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Abbildung: Die Stängellose Kratzdistel (Cirsium acaule) schützt sich vor der Beäsung durch Kleinwüchsigkeit und Stacheln.
Die ehemaligen Alpweiden im SNP (z.B. Alp Stabelchod, Alp la Schera) werden seit dessen Gründung nicht mehr von Vieh bestossen. Dies führt zu einer Veränderung der dort vorkommenden Pflanzenarten, insbesondere auf der Alp Stabelchod, deren Umgebung von nährstoffarmen Böden gekennzeichnet ist.
Da unmittelbar um die Alphütte aufgrund der Düngung durch das Vieh für lange Zeit besonders nährstoffreiche Pflanzen wuchsen, nutzen die Hirsche dieses Gebiet auch heute noch stark.
Um sich vor dieser starken Beäsung zu schützen, wenden die Pflanzen verschiedene Strategien an: Sie entziehen sich dem Verbiss, in dem sie so bodennah wie möglich wachsen, wie der kriechende Klee (Trifolium repens). Oder sie passen ihre Reproduktion an, wie der Schnee-Enzian (Gentiana nivalis), der sehr schnell keimt, wächst, blüht und dann viele Samen produziert, die anschliessend jahrelang im Boden überdauern können. Die Bildung von Gift, wie es der Blaue Eisenhut macht, oder die Bildung von Dornen oder Stacheln, wie bei den Distelarten, sind weitere Strategien. Die stängellose Kratzdistel (Cirsium acaule) beispielsweise kombiniert die Strategien: sie ist kleinwüchsig und stachelig. Die Folge davon: es entstehen Kurzrasen, die auf den ersten Blick eintönig wie ein Golfrasen erscheinen. Doch wer genau hinsieht bemerkt: die Kurzrasen sind erstaunlich vielfältig! Mit dem Wechsel von der Vieh- zur Hirschweide hat die Pflanzenvielfalt in diesen Gebieten im SNP deutlich zugenommen. Auf einigen dieser Flächen wachsen heute bis zu dreimal mehr Arten als zur Zeit der Parkgründung.
Literatur: