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«Das Wunder» von Emma Donoghue
Buchtipp von Brigit Tonet, Bibliothekarin Zollikon
Mitte des 19. Jahrhunderts wird Lib Wright, eine Krankenschwester, die von der berühmten Florence Nightingale persönlich ausgebildet wurde, in ein kleines irisches Dorf gerufen. Dort soll seit vier Monaten die kleine Anna O’Donnell keine Nahrung mehr zu sich genommen haben. Das streng gläubige Mädchen ist überzeugt davon, dass es durch Gottes Liebe allein leben kann, ohne zu essen.
Lib und eine Nonne sollen nun während zwei Wochen das Mädchen überwachen, um bei der Aufdeckung eines Betrugs oder auch eines Wunders mitzuhelfen. Durch die Überwachung des Mädchens werden unterschiedliche Gefühle in Lib wach: Erst spürt sie Ablehnung für diesen «Balg», dann jedoch kommen langsam auch Achtung und Bewunderung auf. Handelt es sich tatsächlich um einen Schwindel? Die Sorge um das Kind, mit dem die Autorin Emma Donoghue auch den Leser ansteckt, wächst und wächst…
Die bildhafte und dennoch schnörkellose Sprache des Romans fesselt.