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Im Gegenteil, Revocation erarbeiten sich ellenlange Vorsprünge gegenüber anderen Combos. Nein, dies ist gar nicht hochnäsig oder abschätzend gewertet, im Gegenteil, es ist die pure Wirklichkeit, die wahre Ehrlichkeit, einfach "the matter of real facts". Weiss man doch, dass David Davidson auch am Berklee College of Music in Boston unterrichtet, ab und zu, so wie Joe Stump, John Petrucci und weitere Koryphäen des Saitenhexens. Selbstverständlich gibt es da auch bei anderen Instrumenten deren Koryphäen am Berklee, und so ist das neue Machwerk «Netherheaven» eben korrekt einzuschätzen, durch das Gezockte, Geschriebene, Dargebotene, ohne Wenn und Aber. Wiederhole ich mich? Ist mir sowas von scheissegal, denn es gibt ja prinzipiell keine schlechte Mucke, nur gefällt es oder gefällt es nicht?
Oh, schon wieder die alte Leier? Nope, es kann einfach nicht genug so erwähnt werden, denn schlussendlich seid ihr der Geigenzähler, entweder der schlägt aus oder bleibt stumm. Anno 2006 in Boston, Massachusetts, U.S. of A., gegründet, nebst eben den acht full-length Releases wartet man bis heutzutage noch mit einem Demo, drei Singles, einem Split-Album (mit Exhumed, Black Tusk, Tombs, Royal Thunder) und einer EP auf. Das neue Meisterwerk «Netherheaven» ist im nigelnagelneuen Studio von David Davidson, dem "HeatWave Studio" aufgenommen worden, ausser die Drums, die sind von Shane Frisby in den "The Brick Hithouse Sudios" in Massachussetts recorded worden, danach vom schwedischen Studioass Jens Bogren (Opeth, Kreator, et cetera) gemischt und gemastert worden, in seinen "Fascination Street Studios".
Das geniale Cover-Artwork stammt von Paolo Girardis "Hieronymus Bosch", da textlich in dieselbe Richtung geballert wird, und zwar eine Mischung von Dante Alighieris "Divine Comedy", Robert W. Chambers "The King In Yellow" und ein Teil aus 'America: The Farewell Tour' von Chris Hedges. Musikalisch ist «Netherheaven» das bislang anspruchvollste, progressivste, technischste, deathigste wie thrashigste Album ever von Revocation geworden, das sozusagen dunkelste und düsterste Album in deren Palmares. Ja, auf «Netherheaven» steht das Trio Infernale dem Death Metal näher, denn je zuvor. Die Produktion ist demzufolge druckvoll, messerscharf klar, bösartigst und heftigst ausgefallen. Dies scheint auch im Songwriting niederzuprasseln, denn Revocation verbinden nebst den hochstehenden, melodiösen und virtuosen Gitarrensoli auch gefrickelte, hochstehend musikalische Fingerakrobatiken, vertrackte wie verschachtelte Akkorde, brutales deathiges wie eben auch thrashiges Geriffe, vor allem die Midtempo-Parts grooven höllisch daher, und wichtig, da es sich eben um intelligentes Songwriting handelt.
Jeder Songs ist eigens, will schreiben, kein Song gleicht dem anderen Track, somit Abwechslung pur und ja, man muss sich die Zeit nehmen, sich hinsetzen, um sich die ganze Pracht von «Netherheaven» reinpfeifen zu lassen. Der Bass wummert angenehm, passend in der rhythmischen Sektion zur Gitarre von David, doch bekanntlich bei Revocation ist, dass selbst der Bass solodeske Pfade einschlägt, sich mit Lines schmückt und selbst in den rhythmischen Parts beinahe schon autark solodesk wirkt, ohne jedoch den Groove zu verlieren. Die Drums wirbeln heftigst mit den Double-Basses, selbst in den Grind- und Blastparts wirken die Drums harmonisch und verdammt groovig. Da sehr viel mit gelungenen Tempi- wie Rhythmuswechseln experimentiert wird, setzten diese Nadelstiche auch die progressiven wie hochstehenden technischen wie musikalischen Fertigkeiten noch ein Niveau höher. Die verschiedenen abstrakten und gekonnt eingesetzten Cymbals- wie Toms-Streicheleinheiten versetzten dem Gesamtsound stetig groovende Akzente.
Zu guter Letzt noch die trockene, treibende, harte Snare, welches sich unentwegt den Pfad vor sich wegräumt. Die Vocals sind bösartig, tief, thrashig screamend und shoutend, aber auch im gutturalen Level zu finden, stets brutal verständlich rüberbringend. Nun, Revocation sind Revocation, da gibt es keinen Weg daran vorbei. Doch um mögliche Vergleiche zu anderen Bands zu geben, so kommen Bands wie Martyr, Obliveon, Soreption, Necrophagist, Fractal Universe, Blotted Science, Beyond Creation, Gorguts, Atheist, Broken Hope und Konsorten in Frage. Anspieltipps wären alle neun Songs, welche ihr nun hier zu lesen bekommt, da wären «Diabolical Majesty», «Lessons In Occult Theft», «Nihilistic Violence», «Strange And Eternal», «GAlleries Of Morbid Artistry», «The 9th Chasm», «Godforsaken», «The Intervening Abyss Of Untold Aeons» und «Re-Crucified». Ohne dass der Schreiberling übertreibt, aber Revocation haben mit «Netherheaven» das Album des Jahres 2022 abgeliefert, egal was noch kommen mag, ist so. Punkt, aus, fertig!
Poldi