Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03374.jsonl.gz/748

Alexander Wettstein wurde am 9. Dezember 1861 in Hedingen ZH als Sohn des damaligen Sekundarlehrers und späteren Küsnachter Seminardirektors Dr. Heinrich Wettstein geboren. Als Schüler und Seminarist wäre er gerne Landwirt geworden, entschied sich dann aber doch für ein Studium am Polytechnikum in Zürich, der heutigen ETH. Er studierte Geologie und doktorierte an der benachbarten Universität mit einer Dissertation, die dem Küsnachter Tobel, namentlich seinen Gesteinsformationen, galt.
Alexander Wettstein arbeitete an mehreren wissenschaftlichen Projekten. Zwei seien hier erwähnt: das eine ist die Nachbearbeitung der Glarner Fischfossilien, das andere die Erstellung einer geologischen Karte des Kantons Zürich. Sie wird auch heute noch, mehr als hundert Jahre nach seinem Tod, verwendet. Wettstein wäre zweifellos eine glänzende wissenschaftliche Laufbahn beschieden gewesen, hätte nicht am 14. Juli 1887 ein Bergunglück dem jungen Leben ein jähes Ende gesetzt: Zusammen mit fünf Kameraden - darunter seinem Bruder Heinrich - bestieg er die Jungfrau, nicht zuletzt, um die Wirkung von Blitzeinschlägen in den Felsen zu studieren. Alle sechs waren gute Bergsteiger, und es muss der schlechten Sicht zugeschrieben werden, dass sie von der Route abkamen, auf eine Schneewächte gerieten und in den Tod stürzten.
Alexander Wettstein war zusammen mit den beiden Seminarlehrern Naef und Pfenninger ein Mitbegründer der WULPONIA.
Die "Wulponiten" ehrten sein Andenken in besonderer Weise: Im unteren Teil des Tobels liegt ein Findling, der wegen seiner Form benannte "Wöschhüsli-Stei". Die Mitglieder der Wulponia tauften diesen Erratischen Block zum Gedenken an ihren Mitbegründer um in "Alexanderstein". Ihm zu Ehren wurde 1966 eine Bronzetafel mit folgendem Text angebracht: "Alexanderstein,- Taveyannaz-Sandstein, Findling aus den Glarner ,Alpen, genannt zu Ehren des Förderers der Zürcher Geologie: Dr. Alexander Wettstein, 1861 - 1887".