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Pferdezucht und -haltung haben in der Schweiz eine lange Tradition. Pferdefunde in den prähistorischen Siedlungen, speziell im Drei-Seen-Land, im keltischen „Le Mormont" (VD), im römischen Avenches (VD), und verbrieft in den Klöstern St. Gallen, Einsiedeln ab dem Mittelalter, sind sichere Hinweise dafür.
Im 16. Jahrhundert werden in vielen Ländern Europas staatliche Gestüte gegründet und die Pferdezucht langsam systematisiert. Unter den eingesetzten Vererbern finden sich neben „Türken", „Berbern", „Spaniern" auch die „Schweizer".
Der Status des Pferdes in der Gesellschaft hat sich seit der Prähistorie massiv gewandelt. Vom Jagdobjekt, über das Nutztier für Milch und Fleisch, zum Nutztier im Transportwesen, im Militär, in der Landwirtschaft und im Gewerbe hat es sich zum Sport- und Freizeitgefährten gewandelt. Die Pferdebranche wird heute stark durch Frauen geprägt. Damit verbunden sind u.a. veränderte Ansprüche im Bereich Wohlbefinden und Tierschutz von Pferden. Tiere, und damit insbesondere auch Pferde, werden zunehmend als Teil der Gesellschaft erlebt. Die Schweizerische Bundesverfassung hält fest, dass der „Würde der Kreatur Rechnung zu tragen sei" (Art. 120 BV). Das Tierschutzgesetz (Art. 3 TschG) besagt, dass der Eigenwert eines Tieres im Umgang mit ihm geachtet werden muss. Diese Vorgaben haben Einfluss auf die Ansprüche betreffend der Haltung und Nutzung von Equiden. Nach dem zweiten Weltkrieg ging der Pferdebestand in der Schweiz, durch die zunehmende Mechanisierung stark zurück. Lokale Schweizer Pferdeschläge wie der Erlenbacher, der Burgdorfer oder das Einsiedlerpferd verschwanden oder gingen in den konsolidierten Schweizer Rassen Freiberger und Warmblut auf. Ab den 60iger Jahren und insbesondere in den beiden letzten Jahrzehnten wuchs der Bestand im Umfeld der Sport- und Freizeitreiterei in unerwartete Höhen. Die Pferdewelt, die vormals primär Eliten vorbehalten war, durchlebte eine tiefgreifende Demokratisierung. Ein liberales Umfeld, offene Grenzen, neue Kommunikationsmittel wie das Internet und der Trend zur Globalisierung führen im 21. Jh. zu einer Vielfalt an Pferderassen und Nutzungen in bisher nicht bekanntem Ausmass. Rund 100 verschiedene Pferderassen und 14 vom Bundesamt für Landwirtschaft anerkannte Zuchtvereine zählt man in der Schweiz. Als Folge der Konferenz von Rio 1992, und der Ratifizierung der Konvention über die Biodiversität, profitiert der Freiberger als letzte Pferderasse mit schweizerischem Ursprung von besonderen Fördermassnahmen.