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Konfliktzone «Karakorum»
Im zentralen und östlichen Karakorumgebirge konnten sich die drei Staaten China, Indien und Pakistan bis heute nicht auf einen vertraglich abgesicherten Grenzverlauf zwischen ihren Staaten einigen. Grenzkonflikte und politische Auseinandersetzungen prägen seit der Mitte des letzten Jahrhunderts das Zusammenleben dieser drei Staaten. China, Pakistan und Indien haben entlang ihrer gemeinsamen Grenze eine starke Militärpräsenz aufgebaut.
Der Aussenposten der indischen Armee beim oberen Siachengletscher gilt als der höchstgelegene Armeestützpunkt auf diesem Planeten. Der Klimawandel und die Höhenlage machen den Soldaten hier oben am meisten zu schaffen. Bis vor wenigen Jahren bekräftigten beide Konfliktparteien ihren Gebietsanspruch jeden Tag mit gegenseitigem Mörserbeschuss. Der Mörserbeschuss erfolgte nach einem ritualisierten Zeitplan. Die Gegenseite konnte sich jeweils rechtzeitig in Deckung begeben.
Der Siachengletscher im Nubratal ist mit über 1'000 km2 der grösste Gletscher im östlichen Karakorum. Im Februar 2016 fiel eine Eiswand auf einen Militärposten der indischen Armee, welcher in einer Höhe von 5'400 m ü.M. im oberen Teil des Siachengletschers angelegt wurde. Zehn indische Soldaten fanden bei diesem Unglück den Tod. In den letzten Jahren haben sich immer wieder Eislawinen an den Hängen über dem Siachengletscher gelöst. Fachleute führen diese Entwicklung auf die steigenden Wintertemperaturen im Karakorumgebirge zurück. (Quelle: http://scroll.in)
1947 haben sich Pakistan und Indien als eigenständige Staaten gebildet.
Seit dieser Teilung streiten sich das islamisch geprägte Pakistan und der Hindustaat Indien über Kaschmir.
1947/48 brach zwischen den beiden Staaten ein bewaffneter Konflikt aus.
1949 wurden unter der Federführung die Vereinten Nationen UN eine Waffenstillstandslinie festgelegt. In der Region um den Siachengletscher konnten sich Indien und Pakistan nicht über Einflusszonen einigen.
Nach einer weiteren kriegerischen Auseinandersetzung im Jahr 1965 setzten sich die beiden Konfliktparteien wieder an den Verhandlungstisch.
1972 wurde die 1949 vereinbarte Waffenstillstandslinie geringfügig abgeändert und zu einer de facto Grenzlinie erklärt. 1999 duellierten sich die beiden Atommächte ein weiteres Mal auf dem Schlachtfeld. (Quelle: U.S. Department of State)
China, Indien und Pakistan verfügen alle über Atomwaffen. Die drei Staaten sind sich nicht nur über den Grenzverlauf uneinig, sondern streiten auch über die Wasserverteilung und -nutzung von Flüssen, welche aus dem Himalaja und dem Hochland von Tibet grenzüberschreitend ins indische Tiefland strömen. Fast unbemerkt von der Weltöffentlichkeit schreiten in Tibet Wassernutzungsprojekte voran, welche Indien stark betreffen. Die internationale Gemeinschaft hat ein sehr grosses Interesse daran, dass die Konflikte zwischen den drei Atommächten nicht eskalieren.