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Der erste offizielle Ryder Cup wurde im noch heute (mehr oder weniger) gleichen Format im Worchester Country Club in Massachusetts ausgetragen. Zwar hatte es schon zuvor einige Versuche gegeben, einen Vergleichswettkampf zwischen den besten Spielern aus den USA und Grossbritannien zu organisieren. Die 1926 in Wentworth geplante 1. Austragung erlitt aber Schiffbruch, weil ein Streik der Transport- und Minenarbeiter im Vereinigten Königreich die Anreise der halben US-Equipe verhinderte.
Ein Jahr später war es dann soweit, aber erst, nachdem ein Spendenaufruf der britischen Zeitschrift „Golf Illustrated“ zur Finanzierung der Reisekosten für die britischen Spieler und der Einsatz von Samuel Ryder und der PGA of America die Durchführung gesichert hatten.
Mr. Ryder, ein wohlhabender Geschäftsmann begann spät, im Alter von 50 Jahren mit dem Golfspiel um etwas zur Verbesserung seiner Gesundheit zu tun. Er hatte mit dem Verkauf von Saatgut ein so grosses Vermögen gemacht, dass er – einmal vom Golfvirus befallen – zusammen mit seinem Bruder James als Sponsor verschiedener Turniere auftrat und für die damals erhebliche Summe von £ 1000.- pro Jahr einen Privatlehrer mit Namen Harold Abraham „Abe“ Mitchell engagierte. Ein hübsches Jahreseinkommen für den unehelichen Sohn (im viktorianisch-prüden Königreich ein furchtbares Stigma!) von Mary Mitchell, die im Royal Ashdown Forest Golf Club nördlich von Eastbourne als Caddie tätig war. Von seiner Mutter schien der junge Harold auch seine Beharrlichkeit und Ausdauer fürs Training geerbt zu haben, denn Mary war bekannt dafür, auf dem hügeligen, konditionell anspruchsvollen Platz zwei Golfbags gleichzeitig zu schleppen.
Offenbar war Mr. Ryder mit den Diensten von „Abe“ Mitchell sehr zufrieden, denn der Profi der damals zu den besten Spielern seiner Ära gehörte – er war bei 17 Teilnahmen an der Open Championship nicht weniger als zehnmal in den Top 10 klassiert – wurde auf der Ryder Cup Trophäe verewigt. Die kleine Figur oben auf dem Pokal, für dessen Herstellung der Geschäftsmann rund 300 Pfund (heute umgerechnet etwa £ 16‘000.-) locker gemacht hatte, ist ein Abbild von „Abe“. Der Privatcoach von Mr. Ryder war 1927 sogar als Team-Captain für die britische Equipe vorgesehen, musste aber wegen einer Blinddarmentzündung absagen und wurde durch Ted Ray ersetzt.
Samuel Ryder war ebenfalls krank und so war es ihm nicht vergönnt in Worchester dabei zu sein. Gewonnen wurde der erste Ryder Cup bei dem vier Foursomes und acht Einzel gespielt wurden in überlegener Manier von den Gastgebern um den Captain Walter „The Haig“ Hagen mit 9.5 : 2.5. Der britische Captain Ray führte die deutliche Niederlage auf das „viel bessere Putten“ der US-Profis zurück. 1929 revanchierten sich die Briten mit einem 7 : 5 Erfolg im legendären, von Alistar MacKenzie gebauten Moortown Golf Club in der Nähe von Leeds. Doch dann dauerte es Jahrzehnte, bis die Selektion einer gesamteuropäischen Mannschaft in den 1980er Jahren (übrigens auf Initiative von Jack Nicklaus!) die eklatante Überlegenheit der US-Profis von 1931 bis 1985 (21 zu 2 Siege) beendete.
[Peter Hodel]