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Besiedlung
Durch Sedimentablagerungen sind am Nordabhang des Seerückens Flache Bachdeltas entstanden. Steckborn liegt auf solchen Flächen und wurde in der Jungsteinzeit (ab 4300 bis 2200 Jahre vor Chr.) erstmals nachweislich besiedelt. Es enstanden Pfhalbausiedlungen, in der "Schanz" und in der "Turgibucht", von denen wertvolle Funde wie Keramikgefässe, Steinbeiklingen und Feuersteingeräte im örtlichen Museum (Turmhof) zu besichtigen sind. Die Römerzeit (15 v.Chr. bis 400 n.Chr.) hat ebenfalls am Untersee Spuren hinterlassen. Einige Funde von der Siedlung Tasgetium (heute Eschenz) sind im Turmhof ausgestellt; darunter ein einmaliger Steckkalender. Nach den Römern folgten die Alemannen als Einwanderer und vermischten sich mit der gallo-römischen Bevölkerung. Aus dieser Zeit sind Grabfunde mit wertvollen Beigaben vorhanden. Man vermutet auch, dass möglicherweise der Ortsname damals entstanden sein könnte.
Erste Erwähnung, Stadtrecht
Die erste urkundliche Erwähnung von Steckborn ist in der Mitte des 9. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Insel Reichenau bekannt. Vermutlich wurde das Dorf damals der Abtei Reichenau geschenkt. Um 1300 wurde der Turmhof, das Wahrzeichen Steckborns erbaut. Der Bau diente dem damaligen Abt des Klosters Reichenau, Diethelm von Kastell, als Sitz am Südufer des Untersees. In seiner Amtszeit gelang es dem Abt Diethelm, beim Kaiser Heinrich VII für die "Stadt" Steckborn – wie es in der Urkunde heisst – das Marktrecht zu erlangen. Die entsprechende Urkunde vom 26. Januar 1313 ist im Kantonsarchiv in Frauenfeld aufbewahrt.
Stadtmauer, Ortsbild
Das kleine Städchen wurde befestigt. Teile der Stadtmauer sind heute noch erhalten. Das geschlossene Ortsbild wurde vorwiegend aufgrund einer geplanten Überbauung erreicht. Einige wichtige alte Bauten stehen unter Bundesschutz, Steckborn ist im Bundesinventar der wertvollen Ortsbilder enthalten. Dank dem Wochenmarkt gewann Steckborn an Bedeutung. Handel und Handwerk hatten immer wieder gute Zeiten. Die meisten Bewohner betrieben neben ihren Berufen noch Landwirtschaft. Es gab Zünfte. Eine besondere Blüte erreichten die Hafner mit ihren bekannten und begehrten bemalten Steckbornern Öfen im 18. Jahrhundert.
Religion
Im Zuge der Reformation trat Steckborn im Jahre 1515 geschlossen zum neuen Glauben über. Die niedere Gerichtsbarkeit blieb weiterhin beim Kloster Reichenau. Im Jahre 1766 wurde die Stadtkirche vom bekannten Baumeister Franz Anton Bagnato als paritätische Kirche neu erstellt. Im vergangenen Jahrhundert hat der katholische Konfessionsteil eine eigene Kirche erstellt.
Freiheit, neue Ordnung
1798 kam es als Folge der französischen Revolution zu Veränderungen. Auch die niedere Gerichtsbarkeit ging an die Eidgenossenschaft über. Mit der Gründung des Kantons Thurgau wurde Steckborn als Zentrum am Untersee zum Bezirkshauptort. Das Bezirksgericht Steckborn tagt seither im Rathaus von Steckborn. Der Steckborner Bürger Dr. Adolf Deucher (1831-1912) amtete von 1883 bis 1912 als Bundesrat.
Gewerbe, Industrie
1848 wurde mit den andern thurgauischen Klöstern das Zisterzienserinnenkloster Feldbach aufgehoben. Die ehemaligen Klosterräume konnten durch Gewerbebetriebe und neu entstehende Industrien genutzt werden. Der Erfinder und Firmengründer Friedrich Gegauf begann hier mit der Produktion der ersten Hohlsaumnähmaschine der Welt. Daraus ist die heutige Weltfirma "Bernina" Nähmaschinen entstanden. Später kaufte der Fabrikant Samuel Bächtold die Landflächen und stellte in seinem Betrieb vor allem Petrolmotoren und andere Maschinen her. Im Jahre 1923 wurde im ehemaligen Klosterareal eine Kunstseidefabrik eingerichtet. Dieser Betrieb der Textilchemie war bis 1974 ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Heute dient das Areal Feldbach als Freizeiteinrichtung, der Schule und einem Seminarhotel als Standort. Weitere Nutzungen, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen sind geplant. In Steckborn haben Gewerbe und Handel, wie auch das Gastgewerbe Tradition und einen hohen Stellenwert.