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Die Forschergruppe der Universität Michigan konnte zeigen, dass die Fähigkeit, seine Aufmerksamkeit zu steuern, besonders in natürlichen Umgebungen erholt werden kann und dies zu einer Leistungssteigerung führt. In einem Experiment wurde verglichen, wie gut die Teilnehmenden in komplizierten Aufgaben abschneiden, nachdem sie entweder in der Natur oder in der Stadt spazieren gegangen sind. Der Ablauf des Experiments war wie folgt: Zunächst lösten die Teilnehmenden einige anstrengende Aufgaben. In einer dieser Aufgaben wurden den Teilnehmenden beispielsweise bis zu neun Zahlen genannt die sie sich merken und anschliessend in umgekehrter Reihenfolge wiedergeben sollten. Danach wurde die Hälfte der Teilnehmenden gebeten, für eine knappe Stunde in einem Park spazieren zu gehen und die andere Hälfte der Teilnehmer einer Innenstadt. Nach der Rückkehr lösten die Teilnehmenden erneut die Aufgaben. Die Wissenschaftler verglichen dann, ob sich ihre Leistung in den Aufgaben gegenüber der Leistung vor dem Spaziergang verändert hat und ob der Stadt- und der Landspaziergang sich voneinander unterschieden.
Tatsächlich zeigte sich, dass sich die Teilnehmenden, die im Park spazieren gegangen waren, nach dem Spaziergang nennenswert in der Aufgabe verbessert haben, nicht jedoch diejenigen, die in der Stadt spazieren waren. Durch den Kontakt mit der Natur hat sich also die geistige Leistungsfähigkeit verbessert. Die Forschergruppe der Universität Michigan argumentiert, dass die Dinge, die wir in natürlichen Umgebungen wahrnehmen, faszinierend und stimulierend wirken, jedoch weniger «gesteuerte» Aufmerksamkeitsprozesse beanspruchen. So können sich die «Steuerungsmechanismen» erholen und wir können sie im Alltag wieder voll einsetzten zum Beispiel bei der Steuererklärung, im Strassenverkehr, beim Lesen, oder dem Lösen des Sudoku-Rätsels in der Tageszeitung.
Quelle: Berman, M., Jonides, J., & Kaplan, S. (2009). The cognitive benefits of interacting with nature. Psychological Science, 19, 1207–1212.