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«In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, damit ich nicht gegen dich sündige» (Ps 119,11).
Welch ein Segen für uns, wenn wir dies tun! Drei Punkte müssen wir dabei beachten:
- Was soll ich verwahren?
- Wo soll ich es verwahren?
- Warum soll ich es verwahren?
Was soll ich verwahren?
«Dein Wort»
Nicht das Wort des Menschen, sondern das Wort Gottes, das nie vergehen wird. Es ist ein Schatz, der es wert ist, gut versorgt zu werden. Kein Dieb kann ihn rauben, keine Motte ihn verderben. Sein Wert kann nur wachsen, wenn er so verwahrt wird, wie es hier gesagt ist. Wir können das Wort Gottes nicht zu hoch einschätzen. So dachte auch der Psalmist, als er es «verwahrte» oder einschloss. Dieser Ausdruck lässt erkennen, mit welcher Innigkeit er das Wort wertschätzte. «Ich habe es verwahrt.» Er nahm es heraus aus der Reichweite der Menschen und der Dinge, die es ihm hätten nehmen können.
Wo soll ich es verwahren?
«In meinem Herzen»
Nicht im Kopf oder in meinem Verstand; sondern im Herzen, dem Sitz der Zuneigungen, dem Mittelpunkt des sittlichen Wesens, der Quelle der Beweggründe, die das ganze Leben beherrschen. Das ist der geeignete Platz, um das Wort zu verwahren. Es soll nicht unter dem Bett, oder unter einem Scheffel oder in der Erde verwahrt werden. Es soll nicht schamhaft verdeckt werden, in knechtischer Furcht vor den Menschen, sie könnten uns darum verspotten. Nein, mein Leser. Wir sollen das Wort da verwahren, wo der Psalmist es versorgte: im Herzen.
Warum sollen wir es verwahren?
Aus einem ernsten Grunde von höchster Bedeutung:
«Damit ich nicht gegen dich sündige»
Nicht, um einen reichen Vorrat guter Gedanken zu haben und damit Parade machen zu können. Auch nicht, um in der Lage zu sein, alle Widersacher durch treffende Argumente zum Schweigen zu bringen und zu beschämen. Dem Psalmisten ging es nicht um diese Dinge. Aber er hatte einen Abscheu vor der Sünde – einen heiligen Abscheu, und er wusste, dass das Wort Gottes das wirksamste Schutzmittel gegen die Sünde ist. Aus diesem Grund verwahrte er es in seinem Herzen.
Lasst uns dies sorgfältig erwägen und den Psalmisten darin nachahmen!