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Der Kiltgang, ein heimliches Stelldichein und nächtlicher Besuch eines jungen Burschen bei einem Mädchen. Das Wort Kilt geht auf das germanische „kwelda“ zurück, das die Zeit des Sonnenuntergangs bezeichnete. Die Tätigkeit des Kiltgangs wurde auch mit dem Verbum „kilten“ und der Bursche als Kilter bezeichnet. Die Nacht zwischen dem Samstage und Sonntage und noch eine Andere mitten in der Woche sind Kiltnächte, das heisst: in diesen laufen die jungen Bauernsöhne von 16 bis 24 Jahren im Dorfe umher, schleichen an die Häuser, wo reife Mädchen wohnen, steigen auf die Scheiterhaufen vor den Fensterwänden, oder klettern an Traubengeländern hinauf, oder legen ein mitgebrachtes Leiterchen an, pochen am Kammerfenster des Mädchens und bringen ihren Nachtspruch an.