Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03284.jsonl.gz/1482

Bevor ich auf irgend eine Theorie eingehe, möchte ich anhand von einem praktischen Beispiel zeigen, welche Zusammenhänge zwischen Darm und Gesicht spielen. Das folgende Bild (Orginal: siehe PANAP) ist ein hervorragendes Beispiel.
|Sonja mit Neurodermitis||Sonja nach der Therapie|
|Dieses Beispiel zeigt den Zusammenhang zwischen Darm und Lippen. Die Oberlippe stellt den Dünndarm dar und die Unterlippe entspricht dem Dickdarm. Die unscharfen Konturen der Lippen lassen eine Fehlfunktion im Darm erkennen. Auch die Verfärbung zeigt deutlich, dass etwas nicht stimmt. Betrachtet man die Lippen genauer, so erkennt man die Schwellungen der Unterlippe.||Nach einer Umstellung der Ernährung auf gesunde Nahrung und der Entgiftung des Körpers auf ganzheitlicher naturheilkundlicher Weise (Enderlein/Sanum-Therapie, Pilzbehandlung, Entsäuerung, Amalgam-Sanierung) konnte sich der Darm erholen, was man an den Lippen unmöglich übersehen kann. Das bei einem so gesunden Darm auch die Haut wieder in Ordnung ist, ist fast selbstverständlich.|
Zu diesem Thema gibt es einen Pathophysiognomischen Atlas, der die genauen Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Organen und dem Gesicht aufzeigt. Dieser ist jetzt in der 3. Auflage erhältlich (siehe Literatur). Dieser Ausschnitt hier zeigt den Zusammenhang zwischen Darm und Mund.
Das Verdauungssystem beginnt beim Mund. Es war daher pathophysioynomisch naheliegend, am Mund und um den Mund nach Merkmalen für eine Verbindung zwischen Gesicht und Verdauung zu suchen.
Der Magen stellt sich im Gesicht zweiteilig dar. Im Bild links, neben den Lippen am unteren Ende der Nasolabialfalte liegend, findet man das Areal der Curvatura Minor (rechter kleiner Magenbogen) und an der rechten Seite im Bild die Curvatura Major (linker großer Magenbogen).
Die Lippen als äußere Areale des Mundes sind im Verhältnis zu den jeweiligen Gesichtern unterschiedlich groß, haben aber im gesunden Körper alle eines gemeinsam: Sie sind oben und unten gleichfarbig rot, ohne zu glänzen, sie haben feine, senkrecht verlaufende Linien, und sie sind oben und unten durch eine klare, abgrenzende Linie von der umgebenden Gesichtshaut getrennt.
In der oberen Lippe, gleich nach der feinen Abgrenzung und somit in der anschließenden Oberlippenhaut, verläuft der Zwölffingerdarm oder Duodenum zu etwa drei Viertel der Oberlippe in einer Breite von 1 bis 3 mm. Im letzten Viertel beginnt der Leerdarm (Jejunum), der noch ein wenig in die Lippe reicht. Fast die gesamte Innenfläche der oberen Lippe offenbart den Zustand des Krummdarmes (lleum). Der Übergang zum Dickdarm erfolgt im rechten Mundwinkel, wo in der unteren Lippe gleich der Blinddarm (Coecum) liegt. Es folgt der aufsteigende Dickdarm (Colon ascendens) und der sogenante Leberbogen des Dickdarmes (Flexura hepatica). Der mittlere Drittel wird vom Quergrimmdarm (Colon transversum) eingenommen. Danach folgen der Milzbogen (Colon lienalis), der absteigende Dickdarm (Colon descendens) und der Enddarm (Rectum).
Gleich anschließend unter der Lippenlinie der unteren Lippe beginnt links im Bilde das Areal der Leber, dann kaum bemerkbar der Gallengang und die Gallenblase selbst, dann das dreiteilige Areal der Bauchspeicheldrüse (Pancreas) mit Kopf (Caput), Körper (Corpus) und Schwanz (Cauda), der Coledochus (Gallengang durch die Vatersche Papille in den Duodenum) und schließlich die Milz (Splen oder Lien). Die Milz gehört zwar nicht zum Verdauungstrakt, hat aber sehr viel mit der Blutqualität zu tun; insofern teilt sie sich eine wichtige Aufgabe mit der Leber. Sind z.B. beide Areale gleichfarbig dunkel gefärbt und von einem bleichen Umfeld umgeben, dann ist der Blutstatus nicht in der Norm, was man mit einem Labortest kontrollieren und verifizieren kann.
Jede von der gesunden Norm abweichende Veränderung dieser Areale entspricht einer Veränderung im Stoffwechselablauf der entsprechenden Gewebe. Stoffwechselabläufe sind Funktionen, die sowohl in den Zellen wie außerhalb der Zellen ablaufen. Dauern Funktionsstörungen längere Zeit an, manchmal Jahre, dann werden die Organe an sich auch gestört. Wir haben somit Funktionsstörungen und gestörte Organe. Während Funktionsstörungen immer sichtbar werden, ist das für Organstörungen (kranke Organe) nicht immer der Fall. Insbesondere z.B. bei Dickdarmkrebs kann der Patient noch eine relativ schöne untere Lippe haben, die keinen Hinweis auf Krebs abgibt.
Sind die Abschlußlinien der Lippen nicht mehr klar gezeichnet, sondern gehen farblich in die Gesichtshaut über, dann sind die Schleimhäute des Dünn und Dickdarmes nicht mehr normkonform. Hier können öfters einzelne bleiche oder dunkle bis braune Flecken entdeckt werden, die degenerative Vorgänge in der Darmschleimhaut anzeigen. Der Morbus Crohn erscheint als Besonderheit zuerst am oberen Rand der Oberlippe, dann nach und nach am unteren Rand der Unterlippe. Es erscheint ein durchsichtiges, helles Kaffeebraun, das mit der Zeit dunkler wird und die ganzen Lippen einnehmen kann (Bild 4a im Praxisteil). Morbus Crohn ist gekennzeichnet durch eine schleichende Zunahme von täglichen Durchfällen (bis zu fünfzig und mehr am Tag). Nach einer biologischen Abheilung erscheinen die Lippen wieder normfarbig (Bild 4b und 4c, jeweils gleiche Person wie in Bild 4a). Bei schweren Darmleiden verschwinden die feinen, senkrechten Fältchen, die Oberfläche wird glatt und gespannt, glänzend oder auch matt eingefallen mit verschieden Farbflecken. Öfter kommt es auch vor, daß die eigene Lippenfarbe der übergreifenden Gesichtshautfarbe flächenweise weicht. In diesem Fall sind die angrenzenden Organe des Darmes stark mitbetroffen.
Ist die obere Lippe hell mit leichtem Grauton und die untere bläulichrot, dann ist die Darmflora schon stark gestört. Hauptgrund für diese Störung sind alle Darmgifte inklusive bestimmte Medikamente.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang zu wissen, daß im Dünndarm immunabwehrpflichtige Drüsen liegen, nämlich die Peyerschen Plaques.
Im Dickdarm werden unter anderem auch Neurotransmitter sekretiert, die im Gehirn eine große Rolle bei der Signalübermittlung spielen. Sind diese Funktionen durch Gifte behindert, so erscheinen als Nebenwirkungen eine Minderung der Krebsabwehr einerseits und psychische bis psychiatrische/neurologische Störungen andererseits.
An dieser Stelle danke ich Natale Ferronato, dem Autor des Buches für die sehr interessanten Beobachtungen und die hervorragende Darstellung. Wenn sich die moderne Medizin diese Methoden zu Nutzen machen würden, dann wären viele Diagnosen schneller, schmerzlos und treffender. Hinzu kommt, dass man damit Millionen an Diagnosen sparen könnte.