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Ein Spital (oder "Bindhaus"; von verbinden) wurde 1578 am Ostrand des heutigen Marktplatzes gebaut, etwa beim heutigen Café Mohn.
Es war vor allem ein Bettler- und Armenheim. Fremde Bettler wurden täglich wieder in die Nachbarsgemeinden gejagt (oder geprügelt), oft mittels so genannter "Bettelfuhren" oder "Betteljagden".
Die Bettler, die aus Märstetten fortgejagt wurden, hatten sich jeweils beim "Bettelbrünneli" im Westen von Weinfelden versammelt, um dann gemeinsam auf die Suche nach barmherzigen Einwohnern zu gehen.
Thomas Bornhauser war ein beliebter Pfarrer, Diakon und Volksredner; der Ur-Weinfelder hatte seine Pfarrämter aber in Matzingen, Arbon und später in Müllheim.
Er engagierte sich insbesondere für die neue liberale Thurgauer Kantonsverfassung von 1830/31, die er massgeblich ausgearbeitet hatte.
«Der Hahn hat gekräht, die Morgenröte bricht an, Thurgauer, wacht auf, gedenkt eurer Enkel und verbessert eure Verfassung!»
"Oh Land, das der Thurstrom sich windend durchfliesst" (der Text des Thurgauer Liedes stammt auch von einem Weinfelder, J.U. Bornhauser, der allerdings schon mit 23 Jahren verstorben ist) - diese Mäander wanden sich tatsächlich durch das ganze Thurtal und suchten sich immer wieder ein neues Bett.
Der Name des Steinacht-Quartiers geht auf das steinige Schwemm- und Vorland der Thur zurück.
Oft drängten die Weinfelder mit "Wuhren", eingesteckten Weidengeflechten, die Thur wieder Bussnang zu - worauf die Bussnanger natürlich das gleich Spiel in der andern Richtung trieben.
Nach dem Hochwasser von 1876 wurde die Thurkorrektion an die Hand genommen.
Einer seiner Generäle, Charles-Denis Bourbaki, musste sich mit 87'000 Mann bei Les Verrières im Jura in die Schweiz retten.
Diese Soldaten wurden in der Folge auf verschiedene Ortschaften verteilt; Weinfelden beherbergte einen Monat lang 540 Bourbaki-Soldaten im Pestalozzi-Schulhaus (die Knaben-Klassen wurden ins Rathaus verlegt, die Mädchen bekamen frei - sowas von ungerecht...).
Zehn dieser Soldaten überlebten die vorausgegangenen Strapazen allerdings nicht und wurden hier bestattet.
In der Weinfelder Chronik lesen wir:
"Die zweite Juniwoche des Jahres 1876 war für Weinfelden wie für weite Gegenden unseres Landes eine verhängnisvolle: Überschwemmungen, wie man sie noch nicht erlebt hatte, der Ort war nur noch eine Halbinsel; die Thur bildete bis Amlikon einen einzigen See, Keller und Stallungen mit Wasser füllend.
Die Parterrelokale musste man räumen; was man konnte, wurde in die oberen Stockwerke befördert, da das Wasser in die nieder gelegenen Lokale und Wohnungen zu Fenstern herein lief.
In Bussnang hatte das Wasser Häuser weggeschwemmt, auch das Notariatsbureau samt Büchern, Zivilstands- und anderen Akten. Sie wurden in Rüdlingen am Rhein in einer Kiste gefunden und dann wieder in ihre Heimat spediert."
Des einen Freud, des andern Leid: auf dem Marktplatz sind viele Knaben in Waschzubern "Schiffli gefahren", ähnlich wie auf dieser Foto von Hans Baumgartner.
Nach diesem Hochwasser wurde dann die Thurkorrektion an die Hand genommen, die 1890 fertiggestellt wurde.
1891. Die Eröffnung der Telephonstation in Weinfelden erfolgte mit 15 Abonnenten. Man stelle sich vor: jeder Teilnehmer konnte sich mit einem von 14 andern verstöpseln lassen!
1908 kamen Post, Telegraph und Telephon in das neue (heutige) Postgebäude; da waren es schon 117 Anschlüsse.
Und heute - wenn wir an all unsere Handys denken...?
Dieses Schulhaus wurde 1840 erbaut. Es war eigentlich als Thurgauer Kantonsschule konzipiert, die dann allerdings nach Frauenfeld kam.
Schon wieder ein verlorenes Duell gegen die Frauenfelder, nach dem Kantonshauptort und dem Kantonsspital. Nur jenes um den Hauptsitz der TKB haben die Weinfelder gewonnen...