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Neuer Bahnhof und neues Quartier für Bulle
Gefäss:
Die Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF) wollen den Bahnhof von Bulle verlegen und an seiner Stelle während der kommenden 20 Jahre einen neuen Stadtteil für rund 2600 Personen errichten. Dabei geht es um eine Fläche von zirka 90'000 Quadratmetern. Ausschlag für diese Pläne gab der Umstand, dass sich die Perrons des aktuellen Bahnhofs nicht behindertengerecht ausbauen lassen.
Zurzeit besteht das Bahnhofquartier von Bulle hauptsächlich aus Industriebrachen und Bauten, die nur noch teilweise für öffentlichen Verkehr genutzt werden können. Das soll sich ändern. Die Gebäude des ÖV werden an die Peripherie verlegt und der Bahnhof von Bulle selbst wird verschoben. Grund für Letzteres ist das Behindertengleichstellungsgesetz, das verlangt, dass der öffentliche Verkehr bis 2024 behindertengerecht sein muss; der Bahnhof von Bulle kann aber am aktuellen Standort nicht entsprechend umgebaut werden. – Damit wird eine riesige Brache von der Grösse für von 13 Fussballfeldern oder 90'000 Quadratmetern frei, auf der die Stadt ein komplett neues Quartier errichten will. Die Ausgangslage für die Planung liefern zwei Genfer Büros: das Büro group8 für den Entwicklungsstandort des Bahnhofs und delley deillon für die Wohnquartiere. Sie sie waren in einem entsprechenden Studienwettbewerb mit ihrem Vorschlägen auf dem ersten Platz gelandet.
Flanieren auf dem Bahnhofplatz
Das Herz des Projektes bildet ein fast ausschliesslich als Fussgängerzone dienender Bahnhofplatz. Er ist direkt mit dem historischen Stadtzentrum verbunden. Hier ist etwa ein unterirdischer ein Busbahnhof für den regionalen Busverkehr und ein Parkhaus vorgesehen. Geschäfte, Büros und Wohnungen sollen dort ebenfalls Platz finden. Das alte Depot im Süden der Eisenbahnlinie sowie das Quartier de la Colline du Moulin sind dem Wohnungsbau vorbehalten. Im im Zentrum liegenden denkmalgeschützten Schmalspurbahndepot sind öffentliche Einrichtungen geplant.
Das neue Quartier soll rund 2'000 Einwohnern Platz bieten und ungefähr 1000 Wohnungen umfassen. Zudem sind hier rund 600 Arbeitsplätze vorgesehen. Ungefähr 12'000 der insgesamt 90'000 Quadratmeter sind für das Handwerks- und Kleingewerbe sowie für Verkaufsflächen vorgesehen, 11'000 Quadratmeter für Büroräumlichkeiten und 9'000 Quadratmeter für öffentliche Einrichtungen. Zudem könnten laut Stadt ein Hotel und ein Altersheim das Projekt noch ergänzen. Die Planung sieht eine etappenweise Entwicklung dieser Zonen vor.
Wie die TPF mitteilen, wird nun zuerst die städtebauliche Detailplanung des neuen Bahnhofs in Angriff genommen. Die Pläne des auf 50 Millionen Franken geschätzten Bauvorhabens sind grösstenteils bereits erstellt. Sie sollen zwischen 2016 und 2022 realisiert werden. (mai)