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Die Raumfahrt ist eine Männer-Domäne. Zwar schickten die Sowjets schon 1963 die erste Frau ins All. Valentina Tereschkowa war allerdings keine Pilotin wie ihre männlichen Kollegen; sie wurde vermutlich eher aus propagandistischen Gründen ausgewählt. Seither waren eine ganze Reihe von Frauen im Weltraum, doch ihr Anteil an allen bisherigen Astronauten beträgt lediglich etwa zwölf Prozent.
Das könnte sich in Zukunft ändern. Frauen eignen sich nämlich besser für die Raumfahrt als Männer – das ist jedenfalls das Ergebnis einer Studie der Europäischen Weltraumorganisation ESA, die im Fachmagazin «Scientific Reports» erschienen ist. Das Forschungsteam um Jonathan Scott untersuchte die Energiebilanz von Astronauten im Hinblick auf die Raumfahrttauglichkeit. Laut diesen Berechnungen ist das Resultat eindeutig: Frauen können den knappen Raum und die Energie sowie weitere Ressourcen wesentlich besser nutzen als Männer.
Für seine Berechnungen verwendete das Forschungsteam eine Methode, die entwickelt wurde, um die Auswirkungen der Körpergrösse auf die Anforderungen für das Überleben männlicher Astronauten zu schätzen. Die Zahlen aus diesem Modell glichen sie mit bereits vorliegenden Daten zum Stoffwechsel von Astronautinnen ab. Für alle Parameter und sämtliche Körpergrössen liefen die Schätzungen auf niedrigere Werte für Frauen als für vergleichbare Männer hinaus.
So zeigte sich, dass Frauen durchs Band weniger Kalorien, Sauerstoff oder Wasser verbrauchen als ihre männlichen Kollegen. Zudem setzen sie weniger Kohlendioxid (CO₂) frei und produzieren weniger Wärme. Dies ist übrigens nicht nur eine Frage der Körpergrösse, die bei diesen Faktoren naturgemäss eine wichtige Rolle spielt, denn selbst bei identischen Körpermassen schnitten die Frauen besser ab. Der Grund dafür liegt in ihrem effizienteren Stoffwechsel. Die Bilanz verschlechterte sich überdies bei beiden Geschlechtern mit zunehmender Körpergrösse, jedoch weniger bei den Frauen.
Der eindeutige Befund legt nahe, dass insbesondere lange Weltraum-Missionen besser mit rein weiblichen Besatzungen durchgeführt werden sollten. So würden nur schon die Lebensmittel auf einer 1080 Tage dauernden Reise im All knapp 1,7 Tonnen weniger wiegen, wenn die vier Besatzungsmitglieder alle weiblich wären statt männlich.
Diese Menge würde nach Nasa-Daten eine Einsparung von gut 158 Millionen US-Dollar bringen – und obendrein 2,3 Kubikmeter weniger Raum benötigen, der dann für andere Dinge genutzt werden könnte. Wie viel dies ausmacht, zeigt der Umstand, dass 2,3 Kubikmeter beinahe vier Prozent der insgesamt verfügbaren 60 Kubikmeter der geplanten Raumstation Lunar Gateway entsprechen, die von der Nasa für die Mondumlaufbahn konzipiert wird.
Bei langen Missionen im Weltraum müssen die Astronauten ein Ausgleichstraining absolvieren, um die langfristigen Auswirkungen der fehlenden Schwerkraft – etwa Muskelatrophie, Knochenschwund oder eine verminderte aerobe und sensomotorische Kapazität – zu kompensieren. So sind auf der Internationalen Raumstation ISS an sechs Tagen pro Woche zwei halbstündige Trainingseinheiten vorgeschrieben. Bei diesen Übungen verbrauchen Astronauten mehr Sauerstoff, setzen mehr CO₂ und Wärme frei und benötigen mehr Wasser als bei körperlich weniger fordernden Tätigkeiten.
Auch hier sind weibliche Crew-Mitglieder im Vorteil: Sie verlieren bei solchen Trainings 29 Prozent weniger Wasser durch Schwitzen als männliche Kollegen. Dementsprechend müssen sie weniger trinken, um zu rehydrieren. Hinzu kommt, dass sie früher die maximale Sauerstoffaufnahme erreichen.
Wenn von langen Weltraum-Missionen die Rede ist, geht es nicht um völlig hypothetische Reisen in ein anderes Sternsystem. Bereits unser nächster Nachbar, das System aus dem Doppelstern Alpha Centauri und dem Roten Zwerg Proxima Centauri, ist mehr als vier Lichtjahre entfernt. Eine Reise dorthin würde mit der derzeit verfügbaren Technologie zehntausende von Jahren dauern. Zum Vergleich: Der einzige Himmelskörper, auf den bisher ein Mensch seinen Fuss setzen konnte, ist der Mond. Und der ist nur gerade 1,5 Lichtsekunden entfernt.
Sehr wohl in Reichweite ist hingegen unser Nachbarplanet Mars. Eine vollständige Mission zum Roten Planeten – von der Nasa frühestens für das Jahr 2040 geplant – würde aber immer noch 450 Tage dauern. Bei Reisen dieser Dauer ist es besonders wichtig, Ressourcen sparsam einzusetzen. Im Hinblick darauf wäre eine reine Frauen-Crew am besten – und zwar vorzugsweise eine, die aus eher kleinen Frauen besteht. (dhr)
Im Mündungsbereich des Flusses Severn in Grossbritannien sind Überreste eines gewaltigen Meeresreptils gefunden worden. Der Ichthyosaurier war womöglich mehr als 25 Meter, wie ein Forschungsteam im Fachjournal «Plos One» berichtet.