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Der unauffällige Feiertag
FEIERTAG – Jedes Jahr am 11. Februar feiert Japan den Kenkoku kinen no hi, den «Tag der Staatsgründung». Gemeint ist der Tag, an dem der mythische erste Kaiser Japans, Tennō Jimmu, gekrönt wurde. Gemäss der 1300 Jahre alten Geschichtschronik Nihon Shoki soll dieses Ereignis im Jahr 660 vor Christus stattgefunden haben. Die tatsächliche Existenz von Jimmu konnte jedoch historisch nie nachgewiesen werden.
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1872 machte man aus dieser Legende einen offiziellen Feiertag, den man Kigensetsu nannte («Der Tag der Gründung des Kaiserreichs» oder auf Englisch «Empire Day»). Dieser wurde ins Leben gerufen, um die Herrschaft des Kaisers und die neue Staatsform zu legitimieren. Es war ein entsprechend patriotisch aufgeladener Tag mit Feierlichkeiten und Loyalitätsbekundungen für den Tennō. Damals durchlief das Land einen tiefgreifenden Umbruch. Die über 250-jährige Regierungszeit des Tokugawa-Shogunats war gerade zu einem Ende gekommen. Japan stand am Anfang einer Phase der rasanten Modernisierung mit dem Kaiser als neuen absoluten Machthaber.
Der Umbruch nach dem Krieg
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Feiertag durch das US-Oberkommando abgeschafft. Der Kaiser hatte seine Macht endgültig verloren. Die neue Verfassung degradierte ihn zum Symbol des Staates. Erst 1966 wurde der Feiertag unter dem neuen Namen Kenkoku kinen no hi (engl. «National Foundation Day») wiedereingeführt und dies ganz ohne die Symbolik der Vorkriegszeit.
Es ist ein Tag ohne spezielles öffentliches Ereignis. Vom Premierminister gibt es jeweils eine Botschaft. In diesem Jahr versprach Yoshihide Suga, die Corona-Krise gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft und der Unterstützung der Bevölkerung zu überwinden und eine neue Post-Corona-Gesellschaft zu erschaffen.
Ein Tag für die Verfassung
Für die Gründung des modernen Japans gibt es jedoch einen anderen offiziellen Feiertag. Es ist der Verfassungsgedenktag (jp. kenpō kinenbi), der jeweils am 3. Mai als Teil der Golden Week (Asienspiegel berichtete) gefeiert wird und ganz der pazifistischen Nachkriegsverfassung gewidmet ist, die seit dem 3. Mai 1947 unverändert in Kraft ist (Asienspiegel berichtete).
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