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Auf der Zeche , Verein Karlsglüd“ bei Dortmund hat nach dem amtlichen Berichte eine fortgesepte Anwendung des Sprengöles stattgefunden . der Effect hat sich als der 4- bis 5 fache des Pulvers herausgestellt.
Auf den Zechen, Eintracht Tiefbau" und, Centrum" wurden Versuche namentlich im Schachtabteufen angestellt ...
Die Bohrlöcher wurden 1 Zoll (26) weit und 24 bie 34 Zoll (628mm bis 890 m) tief genommen und auf 3 bis 4 Zoll (78mm bis 104mm) Höhe gefüllt; der Besaß war Wasser.
Der Erfolg fann günstig genannt werden; jedoch hat sich herausgestellt, daß die Ladung eine stärfere fein muß, um die Wirfung hervorzubringen, welche von Nobel angegeben wird.
Uuf der Zeche ,, Amsterdam“ wurde das Sprengöl beim Schachtabteufen im festen Mergel unter Wasser in Papier: patronen von 1 Zoll (26mm) Durchmesser in 2 bis 3 Fuß (0,62 bis 0“,94) tiefen Löchern und bei 2 bis 3 Zoll (52 bis 78mm) Ladung angewendet, und war die Wirkung jedesmal eine ungewöhnlich bedeutende. In Folge hiervon kommt Sprengpulver dort gar nicht mehr zur Anwendung.
In der auf Kohleneisenstein bauenden Grube , Nent: şiddinghausen" bei Sprockhövel haben sich die Arbeiten mit Sprengöl als sehr vortheilhaft bewährt (vergl. unten). (58 wird daffelbe in dem dortigen Tiefbauschachte allein benupt.
13. Bemerkenswerthfind im amtlichen Berichte die Mittheilungen über von „Verein Carlsglück" gemachten Sprengungen in der Rohle selbst: „Es scheint hierfür das Pulver zweđmäßiger zu sein, weil die Wirkung des Sprengöles zu gewaltig ist, und dadurch der Procentsaß an Stüdfohlen zu sehr herabgedrückt wird." Von der Zeche ,,Wils helmina Victoria" wird von Versuchen beim Pfeilerabbau berichtet:
Es waren Pfeiler in den Flößen Nr. 5 und 17 mit 55 und 50 300 (1,43 und 1",3) reiner und so fester Koble, daß bei der Pfeilerhöhe von 5 Lachtern (10",5) Gedinge von 60 und 50 Sgr. gegeben werden mußten. Die Versuche im Flöße Nr. 17 bei 5 füßigen (1”,57), zölligen (20) Lödern, welche mit Blech patronen bei 2 Loth Füllung vorgenommen wurden, hatten kein erwünschtes Resultat.
Die Kohle wurde zwar gelođert; aber es bedurfte zur Gewinnung noch mehr als einstündiger Arbeit mit Fimmel und Hace.
Den Süssen waren 5 Fuß (1”,57) vorgegeben. Andere Versuche bei 24 bie 3 Fuß (0",785 bis 0“,94) Vorgeben in 3 Fuß (0",94) tiefen Löchern und bei derselben Füllung hatten keinen besseren Erfolg. Die Hauer geben sonst in diesem Flöße bei 3; bis 4 Fuß (1",1 bis 1",25) tiefen Löchern 24 bis 3 Fuß (0",785 bis 0“,94) vor und nehmen 20 bis 25 Loth Sprengpulver. –
Im Flöße Nr. 8 wurden bei 5 Fuß (1",57) tiefen Löchern und 5 Fuß (1",57) Vorgeben Versuche mit 5 bis 6 Loth Ladung gemacyt, von denen nur einer einen so guten Erfolg hatte, daß die Kohle mit Leichtigfeit gewonnen werden fonnte."
Auch auf Zeche ,,Pluto" hat man Löcher in der Rohle mit Sprengöl nicht vollständig wegbekommen. Wir werden hierauf bei Besprechung der Erfolge im Knottensandsteine der Eifel (16) zurüdfommen und verlassen das Steinkohlengebirge, indem wir eine Bemerkung des Bergmeisters v. Neneise her: vorheben, weldier bei allen seinen Versuchen die Wirkung des Nitroglycerin's als eine außerordentliche" bewährt gefunden hat: „Es fommt nur darauf an, daß erfahrungsmäßig die
Quantität des zu verbrauchenden Deles für die Bohrlochtiefe, für die Masse des Vorgegebenen und die Natur des Gesteines näher festgestellt wird."
14. Der Sandstein des Rothliegenden war das erste Gestein, welches in Deutschland zu Sprengversuchen mit Nitroglycerin verwendet wurde. A. Nobel theilt über diesen Versuch den Bericht des Bestpers des betreffenden Steins brudjes, Hrn. 4. Meißner in Eisleben, mit.
, 3ch hatte ein 8 Fuß (2,5) tiefes Loch von 14 zou (337) Durdyınesser mit 18 Fuß (5",8) Borgelege bohren lassen; das Bohrloch befand sich auf drei Seiten im feften Gebirge eingeschlossen und hatte baffelbe auf der einen Seite, vom Schnitte aus, eine Entfernung von 9 Fuß 6 Zou (3") und auf der anderen Seite 19 Fuß 6 Zoll (6",12) von dem feften Gebirge. Nachdem 24 Pro. Sprengöl mit Besaß von nur losem Sande in oben genanntes Sprengloch gefüllt waren, wurde der Schuß ans gezündet und entlud fich derselbe mit schwachem Getöse. Die Sprengung ergab, da der Schuß auch noch 12 Fuß (3”,75) hinter dem Bohrloche ben Flötz zerkleinert hatte, 6960 Chefe. (215 Cbkmtr.) vollständig gelöstes Gestein. Nachdem ich die entschieden praktische und ökonomische Verwendung aus diesem und einigen anderen gleichzeitig vorgenommenen, nicht minder erfolgreichen Sprengversuchen constatirt gefunden habe, werde ich in meinen Steinbrüchen fernerhin nur mit dem Patentsprengöle arbeiten lassen."
Im Vogesensandsteine (buntem Sandsteine) des Zornthales hatten die Versuche der $erren Smidt und Dutid, das Nitroglycerin beim Betriebe ihrer Steinbrüche einzuführen, sowohl was Kostenersparniß, als was Erleich: terung und Beschleunigung der Arbeit betrifft, so vollständigen Erfolg, daß der Gebrauch des Bergpulvers, wenigstens zeits weilig, aufgegeben wurde (E. Ropp. „Compt. rend.“; 1866, Juli).
15. Mit den bisher besprochenen günstigen Erfolgen des Nitroglyceriu's stimmen die Versuche nicht überein, welche in dem befannten, Bleiglanz führenden bunten Sandsteine von Commern in der Eifel (sogenanntem Knottensandsteine) angestellt worden sind, und über welche Fr. F. Saber im ,, Berggeist" (1866, Nr. 46 und 47) ausführlich berichtet. Nur der erste Versuch hat das erwartete günstige Resultat geliefert.
Ein Pfeiler in dein 24 bis 3 Lachter (5“,2 bis 6",28) mäch tigen zweiten Flöße follte umgeschossen werden; derselbe hatte ungefähr 1 Lachter (2") Breite und 11 Lachter (3",14) Länge und war mit 6 Bohrlöchern bersehen, wovon 4 mit Pulver unb 2 mit Nitroglycerin geladen wurden, nachdem Leştere zuvor sorgfältig verlettet waren. Das eine Bohrloch hatte eine Tiefe von 44 Fuß (1“,5) und erhielt 20 Loth Nitroglycerin; das andere hatte 3. Fuß (1“,2) und erhielt 15 Loth davon. Beide Schüsse wirkten gut; das Gestein war geborsten und gespalten, aber nicht wegge sdhleudert. Beide Schüsse hatten wenig vor, standen aber in sehr feftem Gesteine. Um mit Pulver diefelbe Wirkung zu erzielen, wären resp. 1} unb & Pfb. nöthig gewesen."
Wenn aus den 10 übrigen Versuchen die Schlußfolgerung gezogen wird: „weit entfernt davon, eine außerordentliche Wirkung jemals erzielt zu sehen, blieb der Erfolg der Sprengölladung mit einer einzigen Ausnahme jedesmal hinter einem Pulverschusse zurück; in Bezug auf das gelieferte Haufwerf, in Bezug also auf das öfonomische Resultat stellt sich die Ans wendung des Nitroglycerin's ars Sprengmittel für unser Ge
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stein 3- bis 5 mal so theuer, als die des gewöhnlichen Sprengs pulvers“, – so finden wir hierin für uns die Aufforderung, diesen Versuchen eine größere Aufmerksamkeit zu widmen. Die Richtung, welche bei ihnen verfolgt wurde, ist deutlich bei Ges legenheit des dritten Versuches ausgesprochen:
„In einem 14 Lachter (3") breiten Drte, daß in sehr festem Sandsteine steht, wurde ein circa 30 Zoll (0,785) tiefes Loch mit 40° Neigung abgebobrt, verlettet, mit 5 bis 6 Loth Sprengöl geladen und fest mit Letten und Bohrmehl beseßt. Der Schuß ging gut ab, der Besaß blieb im Loche, eine Wirkung auf das Gestein wurde jedoch nicht wahrgenommen, auch nicht auf der Sohle des Bohrloches. Der Schuß stand allerdings sehr gespannt, so daß man mit gewöhnlichein Sprengpulber einen Erfolg ebenso wenig erzielt haben würde. Man berlangt und erwartet som Nitroglycerin aber auch eine außerordent: liche Leistung."
Man würde vielleicht ein günstigeres Resultat erhalten haben, wenn man nicht, durch die Berichte über die Erfolge in anderen Gesteinen mit einem günstigen Vorurtheile erfüllt, auch dort dem neuen Sprengmittel ,, Außerordentliches" (d. h. dasjenige, was man am meisten wünschte) zugemuthet hätte, anstatt die Wirkung auszubeuten, welche das Nitroglycerin unter den gegebenen Umständen haben fonnte.
Von den ersten mit geringen Mengen angestellten Versuchen theilen wir noch den 1 ten und 6 ten mit:
,, In einer Strecke des ersten Flöges, an einem Punkte, welcher fich durch Härte auszeidynet, bohrte man ein 3 Fuß (0",94) tiefes Bohrloch im Seitenstoße ab. Dasselbe hatte 16 Zoll (418mm) Gesteingmasse vor und wurde mit einer Blechpatrone geladen, die 2 Loth Nitroglycerin inne hatte. Die Erploston erfolgte ohne Wirkung mit dumpfem Knalle, fogar ohne Dampf. Man würde, um die Gefteinsmasse zu sprengen, 1 Pfb. Pulver nöthig gehabt haben.
In weicherem Sandsteine wurden zwei Bohrlöcher von 26 Zoll (680mm) und 30 Zoll (785mm), welche in der Sohle standen und Pulverladungen von bis 1 Pfd. erfordert hätten, mit Blecha. patronen à 4 und 5 Loth Sprengöl geladen und mit Bohrmehl feft befeßt. Das Nitroglycerin hatte aber auch hier die gehoffte Wirkung nicht, indein nur eine ungenügende Erschütterung des Gesteines stattfand, daß weder mit Reilhaue noch mit Sdílägel und Eisen hereingewonnen werden konnte."
Die lekten Versuche sollten die Wirkung von größeren Mengen des Sprengöles erproben. Bei dem 10. Versuche wurde , ein Bohrloch von 34 Fuß (1",1) Tiefe mit einer Neigung von circa 15° flach in die Sohle der Strosle geschlagen. Die Höhe des Gesteines über der Brüstung des Loches betrug 24 Fuß (0“,785), über der Sohle desselben 3 Fuß 8 Zoll (1",15); die Breite der Stroffe war 8 Fuß (2",). Eine Blechpatrone wurde mit 20 Loth Sprengöl gefüllt, das Loch mit Letten besegt. Die Erplosion erfolgte unter fräftigem Schlage und lieferte etwa 70 Cubiffuß (2,1 Chkmtr.) lockeren Haufwerks ..
Nach den bisherigen Erfolgen konnte man mit der Wirkung des Schusses wohl zufrieden sein, welche jedoch ökonomisch immer bedeutend hinter der eines Pulverschusses zurüdblieb. Das Loch hätte nämlich nur 1} Pfb. Pulver erfordert und wenigstens 50 Cbkfb. (1,5 Cbkmtr.) Haufwerk gegeben.“
Endlich wurde ein Bohrloch in einer anderen Stroffe von milderein Gesteine und mehreren Rlüften senfrecht auf der Richtung des Bohrloches mit einer Blechpatrone à 15 Loth Nitroglycerin geladen. Die Neigung des Loches gegen die Sohle betrug höchftene 15 Die Brüstung hatte 2 Fuß (09,785), die Sohle
3} Fuß (1",1) Gestein über fich ... Der Schuß warf Nichts, hatte die Mafie jedoch auf 4 Fuß (1o,25) Länge und theilweise in der ganzen Breite der Strosse von 14 Fuß (4",4) in einer Weise gelodert, daß allerdings bei vieler Arbeit mit Reilhaue und Brechstange ca. 120 Chefß. (3,7 Chemtr.) loderen Haufwerke ges wonnen wurden
Dasselbe Bohrloch mit Pulver geladen würde 14 Pfb. babon erfordert, ca. 140 Cbrff. (4,3 Obkmtr.) Haufiverf geliefert, aber nur wenig Mühe des Beräumens ers fordert haben."
16. Wir dürfen über die Versuche in Commern die Ansicht eines Fachmannes mittheilen, weldier einen Theil der in dem westphälischen Steinfohlenreviere mit dem Nobel's schen Sprengöle gemachten Versuche geleitet hat und uns darüber Folgendes (chreibt.
Gewiß waren jene Versuche, wenn sie gelangen, geeignet, die größere Wirkung zu zeigen und namentlich seine Vorzüge durch erhebliche Ersparniß an Arbeitslöhnen in's Licht zu stellen. Doch würde man wahrscheinlich in dem dortigen losen Sandsteine mehr erreicht haben, wenn man, anstatt Lös cher mit starker Vorgabe und solche, die eingeteilt waren, mit größeren Mengen zu behandeln, lieber ichwächere Löcher mit kleineren Mengen versehen hätte. Es sprechen hierfür die ersten in den mäßig festen Gesteinen der Steinfohlenformation gemachten Erfahrungen. Man war dabei von dem Grundlage ausgegangen, den Schüssen nur wenig mehr vorzugeben, als Pulverschüssen, sie aber so zu stellen, daß eine größere Wirs kung seitlich erfolgen konnte, machte also mehrere Schüsse mit breiter Flucht (also gerade das Gegentheil von eingefeilten Smüssen) und erreichte dabei eine Wirkung, welche mit Eins rechnung der ersparten Arbeitslöhne ein weit günstigeres Res sultat ergab, als Pulver."
Hiermit stimmen die auf dem Harze gemachten Erfahrungen überein, wu, wie oben 6 und 7 mitgetheilt ist, die güns stigsten Erfolge erzielt wurden, als man von der Anwendung starfer und tiefer Bohrlöcher dazu überging, den Bohrlöchern feine größere Masse vorzugeben, als sonst durch zweimännische Bohrlöcher weggethan werden konnte, aber diese Bohrlöcher mit kleinem einmännisdem Gezähe abbohren ließ und mit Sprengöl wegschoß.
17. Zur Erflärung dieses Verhaltens schließen wir uns der Ansicht an, daß sie in der Plößlichkeit der Explosion des Nitroglycerin's zu suchen sei. Ein langsamer wirkendes Sprengmittel wird, wie ein langsam eingetriebener, breiter Reil, Zeit haben, in dem Knottensandsteine der Eifel eine Querkluft weiter zu spalten, in der Kohle die Schichtungsflächen z11 lösen, ehe die vor dem Schusse befindliche Masse von den Seiten abgerissen und herausgeworfen wird. Beim Sprengöle hat die plöbliche Explosion feine Zeit, nach der Seite weiter zu arbeiten; ste reißt ein fleines Stück quer heraus und hat also nicht die gehoffte Wirkung.“
18. Diesen ungünstigen Resultaten reihen fidy die Ers fahrungen an, welche man in dem Steinsalze von Staßfurt gemacht hat („, Berggeist“; 1866, Nr. 57):
,,Es waren im Steinsalze 4 bis 5 Fuß (1",25 bis 1“,6) tiefe Löcher in der Firste eines 11 Lachter (23") breiten Drtes und zwar in der Nähe der Streckenstöße und später ein 2 Fuß (628mm) tiefes Bohrloch in einen Steinsalzpfeiler gebohrt. Jene beiden Löcher hatten einen nur mäßigen Fall, während das legterwähnte Ein= bruchsloch stark einfiel. Das erste Firstenbohrloch wurde etwa
auf feiner Teufe mit Del gefüllt und dann die mit ihrem unterften Ende in eine init Pulver gefüllte Holzhülse von etwa 3 Zou (780) Länge befestigte Zündschnur bis zur Bohrlochfohle eingeschoben.
Dhne weiteren Besaß wurde das Loch abgebrannt, und die Wirkung beschränkte sich, wie schon der Schlag vermuthen ließ, auf das Abwerfen einer, einige Centner schweren, Steinsalzwand, während der größte Theil des Loches, ohne noch Del einzuschließen, als Pfeife anstehen blieb. Ablösungen waren vorher nicht zu seben und nach Lage des Bohrloches und der Gesteinsbeschaffenheit als vorhanden nicht anzunehmen. Dasselbe Lody, mit gewöhnlichem schwarzem Pulver beseßt, würde voraussichtlich 20 bis 30 Ctr. Salz hereingeworfen haben.
Das zweite Firstenbohrlody wurde stärker mit Sprengöl und auf die übrige Teufe mit klarem Salze in der Weise, wie es hier gewöhnlich geschieht, beseßt, und brachte das vorgegebene Salz bis zur Bohrlochesohle eine Wirkung, wie sie vom fdwarzen Pulver zu erwarten gewesen wäre. Das vorerwähnte Einbruchsloch konnte nicht genügend mit Del beseßt werden, hob aber trofdem zur Zufriedenheit. Sehr zu loben war dabei, daß die Salzwände mit keinerlei Rückstand bedeckt waren.
Nach dem Urtheile des Agenten selbst war die Wirkung des Deles hier mit der andernorte in verschiedenen Gesteingarten, in Dfensauen, in schmiedeeisernen Blöcken, beobachteten nicht übereinstimmend; nach unserem Urtheile war dieselbe derjenigen des gewöhnlichen schwarzen Pulvers kaum gleich zu erachten. Einen Mangel fah der Agent darin, daß die Bohrlöcher nicht steil genug einfielen, obwohl, wie bereits bemerkt, auch die beiden Firstenbohrs löcher einen merklichen Fall hatten, so daß das Del mittelft Blechhülsen ziemlich bequem eingebracht werden konnte. E8 wurde die Behauptung ausgesprochen, daß das Del hier nur in blecernen Hülsen, welche mit der Delfüllung in die Bohrlöcher einzuschieben find, anwendbar fei. Dem ausgesprochenen Wunsche, die Versuche bald in verbesserter Art wiederholt zu sehen, versprady man nachzukommen, ohne daß indessen seitdem etwas geschehen wäre."
19. Uebereinstimmend hiermit lauten die Mittheilungen aus Friedrichshall in Württemberg („Berggeist“; 1866, Nr. 99).
Als Drt für dieselbe wurde eine geschligte Querstroffe gewählt, D. h. ein Ort, welches den 3 Lachter (6",28) starken Pfeiler zwischen zwei Strecken in einer Breite von ebenfalls 3 Lachtern (6",28) durchörtert; oben war bereits der 7 Fuß (2“,2) hohe Einbruch durchgeschlagen, und die 20 Fuß (6,28 ) hohe Strosse war burd 3 verticale parallele Wasserschliße in Sheile von 3 Lachtern (6",28) Länge und 11 Lachter (3",14) Breite getheilt. Auf solchen geschligten Strossen hatte das Sprengöl bei den Probeschüfsen berhältnißmäßig die beste Wirkung gezeigt, namentlich deshalb, weil es das Salz mehr zerkleinert, als Pulver, welches häufig nur wenige sehr große Blöde lostrennt, die erst nochmals mit Pulver zerkleinert werden müssen.
Die Schüsse wurden meist annähernd senkrecht 4 bis 5 Fuß (1",25 bis 1“,6) tief gebohrt; fte erhielten 4 bis 51 Fuß (1",25 bis 1",7) vorgegeben und wurden mit 10 bis 15 Loth (32 = 1 Zollpft.) Sprengöl geladen. Auf die papierne Delpatrone fam eine kleine Pulvervorlabung, welche durch eine Zündschnur entzündet wurde. Einige Arbeitsersparniß ergab fich dadurch, daß die Bohrlöcher nicht so tief gebohrt werden mußten, als bei Pulver nöthig gewesen wäre, indem die Wirkung des Sprengöles fich tiefer erftredte. Schabungsweise läßt fich annehmen, daß 3 Fuß (0%,94) Bohrloch, mit Sprengöl geladen, ebenso viel wirften, als 34 Fuß (1",1) Bohrloch mit Pulver geschossen."
Aus der Leistung und den Kosten wird sodann berechnet, daß dieselbe Sprengfraft mit Del dreimal so theuer fommt,
als mit Pulver, von welcher Differenz nur ein kleiner Theil durch Arbeitsersparniß ausgeglichen wird.
,,Der Grund, warum das Sprengöl so wenig günstig wirkte, dürfte in der geringen Härte des Steinsalzes zu suchen sein. Betrachtet man nämlich eine von einem Schusse mit Sprengöl herrührende Bohrspur, so fällt sogleich auf, daß das Salz in der Nähe derselben ein undurdsichtiges, porzellanartig weißes Ansehen angenommen hat, während es sonst grau und durchscheinend ist. Das Salz ist hier so geschreckt, daß es sid, leicht mit der Keilhaue gewinnen läßt. Das Porzellanartige Ansehen rührt sicher von unzähligen unsichtbar feinen Sprüngen her, welche bei der Erplosion des Deles durch den heftigen Stoß auf die Bohrlochwände entstehen. Das Del nimmt im Bohrloche einen sehr fleinen Raum ein und erplos dirt sehr rafd); im Moment der Explosion ist daher der Gasdruck nur auf eine sehr fleine Fläche wirksam und muß also, wenn er brechen soll, von ungemeiner Intensität sein. Das Salz in der nächsten Nähe des Bohrloches wird durch denfelben zermalmt, ehe noch ein ausgedehnterer Riß entstehen kann. Der Vorgang ist gewiß ähnlich, wie wenn auf einen weicheren Stein mit einem Hammer von kleiner Bahn ein rasdyer Solag geführt wird: der unmittelbar getroffene Theil wird bis zu einer gewissen Tiefe in Mehl verwandelt, ohne daß der Stein zu zersprengen wäre. Daß fich zur Hervorbringung der vielen feinen Sprünge im Steinsalze ein großer Theil der Kraft des Sprengöles nuplus verschlägt, wird feinem Zweifel unterliegen. Das Pulver hat zwar auch die Eigenschaft, zu schrecken, aber weitaus nicht in dem Maße, und da in Folge des größeren Raumes, dessen es bedarf, den Pulvergasen im Moment der Explosion eine viel größere Druck fläche geboten ist, so braucht deren Spannung nie den hohen Grad zu erreichen, welcher beim Schießen mit Del nothwendig ist, und erreicht denselben auch sicher nicht.“
20. Es liegt nahe, aus dem Mißlingen dieser Versuche den Schluß zu ziehen, daß das Nitroglycerin auch für andere weiche Gesteine wenig brauchbar sein würde. Diesem widersprechen aber die in Gyp 8 und in Thon gemachten (fr: fahrungen. Ueber Ersteren finden wir zwar nur ein kurzes, doch entschieden günstiges Urtheil. Die HHrn. Büchting & Schimmler zu Sdwarzhütte bei Osterode am Þarze melden ørn. A. Nobel, daß die in ihren Gypsbrüchen mit dessen Sprengöle angestellten Versuche so glänzend ausgefallen sind, daß sie sich entschlossen haben, in Zukunft nur dieses zum Sprengen der Steine zu verwenden („Prospect"; März 1866, S. 17). In einem Thonbergwerfe hat Dr. Ziured („Berggeist“; 1866, Nr. 1) nach Mittheilungen über eine Sigung des Vereines zur Beförderung des Gewerbefleißes, gelungene Versuche mit dem Sprengöle gemacht; frühere Vers suche, durch Sprengen mit Pulver den Betrieb zu erleichtern, waren erfolglos geblieben. Ausführlicher ist in einem Prospecte von A. Nobel & Co. über Versuche berichtet, welche in einem Lettenvorfommen zu Moresnet bei Aachen ausgeführt sind,
„ In sogenanntem rothem Bolus, welcher sehr fett und zähe ist, wurde mit einem Lettenbohrer ein Bohrloch von 2 Zoll (520) Durchmesser 12 Fuß (3",76) tief gebohrt. Dasselbe hatte nach der Wurfseite 12 Fuß (3",76), oben und unten ca. 18 Fuß (5",6)
Mit 1} Liter (= 4,8 Pfo.) Sprengöl geladen, wurden in dieses kleine Steine geworfen, damit es ungefähr 3 Fuß (0%,94 ) del Bohrloches ausfüllte. Hierauf wurde der Schuß abgefeuert, und war die Wirkung eine prachtvoll großartige. Ein ganger Berg wurde gehoben und nach allen Seiten hin geriffen. Nach vorne war der Bolus ganz zertrümmert, nach jeder Seite hin über 12 Fuß (3",76) und nach hinten 6 bis 8 Fuß (1",9 bis 2,5) mit Sprüngen durchzogen. Die Erdmasle, welche gehoben und gerissen wurde, beträgt ungefähr 6000 Cbkfß. (186 Chemtr.).
bor.
Das Sprengöl hat sich hierbei vollkommen bewährt, während gewöhnliches Bergpulver fich in dieser Masse zerschlägt und fast gar keinen Effect hat. Da wo man ähnliche Thone oder Letten wegzuräumen hat, würde das Losmachen mit Nitroglycerin kaum die Hälfte an Arbeitslohn kosten, als solches bisher der Fall war, wenn es mit der Reilhaue gewonnen wurde.“
21. Die Befürchtungen, daß in Schiefer gruben das Nitroglycerin nicht anwendbar sei, sind nicht in Erfüllung ges gangen. Nach einer dem ,, Berggeist" (1866, Nr. 78) gemachten Mittheilung hat dasselbe in den Gruben von Penrhyn in
Nordwales nicht nur die zehnfache Sprengfraft des Pulvers gezeigt, sondern es hat sich auch ergeben,
,, daß die Steinplatten durch Nitroglycerin weit weniger Schaden als durch Pulver erleiden, und zwar aus dem einfachen Grunde, daß eine Ladung von Nitroglycerin einen ebenso großen Felsen, wie vier oder fünf Pulverladungen hebt; und obwohl bei jeder Erploston eine gewisse Zerstörung geschieht, so hebt doch die Kraft des Nitroglycerin's, weil sie auf eine größere Felsenmasse einwirkt, nur die Schichten und natürlichen Spalten, ohne die Platten in dem Maße zu beschädigen, wie es die zahlreicheren Pulverschüsse gethan hätten." Beispielweise wird erwähnt, daß 5 Pro. Nitroglycerin
Pfd 12,000 Str. Schiefer lostrennten, ihn bebend und in allen Spalten öffnend".
Auch die „Deutsche Industriezeitung" (1866, Nr. 40) meldet, daß das Nitroglycerin in den Schiefergruben von Wales in ausgedehntem Maße verwendet wird.
(Fortsetung folgt.)
Die Gewinnung der Coks aus Steinkohlenaschen.
(Hierzu Tafel XIV.)
Die Verbesserungen, welche seit Jahren bei den Feuerungen angestrebt wurden, zielten zumeist auf Erreichung einer vollkommneren Verbrennung der Brennmaterialien durch veränderte Rosteinrichtung, entsprechende Luftzuführung 2c., indem man die sogenannte Rauchverbrennung herbeizuführen suchte, und hatten in öfonomifdyer Beziehung nur verhältnißmäßig geringe Resultate*); dagegen ist ihr Werth, wenn die Berbrennung des gebildeten Rauches erreicht wird, in gesundheitspolizeilicher Beziehung bedeutend genug.
Der größere Verlust an Nußeffect bei den Feuerungen mit festem Brennmaterial liegt aber wohl darin, daß in den Afchenrückständen die nicht vollständig verbrannten Brennmaterialstücke, also bei Steinkohlenfeuerung Cofsstücke, und die beim Schüren durch den Rost gefallenen Kinders enthalten sind und somit werthloe werden. Denn selten wohl ist es bei technischen Processen bisher ohne Weiteres möglich, solche Afchen, wenigstens auf den in ihnen noch enthaltenen Brennwerth, auszunugen, und zumeist bildet die Forträumung der Lifden, welche bei ihrer Ansammlung einen großen Raum einnehmen, eine unangenehme, mit Kosten verbundene Aufgabe. Die Verwendung, welche die Steinkohlenaschen wegen der in ihnen enthaltenen Schladen wohl als Material zum Chausseebau, überhaupt als Füllmaterial, als Zusas zum Mörtel 2c. finden, möchte gewiß nur als sehr untergeordnet zu bezeichnen sein.
Es müssen deshalb Vorrichtungen, welche es gestatten, mit geringen Kosten die in den Steinkohlenaschen enthaltenen, noch verwerthbaren Brennmaterialreste von den begleitenden unverbrennlichen Stoffen, den Schlađen, vollständig zu trennen und so wieder ein zwar vercoftes, aber gewiß vollfommen brauchbares und concentrirtes Brennmaterial herzustellen,
da überall von großem Nugen sein, wo, wie zumeist, die Kosten der Steinfohlenfeuerung bedeutend find.
Außer dem Vortheile, die Brennmaterialreste auf solche Weise wieder nüßlich verwenden zu können, hätte man hierbei den auch wohl in Anschlag zu bringenden der wesentlichen Berminderung der fortzuräumenden Aschenmengen, welche dann nur eben aus den Schladenbeständen gebildet würden.
Vorrichtungen, welche diese angegebenen Vortheile erreich: bar machen, find seit mehreren Jahren von der namentlich im Bergwerfsmaschinenbaufach renommirten Maschinenfabrik von Sievers & Co., in Ralf bei Deuß am Rhein mit großem Erfolge gebaut und vielfach in Gebrauch gefommen. Wir werden nachstehend nach den uns zu diesem Zwede pon genannter Maschinenfabrik überlassenen Zeichnungen diese Vorrichtungen in ihrer Construction und Wirkung ausführlich zu beschreiben versuchen, wobei wir einige von Arn. Professor Vicaire in St. Etienne über denselben Gegenstand veröffentlichte Mittheilungen *) benußen. Auch wurde dieser Zeitschrift (BD. X, Heft 12) bereits ein auf die vorliegenden Apparate bezüglicher Prospect genannter Fabrik als fliegendes Blatt beigegeben.
Die Verarbeitung der Ajdhen geschieht in ganz ähnlicher Weise, wie die bekannte mechanische Aufbereitung der Erze und namentlich der Steinfohlen: Die Aschen werden nach vers schiedener Korngröße gestebt, und hierauf in einer Seßmaschine die Cotsstüde herausgewaschen. Fig. 1 bis 4, Taf. XIV zeigen die Anordnung einer solchen für gewöhnliche Verhältnisse berechneten Aufbereitungsanstalt.
Die herbei gefahrene Afde wird durch die Schüttöffnung A in das Cylindersteb B eingebracht und hier in 5 verschiedene
*) Note sur le lavage des cendros de houille im Bulletin de la société de l'industrie minérale (1864, tome X, livr. 1,
S. 5.)
*) Vergi. BO. VIII, S. 521 d. 3.
Kcrngrößen getrennt, welche in die Abtheilungen an, ag, az, an, a, fallen. Die Trommel ist in Fig. 8 und 9 noch in größerein Maßstabe gezeidynet, und sind dort die den Abtheilungen a, bis az entsprechenden Trommeltheile b, b, bis baba bezeichnet. Statt des hier angenommenen Einfülltrichters A ist bei größeren Ausführungen die Einricytung auch so getroffen, daß durch eine auf der Verlängerung der Trommelwelle befestigte Schnede aus einem vor der Trommel angebrachten Kasten die hier aufgegebene Asche gleichmäßig in das Sinere der Trommel geführt wird.
Die Trommelwand besteht zumeist aus dem von der in Rede stehenden Fabriť in bekannter Vorzüglichkeit gelieferten gelochten Eisenbleche. Der Theil b2b, enthält Löcher von 15mm Größe und der ihn umgebende b, b, solche von 4mm Durchmesser, so daß durch lektere Wandung die ganz feinen Staubtheile der Asche hindurch in die Abtheilung a, fallen und, meist aus Schlace bestehend, dem Verwasdien nicht unter: worfen, sondern abgefahren werden. Dadurch daß die Wandung b, b, die bąb, umgiebt, ist die Trommel in ihrer Länge zwedmäßig verkürzt und zugleich ein besseres Aussieben ermöglicht.
Zwischen bb, und bąb, bei b, besteht die Trommel aus ungelochtem Bleche. Die Wandung bgb, ist mit 25mm, die bab, mit 451 Löchern *) versehen, so daß die ganz großen Aldenstücke am Ende der Trommel in die Abtheilung ag stürzen und ebenfalls abgefahren werden können. Sollen auch diese größten Stücke der Verarbeitung unterzogen werden, was wohl nur für ganz großen Betrieb sich lohnen möchte, so wird noch ein Lefetisch hinter die Trommel eingeschaltet, auf welchen die Stücke vom Ende der Trommel aus herabfallen. Auf diesem Tische kann dann durch Klaufarbeit ein directes Auslesen der verwendbaren Cofsstüde bewirft werden, während die Soladen durch einen Abstreicher vom Tisde entfernt werden.
Das in den Abtheilungen an, ag und an angesammelte Material bildet wasdfähiges Gut und wird nacheinander auf der Seßmaschine C verarbeitet, wodurch man 3 verschiedene Sorten gewaschenen Cofs erhält.
Die in Fig. 5 und 6 genauer gezeichnete aschensemaschine ist ebenso construirt, wie diese Maschinen bei den Aufbereitungsarbeiten gebräuchlich sind; sie besteht aus einem U-förmig gefrümmten Blecigefäße von quadratischem Quers schnitte, in welchem fich Wasser befindet. In dem einen Schenfel des Gefäßes bewegt sich ein Kolben c auf und nieder und stößt dadurch das Wasser durch das den anderen Schenfel abs schließende Blechsieb d. Dieser Schenkel trägt einen gußeisernen Uuffaş e, in welchen das Waschgut durd, den Trichter f aufgegeben wird.
In Folge der durch das Wasser fortgepflanzten Stoßbewegung sondern sich die Bestandtheile der Asche nach ihrem specifischen Gewichte; die schweren Schlacfentheile lagern fich unten auf d ab, während die Gofstheile fich oben befinden und mit dem über den Rand von e überfließenden Wasser mit in die Rinne g und von da in das Gefäß h abgehen, so daß, nachdem das Wasser abgelaufen ist, die zurückbleiben
den gewaschenen Cofs das wieder verwendbare Brennmaterial bilden.
Die auf dem Siebe d nach und nach angesammelten Schladenbestände werden nach Abstellen der Maschine ab und zu herausgefchaufelt; dazu wird durch den þebel i das Ventil k gehoben und das über d befindliche Wasser durch das gußeiserne Rohr | in die Cysterne D zurückgelassen. Das nöthige Waschwasser liefert dieselbe Cysterne, in welcher das gebrauchte Wasser zugleich sich wieder flärt, durch die mit der Maschine verbundene continuirlich arbeitende Pumpe E. Durch das mittelst Stange zu öffnende Ventil m fann auch das Wasser aus dem Segfasten in die Oysterne entfernt und Ersterer gereinigt werden.
Die Bewegung der drei Mecanismen, Siebtrommel, Seßfasten und Pumpe geschicht von der Transmiffionswelle F aus durch Riemenscheiben. Die Trommel B wird von ihrer Riemens scheibe Gaus noch durch ein Zahnrädervorgelege (2:7) getrieben. Die Riemenscheibe G, mit Lossdeibe bewegt die Treibwelle n der Sepmaschine; am Ende dieser Welle n ist eine Kurbelo zum Betriebe der Pumpe E angebracht.
Der eigenthümliche Bewegungsmechanismus des Kolbens c der Segmaschine, zuerst von Bérard bei seinen Kohlensepfästen angewendet, ist in den Fig. 5 bis 7, soviel es die uns vorgelegenen Skizzen ermöglichten, verdeutlicht. Auf der Bes triebswelle n befindet sich am Ende derselben die Kurbel p, welche mit ihrem Warzenzapfen in einer geschlißten aus 2 Winfeleisen gebildeten Kurbel qq der zweiten parallel gelagerten Welle r gleitet. Dadurch wird die Legtere in eine oscillirende Bewegung verseßt, und so mittelst der in ihrer Mitte befestigten Kurbel s die Kolbenstange t auf- und niederbewegt. Durch diese eigenthümliche Kurbelbewegung ist es ermöglicht, daß bei gleichförmiger, durch den Pfeil in den Figuren bezeichneter Rotation der Welle n der Aufgang des Rolbens c mit ges ringerer Geschwindigkeit stattfindet, als der Niedergang, so daß das Wasser durd, das Sieb d fräftig hindurchgestoßen wird und langsamer zurückfließen kann.
Bezeichnet nämlide den Radius der Kurbel p und a die Entfernung der beiden Wellen in und r, fo ist das Verhältniß der Geschwindigkeiten des Kolbens c bei seinem mittleren Stande für den Aufgang und Niedergang = Nach unseren Messungen ist in runden Zahlen bei der vorliegenden Seßmaschine à = 275mm und p=75mm, also das Verhältniß
1
=*. Nach Angaben des Arn. Vicaire beträgt dagegen bei einer anderen Ausführung 1 = 314mm und p=275mm, wonach also das Verhältniß = ca. is außerordentlich flein wäre. *)
Die Kurbel 3 hat 105mm Radius, und beträgt danach. der Kolbenhub von c nur 58mm.
Eine so eingerichtete Wäsche verarbeitet stündlich 15 Scheffel (824 Liter), bedarf dazu mit Maschinenfraft 2 Arbeiter, mit
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*) Hr. Vicepre giebt ferner a. a. D. noch folgende Notizen: Ums drehungszahl der Welle F pro Minute 22, die der Siebtrommel 12 und der Betriebswelle des Sepkastens 50. Betriebskraft { Pfrdst. oder ein Arbeiter am Schwungrade. Wasserverbrauch täglich } Ctr. Bedienung 1 Arbeiter und 2 Anaben.
*) Hr. Vicaire, welcher eine etwas einfacher eingerichtete Trommer beschreibt, giebt beren Lochweiten zu successive 6, 12}, 25 und 50mm an.