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- Verteidigungsminister Guy Parmelin hat den Zwischenbericht der Expertengruppe, die die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugs vorbereitet, präsentiert.
- Ein Kredit von 10 Millionen soll für die Beschaffungsvorbereitung eines neuen Kampfflugzeugs bereitgestellt werden.
- In der Zwischenzeit soll die Lebensdauer der F/A-18-Kampfjets von 5000 auf 6000 Flugstunden verlängert werden.
- Zudem soll ein Teil der Tiger-Flotte länger fliegen als bisher geplant.
Nachdem das Schweizer Stimmvolk den Kauf neuer Kampfjets an der Urne abgelehnt hat, sollen die bestehenden Flieger länger im Einsatz bleiben. Eine Expertengruppe des Bundes schlägt vor, die F/A-18 Jets bis maximal im Jahr 2030 fliegen zu lassen. Dies gab Verteidigungsminister Guy Parmelin bekannt.
«Wir wissen, dass wenn wir nichts machen wegen der aktuell intensiven Nutzung der F/A-18, dann werden wir um 2025 eine Lücke haben in der Luftverteidigung dieses Landes», sagte Parmelin in der «Tagesschau».
Die meisten Maschinen werden im Jahr 2025 mit 5000 Flugstunden das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht haben. Die Expertengruppe schlägt daher vor, die Lebensdauer der verbleibenden 30 F/A-18-Kampfjets auf 6000 Flugstunden zu verlängern.
Anpassungen bei F/A-18
Dafür müssen rund 80 mögliche Schwachstellen an der Struktur der Maschinen untersucht und bei Bedarf verstärkt werden. Gewisse Komponenten müssen ersetzt oder angepasst werden, darunter die Radarlenkwaffen oder das Kommunikationssystem. Zudem sollen die die F/A-18 erdkampffähig gemacht werden.
Die Kosten dafür betragen 490 Millionen Franken. Den entsprechenden Kredit will Parmelin dem Parlament bereits im nächsten Jahr vorlegen.
Zahnlose Tiger
Auch ein Teil der Tiger-Flotte soll länger im Einsatz bleiben. Ursprünglich wollte der Bundesrat die veralteten Kampfjets schon dieses Jahr aus dem Verkehr ziehen. Nach dem Nein zum Gripen leistete das Parlament Widerstand gegen die Ausserdienststellung.
Mit ihrer Ausrüstung und Bewaffnung taugen die Kampfjets nur noch sehr beschränkt für den Luftpolizeidienst. 26 Maschinen sollen daher vorwiegend als «Service-Flugzeuge» verwendet werden, zum Beispiel zur Zieldarstellung, als Aggressor im Luftkampftraining oder auch für Messflüge. Die Kosten für den Weiterbetrieb schätzt die Expertengruppe auf 30 Millionen Franken.
Neuer Kampfjet trotzdem nötig
Den Bedarf nach einem neuen Kampfflugzeug hat die Expertengruppe nicht infrage gestellt. Drohnen, Helikopter oder Fliegerabwehrraketen sind ihrer Ansicht nach keine Alternativen, weil diese nicht für den Luftpolizeidienst eingesetzt werden können.
Die Expertengruppe empfiehlt deswegen die Bereitstellung eines Kredits über 10 Millionen für die Beschaffungsvorbereitung des neuen Kampfflugzeugs.
Der Umfang der Evaluation ist gemäss dem Bericht noch offen. Möglich ist, dass das Verfahren auf jene Flugzeuge beschränkt wird, die schon beim letzten Anlauf im Rennen waren, also Gripen, Eurofighter und Rafale. Damit wäre es möglich, nur die in der Zwischenzeit vorgenommenen Änderungen zu prüfen, wie die Expertengruppe schreibt.
Noch kleiner wäre der Aufwand, wenn nur einer der drei bekannten Typen ins Rennen geschickt würde. Falls die Luftwaffe andere Flugzeuge ins Auge fasst, ist eine umfangreiche Evaluation mit Testflügen in der Schweiz nötig. Zu möglichen Typen oder der Anzahl neuer Kampfjets äussert sich die Expertengruppe in dem Bericht nicht.
Unabhängig vom Umfang der Evaluation sieht der Zeitplan vor, die Typenwahl 2020 zu treffen und dem Parlament 2022 die nötigen Mittel für den Flugzeugkauf zu beantragen. Die neuen Jets sollen zwischen 2025 und 2030 eingeführt werden.
Kritik an VBS-Plänen
Voreilig, ohne Plan B, am Volk vorbei: Die Kritik von Armeegegnern zu den bundesrätlichen Plänen für einen Kampfjet-Kauf ist harsch. Lesen Sie hier mehr dazu.