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Vitamin C schützt vor Knochenabbau bei
Osteoporose
von Claudia Vollbracht und Gerard P. McGregor
Osteoporose gehört zu den gefürchteten Komplikationen bei Frauen
in der Postmenopause und erklärt sich durch den wissenschaftlich
belegten Einfluss von Östrogendefiziten auf die Knochendichte. 30%
aller Frauen in der Postmenopause erkranken nachgewiesenermaßen
an Osteoporose. Die Dunkelziffer wird deutlich höher vermutet, da
jede vierte Frau im Alter zwischen 60 und 90 eine Wirbel- oder Hüftfraktur
erleidet; bei Männern nur jeder Zehnte. Die frakturbedingte Mortalität
liegt zwischen 10 (bei 60-64 Jährigen) und 30 Prozent (über
80 Jährige).
Umstrittene Hormonersatztherapie (HRT) bislang effektivste Therapieoption
Zur Basistherapie gehören eine adäquate Kalzium- und Vitamin
D-Substitution, ausgewogene Ernährung, Bewegung und HRT. Die HRT
ist wirksam in der Verhinderung des Verlustes an Knochenmasse, birgt jedoch
ein höheres Risiko für Brustkrebs und Herz-Kreislauferkrankungen.
Ihre Nutzen-Risiko-Beurteilung wird zurzeit sehr kontrovers diskutiert.
Östrogene schützen vor Knochenabbau durch oxidativen Stress
Oxidativer Stress gewinnt als kritischer Faktor in der Osteoporoseentwicklung
immer mehr an Beachtung (Basu, Michaelsson et al. 2001), denn reaktive
Sauerstoffverbindungen (ROS) stimulieren die Osteoklastenaktivität
und hiermit den Knochenabbau. Östrogene besitzen antioxidative Eigenschaften
und schützen vor ROS. Ein Östrogenverlust führt nachgewiesenermaßen
zur Beeinträchtigung der antioxidativen Kapazität des Knochenmarks
und zum Knochenabbau (Lean, Davies et al. 2003). Dies wird durch Untersuchungen
an älteren Frauen mit Osteoporose bestätigt. Es zeigt sich eine
signifikante Reduktion der antioxidativen Kapazität, insbesondere
der Vitamin C-Plasmaspiegel ist bei diesen Frauen nahezu halbiert (Maggio,
Barabani et al. 2003).
Vitamin C hochdosiert parenteral schützt genauso effektiv vor Osteoporose
wie Östrogene
Vitamin C erhöht als physiologisches Antioxidans bei parenteraler
Applikation rasch die intra- und extrazelluläre antioxidative Kapazität
des Organismus. Hochdosierte Vitamin C-Injektionen schützen im postmenopausalen
Tiermodell den Knochen vor Abbau durch Osteoklasten und verhindern so
die Osteoporoseentwicklung (Lean, Davies et al. 2003). Hinzu kommt ein
effektiver Endothelschutz durch Vitamin C-Infusionen bei Frauen mit Östrogendefizit
in der Postmenopause (McSorley et al. 2003) und hierdurch ein reduziertes
Arterioskleroserisiko.
Vitamin C kritischer Faktor für den Knochenaufbau
Der nachgewiesene Vitamin C-Mangel bei älteren Frauen mit Osteoporose
führt nicht nur zu einem verstärkten Knochenabbau durch fehlenden
antioxidativen Schutz, sondern verhindert auch einen effizienten Knochenaufbau,
da Vitamin C essentieller Kofaktor der Kollagen- und Calcitoninsynthese
ist (Schaafsma, de Vries et al. 2001). Bestätigt werden diese günstigen
Einflüsse auf den Knochenmetabolismus durch epidemiologische Studien
bei Frauen in der Postmenopause, denn hier zeigt Vitamin C einen dosisabhängigen
Effekt auf die Knochendichte (Hall and Greendale 1998; Ilich, Brownbill
et al. 2003). Hinzu kommt ein effektiver Endothelschutz durch Vitamin
C-Infusionen bei Frauen mit Östrogendefizit in der Postmenopause
(McSorley et al. 2003) und hierdurch ein reduziertes Arterioskleroserisiko.
Literaturliste
Basu, S., K. Michaelsson, et al. (2001). Association
between oxidative stress and bone mineral density. Biochem Biophys
Res Commun 288(1): 275-9.
Hall, S. L. and G. A. Greendale (1998). The relation of dietary
vitamin C intake to bone mineral density: results from the PEPI study.
Calcif Tissue Int 63(3): 183-9.
Ilich, J. Z., R. A. Brownbill, et al. (2003). Bone and nutrition
in elderly women: protein, energy, and calcium as main determinants of
bone mineral density. Eur J Clin Nutr 57(4): 554-65.
Lean, J. M., J. T. Davies, et al. (2003). A crucial role for thiol
antioxidants in estrogen-deficiency bone loss. J Clin Invest 112(6):
915-23.
Maggio, D., M. Barabani, et al. (2003). Marked decrease in plasma
antioxidants in aged osteoporotic women: results of a cross-sectional
study. J Clin Endocrinol Metab 88(4): 1523-7.
Schaafsma, A., P. J. de Vries, et al. (2001). Delay of natural bone
loss by higher intakes of specific minerals and vitamins. Crit Rev
Food Sci Nutr 41(4): 225-49.