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Die Genfer Anklage-Kammer entscheidet am Donnerstag, ob der frühere Kreml-Verwalter Pawel Borodin in Haft bleiben muss oder frei kommt. Seine Anwälte haben ein Entlassungs-Gesuch gestellt. Borodin, dem Geldwäscherei und Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation vorgeworfen wird, liegt zur Zeit in einem Genfer Spital.Dieser Inhalt wurde am 10. April 2001 - 22:55 publiziert
Ob der frühere Kreml-Verwalter Pawel Borodin in Haft bleiben muss oder entlassen wird, entscheidet die Genfer Justiz in zwei Tagen. Seine Anwälte hatten am Dienstag (10.04.) um Entlassung ihres Mandanten ersucht. Die Staats-Anwaltschaft fordert eine Haft-Verlängerung um drei Monate.
Die Anhörung vor der Anklage-Kammer fand am Dienstag vor vollen Zuschauer-Rängen, aber ohne Borodin statt. Dieser musste wegen Schmerzen in der Brust ins Spital eingeliefert werden.
Mercata/Mabetex
Die Genfer Justiz wirft Borodin vor, den zwei Tessiner Firmen Mercata und Mabetex Renovations-Aufträge im Kreml zugeschanzt zu haben. Er und seine Familie sollen dafür rund 30 Mio. Franken kassiert haben.
Parallele zu Michailow
Mit ihrem Verfahren gegen Borodin stehen die Genfer Justiz-Behörden unter Erfolgszwang: Einige Anwälte prophezeien ihnen eine Blösse wie im Fall des russischen Geschäftsmannes Sergei Michailow. Dieser verbrachte fast 800 Tage in Genf in Untersuchungs-Haft und erhielt nach seinem Freispruch 800'000 Franken Entschädigung zugesprochen.
Borodin, amtierender Sekretär der russisch-weissrussischen Union, war am 17. Januar in New York auf Grund eines Schweizer Haftbefehls festgenommen worden. Nach anfänglichem Widerstand hatte er am 2. April überraschend seiner Auslieferung an die Schweiz zugestimmt und wurde fünf Tage später nach Genf überstellt.
swissinfo und Agenturen
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