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Hans Potthof (1911–2003) zählt zu den bedeutenden Kunstmalern des 20. Jahrhunderts in der Schweiz. Etliche Kunst-am-Bau-Projekte und Auftragsarbeiten konstituieren sein Werk in der Öffentlichkeit. Die Arbeiten der 1930er- und frühen 1940er-Jahre zeichnen sich durch progressive Bildfindung und spontane Maltechnik aus. In ihnen entpuppt sich der junge Künstler als innovativer Vertreter des Postexpressionismus, des Surrealismus und der neuen Sachlichkeit.
Neben seinem malerischen Schaffen betätigte sich Potthof in dieser frühen Periode auch als Fotograf. Obwohl er mit seinen fotografischen Arbeiten zeitlebens kaum an die Öffentlichkeit gelangte, sind diese künstlerisch von grossem Wert und im zeitgenössischen Kontext wegweisend. Sie offenbaren einerseits die Sicht des Künstlers auf die Welt, auf seine Motive – es kommen Prinzipien und Parameter des neuen Sehens zur Anwendung –, andererseits innovative Techniken wie etwa die Doppelbelichtung, experimentelle Licht-Schatten-Kontraste und ungewohnte Perspektiven. Um die gewünschte Bildaussage zu erreichen, wählte Potthof innovative Vorgehensweisen, die weit über das dokumentarische Abbilden hinausgehen.
Mit dieser Publikation werden der Kunstwelt erstmals das fotografische Werk von Hans Potthof und dessen frühe Malerei vorgestellt.
Hans Potthof (1911–2003)
Stationen der frühen Jahre
1911 geboren in der Chollermühle bei Zug, Schulen in Zürich und Luzern
1925–1928 Lehre als Automechaniker und Volontariat bei Bell in Kriens, Abteilung Konstruktion Seilbahnbau; dazu ein dreimonatiges Studium an der Kunstgewerbeschule Luzern in der Abteilung Kunstschlosserei.
1929–1933 Studium am Technikum in Winterthur, anfangs in Maschinentechnik, später Wechsel in die Hochbauabteilung. Diplomabschluss als Hochbautechniker.
1933 Die nächsten zwei Jahre arbeitet er auf seinem Beruf, bis er seine Anstellung aufgrund der Weltwirtschaftskrise verliert.
1936 gründet Potthof mit Karl Steichele das Werbegrafik-Atelier Stepo in Zug.
1937 Reise nach Paris an die Weltausstellung, er verweilt einige Monate zu Studienzwecken in der Metropole.
1938 erste Ausstellung im Hotel Löwen in Zug; er nimmt nun regelmässig an Ausstellungen in Luzern, Zürich und Zug teil.
1946 Oskar Reinhart (Winterthur) erwirbt drei Werke; es folgen weitere Ankäufe von privaten Sammlern, Museen und kantonalen bzw. städtischen Sammlungen, die den Durchbruch markieren und seine Bekanntheit auf nationaler Ebene etablieren.