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Die folgende Zusammenfassung basiert auf IAEO-Informationen.
Situation in Saporoschje derzeit stabil und keine unmittelbare Gefahr für die nukleare Sicherheit
Der IAEO-Generaldirektor Raffael Mariano Grossi hat grosse Besorgnis über den am Freitag erfolgten Beschuss des Kernkraftwerks Saporoschje geäussert. Er forderte erneut eine schnellstmögliche IAEO-Mission von Experten für nukleare Sicherheit, Sicherung und Sicherungsmassnahmen nach Saporoschje.
Gemäss Angaben der Ukraine gegenüber der IAEO wurde beim Beschuss das externe Stromversorgungssystem der Anlage beschädigt; es gibt aber weiterhin zwei funktionierende Stromleitungen. Bei einem der drei laufenden Reaktoren habe sich der Notfallschutz aktiviert, worauf sich der Block heruntergefahren habe und die Dieselgeneratoren in Betrieb genommen worden seien. Die Ukraine habe der IAEO mitgeteilt, dass es keine Schäden an den Reaktoren selbst, keine Freisetzung von Radioaktivität und keine Berichte über Verletzte gegeben habe.
Der Ukraine zufolge seien überdies eine Stickstoff-Sauerstoff-Station, die den Betrieb der Anlage unterstützt, und ein Hilfsgebäude beschädigt worden. Die Feuerwehr habe zwar einen Brand in der Stickstoff-Sauerstoff-Station schnell gelöscht, aber die Station müsse noch repariert werden. Die IAEO habe auch Informationen über einen Beschuss in der Nähe des Lagers für ausgediente Brennstoffe erhalten, so die Atomenergiebehörde. Laut Angaben der Ukraine sei die Strahlungssituation am Samstagmorgen normal gewesen und seien zwei der sechs Blöcke des Kernkraftwerks Saporoschje in Betrieb gewesen.
«Auf der Grundlage der begrenzten Informationen, die zur Verfügung stehen, sind die IAEO-Experten zu einer vorläufigen Einschätzung gekommen, dass die derzeitige Situation der nuklearen Sicherheit und Sicherung im Kernkraftwerk Saporoschje stabil erscheint und keine unmittelbare Gefahr für die nukleare Sicherheit besteht», informierte IAEO-Generaldirektor Grossi, der zudem verlauten liess, dass die IAEO die Entwicklung der Situation, den Fortgang der Reparaturen und alle Auswirkungen auf die nukleare Sicherheit am Standort weiterhin genau beobachten werde.
Für ihn sei jegliche Militäraktion, die die Sicherheit des grössten Kernkraftwerks Europas gefährde, völlig inakzeptabel und müsse vermieden werden. «Ich werde mich weiterhin um die Entsendung einer IAEO-Mission an den Standort bemühen, was dazu beitragen würde, die Lage in Bezug auf die nukleare Sicherheit und Sicherung zu stabilisieren», so Grossi.
Nachtrag vom 10. August 2022 gemäss IAEO-Update 89 vom 9. August
Der oben von der IAEO erwähnte Beschuss in der Nähe eines Lagers für ausgediente Brennelemente hat am Samstag, 6. August 2022 stattgefunden. Gemäss Angaben der Ukraine hat es auf dem Gelände der Anlage kleinere Beschädigungen an Gebäuden, Kommunikationsverbindungen und Sensoren gegeben. Die Ukraine hielt gegenüber der IAEO deutlich fest: «Es gab jedoch keine sichtbaren Schäden an den Behältern mit ausgedienten Brennelementen oder an der schützenden Umgrenzung der Anlage.» Gemäss IAEO-Generaldirektor Grossi zeigen alle vorhandenen Sensoren normale Strahlungswerte an.
Quelle
B.G. nach IAEO, Medienmitteilung, 6. August 2022 und 9. August 2022 (Nachtrag)