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Klima
Das Klima findet heute in der breiten Öffentlichkeit vor allem wegen dem Klimawandel, der globalen Erderwärmung, Beachtung. Seit der Industrialisierung ist die Temperatur weltweit um 1°C im Durchschnitt angestiegen. Es wird bis ins Jahr 2100 von einem weiteren globalen Temperaturanstieg von 1.8 bis 4 Grad Celsius gerechnet.
Was ist denn Klima? Der Begriff Klima bezeichnet die Gesamtheit aller Wetterereignisse, die über einen längeren Zeitraum (Jahre oder Jahrzehnte) in einem größeren Gebiet stattfinden. Der übliche Wetterverlauf während eines Jahres ergibt das Klima. Klima ist also ein statistisch ermittelter Zustand der Erdatmosphäre.
Wetter und Klima hängen stark von der Sonneneinstrahlung ab. Die Erdoberfläche wird ungleichmäßig erwärmt. Entsprechend werden die Luftmassen in Bewegung gesetzt. Im Grunde wird warme Luft vom Äquator in Richtung der Pole transportiert. Die kühle Luft wandert entgegengesetzt. Die Erdrotation lenkt die Winde zusätzlich ab.
Durch diese globalen Zirkulationen entstehen die großen Windsysteme sowie Hoch- und Tiefdruckgebiete. Auch in den Meeren bilden sich große warme oder kalte Ströme, die für einen Energieausgleich im Wasser sorgen. Die Klimagebiete sind aber nicht nur von der Atmosphäre bestimmt, sondern auch von der Beschaffenheit der Erdoberfläche und der Vegetation.
Der Klimatologe Wladimir Köppen teilte im Jahr 1936 die Klimazonen der Erde ein. Bis heute wurde an seinem System wenig verändert.
Um den Äquator herrscht das tropische Klima, danach folgen zu den Polen das Trockenklima (Savannen und Wüsten), das warmgemäßigte Regenklima, das boreale Klima sowie das Eis- und Schneeklima (Tundra und Permafrostböden). Weiter spezifiziert unterscheidet man zwischen immer feuchten, winter- bzw. sommertrockenen oder Monsun-Gebieten. Auch wird zwischen kontinentalem und maritimen Klima differenziert.
Regionale Klimate werden von beständigen Hoch- und Tiefdruckgebieten bestimmt. Doch daneben gibt es weitere Einflüsse, die sich auswirken. Während innerhalb größerer Klimaregionen Gebiete auf gleicher Höhe ähnliche Temperaturen aufweisen, sorgen Höhenunterschiede für teils erhebliche Temperaturunterschiede. In Gebirgen herrscht ein kälteres Klima – selbst am Äquator, wo z.B. die Gipfel des Kilimandscharo mit Schnee bedeckt sind.
Die Vegetation, Gebirge oder die Nähe zu großen Seen wirkt sich auf das Klima aus. Zudem entstehen in Ballungszentren städtische Klimate. Beton und Asphalt erwärmen sich bei Sonneneinstrahlung stark und geben diese Wärme nachts wieder ab. Tendenziell kommt es in den großen Städten eher zu Regenfällen und Gewittern als im Umland.
In Europa herrscht nördlich der Alpen gemässigtes, meistens von ozeanischen Winden geprägtes, mitteleuropäisches Klima, südlich der Alpen ist es eher mediterran. Das Klima ist regional jedoch sehr unterschiedlich, bedingt durch die geographischen Elemente.
In der Schweiz zeigt sich grundsätzlich vom Jurabogen über das Mittelland und Voralpen täglich ein ähnliches Wetter, während inneralpin und in der Südschweiz vollkommen anderes Wetter herrschen kann.
Im Zuge des globalen Klimawandels hat sich das Klima auch in der Schweiz verändert. Seit 1971 hat die Erwärmung jede Dekade kontinuierlich zugenommen. Die Jahresdurchschnittstemperatur ist seit 1864 um rund 2 °C (Stand 2018) angestiegen. Dies ist mehr als doppelt so viel wie im weltweiten Durchschnitt – somit ist die Schweiz besonders stark vom Klimawandel betroffen. Besonders gravierend ist in der Schweiz der Gletscherschwund: er tangiert die Verfügbarkeit von Trinkwasser und die Gewinnung von Strom durch Wasserkraft. Im Jahr 2019 wurden nur noch 1463 Schweizer Gletscher gezählt, das bedeutet ein Verlust von 700 Gletschern seit den 1970er-Jahren durch Abschmelzung. Klimawissenschaftler prognostizieren, dass die meisten Alpengletscher zum Ende des 21. Jahrhunderts verschwunden sein werden. Auch ergeben sich Trends in den Niederschlagssummen, erwartet wird eine signifikante Zunahme im Mittelland. Es soll auch eine Zunahme in der Häufigkeit und Intensität der Starkniederschläge geben.
Der Ausstoss von Treibhausgasen gilt als Hauptverursacher der Klimaveränderung. Der CO2-Ausstoss der Schweiz pro Kopf und der CO2-Ausstoss bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt sind verglichen mit anderen OECD-Staaten relativ niedrig. Die Treibhausgase, die die Schweiz im Ausland produziert, werden nicht in diese Berechnungen einbezogen. Würde man diese dazurechnen, sähe die CO2-Bilanz weniger gut aus: so hat die Schweiz hinter Luxemburg und Belgien den grössten CO2-Fussabdruck pro Person in Europa. Weltweit gibt es nur 13 Länder, die einen noch höheren CO2-Fussabdruck pro Person haben als die Schweiz.
Die aktuelle Klimapolitik der Schweiz will bis 2030 die CO2-Emissionen um mindestens 50 % gegenüber 1990 reduzieren und bis 2050 das Netto-Null-Ziel erreichen.