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Von Weihbischof Athanasius Schneider – Aus aktuellem Anlass veröffentlichen wir im Folgenden Auszüge aus einem Interview, das Weihbischof Schneider dem englischsprachigen
Nachrichtenportal „Rorate Caeli“ gegeben und unserem Sonntagsblatt nun zur Verfügung gestellt hat.
Eure Exzellenz, Sie selbst haben bereits seit vielen Jahren eine Vorreiterrolle inne, was den Einsatz für die Wiederherstellung der überlieferten Liturgie betrifft. Nun sind Sie, Exzellenz zusammen mit Erzbischof Peta und Erzbischof Lenga mit einer kraftvollen Verteidigung der Ehe als Antwort auf Amoris Laetitia an die Öffentlichkeit gegangen. Warum haben Sie drei beschlossen, dass eine Antwort jetzt an der Zeit sei?
Weihbischof Schneider:
Nach der Veröffentlichung von Amoris Laetitia haben mehrere Bischöfe und Bischofskonferenzen begonnen, pastorale Leitlinien für die sogenannten „wiederverheirateten Geschiedenen“ herauszugegeben.
Dazu muss man sagen, dass es für einen Katholiken keine Scheidung gibt, da ein sakramentales Eheband einer gültig geschlossenen und vollzogenen Ehe absolut unauflöslich ist. Sogar das Band der Naturehe ist an sich ebenso unauflöslich. Außerdem gibt es für einen Katholiken nur eine einzige gültige Ehe, solange nämlich sein rechtmäβiger Ehepartner noch am Leben ist. Deshalb darf man in diesem Fall [der „wiederverheirateten Geschiedenen“] nicht von einer Wiederverheiratung sprechen.
Der Ausdruck “geschieden und wiederverheiratet” ist folglich eine Täuschung und Irreführung. Da dieser Ausdruck allgemein bekannt ist, benutzen wir ihn nur mit Anführungszeichen und stellen ein “sogenannt” voraus.
Die erwähnten pastoralen Leitlinien bzgl. der sogenannten “wiederverheirateten Geschiedenen” – Normen, die mit einer an Sophismus grenzenden Rhetorik maskiert sind – sehen letztendlich die Zulassung der “wiederverheirateten Geschiedenen” zur heiligen Kommunion vor, ohne dass diese die unabdingbare und von Gott gegebene Bedingung erfüllen müssen, die Heiligkeit ihrer Ehe nicht durch eine dauerhafte sexuelle Beziehung mit einer Person, die nicht ihr legitimer Ehepartner ist, zu verletzen.
Ein gewisser Höhepunkt wurde in diesem Prozess der indirekten Anerkennung der Scheidung im Leben der Kirche erreicht, nachdem Papst Franziskus veranlasste, seinen Brief der Zustimmung zur Pastoraldirektive der Bischöfe aus der Region Buenos Aires in den Acta Apostolicae Sedis zu veröffentlichen…