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Bern, Fastnacht 1523: Während Anhänger und Gegner der Reformation in der Eidgenossenschaft allenthalben aneinandergeraten, benutzt eine Gruppe junger Bürger den Ausnahmezustand der Fastnacht, um den Papst und die «Pfaffen» zu verspotten und anzuklagen. Politisch brisante Spektakel werden inszeniert - zu einem Zeitpunkt, in dem das offizielle Bern noch weit davon entfernt ist, sich zur Reformation zu bekennen. Wer steckt dahinter? Welche Bedeutung haben die Aufführungen für den Verlauf der Reformation?
Die Berner Fastnachtsspiele sind keine Einzelerscheinung. Die Fastnacht spielte auch in anderen Städten eine wichtige Rolle bei der Verbreitung reformatorischer Ideen. Denn die Fastnachtskultur des 15. und 16. Jahrhunderts, die hier erstmals in ihren politischen, sozialen und kulturellen Zusammenhängen dargestellt wird, prägte zentrale Bereiche der Gesellschaft.
«Abgerundet wird Pfrunders vielseitige Arbeit durch den Versuch, Fastnachtsspiele als eine Möglichkeit zu deuten, wie die Gesellschaft soziale und politische Umwälzungen möglichst schadlos bewältigt: Fastnacht(-spiele) als geordnet ablaufende Konfliktrituale.» (Der Bund)