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Jedes Jahr werden in der Schweiz rund 10’000 Kinder abgetrieben. Gleichzeitig tendiert die Zahl der Adoptionen in Richtung Nullpunkt. So fanden letztes Jahr gerade noch 432 Adoptionen statt. Mehr als die Hälfte, nämlich 227, betrafen zudem Personen, die im Zeitpunkt der Adoption älter als 20 Jahre waren. Grossenteils handelt es sich dabei um Stiefkindadoptionen. In der ganzen Deutschschweiz wurden in den letzten Jahren jeweils nur 8 bis 15 Babys oder Kinder adoptiert, die davor keinen persönlichen Bezug zu den neuen Eltern hatten. Die Gründe für den Adoptionsrückgang sind vielfältig. Der wichtigste Grund ist die Akzeptanz der Abtreibung, womit gar keine «unerwünschte» Kinder mehr geboren und zur Adoption freigegeben werden. Umgekehrt lassen sich Eltern mit unerfülltem Kinderwunsch lieber künstlich befruchten, als ein Kind zu adoptieren. Und schliesslich gingen die Auslandadoptionen zurück. Das Haager Übereinkommens schreibt seit 2003 vor, dass zuerst im Herkunftsland nach passenden Eltern gesucht werden muss, bevor ausländische Paare zum Zug kommen.
(NZZ)