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Deutschland vor 1900 (44 x 32 cm)
Verkaufspreis: 240.- CHF
Kaiseröl, D vor 1900, 44 x 32 cm, geprägtes und lithographiertes Blechschild in schönem Zustand
Sehr seltenes und attraktives Blechschild aus der Zeit vor der Elektrifizierung der Städte. Damals wurde noch in Kolonialwarenhandlungen und Tante-Emma-Läden sogenanntes
Kaiseröl, nicht explodirendes wasserhelles Petroleum für die heimische Beleuchtung angeboten. Dabei handelte es sich um einen speziell veredeltes Petroleum, welches durch die Extraktion niedrig siedender Bestandteile schwerer entflammbar und somit deutlich ungefährlicher war. Zudem war die Leuchtkraft etwas höher und es war geruchsärmer. Es war aber ca. 45 % teurer als gewöhnliches Petroleum oder als Stearinkerzen, was es vermutlich zum Leuchtmittel für die besser Gesellschaft machte.
Aber auch bei alten Modelleisenbahnen und Blechbahnen (z.B. von Märklin) taucht der Name Kaiseröl immer wieder auf: Neben Straßenlaternen, Kandelabern usw. baute man auch Signallampen, die, obwohl in Miniaturformat gebaut, dennoch mit Kaiseröl betrieben wurden.
Zur Firma: 1865 erwarb der Kaufmann Christian August Korff in Bremen die bereits 1857 gegründete Fabrik, in der unter anderem Paraffin und Leuchtpetroleum hergestellt wurden. Ziel dieses Unternehmens war es, am bei zunehmender Industrialisierung wachsenden Geschäft mit künstlicher Beleuchtung durch Petroleum teilzuhaben. Als Grundlage sollte das seit 1859 besonders stark über Bremen importierte Erdöl dienen. Ab 1876 produzierte Christian August Korff das Kaiseröl, ein explosionssicheres Leuchtpetroleum, welches als Leuchtstoff sehr beliebt war und die Firma weithin bekannt machte. Um 1877 war Kaiseröl das Hauptprodukt der Firma. Später spezialisierte sich die Firma auf Schmierstoffe und hiess „Mineraloel-Raffinerie vorm. August Korff“. Ab 1890 was es dann als Deutsch-Amerikanische Petroleum Gesellschaft, DAPG (-> DAPOL!) Teil der Standard Oil und gehört seit 1954 zu Esso.
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