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Trevor Nace, 28.2.2019, Forbes.com
aus dem Englischen von Daniel Heiniger
Die NASA hat einige gute Nachrichten: die Welt ist heute grüner als vor 20 Jahren. Was hat die Änderung ausgelöst? Nun, es scheint, dass China und Indien die Mehrheit des Dankes übernehmen können.
Im Gegensatz zur Wahrnehmung Chinas und Indiens Bereitschaft, Land, Wasser und Ressourcen für wirtschaftlichen Vorteil überzubeanspruchen, sind diese Länder für die größte Ergrünung des Planeten der letzten zwei Jahrzehnte verantwortlich. Die beiden bevölkerungsreichsten Länder haben ehrgeizige Aufforstungsprogramme durchgeführt und ihre Implementation und Technologie rund um die Landwirtschaft aufgebohrt.
Indien bricht weiterhin Weltrekorde in der Aufforstung, 800.000 Inder haben binnen 24 Stunden 50 Millionen Bäume gepflanzt.
Das jüngste Ergebnis der NASA, das in der Zeitschrift Nature Sustainability veröffentlicht wurde, verglich Satellitendaten von Mitte der 90er Jahre mit heute mit hochauflösenden Bildern. Zunächst waren sich die Forscher nicht sicher, was den signifikanten Anstieg des Grüns auf dem Planeten verursacht hat. Es war unklar, ob ein sich erwärmender Planet, erhöhtes Kohlendioxid (CO2) oder ein feuchteres Klima mehr Pflanzen wachsen lassen hat.
Nach weiterer Untersuchung der Satellitenbilder fanden die Forscher heraus, dass die Begrünung in China und Indien überproportional hoch ist. Wenn die Begrünung in erster Linie eine Reaktion auf den Klimawandel und einen sich erwärmenden Planeten wäre, sollte die zunehmende Vegetation nicht auf Ländergrenzen beschränkt bleiben. Darüber hinaus sollten Regionen mit höherem Breitengrad rascher ergrünen als Regionen mit niedrigerem Breitengrad, wenn der Permafrost schmilzt und Gebiete wie Nordrussland bewohnbarer werden.
Die obige Karte zeigt die relative Begrünung (Zunahme der Vegetation) und Bräunung (Abnahme der Vegetation) rund um den Globus. Wie Sie sehen können, haben sowohl China als auch Indien eine deutliche Ergrünung aufzuweisen.
Die Vereinigten Staaten stehen auf Platz 7 der Gesamtveränderung des Vegetationsprozentsatzes pro Jahrzehnt. Natürlich zeigt die untenstehende Grafik nicht den Ausgangspunkt, wo die einzelnen Länder begonnen haben. Ein Land zum Beispiel, das seine Wälder und seine Vegetation weitgehend intakt hielt, hätte wenig Raum, um die prozentuale Vegetation zu erhöhen, während ein Land, das stark entwaldet war, mehr Raum für Wachstum hätte.
Die NASA verwendete ein Spektralradiometerbild mittelstarker Auflösung (MODIS), um ein detailliertes Bild der globalen Vegetation der Erde im Laufe der Zeit zu erhalten. Das Verfahren ermöglichte in den letzten zwei Jahrzehnten eine Auflösung von bis zu 500 Metern.
Sowohl China als auch Indien durchliefen in den 1970er und 80er Jahren Phasen groß angelegter Entwaldung und räumten alt gewachsene Wälder für die Stadtentwicklung und Landwirtschaft. Es ist jedoch klar, dass Menschen, wenn sie mit einem Problem konfrontiert werden, unglaublich geschickt darin sind, eine Lösung zu finden. Als sich der Fokus in den 90er Jahren auf die Reduzierung der Luft- und Bodenverschmutzung und die Bekämpfung des Klimawandels verlagerte, veränderten die beiden Länder ihre insgesamte Landnutzung enorm.
Es ist ermutigend, einen raschen Wandel in der Governance und der Landnutzung zu beobachten, wenn man sich in einem Dilemma befindet. Das ist etwas, das auch in den kommenden Jahrzehnten eine notwendige Kompetenz sein wird.
Trevor Nace ist ein Geologe, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Feinheiten der Erde mitzuteilen. Er hat an der Duke University promoviert, wo er die Geologie und das Klima des Amazonas studierte. Er ist Gründer von Science Trends, einer führenden Quelle für wissenschaftliche Nachrichten und Analysen über alles, vom Klimawandel bis zur Krebsforschung.
- Vergleiche auch: Die positiven Auswirkungen der menschlichen CO2-Emissionen auf das Überleben des Lebens auf der Erde von Patrick Moore