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3 beste #Schreibempfehlungen
Meine 3 besten #Schreibempfehlungen für längere Texte zeigen Dir …..
….. wie Deine Texte wieder Wind unter die Flügel kriegen.
• Mit welcher Strategie Du Schreibblockaden begegnest.
• Wie Du einfach den Einstieg in den Schreibprozess findest.
• Und natürlich, wie Du bis zum Ende durchhältst.
1) Meine erste beste #Schreibempfehlung für längere Texte
DON’T BREAK THE CHAIN:
Die Ermahnung «Don’t break the chain» wird dem amerikanischen Comedian Jerry Seinfeld zugeschrieben. Das Prinzip entspricht in etwa dem, was Thomas Mann in seiner Erzählung «Tod in Venedig» mit «motus animi continuus» umschreibt, worin nach Cicero das Wesen der Beredsamkeit besteht, das möglichst nicht unterbrochen werden sollte. Entsprechend heisst es im ersten Kapitel: «Überreizt von der schwierigen und gefährlichen, eben jetzt eine höchste Behutsamkeit, Umsicht, Eindringlichkeit und Genauigkeit des Willens erfordernden Arbeit der Vormittagsstunden, hatte der Schriftsteller dem Fortschwingen des produzierenden Triebwerkes in seinem Innern, jenem ‘motus animi continuus’, worin nach Cicero das Wesen der Beredsamkeit besteht, auch nach der Mittagszeit nicht Einhalt zu bieten vermocht und den entlastenden Schlummer nicht gefunden, der ihm, bei zunehmender Abnutzbarkeit seiner Kräfte, einmal am Tag so nötig war.»
Bei dieser Methode hakst Du auf einem Kalender die Tage ab, an denen Du zum Beispiel an Deiner Masterarbeit geschrieben hast. Im Grunde lässt sich das Prinzip des «Don’t break the chain» auf alle grösseren Projekte anwenden. Ziel und Zweck bestehen darin, eine möglichst lange, ununterbrochene Kette von Tagen zu erzeugen, an denen Du an dem betreffenden Text gearbeitet hast und die auf dem Kalender gut sichtbar durchgekreuzt sind. Dieses Phänomen wird auch als Streak bezeichnet, eine „Schreibsträhne“ also, in der Du ähnlich wie bei einer «Glückssträhne» richtig gut vorwärtskommst.
Angenommen ein Autor oder eine Autorin schreibt während mehr als fünf Jahren jeden Tag 600 Wörter, auch an Sonn- und Feiertagen und bei Krankheit, dann ist es verständlich, dass er oder sie davor zurückschreckt, die Kette oder Strähne plötzlich abreissen zu lassen.
Möglich, dass das Schreiben so sehr zur Routine oder Gewohnheit geworden ist, dass man gar nicht mehr anders kann, als weiterzumachen. Wenn die Kette erst einmal eine gewisse Länge erreicht hat, so die Theorie, haben Schreibängste und –blockaden keine Chance mehr, Dich aus dem Tritt zu bringen.
Die Methode, das Schreiben zur Gewohnheit zu machen, kannst Du natürlich auch etwas flexibler gestalten. Nicht von der Hand zu weisen ist freilich die Tatsache, dass Gewohnheiten eine Haltung verstärken, vermutlich weil das Gehirn einen Zustand kennengelernt hat, der ihm angenehm ist und den es immer wieder herstellen möchte. Man spricht diesbezüglich auch von Körperintelligenz.
2) Meine zweite beste #Schreibempfehlung für längere Texte
MIKROSCHRITTE:
„I love writing. I hate starting to write.” Dean Wesley Smith. So wie Smith, geht es vermutlich vielen anderen ebenfalls. Er empfiehlt, täglich zu schreiben und öffentlich (in einem Blog zum Beispiel) Rechenschaft über die produzierten Wörter abzulegen.
Ich persönlich glaube, dass ausserdem die Macht der Gewohnheit auf seiner Seite steht. Wenn etwas nämlich zur Gewohnheit wird, etwa das tägliche Schreiben, müssen wir uns nicht jedes Mal aufs Neue entscheiden, ob wir es tun wollen oder nicht. Es geschieht automatisch.
Was kannst Du tun, bis so eine Gewohnheit sich ausbildet? In der konkreten Situation, wenn Du weisst, Du musst oder willst eigentlich schreiben, Deine inneren Widerstände jedoch zu gross sind, was machst Du dann?
Statt zu prokrastinieren, nimmst Du Dir etwas vor, das alles andere als einschüchternd wirkt. Die Gliederung Deiner Hausarbeit und vorläufige Überschriften einzugeben oder eine halbe Stunde an Deinem Text zu schreiben. Die Erfahrung zeigt, dass man meistens weitermacht, wenn der erste Widerstand überwunden ist. Und sollte dies doch einmal nicht der Fall sein, hast Du zumindest etwas geschafft, was mehr ist als gar nichts. Doch Du kannst es Dir noch leichter machen! Mit einer Methode, die «Mikroschritte« genannt wird.
Der Autor Richard Ridley, zum Beispiel, nimmt sich vor, ein Wort pro Tag zu schreiben. Natürlich lässt er es nicht damit bewenden. „My goal while writing a book is to write one word a day. Not only have I never come short of my goal, I have far exceeded that one-word-a-day benchmark every single time, occasionally by as much as 6,000 times“, schreibt er. Jedes Mal hat er also sein Soll übererfüllt, und zwar erheblich.
Das erstaunt wohl niemanden. Die Anfangshürde war so lächerlich niedrig, dass sie selbst auf extrem ängstliche Menschen nicht bedrohlich wirken konnte. Falls Du jedoch jemand bist, den selbst ein Ziel von einem Wort pro Tag einschüchtert, dann nimm Dir doch vor, nur die Datei zu öffnen oder Dich ein Mal mehr im Bett zu drehen. Diesen Tipp habe ich im Blog von Franz Grieser entdeckt, der ihn bei Mark Forster gefunden hat. Weniger Einstiegsschwelle geht nicht!
Alle Mini- und Mikroschritte bewirken dasselbe: Sie nehmen unserem Schreiben das Bedeutsame, wir haben nicht mehr das Gefühl, dass ein Fehler, den wir in diesem alles entscheidenden Kapitel machen könnten, über unsere gesamte Zukunft als Autoren bestimmt. Was kann schon passieren? Wir öffnen doch nur die Datei, wir schreiben doch nur ein Wort, wir wollen doch nur spielen.
3) Meine dritte beste #Schreibempfehlung für längere Texte
HÖR AUF, WENN ES AM BESTEN LÄUFT:
Hör auf, wenn es gerade besonders gut läuft. Ernest Hemingway hat seinen Tipp gegen Schreibblockaden so formuliert: «The best way is always to stop when you are going good and when you know what will happen next. If you do that every day … you will never be stuck.»
Du sollst also mit dem Schreiben aufhören (für den Tag), wenn Du weisst, wie es weitergeht. Dann, so der amerikanische Literatur-Nobelpreisträger, steckst Du nämlich nie fest. Klingt irgendwie logisch. Andere wie Marcus Johanus gehen noch einen Schritt weiter und empfehlen, mitten im Satz aufzuhören. Ich selbst benutze diese Methode freilich nie. Ja, sie ist mir irgendwie zuwider. Wenn ich weiss, wie es weitergeht, schreibe ich es auf. Getrieben von der Angst, dass ich sonst diesen brillanten Einfall vergesse. Wenn die Zeit knapp ist, notiere ich mir zur Not Stichwörter.
Weil dies meine Haltung ist, verfasse ich auch selten einen Text nach und nach vom Anfang bis zum Ende. Wenn mir etwas einfällt, ein treffendes Argument zum Beispiel, tippe ich es in den Computer oder schreibe es in ein Notizbuch und dann in den PC, selbst wenn es sich um das Ende einer ausgreifenden Textanalyse handelt.
Normalerweise glauben die Leute, dass ich als sogenannter Freiberufler so viel Zeit beziehungsweise so wenig feste Termine habe, dass ich nicht abbrechen muss, wenn die Ideen sprudeln. Ich gehe häufig um die Mittagszeit ins Fitnessstudio, aber nie zu einem Kurs, da diese zu einer bestimmten Uhrzeit beginnen. Denn dann wäre ich eventuell gezwungen zu stoppen, wenn es gerade gut läuft, nur um pünktlich zu sein. Aber vielleicht ist Hemingways Vorgehensweise etwas für Dich. Viele schwören jedenfalls darauf!
Bild: Nikolai Bogdanov-Belsky (Russian 1868–1945)
Portrait of Maxim Gorky, 1940.