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Gespenstheuschrecken, eine Familie der eigentlichen Geradflügler
[* 2] (s. d.),
haben einen frei vorstehenden
Kopf mit kurzen, fadenförmigen Fühlern, einen kurzen ersten Brustring und lange, an den Schienen
und Schenkeln manchmal mit lappenartigen
Verbreiterungen versehene Schreitbeine. Ihr Körper zeigt eine
ganz absonderliche Gestalt: teils ist er trocknen
Ästen, teils
Blättern zum Verwechseln ähnlich. Die trägen Phasmidae werden hierdurch
den
Blicken ihrer Feinde entzogen. Sie finden sich fast nur in den
Tropen und nähren sich von
Blättern. Bekannte Formen sind
die
Stabheuschrecken und das
Wandelnde Blatt. (S. die betreffendenArtikel.)
Eine die Polarisationsebene des Lichtes rechts drehende
Modifikation kommt als Rechtsphellandren im Wasserfenchel
(Phellandrium) vor, während sich ein Linksphellandren
im Öl von Eucalyptus amygdalina Labill.
findet.
Das Phellandren ist eins der veränderlichsten
Terpene und geht leicht in Dipenten, mit alkoholischer Salzsäure in
Terpine
über. Es verbindet sich mit salpetriger Säure.
Paraacetphenetidin, der
Äthyläther des Acetylparaamidophenols, von der Formel C6H4(OC2H5)⋅NH⋅CO⋅CH3
^[C6H4(OC2H5)⋅NH⋅CO⋅CH3]. Es bildet farb-, geruch- und geschmacklose
Krystalle, die sich in
Alkohol leicht
lösen und bei 132° schmelzen. Phenacetin wirkt in kleinen einmaligen Dosen (von 0,25 bis 0,5 g) kräftig antipyretisch;
in größern Gaben (von 1 bis 2
g) hat es sich als beruhigendes und schmerzstillendes
Mittel bei Neuralgien,
Migräne, Schlaflosigkeit und sonstigen nervösen
Beschwerden vielfach bewährt.
hat Cope eine von ihm in mehrern ganzen
Skeletten entdeckte alttertiäre Säugetiergattung Nordamerikas
genannt, welche für die Descendenzlehre von größter Wichtigkeit ist. Phenacodus ist fünfzehig und hat Höckerzähne;
er steht der zunächst gemeinsamen, vortertiären Stammform der Dickhäuter, Wiederkäuer,
[* 4]
Pferde,
[* 5] Rüsseltiere,
Nagetiere
[* 6] und Klippschliefer u. s. w. sehr nahe.
Ein Jahrzehnt vor dem wirklichen Fund des Phenacodus konstruierte Cope theoretisch
eine solche Form.
tetartoedrisch-rhomboedrisch krystallisierendes Mineral, vom spec.
Gewicht 2,9 bis 3 und der Härte 7,5
bis 8, durchsichtig und durchscheinend, glasglänzend.
Chemisch ist es Beryllerdesilikat, Be2SiO4
^[Be22SiO4].
Fundstätten von Phenakit giebt es im
Ural, im Ilmengebirge in
Sibirien, in Mexiko
[* 7] u. a. Hinsichtlich des
Feuers
gleicht der Phenakit dem Diamanten und wird in
Rußland und
Amerika
[* 8] als Ersatz für diesen geschätzt.
Der Phenakit von Framont in Lothringen
ist zu unrein, um als
Edelstein dienen zu können.
Oxydationsmittel führen das Phenanthren zuerst in Phenanthrenchinōn, orangefarbene
Nadeln
[* 10] (Schmelzpunkt 200°), dann in Diphensäure,
(COOH).C6H4.C6H4.(COOH) ^[(COOH)·C6H4·C6H4·(COOH)], über. Die Anwendbarkeit des Phenanthren in der
Technik ist gegenwärtig noch sehr beschränkt. Die Hauptmenge des als
Abfall bei der Anthracenreinigung
gewonnenen
Kohlenwasserstoffs dient zum Rußbrennen. Ein möglichst gereinigtes Phenanthren kann auch an
Stelle von Schwefel zum
Abgießen
von Formen dienen. Ferner dient es zur Herstellung des
Phenanthrenrots.
Azophenylen,Azin, eine künstlich dargestellte organische
Verbindung von der Zusammensetzung C12H8N2
, die sich in ihrer chem. Konstitution an das
Anthracen (s. d.) und das
Acridin (s. d.)
anschließt: Das Phenazin krystallisiert und sublimiert leicht in hellgelben
Nadeln, welche bei 171° schmelzen. Es leiten sich
von ihm durch Ersatz der Wasserstoffatome eine Reihe von Phenazinderivaten ab, von welchen besonders die Amidophenazine als
Farbstoffe Interesse besitzen.
Durch Eintritt einer Amidogruppe entstehen die Eurhodine, durch Eintritt zweier Amidogruppen
Farbstoffe der Toluylenrotgruppe.
(frz., spr. fenißĭénn),Phenylbraun, ein brauner Farbstoff, der 1863 durch Einwirkung von Salpetersäure
und Schwefelsäure
[* 11] auf rohes
Phenol dargestellt wurde und dessen chem. Zusammensetzung nicht genau bekannt ist. Er hat
eine Zeit lang zum
Färben von Leder gedient.
Das reine Phenol bildet lange farblose Prismen, welche bei 42° schmelzen und bei 182° sieden. In weniger reinem
Zustande nimmt es an der Luft eine rote Färbung an, deren Ursache man noch nicht kennt. Geringe Mengen
von Wasser (wenige Tropfen), Naphthalin, Kresolen u. s. w. erniedrigen den Schmelzpunkt so sehr, daß das Phenol bei gewöhnlicher
Temperatur als Flüssigkeit erscheint. Es besitzt einen eigentümlichen durchdringenden Geruch und brennenden, ätzenden Geschmack.
Bei gewöhnlicher Temperatur hat es das spec. Gewicht 1,066 und löst sich in der 15fachen Menge Wasser;
in jedem Verhältnisse mischt es sich mit Alkohol und Äther und über 80° auch mit Wasser. Charakteristische Reaktionen des
Phenol sind Blaufärbung eines mit Salzsäure befeuchteten Fichtenspans, vorübergehende Violettfärbung der wässerigen
Lösung durch Eisenchlorid und Bildung eines weißen Niederschlages (Tribromphenol, C6H2Br3.OH durch Bromwasser.