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Es ist unumgänglich, dass wir uns im Zusammenhang mit Spirituellem Studium auch Gedanken über die tiefgründige esoterische Ausbildung machen…
Das erste, was jeder ernsthaft Studierende begreifen muss, ist die Tatsache, dass esoterische Schulung selbst begonnen, selbst auferlegt und selbst angewandt wird. Niemand wird uns diese Ausbildung erteilen, denn sie ist im Wesentlichen die Schulung, in einer materiellen Welt Geistig zu leben…
Wir müssen uns selbst schulen, und das ist keine leichte Aufgabe. Es gibt natürlich gewisse, fundamentale und wohlbekannte Regeln, die sich über Jahrhunderte bewährt haben, aber wir selbst müssen diese Regeln anwenden und die nötige Geisteshaltung erreichen, allein und ohne Hilfe. Esoterische Schulung gliedert sich in zwei Teile:
1.
Das Stadium, in dem die Persönlichkeit bewusst versucht, sich selbst als Seele zu erkennen und allmählich zu einer Seelendurchdrungenen Persönlichkeit zu werden. Durch Disziplin, Meditation und Dienen bringt sie ihre dreifache Persönlichkeit (den physischen, emotionellen und mentalen Träger) unter die Beherrschung der Seele und wird auf diese Weise ein Vermittler für das Leben der Seele, für Licht und Dienen.
In diesem Stadium befinden sich jetzt die meisten Schüler… Allmählich wird dann der Brennpunkt des Bewusstseins von der Gefühlsebene auf die geistige Ebene verlagert. Der Schüler wird zu einer integrierten Persönlichkeit und ist bereit zu beginnen, sein Bewusstsein in einen noch höheren Aspekt seiner selbst zu verlagern, bis es sich in seiner Seele wie in einem Brennpunkt vereinigt.
2.
Das Stadium, in dem er anfängt das Leben eines alles einbeziehenden, liebenden, esoterischen Verstehens zu leben. Wenn der Aspirant dies bis zu einem gewissen Grade erreicht hat, wird er sich eines noch höheren Zieles bewusst und seine Seelendurchdrungene Persönlichkeit greift nun nach dem Bereich des geistigen Ausdrucks seines höchsten, göttlichen Aspektes, der Monade, dem Geistigen oder dem Leben. Diese Ausdrucksform wird die geistige Triade genannt, deren drei Aspekte für die Monade das sind, was die drei Aspekte der Persönlichkeit für die Seele sind. Sodann beginnt er das Wesen des Willens zu erkennen und die Beherrschung der höheren Energien zu meistern.
Im Laufe der Zeit, während des ersten Stadiums, muss er lernen die Haltung des gewohnten Aspiranten und des verlangenden Strebens aufzugeben und sich endgültig mit der Seele zu identifizieren, nicht nur verlangend, sondern tatsächlich, indem er in den ersten Phasen so handelt, ALS OB er diese Seele sei.
Allmählich wird dann dieser Brennpunkt der Identifizierung zum Brennpunkt der Seele selbst. Er erreicht dies durch richtige Anwendung des Denkens. Späterhin erfolgt dann eine weiter Verlagerung seines Brennpunkts in den Aspekt des Lebens oder Geistes…
Wenn wir uns mit esoterischer Schulung befassen, müssen wir wissen:
Erstens, dass wir Kinder Gottes sind, dessen Wesen Liebe ist und darum sind wir Seelen, Kinder des Geistes, Einheiten des zweiten, göttlichen Aspektes auf dem Heimweg zum Vater, unserem höchsten spirituellen Aspekt.
Zweitens, dass wir schließlich einmal erkennen müssen, dass wir selbst göttlich sind und dem geistigen Aspekt oder dem vollen Gottesbewusstsein Ausdruck verleihen müssen.
Drittens, dass wir göttliche Schöpfer sind, die den Willen Gottes ausdrücken, von Liebe beseelt und als Ausdruck aller drei göttlichen Aspekte auf der physischen Ebene wirken.
Indem wir in der esoterischen Schulung fortschreiten, müssen wir voll erfassen, dass der Mensch in seinem wahren Wesen die höhere Triade ist, die sich durch eine sich allmählich entwickelnde Form, den Seelen Körper, kundtut, der die niedere dreifache Persönlichkeit als Mittel benutzt, um mit den drei niederen Ebenen in Verbindung zu treten. All dies hat die Entwicklung des vollkommenen Selbstbewusstseins zum Ziel. Über der spirituellen Triade steht die Monade oder der Vater im Himmel.
Zu Beginn unserer esoterischen Schulung ist es ratsam, diese fortschreitenden Brennpunkte und die Verlagerung unseres Bewusstseins in immer höhere Aspekte zu erproben und zu begreifen. Wir müssen die progressive Art des Weges der Annäherung an die Göttlichkeit klar erschauen. Hier erhält die Persönlichkeit ihre Anweisung durch die Seele. Das erste Stadium ist das Erlangen der Unpersönlichkeit, wo es sich um uns selbst handelt.
Esoterische Schulung ist somit eine unpersönliche Angelegenheit; sie befasst sich mit der Entwicklung des Seelenbewusstseins und mit der Erweiterung dieses Bewusstseins, bis es alle Formen des Lebens einschließt, durch die das Leben und die Liebe Gottes pulsieren, bis nichts mehr davon ausgeschlossen ist. Darum ist es wesentlich, dass wir uns dazu erziehen, im Verkehr mit anderen Menschen und in Bezug auf uns selbst und unsere Umgebung und unsere Lebensumstände, immer von Standpunkt der Seele aus zu handeln.
Tun wir das?
Das ist die erste Stufe der esoterischen Schulung…!
Als nächster Faktor ist zu bedenken, dass die esoterische Schulung lehrt, dass wir durch das Nachdenken über das Gute, Schöne und Wahre unsere niederen Instinkte in höhere göttliche Qualitäten umwandeln!
Das ist eine so wohlbekannte und abgedroschene Feststellung, dass sie uns beinahe wie eine Abschwächung erscheinen mag und doch ist dies ein grundlegender Aspekt der Schulung, dieser ist in der zutiefst esoterischen Erklärung zusammengefasst: Wie ein Mensch in seinem Herzen denkt, so ist er! Kontrolliertes Denken, bei dem unsere Lebenstätigkeiten durch das Denkvermögen und später durch die Seele gelenkt werden, ist ein wesentlicher Begriff.
Wir sehen: Es ist in keiner Weise ein leichter Weg, den der esoterische Schüler zu gehen hat. Es gehört eine beharrliche Tapferkeit dazu. Es gehört zum Beispiel Tapferkeit dazu, wahrhaft unpersönlich zu sein oder der Unpersönlichkeit anderer Menschen zu trauen. Es gehört Tapferkeit dazu, den Willen zu haben, langsam voran zu gehen und uns selber, unser Leben, unsere Umgebung und unsere Umstände so zu sehen, wie sie wirklich sind…!
So viele von uns schauen zu weit voraus und finden es darum schwierig, unseren eigenen Visionen näher zu kommen. Dann sind wir geneigt, uns abschrecken zu lassen und den Mut zu verlieren. Doch die Sache liegt so, dass wir nur nicht richtig gesehen haben und die Dinge nicht so eingeordnet haben, wie sie in Wirklichkeit sind.
Manchmal ist unsere Schau größer als das Erreichen können. Wir verlangen von uns das Unmögliche und Unwahrscheinliche. Alte gewohnheitsmäßige Reaktionen des Fühlens oder Denkens sind nicht so leicht abzulegen und es ist gut, wenn wir bei unserer esoterischen Entdeckungsreise von einem wahren Gesichtspunkt ausgehen, anstatt von irgendeinem idealistischen Traumbild.
Vor allem müssen wir die Tatsache begreifen, dass der esoterische Schüler in drei großen Bewusstseins Bezirken gleichzeitig arbeiten und allmählich die Unterscheidung zwischen diesen drei Welten beherrschen und versuchen muss in allen Dreien gleichzeitig zu leben, so dass er schließlich in sich selbst den erforderlichen Mechanismus für den Kontakt entwickelt. Diese drei Welten sind:
1.
Die materielle Welt der geistigen, gefühlsmäßigen und physischen Existenz, die Welt der Symbole. Das ist die Welt, über die wir alle etwas wissen und für die wir die erforderlichen Vorrichtungen für den Kontakt bereits bis zu einem gewissen Grad entwickelt haben. Die materielle Welt oder die Welt der Erscheinungen ist das Ergebnis oder die Folge von selbst herbeigeführten und Selbstverursachten Bedingungen.
2.
Die Welt der Bedeutung oder jene Welt der Ursachen, der wir ständig gegenüberstehen, auch wenn wir sie noch nicht als das wahrnehmen können, was sie ist. Wir müssen lernen, die Bedeutung zu erkennen, die hinter allen Ereignissen und Umständen unseres Lebens liegt.
3.
Die Welt der Wirklichkeit, jene höchst unfassbare Welt, deren Qualität in der Welt der Bedeutung und deren Materialisierung in der Welt der Erscheinung angezeigt wird.
Beim Betrachten der Bedeutung eines Ausdrucks von solcher Wichtigkeit wie jener der Esoterik, ist es immer eine gute Übung, das beste zur Verfügung stehende Wörterbuch für die Ableitung des Wortes Esoterik zu Rate zu ziehen. So entdecken wir, dass Esoterik von dem griechischen Wort Esoterikos abgeleitet ist, das ganz einfach inner bedeutet.
Es bezeichnet die Summe der gegnerischen und spezifischen Elemente eines Dinges, das was in einem Organismus entsteht; das, in dem das Wahre Sein eines Dinges besteht. Es ist die schöpferische Substanz, das wahre Wesen. Wenn wir von der inneren Bedeutung dieser oder jener Sache sprechen, dann suchen wir in Wahrheit die Wesensart oder die Ursache der Erscheinung zu bestimmen.
Was gewöhnlich als esoterisch bezeichnet wird, stellt nur die Welt der Bedeutung dar, die uns die Art, die Qualität und die Funktion oder die Attribute der Erscheinung aufzeigt. Es ist nicht die Form, sondern das, was durch die Form verschleiert oder verborgen gehalten wird. Aber was liegt dahinter?
Es ist der bezeichnende Faktor, der innere, okkulte Faktor, verdeckt durch Qualität und Erscheinung. Das ist der ins Leben rufende Faktor, das ursprüngliche Prinzip. Das was ins Leben rief und in einem Organismus verborgen liegt.
Es ist gut, sich daran zu erinnern, dass die esoterische Wissenschaft sich mit der Entdeckung dessen befasst, was die Erscheinung in sich verbirgt, und das schließt alle Formen des Lebens ein, vom winzigsten Atom bis zu jener gigantischen Form, die wir einen Planeten oder ein Sonnensystem nennen. Um die Wahrheit mit Genauigkeit zu erfassen, beginnt darum der Schlüssel zu dieser schwer verständlichen Wissenschaft mit dem Ausspruch, dass jede wahre, esoterische Lehre vom Universalen ausgeht und beim Einzelnen endet. Warum muss das so sein?
Die allererste Lektion, die jeder esoterische Schüler zu lernen hat ist die Tatsache, dass er ein Teil und nur ein winziger Teil, eines unermesslichen und alles umschließenden Ganzen ist. Er muss lernen, dass die Energien, die ihn und die gesamte planetarischen Erscheinungen aktivieren, die natürlichen Energien des Einen Lebens sind, in dem wir leben, uns bewegen und sind. Er lernt, dass eine abgesonderte Haltung nur eine Illusion ist…!
Wir müssen zur Erkenntnis kommen, dass ohne den Kontakt mit der Seele und letzten Endes der Verschmelzung mit ihr, das Leben keine wahre Bedeutung hat. Aber unter dem Einfluss dieses Kontaktes und den sich ergebenden Beziehungen zwischen Seele und Persönlichkeit, kommt der Mensch schließlich zu einem Begreifen seines individuellen Platzes im Plan der Dinge und weiß, wo und wie er dienen kann…!
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Das,
worauf es in erser Linie ankommt,
ist nicht
im Äußeren
emsig zu schaffen und zu wirken,
sondern
im I n n e r e n zu reifen,
damit wir
unsere wahre Bestimmung,
den göttlichen Sinn unseres Lebens
erfüllen können!
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Quellnachweis und zu Studiumszwecken empfohlen:
Aus der Literatur von Alice A. Bailey!
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