Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/100339

<h2>SubmittedText<h2><p>- Weiss der Bundesrat, wie hoch in etwa die Summe aller Kredite ist, welche direkt oder indirekt von Schweizer Banken in Schweizerfranken in Mittel- und Osteuropa vergeben wurden und immer noch offen sind?</p><p>- Wie beurteilt er die währungspolitischen Folgen der Mühe jener Kreditnehmer, ihren Zins zu bezahlen, die in Währungen entlöhnt werden, die gegenüber dem Schweizerfranken teilweise um fast ein Drittel abgewertet worden sind?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Gemäss einer Studie der SNB beläuft sich das ausstehende Volumen an Frankenkrediten in Zentral- und Osteuropa auf rund 75 Milliarden Franken. Insbesondere in Ungarn und Polen ist ein wesentlicher Anteil in Franken denominiert.</p><p>Dabei sind Schweizer Banken am Retail-Geschäft mit Frankenkrediten nur in geringem Ausmass beteiligt, und auch bei der Refinanzierung der Frankenkredite in Polen und Ungarn ist die Schweiz nur marginal beteiligt.</p><p>Analysen zeigen ferner, dass die Risiken auf den Frankenkrediten geringer sein dürften, als allgemein angenommen wird. Begründet wird diese Aussage damit, dass sich die Frankenkredite auf Haushalte und Firmen konzentrieren, die entweder eine hohe Risikofähigkeit besitzen oder Einkünfte in fremder Währung aufweisen.</p><p>Die Frankenkredite in Polen und Ungarn beeinflussen die Geldpolitik der SNB nicht. Die Nationalbank führt aber mit der polnischen und ungarischen Zentralbank Devisenswaps durch, bei welchen die beiden Zentralbanken bei der SNB Schweizerfranken gegen Euro beziehen können. Diese Swapgeschäfte dienen der polnischen und ungarischen Zentralbank zur Sicherung von Franken-Liquidität für den einheimischen Bankensektor.</p>