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Wie häufig gibt es einen Zyklon in Madagaskar?
Frage:
Ich lese von den Zerstörungen in Madagaskar vom Zyklon Chedza im Januar 2015. Gibt es in Madagaskar auch im September Zyklon-Gefahr?
Antwort:
Madagaskar im Indischen Ozean unterliegt den Winden sowie den Witterungen des Monsuns, der von Mitte November bis Mitte März die Regenzeit bringt. Mit der Regenzeit fallen immer auch wieder Zyklone über die Insel her. Ein Zyklon – in anderen Weltengegenden Taifun oder Hurrikan genannt – ist ein Wirbelwind, der Regen bringt. Diese Wirbelwinde bauen sich zu richtigen Schleudermaschinen auf, die sich dann über hunderte von Kilometern über Wasser und Land bewegen. Ihre Winde drehen sich im Kreis um das Auge, das mehrere dutzend Kilometer Durchmesser haben kann. Die Winde können dreihundert Kilometer schnell sein und die Regenmassen ganze Landstriche unter Wasser begraben.
In Madagaskar gelten laut Statistik die Monate Januar bis März als zyklongefährdet. Selten entwickelt sich ein Zyklon vor Jahresende und ab April sind Zyklone ebenso selten. Von Mai bis Oktober gibt es keine Zyklongefahr.
In Madagaskar trifft die Mehrheit der Zyklone aus dem Osten auf Land in der Region zwischen Tamatave sowie Masoala. Meist drehen die Zyklone bei Landkontakt wieder ab und erlöschen im Indischen Ozean ohne Zerstörungen zu hinterlassen. Alle paar Jahre aber richtet ein gewalttätiger Zyklon erheblichen Schaden an. Heutzutage werden die Zyklone per Satelliten beobachtet und wenn der Verlauf noch immer sehr schwierig ist vorauszusagen, so gehen doch Warnungen bereits Tage vor dem Eintreffen des Zyklons an die Bevölkerung. Trotzdem sterben bei jedem grösseren Zyklon immer auch Menschen. Meist nicht durch die Winde selber, sondern sie werden durch herabfallende Objekte (Dachziegel, Bäume) erschlagen oder sie ertrinken in den Wassermassen. Oft auch gibt es Tote durch die Folgeerscheinungen der Wassermassen: einbrechende Dämme, einstürzende Brücken. Die Gefahr von Seuchen nach Zyklonen ist gross und oft mangelt es an Nahrungsmitteln.
Ein typischer Vorbeimarsch eines Zyklons ist beeindruckend. Erst ist der Himmel tagelang bewölkt, grau und regnerisch. Dann beginnen die Windböen und ganz fürchterliche Regenmassen fliegen fast waagrecht durch die Luft. Die Sichtweite beträgt nur wenige Meter. Es ist unheimlich. Nach ein paar Stunden wird es ruhig, die Sonne scheint und der Regen hat urplötzlich nachgelassen. Dies ist das Auge des Zyklons. Die Marschgeschwindigkeit des Zyklons ist oft langsam. Manchmal nur 20 km pro Stunde. Aber nach einer Stunde oder wenig mehr beginnt das Rauschen der Winde und der waagrechte Wasserfall ganz plötzlich erneut. Es erscheint mehr und stärker zu sein. Hier fühlt man sich dem Weltuntergang sehr nahe. Das geht dann noch ein paar Stunden so bis man allmählich fühlt, dass Wind und Regen sich entfernen. Aufatmen. Schäden besichtigen. Neu beginnen.