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Es war nicht das erste Freibad, das in der Schweiz eröffnet wurde, aber immerhin das Dritte. Der Gedanke hinter den Projekten war allerdings immer der gleiche. Die Leute sollten schwimmen lernen. Besonders dramatisch war der Auslöser der Gründung des allerersten helvetischen Freibads, die im Jahr 1822 stattgefunden hat. Und zwar auf dem Landgut Hofwil im Kanton Bern.
Wassertod eines Herrensöhnchens
Auf diesem Gut befand sich nämlich eine Erziehungsanstalt für «Söhne höherer Stände». Einer dieser Söhne war beim sommerlichen Baden im nahen Moossee ertrunken. Deshalb liess der bekannte Patrizier und Pädagoge Philipp Emanuel von Fellenberg für die Zöglinge der Anstalt ein Freibad mit Sprungturm bauen. Fortan wurden den jungen Herrensöhnchen Schwimmkurse verordnet.
Etwas später im gleichen Jahre wurde in der Stadt Bern, gleich unterhalb dem Bundehaus, die «Akademische Badeanstalt» eröffnet, deren Badebecken von der Aare gespeist wurden.
Der strenge Schwimmlehrer Wermuth
Neun Jahre später wurde das Pfalzbadhysli gebaut. Die treibende Kraft dahinter war die Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige (GGG). Auch hier stand vor allem ein Gedanke im Hintergrund, die Jugend solle lernen, sich über Wasser zu halten. Schon in der ersten Saison lernten gegen achtzig Basler Buben unter der strengen Leitung des Schwimmlehrers Wermuth, wie man sich im Wasser zu bewegen hat.
Nur für männliche Wasserratten
Apropos Buben; nur männliche Wasserratten durften ins Pfalzbadhysli. Im 19. Jahrhundert war für derartige Sachen noch strengste Geschlechtertrennung vorgesehen. Deshalb liess die GGG im Jahr 1847 ein Rhybad nur für Mädchen und Frauen erstellen, das nur einige Meter neben dem Pfalzbadhysli lag.
Zerstörerische Hochwasser
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es in Basel zu mehreren massiven Hochwassern. Das von 1877 war besonders zerstörerisch. Diese Katastrophen setzten dem Badhysli massiv zu. Deshalb musste es 1878 neu gebaut werden. Bald schon wurden am Rhein mehrere andere Badeanstalten eröffnet.
St. Johann und Dalbe
Komplizierte, langwierige Gesuche, die öfter mal abgelehnt wurden, waren für derartige Projekte notwendig – es war also damals schon ein bisschen wie heutzutage. 1887 öffnete das Rhybadhysli St. Johann seine Türen, 1898 jenes in der Dalbe.
Ehrenamt
Um die Jahrhundertwende wurden bereits ganze Schulklassen im Schwimmen unterrichtet. Die Wasserpädogogen jener Zeit waren raue Gesellen mit lauten Stimmen. Ihre Kommandos seien manchmal bis ins Kleinbasel hinüber zu hören gewesen. Ihren Job verrichteten sie ehrenamtlich, als Anerkennung erhielten sie Wein, Schnaps – und gelegentlich eine Kiste Zigarren.
Hallen- und Gartenbäder
Mit dem 20. Jahrhundert kam dann der Gedanke auf, in Basel ein Hallenbad zu bauen. Nach diversen Projekten, die nicht realisiert wurden, 1907 hätte beispielsweise gleich neben der Wettsteinbrücke ein Hallenbad gebaut werden sollen, auf der Kleinbasler Seite. 1934 weihte man dann das Rialto ein. Dann traten die modernen Gartenbäder ihren Siegeszug an: 1931 wurde das Eglisee eingeweiht, 1955 das Joggeli. 1961 hatte die letzte Stunde des Pfalzbadhysli geschlagen, es wurde – infolge eines Beschlusses des Grossen Rats – geschlossen und abgerissen.