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50 Beobachtungen von Maikäfern wurden an das NHMF geschickt, davon 48 aus dem Kanton Freiburg und je eine aus den Kantonen Waadt und Bern. Insgesamt wurden acht verschiedene Arten gesichtet, hauptsächlich in den Monaten Mai und Juni. Die Goldmedaille geht eindeutig an den Feldmaikäfer, der 19-mal beobachtet wurde. Auf den Plätzen zwei und drei folgen der Junikäfer und der Goldstaub-Laubkäfer. Vereinzelte Sichtungen gab es auch für den Gartenlaubkäfer. Ein besonderes Bravo gebührt den Schulklassen aus Tafers und Heitenried, die den Silbergrauen Einklaulaubkäfer und den Rotbraunen Laubkäfer entdeckt haben, zwei selten vorkommende Arten. In der Nähe von Estavayer-le-Lac und von Plaffeien wurde der Kleine Julikäfer gesehen – interessante Beobachtungen einer Art, die sandige Böden bevorzugt. Schliesslich haben Entomologen im Kanton Bern den Mittelmeer-Maikäfer aufgespürt: eine gute Neuigkeit, denn dieser ist in der Schweiz nur schwer zu beobachten.
Alle diese wertvollen Informationen wurden an das Nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Fauna (info fauna) übermittelt und tragen dazu bei, die lückenhaften Kenntnisse über die Insekten des Kantons Freiburg zu vervollständigen. Trotz allem bleibt festzuhalten: Die vier Arten, die im Kanton Freiburg im letzten Jahrhundert ausgestorben sind (Waldmaikäfer, Schwarzbrauner Brachkäfer, Gelbbrauner Brachkäfer und Dunkler Seidenkäfer), bleiben verschwunden, und trotz der Beobachtungen dieses Sommers bleibt das Maikäfer-Aufkommen insgesamt schwach. Natürlich ist ein partizipatives Projekt über einen so kurzen Zeitraum kein echtes wissenschaftliches Inventar, und die Anzahl Maikäfer schwankt von Jahr zu Jahr. Dennoch entsprechen die Resultate der allgemeinen Tendenz des Rückgangs des Bestands im Kanton. Die älteren Generationen erinnern sich noch gut daran, wie Feldmaikäfer einst zu Tausenden ausschwärmten und welche Schäden sie an den Kulturen verursachten (siehe auch Anekdoten). Die gezielte Bekämpfung der Maikäfer in den Fünfzigerjahren, die intensive Landwirtschaft und der Verlust von Lebensräumen sind es wohl, die dazu geführt haben, dass diese Insekten aus unseren Landschaften und damit auch aus dem Gedächtnis der jüngeren Generationen verschwunden sind.
Um die Grundlagen für die künftige Forschung bereitzustellen, braucht es Citizen Science-Projekte für die ganze Bevölkerung ebenso wie die Arbeit von Fachleuten. Das Naturhistorische Museum Freiburg bedankt sich darum herzlich bei allen, die im Sommer 2022 zu diesem Projekt beigetragen haben.