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Die Notwendigkeit der Folter erklärt sich aus der persönlichen Verantwortung Morpheus für die Anwesenheit von Agent Smith in diesem ekelhaften urbanen Gefüge, dessen Gestank er kaum ertragen kann hier haben wir es mit einer sozialen Substanz, mit einem Absoluten zu tun, das sich selbst buchstäblich nicht riechen kann. Der Moment, in dem Smith den Ohrstöpsel herauszieht, der ihn mit der Matrix verbindet, ist präzise der Moment der spekulativen Identität von Substanz und Subjekt.
Die Grausamkeit der Folter, die beinahe zum Tod von Morpheus führt, steht für die Rache der Substanz am Subjekt. Morpheus wird für sein Vergehen, für seine kritische Haltung gegenüber der sozialen Substanz bestraft. Diese Rache gilt nicht nur demjenigen, der sich nicht mit der sozialen Substanz, dem Nationalen Etwas identifiziert, der auf die ideologische Anrufung durch die Nation nicht antwortet, sondern sie ist für diese Anrufung selbst konstitutiv. Wir dürfen uns nicht täuschen lassen: Gerade die Rache der Substanz für das Fehlschlagen der Anrufung ist der Garant für ihren schlussendlichen Erfolg, die Folterung Morpheus führt zum sozusagen dialektischen Umschlagen von Neo zu The One und zur ultimativen Begründung der Matrix als absolutem sozialen Horizont
Der Ideologische *Alpenapparat
Die *Heimat verdeckt als phantasmatische Plombe dieses Aus den Fugen sein der sozialen Substanz, d. h. die Unmöglichkeit der ideologischen Anrufung. Sie bietet eine mythische, sich aus *Phantasien nährende Erzählung, die sich in letzter Instanz auf Unmöglichkeit einer reinen, symbolischen *Narration des sozialen Ganzen stützt. Um es auf simple Art und Weise zu sagen: Wir wissen, wer wir sind, weil wir wissen, wo wir sind. Die rohe, stupide Landschaft stopft den Mangel in der sozialen Substanz und verwandelt sich dadurch in eine Entität mit quasi-mythischen Eigenschaften. Natürlich ist jeder Berg nur ein grosses Stück stumpfsinnger Fels, aber dennoch Wie kann sich diese Erzählung in der Landschaft einnisten, wie verhindert sie, dass sie bloss frei flottierend, ohne direkten Zugriff und also völlig arbiträr über ihr schwebt?
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Ausschnitt aus: Artikulation im hybriden *Raum
Freitag Jan
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"Alpen" welche *Bilder kommen Ihnen zu diesem Stichwort in den Sinn?
- Sind es ländlich-idyllische Landschaften mit blühenden Wiesen, rauschenden Bächen, zufriedenen Kühen und einer Alphütte? Die Alpen Ihrer Kindheit, der *Heimat*filmer und* TouristikerInnen?
- Sind es unberührte, archaische Felsenlandschaften mit Gletschern und *Schneefeldern, eine nahe Erlebniswelt der Extreme, die Alpen der Sporttreibenden?
- Sind es Bilder von einmaligen Biotopen und wertvollen Lebensräumen, die Alpen als besonders sensible und bedrohte Öko*systeme?
- Sind es Vorstellungen von extremen Umweltzerstörungen und Naturgefährdungen, von Lawinen, Murgängen und Überschwemmungen? Die Alpen als dynamische, ja zuweilen bedrohliche Öko*systeme?
- Oder sind es die Alpen als Lebens- und Wirtschaftsraum von rund 13 Millionen Menschen? Bilder von städtischen Ballungsräumen, Transitachsen und intensiver Landwirtschaft?
Diese Vorstellungen sind nicht nur durch Ihre persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse geprägt. Sie sind auch durch kulturell vermittelte Bilder, durch Mythen und Erzählungen beeinflusst. Die Bewertung liegt dabei nicht im Objekt "Alpen" selbst. Die Alpen sind weder "schön" noch "hässlich", weder "idyllisch" noch "erhaben". Die Bewertung ist vielmehr Resultat einer gesellschaftlichen Interpretation. Dabei werden die prinzipiell unbegrenzten Möglichkeiten, die Bergwelt zu deuten, zu kollektiv gefestigten Beschreibungsmustern verdichtet. Durch diese Konventionalisierung des arbiträren Zeichens "Alpen" wird die Orientierung und Verständigung über eine gemeinsam geteilte Wirklichkeit vereinfacht. Durch eine vergleichende Lektüre unterschiedlicher Texte ist eine Annäherung an die gesellschaftlich verankerten Vorstellungen und Wertungen möglich. Semantische *Raum*bilder werden dabei als historische Phänomene erkennbar.
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Ausschnitt aus: Von der Bergeslust und anderen Selbstverständlichkeiten kulturtopographischer *Räume
*Stremlow Matthias
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Der Text Würzburg stammt aus dem Jahre 1915 und beschreibt Walsers Besuch in derselben Stadt bei seinem Dichterkollegen Dauthendey, den er um das Geld für die Fahrkarte nach Berlin bittet, wohin er auch gleich aufbricht. 1913 war Walser nach einem siebenjährigen Berlinaufenthalt in die Schweiz zurückgekehrt, er wusste also 1915, was er von Berlin erwarten konnte. Und doch mutet die zitierte Textstelle so an, als sei Berlin Neuland für ihn. Das Verb "einbilden" als Indikator für eine Stadt, derer man nie habhaft wird, der man also auch immer wieder neu begegnen muss? Berlin als Ort, an dem man immer wieder neu, bei Null anfangen kann? Oder "einbilden" als Akt der Fiktion, welche Enttäuschung miteinschliesst: handelt es sich bei den Berlin attestierten Attributen und Fähigkeiten nur um Wunschvorstellungen, welche die Stadt in Tat und Wahrheit gar nicht zu erfüllen mag? Der Konjunktiv als Modus der Begegnung, der sachten Annäherung, die ihn in Zukunft verändern wird? In welcher Art und Weise scheint ihm klar zu sein, sie soll beleben und bändigen zugleich, sie soll die Widersprüche, die im Schriftsteller nebeneinander bestehen also nicht einebnen, sondern ihm ebenfalls widersprüchlich begegnen und ihn auch in diesem Sinne verändern, denn vielleicht liegen ja gerade darin seine "guten Eigenschaften"...
Wenn wir von einer solchen persönlichen und beruflichen Hoffnung auf Veränderung Walsers ausgehen, die durch den Kontakt mit Berlin ausgelöst werden soll, dann müssen wir auch nach dem Spezifischen fragen, das Walser in Berlin sah. Am einfachsten scheint dabei in einem ersten Schritt, die Frage nach der Abgrenzung des Berlinischen vom Schweizerischen. Doch gerade diese Fragestellung offenbart sich im Zusammenhang mit Walser bald als müssig. Denn Walser entflieht hier jeglicher Definition. Will man Walser so einfach als Schweizer bezeichnen, stellt sich irgendetwas, wenn nicht gar er selbst, quer: Walser wird in der Sekundärliteratur als der Fremde, der *Heimatlose par excellence beschrieben. Walser will und kann nicht verortet werden. Walser, der sich leichtfüssig von einer Schweizer Sprache in die andere bewegt (Hochdeutsch, Schweizerdeutsch, Französisch, z.B. im Brief an Frau Mermet):
"Si vous voudriez avoir la bonté de menvoyer einen bitz Jurachäs für zum Thee, je voudrais être très reconnaissant." (Brief an Frieda Mermet, April 1922, GW XII/2, 203)
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Ausschnitt aus: *Robert Walser zwischen der Schweiz und *Berlin
Schibli Barbara
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