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Michael Roach begann seine Mangerkarriere als Laufbursche in einer kleinen New Yorker Diamantfirma. Diesen Betrieb baute er von 1981-1998, zuletzt als Vizepräsident, zu einem 100 Millionen Dollar schwerem Unternehmen auf. Während seiner Zeit in der Privatwirtschaft führte Roach ein Doppelleben. Ein Stipendium der Woodrow Wilson School ermöglichte es ihm nach Asien zu reisen und am Exilwohnsitz Seiner Heiligkeit des Dalai Lama im indischen Dharamsala bei tibetischen Lamas zu studieren. 1995 wurde ihm, als erstem Amerikaner, der Titel eines Geshe (Meister der buddhistischen Lehre) zugesprochen.
Alles was Roach auf seinem Weg als Manager und Führungskraft tat, folgte strikt den Lehren einer 1800 Jahre alten Niederschrift eines indischen, buddhistischen Weisen Namens Nagarjuna. In seinem Buch Der Diamantschneider fasst Roach die wichtigsten sieben Prägungen und Handlungsweisen dieser Lehre, als seine Geschäftsphilosophie wie folgt zusammen:
Buddhistisches Geschäftsmodell
- Um zu erleben, dass Geschäfte gut gehen und man in finanziellen Belangen erfolgreich ist, soll man sich bewusst auf eine innere Haltung der Freigebigkeit ausrichten.
- Um eine Welt zu sehen, die ganz allgemein ausgedrückt ein sehr glücklicher Ort ist, soll man bewusst einen ethisch überaus verantwortungsvollen Lebenswandel führen.
- Um zu erleben, dass man körperlich gesund und anziehend ist, soll man bewusst nicht zulassen, jemals wütend zu werden.
- Um zu erleben, dass man sowohl im Privatleben als auch im Geschäftsleben eine Führungspersönlichkeit ist, soll man bewusst und voller Freude konstruktiv handeln und andere unterstützen.
- Um zu erleben, dass man zu stabiler Geistesruhe fähig ist, soll man sich bewusst darin üben Zustände tiefer geistiger Sammlung zu erzeugen (z.B. Meditation, Natur usw.).
- Um sich aus einer Welt befreit zu sehen, in der Dinge nicht so laufen wie man es sich wünscht, soll man sich bewusst mit den Prinzipien des verborgenen Potentials und der positiven Geistesprägungen beschäftigen.
- Um zu erleben, dass man all das bekommt, was man sich immer gewünscht hat, und das andere das ebenfalls bekommen, soll man bewusst sämtlichen Wesen gegenüber eine mitfühlende Haltung entwickeln.
Buddhist und Multimillionär
Multimillionär Michael Roach ist heute ein vielgeachteter Vortragsredner. Ein spirituelles Leben führen, Erfolg haben und erst noch ganz viel Geld verdienen, geht das denn überhaupt? Ist das legitim?
Roach hat Verständnis für diese Unsicherheit, meint aber, dass am Geld als solchem, aus buddhistischer Sicht, nichts auszusetzen wäre. Denn wer über grössere finanzielle Mittel verfügen würde, könne der Welt mehr Nutzen bringen als ein mittelloser Mensch. Es stelle sich vielmehr die Frage wie man sein Geld verdiene. Ob man begreifen würde woher es komme, und wie man dafür sorgen könne, dass es auch wieder weiter fliessen würde.
Geld solle in erster Linie Freude bereiten, man solle beim Geldverdienen geistig und körperlich gesund bleiben. Ein Geschäftsmann, der durch seine Tätigkeit die eigene Gesundheit ruinieren würde, mache den eigentlichen Sinn und Zweck seiner Arbeit zunichte.
An alle Überstunden bolzenden, sich unentbehrlich Fühlenden. An alle materiell geprägten, und emotional ausgehungerten «Arbeitstiere». An alle nach konditionierten Regeln führenden und denkenden Führungskräfte: Nein, man muss nicht zum Buddhismus konvertieren! Die Botschaft von Roach, dass es auch mit einer anderen (Denk)-Haltung möglich ist Erfolg zu haben, soll hier erstmal reichen…