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"Bettler, Strolchen, Heiden, Zigeuner und Landstreicher soll man allen Orten abschaffen, sie zurück wieder aus dem Land weisen, und wenn sie renitieren, oder mit Diebstahl sich vertraben, dieselben abprügeln, auf die Galeeren schicken, peinigen oder gar hinrichten. Zur Abhaltung alles unnützen und verdächtigen Gesindels wurden Patrouillenwächter angestellt."
"Gegen Frömbde, Strolche, Bettler und Diebe werden Betteljagden veranstaltet. Man sollte jedoch nicht schiessen und Blutvergiessen und Tumulte vermeiden. Die gefangenen Bettler wurden nun auf Fuhrwerken von Dorf zu Dorf weitergegeben und so in ihre Heimatgemeinden zurückverfrachtet."
Die Bettelchuchi befand sich also etwa bei der heutigen Arenenberger Badi, vor dem Aufstieg zum "Zickzackweg" durch den Schlosspark Arenenberg.
Ein zweiter Treffpunkt der Bettler befand sich am andern Dorfeingang beim Agerstenbach.
Herumziehende fremde Bettler, Heimatlose und Kessler, namentlich Zigeuner, welche überhaupt in den Grenzgegenden eine wahre Landplage bildeten, durften zufolge einer schon aus dem 15. Jahrhundert herstammenden Gemeindeordnung bei Busse von 40 Kreuzer niemand länger als einen Tag oder eine Nacht in seinem Hause Aufenthalt gestattet werden, namentlich aber zur Herbstzeit (in Triboltingen war solches bei 10 Schilling Pfennig gänzlich untersagt). Denselben war ihrem Aufenthalt ein Stück unangebautes Gemeindeland an der Grenze gegen Mannenbach angewiesen, das noch jetzt den Namen Bettelküche trägt. (A. Meyer, Geschichte von Ermatingen)
Die Gemeinden hatten für ihre Armen zu sorgen (genau genommen lag das Armenwesen bis ins letzte Jahrhundert bei den Kirchen). In Notfällen konnten sie allerdings sogenannte "Bettelbriefe" ausstellen resp. vom Bischof ausstellen lassen, die dann dazu berechtigten, in auswärtigen Gemeinden zu betteln:
" Jede Gemeinde soll ihre Armen selber erhalten und nicht auf andere laufen lassen. Wo die Gemeinden und Gerichtsherren ihre Armen nicht erhalten möchten, sollen sich bei einem Landvogt anmelden, der dann Ordnung geben soll, wie von den Gotteshäusern, Pfarren und in andere Wege Zuschuss geschehe. Den Almosenwürdigen soll man ein Zeichen (Bettelbrief) auf einen Monat lang geben."
Ueber die Ordnung in dieser Armenherberge ist allezeit Klage; 1703 lautet ein Rathsbeschluss: dieweil vorkomme, dass Eberhart April in seinem Hause, darin die Armen einquartiert, bisweilen Spielleut habe, und mit Trinken, Tanzen mit liederlichen Weibspersonen und sonst allerlei Unfug vorkomme, so soll ihm von den Vorgesetzten zugesprochen werden, solches zu unterlassen. Ueber den Umfang der Berechtigung, dort Herberge anzuweisen, zeigen sich auch fortwährend steigende Zwistigkeiten zwischen der Gemeinde und dem jeweiligen Hausbesitzer; so will 1746 Sebastian April, erstere soll sich um eine andere Gelegenheit dafür umschauen; denn er prätentiere das Haus als sein Eigenthum. Da aber auch zudem selbst beim Festhalten an dem Revers von 1528 die Räumlichkeiten je länger je mehr unzureichend waren, so beschloss 1747 die Gemeinde, einen eigenen Spital zu bauen, ein Gebäude, dem man es ansieht, wie wenig man dabei Ansprüchen auf Versorgung durch die Gemeinde entgegenzukommen willens war. (A. Meyer, Geschichte von Ermatingen)
Hier zwei Notizblätter von Hans Herzog zu diesem Spitöli:
Wir nehmen nun dieses Thema auch noch auf:
Doch es ging auch anders:
In Stein am Rhein zahlte dem Bader für ein Jahres-Abo Haare schneiden eine Garbe Korn.
Vielleicht interessiert Sie das Inventar der Badstube - Sie werden dabei auch sehen, dass auch ein Bader resp. Arzt nebenher noch Landwirtschaft und Rebbau betrieb.
Ein Historiker hat einmal vermutet, dass diese Einkünfte höher waren als jene aus der Badstube - insbesondere, wenn man die 150 unbezahlten Rechnungen betrachtet...
Arnold Bosshard war früher Lehrer in Ermatingen wie auch Bürgerarchivar.
Er hat im Jahre 1987 die Geschichte der Badstube minutiös notiert.
(Diese Schrift befindet sich in den Unterlagen von Werner Stör).
Falls es Sie interessiert und Sie Zeit haben: Studieren Sie diese 22 Seiten.