Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03235.jsonl.gz/1315

Der veränderte Tagesablauf und das erhöhte Informationsbedürfnis seit der Ausrufung der «ausserordentlichen Lage» spielen dem Fernseh-Medium in die Karten: Im Vergleich zu den Wochen vor dem Ausbruch des Coronavirus sind die Nutzungszahlen in die Höhe geschossen.
Die Reichweite legte zu von 69 auf 75 Prozent, die tägliche Sehdauer in der Gesamtbevölkerung ab 15 Jahren erhöhte sich um 31 Minuten auf knapp drei Stunden pro Person.
Das zeigen die im Auftrag der Stiftung Mediapulse erhobenen Nutzungsdaten der beiden Wochen vor und nach dem 16. März 2020 – an diesem Tag hatte der Bundesrat in der Schweiz die «ausserordentliche Lage» erklärt.
Die ausserordentlich hohe durchschnittliche Sehdauer von 179 Minuten pro erwachsene Person sei in den vergangenen sechs Jahren nur zweimal überboten worden, und zwar in der Neujahrswoche und in der Weihnachtswoche 2015, schreibt Mediapulse.
Anders als beim TV wurde beim Radio in der aktuellen Situation keine deutliche Zunahme der Nachfrage gemessen. Die Hördauer pro Person in der Schweiz stieg von 96 auf 97 Minuten nur leicht an.
Und die Reichweite der Radiosender reduzierte sich in den Wochen nach dem «Lockdown» sogar von 81 auf 77 Prozent. Das könnte gemäss Mediapulse auf den verminderten Berufsverkehr zurückgeführt werden, wodurch das Radio als Pendlermedium weniger zum Einsatz komme.
Speziell am Abend schalten derzeit weniger Personen das Radio ein – also genau dann, wenn das Fernsehen aufgrund der akuellen Lage mehr Publikum binden kann.