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Dämmen mit Jute
«Thermo Jute Flex» ist ein Dämmstoff, der zu 85 bis 90% aus Jutefasern besteht. Sein Grundmaterial wird aus gebrauchten Jutesäcken gewonnen. In diesen gelangen Kakao- und Kaffeebohnen aus aller Welt zu den europäischen Schokoladenherstellern und Kaffeeröstern. Die ausgedienten Säcke werden auseinandergerissen, die Fasern gereinigt und gleichzeitig der Brandschutz sichergestellt.
Als Bindemittel dient eine textile Stützfaser namens PET-Bikofaser. Sie basiert auf dem gleichen Polyethylenterephthalat, das auch bei der Produktion von Mehrweg-Kunststoffflaschen eingesetzt wird. In einem mechanischen Vorgang wird aus der Masse ein Vlies hergestellt, welches zum Schluss auf 170 °C erhitzt wird. Auf diese Weise schmelzen die PET-Bikofasern mit den Jutefasern zusammen und das Vlies verfestigt sich.
Geliefert wird «Thermo Jute Flex» als Rollenware in den üblichen Dicken. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,038 W/mK kann der Jutedämmstoff gut mit gängigen Dämmmaterialien mithalten. Hanf etwa schneidet um 0,04 W/mK schlechter ab. Gemäss dem Anbieter Benz24 – er vertreibt «Thermo Jute Flex» als Eigenmarke auch in die Schweiz – ist die neue Dämmung preisgünstiger als vergleichbare Hanfprodukte.
Bisher gab es nur Dämmstoffe mit geringerem Jutefaser-Anteil, die auch Hanf enthielten. Jutefasern gelten als ein besonders schnell nachwachsender Rohstoff. Die Hauptanbaugebiete der tropischen Corchorus-Pflanzen befinden sich in Bangladesch und Indien.