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Virtuelles Wasser
Das Modell des „virtuellen Wassers“ macht auf den teilweise enormen Wasserverbrauch zur Herstellung von Produkten aufmerksam, die wir täglich nutzen.
Zur Herstellung von Produkten werden im Herstellungsprozess in etwa folgende Wassermengen benötigt: 1 Blatt Papier A4-Format: 10 Liter, 1 Tasse Kaffee: 100 Liter, 1 kg Weizen: 1000 Liter, 1 kg Rindfleisch: 10’000 Liter, 1 Automobil: 100‘000 Liter.
Virtuelles Wassers
Quelle: wikipedia (gekürzt)
Virtuelles Wasser gibt an, wie viel Wasser in einem Produkt oder einer Dienstleistung enthalten ist oder zur Herstellung verwendet wird. Rechnet man das virtuelle Wasser zum durchschnittlichen Wasserverbrauch von täglich knapp 130 Litern pro Person in Deutschland dazu, dann nutzt jeder Deutsche mittlerweile 4.000 Liter Wasser am Tag.
Diese riesige Wassermenge „versteckt“ sich in den vielen Produkten, die wir täglich brauchen – vom Mikrochip bis zur Scheibe Brot. So benötigt man beispielsweise 140 Liter Wasser, um eine Tasse Kaffee herzustellen, ein Hamburger „frisst“ bereits 2.400 Liter. Virtuelles Wasser wird dabei während des gesamten Produktionsprozesses aufgewendet; etwa zur Bewässerung der Anbauflächen oder bei Reinigungsprozessen in der Lebensmittelindustrie.
Das Modell des virtuellen Wassers zielt auf einen künftig sparsameren Wasserverbrauch in Regionen mit Wassermangel. Insbesondere soll transparent gemacht werden,
dass wasserintensive und exportorientierte Agrarnutzung in Trockenregionen der Erde ökologisch unsinnig und wirtschaftlich vergleichsweise unrentabel ist. Wasserarme Länder können durch gezielten Import von Gütern, deren Herstellung viel Wasser benötigt, ihre eigenen Wasserressourcen schonen.
Die Berechnung des virtuellen Wassers ermöglicht auch, den internationalen Transfer von in Produkten gebundenem Wasser zu untersuchen. Deutschland exportiert virtuelles Wasser, das in der Industrieproduktion verbraucht wird und importiert virtuelles Wasser vor allem in Agrarprodukten (zu denen auch die besonders wasserverbrauchende Baumwolle gehört). In der Bilanz gehört Deutschland zu den zehn grössten Importeuren von virtuellem Wasser.
Mit der Bilanzierung virtuellen Wassers beschäftigt sich vor allem das UNESCO-IHE Institute for Water Education der UNESCO. Das Institut veröffentlichte unter anderem diese Verbrauchsmengen virtuellen Wassers: