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Kopie der Zeitung „Mennonitische Rundschau“ vom 15. Juni 1881, Seite 2. (gotisch) von Elena Klassen.
Asien,
Aus Rußland schreibt ein Correspondent des „Zur Heimath“ von den Uebersiedlern nach Turkestan: ......“Ueber den fernern Verbleib schreibt man: Zweimal haben sie auf Anordnung der Behörde das Landstück Koplanbek besichtigt, und das zweite Mal einstimmig angenommen. Als dieses dem betreffenden Beamten mitgetheilt wurde, knüpfte derselbe die Verpflichtung zum Wehrdienst daran, worauf man natürlich es sofort absagte. Am 4. Februar schickte man dann eine Deputation zum General-Gouverneur. Derselbe lenkte nun wieder ihren Blick auf zwei, schon den ersten Deputirten im vorigen Jahre in Vorschlag gebrachte Landstücke im Arysthale, östlich von Taschkent, welche nun auch besichtigt werden sollen. Uebrigens sagte ihnen der General-Gouverneur noch im diesbezüglichen Gespräch, daß sie mit allen ihren Kindern 15 Jahre von Allem frei wären. (Es herrscht in dieser Beziehung ein Dunkel. Aber Einer schreibt, daß man sich sorgfältig hütet, die Herren „in`s Gesetz zu treiben“, denn das wissen sie, ist gegen sie.) Andere wünschen, daß düe Auszügler in der Nähe von Taschkent bleiben möchten ihrer Milchprodukte halber. So hatte auch der General-Gouverneur selbst in der ersterwähnten Audienz davon gesprochen, ob vielleicht einige Familien geneigt sein möchten in der Nähe von Taschkent zu bleiben, was aber abgelehnt wurde. Ueber das Arysthal heißt es, wie man schreibt in Fr.v.Hellenwaldt`s „Centralasien:“ „Mit Verwunderung spricht Säwerzow (Nikolaj Säwerzow – ein russischer Soologe - E.K.), welcher 1864 diese Gegend bereiste, von der Fruchtbarkeit des Arysthales und der zur linken Seite sich anschließenden Sreppe. Ueberhaupt, sagt er, wo immer in diesen Ländern Bewässerung möglich ist, versagt der Boden dem Menschen nie den Lohn seiner Anstrengungen. Ausgezeichnet ist in dem gut bewässerten Arysthale der Wuchs der Luzerne, des Weizens, der Dschugara (Holms tauharatas) (eine Pflanze, die als Tierfutter verwendet wurde – E.K.), das Mais und der Kumack, ein dem Acupemrus ähnliches Gewächs, welches ein vorzügliches Pferdefutter abgiebt. Zu wahren Prachtexemplaren gedeihen hier Melonen und Arbusen (Wassermelonen) in dem fetten, lockern, schwärzlichen Schlamme, welcher den Boden bildet,“ An der Wolge sollen noch 20 Familien sein, welche im Laufe dieses Jahres noch nach Taschkent hinüber wollen. Auch an der Molotschna sammeln sich Etliche zu gleichen Zwecken. Wie viele davon aber des Glaubens oder des schönen Landes halber hinziehen wollen, weiß ich nicht. Einer davon, welcher hier (in Süd-Rußland) zur Reise (nach Asien) kollektiren ging, meinte: „Hier haben wir kein Land und kriegen keins, dort aber ist es so und so.“ Ein Theil der Wolgaer Auszugsgesellschaft hegt den Wunsch, gleich hier von Abgang eine besondere Gemeinde, wie die andern sind, zu organisiren und den Aeltesten ordentlich bestätigen und einsegnen zu lassen-“