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Im Juli ist es am schlimmsten. In den Sommermonaten leiden Frauen unter verstärktem Haarausfall. Dies das Resultat einer Studie von Ralph M. Trüeb, Leitender Arzt an der Dermatologischen Klinik des Universitätsspitals Zürich. Trüeb und seine Kollegen untersuchten sechs Jahre lang insgesamt 823 gesunde Frauen, die unter Haarausfall litten. Das Durchschnittsalter betrug 44 Jahre.
Kernstück der Studie war die mikroskopische Untersuchung der Haarwurzeln, ein sogenanntes Trichogramm. Dazu entnahmen die Dermatologen den Frauen in regelmässigen Abständen jeweils etwa 50 Haare an exakt festgelegten Stellen am Vorder- und Hinterkopf.
Saisonal bedingter Haarausfall
Trüeb und sein Team interessierte bei der Analyse der ausgezupften Haare primär, in welchem Lebensstadium die Haare waren. Die Forscher stellten fest, dass sich im Sommer – vor allem im Monat Juli – bis 70 Prozent der untersuchten Haare im so genannten Telogenstadium befanden, also kurz vor dem Ausfall waren. Normalerweise sind rund 80 Prozent der menschlichen Haare in der Wachstumsphase (Anagenstadium) und 20 Prozent im Telogenstadium. Am niedrigsten war die Telogenrate im Wintermonat Februar.
Trüeb sieht eine mögliche Ursache für das Phänomen des saisonal bedingten Haarausfalls von Frauen im Übergang von wenig Tageslicht im Herbst und Winter zu mehr Tageslicht im Frühling und vor allem im Sommer. «Offenbar sind Frauenhaare genauso wie die Haare anderer Säugetiere zyklischen Veränderungen unterworfen, die abhängig von den Jahreszeiten sind – allenfalls ein Überbleibsel aus der Evolution.»
Haarausfall als vorübergehendes Phänomen
Überdurchschnittlich stark betroffen, sind Frauen, die bereits unter einem «anlagebedingten», sprich genetisch vorbestimmten Haarausfall leiden. Dies ist bei knapp einem Drittel der Frauen der Fall.
Gerade für solche Frauen sei es besonders wichtig, zu wissen, dass es sich beim saisonal bedingten Haarausfall tatsächlich nur um ein vorübergehendes Phänomen handelt. Eine erfolgreich laufende Therapie wegen anderer Haarprobleme – zum Beispiel wegen eines möglicherweise gleichzeitig bestehenden anlagebedingten Haarausfalls – sollte deshalb nicht unterbrochen werden, aus dem Gefühl heraus, die Therapie wirke nicht mehr.
Und wie steht es mit Männerhaaren? Frühere Untersuchungen haben laut Trüeb gezeigt, dass Männer von saisonalem Haarausfall ebenfalls betroffen sind: «Ich habe mich jedoch mehr für Frauen interessiert, weil sie den Haarverlust eher bemerken und er Ihnen deshalb eher ein Problem bereitet als Männern.»
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