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Der Prager Frühling 1968 war ein Versuch, den tristen Realsozialismus zu einem demokratischen System zu reformieren. Die sozialistische Misswirtschaft sollte in eine Marktwirtschaft geändert und die politischen Strukturen demokratisiert werden. Die Medien berichteten zum ersten Mal über den Terror und die antisemitischen Schauprozesse der 50er Jahre. Die unerwartete Freiheit erwies sich jedoch als ein Tagtraum, der am 21. August 1968 von den Panzern der „sozialistischen Brüder» überrollt wurde. Die Schweiz nahm 13’000 Flüchtlinge aus der ČSSR auf. Fünf jüdische Zeitzeugen des Prager Frühlings und eine Nachgeborene erinnern sich und diskutieren über ihre damaligen und späteren Erlebnisse.
Michal Arend, geboren 1949 in Prag. Soziologe, Initiant der Jüdischen Erinnerungsstätte Černovice bei Tábor und Träger des internationalen Schulprojekts „Holocaust aus der Sicht der Nachkommen von Überlebenden».
Vera Demant, 1952 in Prag als Tochter von Holocaustüberlebenden geboren. Seit 1969 in der Schweiz. Lebt heute als selbständige Psychotherapeutin, Gruppenanalytikerin und Supervisorin in Winterthur.
Klara Landau verliess die damalige Tschechoslowakei mit 16 Jahren. Nach einigen Umwegen über Israel und die USA lebt sie in der Schweiz und arbeitet als Direktorin der Augenklinik am Universitäts-spital Zürich.
Ivan Lefkovits, geboren 1937 in Prešov. Er überlebte mit seiner Mutter Bergen-Belsen, während sein Bruder und sein Vater von den Nationalsozialisten umgebracht wurden. 1969 kam er nach Basel, um als Professor das neue Institut für Immunologie aufzubauen.
Valerie Lipscher, geboren 1988 in Zürich. Nach dem Master in Umweltnaturwissenschaften hat sie Illustration studiert. Nun ist sie Künstlerin und befasst sich mit ihren slowakisch-jüdischen Wurzeln.
Pavel Schmidt, geboren 1956 in Bratislava. 1966-68 in Mexiko, danach Biel. Studium der bildenden Kunst und Kunstgeschichte in München. Lebt seit 1990 freischaffend in München, Solothurn und Paris.