Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03583.jsonl.gz/2535

Ich denke, dass jeder Mensch in irgend einer Hinsicht einen Anreiz oder eine Art Initialzündung braucht, um in einem Gebiet Feuer und Leidenschaft zu entfachen. Meine Leidenschaft zum Laufen habe ich schon früh entdeckt. Wissen tue ich es nicht mit Bestimmtheit, doch die Vermutung besteht, dass mich ohne meine beiden älteren Brüder nicht der gleich grosse Ehrgeiz gepackt hätte, schnell laufen zu wollen. Als Schwester von zwei (sieben und neun Jahre) älteren Brüdern hinkt man bei vielem hinterher. Ich war schon immer ein bewegungsfreudiger Mensch und hatte das Glück, in einer sportlichen Familie aufzuwachsen. Ich war stets für vieles begeisterungsfähig, solange es mit Bewegung in Zusammenhang stand. Als ich meinen Vater und meine beiden Brüder an den Wochenenden jeweils auf die Finnenbahn begleitete und einzelne Runden mit ihnen absolvierte, hatte ich das Gefühl, dass ich mit dem Laufen etwas gefunden habe, das mir leichter fällt als anderen. Laufen bedeutete für mich Freiheit, fast so wie fliegen. Ob zur Tramhaltestelle, zur Schule oder auf dem Nachhauseweg, das Rennen fiel mir leichter als das Gehen. So sah man mich fast immer nur rennend. Mein grösster Ansporn war es zu Beginn, in irgend einer Sportart besser zu sein als meine Brüder. Mit dem Laufen schien ich diese gefunden zu haben. Zeitgleich begann ich an Kinderrennen teilzunehmen und qualifizierte mich im Frühling 1994 gleich beim ersten Rennen für einen gesamtschweizerischen Crosslauf-Final (Volksbankgrandprix). Im Hinblick auf diesen Final startete ich zusammen mit meinem Vater ein gezieltes Lauftraining. Im Final wurde ich zwar 'nur' sechste, doch mein Feuer war entfacht - ich wollte mehr. Das Laufen hat mir soviel Spass gemacht, dass ich unbedingt schneller und besser werden wollte. Schon bald merkte ich, dass mir lange Distanzen gut liegen und ich im Vergleich zu Gleichaltrigen kaum Ermüdungserscheinungen hatte. So begann ich im Alter von 10 Jahren an Volksläufen teilzunehmen. Bald stand ich dort oben auf dem Treppchen, was mich für das weitere Training motivierte.
Im Jahr 2004 erlebte ich einen meiner Höhepunkte mit meinem ersten Schweizermeistertitel bei den Aktiven, den ich beim Halbmarathon in Lausanne mit einer Zeit (1:16'21 Stunden), die zugleich Schweizerrekord bei den Juniorinnen bedeutete, gewonnen hatte. Im gleichen Jahr lief ich ebenfalls Schweizerrekord bei den Juniorinnen über 10'000 Meter (34'09 Minuten), womit ich auch die europäische Jahresbestzeit für Juniorinnen aufstellte. Belohnt wurden diese Erfolge mit der Ehre zur Basler Sportlerin des Jahres 2004. Danach wurde ich immer wieder von Verletzungen heimgesucht. Aufstehen und weitermachen stand für mich jeweils ausser Diskussion, selbst wenn es lange Durststrecken gab. Die Leidenschaft und Freude am Laufen überwogen stets die negativen Seiten einer Leistungssportlerin.
Nach der Matur habe ich drei Jahre lang Profisport betrieben. Aus Verletzungsgründen und wegen der fehlenden Leistungsentwicklung begann ich im Jahr 2008 ein Jurastudium an der Universität Basel, welches ich Ende 2012 mit dem Master in Law (MLaw) abschloss. Nach diversen praktischen Berufserfahrungen in verschiedenen Rechtsgebieten erlangte ich im Frühjahr 2017 das Anwaltspatent im Kanton Basel-Stadt.
Im Mai 2018 begann ich meine selbständige Tätigkeit als Anwältin in der Kanzlei Schmid Herrmann Rechtsanwälte. Hier spezialisiere ich mich auf die Rechtsgebiete Haftpflichtrecht, Sozial- und Privatversicherungsrecht sowie die Patientenrechte.
Das Laufen hat trotz der beruflichen Belastung nach wie vor einen hohen Stellenwert. Tägliches Training versuche ich stets in meinen Arbeitsalltag zu integrieren, was mir auch hilft, körperlich und mental ausgeglichener zu sein.
Mein Vater war seit jeher mein Trainer und Manager und betreut mich heute noch bei Wettkämpfen. Gegenseitiges Vertrauen und Respekt waren die Grundlage für diese lange Zusammenarbeit. Ohne sein Engagement hätte ich meinen geliebten Laufsport nicht in diesem Aussmass ausleben können, weshalb ich ihm sehr dankbar bin. Heute bin ich mein eigener Trainer, passe mein Training der beruflichen Auslastung an und höre stark auf mein Körpergefühl.
Geburtsdatum: 5. Juli 1985
Grösse: 1,63 m
Gewicht: 50 kg
Wohnort: Riehen
Disziplin: 3'000 m, 5'000 m, 10'000 m und Halbmarathon
Verein: LC Basel
Trainer: Mein Vater, Theo Büttel
Ruhepuls: 36
Beruf: Selbständige Rechtsanwältin
Tätigkeitsgebiete: Haftpflichtrecht, Sozial- und Privatversicherungsrecht sowie Patientenrecht
Hobbys: Tennis, Schwimmen, Kochen/Backen, Freundeskreis pflegen, Handorgel
Geschwister: Leonard und Adrian