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Allgemeines:
Das eigentliche Schultergelenk besteht aus dem Oberarmkopf und einer flachen Gelenkpfanne am Schulterblatt. Letzteres ist mit dem hinteren Brustkorb gelenkartig verbunden. Ein komplexer Bandapparat sowie die Rotatoren-Manschette (RM) sorgen für die nötige Stabilität und die hervorragende Beweglichkeit des Schultergelenks.
(Einklemmung)
Allgemeines:
Die am häufigsten auftretende Weichteil-Einklemmung findet im vorderen Bereich der Schulter unter dem Schulterdach und ausserhalb des eigentlichen Schultergelenks statt. Es handelt sich dabei um eine Einengung des Raumes, der für das normale Vorwärts- und Seitwärtsanheben des Armes ab 80° benötigt wird. Die Einengung geht meistens auf eine Fehlanlage des vorderen Schulterdachknochens zurück, der vorne unterschiedlich stark nach unten gekrümmt ist (siehe auch Abb.). Damit kommt es beim Anheben zu einem Einklemmen der vorderen Rotatorenmanschette (RM), die je nach Beanspruchung einreissen oder
sogar ganz durchreissen kann. Schmerzen im vorderen Schulterbereich mit Ausstrahlung in den Oberarm können die Folge sein. Die Einengung kann auch durch ein verdicktes vorderes Verbindungsband (Verbindung vom vorderen Schulterdach zum Rabenschnabel-Knochen) sowie durch eine Arthrose des Schultereck-Gelenks bedingt sein.
(Tendinitis calcarea)
Allgemeines:
Mit der Kalkschulter ist die Kalkeinlagerung in die Sehnen der Rotatorenmanschette gemeint. Die Kalkeinlagerungen finden sich häufig in stark belasteten Sehnenanteilen, vor allem in der Nähe ihrer Knochenbefestigung. Diese verkalkten Sehnenstellen können zusammen mit dem benachbarten Schleimbeutel akut entzünden. Diese in der Regel äusserst schmerzhafte Situation mit Funktionsverlust der Schulter kann mittels lokaler Injektion eines Kortison-/Lokalanästhestikum-Gemisches wirksam therapiert werden. Danach Physiotherapie zur Vermeidung einer schonungsbedingten Schultersteife. Die im Röntgenbild festgestellten Kalkherde können sich mit der Zeit spontan wieder auflösen, so dass keine weiteren Massnahmen erforderlich sind. Ist dies nicht der Fall und die Schulter bleibt schmerzhaft, kann mit einem sogenannten „Needling“ versucht werden, den Kalkherd unter Röntgenkontrolle „wegzuspülen“. In seltenen und hartnäckigen Fällen ist eine Operation angezeigt.
Allgemeines:
Die Rotatorenmanschette (RM) besteht aus mehreren Sehnen und
umschliesst den Oberarmkopf „kappenförmig“. Die Sehnen rotieren den Oberarmkopf über die zugehörigen, am Schulterblatt befestigten Muskeln und sorgen nebst den Gelenkbändern für eine stabile Zentrierung des Oberarmkopfs in der Gelenkpfanne bei sämtlichen Schulterbewegungen.
Auch die Rotatorenmanschetten-Sehnen unterliegen der natürlichen Alterung. Das Risiko eines Risses/Abrisses steigt somit mit zunehmendem Alter. Prädisponierend sind stark schulterbelastende Aktivitäten in Beruf/Sport und unbehandelte Schulterengpässe (siehe auch „Impingement-Schulter). Liegt ein vollständiger Abriss von mehreren Sehnen vor, verliert die RM ihre Vorspannung und es kommt zum Verlust der Schultergelenk-Zentrierung. Der Oberarmkopf „eiert“ sodann in der flachen Gelenkpfanne hin und her, der Gelenkknorpel wird dadurch zunehmend beschädigt. Das Endresultat kann eine Schultergelenk-Arthrose sein.
Die Beschwerden beim RM-Riss sind ähnlich wie beim „Schulterimpingment“, zusätzlich kommt es zum Kraftverlust bei bestimmten Bewegungen, die nächtliche Seitenlage wird schmerzhaft.
Allgemeines:
Das Schultergelenk ist eigentlich ein Kugelgelenk, das aber wegen der sehr flachen Gelenkpfanne alleine nicht stabil ist. Die Stabilität hängt deshalb im Wesentlichen von der Intaktheit des Kapselbandapparates und von der Rotatorenmanschette ab. Kommt es unfallbedingt zu einer Schulterausrenkung (Luxation), reisst ein Teil des Kapselbandapparates ab; am häufigsten geschieht dies im vorderen, unteren Schulterbereich. Die Schulter muss in der Regel wieder eingerenkt, danach geröntgt werden. Liegen keine knöcherne Verletzungen an der Gelenkpfanne vor, kann der lädierte Kapselbandapparat ohne Operation im Rahmen einer temporären Ruhigstellung (Schulterbandage) ausheilen.
(Omarthrose)
Allgemeines:
Die Gelenkkrankheit „Arthrose“ wird im Kapitel „Hüftarthrose“ ausführlich
beschrieben. Die Schultergelenk-Arthrose als Folge der alterungsbedingten Knorpelabnutzung ist selten. Vielmehr ist sie der Endzustand nach langandauernder Instabilität, nach entzündlichen Gelenkerkrankungen wie z.B. chronischer Polyarthritis oder nach unfallbedingten Gelenkfrakturen. Charakteristisch ist die zunehmend
schmerzhafte und oft auch eingeschränkte Schulterbeweglichkeit sowie der Ruheschmerz. Die Diagnose kann meist anhand eines Röntgenbilds gestellt werden. Wichtig für die operative Therapie ist die Unterscheidung der Schultergelenk-Arthrose mit intakter Rotatorenmanschette von der Schultergelenk-Arthrose mit defekter Rotatorenmanschette.