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Wie könnte ein Assemblierer beziehungsweise ein VAR in der Welt des Cloud-Computing aussehen? Vielleicht ein (kleines) bisschen so, wie das US-Unternehmen Cycle Computing, das als Reseller von Amazons Cloud-Computing-Plattform AWS (Amazon Web Services) auftritt. Cycle Computing betätigt sich allerdings als Anbieter von "virtuellen Supercomputern" in einer sehr speziellen Nische. Und seine Produkte sind äusserst kurzlebig.
Das US-Unternehmen hat Ende Juli so eben mal schnell für ein grosses Pharma-Unternehmen – laut Cycle Computing eines der fünf grössten der Welt – einen virtuellen Supercomputer mit rund 30'000 CPU-Cores in Amazons Cloud-Computing-Plattform EC2 aufgesetzt.
Der von Cycle Computing "Nekomata" genannte virtuelle Supercomputer führte für den Kunden Berechnungen zur Bestimmung von Molekülstrukturen durch, lief rund sieben Stunden lang und kostete 1289 Dollar pro Stunde. Nekomata wäre von der Leistung her wohl relativ weit vorne in der aktuellen Liste der fünfhundert schnellsten Computer der Welt zu finden. Ein vor einigen Monaten in der Amazon-Cloud aufgesetzter Cluster mit 10'000 Cores hätte laut Cycle Computing Rang 114 erreicht. Nekomata beanspruchte 3809 grosse Computing-Instanzen in der Amazon-Cloud, was insgesamt 30'472 CPU-Kernen, 26,7 TB RAM und rund 2 Petabyte Diskspeicherplatz entspricht. Der Cluster verteilte sich auf zwei Amazon-Rechenzentren in den USA und eines in Europa.
Die grösste Eigenleistung des von Amazon komplett unabhängigen Unternehmens ist eine Managementsoftware, die den Erwerb der Computing-Instanzen in der Amazon-Plattform und die Ausführung der Applikationen für den Kunden weitgehend automatisiert durchführt. Cycle Computing zeigt sich in diesem Zusammenhang auch erstaunt und erfreut darüber, wie problemlos die Amazon-Plattform die gestaffelt aber in schneller Folge abgeschickten Anfragen zur Aufsetzung neuer Instanzen für Nekomata schluckte und erfüllte.
Die neuste Version der Software versucht laut Cycle Computing auch selbstständig, die Kosten möglichst tief zu halten, indem das System möglichst viele Computing-Instanzen vom "Spotmarkt"
einkauft. In Amazons vor kurzem eingeführten Markt für "Spot Instances" können Kunden gerade nicht benützte Instanzen in einer Art Auktionsverfahren normalerweise deutlich billiger einkaufen als normale Instanzen. (hjm)