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|HS 2013|

Zwischen Utopie und Katastrophe: Einheitsbestrebungen im Balkan im 19. und 20. Jh.
Dozierende
Jeronim Perovic
Inhalt
Dieses Seminar befasst sich mit staatlichen und nationalen Einheitsbestrebungen im südslawischen Raum. Ausgehend von den nationalen Bewegungen im späten 19. Jahrhundert stehen die Bildung des Königreichs Jugoslawien 1918 und die Formierung der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien 1945 im Zentrum. Daneben werden auch Einheitsideen untersucht, die sich nicht oder nur bedingt realisieren liessen, so etwa die Formierung von Balkanföderationen kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs (z.B. Vereinigung von Jugoslawien mit Bulgarien und Albanien). Schliesslich werden auch diejenigen nationalen Staatsentwürfe analysiert, die als Gegenprojekte zur supranationalen Idee bestanden, so etwa die Bestrebungen zur Schaffung Grossserbiens, Grosskroatiens oder Grossalbaniens. Welche Triebkräfte/Akteure standen hinter solchen Projekten? Weshalb liessen sich einige realisieren, andere nicht? Und wie erklärt sich, dass das bedeutendste staatliche Einheitsprojekt im südslawischen Raum, das kommunistische Jugoslawien Titos, in der Katastrophe der Kriege der 1990er Jahre endete?
Unterrichtsmaterialien
Literaturhinweise: Marie-Janine Calic: Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert. München, 2010. -- Holm Sundhaussen: Jugoslawien und seine Nachfolgestaaten 1943-2011: Eine ungewöhnliche Geschichte des Gewöhnlichen. Böhlau, Wien u.a, 2012. Weitere Literatur wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.