Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03527.jsonl.gz/1770

Der Dokumentarfilm We Still Live Here – Âs Nutayuneân erzählt die unglaubliche Geschichte eines kulturellen Wiederauflebens bei den Wampanoag, einer indigenen Nadion aus Massachusetts, USA. Alles begann mit der 30-jährigen Jessie Little Doe Baird, einer Wampanoag-Sozialarbeiterin, die immer wieder denselben Traum hatte: Leute aus vergangenen Zeiten mit familiären Gesichtern sprachen sie in einer unverständlichen Sprache an. Erst später realisierte sie, dass sie auf Wôpanâak, der eigenen Sprache ihrer indigenen Nation, die seit einem Jahrhundert niemand mehr beherrschte, sprachen.

Dieses Erlebnis war der Startpunkt einer echten Odyssee, die Jessie zum Linguistikstudium am Massachusetts Institute of Technology (MIT) brachte. Mit weiteren Mitgliedern von zwei Wampanoag-Gemeinschaften durchforstete sie unzählige Archivdokumente aus der Missionarszeit, um Bruchteile ihrer Sprache ausfindig zu machen und ihre Bedeutung zu rekonstruieren. So machten die Enthusiasten das Unmögliche möglich: nach vielen Generationen ohne Muttersprachler lebt eine indigene nordamerikanische Sprache wieder auf. Mit einer klaren Botschaft an die Siedler: «Âs Nutayuneân» – wir leben immer noch hier.