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Kanada wie auch die europäischen Ölkonzerne BP und Shell lobbyieren in Brüssel gegen eine schärfere Umweltrichtlinie der Europäischen Kommission. Die EU will den CO2-Ausstoss von Treibstoff, der aus Ölsand hergestellt wurde, strenger bewerten. Der Grund: Die Produktion von Treibstoff aus Ölsand verursacht selbst schon einen hohen CO2-Ausstoss; viel mehr als die Produktion aus konventionellem Erdöl.
Weil AnbieterInnen von Benzin und Diesel in der EU die Emissionen ihrer Produkte bis ins Jahr 2020 um zehn Prozent reduzieren müssen, würde es ihnen die neue Richtlinie faktisch verunmöglichen, auf ölsandbasierte Treibstoffe zurückzugreifen. Kanada wäre besonders betroffen, da es auf riesigen Ölsandvorräten sitzt. Für den Ölsandabbau wurden bereits riesige Waldflächen in der Provinz Alberta abgeholzt und die Gewässer in der Gegend vergiftet. Kanada hat es durch sein Lobbying bei der britischen Regierung bis heute geschafft, die Verabschiedung des EU-Gesetzes zu verzögern. Umweltverbände machen den Ölkonzern BP für die britische Solidarität verantwortlich. Gemäss einem Bericht der Zeitung «Guardian» haben nun auch noch die Niederlande – Sitz des Ölkonzerns Shell – Vorbehalte gegen die geplante EU-Richtlinie angemeldet.
Daniel Stern