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Kaum ist der neue Konzertsaal im Maag-Areal eröffnet, wird er auch schon zur Opernbühne. Der Dirigent Jan Willem de Vriend und die Regisseurin Eva Buchmann haben ein teilweise verschollenes Kleinod von Joseph Haydn neu ergänzt und inszeniert. Die Opera buffa «Lo speziale» bringt musikalischen Witz und Situationskomik in die Tonhalle.
Der Fürst liebte es heiter. Nikolaus I., mit dem Beinamen «der Prachtliebende», liess für sein kleines Versailles am Neusiedlersee gleich zwei Theater bauen: eines für die italienische Oper und das Sprechtheater. Und dazu ein zweites: Ein Marionettentheater, in dem deutsche Singspiele aufgeführt wurden. Hofkapellmeister Haydn hatte die Aufgabe, die beiden Bühnen von Schloss Eszterháza zu bespielen. Zur Eröffnung des Opernhauses 1768 komponierte er eigens ein neues Werk nach dem Libretto von Carlo Goldoni: Ein Vierpersonenstück, mit der hübschen Grilletta im Zentrum eines Dreiecks von heiratswilligen Männern.
Trubel und verliebte Intrigen rund um Grilletta
Der Apotheker Sempronio, Grillettas Vormund, möchte sich als Ehemann ihre grosse Mitgift unter den Nagel reissen. Ebenso erpicht auf die junge Frau ist der schlaue Volpino. Und rettungslos verliebt ist der ungeschickte Mengone. Er hat sich als Apothekergehilfe bei Sempronio verdingt, nur um Grilletta nahe zu sein, ist aber zunächst zu scheu, ihr seine Liebe zu erklären. Also muss sie ihm auf die Sprünge helfen… Bis das Paar sich schliesslich in die Arme fällt, gibt es eine Menge Verkleidung und Ränkespiele, mit falschen Notaren, einem getürkten Pascha aus Istanbul und wildem Theatertrubel, wie er zu einer Opera buffa dazugehört.
Eine Partitur, die durchs Feuer ging
Dem Stück war zunächst kein besonderer Erfolg beschieden, zudem brannte das Theater nach wenigen Jahren ab, wobei auch ein Teil des Notenmaterials zerstört wurde. Der dritte Akt von «Lo Speziale» ging fast vollständig verloren. Erst Ende des 19. Jahrhunderts sorgte eine Rekonstruktion der Oper für ihre Wiederentdeckung und anhaltende Beliebtheit. Für die aktuelle Produktion aus den Niederlanden haben der Dirigent und Musikforscher Jan Willem de Vriend und die Opernregisseurin Eva Buchmann eine neue Version des Schlussakts rekonstruiert. Das Bühnenbild, sehr «mobil», besteht aus einem Klassiker des italienischen Auto-Designs. Das Tonhalle Orchester Zürich seinerseits, in schlanker Besetzung, dürfte diese Musik von Haydn unter de Vriends Leitung so zum Funkeln bringen, wie es das bereits zu Beginn der Saison in der Sinfonie «La Passione» bewiesen hat.
Programm
- Individuelle Anreise nach Zürich
- 21.30 Uhr Schlummertrunk in der Foyer-Lounge
Andreas Müller-Crepon, Redaktor und Moderator Radio SRF 2 Kultur, im Gespräch mit Regisseurin Eva Buchmann und Piotr Micincki, dem Darsteller des Sempronio.
- 19.30 Uhr Besuch der Vorstellung Lo Speziale – eine Haydn-Oper
- Verpflegung in der Pause
- 21.30 Uhr Schlummertrunk in der Foyer-Lounge
Andreas Müller-Crepon, Redaktor und Moderator Radio SRF 2 Kultur, im Gespräch mit Regisseurin Eva Buchmann, Piotr Micincki und Gästen aus dem Ensemble.
Eingeschlossene Leistungen
- Einführung im Klangraum
- Eintritt
- Verpflegung und Apéro
- Gespärch zwischen Andreas Müller-Crepon und Eva Buchmann und Gästen aus dem Ensemble
Anmeldeschluss: 20. Dezember 2017
Der Streifzug im Überblick
Donnerstag, 11. Januar 2018
Wir freuen uns, diesen Anlass für Mitglieder des SRF Kulturclubs kostenlos anbieten zu können.
Eine Anmeldung ist obligatorisch.
Anmeldeschluss:
20. Dezember 2017