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Programme in der frühkindlichen Entwicklung variieren stark in Qualität und Koordination. Speziell für Kinder unter 3 Jahren ist der Zugang zu diesen Programmen mangelhaft und ungleich. Programme von schlechter Qualität können sogar negative Auswirkungen auf die frühkindliche Entwicklung haben. Im Artikel von The Lancet fordern die Autoren deshalb, dass verstärkt globale Anstrengungen unternommen und sektorenübergreifende Massnahmen implementiert werden.
Unter dem Titel "Die frühkindliche Entwicklung wird erwachsen" veröffentlicht The Lancet einen Artikel zur Situation der Frühen Kindheit in Ländern mit tiefen und mittleren Einkommen. Er zeigt neueste Entwicklungen in fünf Bereichen auf und stellt Forderungen an das globale Engagement.
1. Kinder die Gefahr laufen, ihr Entwicklungspotenzial nicht zu erreichen
Zwischen 2004 und 2010 ist die geschätzte Anzahl Kinder in Ländern mit tiefen und mittleren Einkommen unter 5 Jahren, die Unterernährung oder extremer Armut ausgesetzt sind, von rund 280 auf 250 Millionen Kinder gesunken. Dies entspricht 43% aller Kinder unter 5 Jahren in Ländern mit tiefen und mittleren Einkommen, 2004 waren es noch 51%. Unterernährung und extreme Armut sind Indikatoren dafür, dass Kinder ihr Entwicklungspotenzial in intellektueller, gesundheitlicher, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht nicht erreichen können.
2. Konzeptioneller Rahmen für frühkindliche Entwicklung
Für eine gute frühkindliche Entwicklung braucht es fürsorgliche Pflege. Dazu gehören:
- Gesundheit (Prävention und Behandlung von Krankheiten, Impfungen, Wasser, Sanitäranlagen, Hygiene)
- Ernährung (Stillen, Makro- und Mikronährstoffe, Nahrungsmittelvielfalt)
- Sicherheit (Vermeidung von Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch, Frühe Intervention bei gefährdeten Kindern, z.B. durch Behinderung, Unterernährung, Waisenkinder)
- Reaktionsfähige Betreuung (Unterstützung der emotionalen Entwicklung, Programme für Eltern, Kontinuität bei den Betreuungspersonen)
- Frühe Bildung (Qualitative Kinderbetreuung und Vorschulangebote, Zugang zu Büchern und Spielzeug).
3. Globaler Einsatz für frühkindliche Entwicklung
Seit dem Jahr 2000 hat es in der Forschung zu frühkindlicher Entwicklung, in Programmen und nationalen Politiken grosse Fortschritte in Ländern mit tiefen und mittleren Einkommen gegeben. Die Angebote sind aber weiterhin von unterschiedlicher Qualität und der Zugang bleibt vor allem für Kinder unter 3 Jahren unkoordiniert und ungleich. Die Formulierung, Implementierung und Umsetzung internationaler Richtlinien ist deshalb von grosser Bedeutung für die frühkindliche Entwicklung weltweit.
4. Zugang zu Aktivitäten und Programmen zur Förderung frühkindlicher Entwicklung
Aktivitäten, welche die frühkindliche Entwicklung fördern, müssen nicht kostspielig sein und können zu Hause durchgeführt werden. Dazu gehören Geschichtenerzählen, Singen und das Spielen mit Haushaltsobjekten. Die ausserfamiliäre Kinderbetreuung hat ebenfalls positive Effekte auf die frühkindliche Entwicklung, allerdings nur, wenn die Qualität dieser Programme hoch ist. Programme von geringer Qualität können sogar negative Wirkungen auf die Entwicklung des Kindes haben. Wichtig für die Qualität sind die vorhandene Infrastruktur, die Ausbildung der Betreuungspersonen, das Verhältnis der Anzahl Betreuenden und Kindern sowie Interaktionen zwischen Betreuenden und Kindern und Gelegenheiten zum Spielen und Entdecken.
5. Branchenübergreifende Koordination in der frühkindlichen Entwicklung
Ein sektorübergreifender Ansatz in der frühkindlichen Betreuung sollte folgende Komponenten umfassen: Gesundheit und Ernährung, Sicherheit, fürsorgliche Pflege und frühe Bildung. Auch wichtig sind ein förderliches Umfeld der Betreuungspersonen, Familien und der Gemeinschaft sowie der soziale, ökonomische, politische, klimatische und kulturelle Kontext, in dem ein Kind aufwächst. Zwischen diesen Sektoren sollten Synergien genutzt und gemeinsame Botschaften vermittelt werden.
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