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Opatova, V., Hamilton, C. A., Hedin, M., Montes de Oca, L., Kral, J. & Bond, J. E. (2020) Phylogenetische Systematik und Evolution der Spinnen-Unterordnung Mygalomorphae unter Verwendung genomischer Skalen-Daten.
Die Unterordnung Mygalomorphae ist eine der drei Hauptlinien von Spinnen, die über 3000 nominelle Arten umfaßt. Diese uralte Gruppe hat eine weltweite Verbreitung, die in ihren Reihen große und charismatische Taxa wie Vogelspinnen, Falltürspinnen und hochgiftige Trichternetzspinnen umfaßt.
Auf der Grundlage früherer molekularer Studien mit Sanger-Sequenzierungsansätzen, wurden zahlreiche mygalomorphe Familien wie Hexathelidae, Ctenizidae, Cyrtaucheniidae, Dipluridae und Nemisiidae, als nicht monophyletisch identifiziert. Diese Daten waren jedoch nicht in der Lage, die Beziehungen auf höherer Ebene - intra- und interfamiliär - ausreichend aufzulösen, so daß die notwendigen Änderungen in der Klassifikation mit Zuversicht vorgenommen werden konnten. Hier stellen wir eine umfassende phylogenomische Behandlung der Spinnen Infraorder Mygalomorphae vor.
Wir verwenden 472 Loci, die durch verankerte Hybridanreicherung gewonnen wurden, um die Beziehungen zwischen allen mygalomorphen Spinnenfamilien zu rekonstruieren und den Zeitrahmen ihrer Diversifizierung abzuschätzen. Wir haben fast alle derzeit anerkannten Familien beprobt, was es uns ermöglicht hat, ihren Status zu beurteilen und als Ergebnis ein neues Klassifikationsschema vorzuschlagen,
Unsere Stichproben auf generischer Ebene, haben auch einen evolutionären Rahmen für die Überprüfung von Fragen zur Verwendung von Seide bei mygalomorphen Spinnen geschaffen. Die erste derartige Analyse für die Gruppe innerhalb eines strickten phylogenetischen Rahmens zeigt, daß ein Blattnetz wahrscheinlich der plesiomorphe Zustand für Mygalomorphae ist, und es gibt Einblicke in das angestammte Nahrungssucheverhalten aller Spinnen.
Unsere Divergenz- Zeitschätzungen, die mit einer detaillierten biogeographischen Analyse einhergehen deuten darauf hin, daß sowohl die Vikarianz auf alter Kontinentalebene, als auch neuere Ausbreitungsereignisse eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der heutigen Verteilungsmuster gespielt haben. Auf der Grundlage unserer Ergebnisse, stützen wir uns auf die generische Zusammensetzung der Ctenizidae, Cyrtaucheniidae, Dipluridae und Nemesiidae.
Außerdem erheben wir fünf Unterfamilien in den Rang einer Familie:
Anamidae - Neuer Rang
Euagridae - Neuer Rang
Ischnothelidae - Neuer Rang
Pycnothlidae - Neuer Rang
Bemmeridae - Neuer Rang.
Drei Familien Entypesidae - Neue Familie, Microhexuridae - Neue Familie, Stasimopidae - Neue Familie sowie die Unterfamilie Australothelinae - Neue Unterfamilie werden neu vorgeschlagen.
Eine solche umfassende Neuordnung der Klassifikation unter Anerkennung von neun neu eingerichteten Rangtaxa auf Familienebene ist die größte, die die Gruppe in mehr als drei Jahrzehnten erlebt hat.
wsc.nmbe.ch/reference/14978
Gruß
Joachim B.