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Herman Bavinck beschreibt die Folgen der Emanzipation aller Lebensbereiche von Gott seit den Tagen von Renaissance und Aufklärung:
Diese Neuorientierung wirkt sich auf das gesamte Leben und alle Institutionen aus. Die Souveränität Gottes ist gegen die des Volkes ausgetauscht worden. Die Ehe ist ein Vertrag, der jederzeit gekündigt werden kann. Die Familie definiert sich als Gemeinschaft, in der die Majestät des Kindes weit über der der Eltern steht. Die Frau ist bestrebt, ein Mann zu sein. Die Kirche mutiert zur religiösen Vereinigung. Religion selbst ist nichts anderes als ein Gefühl der Kleinheit und Abhängigkeit. Moral besteht in Verhaltensregeln für den Einzelnen und die Gesellschaft. Die Wissenschaft geht rein empirisch vor und wird dadurch zur endlosen Ansammlung von Materialien, Studien und Forschungsobjekten. Kunst reduziert sich auf eine Nachbildung der unreinen Realität.
Herman Bavinck ‘Openingsrede’, in: Petrus Biesterveld en —, Bede en Rede. Ter inleiding van de Jaarvergadering van de Vereeniging voor Hooger Onderwijs op Geref. Grondslag, gehouden te Zwolle op 6 en 7 Juli 1898, Kampen (J.H. Bos). S. 31.
I find that there are three levels of clarity. When I only think about something, my thoughts are embryonic and muddled. When I speak about it, my thoughts become clearer, though not always. When I write about it, I jump to a new level of clarity.
Ed Welch, CCEF (siehe hier)
VD: JT
When people tell me they take the Bible seriously but not literally, I take their words literally but not seriously.
via Twitter (@hershaelyork)
Wilhelmus à Brakel (1635-1711) ist der bekannteste Vertreter der sogenannten Zweiten Reformation in den Niederlanden im 17. Jahrhundert. Sein vierbändiges Hauptwerk, eine systematische Theologie ”The Christian’s Reasonable Service” ist in den Jahren 1989-95 auf englisch übersetzt worden (Editor Joel R. Beeke). Das gesamte Werk kann hier vom Blog des englischen Übersetzers vollständig heruntergeladen werden. Ein Werk, das auf meiner Leseliste für die Zeit nach der Dissertation steht!
Es tut uns gut, uns die folgenden Überlegungen im Zeitalter des “Professionalismus” in Erinnerung zu rufen:
Bavinck bewegte verbrachte sein ganzes berufliches Leben im Dienste der Wissenschaft. Er wurde jedoch nicht müde zu betonen, dass das Leben der Wissenschaft vorausgeht. Das Leben enstammt nicht der Wissenschaft und kann auch nicht auf sie warten. Jeder Bereich, Familie und Gesellschaft, Arbeit und Freizeit, Landwirtschaft, Handel und Industrie behalten ihren eigenen Charakter bei. Jeder dieser Bereiche nützt wissenschaftliche Resultate. Die Weisheit des Lebens ist jedoch der eigentliche Ausgangspunkt für jede wissenschaftliche Forschung. Die Gelehrten sollten deshalb die Erkenntnisse von Erfahrung nicht verachten, sondern für deren Läuterung und Zuwachs sorgen.[1]
Welcher Art ist nun der Zusammenhang zwischen Weisheit und Wissenschaft? Zwar besteht ein offenkundiger Unterschied zwischen dem alltäglichen, durch Erfahrung gewonnenen, und dem wissenschaftlichen, durch gezieltes Vorgehen ermittelten Wissen. Aber diese Unterscheidung sollte uns nicht vergessen machen, dass eine enge Beziehung zwischen beiden besteht. Die Wissenschaft ist nichts anderes als eine Erweiterung und Bereicherung des Wissens, das bereits in der Familie und durch die Grundbildung gewonnen wurde.[2] Wissenschaft muss sich deshalb dauernd durch praktische Erfahrung korrigieren lassen. Bavinck nennt als Beispiele das feine Gespür für Menschen, über das ein Anwalt verfügen muss; ebenso den Arzt, der nicht einfach aus der Höhe seiner Erkenntnis auf alltägliche Erfahrung herunterblicken kann.[3] Ein weiteres Beispiel ist das Erziehungshandeln von Eltern: Auch wenn diese nie ein pädagogisches Handbuch studiert haben, werden sie trotzdem durch Grundsätze von Religion und Moral geführt. Sie profitieren von einem reichen Wissen, das sie nicht nur durch die eigene tägliche Übung erwarben, sondern indem sie auf den Erfahrungsschatz vorhergehender Generationen zurückgriffen.[4]
Umgekehrt ist Weisheit auch auf Wissenschaft gegründet, aber sie bleibt bei ihr nicht stehen. „Sie strebt über die Wissenschaft hinaus und trachtet zu den primis principiis durchzudringen.“ Sie sucht die „leitenden Ideen“ aufzuspüren.[5] Die wahre Weisheit geht von dem christlichen Glauben aus. Es ist dieselbe göttliche Weisheit, die die Welt organisch zu einem Ganzen verbindet, und die in uns das Verlangen nach einer ‚einheitlichen‘ Weltanschauung legt.“[6]
[1] The Philosophy of Revelation, Pos. 3027-3034
[2] Het Doctorenambt, S. 71
[3] Vgl. Christelijke wetenschap, S. 51
[4] Vgl. Paedagogische Beginselen, S. 17
[5] Christliche Weltanschauung, S. 35
Andrew Wilson hat mit Rob Bell über dessen neues Buch debattiert. Neben der Dialogfähigkeit von Wilson beeindruckt dessen Schlussstatement (dieser Mitschrift entnommen):
If you’re saying, the world’s moved on – God’s gonna get left behind if we don’t change it – even though to be honest I’ve got a sneaking feeling that there might be a lot in Scripture that speaks against this, but I just don’t think we can afford to keep sticking with that because it looks boring and retrograde and backward and intolerant, then — so we will drop what I think Jesus, or Paul, or the apostles, or anybody else was saying, in order to make ourselves more adaptable to the modern age – that doesn’t mean you’re not a Christian, of course it doesn’t — it doesn’t mean you’ve even gone — in my understanding, liberal is, resurrection-denying, and you’re not doing — close to doing that — but it does mean that there’s something quite fundamental that might be switching–which is saying I don’t think that I can hold this text as being a high standard for behavior and morality anymore, and that’s a big enough deal to people like me.
VD: RK
So titete die NY Times unlängst die Kolumne einer Anthropologin.
A study conducted in North Carolina found that frequent churchgoers had larger social networks, with more contact with, more affection for, and more kinds of social support from those people than their unchurched counterparts. And we know that social support is directly tied to better health.
VD: NP
To turn one’s back on the historic creeds is thereforme to turn one’s back on what God has given us through the struggle of centuries, and to run the risk of trying to build up once more what has already been tried and found wanting. … To preach a creed is one of the very best methods possible of understanding the book (the Bible), of avoiding tangents and vagaries, of securing a balanced and fullorbed presentation of the Bible as a whole…
John Kuizenga, zit. in James D. Bratt. Dutch Calvinism in Modern America. Eerdmans: Michigan 1984. (134)
Doug Wilson streicht einen wichtigen Unterschied heraus (hier):
True epistemic humility lets God tell us true things. Faux-humility wants to complicate it.
Not surprisingly, Chesterton makes this point wonderfully.
“Modesty has moved from the organ of ambition. Modesty has settled upon the organ of conviction where it was never meant to be. A man was meant to be doubtful about himself, but undoubting about the truth: this has been exactly reversed. Nowadays the part of a man that a man does assert is exactly the part he ought not to assert-himself. The part he doubts is exactly the part he ought not to doubt – the Divine Reason… The old humility was a spur that prevented a man from stopping: not a nail in his boot that prevented him from going on. For the old humility made a man doubtful about his efforts, which might make him work harder. But the new humility makes a man doubtful about his aims, which will make him stop working altogether.”