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Spanisch
Spanisch – eine der international anerkannten Weltsprachen – wird heute von etwa 380 Millionen Personen gesprochen. Es ist offizielle Sprache in Spanien, in 16 Ländern des amerikanischen Doppelkontinents, in drei Staaten der Karibik und in einem Lande Afrikas [Äquatorialguinea]. Spanisch dient 20-30 Millionen von Bewohnern der USA und zahlreichen Immigranten in Westeuropaals Umgangssprache. Es wird auch in einigen Gemeinschaften Nordafrikas und Südosteuropas gepflegt. Die spanische Sprache hat sich im Laufe der Jahrhunderte in den verschiedensten kulturellen Kontexten etabliert. Dabei hat sie sich im Kontakt mit lokalen und benachbarten Sprachen und Kulturen bereichert und ausdifferenziert. Dasselbe gilt für die in Spanisch geschriebenen bzw. gesprochenen Literaturen. Die «spanische» Welt ist deshalb extrem komplex in sprachlicher, literarischer und kultureller Hinsicht.
Die Hispanistik in Zürich stellt sich der Herausforderung, die Sprache selbst und die in den wichtigsten spanischsprachigen Ländern oder Gebieten entstandenen bzw. entstehenden Literaturen in ihrer Geschichte und in ihren vielfältigen kulturellen und sozialen Bezügen umfassend darzustellen.
Das Hauptfach Spanische Sprach- und Literaturwissenschaft gliedert sich in drei Teilbereiche: Sprachwissenschaft, mittelalterliche Literaturwissenschaft und neuere spanische und hispanoamerikanische Literaturwissenschaft. Die Bereiche Spanische Sprachwissenschaft und Spanische Literaturwissenschaft können einzeln als Nebenfächer belegt werden.
Voraussetzung für das Studium der Spanischen Sprach- und / oder Literaturwissenschaft ist eine genügende mündliche und schriftliche Sprachkompetenz. Die Sprachkenntnisse können während des Studiums in den Lektoratskursen vertieft werden.
Voraussetzung für die Zulassung zu den Abschlussprüfungen des Grundstudiums (Zwischenprüfung im Hauptfach, Akzessprüfung in den Nebenfächern) ist die Lateinmatur oder das nachträglich erworbene «Latinum», welches in den ersten Semestern abzulegen ist.
Spanische Sprachwissenschaft
Die spanische Sprachwissenschaft kann in Zürich entweder als Nebenfach oder als Teilbereich des Hauptfachs Spanische Sprach- und Literaturwissenschaft studiert werden.
Basis für das Verständnis der Sprache ist die genaue Kenntnis ihrer geschichtlichen Entwicklung. So bildet auch heute noch die diachronische Sprachwissenschaft ein wesentliches Rückgrat der hispanistischen Lehre. Alle Hispanisten müssen deshalb mit den Grundzügen des Prozesse vertraut werden, durch den das Latein der Hispania zum heutigen Spanisch geworden ist. Ein besonderer Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Zusammenwirken von Christentum, Islam und Judentum in Spanien. Es werden die wechselseitigen Einflüsse von Spanisch, Arabisch und Hebräisch im Mittelalter und darüber hinaus untersucht.
Die synchronische Sprachwissenschaft befasst sich mit den Strukturen der Sprache in Phonetik, Morphsyntax und Semantik. Ein besonderer Akzent ist hierbei die Einbettung des Spanischen in grössere sprachvergleichende Zusammenhänge innerhalb der Romania und darüber hinaus. Einzelsprachliche Erscheinungen werden als Ausprägungen universaler Gesetzmässigkeiten interpretiert.
Ein neu aufgebauter Schwerpunkt steht unter dem allgemeinen Motto «Sprache und Identität». Überall befindet sich das Spanische in Kontakt und Konflikt mit anderen Sprachen.
Im demokratisierten und regionalisierten Spanien der Gegenwart gewinnen Katalanisch, Baskisch und Galizisch immer mehr an Bedeutung. In der Neuen Welt ist die Auseinandersetzung des Spanischen mit indigenen Sprachen wie Quechua in Peru, Aztekisch in Mexiko oder Guaraní in Paraguay ebenso von Interesse wie seine Durchdringung mit dem Englischen im Südwesten der USA. Die Kontaktphänomene werden unter soziolinguistischen und varietätenlinguistischen Aspekten behandelt.
Spanische Literatur des Mittelalters
Die spanische Literatur des Mittelalters kann in Zürich entweder als Nebenfach (Spanische Literaturwissenschaft) oder als Teilbereich des Hauptfachs Spanische Sprach- und Literaturwissenschaft studiert werden.
Das Studium der spanischen Literatur des Mittelalters ist sowohl auf die Erschliessung der philologischen Grundlagen wie auch auf die Interpretation der betreffenden Werke im Rahmen der dazugehörigen geistesgeschichtlichen und allgemein-historischen Zusammenhänge angelegt. Es wird allen Gattungen der altspanischen Literatur Rechnung getragen, wobei die frühe epische Dichtung von speziellem Interesse ist.
Ein besonderer Forschungsschwerpunkt sind die kharjas, eine romanische Liebeslyrik des 11. und 12. Jahrhunderts, die in der Form von Schlussversen in arabischen und hebräischen Strophengedichten erhalten geblieben ist.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Werk des Königs Alfonso X. von Kastilien (reg. 1252 – 1284), in dem klassisch-antike, christliche und islamische Elemente von zumeist jüdischen Mitarbeitern zu einem enzyklopädischen Ganzen verschmolzen worden sind.
Spanische und hispanoamerikanische Literatur seit 1500
Die spanische und hispanoamerikanische Literatur seit 1500, ein ozeanübergreifender Bereich, kann in Zürich entweder als Nebenfach (Spanische Literaturwissenschaft) oder als Teilbereich des Hauptfachs Spanische Sprach- und Literaturwissenschaft studiert werden.
Es wird grosser Wert darauf gelegt, die Studierenden mit den Eigenarten verschiedener Textsorten [Erzählung, Poesie, Theater, usw.] aus verschiedenen Epochen und Kulturräumen vertraut zu machen. Es geht dabei u. a. auch darum, die Beziehung der Texte zu andern Texten oder Diskursen und zu ihrem geschichtlichen, sozialen und kulturellen Umfeld zu untersuchen.
In den Proseminaren und dem Mittelseminar des Grundstudiums wird anhand meist «klassischer» Texte der spanischen bzw. hispanoamerikanischen Literatur ein literaturwissenschaftliches Grundwissen erarbeitet. In den Vorlesungen, deren regelmässiger Besuch allen Studierenden empfohlen wird, werden einerseits literarische Epochen, Strömungen, Textgruppen, Gattungen und Motive überblicksartig vorgestellt, andererseits aber auch Themen wie die Beziehungen zwischen der Literatur und andern Künsten (z. B. Film) bzw. Diskursen (Geschichte, Ethnologie, usw.) behandelt. In den Seminaren werden einzelne Werke oder Werkgruppen in gemeinsamer Arbeit vertieft. Der Schwerpunkt kann hier auf die spanische oder auf die hispanoamerikanische Literatur gelegt werden. In den Kolloquien, die wie die Vorlesungen allen Studierenden zugänglich sind, werden abwechslungsweise besonders anspruchsvolle Texte gelesen, zentrale literatur- bzw. kulturwissenschaftliche Fragen erörtert oder studentische Forschungsarbeiten diskutiert.
Prof. Jens Andermann
Prof. Georg Bossong
Prof. Itzíar López Guil
Alle Dozierenden Spanisch
Studienverlauf
Hispanistik kann als Hauptfach oder als Nebenfach studiert werden.
Hauptfach
Spanische Sprach- und Literaturwissenschaft
1. Nebenfach
Spanische Sprachwissenschaft oder Spanische Literaturwissenschaft
2. Nebenfach
Spanische Sprachwissenschaft oder Spanische Literaturwissenschaft
Hauptfach und Nebenfach gliedern sich in ein Grundstudium (Proseminare und Vorlesungen) und ein Hauptstudium (Seminare, Kolloquien und Vorlesungen).
Prüfungen
Nebst kleineren Erfolgskontrollen innerhalb der Proseminare gibt es:
- Zwischenprüfungen und Akzessprüfungen am Ende des Grundstudiums
Voraussetzungen: abgeschlossenes Grundstudium und Ausweis über Lateinkenntnisse
- Lizentiatsprüfungen am Ende des Hauptstudiums
Voraussetzungen: abgeschlossenes Hauptstudium und Abgabe der Lizentiatsarbeit
Mehr dazu siehe Prüfungen