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Rotz ist eine ansteckende Infektionskrankheit der Pferde und Esel, die deren Schleimhäute, die Haut und die inneren Organen schädigt. Die Krankheit kann auf den Menschen übertragen werden und ist als Malleus bekannt. Sie ist somit eine Zoonose.
Betroffen sind vor allem Pferde, Esel und Maultiere. Nagetiere sind weniger empfänglich, können aber auch an Rotz erkranken. Kamele können sich an Pferden anstecken, Hunde und katzenartige Tiere (auch Zootiere!) sind in geringem Masse anfällig. Auch der Mensch kann erkranken – in der Humanmedizin ist die Krankheit als Malleus bekannt.
Die Krankheit beim Tier
Die Krankheit kann akut oder chronisch verlaufen:
- Akuter Rotz verläuft hoch fieberhaft mit einseitigem, später beidseitigem Nasenausfluss. Es kommt zur Schwellung der Lymphknoten und Bildung von Geschwüren sowie Knötchen auf den Schleimhäuten der Nase (Nasenrotz).
- Beim Pferd ist der chronische Rotz vorherrschend, der sich mittels Fieberschüben, Husten, Atembeschwerden und Entzündung der Lymphknoten manifestiert.
Ansteckung und Verbreitung
Der Erreger ist das Bakterium Burkholderia mallei. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt, Aerosolbildung oder indirekt durch verseuchtes Futter, Wasser oder Gegenstände. Chronisch infizierte Pferde oder solche, die sich in der Inkubationsphase befinden, bilden ein Erregerreservoir. Sie können die Krankheit in gesunde Pferdebestände einschleppen.
Der Erreger kommt in Asien vor, weniger häufig in Afrika, im Nahen Osten und in Südamerika. In Westeuropa gelang im 20. Jahrhundert die Ausrottung der Krankheit. Aktuelle Probleme bestehen mit der Öffnung Europas gegen Osten, z.B. ist die Türkei nicht frei von Rotz. Die Krankheit wird vor allem durch latent infizierte Pferde verschleppt.
Einen Überblick über die Seuchenlage in der Schweiz bietet die Datenbank Tierseuchenfälle Schweiz.
Was tun?
- Der Schutz vor Einschleppung beruht auf Importbeschränkungen sowie serologischen Untersuchungen importierter Tiere.
Der Rotz des Tieres ist eine auszurottende und somit meldepflichtige Tierseuche. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt oder der Bestandestierärztin melden.
Die Krankheit beim Menschen (Malleus)
Malleus bringt eine schmerzhafte Entzündung der Infektionsstelle mit blutig-eitrigem Geschwür mit sich. Es bilden sich Knoten (Eintritt meist über Hautverletzungen) und lokale Lymphknotenschwellung. Innerhalb weniger Tage kann es zu hohem Fieber kommen (≥ 40° C). Wird der Malleus nicht behandelt, führt er zum Tod.
Der Erreger wird beim Umgang mit erkrankten Einhufern oder infizierten Labortieren über die Schleimhäute (Schmierinfektion) oder kleinste Hautverletzungen, durch direkten Kontakt mit infektiösem Nasenausfluss, Geschwürsekret, Eiter oder Schleim übertragen. Eine Ansteckung über das Einatmen von kontaminierten Tröpfchen ist ebenfalls möglich.
Bei Arbeiten mit rotzverdächtigem Material wird empfohlen, Gummihandschuhe und Mundschutz zu tragen.
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Gesetzgebung
Letzte Änderung 05.03.2020