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Mister Stormy — Meine erste grosse Liebe nenne ich Stormy, weil er laut und stürmisch sein kann. Wie ein Tornado fegte er mit zerstörerischer Wucht übers Land und holte mich immer wieder ein.
Das tat er auch in meiner bisher längsten Beziehung, die nicht zuletzt wegen ihm zu Ende ging. Denn mit seiner impulsiven Art hat Stormy alle bereits vorhandenen Zweifel an meinem damaligen Freund wie Laub in einem Herbststurm aufgewirbelt. Alsbald wurde aber auch Stormy selbst mir zu stürmisch und ich ihm zu wechselhaft bewölkt, und so trennten sich unsere Wege vorerst.
Stormy taucht orkanartig in Lernphasen auf oder schreibt mir aus heiterem Himmel an Weihnachten. Manchmal treffe ich Stormy wie vom Winde verweht auf der Strasse und sage ihm, dass das Rötliche in seinen Haaren in diesem Licht besonders gut zur Geltung kommt, woraufhin er schnaubend erwidert, dass solche Witze nach zehn Jahren ihr Ablaufdatum erreicht hätten. Oft treffe ich ihn kurze Zeit später wieder und wir lachen über meine Angewohnheit, Lama-Figuren zu sammeln.
Während einer unserer Wiedervereinigungsphasen entschied ich, dass Stormy Untersuchungsobjekt Nummer zwei meiner persönlichen Feldstudie sein sollte. Ich beschloss, Arthur Arons Fragen, die versprechen, sofortige Nähe zwischen Fremden zu schaffen, mit ihm durchzugehen. Doch wir schafften es nie, die Fragen zu beenden, weil wir uns kennen. Egal, ob unsere Verbindung gerade stürmisch leidenschaftlich oder freundschaftlich sonnig war, jede einzelne Frage mündete in einem endlosen Gespräch. Ich gab auf mit der Erkenntnis, dass Arons Fragen eher nichts für die bereits bekannten Stürmer und Dränger im Leben sind.
Ganz dazu bereit, Arons Fragen zu verwerfen, war ich aber immer noch nicht. Fortsetzung folgt.
Herzlich
Charlotte Chardonnay