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Unter einer Rauchgasvergiftung, auch tokisches Lungenödem genannt, versteht man die Folgen der Einwirkung von Rauch, giftigen Dämpfen oder Gasen, die bei einem Brand entstehen und die Atemwege schädigen können.
Mögliche Ursachen
Zu Rauchgasvergiftungen kommt es gewöhnlich bei Wohnungs- oder Hausbränden. Häufig sind trotz Schutzausrüstung dabei Feuerwehrleute betroffen. Rauch enthält eine grosse Anzahl an giftigen Substanzen. Ein Beispiel ist der Rauch einer Zigarette, der über 1000 verschiedene Schadstoffe enthält. Die heute verwendeten Materialen in Bau und Industrie zersetzen sich bei der Verbrennung zu einer Vielzahl an hochgiftigen Stoffen. Das Ausmass der Schädigung wird von der Umgebung des Feuers, der Konzentration, Temperatur und der Zusammensetzung sowie der Löslichkeit der einzelnen Rauchgase bestimmt.
Es lassen sich zwei wesentliche Schädigungsmechanismen unterscheiden:
- Schädigung der Zellengewebe-Oberfläche durch das Rauchgas
- eine Störung der Körperregulation oder des Stoffwechsels
Die Symptome
Die Symptome bei Rauchgasvergiftungen sind abhängig davon, welches Rauchgas vorherrscht. Hinweise auf eine mögliche Rauchgasvergiftung können sein:
- Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen
- Kopfschmerzen
- Bewusstlosigkeit oder Verwirrtheit, auffälliges Verhalten
- Heiserkeit und Husten, möglicherweise mit Russpartikeln im ausgehusteten Schleim
- Schluckbeschwerden
- Luftnot oder starke Anstrengung beim Atmen
- Blaufärbung der Haut, besonders der Lippen, deutet auf eine starke Unterversorgung mit Sauerstoff hin. Bei einer Kohlenmonoxidvergiftung kann trotz starkem Sauerstoffmangel normale Hautfarbe bestehen.
Verlauf und Komplikationen
Der Verlauf ist abhängig von Art und Ausmass der Schädigung. Dabei können auch nach Stunden bei scheinbar Unverletzten noch Symptome auftreten. Typisch sind anfänglich geringe Symptome, ein Zeitraum ohne Beschwerden und dann schlagartig einsetzende, schwerste Symptome.
- Durch Verletzung der Schleimhaut in luftleitenden Atemwegen, dem Rachen, der Luftröhre oder den Bronchien kann es zu Atemnot durch Verengung der Atemwege kommen, vergleichbar einem Asthma-Anfall.
- Die Schädigung in der Lunge selbst führt häufig zu einer Entzündungsreaktion und damit zur Schwellung des Lungengewebes (Lungenödem), gegebenenfalls mit schwerer Atemnot.
- Kohlenmonoxid, Phosgen, Zyanide und andere Reizgase, die bei Bränden entstehen können sind auch in niedrigen Konzentrationen direkt lebensbedrohend. Sie behindern die Zellatmung (innere Atmung) und können damit auch bei ansonsten ausreichender Sauerstoffversorgung noch zu schweren Schäden führen. Auch Spätschäden an Herz und Nervensystem sind möglich.
Verhaltenstipps
- Bei einem Feuerwehreinsatz ist meist auch ein Notarzt vor Ort, der Betroffene noch vor Ort untersuchen und behandeln kann. Aber auch im privaten Bereich können von Öl-, Gas- oder Kohleöfen oder einem Holzkohlegrill gefährliche Gase freigesetzt werden. Verwenden Sie nur zugelassene Geräte, beachten Sie die Bedienungsanleitung und verwenden Sie Öfen nur an ausreichend gelüfteten Stellen.
- Im Brandfall: Holen Sie Hilfe und versuchen nicht den Brand selbst zu löschen!
- Brandgase breiten sich unvermittelt und möglicherweise unbemerkt aus. Dadurch sind auch Anwohner und Schaulustige gefährdet. Einsatzstellen sollten daher gemieden werden, in der Umgebung die Fenster geschlossen werden. Befolgen Sie Anweisungen von Einsatzkräften!