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Vom 24. Juni bis 1. Juli dieses Jahres fand in Louisville, Kentucky (USA), ein Treffen von VertreterInnen der Jazzschulen aus der ganzen Welt statt. Von der Jazzabteilung der Musikhochschule Luzern waren die Schlagzeuger Claudio Strüby und Marc Halbheer unter den Teilnehmenden.

Das Meeting der IASJ in Lousiville, Kentucky (USA)
Jedes Jahr findet die bereits zum 16. Mal durchgeführte "Annual IASJ Conference“ an einem anderen Ort statt. Dieses Jahr wurde die "University of Louisville“, im Amerikanischen Bundesstaat Kentucky (USA) ausgewählt. Louisville liegt einige hundert Meilen südlich von Chicago (od. zwei Flugstunden südwestlich von New York) und ist u.a. Heimat des Boxers Muhamed Ali und Wohnort des Jazz-Pädagogen Jamey Aebersold.
Aus über 20 Ländern waren Studenten und Lehrer angereist um an dem Meeting teilzunehmen. Der künstlerische Leiter der Konferenz war Dave Liebman“, seinerseits Gründer der IASJ.
"You must leave your ego at home“ erklärte Liebman in einem vorausgehendem Brief an alle Teilnehmer. Am Morgen des ersten Tages wurde den Beteiligten bewusst, weshalb der künstlerische Direktor wohl diesen Aufruf tätigte.
Bei den "Students-Auditions“ zeigte sich ein grosses Niveaugefälle. Die Studenten wurden nach Zufallsprinzip in Gruppen eingeteilt und mussten ohne zu Proben einen vorgegebenen Standard aufführen. Die jungen Tonkünstler wurden aufgrund dieser Audition in Ensembles eingeteilt, welche während der ganzen Woche bestehen blieben. Für die Zusammensetzung dieser Bands war letztendlich eine möglichst grosse Diversität der Herkunft der Teilnehmer entscheidend und nicht deren musikalische Qualitäten.
Am Abend des Eröffnungstages fand dann das "Faculty“ Konzert statt. Die Formationen wurden nach demselben Vorgehen wie bei den "Students-Auditions“ zusammengestellt. Die Lehrervertretung der MHS-Luzern, der Schlagzeuger Marc Halbheer, spielte zu diesem Anlass in drei Formationen u.a. mit dem griechischen Saxophonisten Dimos Dimitriadis, dem New Yorker Trompeter Cecil Bridgewater, dem Östereicher Karl-Heinz Miklin, dem finnischen Pianisten Jarmo Savolainen und dembrasilianischen Saxophonisten Marcelo Coehlo.
Das Zusammentreffen verschiedener Kulturen machte die IASJ Conference für alle zu einem unvergesslichen Erlebnis. Man spürte grossen gegenseitigen Respekt. Es gab Ensembles mit grossem Niveaugefälle. Die Schwächeren profitierten von den Erfahrungen der Fortgeschrittenen, und diese übten sich in den Fertigkeiten eines Band-Leaders und Ensemble-Leiter.
Claudio Strüby, der einzige Vertreter der Studenten der Jazz-Abteilung der MHS Luzern hatte das Glück, in eine ausgeglichene Gruppe eingeteilt zu werden. Sie bestand aus einem Bassisten aus Miami (USA), einem Alt-Saxophonisten aus Boston (USA), einem Trompeter aus New York (USA), einem Pianisten aus Mannheim (D) und einem Sänger aus Wien (A). Dieses Ensemble wurde von dem Finnischen Pianisten Jarmo Savolainen betreut.
Der übliche Tagesablauf bestand aus der allmorgendlichen "General Assembly“, gefolgt von "Lectures“ (Jamey Aebersold, David Baker und allen voran, der hervorragende Dave Liebman), noch vor dem Mittagessen fanden Masterclasses bei den jeweiligen Instrumentallehrern statt.
Nachmittags probten die Ensembles, mit dem Ziel, am Ende der Woche beim Abschlusskonzert ein Repertoire von 45 Minuten vorzustellen.
Die abendlichen Jamsessions, welche jeweils an einem anderen Ort durchgeführt wurden, waren mitunter die wichtigsten Momente der Woche. Hier ging es um "Networking“, also darum, persönliche Kontakte zu knüpfen. Das Highlight stellte wahrscheinlich die Jamsession auf dem "Boot Spirit of Jefferson“ dar, welches die ganzen Teilnehmer etwa 3 Stunden auf dem Ohio River in den Sonnenuntergang manövrierte.
Die Abschlusskonzerte waren deutlich geprägt von Eigenkompositionen der jeweiligen Teilnehmer, und die Studenten agierten sehr solidarisch innerhalb der Ensembles! Am Schluss entstand ein regelrechtes IASJ-Festival mit sieben Konzerten, verteilt auf zwei Abende, mit zum Teil herausragenden Konzerten.
Abschliessend kann man sagen, dass diese Woche ein voller Erfolg war. Dave Liebman schaffte es, durch seine Präsenz und die vermittelten Wertvorstellungen eine respektvolle und entspannte Situation unter den Studenten zu schaffen. Bestimmt hat der Austragungsort Louisville, das etwas verschlafene, südlich angehauchte Provinznest auch das Seine dazu beigetragen, dass ein guter Austausch zwischen den jungen Jazzmusikern der nächsten Generation stattfand.
Von Marc Halbheer, Musiker und Dozent für Schlagzeug, Rhythmik, Ensemble und Claudio Strüby, Drummer, Absolvent Jazzabteilung
Die International Association of Schools of Jazz (IASJ) ist eine Interessensgemeinschaft von Jazzschulen auf allen Stufen mit Sitz am Royal Conservatory“ Den Haag, Holland. Das Ziel der IASJ ist die Förderung der Kommunikation zwischen Jazzschulen, Dozierenden und Studierenden aus verschiedensten Ländern. Die Hauptaktivität der IASJ ist die Veranstaltung von jährlichen Meetings, an denen gemeinsam Musik gemacht wird. Ausserdem veröffentlicht die IASJ regelmässig einen Newsletter und unterhält eine Mailingliste im Internet, in welchen aktuelle Themen diskutiert und der gegenseitige Austausch gepflegt werden. Künstlerischer Direktor und Gründer ist Dave Liebman, einer der gewichtigsten Jazzmusiker und Pädagogen im Jazz. Weitere Vorstandsmitglieder sind: Walter Turkenburg (Royal Conservatory, Den Haag), Karl Heinz Miklin (Kunstuniversität Graz), Gary Keller (University of Miami), Bernhard Hofmann (Jazz- und Rockschule Freiburg), Dimos Dimitriadis (Ionian University Korfu). Mehr Infos unter www.iasj.com