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Nachdem der Biber zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Schweiz vollständig ausgerottet worden war, kehrte er nun zurück. Heute besiedeln rund 4900 Individuen weitgehend das Schweizer Mittelland und die breiten Alpentäler.
Die Rückkehr dieses Ökosystemingenieurs ist eine grosse Chance für unsere Gewässer. Denn die vom Biber (und insbesondere von seinen Dämmen) beeinflussten Lebensräume werden widerstandsfähiger und lebendiger. Die Artenvielfalt explodiert, die Biomasse nimmt zu und das Wasser versickert besser in den Böden und trägt so zur Auffüllung des Grundwassers bei.
Historique
Wie in vielen anderen Ländern wurde der Biber auch in der Schweiz bis zu seiner Ausrottung gejagt. Die Nutzung seines Fells, seines Fleisches und seines Bibergeils führte dazu, dass das grosse Nagetier bereits Anfang des 19. Jahrhunderts in der Schweiz völlig verschwand. Es sollte über anderthalb Jahrhunderte dauern, bis der Biber in der Schweiz wieder auftauchte. Im Jahr 1956 zahlte sich das Engagement einiger Privatpersonen um Maurice Blanchet im Kanton Genf, Karl Rüedi im Kanton Aargau und Anton Trösch im Kanton Thurgau schliesslich aus. Es war Maurice Blanchet, der zusammen mit einer Gruppe von Naturforschern die Biber als Erster in der Schweiz wieder ansiedelte. Diese ersten Freilassungen fanden im Kanton Genf an der Versoix statt. Bis 1977 wurden weitere Auswilderungsaktionen an 30 verschiedenen Orten durchgeführt, so dass insgesamt 141 Tiere ausgewildert wurden.
Entwicklung
Während in den ersten Jahren nach den Wiederansiedlungen die Biberbestände eher niedrig blieben (von 111 im Jahr 1978 auf 454 im Jahr 1993), begann die Population um die Jahrtausendwende zu wachsen. So gab es 2008 in der Schweiz 1602 Tiere und bei der letzen nationale Biberbestandeserhebung (im Winter 2021-2022) wurde die Biberpopulation auf 4914 Tiere geschätzt.
Diese Entwicklung folgt einem logistischen Wachstum, das für territoriale Säugetiere mit langsamem Wachstum und geringer Reproduktionsrate typisch ist. Dieses logistische Muster weist zunächst stark ansteigende Werte auf, stabilisiert sich aber später aufgrund äusserer Zwänge, wie der begrenzten Verfügbarkeit von Nahrung oder freien Wasserstrecken, um einen Maximalwert. In einer günstigen Umgebung wächst die Population zunächst nur langsam, geht dann in eine Phase exponentiellen Wachstums über und stabilisiert sich dann aufgrund externer Faktoren um einen Maximalwert. Derzeit bleibt das Wachstum des Bibers im gesamten Gebiet exponentiell. In einigen seit langem besiedelten Gebieten ist jedoch eine Verlangsamung des Populationswachstums zu beobachten (z. B. Ausfluss des Bielersees, Genferseebecken, Thur).
Schutz
Auf der Grundlage der Erhebung von 1993 war der Biber in der Roten Liste von 1994 als "vom Aussterben bedrohte Tierart" (CR) eingestuft worden. Fünfzehn Jahre später, als es in der Schweiz 1600 Individuen gab, von denen 800 potenziell fortpflanzungsfähig waren, wurde vorgeschlagen, seinen Status neu zu bewerten und ihn in die Kategorie "verletzlich" (VU) herabzustufen. Zwischen 2008 und 2022 hat sich die Biberpopulation so gut entwickelt, dass die Art heute nicht mehr auf der Roten Liste steht und in die Kategorie "nicht gefährdet" (LC) eingestuft wurde. Der Biber ist jedoch weiterhin eine durch das Bundesjagdgesetz (in Kraft seit 1962) geschützte Art.