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Warum eine Willensäusserung?
Warum soll man seine Zustimmung oder seine Ablehnung zur Spende von Organen, Geweben oder Zellen zu Lebzeiten äussern? Hier werden die wichtigsten Gründe für eine Willensäusserung zur Spende dargelegt.
Will ich nach dem Tod meine Organe, Gewebe oder Zellen spenden oder nicht?» ? Umfragen zeigen, dass sich in der Schweiz nur eine knappe Mehrheit der Bevölkerung in irgendeiner Form zu dieser Frage geäussert hat. Die meisten davon taten dies, indem sie ihren Willen den Angehörigen mitgeteilt haben. Rund 14 Prozent der Schweizer Bevölkerung geben an, eine Spendekarte ausgefüllt zu haben.
In der Praxis zeigt sich, dass in 95 Prozent der Fälle, in denen eine Spende möglich ist, keine schriftliche Willensäussserung vorliegt. Dann müssen die Angehörigen um eine Entscheidung angefragt werden. Diese entscheiden dann aufgrund des «mutmasslichen Willens» der verstorbenen Person. Die Angehörigen versuchen, gemäss den Aussagen und der Lebenseinstellung der verstorbenen Person, eine Antwort auf die Frage zu finden, ob sie zu einer Organspende ja oder nein gesagt hätte.
Hier finden Sie die Broschüre zum Thema mit integrierter Spendekarte
Ein schwerer Entscheid
«Würde der soeben verstorbene Ehepartner, Vater oder die Mutter einer Organspende zustimmen?» Hierauf eine Antwort zu finden und gleichzeitig den Tod einer geliebten Person zu betrauern, ist für viele Angehörige enorm schwierig. Worauf soll man sich abstützen, wenn man den «mutmasslichen Willen» eines Lebenspartners oder eines nächsten Verwandten erschliessen will? Wie kann man sicher sein, den «richtigen» Entscheid zu finden – jenen, den die verstorbene Person getroffen hätte? Die Situation wird dadurch erschwert, dass der Entscheid meistens unter Zeitdruck gefällt werden muss, damit eine allfällige Spende möglich wird.
Eine zu Lebzeiten gemachte Willensäusserung ist in einer solchen Situation eine enorme Erleichterung. Die Angehörigen wissen dann, dass die Zustimmung oder Ablehnung einer Spende im Einklang ist mit den Überzeugungen der verstorbenen Person. Und die Person selbst hat die Gewähr, dass nach ihrem Tod gemäss dem eigenen Willen verfahren wird.
Keine «Pflicht» zur Willensäusserung
Trotz der Vorteile einer Willensäusserung ist festzuhalten, dass in der Schweiz niemand verpflichtet ist, sich für oder gegen die Spende der eigenen Organe, Gewebe oder Zellen auszusprechen. Dieser Wille, der mit der Vorstellung des eigenen Todes verbunden ist, ist eine persönliche Entscheidung, zu der niemand gezwungen werden soll.