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Inhalt:
Das medizinische Notfallprogramm wird aktiviert. Als der Holodoktor materialisiert, stellt er fest, daß niemand in der Krankenstation ist. Der Computer unterrichtet den Holodoktor, daß die gesamte Crew die Voyager verlassen hat. Der Doktor will sich gerade wieder deaktivieren, als sich plötzlich Torres durch eine der ausgefallenen Automatiktüren zwängt. Torres erzählt, daß die Voyager von zwei Kazonschiffen überrascht und schwer beschädigt wurde. Janeway habe die Evakuierung befohlen, als ein Warpkernbruch kurz bevorstand. Als der Doktor versucht, die Verletzungen von Torres zu scannen, findet er keine Lebenszeichen.Torres erzählt, sie habe kürzlich in alle wichtige Abteilungen des Schiffes neue Holoprojektoren installiert, so daß der Holodoktor auch die Brücke betreten könne. Dort solle er den Captain versorgen. Der Holodoc wird auf die Brücke transferiert, doch auch dort kann er von Janeway keine Lebenszeichen scannen.Kurz darauf hört man einen Hilferuf von Neelix und der Doktor wird zu Neelix in die Kombüse transferiert. Neelix kämpft gerade mit einem Kazon. Der Doktor hilft, den Feind zu besiegen, wobei sich der Doktor eine Verletzung zuzieht. Der Doktor kehrt auf die Krankenstation zurück und möchte, daß der Computer sein Programm überprüft. Doch der Computer meldet, er könne keine holographischen Systeme in der Krankenstation finden. Auf die Frage, wer er dann sei, bekommt der Holodoc die Antwort, er sei Doktor Zimmerman. Janeway, Torres, Neelix und der Kazon betreten die Krankenstation, und als Janeway verbal alle holographischen Projektionen abschaltet, verschwinden die vier und der Holodoc ist allein.
Plötzlich betritt Lieutenant Barclay, dem Holodoc völlig unbekannt, die Station und gibt sich als Zimmermans Assistent aus. Er erzählt dem Holodoc, er sei in Wahrheit Zimmerman, der sich in einer Simulation befände und sich nur daraus befreien könne, wenn er die Voyager zerstört. Aufgrund eines radioaktiven Unfalls habe Zimmerman seine Identität verloren und glaube nun, tatsächlich der Holodoktor in der Simulation zu sein. Um den Doktor zu überzeugen, startet Barclay die Simulation neu. Der Doktor befindet sich wieder an dem Zeitpunkt, als er zum ersten Mal aktiviert wurde. Doch diesmal ignoriert der Doktor die Verletzten, es gelingt ihm sogar, Tom Paris und Harry Kim zu deaktivieren. Der Doktor ist jedoch noch immer nicht überzeugt, daß er eine reale Person ist. Also entschließt er sich, im Maschinenraum die Leitstelle aller Holoprojektoren zu deaktivieren. Nachdem es getan ist, glaubt der Doktor allmählich, daß er eine reale Person ist, aber er zögert nach wie vor, ob er das Schiff zerstören soll.Gerade als der Doktor auf den Warpkern feuern will, betritt Chakotay den Maschinenraum und sagt dem Doktor, er solle nicht schießen. Er erklärt dem Doktor, daß es einen Unfall gab, als der Doktor auf dem Holodeck war. Alles, was der Doktor erlebt, sei ein Programm, daß sich aus den Unterroutinen seines eigenen Programmes zusammensetzt. Chakotay warnt den Holodoktor. Wenn er die Simulation beendet, wird auch sein Programm gelöscht. Kes erscheint auf der Bildfläche und gibt sich als die Frau des Doktors aus. Chakotay besteht weiter darauf, daß alles nur eine holographische Illusion ist. Der Crew gelingt es schließlich, das Programm zu beenden und den Doktor rechtzeitig in die Krankenstation zurückzutransferieren.
Kritik:
Eine der besten Episoden der ersten Staffel. Inzwischen kann man sich stets entspannt zurücklehnen, wenn man in den Credits den Namen Brannon Braga liest, und auch hier erlebte man eine ganz typische Brannon Braga-Story, die nicht enttäuschte. Langsam muß man sich ernsthaft fragen, was in den letzten Jahren aus Star Trek ohne Brannon Braga geworden wäre. Einige der besten Folgen der letzten TNG-Seasons und auch der ersten beiden Seasons von "Star Trek - Voyager" gehen allein auf sein Konto.
"Das Holo-Syndrom" fesselte regelrecht von der ersten bis zur letzten Sekunde! Typisch für Star Trek, wie die Macher hier völlig selbstverständlich davon ausgehen, daß der Zuschauer das Star Trek-Universum kennt. Wer da zum Beispiel den Pilotfilm nicht gesehen hat, wird diese Folge größtenteils nicht verstehen. Auch sollte man über Holodecks Bescheid wissen, und die Barclay-Figur sollte man auch kennen. (Sowas muß man sich als Fan immer wieder ins Bewußtsein rufen! Nicht alle Zuschauer verfolgen Star Trek regelmäßig und merken sich dann noch einzelne Details!) All das wurde in dieser Episode ohne weitere Erklärung oder gar Rückblenden als bekannt vorausgesetzt und war unerläßlich für das Verständnis der Episode.
Ebenfalls typisch für Star Trek (und noch typischer für Brannon Braga) war die Erwartung, daß der Zuschauer auch wirklich mitdenkt. Da mag sich mancher bei dem Gerede von Holodecks, die sich innerhalb von Holodecks befinden, geistig verabschieden, der SF-Fan erlebte hier aber eine hochoriginelle SF-Story im Stile von Isaac Asimov oder Arthur C. Clarke. Mit "Projections" bewies Star Trek wieder einmal etwas, was der SF-Fan schon lange weiß: Wirklich gute SF hat nichts mit Raumschlachten oder amoklaufenden Aliens zu tun."Projections" gehört zu den budgetsparenden Bottle-Shows (selbst Gaststars gab es in "Projections" nur zwei, nämlich Barclay und den Kazon) und zählt trotzdem zu den besten Episoden der gesamten ersten Staffel! Bei Star Trek verbargen sich schon öfter gerade in den Low Budget-Folgen die Highlights einer Season. (Man denke nur an die TNG-Folge "The Drumhead" (dt.: Das Standgericht) oder an die DS9-Folge "Duet" (dt.: Der undurchschaubare Marritza).)
"Projections" war eine extrem dichte Episode, bei der man nicht blinzeln sollte, will man nicht Gefahr laufen, eine der unzähligen überraschenden Wendungen zu verpassen. Humor und Spannung waren durchgehend vorhanden, und Barclay und der Holodoc (Robert Picardo wieder einmal in Hochform) spielten vorzüglich miteinander. Eine der witzigsten Szenen war unter anderem, als der Holodoc einer verdutzten Janeway erklärte, daß sie gleich auf eine andere Station gebeamt und dort von einem Wesen genannt Caretaker (dt.: Fürsorger) bzw. Banjomann gefoltert wird. Sehr präzise war auch die Rekonstruktion der einzelnen Szenen aus dem Pilotfilm.
Natürlich gab diese Episode auch Einblicke in den Holodoc, diese waren aber nicht aufdringlich dargeboten (und dem aufmerksamen Zuschauer ohnehin längst bekannt). Angedeutet wurde die anscheinend leicht vorhandene Sehnsucht des Doktors, mehr als nur ein Hologramm zu sein. Die Zuneigung, die der Holodoc offenbar gegenüber Kes empfindet, scheint auch ernster zu sein als bisher angenommen.
Viele Fans reagierten auf den Auftritt von Barclay unverständlich hämisch! Haha, so hieß es, von wegen, es kämen keine TNG-Charaktere in "Star Trek - Voyager" vor. Das hat auch nie jemand behauptet, Berman hatte nur gesagt, daß außer Q TNG-Charaktere in der Serie schwer "denkbar" seien. Barclays Auftauchen war extrem originell und logisch erklärt, und vielmehr sollte genau das gewürdigt werden... (In der zweiten Staffel werden es sogar zwei TNG-Figuren sein, welche die Voyager betreten, und zwar Q und Riker.)
Der "Horror-Bluff" gegen Ende war ein typisches Horrorklischee, das in dieser Art in unzähligen Horrorfilmen vorkommt. (Und eine gewisse Vorliebe für Gruselfilme kann man Brannon Braga getrost unterstellen.) Der Horror-Bluff störte aber keineswegs, sondern rundete eine der bis dahin schrägsten Episoden von "Star Trek - Voyager" gelungen ab.Regie führte bei dieser Episode wieder einmal (und nicht zum letzten Mal) Jonathan Frakes, der bei der Drehbuchverteilung das große Los gezogen hat.