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A Martini before and a cigarette after. Das waren noch Zeiten, als sich die Filmheld*innen nach einem heissen Liebesabenteuer, in den zerwühlten Laken liegend, genüsslich den Rauch in die Lungen zogen. In Filmen, im TV und eigentlich überall wurde geraucht. Tempi passati. Heute braucht nicht einmal mehr James Bond das Rauchen als erotisches Stilmittel.
Den Zusammenhang zwischen Rauchen und Dating hat jetzt eine Studie der Datingplattform Dua untersucht. Das Resultat überrascht. So haben Raucherinnen und Raucher Schwierigkeiten, einen Partner oder eine Partnerin zu finden. Nichtraucher*innen scheinen bei potenziellen Partner*innen begehrter zu sein. Rauchende Personen sind weniger attraktiv und schlechter vermittelbar. Die Analyse von über 460 000 Nutzer*innen der App zeigt ganz klar, dass das Rauchen die Chancen auf ein Date beeinträchtigt. Die aktivsten Raucher*innen fanden sich in der Altersgruppe zwischen den 18- und 24-Jährigen. Sie bekamen fast die Hälfte weniger Matches als Nichtrauchende im gleichen Alter.
Sexualmediziner*innen haben schon lange gewarnt, dass Rauchen dem Liebesleben schadet. Auch nur sporadischer Tabakkonsum kann zu einer signifikanten Beeinträchtigung der Erektionsfähigkeit führen. Bei regelmässigen Rauchern wird von einer Zunahme von bis zu 40 Prozent gesprochen. Mehrere wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Nikotin, Kohlenmonoxid, bestimmte freie Radikale und andere Stoffe zu einem geringeren Blutfluss führen, was einer Erektion abträglich ist. Chronisch rauchende Frauen haben Schwierigkeiten mit der Lubrikation der Scheide, und die Wechseljahre können wegen des antiöstrogenen Effekts des Tabaks um mehrere Jahre verfrüht ausgelöst werden. Rauchen hat auch direkte Auswirkungen auf die Sexualität. Die Libido ist gestört.
Tabak als Risikofaktor. Die Schädigung der Penisarterie, die früher auftritt als Herzprobleme, wird heute als Warnsymptom bezeichnet. Das bedeutet, dass eine Erektionsstörung ein erstes Anzeichen für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung sein könnte. Das signifikant erhöhte Auftreten von Erektionsstörungen bei Rauchern im Vergleich zur Gesamtbevölkerung – 40 zu 28 Prozent – spricht eindeutig für einen Zusammenhang von Tabak und erektiler Dysfunktion.
Sexuelle Störungen sind nicht lebensbedrohlich, aber weiter verbreitet als gemeinhin angenommen. Sie sind nicht vorprogrammiert, aber die Symptome sind eine häufige mittel bis langfristige Folge des Rauchens.
Sex und Tabak
- Durchblutung gestört: Nikotin, Kohlenmonoxid, bestimmte freie Radikale und andere Stoffe führen laut mehreren wissenschaftlichen Studien zu einer geringeren Durchblutung. Das beeinträchtigt die Erektionsfähigkeit.
- Trockenheit: Rauchen hat auch einen negativen Einfluss auf die Feuchtigkeit der Scheide bei der Frau.
- Frühe Wechseljahre: Chronisches Rauchen wirkt antiöstrogen und kann die Wechseljahre um mehrere Jahre zu früh auslösen.
Die gute Nachricht: Die tabakbedingten sexuellen Störungen lassen nach einem Rauchstopp schnell wieder nach. Ausser die Gefässe sind schon geschädigt. Dann ist der Nutzen gering.