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Kultureller Standort – Ferney-Voltaire
Ferney (das ursprünglich „Fernex“ hieß), nahm 1878 zu Ehren des großen Philosophen und Literaten der Aufklärung den Namen Ferney-Voltaire an. Voltaire hatte sich 1759 in dem Städtchen niedergelassen – nicht zuletzt wegen seiner Nähe zur Schweizer Grenze, über die er bei Problemen mit der königlichen Verwaltung fliehen konnte, aber auch wegen der Nähe zu Genf, wo sein Rivale Rousseau lebte.
Bei Voltaires Ankunft zählte das Dorf gerade einhundert Einwohner. Das Denkmal im Stadtzentrum weist Voltaire als Wohltäter Ferneys aus. In der Tat ließ er während seiner Zeit in Ferney über einhundert Häuser bauen, finanzierte den Bau einer Kirche, einer Schule, eines Krankenhauses, eines Wasserreservoirs und eines Brunnens.
Darüber hinaus ließ er Sümpfe trockenlegen und schuf Märkte und Messen, was wiederum Handwerker – vor allem Uhrmacher und Weber – anzog, und schließlich unterstützte er die Bewohner im Hungerjahr 1771 mit Lebensmitteln. Anstelle eines älteren Bauwerks ließ er sich ein Schloss bauen (es gilt heute als historisches Monument). Schließlich gewährte er den nahegelegenen Kommunen zinslose Darlehen.
Man darf also mit Fug und Recht behaupten, dass Ferney ohne die Aktivitäten seines „Patriarchen“ ein kleines, unbedeutendes Dorf geblieben wäre. Als Voltaire 1778 starb, zählte Ferney 1200 Einwohner.
Am 27. Juli 1890 wurde ein Bronzedenkmal zu Voltaires Ehren eingeweiht, eine Stiftung des Künstlers Émile Lambert, dem damals das Schloss gehörte.
2010 schlug Manufacture Royale ihr kulturelles Hauptquartier in Ferney auf, um dem Andenken Voltaires nahe zu sein und ihn als geistigen Vater des Unternehmens zu würdigen. Manufacture Royale hat die Ehre, persönliche Kundentermine, die Kollektionspräsentation und Sammlerdiners in den Räumen des Schlosses am Fuße des Mont Blanc abzuhalten, wo Voltaire einst seine Uhren vorstellte und die internationale Elite seiner Zeit empfing.