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Costa, 1860
- DE: Südliche Eichenschrecke
- EN: Southern Oak Bush-cricket
- FR: Le Méconème fragile
- Syn.: Meconema brevipenne Yersin, 1860
Morphologie
Meconema meridionale ist klein und äusserst zierlich gebaut. Die Grundfarbe ist ein einheitliches, glänzendes Hellgrün. Von der Stirn verläuft eine schmale gelbliche Linie über den Rücken bis zum Hinterleibsende. Am Hinterrand des Halsschilds befinden sich zwei rötlichbraune, vorne dunkel gesäumte Punkte. Die kleinen schuppenförmigen Flügel überlappen sich bei beiden Geschlechtern nicht auf dem Rücken. Sie entsprechen ungefähr der Länge des Halsschilds. Die langen, schlanken Cerci der Männchen sind nach innen gebogen und berühren oder überkreuzen sich an der Spitze. Sie tragen am Ende einen kleinen aufgesetzten Endzahn. Die weibliche Legeröhre ist gegen die Spitze leicht nach oben gebogen und meist etwas angebräunt.
Gesang
Meconema meridionale fehlen die Stridulationsorgane, weshalb keine Gesänge wie bei den anderen Heuschrecken erzeugt werden. Beim Singen trommelt Meconema meridionale mit den Hinterbeinen auf ein Substrat, z. B ein Blatt oder einen Ast. Es ist sehr schwierig das charakteristische Trommeln zu beobachten, da die Tiere nachtaktiv und die Trommelgeräusche sehr leise sind. Es werden meist 4-7 einzelne oder doppelte, seltener dreifache Anschläge in Abständen von 0,3-0,7 s zu einem Vers aneinander gereiht. Die Intervalle zwischen den Anschlägen nehmen gegen den Schluss von Anschlag zu Anschlag zu. Die Verse folgen sich in unregelmässigen Abständen.
Spontangesang von Meconema meridionale. Drei Verse aus einfachen oder doppelten Anschlägen - CH, SG, Ebnat-Kappel, 22 °C (Aufnahme Bruno Keist).
Spontangesang von Meconema meridionale. Zwei Verse aus je fünf einfachen oder doppelten Anschlägen - CH, SG, Ebnat-Kappel, 22 °C (Aufnahme Bruno Keist).
Verbreitung
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von Meconema meridionale befindet sich in Südwesteuropa und im westlichen Mittelmeerraum. Inzwischen ist die Art durch passiven Transport aber fast in ganz Europa anzutreffen. Sie kommt von den Pyrenäen über ganz Frankreich bis Norddeutschland und Polen vor. Im Süden ist ganz Italien besiedelt. Aus Osteuropa sind Vorkommen bis Ungarn und Serbien bekannt. In der Schweiz hat sich Meconema meridionale seit den 1980er Jahren ausgebreitet und ist inzwischen im ganzen Mittelland anzutreffen. In Deutschland ist die Art vor allem im Süden und entlang des Rheins in Westdeutschland verbreitet.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Meconema meridionale können von Juli bis in den November beobachtet werden.
Die Eiablage erfolgt in Rindenritzen von Bäumen. Die Larven schlüpfen im Frühling des Folgejahres und durchlaufen 5 Stadien. Die nachtaktiven Tiere findet man oft, wenn sie sich auf ihren nächtlichen Touren in der Wohnung verirren. Besonders im Spätsommer und Herbst suchen die Tiere in Gebäuden Schutz und Wärme.
Lebensraum
Südlich der Alpen besiedelt Meconema meridionale Gebüsche, Waldränder, lichte Wälder und Adlerfarnfluren. Man findet sie, wie ihre Schwesterart Meconema thalassinum, häufig auf Bäumen. Nördlich der Alpen hält sie sich vorwiegend im Siedlungsgebiet auf. Hier profitiert sie von den höheren Durchschnittstemperaturen. Man findet sie in Gärten oder Parkanlagen mit Gebüschen und Bäumen, auf Brommbeeren und Obstbäumen. Immer wieder findet man sie im Innern von Gebäuden oder an Hauswänden.
Gefährdung & Schutz
Meconema meridionale ist nicht gefährdet. Aufgrund der milden Winter und der Fähigkeit, im wachsenden Siedlungsgebiets zu überleben, befindet sich die Art in Ausbreitung. Es besteht die Befürchtung, dass sie ihre Schwesterart Meconema thalassinum verdrängen kann.
- CH: LC (Nicht gefährdet)
- DE: * (Nicht gefährdet)
- AT: NT (Potenziell gefährdet)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Meconema meridionale gleicht in Färbung und Grösse Meconema thalassinum. Diese unterscheidet sich am besten durch die langen Flügel. Besonders die Larven können zu Verwechslungen führen. Immer wieder wird Meconema meridionale auch mit den Leptophyes-Arten verwechselt. Diese sind deutlich grösser, kräftiger und dunkler grün mit einer Punktierung sowie mit braunroten Zeichnungen. Der Gesang kann mit Meconema thalassinum verwechselt werden. Bei der Artbestimmung sind die Lautäusserungen nicht relevant, da man das Tier meistens sieht, bevor man es hört.