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Museum Tinguely, 23. Oktober 2019 - 26. Januar 2020
Len Lye (1901 – 1980), geboren in Christchurch (NZ), ist einer der wichtigsten Experimentalfilmer der 1930er bis 1950er Jahre, der in seinen späteren Jahren ein faszinierendes, alle künstlerischen Disziplinen umfassendes Werk schuf, das es in weiten Teilen noch zu entdecken gilt. Er entwickelt früh einen autodidaktischen und ausgesprochen individuellen Zugang zur Kunst.
Nach einer Station in Wellington lebt Lye 1923-1926 in Sydney, wo er sich zeichnend mit der Kunst der Völker von Samoa, Neu Guinea, Afrika, der australischen Aborigines und der ihm aus seiner Heimat vertrauten Maori befasst, und dies in Skizzenbüchern dokumentiert, die einerseits Zeichnungen von Masken und Ornamenten der verschiedenen Kulturen mit Werken russischer Konstruktivisten oder von Henri Gaudier-Brzeska verbindet, und in einem Heft dieser visuellen Sammlung eine Transkription von Sigmund Freuds «Tabu und Totem» (in Deutsch 1913 erschienen, in Englisch 1918 in der ersten Übersetzung von Abraham Brill), Texte von und über Henri Gaudier-Brzeska (erschienen 1916 in einer Textsammlung von Ezra Pound) und von Oskar Pfister (Expressionism in Art, engl. 1922) gegenüberstellt.