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| Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)

42. Vortrag
2.
[Forts. v. [S. 620] ] Ihr habt nun wohl den Herrn sagen hören: „Ich weiß, daß ihr Kinder Abrahams seid“; höret, was er hernach sagt: „Ich rede, was ich bei meinem Vater gesehen habe; und ihr tut, was ihr bei eurem Vater gesehen habt“. Eben hatte er gesagt: „Ich weiß, daß ihr Kinder Abrahams seid“. Was aber tun sie? Was er ihnen gesagt hat: „Ihr suchet mich zu töten“. Das haben sie bei Abraham niemals gesehen. Der Herr aber will Gott den Vater verstanden wissen, wenn er sagt: „Was ich beim Vater gesehen habe, rede ich“. Die Wahrheit habe ich gesehen, die Wahrheit rede ich, weil ich die Wahrheit bin. Wenn nämlich der Herr die Wahrheit redet, die er beim Vater gesehen hat, so hat er sich gesehen, redet er von sich, weil er selbst die Wahrheit des Vaters ist, die er beim Vater gesehen hat; denn er ist das Wort, welches war bei Gott. Wo haben nun diese das Böse, was sie tun und was der Herr ihnen vorwirft und tadelt, gesehen? Bei ihrem Vater. Wenn wir im folgenden eine genauere Angabe darüber vernehmen werden, wer ihr Vater sei, dann werden wir erkennen, was sie bei diesem Vater gesehen haben; denn vorläufig nennt er ihren Vater nicht. Weiter oben hat er den Abraham erwähnt, aber mit Bezug auf den Ursprung des Fleisches, nicht wegen der Ähnlichkeit des Lebens; er will einen andern Vater derselben nennen, der sie weder erzeugt noch zu Menschen erschaffen hat, aber dennoch waren sie seine Kinder, sofern sie böse waren, nicht sofern sie Menschen waren, sofern sie Nachahmer, nicht sofern sie Geschöpfe waren.