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Wer sich ernsthaft mit Städtebau befasst, wird sich über kurz oder lang um alle seine Aspekte bemühen müssen – so auch um den Automobilverkehr. Was uns im letzten Jahrhundert noch als Befreiung vom langsamen Gehen vorkam, ist mit dem weltweit vorkommenden Stau und Flächenkonsum des Automobils zur Belastung geworden. Scheinbar eskaliert alles, was gratis zu Verfügung gestellt wird – bis zum Pizzakurier. Dichte Städte, die wir haben oder fordern, sind gut fussläufig, weil das meiste im Umkreis zu haben ist.
Barcelona ist bekannt für seinen quadratischen Strassenraster aus dem Jahr 1860. Der lokale «Eugène Haussmann» hiess hier Idelfons Cerdà. Wie im Bild sichtbar, wird die Stadt Barcelona im Plan Cerdà unter dem neuen Paradigma des klimagerechten Städtebaus weiterentwickelt: Auf dem selben Klavier spielt jetzt eine andere Melodie. 4 Blöcke (113 x 113 Gebäudegeviert) werden zu einer «Superilla» zusammengenommen und das innere Strassenkreuz weitgehend verkehrsfrei gemacht, begrünt und mit Freiflächen für die Bewohner versehen. Zufahrt ist möglich, aber nicht die Durchfahrt. Resultat: das Leben blüht auf. Unglücklich ist die Agentur, die Porsche Cayenne verkauft. Wo im inneren Strassenkreuz bisher nur Autos fuhren, bewegen sich jetzt vorwiegend Fussgänger und Velos; dazu kommen Flächen für Aufenthalt und Entfaltung des Lebens.
Hier die URL zu Film: https://www.ndr.de/fernsehen/Wie-gelingt-die-Verkehrswende,sendung1363642.html