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Automatisierte Entscheidsysteme (Automated Decision-Making oder ADM-Systeme) finden am Arbeitsplatz immer öfter Anwendung, sei dies bei Rekrutierungsverfahren, zur Kontrolle der Produktivität oder um Prozesse effizienter zu machen. Diese algorithmischen Systeme treffen mitunter für die Mitarbeitenden wesentliche Entscheidungen oder machen Empfehlungen, etwa darüber, sie zu fördern, zu befördern, zu belohnen oder gar zu entlassen.
Die Hoffnung ist, dass mit dem Einsatz von algorithmischen Systemen das Arbeitsumfeld verbessert werden kann, z.B. durch Prozessoptimierungen oder die Erleichterung von Arbeitsabläufen. Dem gegenüber stehen unter anderem Befürchtungen vor Arbeitsplatzverlust, der Verschlechterung von Arbeitsbedingungen, intransparenten Entscheidungsprozessen oder diskriminierende Effekte - was sich alles zu Lasten der Arbeitnehmenden auswirken kann. In der Forschung und auch in einzelnen Unternehmen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass der Einsatz von ADM-Systemen am Arbeitsplatz gestaltet werden muss, um sicherzustellen, dass Arbeitnehmende mitbestimmen können und ihre Rechte gewahrt bleiben.
Ziel des Projekts
Im Rahmen des Projekts soll ausgearbeitet werden, wie eine solche Gestaltung in der Schweiz aussehen kann. Das Projekt befasst sich unter anderem mit folgenden Fragen:
- Wie können ethische Leitlinien in Unternehmen unter Mitsprache der Arbeitnehmenden praktisch angewandt werden?
- Wo gibt es rechtliche Lücken und Grauzonen mit Blick auf den Einsatz von ADM-Systemen am Arbeitsplatz?
- Welcher politische Handlungsbedarf lässt sich daraus ableiten?
Projektschritte
- In einer Basisanalyse wird erfasst, welche ADM-Systeme in der Schweizer Arbeitswelt eingesetzt werden.
- Es werden Qualifizierungskonzepte für Arbeitnehmende und ihre Vertretungen konzipiert, damit diese eine effektive Mitsprache beim Einsatz von ADM-Systemen im Arbeitskontext sicherstellen können. Mitarbeitende sollen Werkzeuge zur Verfügung haben, um sich für ihre Rechte und Interessen einzusetzen.
- Der politische und rechtliche Handlungsbedarf wird analysiert, um sicherzustellen, dass sich Arbeitnehmende und ihre Vertretungen in die relevanten Prozesse einbringen können.
Projektdauer: November 2022 - Februar 2024
Projektpartner: