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Wohnhäuser in Stahl
Editorial TEC21 13–14/2020
Einfamilienhäuser sind mitnichten der Gebäudetypus, mit dem heutigen Problemen wie Wohnungsnot oder stetig steigenden Mietpreisen zu begegnen ist. An ihnen kann man jedoch erproben, was sich dann auf grossmassstäbliche Gebäude übertragen lässt. Bekannte Beispiele für dieses Vorgehen sind die «Case Study Houses» aus den USA wie etwa das Eames House (1949) von Ray und Charles Eames oder das Walter Bailey House (1958) von Pierre Koenig – beides experimentelle Stahlbauten, die bis heute als Vorzeigemodelle für den Typ des Stahlwohnhauses gelten.
In der Schweiz entstanden zur gleichen Zeit Stahlwohnbauten wie die Doldertalhäuser (1935/36) von Alfred und Emil Roth und Marcel Breuer oder später das Haus Süess (1963/65), erbaut von Hans Zaugg. Trotz diesen positiven Beispielen kann nicht die Rede davon sein, dass sich diese Konstruktionsart für den Wohnungsbau in der Schweiz durchgesetzt hätte. Sie bleibt die Ausnahme in einer vom Massivbau geprägten Baulandschaft.
Spielen ästhetische Fragen oder der Preis eine Rolle? Oder liegt es allein daran, dass es die Bauindustrie nicht geschafft hat, die konstruktiven Herausforderungen bezüglich Brandschutz, Schall- und Wärmedämmung zu meistern? Sind die baugesetzlichen Vorschriften so eng, dass sie den Stahlbau im Bereich Wohnungsbau in ein Korsett zwängen, in dem er sein Potenzial nicht entfalten kann?
TEC21 13–14/2020 stellt zwei Neubauten vor, die mit komplett unterschiedlichen Lösungsansätzen den Versuch wagen, die heutigen Möglichkeiten im Stahlbau auszuloten.
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