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Mr. Ed Jumps The Gun - schon mal gehört?
Mr. Ed Jumps The Gun haben die Welt mit einem zweiten Album beglückt. Für
diejenigen LeserInnen, die noch nicht wissen, was für Leute das sind (ja
ja, es gibt immer noch Leute ohne MTV oder VIVA), ein paar kurze
Hinweise.
Mr. Ed, das sind vier Jungs, die sich in Berlin zu einer Band
zusammenfanden und zu Beginn recht punkig daherkamen. Als dann sich der
Crossover zu etablieren begann, sattelten sie auf dieses Pferd um. 1995
kam dann ihr Debüt-Album "Boom Boom!"mit der Hitsingle "Wild Thang"
heraus. Genau diese Coverversion (bereits von einigen Bands zuvor gecovert
worden) erlebte dann eine massive Rotation auf den gängigen Musiksendern.
Soviel zu der Band. Es stellt sich nun nur noch die Frage nach dem doch
eher seltsam anmutenden Namen. Nun: Mr. Ed ist ein sprechendes Pferd aus
einer US Comedy Serie der fünfziger Jahre. Jumps The Gun, was wörtlich ins
Deutsche übersetzt ein Chaos geben würde, ist ein Begriff aus dem
Pferdesport für einen Fehlstart.
Nun aber zum neuen Album mit dem Titel "HEEHAW!", welcher bereits die
Pferdebezogenheit der Band signalisiert. Das Album beginnt mit einer
Einführung eines Moderators im Stil der späten 50-er Jahre und dann geht
schon los mit dem Song "Don't Haha", einer Coverversion aus eben dieser
Zeit, welchem mit Stromgitarre und Doublebass ein crossovermässiger
Anstrich verpasst wurde. Somit wären wir bereits beim Thema:
Coverversionen. Das Album strotzt nur so davon. Von 22 Songs sind 7 nicht
selbst gemacht. Doch auch bei den restlichen Songs bekommt man immer
wieder Deja Vu Erlebnisse. So glaubt man bei "Pepper" die frühen Beastie
Boys, bei "Merica" Ansätze von Van Halen und bei "Fuck It" und "Shame"
fühlt man sich unweigerlich an Clawfinger erinnert, wobei hier, um die
Sache ein bisschen zu verschleiern, die Gitarren nicht gleich an den
Verstärker angeschlossen wurden, wie bei Clawfinger.
Im Grossen und Ganzen lässt sich sagen, dass "Heehaw" eine Ansammlung von
Bekanntem und Gehörten der letzten zwanzig Jahre ist. Kommt noch dazu,
dass sich Mr. Ed nicht richtig entscheiden können, ob sie nun Crossover
oder astreinen Punk machen sollen. Dabei setzt sich "We're Mr. Ed" als ein
Country Song ein wenig ab, aber dieser ist so lieblos gespielt, dass er
wiederum keiner Rede wert ist. Trotzdem lockert eben diese Zerrissenheit
zwischen den Stilen das Album auf, denn alle Songs sind fast im gleichen
Tempo gespielt, was für Punk nicht aussergewöhnlich ist, aber
langweilig.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Mr. Ed fröhlichen hau drauf
Partysound machen, bei dem man immer wieder das Gefühl bekommt ihn zu kennen. Diese Sache ist
nicht a priori schlecht, trotzdem muss man sich fragen, ob nicht mit der
Zeit ein Sättigungseffekt eintritt.