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Am Ende
Das Magazin N°5 – 2. Februar 2019
Sehr geehrter Herr Bädorf
Als grosser Fan des Pferderennsports danke ich Ihnen sowie der Redaktion des „Magazins“ sehr, dass Sie so eindrücklich über die Schinderei und Quälerei von Pferden in der Vorbereitung wie auch während diesem brutalen Rennen in Pardubicka geschrieben haben. Ich persönlich bin zwar grosser Anhänger des Flachrennsports, allein schon aufgrund des deutlich tieferen Gesundheitsrisikos für Ross (und Reiter). Ich verfolge, eher unregelmässig, die Hindernisrennen in England, welche im Fernsehen während der Saison jeden Samstag auf ITV zu sehen sind, u. a. auch den Grand National in Aintree bei Liverpool, welcher ebenfalls als härtestes Rennen in Europa gilt. Während den Liveübertragungen kommen auch regelmässig Fachexperten (Trainer, Ex- und aktuelle Jockeys, Verantwortliche aus Verbänden etc.) zu Wort, kritische Fragen werden gestellt. Auch Fragen des Publikums werden beantwortet, z.B. wie muss eine Peitsche aussehen und wie darf sie eingesetzt werden. Sanktionen/ Sperrungen werden gesprochen, wenn man sich nicht an die Regeln hält. Mir scheint, dass der Hindernisrennsport in England (und Frankreich) deutlich regulierter ist als in Pardubicka, wo es offenbar keine oder nur sehr minime und vor allem keine tierfreundlichen Regeln gibt. Dass ein Hindernis wie der beschriebene Taxis-Graben gesprungen werden muss, zeugt von absoluter Respektlosigkeit gegenüber dem Pferd. Ich möchte nicht wissen, wie die Pferde auf diesen einen Sprung vorbereitet werden. Vor einigen Jahren hatte der Springsport (Concours) einen schlechten Ruf, weil die Trainer/Reiter ihre Pferde mit unerlaubten, schmerzverbreitenden Mitteln auf Sprünge vorbereiteten. Im Grand National z. B. wird der Kurs während eines Rennens geändert, sollte aus diversen Gründen ein geregelter Rennverlauf nicht gewährleistet sein. So geschehen im Jahr 2018, Bechers brook, das schwierigste Hindernis, wurde seit Jahren immer wieder abgeändert, um das Risiko eines Sturzes möglichst gering zu halten. Auch kann es vorkommen, dass er statt 2x nur 1x überquert werden muss. Die Anzahl Stürze pro Rennen am Hindernis selbst ist seither deutlich zurückgegangen.
Es wäre aus meiner Sicht und für die Sensibilisierung der Pferderennsportfreunde hilfreich, wenn Sie anhand eines detaillierten Berichtes über den Grand National einen Vergleich zu Pardubicka verfassen könnten. Das Ziel sollte sein, dass die Öffentlichkeit, die verantwortlichen Rennverbände und Organisationen und letztendlich die Tierschutzorganisationen und die Politik dazu beitragen, dass Pardubicka entweder abgeschafft oder deutlich entschärft und kontrolliert/sanktioniert wird, so wie das beim Grand National auch der Fall war und ist. Aus Ihrem Bericht geht leider nicht hervor, ob in England und Frankreich bekannte Top Hindernis Trainer/Jockey an diesem mörderischen Rennen teilnehmen. Ich wage mal die Annahme, dass nicht, und liege hoffentlich nicht falsch. Der Grund wäre offensichtlich.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
Mit freundlichen Grüssen
Hansjörg Halter