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Legislaturindikator: Kosten des Gesundheitswesens in Prozenten des BIP
Auszug aus dem Legislaturziel 13: Um die hohe Lebensqualität zu bewahren und die Gesundheitskosten einzudämmen, stärkt der Bundesrat unter Einbezug der privaten Akteure die Prävention, die Gesundheitsförderung sowie die Gesundheitskompetenz. Er setzt sich für die Reduktion von nicht wirksamen und nicht effizienten Leistungen sowie Medikamenten und Verfahren ein, um die Qualität zu erhöhen und die Kosten zu reduzieren.
Bedeutung des Indikators: Der Gesundheitszustand beeinflusst die Lebensqualität der Menschen und ist ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Landes. Die Aufgabe des Gesundheitswesens ist es, zur Erhaltung der Gesundheit der Bevölkerung beizutragen und kranke oder verunfallte Menschen soweit als möglich zu heilen. Der Indikator zeigt, wie viel die Gesellschaft für das Gesundheitswesen ausgibt. Über die Ungleichheit bei der Verteilung der Mittel im Gesundheitswesen oder über die Effizienz der Mittelverwendung werden keine Aussagen gemacht.
Die Kosten des Gesundheitswesens werden im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt (BIP) in Prozent gezeigt.
Quantifizierbares Ziel: Die Gesamtkosten für Gesundheit wachsen nicht stärker als in der Legislaturperiode 2011–2015.
Kommentar
Das Verhältnis der Gesundheitskosten zum BIP hat bis 2004 auf einen Stand von 10,9% zugenommen. Zwischen 2004 und 2007 ist das Verhältnis der Kosten zum BIP aufgrund des Wirtschaftswachstums leicht gesunken und danach wieder angestiegen. 2017 betrugen die Kosten 12,4% des BIP. Zuletzt beliefen sich die absoluten Gesundheitskosten auf rund 83 Milliarden Franken.
2017 entfielen mehr als die Hälfte der Kosten für Güter und Dienstleistungen des Gesundheitswesens auf die stationären Leistungserbringer, also die Krankenhäuser (35,1%), Pflegeheime (12,1%) sowie die anderen sozialmedizinischen Institutionen (3,8%). Die ambulanten Leistungserbringer, das heisst Arztpraxen, Zahnarztpraxen sowie andere ambulante und unterstützende Leistungserbringer, machten insgesamt 33,6% und der Detailhandel inklusive Importe 9% aus. Die Ausgaben für Verwaltung und Prävention durch Staat, Versicherer und weitere Organisationen beliefen sich auf 6,1%.
Werden die Kosten des Gesundheitswesens nicht nach Leistungserbringern, sondern nach Leistungen betrachtet, so zeigt sich, dass 2017 je rund ein Fünftel der Kosten auf die stationären Kurativbehandlungen und die Langzeitpflege entfielen, gut ein Viertel auf die ambulanten Kurativbehandlungen und rund ein Sechstel auf den Verkauf von Gesundheitsgütern. Die Kosten für stationäre Kurativbehandlungen sind zwischen 2016 und 2017 um -0,3% gesunken, jene für die Langzeitpflege haben um 3,2% zugenommen. Bei den ambulanten Kurativbehandlungen war im gleichen Jahr eine Kostenzunahme von 2,9% zu verzeichnen.
Im internationalen Vergleich hat die Schweiz gemessen am Verhältnis zum BIP ein kostenintensives Gesundheitssystem. 2017 befand sich die Schweiz an zweiter Stelle, an der Spitze lagen die USA.