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Der peruanische Student Nelson Paco Chipana, der sein Studium unter anderem dank einer finanziellen Unterstützung der Stiftung Conrado Kretz absolvieren kann, berichtet monatlich vom Leben in Peru. Das Thema im August: Das Wetter in Peru.
Ich erinnere mich, dass uns einst unsere Cousins aus Ilo (Hafenstadt im Südwesten von Peru) besuchten, also reisten wir nach Juliaca. Sie leben in der Küstenzone unseres Landes, wir in der Sierra, die klimatischen Bedingungen sind also komplett unterschiedlich. Deshalb waren sie sehr überrascht, als sie zum ersten Mal einen Blitzschlag hörten, als sie am eigenen Leib erfuhren, wie es ist, unter Hagel zu kommen. Der Hagel bei uns ist ähnlich wie Schnee, aber es sind Eiskugeln. Deren Durchmesser hängt von vielen Faktoren ab, aber es wurden bereits bis zu 6 cm gemeldet. Ebenfalls ein neues Erlebnis war es für sie, im starken Regen zu stehen, nicht zu schweigen von der Kälte, denn in Juliaca haben wir im Winter Temperaturen von bis zu minus drei Grad.
Das gleiche passierte, als wir sie zum ersten Mal besuchten. Ich erinnere mich, dass die Luft sehr feucht war und uns das Atmen schwer fiel (obwohl Juliaca auf 3825 Metern über Meer liegt). Es gab keinen starken Regen, sondern nur Nieselregen. Ich erinnere mich auch noch, wie erstaunt wir waren, als wir zum ersten Mal das Meer sahen. Was wir noch nie besucht haben, ist die Selva (Dschungel) unseres Landes, aber ich bin sicher, dass uns auch dort wunderbare Dinge erwarten.
Das Wetter in Peru
Und nun zu unseren Erinnerungen und Erlebnissen noch einige Fakten: Peru ist ein sehr diverses Land, es liegt an der Küste, zentral in Südamerika. Peru zählt drei Regionen: Die Küste, das Hochland und der Dschungel – oder wie wir sagen: Die Costa, die Sierra und die Selva. In der Küstenregion herrscht ein gemäßigtes und warmes Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit. Auf der anderen Seite, in der gebirgigen Sierra, gibt es in der Regel sehr sonnige Tage (bis etwa 24 ° C), kalte Nächte (bis etwa -3 ° C) und Regen. Schließlich bleibt die Selva: Diese Region hat flache Gebiete mit üppiger Vegetation, es ist heiß und es regnet.
Gemäss dem Senamhi (nationaler Service für Meteorologie und Hydrologie in Peru) existieren drei Faktoren, die das Klima in Peru im Wesentlichen beeinflussen: Die Lage des Landes in der intertropischen Zone, die Höhenunterschiede der Anden und der peruanische respektive der Humboldt-Strom, dessen Wasser der Küste entlang fliesst.
Kaltes Juliaca
Wie man beobachten kann, hat Peru verschiedene Klimagebiete aufgrund seiner Grösse und seiner Topografie. Juliaca, der Ort, wo wir geboren sind, befindet sich in der Sierra, wo man normalerweise zwei Jahreszeiten kennt: Erstens den Sommer (April bis Oktober), wo die Tage sonnig sind, es wenig regnet und es kälter wird, wenn die Nacht beginnt. Zweitens der Winter (November bis März), wo es häufiger regnet und die Kälte unerträglich wird.
Gemässigtes Arequipa
Arequipa, die Stadt, in der wir aktuell leben, befindet sich zwischen den Regionen Sierra und Costa. Das Klima in dieser Zone ist generell warm und gemässigt, mit normaler Luftfeuchtigkeit und wenig Regen. Aber aufgrund der aktuellen, weltweiten klimatischen Veränderungen ist das Wetter auch hier in Arequipa sehr unterschiedlich: es gibt sehr bewölkte Tage und die Temperatur sinkt sowohl am Tag als auch in der Nacht. Im August hatte es viel Wind, so ist es ein Brauch der Peruaner, die Zeit zu geniessen und Drachen steigen zu lassen (Titelbild).