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Erkrankung der Weissen Linie
Drei Namen - eine Krankheit.
Bei "Lose Wand", "White Line Disease" oder "Erkrankung der Weißen Linie" handelt es sich um dieselbe Huferkrankung. Die Weiße Linie ist trotz des Namens der Erkrankung (White Linie Disease) aber nicht betroffen. Unterschiedliche Ursachen können diese Krankheit hervorrufen. Beteiligt sind fast immer Pilze, oft kommt auch noch eine bakterielle Infektion dazu.
Wo ist was?
Die Hufkapsel besteht aus zwei miteinander verbundenen Teilen. Der eine Teil ist pigmentiert, der andere unpigmentiert und daher fast immer weiss. Selbst bei hellen Hufen mit geringer Pigmentierung ist der unpigmentierte Teil klar differenzierbar. Dieser wird auch Lamellenteil genannt. Dieser Teil ist mit den Lederhautlamellen des Hufbeins verbunden, und erst im unterem Bereich des Hufes mittels Weissen Linie mit dem Sohlenhorn verbunden.
Der äussere Teil der Hufkapsel ist sehr hart und besitzt eine dichte Struktur. Während der innere (Lamellenteil) etwas weicher und feuchter ist. Die Feuchtigkeit kommt aus der Lederhaut. Sie dringt durch die Lamellen und durch die Hufkapsel hindurch nach außen und sorgt für die Elastizität der Hufkapsel. Dieser weiche Lamellenteil ist sehr anfällig für einen Bakterien- und/oder Pilzbefall.
Nicht jeder Huf wird aber deswegen diese Erkrankung erleiden. Es braucht dazu etwas geschwächte Struktur des Hornes, welche schon bei der Entstehung des Hornes im Kronenbereich durch eine Überlastung, eine Erkrankung oder durch Medikamenteneinfluss verändert wird.
Sobald eben dieser geschwächte Bereich in Kontakt mit den entsprechenden Krankheitserregern kommt (etwa bei Bodenkontakt), wird er durch Bakterien und Pilze angegriffen.
Das geschwächte, weiche und etwas feuchte Horn der inneren Hufkapsel dient den Mikroben als perfekter Nährboden und wird von ihnen zersetzt.
Ähnlich wie bei der Strahlfäule wird das zersetzte Horn schwarz und schmierig. Wird es mehlig (kreidig), dann deutet das auf einen Pilzbefall (Onychomykose) hin.
Diese geschwächten Stellen werden, wenn nicht behandelt, in der Regel zusätzlich mit anaeroben Bakterien infiziert. Dies sorgt für eine großflächige Zersetzung des Hornes.
Galerie Lose Wand
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Das Erkennen der Erkrankung...
Das Erkennen der Erkrankung ist nicht immer einfach. Erkennt man die Veränderungen rechtzeitig, kann man größere Schäden durch sorgfältiges Ausschneiden des betroffenen Bereiches verhindern. Je nach dem, ob das Pferd beschlagen ist oder barhuf, und je nach dem wie aufmerksam der Hufbearbeiter ist, findet man diese befallenen Stellen mehr oder weniger schnell. Besonders unter dem Beschlag sieht man das Fortschreiten der Zersetzung kaum.
Die Behandlung
Eine Erkrankung der Weißen Linie kann im Anfangsstadium noch relativ einfach behandelt werden.
Nach meinen Erfahrungen erfolgt die Genesung viel schneller, wenn der betroffene Bereich sorgfältig ausgeschnitten wird. Wenn die Zersetzung stark fortgeschritten ist und es nicht möglich ist, die befallene Stelle „von unten“ auszuschneiden, muss die Kapsel von außen geöffnet werden. Hier ist Fachkompetenz gefragt. Die befallenen Teile der Hufkapsel haben in einem solchen Stadium sowieso keine Verbindung zur Lederhaut und zum Hufbein; somit ist ihre Stabilität gleich null und es kommt nicht mehr darauf an, ob die Hufwand zwecks Behandlung entfernt wird.
Auf diese Art kann man das nachwachsende Horn besser pflegen und ggf. nachschneiden, falls es noch stellenweise zu Destruktionen des Hornes kommt.
Die Versorgung mit "Keralit Undercover", "Imaverol", oder "Hoof Putty" ist für eine gute Heilung ausschlaggebend.
Das Auftreten
Die Wände der steilen Hufe sind anfälliger als die der flachen. Eine unbehandelte oder erfolglos behandelte Erkrankung der Weißen Linie kann dauerhaft die Struktur der Kronenlederhautzotten schädigen. Dadurch produzieren die Zotten missgebildete Hornzellen. Die Hufkapsel eines solchen Hufes wird sich nie mehr wieder erholen und muss das Leben lang sorgfältig gepflegt werden.