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Neue Forschungsergebnisse
Intensive Bewegung nicht vermeiden – wenn möglich
Bechterew-Patienten gehen objektiv gemessen gleich häufig körperlichen Aktivitäten nach wie Nicht-Betroffene. Die Betroffenen betreiben aber weniger intensiv Sport.
S. VAN GENDEREN ET AL., MAASTRICHT UNIVERSITY MEDICAL CENTER+
Ein holländisches Forscherteam hat Bechterew-Betroffene und Nicht-Betroffene während sieben Tagen mit einem triaxialen Beschleunigungsmesser ausgestattet, der ihre körperliche Betätigung aufzeichnen sollte. Bei der Studie wurden 135 Bechterew-Betroffene und 99 Nicht-Betroffene eingeschlossen. Das Durchschnittsalter der Betroffenen war 51 Jahre, 60 % von ihnen waren männlich. Ihr Body-Mass-Index (BMI) betrug im Durchschnitt 26. Bei den Nicht-Betroffenen war das Durchschnittsalter 45 Jahre, 67 % waren männlich und der BMI betrug 25.1.
Das Ziel dieser Studie war es, das Total der körperlichen Aktivität (total amount of physical activity; TPA) der Betroffenen mit jener der Kontrollgruppe zu vergleichen. Zudem sollte die Zeit, welche Aktivitäten mit unterschiedlicher Intensität gewidmet wurde, verglichen werden. Schliesslich ging es in dieser Studie auch darum, gewisse Faktoren, die einen Einfluss auf die körperliche Aktivität haben, zu entdecken.
Zusätzlich zum Beschleunigungsmesser mussten die Studienteilnehmer eine Reihe von Fragen beantworten. Bei den Bechterew-Betroffenen konnten so demographische und krankheitsbezogene Einflussfaktoren auf verschiedene Intensitäten von körperlicher Aktivität identifiziert werden.
Weniger intensiv
Die Messungen mit dem Beschleunigungsmesser zeigten, dass das Total der körperlichen Aktivität bei beiden Gruppen (Betroffene und Nicht-Betroffene) gleich war. Die Auswertung hinsichtlich der Intensität der körperlichen Aktivität zeigte hingegen, dass die Betroffenen weniger Zeit damit verbrachten, einer moderaten bis intensiven körperlichen Aktivität nachzugehen. Zusätzliche Analysen der Daten konnten zeigen, dass sich neben dem BMI und den körperlichen Einschränkungen gemäss Bath Ankylosing Spondylitis Functional Index (BASFI) auch die Krankheitsdauer negativ auf die Dauer von moderater bis energischer körperlicher Aktivität auswirkt.
Interessanterweise verbrachten Patienten, die 52 Jahre oder älter waren, und die einen höheren Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index (BASDAI) aufwiesen, weniger Zeit mit sitzenden und mehr Zeit mit leichten körperlichen Aktivitäten. Insgesamt konnte also gezeigt werden, dass die Betroffenen gegenüber den Nicht-Betroffenen dazu tendieren, körperliche Aktivitäten mit höheren Intensitäten zu vermeiden. Die wahrgenommenen körperlichen Einschränkungen sowie der BMI hatten jedoch bei beiden Gruppen den gleichen Einfluss auf die körperliche Aktivität.
Intensivere Bewegung, aber nicht für alle
Regelmässige Bewegung wird von der ASAS (Assessment of Spondyloarthritis international Society) sowie von der Europäischen Rheumaliga EULAR als wichtiges Element der nicht-pharmakologischen Behandlung des Morbus Bechterew empfohlen. Aktivitäten mit einer höheren Intensität haben bekannte positive Effekte auf die Gesundheit, insbesondere auf das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden. Aufgrund der vorliegenden Resultate sollte deshalb ein stärkeres Gewicht auf Aktivitäten gelegt werden, bei denen nicht ausschliesslich Haltungs- und Dehnübungen im Vordergrund stehen, sondern auch körperliche Aktivitäten mit höherer Intensität. Ob diese Aktivität jedoch für alle Patienten und zu jedem Zeitpunkt des Krankheitsverlaufs zu empfehlen ist, müsste in weiteren Untersuchungen dargelegt werden.