Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/257807

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, zur Deckung des wachsenden Bedarfs an Ärztinnen und Ärzten, namentlich an Hausärztinnen und Hausärzten, einen Entwurf zu Gesetzesbestimmungen vorzulegen, mit denen sichergestellt werden kann, dass in der Schweiz genügend Ärztinnen und Ärzte ausgebildet werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat geht mit dem Motionär einig, dass die medizinische Aus- und Weiterbildung in der Schweiz stetig überprüft werden muss. Die Entwicklung weiterer Kapazitäten bei Aus- und Weiterbildungsplätzen stellt aber ein komplexes Zusammenspiel von unterschiedlichen Anspruchsgruppen dar (Universitäten, Spitäler, weitere Bildungsinstitutionen, zu bildende Personen).&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Grundsätzlich liegt die Verantwortung für die Sicherstellung der Versorgung in der Kompetenz der Kantone. Das Anliegen kann nicht alleine durch die Formulierung neuer rechtlicher Bestimmung auf Bundesebene gelöst werden. Auch die Höhe der Studienplatzzahlen liegt weitgehend in der Hand der Universitäten in kantonaler Trägerschaft und Autonomie.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Dank eines Zusatzkredits von 100 Millionen Franken für das «Sonderprogramm Erhöhung der Abschlüsse in Humanmedizin» zeigt die Anzahl Abschlüsse unter Berücksichtigung der Zahlen bis 2022 einen steigenden Trend und nähert sich dem Ziel von 1‘300 Abschlüssen an. Die Massnahmen zeigen also Wirkung, wie unter anderem auch der Schlussbericht von swissuniversities vom 2. Dezember 2021, veröffentlicht am 13. April 2022, dokumentiert (vgl. www.swissuniversities.ch &gt; Dokumentation &gt; Berichte). Gleichzeitig wird an den Universitäten die Hausarztmedizin gefördert, wie beispielsweise an der Universität Freiburg, wo im Masterstudium der Fokus auf der Hausarztmedizin liegt (siehe auch Antwort auf die Interpellation 22.4187 von Falkenstein «Massnahmen zur Förderung der Hausarztmedizin»).</p><p>&nbsp;</p><p>Auf Bundesebene wurden neben dem genannten Sonderprogramm weitere Massnahmen getroffen, um dem Ärztemangel in der medizinischen Grundversorgung entgegen zu wirken. So passte der Bundesrat 2014 im Rahmen seiner subsidiären Kompetenz nach dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (SR 832.10) die Tarifstruktur TARMED zugunsten der Grundversorger an. Bei der aktuell laufenden Prüfung der TARDOC-Tarifstruktur gilt ein besonderes Augenmerk den Grundversorgern. Zudem beschäftigt sich die Plattform «Zukunft ärztliche Bildung» beispielsweise mit dem Task Shifting, was die Ärzteschaft, insbesondere die Grundversorgerinnen und Grundversorger, entlasten kann.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Zudem erarbeitet eine durch den Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärzte einberufene Arbeitsgruppe, in der auch der Bund vertreten ist, aktuell u.a. Lösungen zur Reduktion des administrativen Aufwands.</p><p>&nbsp;</p><p>Insgesamt erzielen die ergriffenen Massnahmen also schrittweise Wirkungen. Ob weiterer Handlungsbedarf&nbsp;zur Sicherung der Grundversorgung besteht – auch im Bereich der Aus- und Weiterbildung – wird der Bundesrat unter Einbezug der Kantone in Erfüllung der Postulate 23.3678 Juillard und 23.3864 Hurni prüfen.</p>