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Die wichtigsten Informationen zum Kaiserschnitt
Bei einem Kaiserschnitt wird das Kind durch einen Bauchschnitt geholt. Foto: ©iStockphoto.com/Marcos Paternoster
Primärer und sekundärer Kaiserschnitt
Es wird zwischen dem primären und sekundären Kaiserschnitt unterschieden. Der geplante Kaiserschnitt, auch primärer Kaiserschnitt genannt wird durchgeführt, wenn eine Normalgeburt für Mutter oder Kind zu risikoreich erscheint. Das ist der Fall, wenn eine Steisslage vorliegt, also das Kind nicht mit dem Kopf zuerst zur Welt kommen würde oder ein Missverhältnis zwischen dem Kopfdurchmesser und dem Becken der Mutter besteht. Zum primären Kaiserschnitt zählt auch der Wunschkaiserschnitt ohne medizinische Notwendigkeit.
Ein sekundärer Kaiserschnitt, also ein Notfallkaiserschnitt, wird durchgeführt, wenn es während der Geburt zu Komplikationen kommt und die natürliche Geburt für Mutter und Kind zu gefährlich werden könnte. Darunter fallen beispielsweise ein anhaltender Herztonabfall des Kindes oder eine eingeklemmte Nabelschnur, welche die Sauerstoffversorgung des Kindes nicht mehr sicherstellen kann.
Quelle: Aus «Gebären in Schweizer Spitälern. Spitalaufenthalte während Schwangerschaft und Entbindung.» Bundesamt für Statistik 2007
Operationsmethode
Um Zugang zur Gebärmutter zu erhalten, wird ein Bauchschnitt oberhalb der Schamhaare durchgeführt. An der Gebärmutter wird ebenso ein Schnitt gemacht, um das Kind und die Plazenta (Mutterkuchen) zu holen. Der Eingriff wird in der Regel unter einer sogenannten rückenmarksnahen Anästhesie («Teilnarkose»), manchmal unter Vollnarkose durchgeführt.
Risiken und Komplikationen für die Mutter
Bei schwierigen Situationen und Verwachsungen können laut Schweizerischer Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) benachbarte Organe (Blase, Harnleiter, Darm) während des Eingriffs verletzt werden. Es können Entzündungen und Wundheilungsstörungen auftreten. Es können sich Blutgerinnsel (Thrombosen) bilden. Da es nötig ist, während des Eingriffs die Blase über einen Katheter zu leeren, kann es zu Entzündungen der Blase kommen. Sie lassen sich aber in den Tagen nach dem Eingriff problemlos behandeln.
Schwere Komplikationen mit Todesfolge treten äusserst selten auf. Bei späteren Schwangerschaften kann sich die Plazenta (Mutterkuchen) im Narbenbereich und eventuell tief im Gebärmuttermuskel einnisten. Dies kann zu gefährlichen Blutungen bei der Geburt führen, welche Bluttransfusionen oder sogar die Entfernung der Gebärmutter erforderlich machen können.
Risiken und Komplikationen für das Kind
Der geplante Kaiserschnitt ist für das Kind gemäss SGGG eine sichere Entbindungsmethode. Das Risiko von Schädigungen des Kindes ist kleiner als bei einer Geburt auf natürlichem Wege. Selten kann ein Kind durch ein chirurgisches Instrument verletzt werden. Allerdings kommen beim Kaiserschnitt häufiger Atmungsprobleme vor, weshalb das Kind gelegentlich im Brutschrank behandelt und eventuell sogar beatmet werden muss. Bei der natürlichen Geburt wird das Fruchtwasser aus den Lungen gepresst, was beim Kaiserschnitt ohne Wehen nicht geht.
Nach dem Eingriff
Nach dem Eingriff sind Blutungen wie nach einer natürlichen Geburt zu erwarten. Bei weiteren Schwangerschaften muss nicht zwangsläufig wieder ein Kaiserschnitt durchgeführt werden. Allerdings besteht bei einer natürlichen Geburt nach Kaiserschnitt das sehr kleine Risiko eines Narbenrisses an der Gebärmutter, dem mit einem notfallmässigen Kaiserschnitt zu begegnen wäre.
Kosten
Die Kosten für einen Kaiserschnitt zahlt die Grundversicherung. Ohne medizinischen Grund kann die Krankenversicherung es ablehnen, allfällige Mehrkosten gegenüber der natürlichen Geburt zu bezahlen.
Quelle: Aus «Aufklärungsprotokoll über Kaiserschnitt». Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG), Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH), Schweizerische Patienten Organisation (SPO).
Text: Angela Zimmerling, zuletzt aktualisiert im März 2011