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Wie verstehe ich meinen Hund richtig?
Beim Zusammenleben mit einem Hund kann es schwierig sein, die Signale des Tieres richtig deuten zu können. Durch korrektes Verhalten gibt es jedoch kaum ein Problem, was nicht gelöst werden kann.
Wenn der Hund mit dem Schwanz in der Höhe schnell hin und her wedelt, dann hat er Freude. (Foto: Upyanose/Thinkstock,iStock)
Grundsätzlich besteht die Schwierigkeit darin, dass wir Menschen Worte zum Kommunizieren benutzen, Hunde hingegen die Körpersprache. Also entstehen oft Missverständnisse im gemeinsamen Miteinander, weil einer die «Sprache» des anderen noch nicht kann. Was also tun, um zu lernen, seinen Hund zu verstehen? Gibt es eine Hundesprache, die auch Menschen «sprechen» können?
Gemütszustand des Hundes erkennen
Irrtümlich denken viele, dass Schwanzwedeln automatisch ein Zeichen von Freude ist. Bei Hunden sollte die gesamte Körpersprache in Betracht gezogen werden, um zu erkennen, was er ausdrückt. Steht der Schwanz steil nach oben und wedelt der Hund schnell, dann ist dies ein Zeichen von Freude. Hängt der Schwanz und wird dieser langsam bewegt, kann es ein Zeichen von Angst sein. Dies bestätigt auch Verhaltensbiologin Ariane Ullrich, gegenüber dem Nachrichtendienst die Welt: «Schwanzwedeln kann sowohl positiv sein, als auch Spannung ausdrücken».
Ein sehr wichtiges Ausdrucksorgan sind die Ohren des Hundes. Je nach Rasse können die Ohren nach hinten oder nach vorne gerichtet sein. Wenn der Hund die Ohren nach vorne zieht, ist er aufmerksam, bereit zu jagen oder er zeigt eine deutliche Drohgebärde an. Legt er die Ohren nach hinten, kann dies auf Unsicherheit oder Unterwürfigkeit hindeuten.
Wenn ein Hund bellt, ist dies nicht, wie landläufig angenommen, ein Ausdruck von Freude. Schnelles und helles Bellen zeigt an, dass der Hund sein Herrchen begrüsst. Ein dumpfes oder drohendes Bellen bedeutet, dass er sein Revier verteidigt und Fremde nicht akzeptiert. Ausserdem ist anhaltendes dumpfes Bellen oft eine letzte Warnung, bevor es zu einem Angriff kommt. Interessant ist zudem auch, dass in der Hundesprache untereinander Bellen kaum vorkommt. In diesem Zusammenhang ist auch der Satz «Hunde, die bellen, beissen nicht», vollkommen verkehrt.
Zieht ein Hund die Lefzen hoch und knurrt womöglich noch dabei, ist dies eindeutig ein Warnhinweis. In einem solchen Fall sollte man sich seitlich zum Hund stellen, da ihm dies zeigt, man geht einer Konfrontation mit ihm aus dem Weg und sich dann langsam von ihm entfernen, empfiehlt «Hundeflüsterin» Maja Nowak gegenüber dem Schweizer Hundemagazin.
Hundeschule
Fällt es trotz vieler Übungen schwer, die Warnhinweise zu erkennen und richtig zu verstehen, kann professionelle Hilfe bei einer Hundeschule gesucht werden. Eine gute Hundeschule wird allerdings mehr mit uns Menschen arbeiten, als mit dem Vierbeiner. Wir Menschen müssen nämlich oft erst lernen, es so zu erklären, dass uns der Hund verstehen kann. Wer eine gute Schule gefunden hat, wird dies schnell an dem Miteinander mit seinem Hund bemerken. Ein Hund ist nämlich nicht von Natur aus «böse oder dominant», sondern oft entwickelt sich dieses Verhalten durch erlernte Prozesse. Eine gute Schule wird darauf achten, dass das Tier den Menschen als seinen Rudelführer unter allen Umständen anerkennt.
Dabei sind viel Training und Geduld wichtig. Befehle, die nämlich zu Hause in ungestörter Atmosphäre wunderbar ausgeführt werden, klappen wahrscheinlich draussen auf einer Wiese mit vielen Ablenkungen überhaupt nicht. Für einen Hund ist jede neue Umgebung eine neue Situation. Somit ist das Nichtausführen eines Befehls kein Ungehorsam, sondern einfach eine Aufgabe, die es zu erlernen gibt. Allein das als Mensch zu verstehen, hilft auch Verständnis für das Tier zu haben.
Ausserdem ist die Körperhaltung von uns Menschen enorm wichtig. Stehen und Gehen wir aufrecht, vermitteln wir dem Hund Kraft und Führungsqualität. Sind wir gebückt, vermitteln wir Schwäche und der Vierbeiner wird dann entscheiden, wo es im Alltag hingeht. Weiterhin ist es enorm wichtig, gegebene Befehle konsequent beizubehalten und durchzusetzen, auch wenn es Mühe und manchmal Nerven kostet.
Allein diese wenigen Tipps zu befolgen, werden sich auszahlen. Bald wird man merken, dass der Vierbeiner das Herrchen respektiert und ihm gerne folgt. Das wird eine Bereicherung im Leben und so hat man wirklich Freude mit seinem Tier. Die Hundesprache zu erlernen und auch selbst zu sprechen, ist gar nicht so schwer. Die Mühe zahlt sich aus. Man kann endlich seinen Hund verstehen und so bleibt er immer noch der beste Freund des Menschen!
Erstellt im August 2017 / (red)