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Einige Fakten über die Vereinigten Staaten von Amerika
Ein amerikanisches Football-Team besucht das SOS-Kinderdorf Lockport (Foto: SOS-Archiv)
Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine Präsidiale Bundesrepublik in Nordamerika, die aus 50 Staaten besteht. Die Hauptstadt ist Washington D.C.. Das Land grenzt im Osten an den Atlantischen Ozean, im Westen an den Pazifik, im Norden an Kanada und im Süden an Mexiko.
Die Vereinigten Staaten von Amerika wurden von 13 britischen Kolonien gegründet und erklärten 1776 ihre Unabhängigkeit von Großbritannien. Die amerikanischen Ureinwohner, die vor der Ankunft der Pilger im Norden Amerikas gelebt hatten, wurden von den europäischen Siedlern vertrieben. Der "Indian Removal Act" (Indianerausweisungsgesetz), der 1830 vom Kongress der Vereinigten Staaten verabschiedet wurde, bildete den Höhepunkt dieses Vertreibungsprozesses.
Die soziale und wirtschaftliche Struktur das Landes war von Masseneinwanderungen geprägt, die das Land zu einem "Schmelztiegel" verschiedener Kulturen und Gebräuche werden ließen. Ethnisch gesehen zählen die Vereinigten Staaten von Amerika zu den vielfältigsten Ländern der Welt. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden Tausende afrikanischer Sklaven nach Nord- und Südamerika gebracht. Vor allem in den Südstaaten wurden diese Sklaven bald zur wichtigsten Quelle von Zwangsarbeitern im Land.
Trotz der Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1865 und dem "Civil Rights Act" (Bürgerrechtsgesetz) des Jahres 1964 leiden nach wie vor viele Afro-Amerikaner unter sozialer Ausgrenzung und Armut. Nach dem Ende des Kalten Krieges wurden die Vereinigten Staaten von Amerika zu der führenden wirtschaftlichen und militärischen Macht der Welt. Obwohl die Vereinigten Staaten von Amerika eine Schuldenkrise durchleben, macht das BIP des Landes dennoch ein Viertel des weltweiten Bruttoinlandsproduktes aus, und die Militärausgaben sind bislang unerreicht.
In einer wohlhabenden Nation leiden viele Menschen unter Armut
Trotz der Tatsache, dass die Vereinigten Staaten zu den reichsten Ländern der Welt gehören, bietet das Wirtschaftssystem des Landes keine Chancengleichheit für all seine Bürger. Die Armut ist in den USA nach wie vor weit verbreitet und war in den letzten Jahren sogar auf dem Vormarsch; im Jahr 2009 lebten knapp 15 Prozent der Amerikaner in Armut. Der Anstieg der Armutsquote von 2008 bis 2009 war in den USA der größte Jahresanstieg seit 2004.
Der Mindestlohn ist in den meisten US-Bundesstaaten nicht an die Inflationsrate gebunden und kann daher im Verhältnis weiter absinken. Naturkatastrophen, vor allem Hurrikane und Tornados, treffen vor allem den ärmsten Teil der amerikanischen Bevölkerung. In Alabama, Louisiana und Mississippi hat Hurrikan Katrina Tausende von Menschen in Mitleidenschaft gezogen. In der Stadt New Orleans liegt die Kinderarmutsrate mittlerweile bei knapp 40 Prozent, und die Arbeitslosenquote des Staates Louisiana ist eine der höchsten im ganzen Land.
Laut Entwicklungsindex der Vereinten Nationen (HDI) gehören die USA zu den fünf am stärksten entwickelten Ländern der Welt. Dennoch ist die ungleiche Einkommensverteilung ein großes Problem. Die Kluft zwischen arm und reich ist in den letzten Jahren so groß wie nie zuvor geworden. Während die Reichsten der Reichen ihre Jahreseinkünfte in den letzten Jahren noch erhöhen konnten, ist der Anteil der Ärmsten am landesweiten Einkommen weiter gesunken. Im Laufe der letzten Jahre ist die Zahl der Menschen, die in den USA an Hunger leiden, weiter gestiegen.
Laut Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums leiden ca. 16 Prozent der amerikanischen Haushalte entweder an einer niedrigen oder einer sehr niedrigen Ernährungssicherheit. Das bedeutet, dass diese Familien nicht genügend Geld haben, um sich ausreichend mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Ca. 17,5 Millionen Kinder sind in Amerika von Ernährungsunsicherheit betroffen. Mehr als 50 Millionen Menschen haben keine Krankenversicherung. In einigen südlichen Regionen liegt der Prozentsatz der Menschen, die keine Krankenversicherung haben, bei alarmierenden 30 Prozent. Auch hier sind Kinder und Jugendliche besonders stark betroffen; sie machen den größten Teil der Bevölkerungsgruppe aus, die nicht krankenversichert ist.
Die Lage der Kinder in den USA
SOS-Kinderdorf Lockport (Foto: SOS-Archiv
Die Kinderarmut stellt in den Vereinigten Staaten von Amerika vor allem im Süden des Landes und in größeren Städten nach wie vor ein Problem dar. Die drastischen regionalen Unterschiede im Armutsniveau können im ganzen Land beobachtet werden; im Süden leben 45 Prozent der Kinder unter 18 Jahren in Familien mit niedrigem Einkommen. Während in Mississippi ca. 14 Prozent der Kinder in extremer Armut leben, sind es in New England lediglich fünf Prozent.
Die jüngste Rezession hat zweifelsohne zu einem Anstieg der Zahl der Kinder geführt, die in extremer Armut leben. Darüber hinaus sind Kinder von Einwanderern im Vergleich zu Kindern gebürtiger Amerikaner durch die hohe Armutsquote besonders benachteiligt. Die Armut der Einwandererfamilien ist hauptsächlich die Folge von schlechtbezahlten Tätigkeiten oder von Arbeitslosigkeit. Ca. 30 Prozent der Kinder, die aus eingesessenen Einwandererfamilien (Familien, die bereits seit über 10 Jahren in den USA leben) stammen, leben in Armut. Diese Quote ist bei Kindern, deren Eltern erst kürzlich in die Vereinigten Staaten gezogen sind, sogar noch höher. Nach statistischen Angaben sind die Kinder von Afro-Amerikanern und Kinder lateinamerikanischer Herkunft überproportional von Armut betroffen.
Die Vereinigten Staaten von Amerika sind von einem der teuersten Gesundheitssysteme der ganzen Welt geprägt. Laut Commonwealth Fund zählt das amerikanische Gesundheitswesen zu den teuersten Systemen mit der schlechtesten Qualität. Zu den am meisten umstrittenen Themen der Gesundheitsfürsorge in den USA zählt die Tatsache, dass es keine landesweite Krankenversicherung für alle Teile der Bevölkerung gibt. Die Säuglingssterblichkeitsrate ist in den USA höher als in den meisten anderen entwickelten Ländern. In den Vereinigten Staaten sterben sogar mehr Kleinkinder unter fünf Jahren als in Kuba, das zu den wirtschaftlich weit weniger entwickelten Ländern zählt. Derzeit leben in den Vereinigten Staaten 2 100 000 Waisenkinder, die ein oder beide Elternteile verloren haben.
SOS-Kinderdorf in den USA
SOS-Kinderdorf USA unterstützt Kinder, deren heile Welt durch elterlichen Missbrauch, Vernachlässigung oder Verwahrlosung zerstört worden ist. Im Jahr 1993 wurden die ersten beiden SOS-Kinderdörfer in Broward County, Florida und in Lockport, Illinois eröffnet. Im Jahr 2004 nahm das dritte SOS-Kinderdorf an der South Side von Chicago seinen Betrieb auf, welche zu den ärmsten Gegenden in der Region gehört.
Die Organisation unterstützt derzeit Kinder und Jugendliche an drei verschiedenen Standorten durch Schulen, medizinische Zentren und Berufsbildungszentren. In Chicago gibt es ein spezielles Programm für schwangere Mädchen, junge Mütter und ihre Kinder (Pregnant and Parenting Teen Programme) sowie Unterkünfte für die besondere Betreuung von Familien in Notsituationen (Fostering Families Programme). Darüber hinaus sammelt der SOS-Kinderdorf-Verein der USA Mittel für die Finanzierung der internationalen Arbeit der Organisation.
Website von SOS-Kinderdorf USA
(verfügbar auf Englisch)