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Ein Lokal, nachts um eins. Vier Leuchten erhellen den Raum, ein Kellner steht untätig da, mag vielleicht die leeren Gläser nicht mehr abräumen. Zwei Männer, tief über den Tisch gebeugt, ein Pärchen unterhält sich angeregt. Kräftiges Rot und aggressives Grün verleihen dem Bild eine gewisse Dramatik. Van Gogh (1853–1890) hat «Le Café de nuit» mehrmals dargestellt. Das Sujet gehört zu den bekanntesten seines Werkes. Die Variante in der Villa Flora wurde auf Papier gemalt, mit Bleistift, Aquarell und Guache, und ist Teil der Ausstellung «Geschichten hinter Bildern».
Nach der grossen Schau in der Fondation de l’Hermitage in Lausanne, wo das Augenmerk auf der internationalen Ausstrahlung der Sammlung Hahnloser lag, wird nun ihr intimer Charakter beleuchtet. Der deutsche Künstler Till Velten, bekannt für seine Befragungen musealer Orte und deren Mitglieder, interviewte einige Nachfahren der Sammlerfamilie. Unter anderem fragte er nach ihrem Lieblingsbild und der Geschichte dahinter. Diese Informationen dienten Hauskuratorin Angelika Affentranger dazu, ihrerseits passende Bilder aus der Sammlung auszuwählen: «Die neue Hängung erlaubt denn auch mir wieder einen überraschenden Blick.» Sechs Werke bilden den Kern der Winterthurer Ausstellung. Henriette Hahnloser (Urenkelin von Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler) bezeichnet «Le Café de nuit» (1888, o.) als ihr Lieblingsbild, Liselotte Schwarz, ebenfalls eine Urenkelin, schwärmt für die «Baigneuse de face» (1917) von Félix Vallotton. Dieses Bild wird im selben Raum mit anderen seiner herausragenden Werke wie «La Blanche et la Noire» oder «L’Estérel ou la baie de Cannes» (1925, r. o.) gezeigt. Die aufgezeichneten Gespräche von Till Velten sind an einigen Orten der Ausstellung dezent zu hören. Oder auf der CD, die der Publikation zur Ausstellung beiliegt.