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«The Shining», Buch: 1977, Film: 1980
Der legendäre Meisterregisseur Stanley Kubrick hat diesen Thriller um eine zerbrechende Schriftstellerfamilie in einem abgelegenen Spukhotel in den Bergen verfilmt, mit Jack Nicholson in der Hauptrolle. Dennoch war Stephen King zutiefst enttäuscht über das Ergebnis: «Kubrick konnte einfach nicht das schiere, unmenschliche Böse des Overlook-Hotels fassen. Stattdessen hat er eine häusliche Tragödie mit nur vagen übernatürlichen Andeutungen gedreht.»
Auch der Romanleser kann eine leise Enttäuschung nicht verhehlen: Kubrick hat aus nervenzerfetzendem Hochspannungsgrusel einen symbolisch stark aufgeladenen intellektuellen Kunstfilm mit Thrillerelementen gemacht. Die Kritiker mochten seine Interpretation des Stoffs dennoch sehr, und sie gehört für sich gesehen sicherlich zu den besten King-Verfilmungen. 1997 gab es ein Remake in Form einer TV-Miniserie, für die King selbst das Drehbuch verfasste. Es schlug keine hohen Wellen.
«The Shawshank Redemption», Kurzgeschichte: 1982, Film: 1994
Welches ist der beste Film aller Zeiten? 1,3 Millionen Menschen können nicht irren. Sie kürten auf der wichtigsten Kino-Site der Welt, imdb.com, «The Shawshank Redemption» («Die Verurteilten») zur ewigen Nummer eins. Besonders überraschend: Der Film über einen Bankbuchhalter, der seine Frau ermordet haben soll und dafür lebenslänglich in den Knast kommt, basiert wie «Stand by Me» auf einer kleinen Novelle von King aus dem Buch «Frühling, Sommer, Herbst und Tod», eines der eher schwächer verkauften Werke von Stephen King.
Aber Frank Darabont als Regisseur sowie Tim Robbins und Morgan Freeman in den Hauptrollen brachten die starke Story mit dem überraschenden Ende derart gut auf die Leinwand, dass das Publikum zu Tränen gerührt war. Es ist einer der wenigen Filme, die das King-Werk, auf dem sie basieren, bei Weitem überstrahlen.
«Stand by Me», Kurzgeschichte: 1982, Film: 1986
Einer der schönsten Filme über Freundschaft, der je gedreht wurde: Der Autor Gordie Lachance erinnert sich aufgrund einer Todesanzeige an einen magischen Sommertag mit seinen Freunden aus der Kindheit im Jahr 1959. Damals haben sie sich zu viert aufgemacht, eine Leiche zu suchen, die offenbar in der Nähe ihrer Kleinstadt entdeckt worden ist. Unterwegs schlagen sie sich mit diversen Problemen herum und diskutieren Dinge, die sie beschäftigen. Es ist ihr letzter gemeinsamer Sommer, danach trennen sich ihre Wege.
Die Romanvorlage ist gut, aber die nostalgische Melancholie der Kindheitserinnerungen gekoppelt mit dem unbeschwerten Abenteuer jenes Sommertags erzeugt in Regisseur Rob Reiners sensiblem Abenteuerdrama eine viel stärkere emotionale Wucht. Es war auch ein Sprungbrett für die Jungstars River Phoenix und Wil Wheaton.
«Misery», Buch: 1987, Film: 1990
Kathy Bates ist ja immer grossartig, aber in diesem bösen, brutalen Thriller ist sie ganz besonders gut. Sie spielt eine einsame Frau und den grössten Fan des Romanautors Paul Sheldon (James Caan), der ihr durch puren Zufall nach einem Unfall in die Hände fällt. Sie nimmt ihn mit sich nach Hause, um ihn gesund zu pflegen, muss dabei jedoch entsetzt feststellen, dass Sheldon ihre geliebte Romanheldin Misery im nächsten Buch sterben lassen will. Nun fängt sie an, den ans Bett gefesselten Autor gnadenlos zu terrorisieren und zwingt ihn, ein anderes, ihr genehmes, Skript zu verfassen.
Der Film hält sich relativ eng an die Buchvorlage, dies wohl auch, weil King lange zögerte, die Filmrechte zu vergeben, und sie schliesslich nur mit der Auflage herausrückte, dass Rob Reiner entweder produzierte oder Regie führte. Reiner hatte mit «Stand by Me» eine der wenigen Verfilmungen seiner Werke gemacht, die King mochte, und er enttäuschte ihn auch diesmal nicht.
«Under the Dome», Buch: 2009, TV-Serie: ab 2013
Eine durchsichtige, aber absolut undurchdringliche Kuppel schliesst eines Tages urplötzlich das neuenglische Städtchen Chester’s Mill von der Aussenwelt ab. Wer draussen ist, bleibt draussen, wer drinnen ist, kommt nicht mehr raus. Dieses zugegeben etwas gesuchte Szenario entwickelt Stephen King auf 1300 absolut spannenden Seiten zu einem seiner literarischen Highlights. Wie die kleinstädtische Idylle zu einem klaustrophobischen Horror gerinnt, in dem alle zivilisatorischen Errungenschaften vergessen gehen, ist ganz grosses Kino – auf Papier.
Was die amerikanische Fernsehindustrie daraus bastelt, ist zwar ebenfalls spannend, hat aber mit der Buchvorlage nur am Anfang etwas zu tun. In der TV-Serie «Under the Dome», deren zweite Staffel in den USA Ende Juni startet, entwickeln sich die Charaktere anders als im Buch. Zum Ärger der King-Puristen, aber zum Genuss des Publikums, das der Serie durchaus gute Noten verlieh.