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Schloss Wellenberg ("Berg des Wello") das von waldiger, dem Immenberg vorgelagerter Höhe einen Teil des Thurtales und des Seerückens beherrscht, wird erstmals in den Urkunden 1259 erwähnt. Damals lag Ulrich von Wellenberg mit seinen beiden Neffen zu Zürich in Haft, weil er das Interregnum wie viele seiner Standesgenossen zu Wegelagerei und Plünderung von Kaufmannszügen missbraucht und den Zürchern manchen Schaden auf den Landstrassen zugefügt hatte. Sie berannten und verbrannten seine Burg und zwangen ihn, Urfehde zu schwören. Die Angehörigen seines Geschlechtes, das laut der Zürcher Wappenrolle schwarze Adlersflügel in goldenem Grunde führte, besaßen später Wohnrecht in der Stadt Frauenfeld und residierten wohl zeitweilig im Schlosse. 1370 kam der Wellenberg für kurze Frist in die Hände der Edlen von Strass, die verarmten und den Besitz, ein Lehen der Reichenau, 1385 an die Herren von Hohenlandenberg weitergaben. Die Gerichtsbarkeit über Wellhausen und Thundorf samt den benachbarten Höfen sowie die Vogteien zu Mettendorf, Eschikofen und Lustorf bildeten den Herrschafts bezirk. Die Landenberger, welche gleichzeitig auch im Schlosse zu Frauenfeld und auf dem Sonnenberg regierten, zeichneten sich im Dienste Österreichs als ritterliche Vorkämpfer gegen die Appenzeller aus und vermochten die ihnen anvertrauten Burgen vor dem allgemeinen Schicksal zu bewahren; im übrigen übten sie ein willkürliches und rauhes Regiment und waren wegen ihres Übermutes bei Städtern und Untertanen gehasst und gefürchtet. Margarethe von Landenberg stiftete 1450 eine Schlosskaplanei, worin die Anfänge der späteren Pfarrei Felben zu erblicken sind.
Zirka 1513 erwarb Jakob Mötteli von Rappenstein den Wellenberg, einer der reichsten, aber auch habsüchtigsten Männer seiner Zeit, der das ganze Land mit Prozessen und Händeln belästigte.
Nach einer Zeichnung von J.C, Vögelin 1750
1537 kam die Herrschaft an die Herren von Ulm, die fast zwei Jahrhunderte auf dem Schlosse saßen, die evangelische Lehre tatkräftig förderten und im Gerichtsherrenstand einen hervorragenden Platz einnahmen. Gregor von Ulm verbesserte kurz vor dem Ausbruch des 3Ojährigen Krieges das Wehrwesen und nahm sich auch der Schiesskunst mit Eifer an. Am Ende des 17. Jahrhunderts kaufte die Stadt Zürich das Schloss, um einen Bekenntniswechsel in der Herrschaft zu verhüten, und setzte bis zum Sturz der Feudalverfassung Obervögte darauf, die Jahr für Jahr ihre ausführlichen Rechenschaftsberichte einsandten und die Herrschaft umsichtig, oft sogar in fast pedantischem Zopfstil verwalteten.
Das 19. Jahrhundert brachte dem Wellenberg wie den meisten thurgauischen Schlössern als eine ausgesprochene Spekulationsperiode zahlreiche Handänderungen; einmal entrann die Burg nur wegen des Wassermangels auf der Höhe dem banalen Schicksal, in eine Bierbrauerei umgewandelt zu werden, bis sie endlich in Bauernhand überging, auf seinen Fluren Korn und Obst erzeugte und vom friedlichen Herdengeläute umklungen wurde.
In 1932
Die Burganlage ist dreiteilig. Bis zum Jahre 1830 waren die Parterreräume und im Südosten auch das esrte Stockwerk unbewohnt. Von den Ökonomiegebäuden bis zum Schlosse führte eine etwa 30 Meter lange Brücke von Eichenholz, wovon ein Teil früher als Fallbrücke diente. Auf drei Seiten fällt das Gelände steil ab, und nur die dritte ist zugänglich. Hier befand sich ein jetzt ausgefüllter Graben, und auch der Turm steht der Angriffsseite gegenüber und konnte Tor und Burgweg beschützen. Er weist sehr starke Mauern auf (bis zu einer Stärke von 3,30 m). Im südwestlichen Teil befanden sich die Verliese. Das Treppenhaus wurde 1768 erbaut und ist wie im Sonnenberg mit Öffnungen versehen, die wahrscheinlich der Aufnahme von Kienspänen dienten. Der heutige kleine Hof dehnte sich früher auch über die Küche aus; der große Raum im ersten Stocke des Südbaus wird als Rittersaal betrachtet.
Seit 1900 wohnt Familie Schenkel auf dem Betrieb; ausser dem dicken Mauerwerk des ehemaligen Turmes und den saalartigen, großen Gemächern erinnert kein Inventarstück mehr an die adelige Vergangenheit; doch der behäbige, tannenum rauschte Sitz mit dem unvergleichlich herrlichen Ausblick auf die Ebene der Thur und den blauenden Hang des Seerückens zeugt noch jetzt von herrschenden Geschlechtern und einstiger Landes-Hoheit.
Im Jahr 2002 wird das Schloss unter Bundesschutz gestellt.
Im Jahr 2004 wird anlässlich der 800-Jahrfeier eine Stiftung zur Förderung der historischen Substanz des Schlossgutes Wellenberg gegründet.
Bibliographie