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Wie macht sich die Prostatavergrösserung bemerkbar?
Aufgrund ihrer Lage kann eine vergrösserte Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, Beschwerden beim Wasser lassen verursachen. Typische Symptome sind häufiger Harndrang (auch nachts), ein abgeschwächter Urinstrahl und das Gefühl der unvollständigen Blasen-entleerung. Oft kommt es zum «Nachtröpfeln». Bei einer starken Vergrösserung der Prostata kann sich Urin in der Blase stauen. Damit steigt das Risiko für Harnwegsinfektionen. In seltenen Fällen wächst die Prostata so stark, dass sich der Urin bis in die Nieren zurückstaut. .
Wie kommt es zur Prostatavergrösserung?
Mit zunehmendem Alter vergrössert sich das Volumen der Prostata. Bei rund der Hälfte der Männer zwischen 50 und 70 Jahren verursacht dies Beschwerden. Mehrere Faktoren begünstigen eine gutartige Prostatavergrösserung. Einen grossen Einfluss haben die Veränderung des Hormonhaushalts sowie das Hormonungleichgewicht. Betroffen ist insbesondere das männliche Geschlechtshormon Testosteron. Dieses wird in der Prostata in das wirksamere Hormon Dihydrotestosteron umgewandelt, welches das Wachstum der Prostata anregt. Der Östrogenspiegel und erbliche Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle. .
Wie lässt sich die Prostatavergrösserung von Prostatakrebs unterscheiden?
Die gutartige Prostatavergrösserung (benigne Prostata-hyperplasie) ist nicht mit Prostatakrebs (Prostatakarzinom) zu verwechseln. Beim Krebs wachsen Zellen unkontrolliert. Sie können in das umliegende Gewebe eindringen und im Körper streuen. Die meisten Prostatabeschwerden sind jedoch nicht auf Krebs zurückzuführen, sondern auf eine gutartige Vergrösserung. Prostatakrebs verursacht oft – im Gegensatz zur gutartigen Prostatavergrösserung – für lange Zeit keine spezifischen Symptome. .
Wie wird die Prostatavergrösserung behandelt?
Bei leichten Beschwerden sind meist einfache Massnahmen ausreichend: den Konsum harntreibender Substanzen wie Koffein und Alkohol einschränken, trotz Harndrang die Blase trainieren und sich beim Wasser-lösen mehr Zeit lassen. .
Welche Medikamente helfen gegen die Beschwerden?
Medikamente auf rein pflanzlicher Basis, wie zum Beispiel Extrakte aus Sägepalmenfrüchten oder Afrikanischem Pflaumenbaum, können zu Beginn der Vergrösserung gut eingesetzt werden. Sie verursachen in der Regel keine Nebenwirkungen und lindern im Einzelfall die Beschwerden. Eine breite Wirksamkeit ist in wissenschaftlichen Studien allerdings noch nicht eindeutig bewiesen. .
Was gibt es für Alternativen zu den pflanzlichen Medikamenten?
Wenn die pflanzlichen Produkte zu schwach wirken oder wenn es zu einem Harnstau kommt, sind stärkere Medikamente sinnvoll. Sogenannte «Alpha-Blocker» wie Tamsulosin bewirken eine Entspannung der Blasen- und Prostatamuskulatur. Dies führt bei circa 70 Prozent der Betroffenen innert weniger Tage zu einer Besserung der Symptome. Beim Wirkstoff Finasterid dauert es länger. Er blockiert die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron und hemmt so das Wachstum der Prostata. Dabei kann sogar eine Verkleinerung der Drüse um bis zu 30 Prozent erreicht werden. Dieses Medikament kann sich jedoch negativ auf die Libido auswirken. Am wirksamsten ist ein Kombipräparat aus beiden Wirkstoffen. .
Wann ist eine Operation notwendig?
Wenn die Medikamente zu schwach wirken oder Kompli-kationen wie ein Harnstau auftreten, ist eine Operation notwendig. Beim Eingriff, der meist über die Harnröhre erfolgt, wird ein Teil der Prostata ausgeschält, um den Druck auf die Blase zu verringern und die Beschwerden zu lindern. .
( Dr. med. Christian Ambrosch, Medbase Winterthur Neuwiesen)