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Bei den Gesprächen zwischen Atos und EP Equity Investment (EPEI) über den Verkauf von Tech Foundations konnte keine Einigung erzielt werden, teilt der französische Konzern in einem Marktupdate mit. Die Verhandlungen seien beendet worden.
Hinter EPEI steckt der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky. Im August 2023 bekundete EPEI erstmals Interesse
an Tech Foundations. Unter diesem Namen firmiert bei der angestrebten Aufspaltung von Atos das Managed-Services-Geschäft. Bewertet wird dieses mit 2 Milliarden Euro.
Weiterhin zwei separate Unternehmen
Tech Foundations beschäftigt weltweit 52'000 Mitarbeitende und erwirtschaftet mehr als die Hälfte des Umsatzes von Atos. Laut Mitteilung lag dieser 2023 bei 5,6 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz des Konzerns ist leicht angestiegen und lag bei rund 10,7 Milliarden. Tech Foundations verzeichnete im vergangenen Jahr aber ein um 1,7% schrumpfendes Ergebnis.
Zum Abbruch der Übernahmegespräche heisst es: "Die vorgeschlagenen neuen Vertragsbedingungen und Preise konnten nicht einvernehmlich vereinbart werden." Es würden für beide Parteien keine Entschädigungszahlungen fällig. Atos werde Tech Foundations und Eviden – den Security-, Digital- und Cloud-Bereich – weiterhin als separate Unternehmen mit einer koordinierten Markteinführungsstrategie betreiben.
Milliardenschulden belasten Atos
Atos drückt eine hohe Schuldenlast. Die Nettoverschuldung zum Jahresende 2023 betrug 2,2 Milliarden Euro. Bis Ende 2025 muss der Konzern 3,65 Milliarden Euro Schulden zurückzahlen oder refinanzieren. Deshalb war eine Übernahme von Tech Foundations durch EPEI ein möglicher Ausweg. Nach wie vor in Gesprächen befindet sich Atos mit Airbus über den Verkauf des Bereichs Big Data und Security. Airbus bewertet diesen mit 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro inklusive Schulden.
Der Konzern verhandelt derzeit mit Banken über die Sicherstellung einer Refinanzierung und plant den Verkauf von Vermögenswerten. Zuletzt hiess es aber, dass mit Crédit Agricole einer der Hauptkreditgeber die Gespräche über eine Refinanzierung der Schulden eingestellt habe. Die Bank sei zunehmend desillusioniert
von Atos. Ausserdem musste Atos Anfang Februar die Annullierung einer Kapitalerhöhung
in Höhe von 720 Millionen Euro bekannt geben.
Wie 'Bloomberg'
unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, sollen sich EPEI und Kretinsky trotz der gescheiterten Verhandlungen überlegen, ein neues Angebot für Teile von Atos vorzulegen. Kretinskys Entscheidung könnte davon abhängen, ob der vom Gericht bestellte Vermittler seine Gruppe auffordert, an den laufenden Gesprächen mit Gläubigern über die Refinanzierung der Schulden und die Umstrukturierung des Konzerns teilzunehmen. Laut 'Bloomberg' überlege sich auch Konkurrent Onepoint, im Rahmen dieser Gespräche ein Angebot vorzulegen. Onepoint besitzt 11% der Aktien von Atos und ist neu auch mit zwei Vertretern in Vorstand vertreten.