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Satellitendaten tragen zunehmend zum weltweiten Klimabeobachtungssystem bei. Daher wurden umfassende internationale und nationale Aktivitäten lanciert, um die Datensätze verschiedener Essentieller Klimavariablen (ECVs) zu vervollständigen.
Satellitenkomponente
Die Satellitentechnologie hat Vorteile gegenüber herkömmlichen Beobachtungsmethoden: Die ECVs können weltumspannend und quasi kontinuierlich (geostationäre Satelliten) bzw. in kurzen Zeitintervallen (polarumlaufende Satelliten) beobachtet werden. Satelliten liefern auch Informationen über entlegene oder schwer zugängliche Gebiete, für die keine anderen Beobachtungen vorliegen.
Internationale Initiativen zielen darauf ab, globale und konsistente Datensätze verschiedener ECVs aus Satellitendaten herzustellen. Die Climate Change Initiative (CCI) der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) oder das europaweite Netz der Satellite Application Facilities (SAF) von EUMETSAT (Europäische Organisation für die Nutzung von meteorologischen Satelliten) leisten einen essentiellen Beitrag zum weltweiten Klimabeobachtungssystem.
Nationale Aktivitäten
Aufgrund der natürlichen Gegebenheiten der Schweiz, insbesondere der Topographie, ist die Auswertung von Satellitendaten eine Herausforderung. Dennoch gewinnt die satellitengestützte Beobachtung von ECVs auch in der Schweiz an Bedeutung.
Verschiedene nationale Institutionen sind in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern in diesem Bereich tätig:
- Die MeteoSchweiz leitet im Rahmen der EUMETSAT SAF zu Climate Monitoring (CM SAF) aus Daten geostationärer Satelliten Zeitreihen der Globalstrahlung seit 1983 her.
- Das Geographische Institut der Universität Zürich leitet den Bereich „Glacier“ der ESA CCI und verwendet zur Unterstützung des World Glacier Monitoring Service (WGMS) räumlich hochauflösende Satellitendaten, um ein globales Gletscherinventar zu erstellen.
- Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt(Empa) beteiligt sich mit In situ-Messungen an der Validierung der Satellitendaten für die ESA CCI „Greenhouse Gases“, welche Satellitendaten mit Modellinformationen kombiniert, um weltweit Quellen und Senken von Kohlendioxid und Methan zu identifizieren.
- Die MeteoSchweiz leistet einen Beitrag zur Validierung der ESA CCI "Ozone", welche globale, satellitengestützte Ozondatensätze für die Klimaforschung aufbereitet.
- Die MeteoSchweiz sowie die ETH Zürich sind in der ESA CCI "Clouds" involviert. Die MeteoSchweiz übernimmt die Validierung der Satellitendaten in Gebirgs- und Polregionen und stellt Datensätze zur Verfügung. Die ETH Zürich verwendet die Daten für die Validierung und Optimierung von Klimamodellen.
- Die ETH Zürich leitet die Climate Research Group der ESA CCI „Soil Moisture“ und verwendet satellitengestützte Bodenfeuchtedaten für die Klimaforschung und die Validierung von Klimamodellen.
Das Swiss GCOS Office fördert mit nationalen Aktivitäten die Verwendung von Satellitendaten für die ECVs.