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| Hieronymus († 420) - Briefe

II.a. Aszetische Briefe: Über die kirchlichen Stände und ihre Aszese
54. An Furia über die Bewahrung der Witwenschaft
14.
Du hast Reichtümer. Da muß es Dir ein leichtes sein, zum Lebensunterhalte der Armen beizusteuern. Was für den Luxus bereitlag, das soll ein Opfer der Tugend werden. Eine Frau, die auf die Heirat verzichtet, soll keine Armut fürchten. Kaufe Jungfrauen los, um sie einzuführen in das Gemach des Königs. Nimm Dich der Witwen an, die Du wie einzelne Veilchen mit den Lilien der Jungfrauen und den Rosen der Märtyrer zu einem Strauße zusammenbinden mögest. Winde für den Herrn statt der Dornenkrone, unter der er die Sünden der ganzen Welt trug, 1 einen solchen Kranz! An dieser Tätigkeit soll sich Dein erlauchter Vater erfreuen und mithelfen. Von der Tochter soll er lernen, was er schon von der Gattin gelernt hatte. Schon grauen seine Haare, seine Knie zittern, und die Zähne fallen ihm aus. Und wenn die Runzeln des Alters die Stirne durchfurchen, 2 dann steht der Tod vor der Türe, dann ist der Scheiterhaufen nicht mehr fern. Ob wir wollen oder nicht, wir werden alt. Er lege die Zehrung zurecht, die für die lange Reise nötig ist. Er soll mitnehmen, was er gegen seinen Willen zurücklassen muß, oder besser gesagt, er möge in den Himmel vorausschicken, was, falls er sich weigert, letzten Endes die Erde verschlingen wird.
1: Joh. 19, 5.
2: Vergil, Aen. VII 417.