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Mehrfamilienhaus Volketswil
Neubau elf Wohnungen
- Direktauftrag
- Auftraggeber: Maria und Hans Hirschi-Nussbaumer Stiftung
- Ausführung: Anfangs 2016 bis Juni 2017
- Baukosten: Fr. 5’000'000.-
- Umgebungsplanung: planivers Landchaftsarchitektur, Zürich, Fredy Ungricht
- Kunst am Bau: Pascale Wiedemann/ Daniel Mettler, Zürich
2014 ist die Stiftung an uns herangetreten mit dem Auftrag zu untersuchen, welche Nutzung auf ihren Parzellen möglich wäre. Die Parzellen liegen am Rande einer Wohnzone und ragen wie ein Keil in die Gewerbezone. Die Lärmbelastung auf der Nordseite durch die Kantonsstrasse und den Flughafen Dübendorf ist gross. Wobei die Lärmbelastung des Flughafens nur auf dem Papier besteht, der Grenzwerte ist auf FA-18 Kampfjets ausgelegt, obwohl diese nicht mehr dort stationiert sind. Nach Süden und Westen geht der Blick in eine Wohnsiedlung und ein Naherholungsgebiet.
Die Stiftung hat dann entschieden ein Wohnhaus mit 11 Wohnungen zu erstellen. Das Schwergewicht sollte auf 4,5 Zimmer Wohnungen zu einem günstigen Mietzins liegen. Eine hohe Rendite stand nicht im Vordergrund.
Die grossen Wohnungen haben offene Wohnküchen und von Norden nach Süden durchgehende Wohn- und Essbereiche. Die Balkone sind wie Loggias ausgebildet und haben die Grösse eines Zimmers. Auf der Nordseite gibt es kleinere Balkone, die es erlauben Zimmer auf der Nordseite mit Fenstern nach Osten oder Westen auszustatten. Die Waschküchen sind auf den Geschossen angeordnet.
Die Fassade ist durch grobkörnige Putzfelder gegliedert, diese betonen vorhandene oder mögliche Fensteröffnungen. In der Fläche ist ein 0.7 mm feiner Putz aufgetragen, die Putzfelder sind mit einem groben, horizontalem Besenstrich, 4 mm Putz abgerieben. Der hellrosa Farbton ist dem bestehenden Wohnhaus auf der Ostseite angeglichen. Die Fenster sind in Holz/ Metall, aussen in einem Bronceton, innen mit einem weissen Farbton. Die Lamellenstoren sind im gleichen Bronceton wie die Metallprofile der Fenster. Die Loggias werden mit vertikalen Markisen in weiss/ blau beschattet. Die Stakettengeländer im Attika, auf den Balkonen und bei den Fenstern, sowie das Geländer im Treppenhaus sind alle mit leicht zueinander geneigten Staketten aus 4mm Profilstahl in hellgrau gestaltet. Das ergibt vor allem bei einem seitlichen Blick einen geschlossenenren Eindruck.
Der Aussenraum soll das bestehende und das neue Wohnhaus zusammenführen. Die Gartenräume reagieren auf die kubische Erscheinung des neuen Gebäudes. Jeder Raum hat eine Zuordnung und ein eigenes Gesicht. So ergeben sich unterschiedliche Nutzungsräume, wie Naschgarten, Pflanzenfelder, Blumenstraussflächen, Rasenspielfelder, Baumschirme, usw. An der Südböschung der Wohnhäuser wurde auf Initiative der SWO ein Kalktrockenstandort für seltene Magerwiesenarten angelegt. Eingebaute Steinriegel sind Rückzugsort für Eidechsen, Igel, Marder, usw. und ermöglichen eine Verbindung zum nahen Chrutzelried.
Das anfallende Dachwasser wird sichtbar über eine topografisch vorgesehene Wasserspur um das Wohnhaus bis zur Versickerungsmulde geführt. Der Umgang mit dem Regenwasser ist so nicht nur ein ökologisches sondern auch ein spielerisches Element.
Die Stiftung hat sich auch entschieden einen Betrag für Kunst am Bau einzusetzen. Das Künstlerpaar Pascale Wiedemann und Daniel Mettler hatten die Idee Innenaufnahmen der unbewohnten Wohnungen zu überlagern und so zu verfremden. Diese Bilder wurden grossformatig ausgedruckt und im Treppenhaus auf jedem Geschoss platziert. Die Idee ist, dass man als Bewohner nie so genau weiss wie es beim Nachbarn aussieht, hat er den gleichen Grundriss, wie ist seine Küche gestaltet, wie ist das Bad angeordnet? Mit diesen Bildern können die Bewohner andere Wohnungen und Situationen spielerisch erkunden.
Das Wohnhaus ist Minergie zertifiziert und wird mit einer Luft-Wärmepumpe beheizt.