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partie centrale qui "pousse"
grossfreiburg |
Autor: Marcel Crottet
VILLARS-SUR-GLÂNE Am Direktionspult des prächtigen Klangkorpers, bestehend aus dem Vokalensemble von Villars-sur-Glâne und dem Concert de l'Hostel Dieu aus Lyon samt Solisten stand Philippe Morard, der künstlerische Leiter der Adventskonzerte. Er meisterte die Klippen des voluminösen Werks - aufgeführt wurden die Kantaten 1, 3 und 6 plus die Sinfonia aus der Kantate 2 - mit Bravour. Stilsicher setzte er die Intentionen Bachs, der keine "Kinderlein-im-Stroh-Idylle" komponierte, um. Dankbar nahm man die zweisprachig eingeblendeten Texte wahr. Der grossartige Eingangschor "Jauchzet, frohlocket" ist, wie mehrere andere Chöre und Arien, eigentlich eine Parodie auf die dramatische Glückwunschkantate BWV 214. Das gewaltige Werk Bachs wäre ohne Parodieverfahren (Mehrfachverwendung von Kompositionen) gar nicht moglich gewesen. Das schmälert die Schaffenskraft dieses genialen Meisters aber nicht, war doch dieses Verfahren in der damaligen Zeit nicht unüblich.
In berührend adventlicher Sehnsuchtshaltung erklang Athéa Pichaniks Alt-Arie "Bereitedich, Zion" in glühender Verehrung des himmlischen Bräutigams. Mit dem folgenden Choral "Wie soll ich dich empfangen" erinnerte der Chor an das (Un)heil des Kreuzes. In der Bass-Arie "Grosser Herr, o starker Konig" huldigte Romain Bockler ausdrucksstark dem Neugeborenen. Mathieu Chapuis rezitierte die biblischen Fakten ausser einem kleinen Patzer sehr solide, meist secco, also nur continuo-begleitet, und verinnerlicht ein seiner einzigen Arie "Nun mögt ihr stolzen Feinde ..." Text und Melodie mit zarter Fülle. Mit der berühmten Sinfonia pastorale aus Teil zwei bescherte das bestens disponierte Orchester den Zuhörern als wohltuende Abwechslung eine Prise Meditation, indem Engel (Flöten und Streicher) und Hirten (Oboen) in einen wiegenden Dialog traten. Im Eingangs-und dem identischen Schlusschor zu Teil drei verstand es der Dirigent, mittels Einfallsreichtum, instrumentalem und chorischem Glanz das Geschehen hin zum "Herrscher des Himmels" zu transzendieren. Schön, wie der Chor - des "Lallens" überdrüssig- sich den Feinheiten des melodiösen Zaubers hingab. In den rahmenden Chorstücken des letzten Teils stellten vor allem die Trompeten ihre Virtuositat in den Raum. Im Accompagnato-Rezitativ und in der anschliessenden Arie "Nur ein Wink von seinen Handen" bestach die Sopranistin Heather Newhouse-Peraldo mit ihrer leichten, unaufdringlich warmen Tonsprache, und entlarvte so Herodes' Falschheit mit einer Prise Enthusiasmus. Die begleitende Oboe d'Amore bekräftigte die stimmungsvolle Aussage.
Ein Kompliment noch dem Dirigenten und dem Chor für die teils schlichten, teils jedoch recht prunkhaft ausgestalteten Choräle - eigentliche Oasen in der Dramaturgie weihnachtlichen Geschehens. Insgesamt war es eine gelungene und engagierte Darbietung, welche bereits echte Festfreude aufkommen liess.