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Welcher Teufel reitet uns?
Eine Lesefrucht. – Cicero (Tusculanische Gespräche, Buch I, 1) meinte: „meum semper iudicium fuit omnia nostros aut invenisse per se sapientius quam Graecos aut accepta ab illis fecisse meliora.“ („Ich war immer der Meinung, dass wir [Römer] alles entweder besser als die Griechen gemacht haben oder, wenn wir etwas von ihnen übernommen haben, es verbessert haben.“) Darum wolle er für seine philosophische Abhandlung nicht das angeblich allein passende Griechisch gebrauchen, sondern seine lateinische Muttersprache. Auch uns erzählt man, daß alles Mögliche nur auf Englisch gesagt werde könne. „Meum semper iudicium fuit“, daß wir Deutschen eine weltweit anerkannte Kultur haben; wir leben in dem – einer BBC Umfrage zufolge – angeblich sogar beliebtesten Staat der Welt; wir haben eine höchst wettbewerbsfähige Wirtschaft aufgebaut. Alles in der Sprache, die wir am besten verstehen, in klarem Deutsch.
Es ist ein Geheimnis, welcher Teufel uns reitet, uns international dadurch lächerlich und verächtlich zu machen, daß wir unsere deutsche Sprache und Kultur kopflos der US-Amerikanisierung preisgeben. Menno Aden
Aus „Wiener Sprachblätter“, Nr. 4/2011