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Josef Hader wuchs in Nöchling in Niederösterreich auf und
besuchte das katholische Stiftsgymnasium in Melk. Trotz oder gerade aufgrund
dieser Vergangenheit bezeichnet er seine Beziehung zu Religion und Kirche als
„Hassliebe“. Dennoch würde er nach Eigenaussagen niemals aus der Katholischen
Kirche austreten, da er dort die ersten „Linken“ kennengelernt habe. Nach seinem
Zivildienst beim Roten Kreuz begann er ein Lehramtsstudium (Deutsch und
Geschichte), das er nach dem Besuch mehrerer Schulklassen im Kabarettprogramm
1985 abbrach.
1982 schrieb Hader sein erstes Kabarettprogramm „Fort Geschritten“. Sein zweites
Programm „Der Witzableiter und das Feuer“, wofür er den internationalen
Kabarettpreis „Salzburger Stier“ erhielt, folgte drei Jahre später. Es folgten
zwei weitere Programme, „Biagn oder Brechen“ (1988) und „Bunter Abend“ (1990).
1991 schrieb er mit Alfred Dorfer das tragikomische Stück „Indien“, das dann
zwei Jahre später unter der Regie von Paul Harather verfilmt wurde.
Mit den Programmen „Im Keller“ und „Privat“ entwickelte er das Kabarett zu einer
Art Erzählung oder Monolog weiter. Beim Monolog wird die Publikumszuwendung
eines Künstlers noch mehr erhöht, da er den Zusehern nicht mehr als Darsteller
gegenübertritt. Er übernimmt die Funktion eines neutralen Erzählers, womit sich
kein Gesprächspartner nachweisen lässt, und sich das Publikum automatisch
angesprochen fühlt. Josef Hader war es, der diese Form des Kabaretts bei seinem
Programm „Privat“ verwendete. Er sitzt einfach da, und erzählt aus seinem Leben.
Von Geburt an. Eine andere Art des Monologs praktizierte Hader schon viel
früher. In seinem Programm „Im Keller“ führt er Gespräche mit einem Handwerker
der sich fiktiv im Zuschauerraum befindet. Dadurch entsteht ein fiktiver Dialog
der durch Nachfragen und Wiederholungen gekennzeichnet ist.
In seinem Programm Hader muss weg lässt der Künstler die Grenzen zwischen
Kabarett und Schauspiel verschwimmen. Hader schlüpft auf der Bühne in insgesamt
sieben Rollen - allesamt tragische Charaktere, von denen am Ende drei tot sind.
Bekleidet im beigen Trenchcoat verkörpert Hader diese ausschließlich durch
Variation in Mimik, Gestik und Sprache.