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Metadatenüberwachung in Frankreich
Wenige Wochen nachdem der inzwischen weltberühmte Edward Snowden den Skandal der Datenspeicherung durch das US-amerikanische Programm PRISM bekanntgegeben hat, ist ein ähnlicher Skandal in Frankreich ausgebrochen.
Die Tageszeitung Le Monde hat letzte Woche in einem Artikel bekanntgegeben, dass ein riesiges Rechenzentrum beim französischen Auslandsnachrichtendienst DGSE jahrelang die Metadaten aller Verbindungen per Telefon, Handy, Mail, sowie Zugriffe auf Facebook oder Twitter zwischen dem In- und Ausland speichert. Im Gegensatz zum Spähprogramm der viel besser finanzierten NSA würden aber ’nur’ die Metadaten und nicht der Inhalt der Verbindungen überwacht. Grund für diese Überwachung made in France sei der Kampf gegen Terrorismus und organisierte Kriminalität. Doch anscheinend wäre es den anderen Nachrichtendiensten sowie der Polizei sehr einfach, diese Informationen von der DGSE zu erhalten, selbst wenn es nicht um den Verdacht von Terrorismus oder organisierter Kriminalität geht. Der andere Unterschied liegt darin, dass das amerikanische Big Brother per Gesetz erlaubt wurde, während das französische Little Brother völlig aussergesetzlich eingerichtet wurde. Matthieu von Radio Dreyeckland sprach darüber mit Jérémie Zimmermann. Er ist Mitgründer und Sprecher von La Quadrature du Net, einer Bürgerorganisation, die für ’Internet und Freiheit’ kämpft und somit auch für Datenschutz. Zunächst fragte ihn Radio Dreyeckland, wieso dieses französische Skandal so zeitnah mit dem globalen PRISM-Skandal ausbricht.