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Das musst du wissen
- An der Weltklimakonferenz werden die Klimaschutzmassnahmen der Vertragsstaaten überprüft.
- Ein Ziel ist, die von den Staaten eingegangenen Verpflichtungen zu erhöhen, um das 1,5-Grad-Ziel am Leben zu erhalten.
- Fortschritte braucht es auch in der Frage der Finanzierung, insbesondere für arme Länder.
Die COP26, die Klimakonferenz der Vereinten Nationen, die wegen der Covid-19-Pandemie um ein Jahr verschoben wurde, muss die Massnahmen zur Bekämpfung der globalen Erwärmung unbedingt beschleunigen. Sechs Jahre nach dem Pariser Abkommen müssen die 197 Akteure das verbessern, was in der UN-Sprache als «Nationally Determined Contributions», also national festgelegte Beiträge bezeichnet wird: die konkrete Umsetzung der Fahrpläne zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen, die im Abkommen von 2015 vorgesehen sind.
Warum wir darüber sprechen. Bei den Vorbereitungen ist Glasgow stark gefordert. Das Gelände des Kongresszentrums ist bereits teilweise abgesperrt. In der 1,6-Millionen-Einwohner-Stadt werden etwa 25 000 bis 30 000 Menschen zur Konferenz anreisen, darunter Diplomaten, Politikerinnen, Staatsoberhäupter, Sicherheitskräfte, Medienleute, Forschende und technische Teams.
Warum das wichtig ist. Im offiziellen Programm werden die zehn Tage der Konferenz von zwei Höhepunkten geprägt sein. Der erste findet vom 1. bis 2. November statt, wenn die Regierenden offizielle Erklärungen abgeben, in denen sie die neuen Verpflichtungen ihrer Länder bekannt geben sollen. Die zweite findet am 9. und 10. November statt, wiederum mit Stellungsnahmen der Staatsoberhäupter. Die restliche Zeit wird dem Austausch und den Gesprächen zwischen den Delegationen gewidmet sein. Parallel dazu werden verschiedene Organisationen der Zivilgesellschaft eine Reihe von Veranstaltungen, Debatten und Konferenzen organisieren, die der Öffentlichkeit zugänglich sind.
Reiche Länder im Fadenkreuz. Einmal mehr sind es die reichen Länder, die von den Entwicklungsländern herausgefordert werden. Sie sind aufgrund ihrer Treibhausgasemissionen für die globale Erwärmung verantwortlich und haben ihre 2009 in Kopenhagen eingegangenen Verpflichtungen nicht eingehalten. Damals einigten sie sich darauf, hundert Milliarden Dollar pro Jahr für die Finanzierung der Energiewende in diesen Ländern bereitzustellen. Doch dieses Versprechen wurde noch immer nicht eingelöst: 2019 wurden gemäss Zahlen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD nur knapp achtzig Milliarden Dollar erreicht.
Für Alok Sharma, designierter Präsident der 26. UN-Klimakonferenz, wird das Zustandekommen eines globalen Klimaabkommens in Glasgow schwieriger sein als die Unterzeichnung des Pariser Abkommens von 2015. Die Herausforderung wird darin bestehen, fast zweihundert Länder dazu zu bewegen, ihre Treibhausgasemissionen massiv und rigoros zu reduzieren, um den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad – im Vergleich zum vorindustriellen Niveau – zu begrenzen. Dieses Ziel rückt mit dem weiteren Anstieg der weltweiten Kohlenstoffproduktion in immer weitere Ferne.
Ein Massnahmen-Beschleuniger. In einem Interview mit dem Journal du dimanche sagte der ehemalige französische Premierminister und Präsident der COP21 in Paris, Laurent Fabius:
«Der Pariser Gipfel ist zur Referenz-COP geworden; der Gipfel in Glasgow muss zum Beschleuniger der Massnahmen werden. Was sich jeder erhofft, ob er nun Experte ist oder nicht, sind konkrete Ergebnisse in relativ kurzer Zeit.»
Laut Laurent Fabius muss der Gipfel in Glasgow mehrere Ziele erreichen: die von den Staaten eingegangenen Verpflichtungen erhöhen, Fortschritte in der Frage der Finanzierung erzielen, insbesondere für die armen Länder, die weniger verschmutzen als die reichen Länder, und über die Frage der sozialen Gerechtigkeit nachdenken.
Das Schlüsselelement der anstehenden Konferenz wird die Bewertung der nationalen Klimapläne aller Länder im Hinblick auf das 1,5-Grad-Ziel sein, sagte Alok Sharma in einem Interview mit dem Guardian. «Wir sagen den Ländern, dass sie an den Verhandlungstisch zurückkehren müssen, wenn ihre Beiträge zur Reduzierung der Treibhausgase nicht ausreichend sind.» Er warnte davor, dass die Welt über jedes Land, das die Chancen auf das Erreichen des 1,5-Grad-Ziels untergräbt, ein hartes Urteil fällen wird.