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Raksha Bandhan
Raksha Bandhan, das indische Fest der Verbundenheit von Bruder und Schwester, findet am Tag des Vollmonds im indischen Monat Sravan statt. Nach dem westlichen Kalender ist das im August oder Anfang September. Im Jahr 2005 findet das Fest am 19. August statt. Raksha Bandan wird in Indien von Angehörigen verschiedener Religionen gefeiert.
Geschichte / Ursprung
Die Tradition von Raksha Bandhan geht auf verschiedene Geschichten und Legenden zurück. Zum Teil sind diese mystischen, zum Teil geschichtlichen Ursprungs.
Lord Indra bekam von seiner Frau ein silbernes Amulett. Dieses band sie ihm um das Handgelenk, als er in den Kampf gegen Dämonen zog. Das Amulett brachte ihm Glück, und er besiegte die Dämonen.
Yudhishtira, der älteste der Pandavas (das sind fünf Brüder aus der Familie der Pandu), fragte Gott Krishna, wie er sich im Kampf der Mahabharata schützen könne. Krishna sagte ihm, die guten Kräfte des Rakhi (Armband) würden ihn beschützen.
Während der Mogulherrschaft in Indien verbanden die Rakhi die Rajputen (Krieger der Hindus) und die Mogulherrscher. Als Bahandur, Schah von Gujarat die Fürstin (Rani) Karnavati von Chittor angriff, sandte diese ein Rakhi an den Herrscher Humayun und bat ihn um Hilfe. Humayun kam allerdings zu spät, Chittor war bereits gefallen und Karnavati hatte sich nach alter Rajputen-Tradition selbst das Leben genommen (Jauhar).
Alexander der Große marschierte im Jahr 326 v. Chr. im indischen Subkontinent ein. Er kämpfte hart gegen die Herrscher besonders im nordwestlichen Teil Indiens. Alexanders Frau soll ein Rakhi an den König Porus geschickt haben. Dafür versprach dieser, Alexander und seine Frau zu beschützen und ihnen zu helfen. Als er in einer Schlacht die Gelegenheit hatte, Alexander zu töten, ließ er ihn am Leben.
Bedeutung von Raksha Bandhan
Der Feiertag erinnert an das Band, das Bruder und Schwester verbindet und zusammenhält (Raksha = Schutz, Bandhan = binden, verbinden). Das Fest erinnert daran, dass man sich nicht für sich selbst, sondern vor allem für seine Familie Glück und Schutz wünschen sollte.
Armbänder
Traditionell knüpfen Mädchen bunte Armbänder aus Seidenfäden (Rakhi) für ihre Brüder und binden sie ihnen um das rechte Handgelenk. Dabei sprechen sie bestimmte Gebete (Mantras), die vor Bösem schützen sollen.
Heutzutage werden Rakhi auch an den Handgelenken von engen Freunden und Nachbarn gebunden. Dies fördert das geschwisterliche Leben miteinander und unterstreicht die Wichtigkeit des friedlichen liebevollen Umgangs mit seinen Mitmenschen.
Freundschaftsbänder
Die heute in Indien sowie in Europa populären Freundschaftsbänder sind eine Erweiterung der Rakhi-Tradition. Wenn ein indisches Mädchen das Gefühl hat, dass ein Freund ihr gegenüber zu leidenschaftliche Gefühle entwickelt, sendet sie ihm einfach einen Rakhi und leitet somit die Freundschaft in geschwisterliche Bahnen. Dies ist eine diplomatische Art zu sagen "Lass uns nur Freunde sein."
Rituale wie Rakhi tragen sicherlich dazu bei gesellschaftliche Schwierigkeiten zu erleichtern, Kommunikation unter Mitmenschen zu fördern und, vor allem, Freude in unser Leben zu bringen.
(Autor: Ram Mitra)
[int.Nr.:i1271e500513]
Aktualisiert: 2.8.2005
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