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Ginetti, Marzio - Kardinal. Er war einer der 10 Inquisitoren die Galileo Galilei verurteilten
Portrait des Kardinals Marzio Ginetti.
Wertvoller Brief mit eigenhändiger Unterschrift des berühmten Kardinals Marzio Ginetti. Er unterzeichnete mit «Come fratello, M.(arzio) Card.(inale) Ginetti». Der Brief wurde am 3. Oktober 1653 in Rom verfasst und ist an den Bischof von Amelia (Umbrien, Italien) gerichtet. Auf der Adressseite befindet sich ein Papier-Verschluss-Siegel mit seinem Wappen. Links vom Wappen steht: S.R.E. CARD.Ginetti und rechts: MARIAE.ANCIL.PRESB. Auf diesem Siegel sind allerdings nicht alle Buchstaben lesbar.
Marzio GINETTI (*1586 - †1671) wurde im Jahr 1626 von Papst Urban VIII zum Kardinal und nur ein Jahr später zum Präfekten des päpstlichen Haushalts ernannt. Er war damals einer der einflussreichsten Kirchenmänner. Im Jahre 1633 gehörte er zu den Spezialinquisitoren im Fall Galileo Galileis. Anfang April 1633 wurde Galileo Galilei offiziell vernommen und musste für 22 Tage eine Unterkunft der Inquisition beziehen. Am 30. April bekannte er in einer zweiten Anhörung, in seinem Buch geirrt zu haben, und durfte wieder in die toskanische Botschaft zurückkehren. Am 10. Mai reichte er seine schriftliche Verteidigung ein, eine Bitte um Gnade. Am 22. Juni 1633 fand der Prozess in der Basilika Santa Maria sopra Minerva statt. Ihm wurde der Bellarminbrief vorgehalten, und man beschuldigte ihn des Ungehorsams. Nachdem er seinen «Fehlern» abgeschworen, sie verflucht und verabscheut hatte, wurde er zu lebenslänglicher Kerkerhaft verurteilt und war somit der Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen entkommen. Dass Galilei überhaupt verurteilt wurde, war unter den zuständigen zehn Kardinälen durchaus strittig; drei von ihnen (darunter Francesco Barberini, der Neffe des Papstes) unterschrieben das Urteil nicht.
Im Jahre 1636 reiste Marzio Ginetti in Begleitung von Francesco Albizzi in diplomatischer Mission zu den katholischen Fürsten nach Köln , wo Ginetti 4 Jahre weilte. Sie waren als Friedensvermittler während des 30-jährigen Krieges vom Papst entsandt worden. Dort wurden die beiden auch mit der in Deutschland grasierenden Hexenjagd konfrontiert. Zu diesem Thema gibt es den interessanten Film «Hexen-Magie, Mythen und die Wahrheit», von Jan Peter und Yury Winterberg.
Link, Artikel: Die Weisheit des Kardinal Bellarmin
Link, Artikel: Was wirklich in Galileis verschollenem Brief stand
Grösse und Beschaffenheit des Dokuments: 26x20 cm, Papier (teilweise fleckig).