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Kantate zum 3. Weihnachtstag, für Sopran, Alt und Bass, Vokalensemble, Zink, Posaune I-III, Oboe d’amore, Streicher und Basso continuo.
Dass der erfahrene Kapellmeister Bach den italienisch-deutschen Konzertatstil seiner Zeit beherrschte, musste er nach einem halben Jahr Leipziger Kantorat niemandem mehr beweisen. Daher setzte er zuweilen bewusst auf die alte Vokalpolyphonie und verzichtete auf eigenständige Instrumentalpartien. So werden im Eingangschor der zu Weihnachten 1723 entstandenen Kantate BWV 64 die Singstimmen nur von Streichern sowie dem «Stadtpfeifersatz» aus Posaunen und Zink verdoppelt – ein archaisches Klangbild, das zum rasanten Drive und der geschärften Harmonik des Fugenchores in eigentümlicher Spannung steht und so in der Krippenfreude schon das spätere Kreuz antönen lässt. Die drei Choralsätze des Werkes hellen dann ebenso wie die tänzerisch-farbigen Arien diesen auf Weltabwendung zielenden Ton der Kantate auf.
Reflexion
Susanne Burri ist Juniorprofessorin des Lehrstuhls für Praktische Philosophie unter besonderer Berücksichtigung der politischen Philosophie und der Sozialphilosophie an der Universität Konstanz. Sie hat 2014 an der London School of Economics and Political Science (LSE) promoviert. Sie hat an der LSE und an der Universität St. Gallen Philosophie und Wirtschaft studiert. Sie forscht zu Themen in normativer Ethik, insbesondere zur Frage nach einem gerechten Krieg, zur Bedeutung des Todes für unser Leben und zur moralischen Entscheidungsfindung unter Ungewissheit.