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Er gehört zu den grössten Filmkomponisten der Welt: John Barry, der hinter vielen der legendären James-Bond-Soundtracks stand. Der fünffache Oscar-Gewinner aus Grossbritannien, der 2011 im Alter von 77 Jahren gestorben ist, wird jetzt mit einer Filmreihe vom British Film Institute (BFI) geehrt.
Speziell dabei: Alle Filme der Serie «John Barry: Soundtracking Bond and Beyond» werden mit einem Hinweis versehen. Die Filme «enthalten Sprache, Bilder oder andere Inhalte, die die Ansichten der damaligen Zeit widerspiegeln, aber heute (wie damals) Anstoss erregen können», heisst es darin.
Das BFI schreibt dazu: «Die Disclaimer werden hier aus historischen, kulturellen oder ästhetischen Gründen gezeigt, denn diese Ansichten werden in keiner Weise vom BFI oder seinen Partnern gebilligt.»
Vorurteile und Vergewaltigung
Doch damit nicht genug. Beim Bond-Film «You Only Live Twice» von 1967 gibt es eine zusätzliche Warnung: «Der Film enthält überholte rassistische Vorurteile.»
Im Film verkleidet sich James Bond, gespielt von Sean Connery, als Asiate, wobei diese Verkleidung voller Stereotypen aus heutiger Sicht eher lächerlich wirkt.
Der zweite Film mit James Bond, der in der Serie gezeigt wird, ist «Goldfinger» von 1964. Darin wird angedeutet, wie Bond, auch hier von Sean Connery dargestellt, Pussy Galore (Honor Blackman) in einer Scheune vergewaltigt. Laut 007-Autor Ian Fleming «heilt» Bond damit die lesbische Figur «von ihrer psychopathologischen Krankheit».
«Filme benötigen Kontext»
Die Bond-Filme sind nicht die einzigen mit solchen Warnhinweisen. Auch «Deadfall», «The Ipcress File», «Boom» und «Four in the Morning» sind davon betroffen. Einen eigenen Disclaimer bekommen «Never Let Go» für die «rassistischen Einstellungen und die Sprache» und «Midnight Cowboy» für die «homophobe Sprache und die sexualisierte Gewalt». Vor «Szenen von häuslicher Gewalt» wird beim Film «Petulia» gewarnt.
Ein Sprecher des BFI sagt gegenüber dem «Guardian»: «Wir haben die Filme mit Warnhinweisen versehen, da es sich um britische Titel aus den 60er- und 70er-Jahren handelt, die etwas Kontext benötigen.»
Teenies wünschen sich Warnhinweise
Laut einer Studie von 2021 befürworten fast zwei Drittel aller Teenager in Grossbritannien solche Warnhinweise vor Filmen.
Die Kritik an James Bond ist nicht neu. Erst vergangenes Jahr wurde anlässlich des 70-Jahre-Jubiläums bei der Neuauflage der Bücher darüber diskutiert, ob man gewisse Begriffe daraus entfernen oder abändern dürfe. Diese Bücher wurden ebenfalls mit Warnhinweisen versehen.
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