Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03564.jsonl.gz/2093

Einer ehrlichen Arbeit nachzugehen oder zu studieren kommt für den 22-jährigen Alessandro nicht infrage. Lieber hängt er mit seinen Kollegen rum, vertickt Gras und lebt in den Tag hinein. Als sein Vater ihn nötigt, tagsüber den betagten Poeten Giorgio zu betreuen, entwickelt sich während den Spaziergängen zwischen dem ungebildeten Jungen und dem intellektuellen Greis, der bereits mit einigen Gedächtnislücken zu kämpfen hat, eine unerwartete Freundschaft. Nachdem Giorgio zunehmend Fragmente seiner eigenen Jugend in Erinnerung ruft, wird Alessandro und seinen Freunden klar, dass der Dichter während der Kriegszeit anscheinend eine Wertsache erhalten und in der Toskana hinterlegt haben muss. Eine Schatzsuche beginnt, die allen Beteiligten unschätzbare Lebenserfahrung beschert.
Äusserst einfühlsam skizziert Regisseur Francesco Bruni Verhältnisse zwischen Generationen, die im ersten Moment inkompatibel zu sein scheinen, sich aber im Verlauf des Films annähern und zu akzeptieren lernen. Mittels des schwindenden Gedächtnisses von Giorgio, gespielt von der italienischen Filmkoryphäe Giuliano Montaldo, und Alessandros Erschliessung ebendieses werden Fragen über Vergangenheit und Erinnerung gestellt: Was bleibt von einem Menschen nach seinem Tod erhalten? Wie bewahrt man das Gedächtnis an ein Leben? Und welche Rolle spielt Poesie in diesem Erinnerungsprozess?