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Hochwasser, Erdrutsche und Steinschläge haben im vergangenen Jahr in der Schweiz Schäden in der Höhe von rund 100 Millionen Franken angerichtet. Das ist deutlich weniger als im langjährigen Mittel.
Überdurchschnittlich hoch war allerdings die Zahl der Menschen, die durch Erdrutsche ums Leben kamen. Insgesamt starben vergangenes Jahr sechs Menschen wegen Unwettern, fünf davon wegen Erdrutschen, wie die Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) am Dienstag mitteilte. Im Jahr zuvor waren mindestens drei Menschen bei Unwettern ums Leben gekommen.
Zwei tödliche Erdrutsche ereigneten sich im November im Tessin. In Curio kamen eine 31-jährige Frau und ihre kleine Tochter ums Leben, als ihr Rustico von Schlamm und umgestürzten Bäumen mitgerissen wurde.
Rund zehn Tage später verschüttete ein Erdrutsch im rund 15 Kilometer Luftlinie entfernten Davesco-Soragno ein dreistöckiges Wohngebäude. Dabei starben zwei Menschen, vier wurden verletzt.
Ein weiteres Todesopfer forderte das Zugunglück in Tiefencastel GR, bei dem ein Zug der Rhätischen Bahn aufgrund einer Hangmure entgleist war. Und in Thörishaus BE ertrank im Juli eine 82-jährige Frau in einem Bach, der Hochwasser führte.
Der verregnete Juli verursachte hohe materielle Schäden: Über 80 Prozent aller Unwetterschäden entstanden in diesem Monat, wie das WSL mitteilte. Betroffen waren insbesondere das Emmental und das Rheintal.
Allein in Schangnau BE verursachten Gewitter Ende Juli Schäden in der Höhe von rund 16 Millionen Franken. Die Wassermassen der Emme wälzten sich zeitweise quer durch den Ortsteil Bumbach, überfluteten Häuser, beschädigten Maschinen und Autos und lösten Hangrutsche aus.
In Altstätten SG trat am 28. Juli ebenfalls wegen Gewittern der Stadtbach über die Ufer und überschwemmte Häuser und Strassen. Die entstandenen Schäden beliefen sich auf ungefähr 10 bis 15 Millionen Franken, wie die WSL schreibt. Auch in Berneck SG seien die Schäden hoch gewesen.
Ebenfalls am 28. Juli trat der der Hornbach in der Gemeinde Sumiswald BE über die Ufer. Die Wassermassen und mitgeschwemmte Baumstämme zerstörten Brücken und eine Sägerei, rissen Autos mit, beschädigten Strassen und Schutzbauten, wie das WSL mitteilte.
Mitte November schliesslich traf es das Tessin: Der Lago Maggiore und der Lago di Lugano traten über die Ufer. Mehrere Gemeinden meldeten Schäden.
Auch wenn einzelne Regionen von Hochwassern hart getroffen wurden, verursachten die Unwetter 2014 mit rund 100 Millionen Franken weniger Schäden als im Vorjahr (125 Mio.) und deutlich weniger als im Schnitt. Die meisten Schäden wurden durch Hochwasser verursacht: Diese schlagen mit 90 Millionen Franken zu Buche.
Der teuerungsbereinigte, langjährige Mittelwert von 1972 bis 2013 liegt bei rund 324 Millionen Franken. Einzelne Ereignisse können diesen jedoch stark beeinflussen. Letztmals trieben 2007 Unwetterschäden die Schadenssumme im die Höhe. Am teuersten seit 1972 war das Jahr 2005 als im August Hochwasser Schäden von über drei Milliarden Franken verursachten. (whr/sda)