Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03324.jsonl.gz/880

Laut einer Studie von EPI-PHARE, die am 9. Februar veröffentlicht wurde, besteht für Menschen mit einer geistigen Behinderung ein erhöhtes Risiko, wegen Covid-19 ins Spital eingeliefert zu werden oder zu sterben. Menschen mit Trisomie 21 oder anderen geistigen Behinderungen gehören laut der Publikation zu den Patienten, die am stärksten durch das Coronavirus gefährdet sind. insieme hat die Resultate der Studie ans BAG weitergeleitet und darum ersucht, die Impf-Reihenfolge aufgrund dieser Erkenntnisse neu zu bewerten.
In der am 9. Februar veröffentlichten Studie analysiert EPI-PHARE, eine wissenschaftliche Interessengruppe aus Frankreich, die verschiedenen Faktoren, die zu einem erhöhten Risiko für die Entwicklung schwerer Formen von COVID-19 führen können. Das Alter bleibt gemäss den Ergebnissen der Studie der Hauptrisikofaktor. Die Forscher nennen aber auch sieben Behinderungen und Krankheitsbilder, die mit einem sehr hohen Risiko für Spitaleinweisungen oder Todesfälle verbunden sind. Dabei stehen das Down-Syndrom sowie weitere geistige Behinderungen ganz oben auf der Liste.
Menschen mit geistiger Behinderung sind am meisten gefährdet
Laut der Studie gehören Patienten mit Down-Syndrom zu den vulnerabelsten Menschen (7-mal höheres Risiko für einen Spitalaufenthalt und 23-mal höheres Todesrisiko). Direkt hinter ihnen folgen Menschen mit anderen geistigen Behinderungen (werden 4-mal häufiger ins Spital eingeliefert und sterben 7-mal häufiger). Im Vergleich: Eine Person mit Lungenkrebs hat bei einer Covid-Erkrankung ein 3-mal höheres Risiko für eine Spitaleinweisung und ein 4-mal höheres Sterberisiko.
Erleichterter Zugang zum Impfstoff?
insieme Schweiz die Ergebnisse der Studie an das Bundesamt für Gesundheit (BAG) sowie ans Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (EBGB) zur Beurteilung weitergeleitet.
insieme Schweiz verlangt, dass der Bund seinen Entscheid, Menschen mit geistiger Behinderung von der Liste besonders gefährdeter Personen auszuschliessen, überdenkt und dabei diese neuen Informationen berücksichtigt. Würden Menschen mit einer geistigen Behinderung auf die Liste aufgenommen, dann könnten sie prioritär geimpft werden (Zielgruppe 1). Und auch ihre Angehörigen könnten rascher von einer Impfung profitieren (Zielgruppe 3).