Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03220.jsonl.gz/2184

Um das närrische Treiben wieder vermehrt ins Dorf zu bringen, versammelten sich am 04. Februar 1930, auf Einladung von Josef Feusi, eine schöne Anzahl Burschen im Restaurant Post.
Um das närrische Treiben wieder vermehrt ins Dorf zu bringen, versammelten sich am 04. Februar 1930, auf Einladung von Josef Feusi (besser bekannt als Post Sepp), eine schöne Anzahl Burschen im Restaurant Post. Dabei wurde eine Fasnachtsgesellschaft gegründet und der erste Vorstand gewählt.
Zum Haupttag der Feusisberger Fasnacht wurde der Schmutzige Donnerstag bestimmt. Bereits im Gründungsjahr organisierte man unter den Mottos „Frauenstimmrecht“ und „Alkoholmonopol“ einen Umzug und eine Schnitzelbank.
An der Generalversammlung 1947 wurde nach dem Vorbild anderer Fasnachtsgesellschaften der Umgebung, nach einem originellen Namen gesucht. Nach fast endloser Diskussion wurde der von Robert Suter, Rest. Frohe Aussicht, vorgeschlagene Name „Humoria“ beschlossen.
Am Schmutzigen Donnerstag 1950 erhielt die Fasnachtsgesellschaft offiziell den Namen Humoria. Vor den Augen des Pfarrers wurde auf der Wiese vor dem Pfarrhaus eine Puppe getauft. Das führte zu Unstimmigkeiten mit den Gemeindebehörden. Um trotzdem eine Bewilligung für einen 2. Fasnachtstanz-abend zu erhalten, wurde die Sennengesellschaft gegründet. Die Vorstände der beiden Gesellschaften vereinbarten gute Zusammenarbeit und gegenseitige, kostenlose Hilfe bei Veranstaltungen. An der Fasnacht bestreitet seither die Sennengesellschaft den Güdeldienstag und die Humoria den Schmutzigen Donnerstag. In der Folge verschlechterte sich die Zusammenarbeit und vor allem in den sechziger Jahren wurde manchmal gegeneinander gearbeitet. Heute sind die Querelen beigelegt.
Die Frauen hatten an der Feusisberger Fasnacht seit jeher eine tragende Rolle. Es waren und sind oft Frauen die sich verkleiden und als Böögen ihren Schalk mit den Zuschauern treiben. Beim Nähen der Fasnachtskleider, als Helferinnen in der Festwirtschaft, beim Dekorieren, beim Schminken, usw. leisteten sie immer gute Dienste. Trotzdem konnten bis 1973 keine Frauen in den Verein aufgenommen werden.
Heute besteht die Fasnachtsgesellschaft aus etwa 1/3 Frauen.
In den sechziger und siebziger Jahren wurde immer wieder versucht ein Vereinsgewand anzuschaffen. 1986 kaufte man von der Guggenmusik Stäfa ein bereits benutztes Musketiergewand. Nach wenigen Jahren war es aber so abgenutzt, dass es ersetzt werden musste.
1989 wurde unter der Leitung von Rita Benz und Hermine Portmann das heute bestehende Clowngewand entworfen und mit vielen freiwilligen Helferinnen genäht.
Trotz neuen Ideen fühlt man sich der Tradition verpflichtet. Der Schmutzige Donnerstag ist heute noch der Haupttag an welchem die Schuljugend mit Wurst und Brot beschenkt wird und am Abend treiben zahlreiche Böögen ihren Schalk mit dem Publikum. Auch das Bauen eines Fasnachtswagens nach einem vorgängig festgelegten Motto und die Teilnahme an diversen regionalen Umzügen sind der Humoria sehr wichtig.