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16'569 Wörter und ganz viel Zeit - das wurde in die von den Youtubern NerdCity kreierte Liste gesteckt, welche 2019 ohne grosses Trara in die Welt gesetzt wurde.
Aber ein grosses Trara löste es dann trotzdem aus - die Liste beleuchtet nämlich auch sämtliche Worte, die von Youtube automatisch demonetisiert werden - heisst, die Creators verdienen mit den Videos, welche diese Worte im Titel haben, kein Geld.
Da könnte man natürlich denken, es wären nur logische Begriffe betroffen wie "racism", "violence" oder ähnliche Hass-anstrebende Phrasen. Dem ist auf jeden Fall leider nicht so - die Liste beinhaltet momentan knapp 3'000 Begriffe, welche zu einer Demonetisierung führen.
Darunter auch "LGBT", "gay", oder "lesbians".
Den folgenden Shitstorm kann man sich vorstellen - vor allem weil Youtube sich ja immer als eine der progressivsten Plattformen ansieht, welche ihre queeren Creators so fest fordern will wie nur möglich.
"They're allowed to be gay, they just can't talk about it, or they won't get their paycheck."
Da auch direkt der nächste Punkt - warum hält Youtube ihren Algorithmus und das Konzept ihrer Demonetisierung so geheim als wären es Dokumente aus den tiefen des FBIs?
Viel Antwort von Youtube selbst kriegt man da nicht - Susan Wojcicki, CEO von Youtube, sowie Neal Mohan, Leiter der Produktabteilung, sagen auf die direkte Frage, wieso LGBTQ-Begriffe demonetisiert werden, ganz vage:
"There is no list of words or keywords or terms or anything like that that is going to go into our classifiers making an a-priority decision whether a video is monetized or not."
-Neal Mohan
Aber einen Zusammenhang muss es ja trotzdem geben - immerhin wurde nicht nur ein*e Youtuber*in aufgrund LGBTQ-Terminologien demonetisiert, sondern hunderte; in 2019 sowie heute.
Youtube sagt, sie hätten keine Policies, die diese Demonetisierung verursachen - sie haben aber Bots, welche Videos automatisch flaggen, wenn es so scheint als würden sie gegen Youtubes Richtlinien verstossen. Falls ein Creator denkt, ein Video wäre ungerechterweise demonetisiert worden, kann er anfordern, dass ein echter Mensch das Ganze nochmal checkt.
Hier das nächste Problem - diese echten Menschen kommen unter anderem aus zahlreichen Ländern, in welchen Homosexualität entweder illegal ist oder stark unterdrückt wird. Und diese echten Menschen belehren die Bots, wenn sie selbst die Videos überprüfen.
Und jetzt die grosse Frage: Stammt die vermehrte Demonetisierung von LGBTQ-Content von der eventuellen Voreingenommenheit dieser Menschen, welche auch direkt Youtubes Bots beeinflussen?
Vielleicht. Sehr wahrscheinlich. Es muss was passieren - anfangen könnte man damit, dass der Algorithmus und die Gründe für die Demonetisierung nicht hinter tausenden Gittern geheim gehalten werden.
Das wäre von Vorteil für Creators und für Youtube selbst; Youtuber*innen können für ihre Arbeit stets bezahlt werden und Youtube wird zu einer benutzerfreundlicheren Plattform, dessen Content nicht rund um die Uhr analysiert werden muss weil jegliche Creators nicht wissen, was sie dürfen und was nicht.
Es sind mittlerweile über zwei Jahre vergangen, seit die Liste von NerdCity veröffentlicht wurde - zusammen mit ihrem fast 40-minütigen Video. Youtubes Richtlinien sind so ungenau wie eh und je, und "LGBT" und "lesbians" sind momentan immer noch auf der Liste der Worte, die sicher demonetisiert werden.
Youtube, release your secrets und red' nicht um den heissen Brei rum - wäre ganz cool von euch.
Hier kannst du noch den ganzen Podcast zu dem Thema der Demonetisierung auf Youtube hören:
Und hier noch einige interessante Links:
Liste der demonetisierten Worte
Video von NerdCity: "Youtube's Biggest Lie":