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Die Bahnfahrer Bruno Risi und Franco Marvulli gewannen an den Olympischen Spielen die Silbermedaille. Eine Stunde später holten die Beachvolleyballer Patrick Heuscher und Stefan Kobel Bronze.
Damit hat sich die Anzahl Schweizer Medaillen gleich verdoppelt.
Der Traum von der Olympia-Medaille ist für Bruno Risi im dritten Anlauf endlich wahr geworden. Zusammen mit seinem Zürcher Partner Franco Marvulli gewann der Urner Bahnspezialist Silber im Madison. Gold holte wie vor vier Jahren Australien.
Lange hielten sich die Schweizer zurück und liessen sogar Rundengewinne einzelner Gegner zu. Ab Rennhälfte aber drehten sie auf, schafften den Rundenausgleich und fingen auch fleissig an zu punkten.
Risi mit Schmerzen
Äusserst wichtig war der allerletzte Sprint: Er entschied über Silber oder Bronze - und Franco Marvulli gewann ihn souverän! Platz 3 ging schliesslich an die Briten.
Vor dem Rennen waren Zweifel über Risis Leistungsfähigkeit aufgekommen, nachdem er sich beim Training eine leichte Muskelzerrung in der Wade und in der Kniekehle zugezogen hatte. Er musste noch in der Nacht vom Arzt behandelt werden und klagte über Schmerzen.
Schweizer Olympia-Auszeichnungen im Bahnradsport haben Seltenheitswert: Die erste - und vor dem Sieg von Risi und Marvulli letzte - gewann Robert Dill-Bundi 1980 in Moskau. Er holte Gold in der Einzelverfolgung.
Beachvolleyballer behielten ihre Nerven
Die Beachvolleyballer Patrick Heuscher und Stefan Kobel liessen sich nach ihrer unglücklichen Halbfinal-Niederlage gegen die topgesetzten Brasilianer nicht aus der Ruhe bringen: Der Thurgauer und der Zürcher gewannen im Bronzespiel gegen die Australier Julien Prosser und Mark Williams 19:21, 21:17, 15:13.
Die Partie hätte nicht dramatischer verlaufen können: Die Australier führten zuerst mit einem Satz und 17:16, ehe den Schweizern aus dem Nichts der Satzausgleich gelang. Eine vermeintlich beruhigende 6:2-Führung im dritten Satz mutierte dann zum 6:7-Rückstand.
Schweizer Ausbeute kann sich sehen lassen
Viele Ballwechsel und beidseitig einige Fehler später hatten die Schweizer dann drei Matchbälle. Zwei konnten die Australier abwehren, beim dritten beendete Heuscher nach einem unglaublichen Ballwechsel mit einem Smash den wichtigsten Punkt seiner Karriere.
Eine Stunde nach der Silber-Medaille der Bahnfahrer endete das Beachvolleyball-Turnier für die Schweiz mit der Bronze-Medaille.
Die Anzahl der Schweizer Medaillen hat sich damit nach diesem Tag in Athen somit sozusagen "auf einen Schlag" verdoppelt: Zu Buche stehen jetzt einmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Schweizer Medaillen in Athen:
Gold von Marcel Fischer im Fechten
Silber von Bruno Risi und Franco Marvulli beim Bahnrennen
Bronze von Karin Thürig im Radfahren
Bronze von Patrick Heuscher und Stefan Kobel im Beachvolleyball