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Unsere Familie gehört seit Jahren zu den Hobbyimkern. Nachdem wir die Frühtracht unserer drei Bienenvölker geschleudert hatten, konnten wir eine Ernte von insgesamt 76 kg Honig in 150 Honiggläsern abfüllen. Wissen Sie, wie hart ein Bienenvolk arbeiten muss, um solch eine Menge an Honig zu produzieren? Wie viele Blüten eine Honigbiene anfliegt, um 1 kg Honig zu erzeugen? Sie muss dafür ca. 3 kg Nektar sammeln, was etwa 60 000 Honigblasenfüllungen entspricht. Für nur eine einzige solcher Füllungen aber muss sie, je nach Blütenart, ca. 15–100 Blüten besuchen.
1 kg Honig bedeutet also ca. 900 000 bis sechs Millionen Blütenbesuche! Wie ungeheuer fleissig doch diese Tierchen sind!
Ohne Fleiss kein Preis!
Als Mädchen in einer Berufsschulklasse nach ihrem Berufswunsch gefragt wurden, antwortete eine von ihnen: «Hartzer.» Dieses Mädchen gab das – sie meinte es wohl ernst – als Lebensziel an: Mann und Hartz IV. Welch eine Verdrehung des Systems!
Das Buch der Sprüche bezeichnet Faulheit als ein gefährliches Übel, als Torheit: «Ein Fauler wendet sich im Bett wie die Tür in der Angel. Der Faule steckt seine Hand in die Schüssel, aber es ist ihm zu anstrengend, sie zum Mund zurückzubringen» (Spr. 26,14.15).
Die Folgen der Faulheit werden drastisch beschrieben. «Lässige Hand macht arm, aber der Fleissigen Hand macht reich» (Spr. 10,4). Für einen Arbeitgeber kann es einen beträchtlichen Schaden verursachen, wenn er faule Mitarbeiter hat: «Wie Essig den Zähnen und Rauch den Augen tut, so tut der Faule denen, die ihn senden (einstellen)» (10,26). Wie geht es wohl einer Gesellschaft oder Volkswirtschaft, wenn junge Leute lieber «Hartzer» werden wollen, anstatt zu arbeiten? Oder was wird, wenn Angestellte nach dem Buch «Die Entdeckung der Faulheit – Von der Kunst, bei der Arbeit möglichst wenig zu tun», von Corinne Maier, leben?
«Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh an ihr Tun und lerne von ihr! Wenn sie auch keinen Fürsten noch Hauptmann hat, so bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte» (Spr. 6,6), rät Salomo. Heute ist fast jeder Computerarbeitsplatz mit dem Internet verbunden. Wie stark ist da die Versuchung, noch kurz bei «Welt» oder «Spiegel» vorbeizuschauen! Schnell sind zehn Minuten vorbei und am Nachmittag noch einmal zehn Minuten. Faulheit kann sich ganz unbemerkt ausbreiten. Darum denke ich an die Ameisen oder an meine Bienen. Sie sind unermüdlich an der Arbeit und Millionen von Blütenbesuchen ergeben 76 kg Honig. Auch unsere Arbeit besteht oft aus tausend kleinen Einzelschritten. Gott aber segnet den Fleiss und die Treue im Kleinen, ob bei der Hausarbeit, beim Vorbereiten eines Vortrages, beim Unterrichten von Kindern oder bei der Berechnung einer Statik als Ingenieur.
Mit welch einem Bienenfleiss hat zum Beispiel Johann Sebastian Bach gearbeitet! In seinen ersten fünf Jahren in Leipzig komponierte er in jeder Woche ein oder zwei Kantaten. Parallel arbeitete er an grossen Oratorien. Bis heute staunen die Menschen über die Schaffenskraft und die Genialität dieses Mannes. Hier paarten sich Fleiss und Frömmigkeit. Gebet und Arbeit gehörten zusammen. Das «Soli Deo Gloria» durchzieht das Werk Bachs.
Gott hat uns natürliche (Intelligenz, praktische Fähigkeiten, materielle Gaben) und geistliche Gaben (Glaube, Gebet, Wort Gottes) gegeben. Diese sollen wir fleissig einsetzen: zur Ehre Gottes und zum Wohl unserer Familien, der Gemeinden und der ganzen Gesellschaft.
Lernen wir von den Ameisen und den Bienen! Eine Sammelbiene bestäubt am Tag 200 Blüten, ein Bienenvolk im Schnitt 200 000 Blüten. Wir haben die beste Botschaft der Welt: Jesus hat für unsere Sünden am Kreuz bezahlt, er ist auferstanden und gibt ewiges Leben. Viele Herzen sind mit dieser Botschaft noch nicht «bestäubt» worden. Die Bienen sammeln Nektar und bestäuben die Blüten nebenbei. So können auch wir im Beruf, in Be-gegnungen, im Flugzeug oder in der Bahn, während wir unserer eigentlichen Tätigkeit nachgehen, «Bestäubungsarbeit» leisten und die Frohe Botschaft von Jesus weitersagen.
(Artikelauszug aus ethos 04/2016)