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Die wiederholt erwähnte Karte vom Jahre 1578 mit der Übersicht der damaligen Burgen und Schlösser des Kantons zeigt auch in Corserey eine Stattliche mehrtürmige Anlage. Ob aber jemals eine grössere Burg hier bestand, ist zweifelhaft. Denn Corserey war nur eine kleine Herrschaft, die vorübergehend mit der Herrschaft Prez verbunden war. Im 15. Jahrhundert war sie Stark zersplittert, indem die Montagny, Prez, Balmis, Billens und andere Anteil an ihr hatten. Doch wusste die Abtei Peterlingen nach und nach diese Anteile zu erwerben und hatte um 1520 fast die ganze alte Herrschaft in ihrem Besitz. Aber sie verkaufte sie schon 1526 an Freiburg, das 1535 auch den restlichen Anteil erwarb und aus Corserey eine Vogtei bildete, die aber nur bis 1585 bestand und dann mit der von Montagny vereinigt wurde.
Bei der auf jener Karte von 1578 gegebenen Burg handelt es sich wohl um den Sitz des Vogtes. Ob diese auf den Fundamenten einer älteren Burg Stand, ob sie bei der Einäscherung des Ortes 1448 im Savoyer Krieg durch die Freiburger in Mitleidenschaft gezogen würde, wissen wir nicht. Die Burg lag auf der Flur, die im Namen Colombeire = Columbarium eine Erinnerung an die römische Siedlung Curtiacum bewahrt. Am Rande des leichten Abhanges ist hier ein kellerartiger kleiner Baurest erhalten, der heute noch Cave du château heisst. Nach mündlicher Überlieferung handelte es sich um eine schlossartige bescheidene Anlage, doch ohne irgendeinen Wehrcharakter. Nachdem im Jahre 1870 der Sturm das Dach abdeckte, ist der ohnehin sehr schadhafte Bau dann bald verfallen. Vielleicht Stammte er aus dem Jahre 1679 wie die benachbarte Scheune, die im Namen La grange du château ebenso wie der nahebei gelegene Hof, La ferme du château, noch an die Burg erinnert.
Bibliographie