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Was ist ein Leben wert?
Lieber die Wirtschaft oder das Grosi retten?
In den USA tobt eine erbitterte Debatte darüber, was schädlicher ist: eine tiefe Rezession oder eine höhere Zahl von Corona-Toten.
- von
- daw
Die Zahl der Corona-Infizierten steigt in den USA rasant: Am Mittwoch wurden bereits 55'000 Fälle und mehrere Hundert Tote gezählt, viele Bundesstaaten oder Städte verhängten Ausgangssperren.
Gleichzeitig ist im Land aber eine Debatte darüber entbrannt, was besser für das Land sei: die Zahl der Toten zu minimieren oder eine tiefe Rezession. So fordern Vertreter der Republikaner, dass die USA möglichst schnell wieder die Wirtschaft hochfahren sollten.
Vize-Gouverneur nimmt Opfer in Kauf
Besonders weit aus dem Fenster lehnte sich der Vize-Gouverneur von Texas, Dan Patrick. Auf dem TV-Sender Fox News sagte er: «Wir werden den wirtschaftlichen Kollaps haben. Lasst uns zurück zur Arbeit gehen. Opfert nicht das Land.» Niemand habe ihn als älteren Mitbürger gefragt, ob er bereit sei, sein Leben zu riskieren im Tausch gegen den Erhalt des geliebten Amerika für die Kinder und Urenkel. Er wäre dazu bereit, meinte Patrick. Er habe sechs Enkel. Und wie er würden viele Grosseltern da draussen denken. Die Frage, ob es Schlimmeres gebe, als zu sterben, bejahte er.
Trump warnt vor Suiziden
In eine ähnliche Richtung hatte bereits US-Präsident Donald Trump argumentiert. Er will offenbar bis zum 12. April wieder in den Normalzustand übergehen. Auf Twitter schrieb er, die Heilmethode dürfe nicht «stärker als das Problem selbst» sein.
Gegenüber Fox News sagte er, man müsse schauen, wo man in 15 Tagen stehen werde. Er machte aber auch klar, dass man das «grösste und erfolgreichste Land der Welt» nicht einfach schliessen könne. «Man wird mehr Menschen verlieren, indem man das Land in eine massive Rezession oder Depression stürzt.» Er warnte vor Instabilität und vor «Tausenden von Suiziden».
Auf der anderen Seite steht der demokratische Gouverneur des US-Bundesstaates New York, Andrew Cuomo. Er rechnet damit, dass man in seinem Staat in zwei bis drei Wochen rund 140'000 Betten brauchen wird. Er schlug Alarm und forderte in Washington Tausende Beatmungsgeräte an. An die Adresse von Trump schrieb er auf Twitter: «Meine Mutter ist unentbehrlich. Ihre Mutter ist unentbehrlich.» Niemand solle den Aktienmärkten zuliebe vom Sozialdarwinismus reden . In einem anderen Tweet schrieb er: «Wir sind nicht bereit, 1 bis 2 Prozent der New Yorker zu opfern.»