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Städtebaulich-hochbaulicher Wettbewerb Hamburg-Rotherbaum
Für ein Areal in Hamburg-Rotherbaum, unweit der Aussenalster und angrenzend an die Moorweide wurde ein gemischt genutzter Gebäudekomplex, der unter anderem die neue Hauptverwaltung für einen Versicherungskonzern beinhaltet ausgeschrieben.
Unser Vorschlag sieht ein Ensemble von drei eigenständigen, aber eng miteinander verknüpften urbanen Blöcken vor. Die überwiegend fünfgeschossigen Bauten verfügen über unterschiedlich dimensionierte und charakterisierte Innenhöfe und sind durch Gassen voneinander getrennt. Über diese Gassen oder Twieten spannen sich bauliche Torelemente, die sie funktional und volumetrisch verbinden. Dadurch erhält das neue Quartier eine einheitliche Dimension, ohne die Individualität der drei Baukörper zu verleugnen.
Diese Individualität wird unterschiedlich moduliert. Zur Moorweide hin treten zwei leicht gegeneinander versetzte, fein differenzierte Gebäude auf, aus welchen jenes der Hauptverwaltung eines Versicherungskonzerns hervorgehoben ist - unter anderem durch eine überhöhtes Dachgeschoss mit einer prominenten Loggia sowie einen Eingangsportikus. Zur südlich verlaufenden Quartierstrasse hingegen zeigt sich ein zurückhaltendes Fassadenbild, das lediglich durch die Tore zu den Twieten und durch Fassadenrücksprünge gegliedert und rhythmisiert wird, um auf die gegenüberliegenden, kleinteilig parzellierten und denkmalgeschützen Bürgerhäuser zu reagieren. Dazu kommen die Eingänge zu einem System von Passagen, welche die halböffentlichen Innenhöfe miteinander verbinden. So wird die große Blockmasse porös und eminent urban.
Zum urbanen Charakter tragen entscheidend die öffentlichen Nutzungen bei, die in den Erdgeschossen untergebracht sind und das Raum- und Verbindungssystem beleben. Die darüber liegenden Büroetagen sind so organisiert, dass sie sowohl kleine als auch gebäudeübergreifende Einheiten bilden können. Ein besonderes Freiraumangebot bieten auch die Torelemente zwischen den Gebäuden. Sie verbinden sie nicht nur witterungsgeschützt miteinander und gewährleisten so eine große Flexibilität bei der Kombination der Mieteinheiten, sondern verfügen auch über großzügige Loggien beidseitig der Korridore. Mit Rank- und Schlingpflanzen bewachsen, bilden sie innerhalb des Gebäudekomplexes informelle Arbeitsorte und schattige Oasen der Erholung. So wird das neue urbane Quartier ein möglicher Prototyp der modernen Arbeitswelt.
- Verfahren
- städtebaulich-hochbaulicher Wettbewerb, 2.Preis
- Bauherrschaft
- Hansainvest Real Assets
- Kenndaten
- GF: 72 000 m²
- Zeitraum
- 2020–2021
- Verfasser
- Baukontor Architekten AG, Michel Desvigne Paysagiste
- Team
- Jens Bohm, Severin Jann, Marie Le Drean, Manuel Lergier, Vittorio Magnago Lampugnani, Christopher Metz
- Visualisierung
- Filippo Bolognese Images