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Sie sind zwischen 13 und 19 Jahre alt und kämpfen für eine bessere Zukunft. Diese Jugendlichen sind die wichtigsten Change-Makers der Welt – und derzeit zu Gast am WEF in Davos.
Die 15-jährige Autumn Peltier kommt aus Ontario im Südosten Kanadas. Sie gehört der Wikwemikong First Nation an, einem indigenen Volk in Kanada. Seit Kindesalter setzt sich Autumn dafür ein, dass alle indigenen Völker in Kanada Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Denn: Viele Haushalte von Indigenen sind nicht an das Wasseraufbereitungssystem angeschlossen. Das Trinkwasser ist von der Aktivität der Industrie und Ölpipelines kontaminiert. Trotz ihres jungen Alters scheut Autumn keine Konfrontation. Sie sprach schon vor Politikerinnen und Politikern der Vereinten Nationen, trat in internationalen TV-Shows auf und kritisierte den kanadischen Premierminister bei einem gemeinsamen Auftritt scharf.
Sie ist die bekannteste Klimaaktivistin von Südafrika. Die Mutter von Ayakha Melithafa arbeitet als Bäuerin im Westkap, einer Provinz im Südwesten des Landes, wo Dürreperioden und Wasserknappheit das Leben der Menschen stark im Griff haben. Das bewog Ayakha zum Handeln. Sie ist Teil des afrikanischen Klimabündnisses und des Projekts «90 by 2030», das sich für eine CO2-Reduktion um 90 Prozent bis im Jahr 2030 einsetzt.
Der Neuseeländer Cruz Erdmann ist in Bali geboren und aufgewachsen. Dank seinen Eltern, die als Meeresschützer arbeiten, entdeckte er früh seine Faszination für die Tiefen des Ozeans. Er hat mehrere hundert Tauchgänge absolviert und fotografiert die Unterwasserwelt, seit er zwölf Jahre alt ist. Vergangenes Jahr zeichnete ihn das Londoner Naturkundemuseum mit dem Titel des «Jungen Wildfotografen des Jahres» aus. Ihm gelang eine spektakuläre Nachtaufnahme eines Riffkalmars.
Fionn wuchs in einem Dorf an der Südwestküste von Irland auf. Seine Freizeit verbringt er gerne am und im Meer. Das ist der Grund, warum ihn die Wasserverschmutzung durch Plastik schon früh zu beschäftigen begann. Mit gerade mal 18 Jahren entwickelte Fionn Ferreira eine Methode, um Mikroplastik aus dem Wasser zu entfernen. Dazu benutzt er eine selber hergestellte Flüssigkeit namens Ferrofluid, die im Wasser Mikroplastik zusammenfügt. Er hofft, dass seine Methode in Zukunft in Kläranlagen angewandt wird, um zu verhindern, dass Mikroplastik ins Meer oder Grundwasser gelangt. Sein Projekt gewann 2019 den Hauptpreis des Wissenschaftswettbewerbs «Google Science Fair».
Wer sie ist, muss inzwischen nicht mehr gross erklärt werden. Die Schwedin Greta Thunberg fehlt inzwischen an keinem Gipfeltreffen der Grossen und Mächtigen dieser Welt. Seit ihrem 8. Lebensjahr beschäftigt sie sich mit dem Klimawandel. Mit ihrem Schulstreik löste sie 2018 eine Massenbewegung aus. Hunderttausende Schülerinnen und Schüler rund um den Globus folgen seither ihrem Beispiel und streiken jeden Freitag, um gegen die Klimapolitik in ihren Ländern zu protestieren.
Sie weiss, wie es aussieht, wenn das Meer durch Plastik verschmutzt wird. Halb Indonesierin und halb Holländerin, ist Melati Wijsen auf der Insel Bali aufgewachsen, wo es nebst schönen Stränden eben auch sehr viel Plastikmüll im Meer gibt. Gemeinsam mit ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Isabel gründete sie die Kampagne «Bye Bye Plasticbags», die Aufklärungsarbeit betreibt, Workshops anbietet und zu Strandsäuberungsaktionen aufruft. Inzwischen ist die Kampagne zu einer international bekannten Bewegung geworden. Dank dem Einsatz der Schwestern beschloss die Regierung von Bali Ende Dezember 2018, Einwegprodukte aus Plastik zu verbieten.
Mohamad Al Jounde wurde in Syrien geboren, musste aber wegen des Bürgerkriegs mit seiner Familie in den Libanon flüchten. Wie viele andere Flüchtlingskinder auch konnte er dort nicht am Schulunterricht teilnehmen. Also half sich Mohamad selbst. Zusammen mit seinen Eltern gründete er als 12-Jähriger eine Schule in einem Flüchtlingscamp, wo 200 Kinder Zugang zu Bildung erhielten. Heute ist er im Camp als Lehrer tätig.
Seit ihrer Rede für die «March for Our Lives»-Bewegung ist Naomi Wadler eine Ikone. Angefangen hatte alles mit einem Protest in Gedenken an die 17 Toten des Schulmassakers von Parkland, den die 13-Jährige mitorganisierte. Lokalen Journalisten sagte sie, dass sie insbesondere auf afroamerikanische Frauen aufmerksam machen wolle, die durch Waffengewalt ihre Leben verlieren. Ihre Mission ist seither, schwarze Mädchen in den USA zu ermächtigen und ihnen eine Stimme zu geben.
Trotz ihres jungen Alters hat Natasha schon so einiges erreicht. Sie ist Junior-Reporterin, Aktivistin für Kinder- und Frauenrechte und Mitglied in einem Mediennetzwerk, das Aufklärungsarbeit betreibt. In Sambia geboren und aufgewachsen, engagiert sie sich stark gegen die Kinderheirat. Aufgrund ihrer Arbeit wurde sie in den Jugendbeirat der Kommission der Afrikanischen Union gewählt. Weil sie sich auch für die HIV- und AIDS-Hilfe einsetzt, wurde sie 2019 von der Weltgesundheitsorganisation mit dem Global Award ausgezeichnet.
Als der Hurrikan María 2017 Puerto Rico verwüstete, stand das Dorf von Salvador vor der Aussicht, mindestens ein Jahr lang ohne Elektrizität auskommen zu müssen. Er rief die Kampagne «Licht und Hoffnung für Puerto Rico» ins Leben. Innerhalb von drei Wochen sammelte er 65'000 Dollar, um über 3000 Familien auf der Insel mit solarbetriebenen Lampen und handbetriebenen Waschmaschinen zu versorgen. Auch zwei Jahre nach dem Sturm arbeitet Salvador an der Einführung intelligenter Energiesysteme in seiner Heimat. 2017 wurde er vom «Time Magazine» zu einem der 30 einflussreichsten Teenager ernannt.
(sar)