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Wettbewerb Herrenschwanden
Überbauung MFH Höheweg
Auf Einladung
Der Bestand weist eine Abfolge von Hängen und Plateaus auf. Ein durchgrünter Charakter durchzieht die Obstwiese und den Raum um das Bauernhaus sowie die Wiese mit Brunnen. Unten südlich an den Überbauungsperimeter grenzt eine stark befahrene Kantonsstrasse.
Analyse/Analogie
Perimeterstandort
Der Bestand weist eine Abfolge von Hängen und Plateaus auf. Ein durchgrünter Charakter durchzieht die Obstwiese und den Raum um das Bauernhaus sowie die Wiese mit Brunnen. Unten südlich an den Überbauungsperimeter grenzt eine stark befahrene Kantonsstrasse.
Infrastruktur, Verbindungswege und Grünräume
Eine neue Fussgängerverbindung sollte nordwest-südost mit Rampen, Treppen und Plateaus durch den steilen Bebauungsperimeter führen. Der Überbauungsperimeter ist über den Höheweg mit dem Halewald für Fussgänger erschlossen.
Analogie der Grünräume
Der Halewald mit der Halensiedlung als eine Art «Insel» in der Waldlichtung bildet den bestehenden Grünraum westlich des Überbauungsperimeters. Die Hangbebauung oberhalb der Kantonsstrasse mit den offenen Grünräumen und den Wiesen ist räumlich ähnlich gross wie der Halewald, weist jedoch ein feinkörniges, offenes Überbauungsmuster auf. Dabei ist das bestehende Bauernhaus ebenfalls eine Art „Insel“ in diesem vom Grün durchzogenen Raum.
Bebauungsstruktur
Die bestehende Überbauungsstruktur im Studienauftragsperimeter weist eine obere und eine untere Überbauungslinie (-ebene) auf, mit einem durchgehenden mittleren Grünraum, worauf sich das bestehende Bauernhaus befindet.
Aussenräume
Der bestehende Studienauftragsperimeter weist von oben nach unten eine räumliche Abfolge mit:
Hang – obere Erschliessungstrasse – Hang (Wiese/Obstbäume) – Plateau – Hang (Wiese/Obstbäume) – Kantonsstrasse auf.
Volumensetzung
Die bestehende, offene Bebauungsstruktur sollte mit den vorzuschlagenden Neubauvolumen fortgeführt und vervollständigt werden.
Studienauftragsvorschlag
Aufgrund der Analyse sollte der Studienauftragsvorschlag folgende Anforderungen erfüllen:
- Erstellung von drei, für das gebaute Quartierumfeld, massstäblich verträglichen Neubauvolumen.
– Riegelvarianten, welche die durchlässigen Grünräume Ost-West und Nord-Süd verschliessen, sind zu vermeiden.
– Eine Wegfolge mit Rampen und Treppen soll den steilen Überbauungsperimeter für Fussgänger sicher erschliessen.
– Es wird keine Verbindung vom bestehenden Bauernhaus zur neuen Überbauung gewünscht.
– Ein zentraler Gemeinschaftsplatz/Spielplatz soll den Überbauungsperimeter auszeichnen.
– Der Charakter der Wiese soll erhalten bleiben.
– Die Aussichten der Nachbarn und der Wohnungen in den Neubauten im Perimeter sollen erhalten bleiben bzw. in den Neubauwohnungen gewährleistet sein.
– Das natürliche Plateau soll erhalten bleiben.
– Der bestehende Grünraum nördlich des Bauernhauses ausserhalb des Überbauungsperimeters mit Wiese sollte vollständig erhalten bleiben.
– Wir schlagen östlich des Bauernhauses ein neues Doppelhaus mit Satteldach vor, und zwar derart, dass der bestehende, offene Ost- grünraumcharakter nicht zerstört oder zu stark beeinträchtigt wird.
– Die Erschliessung aller Bauvolumen (Parzelle 1759) ist nordseitig anzuordnen.
– Es führen keine privaten Terrassen (Parzelle 1759) um die neuen Bauvolumen (Loggias integriert ins Bauvolumen); die steile Naturwiese umfliesst die Bauten.
– Die offene, grüne Raumverbindung Ost-West bleibt erhalten.
– Eine zentrale Einstellhalle mit Ein- und Ausfahrt in die Bernstrasse soll die Neubauwohnungen für Personenwagen erschliessen.
Freiraum und Volumensetzung
Der Ort zeichnet sich durch die südorientierte Hanglage mit Weitsicht ins Berner Voralpengebiet aus. Der Hang neigt sich bis zu einem Gefälle von 50%. Mittig ist ein mit nur ca. 20% geneigtes und gut zehn Meter breites Plateau ausgebildet, auf dessen östlicher Fortsetzung der Bauernhof steht.
Drei neue Punktbauten führen den vorhandenen Bebauungstypus am Hang fort. Zwei Bauten stehen am Höhenweg und einer an der unteren Bernstrasse. Sie stehen in einer steilen Wiese mit einzelnen Obstbäumen. Der Freiraum bleibt in Falllinie und parallel zum Hang durchlässig. Der Charakter einer steilen Streuobstwiese mit Punktbauten wird im Sinne einer guten Einordnung der Neubauten in der Landschaft weitergeführt.
Ein gemeinsamer Platz mit Pergola und Sitzmöglichkeiten im Bereich des mittigen Plateau’s bildet den zentralen Aufenthaltsbereich der drei Neubauten. Dieser Ort ist von allen drei Häusern behindertengerecht erschlossen. Ein Verbindungsweg vernetzt den Platz nach unten mit der Bernstrasse und nach oben mit dem Höheweg. Die oberen beiden Punktbauten sind je über einen kleinen brückenartigen Vorplatz am Höheweg angedockt. Der Vorplatz bietet Raum für ein paar Veloparkplätze.
Grosszügige private Aussenräume werden in Form von Loggien oder Terrassen angeboten. Es werden jedoch keine Privatgärten ausserhalb der Gebäudefassaden angeboten, um einen ruhigen Terrainverlauf und die räumliche Durchlässigkeit des Hanges gewährleisten zu können.
Einstellhalle
Eine zentrale, unterirdische Einstellhalle erschliesst mit Liftanlagen jedes Treppenhaus der drei Neubauvolumen direkt und im Trockenen. Der Ersatzneubau im westlichen Teil des Bauernhauses kann zu einem späteren Zeitpunkt unterirdisch ebenfalls direkt an die Einstellhalle angeschlossen werden. Die Besucherparklätze befinden sich aufgrund des Steilhanggrundstücks in der Einstellhalle. Die Einfahrt und Ausfahrt erfolgt über die Einstellhallenrampe an der Bernstrasse.
Wohnungsmix
Der im Studienauftragsprogramm geforderte Wohnungsmix wird wie folgt erfüllt:
2 x 2,5-Zi Wohnung / 9 x 3,5-Zi Wohnung / 8 x 4,5-Zi Wohnung
Total: 19 Wohnungen (Optional: 18 – 21 Wohnungen)
Zusätzlich werden im bestehenden Bauernhaus eine neue 3,5-Zi Erdgeschosswohnung und eine 3,5-Zi Obergeschosswohnung plus Galerie geplant. Auf der Westwiese des Überbauungsperimeters wir ein neues Doppelhaus mit zwei 4,5-Zi Wohnungen geplant.
Materialisierung
Die Neubauten weisen im Bereich Erd- / Kellergeschoss mit Direktanschluss an die Wiese eine glatte Betonschalung auf. Die Wohngeschosse darüber sind mit einer vertikalstrukturierten plus- / minus Lattungsschalung mit Tiefenwirkung (Schatten) materialisiert. Die Attikafassaden sind – weil dreiseitig zurückversetzt – mit einer Holzfassade versehen, welche die Höhe und das Volumen der Häuser optisch verkleinert. Die Attikaterrassen sind begrünt.
GF / NF
Die oberirdische Geschossfläche (ohne Bauernhausanbau und Neubau Doppelhaus auf der Ostwiese des Überbauungspermimeters) beträgt 2’440 m2- Die Hauptnutzfläche beträgt 1’864 m2.
Statik
Die drei Baukörper der Wohnhäuser sind in der Höhe der Hanglage angepasst, die Einstellhalle befindet sich dazwischen. Diese ist mit einer im Tagbau erstellten Rampe direkt von der Bernstrasse her erschlossen. Die Wohnungen sind deswegen auf dem kürzesten Weg erreichbar. Die kompakte Anordnung ermöglicht eine abgestufte Baugrube, bei welcher Aushub- und Hinterfüllungsarbeiten minimiert sind und der ursprüngliche Terrainverlauf erhalten bleibt. Baugrundgutachten aus der näheren Umgebung zeigen, dass die Deckschicht schlecht tragfähig ist und die Gebäudehauptlasten auf dem in 2 bis 3 m tiefen Molassefels zu fundieren sind. Dieser ist relativ gut abbaubar und dennoch standfest, so dass eine Baugrubensicherung voraussichtlich nur gegen den Höheweg hin notwendig ist. Die Gebäude selber werden nach den üblichen Regeln der Baukunst berechnet mit Gewährleistung der Anforderungen an Tragsicherheit und Gebrauchstauglichkeit inkl. Erdbebensicherheit und unter Berück- sichtigung der entsprechenden SIA-Normen.
Umwelt / Nachhaltigkeit
Die kompakten Gebäudevolumen mit einem tiefen Fensteranteil ermöglichen eine nachhaltige und ökologische Bauweise, welche systemgetrennt, einen hohen Energie- labelstandard aufweisen sollte. Mit dem GEAK AII Label könnte beispielsweise mit einem grosszügigen Fotovoltaikanteil auf den Flachdächern eine seit dem 1. Januar 2018 mögliche Stromerzeugergemeinschaft für die drei Mehrfamilenhäuser im Verbund begründet werden; diese hat Vorteile für die Eigentümer: Der überschüssig produzierte Solarstrom kann an die BKW verkauft werden. Mit je einer Wärmepumpe pro MFH oder einer Heizzentrale mit grösserer Wärmepumpe könnte eine ressourcen- und immissionsfreie Heizung betrieben werden.weniger