Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03093.jsonl.gz/402

Kägi + Co AG, Winterthur
Im Jahre 1877 wurde die Firma Kägi gegründet. Per Ende 2013 wurde das Röhrengeschäft eingestellt. Der internationale Konkurrenzdruck war zu gross geworden.
Die Firma Kägi ist ein traditionsreiches Familienunternehmen mit Sitz in Winterthur, das im Jahre 1877 von Heinrich Kägi, zusammen mit seinem Arbeitskollegen Josef Reydellet gegründet wird. Die Firma bezieht im Neuwiesenquartier, unmittelbar neben dem Hauptbahnhof Winterthur, ihr erstes Domizil und baut dort ihr Handelsgeschäft mit Stahlrohren auf. Gleichzeitig errichtet sie eine Filiale in Mailand, die bis 1920 betrieben wird. Nach dem Tod von Josef Reydellet tritt Heinrich Kägis Bruder Jakob sowie deren Schwager Otto Hug-Kägi in die Firma ein. Das Lagergeschäft wird ausgebaut und die Spezialisierung im Stahlrohrsektor weitergeführt.
1960 errichtet die Firma in der Euelwies in Winterthur-Wülflingen eine neue Lagerhalle mit Geleiseanschluss. Nach dem Tod von Jakob Kägi 1961 übernehmen Ernst Hug, Walter Kägi (1930-2016) und Hans Spiess die Geschäftsleitung und erweitern die Lagerkapazität. 1888 ergänzen sie den Handelsbetrieb mit einem Handwerkerzentrum in Auwiesen Töss. Dabei fügen sie dort ihrem Sortiment Haustechnikartikeln hinzu und vermieten einen grossen Teil der Liegenschaft an Dritte. 1991 wird die Kägi + Co in die Kägi + Co AG umfirmiert.
Im Jahre 2005 tritt der langjährige Patron Walter Kägi in den Ruhestand, und es wird erstmals ein Geschäftsleiter eingesetzt, der nicht zur Familie gehört. Die Familie ist jedoch weiterhin im Verwaltungsrat durch die Söhne von Walter Kägi, Martin Kägi und Dr. Georg Kägi, sowie durch den Sohn von Hans Spiess, Prof. Dr. Bernhard Spiess, vertreten. Das Verwaltungsratspräsidium wird einem unabhängigen und selbständigen Berater übertragen. 2008 investiert die Firma erstmals in eine grosse 3D-Rohrlaseranlage, die später durch eine kleinere ergänzt wird. Das Handelsgeschäft wird durch Stahlrohr-Anarbeitung erweitert.
In den folgenden Jahren setzt in der Stahlhandelsbranche ein grosser Strukturwandel ein. Viele Mitbewerber schliessen sich mit internationalen Konzernen zusammen. Die hiesige Industrie verlagert im Zeichen der Globalisierung mehr und mehr ihre Produktion in sogenannte Billiglohnländer. Die lokale Nachfrage nach Stahlrohren schwindet, bei Kägi brechen sowohl die Umsätze wie die Handelsmargen ein. Mitte 2012 beschliessen deshalb das Aktionariat und der Verwaltungsrat, die Haustechnik in Töss einem Mitbewerber zu übertragen, das Stahlrohr-handelsgeschäft einem Konkurrenten anzubieten oder es stillzulegen.
Nachdem sie mit keinem strategischen Partner handelseinig werden, wird das Rohrlager eigenhändig verkauft und der Handels- und Produktionsbetrieb auf Ende 2013 geschlossen. Die Kägi + Co AG wird ab 2014 als Immobilienfirma weitergeführt. Die Lagerhallen und Büroräumlichkeiten in Winterthur-Wülflingen sowie das Handwerkerzentrum in Töss werden an Dritte vermietet.