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Humanmedizin ambulant
Im ambulanten Bereich werden in der Schweiz jährlich ungefähr 4.5 Millionen Packungen Antibiotika umgesetzt, was mehr als einer Packung pro Schweizer Haushalt entspricht.
Im ambulanten Sektor belief sich der Gesamtverbrauch von Antibiotika zur systemischen Anwendung (ATC-Gruppe J01) 2018 auf 9.0 Defined Daily Doses (DDD) pro 1000 EinwohnerInnen und Tag. Die Verschreibung von Antibiotika in der ambulanten Medizin war seit 2016 in allen Regionen leicht rückläufig. In der Verschreibungspraxis scheinen kulturelle Unterschiede zu existieren, welche sich in einem höheren Antibiotikakonsum in der Romandie und dem Tessin niederschlagen.
Die World Health Organization (WHO) hat ein Klassifizierungssystem für Antibiotika entwickelt, bei dem die vorhandenen Antibiotika in drei Kategorien eingeteilt werden; Access, Watch und Reserve . Die Antibiotika der Access-Kategorie sollten bevorzugt verwendet werden, da sie gegen vielen Bakterien wirksam sind und weniger zur Resistenzentwicklung beitragen als andere Antibiotika. In der Watch-Kategorie findet man Antibiotika mit einem höheren Resistenzpotential. Sie sollten ein Ziel für antibiotic stewardship Programm sein. Reserve-Antibiotika sollten nur bei nachgewiesenen oder verdächtigten Infektionen mit multiresistenten Bakterien verwendet werden.
Im ambulanten Bereich war der Umsatz an Antibiotika der Access Gruppe in den letzten Jahren weitgehend stabil. Der Gebrauch von Antibiotika der Watch Gruppe hat indessen in den letzten Jahren abgenommen. Reserve Antibiotika werden im ambulanten Sektor grundsätzlich nicht eingesetzt.
Die im ambulanten Sektor am häufigsten eingesetzten Antibiotika waren 2018 die Penicilline in Kombination mit einem Beta-Lactamasehemmer (26%; ATC=J01CR), fast ausschliesslich Amoxicillin-Clavulansäure. Tetracycline (15%), Fluorochinolone (13%), Makrolide (12%) und Penicilline mit erweiterten Wirkstoffspektrum (11%) werden im ambulanten Sektor ebenfalls häufig eingesetzt.