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Insgesamt seien die Sanktionen aber «absurdes Theater.» Putin nannte die Strafmassnahmen in dem Interview töricht. «Die Sanktionen des Westens sollen nicht der Ukraine helfen sondern Russland geopolitisch zurückdrängen.»
Grösserer Schaden entstehe der russischen Wirtschaft derzeit durch den Verfall der Energiepreise. «Beim Export von Öl und Gas haben wir gefährliche Einnahme-Einbussen zu verzeichnen, die wir an anderer Stelle zum Teil ausgleichen können», sagte Putin in dem Interview.
Das Ganze habe aber auch ein Gutes: «Wenn man - wie wir früher - so viele Petro-Dollars einnimmt, dass man im Ausland alles kaufen kann, dann bremst das die Entwicklungen im eigenen Land», sagte Putin. Derzeit werde Russlands Wirtschaft «Schritt um Schritt» stabilisiert, ergänzte der Präsident.
Das Bruttoinlandsprodukt sei im vergangenen Jahr um 3,8 Prozent gesunken, die Industrieproduktion um 3,3 Prozent. Die Inflation liege bei 12,7 Prozent. «Die Handelsbilanz ist aber weiter positiv», sagte Putin. «Wir exportieren zum ersten Mal seit Jahren deutlich mehr Güter mit hoher Wertschöpfung, und wir haben über 300 Milliarden Dollar an Goldreserven.»
Putin bestätigte in dem Interview, dass er im Februar nicht zur Münchner Sicherheitskonferenz kommen wird. Zugleich rief er den Westen auf, im Kampf gegen Islamisten enger mit Russland zusammenzuarbeiten. «Ja, wir sollten weltweit viel enger zusammen stehen im Kampf gegen den Terror, der eine grosse Herausforderung ist», sagte Putin.
Er erneuerte Vorwürfe, die er 2007 bei einer Rede in München erhoben hatte: Die NATO habe mit der Ausdehnung nach Osten gegen Absprachen verstossen. «Die NATO und die USA wollten den vollen Sieg über die Sowjetunion», sagte er. Er liess das Argument nicht gelten, dass Polen und andere Staaten in die NATO wollten. Das westliche Bündnis hätte sie nicht aufnehmen sollen, sagte er.
Die Europäische Union und die USA hatten die Sanktionen 2014 wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim und der russischen Hilfe für die Separatisten in der Ostukraine verhängt. Kritik an seinem Vorgehen wies Putin zurück: «Ich sage Ihnen: Die Wiedervereinigung der Krim mit Russland ist gerecht.» (SDA)Publiziert am 11.01.2016 | Aktualisiert am 11.01.2016