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Phelsuma kochi ist ein dankbarer Genosse, der mit seinem relativ ruhigen Temperament auch schnell viel Freude bereiten kann.
Ich halte meine Tiere frei im Terrarienzimmer, was ihnen ganz gut zu bekommen scheint.
Bilder meiner Tiere sind in der Galerie zu finden.
Es ist schwierig bei dieser Art über ein Terrarienhaltung zu berichten, da ich sie gar nicht im Terrarium halte. Dennoch hielt ich Phelsuma kochi ursprünglich im Terrarium, wo sie sich sehr vermehrungsfreudig zeigten.
Als Beleuchtung verwendete ich eine T-5 Röhren mit Tageslichtspektrum. In einem einzelnen Terrarium empfiehlt sich der zusätzliche Einsatz von Wärmelampen. Im Gegensatz zur Phelsuma grandis, mit denen Phelsuma kochi oft verwechselt wird, verblassen die Farben, vor allem das Rot, sehr stark, wenn die Haltungsparameter nicht stimmen. So erhielt ich Tiere, welche statt rote, graue Flecken auf dem Rücken hatten.
Ich vermute stark, dass in erster Linie eine gute Luftumwälzung und die Lichtintensität für die Farbenpracht verantwortlich ist, UV spielt diesbezüglich auf jeden Fall keine Rolle. So färbten sich bei mir Tiere, welche ich mit grauen Flecken erhielt erst braun, dann rostrot und wurden dann tatsächlich wieder rot über den Rücken. Das Rot erreicht jedoch nie mehr die Intensität der Tieren, wo die Haltung von Anfang an stimmte.
Ich fütterte die Tiere im Terrarium mit Heimchen, Wachsmottenlarven, Stubenfliegen, verschiedenen Schabenarten, Bohnenkäfern, Getreidekäfern, Heuschrecken und Wiesenplankton. Ich versuchte so viel Abwechslung wie möglich zu bieten. Die Futtertiere bestäubte ich bei jeder Fütterung (ich füttere jeweils zwei Mal die Woche) mit einem entsprechenden Vitaminpräparat.
Zudem stand immer ein Schälchen bereit, welches mit einem Gemisch aus zwei Drittel zu Pulver verarbeiteten Blütenpollen und zu einem Drittel aus Vitaminpulver besteht.
Derzeit fressen sie, was im Terrarienzimmer so kreucht und fleucht und das ist nicht wenig.
Zusätzlich Wasser biete ich nur im Winter, wo lediglich jeden zweiten Tag gesprüht wird. Es ist wichtig, dass das Wassergefäss regelmässig gereinigt wird, da ansonsten Bakterien überhand nehmen. Den Wasserbedarf decken die Tiere in der Regel via Sprühwasser.
Diese Form scheint für Phelsumen eher trockene Haltung zu bevorzugen. Ich sprühte jeweils am Abend, im Freilauf jedoch gar nicht mehr.
Die Luftfeuchtigkeit hielt ich bei dieser Art das ganze Jahr über gleich. Sie betrug nach dem Sprühen ca. 70-80% und vorher ca. 40-50%. Durch das vermehrte Sprühen in der Anlage im Frühling ergibt sich im Raum wo die Tiere leben automatisch ein Feuchtigkeitsanstieg.
Im Sommer hielt ich Phelsuma kochi tagsüber bei 27 Grad und in der Nacht fiel die Temperatur auf ca. 22-23 Grad. Im Winter erreichte die Temperatur lediglich 25 Grad am Tag und fiel in der Nacht auf 18-20 Grad ab.
Die Beleuchtungsdauer hielt ich wie bei allen Arten bei 14 Stunden im Sommer und bei 8 Stunden im Winter.
Obwohl die Parameter im Freilauf teilweise stark von denen im Terrarium abweichen, sammle ich regelmässig Jungtiere ein. Die Art scheint hier keine besondere Ansprüche zu stellen, wobei ich empfehle, Staunässe unbedingt zu vermeiden.
Diese Art ist recht einfach zur Fortpflanzung zu bewegen und die Aufzucht der Jungtiere bereitet in der Regel keine grössere Schwierigkeiten.
Meine Tiere legen in der von März bis Oktober.
Die Jungtiere schlüpfen bei einer Temperatur von ca. 27 Grad nach 30-40 Tagen relativ schnell, die kürzeste Zeitigungsdauer betrug nur zwei Wochen!
Bei welchen Temperaturen welches Geschlecht erzielt wird, ist mir noch unklar, ich schätze jedoch, dass bei warmen Temperaturen tendenziell eher Männchen schlüpfen, obwohl bei dieser ausserordentlich kurzen Inkubationszeit damals Weibchen geschlüpft sind.
Die volle Grösse erreichen Jungtiere erst nach etwa zwei Jahren.
Im Charakter erlebe ich Phelsuma kochi als ruhig und wenig aggressiv. Eine 2.5 Haltung verlief problemlos in der Zimmerhaltung, zeitweise sogar zusammen mit Phelsuma laticauda und Phelsuma hielscheri. Es kommt ab und zu jedoch zu kleineren Beissereien, vor allem im Frühling. Dies jedoch nur, bis die neue Rangordnung wieder geklärt ist und in dem Zusammenhang häufig neue Reviere abgesteckt sind. Gerade die Weibchen sind sehr standorttreu, wobei Männchen rotieren. Interessanterweise konnte ich nie beobachten, dass Weibchen ihrem Nachwuchs nachstellten, zeitweise sitzen sie nur wenige Zentimeter voneinander auf einer Fläche, wo sie sich definitiv sehen. Ganz anderst die Männchen, welche den Jungtieren systematisch nachstellen, dennoch belasse ich aus Platzgründen (alle Eier zu finden und zu vernichten ist ein Ding der Unmöglichkeit) jedes Jahr ein paar im Freilauf und es schaffen es immer wieder welche adult zu werden, wobei ihnen im subadulten Alter deutlich nachgestellt wird. Sie werden dann jedoch nicht mehr als Futter, sondern als Konkurrenten gesehen, wobei die Streitigkeiten sich meist legen, wenn die Rangordnung geklärt ist.
Insgesamt eine sehr zutrauliche, interessante und sympatische Art.