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1 und 3 tritt eine Unterbrechung nicht ein, wenn eine Vertretung durch einen Prozeßbevollmächtigten stattfindet. Bei der
Unterbrechung hört der Lauf einer jeden Frist auf; nach Beendigung der Unterbrechung (durch »Aufnahme" des Verfahrens, s. d.) beginnt die volle Frist
von neuem zu laufen. Unterbrechung durch Kabinettsjustiz ist unzulässig.
desVerfahrens. Die Deutsche Civilprozeßordnung ist darauf bedacht, dem anhängig gewordenen Rechtsstreite
den Fortgang zu sichern. Gewissen Umständen räumt sie jedoch die Wirkung ein, daß das Verfahren dadurch
Stillstand erfährt. Dahin gehört zunächst eine, sei es ausdrückliche, sei es stillschweigende, d. h.
durch Ausbleiben im Verhandlungstermine kundgegebene Vereinbarung beider Parteien, daß das Verfahren ruhen solle. In diesem
Falle ruht der Prozeß, bis eine Partei von neuem ladet. Aber es giebt auch Unterbrechungsgründe ohne oder wider Willen
der Parteien. Solche Unterbrechungsgründe sind:
1) Der Tod einer Partei. Die dauert bis zur Aufnahme durch den Rechtsnachfolger; gegen den säumigen Rechtsnachfolger kann
der Gegner die Aufnahme betreiben.
2) Durch die Konkurseröffnung werden die die Konkursmasse betreffenden Prozesse unterbrochen bis zur Aufnahme nach den konkursrechtlichen
Bestimmungen oder bis zur Aufhebung des Konkurses.
3) Verliert eine Partei die Prozeßfähigkeit, oder stirbt ihr gesetzlicher
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Vertreter oder endigt dessen Vertretungsbefugnis, ohne daß die Partei prozeßfähig geworden ist, so wird der Prozeß unterbrochen.
Die dauert so lange, bis der gesetzliche Vertreter, oder der neue gesetzliche Vertreter dem Gegner von seiner BestellungAnzeige
macht, oder bis dieser jenem seine Absicht anzeigt, den Prozeß fortzusetzen. Für die Aufnahme gilt das
Gleiche, wenn im Fall der durch den Tod ein Nachlaßkurator bestellt ist.
5) Wenn durch Krieg oder ein anderes Ereignis die Thätigkeit des Gerichts aufhört, so tritt für die Dauer dieses Zustandes
des Verfahrens ein. Ausnahmsweise haben Tod, Verlust der Prozeßfähigkeit und Wegfall des gesetzlichen Vertreters des Verfahrens
nicht zur Folge, wenn die Partei durch einen Prozeßbevollmächtigten vertreten war; indes muß das Gericht
auf Antrag des Prozeßbevollmächtigten, im Todesfall auch auf Antrag des Gegners das Verfahren aussetzen.
Die tritt, zum Unterschiede von der Aussetzung (s. d.), allemal kraft Gesetzes von selbst ein. Beide haben aber
die gleiche Wirkung, daß während ihrer Dauer der Lauf jeder Frist aufhört, nach ihrer Beendigung die
volle Frist von neuem zu laufen beginnt, auch die wahrend ihrer Dauer von einer Partei vorgenommenen Prozeßhandlungen der
andern Partei gegenüber ohne rechtliche Wirkung bleiben. Die Aufnahme des Verfahrens erfolgt in allen Fällen, wenn sie nicht
ohne weiteres in der mündlichen Verhandlung erklärt wird, durch Zustellung eines Schriftsatzes. (Vgl.
Civilprozeßordnung §§. 217-229; ähnlich die Osterr. Civilprozeßordn. §§ 155-170.)