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Die Familie Falkeisen (Falkeysen) in Basel
Herr F. / 29.12.2006:
Können Sie mir etwas zu den Falkeisen in Basel erzählen ??? Im voraus herzlichen Dank für Ihre Mühe, mit freundlichen Grüssen
Antwort von altbasel.ch:
Das Geschlecht tritt mit Hans Falkeysen aus Kreuznach bereits vor der Reformation in der Stadt Basel auf. Er wurde 1508 eingebürgert und seine Nachkommen verstanden es die einflussreichen Basler Zunftkreise zu durchdringen, wobei durch Einheiraten hauptsächlich die weiblichen Sprösslinge eine Rolle spielten. Allerdings brachte die Familie auch eine lange Linie von gebildeten Herren hervor, die auf Ezechiel Falkeisen fusste.
Während andere Falkeisen sich als Basler Ratsherren hervortaten, erscheint er als frühester Basler Pfarrherr aus diesem Geschlecht. Er erblickte am 1.August 1557 das Licht der Welt, als Sohn des Claudius Falkeysen und der Barbara, geborene Häbig. Ezechiel begann seine Laufbahn als Geistlicher 1581 als Pfarrer an der Barfüsserkirche und im benachtbarten Spital. Damals stellten Pfarrherren aus der Stadt die Geistlichen auf dem Land.
Im Jahr 1588 wurde er folglich als Pfarrer nach Oberwil berufen. 1593 bis 1594 war er Verweser in Gelterkinden, danach trifft man ihn bis 1607 als Pfarrer in Langenbruck im oberen Baselbiet wieder. Als Pfarrherr zu Muttenz ging er dann bis 1618 seinem Amt wieder näher der Vaterstadt nach, um im selben Jahr schliesslich nach Basel zurückzukehren um seinen Lebensabend wieder als Pfarrer an der Barfüsserkirche und im Spital zuzubringen.
St.Martin auf einem Merianplan des 17.Jh. Hier war von 1717 bis 1762 Theodor Falkeysen der ältere Pfarrherr. Sein Sohn Theodor Falkeysen der jüngere folgte ihm nach seinem Ableben in das Amt des Pfarrers zu St.Martin, von welchem er 1810, fünf Jahre vor seinem Tod, zurücktrat.
Ezechiel Falkeysen verstarb am 12.September 1634. Er war zweimal verheiratet, zum ersten mit Magdalena Niscea und danach mit Barbara Hertenstein. Im gleichen Jahrhundert begegnet man in Basel dem Ratsherrn Theodor Falkeysen, Gatte der Anna Werenfels. Dem Ehepaar wurde am 3.Oktober 1686 mit Theodor ein Sohn geschenkt, der eine regelrechte Pfarrherrendynastie begründen sollte. Dieser begann seine Laufbahn 1707 als Diakon in Genf.
Theodor Falkeysen der ältere
Im Jahr 1717 wurde Theodor Falkeysen Pfarrer zu St.Martin in Basel, ein Amt das er bis zu seinem Tod am 7.Juni 1762 innehatte. Er heiratete Anna Magdalena Burckhardt und sie gebar ihm am 23.August 1723 mit dem Sohn Theodor einen Stammhalter der zugleich den Vornamen weitertrug und wie sein Vater den Beruf des Geistlichen ergriff. Nachdem er ab 1756 Pfarrherr zu Arisdorf war, trat er nach dem Tode seines Vaters dessen Nachfolge zu St.Martin an.
Theodor Falkeysen war bis zu seinem Rücktritt im Jahr 1810 Pfarrer zu St.Martin. Er war offenbar ein Bonvivant der auf seinem Landsitz (ehemaliges Rhyner'sches Landgut, heute Hammerstrasse 23 Basel) vor den Mauern der Stadt im Sommer wöchentlich einen traute Kreis von Amtskollegen zu einer beschaulichen Herrenrunde im Grünen und einem gemütlichen Umtrunk in seinem Garten lud. Auch war Pfarrer Falkeysen den Künsten und Wissenschaften geneigt.
Er trug im Laufe seines Lebens eine beachtliche Kollektion an grafischen Darstellungen zu Basel und der Schweiz zusammen. Das Interesse an engerer und weiterer vaterländischer Geschichte lag den Basler Falkeisen im Blut. Die pfarrherrliche Kollektion ging als Falkeisensche Prospektensammlung in die Geschichte ein. Falkeisen war zweimal verheiratet, zum einen mit Esther Bernoulli, danach mit Verena Eglinger. Er starb am 9.September 1815.
Antistes Hieronymus Falkeysen
Mit seinem Tod ging die umfangreiche Grafiksammlung an seinen Sohn Hieronymus über. Dieser war am 29.Mai 1758 in Arisdorf zur Welt gekommen, just in jener Zeit als sich sein Vater dort auf dem Lande seine Sporen verdienen musste. Er wandelte in den Spuren seiner Altvorderen und wurde Pfarrerherr. Seine Karriere begann in Kleinbasel wo er ab 1784 Pfarrer am Waisenhaus war. 1791 wurde er dann Pfarrhelfer in der benachbarten Theodorskirche.
Nur kurze Zeit wirkte er zu St.Theodor, um dann zum Pfarrer der bedeutenden Kirchgemeinde St.Leonhard erhoben zu werden, nach Falkeysens späterem Bekunden wider all seine Erwartungen. Dreiundzwanzig Jahre war er zu St.Leonhard im Amt, bis er im September 1816 zum Pfarrer des Münsters (der Basler Hauptkirche) ernannt wurde. Einen Monat darauf folgte die Beförderung zum Antistes, ein Amt das er bis zu seinem Ableben 1838 bekleidete.
Damit war Hieronymus Falkeisen Vorstand der Stadtgeistlichkeit und als Archidekan für das Land zuständig. Ferner versah er das Amt des Visitators des Gymnasiums und war Oberinspektor der mit den Pfarreien verbundenen Schulen. Er war auch in späten Jahren ein vielbeschäftigter Mann. Seine Gattin war Maria Salome Hauser. Er baute die von seinem Vater geerbte Kollektion aus, die heute als Sammlung Falkeisen im Staatsarchiv BS ruht.
Literatur:
Karl Gauss, Hans Schäfer, Fritz LaRoche, Basilea Reformata 2002, 2002, Herausgegeben von der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Basel-Landschaft, ISBN 3-9522134-0-4, Seite 16
Historisches Lexikon der Schweiz > Falkeisen, publiziert im Internet unter http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D20961.php
Alfred R.Weber-Oeri, Antistes Hieronymus Falkeisen und die Falkeisen-Sammlung, in der Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, 1957, Seiten 119 bis 136
Alfred R.Weber in "Der Reformation verpflichtet", 1979, Christoph Merian Verlag, ISBN 3-85616-005-7, Seiten 73 bis 77
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