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Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun. (Molière)
Wie oft höre ich von meinen Mitmenschen den Ausspruch, dass es die für sie richtige Partei nicht gäbe.
Nun, selber war ich auch jahrelang dieser Ansicht und es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, einer Partei beizutreten. Erst viel später wurde mir bewusst, dass Politik unser Leben ist, und jede, jeder von uns mit seinem Handeln hochpolitisch wirkt. Welche Produkte kaufen wir, wie sind wir mobil, wie leben wir unsere Familienmodelle. Und rückblickend ist mir bewusst, dass ich bereits in meiner Jugend eine politische Haltung entwickelte und entsprechend handelte. Nie vergessen werde ich die vielen Gespräche über die Abstimmung zur Initiative "Schweiz ohne Armee" vom Jahre 1989. Selber noch nicht stimmberechtigt fragte ich mich, ob unsere Welt nicht andere Bedrohungen wie z.B. dazumal das Waldsterben oder die Armut in anderen Ländern und ihre Folgen für die Schweiz nicht höher Gewichten müsste? Oder die Fichenaffaire der späten Achtzigern, welche mein Vertrauen in den Staat stark geschwächt hat und den besuch meiner ersten Demonstration in Bern zur Folge hatte. Dort wiederum war ich geschockt über die Gewaltbereitschaft einzelner Mitmenschen, unverständlich für mich, dass Wut mit Gewalt anstatt Worten gelöst werden will.
Das dies auch anders geht, zeigte mir die Demonstration vom 10. März 1993, infolge der Nichtwahl von Christiane Brunner. Über 10'000 Personen demonstrierten während der Bundesratswahl friedlich auf dem Bundesplatz und erreichten damit mittelfristig einen Anstieg der Frauenanteile in Parlamenten auf kantonaler und kommunaler Ebene in der Schweiz.
Es sollten noch mehr als 10 Jahre vergehen, bis mich die lokalen Geschehnisse in Thun dazu veranlassten mich aktiv politisch zu engagieren. Ganz nacht dem Motto "entweder versuche ich etwas zu ändern, oder ich höre auf mich zu ärgern und schweige. Im Jahr 2005 trat ich der Grünen freien Liste bei, die Mischung aus liberalem und grünem Gedankengut entsprach am ehesten meinen Ansichten. Im November 2007 wurde ich in den Stadtrat von Thun, im März 2014 in den Grossen Rat des Kanton Berns gewählt. Im März 2018 wurde ich mit über 1’000 Stimmen mehr in den Grossen Rat wiedergewählt. Diese vielen Stimmen werte ich als Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung für in mein politisches Schaffen. Im Mai 2018 nominierten mich die Grünen Thun als Spitzenkandidatin für die Gemeindewahlen vom November 2018. Am 25. November 2018 wurde ich mit drittbestem Resultat - vor zwei bisherigen - als erste grüne Gemeinderätin gewählt.
Meine politischen Schwerpunkte liegen in der Verkehrs - und Raumplanungspolitik, wie auch in den Bereichen Jugend und Kultur. Die hier publizierten Vorstösse zeigen mein politisches Schaffen auf. Diese wurden von mir verfasst und im Namen der Fraktion der Grünen (früher GFL) oder auch zusammen mit anderen Fraktionen und Stadträtinnen eingereicht. Als Gemeinderätin darf ich die neu geschaffene Direktion Finanzen, Ressourcen und Umwelt übernehmen. Diese enthält den neu geschaffenen Fachbereich Umwelt, Energie und Mobilität und eins der Schwerpunktthemen wird Smart City sein. Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe und dass die Umwelt in einer Direktion abgebildet - und Ressourcen erhalten wird.