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Schauen Sie die Reaktion des Nationaltrainers an, nachdem er mit
der Tatsache konfrontiert wird, dass die CS Bälle mit billiger
Kinderarbeit hergestellt wurde. Köbi Kuhn sagte wortwörtllich:

"Das ist mir überhaupt nicht bewusst.
Ich-äh- habe keine Ahnung.
Ich glaube ich bin nicht verantwortlich für das."

Auf die Nachfrage meint er

"Wollen Sie nun bitte das Mikophon wegnehmen. Ich bin am unterschreiben."

Wir haben dies Sequenz verschiedenen Sportlern und Nichtsportlern gezeigt.
Das Urteil: Köbi Kuhn will sich nicht festlegen. Er bleibt bewusst ruhig,
obschon ihn die Frage zu nerven scheint. Der Ton ist bewusst freundlich,
die Stimme klingt aber ungehalten. Es entsteht der Eindruck, dass er
sich die Medien - so rasch als möglich- vom Hals halten will.
Für die meisten Zuschauer überzeugt der Nati Trainer bei dieser
Sequenz nicht, obschon er keine Aussage macht, die ihm zum Verhängnis
werden konnte. Es wurde von einigen Beobachtern vermutete, dass er doch
mehr weiss, aber es nicht sagen will.
Aus der Sicht der Medienrhetorik in Krisenkommunikationssituationen gilt:

Man darf nicht zwei Dinge gleichzeitig tun. In diesem Fall nicht
gleichzeitig "Reden und Unterschreiben".

Bundesrätin Calmy Ray
machte auch einmal den gleichen Fehler, als sie auf dem Weg zu ihrer
Pressekonferenz von einem Rundschau- Team "überfallen" wurde.
Sie marschierte und sprach gleichzeitig, anstatt stehen zu bleiben
und nach einer bewussten Denkpause zu sagen: "Sie verstehen, dass
der Bundesrat nicht sagen kann über allfällige Zahlungen."
Köbi Kuhn hätte ebenfalls eine Pause machen müssen.
Wer überrascht wird, muss verlangsamen oder stoppen.
Es lohnt sich, sich bewusst "antizyklisch" zu verhalten - nach dem Motto "Taxifahrer
fahre langsam - es eilt!". Der Natitrainer hätte somit auf die
erste Frage ruhig sagen können:

"Das höre ich zum ersten Mal. Ich bin sicher, dass man den Vorwurf
von kompetenter Stelle überprüft.
Erkundigen Sie sich bei den zuständigen Stelle, ob der Sachverhalt
so zutrifft, wie sie es schildern."

Auf ein Nachhaken:

"Nochmals - ich bin derzeit nicht der richtige Adressat. Ich kann Ihnen
leider dazu vorläufig nicht mehr sagen.
Gerne nehme ich Stellung, wenn der Sachverhalt von der CS geklärt
ist. Darf ich jetzt weiter unterschreiben?"

Fazit:
Bei Überraschungen gilt immer: Sich bewusst Denkzeit nehmen: Mit
einer langen Denkpause, mit einer Klärungsfrage, mit langsamen Sprechen.
Das muss und kann gelernt werden.

Köbi Kuhn hat durch seine ungehaltene Art Punkte verloren.