Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03147.jsonl.gz/697

Wie entstehen Eisberge?
Die meisten Eisberge im
Nordatlantik stammen aus
Grönland, diejenigen im Südatlantik dagegen aus der
Antarktis. Es gibt 3 Arten wie Eisberge entstehen eine
Art ist, wenn große Stücke eines
Gletschers oder des
Schelfeises abbrechen, eine andere Art wenn sich das
Packeis auftürmt.
Doch die häufigste Art des Entstehens ist wenn
Gletscher in das Meer oder auch einen See "kalben": Ein
Gletscher ist eine Masse aus Eis und Schnee, die sich im
wesentlichen auf dem Land befindet. Durch den hohen
Eigendruck verhält sich das Eis der unteren
Gletscherschichten wie eine plastische Masse und kann "
fließen". Ein Gletscher ist somit in ständiger Bewegung. In der
Arktis, Grönland und anderen polaren Gebieten können
Gletscher so sogar das Meer erreichen und auf dem Wasser
aufschwimmen. Wenn Teile der Gletscherränder abbrechen,
"kalben", und im Wasser schwimmen, nennt man dies Eisberg.
Eisberge können riesige Ausmaße annehmen. So wurde 1987 ein
Eisberg entdeckt, der 153 km lang und 36 km breit war.
Der derzeit größte jemals entstandene Eisberg
B-15, ist im Jahr 2000 vom
Ross-Schelfeis abgebrochen und war 11.655
Quadratkilometer groß (Zur Erinnerung Schweiz 41'293
Quadratkilometer). Es
ragen übrigens nur etwa 1/7 eines Eisberges aus dem Wasser
heraus, der größte Teil befindet sich unter Wasser!
Wie alt werden Eisberge?
Wie alt ein Eisberg wird,
hängt davon ab, wohin er im Wasser getragen wird. Viele
driften hinaus in den offenen Ozean, wo sie unter dem
Einfluss von Wellen und Dünung zerbrechen und schmelzen,
sobald sie in wärmeres Wasser gelangen. Das kann ein paar
Monate, aber auch einige Jahre dauern (Durchschnitt 3 Jahre). Die höchste
"Lebenserwartung" hat ein Eisberg, der noch in polaren
Gewässern auf Grund läuft. Hier kann er weit über 10 Jahre
alt werden. Dies hat man beispielsweise im südlichen Weddellmeer beobachtet. Eine andere Kuriosität stellt ein
Eisberg aus dem Rossmeer dar, der um die gesamte Antarktis
herumgedriftet ist, ohne merklich zu schmelzen. Interessant
ist der Lärm der beim Zerbrechen der Eisberge entsteht. In
einem dichten Eisbergfeld kann so ein permanentes Grollen
entstehen, welches ein Grundstein für viele Eskimo/Inuit
Sagen und Geisterzählungen sein kann.
Warum sind manche
Eisberge blau und manche grün?
Eisberge können
verschiedene Farben annehmen. Viele sind milchig-weiß,
andere blau oder auch grün.
Blaue Eisberge werden vor allem in Grönland beobachtet.
Sie bestehen aus sehr kompaktem Eis ohne
Lufteinschlüsse, in dem das Licht so gebrochen wird,
dass es blau erscheint. Kompaktes Eis kann durch hohen
Druck, z. B. bei großer Auflast, oder durch mehrfaches
Auftauen und Wiedergefrieren entstehen.
Warum manche Eisberge aber grün sind, konnte bisher noch
nicht abschließend geklärt werden. Es wird angenommen,
dass eingeschlossene Partikel die optischen
Eigenschaften des Eises verändern und es so grün
erscheinen lassen. Doch welche Partikel dafür
verantwortlich sind, weiß man nicht. Einige vermuten
gelöste organische Partikel als Ursache, andere wiederum
- wie auch Dr. Gerhard Dieckmann und seine Kollegen aus
der AG Meereis des Alfred-Wegener-Instituts - erklären
die Färbung durch sehr feine Sedimentpartikel.
Wie entsteht ein
Gletscher?
Ein Gletscher entsteht durch die
Ansammlung von
Schnee, der nicht schmilzt, sondern sich immer
weiter ansammelt. Frisch gefallener Neuschnee bildet
eine Schicht aus nur leicht verdichteten
Schneekristallen und mit
Luft gefüllten Hohlräumen. Fällt erneut Schnee, so
legt er sich über diese bereits existierende Schicht und
drückt die mit Luft gefüllten Hohlräume so zusammen,
dass sie kleiner werden. Dieses Eis ist halb
durchsichtig blau oder grün gefärbt. Gletschereis hat
eine
Dichte von bis zu 0,9 g/cm³, während die Dichte von
Pulverschnee nur 0,06 g/cm³ beträgt. Der Luftgehalt von
Pulverschnee beträgt also 90%, der von Gletschereis nur
noch 2%. Der Luftgehalt von Firn bzw. Firneis, die
Zwischenstufen im Entstehungsprozess von Gletschereis,
beträgt 60 respektive 30%. Es tritt daher im Verlauf der
Gletschereisbildung eine sehr starke
Verdichtung auf.
10 % (15.000.000
km²) der Erdoberfläche werden zurzeit von
Gletschereis bedeckt, während der letzten
Eiszeit waren es 32 %. In Gletschern wird 75 % des
Süßwassers gespeichert. Bei einem Abschmelzen des
gesamten Gletschereises würde sich der
Meeresspiegel weltweit um 70 m anheben. Das Eis in
der
Antarktis ist zum Teil über 40 Millionen Jahre alt.
Ohne den schweren Eispanzer würden sich Teile der
Antarktis aufgrund der
Isostasie um bis zu 2.500 Meter anheben. Wird das
Eis durch den Eigendruck stark komprimiert, verkleinern
sich die Lufteinschlüsse in der
Kristallstruktur. Dadurch werden alle Farben
absorbiert, lediglich der blaue Anteil wird
reflektiert: das Eis schimmert bläulich. Das letzte
markante Gletscherwachstum fand während der „kleinen
Eiszeit“ statt und endete vor etwa 150 Jahren.
Seitdem verkleinert sich die Gletschermasse
kontinuierlich, mit einem jedoch stark erhöhten
Abschmelzen in den letzten Jahrzehnten.
Kann man in der Arktis
Schneemänner bauen?
Jein. Man kann es
probieren, aber der Schnee ist sehr trocken und fein, es
reicht meist nicht einmal zu einem Schneeball. Im Sommer
ist der Schnee jedoch manchmal nass und schwer genug.
Dann kann man es versuchen!