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Am 14. Januar 1884 wurde eine Loge «Zu den Eidgenossen» in Zürich gegründet, die sich hauptsächlich mit der Verwaltung von Kranken-, Sterbe- und Sparkassen beschäftigte. Sie gab sich zwar das Motto: «Edel sei der Mensch, hilfreich und gut»; von maurerischer Arbeit war noch wenig zu erkennen. Wegen diesen Kassen kam es dann auch laufend zu Reibereien, und der Verein beschloss 1888 sogar, keine Ausländer mehr aufzunehmen.
1891 suchte diese Organisation einen ersten Kontakt zur Schweizerischen Grossloge Alpina und wurde vom Grossmeister instruiert, unter welchen Bedingungen eine Loge gegründet werden kann. Ausserdem wies er die «Loge» an, sich an die bereits bestehende Zürcher Loge zu wenden, um eine Patenschaft zu erwirken. Die weiteren Verhandlungen führten jedoch weder mit der Loge Modestia cum Libertate noch mit den Odd Fellows zum Erfolg.
Ein Protokoll von 1897 lässt allerdings erkennen, dass diese Loge doch langsam maurerische Bräuche annahm: So wurde zum Beispiel ein erstes Mal «ballotiert». Als sich dann aber die Loge 1896 mit der gemischten Loge Zum Menschenrecht (Droit Humain) vereinigte, traten zwölf Brüder aus und gründeten eine neue Loge Zu den Eidgenossen. Sie besorgten sich die Marbach'schen Rituale, um nach maurerischen Regeln arbeiten zu können. Sie suchten sofort Anschluss an die Schweizerische Grossloge Alpina, was ihnen mit Unterstützung der Loge Modestia cum Libertate im Jahre 1902 auch gelang.
Der damalige Grossmeister, Eduard Quartier-La Tente, ernannte zu diesem Zweck eine Kommission, die unter der Führung des Bruders Fritz Rohrer von der «Modestia» eine Rektifikationsloge schuf. Die Delegierten des Grosslogentages vom 21. und 22. Juni 1902 nahmen in Zürich dann diese Rektifikationsloge als gerechte und vollkommene Loge auf und an. Dadurch konnten die fünfzehn Mitglieder der Loge «Zu den Eidgenossen» am 17. August 1902 angenommen, am 30. August 1902 befördert und schon am 13. September 1902 in den Meistergrad erhoben werden.
Die offizielle Konstitution fand am 27. September 1902 im Restaurant «Schmiedstube» in Zürich statt, wobei die neue Loge den Namen In Labore Virtus annahm und den Bruder Fritz Rohrer zu ihrem ersten Meister vom Stuhl wählte. Die Loge übernahm ausserdem das auf Diethelm Lavater zurückgehende Ritual ihrer Mutterloge Modestia cum Libertate.
Die Loge besass zunächst einen eigenen Tempel an der Mainaustrasse, der aber durch die rasch anwachsende Zahl der Brüder bald zu klein wurde, so dass sich die Loge im Zunfthaus «Zur Zimmerleuten» einmieten musste. 1909 konnte sie dann in das erweiterte Logengebäude der Loge Modestia cum Libertate auf dem Lindenhof einziehen, wo seither alle Arbeiten stattfinden. Während der Zeit des Ersten Weltkrieges wurde nur sehr selten gearbeitet, doch brachten die Nachkriegsjahre der Loge sehr hohe Mitgliederzahlen: 1921 bereits über 100 und 1931 sogar 171 Brüder.
Die Dreissiger Jahre und die Fonjallaz-Initiative stellten die Loge erneut vor schwere Probleme. Obwohl der Meister vorn Stuhl, Franz Wyss, mit allen Kräften gegen diese Initiative ankämpfte, blieben Austritte nicht aus. 1964 half die Loge, zusammen mit den anderen Zürcher Logen, die Loge Catena Humanitatis zu rektifizieren. 2002 konnte sie ihr 100-jähriges Bestehen in feierlicher Form begehen und eine Festschrift herausgeben. 1983 wurde sie selbst Mutterloge der rektifizierten Loge Aurora Humanitatis.
Im Archiv der Loge In Labore Virtus werden Urkunden aus der Zeit der Loge Zu den Eidgenossen, des Droit Humain und des Beginns der Loge In Labore Virtus bis zum heutigen Tag aufbewahrt. Die Brüder treffen sich jeweils am Montag zu den Arbeiten.
Der Lindenhof ist ein geschichtsträchtiger Boden. Die Römer hatten hier ein Kastell mit Zollstation. Im Mittelalter war der Lindenhof eine mittelalterliche Königspfalz. Diese Kulturen haben ihre Spuren hinterlassen. Die Grundmauern des römischen Kastells sind auf Anfrage hin zu besichtigen.
Die Loge Modestia cum Libertate war zuerst im Hotel «Schwert», dann im Haus «Zum Wilden Mann» am Rennweg zu Hause. 1850 eröffnete der Hausbesitzer, der auch Mitglied der Loge war, dass er mit seiner Familie nach Amerika auswandere und das Haus verkauft habe. Zwei Jahre hatte die Modestia Frist, um ein neues Zuhause zu finden.
Nach dem Sommerjohannisfest 1851 besahen sich einige Brüder das der Familie Gessner gehörige Haus «Zum Paradies» auf dem Lindenhof. Die Brüder Conrad Meyer-Hofmeister, Leonhard von Muralt, Kaspar Freudweiler, Conrad Ziegler, Gustav Albert Wegmann und Heinrich von Orelli kauften das Haus für 15000 Gulden und dazu vom Stadtrat 544 Quadratfuss Land zu einem Franken pro Quadratfuss zur Abrundung und boten es am 8. November 1851 der Loge zu diesem Preis an. Die Offerte wurde freudig angenommen und gleich eine Baukommission bestellt. Am 22. Mai 1852 akzeptierte die Loge das vom Architekten Gustav Albert Wegmann ausgearbeitete Bauprojekt.
Am 7. Juni begannen der Abbruch des alten Gebäudes und die Ausgrabungen. Dabei fand man römische Münzen aus der Zeit Valentinians, römische Ziegel und ein Brustbild einer Bronzeskulptur, ferner Ofenkacheln und einen Teil eines Grabsteines aus dem Mittelalter. Alle diese Funde wurden der Antiquarischen Gesellschaft übergeben (heute im Landesmuseum Zürich) Am Sommer-Johannisfest 1852 gingen die Brüder mit der Rose geschmückt auf den Bauplatz zur feierlichen Grundsteinlegung. in den Grundstein des Tempelgebäudes wurde eine Denkschrift versenkt, Nachdem noch in geschlossener Kette der Neubau dem Segen des Allmächtigen Baumeisters aller Welten empfohlen worden war, begab sich der Zug ins Logenlokal «Zum Wilden Mann» zurück Am 29. April 1854 wurde der Bau von Bruder Albert Wegmann unter bester Verdankung abgenommen und am 30. April 1854 in einer gut besuchten Festloge eingeweiht.
Grössere Umbauten mit der Erstellung eines neuen kleineren Tempels fanden anfangs der Sechzigerjahre des 20. Jahrhunderts statt.
Während gut einem halben Jahr war der grosse Tempel auf dem Lindenhof in Zürich für alle Logenarbeiten geschlossen. Die Loge Modestia cum Libertate hatte sich entschlossen, den grossen Tempel einer gründlichen Renovation und Auffrischung zu unterziehen. Nach einigen Umbauten und Renovationen leuchtet heute der grosse Tempel in neuem Glanz und in einem wunderbaren Licht. Der Sternenhimmel im grossen Tempel strahlt wieder wie früher. Sogar ein Astronom hat ihn begutachtet und die Konstellation der Sterne überprüft. Sie stimmen mit der Wirklichkeit überein.