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Der Blutdruck ist die Kraft, mit der das Herz das Blut durch den Körper pumpt. Es werden immer zwei Werte gemessen, der höhere (systolische) und der niedrigere (diastolische). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legt die Werte wie folgt fest:
Optimaler Blutdruck: unter 120/80 mmHg
Normaler Blutdruck: 120–129/80–84 mmHg
Hochnormal: 130–139/85–89 mmHg (wenn sonst keine Risikofaktoren vorliegen, ist keine medikamentöse Therapie notwendig)
Bluthochdruck (Hypertonie) teilt die WHO in drei Stadien ein:
Stadium I, leichter Bluthochdruck: 140–159/90–99 mmHg
Stadium II, mässiger Bluthochdruck: 160–179/100–109 mmHg
Stadium III, schwerer Bluthochdruck: ab 180 / ab 110 mmHg
Ein tiefer Blutdruck (Hypotonie) ist aus medizinischer Sicht unbedenklich und für Herz und Kreislauf sogar von Vorteil. Nach Definition der WHO liegt ein tiefer Blutdruck bei systolischen Blutdruckwerten unter 100 mmHg und/oder bei diastolischen Blutdruckwerten unter 60 mmHg vor.
Umfrage
Was Quecksilber mit dem Herz zu tun hat
Gemessen wird der Blutdruck in mmHg. 1 mmHg ist der Druck, den ein Millimeter (mm) einer Quecksilbersäule (Hg) ausübt. Die Messmethode geht zurück auf den italienischen Mathematiker und Physiker Evangelista Torricelli (1608–1647). Er war Assistent des Astronomen Galileo Galilei. Torricelli fand heraus, dass Flüssigkeiten in einem oben geschlossenen Rohr immer auf eine bestimmte Höhe gedrückt werden, wenn man sie mit der Öffnung nach unten in eine Schale mit der gleichen Flüssigkeit stellt. Bei Wasser ist diese Säule über zehn Meter hoch. Quecksilber zeigt bei normalem Luftdruck eine Höhe von 760 Millimetern an.
Blutdruck selber messen
In Drogerien können Sie Geräte kaufen, um Ihren Blutdruck selber zu messen. Am einfachsten zu messen ist er an der Oberarmarterie. So gehts:
Essen und trinken Sie mindestens eine Stunde vor der Messung nicht, vor allem keinen Kaffee oder Alkohol.
Nehmen Sie vor der Messung keine Medikamente ein.
Manschette um den unbekleideten Oberarm legen, fest anziehen. Manschette muss 1–2 cm oberhalb der Armbeuge sitzen.
Arm bequem, nicht durchgestreckt und mit der Handfläche nach oben auf die Armlehne des Stuhls oder auf einen Tisch legen. Manschette soll auf Herzhöhe liegen. Bei Handgelenkgeräten den Unterarm auf Herzhöhe heben.
Mindestens fünf Minuten entspannen. Bequem, aber aufrecht sitzen, ruhig und gleichmässig atmen.
Messvorgang auslösen. Während der Messung nicht bewegen, Gerät nicht berühren, nicht sprechen.
Erste Messung an beiden Armen durchführen, dann immer an dem Arm messen, bei dem die Werte höher waren.
Übrigens: In vielen Drogerien können Sie sich den Blutdruck auch messen lassen.
Am Puls des Lebens
Jedes Mal, wenn das Herz Blut in den Kreislauf pumpt, erzeugt es eine spürbare Druckwelle. Das ist der Puls. Er gibt an, wie oft das Herz in der Minute schlägt. Man spricht deshalb auch von Herzrate oder Herzfrequenz. Bei Anstrengung oder Aufregung muss das Herz schneller pumpen, damit die Zellen genügend Sauerstoff bekommen.
Der Puls lässt sich überall dort ertasten, wo eine Schlagader verläuft, also beispielsweise am Hals oder am Handgelenk. Am besten messen Sie Ihren Puls am Handgelenk, genau unterhalb des Daumens:
Sitzen Sie fünf Minuten ruhig da.
Tasten Sie mit Ring- und Mittelfinger, bis Sie die Ader gut fühlen. Nicht mit dem Daumen messen, da er einen eigenen Puls hat.
Zählen Sie die Schläge 30 Sekunden lang und rechnen Sie den Wert mal zwei auf eine Minute hoch. Dieser Wert entspricht der Herzfrequenz.
Im Schnitt liegt der Ruhepuls eines gesunden Erwachsenen bei etwa 60 bis 80 Schlägen pro Minute. Bei Kindern ist er mit circa 100 Schlägen pro Minute höher.
Der Puls ist leicht beeinflussbar und kann aus verschiedenen Gründen schneller oder langsamer sein. Am besten messen Sie den Ruhepuls morgens nach dem Aufwachen oder abends vor dem Zubettgehen.
Blutdruck im Lauf des Tages
Der Blutdruck hat seinen eigenen Rhythmus, die Werte können innerhalb von 24 Stunden um bis zu 20 mmHg vom Ruhewert abweichen.
Um 3 Uhr früh ist er am niedrigsten.
Bis gegen 9 Uhr steigt er steil an.
Vormittags sinkt er, nachmittags steigt er wieder an.
Gegen 19 Uhr erreicht er einen zweiten Höchstwert.
- Quellen
Drogistenstern
Dr. med. Eberhard J. Wormer: «Das Bluthochdruck-Buch.», Humboldt, 2017
Susanne Unverdorben, Martin Unverdorben: «Kardiologie kompakt. Kleines Fachlexikon für Patienten und Übungsleiter», Spitta Verlag GmbH & Co. KG, 2013
Deutsche Herzstiftung
Felix Schröder: «Was das Herz begehrt. Wie wir unser wichtigstes Organ bei Laune halten», Edel Verlag, 2017