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Die alte Grenze zwischen Rätien und Gallien dokumentiert sich im Ortsnamen „Ad Fines“, also „an der Grenze”. Die Militärstation ist auf der „Tabula Peutingeriana” als befestigter Ort eingetragen und auch auf einem „Itinerarium Antonini” ausdrücklich als Grenzort zwischen der rätischen und der helvetischen Provinz eingetragen. Darauf ist die Strecke von Pfyn nach „Arbor felix” mit XX Meilen (à 2,22 km) angegeben.
Im ganzen Gemeindegebiet Pfyn sind Funde aus der Römerzeit gemacht worden. Die Liste der Münzenfunde beginnt mit Augustus und endet mit Honorius.
Daraus lässt sich die Belegungsgeschichte des Kastells wie folgt rekonstruieren (Zitat Hartmann):
„Als Baudatum für das Kastell Pfyn kommt erst das frühe 4. Jahrhundert in Frage. Offensichtlich intensiv besiedelt war es in der Zeit um 350. In den folgenden Jahren erfolgten Einfälle der Alamannen. Unter Valentinian I erfolgte eine neue Befestigungstätigkeit. In der Zeit nach 380 ist ein Rückgang des Münzumlaufs festzustellen. Die letzten Münzen stammen aus der Zeit, als das römische Heer aus dem Bereich der heutigen Schweiz abgezogen wurde. Dies geschah unter Kaiser Honorius (394 – 408).”
Gräberfelder entdeckte man im heutigen Dorfkern, im Gebiet „Heernziegler“ und im „Hohrain”. Ein weiteres, spätrömisches Gräberfeld mit Körperbestattungen beim „Adelberg” gibt einen Hinweis auf den Verlauf der „Römerstrassen“.
Der Kastellhügel, das heutige „Städtli”, ist lange ununtersucht geblieben. Dies, obwohl die nördliche Mauer sichtbar und grosse Teile der Innenfläche für Grabungen einladend sind.
Da weniger als die Hälfte der ehemaligen Ummauerung erhalten geblieben ist, kann die Kastellinnenfläche nicht exakt bestimmt werden. Die ursprüngliche Länge dürfte ca. 220 m, die mittlere Breite ca. 68 m betragen haben.
Erst in den 1970er Jahren setzten Grabungen und Sondierungen am Kastell ein. Die Reste der Nordmauer erlauben, die Mauerstärke mit 2,20 bis 2,25 m zu rekonstruieren. Das Mauerwerk ist zweischalig aufgeführt, die Schalen sind mit reichlich Kalkmörtel von guter Qualität gemauert. Als Füllmauerwerk finden sich hauptsächlich Bollensteine aus der Thur. Die untersten zwei Lagen sind, wohl um das Hangwasser abzuleiten, nicht vermörtelt.
Rückzug der Römer
Ermuntert durch den allmählichen Zerfall des römischen Imperiums attackierten die verschiedensten Völker seine weit gedehnten Grenzen. Auch der Limes, zwischen Rhein und Donau als Grenzwall gegen die im Norden wohnenden „Barbaren“ erbaut, begann unter dem Ansturm der Germanen zu wanken.
Ein Verband mehrerer germanischer Stämme unter dem Namen „Alamanni“ erschien erstmals im Jahr 213 am Main. Kaiser Caracalla konnte sie zunächst besiegen, 20 Jahre später aber kehrten sie zurück und überrannten den Limes.
Danach begannen die Alemannen, sich in Süddeutschland anzusiedeln und erreichten ums Jahr 260 das Nordufer des Bodensees. Kaiser Diokletian musste die massive Befestigung der Rheingrenze anordnen. Tatsächlich hielt das System der Wachttürme von Basel bis zum Bodensee das Vordringen der Alemannen nochmals 150 Jahre lang auf. Im gleichen Zusammenhang wurde das Kastell Pfyn ausgebaut und stark befestigt.
Römische Feldzüge ins alemannische Gebiet und blutige Schlachten liessen die Entwicklung nicht aufhalten: die grosse Völkerwanderung war in Gang geraten. Nach mehreren glänzenden Jahrhunderten war das römische Reich ans Ende gelangt. Schliesslich war Rom so sehr bedrängt, dass Heermeister Stilicho alle Truppen nördlich der Alpen zurückziehen musste. Die Räumung unseres Gebiets geschah ums Jahr 400 in Ruhe und Ordnung; das Gebiet wurde den Alemannen preisgegeben.