Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03405.jsonl.gz/1721

Professor Rudolf Wolf (1816-1893), Professor für Astronomie und Oberbibliothekar an der ETH, beschreibt im Verzeichnis der Sammlungen der Zürcher Sternwarte das Porträt von Caroline Herschel folgendermassen: „Dieses Bild der verdienten Schwester des grossen Wilhelm Herschel hat 25 cm Höhe und 19 ½ cm Breite, […] stellt also die Greisin in ihrem 97sten Altersjahre dar.“
Porträt von Caroline Herschel. Nach dem Leben gezeichnet und gestochen von G. Busse Hannover 1847 (Portr 11026: 92)
Caroline Lucretia Herschel (16. März 1750 in Hannover – 9. Januar 1848 ebenda) war eine bedeutende Astronomin. Zu Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere unterstützte sie ihren Bruder Wilhelm Herschel bei seinen Forschungen, glänzte aber bald durch eigenständige Leistungen. Ihre wichtigsten Beiträge zur Astronomie waren die Entdeckungen mehrerer Kometen, die Berechnung genauer astronomischer Reduktionen und der Zonenkatalog hunderter Sternhaufen und Nebel.
Zahlreiche Auszeichnungen wurden ihr verliehen – 1828 unter anderem die Goldmedaille der Royal Astronomical Society, zu deren Ehrenmitglied sie 1835 ernannt wurde. Sie war die erste Frau, der Anerkennungen dieser Art zuteil wurden. Anlass dazu war ihr sogenannter Zonenkatalog, den sie zum Andenken an ihren Bruder erstellt hatte. Er enthielt die reduzierten Beobachtungen sämtlicher von Wilhelm Herschel entdeckten Nebel und Sternhaufen. 1846 erhielt sie im Alter von 96 Jahren im Auftrag des Königs von Preussen die goldene Medaille der Preussischen Akademie der Wissenschaften.
Da Porträt von Caroline Herschel ist Bestandteil der Porträtsammlung des Bildarchivs der ETH-Bibliothek. In der Sammlung befinden sich rund 16‘000 Porträts von Professorinnen und Professoren sowie teilweise auch von Studierenden der ETH Zürich, die an der Hochschule seit deren Gründung tätig waren. Ergänzt wird die Sammlung durch Bildnisse von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt und aus verschiedenen Epochen. Die Porträts sind teilweise digitalisiert und über Bildarchiv Online öffentlich zugänglich.