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Karl Barth Wanderausstellung in Domat/Ems
Karl-Barth-Jubiläum
Eine Legende berichtet: Am Rande einer Oase wuchs eine schöne junge Palme. Ein missgünstiger Passant kam vorbei und legte der jungen Palmen einen Stein in die Krone und lachte. Die Palme versuchte den Stein abzuschütteln, doch es gelang ihr nicht. Die Zeit verging. Da krallte sie ihre Wurzeln noch tiefer in die Erde, an den Rand einer Wasserader und fand bald die Kraft, den Stein mit ihrer Blätterpracht zu umfangen und hochzudrücken. Nach ein paar Jahren war eine wunderschöne grosse Palme zu sehen. Zufällig kam der gallige Mann wieder vorbei. Die Palme verneigte sich vor ihm und sagte: «Ich danke Dir, Deine Last hat mich stark gemacht!»
Soweit die Legende, die wir vielleicht auch auf unser Leben beziehen können. Das Leben von Karl Barth, dem berühmten Schweizer Theologen war auch mit manchen Hindernissen, «Steinen» beschwert.
1919, als er den sensationellen Römerbriefkommentar schrieb -gegen die damalige kirchliche Theologenwelt, die mehrheitlich für den Ersten Weltkrieg stimmte- blies ihm der Wind entgegen. 1933/1934, schon Professor geworden in Deutschland, wurde er von den Hitlertreuen «Deutschen Christen», dann sogar von Teilen der Bekennenden Kirche bekämpft und 1935 aus Deutschland ausgewiesen. Auch Sozialisten waren von ihm enttäuscht. Trotzdem oder gerade wegen dieser «Steine» in der Krone, wurde der gebürtige Basler bald zum wichtigsten Theologen seiner Zeit, den Widerstand in ganz Europa von der Schweiz aus unterstützend, befreiend Christus als einzigen Herrn der Kirche bekennend.
Barth war kein Held oder Heiliger. Er ist weniger bekannt wie Bonhoeffer. Barth hatte Humor. In kirchlichen Kreisen eine nicht immer vorhandene Eigenschaft. Es wird berichtet: Als ihn eine vornehme Frau einmal fragte, ob sie im Himmel all die ihren wiedersehe, antwortete er schmunzelnd: «Ganz gewiss, aber die anderen auch….».
Vom 15.-29. September wird in unserer Kirche in Domat/Ems eine Wanderausstellung zum internationalen Karl-Barth-Jubiläum 2019 zu sehen sein, mit interessantem Begleitprogramm.
Es grüsst Sie herzlich
Hans Walter Goll, Pfarrer