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Fahrende
Die Verantwortlichen des „Hilfswerks für die Kinder der Landstrasse“ entrissen zwischen 1926 und 1973 rund 600 Kinder ihren Familien. Dabei handelt es sich um Kinder von Fahrenden, insbesondere von Jenischen. Das Ziel des „Hilfswerks“, das innerhalb der Stiftung Pro Juventute gegründet wurde, war letztlich die Zerstörung der Lebensform der Fahrenden. Die Kinder dieser Bevölkerungsgruppe sollten zu „sesshaften“ und „brauchbaren“ Menschen erzogen werden. Aufgrund dieser fürsorgerischen Zwangsmassnahmen kam enormes Leid über Hunderte von Menschen. Die entrissenen Kinder wurden meist in Heimen und Anstalten fremdplatziert, wo sie oft schwere Demütigungen und Misshandlungen erlebten. Die Wiedergutmachungsinitiative schliesst diejenigen Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen mit ein, die Ende der 1980er und anfangs der 1990er Jahre keine angemessene Wiedergutmachung der Stiftung zur Wiedergutmachung für die „Kinder der Landstrasse“ erhalten haben.
Grossried, Beat (2012): „Das war haarsträubend“ (Beobachter 10/2012).