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Der Grammy-Preisträger Ian Brennan (Kyp Malone, Tinariwen) hat seine Lieblingstracks aus dem Werk des italienischen Superstars Jovanotti zusammengestellt und ein paar neue Songs produziert.
Drei neue Songs sind zu hören auf dem amerikanischen Début des italienischen Cantautore, Rappers und Sängers, der sich immer wieder neu erfindet. Angefangen hat er als noch eher ungelenker Rapper (in englischer Sprache notabene), doch seine Liebe zur Musik und sein politisches Engagement haben ihn zum wohl wichtigsten italienischen Pop-Star gemacht: zu einem Künstler, der mit Stars aus Afrika und Lateinamerika zusammenarbeitet, der immer offen ist für neue Sounds, der als Rapper und Sänger mit viel Poesie überzeugt.
Brennans Jovanotti
Genau das aber zeigt die von Ian Brennan kompilierte und teilweise neu produzierte CD nur zum Teil: die elektronischen Einflüsse aus der letzten CD «Ora» wurden konsequent ausgeblendet, auch die Gastauftritte von Mariam & Amadou , Carlinhos Brown und anderen wurden ausgespart. Trotzdem ist es Ian Brennan gelungen, ein für das Indie-Label ATO Records passende CD zusammenzustellen; zwar fehlen sicherlich viele wichtige Tracks aus Lorenzo «Jova» Cherubinis Werk (u.a. auch seine grössten Hits), auch wurde auf diskografische Angaben – abgesehen von Jahreszahlen – völlig verzichtet. Neben drei neuen Tracks stammen drei weitere aus «Buon Sangue»; zwei Tracks aus seinem letzten Werk «Ora» und jeweils ein Song aus «Safari», «Lorenzo 1994», «Lorenzo 1997», «La mia moto» und «Il quinto mondo». Bei dem Stück aus «Il quinto mondo» handelt es sich allerdings nicht um die Albumversion, sondern um die spanische Fassung – offenbar wollte Brennan zeigen, dass Jovanotti auch spanisch singen kann (und in den USA hat das Spanische ja doch sicher einen grösseren Appeal als das Italienische). Dies erscheint aber gerade durch den Titel der CD nicht unbedingt gerechtfertigt. Auch befindet sich kein einziger Track aus dem Jahre 1988 auf der CD – und zu allem Überfluss wurden die Lyrics von «Sálvame» noch falsch übersetzt.
Freud herrscht?
Die englische Übersetzung lautet folgendermassen: «The journalist and writer loves war, because it reminds him of when he was young and pretty». Auf Spanisch singt «Jova»: «La reportera de moda que ama la guerra/ Porque eso le recuerda que era jóven y bella». Oder im italienischen Original : «La giornalista scrittrice che ama la guerra/ perchè le ricorda quando era giovane e bella». Die Übersetzerin hat also nicht gemerkt, dass es sich bei der Journalistin, von der Jovanotti singt (es handelt sich übrigens um Oriana Fallaci), eben um eine Frau handelt – obwohl dies sowohl auf Spanisch als auch Italienisch klar ersichtlich ist. Ein Freudscher?
Trotz all diesen Mängeln ist es Ian Brennan und ATO Records hoch anzurechnen, dass sie Jovanotti dem amerikanische Publikum vorstellen – und man hört sie gern, die neue CD. Last but not least muss auch erwähnt werden, dass die neuen Stücke wirklich zu überzeugen wissen – u.a. Jovanottis Hommage an New York, die von Ian Brennan mitkomponiert wurde. Sein Englisch hat sich in den letzten 30 Jahren dabei kein bisschen verbessert…
Lorenzo Jovanotti Cherubini «Italia 1988-2012» ATO Records 2012.
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