Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03267.jsonl.gz/1337

Die Piloten Bertrand Piccard und André Borschberg beobachteten vom Boden aus, wie die Frachtmaschine ihr Flugzeug, mit dem sie nur mit Solaranergie die Welt umrundet hatten, nach Dübendorf brachte. Mit ihnen erlebten Dutzende Aviatikfans den speziellen Moment.
Vor Medien und Schaulustigen erklärten Piccard und Borschberg, wie besonders es sei, die Solar Impulse 2 wieder in Dübendorf zu sehen. «13 Jahre lang haben wir nur für die Solar Impulse gelebt», sagte Piccard in einer kurzen Rede. «Sie war unser Baby, unser Haus, unser Freund und unser Werkzeug für zwei Jahre», fügte er an. Das Abenteuer sei zu Ende, aber das Projekt lebe weiter.
Maschine bleibt in Dübendorf
André Borschberg sagte, man wolle das Flugzeug eigentlich im Flugbetrieb halten, obwohl der Aufwand für einen Flug sehr gross sei. Von den 2000 Flugstunden, auf welche die Maschine ausgelegt ist, bleiben noch 1300 übrig. Borschberg sagte auch, dass man darüber nachdenke, sie einem Museum zu übergeben. Vorerst bleibt die Solar Impulse in Dübendorf.
Piccard erklärte, die Solar Impulse 2 sei ein wichtiger Beweis dafür, dass man ohne Brennstoffe auskommen könne. Im Rahmen des Projektes sollen nun die Elektromotoren weiterentwickelt werden und neue Entwicklungen stattfinden. Borschberg erwähnte ein Flugzeug mit Elektroantrieb oder solarbetriebene Drohnen, die in die Atmosphäre aufsteigen könnten.
CO2 schon kompensiert
Piccard wies ausserdem darauf hin, dass man bereits für das Kohlendioxid bezahlt habe, dass beim Transportflug von Abu Dabi nach Dübendorf anfiel: «Wir haben über myclimate Solarzellen für das Dach eines Schulhauses in Afrika gekauft.»
Mit der Rückkehr der Solar Impulse nach Dübendorf schliesst sich ein Kreis: 2009 hob der Prototyp des Solarfliegers auf dem Militärflugplatz zum Erstflug ab. Dieser dauerte 30 Sekunden. Damit hatte das Projekt von Bertrand Piccard und André Borschberg mehr als konkrete Formen angenommen.
Zwangsferien auf Hawaii
Die Idee zu einem Flugzeug, das ohne Brennstoff die Welt umrunden kann, hatte Piccard zur Jahrtausendwende kurz nach seiner Erdumrundung in einem Heissluftballon. Mit der Solar Impulse sollten die Menschen sensibilisiert werden, wie notwendig Energiesparen und erneuerbare Energien sind.
2015 pilotierten André Piccard und André Borschberg im Wechsel das Elektroflugzeug in östlicher Richtung um den Globus. Auf Hawaii mussten sie einen längeren Reparaturaufenthalt einlegen, weil die Akkus auf dem längsten und gefährlichsten Teilstück zwischen Japan und Hawaii überhitzt und beschädigt worden waren.
(SDA)