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Die Säntis Schwebebahn während der Kriegs-und Krisenzeit
Die Säntis-Schwebebahn litt stark unter den allgemeinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten während der Kriegszeit. Das belegt ein Zitat aus dem Geschäftsbericht: «Immer deutlicher macht sich auch die Tatsache bemerkbar, dass immer grössere Volkskreise nur noch das unbedingt Notwendige ausgeben können und dass sie sich Vergnügen versagen müssen, die sie sich zu Friedenszeiten leisten konnten. Diese Tatsache beeinträchtigt namentlich auch das Ergebnis unsers Unternehmens».
Sorge bereitete dem Unternehmen auch die auftretende Benzin- und Ölknappheit. Mit der immer knapper werdenden Zuteilung von Brennstoffen an Private und an die Post sank die Zahl der nach der Schwägalp kommenden Privat- und Gesellschaftswagen immer bedenklicher. Wegen Mangel an Brennstoff war auch nicht an die Offenhaltung der Strasse Rossfall-Schwägalp im Winter zu denken, trotzdem Post und Bahn gewillt gewesen wären, Opfer für die Offenhaltung der Strasse zu bringen. Zwischenzeitlich wurde die Verbindung zu Steinfluh mit einem Maultier-Fuhrwerk aufrechterhalten. Grosse Sorge bereitete auch das Heizproblem. Die Zentralheizung der Schwägalp und auf dem Säntis waren auf Ölbetrieb eingestellt. Öl war aber immer weniger und nur zu teureren Preisen erhältlich.
Es war deshalb eine logische Folge, dass der Verwaltungsrat deshalb Ende des Geschäftsjahres 1940 den Aktionären den Antrag stellte, das Aktienkapital um die Hälfte auf 445‘500 Franken zu reduzieren. Mit dem freiwerdenden Betrag sollten notwendige Amortisationen und Abschreibungen getätigt werden.
Bereits im Jahr darauf mussten die Verantwortlichen zuhanden der Aktionäre festhalten, Zitat aus dem Geschäftsbericht 1942: «Jedoch steht das Kriegsende noch in weiter Ferne. Leider wird es auch nicht eine baldige Wiederbelebung des Verkehrs bringen. Die Übergangszeit zu einigermassen normalen Verkehrsverhältnissen und namentlich zum wiedereinsetzen der Autoverkehrs wird umso länger dauern, als der Friedensschluss noch auf sich warten lässt. Dass sich daher die Obligationäre wohl oder übel in die Notwendigkeit finden müssen, die Fälligkeit des Anleihens von ursprünglich 1,2 Millionen Franken zu verlängern, liegt auf der Hand. Ohne diese Verlängerung müsste das Unternehmen zwangsweise liquidiert werden und dass dabei Obligationäre den grösseren Schaden erleiden würden, liegt auf der Hand».
Bereits 1942 musste die Säntis-Schwebebahn feststellen, dass der Winterbetrieb aufrecht erhalten werden muss. Zitat aus dem Geschäftsbericht 1942: «Selbstredend hat sich der Verwaltungsart wiederholt überlegt, den Bahn- und Wirtschaftsbetrieb den Winter über einfach zu schliessen, solange die Strasse nicht toffen gehalten werden kann. Wir können aber unsere Bahnanlagen nicht der Vereisung überlassen und namentlich nicht die Bildung von Schnee und eiswalzen an den Seilen. Sonst riskieren wir, dass die enormen Lasten zu Zerreissung der Seile usw. führen würde. Das einzige Mittel, solchen Vereisungen zu begegnen, ist das regelmassige Befahren der Strecke. Das erfordert aber ein Personal, das sehr wohl einen normalen reduzierten Winterbetrieb aufrechterhalten kann». Eine Tatsache, welche heute noch genauso gilt.
Das Militär auf der Schwägalp
Flüchtlingspolitik einer Invasion entgangen. Im Nachhinein und unter integraler Betrachtung wissen wir, dass wir Dank der Summe aller Aspekte verschont geblieben sind.
Elf Mehrzweck-Kampfflugzeuge Morane Saulnier D-3802A der Dornier-Werke AG, Altenrhein, waren bei der schweizerischen Luftwaffe von 1947 bis 1956 im Einsatz. Die Triebwerke wurden von den Firmen Adolph Saurer, Flugmotorenbau, Arbon, und SLM Winterthur, gebaut.
Im Verlaufe der Entwicklung dieser Kampfflugzeuge wurden aus der Säntis-Schwebebahn ausführliche Trudelversuche über die Vrillebewegung des Flugzeugs durchgeführt.
Die Schweiz während der Kriegszeit
Die Schweiz blieb im Zweiten Weltkrieg verschont. Die Wehrmacht eroberte und besetzte fast ganz Europa. Mitten im kriegsversehrten Europa blieb aber die Schweiz eine Friedensinsel. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte die Überzeugung vor, dass der schweizerische Widerstandswille und eine starke Armee eine Invasion der Achsenmächte verhindert hätte. Insbesondere seit der 68er Revolution vertraten linke Historiker die Auffassung, die Schweiz sei Dank einem «frömmlerischen Kapitulantenkurs» der führenden Regierungsmitglieder, wirtschaftlicher Kooperationen und einer restriktiven Flüchtlingspolitik einer Invasion entgangen. Im Nachhinein und unter integraler Betrachtung wissen wir, dass wir Dank der Summe aller Aspekte verschont geblieben sind.
Eine entscheidende Bedeutung der damaligen gesamten Wehranstrengung hatte die sogenannte «geistigen Landesverteidigung».
Der Meinungsumschwung in der Schweiz fand erst mit der Machtergreifung Hitlers 1932 bzw. mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 statt. Anlässlich der Eröffnung der Bundesversammlung am 21. März 1938 fand eine nie dagewesene nationale Geschlossenheit statt. Alle Fraktionen billigten eine Erklärung, wonach «das gesamte Schweizervolk ohne Unterschied der Sprache, der Konfession oder der Partei. Entschlossen (sei), die Unverletzlichkeit seines Vaterlandes bis zum letzten Blutstropfen gegenüber jedem Angreifer, wer er auch sei, zu verteidigen». Mit der Gründung der Stiftung Pro Helvetia bekannte sich das Parlament auch zur geistigen Landesverteidigung durch Förderung der schweizerischen Literatur, des Theaters, des Filmes, des Radios, des Kunstschaffens und des Heimatschutzes. Sichtbarster und öffentlichkeitswirksamster Ausdruck der Geistigen Landesverteidigung war aber die Schweizerischen Landesausstellung von 1939. Die «Landi» war nicht nur eine Präsentation der wirtschaftlichen Innovationskraft der modernen Schweiz, sondern mit dem «Landidörfli» auch eine Inszenierung der schweizerischen Tradition. Ganz besonders wurde mit der Skulptur «Wehrbereitschaft» von Hans Brandenberger die Verbundenheit von Volk und Armee dargestellt und das Vertrauen in die Verteidigungsbereitschaft der Schweiz gestärkt. 1941 manifestierte sich immer stärker das Bedürfnis trotz – oder wegen – der Pressezensur die Zivilbevölkerung besser zu informieren. Es wurden, unter Mithilfe von vielen Freiwilligen, Aufklärungsvorträge, Film- und Radiovorführungen organisiert. Verschiedenen Spielfilme kamen ab 1939 in die Kinos, deren Gemeinsamkeit die Ablehnung von Faschismus und Nationalsozialismus, eine Betonung des Ländlich-Alpinen sowie eine fast mythische Verklärung der Vergangenheit war. Die berühmtesten dieser Filme sind «Füsilier Wipf» (1938), «s’Margritli und d‘Soldate» (1939) «Gilberte de Courgenay» (1941) und «Landammann Stauf-facher» (1941).
Eine Vielzahl von Faktoren, politische, militärische und Wirtschaftlich haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Schweiz nicht angegriffen wurde. Aber am Schluss hatte die Schweiz noch etwas anderes: Glück – sehr viel Glück!