Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03303.jsonl.gz/59

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN
Praxis Nowas Rappard
1. Was ist Psychotherapie?
Wenn Sie über einen längeren Zeitraum unter seelischen Problemen leiden und Symptome verspüren, kann eine Psychotherapie für Sie unter Umständen die Behandlung der Wahl sein.
Bei einer Psychotherapie hilft Ihnen Ihr Therapeut, ihre Probleme zu überwinden. Es gibt mehrere verschiedene Therapierichtungen – wie verhaltenstherapeutische, dynamische, gestalttherapeutische, systemische und körperorientierte.
Im therapeutischen Prozess werden wissenschaftlich begründete Methoden angewendet, deren Wirksamkeit überprüft ist.
Am Ende der Therapie werden Sie über die Bearbeitung und Lösung der Probleme, die zur Aufnahme der Behandlung geführt haben, hinaus Fertigkeiten erlernt haben, die Ihnen helfen, künftige Probleme besser zu bewältigen. Insofern ist Therapie als Hilfe zur Selbsthilfe anzusehen.
2. Wann sollte ich eine Psychotherapie in Erwägung ziehen?
Fühlen Sie sich schon länger überfordert, hilflos und traurig? Scheinen Ihre Probleme trotz Ihrer eigenen Bemühungen und Hilfen durch Freunde und Familie nicht besser zu werden?
Können Sie sich auf Ihre Arbeit nicht mehr konzentrieren und werden mit alltäglichen Dingen nicht fertig? Leiden Sie unter Panikattacken, Ängsten oder Zwängen? Machen Sie sich dauernd Sorgen?
Sind Sie impulsiv und schaden sich selbst und anderen durch exzessives Trinken etc.?
Haben Sie schon längere Zeit körperliche Beschwerden ohne dass ihr Arzt körperliche Ursachen findet?
Diese und mehr Fragen könnten Sie veranlassen, an eine Psychotherapie zu denken. Zögern Sie nicht, mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin über eine Verordnung für Psychotherapie zu sprechen. Ihr Psychotherapeut/In wird mit Ihnen gemeinsam die Notwendigkeit einer Psychotherapie erörtern und ggfs. einen individuellen Therapieplan mit Ihnen erstellen.
3. Wann sollte ich bei meinem Kind eine Kinderpsychotherapie in Erwägung ziehen?
Leidet Ihr Kind unter unangemessenen, übertriebenen Ängsten? Hat es Bauch – oder Kopfschmerzen, für die sich keine körperlichen Ursachen finden lassen? Muss es bestimmte Handlungen (z.B. Waschen und Ordnen) ständig wiederholen? Ist es impulsiv, übermäßig aggressiv?
Hat sich sein/ihr Spielverhalten plötzlich verändern? Gibt es Leistungseinbußen in der Schule? Will es nicht mehr mit anderen Kindern spielen?
Diese und ähnliche Probleme können eine kinderpsychologische Abklärung erforderlich machen, und ihr Kind könnte von einer Psychotherapie profitieren.
4. Wie beginnt die Therapie?
Nach einer sorgfältigen Abklärung der Probleme in Gesprächen und ggfs. mit psychologischen Tests erfolgen eine Beratung und ggfs. ein Therapievorschlag. Wenn Sie sich für eine Therapie entscheiden, werden gemeinsam mit Ihnen die Therapieziele festgelegt und es wird ein individueller, maßgeschneiderter Therapieplan erstellt. Bei Kindern richten sich die psychologischen Tests nach dem Entwicklungsalter und der Problematik. Die Therapieziele und der Therapieplan werden gemeinsam mit dem Kind, dem/der Jugendlichen und den Eltern vereinbart.
5. Übernimmt meine Zusatzversicherung die Kosten für die Behandlung oder die Behandlung meines Kindes?
Auf der Grundlage einer ärztlichen Verordnung übernehmen die Zusatzversicherungen in der Regel die Kosten für eine psychologische Psychotherapie bei Ihnen oder ihrem Kind. Bitte setzen Sie sich mit Ihrer Zusatzversicherung in Verbindung. Bei Kindern werden die Kosten in speziellen Fällen auch von der Invalidenversicherung übernommen.
6. Was ist eine Verhaltenstherapie?
Verhaltenstherapie bzw. kognitive Verhaltenstherapie, wie die moderne Verhaltenstherapie heute genannt wird, ist eine wissenschaftlich begründete Psychotherapierichtung zur Behandlung von seelischen Problemen.
Es wird davon ausgegangen, dass menschliches Verhalten, Denken, Fühlen und auch körperliche Reaktionen zu einem großen Teil erlernt sind und wieder verlernt werden können, wenn sie sich als problematisch erweisen. Für die Lerngeschichte spielen persönliche Dispositionen und Verletzlichkeiten sowie spezielle lebensgeschichtliche Ereignisse eine Rolle.
Neues gesunderes Verhalten wird eingeübt.
Die Behandlung setzt in der Regel an den gegenwärtig bestehenden Beschwerden an. Der Therapieplan wird auf die gegenwärtig bestehende Problematik zugeschnitten und das therapeutische Vorgehen ist zielorientiert. Die Therapieziele werden gemeinsam mit Ihnen und ggfs. ihrem Kind festgelegt. Verglichen mit anderen Therapierichtungen ist die Behandlungsdauer häufig kürzer.
7. Welche anderen Therapierichtungen werden bei Ihnen außer der kognitiven Verhaltenstherapie eingesetzt?
Die therapeutische Ausrichtung ist schwerpunktmäßig verhaltenstherapeutisch. Daneben werden EMDR sowie weitere traumaspezifische Techniken, gestalttherapeutische, körperorientierte und psychodynamische Elemente eingesetzt.
In der Kindertherapie werden darüber hinaus spieltherapeutische und familientherapeutische Methoden angewendet.
8. Kann Psychotherapie mit medikamentöser Behandlung kombiniert werden?
In einer Reihe von wissenschaftlichen Studien wurde die Wirksamkeit der Kombination von zum Beispiel Verhaltenstherapie und Psychopharmaka nachgewiesen, so zum Beispiel bei ADHS für die Kombination von Verhaltenstherapie und Stimulanzientherapie.
9. Was ist bei der Therapie von Kindern und Jugendlichen anders?
Bei Kindern und Jugendlichen sind die entwicklungs – und phasenspezifischen Besonderheiten zu berücksichtigen. Es werden vielmehr spieltherapeutische Elemente und kreative Medien in die Therapie einbezogen. Die angemessene Einbeziehung der Eltern und Familien ist von Bedeutung.
10. Wie wird ADHS behandelt?
ADHS bei Kindern und Jugendlichen wird mit einem multimodalen Therapieansatz behandelt. Neben der Einzelbehandlung des Kindes erfolgen ein Elterntraining und bei erheblichen Lern – und Leistungsproblemen in der Schule werden eine Aufklärung und Beratung der Lehrer sowie schulzentrierte Interventionen durchgeführt.