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1981 Beginn der malerischen Tätigkeit parallel zum Studium der Kunstgeschichte und Deutschen Literatur an der Universität Zürich. Freundschaft mit Leiko Ikemura und Martin Disler. 1983 Abschluss des Studiums und Übersiedlung von Zürich nach New York, Lower East Side; autodidaktische Lehrjahre als Maler. Auseinandersetzung mit der ethnischen Vielfalt in New York; Bekanntschaften mit den Fotografen Peter Hujar und Allen Frame, dem Maler Hans Witschi und dem Schauspieler und Theaterregisseur Terry Robinson, Halls langjährigem Lebenspartner. 1987 erste Einzelausstellung in der Robertson Gallery, New York; 1992–93 Ausstellung mit Hans Witschi am Swiss Institute, New York. Seit 1988 regelmässige Aufenthalte und Ausstellungen in der Schweiz. 2001–02 Einzelausstellung im Kunstmuseum Solothurn. 1988 Stipendium für bildende Kunst der Stadt Zürich, 1989 Studien- und Werkbeitrag des Kantons Zürich, 1993 Atelierstipendium des Kantons Zürich in Paris. 2006 erstmalige Präsentation der Bronzefigurinen in der Galerie Stephan Witschi in Zürich.
Hall bleibt in seinem Schaffen stets der Figuration verpflichtet, folgt aber keinem akademischen Perfektionismus. Klassische Fragestellungen nach Vergänglichkeit, Leben und Tod setzt er zeitgemäss um, indem er den Menschen nicht überhöht, sondern dessen Unvollkommenheit und Geworfenheit im Alltagsleben thematisiert. Dazu wählt Hall, ähnlich der ostasiatischen Kunst, ungewöhnliche Perspektiven – angeschnittene Motive oder schmale Hochformate – sowie anatomische Ver- und Überzeichnungen. Als Vorlage dienen dabei Fotografien zuvor arrangierter Situationen. Neben Personen porträtiert Hall banale Dinge wie Stühle, Badewannen, Toiletten oder Betten in menschenleeren Interieurs; später beschäftigt er sich auch mit Aussenräumen. Narrative Elemente – etwa ein auf dem Stuhl aufgeschlagenes Buch (Stuhl, 1990), die in der Badewanne zurückgelassene Seife (Bathub I, 1991), ein verlassener Liegestuhl (My Mother’s Garden, 2004) – verweisen auf abwesende Bewohnerinnen und Bewohner. Das Memento mori visualisiert Hall in Darstellungen von Spielen: einer Murmelbahn, dem Kinderhüpfspiel Himmel und Hölle oder einem in die Ecke gestellten Billardqueue.
Magdalena Plüss, 2008
SIK ART Lexikon zur Kunst in der Schweiz