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QUEERSMTH
SNOB
Wie kann man vorgeben, normal zu sein, wenn man noch nicht einmal weiss, was die Norm ist? Können wir uns ein Leben lang anpassen? Wie fängt man bei Null an? Wie passt man sich einer Identität an, die neue Diskriminierungen mit sich bringt?
Diese Aufführung schlägt in fünf Akten die Konstruktion eines bestimmten Lebens vor: Sie beginnt bei der Dekonstruktion dessen, was als Anomalie verstanden wird, entwickelt sich zu einer Revolution der Norm und endet im «Werden des Selbst»; im Erlernen von Ruhe und in der Bewahrung des eigenen Inneren. Nieder mit den Masken!
Der Zweck der literarischen Darbietung «SNOB» besteht darin, eine gewöhnlich aussergewöhnliche oder aussergewöhnlich gewöhnliche Geschichte einer Person zu erzählen, die durch das allgemeine Verständnis dessen, was die «Norm» ist, jeweils «anders» gemacht wird. Diese Aufführung soll die Widerstandsfähigkeit und den Einfallsreichtum der Überlebensstrategien hervorheben, die von Angehörigen von Minderheiten entwickelt wurden. Die Zuhörer*innen werden dazu angehalten, sich mit den Worten und dem Schweigen, die das Schicksal eines jeden besiegeln, zu identifizieren und sie zu befragen. Jede Person wird eingeladen, wieder an die Momente zu denken, in denen auch sie gelernt hat, sich als normal auszugeben. Mein Vorschlag schafft eine selbstbestimmte, emanzipierte Vision des Selbst, die sich auch in der Symbolik der Inszenierungen – der Projektionen, Kostüme und Objekte – zeigt.
QUEER SMTH ist eine Compagnie, die im August 2018 von Meloe Gennai und Eytana Acher gegründet wurde. Acher und Gennai sind entschlossen, die Existenz und den Widerstand von Menschen zu bezeugen, die im künstlerischen Milieu unterprivilegiert sind. Sie lassen sich von der sogenannten «spontanen Kunst», einer unkodifizierten Kunst, sowie von Art Brut inspirieren, die noch nicht durch eine institutionelle Logik kategorisiert wurde, und verfolgen eine populäre, «junge» Kultur, die unvergänglich ist, weil sie verschwindet, bevor sie entziffert werden kann. Eine erste Produktion der Compagnie wurde während der Saison 18-19 im Théâtre de l’Usine aufgeführt und wird 2022 ein zweites Mal gezeigt werden.
Performance: Meloe Sapphire Gennai (*1986)
Kostüm: Jazil Santschi (*1992)
Flöte: Ilonah Fagotin (*1996)
Scénographie / Animation: Danielle Brathwaite-Shirley
Regie: Ilonah Fagotin, Meloe Sapphire Gennai
Musik: Doreen Akiyo Yomoah
Oeil extérieur: Jerôme Richer, Eytana Acher