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Chlamydien-Abort
Der Chlamydienabort ist eine durch Chlamydophila abortus hervorgerufene Infektionskrankheit bei Schafen und Ziegen, die mit Verlammen einhergeht.
Sie gehört zu den Chlamydiosen und ist in der Schweiz bei diesen Tierarten eine meldepflichtige Tierseuche. Darüber hinaus sind Rinder und, wenn auch in geringem Ausmaß, Menschen empfänglich, weshalb der Chlamydienabort als Zoonose anzusehen ist.
Erreger: Der Erreger, Chlamydophila abortus (früher: Chlamydia psittaci) ist ein unbewegliches, gramnegatives, innerhalb von Zellen lebendes Bakterium. Es weist einen zweiphasigen intrazellulären Entwicklungszyklus auf. Gegenüber äußeren chemischen und physikalischen Einflüssen hat der Erreger eine geringe Widerstandsfähigkeit (Tenazität).
Übertragung: Der Erreger wird bei einem Abort massenhaft ausgeschieden. Die ausgestossene Frucht, die Fruchthüllen und Lochialsekret enthalten den Erreger. Durch die Aufnahme von erregerhaltigem Futter, Wasser oder Einstreu können sich andere Tiere anstecken. Bei engem Tierkontakt ist auch eine Übertragung über die Luft (Tröpfcheninfektion) möglich. Ansteckungen beim Deckakt oder über Milch sind ebenfalls möglich, für die Verbreitung der Krankheit sind diese aber von untergeordneter Bedeutung.
Symptome: Die Inkubationszeit beträgt etwa 8 Wochen. Typisch für die Erkrankung sind Fehlgeburten in der zweiten Trächtigkeitshälfte, mit Schwerpunkt kurz vor dem Ablammen, sowie die Geburt toter oder lebensschwacher Lämmer.
Häufig ist auch eine Nachgeburtsverhaltung und Gebärmutterentzündung anzutreffen. Kurz vor dem Verlammen können kolikartige Schmerzen und Vaginalausfluss auftreten.
Wird ein nichtträchtiges Tier oder ein Tier in der zweiten Trächtigkeitshälfte angesteckt, kommt es erst in der darauffolgenden Ablammsaison zum Abort.
Die Tiere verlammen nur einmal und bleiben fruchtbar, können aber lebenslang infiziert sein.
Diagnose: Die Diagnose wird durch Antikörper- oder dem Erregernachweis aus Abortmaterial gestellt. Differentialdiagnostisch sind vor allem Campylobacter-Abort, Toxoplasmose, Q-Fieber, Salmonellose, Brucellose und Neosporose in Betracht zu ziehen.
Behandlung: Die Behandlung erfolgt durch Antibiotika. Die Heilungsaussicht und die Prognose für zukünftige Trächtigkeiten sind gut.
Quellen: Wikipedia, BLV (Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen)