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Die Sonne ist die Quelle allen Lebens auf der Erde, neben dem Wasser. Sie ist ein «Reaktor», der uns unbegrenzt Energie zur Verfügung stellt, wenn wir sie klug nutzen. 1978 ernannte der damalige US-Präsident Jimmy Carter den 3. Mai zum Tag der Sonne. Dieser Aktionstag sollte die amerikanische Bevölkerung auf das riesige Potential der Sonnenenergie aufmerksam machen. Vergeblich. Keine Nation verbraucht mehr fossile Energien pro Kopf wie die USA – nicht erst seit Trump.
Ohne Sonne gibt es kein Leben. Es ist darum kein Wunder, dass alle Kulturen der frühen Menschheit die Sonne in der Figur der Sonnengöttinnen verehrten. Sie waren zuständig für das gesamte Leben auf der Erde – für die Wärme, das Licht und die Fruchtbarkeit. Wenn die Sonne nicht schien – aufgrund von Sonnenfinsternissen oder Vulkanausbrüchen – dann hungerten die Menschen.
Bis ins 16. Jahrhundert glaubten die Menschen, dass sich die Sonne um die Erde als Zentrum der Welt drehe. Niklaus Kopernikus (1493-1543) und Johannes Kepler (1571-1630) vertraten aufgrund von Beobachtungen die These, dass es genau umgekehrt sei: die Erde drehe sich um die Sonne. Erst Maria Cunitz (1610-1664), die damals bedeutendste Mathematikerin und Astronomin, bewies in ihrem 1650 erschienenen Werk «Urania propitia» diese These und hat sie zu einer fundierten Abhandlung über die Astronomie erweitert. Dafür ist sie in die Wissenschaftsgeschichte eingegangen, doch heute ist sie fast vergessen, wie so viele Frauen. Für die damals alles dominierende Katholische Kirche waren dies verbotene, ketzerische Gedanken. Dennoch, die Idee, man könne die Welt besser verstehen mit der Beobachtung der Natur als mit dem Lesen der Bibel, setzte sich endgültig durch.
Die Wissenschaft rechnet damit, dass die Sonne noch etwa 5 Milliarden Jahre scheinen wird. Ob weiterhin als Lebensquell oder als Zerstörungskraft, liegt nicht bei den Sonnengöttinnen, sondern daran, ob wir Menschen lernen, mit und nicht gegen die Natur zu leben.