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Die drei Gesten
Die erste Geste hat drei relative Tempobezeichnungen, "schnell" / "ein wenig schneller" bzw. "ein wenig langsamer" / "sehr schnell" und wird sehr leise auf einem halb offenen Vokal gesungen. Die Geste soll auf einem Atem ausgeführt werden. Wenn ein Atemzeichen steht muß geatmet werden. Die Bezeichnung "sehr schnell" soll nie ein überhetztes möglichst schnelles Singen sein. Die Reihenfolge der Töne ist relativ regelmäßig aber nie starr d.h. kein Denken in Notenwerte, es darf kein wiederholender Rhythmus entstehen, sondern es soll eine organische Geste entstehen die als Geste zwar immer gleich bleibt aber durch die Tonabfolge eine eigene Gestalt erhält, vergleichbar (wenn dies überhaupt möglich ist) mit der Natur, die einem Baum erkennbare gleiche Blätter gibt, und trotzdem ist keines gleich wie das andere.
Die zweite Geste hat immer die Bezeichnung "ca. halbes Tempo der ersten Geste" und wird relativ laut auf einem offenen Vokal ("a") gesungen. Ansonsten ist sie gleich zu gestalten wie die erste Geste.
Die dritte Geste ist streng metrisch zu Singen, immer = 60
Zwischen den einzelnen Gesten, die Fematen und die Zäsur.
Zwei verschiedene Fermaten
- lange Fermate
- kurze Fermate
Die Fermate ohne Tonhöhe entspricht einer Pause, etwa in der Länge der vorhergehenden Fermate mit Tonhöhe.
Die Zäsur ( ), immer am Ende des metrischen Teils, ist als Entspannung gedacht, zum Einatmen aber nicht als Pause.
Vorzeichen gelten nur für die bezeichnete Note.
Bei einer gestrichelt-gepunkteten Bindung, werden zwei Notenwerte durch eine Pause durchbrochen. In dieser Pause soll nicht geatmet werden.
Das bewegte Bild zum STABAT MATER
(von der Durchbrechung zur Wiederholung)
Der visuelle Aspekt ist gedacht für einen Fernseher, wie er in den meisten Haushaltungen existiert.
Das bewegte Bild besteht aus einer Folge von zwei Bildtafeln.
Die Bildtafeln bewegen sich von links nach rechts.
Bildtafel 1
Auf einem fast schwarzen Hintergrund (schwarzen Tafel, abgedunkelter Raum) ist ein Kreuz (christliches Kreuz) sichtbar, das sehr schwach von links oben beleuchtet ist. Dementsprechend ist auf dem Bild nur ein Schimmer eines Kreuzes sichtbar, ansonsten soll es einen dunklen undurchdringlichen Raum darstellen.
Bildtafel 2
Auf einem weißen sehr belichteten Hintergrund ist der Text einer Zeile des Stabat Mater auf Deutsch abgebildet. Der Text muß auf 3 Zeilen die ganze Seite ausfüllen.
Diese zwei Bildtafeln werden alternierend gereiht, bis der ganze Text bzw. die 60 Zeilen der 10 Strophen auf je einer Bildtafel, also 60 verschiedene Texttafeln abwechslungsweise mit dem immer gleichen Bild des schwach beleuchteten Kreuzes in einem sehr dunklen Raum, erschienen sind. Die Reihung beginnt und endet mit dem Bild des Kreuzes. Der Bildstreifen beginnt sich zu bewegen, sobald die Sängerin zu singen beginnt, d.h. langsam wird der Text sichtbar und das dunkle Bild mit dem Kreuz verschwindet links aus dem Bildschirm, wird aus dem Bildschirm gezogen. Es ist ein mechanischer Ablauf von Bild zu Bild.
Die Geschwindigkeit der Bewegung des Bildstreifen ist abhängig von der Gesamtdauer die die Sängerin braucht um ihren Part zu Singen. Diese Bewegung soll immer gleich schnell bleiben. Auf die Gesamtlänge werden 60 genau gleich lange Abfolgen ausgerechnet. Da die Zeilen der Sängerin immer verschieden lang sind, ist nun dieser immer genau gleich lange Bewegungsablauf (60x Kreuztafel-Texttafel-Kreuztafel) nicht synchron zum Gesang, sondern ein Kontrapunkt zum Gesang.