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Der Richter sprach die Mutter aber der Störung des Totenfriedens schuldig, weil sie rund vier Monate nach der Geburt den Leichnam des Säuglings in eine Abfallmulde legte. So kam das tote Baby auf die Deponie.
Der Richter verhängte für diese Straftat eine bedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 60 Franken, also 7200 Franken. Zudem ordnete er an, dass sich die Frau einer Therapie unterzieht und eine Bewährungshilfe erhält. Er folgte damit den Empfehlungen eines psychiatrischen Gutachtens.
Schwangerschaft nicht bemerkt
Unbestritten war am Prozess, dass die heute 26-jährige Frau aus dem Kanton Bern im Oktober 2011 in der Wohnung ihres Vaters in Wimmis allein in der Dusche ein Mädchen zur Welt gebracht hatte. Dieses lebte bei der Geburt, worauf die Frau es wusch und zu sich ins Bett nahm. Dort bekam der Säugling, der wohl eine Frühgeburt war, Atemprobleme.
Gemäss der Version, welcher der Richter Glauben schenkte, hielt die Frau, die keine Erfahrung mit Kindern hatte, die Probleme aber nicht für lebensbedrohlich. Aufgewacht aus einer Schlafphase, stellte die Frau dann plötzlich fest, dass das Kind nicht mehr atmete.
Ihrem Vater hatte sie von der Schwangerschaft nichts gesagt. Auch dem Kindsvater hatte sie ihre Umstände verschwiegen - ohnehin wollten sie und ihr Freund kein Kind. Sie sei damals überfordert gewesen, sagte sie vor Gericht. Die Eltern hätten sich kurz zuvor getrennt. Die Schwangerschaft habe sie erst einen Monat vor der Geburt bemerkt.