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Biber sind hervorragende Baumeister und der Biberbau bildet das Zentrum jedes Reviers. Biberforscher unterscheiden drei Typen von Biberbauten: Erd-, Mittel- und Hochbau. Allen drei Bauten gemeinsam ist der Zugang unter Wasser sowie eine trockene Wohnhöhle, die man auch «Wohnkessel» nennt.
Typ 1: Erdbau
Für den Erdbau gräbt der Biber unterhalb der Wasseroberfläche einen Eingang, meist unter einem Baumstrunk. Von dort arbeitet er sich unterirdisch nach oben. Der Bau befindet sich fast vollständig im Erdreich, lediglich eine Luftröhre führt aus dem Kessel an die Oberfläche. Sie sichert die Frischluftzufuhr. Für einen Erdbau muss die Uferböschung mindestens 1,2 Meter hoch sein.
Typ 2: Mittelbau
Wenn die Uferböschung weniger als 1 Meter hoch ist, gelangt der Biber beim Graben bald an die Oberfläche. Um seinen Bau zu sichern, verstärkt er dessen Decke, indem er über dem Kessel Äste und Schlamm aufschwichtet. Unsere Heidebiber haben ebenfalls einen Mittelbau gebaut. Man sieht ihn allerdings kaum mehr, da er inzwischen stark überwachsen ist.
Typ 3: Hochbau
Ein Hochbau ist das Bauwerk, das man auch als «Biberburg» kennt. Die Burg ist typischerweise komplett von Wasser umgeben. Für seine Wohnung schichtet der Biber einen Haufen aus Ästen und Schlamm auf. Steigt der Wasserstand zwischenzeitlich an, baut der Biber immer höher und verlagert den Kessel nach oben: die Biberburg entsteht.
Der Biber ist mit seinem Bau nie zufrieden und werkelt immer an einer Ecke etwas. Er schafft neue Äste herbei und dichtet Löcher mit Lehm ab. Im Winter macht er seinen Bau mit Schnee winterfest. Grössere Biberbauten können auch mehere Eingänge und verschiedene Kessel haben.
Kunstbauten
Im Gebiet Talweiher hat der Biber mit seiner Bautätigkeit angefangen, den Wasserhaushalt des Gebietes zu verändern. Die Ergolz und die künstlich aufgeschütteten Weiher sind dort durch einen Damm voneinander getrennt. Der Biber hat den oberen Weiher zum überlaufen gebracht, indem er den Abfluss aufstaute (Bild links). Dadurch floss Wasser in eine künstliche Furt, die eigentlich verschlossen war, um zu verhindern, dass Amphibien hineinfallen. All dies machte bauliche Eingriffe nötig. Heute stellen Röhren den Abfluss der Weiher sicher und verhindern, dass sich das Wasser der Ergolz und der Weiher vermischt. Für den Biber wurde gleichzeitig eine künstliche Höhle eingelassen, in der er nun seinen Bau einrichten kann (Bild rechts).
Warm und Sauber im Inneren
Im Innern des Baus achtet der Biber auf Sauberkeit. Er legt den Kessel mit Holzschnitzeln aus, die er regelmässig auwechselt. Für die Toilette geht der Biber immer nach draussen.
Interessant ist auch das ausgeglichene Klima innerhalb des Baus. Biberbauten stehen normalerweise im Schatten und dank der guten Isolation bleiben sie auch im Hochsommer angenehm kühl – die Temperatur steigt selten über 20 Grad. Im Winter kann es dafür im Bau bis zu 35 Grad wärmer sein als draussen.
Innerhalb des Reviers gibt es meist noch andere, kleinere Biberbauten. Dazu gehören Fluchtabuten oder Röhren, in die sich der Biber bei Gefahr oder zum Fressen zurückziehen kann. Im Revier gibt es noch Fluchtbauten und Röhren in die sich die Biber zurückziehen und fressen.