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Eine kurze Zusammenfassung der Geschichte des Hutes
Kopfschmuck und Funktionalität standen und stehen bis heute in Konkurrenz.
Im alten Griechenland trugen in erster Linie Handwerker zum Schutz des Kopfes den Pileos. Vornehme Griechen setzten auf Reisen oder bei der Jagd einen Petasos oder eine Kausia auf.
Bei den Römern war der Hut das Symbol für Freiheit und wurde Sklaven bei ihrer Freilassung übergeben. Erst nach dem Tod von Kaiser Nero wurde auch von den Bürgern im Alltag ein Hut getragen. Die Damen schmückten ihr Haar lediglich mit Spangen und Reifen oder Tüchern.
Aus dem Symbol der Freiheit in der Antike wurde der Hut im Mittelalter für die männliche Bevölkerung auch zum Zeichen des sozialen Standes. Beliebt waren mit Biberhaar besetzte Filzhüte oder Barrets aus Seide. Die Damen trugen den spitzförmigen Hennin, der mit Schleiern verziert war (die Höhe des Hutes stand in Relation zur Vornehmheit der Trägerin).
Der Freiheitsaspekt blieb indessen weiter bestehen, denkt man zum Beispiel an Wilhelm Tell.
Viele der heute noch aktuellen Hutformen wie Zylinder, Melone, Stetson (Cowboyhut) und Homburg für die Herren fanden ihren Ursprung bereits im 17. - 19. Jahrhundert. Für die verheiratete Dame war eine Haube Pflicht (cf. "unter die Haube gekommen"). Die weibliche Haarpracht wurde züchtig vor den Blicken der Herren bedeckt und lebt als Zeichen der Demut in der Haube der Nonnen, dem Kopftuch der Muslima und den verschiedenen Kopfbedeckungen jüdischer Frauen fort. Die Schuten oder Capotten, sie wurden mit Bändern unter dem Kinn gebunden, waren reich mit Federn und Bändern etc. verziert. Zum Schutz bedrohter Vogelarten wie dem Haubentaucher oder dem Paradiesvogel, die wegen ihres prachtvollen Federwerks von der Ausrottung bedroht waren, wurde in England die Royal Society for the Protection of Birds gegründet!
Die Anfänge des 20. Jahrhunderts waren geprägt von schmalen Kleidern und riesigen Prachthüten, die üppig mit Spitze, Blumen und exotischen Federn garniert waren.
In den 20er Jahren hielten bei den Herren der Fedora, Al Capone war einer der berüchtigsten Träger, und der schmalkrempige Trilby Einzug.
Der Bowler Hat oder die Melone gelten als typisch englische Kopfbedeckung. Bei den Bankangestellten in der Londoner City war er eine Art Berufsbekleidung. Die frühen Filmkomiker Chaplin, Laurel und Hardy sind ohne Melone kaum vorstellbar.
Auch bei den Damen fand ein Umdenken statt. Die alten Rollenmuster wichen der selbständigen und berufstätigen Frau. Die Kleidung wurde, nicht zuletzt dank Coco Chanel, zwangloser und die Cloche als Hutform passte prima zu den kurz geschnittenen Haaren, dem Bubikopf.
Die 30er und 40er Jahre, geprägt durch Wirtschaftskrise und Zweiten Weltkrieg, brachte viel Kreatives nach dem Motto "Ein alter Hut wird neu". Die Hutmode wurde als Kompensation für das Fehlen schicker Kleidung möglichst ausgefallen und waghalsig. Als Schutz vor Schmutz und Staub banden sich die "Trümmerfrauen" Tücher in Form eines Turbans auf den Kopf. In ländlichen Gegenden hielt sich das Kopftuch noch lange für die Arbeit in Haus und Hof.
Die 50er Jahre waren geprägt durch den von Christian Dior lancierten New Look mit seinen femininen, üppigen Röcken. In Sachen Hut war alles erlaubt. Vom kleinen, verspielten Käppchen mit raffiniertem Hutschleiern bis zu riesigen Hüten mit ausladender Krempe wurde alles getragen, es war die letzte grosse Blüte der Hutkultur, denn es galt für Mann und Frau: "Ohne Hut sind Sie nicht gut angezogen!"
Hochtoupierte Frisuren und die starke Verbreitung des Autos führten unter anderem dazu, dass der Hut in den 60er Jahren immer mehr aus der Mode kam. Frau trug, wenn überhaupt, eher kleine und schlichte Gebilde. Auch bei den Herren wurde mit dem "unbehüteten" US-Präsidenten John F. Kennedy der Niedergang des Hutes initiiert. Danach wurden Hüte, sie galten inzwischen als altmodisch und bieder, nur noch von Exzentrikern oder zu besonderen Anlässen wie Pferderennen, Hochzeiten oder Beerdigungen getragen. Die amerikanische Baseball-Cap wurde bei allen Bevölkerungs-schichten zunehmend populär.
Es bleibt die Hoffnung, dass mit den veränderten klimatischen Bedingungen der Hut als Sonnenschutz wieder eine breitere Akzeptanz finden wird und nicht nur von ein paar wenigen Individualisten als "Hingucker" oder modisches Statement getragen wird.