Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03368.jsonl.gz/548

Am 7. März 2021 wird über die Initiative «Ja zum Verhüllungsverbot» abgestimmt. Sie verlangt, dass an öffentlich zugänglichen Orten das Gesicht nicht verhüllt werden darf.
Thomas Wallimann-Sasaki, Leiter des sozialethischen Instituts «ethik22», bezeichnet die Initiative als U-Boot-Abstimmung. Wie bei einem U-Boot, bei dem nur das Periskop oberhalb der Wasseroberfläche sichtbar ist, sind bei dieser Vorlage zuerst einmal Kleidungsstücke wie Burka und Nikab sichtbar. Während vordergründing die Verhüllung und die Emanzipation der Frau thematisiert werden, geht es aus Sicht von Wallimann im Hintergrund um die Haltung zum Islam.
Er weist darauf hin, dass Kleidung wie Nikab und Burka von lokalen Kulturen geprägt, wenig Frauen von Verhüllung betroffen und die Motive für einen solchen Kleidungsstil unterschiedlich sind. Im Gegenzug wirft Wallimann die Frage auf, auf welche Weise wir den christlichen Glauben zeigen oder verstecken.
Ziel von «ethik22» ist es, Themen aus der Perspektive von christlich-sozialer Ethik zu betrachten. Wichtige Werte sind dabei Personenwürde, Solidarität, Subsidiarität, Gemeinwohl und Nachhaltigkeit. Das Institut zeigt jeweils Pro und Kontra-Argumente auf.