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Allergie gegen Nahrungsmittel
Bei Allergikern reagiert das Immunsystem auf die Antigenen Oberflächen tierischer oder pflanzlicher Eiweiße, die
eigentlich keine Gefahr für den Körper darstellen. Prinzipiell kann dabei jede Substanz zum Auslöser einer Allergie werden.
Daher können grundsätzlich auch alle Lebensmittel eine allergische Reaktion auslösen. Am häufigsten tritt eine Allergie gegen folgende Nahrungsmittel auf:
Kuhmilch
Die in der Milch enthaltenen Eiweißstoffe (z.B. Casein) lösen die allergische Reaktion aus. Daher reagiert das Immunsystem allergisch auf viele Nahrungsmittel, die aus Milch gewonnen werden. Neben direkten Milchprodukten wie Joghurt und Quark werden auch Nahrungsmittel nicht vertragen, denen Milch zugefügt wurde (z.B. Pudding, Nougatcreme oder Mayonnaise) oder die Milcheiweiße enthalten (z.B. Wurstwaren, Fertiggerichte und Backwaren). Auf die Verwendung von Milcheiweißen weisen Stoffe wie Süßmolke, Sauermolke, Molkeprotein oder Casein im Zutatenverzeichnis verpackter Nahrungsmittel hin.
Hühnereiweiß
Auch die Eiweißstoffe im Hühnerei können allergische Reaktionen auslösen. Hühnereiweiße finden sich beispielsweise in Eier- und Süßspeisen, Fertigsuppen und -gerichten, Teig- und Backwaren, Mehl- und Kartoffelklößchen sowie in Wermutweinen. Auf die Verwendung von Hühnereiweiß weisen Stoffangaben wie Vollei, Eiklar, Weißei, Eigelb oder Zusätze wie "Ovo" hin. Häufig erstreckt sich eine Allergie gegen Hühnereiweiß auch gegen das Fleisch diverser Geflügelarten.
Sellerie
Die im Sellerie enthaltenen pflanzlichen Eiweißstoffe besitzen große Ähnlichkeiten zu bestimmten Pollenarten, so dass bei einer Allergie gegen Birken- oder Beifußpollen oftmals eine Kreuzallergie gegen Sellerie besteht. Selleriepulver ist häufig in Würzmitteln und Fertiggerichten enthalten.
Soja und Erdnüsse
Diese Pflanzen sind reich an Eiweiß und können daher starke allergische Reaktionen provozieren. Als Zutaten werden Soja und Erdnüsse häufig Fertiggerichten beigefügt.
Nüsse
Auch die in Nüssen enthaltenen Eiweißstoffe können Allergien auslösen. Auch Nahrungsmitteln, die nur Spuren von Nüssen enthalten (z.B. Produktionsrückstände bei Schokolade) können allergische Reaktionen auslösen. Aufgrund von Kreuzallergien kommt eine Allergie gegen Nüsse häufig in Verbindung mit einer Pollenallergie gegen Birkenpollen vor.
Obst und Gemüse
Weit verbreitet sind Allergien gegen Obst (Äpfel, Kiwi etc.), Gemüse (Karotte, Tomate etc.), Getreide und
Hülsenfrüchte. Kreuzallergien gegen Obst und Gemüse treten häufig in Verbindung mit einer Pollenallergie oder Latexallergie auf.
Allergien treten außerdem häufig auch bei tierischen Nahrungsmitteln wie Krustentieren, Fischen und Muscheln auf. Bei konservierten und aufbereiteten Nahrungsmitteln können auch Zusätze wie Konservierungsmittel, Farbstoffe und Aromastoffe allergische Beschwerden oder Unverträglichkeitsreaktionen auslösen.
Symptome
Nahrungsmittelallergien verursachen häufig Juckreiz, Schwellungen im Mundbereich, Durchfall und Blähungen, Quaddeln oder Ekzeme an Haut. Auch Husten, Bronchitis oder ein allergischer Schock mit Atemnot und Kreislaufproblemen können als Folge einer Nahrungsmittelallergie auftreten. Die Reaktionen treten in der Regel sofort nach dem Genuss der allergieauslösenden Speise ein. Lediglich Blähungen und Durchfall zeigen sich oft erst nach mehreren Stunden.
Diagnose
Besteht der Verdacht einer Allergie gegen Nahrungsmittel, müssen zunächst Erkrankungen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten ausgeschlossen werden, die ähnliche Beschwerden verursachen. Mit einem Allergietest lassen sich die Reaktionen gegen einzelne Nahrungsmittel nachweisen. Mit sog. Auslass- und Provokationsdiäten können durch kontrollierten Verzicht oder Genuss mögliche allergieauslösende Stoffe identifiziert werden.
Allergietesten:
Therapie
Sind die allergieauslösenden Lebensmittel identifiziert, sollte von ihrem Genuss möglichst abgesehen werden, um
die Entstehung allergischer Reaktionen zu vermeiden. Insbesondere Fertiggerichte und Trockensuppen, deren Inhaltsstoffe nicht vollständig deklariert sind und die aufgrund von
Produktionsrückständen auch Spuren anderer Nahrungsmittel enthalten können, sollten vermieden werden.
Bei akuten oder Chronischen Allergiereaktionen können Medikamente wie Homöopathie und Phytotherapie eingesetzt werden. Eine Darmsanierung (Mikrobiologie) ist auch nötig. Langfristig können Allergien auf Nahrungsmittel durch eine Immuntherapie in ihrer Wirkung vermindert und in vielen Fällen sogar ganz geheilt werden.