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Wie wird man Botschafter der Foundation Breel Embolo? «Ganz simpel», sagt Sandro Stocker, «als ich in der Fernsehsendung Glanz und Gloria vorgestellt wurde, meldete sich die Geschäftsführerin der Foundation Breel Embolo bei mir, weil sie für ihre Projekte in Lima jemanden suchte. Die Foundation baut einen Fussballplatz in einem Armenviertel, damit die Jungen eine sinnvolle Beschäftigung haben. Das Projekt kam nicht vorwärts, weil es immer wieder Missverständnisse gab. Es brauchte jemanden, der Spanisch spricht und die Kultur versteht.»
Seine erste Aufgabe sei es gewesen, die Verteilung der Hilfsgüter aus der Schweiz in verschiedene Armenvierteln Limas zu organisieren und den blockierten Bau des Sportplatzes wieder in Gang zu bringen, erzählt der 28jährige Schauspieler. Der erste Kontakt sei schwierig gewesen. «Die Peruaner sind stolz und scheu, es war nicht immer einfach, die wahre Armut zu finden. Aber seit ich das Vertrauen der Leute gewonnen habe, ist die Herzlichkeit unbeschreiblich», erklärt Sandro Stocker.
Nun nennen sie ihn «Lapadula Suizo». «Zuerst habe ich das nicht ganz verstanden, ich musste zuerst herausfinden, was der Name bedeutet.» Gianluca Lapadula ist ein italienischer Profifussballer, der für Benevento Calcio spielt und sich im Alter von 30 Jahren dafür entschied, seine Tore für Perus Nationalmannschaft zu schiessen. Dafür wird Lapadula nun in der Heimat seiner Mutter als Held verehrt. «Die Leute können fast nicht verstehen, warum ich nach Peru komme, während sie selber am liebsten nach Mexiko, Spanien oder in die USA auswandern würden.»
Alles begann auf der Bühne des Schulzentrums Derendingen/Luterbach. «Als ich 13 Jahre alt war, starb meine Mutter. Darunter litt ich sehr. Dank dem Theaterspiel konnte ich das etwas vergessen und in den Rollen aufleben», blickt er zurück. Er schloss die der «Mausefalle» an. «Da habe ich mich entschieden, mein Hobby zum Beruf zu machen.» Es folgte das Studium an der European Film Actor School in Zürich. Mittlerweile hat sich Stocker in der Szene einen Namen gemacht. In der Hauptrolle im Spielfilm «Schwerelos» verwandelte er sich in einen Mann, der durch einen Unfall die Mutter verlor und querschnittgelähmt zurückblieb. «Schwerelos» gewann am internationalen Filmfestival «Entr’2 Marches» in Cannes den Publikumspreis.
Obwohl Sandro Stocker Schweizer ist, kann man seine peruanische Seite nicht übersehen. «Hier muss ich wegen meines Aussehens auch mit diesen Klischees spielen und darf mich nicht dagegen wehren», meint Stocker. Es war schon lange mein Traum, einmal in einem peruanischen Film zu spielen, aber hier ist für mich die Konkurrenz viel härter, weil viele ähnlich aussehen wie ich.» Er habe dann auf gut Glück Agenten und Produzenten angerufen. Dabei sei er mit offenen Armen empfangen worden und er durfte sogar schon eine kleine Rolle in einem peruanischen Beziehungsdrama spielen.
Artikel von Hans Peter Schläfli, Solothurner Zeitung, 5.10.21
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