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Bislang sei über das mittelalterliche Städtchen Fridau bei Fulenbach nur wenig bekannt gewesen, teilte die Solothurner Staatskanzlei im Zusammenhang mit dem Anfang Dezember publizierten Jahresbericht «Archäologie und Denkmalpflege im Kanton Solothurn» mit.
Das Areal des Städtchens am linken Aareufer sei von etwa 1880 bis 1947 durch den Kiesabbau weitgehend zerstört worden. Um 1955 sei die Kiesgrube dann gar mit Industrieabfällen wie Eisenspänen und Schutt wieder aufgefüllt worden.
Drei untergegangene Städtchen
Fridau war eine von fünf mittelalterlichen Städten auf dem Gebiet des heutigen Kantons Solothurn, wie im Jahresbericht steht. Nur Solothurn und Olten haben bis in die Neuzeit überlebt. Wie Fridau seien auch die Städtegründungen Altreu bei Selzach und Klus bei Balsthal im 14. Jahrhundert wieder aufgegeben worden.
Die von den Froburgern wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gegründete Stadt Fridau habe ein etwa 100 Mal 160 Meter grosses Plateau eingenommen. Eine Aarebrücke verband das Städtchen mit dem Gebiet der heutigen Gemeinde Murgenthal.
Heute ist dieses Plateau an der Aare zu einem grossen Teil mit neueren Wohnhäusern überbaut. In der Jugendzeit des 1935 geborenen Roman Candio, der heute als Kunstmaler in Solothurn lebt, wurde dort noch Kies abgebaut.
Scherben, Eisenobjekte und Tierknochen
Rund 450 Objekte habe Candio, der in einem Haus neben der Kiesgrube aufwuchs, mit Freunden und Arbeitern in der Kiesgrube geborgen und vor einigen Jahren dem Dorfmuseum Fulenbach übergeben.
Die Sammlung umfasse etwa 240 Scherben von Gefässen und Ofenkeramik, an die 120 Fragmente von Ofen- oder Wandlehm sowie Eisenobjekte, Tierknochen und einen prähistorischen Silex. Für die Aufarbeitung der Stadtgeschichte befragten die Archäologen Candio, der sogar noch die Situation seiner Funde habe skizzieren können.
(sda/dwy)
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