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Ibero-Französischer Feuchtigkeitsspender
Dichte mittelhohe und hohe Bewölkung sorgte heute für einen teilweise bewölkten "Sonn"tag. Auslöser dafür war unter anderem ein Höhentief mit Zentrum knapp westlich der Iberischen Halbinsel.
Allgemeine Lage
Die Bodendruckverteilung über Mitteleuropa ist gegenwärtig sehr flach, oder anders gesagt, auf der Bodendruckkarte waren Isobaren heute Mangelware. Eine Luftmassengrenze liegt nördlich der Schweiz über Frankreich und Deutschland. Die nördlich von dieser liegende Kaltluft wird uns wohl Ende nächster Woche beschäftigen.
Im Höhendruckfeld liegt der Alpenraum in einer westlichen bis südwestlichen Höhenströmung. Federführend dabei ein Hochdruckrücken über dem Mittelmeer sowie ein Höhentief mit Zentrum westlich der Iberischen Halbinsel. Auf dessen Vorderseite entstanden und entstehen vor allem über Spanien und Frankreich immer wieder Schauer und Gewitter. Unter Abschwächung liefen diese auf einer leicht antizyklonal bis indifferent gekrümmten südwestlichen Höhenströmung zum Alpenraum und bringen der Schweiz dichte mittelhohe und hohe Bewölkung.
In der Vertikalen war die Atmosphäre labil geschichtet, und zum Teil auch angefeuchtet, vor allem in mittleren und höheren Schichten. In den untersten Schichten war die Luft relativ trocken.
Vielerorts bewölkter Vormittag
Wie auf dem Satellitenfilm oben zu sehen, erreichte ein Feuchtepaket am frühen Morgen die Westschweiz. Dieses war ziemlich ausgedehnt, deckte die Sonne lange ab und brachte lokal auch einige Tropfen. Etwas weniger davon betroffen waren zunächst die inneralpinen Gebiete sowie die Alpensüdseite. So wurden bis zur Mittagszeit vielerorts weniger als 1 Sonnenstunde registriert. Den Griff zur Sonnencreme mussten sich am Vormittag am ehesten (zartbesaitete) Leute ganz im Osten des Landes, inneralpin oder auf der Südseite überlegen. In diesen Gebieten wurden bis zum „Zmittag“ 2-5 Sonnenstunden gemessen.
Am Nachmittag lokal Gewitter, dann Bewölkungsauflockerung
Auch zu Beginn des Nachmittags versiegte der Nachschub feuchter Luft noch nicht. Um die Mittagszeit und in der ersten Nachmittagshälfte waren dann auch die Niederschlagssignale etwas stärker, vor allem dank orographischer Hebung. So wurden in den östlichen Voralpen sogar einzelne Blitze registriert. Unter dem Strich wurden aber an den meisten Orten nur Niederschläge in „homöopathischen“ Dosen registriert. In die Kränze kam am heutigen „Unspunnen-Sonntag“ vor allem die Station Starkenbach im Toggenburg. Dort wurde mit knapp 5mm am meisten Niederschlag registriert.
Im Laufe des Nachmittags wurde von Westen vorübergehend wieder deutlich trockenere Luft advehiert und in der Folge lockerte die mittelhohe Bewölkung vor allem im Flachland schnell auf. So zeigte das Thermometer an vielen Stationen im Flachland sommerliche Werte, in Basel bis Redaktionsschluss sogar knapp 30 Grad.
Kleiner Ausblick
Das Höhentief scheint übrigens ein grosser Fan der Iberischen Halbinsel zu sein. Die aktuellen Modelle zeigen, dass es bis am Donnerstag nahezu stationär über der Halbinsel verharren möchte. Erst dann soll es in eine Austrogung über Westeruopa eingebunden werden, und in der Folge als neues Höhentief westlich der Schweiz zu liegen kommen. Dieses Höhentief würde dann die in der allgemeinen Lage angesprochene Luftmassengrenze weiter nach Süden befördern. Das wäre dann das Ende dieser spätsommerlichen Episode. On verra…