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Diese indische Grussformel stammt aus dem Sanskrit und bedeutet wörtlich übersetzt „Verehrung Dir“. Dieser Gruss hat sich im Hinduismus und im Buddhismus erhalten und wird gerne auch in der westlichen Welt dargeboten.
Der Gruss wird begleitet vom entsprechenden Namaste-Mudra mit den aneinandergelegten Handflächen auf Brusthöhe, wobei die Fingerspitzen nach oben oder auch nach vorne gerichtet sein können (gibt es da eine unterschiedliche Bedeutung ?). Eine besondere Verehrung wird ausgedrückt, wenn anschliessend die aneinandergelegten Hände auf Gesichtshöhe gehen (mit den Fingerspitzen auf der Höhe des Stirnchakras).
Sehr häufig ersetzt das Namaste-Mudra den gesprochenen Gruss vollständig.
Bild links: Statue aus einem buddhistischen Tempel in Thailand.
Bild rechts unten: Indisches Gemälde mit der Verehrung Vishnus.
Die Übersetzung „Verehrung Dir“ greift etwas kurz, wenn man damit die devote Haltung gegenüber einer hochgestellten Person verbindet, was aus europäischer Sicht natürlich „nicht geht“. Der Gruss bekommt erst einen Sinn, wenn man dahinter die spirituelle Bedeutung sieht.
Alle mir bekannten religiösen Vorstellungen gehen vom Grundgedanken aus, dass jeder Mensch ein göttliches Wesen ist (Der Dualismus zwischen Gott und dem ungöttlichen Menschen ist dagegen in der Regel ein Konstrukt der Kirchen und anderen religiösen Institutionen). Zur Illustration: Praktisch alle Schöpfungsgeschichten berichten, dass eine Gottheit den Menschen als sein Ebenbild geschaffen hat. Mit dem „Namaste“ wird also erstens die Göttlichkeit im Menschen geehrt, dem man begegnet.
Etwas stärker verdeckt gehalten ist der aus dem obigen folgende Grundgedanke, dass wir alle miteinander verbunden sind, zumindest in der gemeinsamen göttlichen Herkunft. Ohne die brisanten Konsequenzen dieses Grundgedankens zu diskutieren: Mit dem „Namaste“ wird zweitens genau dieses Einssein mit dem Menschen bestätigt, dem man begegnet.
Und … sind wir uns bewusst, was wir mit dem vor allem in Süddeutschland verbreiteten „Grüss Gott“ ausdrücken?
Vielleicht gibt es noch weitere und tiefere Facetten, die ich gerne als „Comment“ aufnehme.