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Die Bandbreite amerikanischer Serien an Genres, Formaten und Figuren ist unerschöpflich. Mit Dramen wie «Mad Men» locken HBO, Showtime, AMC und FX, die geläufigsten sogenannten Cable-Anbieter. Am anderen Ende des Spektrums buhlen die Networks mit Arztserien wie «Grey’s Anatomy», Sitcoms wie «Two and a Half Men» und Krimis wie «Cold Case» um die Gunst der Massen.
Cable-Serien sprengen Grenzen
Hier liegt das vielleicht elementarste Unterscheidungsmerkmal von US-Serien: Network oder Cable. Dieses sollte nicht als Qualitätsmerkmal missverstanden werden, finden sich doch auf beiden Seiten dieses Kabelgrabens sehenswerte Produktionen. Weltweit in die Kränze wie «Mad Men» (AMC) kam die Network-Soap «Men in Trees» (ABC) zwar nicht, doch wer möchte dem (Schweizer) Publikum das Vergnügen vergönnen?
Während die Serien bei ABC, CBS, NBC, Fox und The CW mit einem möglichst breiten Appeal ein Massenpublikum ansprechen, produzieren HBO und andere Pay-TV-Kanäle zielgerichtet für ein kleineres Publikum, welches das Besondere liebt. Mit «The Sopranos» hat HBO anno 1999 eine neue Ära für Dramaserien eingeläutet und in den Jahren danach die Grenzen dessen, was im Fernsehen an serieller Unterhaltung machbar schien, stetig erweitert.
Als ernstzunehmender Konkurrent etablierte sich Showtime mit Serien wie «Weeds», «Dexter» und zuletzt «Homeland». Vollends gemausert hat sich unlängst der Kanal AMC, der mit der glamourösen Serie «Mad Men» und «Breaking Bad» die beiden vielleicht hochwertigsten Serien der letzten Jahre führt. FX nimmt sich derweil mit «Sons of Anarchy», «Justified» und Comedy wie «Wilfred» und «The League» der Sofa-Macker an.
Network-Serien als minderwertig abzutun, greift zu kurz – aus drei Gründen. Erstens erfreuen sich massentaugliche Programme nur dann der beabsichtigten Breitenwirkung, wenn sie tatsächlich taugen. Ein Sender wie CBS dürfte sein Publikum selten mit Originalität überfordern, doch sind «CSI», «Criminal Minds» und all die anderen Procedurals gekonnt konzipiert und produziert.
Zweitens sind die Networks ihren Cable-Konkurrenten in Sachen Sitcoms und Comedy nach wie vor einen Schritt voraus, mit ausgefeilten Produktionen wie «30 Rock» und «Parks and Recreation», die ein Massenpublikum ansprechen. Und drittens haben in den vergangenen Jahren selbst Networks Mut an den Tag gelegt, ihr Publikum mit sperrigeren Erzählformen herauszufordern, so beispielsweise die Fox-Serie «Fringe» mit Zeitsprüngen, parallelen Realitäten und experimentell angelegten Figuren.
Durchzogene Erfahrungen bei SRF
Während dem Schweizer Fernsehen mit Network-Serien wie «Desperate Housewives» und «Grey’s Anatomy» jahrelang Erfolge beschieden waren, nimmt sich die Bilanz der Cable-Serien mager aus. Experimente mit gewagteren Programmen wie «Breaking Bad», «In Treatment» und «Dexter» haben gezeigt, dass hierzulande selbst zu später Stunde die Akzeptanz für Aussergewöhnliches gering ist und Quotenvorgaben kaum erreicht werden.
Vollständig verschwunden sind anspruchsvollere US-Serien aus dem Programm des Schweizer Fernsehens freilich nicht. Im April 2013 läuft voraussichtlich die vierte Staffel von «Mad Men» montags kurz vor Mitternacht auf SRF 1 an. Ebenfalls im Frühjahr dürfte auf SRF 2 «Homeland» mit Claire Danes und Damian Lewis zu sehen sein. Das hintergründige Antiterrordrama aus der Showtime-Serienschmiede ist in den USA nach der Ausstrahlung sonntags jeweils Gesprächsthema. Zum Perlentaucher braucht hierzulande niemand zu werden, das Schweizer Radio und Fernsehen reicht diese Serie auf dem Serviertablett.
Network vs. Cable
Network empfängt in den USA jeder, der über Wechselstrom und einen Fernseher verfügt, dagegen müssen Cable-Sender als Programmpaket oder einzeln abonniert werden.