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Beim Abschluss einer Lebensversicherung ist man auf lange Zeit an seine vertraglichen Verpflichtungen gebunden. Ein nicht unwesentlicher Anteil derjenigen, die einen solchen Vertrag unterschrieben haben, bereut diesen Schritt später. Kann man die vereinbarten Zahlungen nicht mehr leisten oder benötigt man das Sparkapital frühzeitig, kann ein Ausstieg teuer werden, weil man nur einen Teil des einbezahlten Kapitals zurück erhält (den sog. Rückkaufswert).
Man sollte sich diesen Schritt deswegen sehr gut überlegen. Im Zweifelsfalle sollte man sich nicht unter Druck setzen oder setzen lassen und sollte die Entscheidung zur Unterschrift ein paar Wochen oder sogar Monate aufschieben.
Und vor dem Abschluss einer Lebensversicherung sollte man die folgenden Fragen für sich selbst beantworten:
- Eine Lebensversicherung mag jetzt sinnvoll sein. Wie sieht jedoch mein Leben in zehn, zwanzig oder dreissig Jahren aus? Benötige ich dann noch genau die gleiche Vorsorge- und Versicherungslösung?
- Muss ich finanziell für andere Personesinnn sorgen? Falls nein, bringt mir ein Todesfallkapital nichts und es gibt günstigere Möglichkeiten, um fürs Alter zu sparen.
- Wäre es nicht besser, den Risikoschutz mit einer Todesfall- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung abzudecken und das Sparen mittels flexibler, freiwilliger Einzahlungen zu gestalten?
- Wie hoch sind die garantierten Leistungen? Nicht garantierte Überschussanteile können eine schöne Zugabe sein, aber man darf nicht mit ihnen rechnen.
- Wurde ich seriös beraten? Verstehe ich den Vertrag und die finanziellen Konsequenzen, etwa zur Berechnung der Prämie in den Folgejahren und bei einem vorzeitigen Ausstieg?
- Wie bin ich überhaupt auf die Idee gekommen, eine Lebensversicherung abzuschliessen? Geschah dies aus eigenem Antrieb oder versucht mir jemand etwas aufzuschwatzen? Ist mir in diesem Fall bewusst, dass der Verkäufer/Vermittler eine Provision, die möglicherweise mehr als tausend Franken beträgt, erhalten wird?
- Habe ich mehreren Anbietern Offerten eingeholt und einen Vergleich erstellt? Sind die verschiedenen Offerten so direkt miteinander vergleichbar?
Eine Lebensversicherung kann beispielsweise in folgenden Fällen sinnvoll sein:
- Unverheiratete Paare mit Unterstützungspflicht (Kinder), welche ggf. keine oder geringere Versicherungsleistungen aus der Pensionskasse erhalten, als wenn sie verheiratet wären.
- Selbständige, welche keiner Pensionskasse angeschlossen sind.
- Personen, welche einen Vorbezug der Pensionskasse getätigt haben (Wohneigentum oder Selbständigkeit) und deren Versicherungsschutz ungenügend ist.
- Personen, welche über ein gutes Einkommen verfügen, aber schlicht nicht mit Geld umgehen können. Hier kann das „Zwangssparen“ ein sinnvoller Weg sein, um Kapital fürs Alter beiseite zu legen und um auch nach der Pensionierung noch seinen gewohnten Lebensstil fortsetzen zu können.
- Das gleiche gilt für Personen, die unerwartet zu Geld gekommen sind (z.B. Erbschaft oder hoher Lottogewinn). Mittels Einmaleinlage kann man dieses Geld fürs Alter beiseitelegen und es davor schützen, dass man es für Konsumgüter wie Ferien oder ein Auto ausgibt.