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Als der Computerexperte Frank (Marcello Montecchi) seinen Arbeitgeber auf Sicherheitslücken im Online-Banking hinweist, wird er vom Bankdirektor verleumdet und landet vorübergehend unschuldig im Knast. Dort werden der zwielichtige Polizist Max (Daniel Rohr) sowie die actionverliebte Polizistin Rahel (Mona Petri) auf ihn aufmerksam. Max überzeugt Frank, den Kampf mit der übermächtigen Bank aufzunehmen. Dabei wird Frank in einen Banküberfall verwickelt, den Max mit den Ganoven Tony (Pablo Aguilar) und Carlito (Sebastian Arenas) organisiert hat. Weitere Handlungsstränge drehen sich um einen verliebten Grossvater, eine besorgte Mutter und einen Boxer.
Leichtfüssig und augenzwinkernd wird die Geschichte des Spielfilms Geld oder Leben vorangetrieben. Von den Produzenten wird er als Gaunerkomödie angepriesen, doch diese Bezeichnung ist nur beschränkt zutreffend. Die Witze sind eher dünn gesät, der Krimi-Plot ist dafür umso dominanter. «Schräges Gaunerdrama» ist die wohl treffendere Bezeichnung für den Film der HGKZ-Absolventin Jacqueline Falk, die nach diversen Kurzfilmen und dem Dokumentarfilm Der letzte Coiffeur von der Wettsteinbrücke (CH 2004), nun mit Geld oder Leben ihren ersten Spielfilm realisiert hat. Sie hat darin ein charmantes Mini-Universum entworfen, in dem sich die Figuren ständig über den Weg laufen. Das kann ein wenig zufällig wirken – oder auch als Metapher für die Kleinräumigkeit der Schweiz verstanden werden. Das reiche Figurenkabinett führt dazu, dass selbst einige tragende Figuren etwas gar hastig und wenig differenziert eingeführt werden. Die Handlung selbst bewegt sich zwischen fernsehgerechter Beschaulichkeit – dem Erfolgsrezept von Die Herbstzeitlosen (Bettina Oberli, CH 2006) – und der Schrägheit von Verflixt verliebt (Peter Luisi, CH 2004).
Während die Produzenten der Low-Budget-Komödie Verflixt verliebt aus den beschränkten Mitteln eine Tugend gemacht haben, versuchen die Filmemacher von Geld oder Leben nach den Sternen zu greifen. Dabei kommt es gelegentlich zum Zusammenprall zwischen dem etwas holprigen Inhalt und der professionellen Oberfläche. Auf der technischen Ebene lässt die Produktion nämlich wenig zu wünschen übrig. Die Kameraarbeit ist einfallsreich verspielt und verleiht dem Film eine geschmeidige Note. Auch die Spezialeffekte sind erstklassig. Von den insgesamt 980 Einstellungen im Film sind 220 durch Tricktechnik bearbeitet worden. Verblüffend für einen mit geringen Mitteln realisierten Schweizer Film sind insbesondere die Szenen auf einem Zuggelände, das Finale mit einer Autoverfolgung und die dynamische Titelsequenz.
Das Projekt ist auch hinsichtlich der Finanzierung bemerkenswert. Obwohl für die Produktion ein Antrag beim Bundesamt für Kultur gestellt wurde, musste sie ohne staatliche Fördergelder auskommen. Das Gesuch ist abgelehnt worden, weil weder die Regisseurin noch der Produzent Erfahrung mit Spielfilmen vorweisen konnten. So musste der Film ausschliesslich durch Private finanziert werden. Dadurch gestaltete sich auch die Suche nach einem Kinoverleih mühsam, war aber letztlich erfolgreich.