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Das Schloss in 1767 Herrliberger
Als gegen das Jahr 1000 die Herrschaften von Pfeffingen die Ländereien im oberen Teil von Birseck erwarben, blieb das Zentrum von ihrem Territorium der Kapitulationshof von Aesch und die Festung von Pfeffingen. Wie das durch Pfeffingen und die Grafen von Soyhières gemeinsam gegründete Kloster von Beinwil, besass diese Allianz ein wichtiges Gebiet in der Nähe von Dornach. Die Herrschaften von Pfeffingen besassen vermutlich auch Grundgüter in dieser Region. Nach jeder Wahrscheinlichkeit liessen sie Mitte des 11. Jahrhunderts ein Schloss in der Nähe von Dornach aufrichten, das von Dorneck. Dieses Schloss wird zwar erst drei Jahrhunderte später in Dokumenten zitiert, doch die Gegenstände, die durch Ausgrabungen zutage gefördert wurden, bestätigen die Existenz einer Festung lange vor diesem Datum.
Verwandtschaftsurkunden gewährten den Grafen von Soyhières, die im Tal Birse beheimatet waren, den Kauf vom Schloss Dorneck im 12. Jahrhundert. Um das Jahr 1200 ging es zu den Grafen von Thierstein über, die es 1360 dem Herzog Rudolph von Habsburg veräusserten. Dieser gab ihnen das Gebiet als Lehen zurück. In 1384 konnte der Lehensherr dieses Gebiet wieder gewinnen es lag damals in den Händen von Vérène von Neuchâtel-Nidau - und die Hälfte des Dorfes von Dornach und Gempen ausserdem. Das habsburgerische Haus rückte einen grossen Schritt weiter in Richtung der Verwirklichung ihres ewigen Wunsches: eine territorielle Herrschaft in den Händen eines Einzelnen, das sich bis zu ihren Ländereien im Elsass ausdehnte. Die Grafen von Thierstein behielten noch während einer gewissen Zeit die andere Hälfte des Dorfes von Dornach.
Die schmähliche Niederlage, die sie von der österreichischen Noblesse in Sempach ertrugen, verursachte den Habsburgern schwere Schulden. Sie waren gezwungen, ihren Gläubigern einen grossen Teil ihrer Güter als Pfand abzugeben. Dorneck und die herrschaftlichen Rechte gelangten also zu Henmann d' Efringen zurück, Bürger von Basel.
Ursprünglich war er von der margravialen Provinz; seine Familie hatte sich in Basel in 1318 niedergelassen. Dank seinem Talent und seiner Geschicklichkeit, aber auch durch Glück gesegnet, hatte sie bald die höchsten Ränge der Gesellschaft erreicht, machte ein Vermögen und genoss überall grosses Ansehen. In ihrer Patrizierqualität folgten die Efringer der allgemeinen Tendenz der Leute ihres Ranges. Sie gaben Geld der Noblesse, denen es fehlte, und traten somit in Verbindung mit dieser sozialen Klasse. Bedeutend kommt hinzu, dass die Enkel des ersten Basler Bürgers dieser Familie alle junge Mädchen heirateten, die aus edlen Familien stammten. Das erlaubte ihnen, zu Ritter geschlagen zu werden, sich „von Efringen" zu nennen und ein persönliches Siegel zu erhalten.
Herzog Léopold II, der 2000 Gulden von Henmann d' Efringen geliehen hatte, aber sie nicht zurückzahlen konnte, gab dem reichen Basler das Schloss von Dorneck, um seine Schulden zu tilgen. Die zwei einzigen Bedingungen, die er stellte, waren dass die Festung immer für das österreichische Haus offen blieb, und dass ein Kaufsrecht ihm gewährt wurde. Angesichts des chronischen Geldmangels unter dem die Habsburger litten, blieb diese Klausel eine reine Formalität. Und im Übrigen hatte das österreichische Haus noch andere Probleme zu lösen. Die Efringer konnten sich also der Einrichtung ihrer Herrschaft und dem Erwerb neuer Güter in aller Stille widmen.
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts allerdings kannten sie ihrerseits finanzielle Schwierigkeiten. Ihr ausgeprägter Sinn für Geld-Angelegenheiten hatte sich schon etwas abgestumpft, als die wirtschaftliche Krise explodierte. Sie mussten ihr Schloss und das Dorf an einem Angeheirateten, Conrad von Hallwil veräussern. Es wird nicht ausgeschlossen, dass die Stadt von Solothurn die Ehe von Hallwils mit einem Nachkommen von Efringen ermutigt hat, denn diese zählte zu seinen Bürgern und somit blieb die Hoffnung, eines Tages die Herrschaft von Efringen zurückzuerhalten.
Und tatsächlich ging es nicht lange, bis sich dieser Traum verwirklichte. Solothurn verfolgte zu dieser Zeit eine scharfsichtigere Politik als Basel. Ritter Bernard von Efringen musste nach und nach all seine Territorien an Solothurn und in 1485 sein Schloss und die Hälfte des Dorfes von Dornach mit allen Rechten verkaufen.
Solothurn konnte ebenfalls geschickter mit den Grafen von Thierstein verhandeln als die Stadt am Rande des Rheins. Dieser war der Eigentümer der anderen Hälfte des Dorfes von Dornach. Sie hatte den Grafen das Bürgerrecht verliehen, verschiedene Konzessionen gemacht und sogar Geld geliehen. 1502 konnte sie ihren Teil von Dornach und die kanonischen Rechte erwerben, die sich daraus ergaben. Der Friedensvertrag von Basel, der nach dem Krieg von Schwaben unterzeichnet wurde, stellte ebenfalls klar, dass der Gegner von Basel legitimer Eigentümer der ganzen Herrschaft wurde. Das führte zu mehrere Konflikte zwischen den zwei Städten. Diese Lage dauerte bis zu erstem Drittel des 16. Jahrhunderts, das heisst, bis beide Gegner zu Mitglieder des Bundes geworden sind, und dank der Intervention der Eidgenössischen Kantone konnte ihr Streit schliesslich aus der Welt geschafft werden.
Obwohl es beim Erdbeben von 1356 schwer beschädigt wurde, wurde nicht gezögert, das Schloss von Dorneck wieder aufzubauen, und sogar zu vergrössern und verstärken. Während des Krieges von Schwaben versuchten die Kaiserlichen, es anzugreifen, aber waren davon durch einen mutigen Gegenangriff der Garnison daran gehindert. Wenn die Eidgenossen nicht in aller Hast zu Hilfe dieser unerschrockenen Soldaten gekommen wären, hätte die Schlacht von Dornach im Sommer 1499 eine sehr gefährliche Wendung nehmen können. Die kaiserliche Armee erfuhr eine so schwerwiegende Niederlage, dass die Schweiz ab diesem Zeitpunkt praktisch nicht mehr vom deutschen Imperium abhing. Juristisch gesehen wurde seine Unabhängigkeit allerdings erst in 1648 offiziell, als der Friedensvertrag von Westfalen unterzeichnet wurde.
Solothurn setzte einen Vogt ins Schloss von Dorneck, achtete auf die gute Wartung dieses Gebäudes und machte daraus im Laufe der Jahre eine eindrucksvolle Grenzfestung. Sie wollte damit der Stadt Basel zeigen, dass sie beschlossen hatte, die Güter am Nordfuss des Jura um jeden Preis zu verteidigen. Aber der Streit dauerte an. Mehr als einmal lud Basel vermögende Solothurner ein, sich in seinen Mauern niederzulassen. Oft machte sie andererseits Schwierigkeiten betreffend Zollgebühren oder anderen Privilegien. Seinerseits griff Solothurn bischöfliche Güter im Leimental an und drohte das baslerische Sisgau. Zu richtigen Gefechten entwickelten sich diese Streitereien selten.
Sehr gut mit Kanonen, Munition, Lebensmitteln und Männern ausgestattet, wurde die Festung während des Dreissigjährigen Krieges verschont. Auch während der französischen Eroberungskriege, die im 18. Jahrhundert stattfanden, überdauerte das Schloss, selbst wenn die aus Frankreich kommenden Truppen nicht weit weg von Dornach einhergingen, dort wo den Rhein sie gegen Waldshut lenkte.
Andererseits manifestierte sich die Revolution in Dornach vor der Ankunft der Franzosen in der Schweiz. Sie wurde insbesondere durch den Aufstand der Dorfbewohner geprägt, die es ablehnten, ihre Gebühren zu begleichen, die schriftlichen Befehle des Vogtes ignorierten und auf sonntäglichen Zusammenkünften aufwieglerische Worte sprachen. In der Festung fehlte auch die Disziplin, und die Behörden konnten sich nicht entscheiden, ob dem Schloss genügend Pulver und Dochte zu liefern sei. Daher ist es nicht erstaunlich, dass die Festung und die Herrschaft eine einfache Eroberung für die Franzosen im März 1798 waren.
Nachdem die Eroberer das Schloss zu Schutt und Asche reduziert hatten, verkaufte die Gemeinde von Dornach in einer Versteigerung die dazugehörenden Felder und Wälder, die zu nationale Güter erklärt worden waren. Niemand wollte die Ruinen des Schlosses erwerben, es wurde seinem Schicksal während fast einem Jahrhundert überlassen und ging immer mehr zugrunde. Im Jahre 1902 verkauften die Bürger von Dornach es an den Kanton Solothurn, der zwischen 1903 und 1906 Restaurierungsarbeiten durchführen liess. Aus Geldmangel konnte der geplante Wiederaufbau einiger Türme und andere Arbeiten in den folgenden Jahrzehnten nicht durchgeführt werden. Allerdings setzt seit 1970 die Solothurner Gesellschaft der Historischen Monumente alles in die Wege, um diese geschichtsträchtigen Überreste zu konsolidieren und zu unterhalten.
Aussicht von den Ruinen
Dornach par Villeneuve en 1826 (graphica-antiqua.ch)
Bibliographie