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Vor den Reifen des Autos,
Das vor der Ampel wartete, lief
Eine Ratte gemächlich
Über die Strasse.
Kannte sie keine Furcht?
Wusste sie, dass sie sicher war,
Weil ein städtischer Mensch
Vor unverhohlener Natur zurückschreckt?
Also tötet er auch nicht,
Indem er draufhält mit seiner
Halben Tonne Blech und Kunststoff?
Auf offener Strasse muss sie nicht
Mit vergiftetem Lockessen rechnen.
Auf offener Strasse wird sie bestaunt,
Ein Wesen, von dem jeder spricht,
Und sein Ekel wandelt sich
In Bewunderung: Dass die da so
Rumspaziert, als gehörte die Strasse ihr.
Als ich losfuhr, vorsichtig, schaute ich
In den Rückspiegeln nach: Ich sah sie nicht.
Sie war verschwunden. Als gäbe es sie
Nicht. Hatte ich die Ratte halluziniert? Oder
Klebte sie an einem Reifen unter mir?
Lyrik