Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03354.jsonl.gz/2165

Sonntag, 27. Juni 2010, 18.00 Uhr, im Kieswerk Merz in Gebenstorf

La Traviata
«La traviata» ist der Titel einer dreiteiligen Oper von Giuseppe Verdi (Musik) und Francesco Maria Piave (Libretto). Sie wurde am 6. März 1853 im Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt und fiel zunächst beim Publikum durch, bevor sie überarbeitet zu einer der erfolgreichsten Opern der Musikgeschichte wurde.
I. Akt
Paris, Mitte des 19. Jahrhunderts, Oktober: Violetta Valéry veranstaltet in ihrem Salon eine Feier. Sie wird einem attraktiven jungen Mann vorgestellt, Alfredo Germont, der weit aufmerksamer und aufrichtiger ist als ihr aktueller Begleiter, Baron Douphol. Er führt ein temperamentvolles Trinklied auf die Liebe an. Nach dem Essen begibt sich die Gesellschaft zum Tanzen in die Nebenräume. Violetta erleidet einen Schwächeanfall und bleibt allein zurück. Alfredo nutzt den Moment, um ihr seine Liebe zu gestehen. Violetta reagiert zunächst nur belustigt, doch Alfredo kann sie von seinen tief empfundenen Gefühlen überzeugen. Überglücklich verabschiedet sich Alfredo. Violetta ist hin- und hergerissen zwischen dem Impuls, sich dem Vergnügen einfach hinzugeben, und der Sehnsucht nach einer unbeschwerten Liebe.
II. Akt
Drei Monate später, im Januar, leben Violetta und Alfredo in einem Haus außerhalb von Paris. Zufällig erfährt Alfredo, dass Violetta ohne sein Wissen nach und nach ihren gesamten Besitz verkauft, um das abgeschiedene Leben finanzieren zu können. In seiner Ehre gekränkt, weil er von einer Frau ausgehalten wird, eilt er sofort nach Paris, um selber Geld aufzutreiben.
Während seiner Abwesenheit erhält Violetta unerwarteten Besuch. Es ist Alfredos Vater Giorgio Germont, der ihr in hochmütiger Weise zum Vorwurf macht, dass sie mit seinem missratenen Sohn das Familienerbe verprasse.
Violetta ist bereit, sich für einige Zeit von Alfredo zu trennen, doch der Vater erwartet den endgültigen Verzicht auf seinen Sohn. Verzweifelt gibt Violetta dem Drängen Germonts nach, unter der Bedingung, dass Alfredo einst von ihrem selbstlosen Opfer erfahren würde.
Es folgt eine Reihe unglücklich verketteter Ereignisse. Alfredo glaubt, dass Violetta ihn nicht mehr liebt und dass sie nun mit dem Baron Douphol liiert sei. Aufgrund böser Beleidigungen Alfredos verlangt der Baron Genugtuung.
III. Akt
Nach dem Duell mit dem Baron ist Alfredo ins Ausland gegangen. Während in den Straßen von Paris der Karneval tobt, liegt Violetta einsam und verarmt im Sterben. Lediglich Doktor Grenvil besucht die Kranke täglich. Ihre Stimmung ist geprägt von Hoffnungslosigkeit, da erscheint endlich der ersehnte Alfredo. Der Traum vom erneuten Liebesbund ist nur kurz. Violetta übergibt Alfredo ihr Bildnis, um nicht ganz vergessen zu werden, wenn er nach ihrem Tod eine «keusche Jungfrau» heiratet. Nach einem letzten Aufbäumen stirbt sie.
Giuseppe Verdi
Der große Opernkomponist Giuseppe Verdi wurde am 10. Oktober 1813 in einem kleinen italienischen Städtchen geboren. Verdis musikalische Begabung zeigte sich recht früh, und der Vater kaufte seinem Sprössling ein altes Tafelklavier. Schon während der Schulzeit komponierte Verdi nach eigenen Aussagen eine Vielzahl von Märschen und Ouvertüren.
Neben vielen zahlreichen Erfolgen musste er allerdings auch einige Schicksalsschläge hinnehmen. Verdi geriet in eine tiefe Schaffenskrise, bis er durch Zufall das Libretto zu «Nabucco» in die Hände bekam. Die Reaktion des Publikums nach der Uraufführung übertraf alle Erwartungen und verhalf Verdi zum Durchbruch.
Die unangefochtene Karriere als bedeutendster italienischer Opernkomponist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging weiter mit «Rigoletto» (1851), «Il trovatore» (1853) und «La Traviata» (1853).
Giuseppe Verdi starb während eines Aufenthaltes in Mailand am 27. Januar 1901.
Das Hauptgewicht in Verdis Bühnenwerken liegt auf den Stimmen: Kantabilität war eine der ersten Forderungen, die er an sich selbst stellte. Genauso wichtig war ihm die wirklichkeitsgetreue Zeichnung der Personen und ihrer Umgebung. Und genau diese Tatsache ist in «La Traviata» unschwer zu erkennen. Die Solisten nehmen in dieser Oper den wichtigsten Teil der Komposition ein.
Maria Gessler «Violetta»
Sopran
Maria Gessler wurde in Basel geboren, erhielt ihre erste Gesangsausbildung bei Regina Jakobi und setzte sie bei Verena Schweizer an der Musikakademie ihrer Heimatstadt fort. Gleichzeitig studierte sie bei René Jacobs barocke Aufführungspraxis an der Schola Cantorum Basiliensis. Sie war Mitglied des Basler Opernstudios (Diplom) und zweimal Preisträgerin des Migros-Stipendiums. Meisterkurse besuchte sie bei Edith Mathis, Anna Reynolds, Brigitte Fassbaender und Margreet Honig.
Als Despina in Mozarts Cosi fan tutte debütierte sie am Musiktheater Biel. Darauf folgten verschiedene Opern- und Operettenpartien im In- und Ausland. Von 2000 bis 2003 war Maria Gessler am Mittelsächsischen Theater Freiberg engagiert. Seit der Spielzeit 2003/04 ist sie am Theater Plauen/Zwickau engagiert.
Im Juli 2009 sang sie bei den Tiroler Festspielen Erl. In der Spielzeit 2009/2010 gastiert Maria Gessler parallel zu ihrem Engagement in Plauen-Zwickau am Staatstheater Darmstadt und singt hier die Erste Dame (Die Zauberflöte), Liu (Turandot), Eva (Die Meistersinger von Nürnberg) und Rosalinde (Die Fledermaus).
Tenor
Hugo Mallet wurde in London geboren. Sein Gesangsstudium besuchte er an dem «Royal Northern College» in Manchester. Er besuchte die Meisterkurse bei Bergonzi, Cuenod, Fassbaender, Kraus, Milnes und Zedda. Seit 1988 liess er sich bei Nicolai Gedda weiterbilden.
Feste Engagements hat Hugo Mallet in Köln, Detmold und Freiberg. Zur Zeit ist er freischaffend und er absolviert eine rege Konzert- und Operntätigkeit. Unter anderem ist er engagiert in Paris, Dijon, Rouen, Singapur, Luzern, Moskau und Berlin, und singt mit Orchestern wie das Gürzenich Orchester, Singapore Symphony Orchestra, die Nordwestdeutsche Philharmonie und l‘Orchestre de l‘Opéra de Rouen.
Zu seinen
aufgeführten Partien zählen: Tamino (Die Zauberflöte), Tom Rakewell
(The Rake’s Progress), Faust (Faust) und Pinkerton (Madama
Butterfly). Sein Konzertrepertoire reicht von Bach’s Evangelisten
über Frank Martin‘s Tristan (Le Vin Herbé) bis Mahler’s «Das Lied
von der Erde».
Bariton
Der in Tirol geborene Bariton begann seine sängerische Ausbildung nach demAbitur an der Akademie für Musik in Krakau als Stipendiat der Republik Österreich, sowie am Mozarteum Salzburg (u. a. bei Nikolaus Harnoncourt in Aufführungspraxis alter Musik). Später wechselte er an die Hochschule für Musik in Wien zu Kammersänger Walter Berry und Rolff Sartorius und vervollständigte seine Studien an der Schola Cantorum Basiliensis: Aufführungspraxis alter Musik bei René Jacobs.
Seine Opernlaufbahn begann er mit Mozart- und Rossinipartien und stand als Titelheld in A. Salieris Falstaff für 3sat vor der Kamera.
Nachdem er den 1. Preis beim «Internationalen Gesangswettbewerb der Opéra Royal de Wallonie (Belgien) gewonnen hatte, wurde er als Heerrufer in Wagners Lohengrin and das Teatro di San Carlo/Neapel verpflichtet.
Eine mehrjährige
Zusammenarbeit verband ihn auch mit dem Opernhaus Halle. Mehrfach
war er auch bei den Händelfestspielen in Halle zu Gast.

Impressionen von Stefan Ellensohn