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Natürlich muss auch ich ab und zu gärtnern und mache so Ableger meiner Korallen. Daneben vermehrte ich auf natürliche Weise diverse Anemonen, Schnecken und die gelbe Seewalze. Bei den Fischen züchte ich in kleinem Rahmen P. kauderni, den Samtanemonenfisch 2, H. abdominalis, H. barbouri, H. comes, H. erectus, H. guttulatus, H. kimmich, H. reidi, H. subelongatus, H. zosterae und Sulu Seenadeln. Versuche laufen bei der Jansis Seenadel, Gebänderten Scherengarnele, Wurdemanns Garnele, beim Kuda Seepferdchen, Schwarzschwanzpreussenfisch, Azur Riffbarsch und LSD Mandarin-Fisch. Allgemeine Infos zur Zucht von Meerwasserfischen. Lesen Sie alles über Seepferdchen in der Meerwasseraquaristik.

Die Nachzucht von Premnas epigrammata, Samtkorallenfisch (Premnas biaculeatus 2, Samtanemonenfisch)
Premnas biaculeatus 2 laichen meist Nachmittags ab in einem Rhythmus von 10 bis 17 Tagen. Zuvor säubern beide penibel mit den Mäulern die Stelle, wo das Gelegen hinkommen soll. Das Weibchen legt die Eier in Reihen an den Stein mittels der ausgefahrenen Legeröhre. Nach jeder Reihe besamt das Männchen das Gelege. Dieses Wechselspiel dauert ca. 30 Minuten. Das Gelege besteht aus hunderten von Eiern und liegt in der Regel direkt neben der Wirtsanemone an einer senkrechten Stelle eines relativ glatten Steins. Der Umstand, dass die Tentakel der Anemone die Eier gelegentlich berühren schadet diesen nicht und erleichtert den Premnas biaculeatus 2 die Verteidigung des Geleges. Das kleinere Männchen übernimmt in erster Linie die Pflege und Verteidigung des Geleges. Ab und zu wird es für kurze Zeit vom Weibchen abgelöst oder dieses hilft bei der Verteidigung. Die Eier sind zu Beginn leuchtend orange, verlieren ihre Leuchtkraft, werden braun und schlussendlich scheinen sie silbrig dank der Augen der Larven in den Eiern.
Wenn man den Tag des Ablaichens als Tag 1 rechnet, dann schlüpfen die Larven in der Nacht von Tag 9 auf Tag 10. Manchmal auch einen Tag früher oder kombiniert. Bei mir geht das Licht um 10 Uhr aus. Die Larven schlüpfen dann vor Mitternacht während etwa 30 Minuten. Will man die Larven abschöpfen, ist es wichtig vor dem Schlüpfen die Strömungspumpen abzuschalten. Angezogen durch den Schein des Mondlichts, kommen die Larven in dessen Kegel. Nun beginnt das Abschöpfen mittels eines durchsichtigen Messkrugs. Mit einem grossen Feinmaschigen Netz kann man die Larven an die Oberfläche geleiten und sie dort mit dem Becher abschöpfen.
Die Larven samt Aquarienwasser gibt man nun direkt in die spätestens beim Zeitpunkt des Ablaichens angesetzten Copepodenkultur. Die Copepodenkultur erhält man dadurch, dass man ein durchsichtiges Becken (Glas oder Plexiglas) mit den Abmessungen 45x25x25 etwa zu 20% mit Wasser aus einem gut eingefahrenen Aquarium füllt und dann mittels eines Lufthebers (mit Ausströmerstein) leicht belüftet. Kein Wasserwechsel und höchstens sehr sparsam mit Selco Plus bis maximal 24 Stunden vor dem Schlupf füttern. Das Wasser muss ein mal pro Tag klar werden! Falls sich auch Phytoplankton entwickeln sollte (das Wasser wird grün) so schadet dies nicht. Parallel muss man eine reine Brachionuskultur ansetzen oder diese auch platzbedingt mit Artemia kombinieren. Alle Kulturen sollten direkt am Fenster (oder im Sommer auch draussen) stehen und so viel Licht erhalten. Eine zusätzliche Beleuchtung ist dann nicht nötig. Brachionus entwickeln sich bei etwas höheren Temperaturen ca. 28 Grad Celsius optimal. Sie müssen gefüttert werden, damit konstant eine hohe Dichte verfügbar ist und sie einen guten Nährwert haben.
Die Larven der Premnas biaculeatus 2 bleiben nun 2 Wochen in der Copepodenkultur ohne Wasserwechsel. Das verdunstete Wasser muss jedoch ab und zu nachgefüllt werden. Hin und wieder gibt man ausgesiebte Brachionus hinzu. Zu Beginn legen sich die Larven zwischendurch gerne auf den Boden oder an eine Scheibe. Dies wird jedoch von Tag zu Tag weniger der Fall. Ein wichtiger Schritt ist der 3. Tag. Larven der Premnas biaculeatus 2 die dann noch leben, haben eine gute Chance gross zu werden. Farblich entwickeln sich die Premnas biaculeatus 2 am stärksten vom 13 bis zum 18 Tag. (Diese Umfärbungsphase kann aber auch bis zu einer Woche später beginnen.) Die Färbung der Schwanzfolsse beginnt eine Woche später.
Nach 2 Wochen muss langsam mit der Angleichung des Wassers begonnen werden. Hierzu entnimmt man ca. 1-2 Liter Wasser pro Tag und ersetzt es durch Wasser des Kreislaufs, in welchen die Premnas biaculeatus 2 später hineingegeben werden. Ausserdem sollte nun zum ersten Mal der Boden abgesaugt werden. Das Absaugen erfolgt fortan wöchentlich. Versuche mit Lebenden Steinen im Becken haben nicht die gewünschten Veränderungen der Nitritwerte herbeigeführt. Lediglich als Versteckmöglichkeiten für die Premnas biaculeatus 2 haben sie sich in der 5. Woche bewährt, da diese dann besonders agressiv sind. Wenige Caulerpa Algen erfüllen dieses Kriterium jedoch auch und behindern weniger beim Absaugen des Bodens. Nach 2-3 Wochen können auch frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien gefüttert werden.
Nach etwa 5 Wochen kann man die Premnas biaculeatus 2 in ein kleineres Becken geben, welches an den Wasserkreislauf eines grossen Beckens angeschlossen ist. Durch die minime permanente Umwälzung entfällt nun der mühselige manuelle Wasseraustausch. Die regelmässige Fütterung gewinnt dafür an Bedeutung. Ab jetzt sollten kleine Anemonen zur Angewöhnung zur Verfügung stehen, da eine spätere Angewöhnung fehlschlagen kann. Ab einer Grösse von knapp einem cm fressen meine Premnas biaculeatus 2 auch tiefgefrorene Lobstereier. Die Fütterung sollte mindestens 2x pro Tag stattfinden und dem kleinen Appetit der Fische mengenmässig angepasst sein. Nun ist die Zucht erfolgreich verlaufen und die Premnas biaculeatus 2 können mit zunehmender Grösse an unterschiedliches Futter gewöhnt werden.
Die Umfärbung von rot-weiss auf braun-gelb erfolgt erst im Alter von ca. 1,5 Jahren.
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