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Aus der Geschichte
Die Historie der Reformierten Kirche Reiden und Umgebung
Die Ursprünge der Reformierten Kirchgemeinde reichen zurück bis ins vorletzte Jahrhundert. Lesen Sie mehr über die Entstehung und Historie unserer Kirchgemeinde.
Ende des 19. Jahrhunderts übernehmen reformierte Bauern aus dem Bernbiet Liegenschaften im Kanton Luzern, die von ihren Besitzern wegen der Wirtschaftskrise aufgegeben worden sind. Reformierte Berner Käser kommen in den Kanton Luzern. Die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie zieht Arbeitskräfte aus den benachbarten Kantonen ins Wiggertal.
Diese verspüren bald schon das Bedürfnis, reformierte Gepflogenheiten auch im katholischen Umfeld zu leben. So wird 1901 eine Sonntagsschule im alten Schulhaus in Reiden ins Leben gerufen. Mit dem Ziel, sich um die Belange der Sonntagschule zu kümmern, wird 1914 die Protestantische Genossenschaft gegründet und als «Protestantenverein Reiden und Umgebung» offiziell ins Handelsregister eingetragen. Er bezweckt:
- die Sammlung der Protestanten von Reiden und Umgebung,
- die Unterweisung ihrer Jugend im evangelisch-reformierten Glauben,
- die Erbauung durch Gottesdienste für die Erwachsenen,
- das Sammeln von Geldern für den Bau einer protestantischen Kirche.
Als eigentlicher Geburtstag der reformierten Kirchgemeinde Reiden und Umgebung gilt aber der 27. Januar 1918. An diesem Tag wird die Protestantische Genossenschaft gegründet und als Protestantenverein Reiden und Umgebung offiziell ins Handelsregister eingetragen. Das Gemeindeleben wird von nun an aktiv gepflegt. So wird 1919 der reformierte Frauenverein und 1922 der reformierte Kirchenchor gegründet.
Nachdem die kantonale Luzerner Verfassung dies zulässt, erlangte die «Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Reiden und Umgebung» am 7. März 1926 offiziell ihre staatliche Anerkennung. Die Kirchgemeinde umfasst die Gemeinden Reiden, Wikon, Langnau, Richenthal, Pfaffnau, St. Urban und Roggliswil, wobei letztere von Melchnau aus und St. Urban von Roggwil BE aus pastoriert werden.
Da die Wohnungssuche für den Pfarrer immer Schwierigkeiten bereitet, wird 1929 das Pfarrhaus erbaut. Architekt ist der Luzerner Armin Meili.
Da die Wohnungssuche für den Pfarrer immer Schwierigkeiten bereitet, wird 1928/29 das Pfarrhaus erbaut. Architekt ist der Luzerner Armin Meili. Im Bild die Junge Kirche/Zwinglibund vor dem Pfarrhaus (noch ohne Kirche).
Mit finanzieller Unterstützung des Basler Protestantischen Hilfsvereins und der Schweizer Reformationskollekte 1938 kann das Bauprojekt einer eigenen Kirche in Angriff genommen werden.
Grundsteinlegung am 26. September 1937...
Bis 1966 teilen sich die Gemeinden Reiden und Dagmersellen einen Pfarrer. Seither haben beide Kirchgemeinden ihr eigenes Pfarramt.
Bedingt durch die Lage angrenzend an die Kantone Bern und Aargau liegt der Anteil der reformierten Bevölkerung auf dem Gebiet der Kirchgemeinde Reiden und Umgebung zum Teil deutlich über dem kantonalen Durchschnitt.
Der reformierte Frauenverein schliesst sich 2012 mit der katholischen Frauen- und Müttergemeinschaft Reiden zusammen zum ökumenischen Verein «Frauen Reiden».
2014: Der «Singkreis Wiggertal», als übergemeindlicher Nachfolger vom reformierten Kirchenchor, löst sich 2018 wegen Nachwuchsmangels auf. Seit dem besteht für interessierte Sängerinnen und Sänger der «Ökumenische Projektchor», der mehrmals pro Jahr reformierte und katholische Gottesdienste begleitet.
Das Doppel-Jubiläum 100 Jahre Kirchgemeinde und 80 Jahre Kirche feierte die Gemeinde im Juli 2018 mit einem dreitägigen Fest in und um die Kirche.
Pfarrpersonen seit 1918
1919-1921: Pfarrer Rudolf Linder, zunächst als Pfarrhelfer von Sursee aus, ab Ostern 1920 als vollamtlicher Pfarrer. Er betreut auch die Protestanten von Dagmersellen.