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Die Gesellschaftshäuser (Zunfthäuser)
Gesellschaften oder Zünfte im alten
Bern
Im alten Bern musste jeder Burger einer Gesellschaft angehören.
Die 12 Gesellschaften waren eine Art Berufsverbände, sie
beaufsichtigten jeweils ein Handwerk oder Gewerbe und regelten
deren Rechte und Pflichten. Aus ihren Kreisen wurde die Regierung
bestellt. Auswärtige, Zuzüger aus andern Städten
oder vom Land, die in Bern arbeiteten, wurden als sogenannte
Hintersässen aufgenommen. Sie konnten weder einer Gesellschaft
angehören, Burger werde, ein Haus erwerben noch sich
an der Regierung beteiligen.
Die Gesellschaften oder Zünfte besassen Häuser, worin
sie auch Gasthäuser führten, die zum Teil weit über
die Grenzen hinaus bekannten waren. Da trafen sich die Meister
und die Gesellen und disputierten über Berufsfragen,
aber sie standen allen offen. Heute gibt es keine Gaststätten
mehr, die von Gesellschaften betrieben werden. Als die letzten
regierenden Patrizier – die oberste Schicht der Burger,
sogenannt regimentsfähige Burger - von der politischen
Bühne
zurücktrat, verloren die Burger auf Geheiss von Napoleon
den Machtanspruch nach dem Motto der franz. Revolution "liberté,
egalité, fraternité". Aber in den Gesellschafts-
oder Zunfthäusern versammeln sich noch immer ihre Mitglieder.
Sie helfen unbemittelten Mitgliedern oder gewähren der
Jugend Stipendien.
Zunfthaus zu Metzgern, Kramgasse 45
Aus dem Zunftschild an der Fassade schauen Kuh und Schaf auf
die Gasse herab, über ihren Häuptern droht die Metzgerbeile.
Hier versammeln sich die Mitglieder der Metzgerzunft. In deren
Wirtshaus soll früher ausgesprochen reger Betrieb geherrscht
haben. Sogar der ganze Rat wurde zu einem Bärenessen dorthin
eingeladen, im Jahr 1441.
Burgergesellschaft, Kramgasse 14
Die Burgergesellschaft ist der Zusammenschluss der Berner Burger,
die keiner Gesellschaft bzw. Zunft angehören. Sie entstand
1888, weil der Gesellschaftszwang für neu eintretende Burger
aufgehoben wurde. In der Kramgasse 14 ist ihre Burgerstube untergebracht.
Das Haus weist eine sehr schöne Bemalung der Vogeldiele
aus.
Zunfthaus zu Kaufleuten, Kramgasse 29
Den Sitz der Gesellschaft der Kaufleute erkennt man am bärtigen
Männerkopf, der ernst aus seiner Kartusche an der Fassade
schaut. Die Gesellschaft umfasste ursprünglich alle Jünger
des Handelsgottes Merkur. Aber 1460 trennten sich die Wollhändler,
Schneider und Tuchscherer ab und gründeten die Gesellschaft
zu Mohren.
Zunfthaus zum Mohren, Kramgasse 12
Die Gesellschaft zum Mohren vereinte einst die Schneider. Der
imposante Mohr an der Fassade erinnert an das Ansehen, das diese
Zunft genoss. Die Stube zu Mohren war im 17.und 18. Jahrhundert
eine sehr beliebte Gaststätte.
Zunfthaus zu Pfistern, Kramgasse 9
Hier versammeln sich die Mitglieder der Bäckerzunft.
Zunfthaus zum Affen, Kramgasse 5
Der fast lebensgrosse Affe an der Fassade steht für die
Zunft der Steinmetze, die 1347 entstand. Nebst Steinmetzen und
Steinhauern waren auch die Ziegler und Hafner daselbst zünftig.
Die Gesellschaft zum Affen war als erste städtische Gesellschaft
im Besitz eines Hauses an der Kramgasse 1, wo heute die Post
untergebracht ist. Das Gesellschaftshaus an der Kramgasse 5 wurde
1832 bezogen.
Zunfthaus der Zimmerleute, Kramgasse
2
Der Zimmermann an der Fassade der
Kramgasse 2 steht für
die Zunft der Zimmerleute.
6 Weitere Zunfthäuser liegen
in andern Gassen.

Zunfthaus zum Mohren.
Zunfthaus zum Affen.
Zimmermann an der Fassade.