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In Irland sind im letzten Jahrhundert rund 9000 Kinder in sogenannten Mutter-Kind-Heimen gestorben. Das steht im Bericht einer unabhängigen Untersuchungskommission, der am Dienstag in Dublin veröffentlicht wurde.
Der Bericht vervollständige das Bild der irischen Gesellschaft in der Mitte des letzten Jahrhunderts, sagt der in Irland lebende frühere Grossbritannien-Korrespondent von SRF, Martin Alioth. In diesen Heimen seien unverheiratete Frauen mit ihren Kindern untergebracht worden: «Es waren ausschliesslich uneheliche Kleinkinder. Es gab keine Jugendlichen in diesen Heimen.»
Gleichgültigkeit gegenüber den Kindern
Diese Kinder seien dann entweder illegal zur Adoption in die Vereinigten Staaten exportiert worden, vielleicht sogar verkauft, so Alioth, oder an Pflegeeltern weitergegeben worden. «Der Bericht spricht von etwa 57'000 unehelichen Kindern im Zeitraum zwischen 1922 und 1998, die in diesen Heimen geboren wurden.»
Die Sterblichkeitsrate unter diesen Kindern sei sehr, sehr hoch gewesen – «mehr als doppelt so hoch wie ausserhalb der Mauern dieser Heime».
Die Mutter-und-Kind-Heime wurden von religiösen Organisationen geführt und standen unter Kontrolle der irischen Regierung. Es habe an professionellem Personal gefehlt, hält der Bericht fest. Hinzu kam eine generelle Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der Kinder.