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Wespen in unserem Garten
Die sozialen Faltenwespen sind sehr eindrückliche Tiere. Mit ihrer schwarzgelben Färbung signalisieren sie: Achtung Gefahr! Viele fürchten ihre Stiche!
Jedes dieser Völker lebt in einem gemeinsamen Nest. Ihre Königin legt alle Eier, während die Arbeiterinnen die Nester aus Holzraspel bauen und die Brut betreuen.
Im Spätsommer schlüpfen die Jungköniginnen und die Drohnen. Nach dem Hochzeitsflug suchen die jungen Königinnen einen Überwinterungsplatz. Sie sind die einzigen, die bis zu nächsten Jahr überleben.
Die Nester bestehen aus sechseckigen Brutzellen - in jede Brutzelle kommt ein Ei. Daraus schlüpfen die Larven, sie werden von den Arbeiterinnen gepflegt und mit Insekten und Fleisch gefüttert.
Schliesslich verpuppen sich die Larven - und es schlüpfen fertige Wespen.
Die sozialen Wespen ernähren sich von Nektar, Pollen, Frucht- und Pflanzensäften, tierischen Stoffen und Insekten.
In unserem Garten fliegen vor allem französische Feldwespen, man erkennt sie im Flug an ihren hängenden hellgelben Beinen. Französische Feldwespen sind sehr friedlich, sie interessieren sich weder für das Fleisch auf unseren Tellern noch für süsse Desserts.
Ihre kleinen hüllenlosen Nester bauen sie an geschützten Stellen.
Hornissen tauchen immer wieder in rasantem Flug und mit eindrücklichem Brummen in den Blütenstauden auf - sie jagen Insekten.
Die Nester der Hornisse haben, wie diejenigen der Gemeinen Wespe, aussen herum eine Hülle.
Hier hat eine Hornisse eine Gemeine Wespe gefangen und sie, hängend an einem Bein, im Laufe von nur zwei Minuten getötet, Kopf, Hinterteil, Beine und Flügel entfernt und die Brustmuskulatur herauspräpariert. Mit dieser ist sie schliesslich weggeflogen.
Lehmwespen (Eumeninae)
Lehmwespen sind solitäre Wespen, jedes Weibchen baut seine eigenen Brutzellen.
An Steine, Mauern, Pflanzenstängel, Putz oder Beton kleben sie Kugeln und Kamine aus Lehm oder ähnlichen Baustoffen.
Die Flugtiere suchen Nektar an Blüten mit offen liegenden Nektarquellen.
Als Larvenproviant tragen die Weibchen Insekten, welche sie mit einem Stich gelähmt haben, ins Nest. Die Larve verzehrt im Laufe ihrer Entwicklung die eingetragenen Insekten, sie verpuppt sich und schlüpft anschliessend.
Wegwespen (Pompilidae)
Wegwespen sind solitäre Wespen, jedes Weibchen baut seine eigenen Brutzellen.
Sie bauen ihre Nester im sandigen Boden oder sie mauern Brutzellen aus Lehm. Sie bestücken jede Zelle mit je einer Spinne und einem Ei.
Die erwachsenen Insekten ernähren sich von Pollen.
Wegwespen können mit der Beute, wie hier auf dem ersten Bild, viele Meter weit eine glatte Hausmauer hinauflaufen.
Wegwespen sehen zum Teil sehr ähnlich aus, sie sind deshalb schwierig zu bestimmen.
Grabwespen (Spheciformes)
Grabwespen sind ebenfalls solitäre Wespen. Ihre Nester graben sie mit ihren kräftigen Oberkiefern im Boden oder im morschen Holz.
Die Weibchen lähmen ihre Beutetiere mit einem Stich, anschliessend tragen sie diese in selbstgegrabene oder gemauerte Hohlräume und belegen sie mit einem Ei.
Die Grabwespen sind eine grosse und vielfältige Gruppe.
Viele von ihnen sind gelb gezeichnet, andere haben eine rote Hinterleibsbasis, wieder andere sind ganz dunkel.
Echte Blattwespen (Tenthredinidae)
Die Echten Blattwespen sind Pflanzenwespen, sie bilden eine sehr grosse und vielfältige Insektenfamilie.
Echte Blattwespen können nicht stechen, viele Arten sehen aber wie Echte Wespen aus; auf diese Art wirken sie gefährlicher als sie sind.
Echte Blattwespen haben keine Wespentaille.
Die meisten Larven der Echten Blattwespen sehen ähnlich wie Schmetterlingsraupen aus. Sie leben an Blättern von Bäumen, Sträuchern und krautigen Pflanzen. Sie sitzen auf den Blatträndern, bei Gefahr erstarren sie in bizarren Formen.
Schlupfwespen (Ichneumonidae)
Schlupfwespen sind parasitäre Wespen. Sie bauen keine Brutzellen, sondern legen ihre Eier in andere Insekten.
Die geschlüpfte Larve höhlt ihren Wirt allmählich aus. Die lebenswichtigen Organe werden aber vorerst noch geschont, erst ganz am Schluss stirbt das Wirtstier.
Die Wespenlarve verpuppt sich und es schlüpft schliesslich z.B. kein Schmetterling, sondern eine junge Schlupfwespe.
Schlupfwespen sind schlank und die Weibchen haben meist einen deutlichen Legebohrer, der auch sehr lang sein kann. Die Antennen sind lang und dünn.
Goldwespen und Keulenwespen
Goldwespen und Keulenwespen sind Brutparasiten von Wildbienen und Wespen. Die Weibchen legen ihre Eier einzeln in je eine Brutzelle ihres Wirts.
Die frisch geschlüpfte Larve frisst zuerst eventuelle andere Wespeneier und das Wirtsei, nachher verzehrt sie den eingelagerten Proviant und verpuppt sich. Nach zwei bis drei Wochen, oder erst im nächsten Frühling, schlüpft die fertige Wespe.
Schmalbauchwespen (Gasteruptiidae)
Schmalbauchwespen sind Brutparasiten bei verschiedenen Wildbienenarten.
Die Wespe legt ihr Ei in ein Bienennest, die frisch geschlüpfte Larve legt sich auf das Bienenei und saugt es aus. Nachher lebt sie vom Pollenproviant der Wildbiene.
Sie kann auch die Wände zu Nachbarzellen durchbrechen und mehrere Zellen leerfressen. Schließlich verpuppt sich die Larve in einem Kokon in der Wirtszelle und überwintert.
Gallwespen
Die Rosengallwespe ist eine 3 - 5 mm kleine Wespe mit rotem, seitlich zusammengedrücktem Hinterleib.
Sie sticht mit dem Legebohrer ins Pflanzengewebe der Wildrosenzweige und injiziert ihre Eier und ein Enzym. Das Gewebe beginnt zu wuchern: Im Innern bilden sich Kammern, in jeder Kammer entwickelt sich eine Larve. Diese verpuppt sich am Sommerende und schlüpft im nächsten Frühling. Die meisten Rosengallwespen sind Weibchen. Die Eier entstehen meist durch Jungfernzeugung, Männchen sind sehr selten .
Die Weibchen des Fächerflüglers Xenos vesparum leben ausschliesslich auf Wespen.