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Reiseprogramm
1. Tag (Mo): Anreise über Marseille
Aus logistischen Gründen beginnen wir unsere Reise in der «Schwesterstadt» Algiers. Marseille, Frankreichs zweitgrösste und älteste Stadt, ist immer noch stark durch ihre Vergangenheit geprägt. 1 Übernachtung in Marseille.
2. Tag (Di): Minikreuzfahrt übers Mittelmeer
Am nächsten Morgen schiffen wir ein zur Fahrt übers Mittelmeer. Algiers Gesicht zum Wasser ist heute noch geprägt von der arabischen Architektur der Altstadt und den französischen Interventionen des 19. und 20. Jh. 1 Übernachtung in auf hoher See
3. Tag (Mi): Die Kasbah von Algier
Nach unserer Ankunft besuchen wir zusammen mit Myriam Maachi-Maïsa, architecte et professeur à l'EPAU, die überwiegend in osmanischer Zeit entstandene und zum UNESCO-Welterbe zählende Kasbah von Algier.Wir besuchen traditionelle Häuser, in denen sich die arabisch-muslimische Lebensweise mit der architektonischen Tradition des Mittelmeers vermischt. 4 Übernachtungen in Algier.
4. Tag (Do): Von El Djezaïr zu Alger la Blanche
Am Morgen besuchen wir die 1700 Meter lange «Front de mer», die vom französischen Architekten Charles Frederick Chassériau erbaut wurde. Sie bildet eine meisterhafte Fassade der Stadt. Um die Jahrhundertwende führt der «Style Jonnart» zur allmählichen Abkehr vom französischen Neoklassizismus zugunsten des «Orientalisme», wovon die neo-maureske Préfecture oder die Post zeugen.
5. Tag (Fr): Vitrine du Modernisme
Mit der Jahrhundertfeier um 1930 erfolgt eine Zuwendung zum mediterranen Charakter Algeriens. Wir besichtigen die Bauten einer Generation von Architekten, «les algérianistes», die eine Rolle bei der Entwicklung der «Moderne mit regionalem Ausdruck» spielten. Obwohl der «Plan-Obus» nie realisiert wurde, schwebt der Geist von Le Corbusier über Télémly, das in den 1950er Jahren von Avantgarde-Architekten geprägt wurde.
6. Tag (Sa): Die Wohnbauschlacht
Während des Unabhängigkeitskrieges wurden Tausende von Wohneinheiten gebaut. Nicht nur mit strategischen Zerstörungen, sondern gerade auch mit Neubauten verfolgte Frankreich das Ziel, die Kolonialherrschaft zu erhalten. Mit Myriam Maachi-Maïsa besuchen wir die von Fernand Pouillon realisierten Wohnsiedlungen Diar-El-Mahçoul, Diar-Es-Saada und Climat de France.
7. Tag (So): Hauptstadt der Volksrepublik
Fahrt zur Université Houari-Boumediene, eines der vier Projekte, die Oscar Niemeyer für Algerien entwarf. Niemeyers skulpturale Formen versuchten das zu tun, was die politische Bewegung heute versucht: die Gesellschaft zu öffnen und die Demokratie zu verbessern. Anschliessend treffen wir den algerischen Architekten Mohamed-Larbi Marhoum, der uns zu den neuesten Bauprojekten begleitet, die uns die städtebaulichen Herausforderungen einer schnell wachsenden Bevölkerung vor Augen führen. Am Abend Fahrt nach Constantine. 2 Übernachtungen in Constantine.
8. Tag (Mo): Magisches Constantine
Constantine klammert sich an einen Felsvorsprung um ein Wadi. Dieses 630 Meter hohe Adlernest ist mit seinen von Stegen und Brücken überspannten Abgründen einzigartig. Rundgang durch die arabische Medina mit ihren Residenzen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Danach führt uns Meziane Wissam durch das Universitätsgelände, auf dem sich Bauten von Oskar Niemeyer, Kenzo Tange und Fernand Pouillon befinden.
9. Tag (Di): Abschied vom Maghreb
Morgens Flug von Constantine nach Basel/Mulhouse.
algier - laboratorium der moderne
Architektonische Entdeckung von «Alger la blanche»
Wir fahren mit dem Schiff von Marseille nach Algier. Keine andere Perspektive offenbart Algiers Gesicht zum Wasser besser als die Ankunft über das Meer. Stadtwanderungen führen uns von den antiken Ursprüngen zur arabischen Eroberung und der Neugründung der Stadt «El-Djezaïr» auf den römischen Ruinen unter den Ziriden. Im 16. Jahrhundert erkoren die türkischen Korsaren Algier zur Hauptstadt und wir wenden uns ihrer Blüte unter osmanischer Regentschaft zu. 1830 landeten die Franzosen in der Bucht. Algier wird Hauptstadt der französischen Kolonie. Wir folgen den ersten städtebaulichen Eingriffen der Kolonialherren, die durch die kompakte Struktur der bestehenden Stadt geschlagen wurden, um die militärische Kontrolle zu erleichtern. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erwacht das Interesse an der algerischen Welt, die mit westlichem Blick neu interpretiert wird. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wird Algier zum «Schaufenster der Moderne». Der Besuch der heutigen Metropole führt schliesslich in die Gegenwart der Demokratischen Volksrepublik. Ergänzt wird der Besuch Algiers mit einen Ausflug in die spektakuläre natürliche Festung Constantine.
konzept & leitung:
Thomas Meyer-Wieser
Thomas Meyer-Wieser, Architekt (ETH/SIA/BSA) und Stadtplaner, beschäftigt sich seit seinem Studium an der ETH Zürich mit Baukunst und Städtebau der islamischen Welt. 1974 schrieb er über den ägyptischen Architekten Hassan Fathy. 1979 arbeitete er in Teheran und an der Restaurierung des sassanidischen Palastes Ghala Dokhtar in Firusabad, Iran. Er verfasste den bei DOM publishers erschienenen «Architekturführer Kairo» und arbeitet zur Zeit am «Architekturführer Algier», der im Frühjahr 2022 erscheint und den die Reisegäste mit den Unterlagen zur Reise erhalten werden.
Leistungen
9 Reisetage
16.05. - 24.05.2022 (Montag bis Dienstag)
zusammen mit:
Myriam Maachi-Maïsa
Absolventin der École Polytechnique d'Architecture et d'Urbanisme (EPAU) sowie der École nationale supérieure d'architecture de Versailles, lehrt derzeit an der National School of Architecture, sowie an der Université de Bechar. Sie hat mehrere Artilel über «L'architecture de Fernand Pouillon en Algérie» publiziert sowie eine Ausstellung «The Algerian Work of Fernand Pouillon», die weitgehend auf ihrer laufenden Doktorarbeit über die Hotelarchitektur von Fernand Pouillon basiert.
Preise
ab Zürich / bis Mulhouse
Einzelzimmerzuschlag
Visum inkl. Einholung
Mindest-Teilnehmerzahl: 12, maximal 15
Fr.
Fr.
Fr.
6530.–
980.–
120.–