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Projekt zur Praxis der Sozialstaatlichkeit abgeschlossen
Gewisse Aufgaben des Sozialwesens waren in der Schweiz bis in die 1980er Jahre weitgehend unkoordiniert. Die Fachöffentlichkeit forderte landesweit einheitliche Richtlinien, um diesem Mangel an Koordination ein Ende zu setzen.
Als Antwort auf die Forderung nach mehr Aufsicht, Regulierung und Fachlichkeit wurde 1930 der Dachverband «Schweizerische Landeskonferenz für soziale Arbeit» (LAKO) gegründet. Bei ihren Untersuchungen stiess die LAKO auf Interessengruppen mit unterschiedlichen Rationalitätsmustern in der öffentlichen Verwaltung, der Politik und im privaten Sektor des Sozialwesens. Um die Koordination zu stärken, führte die LAKO verschiedene Akteure im Sozialwesen zusammen, was zu komplexen Mischformen zwischen privaten und staatlichen Akteuren und zu unterschiedlichen Formen der Zusammenarbeit führte. Diese Zusammenführung war ein Schritt in Richtung Vereinheitlichung und Harmonisierung. Die Akteure wurden auf den verschiedenen Ebenen gestärkt und gewannen an Einfluss.
Das Forschungsprojekt zeigt auf, dass bei der Aktivitäten der LAKO jedoch eine stützende Rechtsordnung fehlte, was zu ungleichzeitigen Entwicklungen führte. Die Ausgrenzung grosser Wohlfahrtsbereiche von Modernisierungs- und Professionalisierungsprozessen führte dazu, dass in diesen Bereichen heutzutage weiterhin Integritätsverletzende Fürsorgepraxen vorkommen. Beispielsweise kann dies heute noch in der ausserfamiliären Erziehung festgestellt werden (z.B. Kinderheime und Pflegekinder).
Um gegenwärtig andere Voraussetzungen zu schaffen, empfehlen die Autorinnen der Studie eine stärkere Verrechtlichung von Leistungszugängen und Entscheidungsverfahren in Verbindung mit einer Stärkung von Transparenz und Mitbestimmung der Adressat:innen in diesen Verfahren wie auch in der Leistungserbringung selbst.