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Xanti Schawinsky
Das Migros Museum für Gegenwartskunst zeigt in einer ersten umfassenden Retrospektive das Werk des Schweizer Künstlers Alexander «Xanti» Schawinsky (geboren 1904 in Basel, gestorben 1979 in Locarno). Schawinsky wurde zu Lebzeiten hauptsächlich durch seine Tätigkeit in der Theaterabteilung am Bauhaus bekannt. Ausgehend von seiner dortigen Arbeit entwickelte Schawinsky in den 1930er Jahren als Lehrer am Black Mountain College, einer legendären Kunsthochschule in North Carolina, die vielen europäischen Emigranten während der NS-Zeit Zuflucht bot, seine Theatertheorie vom «Spectodrama». Es handelt sich dabei um multimediale Inszenierungen, die eine frühe Form des «Happening» darstellen, das später an derselben Institution von John Cage berühmt gemacht wurde. Auch Schawinskys malerische Praxis beschäftigt sich mit der Entgrenzung des Mediums und fokussiert den Prozess; etwa in seiner Track-Serie, die er mithilfe eines Autos «malte».
Neben den avantgardistischen Utopien des Bauhauses und einer Proto-Happening-Kunst finden sich in Schawinskys Schaffen viele weitere Anknüpfungspunkte an die Hauptströmungen der Kunst der Vor- und Nachkriegsmoderne des 20. Jahrhunderts in Europa und den USA. So kann sein Werk auch als stellvertretend für den durch die politische Lage bedingten transatlantischen Austausch künstlerischer Ideen gelesen werden, der die Kunstgeschichte nachhaltig geprägt hat. Die Ausstellung präsentiert Schawinskys herausragendes, der Öffentlichkeit über mehrere Jahrzehnte nicht zugängliches Werk erstmals in seiner ganzen Breite und ordnet es im historischen Kontext und in Hinblick auf sein Nachwirken auf die Gegenwart ein.