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Einen Monat nach dem erstmaligen Nachweis eines Falls der neuen Lungenkrankheit Covid-19 in Südkorea ist die Zahl der Infizierten im Land den zweiten Tag in Folge sprunghaft gestiegen.
Die Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention meldeten im Verlauf des Freitags 100 neue Fälle. Nach 52 Fällen über Nacht seien bis zum Nachmittag (Ortszeit) 48 hinzugekommen. Damit stieg die Zahl der Menschen, die sich mit dem neuen Coronavirus angesteckt haben, in Südkorea auf 204. Es ist der bisher grösste bekannte Ausbruch ausserhalb Chinas.
Ein 38-jähriger Italiener ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Mann befindet sich auf der Intensivstation des Spitals von Codogno bei Mailand, teilten die lombardischen Gesundheitsbehörden in der Nacht auf Freitag mit. Der Patient sei nicht in China gewesen. Er sei jedoch mit von dort zurückgekehrten Italienern in Kontakt gewesen.
Der Mann ist der zweite Italiener, der am Coronavirus erkrankt ist. Ein 29-Jähriger aus der Region Emilia Romagna hatte sich in der chinesischen Stadt Wuhan angesteckt.
Fünf Schweizer und zwei ihrer chinesischen Verwandten fliegen aus der chinesischen Region Hubei zurück. Dies bestätigte die Schweizer Botschaft in Peking gegenüber SRF.
Bei dieser Rückkehr müssen die Passagiere nicht in Quarantäne in Frankreich, wie dies bei der letzten Rückholung der Fall war. Die Passagiere werden in Paris abgeholt und direkt in die Schweiz gebracht.
Die Reise von Paris in die Schweiz wird vom EDA zusammen mit dem Militärdepartement VBS und dem Bundesamt für Gesundheit BAG sowie den Kantonen, in die die Passagiere zurückkehren, organisiert. Eine 14-tägige Quarantäne erwartet die sieben Personen in der Schweiz.
Die chinesische Regierung erwartet wegen der Coronavirus-Epidemie einen Einbruch des Aussenhandels in den ersten beiden Monaten des Jahres. «Wir erwarten, dass das Import- und Exportwachstum im Januar und Februar stark zurückgehen wird», sagte der Direktor der Aussenhandelsabteilung des Handelsministeriums, Li Xingqian, am Freitag vor den Medien.
Die Ausfuhren tragen etwa ein Fünftel zum Bruttoinlandsprodukt des Exportweltmeisters bei. Um die Epidemie einzudämmen, stehen zahlreiche Fabriken still. Andere haben Schwierigkeiten, ihre Produktion wieder hochzufahren, da es nach der Zwangspause an Arbeitskräften und Rohstoffen mangelt. Die Regierung will den Unternehmen deshalb unter die Arme greifen.
Japan setzt trotz der Sorge um das neuartige Coronavirus die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in rund fünf Monaten fort. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) habe Vertrauen in Japans Umgang mit dem Erreger Sars-CoV-2, sagte der japanische Regierungssprecher Yoshihide Suga am Freitag in Tokio.
Man werde sich eng mit dem IOC, dem Organisationskomitee und der Stadtregierung von Tokio als Ausrichter abstimmen. Die Vorbereitungen für die Spiele, die vom 24. Juli bis 9. August stattfinden sollen, würden fortgesetzt, damit sich die Athleten und Zuschauer während der Spiele «sicher fühlen können», sagte Suga.
An dem neuartigen Coronavirus sind in China nach offiziellen Angaben weitere 118 Patienten gestorben. Innerhalb eines Tages sei die Zahl der nachgewiesenen Infektionen um 889 gestiegen. China will Ende April den ersten Impfstoff testen.
Chinas Regierung rechnet Ende April mit der klinischen Erprobung eines ersten Impfstoffs gegen das neue Coronavirus. Das sagte der Vizeminister für Wissenschaft und Technologie, Xu Nanping.
In China gibt es 2236 Todesfälle und 75 465 bestätigte Infektionen. Dies teilte die Gesundheitskommission am Freitag in Peking mit. Experten rechnen allerdings mit einer sehr viel höheren Dunkelziffer.
Die möglichen wirtschaftlichen Folgen der Virusepidemie treiben die Europäische Zentralbank (EZB) um. «Der Ausbruch des Coronavirus und seine möglichen Auswirkungen auf das weltweite Wachstum sorgt für neue Unsicherheit», sagte EZB-Viepräsident Luis de Guindos am Donnerstag in Frankfurt laut Redetext.
Zwar wiesen einige Umfragen darauf hin, dass sich die konjunkturelle Lage in der Euro-Zone leicht verbessere. Nach wie vor würden aber die Gefahren für das Wirtschaftswachstum überwiegen. Vor diesem Hintergrund benötige die Konjunktur weiterhin eine «starke Unterstützung» durch die Geldpolitik, sagte der Stellvertreter von Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde .
Die Messeveranstalterin MCH Group will die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld wie geplant durchführen. Man halte am Zeitplan fest und die Teams würden weiter an den Vorbereitungen für den geplanten Eröffnungstermin arbeiten, hiess es in einer Mitteilung am Donnerstag. Die Messe soll vom 30. April bis zum 5. Mai in Basel stattfinden.
Aus Sorge vor einer unkontrollierten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 sollen die Bewohner der südkoreanischen Millionenstadt Daegu vorläufig zuhause zu bleiben. Es handle sich um eine Empfehlung von Bürgermeister Kwon Young Jin, sagte ein Sprecher am Donnerstag.
Die Bewohner sollten möglichst nicht nach draussen gehen. In Daegu leben rund 2,5 Millionen Menschen. Südkoreas Gesundheitsbehörden hatten zuvor 31 neue Infektionsfälle im Land gemeldet, davon allein 30 in Daegu und der Provinz Nord-Gyeongsang im Südosten.
Der 10-jährige Knabe aus dem Kanton Neuenburg, der in den Skiferien in Hochsavoyen mit einem am Coronavirus infizierten Kind in Kontakt gekommen war, ist aus der Quarantäne entlassen worden. Während 14 Tagen war der Knabe daheim geblieben.
Die Quarantäne sei am Mittwochabend aufgehoben worden, wie die Staatskanzlei des Kantons Neuenburg am Donnerstag bekannt gab. Der Knabe musste daheim bleiben, um eine mögliche Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.
Das Kind sei nicht krank, hatte der Kantonsarzt Claude-François Robert bereits am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA gesagt. Es habe keinerlei Symptome entwickelt.
Während der Quarantäne wurde der Zustand des Buben täglich von einer Krankenschwester überprüft. Zudem musste der Knabe eine Maske tragen, wenn seine Eltern ihm die Mahlzeiten auf sein Zimmer brachten. Nach Aufhebung der Quarantäne gehe er wieder zur Schule.
Der Bub hatte am 5. Februar während der Skiferien in Hochsavoyen in einem Bus fast 30 Minuten lang im Umkreis von zwei Metern eines anderen Kindes gesessen, das positiv auf das Coronavirus getestet worden war.
Die Zahl der in China täglich offiziell neu registrierten Ansteckungsfälle durch das neuartige Coronavirus ist auf den niedrigsten Stand seit fast einem Monat gesunken.
Wie die chinesische Regierung am Donnerstag mitteilte, wurden in China seit dem Vortag insgesamt 673 neue Ansteckungsfälle verzeichnet. 628 davon traten in der Provinz Hubei auf, von wo die Epidemie ihren Ausgang genommen hatte.
Die offizielle Gesamtzahl der Ansteckungsfälle in China stieg damit auf knapp 75’000. Hubei ist weiterhin die mit Abstand am stärksten von der Epidemie betroffene Region. Die Behörden haben die Provinz weitgehend von der Aussenwelt abgeschottet.
Der deutliche Rückgang der Fallzahlen in der chinesischen Provinz Hubei geht nach Angaben der Nationalen Gesundheitskommission allerdings auf eine neue Zählmethodik zurück.
Es seien jetzt alle Fälle aussortiert worden, bei denen zwar die Symptome der Viruserkrankung vorlägen, die Tests jedoch ein negatives Ergebnis ergeben hätten.
Trotz der rückläufigen Zahlen warnte ein führender chinesischer Wissenschafter davor, dass das Coronavirus zu einer etablierten Krankheit wie die Influenza-Grippe werden könnte. «Das neue Coronavirus könnte zu einer Langzeitkrankheit werde, die genau wie die Grippe mit dem Menschen koexistiert», sagte Wang Chen, Präsident der China Academy of Medical Science, am Mittwoch im chinesischen Staatsfernsehen.
Zwei Patienten im Iran sind an den Folgen ihrer Coronavirus-Infektion gestorben. Das gab der Leiter der Medizinischen Fakultät der Stadt Ghom im Zentraliran am Mittwoch laut Nachrichtenagentur Mehr bekannt.
Bei den beiden waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch zum ersten Mal das neue Coronavirus nachgewiesen worden. Beide waren umgehend in Quarantäne geschickt worden.
Bis jetzt hatte der Iran Berichte und Gerüchte über Covid-19-Fälle vehement zurückgewiesen. In den meisten Fällen verläuft eine Coronavirus-Infektion nicht so schwer.
Nach zwei Wochen Quarantäne dürfen in Japan seit Mittwoch tausende Passagiere des Kreuzfahrtschiffes “Diamond Princess” an Land gehen und heimkehren. Die Ausschiffung der noch rund 3000 Menschen an Bord – darunter zwei Schweizer – sollte mindestens drei Tage dauern.
From our teammates, partners, and friends around the world, we all stand in support for those onboard #DiamondPrincess. Our hearts and help are with you. ❤️ #HangInThereDiamondPrincess pic.twitter.com/rcs4sFcHdg
— Princess Cruises (@PrincessCruises) February 19, 2020
Als erste Gruppe konnten rund 500 meist ältere Passagiere das Schiff verlassen. Sie würden in die Innenstadt von Yokohama oder zu Bahnhöfen gebracht, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Anlass der Quarantäne war der Nachweis des Coronavirus Sars-CoV-2 bei einem 80-Jährigen aus Hongkong, der am 20. Januar in Yokohama zugestiegen und fünf Tage später in Hongkong von Bord gegangen war.
Bei den anfangs 3700 Passagieren und Crewmitgliedern auf der “Diamond Princess” wurden bis Mittwoch 621 Infektionen mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen. Alle Infizierten wurden in örtliche Krankenhäuser gebracht. Inzwischen sind alle Menschen an Bord getestet.
Russland hat aus Sorge vor einer Einschleppung des Coronavirus Sars-CoV-2 eine zeitweise Einreisesperre für Chinesen verhängt. Betroffen seien von diesem Donnerstag an alle geplanten Einreisen zum Arbeiten oder für touristische und Studienzwecke, heisst es in einer Verfügung von Regierungschef Michail Mischustin.
Nach zweiwöchiger Quarantäne wegen des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 sind am Mittwoch die ersten Passagiere von Bord des Kreuzfahrtschiffes Diamond Princess in Japan gegangen. Die Ausschiffung der rund 3000 Menschen auf dem Schiff werde mindestens drei Tage dauern, teilte die Regierung in Tokio mit.
Als erste Gruppe sollen rund 500 vor allem ältere Passagiere, die negativ auf den Erreger getestet und abschliessend von Ärzten an Bord befragt wurden, das Schiff verlassen. Sie würden in die Innenstadt von Yokohama oder zu anderen Bahnhöfen im Raum der Tokioter Nachbar-Metropole gebracht, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.
In China sind inzwischen nach offiziellen Angaben mehr als 2000 Menschen am neuartigen Coronavirus gestorben. Die Gesundheitskommission in Peking teilte am Mittwoch mit, die Zahl der Todesopfer sei im Vergleich zum Vortag um 136 auf nun 2004 gestiegen.
Die nachgewiesenen Infektionen kletterten demnach um 1749 auf 74’185 Fälle. Allein in der besonders stark betroffenen chinesischen Provinz Hubei kamen laut den neuen Angaben aus Peking 132 Tote und 1693 neue Infektionen mit der Covid-19 genannten Lungenkrankheit hinzu, die von dem Virus ausgelöst wird.
Ausserhalb des chinesischen Festlands wurden bislang fünf Todesfälle und fast 1000 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen. In Hongkong soll nun örtlichen Medienberichten zufolge ein sechster, offiziell noch unbestätigter Todesfall dazugekommen sein.
Weiter gestiegen ist auch die Zahl der Mediziner, die sich seit dem Ausbruch der Krankheit mit dem Erreger infiziert haben. Wie chinesische Staatsmedien berichteten, haben sich laut einer Studie der chinesischen Gesundheitsbehörde bislang mindestens 3000 Ärzte und Spitalmitarbeiter infiziert. Zuvor waren lediglich 1700 Erkrankungen bekannt gewesen.
Bis Ende vergangener Woche waren mindestens sechs Helfer gestorben, wie das Staatsfernsehen CCTV berichtet hatte. Die meisten Betroffenen waren demnach in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei im Einsatz, in deren Hauptstadt Wuhan das Virus ausgebrochen war. (sda)
Der Genfer Autosalon soll trotz des Coronavirus zwischen dem 5. und 15. März stattfinden. Das sagte Präsident Maurice Turrettini am Dienstag vor den Medien.
Damit soll die Autoaustellung, anders als andere Branchentreffen, über die Bühne gehen. So war am Montag die Genfer Erfindermesse vom Frühling in den Herbst verschoben worden. Und auch die internationale Mobilfunkmesse in Barcelona wurde kürzlich abgesagt.
Es wird die 90. Ausgabe der Automesse. Offziell eröffnet wird sie den Angaben zufolge von Bundesrat Guy Parmelin. Die Veranstalter erwarten danach bis zu 600’000 Besucherinnen und Besucher. Auf Twitter informieren die Veranstalter laufend über das Programm, beispielsweise über die Events am «VIP-Day»:
Excited to have @Acronis CEO @sbeloussov in our #GIMSVIPDay program on 4 March. With 1000s of sensors on race cars generating massive data, cyber security is more critical than ever. SB will share insights on data protection & getting #cyberfit. https://t.co/Qv7ydkylS3 #GIMSSwiss pic.twitter.com/9G3lwOdgJd
— GIMS Swiss (@GimsSwiss) February 18, 2020
Weniger Premieren
150 Aussteller werden ihre Produkte präsentierten, wie es weiter hiess. Bislang wurden 90 Premieren angekündigt, was deutlich weniger wären als im Vorjahr (150).
Erstmals zu sehen sein werden laut den Veranstaltern die chinesischen Hersteller Changan Automobile und die in Hongkong ansässige Apex (Buggys).
Andere Anbieter kommen hingegen nicht mehr nach Genf. So fehlen dieses Jahr zum Beispiel Ford, Opel, Citroën und Peugeot. Der Salon kämpft bekanntlich mit rückläufigen Besucherzahlen. Im letzten Jahr ging sie um neun Prozent zurück. Rückläufig ist auch die Fläche: Mit 59’000 Quadratmetern ist sie gemäss Präsident Turrettini gegenüber dem Vorjahr um rund ein Fünftel geschrumpft.
Auf dem in Japan unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiff «Diamond Princess» ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus erneut deutlich gestiegen.
Bei 88 weiteren Menschen auf dem Schiff sei das Virus nachgewiesen worden, teilte der japanische Gesundheitsminister Katsunobu Kato am Dienstag mit. 65 von ihnen zeigten demnach keine Symptome der Atemwegserkrankung Covid-19.
Mittlerweile wurden damit bereits 542 Infektionen auf dem Schiff nachgewiesen. Das sind mit Abstand die meisten Fälle an einem Ort ausserhalb Chinas.
Ursprünglich waren rund 3700 Menschen aus 56 Ländern an Bord der «Diamond Princess», darunter auch zwei Schweizer. Mittlerweile sind noch rund 3000 Menschen an Bord des Schiffes, das vor Yokohama vor Anker liegt.
Alle Menschen an Bord seien auf das neuartige Coronavirus getestet worden, hiess es vom japanischen Gesundheitsministerium. Da aber noch nicht alle Testergebnisse da seien, könne die Zahl der Infizierten weiter steigen.
Wegen des neuartigen Coronavirus war die «Diamond Princess» am 5. Februar unter Quarantäne gestellt worden, die Passagiere wurden aufgefordert, in ihren Kabinen zu bleiben. Am Mittwoch endet der zweiwöchige Quarantänezeitraum. Menschen, bei denen das Virus nicht nachgewiesen wurde und die keinen engen Kontakt zu Infizierten hatten, sollen dann von Bord gehen dürfen. Laut Gesundheitsministerium dürfte dies aber von Mittwoch bis Freitag dauern.
Für die übrigen verlängert sich die Quarantäne. Nachweislich Infizierte werden in Krankenhäusern isoliert.
Der zehnjährige Bub im Kanton Neuenburg wird voraussichtlich bald aus seiner Coronavirus-Quarantäne entlassen. Die Massnahme soll nach Angaben des Kantonsarzt am Mittwoch um Mitternacht aufgehoben werden.
Der Schüler war in Frankreich mit einer an Coronavirus erkrankten Person in Kontakt gekommen. “Soweit wir wissen, verläuft die Quarantäne gut”, sagte der Kantonsarzt Claude-François Robert am Dienstag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Das Kind, das nicht krank sei, habe keinerlei Symptome entwickelt. Genaue Informationen zum Ende der Quarantäne sollen am Donnerstagmorgen folgen.
Während der Quarantäne musste das Kind zu Hause bleiben, und sein Zustand wurde täglich von einer Krankenschwester überprüft. Zudem musste der Knabe eine Maske tragen, wenn seine Eltern ihm die Mahlzeiten auf sein Zimmer brachten.
Während Skiferien in Hochsavoyen sass der Bub in einem Bus fast 30 Minuten lang im Umkreis von zwei Metern eines anderen Kindes, das positiv auf das Coronavirus getestet wurde.
Die Zahl der neuen Virusfälle in China ist erneut um 1886 gestiegen. Innerhalb eines Tages waren weitere 98 Tote zu beklagen, wie die Gesundheitskommission am Dienstag in Peking berichtete.
Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte damit auf insgesamt 72’436 Fälle. An der Covid-19 genannten neuartigen Lungenkrankheit sind in Festland-China damit schon insgesamt 1868 Patienten gestorben.
Die meisten Fälle werden in Zentralchina in der schwer betroffenen Provinz Hubei gezählt. Allein aus der Provinzhauptstadt Wuhan wurden am Dienstag 1600 der neu erfassten Ansteckungen und 72 der neuen Todesfälle berichtet. (sda)
Apple kassiert wegen der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie die Umsatzprognose für das laufende Quartal. Bei iPhones gebe es Lieferengpässe, weil die Produktion in China langsamer hochgefahren werde als geplant, teilte der Konzern am Montag mit.
Ausserdem sei der Absatz von Apple-Geräten in China selbst zuletzt gedämpft gewesen, da viele Geschäfte – und auch die hauseigenen Stores der Firma – zeitweise geschlossen blieben. Aus diesen Gründen werde Apple die erst Ende Januar gemachte Umsatzprognose für dieses Vierteljahr verfehlen, hiess es.
Die Werke der Apple-Fertiger wie Foxconn und Pegatron sowie der wichtigsten Zulieferer befinden sich zwar ausserhalb der besonders vom Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 betroffenen Provinz Hubei. Doch in China wurden auch anderswo die traditionellen Werksferien zum chinesischen Neujahrsfest verlängert, um eine Ausbreitung zu vermeiden.
Alle Produktionswerke liefen zwar wieder. Aber: «Die iPhone-Lieferengpässe werden vorübergehend den Umsatz weltweit beeinträchtigen.» Die Situation sei im Fluss – und mehr Informationen zu den Auswirkungen auf das Apple-Geschäft solle es erst mit den Zahlen zum laufenden Quartal im April geben. (sda)
Mit Blick auf die wachsenden Sorgen vor einer weltweiten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat die Weltgesundheitsorganisation WHO vor «flächendeckenden Massnahmen» gewarnt. Ausserhalb Chinas sei nur ein «Bruchteil» der Bevölkerung von der Epidemie betroffen.
Das sagten WHO-Experten am Montag in Genf. Auch die Sterblichkeitsrate sei – etwa im Vergleich zu anderen ebenfalls durch Coronaviren ausgelösten Atemwegserkrankungen wie Sars oder Mers – mit zwei Prozent relativ gering.
Massnahmen zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus müssten «verhältnismässig» sein, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus vor Journalisten. «Flächendeckende Massnahmen» könnten sich als wenig nützlich erweisen, fügte er hinzu. Auf Twitter mahnt die Organisation, aber zur Hygiene: Händewaschen kann verhindern, dass man krank wird, wie die WHO erinnert.
Protect yourself and others from getting sick:
Wash your hands frequently ⬇️ pic.twitter.com/BIGKACUP8v
— WHO EMRO (@WHOEMRO) February 17, 2020
Eurogruppen-Chef Mario Centeno sieht die Coronavirus-Epidemie nur als kurzfristiges Risiko für die Konjunktur in Europa. «Das muss uns Sorge machen, aber wir müssen auf die längerfristigen Wachstumsaussichten für die Euro-(Zone) schauen, und die sehen im Moment gut aus», sagte Centeno am Montag vor einer Debatte der Euro-Finanzminister über die wirtschaftliche Lage.
Die Minister berieten bei ihrem Treffen auch, wie der Faktor Arbeit von Steuern und Abgaben entlastet und dafür Umweltlasten teurer gemacht werden können. Das soll vor allem Menschen mit kleinen Einkommen zugute kommen.
Zur Debatte stand bei dem Ministertreffen auch die mögliche Reform des Stabilitäts- und Wachstumspakts, die die EU-Kommission jüngst angeregt hatte.
Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus bergen grosse Menschenansammlungen ein Risiko. Die Schweizer Hochschulen beugen zum Semesterstart vor: Studierende und Mitarbeitende, die kürzlich in China waren, sollen von Zuhause aus arbeiten.
Nachdem das Bundesamt für Gesundheit (BAG) verschärfte Empfehlungen zur Prävention vor dem Coronavirus ausgegeben hat, formulieren auch einige Schweizer Hochschulen ihre Weisung an Studierende und Mitarbeitende strenger. Darunter auch die Uni Basel: Hier sollen alle Mitarbeitenden und Studierenden, die in China waren, während zwei Wochen zuhause bleiben. Ausserdem werden vermehrt Desinfektionsmittel bereitgestellt.
Auch intelekutell beschäftigt der Coronavirus, wie ein Tweet der Uni Basel zeigt. Forsche beschäftigen sich mit der Sterblichkeitsrate des neuen Virus.
#nCov2019: Forschende des @Biozentrums der @unibasel und des @UniSpitalBasel legen in einem Paper zu dar, warum man bei der Schätzung der Sterblichkeitsrate des Coronavirus keine voreiligen Schlüsse ziehen sollte: @SwissMedWkly https://t.co/VqDRmUtWlH
— Universität Basel (@UniBasel) February 10, 2020
Bei der ETH Zürich und der ETH Lausanne gelten wegen des Coronavirus ähnliche Zwei-Wochen-Weisungen. In Lausanne wurde es zudem den Mitarbeitenden und Studierenden untersagt, nach China zu reisen.
Wegen des Coronasvirus wird die internationale Erfindermesse von Ende März auf September verschoben. Fast die Hälfte der Aussteller stammt aus Asien, ein Drittel davon aus China und ein Drittel aus Hongkong.
Wegen der Epidemie werde die Beschaffung von Visa und die Planung von Flugreisen nach Genf für Erfinder aus aller Welt immer schwieriger, begründete die Messeleitung am Montag ihren Entscheid. Sie legte die Zeit vom 16. bis 20. September als neues Datum für den Anlass fest.
Die 48. Internationale Ausstellung für Erfindungen hätte vom 25. bis 29. März im Palexpo stattfinden sollen. Im vergangenen Jahr hatten die Stände von 825 Tüftler und Forscher aus über 40 Ländern knapp 31’000 Besucher angelockt.
Eine Frau, die im nordrussischen St. Petersburg aus der Coronavirus-Quarantäne ausgebrochen war, ist per Gerichtsentscheid zurück ins Spital zwangseingewiesen worden. Sie wurde am Montag gegen ihren Willen mit einem Krankenwagen direkt vom Gerichtsgebäude zur Isolierstation gebracht.
Dies berichteten lokale Medien. Die Massnahme galt lediglich bis Mittwoch.
Beispiellose Entscheidung
Die 32-Jährige hatte vor anderthalb Wochen in der Klinik das elektronische Schloss einer Tür geknackt und war aus dem Gebäude geflohen. Die Chefärztin hatte daraufhin das Gericht eingeschaltet. Russische Medien sprachen von einer beispiellosen Entscheidung, weil niemand gegen seinen Willen in Quarantäne gestellt werden dürfe. In dem Gerichtssaal trug niemand eine Schutzmaske.
Die Frau hatte nach einer China-Reise über Halsschmerzen geklagt. Obwohl bei ihr nach eigenen Angaben kein Sars-CoV-2 festgestellt wurde, sollte sie vorsorglich zwei Wochen zur Beobachtung im Spital bleiben, um mögliche Ansteckungen zu vermeiden.
Die russischen Behörden sind wegen der Ausbreitung der neuen Lungenkrankheit Covid-19 im Nachbarland China nervös. In Russland sind bislang zwei Fälle nachgewiesen worden. Die russische Verbraucherschutzbehörde teilte am Montag mit, dass im äussersten Osten des Landes mehr als 500 Chinesen unter ärztlicher Beobachtung stünden.
Volkswagen bekommt die Folgen des neuartigen Coronavirus in China weiter zu spüren. Es gebe Probleme in den Lieferketten und der Logistik sowie nur begrenzte Reisemöglichkeiten für Mitarbeiter der Produktion, teilte Volkswagen am Montag in Peking mit.
Daher soll die Produktion in den Werken des Gemeinschaftsunternehmens mit der Shanghai Automotive (SAIC) erst am 24. Februar wieder aufgenommen werden. Bisher war dies für den 17. Februar geplant.
Die anderen Werke, die mit First Automotive Works (FAW) betrieben werden, hätten zum Teil die Produktion wieder aufgenommen oder dürften “in den kommenden Tagen” alle wieder laufen. Die Produktionsfähigkeit in jedem Werk werde einzeln überprüft, was zu unterschiedlichen Startzeiten führe, heisst es in der Mitteilung. Ohne den Ausbruch der Lungenkrankheit hätte die Produktion nach den Ferien über das chinesische Neujahrsfest am 3. Februar wieder begonnen. China ist der wichtigste Markt des Autobauers.
Um den Gegebenheiten Rechnung zu tragen, will das Unternehmen etwa beim Marketing den Fokus stärker auf Online-Kanäle legen. (sda)
Mit 105 neuen Todesfällen innerhalb eines Tages sind jetzt 1’770 Todesfälle zu beklagen, wie die nationale Gesundheitskommission NHC am Montag in Peking mitteilte.
Die bestätigten Ansteckungen nahmen um 2’048 zu und erreichten landesweit 70’548.
Besonders schwer ist in Zentralchina die 60 Millionen Einwohner zählende Provinz Hubei mit der Metropole Wuhan betroffen. Dort sind allein 58’182 Infektionen und 1’696 Todesfälle durch das Sars-CoV-2 genannte Virus bestätigt. Das sind 1’933 Infektionsfälle und 100 Tote mehr als am Vortag, wie die örtliche Gesundheitsbehörde am Montag mitteilte.
Aufkeimende Hoffnung
Mit einem Fahrverbot für privaten Autoverkehr waren in der ohnehin weitgehend von der Aussenwelt abgeschotteten Krisenregion am Vortag neue radikale Beschränkungen der Bewegungsfreiheit erlassen worden. In Städten der Provinz dürfen nur noch Dienst- und Notfallfahrzeuge sowie Transporte mit Waren des täglichen Bedarfs auf die Strassen.
Die Behörden in Hubei hatten zuletzt einen Rückgang bei den Neuinfektionen verzeichnet. Die neuesten Zahlen lagen nun wieder leicht höher als jene vom Vortag, aber deutlich unter den Zahlen von Freitag und Samstag. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte am Sonntag vor vorschnellem Optimismus gewarnt. Es sei «unmöglich», den weiteren Verlauf der Epidemie vorherzusagen, betonte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.
Ein Team internationaler Experten unter Leitung der Weltgesundheitsorganisation WHO ist inzwischen in Peking zu Gesprächen mit chinesischen Behördenvertretern eingetroffen. Die WHO hatte China aufgefordert, ihr mehr Informationen über die Diagnose-Möglichkeiten von Coronavirus-Fällen zur Verfügung zu stellen.
USA helfen Landsleuten
«Wir freuen uns auf diese äusserst wichtige Zusammenarbeit, die zum weltweiten Wissen über den Ausbruch von Covid-19 beiträgt», erklärte WHO-Chef Tedros im Onlinedienst Twitter.
Unterdessen flogen die USA hunderte ihrer Landsleute von Bord des in Japan unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes aus. Zwei von der US-Regierung gecharterte Flugzeuge hoben am Montagmorgen wie geplant vom Tokioter Flughafen Haneda ab. Die «Diamond Princess» steht seit zwei Wochen im Hafen der Nachbarstadt Yokohama wegen des neuartigen Virus’ Sars-CoV-2 unter Quarantäne. Bislang sind 355 Fälle des Erregers unter Menschen von Bord des Schiffes bestätigt.
Von den rund 400 US-Bürgern an Bord waren 44 positiv getestet worden. Sie wurden in örtliche Spitäler gebracht. Auch Kanada, Hongkong und Israel bereiten sich nach japanischen Medienberichten vor, ihre Landsleute von Bord des Schiffes in Japan zurückzuholen.
Autoabsatz bricht ein
Ausserhalb Festland-Chinas sind unterdessen fünf Patienten gestorben. Mehr als 700 Virusfälle wurden in mehr als zwei Dutzend Ländern entdeckt worden – die meisten in Japan wegen des Kreuzfahrtschiffes.
Mit der Zeit werden ausserdem immer mehr wirtschaftliche Auswirkungen der Epidemie des Coronavirus sichtbar. So könnte sie nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) das Wachstum der Weltwirtschaft zwischenzeitlich hemmen. Das Wirtschaftswachstum könne geringer ausfallen, der Rückgang liege aber nur im Bereich von 0,1 bis 0,2 Prozentpunkten, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgieva am Sonntag beim Weltfrauenforum in Dubai. Falls die Epidemie schnell unter Kontrolle gebracht werde, könne es nach einem schnellen Rückgang aber «einen sehr schnellen Wiederaufschwung» geben, betonte sie.
Sinkende Zinsen
Zudem dürfte der Fahrzeugabsatz in China dem Autoverband CAAM zufolge angesichts der Virus-Ausbreitung im ersten Halbjahr um mehr als zehn Prozent sinken. Dies sei die Prognose unter der Massgabe, dass die Ausbreitung vor April effektiv eingedämmt sei, sagte CAAM-Vize-Chef Fu Bingfeng am Montag.
Für das Gesamtjahr werde ein Rückgang der Verkäufe auf dem weltgrössten Automarkt um rund fünf Prozent erwartet. Bisher hatte der Verband auf Jahressicht ein Minus von zwei Prozent vorhergesagt.
Die chinesische Zentralbank senkte am Montag den Zinssatz für mittelfristige Darlehen an Finanzinstitutionen (MLP). Ziel sei es, die Auswirkungen, welche der Ausbruch des neuen Corona-Virus auf die Wirtschaft habe, zu mildern, hiess es in einer Mitteilung.
Die Zentralbank lockerte den MLP von 3,25 auf 3,15 Prozent. Es wird erwartet, dass dem Schritt am Donnerstag eine Senkung des Referenz-Zinssatzes (LPR) folgt. Die Kurse am chinesischen Aktienmarkt legten in der Folge umgehend zu. (sda)
Fünf Schweizer sind mit drei chinesischen Angehörigen aus ihrer Coronavirus-Quarantäne in Südfrankreich entlassen worden. Sechs von den insgesamt acht Personen kehrten am Sonntag bei guter Gesundheit in die Schweiz zurück. Die Quarantäne war Samstag um Mitternacht zu Ende gegangen.
Das Aussendepartement EDA organisierte die Reise per Bus von Aix-en-Provence zurück, wie es in einer Mitteilung vom Sonntag heisst. Während ihrer Quarantäne seien die acht Personen aus der chinesischen Provinz Hubei vom Schweizer Generalkonsulat in Marseille betreut worden. Nicht alle hätten das Rückfahrangebot in die Schweiz annehmen wollen.
Rund 250 Personen wurden laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) bisher in der Schweiz auf das neue Coronavirus Sars-CoV-2 getestet. Noch ist kein Fall bestätigt worden. (sda)
Die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus in China ist auf mehr als 1’600 gestiegen. 142 Menschen starben landesweit an den Folgen der Erkrankung, wie die nationale Gesundheitskommission NHC am Sonntag mitteilte.
Damit stieg die Zahl der Todesopfer in China seit dem Auftauchen des Virus’ im Dezember auf mindestens 1’665.
Die Gesundheitskommission meldete zudem 2’009 neue Fälle einer Infektion mit dem Virus. Chinaweit infizierten sich damit bisher rund 68’500 Menschen. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle und Neuinfektionen ging jedoch nach Behördenangaben den dritten Tag in Folge zurück. (sda)
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Kritik am Umgang der internationalen Staatengemeinschaft mit dem neuen Coronavirus geäussert. Die Welt sei immer noch schlecht vorbereitet auf solche Epidemien, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz.
Es würden «Milliarden» zur Terrorbekämpfung ausgegeben, aber es werde zu wenig investiert, um auf die Gefahr durch einen Virus-Ausbruch vorbereitet zu sein. «Das ist gefährlich kurzsichtig», sagte Tedros.
Er kritisierte, dass die Finanzierung von Gegenmassnahmen durch die internationale Gemeinschaft nur «schleppend» anlaufe. Er rief dazu auf, die Vorbereitungen auf die Epidemie international zu verstärken. «China hat der Welt Zeit gekauft. Wir wissen nicht, wie viel Zeit», sagte Tedros. Er lobte Chinas entschlossenen Kampf gegen die Epidemie.
Der Generaldirektor der WHO äusserte sich zugleich besorgt über die steigenden Fallzahlen in China und die Zunahme von Infektionen unter Mitarbeitern des Gesundheitswesens. In Festlandchina erkrankten nach Behördenangaben inzwischen mehr als 66’000 Menschen an dem neuartigen Erreger. Mehr als 1500 Menschen starben daran.
Alle Länder müssten nun Vorbereitungen treffen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern und Mitarbeiter im Gesundheitssystem zu schützen, forderte der WHO-Chef. Er verurteilte die Verbreitung von Gerüchten und Falschinformationen über das neuartige Coronavirus. Jetzt sei es an der Zeit, «uns zusammenzuschliessen und auf Grundlage von Fakten» neue Massnahmen zu treffen. (sda)
Die meisten Infizierten ausserhalb des chinesischen Festlandes befinden sich aber nach wie vor auf dem vor Yokohama ankernden Kreuzfahrtschiff «Diamond Princess». Dort wurden am Samstag 67 neue Fälle gemeldet, damit haben sich nun schon 285 der rund 3700 Menschen an Bord mit dem Virus angesteckt.
Die USA kündigten an, am Sonntag ein Flugzeug nach Japan zu schicken, um ihre Staatsbürger von dem seit Anfang Februar unter Quarantäne stehenden Riesenschiff zu holen. Nach ihrer Rückkehr in die USA müssten die Betroffenen erneut zwei Wochen in Quarantäne. Nach Angaben des japanischen Rundfunksenders NHK befinden sich rund 400 US-Bürger auf der «Diamond Princess». Diese sollen am Montag von Tokio ausgeflogen werden.
Unter den Passagieren ist auch ein Schweizer Paar. Das Aussendepartement EDA hatte am Freitag mitgeteilt, die beiden Schweizer Staatsangehörigen seien bei guter Gesundheit und erhielten von der Schweiz konsularische Unterstützung.
China setzte unterdessen seine drastische Politik der Abschottung fort. In Peking müssen sich alle Neuankommenden seit Freitag freiwillig in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Tun sie das nicht, drohen heftige Strafen. (sda)
Erstmals ist ein an dem neuartigen Coronavirus erkrankter Mensch in Europa gestorben. Ein 80-jähriger chinesischer Tourist sei in einem Pariser Spital der Krankheit erlegen, teilte die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am Samstag mit.
Der 80-Jährige stammte aus der schwer betroffenen zentralchinesischen Provinz Hubei, in der auch Wuhan liegt. Der Tourist war Anfang Februar auf die Intensivstation des Spitals Bichat in der französischen Hauptstadt gebracht worden.
Sie sei am Freitag über den Tod des Mannes informiert worden, sagte Buzyn am Samstag. Der Patient sei mehrere Tage in kritischem Zustand gewesen. Den anderen zehn Infizierten im Land gehe es gut, vier von ihnen seien inzwischen wieder gesund und nicht mehr ansteckend.
Vier Todesfälle ausserhalb von chinesischem Festland
Ausserhalb des chinesischen Festlands wurden zuvor drei Todesfälle gemeldet: in Hongkong, Japan und den Philippinen. In Festlandchina starben nach Angaben der Behörden mindestens 1523 Menschen durch den Erreger der Lungenkrankheit Covid-19, mehr als 66’000 Menschen steckten sich demnach an.
Über zwei Dutzend Länder meldeten inzwischen weitere Fälle, darunter zuletzt Ägypten. Damit erreichte das neue Coronavirus Sars-CoV-2 inzwischen auch Afrika – einen Kontinent, auf dem die Gesundheitsversorgung oftmals mangelhaft ist. (sda)
Die Zahl der Todesopfer durch das neuartige Coronavirus in China ist auf mehr als 1500 gestiegen. Wie die Gesundheitsbehörden der besonders betroffenen Provinz Hubei am Samstag mitteilten, starben dort weitere 139 Menschen an den Folgen der Erkrankung.
Die Zahl der Todesopfer insgesamt in China stieg seit dem Auftauchen des Virus im Dezember auf mindestens 1523, wie die Nationale Gesundheitsbehörde des Landes NHC am Samstag mitteilte.
Die Provinz Hubei meldete zugleich 2420 neue Fälle einer Infektion mit dem Virus. Die Gesamtzahl der bekannten Erkrankungen in der Provinz rund um die Stadt Wuhan liegt damit bei 54’406. Chinaweit infizierten sich laut NHC bisher 66’492 Personen.
Peking ergreift drastische Massnahmen
Zunehmend sind auch Mitarbeiter des Gesundheitswesens von dem Virus betroffen. Nach chinesischen Behördenangaben infizierten sich bisher mehr als 1700 Ärzte und Pfleger. Sechs von ihnen starben.
Chinas Hauptstadt Peking verschärfte am Freitag seine Massnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung der Krankheit. Menschen, die nach Peking zurückkehren, sollen sich nun für 14 Tage entweder zu Hause oder in speziellen Zentren unter Quarantäne stellen, wie es in einer behördlichen Mitteilung hiess. Es wurden rechtliche Konsequenzen für diejenigen angedroht, die sich nicht an die Vorgabe halten. Dazu, wie die Isolation durchgesetzt werden soll, gab es aber zunächst keine näheren Angaben.
Die Behörden hatten schon zuvor gewarnt, dass sich die auf den Namen COVID-19 getaufte Lungenkrankheit weiter ausbreiten könnte, wenn Migranten in diesen Tagen nach den wegen der Epidemie verlängerten Ferien um das chinesische Neujahrsfest wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren.
Virus breitet sich nach Afrika aus
Unterdessen hat das neuartige Coronavirus mit Ägypten auch das erste Land Afrikas erreicht. Das ägyptische Gesundheitsministerium teilte am Freitagabend in Kairo mit, betroffen sei eine ausländische Person. Zur Nationalität machte das Ministerium keine weiteren Angaben. Unklar blieb auch, aus welchem Land die Person nach Ägypten gereist war. Der Patient zeige keine Krankheitssymptome und werde auf einer Isolierstation behandelt. Bei ihren Kontaktpersonen seien Tests negativ ausgefallen.
Bisher war in Afrika nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch keine Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 bekannt geworden. (sda)
Täglich zahllose neue Patienten, lange Arbeitstage und schlechte Schutzausrüstung – das neuartige Coronavirus trifft zunehmend auch Ärzte und Pfleger in China. «Sie sind erschöpft und stehen unter enormem Druck», berichtete eine Ärztin über ihre Kollegen aus einem grossen Spital von Wuhan, das nur schwere Fälle aufnimmt.
Selbst die Regierung gestand am Freitag ein, dass das medizinische Personal angesichts der Engpässe bei Schutzanzügen und Atemschutzmasken einem besonderen Risiko ausgesetzt ist. Es gebe in den Reihen von Ärzten und Pflegekräften bereits mehr als 1700 Infektionsfälle, sagte der Vize-Chef der chinesischen Gesundheitskommission, Zeng Yixin. «Von ihnen sind leider sechs Menschen gestorben.»
Ärtzte ohne Fieber müssen weiterarbeiten
In den Kliniken im zentralchinesischen Wuhan, wo das neue Coronavirus im Dezember seinen Ausgang nahm, herrscht seit Wochen Ausnahmezustand. «Meine Kollegen haben keine Zeit zum Essen oder Trinken, sie schaffen es nicht einmal, auf die Toilette zu gehen», berichtete die Ärztin aus dem grossen Spital in der Millionen-Metropole. Ihren Namen will sie aus Angst vor Repressalien nicht nennen.
Ein Arzt in einer kleineren Stadtteil-Klinik von Wuhan berichtete, dass er und mindestens 16 Kollegen die typischen Symptome des Coronavirus wie Husten und Lungeninfektionen zeigen. «Als Ärzte wollen wir natürlich nicht arbeiten, während wir vielleicht ansteckend sind», sagte er. «Doch es gibt im Moment einfach niemanden, der uns ersetzen könnte.» Nach seinen Angaben wurden alle Ärzte, die kein Fieber haben, angewiesen, weiter zu arbeiten.
Das neuartige Coronavirus hat nun auch Afrika erreicht: Das ägyptische Gesundheitsministerium meldete am Freitag die erste Infektion mit dem Virus, das im Dezember in China erstmals bei Menschen aufgetreten war.
Der aus dem Ausland stammende Patient habe keine Symptome der Atemwegserkrankung, sei aber in einem Krankenhaus isoliert worden, hiess es aus Kairo weiter.
Als erstes Land der arabischen Welt hatten die Vereinigten Arabischen Emirate Ende Januar vier bestätigte Fälle des Virus Sars-CoV-2 gemeldet. Mittlerweile sind weitere Ansteckungen hinzugekommen. Bei den meisten der Betroffenen handelt es sich um Chinesen.
Der Genfer Autosalon, der vom 5. bis 15. März in den Hallen des Palexpo seine Tore öffnet, findet unter strengen Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus statt. Das letzte Wort habe das Bundesamt für Gesundheit (BAG), sagte der Direktor des Autosalons, Olivier Rihs, auf Anfrage.
Die vier Aussteller aus China und zwei aus Hongkong hätten ihre Teilnahme bestätigt. Die Palexpo begleite diese Aussteller mit allem, was es bei solchen grossen Veranstaltungen brauche. Die sechs Aussteller kehrten ihrerseits die nötigen Schritte vor.
Bisher keine Fälle in der Schweiz
Rihs erinnerte daran, dass es in der Schweiz bislang keine bestätigte Erkrankung beim Coronavirus gebe. Der Anteil asiatischer Besucherinnen und Besucher an allen Gästen habe im letzten Jahr weniger als 1 Prozent betragen. Das Interesse am Autosalon sei nach wie vor gross, wie die Zahl der bisher verkauften Billette zeige.
Die Palexpo verfolge die Situation und mögliche Auswirkungen auf Aussteller, Besucher, Partner und Mitarbeitende sorgfältig im Hinblick auf bevorstehende Veranstaltungen, gab die Palexpo in einer Mitteilung im Internet bekannt.
Laufende Beobachtung
Die Palexpo stehe in regelmässigem Kontakt mit der Generaldirektion für Gesundheit der Republik und des Kantons Genf und ihren medizinischen Beratern. Bei Bedarf lasse sich rasch ein Sanitär-Aktionsplan entwickeln.
Dieser Plan empfehle Reinigungs-, Desinfektions- und Präventivprogramme sowie die Verwendung der richtigen Reinigungs- und Sanitärprodukte. Dabei folge die Palexpo den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden vor Ort und des BAG.
Die Programme sehen im Detail vor, an allen stark frequentierten Berührungspunkten die Reinigung und Desinfektion zu verstärken, namentlich im Sektor Catering, bei Oberflächen und Handläufen, WCs, Ein- und Ausgängen sowie öffentlichen Touchscreens.
Aufklärungskampagnen vor Ort und im Internet sowie die Sensibilisierung und Schulung des Personals im Hinblick auf die Prävention und neue Beschriftungen mit Hinweisen auf Empfehlungen zur Hygiene ergänzen das Programm.
Schindler erwartet durch die Coronavirus-Pandemie in China einen kräftigen Dämpfer und gibt einen vorsichtigen Ausblick für das Gesamtjahr. Wie gross der Effekt ausfallen wird, könne derzeit noch nicht abgeschätzt werden. 2019 ist der Lift- und Rolltreppenhersteller weiter gewachsen. Höhere Kosten und Investitionen haben den Gewinn jedoch zurückgebunden.
«Es ist noch zu früh, die Folgen des Coronavirus quantifizieren zu können», sagte Schindler-Chef Thomas Oetterli am Freitag an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Je nach Entwicklung könnte der Effekt beim Umsatz «Hunderte Millionen» betragen. Es komme darauf an, wann der Scheitelpunkt der Ausbreitung erreicht werde.
«Wir arbeitet in China hart daran, einerseits die Gesundheit unserer Mitarbeitenden zu schützen und andererseits die Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen», sagte Oetterli weiter. Einige Mitarbeiter würden von zu Hause aus arbeiten, in den Werken gebe es Fieber-Kontrollen und es werde mit Mund- und Augenschutz gearbeitet. In einigen Werken seien etwa Unterkünfte eingerichtet worden, damit Mitarbeiter die Quarantänefristen einhalten können.
Weil sie aus ihrer Coronavirus-Quarantänestation geflohen ist, muss sich eine Frau in Russland vor Gericht verantworten. Der Chef eines Spitals in St. Petersburg habe Klage gegen Alla Iljina eingereicht, teilte das zuständige Gericht am Freitag mit.
Die Frau hatte sich zuvor auf Online-Netzwerken darüber beschwert, dass sie eingesperrt sei und «ungeniessbares» Essen aufgetischt bekomme. «Ich werde hier Gewicht verlieren, weil das kein Essen ist hier», sagte Iljina in einem Instagram-Video und zeigte auf einen Teller mit Kartoffelbrei und Erbsen aus der Konservendose. Ausserdem gebe es in ihrem Raum keine Lüftung.
Rund 250 Personen sind bisher in der Schweiz auf das neue Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden, wie es am Freitag an einer Medienkonferenz des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) hiess. Nach wie vor gibt es in der Schweiz keinen bestätigten Fall.
«Die gute Neuigkeit zuerst», sagte Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG, in Bern vor den Medien: «Ausserhalb Chinas gibt es keine zusammenhängenden Übertragungsketten. Das Risiko einer unkontrollierten Ausbreitung in Europa – und somit auch in der Schweiz – ist gering.» 46 bestätigte Fälle wurden bisher in neun europäischen Ländern verzeichnet. Ausserhalb Chinas gab es bisher drei Tote.
«Im Moment gibt es keine Übertragungsketten des Virus in Europa. Wir beobachten die Situation weiterhin genau.»
«Pour l’instant, il n’y a pas de chaines de transmission du virus en Europe. Nous continuons de suivre la situation de près.» Patrick Matthys BAG/OFSP#COVID19
— BAG – OFSP – UFSP (@BAG_OFSP_UFSP) February 14, 2020
Ziemlich rege benutzt würden von der Schweizer Bevölkerung die Hotline und die Webseite zum Thema, sagte Mathys. So seien seit dem Start der Hotline am 30. Januar bisher knapp 3000 Anrufe eingegangen, und die Webseite sei über eine halbe Million mal aufgerufen worden.
Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle beim BAG, führte aus, rund 250 Personen seien bisher in der Schweiz auf das neu Sars-CoV-2 genannte Coronavirus getestet worden, einen bestätigten Fall habe es bisher nicht gegeben.
Bald raus aus Quarantäne
Für den zehnjährigen Bub, der im Kanton Neuenburg wegen einer möglichen Infektion durch das Coronavirus zuhause in Quarantäne ist – er war in Frankreich mit einer Person in Kontakt gekommen, die sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hatte –, werde die Quarantäne voraussichtlich am nächsten Mittwoch zuende gehen.
Nach Hause kommen werden voraussichtlich am Sonntag mehrere in Südfrankreich in Quarantäne befindliche Schweizer, die aus China zurückgeflogen worden waren. Wie Serge Bavaud vom Aussendepartement EDA sagte, endet die Quarantäne am Samstag um Mitternacht. Von den fünf Schweizern und drei Begleitpersonen wollten sechs in die Schweiz zurückkehren.
Auch die WHO informierte zum Coronvirus:
— World Health Organization (WHO) (@WHO) February 14, 2020
Bei guter Gesundheit auf Kreuzfahrtschiff
Ein Schweizer Paar an Bord des unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes im japanischen Yokohama sei bei guter Gesundheit, sagte Bavaud. Es erhalte von der Schweiz konsularische Unterstützung. Das gelte auch für Schweizer Staatsangehörige auf anderen Kreuzfahrtschiffen im asiatischen Raum. Nach wie vor hielten sich in China rund 3500 Schweizerinnen und Schweizer auf. Wer von ihnen dies wünsche, werde konsularisch betreut.
Brian Martin, Kantonsarzt des Kantons Zürich, stellte an der Medienkonferenz des BAG die Vorbereitungen seines Kantons vor. Von den bisher 250 Verdachtsfällen landesweit seien 30 im Kanton Zürich aufgetreten. Falls es bestätigte Fälle geben würde, sei der Kanton Zürich gerüstet: mit 61 Behandlungsplätzen für Erwachsene und deren 13 für Kinder. Vorsorglich seien auch bereits zusätzliche «contact tracers» ausgebildet worden.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht laut IOC keinen Grund für eine Absage der Olympischen Spiele im Sommer in Tokio. Die WHO habe auch nicht empfohlen, die Sportveranstaltung an einem anderen Ort auszutragen, sagt John Coates, der Chef der Koordinierungskommission des IOC.
Für einen Notfallplan wegen der Coronavirus-Epidemie bestehe keine Notwendigkeit, habe die WHO in ihrer Empfehlung erklärt. Die Sommerspiele sollen vom 24. Juli bis 9. August in Tokio stattfinden.
In China sind nach Behördenangaben bereits sechs Spitalmitarbeiter an dem neuartigen Coronavirus gestorben. Zudem seien landesweit 1716 Angehörige des medizinischen Personals infiziert, teilte der Vize-Chef der chinesischen Gesundheitskommission Zeng Yixin am Freitag mit.
Engpässe bei Schutzkleidung
Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in der Volksrepublik insgesamt liegt inzwischen bei mehr als 64’000. Mehr als 1100 der Infektionen unter Ärzten und Pflegern wurden laut Zeng in der zentralchinesischen Provinz Hubei gelegenen Metropole Wuhan nachgewiesen, wo das Virus im Dezember erstmals aufgetreten war. Rund 400 weitere seien in anderen Städten in Hubei bestätigt worden.
Zeng hob die grossen Risiken hervor, denen Ärzte und Krankenpfleger angesichts der Engpässe bei Schutzanzügen und Atemschutzmasken bei der Behandlung von Coronavirus-Patienten ausgesetzt seien. Vor allem in Wuhan führten die Engpässe zuletzt dazu, dass Ärzte dieselbe Schutzbekleidung mehrfach tragen mussten.
Trotz Symptomen weiter Patienten behandeln
Ein Arzt aus Wuhan sagte der Nachrichtenagentur AFP, er und 16 seiner Kollegen hätten Symptome, die auf eine mögliche Coronavirus-Infektion hindeuteten. Dazu gehören Husten und Atemnot. Trotzdem müssten sie weiter Patienten behandeln.
Die chinesischen Gesundheitsbehörden legten die Zahlen eine Woche vor, nachdem der junge Augenarzt Li Wenliang an dem Erreger gestorben war. Li hatte als einer der ersten vor dem Virus gewarnt. Nach seiner Schilderung versuchte die Polizei jedoch, ihn mundtot zu machen. Sein Tod löste in chinesischen Online-Diensten grosse Bestürzung aus, vielfach wurde der Ruf nach Meinungsfreiheit laut. (sda)
Das Coronavirus wird Airlines nach Einschätzung der zivilen Luftfahrtorganisation ICAO wegen des Ausfalls von Flügen vier bis fünf Milliarden Euro an Umsatzausfall einbrocken. Der Virusausbruch in China werde damit grössere Folgen haben als die Sars-Infektion 2003, erklärte die ICAO am Mittwochabend (Ortszeit) in Montreal.
Rund 70 Fluggesellschaften weltweit haben alle internationalen Flüge von und zum chinesischen Festland gestrichen. Weitere 50 Airlines hätten ihren Flugplan gekürzt. Die ausländischen Fluggesellschaften verringerten ihre Kapazitäten damit um 80 Prozent, chinesische Airlines um 40 Prozent. (sda)
Das Coronavirus wird die Flugaktivitäten der Swiss weiterhin einschränken. Die Swiss setzt alle Flüge zum chinesischen Festland neu bis zum Ende des Winterflugplans – also bis zum 28. März – aus. Zudem fliegt die Swiss von und nach Hongkong neu mit kleineren Maschinen.
Gemeinsam mit Lufthansa habe die Swiss entschieden, die Flugverbindungen nach Peking und Schanghai weiter auszusetzen, heisst es am Freitag in einer Mitteilung. Bislang war die Flugpause bis am 29. Februar angesetzt. Von der Flugpause betroffen ist auch die Austrian Airline.
Man beobachte die Situation weiterhin laufend und stehe mit den Behörden im Kontakt, schreibt die Swiss weiter.
Kleinere Jets für Hongkong-Flüge
Neu ist, dass die Swiss die ehemalige britische Kolonie Hongkong mit reduzierter Kapazität anfliegt. Im März setzt sie auf den Flügen von und nach Hongkong anstelle der Boeing 777-300ER mit 340 Sitzplätzen den Airbus A340-300 mit 223 Sitzplätzen ein.
Die Lufthansa streicht wegen der stockenden Nachfrage gar einzelne Flüge nach Hongkong, das von ihr bislang noch voll mit 19 wöchentlichen Verbindungen bedient worden war. Für die nebst Peking und Schanghai weiteren chinesischen Festlandziele Nanjing, Shenyang und Qingdao hatte die deutsche Fluggesellschaft bereits zuvor eine Flugpause bis Ende März angekündigt.
Auch SAS verlängert die Pause
Am Freitag gab ausserdem auch die skandinavische Airline SAS die Verlängerung ihres Flugstopps nach China bekannt. Wegen der Lage in der Volksrepublik habe sich das Unternehmen dazu entschlossen, Schanghai und Peking bis zum 29. März nicht mehr anzufliegen, teilten die Skandinavier mit. Hongkong wird dagegen weiter regulär bedient. (sda)
Nach der neuen Einstufung der Virusfälle in China ist die Zahl der bestätigten Ansteckungen am Freitag erneut stark gestiegen. Allein in der schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina kamen innerhalb eines Tages 4823 Infektionen hinzu. Dies berichtete das chinesische Staatsfernsehen am Freitag unter Hinweis auf die Gesundheitskommission der Provinz.
Damit steigt die Zahl landesweit auf fast 64’000. In Hubei starben allein 116 Patienten an der Krankheit. Damit sind landesweit fast 1400 Tote zu beklagen. Experten betrachten aber auch die neuen Zahlen mit Vorsicht und befürchten eine hohe Dunkelziffer.
Am Vortag war die Zahl der neu bestätigten Infektionen bereits dramatisch um 15’000 angestiegen, weil in der neuen Zählweise auch die klinischen Diagnosen der Covid-19 genannten Lungenkrankheit aus den vergangenen Wochen mitgerechnet wurden. Da die DNA-Tests im Labor häufig die Infektion nicht feststellen können, werden jetzt auch die Fälle mitgerechnet, bei denen Ärzte eine Lungenentzündung, Fieber, Atemprobleme und andere typische Covid-19-Symptome festgestellt haben und auch ohne Labortest zu einer Diagnose der Infektion kommen.
Frühere Hilfe möglich
Bei den 4823 neuen Infektionen mit dem Sars-CoV-2 genannten Virus am Freitag in Hubei wurden auch 3095 solche Fälle mit nur klinischen Diagnosen mitgerechnet, wie die Gesundheitskommission weiter berichtete. Die neue Zählweise wird allerdings nur in der Provinz Hubei, nicht im Rest des Landes angewandt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) begrüsste das neue Vorgehen. Es erlaube, Betroffene in Hubei schneller zu isolieren sowie zu behandeln und Kontaktpersonen früher unter Beobachtung zu stellen.
Da die Spitäler in Hubei und ihr medizinisches Personal durch die hohe Zahl der Patienten aber völlig überfordert sind, wurden bereits mehr als 21’000 medizinische Fachkräfte aus anderen Teilen des Landes in die Krisenregion entsandt, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.
Mit der Rückreisewelle von zig Millionen Chinesen, die nach den wegen der Epidemie verlängerten Neujahrsferien wieder aus ihren Heimatdörfern zu ihren Arbeitsplätzen zurückreisen, wachsen Sorgen über eine weitere Ausbreitung des Coronavirus. Bei einem Mitglied der Reinigungskräfte in einem Hochgeschwindigkeitszug wurde nach chinesischen Presseberichten eine Infektion festgestellt, was umgehend Befürchtungen über Ansteckungen im Zug auslöste.
Ausserhalb von Festland-China sind in mehr als zwei Dutzend Ländern rund 580 Fälle bestätigt, die meisten in Japan. Dort gab es eine Anhäufung von mehr als 200 Fällen auf dem vor Yokohama liegenden Kreuzfahrtschiff «Diamond Princess». Asiatische Länder zögern deswegen, Kreuzfahrtschiffe in ihre Häfen einlaufen zu lassen. So konnte zuletzt die «Aidavita» mit rund 1100 Passagieren zumeist aus Deutschland und 400 Crew-Mitgliedern nicht wie geplant in Vietnam anlegen. Die Reederei betonte, es gebe keine Virusfälle an Bord. Auch habe das Schiff keinen chinesischen Hafen angelaufen.
Sorge vor Einschleppung des Virus
Aufatmen gab es zudem an Bord der «Westerdam»: Nach tagelanger Irrfahrt durch asiatische Gewässer haben am Freitag die ersten von knapp 2300 Menschen in Kambodscha das Kreuzfahrtschiff verlassen. Die US-Botschaft in Phnom Penh twitterte: «Die ersten Passagiere sind von der #Westerdam runtergegangen und auf dem Heimweg! Wir freuen uns, sie zu begrüssen, wenn sie das Festland betreten.»
Am Donnerstagabend (Ortszeit) hatte das aus Hongkong kommende Schiff in Sihanoukville angelegt. Zuvor hatte es aus Sorge vor einer Einschleppung des Coronavirus Sars-CoV-2 Häfen in Thailand, Taiwan, Japan, Guam und auf den Philippinen nicht anlaufen dürfen.
In der Schweiz wurde bisher ein Kind unter Quarantäne gestellt. Dieses war während Skiferien in der Haute-Savoie mit einer am Coronavirus erkrankten Person in Kontakt gekommen.
In Japan ist erstmals ein mit dem neuen Coronavirus Sars-CoV-2 infizierter Mensch gestorben. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend (Ortszeit) bekanntgab, handelt es sich bei dem Opfer um eine Frau in ihren 80ern in der Tokioter Nachbarprovinz Kanagawa.
Nach Erkenntnissen der Behörden war die Frau in letzter Zeit nicht auf Auslandsreisen gewesen. Bislang sind in Japan mehr als 200 Infektionsfälle bestätigt.
Die meisten davon sind Passagiere und Crewmitglieder des Kreuzfahrtschiffes «Diamond Princess», das in Yokohama zunächst noch bis zum Mittwoch der kommenden Woche unter Quarantäne gestellt ist. Darauf befinden sich auch zwei Schweizer Staatsangehörige, die laut dem Aussendepartement (EDA) vom Donnerstag bei guter Gesundheit sind.
Bei der nun gestorbenen Frau war das Virus erst nach ihrem Tod festgestellt worden. Sie lag seit dem 1. Februar im Krankenhaus. In Japan sollen in weniger als sechs Monaten die Olympischen Spiele in der Hauptstadt Tokio stattfinden. (sda)