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Technischer Bericht NTB 85-14
Sedimentation und Tektonik im Tertiär der Nordschweiz
Die vorliegende Literaturstudie zum Tertiär der Nordschweiz und angrenzender Gebiete stellt eine erste Näherung zum Problem Sedimentation und Tektonik dar.
In einem ersten Teil wird als Grundlage eine regionale litho- und auch chronostratigraphische Korrelation der postsiderolithischen Sedimente der Nordschweiz s.l. erarbeitet und in fünf Tabellen (Anhang) zusammengestellt. Es zeigt sich, dass zum Teil bedeutende Unsicherheiten bestehen, die nicht immer befriedigend gelöst werden können.
In einem zweiten Teil werden, ausgehend von schematischen geologischen Profilen und einer stratigraphischen Aufgliederung sogenannte Absenkdiagramme rekonstruiert. Diese wiederum, zu dreidimensionalen Raum/Zeit-Schaubildern zusammengestellt, können als Dynamisierung einer Bezugsfläche, der «obereozänen Peneplain», betrachtet werden.
Als Ergebnis dieser Rekonstruktionen zeigt sich vor allem, wie sich zwischen Molassebecken und Tafeljura eine relativ eigenständige, komplizierte Interferenzzone hinzieht, die offensichtlich zwischen den tektonischen Kräften, welche von den Alpen ausgehen, und denjenigen, welche im Zusammenhang mit den Ereignissen im Oberrhein-Riftsystem und im Schwarzwald stehen, vermittelt.
In einem ergänzenden Kapitel werden die Ergebnisse der Absenkdiagramme und der aus der Literatur gesammelten Hinweise zu einer Geschichte des Bewegungsablaufes in der Nordschweiz s.l. seit dem Obereozän zusammengefasst. Es zeigt sich, dass verschiedene diskrete Phasen tektonischer Aktivitäten vom Oligozän bis in die postmolassische Zeit anhand der verursachten Umgestaltung des Ablagerungsraumes unterschieden werden können.
Charakter und Geschwindigkeit der beobachteten geologischen Vorgänge werden diskutiert. Deutlich können Gebiete und Zeiten mit relativ kleinräumigen, kurzfristigen Bewegungen wie Bildung von Graben- und antithetischen Bruchstrukturen von solchen eher weiträumiger, lang andauernder tektonischer Ereignisse wie Aufwölbung oder Abbiegen der Kruste, horizontalem Schub oder isostatischen Ausgleichsbewegungen unterschieden werden.