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Deswegen waren dem Diktator alle übrigen Magistrate mit Ausnahme der Volkstribunen untergeordnet, deswegen war er frei von der Berufung
an das Volk und von der Rechenschaftspflicht; so wenigstens in der ältern Zeit, denn in der Folge scheint beides auch für
den Diktator Geltung gewonnen zu haben. Er wurde, nachdem der Senat die Einsetzung beschlossen, von einem der
Konsuln oder einem Konsulartribun ernannt, der dieses Geschäft unter Beobachtung der Auspizien in der Stille der Nacht vollziehen
mußte; er selbst setzte sich dann einen Magister equitum als Reiterobersten und zweiten Befehlshaber an die Seite.
Der letzte Diktator in dem ursprünglichen Sinn wurde im J. 202 gewählt. Die Diktaturen des Sulla und Julius Cäsar
waren ungesetzlich und dienten nur als Namen für die von ihnen geübte Alleinherrschaft. Im J. 44 wurde die Diktatur durch
ein Gesetz des M. Antonius völlig abgeschafft; später wurde sie dem Oktavian wiederholt vom Volk angeboten,
aber beharrlich von ihm abgelehnt. Übrigens wird der Ausdruck Diktator auch im modernen Staatsleben gebraucht, um einen allmächtigen
Staatsmann oder Feldherrn zu bezeichnen, und man spricht von der diktatorischen Gewalt oder von der Diktatur oder von dem diktatorischen
Auftreten eines solchen, um sein aus dem Rahmen des regelmäßigen Staats- und Verfassungslebens heraustretendes
Wesen und Wirken zu kennzeichnen.