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Geschichte
Hundertfünfzig Jahre sind eine lange Zeit
Die Jahre von 1830-1848 waren eine harte Zeit für das Fricktal, und die politische Umwälzung brachte Bewegung in die Bevölkerung.
Es herrschten stürmische Zeiten, die nicht gerade zum Singen anregten. Freiämtersturm, Klösteraufhebung, Freischarenzüge und zu guter Letzt der Sonderbunds-krieg.
In diese Zeit fiel die Gründung der ersten Männerchöre im Fricktal. Man erhoffte sich damit eine bessere Pflege der Geselligkeit und eine grössere Verbundenheit mit Musik und Gesang. Im Lied fand man sich zusammen, um der Sehnsucht nach Freiheit Ausdruck zu verschaffen.
Die Musik-, Sänger-, Schützen- und Turn-vereine waren Träger der freiheitlichen Ideen und Wegbegleiter, die der Demokratie 1848 zum Durchbruch verhalfen. Ganz sicher wurde aber der Gesang als Volksgut gepflegt. In dieser bewegten Zeit wurde der Männerchor Schupfart gegründet.
In Schupfart wurde schon vor dieser Zeit viel gesungen und musiziert, das bezeugen alte Kirchen- und Schulbücher. Lange schon vor der Gründung des Männerchors und des Musikvereins bestand ein Kirchenchor, und aus der Überlieferung ist zu schliessen, dass beide Vereine aus dem Kirchenchor hervorgingen, das heisst, dass die Initianten im Kirchenchor waren. Ihnen gilt heute noch unser Dank und unsere Anerkennung.
Im Jahre 1846 wurden die beiden Vereine (Männerchor & Musikverein) aus der Taufe gehoben.
Über die eigentliche Gründung weiss man nichts, es fehlen Protokolle und andere Unterlagen.
Eine alte Fahne, die aber leider verbrannt worden ist, zeugte jedoch davon. Sie trug die Inschrift «Musik und Gesangverein 1846».
Folgenden Männern wollen wir dankbar gedenken:
- Mathis Fridolin Theodor geb. 17. 2.1833 Tenor
- Hasler Fridolin geb. 28.2.1830 Tenor
- Hasler Franz Josef geb. 5.7.1826 Dirigent
- Hohrer Johann Baptist geb. 26.8.1829 sang jede Stimme
- Hohler Fridolin geb. 8.2.1826 war ein guter Sänger
In den Statuten sind folgende Worte enthalten: Der Zweck des Männerchors ist, das zu pflegen, was Anstand und Sitte, Charakter und Würde vom vernünftigen Mann verlangen sowie durch Aufführen würdiger Gesänge das Gefühl für Gott, Freiheit und Vaterland zu wecken.
Ging auch der Korrekturstift oft durch die übrigen Abschnitte der Statuten, an dieses Gelöbnis der Gründer wagte er sich nie heran. Ziel und Zweck blieben bis auf den heutigen Tag.
Die Mitglieder setzten ihre Stimme ganz für das Singen ein. Gross ist die Zahl der einstudierten Lieder: Lieder der Freude, Lieder der Trauer. Zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Gläubigen sang der Chor oft in der St.-Leodegar-Kirche. Auch am Tag des Vaterlandes wurde gesungen.
Schon im Jahre 1855 beteiligte sich der Verein am Kantonalen Gesangsfest in Rheinfelden.
Das Menü bestand aus Braten, Schinken und Salat. Nebst Brot und einem Schoppen Wein kostete dies Fr. 1.70. Das Fest verlief recht gut.
Danach erreichte der Verein seine erste Blütezeit.
Am 17. Juli 1860 beteiligte er sich am Fricktalischen Gesangsfest in Laufenburg.
Die Abgeordnetenversammlung der fricktalischen Männerchöre beschloss am 22. September 1861 in der «Sonne» in Mumpf, das Verbandsfest von 1862 in Schupfart abzuhalten.
Nachdem Schupfart darauf verzichtete, übernahm Rheinfelden das Verbandsfest.
Auch der Männerchor nahm daran teil, nicht nur als Gesangsverein, sondern auch als Musikkorps.
Von 1862 bis 1871 ist über die Geschichte des Männerchors nichts zu erfahren. Es wurden in diesen Jahren verschiedene Gesangsfeste durchgeführt. Ob der Verein diese besuchte, konnte nicht ermittelt werden.
Am 23. Juni 1872 fand in Laufenburg das Fricktalische Gesangsfest statt. Unter der Leitung von Herrn Lehrer Frei sang der Chor das Lied «Abschied vom Vaterland» von Abt.
Die Leistung des Chores sei recht gut gewesen, vernimmt man. 1874 folgte der Besuch des Gesangsfestes-in Möhlin. Am 15. Oktober 1875 trat Herr Lehrer Frei vom hiesigen Schuldienst und als Leiter des Männerchors zurück. Als Nachfolger wurde am 10. Januar 1876 Herr Lehrer Ammann gewählt. Im gleichen Jahr ging er mit dem Chor an das Gesangsfest nach Frick, doch über den Bericht ist nichts bekannt. Schon am 12. August 1877 wurde ein neuer Leiter für den Gesangsverein gewählt. Die feierliche Einsetzung von Herrn Wilhelm Reimann aus Oeschgen wurde durch die Produktion des Männerchors eingeleitet, wie in der Schulchronik zu lesen ist.
Der Gewählte besuchte vom 8. bis 13. Oktober 1884 einen «Direktorenkurs» in Aarau.
Es folgten die Gesangsfeste 1878 in Eiken, 1880 in Zuzgen und 1882 in Frick.
1884 in Stein holte der Verein den ersten Lorbeerkranz seines Bestehens.
Das Gesangsfest in Zeiningen wurde 1886 besucht. Als Kampfrichter und Experte amteten Herr Janser aus Zurzach, Herr Riffel aus Wettingen und Herr Surläuli aus Zürich. Über das Gebotene wurde kein Bericht gefunden.
Zwischen 1886 und 1891 scheint die Tätigkeit des Vereins eingeschlafen zu sein.
Im Jahre 1891 nahm der Chor am Fricktalischen Gesangsfest in Frick nebst 10 anderen Verbandsvereinen teil.
Mit dem Jahr 1891 übernahm Herr Emil Hohler, ein Schupfarter Bürger, die hiesige Schulführung und die Stabführung des Männerchors.
Es kam wieder neues Leben und reger Betrieb in den Verein. Leider musste er im Jahr 1904 wegen eines Rückenleidens das Lehramt niederlegen, aber dennoch leitete er den Männerchor vom Rollstuhl aus bis zum Jahre 1910. Er war der Sohn des Fridolin Hohler, den wir als Gründer des Vereins genannt haben. An der Zentenarfeier* 1903 hatte der Männerchor die im Festspiel enthaltenen Gesänge zu übernehmen und am Spiel mitzuhelfen.
Auf Emil Hohler folgte als Lehrer Julius Landolt aus Basel. Dieser fegte sich den Titel Musiklehrer bei. Er gründete den sogenannten «jungen Männerchor». Viele junge Mitglieder traten aus dem bisherigen Verein aus und schlossen sich diesem «jungen Männerchor» an. Es kam zur Trennung und zur Teilung der Vereinskasse. Lehrer Emil Hohler, der auch Kirchenchorleiter war, erhielt von den jüngeren Mitgliedern des Kirchenchors kurz vor dem Kirchenpatronfest die Entlassung.
Ein Fräulein schrieb als Grund des Austrittes: Um meine Ehre zu retten, nehme ich die Entlassung. In dieser Not musste der alte Männerchor, der auf sechs Mitglieder zusammengeschrumpft war, am Kirchenpatronfest 1905 im Gottesdienst eine 4stimmige Männerchormesse und am
*Zentenarfeier = Hundertjahrfeier
Nachmittag die Vesper singen. Es soll alles gut gelungen sein. Was die «Streikenden» vorauszusehen glaubten, war nicht eingetreten.
Die treuen Männerchormitglieder verdienen, dass ihr Name in der Geschichte des Männerchors aufgeführt werden. Es sind dies:
- Eduard Beck
- Albert Erni (Wagner)
- Hermann Hohler
- Clemens Freivogel
- Traugott Uebelmann
- Fridolin Müller
Das war seit dem Bestehen des Chors die grösste Krise. Dem kranken Dirigenten war schweres Unrecht angetan worden. Mit der Zeit kam das junge Blut wieder zur Vernunft und es kam wieder zur Vereinigung, die bis heute anhielt, und hoffentlich noch viel länger bestehen wird.
Am 23. Mai 1909, einem hellen klaren Sonntag, war in Magden der Fricktaler Sängertag. Der Verein fuhr mit prächtig dekoriertem Wagen, -der die Inschrift «Erhalt uns Gott das Wägeli und Sängervater Nägell» trug, zum Festort. Der Chor sang das Lied «Lebwohl du schöner Wald» von]. Heim. Wie die Experten feststellten, war der Gesamteindruck lobenswert.
Mit dem Jahr 1910 übernahm der neu gewählte Lehrer Severin Spuhler die. Direktion des Männerchors. Er führte am 14. Juli 1912 den Chor an den Sängertag nach Mettau und am 6. Juli 1913 an das Fricktalische Gesangsfest nach Frick. Mit dem Lied «Ans Land der Ahnen» von Hermann Suter erlangte er einen Lorbeerkranz erster Klasse. Das Urteil der Experten lautete: Wenn der Verein im Bezug auf Klangstärke dem Lied nicht ganz gerecht werden konnte, so erzielte er doch bei recht hübscher Auffassung einen recht günstigen Gesamteindruck.
Das Jahr 1914, das in weltpolitischer Hinsicht ein selten ereignisreiches werden sollte, begann für den Männerchor mit fleissigem Proben auf das Kantonale Gesangsfest in Laufenburg, das am 5. Juli besucht wurde. Mit dem Lied «Des Finken Frühlingslied» von Carl Attenhofer errang der Verein in der ersten Kategorie eine Lorbeerauszeichnung. Nach der Bekanntgebung des Expertenberichtes herrschte eine grosse Freude.
Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges hatten beinahe alle Mitglieder des Vereins dem Ruf des Vaterlandes zu folgen, um die Grenzen zu schützen. Die Gesangsproben unterblieben nun für längere Zeit. Aber dennoch wurde am 24. Juni 1917 vom Verband auf der Schönegg bei Mumpf ein Sängertreffen mit Einzel- und Gruppenchören organisiert; Erst mit Kriegsende 1918 begannen die regelmässigen Proben wieder, und es wurden regelmässig Verbandsfeste besucht.
«Gruss an die Alpen» von C. Attenhofer hiess das Lied, das am Fricktalischen Gesangsfest in Rheinfelden am 4. Juli 1920 für einen guten Expertenbericht sorgte.
Von jenem in Möhlin, am 12. Juli 1925, kehrte der Verein mit einem Lorbeerkranz geschmückt heim. Auch die verschiedenen Talschaftskonzerte wurden besucht: Am 2. Juli 1933 in Stein, am 8. Juli 1934 in Eiken und am 12. Sept. 1943 in Möhlin, wo je ein Einzelvortrag gehalten wurde.
Mit dem Lied «Maienschein» von Henschel am Sängertag vom 5. Juli 1936 in Hornussen erreichte man einen sehr guten Expertenbericht; es seien noch gute Keime vorhanden, so dass dem Verein nicht bange sein müsse.
Am Fricktalischen Gesangsfest in Rheinfelden vom 12. Juni 1938 erkämpfte der Verein einen Lorbeerkranz. Im Bericht über das vorgetragene Lied «Braun Mägdelein» von E. Weber lesen wir, dass «Gott sei Dank» ein Chor musikalisch wieder gut gewählt habe. Der Vortrag verdiene nur Lob.
Dann brach der Zweite Weltkrieg aus, was für den Chor Stillstand der Probentätigkeit bedeutete. Viele Mitglieder mussten ihr Arbeitskleid mit dem Wehrkleid tauschen und standen schützend an der Grenze auf Wache.
Am 1. August 1941 feierte unser vom Krieg umgebenes Land sein 650-jähriges Bestehen. Die Dorfvereine taten sich zusammen, und es wurde ein reichhaltiges Programm aufgeführt. Zum Schluss der Feier loderte auf dem «Fisten» das Bundesfeuer.
An der Fahnenweihe des Turnvereins vom 18. Juni 1944 setzte sich der Chor tatkräftig ein.
Zur Hundertjahrfeier der Musikgesellschaft am 12. Mai 1946 beteiligte sich der Chor ganz speziell, sind wir doch wie Bruder und Schwester.
An der Fahnenweihe in Wegenstetten vom 21. Juli 1945 und am 7. Juli 1946 in Frick beteiligte sich der Chor mit Liedervorträgen
Am 13. und 20. Januar 1946 führte der Verein erstmals ein Mundart-Theater in vier Akten, «Um Grund und Boden» von P. Hartmann auf. Der Sängernachwuchs ermöglichte diese Leistung. Der Eintritt betrug Fr 1.80.
An der ausserordentlichen Versammlung vom 13. September 1946 wurde das hohe Alter von 100 Jahren in Erinnerung gerufen und es wurde beschlossen, im Mai 1947 die Hundertjahrfeier, verbunden mit einer Fahnenweihe zu begehen.
Der Wunsch nach einer Vereinsfahne war alt, und so wurde von der Fahnenfirma Kurer und Frefel in St. Gallen Muster und Kostenvoranschlag eingefordert. Die beiden verantwortlichen Herren sprachen persönlich bei uns vor. An der Versammlung vom 16. Januar 1947 konnte der Präsident die Mitglieder über den Stand der durch den Vorstand geleisteten Vorarbeiten orientieren. Von beiden Firmen lagen Skizzen vor, was bei den Sängern einen guten Eindruck hinterliess. Eine Woche später waren die endgültigen Entwürfe und Preise bekannt. Frefel unterbreitete zwei Entwürfe und offerierte die Fahne für 1040 Franken zuzüglich 30 Franken für die drehbare Stange. Kurer offerierte für 1100 Franken samt drehbarer Stange. Die Versammlung stimmte dem Entwurf von Kurer zu. Nach Rücksprache des Aktuars mit Herrn Kurer reduzierte dieser sein Angebot auf 1050 Franken. Die Vorbereitungen für das Fest liefen nun auf Hochtouren. Ein Organisationskomitee wurde gegründet, die verschiedenen Ressorts bestellt.
Als Festdatum wurden der 18. Mai, eventuell der 8. Juli vorgesehen.
Als Patenverein wurde der Männerchor Eiken gewählt, als Fahnengotte Lehrerin Bertha Siedler und Franz Obrist aus Mumpf als Götti. Fräulein Siedler spendete 250 Franken zur Anschaffung eines Fahnenkastens.
Der Festtag rückte immer näher. Böllerschüsse kündeten der Bevölkerung am Sonntag, dem 18. Mai, um 5 Uhr früh das Fest an. Auf dem Herrain entboten Musikgesellschaft und Männerchor der Bevölkerung den Festgruss. Der Himmel trübte sich zusehends, und es sah wahrlich nicht nach Festwetter aus. Im Gottesdienst um 9 Uhr wurde die Fahne in der Kirche geweiht. Von 12 bis 13 Uhr rückten die gemeldeten Chöre an.
Aber es durfte nicht sein: Der Himmel verdüsterte sich, und einsetzender Regen vertrieb die Festbesucher in die Wirtschaft und in die nahen Häuser. Das Fest wurde abgesagt und auf den 8. Juli verschoben, aber auch an jenem Tag herrschte das gleiche Wetter. So wurde der 15. Juli in Betracht gezogen. Doch auch diesmal war das Glück nicht auf der Seite der Sänger.
Hätte man damals schon Festeinrichtungen gehabt wie heute, wäre das Problem lösbar gewesen.
Nun wurde das Fest auf den 27. Juli, eventuell 3. August verschoben.
Man hatte Glück, es kam herrliches Festwetter auf. Das Fest konnte wie erhofft und in fröhlicher Stimmung über die Bühne gehen.
Dirigenten, ein kommen und gehen
Lehrer Serverin Spuhler gab den Taktstock nach 44 Jahren an Lehrer Anton Schmid weiter.
Jetzt wurde es langsam ungemütlich. Nur zwei Jahre, von 1955 bis 1957, leitete Herr Schmid den Verein, dann verliess er unsere Schule und damit auch den Männerchor.
An seine Stelle wurde Herr Lehrer Piffiger aus dem Wallis gewählt, der uns aber nach- vier Wochen verliess, denn damals wollte man im Aargau keine ausserkantonalen Lehrkräfte.
In verdankenswerter Weise übernahm 1957 unser Tenorsänger Johann Müller den Verein, und wir konnten unsere Gesangsproben wieder wie üblich weiterführen.
1959 übernahm Herr Lehrer Hunold den Schuldienst, und auf Vorschlag von Johann Müller übernahm er auch den Männerchor. Doch schon nach einem Jahr war es auch wieder fertig.
Wer sollte jetzt den Chor übernehmen?
Johann Müller wurde darum gebeten und übernahm den Chor wieder bis zum Jahr 1965.
Am 20. Januar 1965 wurde Lehrer Fredi Wächter als Dirigent gewählt, aber auch er brachte es nur auf drei Jahre, dann zog er wieder weiter.
Am Kantonalen Gesangsfest in Villmergen vom 3. Juli 1966 eroberten wir mit dem Lied «Heiwehland» unter der Stabführung von Fredi Wächter einen Goldlorbeerkranz.
Der Festkartenpreis betrug damals 21 Franken.
Am Kantonalen Gesangsfest vom 20. Juni 1971 in Fislisbach, unter der Leitung von Johann Müller, konnten wir einen Silberlorbeerkranz in Empfang nehmen. Mit 13 Sängern waren wir am Fest der kleinste Verein. Der Erfolg löste eine Begeisterung und Freude aus, die sich auch auf den Dirigenten übertrug.
Am Dorffest vom 1. bis 3. September 1972 führten der Männer- und Kirchenchor in der Trotte bei Otto Müller die Tessinerstube.
Bei der Einweihung der Mehrzweckhalle am 19. und 20. Mai 1973 setzte sich der Verein auch tatkräftig ein.
Darauf wurden die Fricktalischen Gesangfeste vom 27. Mai 1973 in Magden sowie am 9. Juni 1974 in Stein besucht.
Das Jahr 1975 schien unserer Vereinsgeschichte eine Wendung zu bescheren. Man musste sich nach einem neuen Dirigenten umsehen, was nicht leicht war. Jetzt schlug der Männerchor Obermumpf, der keinen Nachwuchs fand, vor, miteinander zu singen, was natürlich nicht allen gefallen hatte. Aber 1976 war es soweit, der Zusammenschluss fand statt. Am 24. Mai 1981 wurde das Kantonale Gesangsfest in Oberentfelden besucht.
Ab 1984 durften wir uns wieder an einem jungen dynamischen Dirigenten freuen, dem Schupfarter Bürger Kurt Leubin, der jetzt in Herznach wohnt. Es entstand ein gutes Einvernehmen und wir hoffen, dass es nach 12 Jahren ebenso weitergeht wie bis anhin.
Anhang zum Jubiläumsbericht
Bis zum Jahre 1900 konnten keine Angaben über interne Unterhaltungsanlässe gefunden werden.
Über den Geldverkehr und das Kassenwesen ist überhaupt nichts vorhanden. Doch eines ist sicher: Die Männer mussten hie und da ziemlich tief in die eigene Tasche greifen. Der Verein zählte 13 Mitglieder. Dem vorhandenen Jahresversammlungsprotokoll vom 31. Januar 1909 ist zu entnehmen, dass ein Passivsaldo von Fr. 6.15 zu Buche stand. Es wurde ein Protokollbuch für Fr. 1.38 gekauft. Diese und andere Ausgaben wurden durch, einen Betrag von 50 Rappen pro Mitglied gedeckt.
Das Eintrittsgeld betrug vier Franken. Der Beitritt zum Fricktaler Sängerbund wurde ebenfalls beschlossen.
Das Vereinsleben geriet ins Wanken. Um die Kasse zu stärken, wurde eine Christbaumfeier mit Gabenverlosung durchgeführt. Der Anlass wurde zur Tradition, und es flossen jeweils mit mehr oder weniger Erfolg zwischen 80 und 100 Franken in die Kasse.
Für weitere Ausgaben des Vereins wie etwa für Verbandsfeste mussten die Mitglieder immer in ihre Taschen greifen. Um das Kantonale Gesangsfest in Laufenburg zu besuchen, mussten die Mitglieder seit der Jahresversammlung bei jeder‘ ‚Gesangsprobe 20 Rappen bezahlen. Dies ergab bis zum Fest Fr. 4.40. Um Festabzeichen, Programm, Mittagessen und Abendbankett zu begleichen, musste jedes Mitglied noch Fr. 1.10 bezahlen. Für die Festkarte musste also 5 Franken bezahlt werden. Der Lorbeerkranz 1. Klasse wurde vom Schreiner Gustav Mathis eingerahmt und mit Inschrift und Name versehen. Die Jahresrechnung wies an Ausgaben Fr. 141.35 und an Einnahmen Fr. 128.44 aus, schloss demnach mit einem Passivsaldo von Fr. 12.51 ab. Es wurde beschlossen, zur Deckung des Passivsaldos von jedem Mitglied einen Franken einzuziehen.
In diesem Stil ging es die nächsten Jahre weiter. Die Mitglieder mussten immer mit Sonderbeiträgen von einem bis zwei Franken den Passivsaldo decken helfen. Um die Vereinskasse zu sanieren, konnte der Verein schliesslich ein Konzert mit einer Christbaumfeier und Gabenverlosung durchführen. Für diese.Verlösung musste jedes Mitglied eine Gabe im Wert von einem Franken beisteuern. Die Jahresrechnung schloss dementsprechend gut ab. Bei einem Aktivsaldo von Fr. 305.07 verblieb ein Vereinsvermögen von Fr. 467.62. Um die, Kasse für ordentliche Ausgaben nicht in Anspruch zu nehmen, wurde beschlossen, von jedem Mitglied einen Jahresbeitrag von zwei Franken zu erheben.
Bis zum Zweiten Weltkrieg ging es im gleichen Stil weiter. Dann aber kam neue Aktivität auf. Junge Männer traten dem Verein bei, und es kam das erste Theater, «Um Grund und Boden», zur Aufführung. Unter der Regie von Lehrer Spuhler gelang dieses ausgezeichnet und mit sehr gutem Erfolg.
Die erste Vereinsreise wurde 1947 durchgeführt. Das Ziel war das Bündnerland. Da die Vereinskasse und die private Reisekasse einigermassen ein Fundament hatte, wurde eine zweitägige Reise beschlossen.
Mit dem Besuch der verschiedenen Feste zur Pflege der Kameradschaft wuchs der Verein zum tragfähigen Kulturverein heran, was bis heute gehalten werden konnte.
Hoffen wir, dass die Kameradschaft auch weiterhin die Grundlage bilden wird.
An der Generalversammlung 1994 wurde beschlossen, das 150-Jahr-Jubiläum mit einer Fahnenweihe zu verbinden.
MännerCHOR = eine Vereinigung von Sängern, die ein Gesangsstück ohne (a capella) oder mit Instrumentalbegleitung vortragen.
GESANG = Ausdruck der menschlichen Stimme, um eine Melodie vorzutragen.
CHOR-GESANG = Zusammen eine Melodie vortragen = weitere 150 Jahre Männerchor Schupfart.
Schupfart, im 1996
Gottlieb Heiz und Donat Müller
Quelle: Jubiläumsschrift zum 150-jährigen Bestehen des Männerchor Schupfart
Der Männerchor Schupfart heute