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...sind mehrere 1000 km lang und transportieren viel Feuchtigkeit von (sub-)tropischen Regionen zu den mittleren Breiten. Mögliche Folgen sind unwetterartige Regenfälle, wie beispielsweise im Oktober vor 11 Jahren.
Wetter
...sind mehrere 1000 km lang und transportieren viel Feuchtigkeit von (sub-)tropischen Regionen zu den mittleren Breiten. Mögliche Folgen sind unwetterartige Regenfälle, wie beispielsweise im Oktober vor 11 Jahren.
Zwischen hohem Druck über dem Atlantik und einer ausgedehnten Tiefdruckzone über Nordeuropa war heute der Jetstream (Starkwindband in der Höhe) nach Westeuropa gerichtet. Mit dieser westlichen bis nordwestlichen Strömung floss sehr feuchte und milde Luft zum Kontinent, wie folgende Grafiken und Zeilen illustrieren.
Eine dermassen feuchte Luft muss ihren Ursprung in den Subtropen/Tropen haben. Greifen wir also auf das Hilfsmittel der Rückwärtstrajektorien zurück. Lässt man das Modell berechnen, woher die Luft heute über Zürich ursprünglich stammte, bestätigt sich der Verdacht. Zumindest die Luft auf 3 und 6 km Höhe hatte ihren Ursprung in den Subtropen.
Der Transport solcher milden und mit sehr viel Feuchtigkeit angereicherten Luftmassen wird «Atmospheric River» oder «Atmosphärischer Fluss» genannt. Er transportiert vor allem in tieferen Schichten viel Feuchtigkeit von (sub-)tropischen Meeresregionen in mittlere Breiten oder sogar polare Regionen.
Ist ein atmosphärischer Fluss über einen längeren Zeitraum auf die gleiche Region und insbesondere mit einer senkrechten Komponente auf ein Gebirge gerichtet (Stauniederschlag), sind ausserordentlich hohe Niederschlagsmengen möglich. Verschlimmert werden kann die Situation, wenn in den Wintermonaten vor einem solchen Ereignis eine Schneedecke liegt. So kommt nebst den hohen Niederschlagsmengen auch viel Schmelzwasser in den Abfluss. Die logische Folge sind Erdrutsche, Murgänge oder Überschwemmungen.
Ein solcher Fall fand beispielsweise vor rund 11 Jahren vom 6. bis 10. Oktober 2011 statt. Damals fielen in diesem Zeitraum am Alpennordhang 100 bis zum Teil über 200 mm Niederschlag. Die Schneefallgrenze lag zunächst unter 1000 Meter, stieg in der milden subtropischen Luft über 3000 Meter an. Infolge der Niederschläge und des Schmelzwassers traten zahlreiche Flüsse über die Ufer (Link hydrologischer Spezialbericht des Bundesamts für Umwelt BAFU).
Zum Glück droht uns ein gleiches Szenario in den kommenden Tagen nicht. Die Strömung dreht allmählich auf westliche bis südwestliche Richtung. Der Zustrom der feuchtmilden Luft lässt rasch nach bzw. fliesst nördlich an uns vorbei. Die Niederschlagsmengen werden sich also im Rahmen halten (ca. 10-30 mm) und massig Schnee liegt ebenfalls nicht. Am meisten Niederschlag fällt wohl an den Vogesen und am Schwarzwald. Dort können in Staulagen bis am Samstagmittag rund 50 bis 70 mm Regen fallen. Auch in der Schweiz können lokal solche Werte nicht gänzlich ausgeschlossen werden, vor allem den Voralpen entlang. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit gering und solche Mengen nicht verbreitet zu erwarten.
Im Vorfeld der anrückenden Warmfront und dichter werdenden Bewölkung zeigten sich stellenweise noch längere Aufhellungen, insbesondere von den Berner- und Walliser Alpen über das Tessin bis ins Engadin. Ansonsten hatte die Sonne einen schweren Stand. Trotzdem war es mit auffrischendem Südwestwind mild bei Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad, im Tessin bis knapp 20 Grad.