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Während das Management der Credit Suisse (CS) verlauten liess, die Bank sei als Gruppe profitabel, gilt dies nicht für die Investmentbank. Laut Elie Darwish, Analyst bei Exane, wurde das Ergebnis durch die Absage der Huntsman-Übernahme entlastet, bei der sich die CS zum Kauf eines 1,8-Mrd-Fr.-Anteils verpflichtet hatte. Ohne diesen Einmalfaktor wäre der Verlust der Investmentsparte laut Darwish bei fast 6,5 Mrd Fr gelegen.
Panagiotis Spiliopoulos, Chefanalyst bei Vontobel, kommt auf einen Verlust von rund 6 Mrd Fr. mit Einmaleffekten, und 5 Mrd Fr. ohne. Grund dafür sind die seit Mitte November abrupt fallenden Preise von hypothekenbesicherten Kreditderivaten auf US-Geschäftsliegenschaften, nachdem sie zuvor nur 5% verloren hatten. Laut Spiliopoulos kommt gut die Hälfte des Verlustes von solchen Abschreibern.
Verlust wohl schmerzhaft
Die andere Hälfte ist auf Handelsverluste zurückzuführen. Die CS hatte lediglich den Abbau der Risiken, den Eigenhandel und die Eigenpositionen als Ursachen für den Verlust angegeben. «Weil hier keine weiteren Details angegeben wurden, erscheint der Verlust noch schmerzhafter», so Darwish. Er ergänzt: «Beim letzten Konferenzgespräch hiess es, dass eigene Risikopositionen und der Risikograd deutlich reduziert wurden.» Dass die Risikozuschläge für Schulden angestiegen sind, dürfte laut Spiliopoulos den Verlust um 300 bis 600 Mio Fr. reduziert haben. Und auch zur Vermögensverwaltung sagte die CS wenig. «Man vermutet, dass sie grosse Geschäftsbeziehungen mit russischen Oligarchen hatte», sagt Spiliopoulos, «und diese sind nun ebenfalls in Schwierigkeiten.»
Viele Analysten ziehen nun Parallelen zur UBS, da beide Banken zukünftig ähnliche Strategien verfolgen und mit weniger Umsatz einen stabilen Gewinn erzielen wollen. «Investoren hoffen, dass das Schliessen der verlustreichen Aktivitäten saubere Eigenanlagen und Gewinne bringt», sagt Citigroup-Analyst Jeremy Sigee. Die Hoffnungen ruhen auf der Vermögensverwaltungssparte. Sigee erwartet 2009 noch Abschreiber von 1,25 Mrd Fr. und konjunkturbedingte Belastungen durch faule Kredite von 1,4 Mrd Fr. Die Aktionäre müssen sich auf einen Dividendenausfall einstellen. Sowohl Sigee (?4,48 Fr. pro Aktie) als auch Matt Spick (?4,90 Fr. pro Aktie), Analyst der Deutschen Bank, erwarten für 2008 einen Ausfall der Dividende.
Erster UBS-Kauf empfohlen
Die Analysten der Société Générale empfehlen die Aktien der UBS aus mittelfristigen Bewertungsgründen wieder zum Kauf. Für dieses Jahr erwarten sie aber einen um die Kapitalaufstockungen bereinigten Verlust von 4.06 Fr. pro Aktie. Ausgehend von einem Gewinn in der Höhe von 2.23 Fr. pro Aktie 2009 sind die Titel mit einem KGV von 6 bewertet.
Weniger optimistisch sind die Analysten anderer Häuser. So rechnet Michael Dunst von der Commerzbank mit einem Nettomittelabfluss von 55 Mrd Fr. im 4. Quartal. Aufgrund der schwachen Börse setzt er das Kursziel von 19 auf 16 Fr. hinunter. Für die Credit Suisse (CS) rechnet er mit Neumittelzugängen um 4 Mrd Fr. Von den Merrill-Lynch-Analysten werden UBS und CS weder zum Kauf noch zum Verkauf empfohlen. Die CS hat somit den gegenüber der UBS aufgebauten Bonus bei Investoren und Analysten nach zwei Verlustquartalen praktisch eingebüsst.(mn)