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Der Genfer Jérémy Desplanches schwamm im Final über 200 m Lagen fast die ganze Zeit an vierter Stelle – sowohl nach der Delfin-, der Rücken- und auch der Brust-Strecke lag er an dieser Position. Auf der abschliessenden Crawl-Strecke schien es ebenfalls, als könnte sich der 26-Jährige nicht mehr verbessern und müsse er sich mit dem undankbaren 4. Platz begnügen.
Doch auf dem letzten Meter, beim sogenannten Anschlag, konnte sich Jérémy Desplanches noch an Weltmeister Daiya Seto vorbeischieben. Der Japaner, der vor zwei Jahren im südkoreanischen Gwangju vor dem Schweizer Gold geholt hatte, lag letztlich um fünf Hundertstel hinter Desplanches zurück.
Der Europameister von 2018 und EM-Zweite von 2021 schlug nach den vier Bahnlängen in 1:56,17 an, womit er seinen Schweizer Rekord um 0,39 Sekunden senkte. Einzig der chinesische Olympiasieger Wang Shun (in 1:55,00) und der Brite Duncan Scott (1:55,28) lagen für ihn ausser Reichweite.
Jérémy Desplanches sorgte zugleich für die erste Olympia-Medaille eines Schweizer Schwimmers seit 37 Jahren. 1984 in Los Angeles – als wegen des Boykotts zahlreiche Länder nicht antraten – hatte sich Etienne Dagon über 200 m Brust Bronze gesichert. Ansonsten klassierte sich noch nie ein Schweizer Schwimmer an Olympia in den Top 3.
Ajla del Ponte knackt Schweizer Rekord im Vorlauf
Ajla del Ponte startete derweil ebenfalls mit einem Paukenschlag in die Olympischen Spiele in Tokio. Im Vorlauf über 100 m knackt die Tessinerin in 10,91 Sekunden den Schweizer Rekord von Mujinga Kambundji und qualifiziert sich als Zweite ihres Vorlaufs hinter der Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce souverän für die Halbfinals.
Zuvor sicherte sich auch Kambundji als Zweite in souveräner Manier einen Startplatz in den Halbfinals. Die 29-jährige Bernerin hatte in ihrem Vorlauf in 10,95 Sekunden ihren Bestwert egalisiert, den Ajla del Ponte wenige Minuten später um vier weitere Hundertstel nach unten drückte.
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