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Im Niger führen wiederkehrende Dürren, anhaltende Gewalt durch bewaffnete Gruppen sowie das hohe Bevölkerungswachstum zu Konflikten um den Zugang zu Land und Wasser. Insbesondere zwischen nomadischen Viehzüchter:innen und sesshaften, Ackerbau betreibenden Familien werden solche Konflikte oft gewalttätig ausgetragen. Die Präsenz von Geflüchteten aus den benachbarten Staaten Nigeria und Tschad wie auch intern vertriebenen Personen verstärken den Druck auf die natürlichen Ressourcen zusätzlich. Das Projekt dient dazu, die Nutzungsrechte der verschiedenen Gruppierungen gesetzlich festzulegen und somit Konflikte vorzubeugen.
Begünstigte:
Vom Projekt profitieren sesshafte Familien, die Ackerbau betreiben, Viehzüchter:innen, die im Projektgebiet ansässig sind und einen Teil des Jahres mit dem Vieh umherziehen, sowie nomadisierende Viehzüchter:innen, die nicht im Projektgebiet wohnen, dieses aber mit ihren Herden passieren.
Ausserdem werden durch die HEKS-Partnerorganisation «ACF» ungefähr 160 000 Geflüchtete und intern vertriebene Personen, welche in der Region Diffa momentan Zuflucht finden, durch Cash-for-Work-Aktivitäten in die Projektumsetzung einbezogen.
Ziele:
Prioritäres Ziel des Projektes ist es, einen klar geregelten Zugang zu Weideland in der Interventionszone zu etablieren und somit Konflikte zwischen den verschiedenen Nutzer:innengruppen mit ihren jeweiligen Interessen vorzubeugen.
Weitere Ziele sind der Aufbau von Mechanismen zur Schlichtung von Konfliktfällen, die Unterstützung beim Aufbau einer Interessensvertretung für Viehzüchter:innen in der Region sowie die Instandsetzung von Infrastrukturen und Weideflächen.
Aktivitäten:
Seit 1993 regelt im Niger ein Gesetz, der «Code Rural», die Landnutzungsrechte. In den stark von Konflikten betroffenen Regionen wie Diffa wird das Gesetz aber nur schleppend umgesetzt. Das Projekt will diesen Prozess vorantreiben, indem es in der Interventionszone die Grenzen zwischen Ackerland und Weideflächen zusammen mit allen betroffenen Bevölkerungsgruppen diskutiert und in den Zonenplänen der örtlichen Verwaltung festschreibt. Im Anschluss werden die für Weidezwecke reservierten Flächen mit Betonpflöcken abgesteckt und kartographiert. Dies erlaubt eine klar ersichtliche Abgrenzung der Flächen und beugt so Übertretungen vor. Zur Schlichtung von Konflikten werden auf lokaler Ebene Landkommissionen aufgebaut und ausgebildet.
Um den Ressourcendruck zu mindern, sollen zudem Brunnen und degradiertes Weideland instand gesetzt werden.