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noch eine grosse Schokolade- und Zuckerwarenfabrik, eine Weinhefenfabrik mit Fabrik zur Herstellung von Neuenburger Schaumwein, eine grosse Baukonstruktionswerkstätte, eine Kunststein- und Zementbacksteinfabrik etc.
Gebäude.
Wie schon bemerkt, hat Locle keine alten Gebäude, die uns von seiner geschichtlichen Vergangenheit Kunde geben könnten. Das älteste Baudenkmal, der aus 1521 stammende Turm der reformierten Pfarrkirche, ist vor kurzem restauriert worden und hat neben neuen Glocken auch eine neue elektrische Uhr mit leuchtenden Zifferblättern erhalten. Auch das aus 1759 stammende Schiff dieser Kirche ist neuerdings geschmackvoll umgebaut worden. Weitere kirchliche Bauten sind die deutsche reformierte Kirche, das der freien evangelischen Gemeinde eingeräumte Oratoire, die Kapelle der mährischen Brüder und die katholische Kapelle.
Zahlreiche Schulhäuser das Collège du Bas (1846) und die ihm angegliederte Schule Jean Richard (1886), vor der das von Iguel geschaffene Bronzedenkmal dieses genialen Uhrenmachers steht, das höher oben stehende Nouveau Collège (1876), das Gebäude des Technikums (1902) etc. Ferner sind zu nennen das Rathaus (1834), Postgebäude (1859), Kasino-Theater und der 1893 erbaute Spital, der allen heute an eine solche Anstalt zu stellenden Anforderungen genügt und über etwa 50 Krankenbetten verfügt.
Die elektrische Beleuchtung ist seit 1890 eingeführt. Zuerst benutzte man zu diesem Zweck den 90 m hohen Fall des Bied in der Gorge de la Rançonnière, der während 5 Stunden im Tag 300 PS ergab, die aber dem wachsenden Bedürfnis bald nicht mehr genügten. Seit 1892 hat daher Locle 26% der vom Elektrizitätswerk der Gemeinden La Chaux de Fonds und Neuenburg in den Gorges de l'Areuse erzeugten Kraft erworben, die als mehrphasiger, hochgespannter Strom zur Transformatorenstation (Usine électrique) in Locle gelangt, wo dieser auf 150 Volts herabgesetzt wird. Im gleichen Gebäude ist auch das Pumpwerk untergebracht, von dem aus die Stadt mit dem im Thal von Locle gefassten Trinkwasser versorgt wird. Vergl. Locle (Vallée du).
Erziehung und Unterricht
erfreuen sich sorgfältiger Pflege und des regen Interesses der ganzen Bevölkerung. Die zur Zeit der Reformation gegründete Primarschule zählt jetzt in der Stadt selbst und in den 5 Schulkreisen ihrer Umgebung 51 Klassen mit 2392 Schülern, während die 1855 eingerichtete Sekundarschule heute (1903) 9 Klassen mit 147 Schülern umfasst. Die seit 1897 bestehende und an die Sekundarschule angegliederte Handelsschule hat drei Klassen mit 31 Schülern beiderlei Geschlechtes.
Das Technikum (123 Schüler) umfasst eine 1867 gegründete Uhrenmacherschule und Abteilungen für Mechanik, Gravüre, Montage und Elektrotechnik, sowie verschiedene Spezialklassen für die Erlernung einzelner Teile der Uhrenmacherei. Die Gewerbeschule (École professionnelle) gibt Lehrlingen und Arbeitern aller Handwerke und Gewerbe Unterricht in Sprachen, Zeichnen, Buchhaltung und im Zuschneiden. An sie schliesst sich eine Spezialschule für Schneiderinnen an. Den Reigen der der allgemeinen Bildung dienenden Institute schliessen die 1830 gegründete Bibliothek und das aus 1850 datierende Museum mit naturhistorischer, historischer und Gemäldesammlung. Die Stadtverwaltung wird in ihren gemeinnützigen Bestrebungen wirksam unterstützt vom Verschönerungsverein, der einen Volksgarten (Jardin public) geschaffen, eine meteorologische Säule mit selbstregistrierenden Instrumenten aufgestellt, in den Strassen und auf den Plätzen Bäume gepflanzt und die Restauration des Turmes der Pfarrkirche an Hand genommen hat.
Die Einrichtungen und Anstalten für wohltätige Zwecke sind so zahlreich, dass wir hier nicht alle namhaft machen können. Wir erwähnen daher blos das städtische Altersasyl (Hospice des vieillards), das 1824 gegründet worden ist und 61 Greisen beiderlei Geschlechtes einen friedlichen Zufluchtsort bietet, den 1850 gestifteten Privatspital, das 1875 von Maria Anna Calame gestiftete Asyl Les Billodes, das verwaiste oder verwahrloste Mädchen unterrichtet und erzieht. Nachdem das alte Gebäude dieses Asyles 1901 einer Feuersbrunst zum Opfer gefallen ist, hat es seit 1902 einen geräumigen Neubau bezogen, in dem 68 Mädchen zu brauchbaren und tüchtigen Gliedern der menschlichen Gesellschaft herangezogen werden. In nächster Zeit wird die Stadt, unterstützt durch freiwillige Gaben aus allen Schichten der Bevölkerung, auch an die Erstellung eines Waisenhauses für Knaben herantreten.
Geschichtlicher Ueberblick.
Urkundliche Namensformen sind 1150: Locloz;
1351: Loclo, Losclu;
1359: Locloz; ¶
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1395: Loucle. Der Name ist wahrscheinlich vom keltischen loch (lateinisch lacus, Deminutiv laculus) = See herzuleiten. Der Wanderer wird in der Umgebung von Locle wie überhaupt in den Neuenburgerbergen nirgends auf Ruinen von Burgen oder Klöstern oder auf Reste von Festungsmauern, Wällen und Gräben stossen. «Dieser verborgene Winkel des Schweizerlandes, der durch die Erzeugnisse seiner Industrie in der ganzen Welt bekannt geworden ist, kann sich mit Recht rühmen, mehr als jedes andere Gebiet ein Land der Freiheit zu sein. Die Bevölkerung dieser Thäler, deren Geschichte zwar nur fünf bis sechs Jahrhunderte in die Vergangenheit zurückreicht, wusste nie etwas von Leibeigenschaft, Hörigkeit, drückendem Dienstverhältnis und von die Freiheit beengenden Schranken, unter welchen ihre Nachbarn seufzten.»
Daher der alte und heute noch hie und da gebräuchliche Name des «Clods de la Franchise» für das Gebiet, dessen natürlichen Mittelpunkt die Stadt Locle bildet. Es steht heute fest, dass die erste Kolonisation dieser einst mit endlosen Tannenwaldungen bedeckten Hochthäler den Mönchen des Klosters Fontaine André zu verdanken ist, denen Renaud von Valangin 1151 die im w. Teil des Thales von Locle gelegenen sog. Prés d'Amens schenkte. Sie erbauten sich hier ein eigenes Haus, dessen aus mächtigen Bruchsteinen gefügtes Erdgeschoss sich an einem Gebäude in La Molière (bei Le Locle) noch bis heute erhalten haben soll. Eine grössere Anzahl von Kolonen kam aber erst im 13. und 14. Jahrhundert ins Land. So soll sich z. B. der Ueberlieferung nach ein Jean Droz aus Corcelles 1303 im «Verger», einem heutigen Quartier der Stadt Locle, niedergelassen haben, und schon 1308 wird den Ansiedlern urkundlich das freie Verfügungsrecht über das von ihnen urbar gemachte Land eingeräumt.
Die Herren von Valangin, denen dieses wilde Gebiet gehörte, sahen rechtzeitig ein, dass sie den Kolonen, die sich hier niederlassen wollten, aussergewöhnliche Vorteile und Vorrechte bieten mussten, um sie an die Scholle zu fesseln. 1372 entband Johann II. von Aarberg, Herr von Valangin, die Leute von Le Locle und La Sagne von der Pflicht der Heeresfolge und anerkannte sie als Freisassen, die Niemandem untertan waren als blos dem Grafen selbst. Das ist der Ursprung dieser alten Rasse der Neuenburger Montagnards, welche der Einfluss der rauhen Berge, mehr aber noch derjenige der Freiheit zu dem gemacht hat, was sie sind: ein ausdauerndes, arbeitsames, unabhängiges Völklein. 1351 wurde Locle zur eigenen Kirchgemeinde erhoben, worauf man 1372 hier eine der h. Maria Magdalena geweihte Kapelle erbaute, die von den Landleuten als «Moustier du Creux» bezeichnet wurde und das erste Gotteshaus im Neuenburger Hochjura war.
Trotz der Nähe der Grenze hatten die Dörfer des Clods de la Franchise auch während der Burgunderkriege völlige Ruhe, bis 1476 eine Bande versprengter Soldaten Karls des Kühnen das Dorf Locle zu plündern und brandschatzen versuchten. Nachdem diese Räuber aber von den Frauen aus dem Ort verjagt worden waren, fielen sie den am Ausgang des Thales auf ihre Ankunft wartenden Männern in die Hände, die ihnen einen heissen Empfang bereiteten. Zum Andenken an dieses Ereignis heisst der Ort des Kampfes heute noch Le Crêt Vaillant. Zu Ende des 15. Jahrhunderte zählte Le Locle blos etwa ¶