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Körperliche und psychische Wirkung von Cannabis und seine Risiken.
Cannabis ist bei weitem die am häufigsten konsumierte illegale Substanz in der Schweiz. Beim Rauchen oder beim Inhalieren der Dämpfe (z.B. via Vaporizer) gelangt das THC über die Kapillaren der Lungenoberfläche ins Blut und unter Umgehung der Leber ins Gehirn. Wird Cannabis gegessen, wird das THC zunächst im Magen und im oberen Darmbereich absorbiert, mit dem Blut in die Leber und von dort ins Gehirn transportiert.
Die Wirkung tritt beim Rauchen nach 10 Minuten ein und dauert ungefähr 2 bis 3 Stunden. Beim Essen von Cannabis (z.B. in Form von Keksen) dauert es länger bis zum Wirkungseintritt (½-1 Stunde, manchmal später) und die Wirkungsdauer beträgt je nach Dosis 3 bis 10 Stunden. THC kann sehr lange im Blut nachgewiesen werden: bis zu 12 Stunden und länger bei regelmässig Konsumierenden. Es ist auch für einige Tage im Urin nachweisbar.
Die Art und das Ausmass der Wirkung hängen stark von der konsumierenden Person und ihrer aktuellen Stimmung, von der Konsumart (geraucht, gegessen), der Sorte und der Konsummenge sowie der Konsumsituation ab. Cannabis hat die Tendenz, positive und negative Gefühle zu verstärken, so dass die Gefühlslage zum Zeitpunkt des Konsums eine grosse Rolle spielt.
Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Substanz in der Schweiz. Etwa 7% der Bevölkerung nehmen es regelmässig.
In Anbetracht des heutigen Wissensstandes ist es schwierig den Schwellenwert zu bestimmen, ab dem Cannabisgebrauch problematisch wird. Auch wenn die internationale Literatur die Häufigkeit des Gebrauchs nicht als einzigen relevanten Indikator ansieht, bleibt sie ein wichtiges Kriterium für die Einschätzung des Vorhandenseins eines problematischen Cannabiskonsums.
Nach Einschätzung einer Untersuchung kennt ungefähr einer von zehn Cannabiskonsumenten eine Episode psychischer und/oder physischer Abhängigkeit. Die Entzugssymptome, die mit körperlicher Abhängigkeit verbunden sind, treten auf, wenn die Einnahme reduziert oder gestoppt wird. Dazu gehören Herzrhythmusstörungen, Unruhe, Schlaflosigkeit und Schwitzen. Die psychische Abhängigkeit manifestiert sich vor allem in einem starken Verlangen, Cannabis zu konsumieren. Sie dauert länger als die körperliche Abhängigkeit und führt zu mehr Rückfällen.
Es besteht ein Zusammenhang zwischen Cannabisgebrauch und Psychosen sowie Depressionen, vor allem bei häufigem Konsum sowie bei einem frühen Einstieg in den Cannabisgebrauch. Cannabis kann bei Personen mit entsprechender Veranlagung Psychosen (insbesondere Schizophrenie) auslösen resp. deren Entwicklung beschleunigen und den Krankheitsverlauf verschlechtern.
Wenn Cannabis geraucht wird, erhöht sich das Risiko für Entzündungen der Atemwege, Kurzatmigkeit, chronischen Husten und Bronchitis. Durch den beigemengten Tabak verstärkt sich auch das Risiko für Krebserkrankungen und wahrscheinlich für Infarkte. Diese Risiken gelten auch für legales Cannabis mit niedrigem THC-Gehalt.
Der Konsum von THC kann einen Einfluss auf die Gehirnentwicklung haben. Bei manchen Personen, die chronisch stark Cannabis konsumieren, zeigt sich, dass die Verarbeitung von komplexen Informationen, die Gedächtnisleistung sowie die Konzentration beeinträchtigt sind. Diese Beeinträchtigungen verschwinden grösstenteils wieder, wenn der Konsum eingestellt wird. Es ist nicht bestätigt, dass Cannabiskonsum zu einem so genannten amotivationalen Syndrom führt. Während eines Rausches kann Cannabis jedoch eine hemmende Wirkung auf die Motivation haben.
Cannabis ist entgegen früherer Annahmen keine Einstiegsdroge für andere illegale Drogen. Die meisten Cannabiskonsumierenden nehmen keine anderen illegalen Drogen. Trotzdem weiss man, dass bei den regelmässig Cannabiskonsumierenden der Anteil derer, die andere Drogen konsumieren, ziemlich hoch ist.
Cannabis kann die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen möglicherweise einschränken, aber die bisherigen Studien zur Fortpflanzungsfähigkeit zeigen unklare Ergebnisse. Verschiedene Studien zum Effekt des Konsums der Mutter auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes (Grösse und Gewicht) kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Aufgrund der wichtigen Rolle endogener Cannabinoide (in unserem Körper) für die Gehirnentwicklung des ungeborenen Kindes gilt die Schwangerschaft jedoch als sensible Phase. Schwangeren Frauen wird daher geraten keinen Cannabis, Alkohol, Tabak oder andere Drogen zu konsumieren.
Nach der Einnahme von Cannabis werden die Wahrnehmung und Steuerung der Bewegungen beeinträchtigt, die Reaktionszeit wird verlängert, Müdigkeit und ungenügende Reaktionen treten auf, eingeschliffene Automatismen werden gestört (besonders in Stresssituationen), die Leistungsreserve wird verringert, die Aufmerksamkeit wird auf Nebensächlichkeiten fokussiert. Fahren unter dem Einfluss von Cannabis verdoppelt das Unfallrisiko. Deswegen ist davon abzuraten, nach dem Konsum von Cannabis am Strassenverkehr teilzunehmen, auch wenn der Konsum bereits einige Stunden her ist. Werden mehrere Substanzen eingenommen, erhöht sich das Gefahrenpotenzial, die Wirkung ist unvorhersehbar (z.B. mit Alkohol).
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Informationen über die Risiken des Konsums von Cannabis.
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Website
Die Umsetzung in der Schweiz. (2017) (Forschungsbericht)
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