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Das WKF-Karate wird auch an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles (USA) nicht im Programm sein. Wie für jede Olympiade bewerben sich viele Sportarten um die Aufnahme in die prestigeträchtigen Olympischen Spiele. Ist eine Sportart olympisch oder durch den Veranstalter vorgeschlagen erfolgt eine starke Förderung durch die nationalen olympischen Komitees. Foto: Entscheid IOC zu Gunsten Paris 2024, Los Angeles 2028.
Unter den 28 fixen Sportarten sind auch Skateboarding, Sportklettern und Surfen. Alle drei trugen, gemäss IOC, bei ihrem Olympia-Debüt 2021 in Tokyo maßgeblich zum Erfolg der Spiele. Die Aufnahme dieser jugend-orientierten Sportarten, die in Kalifornien tief verwurzelt sind, wurde vom Organisationskomitee LA28 unterstützt.
Kricket, Baseball/Softball, Lacrosse, Flag Football und Squash wurden von den Organisatoren 2028 als zusätzliche Sportarten vorgeschlagen. Flag Football und Squash (im fünften Anlauf) sind erstmals im Olympia-Programm. Lacrosse war bei den Olympischen Spielen 1904 in St. Louis und bei den Spielen 1908 in London im Programm. Baseball und die Frauen-Variante Softball gehörten mehrmals zum Olympia-Programm, zuletzt bei den Spielen in Tokio 2021.
Flag Football – eine körperlose Version des American Football – wird erstmals bei Olympia gespielt. Bei Olympischen Spielen wurde Kricket nur 1900 in Paris gespielt. Damals gab es ein einziges Spiel um Gold, das England gegen Frankreich gewann. In Los Angeles soll ein Turnier für Frauen und Männer in einer kürzeren Version (Twenty 20) als im Original ausgetragen werden. Die Olympia-Übertragungsrechte für Kricket sollen Branchenexperten zufolge gut 175 Millionen Euro wert sein.
Die von LA28 vorgeschlagenen Sportarten regen die Fantasie auf dem Spielfeld an und fördern die Kultur so die Organisatoren. Sie seien relevant, innovativ und gemeinschaftsorientiert und würden in Hinterhöfen, Schulhöfen, Gemeindezentren, Stadien und Parks in den USA und auf der ganzen Welt gespielt“, sagte Casey Wasserman, der Vorsitzende von LA28.
„Sie werden neue Athleten zu den Spielen bringen, unterschiedliche Fangemeinden ansprechen und die Präsenz der Spiele in digitalen Räumen erweitern, was die Mission von LA28, ein unvergleichliches Erlebnis zu bieten, weiter verstärkt.“
Die LA28 hatte ursprünglich neun Sportarten als zusätzliche Sportarten in Betracht gezogen, bevor Breakdance, Karate, Kickboxen und Motorsport nicht berücksichtigt wurden.
Die Spiele in Los Angeles finden vom 14. bis 30. Juli 2028 statt.
An seiner 141. IOC-Session in Mumbai, 15.-17. Oktober 20923, wird das IOC den Vorschlag der Organisatoren LA28 absegnen. Somit sind die ausgetragenen Sportarten wie folgt:
Leichtathletik, Rudern, Badminton, Basketball, Kanu, Radsport, Reiten, Fechten, Fußball, Golf, Turnen, Handball, Hockey, Judo, Ringen, Schwimmen, Rugby, Taekwondo, Tennis, Tischtennis, Schießen, Bogenschießen, Triathlon, Segeln, Volleyball, Surfen, Skateboarding, Sportklettern und die Zusatzsportarten Kricket, Baseball/Softball, Lacrosse, Flag Football und Squash.
Der Prozess bis zur Entscheidung dauerte zwei Jahre und fand unter strenger Geheimhaltung (keinerlei Informationen durch die Programmkommission) statt. Keinerlei Transparenz, keinerlei Überprüfung auf welchen Kriterien schlussendlich die Sportarten ausgewählt wurden. Keine Berücksichtigung fand die Tatsache, dass Karate in Tokio, erhoben durch ein renommiertes Marktforschungsinstitut, besser als die direkten Konkurrenten abschnitt.
Cicero, das Magazin für politische Kultur, schrieb einst: Der olympische Gedanke ist längst passé. Er ist in einer Milliardenindustrie verschwunden, die hat ganz eigene Regeln. In diesem Kosmos der Sportfunktionäre herrscht vor allem eins: ein ausgeklügeltes System von Einflussnahme. Viele korrupte Mitglieder wurden vom IOC zur «persona non grata» erklärt oder ausgeschlossen. Aber wo so viel Geld, Prestige zu holen ist, wachsen die Köpfe wie bei einer «Hydra» laufend nach. Dazu zählen einflussreiche Funktionäre und ihre Unterstützer, die der Ansicht sind, dass zwei fernöstliche olympische Kampfsportarten ausreichend seien – und gleichzeitig dafür sorgen, dass die bestehenden Sportarten mit immer neuen Wettbewerben sich «ausdehnen».
Das WKF-Karate hat gezeigt, dass diese Sportart, mit ihrer Ethik und Ritualen, einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag zur Völkerverständigung leisten kann und das Recht hat einen olympischen Status zu haben. In allen Multisports-Event ist das WKF-Karate dabei. Über die World-, European bis zu den anstehenden World Combat Games.
Kommen wir noch zum Ausschlussargument der Organisatoren Paris 2024: Gemäss den Organisationen sei Karate im Vergleich zu anderen Sportarten wie Skateboarden und Surfen bei einem jüngeren Publikum nicht beliebt. Zudem seien für 2024 neue Regeln eingeführt worden, um die Grösse der Spiele zu begrenzen. Daher wurde die Zahl der zusätzlichen Sportarten von fünf auf vier begrenzt. Und «Paris verstehe die Enttäuschung der Karatekas voll und ganz und werde weiterhin mit ihnen zusammenarbeiten, um den Sport in Frankreich und auf der ganzen Welt zu fördern. Mehr Sarkasmus geht nicht.
Für jede Athletin, jeden Athleten sind olympische Spiele der Höhepunkt ihrer Karriere. Dies einer weltweit verbreiteten Kampfsport zu verweigern ist nicht einfach ein Entscheid, es ist Diskriminierung einer Sportart. Anhänger des traditionellen Karate argumentieren, dass es besser sei, nicht mit einer immer wieder mit Korruptionsvorwürfen behafteten Organisation (dann müsste man auch aus der FIFA austreten) in Verbindung gebracht zu werden.
Jedoch. Karate ist nicht ganz «aussen vor». Durch die vom IOC anerkannte WKF (seit 1999, definitiv, erstmals 1985) ist Karate Teil der olympischen Bewegung. Dazu gehören das IOC, die nationalen olympischen Komitees, die international Sportverbände und die Organisationskomitee der Olympischen Spiele). Zudem wird Karate an den Olympischen Spielen der Jugend ausgetragen. Teilnehmen können Karatekas im Alter von 14 bis 18 Jahren. Die erste Austragung fand 2010 in Singapur statt. Bei der dritten Austragung, nach Nanjing/China 2014, in Buenos Aires 2018 wurde Karate zum ersten Mal ausgetragen. Die Zahl der Teilnehmenden wird von acht pro Kategorie in Buenos Aires auf 12 pro Kategorie in Dakar erhöht.
Mit den Olympischen Sommer-Jugendspielen 2026 findet erstmals ein olympischer Grossanlass in Afrika statt. In Dakar stehen 33 Sportarten und Disziplinen auf dem Programm. Zu den 28 Kernsportarten /-disziplinen stossen mit Breakdancing, Skateboarding, Sportklettern, Surfen und Karate fünf zusätzliche Sportarten. Aktuell rechnen die Veranstalter mit rund 4’500 teilnehmenden Athletinnen und Athleten. Wie vom IOC vorgesehen wird auf die ausgeglichene Verteilung auf die Geschlechter geachtet.
Die Qualifikationsserie beginnt mit den WKF-Nachwuchsweltmeisterschaften in Jesolo-Venedig vom 9.-13. Dezember 2024. Wie bei jedem olympischen Event wird das Selektionskonzept vom Chef Leistungssport zusammen mit Swiss Olympic erarbeitet und festgelegt, von wann bis wann und welchen Turnieren der Selektionszeitraum ist. Es gelten die Regeln der WKF/IOC.