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An den Dressur-Schweizermeisterschaften in Turbenthal Mitte September des letzten Jahres wurde Friedrich der Grosse, das Pferd von Estelle Wettstein (Wermatswil) positiv auf dieselben Substanzen (Codein, Oripavin und Morphin) getestet wie einige Wochen zuvor die beiden Pferde Nino de Buissonnets und Nasa von Steve Guerdat. Dies in vergleichbar geringen Mengen ohne jegliche Wirkung auf die Leistung.
Der Olympiasieger hatte in aufwändigen und kostspieligen Verfahren nachgewiesen, dass eine Kontamination des Futters als Grund für die positiven Proben sehr wahrscheinlich war, die Sperre wurde in der Folge aufgehoben, Guerdat vollständig rehabilitiert.
Der Schweizerische Pferdesportverband gab nach dem «Fall Guerdat» eine Weisung für die Sportreiter heraus, die Futtermittel des betroffenen Herstellers zu ersetzen. Dieser Weisung kam Familie Wettstein bei ihren Sportpferden im August nach. Dennoch wurde Friedrich der Grosse Mitte September an der Dressur-SM positiv getestet.
Estelle Wettstein wurde im Zuge der Schweizer Meistertitel mit Friedrich der Grosse in der Kategorie U25 aberkannt, und sie erhielt eine Sperre von einem Monat, die sie vom 7. Dezember bis 7. Januar abgesessen hat. Letzteres, weil «nicht alle zumutbaren Sorgfaltsmassnahmen zur Verhinderung des Dopings getroffen worden waren.»
Weil Familie Wettstein keinen Gegenbeweis erbringen konnte, konnte die Sanktionskommission nicht anders entscheiden. Auf einen Rekurs verzichtete Familie Wettstein, denn wie aus dem «Fall Guerdat» ersichtlich worden war, können winzigste Substanzen, sprich ein einziger Schlafmohnsamen, bereits einen positiven Befund ergeben.
Ein Interview mit Estelle Wettstein und weitere Stellungsnahmen zum neuerlichen Fall gibt es in der nächsten «PferdeWoche» (Nr. 2 vom 20. Januar).
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