Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03378.jsonl.gz/1967

Das Projekt Überbevölkerung im Rahmen der Sommerausstellung 2014 der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart stellt den Prozess des Wachstums mit einer Maschine dar, die unaufhörlich Popcorn produziert. Das stetige Überquellen des gepufften Maises produziert eine Topografie am Boden, die für sich selbst spricht. Jedes einzelne Korn - mag es noch so klein sein - trägt zur Gestaltung des Objektes bei, verändert es und kreiert fortlaufend eine neue „Welt“.
Das Buch Die Unsichtbaren Städte des italienischen Schriftstellers Italo Calvino - Sohn eines Agrarwissenschaftlers und einer Botanikerin - soll Grundlage für dieses Projekt gewesen sein: Die Frage eines alten Mannes, ob nicht alles vergebens sei, wenn der letzte Anlegeplatz nur die Höllenstadt sein könne und die Strömung alle dort hinunterziehe, lässt der Autor des Buches von einem Reisenden auf folgende Weise beantworten:
„Die Hölle der Lebenden ist nicht etwas, das erst noch kommen wird. Wenn es eine gibt, ist es die, die schon da ist, die Hölle, in der wir jeden Tag leben, die wir durch unser Zusammensein bilden. Es gibt zwei Arten, nicht unter ihr zu leiden. Die erste fällt vielen leicht: die Hölle zu akzeptieren und so sehr Teil von ihr zu werden, daß man sie nicht mehr sieht. Die zweite ist riskant und verlangt ständige Aufmerksamkeit und Lernbereitschaft: zu suchen und erkennen zu lernen, wer und was inmitten der Hölle nicht Hölle ist, und ihm Dauer und Raum zu geben“