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Das Theaterstück von Henrik Ibsen «Nora - Ein Puppenheim» wird in der Version von Bram Jansen nicht einfach erzählt, sondern in Form einer modernen Therapiesitzung erzählt und gleichzeitig aufgearbeitet. Die Schauspieler sitzen in Mitten des Publikums auf Bänken, die in einem Kreis angeordnet sind. Somit wird das Publikum Teil der Therapiesitzung.
Die Hauptfigur Nora hat ihren gutbürgerlichen Anwalt-Gatten und ihre drei Kinder verlassen, nachdem sie jahrelang wie eine wertlose Vorzeigepuppe behandelt worden war. Auslöser dafür ist ein Betrugsfall rund um eine gefälschte Unterschrift, in den mehrere Figuren involviert sind.
Etwas zu viel Mitmachtheater
Alle diese Figuren erzählen in der Therapiesitzung wie sie Nora und ihr Verschwinden erlebt haben, gleichzeitig tauchen auch eigene Probleme auf. Durch die Anlage des Stücks, wird der Zuschauer Teil der Therapiesitzung und ist peinlich berührt oder fühlt mit den Protagonisten mit. Allerdings geht das Miteinbeziehen des Publikums manchmal etwas zu weit.
Einzelne Personen aus dem Publikum müssen Textzeilen vorlesen, somit wird der intime Rahmen einer Therapiesitzung verlassen, es gibt unangenehme Unterbrechungen und der Zuschauer fällt aus der Geschichte. Die Idee das traditionelle Stück «Nora» als moderne Therapiesitzung zu erzählen funktioniert ansonsten sehr gut und ist eine ungewohnte Herangehensweise an einen Literaturklassiker.
Regionaljournal Zentralschweiz; 17:30 Uhr