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Selbst wenn abgelegene Täler mit Landart bestückt werden - selig sei die Heinze, das Heutuch, das Bargauntschi - den Bauern selbst interessiert es nicht und er belegt das ganze Tun mit seinem Schweigen, welches nicht bildich zu erfassen ist.
Der Versuch, einen Zusammen-Hang zwischen Landwirtschaft und Kunst herzustellen ist ein Ding der Unmöglichkeit, denn wer Kunst betreibt, tut dies, weil er der harten Arbeit, welche das Bauerntum umflort, entflohen ist. Trotzdem lebten und malten viele im ländlicher Umgebung. Segantini malte Landschaften in denen die Bergbauern mit ihren Familien in Armut darbten.
Und man stelle sich vor, ein Bergbauer würde einen Künstler beauftragen, ein Porträt von ihm oder einer seiner Kühe zu malen. Für einen mit Maden & Milben bewohnten einjährigen Alpkäse als Gegenleistung. Ein schöner Gedanke !
Ein Bergbauer würde aus Kunstbegeisterung 20 Millionen Franken spenden für einen zu erstellenden Kunstmuseum - Anbau.
Wenn man da in diesem Anbau in Beton eingemauert herumschlendert, trifft man auf die Giacomettis aus dem Bergell. Ein Bergbauern-Tal. Giovanni Giacometti nutzte einen Stall als Atelier und malte Schafe, Bauern und Alpweiden. In der Churer Ausstellung sehen wir das Werk "Sonniger Hang mit Ziegen & Schafen" sowie "Umstechender Bauer" (eine Schenkung von Simon Sprecher).
Schattige, kühle Winter und die seelische Kargheit der Einwohner haben seinen Bruder Alberto nach Paris vertrieben, wo er sich in seinem schlecht beheizten Atelier mit der Herstellung von Kunst warm hielt.
Die NZZ vom heutigen Tag erwähnt im Feuilleton, dass der Künstler Giacometti sich öfters in Bordellen aufhielt. Und dies trotz seiner Impotenz ! Ein neuer Gesichtspunkt auf sein Werk ! Floh er doch nur aus der Kälte seines Pariser - Ateliers in ein gut geheiztes und von freundlichen Frauen bewohntes Bordell. Giacometti kann das nicht mehr lesen. Er ist tot. Was würde er darüber denken ?
Moral der Geschichte: So endet wer der Scholle entflieht.