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Jährlich werden weltweit 80 Milliarden Kleidungsstücke produziert. Die ökologische und soziale Belastung durch ihre Herstellung ist weitaus grösser, als wir uns vorstellen (Quelle).
Die folgende Zahl zeigt uns den Verbrauch von Ressourcen für die Herstellung eines einzigen T-Shirts.
In der Schweiz werden jährlich mehr als 100’000 Tonnen neue Kleidung verkauft (Quelle), während gleichzeitig 57’000 Tonnen gebrauchte Textilien von Organisationen der Textilrecyclingindustrie gesammelt werden. Darüber hinaus ist ein grosser Teil dieser Kleidungsstücke in tadellosem Zustand. Im Durchschnitt werden pro Person rund 11 Kilo Textilien weggeworfen (Quelle: BAFU).
Um diese Verschwendung zu vermeiden, hier ein paar Tipps, die auf dem R-Prinzip basieren.
Umdenken & Ablehnen
Einkaufsbummels, eine andere Aktivität wählen: einen Waldspaziergang, ein Museumsbesuch, ein Film im Kino ansehen oder einfach einen Drink mit Freunden; es wird genauso viel Spass machen, wenn nicht sogar mehr.
Stellt euch kurz vor dem Kauf im Geschäft (auch online) die folgenden Fragen:
- Brauche ich dieses Kleidungsstück wirklich?
- Werde ich es gerne tragen?
- Bin ich von diesem Kauf überzeugt? Vielleicht kaufe ich es vielmehr, weil es 50% Rabatt gibt…
Wenn die Antwort auf eine oder mehrere dieser Fragen nein lautet, dann hört auf, euer Geld zu verschwenden und verlasst den Laden (oder die Website). Ihr könnt jederzeit wiederkommen, wenn ihr eure Meinung ändert.
Reduzieren
Durchschnittlich 30 % der Kleidung, die wir besitzen, wird nicht getragen und liegt ungebraucht in unseren Kleiderschränken. Ist es wirklich sinnvoll, 20 Paar Hosen, 30 T-Shirts und 15 Paar Schuhe zu besitzen? Die Antwort ist wahrscheinlich nein.
Sortiert eure Kleidung durch und nehmt heraus, was ihr nicht mehr tragt. Ihr könnt diese Kleider sozialen Institutionen spenden (z.B. Caritas verteilt sie an benachteiligte Menschen in der Schweiz). Modische Kleidung von guter Qualität ermöglicht es euch sogar, etwas Geld zu verdienen. Ersetzt die weggegebene Kleidung nicht durch neue Ware. Ein Schrank mit weniger Teilen und nur mit Kleiderstücken, die euch gefallen, ist angenehmer und spart Zeit.
Wiederverwenden und teilen
Adressen von Buchläden, Second-Hand-Läden, Läden mit Depotverkauf, Kleinanzeigen oder Auktionswebseiten, lokale Gruppen in sozialen Netzwerken usw. Es gibt viele Orte für den Kauf von gebrauchter Kleidung und ihr findet sie auf unserer Karte der guten Adressen.
Aufgrund des Phänomens “Fast Fashion” gibt es derzeit eine solche Überfülle an Kleidung, dass es ein wenig Zeit braucht, um die richtigen Geschäfte zu finden. Mit ein wenig Erfahrung, findet ihr qualitativ hochwertige und interessante Stücke. Die gute Nachricht ist jedoch, dass die Preise unschlagbar sind, so dass ihr eine Menge Geld spart und gleichzeitig die Umweltbelastung reduzieren könnt. Darüber hinaus unterstützt ihr damit oft die Schaffung lokaler Arbeitsplätze.
Reparieren
Ihre Kleidung mit Löchern, zu gross oder unmodern, verdient eine zweite Chance! Vor allem, wenn sie euch wirklich gefällt oder der Stoff interessant ist. Eine Nähmaschine ist in diesen Fällen euer bester Freund (es ist nicht nötig, eine zu kaufen, für den gelegentlichen Gebrauch, kann diese auch geliehen werden). Das Internet ist voll von Tutorials, um altmodische oder zu grosse Stücke in Einzelstücke zu verwandeln (Upcycling). Alle Arten von Reparaturen oder Änderungen werden auch von professionellen Nähwerkstätten angeboten.
Recyceln
Auch gebrauchte Kleidung kann in den dafür vorgesehenen Behältern deponiert werden. Mehrere Organisationen verwalten ihre Verwertung und den Export in der Schweiz. Davon hängt der Anteil dessen ab, was in der Schweiz zurückgewonnen oder exportiert wird. Hier sind einige Beispiele:
- Textura sammelt 1’800 Tonnen in fast 300 Behältern im Kanton Waadt und gibt den Artikeln vor Ort ein zweites Leben, indem sie sie in Ateapic-Läden weiterverkaufen. Dies gilt auch für die Container des Freiburger Roten Kreuzes, die vor Ort, insbesondere in den Zick-Zack-Boutiquen, aufgewertet werden.
- Tell-Tex verfügt über 3’000 Container in der Schweiz und ein Sortierzentrum in Safenwil. Ein kleiner Teil wird in Zusammenarbeit mit der Schweizer Berghilfe kostenlos an die Bewohner der Bergregionen gespendet, der Grossteil wird jedoch exportiert.
- TEXAID und ihre Tochtergesellschaft Contex ist mit ihren mehr als 6’000 Behältern, 35’000 Tonnen, die in der ganzen Schweiz gesammelt werden, und ihren Sortieranlagen – davon 1 in der Schweiz und 5 im Ausland – der grösste Akteur. Die Kleidungsstücke werden zum Weiterverkauf ins Ausland exportiert. Laut TEXAID werden etwa 35 % der gesammelten Kleidung als ungeeignet für das Tragen angesehen. Sie werden normalerweise als Lumpen (15%) oder Dämmstoffe (15%) recycelt, während 5% verbrannt werden.
Einige Links
- https://www.fashionrevolution.ch/fakten-uebersicht nackte Fakten und viele weitere Informationen zu Fair Fashion
- « Prêt-à-Jeter », Émission Vacarme de RTS la 1ère sur le gaspillage de vêtements
- Abfallwegweiser: Kleider und Schuhe, Bundesamt für Umwelt (BAFU)
- Die Kehrseite der Bekleidungs- und Schuhindustrie, Untersuchungen von Public Eye
- Walk-in-Closet Kleidertausch in mehreren Städten des Landes
- www.reparaturfuehrer.ch, um ein Nähatelier oder eine Schumachen in eurer Nähe zu finden
- https://www.kleihd.ch/ Kleider ausleihen
- https://fairaendern.ch Upcycling von Kleider, z.B mit ökologischen Botschaften
- Time out for fast fashion
Weitere gute Tipps
- Das Buch Glücklich leben ohne Müll von Bea Johnson
- Das Grosse Magic-Cleaning-Buch von Marie Kondo