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Kommentar: Dominic Suter
Ein Film, der einiges Unbehagen auslöst. Ester, ihre Schwester Anna und deren Sohn Johan sind herrenlos einem visuellen Hunger überlassen. Sie kontrollieren und verschlingen sich gegenseitig mit Blicken. Der Film über die Macht der Bilder und die Ohnmacht der Sprache aus dem Jahre 1963 berührt aktuelle Fragen: Hat der Körper die Seele besiegt? Sind wir verloren oder können wir das verlorene Objekt als erotisches Objekt und in der Sprache wieder finden? Bergman desavouiert das Fleischliche nicht. Er problematisiert gerade das Abwenden des Blickes und die Verweigerung der Anerkennung der Differenz. So gelingt ihm ein angeblich "pornographischer" Film, der nicht nur die Frau, sondern auch das Wort enthüllt.