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Final Portrait
Regie: Stanley Tucci
Darst.: Geoffrey Rush, Armie Hammer, Clémence Poésy, Tony Shalhoub, James Falkner, Philippe Spall, Sylvie Testud, Martin Mayger, Attila G. Kerekes u.a.
Er ist einer der Schweizer Jahrhundertkünstler, seit 1998 ziert er die Hunderternote: Alberto Giacometti (1901–1966). Der aus dem Bergell stammende Maler, Bildhauer und Grafiker lebte seit den 1920ern mehrheitlich in Paris und verkehrte dort auf Augenhöhe mit anderen Grosskünstlern und -intellektuellen wie Picasso, Breton, Man Ray oder Sartre. Im Jahr 1964 war er längst eine lebende Legende, seine Werke erzielten Rekordpreise auf dem Kunstmarkt. Er scherte sich allerdings wenig um seine Einkünfte, sondern versteckte das Geld bündelweise in seinem vollgestellten Pariser Atelier und gab es, so er es wieder fand, mit vollen Händen aus. An erster Stelle für die junge Tänzerin und Prostituierte Caroline, was öfter zu Krach mit seiner durchaus toleranten Ehefrau Annette führte. In das chaotische Geschehen kommt James Lord, ein amerikanischer Freund und Schriftsteller, zu Besuch. Aus einer Laune heraus bittet Giacometti den jungen Mann, der als Kunstkritiker an einer Biografie über den Meister arbeitet, ihm für ein Porträt Modell zu sitzen. Geschmeichelt willigt Lord ein, doch die Sitzungen, eigentlich auf eine Woche angelegt, werden immer wieder von Bistro-Besuchen oder Spazierfahrten unterbrochen und nehmen kein Ende. Mehrfach verschiebt Lord seinen Heimflug, denn Giacometti bestimmt, wann gearbeitet, getrunken, geflirtet und gelacht wird. In seiner fünften Regiearbeit für das Kino porträtiert Schauspieler Stanley Tucci den Künstler, zeigt ein Genie bei der Arbeit. Das Drehbuch basiert auf der Biografie «A Giacometti Portrait» von James Lord. Der Australier Geoffrey Rush, seit 1996 durch «Shine» als irrer Pianist David Helfgott weltberühmt, weist eine verblüffende Ähnlichkeit mit Giacometti auf, während US-Schauspieler Armie Hammer – eben noch in «The Birth of a Nation» als Plantagenbesitzer Samuel Turner zu bewundern – als fein gekleideter James Lord eine gute Figur macht. «Die Begegnungen zwischen den zwei ungleichen Persönlichkeiten (…) haben viel komisches Potenzial. Zumal Geoffrey Rush die Rolle des grummeligen und kauzigen Giacometti auf den Leib geschrieben ist (…) und Armie Hammer es wunderbar schafft, wie ein Harvard-Absolvent auszusehen, der nicht verstehen kann, wie es ihn in den verstaubten Pariser Hinterhof verschlagen hat.» Ula Brunner, RBB Online