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Präsidium und Kammern, Stellungnahmen, Jahrheft
Im weiteren Verfahren behandelt das Präsidium selber Beschwerden, «die in ihren Grundzügen mit bereits früher behandelten Fällen übereinstimmen oder von untergeordneter Bedeutung erscheinen» (etwa zwei Drittel der entgegengenommenen rund 80 Beschwerden pro Jahr).
Gewichtige oder neuartige Beschwerden weist das Präsidium einer der drei sprachbezogenen Kammern zu (deutsch-/italienischsprachig, französischsprachig, deutschsprachig). Die Kammern beraten an Kammersitzungen und kommunizieren per EMail. Bei Fragen grundsätzlicher Natur kann ein Fall an das Plenum weitergereicht werden. Es gelten detaillierte Ausstandsregeln. Die Beratungen münden in eine begründete Stellungnahme, die mit der knappen «Feststellung» schliesst, ob der Journalistenkodex verletzt ist oder nicht.
Die Stellungnahmen des Presserats (auch Entscheide auf Nichteintreten) zirkulieren vor der Veröffentlichung bei sämtlichen Mitgliedern. Verlangen mindestens zwei Mitglieder eine Diskussion im Plenum, findet eine solche statt (selten).
Ein Jahrheft fasst die wichtigeren Stellungnahmen, Fallstatistiken und Aufsätze zu einschlägigen Themen zusammen. (2010: Das scharfe Instrument der verdeckten Recherche – kein Freibrief für Schlaumeiereien; Stellenwert der Ethik in der Ausbildung; 2009: Darf’s ein wenig mehr sein – zur Zuspitzung von Titeln; Straftäter an den Medienpranger?; 2008: Ein «Recht auf Vergessen» – zur Medienberichterstattung über pädophile Priester; Verleger und SRG neu Partner der Stiftung «Schweizer Presserat».