Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03198.jsonl.gz/280

Stiftung Baumgart-Möller
Die Werke der Stiftung Baumgart-Möller wurden vom 3. Juni bis 4. November 2018 nahezu komplett ausgestellt und die Ergebnisse der Provenienzforschung präsentiert.
Der gelernte Buchhändler Ferdinand Möller (1882–1956) wechselte 1912 vom Verlagswesen in den Kunsthandel. Im selben Jahr heiratete er die Malerin Maria Möller-Garny (1886–1971). Das Paar bekam drei Töchter: Susanne Wenzel-Möller (1913–2003), Rosemarie Baumgart-Möller (1915–2000) und Angelika Fessler-Möller (1919–2002). Als 1937 im Rahmen der NS-Aktion «Entartete Kunst» über 17’000 avantgardistische Kunstwerke aus deutschem Museumsbesitz beschlagnahmt wurden, zählte Ferdinand Möller zu den vier Kunsthändlern, die den Auftrag zu ihrer «Verwertung» erhielten. Er erwarb über 800 Kunstwerke durch Kauf gegen US-Devisen oder im Tausch gegen systemkonforme Kunst.
2016 wurde mit Unterstützung des Schweizer Bundesamtes für Kultur erstmalig systematische Provenienzforschung im Kirchner Museum Davos durchgeführt. Dabei wurden die Werke aus der Stiftung Baumgart-Möller vorrangig untersucht, da von einer erhöhten Wahrscheinlichkeit ausgegangen wurde, dass sie mit der Beschlagnahme und «Verwertung» von Privatbesitz und Museumsbeständen während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland in den Jahren 1933 bis 1945 in Verbindung stehen.
Die Recherche ergab, dass ein Grossteil der Werke aus der kunsthändlerischen Tätigkeit Ferdinand Möllers zwischen 1912 und 1956 in den Familienbesitz überging und nur wenige Werke nach seinem Tod erworben wurden. Bei 16 Werken ist die Provenienz vollständig geklärt und unbedenklich. Bei 21 Werken sind die Herkunftsangaben zwischen 1933 und 1945 weiterhin lückenhaft, aber es gibt keine Hinweise, die einen NS-Raubkunstverdacht nahelegen. Bei einem Werk kann ein Verdacht auf NS-Raubkunst nicht ausgeschlossen werden und die Provenienz wird weiter untersucht.
Die Werke der Stiftung Baumgart-Möller wurden vom 3. Juni bis 4. November 2018 nahezu komplett ausgestellt und die Ergebnisse der Provenienzforschung präsentiert.