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Seit 1909 ist gehören die IndyCar Series und insbesondere die Indy 500 zur Sportwelt der USA, genau wie Baseball, Basketball und Football – sind nur deutlich rasanter.
Die IndyCar Series beinhaltet als Höhepunkt der Saison das 500 Meilen-Rennen von Indianapolis.
Startschuss 1909 – so alt wie der Motorsport selbst
Die IndyCar-Serie ist so alt wie Autorennen in den USA und reicht bis in die frühesten Tage des Autofahrens zurück. Die erste Serie von IndyCar lief von 1909 bis 1955 und wurde von der American Automobile Association (AAA) betrieben.
Das allererste IndyCar-Rennen war eine Art Probelauf und fand im Juni 1909 in Portland, Oregon, statt. Sechs Autos gingen seinerzeit an den Start, um auf einem 14,6 Meilen messenden Kurs binnen drei Runden den Sieger zu ermitteln. Dieser erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 56 mph.
In der Eröffnungssaison bestand die IndyCar-Serie aus 23 Rennen, die auf Strassen, aber auch auf Feldwegen ausgetragen wurden. Zu diesem Vorläufer der eigentlichen IndyCar Series gehörte auch ein Rennen über 480-Meilen-Rennen von Los Angeles nach Phoenix.
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Die IndyCar von 1911 bis 1955
Tatsächlich begann die IndyCar-Serie erst 1911 mit der Indianapolis 500, kurz Indy 500 genannt. Zuvor wurden die Rennen in Indianapolis mit Distanzen von 50, 100 oder 200 Meilen ausgetragen, damals noch auf einem Rundkurs, hergestellt aus Ziegeln statt Asphalt.
Dies war bereits ein Fortschritt, denn die meisten Rennstrecken wurden aus Holz konstruiert, erst zur Weltwirtschaftskrise setzte sich, weil billiger, Beton durch.
Während der Depression und der Dauer des Zweiten Weltkriegs wurden lediglich vereinzelt Rennen ausgetragen. Aber 1946 war die IndyCar wieder mit einem prall gefüllten Rennkalender zurück. Allerdings wurden die Autos und Fahrer immer schneller, folglich die Rennen immer gefährlicher.
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Ted Horn gewann drei Meisterschaften in Folge (1946-48), bevor er 1948 tödlich verunglückte. Nach dem Unfall in Le Mans im Jahr 1955, bei dem Pierre Levegh und 82 Zuschauer getötet wurden, begann der Motorsport im Allgemeinen eine Phase der Selbstprüfung.
Die AAA steigt aus: 1956-1979
Die American Automobile Association befürchtete, die Unfälle in der IndyCar könnten auf sie zurückfallen und trennte sich deshalb von der Rennserie. Im gleichen Atemzug wurde als Veranstalter der United States Automobile Club gegründet.
In der Folge wurde das Design der Autos drastisch verändert und die IndyCar wurde kommerziell ausgerichtet. Schlagzeilen machten zudem Proteste der Fahrer, die eine bessere Bezahlung unimehr Sicherheit forderten. Dies gipfelte in der Gründung einer Rebellen-Serie – der CART.
Grösster Entwicklungsfortschritt war die Positionierung des Motors im Rücken des Fahrers. Mit einem solchen Auto gewann 1964 Parnelli Jones die Milwaukee Mile in einem Lotus Ford. Darüber hinaus wurden ab 1970 alle Rennen ausser einem von Autos mit Turbo gewonnen, was das Aus der Saugmotoren einleitete.
Wechselvolle Jahre in der IndyCar Series – 1980-2008
In den achtziger Jahren war die finanzielle Situation der Rennserie stark. Die Serie wurde damit sogar für Fahrer aus der Formel-1-Meisterschaft attraktiv, wobei Jacques Villeneuve und Nigel Mansell vielleicht die bekanntesten Beispiele sind.
Die ursprünglichen CART-Rebellen machten sich wieder lautstark bemerkbar und trennten sich erneut von der IndyCar. Zudem wurde 1994 die Indy Racing League (IRL) gegründet. CEO Tony George war der Ansicht, dass die USAC-Serie der Formel 1 zu ähnlich wurde, mit internationalen Fahrern und einem Sport, der von einigen wenigen wohlhabenden internationalen Hersteller dominiert wird.
Darüber hinaus glaubte er, dass der Sport einen Mangel an Respekt gegenüber dem Indianapolis 500 zeigte, der das wichtigste Ereignis der Serie sein sollte. Der IRL erlaubte nur amerikanische Fahrer sowie Hersteller, fuhr nur auf Ovalen und hob die Indy500 als Flaggschiff der Saison auf einen Thron.
Im Jahr 2008 wurden die Meinungsverschiedenheiten beigelegt, auch, weil beide Rennserien unter finanziellen Druck geraten waren. Die beiden Serien wurden wieder vereint und erhielten den Namen IndyCar, um die Fusion zu reflektieren.
Vergangenheitsbewältigung und Blick in die Zukunft ab 2008
Seit 2008 hat die IndyCar einen Grossteil ihrer Vergangenheit hinter sich gelassen. Die Zeit seit der Versöhnung wurde von der Schlacht zwischen Honda und Chevrolet dominiert. Dieser Wettbewerb hat zu einer Reihe von Innovationen geführt, einschliesslich der Entwicklung einer neuen Serie von Aero-Kits im Jahr 2015.
Mit diesen Aero-Kits konnten mehrere Geschwindigkeitsrekorde gebrochen werden, weshalb diese bei allen Rennställen zum Standard wurden. Mehr Informationen dazu gibt es auf der offiziellen IndyCar-Seite.
Sicherheit wird immer bedeutender in der IndyCar
Seit den frühesten Tagen des helmlosen Fahrens im offenen Cockpit gibt es quasi ständige Innovationen in der IndyCar, auch mitten in einer Rennsaison.
Innovationen in der Autotechnik werden sukzessive durch Entwicklungen in der Sicherheitstechnik ergänzt. Im Mittelpunkt steht dabei das Verständnis, wie sich rasante Geschwindigkeiten und extreme Kräfte auf den Körper der Fahrer auswirken. Auf dieser Basis werden Sicherheitskonzepte entwickelt.
IndyCar-Rennen – Auswirkungen auf den Körper
Wenn Sie mit 200 Meilen pro Stunde in engen Kurven fahren, werden extreme Kräfte auf den Körper ausgeübt.
Während eines IndyCar-Rennens wird ein Fahrer in Kurven G-Kraft-Lasten von bis zu 5 G , also dem Fünffachen der normalen Körpergewichts ausgesetzt. Beim Beschleunigen sind es zwischen 0,7 und 1,5 G. Dies belastet den Körper des Fahrers, insbesondere seinen Nacken. Nicht zu vergessen ist dabei, dass ein gewöhnliches IndyCar-Rennen nicht wie in der Formel 1 nach etwa 90 Minuten vorbei ist, sondern drei Stunden und länger andauern kann.
IndyCar-Rennen belasten den Körper massiv, einschliesslich extremer Dehydration, einer Herzfrequenz zwischen 85 und 95% des Maximums für das gesamte Rennen, einer Körpertemperatur von knapp 38° C und permanent verschwommenem Sehen.
Obwohl diese Einflüsse einzeln für einen sportlich trainierten menschen unproblematisch sind, können sie in Kombination die Fähigkeit eines Piloten zum sicheren Fahren verringern und seinen Körper langfristig schädigen. Dementsprechend sind Indy Cars so konzipiert, dass diese Auswirkungen so weit wie möglich abgemildert werden, beispielsweise mit Helmen mit integriertem Trinksystem.
Weitere Sicherheitsmassnahmen in der IndyCar
- Nomex ist ein hochleistungsfähiges hitzebeständiges Material, das in vielen Teilen eines Fahreranzugs verwendet wird.
- Die Fahrer tragen zudem einen feuerfesten Overall über der Nomex-Unterwäsche.
- Feuerfeste Socken unter gepolsterten und feuerfesten Schuhen sind Pflicht.
- Auch die Sturmhaube unter dem Helm ist aus Nomex gefertigt.
- Die Hände sind durch Nomex-Handschuhe geschützt, die durch Lederaufschläge zudem besonders griffig sind.
- IndyCar verlangt, dass alle Fahrer Helme und Kopfstützen tragen, quasi identisch mit dem als HANS bekannten System aus der Formel 1.
Fazit: Die IndyCar Series ist zu Recht wichtiger Teil der US-amerikanischen Sportwelt
Der Indianapolis 500 steht zu Recht neben dem Superbowl und der World Series im Pantheon grosser amerikanischer Sportereignisse.
Die Innovationen in Bezug auf Fahrzeuggeschwindigkeit und Sicherheit zeigen einen Sport, der bereit ist, in sich selbst zu investieren.
Und IndyCar ist eine Institution. Sie wurde vor mehr als einem Jahrhundert gegründet und ist damit knapp halb so alt wie die Vereinigten Staaten von Amerika selbst.