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Das Gedicht auf der Hauptseite habe nicht ich geschrieben. Ich möchte mich nicht mit fremden Federn schmücken. Das abgebildete Gedicht ist die Übersetzung eines Gedichts des jungen Benjamin Giroux aus Plattsburgh in New York.
Schreibt ein Gedicht
Benjamin Giroux fällt es schwerer als anderen Jungs, über seine Gefühle zu sprechen. Der zehnjährige Grundschüler leidet an einer Autismus-Spektrum-Störung. Anlässlich des «Nationalen Gedenkmonats der Poesie», der in den USA gefeiert wurde, bat die Klassenlehrerin die Schüler ihrer fünften Klasse darum, ein Gedicht zu verfassen. Es sollte den Titel «Ich bin» tragen, der Rest wurde den Schülern überlassen.
«Als wir ihn fragten, wie sein Tag war, bekamen wir wie üblich nicht mehr als eine einsilbige Antwort», erzählte Benjamins Vater. Benjamin habe nichts von der Hausaufgabe verraten und stattdessen stundenlang konzentriert am Küchentisch gesessen. Dann sei er stolz zu seinen Eltern gelaufen, um ihnen sein Werk zu zeigen.
Zuerst waren die Eltern geschockt und traurig, dass er sich so sonderbar und missverstanden fühlt. Aber als die Eltern das Gedicht zu Ende gelesen hatten, verstanden sie. «Er wollte alle Menschen umarmen und ihnen damit sagen, dass jeder sich mal sonderbar fühlt.»
Angst vor dem Vortrag
Am nächsten Tag jedoch traute sich Benjamin nicht in die Schule. Der Gedanke daran, es vor der ganzen Klasse vorzutragen, ängstigte ihn zutiefst. Die Eltern erlaubten ihrem Sohn deshalb, Zuhause zu bleiben.
Stattdessen schickte Benjamins Mutter sein Gedicht an die «National Autism Association», die das handgeschriebene Werk auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte. Betroffene, Eltern und Angehörige von Menschen mit Autismus oder dem Asperger-Syndrom, waren gerührt von Benjamins Gedicht und begeistert von seinem lyrischen Können. Neben Glückwünschen bekräftigten viele, er solle bloss so weitermachen. «Er ist nicht sonderbar, er ist talentiert. Ich wünschte, ich könnte meine Gefühle ähnlich klar und schön ausdrücken», lautet der Kommentar eines Mannes.
«Ich weiss, dass es manchmal ungerecht wirkt, dass wir nicht hineinpassen», wandte sich ein Autist direkt an Benjamin. Je älter er jedoch geworden sei, desto weniger habe er sich danach gesehnt, unsichtbar zu werden. «Ich liebe den, der ich war und ich habe es geliebt, mich sonderbar zu fühlen. Ich wette, dir wird es ähnlich gehen. Du bist offenbar brillant, sensibel und hast eine wunderschöne Seele. Ändere dich bitte für niemanden!»
Die Ähnlichkeit
Wäre ich auch so begabt gewesen, hätte ich wohl ähnliche Worte gewählt. Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, erkenne ich mich in Benjamins Gedicht selber wieder. Mach es gut, Benjamin