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Cartographica Helvetica
Zusammenfassung
Peter F. Tschudin:
Typometrie: eine erfolgreiche Technik zur Herstellung aktueller Karten
Cartographica Helvetica 36 (2007) 27–35
Zusammenfassung:
Seit jeher war es das erklärte Ziel der Kartographen, eine genaue Darstellung zu liefern. Hinzu trat als zweites Ziel die Aktualität. Das Sammeln neuer Nachrichten und Erkenntnisse sowie deren Umsetzung in ein gezeichnetes und gestochenes Kartenbild nahmen aber viel mehr Zeit in Anspruch als der eigentliche Druckvorgang, so dass im Druck vervielfältigte Karten beim Erscheinen meist überholt waren. Die grosse Beschleunigung des Nachrichtenflusses im 18. Jahrhundert führte zu verschiedenen Versuchen, das Entwerfen und die Druckvorbereitung zu vereinfachen. Auch die Veröffentlichung von Karten in mehreren Sprachversionen führte zu Zeit- und Geldproblemen.
Daher entwickelte 1776 der Schriftgiesser Wilhelm Haas (1741–1800) in Basel, in Konkurrenz mit Johann Gottlob Breitkopf in Leipzig, nach den Vorgaben von August Gottlieb Preuschen in Karlsruhe die Typometrie, ein System des Landkartensatzes mit geographischen Zeichen. Die gleichzeitigen Fortschritte im Ätzen von Stichen und die Erfindung des «chemischen Drucks», der Lithographie, durch Alois Senefelder (1797) liessen jedoch die Typometrie bald als überholt erscheinen.