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Säntis: Höher heisst nicht unbedingt schöner
Der Unterhalt der Wetterstation auf dem Säntis ist einer der anspruchsvollsten in unserem Messnetz. Finden Sie heraus, warum.
Die Messstation auf dem Säntisgipfel gehört laut Definition der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) zum exklusiven Kreis der hundertjährigen Wetterstationen. Sie ist seit mehr als einem Jahrhundert ununterbrochen in Betrieb, was angesichts der Lage der Station eine beachtliche Leistung darstellt. Der beschränkte Platz auf dem Grat (siehe Abbildung 1), aber auch die starken Winde auf dem exponierten Gipfel und die Turbulenzen, die an den Hängen entstehen, stellen eine Herausforderung für die Durchführung hochwertiger meteorologischer Messungen dar.
Die Messung der Niederschläge an einem so windexponierten Ort ist besonders schwierig. Der Wind und die Turbulenzen, die um ein Messinstrument entstehen, führen zu einer Unterschätzung der gemessenen Menge, insbesondere bei Schneefall. So wird in einem Buch über die Geschichte der Wetterstation Säntis aus dem Jahr 2002 festgehalten, dass "ein Standort auf der windzugewandten Seite eines Gipfels zu großen Defiziten bei den gemessenen Niederschlagsmengen führen kann". Andererseits, so heisst es in demselben Buch, «besteht die Gefahr, dass zu viel Niederschlag gemessen wird, wenn zu viel Windschutz vorhanden ist, z. B. in Windrichtung von Hindernissen.». Dies wurde im Herbst 1887 beobachtet, nachdem der Regenmesser vom Gasthaus auf das Dach des Observatoriums verlegt wurde. Die Folge war, dass sich die jährliche Gesamtniederschlagsmenge um ein Drittel erhöhte.
Es ist daher sehr wichtig, den richtigen Messort zu bestimmen. Die WMO hat Kriterien zur Standardisierung und Optimierung der Messorte je nach Parameter formuliert. So sollte beispielsweise der Wind an einem hindernisfreien Ort gemessen werden, während man den Niederschlag am besten an einem windgeschützten Ort misst. Diese Kriterien wurden objektiv festgelegt und werden in allen Regionen der Welt in gleicher Weise angewandt.
MeteoSchweiz hat auf der Grundlage dieser WMO-Kriterien eine Zertifizierung für Messstationen entwickelt, um die Qualität seiner Messstellen zu überwachen und zu verbessern. Ein solches Vorgehen ist notwendig, um die Qualität einer Messstelle langfristig zu sichern und um aus den dort gewonnenen Daten Rückschlüsse auf den Klimawandel zu ermöglichen.