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4) durch das eigentliche Baumroden, wobei auch die Wurzelstöcke mit ausgegraben werden; der Boden wird dann planiert, wo nötig
zugleich drainiert, vollständig gereinigt, zunächst, weil noch roh, mit Hafer
[* 5] und Hackfrüchten bestellt,
tüchtig mit dem Waldrodepflug durchgearbeitet und so allmählich in Artland umgewandelt.
Das Verbrennen des Astholzes, Laubes und der Grasnarbe nach dem Baumroden dient oft als wirksamstes Verbesserungsmittel des
Bodens und zugleich zur Vertilgung von Ungeziefer. Fels-, Kies- und Geröllboden wird durch Entfernung der
größern Steine (mittels Versenkung, d. h. Untergrabens, oder Sprengens mit Pulver oder Ausgrabens) und durch Rigolen (s. d.)
urbar gemacht. Sandboden, besonders Flugsand, so gefährlich für die Umgebung, weil diese versandend, kann durch Erdmischung,
wozu Thon, Bauschutt, Mergel und torfiger Boden am besten dienen, am gründlichsten urbar gemacht werden.
Die regelmäßige Bestellung umfaßt die Wiederherstellung der Wachstumsbedingungen nach der Ernte
[* 9] und die Vorbereitung des
Bodens für eine neue Saat: Herbst- und Frühjahrsbestellzeit. Die einjährige Vorbereitung geschieht durch die reine
oder schwarze Brache (s. d.), die halbjährige durch die halbe oder Hegebrache. Neuerdings
sucht man das Land regelmäßiger zu benutzen, beschränkt die Brache auf das Minimum und betrachtet sie mehr als eine einmalige,
durchgreifende Melioration verwahrlosten Landes. Im Herbst wird nach der Ernte das Feld (die Stoppel) mit dem Pflug
[* 10] (Schälpflug)
geschält, um die Unkräuter zu zerstören. Man schält so seicht wie irgend möglich (3-4 cm), am besten mit dem vierscharigen
Schälpflug, welcher die kleinen Furchen nicht wenden, sondern behufs besserer Abtrocknung und schnellern Absterbens des Unkrauts
thunlichst auf die hohe Kante stellen soll.
Nach wenigen Tagen mit trocknen Winden
[* 11] kann die Egge
[* 12] folgen, um die Unkräuter bodenfrei zu machen; nach
einigen weitern trocknen Tagen kann die eigentliche Pflugfurche zur vollen Tiefe gegeben werden. Je nach der Frucht, welche
der Boden tragen soll, und der Art des Bodens ist diese Furche die letzte vor derSaat, wie bei nachfolgender Winterhalmfrucht,
während auf tiefgrundigem und auf schwerem Boden, falls eine Mistdüngung gegeben werden soll, noch eine
Saatfurche zu folgen hat, da auf diesen Boden der Dünger nie zur vollen Tiefe untergebracht werden darf, in welcher die Zersetzung
des Düngers verlangsamt oder verhindert werden würde. Bessern¶
forlaufend
Böden, welche durch Trockenheit im Frühjahr nicht zu leiden haben, und schweren Böden pflegt man im Frühjahr die Saatfurche
für Sommerfrüchte zu geben. In den meisten Fällen wird, besonders für Hackfrüchte, ein Lockern des Bodens durch einen Grubber,
Exstirpator (sogen. Maschine),
[* 14] statt einer Pflugfurche, genügen. Abgesehen von der schnellern Ausführbarkeit
dieser Arbeit, hat sie häufig den Vorteil, bei vollkommener Vernichtung der keimenden Samenunkräuter ein bei weitem wünschenswerteres
Saatbett herzustellen, als es der Pflug vermag.
Die eigentliche Furche bedarf längerer Zeit, sich »zu setzen«, d. h.
in den Grad der Bindigkeit zurückzukommen, welchen die junge Pflanze verlangt, um »festen Fuß fassen« zu
können. Ferner werden sich die Feuchtigkeisverhältnisse des leichtern Bodens durch eine Grubber-Saatfurche im Frühjahr günstiger
gestalten, da die Kapillarität der untern Bodenschicht in keiner Weise irritiert wird und die flache gegrubberte Schicht sich
leichter in diesen Zustand der wünschenswerten Kapillarität zurückbegibt und so im stande ist, die von untern, selbst
tiefen Bodenschichten heraufsteigende Feuchtigkeit der jungen Pflanze jederzeit zur Disposition zu stellen.
Der Empiriker nennt dies mysteriös »die Erhaltung der Winterfeuchtigkeit«, ausgehend von unrichtigen Voraussetzungen. Sehr
vollkommene Bearbeitung liefert das Umgraben mit dem Spaten, im großen nicht anwendbar und für manche Zwecke nicht tief genug
zu ermöglichen; die Grabgabel läßt rascher fördern. Das Pflugspaten ist die Verbindung von Pflügen
und Spaten in der Art, daß hinter einem Pflug eine Anzahl Arbeiter in jeder oder in einer Furche um die andre mit dem Spaten
den Boden auswerfen oder mit der Grabgabel nur lockern, um ihn zu vertiefen.
Dem Pflügen folgt, wie dem Spaten der Rechen, das Eggen; man unterscheidet Langziehen, Schräg- oder Querziehen, Schlangenziehen
und Rund- oder Volteeggen, dieses, im Trab, als das wirksamste. Nach dem Eggen folgt die Walze. Reihensaaten
werden behackt mit besonders dazu geeigneten Hand- und Spannwerkzeugen (Pferdehacken, s. d.) und behäufelt mit dem Häufelpflug,
um die Erde an die Pflanzen dichter heranzubringen. Diese Arbeiten werden öfters wiederholt.
Die Bodenmelioration (s. auch den Spezialartikel) umfaßt die Entwässerung (Drainage,
[* 16] s. d.), die Bewässerung
(s. d.), die Tiefkultur, die Erdmischung und die Ebnung. Das Vertiefen des Bodens gewährt allein die Möglichkeit, das verfügbare
Areal zu vermehren. Es ist erwiesen, daß im vertieften Boden die Pflanzen vor Austrocknung geschützter sind und ausreichendere
Mengen von Nährstoffen finden; das Vertiefen kann aber nicht willkürlich geschehen, da der »tote«
Untergrund, besonders der stark thonhaltige, erst der Atmosphäre ausgesetzt werden muß oder, falls er gleich mit der Krume
vermischt werden soll, tüchtiges Kalken und starke Gaben von Mist verlangt.
Man
vertieft mittels Rigolens (s. oben) oder Pflugspatens oder Tiefpflügens in der Art, daß hinter dem
gewöhnlichen Pflug ein zweiter, mehr nur lockernder geht, oder mittels besonderer sogen. Untergrundpflüge, welche nur die
tiefern Schichten lockern, ohne die Krume zu untergraben. Immer muß diese wieder obenauf bleiben, wenn der Untergrund nicht
unbedenklich damit vermischt werden kann. Neuerdings liefern die Dampfpflüge die beste Arbeit der Art. Die
Erdmischung bezweckt die Korrektur der gegebenen Bodenzustände.
Normale Mischungen sind die, in welchen alle Bestandteile vertreten sind, aber keiner zu sehr vorherrscht; da, wo solches der
Fall, muß also mit dem fehlenden Bestand so lange ergänzt werden, bis durch annähernd normale Mischung das richtige
Verhältnis zwischen Feinerde und Skelett
[* 17] gegeben ist. Derartige Operationen sind besonders dann sehr kostspielig,
wenn das entsprechende Material weit hergeholt und durch Zugvieh und Menschenarbeit aufgebracht werden muß, minder kostspielig,
wenn es sich im Untergrund findet oder durch Wasser angeschwemmt werden kann.
Bei der Kultur wertvoller Handelspflanzen, z. B. Hopfen,
[* 18] gibt man die Mischung nur zu den einzelnen Pflanzen
als Lochdüngung und spart wesentlich an Transport und Material. Die Ebnung endlich ist da anzuwenden, wo das Land zu hügelig
ist und die Bestellung hindert. Man trägt die kleinen Erhöhungen ab und füllt die Vertiefungen aus unter Beobachtung gleicher
Vorsicht wie beim Tiefpflügen in Bezug auf die Krume. Bei allen diesen Operationen müssen die Erdtransporte
möglichst vermieden werden, genaue Berechnungen vorher über die Rätlichkeit der Ausführung entscheiden und nach der Operation
mehrmals tüchtigste Durcharbeitungen mit Pflug, Egge und Walze stattfinden, ehe Dünger aufgebracht und der Boden bestellt werden
kann.