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Beringer Wine Estates
Das im Jahre 1876 gegründete
Weingut in St. Helena im kalifornischen Napa Valley hat deutsche Wurzeln. Die
Brüder Jakob (1845-1915) und Friedrich oder auf englisch Frederick (1840-1901)
Beringer waren aus Deutschland nach Kalifornien eingewandert, hatten aber beide
schon vorher in Deutschland Weinbau gelernt.
Das im Rheingauer Fachwerkstil
im Jahr 1883 für 28.000 USD erbaute „Rhine House“ der Beringer Vineyard ist
heute eine Touristen-Attraktion. Die Brüder Beringer liessen tiefe
Tunnel in die Felsen ihres Rhine-Houses schlagen, wo sie unter idealen
Bedingungen Wein machen konnten.
Zu seinen Betrieben in Napa und
Sonoma erwarb Beringer 1997 von
Nestlé auch die einstigen Estrella Vineyards bei Paso Robles im südlichen
Kalifornien mit ihren riesigen Weinfeldern. Sie wurden in Meridian umbenannt.
Die Spitzenweine des Betriebs,
wie die Cabernet Sauvignon Privat Reserve mit einem grossen Traubenanteil aus
den Howell Mountains gehören zu den besten Weinen des Landes. (Bild rechts
Beringer Rhine-House mit Springbrunnen)
Nach mehrmaligem Besitzwechsel
erfolgte im Jahre 2000 eine Fusion mit dem australischen Weinimperium Mildara
Blass. Das neue Unternehmen nennt sich Beringer Blass und zählt neben Southcorp
zu den grössten Weinproduzenten Australiens aber auch der Welt.
Beringer Vineyards hat jedoch
seine Unabhängigkeit und Eigen-ständigkeit bei der Vinifkation der Weine
bewahrt. Nach Angaben des Getränkekonzerns liegt das kalifornische Ernteergebnis
seiner Tochterfirma Beringer Blass Wine Estates im Jahrgang 2003 mengenmässig
sechs Prozent über dem Vorjahr. Damit wächst Beringer Blass gegen den
allgemeinen Trend in Kalifornien.
Die Gesamtrebfläche beträgt
über 1.100 Hektar. Die Weine werden unter
den Marken Alluvium (Rot- und Weißwein), Bancroft Vineyard (z. B. Merlot),
Chabot Vineyard (z. B. Cabernet Sauvignon), Hudson Ranch (z. B. Viognier),
Knights Valley (z. B. Sangiovese) und Sbragia (z. B. Chardonnay) angeboten. Die
einfacheren Weine werden unter dem Label Beringer Founder´s Estate (vormals
Hudson Estate) vermarktet. Zum Besitz zählen auch die Weingüter Château
Souverain, Château St. Jean, Meridian, Napa Ridge und Stag´s Leap Winery. (Bild
rechts: Beringer Tasting Room)
Wolf Blass - Gründer der Beringer Blass
Gegründet wurde das Vorgänger-Unternehmen Mildara Blass von dem aus
Ostdeutschland stammenden Wolf Blass (geb. 1934). Er studierte an
der
Universität in Würzburg Weinbau und Weinwirtschaft und schloss mit dem "Master
of Wine" ab. In den folgenden Jahren produzierte er meistens Sekt und war als
Kellermeister in Deutschland und England tätig. 1961 wanderte er mit bloss 100
Pfund in der Tasche nach Australien aus und arbeitete als beratender
Sekt-Experte für mehrere Weingüter. 1966 endlich gründete er sein erstes eigenes
Weingut in Nuriootpa im Barossa Valley (Südaustralien). 1977 brachte er einen
Riesling auf den Markt, der sich als erfolgreichster australischer Rhine
Riesling etablierte.
1986 erwarb er 50% der Firma
Australian Bottling Company inklusive der Sekt- und Champagner-Produktion. Durch
Zusammenschluss mit der riesigen Weingüter-Gruppe Mildara - unter anderem mit
250 Hektar Rebfläche im Bereich Coonawarra - entstand im Jahre 1991 die
Gruppe Mildara Blass. Bereits wenige Jahre später (1996) wurde dann die Gruppe
Opfer einer Übernahme durch den Brauerei-Giganten Fosters. Wolf Blass erhielt
zahlreiche Ehrungen, wie zum Beispiel im Jahr 2000 den Maurice O´Shea Award.
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Beringer Blass expandiert
weiter
Der australisch-amerikanische
Weingigant Beringer Blass will seine Produktion im südaustralischen Barossa
Valley ausweiten. Dafür sollen in der Nachbarschaft der Wolf Blass Winery am
Sturt Highway neue
Lagerhallen sowie eine neue gigantische Füllanlage errichtet mit einer Kapazität
von zunächst 60 Millionen Flaschen pro Jahr. Bis zum Jahr 2014 soll die
Kapazität auf 240 Millionen Flaschen aufgestockt werden. Innerhalb kurzer Zeit
entwickelte sich das Unternehmen zu einem der weltweit führenden Anbieter von
Premiumweinen. BBWE kontrolliert 7.700 Hektar Weinberge in Australien,
Kalifornien, Neuseeland und Italien.
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