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Die OHARA-Schule wurde 1895 vonUnshin Oharain Kobe gegründet. Wegen ihrer Nähe zur Natur und Natürlichkeit zählt sie in Japan wie im Ausland zu den populärsten Ikebana-Schulen
Unshin Ohara(1861-1916) wurde durch seine Kreation des Moribana-Blumenarrangements in der von ihm um 1890 entworfenen flachen Schale zum geistigen Vater des modernen Ikebana. Die erste Moribana-Ausstellung fand 1898 im Museum Osaka statt und wurde ein Erfolg. Unshin stellte die Farben der Blumen in den Vordergrund und brachte unbekannte europäische Blumen in seinen Unterricht ein. Bei Ausflügen in die Berge und Felder studierte und sammelte er wilde Blumen und Pflanzen sowie Gräser und Farne. Er versuchte die Schönheiten der Natur in der Ikebana-Schale auszudrücken. So kam Unshin schliesslich zu seinen Landschaftsarrangements. Er hatte neue Wege beschritten, indem er sein Ikebana nicht nur in Tempeln, sondern auch in Museen und Kaufhäusern ausstellte.
Koun Ohara(1880-1938) erhielt bei seinem Vater eine intensive Ausbildung. Nach dessen Tod übernahm Koun 1916 als zweiter Headmaster die Leitung der Ohara-Schule. Ikebana durfte nicht mehr das Privileg weniger, sondern sollte allen Menschen zugänglich sein. Er wollte seinen Schülerkreis erweitern und zeigte Ikebana in der Öffentlichkeit. Die eigentliche Leistung des zweiten Headmasters liegt darin, dass er ein Regelwerk für Lehre und Gestaltung schuf und das Mass für die Hauptlinien Shu-shi, Fuku-shi und Kyaku-shi festlegte. Er verwendete auch ausgewählte Gefässe aus anderen Ländern, vor allem China und Korea , ja sogar aus Europa. Während in Unshin der Künstler und Schöpfer des Moribana hervortrat, erschien Koun als Organisator, Theoretiker und Pädagoge der Ohara-Schule.
Houn Ohara(1908-1995), dritter Headmaster, leitete ab 1938 die Schule. Das Ikebana hatte sich verändert und Houn war auf der Suche nach neuen Wegen und bereit, neue künstlerische Einflüsse aufzunehmen. Er schuf sein avantgardistisches Ikebana nicht nur mit Pflanzen, Blumen und Holz, sondern auch mit Metallteilen und Glas. Houn entwickelte zwei weitere Stilrichtungen, das Rimpa in Anlehnung an die klassische Malschule der Edo-Periode (1603-1868) von Honami Koetsu und seinen Nachfolgern Tarawaya Sotatsu, Korin Ogata sowie seinem Bruder Kenzan Ogata, und Bunjin nach chinesischen poetischen und literarischen Vorbildern. Zudem entwickelte er mit seinen Grundformen des Moribana das Ikebana der modernen Gesellschaft der Grossstädte. Unter Houn hatte sich die Ohara-Schule zu einer der grössten Ikebana-Ausbildungsstätten in Japan sowie im Ausland entwickelt.
Natsuki Ohara(1949-1992) wurde 1972 zum designierten vierten Headmaster der Ohara-Schule ernannt. Als junger, kreativer und sensibler Ikebana-Meister verkörperte er die Aufbruchstimmung in ein modernes Ikebana-Zeitalter. Er kreierte Hanamai (Blumentanz) sowie Hana-isho (Blumendesign), neue Stile in dreidimensionaler Form, die dem neuen westlich beeinflussten Lebensstil der Japaner Rechnung trugen und die bis dahin nur zweidimensionalen Arrangements ergänzten. 1992 starb er im Alter von nur 42 Jahren und wurde postum zum vierten Headmaster ernannt. 1995 starb der amtierende 86-jährige Headmaster Houn Ohara. Die Ohara-Schule feierte im selben Jahr ihr 100 Jahre-Jubiläum.
Hiroki Ohara(1987-) übernimmt im April 2010 offiziell seine Funktion des fünften Headmasters. Hiroki ist sehr kreativ und offen für neue Kreationen.
Wakako Ohara, die Schwester von Natsuki, wurde 1995 bis zur Volljährigkeit ihres Neffen die Acting Headmistress. Ab April 2010 ist sie Chief Executive der Ohara-Schule.
Die Ohara-Schule hat ihren Hauptsitz in Tokyo, Osaka und Kobe, 158 Chapter in Japan, 58 Chapter und 27 Studiengruppen in allen Erdteilen, auch in der Schweiz.