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Suizidalität
Mit Suizidalität ist ein psychischer Zustand gemeint, in dem Suizidgedanken auftauchen, Suizidabsichten gehegt und/oder Suizidversuche unternommen werden. In der Schweiz nehmen sich laut Bundesamt für Statistik jährlich ca. hundert Jugendliche das Leben, wobei sich die Anzahl Suizidversuche auf rund zehntausend jährlich beläuft. Die Zahlen der psychiatrischen Notfallstellen zeigen, dass die Anzahl suizidgefährdeter Jugendlicher stark ansteigt.
Viele Jugendliche, die Suizidversuche begehen, wollen nicht sterben. Vielmehr sehen sie gerade keine Möglichkeit, so wie bisher weiterzuleben. Etwas über die Hälfte der Betroffenen leidet an einer psychischen Störung oder Erkrankung, etwa ein Drittel steckt aufgrund persönlicher Probleme in einer vorübergehenden Krise. Nur wenige begehen sogenannte Bilanzsuizide, die nach langem Abwägen und genauer Planung erfolgen.
Empfehlungen der MOJUGA
Auslöser für Suizidalität sind oft alltägliche Probleme, die unüberwindbar scheinen oder sich derart zuspitzen, dass sie zu einer totalen Überforderung führen. Das können Schulprobleme, (Cyber-)Mobbing, Konflikte mit Freunden oder Familie, Liebeskummer, soziale Isolation oder Versagensängste sein.
Suizidalität erkennen
Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind in letzter Zeit verändert ist, sich zurückzieht, Schlafprobleme hat oder unter starken Stimmungsschwankungen leidet, sprechen Sie es in ruhiger Atmosphäre darauf an und erkundigen Sie sich nach Problemen. Sollte sich Ihr Kind nicht öffnen, bieten Sie ihm ein paar Tage später erneut ein Gespräch an. Zeigen Sie generell Interesse an seinem Leben. Haben Sie Angst, dass Ihr Kind bereits Suizidgedanken hegt, sprechen Sie das gezielt an. Sie brauchen keine Angst zu haben, Ihr Kind überhaupt erst auf die Idee zu bringen. Indem Sie mögliche Suizidgedanken ansprechen, erleichtern Sie ihm die Aussprache.
Hilfe holen
Sie können die Jugendarbeiterin oder den Jugendarbeiter in Ihrer Gemeinde kontaktieren, um Ihre Beobachtungen und Sorgen vertraulich zu besprechen und Ihre Gedanken zu ordnen. Jugendarbeitende können Ihnen bei der Einschätzung der Situation helfen und geeignete Fachstellen empfehlen. Sie können auch Ihren Hausarzt oder gemeinsam mit Ihrem Kind eine Kinder- und Jugendpsychiaterin aufsuchen.
Bei den folgenden Alarmzeichen ist sofortiges Handeln angezeigt: Suizidpläne und Vorbereitungen, Sammeln von Tabletten oder Besorgen einer Waffe, Suizidankündigungen, Verschenken von sehr persönlichen Gegenständen und Haustieren, plötzliche Erleichterung und Ruhe, obwohl sich eine Krisensituation nicht verbessert hat.
Suizidalität und Jugendarbeit
Nimmt sich ein junger Mensch das Leben, wirkt sich das stark auf Jugendliche in seinem weiten Umfeld aus. Der sogenannte Werther-Effekt, also Nachahmungen, ist ein Phänomen, das in unzähligen Studien belegt worden ist. Auch wenn das Thema medial prominent behandelt, weil sich etwa eine berühmte Persönlichkeit das Leben genommen hat, steigt die Suizidrate. Dieser Effekt war etwa nach der Netflix-Serie «Tote Mädchen lügen nicht» erkennbar.
Gesprächsangebot und Vermittlung
Die MOJUGA sieht ihre Aufgabe darin, solche medialen Beiträge in Gesprächen aufzugreifen und zusammen mit den Jugendlichen einzuordnen. In konkreten Krisensituationen, etwa bei einem angedrohten Suizid, vermittelt die Jugendarbeit zwischen betroffenen Jugendlichen und deren Eltern, helfenden Fachstellen und amtlichen, zuständigen Stellen. Nach einem Suizid in den betreuten Gemeinden bietet sie zudem aktiv Gesprächsangebote an, um Jugendlichen eine Möglichkeit zu geben, ihre Trauer oder Verstörung zu teilen und zu verarbeiten.
Soforthilfe im Notfall
Dargebotene Hand: 143