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Übersicht
Die sozio-ökologischen Systeme der Bergregionen tragen bedeutend zu den Ökosystem-Dienstleistungen auf lokaler, regionaler sowie globaler Ebene bei. Sie sind jedoch besonders gefährdet durch klimatische, politische und sozio-ökonomische Veränderungen, die sich durch die natürlicherweise herrschenden harten Klimabedingungen, die Variabilität und das Risiko von Naturgefahren noch verstärken. Für eine nachhaltige Zukunft ist es daher wesentlich, gemeinsam mit den lokalen Akteuren Wege der Anpassung zu gestalten. Spezifische Nachhaltigkeits- und Anpassungsprobleme an den globalen Wandel in den Alpen betreffen die Entwicklung einer lokalen Ökonomie, die sowohl dem Klima als auch dem breiteren politischen und ökonomischen Kontext standhält, auf lokalem natürlichen und sozialen Kapitel gründet und von gesellschaftlichen Ansprüchen an die Ökosystemleistungen der Bergregionen profitiert.
Ziel
Das Ziel von MtnPATHS ist, für das Oberwallis in der Schweiz (Visp und das Saastal) sowie für die südlichen französischen Alpen (Lautaret, Haute-Romanche) solche Wege der Anpassung zu entwickeln. Hierfür werden Ökosystem-Dienstleistungen und klimatische Anpassungsdienstleistungen für die partizipative Entwicklung von Visionen einer nachhaltigen Zukunft berücksichtigt und diese Visionen in ebenfalls partizipativen Modellierungen implementiert.
Vorgehen
Unser transdisziplinäres Vorgehen beginnt mit der Bildung eines gemeinsamen Verständnisses dessen, was sozio-ökologische Systeme in den Bergregionen ausmacht, gefolgt von der ebenfalls gemeinsamen Formulierung von Zukunftsvisionen. Basierend auf diesen Visionen identifizieren die Teilnehmenden Veränderungsszenarien, die zu erwünschten Ergebnissen führen, und weisen unerwünschte Ergebnisse zurück. Diese Szenarien und Visionen werden anhand von agentenbasierter Modellierung untersucht. Das Modell wird unter verschiedenen klimatischen und sozio-ökonomischen Szenarien sowie unterschiedlichen politisch-strategischen Ausrichtungen durchgespielt, um die Veränderungen in den Ökosystem- und Anpassungsdienstleistungen zu evaluieren. Szenario-Simulationen werden helfen, alternative Anpassungswege an die Visionen zu charakterisieren, und quantitative Informationen für die Gestaltung von neuen Wegen liefern. Schliesslich erfordert die Anwendung der simulierten Wege, dass deren Akzeptanz sowie deren soziale als auch institutionelle Durchführbarkeit evaluiert und potentielle Hindernisse oder erleichternde Faktoren identifiziert werden. Die Umsetzung wird zudem von der Ermächtigung der Akteure abhängen. Sie wird daher durch die partizipative Evaluation der Anpassungswege und deren Einschränkungen erleichtert sowie durch die gemeinschaftliche Entwicklung einer Strategie, wie jene unter EntscheidungsträgerInnen und in der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden können. Zusätzlich werden im Anschluss an den partizipativen Prozess die Lernleistung der Akteure und deren Verhaltensänderungen (d.h. ihre Anpassung) evaluiert, um die Wirkung solcher Gestaltungsprozesse von Lösungswegen zu untersuchen.
Beteiligte
Partner
Prof. Dr. Sandra Lavorel (LECA – Université Grenoble Alpes)
Enora Bruley (LECA – Université Grenoble Alpes)
Finanzierung
Swiss National Science Foundation (SNF)
French National Research Agency (ANR)
Projektlaufzeit
Mai 2017 – April 2020
Status
Laufendes Projekt