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Kardinal Pell wegen Missbrauch verurteilt
Der australische Kardinal George Pell ist der Vergewaltigung eines Chorknaben und sexueller Belästigung eines weiteren Jungen schuldig gesprochen worden. Wenige Tage nach dem Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan hob Richter Peter Kidd am 26. Februar in Melbourne das totale Berichterstattungsverbot über den Prozess gegen den 77-Jährigen auf und bestätigte das bereits am 11. Dezember 2018 von der Jury einstimmig gefällte Urteil, wie australische Medien berichteten. Das Gericht habe es als erwiesen angesehen, dass Pell vor 22 Jahren als Erzbischof von Melbourne in der Kathedrale der australischen Metropole zwei 13 Jahre alte Jungen zum Oralverkehr gezwungen habe, hiess es in den Medien. In den Monaten danach seien die Jungen mehrfach von Pell sexuell missbraucht worden. Der ehemalige Finanzminister des Vatikans und Vertraute von Papst Franziskus ist weltweit der ranghöchste katholische Würdenträger, der wegen sexuellem Missbrauch angeklagt und verurteilt wurde. Am Tag nach dem unter Ausschluss der Medienöffentlichkeit verkündeten Urteil im Dezember 2018 hatte Papst Franziskus George Pell und zwei weitere Kardinäle aus dem einflussreichen Kardinalsrat für die Kirchenreform entlassen. Am 27. Februar wird das Gericht in Melbourne die Beratungen über die Dauer der Gefängnisstrafe für Pell aufnehmen. Die Entscheidung wird für die kommende Woche erwartet. Die Verteidiger von Pell kündigten Berufung gegen die Verurteilung an. Kardinal Pell hatte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe energisch bestritten. Zu Beginn des Hauptverfahrens im August 2018 hatte Pell auf «nicht schuldig» plädiert. Die Aufhebung des Berichterstattungsverbots wurde laut Medien mit dem Verzicht der Staatsanwaltschaft auf ein zweites Verfahren gegen Pell begründet.
Quelle: kath.ch