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Das Eschentriebsterben
Das Eschentriebsterben verursacht grosse Schäden an den Eschen im Badener Wald. Der eingeschleppte Pilz dringt in die Bäume ein und bringt sie zum Absterben. Eine Bekämpfungsstrategie gibt es bislang noch keine. Ein Lichtblick für den Bestand ist das Auftreten von weniger anfälligen oder sogar resistenten Einzelbäumen.
Der eingeschleppte Pilz gefährdet den Eschenbestand
Das Eschentriebsterben, auch Eschenwelke genannt, ist eine Baumkrankeit, die durch einen Pilz verursacht wird. Dieser Pilz wurde aus Ostasien eingeschleppt. Auf den heimischen Eschenarten in Asien ist er harmlos, auf unseren Eschen hingegend hat er verheerende Auswirkungen. Der Pilz wurde vermutlich mit importierten Eschenpflanzen nach Europa eingeschleppt. Seit 2008 verursacht er in der Schweiz markante Schäden an den Eschen. Heute ist die ganze Schweiz von dieser Baumkrankheit betroffen.
Im Sommer werden die Blätter der Esche durch die Pilzsporen infiziert. Von den Blättern aus dringt der Erreger in die Äste vor, bringt zuerst Teile der Baumkrone und später den ganzen Baum zum Absterben. Der Pilz kann aber auch über die Stammbasis in den Baum eindringen und verursacht dann am Stammfuss eine zungenförmige Rindennekrose, das heisst ein Absterben des Rindengewebes.
Feuchtigkeit fördert die Sporenbildung und den Infektionserfolg des Pilzes. So konnten wir in Baden beobachten, dass sich das Eschentriebsterben im trockenen Sommer 2018 eher weniger stark bemerkbar machte als bei normaler Witterung.
Diese Esche ist vom Eschentriebsterben befallen. Ihre Äste sind teilweise abgestorben, so dass sie nur noch wenige Blätter in der Baumkrone hat.
Weniger anfällige oder resistente Einzelbäume könnten die Rettung sein
Die Krankheit wird durch Pilzsporen verbreitet, die sich auf den abgefallenen Eschenblättern am Boden bilden. Die Sporen werden mit dem Wind verbreitet. Eine Bekämpfung der Krankheit ist dadurch fast unmöglich und bis heute sind keine Massnahmen gegen das Eschentriebsterben bekannt. Es sind jedoch immer wieder einzelne Eschen zu finden, die gar keine oder nur sehr geringe Krankheitssymptome aufweisen. Die Forschung geht heute davon aus, dass einzelne Eschen aufgrund ihrer Genetik weniger anfällig oder sogar resistent gegenüber des Eschentriebsterbens sind.
Diese Esche zeigt (noch) keine Krankheitsanzeichen. Vielleicht gehört sie zu den wenigen resistenten Exemplaren.
In Baden ist die Esche mit einem Anteil von 11 % des gesamten Holzvorrats stark verbreitet. Zum Vergleich: Die Buche ist mit einem Anteil von 32 % die Hauptbaumart in unseren Wäldern. Die Fichte (Rottanne) macht einen Anteil von 20 % aus, die Weisstanne 10 %. Danach folgen Eiche und Ahorn mit je 7 % und Föhre und Lärche mit je 2 %.
Im Badener Wald wird folgende Strategie im Umgang mit dem Eschentriebsterben verfolgt:
- Der Gesundheitszustand der Eschen wird laufend beobachtet.
- Nicht befallene Einzelbäume werden wenn möglich stehen gelassen. Die vielleicht resistenten Bäume dienen als Samenbäume für die Verjüngung, das heisst, das Nachwachsen junger Eschenbäume.
- Vom Eschentriebsterben befallene Eschen werden im Rahmen von Holzschlägen entnommen, so dass das Holz als Energieholz oder als Sagholz genutzt werden kann.
- Auf jüngeren Eschenbeständen, die zum Teil auf grosser Fläche absterben und zusammenfallen, wird, dort wo bereits junge Bäume nachwachsen, auf Naturverjüngung gesetzt. Wo junge Bäume fehlen, werden Eichen oder je nach Standort auch andere standortgerechte Baumarten angepflanzt.
- Einzelne absterbende Bäume, die sich im Bestandesinnern befinden und keine Gefahr für die Sicherheit darstellen, werden als ökologisch wertvolles Totholz stehen gelassen.