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Weidemyopathie (Ahornvergiftung)
Die Atypische Myopathie, auch Weidemyopathioe genannt, ist eine gefürchtete Muskelerkrankung die durch eine Vergiftung mit Ahornsamen verursacht wird. Durch das in den Ahornsamen enthaltene Toxin Hypoglycin A kommt es zu einer Schädigung der Muskelzellen. Die Erkrankung tritt gehäuft im Herbst, und gelegentlich im Frühjahr auf. Pferde aller Rassen und Altersstufen können erkranken, oft sind es jedoch jüngere Pferde oder Pferde, die neu auf einer Weide mit Ahornbäumen stehen.
Wissenswertes zur Weidemyopathie
Wer behandelt mein Pferd?
Ihr Pferd wird von einer Tierärztin oder einem Tierarzt mit Spezialgebiet Pferdemedizin untersucht. Für spezielle Behandlungen werden weitere Spezialistinnen und Spezialisten anderer Fachgebiete beigezogen.
Bei uns stehen Spezialisten zur Verfügung, die mit Hilfe von modernsten Untersuchungsmethoden die Ursache der Symptome bei Ihrem Pferd diagnostizieren, den Schweregrad und die Prognose der Erkrankung beurteilen und Ihnen die Therapiemöglichkeiten aufzeigen, sollte Ihr Pferd an einer atypischen Myopathie erkrankt sein.
Wie entsteht die Weidemyopathie
Samen von gewissen Ahornarten enthalten das Toxin Hypoglycin A. Wenn Pferde die Ahornsamen aufnehmen, kommt es zu einer Schädigung der Muskelzellen. Muskeln des Stammes, die Atemmuskulatur sowie die Herzmuskulatur können betroffen sein. Die Ahornsamen können auch von angrenzend stehenden Ahornbäumen über kurze Distanzen durch den Wind auf die Weide geweht werden.
Ob es zu Symptomen kommt hängt von der Menge der aufgenommenen Samen ab, sodass einzelne oder mehrere Tiere einer Herde betroffen sein können.
Typische Symptome bei Weidemyopathie
Die Zerstörung der Muskelfasern führt zu grossen Schmerzen. Die Symptome treten akut auf. Betroffene Pferde zeigen:
- starkes Schwitzen
- eine erhöhte Atemfrequenz
- Muskelzittern
- steifer Gang oder plötzliche Bewegungsverweigerung.
- Lahmheit oder Koliksymptome (z,B. zum Bauch Schauen) können auftreten.
In schweren Fällen kann es zum Festliegen kommen. Selten werden Pferde tot aufgefunden.
Durch die Zerstörung von Muskelfasern kommt es zur Freisetzung von Muskelenzymen und dem Muskelfarbstoff Myoglobin. Dieser wird über die Nieren ausgeschieden und kann, bei hochgradiger Schädigung der Muskulatur, den Urin dunkelbraun verfärben.
Wie wird die Weidemyopathie diagnostiziert?
Anhand vom Vorbericht, den klinischen Symptomen und dem Vorhandensein von Ahornbäumen in oder angrenzend an die Weide kann eine vorläufige Diagnose gestellt werden. Eine Blutuntersuchung ergibt meistens hochgradig erhöhte Muskelwerte. Durch das Nachweisen von bestimmten Stoffwechselsubstanzen, die sogenannten Acylcarnitine, im Blut und Urin, kann die Diagnose bestätigt werden. Der Nachweis des Toxins im Blut ist möglich jedoch nicht immer beweisend.
Wissenswertes zur Behandlung von Weidemyopathie
Betroffene Pferde bedürfen einer intensiven Therapie und sollten an eine Klinik überwiesen werden.
Basierend auf den Befunden erstellen wir in Absprache mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan für Ihr Pferd. Da es leider kein Antidot gibt, ist die Therapie symptomatisch. Betroffene Pferde werden mit intravenösen Infusionen, Schmerzmitteln, muskelentspannenden Medikamente und unterstützenden Massnahmen behandelt. An unserer Klinik können wir die erforderliche intensivmedizinische Betreuung rund um die Uhr gewährleisten.
Prognose
Trotz intensivster Therapie verläuft die Erkrankung in etwa 70% der Fälle tödlich. Überlebende Pferde brauchen meistens mehrere Wochen, um sich von der Erkrankung zu erholen.
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