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Bereits vor zehn Jahren stand in Kerzers ein Generalrat, also ein Gemeindeparlament, zur Debatte - und wurde an der Urne mit 53 Prozent Nein-Stimmen knapp abgelehnt.
Heute sind die Vorzeichen jedoch anders: 2005 zählte Kerzers rund 4300 Einwohner und eine Beteiligung an der Gemeindeversammlung von etwa fünf Prozent. Heute hat Kerzers fast 5000 Einwohner, jedoch gehen keine drei Prozent mehr an die Gemeindeversammlung.
«So kann es nicht weitergehen», meinte Bernhard Johner von der SP, «sonst kommt bald gar niemand mehr an die Gemeindeversammlung». Auch die drei anderen Ortsparteien, FDP, CVP und SVP, befürworten einen Generalrat, ebenso der Gemeinderat.
Gemeindepräsidentin Susanne Schwander, die im Publikum sass, meinte: «Wenn kaum Leute an einer Gemeindeversammlung sind, frage ich mich, interessiert es sie nicht?»
«Habe grosse Bedenken»
Jedoch kamen aus dem Publikum auch kritische Stimmen: «Ich habe grosse Bedenken, dass wir überhaupt 50 Generalräte finden», meinte ein Bürger, angesichts des schwindenden Polit-Interesses. Und ein anderer Mann fragte: Was, wenn die Bürger mit dem Generalrat unzufrieden sind? «Schafft sich der Generalrat dann selber ab? Oder ein Referendum? Oder der Gemeinderat?»
Fragen und Bemerkungen, die zeigten: Die Abstimmung vom 8. März über ein Gemeindeparlament ist in Kerzers noch nicht gewonnen.