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Verantwortungsbewusster Handel mit Tee
Länggass-Tee setzt sich mit dem Thema Arbeits- und Lebensbedingungen der Teeproduzent/innen und der Arbeiter/innen in Teeanbau und -verarbeitung auseinander. In diesem Zusammenhang stellt sich für uns die Frage, welche Produkte wollen und können wir ein- beziehungsweise verkaufen.
Das Thema Handel zu fairen Bedingungen ist vielschichtig. Die Problematik ist historisch bedingt und verstärkt durch das vorherrschende Wirtschaftssystem. Daher ist es kaum möglich, die ganzen Umstände in einem kurzen Text zusammen zu fassen.
Es gibt unterschiedliche Arten, wie Tee gehandelt wird. Wir unterscheiden ganz klar den Teehandel mit China vom Teehandel mit Indien und anderen ehemals kolonialisierten Ländern. In China ist der Tee und seine Produktion in der Kultur tief verwurzelt. Wer in China Tee produziert geniesst Ansehen und Respekt und produziert zu einem grossen Teil für den inländischen Markt.
Ganz im Gegensatz dazu steht die Teeproduktion in Indien und anderen ehemals kolonialisierten Ländern, welche selbst keine Teetradition haben. Dort wurde der Teeanbau im 19. Jahrhundert durch die jeweilige Kolonialmacht (v.a. Grossbritannien und die Niederlande) eingeführt, um dem Tee-Monopol Chinas zu entgehen und das Handelsbilanzdefizit mit China zu verkleinern. Tee wurde und wird dort auf grossen Plantagen industriell und grösstenteils für den Export hergestellt. Billige, austauschbare Arbeitskräfte bestimmen das Bild, wo Tee von einfacher Qualität und entsprechendem Preis für den Weltmarkt produziert wird. In China selbst finden sowohl einfache Tees als auch teuerste Tees von höchster Qualität Absatz, wohingegen die Preise für Tees indischer Art sehr tief angesetzt werden müssen, um überhaupt auf dem Markt Fuss fassen zu können. Um dieser Tatsache entgegen zu wirken, entwickelte sich in den 1970er Jahren eine politische soziale Fair-Trade-Bewegung, welche sich für "faire" Preise und damit einhergehend gute Produktionsmethoden und Lebensbedingungen einsetzte. Heute werden Fair-Trade-Produkte dank verschiedener Label Organisationen im grossen Stil gehandelt. Diese neue, ökonomische Dimension kann zu weiteren Konflikten führen, welche die durch Fair Trade leicht verbesserten Lebensbedingungen wieder beeinträchtigen. Das Thema ist zu komplex, um einfache Antworten zu liefern.
Wie bewegen wir uns nun in diesem Durcheinander aus Fragen und Gegenfragen, Wissen und Unwissen? Auf den Grosshandel mit Tees indischer Art haben wir wenig Einfluss. Wir setzen in diesem Bereich auf Qualität, die wir als Fachgeschäft gewährleisten wollen. Zusätzlich halten wir die Augen offen, immer auf der Suche nach eigenständigen Produkten und ihren Geschichten.
In China hingegen liegt unsere Chance. Dort haben wir die Möglichkeit unsere Tees direkt einzukaufen, die Teegärten zu begehen, Kontakte zu pflegen zu den Produzent/innen, traditionell angebaute und verarbeitete Tees zu kaufen, unser Wissen zu vertiefen und partnerschaftliche Handelsbeziehungen einzugehen:
- Je besser die Qualität eines Tees, desto sorgfältiger die Produktion.
- Je sorgfältiger die Produktion, desto bedeutender jeder Arbeitsschritt.
- Je bedeutender jeder Arbeitsschritt, desto bedeutender das Fachwissen der Menschen, die den Tee verarbeiten.
- Je bedeutender das Fachwissen, desto grösser die Wertschätzung der Arbeitskraft.
- Je grösser die Wertschätzung der Arbeitskraft, desto "fairer" die Arbeitsbedingungen.
- Je familiärer der Betrieb, desto sozialer der Umgang mit jeder einzelnen Person.