Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03173.jsonl.gz/1172

Mit Musik und begleitet von Artisten auf Stelzen startete die Parade gegen 13.00 Uhr vom Domplatz und zog zum Europaplatz der Waadtländer Hauptstadt. Die Farbe der Manifestation - Gelb - war überall zu sehen. «Kognitiv divergierend, aber mit offenen Armen», war auf einem Transparent zu lesen.
Ziel des Marsches sei, Tabus zu brechen und die mit psychischen Krankheiten verbundenen Klischees zu zerstreuen, sagte Stéphanie Romanens-Pythoud, Mitglied im Mad-Pride-Komitee und Präsidentin von Coassp, dem Westschweizer Dachverband für psychische Gesundheit, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Auch wenn das Thema ernst sei, ziele die Pride darauf ab, ihm etwas von seiner Dramatik zu nehmen.
Während die ersten beiden der zweijährlich stattfindenden Kundgebung Märsche waren, bot der Anlass in Lausanne ein Unterhaltungsprogramm mit Konzerten, Shows, Konferenzen, unterhaltsamen Workshops und Ständen.
Es gehe darum zu zeigen, dass alle Menschen trotz ihrer Unterschiede Platz in der Gesellschaft haben, erklärte Romanens-Pythoud. Während bestimmte Krankheiten in der Öffentlichkeit akzeptiert würden, seien andere immer noch mit vielen Tabus behaftet - etwa die Schizophrenie.
Daneben wolle der Umzug die psychische Gesundheit fördern. Romanens-Pythoud erwähnte dabei besonders die zahlreichen Spitaleinweisungen junger Menschen wegen psychischer Probleme. Das Problem psychischer Erkrankungen sei kein individuelles, sondern ein kollektives.
Die Mad Pride bot damit auch Gelegenheit, politische Botschaften zu verbreiten. Dabei stand die Volksinitiative «für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen» (Inklusions-Initiative) im Zentrum.
Mad Pride wurde in Toronto, Kanada, ins Leben gerufen. Die Kundgebungen richten sich nach dem Muster der Gay Pride. Erstmals fand in der Schweiz eine Mad Pride 2019 in Genf statt. Die Ausgabe 2021 fiel wegen der Covid-19-Pandemie aus und wurde 2022 in Bern nachgeholt.