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schränkte Raum nur die Wiedergabe weniger Beispiele gestattete, eine klare Vorstellung von der Erscheinung der romanischen Bauwerke sich zu bilden. So geben Fig. 237 die Schauseite, Fig. 238 den Chorbau, die übrigen Beispiele teils reine, teils schräge Seitenansichten.
Dom zu Speier. Die Ausgestaltung der Schauseite verdeutlicht Fig. 237, die Vorderansicht des Domes zu Speier, der eines der hervorragendsten Denkmale romanischer Baukunst in Deutschland ist. Die Entstehungszeit des Domes fällt in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts; an seiner Ausgestaltung wurde jedoch noch bis zum Ende des 12. Jahrhunderts gearbeitet. Durch kräftige Wandpfeiler wird die Vorderseite in drei Teile geteilt, die den drei Schiffen des Innern entsprechen; der mittelste Teil ist mit einem Giebel bekrönt. Wagerechte Gesimse bewirken eine Gliederung in drei Geschosse, deren oberstes durch einen Bogen-Laufgang belebt wird. Das Untergeschoß hat drei Portale, welche die auf S. 241 geschilderten Eigenheiten zeigen. Unter dem ersten Gesimse, unter dem Giebel und an den Türmen ziehen sich Rundbogenfriese entlang; das Mittelfeld enthält ein sogen. Radfenster.
St. Apostelkirche in Köln. Welche große malerische Wirkung der romanische Stil durch bloße Verwendung des Rundbogens als Schmuckwerk erzielen konnte, ersieht man aus Fig. 238, das Beispiel einer sehr reichen Choranlage, wie sie besonders in Köln beliebt war. (Einfachere Chöre zeigen die Fig. 239, 241 und 243.) Auch die Seitenarme der mit einer achtseitigen Kuppel bekrönten Vierung erhielten runde und zwar mit dem Chor gleichgestaltete Abschlüsse, so daß der hintere Teil dieser Kirche als ein Zentralbau erscheint.
In den Ecken zwischen dem Chor und den Seitenarmen erheben sich schlanke, unten runde, oben achtseitige Türme; über den Dächern ragen die Giebel von Mittel- und Querschiff empor. Die Belebung der Mauerflächen geschieht durch Mauerstreifen und Säulen, die mit Rundbogen verbunden sind. Das oberste Stockwerk zeigt wieder einen Bogen-Laufgang, der sich um das ganze Bauwerk herumzieht. Als Gegengewicht gegen die aufstrebenden Teile der Ostseite erhebt sich über der Vorderseite der vierseitige Hauptturm, dessen Dach auf dem Bilde noch zu erkennen ist. Die Entstehung der Apostelkirche fällt in die Zeit vom letzten Viertel des 12. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts, in welcher der romanische Stil seine höchste Blüte bereits erreicht hatte.
Der Dom zu Worms. Die Gesamtanlage der romanischen Kirchenbauten läßt sich deutlicher an den Domen von Worms und Mainz erkennen, welche zu den wichtigsten Denkmälern des romanischen Stiles gehören. Der Entwurf zu ersterem (Fig. 239) stammt aus dem 11. Jahrhundert, die Vollendung erfolgte gegen Ende des 12. Jahrhunderts. Das Bauwerk zeigt deutlich, worauf das Streben in der ersten Zeit des romanischen Stiles gerichtet war: nicht auf reiche Ausgestaltung der Einzelheiten wird Wert gelegt, sondern auf die Wirkung
^[Abb.: Fig. 262. Säulenknäufe aus dem Klosterhof des Lateran.
Rom.] ¶
durch schöne Verteilung der Massen. Ost- und Westseite halten sich das Gleichgewicht, jede besitzt zwei Türme und eine Kuppel. Der Schmuck der Außenseiten beschränkt sich auf Lisenen, Rundbogenfriese und Bogengänge am Chor, an den Kuppeln und an den hinteren Türmen. Abweichend von der einfachen Regel haben der Dom zu Worms wie auch der zu Mainz zwei einander gegenüberliegende Chöre.
Dom zu Mainz (Fig. 240). Auch bei diesem liegt die Schönheit hauptsächlich in der Anordnung der Massen. An den älteren Teilen, dem Ostchor - auf der Abbildung links sichtbar -, und an den Wänden des Längsschiffes ist noch große Zurückhaltung hinsichtlich Verwendung der Schmuckformen bewahrt, während der später ausgeführte Kuppelturm der Westseite schon das mit der Einführung des gotischen Stiles aufkommende Streben nach schmuckhafter Wirkung verrät. Diese Verschiedenartigkeit erklärt sich aus der langen Dauer der Bauzeit und aus den wechselvollen Schicksalen des Domes, der mehrmals durch Feuer und in den Kämpfen der Bürgerschaft mit den Bischöfen verwüstet wurde. Die ältesten Teile des Domes in seiner jetzigen Gestalt rühren aus der Zeit nach dem Brande von 1009 her; die übrigen entstanden nach 1191, die Vollendung der Hauptkuppel zog sich bis in das 13. Jahrhundert hinein.
Abteikirche zu Maria-Laach. Neben den vorgenannten gewaltigen Bauten verdient eine kleinere rheinische Kirche, die ihr ursprüngliches Aussehen völlig bewahrt hat, als Vertreterin des reinen romanischen Stils genannt zu werden. Es ist dies die Abteikirche zu Maria-Laach, die im Jahre 1093 begonnen und 1156 vollendet wurde. Die Anlage in Kreuzform ist die gleiche wie bei den großen Bauten, die aufstrebenden Teile werden in schönen Gruppen zusammengehalten, und die Ausschmückung des Aeußeren mit Lisenen, die durch Rundbogenfriese verbunden sind, hält die rechte Mitte zwischen Leerheit und Ueberfüllung. (Fig. 241.)
Dom zu Bamberg. In diesem herrlichen Bauwerke des Frankenlandes finden wir die Vorzüge der rheinischen und der sächsischen Bauweise vereinigt. Der Dom ist zugleich auch der bedeutendste Vertreter des sogenannten «Uebergangsstiles». An dem östlichen Teile mit seinen zwei vierseitigen Türmen und am Langhause hat sich das Romanische am reinsten erhalten; die kleineren Türme der Westseite mit durchbrochenen Treppentürmchen an ihren Kanten zeigen Einflüsse der französischen Frühgotik. Die Anlage ist, wie schon aus dem Anblick des Aeußeren zu erkennen ist, dreischiffig, mit Chören an der Ost- und Westseite, dem westlichen ist ein Querschiff vorgelagert; ein
^[Abb.: Fig. 263. a) Bernwardssäule im Dom zu Hildesheim, b) Marmorkandelaber in St. Paul außer den Mauern.
Rom.] ¶