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Die falschen Schläger machen jeder Golferin und jedem Golfer das Leben unnötig schwer. Ein Fitting schafft Abhilfe – ohne Garantie für Traumrunden.
Mein Handgelenk ist bei hängenden Armen 83,5 Zentimeter vom Boden entfernt, das Verhältnis zwischen Handfläche und Fingerlänge durchschnittlich, meine Schwunggeschwindigkeit am oberen Rand des Bereichs, der von der Standardflexibilität der Graphiteisen für Ladies abgedeckt wird. Und ich halte den Griff zu weit oben, das heisst, das Ende des Griffs drückt in meinen Handballen.
«Ich nehme an, dass Sie einen gewaltigen Handschuh-Verschleiss haben», sagt Stephan Streckert, Pro im Golfpark Otelfingen, der mich für ein Schlägerfitting vermisst. Habe ich. Aber nicht mehr lange, denn meine künftigen Schläger werden einen halben Inch oder 1,27 Zentimeter länger sein als Ladies-Schläger ab der Stange. Oder einen halben Inch kürzer als Herren-Schläger. «Wenn Sie kürzer greifen, könnten Sie auch einfach Standard-Herreneisen brauchen», sagt Streckert, «dann würde die Griffstärke grad passen.» Allerdings brauche ich eine grössere Schaft- flexibilität als reguläre Herren, anderseits mehr Steifigkeit als Normalfrauen, womit ich bei den Seniors wäre – oder bei der Flexibilität Light, was netter tönt.
Das Fitting, sagt Streckert, diene dazu, den Golfern das Leben zu erleichtern: «Jeder Spieler braucht einen Schläger, der auf seine Masse, seine Technik und seine Spielstäke ausgerichtet ist. Das Damenset, das Sie ab der Stange kaufen, passt halbwegs, sofern Sie eine durchschnittliche Grösse und durchschnittliche Proportionen haben. Aber wenn Sie überlange Arme haben, sind die Schläger zu lang, wenn Sie kurze Finger haben, die Griffe zu dick, und wenn der Liewinkel nicht auf Ihren Schwung abgestimmt ist, bohrt sich der Schlägerkopf ins Gras, womit sich auch die Flugbahn des Balls verändern kann.»
Um den optimalen Winkel zwischen Schaft und Schlägerkopf zu ermitteln,
klebt Streckert einen Papierstreifen auf die Schlägersohle, dann wird der Ball ab einer Kunststoffmatte geschlagen. Färbt sich der Streifen exakt in der Mitte dunkel, stimmt der Winkel. Das ist bei mir der Fall, ich komme also mit dem Standard-Lie klar. Wie für die Ermittlung der Schlaggeschwindigkeit, der idealen Länge oder der optimalen Schaftflexibilität muss ich auch diesmal mit diversen Eisen-7 Bälle schlagen. Am besten liegt mir das Herreneisen, das mir Streckert gleich zu Beginn des Fittings gab.
Auf einem Blatt hat der Pro alle Angaben notiert, wobei mein aktuelles Handicap von 23 und mein sportlicher Ehrgeiz etwa bei der Schaftflexibilität eine Rolle gespielt haben: Da meine Schlaggeschwindigkeit genau auf der Grenze zwischen zwei Steifigkeiten liegt, muss sich Streckert für eine Empfehlung entscheiden, und da gibt mein Ehrgeiz, das Handicap auf 18 zu drücken, den Ausschlag für mehr Steifigkeit. Für welche Eisen ich mich entscheiden soll, bleibt mir überlassen: «Wir können nur Hinweise geben im Rahmen der unge- fähren Preisvorstellungen. Am besten, Sie probieren am nächsten Demo-Tag Schläger mit den für Sie passenden Spezifikationen diverser Hersteller aus.»
Auch die Pro-Shops überlassen einem die Schläger zum Ausprobieren, und wenn man sich entschieden hat, wird das Set beim Hersteller mit den Angaben vom Fitting bestellt. Einen Aufpreis verlangen die Firmen dafür nicht, das Fitting beim Pro kostet in Otelfingen 100 Franken – gut investiertes Geld, das locker mit dem reduzierten Handschuh-Verschleiss amortisiert werden kann.