Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03610.jsonl.gz/179

Moldawien
In keinem andern Land Europas ist die Armut so gross wie in Moldawien. Auf dem Land liegt das Einkommen bei gerade einmal
160 Franken pro Monat.
Gemäss Schätzungen sind 80 % der Moldawier arbeitslos. 60 % haben ein ernsthaftes Problem mit Alkohol. Dabei war Moldawien bis zu seiner Unabhängigkeit Anfang der 1990er Jahre eine der wohlhabendsten Sowjetrepubliken.
Moldawien ist ein Binnenstaat in Südosteuropa. Er grenzt im Westen an Rumänien. Im Norden, Osten und Süden wird Moldawien von der Ukraine umschlossen.
Politisch besteht Moldawien aus drei Landesteilen: der selbsternannten Republik Transnistrien, dem autonomen Gebiet der Gagausen und dem restlichen Staatsgebiet. Eine Besonderheit sind die vielen ethnischen und sprachlichen Minderheiten. 28 Minoritäten anerkennt die Zentralregierung in Chişinău.
Nahrungsmittelerzeugung, insbesondere die Weinherstellung und die Zuckerraffinerien sind Schwerpunkte der Industrie. Zu den industriellen Erzeugnissen gehören auch Bekleidung, Baustoffe, Landwirtschaftsmaschinen und Kühlschränke. Der wirtschaftliche Niedergang wurde stark vom Bürgerkrieg 1992 in der Trans-Dnjestr-Region beschleunigt. Allein 1992 verringerte sich die Produktion um 30 Prozent. Erst der Einmarsch der Russen stoppte diesen Krieg. Wichtigste Exportgüter Moldawiens sind Nahrungsmittel (vor allem Obst und Gemüse), Maschinen und Textilien; eingeführt werden vor allem Energierohstoffe und chemische Erzeugnisse.
Rund 40 % der erwerbstätigen Generation lebt im Ausland. Der Niedergang der Wirtschaft und die fehlenden Arbeitsplätze führten zu dieser enormen Migration. Die ins Ausland abgewanderten Moldawier schicken Gelder in die alte Heimat, deren Summe mehr ausmacht als das Bruttoinlandprodukt. Durch die Migration lösen sich landesweit die familiären Strukturen auf, viele Kinder werden von den Grosseltern aufgezogen, in Heimen abgegeben oder sich selbst überlassen.
Humanitäre Hilfe
Verteilung von Lebensmitteln und Kleidern an Bedürftige in Kinder-, Altersheimen und Spitälern. Die Verteilung erfolgt in Zusammenarbeit mit lokalen Sozialämtern, Kirchgemeinden und Selbsthilfeorganisationen. Alle Lebensmittel werden vor Ort eingekauft.
2018 wurden ca. 750 Tonnen Lebensmittel und rund 180 Tonnen Kleider verteilt.
Projekt "Wir Kinder von Moldawien"
- Benachteiligte und verwahrloste Kinder erhalten warme Mahlzeiten.
- Bezugspersonen betreuen und ermutigen sie liebevoll und schützen sie vor allerlei Gefahren. Die Kinder werden begleitet und in ein soziales Netz eingebunden.
- Oberstes Ziel ist eine lebenswerte Zukunft - für 250'000 Sozialwaisen und ihr Land.
Menschenhandel
- Wir suchen Pflege- und Adoptionsfamilien für Heimkinder. Zuerst nur für die Schulferien – mit dem Ziel sie später ganz in die Familie zu integrieren. Diese Familien werden beraten, begleitet und finanziell unterstützt.
- Die medizinische Versorgung von Heimkindern ist mangelhaft. Der Gesundheitszustand vieler Kinder ist besorgniserregend. Wir ermöglichen Kindern Arztbesuche, Operationen und medikamentöse Behandlung.
- Kinder aus sozial schwachen Familien gehören zu den Risikogruppen des Menschenhandels. Die Christliche Ostmission kümmert sich um solche Kinder.
Christliche Universität Divitia Gratiae (UDG)
- Die COM ist Hauptsponsor der christlichen Universität in Chişinău. Für Christen aus Zentralasien ist das Institut praktisch die einzige Möglichkeit, Theologie zu studieren. Absolventen des Institutes sind massgebende Säulen der christlichen Kirchen Zentralasiens.
Sommerlager für Kinder
- Während den Sommerferien finanziert die COM Kinderlager. Viele Kinder stammen aus verarmten und zerrütteten Familien.
Gewerbe- und Landwirtschaftsförderung
- Die COM hilft moldawischen Unternehmern und Landwirten mittels Krediten einen eigenen Betrieb aufzubauen. Ein fundiertes Ausbildungsprogramm mit Referenten aus Westeuropa stellt die Aus- und Weiterbildung der Unternehmer sicher.
Menschenhandel ist ein Milliardengeschäft. Stark davon betroffen ist auch Moldawien: Auf der verzweifelten Suche nach Arbeit und einer besseren Zukunft landen immer mehr Mädchen und junge Frauen in den Fängen international tätiger Menschenhändler. Durch Drohungen, Gewalt und die Ausbeutung in der Prostitution sind viele Opfer traumatisiert.
Im Kampf gegen den Menschenhandel setzt die Christliche Ostmission in Moldawien einen Schwerpunkt. Zudem wird bewusst in die Förderung von Gewerbebetrieben und Landwirtschaft investiert. Arbeitsplätze sind die effizienteste Prävention, den Menschenhandel einzudämmen.