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Pflanzen des Monats 2016
Pflanze des Monats Februar: Kalanchoe gastonis-bonnieri im Sukkulentenhaus (34)
Jungpflanzen am Blattrand - eine aussergewöhnliche Art der Vermehrung
Die Gattung Kalanchoe gehört zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) und umfasst rund 150 sukkulente, meist ausdauernde Arten. Sie kommen auf der Arabischen Halbinsel sowie in tropischen Gebieten Afrikas und Asiens vor. Innerhalb der Gattung unterscheidet man die beiden Sektionen Kalanchoe (mit aufrechten Blüten) und Bryophyllum (mit hängenden Blüten). Arten der Sektion Bryophyllum (deutscher Name: Brutblatt) kommen ausschliesslich auf Madagaskar vor. Ein Grossteil der ca. 35 Arten dieser Sektion bildet an den Blatträndern sogenannte Brutknospen, die zur vegetativen Vermehrung der Pflanze dienen. Aus den Brutknospen entwickeln sich Tochterpflanzen, die sich bei Reife ablösen, herunterfallen und mit den bereits vorhandenen Wurzeln direkt anwachsen. Diesen Ausbreitungsmechanismus nennt man Blastochorie (“Ausbreitung durch Selbstableger“). Kalanchoe gastonis-bonnieri stammt aus dem Nordwesten Madagaskars und wächst dort auf Kalkfelsen in offenen Wäldern, zusammen mit anderen Sukkulenten. Die dekorative und anspruchslose Art wird auch als Zierpflanze in vielen tropischen Regionen kultiviert. Sie bildet an ihrer Basis eine Rosette aus dickfleischigen, oft bläulich bereiften, bräunlich gepunkteten, kahlen, bis 50 cm langen Blättern. Sie wird bis 1 m hoch, wobei der Blütenstand die Hälfte der Gesamtgrösse erreichen kann. Jede Einzelblüte wird bis 5 cm lang. Die Art ist monocarpisch, das heisst sie blüht nur ein einziges Mal in ihrem Leben. Die Mutterpflanze stirbt nach der Samenreife ab, hinterlässt aber neben den zahlreichen Samen noch eine Vielzahl der am Blattrand gebildeten Tochterpflanzen.
Pflanze des Monats Januar: Drachenbaum-Agave (Agave attenuata) im Sukkulentenhaus (34)
Blühen - zum ersten und letzten Mal
Agave ist eine Gattung aus der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) die über 200 Arten umfasst (Agave s.l.). Der botanische Name Agave (griechisch agavos = edel, prachtvoll, erhaben) leitet sich aus der griechischen Mythologie ab (Tochter von Kadmos und Harmonia). Das Hauptverbreitungsgebiet der Agaven ist Mexico, erstreckt sich jedoch insgesamt über den Süden und Südwesten der Vereinigten Staaten sowie über Mittelamerika bis in das tropische Südamerika. Die dekorativen, relativ anspruchslosen Agaven werden weltweit in frostfreien, zumeist tropischen und subtropischen Regionen kultiviert. Fast alle Agaven-Arten sind monocarpisch, das heisst sie blühen nur ein einziges Mal in ihrem Leben. Die Mutterpflanze stirbt nach der Samenreife ab, hinterlässt aber neben den zahlreichen Samen meistens noch eine Vielzahl von Tochterpflanzen. Bis zur Ausbildung des Blütenstands vergehen oft mehrere Jahrzehnte.
Die Drachenbaum-Agave (Agave attenuata) wächst zwar in den Höhenlagen von Mexico auf 1800 bis 2500 m, ist jedoch sehr frostempfindlich (Schäden ab -2 °C, ab -4 °C stirbt sie bereits). Sie ist eine sukkulente Pflanze mit bis zu 1,5 m hohen Stämmen, die eine Blattrosette an der Spitze tragen. Die eiförmigen, weichen Blätter sind bläulich- bis gelblich-grün und stachellos. Der dichte, meist gebogene Blütenstand, wegen dem die Art auch Schwanenhals-Agave genannt wird, ist mit einer Länge von bis zu 4 Metern besonders üppig und trägt unzählige, grünlichgelbe Blüten. Die Einzelblüten sind nektarreich und wohlriechend, wodurch verschiedene Bestäuber, wie Kolibris, große Nachtfalter oder Fledermäuse angelockt werden.