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Schon in der Anfangsphase der bewaffneten Auseinandersetzung in Chiapas zu Beginn des Jahres 1994 vereinbarten die Konfliktparteien mit Unterstützung des Bischofs von San Cristobal de Las Casas, Monisgnore Samuel Ruiz, einen Waffenstillstand. In der Folge mündeten intensive Verhandlungen in ein Abkommen, das eine Verbesserung der Lebensbedingungen in Chiapas, eine Amnestie der Aufständischen und eine Anerkennung der Selbstbestimmungsforderungen der indigenen Bevölkerung beinhaltet. Bis heute weigert sich die mexikanische Regierung allerdings, entsprechende Taten folgen zu lassen.
Die mexikanische «Koordination der Nichtregierungsorganisationen für den Frieden» (CONPAZ) fordert daher schon seit dem Frühling 1994 internationale und zivilgesellschaftliche Organisationen aus der ganzen Welt auf, den Friedensprozess in Chiapas zu unterstützen. Als die mexikanische Regierung im Februar 1995 eine militärische Offensive gegen zaptistische Gebiete startete, konkretisierte sich dieser Ansatz mit der Bildung von zivilen Friedenscamps. Gegenwärtig gibt es solche Camps in fast dreissig Gemeinden.
Die Friedenscamps versuchen, Räume für den Dialog in der zivilen Gesellschaft zu öffnen und so die Verwirklichung der Selbstbestimmungsrechte der indigenen Gemeinschaften zu begleiten. Die ständige Präsenz der internationalen BeobachterInnen ist zudem ein Gegengewicht zur militärischen Einschüchterungskampagne. Sie erschwert gravierende Menschenrechtsverletzungen und erlaubt es der Zivilbevölkerung, sich um ihren alltäglichen Überlebenskampf zu kümmern. Für die Menschen in Chiapas ist es sehr wichtig, dass die internationale Gemeinschaft an ihrem Schicksal teilnimmt. Die Friedenscamps helfen ihnen, ihre Hoffnung und ihre Würde zu bewahren.
Seit Herbst 1996 engagieren sich im Rahmen des Projekts CORSAM auch FriedensbeobachterInnen aus der Schweiz in Chiapas. Diese auf Anregung von Bischof Samuel Ruiz gebildete «Schweizerische Koordination zur Unterstützung der Friedenscamps in Chiapas» wird von Hilfswerken und verschiedenen Friedensorganisationen (z.B. PBI) unterstützt. CORSAM bereitet nicht nur Freiwillige auf ihren Einsatz in Chiapas vor, sondern will auch die Schweizer Bevölkerung über die Hintergründe des Konfliktes informieren und für die Chancen gewaltfreier Konfliktbearbeitung sensibilisieren.
Nach der jüngsten Gewalteskalation sind internationale BeobachterInnen in Chiapas nötiger denn je. CORSAM sucht Frauen und Männer, die mindestens zwei Monate in Friedencamps verbringen wollen. Ihre Aufgabe besteht darin, anwesend zu sein, zu sehen, gesehen zu werden und zu berichten. Die Freiwilligen verhalten sich unparteiisch und meiden bewaffnete Aktionen. Gefordert ist ein Mindestalter von 22 Jahren, physische und psychische Belastbarkeit, gute Spanischkenntnisse, Teamfähigkeit, Bereitschaft zu Vorbereitung und nachträglicher Informationsarbeit. Der finanzielle Aufwand beläuft sich auf ca. 2500 Franken.
Weitere Informationen sind erhältlich über. CORSAM, Postfach 11, 5015 Niederlinsbach, Tel./Fax (062)844 39 07.
Andrea, CORSAM-Koordinatorin für die französische Schweiz.