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...Velos und Fussgänger mehr Platz hätten?
Stellen Sie sich vor. Es ist 2022, es ist ein wunderschöner Tag, und Sie müssen in die 2 km entfernten Geschäfte. Im Jahr 2019 wären Sie, ohne zweimal nachzudenken, ins Auto gesprungen und hätten zum Stau am späten Nachmittag beigetragen.
Aber jetzt ist alles anders. Es gibt so viel mehr Platz für Radfahrer auf der Strasse, und infolgedessen nehmen viel mehr Menschen ihr Velo mit zur Arbeit - oder zu den Geschäften. Die Strasse ist ruhiger und die Luft riecht süsser. Staus und Baustellen sind seltener, es gibt weniger Verkehrsunfälle, und die Übergewichtsrate sinkt wieder, da mehr Menschen kurze Strecken zu Fuss oder mit dem Fahrrad zurücklegen. Ältere Menschen können sich sicherer fortbewegen, und dank der breiteren Bürgersteige können Sie anhalten, um mit einem/einer Freund*in zu plaudern, ohne dass jemand auf die Strasse treten muss, um Sie zu umgehen.
Unrealistisch? Nicht wirklich. Der Bund hat gerade das neue Veloweggesetz veröffentlicht, das ein Schritt in diese Richtung ist. Und die Systeme, um es zu verwirklichen, existieren bereits. Das Berner Modell zum Beispiel, das unter dem Motto "Koexistenz statt Dominanz im Strassenverkehr" steht, berücksichtigt mit einer partizipativen Planung die Bedürfnisse aller Anspruchsgruppen. In Köniz stellten sie fest, dass die Verkehrsunfälle bei der Anwendung dieses Modells um rund ein Drittel zurückgegangen sind. Und Studien haben gezeigt, dass fast die Hälfte der Autofahrten weniger als 5 km beträgt, eine Strecke, die mit dem Velo, dem Trotti oder sogar zu Fuss gut zurückgelegt werden könnte.
Eine Kombination aus besser angepassten Strassen, vor allem in Kreiseln, und mehr Platz auf den Bürgersteigen würde bedeuten, dass die Menschen eher mit dem Fahrrad fahren oder zu Fuss gehen würden - das heisst weniger Umweltverschmutzung, bessere Gesundheit für uns alle, ob alt oder jung, und einen sichereren Schulweg für unsere Kinder.