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Vor allem im christlich geprägten Diskurs ist die Liebe omnipräsent. Wir sind geprägt von der Vorstellung, dass Gott uns liebt und wir Ihn sowie andere Menschen lieben sollen. Jesus befahl, Gott unseren Herrn und den nächsten zu lieben. Diese Aussage dürfen wir nicht in Frage stellen. Hingegen ist die Art, wie wir lieben zu hinterfragen. Jesus war klar und eindeutig; als erstes Gesetz nannte er: Höre, der Herr unser Gott ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites zusätzliches Gesetz deklarierte er: Du sollst deinen nächsten lieben wie dich selbst! Und er schloss mit der Bemerkung: Kein anderes Gebot ist grösser als diese beiden.
Lasst uns immer wieder über die Konsequenz dieser Aussagen Jesu kontemplieren! Liebe können wir nicht wie ein Ding besitzen und allenfalls anderen Menschen schenken. Liebe ist mehr als das! Seit meiner Studentenzeit hilft mir die markante Definition meiner Lehrerin Elisabeth Haich: Liebe ist (nichts Anderes als) der Drang nach Einheit. Erst wenn die Sehnsucht eines Menschen sich mit einer Vorstellung verbindet – “dem, der Geliebten” – entsteht Liebe. Jesus sagte, so wie der Koran, dass “unser einziger Herr” das Ziel der Vorstellung sein soll.
Nüchtern mathematisch ausgedrückt heisst das, dass Liebe ein Vektor der Sehnsucht nach Einheit ist. Mevlana bestätigte das schon im 13. Jh. in seinen Worten:
Im Grunde genommen ist jedes Teilchen der Welt, ist Alles und Jedes, ja die ganze Welt, Liebe; in Allem und Jedem flammt das Feuer der Liebe, in jedem Partikel, in jedem Atom! Alles ringt darum, sich mit dem Geliebten zu vereinen, alles ist trunken von der Vereinigung.[i]
Das Gegenteil von Liebe ist nicht etwa der Hass, sondern die Angst. Im Hass wird nämlich wie in der Liebe der Bezug zum Gegenüber beibehalten; dies jedoch, um das Gegenüber zu vernichten und nicht, wie bei der Liebe, um mit dem Gegenüber zu verschmelzen. Sowohl die Liebe als auch der Hass ertragen die Trennung vom Gegenüber schlecht. Im Gegensatz dazu sucht die Angst nach Abgrenzung, was in Not- oder Gefahrensituationen notwendig und berechtigt ist.
Die Liebe wird an mehreren Stellen im Koran erwähnt. Einige Beispiele:
… ein Volk, das Er liebt und das Ihn liebt …[ii]
Siehe, diejenigen, die da glauben und Gutes tun, denen wird der Erbarmer Liebe erweisen.[iii]
Er (Gott) hat zwischen euch (Mann und Frau) Liebe und Barmherzigkeit gesetzt.
Siehe, hierin sind wahrlich Zeichen für nachdenkende Leute.[iv]
Und Er ist der Vergebende, der Liebevolle.[v]
Während ein Christ sagt, Gott ist die Liebe, wird ein Muslim eher sagen: Gott ist das ewige Mitgefühl für Seine Schöpfung (ar-Rachmân). Dieses alles überdachende Mitgefühl wird auf verschiedenste Art und Weise wahrgenommen. In gewissen Situationen empfinden wir liebevolle Zuwendung, inklusive der Liebe Gottes, in anderen jedoch herausfordernde Überwältigung.
Im Islam sind es vor allem die Sufis, die das Thema der Liebe direkt ansprechen, allen voran Mevlana, der auch der Pol der Liebe genannt wird. Mevlana sagt:
Eine deiner Hände bringt ohne die andere Hand kein klatschendes Geräusch hervor.
Der Durstige stöhnt: „O köstliches Wasser!“ Auch das Wasser stöhnt und sagt: „Wo ist der Wassertrinker?“
Der Durst in unseren Seelen ist die Anziehung, die das Wasser ausübt: Wir gehören dem Wasser, und doch ist es unser.
Gottes weise Vorsehung und Sein weiser Ratschluss haben uns zu Liebenden gemacht.
Diese Vorsehung hat alle Atome der Welt paarweise miteinander verbunden und jedes Atom liebt seinen Partner.[vi]
Was meint Mevlana mit Gottes weiser Vorsehung, die uns zu Liebenden gemacht hat? Er verweist auf ein berühmtes Gotteswort (hadîth qudsî),[vii] in dem uns Gott den Beweggrund Seiner Schöpfung erklärt:
Ich war ein verborgener Schatz und sehnte Mich danach, erkannt zu werden;
Also erschuf Ich die Welt, auf dass Ich erkannt würde.
Wir alle besitzen im Innersten eine Urkraft, nämlich die Sehnsucht nach der Verbindung mit dem Ursprung unseres Daseins. Diese begründet sich in dem, was soeben zitiert wurde: Gott sehnt Sich danach, erkannt zu werden. Es ist das bereits vorhandene katalytische Gold der Alchemisten, auf das wir angewiesen sind, wenn wir Blei in Gold verwandeln wollen. Mevlana hat sein eigentliches Lehrwerk, das Mesnevi mit seinen etwa 26’000 Versen, auf dieser Tatsache aufgebaut. Es beginnt mit den sehnsüchtigen Klängen der von den Sufis gespielten Rohrflöte (ney):
Höre auf die Geschichte der Rohrflöte, wie sie sich über die Trennung beklagt:
„Seit ich aus dem Röhricht geschnitten wurde, hat meine Klage Mann und Frau zum Weinen gebracht.
Ich suche nach einer von der Trennung zerrissenen Brust, der ich meinen Sehnsuchtsschmerz enthüllen kann.
Jeder, der weit von seinem Ursprung entfernt ist, sehnt sich danach, wieder mit ihm vereint zu sein.”
In der Hoffnung, den Geliebten, die Geliebte zu erkennen, verlieben wir uns – mit allen Nebenwirkungen, welche die Verliebtheit mit sich bringt. Aussenstehende werden verzückte Verblendung feststellen, einen Zustand nicht mehr ganz bei Sinnen, nicht mehr ganz uns selbst. In der Nähe des Geliebten, der Geliebten, in der Berührung von ihm oder ihr, erreichen wir den Höhepunkt unserer Verzückung. Die Gedichte Mevlanas sind voller solcher Beschreibungen. Hier ein Beispiel:
Verliebtheit zeigt sich in Krankheit des Herzens; der Liebeskrankheit ist keine andere Krankheit vergleichbar.
Das Gebrechen des Liebenden ist ein besonderes Gebrechen: Liebe ist das Astrolab (Navigationsinstrument) zu Gottes Mysterien.[viii]
Im Arabischen oder Persischen gibt es für die verschiedenen Ebenen der Liebe unterschiedliche Ausdrücke. Im Deutschen steht uns nur das eine Wort Liebe zur Verfügung; wir beschreiben die Qualität der Liebe mit einem Adjektiv. So gibt es die sexuelle Liebe, die romantische Liebe, die göttliche Liebe sowie weitere Arten von Liebe. Die göttliche Liebe, um die es in den meisten religiösen und mystischen Texten geht, heisst arabisch ’Aschq. Einzig Gott ist fähig, ’Aschq vollkommen auszudrücken. Unsere selbstvergessene Reaktion auf Seine Zuneigung, unser tiefer Drang nach Seinem Paradies, wird aber oft auch mit ’Aschq bezeichnet.[ix]
Liebe bedingt eine Situation, bei der das Geliebte noch nicht erreicht ist; sie hört mit dem Erreichen des Ersehnten auf zu existieren und macht einem Entzücken Platz. Gott reicht uns die Hand, und wir dürfen diese Hand annehmen. Unserem Vermögen, sich mit dem geliebten Gott zu vereinen, sind aber Grenzen gesetzt. Von Mansur Halladsch[x] wird dieser Umstand mit dem Bild der Motte umschrieben, die nachts vom Licht der Kerze angezogen wird, um dieses Licht herumflattert und verbrennt, sobald sie dem Licht zu nahegekommen ist. Das Erleben göttlicher Liebe hat seinen Preis! In der Tat hält niemand die Gottesnähe lange aus – bestenfalls lediglich für kurze Augenblicke, zum Beispiel in der Erfahrung einer Erleuchtung oder in einer schockartigen Ergriffenheit.
Gottesnähe fordert die Auflösung des Ichs mit seinem ganzen Selbstbewusstsein. So spricht Mevlana oft vom Bestreben nach dem Nichtsein. Es ist sein Aufruf, nicht mehr jemand sein zu wollen. Im Mesnevi witzelt er über uns, wenn wir von unserer Liebe für Gott sprechen:
Du liebst Gott, und Gott ist so, dass kein Haar von dir bleibt, wenn Er kommt.
Bei Seinem Anblick verschwinden hundert wie du; ich glaube, mein Freund, du bist in die Verneinung deiner selbst verliebt.
Du bist ein Schatten und in die Sonne verliebt: Die Sonne kommt und sofort verschwindet der Schatten. …..
Was ist Liebe? Das Meer des Nichtseins, in dem die Vernunft untergeht.[xi]
Wenn wir das hören, wie können wir es da noch wagen, Gott zu lieben und auf Seine überwältigende Liebe zu hoffen? Unser Selbst mit dem ausgeprägten Ichgefühl und Selbstbewusstsein möchte sich keinesfalls in Nichts auflösen! Die Seele ist derart beschaffen, dass sie ein selbstbewusstes Ich spüren will, von dem aus sich alles definiert. Sie wehrt sich mit Händen und Füssen gegen eine Herabminderung oder gar gegen die Selbstauflösung – sie will nicht wie die Motte in der Kerze verbrennen. Vielmehr strebt sie nach Selbstverwirklichung. Der Weg der Mystik ist jedoch genau das Gegenteil von Selbstverwirklichung.
Nichtsdestotrotz soll die von Gott gewollte Ankettung an diese Welt uns nicht entmutigen. Schon Jesus deutete an, dass wir unsere liebe für Gott mit dem Lieben unserer Nächsten realisieren sollen. Mevlana sagt das in seinen Worten:
Ob Liebe nun von dieser Welt oder der anderen ist: Sie führt uns schliesslich immer zu Ihm.
Gott ist sowohl der Tag des Liebenden als auch sein tägliches Brot; Er ist sowohl das Herz des Liebenden als auch das Brennen in dessen Herzen.[xii]
Und aufmunternd ermahnt er uns:
Gehe und suche solch eine Liebe, wenn du lebendig bist; sonst bist du ein Sklave der veränderlichen Zeit.
Beachte deine hässliche oder schöne Form nicht; beachte die Liebe und den Gegenstand deiner Suche. …..
In welchem Zustand du dich auch befindest, suche weiter; o du mit den trockenen Lippen, suche immer nach dem Wasser.
Denn deine trockenen Lippen legen Zeugnis dafür ab, dass sie schliesslich die Quelle erreichen werden.
Die Trockenheit der Lippen ist die Botschaft des Wassers, dass diese Ruhelosigkeit dich gewiss zu Ihm bringen wird.
[i] Divan-i Kebir 3-1333 im Buch Jemand, der Durst hat, sucht auch im Juli Schnee von Birgit Kunz und Tülin Özgür, Eigenverlag Dezember 2017, ISBN 978-3-033-06542-0.
[ii] Koran 5:54
[iii] Koran 19:96
[iv] Koran 30:21
[v] Koran 85:14
[vi] Mesnevi 3:4397 ff
[vii] Hadîth qutsî: siehe Kommentar 113
[viii] Mesnevi 1:109 f
[ix] Der Gelehrte al-Ghazâlî interpretierte das im Koran erwähnte Paradies mit Gottesnähe und dem Schauen auf Sein Antlitz. Dem gegenüber ist die Hölle das Feuer der Trennung. Somit besteht die Hölle bereits auf Erden, nämlich wenn die Liebe Gottes nicht angenommen wird.
Al-Ghazâlî: Siehe Kommentar 11
[x] Mansûr al-Hallâdsch: siehe Kommentar 151
[xi] Mesnevi 3:4621 ff und 3:4723
[xii] Mesnevi 1:111 und 6:4046
Wir wissen nicht, wie die Wirklichkeit nach dem Tod sein wird. Die heiligen Bücher sind darüber weder eindeutig noch klar, wir können nur spekulieren. Auch diese Zeilen können Sie, liebe Leserin, lieber Leser, als Spekulation verstehen: ich offeriere Ihnen Bilder und Modelle aus den Überlieferungen, die uns näher an eine Wirklichkeit führen wollen – ein Wagnis ganz im Wissen, dass diese Wirklichkeit letztendlich doch wieder ganz anders ist. Ist das sinnvoll? Ja, denn Sie sind befähigt, Paradoxe, Undurchsichtigkeit und Hilflosigkeit auszuhalten. Glauben Sie mir: in der Ungewissheit verbirgt sich viel Schönheit. Auch das will ich Ihnen etwas näher bringen.Weiterlesen
(Aus einem Beitrag von Ibrahim Gamard Efendi)
Der Mevlevi-Orden – eine islamische Tradition – führt die spirituellen Lehren und die Praxis von Mevlânâ Jalâluddîn Rûmî, seinen Nachfahren und seinen Anhängern seit über 700 Jahren fort. Durch die Restriktionen, denen die Sufi-Organisationen in der Türkei seit über 80 Jahren unterworfen sind, wurde die Mevlevi-Tradition deutlich geschwächt.
In der heutigen Welt, in der Informationen elektronisch leicht zugänglich sind, gibt es eine ganze Reihe von Mevlevi-Organisationen, die über Webseiten verfügen und verschiedenartig Autorität beanspruchen. Dies macht es schwierig zu erkennen, welche Organisationen legitime Autorität besitzen und welche nicht. Die Folge davon ist, dass es für die Mevlevi-Tradition schwieriger ist, sich im Westen gemäß der traditionellen spirituellen Praxis, der traditionellen Lehren und einer entsprechenden Ethik zu etablieren.
Der Zweck dieses Artikels ist es klarzustellen, dass allein der „Groß-Çelebi“ oder Maqâm-i Çelebi, ein direkter Nachfahre von Mevlânâ Jalâluddîn Rûmî, berechtigt ist zu entscheiden, wer ein rechtmäßiger und autorisierter Mevlevi-Scheich ist und wer nicht. Der jetzige Maqâm-i Çelebi ist Faruk Hemdem Çelebi Efendi aus der Türkei.
Fâruk Çelebi Efendi ist Vorsitzender der Internationalen Mevlana-Stiftung (auf Türkisch Uluslarasi Hz. Mevlânâ Vakfi), deren Sitz sich in Istanbul befindet. Alle rechtmäßigen Mevlevi-Scheichs müssen über diese zentrale Organisation an ihn angeschlossen sein. Leider haben sich einige Leiter von Mevlevi-Gruppen dazu entschlossen, die Amtsgewalt des Groß-Çelebi zu ignorieren – oder, wie in manchen Fällen, ihn zwar verbal zu bestätigen, ohne aber wirklich mit ihm zusammenzuarbeiten und ohne ihm echte Gefolgschaft zu leisten.
Wöchentlich treffen wir uns zu Gebet, Gottesgedenken (dhikr) und Studien und pflegen die Gemeinschaft. Diese Zusammenkünfte stehen allen Interessierten offen, die mit dem nötigen Respekt zu uns stossen. Im weiteren üben wir das Drehen, ein äusserst effektvolles Exerzitium, das einige Male im Jahr im Sema (Drehritual) seinen Höhepunkt findet. Doch das wichtigste Übungsfeld ist der Alltag, in dem wir ständig Gelegenheiten finden, das Gelernte zu festigen und uns am Konkreten zu testen.
Du wirst frei werden von Wünschen,
Von den inneren Fantasien.
Du wirst leer werden.
Du wirst leben ohne Atem.
Du wirst eintauchen in das Leben von Ya-Hu,
Und dann wirst du aufhören, Ya-Hu zu sagen.
Du wirst zum Fenster eines jeden Hauses,
Zum Rosengarten in jedem Feld.
Verlässt du dein Selbst und lässt deine Existenz abfallen,
So wirst du Ich, ohne Mich.
(Divan-i Kebir, Meter 1, Gasel 147,
Verse 1937+1940; Übersetzung Daniel Beck)
Wir als Mevlevi in der Schweiz arbeiten eng zusammen mit unserer Dachorganisation „Internationale Mevlana Stiftung“ in Istanbul und nennen uns deshalb „Internationale Mevlana Stiftung Schweiz“. Die Gründung einer eigenen Rechtsform wurde aber notwendig. So haben wir im Herbst 2014 den Mevlana-Verein Schweiz gegründet, der für unsere bescheidenen finanziellen Mittel gerade steht.
(aus der Webseite unserer Partner in Deutschland)
Was macht es aus, dass dieser islamische Dichter und Mystiker bei uns so beliebt ist? Warum befasst sich sogar die UNESCO mit ihm. Das Jahr 2007 hatte die UNESCO zum Jahr von Hz. Mevlana erklärt. Das Ritual der Mevlevi-Derwische, jenes Derwischordens, der ja auf ihn zurückgeht, wurde unter den Schutz der UNESCO gestellt und zum „geistigen und kulturellen Meisterwerk der Weltkultur“ erklärt.
Hz. Mevlanas literarisches Werk führt seit Jahren jetzt schon die Bestsellerlisten in den USA an. Es ist ein unglaubliches Phänomen, dass ein islamischer Gelehrter des 13. Jh. die Bestsellerlisten anführt, wo umgekehrt zum Krieg der Kulturen aufgerufen wird.
Bei uns hier ist Hz. Mevlana mehr unter dem Namen „Rumi“ bekannt. Der Name „Rumi“ heißt soviel wie „der Römer“. Diesen Beinamen bekam er, weil er in Anatolien lebte. Dieses Gebiet gehörte damals bis kurz vor seinem Wirken in Konya zum byzantinischen, also „römischen“ Reich.
Hz. Mevlana Rumi wurde vor ca. 800 Jahren, wahrscheinlich am 30. Sept.1207, in der Stadt Balch im heutigen Afghanistan geboren. Damals war dies in der persischen Provinz Khorassan. Dieses Khorassan war in dieser Zeit eine sehr bedeutende Region in der islamischen Kultur, aus der gewaltige geistige Impulse kamen. Viele der damaligen führenden großen Sufis kamen aus dieser Gegend und viele Wissenschaftler und Philosophen. Man denke z.B. an Bahauddin Naqschsband, einen der großen Väter des nach ihm benannten Naqsbandi-Ordens, oder an Hadschi Bektasch Veli, den Pir und Begründer des gleichnamigen Derwischordens oder z.B. an Avicenna, welcher als Vater der heutigen Medizin gilt. Aber genau diese Blüte der damaligen Kultur wurde zugleich von einem schier übermächtigen Feind bedroht. Dschingis Khans Reiterhorden näherten sich unaufhaltsam auch diesem Gebiet und legten alles, was sich nicht bedingungslos unterwarf in Schutt und Asche. Genau in dieser Zeit wuchs der junge Hz. Mevlana auf.
Peter Hüseyin Cunz, President of the International Mevlana Foundation in Switzerland
International Conference, 13. – 15. December 2007, Selçuk University, Konya
There are two types of traces of Hz. Mevlana in Europe. One is the academic work produced by elder scholars such as Reynold A. Nicholson, Eva de Vitray Meyerovitch, Annemarie Schimmel and Johann Christoph Bürgel, but unfortunately very few known academic works from younger scholars of European universities are to be found. The other trace – prominent but difficult to measure and evaluate – is the substance of what remains in the hearts of individuals that have been in touch with the message of Hz. Mevlana.
The academic traces are characterized by a scientific or philosophical approach with a high degree of objectivity and a choice of expression that is easy to be communicated on an international level, such as in this conference. In contrast to this the expression of a touched heart is subjective and often emotional, is expressed in a metaphorical language and is influenced by patterns originating from education and personal experience. In both cases the expression will be guided by the cultural and social setting of the concerned person. Since culturally and socially there are remarkable differences between Orient and Occident, these differences reflect in the way of expression – be it scientific or emotional.
Differences have to be understood on both sides. Considering that the cultural flow is much stronger from the Occident to the Orient than vice versa, it is only obvious that oriental people find it easier to acquire an understanding of western mentality than vice versa. Westerners who thoroughly understand oriental values and mentalities are scarce. This fact is of particular relevance when spiritual requirements and work become involved, such as those practised in the Mevlevi Tariqah. In Europe we are confronted with these differences, for in the Mevlevi Tariqahs of Germany, the Netherlands and Switzerland, both, western and oriental persons come together to learn and deepen a common understanding of Hz. Mevlana’s teachings.