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Die administrative Region „Sobradinho“ wurde im Jahr 1989 angegliedert und hat eine Fläche von 572,59 km. Ihre erste kleine Siedlung wurde im Einweihungsjahr von Brasília, 1960, gegründet, auf einer Fazenda, die „Larga dos Olhos D‘ Água“ hiess – hierher brachte man Familien aus den Notunterkünften „Bananal“ und „Vila Amauri“, deren Terrain von den steigenden Wassern des gestauten „Rio Paranoá“ überschwemmt wurden.
Der Name des Ortes – er bezeichnet ein „doppelstöckiges Häuschen“ – entstand so: als die Bewohner hierher versetzt wurden, fanden sie am Ufer eines Flusses ein Holzkreuz aus dem Jahr 1850 vor, auf dessen Querbalken ein kleiner Vogel, der „João-de-Barro“ (Hans von Lehm) sich ein „doppelstöckiges Häuschen“ hingebaut hatte – auf der üblichen, kreisrunden Behausung aus Lehm, mit Schlupfloch, noch eine zweite oben drauf – ein „Sobradinho“. Nun bemerkten die Entdecker dieses Kuriosums, dass nur das obere Schlupfloch offen, das untere aber zugeschmiert war und als sie es mit der Spitze einer Machete öffneten, fanden sie auf der Nestpolsterung aus Gras und kleinen Zweigen einen halbverwesten Vogelkörper. Und da war ihnen alles ganz klar, denn jeder kennt in Brasilien die tragische Geschichte vom kleinen „João-de-Barro“, der die Untreue seiner Frau bestraft, indem er sie einmauert.
Dass er aber, wie in diesem Fall, den Tod seiner Geliebten betrauert, indem er sein Haus über ihrem Grab baut, das war allen neu und wurde von nun an in die Geschichten und Legenden der Bewohner mitaufgenommen. Man liess das „Doppelhäuschen“ an seinem heiligen Platz, aber der kriminelle Vogel hat sich nach dieser Graböffnung seiner Geliebten nie mehr dort sehen lassen!
Sobradinho hat einige der besten Kunsthandwerker der Gegend hervorgebracht – sie verarbeiten Holz, Leder und Halbedelsteine – ihre Produkte finden sich auf offenen Märkten des ganzen Landes. Hier ist auch der Kino- und Video-Pol des Regierungsdistrikts untergebracht. Das Gebiet wird vom Netz der Flüsse „Rio São Bartolomeu“ und „Rio Maranhão“ gespeist. Das Landschaftsschutzgebiet ist nach dem ersten Fluss benannt: „Area de Proteção Ambiental de São Bartolomeu“. Es liegt 22,1 km von Brasília entfernt.