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Die Verantwortlichen des Zoo Zürich wählten für einmal nicht einen aus dem Verbreitungsgebiet der Art stammenden Namen aus. Sie einigten sich auf einen chinesischen: «Qiwèn» heisst der junge Kappengibbon.
Laut Zoo bedeutet der Name so viel wie «fantastische Anekdote», «seltsame Geschichte» oder «merkwürdige Begebenheit». Und das passt - denn mit dem Jungtier, das mit einem Gewicht von ungefähr 350 bis 450 Gramm auf die Welt kam, hatte niemand gerechnet.
Zwar waren körperliche Veränderungen bei Qiwèns Mutter wahrgenommen worden, doch wurden diese nicht gerade mit einer Schwangerschaft in Verbindung gebracht. Denn sie erhielt - um das Geburtsintervall von normalerweise zwei bis zweieinhalb Jahren etwas zu verlängern - die Pille.
Noch ist von Qiwèn wenig zu sehen: Oft ist von ihr, da sie eingebettet zwischen den angewinkelten Beinen und der Bauch- und Brustpartie der Mutter ist, nur eine Hand oder ein Fuss sichtbar. Das Neugeborene lässt aber bereits die für Gibbons typischen langen und feingliedrigen Arme und Beine erkennen.
Qiwèn wurde in eine klassische Familie hinein geboren. Gibbons leben paarweise mit ihrem noch nicht geschlechtsreifen Nachwuchs zusammen. Ihr Vater Khmer wurde 1984 in Zürich geboren, Mutter Willow stammt aus Grossbritannien und ist seit 1992 in Zürich. In derselben Anlage leben auch ein Bruder (Laju, 2011) und eine Schwester (Nyanyi, 2013) von Qiwèn.
Ein weiterer Bruder sowie eine über 40-jährige Grossmutter sind in benachbarten Anlagen untergebracht. Derzeit leben neun Kappengibbons im Zoo Zürich. Seit 1981, als der Bestand aufgebaut wurde, sind nun bis und mit Samichlaustag 29 Geburten verzeichnet worden.
Kappengibbons bewohnen das Blätterdach von Regenwäldern im südostlichen Thailand, im südwestlichen Laos und im westlichen Kambodscha. Sie fressen vor allem Früchte, junge Triebe und Blätter sowie vereinzelt Insekten. Die einzelnen Familien besetzen Territorien. Die monogam lebenden Elterntiere markieren ihr Gebiet akustisch mit Duettgesängen.
Die Welt-Naturschutzunion IUCN stuft den Kappengibbon auf ihrer Roten Liste als «stark gefährdet» ein. Der Bestand hat innerhalb von drei Generationen (45 Jahre) um mehr als die Hälfte abgenommen. Die Tiere werden einerseits gejagt, andererseits wird ihr Lebensraum zerstört. (SDA)Publiziert am 21.12.2016 | Aktualisiert am 21.12.2016