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Steinböcke –
düstere Zeiten mit Happy End
Der Steinbock ist das Wappentier des Kantons Graubündens. Doch dass es hier
überhaupt Steinböcke gibt, ist nicht selbstverständlich.
Bis ins 15. Jahrhundert war der Steinbock in Graubünden noch sehr präsent, doch mit der Erfindung der Feuerwaffen änderte sich dies rasch. Die Jagd auf den Steinbock wurde dadurch vereinfacht. Ein Grund für die Jagd war, dass der Steinbock eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan war. Ein anderer, dass dem Steinbock heilende Kräfte zugesprochen wurden. Hörner, Herzen, Blut, Knochenmark und sogar der Kot wurden u.a. zu Heilmitteln gegen männliche Impotenz verarbeitet.
Obwohl die Jagd auf den Steinbock bereits 1612 verboten und sogar mit körperlicher Züchtigung bestraft wurde, war der Steinbock im Jahre 1640 in Graubünden ausgerottet und um 1850 war der Steinbock im gesamten Alpenraum ausgerottet. Einzig im italienischen Gran-Paradiso-Massiv lebten noch einige wenige Dutzend Tiere, die dank dem damaligen italienischen König, Vittorio Emanuele, überlebten. Dieser war selbst leidenschaftlicher Jäger und erliess ein Gesetz, dass es allen Jägern - ausser den königlichen - verbot, den Steinbock zu jagen. Über 50 Wildhüter waren dafür zuständig, den Schutz der Tiere zu kontrollieren.
In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wollten Naturfreunde und einige Politiker den Steinbock wieder in der Schweiz ansiedeln. Doch es war gar nicht so einfach, legal an die Steinböcke zu gelangen und die italienischen Könige gaben ihre Steinböcke nicht gerne her. Nur an Adlige und Geistliche wurden hin und wieder Steinböcke verschenkt.
1879 versuchte der SAC erstmals, Steinböcke neu anzusiedeln. Dieser Versuch scheiterte jedoch kläglich, da es sich bei den 13 ausgesetzten Tieren um Bastardwild-Kreuzungen zwischen Steinbock und Hausziegen handelte und diese nicht fortpflanzungsfähig waren.
1906 wurden drei Steinbockkitze von Italien in die Schweiz geschmuggelt. Unterwegs standen verschiedene „Verpflegungsposten“, sprich Hausziegen, die in Felsverstecken untergebracht waren und bei denen die Kitzen Milch trinken konnten. Diese Aktion wurde sogar vom Eidgenössischen Departement des Innern unterstützt, obwohl sie illegal war.
Rückblickend kann die Wiederansiedlung des Steinbocks als voller Erfolg angesehen werden, denn heute leben rund 5700 Tiere in Graubünden.
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