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Schriftsteller Daniel Kehlmann, dessen Roman "Die Vermessung der Welt" monatelang auf den Bestsellerlisten stand, wünscht sich nie wieder so einen grossen Erfolg. "Das wäre ein falscher Weg", sagte der 37-Jährige in einem Interview mit dem Magazin "Playboy". "So was hat man einmal, und dann gibt es einem viel mehr Sicherheit und Unabhängigkeit, als man sich je hätte wünschen können. Und wenn man nun denkt, man muss das wiederholen, würde man daraus wieder eine Unfreiheit machen. Ich glaube nicht, dass etwas, was ich mache, sich jemals wieder so gut verkaufen wird. Das ist aber auch in Ordnung."
Kehlmann, der einen österreichischen und einen deutschen Pass besitzt und abwechselnd in Wien und Berlin lebt, bekannte sich zu seiner Schwäche für Wien. Zwar sei es "schon etwas langsam und provinziell". Er schätze aber besonders das Gediegene von Wien und den feinen Humor. "Und das man hier nicht ständig angeschrien wird. In Berlin ist es nicht mehr möglich, eine einfache Dienstleistung in Anspruch zu nehmen, ohne dabei angeschrien zu werden." Ausserdem funktioniere in Berlin nichts.
Kehlmann, der in München geboren wurde und seit 1981 in Wien wohnt, sagte, er habe es anfangs in Österreich schwer gehabt. Seit sich sein Roman international sehr gut verkauft habe, seien aber alle ausnehmend freundlich zu ihm. "In Österreich wird man geehrt, sobald man es im Ausland zu etwas gebracht hat. Oder wenn man tot ist. Oder am besten beides." Kehlmann schrieb für die Verfilmung der "Vermessung der Welt" das Drehbuch.