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Silvio Blatter, Zwei Affen
Pieter Bruegels malte das kleine Bild „Zwei Affen“ im Jahre 1562. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Bild für den fünfzehnjährigen Martin Holm zum Schicksals-Kunstwerk. Es begegnete ihm, als er im Thüringer Salzbergwerk Kaiseroda kistenweise Kunstgegenstände tief unter der Erde einbunkern musste. Im Auftrag der Nazis, die das wertvolle Gut vor den heranrückenden Russen und Amerikanern in Sicherheit bringen wollten. Die zwei angeketteten, verängstigten Affen wurden zu einem Symbol für Martin. Er war ebenfalls ein Gefangener der Kriegs-Situation und der mordwilligen Nazis, und er lebte in ständiger Angst.Dreissig Jahre später erfährt Martin, dass Bruegels Zwei Affen in Berlin im Museum hängen, und in ihm wächst nicht nur der Wunsch, das Bild wieder zu sehen, sondern es zu besitzen. Er reist hin und trifft auf die Künstlerin und Kopistin Lore, die stundenlang vor dem Bild sitzt und es akribisch nachmalt. Die beiden finden über die beiden Äffchen zusammen und werden bald handelseinig. Lore wird Martin die fertige Kopie für eine hohe Summe in sein Haus nach Amsterdam bringen.Die beiden beginnen eine Liebschaft, die geprägt ist von Leidenschaft der Kunst gegenüber. Lore malt eine weitere Kopie der Zwei Affen, es kommt zu interessanten gemeinsamen Kunstbetrachtungen. Erstaunlich, was so ein kleines Bild in technischer und philosophischer Hinsicht für Diskussionsstoff liefern kann. Als die zweite Kopie fertig ist, kappt Lore auch die Liebschaft mit Martin. Jahre später besucht sie das Museum Berlin und entdeckt, dass mit Pieter Bruegels Bild etwas nicht in Ordnung ist. Aufgebracht kontaktiert sie Martin Holm, und die Geschichte mündet in einen veritablen, spannenden Kriminalfall.
Silvio Blatter schrieb mit „Zwei Affen“ ein dichtes, eindringliches Buch über den Wert der Kunst, der Liebe, des Lebens, über Gefangenschaft und Freiheit, über Einsamkeit und Zweisamkeit. Am Schluss siegt die Unberechenbarkeit, das Unvorhergesehene.
Teddy Buser (2011)
Buchinformation
Silvio Blatter, Zwei Affen
350 Seiten, Gebundene Ausgabe
IBSN 978-3-8321-8050-8