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Der französische Präsident Emanuel Macron wollte mit der Parade in diesem Jahr die militärische Schlagkraft Europas demonstrieren. Insgesamt marschierten rund 4300 Soldaten auf, ferner waren fast 200 Fahrzeuge, 237 Pferde, 69 Flugzeuge und 39 Helikopter zu sehen. Auch die deutsch-französische Brigade beteiligte sich.
An der Flugschau nahmen unter anderen deutsche und britische Helikopter teil, auch ein spanisches Flugzeug und ein deutsches A400M-Transportflugzeug waren dabei. Abordnungen zahlreicher europäischer Streitkräfte marschierten mit, gezeigt wurden auch Drohnen und Roboterautos.
"Ich sehe das als eine grosse Geste in Richtung der europäischen Verteidigungspolitik", sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel nach der Parade, die sie auf dem Boulevard Champs-Elysées auf einer Ehrentribüne gemeinsam mit Macron verfolgt hatte.
Eingeladen waren unter anderem auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der belgische Premierminister Charles Michel, der portugisische Ministerpräsident Marcelo Rebelo de Sousa und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.
Besondere Attraktion war in diesem Jahr die Präsentation eines sogenannten Flyboards Air - einer fliegenden Plattform mit Miniatur-Düsentriebwerken für einen Menschen, die künftig militärisch genutzt werden soll. Der französische Jetski-Weltmeister Franky Zapata überflog mit dem Gerät rund eine Minute lang die Champs-Elysées in der Nähe der Ehrentribüne mit Merkel und den anderen Gästen.
Demonstration der Gelbwesten
Vor der Parade hatte Macron mit Generalstabschef François Lecointre die Truppen in einem offenen Militärjeep fahrend inspiziert. Beim Eintreffen des Staatschefs waren Pfiffe von Vertretern der Protestbewegung der "Gelbwesten" zu hören.
Zahlreiche "Gelbwesten" wollten sich gewaltsam Zugang zu den Champs-Elysées verschaffen, wurden aber von Sicherheitskräften abgedrängt, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Mindestens 180 Personen, darunter die zwei prominenten Vertreter Jerôme Rodriguez und Maxime Nicolle, wurden nach Informationen aus Justizkreisen in Gewahrsam genommen.
Mit der traditionellen Militärparade wird an den Jahrestag des Sturms auf die Bastille erinnert. Er gilt als Auftakt zur Französischen Revolution von 1789. Im Jahr 1880 wurde der 14. Juli offiziell zum Nationalfeiertag.
Vor zwei Jahren hatte Macron US-Präsident Donald Trump in Paris zu Gast gehabt. Inzwischen sind die Beziehungen zwischen Paris und Washington allerdings angespannt. Nach der diesjährigen Parade war ein Mittagessen der Staats- und Regierungschefs im Elysée-Palast geplant.
Macrons Weltraum-Strategie
Am Vorabend des Nationalfeiertags hatte Macron den Aufbau eines französischen militärischen Raumfahrtkommandos angekündigt. Das Kommando werde ab September bei der Luftwaffe angesiedelt, diese werde später zu "Luft- und Weltraumstreitkräften" ausgeweitet, sagte Macron während eines traditionellen Militärempfangs.
Macron hatte bereits im vergangenen Jahr von der Notwendigkeit einer neuen Strategie zur Verteidigung im Weltraum gesprochen. Nun habe er die neue "Weltraum- und Weltraumdoktrin" genehmigt, sagte der Präsident. Sie gebe seinem Land die Fähigkeit, sich "im Weltraum und vom Weltraum aus zu verteidigen". Die Strategie diene auch dem besseren Schutz der französischen Satelliten.
Macron reagiert mit seinem Vorstoss auf den wachsenden Wettlauf Chinas, Russlands und der USA um die Vormacht im All. Auf Wunsch von US-Präsident Trump arbeitet das US-Verteidigungsministerium bereits an Plänen für den Aufbau einer "Space Force" als Teil der US-Streitkräfte. Das Projekt muss allerdings noch vom US-Kongress gebilligt werden.