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Schweizerischer Erdbebendienst (SED)
Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH
Zürich ist die Fachstelle des Bundes für Erdbeben. In dessen Auftrag überwacht
er die Erdbebenaktivität in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland und
beurteilt die Erdbebengefährdung in der Schweiz. Im Falle eines Erdbebens
informiert der SED Öffentlichkeit, Behörden und Medien über den Ort, die Stärke
und mögliche Auswirkungen. Die Aktivitäten des SED sind im Massnahmenprogramm des Bundes zur Reduktion des Erdbebenrisikos eingebunden.
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Mit rund 700 in der Schweiz und im grenznahen Ausland registrierten Erdbeben, von denen drei deutlich verspürt wurden, blickt der Schweizerische Erdbebendienst an der ETH Zürich auf ein seismisch ruhiges Jahr zurück. Am häufigsten bebte die Erde 2015 in den Kantonen Wallis und Graubünden sowie im Gebiet zwischen Walensee und Liechtenstein, der Zentralschweiz und dem Jura.
Die Erdbebenaktivität im Jahr 2015 war wie in den vergangenen Jahren durch mehrere Erdbebenschwärme geprägt. Diese sind ein typisches Merkmal der Erdbebentätigkeit in der Schweiz. Sie zeichnen sich üblicherweise durch das Fehlen eines ausgeprägten Hauptbebens aus, wobei das stärkste Beben oft erst in der Mitte oder gegen Ende der Bebensequenz auftritt. Erdbebenschwärme können sich über einen Zeitraum von wenigen Stunden bis zu mehreren Jahren erstrecken. Nur in seltenen Fällen nehmen die Beben mit der Zeit an Stärke und Anzahl zu. Als Ursache wird die Ausbreitung von Gasen oder Flüssigkeiten in der Erdkruste angenommen.
Im letzten Jahr traten Erdbebenschwärme unter anderem in der Region Biel / Bienne (BE) und Diemtigen (BE) auf und stehen dort sehr wahrscheinlich in Zusammenhang mit zwei früheren Erdbebensequenzen im Jahr 2014. Darüber hinaus ereigneten sich zwischen Juni und November 2015 zwei Erdbebenschwärme im Wallis, einer etwa 5 km nordöstlich von Sion (VS) und der andere ungefähr 6 km nördlich von Sierre (VS).
Die Magnituden der im Jahr 2015 registrierten Ereignisse lagen zwischen -0.1 und 3.3 auf der Richterskala. Die Zahl der möglicherweise spürbaren Beben mit einer Magnitude von 2.5 oder grösser lag mit 20 nahe am Durchschnitt der letzten vierzig Jahre von 23 Ereignissen pro Jahr. Deutlich verspürt wurden das Beben in der Region Biel / Bienne (BE) vom 31. Januar (Magnitude 3.1), das Beben bei Bern vom 6. April (Magnitude 2.6) und das Beben nördlich von Sierre (VS) vom 14. Oktober (Magnitude 3.1). Keines der Beben war allerdings stark genug, um Schäden anzurichten.
Die Erdbebenaktivität im Jahr 2015 konzentrierte sich wie in den vergangenen Jahren vor allem auf das Wallis und das Bündnerland. Aber auch in der Region zwischen Walensee und Liechtenstein, in der Zentralschweiz und im Jura bebte die Erde 2015 häufiger als andernorts. Die Beobachtung der Erdbebenaktivität ist eine wichtige Grundlage, um die Erdbebengefährdung zu bestimmen. 2015 publizierte der SED eine aktualisierte Erdbebengefährdungskarte der Schweiz. Darauf treten neben dem Wallis und dem Bündnerland die Region Basel, das St. Galler Rheintal und die Zentralschweiz als besonders gefährdet hervor.

Erdbeben Schweiz 2015

Am 25. Januar 1946 um 18.32 Uhr erschütterte ein Beben der Magnitude 5.8 die Umgebung von Sierre und das Rhonetal. Es forderte drei Todesopfer und verursachte an 3‘500 Gebäuden Schäden. Die Bevölkerung verspürte in den nachfolgenden Wochen zahlreiche Nachbeben. Das Beben von Sierre war das stärkste der vergangenen 70 Jahre. Leicht schwächer aber ebenfalls schadensbringend war die Erdbebensequenz in Sarnen 1964 mit einem Beben der Magnitude 5.3.
Das Wallis weist im schweizweiten Vergleich die höchste Erdbebengefährdung auf. Im statistischen Mittel ereignet sich alle 50 bis 100 Jahre ein derart starkes oder stärkeres Beben im Wallis wie 1946. Das letzte Mal für die Bevölkerung spürbar bebte die Erde im Wallis am 2. Januar 2016 ohne Schäden anzurichten.
25.01.2016

Auch auf den Messstationen des Schweizerischen Erdbebendienstes (SED) wurden in der Nacht vom 5. auf 6. Januar die seismischen Wellen aufgezeichnet, die der vermutliche nordkoreanische Atomtest ausgelöst hat. Laut Meldungen der Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty Organization (CTBTO) in Wien und anderen internationalen seismologischen Diensten hatte das Ereignis eine seismische Magnitude von ca. 5 und ereignete sich um 01:30 (UTC). Es ereignete sich etwa am selben Ort wie die bisherigen Atomtests Nordkoreas der Jahre 2006, 2009 und 2013. Die Signale erreichten die Schweiz ungefähr 12 Minuten später.
Die CTBTO betreibt ein weltumspannendes Beobachtungsnetz zur Überwachung des Atomteststoppvertrages mit beinahe 340 Messstationen, 170 davon seismische. Die Schweiz beteiligt sich mit der SED-Station DAVOX bei Davos (GR) an diesem Messnetz. Die Grafik zeigt die an der Station DAVOX aufgezeichneten Signale des Atomtests 2013 und des Ereignisses vom 6. Januar 2016. Sie sind sich sehr ähnlich, was darauf hin deutet, dass beide Ereignisse eine gleichartige Quelle haben.
Der SED ist, zusammen mit dem Labor Spiez, das designierte nationale Datenzentrum für die CTBTO und beteiligt sich aktiv in den Organen und Arbeitsgruppen der CTBTO.
06.01.2016
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