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Update vom 25. Juni 2020
Bund übernimmt Kosten für Tests
Seit dem 25. Juni 2020 übernimmt der Bund sämtliche Kosten für Tests auf das Coronavirus. Bisher hat zum Teil die Grundversicherung die Tests bezahlt, so dass für die Betroffenen Selbstbehalt und Franchise anfielen. In anderen Fällen übernahmen die Kantone die Kosten komplett. Diese Ungleichbehandlung ist nun beseitigt. Nach Angaben des Bundesamts für Gesundheit BAG bestand bisher die Gefahr, dass sich Personen aus Kostengründen nicht testen liessen.
Der Bund bezahlt nicht nur Tests auf die Infektion mit dem Coronavirus, sondern auch die sogenannten serologischen Tests zum Nachweis von Antikörpern, die zeigen sollen, ob jemand die Covid-19-Erkrankung bereits hinter sich hat. Diese Antikörpertests werden derzeit allerdings nicht empfohlen.
Auf Kosten des Bundes getestet wird, wer mindestens eins der folgenden Kriterien erfüllt:
- Symptome einer akuten Atemwegserkrankung (z. B. Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen), aber auch seltenere Symptome wie Schnupfen, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, allgemeine Schwäche, Magen-Darm-Symptome
- Fieber
- plötzlicher Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns
- akute Verwirrtheit oder Verschlechterung des Allgemeinzustands bei älteren Menschen
- enger Kontakt (weniger als 1,50 Meter Abstand über mehr als 15 Minuten) zu einem Covid-19-Erkrankten
Der Bund zahlt ausserdem die Tests für alle, denen die neue SwissCovid App einen Kontakt mit einem Covid-19-Fall meldet und die selbst keine Symptome haben.
Das Coronavirus, genauer der Erreger Sars-CoV-2, löst bei vielen Menschen die Lungenkrankheit Covid-19 aus und kann tödlich für sie sein. Andere, die das Virus auch in sich tragen, zeigen gar keine Symptome. Um herauszufinden, wer alles mit Sars-CoV-2
infiziert ist, braucht es Analysen im Labor. Wir klären die wichtigsten Fragen zu den Coronavirus-Tests.
Überblick
- Wer wird auf das Coronavirus getestet?
- Wo kann ich mich auf das Coronavirus testen lassen?
- Wie läuft der Test auf das Coronavirus ab?
- Wie lange dauert es, bis ein Testergebnis vorliegt?
- Wie viel kostet der Test?
- Bezahlt die Krankenkasse den Test?
- Wie verlässlich ist der Test?
- Wer produziert die Tests?
- Weshalb lassen gewisse Firmen ihre Mitarbeitenden testen?
- Was ist der Antikörpertest und wie funktioniert er?
- Weshalb ist eine Antikörpertest nützlich?
- Sind Antikörpertests in der Schweiz bereits möglich?
Wer wird auf das Coronavirus getestet?
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat mittels Kriterien festgelegt, wer auf das Coronavirus getestet werden soll. Diese Kriterien wurden am 22. April 2020 gelockert.
Wer Symptome einer akuten Atemwegserkrankung aufweist, wie Husten, Halsschmerzen oder Kurzatmigkeit, soll auf Sars-CoV-2 getestet werden können. Das BAG empfiehlt den Test auch für Personen, die ihren Geruchs- oder Geschmackssinn plötzlich verloren haben. Kantonsärzte und Kantonsärztinnen dürfen ausserdem Coronavirus-Tests bei Personen in Spitälern, Alters- und Pflegeheimen ohne Symptome anordnen.
Das BAG hat auch Kriterien festgelegt für den Fall, dass die Anzahl der Tests begrenzt ist. Dann sollen vor allem die Personen getestet werden, die bereits im Spital sind. Ausserdem haben Angehörige der Risikogruppen Vorrang, beispielsweise Personen über 65 Jahre oder mit Vorerkrankungen. Ebenfalls sollen Fachpersonen, die engen Kontakt zu Patientinnen und Patienten in Spitälern, Pflege- oder Altersheimen hatten, eher getestet werden als andere Personen.
Wo kann ich mich auf das Coronavirus testen lassen?
Laut dem BAG können die Kantone selbst entscheiden, ob Abstriche von Patienten in einem Spital oder von Hausärztinnen und Hausärzten in der Praxis vorgenommen werden sollen. Nach dem Kanton Baselland haben auch viele andere Kantone Teststrassen eingerichtet, bei denen die Personen in ihren Autos vorfahren und sich testen lassen können. Dafür müssen sie aber im Vorfeld von ihrem Hausarzt angemeldet worden sein. Wer unangemeldet vorfährt, wird ohne Test nach Hause geschickt.
Die Spitäler im Kanton Zürich testen alle Patientinnen und Patienten, die stationär behandelt werden, auf das Coronavirus. Das gab die Gesundheitsdirektion am 2. April bekannt. Es seien die nötigen Testkapazitäten im Kanton vorhanden.
Wie läuft der Test auf das Coronavirus ab?
Mit einem langen Wattestäbchen werden Abstriche aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum entnommen. Je mehr Material, umso eher ist es möglich, das Erbgut des Sars-CoV-2-Erregers festzustellen.
Laut dem BAG soll die Person, die den Abstrich durchführt, eine Schutzbrille, eine Hygienemaske
, einen Schutzkittel und Handschuhe tragen. Die Proben werden an das Nationale Referenzzentrum für neuauftretende Viruserkrankungen (NAVI) oder an ein anderes Labor, das die Analyse anbietet, gesendet. Dort vervielfältigt ein Gerät das genetische Material, und erkennt, ob das Virus vorliegt oder nicht.
Wie lange dauert es, bis ein Testergebnis vorliegt?
Das Gerät braucht etwa dreieinhalb bis fünf Stunden, um das Genmaterial zu vervielfältigen und ein Testergebnis zu liefern. Wie lange es dauert, bis das Ergebnis mitgeteilt wird, ist unterschiedlich und hängt vom jeweiligen Labor
ab.
Was gilt?
Maskenpflicht im Arbeitsverhältnis
Maskenpflicht im Arbeitsverhältnis
Quarantäne im Arbeitsverhältnis
Schutz vor Corona am Arbeitsplatz
Ihre Rechte bei Kurzarbeit
Bezahlt die Krankenkasse den Test?
Am 29. April hat der Bundesrat diese Regelung angepasst. Wer sich mit leichten Symptomen testen lässt und keiner Risikogruppe angehört, für den zahlt von nun an der Kanton. Franchise und Selbstbehalt spielen dann keine Rolle. Hintergrund ist folgende Überlegung: In solchen Fällen dient der Test – und die eventuell nötige Selbstisolation – nicht der medizinischen Behandlung der Betroffenen, sondern der Eindämmung der Epidemie. Niemand soll aus finanziellen Überlegungen zögern, sich mit leichten Symptomen testen zu lassen. Aus praktischen Gründen muss ein solcher Test nicht mehr individuell vom Kanton angeordnet werden.
Auch sonst gilt: Wenn ein Kanton einen Coronavirus-Test anordnet, muss dieser den Test bezahlen und nicht die Krankenkasse. Das ist beispielsweise der Fall, wenn die Kantonsärztin einen Test bei einer Person anordnet, die gar keine Symptome zeigt.
Wie bisher übernehmen die Krankenkassen die Kosten des Tests bei Personen mit schwerem Symptomen oder erhöhtem Risiko für Komplikationen. Hier kommen dann auch Selbsthalt und Franchise zum Tragen.
Personen, die keine Symptome haben und auf eigenen Wunsch getestet werden, müssen die Kosten selbst tragen. Solche Tests sind gemäss dem BAG momentan aber nicht vorgesehen.
Wie verlässlich ist der Test?
Wie zuverlässig der Test Ergebnisse liefert, ist noch unklar. Er ist noch zu jung, um gesicherte Zahlen zu haben. Der Test ist in mehr als 97 Prozent der Fälle korrekt, schätzt Alexander Dalpke, Direktor des Instituts für Virologie der Technischen Universität Dresden, wie er gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk sagte.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann bei einem oder mehreren negativen Testresultaten nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass doch eine Infektion mit Sars-CoV-2 vorliegt. Das könnte laut der Organisation daran liegen, dass beim Abstrich nicht genügend Material aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum entnommen worden ist.
Ein weiterer Grund für ein falsches Testergebnis könnte sein, dass der Abstrich sehr früh oder sehr spät im Verlauf der Infektion gemacht wird und sich keine Viren in Rachen, Nase oder Mund befinden. Ausserdem kann das Resultat davon beeinflusst werden, ob das Testmaterial richtig gehandhabt und verschickt wird und ob das Gerät, dass das Genmaterial identifizieren soll, einwandfrei funktioniert.
Schnelltests, die online bestellt werden können, sind laut dem BAG nicht verlässlich.
Wer produziert die Tests?
Neben anderen Firmen produziert das Pharmaunternehmen Roche Coronavirus-Tests. Es war das erste, das ein manuelles Testverfahren und später einen vollautomatisierten Test entwickelte. Diese Tests verschickt Roche von seinen Produktionsstätten aus an Standorte, die die nötige Infrastruktur haben, um die Tests anzuwenden.
Monatlich könne die Firma mehrere Millionen Tests herstellen, sagte der CEO Severin Schwan gegenüber der «Luzerner Zeitung». Roche produziere rund um die Uhr Tests, trotzdem übersteige die Nachfrage das Angebot: «Wir bauen die Produktion linear aus, die Zahl der Ansteckungen nimmt jedoch in vielen Teilen der Welt weiterhin exponentiell zu», erklärte Schwan.
Weshalb lassen gewisse Firmen ihre Mitarbeitenden testen?
In den Medien hatten die Unternehmen ABB und die Anwaltskanzlei Bär und Karrer für Aufsehen gesorgt, als bekannt wurde, dass sie für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Coronavirus-Tests angeordnet hatten. ABB möchte mit den Tests seine Kunden, Mitarbeitenden und Partner schützen. Daniel Koch , Delegierter des BAG für Covid-19, bezeichnete das Vorgehen als «keine gute Idee».
Mit den Tests verstösst das Unternehmen gegen die Richtlinien des Bundes, es hält laut einem Bericht des «Tagesanzeigers» aber am Vorgehen fest. Bär und Karrer stellte die Tests ein, nachdem das BAG die Kriterien für Coronavirus-Tests bekanntgegeben hatte.
Was ist der Antikörpertest und wie funktioniert er?
Weshalb ist ein Antikörpertest nützlich?
Ein Coronavirus-Test, der die DNA untersucht, kann immer nur eine Momentaufnahme widerspiegeln. Wenn ein solcher Test negativ ausfällt, weil keine Viren gefunden werden, ist unklar, ob sich eine Person schon mit dem Sars-CoV-2-Erreger angesteckt hat oder diese Gefahr weiterhin besteht.
Ein Antikörpertest kann aufzeigen, wer das Coronavirus bereits hatte und nicht mehr gefährdet ist. Das ist eine grosse Chance. Mediziner gehen nämlich davon aus, dass Menschen nach einer Sars-CoV-2-Infektion immun gegen das Virus sind. Diese Personen könnten beispielsweise für die Pflege von Covid-19-Patienten
und Risikogruppen eingesetzt werden.
Sind Antikörpertests in der Schweiz bereits möglich?
Laut Daniel Koch gibt es solche Tests auf dem freien Markt noch nicht. Das Bundesamt für Gesundheit sei jedoch an der Entwicklung von Antikörpertests beteiligt.