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„Der Konkurs und das Missmanagement anderer Unternehmen, die sich mit der Kryokonservierung von Stammzellen befassen, ruinieren unseren Sektor“, erklärte Dr. Luca Mariotta, wissenschaftlicher Direktor der SSCB, in einem Interview, das am 27. April in der Zeitung „TicinoNews“ veröffentlicht wurde. Dies nach unerfreulichen Ereignissen, die den Sektor der Konservierung von Blut und Nabelschnurgewebe betrafen und noch immer betreffen.
Nach der Schliessung mehrerer zwischengeschalteter Unternehmen, die die bei der Entbindung entnommenen Stammzellen vieler Familien bei Dritten gelagert hatten, beschloss die SSCB, die seit Jahren eine Politik der Transparenz verfolgt, die Türen ihrer Biobank zu öffnen, um Journalisten zu zeigen, wie und wo die Stammzellen der Familien, die sich uns anvertrauen, gelagert werden.
Während des Interviews wies Dr. Luca Mariotta darauf hin, dass es bei der Auswahl der Biobank, der man seine Stammzellen anvertrauen möchte, wichtig ist, die Zertifizierungen zu überprüfen, über die sie verfügt. Seit mehr als 10 Jahren ist die SSCB FACT NetCord akkreditiert, eine spezielle Akkreditierung für die Konservierung von Nabelschnurblut, die für öffentliche Banken erforderlich ist und strenge Kontrollen durch externe Inspektoren vorsieht, die den gesamten Kryokonservierungsprozess überprüfen.
Darüber hinaus ist SSCB nach GMP (Good Manufacturing Practice) zertifiziert, der speziellen Zertifizierung für die Konservierung von Nabelschnurgewebe.
Schliesslich sprach Dr. Damiano Castelli, ärztlicher Direktor der SSCB, über das Pilotprojekt der Hybridbank, an dem die SSCB und das öffentliche Spital von Bern beteiligt sind.
Nachstehend der vollständige Artikel
„Wir bieten konkrete Hilfe für Familien”
Nach dem Fall des sich in Luft auflösenden Unternehmens für Stammzellkonservierung bezieht Swiss Stem Cells Biotech Stellung: „Ein solcher Fall schadet dem Sektor, wir bieten Betroffenen Hilfe“.
„Diese etwas zwielichtigen Akteure schaden unserem gesamten Sektor. Wir glauben wirklich, dass wir mit unserer Arbeit vielen Familien helfen können. Es gibt mehr als 80 anerkannte Krankheiten, bei denen Blutstammzellen eingesetzt werden, und mehr als 300 klinische Studien, bei denen Zellen aus Nabelschnurgewebe verwendet werden konnten“. Dies erklärte Luca Mariotta, Wissenschaftlicher Direktor der Swiss Stem Cells Biotech in Vacallo, einer Privatbank, die sich mit der Konservierung von Stammzellen befasst. SSCB nimmt weiter Stellung in Bezug auf den Beitrag über Genico.
Der Fall
Letzte Woche berichtete Ticinonews über ein junges Paar, das auf der Suche nach den Zellen seines Babys ist, nachdem das Unternehmen «Genico», mit dem es einen Vertrag abgeschlossen hatte, verschwunden war. Der Kantonsapotheker Giovan Maria Zanini zeigte sich besorgt über die marktwirtschaftliche Politik der Schweiz in einem so sensiblen Bereich.
„Wir verteufeln keine Privatunternehmen“.
Als Antwort auf unser Interview teilt die Swiss Stem Cells Biotech in einer schriftlichen Stellungnahme folgendes mit: „Wir teilen zwar die Notwendigkeit, die Zahl der Spenden an öffentliche Banken zu erhöhen, die in der Lage sein sollten, qualitativ hochwertige Proben zu liefern, die der Allgemeinheit bei klinischen Anwendungen, insbesondere in der pädiatrischen Onkohämatologie, zur Verfügung gestellt werden können. Dennoch halten wir es aber für reduktionistisch, die Entscheidung einer werdenden Mutter, die, wenn eine Spende nicht möglich ist, beschliesst, für ihr ungeborenes Kind eine körpereigene, biologische Ressource zu bewahren, abzulehnen und in gewisser Hinsicht sogar zu entmutigen, nur weil es sich um eine von privaten Unternehmen angebotene Dienstleistung handelt“.
Blutzellen und Gewebezellen – eine Unterscheidung
Luca Mariotta betont deshalb eine wichtige Unterscheidung: Es gibt Nabelschnurblutzellen, für deren Einlagerung nur eine Meldung nötig ist, und Nabelschnurgewebezellen, die von Swissmedic bewilligungspflichtig sind und nicht in öffentlichen Banken gelagert werden. Letztere werden als mesenchymale Zellen bezeichnet und können Gewebe wie Knorpel, Knochen und Muskeln hervorbringen.
„Wir sind in beiden Bereichen tätig“, stellt Mariotta klar. „Jeder kann also die betreffende Genehmigung überprüfen. Was die Blutzellen betrifft, so gibt es eine nicht obligatorische FACT Netcord-Zertifizierung, die wir vorweisen können. Sie ist die am höchsten anerkannte Zertifizierung und 69 % der durchgeführten Transplantationen sind FACT Netcord-akkreditiert.» Wir fragen, ob es sich nicht nur um ein Geschäft handelt: „Nein, es ist eine medizinische Dienstleistung, eine Zukunftsversicherung. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es verschiedene Anwendungen gibt und jede Familie wählt diese Dienstleistung eindeutig frei“.
„Die Kontrollen für diejenigen, die korrekt arbeiten, sind vorhanden“.
Das heisst, dass der Sektor kein Dschungel ist und dass man sich bewusst informieren kann. Dies hat Genico jedoch nicht daran gehindert, nicht nur mit Famicord in Contone, sondern auch mit Swiss Stem Cells Biotech zu operieren und in der Vergangenheit sogar zusammenzuarbeiten, wenn auch nicht ohne Probleme. „Wir waren auch eine geschädigte Partei in dieser Zusammenarbeit“, so Mariotta weiter. „Wir können also sagen, dass wir genkonforme Proben haben. Bei Bedarf können wir dies bei den Familien bestätigen.»
Das Pilotprojekt einer Hybridbank
Doch was unterscheidet eine Privatbank von einer öffentlichen Bank? Im ersten Fall zahlt die Familie eine Versicherung, um ihre Zellen im Bedarfsfall zur Verfügung zu haben. Im zweiten Fall werden sie gespendet und für jedermann zugänglich gemacht. Doch es gibt noch eine dritte Alternative: ein Pilotprojekt, das von Swiss Stem Cells Biotech selbst und dem Berner Inselspital unter der Leitung von Professor Daniel Surbek durchgeführt wird: eine Hybridbank. „Es gibt sowohl organisatorische als auch finanzielle Vorteile“, erklärt der ärztliche Direktor von Swiss Stem Cells Biotech und ehemalige Leiter des Transfusionsdienstes des Roten Kreuzes, Dr. Damiano Castelli. „Die Auswahlkriterien für eine öffentliche Bank sind extrem streng, nur ein sehr kleiner Teil dieser Proben wird in eine öffentliche Bank aufgenommen.“
Aber wie soll das funktionieren? Wenn sich ein auf eine Probe angewiesene Patient irgendwo auf der Welt als kompatibel erweist, könnte die Familie, die die Zellen hinterlegt hat, entscheiden, ob sie diese spenden möchte oder nicht, und würde im Falle der Zustimmung eine Entschädigung erhalten. „Der experimentelle Teil wird bald abgeschlossen sein und wir werden versuchen, den Tessiner Familien die Möglichkeit zu bieten, die Nabelschnurblut-Stammzellen ihrer Kinder in diesem Hybridsystem einzulagern“.