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Datierung
1951
Bildmasse
21.3 x 18.7 cm
Blattmasse
60.9 x 43 cm
Technik/Material
Linolschnitt auf Papier
Nennung
Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung aus Privatbesitz
Inv.-Nr.
SK08512
Köpfe
Das Schaffen von Harry Fränkel (1911, Dortmund, DE – 1970, Bochum, DE) ist gekennzeichnet durch eine abwechslungsreiche und eindringliche Bildsprache, vorwiegend im Medium der Druckgrafik, der Malerei und der Collage. Das grafische Werk lässt seine Entwicklung von einem figurativen Expressionismus über abstraktere Formen hin zu rein geometrischen Kompositionen sehr gut erfassen.
Fränkel absolvierte an der Dortmunder Kunstgewerbeschule eine Ausbildung zum technischen Zeichner. Der weiterführende Besuch der Kunstakademie in Düsseldorf jedoch wurde ihm, Sohn eines jüdischen Kaufmanns, von den Nazis verwehrt. Von Oktober 1944 bis Mai 1945 kam Fränkel in ein Arbeitslager bei Kassel; sein Vater wurde in Auschwitz ermordet. Nach dem Krieg arbeitete er als Pressezeichner. Die nationalsozialistischen Verbrechen und Diffamierungen sowie weitere gesellschaftspolitische Themen prägten seine – teils ins Groteske weisenden Arbeiten der 1950er-Jahre: Der ausdrucksstarke Holzschnitt mit dem Titel «Schemen» etwa karikiert eine Gruppe Schwarzhändler. Durch die Akzentuierung der Zwischenräume kippt der Holzschnitt in ein Vexierspiel zwischen weissen und schwarzen Gestalten. 1953 schloss er sich der Künstlergruppe Niederrhein, später Gruppe 53 genannt, an.
Der Weg zu Verknappung und Verdichtung der gestalterischen Mittel führte Fränkel zu einer immer stärkeren Unterbindung von figürlicher Nachahmung und Raumillusion. In seiner Arbeit «Komposition mit weissem Feld» dringen verschiedene Farbformen in ein weisses Feld vor, wohingegen ein blaues Quadrat mit konzentrierter Kraft polarisiert. Es sind nicht Regeln, die den Künstler interessierten, sondern Verhältnisse, wie in «Komposition mit roter Figur». Da fällt die ganze Konzentration auf einen etwas abseits gelegenen Kreis inmitten freier, eckiger und ovaler Formen. Ab 1968 dominieren abstrakte Siebdrucke und das Spiel mit Quadraten, Farbklängen und Quantitäten, verdeutlicht durch die Serigrafie «Nr. 20/69». Eine poetische Note ist augenscheinlich; sie verleiht Harry Fränkels konkret-konstruktiver Phase eine einzigartige Leichtigkeit.
Ursula Meier