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VRSA hat noch eine Besonderheit. Er zählt zu den wenigen Concelhos in Portugal, die nicht kontinuierlich verbunden sind.
Vila Real des Santo António
Nach dieser Stadt ist der Concelho benannt. An der Flussmündung des Grenzflusses Guadiana war das ehemalige Fischerdorf schon immer ein strategisch und wirtschaftlich wichtiger Standort, der wie viele Städte und Gemeinden der Algarve im Laufe der Jahrhunderte ein Auf und Ab erlebt hat. In seiner Umgebung zeigen viele geschichtliche Spuren, dass die Bedeutung dieser Region nicht erst mit der Gründung von Vila Real de Santo António begann.
Das Erd- und Seebeben von 1755 wirkte sich bis an die Grenzen der Algarve aus und zerstörte auch VRSA. Heute erinnert die pombalinische Struktur von Vila Real de Santo António daran, die den quadratischen Strukturen der Baixa von Lissabon gleicht. Noch heute sind ca. 190 dieser Häuser im Original erhalten oder elegant und meisterhaft renoviert.
Trotz der Ablehnung der Einwohner baute der Marquês de Pombal, der Premierminister unter dem König José I. im Jahre 1774 die Ortschaft wieder auf.
Dies hatte strategische Bedeutung, da nach der Zerstörung der Grenzstädte, Portugal gegenüber seiner spanischen Bedrohung, Flagge zeigen musste. So wurde aus dem zerstörten Fischerdorf Santo António de Avenilha in zwei Jahren, die von Grund auf neu gebaute Stadt Vila Real de Santo António. Möglich war die Rekordbauzeit, da teilweise Fertigteile aus Lissabon an die Algarve verschifft wurden und die Häuser in einer Standardbauweise erstellt wurden.
Aufschwung im letzten Winkel der Algarve
Um die Wirtschaft in VRSA zu beleben gründete der Marquês eine Fischereigesellschaft und subventionierte den Schiffbau und führte den Zoll ein.
Viele Einwohner, die die Zwangsumsiedlung nach VRSA ablehnten, wie viele Fischer aus Monte Gordo, wanderten ins benachbarte Spanien aus. Doch es kamen neue Bewohner aus anderen Orten der Algarve und aus Aveiro um sich eine neue Existenz aufzubauen.
Ende des 19. Jahrhunderts war VRSA ein wichtiges Zentrum des Thunfisch- und
Sardinenfangs und der Verarbeitung zu Fischkonserven. Der Hafen war wichtiger Anlegepunkt für die Schiffe, die die abgebauten Erze der Minen von São Domingos transportierten.
Die Dynamik der Stadt zeigt sich beispielsweise dadurch, dass es die erste Stadt der Algarve war, die eine Gas-Strassenbeleuchtung installierte.
Das Herzstück von VRSA
Herzstück von VRSA ist der Praça, der Platz Marquês de Pombal mit seinen 72,60 m x 72,60 m und dem Obelisk in Gedenken an den König José I. Hier befinden sich auch das Rathaus und die Stadtkirche.
Trotz des einheitlich wiederaufgebauten Stadtkerns besitzt das Zentrum kleine Details wie die Türmchen südlich und nördlich des Platzes und strahlt seinen eigenen Charme aus. Sehenswert ist auch die Pflasterung der Innenstadt und ein Spaziergang entlang des Guadiana lohnt ebenfalls.
Vila Real de Santo António heute
Vor dem Brückenbau der Autobahnbrücke Ponte Internacional do Guadiana im Jahr 1991 war die Fähre ein wichtiger Transit nach Spanien und umgekehrt. Heute ist sie ein beliebter Ausflug ins benachbarte Ayamonte.
VRSA ist die erste Stadt an der Algarve, die den QR-Code für touristische Zwecke nutzt. Der digitale Code befindet sich an Sehenswürdigkeiten und interessanten Punkten der Stadt. Mit QR-Code-tauglichen Smartphones kann der Code abfotografiert und nützliche Informationen abgerufen werden, vorerst allerdings nur in portugiesischer und in spanischer Sprache.
Zusammen mit der spanischen Nachbarstadt und Castro Marim bezeichnet sich VRSA heute als Euro-Stadt, die gemeinsame Projekte angehen umso als Randgebiet nicht zu verkümmern sondern davon zu profitieren. Der Marquês de Pombal wäre bestimmt stolz auf Vila Real de Santo António.
Vila Nova de Cacela
Vila Nova de Cacela findet sich nicht in den Reiseführer der Algarve, denn es steht vor allem für ein Neubaugebiet, dass entstand, als an der Bahnstrecke der Algarve im Jahr 1906 dort eine Bahnstation eröffnet wurde.
Die Enklave von Vila Real des Santo António bietet jedoch eine interessante Umgebung wie Manta Rota, wo es Spuren eines römischen Dorfes gibt und Cacela Velha, das gerne als Museumsdorf beschrieben wird.
Der historische Kern von Cacela Velha incl. seiner Burg ist ein Architekturmix. Am Steilhang über dem Atlantik und den Ausläufern der Ria Formosa gelegen, war dieser Platz, wie es heisst, schon immer begehrt von Römern, Mauren wie auch von Piraten.
Heute ist Cacela Velha bei den Touristen begehrt, da nach einem Baustopp sehr viel Ursprünglichkeit bewahrt wurde. Die Ortschaft ist Ausgangspunkt für schöne Spaziergänge und bietet mit seinen Cafés einen beschaulichen Ausflugsort, besonders in der Nebensaison.
Rund um Cacela Velha finden sich viele archäologische Spuren wie die Rundbauten auf der Quinta da Nora und der Herdade da Marcela und ein römischer Ofen in der Quinta do Muro bei Vila Nova de Cacela um nur ein paar zu nennen.
Das Gemeindeareal von Vila Nova de Cacela zieht sich über den Barrocal bis in die Serra der Algarve. Abseits vom Strand bietet dort die kleine Ortschaft Santa Rita einen kleinen Eindruck vom Landleben.
Hier findet sich eine kleine Kapelle aus dem 18. Jahrhundert, Häuser in der traditionellen Bauweise der Algarve und Kalköfen, die in der Vergangenheit zusammen mit der Kohleherstellung eine wichtige Rolle für die lokale Wirtschaft spielten.
Mit dem kleinen Wasserlauf Ribeira de Cacela verbindet man interessante fossile Ablagerungen, wie auch ein altes interessantes Bewässerungssystem mit den Ruinen einer Wassermühle, einem Wehr unbekannten Ursprungs bis hin zur Quelle, aus der nicht nur Wasser sondern auch eine Vielzahl an Sagen über Piraten und schöne Maurinnen entspringt.
Monte Gordo
Drei Kilometer von Vila Real des Santo António liegt Monte Gordo. Dort entstanden in den 60er Jahren die ersten Hotels der Algarve. Es ist noch heute ein Anziehungspunkt für viele portugiesische und internationale Touristen.
Monte Gordo liegt direkt an den langen Sandstränden der Algarve, wo das Wasser weit und flach hinausgeht, so dass vor allem Familien hier sonnige und entspannte Tage am Strand verbringen können.
Abwechslung bieten die Dünen und vor allem die Pinienwälder zwischen VRSA und Monte Gordo, die auf den Wege „Trilho do Camaleão“ und „Trilho Interpretativo da Aldeia Nova“ wie auch anderen Wanderwegen, die zu Fuss oder mit dem Velo erkundet werden können.
Monte Gordo bietet zudem eine Flaniermeile für den Abend und ein Casino sowie prämierte Golfplätze in der Umgebung.
Damit trumpft die Algarve mit ihren Stränden, ihrer Natur und ihren Sehenswürdigkeiten noch einmal auf, bevor der Grenzfluss den spanischen Nachbarn ankündigt.