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Kurz nach 12 Uhr, gut 56 Stunden vor dem ersten Vorrundenspiel in Sotschi gegen Portugal, verkündete Verbandschef Luis Rubiales die Entlassung des Nationaltrainers. Und kurz vor 14 Uhr war klar, wer die Nachfolge des ursprünglich erst nach der WM zu Real Madrid wechselnden Lopetegui antreten wird: Fernando Hierro. Der 89-fache Internationale ist seit November 2017 Sportdirektor des nationalen Verbandes (RFEF). Davor hatte der mit 29 Treffern viertbeste Torschütze der spanischen Länderspiel-Geschichte - als Defensivspieler notabene - während einer Saison den Zweitligisten Real Oviedo trainiert.
Lopategui, der Spanien seit 2016 erfolgreich betreut hatte, war am Dienstag als neuer Trainer von Real Madrid vorgestellt worden, obwohl er noch für zwei Jahre beim RFEF unter Vertrag gestanden hätte. "Wir stecken in einer komplizierten Situation, die komplizierteste, die man sich vorstellen kann", sagte Rubiales im WM-Quartier des früheren Welt- und Europameisters in Krasnodar.
Der Verbandschef erhob schwere Vorwürfe gegen Real Madrid. "Wir hatten überhaupt keine Information über das", sagte Rubiales. "Julen hätte es lieber gehabt, wenn die Dinge anders gehandhabt worden wären." Der spanische Verband war am Dienstag von der Ankündigung des Champions-League-Siegers offenbar überrumpelt worden. Erst 50 Minuten nach der Mitteilung von Real Madrid hatte der RFEF mit einem Communiqué reagiert, in der er die Ausstiegsklausel in Lopeteguis Vertrag bestätigte.
Die Spieler hätten den Entscheid der sofortigen Trennung "akzeptiert", sagte Rubiales. "Es ist ein harter Schlag, aber wir stehen zusammen, um nach vorne zu schauen." Lopetegui hatte den Weltmeister von 2010 in den letzten knapp zwei Jahren sehr erfolgreich geführt und die WM-Qualifikation in einer Gruppe mit Italien problemlos geschafft. Von 20 Partien gewann Spanien unter Lopetegui 14 und spielte es sechsmal unentschieden. Der Baske hätte nach eigenen Plänen beim Champions-League-Sieger erst nach der WM die Nachfolge des zurückgetretenen Zinédine Zidane antreten sollen.