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Über Velham gibt es nicht viel zu sagen, nur vielleicht das, dass dieses Städtchen eine inoffizielle Städtepartnerschaft mit der Schweizer Stadt Basel unterhält. Auf den Webseiten von Velham kann man über Basel folgende Informationen lesen:
Basel liegt am Rheinknie, einer Rheinbiegung im sogenannten Dreiländereck, wo sich die Grenzen der Schweiz, von Deutschland und Frankreich berühren. Basel allein hat zwar nur etwa 170'000 Einwohner, ist aber das Zentrum einer Agglomeration, die einschließlich Freiburg im Breisgau und dem französischem Mulhouse fast eine Million Einwohner hat.
Die Region Basel war seit der keltischen Zeit im 5. Jahrhundert v. Chr. ununterbrochen besiedelt. In der Nähe von Basel (12 km flussaufwärts) befand sich einst die römische Provinzstadt Augusta Raurica. Zu sehen sind bis heute ein großes szenisches Theater, das im Sommer noch immer für Konzerte und Theateraufführungen genutzt wird, mehrere Tempel, eine Curia, ein Amphitheater, ein Gewerbehaus, Thermen und das Kastell im heutigen Kaiseraugst. Im römischen Museum kann man ein rekonstruiertes Römerhaus und den weltberühmten Silberschatz bewundern. PDF Kurzführer durch Augusta Raurica.
In christlicher Zeit, ab ca. 346, befand sich in Basel der Bischofssitz. Im Jahre 1527 wurde der damalige Bischof aus der Stadt vertrieben. Seit 1828, nach mehrfachen Umzügen, befindet sich der Bischofssitz im katholischen Solothurn. Der Würdeträger führt aber weiterhin den Titel Bischof von Basel. Hier ist eine Liste der Bischöfe von Basel. Die Bischöfe wurden größtenteils in der Krypta des Basler Münsters begraben. Die Krypta stammt aus dem 9. Jahrhundert. Die endgültige Form des Münsters wurde aber erst im Juli 1500 durch die Vollendung des südlichen Martinsturms erreicht. Im Münster fand auch der Theologe, Priester und Humanist Erasmus von Rotterdam die letzte Ruhe.
Die Stadt Basel war dank ihrer Weltoffenheit und ihrem liberalen Geist oft ein Zufluchtsort für gebildete aus politischen oder religiösen Gründen verfolgte Menschen. Diese Haltung hat der Stadtstaat auch nach dem Beitritt zur schweizerischen Eidgenossenschaft im Jahr 1501 beibehalten. Nach der Bartholomäusnacht,1572, und nach dem Edikt von Fontainebleau,1685, kamen viele verfolgten Hugenotten nach Basel. Sie haben unter anderem Fähigkeiten mitgebracht, die zur Begründung der Basler Textilindustrie führten. Vor allem waren es die Seidenbandwebereien, in denen die weltweit äusserst begehrten Seidenbänder hergestellt wurden, die Basel ein riesiges Vermögen einbrachten. Seidebänder waren nämlich bis Ende des 19. Jahrhunderts ein begehrter Modeartikel. Erstaunlich ist, dass trotz der grossen historischen Umwälzungen wie die amerikanische Unabhängigkeit, die französische Revolution und Napoléons Kontinentalsperre konnten die Seidenbänder aus Basel fast konkurrenzlos weltweit verkauft werden.
Das Kapital der Färbereien und Seidenbandmanufakturen musste verwaltet und investiert werden und so führte diese Entwicklung zur Gründung von privaten Bankhäusern, von denen einige, wie La Roche oder Sarasin, noch heute existieren. Andere Bankinstitute fusionierten und schliesslich entstanden daraus zwei Grossbanken, die UBS und die Credit Suisse. Die UBS behält ihren Hauptsitz bis heute in Basel.
Die Textilindustrie von Basel benötigte zur Herstellung der Seidenbänder und Textilien Naturfarbstoffe, hauptsächlich Indigo, Purpur und Karminrot. Die Basler Handelshäuser importierten diese Rohstoffe aus der ganzen Welt. Weil der Import von Naturfarbstoffen während Kriegszeiten oft unterbrochen wurde, begannen im Jahre 1858 in Basel kleine Manufakturen mit der Herstellung künstlicher Farbstoffe: Anilin- und Alizarinfarbstoffe. Aus diesen Manufakturen sind später die grossen chemische Fabriken hervorgegangen: Sandoz, J. R. Geigy, Ciba und Hoffmann-La Roche.
Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zu einem Niedergang der Seidenbandindustrie. Die Mode wandelte sich, und das Weben von Seidenbändern verschwand fast vollständig. Trotzdem wurden immer mehr Farbstoffe benötigt. Die Basler Chemie entwickelte sich zusehends dank der Produktion von Farb-, Kleb- und Kunststoffen. Schließlich begann das lukrativste Kapitel der Basler Chemiegeschichte, die Produktion von Arzneimitteln. Durch Fusionen der kleineren Chemiefirmen sind zwei globale Pharmaunternehmen entstanden: Die Novartis und Roche, die immer noch in Basel ansässig sind und für den Wohlstand der Stadt am Rheinknie sorgen. Im Basler Rathaus aus dem Jahre 1504 gibt die heutige rot-grüne Regierung das schwer verdiente Geld wieder großzügig aus.
In Basel fand 1431-49 auch das wichtige Konzil von Basel (Basel/Ferrara/Florenz) statt, das von Papst Martin V. einberufen wurde. Zu dieser Zeit versammelten sich in Basel hohe Vertreter der katholischen Kirche und prominente Gelehrte, unter ihnen Nikolaus von Kues und Enea Silvio Piccolomini, der spätere Papst Pius II., der 1458 gewählt wurde. Unter anderem wurde am Konzil auch das Problem mit den tschechischen Hussiten behandelt. Die vernichtende Niederlage im vierten Kreuzzug gegen die Hussiten im August 1431 zwang die Repräsentanten des Basler Konzils, Verhandlungen über die Bedingungen eines Friedens mit den „Ketzern“ zu führen. Man schloss 1436 mit der Abordnung der Hussiten die sogenannten Basler Kompaktaten ab, die den Hussiten weitgehende Rechte gewährten, vor allem die Erlaubnis, das Abendmahl in beiderlei Gestalt, also mit Brot und Wein, auch für Laien zugänglich zu machen. Das Konzil tagte übrigens nicht im Münster, sondern im gegenüberliegenden Haus zur Mücke, wo sich heute ein Gymnasium befindet.
Dem humanistisch gebildeten Pius II. verdankt Basel auch seine Universität, die er 1460 gestiftet hat. Die Universitätsgründung zog Gelehrte aus ganz Europa an und bedingte auch die Entstehung von Papiermanufakturen und Buchdruckereien. Die erste Inkunabel, eine lateinische Bibel, wurde in Basel 1468 gedruckt. Es entstanden europaweit bekannte Buchdruckereien und Verlage wie Petri, Amerbach und Frobenius. Der Petri-Verlag existiert noch heute unter dem Namen Narrenschiff Schwabe Druck AG.
Unter den berühmten Wissenschaftlern, die in Basel tätig waren, finden wir neben Erasmus von Rotterdam, die Ärzte Andreas Vesalius und Paracelsus, die Reformer Johannes Oekolampad und Johannes Calvin, die Mathematiker und Physiker aus der Familie Bernoulli, hauptsächlich Jakob und Daniel, der geniale Mathematiker Leonard Euler und der Entdecker von LSD, der Chemiker Albert Hofmann. In Basel wirkten auch mehrere Nobelpreisträger, wie der Chemiker Leopold Ružička, 1939, Paul Hermann Müller, 1948, Kurt Wüthrich, 2002, sowie Biochemiker, Biologen und Ärzte Tadeus Reichstein, 1950, Werner Arber, 1978, Rolf Zinkernagel, 1996 und der Biophysiker Jacques Dubochet, 2017.
Aber auch berühmte Geisteswissenschaftler lebten in Basel, wie der Philosoph Friedrich Nietzsche, der Psychiater Carl Gustav Jung, die Schriftsteller Johann Peter Hebel und Hermann Hesse, die Maler Hans Holbein der Jüngere und Arnold Böcklin. Der berühmte Kunsthistoriker Jacob Burckhardt, dessen Porträt noch vor kurzem den höchsten Geldschein der Schweiz, die Tausendernote zierte, gehört ebenfalls zur Gilde der Berühmtheiten von Basel.
In Basel hat das Mäzenatentum eine jahrhundertelange Tradition. Dank den Geld- zuwendungen von Novartis, Roche, sowie von wohlhabenden Privatpersonen verfügt Basel über viele erstaunliche Museen mit fantastischen Sammlungen, die für eine Stadt ähnlicher Größe beispiellos sind. Es gibt neben dem Kunstmuseum, die Fondation Beyeler, das Tinguely Museum, das Museum für Gegenwartskunst, das Antikenmuseum, das Museum der Kulturen, aber auch zwei Spielzeugmuseen, das Historische Museum, das Feuerwehr- museum, das Jüdische Museum, das Naturhistorische Museum, die Basler Papiermühle, das Anatomische Museum. Insgesamt gibt es in Basel 35 Museen!
Doch was Basel den Stempel der Einmaligkeit aufdrückt, ist seine Fasnacht. Die Basler Fasnacht, deren Wurzeln bis ins 14. Jahrhundert reichen, hat sich im Laufe der Jahrhunderte stetig weiterentwickelt. Im Dezember 2017 erklärte die UNESCO die Basler Fasnacht zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. In Basel tickt die Fasnacht anders. Während in anderen Städten Europas der Karneval am Aschermittwoch endet, beginnt die Fasnacht in Basel erst am Montag danach mit dem „Morgestraich“. Um 4 Uhr früh, wenn die Tambourmajore «Morgestraich vorwärts Marsch» befehlen, werden die Fasnachtslaternen angezündet und Tausende kostümierte Trommler und Piccolo-Spieler setzen sich in Bewegung und durchqueren die verdunkelte Innenstadt. Die Basler Fasnacht dauert ganze drei Tage „die drei scheenschte Dääg“. Am Montag und Mittwoch gibt es den „Cortège“, den sogenannten Umzug der Fasnachtscliquen, Wagen und Chaisen. Am Dienstag gehören die Strassen der Kinderfasnacht, am Münsterplatz gibt es eine Laternenausstellung. Und am Dienstagabend zeigen die zahlreichen Guggenmusiken ihre Künste. Die Basler Fasnacht ist viel mehr, sie ist beinahe ein mystisches Ereignis, das man unbedingt gesehen haben muss.