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Die Sieganwärter hielten sich an diesem anspruchsvollen Tag im Zentralmassiv mit gleich sieben kategorisierten Anstiegen lange zurück. Nach hektischem Beginn liess man vorne eine 17-köpfige Ausreissergruppe gewähren und den Tagessieg unter sich ausmachen. Hinten schlug das Team Jumbo-Visma von Leader Roglic ein Tempo an, welchem über weite Strecken sogar die meisten Sprinter folgen konnten.
Erst in der Schlussphase entbrannte der Kampf um das Maillot jaune. Pogacar war es, der im letzten Anstieg hinauf zum Ziel auf 1589 Metern Höhe angriff. Der Tempoverschärfung des erst 21-jährigen Slowenen, im vergangenen Herbst Dritter der Spanien-Rundfahrt, konnte einzig Roglic folgen. Die Konkurrenten - allen voran Vorjahressieger Bernal - sahen sich in den steilen Rampen schnell distanziert. Roglic sprach nach der Etappe «von einem slowenischen Freudentag, schliesslich belegen zwei Slowenen die ersten zwei Positionen der Tour».
Slowenisch-kolumbianischer Länderkampf
Da Bernals Zeitverlust auf das slowenische Power-Duo mehr als eine halbe Minute betrug, stiess Pogacar (0:44 zurück) auf Kosten des Kolumbianers in den 2. Rang vor. Dieser liegt als Gesamt-Dritter nun 59 Sekunden zurück. Weit von einer Vorentscheidung entfernt, wie der 30-jährige Roglic fand: «Die Tour ist noch lange nicht fertig. Ich bin mit meiner Position zufrieden, aber bis Paris kann noch vieles geschehen.» Klar scheint aber, dass der Sieger der 107. Tour entweder aus Slowenien oder Kolumbien kommt. Denn auch auf den Plätzen 4, 5 und 6 liegen Fahrer aus dem südamerikanischen Land: Rigoberto Uran (1:10), Nairo Quintana (1:12) und Miguel Angel Lopez (1:31).
Die grossen Verlierer am 13. Tour-Tag waren die Franzosen, die den Traum des ersten einheimischen Gesamtsiegers seit Bernard Hinault (1985) für dieses Jahr wohl begraben müssen. Guillaume Martin und Romain Bardet, am Donnerstag mit wenigen Sekunden Rückstand auf Roglic noch Gesamt-Dritter und -Vierter, fielen im letzten Anstieg weit zurück und damit auch gleich aus den Top 10 der Gesamtwertung.
Martinez siegt vor zwei Deutschen
Als die Gesamt-Ersten noch um jede Sekunde kämpften, liess sich Daniel Martinez im Ziel schon als Sieger feiern. Der 24-jährige Kolumbianer vom Team Education First, der Mitte August das Critérium du Dauphiné gewonnen hatte, setzte sich bei der Bergankunft gegen Lennard Kämna durch. Der gleichaltrige Deutsche war zu Beginn dieser Rundfahrt dreimal gestürzt, nun findet er immer besser zu seiner Form zurück. Dritter wurde Kämnas Landsmann und Bora-Teamkollege Maximilian Schachmann (0:51 zurück), der trotz eines vor weniger als vier Wochen erlittenen Schlüsselbeinbruchs zur Tour gestartet war.
Die 14. Etappe führt am Samstag über 194 km von Clermont-Ferrand nach Lyon, wobei auf den letzten zehn Kilometern drei kleinere Anstiege zu bewältigen sind. Am Sonntag folgt die nächste grosse Prüfung für die Anwärter auf den Gesamtsieg. Gestartet wird in Lyon, 174,5 km später steht die Bergankunft auf dem 1501 Meter hohen Grand Colombier an. Die Schlusssteigung ist 17,4 km lang und durchschnittlich 7,1 Prozent steil. Bereits zuvor sind zwei Bergpreise der 1. Kategorie zu absolvieren.