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Mit 79 Jahren haben die JU-52 der JU-AIR bereits ein stolzes Alter erreicht. Pflegebedürftig ist sie jedoch schon genau so lange. Mit zunehmendem Alter ist die Pflege aber etwas umfangreicher geworden. Das Technik-Team der JU-AIR berücksichtigt diese Alterung schon seit langen und hat das Instandhaltungsprogramm deswegen auch schon angepasst.
Aufgrund der festgestellten erheblich fortgeschrittenen Korrosion der Flügel-Primärstruktur an der «Super Constellation» erachtete es die Behörde im Jahre 2010 als notwendig, dass der Einsatz von historischen Flugzeugen, insbesondere für die Durchführung von Passagier-Flügen, durch das BAZL grundsätzlich neu beurteilt werden muss. Resultierend daraus startete das Luftamt die sogenannte «Ageing Aircraft» – Kampagne. Diese Kampagne beschäftigt sich mit der strukturellen Integrität von einigen ehemaligen Militärflugzeugen(z.B. Pilatus P3, Hunter, Mirage, JU-52, usw.) im HB-Register. Das BAZL wird in dieser Kampagne unterstützt vom Zentrum für Aviatik ZAV (ZHAW). Die Betreiber dieser historischen Flugzeuge (z.B. die JU-AIR) müssen nachweisen, dass die von ihnen gemäss Unterhaltsprogramm durchgeführten Inspektionen auch die Ermüdung betreffend effektiv und ausreichend sind.
Um auch in Zukunft einen sicheren Betrieb gewährleisten zu können, müssen Sonderkontrollprogramme entwickelt werden. Bei diesen Sonderkontrollen werden Bauteile, welche besonders belastet sind genau inspiziert. Bei der JU-52 wurden bereits auch Messungen und Berechnungen an einzelnen Bauteilen in Zusammenarbeit mit Studenten aber auch Experten der ZHAW durchgeführt. So flog eine JU-52 beispielsweise eine ganze Saison mit Sensoren, welche flugtechnische Daten (z.B. Lastvielfaches, Luftdruck, Temperatur, Flügelbelastung, usw.) aufzeichneten.
Während an der JU-52 noch weiterhin Messungen durchgeführt werden, steuert die JU-AIR nun auf die intensivste Phase der Kampagne zu. Die Erstellung der Sonderkontrollprogramme. Mit Silvain Michel konnte bereits 2015 ein ausgewiesener Strukturexperte als freiwilliger Berater gewonnen werden. Zum Zweck der Erstellung dieses Sonderkontrollprogramms wurde mit der EMPA, als Arbeitgeber von Silvain Michel, eine Forschungs- und Entwicklungsvereinbarung abgeschlossen. Zusammen mit Tobias Koch, welcher das Projekt auf Seite der JU-AIR seit 2011 koordiniert, werden nun in den nächsten Monaten Inspektionsintervalle und -methoden ausserhalb des bisherigen Instandhaltungsprogramms definiert und entwickelt.
Somit dürften die pflegebedürftigen aber gutmütigen alten Tanten weiterhin bei guter Gesundheit durch die Lüfte brummen.
Text: Tobias Koch, JU-AIR Technik