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Um Probleme bei der Enthauptung mittels Schwert und Beil zu eliminieren wurde schon früh über eine mechanische Vorrichtung nachgedacht. Es wird berichtet, dass schon im Jahre 1000 in Irland eine Vorrichtung existierte, die im Prinzip eines Fallbeils für Exekutionen verwendet wurde. Als Klinge wurde angeblich ein Feuerstein verwendet. Allerdings ist dies nicht bewiesen. Sicher ist jedoch, dass schon im 13.Jhd. in fast ganz Europa Fallbeilartige Geräte zum Einsatz kamen. In Deutschland wurde sie die Diele genannt, Mannaia in Italien, The maiden in Schottland.
Die Geräte wurden aber nach kurzer Zeit wieder abgeschafft, weil die Maschine einfach zu schnell war und die Zuschauer teilweise gar nicht mitbekamen was passierte. Es knallte, gesehen habe man fast nichts und kaum hatte die Prozedur begonnen, war sie auch schon wieder vorbei und man konnte wieder nach Hause gehen. Dies war in einer Zeit wo Abwechslung selten und unbeliebt war, so, dass man zum Schwert und Beil zurückgriff und die Maschine geriet in Vergessenheit.
Erst zur französischen Revolution wo täglich bis zu 500 Menschen hingerichtet wurden, war eine Maschine effizienter und der Show Effekt wurde durch die Masse der Verurteilten wieder hergestellt. Man war also auf der Suche nch einer humanen, modernen Hinrichtungsmethode und so hat sich im Jahre 1790 ein Medikus und Jurist namens Joseph Ignaz Guillotin im Senat gemeldet und eine mechanische Vorrichtung vorgeschlagen, die eine Vereinheitlichung der Todesstrafe, also die gleiche Exekutionsmethode für alle todeswürdigen Verbrechen, sowie eine Entlastung des henkers, der sich nicht mehr um Fehlschläge (Patzer) kümmern musste, nach sich bringt.
Auch tötete die Maschine und nicht mehr der Henker selbst, zudem sollte sie unnötiges Leiden des verurteilten minimieren.
Dieser Dr. Guillotin hatte aber keine Ahnung wie so eine Maschine auszusehen hatte. Damit wurde dann ein Doktor Antoine Louis betraut der sich mit einem deutschen klavierbauer namens Tobias Schmitt an den Bau eines Prototyps der Maschine machte. Eigentlich musste man das Gerät gar nicht erfinden, denn es existierten Zeichnungen von früher verwendeten Apparaturenund zudem waren auch schon sehr ähnliche Geräte im Gebrauch, halt nur nicht zum töten, sondern zum Prägen von Münzen oder zum Einrammen von Pflöcken im Strassenbau.
Anfänglich wurde die Apparatur "Louisette" oder "Louison" genannt. Sie wurde an einem toten Schaaf getestet, welches den Test jedoch nicht bestand, denn der Kopf des Schaafs war nicht vollständig vom Rumpf getrennt. Also wurde die Maschine verbessert und Umgebaut, konnte aber trotzdem keine befriedigende Resultate gewährleisten. Es wird behauptet, dass sich sogar der französische König Ludwig der XVI, der ein begeisterter Bastler mit eigener Werkstatt war, dem Problem annahm und dabei die Klinge mit der schrägen Schneide entwickelte.
Anfänglich war die Schneide waagerecht, auch leicht gewölbt und hat mehr gehackt als geschnitten. Mit dieser Verbesserung funktionierte die Enthauptungsmaschine und man sagt, dass Louis XVI. seine eigene Erfindung etwa neun Monate später am eigenen Hals ausprobieren konnte. Die Maschine erhielt schliesslich den Spitznamen "Guillotine", nicht nach seinem Erfinder, sondern von dem Mann, der durch seinen unermüdlichen Einsatz zu ihrer Einführung und Verbreitung massgeblich beigetragen hatte.
Das erste Mal wurde die Maschine im April 1972 an Nicolas Pelletier und das letzte mal 1977 an Hamida Djandoubi in Marseille verwendet. (Video der letzten öffentlichen Enthauptung durch die Guillotine)
In der Schweiz wurde die Guillotine 1839 eingeführt und das letzte Mal 1940 am Raubmörder Hans Vollenweider in Sarnen, Kanton Obwalden verwendet.
(Siehe; Die letzte Hinrichtung in der Schweiz)