Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/123727

<h2>SubmittedText<h2><p>In seiner Antwort betreffend Holzherkunft für die Fenster im Bundeshaus Ost sagt der Bundesrat, er verlange das Label FSC oder PEFC als Nachweis für die nachhaltige Bewirtschaftung. Schweizer Holz steht für dasselbe. In der Antwort auf die Interpellation Rime 10.3032, "Ökologische Kriterien für Holzkäufe", bestätigte der Bundesrat, dass Schweizer Holz alle Anforderungen an eine nachhaltige Holznutzung erfüllt. Zudem hat die KBOB diesen Sommer ein Merkblatt "Nachhaltig produziertes Holz beschaffen" herausgegeben, welches unterstreicht, dass Schweizer Holz den zitierten Labels mindestens gleichwertig ist. Dazu kann es über kürzeste Distanz beschafft werden.</p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Antwort darauf:</p><p>1. ob die ökologische Spitzenstellung von Schweizer Holz nicht danach ruft, dass der Bund solches explizit verlangt;</p><p>2. ob das KBOB-Merkblatt über Holzbeschaffung in der Bundesverwaltung rasch umgesetzt wird, sodass Schweizer Holz gegenüber PEFC und FSC nicht diskriminiert wird.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Im Rahmen des öffentlichen Beschaffungsrechts ist der Bund verpflichtet, die nichtdiskriminierenden Vorgaben des Gatt (General Agreement on Tariffs and Trade) bzw. der WTO einzuhalten. Demgemäss ist es den Anbietern freigestellt, woher sie die einzelnen Bauteile zur Erbringung von Werkleistungen beziehen.</p><p>Der Bund ist allerdings zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Wälder verpflichtet. Zudem hat er sich in seiner Strategie Nachhaltige Entwicklung 2012-2015 für eine 2000-Watt-Gesellschaft ausgesprochen; hierbei spielt u. a. der Anteil an grauer Energie (Energiemenge, die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Produktes benötigt wird) und der ausgestossenen Treibhausgase eine wesentliche Rolle. Holz aus Schweizer Wäldern weist einen besonders tiefen Anteil an grauer Energie auf und ist betreffend den Treibhausgasausstoss besonders vorteilhaft. Daher unterstützt der Bund die Verwendung von Holz als ökologische sowie energie- und klimaschonende Ressource in der Schweiz und hat dies auch in der Waldpolitik 2020 und in der Ressourcenpolitik Holz verankert.</p><p>2. Gemäss der erwähnten KBOB-Empfehlung dürfen bei Bundesbauten und bei den vom Bund subventionierten Projekten nur Angebote berücksichtigt werden, welche Holz und Holzprodukte aus nachweislich nachhaltig bewirtschafteten Wäldern enthalten. Wie bereits in der Antwort zur Interpellation Rime 09.4026 ausgeführt, ist der Bundesrat der Auffassung, dass in der Schweiz die nachhaltige Holznutzung gestützt auf die geltenden rechtlichen Grundlagen und deren flächendeckenden Vollzug durch den Forstdienst sichergestellt ist. Demnach gilt sowohl Schweizer Holz als auch durch Labels wie FSC oder PEFC zertifiziertes Holz als legal geschlagen und nachhaltig produziert.</p><p>Dieser Sachverhalt ist denn auch in die erwähnte KBOB-Empfehlung eingeflossen, indem Schweizer Holz als nachhaltig und im internationalen Vergleich auf höchstem ökologischem Niveau stehend bezeichnet wird. Einer raschen Umsetzung dieser Empfehlung steht nichts im Wege.</p>  Antwort des Bundesrates.