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Lügen haben bekanntlich kurze Beine, aber sie haben sich auf ihnen erstaunlich lebendig gehalten. Die Lüge scheint ein unverzichtbarer Schatten unserer Existenz zu sein und ist gerade deswegen kaum dingfest zu machen. Schon der Kirchenvater Augustinus hat sich um eine schlagkräftige Definition bemüht, und seither sind die Versuche der Philosophen wie der Theologen nicht abgerissen. Die Soziologie geht beispielsweise davon aus, dass eine Gesellschaft nur mit der Lüge funktionieren kann.
Das Buch bietet neue Einblicke in ein ebenso altes wie aktuelles Thema. Welche Auswirkungen hat die Lüge auf das Vertrauen in der Gesellschaft? Ist aus der Sicht der Theologie die Wahrheit der unbedingt höchste Wert? Welche Mittel setzt der Staat ein, um andere der Lüge zu überführen, und inwieweit darf er sich dazu selbst der Lüge bedienen? Wie sehen die linguistischen Unterscheidungsmerkmale zwischen Lügen und Doppeldeutigkeiten aus? Wie funktionieren Lügendetektoren? Wie sieht die "Kultur der Lüge" im antiken Rom aus und weshalb wird im Russischen zwischen verschiedenen Begriffen von "Wahrheit" unterschieden? Lügen die Dichter immer oder kommt es nur darauf an, dass wir das Falsche lesen und damit das rechte Leben versäumen? Ist der Film wahrer als die Literatur? Und können Computer lügen?
Mathias Mayer ist Inhaber des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Augsburg
Insgesamt bietet der Band einen Eindruck von der Vielfältigkeit und Tragweite des Phänomens Lüge. Für denjenigen, der sich wissenschaftlich mit der Lüge beschäftigen möchte, kann dieses Buch sowohl Einstieg als auch hilfreiches Nachschlagewerk sein." Jeannette Schmid. Psychologie Heute, November 2003
Mathias Mayer