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Statistik der Rohstoffhändler Im Schweizer Rohstoffsektor sind rund 900 Händler mit knapp 10 000 Mitarbeitenden tätig
08.03.2021 - 2018 zählte die Schweiz rund 900 Rohstoffhändler, die gut 9800 Personen beschäftigten. Sie werden unterstützt von weiteren Einheiten, die mit dem Rohstoffhandel verbundene Tätigkeiten wie Zertifizierung, Transport und Finanzierung übernehmen. Eine Erhebung liefert eine erste grobe Schätzung der Anzahl der Beschäftigten in diesen Unterstützungstätigkeiten und zeigt insbesondere die Bedeutung der Finanzierung auf. Es handelt sich um die ersten offiziellen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) und des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) für den Rohstoffhandelssektor.
Der Rohstoffhandelssektor umfasst die Händler im engen Sinn (Kern) und die unverzichtbaren Akteure, die diese Tätigkeiten unterstützen (Cluster). Eine statistische Messung ist schwierig, da es weder auf nationaler noch internationaler Ebene eine Referenzklassifikation gibt. Zudem verändern sich die Strategien der Akteure, die Geschäftsmodelle und die Wertschöpfungsketten ständig. Die Bewertung wurde daher mithilfe mehrstufiger Filter für den Kern und einer Ad-hoc-Liste für den schätzbaren Teil des Clusters vorgenommen (siehe Kasten Methodik unten). Auf dieser Grundlage werden erstmals strukturelle Informationen bereitgestellt.
Drei Viertel der Arbeitsplätze in den Kantonen Genf, Zug und Tessin
Von den geschätzten 9881 Arbeitsplätzen des Kerns befinden sich rund drei Viertel in den Kantonen Genf (44% des Totals), Zug (21,4%) und Tessin (9,5%). Die Kantone Waadt und Zürich weisen mit 8,5% bzw. 6% aller Beschäftigten des Kerns ebenfalls ein signifikantes Volumen an Arbeitsplätzen auf. Diese fünf Kantone machen rund 90% der Beschäftigten des Kerns aus.
Die Händler sind hauptsächlich im Grosshandel mit Brennstoffen und mit Erzen tätig. Die Einheiten üben jedoch je nach Kanton, in dem sie ihren Standort haben, unterschiedliche Tätigkeiten aus. Es lassen sich kantonale oder regionale Zentren (Hubs) erkennen.
Die Händler des Kantons Genf sind sehr aktiv im Brennstoffhandel – rund 50% aller Beschäftigten des Rohstoffhandelssektors sind in dieser Branche tätig –, während im Kanton Zug eher Tätigkeiten im Erz- und Metallhandel im Vordergrund stehen. Das Profil des Kantons Tessin ist vergleichbar mit jenem des Kantons Zug. Im Kanton Waadt ist die Palette der gehandelten Rohstoffe vielfältiger. Diese kantonalen Besonderheiten sind mit verschiedenen Geschäftsmodellen verbunden und bestätigen die Hypothese, dass der Kern sehr heterogen ist.
Wenig grosse Unternehmen im Rohstoffhandel
Die Unternehmen des Kerns beschäftigen im Durchschnitt 11 Personen, im Vergleich zu 7,6 Personen im gesamten Businesssektor. Die meisten Mitarbeitenden der Händler sind in Einheiten mit 10 bis 249 Beschäftigten tätig. Verglichen mit der Gesamtwirtschaft zählt der Rohstoffhandel weniger Beschäftigte in grossen Unternehmen (250 Beschäftigte und mehr) und in Mikrounternehmen (1 bis 9 Beschäftigte). Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass es in anderen Branchen viele Selbstständigerwerbende gibt, die personenbezogene Leistungen erbringen. Zum anderen handelt es sich bei den Händlern selten um grosse Unternehmen, da es für den Handel mit umfangreichen Rohstoffvolumen keine grossen Personalbestände braucht.
Viele multinationale Unternehmen
Ein Drittel der Unternehmen des Kerns ist einer Unternehmensgruppe unterstellt. Dies ist rund siebenmal mehr als in der Gesamtwirtschaft (4,8%). Acht von zehn Beschäftigten im Rohstoffhandel arbeiten für eine Unternehmensgruppe, im Vergleich zu vier von zehn in der Gesamtwirtschaft. Multinationale Unternehmen, insbesondere ausländische, spielen im Hinblick auf die Beschäftigung eine wichtige Rolle, denn mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze der Rohstoffhändler sind einer ausländischen Unternehmensgruppe angegliedert.
Höhere Beschäftigungsdynamik als in der Gesamtwirtschaft
Das Beschäftigungswachstum der Unternehmen des Kerns war zwischen 2017 und 2018 grösser als jenes der Gesamtwirtschaft (2,8% gegenüber 1,3%). Diese Entwicklung war stark beeinflusst von der besonderen Dynamik in den Kantonen Zug und Tessin, wo das Beschäftigungswachstum bei den Rohstoffhändlern deutlich stärker ausfiel als im betreffenden Kanton insgesamt.
Blick auf die Unterstützungstätigkeiten im Rohstoffhandel
Zu den Unterstützungstätigkeiten im Rohstoffhandel zählen insbesondere die Bereiche Finanzierung, Audit, Beratung, Zertifizierung, Versicherung, Vermittlung von Frachtkapazität (shipbroking) sowie Transport- und Logistikdienste. Die Unternehmen, die diese Dienstleistungen erbringen, haben normalerweise eine breite Palette von Kunden, was es sehr schwierig macht, den Cluster und die Beschäftigten zu messen, die spezifisch für die Rohstoffhändler tätig sind.
Die Finanzierung ist mit 1258 spezifisch den Händlern zugeordneten Beschäftigten eindeutig die wichtigste Unterstützungstätigkeit. Darauf folgen die Bereiche Audit und Beratung (570 Beschäftigte), Transport- und Logistikdienste (201) sowie Inspektion und Zertifizierung (113). Die Ergebnisse für diese Segmente vermitteln einen guten Überblick. Für die anderen Branchen, die zum Cluster gehören könnten, sind hingegen keine auswertbaren Informationen verfügbar. Die ausgewiesenen Beschäftigten, die Unterstützungstätigkeiten erbringen, müssen daher als erste sehr grobe Schätzung betrachtet werden. Es zeigt jedoch, dass der Handel bedeutende Auswirkungen auf andere Sektoren hat.
Zusätzliche Informationen in Form von Tabellen und Grafiken finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.
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