Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03144.jsonl.gz/1679

Es war ein historisches Sportwochenende. Während sich die Schweizer Fussballnationalmannschaft für die Niederlage gegen Dänemark rechtfertigen muss, befinden sich drei junge Sportlerinnen im Hoch. Sie sammeln WM-Medaillen in der Mehrfachpackung, brechen Weltrekorde und tragen sich in die Geschichtsbücher der Sportwelt ein.
Sie ist die beste Turnerin, die die Welt je gesehen hat – und das schliesst beide Geschlechter ein. Simone Biles hat im Alter von 22 Jahren ihre persönlichen WM-Medaillen 21 bis 25 gewonnen und damit Witali Scherbo als bisherigen Rekordhalter (mit insgesamt 23 Mal WM-Edelmetall) abgelöst.
Die Weltmeisterschaft in Stuttgart beendete Biles gar mit fünf Mal Gold. Zuerst holte sie sich im Team-Mehrkampf den Titel, danach folgten Gold im Einzelmehrkampf, im Sprung, am Balken und am Ende auch noch am Boden. Einzig am Stufenbarren ging sie mit Rang 5 leer aus.
So überragend der Triumph der US-Amerikanerin auch war, er war schon fast erwartet worden. Biles ging, ausser am Stufenbarren, als absolute Favoritin in alle Einzelwettbewerbe. Und im Teamwettkampf ist den übermächtigen USA sowieso kaum eine andere Nation gewachsen. Das soll aber die Leistung der Ausnahmeathletin nicht schmälern. Nun beginnt für sie schon die Vorbereitung für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio, wo sich die vierfache Olympiasiegerin von Rio 2016 nochmals in die Sportgeschichtsbücher eintragen will.
Noch eine andere junge Amerikanerin machte an diesem Wochenende Schlagzeilen. Cori (genannt Coco) Gauff gewann im österreichischen Linz ihr erstes WTA-Turnier. Mit 15 Jahren und sieben Monaten ist Gauff die neuntjüngste Turniersiegerin in der Geschichte des Profi-Frauentennis und die jüngste Amerikanerin seit Jennifer Capriati 1991, die ein WTA-Turnier für sich entscheiden konnte.
Der Triumph kam doch überraschend, da Gauff eigentlich in der letzten Runde der Qualifikation an der Deutschen Tamara Korpatsch gescheitert war. Weil sich jedoch eine andere Spielerin im Haupttableau verletzungsbedingt zurückzog, rutschte Gauff als Lucky Loserin nach.
In Österreich holte sich die 15-Jährige dann nicht nur ihren ersten Sieg gegen eine Top-10-Spielerin, sondern kam tatsächlich in den Final. Dort bezwang sie Jelena Ostapenko – die in der ersten Runde ihrerseits Gauff-Besiegerin Korpatsch schlug – in drei Sätzen mit 6:3, 1:6 und 6:2. Damit steht Gauff in der Weltrangliste neu auf Position 71.
Im Schatten von Eliud Kipchoges erfolgreichem Versuch, einen Marathon unter zwei Stunden zu laufen, hat es auch bei den Frauen eine sensationelle Marathon-Leistung gegeben. Brigid Kosgei lief den Chicago Marathon in 2 Stunden, 14 Minuten und 4 Sekunden und brach überlegen einen 16 Jahre alten Weltrekord.
Die Kenianerin unterbot die bisherige Bestmarke der Britin Paula Radcliffe um 81 Sekunden. Kosgei liess so natürlich auch ihrer Konkurrenz keine Chance. Ihren zweiten Sieg am Chicago Marathon in Serie holte sich die 25-Jährige mit fast sieben Minuten Vorsprung auf die zweitplatzierte Ababel Yeshaneh.