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André Weidmann wurde am 13. November 1928 in Pontarlier geboren. Sein Vater hatte in Frankreich während der Wirtschaftskrise Arbeit gefunden. Dort lernte er seine Frau, die Mutter von André, kennen. Die Familie zügelte zurück nach Rüschlikon am Zürichsee, dort kam Schwester Trudi zur Welt.
Die Schul- und Jugendzeit verbrachte André Weidmann in Rüschlikon. Nach der Sekundarschule machte er eine Ausbildung als Feinmechaniker bei Landis und Gyr in Zug. Zwei Cousinen verschafften ihm Arbeit bei der Firma Faigle, wo grosse Rechnungsmaschinen repariert und revidiert wurden. Eine Zeit lang war er in Bern stationiert und für die Westschweiz zuständig. Da erhielt er die Anfrage, im Team der mechanischen Werkstatt der Volksbank mitzuwirken, musste aber lange auf den Vertrag warten. Währenddessen hatten er und seine Frau Lotty eine Wohnung in Thalwil eingerichtet. Am 24. April 1954, exakt am Tag ihrer Heirat, kam der Anstellungsvertrag. So verliessen die Frischvermählten Thalwil nach sechs Monaten und zogen nach Bern. Zuletzt war André Chef der technischen Dienste der Volksbank. Nach der Übernahme durch die Credit Suisse liefen die Werkstätten bis zur Digitalisierung weiter. Die Buchungs- und Rechenmaschinen wurden dann durch Computer ersetzt. So musste André den geliebten Beruf an den Nagel hängen. Er arbeitete in der Folge beim Einkauf von Büromaterial. Doch war dies nicht sein Ding. So entschloss er sich 1990, in Pension zu gehen.
In Bern wohnten André und Lotty Weidmann fünf Jahre lang. 1958 kauften sie ein Haus in Wünnewil. Dort wurden ihre Kinder Urs und Maja geboren. André engagierte sich in Vereinen und schätzte die Kameradschaft. Nach der Pensionierung werkelte er gern mit Holz in seiner Werkstatt, las Bücher und reiste in fremde Länder. Das Highlight waren die Besuche bei seiner Schwester Trudi in Australien. Wenn diese etwa alle drei Jahre die Heimat besuchte, gab es lustige und harmonische Familientreffen und Feste. Die Ferienwohnung in Nendaz genossen André und Lotty Weidmann in vollen Zügen: wandern im Sommer, Ski fahren im Winter. Als er krank wurde, ging reisen nicht mehr. Die Wanderungen wurden zu Spaziergängen, die immer kürzer wurden. Sein Fauteuil wurde zum Stammplatz und er meinte: «Da gefällt es mir, da bin ich wohl, und es geht mir gut.» André Weidmann starb am 9. März 2018. Die Familie hofft, dass er sich dort, wo er jetzt ist, ebenfalls wohlfühlt.