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Gebets-Empfehlungen Dem Fürbittgebet der Leserfamilie zum heiligen Josef empfehlen wir folgende Anliegen: Für meinen Sohn, dass er sich gegenüber seinen zwei Stiefkindern 28 sowie seinem eigenen kleinen Sohn gut verhält; Um Genesung eines dreijährigen Mädchens, das an Nierenkrebs leidet; Um Rettung eines Familienlebens, dass sie trotz Bedrängens von Aussenstehenden den Glauben bewahren und wieder zu einem schönen Miteinander finden; Seit meine Mutter verstorben ist, geht es mir nicht mehr gut – lass mich wieder gesund werden, gib mir Mut und Zuversicht, damit ich alles gut verkraften kann; Dass mein Lymphödem nach der Krebsoperation heilt, die Therapie ist leider bis anhin erfolglos; Für unseren Sohn, der ganz unerwartet seine Arbeitsstelle verloren hat, dass sein notwendiges Selbstwertgefühl wieder wächst, und dass er (Familienvater) bald eine gute Arbeit findet; Fortsetzung folgt schwierige Phase meiner Jugendzeit unversehrt überstehen konnte. In den Mußestunden, an Ferien und Feiertagen begann ich, mich der Lektüre hinzugeben, wie um dadurch den Kampf, der sich in meiner Seele abspielte, zu erleichtern. Wir hatten eine Schulbibliothek, und jeden Sonntag konnten wir ein Buch entlehnen, um es am Montag zurückzubringen. Bis dahin hatte Pater Evers jedesmal das Buch bestimmt, das ich lesen sollte. Häufig sprach er in den Versammlungen der Marianischen Kongregation über die Gefahr schlechter Bücher. Dadurch hatte er mir eine solche Furcht vor denselben eingeflößt, daß, wenn mir ein unbekanntes Buch in die Hände fiel, es mir unmöglich war, dasselbe durchzublättern, wenn mich nicht die Umstände dazu nötigten. Jetzt jedoch fehlte mir der treue Berater. Selbst vor den Büchern der Schulbibliothek hatte ich einen gewissen Respekt. Einst hatte mir nämlich eine Mitschülerin ein Buch aus unserer Schulbibliothek empfohlen, das «Magna Peccatrix » hieß, und Pater Evers hatte mir gesagt: «Das Buch ist nicht schlecht, nein, aber ich möchte nicht, daß du es liest, weder jetzt noch später.» Dieses Buch fiel mir zwei Mal in die Hände, aber Gott sei Dank! – Ich habe es nicht einmal durchgeblättert. Sonntags ging ich also zur Bibliothek. Man gab mir den Katalog. Vorher jedoch sagte ich zu meinem Schutzengel, er möge für mich ein Buch auswählen. Ohne daß es jemand merkte, schloß ich die Augen und fuhr mit dem Finger über die Reihe der Nummern des Katalogs. So wählte ich aufs geratewohl eine Nummer. An einem Samstag war die Bibliothekarin nicht zu sprechen, und wir blieben, zu meinem großen Mißbehagen, ohne Buch. Zu Hause vermißte ich die gewohnte Lektüre. Da fiel mir ein, daß Prendinha immer viele Bücher hatte. Ich schrieb ihr, sie möchte mir eins leihen, ein schönes, nach ihrer Wahl. Der Wunsch zu lesen war so groß, daß ich meine Furcht vergaß. Ich weiß nicht, wie es kam, aber diesmal dachte ich überhaupt nicht daran. Sofort erhielt ich einen schönen, neuen Band, der den Titel trug: «Die Vestalinnen». Gewöhnlich las ich in meinem Zimmer. Strahlend vor Freude gehe ich dorthin. Ich setze mich und will soeben das Buch auf der ersten Seite öffnen. Da legt sich die heilige Hand meines Schutzengels auf die meine, sodaß das Buch sich von selbst schließt und auf den Boden fällt. Ich schaue nach seinem heiligen Antlitz: Ws ist traurig und streng. Ich verstehe. Dieses Buch soll ich nicht lesen. Tiefe Reue erfüllte meine Seele, weil ich zum ersten Mal ein Buch genommen hatte, ohne vorher meinen Schutzengel zu befragen, wie ich es seit der Abwesenheit des Herrn Paters Evers getan hatte. Sofort kniete ich nieder und bat die Muttergottes und meinen Schutzengel um Verzeihung. Ich legte den Kopf aufs Bett und weinte aufrichtige Reuetränen. Nach einigen Augenblicken fühlte ich wieder die heilige Hand, die mich zu liebkosen schien. Ich verstand meinen Schutzengel so gut, ich war ja schon so an ihn gewöhnt. Jetzt war er wieder zufrieden mit seiner kleinen, reuevollen Freundin. Sein heiliges Antlitz war nicht mehr traurig. Es war mein Himmel auf Erden. Mit geschlossenen Augen packte ich das Buch ein und sandte es meiner Mitschülerin zurück, in dem ich ihr offen heraus sagte, ich hätte nicht daran gedacht, daß ich es ohne Erlaubnis des Beichtvaters nicht lesen dürfe. Amen.
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