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Verkehrstechnisch heikel sind Situationen, bei denen bezüglich Geschwindigkeit und Schutz unterschiedliche Verkehrsteilnehmer aufeinander treffen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn sich die Verkehrswege von Fussgängern, Velo- und Autofahrern kreuzen. Mit der Norm Querungen für den Fussgänger- und leichten Zweiradverkehr (SN 640 240) wurden die Grundlagen geschaffen, um diese Querungen aus Sicht des Fussgänger- und leichten Zweiradverkehrs sicher, direkt und komfortabel zu gestalten und gleichzeitig mit den Nutzungsansprüchen der übrigen Verkehrsteilnehmern abzustimmen. Die Norm enthält wertvolle Entscheidungshilfen und Hinweise zur Festlegung der Lage und des Typs einer Querung. Dies in Abhängigkeit zur Querungsnachfrage.
Wahl der richtigen Absturzsicherung
Das Anbringen von Absturzsicherungen zur Verminderung der Gefahr von Stürzen von Fussgängern und Zweiradfahrern in die Tiefe, ist ein Thema, das ausserhalb von Gebäuden bis anhin nur rudimentär geregelt war. Mit der neuen Norm Geländer (SN 640 568) wird diese Lücke geschlossen. Diese Norm regelt das Anbringen der notwendigen Absturzsicherungen auf Brücken, Strassen, Wegen und Plätzen. Sie enthält zudem Angaben zu den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Typen von Sicherungen, sie gibt Kriterien für die richtige Wahl der Absturzsicherungen und definiert die standortabhängige Dimensionierung.
Wirkungsvolle Strassenabwässerung
Ungenügend abfliessendes Wasser auf Strassen stellt für die Verkehrsteilnehmer ein Risiko dar, das der verantwortliche Strassenbetreiber durch ein leistungsfähiges Entwässerungssystem entscheidend reduzieren kann. In vier Normen zum Thema Strassenentwässerung werden die Grundlagen (SN 640 340a) zur korrekten Planung eines Entwässerungssystems, eine Anleitung zur Berechnung der Abflussmenge (SN 640 353), Systeme zur Lenkung der Abflüsse (SN 640 356) sowie die Berechnungsgrundlagen zur korrekten Bemessung der Leitungen (SN 640 357) vermittelt. Umweltspezifische Aspekte des Gewässerschutzes sowie die entsprechenden Vorgaben des BUWAL werden in den Normen berücksichtigt.
Effizientes Erhaltungsmanagement
Knappe Finanzmittel der öffentlichen Hand sind immer öfter Ursache von schlecht unterhaltenen Strassen, auf denen die Verkehrssicherheit nicht mehr optimal gewährleistet ist. Die Normen zum Thema Erhaltungsmanagement erlauben es dem Strassenbetreiber, den Zustand der Fahrbahnen seines Strassennetzes anhand eines Schadenkatalogs (SN 640 925b) systematisch zu erfassen und daraus die richtigen Prioritäten der Sanierung abzuleiten. Zudem können durch frühzeitiges Beheben von Schäden teure Folgekosten vermieden werden. Die Norm Grundlagen zur Kostenberechnung im Erhaltungsmanagement (SN 640 907) erlaubt, die effektiven volkswirtschaftlichen Gesamtkosten für Erhaltungsmassnahmen zu ermitteln.
Normen für Effizienz, Qualität, Nachhaltigkeit und Sicherheit
Normen diesen der Vereinheitlichung technischer Sacherverhalte. Die Normierungsorganisationen versuchen, mit ihren Normen ein Mehr an Effizienz, Qualität, Nachhaltigkeit und Sicherheit zu schaffen. Im Verkehrswesen nimmt der Schweizerische Verband der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS) mit seinen über 70 Fach- und Expertenkommissionen diese Aufgabe wahr. Zweimal jährlich wird das Normenwerk des VSS aktualisiert, dem neusten Stand der Technijk angepasst und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Text: Martin Etter, VSS
Fotos: Infrastruktur Strasse
Weiterführende Infos: VSS, Seefeldstrasse 9,8008 Zürich, Tel. 01 269 40 20, <email-pii>, www.vss.ch