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Jeder Zylinder verfügt über mehr Volumen als zwei VW-Golf-Motoren. Der Durst nach Benzin ist kaum zu stillen. Und lässt man das Monster aus seinem Gehege malträtiert es das Trommelfell mit einem tiefen Grollen und verdunkelt die Sonne mit schwarzem Rauch.
Der Brutus ist ähnlich Mary Shelley's «Frankenstein» eine Kreatur, die aus toten Organen zum Leben erweckt wurde. Das Herzstück ist ein alter BMW Flugmotor, wie er ab 1925 für Kampfflugzeuge oder Flugboote von Dornier produziert wurde. Den letzten Einsatz leistete er in einem Flugzeug im spanischen Bürgerkrieg.
Danach lag er Jahrzehnte lang auf dem Schrottplatz, bevor ihn die Ingenieure des Auto- und Technikmuseums Sinsheim in Deutschland 2002 nach einer 4-jährigen Revisionszeit zum Laufen brachten. Zunächst waren ihnen die Dimensionen des Motors nicht bekannt und sie gingen von «nur» 25 Liter Hubraum aus. Später sollte sich herausstellen, dass es 47 Liter sind.
Nach dem Ersten Weltkrieg, keine Seltenheit
Der Leiter des Museums, Hermann Layher, wollte es nicht auf sich beruhen lassen, nur den Motor auszustellen und verbaute ihn kurzerhand in einem Fahrzeug. Als Fahrgestell diente ihm ein Feuerspritzwagen von American-La-France aus dem Jahr 1908.
Als Vorbild dienten ihm die Rennwagen, die nach dem Ersten Weltkrieg nach ähnlichen Mustern gebaut wurden. Damals gab es in Deutschland zwar viele Motoren aber keine Flugzeuge mehr. So wurden die überschüssigen, viel zu grossen Motoren in einfachen Fahrgestellen montiert und damit Rennen gefahren.