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In der ONS-Revue von 2006 hat Pit Forster ein Portrait über Horst verfasst. Wir geben dieses hier gerne wieder.
Horst. ..
...alle auf dem Gelände kennen Horst; als Plattenleger,
als Dachdecker, als Maurer, als
Schreiner, als Volleyballspieler, als Kakteenzüchter
und als Erbauer fantastischer Gebäude
und 3D-Puzzles. Aber kennen wir ihn wirklich?
Ich habe mich mit ihm unterhalten und dabei
Einiges über sein abwechslungsreiches Leben
erfahren:
Horst wurde am 1.11.1933 in Alten bei Leipzig
geboren, wo er auch die Jugendzeit verbrachte.
Nach dem Krieg erlernte er in Leipzig
den Beruf des Schreiners.
1953 wechselte er von der damaligen DDR
in den Westen nach Hannover und erlebte
einige interessante Wanderjahre.
Zum ersten Mal aufs Gelände kam er 1959
und zwischen kürzeren und längeren Unterbrüchen,
hat es ihn immer wieder an den
Neuenburgersee gezogen.
Die Weltreise
Ab 1973 bis 1976 hat er eine drei Jahre dauernde
Weltreise unternommen. Zu Fuss, mit
der Bahn, mit Schiff und Flugzeug, sogar per
Fahrrad umrundete er in dieser Zeit die Erde.
Alles aufzuzählen, was er in dieser Zeit er-
lebt und gesehen hat würde alleine eine ONS
Revue füllen. Über Frankreich und Italien gelangte
er in den Nahen Osten und von dort
über Iran, Afghanistan, Pakistan nach Indien.
Den Subkontinent durchquerte er mit der Eisenbahn,
was schon ein Abenteuer für sich war.
Vier Wochen weilte er in Sri Lanka und von
da ging's nach Nepal wo er zwei Trekkings
unternahm. Über Kalkutta erreichte er mit
dem Flugzeug Bangkok, Malaysia und Singapur.
Von dort flog er nach Darwin in Australien,
wo er einige Zeit arbeiten musste um sich
das Geld für die Weiterreise zu verdienen.
Danach fuhr er mit dem Fahrrad 1'000 Kilometer
nach Tennent Creek und hat dort einige
Zeit auf dem Bau gearbeitet. Das Fahrrad
hat er dann auf einen Mixtrain (Güter- und
Personenwagen) aufgeladen und ist bis
Townsville gefahren. Anschliessend ging's
weiter nach Brisbane und weil sie dort sein
Fahrrad nicht mehr mit dem Zug nach Sidney
befördern wollten, hat er die Strecke kurzerhand
per Fahrrad zurückgelegt. Danach flog
er nach Neuseeland. Dort angekommen, hat
er die Inseln zwei Monate lang bereist und
zwischendurch Äpfel und Nektarinen gepflückt
um wieder Mittel für die Weiterreise
zu haben. Via Fidschi-Inseln und Hawaii erreichte
er San Francisco. Über Mexiko, Mittelamerika,
Panama kam er nach Medellin in
Kolumbien und fuhr mit der Andenbahn bis
Antofagosta in Chile. Es kam dabei vor, dass
der Zug mehrmals anhalten musste um einen
Wagen, der sich selbständig gemacht
hatte, wieder anzuhängen! Von Santiago aus
erreichte er Porto Montt und von da aus ging's
nach Bariloche (Argentinien), heute bekannt
als Sommertrainingsort der Ski-Nati. Die Reise
führte ihn anschliessend über Buenos Aires
zu den Iguassu-Wasserfällen, einem der grossen
Naturwunder unserer Zeit und nach Brasilien,
wo er drei Monate das Land bereiste. Via
Sao Paolo - Rio de Janeiro - Recife flog er
nach Lisabon und gelangte nach Südfrank-
reich in die Region von Tarascon. Dort lebte
er in einer Art Nonnenkloster. Die Deutschen
hatten während des Krieges in dieser Gegend
ein Feldlazarett errichtet, das nach Kriegsende
von den Nonnen übernommen wurde.
Horst arbeitete dort für die Nonnen und weil
die Gegend so wild war, hat er auch immer
ein Plätzchen gefunden, wo er im Adamskostüm
sonnenbaden konnte.
Ein Schaffer von Thielle
Seit der Rückkehr von seiner Weltreise war
er wiederum mit einigen Unterbrüchen in
Thielle anzutreffen. Elsi war froh um den unermüdlichen
Arbeiter und etliche Gebäulichkeiten
auf dem Gelände sind mit seiner Mitwirkung
entstanden.
Seit 1992 ist Horst regelmässig auf dem Gelände
anzutreffen.
Schon ab 1991 begann er Mandalas zu malen
und hat diese auch auf dem Gelände ausgestellt.
Dann kamen die sog. 3D-Puzzles auf,
weltbekannte Gebäude, wie z.B. das TadschMahal
(Krone der Paläste) in Indien, der Petersdom
in Rom, die Tower Bridge in London,
Schloss Neu Schwanstein bei Füssen. All diese
Bauwerke entstanden und entstehen nach
vielen Stunden Arbeit. Zum Teil werden sie
von Horst noch verfeinert oder zu Fantasiegebilden umgebaut.
3D-Miniatur-Prunkstücke
Prunkstück in seiner Sammlung ist aber unbestritten
das «Neue Rathaus» in Leipzig. Anhand von
Situationsplänen, die er an Ort
und Stelle abgezeichnet hat, Fotos und Postkarten,
entsteht seit 14 Monaten ein fantastisches
Gebäude, das in seiner Art wohl
einmalig ist. Als Materialien verwendet Horst
dickes Papier, Karton, Sperrholz, dünne Holzleisten
und viel Leim. Mit einer Akribie sondergleichen
wird das Original im Massstab
von ca. 1:100 nachgebaut.
Interessant ist, dass Horst eine Art Modulbauweise
verwendet, d.h. das ganze Gebäude
kann jederzeit auseinander genommen und
wieder passgenau zusammengesetzt werden.
Dass Horst auch noch «normale» Puzzles zusammensetzt
sei noch am Rande erwähnt.
Allerdings handelt es sich dabei um Puzzles
mit mehreren tausend Teilen!
Die Kakteen
Sicher haben schon viele Geländebesucher
seine Kakteen gesehen. Im Sommer bis in den
Herbst kann man die schönsten Blüten bewundern.
Bis vor einiger Zeit hat Horst ca.
250 Sorten davon besessen. Zu den Kakteen
ist Horst durch seine Gebäude gekommen.
Etliche seiner Schlösser und Burgen stehen
auf Burghügeln, die er mit Blumen bepflanzt
hat. Blumen müssen aber laufend gepflegt
und gegossen werden. So kam er auf die Idee, .
Kakteen zu verwenden, die weniger pflegeintensiv
sind.
Mit diesen Zeilen habe ich versucht Horst ein
bisschen vorzustellen. Ich habe von ihm sehr
viel erfahren, hier alles aufzuschreiben, würde
den gegebenen Rahmen sprengen. Horst
freut sich sicher auf Jeden und Jede die ihn
hinten in seiner Ecke beim Nussbaum besucht
und seine Werke bewundert.
Wir hoffen, dass er noch viele Jahre seiner
kreativen Tätigkeit nachgehen kann und dass
sich auf dem Gelände ein Platz findet, wo er
seine Objekte der Allgemeinheit besser präsentieren
kann.
Pit F.
In der ONS-Revue von 2006 hat Pit Forster ein Portrait über Horst verfasst. Wir geben dieses hier gerne wieder.