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Ein Bienenschwarm ist die Geburt eines neuen Volkes. Das Bienenvolk kennt nur eine einzige Art der Volksvermehrung: Den Schwarm. Doch wie kommt es dazu? Zwischen April und Mai bietet die Natur den Bienen am meisten Nahrung an: Die Obstbäume, der Löwen-zahn, der Raps usw. blühen. Die Blütenpracht ist in Höchstform. Das Bienenvolk hat sich seit Februar stetig vergrössert. Irgendwann im Mai/Juni ist das Volk so stark geworden, dass es kaum noch Platz im Kasten hat. Die Bienen hängen vor dem Flugloch und bilden einen sogenannten „Bienenbart“. Futter ist in Hülle und Fülle vorhanden.
Das ist der Zeitpunkt, da sich das Volk auf eine Teilung vorbereitet. Meistens am Rand der Waben werden neue Zellen angebaut, die eine längliche Form haben. Die Königin legt ein befruchtetes Ei in diese Zellen. Die geschlüpften Maden werden während der ganzen Ent-wicklungszeit bis zur Verpuppung mit Gelée royale gefüttert. Gelée royale ist der körper-eigene Futtersaft der Ammenbienen, enthält aber im Gegensatz zum Futtersaft für die Arbeiterinnen mehr Aminosäuren, Nukleotide und Vitamine19. Diese spezielle Fütterung ist der einzige Grund, weshalb aus einem Arbeiterinnen-Ei eine Königin entsteht. Weil sie grösser wird als die Arbeiterinnen, muss auch ihre Zelle grösser sein. Diese ist länglich und hängt sackmässig nach unten (Bild). Man nennt sie „Weiselzelle“. Nach 9 Tagen ist die Larve zur Verpuppung bereit. Die Zelle wird von den Arbeiterinnen luftdurchlässig verschlossen, im Fachjargon „verdeckelt“. An einem sonnigen, warmen Tag nach diesem Vorgang verlässt ein Teil des Volkes mit der alten Königin den Stock, d.h. das Volk schwärmt aus. Die mit-reisenden Arbeiterinnen haben alle genügend Honig mit dabei, so dass sie Zeit haben, eine neue Bleibe zu suchen. Dieses Schwärmen ist ein lautes Riesenspektakel. Die Bienen sprudeln regelrecht aus dem Flugloch, es entsteht ein wildes Durcheinander in der Luft, bis sie schliesslich in einer Schwarmtraube, meistens an einem Baum oder Strauch, zur Ruhe kommen. Der Schwarm hängt zuerst ganz in der Nähe des verlassenen Bienenstocks. Von da fliegen nun sogenannte Spürbienen in alle Himmelsrichtungen aus und suchen nach einer neuen Bleibe. Zurück beim Schwarm zeigen sie mithilfe des Schwänzeltanzes, wo eine mögliche „Wohnung“ vorhanden ist. Andere Bienen begutachten die verschiedenen Möglichkeiten. Wenn sie sich auf einen Standort geeinigt haben, löst sich der Schwarm auf und die Bienen fliegen zu ihrem neuen Nistplatz. Dieser Vorgang dauert in der Regel zwischen 1 – 3 Stunden. Der Imker versucht natürlich, den Schwarm vor dem Wegfliegen einzufangen und in einer neuen Beute (Bienenkasten) einzulogieren.
Bienenbart
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Bienenschwarm
Geschlossene Weiselzelle / links auf dem Bild eine noch nicht fertige Weiselzelle
Bergung eines Schwarm