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Diese zweitägige Wanderung führt vom bündnerischen Val Leggia hinauf zur Alp de Vazzola und hinüber zum Lagh da Cama, dann durch das Val Cama wieder hinunter auf den Talboden nach Cama.
Das Val Cama und das Val Leggia sind benachbarte Seitentäler, die im unteren Misox Richtung Osten abzweigen. Hier liegt eines der grössten Waldreservate der Schweiz. Auf 1200 Hektaren darf sich der Wald frei entwickeln. Entsprechend urtümlich ist er. Die Abfolge verschiedener Waldtypen, die hier hauptsächlich eine Frage der Höhenlage ist, lässt sich beispielhaft verfolgen: Steigt man von Tec her durchs Val Leggia auf, wandert man zuerst durch einen Kastanienwald. Mit zunehmender Höhe lösen Eichen die Kastanien ab. Im Unterwuchs des lichten Waldes gedeihen hohe Gräser, dazwischen Heidekraut. Nach einer Geländekante hört der Eichenwald wie abgeschnitten auf. Buchen dominieren nun. Ihre Kronen schliessen sich zu einem dichten Blätterdach, das so wenig Licht durchlässt, dass der Waldboden kaum bewachsen ist. Weiter oben gesellen sich immer mehr Nadelbäume zu den Buchen, bis der Wald nur noch aus Fichten und Lärchen besteht. Schliesslich geht er in ein Legföhrengebüsch über, das bald darauf einem offenen, grasreichen Alpgelände Platz macht.
Der Passübergang zum Val Cama mutet alpin an, obwohl er nur 2108 Meter misst. Nach einer Nacht auf der Alp de Vazzola folgt der Abstieg durchs Val Cama. An einigen Stellen quert der Weg Lawinenzüge. Hier vermögen sich nur biegsame Gebüsche wie Alpenerlen und Weiden zu halten. Weiter unten zeugen Felsbrocken aller Grössen von Bergstürzen. Der bislang grösste löste sich nach der letzten Eiszeit unter dem Pizzet, dem Gipfel, der die beiden Seitentäler trennt. Hinter den Ablagerungen staute sich der Lagh da Cama. Zwischen dem See und der Alp di Besarden zeugen verfallene Terrassen und Kohlestücke von früheren menschlichen Tätigkeiten. Die Menschen produzierten Holzkohle und schlugen Holz als Baumaterial und Brennholz. Eine Zeit lang brachte eine Seilbahn das Holz ins Tal. Kaum vorstellbar heute, da der Wald unberührt erscheint und die beiden einsamen Täler nur zu Fuss zu erreichen sind.
Informationen zu Val Cama, Val Leggia und Val Grono inkl. einer Broschüre zum Download gibt es auf der Homepage von Pro Natura.
Die Wege sind teilweise nur spärlich markiert. Auf der Alp de Mea stimmen die Markierungen nicht mit der Route in der Landeskarte überein. Schwierigkeit: T3.
Normale Wanderausrüstung, stabile Wanderschuhe. Für die Übernachtung Essen und evtl. Schlafsack (Kochgelegenheit und Wolldecken vorhanden).
Fondazione Alp De Lagh, Casella postale 69, 6537 Grono, Tel. +41 (0) 79 230 15 16, www.valcama.ch
Pro Natura Graubünden, Ottostrasse 25, 7000 Chur, https://www.pronatura-gr.ch/de/val-cama-val-leggia-val-grono
Mit dem Auto nach Leggia. Nach der Wanderung mit dem Bus von Cama zurück nach Leggia.
Parkplätze in Leggia.