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"Big Brother"-Technologiegiganten werden an der Wall Street mit Geld gefüttert
Mit frischem Geld der US-Zentralbank haben allein sechs Tech-Konzerne den Aktienindex Standards&Poor‘s 500 in den positiven Bereich gebracht. Amazon, Apple, Microsoft, Facebook, Alphabet und Netflix wuchsen um 43 Prozent, die anderen 494 Konzerne des Index fielen um durchschnittlich 4 Prozent.
Zwischen Mitte März und Ende Mai pumpte die US-Notenbank auf Anweisung der Wall Street und der Londoner City durch Quantitative Lockerung sage und schreibe 3 Bio.$ (1012) in das amerikanische Finanzsystem. Dies hatte zwei Ziele: den praktisch bankrotten Markt für Unternehmensanleihen in den USA und weltweit zu stützen, und ganz bewußt die größte und gefährlichste spekulative Aktienblase der Geschichte zu schaffen, was auch gelang.
Eine Folge davon war, daß der Aktienindex Standard and Poor's 500 völlig verzerrt wurde: In diesem Zeitraum von elf Wochen stiegen die Aktien von nur sechs Unternehmen - Amazon, Apple, Microsoft, Facebook, Alphabet (die Muttergesellschaft von Google) und Netflix - um 43%, während die Aktien der anderen 494 Unternehmen in dem Index insgesamt um 4% fielen. Aber weil der Wert dieser sechs Unternehmen, die die Macht der Spekulanten und des Silicon Valley repräsentieren, so überproportional groß ist, stieg der S&P-Index insgesamt um 5%. So kann der „Wert“ der sechs Unternehmen den von 494 anderen in den Schatten stellen...
Dieser Prozeß erfaßt die US-Wirtschaft und läßt sie degenerieren. So stiegen die Ausgaben für IT-Ausrüstung, Software, Forschung und Entwicklung in den USA im 2. Quartal auf über 1,3 Bio.$ und erreichten damit nach Angaben des Handelsministeriums einen Rekordanteil von 50% an den Kapitalinvestitionen. Traditionell geht es bei Kapitalinvestitionen um den Kauf moderner Werkzeugmaschinen, Turbinen, Stromerzeugungskapazitäten, fortschrittlicher Investitionsgüter usw. Nun handelt es sich wegen der Blase um den Kauf von Waren für diese sechs Unternehmen und die Pseudo-Dienstleistungswirtschaft des Silicon Valley.
Gleichzeitig gab es einen gewaltigen Sprung beim Vermögen der reichsten Familien des Landes, während Zigmillionen Bürger ihren Arbeitsplatz verloren. Wie die Gruppe Americans for Tax Fairness berichtet, stieg das Vermögen der gut 600 Milliardäre im Land von Mitte März bis Ende Mai um 434 Mrd.$. Die obersten 10% der amerikanischen Haushalte besitzen 84% aller Aktienwerte. https://americansfortaxfairness.org/billionaires/
Die Londoner City, die Wall Street und die Federal Reserve behaupten, die Quantitative Lockerung sei notwendig, um der Wirtschaft dabei zu helfen, die Folgen von Covid-19 zu überwinden, doch tatsächlich werden die Spekulationsblasen gerettet. Der Federal-Reserve-Vorsitzende Jerome Powell hat sogar zugegeben, daß dies das Ziel war, als sie 3 Bio.$ an Vermögenswerten aufkaufte, um Geld ins System zu pumpen. In der Pressekonferenz des Offenmarktausschusses (FOMC) am 29.7. sagte er: „Wir verstehen und akzeptieren die Tatsache und sind damit einverstanden, daß diese Anlagenkäufe eine entgegenkommendere Haltung der Geldpolitik fördern, mit anderen Worten, daß sie die Aktienpreise in die Höhe treiben.“
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Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).
Der Newsletter kostet 250 € im Jahr. Er wird vom E.I.R.-Verlag herausgegeben, zu bestellen bei: Caroline Hartmann,
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