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hung der folgende, an die schon üblich gewordenen Benennungen sich möglichst anschließende Vorschlag von Conrector G. Delabar (Polytechn. Journal, 1867, 2. Januarheft) Beachtung verdient. Derselbe theilt die Heißluftmaschinen ein in: 1) offene Heißluftmaschinen, bei welchen die Arbeitsluft mit jedem Kolbenhube ins Freie entweicht, und zwar a) mit offener Feuerung (Maschinen von Ericsson, Wilco r c.), wobei auch die Verbrennungsgase, ohne mit der Arbeitsluft sich zu mischen, direct durch den Schornstein ins Freie entweichen, b) mit geschlossener Feuerung (Maschinen von Below, Windhausen, Roper c.), wobei die Verbrennungsgase mit der Arbeitsluft gemischt in den Treibcylinder gelangen; « 2) geschlossene Heißluftmaschinen, wobei die Arbeitsluft, welche sich hier nie mit den Verbrennungsgasen mischt, stets dieselbe bleibt, also einen sogenannten Kreisproceß wiederholt durchläuft, und zwar a) mit atmosphärischer Anfangspressung (Laubereau - Schwartzkopff'sche Maschinen c.), b) mit künstlich erhöhter Anfangspressung der eingeschlossenen Arbeitsluft (Maschine von Reichenbach). Weniger wesentlich wären fernere Unterabtheilungen in einfach und doppelt wirkende Maschinen, mit oder ohne sofort
Maschinentheile.
Der astatische Schwungkugelregulator von Dr. Großmann (Verh. des Vereines zur Beförd. des Gewerbfl. in Preußen, 1865, S. 104; auch „Des Ingenieurs Taschenbuch“, 7. Aufl., S. 420) empfiehlt sich vor manchen anderen zu dem gleichen Zweck gemachten Vorschlägen durch die Einfachheit der Idee und Ausführung, namentlich auch durch die Leichtigkeit, womit danach ein schon vorhandener gewöhnlicher Watt'scher Regulator in einen astatischen verwandelt werden kann. Derselbe besteht nach beistehender Skizze einfach darin, daß mit der Drehare B des Stellzeughebels AB ein rechtwinkelig gegen AB gerichteter Arm BC verbunden ist, der ein Gewicht = S trägt. Die erforderliche Größe dieses Gewichtes, worin das halbe Gewicht des Armes BC eingerechnet zu denken ist, ergiebt sich durch folgende Betrachtung.
M it th e il u n gen
*) Diese Denkschrift unter dem Titel: „Promemoria über die Organisation eines Lehrcursus für Eisenhüttenwesen in Verbindung mit dem Centrallaboratorium der rheinischwestphälischen Eisenwerke“ sei im Nachstehenden ihrem wesentlichen Inhalte nach ausführlich mitgetheilt. „Bei der, in vielen Beziehungen vortrefflichen Organisation der deutschen technischen Hochschulen ist es auffallend, daß das Eisenhüttenwesen nirgends in einer, der hohen Bedeutung dieses Industriezweiges entsprechenden, Weise vertreten ist. Die Bergakademieen, auf welchen in früheren Zeiten eine, dem damaligen Standpunkte der Wissenschaft und Technik angemessene, Darstellung des gesammten Hüttenwesens gegeben wurde, sind der neueren Entwickelung der Eisen- und Stahlfabrication nicht in genügender Weise gefolgt, was theils in der großen Entfernung dieser Lehranstalten von den Haupteisendistricten begründet sein mag, theils in dem Mangel geeigneter Lehrkräfte, welche außer der theoretischen Grundlage namentlich auch den praktischen Theil des vielverzweigten Gebietes aus eigener Thätigkeit kennen zu lernen und vorzutragen verstanden. Andererseits ist an den polytechnischen Schulen und der GewerbeAkademie zu Berlin, wo viele Zweige der Technik eine vortreffliche Vertretung fanden, kaum ein Anfang dazu gemacht, durch Vorträge und Uebungen Ingenieure speciell für die Bedürfnisse des Eisenhüttenbetriebes heranzubilden. Es blieb daher den jungen Technikern, welche sich dem Studium unseres Faches widmen wollten, nur die Möglichkeit offen, entweder auf den ausländischen Lehranstalten zu Paris, Lüttich, London oder Leoben eine, jedoch nicht den heimischen Verhältnissen entsprechende, Ausbildung zu suchen, oder durch Besuch einer polytechnischen Schule sich die nöthigen Kenntnisse in den Naturwissenschaften, besonders in der Chemie,
schlagene Erweiterung des Laboratorien-Unternehmens**) in Beziehung auf die Organisation eines Lehreursus für Eisenhüttenwesen. Der Referent Hr. R. Peters wies im Anschlusse an die ausgegebene Denkschrift darauf hin, daß ein Mangel an Gelegenheit zur Ausbildung für junge Hüttenleute thatsächlich bestehe. Der Unterricht in den polytechnischen Schulen umfasse zwar das Gesammtgebiet der technischen Wissenschaft; es fehle aber dabei die specielle Fachausbildung. Der Vorstand- des zollvereinsländischen Eisenhüttenvereines habe nun den Plan gefaßt, eine passende Lehr
**) Vergl. hierüber Bd. X, S. 291, 315 und 481 und Bd. XI, S. 363 d. Z. D. Red. (L.)
Die segensreichen Folgen eines systematischen wissenschaftlichen Unterrichtes für die Ausbildung der Ingenieure in den übrigen Industriezweigen sind bekannt, und es dürfte nicht zweifelhaft sein, daß auch für das Eisenhüttenwesen, welches in täglich wachsender Ausdehnung immer mehr tüchtig vorgebildete Kräfte verlangt, die Organisation eines Lehrcursus zur speciellen Darstellung dieses Gebietes gute Früchte tragen und einem in der Praxis vielfach gefühlten Bedürfnisse Befriedigung gewähren würde. Zur Erreichung dieses Zieles liegen zwei Wege offen: Ein derartiger Lehreursus für Eisenhüttenkunde kann entweder an eine der bereits bestehenden Bergakademieen oder polytechnischen Schulen angelehnt, oder als eine selbstständige Speciallehranstalt eingerichtet und in Verbindung mit dem von den rheinisch-westphälischen Eisenwerken zu errichtenden Centrallaboratorium gebracht werden. Der erstere Fall bietet ohne Zweifel gewisse Vortheile, weil dadurch die Ausbildung der Ingenieure des Eisenhüttenfaches in enge Beziehungen zu dem Unterrichte in den eng verwandten Gebieten der technischen Chemie, des Maschinenfaches und Ingenieurbauwesens gebracht und mit diesem unter einheitlicher Leitung organisirt werden könnte. Da jedoch die deutschen polytechnischen Schulen, ebenso wie die Bergakademieen, sehr weit von den Hauptdistricten der Eisen- und Stahlfabrication ihren Sitz haben, so würde bei einer derartigen Combination der sehr wesentliche Nachtheil eintreten, daß den Docenten und Studirenden des Eisenhüttenfaches die stete Anschauung der Processe und Apparate in der Praxis fehlte. In unserem Industriezweige ist es, mehr wie bei vielen anderen, von großer Wichtigkeit, die Fachvorträge durch fortwährende Beobachtuug auf den Hüttenwerken zu ergänzen, da zwar die Maschinen, Oefen, Hämmer 2c. durch Zeichnungen und Beschreibungen veranstalt mit dem intendirten Centrallaboratorium zu verbinden, und
sei die heutige Versammlung berufen, über die Zweckmäßigkeit einer solchen Einrichtung ihr gutachtliches Votum abzugeben.
Hiernach wies Hr. Khern auf die Akademie in Leoben hin, welche sich eines europäischen Rufes erfreue und einen großen Theil ihres Erfolges dem Umstande zu verdanken habe, daß sie vermöge ihrer Lage inmitten einer bedeutenden Eisenindustrie ihren Schülern die beste Gelegenheit biete, die erworbenen theoretischen Kenntnisse in der Anwendung auf die Praxis weiter auszudehnen und zu vervollständigen. Redner führte noch an, daß sich zur Zeit auf den rheinisch-westphälischen Werken etwa 20 bis 30 Schüler der gedachten Anstalt in Wirksamkeit befinden.
Hr. Helmholtz glaubte sich den Ausführungen des Hrn. R. Peters keinesweges anschließen zu können, erblickte vielmehr in der Erweiterung des Laboratorienunternehmens sehr erhebliche Schwierigkeiten. Zunächst erscheine die Personenfrage äußerst bedenklich, da es kaum anzunehmen sei, daß man für die in der Denkschrift vorgezeichnete, ungemein umfassende Lehrthätigkeit eine geeignete Kraft zu finden vermöge. Es solle danach der Vortragende nicht allein tüchtiger Constructeur, sondern auch gewiegter Chemiker und obendrein praktisch durchgebildeter Hüttenmann sein, von welchem vor Allem eine eingehende Kenntniß des Hohofenbetriebes und der verschiedenen Frischarbeiten gefordert werden müsse. Nehme man es aber auch als möglich an, einen solchen Mann zu finden, so sei es doch ganz undenkbar, daß derselbe sich durch das in Aussicht genommene Gehalt von 1600 Thlr. nebst 400 Thlr. für Reisekosten c. der Praxis entreißen lassen werde, und würde es deshalb gerathen erscheinen, von vorn herein die Lehrgegenstände zu theilen, und einen zweiten Lehrer anzustellen, wenn nicht überhaupt die dadurch bedingte erhebliche Kostenvermehrung zu dem Entschlusse führe, die Anstalt dem in der Entstehung begriffenen polytechnischen Institute zu Aachen anzulehnen.
anschaulicht werden können, weniger gut dagegen die Natur der Materialien und die Reihenfolge ihrer Bearbeitung. Dieser Gesichtspunkt dürfte in erste Linie zu stellen sein und die Entscheidung dafür abgeben, daß ein Lehrcursus für Eisenhüttenwesen im Centrum unserer Industrie neu errichtet und nicht an eine der bereits bestehenden technischen Hochschulen angelehnt wird. Zu demselben wären solche junge Techniker zuzulassen, welche durch Besuch einer polytechnischen Schule, der Gewerbe-Akademie in Berlin oder einer Bergakademie sich genügende Kenntnisse in den Naturwissenschaften, in Mathematik, Mechanik, Maschinenwesen und Bauconstruction angeeignet hätten, so daß sie im Stande sein würden, quantitative chemische Analysen auszuführen und die wichtigeren Maschinen und Gebäude zu construiren und zu berechnen. Sie würden dann in dem projectirten Cursus 1 Jahr hindurch Gelegenheit finden, einen ganz speciellen Vortrag über Eisenhüttenwesen zu hören, die Betriebsmaschinen, Oefen 2c. zu construiren und im Laboratorium analytische Uebungen speciell an Rohmaterialien, Schlacken und Eisenfabricaten zu machen. Hieran könnten sich Vorträge anschließen, um gewisse Zweige der Naturwissenschaften, z. B. die Theorie und Anwendung der Wärme, ausführlicher zu behandeln, sowie vielleicht Abschnitte aus den so wichtigen Gebieten der Volkswirthschaft, Statistik und Geschichte der Industrie. Ein solcher Lehrcursus würde sich mit dem Centrallaboratorium, dessen Errichtung von den rheinisch-westphälischen Eisenwerken in Aussicht genommen ist, vortrefflich in Verbindung bringen lassen, da beide Anstalten wesentlich dasselbe Ziel einer systematischen, wissenschaftlichen Darstellung und Erforschung der Hüttenprocesse verfolgen und sich gegenseitig in vielen Beziehungen ergänzen würden. Wird den Studirenden des Lehreursus die Mitbenutzung des Laboratoriums gestattet, so bietet sich dem Chef des Letzteren die Möglichkeit, die am tüchtigsten vorgebildeten Kräfte zu seinen Arbeiten heranzuziehen und einen umfangreichen Stoff durch die Analyse zu erforschen, was sonst nur durch Engagement von Assistenten möglich sein würde.
Redner warf sodann die Frage auf, wie eigentlich die Verbindung der Lehranstalt mit dem Laboratorium gedacht worden sei. Aus der Denkschrift scheine hervorzugehen, daß die vorgeschrittenen Schüler dem Chemiker als Assistenten beigegeben werden sollten, wodurch der Schwerpunkt in die Person des Docenten gelegt werde, welchem, da er zugleich die Vermittelung zwischen der Praxis und den Laboratorienuntersuchungen übernehmen solle, der leitende Chemiker gänzlich untergeordnet erscheine. Dieser wichtige Punkt bedürfe einer näheren Erläuterung. Hr. Petersen fand ebenfalls, daß die Denkschrift die Functionen des Docenten nicht genügend präcisire; der Letztere brauche nur fähig zu sein, die Constructionsübungen so weit zu leiten, als solche auf den speciellen Hohofen- und Walzwerkbetrieb Bezug haben, während die analytischen Untersuchungen des Laboratoriums selbstredend lediglich Sache des Chemikers bleiben müßten. Wenn der Cursus als dauernde Einrichtung intendirt werde, so könne er (Redner) sich dieser Ansicht nicht anschließen; er betrachte die Lehranstalt lediglich als einen Vorläufer des polytechnischen Institutes in Aachen, zu dessen integrirendem Theile sie später heranreifen und von vorn herein demgemäß organisirt werden müsse. Nach den jahrelangen Erörterungen und Verhandlungen möge man das heute Gebotene vorab dankbar annehmen. Hr. Helmholtz rügte ferner, daß das Gehalt für einen Assistenten für Constructionsübungen mit 600 Thlr. viel zu gering angeschlagen sei, und es gerathener erscheinen möchte, diesen Theil des Cursus gänzlich fallen zu lassen. Ueberhaupt möchte die Lehranstalt in den gezogenen sehr engen Grenzen eher schädlich, als nützlich wirken; solle dieselbe aber lediglich als Agitationsmittel und als Vorbereitung für eine spätere entsprechende Organisation des Aachener polytechnischen Institutes betrachtet werden, so stimme auch er unbedingt für die Einrichtung. Hr. Peters gab zu, daß die Dotation des Docenten allerdings ungenügend, und die Gewinnung einer zweiten Lehrkraft
Andererseits finden die Studirenden, welche sich bereits im Allgemeinen in der chemischen Analyse orientirt haben, durch die Benutzung des Laboratoriums Gelegenheit, dort Untersuchungen zu machen, welche die Specialitäten ihres Faches betreffen, so daß sie nachher als Hüttenchemiker vollständig hinsichtlich der besten Methoden der Analysen im Eisenfach, der Entnahme der Proben 2c., unterrichtet sind. Nicht minder wird eine derartige Combination auch in anderer Beziehung die Aufgabe des Centrallaboratoriums erleichtern; für dasselbe bestand eine – vielleicht die größte – Schwierigkeit darin, eine Persönlichkeit zur oberen Leitung zu finden, welche zunächst ein vorzüglicher Analytiker sein, dann aber auch die Befähigung haben mußte, die Proben in den Hüttenwerken praktisch und sachkundig durchzuführen, für die Untersuchungen die richtigen Probestücke zu gewinnen und später die Ergebnisse der Analyse wieder durch Forschungen in der Praxis zu ergänzen. Diese beiden für das Unternehmen gleichmäßig wichtigen Richtungen werden kaum in einer Person vereinigt zu finden sein: Theilung der Arbeit wird aber hier, wie in so vielen anderen Fällen, eine richtige Lösung herbeiführen können. Wenn der für den Cursus für Eisenhüttenwesen zu gewinnende Docent von vorwiegend praktischer Richtung es übernimmt, die Proben in den Eisenwerken auszuführen und dem Chef des Laboratoriums die zur Untersuchung bestimmten Proben kritisch geordnet zu übergeben, so ist eine größere Garantie für deren richtige Auswahl geboten, und der Chemiker kann seine ganze Zeit und Kraft der Analyse widmen. Der stete Zusammenhang mit den Forschungen des Laboratoriums wird endlich dem Lehrcursus und dessen Docenten die beste Gelegenheit bieten, diesen wichtigen Theil des Faches durch Vorträge und Berechnungen mit den Ergebnissen des Betriebes in Harmonie zu bringen; es kann durch jene Combination für die Processe des Eisenhüttenwesens das Ziel erreicht werden, an welchem das Maschinenfach bereits durch das Zusammenwirken tüchtiger Kräfte angelangt ist; daß Theorie und Praxis,
erwünscht sei; wenn Letzteres aber der fehlenden Mittel halber nicht angehe, so solle man doch deshalb nicht das ganze Unternehmen fallen lassen. Auch die Auffindung einer geeigneten Persönlichkeit für den ersten Docenten gab Redner als schwierig zu; man müsse aber eben die möglichst beste Kraft zu gewinnen suchen. Der Chemiker müsse ebenfalls seiner schwierigen Aufgabe vollkommen gewachsen sein. Wenn die Denkschrift vorschlage, daß der Docent die erforderlichen Proben c. in den Werken vornehmen und sie dem Chemiker übermitteln solle, so sei man dabei augenscheinlich von der Ansicht ausgegangen, daß sich schwerlich ein Chemiker finden werde, welcher genau genug mit der Praxis vertraut sei, um selbst Proben c. nehmen zu können. Hr. Helmholtz konnte damit seine vorhin geäußerten Bedenken keinesweges als beseitigt erachten. Nach den Ausführungen des Vorredners verliere die Stellung des Chemikers entschieden an Werth. Er habe sich gedacht, der Chemiker solle selbst die Verbindung zwischen der Theorie und der Praxis übernehmen; so aber sei der Erstere lediglich Hülfsarbeiter des Docenten und solle dazu noch Vorträge c. halten, welche mit den erforderlichen Vorbereitungen c. sicherlich so viel Zeit in Anspruch nähmen, daß dadurch den eigentlichen Untersuchungen entschieden Abbruch geschehe. Redner wollte der vorgeschlagenen Organisation nur dann seine Zustimmung geben, wenn der Chemiker nicht auf die angedeutete Weise hintenangesetzt werde. Der Vorsitzende resümirte die seitherige Debatte und glaubte, ohne die geäußerten Bedenken als unbegründet verwerfen zu wollen,
Wissenschaft und Erfahrung eine sichere Grundlage schaffen und sich zum Nutzen der Industrie harmonisch ergänzen. – In Betreff der zweckmäßigen Organisation des Unterrichtes muß neben einer genügenden Berücksichtigung des Maschinenund Bauwesens der einzurichtende Vortrag über Eisenhüttenkunde die praktischen Bedürfnisse der Gewinnung und Aufbereitung der Eisensteine und Kohlen, des Hohofenbetriebes, der Fabrication in den Puddel- und Walzwerken, und der Stahlindustrie in's Auge fassen, und, statt den Schwervunkt in theoretische Erörterungen zu verlegen, welche bei dem jetzigen Stand der Wissenschaft in unserem Gebiete nur höchst zweifelhaften Werth haben, muß er die Resultate und Fragen des praktischen Betriebes in den Vordergrund stellen, sie durch Theorie zu erläutern versuchen und namentlich überall die Selbstkostenberechnungen der Fabricate zur genügenden Beachtung bringen. Viele theoretisch vollkommene Processe mußten verlassen werden, weil sie eine zu theuere Fabrication bedingten, und fast überall kann man beobachten, daß Productionsmethoden, welche an einer bestimmten Localität, bei gewissen Materialund Transportpreisen eine gute Rentabilität eines Werkes ermöglichen, an anderen Stellen einen vielleicht rationellen, aber durchaus nicht lucrativen Betrieb zur Folge haben. Hier muß die Erfahrung die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung kritisch beleuchteu und die den Bedürfnissen der Praxis unter verschiedenen Bedingungen entsprechenden Modificationen hervorheben. Der Lehrstoff wird, der fortschreitenden Verarbeitung des Metalles entsprechend, naturgemäß in 4 Abtheilungen zerfallen: 1) Rohmaterialien (Eisenstein, Kalkstein, feuerfester Thon, Brennmaterialien, Röstöfen, Kohlenwäschen, Coksöfen). 2) Roheisen fabrication (Hohofenproceß mit Coks und Holzkohle). 3) Umwandlung des Roheisens in schmiedbares Eisen oder Stahl (Frisch- und Puddelproceß, Bessemern mit den zugehörigen Oefen, Maschinen und Apparaten). 4) Darstellung der Handelsproducte aus den Halbfabricaten durch Schmelz, Schweiß- und Glühprocesse (einer
doch dem Vereine rathen zu sollen, das Gebotene anzunehmen; man möge bedenken, daß ohnehin noch die Geldbewilligung von Seiten des anderen Vereines zu bewirken sei, welche, weil sie auf fünf Jahre gefordert werde, immerhin noch Schwierigkeiten biete. Hr. Khern wies auf die Entstehungsgeschichte der bereits vorhin erwähnten Akademie in Leoben hin. Dieselbe sei in den 1830er Jahren als Lehrstuhl für Berg- und Hüttenwesen in Vordernberg gegründet, und Anfangs dafür als einzige Lehrkraft Hr. Tunner bestellt worden, welcher damals bereits seine Schule in der Praxis durchgemacht hatte. Im Jahre 1849 habe das Aerar die Anstalt übernommen, nach Leoben verpflanzt und zum Range einer Akademie erhoben. Neben dem Director fungiren daselbst jetzt drei Professoren und mehrere Assistenten, während die Anzahl der Schüler im Laufe der Jahre von 20 auf über 100 gestiegen ist. Im Hinblicke auf dieses Vorbild möge man einen
An Lehrkräften werden nöthig sein: ein Docent für den Cursus über Eisenhüttenwesen, ein Assistent für die Constructionsübungen, und würde der Chef des Laboratoriums die Leitung der analytischen Uebungen übernehmen. Einrichtungskosten werden nur insofern entstehen, als eine Sammlung von Zeitschriften, Werken, Zeichnungen, Rohmaterialien, Hüttenproducten 2c. als Grundlage für die Vorträge und Uebungen beschafft werden muß. Die Vervollständigung der Sammlungen wird sich theils durch geeignete Vermittelung der inländischen Hüttenwerke ohne erhebliche Kosten ermöglichen lassen, theils dadurch, daß dem Docenten des Eisenhüttencursus Gelegenheit geboten wird, durch Reisen nach den Werken von England, Frankreich, Belgien 2c. die dortigen Hüttenproducte zu sammeln und zugleich die Fabricationsverhältnisse jener Länder zu beobachten und für die Vorträge zu verwerthen. Die Ausgaben für den Lehrcursus können, wie folgt, geschätzt werden: Gehalt des Docenten für Eisenhüttenkunde . 1600 Thlr., D - Assistenten für Constructionsübungen 600
Localmiethe, Heizung, Beleuchtung . . . . . 200 für Bibliothek, Zeitschriften, Zeichnungen, Reisekosten . A. SD 400
Summa der Ausgaben 2800 Thlr.“ D. Red. (L.)
A b h an dl u n g en.
Die Steinkohlenreviere in der Gegend von Aachen
Mit Plänen der Herren Director F. Baur in Eschweiler, Director L. Honigmann in Höngen und Generaldirector Striebeck in Aachen.")
(Hierzu Blatt 9, 10 und 11.)
Begrenzung, Form und Zusammensetzung des Steinkohlengebirges in der Gegend von Aachen.
An dem nordwestlichen Abhange der devonischen Formation tritt die Steinkohlengruppe in der Gegend von Aachen zwischen Langerwehe und der belgischen und niederländischen Grenze in mehreren Zügen und Mulden auf*). Dieselbe folgt in ihren Lagerungsverhältnissen ganz den Formen, welche die oberen Schichten der devonischen Formation besitzen, und ruht, so weit die Beobachtung reicht, durchaus gleichförmig auf denselben auf. Geradlinige und parallele Streichungslinien, Mulden und Sattelbiegungen bei steiler Neigung, welche bis zur senkrechten Stellung gehen, zeichnen dieselben aus.
Ein schmaler Streifen von ober-devonischen Schichten, welcher an der belgischen Grenze in der Nähe von Eupen beginnt und sich in nordöstlicher Richtung über Kettenis, Rären, Walheim, zwischen Cornelimünster und Hahn, über Breinig, Mausbach, Gressenich, Hamich, Heistern bis Jüngersdorf auf
') Wir entnehmen diese Abhandlung dem vortrefflichen und umfangreichen Werke: „Geinitz, Fleck & Hartig: Die Steinkohlen Deutschlands und anderer Länder Europa's, ihre Natur, Lagerungsverhältnisse, Verbreitung, Geschichte, Statistik und technische Verwendung.“ München, 1865. R. Oldenbourg. 2 Bde. Text und 1 Bd. Taf. in 4°, welchem wir in den nächsten Heften eine ausführliche Besprechung widmen werden. Um ein Beispiel der Darstellung aus Band I „Geologie der Steinkohlen“ zu geben, worin die Flötzlagerung 2c. der verschiedenen Kohlenbassins durch eine Anzahl von besonders mit den betreffenden Localverhältnissen vertrauten Sachkundigen geschildert ist, haben wir die von Hrn. Oberberghauptmann von Dechen mit bekannter Meisterschaft bearbeitete Beschreibung des Inde- und Wormrevieres gewählt und sind dem Hrn. Verfasser und der Verlagsbuchhandlung für die freundlichst ertheilte Erlaubniß zum Abdruck dieser Abhandlung zu besonderem Danke verpflichtet. ." Die Schilderung der Lagerungsverhältnisse dieser beiden Kohlenbassins dürfte sich um so mehr zu einer Reproduction an dieser Stelle eignen, als die technische Literatur bisher über dieselben spärlichere Notizen enthielt, als über die Steinkohlenformationen von Westphalen, Sachsen, Schlesien und Saarbrücken, und als sie theils die Charaktere der belgischen Becken (Zickzackfaltung mit steiler Aufrichtung des einen Flügels, im Wormrevier), theils die der westphälischen, schlesischen und englischen Kohlenbassins (Mulden und Sättel mit annähernd gleicher Flügelneigung, im Inderevier und in der Grube Anna) auf engbegrenztem Raume vortrefflich zeigen. Die aus dem von Dechen’schen Aufsatze herrührenden Anmerkungen wurden im Folgenden ohne weitere Bezeichnung wiedergegeben; einige vom Referenten hinzugefügte sind mit dessen Chiffre versehen. « Für die Redaction: Rich. Peters. *) Vergl. die geologische Karte der Rheinprovinz und der Provinz Westphalen, Section Aachen.
eine Länge von 4 Meilen (32 Kilomtr.) erstreckt, wo derselbe am Fuße des Gebirges von Sand und Gerölllagen des Diluviums bedeckt wird, bildet die Grundlage der in dieser Gegend auftretenden Schichten der Kohlengruppe. Die Streichungslinien von Südwest gegen Nordost wiederholen sich in diesem Gebiete, dessen größte Breite in der Querlinie von Breinig bis oberhalb Herzogenrath im Wormthale nahe 2. Meilen (19 Kilomtr.) beträgt. Auf der Nordseite geht die unter Tertiär- und Diluvialschichten bekannte Erstreckung der Kohlengruppe von Jüngersdorf über Weißweiler, Höngen, Alsdorf nach dem Punkte oberhalb Herzogenrath, wo sie im Wormthale unter Tertiärschichten hervortritt. Auf der Westseite wird sie von Nord her erst von denselben Schichten, dann von Laurensberg und Aachen an in einer weit gegen Südosten vordringenden Bucht, und in einzelnen Partien bis über Walhorn hinaus, von der Kreide überlagert, deren letzte Endigung nicht weit von dem Streifen der ober-devonischen Schichten entfernt bleibt. Von der Nordseite her dringen die Tertiärund Diluvialschichten in tiefen Buchten in dieses Gebiet ein, so von Eschweiler und Röhe über Bergrath bis nahe an Gressenich, von Herzogenrath über Bardenberg, Würselen, Verlautenheid bis in den Atscherwald zwischen Stolberg und Eilendorf, und in der Niederung zwischen Aachen und Nirm bis gegen Rötgen hin. " N Diese Ablagerungen, ebenso wie die Kreide, liegen mehr horizontal oder mit flacher Neigung auf den Schichtenköpfen der Kohlengruppe auf; nur an einzelnen Stellen liegen sie an den steilen Abschnitten dieser Letzteren an und zeigen alsdann selbst ein etwas stärkeres Einfallen. Diese steilen Abschnitte der Schichten der Kohlengruppe hängen mit großen, weit fortsetzenden Störungen derselben zusammen, welche die Schichten nahe quer von Südost gegen Nordwest durchschneiden. Die Oberfläche des Bezirkes der Kohlengruppe bildet Rücken und Hügelzüge, welche sich übereinstimmend mit den Schichten von Südwest nach Nordost erstrecken und an den Abschnitten derselben mit steilen Abhängen abbrechen. Die Höhe derselben nimmt von Südost gegen Nordwest fortdauernd ab. Auf der Südostseite des schmalen Streifens Ober-Devon, welcher als die Grenze dieses Bezirkes anzusehen ist, läuft ein ähnlicher Streifen von Mittel-Devon (Eifelkalkstein), und dann erheben sich die Schichten des Unter-Devon und die Ardennenschiefer zu den mit Torfmooren bedeckten Hochebenen des Hohen-Venes zu 2140 Pariser Fuß (687“) Meereshöhe. Die größte Erhebung des schmalen Streifens von Ober-Devon liegt an seinem südwestlichen Ende, an der Grenze von Preußen und Belgien an der Straße von Eupen nach Verviers,