Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03603.jsonl.gz/1879

Ein Fall von viel Lärm um wenig. Warum diese poetisch-trashige invertierte Zombie-Geschichte dem Festival von Melbourne verboten wurde, ist nicht so recht nachvollziehbar. Es ist klar ein Nischenfilm für ein schwules Publikum, mit viel Muskeln, Schminke und Eindeutigkeit. Der Grundeinfall ist durchaus originell: Ein grünlicher Superzombie steigt wie weiland Ursi Andress aus dem Meer bei L.A. und zieht als ‚homeless‘ durch die Strassen der Stadt. Dabei trifft er immer wieder auf Tote, meist Gewaltopfer. Die vögelt er mit seinem sehr speziell ausgebildeten Organ, vorzugsweise direkt in die Eintrittswunde, worauf sie wieder zum Leben erwachen. Und dies, wie es scheint, wirklich, nicht als Zombies.
Während diese Invertierung des Zombietums einen humanistischen Unterton trägt (gegen Ende des Films weint Superzombie auch ein paar dicke Tränen in Erinnerung an all die Gewaltopfer), pendelt die Ästehtik des Films zwischen Trashkitsch, Homo-Paraphernalia, Sexfilm-Parodie und dokumentarischen Aufnahmen aus der Strassenszene von LA. Mit seinen 63 Minuten ist L.A. Zombie für ein Publikum ausserhalb seiner Nische um etwa 53 Minuten zu lang. Oder 23 Stunden zu kurz, um in die Nähe von Warhols Empire oder ähnlichen Klassikern zu rücken.