Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03510.jsonl.gz/2545

Marcel Hähni reist diesen Herbst in die Schweizer Unterwelt. In der Höhle von Saint-Léonard befindet sich der grösste natürliche unterirdische See von Europa. Da der unterirdische See mit Booten befahren werden kann, ist es ein idealer Ausflug für Verliebte und Romantiker, die nicht extra nach Venedig fahren wollen.
Der Eingang zur Höhle liegt an einem Weinberg zwischen Sitten und Siders auf dem Gemeindegebiet von Saint-Léonard. Während den Einwohnern der Region die Grotte mit dem See bekannt war, wurde sie erst 1943 durch den Schweizer Höhlenforscher Jean-Jacques Pittard erforscht.
Befahrbar erst nach Erdbeben
Bei der Entdeckung der Höhle reichte der Wasserspiegel bis fast an die Decke der Grotte. Durch ein Erdbeben am 25. Januar 1946 senkte sich der Wassersiegel massiv und die Höhle mit der Grotte wurde überhaupt begehbar.
1949 wurde die Höhle für Besucher zugänglich gemacht. Seitdem werden auf dem See, der eine Länge von 300 Metern und eine Breite von 20 Metern aufweist, Bootsfahrten und Veranstaltungen angeboten.
Für Verliebte und Romantiker ein Erlebnis für das Herz. Am Ende der schiffbaren Grotte befinden sich weitere kleine Säle, die auf trocknem Felsen liegen. Diese Höhlen sind für die Besucher nicht zugänglich
Umfassende Sanierung nach Felssturz
Nachdem sich im Winter des Jahres 2000 ein zwei Tonnen schwerer Felsblock löste, wurde die Höhle vorübergehend geschlossen. Erst nach einer umfassenden und aufwendigen Sanierung konnte die Höhle im Jahr 2003 wiedereröffnet werden.
In der Höhle leben Fledermäuse und im See Forellen, die von den Höhlenverantwortlichen angesiedelt wurden und gefüttert werden.