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Ehedauer
Bei Ehen, die unter 5 Jahren bestehen, geht die Rechtsprechung von einer geringen Lebensprägung aus. Daher wird meist kein Unterhalt geschuldet. Bei einer kinderlosen Ehe von 5 bis 10 Jahren wird geschaut, ob die Lebensverhältnisse der Ehepartner eine Lebensprägung verursacht haben. Bei einer Ehe ab 10 Jahren wird in den meisten Fällen Unterhalt geschuldet, sofern der Ehepartner nicht erwerbstätig war. Ab einer Ehedauer von 30 Jahren mit mehreren Kindern hat der Ehepartner einen Anspruch auf den gleichen Lebensstandard wie der andere Partner.
Aufgabenteilung während der Ehe
War die Ehefrau nicht erwerbstätig, da sie sich um die Kinder und den Haushalt gekümmert hat, steht ihr unter Berücksichtigung der Ehedauer für eine gewisse Zeit nachehelicher Unterhalt zu. In einigen Fällen zumindest bis sie eine Erwerbstätigkeit aufnehmen kann und bis die Kinder 15/16 Jahre alt sind.
Art und Dauer der Kinderbetreuung
Ist ein Ehepartner weiterhin für die Kinderbetreuung zuständig und war zuvor nicht erwerbstätig, wird Unterhalt geschuldet bis das jüngste Kind 16 Jahre alt ist.
Berufsausbildung und Erfahrung
Bis sich der bedürftige Ehepartner wieder in das Berufsleben integriert hat, steht ihm Unterhalt zu. Abhängig von der Berufsausbildung und der Erfahrung kann dies einige Zeit in Anspruch nehmen. Jedoch ist der Unterhaltsberechtigte angehalten, frühestmöglich den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu gewährleisten. Es besteht somit im Bezug auf den Unterhaltsanspruch kein Recht auf ausgewählte Berufsfelder.
Anwartschaften
Kann ein Ehepartner keine angemessene Altersvorsorge oder Eigenversorgung für das Rentenalter sichern, ist Unterhalt zu leisten. Reicht die Rente, die berufliche Vorsorge und AHV nicht aus, muss weiterhin Unterhalt gezahlt werden.
Gesundheitszustand
Ungeachtet der Ehedauer kann auch ein schlechter Gesundheitszustand einer Erwerbstätigkeit im Wege stehen und eine Unterhaltspflicht auslösen. Allerdings sorgt dies nicht unbedingt für einen zeitlich unbegrenzten Anspruch.