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Bildband zum zehnten Todestag von Armand Niquille
Autor: Von CAROLE SCHNEUWLY
Die Stiftung wurde auf Initiative von Armand Niquilles Witwe Simone, die vier Jahre nach ihrem Mann verstarb, und auf ausdrücklichen Wunsch des Malers gegründet. Die Publikation des 170 Seiten starken, grossformatigen Bildbandes «Niquille» ist ihr erstes grosses Projekt. Begleitet wird es von drei Ausstellungen, die im November und Dezember in Freiburg und Givisiez stattfinden werden. Laut Stiftungspräsident Jacques Biolley handelt es sich dabei nur um eine erste Etappe im Bestreben der Stiftung, «das Universum von Armand Niquille zu erforschen und es einem immer grösseren Publikum bekannt zu machen». Er denkt dabei schon jetzt an den 100. Geburtstag des Künstlers im Jahr 2012.In dem soeben erschienenen Buch sind rund 60 Gemälde von Armand Niquille zu entdecken. Einen besonderen Zugang ermöglichen die kurzen Texte, die der Freiburger Schriftsteller Claude Luezior dazu geschrieben hat. Eine ausführliche Biografie mit zahlreichen Fotografien aus dem Leben Niquilles ergänzt die Publikation.
Künstler und Lehrer
1912 in Freiburg geboren, wuchs der Künstler im Altquartier auf. Schon als Kind galt er als Träumer und Einzelgänger. Eine Zeitlang dachte er daran, Mönch in der Kartause Valsainte zu werden. Schliesslich aber entschied er sich nach dem Abschluss der obligatorischen Schulzeit im Kollegium St. Michael für eine Kunstausbildung am damaligen «Technicum». Oswald Pilloud, Hiram Brülhart, Oscar Cattani und Henri Robert waren seine Lehrer.Weil er «etwas gegen Hitler unternehmen» wollte, meldete er sich 1940 freiwillig zum Dienst in der Armee. Bis 1944 leistete er 552 Diensttage. In der gleichen Zeit lernte er den Maler Balthus kennen, der sich damals in Freiburg aufhielt und mit dem er bis ans Ende seines Lebens in losem Kontakt stand. Auch anderen Künstlern war Niquille freundschaftlich verbunden, etwa Yoki, Jacques Thévoz, Fred de Diesbach oder Teddy Aeby.1947 trat Armand Niquille eine Stelle als Kunstlehrer am Kollegium St. Michael an, die er bis zu seiner Pensionierung 1977 innehatte. 1949 heiratete er Simone Amey, die zu seiner treuen Begleiterin wurde. Sein künstlerisches Schaffen wurde in zahlreichen Publikationen und Ausstellungen gewürdigt, so mehrmals im Museum für Kunst und Geschichte Freiburg und zuletzt, sechs Monate vor seinem Tod, im Schloss Greyerz. Am 17. Dezember 1996 starb Armand Niquille im Kantonsspital Freiburg.Das Buch ist für 95 Franken im Buchhandel erhältlich (ab Montag) oder direkt bei der Stiftung Armand Niquille, Hans-Fries-Gasse 1, Freiburg. Die Texte sind auf Französisch. Die drei Ausstellungen finden vom 2. November bis zum 10. Dezember im Schloss Boccard in Givisiez, in der Kapelle des Bürgerspitals sowie in der Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg statt.