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Vor kurzem habe ich eine neue Kundin von einer Eingliederungsberaterin zugeteilt bekommen. Sie und ihr Ehemann sind ausländischer Herkunft und die Sprache eher ein Hindernis. Vor allem für sie. Sie spricht nur gebrochen Deutsch und der Akzent macht es noch schwieriger. Da der Ehemann seit seiner Jugendzeit in der Schweiz ist, kann er sich gut in Deutsch verständigen.
Während meiner Begleitung hat sich herausgestellt, dass der Ehemann seiner Frau alle Herausforderungen aus dem Weg geräumt hat. Er hat sie bei der Arbeit unterstützt und die schweren Aufgaben erledigt. Er hat für sie den Übersetzungsdienst übernommen. Er führt die Gespräche mit den Vorgesetzten. Seine Frau sei schüchtern, meint er. Sie habe Angst mit Leuten zu reden. Warum sie mir gegenüber Vertrauen gefasst hat, weiss ich nicht. Aber mit mir redet sie und sie will auch ihren Mann nicht immer dabei haben.
Worauf ich hinaus will. Die Ehefrau ist völlig unselbständig. Der Ehemann hat sie aus Liebe und Fürsorge klein gehalten. Er hat es gut gemeint. So wie der Mann, der dem Schmetterling aus dem Kokon geholfen hat. Kennst du die Geschichte? Die Kurzfassung. Ein Mann hilft einer Raupe aus dem Kokon. Sie ist am Schluss nicht fähig zu fliegen, da der Mann in gutem Glauben in die Entwicklung eingegriffen und den Schmetterling dem Kraftakt beraubt hat, der seine Entwicklung abgeschlossen hätte. Hier ist noch die ganze Geschichte: https://www.zeitblueten.com/news/der-verkrueppelte-schmetterling/
Wie ist es bei dir? Helfen ist ja eine gute Sache. Aber hilfst du jemandem in die Unselbständigkeit? Oder hilfst du jemandem, sich selber zu helfen? Ja, es gibt einen Unterschied. Wähle mit Bedacht.