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Der Bürgermeister von Lancaster, R. Rex Parris, empfing am 6. November japanische Regierungsvertreter, um die Städtepartnerschaft zwischen Lancaster, einer Stadt nördlich von Los Angeles, und einer «intelligenten» Stadt in Japan, die sich gleichermassen für die Integration von Wasserstoff in ihr Stromnetz und dessen Verteilung, Speicherung und Nutzung einsetzt, zu besprechen.
Bürgermeister Parris hat sich bei früheren Stadtratssitzungen zu einer Energiewende zugunsten des Wasserstoffs verpflichtet und andere Städte auf der ganzen Welt aufgefordert, sich ebenfalls für Wasserstoff zu entscheiden. Lancaster war bereits in der Vergangenheit ein Vorreiter bei erneuerbaren Energielösungen und hat seine Fähigkeit zur Umsetzung von Energieinitiativen unter Beweis gestellt. Der Bürgermeister meint, dass es japanischen Städten als ersten weltweit gelingen könnte, sich auf die Nutzung von Wasserstoff umzustellen.
Weiter sieht Bürgermeister Parris in der Nutzung von Wasserstoff eine neue Methode zur weiteren Dekarbonisierung der Stadt - eine Mission, die er vor über einem Jahrzehnt in Angriff nahm. Er bemühte sich um Unternehmen, die bereits innovative Wasserstoffprojekte gebaut haben, und nahm Kontakt mit grossen Unternehmen wie Hitachi Zosen Inova auf. Der Bürgermeister entwickelte anschliessend einen umfassenden Plan für die Stadt, wie diese ihre Ziele bezüglich der Nutzung von Wasserstoff erreichen könnte, und machte den Plan bei Stadtratssitzungen publik, um die Anwohner einzubeziehen und die Öffentlichkeit über die Vorteile von Wasserstoff für Lancaster aufzuklären. Nun haben auch andere Unternehmen und Städte den Erfolg von Lancaster erkannt und wollen sich der Bewegung anschließen und dem Plan der Stadt folgen.
Der Wasserstoff hat weitreichende Vorteile: Er verbessert die Luftqualität, stellt eine sichere und zuverlässige Energiequelle bereit, verringert Treibhausgasemissionen und schafft hochqualifizierte Arbeitsplätze. Wasserstoff ist in unserer Umwelt reichlich vorhanden. Er kann aus verschiedenen einheimischen Ressourcen hergestellt werden und hat das Potenzial, nahezu keine Treibhausgasemissionen zu verursachen. Wasserstoff ist ein idealer alternativer Brennstoff, da der Brennstoff vor Ort produziert werden kann, das Betanken schnell geht und er sehr effizient ist.
Etwa die Hälfte der US-Bevölkerung lebt in Gebieten, in denen die Luftverschmutzung so hoch ist, dass die öffentliche Gesundheit und die Umwelt davon beeinträchtigt werden.
Nachdem sie riesige Kapazitäten zur Erzeugung von Solarstrom aufgebaut hatte, erkannte die Stadtverwaltung von Lancaster, dass es der Stadt möglich ist, ihre Energiezukunft dramatisch zu beeinflussen. Viele Veränderungen wären auf Landes- oder Bundesebene nicht möglich. Die Stadt Lancaster gründete ihre eigene Stromversorgungsgesellschaft, Lancaster Choice Energy, und bot den Einwohnern lokal erzeugte grüne Energie zu niedrigeren Preisen an und generierte dadurch Einnahmen für die Stadt. Lancaster wurde die erste Stadt, die das Ziel der Nullemissionen erreichte und mehr saubere Energie erzeugt, als sie verbraucht. Lancaster war auch die erste Stadt, die Integration von Solarenergie in alle Hausneubauten verlangte, und es gelang ihr, gemeinsam mit Partnern aus dem Ort die erste grosse vollelektrische Busflotte zu bauen.
«Dabei haben wir erkannt, dass Elektronen nicht unbedingt das beste Speichermedium für Energie sind», erklärte der Bürgermeister, um den Strategiewechsel zu rechtfertigen. «Wasserstoff kann ganz einfach und für lange Zeit gespeichert werden, auch im bestehenden Gasnetz. Es ist die perfekte Ressource, um das Netz mit unserer grossen Menge an intermittierenden erneuerbaren Ressourcen auszugleichen, die nur funktionieren, wenn die Sonne scheint und der Wind weht.»
Derzeit errichtet SGH2 eine Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff in Lancaster. Die Anlage wird recycelte Mischpapierabfälle vergasen, um grünen Wasserstoff zu produzieren, der die Kohlenstoffemissionen um zwei- bis dreimal mehr reduziert als grüner Wasserstoff, der mittels Elektrolyse und erneuerbarer Energie erzeugt wird, und fünf- bis siebenmal billiger ist. Die Anlage wurde von NASA-Wissenschaftler Salvador Camacho und SGH2-CEO Robert T. Do, einem Biophysiker und Arzt, entwickelt.
Weitere Projekte in Lancaster umfassen eine Vergasungsanlage und die 100 Millionen Dollar teure anaerobe Vergärungsanlage von Hitachi Zosen Inova, die aus organischen Abfällen erneuerbares Erdgas (RNG) zur Umwandlung in sauberen Wasserstoff erzeugt.
Wasserstoff hat weltweit an Bedeutung gewonnen, da sich die Regierungen vermehrt zu sauberer Energie verpflichten. Lancaster engagiert sich für Wasserstoff, zieht Investoren an, baut hochmoderne Anlagen und unterstützt neue Unternehmen mit fortschrittlichen Genehmigungsverfahren, über die Beschaffung der Stadt, durch Unterstützungsmaßnahmen bei der Infrastruktur, mit seinem Fuhrpark und bei der Erziehung der Verbraucher. "Wasserstoff ist die Zukunft, und wir rufen andere Städte dazu auf, sich uns anzuschließen und gemeinsam die Dekarbonisierung zu erreichen und den Klimawandel zu bekämpfen." Die Vision und das bedeutende Engagement von Bürgermeister Parris sowie die Entwicklung eines umfassenden Plans für den Übergang zu Wasserstoff haben dazu geführt, dass der Stadtrat und die Öffentlichkeit der Stadt sich hinter ihn gestellt haben und sich dafür einsetzen, dass Investitionen im Bereich Wasserstoff erfolgreich angezogen werden.
Der Schwerpunkt liegt nun auf der Ausweitung des Mandats auf Bildung, Forschung und Entwicklung sowie auf gezielte internationale Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Städten. (ots)
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