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Satirische Kritik der heiligen Theresia, die sie im Auftrag des Bischofs von Ávila, Alvaro de Mendoza, schrieb
JHS
Nötigte mich nicht der Gehorsam, so würde ich wahrscheinlich nicht antworten, noch das Amt einer Schiedsrichterin übernehmen, und zwar aus verschiedenen Gründen; jene aber sind nicht maßgebend, von denen die hiesigen Schwestern sprechen. Da nämlich auch mein Bruder sich unter denen befindet, die ich beurteilen soll, so meinen sie, es könnte den Anschein erwecken, als würde die Gerechtigkeit durch die Liebe verdrängt werden, die ich zu ihm trage. Aber ich liebe alle Beteiligten in gleicher Weise sehr, weil sie mir in meinen Trübsalen beigestanden sind. Mein Bruder ist zwar erst gegen Ende zum Kelche gekommen, aber er hat doch seinen Teil hingenommen und wird mit der Gnade Gottes noch mehr davon erhalten. Der Herr stehe mir bei, damit ich nicht etwas sage, worüber man mich bei der Inquisition verklagen könnte; denn wegen der vielen Geschäfte und Briefe, die ich von der vergangenen Nacht an bis jetzt geschrieben habe, ist mein Kopf sehr geschwächt. Indessen vermag der Gehorsam alles, und deshalb will ich auch dem mir von Euerer bischöflichen Gnaden erteilten Auftrag wohl oder übel nachkommen. Ich hätte mich gerne an den mir zugesandten Schriften ergötzt, aber es hat nicht sein können.