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Eine einwöchige Schönwetterphase führte nicht nur zu einer mehrheitlich günstigen Lawinensituation. Gleichzeitig bildete sich vielerorts an windgeschützten Hängen eine ungünstige Oberfläche. Dann folgte der Schnee. Die alte Oberfläche wurde zur relevanten Schwachschicht für Lawinenauslösungen.
Besonders im Süden, wo bereits im November viel Schnee fiel, lösten sich einzelne Gleitschneelawinen (Bildgalerie).
Ganz im Westen, am Alpensüdhang und in Graubünden schneite es zeitweise. Die Neuschneemengen blieben aber mit 10 bis 20 cm auch in diesen Gebieten eher gering (Abb. 1). Nur ganz im Westen fiel bis 30 cm Schnee. Im Norden blies der Südföhn stark und es blieb trocken. In der Höhe wurde teils noch lockerer Schnee verfrachtet. In den Föhngebieten war der Einfluss des starken Windes nicht übersehbar: windausgesetzte Stellen waren abgeblasen (Abb. 2), Triebschnee lag vor allem in Rinnen und Mulden, und war teils leicht auslösbar (Abb. 3).
Es war meist sonnig. Der Wind wechselte mehrfach Richtung und Stärke. Er blies am Dienstag, 3. Dezember stark aus Nordost, am Donnerstag, 5. Dezember stark aus Süd und drehte am Freitag auf West. Mit Temperaturen zwischen 0°C und +6 °C auf 2000 m war es recht mild.
In der Nacht auf Samstag, 7. Dezember, fielen im Norden ein paar Schneeflocken. Am Wochenende war es meist sonnig. Der Wind blies am Alpennordhang und in der Höhe stark aus Südwest bis West. Lokal entstanden erneut kleine Triebschneeansammlungen.
Während der Schönwetterphase wandelte sich die Schneeoberfläche um: bestand sie zu Monatsbeginn verbreitet aus lockerem Neuschnee (Abb. 4a), so war sie rund eine Woche später an windgeschützten West-, Nord- und Osthängen aufbauend umgewandelt, aber immer noch locker (Abb. 4b). In Tallagen wurde grosser Oberflächenreif beobachtet, an Südhängen hatte sich eine Schmelzharschkruste gebildet.
Die Lawinensituation war mehrheitlich günstig. Lawinenauslösungen durch Personen waren äusserst selten, obwohl teils sehr steile Abfahrten gemacht wurden. Vereinzelt wurden unterhalb von rund 2400 m kleine bis mittlere Gleitschneelawinen gemeldet.
In der Nacht auf Montag, 9. Dezember setzte im Westen Schneefall ein. Die Schneefallgrenze lag zunächst bei 1500 bis 2000 m, sank am Montag aber bis gegen 1000 m. Bis Dienstagmorgen fiel am Alpennordhang und im Unterwallis 30 bis 50 cm Schnee, begleitet von starkem West- bis Nordwestwind (Abb. 5). Auch der Westen des Juras wurde oberhalb von 1000 m mit viel Schnee versorgt (Abb. 6). Nur ganz im Süden und in den Bündner Südtälern blieb es trocken. Am Dienstag war es recht sonnig.
War die aufbauend umgewandelte Schneeoberfläche am Sonntag noch ein Vergnügen für Pulverschneeabfahrten, so war sie nun die für Lawinenauslösungen relevante Schwachschicht. Am Dienstag wurden durch die Sicherheitsverantwortlichen in den Skigebieten mit Lawinensprengungen kleine und mittlere Lawinen ausgelöst. Auch einzelne spontane Lawinen und Lawinenauslösungen durch Personen wurden gemeldet (Abb. 7 und 8). Wummgeräusche waren ein klares Anzeichen, dass die Schneedecke instabil war.
Am Mittwoch, 11. Dezember war es im Osten zunächst noch sonnig. Von Westen erreichte eine erneute Störung die Schweiz. Diese brachte bis Donnerstagmorgen, 12. Dezember verbreitet 5 bis 10 cm Schnee. Nur in Südbünden und am Alpensüdhang blieb es trocken.
Die Lawinengefahr änderte kaum. Am Alpennordhang, im Wallis sowie in Nordbünden war sie verbreitet erheblich (Stufe 3), sonst mässig (Stufe 2) oder gering (Stufe 1).
Am 12. Dezember lag der drei Tage vorher gefallene Neu- und Triebschnee an windgeschützten West-, Nord- und Osthängen auf der aufbauend umgewandelten und lockeren Schwachschicht, welche sich in der einwöchigen, vorgängig beschriebenen Schönwetterphase gebildet hatte (Abb. 9). Darunter war die Schneedecke teils gut verfestigt, teils aber auch weich und aufbauend umgewandelt. Letzteres war besonders in den inneralpinen Gebieten des Wallis der Fall (Abb. 9, Region A). Entlang des Alpenhauptkamms vom Simplongebiet bis ins Berninagebiet, sowie südlich davon, war der Schneedeckenaufbau günstig (Abb. 9, Region B).
Auf den 9. Dezember wurde für den Jura das erste tägliche Lawinenbulletin des Winters 2018/19 publiziert. Am Morgen des 10. Dezember erschien ein unangekündigtes Lawinenbulletin, da es Teilen Nordbündens mehr Schnee gab als erwartet worden war.
Es wurden zwei Lawinen gemeldet, bei welchen Personen mitgerissen wurden: am 1.12. am Silberplatten (2070 m, N; Nesslau/SG) und am 7.12. oberhalb des Simplonpasses (VS; 2130 m, E).
Zudem löste sich in den ersten Dezembertagen eine kleinflächige, aber recht mächtige Triebschneeansammlung oberhalb einer Lawinenverbauung in Vals (GR). Trotz der kleinen Ausmasse und der geringen Sturzhöhe beschädigte die Lawine mehrere Elemente einer Werkreihe (Abb. 10).
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.