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die größte, fruchtbarste, bevölkertste Insel des Mittelmeers, von der Halbinsel Calabrien
durch die Straße von Messina getrennt und nur 120 km von dem nächsten Küstenpunkte Afrikas entfernt, hat die Gestalt eines
Dreiecks, dessen Spitzen Kap Faro oder Peloro (Promontorium Pelorum) im NO., Kap Boeo (Lilybaeum) im W. und Kap Passero (Pachynum)
im S. bilden. Die Insel hat nach einer neuen Ausmessung der Generaldirektion der Statistik 25461 km, mit
den zu ihr gerechneten Liparischen und Ägadischen Inseln sowie den Eilanden Ustica, Pantelleria, Linosa und Lampedusa 25740 qkm. 1881 betrug
die Bevölkerung 2927901 (1468104 männl., 1459797 weibl.) E. Für Dez. 1893 wurden 3404665
E. berechnet, also 132 auf 1 qkm. (S. Karte: Unteritalien, Bd.
9, S. 741.)
Oberflächengestaltung. Die 320 km lange Nordküste hat die Golfe von Palermo und Castellammare, die 215 km lange Ostküste
die Golfe von Messina, Catania, Augusta und Siracusa, die 285 km lange Südküste keinen einzigen tiefer eingeschnittenen Meerbusen
aufzuweisen. Die Insel ist sehr gebirgig; große Tiefebenen sind nicht vorhanden. Nur südwärts von Catania
breitet sich, zwischen den Flüssen Simeto und Gornalunga, die gepriesene Ebene von Catania (Ager Leontinus) aus.
Noch beschränktern Umfangs sind die Küstenebenen von Milazzo im NO., von Palermo im NW., von Terranova und Licata im S. Abgesehen
von der jüngsten Gebirgsbildung, dem Vulkan Ätna (s. d.), der ein selbständiges System bildet, sind zwei
Gebirgskomplexe zu unterscheiden. Die längs der Nordküste sich hinstreckende Gebirgskette beginnt mit den Monti Pelloritani,
die sich vom Kap Faro an der Ostküste bis an das Thal des Alcantara und nach Taormina hinziehen und bis 1374 m ansteigen. Es
ist dies ein von tiefen Thälern durchfurchter, teils kahler, teils mit reicher Vegetation bedeckter Rücken,
der durch seine Zusammensetzung aus Granit und Gneis mit dem calabrischen Apennin übereinstimmt.
Westlich von Taormina wendet sich das Gebirge unter dem Namen Monti Nebrodi (Neurodes Montes) gegen Westen und erreicht südlich
von Cefalu seine größte Höhe im Pico Antenna (1975 m) in der Gruppe Le Madonie. Weiter westlich von
Termini ist es sehr durchbrochen und löst sich in einzelne Rücken und Berge auf. Dieser nördl. Gebirgszug fällt unmittelbar
zur Meeresküste ab, steiler als das Südgehänge, dessen Fuß 3-400 m über der Meeresfläche bleibt. Es legt sich nämlich
der Südseite ein Plateau mit tertiären und vulkanischen Bildungen an, das sich südwärts allmählich
abdacht und im Innern inselartige Bergpartien trägt, die auf einen ehemaligen Zusammenhang deuten.
Wichtig ist als zweiter Gebirgskomplex der mit dem ersten zusammenhängende der Südostspitze der Insel, dessen Berge (Montes
Heraei) in dem Monte-Lauro 985 m erreichen. In der Südabdachung der Insel befinden sich die berühmten
Schwefellager in einem Gebiete, dessen Grenzen durch die Städte Girgenti, Lercara, Centuripe, Caltanissetta und Terranova bezeichnet
werden. Infolge der fast gänzlichen Entwaldung herrscht große Wasserarmut. Flüsse sind zwar in Menge vorhanden, aber die
meisten liegen im Sommer trocken, während sie im Winter und Frühjahr plötzlich als wilde Bergströme
Verwüstung anrichten und überdies die Herstellung und Erhaltung der
mehr
Verkehrswege erschweren. Die bedeutendsten Flüsse sind im O. der Alcantara, Simeto (Giaretta) mit Salso, Dittaino und Gornalunga,
im S. der Salso, Platani und Belice. Der größte See S.s ist der Lago di Lentini, im Thale des im S. des Simeto mündenden Lionardo,
der im Sommer die Umgegend durch seine Ausdünstungen verpestet. Mineralquellen und Bäder, größtenteils
Schwefelthermen, schon im Altertum berühmt, sind die von Ali, südlich von Messina, Sciacca, Termini Imerese, Termini bei Barcellona,
Acireale u. s. w. Der Reichtum an Schwefel und Schwefelthermen, die Schlammvulkane bei
Girgenti und Caltanissetta, die Naphthaquellen bei Mistretta, die Steinölquellen bei Caltanissetta, die nicht seltenen Erdbeben
und andern Erscheinungen kennzeichnen, auch abgesehen vom Ätna, die Insel als ein größtenteils vulkanisches
Revier, zu welchem auch die Liparen gehören. Der Sommer, vor allem Juli, ist regenlos, der Winter ist Regenzeit, selten sinkt
das Thermometer unter den Gefrierpunkt. Oktober bis März herrscht Westsüdwestwind, Mai bis August Nordostwind vor; häufig
weht der Sirocco.
Erwerbszweige. Infolge des Wassermangels ist die einst so bedeutende Fruchtbarkeit der Insel, die ihr den Namen der Kornkammer
Italiens verschafft hatte, zurückgegangen, doch ist sie noch immer groß. Die Hauptkultur ist wie früher die des Weizens,
dann Gerste und Bohnen. Ein Hindernis des rationellen Anbaues besteht darin, daß die großen Grundeigentümer
ihr Land in kleinen Stücken auf kurze Zeit vergeben, wodurch es dem Pachter sehr schwer wird, Verbesserungen einzuführen.
Wo dagegen der Grundbesitz mehr geteilt ist, haben auch die neuern Methoden der Landwirtschaft Eingang gefunden.
Mit dem großen Grundbesitz hängt es auch zusammen, daß es in S. so wenige Dörfer giebt. Die Landarbeiter
wohnen in den Städten zusammengedrängt, welche deshalb auch meistens einen keineswegs ihrer Einwohnerzahl entsprechenden
städtischen Charakter haben, überdies bedienen sich die Großgrundbesitzer in der Regel der Hilfe von Vermittlern, wodurch
die Lage der Pächter, die somit Afterpächter sind, schlechter wird. Die Viehzucht wird weniger von den
Grundbesitzern als von Spekulanten betrieben, welche das Vieh von einem gemieteten Weideplatze zum andern treiben.
Mehr und mehr verbreitet sich in S., zum Vorteil des Landes, die Baumkultur. Etwa 160000 ha werden von Weinpflanzungcn eingenommen
und die Insel liefert ausgezeichnete Weine (s. Sicilische Weine), unter denen der Marsala der bekannteste
ist. Außer den althergebrachten Mittelmeer-Kulturpflanzen sind besonders die Agrumen verbreitet (Orangen und Citronen), welche
in der Umgegend von Palermo, Milazzo, Messina, Catania den landwirtschaftlichen Charakter bilden.
Die Kastanienwälder reichen am Ätna noch bis 1300 m Höhe. Südfrüchte, Wein, Olivenöl, Kapern, Nüsse, ferner Wolle und Kanthariden
kommen zur Ausfuhr. Die Seidenkultur, schon seit dem 12. Jahrh.
eingeführt und von hier aus in Italien verbreitet, ist nur bei Messina belangreich. Bienenzucht wird viel getrieben und guter
Honig zur Ausfuhr gebracht. Sehr bedeutend ist der Thunfisch- und Sardellenfang, und an der Westküste gewinnt man schöne
Korallen. In der Landfauna treten einige afrik.
Elemente auf, z. B. Stachelschwein, Ginsterkatze, Purpurhuhn (Porphyrio haycinthinus Temm.), Laufhühner (Turnix sylvatica Desfont.)
u. a. m. Das Mineralreich bietet Silber, Kupfer und Blei, aber Bergbau
auf diese Metalle wird nicht getrieben. Dagegen liefert
die Insel Stein- und Seesalz in großer Menge, Marmor in vielen Arten, Chalcedone und die schönsten Achate, besonders aber
Schwefel. In Betrieb sind über 300 Gruben, dem jedesmaligen Grundeigentümer gehörig, die jährlich etwa 2,4 Mill. Doppelcentner
liefern.
Die Betriebsweise ist Raubbau, Maschinen sind noch unbekannt, Kinder schleppen das Gestein an das Tageslicht. Zwei Drittel sämtlicher
Gruben befinden sich in den Provinzen Girgenti und Caltanissetta, von denen die letztere die Hälfte alles
Schwefels liefert. Der Manufaktur- und Fabrikbetrieb ist unbedeutend. Der Seehandel, dessen Mittelpunkte Messina, Palermo
und Catania sind, wozu noch für Schwefel (außer den beiden erstern) Girgenti, Licata, Terranova, für Wein Marsala kommen, befand
sich bis in die neueste Zeit in den Händen ausländischer Kaufleute. Der Binnenhandel ist durch den Mangel
an Straßen sehr erschwert. Die Zahl der Chausseen nimmt in letzter Zeit bedeutend zu; doch hat die Südküste noch immer
großen Mangel daran. Über die Eisenbahnen s. Italienische Eisenbahnen. Submarine Kabel verbinden S. mit Reggio, mit Sardinien,
den Liparischen Inseln, mit Tunis und Malta.
Verwaltung. Nach der historischen, aus der Zeit der Sarazenenherrschaft stammenden Einteilung zerfiel die
Insel in die 3 Bezirke: Val di Demone im NO., Val di Noto im SO., Val di Mazzara im NW. Jetzt umfaßt S. 7 Provinzen:
Provinzen
Flächenraum in qkm offiziell
nach Strelbitskij
Einwohner 1881
Einw. auf 1 qkm
Caltanissetta
3769
3289
266379
71
Catania
5102
4984
563457
110
Girgenti
3862
3019
312487
81
Messina
4579
3227
460924
101
Palermo
5087
5142
699151
137
Siracusa
3697
3729
341526
92
Trapani
3146
2408
283977
90
Sicilien
29242
25798
2927901
100
Die oberste Gerichtsbehörde ist der Kassationshof zu Palermo. Unter ihm stehen die Appellationshöfe
von Palermo, Messina und Catania. In den Hauptstädten der Provinzen bestehen Bezirksgerichte. Palermo ist Sitz des Kommandanten
des sicil. Armeekorps. Das Unterrichtswesen umfaßt Volksschulen, technische und Realschulen, Gymnasien oder königl. Kollegien,
Lyceen, Seminarien, Akademien; Universitäten sind in Palermo, Messina und Catania.
Geschichte. (S. Karte: Das Alte Italien, Bd. 9, S. 742.) Die ältesten
Bewohner S.s waren Sikaner, vielleicht iber. Stammes, die durch die vom ital. Festlande eingewanderten Sikeler nach dem Westen
der Insel gedrängt wurden, wo noch in geschichtlicher Zeit Hyklara (Carini im Westen von Palermo) eine freie Sikanerstadt
war. Nach anderer neuerdings aufgestellter Meinung sind die Sikaner und Sikeler nur verschiedene Namen
eines Volks. Die Sikeler gründeten eine Menge Städte und kleine Fürstentümer, die sich noch in späterer Zeit von der mittlern
Nordküste tief in das Innere der Insel ausbreiteten, wo sie besonders das Symäthosthal und die Gegend um den Monte-Lauro
innehatten. Frühzeitig hatten die Phöniker auf den Landspitzen der Küste und den vorliegenden Inselchen
Handelsstationen gegründet und ihre Kulte
mehr
verbreitet. Aber erst die Griechen traten erobernd, Kolonien gründend und civilisatorisch auf, zunächst auf der Ost-, später
an der Süd- und Nordküste. 735 gründete angeblich Theokles aus Athen mit Euböern von Chalcis die Kolonie Naxus an der Mündung
des jetzigen Alcantara. Dann wurde 734 (alle ältern Gründungsdaten können höchstens angenähert gelten)
Syrakus von Doriern aus Korinth, 732 Messana-Zankle (Messina) von Chalcis und Kyme, 730 Leontini und Catana von Theokles, 728 Megara-Hybläa
(am Busen von Agosta) von Megara, 690 Gela (Terranova) von Rhodus und Kreta aus, 664 Acrä (Palazzolo) und (vielleicht) Henna
(Castrogiovanni) von Syrakus, 648 Himera (bei Termini) von Messana, 644 Casmenä (Scicli südwestlich von
Modica), 628 Selinus von Megara-Hybläa, 599 Camarina (südlich von Vittoria) von Syrakus, 582 Akragas oder Agrigentum (Girgenti)
von Gela aus angelegt.
Der Nordosten geriet so unter chalkidischen, der Süden unter dor. Einfluß. Die Sikeler und Sikaner wurden zum Teil den Griechen,
den Sikelioten, zinspflichtig und bebauten ihre Äcker als Halbfreie, während in den Städten der griech.
Adel als Grundbesitzer (in Syrakus Gamoren genannt) herrschte. Andere Teile der ältern Bevölkerung zogen sich in das bergige
Innere zurück. Die Phöniker wichen an die Westküste, wo sie Panormos (Palermo), Soloeis (Solanto), Motye (Isola di San Pantaleo)
u. a. hielten.
Aber um die Mitte des 6. Jahrh. v. Chr. stockte die Hellenisierung der Insel und des Westens überhaupt, wohl infolge des engern
Bündnisses, in welches die Italiker mit den Karthagern getreten waren. Gleichzeitig erschütterten Verfassungskämpfe die
griech. Kolonien. Um 500 herrschten in den bedeutendsten Städten Tyrannen, von denen Gelon von Syrakus und
Theron von Agrigent, verschwägert und verbündet, die griech. Herrschaft vor dem ihr drohenden Untergange bewahrten, als gleichzeitig
mit dem zweiten Perserkriege die Karthager, wahrscheinlich im Einverständnis mit Xerxes, über die Hellenen des Westens herfielen.
Die Schlacht bei Himera 480 rettete nicht bloß diese Städte, sondern das ganze Hellenentum S.s vor dem
Barbarentum der Karthager. Es begann die kurze Blütezeit, nur getrübt durch die Vernichtung der chalkidischen Städte der
Ostküste durch Gelon und Hiero I. Doch Verfassungskämpfe der einzelnen Stadtgemeinden, deren wachsende Demokratisierung,
dazu der sich stets geltend machende Gegensatz dorischer und ionisch-achäischer Städte mußten eine Katastrophe herbeiführen;
der große athenische Feldzug gegen Syrakus (415-413) beschleunigte sie noch.
Nach der Niederlage Athens strebte Syrakus als erste griech. Seemacht nach der Herrschaft über ganz S. und über Unteritalien.
Die Karthager brachen von ihren alten westl. Besitzungen nach dem Osten vor. Selinus und Himera wurden 409 zerstört, 406 Agrigent
genommen, 405 Gela und Camarina besetzt und tributpflichtig gemacht, 396 Messana geschleift. Diese Ereignisse
brachten Dionysius I. zur Herrschaft von Syrakus (s. d.). An die Geschichte dieser Stadt knüpfen sich fortan die
Geschicke von ganz S., auch nach der Invasion des Epirotenkönigs Pyrrhus und nach dem ersten Punischen Kriege.
Nach Roms Sieg 241 teilten Rom und Syrakus die Herrschaft, wobei freilich Rom den Löwenanteil erhielt. Im
zweiten Punischen Kriege wurde sodann 212 auch Syrakus und 210 Agrigent von den Römern erobert. Die
ganze Insel war nun eine
römische Provinz, unter einem Prätor, später Proprätor, sie zerfiel in die zwei Quästuren von Lilybäum und Syrakus.
Anfänglich suchten die Römer den während der langen Kriege heruntergekommenen Ackerbau S.s zu heben, aber nur um die Insel
desto mehr ausbeuten zu können.
Die von den Karthagern entlehnte Plantagenwirtschaft machte S. zwar zur Kornkammer Italiens, aber auch zum Schauplatz der
Sklavenkriege (s. d.), die den Wohlstand der Insel arg schädigten. S. kam unter den röm. Statthaltern
immer mehr herunter. M. Ämilius Lepidus (82) wurde noch durch Verres (s. d.) überboten, der (73-71)
die Insel sogar ihrer kostbarsten Statuen und Bildwerke beraubte. Auch die Bürgerkriege zwischen Sextus Pompejus und Octavianus
beschleunigten den Verfall, so daß Octavian als Kaiser der Insel durch Kolonien, Gründung und Wiederherstellung
von Städten aufhelfen mußte. Doch die Kraft des Landes blieb gebrochen. Das Christentum scheint von Rom aus nach S. gekommen
zu sein.
Seit Augustus' Reichsreform (27 v. Chr.) bildete die Insel S. die erste der zehn senatorischen Provinzen, dann nach der Einteilung
Diocletians eine Provinz der Diöcese Italien. 395 n. Chr. wurde sie bei der Reichsteilung zum Weströmischen
Reiche geschlagen. Des Westgoten Alarich Versuch, nach S. überzusetzen, scheiterte nur an dem Untergang seiner Schiffe im sicil.
Sunde (410). Der Vandale Genserich belagerte von Afrika aus 440 Palermo und eroberte Lilybäum (Marsala).
Der Ostgote Theodorich bemächtigte sich 493 der ganzen Insel. Zwar wurde sie 535 durch Belisar dem Byzantinischen
Reiche einverleibt und Kaiser Constans II. verlegte sogar die Residenz des Ostreichs 663 nach Syrakus, wurde aber 668 hier ermordet,
worauf Araber 669 die Stadt plünderten. Danach landeten 827 die Sarazenen, vom byzant. Statthalter Euphemius herbeigerufen,
unter Ased ibn Forrât bei Mazzara; 831 fiel Palermo in ihre Hände, das von nun an die Hauptstadt der
Insel wurde und blieb. Die Sarazenen breiteten sich inzwischen immer mehr aus, und 878 bezwang Ibrahim ibn Ahmed auch Syrakus.
Die Christen behaupteten sich zuletzt nur noch in der Nordostecke der Insel, wo jedoch 901 Taormina und
endlich 965 auch Rametta (südwestlich von Messina) genommen wurde.
Obschon seit 878 die ganze Insel im Besitz der Sarazenen war, gelangte sie doch zu keinem wirklichen Frieden, da der Gegensatz
zwischen den Arabern und den afrik. Berbern, aus welchen die Eroberer bestanden, fortwährend zu blutigen Fehden unter denselben
führte. Dazu kam noch der Wechsel der Dynastien. Zuerst herrschten die Aglabiden von Kairwan (Tunis).
Dann wurde S. unter den Fâtimiden Ägyptens ein selbständiges Emirat. Später pflanzte sich von Afrika, wo die Ziriten zur
Herrschaft gelangt waren, der blutige Kampf zwischen den Sunniten und Schiiten nach der Insel herüber, und der
Aufstand verschiedener Städte beschleunigte den Untergang der mohammed. Herrschaft. Doch hatte sich der Wohlstand der Insel
während derselben bedeutend gehoben. Ackerbau, Industrie und Handel waren von neuem erblüht, so daß, als im 11. Jahrh. die
Normannen (s. d.) S. eroberten, diese die reichste Beute fanden. 1061 schritt Robert Guiscard, Herzog von
Apulien, mit seinem Bruder Roger zur Eroberung der Insel, nachdem Ibn Thimna von Syrakus schon einmal um ihre Hilfe