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Hintergrund
Psychotische Erkrankungen beginnen normalerweise in der Adoleszenz oder im jungen Erwachsenenalter. Vor dem ersten psychotischen Zusammenbruch erleben die meisten Individuen jedoch eine längere Phase von abgeschwächten psychotischen Symptomen und von verminderter Leistungsfähigkeit. In früheren Untersuchungen aus Australien und Amerika und in jüngster Zeit auch aus Europa sind Kriterien zur Erkennung von solchen Risikopatienten für eine erste psychotische Episode erarbeitet worden. Diese werden UHR-(ultra high risk) Kriterien genannt. Die Kriterien erlauben vorauszusagen, dass betroffene Individuen mit 20- bis 30-prozentiger Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Jahres eine erste psychotische Episode entwickeln. Eine Intervention während dieser prodromalen Phase könnte die Transition zu einer psychotischen Störung verhindern und ist somit von hoher Signifikanz. Bis jetzt ist keine etablierte pharmakologische Therapie für diese frühe Phase der Erkrankung zugelassen. Bis heute wurden einige experimentelle Therapiestudien in solchen Risikogruppen durchgeführt. Diese bisher kleinen Untersuchungen haben gezeigt, dass Psychotherapie, Antidepressiva, wie auch antipsychotische Medikamente den Beginn der psychotischen Störung hinauszögern, wenn nicht sogar verhindern können. Eine vor kurzem durchgeführte Untersuchung aus einem österreichisch-australischen Kollaborationsprojekt zeigte, dass Omega-3-Fettsäuren auch eine protektive und präventive Wirkung in dieser Hochrisikogruppe haben könnte, jedoch deutlich weniger Nebenwirkungen als die Antipsychotika hat. Diese randomisierte, placebokontrollierte Studie mit Personen, welche die UHR-Kriterien erfüllten, zeigte eine signifikant tiefere Transitionsrate zu psychotischen Störungen für Individuen die täglich mit Omega-3-Fettsäuren behandelt worden waren, verglichen mit Individuen in der Placebo-Gruppe. Zusätzlich fand man in der Omega-3 Gruppe, verglichen mit Placebo, auch ein Verbesserung des Funktionsniveaus und eine Reduktion von psychotischen Symptomen. Hier werden wir das Potential von Omega-3-Fettsäuren für die Prävention von psychotischen Störungen weiterführend untersuchen.
Ziel der Studie
Diese Multizenter-Studie untersucht bei 220 Hochrisikopatienten für Psychosen zwischen 13 und 20 Jahren, ob Omega-3-Fettsäuren das Fortschreiten zur manifesten Psychose verhindern oder zumindest abschwächen und auch die Symptomatik verbessern können. Die Wirkung der Behandlung wird zudem anhand der Symptomatologie, der psychosozialen und kognitiven Funktion und verschiedenen Blutparametern, sowie funktioneller und struktureller Magnetresonanz-Tomographie (MRT) untersucht.