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| Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron

Der sechste Tag. Neunte Homilie. (Gen 1,24-26)
III. Kapitel. Ursprung und Fortpflanzung der Tiere des Festlandes. Das Tier an äußerer Gestalt wie innerem Gelüste erdwärts gerichtet zum Niedrigen, der Mensch aufwärts zum Höheren. Der faule Esel, der tückische Fuchs. der hinterlistige Kiebitz, der stolze Löwe, der gefleckte Panther als abschreckende Beispiele.
9.
Halten wir uns denn streng an den prophetischen Wortlaut und mißachten wir die Aussprüche des Heiligen Geistes nicht als etwas Nichtssagendes! "Es bringe die Erde hervor", heißt es, "die lebendigen Wesen des Viehes und der Tiere und des Gewürmes". Wie dürften wir da anderes herauslesen, wo doch klar von der natürlichen Entstehung der Tiere des Festlandes die Rede ist? Es geht im Augenblick der Weltentstehung Gottes Wort durch die ganze Schöpfung: mit einem Mal sollten alle Arten von Tieren, wie Gott sie bestimmte, aus der Erde hervorkommen und kraft eines Gesetzes künftighin nach ihrer Art und Ähnlichkeit sich fortpflanzen: der Löwe sollte einen Löwen, der Tieger einen Tieger, das Rind ein Rind, der Schwan einen Schwan, der Adler einen Adler erzeugen. Der einmal ergangene Befehl ward zum dauernden Naturgesetz. Darum hört die Erde nicht auf, ihres Dienstes willfährig zu walten, so daß die ursprünglichen Tierarten in steter Geschlechtsfolge sich neu verjüngen.