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Von Spaniern okkupiert – Archäologen entdecken Azteken-Palast
Agenturen/tafi
14.7.2020
Mitten im Zentrum von Mexiko-Stadt entdecken Archäologe die Überreste eines Palastes des Aztekenherrschers Axayácatl. Im selben Gebäude lebte einige Jahrzehnte später der spanische Eroberer Hernán Cortés.
In Mexikos Hauptstadt haben Archäologen auf den Fundamenten eines Palastes des Aztekenherrschers Axayácatl Überreste eines Hauses des spanischen Eroberers Hernán Cortés entdeckt. Das Haus, in dem Cortés den Angaben zufolge mehrere Jahre lang lebte und das vorübergehend der erste Verwaltungssitz des Vizekönigreichs Neuspanien war, wurde zum Teil aus den Trümmern des Palastes gebaut, wie das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) am Montag (Ortszeit) mitteilte.
Forscher hatten demnach in den vergangenen zwei Jahrzehnten bereits Überreste des Palastes von Axayácatl unter dem Hauptgebäude des Leihhauses Nacional Monte de Piedad im historischen Zentrum von Mexiko-Stadt gefunden. Bei Ausgrabungen dort in den Jahren 2017 und 2018 sei auch ein Raum aus Basalt und Lavagestein gefunden worden. Axayácatl herrschte von 1469 bis 1481 in der Aztekenhauptstadt Tenochtitlan.
Spanier löschten Azteken-Kultur aus
Analysen hätten nun ergeben, dass es sich um das Zuhause des Konquistadoren Cortés nach der Eroberung der Stadt Tenochtitlan handelte. Unter diesem Raum sei ein offener Teil des Palastes, wahrscheinlich ein Innenhof, entdeckt worden. In der Fassade des Raumes fanden die Forscher Steinreliefs prähispanischer Motive.
Tenochtitlan gehörte mit mehr als 200'000 Einwohnern zu den grössten Städten der Welt, als die Spanier unter Cortés im Jahr 1519 dort ankamen und den damaligen Herrscher Moctezuma II. überraschten. Innerhalb von zwei Jahren machten sie die Stadt dem Erdboden gleich und löschten damit die aztekische Hochkultur aus.
Archäologische Fundgrube
Auf und mit den Trümmern von Tenochtitlan bauten sie die neue Hauptstadt des Vizekönigreichs Neuspanien, Mexiko-Stadt. Moctezuma II. starb 1520 im Palast seines Vaters Axayácatl.
Die Entdeckungen wurden im Zuge von Renovierungsarbeiten an dem Gebäude des Pfandhauses gemacht. Durch die Arbeiten soll das Bauwerk aus dem Jahr 1755 stabilisiert werden. Dieses grenzt an den Zócalo, den zentralen Platz der mexikanischen Hauptstadt.
In Mexiko-Stadt werden immer wieder archäologische Funde gemacht. 1978 wurden direkt neben der Kathedrale am Zócalo die Ruinen des Templo Mayor – des Haupttempels der Azteken-Hauptstadt Tenochtitlan – entdeckt.