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Der Zürcher Regierungsrat in der Zusammensetzung des 1. Amtsjahres der Amtsperiode 2015 bis 2019 hat sich auf der Kommandobrücke der Dampfschiffs Stadt Zürich fotografieren lassen. Der Regierungsrat greift damit zu falschen Bildern.
Auf der «Kommandobrücke» hat sich der Regierungsrat ablichten lassen. Nur: der Regierungsrat ist keine Kommandosache, sondern die Exekutive der demokratischen Rechtsstaats-Gebilde Kanton Zürich. Dieser Job taugt nicht für Kommandi, sondern hat dies auszuführen (=Exekutive), was demokratisch von den Stimmberechtigten und vom Kantonsrat beschlossen wird (dazu gehören selbstverständlich einige von den Stimmberechtigten beschlossene Kompetenzen, die Kommandosicht lässt sich daraus nicht ableiten.
Die Kommandobrücke ist ein Bereich, für den üblicherweise «Kein Zutritt» gilt. Es ist somit davon auszugehen, dass das Schiff nicht auf dem See unterwegs war, weil ja andernfalls die Kapitänin oder der Kapitän des Schiffes die Kommandogewalt nicht hätte ausüben können. Dass das Schiff wahrscheinlich in der Werft Wollishofen lag, lässt sich auch aus den Haltungen der fotografierten Personen ableiten. Selbst bei einem grösseren Schiff in Fahrt sind Nick- und Rollbewegungen zu erwarten, die eine andere Körperhaltung erfordern.
Das Dampfschiff «Stadt Zürich» als Kulisse für den Regierungsrat des Kantons Zürich, auf einem See, der aus dem Kanton hinausreicht – da stimmt ebenfalls einiges nicht. Zum Beispiel deswegen, weil die wenigsten der abgebildeten Personen in der Stadt Zürich wohnen. Zum Beispiel, weil nur vier der im Kanton gewählten RegierungsrätInnen in der Stadt Zürich ein gutes Ergebnis erzielten, eine der gewählten Personen nur knapp und zwei gar nicht gewählt worden wären.
Das Dampfschiff «Stadt Zürich» ist Teil der Schifffahrtsflotte der ZSG, eines Unternehmens des öffentlichen Verkehrs. Zwei gewichtige SVP-Vertreter stehen ungefähr in der Mitte der Kommandobrücke, obwohl sowohl die SVP als auch die beiden Regierungsräte dem öffentlichen Verkehr im Kanton Zürich Steine oder gar Felsen in den Weg legen und sich ausschliesslich auf die Förderung des MIEF, sorry MIV konzentrieren.
Dieses Schiff hat zwar einen Dampfantrieb, dieser wird aber mit dem fossilen Energieträger Schweröl betrieben. Nun, die Mehrheit dieses Regierungsrates dürfte tatsächlich für eine fossile und parallel dazu nukleare Energiestrategie eintreten – das Bild passt trotzdem nicht, weil fossile Technologie mit Sicherheit nicht die Zukunft der Energieversorgung darstellt, was auch nukleare Energien gilt.
Das Image-Bild des Regierungsrates ist ein rückwärtsgewandter Blick – das ist zwar kein falsches Bild für diesen Regierungsrat passt aber trotzdem nicht zu den aktuellen Erfordernissen. Das Dampfschiff in Fahrt, die RegierungsrätInnen an der Bugreling über der Wassergischt, mit dem im Wind flatternden Zürcher Banner an der Bugspitze – das wäre der passende Blick gewesen.
Der Regierungspräsident (in diesem Fall Ernst Stocker) ist «Erster unter gleichen», so will es der demokratische Rechtsstaat. Weil auch der Staatsschreiber mit aufs Bild gehört, braucht es einen ziemlichen Murks, damit der Regierungspräsident einigermassen in der Mitte der Kommandobrücke steht.
Das Dampfschiff «Stadt Zürich» steht vor allem am Sonntagen und bei schönem Wetter im Fahrplaneinsatz – eine exekutive Regierung braucht es aber jeden Tag und bei jedem Wetter.
Das Dampfschiff «Stadt Zürich» ist ein Alltagsmuseum, mit häufigen Standzeiten für Reparaturen – das kann und darf nicht zum Regierungsrat passen …
Diese falschen Bilder hinter diesem Bild liessen sich beliebig fortsetzen – immerhin wird es bereits wieder im Mai 2016 ein neues, hoffentlich besser passendes Bild geben. Wie wird wohl der aktuelle Regierungsrats-Vizepräsident Mario Fehr dannzumal das Exekutiv-Gremium ins Bild setzen lassen?