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Von hinten
Ich weiss nicht, woran es liegt. Vielleicht, weil ich von hinten schöner bin, als von vorne … oder bin ich zu schnell? Immer schon vorbei?
Jedenfalls ist es eine Tatsache, dass ich im Laden immer von hinten angesprochen werde und nicht von vorne. Egal, ob von Kunden oder von Mitarbeitern.
Die Leute schauen mich an, manche grinsen, manche nicken, manche lächeln, manche schauen weg. Und kaum bin ich 5 Meter weit weg, rufen sie mir etwas nach.
Nun, wer die Geschichten aus dem Dorfladen kennt, weiss: Es gibt Dinge, die sollte man nicht tun. Und die Liste dieser Dinge wird länger und länger … Mich von hinten ansprechen ist nicht erst seit gestern auf der Liste.
"Sie, darf ich Sie etwas fragen?" hörte ich eine Stimme aus dem Hintergrund.
Ich drehte mich um, freundlich, wie ich bin, ging ich die Strecke zurück. "Ich suche Kaffee!" Ich sah die Kundin an. "Das finde ich schön! Viel Glück beim Suchen!"
Ich hatte mich bereits wieder umgedreht und ein paar Schritte von der Kundin entfernt, als ich ihre Stimme wieder an meinen Hinterkopf prallen hörte. "Ich finde ihn aber nicht!" "Und was hat das mit mir zu tun?" fragte ich die Dame. "Können Sie mir sagen, wo ich den Kaffee finde?" Ich konnte.
Kaffee war das richtige Stichwort und ich machte mich auf den Weg, meine Nummer 7 aus der Maschine zu quetschen.
Soweit kam es aber nicht, denn bereits hatte mich eine weitere Vorantike von hinten angesprochen.
Kumulatives Fehlverhalten nennt man das. Ich drehte mich um. "Haben sie keine Mozzarellabratwurst mehr?" Schon bemerkt? Zwei weitere Minuspunkte: Keine Begrüssung und Negativform … "Nein, die Mozzarellabratwurst gibt es nur während der Grillsaison!" "Das kann nicht sein, die habe ich letzte Woche hier gekauft! Es ist die einzige Wurst, welche ich als Vegetarierin essen darf!" "Ach ja? Aber da ist Kalbfleisch und Käse drin! Aber sie wissen ja sicher, woher das Wort Vegetarier stammt … es kommt aus dem Indianischen und heisst übersetzt: Zu dumm zum Jagen …" Ihr Mund blieb weit offen. Und bevor sie sich wieder fassen konnte, war ich an der Kaffeemaschine … Mit sanftem Druck auf die Taste, erlöste ich das schwarze Wundermittel aus der dunklen Maschine. Ich kann auch ganz lieb sein …