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Band 5 von DIE FRÜHEN SITZUNGEN umfasst die Sitzungen 199 - 239, aufgezeichnet vom 18.10.1965 bis zum 07.03.1966 und führt nach und nach immer tiefer in die allumfassende Seth-Philosophie ein. Jane Roberts und ihr Ehemann Robert F. Butts lebten in einem viktorianischen Haus an der West Water Street in Elmira, NY, als sie 1963 mit ihren ASW-Experimenten begannen. Jane als Schriftstellerin und Dichterin und Rob als Maler können durchaus als Bohemiens ihrer Zeit bezeichnet werden.
Mit ihren künstlerischen Aktivitäten und mit immer wieder mehr oder weniger seltsamen Nebenjobs bestritten sie ihren bescheidenen Lebensunterhalt. Nach Janes spontaner und überraschender Tranceerfahrung, während der sie das über 100 Seiten umfassende Manuskript Das physische Universum als Gedankenkonstruktion niederschrieb, begann sie sich mit Rob ernsthaft mit so genannt außersinnlichen Wahrnehmungen oder ASWs auseinanderzusetzen.
LESEPROBE
SITZUNG 202, 27. OKTOBER 1965, 21:00 UHR, MITTWOCH, WIE GEPLANT
DIE NATUR DES ASTRALKÖRPERS: DER ASTRALKÖRPER ALS UNSICHTBARES SELBST UND DAS INNERE EGO ALS DAS „ICH“ DES ASTRALKÖRPERS; DIE VERÄNDERUNG VERGANGENER ERFAHRUNGEN MITTELS SELBST-SUGGESTION
(Jane hatte heute Morgen kurz mit Peggy Gallagher telefoniert und wusste deshalb, dass die Gallaghers gestern, Dienstag, von ihren Ferien in Puerto Rico nach Elmira zurückgekehrt waren. Außer dass die Gallaghers viele Notizen gemacht hatten, um sie mit Seths Angaben vergleichen zu können und dass Bill in eine „seltsame Erfahrung“ mit einem Klavierspieler und mit etwas, das er Telepathie zu sein glaubte, verwickelt gewesen war, erfuhr Jane nur wenig von ihrer Reise. Wir vier werden uns am Wochenende treffen, um all die Notizen durchzusehen.
(Für den Umschlag-Test verwendete ich ein Paar Visitenkarten, die unser Freund Bill Macdonnel für seine Kunsthandlung, die Cameron Galerie, angefertigt hatte. Bill hatte uns diese Karten vor vielleicht einem Jahr gegeben, kurz nachdem er die Galerie eröffnet hatte. Jede Karte ist handgefertigt und daher einzigartig. Mehr als alles andere interessierte es mich zu sehen, ob Jane herausfinden würde, dass der Test zwei Objekte umfasste. Ich legte die Karten zwischen zwei Blätter Bristol-Karton und verschloss sie dann in die üblichen beiden Umschläge.
(Jane hat in diesen Tagen hart gearbeitet, und vor der Sitzung von heute Abend sagte sie, dass ihre Augen müde seien. Die Sitzung wurde in unserem ruhigen Hinterzimmer abgehalten. Jane sprach sitzend. Ihre Augen waren geschlossen, ihre Stimme war etwas tiefer als gewöhnlich, jedoch nicht laut; und ihr Tempo war zu Beginn recht langsam.)
Guten Abend.
(„Guten Abend, Seth.“)
Ich würde gerne die inneren Sinne in Zusammenhang mit einigem des Materials besprechen, das ihr vor Kurzem erhalten habt.
Zuerst möchte ich Ruburt aber einen Vorschlag machen. Er hat nun einen Punkt erreicht, an dem er den Zustand seiner Augen und seiner Sehkraft stark verbessern kann und zwar durch konsequente Selbst-Suggestion. Der folgende Satz sollte nützlich sein: Ich bin entspannt, locker und zuversichtlich. Ich kann leicht und gut sehen.
Nun. Wie ihr wisst, gehören die inneren Sinne zu jenem Teil der menschlichen Persönlichkeit, der nicht physisch materialisiert ist. Ich habe verschiedene Male über die Realität dessen gesprochen, was ihr als den Astralkörper betrachtet. Ihr erinnert euch bestimmt daran, dass wir vor über einem Jahr die Gewebekapseln behandelt haben. Dies ist auch die Natur des Astralkörpers. Er setzt sich aus elektromagnetischen Komponenten zusammen. Er ist einfach das unsichtbare Selbst.
(Seth begann in der 20. Sitzung, die inneren Sinne zu besprechen. Bis zur 50. Sitzung war er bei neun davon ziemlich ins Detail gegangen, und es sollte noch mehr folgen. Bis zur 59. Sitzung hatte er auch elf Grundgesetze des inneren Universums angefügt, plus drei Eigenschaften der physischen Materie.
(Der 7. innere Sinn: Expansion oder Kontraktion der Gewebekapsel. Unter anderem in den Sitzungen 39, 40 und 43 von Band 1 und 2.)
Das bedeutet nicht, dass er nicht gelegentlich gesehen werden könnte, aber er kann nicht ohne Hilfe durch die physischen Sinne wahrgenommen werden. Er ist es, der in Wirklichkeit die Erinnerungen und Erfahrungen des gegenwärtigen Individuums als kodifizierte Einheiten enthält. Er ist jener Teil, der den physischen Tod überlebt. Er ist jener Teil, der im physischen Leben mit dem physischen Bild verflochten ist.
Das zugrundeliegende Bewusstsein ist niemals physisch. Doch innerhalb eures Systems muss es Erfahrungen innerhalb des physischen Systems sammeln, also im physischen Körper. Aber die Erfahrungen an sich sind nicht physisch und können nicht in physischer Materie enthalten sein. Daher werden diese Erfahrungen, die im physischen Feld gesammelt wurden, von diesem inneren Selbst oder dieser astralen Identität in kodifizierter Form bewahrt. Nur wenn der Zusammenhang zwischen dem physischen und nichtphysischen Selbst und das Kommunikationssystem, das hier wirkt, verstanden wird, kann die wahre Natur der menschlichen Persönlichkeit untersucht werden.
Auch wenn wir uns jetzt mit eurer eigenen Spezies beschäftigen, sollte erkannt werden, dass alles Bewusstsein auch seine eigene astrale Identität besitzt. Die inneren Sinne sind ein Teil dieses nichtphysischen Selbst. Sie erlauben es der Persönlichkeit, ihr Verhältnis zur nichtphysischen Realität aufrechtzuerhalten, während sie es dem materiellen Selbst erlauben, sich innerhalb seiner irdischen Umgebung zu fokussieren.
Die inneren Sinne sammeln Informationen, derer sich das bewusste Selbst vielleicht nicht gewahr ist. Die astrale Identität ist sich natürlich der Kommunikationen sowohl der inneren als auch der äußeren Umgebung bewusst. Die astrale Identität stellt daher eigentlich eine umfassendere Darstellung der Gesamtpersönlichkeit dar, und ihre Fähigkeiten sind weitreichend. Das innere Ego, von dem wir gesprochen haben, ist der Lenker dieser astralen Identität. Ihr solltet jetzt erkennen, wie sich dies in einiges unseres älteren Materials einfügen lässt.
(Seth hatte über das innere Ego im Rahmen der inneren Sinne zu sprechen begonnen, so dass Material hierzu in jene Sitzungen verwoben ist. Einige wenige frühere Sitzungen, die sich um das inneren Ego drehen, sind: 94, 151, 162, 173. Siehe Bände 3 und 4.)
Wenn das physische Selbst schläft, kann das astrale Abbild tatsächlich umherwandern. Während des physischen Lebens kehrt es immer zum physischen Körper zurück. Seine telepathischen und hellseherischen Kräfte werden in keiner Weise durch das Ego behindert, wenn jenes Selbst schläft. In Wachstunden ist das Kommunikationssystem auf der Seite des Egos mehr oder weniger geschlossen, aber im Schlaf werden die Barrieren aufgehoben und Wissen vom inneren Selbst stammend kann dann freier fließen.
Es ist somit klar, dass astrale Projektionen häufig im Schlafzustand auftreten. Sie kommen aber auch im Wachzustand vor, obwohl sich das Ego in der Regel solcher Projektionen nicht bewusst ist. Wenn durch Training zwischen dem inneren und dem äußeren Selbst eine bessere Kommunikation herrscht, dann ist es für das Ego möglich zu erkennen, was passiert ist.
Ich habe euch gesagt, dass ein Traum einen fortdauernden Prozess darstellt, ob das Ego nun wacht oder schläft und ob es sich nun ans Träumen erinnern kann oder nicht. So reist auch das astrale Selbst oft, ob das Ego schläft oder nicht.
Ich schlage eine kurze Pause vor und dann fahren wir fort.
(Pause um 21:27 Uhr. Jane war in der für eine erste Durchgabe üblichen Trance. Ihre Augen waren geschlossen geblieben. Ihre Stimme war etwas tiefer als gewöhnlich gewesen, ihr Tempo nach einem langsamen Start ziemlich gleichmäßig. Jane sprach beinahe so, als ob sie laut lesen würde, mit gelegentlichen Betonungen.
(Janes Tempo war wiederum langsam, ihre Augen geschlossen, die Stimme leise, als sie um 21:36 Uhr weitermachte.)
Das innere Ego ist also das „Ich“ des Astralkörpers.
Das innere Ego stellt somit diese innere Identität dar. Es ist eng mit der Wesenheit verbunden und verbindet eine Realität, die rein psychisch ist, die Realität der Wesenheit, mit einer Realität, die hauptsächlich physisch ist, mit der Realität des physischen Selbst.
Die inneren Sinne nehmen die psychische Realität wahr und übermitteln von dort Botschaften. Erneut sprechen wir nur um der Einfachheit willen von diesen als separat, denn wir haben es nur mit verschiedenen Fähigkeiten und verschiedenen Aspekte eines Selbst zu tun. Die Aufteilungen sind willkürlich. Das ist sehr wichtig.
Nun. Betrachtet die inneren Sinne in Zusammenhang mit der Natur von Aktion und der elektromagnetischen Realität, denn die Wahrnehmungen der inneren Sinne stellen an sich schon Aktion dar, und als solche verändern sie sowohl den Empfänger als auch das Empfangene. Ihr könnt also erkennen, dass auch dieses astrale Abbild immer in Bewegung und niemals statisch ist, und sein Zustand verändert das physische Selbst wie auch das physische Selbst Wirkungen auf das astrale Abbild ausübt.
Ein jeder Traum wird von diesen verschiedenen Aspekten des Selbst unterschiedlich erfahren. Es gibt nicht den einen objektiven Traum, der lediglich auf verschiedene Arten wahrgenommen wird. Die unterschiedlichen Stufen des Selbst erschaffen ihre eigenen Träume, die für alle Schichten der Persönlichkeit Bedeutungen besitzen. Aber ihr könnt euch einen Traum nicht als einen Betonblock vorstellen, der zum Beispiel in Stücke zersplittert wird, die dann auf diese imaginären Stufen zutreffen. Alle diese Aspekte des Selbst sind so miteinander verflochten, dass willkürliche Unterscheidungen einfach gemacht werden müssen, um sie euch erklären zu können.
Übrigens erreicht Suggestion viele Aspekte des Selbst, auch solche, die sehr weit entfernt vom Ego sind, denn so setzt ihr die psychische Aktion in Gang, die hinter allen Realitäten steht. Suggestion kann Teile des Selbst erreichen, die dem Ego völlig unbekannt sind. Suggestion kann in der Tat Erfahrungen verändern, die bereits vergangen sind.
Sie kann des Individuums gegenwärtige Reaktion auf das vergangene Geschehnis verändern und die ursprünglichen Implikationen und Bedeutungen umwandeln, die mit so einem Geschehnis in Zusammenhang standen. Suggestion kann zukünftige Geschehnisse formen, weil jegliche Aktion das verändert, was vor ihr existiert hat und das, was nach ihr innerhalb eures Systems existieren wird.
Dies unterscheidet sich jedoch von Ursache und Wirkung, denn grundsätzlich wird eine spezifische Aktion nicht nur eine spezifische Wirkung hervorrufen. In eurem System nehmt ihr nur gewisse Aktionen aus einer unendlich großen Vielfalt an Aktionen wahr. So betrachtet ihr diese wenigen als unvermeidliche Resultate einer zugrundeliegenden Ursache.
Suggestion kann also die Zukunft formen. Natürlich gehört hierzu besonders auch die Erwartungshaltung. Suggestion kann Träume formen, und die Träume selbst wirken dann als Aktionen. Ein starker Traum kann eine bedeutsamere psychische Aktion sein als irgendeine physische Erfahrung, und er kann den Weg der Persönlichkeit völlig verändern.
Auch die inneren Sinne reagieren auf Suggestion. Wenn ihr euch daher suggeriert, dass ihr euch ihrer Aktivitäten bewusster werdet, dann wird das auch so sein. Ihr gebt euch beständig Suggestionen, ob ihr dies nun realisiert oder nicht. Ihr formt euer eigenes physisches Abbild mit all seinen Stärken und Schwächen, ob ihr euch dessen bewusst seid oder nicht. Geschickt angewandte Suggestion wird euch daher, mit Training und Kenntnis, erlauben, sogar die Zellen eures Körpers zu verändern. Man kann die inneren Sinne auffordern, auf solche Art zu arbeiten, dass das Ego ihre Botschaften annehmen wird. Denn der Astralkörper ist nicht irgendein entferntes oder fremdes Selbst, sondern ist gerade auch jetzt jener Teil von euch, den ihr kennt, aber nicht sehen könnt, den ihr fühlen, aber nicht berühren könnt.
Ich schlage eine kurze Pause vor.