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Hauptstadt: Mailand (Milano), Fläche 23.856 km2,
Einwohner: ca. 9 Mio.
Provinzen:
Bergamo (BG), Brescia (BS), Como (CO), Cremona (CR), Mantova (MN), Milano (MI),
Pavia (PV), Sondrio (SO) und Varese (VA).
Eine politische Karte Italiens finden Sie hier...
Aus der Geschichte
In der
norditalienische Region, die nach den Langobarden benannt

Mailänder
Dom
wurde, siedelten bis
zum 5. Jh. v.Chr. Völker verschiedenster Abstammung wie Etrusker, Kelten, Räter
und Umbrier. Im 1. Jh. v.Chr. wurde die Lombardei von den Römern unterworfen.
Seit der Verleihung des römischen Bürgerrechts an die 89 v.Chr. errichtete
Provinz Gallia Cisalpina wird sie zu Italien gezählt. 1859 ist die Lombardei an
das neu gegründete Königreich Italien gefallen und seitdem ein wichtiger Teil
der Republik Italien.
Die Lombardei gehört heute zu den
bevölkerungsreichsten und wirtschaftlich stärksten Gebieten der europäischen
Union. Auch gilt sie als die reichste und dynamischste Region Italiens. (Bild
rechts: Dom - Milano)
Die Küche der Lombardei
Spezialitäten: Risotto con lo zafferano,
minestrone in verschiedenen Varianten, cassoeula, costoletta, busecca
(Kuttelnsuppe), ossobuco und natürlich panettone, der typische Weihnachtskuchen,
der die ganze Welt erobert hat.
Die Präsenz des Risotto in der lombardischen
Küche wird schon in dem Werk "Opera dell’arte del cucinare" aus dem 16. Jh. von Bartolomeo Scappi festgehalten.
Hier seine Beschreibung des Rezeptes:
«Für die Zubereitung eines Gerichtes aus geröstetem riso alla lombarda mit
knochenlosem Geflügelfleisch, cervellate (Wurst auf der Grundlage von
sanguinaccio vom Schwein) und Eigelb. Man nehme den auf die oben genannte Weise
gereinigten Reis und koche ihn in der Brühe, in der Kapaune, Gänse und
cervellate gekocht wurden; und wenn er gekocht und fest ist, gebe man einen Teil
von diesem Reis auf einen Teller aus Ton oder Silber oder Zinn und streue Käse,
Zucker und Zimt darüber, und man gebe auf diesen Reis einige Stückchen frischer
Butter und das knochenlose Fleisch von der Brust des Kapauns und der Gans mit in
kleine Stückchen geschnittenen cervellati, und man streue erneut Käse, Zucker
und Zimt darüber. Auf diese Weise bereite man drei Lagen zu und man gebe über
die letzte zerlassene Butter und bestreue sie wieder mit derselben Mischung, und
man gebe das Ganze in den nicht zu heissen Ofen und backe es darin eine halbe
Stunde, bis es ein wenig Farbe annimmt, bespritze es dann mit Rosenwasser und
serviere es so warm. Man kann diesen Reis auch auf andere Weise zubereiten: wenn
er gekocht ist, gebe man Butter und Scheiben von frischem und nicht gesalzenem
provatura (= Mozzarella aus Büffelmilch) auf einen Teller, bestreue sie mit
Zucker und Zimt und geriebenem Käse; und man gebe den Reis darüber, und auf den
Reis gebe man frische rohe Eigelb, je nach Reismenge, in die Mulden, die man im
Reis dafür vorbereitet hat, und auf diese Eigelb lege man weitere Scheiben von
provatura, bestreut mit Zucker, Käse und Zimt, und bedecke das Ganze mit
weiterem reichlichem Reis. Auf diese Weise kann man zwei oder drei Lagen machen,
und auf die letzte gebe man ein wenig Butter und man lasse das Ganze auf der
warmen Asche stehen oder im Ofen, so wie oben beschrieben, und man serviere es
warm».
Die Weinregion Lombardei / Lombardia

Comersee /
Lago di Como
Mailand mit seinen Industrie- und
Finanzzentren ist der grösste und aktivste Weinmarkt Italiens. Die Milanesi
holen sich aber lieber ihren Wein aus dem Piemont, der Toskana oder dem Friaul
oder ganz aus dem Ausland und nicht aus der näheren Umgebung. Der Weinbau gilt
hier nicht als besonders gewinnbringende Tätigkeit. Zudem eignet sich die weite
Po-Ebene besser zur Anpflanzung von Getreide oder zur Viehhaltung. Dennoch gibt
es zwischen den kühlen Alpenhängen beim Lago Maggiore, dem Luganer-, Comer-
(siehe Bild links), dem
Gardasee und der heissen Talsohle auch in der Lombardei Hänge, auf denen die
Weinrebe zeigt, was sie leisten kann.
Die Seen üben auf das Mikroklima der
Lombardei einen positiven Einfluss aus, allerdings vorwiegend in den untern
Gletscherbecken des Iseo- und Gardasees. Dort sind grössere Weinbaugebiete entstanden.
Dazu zählen Franciacorta, Riviera del Garda Bresciano und Lugana. In der Provinz
Pavia verfügt die Lombardei im äussersten Südwesten auch einen Bereich der
Apenninen-Berge mit dem bekannten Oltrepò Pavese, aus dem viele Weine der Region
stammen.
Valtellina - Veltlin
Ganz im Norden tritt zum Beispiel das
schwer zugängliche "Valtellina-Tal" (Veltlin) am Fusse des verschneiten Piz
Bernina (4050 m.ü.M.) mit seinen Superiore-Weinen Grumello, Inferno, Valgella
oder Sasella in Konkurrenz mit dem berühmten Barolo. Nur Rotweine auf Grundlage
der Nebbiolo-Traube sind für die DOC qualifiziert, aber in verschiedenen Typen.
Der Bereich teilt sich in rund 700 Hektar für den einfachen DOC Valtellina und
500 Hektar für den DOCG Valtellina Superiore.
Der “Sforzato” aus dem Veltlin (auch Sfursat
genannt) ist ein süsser roter Passito aus teilweise rosinierten Trauben. Die an
Extrakt und Zucker reichen Beeren ergeben einen sehr kräftigen aber trotzdem
noch samtigen Wein mit einem Alkohol-Gehalt von 14% vol.
Viele dieser Rebberge gehören Schweizer. Das hat dazu geführt, dass der Valtellina in Zürich leichter zu finden ist, als in Milano. Der
Wein wird auch als Veltliner bezeichnet, es besteht jedoch keinerlei
Zusammenhang mit der weissen, österreichischen Rebsorte. Der Schweizer
Schriftsteller Hermann Hesse (1877-1962), der in diesem Tal lange Zeit
lebte, bezeichnete ihn unter diesem Namen wiederholt als seinen absoluten
Lieblingswein.
Rebsorten und Weingüter
Die italienische Region Lombardei umfasst
26.951ha Rebfläche. Der Weinbau geht auf die Etrusker, Veneter und Römer zurück.
Der in Mantua geborene Dichter Vergil (70-19 v.

Logo Ca' del
Bosco
Chr.) berichtet von „Flüssen, Seen,
Olivenbäumen, Reben und goldenen Getreidefeldern“ in seiner Heimat.
Wahrscheinlich meinte er damit die Hügel um den Gardasee.
Die Rebflächen waren
gegen Ende des 17. Jahrhunderts noch wesentlich grösser. Jährlich werden etwa
1,5 Millionen Hektoliter Wein produziert. Die Lombardei ist vor allem bekannt,
weil hier die grösste Menge Italiens an Spumante (Schaumwein) nach der Metodo
classico hergestellt

Weingut
Berlucchi
wird. Die Haupt-Zentren dazu sind das auf einer
Gletschermoräne liegende Franciacorte und das Hügelland Oltrepò Pavese.
Die häufigsten Rebsorten sind bei den roten
Barbera, Bonarda, Cabernet Sauvignon, Lambrusco, Merlot, Nebbiolo und Pinot Noir
sowie bei den weissen Chardonnay, Pinot Bianco und Trebbiano. Zu den
bedeutendsten Weingütern zählen Berlucchi
(Bild mit Haus links) und Ca´del Bosco.
Die wichtigsten
DOC-Zonen sind:
Botticino: DOC für trockenen Rotwein in der italienischen Region
Lombardei. Die Zone umfasst die drei Gemeinden Brescia, Botticino und Rezzano in
der Provinz Brescia.
Capriano del Colle: Die Zone umfasst die Hügellagen der Gemeinde Capriano
del Colle und der Gemeinde Poncarale in der Provinz Brescia.
Cellatica: DOC für trockenen Rotwein in der italienischen Region
Lombardei. Die Zone umfasst die Gemeinden Brescia, Cellatica, Collebeato,
Gussago und Rodengo-Saiano auf hochgelegenen Hang- und Hügellagen in der Provinz
Brescia.
Franciacorta (DOCG): DOCG für Spumante (Schaumwein). Die Zone mit rund
1.000 Hektar Rebfläche umfasst 23 Gemeinden am Südrand des Lago d´Iseo, Provinz
Brescia. Der Name stammt vom lateinischen “francae curtes” für die
Steuerbefreiung der dortigen Klöster und Stifte. Der Erfolg wurde durch Franco
Ziliani begründet, der im Champagner-Haus Moet et Chandon das Weinmachen gelernt
hatte. Im Jahre 1961 begann er auf dem Weingut Guido
Berlucchi als zuständiger Kellermeister
Schaumwein zu produzieren. Der strohgelb bis grünliche Wein wird nach der Metodo
classico (Flaschengärung) aus Chardonnay, Pinot Noir, Pinot Blanc mit maximal
15% Pinot Gris gekeltert. Er muss zumindest 18, bei Jahrgangsangabe (dann 85%
des Jahrganges) 30 Monate auf der Hefe reifen. Der Mindest-Alkohol-Gehalt
beträgt 11,5% vol.
Garda (auch in Venetien): DOC für eine breite Palette von Rot-, Rosé und
Weissweinen in der Lombardei und Venetien. Die Zone umfasst rund 25 Gemeinden in
der Provinz Brescia, sechs in der Provinz Mantua (beide Lombardei), sowie 40 in
der Provinz Verona (Venetien). Die reinsortigen und trocken (secco) ausgebauten
Weine (einige auch in abboccato und amabile) müssen aus zumindest 85% der
jeweiligen Sorte gekeltert werden, der Rest müssen zugelassene Sorten der
gleichen Farbe sein. Die Trauben dazu sind Barbera, Cabernet (Cabernet Franc
und/oder Cabernet Sauvignon und/oder Carmenère), Cabernet Sauvignon, Chardonnay
(auch als Spumante), Cortese, Corvina, Garganega, Marzemino, Merlot, Pinot
Bianco (auch als Spumante), Pinot Grigio, Pinot Nero, Riesling (auch als
Spumante), Riesling Italico, Sauvignon und Tocai.
Garda Colli Mantovani: DOC (auch Colli Morenici Mantovani del Garda) für
Rot-, Rosé- und Weissweine. Die Zone umfasst die Gemeinden Castaglione delle
Stiviere, Cavriana, Monzambano, Ponti sul Mincio, Solferino und Volta Mantovana
in der Provinz Mantua.
Lambrusco Mantovano: DOC für perlende Rot- und Roséweine (Frizzantes).
Die Zone umfasst Teilbereiche der drei Gemeinden Gazzuolo, Poggio Rusco und
Sermide in der Provinz Mantua. Sie besteht aus zwei Subzonen, das sind
Viadanese-Sabbionetano (Gebiet zwischen den Flüssen Oglio und Po) und Oltrepò
Mantovano. Die an Säuren reiche Rebsorte "Lambrusco" ist in der italienischen
Region Emilia-Romagna, in der Lombardei sowie in Apulien, Basilikata, Piemont,
Sizilien und Trentino-Südtirol verbreitet. Es gibt etwa 60 verschiedene
Subvarietäten unter zahlreichen Namen und Synonymen, wie Lambrusco Grasparossa,
L. Maestri, L. Marani, L. Montericco, L. Salamino, L. Sorbara und L. Viadanese.
In der Lombardei ist statt Lambrusco der Name Grappello gebräuchlich.
Lugana (auch Venetien): DOC für trockenen, strohgelben Weisswein am
Südende des Gardasees (Lago di Garda) im Grenzbereich der Regionen
Lombardei und Venetien. Der See übt eine positive, regulierende Wirkung auf das
Klima aus. Die Zone mit rund 700 Hektar Rebfläche umfasst die Gemeinden
Desenzano del Garda, Pozzolengo und Sirmione (Brescia), sowie Peschiera del
Garda (Verona).
Oltrepò Pavese: Die Zone ist mit 16.000 Hektar Rebfläche die grösste in
der Region. Sie umfasst in den Apenninen-Ausläufern auf dem Südufer des Po 42
Gemeinden in der Provinz Pavia. Die trocken (secco) und teilweise auch in
amabile und dolce ausgebauten reinsortigen Typen sind Barbera, Bonarda,
Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Cortese, Malvasia, Moscato (auch als Passito und
Liquoroso), Pinot Grigio, Pinot Nero (auch als Bianco und Rosato), Riesling
Italico, Riesling Renano und Sauvignon. Die beiden Markenweine Buttafuoco
(Feuerfunken) und Sangue di Giuda (Judasblut) werden aus Croatina (25-65%),
Barbera (25-65%), sowie Uva rara und/oder Ughetta und/oder Pinot Nero (bis 45%)
verschnitten und mit 12% vol alkoholstärker produziert. Beide gibt es auch als
Frizzante.
San Colombano al Lambro: DOC (auch kurz San Colombano) für trockenen
Rotwein. Die Zone umfasst das Hügelgebiet der Gemeinden Graffignana, die
namensgebende San Colombano al Lambro und Sant´Angelo Lodigiano in der Provinz
Milano, sowie Mirandolo Terme und Inverno e Monteleone in der Provinz Pavia.
San Martino della Battaglia (auch in Venetien): DOC für trockenen,
sonnengelben Weisswein mit einem Mandel- und Zitronen-Bouquet im Grenzgebiet der
Lombardei und Venetiens am Südende des Gardasees. Das Gebiet ist nach jenem
Schlachtfeld benannt, auf dem Piemontesen im Jahre 1859 mit Hilfe Schweizer
Söldner die Österreicher besiegten. Die Zone umfasst die Gemeinden Desenzano,
Lonato, Sirmione und Pozzolengo in der Provinz Brescia (Lombardei), sowie
Peschiera in der Provinz Verona (Venetien). Früher war der Name “Tocai di San
Martino della Battaglia”. Nach ungarischer Intervention (um eine Verwechslung
mit dem Tokajer auszuschliessen) wurde nach jahrelangen Streitigkeiten der Titel
um das „Tocai di“ gekürzt.
Terre di Franciacorta: DOC für trockenen Rot- und Weisswein, die nach der
DOCG-Klassifikation des Schaumweines Franciacorta für Stillweine geschaffen
wurde. Die mit der DOCG identische Zone umfasst 19 Gemeinden südlich vom
Iseo-See in der Provinz Brescia.
Valcalepio: DOC für Rot- und Weissweine. Der Name bedeutet „Tal des
Calepio“ (hier hatte einst der Conte Calepio Besitztümer). Die Zone umfasst 47
Gemeinden im Calepio-Tal in der Provinz Bergamo.
Valtellina: DOC für Rotweine. Die Zone umfasst die Gemeinden Biancone,
Buglio in Monte, Castione Andevenno, Chiuro, Sondrio und Tirano im
Valtellina-Tal am oberen Flusslauf der Adda (deutsch Veltlin) in der alpinen
Provinz Sondrio. Der Wein wird auch als Veltliner bezeichnet, es besteht jedoch
keinerlei Zusammenhang mit der weissen, österreichischen Rebsorte.
Valtellina Superiore (DOCG): DOCG-Version des roten Valtellina
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