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Soziokulturelle Beratung im offenen Setting
Ein Beitrag zum Berufsverständnis der Soziokulturellen Animation: Entstehung von soziokulturellen Beratungssituationen im offenen Setting und mögliche Einflussfaktoren am Beispiel der Offenen Jugendarbeit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Beratung von Fachpersonen der Soziokulturellen Animation (SKA) im offenen Setting am Beispiel der Offenen Jugendarbeit (OJA) sichtbar zu machen und den fachlichen Diskurs darüber zu fördern. Diesen Situationen wird in der Theorie wenig Beachtung geschenkt, sie finden in der OJA jedoch häufig statt. Es werden relevante Bezüge zur allgemeinen Beratungsliteratur aufgezeigt und mit den theoretischen Grundlagen der SKA und der OJA verknüpft. Dass hierbei Parallelen in Bereichen wie Partizipation, Offenheit und Freiwilligkeit sichtbar werden, verdeutlicht das Potenzial, welches diese Beratungsform hat und bietet gleichzeitig die Legitimationsgrundlage.
Mittels qualitativer Forschung wird den Fragen nachgegangen, wie die Beratungssituationen im offenen Setting entstehen und welche Faktoren sie beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen, dass drei Entstehungsarten existieren: (1) Die Fachperson wird angesprochen, (2) die Fachperson initiiert ein Gesprächsangebot und (3) eine unerwartete Gesprächsentwicklung führt zu einer Beratung. Die Aspekte Beziehung, Niederschwelligkeit, Partizipation, Lebensweltorientierung, Ressourcen, Kommunikation und Gesprächsführung sowie Persönlichkeit der Fachperson als Einflussfaktoren auf die Entstehung von Beratungssituationen werden erläutert und diskutiert.
Aufgrund der Ergebnisse wird Potenzial darin gesehen, dass Fachpersonen der SKA einen einheitlichen Begriff für Beratungen im offenen Setting verwenden. Daher wird als Definitionsversuch die Bezeichnung soziokulturelle Beratung vorgeschlagen. Abschliessend werden weitere Handlungsempfehlungen auf Ebene der Profession, Institution sowie Praxis aufgezeigt.