Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03505.jsonl.gz/2102

Taten statt Worte
Klima: Neue Daten aus alten Logbüchern
Alte Schiffsbücher erweisen sich als wahre Fundgrube, wenn es darum geht, das Klima vergangener Tage zu rekonstruieren. Eine spannende Arbeit.
Als die Hekla im Mai 1821 von England aus in See stach, waren die Winde zunächst ungünstig. Doch schon bald nahm das ehemalige Kriegsschiff der Royal Navy Fahrt auf. Ihr Auftrag: die Nordwest-Passage suchen. Die Hekla war nicht das einzige Schiff, das im Norden einen Weg in den Pazifik finden sollte. Doch sie schaffte es so weit nach Westen wie sonst keines der Expeditionsschiffe vorher. Sie segelte bis in das Foxe-Becken im heutigen Kanada und überwinterte dort zweimal.
Das Foxe-Becken liegt am Polarkreis, wo das Meer viele Monate im Jahr zufriert. Die Winter 1821 und 1822 waren aber offenbar kälter als heute. Die Aufzeichnungen im Logbuch der Hekla zeigen, dass das Meer damals schon rund einen Monat früher total zugefroren war. Die Sommermonate dagegen waren nicht besonders kalt, der Frühsommer leicht unter dem Durchschnitt, doch dann, im Juli und August, wieder ganz normal.
Das Logbuch der Hekla ist nur eines von vielen, das englische Wissenschaftler kürzlich ausgewertet haben. Auch die Logbücher von Dorothy, Alexander oder Isabella, alles Schiffe der Royal Navy, erweisen sich als wahre Fundgruben für Klimaforscher. Zu Tausenden, ja vielleicht sogar zu Hunderttausenden lagern solche Schiffsbücher in den Archiven aller Seefahrer-Nationen der Welt, bereit für die Wissenschaft, bevor die Tinte ganz verblasst. Auch die Walfänger führten gewissenhaft Buch und lieferten ihre Aufzeichnungen am Ende der Fahrt ihrem Reeder ab. Täglich wurde notiert, was sich um das Schiff herum abspielte, während sie den Walen und Robben hinterherjagten.Windrichtung, Windstärke, Wellengang, Stürme, Packeis. Meereis ist ein sehr guter Indikator für das Klima, und die Logbücher der Walfänger liefern ein gutes Bild der damaligen Lage - bis der Walfang unterging, weil der Tran, ausgekocht aus dem Fett der Wale, nicht mehr für Lampen benötigt wurde. Das Erdöl war entdeckt worden.
Es sind noch keine zehn Jahre her, dass die Klimaforscher Schiffsbücher als Datenquelle entdeckt haben. Um das Klima vergangener Tage zu rekonstruieren und Prognosen für die Zukunft zu machen, sind sie auf eine möglichst gute Datenlage angewiesen. Nur so sind ihre Resultate verlässlich. Doch regelmässige Wetterdienste gibt es noch gar nicht so lange, und so suchen sie sich ihre Daten, wo immer sie können. Stefan Brönnimann kennt das Problem. Er ist Professor für Klimatologie am Geographischen Institut der Universität Bern und erforscht vor allem das Klima des letzten Jahrhunderts: Für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts sind viele Daten vorhanden, erklärt er, doch für die erste Hälfte gibt es Lücken. Er hat daher nach Datenquellen gesucht, die diese Zeit abdecken. Und einiges gefunden. Im Zweiten Weltkrieg etwa führte die deutsche Wehrmacht Ballonmessungen durch, auch in den besetzten Gebieten, sogar in Nordafrika und auf Spitzbergen. Dort operierte die Messeinheit noch einige Monate über Kriegsende hinaus, bis sie schliesslich von norwegischen Truppen entdeckt wurde. Und jemand vom australischen Wetterdienst schickte ihm Fotos von handschriftlich geführten Wetterberichten aus Tulagi, einer Stadt auf den Salomonen. Der Pazifik ist für uns eine grosse weisse Fläche, aber gleichzeitig eine sehr grosse und wichtige Region, veranschaulicht er sein Interesse für diese Daten. Und deshalb beteiligt sich der Berner Klimaforscher nun zudem noch an einem EU-Projekt, um diese Lücke zu schliessen. Mehrere Tausend Schiffslogbücher aus chilenischen Beständen werden dafür ausgewertet.
Das Problem sind nicht einmal die fehlenden Daten an sich, sondern ihre Form. Nur digitalisiert nützen sie den Forschenden, nur digitalisiert kann sie ein Computer berechnen. Schiffslogbücher und andere Aufzeichnungen zu digitalisieren, ist aber sehr aufwendig und teuer. Deshalb ist die Wissenschaft auf die Hilfe von interessierten Laien angewiesen. Das Projekt mit den Schiffsbüchern der Royal Navy wird zu einem grossen Teil so realisiert, und auch die Ballonmessungen und die Wetterberichte aus Tulagi digitalisieren Freiwillige zu Hause an ihrem Computer. Mitmachen können alle, doch es hilft, wenn man Englisch kann und ein bisschen was über das Wetter weiss. So kann die Öffentlichkeit mithelfen, das Klima und seine Veränderungen besser zu verstehen.
Energiesparen als Auftrag Coop engagiert sich dafür, den CO2-Ausstoss weiter zu senken. Für neue und umgebaute Läden gilt der Minergie-Standard, beleuchtet wird vornehmlich mit LED, geheizt mit der Abwärme der Kühlgeräte, und der Strom stammt zu 100 Prozent aus Wasserkraft. Genauso grosse Anstrengungen unternimmt die Detailhändlerin auch in allen anderen Bereichen, insbeson- dere bei Transport und Logistik. Gefördert werden zudem erneuerbare Energien wie Windkraft, Solarenergie und Biogas. Nicht zu vergessen: das Sortiment. In allen Coop-, Fust- und Interdiscount-Läden finden die Kunden energiesparende Haushalt- und Elektrogeräte. Und das Sparlampen-Angebot deckt fast jeden Typ ab.