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Das teilte das Statistikamt am Mittwoch in London mit. Die Teuerung hat sich damit erheblich beschleunigt: Im Juli hatte das Plus bei lediglich 2,0 Prozent gelegen. Einen so großen Sprung der Inflationsrate binnen nur eines Monats hat es seit Beginn der Berechnung 1997 noch nicht gegeben.
Mehr als die Hälfte des Preissprungs geht auf einen Sondereffekt zurück. Die Regierung hatte im August 2020 einen Speise-Rabatt finanziert, um mit der "Eat out to help out" genannten Aktion der unter der Corona-Krise stark leidenden Gastronomie unter die Arme zu greifen. Montags bis mittwochs zahlten die Briten in teilnehmenden Restaurants nur die Hälfte für ihre Speisen und nicht-alkoholischen Getränke, wobei pro Kopf maximal zehn Pfund bezuschusst wurden. Die Rechnungsdifferenz bezahlte die Regierung und hat dafür 500 Millionen Pfund locker gemacht.
"Ein Großteil dieses Anstiegs ist wahrscheinlich nur vorübergehend", sagte Jonathan Athow vom Statistikamt zum Inflationssprung. "Denn die Preise in Restaurants und Cafés sind im vergangenen Jahr aufgrund des Programms 'Eat Out to Help Out' deutlich gesunken, während die Preise in diesem Jahr gestiegen sind."
Dennoch dürfte der unerwartet starke Anstieg der Inflation von der Zentralbank genau beobachtet werden. Die Währungshüter müssen abwägen, wann sie ihre auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr eingeleitete Konjunkturhilfen wieder beenden wollen. "Eine höhere Teuerung wirft für die Bank of England unweigerlich die Frage nach dem Zeitpunkt für die Straffung der Geldpolitik und der Zinserhöhungen zur Eindämmung der Inflationsrisiken in der Zukunft auf", sagte Chefvolkswirtin Yael Selfin von KPMG UK. Jede Straffung berge aktuell aber noch die Gefahr, den Aufschwung zunichte zu machen.
(Reuters)