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Eine der brisanten Fragen bleibt heute die Korruption des ukrainischen Systems. Präsident Zelenskij hat vor kurzem im Interview für internationale Presse behauptet, dass die Korruption in der Ukraine nicht die aktuellste Frage ist. Trotzdem sieht aber die Wirklichkeit anders aus.
Einer der aufsehenerregenden Rechtsfälle von illegalem Geldfreisetzen und Bestehlen von Investoren ist das Verfahren von Andrej Guta. Der Fall betrifft die ladwirtschaftliche Holdinggesellschaft „Mriia“. Die Aktualität der berührten Frage führte dazu, dass die internationale Untersuchung neuer Details von diesem Fall, die am 26. Februar, dem dritten Kriegstag, veröffentlicht wurde, nicht nur unbemerkt blieb, sondern sogar weitere Stellungnahmen auf der Weltbühne hervorrief.
Im Zusammenhang mit der andauernden Flucht von Andrej Guta in die Schweiz kann diese Frage negative Folgen für den Ruf von der Ukraine in der Schweiz mitbringen.
In den ukrainischen Quellen wurde der Fall mehrmals zur Sprache gebracht, obwohl das Familienoberhaupt Iwan Guta meist in den Mittelpunkt gestellt wurde. Wir können nicht feststellen, ob es absichtliche Akzentversetzung oder reiner Zufall war. Aber die zuletzt veröffentlichten Materialien weisen darauf hin, dass eben der Sohn vom Oberhaupt der genannten Gesellschaft Andrej Guta den größten Einfluss auf die Beschlussfassung ausübte.
Die Vorgeschichte vom Konkurs der „Mriia“ würden wir nicht wiedererzählen. Zur Acht zu nehmen ist nur, dass die Gutas einen der größten Hersteller für Getreide in der Ukraine unter die Kontrolle gebracht und den zur Zahlungsunfähigkeit geführt haben. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bleibt die Gesellschaft von Andrej Guta bezüglich unterschiedlicher Investoren über eine Milliarde Dollar zusammen in Saldo.
2002 sind dem Unternehmen von Iwan Guta, dem Begründer der Gesellschaft, seine Söhne – Andrej und Nikolaj hinzugetreten, obwohl es im Profil von Andrej Guta auf LinkedIn feststeht, dass er seit 1999 als Mitbegründer auftritt. 2008 hat Nikolaj als Generaldirektor der Holding die Leitung von „Mriia“ übernommen. Den Vater hat Andrej als Geschäftsleiter erklärt.
Der harte „Aufschwung“ der Gesellschaft hat eben seit der Zeit begonnen, als sich Andrej Guta der Gesellschaft „Mriia“ angeschlossen hat, wie es die Zeitzeugen berichten. Es waren in der Tat feindliche Übernahmen von Grundstücken und Unternehmen, wodurch man Angst hatte, davon zu sprechen. Die PR-Abteilung schuf aktiv das Bild „eines sozial verantwortlichen Unternehmens“.
Als Ergebnis von solchem Geschäftsverkehr führt die Gesellschaft 2012 dank Bemühungen des jungen fleißigen fortschrittlichen Andrej Guta nicht ganz transparente Transaktionen zu überhöhten Preisen durch und wird, nach ihren eigenen internen Berichten, zu der größten landwirtschaftlichen Holdinggesellschaft des Landes. Mit diesen aufgeblähten Leistungszahlen kommt die auf den internationalen Börsenmarkt. Auf schnellen Wachstum der Gesellschaft haben unterschiedliche Rating-Agenturen im April 2013 Acht gelegt, die schon damals solche Dynamik unter verdächtiges Fragezeichen gestellt haben, aber die Investoren setzten fort, ihr Kapital in Andrej Gutas Gesellschaft zu placieren.
In wenigen Jahren gelang es Andrej Guta, der seine während des Studiums in Europa und in der Kapitalverwaltungsgesellschaft UANGELS aufgenommenen Beziehungen ausgenutzt hatte, die größten Investoren für das Unternehmen des Vaters zu gewinnen. Es gelang ihm auch, dieses Geld sofort abfließen zu lassen.
Nach vorläufigen Daten hat die Untersuchung festgestellt, dass die Gesellschaft im Zeitraum von Oktober 2011 bis Dezember 2013 über 100 Millionen Dollar für die Aktien von acht Unternehmen auf Zypern ausgegeben hat, dabei hat der Gesamtwert von ihren Vermögenswerten zirka 12 Tausend Dollar betragen.
„Mriia“ hat Geld an acht Unternehmen auf den Britannischen Jungferninseln überwiesen, indem jedes davon über die Aktien einer der zypriotischen Firmen verfügte. Laut Gerichtsdokumenten gehörten die acht dort eingetragenen Gesellschaften den Gutas. In meisten Fällen haben diese Unternehmen die Aktien an „Mriia“ nicht übertragen.
Und auf dem Höhepunkt der „Morgendämmerung“ brach alles zusammen
Im August 2014 hat sich die Gesellschaft „Mriia“, einer der größten landwirtschaftlichen Hersteller in der Ukraine, in Konkurs erklärt. Die Gesellschaft, deren Kapitalgeber IFC, „Alfa-Bank“, Credit Agricole, Deutsche Bank DBU, Erste und die erste Ukrainische internationale Bank, ist wie eine Seifenblase zerplatzt.
Eine Schuld von 1,3 Milliarden Dollar hat über der Holding gehangen. Es gab nichts, was zurückzuzahlen, aber vor allem niemanden: der Begründer der Gesellschaft ist mit einer wesentlichen Geldsumme verschwunden. Später wurde festgestellt, dass nicht nur die Landbank und die Produktivität, sondern auch Finanzergebnisse einzelner Holdinggesellschaften in der Berichterstattung „falsch gezogen“ waren. Der Auflösungsprozess in Bezug auf „Mriia“ wurde auf Zypern in Gang gesetzt, wo die eingetragen war.
In den nachkommenden Jahren wurde ans Licht gebracht, dass Andrej Guta größere Geldsummen von „Mriias“ Bankkontos abfließen und die auf die Konten seiner Offshore-Unternehmen eintragen ließ. Für zwei davon wurde eine prächtige Villa im Gebirge in Bayern gekauft. Anschließend wurde die Villa als die teuerste auf dem deutschen Markt anerkannt.
Die Autoren vom Projekt „Geheimnisse Credit Suisse“ haben klargelegt, dass die Gelder vom Konto bei der Bank Credit Suisse abgebucht wurden. Nach Ansicht von Experten sollten die Transaktionen die Aufmerksamkeit der Begutachter an sich gelenkt haben, schreibt OCCRP.
Die Angaben von Suisse Secrets machen sichtbar, dass 13 Firmen- und drei Privatkonten, die bei Credit Suisse vom November 2008 bis Dezember 2013 eröffnet wurden, wurden unter Leitung von Andrej Guta unterschrieben.
Das Firmenkonto von „Mriia“ wurde mit dem größten Rest (222,9 Mio CHF oder etwas 243 Mio Dollar) in fünf Fällen für den Einkauf von Aktien der betrügerischen zypriotischen Unternehmen genutzt.
Im Vertragsgerichtsdokument, erhalten von OCCRP, hat der Konkursverwalter Chris Jakovides erklärt, dass Guta das Konto von „Mriia“ bei Credit Suisse nur für Geldüberweisung von einer Einrichtung zur anderen genutzt hat. So sind zum Beispiel 37,9 Mio Dollar am 19. Dezember 2011 auf das Konto eingegangen. Einige Tage später wurden 21 Mio Dollar an zwei Guta gehörten Gesellschaften auf den Britannischen Jungferninseln zur Auszahlung gebracht. Das Gleiche passierte auch zwei Jahre später, als 7,9 Mio Dollar an einem Tag im Dezember 2013 auf das Konto eingegangen und dann schnell 8 Mio Dollar in Form von zwei Briefkastenfirmenzahlungen überwiesen waren, also von der Andrej Guta gehörten Firma auf Britannischen Jungferninseln.
Die Situation sah also im Berichtszeitraum folgenderweise aus:
2018 haben die Konkursverwalter im Namen der Kapitalgeber von „Mriia“ bei Gericht gegen Andrej Guta verklagt. Als Anlass zur Erhebung der Klage war Entschädigungsbeitrag von über 100 Mio Dollar.
Das Interessanteste in dieser Geschichte ist die Überweisungen durch die auf den Namen Andrej Guta eingetragenen Unternehmen, aber es gibt seinen Namen in Strafverfahren sowohl in der Ukraine, als auch im Ausland nicht. Er ist das einzige Familienmitglied, das rein vor dem Gesetz geblieben ist. Im Weiteren bleibt er indirekt, durch GmbH „Ukrainische Mriia“, GmbH „ FG „ФГ Wissenschaftliche Produktionsvereinigung „Mriia“ und Offshore-Gesellschaft mit Zuständigkeit in VAE «YERIEL LIMITED», an der Leitung von vielleidender Holding.
2018 fad der fiktive Verkauf der durch Andrej Guta zahlungsunfähigen und ausgerauten „Mriia“ an das arabische Unternehmen SALIC statt. Als Rechtfertigung war der großartige Ruf von diesem internationalen Großunternehmen. Aber die Panama pappers behaupten, als Inhaber bleibt bis jetzt Andrej Guta. Die Sache liegt darin, dass die Gesellschaft SALIC einige Tochtergesellschaften besitzt. Eine davon ist SALIC INC, als deren Agent Mossack Fonseca auftritt. Merkwürdig ist, dass das arabische Unternehmen von Andrej Guta YERIEL LIMITED denselben Agenten Mossack Fonseca hat. Dies gibt den Grund zur Vermutung, dass der fiktive Verkauf mit den Arabern nach dem Auflösungsprozess ausgeführt wurde.
Auf solche Weise hat Andrej Guta eine Milliarde Bargeld abfließen lassen, die Schulden haben die Kapitalgeber bezahlt, und das Unternehmen ist dank Bemühungen des jüngeren Guta in Familie geblieben.
Trotz der langen Liste der angenommenen Straftaten wohnt Guta nach Konkurs von „Mriia“ in der Schweiz.
Andrej Guta, der wahrscheinlicher Weise diese Machenschaften initiiert hat, lebt am Genfer See und befasst sich aktiv mit Startups in der Schweiz. Seine Privatkonten sind nicht verhaftet, die Tätigkeit bleibt aktiv.
2019 hat Zypern Haftbefehle für Andrej Guta erlassen, 2020 wurde er von Interpol verfolgt. Die Schweiz hat aber bis jetzt seine Auslieferungsersuchen nicht bestätigt.
Dabei bleibt die Sache über eine der größten Affären auf dem osteuropäischen Kontinent offen. Das hat für die Schweiz eine große Bedeutung. Der Krieg hat doch die Macht in der Ukraine erstmalig in Geschichte auf die eigene Neutralität verzichten lassen. Das ist der Wendepunkt: Geld spielt nicht die führende Rolle. Menschlichkeit und gesunder Menschenverstand haben gesiegt. Unter Förderung der ukrainischen Seite kann die Frage nach der Extradition des junge Talenten Andrej Guta überprüft werden.
„Lebenslanger Social-Media-Liebhaber. Fällt oft hin. Schöpfer. Leidenschaftlicher Feinschmecker. Entdecker. Typischer Unruhestifter.“