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Minderleister (Underachiever):
Schwer zu erkennen sind so genannte Minderleister: Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer Potenziale bedeutend mehr oder Ausserordentliches zu leisten imstande wären, dies jedoch nicht zeigen. Fallstudien lassen Verlaufsmuster erkennen, wie «hochbegabt ➜ unangepasst ➜ störend wahrgenommen ➜ ausgesondert» oder Abfolgen wie «besonders begabt ➜ zurückgewiesen ➜ sich zurückgenommen resp. kompensiert und Beachtung auf andere Art gesucht» (auch durch Störung). Minderleistung entsteht immer aus Eigenarten von Personen und Reaktionsweisen des Umfeldes Mädchen sind fleissig – Knaben sind hochbegabt: Knaben mit hoher Leistung werden vielerorts eher als (hoch-)begabt wahrgenommen; demgegenüber werden Mädchen oft eher als fleissig attribuiert. Gleichzeitig existiert für Knaben ein erhöhtes Risiko, als unangepasst in eine Sonderschulung überwiesen zu werden, wogegen Mädchen mit besonderer Begabung Gefahr laufen, als eher angepasst und ruhig übersehen zu werden oder sich selber weniger zuzutrauen.
Fremdsprachige:
Selten werden Begabungen bei Fremdsprachigen mit Migrationshintergrund wahrgenommen. Offenbar wirkt sich die Sprachkompetenz so vordergründig auf die Wahrnehmung und Beurteilung der Kinder aus, dass dabei besondere Fähigkeiten mehrheitlich unerkannt und ungefördert bleiben.
Kinder aus bildungsfernen Milieus:
Eltern aus gehobenen Bevölkerungsschichten verfolgen die Entwicklung ihrer begabten Kinder oft aufmerksam, setzen diese gegebenenfalls durch oder ermöglichen aus privater Initiative zusätzliche Förderung. Dagegen scheint die Erwartungshaltung gering zu sein, besondere Begabungen bei Kindern aus eher bildungsfernen Familien wahrzunehmen. Zahlreiche ausländische Schulsysteme haben deshalb gezielte Bildungsprogramme zur Förderung Begabter in benachteiligten Bevölkerungsgruppen und Minoritäten entwickelt und umgesetzt (Eyre, 2007). Im Sinne eines Chancenausgleichs empfiehlt sich, Begabungsförderung frühzeitig auch als «Entdecken von Begabungen» zu verstehen und aktiv nach verdeckten speziellen Fähigkeiten zu suchen.“
Quelle: Schule entwickeln.Die Stärken der Kinder fördern
Ist Lisa Einstein «hoch begabt»? – Erkennen besonderer Begabungen in Unterricht und Schule Von Prof. Victor Müller-Oppliger, erschienen in die neue schulpraxis 10/2008, Seiten 9 – 12: