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Referenzrahmen
Folgende Modelle, Ziele und Konzepte bilden für uns den Referenzrahmen der Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Genauere Ausführungen zu den Modellen finden Sie in der Verteifung 1 des Leitfadens "Nachhaltige Entwicklung in die Hochschullehre integrieren".
Auf welches Verständnis von Nachhaltiger Entwicklung bezieht sich die Universität Bern?
Dreidimensionale Konzepte basieren auf dem UNO-Verständnis der nachhaltigen Entwicklung (Grafik links). Die Gewichtung dieser Nachhaltigkeitsdimensionen muss nicht immer gleich sein, wie die Variante dieses Konzepts der Fachkonferenz Umweltbildung (2010, Grafik rechts) zeigt. Das Bemühen um nachhaltige Entwicklung ist im Grunde genommen eine ständige Aushandlung von Kompromissen – sogenannten Trade-Offs – zwischen konkurrierenden Dimensionen. Dreidimensionale Modelle der nachhaltigen Entwicklung sind leicht kommunizierbar und daher weit verbreitet. In einem universitären Umfeld könnten sie jedoch den Eindruck erwecken, dass wichtige Aspekte wie Kultur, Technologie, Gesundheit etc. vergessen wurden. Es ist daher wichtig, diese nur implizit vorhandenen aber nicht erwähnten Komponenten bei der Arbeit mit den Modellen explizit zu machen.
Was hat mein Fach mit Nachhaltiger Entwicklung zu tun?
Einen möglichen Einstieg in die Suche nach inhaltlichen Verbindungen zwischen unterschiedlichen Fachrichtungen und Nachhaltiger Entwicklung bietet das sogenannte Doughnut-Modell (Abb.). Dieses greift konkrete internationale Debatten und Schwerpunktthemen der nachhaltigen resp. nicht nachhaltigen Entwicklung auf. Das Modell beschreibt einen für die Menschheit ökologisch sicheren und sozial gerechten Bereich der nachhaltigen ökonomischen Entwicklung.
Welche Nachhaltigkeitsziele können verfolgt werden?
Das Jahr 2015 geht in die Geschichtsbücher als das Jahr der Weichenstellung für eine nachhaltige Entwicklung ein: Die Weltgemeinschaft beschliesst in Addis Abeba einen Aktionsplan für Entwicklungsfinanzierung, unterschreibt in New York einen Katalog mit 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals SDGs) und definiert Klimaziele in Paris. In der Umsetzung der Ziele sind Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft gleichermassen gefordert; Die Aufgabe der Wissenschaft liegt vor allem darin, Wissen und Methoden beizusteuern. Zum Beispiel: Wie «funktionieren» Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft? Wo sind Kompromisse nötig, wo gibt es Synergien und Handlungsspielräume? Wie können Wirkungen zuverlässig erfasst werden?
Welche Kompetenzen brauchen wir?
Um sich aktiv an der gesellschaftlichen Transformation für nachhaltige Entwicklung zu beteiligen, benötigen die Studierenden nicht nur Wissen und Können, sondern auch eine entsprechende Haltung (Einstellungen, Wertvorstellungen) und den Willen zur Veränderung (Schubiger 2013). Während Kompetenzen im Bereich von Wissen und Können im Rahmen von Lehrveranstaltungen als Lernergebnisse formuliert, aufgebaut und überprüft werden können, können Einstellungen oder Wertevorstellungen hingegen in Lehrveranstaltungen nur angestossen werden, denn diese manifestieren sich im Wollen oft erst in Handlungen ausserhalb oder nach der Ausbildung.