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Die Übernahmen der Schweizerischen Post sorgen für Diskussionen und zum Teil heftige Kritik: Abacus hat eine Beschwerde
bei der Eidgenössischen Postkommission Postcom eingereicht, eine weitere bei der Weko ist in Vorbereitung. Diese richten sich gegen den Kauf des Konkurrenten Klara. Der Zukauf zeige "einmal mehr", wie die hiesige Software-Industrie unfair bekämpft werde, sagte Abacus-Chef Claudio Hintermann zu inside-channels.ch.
Man wildere nicht planlos auf dem Markt, investiere gezielt in die Kernmärkte Logistik und Kommunikation und wolle die Grundversorgung nicht nur erhalten, sondern weiterentwickeln, erklärte Post-Chef Roberto Cirillo im Oktober als Antwort auf die Kritik.
Der Ausbau der digitalen Angebote sei notwendig, gehe es doch "um die Zukunftsfähigkeit und die Existenz der Post", so der CEO.
1,5 Milliarden für Aufkäufe
Dafür habe er bis 2030 1,5 Milliarden Franken zur Verfügung, mit denen das Unternehmen Aufkäufe tätigen kann, so ein Bericht der Zeitungen von Tamedia (Paywall).
Ein internes Dokument der Post verrate dabei die Expansionspläne in den Grundzügen.
Zwar würden im Dokument keine konkreten Firmennamen genannt, aber die Post habe nicht weniger als 22 Akquisitionen im Visier, zitiert Tamedia aus dem Dokument. 10 davon würden als in "Vorabklärung" bezeichnet. Noch sei nicht klar, ob diese Firmen tatsächlich gekauft würden. Doch die Projekte sollten in einer Zeitspanne von 1 bis 3 Monaten so weit vorangetrieben werden, dass es zur Transaktion kommen könnte.
Projektnamen wie "Suzi", "Elba" oder "Stern"
Im Dokument seien weitere 12 Projekte mit Status "Transaktion" aufgelistet. "Dort ist die Post bereits einen Schritt weiter. Es wird laut dem Dokument erwartet, dass es 2 bis 6 Monate dauert, bis diese in die nächste Phase eintreten können", schreiben die Tamedia-Zeitungen.
Noch einen Schritt weiter, in der Phase der "Integration", würden sich derzeit 14 Akquisitionen befinden. Ob diese schon alle publik gemacht wurden, wollte die Post gegenüber Tamedia nicht kommentieren. Das im Dokument genannte Projekt "Screen 2" würde aber auf den Kauf von "Bring" hindeuten, "das Projekt 'Shield' deutlich auf den getätigten Kauf der Cloudfirma Tresorit", heisst es weiter im Bericht.
Wo die weiteren Aufkäufe anfallen werden, sei noch nicht klar. Ein Grossteil dürfte im Bereich Logistik-Services geplant sein. Als zweiter wichtiger Pfeiler sei der Bereich Kommunikation-Services in den Unterlagen zu erkennen. "Viel mehr sagen die kryptischen Projektnamen wie 'Pluto', 'Sigmar', 'Suzi', 'Elba' oder 'Stern' wohl vor allem Eingeweihten", so Tamedia.