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In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Moldau hat der prorussische Kandidat Igor Dodon gesiegt. Die absolute Mehrheit verpasste er aber. Am 13. November muss er sich in einer Stichwahl der Ex-Ministerin und EU-Befürworterin Maia Sandu stellen.
Erstmals seit 1997 können die Bürger des 3.5 Millionen Einwohner zählenden Landes direkt über ihren Staatschef entscheiden. In den vergangenen Jahren hatte dies das Parlament gemacht.
Wie die Wahlkommission am Montag mitteilte, kam Dodon nach Auszählung fast aller Wahlzettel auf 48.2 Prozent der Stimmen, seine stärkste Konkurrentin Sandu auf 38.4 Prozent. Damit scheiterte Dodon mit seinem Vorhaben, schon in der ersten Runde mit absoluter Mehrheit gewählt zu werden.
Von den sieben anderen Kandidaten kam nur Dmitri Tschubaschenko von der prorussischen Partei «Unser Vaterland» über die Fünf-Prozent-Marke. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 49 Prozent.
Zerrissen
Bei der Wahl geht es um eine wichtige Richtungsentscheidung. Ähnlich wie die benachbarte Ukraine ist die ehemalige Sowjetrepublik zerrissen zwischen Befürwortern einer engeren Anbindung an die EU und einer Hinwendung zu Russland. Seit Juli 2014 ist die zwischen Rumänien und der Ukraine gelegene Republik Moldau mit der EU durch ein Assoziierungsabkommen verbunden.
Der ehemalige Wirtschaftsminister Dodon kritisiert die Hinwendung seines Landes zur EU und plädiert für eine strategische Partnerschaft mit Russland. Der bisherige Kurs der Annäherung an die EU habe dem Land nichts gebracht, argumentierte er im Wahlkampf. Sandu von der Mitte-rechts-Opposition setzt hingegen auf die europäische Integration. Sie war früher Bildungsministerin und Mitarbeiterin der Weltbank.
Moldau ist das ärmste Land Europas. Das durchschnittliche Monatsgehalt liegt nach Angaben der Weltbank bei nur 240 Dollar; 41 Prozent der Einwohner verfügen über weniger als fünf Dollar am Tag.
Das Land steckt seit längerem in einer politischen Krise und wird immer wieder von Korruptionsaffären erschüttert. Die Präsidentschaftswahl wurde nach Angaben der Wahlkommission von mehr als 3200 einheimischen und 562 internationalen Wahlbeobachtern überprüft. Die Wahlkommission stellte keinerlei Regelverletzungen fest. (sda/afp)