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Der Indochina-Loop ist schon beinahe vollendet. Mein Töff ist an Zuverlässigkeit kaum mehr zu überbieten, dabei wäre ein Service dringend notwendig. Mein Hinterpneu sind beinahe ein Slick und hat
auch die Schlamm- und Steinbrockenabenteuer auf den Ho-Chi-Minh-Trail überstanden. Die hinteren Bremsbeläge beginnen an der Bremsscheibe zu kratzen.
Der Trip auf dem Ho-Chi-Minh-Trail war das Highlight, wenn auch etwas risikobehaftet, ich bin tatsächlich im Urwald steckengeblieben, musste im Zelt übernachten und literweise Wasser
aufkochen, weil mir dieses ausgegangen war. Schliesslich konnte ich jedoch sämtliche Schlammlöcher, Flussübergänge und Felsklippen überwinden. Ein weiterer Teil ist bald definitiv Geschichte- In
Chiang Mai werde ich Zeit finden, mich neu zu orientieren und die nächsten Etappen zu planen.
Mi, 04.11.2015: Ein friedlicher Tag beim Tatai-Wasserfall
Am Morgen fuhr ich nochmals zum Ritthi, wo es ein gutes Omelett mit einem wenig gesalzenen Baguette gab. Der Kaffee war leider lau, dafür bekam ich danach einen ausgezeichneten Ananas-Milkshake. Ich bekam nochmals einige Information, wie ich den Weg über das Cardamom-Gebirge finden soll.
Ich hatte heute nicht weit zu fahren bis zur 18 km entfernten Tatai-Brücke, um die sich ein kleines Dorf geformt hat. Einige Langboote standen unter der Brücke bereit, die einen zum Tatai-Wasserfall bringen würden. Ich fand ein kleines Guesthouse mitten im Dorf, wo ich einen kleinen Bambus-Bungalow bewohne. Es war drückend heiss in der tropischen Sonne, sodass ich mich im nahen, breiten, herrlich klaren Tatai-Fluss etwas abkühlte. Weil sich bereits Wolken zusammenzogen, war ich bald unterwegs Richtung Wasserfall. Ich fuhr drei Kilometer zurück Richtung Ko Kong und fand eine Abzweigung direkt in den Dschungel. Die teils glitschige, rötlich-lehmige Piste führte über zwei kleine Bäche, die mich aber vor keine Probleme stellten. Nach weiteren drei Kilometern stellte ich mein Motorrad unter einen Bambus-Hain an den Schatten. Der Wasserfall war jetzt unschwer zu finden, denn sein Rauschen war nicht zu überhören. Der breite Tatai-Fluss, umgeben von üppigem Urwald, stürzt sich hier über verschiedene Felsen 15 m in die Tiefe. Natürlich kühlte ich mich oberhalb des Flusses im seichten Wasser ab, der Untergrund war glatt-felsig, aber sehr glitschig, das Wasser jedoch glasklar – kein Wunder, der Fluss kommt vom Cardamom, und dort hat es beinahe keine menschlichen Siedlungen. Ich hatte mich glücklicherweise mit frischen, kleinen Bananen und Wasser versorgt, sodass ich es hier problemlos den ganzen Nachmittag aushielt. Es kamen immer wieder Gruppen von orange gekleideten, buddhistischen Mönchen, die offensichtlich die besten Badeplätze kannten. An einer Stelle konnte man unter einen der unzähligen Fälle gehen, ohne nass zu werden. Später umrundete ich zu Fuss den ganzen Fall. Unter diesem war die Strömung aber so stark, dass ich beinahe abgetrieben wurde. Glücklicherweise konnte ich mich an einem Fels in der Mitte des Flusses festhalten. Später traf ich auf den gut Englisch sprechenden, jungen Guesthouse-Chef, der mit seiner Familie ebenfalls diesen idyllischen Ort aufsuchte. Es zeigte mir eine Stelle, von der man gefahrlos in den Fluss springen konnte.
Den richtigen Zeitpunkt für die Rückkehr verpasste ich knapp, denn ich fuhr geradewegs in ein heftiges Gewitter. Ich wurde tropfnass, aber ich hielt wegen der kurzen Distanz nicht an, auf der Strasse wurde ich von den Wassermassen beinahe mitgeschwemmt… Der Schauer war nur von kurzer Dauer. Ich machte einen Rundgang durch das Dorf, beobachtete die überaus einfache Lebensweise der Menschen hier, die unglaublich friedfertig und nett sich. Beinahe von jedem wird mir ein Lächeln zugeworfen. Jetzt sitze ich im einfachen, kleinen Restaurant. Seit einer Stunde hat es (über einen Generator) für drei Stunden Strom, die Familie des Hauses hängt am Fernseher und berieselt sich mit einer thailändischen Komödie. Die kleine, dreijährige Tochter des Hauses interessiert sich nicht wirklich dafür, nimmt mit unglaublichem Charme immer wieder Kontakt mit mir auf. Die grosse Wärme wurde vom Gewitter weggeblasen, jetzt ist es angenehm kühl, ja eigentlich temperaturmässig perfekt, der riesige Wald fungiert hier bestens als Klimaanlage. Das Essen war einfach – Reis mit Chicken und getrockneter Fisch. Das Dorf wird bald einschlafen – und ich wohl nicht weniger…
Km: 25‘797
Do, 05.11.2015: In den Cardamom-Bergen
Ich hatte heute Morgen keine Ahnung, wie beschwerlich es sein würde, mich in den unendlichen Dschungel der Cardamom-Berge zu begeben. Zudem hätte ich gestern vom getrockneten Fisch wohl doch nicht kosten sollen, denn in der Nacht war ich einige Male auf dem Klo, der Durchfall hatte mich wieder einmal. Aber auch diesmal plagte mich der Dünnpfiff nur temporär, im Verlaufe des Tages kam nur noch Luft, ein untrügliches Zeichen der Besserung.
Noch vor wenigen Jahren wäre es verantwortungslos gewesen, diese verlassene Gegend überhaupt zu besuchen, denn die Region war lange letztes Rückzuggebiet der Roten Khmer. Deshalb ist es auch nicht ratsam, Strassen und ausgetretene Wege zu verlassen, weil noch viele heimtückische Minen lauern.
Ich war deshalb in gespannter Vorfreude, die Überquerung dieser Berge in Angriff zu nehmen. Zuerst stärkte ich mich am Morgen mit Reis und Omelette, ich nahm es ziemlich gemütlich, denn viele Kilometer wollte ich heute nicht zurücklegen. Ou Som, ein Dorf mitten im Dschungel auf dem Weg nach Battambang sollte das Ziel sein. Zuerst fuhr ich einige Kilometer Richtung Ko Kong bis zu einer Abzweigung nach der Tela-Tankstelle. Hier ging’s ein Stückweit auf roter Schotterpiste, bis ich eine Betonstrasse direkt in die Cardamom-Berge erreichte. Vielleicht war es ein Glück für mich, dass in den letzten Jahren in diesem riesigen Wald einige von China initiierte Stauprojekte realisiert wurden. Man kann sich einerseits jetzt natürlich fragen, ob das gut ist, Teile des Urwalds mit Wasser zu bedecken, andrerseits ist es verständlich, das notorische Stromproblem des Landes auf diese Weise wenigstens teilweise zu lösen. Für mich hiess dies, dass ich recht gut zu befahrene Zugangsstrassen zu diesen Stauwerken bekam. So bewegte ich mich lange Zeit auf zwar unebenen Betonpisten mitten in den Dschungel, Flüsse wurden auf netten Brücken überquert, alles war problemlos zu bewältigen. Zwar fand ich mich bald auf roten Schotterpisten wieder, die aber ausgezeichnet zu befahren waren. Nur wenn die Strasse bergauf oder -ab ging, hatte man achtzugeben auf die teils tiefen Rinnen in der Strasse. Aber ich kam viel besser vorwärts als erwartet. Bei Verzweigungen hatte ich immer wieder nachzufragen, welcher Weg denn jetzt Richtung Pursat führt, aber ich bekam jedes Mal die treffende Antwort. Es war vor allem um die Mittagszeit stickig heiss, der Wald dämpfte wie eine türkische Sauna, es roch wie in einem riesigen botanischen Garten. Ich sah nur luschen Regenwald, soweit das Auge reicht. Es hat noch gegen hundert wilde Elefanten in diesem riesigen Wald sowie leider nur noch eine kleine Anzahl Tiger, die solange erbarmungslos gejagt wurden, bis beinahe keine mehr da waren. Sie konnten zu hohen Preisen nach China verkauft werden, Teile sollen als Aphrodisiakum verwendet werden… Der Mensch ist geil. Schliesslich erreichte ich beim Atai-Damm ein Dorf, wo ich einen Halt machte, ein einheimisches Red Bull (ohne Kohlensäure noch hässlicher) trank und einige Bananen kaufte.
Ich realisierte schnell, dass ich schon sehr nahe bei Ou Som, meinem geplanten Zielort war. Gleichzeitig war ich hier aber von der Landschaft enttäuscht. Weite Teile des Waldes wurden in der Umgebung des Stausees abgeholzt zu Gunsten von Gummi- oder Früchteplantagen. Es hat einige Siedlungen hier mit ganz einfach lebenden Menschen, die versuchen, ihren Lebensunterhalt mit Landwirtschaft oder in Zukunft sogar mit Tourismus zu verdienen. Es ist ein dauernder Kampf der Behörden und deren Ranger, die Region möglichst original zu bewahren, denn viele Menschen versuchen mit Wilderei und Abholzen zu schnellem Geld zu kommen. Der Pangolin, ein nachtaktiver Ameisenfresser, wird nach wie vor gejagt wegen seines wohlschmeckenden Fleisches. In China werden für 1 kg lebendes Tier 7000 $ bezahlt… Kein Wunder, ist das Tier nahe am Aussterben – oder ich bekomme es nicht zu sehen…
Ich erreichte das weitläufige Ou Som, ich erhoffte mir eigentlich, irgendwo im dichten Urwald zu übernachten, aber nix da, dafür fand ich ein grosszügig gebautes Guesthouse mit sauberen Zimmern (10 $). Ich ruhte mich aus, verpasste es, den nahen Fluss für einen Schwumm zu besuchen. Dafür kam ich mit einigen Einheimischen in Kontakt, vor allem am Abend beim Essen, das zwar gut, aber wieder ziemlich spartanisch war. Fried Rice mit Ei und Chicken zum x-ten Mal… Von einigen Jungs, die meine Maschine bestaunten, wurde ich zum Trinken eingeladen, zum Glück gab es nur Angkor-Bier, eigentlich hatte ich irgendeinen Reisschnaps erwartet. Der Hotelchef erzählte mir, dass öfters grosse Motorräder hier seien, aber immer auf geführten Touren von Thailand aus. Leider konnte ich dem regen Gespräch in Khmer-Sprache der jungen Männer kaum folgen, aber es ist auch so interessant, die soziale Struktur in einer solchen Gruppe zu beobachten. Man merkt sofort, wer hier das Alpha-Tier ist.
Jetzt ist es erst neun Uhr, ich lausche den entfernten Zikaden und anderen Insekten. In diesen Ländern wird es schnell ruhig, sobald es dunkel ist – dem muss ich mich anpassen.
Km: 25‘923 km
Fr, 06.11.2015: Gewittersturm und beinahe „lost in Cardamom“
Ich liess es am Morgen gemütlich angehen, denn die Sonne schien von fast wolkenlosem Himmel. Es hatte in der Nacht stark geregnet, ich erwartete also eine etwas schwierigere Piste als noch gestern. Ich wollte heute den Cardamom-Dschungel verlassen und möglichst bald Battambang im Norden Kambodschas erreichen. Die Schotter-, teilweise Lehmpiste entlang des oberen Atai-Staudammes verlief bald durch üppigen Dschungel, war aber problemlos befahrbar. Es war nicht verwunderlich, dass ich auch heute kaum Tiere zu Gesicht bekam, einige orange-grüne, falterfressende Vögel sassen auf einem Ast, fremdartige Schmetterlinge flatterten durchs dichte Gebüsch. Aber es war allein ein Riesenerlebnis, durch diesen dichten, an allen Ecken und Enden lebenden Urwald zu fahren. Bald erschien in der Ferne der in Nebel eingehüllte zweihöchste Berg Kambodschas, und ich bemerkte in meinem Rücken, dass sich mir eine schwarze Wand von Wolken allmählich näherte. Glücklicherweise fuhr ich aber nach Nordwesten, und da war der Himmel noch hell und klar.
Es hatte lange Zeit absolut keinen Verkehr, ich schien der einzige in diesem abgelegenen Urwald zu sein. Kleine Bäche konnten bequem über alte metallene oder mit Holzplanken bestandene Brücken überquert werden. Dann ging es bald bergab, und hier begannen die ersten Probleme. Je schattiger es war und je dichter der Wald, desto schmieriger und tiefer wurde der Fahrweg. Auf dem Schamm lagen von anderen Fahrzeugen verlorene grosse Ölflaschen und ganze Kartons mit Büchsen. Es war wohl nicht ratsam, in dieser Steigung anzuhalten und die verlorenen Gegenstände wieder einzupacken. Aber ich fuhr ja bergab, und ich musste zuerst einmal anhalten, um zu überlegen, wie ich mit meinem schweren Gewicht diese tiefen, schmierigen Schlammspuren überwinden kann. Augen zu und durch! Ich versuchte, nicht in die tiefsten Spuren zu fahren, sondern etwas erhöht zu bleiben. Meter für Meter kämpfte ich mich im ersten Gang bergab. Mitunter rutschte ich, ich hätte mir gewünscht, dass ich auf meinem Hinterreifen noch etwas mehr Profil hätte. Schliesslich hatte ich diese erste schwierige Stelle überwunden. Unglaublicherweise kamen mir gerade jetzt drei Einheimische mit ihren leichten Töffs entgegen, alle beladen mit mehreren Matratzen (!). Ich fragte mich, wie sie diese Steigung nur schaffen können. Ich weiss es bis jetzt nicht. Allmählich kam ich jetzt in ebeneres Gelände, aber ich musste realisieren, dass ich noch keineswegs durch war. Denn jetzt versperrten mit braun-rotem Schmutzwasser gefüllt Wasserlöcher den Weg. Ich hätte würfeln können, welches Loch wohl das am wenigsten tiefe war. Aber intuitiv nahm ich immer das richtige Loch!
Aber dann kam eine 100 m lange Stelle mit tiefen, Wasser bestandenen Schlammspuren. Auf der linken Seite etwas erhöht wäre es vielleicht am einfachsten gewissen durchzukommen. Aber da war links ein Bach, ein Ausrutscher in den Bach, und die Katastrophe wäre perfekt gewesen. So wählte ich die Schlammspur am nächsten zu dieser Erhöhung, um damit etwas das Gleichgewicht halten zu können, aber die Löcher waren viel tiefer als erhofft. Drei Viertel der Ränder versanken im schmutzig-roten Schlamm. Jetzt nur nicht anhalten. Durchziehen hiess die Parole. Mit den Füssen versuchte ich das Gleichgewicht zu bewahren, aber Schlamm ist bekannterweise weich, und ich konnte beinahe nicht balancieren. Meine Maschine schnaubte ob der Anstrengung, der Ventilator lief auf vollen Touren, wieder ein paar Meter, und nochmals ein paar weitere, und ich hatte es geschafft. Meine Maschine sah aus wie gemauert und ich von den Oberschenkeln an abwärts ebenfalls. Ich hielt an, um diese Durchfahrt zu verarbeiten, gut für mich – und auch meine Maschine, die vollkommen heiss gelaufen war.
Bald waren weitere kleine Tümpel zu durchfahren, die mir aber nichts mehr anhaben konnten. Die Strasse wurde jetzt etwas breiter. Vermehrt passierte ich ärmliche Häuser am Strassenrand, auch eine Schule. Eine Mutter fuhr mit ihrem Scooter heran, um gleich vier kleine Mädchen mitzunehmen. Helmpflicht hier? Nichts die Bohne, nichts von übertriebenem, pervertiertem Sicherheitsdenken!
Dann erreichte ich Pramaoy, den Hauptort der Region. Eigentlich wollte ich auch durch den letzten Teil dieses Waldes auf der Nordseite des Cardamoms fahren. Aber ich fühlte mich jetzt geheilt und entschied mich definitiv richtig, auf diese Strecke zu verzichten. Die Katastrophe wäre vorprogrammiert gewesen… Ich erwartete Richtung Pursat eigentlich eine viel bessere Strasse, aber dem war überhaupt nicht so. Ich kam nur schleppend voran. Auch hier war die Lehmpiste schmierig, wenige Streckenabschnitte sind etwas ausgebaut worden, neue Brücken stehen im Rohbau und müssen umfahren werden. Und dann kam der grosse Regen! Schon einige Zeit fuhr ich genau in Richtung schwarz sich auftürmender Wolken. Ich wollte möglichst viele Kilometer trocken hinter mich bringen. Aber dann kam er – der Gewittersturm. Ich konnte gerade noch unter das Vordach eines kleinen Ladens fahren, und dann schüttete es während anderthalb Stunden wie aus Kübeln. Der kleine Knabe des Hauses vergnügte sich mitsamt Kleidern unter den Bächen, die von den Dächern herunterstürzten. Ich war zu einer Pause gezwungen, hatte gerade noch den Absprung an eine trockene Stelle geschafft. Erfahrungsgemäss sind Schauer zu dieser Jahreszeit nur eine kurze Angelegenheit, aber diesmal dauerte es länger. Ich legte mich nieder auf die harte Steinbank und schlief eine halbe Stunde, beobachtete zuerst aber lange die beeindruckende Sturmflut. Da waren wirklich alle Schleusen offen.
Schliesslich hellte es tatsächlich etwas auf. Trotz leichten Regens fuhr ich weiter Richtung Pursat, das Vorwärtskommen war aber unterdessen noch mühsamer, denn die Piste war regendurchnässt, knietiefe Bäche strömten über die Strasse, sämtliche Löcher waren randvoll mit Wasser gefüllt. Jetzt hiess es, alle Vorsicht walten zu lassen. Kurz vor Pursat riskierte ich, eine Abkürzung Richtung Battambang zu nehmen, und dies sollte sich lohnen, denn plötzlich fand ich mich auf einer wahren Strasse wieder – geteert! Dafür begann es jetzt wieder zu regnen. Ich hoffte, dass dies aber nur von kurzer Dauer sein würde, denn ich befand mich am Rand zwischen Wolken und blauem Himmel. Aber die Wolken hatten anderes im Sinn und genossen es, sich gerade jetzt noch kräftig auszuregnen. Dafür trieben zwei grössere Mädchen zwei Entenherden (!) von mehreren Dutzend wenn nicht hundert Tieren entlang der Strasse. Es war fast nicht möglich, sie zu überholen, ohne ihnen Schaden zuzufügen. Eine Ente machte immer exakt dasselbe wie ihre Nachbarin, sodass sie gleichsam in regelmässigen Wellenbewegungen über die Strasse wackelten.
Dann erreichte ich die Hauptstrasse Phnom-Penh – Pursat – Battambang, und die war verkehrsreich, aber prima befahrbar, aber der Regen sollte bis in die Zielstadt nicht mehr aufhören. Im Gegenteil – ich fuhr in ein nächstes Gewitter. Ich wollte die letzten 80 km nur noch hinter mich bringen und verzichtete auf das Montieren des Regenschutzes. Bald war ich ziemlich durchnässt, war aber nicht einmal unangenehm, denn noch immer war es tropisch warm. Viel mühsamer war die einsetzende Dunkelheit. Die Lichter des Gegenverkehrs spiegelten sich in der schwarzen Fahrbahn. Ich zählte die Kilometer herunter, bis ich Battambang endlich erreicht hatte.
Ich fand im Lux Guesthouse problemlos eine günstige Unterkunft (8 $). Töffkoffer und Schuhe unterzog ich in der Dusche einer Generalreinigung, dann mich selber auch, bevor ich ausging und im Gecko-Restaurant herrlichen Western Food fand – Greek Salad und Pizza, dazu ein grosses Bier. Die Stadt hat auch heute noch ihren Charme, den ich schon vor 21 Jahren festgestellt hatte. Noch immer stehen da viele alte Gebäude aus der französischen Kolonialzeit. Der Unterschied zu damals – es hat viel mehr Touristen, und eine Bahnfahrt auf dem Dach eines Eisenbahnwagens von hier nach Phom Phen ist wohl nicht mehr möglich…
Das ganz grosse Abenteuer habe ich aber wohl doch verpasst – wenn mein Hinterpneu noch an einer Stelle die Luft verloren hätte… Aber darauf verzichtete ich natürlich gerne…
Km: 26‘186
Sa, 07.11.2015: Phnom Sampow und Banan
Es ist nicht verwunderlich, dass ich heute wieder einen etwas ruhigeren Tag benötigte. Im Kinyei fand ich ein Café mit hervorragendem Cappuccino, dazu gab’s frische Bagels mit Lachs und Zwiebel – herrlich. Dann widmete ich meinem dreckbestandenen Töff, dessen Kette gestern schon etwas gelitten hatte. Sie wurde frisch geschmiert, der Ölstand geprüft, alles okay!
Dann schrieb ich Tagebuch, der gestrige Tag musste ja verarbeitet werden, wusch einige Kleider aus, die wegen der Feuchtigkeit zu stinken begonnen hatten, weil ich sie in Tatai gewaschen hatte und sie nicht mehr trocken geworden waren.
Um die Mittagszeit machte ich einen Ausflug zu zwei Angkor-Tempeln in der Nähe von Battambang. Zuerst fuhr ich auf guter Strasse Phnom Sampow an, gebaut auf einem Karstfelsen. Es war sogar möglich, die steile Betonstrasse hochzufahren. Ich wurde gleich von ganzen Familien von Makaken begrüsst, die recht aggressiv versuchten, zu etwas Essbarem zu kommen. Der Berg ist zweigeteilt und wird von einer tiefen Schlucht mit einigen Höhlen durchzogen, aus denen am Abend Hunderte von Fledermäusen fliegen. Auf dem Gipfel steht eine goldene Stupa aus dem Jahre 1964. Die Aussicht hier oben war grossartig, denn man kann über die unendlich weiten Reisfelder in der Ebene sehen. Auf dem zweiten Hügel besuchte ich auch die Killing Caves, in denen die Khmer Rouge unter Pol Pot 1979 ihr Unwesen trieben, indem sie Hunderte von sich nicht dem System anpassenden Einheimischen erschlugen und durch ein Loch in der Decke der Höhle in die Tiefe warfen. Noch heute kann man einen Altar mit Totenköpfen und Gebeinen der Opfer besichtigen. Ich besuchte Battambang schon 1994, dessen Charme damals noch grösser war, weil touristisch kaum ausgebaut, aber nur 20 km entfernt sassen immer noch Vertreter dieser Khmer Rouge, die ihre Niederlage noch nicht eingestehen mochten. Kambodschas Volk litt vor allem zwischen 1975 und 1979 riesige Qualen, als Pol Pot versuchte, einen hyperkommunistischen Staat aufzubauen. Jeder Mensch wurde gezwungen, auf den Reisfeldern zu arbeiten. Der Druck geriet vollkommen aus dem Ruder, als viele auch nur scheinbar Schuldige auf grausame Weise hingerichtet wurden – zu Zehn-, wenn nicht Hunderttausenden.
Wenige Kilometer entfernt besuchte ich dann Phnom Banan, einen Tempel aus der Angkor-Zeit, erreichbar über exakt 358 Treppenstufen. Der Tempel wurde von Surjavarman I. schon im 11. Jahrhundert erstellt und erinnert (en miniature) an die grossartigen Tempel Angkor Wats. In fünf Türmen sind Steinbildhauereien zu bewundern. Zwei Türme sind heute mit Holz verstärkt worden, aus Sicherheitsgründen, damit sie noch etwas länger überdauern. Ein vergnüglicher Nachmittag mit Coconut-Drink, Mango, Glacé.
Am Abend ass ich in einem Khmer-Restaurant das traditionelle Amok, ein Fischgericht. Leider störte mich wieder einmal das verwendete lemon grass, das in seinem Aroma so stark und durchdringend ist und ich einfach nicht gern bekommen kann.
Km: 26‘245
So, 08.11.2015: Ein unerwartet langer Fahrtag in den Norden
Ich fühlte mich heute Morgen wie in einem Dampfbad, so feucht-heiss war es. Im Osten über dem Tonlé-Sap-See türmten sich auch schon schwarze Wolken, aber dies kümmerte mich vorerst noch nicht, denn ich fuhr in die entgegengesetzte Richtung mit Ziel Sisophon, und da war der Himmel klar. Aber der Verkehr war schon um neun Uhr stark. Ich überholte viele Lastwagen, noch mehr Motorräder und erreichte diesen Knotenpunkt bald. Ich bog jetzt ab Richtung Osten und Siem Reap, und da näherte ich mich den schwarzen Wolken in Windeseile. Ein Schauer war offensichtlich unvermeidlich; der Himmel nahm jene klassische graue Farbe an, und schon fielen die ersten Tropfen. Ich fand aber Schutz unter einem Tankstellendach und musste nicht lange warten, bis das Gewitter vorüber war.
Bald erreichte ich Siem Reaps Vorstadt, bog hier nach links ab, um die Innenstadt zu meiden, passierte Angkor Wat auf einer Strasse, die auf google maps noch nicht eingezeichnet ist. Ziel war heute eigentlich Banteay Srei, eine kleine Tempelanlage dreissig Kilometer nördlich von Siem Reap, die ich schon 1994 besucht hatte. Ich war nicht sonderlich verwundert, dass sich dieser Ort vollkommen verändert hatte. Damals erreichte ich den Tempel mit den weltbesten Steinbildhauereien noch über einen staubigen Weg, blaue Schilder warnten vor Minen in der Umgebung, heute landete ich in einem Informationscenter (wo ich einen herrlichen Mangoshake trank), wollte die Anlage gleichwohl nochmals besuchen, aber ich scheiterte, denn nur mit einem Tagesticket, gelöst in Siem Reap, sollte man in dieser Anlage Zutritt erhalten, und da ich kein Ticket hatte und auch keines lösen konnte, wurde mir dieser verwehrt. Sollte ich jetzt 30 km zurück nach Siem Reap fahren und 20 $ für ein Tagesticket kaufen? Nein, dies wollte ich mir nicht antun – es wuselte nur so von Pauschaltouristen, und auch Schmieren funktionierte nicht… Der wachsende Tourismus hat aber auch sein Gutes: Die kleinen Dörfer vor und nach Siem Reap waren merklich sauberer, der Abfall wird nicht einfach liegen gelassen, sondern zumindest gesammelt und dann wo auch immer hingebracht.
Zudem fand ich auch kein geeignetes Guesthouse – offenbar ist dies der ideale Tagesausflug von Siem Reap aus, sodass ich mich entschloss, weiter Richtung Norden auf gut ausgebauter Strasse nach Anlong Veng zu fahren. Anlong Veng war noch bis 1998 von den Khmer Rouge besetzt, deren letzte Mitglieder erst dann endgültig vertrieben wurden. Pol Pot starb auch exakt in diesem Jahr in diesem Ort, wo eine Grabstätte besichtigt werden kann. Aber warum sollte ich diesem Schlächter die Ehre antun, sein Grab zu besichtigen? Hun Sen, Kambodschas Präsident, hat kurz darauf die Region mit einer guten Strasse verbunden (wovon ich heute profitierte), denn es gibt in der Region noch immer einige Einheimische, die jener Zeit nachtrauern, weil sie auch dafür gesorgt haben, dass Schulen gebaut wurden und (zumindest für einige Leute) ein gewisser Wohlstand entstand.
Auf dem Weg machte ich Halt bei einem kleinen Stand, wo kleine Spiesse mit Fleisch grilliert wurden. Ich ging das Risiko ein – oder der Hunger trieb mich dazu, von diesen Spiessen zu kosten. Sie waren zwar gut gewürzt, aber das Fleisch so zäh und eigenartiger Konsistenz, dass ich nicht sicher bin, ob ich da alten Hund gegessen hatte. Glücklicherweise blieb mein Magen aber bis zum Abend ganz ruhig. Der Verkehr nahm Richtung Norden massiv ab, und ich kam über diese bewaldete, weite Ebene gut vorwärts. Immer wieder passierte ich kleine Weiler, in denen Essen und Gebrauchsgegenstände des Tages, aber auch Flaschen mit Benzin angeboten wurden. Alle verkaufen dasselbe an Hunderten von Ständen an der Strasse. Aber wie sollten die Menschen hier nur etwas verdienen, wenn nicht so? Natürlich arbeiten die Menschen in der Landwirtschaft, bauen Reis, Gemüse oder Früchte an, aber es reicht nur für wenig, die Menschen sind mausarm. Als motorisiertes Fortbewegungsmittel werden häufig Einachser mit Anhänger genutzt, voll beladen mit Passagieren und Material, die Menschen lächeln herzlich, wenn man an ihnen vorbeifährt. Oder dann gibt es eine Art von fahrenden Läden, riesige Wagen gezogen von kleinen Motorrädern, in denen billiges Geschirr, Töpfe, Besen, Shampoo, Putzmittel etc. angeboten werden. Oder dann sah ich kleine Motos beladen mit mehreren Schweinen, die einen schon tot auf den Rücken auf dem Gepäckträger transportiert oder lebend festgebunden in Anhängern, eng zusammengepfercht – wohl auch im Angesicht des Todes…
Anlong Veng ist nur ein staubiges Städtchen, ein kleiner Verkehrsknotenpunkt, und ich entschloss mich, weitere 80 km bis Sra’Em zu fahren, Ausgangspunkt zur historischen Stätte Prasat Preah Vihear, die ich dann morgen besuchen werde. Auch diese Strecke war gut ausgebaut. Im Abendlicht erschienen die kleinen Weiler mit ihren chaotischen Läden in warmem Licht. Ich fand im Raekmey Sokon auch sofort eine gute Unterkunft mit riesigem Zimmer mit Fan für 10 $. Im Restaurant ass ich eine vietnamesische Fischsuppe. Es hat hier keine Westtouristen mehr, dafür zwei Tisch voll offensichtlich gut betuchter Einheimischer, die ein mehrgängigen Abendmahl genossen und morgen wohl den Tempel ebenfalls besichtigen werden. Aber es gibt nicht viel zu tun hier, ein vernünftiger sozialer Kontakt wäre wieder einmal nett.
Und noch etwas: Heute bin ich genau ein halbes Jahr unterwegs. Und: Schlechte Mitteilung aus Bali: Nancy von Bali Cargo sieht keinen Weg, wie man ein Motorrad von Indonesien nach Australien bringt…
Km: 26‘640
Mo, 09.11.2015: Prasat Preah Vihear
Wenn es hell wird, steht man auf, auch wenn es noch vor sieben Uhr ist. Kein Wunder: Umgekehrt geht man abends bald schlafen, wenn es dunkel wird…
Es war schon frühmorgens ein ordentliches Gewusel im Restaurant, ein reichhaltiges Frühstück wurde den kambodschanischen Gästen serviert. Ich begnügte mich mit Omelett und Baguette und einer Kokosnuss und begann dann, etwas zu schreiben – wieder war ich etwas in Verzug geraten. Es herrscht strahlendes Wetter, angenehm warm – perfekt für einen Ausflug zum Tempel an der thailändischen Grenze, der lange den Khmer Rouge als Rückzugsgebiet diente, aber auch heute (!) noch umkämpft ist, denn Thailand beansprucht einen Teil des Tempels für sich. Es kommt immer wieder zu militärischen Übergriffen, letztmals 2008, Minen wurden neu gelegt (!), einige Hundert Soldaten und Zivilisten starben. Momentan ist es ruhig, weil ein internationales Schiedsgericht den Tempel Kambodscha zugesprochen hat. Aber noch ist es nicht klar, wem das Gebiet in der Umgebung wirklich gehört, dies wurde im Vertrag noch offen gelassen.
Es ist nur zu verständlich, dass die Thais touristischen Profit aus diesem Ort schlagen wollen. Denn diese alte Angkor-Anlage liegt 550 m über der kambodschanischen Tiefebene auf einem Sandsteinfelsen. Ich hatte nur 30 km zu fahren, erreichte zuerst ein einfaches Informationscenter, aber nicht zu vergleichen mit dem, was ich gestern gesehen hatte. Ich fühlte mich nicht nur hier, sondern vor allem auch in den alten Tempeln um zwanzig Jahre zurückversetzt. Ich sah heute vielleicht fünf westliche Touristen, dafür wegen des kambodschanischen Unabhängigkeitstages viele einheimische Gruppen, die diesen Ort besuchten. Er ist zu abgelegen, als dass sich die grossen Touristenmassen hierher bewegen, aber es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis sich dies ändert. Denn diese Anlage ist so dramatisch auf einem Sandsteinfelsen gelegen, dass ich nur ein Wort finde: atemberaubend! Sie wurde von verschiedenen Khmer-Monarchen in den Jahren zwischen 889 und 1152 gebaut, repräsentierte den hinduistischen heiligen Berg Mt. Meru und ist Shiva gewidmet. Prasat Preah Vihear hat eine Länge von 800 Metern, hat fünf kreuzförmige Gopuras (Pavillions), ist dekoriert mit exquisiten Steinschnitzereien. Der Ort war früher nur erreichbar über eine Treppe mit 2242 Stufen und war ein beliebter Pilgerort. Für mich waren aber nicht nur die alten Bauten das Beeindruckende, sondern die Stille und Erhabenheit, die hier oben herrscht. Am Südende erreicht man eine steinerne Plattform, von der man eine unglaubliche Aussicht über das unendlich scheinende kambodschanische Tiefland hat. Ich sass einfach nur da und genoss die Aussicht auf diesem Berg. Ich sass lange bei einer alten Frau, der ich ein kühles Cola abkaufte, spazierte vorbei am Zugang von Thailand her, der momentan gesperrt ist, zurück zum Eingangspunkt, wo ich ein Beef-Brötchen und eine ganze Ananas ass und ein Bier trank, vermeintlich für 5 $. Ich zahlte jedoch in Riel und zahlte nur 12‘000 davon (3 $). Dann stieg ich nochmals hoch zum Aussichtspunkt, beobachtete in der Ferne ein niedergehendes Tropengewitter. Was für Wolkenformationen über dem tropischen Regenwald! An der Grenze zwischen Wolken und blauem Himmel beobachtete ich eine Art regenbogenfarbene Luftspiegelungen. Ich hatte alle Zeit der Welt hier oben zu fotografieren und wartete auf den Sonnenuntergang, aber die Wolken sollten mir einen Streich spielen. Zudem kam ein Soldat und wies mich darauf hin, dass die Anlage um 17 Uhr geschlossen wird.
Es hatte wegen des nahen Regens unterdessen etwas abgekühlt, die Rückfahrt war ganz angenehm. Im Guesthouse trank ich ein weiteres Bier und bekam dazu erneut frisch geröstete, gesalzene Erdnüsse. Guter Aperitiv! Jetzt habe ich eben frischen Fisch mit Pommes gegessen. Eine weitere kambodschanische Gruppe lässt sich von der Küchenchefin bekochen. Das Menu schaut super aus. Wenn ich ihr nur hätte klarmachen können, dass ich ebenfalls ein derartiges einheimisches Menu bekommen würde. Diesmal liessen sich die Sprachbarrieren aber nicht überwinden.
Unterdessen kommt eine wahre Sturmflut vom Himmel, Gespräche zu verstehen unmöglich, denn die Wassermassen prasseln aufs Blechdach – mit logischen Lärmemissionen. Dies finde ich übrigens ganz gut, da sinkt doch morgen die Wahrscheinlichkeit für weiteren Regen.
Km: 26‘703
Di, 10.11.2015: Mekhong und Don Det
Kurz nach neun Uhr war ich bereit für die nächste Etappe. Das heftige Gewitter von gestern Abend hatte sich längst verzogen, und es war klar und sonnig und etwas weniger warm heute Morgen. Wieder stand eine recht lange Etappe mit über 300 km auf dem Programm. Von Sra’Em ging es über die kambodschanische Tiefebene Richtung Süden nach Preah Vihear City. Die Strasse war gut, es hatte kaum Verkehr, die Strecke aber eigentlich eintönig, flach, bewaldet. Dann ging es Richtung Osten nach Stung Treng. Zuvor hatte ich aber auf einer neuen Brücke den gewaltigen Mekhong zu überqueren. Ich traf auf einen Australier, den ich gestern schon getroffen hatte.
Die heisse Strasse setzte meinem Hinterpneu weiterhin zu, das Profil ist allmählich immer flacher. Ich versuchte den Löchern in der Strasse noch mehr auszuweichen, noch vorsichtiger, reifenschonender zu fahren. Die noch nicht lange neu gebaute Strasse Richtung kambodschanisch-laotische Grenze ist teils bereits wieder in einem erbärmlichen Zustand. Diese erreichte ich bereits nach dem Mittag. Die Beamten an der Grenze zeigten wenig Motivation, mich schnell zu bedienen, schon beim Customs versuchte man mir aus unerfindlichen Gründen 10 $ abknüpfen, ich wehrte mich aber und fragte wofür. Nach einigen Diskussionen liess man mich tatsächlich passieren, ohne dass ich bezahlte hatte… Man verlangte bei der Passkontrolle zwar nach einem Customs-Papier (das ich jetzt natürlich nicht bekommen hatte), aber schliesslich war man froh, dass ich möglichst schnell gegangen war, ich erhielt den benötigten Stempel in den Pass und war weg. In Kambodscha wäre es wohl ein Leichtes, mein Motorrad zu verkaufen, weil ich mit meinem Fahrzeug kaum irgendwo registriert bin.
In Laos konnte ich erneut einreisen, ohne für das Visum bezahlen zu müssen, diesmal wollten sie jedoch 2 $ Stempelgebühr, und darum kam ich nicht, der Schalter wurde ganz einfach geschlossen, als ich nicht bezahlen wollte… Es war jetzt nicht mehr weit bis Don Phaphuang, wo sich ein Seitenarm des Mekhongs 30 m in die Tiefe stürzt. Leider hatte ich noch keine Kips und musste den Eintritt in Dollars bezahlen – zu einem schlechten Kurs. Alles Diskutieren half nichts, und ich zahlte 8 statt 7 $. Dafür wurde ich mit einem Elektromobil zum besten Spot gefahren. Riesige Wassermassen stürzen sich hier in die Tiefe, ein gewaltiges Naturschauspiel. Über einen Felsen stieg ich ab bis an den Rand des Flusses. Es wäre absolut nicht ratsam, sich hier ins braun schäumende Wasser zu begeben, beste Schwimmkünste würden nichts nützen, um sich oberhalb des Wassers halten zu können. Unterdessen war es dämpfend heiss geworden. Bäche quollen aus meinem Hirn (andere würden sagen aus der Glatze), und ich verdammte die zu gute Isolation meiner Töffhosen.
Es waren wiederum nur gute zehn Kilometer bis Nakarang, einem kleinen Dörfchen an den Gestaden des Flusses. Ich wusste nicht, ob es möglich war, auf die kleine Flussinsel inklusive Töff überzusetzen. Ich hatte aber bald herausgefunden, dass dies sehr wohl möglich ist – per privatem, hölzerem, kleinen Auslegerboot – 100‘000 Kip (12 Fr.), zwar nicht so wenig für die kurze Strecke, aber es war möglich! Allerdings war das Risiko, über eine kleine Rampe auf dieses Boot zu kommen, nicht klein. Über einen kleinen Sandstrand fuhr ich zu dieser Rampe, und hoch ging’s, aber doch nicht zu schnell, denn der Bremsweg auf dem Boot durfte nicht zu gross sein, weil ich sonst auf der anderen Seite des Bootes im Fluss gelandet wäre. Aber ich schaffte die Herausforderung souverän! Die Überfahrt im herrlich warmen Abendlicht war wunderschön, und ich erreichte einen kleinen Sandstrand am nördlichen Ende Don Dets, den ich noch kannte von der 2008-Reise. Und erfreulicherweise hat sich hier noch nicht viel verändert. Noch immer scheint hier alles langsamer zu ticken. Man scheint sich dem langsamen Fluss des Mekhongs anzupassen. Ich fuhr voll beladen auf einem kleinen Weg der Westseite der kleinen Insel entlang und wurde bald fündig mit einer Unterkunft – Kulapkaow Pavaen. Ich bewohne einen einfachen Bungalow zehn Meter vom Ufer des Flusses entfernt. Sofort kühlte ich mich im braunen Fluss etwas ab, ich wäre heute beinahe geschmolzen. Dann setzte ich mich zu drei anderen Travellern auf die Terrasse des kleinen Restaurants, trank ein Bier, genoss den kitschigen Sonnenuntergang und kam ins Gespräch mit einem fast gleichaltrigen Belgier – Frederique, sowie einem Spanier und einer Französin. Der Ort lädt wirklich ein, etwas länger zu verweilen, und dies ist unterdessen auch wieder nötig, denn ich bin schon wieder viele Kilometer gefahren. Ich ass einen guten Fisch mit Zwiebeln und Sticky Rice, dann ging ich auf einen ersten Rundgang über die Insel, traf nochmals auf Frederique, mit dem ich in einer Bar nochmals einen trank – LaoLao-Mojito… Es ist erstaunlich ruhig auf dieser Insel, die grosse Partyszene wird wohl erst eintreffen…
Im grossen Bett lauschte ich dem entfernten Rauschen der Mekhong-Fälle, schlummerte aber sehr schnell ein – die Hausdame brachte mir noch einen funktionierenden Fan, wofür ich sehr dankbar war, denn noch immer war es sehr warm.
Km: 27‘031
Mi, 11.11.2015: Ausflug nach Don Khon
Ich lag am Morgen vor meinem Bungalow in der Hängematte, als Frederique früh erschien, um hier zu frühstücken. Dies aktivierte mich, ebenfalls definitiv aufzustehen und mich die 15 m auf das Terrassenrestaurant über dem Mekhong zu begeben. Nachdem ich mein Tagebuch geschrieben hatte, wollten wir einen Ausflug nach Don Khon, die südlich gelegene Nachbarsinsel unternehmen. Wir hatten Don Det über Reisfelder im Nu überquert und erreichten bald die Verbindungsbrücke der zwei Inseln, vor hundert Jahren von den Franzosen gebaut. Wir beobachteten von der Brücke aus eine Zeitlang das Treiben der Einheimischen. Aber es wird nicht viel gemacht. Man lässt sich hier in gleich langsamem Tempo, wie das Wasser in diesem Seitenarm des Mekhongs fliesst, nicht aus der Ruhe bringen. Alles läuft hier gemächlich ab, man hat alle Zeit der Welt, um den wenigen Verpflichtungen des Alltags nachzugehen.
Don Khon ist deutlich mehr ausgebaut als noch vor acht Jahren. Wir hatten einen Eintritt zu entrichten (35‘000 Kip = 4 Fr.) und erreichten auf der Westseite der Insel bald verschiedene Wasserfälle (Li-Phi-Fälle). Die Wassermassen stürzen sich hier an unzähligen Stellen über die abgeschliffenen Felsen, ein gewaltiges Naturspektakel. An dieser Stelle sind einige riesige Bambusfallen aufgestellt mit riesigen Körben an ihren Enden, in denen gleich tonnenweise Fisch aus dem Fluss gezogen werden. Zwischen Bambushainen wurden diverse Wege angelegt bis zum Ufer des Flusses, um eine gute Sicht auf diese Fälle zu ermöglichen. Wir hatten nicht weit zu spazieren, bis wir einen veritablen Sandstrand erreichten. Das Wasser des Mekhongs ist zu dieser Jahreszeit zwar mit braunen Sedimenten durchsetzt, eine Abkühlung liess ich mich gleichwohl nicht nehmen. Es hatte nur wenige Touristen hier, der Ort ist nach wie vor sehr friedlich, obwohl man hier unterdessen eine grosse, gedeckte Bar eingerichtet hat, wo ich einen Mangoshake trank. Frederique ist schon fast übertrieben kommunikativ, erzählte lange von seinen Erlebnissen in Afrika und seiner Freundin in Äthiopien.
Dann wollten wir bis ganz in den Süden der Insel fahren, erwischten aber nicht den Hauptweg, sondern nur einen schmalen Fussweg durch dichten Dschungel. Wir hatten uns einige Male zu bücken, meine wilden Haare verhedderten sich immer wieder im Gebüsch, und wir kamen nur langsam vorwärts, erreichten aber trotzdem bald den Südzipfel der Insel, an dem es noch immer gleich aussieht wie vor acht Jahren. Ich kam ins Gespräch mit zwei jungen Schweizern, die von ihrem Abenteuer auf einem kleinen, langen Motorboot auf dem Mekhong erzählten. In fünf Tagen bewältigten sie in ihrem gekauften Boot (500 Fr.) die Strecke Luang Prabang – Vientiane.
Zu viert kaperten wir ein Boot (75‘000 Kip = 9 Fr.), um hinaus auf den Mekhong zu fahren, denn in diesem Teil des Flusses lassen sich manchmal Irrawaddy-Delfine beobachten. Und wir hatten grosses Glück! Immer wieder tauchten diese bis zu 2.75 Meter grossen, dunkelblau bis grau scheinenden Tiere auf, um nach Luft zu schnappen. Manchmal tauchten sie sogar zu zweit auf, einmal in nur 15 Metern Entfernung. Genial! Weniger als hundert dieser äusserst seltenen Species haben überlebt, Dynamit- und Fischen mit Strom haben vielen Tieren das Leben gekostet, bestimmt nicht mit Absicht, denn die Delfine werden als wiedergeborene Menschen betrachtet und auch von den Einheimischen sehr verehrt. Man sagt auch, dass die Delfine mehreren Menschen das Leben gerettet hätten, weil sie ihnen geholfen hätten, wieder aus dem reissenden Strom zu finden. Nach drei Viertel Stunden kehrten wir zurück. Wir tranken ein Bier, ich ass ein fried rice, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Dies dauerte wiederum nicht lange. Es war aber unterdessen sehr warm geworden; ich kühlte mich ab im ebenfalls lauen Wasser des Flusses, dann sassen wir lange in einer Bar, diskutierten mit einigen sehr jungen Leuten übers Reisen. Das Unwetter zog knapp an uns vorbei, dessen Wolken verhalfen zu einer besonders interessanten und wunderschönen Abendstimmung. Wir assen einen einfachen Caesar Salat und landeten noch in einer anderen Bar mit weiteren vielen, sehr jungen Leuten. Wir sassen lange unter einem Baum, ich trank einen hervorragenden, frischen Pinacolada. Frederique wird morgen abreisen Richtung Kambodscha, ich halte es hier bestimmt mindestens noch zwei Tage aus…
Km: 27‘055
Do, 12.11.2015: Ein fauler Tag mit Netzwerkproblemen…
Kaum wird es jeweils hell, ist der Betrieb vor dem Haus gross. Da stören nicht nur die vielen Hähne, die ihr Krähen jeweils mit einem kräftigen Flattern der Flügel ankündigen. Es ist angenehm kühl am Morgen, und da sind die Menschen aktiv, machen Besorgungen, reinigen ihre Umgebung, Kinder nutzen ihre Freizeit vor der Schule, um herumzurennen oder zu spielen. Ich legte mich schon früh in die Hängematte, recht planlos, ass ein Pancake und trank einen Kaffee.
Dann machte ich mich auf einen Rundgang um den Nordteil der Insel. Der Charme der langsam handelnden Menschen ist noch immer da, nur wenige neue, grössere Bungalow-Anlagen wurden in der Zwischenzeit gebaut. Ich spazierte durch grosse Reisfelder, in denen einige mit Spitzhüten geschützte Menschen von Hand am Ernten von Reis waren. Gegen Mittag wurde es immer wärmer, ich kühlte mich im nahen Fluss ab und begab mich zu einem internetfähigen Restaurant, um mich meinem Computer anzunehmen, bei dem seit zwei Tagen das WLAN-Netz nicht mehr funktioniert. Und dies sollte mir einigen Ärger einbringen. Ich sass lange in diesem Terrassenrestaurant, aber ich konnte das Problem nicht lösen. Bluetooth und Wifi scheinen verschwunden zu sein, ich komme nicht mehr ins Internet und kann demnach die Treiber auch nicht erneuern. Ich recherchierte auch per Handy im Internet, fand den entscheidenden Tipp jedoch auch nicht. Nochmals kühlte ich mich im Fluss etwas ab, flanierte dann erneut Richtung Touristenmeile, trank in einer Bar ein Bier, parlierte etwas mit Henry, dem Engländer und ass später bei einem Inder Tandoori Chicken. Ich musste zwar ewig lang warten auf mein Essen, dafür war es dann auch ganz gut.
Das Volk ist sehr jung hier, ich hatte keine Lust auf neue Kontakte. Schon um elf Uhr war ich in meinem Bungalow und schlief sofort ein. Das Computerproblem drückt – wie soll ich jetzt meinen Blog weiter schreiben können? Vielleicht gibt’s dann in Chiang Mai Hilfe…
Km: 27‘055
Fr, 13.11.2015: Strand-Tag am Mekhong
Noch einmal beschäftigte ich mich am Morgen mit meinem PC-Netzwerk, aber nicht lange, denn die Probleme blieben dieselben wie gestern. Ich muss wohl die Treiber neu installieren. Dann gab ich meiner Hausdame 1 kg Wäsche ab, kostet 8000 Kip – 1 Fr… Da lohnt sich das Selberwaschen definitiv nicht mehr.
Ich fuhr schon recht früh nochmals zur Südinsel, wo ich am Mekhong-Strand etwas lesen wollte. Es war so warm heute, dass ich mich immer wieder abkühlen musste, obwohl ich am Schatten am Sandstrand lag. Es war recht kurzweilig an diesem Strand, weil immer wieder grössere oder kleinere Touristengruppen kamen. Den meisten war das Wasser aber zu braun, um zu baden. Dazwischen sass ich lange im nahen Restaurant, ass einen Teller voll frischer Frühlingsrollen mit Chili, trank einen Banana-Milkshake. Dann war ich nochmals am Strand, bis die Sonne fast untergegangen war. Die Stimmung auf der französischen Brücke, die früher als Eisenbahnbrücke benutzt wurde, war im Abendlicht zauberhaft. Noch heute kann eine alte, verrostete, kleine französische Lokomotive in der Nähe der Brücke bewundert werden. Dann gab’s ein Sonnenuntergangsbier in meiner Bar, später Mekhong-Fisch, allerdings mit Haufen von Ginger zubereitet, halt immer noch nicht mein Fall. Ich las nochmals etwas in meinem Harry Potter I, übrigens auf Englisch. Schliesslich war es vorerst nicht möglich, in mein Zimmer zu gelangen, denn ich hatte meinen Schlüssel zum verrosteten Vorhängeschloss verloren. Es musste aufgesägt werden, weil der Ersatzschlüssel nicht auffindbar war. Auch die letzte Nacht auf Don Det war ruhig und fast mückenfrei. Ich war tatsächlich zu faul, das Moskitonetz zu montieren…
Km: 27‘064
Sa, 14.11.2015: Routenänderung auf der Fahrt nach Norden
Je länger man in einem Zimmer haust, desto grösser ist jeweils das Chaos, wenn es gilt, wieder zu packen. Ich erwachte früh und brauchte einige Zeit, im all meine Utensilien wieder in die richtige Form zu bringen. Schon vor acht Uhr fuhr ich zur Nordecke Don Dets. Da kam auch schon eines jener Auslegeboote angefahren, das mich zurück aufs Festland bringen sollte. Es warteten auch Haufen von Rucksacktouristen auf ihren Transport, ich musste mir wegen meines Gefährts einen Privattransport leisten (100‘000 Kip = 12 Fr.). Wiederum fuhr ich problemlos auf das kleine, wacklige Boot. Viele Einheimische waren in ihren kleinen Langbooten auf dem Fluss unterwegs, beladen mit Besorgungen, die sie am Festland gemacht hatten.
Die Überfahrt dauerte nicht lange, war aber erneut ein Erlebnis. Ich hatte meinen Töff festzuhalten, damit er ganz sicher nicht kippt. Das Tolle an dieser Art des Reisens ist, dass man auf dem Festland nicht auf irgendeinen Bus warten muss. Die Weiterfahrt konnte gleich weitergehen. Die Strasse Richtung Pakse war ausgezeichnet ausgebaut, und ich kam sehr gut vorwärts. Ich passierte auf der rechten Seite einen riesigen goldenen Buddha, der aus der Baumgruppe herausragte. Ich realisierte, dass die Strecke bis zur Höhle in Zentrallaos wohl zu weit ist. 40 km vor Pakse nach 100 km traf ich auf jene Abzweigung Richtung Attapeu, die 2008 Teil jenes Abenteuers war, als ich im Osten Laos‘ ausgeraubt wurde. Ich überlegte lange, ob ich diese Strecke auf sehr rauher Strasse nochmals unter die Räder nehmen sollte (natürlich ohne jenes verhängnisvolle Dorf nochmals anzufahren). Schliesslich entschloss ich mich, ab Pakse einen Umweg über das Bolaven-Plateau zu nehmen, wo ich ebenfalls Strecken off the beaten track finden würde. Schon vor Pakse fuhr ich bei regelmässiger, kaum merklicher Steigung auf dieses Plateau, auf dem es angenehm kühl war. Allerdings hatte es hier schwarze Wolken, aber ich war gerade noch genug früh, um ihnen zu entkommen. Ich verzichtete auf den erneuten Besuch eines Wasserfalls kurz vor Patsong. In einem kleinen vietnamesischen Restaurant ass ich eine Nudelsuppe, diesmal leider verwürzt mit lemon grass. Diese Hochebene eignet sich offenbar prima, um Kaffee anzupflanzen, und offensichtlich lässt sich damit etwas Geld verdienen. Viele schöne, farbige Steinhäuser sind entstanden. Zudem ist das Klima hier oben äusserst lieblich, um einiges angenehmer, viel weniger tropisch heiss. Ich fuhr vorbei an Kaffeeplantagen, unzähligen Büschen mit gelben Blüten, kräftig rot blühenden Weihnachtssternen und dicht bewaldeten Hügeln – äusserst abwechslungsreich. Überraschenderweise war auch die Strasse geteert, auch als sie wieder talwärts führte Richtung Salavan. Hier unten war es wieder deutlich wärmer, aber es war nicht mehr weit bis in diese neue, weitläufige Stadt, die während des Vietnam-Krieges dem Erdboden gleich gemacht wurde. Salavan liegt nämlich am berüchtigten Ho-Chi-Minh-Trail. Darunter hat man sich aber nicht einen ausgetretenen Fussweg vorzustellen, sondern mächtige Strassen mit Brücken, jeweils alles so gut getarnt, dass sie von den Amerikanern nicht wahrgenommen werden konnten. Hier wurde tonnenweise Material und Waffen Richtung Süden gebracht, um den Pathet Lao und den Vietkong im Süden im Kampf gegen die Amerikaner und Südvietnamesen zu unterstützen. Der Ho-Chi-Minh-Trial ist auch nicht eine Strasse, es bestanden vielmehr gleich mehrere Verbindungsmöglichkeiten. Eine dieser Strecken möchte ich morgen befahren, die Nationalstrasse Nr. 23, könnte ein ziemliches Abenteuer werden.
Nach einigem Suchen fand ich am Eingang der Stadt eine etwas muffige Unterkunft (70‘000 Kip) – für eine Nacht kein Problem. Ich erreichte Salavan schon um 15.30 Uhr – ein richtig friedlicher Fahrtag, obwohl ich doch fast 300 km zurückgelegt hatte.
Km: 27‘345
So, 15.11.2015: Gefangen auf dem Ho-Chi-Minh-Trail
Es sind immer dann die spannendsten Tage, wenn man nicht weiss, worauf man sich einlässt. Und heute war wieder ein solcher Tag. Ich wagte mich auf die Nationalstrasse 23, eine Verbindung zwischen zwei Hauptstrassen, die von Laos nach Vietnam führen. Ich war auf einiges gefasst, aber schliesslich war es der Lonely Planet, die mich ermutigte, es zu wagen, die Strasse war darin erwähnt und sollte passierbar sein. Ich war beileibe genug früh unterwegs, aber die Zeit sollte nicht reichen, aus dem laotischen Dschungel wieder herauszufinden…
Ich musste etwas Richtung Westen fahren, aber ich verpasste die Abzweigung gegen Norden. Über 20 km war ich zu weit gefahren! Aber dann ging es los, das ultimative Dschungelabenteuer auf dem Ho-Chi-Minh-Trail. Ich war erstaunt, wie gut ich zu Anfang vorwärtskam, denn die übertrieben breite Schotterpiste muss noch nicht lange neu gebaut worden sein. Bald erreichte ich einen breiten Fluss, den ich mit einer kleinen, fast auseinanderfallenden Fähre überqueren konnte. Die einmal bestehende Brücke wurde 1968 von den Amerikanern während des Vietnam-Krieges zerstört. Der Nachschub Nordvietnams auf dem Ho-Chi-Minh-Trails sollte gestört werden. Heute stehen nur noch die Brückenpfeiler und einige Relikte der alten Brücke im Fluss. Auch jetzt war die Strecke problemlos befahrbar, nur die Übergänge über kleinere Gewässer bereiteten zuweilen Schwierigkeiten. Entweder wagte ich mich über die wackligen Holzkonstruktionen oder fuhr ab zum Fluss, wo es von der Regenzeit noch ziemlich schlammig und schmierig war. Einige Übergänge wurden mit blauen Rohren belegt, damit das Wasser von der einen zur andern Seite fliessen kann. Nach kaum zwei Stunden Fahrt erreichte ich Toumlan, ein grösseres, ärmliches, grösseres Dorf. Es gab hier einen Fischladen, in dem grosse Flussfische verkauft wurden. Die armen Vieher wurden in grossen Betonbehältern dank Sauerstoffzufuhr am Leben erhalten. Ich begnügte mich mit einem eisgekühlten Pepsi – besser hätte ich meine Wasservorräte noch etwas aufgestockt.
Der Fahrweg wurde ab Toumlan dramatisch schlechter. Zwar durchfuhr ich zu Anfang immer noch kleinere Dörfer. In einem machte ich einen Halt – ein grosses Hallo. Offensichtlich befahren diese Strecke nicht viele Touristen. Sofort war ich von einer Traube von jungen Männern umringt, die sich für meine Maschine interessierten. Bald frönten sie jedoch wieder ihrem Spiel, einer Art Fussballtennis mit einem Ball aus geflochtenen Bambusstauden (?). Ich wusste, dass ich jetzt einen kleinen Pass quer durch den laotischen Dschungel bewältigen musste. Und dieser Pass sollte mich die nächsten Stunden beschäftigen. Die Piste war jetzt mit grossen Felsbrocken besetzt oder dann rot-lehmig-schmierig. Wenn der Weg leicht bergab führte, verhiess dies nichts Gutes, weil es dann feuchter wurde. Tiefe Rinnen von Autoreifen oder dünne Spuren von leichten Motos von den Einheimischen gruben sich in den Schlamm. Wie sollte ich diese beinahe unpassierbare Stelle mit meinem schweren Gefährt nur meistern? Aber noch schaffte ich jede dieser Stellen. Nur war damit auch die Möglichkeit geschwunden, im Notfall wieder umzukehren. Dann erreichte ich eine Stelle mit besonders tiefem Schlamm; zwei Laoten waren mit Schaufel damit beschäftigt, diese Stelle wieder passierbar zu machen. Ein kleiner Fussweg führte in den Wald, quasi ein Umfahrungsweg, aber so schmal, dass mein Töff wegen der eng stehenden Bäume viel zu breit war. Es gab nichts anderes, als all mein Gepäck abzuladen und auf die andere Seite des Schlammlochs zu tragen. Die Herausforderung, den Waldweg über ein steiles, schmieriges Bord zu erreichen, war ebenfalls gross, aber der eine der Arbeiter half mir, mein Gefährt im Gleichgewicht zu halten. Tatsächlich schaffte ich es, das Gestrüpp auf dem kleinen Weg zu durchqueren. Es war drückend heiss in diesem Wald. Ich fuhr jetzt ohne Jacke und packte diese zuoberst auf meinen kleinen Rucksack.
Keine zweihundert Meter weiter erreichte ich das nächste Schlammloch. Und diesmal hatte ich kein Glück. Es war zu rutschig, und meine Yamaha rutschte weg und fiel auf die rechte Seite. So hatte ich sie also wieder einmal hingelegt… Der eine Arbeiter hörte wahrscheinlich mein Fluchen und war bald zur Stelle. Aber er kannte das Gewicht der Maschine nicht. Ich setzte mich durch und befreite sie wenigstens von meinen zwei Rucksäcken. Zu zweit schafften wir es dann, sie aufzustellen, aber ich war so nahe am linken Schlammbord, dass ich es vorerst nicht schaffte wegzukommen, in Gegenteil, ich rutschte nochmals zwei Meter retour. Wir hoben zu zweit die Maschine etwas zur Seite, und dies half. Die Kupplung und der Motor litten, aber ich kam weg und hatte es bis zu den abgelegten Rucksäcken geschafft. Aber die rote Überhitzungslampe leuchtete erneut auf. Dies geschah in der Hitze des Waldes immer wieder, und ich war gezwungen, kurze Pausen einzuschalten.
Wenig später erreichte ich das nächste Schlammloch. Es war so rutschig, dass mein Töff unweigerlich auf die rechte Seite kippte, keine Chance, ihn zu halten, quasi überhängend lag er in einer schlammigen Pfütze! Benzin lief in diese Pfütze und schimmerte in allen Regenbogenfarben. Jetzt galt es nicht zu zögern! Knietief in der Schlammpfütze stehend, versuchte ich mein Gepäck zu lösen. Glücklicherweise erreichte ich alle Knotenpunkte. Die Jacke, triefend nass, hing in dem schmutzigen Wasser. Ich schaffte es, mit Ausnahme des Koffers, auf dem das Motorrad lag, sämtliches Gepäck zu lösen. So stand ich im Schlamm und versuchte meine Maschine zu heben. Es war ein riesiger Kraftakt, bis ich es im zweiten Anlauf – auch alleine – wirklich schaffte. Und sie hatte keinen Schaden genommen, sie sprang an, und ich meisterte diese bis anhin schwierigste Stelle.
Die äusserst rauhe Strasse zollte seinen Tribut, die Stunden vergingen, und ich kam kaum vorwärts. Immer wieder waren kleine Flüsse zu durchqueren, zumeist kein Problem. Die Wild- und Abgeschiedenheit dieses Dschungels zu geniessen fiel mir schwer, weil ich mich vor allem auf den Fahrweg konzentrieren musste. Grössere Tiere zu sehen erwartete ich ohnehin nicht, da ist meine Maschine ohnehin zu laut.
Jetzt kam aber ein grösseres Kaliber von einem Gewässer. Ich demontierte erneut Rucksäcke und brachte sie auf die andere Flussseite. Knietief im Wasser stehend, checkte ich den Flussgrund ab, und dieser war erstaunlich fest. Der Supergau wäre es jetzt, wenn die Maschine im Wasser liegt, aber dieser passierte nicht, ich kam durch! Aber dann kam der nächste Fluss, zugänglich nur über rauhe, wellige Felsen mit gletschermühlenartigen, grossen, runden Löchern. Ich unterschätzte die Stelle und – fluch – das lag sie wieder auf dem rauhen Gestein. Die Müdigkeit machte sich bemerkbar, die Konzentration war vielleicht etwas weniger gross, zudem war ich todmüde, aber noch weit entfernt vom nächsten Dorf. Wiederum lud ich sämtliches Gepäck ab und brachte es über den Fluss, aber beim Überqueren legte es mich noch ein zweites Mal hin, mitten im Wasser. Ich schaffte es, sie aufzustellen und an einen runden Felsen zu stellen. Aber jetzt wollte sie nicht mehr anspringen. Die gelbe Motor-Warnleuchte blinkte… Da stand sie nun, die Maschine, mitten im Fluss, an einen Felsbrocken gelehnt und ich auf dem Ho-Chi-Minh-Trail mitten im Urwald – zudem war es schon fünf Uhr abends. Ich schleppte mein Gepäck über den Fluss, um der Maschine die Zeit zu geben, sich etwas abzukühlen. Ich musste einsehen, dass es für heute einfach nicht mehr weiter ging. An diesem an sich überaus idyllischen Platz wollte ich mein Nachtlager aufstellen. Nach einer Viertelstunde widmete ich mich nochmals meinem Töff. Und siehe da: Er sprang an, aber er hatte nochmals eine Tortur zu überstehen, der Hinterpneu war nämlich in einer Gletschermühle versunken, aber ich entkam dieser tatsächlich. Jetzt noch ein weiterer, unangenehm steil-schmieriger Hang, durchsetzt mit von Reifen abgeschliffenen Felsbrocken. Geschafft! Aber jetzt sollte er seine Ruhe haben. Ganz friedlich stand er da. Ich bewundere seine Zuverlässigkeit. Der Hinterreifen wurde heute nochmals aufs Übelste geprüft, aber er hielt allen spitzigen Steinen stand.
Unterdessen hatte ich meinen letzten Wassertropfen getrunken, aber da war ja der Fluss, dem es nicht an Wasser mangelte. Die erste Arbeit war jetzt, Holz zu suchen und ein Feuer zu machen. Aber das mit dem Holzsuchen war auch so eine Sache. Ich wusste ja, dass der Wald in dieser Region auf dem Ho-Chi-Minh-Trail noch immer extrem minenverseucht ist. Ich hatte also extrem vorsichtig vorzugehen und hielt mich vor allem an die ausgefahrene Strasse, um genügend Brennmittel zu besorgen. Ich fand auch einen halbmorschen, dürren Stamm, den damals während des Krieges vielleicht schon ein vietnamesischer oder amerikanischer Krieger in den Händen gehalten hat. Vielleicht erlebte Geschichte… Dürrer Bambus eignete sich ausserordentlich gut, das Feuer in Gang zu bringen. Vom Fuss holte ich einen Topf leicht bräunlichen Wassers, das jetzt mit langem Sieden keimfrei gemacht werden musste. Jetzt fand ich Zeit, mich im herrlich kühlen Wasser etwas abzukühlen, samt T-Shirt, das vom Tag ohnehin schon triefend schweissnass war.
Es dämmerte, als ich mein Zelt aufstellte. Glücklicherweise hatte es kaum unangenehme Moskitos. Bald war ein guter halber Liter bestem laotischem Grüntee (aus Phongsali, damals geschenkt von Jon) bereit, den ich im Flusswasser etwas abkühlte. Ich hatte unbändigen Durst und trank den herrlichen, mit Traubenzucker gesüssten Tee beinahe in einem Zug leer. Zuerst hatte ich natürlich weiteres Wasser aufgesetzt. Ich musste vor allem genügend trinkbares Flüssiges vorbereiten, um auch den nächsten Tag zu überstehen. Der Znacht war einfach, aber den Umständen entsprechend lecker. Meine kirgisische Instant-Nudelsuppe, damals gekauft und so weit mitgeschleppt, kam jetzt zu ihrem wertvollen Einsatz.
Es wäre eigentlich ganz romantisch gewesen an diesem Ort, aber genau jetzt vermieste die Stimmung ein gewittriger Regenguss, dessen Intensität mich ins Zelt zwang. Zudem stellte ich mich äusserst dämlich an, den zweiten und dritten Topf Wasser vom Feuer zu nehmen, beide Male kippte mir der Topf mit dem desinfizierten Wasser zur Seite und versickerte im Staub. So war ich noch eine ganze Weile damit beschäftigt, weiteres Wasser zu kochen. Schliesslich waren anderthalb Liter bereit, nachdem ich wohl ebenso viel schon getrunken hatte.
Es war noch nicht halb zehn Uhr, als ich versuchte zu schlafen, aber der Tag war zu aufwühlend, dass er mich schon gehen liess. Zudem machte ich mir Sorgen, was mich morgen wohl erwartet, wie schnell ich aus diesem Dschungel herausfinden würde. Bis jetzt tat google maps seine guten Dienste, ich befinde mich haargenau auf der richtigen Strecke, Satellitenanzeige sei Dank!
Als ich mich endlich schweissnass niederlegte, drückte mich etwas in den Rücken, und ich hatte die schräge Vorstellung, wenn dies genau der Kopf einer liegengebliebenen Mine sein sollte? Aber keine Angst, ich sollte die Nacht überleben, es stellte sich heraus, dass es sich nur um ein Holzstück handelte, das ich nicht vom Zeltplatz weggeräumt hatte. Und dann waren da die unendlich vielen, unbekannten, unheimlichen Geräusche in diesem Urwald. Noch nie habe ich in den Tropen im Zelt übernachtet, schon gar nicht alleine. Aber schliesslich liess mich auch dieser Sound im Middle of Nowhere in Ruhe, und ich schlummerte rüber.
Km: 27‘468
Mo, 16.11.2015: Dem Urwald entkommen
Ich erwachte schon beim Dämmern. Ich erfrischte mich zuerst im nahen Fluss mit einem Bad. Das Zelt war vom Regen noch triefend nass, sollte aber nicht mehr trocknen bis zur Abfahrt. Es hatte noch genügend Glut, um das Feuer innert kurzer Zeit wieder zu entfachen. Ich hatte nämlich noch eine zweite Nudelsuppe, die ich mit wenig Genuss hinunterwürgte.
Es dauerte einige Zeit, bis ich all meine Sachen wieder zusammengepackt hatte. Aber schliesslich war ich um Viertel vor acht Uhr wieder bereit, den hoffentlich abschliessenden zweiten Teil dieses Wahnsinnstrip unter die Räder zu nehmen. Der Regen in der Nacht tat das Seinige, dass das Fahren jetzt keinesfalls einfacher wurde. Es war extrem rutschig, jede Vertiefung in der Strasse hatte sich mit Wasser gefüllt. Und die nächsten Herausforderungen liessen nicht lange auf sich warten. Es galt, den bis anhin grössten Fluss zu überwinden. Wiederum erleichterte ich den Töff meines Gepäcks, zumindest der Rucksäcke. Beim Durchwaten des trüben, recht tiefen Wassers stellte ich einen sandigen Untergrund fest. So wagte ich es, mit geladenen Koffern durch das Gewässer zu fahren. Aber es war tief, beinahe die ganzen Räder verschwanden unter Wasser, die Maschine beschleunigte gut, sodass es mir beinahe die Beine wegzog. Die Auffahrt auf der anderen Seite war aber keineswegs einfach, aber ich hatte mit der Nacht genügend Kräfte getankt, dass ich es schaffte. Bald folgten nochmals zwei, allerdings kleinere Gewässer mit einfacherer Zu- und Wegfahrt. Dann kam die erste Siedlung. Was für eine Freude! Es war zu hoffen, dass der Fahrweg jetzt etwas besser wird.
Tatsächlich kam ich jetzt etwas besser vorwärts, aber da waren immer wieder Verzweigungen. Manchmal konnte ich nachfragen. Tat Hai war das Ziel, aber ich hatte mich längst von der google-maps-Strecke verabschiedet, aber die Richtung stimmte. Der Wald war jetzt bei weitem nicht mehr so dicht, ich hatte den Pass endlich überwunden, es wurde etwas flacher mit weniger unangenehmen Steigungen und Senkungen, in denen es immer besonders schlammig ist. Dann erreichte ich das erste Dorf, ein weiterer Lichtschimmer. Ich kam Tat Hai schneller näher, als ich erwartet hatte. Tatsächlich erreichte ich diese grössere Ortschaft schon um zehn Uhr. Hier galt es, einen grossen Strom zu überqueren, aber die Zufahrt hatte es in sich, denn die Originalstrasse war verschüttet, und ich hatte einen Umweg zu nehmen. Nochmals einige überaus unebene Stellen, Wasserlöcher und schliesslich eine steile Abfahrt zum Fluss, wo die Fähre schon bereit stand. Im Nu war ich auf der anderen Flussseite. Auch hier sind Überbleibsel einer alten Brücke zu sehen.
Muang Phin war das nächste Ziel, und ich hatte keine Ahnung, wie diese Strecke durch einen Nationalpark zu befahren ist. Aber hier wurde investiert. Eine rotfarbene Schotterpiste führte mich durch den dichten Dschungel, und ich erreichte den nächsten Ort in kurzer Zeit. Ich hatte in einer Stunde beinahe so viele Kilometer zurückgelegt wie gestern den ganzen Tag. Was für ein Gefühl, ab hier wieder einmal auf einer asphaltierten Strasse unterwegs zu sein! Und dem Töff gefiel’s offenbar auch. Das anfängliche unbekannte Röhren verschwand mit den Kilometern. Hundert Kilometer bis Xeno, und ich war wieder auf der Nationalstrasse 13, der Hauptstrasse, die in Laos von Norden nach Süden führt. Ich war sehr hungrig, ass ein ganzes grilliertes Poulet, typisch laotisch hergerichtet. Man stelle sich vor, wie ein ganzes Huhn plötzlich flach gezwungen wird und so beidseitig wunderbar auf Holzkohle grilliert werden kann. Weitere hundert Kilometer bis Thakhek, einer Stadt am Mekhong, wo ich in der Thakhek Travel Lodge eine ruhige Unterkunft fand (70‘000 Kip).
Ich hatte keine Energie mehr, zuerst mein Gepäck ins Zimmer zu tragen. Ich entledigte mich meiner Ausrüstung, zog die kurzen Hosen an und trank zuerst einmal ein Bier. Ich hängte das noch feuchte Zelt auf, aber es war bereits zu spät, dass es noch trocknen konnte. Dank ausgeklügelter Aufhängetechnik in meinem Zimmer (bei der mir ein grosser Kasten auf die Rübe fiel (…) hängt das Zelt jetzt in meinem Zimmer. Die Auslegeordnung ist gross, alles muss getrocknet werden.
Aber jetzt überfiel mich die Müdigkeit, ich hatte nicht mal mehr die Energie, in der Stadt etwas essen zu gehen. Schon vor neun Uhr lag ich flach…
Km: 27‘773
Di, 17.11.2015: Ruhe ist angesagt
Nach diesen beiden adrenalin-treibenden Tagen (die halt schliesslich doch immer geil sind – vor allem wenn alles gut herauskommt…) ist es nicht verwunderlich, dass heute Ruhe gefragt war.
Ich fand Zeit zum Waschen, reorganisierte meine Koffer, verpackte das Zelt perfekt und sass lange im gemütlichen Gartenrestaurant. Es ist ein Kommen und Gehen hier, offensichtlich ein perfekter Travellerort. Ich fand Zeit, meine Erlebnisse zu verarbeiten, aufzuschreiben, die Filme und Fotos zu sichten. Das Abenteuer war wirklich gross, es gab Stunden, in denen ich dachte, dass ich diesmal den Bogen etwas überspannt habe. Aber alles war doch immer im grünen Bereich, und natürlich hatte ich auch Glück. Nichts tut mir weh, wenn man von den Muskelschmerzen absieht. Am ganzen Körper durchzieht mich heftiger Muskelkater. Motorradfahren auf diese Weise ist wirklich Sport pur.
Es geht mir gut, eben habe ich frittierten Fisch mit Pommes gegessen, ein Bier dazu, alles ist wunderbar… Aber fürs erste habe ich das tropische Pistenfahren gehabt. Auf den Loop, vorbei an verschiedenen Höhlen, werde ich verzichten auf dem Weg Richtung Vientiane.
Gegen Abend wollte ich mir die Uferpromenade Thakheks anschauen. Die Sonne ging eben unter über einem Tempel an der thailändischen Seite des Mekhongs. An den schönsten Stellen stehen noch immer die Kolonialbauten auf altfranzösischer Zeit. Viele hätten aber eine dringende Renovation nötig. In einer mit Holz gedeckten Uferbar trank ich ein Bier und kam ins Gespräch mit einem österreichischen Paar, das einige Monate in Südostasien unterwegs ist und eben das Reisen per gemietetem Töff entdeckt hat. Es war ein vergnüglicher Abend, vor allem als uns noch grosser Mekhong-Fisch serviert wurde.
Und noch etwas: Am Abend funktionierte aus unerfindlichen Gründen plötzlich mein Wifi sowie Bluetooth wieder. Vielleicht wurde unterdessen das Windows-Update abgeschlossen und war der Grund für die Macken. Es ist wie immer mit Computerproblemen – Zeit verstreichen lassen, plötzlich löst sich das Problem von selber…
Km: 27‘783
Mi, 18.11.2015: In den Konglor-Karstfelsen
Erst um halb zehn Uhr verliess ich Thakhek in Richtung Norden. Ich musste noch tanken, ein Liter weniger als einen Franken… Die hundert Kilometer bis Thong Long waren wenig Aufsehen erregend, aber dann änderte sich die Szenerie, weil ich ins Karstgebirge des Phou-Hi-Poun-Nationalparks einfuhr. Die Felsen hier sind fast schwarz, voller Rillen, gleichzeitig aber in dichten Dschungel gehüllt. Flüsse durchziehen das Gelände, die problemlos auf einfachen Holzbrücken überquert werden konnten.
Die Strasse begann plötzlich anzusteigen, und ich erreichte jenen Aussichtspunkt (Sala Viewpoint), den ich schon vor acht Jahren besucht hatte. Noch immer steht hier dieselbe Hütte, ist aber etwas in die Jahre gekommen. Das Garbengras steht heute so hoch, das einem beinahe die Sicht auf die zackigen, schwarzen Felsen in der Ferne versperrt.
Es war jetzt nur noch ein Katzensprung bis Konglor Village. Ich hielt mich glücklicherweise nicht an den Lonely Planet, sondern folgte Schildern einer neuen Unterkunft (Spring River), die direkt am Konglor-River steht. Tatsächlich traf ich die schiere Idylle an, sechs Bungalow direkt am langsam fliessenden Fluss gelegen, und ich konnte nicht verzichten, eine dieser hölzernen Behausungen zu mieten. Ich handelte die Unterkunft von 280‘000 auf 160‘000 Kip pro Nacht herunter (inkl. Frühstück), weniger als 20 Fr. die Nacht, eine der teureren Unterkünfte der letzten Zeit, aber auch klar die beste. Es dauerte nicht lange, da schwamm ich schon im kühlen Höhlenwasser, herrlich erfrischend. Auf der Terrasse ass ich ein fried rice und trank ein Bier. Ich sehe auf einen mächtigen Karstfelsen, kaum hundert Meter entfernt. Auf der anderen Flussseite wächst undurchdringlicher Dschungel mit mächtigen Baumriesen, herrlich saftig grün, ein Nebenflüsschen führt aus diesem Wald – müsste man eigentlich mit einem Kanu auskundschaften. Schmetterlinge und eine Art roter Libellen leisten mir Gesellschaft, das typisch tropische, unaufhörliche Dauerpfeifen (ich weiss nicht, ob dies Zikaden sind) durchdringt die Stille an diesem überaus friedlichen Ort. Jetzt gerade vergnügen sich Kinder im Wasser, spielen eine Art Wasserball. Das Dauerpfeifen wird von den Kinderschreien durchbrochen.
Am Abend erschien ein älteres, deutsches Paar, unterwegs per Pauschalprogramm, das mich eher nervte als erfreute, weil sie dauernd von ihren unendlich schönen und spannenden Reisen um die ganze Welt erzählten. Ich kam kaum zu Wort… Ich fand wenigstens den richtigen Moment, um abzuspringen…
Km: 27‘974
Do, 19.11.2015: Im Konglor-Cave
Erneut war ich früh wach. Dies war gut, denn ich wollte der erste sein, der heute den Konglor-Cave besucht. Ich war schon um halb acht Uhr bei der Höhle. Ich wollte warten auf weitere Touristen, mit denen ich die Kosten für das Boot (130‘000 Kip = 16 Fr.) teilen konnte. Tatsächlich erschien bald ein französisches Paar, die ich in die Höhle begleiten konnte. Ich kannte die Höhle ja noch vom Besuch vor acht Jahren, und ich war erstaunt, an wie wenig ich mich erinnern konnte.
Zu Fuss ging es zuerst zum Eingang der Höhle, wo schon ein kleines Langboot für uns bereitstand, aus dem der Guide literweise Wasser schöpfen musste, um startklar zu werden. Dann fuhren wir ein ins Dunkel. Mit Stirnlampen konnten wir die riesigen Gewölbe dieser Karsthöhlen auf der Fahrt wenigstens etwas auskundschaften. Nach kaum einem Kilometer ging es zu Fuss weiter. In diesem Teil der Höhle hat es viele Stalakmiten und Stalaktiten (Titten sind ja jene, die hängen…), heute kunstvoll beleuchtet. Unwirkliche Bilder wie Gemälde mit moderner Kunst. Der Guide umfuhr diesen Teil der Höhle und nahm uns am Ende des beleuchteten Teiles wieder auf. Dann fuhren wir weitere sechs Kilometer (!) durch diese unheimliche Dunkelheit, manchmal durch riesige Gewölbe, dass man beinahe nicht bis zur Decke sah, manchmal durch engere Gänge, alle aber gut per Boot befahrbar. Manchmal war es etwas seicht, sodass grosses Geschick des Kapitäns nötig war, um die Motorschraube nicht zu verletzen. Fast am Ende der Höhle musste das Boot eine Stromschnelle hochgehievt werden.
Wenn man eine Höhle verlässt, leuchten die Farben des Wassers und der Umgebung immer besonders intensiv. Nach kurzer Fahrt durch dichten Dschungel erreichten wir ein kleines Dorf, die heute dank der Touristen über einen guten Erwerb verfügen. Tranksame und handgewobene Stoffe werden verkauft. Die Rückfahrt war wesentlich schneller, weil wir jetzt mit dem Strom schwammen. Beim Ausgang beobachtete ich lange grosse Fische im klaren Wasser, wären wohl ein Leckerbissen…
Das kühle Wasser lud förmlich ein, ein Bad zu nehmen, aber eigenartigerweise nutzte nur ich diese Möglichkeit. Ich genoss lange an einem Sandstrand die Ruhe, las etwas. Ich war erstaunt, dass auch im Verlaufe des Morgens nur wenige weitere Touristen erschienen. Konglor ist vielen hat doch zu abgelegen.
Am frühen Nachmittag fuhr ich zurück, ass auf dem Weg ein fried rice und trank ein Bier. Jetzt sitze ich auf der Terrasse meiner Unterkunft, schaue in den dichten Wald, beobachte pinkfarbene Libellen oder Schmetterlinge in allen Farben. Unterdessen ist die Ruhe etwas gestört, weil einige Lao-Franzosen erschienen sind und ein grosses Menu bestellt haben.
Der Abend war ganz unterhaltsam, weil mich ein welsches Paar dauernd davon abhielt, mein Tagebuch zu schreiben (…). Sie wollten alles über meine Reise wissen, und ich versuchte, mein Französisch auszupacken. Sie hatten vor zwei Tagen ein deutsches Paar auf ihren Motorrädern (!) fotografiert, das es seit April bis nach Laos geschafft hat. Dank einem Foto erfuhr ich von ihrem Blog und nahm gleich Kontakt mit ihnen auf. Mal schauen, ob sich unser Routing gleicht.
Km: 27‘984
Fr, 20.11.2015: Regiefehler
Ich nahm’s gemütlich heute Morgen, denn es stand ein leichter Fahrtag auf dem Programm. Ich fand Zeit für einen Schwumm im Fluss, einen Schwatz mit den Welschen. Erst vor zehn Uhr ging es los. Bald hatte ich die Nationalstrasse 13 wieder erreicht und fuhr fortan Richtung Norden/Westen. Wiederum war die Strecke wenig spektakulär – oder gewöhnt man sich einfach an diese verkarsteten Gebirge oder den dichten Urwald? Dass dies die Hauptstrasse durch Laos ist, staunte ich, wie wenig Verkehr es hatte. Erst vor Vientiane wurde er etwas grösser.
Es war richtiggehend angenehm, einmal in eine Hauptstadt einzufahren, ohne vom Verkehr und dem Chaos aufgefressen zu werden. Schon auf dem Weg realisierte ich, dass es unter Umständen knapp mit dem Thai-Visum werden könnte, wenn heute ja schon Donnerstag ist (dies glaubte ich zumindest…). Das angepeilte Guesthouse fand ich erneut nicht, obwohl ich mit Sicherheit im richtigen Viertel gleich neben der Innenstadt danach suchte. Schliesslich landete ich im Heuan Guesthouse und belegte ein etwas muffiges Zimmer für 100‘000 Kip.
Und dann realisierte ich, dass morgen heute schon Freitag ist… Ein erneuter Denkfehler zeichnete sich ab. Im Nu hatte ich meine Maschine vom Gepäck befreit und war schon unterwegs zur thailändischen Botschaft, wo man mich weiterwies zum nahe gelegenen Konsulat. Das ich aber nicht fand. Es war unterdessen ohnehin schon nach vier Uhr nachmittags, und ich wusste, dass Anträge am Morgen aufgegeben werden müssen. Regiefehler! Bis Montag sollte ich warten, bis ich mein Visum beantragen kann, und erst am Dienstag sollte ich das Visum abholen können. Äääärger! Ich verwarf die Idee, nach Vang Vieng zu fahren, da wird die Zeit doch zu knapp. Zudem sollte ich mein Motorrad nicht mehr weiter strapazieren, denn heute stellte ich fest, dass meine Bremsbeläge ziemlich heruntergefahren sind und bereits an der Bremsscheibe zu kratzen beginnen…So begann ich, vor allem wieder mit der Vorderbremse zu bremsen.
Am Abend fuhr ich nach einem kurzen Gewitter in die Innenstadt – äusserst sympathisch. Ich habe noch selten in einer Stadt eine grössere Internationalität von Restaurants auf so kleinem Raum gesehen. Ich landete bei einem Franzosen (L’adresse de Tinay), ass vergleichsweise wieder einmal so richtig teuer (321‘000 Kip = fast 40 Fr.!), aber es sollte sich lohnen: Hervorragendes Tuna-Tartar und ein Stück gutes Rindsfilet, leider etwas überbraten, dazu eine Karaffe italienischen Rotweines. Die Stadt ist vergleichsweise ruhig und wenig chaotisch, man kann sich schnell orientieren.
Km: 28‘329
Sa, 21.11.2015: Blog und Pokern
Zuerst wechselte ich am Morgen mein Zimmer – im ersten Stock ist es bedeutend weniger muffig. Dann fuhr ich in die City. Im Bannetau gab es ausgezeichnete Croissants und einen Cappuccino. Dann widmete ich wieder einmal meinem Fotos und dem Blog – die 14. Tranche ist schon beinahe bereit. Während des Schreibens kam ich ins Gespräch mit einer Gruppe junger Leute, die schon seit Wochen hier hängengeblieben sind. Ich hatte meine Reiseabenteuer zu erzählen, wir guckten gemeinsam sämtliche best-of-Fotos, ich war selber beeindruckt, was da schon alles gegangen ist…
Da ist Maria, eine Russin, unterwegs mit ihrem jamaikanischen Freund David, Easiau (Emma) aus Yunnan/China und Charlotte aus Frankreich, mit denen ich am Abend nicht weit ging in eine laotische Pizzeria. Alles sind sehr spielfreudige Leute, und dies passte mir ganz gut. Zuerst spielten wir wieder einmal das Memory, das ich von den Schülern geschenkt bekommen hatte. Dann begannen wir zu pokern, nicht um Geld. Wir bastelten Spielgeld aus Papier und Zuckerbeuteln und spielten einige Runden, dabei war es nicht einfach, den recht pokererfahrenen David zu schlagen. Dies gelang mir erst in der letzten Runde. Wir spielten bis in alle Nacht, tranken Wein, Bier und Wasser – ein sehr vergnüglicher Abend.
Km: 28‘335
So, 22.11.2015: Olma beim That Luang Tempel
Ein friedlicher Tag, wie ein Sonntag sein sollte. Ich blieb im Garten des Guesthouses, fand am Morgen ein kleines Einkaufscenter, wo es Baguette und Camobert und Milch zu kaufen gab – ist halt auch gut, der westliche Food. Ich las, schrieb am Blog.
Am Nachmittag besuchte ich den That-Luang-Tempel. Immer im November findet hier ein grosses Fest statt. Es wird mit voller Inbrunst Buddha gehuldigt, es finden sich rund um den Tempel aber auch Hunderte von Ständen, an denen die besten Produkte des Landes verkauft werden. Ich wähnte mich wie etwas an der Olma! Das Festival dauert eine Woche und endet am Vollmond, also am Mittwoch, wenn Tausende von Mönchen den Tempel besuchen, die von der Bevölkerung reicht beschenkt werden. Es gibt Prozessionen mit unzähligen kleinen, selbst gefertigten Tempeln aus Blumen, Bananenstämmen und anderen Gaben, unter anderen vielen kleinen Banknoten, die den Mönchen gespendet werden. Ein buddhistischer Tempel lebt erst dann, wenn er mit Menschen bevölkert ist. Ganze Familien pilgerten in die Anlage und beteten vor den unzähligen kleinen Altaren.
Der Abend wurde wieder ganz spassig, weil eine neue Pokerrunde angesagt war. Ich habe hier eine Gruppe wirklich netter Leute angetroffen. Ich ass Nudeln aus dem nahen, kleinen Restaurant, damit wir schneller mit dem Spiel beginnen konnten. Wir pokerten bis tief in die Nacht hinein… Das Schönste am Spielen ist und bleibt das Witzeln, wenn es einem selber gut läuft oder den anderen weniger…
Km: 28‘344
Mo, 23.11.2015: Thai-Visum und die grosse Candlelight-Celebration im Wat Si Muang
Ich stand schon früh auf, weil ich einer der ersten sein wollte, der ein Thai-Visum beantragt. Schon um halb acht Uhr erreichte ich das Konsulat, war aber bei weitem nicht der erste. Einige Reihen der Plastikstühle waren schon mit anderen Antragsstellern besetzt. In der dritten Reihe fand ich aber noch einen freien Platz. Ich wartete fast eine Stunde, bis der Zauber losging. Nach einer weiteren halben Stunde war ich als 70. Person schon an der Reihe, und um neun Uhr war ich schon wieder auf der Strasse. Morgen Nachmittag werde das 60-Tage-Visum abholen können.
Dann fuhr ich noch einmal zum Le Banneteau für einen Cappuccino und ein Croissant. Hier traf ich auf einen Schweizer, der per Velo während sechs Wochen Südostasien erkundet hat. Am Mittag war ich schon wieder im Guesthouse, wo die Vorbereitungen für die heutige candlelight-celebration im Gange war. Es erschienen zwei thailändische, weiss gekleidete Mönche. Vier kunstvoll geschmückte, farbige, tragbare Tempel mit Wachs-, Papier- und auch echten Blumen wurden herbeigebracht und weiter verziert, die am Abend zum nahen Si-Muang-Tempel gebracht werden. Es wurden grosse Gedecke mit laotischen Speisen bereitgestellt, und wir wurden zu all diesen leckeren Speisen eingeladen. Herzliche Gastfreundschaft, was für ein Frieden! All die guten Taten sollen gleich direkt in Herz gehen. Gutes tun wird Gutes bringen – eine buddhistische Philosophie.
Jetzt werden diese Tempel weiter geschmückt, ich sitze im Garten und beobachte das emsige Treiben. David hat schon die vierte Portion Kokossuppe mit Reisnudeln verschlungen. Ab acht Uhr waren wir Teil einer Prozession, die beladen mit unzähligen Gestecken und farbig geschmückten Miniatur-Tempeln zum Wat Si Muang spazierten, begleitet von lauter traditioneller und verstärkter, einheimischer Musik. In jedem Gesicht war ein Strahlen zu erkennen. Es war ganz selbstverständlich, Teil dieses Festes zu sein. Im Si-Muang-Tempel hatte es Hunderte von ebenso vorbereiteten Gruppen, die mehrmals um den Zentraltempel schlenderten. Man fotografierte sich hundertmal, und schliesslich brachte man die Minitempel, alle beladen mit Tausenden von Kips, in die Tempelanlage, wo die Mönche damit beschäftigt waren, all die Noten von den kunstvoll gefertigten Tempeln zu nehmen – Millionen von Kip! In etlichen Winkeln standen kleine Buddha-Statuen, vor denen viele Menschen knieten und beteten – ein bisschen Weihnachtsstimmung im November, denn Hunderte von Kerzen leuchteten von den kleinen Tempeln. Höhepunkt war das Entzünden riesiger, selbst gefertigter (!) Vulkane, dessen Funken bis weit in den Himmel sprangen. Die Feuermittel waren in dicke Bambusstämme gestopft und brachten eine riesige Mengen von Funken hervor. Einen solchen Vulkan sollte ich einmal am böl-on-air haben… Allerdings war die Sache nicht ganz ungefährlich, denn einer dieser Vulkane kippte auf die Seite, und das beobachtende Volk hatte sich eilends in Sicherheit zu bringen. Man musste auch achtsam sein wegen der Funken, die vom Himmel fielen. Leicht hätte man sich eine Verbrennung einhandeln können. Der Zauber dauerte eine gute Stunde, dann verlief sich das Volk. Im Guesthouse konnten wir noch einmal von den vielen laotischen Speisen kosten.
Schliesslich fanden wir auch noch Zeit, eine weitere Pokerrunde zu spielen. Heute holte ich meinen zweiten Sieg. Ich fühle mich ganz wohl hier, Charlotte ist besonders nett, David, der Jamaicaner überaus interessant. Soll ich morgen wirklich schon abreisen? Ich fühle mich ziemlich wohl hier… Aber das Laos-Visum läuft morgen aus…
Km: 28‘355