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Diese Tierarten gibt es heute nicht mehr und ihr Verschwinden ist meist den Menschen zuzuschreiben. Egal ob Wilderei oder massive Verschmutzung - wir sollten aus der Vergangenheit lernen und unsere aktuell vom Aussterben bedrohten Tiere besser schützen.
Ausgestorben seit: 14. oder 15. Jahrhundert
Der Haastadler war mit einer Spannweite von drei Metern und einem Gewicht von bis zu 20 kg der grösste Greifvogel der Neuzeit. Er lebte in Neuseeland und jagte verschiedene flugunfähige Vögel, darunter auch die ebenfalls ausgestorbenen Moas. Dem riesigen Adler wurde nachgesagt, dass er ein Menschenfresser sei. Man geht davon aus, dass die Menschen ihn wirklich als Bedrohung für sich selbst sahen und ihn gezielt töteten. Wahrscheinlich verschwand er kurze Zeit, nachdem auch seine potentielle Beute zum grössten Teil von den Menschen ausgerottet wurde. 1905 wurde angeblich ein Haastadlernest gesichtet, was jedoch ziemlich unwahrscheinlich war und auf eine Verwechslung zurückzuführen ist.
Ausgestorben seit: 1938
Der Schomburgk-Hirsch war ein in Thailand lebender Hirsch, der nach einem deutschen Forschungsreisenden benannt wurde. Er hatte ein hellbraunes Fell und ein stark verzweigtes, vielendiges Geweih. Ab dem 19. Jahrhundert wurde der Lebensraum der Schomburgk-Hirsche sehr stark eingeschränkt, da riesige Sumpfgebiete in Reisanbaufläche umgewandelt wurden. Dazu kam die Jagd auf die Tiere, was besonders bei Zeiten des Hochwassers sehr einfach war, da sie in Gruppen auf kleine, aus dem Wasser ragende Inseln flüchteten. Das letzte Exemplar wurde vermutlich 1932 geschossen, 1938 verstarb der letzte Hirsch in Gefangenschaft. Seitdem waren jegliche Suchexpeditionen in Thailand erfolglos und der Schomburgk-Hirsch wurde von der Weltnaturschutzunion IUCN für ausgestorben erklärt.
Ausgestorben seit: 1936
Der Beutelwolf, auch Tasmanischer Tiger oder Tasmanischer Wolf genannt, war das grösste fleischfressende Beuteltier, das je auf dem australischen Kontinent lebte. Er hatte ein kurzes, graues Fell mit 13 bis 19 auffälligen dunkelbraunen Querstreifen am Rücken. Ursprünglich ernährte er sich von kleineren Tieren wie Wallabys und Beuteldachsen, aber er erlegte zeitweilen auch Kängurus. Er sorgte dafür, dass der tasmanische Wildbestand im Gleichgewicht blieb. Nachdem Tasmanien um 1800 von Europäern besiedelt wurde, hatte er den Ruf eines blutrünstigen Schafsreissers und wurde intensiv gejagt. Mit den Europäern kamen nicht nur menschliche Feinde in sein Gebiet, sondern auch wilde Hunde und neue Krankheiten, die den Beutelwolf ebenfalls bedrängten. Die Regierung setzte 1830 sogar ein Kopfgeld auf jeden erlegten Beutelwolf aus, was ihn in den folgenden Jahren praktisch schon ausrottete. Er zog sich in unzugänglichere Bergregionen zurück, die Jagd mit Fallen und Hunden ging jedoch unbeschwert weiter. Ende 19. Jahrhundert galt er als sehr selten und Zoos auf der ganzen Welt machten sich auf die Suche nach den letztem Exemplaren. Er wurde in Tasmanien praktisch nie mehr gesichtet und vermehrte sich auch in Gefangenschaft nicht, weshalb er seit dem Tod des letzten gefangenen Exemplars namens Benjamin 1936 als ausgestorben gilt. Im Nachhinein fand man heraus, dass die meisten Schafe gar nicht von Beutelwölfen gerissen wurden, sondern von verwilderten Hunden der Europäer. Das Gebiss des Beutelwolfs war gar nicht imstande ein ausgewachsenes Schaf zu reissen.
Ausgestorben seit: 1627
Der Auerochse war eine Wildform der Rinder. Das letzte Exemplar wurde vermutlich 1627 erlegt. Er ist verwandt mit dem heutigen Hausrind, wobei er optisch näher an einem Wisent liegt. Das Aussehen des Auerochsen lässt sich aufgrund von Knochenfunden und historischen Beschreibungen ziemlich exakt rekonstruieren. Seine Schulterhöhe betrug etwa 155-180 cm und er brachte bis zu 1000 kg auf die Waage. Das Weibcchen, also die Auerochsenkuh, war etwas kleiner und hatte ein helleres Fell. Die Jungen kamen mit einem hellbraunen Fell zur Welt, das sich bei den Männchen nach einigen Wochen dunkelbraun/schwarz färbte. Ab dem 14. Jahrhundert wurde der Lebensraum des Auerochsen durch die stetig vordringende Bevölkerung mehr und mehr eingeschränkt. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts war er nur noch in einem einzigen Gebiet zu finden, in der sogenannten Grossen Wildnis in Ostpreussen. Aufgrund von Krankheiten und Wilderei gab es um 1600 nur noch sehr wenige Tiere. 1620 war nur noch eine einzige Kuh übrig, die 1627 eines natürlichen Todes starb.
Ausgestorben seit: vermutlich 2004
Der Chinesische Flussdelfin war ein bis zu 2,40 m langer Süsswasserdelfin, der ausschliesslich das mittlere und das untere Einzugsgebiet des chinesischen Flusses Jangtsekiang und den Dongting-See bewohnte. Er gilt zwar offiziell nicht als ausgestorben, da es aber seit 2004 keine bestätigte Sichtungen mehr gab und auch dutzende wissenschaftliche Suchaktionen scheiterten, geht man schwer davon aus. Das Aussehen weicht vom normalen Delfin etwas ab. Der Flussdelfin ist blass-grau und hat am Bauch eine weisse Färbung. Zudem besitzt er eine deutlich längere Schnauze, die fast an einen Schnabel erinnert. Zum Aussterben dieser Säugetiere hat der Mensch einiges beigetragen. Verschiedenen Quellen zur Folge ist der Flussdelfin vermutlich wegen drei Dingen ausgestorben. Erstens wird die rege Befahrung des Flusses und der dadurch entstandene Lärm der Motoren genannt, die dem per Echo-Ortung jagenden Tier die Jagd enorm erschweren. Zweitens gelten die übermässige Verschmutzung des Flusses zu Zeiten der Industrialisierung und drittens das häufige Verfangen in Fischernetzen als Hauptgründe für das Verschwinden dieser Art. Jegliche Versuche, den Flussdelfin zu retten oder in Gefangenschaft aufzuziehen, scheiterten.
Ausgestorben seit: 1920
Der Berberlöwe war eine Unterart des Löwen, der ursprünglich in Nordafrika heimisch war und heute in reinrassiger Form nicht mehr vorkommt. Zusammen mit dem ebenfalls ausgestorbenen Kaplöwen war der Berberlöwe die grösste Unterart des Löwen. Die besonders starke, dunkle Mähne des Männchens war ihr auffälligstes Merkmal, das sie sich vom gewöhnlichen Löwen unterschied. Sie dehnte sich weit über die Schultern aus und hing am Bauch herab. Der Berberlöwe bewohnte ursprünglich den ganzen Norden des afrikanischen Kontinents. Aus historischen Quellen geht jedoch hervor, dass er schon Ende des 17. Jahrhunderts weitgehend aus Nordafrika verschwunden war. Die gezielte Ausrottung und die Verbreitung von Feuerwaffen sorgten dafür, dass sich der Bestand stets verkleinerte. 1920 wurde der vermutlich letzte lebende Berberlöwe in Marokko geschossen. Einige in Gefangenschaft lebenden Löwen dürften ursprünglich auf den Berberlöwen zurückgehen, völlig reinrassige Tiere sind mit grosser Sicherheit nicht darunter.