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Möchten Wohneigentümer ihre Immobilie verkaufen, vererben oder behalten? Um ein besseres Verständnis über das Entscheidungsverhalten von älteren Wohneigentümern zu erhalten, hat das Institut für Wealth & Asset Management der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO) eine Studie durchgeführt. Mit der Unterstützung des HEV Schweiz wurden im Juli 2018 die Mitglieder des HEV befragt. Teilgenommen haben Wohneigentümer, für die bald ein neuer Lebensabschnitt beginnt, die kurz vor der Pensionierung stehen oder die bereits pensioniert sind. Die Umfrage richtete sich an Wohneigentümer ab 50 Jahren.
Die Alterung der Schweizer Bevölkerung macht sich auch auf dem Immobilienmarkt bemerkbar. Lag der Altersdurchschnitt eines Wohneigentümers im Jahr 2000 noch bei 54 Jahren, ist er 2016 bereits auf 58 Jahre angestiegen. Eine grosse Anzahl Wohneigentümer ist bereits pensioniert. Fast die Hälfte (rund 48 Prozent) aller Rentnerhaushalte besitzt Wohneigentum. In dieser Altersgruppe ist die Wohneigentumsquote im Vergleich zum Schweizer Durchschnitt, der bei rund 38 Prozent liegt, um 10 Prozentpunkte höher. Durch die steigende Lebenserwartung, die tiefen Zinsen sowie die Unsicherheiten in Bezug auf die staatliche und berufliche Vorsorge wird die private Vorsorge immer wichtiger. Doch welche Rolle spielt die Immobilie in der Altersvorsorge?
Nachfolgend wird ein kurzer Überblick über ausgewählte Erkenntnisse der Studie gegeben.
Die Antworten von 1625 Wohneigentümern konnten für die Studie berücksichtigt werden. Die Bereitschaft, die Immobilie heute zu verkaufen, liegt bei den befragten Wohneigentümern lediglich bei 26 Prozent, die Bereitschaft, die Immobilie zu vererben, jedoch bei rund 71 Prozent.
Im Durchschnitt haben die Befragten ihre Immobilie vor 19 Jahren erworben. Zu dem damaligen Zeitpunkt waren die Immobilien im Vergleich zu heute deutlich günstiger. Im Rahmen der Studie konnte deshalb festgestellt werden, dass die Immobilie im Durchschnitt um 60 Prozent an Wert gewonnen hat.
Häufig wird das Wohneigentum als Teil der Altersvorsorge betrachtet, so dass dieser Aspekt ein Beweggrund für den Kauf der Immobilie sein könnte. Doch inwieweit ist das Wohneigentum wirklich Bestandteil der Altersvorsorge? 58 Prozent der befragten Wohneigentümer, die nicht pensioniert sind, geben an, dass das Wohneigentum Teil der Altersvorsorge sei. Bei den Pensionären sagen lediglich 43 Prozent, dass sie ihre Immobilie als Teil der Altersvorsorge betrachten.
Doch die Immobilie ist nicht nur ein Teil der Altersvorsorge. Vielmehr wird die Immobilie mit Emotionen verbunden. Die eigenen vier Wände vermitteln unter anderem Sicherheit und Unabhängigkeit. Zudem können Wohneigentümer einen Wert zum Vererben schaffen. Dieser Aspekt scheint eine besondere Bedeutung bei den Befragten einzunehmen.
In der Studie wurde eine hohe Vererbungsbereitschaft von 71 Prozent festgestellt. Insbesondere Eigentümer, die nur ein Kind haben, möchten ihre Immobilie vererben – die Bereitschaft beträgt rund 77 Prozent. Die höchste Vererbungsbereitschaft lässt sich bei Eigentümern feststellen, die ihre Immobilie geerbt haben – die Bereitschaft liegt bei rund 88 Prozent.
Finanzielle Aspekte, wie eine extreme Wertsteigerung oder ein Wertverlust der Immobilie, haben kaum Auswirkungen auf die Verkaufsbereitschaft. Die Pflegebedürftigkeit sowie der Tod des Partners sind dagegen wichtige Treiber für die Verkaufsbereitschaft. Tritt die Pflegebedürftigkeit ein, erhöht sich die Verkaufsbereitschaft von bisher 26 Prozent auf rund 50 Prozent. Verstirbt der Partner, steigt die Verkaufsbereitschaft auf rund 38 Prozent an.
Die Studie zeigt, dass das Entscheidungsverhalten der älteren Wohneigentümer massgeblich von emotionalen Faktoren beeinflusst wird. Diese wirken sich auf die Verkaufs- bzw. Vererbungsbereitschaft aus. Weitere spannende Erkenntnisse und Details können der Studie entnommen werden, die voraussichtlich Anfang 2019 veröffentlicht wird.