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In Kanada häufen sich die Fälle an Schützengrabenfieber. Die Infektionskrankheit wurde mehrfach unter Obdachlosen diagnostiziert, zuletzt im Raum Winnipeg.
Bei dem Schützengrabenfieber – auch als Wolhynisches oder Fünftagefieber bezeichnet – handelt es sich um eine bakterielle Infektion. Die Krankheitserreger Bartonella quintana werden über Kleiderläuse auf den Menschen übertragen. In den Schützengräben des Ersten Weltkriegs konnten sich die Läuse aufgrund der mangelnden Hygiene besonders gut ausbreiten. Insgesamt infizierte sich etwa eine Million Soldaten.
Die Krankheit äussert sich durch verschiedene unspezifische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Fieberschübe. Typisch sind Gliederschmerzen, vor allem in den Schienbeinen. Unbehandelt führt das Schützengrabenfieber zum Tod, mit Antibiotika lässt es sich jedoch verlässlich behandeln.
Die Krankheit galt in der westlichen Welt als ausgestorben und ist weitestgehend in Vergessenheit geraten. Die Diagnosen in Kanada zeigen nun an, dass eine Infektion bei niedrigen Hygienestandards nach wie vor möglich ist. Der Mikrobiologe Dr. Carl Boodman von der University of Manitoba in Winnepeg mahnt in einem Bulletin gemeinsam mit Kollegen deshalb Allgemein- und Notfallmediziner weltweit, bei der Behandlung von Obdachlosen auch eine mögliche Infektion mit dem Schützengrabenfieber zu überprüfen.