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Im Vereinigten Königreich bilden die Parlamentarier die Schnittstelle zwischen Staat und Bürger. Sie haben ein offenes Ohr für Bürgeranliegen. Die meisten nehmen sich regelmässig Zeit für sogenannte „surgeries“, offene Türen für Bürgeranliegen.
Die britische Regierungs-Website „Directgov“ definiert Rolle und Arbeit von Parlamentariern diesbezüglich wie folgt:
In Betracht zu ziehen ist zudem, dass in der Schweiz im Unterschied zu diesen Staaten das Parlament sich nicht aus Berufspolitikerinnen und -politikern zusammensetzt sondern ein Milizparlament darstellt, ein Grossteil der Nationalrätinnen und -räte hauptberuflich anders gebunden ist. Obwohl die Entschädigung dieser Miliznationalrätinnen und -räte einem ansehnlichen Salär entspricht und an und für sich die hauptberufliche Tätigkeit als Parlamentarierin bzw. Parlamentarier gestatten würde, engagieren sie sich nicht in einer mit den englischen „surgeries“ vergleichbaren Art, was darauf zurückzuführen sein dürfte, dass sie trotz professioneller Entschädigung für ihr Miliz-Parlamentsmandat eben beruflich auch noch voll ausgelastet sind (falls ich mich irre, lasse ich mich von jenen Schweizer Nationalrätinnen und Nationalräten, die den Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern systematisch im Sinne englischer „surgeries“ pflegen, selbstverständlich gerne belehren, vorzugsweise von solchen aus meinem Kanton).
Zwar hat das Volk hierzulande in den Volksabstimmungen politisch viel mitzubestimmen. Aber persönliche Anliegen und Probleme, Anliegen aus dem Alltag der Bürgerinnen und Bürger, finden keine Plattform im Sinne der erwähnten „surgeries“. Berühmt sind lediglich die offenen Türen des Nationalrats für Bundeshaus-Lobbyisten, die „Wandelhalle“. Die „Classe Politique“ scheint Distanz zu den Bürgerinnen und Bürgern vorzuziehen. Einzig Online-Präsenz auf Plattformen wie Vimentis, Politnetz, Facebook oder Twitter markieren einige neuerdings.
Ombudsstellen sind meines Ermessens für Extremfälle geeignet. Speziealisierte Beschwerdestellen wie beispielsweise die unabhängige Polizei-Beschwerdestelle für Wales und England („Independent Police Complaints Commission“) gibt es in der Schweiz nicht.
Seine Website gibt über seine Surgeries einlässlich Auskunft.
Was denken Sie?
Sie sind gut mit "Ihren Politikern" vernetzt und verbunden? Schenken sie Ihnen Gehör? Nehmen sie Problemmeldungen an? Setzen sie sich für Ihre und andere Bürgeranliegen ein, die ihnen auseinandergesetzt werden? Ändert sich etwas, beispielsweise wenn Sie korrigierbare Systemfehler melden?
Haben Sie Erfahrung mit Politikerinnen und Politikern aus Ihrer Region? Wie waren diese? Hat man Sie ignoriert, abgewimmelt, oder hat man Ihnen zugehört und Sie ernst genommen? Erhielten Sie eine Sprechstunde oder wurden Sie auf den Korrespondenzweg verwiesen? Wurden Sie kaltschnäuzig abgewiesen oder hat sich sogar etwas auf Ihre Rückmeldung geändert?
Warum könnte es nicht genügen, nur über Social Media wie Politnetz, Vimentis, Facebook oder Twitter mit den Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt zu stehen?