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Was macht ein antarktischer Architekt? Ganz einfach: Er baut Gebäude am Südpol. Natürlich keine normalen Häuser, sondern Häuser für Wissenschaftler, die für Forschungszwecke in die Antarktis gehen.
Gianluca Rendina aus dem schweizerischen Bellinzona lebt seit Jahren in London, wo er einer der Leiter des Planungsbüros Hugh Broughton ist. Er ist einer der wenigen Architekten weltweit mit Erfahrung in der Planung von "Gebäuden", die extremen Temperaturen und eisigen Winden standhalten. Sein erstes Projekt war die britische Forschungsstation Halley VI des British Antarctic Survey für Wissenschaftler, welche die Magnetfelder der Erde untersuchen.
Die Wissenschaftler sind wegen der niedrigen Temperaturen (bis minus 60 Grad) und des Windes von über 150 Stundenkilometern gezwungen, dort anderthalb Jahre zu leben, ohne nach draussen gehen zu können.
Die antarktische Basis mutet futuristisch an: eine Art "Tausendfüssler", der aus sieben blauen Modulen (oder Häusern) besteht, die an einem zentralen grösseren Gebäude (rot) befestigt sind. Alle diese Gebäude können angehoben und verschoben werden (weil sie auf Riesenskiern ruhen), wenn die Bewegung des Eises eine Gefahr darstellt oder die klimatischen Bedingungen gefährlich werden.
So etwas hat es in der Antarktis noch nie gegeben. Heute arbeitet Gianluca Rendina an weiteren ähnlichen Projekten: an zukünftigen wissenschaftlichen Polarstationen in Neuseeland und Spanien sowie und an einer englischen Basis. Vor allem aber ist Rendina Teil des Teams, das in Zusammenarbeit mit der NASA extreme Wohnlösungen für eine mögliche zukünftige (und lange) Mission zum Planeten Mars untersucht.
(Übertragung aus dem Italienischen: Sibilla Bondolfi)