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«Elaines Brustbein sieht aus wie ein mit Haut bespannter Schildkrötenpanzer. Alle Tänzerinnen sind dünn, aber Joan kennt sich mit den infinitesimalen Spielarten der Schlankheit aus, und Elaine hat den minimalistischen Körper derjenigen, die ums Überleben ringen.» Und weil sie zudem noch sehr begabt ist, ist sie jetzt Primaballerina. Joan nicht, sie ist Mutter und lebt auf dem Land. Sie und Elaine waren Freundinnen, Arbeitskolleginnen in der Ballettcompagnie. Bis Joan, nachdem sie eine Liaison mit dem Startänzer Arslan hatte, feststellte, dass sie nicht gut genug ist, um auch im Ballett seine Partnerin zu sein, und abtrat: hinein in die Ehe mit Jugendfreund Jacob. Sie kann endlich zu kämpfen aufhören, während Elaine zum Stern aufsteigt. Doch sie nagen an ihr, die alten Träume. Und auch an Jacob, denn der hat sich nicht in Joan, die Hausfrau, sondern in Joan, die Tänzerin, verliebt. Wunderbar durchkomponierter Roman, der sich über drei Dekaden hinzieht.
— Maggie Shipstead: Dich tanzen zu sehen. DTV, München 2015, 368 Seiten, ca. 24 Franken