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Der Amazonas-Regenwald verarbeitet jährlich über zwei Milliarden Tonnen CO2 und erzeugt ein Fünftel des weltweit verfügbaren Sauestoffs, weswegen er als "Lunge der Erde" gilt. Auch die indigene Bevölkerung Brasiliens ist auf den Wald als Lebensraum angewiesen und wird zunehmend von der Abholzung zurückgedrängt. Deren Gebiete hat die Regierung von Präsident Jair Bolsonaro kurz nach Amtsantritt dem Landwirtschaftsministerium unterstellt, was den Schutzstatus der Indigenen bedroht.
Grund für die massive Abholzung ist vor allem die Agrarindustrie. (...) Die gerodeten Flächen werden meistens zunächst als Weideland genutzt, anschliessend wird auf ihnen Soja angebaut. (...) (Quelle: Zeit Oneline vom 7. August 2019)
Indianerstamm kämpft gegen Holzmafia (dieser Artikel erschien im "Schweizer Bauer"); hier ein Zitat daraus): Der Baum ist verloren, er liegt vor Mirate. Der Indianer rammt seine Machete in den Stamm. "500 Jahre Geschichte" sagt er ehrfürchtig. Illegal geschlagen, das Fava-Holz sollte als edles Tropenholz verkauft werden. Vielleicht für Terrassen in der Schweiz? (...) Und dann meint Mirate, einer der Anführer der Ka`apor-Indianer: "Wir gehen doch auch nicht in die Stadt und stehlen die Sachen der Leute dort."
Das ist eine kleine Ergänzung zum sehr guten Bericht der Republik "Weniger Urwald, mehr Infektionskrankheiten", und sie zeigt auch auf, dass die Indianer/ Indios von den "Weissen Männern" immer noch bestohlen und gedemütigt werden.
Nach F. G.‘ Antworten, auch auf meinen Beitrag weiter unten (danke!), habe ich auf die schnelle folgenden Artikel gefunden, der die Problematik umfassend zeigt und der geschrieben wurde, bevor Covid-19 bei uns als grosse Gefahr wahrgenommen wurde.
Ein Link
Zu fragen ist, wieso das Thema in den Medien sehr wenig präsent ist. Die chinesischen Behörden, den hektischen Reaktionen nach zu schliessen, scheinen hierin grosse Gefahren zu sehen. Vielleicht gab es ja noch andere Fälle, die dann nicht ausser Kontrolle gerieten.
Auch Tierschützer haben China offenbar nicht im Fokus.
Bevor Tierschützer etwas zu sagen hätten wäre es an den Menschenschützern. Mit Menschen wird ähnlich umgesprungen. Im Sinne von.. wir haben genügend davon. Als ich dort war, es ist schon etwas her, waren in dieser Stadt jeweils am Dienstag morgen die (Gerichts-) Prozesse. Am Dienstag Nachmittag waren dann die Nierentransplantationen. Als Massstab, ab 100 Monatslöhnen Betrug gings zur aeh, Verarbeitung des Sträflings. Da standen auch wirtschaftliche Überlegungen dahinter. Ab einer gewissen Länge einer Gefängnisstrafe geht die Motivation im Rahmen der Zwangsarbeit zu Arbeiten gegen Null. Solche Gefangene kosten den Staat dann mehr wie sie bringen. Die Infrastruktur, aeh Kost und Logis, kostet ja auch. Bedeutet eine medizinische Verarbeitung ist wirtschaftlicher. Ich weiss nicht, ob das mittlerweile immer noch so ist. Zumindest standen industrielle Prozesse dahinter welche nicht einfach verschwinden.
Ein verwandter Artikel erschein in der in letzten oder vorletzter le monde diplomatique Ausgabe: https://monde-diplomatique.de/artikel/!5668094 Danke, dass ihr das Thema nochmal aufnehmt, es berührt finde ich einen Kernpunkt. Wir sind weit über unsere Vorstellungskraft verwebt mit Tieren und Pflanzen. Es ist mir ein Rätsel wieso sich das Leichenverschmausen so hartnäckig hält, ist es doch fürs überleben durchaus unnötig :-) ...
Danke für den aufschlussreichen Beitrag. Die Rodung passiert hauptsächlich für unseren gewohnten aber unnötigen Konsum tierischer Produkte. Diesen Hinweis fänd ich in diesem super recherchierten Text kein Detail. Auch wenn im ersten Moment ein Bedürfnisskonflikt entstehen kann. Verzichten bedeutet langfristig auch etwas neues gewinnen.
Wie ist es möglich, dass ein Virus von Fledermäusen auf Menschen überspringt? Gegessen werden Fledermäuse eher weniger und man sollte meinen, dass Kontakte selten sind.
Ed Yong vom Atlantic hat das gut auf den Punkt gebracht:
It seems unlikely that a random bat virus should somehow jump into a susceptible human. But when you consider millions of people, in regular contact with millions of bats, which carry tens of thousands of new viruses, vanishingly improbable events become probable ones. In 2015, Daszak’s team found that 3 percent of people from four Chinese villages that are close to bat caves had antibodies that indicated a previous encounter with SARS-like coronaviruses. “Bats fly out every night over their houses. Some of them shelter from rain in caves, or collect guano for fertilizer,” Daszak says. “If you extrapolate up to the rural population, across the region where the bats that carry these viruses live, you’re talking 1 [million] to 7 million people a year exposed.” Most of these infections likely go nowhere. It takes just one to trigger an epidemic.
Wie so häufig erfassen wir statistische Phänomene intuitiv relativ schlecht.
Ein äusserst interessanter Beitrag über Zusammenhänge, von denen ich vor langer Zeit gehört und gelesen hatte. Egal welche Lösungsansätze man sich ausdenkt, um weitere Pandemien mit neuartigen Erregern zu verhindern - schlussendlich sind Viren Wesen die sich an ihre Umwelt anpassen. Sie brauchen Wirte um zu überleben, und wenn Wirte wegfallen, durch Dezimierung oder Ausrottung, finden sie neue Wirte, z.B. den Menschen. Zu tödlich sollten Viren auch nicht sein, sonst gefährden sie ihren eigenen Fortbestand. Das Spiel geht ergo weiter ....
Danke für den sehr interessanten Artikel. Dass man mit Waldrodungen den Lebensraum für Wildtiere (= "die wichtigste Quelle von neuen Infektionskrankheiten") vermindert, ist mir klar. Eigentlich würde ich aber daraus folgern, dass mit der Reduktion von Wildtieren (horribile dictu!) auch diese wichtige Quelle von Infektionskrankheiten reduziert würde. Oder wird angenommen, dass die Wildtiere, wenn sie in ihren "Reservaten" bleiben, gefährliche Krankheitserreger "binden" und sie damit an der Verbreitung hindern? Wo liegt der Knopf zum Verständnis?
Der "Knopf" liegt im Kontakt. Es könnten noch so viele Tiere in der Wildnis leben - wenn wir keinen Kontakt mit ihnen haben, kommen wir auch nicht in Kontakt mit Erregern, die sie in sich tragen. In dem wir sie etwa jagen, halten oder durch die Zerstörung ihres Lebensraumes in besiedelte Gebiete drängen, nimmt der Kontakt zu.
Bin selbst auch kein Spezialist, aber mir scheint, dass es um Stress geht. Ökosysteme werden unter Druck gesetzt und die Natur zieht sich nicht kampflos einfach zurück und sondern versucht sich den neuen Gegebenheiten anzupassen. Und das ist der Moment wo es dann verstärkt zu einem Kontakt zwischen Menschen und der "Wildnis" kommt.
Nach einiger Zeit entsteht wieder ein Gleichgewicht, was im Extremfall natürlich ein Verlust der Biodiversität bedeutet. Eine Reduktion von Ökosystemen hat also schlussendlich wohl schon zu Folge dass wir irgendwann keine Krankheiten mehr haben, aber dann haben wir auch keine Biodiversität mehr und auch keine Grundlage mehr für das menschliche Leben.
Knappe, sachliche Zusammenfassung dessen, was 'eigentlich' schon immer bekannt war: die Natur, in und von der wir leben und deren Teil wir sind, ist ein hochkomplexes System mit vielfältigen Zusammenhängen. Eingriffe am einen Ort haben schwer vorhersagbare Auswirkungen an anderen, und es ist eine bequeme Illusion, dass noch ein bisschen mehr Kontrolle, ein bisschen effizientere Ausbeutung, ein bisschen stärkere Beherrschung am grossen Ganzen doch nichts ändere, es gar noch verbessern könne.
Ein guter Artikel. Gestolpert bin ich aber über Formulierungen in Bezug auf Infektionskrankheiten wie „von Tieren verursacht“ oder „von Wildtieren abstammen“. Auslöser sind Viren (oder im genannten Beispiel der Tuberkulose Bakterien) - nicht die Tiere.
Eine bleibende Erinnerung einer Chinareise von 1982 sind lebende, gehäutete Gürteltiere, die auf einem Strassenmarkt in Guangzhou angeboten wurden.
Tiermärkte scheinen beim Corona-Geschehen in China eine besondere Rolle zu spielen. Bei den rigorosen, gewaltigen Massnahmen, die nach dem neuen Ausbruch ergriffen wurden (gemäss RAI wurden schon 2 Millionen Tests in Beijing durchgeführt, wozu soll das überhaupt gut sein?), frage ich mich, ist das die Reaktion eines totalitären Regimes, befürchtet man in China etwas, was wir nicht sehen, oder hat das irgendwelche kulturellen Hintergründe.
Interessant wäre es auch zu wissen, wie es denn heute in diesen Tiermärkten aussieht.
Es gibt offensichtlich keine kontrollierte (zertifizierte) Fleischindustrie. Keine nachverfolgbaren Kuehlketten. Dh jeder kann irgendwelches Gammelfleisch verkaufen. Noch vor 40 Jahren war China sehr einfach. So schnell geht das nicht. Jedenfalls kauft man Fleisch auf dem Markt. Und es ist gut, als Qualitaetsmerkmal, wenn es sich bewegt. Eine nahezu unendliche Auswahl an Spezies. Alles Lebend. Rehkitze, Aeffchen, Schlangen, alles. Man kann das Aeffchen auf den Arm nehmen, kaufen, es wird vor Ort verarbeitet. Als Konsument kann man also so die Verarbeitungskette verfolgen. Weiss, das Tier ist nicht litteral vom Laster gefallen und einen Tag lang ueberrollt worden. Die Küche ist eine Kochküche, unseren gruenen Salat gibt's da auch nur gekocht. Irgend eine (übliche) Kontamination wird weggekocht. Ausser eben Viren. Dazu ist zu bemerken, dass wir trotz Kuehlketten den Rinderwahnsinn hatten.
Vor 4 Wochen hatten wir beim Zahnarzt eine Diskussion betr. Schutzmassnahmen des Bundes etc. Da wurde offenbar, dass aufgrund von Gentests in Forschungslaboren nachgewiesen werden konnte, dass das Virus tatsächlich in 1915 in einem Labor in Wuhan geschaffen wurde. Also nicht von Fledermäusen übertragen wurde oder von anderen Tieren. Man hat offenbar das Statement des Arztes- welcher man aus dem Verkehr zog und der am Virus gestorben ist- vergessen. Jetzt müssen wieder mal die Tiere herhalten. China ist und bleibt für mich eine verdammte Lügennation 1.Grades.
Der letzte Satz dieses an sich schon schwierigen Statements erfüllt den Tatbestand einer rassistischen Aussage. Wieso bleibt so etwas hier stehen? Ich habe das Republik-Monitoring schon des öfteren als recht kleinlich und oberlehrerhaft (sag ich so, weil es immer Männer waren, die intervenieren) erlebt. Warum bleibt bei einer so krassen Aussage eine Intervention aus?
Ihre geopolitische Meinung scheint Sie anfällig zu machen auf Theorien, welche China als Sündenbock hinstellen wollen. Mehrere Gentests haben gezeigt, dass das Virus höchstwahrscheinlich durch natürliche Selektion entstanden ist. Ich finde keine Informationen zu dieser angeblichen Erschaffung.
Vermutlich reden Sie von Dr. Li Wenliang, der bereits im Dezember von einem neuen Sars-Virus gewarnt hat und von den Chinesischen Behörden stumm gemacht wurde. Er war Arzt im Wuhaner Spital und hat die ersten Patienten betreut. Auch er ging davon aus, dass das Virus vom Wildtiermarkt stammt.
China ist natürlich alles andere als unschuldig, wenn es darum geht Informationen zu unterdrücken. Mich erinnert die Aktion an die Sowjetunion, welche die Explosion des Tschernobyl Kraftwerks sowohl der eigenen Bevölkerung als auch international verschwiegen hat. Trotztem zweifelt heute niemand daran, dass das damals ein Unfall war und die Sowjetunion, trotz bösartiger Informationskontrolle, das Kraftwerk nicht absichtlich in die Luft gejagt hat.
Ganz ehrlich: Wäre da Absicht im Spiel hätten China das Virus doch besser in einem anderen Land als dem eigenen in den Umlauf gebracht.
Danke für den sehr guten Denkanstoss. Für die praktische Umsetzung würde ich jetzt gerne bei Migros und Coop einstellen: "Hinweise auf weniger urwaldzerstörerische Produkte einblenden" und jedes mal, wenn ich ein Produkt scanne, für das es eine weniger urwaldzerstörerische Alternative gibt, soll das entsprechende Produkt auf dem Scannerdisplay erscheinen. Weil es dabei aber vieles nicht ganz eindeutig ist, also zum Beispiel ob und wie man die Produktionsmittel mit einbezieht, müsste die Berechnung auch noch individuell einstellbar sein.
Das mache ich schon, aber wesentlich über diesen "Start" bin ich noch nicht hinaus gekommen, weil ich die Daten bisher nicht aufbereitet habe. Und wenn ich mir den Zielpfad ansehe, sollte wir jetzt etwas bei -50% sein. Ich denke, wird müssen ganz schnell, ganz genau rechnen.
Danke für diese spannenden Ausführungen.
Ich denke, wir tun gut daran, nicht zu laut zu verkünden, dass die Wildtiere oftmals die Urträger von Infektionskrankheiten sind. Sonst kommen die Menschen noch auf die Idee, diese ganz auszurotten - schliesslich ist vermeintlich alles kontrollierbar.
Nur noch drei Prozent der Landwirbeltiere (2016) sind wilde Tiere. Sie zeigen sehr schön, wie der Mensch immer mehr Raum für sich beansprucht und das scheint auch weiterhin in diese Richtung zu laufen.
Hierzu Vanja Palmers (Tierschützer, Zen-Buddhist und starkes Mitglied der Ärztegesellschaft für Psycholytische Therapie..):
Als ich 1948 geboren wurde, waren wir ca. zweieinhalb Milliarden... inzwischen sind wir 7.5 Milliarden. Unsere Spezies hat sich zu einem globalen Krebsgeschwür entwickelt, wir wuchern und vermehren uns rasant auf Kosten der anderen Tiere und Lebensformen. Von allen Landwirbeltieren macht der Mensch inzwischen 33 Prozent der Biomasse aus, weitere 64 Prozent sind die von ihm gehaltenen Nutztiere - vor allem Schweine und Rinder. Das lässt gerade einmal drei Prozent für alle anderen Säuger - Elefanten, Giraffen, Nashörner, Orang-Utans, Wölfe, Löwen, Gämsen, Eichhörnchen, Mäuse, Steinböcke, Hasen, Hirsche... die Liste ist fast unendlich dlang, denn die Welt ist das Zuhause für sehr, sehr viele verschiedene Spezies. Aber sie wird gegenwärtig schnell kürzer: Wir sind Zeugen eines dramatischen Artensterbens; in wenigen Jahrzehnten wird es keine grossen wild lebenden Tiere mehr geben.
Danke für einen grundsätzlich guten Artikel. Bitte Vorsicht mit Kulturimperialismus: 1) auf den Frischmärkten (wet markets) weltweit werden hauptsächlich verderbliche Nahrungsmittel wie z.B. Fleisch bzw. lebende (Haus-)Tiere gehandelt. Es handelt sich um eine sehr wichtige Institution in klimatischen Gebieten, in denen Kühlketten nicht eingehalten werden können. Wildtiere werden dort auch gehandelt- vielleicht etwas mehr als in unseren Supermärkten zur Jagdzeit, aber vergleichbar. 2) Einige Zoonosen sind nicht über den Verzehr von Wildbret auf den Menschen übergesprungen (z.B. Nipah Virus). Und auch Krankheiten wie Malaria haben nichts mit den Essgewohnheiten zu tun.
Es besteht eine Tendenz, den Fehler beim Verzehr von Wildtieren zu sehen (und somit bei jenen, die das tun), es geht jedoch tatsächlich um unseren exzessiven Konsum von allem und die Tatsache, dass wir im August jedes Jahres bereits alle Ressourcen verbraucht haben, die der Planet uns zur Verfügung stellen kann.
Der Artikel deutet es nur an, aber wir brauchen mehr Land um den höheren Konsum von Lebensmitteln zu decken. Dabei geht mir halt nicht aus dem Kopf, dass wir für ein Kilo Rindfleisch etwa die 10-fache Anbaufläche benötigen als für ein Kilo Soja. Man kann auch gut zeigen, dass der Fleischkonsum sich bei zunehmendem Luxus erhöht. Wir haben also Chinesen und Inder, die jetzt alle reicher werden und sich endlich regelmässig Fleisch leisten können.
Somit sehe ich das Problem nicht direkt beim Verzehr von Wildtieren, sondern dem von Tieren im Allgemeinen und den damit verbundenen Konsequenzen von total ineffizienter Landnutzung.
Weniger Urwald=mehr Infektionskrankheiten, also kommen die Erreger aus dem Urwald. Demnach: kein Urwald=keine Infektionskrankheiten. Ich gebe zu: solche Gedanken sind echt krank... aber sie existieren in manchen Köpfen.
Als die ersten Vermutungen über die Herkunft von Covid-19 von den Fledermäusen aufkamen sagte ich zu meiner Frau: "nun geht's den Fledermäusen an den Kragen". Zwei Tage später kommen die ersten Bilder über Massenverbrennungen von Flughunden in der Zeitung.
Am Stammtisch der Anhänger meiner Lieblingspartei ist die Meinung auch bereits gemacht: das Virus ist Importware! Also: keine Personenfreizügigkeit=kein Virusimport!
Danke für den Artikel. Ich bin gespannt was wir wirklich lernen und wohin wir uns entwickeln.