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Auf einem Feld oberhalb des Dorfes Lottigna steht eine reich mit Fresken geschmückte Kapelle. Sie wurde 1950 restauriert und ist wegen der eindrucksvollen Bildsprache und für die Geschichte der lombardischen Kunst des 15. Jahrhunderts sehr interessant.
Es ist nachweisbar, dass der Lukmanier eine Strasse der fahrenden Künstler (Lombardei, Campione, Luganese) war, die in europäischen Ländern Arbeit suchten. Sie waren sich nicht zu schade, um auf ihrer Reise auch einer Wegkapelle die gleiche Sorgfalt zu schenken wie einer Kirche in den wichtigen Städten der damaligen Zeit.
An der hinteren Wand ist eine Kreuzigung zwischen den Figuren Mariens und des heiligen Johannes zu sehen. Links davon der heilige Sebastian, rechts ein weiterer Heiliger in Kleidern der damaligen Zeit. Im himmelblauen Gewölbe thront der Erlöser mit den Tiersymbolen der Evangelisten auf geschlossenen Bucheinbänden und dem Engel, der auf einem aufgeschlagenen Buch den heiligen Matthäus darstellt.
An der linken Seitenwand der Erzengel Michael und die heilige Margareta auf blauem Grund, gegenüber der heilige Bernhard, der ein Buch mit Inschrift trägt. Wichtig für die Zuteilung der Fresken, die Datierung (1455) und die Feststellung der Auftraggeber ist eine Inschrift an der Südwand: "Lombardus et Xpoforus de Lugano pincserunt". Dies lässt auf ein Werk des Cristoforo da Seregno und eines seiner Kollegen schliessen.