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Seit sechs Tagen befinden sich grosse Teile Nordindiens sowie Pakistans unter einer dichten Smogwolke. Ein Umweltgericht kippte am Samstag die von den Behörden für Montag angekündigten Fahrverbote für Privatfahrzeuge in der Millionenstadt Neu Delhi, da es Ausnahmen für Frauen, Prominente und Motorräder ablehnte.
Zuvor hatten die Behörden Fahrverbote für Lastwagen in der Stadt erlassen und sämtliche Bauaktivitäten gestoppt. Rund 50'000 Diesel-Lastwagen rollen jede Nacht durch Neu Delhi, sie sind ein der Hauptverursacher der Luftverschmutzung.
Dort und in den umliegenden Provinzen waren zehntausende Schulen wegen der stark gesundheitsgefährdenden Feinstaubwerte geschlossen. Die Regierung rief Senioren, Kinder und Menschen mit Herz- und Lungenkrankheiten dazu auf, im Haus zu bleiben und körperliche Aktivitäten zu vermeiden.
Wie der stellvertretende Regierungschef der Hauptstadtregion um Neu Delhi erklärte, wird zudem erwogen, Feuerwehrautos dazu zu verwenden, Wasser zu versprühen, um so die Feinstaubpartikel aus der Luft zu bekommen.
Die Fluggesellschaft Swiss hat ihre Besatzungsmitglieder mit Schutzmasken ausgestattet, wie sie gegenüber der Nachrichtenagentur sda mitteilte. Vorläufig gestrichen hat die US-Fluggesellschaft United Airlines ihre Flüge von Newark im US-Bundesstaat New Jersey nach Neu Delhi, wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilte.
27 Mal höher als Grenzwert
Die Feinstaubkonzentration in Indiens Hauptstadt war nach Angaben der dortigen US-Botschaft vom Sonntag etwa 27 Mal höher, als sie laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) maximal sein sollte.
Delhi erlebt jeden Winter starken Smog, weil sinkende Temperaturen und das Fehlen von Wind Feinstaub-Partikel nahe dem Boden festhalten. Eine hohe Luftfeuchtigkeit von rund 98 Prozent verschärft die Situation, wie ein Experte der indischen Wetterbehörde sagte.
Ein Grund für die Verschlechterung der Luftqualität ist das eigentlich verbotene Verbrennen von Ernterückständen durch Bauern in der Region. Hinzu kommen starke Emissionen von Verkehr und Industrie sowie Staub von Baustellen. In Delhis armen Vierteln verbrennen die Menschen zudem häufig Müll auf den Strassen, um Kochen zu können.
Autounfälle wegen schlechter Sicht
Auch in Pakistans Provinzen Punjab und Multan ist die Luft derzeit sehr schlecht. Wegen des Smogs starb dort ein Mensch und sechs weitere wurden verletzt.
Grund waren mehrere Autounfälle - die Sichtweite auf den Strassen war in dem dichten Nebel auf teils nur wenige Meter gesunken, wie das Nachrichtenportal "Geo News" berichtete. Die Spitäler sind voll mit Patienten, die an Atemwegserkrankungen und Augeninfektionen leiden.