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Biographie
Tim Guldimann ist ein Schweizer Politikwissenschafter, Diplomat und Politiker. Er wurde 1950 in Zürich geboren und ist in Uitikon aufgewachsen, besuchte das Gymnasium Enge und studierte in Zürich Volkswirtschaft. Seine Lehr- und Wanderjahre verbrachte er in Lateinamerika, Schweden, Deutschland, Russland, Frankreich und England.
1982 trat er in den diplomatischen Dienst ein und kam in Bern und Kairo zum Einsatz. Danach wechselte er in die Forschungspolitik ins Departement des Innern. Als Leiter der OSZE-Mission in Tschetschenien vermittelte er 1996 den Waffenstillstand und organisierte dort die ersten freien Wahlen. Danach baute er in Kroatien eine grosse OSZE-Mission auf. Von 1999-2004 vertrat er als Schweizerischer Botschafter in Iran dort auch die amerikanischen Interessen. Danach lehrte er an der Universität Frankfurt über die Beziehungen zur islamischen Welt. 2007/8 leitete er als Stellvertretender Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs die OSZE-Mission im Kosovo. Danach organisierte er im Zentrum für Humanitären Dialog, einer Stiftung für politische Vermittlung in Genf, Gespräche zwischen Moslembrüdern und westlichen Regierungsvertretern. Von 2010-15 war er schweizerischer Botschafter in Berlin und unterstützte 2014 als Ukrainebeauftragter die Friedensbemühungen des schweizerischen OSZE-Vorsitzes.
Tim Guldimann ist seit 33 Jahren Mitglied der SP und engagierte sich parteipolitisch vor allem während der zehn Jahre, die er in Bern arbeitete. Heute lebt er mit seiner Familie in Berlin. Seine Frau Christiane Hoffmann ist stellvertretende Leiterin des SPIEGEL-Hauptstadtbüros. Ihre beiden Töchter gehen in Berlin zur Schule. Er hat mehrere Bücher und wissenschaftliche Artikel verfasst. Im August 2015 erschien das Buch: „Aufbruch Schweiz! – Zurück zu unseren Stärken", ein Gespräch von Christoph Reichmuth und José Ribeaud mit Tim Guldimann.
Im Anschluss an seinen Einsatz in Tschetschenien erhielt Tim Guldimann 1997 den Menschenrechtspreis der Schweiz-Sektion der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte. 2006 verlieh ihm der Senat des Landes Berlin den Moses-Mendelssohn-Preis „zur Förderung der Toleranz gegenüber Andersdenkenden und zwischen den Völkern und Religionen”. 2013 hat ihn der Schweizerische Buchhändler- und Verlegerverband als „Buchmensch 2013“ ausgezeichnet.
Im Oktober 2015 wurde Tim Guldimann - weiterhin in Berlin lebend - für die SP des Kantons Zürich in den Nationalrat gewählt.