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Das Wichtigste in Kürze
- Hoffnung auf weitere Überlebende schwindet.
«Wir haben den Körper eines Verstorbenen geborgen», sagte Jo-Ann Burdian von der US-Küstenwache am Mittwoch. Die Suche nach möglichen Überlebenden gehe weiter - allerdings würden die Hoffnungen schwinden.
«Mit jedem Moment, der vergeht, wird es aussichtsloser und unwahrscheinlicher, dass jemand in diesen Bedingungen überleben könnte», sagte Burdian. Zumal nach Angaben des bislang einzigen Überlebenden niemand an Bord des Bootes eine Rettungsweste getragen habe.
Das Boot war nach bisherigen Erkenntnissen am Samstagabend von der zu den Bahamas gehörenden Inselgruppe Bimini gestartet und dann in ein Unwetter geraten und verunglückt. Die US-Küstenwache wurde aber erst am Dienstagmorgen alarmiert, als die Besatzung eines Frachtschiffs das gekenterte Boot mit einem Überlebenden entdeckte.
Der Überlebende, der sich an den Rumpf des Bootes geklammert hatte, wurde von der Küstenwache an Land gebracht und wegen Dehydrierung und Sonnenbrand behandelt. «Der Zustand des Überlebenden ist stabil», sagte Burdian.
Entdeckt wurde das gekenterte Boot nach neuen Angaben rund 65 Kilometer östlich der Stadt Fort Pierce an Floridas Ostküste. Die Küstenwache sucht aus der Luft und mit Schiffen nach möglichen Überlebenden, das Suchgebiet hat in etwa die Grösse des Bundesstaates New Jersey. «Die Suchbedingungen sind heute sehr gut», sagte Burdian.
Die Behörden gehen von einem Fall von Menschenschmuggel aus. Das Unglück habe sich auf einer «normalen Route für Menschenschmuggel von den Bahamas in den Südosten der USA» zugetragen, sagte die Küstenwachenoffizierin Burdian.
Bimini ist die am weitesten westlich gelegene Inselgruppe der Bahamas - und liegt damit dem US-Festland am nächsten. Die Bahamas sind als Zwischenstation von Schlepperbanden bekannt, die Flüchtlinge und Migranten etwa aus dem verarmten Haiti in die USA bringen wollen.
Erst am Freitag waren 32 Menschen gerettet worden, nachdem ein Boot etwa acht Kilometer westlich von Bimini gekentert war, wie die US-Küstenwache und Sicherheitskräfte der Bahamas bekannt gaben. Die US-Küstenwache twitterte, dass ihre Schiffe in den Gewässern um Haiti, Puerto Rico und den Bahamas patrouillieren würden.
Die US-Behörden stellten in den vergangenen Monaten eine Zunahme der Migration vor allem aus Kuba auf dem Seeweg fest, nachdem es dort im Juli zu zahlreichen Demonstrationen gekommen war. Daneben halten sich auf den Bahamas nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) etwa 20.000 bis 50.000 Haitianer illegal auf. Haiti gilt als ärmstes Land des amerikanischen Kontinents. Naturkatastrophen, organisierte Kriminalität und das Fehlen staatlicher Strukturen prägen das Leben der Menschen.