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Der Begriff des kriminalistischen Profilings beschreibt im deutschen Raum übergeordnet die operative Fallanalyse bei schwerwiegenden Verbrechen. Dabei handelt es sich um die Organisierung und Analyse von Fakten einer Tat, um ein möglichst umfassendes Bild von schweren Verbrechen zu erhalten. Dem zugrunde liegt sowohl die Analyse der Faktoren durch computergestützte Statistik als auch die empathische Psychoanalyse einzelner Rahmenbedingungen. Der entsprechende Fallanalytiker betrachtet Indizien und Spuren einer Straftat und versucht, daraus Verhaltensweisen und Muster zu erkennen, die auf statistischer Basis mit bestimmten sozio-ökonomischen Merkmalen in Verbindung gebracht werden können. Er erstellt also keine – beziehungsweise nur als Unterpunkt der Gesamtanalyse – gezielte Psychoanalyse eines unbekannten Täters.
Die zwei Haupttypen der Verbrechensanalyse sind dabei die operative und die strategische Fallanalyse. Die operative Analyse ist darauf ausgerichtet, einen unmittelbaren, kurzfristigen Erfolg wie die schnelle Ermittlung und Festnahme des Täters zu erwirken. Dem gegenüber steht die strategische Analyse, die nicht auf die Erzielung kurzfristiger Erfolge, sondern langfristiger Ziele und den Umgang mit kriminalpolitischen Fragen abzielt.
Neben der Fallanalyse im übergeordneten Sinne bezeichnet das kriminalistische Profiling auf internationaler Ebene jedoch auch das geläufige und vor allem in den Medien oft dargestellte Bild eines Analytikers, der versucht, aus den bekannten Umständen wie Tatort, Tathergang und Opfer eines Verbrechens ein Einzelprofil für den Täter eines schweren Verbrechens mit spezifischen Merkmalen zu erstellen. Im deutschen Raum ist dies die spezifische Psychoanalyse, die Teil der gesamten Fallanalyse sein kann, aber keine zentrale Rolle bei den Ermittlungen besitzt. Diese Art des Profilings verfügt über eine große Präsenz in TV-Serien und Filmen, beispielsweise in „Das Schweigen der Lämmer“, „Profiler“ oder „Criminal Minds“. Vor allem im US-amerikanischen, doch auch im europäischen, Raum findet man Beispiele für berühmte Profiler, die umfassende Täterprofile aus den Umständen einer Tat erstellt haben. Allerdings ist der Erfolg dieser Art des Profilings umstritten, da die erstellten Charakteristika, wenn sie in großem Maße nicht stimmen, Ermittlungen erschweren können und auch aktuelle britische Untersuchungen den Profilern keine große Erfolgsquote bescheinigen.