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Ab 2025 sollen die ersten neuen Kampfjets in den Schweizer Himmel aufsteigen. Damit die F/A-18 lange genug in der Luft bleiben können, müssen sie für rund eine halbe Milliarde Franken nachgerüstet werden. Auch die Tiger sollen vorerst weiterfliegen.
Diese Marschrichtung hat Verteidigungsminister Guy Parmelin am Montag bekannt gegeben. Er stützt sich dabei auf einen Zwischenbericht der Expertengruppe, die die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugs vorbereitet.
Die dringendsten Schritte hat Parmelin bereits abgesegnet. Dazu gehört der Kredit für die Projektierung, Erprobung und Beschaffungsvorbereitung (PEB), also das Evaluations- und Auswahlverfahren. Dieser beläuft sich zunächst auf 10 Millionen Franken. Der Antrag des Bundesrats ans Parlament mit dem Rüstungsprogramm 2017 würde den formellen Beginn eines neuen Beschaffungsprojekts markieren.
Der Umfang der Evaluation ist gemäss dem Bericht noch offen. Möglich ist, dass das Verfahren auf jene Flugzeuge beschränkt wird, die schon beim letzten Anlauf im Rennen waren, also Gripen, Eurofighter und Rafale. Damit wäre es möglich, nur die in der Zwischenzeit vorgenommenen Änderungen zu prüfen, wie die Expertengruppe schreibt.
Noch kleiner wäre der Aufwand, wenn nur einer der drei bekannten Typen ins Rennen geschickt würde. Falls die Luftwaffe andere Flugzeuge ins Auge fasst, ist eine umfangreiche Evaluation mit Testflügen in der Schweiz nötig. Zu möglichen Typen oder der Anzahl neuer Kampfjets äussert sich die Expertengruppe in dem Bericht nicht.
Unabhängig vom Umfang der Evaluation sieht der Zeitplan vor, die Typenwahl 2020 zu treffen und dem Parlament 2022 die nötigen Mittel für den Flugzeugkauf zu beantragen. Die neuen Jets sollen zwischen 2025 und 2030 eingeführt werden.
In der Zwischenzeit müssen die F/A-18 den Schweizer Luftraum sichern. Die meisten Maschinen werden im Jahr 2025 mit 5000 Flugstunden das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht haben. Ernsthafte Alterserscheinungen und Belastungsspuren werden die Struktur der Flugzeuge, die Bordelektronik oder die Bewaffnung aufweisen.
Die Expertengruppe schlägt daher vor, die Lebensdauer der verbleibenden 30 F/A-18-Kampfjets auf 6000 Flugstunden zu verlängern. Dafür müssen rund 80 mögliche Schwachstellen an der Struktur der Maschinen untersucht und bei Bedarf verstärkt werden.
Gewisse Komponenten müssen ersetzt oder angepasst werden, darunter die Radarlenkwaffen, das Kommunikationssystem, das Nachtsichtgerät, die Avionik oder das Missionsplanungssystem. Gemäss dem Bericht wird die F/A-18 trotz dieser Massnahmen gegenüber modernen Kampfjets im Luftkampf immer weiter in Nachteil geraten. Für den Luftpolizeidienst eigne sich das Flugzeug aber bis 2030 immer noch sehr gut, heisst es.
Bis dahin soll die F/A-18 endgültig ausser Betrieb genommen werden. Das Kostendach für die Nutzungsdauerverlängerung beträgt 490 Millionen Franken. Den entsprechenden Kredit will Parmelin dem Parlament möglicherweise schon nächstes Jahr vorlegen.
Schliesslich hat der Verteidigungsminister entschieden, einen Teil der Tiger-Flotte weiterfliegen zu lassen. Ursprünglich wollte der Bundesrat die veralteten Kampfjets schon dieses Jahr aus dem Verkehr ziehen. Nach dem Nein zum Gripen leistete das Parlament Widerstand gegen die Ausserdienststellung.
Mit ihrer Ausrüstung und Bewaffnung taugen die Kampfjets nur noch sehr beschränkt für den Luftpolizeidienst. 26 Maschinen sollen daher vorwiegend als «Service-Flugzeuge» verwendet werden, zum Beispiel zur Zieldarstellung, als Aggressor im Luftkampftrainig oder auch für Messflüge. Die Kosten für den Weiterbetrieb schätzt die Expertengruppe auf 30 Millionen Franken.
Den Bedarf nach einem neuen Kampfflugzeug hat die Expertengruppe nicht in Frage gestellt. Drohnen, Helikopter oder Fliegerabwehrraketen sind ihrer Ansicht nach keine Alternativen, weil diese nicht für den Luftpolizeidienst eingesetzt werden können.
Ihren endgültigen Bericht will die Expertengruppe im kommenden Frühling vorlegen. Diese setzt sich zusammen aus Vertretern von Armee, armasuisse und VBS. (gin/sda)