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Zur Verminderung des Methanausstosses bei Milchkühen zeigen tanninhaltige Futtermittel wie Akazie oder Esparsette einen messbaren Effekt. Da diese Futtermittel jedoch teilweise zu Produktivitätseinbussen führen, ist ihr Einsatz mit Sorgfalt zu bewerten.
Eine der herausragendsten Eigenschaften von Wiederkäuern ist ihre Fähigkeit, nicht essbare pflanzliche Biomasse in menschliche Nahrung umzuwandeln. Futtermittel auf Grasbasis weisen in der Regel einen hohen Gehalt an verdaulichen Fasern auf, was zu einer erhöhten Produktion von Methan (CH4), einem wichtigen Treibhausgas, führt.
Ein möglicher Ansatz zur Verringerung der CH4-Emissionen ist die Fütterung von Wiederkäuern mit tanninhaltigen Futtermitteln. Kondensierte Tannine können die CH4-Produktion im Pansen verringern, indem sie den Abbau von Kohlenhydraten (insbesondere von Fasern) reduzieren oder direkt gegen methanbildende oder Wasserstoff produzierende Mikroben im Pansen wirken. Beide Wirkungsweisen können jedoch auch die Energieversorgung der Tiere verringern und aufgrund der geringeren Verdaulichkeit des Futters zu möglicherweise erhöhter CH4-Freisetzung aus der Gülle führen.
Methanbildung im Pansen und -freisetzung aus Gülle untersucht
Wir untersuchten die Auswirkung der Verfütterung von Raigrassilage, Rotkleesilage und Esparsettensilage mit und ohne Zugabe von Akazien-Extrakt auf die CH4-Produktion im Pansen von Milchkühen sowie die CH4-Freisetzung aus der Gülle. Die Futteraufnahme und die Milchleistung wurden täglich aufgezeichnet. Die Zusammensetzung der Milch, die Eigenschaften des Pansensaftes und die Mikrobiota wurden analysiert. Die individuelle CH4-Produktion im Pansen wurde mit dem GreenFeed-System bestimmt. Die CH4-Freisetzung der Gülle wurde in einer dynamischen Kammer gemessen, in dem Kot und Urin aus einem parallellaufenden Bilanzversuch genommen und unter Berücksichtigung des Ausscheidungsverhältnisses gemischt wurden.
Tanninhaltige Futtermittel verringern zwar die Methanproduktion…
Die Zugabe von Akazien-Extrakt verringerte die tägliche CH4-Produktion im Pansen um 10 %, nicht jedoch die CH4-Emissionsintensität, d.h. die Produktion pro Liter produzierter Milch und die CH4-Rate, die Produktion pro kg Trockensubstanzaufnahme. Die senkende Wirkung der Esparsettensilage auf die CH4-Produktion hing von der Silage ab mit der sie verglichen wurde. Akazien-Extrakt reduzierte die CH4-Freisetzung aus der Gülle bei der Verfütterung von Raigrassilage um 17 %, nicht aber bei Verfütterung von Esparsetten- und Rotkleesilage. Die Fütterung von Esparsetten-Silage führte zur niedrigsten CH4-Freisetzung aus der Gülle im Vergleich zu den beiden anderen Silagen.
… reduzieren aber auch die Milchproduktion
Akazien-Extrakt reduzierte die Milchproduktion und die Futteraufnahme, wenn er zur Raigrassilage gegeben wurde, der Silage mit dem niedrigsten Proteingehalt. Die Verfütterung von Esparsette und Akazien-Extrakt führte zu einer Verringerung des Milchproteingehaltes und der Milchproteinmenge.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Verringerung der CH4-Produktion bzw. CH4-Freisetzung aus der Gülle teilweise mit Produktivitätseinbussen bei den Tieren verbunden war, so dass eine sorgfältige Bewertung erforderlich ist, bevor tanninhaltige Futtermittel in der landwirtschaftlichen Praxis eingesetzt werden.
Fazit
- Akazie verringerte die CH4-Produktion im Pansen um 10 %, nicht aber die CH4-Emissionsintensität. Die Verfütterung von Esparsetten-Silage führte zu einer Reduktion der CH4-Emissionen aus der Gülle.
- Sowohl die CH4-Produktion im Pansen als auch die Freisetzung aus der Gülle waren vom Fasergehalt des Futters abhängig.
- Da tanninhaltige Futtermittel nicht nur die Methanproduktion sondern auch die Produktivität beeinflussen können, ist der Einsatz in der Praxis sorgfältig abzuwägen.