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EIN BEWEGTES LEBEN
Tallil ist Autodidakt. Er wurde am 28. November 1963 in Marokko in eine Grossfamilie hineingeboren.
Er hat am Ende 9 Brüder und Schwestern.
Seit der Kindheit ist Tallil vom Zeichnen und von der Kunst fasziniert. Es fehlen die Mittel, aber das hält ihn nicht davon ab, ungewöhnliches auszuprobieren. Er verwendet beispielsweise Holzkohle um zu zeichnen. In der Schule erwirbt er sich den Ruf eines exzellenten Skizzenzeichners.
1985 versucht er die Aufnahmeprüfung in die Kunsthochschule. Aber: Damals haben in Marokko nur
naturwissenschaftliche Studenten Anrecht auf einen Platz in der Kunsthochschule. Tallil studiert Literatur, eine
Geisteswissenschaft. Dennoch versucht er die Prüfung in der Hoffnung, dass Talent schwerer wiegt als die Vorgaben der Schulbehörden. Dies ist aber nicht der Fall und Tallil's Kandidatur wird, wie erwartet, abgelehnt.
Ein neuer Anfang
Entmutigt sucht er nach neuen Wegen. Er entdeckt die Sinnlichkeit der Formen und, in diesem Zusammenhang, den Modellierton. Er beginnt, kleine menschliche Figuren zu modellieren. Er sucht Inspiration bei marokkanischen Kunsthandwerkern, die mit Ton, Kupfer und Gusseisen arbeiten. Ungefähr zur selben Zeit beginnt Tallil sein politisches Engagement mittels Karikaturen auszudrücken. Ab 1988 werden seine Karikaturen regelmässig in der lokalen und später in der internationalen Presse gedruckt.
1992 zwingen die politischen Umstände Tallil, Marokko über Nacht zu verlassen. Er geht nach Libyen und fängt dort ein neues Leben an. Skulpturen sind in Libyen nicht gern gesehen. Also wendet er sich der Malerei zu. Zudem beginnt er als Illustrator für Kindermagazine zu arbeiten.
Ab 2001 fügt er noch eine weitere Tätigkeit an: Er arbeitet als freischaffender Grafiker. Er findet Zuflucht in der Schweiz. Während den ersten Jahren in der Schweiz kommt seine künstlerische Karriere praktisch zum Stillstand. Obwohl Tallil's
zweite Sprache Französisch ist - eine Schweizer Landessprache - weisen ihm die Migrationbehörden einen Wohnort in der deutschsprachigen Schweiz zu. Das verlängert den Integrationsprozess erheblich. Integrationsprogramme, Sprachunterricht in Deutsch und die beinahe aussichtslose Suche nach Arbeit halten Tallil auf Trab.
2010 findet er eine Stelle als "Hilfs"-Arbeiter. Dennoch bleibt Tallil künstlerisch aktiv, wenn auch zunächst auf Sparflamme.
2011 beginnt er kleine figurative Eisenskulpturen zu schweissen. Eine erste Ausstellung in Frauenfeld ist ein Erfolg. Er verkauft mehrere seiner Skulpturen. Nach einer zweiten Ausstellung in der Stadt St. Gallen wird seine Karriere abrupt unterbrochen.
Am 28.11.2012, Tallil's Geburtstag, verliert er bei einem schweren Arbeitsunfall beinahe seine rechte Hand. Es folgen drei Jahre mit Operationen, Rekonvaleszenz und Therapie. Nachdem die staatliche Invalidenversicherung ihm mehr halbherzig als entschlossen bei einer Reintegration in die Arbeitswelt beisteht, und es alles nichts fruchtet, ist Tallil entschlossener denn je. Trotz einer bleibenden Teilbehinderung der rechten Hand widmet er sich seiner Leidenschaft: Er arbeitet erneut an seinen Skulpturen und malt wieder - doch das Augenmerk liegt auf seinen Skulpturen.
Etappen seiner Karriere:
1989
Ausstellung seiner Karikaturen an der Buchmesse in Casablanca
Regelmässige Publikation von Walnuss-Tinte
Zeichnungen in einem Magazin für marokkanische Migranten in den Niederlanden
1993 – 2000
Verschiedene Ausstellungen seiner Karikaturen in Tripoli (Libyen)
2001 – 2006
Publikation seiner Karikaturen in der internationalen Presse Teilnahme an diversen Kunstausstellungen mit seinen
Bildern
2011
Teilnahme mit seinen Skulpturen an der ARThur 2011, Kunstausstellung in Frauenfeld, Schweiz.
Ausstellung seiner Werke bei Platzhirsch Optik GmbH in St. Gallen
2015
Teilnahme mit seinen Skulpturen an der ARThur 2015, Kunstausstellung in Frauenfeld, Schweiz
2016
Teilnahme mit seinen Skulpturen an der ARThur 2016, Kunstausstellung in Frauenfeld, Schweiz
2017
Teilnahme mit seinen Skulpturen an der Galerie Fafou , Kunstausstellung in Oberuzwil, Schweiz
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