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Bernard Bishop und die versäumten Jahre
Er sah sie, wie sie in der Küche gestanden hatte und ihm den Orangenpunsch in eine Kinderflasche abfüllte. Kaltes Wasser auf das Heiße leerte, damit er ihn sogleich genießen konnte.
Eine liebliche Mutter. Ja, das war sie. Sie wollte stets das Richtige tun. Für ihn, für ihren Mann und für alle anderen im Dorf. Doch Bernard erinnerte sich auch daran, dass seine Mutter ständig abgelenkt war.
Alleweil putzte sie. «Es verging kaum ein Tag, an dem sie nicht geputzt hat.»
Bernard kugelte seine Augen. Wieder einmal sprach er mit sich selbst.
«Das fand ich schade. Als kleiner Bub konnte ich nicht verstehen, was sie daran toller fand, als mit mir zu spielen. Wie oft hatte ich sie gefragt, ob sie mit mir und meinen Autos spiele. Immer hatte sie nein gesagt, sie müsse noch die Küche aufräumen, den Boden wischen, die Fenster putzen, das WC in Ordnung bringen. Der Haushalt war ihr wichtig. Vielleicht, weil sie so erzogen worden war. Aber ich als kleiner Junge hatte nur meine große Schwester, die sich nicht für meine Spielsachen interessierte.»
Und so sind die gemeinsamen Jahre von Mutter und Sohn verstrichen, bis Bernard Bishop in die Schule kam, Freunde und Spielkameraden gefunden hatte. Das Verhältnis zu seiner Mutter war durch die Jahre immer schwieriger geworden.
«Sie war so abgelenkt, von den Dingen die sie noch zu tun hatte, dass sie nicht bemerkte, wenn es mir schlecht ging, oder ich sie brauchte. Das Lavabo zu putzen war wichtiger.»
Es war schon zu spät, als sie zur Vernunft gekommen war. Sie hatte es Bernard auf ihrem Sterbebett gesagt: «Einmal, mein Bernard, putzte ich bei einer Frau die Wohnung. Sie hatte diesen Spruch an ihrem Küchenschrank kleben. Er hieß: Die Arbeit läuft nicht davon, wenn du deinem Kind einen Regenbogen zeigst. Aber der Regenbogen wartet nicht, bis du mit deiner Arbeit fertig bist. Und da wusste ich schlagartig, welch wundervolle Jahre ich versäumt hatte.»
Sie hatte Bernard tief in die Augen gesehen und ein letztes Mal eingeatmet, als sie gesagt habe: «Es tut mir leid, mein Sohn.»