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Wie die IAEO weiter schreibt, ist die Entwicklung der Kernenergie in Europa und Nordamerika in einer Zeit, in der sowohl die Nachfrage nach Energie als auch die Befürchtungen über die globale Erwärmung stetig ansteigen, schwierig vorhersehbar. "Je weiter wir in die Zukunft schauen, desto stärker können wir annehmen, dass Staaten die potentiellen Vorteile, die ein Wachstum der Kernenergie für die Umwelt und für die Wirtschaft bringt, erkennen", sagte lAEO-Generaldirektor Mohamed EIBaradei im Vorfeld der "International Conference on Fifty Years of Nuclear Power-the Next Fifty Years" in Moskau. "Neue Kernkraftwerke sind dort sehr attraktiv, wo der Energieverbrauch steigt und es an alternativen Quellen mangelt und wo die Sicherheit sowie eine verringerte Luftverschmutzung Priorität haben", fuhr er fort.
Da Voraussagen schwierig sind und von politischen Entscheiden abhängen, hat die IAEO zwei verschieden Szenarien zur Zukunft der Kernenergie, eine "high projection" und eine "Iow projection" erarbeitet. Die "Iow projection" geht von der Annahme aus, dass die bestehenden Kernkraftwerke gemäss Zeitplan abgeschaltet und keine neuen gebaut werden. In diesem Szenario würde die Stromproduktion aus Kernenergie bis ins Jahr 2020 noch leicht ansteigen (weniger stark als die Produktion aus anderen Quellen). Bis im Jahr 2030 würde der Anteil der Kernenergie an der gesamten Weltproduktion dennoch von momentan rund 16 auf 12% fallen.
Die "high projection" geht vom Bau zusätzlicher Kernkraftwerke und damit von einem stetigen Wachstum aus. Nach den lAEO-Annahmen würde die Kernenergie-Produktion im Jahr 2030 rund 70% mehr Strom liefern als heute. Unter den wachsenden Befürchtungen für die Umwelt geht die Atomenergie-Organisation davon aus, dass ihre "high projection" eher Realität wird als die "Iow projection". Auf Grund von Schätzungen des Intergovernmental Panel on Climate Change (ICPP) rechnet sie sogar damit, dass die Kernenergie im Jahr 2030 rund 27% der gesamten Welt-Elektrizitäts-Produktion ausmachen wird.
Quelle
H.R. nach IAEO, "Nuclear Power's Changing Future", 26. Juni 2004