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Bild: Isaac Quesada - unsplash.com
Die Zeit nach der Geburt ist ein kritischer Moment für die psychische Gesundheit. Was aber, wenn der Babyblues tage- oder gar wochenlang anhält und das Tief nicht überwunden werden kann? Bei ungefähr 15 Prozent der Mütter und 9 Prozent der Väter entwickelt sich wegen der hohen Belastung eine Depression, auch postnatale oder postpartale Depression genannt. Lesen Sie hier mehr zum Thema.
Heisst es postNATAL oder postPARTAL?
Der Begriff „Postnatale Depression“ ist geläufiger als „Postpartale Depression“. Postnatal bedeutet „nach der Geburt“ (also das Kind betreffend), postpartal „nach dem Gebären“ (die Mutter betreffend). Der medizinisch korrekte Ausdruck ist demnach „Postpartale Depression“. Der Begriff „Postnatale Depression“ ist aber viel weiterverbreitet.
Wie lange dauert eine solche postpartale Depression?
Die Dauer der Erkrankung beträgt in der Regel mehrere Monate. Die postpartale Depression (PPD) kann in Einzelfällen aber auch länger als ein Jahr andauern.
In welchem Zeitraum nach der Geburt kann PPD auftreten?
Der Begriff postnatal oder postpartal bezieht sich streng genommen auf die Wochenbettzeit, d.h. die ersten vier bis sechs Wochen nach der Geburt. Oft tritt eine Depression aber erst Monate später auf. In der Fachliteratur wurde deshalb der Zeitraum für den Auftritt einer PPD auf ein halbes bzw. ein ganzes Jahr nach der Geburt ausgedehnt. Allerdings greift auch das zu kurz, denn eine Depression kann sich auch später noch einstellen. Anfällig scheint die ganze Phase der frühen Mutterschaft zu sein, d.h. vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Kindergarteneintritt des Kindes.
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Sind Medikamente wirklich nötig?
Nicht in jedem Fall. Zwingend nötig sind sie, wenn Selbstmordabsichten oder eine Psychose vorliegen oder wenn andere Behandlungsmethoden keine Besserung brachten. Aber auch in anderen Fällen sind sie zumindest hilfreich: Sie können die Heilung beschleunigen und die Symptome so weit abschwächen, dass die depressive Frau überhaupt erst aufnahmefähig wird für eine Psychotherapie.
Schadet die PPD meinem Kind?
Viele depressive Mütter machen sich Sorgen, dass sie mit ihrer Krankheit ihrem Kind Schaden zufügen könnten – insbesondere, wenn sie ohnehin unter Ängsten leiden oder ihm gegenüber keine Liebe empfinden. Für depressive Mütter ist es tatsächlich oft schwierig, angemessen auf ihr Kind zu reagieren. Das allein reicht in der Regel aber nicht aus, um ein Kind in seiner Entwicklung zu schädigen. Wichtig ist, dass andere engagierte Bezugspersonen diesen Mangel überbrücken: der Vater, Grosseltern, Nachbarn oder professionelle Betreuungspersonen.
Hat die PPD einen Sinn?
Das ist eine sehr persönliche Frage, die auch nur persönlich beantwortet werden kann. Viele Frauen können der Krise im Nachhinein etwas abgewinnen. Sie haben sich beispielsweise selbst besser kennen gelernt und verfügen über neue Strategien, den Alltag besser zu bewältigen. Andere können in dieser schrecklichen Erfahrung nichts Positives sehen.
Fühlen Sie sich angesprochen? Machen Sie den Selbsttest. Wenn weitere Abklärungen nötig sind (ab einer Gesamtpunktzahl von 10 oder mehr), nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen auf. Oder melden Sie sich bei der Frauensprechstunde im Ambulatorium am Kantonsspital Olten.
Anmeldung 062 311 52 10, ambi-olten.pd(at)spital.so(dot)ch
Quelle: Postpartale Depression Schweiz