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Schär schliesst Lücke mit dem Gewinn von Gold
Einen Tag nach Silber über 5000 m gewinnt Manuela Schär an den Paralympics in Tokio über 800 m Gold. Catherine Debrunner sichert sich in einer anderen Klasse ebenfalls über 800 m Bronze.
Von den Paralympics 2004 in Athen und 2008 in Peking kehrte Schär mit einer Silber- (200 m) und zwei Bronzemedaillen (100 und 200 m) zurück, worauf 2012 in London sowie 2016 in Rio de Janeiro Enttäuschungen folgten. Nun, im Alter von 36 Jahren, befindet sich die Krienser Rollstuhlfahrerin auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, schaffte sie zum ersten Mal an diesem Anlass den Sprung aufs oberste Podest.
Beflügelt von der Silbermedaille am Vortag nahm Schär im 800-m-Rennen in der Klasse T54 volles Risiko. Die Weltrekordhalterin in dieser Disziplin schlug ein enormes Tempo an, das einzig Tatyana McFadden, die in Rio de Janeiro viermal Olympiasiegerin geworden war und auch über 800 m triumphiert hatte, mitzugehen vermochte. Von der Spitze aus hielt Schär die Amerikanerin in Schach und stellte mit 1:42,81 Minuten einen paralympischen Rekord auf.
Nachdem McFadden ihr hatte Folgen können, überlegte Schär kurz, etwas Tempo raus zu nehmen, sie entschied sich jedoch durchzuziehen und wurde für den Mut belohnt. «Ich konnte im Vorlauf Energie sparen. Es ist perfekt aufgegangen», sagte Schär im Interview mit dem Schweizer Fernsehen. «Die Genugtuung ist riesig.»
Auch Debrunner mutig
Zuvor hatte sich Debrunner in der Klasse T53 über die zwei Bahnrunden nur der Australierin Madison de Rozario und der Chinesin Zhou Hongzhuan geschlagen geben müssen. Die 26-jährige Thurgauerin wählte ebenfalls eine offensive Taktik und übernahm gleich die Führung. Dadurch fuhr sie stets innen, die Ziellinie passierte sie mit einem Vorsprung von vier Hundertstelsekunden auf die viertklassierte Britin Samantha Kinghorn. «Es war ein Kampf. Ich gab von Anfang bis Schluss Vollgas», sagte Debrunner. Die Weltmeisterin von 2019 über 400 m stand zum ersten Mal an Paralympics auf dem Podest.
Das Schweizer Team hat nun vier Medaillen in Tokio auf dem Konto - Marcel Hug sicherte sich am Samstag Gold über 5000. Damit fehlen noch zwei Podestplätze zu den angestrebten sechs Podestplätzen. Die Chancen stehen sehr gut, dass das Ziel übertroffen wird.