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Auf der Grundlage von Art. 68 IVG und Art. 96 IVV, die den Bund zur wissenschaftlichen Analyse der Gesetzesumsetzung verpflichten, führte das BSV von 2006 bis 2009 ein mehrjähriges Forschungsprogramm zu Invalidität und Behinderung und zur Umsetzung des Invalidenversicherungsgesetzes (IVG) durch. Ein Synthesebericht über das gesamte Programm wurde im Frühjahr 2011 veröffentlicht. Es folgte ein zweites Programm mit einer Laufzeit von 2010 bis 2015, das ebenfalls mit einem Synthesebericht abgeschlossen wurde. Das dritte Forschungsprogramm wurde von 2016 bis 2022 realisiert (Erscheinung des Syntheseberichtes im März 2023). Seit Anfang 2023 läuft bereits das vierte Forschungsprogramm zur Invalidenversicherung (FoP4-IV), dessen Kern zahlreiche Evaluationsprojekte im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der IV (WEIV) bilden.
Schwerpunkte des ersten Programms waren vor allem endogene und exogene Ursachen des raschen Wachstums der Invaliditätszahlen aufzudecken, Grundlagen (Kriterien und Daten) zur Beurteilung der Wirksamkeit von Massnahmen der IVG-Revisionen zu erarbeiten sowie neue Instrumente zur Unterstützung der Zielsetzungen des IVG und notwendige Gesetzesanpassungen vorzuschlagen, welche die Wirksamkeit des Gesetzes erhöhen könnten. Da langfristige Wirkungen mit dem ersten Programm aufgrund zu kurzer zeitlicher Distanz zu den Revisionen noch nicht evaluierbar waren, lag ein wichtiger Schwerpunkt des zweiten Forschungsprogramms IV (FoP2-IV/2010 bis 2015) auf der Evaluation von Massnahmen der 4. und 5. IVG-Revision. Andere Schwerpunkte des FoP2-IV waren die Themenfelder «System» mit Fragen zum Funktionieren des IV-Systems und dessen Schnittstellen und «Akteure» wo z.B. Motivation und Anreize auf das Verhalten von Akteuren bzw. Akteurgruppen wirken, beleuchtet werden. Ziel des dritten Programms (FoP3-IV) war es, den aktuellen Bedürfnissen nach wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Invalidenversicherung gerecht zu werden, wobei den entsprechenden politischen Entwicklungen (z.B. der am 1.1.2012 in Kraft getretenen 6. IVG-Revision oder der Strategie der Weiterentwicklung der IV) Rechnung getragen wurde. So wurden verschiedene Evaluationen hinsichtlich der beruflichen und sozialen Integration vorgelegt (Umsetzung neuer Massnahmen, aber auch einzelne Projekte als Good Practice-Beispiele), frühere Analysen aktualisiert beziehungsweise vertieft und nicht zuletzt neue Wissensgrundlagen erarbeitet. In der Schlussphase des FoP-IV 3 wurde auch ein Konzept zur Evaluation der Weiterentwicklung der IV (WEIV) erarbeitet.
Die im Evaluationskonzept zur WEIV festgehaltenen geplanten Projekte bilden den Kerninhalt des FoP4-IV, das von Januar 2023 bis Dezember 2028 umgesetzt wird. Seine Struktur orientiert sich entsprechend an Zielgruppen der WEIV (Kinder; Jugendliche und junge psychisch erkrankte Versicherte; psychisch erkrankte Versicherte allgemein), ergänzt durch transversale Evaluationen zu übergreifenden Änderungen und Massnahmen sowie durch Evaluationen der Koordination. Die Umsetzung des FoP4-IV erfolgt, wie bereits bei den Vorgängerprogrammen, nach dem Grundsatz der rollenden Planung damit möglichst auch plötzlich aktuelle Themen kurzfristig aufgenommen werden können.