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Die Zwillingsbrüder Romulus und Remus, Söhne des Mars und der Königstochter Rhea Silvia, werden von deren Großonkel auf dem Tiber ausgesetzt. Eine Wölfin säugt die beiden; sie wachsen in der Folge bei Hirten auf. Die beiden Burschen gründeten laut der Sage im Jahr 753 v. Chr. Rom.
Der Wolf wird seit alters her mit dem Bösen in Verbindung gebracht. Zudem ist der Wolf auf der ganzen Erde als "Totentier" verbreitet. Auch im Märchen steht er für das Böse, während die die Wahrheit ergründende Lehrstätte des Aristoteles Lyzeum genannt wurde, was "Wolfstöter" bedeutet.
Für die Außenseiter, also für jene, die außerhalb zu stehen haben, hat der Wolf eine andere Bedeutung, für sie wird er zum Nährer und im gewissen Sinn zum Erzieher. Böse wird der Wolf oder der vom Wolf Gesäugte erst dann, wenn er in die Herde einbricht, wenn er, um es mit anderen Worten zu sagen, seine Bestimmung, sein Aussenseitertum verlässt und in der Herde zu Macht und Ansehen kommen will. Um dies zu erreichen, muss er, wenn auch unentdeckt - man spricht dann vom Wolf im Schafspelz - zum Raubtier werden. Geschieht dies im Sinne eines Massenphänomens, verweigert sich also die Mehrheit einer Gesellschaft ihrer Bestimmung, so muss der Wolf zwangsläufig ausgerottet werden, denn er erinnert dann zu sehr an das kollektivierte "Böse".