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Sie haben weisse Wände und überlegen, diese farbig zu streichen? Sie möchten in Ihren Wohnräumen mehr Farbe und mehr Leben spüren? Sie haben eine Vorliebe für eine Farbe, sind sich aber nicht sicher, ob diese Wand- oder Deckenfarbe die richtige Wirkung erzeugt?Solche Zweifel sind völlig verständlich, denn Wandfarben entscheiden massgeblich darüber, ob sich Bewohner in deren Eigenheim wohlfühlen. Bevor Sie deshalb zu Pinsel und Farbe greifen, befassen Sie sich unbedingt mit der Auswahl des richtigen Farbtons.
Allgemeine Farbenlehre
Um erfolgreich mit Farben gestalten zu können, benötigt es einige Grundkenntnisse zur Farbenlehre. Diese helfen Ihnen, besondere Stimmungen und angenehme Wohnatmosphären zu schaffen. Grundlegend hierfür ist der Farbkreis, welcher aus folgenden Farben besteht.
Sie wissen schon alles zum Thema Farbenlehre? Hier geht's direkt zu unseren Tipps!
Primärfarben werden auch Grundfarben oder Erstfarben genannt und sind Rot, Blau und Gelb. Sie lassen sich nicht aus anderen Farben mischen, aber alle anderen Farben werden aus ihnen gemischt.
Sekundärfarben entstehen durch das Mischen zweier Primärfarben. Rot und Gelb ergeben Orange, Blau und Rot Violett, Gelb und Blau ergeben Grün.
Teritärfarben entstehen durch das Mischen einer Primär- und Sekundärfarbe. Beispielsweise ergeben Blau und Grün Türkis.
Harmonische Farben, auch analoge Farben genannt, sind auf dem Farbkreis nebeneinander liegende Farben. Wenn man sie gemeinsam benutzt, erzeugen sie eine harmonische Atmosphäre. Diese Farben sind eng miteinander verwandt, zum Beispiel Grün und Gelb.
Komplementärfarben liegen sich auf dem Farbkreis gegenüber. Diese grenzen sich stark voneinander ab, wie beispielsweise Grün und Rot. Kombinationen von Komplementärfarben können sehr irritieren und beissen sich. Jedoch werden sie gerne als Akzente in einem Schema benutzt.
Tonale Farben sind einzelne Farben in verschiedenen Tönen. Das sogenannte monochromatische Konzept wirkt beruhigend und zurückhaltend. Mit Mustern und Textur wird dies aufgepeppt.
Neutralfarben sind unter anderem Schwarz, Weiss, Grau und Beige. Durch Hinzufügen solcher Farben werden Töne aufgehellt oder verdunkelt. Deshalb sind Neutralfarben auf keiner Palette verzichtbar.
Farbklima
Der Farbkreis besteht aus einer warmen und kalten Hälfte, somit gibt es warme und kalte Farben. Rot, Orange und Gelb gehören zu den warmen Farben, Blau, Grün und Violett zu den kalten. Das Farbklima kann verschiedene Empfindungen hervorrufen. Warme Farbtöne vermitteln Geborgenheit und treten optisch hervor. Eine tiefrote Wand beispielsweise lässt diese näher erscheinen. Kühle Farbtöne wirken besänftigend und treten dagegen optisch in den Hintergrund, deshalb kann so ein kleiner Raum optisch vergrössert werden.
Farbpsychologie
Unsere Psyche wird durch Farben unterschiedlich stimuliert. Es ist wichtig, zu erkennen, wie wir die verschiedenen Farben aufnehmen. Diese können nämlich entspannend, beruhigend, anregend oder gar aufmunternd auf uns wirken.
Gelb steht für Freude, Spontanität und versprüht positive Gefühle. Die Farbe eignet sich perfekt für Zimmer mit wenig Tageslicht, da es den Raum erstrahlen lässt. Da Gelb die geistige und kreative Aktivität anregt, ist diese gut geeignet für das Arbeitszimmer.
Braun/Beige steht für Bodenständigkeit, Natur und verschafft ein Gefühl von Sicherheit und Wohlbefinden. Daher eignet sich Braun sehr gut für Wohnbereich, Bad und Küche. Mit passenden Akzenten kann die Farbe aufgepeppt werden.
Orange steht für Kreativität, Energie und bringt Heiterkeit in jeden Raum. Da die Farbe gute Gesellschaft fördert eignet sich Orange perfekt für das Esszimmer sowie die Küche. Ausserdem harmonieren Akzentfarben wie Grün oder Rot herrlich mit Orange.
Rot steht für Leidenschaft, Feuer und ist immer ein Statement. Weil die Farbe aktivierende Impulse setzt, wählen Sie fürs Schlafzimmer und Ruheräume besser andere Farben. Für Küche und Esszimmer jedoch ist Rot ideal, da die Farbe appetitanregend wirkt.
Violett steht für Kreativität, Spiritualität und ist eine charismatische Farbe. Besonders mit Gold kombiniert wirkt Violett luxuriös. Die Farbe kann überall angewendet werden, wo Ruhe und Luxus geschaffen werden will. Häufig anzutreffen ist Violett in der Küche.
Blau steht für Ruhe, Vertrauenswürdigkeit und verleiht einem Raum Weite. Ein kühles Blau ist durch dessen Ruhe perfekt für das Schlafzimmer, ein Türkis, welches die Konzentration fördert, jedoch für das Arbeitszimmer.
Grün steht für Natur, Hoffnung und bringt Ruhe in Räume. Daher wird die Farbe oft mit Blau kombiniert, um noch mehr Ausgeglichenheit zu erzielen. So eignet sich Grün besonders gut für das Schlafzimmer und das Wohnzimmer.
Tipps für ein gelungenes Makeover
Der Kniff beim Verschönern von Wohn- und Arbeitsräumen ist nicht nur der geübte Umgang mit Roller und Pinsel, die Wahl des richtigen Farbtons ist mindestens genauso wichtig. Deshalb finden Sie hier Tipps und Tricks, wie auch Sie den perfekten Farbton für Ihre Wand finden.
Atmosphäre festlegen
Überlegen Sie sich als erstes, welche Stimmung Sie in Ihrem Raum schaffen möchten. Durch die Entscheidung, ob der Raum nun sinnlich und gemütlich oder kühl und ruhig wirken soll, werden bereits einige Farben wegfallen.
Vielfalt in Massen
Das menschliche Gehirn ist nicht für eine zu grosse Anzahl von Reizen ausgelegt. Daher führen zu viele Farben zu einer Reizüberflutung. Setzen Sie daher besser gezielte Akzente – besonders knallige Farben sollten sparsam eingesetzt werden. Allgemein wird empfohlen, nur bis zu drei Farben zu verwenden, da der Raum sonst unruhig wirkt.
Kombinieren Sie richtig
Ihre zukünftige Wandfarbe sollte nicht nur auf Ihre Vorlieben abgestimmt werden oder Ihrer Lieblingsfarbe entsprechen. Vielmehr sollte sie auch mit Ihrer Einrichtung harmonieren. Achten Sie daher auf die Kombination mit bereits bestehenden Wandfarben, Möbeln und der restlichen Einrichtung.
Bringen Sie Persönlichkeit in den Raum
Ein Raum wird erst richtig wohnlich, wenn er einen persönlichen Bezug erhält. Erstellen Sie also eine emotionale Beziehung zum Raum mit persönlichen Dingen oder einer individuellen Gestaltung.
Sich wohlfühlen – das A und O
Der beste Tipp und die Farbpsychologie sind hinfällig, sobald Sie sich nicht mehr wohlfühlen. Vergessen Sie also nicht, auf Ihr Bauchgefühl zu hören.
Sie haben sich für eine Farbe entschieden? Dann zeigen wir Ihnen jetzt, wie Sie Ihre Wand streichen, damit das Resultat Freude bereitet.
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