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Die Proteste in Peru gehen weiter, mit ungeminderter Heftigkeit. Inzwischen sind schon mehr als 20 Menschen gestorben, die meisten auf Grund von Polizeigewalt. Viele machen Präsidentin Dina Boluarte für die Situation verantwortlich und werfen ihr vor, wie eine Diktatorin zu handeln. Auch weil sie bei Pressekonferenzen in Begleitung von Militärs erscheint.
Betreffend Pedro Castillo wurde entschieden, dass er 18 Monate in Präventivhaft verbringen muss, während sein Fall untersucht wird. Gemäss peruanischem Gesetz muss er mit einer Haftstrafe von zehn bis zwanzig Jahren rechnen. Inzwischen sind beide seiner Anwälte ohne Angabe von Gründen zurückgetreten.
Dies ein kurzer Update zur politischen Situation, doch ich möchte heute über ein anderes Thema berichten. Besser gesagt: über eine Frau, und zwar eine ganz besondere.
Nachdem sie die Vergewaltigung einer Minderjährigen in der Urwald-Gemeinde Río Soritor (Nordperu) angezeigt hat, wird das Leben der indigenen Leaderin Yanua Atamain bedroht – von der Familie des Gewalttäters. Erst dieses Jahr hat Yanua zusammen mit den Anthropologen Rodrigo Lazo-Landívar und Claudia Arredondo Villar das Buch «Sexuelle Gewalt in der Welt der Awajún» veröffentlicht.
Um ihre Sicherheit zu gewährleisten, ist Yanua – hochschwanger und mit zwei kleinen Kindern – Anfang November nach Lima gezogen. Doch das Leben in der Hauptstadt ist teuer, und die Kosten für ihren Lebensunterhalt, die Ausbildung ihrer Kinder und ihr Gerichtsverfahren kann sie zurzeit nicht alleine tragen. Sie wandte sich an einem Brief, der im peruanischen Medium Ojo Público publiziert wurde, an die Öffentlichkeit:
Angesichts der zunehmenden Verpachtung von Land, der Abholzung einheimischer Arten, der Zerstörung der Fauna, der Bodenverdichtung und der landwirtschaftlichen Aktivitäten arbeiten wir in der Organisation, die ich leite, für die Wiederherstellung und Erhaltung der biologischen Vielfalt und der Ökosystemleistungen, die uns der Wald bietet, und fördern Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels, ohne dabei die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Awajun-Gemeinschaft zu vernachlässigen. Seit Beginn der Pandemie bis heute haben wir die Wiederaufforstung von rund 10’000 einheimischen Wald-, Obst- und Zierpflanzenarten erreicht. Ebenso habe ich ein Projekt geleitet, um Schmuck aus den Rohstoffen des Waldes herzustellen. Mit diesem Schmuck aus der Kreislaufwirtschaft garantieren wir eine ökologische, verantwortungsvolle und nachhaltige Mode und unterstützen ausserdem die Stärkung und wirtschaftliche Autonomie der Frauen, um ihre Lebensqualität zu verbessern.
Doch meine Familie und ich waren gezwungen, unser Gebiet zu verlassen, nachdem ich ein Gemeindemitglied von Rio Soritor, Bezirk Awajun, Alto Mayo, Region San Martin, wegen sexueller Gewalt gegen ein 12-jähriges Mädchen angezeigt hatte. Die Drohungen des Angreifers und seiner Familie behinderten meine Arbeit als Umweltschützerin und Förderin von Kultur und Sprache, und brachten mich und meine Familie in eine äusserst prekäre Lage.
Yanua und ihre Familie sind in dieser bedauerlichen Situation auf Hilfe angewiesen. Ich kenne sie persönlich und danke herzlich für jeden Beitrag. Wer etwas spenden möchte, kann dies entweder direkt auf Yanuas peruanisches Konto tun, oder auf mein Postkonto in der Schweiz (um Gebühren zu vermeiden) – ich garantiere für die direkte Weiterleitung von jedem Rappen.
Konto in Peru:
Yanua Atamain Uwarai
DNI: 43048985
Banco del Crédito BCP
Kontonummer: 435-352-867-400-89
BIC: BCPLPEPL
Konto in der Schweiz (über mich):
Bitte mit Vermerk «Yanua» – direkte Weiterleitung garantiert
Nicole Maron
Blümlisalpweg 9
3700 Spiez
Postfinance Konto: 87-293961-5
IBAN: <iban-pii>