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Der Premierminister des Landes, Philip Davis, ehrte den Schauspieler in einer Ansprache. Sein Licht werde für viele Generationen weiterleuchten, sagte Davis. Seine Familie sprach in der Nacht zum Samstag von einem schweren Verlust und tiefer Trauer. «Wir sind so dankbar, dass er seinen letzten Tag im Kreis von Familie und Freunden verbringen konnte», zitierte die Zeitschrift «People» aus der Mitteilung. Er sei nicht nur ein brillanter Schauspieler und Aktivist gewesen, sondern auch ein liebevoller Ehemann und Vater, der seine Familie immer voranstellte. Der Vater von sechs Töchtern war in zweiter Ehe mehr als 45 Jahre mit der kanadischen Schauspielerin Joanna Shimkus (78) verheiratet.
Viel Beileid von berühmten Kollegen
«Sidney war meine Inspiration, mein Vorbild, mein Freund», schrieb Oscar-Preisträger Morgan Freeman (84) auf Twitter. Denzel Washington (67) würdigte Poitier laut «People.com» als «sanftmütigen Mann», der Türen, die für Schwarze lange geschlossen waren, öffnete. Halle Berry, die 2002 mit ihrer Rolle in dem Drama «Monster's Ball» als erste schwarze Hauptdarstellerin einen Oscar holte, pries Poitier auf Instagram als «ikonischen Vorreiter».
Als Wegbereiter für Schwarze schrieb Poitier Hollywood-Geschichte: Er nahm 1964 als erster Schwarzer den Oscar als bester Hauptdarsteller für «Lilien auf dem Felde» entgegen. Der damals 37-Jährige überzeugte die Akademie mit der Darstellung eines schwarzen Arbeiters auf der Farm weisser Nonnen. Vor ihm hatte nur Hattie McDaniel 1940 für ihre Nebenrolle als Haushälterin im Melodrama «Vom Winde verweht» als Schwarze einen Oscar gewonnen.
Ein Ausnahmetalent
Der in ärmsten Verhältnissen auf den Bahamas aufgewachsene Bauernsohn wurde 1974 von der britischen Queen zum Ritter geschlagen. 2002 erhielt er einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. Der damalige US-Präsident Barack Obama verlieh ihm 2009 die «Presidential Medal of Freedom», die höchste zivile Auszeichnung der USA. Poitier habe mit seinem einzigartigen Talent «Würde und Anstand» verkörpert, schrieb Obama am Freitag auf Twitter.
«Sidney war mehr als nur einer der besten Schauspieler in unserer Geschichte», teilte US-Präsident Joe Biden mit. «Er ebnete einen Weg für unsere Nation und hinterliess ein Vermächtnis, das heute jeden Teil unserer Gesellschaft berührt.» Poitier habe dazu beigetragen, «die Herzen von Millionen zu öffnen und das Selbstverständnis der Amerikaner zu verändern».