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Goldinger Quellwasser
Die Goldinger-Leitung, welche die Gemeinden Hombrechtikon, Stäfa, Männedorf, Uetikon und Meilen mit Quellwasser versorgt, ist in die Jahre gekommen und bedarf einer Sanierung. Aufgrund ihres Zustandes ist eine Erneuerung der gesamten Leitung nötig. Die Investitionen belaufen sich auf 22 Mio. Franken bei einem Sanierungszyklus von 30 Jahre.
Um 1900 litt die Region am Zürichsee unter grosser Trockenheit und Trinkwasser wurde zur Mangelware (s. Chronik). Dies veranlasste Hans Sulzer, Präsident der Schulvorsteherschaft Kirchbühl-Stäfa, zur Einreichung einer Motion mit der Bitte, man möge dieser Misere ein Ende bereiten und eine Kommission mit der Suche nach Wasser beauftragen. Die Idee, Seewasser zu nutzen, wurde schnell verworfen, da offensichtlich war, was man damals alles in den See schüttete. Der Vorschlag von Ing. Bosshard von Thalwil, im Goldinger Tal nach Wasser zu suchen, fand viele Anhänger und so sicherte er 1906 zum Betrag von 250‘000 Franken mehrere Quellen in Goldingen für die Seegemeinden Stäfa, Hombrechtikon, Männedorf, Uetikon und Meilen. Die Bauarbeiten begannen 1910 mit der Quellfassung in Goldingen und 1911 mit dem Bau der Leitungen. Am 17. Januar 1912 fand das Werk mit der Inbetriebnahme seinen Abschluss. Die Erstellungskosten betrugen 1‘312‘914.67 Franken.
Die Leistungsdaten sind beachtlich
Die Quellen erbringen eine Leistung von 3‘570 Lit./min, was einem Jahreszufluss von 1‘800‘000 m3 entspricht. Das Wasser fliesst von Goldingen 617.60 m.ü.M über 28 km bis zum Einlauf in Meilen 530.50 m.ü.M ohne eine einzige Pumpe. Die Ingenieure machten sich das Prinzip der kommunizierenden Gefälles zu Nutze, wonach Wasser in einem geschlossenen System immer wieder hochsteigt bis zur Höhe seines Ausgangspunktes.
Sanierungs- und Erneuerungsbedarf
Nach 100 Jahren macht sich der Sanierungs- und Erneuerungsbedarf bemerkbar und nachdem bereits die Strecke zwischen der Risi in Stäfa bis Hombrechtikon ersetzt wurde, hat die Betriebskommission im vergangenen Jahr den Rest der Leitung einen Sanierungszyklus von 30 Jahren festgelegt. Die Kosten sind auf CHF 22 Mio. veranschlagt. Damit die Sanierung ohne Preisaufschlag auf das Wasser realisiert werden kann, wurde dieser lange Sanierungszyklus festgelegt.
Anfang 2012 wurde die Leistung der Erbauer der Trinkwasserleitung mit einem Film gewürdigt. Die Entfaltung des Industriezeitalters wäre in unserer Region ohne die technisch beeindruckende Ingenieursleistung kaum möglich gewesen. Die prosperierende Entwicklung unserer Dörfer verdanken wir dem Weitblick unserer Vorfahren.