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Erstickungsgefahr im Schlaf: Was Du über die Schlafstörung Schlafapnoe wissen musst
Autor: Lars Reimann Datum: May 08, 2023
Du kennst das sicherlich: Du legst Dich abends ins Bett, freust Dich auf eine erholsame Nacht und plötzlich wachst Du auf, weil Du das Gefühl hast, keine Luft mehr zu bekommen. Eine schweißgebadete Nacht und ständige Erstickungsgefühle können auf eine Erkrankung hindeuten, die Dein Leben beeinträchtigt. Die Schlafapnoe ist eine solche Erkrankung, die dazu führt, dass Du immer wieder für kurze Zeit aufhörst zu atmen, während Du schläfst. In diesem Artikel erfährst Du alles Wichtige über Schlafapnoe, damit Du besser verstehst, was hinter Deinen schlaflosen Nächten stecken könnte.
Die Schlafapnoe und ihre Ursachen
Schlafapnoe ist eine Atemstörung, die durch wiederholte Atemaussetzer während des Schlafs gekennzeichnet ist. Du solltest wissen, dass es zwei Hauptformen der Schlafapnoe gibt: die obstruktive Schlafapnoe (OSA) und die zentrale Schlafapnoe (CSA).
Die obstruktive Schlafapnoe entsteht, wenn die Muskeln im Rachenbereich erschlaffen und die Atemwege blockieren. Dies führt dazu, dass Du für kurze Zeit nicht mehr atmest, was wiederum den Sauerstoffgehalt im Blut verringert. Dein Körper versucht dann reflexartig, Dich wachzurütteln, um die Atmung wieder in Gang zu bringen – das führt zu den nächtlichen Erwachreaktionen, die Du vielleicht kennst.
Die zentrale Schlafapnoe hingegen hat ihre Ursache im Gehirn. In diesem Fall funktioniert die Kommunikation zwischen Gehirn und Atemmuskulatur nicht richtig, sodass die Atemmuskeln in der Nacht immer wieder pausieren. Diese Form der Schlafapnoe ist seltener als die obstruktive Schlafapnoe.
Die Risikofaktoren der Schlafapnoe
Es gibt einige Faktoren, die das Risiko erhöhen, an Schlafapnoe zu erkranken. Dazu zählen:
- Übergewicht: Fettgewebe im Nacken- und Rachenbereich kann die Atemwege verengen und damit die Entstehung einer obstruktiven Schlafapnoe begünstigen.
- Genetik: Eine familiäre Vorbelastung kann das Risiko erhöhen, an Schlafapnoe zu erkranken.
- Alter: Mit zunehmendem Alter erschlaffen die Muskeln im Rachenbereich, was die Entstehung einer Schlafapnoe begünstigt.
- Geschlecht: Männer sind häufiger von Schlafapnoe betroffen als Frauen.
- Alkohol- und Medikamentenkonsum: Alkohol und bestimmte Medikamente können die Muskulatur im Rachenbereich entspannen, was die Entstehung einer Schlafapnoe begünstigt.
Die Symptome einer Schlafapnoe
Die Symptome einer Schlafapnoe können von Person zu Person variieren. Einige der häufigsten Anzeichen sind:
- Schnarchen: Viele Menschen, die unter Schlafapnoe leiden, schnarchen laut und unregelmäßig. Dieses Schnarchen entsteht durch die erschlafften Muskeln im Rachenbereich, die die Atemwege verengen.
- Atemaussetzer: Während Du schläfst, kann es immer wieder zu Atempausen kommen, die von wenigen Sekunden bis zu einer Minute dauern können. Diese Atempausen werden von Deinem Partner oder Deiner Partnerin möglicherweise bemerkt, auch wenn Du sie selbst nicht wahrnimmst.
- Plötzliches Aufwachen: Menschen mit Schlafapnoe wachen häufig mit einem Ruck oder keuchend auf, da der Körper versucht, die Atmung wieder in Gang zu bringen.
- Tagesmüdigkeit: Die nächtlichen Atempausen und das wiederholte Aufwachen führen dazu, dass Du Dich tagsüber müde und abgeschlagen fühlst. Du könntest Schwierigkeiten haben, Dich zu konzentrieren oder wach zu bleiben, während Du arbeitest oder Auto fährst.
- Kopfschmerzen am Morgen: Die verringerte Sauerstoffzufuhr während des Schlafs kann zu morgendlichen Kopfschmerzen führen.
- Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen: Aufgrund der schlechten Schlafqualität kann sich Deine Stimmung verschlechtern, und Du könntest häufig gereizt oder launisch sein.
- Häufiges nächtliches Wasserlassen: Menschen mit Schlafapnoe wachen nachts oft auf und müssen zur Toilette gehen.
Die Diagnose der Schlafapnoe
Wenn Du vermutest, dass Du unter Schlafapnoe leidest, solltest Du einen Arzt aufsuchen, um die Diagnose abzuklären. Der Arzt wird Dir zunächst einige Fragen zu Deinen Symptomen und Deinem Lebensstil stellen. In vielen Fällen wird der Arzt eine Schlaflabor-Untersuchung empfehlen, bei der Dein Schlaf während einer Nacht genau überwacht wird. Dabei werden unter anderem Deine Atmung, der Sauerstoffgehalt in Deinem Blut, die Herzfrequenz und die Gehirnaktivität gemessen. Anhand dieser Messungen kann der Arzt feststellen, ob Du unter Schlafapnoe leidest und wie schwerwiegend die Erkrankung ist.
Die Behandlung der Schlafapnoe
Die Behandlung der Schlafapnoe hängt von der Schwere der Erkrankung und den individuellen Bedürfnissen ab. Hier sind einige der gängigsten Behandlungsmethoden:
- Änderungen des Lebensstils: Oft können schon einfache Veränderungen in Deinem Alltag dazu beitragen, die Symptome der Schlafapnoe zu lindern. Dazu gehören Gewichtsabnahme, Vermeidung von Alkohol und Schlafmitteln, Rauchstopp und das Schlafen in einer seitlichen Position.
- Atemtherapiegeräte: Bei mittelschwerer bis schwerer Schlafapnoe kann der Arzt ein Atemtherapiegerät verschreiben, wie zum Beispiel eine kontinuierliche Überdruckbeatmung (CPAP). Bei dieser Therapie trägst Du während des Schlafs eine Maske, die über Nase und/oder Mund liegt. Die Maske ist an ein Gerät angeschlossen, das einen kontinuierlichen Luftstrom erzeugt, um die Atemwege offen zu halten. Dadurch wird das Schnarchen reduziert und die Atemaussetzer verhindert.
- Mundschienen: In einigen Fällen kann der Arzt oder Zahnarzt eine spezielle Schiene verschreiben, die Deinen Unterkiefer und die Zunge während des Schlafs in einer vorgegebenen Position hält. Dadurch werden die Atemwege offen gehalten und die Symptome der Schlafapnoe können gelindert werden.
- Chirurgische Eingriffe: In seltenen Fällen, wenn andere Therapieansätze nicht erfolgreich waren oder nicht in Frage kommen, kann ein chirurgischer Eingriff erwogen werden. Dabei können verschiedene Operationen durchgeführt werden, wie zum Beispiel die Entfernung von überschüssigem Gewebe im Rachenbereich, die Korrektur von anatomischen Problemen oder die Implantation eines Zungenschrittmachers, der die Atemwege offen hält.
Die Folgen unbehandelter Schlafapnoe
Eine unbehandelte Schlafapnoe kann nicht nur Deine Lebensqualität beeinträchtigen, sondern auch ernsthafte gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Dazu zählen:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Die wiederholten Atemaussetzer und der verringerte Sauerstoffgehalt im Blut erhöhen das Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall.
- Typ-2-Diabetes: Schlafapnoe erhöht das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, da der gestörte Schlaf die Insulinempfindlichkeit beeinträchtigen kann.
- Verkehrsunfälle: Die Tagesmüdigkeit infolge der Schlafapnoe kann das Risiko für Verkehrsunfälle erhöhen, da Du am Steuer einschlafen oder Dich nicht richtig konzentrieren kannst.
- Psychische Probleme: Schlafapnoe kann zu Depressionen, Ängsten und anderen psychischen Problemen führen, da der chronische Schlafmangel die Stimmung und das Wohlbefinden beeinträchtigt.
Auf dem Weg zu erholsamem Schlaf
Wenn Du unter den beschriebenen Symptomen leidest, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen und die Diagnose abzuklären. Mit der richtigen Behandlung kannst Du die Beschwerden der Schlafapnoe in den Griff bekommen und wieder erholsamen Schlaf finden. Eine frühzeitige Behandlung kann zudem das Risiko für langfristige gesundheitliche Probleme reduzieren und Deine Lebensqualität erheblich verbessern. Schenke Deinem Körper die Aufmerksamkeit, die er verdient, und sorge dafür, dass Du jede Nacht gut und sicher schlafen kannst.
In diesem Sinne,
Schlaf gut!