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Buchmalerei ist ein Sammelbegriff für alle malerischen und zeichnerischen Arbeiten in (handgeschriebenen) Büchern. Sie umfasst verschiedene Bereiche wie die Gestaltung der Seitenränder und der Initialen, aber auch die Anfertigung von eigenständigen Bildern oder Zeichnungen, die entweder im Textfeld oder auf einer separaten Seite platziert sind. Bilder oder Zeichnungen dieses Typs werden Miniaturen genannt, ein Begriff, der sich von lat. minium herleitet, einer roten Farbe, mit der im mittelalterlichen Buch Randleisten gezogen oder Teile des Textes hervorgehoben wurden. Der aus der Praxis der Textverzierung kommende Begriff deutet auf die fliessenden Übergänge zwischen Schreiben und Malen in der mittelalterlichen Buchproduktion hin. Bis ins hohe Mittelalter waren die Schreiber*innen oft identisch mit den Buchmaler*innen oder Illuminator*innen der Handschriften. Eine stärkere Arbeitsteilung und Spezialisierung wurde erst ab dem 12. Jahrhundert üblich, als sich die Buchproduktion zunehmend aus den Klöstern in die Städte verlagerte.
Obwohl die Anfänge der Buchmalerei historisch sehr weit zurückreichen – die ersten Beispiele wurden in ägyptischen Totenbüchern (Papyrusrollen) aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. gefunden –, erlangte sie erst mit dem Übergang von der Buchrolle zum Kodex in der Spätantike grössere künstlerische Bedeutung. Die neue räumliche Aufteilung des Buches mit Seiten zum Blättern trug zu diesem Wandel ebenso bei wie die zunehmende Verwendung von Pergament, das einen deckenderen Farbauftrag ermöglichte. Mit der Durchsetzung des Buchdrucks und der Druckgraphik kam die Buchmalerei Mitte des 16. Jahrhunderts zum Erliegen.
Zum Malen wurden wasserlösliche Bindemittel wie Eiklar oder verschiedene Gummisorten verwendet, der Farbauftrag konnte deckend oder dünn lasierend sein. Für goldene Elemente griff man bis ins 12. Jahrhundert auf Goldtusche zurück, danach wurde zunehmend Blattgold üblich, das hochpoliert einen starken Glanz erzeugte.