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|Quellen allgemein||

Geschichte der Lehrpfade
Naturlehrpfade haben eine lange Geschichte. Die Grundidee des Umweltschutzes verfolgten schon die ersten Begründer von Lehrpfaden. Sie wollten die Besucher auf die Umwelt aufmerksam machen und ihnen gleichzeitig ein Bewusstsein für die Umwelt anerziehen und damit ihr Verhalten der Natur gegenüber verändern. Diese Grundidee ist noch immer dieselbe, aber die Darstellungsformen und die Herangehensweise an die Präsentation und den Einbezug der Besucher haben sich kontinuierlich verändert. In den USA, im Palisade Interstate Park, wurde von Lutz der erste Lehrpfad 1925 installiert. Dieser Naturlehrpfad war aus heutiger Sicht sehr fortschrittlich. Die Besucher wurden angehalten die unmittelbare Natur aktiv zu beobachten und in der Natur vorgestellte Objekte zu erkunden (Engelhardt, 1995; Lindau, 2004). Einige Jahre später wurden auch im deutschsprachigen Raum die ersten Naturlehrpfade erstellt. In den 1960er Jahren folgte eine Welle von neuen Natur- und überwiegend Waldlehrpfaden. Bei diesen Pfaden handelte es sich meistens um Schilderpfade, welche den Besuchern den Wald als schützenswertes Ökosystem näher bringen wollten (Nutz, 2003). Andererseits wurden die Pfade als leitende Naturschutzmassnahme eingeführt, um die Flut der Erholung suchenden Autofahrern aus der Stadt in den Naturgebieten zu kanalisieren. Deshalb wurden zu Beginn gerade bei grossen Parkplätzen am Waldrand Lehrpfadrundwege angebracht (Engelhardt, 1995).
Eine Studie aus dem Jahr 1995 zeigte auf, dass die Themenwahl für die Naturlehrpfade sehr einseitig war, denn im Jahr 1972 behandelten von 600 Lehrpfaden in Deutschland mehr als die Hälfte das Thema Wald (Engelhardt, 1995) . Die Anzahl Lehrpfade in Deutschland wurde 1998 auf etwa 1000 geschätzt. Davon waren 85 % Wald- oder Naturlehrpfade und nur 3 % Naturerlebnispfade (Lindau, 2004).
Die Hoffnung der Lehrpfad-Pioniere, eine Veränderung im Verhalten der Besucher in ihrem Umgang mit der Natur zu bewirken, wurde mittlerweile durch einige Studien widerlegt. Offenbar ziehen Kenntnisse zur Umwelt nicht unbedingt ein umweltbewusstes Verhalten nach sich (Megerle, 2003). Die reine Wissensvermittlung verstärkt das Umweltbewusstsein bei den Besuchern nicht. Die kritischen Stimmen gegen diese konventionellen Lehrpfade mehrten sich daher seit den 70-iger Jahren (Lindau, 2004). Cornell (1991) setzte sich als einer der ersten für eine andere Art der Wissensvermittlung ein. Anstelle von normalen Schilderpfaden, bei welchen das Wissen einzig über das geschriebene Wort übermittelt wird, stellt er die Wahrnehmung und das Erleben der Natur mit den Sinnen in den Mittelpunkt. In Deutschland wurden zu Beginn der 80-iger Jahre Lehrpfade in dieser neuen Form umgesetzt. Darin werden komplexere Sachverhalte mit dem Fokus auf das gesamte Ökosystem und die Vernetzung zwischen den verschiedenen Teilsystemen behandelt. Man wollte einen Einblick in die Funktionen des Ökosystems bieten, anstatt nur Detailwissen zu liefern (Knieps, 1990).
Wir leben in einer Gesellschaft, in der die meisten Leute in Städten oder deren Agglomerationen leben. Viele Kinder treten kaum in engeren Kontakt mit der Natur. Auf interaktive Weise wird mit neueren Lehrpfaden versucht, diese Verbindung zwischen der Natur und den Menschen wieder herzustellen. Bei diesen neuen Pfaden handelt es sich um «Naturerlebnispfade». Hier geht es primär darum, die Besucher für die Natur zu begeistern und sie ihnen mit allen Sinnen näher zu bringen (Megerle, 2003).
Die Tabelle 1 bietet eine Übersicht über die Entwicklung der Lehrpfade seit der Errichtung des ersten Lehrpfades 1925.
Tabelle 1: Übersicht zur Entwicklung und inhaltlichen Ausrichtung von Lehrpfaden
(verändert nach Lindau (2004) , Ebers et al. (1998) und Marek (1993))
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