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Bastos ist zusammen mit seinem langjährigen Geschäftspartner und Sohn des ehemaligen Staatspräsidenten, José Filomeno dos Santos, festgenommen worden. Auch der "Tagesanzeiger" hat am Dienstag darüber berichtet.
Bastos soll unrechtmässig eine halbe Milliarde US-Dollar aus Angolas Staatskasse abgezogen haben, lautet der Vorwurf. Via seine Firmengruppe Quantum Global mit Sitz in Zug verwaltete Bastos den fünf Milliarden US-Dollar schweren Staatsfonds, bevor er nach einem Machtwechsel Anfang Jahr abgesetzt wurde.
Dokumente aus dem Datenleck Paradise Papers hatten im November aufgezeigt, wie Bastos persönlich vom Mandat profitierte. Einerseits erhielt Bastos riesige Verwaltungsgebühren, anderseits leitete er hohe Beträge aus dem Staatsfonds in eigene Projekte, darunter einen Hafenbau, in dem zeitweise SBB-Präsidentin Monika Ribar mittat.
Vorwurf der Geldwäscherei
Die angolanische Staatsanwaltschaft wirft Bastos und seinem Geschäftspartner diverse Delikte vor, darunter Geldwäscherei, Korruption, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Veruntreuung. Sie hätten genügend Indizien gesammelt, die zeigten, dass die beiden diese Delikte begangen hätten.
Auch die Bundesanwaltschaft untersucht den Fall Bastos. Wegen Verdachts auf Geldwäscherei ist bereits Ende April 2018 ein Strafverfahren gegen unbekannte Täterschaft eröffnet worden. Es gehe darin um mögliche Straftaten gegen das Vermögen der angolanischen Nationalbank und des angolanischen Staatsfonds.
Zudem führt die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) laut der "Handelszeitung". eine Untersuchung gegen die Steuervertreterin von Jean-Claude Bastos durch. Es gehe um vorenthaltene Informationen und möglicherweise Beihilfe zur Steuerhinterziehung.
Wie der Zeitung vorliegende Gerichtsdokumente offenbar zeigen, wirft die ESTV der Steuervertreterin von Jean-Claude Bastos vor, "in den Perioden 2011 bis 2015 den Steuerbehörden Informationen vorenthalten zu haben, wodurch diese die zu tiefe Deklaration nicht erkannten und das Einkommen unvollständig besteuerten".
Offenbar persönliche Bereicherung
Ex-Präsident José Eduardo dos Santos hatte das ölreiche Land bis Ende 2017 fast vier Jahrzehnte lang mit harter Hand regiert. Seine Familie soll sich in der Zeit in grossem Stil bereichert haben, während die Mehrheit der Menschen dort in Armut lebt.
Die Tochter des Ex-Präsidenten, Isabel dos Santos (44), gilt als die reichste Frau Afrikas. Der neue Präsident, Joao Lourenço, hat begonnen, gegen die Auswüchse unter der Herrschaft seines Parteifreundes und früheren Mentors vorzugehen.
jb
(AWP)