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C-Normen sind somit für einen Maschinenbauer am wichtigsten. Sie referenzieren häufig übergeordnete Normen und nutzen diese somit normativ. Es gibt auch Fälle, in denen C-Normen abweichende Forderungen zu den B-Normen stellen. Diese Artikelserie soll sich mit den übergeordneten A- und B-Normen befassen und erläutern, wie diese im praktischen Umgang gut zu nutzen sind.
Wenn Normen zur Beurteilung der in einer Maschine verwendeten Sicherheitstechnik genutzt werden, hat ein Maschinenbauer einen Vorteil – bei der Anwendung von harmonisierten Normen darf vermutet werden, dass die Maschinenrichtlinie, also das Gesetz, eingehalten wird. Als Beispiel soll die EN ISO 23 125 – «Werkzeugmaschinen – Sicherheit – Drehmaschinen» verwendet werden. Diese Norm ist eine C-Norm und sie ist harmonisiert. Als harmonisiert werden Normen bezeichnet, die unterhalb einer europäischen Richtlinie in einer Liste aufgeführt sind, die im Amtsblatt der EU veröffentlich ist. Die Liste ist im Internet auf dem Europa-Server zu finden – siehe Box «Quick-Link». Durch Anwendung dieser Norm können somit die grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen der Maschinenrichtlinie für eine Drehmaschine erfüllt werden.
Kapitel 1 in jeder Norm definiert den Anwendungsbereich der Norm. Das ist auch ein zentraler Abschnitt, da ausgesagt wird, für welche Maschinentypen bzw. Produkte die Norm genutzt werden kann. Bei der EN ISO 23 125 sind das:
Im zweiten Abschnitt sind normative Verweise aufgelistet. Die Liste enthält alle Normen, die von der EN ISO 23 125 referenziert werden. Hier finden sich sehr viele B-Normen und auch die derzeit einzige A-Norm, die EN ISO 12 100. Auf diese übergeordneten Normen soll in dieser Artikelserie eingegangen werden.
Die Reihenfolge der einzelnen Artikel folgt den Phasen bei der Entwicklung der Sicherheitstechnik einer Maschine. Im ersten Schritt ist eine Risikobeurteilung erforderlich. Die Risikobeurteilung ist das Hauptthema der EN ISO 12 100 – «Sicherheit von Maschinen – Allgemeine Gestaltungsleitsätze – Risikobeurteilung und Risikominderung».
Daran anschliessend sollen beispielhaft einige Schutzeinrichtungen ausgewählt werden. Hierzu werden die EN ISO 14 119 – «Sicherheit von Maschinen – Verriegelungseinrichtungen in Verbindung mit trennenden Schutzeinrichtungen – Leitsätze für Gestaltung und Auswahl» sowie die EN ISO 14 120 – «Sicherheit von Maschinen – Trennende Schutzeinrichtungen – Allgemeine Anforderungen an Gestaltung, Bau und Auswahl von feststehenden und beweglichen trennenden Schutzeinrichtungen» verwendet. Weitere Normen rund um die trennenden Schutzeinrichtungen, die sich mit dem Abstand zur Gefahrenstelle oder auch den Öffnungen in der Schutzabdeckung beschäftigen, sollen ebenfalls Thema sein.
Die kompletten Sicherheitskreise sollen zum Schluss der Reihe unter Verwendung der beiden Teile der EN ISO 13 849 – «Sicherheit von Maschinen – Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen» beurteilt werden.
In der Polyscope-Ausgabe 8/18 folgen Teil 2 Risikobeurteilung, und Teil 3, Methodik einer Risikoeinschätzung mit EN ISO 13 849-1.
Jens Rothenburg arbeitet im Produktmanagement von Euchner und betreut Normengremien, Berufsgenossenschaften sowie Verbände
Liste der harmonisierten Normen www.polyscope.ch/2018/euchner1
Sektion 10: Sensoren