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In der Übersicht
Bis vor wenigen Jahren galt es für viele als sicher, dass der Niedergang von Religion in modernen Gesellschaften besiegelt sei: Dieser Konzentration auf europäische Verhältnisse steht jedoch in globaler Perspektive die Bildung neuer religiöser Traditionen entgegen, indem in Asien wie auch in Nordamerika und Europa neue Religionen in grosser Anzahl entstanden. Die Zeit der Moderne, sowohl das durch koloniale Expansion und christliche Erweckungsbewegungen gekennzeichnete 19. Jahrhundert als auch das 20. Jahrhundert, lässt viele "kleine" und "grosse" Religionen auf allen Erdteilen entstehen, ebenso bilden sich wichtige Reformbewegungen innerhalb lang etablierter Religionen. Unter diesem Blickwinkel betrachtet, zeigt sich die landläufig als rationalitätsfundierte Moderne als nachdrücklich religionsinnovativ und -produktiv.
Die Vorlesung wird den Kontext der Moderne skizzieren und neu entstandene Religionen wie die Mormonen, Jehovas Zeugen, Baha'i, Neuentwicklungen in Ländern Asiens wie Cargokulte sowie ebenso den Weg von der Theosophie zum New Age und zum Spiritualitäts-Boom vorstellen. Zu ausgewählten Religionen werden Vertreter und Vertreterinnen der Traditionen eingeladen und kommen selbst zu Wort.