Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03517.jsonl.gz/4

Im östlichsten Teil der Welt hat 2021 bereits begonnen: Als Erste begrüssten die Bewohner der Südsee-Inseln Samoa und Kiribati um 11.00 Uhr MEZ das neue Jahr. In beiden Ländern ist die Neujahrsstimmung aufgrund der Corona-Pandemie eher gedämpft. Obwohl es auf Kiribati noch keine Corona-Infektionen gegeben haben soll und in Samoa der erste Fall erst Mitte November gemeldet worden war, wurden öffentliche Feuerwerke abgesagt. Ausländische Touristen dürfen die Inseln im Südpazifik derzeit nicht besuchen.
Auch blicken beide Länder aufgrund des weltweiten Klimawandels besorgt ins neue Jahr. In Samoas Hauptstadt Apia haben Stürme zu Überflutungen geführt. Die 3000 Inseln, die zu Kiribati gehören, kämpfen aufgrund des steigenden Wasserspiegels des Pazifiks mit Überschwemmungen.
Mit einer Reihe von grossen Musikfestivals und Feuerwerksshows hat Neuseeland das neue Jahr begrüsst. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern hat der Inselstaat im Südpazifik seit mehr als einem Monat keine lokalen Corona-Fälle mehr verzeichnet. Daher konnten die Veranstaltungen ohne Begrenzungen der Besucherzahl oder anderen coronabedingten Einschränkungen stattfinden.
In der landesweit grössten Stadt Auckland sollte es eine Lichtshow rund um Harbour Bridge und Sky Tower geben, gefolgt von einem fünfminütigen Feuerwerk um Mitternacht. Eine der grössten Silvesterveranstaltungen ist das dreitägige Musikfestival Rhythm and Vines, das nahe der Stadt Gisborne im Nordosten der Nordinsel über die Bühne geht.
Neuseeland gilt dank früher und strikter Massnahmen als erfolgreich im Kampf gegen das Coronavirus. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem Inselstaat 2162 Fälle bestätigt, 25 Menschen starben mit dem Erreger Sars-CoV-2. Der jüngste lokale Corona-Fall wurde Mitte November verzeichnet.
Am Hafen und Opernhaus von Sydney in Australien waren diesmal beim Feuerwerk keine Zuschauer zugelassen. Die Behörden drohten mit Geldstrafen von umgerechnet mehr als 620 Euro, wenn jemand Absperrungen überwinde. Sydney glich einer Geisterstadt, wie Beobachter berichteten. Das weltbekannte Feuerwerk dauerte nur sieben statt wie zuletzt zwölf Minuten.
Die Bürger von Seoul mussten diesmal wegen der Pandemie auf die üblichen Strassenpartys zum Jahreswechsel verzichten. Die traditionelle Glockenschlag-Zeremonie, mit der die südkoreanische Hauptstadt normalerweise das neue Jahr einläutet, wurde ohne Publikum aufgezeichnet und im Fernsehen und in sozialen Medien übertragen.
In den vergangenen Jahren versammelten sich immer Zehntausende in der Silvester-Nacht auf den Strassen in der Innenstadt, um Freiluft-Konzerte zu hören und die Glockenschläge live zu verfolgen.Auch in anderen Städten Südkoreas wurden die üblichen grösseren Jahreswechsel-Feierlichkeiten abgesagt.
Weil in China die Corona-Pandemie unter Kontrolle ist und es kaum noch Infektionen gibt, hat das neue Jahr in der Volksrepublik ohne grosse Einschränkungen begonnen. Allerdings ist Silvester für die Chinesen auch kein besonders wichtiger Feiertag. Nach ihrem traditionellen Mondkalender beginnt das neue Jahr erst im Februar. Erst dann beginnt eine grosse Reisewelle, in der sich Hunderte Millionen durchs Land bewegen, um ihre Familien zu besuchen.
Dennoch wurden am Freitag um Mitternacht in einigen Städten Feuerwerke gezündet. Auch in Wuhan, der Stadt des Corona-Ausbruchs, war eines geplant gewesen.
Weltweit sind viele Partys und Feuerwerke abgesagt worden, zum Beispiel in Rio, São Paulo, Amsterdam und London. In New York soll der «Ball Drop» am Times Square, ein fallender leuchtender Kristallball an einem Mast, nur vor wenigen Leuten statt wie sonst Tausenden stattfinden. Bis 13.00 Uhr MEZ am 1. Januar dauert es, bis der ganze Globus ins neue Jahr gerutscht ist. Als letztes sind die unbewohnten Eilande Bakerinsel und Howlandinsel im Pazifik dran.
In Paris herrscht auch an Silvester nachts eine Ausgangssperre. Es gibt aber ein Online-Konzert von Jean-Michel Jarre als Avatar in der virtuellen Kulisse der Kathedrale von Notre-Dame und einen aufgezeichneten Livestream mit Star-DJ David Guetta vorm Louvre.
In Moskau soll es trotz Corona-Sperrstunde ab 23.00 Uhr Ortszeit ein grosses Feuerwerk am Kreml geben. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist am höchsten Gebäude der Welt, dem 828 Meter hohen Burdsch Chalifa in Dubai, wieder ein spektakuläres Feuerwerk samt Licht- und Lasershow geplant.
In Berlin fällt Deutschlands grösste Silvesterparty aus - inklusive fernsehtauglichem Höhenfeuerwerk über dem Brandenburger Tor. Das ZDF wollte von dort am späten Abend aber eine Show ohne Publikum übertragen. Der Deutsche Städtetag rief dazu auf, angesichts des Corona-Geschehens auf jegliches Feuerwerk zu verzichten, selbst wenn man Altbestände oder Einkäufe aus dem Ausland habe.
(aeg/sda/dpa)