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Ist Pasta jetzt passé?
Wer ein bestimmtes HLA trägt, besitzt ein erhöhtes Zöliakie-Risiko. Ob die Menge an Gluten und der Zeitpunkt des Konsums zum Ausbruch beitragen, haben Dr. Carin Andrén Aronsson, Department of Clinical Sciences, Lund University, Malmö, und Kollegen von sechs Zentren weltweit untersucht.1
Von 6605 genetisch prädisponierten Kindern entwickelten 18 % eine Zöliakie-Autoimmunität (Gewebe-Transglutaminase-Autoantikörper in zwei aufeinanderfolgenden Serumproben).
7 % litten im 15-jährigen Beobachtungszeitraum unter Zöliakie, die mittels Darmbiopsie oder durch anhaltend hohe Level des Autoantikörpers festgestellt worden war. Die Eltern der Kinder notierten deren Essgewohnheiten drei Tage lang, als diese sechs, neun und zwölf Monate alt waren und dann halbjährlich bis zum fünften Lebensjahr.
Wer mit zwei Jahren täglich 1 g mehr Gluten als der Durchschnitt ass, bei dem kletterte als Dreijähriger die Differenz des absoluten Risikos um 6 bzw. 7 %. Die Menge entspricht zum Beispiel 75 g Pasta.
Zwei pädiatrische Gastroenterologen aus den USA warnen davor, voreilig die Ernährung von prädisponierten Kindern umzustellen.2 Heterogene Ergebnisse früherer Studien würden die aktuellen Daten nicht untermauern. Vielmehr trete Zöliakie in Skandinavien, wo ein Teil der Daten herkommt, grundsätzlich häufiger auf.
In Finnland liegt die Prävalenz zwischen 1 und 2,5 % und in Italien – wo ständig Pasta und Weizenbrot auf dem Teller landen – nur bei 0,7–1,1 %. Die Forscher vermuten, dass noch andere Faktoren wie Vitamin D, Erreger und das Mikrobiom eine Rolle spielen.
Referenzen:
- Andrén Aronsson C et al. JAMA 2019; 322: 514–523.
- Leonard MM, Fasano A. A.a.O.: 510–511.