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COVID-19 ist eine Krankheit, die durch das neue Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht wird.
Das neue Coronavirus kann sehr unterschiedliche Krankheitssymptome zeigen. Die häufigsten Symptome sind:
- Symptome einer akuten Atemwegserkrankung (Halsschmerzen, Husten (meist trocken), Kurzatmigkeit, Brustschmerzen)
- Fieber
- Plötzlicher Verlust des Geruchs- und/oder Geschmackssinns
Crédits: Morsa Images
Zudem sind folgende Symptome möglich:
- Kopfschmerzen
- Allgemeine Schwäche, Unwohlsein
- Muskelschmerzen
- Schnupfen
- Magen-Darm-Symptome (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen)
- Hautausschläge
Die Krankheitssymptome sind unterschiedlich stark, sie können auch leicht sein. Ebenfalls möglich sind Komplikationen wie eine Lungenentzündung.
Nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt auf, wenn bei Ihnen Krankheitssymptome auftreten, die Sie beunruhigen. Im Abschnitt Allgemeine gesundheitliche Beschwerden finden Sie weitere Informationen dazu.
Wenn Sie eines oder mehrere der häufig vorkommenden Symptome haben, sind Sie eventuell am neuen Coronavirus erkrankt. Lesen Sie die Anweisungen auf der Seite Isolation und Quarantäne und halten Sie sich konsequent daran.
Es stimmt, dass COVID-19 für die meisten gesunden jungen Menschen harmlos ist. Aber es kann manchmal schwerwiegend sein, lange andauern oder Spätfolgen (Verlust des Geschmacks- und/oder Geruchssinns) haben, auch bei Personen, die nicht zu einer Risikogruppe gehören.
Weitere Informationen:
Coronavirus-Check (BAG)
PDF - Risk factors for severe manifestations of SARS-CoV-2 infection (19.11.2020)
PDF - CH-SUR Überwachung von COVID 19 in Schweizer Spitälern (7.12.2020)
Long-term follow-up of recovered patients with COVID-19 (The Lancet, 8.1.2021)
High-dimensional characterization of post-acute sequelae of COVID-19 (Nature, 22.4.2021)
Ziel der Impfung ist es, die geimpften Personen direkt vor einem schweren Krankheitsverlauf zu schützen sowie Spitalaufenthalte und Todesfälle zu reduzieren oder zu verhindern. Swissmedic hat im Moment die Impfstoffe von Pfizer/BioNTech, Moderna und Janssen zugelassen.
Dies ist ein Boten-RNA-Impfstoff, durch direkte Injektion eines Fragments des genetischen Materials der Mikrobe (Boten-RNA), eingehüllt in Lipid-Nanopartikel, die aus verschiedenen Lipiden bestehen. Die Boten-RNA-Impfstofftechnologie ist seit etwa zehn Jahren bekannt, aber trotz ihrer Attraktivität (Einfachheit des Konzepts, Schnelligkeit der Entwicklung und einfache Herstellung) konnte sie nicht von den notwendigen Investitionen profitieren vor der Mobilmachung, die auf die COVID-19-Pandemie folgte.
Empfehlungen für Personen mit einem erhöhten Komplikationsrisiko
Erwachsenen mit chronischen Krankheiten mit höchstem Risiko (die genaue Definition ist in den Impfempfehlung ersichtlich) wird in Absprache mit der behandelnden Ärztin, dem behandelnden Arzt die Impfung sobald als möglich dringend empfohlen.
Es gibt noch wenige Daten zur Impfung während der Schwangerschaft. Daher wird eine generelle Impfung von Schwangeren derzeit nicht empfohlen. Die Impfung wird empfohlen 1) bei hohem Risiko für Komplikationen oder 2) bei hohem Expositionsrisiko (z.B. Mitarbeitende im Gesundheitswesen). Liegen diese Risikofaktoren nicht vor, können sich alle schwangeren Frauen, die dies wünschen, nach Rücksprache mit ihrem Arzt impfen lassen.
Empfehlungen für Personen mit einem erhöhten Kontakt- und/oder Übertragungsrisiko
- Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt sowie Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen
- Erwachsene Personen unter 65 Jahren in Gemeinschafts einrichtungen mit erhöhtem Infektions- und Ausbruchsrisiko
- Auch allen anderen erwachsenen Personen ist eine Impfung empfohlen.
PDF - Faktenblatt zur Impfung von Jugendlichen ab 12 Jahren (BAG, 2.7.2021)
Im Moment gibt es nur eine Kontraindikation: eine schwere Allergie gemäss den Kriterien der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie.
Positive serologische Nachweise sind vorläufig noch kein ausreichendes Argument für eine Verschiebung der Impfung.
Zwischen der Impfung gegen COVID-19 und einer anderen Impfung wird ein Abstand von 1 Woche empfohlen - vor allem, um die Überwachung der Nebenwirkungen zu erleichtern. Aber auch eine kürzlich erfolgte Impfung ist keine Kontraindikation für eine COVID-19-Impfung, insbesondere für Patienten, die so schnell wie möglich vor der nächsten Welle geimpft werden müssen.
Gemäss den vom Schweizerischen Heilmittelinstitut ausgewerteten Daten liegt der Impfschutz zwei Wochen nach der zweiten Impfung bei über 90 Prozent. Es ist noch nicht möglich eine Idee von der Dauer des Schutzes durch diese Impfstoffe zu bekommen (wahrscheinlich > 12 Monate). Es kann noch nicht ausgeschlossen werden, dass periodische Impfungen für Risikopersonen notwendig sind, wie es bei der Grippe der Fall ist.
|Schutz der geimpften Personen vor einer Infektion, nach der zweiten Dosis Comirnaty (Pfizer - BioNTech)

7 Tage nach der zweiten Dosis
92% (CI à 95%, 88-95) (NEJM, Februar 2021: 596'618 Personen, die diesen Impfstoff in Israel erhalten haben, versus 596’618 nicht geimpfte Personen)
85% (CI à 95%, 74-96) (Lancet, April 2021: 23'324 in die Studie eingeschlossene Pflegekräfte (britische Pflegekräfte), als die «Alpha Variante» (B.1.1.7) bereits vorherrschend war)
14 Tage nach der zweiten Dosis
90% (IC à 95%, 86-92) (NEJM, Mai 2021: als die «Alpha Variante» (B.1.1.7) bereits vorherrschend war im Qatar
75% (IC à 95%, 71-79) (NEJM, Mai 2021: als die «Beta Variante » (B.1.351) bereits vorherrschend war im Qatar
|Schutz der geimpften Personen vor einer asymptomatischen Infektion, 7 Tage nach der zweiten Dosis Comirnaty (Pfizer - BioNTech)

90% (CI à 95%, 83-94) (NEJM, Februar 2021: 596'618 Personen, die diesen Impfstoff in Israel erhalten haben, versus 596’618 nicht geimpfte Personen)
|Schutz der geimpften Personen vor symptomatischer Infektion, 7 Tage nach der zweiten Dosis Comirnaty (Pfizer - BioNTech)

94% (CI à 95%, 87-98) (NEJM, Februar 2021: 596'618 Personen, die diesen Impfstoff in Israel erhalten haben, versus 596’618 nicht geimpfte Personen)
|Schutz der geimpften Personen vor einem Spitalaufenthalt

7 Tage nach der zweiten Dosis Comirnaty (Pfizer - BioNTech):
87% (CI à 95%, 55-100) (NEJM, Februar 2021: 596'618 Personen, die diesen Impfstoff in Israel erhalten haben, versus 596’618 nicht geimpfte Personen)
28-34 Tage nach der ersten Dosis Comirnaty (Pfizer - BioNTech):
91% (CI à 95%, 85-94) (Lancet, April 2021: 711'839 Personen, die diesen Impfstoff in Schottland erhalten haben, versus 3’077’595 nicht geimpften Personen)
28-34 Tage nach der ersten Dosis ChAdOx1 (AstraZeneca):
88% (CI à 95%, 75-94) (Lancet, April 2021: 620'154 Personen, die diesen Impfstoff in Schottland erhalten haben, versus 3’077’595 nicht geimpften Personen)
|Schutz von geimpften Personen vor schwerer Krankheit, nach der zweiten Dosis Comirnaty (Pfizer - BioNTech)

7 Tage nach der zweiten Dosis
92% (CI à 95%, 75-100) (NEJM, Februar 2021: 596'618 Personen, die diesen Impfstoff in Israel erhalten haben, versus 596’618 nicht geimpfte Personen)
14 Tage nach der zweiten Dosis
97% (IC à 95%, 92-100) (NEJM, Mai 2021: als die «Alpha Variante» (B.1.1.7) und «Beta Variante » (B.1.351) bereits vorherrschend waren im Qatar)
Impact and effectiveness of mRNA BNT162b2 vaccine against SARS-CoV-2 infections and COVID-19 cases, hospitalisations, and deaths following a nationwide vaccination campaign in Israel: an observational study using national surveillance data (Lancet, 5.5.2021)
Source : COVID-19 vaccine surveillance report - Week 26 (Public Health England, 1.7.2021)
In den Tagen nach der Impfung können einige Nebenwirkungen auftreten, die in den meisten Fällen innerhalb weniger Tage verschwinden.
Impfstoff von Pfizer/BioNTech
Beobachtungen an 8.000 Personen über 55 Jahren während der klinischen Phase-3-Studien:
- Bei 7 von 10 Personen verursacht der Einstich momentan leichte bis mittlere Schmerzen. Etwa 1 von 20 Personen entwickelt ausserdem eine vorübergehende Rötung und/oder Juckreiz.
- Müdigkeitsgefühle (bei der Hälfte der Geimpften), Kopfschmerzen (bei etwa 2 von 5 Personen), Frösteln, Muskel- oder Gelenkschmerzen (bei etwa 1 von 5 Personen). Etwa 1 von 10 Personen entwickelt ein vorübergehendes Fieber und 1 von 12 Personen bekommt Durchfall.
Einzelheiten zur Häufigkeit und zum Schweregrad der Nebenwirkungen, die bei den 43.000 Teilnehmern der Phase-3-Studie des Impfstoffs von Pfizer/BioNTech beobachtet wurden, finden Sie auf den Seiten 35 und 36 (für Personen zwischen 18 und 55 Jahren) und auf der Seite 37 dieses Dokuments. Bei denjenigen, die den Impfstoff erhielten, traten schwerwiegende Nebenwirkungen nicht häufiger auf als bei denen, die ein Placebo erhielten.
Impfstoff von Moderna
Beobachtungen an 15.000 Personen, die den Impfstoff während der klinischen Phase-3-Studien erhalten haben:
- Bei ungefähr 9 von 10 Personen löst der Einstich momentan leichte Schmerzen aus.
- Es können auch Müdigkeitsgefühle (bei etwa 7 von 10 Geimpften), Kopfschmerzen (bei etwa 3 von 5 Personen), Frösteln und Muskel- oder Gelenkschmerzen (bei etwa 2 von 5 Personen) auftreten. Etwa 2 von 10 Personen entwickelt ein vorübergehendes Fieber.
Einzelheiten zur Häufigkeit und zum Schweregrad der Nebenwirkungen, die bei den 30.000 Teilnehmern der Phase-3-Studie des Impfstoffs von Moderna beobachtet wurden, finden Sie auf den Seiten 17 bis 26 dieses Dokuments.
Die Studien konnten keine etwaigen seltenen Nebenwirkungen oder Nebenwirkungen, die nach 3 Monaten auftreten, aufzeigen. Aber die bisherigen Studienergebnisse machen deutlich, dass die Risiken der Krankheit durch das Coronavirus viel höher sind als die Risiken des Impfstoffs.
Die Häufigkeit von schweren Allergien liegt bei etwa 1 pro 100’000 (für den Impfstoff von Pfizer/BioNTech). Wenn Sie gegen COVID-19 geschützt sein möchten, aber in der Vergangenheit eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie) hatten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um herauszufinden, unter welchen Bedingungen Sie geimpft werden können. PDF - SGAI Empfehlungen zu COVID 19 Impfstoffen bei Allergien
Überwachung der Sicherheit von COVID-19 Impfstoffen. Swissmedic fordert alle Beteiligten der Impfkampagne und andere medizinische Fachpersonen um die direkte Mithilfe bei der Überwachung der Impfstoffe auf, damit etwaige Sicherheitsprobleme zeitnah erkannt und entsprechende Gegenmassnahmen eingeleitet werden können.
Nebenwirkungen der Covid-19 Impfungen in der Schweiz – Update (Swissmedic, 23.7.2021)
Reactogenicity Following Receipt of mRNA-Based COVID-19 Vaccines (JAMA, 5.4.2021)
Vaccine side-effects and SARS-CoV-2 infection after vaccination in users of the COVID Symptom Study app in the UK: a prospective observational study (Lancet Infectious Diseases, 27.4.2021)
Preliminary Findings of mRNA Covid-19 Vaccine Safety in Pregnant Persons (New England Journal of Medicine, 17.6.2021)
Myocarditis and Pericarditis Following mRNA COVID-19 Vaccination (CDC, 23.6.2021)
Myocarditis Occurring After Immunization With mRNA-Based COVID-19 Vaccines (JAMA Cardiology, 29.6.2021)
Weitere Informationen:
Wann und wo Sie sich impfen lassen können, erfahren Sie von den Behörden in Ihrem Kanton – zum Beispiel auf der Kantonswebseite. Die Covid-19-Impfung ist für Sie gratis.
PDF - Ethische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte der Ungleich- behandlung von gegen COVID-19 Geimpften und Nicht-Geimpften (Swiss National COVID-19 Science Task Force, 19.2.2021)
Vaccins contre le COVID 19: quelques réponses à beaucoup de questions (video nur auf Französich verfügbar, Hôpitaux Universitaires de Genève 18 Dezember 2020)
Da diese drei Impfstoffe in verschiedene Ländern bereits zugelassen sind, finden Sie HIER eine Zusammenfassung der bereits vorliegenden Zwischenergebnisse der Phase-3-Studien für diese drei Impfstoffe.
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Nächste Schritte
Was passiert, wenn andere wirksamere (oder besser verträgliche) Impfstoffe verfügbar werden?
Sie werden dann in der Schweiz zugelassen und vertrieben ... und die besten Impfstoffe werden empfohlen.
Wer entscheidet, ob, wem und wie ein Impfstoff empfohlen werden soll?
Dieser Schritt liegt in der Verantwortung der für die Impfstoffempfehlungen zuständigen Gesundheitsbehörden (in der Schweiz sind das die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) und das Bundesamt für Gesundheit (BAG)).
Eine Impfung gegen eine Krankheit wird nur dann empfohlen, wenn ihr Nutzen das Risiko unerwünschter Wirkungen bei weitem überwiegt. Die Entscheidung beruht auf einer systematischen Analyse. Gegen ein und dieselbe Krankheit können mehrere von Swissmedic zugelassene Impfstoffe eingesetzt werden. Die Eidgenössische Kommission für Impffragen kann dann je nach den Merkmalen der Bevölkerung die Verwendung eines Impfstoffs anstelle eines anderen empfehlen. Sie legt fest, wem (aufgrund vom Alter oder aufgrund von Risikofaktoren) der Impfstoff empfohlen wird, wie viele Dosen verabreicht werden sollen, oder ob wegen eines erhöhten Krankheitsrisiko im Land eine Auffrischung erforderlich ist.
Videos (nur auf Französisch verfügbar).
Pourquoi vacciner contre le COVID-19? Quels sont les groupes de personnes prioritaires ?
Comment atteindre et informer toutes les personnes vulnérables qui pourraient être vaccinées ?
A quand le retour à la vie “normale” après la pandémie de COVID-19 ?
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Wahl der Impfstoffe für die Schweiz
Warum hat sich die Schweiz dafür entschieden, mehrere verschiedene Impfstoffe vorab zu reservieren?
Ziel dieser Mehrfachwahl ist es, die Vorreservierungen zu diversifizieren, indem Impfstoffe aus jeder Kategorie ausgewählt werden. Dies erhöht die Chancen, am Ende über mindestens 1 oder 2 wirksame Impfstoffe zu verfügen. Tatsächlich ist die Impfstoffentwicklung komplex und gelegentlich erzielen Impfstoffkandidaten nicht die erwarteten Ergebnisse. Es geht also darum, "nicht alle Eier in einen Korb zu legen".
Warum hat die Schweiz eine Vorauswahl von Impfstoffen getroffen, die auf relativ neuen Technologien basieren, während andere Impfstoffkandidaten auf bewährten Technologien basieren? Wer hat diese Entscheidungen getroffen und nach welchen Kriterien?
Die Impfstoffkandidaten wurden vom Bundesamt für Gesundheit aufgrund ihrer wissenschaftlichen Eigenschaften, ihrer Verfügbarkeit (Anzahl, Zeitpunkt) und kommerzieller Überlegungen ausgewählt. Es wurden auch einige Impfstoffe mit "traditionellen" Technologien ausgewählt, aber sie werden nicht als Erste verfügbar sein.
Video (nur auf Französisch verfügbar).
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Geschwindigkeit der Impfstoffentwicklung
Wie viel Zeit ist mindestens erforderlich, um die Sicherheit eines Impfstoffs festzustellen?
Nebenwirkungen treten in den Tagen, Wochen und 2 bis 3 Monate nach der Impfung auf, während das Immunsystem maximal aktiviert ist. Daher ist eine 6-monatige Nachverfolgung notwendig und ausreichend, um sie zu identifizieren. Der andere wichtige Faktor zur Einschätzung der Sicherheit eines Impfstoffs ist die Zahl der Personen, die bereits ohne Anzeichen für Gefahr geimpft wurden.
Wird es jemals Impfstoffe geben, die ohne Spritzen verabreicht werden können?
Versuche mit Schluckimpfstoffen oder Sprays sind derzeit im Gange, befinden sich aber noch in einem frühen Stadium (klinische Versuche der Phase 1). Diese Impfstoffe sind besonders schwierig zu entwickeln und die Immunität, die sie auslösen, ist oft nur von kurzer Dauer.
Werden bald weitere Impfstoffe gegen COVID-19 verfügbar sein, die aber auf den gleichen Technologien basieren, die traditionell in der Schweiz verwendet werden?
1) Kein abgeschwächter SARS-CoV-2-Lebendimpfstoff befindet sich in klinischen Studien: Angesichts der durch COVID-19 induzierten vorübergehenden Immunität scheint dieser Impfstoffkandidat nicht sehr vielversprechend; 2) Mehrere Impfstoffe, die ganzes SARS-CoV-2 in inaktivierter Form enthalten, befinden sich in der klinischen Entwicklung (Phasen 1, 2 oder 3) – sofern sie nicht bereits an die Bevölkerung verabreicht werden (China). Sie werden jedoch mit Aluminiumsalzen formuliert, einem bekannten Adjuvans, das nicht als optimal für SARS-CoV-2 gilt.
Sind die Protokolle der klinischen Studien der drei Impfstoffe, deren Dossiers in der Schweiz eingereicht wurden, öffentlich zugänglich?
Wie konnten auf neuen Technologien basierende Impfstoffe so schnell entwickelt werden?
Die Boten-RNA-Impfstofftechnologie ist seit etwa zehn Jahren bekannt, aber trotz ihrer Attraktivität (Einfachheit des Konzepts, Schnelligkeit der Entwicklung und einfache Herstellung) konnte sie nicht von den notwendigen Investitionen profitieren vor der Mobilmachung, die auf die COVID-19-Pandemie folgte. Auf Adenovirus-Vektoren basierte Impfstoffe sind besser bekannt und vor kurzem wurde sogar ein Impfstoff gegen Ebola registriert. Die Entwicklung dieser neuen Impfstoffe hat nicht "bei Null" angefangen.
Wie kommt es, dass in weniger als einem Jahr ein Impfstoff entwickelt werden kann, der gegen COVID-19 wirksam ist, während der Grippeimpfstoff nicht so wirksam ist (und dabei arbeiten Forschende seit Jahrzehnten an diesen Impfstoffen)?
Es hat an Investitionen zur Finanzierung der Forschung an Boten-RNA-Impfstoffen gefehlt. Aber wenn sie ihr Versprechen hält, könnte diese einfache Technologie in Zukunft für viele andere Impfstoffe übernommen werden - auch für Grippeimpfstoffe.
Video (nur auf Französisch verfügbar).
Rapidité du développement des vaccins contre le COVID-19
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Wirtschaftliche und rechtliche Aspekte
Wie viel werden diese Impfstoffe kosten?
In der Schweiz werden die Impfstoffe für alle Personen, denen eine Impfung empfohlen wird, kostenlos sein – und für alle, die geimpft werden wollen. Der Bund hat bereits mehrere hundert Millionen Franken für den Kauf der Impfstoffe und die damit verbundenen Kosten (Transport, Lagerung, Spritzen und Verabreichung des Impfstoffs) bereitgestellt.
Wie viel Geld werden die Impfstoffhersteller mit der COVID-19-Pandemie verdienen?
Einige Hersteller haben sich verpflichtet, mit diesen Impfstoffen kein Geld zu verdienen und sie zum Selbstkostenpreis zu verkaufen. Zu Ihrer Information: Impfstoffe machen nie mehr als 20 % des Umsatzes der grössten Pharmaunternehmen aus: Ihre Entwicklungskosten sind sehr hoch, für wesentlich begrenztere Anwendungen als die von Medikamenten.
Was kosten die Impfstoffe im Verhältnis zu den gesamten Gesundheitskosten (oder Medikamentenkosten) in der Schweiz?
Im Jahr 2019 (letzte verfügbare Schätzungen) machten die Kosten für Impfstoffe durchschnittlich 15 CHF pro Kopf und 2,3% der Gesamtkosten für Medikamente aus (d.h. 0,16% der Kosten des Gesundheitssystems).
Stimmt es, dass der Pharmaindustrie zugestanden wurde, für Nebenwirkungen nicht verantwortlich zu sein?
Nein. Wie bei anderen Impfstoffen auch haften die Hersteller für Schäden, die durch einen Entwicklungs- oder Herstellungsfehler verursacht werden können. Ärzte/Apotheker/Impfpersonal haften, wenn sie ihre Berufspflichten verletzt haben (z. B. mangelnde Information über Nutzen und mögliche Risiken der Impfstoffe, Fehler bei der Injektion oder Behandlung einer allergischen Reaktion). Die Krankenkasse übernimmt alle medizinischen Kosten, die durch mögliche Nebenwirkungen entstehen. Der Bund würde etwaige Entschädigungen zahlen, die weder in die Verantwortung der Industrie noch in die der Ärzte/der Apotheker/des Impfpersonals fallen.
Die vom Bund mit den Impfstoffherstellern abgeschlossenen Verträge schliessen die Haftung des Herstellers nicht aus und richten keine neue Haftung für den Bund ein. Der Bund kann den Herstellern allenfalls zusagen, in bestimmten Fällen die finanziellen Verluste, die ein Hersteller durch seine Haftung erleiden würde, auszugleichen (Deckung des Schadens durch den Bund). Art. 70 EpG setzt den rechtlichen Rahmen für solche Vereinbarungen zwischen dem Bund und den Impfstoffherstellern. Zweck dieser Regelung ist es, das erhöhte Risiko für den Hersteller eines Impfstoffes gegen einen neuen Erreger im Falle einer Pandemie auszugleichen (Risikoausgleich).
Was unternimmt die Schweiz, um sicherzustellen, dass auch andere Länder Zugang zu Impfstoffen haben?
Im September 2020 hat die Schweiz ihre Teilnahme am COVAX-Programm (Covid-19 Vaccine Global Access Facility) bestätigt. Dadurch stellt sie die Beschaffung von Impfstoffen für 20 Prozent ihrer Bevölkerung sicher. Das COVAX-Programm steht unter der gemeinsamen Führung der Impfstoff-Allianz Gavi, Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das Ziel ist es, weltweit eine gerechte Verteilung von Impfstoffen gegen das neue Coronavirus zu ermöglichen. Für die Bekämpfung von Covid-19 wird somit zum ersten Mal ein globales Einkaufsprogramm für Impfstoffe gegen das neue Coronavirus auf die Beine gestellt, an dem alle Länder teilnehmen können. Dabei sollen insgesamt rund zwei Milliarden Impfdosen gegen Covid-19 bereitgestellt werden. Ebenfalls wird der Zugang zu Impfstoffen in Ländern mit niedrigem Einkommen gefördert. Die Finanzierung dafür wird durch Entwicklungshilfe sichergestellt, woran sich die Schweiz mit 20 Millionen Franken beteiligt.
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Laufende klinische Studien
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Hindernisse bei der Entwicklung von COVID-19-Impfstoffen
Die Entwicklung eines Impfstoffs, der sich als sicher und wirksam erweist, bevor er an Millionen oder gar Milliarden von Menschen verabreicht werden kann, ist immer komplex - und dauert daher lange. Im Zusammenhang mit COVID-19 gibt es besondere Herausforderungen :
1. Das Virus selbst
Einige Impfstoffe sind besonders schwierig zu entwickeln, so z.B. Coronavirus-Impfstoffe: Vier Stämme des Coronavirus zirkulieren beim Menschen endemisch und verursachen leichte Infektionen der Atemwege. Zwei Stämme erwiesen sich als wesentlich virulenter und verursachen Lungenentzündung und ein schweres, teilweise tödliches Atemversagen: SARS-CoV-1 in den Jahren 2002-2004 und MERS-CoV im Jahr 2012. Das für COVID-19 verantwortliche Virus (SARS-CoV-2) gehört zu dieser zweiten Gruppe.
Eine der Besonderheiten der Coronaviren ist, dass sie zuerst die Schleimhäute von Nase und Rachen infizieren... Manchmal werden sie dort durch die angeborene Immunabwehr gestoppt. Aus diesem Grund haben die meisten COVID-19-Patienten nur - mehr oder weniger ausgeprägte - HNO-Symptome. Aber wenn Coronaviren im HNO-Bereich nicht gestoppt werden, können sie in die Lunge und das Blut gelangen - und sich auf andere Organe ausbreiten, deren Zellen Rezeptoren für Viren exprimieren: das Herz, die Nieren und die Blutgefässe im ganzen Körper, einschliesslich des Gehirns. Dies ist leider bei dem für COVID-19 verantwortlichen Virus der Fall.
Um gegen alle Formen von COVID-19 und damit auch gegen das Übertragungsrisiko zu schützen, wären Impfstoffe erforderlich, die in der Lage sind, Immunantworten zu induzieren und aufrechtzuerhalten, die stark genug sind, um die Nasen- und Rachenschleimhäute dauerhaft zu schützen. Die Induktion einer solchen totalen ("sterilisierenden") Immunität wurde bisher jedoch noch von keinem Impfstoff erreicht.
What can we expect from first-generation COVID-19 vaccines? (The Lancet, 21.9.2020)
Möglicherweise müssen wir uns daher mit Impfstoffen, die in der Lage sind, vor den Komplikationen von COVID-19 zu schützen, d.h. die Vermehrung und Ausbreitung des Virus in andere Organe zu verlangsamen, zufriedengeben. Das ist zwar schon sehr wichtig, impliziert jedoch einen Impfstoff, der a priori für 8 von10 Personen ohne Komplikationen nutzlos ist - was eine ausgezeichnete Impfstoffsicherheit voraussetzt - und das Risiko, die Ansteckung nicht zu unterbrechen, wenn sich die Viren in Nase und Rachen frei vermehren können.
2. Die Auswahl der Antigene, die in Impfstoffen enthalten sein sollen
Es scheint relativ einfach zu sein: Die Spikes auf der Oberfläche von Coronaviren (S-Protein) sind die Strukturen, mit denen sich Viren an Rezeptoren anheften, den Schlüsseln, die die Tür zu den Zellen öffnen. Glücklicherweise werden diese Proteine vom menschlichen Immunsystem gut erkannt - es reagiert auf sie, indem es Antikörper-produzierende B-Zellen und T-Zellen induziert, die in der Lage sind, infizierte Zellen zu zerstören. Dies gilt für alle Coronavirus-Stämme des, einschließlich SARS-CoV-1, MERS-CoV und SARS-CoV-2.
Diese Impfstoffantigene finden sich daher auf die eine oder andere Weise in allen Impfstoff¬kandi¬da¬ten (lebend-attenuiert, inaktiviert, von viralen Vektoren getragen oder von ihrer RNA kodiert).
3. Die Wahl der zu induzierenden Immunabwehr
Tiermodelle der Impfung haben gezeigt, dass der Impfschutz nach der Impfung gegen SARS-Cov-1 am besten korrelierte mit der Menge der neutralisierenden Antikörper (die den Eintritt des Virus in die Zellen neutralisieren können) gegen das S-Protein - obwohl auch Antikörper gegen andere Antigene dies tun können. Daher scheint die Induktion hoher Konzentrationen neutralisierender Antikörper eine gute Strategie zu sein, die bei vielen Impfstoffkandidaten angestrebt wird.
Leider ist es schwierig (unmöglich?), nur neutralisierende Antikörper zu induzieren. Antikörper, die sich an Viren binden, ohne sie zu neutralisieren, können jedoch gefährlich sein (siehe unten). Das Verhältnis zwischen neutralisierenden und nicht-neutralisierenden Antikörpern könnte daher von entscheidender Bedeutung sein.
Einige Tierstudien haben gezeigt, dass ein Schutz gegen SARS-CoV-1 (COVID-19) auch durch Impfstoffe erreicht werden kann, die hauptsächlich Killer-Lymphozyten gegen die inneren Proteine des Virus induzieren. Es ist wahrscheinlich, dass diese Impfstoffe in erster Linie gegen Komplikationen wirken. So zielen einige Impfstoffkandidaten in erster Linie darauf ab, T-Zell-Reaktionen hervorzurufen... obwohl bis heute keiner der verwendeten Impfstoffe gegen Viren in erster Linie durch diese Zellreaktionen schützt.
4. Die Schwierigkeit, bei sensiblen Personen gute Impfstoffreaktionen hervorzurufen
Die Auslösung einer schützenden Impfreaktion ist bereits bei gesunden jungen Freiwilligen eine Herausforderung. Viel schwieriger ist es jedoch, diese Reaktionen bei Menschen hervorzurufen, die aufgrund von Alter, Übergewicht, Krankheiten oder die Immunität unterdrückenden Behandlungen anfällig sind. Der Grippeimpfstoff erinnert uns jedes Jahr daran... und zum Schutz dieser Bevölkerungsgruppen sind oft Impfstoffe mit besonders wirksamen Adjuvantien notwendig.
5. Das Risiko eines Impfstoffs, der den Schweregrad von COVID-19 erhöhen würde
Über COVID-19 ist immer noch zuwenig bekannt, aber ihr Schweregrad ist eindeutig auf eine unangemessene, übermäßige und/oder unzureichende Immunreaktionen zurückzuführen. Infolgedessen zielen derzeit viele Behandlungen eher darauf ab, Immun-/Entzündungsreaktionen zu bremsen als sie zu stimulieren.
Ein besonderes Risiko besteht darin, Antikörper zu induzieren, die in der Lage sind, an Coronaviren zu binden - aber nicht an der Stelle, die deren Fähigkeit, Zellen zu infizieren, blockiert (nicht-neutralisierende Antikörper). Diese Antikörper können es dem Virus erleichtern, in die Zellen einzudringen / sie zu infizieren, anstatt dies zu blockieren (antikörperabhängige Verstärkung). Dieses Phänomen wurde bei SARS-Cov-1 und MERS-CoV beobachtet. Leider muss vermutet werden, dass dies auch bei COVID-19 passieren könnte - was große Vorsicht erfordert.
Die Tiermodelle, die geeignet sind, dieses Risiko zu postulieren /zu widerlegen, sind jedoch komplex. Und die klassischen Impfstudien, in denen lediglich nachverfolgt wird, ob die Impfstoffe bei den Freiwilligen einige Wochen oder Monate lang gut vertragen werden, können diese Frage nicht beantworten: es wird notwendig sein, entweder zu warten, bis diese geimpften Freiwilligen dem SARS-CoV-2-Virus ausgesetzt wurden - oder sie freiwillig dem Virus zu exponieren - was mangels einer wirksamen Behandlung nicht möglich ist.
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