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Northrop F-5 ll Tiger
Die vier Fliegerstaffeln FlSt 6, FlSt 8, FlSt 16 und FlSt 19 sind mit F-5E/F Tiger II ausgerüstet. Heute sind noch 45 Tiger F-5 E/F im Einsatz.
Mit dem Ausscheiden der Venom und dem vermehrten Hunter-Einsatz im Erdkampf ergab sich gegen Ende der Siebzigerjahre eine Lücke im Raumschutz. Diese sollte mit dem Northrop Tiger II/F-5E geschlossen werden. Nach eingehender Erprobung beschloss das Parlament 1976 die Beschaffung von 72 Tiger Jagdflugzeugen; davon 66 vom Typ F-5E (Einsitzer) und 6 vom Typ F-5F (Doppelsitzer). Dabei wurden die Einzelteile und Baugruppen in den USA hergestellt und die Endmontage im Eidg. Flugzeugwerk Emmen durchgeführt. Im Jahre 1981 entschied das Parlament eine Flottenvergrösserung um 38 Maschinen, davon wiederum 6 Doppelsitzer vom Typ F-5F. Erneut erfolgte die Endmontage in der Schweiz. Der Abschluss dieser Beschaffung war 1984.
Während die Doppelsitzertypen F-5F primär der Umschulung und Durchführung von Kontrollflügen dienen, werden die Einsitzer F-5E in den Berufs- wie in den Milizstaffeln vorwiegend für Luftkampfaufgaben eingesetzt. Damit bleibt ihre Bewaffnung auf Kanonen und Infrarot-Lenkwaffen beschränkt. Wenn auch die luftkampfmässigen Einsatzmöglichkeiten, verglichen mit neuen modernen Jagdflugzeugen als etwas limitiert gelten, so erfüllen die Tiger doch im Raumschutz (bis ca. 6000m/M) wertvolle Dienste.
Auf den 1.1.2004 wurde die Tiger-Flotte von 85 auf 54 reduziert. Die Luftwaffe verkauft der "US Navy" für ihre Aggressor Staffeln 32 F-5E. Später wurden von den USA noch weitere 12 Schweizer F-5E Tiger II gekauft, so dass schliesslich insgesamt 44 Tiger für $50 Millionen an die U.S. Navy gingen.
Ende April 2005 haben die Schweiz und Österreich die Rahmenvereinbarung zur Vermietung von zwölf F-5E "Tiger" der Schweizer Luftwaffe unterzeichnet. Unmittelbar nach der Freigabe des Transfers wurde in Dübendorf mit der Umschulung von Piloten und Bodenpersonal aus Österreich begonnen. Am 9. Juli soll die offizielle Übernahme durch die Luftwaffe von Österreich erfolgen. Die schweizerischen militärischen Kennungen der ausgeliehenen F-5E: J-3004, J-3005, J-3014, J-3030, J-3033, J-3036, J-3038, J-3041, J-3052, J-3056, J-3057, J-3065.
Im Laufe der Jahre gingen von den 110 Tiger 9 Maschinen durch Abstürze verloren. J-3013, J-3017, J-3018, J-3028, J-3042, J-3048, J-3059, J-3071 und J-3078.
Rissbildungen am F-5 Tiger
14.04.2015
Die Kontrolle an den bisher noch regelmässig geflogenen 36 F-5 Tiger auf Rissbildungen in der tragenden Flugzeugstruktur ist abgeschlossen. Bei 16 Jets wurden Risse festgestellt. Die Luftwaffe entschied vor diesem Hintergrund, im Sinne von Kosteneinsparung und Flottenoptimierung künftig noch 26 F-5 Tiger zu betreiben – zehn von Rissen betroffene Jets werden nicht mehr eingesetzt, sechs Flugzeuge werden repariert. Die Kosten für die Reparatur werden mit rund einer Million Franken veranschlagt.
Der Kontrollauftrag ist nun abgeschlossen. Fazit: Bei 16 Jets wurden Risse festgestellt. Davon sollen sechs Tiger-Einsitzer repariert und weiter betrieben werden (ein F-5E Tiger grau und fünf F-5E Tiger rot-weiss). Da die Anzahl Standplätze bei der Industrie begrenzt ist, wird die Reparatur voraussichtlich bis Ende erstes Quartal 2016 dauern.
Nach der Auflösung der Tigerverbände per Ende 2017 ist Emmen Hauptbasis der Tigerverbände. Die Tigerstaffeln 6 und 19 werden als Servicestaffeln weiterhin im Dienst der Luftwaffe stehen, während die Staffel 8 aufgelöst wurde.
Tiger Unfälle
|21.5.1981||F-5-E||J-3013||Absturz Diemtigtal BE. Kollision mit Mirage J-2323.||Hptm K. Stab Fl Rgt 3|
|18.11.1981||F-5 E||J-3018||Absturz Moutier, nach Kollision mit Mirage J-2320.||Lt M. UeG Fl St 11|
|9.11.1982||F-5 E||J-3059||Absturz Ringoldswil BE.||† Hptm R. Hochuli UeG Kdt Fl St 11|
|15.8.1984||F-5 E||J-3048||Absturz Flugplatz Meiringen. Absturz nach Antilärmstart.||Oblt M. Henzi Fl St 13|
|22.1.1987||F-5 E||J-3071||Absturz bei Lumbrein GR, Kollision mit Tiger J-3017.||Lt R. Walser UeG Fl St 1|
|22.1.1987||F-5 E||J-3017||Absturz bei Lumbrein GR, Kollision mit Tiger J-3071.||Wm B. UeG Fl St 11|
|10.4.1987||F-5 E||J-3042||Absturz südöstlich von Bauma ZH. Kollision mit Bäumen.||Wm W. UeG Fl St1|
|31.10.194||F-5 E||J-3078||Absturz Fliegerschiessplatz Axalp BE. Nuss eines Steckschlüssels eingeklemmt.||Oberst H. Rogrbach BAMf Kdt Flpl Rgt 2|
|4.7.1996||F-5 E||J-3028||Absturz Schänis SG. Ungewollter Schleudersitzabschuss.||Hptm S. UeG Fl St 1|
|9.6.2016||F-5 E||J-3086||Absturz Leeuwarden NL nach Kollision mit Tiger J-3088
||Patrouille Suisse|
Das amerikanische Department of the Navy kaufte am 10.08.2002 in einem einzigartigen «umgekehrten» Foreign Military Sales (FMS)-Verfahren 32 gebrauchte F-5E Tiger II in der Schweiz ein, die alle bis Juni 2008 als F-5N vor allem für realistisches Training bei den Aggressor-Staffeln der U.S. Navy in Dienst gestellt wurden. Die demontierten Maschinen wurden von C-130T Hercules Transportern der Navy Reserve paarweise in Emmen abgeholt und zum Northrop Grumman-Werk in St. Augustine, Florida gebracht. Der letzte dieser Abholflüge fand am 26.10.2007 statt.
Immatrikulation
98 Northrop F-5E Tiger II, Baujahr 1976; J-3001 bis J-3098
12 Northrop F-5F Tiger II, Baujahr 1978/83; J-3201 - J3212

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