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Diese Neuenburger Weinspezialitäten verkaufen sich sogar in Asien. Nicolas Ruedin, ein Winzer aus Cressier, verkauft einen Teil seiner Weine in China und Japan. Die Geschmäcker sind von Land zu Land sehr unterschiedlich.
Seine Weine werden in japanischen Zeitungen erwähnt und erscheinen sogar in einem Manga (Comic). Nicolas Ruedinexterner Link ist stolz darauf, einen Teil seiner Produktion ins Land der aufgehenden Sonne zu exportieren: "Es ist eine schöne Anerkennung, wenn unsere Weine an aussergewöhnlichen Orten angeboten werden."
Das Landgut Ruedin besteht seit 1614 und verfügt heute über elf Hektar Weinberge. Der Winzer kultiviert die Rebsorten Chasselas, Pinot Noir, Gamaret, Pinot Gris, Chardonnay und Muscat. Ruedin übernahm den Betrieb 2014. "Es ist eine tolle Arbeit. Wir sind kreativ, stehen in direktem Kontakt mit den Konsumenten. Wir sind nicht nur ein kleines Zahnrad in einer grossen Maschine", sagt er.
Auf dem Weingut, wo neben Ruedin zwei Mitarbeiter und ein Auszubildender tätig sind, werden zwölf verschiedene Weine und insgesamt rund 90'000 Liter Wein pro Jahr produziert. Den grössten Anteil haben Œil de Perdrixexterner Link, Pinot Noir und Chasselas. Vor einigen Jahren beschlossen Nicolas Ruedin und sein Vater, die Anzahl der Rebsorten zu erhöhen, die Flaschen zu erneuern und sich auf die grössten Märkte ausserhalb des Kantons Neuenburg zu konzentrieren. So arbeiten sie beispielsweise mit den Marken Manor und Mövenpick zusammen.
Tests mit Drohnen
Die Mechanisierung der Arbeit war ebenfalls eines der Ziele; deshalb wurde in den Ausbau des Maschinenparks investiert. Im Jahr 2016 arbeitete der Neuenburger Winzer sogar mit einem Walliser Unternehmen zusammen, um die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln an Reben mit Drohnen zu testen. Die Produktion hat kein Zertifikat für biologische Produktion, "aber wir verwenden Pflanzenschutzmittel, die keine Rückstände hinterlassen", versichert Ruedin.
Die Beziehung zwischen dem Gut Cressier und Asien begann sich vor rund fünfzehn Jahren zu entwickeln. Ruedins Vater war damals Mitglied der Schweizer Weinexporteure, die Käufer in ganz Europa hatten. Eines Tages, als der Vater Düsseldorf besuchte, kam er mit einem Japaner in Kontakt. Sechs Monate später erhielt er seinen ersten Auftrag für das Land der aufgehenden Sonne.
"Chasselas" und vor allem "Non Filtré", eine Neuenburger Spezialität, werden von den Japanern besonders geschätzt. "Sie mögen diesen Geschmack, weil er neutral und fein ist. Er passt zu ihren sehr raffinierten Gerichten", sagt Ruedin.
Der Neuenburger Winzer wollte aber nicht dort stehenbleiben. "China schien mir ein vielversprechender Markt zu sein, ich wollte mich dort entwickeln. Zufällig kontaktierte mich ein Vertreter dieses Landes, um hier in Cressier unseren Wein zu probieren."
Heute gehen zwischen 5 und 10% der Produktion nach China und Japan. Auf dem Archipel werden die Flaschen in Kühlcontainern mit dem Schiff weitertransportiert. In China hingegen werden die Bestellungen oft in kleineren Mengen verteilt und dafür per Flugzeug transportiert.
Ruedin besucht beide Länder alle zwei bis drei Jahre, um seinen Wein zu bewerben: "Das sind intensive Arbeitstage, wir sind ununterbrochen beschäftigt: Tagsüber besuchen wir die Geschäfte, und am Abend führen wir Degustationen und Präsentationen in Restaurants durch."
«Es gibt ein verrücktes Interesse in diesen beiden Ländern.»
Nicolas RuedinEnde des Zitats
Die Geschmäcker sind laut dem Schweizer Winzer völlig unterschiedlich: Japaner schätzen vor allem den Chasselas. Chinesen bevorzugen Rotweine. "Letztere mögen mehr Tannine, die besser zu einer würzigeren chinesischen Küche passen." Die Domaine Ruedin exportiert hauptsächlich Gamaret und Pinot Noir nach China.
"Ein verrücktes Interesse"
Auch die Art und Weise des Konsums sei sehr unterschiedlich: In Japan sei der Markt reif. "Die Leute kennen Wein, sie sind es gewohnt, ihn zu probieren. Während der Präsentationen stellen sie manchmal mehrere Stunden lang Fragen", sagt Ruedin. Chinesen hätten noch weniger Erfahrungen mit Degustationen. Aber diese Praktiken entwickelten sich stetig, Schulungen und Seminare nähmen zu. "Es gibt ein verrücktes Interesse in beiden Ländern", sagt der Winzer.
Er stellt fest, dass in China Frauen oft mehr interessiert sind als Männer. "Die typische Weinhändlerin ist eine Chinesin, zwischen 25 und 35 Jahre alt, sehr gut organisiert." Dies im Unterschied zur Schweiz, wo sich die Weinindustrie immer noch überwiegend in männlicher Hand befindet.
Die bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und den beiden Ländern erleichterten den Export von Wein erheblich, sagt Ruedin, weil die administrativen Barrieren gefallen seien. Die Chinesen und Japaner zahlen in Schweizer Franken.
"Kunden und Produzenten haben viel gegenseitigen Respekt."
Nicolas RuedinEnde des Zitats
Wein werde in den beiden Ländern als ein Produkt höheren Standards betrachtet. In Japan kostet eine Flasche Chasselas in einem Geschäft 30 Franken, während sie in der Schweiz für 11 Franken verkauft wird. In China sind die Preise aufgrund der hohen Mehrwertsteuer und der Steuer auf Luxusgüter noch höher. Eine Flasche Rotwein kann zwischen 50 und 100 Schweizer Franken kosten. "Aber oft kaufen die Konsumenten nur eine Flasche, um sie mit mehreren Leuten zu trinken", sagt Ruedin.
Liebe zum Detail
Der Winzer nahm einige Anpassungen vor, um den lokalen Gepflogenheiten besser gerecht zu werden: So liess er beispielsweise Wachskapseln auf die Korken seiner Flaschen machen, weil die Kunden der Meinung waren, dass der Wein sonst kontaminiert werden könnte. Wenn er sich vor Ort begibt, versucht er jeweils auch, der Liebe dieser Kundschaft zum Detail gerecht zu werden, und verpackt die Geschenke mit besonderer Sorgfalt.
"Es ist beeindruckend, dass es in diesen beiden Ländern zwischen Kunden und Produzenten gegenseitigen Respekt, viel Grosszügigkeit und Anerkennung gibt", fasst Ruedin zusammen. Er freut sich darüber, dass es gelungen sei, den Handel mit China und Japan auszubauen. Sein Fazit: "Dies ist eine Gelegenheit, auf Reisen zu gehen, eine globalere Sicht auf den Weinmarkt zu erhalten und ein Feedback der Konsumenten zu bekommen, um uns verbessern zu können."
(Übertragung aus dem Französischen: Peter Siegenthaler)