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Vor ziemlich genau vier Jahren gaben Nestlé und Coca-Cola bekannt, ihr 15 Jahre dauerndes Joint Venture im Bereich Eistee zu beenden. Die gemeinsam gestarteten «Beverage Partners Worldwide» produzierten den bekannten Nestea.
Nestlé führte Nestea schliesslich selbst weiter, bis Coca-Cola mit der Marke «Fusetea» – so in der Schweiz genannt, ansonsten «Fuzetea» – den Angriff auf den Eistee-Markt startete. Mit einer grossen Werbekampagne machten die Amerikaner «Fusetea» weltweit rasch bekannt, Nestlé hatte das Nachsehen.
Das Unternehmen produziere seit Kurzem Aluminiumkapseln für den amerikanischen Getränkehersteller.
Ein pikantes Detail dabei: Die Kapseln sind kompatibel mit dem Nestlé-System Nespresso. Damit kann Coca-Cola einen Frontalangriff an die beiden Kaffeekönige Nestlé und JDE starten – «ohne dabei selbst viel Geld in den Aufbau einer eigenen Kapselproduktion zu investieren», kommentiert die «Lebensmittelzeitung».
Krüger produziere im Auftrag von «mehreren Markenanbieter und Händlern Aluminiumkapseln für das Nespresso-System», wie der Geschäftsführer sagt.
Unter dem Label Costa Coffee
Coca-Cola ist bereits im Kaffeegeschäft tätig, mit der vor allem in Grossbritannien bekannten Kette Costa Coffee. Coke hatte sich die Café-Kette im Jahre 2018 einverleibt. In Grossbritannien und mittlerweile auch im Nahen Osten werden die Kaffeekapseln von Costa Coffee im Supermarkt angeboten. Hersteller für diese Kapseln ist Krüger.
Kapseln für den Supermarkt
Damit fährt Coca-Cola eine ähnliche Strategie wie Nestlé mit Starbucks. 2018 schlossen diese beiden Giganten einen Milliardendeal ab. Damals übernahmen die Waadtländer Nespresso-Hersteller für 7,15 Milliarden Dollar die weltweiten Rechte für die Vermarktung der Starbucks-Produkte im Einzelhandel. Unter den Namen Costa Coffee möchte Coca-Cola den Schweizern nun die Stirn im Supermarktregal bieten.
So weit ist es es aber noch nicht. Laut der «Lebensmittelzeitung» kündigte Coca-Cola an, die Marke Costa Coffee im Frühjahr erstmals in deutschen Supermärkten zu nutzen – und zwar für «Ready-to-Drink»-Produkte. Hierzulande sind diese vor allem durch den Hersteller Emmi mit «Caffè Latte» bekannt.
Coca-Cola ist ein Gigant im Vetrieb
Ab wann Kaffeekapseln unter dem Label Costa Coffee in deutschen oder Schweizer Supermarktregalen erhältlich sind, sei noch unklar: Ein Coca-Cola-Sprecher sagte gegenüber der Zeitung, es gebe dafür aktuell keine Pläne.
Für einen Markteintritt spreche nach Aussagen von Insidern die Vertriebsstärke von Coca-Cola. Dagegen spreche die geringe Markenbekanntheit von Costa Coffee in Zentraleuropa sowie die Konkurrenz auf dem Kapselmarkt. Nestlé möchte dort unbedingt Marktanteile gewinnen und prescht mit der Marke Starbucks voran.
Krüger rechne sich auf dem Kapselmarkt aber trotzdem Chancen aus. Das Familienunternehmen hat seine Kaffeefabrik in Bergisch Gladbach erst kürzlich ausgebaut und nach eigenen Angaben «viel Geld» in die Anschaffung neuer Maschinen zur Herstellung von Nespresso-kompatiblen Aluminiumkapseln investiert. Krüger hat auch Ableger in der Schweiz.
Krüger produzierte auch für Starbucks
«Wir können uns den dominanten Nestlé-Systemen Dolce Gusto und Nespresso nicht verwehren. Darum haben wir unsere Kapsel-Plagiat-Abteilung gegründet», sagt Geschäftsführer Marc Krüger.
Sein Unternehmen habe Erfahrung mit der Produktion für Grosskonzerne. Sein Unternehmen fertigt auch Aluminiumkapseln für Lidl an. Und kennt auch den Partner von Nestlé – Starbucks – ganz gut. Krüger hat mit ihnen bereits zusammengearbeitet. Aber noch bevor Starbucks die Lizenz an Nestlé für das Supermarktgeschäft vergab.
Damals habe laut LZ sogar die Möglichkeit bestanden, sich am Kaffeegeschäft zu beteiligen. Es sei vereinbart worden, dass ich Starbucks mit bis zu 50 Prozent am Geschäftsbereich Kaffeekapseln der Krüger beteiligen könne, so ein Gutachten.