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Für ihre feingliedrigen und teils skulpturalen Arbeiten nutzt Orupabo im Netz zirkulierendes Bildmaterial aus Filmen, Kunst und Populärkultur, aber auch aus der Wissenschaft, Ethnografie oder der Medizin. Im Zentrum steht dabei der Schwarze weibliche Körper: An dessen gewaltvoller (Bild-)Geschichte verhandelt die Künstlerin die Themen koloniale Gewalt, Rassismus, Sexualität und Identität. Indem sie Bildausschnitte in neue Zusammenhänge setzt und die daraus entstehenden Bruchstellen wie Narben hervortreten lässt, dekonstruiert Orupabo stereotype Darstellungen, Prozesse der Objektivierung, Fixierung und Fremdzuschreibung, bei denen die Fotografie zur Komplizin des kolonialen Blicks und seinem Vermächtnis wird.
Über das Einbinden von privaten Fotografien aus ihrem Familienarchiv ordnet sich die norwegisch-nigerianische Künstlerin und Soziologin zugleich auch biografisch in die kollektive Bildgeschichte und ihre mediale Fortschreibung ein. Orupabos künstlerische Praxis formuliert eine subtile Form des Widerstands, die den vorherrschenden Blick durchkreuzt und die Betrachter_innen schonungslos zum Blickaustausch herausfordert.
Das Fotomuseum Winterthur präsentiert die erste Einzelausstellung von Frida Orupabo (*1986) in der Schweiz. Orupabos Arbeiten wurden international in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, u.a. an der Biennale von São Paulo (2021), in der Kunsthalle Trondheim (2021), im Museum Ludwig, Köln (2020), der Biennale di Venezia (2019), der Julia Stoschek Collection, Berlin (2018), oder der Galerie Nordenhake, Stockholm (2018).
Der Ausstellungstitel ist ein Zitat von Elaine Kahn, I Know I Am Not an Easy Woman, 2015.