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| Hilarius von Poitiers († 367) - Über die Synoden oder über den Glauben der Orientalen.

Siebenundfünfzigstes Hauptstück.
Obschon eine Mehrzahl der Götter verworfen, und nur Ein Gott gelehrt worden ist, so kann doch nicht behauptet werden, daß der Sohn Gottes nicht Gott sey. Sondern weil ihm die göttliche Natur durch die Geburt eigen ist, so gebührt der Name, welcher der Zahl nach abgelehnt wird, seiner Wesenheit; und die Worte: „Ausser mir ist kein Gott,“ können dem Sohne seine Gottheit nicht entziehen; weil kein Anderer Gott ist, als der, welcher aus Gott ist. Und die- [S. 9] sem Ausspruche Gottes des Vaters zu Folge muß derjenige Gott seyn, welcher aus ihm mit einer von seiner Natur nicht verschiedenen Wesenheit geboren ist. Dieses beziehen die Juden darum auf die Einheit Gottes, weil sie den eingebornen Gott nicht kennen. Aber wir verabscheuen, indem wir zwei Götter läugnen, eine Verschiedenheit der natürlichen Wesenheit in dem Vater und dem Sohne, weil jene Worte: „Ausser mir ist kein Gott,“ die religionswidrige Meinung von falschen Göttern aufbeben. Indem wir aber, obwohl wir Einen Gott bekennen, doch auch den Sohn Gott nennen, lehren wir nichts durch Wesenheit Verschiedenes in Beiden unter Einem Namen.
XXIV. „Wenn Jemand den Sohn, wie irgend Etwas von Einem Geschöpfe, durch den Willen Gottes gemacht nennt; so sey er verflucht.”