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Gräzistik
Die Gräzistik befasst sich mit der Edition und Interpretation der Texte der gesamten griechischen Literatur von den Anfängen (Ende 8. Jh. v. Chr.) bis in die Spätantike (6. Jh. n. Chr). Grundlegend in Forschung und Lehre ist die Erschliessung der Texte durch die philologisch-historische Methode.
Die Basler Gräzistik zeichnet sich durch eine ausgeprägte Profilierung in den Bereichen des Homerischen Epos, der frühgriechischen Lyrik, der attischen Tragödie und Komödie, hellenistischer Dichtung, des griechischen Liebesromans, der Religionsgeschichte, der Literaturkritik, der vorsokratischen Philosophie und der Sprachwissenschaft aus.
Auf der Grundlage ihrer besonderen Tradition (Nietzsche, Meuli) vertritt sie eine Öffnung zur modernen Kulturwissenschaft und integriert dabei anthropologische, komparatistische und literaturtheoretische Fragestellungen (u.a. Metatheatralität, Mündlichkeit, Performativität, Sprechakt, Ritualität, Intertextualität, Erzähltheorie). In diesem Kontext untersucht sie vor allem auch die Interdependenz von griechischer Literatur und Religion. Zudem hat sie Schwerpunkte in der Rezeptions- und Wissenschaftsgeschichte; ein wichtiger Gegenstand ist die Erforschung moderner Inszenierungen antiker Dramen.