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Kapellen
Gnadenkapelle
Siebenschmerzen-Kapelle
Die Siebenschmerzen-Kapelle ist die älteste Wallfahrtskapelle, die Ende des 15. Jahrhunderts am Rand des Felsabgrundes oberirdisch gebaut wurde und ehemals frei stand. Neben der Kapelle befand sich auch das Haus des Wallfahrtspriesters (Bruderhaus).
Heute ist die Kapelle in den Gebäudekomplex des Klosters integriert. Die Kapelle war einst innen und aussen bemalt. Heute ist davon nur noch ein kleiner Teil sichtbar über dem ehemaligen Eingang an der Westwand (nicht zugänglich). Die Kapelle wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrmals umgestaltet.
An der Fensterwand hängt das so genannte Mirakelbild, das an die Rettung des vom Felsen herabgestürzten Junkers Hans Thüring Reich von Reichenstein im Jahre 1541 erinnert. In szenischem Ablauf (Fall, Auffindung, Abtransport und Rückkehr zur Landskron) ist der ganze Hergang dargestellt. Die Reichensteinische Familie schmückte die Kapelle mit ihren Allianzwappen aus. An der Wand gegenüber hängt das grosse Votivbild der Gemeinden des Leimentales, das daran erinnert, dass sich diese Gemeinden in Kriegsgefahren immer wieder dem Schutz der Gottesmutter Maria im Stein unterstellten. Die Tafeln an der Decke kamen während der Restaurierung des Klosters als Fragmente zum Vorschein, müssen aber ursprünglich zu dieser Kapelle gehört haben. Sie wurden, so gut es ging, wieder eingebaut. Es sind emblematische Darstellungen, die auf die sieben Schmerzen und Freuden Mariens hinweisen.
St. Josefs-Kapelle
In der Klosterkirche hinter dem linken Seitenaltar befindet sich die St. Josefs-Kapelle. Josef ist mit der barocken Statue an der linken Seitenwand dargestellt und Johannes der Täufer ist an der rechten Wand zu sehen.
In der 1985/86 wieder hergestellten Apsis steht der Altar und dahinter ist die heilige Familie dargestellt: Maria und Josef mit dem Jesusknaben, darüber Gottvater und die Heilig-Geist-Taube. Auf den seitlichen Sockeln sind Joachim und Anna zu sehen, die Eltern Marias und Grosseltern Jesu. Alle diese Figuren stammen aus dem 20. Jahrhundert und werden dem sogenannten Nazarenerstil zugerechnet.
An der rechten Seitenwand und an der Rückwand hängen zwei Bilder, die von einem älteren Altar aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts stammen. Gemalt hat sie die Malerin Elisabeth Geyer aus Burg im Leimental. Sie zeigen zwei Szenen aus dem Leben des heiligen Josef. Das Ovalbild stellt die Rast der heiligen Familie auf der Flucht nach Ägypten dar, das Rundbild zeigt die heilige Familie in Nazaret: Josef in seiner Werkstatt und Maria mit dem Jesuskind in einem schönen „französischen“ Garten.
St. Anna-Kapelle
Etwas abseits der Klosteranlage liegt, vom Fußweg nach Flüh aus gut sichtbar, am Waldrand die St. Anna-Kapelle. Am Weg zur Kapelle, entlang dem Waldrand, ist ein Kreuzweg aus dem 17. Jahrhundert mit 14 Stationenkreuzen angelegt. Die alten Steinkreuze tragen Metallplatten mit eingeäzten Darstellungen des Kunstmalers Ferdinand Schott aus dem Jahr 1956.
Beim Eintritt in die offene Vorhalle hat man einen guten Blick ins Innere der Kapelle. Auf dem Altar dominiert eine Anna-Selbdritt-Darstellung. Die Großmutter Jesu, Anna, trägt auf ihrem Arm Maria und im andern Arm das göttliche Kind. So ist es seit alten Zeiten: Die Großmütter tragen die Familie, halten sie zusammen und geben ihr, nur schon durch ihr Dasein, Halt.
Schon im ersten christlichen Jahrtausend wurde Anna vom gläubigen Volk verehrt. In der Barockzeit, die so sehr prächtige Prozessionen und Bittgänge aller Art liebte, zog am Anna-Tag (26. Juli) eine große Schar Pilger hinaus zur heiligen Großmutter Jesu. In der neueren Zeit aber verschwand die Annaverehrung. Die Pfarrei Metzerlen-Mariastein zieht seit einiger Zeit wieder am Abend des Anna-Tages hinaus zur Mutter Anna. Das ist ein Neubeginn der Annaverehrung. Es wird kaum mehr eine prachtvolle Barockprozession aufleben. Dafür schätzen kleinere Pilgergruppen die Kapelle für Andachten und Gebete (z.B. regelmässiges Rosenkranzgebet). Die neuen Formen sind ein schlichtes und gerade für unsere Zeit ein verständliches Zeugnis, dass Gott in Jesus einer von uns geworden ist, umgeben von einer Familie, zu der selbstverständlich auch eine gute Großmutter gehört.
Sechseckiger Kuppelbau, erbaut um 1691 unter Abt Augustin Reutti, angebaut an das ältere Altarhäuschen (mit Fresken aus dem 15. und 17. Jahrhundert). Die Kuppel malte der Klosterbruder Fridolin Dumeisen von Mariastein aus (gest. 1708). Der barocke Altar enthält links und rechts noch die Statuen von Johannes dem Täufer und dessen Vater Zacharias (mit dem Weihrauchfass) sowie über der Anna ein Relief, das Marias Besuch bei Elisabeth darstellt.
Literatur: P. Lukas Schenker, Mariastein, Führer durch Wallfahrt und Kloster, 2014.