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Gesundheitsfachpersonen sind verpflichtet, in der aktuellen Situation auf nicht dringend angezeigte medizinische Untersuchungen, Behandlungen und Therapien zu verzichten. Sie dürfen zwar den Betrieb ihrer Einrichtungen weiterführen (Art. 6 Abs. 3 lit. m COVID-19 Verordnung 2 [SR 818.101.24]). Allerdings dürfen nur chirurgische Eingriffe und Behandlungen vorgenommen werden, die aus medizinscher Sicht dringend (im Sinne von lebenswichtig) sind (Art. 10a Abs. 2 COVID-19 Verordnung 2).
Namentlich nicht dringend sind Eingriffe, die zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden können, ohne dass bei der betroffenen Person über geringe physische und psychische Beschwerden und Beeinträchtigungen hinausgehende Nachteile zu erwarten sind. Eingriffe, die überwiegend oder vollständig ästhetischen Zwecken, der Steigerung der Leistungsfähigkeit oder dem Wohlbefinden dienen, sind als nicht dringend einzustufen.
Gemäss den Erläuterungen sind unter anderem Eingriffe zulässig, die bei einer Unterlassung:
- zu einer Verkürzung der Lebenserwartung,
- zu einer bleibenden Schädigung,
- zu einem erheblichen Risiko für eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes,
- zu einer notfallmässigen Hospitalisation führen oder
- die Lebensqualität in ausserordentlich starker Weise verschlechtern.
Für solche dringende medizinische Eingriffe können Einrichtungen / Praxen von Berufsgruppen mit einer Berufsausübungsbewilligung geöffnet bleiben. Zulieferbetriebe für Einrichtungen des Gesundheitswesens (etwa Wäschereien, IT- oder Reinigungsunternehmen) sind keine öffentlich zugänglichen Betriebe, weshalb sie vom Verbot nicht betroffen sind und ihre Dienstleistung weiterhin erbringen dürfen.
Die Empfehlungen des BAG betreffend Hygiene und social distancing sowie die Vorschriften in der COVID-19 Verordnung 2 sind in jedem Fall einzuhalten. Unnötige Kontakte sind zu vermeiden. Insbesondere ist die Anzahl der anwesenden Personen zu limitieren.
Der Bund hat zudem spezifische Empfehlungen für Gesundheitsfachpersonen erlassen (Umgang mit Schutzmaterial, besonders gefährdeten Mitarbeitenden etc.).
Wir empfehlen explizit, falls möglich, auf telemedizinische Beratung umzustellen.