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Gemälde, Porträt Maria Anna Landtwing-Keiser (geb. 1725)
Auf dem Porträt ist Maria Anna Landtwing-Keiser (geb. 1725) im Alter von 61 Jahren abgebildet. Sie trägt als Ratsherrengattin eine standesgemässe städtisch Kleidung, welche aus einem schwarzbraunen Oberteil mit einem gesteiften Brustlatz aus gemusterter goldgelber Seide, dem so genannten Vorstecker. Dessen Rand entlang und zu den Schultern hinauf sind geklöppelte Goldspitzen aufgenäht. Der Kleidausschnitt wird von aufgestickten goldgelben Blattranken mit Knospen umrahmt. Aus dem Décolleté tritt ein Spitzenbesatz heraus, der die Brustpartie betont. Eine Spitzenmanschette hebt auch den linken Arm mit der auf ein stehendes Buch gelegten beringten Hand hervor. Um den Hals trägt sie eine sechsreihige Korallenkette mit Goldperlen und einem steinbesetzten goldenen Anhänger. Das hinten gebundene feine schwarze Halstuch bleibt durch die breite Kette weit gehend verdeckt. Als Kopfputz trägt sie eine «Bollechappe» (Bollekappe). Diese besteht aus zwei seitlichen Rosen, welche aus schwarzer Seidenbändern gefertigt und mit einem dicht gefältelten weissen Band verziert sind. Die Kappe selber ist aus Karton geformt und mit schwarzem Stoff überzogen. Auf der Rückseite steht die Inschrift «Frau Rrathsherin Maria Anna [..., durch Keilrahmen verdeckt] / Keiser ware geboren den ii April 172[...] / hat sich vermahlet mit T: H: C. P. Landtwing / den 5: feb. 1753 – im 6i Jahr ires alters. / Franz Thade Menteler / Pinxit Anno 1786».
Die Abgebildete Maria Anna Landtwing-Keiser heiratete 1754 (gemäss Inschrift 1753, korrekt ist aber 1754, vgl. dazu Eintrag ins Ehebuch der Pfarrei Zug 1754) den Zuger Uhrmacher Karl Peter Landtwing (04.04.1725–13.05.1785). Dieser wurde 1758 zum Hauptmann der Zuger Miliz ernannt und wurde 1759 in den Zuger Rat gewählt (Ratszugehörigkeit von 13.05.1759–10.05.1767).
Das mit «Franz Thade Menteler» signierte Bild ist aus stilistischen Gründen dem jüngeren der zwei gleichnamigen Künstler (Vater Franz Thaddäus Menteler der Ältere, 1712–1789 und Sohn) zuzuschreiben. Dieser hatte sich nach dem Unterricht bei seinem Vater zuerst in Strassburg und danach an der Kunstakademie in Besançon (früherer Name «Ecole gratuite de peinture et de sculpture») beim Nidwaldner Maler Johann Melchior Wyrsch (21.08.1732–09.09.1798) weitergebildet haben. Franz Thaddäus Menteler (der Jüngere) beherrschte wie sein Vater die anspruchsvolle Technik der Hinterglasmalerei, welche die beiden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Zug wieder aufleben liessen.