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Vor wenigen Stunden wurden in Peking unter dem Jubel von 90.000 Menschen im dortigen Olympiastadion und schätzungsweise 4 Milliarden Menschen an den Fernsehgeräten weltweit die 29. olympischen Spiele eröffnet. Dem Entzünden des gigantischen olympischen Feuers gingen eine spektakuläre Show und der traditionelle Einmarsch der Athleten voraus. Fahnenträger der brasilianischen Delegation war Robert Scheidt, Gewinner der Goldmedaille im Segelwettbewerb 1996 in Atlanta und 2004 in Athen.
Unter den zahlreichen Staats- und Regierungschefs der teilnehmenden Nationen befand sich auch Brasiliens Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva, der sichtlich begeistert von der Zeremonie den brasilianischen Sportlern zuwinkte. Am Vortag hatte er die brasilianische Delegation bereits im olympischen Dorf besucht und mit ihnen gescherzt.
Nach Angaben der nationalen olympischen Komitees in Brasilien (COB) war niemals zuvor eine bessere Vorbereitung möglich gewesen wie für die Spiele in Peking. Es sind die ersten olympischen Spiele, bei dem das COB voll auf das Lei Agnelo/Piva zurückgreifen konnte. Denn dieses Gesetz erlaubt dem Komitee nun eine langfristige Planung und Förderung der Sportler durch eine abgesicherte Finanzierung. Im Jahr 2001 unter der Regierung von Präsident Cardoso verabschiedet, fliessen seitdem 2% der Bruttoeinnahmen aus der staatlichen Lotterie dem brasilianischen olympischen und paralympischen Komitee zu.
Und auf optimale Bedingungen wurde sehr viel Wert gelegt. Durch die 11 Stunden Zeitunterschied zu Brasília sollten sich die Athleten frühzeitig akklimatisieren und wurden schon vor Wochen in Richtung China geschickt.
Die Schwimmer bezogen ein Trainingslager in Macau, die rhythmische Sportgymnastik, die Volleyballteams und die Judomannschaft schlugen ihre Zelte in Japan auf. Das Training der Handballfrauen fand in Spanien statt, die Dressurreiter bereiteten sich zuerst Aachen in Deutschland vor und zogen dann nach Hongkong weiter, die Disziplinen Handball und Teakwando trainierten in Südkorea und die letzten Vorbereitungen der Tischtennisspieler fanden in Kroatien, Frankreich und China statt.
Im Kampf gegen Doping führte das COB zudem von Mai bis Juli bei insgesamt 600 Sportlerinnen und Sportlern, die sich entweder bereits qualifiziert hatte oder noch gute Chancen auf einen Teilnahmen in China besassen, umfangreiche Dopingtests durch. Im Kampf gegen die Einnahe der verbotenen Mittel werden in Brasilien anders als beim internationalen Antidopingverband nicht nur die wissenschaftlichen Namen der Substanzen veröffentlicht, sondern auch die tatsächlichen Namen der im Handel erhältlichen Medikamente. So können laut dem COB die Sportler viel leichter feststellen, ob dieses oder jenes Medikament auf der schwarzen Liste steht und somit Fehler bei der Vorbereitung vermeiden.
In 29 olympischen Sportarten kämpfen 277 brasilianische Athleten – 145 Männer und 132 Frauen – in den kommenden 16 Tagen um Gold, Silber und Bronze. Vor vier Jahren waren es mit 125 Männern und 122 Frauen nur 247 gewesen. Am Ende landete Brasilien mit fünf Gold-, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen auf dem 16. Platz im Medaillenspiegel. Einen Medaillenausblick für dieses Jahr wollte das COB nicht geben. Der Delegationsleiter Carlos Arthur Nuzmann jedoch ist zuversichtlich, “nach vier Jahren harter Vorbereitung die erfolgreichsten Spiele in der brasilianischen Olympiageschichte“ zu bestreiten.
Wir vom BrasilienPortal haben für Sie einmal die grössten brasilianischen Medaillenhoffungen auf unseren Sonderseiten zur Olympiade 2008 zusammengestellt. Zudem finden Sie dort alle Athleten aus dem “país tropical“ übersichtlich nach Sportarten aufgelistet. In den kommenden zwei Wochen dreht sich damit auch bei den BrasilienPortal News und Podcasts fast alles um Olympia. Aus unserem kleinen “News- & Podcastsstudio“ in Toledo/Paraná sowie aus der Sportredaktion in der Schweiz versuchen wir Sie täglich umfassend mit aktuellen Ergebnissen und kompetenten Hintergrundberichten zu informieren. Zudem werden wir mit Sicherheit im Laufe der Spiele den einen oder anderen Sportler noch genauer vorstellen.