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Als wir nach diesem kleinen Ausflug die Zugtickets nach Milngavie kaufen wollten, gibt es die ersten Missverständnisse mit der schottischen Sprache. Der Ort wird in Scotts ganz anders ausgesprochen als er geschrieben wird. Die Billetverkäuferin lachte allerdings nur und meinte, dass wir wohl nach «Mull Gae» wollen und schickte uns auf die weitere Reise.
In Milngavie angekommen bezogen wir unser Zimmer, suchten ein Restaurant für das Abendessen und freuten uns auf den morgigen Start der Tour.
Als wir nach diesem kleinen Ausflug die Zugtickets nach Milngavie kaufen wollten, gibt es die ersten Missverständnisse mit der schottischen Sprache. Der Ort wird in Scotts ganz anders ausgesprochen als er geschrieben wird. Die Billetverkäuferin lachte allerdings nur und meinte, dass wir wohl nach «Mull Gae» wollen und schickte uns auf die weitere Reise.
Tag 2: Milngavie – Drymen, 24 Kilometer
Im Frühstücksraum hatten wir schon den Verdacht, dass noch weitere Wanderer an diesem Tag den Weg nach Fort William starten würden. Als wir dann um 09:00 Uhr unser Gepäck bei der Rezeption deponierten, warteten auch schon einige Koffer darauf abgeholt zu werden. Nachdem wir beim Obelisken im Zentrum von Milngavie noch ein Erinnerungsfoto geschossen hatten, begannen wir unsere Wanderung. Der Weg war durchgehend mit kleinen Pflöcken mit einer Distel markiert und war so leicht zu finden. Nachdem wir durch einen kleinen Wald gewandert waren und die ersten Wanderer gesichtet hatten, erblickten wir das erste «Loch» mit dem Namen «Craigollie».
Es ging beständig bergauf und wir überquerten einen kleinen Sattel, von dem wir einen sehr schönen Ausblick auf die vor uns liegenden Highlands hatten. Kurz darauf erreichten wir ca. bei der Hälfte der heutigen Tagesetappe die Glengoyne Distillerie. Eine kleine Whisky-Brennerei, die fast unmittelbar am West Highland Way und an der Grenze zwischen den Low- und den Highlands liegt. Da wir gut in der Zeit lagen, beschlossen wir dort unsere Mittagspause einzulegen und auf die nächste Führung zu warten. Nach einer interessanten Führung durch die Distillerie und ein paar Schlucken Whisky fühlten wir uns mehr oder weniger in Form, um die letzten Kilometer in Angriff zu nehmen.
Der zweite Abschnitt zog sich dann aber etwas in die Länge. Vor allem da die letzten Kilometer teils auf Asphalt führten und wir bemerkten, dass wir wohl doch noch nicht ganz eingelaufen waren. Kurz vor Drymen versäumten wir dann auch die Abzweigung ins Ortszentrum und mussten ein kleines Stück zurücklaufen. In Drymen selbst genehmigten wir uns dann eine Suppe im Stadtzentrum und machten uns zum Schluss auf den Weg zu unserem Bed & Breakfast. Das Bramblewood B&B war eines der besten auf der ganzen Strecke und wir wurden dort toll bewirtet.
Tag 3: Drymen – Roverdennan, ca 25 Kilometer
Da das B&B etwas ausserhalb des Ortes liegt, hätten wir zu Beginn der Etappe etwas abkürzen können, doch wir entschlossen uns noch mal durch das Ortszentrum zu wandern, um Proviant zu kaufen, da die kommenden Etappen durch kleinere Orte führten. Wir folgten so dem Originalverlauf des West Highland Ways und näherten uns so über einen Bergrücken dem Conic Hill. Von hier bot sich uns ein toller Ausblick auf das Loch Lomont, dem grössten Süsswassersee Grossbritanniens. Diesem Loch würden wir die nächsten zwei Tage entlanglaufen.
Nach einem Abstieg durch einen sehr schönen Wald entschlossen wir uns kurz nach Balmaha eine Pause am Strand einzulegen. Auch heute zog sich der zweite Teil der Strecke in die Länge. Wir bemerkten langsam, dass wir die Pausen besser einteilen müssten, damit die Kraft für die langen Etappen besser reicht. Nach einem wunderschönen Stück auf der Halbinsel Ross Cove erreichten wir letzten Endes unsere Unterkunft. Nur die Strasse auf der anderen Seite des Lochs erinnerte hier noch daran, dass die Zivilisation doch relativ nah war – das Hotel liegt ziemlich verlassen am Ufer des Sees.
Tag 4: Roverdennan – Inverarnan , ca. 27 Kilometer
Wir waren bei den letzten Wanderern, die sich an diesem Tag bei leichtem Nieselregen aufmachten, um nach Inverarnan zu wandern. Der heutige Tag wurde in der Wegbeschreibung als einer der schwierigsten Abschnitte beschrieben. Auch wegen der Länge rechneten wir mit einem ziemlich harten Tag.
Der erste Teil des Weges führte etwas unspektakulär auf gut ausgebauten Forststrassen am Loch entlang. So überwanden wir die ersten 11 Kilometer bis zum Wasserfall bei Inversnaid relativ schnell. Unmittelbar neben dem Wasserfall machten wir wieder Rast und fragten uns, was denn nun auf uns zukommen würde?
Tag 5: Beingras Farm – Bridge of Orchy – Kings House
Bei der Variante, die wir gewählt hatten, war ein kurzer Taxitransfer inbegriffen, da wir die Tour sonst nicht in den sechs Wanderetappen geschafft hätten. Während wir am Morgen auf das Taxi warteten, konnten wir dabei zusehen, wie der Farmer die wild verstreuten Schafe mit einem Schäferhund in wenigen Minuten wieder zusammengetrieben hatte. Danach stand auch schon das Taxi auf der Farm und brachte uns zur ca. 20 Meilen entfernten Bridge of Orchy.
Von hier aus ging es auf einen Hügel hinauf, von dem aus wir einen tollen Ausblick auf die umliegenden Lochs hatten. Danach liefen wir auf einer alten Militärstrasse auf der wir wieder sehr gut vorankamen. Da etwas Regen aufzog, entschieden wir uns die Mittagsrast in ein kleines Wäldchen zu verlegen. Dort wurden wir allerdings ziemlich schnell von den schottischen Mücken gefunden, weshalb wir einen sehr kurzen Mittagsstop machten. Danach ging es weiter Richtung Glencoe Mountain, einem kleinen Skigebiet in den Highlands. Uns boten sich schöne Blicke auf die Hügel der Highlands und kurz darauf erreichten wir bei leichtem Regen unser heutiges Etappenziel, das Kings House Hotel.
Auch hier war bei den Wanderern wieder Multi-Kulti angesagt. Wanderer aus der ganzen Welt machten hier Halt und tauschten Anekdoten aus.
Tag 6: Kings House – Devils Staircase – Kinlochleven, ca. 16 Kilometer
Heute stand die Wanderung über den «Devils Staircase» auf dem Programm. Wir wanderten an einem der charakteristischsten Bergmassive Schottlands vorbei, dem Buachaille Etive Mòr.
Über Serpentinen ging es hoch zu einem kleinen Sattel, der seinen Namen von schottischen Soldaten bekam und den höchsten Punkt des West Highland Ways markiert. Da wir noch nicht genug hatten, entschlossen wir uns noch einen der umliegenden Gipfel zu besteigen. Es waren nur ca. 150 Höhenmeter, die wir schnell überwunden hatten, dafür hatten wir wieder tolle Ausblicke auf die umliegenden Highlands. Wir konnten sogar schon einen ersten Blick auf den Ben Nevis – den höchsten Berg Grossbritanniens werfen.
Tag 7: Kinlochleven – Fort William, ca. 28 Kilometer
Heute mussten wir die längste Etappe überstehen. Da wir nach den letzten längeren Touren schon etwas angeschlagen waren, hatten wir etwas Respekt vor diesem Stück.
Zuerst mussten wir einen ziemlich steilen Anstieg überwinden, der uns in eine Hochebene führte. Hier wanderten wir wieder ziemlich idyllisch auf einer alten Militärstrasse und kamen recht gut voran.Auf dem Weg passierten wir einige Ruinen, bei denen wir dann ein erstes Mal pausierten. Dabei entdeckten wir an einem Hang des Tales eine Gruppe Schäfer mit ihren Hunden, die ihre Herde zusammentrieben.