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Sprache des Verdrängtenvon Lula Pergoletti In «Die Polnischstunde», zu sehen im Tojo Theater, erforschen Ewelina Guzik-Zubler und Patricia Nocon mit Sprache und Körper Verdrängungsmechanismen.
«Eigentlich war immer alles klar. Eigentlich lag immer alles in der Luft.» Kinder tragen die Traumata ihrer Eltern mit, ist sich die in Polen geborene Performerin Patricia Nocon sicher. Ihre Eltern erlebten als Kleinkinder den Zweiten Weltkrieg, von dem Nocon zwar Geschichten gehört hat, diese aber aufgrund der Sprachbarriere nie ganz verstanden hat. Denn ihre Muttersprache wurde, wie die Vergangenheit, aus dem Gedächtnis ihrer und vieler anderer aus Polen geflüchteter Familien verbannt. 40 Jahre nach der Emigration aus Polen begann sie ihre Familiengeschichte aufzuarbeiten. Als Teil dieser Aufarbeitung lernte Nocon Polnisch, um sich über die Sprache Zugang zu ihrer Geschichte zu verschaffen.
«Die Polnischstunde» heisst das Stück, in dem Nocon mit der polnisch-schweizerischen Performerin Ewelina Guzik-Zubler in die Vergangenheit vorstösst. Die beiden evozieren anhand von Worten und Bewegungen Gefühle, um das Trauma ihrer Familie aufzuarbeiten. Als Polnischstunde getarnt, entlarven die beiden im Stück persönliche und allgemeine Verdrängungsstrategien und weitere sprachpsychologische Phänomene: «Ich habe in den Proben zum Beispiel gemerkt, dass sich, je nachdem welche Sprache ich spreche, auch die Körpersprache verändert», so Nocon.