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erschienen bei einartysken
von Soggy Mog
Gestern abend fand ich endlich Zeit, mir Leyla Husseins C4 Dokumentarfilm über Weibliche Genitalverstümmelung [Die englische Abkürzung FGM hat sich auch hier eingebürgert, siehe Weibliche Genitalverstümmelung auf Wiki, wo kein Wort dazu steht, dass die Praxis inzwischen auch in fast allen westlichen Ländern weit verbreitet ist. D. Ü.] anzusehen. Ich fühle mich wegen des „endlich“ schuldig, weil ich ihn mir schon früher hätte ansehen müssen, aber zu meiner Verteidigung: ich wusste einfach nicht bis gestern, wie wichtig es war, dass ich – und alle anderen auch – ihn ansehen musste.
Ich glaube, dass ich besser über FGM als die meisten Briten informiert bin, gewiss besser als die meisten Briten, die nicht zu einer der Gemeinden gehören, in denen die Praxis noch üblich ist. Ich habe jede Menge Artikel gelesen und Webseiten, die gegen diese Praxis agitieren. Wenn gefragt, hätte ich euch erzählen können, was FGM ist, auch über die drei bekannten Unterarten, und ich hätte Fakten und Zahlen über ihr Vorkommen nennen können.
Ich hätte euch erzählen können, dass sie Narben (sowohl physische als auch emotionale), Infektionen, Schwierigkeiten mit Sex und bei der Kindergeburt, Unfruchtbarkeit und gelegentlich den Tod verursachen kann.
Ich wusste, dass FGM oft – sogar allgemein – ohne Betäubung und elementare Hygiene durchgeführt wird. Ich wusste, dass ich gegen FGM bin, wusste, dass es eine barbarische und völlig unnötige Form der Folter ist, der kleine Mädchen unterzogen werden mit dem Ziel, ihre Sexualität im späteren Leben zu unterdrücken. Kurz, ich dachte, ich wüsste, wovon ich spreche.
Nicht die Spur. Es stellt sich heraus, dass eine ganze WELT zwischen dem intellektuellem Wissen liegt, dass FGM bedeutet, die Klitoris und die Klitorisvorhaut zu entfernen, manchmal auch Entfernung der inneren und/oder äußeren Schamlippen und gelegentliches Zunähen der Wunde bis auf eine kleine Öffnung für Urinieren, Menstruation, Sex und Kindergeburt, und der Realität. Sieht man, wie es getan wird (an einem übergroßen Modell) und dann – kurz – die Ergebnisse, ist etwas ganz Anderes.