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Die fünf angeklagten Armeekader des Lehrverbandes Infanterie sitzen in Yverdon-les-Bains VD fünf Militärrichtern gegenüber. Die Anklage lautet auf Veruntreuung, Missbrauch von Material sowie Nichtbefolgen von Dienstvorschriften.
Der Hauptangeklagte, Oberstleutnant Alain B.* (53), muss sich zudem wegen gewerbsmässigen Betrugs verantworten. Er galt als Vorzeige-Offizier, als Ausbilder schulte er auch Soldaten ausländischer Armeen.
Die Vorwürfe sind happig: Alain B. soll seinem privaten Verein Infrastruktur und Munition der Armee zur Verfügung gestellt haben. Fast sechs Jahre lang nutzte er zwei Schiessstände und eine Flak-Halle in Payerne VD. Dort bot er teure Kurse für Zivilisten an. Der Verein verkaufte auch Munition, Material und Handbücher.
Das Kursmaterial wurde für den Lehrverband Infanterie bezogen. Die Munition wurde als verschossen angegeben, in Wahrheit kam sie für Kurse zum Einsatz. Auch die Reservationen der Schiessplätze erfolgten unter diesem Deckmantel.
Alain B. bereicherte sich laut Anklage um mehr als 800’000 Franken. Die Buchhaltung des Vereins war mangelhaft. Alain B. räumt ein: «Das Administrative ist eine Schwäche von mir.» Er zahlte seiner Frau zeitweise ein Monatssalär von 1000 Franken, seiner Tochter 500 Franken. Auch andere profitierten finanziell.
Für 99’000 Franken legte er sich ein veritables Waffenarsenal zu. Auch die vier anderen Armeekader geben sich als Unschuldslämmer: «Wir wissen nicht, wieso wir hier sind.» Der Prozess dauert die ganze Woche. Das Urteil folgt Anfang 2017.
* Name der Redaktion bekanntPubliziert am 20.12.2016 | Aktualisiert am 20.12.2016