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Nach Vodafone erwägt nun auch Tata Communications aus Indien ein Übernahmeangebot für den britischen Glasfasernetzbetreibers Cable & Wireless Worldwide PLC, berichtet das 'Wall Street Journal'. Die Kosten für die Übernahme werden auf 700 bis 900 Millionen Pfund oder 1,1 bis 1,4 Milliarden US-Dollar geschätzt. Nach drei Gewinnwarnungen in Folge war der Börsenwert des britischen Traditionsunternehmens innerhalb eines Jahres um 54 Prozent abgerutscht. Im Börsenhandel am Donnerstag in London hat der Wert der Aktie von Cable & Wireless um 15 Prozent zugelegt, damit müsste ein Bieter tatsächlich die 1,4 Milliarden Dollar bezahlen.
Das 'WSJ' sieht Tatas Interesse an Cable & Wireless im Einklang mit dem „wachsenden Appetit“ indischer Unternehmen, sich auf dem Weltmarkt nach potenziellen Übernahmekandidaten umzuschauen. 2010 habe der Telekommunikationskonzern Bharti Airtel rund neun Milliarden Dollar für den Erwerb der afrikanischen Vermögenswerte von Kuwaits Mobile Telecommunications Co. ausgegeben, Mahindra & Mahindra Ltd. hat sich für 522,5 Milliarden südkoreanische Won oder 467 Millionen US-Dollar die Mehrheitsanteile an dem Automobilhersteller Ssangyong Motor Co. gesichert.
Für Aufsehen in der Modebranche hat gesorgt, dass Megha Mittal, Schwiegertochter des indischen Stahlmagnaten Lakshmi Mittal, immerhin der sechstreichste Mann der Welt, Escada übernommen hatte. Das deutsche Modelabel war allerdings ein relativ kleiner Fisch und viele sehen darin auch nur ein Spielzeug für die schöne ehemalige Investmentbankerin.
Die Tata Group schiesst unter den indischen Käufern weltweit ohnehin den Vogel ab. 17,39 Milliarden Dollar hat sie seit 2000 für ausländische Akquisitionen ausgegeben, davon allein 15,23 Milliarden Dollar oder 9,57 Milliarden Pfund in Grossbritannien. Am spektakulärsten war sicherlich 2008 die Übernahme von Jaguar Land Rover für 2,3 Milliarden Dollar, aber 12,2 Milliarden Dollar hat das Unternehmen 2007 für den niederländisch-britischen Mitbewerber Corus Group ausgegeben. (kh)