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Philipp Neri, Namensträger der Philipp Neri Stiftung, gilt vor allem als Patron der Gaukler. Viele Kirchen und Sozialstationen tragen heute seinen Namen. Warum dies so ist, zeigt ein Einblick in sein Leben.
Philipp Neri wurde 1515 in Florenz geboren. 1548 kam er nach Rom zum Stu-dieren. Angesichts der grossen Not der Pilger und der Armen kam er zum Entscheid, sich zuerst um diese Menschen zu kümmern und gründete die Erzbruderschaft der Pilger und Kranken. Später gründete er das Hospiz Santissima Trinita di Pellegrini, wo die Pilger als «Gäste Gottes» umsonst Unterkunft und Verpflegung erhielten.
Erst im Jahr 1551 wurde er Priester bei der Bruderschaft San Girolamo della Carita in Rom. Als Priester war er der Überzeugung, dass Glaube ohne Freude krank mache. Mit seinen humorvollen geistlichen Ansprachen auf öffentlichen Plätzen in Rom und mit seinen Clownereien gewann er bald die Herzen der Jugend und der einfachen Leute. Seine Gabe, den Glauben auch auf unkonventionelle humorvolle Art zu vermitteln und seine direkte, bodenständige Art war jedoch verbunden mit einer grossen Frömmigkeit und Leidenschaft zum Glauben.
In dieser Zeit traf er sich abends mit Gefährten in einem Oratorium zu Gebet, Hymnen, Lesungen und zum Austausch. Diese Treffen weiteten sich aus und wurden zum Mittelpunkt seiner Tätigkeit. Berühmte spätere Bischöfe, Kardinäle und weitere Persönlichkeiten gehörten zu den Mitgliedern. 1552 gründete Philipp Neri seine Weltpriester-Kongregation der «Oratorianer». Philipp Neri führte mit seinen Mitbrüdern für die damalige Zeit revolutionäre neue Seelsorgemethoden ein, wie die Laienpredigt, geistliche Lieder in der Volkssprache sowie Wallfahrten. Philipp Neri war zudem ein begehrter Beichtvater von Kardinälen und Berater vom Papst und wird so zur herausragenden Persönlichkeit der Gegenreformation in Rom im 16. Jahrhundert.
1575 begann Philipp Neri mit dem Bau der imposanten Kirche San Maria in Vallicella, «Chiesa Nuova» genannt, die jedoch erst 10 Jahre nach seinem Tod fertig gestellt wurde. In ihr ist der goldene Schrein mit seinen Gebeinen zu finden. Dass er beim Volk «Pippo buono», der «gute Philipp» genannt wurde, zeigt seine Beliebtheit. Die Römer verehren ihn noch heute als ihren zweiten Apostel und Stadtpatron.
Philipp Neri starb 1595 und wurde schon kurz nach seinem Tod im Jahre 1600 von Papst Paul V seliggesprochen. Am 12. März 1622 erfolgte die Heiligsprechung durch Papst Gregor XV. Der Gedenktag des Heiligen Philipp Neri ist der 26. Mai.