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Lungenmetastasen (Tochtergeschwulst/Tumorabsiedlungen)
Was sind Lungenmetastasen?
Als Lungenmetastasen bezeichnet man Absiedlungen (Tochtergeschwulste) von Tumoren die eigentlich ausserhalb der Lunge entstanden sind. Die Absiedlungen können dadurch entstehen, dass sich vom sogenannten Primärtumor (also dem eigentlichen Tumor) einzelne Zellen oder Zellklumpen ablösen und diese über den Blutstrom oder auch die Lymphe in die Lungen gelangen. Unter bestimmten Voraussetzungen können sich diese Zellen im Lungengewebe oder auch in einem anderen Organ ansiedeln und hier erneut vermehren. Lungenmetastasen können sowohl einzeln (solitär) oder auch multipel entstehen. Manchmal werden Lungenmetastasen bereits zum Zeitpunkt der Diagnose des Primärtumors gefunden, gelegentlich ist es jedoch auch möglich, dass sich Lungenmetastasen erst im Laufe der Krebserkrankung zeigen, manchmal Jahre später.
Welche Symptome (Krankheitszeichen) machen Lungenmetastasen?
In den meisten Fällen liegen Lungenmetastasen im Bereich der Lungenperipherie, so dass sie häufig gar keine Beschwerden bereiten. Meistens werden Lungenmetastasen zufällig, etwa anlässlich einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs aufgefunden oder auch im Rahmen der Nachsorgeuntersuchungen bei einer bösartigen Grunderkrankung.
Gelegentlich können Lungenmetastasen jedoch auch Beschwerden machen, etwa in Form von hartnäckigen Hustenattacken, Bluthusten oder in Form einer Lungenentzündung.
Wie werden Lungenmetastasen diagnostiziert?
Sind es viele oder grosse Metastasen, so kann man sie bereits auf einem konventionellen Röntgen-Thorax erkennen (siehe oben). Viel häufiger wird jedoch im Rahmen der Tumornachsorge eine Computertomographie (CT) der Lunge durchgeführt auf der man bereits Metastasen von wenigen Millimetern nachweisen kann. Eine solche CT-Thorax Untersuchung ist Grundvoraussetzung, sollte eine Operation der Metastasen erwogen werden.
Eine zunehmende Bedeutung in der Behandlung der Lungenmetastasen gewinnt die PET-CT-Untersuchung (Positronen-Emissions-Tomographie und gleichzeitige Computertomographie). Dabei handelt es sich um eine Ganzkörperuntersuchung, bei der bösartige Tumoren anhand deren gesteigerten Stoffwächselaktivität bildlich zur Darstellung kommen. Wichtige Zusatzinformationen, wie z.B. der Nachweis weiterer metastasensuspekter Herde, auch ausserhalb der Lunge oder von Lymphknotenmetastasen.
In manchen Situationen ist trotz der bildgebenden Untersuchungen eine histologische Diagnose (feingewebliche Untersuchung) für die Therapieplanung notwendig. Die Gewebeprobenentnahme (Biopsie) kann über eine Spiegelung der Atemwege (Bronchoskopie) oder auch durch eine perkutane Punktion (durch die Haut eingeführte Nadel) stattfinden. Eine weitere einfache und zuverlässige Methode stellt die thorakoskopische Keilresektion (Wedgeresektion) dar. Dabei wird mittels Schlüssellochtechnik einer der Lungenherde vollständig entfernt und untersucht.
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?
Die verschiedenen Therapiemöglichkeiten hängen bei dem Vorliegen von Lungenmetastasen sehr vom Einzelfall ab, so dass eine generelle Empfehlung nicht gegeben werden kann. Dabei spielt insbesondere die Art des Tumors, der zu den Lungenmetastasen geführt hat, eine wichtige Rolle. Darüber hinaus müssen die Einzelumstände des jeweiligen Patienten berücksichtigt werden. Weiterhin gilt es zu berücksichtigen, welche Therapien unter Umständen bereits durchgeführt wurden. Manchmal kann auch eine abwartende Haltung eingenommen werden. Grundsätzlich kommt bei vielen Patienten mit Lungenmetastasen eine medikamentöse Therapie in Frage. Die operative Entfernung von Lungenmetastasen sollte aber Bestandteil in der Ausarbeitung eines Therapiekonzeptes sein, welches im Rahmen eines interdiziplinären Tumorboards erarbeitet werden sollte. Insgesamt können etwa 30 Prozent der Patienten, die im Verlauf ihrer Tumorerkrankung Lungenmetastasen entwickeln, möglicherweise von der operativen Entfernung der Herde profitieren. Heute werden daher nicht nur einzelne Metastasen entfernt, sondern unter Umständen auch mehrere Metastasen, auch wenn diese evtl. zeitgleich mit dem Primärtumor aufgetreten sind.
Welche Voraussetzungen müssen für eine Operation gegeben sein?
Eine operative Entfernung von Lungenmetastasen kommt nicht gleichermassen für alle Tumoren in Frage, sondern muss vom Einzelfall abhängig gemacht werden. Generell ist jedoch zu sagen, dass eine Operation nur dann sinnvoll ist, wenn diese die Möglichkeit bietet, sämtliche Metastasen zu entfernen. Dies hängt vor allem von der Anzahl und Lokalisation der Metastasen in der Lunge ab. Die technische Operabilität (die Möglichkeit, die Metastasen mit der Operation zu entfernen) kann nur durch einen Thoraxchirurgen evaluiert werden. Wenn die Untersuchungen zeigen, dass im Körper noch weitere Tochtergeschwulste in anderen Organen vorliegen, ist die operative Therapie von Lungenmetastasen nur in ganz seltenen Fällen sinnvoll. Bevor eine Operation bei Lungenmetastasen angestrebt wird, ist daher die komplette bildgebende Untersuchung des Körpers notwendig. Dazu zählen die Positronen-Emissions-Tomographie (PET), die Computertomographie des Bauches, unter Umständen die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) des Kopfes.
Eine weitere wichtige Voraussetzung für eine mögliche Operation bei Lungenmetastasen ist ein entsprechender gesundheitlicher Zustand des Patienten. Dazu gehören ausreichende Lungenreserven und Herz-Kreislauf Funktion.
Wie wird die Operation von Lungenmetastasen durchgeführt?
Die Operationstechnik bei der Operation von Lungenmetastasen hängt vom Einzelfall ab und ist nicht immer einheitlich. Dabei spielen die Lokalisation und die Anzahl der Metastasen eine wichtige Rolle. Mehrere operative Methoden können zur Entfernung der Metastasen eingesetzt werden, wobei ein wichtiges Ziel ist, den Verlust an gesundem Lungengewebe zu minimieren (parenchymsparende Resektion). Am besten sind diese gewebeschonenden Operationen mit Hilfe des Operations-Lasers durchzuführen. Gerade der High-Energie-Laser der neuesten Generation erlaubt eine schnelle und präzise Entfernung der Lungenmetastasen und gleichzeitig eine zuverlässige Versiegelung des Lungengewebes.
Ein sogenanntes sequentielles Vorgehen, d. h. es wird erst die eine und später die zweite Lungenseite über eine beidseitige Thorakotomie (seitliche Eröffnung des Brustkorbes) operiert, ist die häufigste Variante bei beidseitigen Lungenmetastasen. Manchmal ist es unter Umständen sinnvoll, beidseitige Metastasen während einer einzigen Operation über eine Öffnung des Brustkorbs (Sternotomie), ähnlich wie bei einer Bypassoperation des Herzens anzugehen. Im Einzelfall kann auch die sogenannte minimal-invasive Operationstechnik (Schlüssellochchirurgie) sinnvoll sein, insbesondere bei einzelnen im äusseren Lungenmantel gelegenen Herden.
Häufig gestellte Fragen
Sind wiederholte Operationen sinnvoll?
Wiederholte Operationen bei Lungenmetastasen sind möglich und im Einzelfall auch sinnvoll. Die Entscheidung dazu muss immer unter Berücksichtigung der Gesamtumstände getroffen werden.
Wie sind die Erfolgsaussichten?
Die Erfolgsaussichten bei einer Operation bei Lungenmetastasen werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu zählt vor allem die Art des Primärtumors, der zu den Lungenmetastasen geführt hat. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Metastasen vollständig entfernt werden, damit langfristige Heilungsaussichten bestehen. Weiterhin werden die Erfolgsaussichten von der Anzahl der Metastasen und von der Zeit zwischen dem eigentlichen Primärtumor und dem Auftreten der Metastasen beeinflusst.