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Nachdem die Finanzierung für den neuen Kohleumschlaghafen «Lavna» am Westufer der Kola-Bucht ins Stocken geriet, wurde der Weiterbau im Herbst 2020 eingestellt. Mit dazu beigetragen hat der sinkenden Kohlepreis und der Verzicht auf Kohle als Energiequelle auf dem europäischen Markt. Bis zur Stilllegung der Baustelle im Herbst 2020 hatte der Staat bereits 32 Milliarden Rubel (347 Mio. Euro) in das Projekt investiert und diverse andere Investoren 15 Milliarden Rubel (163 Mio. Euro). Nun soll das Projekt fertig gebaut werden und im Jahr 2024 in Betrieb gehen.
Die Entscheidung für den Bau des Lavna-Kohleterminals im Rahmen der Entwicklung des Verkehrsknotenpunkts Murmansk wurde bereits 2012 getroffen. Das Projekt mit einer Kapazität von 18 Millionen Tonnen Jahresleistung geriet aber schon früher in Turbulenzen. Mehrmals änderten sich die Investorengruppen und Finanzierungspläne und das Projekt kam ins Stottern. Zudem war ein Verzicht auf Kohle auf dem europäischen Markt zu diesem Zeitpunkt noch kein Thema. Nun sollen die Arbeiten wieder aufgenommen werden und die Hafenanlage im Jahr 2024 in Betrieb gehen, aber nicht mehr als reiner Kohleumschlag-Hafen.
Das Lavna-Projekt umfasst auch den Bau einer 46 km langen Eisenbahnstrecke entlang der Westküste der Kola Bay. Die neue Linie soll mit dem bereits bestehenden Eisenbahnnetz verbunden werden. Derzeit ist das Projekt zu 56,4 Prozent fertig. Die Finanzierungs-Gesellschaft STLC ist der Hauptinvestor dieses Projektes. Man sieht, dass bereits eine Menge Arbeit abgeschlossen wurde. Bei einer gemeinsamen Besichtigung der Baustelle unterstrichen der Firmenleiter und der Gouverneur von Murmansk, Andrey Chibis, dass die Eisenbahn bis im Jahr 2023 fertiggestellt werden soll.
„Wir alle möchten, dass das Projekt über die erforderlichen Mittel verfügt und die Bauarbeiten wieder fortgesetzt werden. Die Nutzung des Potenzials des eisfreien Hafens im Norden Russlands ist eine unserer strategischen Prioritäten, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung der Nordseeroute. Jetzt ist die Hauptaufgabe die Fertigstellung der Eisenbahn. Lösungen hierfür wurden gefunden und es wurde viel Arbeit dazu geleistet. Es ist großartig, dass wir heute auch über die Erweiterung des Ladungsangebots des Hafens von Lavna und andere Häfen sprechen, welche wir noch bauen wollen“, kommentierte Andrey Chibis, Gouverneur der Region Murmansk.
Geplant ist, dass der ursprünglich als Kohleterminal geplante Hafen von Lavna zusätzlich auf die Möglichkeit des Umschlags von Stückgut und Containern ausgelegt werden soll.
Heiner Kubny, PolarJournal