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Wenn die wild lebenden Elefanten im Amboseli-Nationalpark in Kenia Stimmen von Massai-Kriegern hören, schützen sie sich: Die Elefantenfamilien rücken dann enger zusammen und ziehen sich häufig zurück. Doch hören sie Frauen- und Kinderstimmen, bleiben sie entspannter.
Diese Unterscheidung ist für die Dickhäuter überlebenswichtig, denn der Mensch ist ihr natürlicher Feind. Vor allem mit den Massai geraten die Elefantenfamilien immer wieder in Konflikte, zum Beispiel um Wasserstellen, welche die beiden brauchen.
Forscher der Universität von Sussex und des kenianischen Amboseli Elefanten-Forschungsprojekts testeten die Hörsensibilität der Elefantenfamilien, indem sie Ihnen verschiedene Stimmen vorspielten. Bei jenen von männlichen Massai fühlten sich die Tiere meist bedroht. Viel gelassener reagierten sie bei Stimmen von Kamba-Männern.
Die Volksgruppe der Kamba lebt von der Landwirtschaft und gerät selten mit den Elefanten aneinander. Die Forscher schlussfolgern, dass die Dickhäuter die Sprachen der Volksgruppenunterscheiden können. Vermutlich erwerben die Elefanten diese Fähigkeit mit dem Alter. Herden, deren Anführer älter waren, reagierten deutlich sensibler auf die Menschenstimmen. Sie zogen sich sogar dann zurück, wenn sie Stimmen von Massai-Kindern hörten.