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US-Präsident Barack Obama hat den früheren Vize-Pentagonchef Ashton Carter als neuen Verteidigungsminister nominiert. Obama würdigte den 60-Jährigen am Freitag als eine der wichtigsten Führungskräfte auf dem Gebiet der nationalen Sicherheit.
Carter kenne das Pentagon "in und auswendig" und sei "einer der herausragenden Führer in der Sicherheitspolitik", sagte Obama am Freitag in Washington. Der Präsident trat gemeinsam mit Carter und Vizepräsident Joe Biden im Roosevelt Room des Weissen Hauses vor die Medien.
Carter muss noch vom Senat bestätigt werden. Er wäre dann der vierte Verteidigungsminister seit Obamas Amtsantritt im Januar 2009. Carters Bestätigung durch den Senat dürfte nichts im Wege stehen, er gilt bei Republikanern und Demokraten als fachlich kompetent.
Carter, ein Demokrat wie Obama, löst den bisherigen Pentagon-Chef Chuck Hagel ab. Dieser war der einzige Republikaner im Kabinett des US-Präsidenten. Hagel hatte seinen Rücktritt erklärt - nach Medienberichten auf Druck Obamas. Demnach wollte der Präsident angesichts von Bedrohungen wie durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak einen Neuanfang.
Carter sagte bei seiner Nominierung im Weissen Haus, er habe das Amt wegen der ernsthaften strategischen Herausforderungen sowie seines tiefen Respekts für die Männer und Frauen in Uniform angenommen.
Anders als sein Vorgänger Hagel kennt sich der ehemalige Harvard-Professor für internationale Beziehungen und Sicherheit bestens in der Mammutbehörde Pentagon aus. Er arbeitete bereits nach dem Amtsantritt des früheren Präsidenten Bill Clinton (1993 bis 2001) als Staatssekretär für internationale Sicherheitspolitik.
Experte für Waffenbeschaffungen
Von Oktober 2011 bis Dezember 2013 war er stellvertretender Verteidigungsminister. Carter gilt als Meister des Budgetmanagements und Experte für Waffenbeschaffungen sowie auf dem Gebiet neuer Technologien.
Als wichtigste Aufgabengebiete für den Verteidigungsminister in spe nannte Obama den Abschluss des Truppenabzugs aus Afghanistan, die Zerstörung der Terrororganisation Islamischer Staat, den Kampf gegen Ebola in Westafrika, die Stärkung internationaler Allianzen sowie eine Neuausrichtung der US-Streitkräfte in Südostasien.
US-Medien gehen davon aus, dass Carter anders als sein Vorgänger mehr Gehör bei Präsident Obama findet. Demnach ist es Hagel nie gelungen, den Kreis des Sicherheitsteams des Weissen Hauses um Obama herum zu brechen, wie der US-Sender NBC berichtete. Obama sagte während der Nominierung, dass er schon bei früherer Gelegenheit dem Rat Carters vertraut und sich auf ihn verlassen habe.
Nach Angaben der "New York Times" plädiert Carter anders als Obama für eine härtere Gangart gegen das Regime von Syriens Präsident Baschar al-Assad.