Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03536.jsonl.gz/40

Einer freiwilligen, auf Schülerwünschen aufbauenden Gruppenbildung ist grundsätzlich (von konkreten Einzelfällen abgesehen) einer durch den Lehrer verordneten Gruppenzusammensetzung der Vorzug zu geben.
In keinem Fall sollten, wie immer auch von der Lehrperson pädagogisch gut gemeint, Jugendliche in eine Gruppe zusammengezwungen werden, die sich nicht leiden können, deren wechselseitigen Beziehungen eindeutig gestört sind. Auf solche Weise können Aussenseiter nicht integriert werden!
Ohne hier allgemeingültige Rezepte verordnen zu wollen, seien Tipps gegeben, die von Fall zu Fall verschieden gehandhabt werden müssen: Man kann gelegentlich die Sitzordnung durch Losverfahren bestimmen oder diese so variabel gestalten, dass Problemschüler zeitweise auch an Einzel- oder Partnertischen sitzen. Es gibt eben immer wieder Schüler, die, auch bei regelmässiger Reflexion über die Schwierigkeiten während der Gruppenarbeit (=Metakommunikation), kaum oder nur schwer dauerhaft in eine Gruppe integriert werden können. „Hier stösst man“, wie sich eine Lehrperson äussert, „an eine von den vielen Grenzen, die man als Pädagoge zu akzeptieren lernen muss.“
Bei sozialen oder fachlichen Problemen in den Gruppen ist die Einleitung von Metakommunikation über die betreffenden Störungen langfristig meistens hilfreicher als Eingriffe durch die Lehrperson wie z.B. Versetzen eines Schülers in eine andere Gruppe.
(Nürnberger Projektgruppe, Erfolgreicher Gruppenunterricht. S. 25)