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Eine neue Analyse zeigt, wie spendabel Konzerne im US-Wahlkampf sind und welche Partei sie bevorzugen. Aus der Schweiz fliessen die meisten Gelder an die Demokraten, doch Biden ist nicht bei allen der Favorit.
Nirgends sind Wahlkämpfe so teuer wie in den USA. Vor vier Jahren wurden alleine für die Präsidentenwahl 2.4 Milliarden Dollar ausgegeben. Auf finanzielle Unterstützung können US-Politiker auch von Schweizer Unternehmen zählen. Zwar dürfen diese selber nicht direkt an Kandidaten spenden, jedoch ihre Mitarbeitenden. Firmen, aber auch Gewerkschaften und andere Organisationen können zudem unbegrenzt Gelder an sogenannte Political Action Committees (PACs) spenden, die zur Unterstützung von Kandidaten selber Wahlinserate schalten können.
Konzerne wie Novartis, Roche, Credit Suisse, UBS oder Swiss Re betreiben bedeutende Geschäfte in den USA mit zahlreichen Angestellten vor Ort. Entsprechend gross fallen auch ihre Zuwendungen aus. Am spendabelsten zeigt sich wie schon 2016 das UBS-Personal, wie Zahlen des unabhängigen Center for Responsive Politics zeigen. Dieses wertet die Wahlkampfspenden regelmässig aus. Demnach hat die UBS in diesem Jahr knapp 2.2 Millionen Franken in die Wahlen investiert.
Pikant: Die UBS und ihre Angestellten sind mehrheitlich Donald-Trump-Fans. Von den untersuchten Schweizer Firmen ist die Grossbank die einzige, die mehr Geld an den US-Präsidenten gespendet hat als an den Demokraten Joe Biden. Alle anderen Firmen haben eine klare Präferenz für Trumps Herausforderer, insbesondere Roche. Der Pharmakonzern und seine Mitarbeitenden haben Biden mit 53000 Dollar unterstützt, Trump erhielt bloss 7000 Dollar. Zu den Biden-Fans gehören auch Novartis und Credit Suisse.
Insgesamt unterstützen die Schweizer Firmen jedoch wie in den Wahlen zuvor die Republikaner stärker als die Demokraten. Einzige Ausnahme bildet die Credit Suisse. Die Spenden der Bank und ihrer Mitarbeitenden sind zu 80 Prozent an demokratische Politiker geflossen, die für den Kongress kandidieren. Am meisten Geld erhielt der demokratische Präsidentschaftskandidat Pete Buttigieg. Der 38-Jährige schied Anfang März aus dem Rennen.
Die Firmen betonen auf Anfrage, dass es sich bei den Beträgen um private Spenden der Angestellten handle, auf die man keinen Einfluss nehme. Ein Novartis-Sprecher sagt, dass man sich nicht am Präsidentschaftswahl-kampf beteiligte, aber mit Kongressmitgliedern aller Parteien zusammenarbeite, damit Patienten Zugang zu Novartis-Therapien erhielten. Eine Roche-Sprecherin sagt, die freiwilligen Spenden seien an Kandidaten ge-richtet, die an die Bedeutung von wissenschaftlicher Innovation glauben. Über ein Political Action Committee unterstütze man sowohl Republikaner wie auch Demokraten.
Laut Angaben des Bundes war die Schweiz 2017 mit 309 Milliarden Dollar der siebtgrösste ausländische Investor in den USA. Umgekehrt sind die Vereinigten Staaten mit 457 Milliarden Franken der wichtigste Aus-land-Investor hierzulande. Rund 500 Schweizer Firmen zählen in den USA eine Niederlassung mit einer hal-ben Million Arbeitsplätze. In der Schweiz sind es 900 US-Unternehmen mit 90000 Angestellten. (aargauerzeitung.ch)