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Tom Dumoulin gewinnt als erster Niederländer den Giro d'Italia. Der 26-Jährige schiebt sich im abschliessenden Einzelzeitfahren der 100. Italien-Rundfahrt am Kolumbianer Nairo Quintana vorbei.
Nach 3580 anspruchsvollen Kilometern verteilt auf 20 Etappen mussten die letzten 29,3 km von Monza nach Mailand die Entscheidung bei der Jubiläumsausgabe des Giros bringen. Schon nach der ersten Zwischenzeit nach 8,8 km zeichnete sich ab, dass Nairo Quintana die Maglia rosa an Dumoulin würde abtreten müssen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Kolumbianer, der seine Stärken klar in den Bergetappen und weniger in den Prüfungen im Kampf gegen die Uhr hat, bereits 31 von seinem ursprünglich 53 Sekunden grossen Polster auf den niederländischen Zeitfahr-Meister eingebüsst. Im Ziel waren es dann genau 31 Sekunden, die Dumoulin in der Gesamtwertung vor Quintana lag.
Während sich Dumoulin von Platz 4 auf 1 verbesserte, musste sich Quintana mit dem 2. Gesamtrang begnügen. Nur neun Sekunden dahinter klassierte sich mit dem Italiener Vincenzo Nibali der Sieger aus dem Vorjahr. Der Franzose Thibaut Pinot verlor ebenfalls eine Position und musste mit dem undankbaren 4. Gesamtrang vorliebnehmen. Sein wichtigster Helfer, der Walliser Sébastien Reichenbach, schloss den Giro als bester Schweizer auf Platz 15 ab.
Historischer Erfolg
Mit Dumoulin triumphierte erstmals seit 1980 wieder ein Niederländer in einer der drei grossen Rundfahrten über drei Wochen. Zuletzt durfte sich die radsportverrückte Nation mit Joop Zoetemelk über den Gesamtsieg in der Tour de France freuen. Zoetemelk hatte im Jahr zuvor bereits die Spanien-Rundfahrt gewonnen. Dieser Doppel-Erfolg war in den Jahren 1968/1967 bereits Jan Janssen gelungen.
Den Grundstein zum grössten Erfolg in seiner noch jungen Karriere legte Dumoulin, dem sein Sportdirektor Luke Robert eine "grosse Zukunft" vorhersagt, mit zwei starken Auftritten in den beiden Zeitfahren. Bereits vor eineinhalb Wochen nahm der 26-jährige Captain des deutschen Teams Sunweb, der im Vorjahr in Rio hinter Zeitfahr-Olympiasieger Fabian Cancellara Silber gewonnen hatte, in der ersten Prüfung gegen die Uhr der direkten Konkurrenz als Tagessieger mehr als zwei Minuten ab. Seine Meisterprüfung legte der einstiege Zeitfahr-Spezialist aber in den Bergen ab, als er sich nie entscheidend genug von den Kletterern distanzieren liess.
Tagessieg für Van Emden
Den letzten Tagessieg am diesjährigen Giro sicherte mit Jos van Emden ebenfalls ein Niederländer. Der 32-Jährige vom Team LottoNL-Jumbo nahm seinem Landsmann Dumoulin 15 Sekunden ab. Für Van Emden war es der erste Etappensieg bei einer dreiwöchigen Rundfahrt und damit der grösste Erfolg seiner Karriere.
SDA-ATS