Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03481.jsonl.gz/1954

Nun ist es statistisch erhärtet: 2016 wird ein negatives Börsenjahr. Der Swiss Performance Index verlor im Januar 5,3 Prozent; der Dow Jones Industrial 6,4 und der japanische Nikkei sogar 8 Prozent. «Wie der Januar, so das ganze Jahr», lautet die Börsenweisheit. Laut J. P. Morgan bestätigte sich diese Regel in den vergangenen 86 Jahren 78-mal.
Wer den Januareffekt in Zweifel zieht, kann vielleicht mit dem Superbowl-Indikator mehr anfangen. Er besagt, dass die US-Aktien im Kalenderjahr steigen, wenn beim Superbowl, dem Endspiel im American Football, das Team der National Football Conference (NFC) triumphiert. Siegt jedoch der Gewinner der American Football Conference (AFC), werden die Aktienkurse im Verlauf des Jahres fallen. Die Trefferquote liegt bei 80 Prozent.
Am Montag wissen wir mehr: Sollte in der Nacht vom Sonntag auf den Montag der AFC-Sieger Denver Broncos gewinnen, so wäre der Fall klar: negativer Börsenmonat; Superbowl-Sieger der AFC. Doppelt genäht hält besser: Das muss ja ein negatives Börsenjahr werden. Auch im letzten Jahr gewann mit den New England Patriots das Team der AFC, was folgerichtig in einem negativen Aktienjahr mündete.
Was aber, wenn mit den Panthers aus Charlotte im US-Staat North-Carolina das Team der NFC gewinnt? Dann haben wir ein Problem, sozusagen widersprüchliche Signale.
Wer nicht an den Januareffekt oder den Superbowl-Indikator glaubt, wird fundamentale Daten bemühen und auf China verweisen. China? Genau: Das Reich der Mitte wird heute als Hauptgrund für die derzeitige Börsenmisere hergeholt. Ist aber irgendetwas neu, was derzeit in China abgeht?
Andere erklären die Kursverluste mit dem tiefen Ölpreis. Doch warum geraten Industrieaktien unter Druck, wenn deren Schmiermittel zu Schnäppchenpreisen zu haben ist?
Sie sehen, liebe Leser, die fundamentalen Argumente vermögen auch nicht zu überzeugen. Börse ist Psychologie. Hopp Broncos. Auf dass die Aktien weiter fallen, sich der Januareffekt bewahrheitet und wir die überteuerten Papiere zu tieferen Kursen erstehen können.
Erschienen in der BZ am 2. Februar 2016
ANZEIGE