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Der Bundesrat ratifiziert am 09.Juni 2017 die Schlussakte der Weltfunkkonferenz 2015. Er will so den steigenden Frequenzbedarf im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien decken, insbesondere im Hinblick auf die Einführung des neuen mobilen Kommunikationsstandards (5G).
Was bedeutet das?
Die nun ratifizierte Schlussakte bildet laut bundesrätlicher Mitteilung die Grundlage für eine Neubeurteilung des nationalen Frequenzzuweisungsplans (NaFZ), dem Instrument für die Planung gegenwärtiger und künftiger Funkfrequenzen auf nationaler Ebene.
Festgelegt wurden die Funkfrequenzen für die Luftfahrt. Die Frequenzen für Sicherheit, Notfallsituationen und Katastrophenhilfe. Die Frequenzen für die Satelliten, die wissenschaftlichen Dienste und die Universalzeit.
Im Bereich Mobilfunk wurden nebst den bestehenden 800-, 900-, 1800- und 2100MHz-Bändern neue Frequenzen freigeschaufelt. Dies von 694-790MHz aus der sogenannten digitalen Dividende. Des Weiteren 1427-1518MHz und dann ganz oben 3400-3600MHz.
Bei den 694-790MHz ist zu beachten, dass diese Frequenzen Hauswände weit besser durchdringen als alle höheren Frequenzen. Eine Faustregel besagt, dass wenn die Wellenlänge länger als die Hausmauer dick ist, diese von der Funkstrahlung fast ungebremst, ohne Dämpfungsfaktor durchdrungen wird. Die Wellenlänge in Metern rechnet sich 300/Frequenz in MHz. Im 700MHz-Band ergibt sich somit eine Wellenlänge von 43cm. Und dies bei Mauerdicken von 25-35cm. Die Gebäudedämpfung, wie sie bisher für die Berechnung zur Einhaltung des Strahlungs-Grenzwertes innerhalb von Wohnungen herangezogen wurde, muss demnach endgültig wegfallen. Dies weil die Strahlung dann praktisch ungebremst durch Mauern hinduchsaust.
Gegenteilig wirkt sich die Sache bei 3400-3600MHz aus. Hier haben wir Wellenlängen von ca 8-9cm. Da wird die Gebäudedämpfung dermassen enorm hoch, dass mindestens alle 100m ein Sender stehen muss um überhaupt noch etwas durch die Mauern hindurchzubringen. Wie die Mobilfunkbetreiber dies bei dem gegenwärtigen Widerstand gegen den Bau von Mobilfunksendern bewerkstelligen wollen, bleibt sehr dubios.
Mehr Info's dazu unter: 5G - Die fünfte Gefahr
Ob die Bundesrätinnen und Bundesräte wissen, was sie da unterschrieben haben, ist mehr als nur fraglich. Nach der Rede zu schliessen, welche Bundespräsidentin Leuthard am 16.Juni 2016 vor dem Nationalrat geführt hat, wissen sie es wahrscheinlich nicht. Ein Musterbeispiel dafür, wie gut unsere Budesrätinnen und Bundesräte technisch informiert sind, sehen Sie hier: Politiker und Funktechnik!
Ein weiteres interssantes Detail aus der ratifizierten Schlussakte: Zitat: Zur Verringerung des Gewichts von Flugzeugen und damit des Kerosinverbrauchs sowie auch ihres CO2-Fussabdrucks kann ein Teil der Verkabelung im Innern durch eine Datenübertragung per Funk ersetzt werden. Dazu wurde das Band 4200–4400 MHz bereitgestellt. Da zumindest die kritischen Steuerungen aus Sicherheitsgründen doppelt oder dreifach vorhanden sein müssen, wird diese neue Technologie die Kabel sicherlich nicht ganz verschwinden lassen, jedoch eine Alternative bieten. Ende Zitat
Die Dreistigkeit der Funkfanatiker kennt offensichtlich keine Grenze. Nicht einmal von dem Leben von tausenden von Flugpassagieren können sie die Hände lassen. Kabel, Hydraulikschläuche, Seilzüge aus reiner Profitgier einfach durch höchst störungsanfällige Funkfernsteuerung ersetzen? Fahrlässigkeit und Dummheit pur.
An dieser Stelle sei wieder einmal an den simultanen Absturz von 2 Kampfjets vom Typ Eurofighter vor ca. 20 Jahren erinnert, deren vom Steuerknüppel aus per Funk übertragene Steuersignale auf die Ruderanlage blockierten, als sie in den Strahlenkegel des damaligen Kurzwellensenders von Radio Freies Europa in Holzkirchen bei München gerieten. Die Piloten konnten sich in letzter Sekunde mit dem Schleudersitz retten. Passagierflugzeuge haben keine Schleudersitze!
Kommentar · Hans-Ulrich Jakob · Präsident Verein Gigaherz
Politiker und Funktechnik!