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HEKS-Sammelkampagne Indien
Es gibt in der indischen Gesetzgebung Wege, um als Dalit oder Adivasi zu einem gesicherten Landtitel zu kommen. Doch viele wissen nichts von ihren Rechten, können weder lesen noch schreiben oder sprechen keine Amtssprache. HEKS-Partnerorganisationen klären die Betroffenen über ihre Rechte auf und unterstützen sie beim Erstellen der Anträge und beim Einreichen der notwendigen Dokumente.
In den Bundesstaaten, in denen HEKS tätig ist, hat es Landrechtsforen gegründet, die die Arbeit der verschiedenen HEKS-Partnerorganisationen im Bereich Landkampf koordinieren und bündeln. Die Partner tauschen Informationen aus und planen gemeinsame Aktivitäten. Dies vergrössert nicht nur ihre Wirkung, sondern erspart es den Organisationen auch, sich einzeln exponieren zu müssen.
Wenn Anträge verschleppt oder Gesetze nicht umgesetzt werden, werden öffentliche Protestmärsche und Sitzstreiks organisiert, um den Druck auf die zuständigen Stellen zu erhöhen. Dank beharrlicher Advocacy-Arbeit wurde erreicht, dass der Oberste Gerichtshof in Dehli 2016 urteilte, dass der «Forest Rights Act» auch im Bundesstaat Tamil Nadu umgesetzt werden muss. So hat HEKS für Hunderttausende Adivasi die Rechtsgrundlage geschaffen, um an gesicherte Landtitel zu kommen.
In den letzten zehn Jahren haben sich über 100'000 Dalit- und Adivasi-Familien mit Unterstützung von HEKS und seinen Partnern Landtitel erkämpfen können. Landtitel sind eine Voraussetzung dafür, um in den Genuss weiterer staatlicher Unterstützungsprogramme zu kommen, wie etwa das Recht auf 100 Tage bezahlte Arbeit im Jahr oder Witwen- und Altersrenten.
Auf dem erkämpften Land fördert HEKS eine nachhaltige, agroökologische Landwirtschaft. Dazu gehören etwa die Herstellung von organischen Düngemitteln in Wurmkompost-Anlagen oder das Abgeben von traditionellem Saatgut, welches in lokalen Saatgutzentren gelagert wird.
HEKS arbeitet daran, die LandbesitzerInnen verstärkt in Wertschöpfungsketten einzubinden. Das heisst, sie werden darin geschult und dabei unterstützt, ihre Produkte zu verarbeiten und geeignete Absatzmärkte mit fairen Preisen für diese zu erschliessen.
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Parameshwari ist 26 Jahre alt und lebt mit ihrem fünfjährigen Sohn Pradeep und ihren Eltern in Korenkombu. Sie könnte sich nicht vorstellen, irgendwo anders zu leben.
«Ich bin glücklich, dass ich hier geboren bin, auch wenn ich einer benachteiligten Bevölkerungsgruppe angehöre. Wir könnten nicht in der Stadt leben, wir brauchen die Waldluft.»
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Dank der Unterstützung durch HEKS hat Parameshwari Titel für das Land erhalten, auf dem sie mit ihren Eltern Kaffee anbaut. Jetzt muss sich die Familie nicht mehr davor fürchten, dass sie von hier vertrieben oder dass ihre Felder und ihre Ernten von der Forstbehörde zerstört werden.
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HEKS hat die Dorfbewohner dazu ermutigt, sich in Gruppen zu organisieren. Parameshwari hat die Besen-Gruppe ins Leben gerufen. Gemeinsam mit anderen Frauen sammelt sie Gräser und bindet sie zu kunstvollen Besen.
«Ich habe das Handwerk von meinem Vater gelernt. Jetzt zeige ich es den anderen Frauen. Mit diesem Modell haben wir die Chance, unseren Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Nur wenn wir zusammenhalten, können wir überleben.»
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Um den Ertrag zu steigern, ist es wichtig, dass die Adivasi die Besen nicht an Zwischenhändler, sondern selbst auf dem Markt verkaufen. Ein grosser Schritt für die Frauen, die meist nur die Erfahrung gemacht hatten, von der Mehrheitsbevölkerung diskriminiert oder ignoriert zu werden.
«Zum ersten Mal wagte ich mich auf den Wochenmarkt. Zuerst gingen viele vorbei, ohne uns wahrzunehmen. Aber wir haben es immer wieder probiert, und plötzlich wollten alle unsere Besen kaufen. Das war einer der glücklichsten Momente für mich.»
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Trotz der gesicherten Landtitel und des Einkommens aus dem Besenverkauf müssen Parameshwari und ihre Eltern zusätzlich noch als Tagelöhner auf einer Kaffeeplantage arbeiten, für 2.50 Schweizerfranken pro Tag, um über die Runden zu kommen.
«Mein Traum ist es, eines Tages ganz von meinem Land und vom Verkauf der Besen leben zu können. Mein Traum ist, meinem Sohn eine gute Ausbildung zu ermöglichen und ihn einmal in einer guten Position sehen.»