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Wilhelm Balmer
Basel, 1897 datiert
Ölmalerei auf Leinwand
H. 107,5 cm, B. 176,5 cm
Inv. 1995.19.
Zur Silberhochzeit im Kreis der Familie
Zu ihrer silbernen Hochzeit liessen sich Jakob Eduard (1843–1929) und Clara Amalia Vischer-Sarasin (geb. 1853) mit ihren sechs Söhnen und zwei Töchtern porträtieren. Den Bilderrahmen zieren die Namen und die Geburtsdaten der Dargestellten sowie oben in der Mitte die Jahre des Ehejubiläums. Im Gegensatz zu den Familienbildern der ersten Jahrhunderthälfte im Wohnstubeninterieur sitzt das Jubelpaar umgeben von seinen Kindern in einer Landschaft auf einer Bank. Die Bildkomposition unterstreicht das Thema im Sinne der Kunstströmung des Symbolismus: Aus dem Zentrum des Bildes wächst der Stamm, genau in der Mittelachse, wo das Elternpaar sich berührt und wo der Baum die auf die 25-jährige Verbindung hinweisende Inschrift des Rahmens mit einbezieht.
Dargestellt ist eine kinderreiche Familie der vermögenden städtischen Oberschicht. Der Vater war erfolgreicher Architekt. Fünf der Kinder haben schon das Erwachsenenalter erreicht, der Älteste ist Theologiestudent, die beiden Töchter sollten sich drei bzw. vier Jahre später mit einem Arzt und einem Pfarrer verheiraten. Der neunzehnjährige Ernst Benedict ist angehender Architekt, Adolf Leonhard wurde zum Kaufmann ausgebildet. Die drei jüngsten Söhne sollten Architekt, Advokat und Versicherungsdirektor werden.
Der in München, Paris und Italien zum Bildnismaler ausgebildete Basler Wilhelm Balmer (1865–1922) verdankte seinen Ruf vor allem seinen stimmungsvollen, einem gemässigten Naturalismus verpflichteten Familien- und Kinderbildnissen. Unser Beispiel gibt eine individualisierende Momentaufnahme von Einzelporträts; die Dargestellten posieren, eine Interaktion zwischen den Personen findet kaum statt.