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1. Teil: Risi 29 bis Landstrasse 72
Von Kurt Meyer, nach den Erinnerungen von Ferdi Wunderlin und Fritz und Lilli
Weber-Worni
Dies ist eine Zusammenfassung der Erinnerungen von Ferdi Wunderlin in den Foren 2/1999, 1/2000 und 3/2002 und einem Gespräch mit Fritz und Lilli Weber-Worni über die Kleingewerbe und Läden in Netstal in den Dreissigerjahren.
In der Risi 29 hatte der Zuckerbäcker Staub eine Filiale. Die Familie Stähli verkaufte an Samstagen "Zehner- und Zwanzigerstüggli" an ihre Nachbarn. Auch Tabakwaren wie "Rössli-Stumpen", Zigarren und Brissago konnte man kaufen.
Im Wohnhaus Risi 27 betrieb Emil Reiser eine Drechslerei, die er später in seine Bude an der Kreuzbühlstrasse hinter dem Schuhgeschäft Erismann verlegte. Da betrieb er dieses Gewerbe mit einem Herrn Rupf zusammen.
Hinter dem Hotel Fridolin (heute Pub) war das Malergeschäft von Emil Leuzinger. Bei ihm konnte man auch Glühlampen und Sicherungen kaufen; später übernahm Louis Merlo die Malerei, sein Nachfolger war Hansruedi Kubli, der bald mit seinem Geschäft nach Riedern umzog. Heute ist das ehemalige Geschäft das Wohnhaus Risi 7.
Neben dem Hotel Fridolin war die grosse Schreinerei Michel, Risi 2.
Im Gässli stellte Herr Hediger in einer kleinen Werkstatt Schuhe her. Herr Rüegg war sein Nachfolger, dieser zügelte später ins Dorf hinunter.
Ebenfalls im Gässli betrieb Heinrich Leuzinger eine kleine Schlosserei.
In den Reihenhäusern, Wiggishäuser genannt, im Quartier Rosengarten betrieb Herr Naumann eine Sattlerei; später verkaufte dort Herr Schiesser Früchte und Gemüse. Als Hausbesitzer installierte Architekt Schlumpf da sein Büro.
Im nördlichsten Teil der Häuserreihe war die Pension von Frau Jenny-Lins.
Hinter dieser Häuserreihe eröffnete Herr Kern ein Elektrogeschäft.
Die Wiggishäuser wurden bei der Strassenkorrektion in den Siebzigerjahren abgebrochen.
Vis à vis der Wiggishäuser wohnte Fritz Weber, der farbige Stoffe verkaufte. Er gründete die Wäschefabrik Wenet an der Kreuzbühlstrasse 6.
Nördlich der Wäschefabrik war eine Sägerei, deren Wasserrad durch den Dorfbach betrieben wurde. Der Besitzer war Felix Weber-Spälti.
Auf der Wiggisseite der Landstrasse kam nach den Wiggishäusern die Sattlerei Stähli.
Weiter nördlich befand sich die Bäckerei Zweifel. Frischknecht war der Nachfolger und von 1948 bis Ende Juni 2023 verkaufte die Familie Villiger in diesem Geschäft ihre Backwaren und Confiserie.
Im nördlich Hausteil der Bäckerei war der Spezereiladen von Frau Arnold, deren Nachfolger die Familie Christ war.