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Es ist wieder soweit – der Schöftler Jahrmarkt findet statt. Diesen Samstag, von 8 bis 17.30 Uhr präsentieren sich Vereine und Firmen am Schöftler Jahrmarkt. Auch Radio Smash ist mit dabei. Bei uns gibt es Risotto, Bier und viele alkoholfreie Getränke zu erwerben.
Aus der ersten Bittschrift des Gemeindeammanns vom 30. Sept. 1810 geht hervor, dass in Schöftland vor 1810 keine Jahrmärkte bestanden haben (aus dem Jahr 1592 ist einzig der Bau eines Kaufhauses für den Getreidehandel in Staffelbach bezeugt). Als Gründe für die Errichtung eines neuen Jahrmarktes nennt der Gemeindeammann unter anderem der „seit langen Jahren“ wachsende „Gewerbefleiss“ der Schöftler, die „schöne, günstige Lage“ der Gemeinde, ihre Funktion als „Kreishauptort“ und als Mittelpunkt einer grossen „aus sieben Dörfern bestehenden“ Kirchgemeinde sowie den dortigen Handelsverkehr. Zudem weist er darauf hin, dass die beiden bestehenden „Tavernenwirtschaften“, die im Dorf ansässigen Kaufleute und Krämer, die beiden Bäcker sowie die zahlreichen Mühlen und sonstigen Wasserwerke, Schöftland als Marktort auszeichnen würden.
Das Marktrecht war im Mittelalter ein Regal, das ursprünglich nur von den römisch-deutschen Königen/Kaisern und später auch von anderen Landesherren (Adlige, Klöster, eidgenössische Orte) verliehen werden durfte. Während zuerst fast ausschliesslich die aargauischen Städte in den Genuss dieses Marktregals kamen, wurde es seit dem 17. und 18. Jahrhundert üblich, dass auch grössere Landorte wie Schöftland Wochen- und Jahrmärkte abhalten konnten. Bis 1798 achteten die eidgenössischen Orte jedoch eifersüchtig darauf, dass den städtischen Märkten durch die neuen Märkte auf dem Land (meistens Viehmärkte) keine Konkurrenz entstanden. Die Zahl der ländlichen Marktverleihungen blieb deshalb bis zum 18. Jahrhundert gering.