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Es gibt erwachsene Menschen, die ernsthaft behaupten, Rechtschreibung und Grammatik seien Verhandlungssache. Nein, sind sie nicht. Falsch wird auch dann nicht richtig, weil eine Mehrheit das Falsche richtig findet. Es gibt jedoch Wörter, für die es zwei richtige Schreibweisen gibt. In diesen Fällen gibt der Duden eine Empfehlung ab. Zum Beispiel Spaghetti und Spagetti. Empfohlen wird Spaghetti, weil die Schreibweise Spagetti einem den Appetit verdirbt.
Der Duden hat online eine Liste mit Wörtern publiziert, die häufig falsch geschrieben werden. Sie heisst „Liste der rechtschreiblich schwierigen Wörter“ (man wollte den Lesern das Wort „orthografisch“ nicht auch noch zumuten). Gemäss erklärender Information beruht die Liste „auf der langjährigen Erfahrung der Dudenredaktion, auf statistischen Analysen des Dudenkorpus, auf der Auswertung dessen, was Nutzerinnen und Nutzer in die Suche dieser Website eingeben, sowie auf den Ergebnissen der relevanten (Fach-)Publikationen“.
Diese Liste, nach Anfangsbuchstaben erschlossen, ist sehr nützlich. Die schlechte Nachricht: Die Liste ist lang. Die gute: Aus Schweizer Sicht können wir einige schwierige Wörter streichen, weil uns das Problem mit dem scharfen s versus Doppel-s Wurßt sein kann. Ein Kuss ist ein Kuss ist ein Kuss. Weiss doch jeder. Ätsch.
Die Liste reicht von A wie abgeschlossen bis Z wie zuwider. Es begegnen einem viele langjährige Widersacher (oder Wiedersacher?): willkommen, Akquisition, am besten, anhand, Atmosphäre, brillant, des Weiteren, E-Mail, heute Morgen, Libyen, ohne Weiteres, seit Kurzem, projizieren, übrigens, Widerspruch, zurzeit, zuwider und ähnliche Sprachstörenfriede. Dazu kommen einige Überraschungen, entweder weil selten oder aus einer Fremdsprache eingebürgert: Ammenhai, Amur- und Säbelzahntiger, Commitment, Incentive und Loser sowie Mischpoche und Mischpoke (noch nie gehört, aber offenbar beides ein abwertender Ausdruck für Verwandtschaft oder üble Gesellschaft).
Das Schlafittchen schafft es neu in meine persönliche Top 10, hätte ich es doch, wenn ich es so ansehe, glatt mit w geschrieben, wo es doch so gar nichts mit Schlaf am Hut hat. Was tut man also? Man baut sich eine idiotensichere Eselsbrücke – Schlafittchen wurde mit Schneewittchen im Bett erwischt – und schon ist es mit der zukünftigen Rechtschreibung geritzt.
So, jetzt schreiben wir zur Sicherheit jedes Wort zehnmal an die Wandtafel. Vielleicht hilfts. Sonst bleibt uns immer noch das Dudlen.