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skyguide: Vom Telegraphie-Betrieb zum Hightech-Unternehmen
Genève (ots) - Am Anfang war es ein Telegraphie-Betrieb, der den tollkühnen Männern in ihren fliegenden Kisten Wetterdaten funkte. Heute ist daraus skyguide geworden - ein High-Tech-Unternehmen, das am 23. Februar 2002 achtzig Jahre Flugsicherung in der Schweiz feiert.
Die Schweiz wollte vorsorgen. Während des 1. Weltkrieges war sie von Kriegsmächten umgeben und der Nachrichtenverkehr mit dem Ausland funktionierte nur schlecht. Um diesen Missstand künftig zu verhindern, machten sich weite Kreise für die Installation der drahtlosen Uebertragungstechnik in der Schweiz stark.
Die schweizerische Telegraphenverwaltung prüfte die Konzessionsgesuche und traf eine Vereinbarung mit dem englischen Unternehmen Marconi's Wireless Telegraph. Dies führte zur Gründung der " Marconi Radio Station AG, Bern" am 23. Februar 1922 - das Gründungsdatum der heutigen skyguide. 1928 wurde die Marconi Radio Station AG in "Radio Schweiz AG (RSAG)" umbenannt. Die zivile Luftfahrt steckte noch in den Kinderschuhen. In Dübendorf arbeiteten damals drei Telegraphisten und eine Assistentin, welche Ankünfte, Abflüge und Wetterdaten mitteilten. 1931 übergab schliesslich das Schweizer Luftamt übergab der RSAG das Mandat für die Flugsicherung in der Schweiz.
Sicherheit war in der Flugsicherung immer oberstes Gebot. Es galt mit der Entwicklung Schritt zu halten. Anlässlich der Eröffnung des Towers in Dübendorf 1936 betraute die RSAG erstmals einen Angestellten damit, Kollisionen in der Luft zu vermeiden. Der erste Fluglotse nach modernem Verständnis hatte seine Arbeit aufgenommen. Nach dem zweiten Weltkrieg begann die Ära der modernen Luftfahrt. 1950 leitete die Flugsicherung 112'000 Flugbewegungen. 1970 waren es bereits 719'000, im Jahr 2000 wurden über zwei Millionen (2'075'244) Bewegungen registriert.
Am 1. Januar 1988 wurde der Flugsicherungsdienst der Radio Schweiz AG eigenständig und zur "swisscontrol". 1996 wurde swisscontrol eine privatrechtliche Aktiengesellschaft - finanziell unabhängig vom Bund, der jedoch Mehrheitsaktionär blieb. 1998 verlegte Swisscontrol den Hauptsitz von Bern nach Genf und bezog dort 1998 ein neues Gebäude beim Flughafen.
Aus swisscontrol wurde schliesslich am 1. Januar 2001 skyguide. Die militärische und zivilen Flugsicherung, die 1932 einst getrennt worden waren, sind nun unter dem Dach von skyguide vereinigt und bewirtschaften gemeinsam den schweizerischen Luftraum. Ein Projekt, das in Europa einzigartig und auch zukunftsweisend ist. Denn skyguide plant heute schon das Morgen, um auch künftig den Verkehr im Schweizer Luftraum effizient, wirtschaftlich und sicher abwickeln zu können. Denn die Zeit steht nicht still. Experten schätzen, dass sich das Verkehrsvolumen in Europa bis 2015 verdoppeln soll.
Aus der Marconi Radio Station AG, die mit drei Dutzend Angestellten begonnen hatte, ist skyguide geworden, ein High-Tech-Unternehmen, mit über 1200 Angestellten. Millionen von Fluggästen sind jedes Jahr mit uns unterwegs, im komplexesten und am dichtest beflogenen Luftraum Europas - für ihre Sicherheit setzt sich skyguide ein. Jeden Tag, seit achtzig Jahren.
ots Originaltext: skyguide
Internet: www.newsaktuell.ch