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Kandidatur für den Nationalrat in den Kantonen mit mehreren Sitzen
So gehen Sie vor, wenn Sie in diesen Kantonen kandidieren wollen: ZH, BE, LU, SZ, ZG, FR, SO, BS, BL, SH, SG, GR, AG, TG, TI, VD, VS, NE, GE, JU.
Wenn Sie in einem dieser Kantone zu den Nationalratswahlen antreten wollen, müssen Sie erstens die Wählbarkeitsvoraussetzungen erfüllen. Dann müssen Sie Ihre Kandidatur bei der Staatskanzlei oder in einigen Kantonen bei dem Departement einreichen, das zuständig ist für deren Bereinigung.
Wahlvorschlag
- Eine Kandidatin oder ein Kandidat darf nur eine Kandidatur einreichen und nur in einem Wahlbezirk.
- Der Name einer Kandidatin oder eines Kandidaten kann auf dem gleichen Wahlvorschlag zweimal stehen (Kumulieren).
- Jede Kandidatin und jeder Kandidat muss folgende Angaben machen: den Namen und Nachnamen (den offiziellen ebenso wie denjenigen, unter dem die betreffende Person gemeinhin oder in der Politik bekannt ist), das Geschlecht, das Geburtsdatum, den Beruf, die Adresse einschliesslich Postleitzahl für Sendungen, Heimatort und Kanton, in dem dieser sich befindet.
- Jede Kandidatin und jeder Kandidat muss schriftlich bestätigen, dass sie oder er mit der Kandidatur einverstanden ist. Ohne Bestätigung wird der betreffende Name vom Vorschlag gestrichen.
- Eine Kandidatin oder ein Kandidat oder eine Gruppe von Kandidatinnen und Kandidaten, die für die gleiche Partei/Bewegung antreten, bildet einen “Wahlvorschlag”.
- Der Wahlvorschlag darf höchstens so viele Namen enthalten, als im Kanton Nationalrätinnen und Nationalräte zu wählen sind. Enthält ein Wahlvorschlag mehr Namen, so werden die letzten gestrichen.
- Jeder Wahlvorschlag muss eine Bezeichnung tragen, die ihn von den andern Wahlvorschlägen abhebt
Unterzeichnerinnen und Unterzeichner und Sitze
Steht der Wahlvorschlag, so muss er von einer Mindestzahl von Personen handschriftlich unterzeichnet werden. Diese Personen müssen stimm- und wahlberechtigt sein und ihren politischen Wohnsitz im betreffenden Wahlkreis haben. Die Mindestzahl beträgt:
- 100 Unterschriften in Kantonen mit 2–10 Sitzen (LU, SZ, ZG, FR, SO, BS, BL, SH, GR, TG, TI, VS, NE, JU)
- 200 Unterschriften in Kantonen mit 11–20 Sitzen (SG, AG, VD, GE)
- 400 Unterschriften in Kantonen mit mehr als 20 Sitzen (ZH, BE).
Eine Stimmberechtigte oder ein Stimmberechtigter darf nicht mehr als einen Wahlvorschlag unterzeichnen und kann nach der Einreichung des Wahlvorschlags die Unterschrift nicht mehr zurückziehen.
Ausnahmen
Die Mindestzahl an Unterschriften (Quorum) gilt nicht für eine Partei, die folgende Voraussetzungen erfüllt:
- Die Partei war am Ende des den Wahlen vorangehenden Jahres bei der Bundeskanzlei ordnungsgemäss registriert (Art. 76a).;
- Sie ist in der zu Ende gehenden Legislatur für den selben Wahlkreis (= Kanton) im Nationalrat vertreten oder erreichte in diesem Kanton bei den letzten Wahlen zur Gesamterneuerung des Nationalrats mindestens 3 Prozent der Stimmen.
Eine solche Partei muss lediglich die rechtsgültigen Unterschriften aller Kandidatinnen und Kandidaten sowie der präsidierenden und der geschäftsführenden Personen einreichen
Vom Wahlvorschlag zur Liste
Nun müssen Sie den Wahlvorschlag fristgerecht bei Ihrem Kanton einreichen.
Die Wahlvorschläge werden von der Staatskanzlei oder in einigen Kantonen vom dafür zuständigen Departement bereinigt. Nach der Bereinigung heissen sie Listen.
Jede Liste bekommt eine Nummer.
Listenverbindungen und Unterlistenverbindungen
Um die Chance einer Wahl zu vergrössern, können Parteien oder kandidierende Gruppen entscheiden, ihre Listen zu verbinden.
Listenverbindungen und Unterlistenverbindungen
Um die Chance einer Wahl zu vergrössern, können Parteien oder kandidierende Gruppen entscheiden, ihre Listen zu verbinden.
Frist für die Kandidatur
Die Wahlvorschläge müssen spätestens am Tag des Wahlanmeldeschlusses beim Kanton eintreffen. Die Kantone teilen der Bundeskanzlei jeden Wahlvorschlag mit.
Das kantonale Recht bestimmt einen Montag im August des Wahljahres als Wahlanmeldeschluss. Die genauen Daten werden auf der Webseite Ihres Kantons rechtzeitig veröffentlicht oder sie können bei der zuständigen Behörde erfragt werden.
Ab dem zweiten Montag nach dem Wahlanmeldeschluss kann kein Wahlvorschlag mehr geändert werden, es sei denn, es werden nachträglich Mehrfachkandidaturen entdeckt; in diesem Fall wird der Vorschlag annulliert. Das kantonale Recht kann die Bereinigungsfrist auf eine Woche verkürzen.