Quantität (Menge) der einzelnen Stoffe etwas aus und nicht über ihre Qualität. Besonders beim Fettgehalt gibt es sehr grosse Schwankungen. Wir können Fritieröl ja nicht mit Baumnussöl vergleichen, obwohl beide gemäss dieser Analyse wohl gleichviel Gehalt an Fett anzeigen würde.
Unter Rohprotein werden alle stickstoffhaltigen Substanzen im Futtermittel zusammengefasst. Für uns interessant sind hier die Eiweisse, tierischen und pflanzlichen Ursprungs. Der Rohprotein Gehalt zeigt also an, wieviel Protein/Eiweiss im Futter ist.
Sämtliche Bestandteile, die im Fettlösungsmittel Ether löslich sind, werden als Rohfett bezeichnet.
Wie bereits oben geschrieben, wird hier nur die Menge an Fett analysiert und nicht ihre Qualität. Die Qualität kann man aber anhand der Zusammensetzung erkennen. Sind viele Ölsaaten oder Nüsse enthalten und der Fettgehalt deshalb hoch, ist es immernoch sehr fetthaltig, aber dafür mit gesunden Fetten, sodass man dieses Futter/Leckerlie gerne ab und zu verfüttern kann.
Unter Rohfaser versteht man den Rückstand, der verbleibt wenn man das Futtermittel einer Säure- und anschließender Alkalibehandlung unterzogen hat. Übrig bleibt der unlösliche fett-, stickstoff- und aschefreien Rückstand einer Substanz.
Umgangssprachlich wird von Ballaststoffen gesprochen. Das sind nicht verdaubare Bestandteile der Pflanzen, die zellulosereichen und lignifizierten Zellwände. Hier gilt die Weender Analyse aber als veraltet, da man heutzutage weiss, dass nicht alle Bestandteile die als unverdaulich gelten, wirklich unverdaulich sind und andererseits unverdauliche Bestandteile nicht im Rohfaser Gehalt angezeigt werden.
Dieses Thema ist für Pflanzenfresser wie Degus, Chinchillas, Kaninchen oder Meerschweinchen sehr wichtig. Mehr spannende Infos zum Thema findest Du hier: Degupedia: Rohfaser
Zur Ermittlung der Rohasche wird das Futtermittel auf 550 °C erhitzt. Dadurch werden alle organischen Bestandteile verbrannt und der Rückstand ist der Gehalt an Rohasche. Ziel der Analyse war, dass hier der Mineralstoff Gehalt einers Futtermittels ermittelt wird. Sand und Steine, die in natürlichem Futter auch mal vorkommen können, sind aber ebenso anorganisch und werden in diesem Wert ebenso angezeigt. Deshalb ist die Rohasche keine Referenz für den Mineralstoffgehalt eines Futtermittels.