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Tagesbericht vom 28.10.2002
Heute ist ein Arbeitstag! Die Sonne scheint das auch zu wissen und versteckt sich hinter den Regenwolken. Es ist sehr schwül und nass. Wir kümmern uns darum, wie wir von Mexiko allenfalls nach Europa kommen könnten. Das Büro der Panalpina befindet sich gleich um die Ecke von unserem Hotel. Nach unserem dritten Besuch beim General Manager, der gebrochen Englisch spricht, bekommen wir sogar die für uns wichtigen Daten: Die Kosten für die Fracht belaufen sich auf 1200 USD. Schiffe gibt es jede Woche, am Mittwoch und am Samstag. Alle fahren den Norden Europas an: Antwerpen, Hamburg oder Bremen. Von Veracruz nach Antwerpen braucht ein Schiff 15 Tage.
Am liebsten würden wir Sir James in den Süden von Europa verschiffen. Dank Internet finden wir heraus, dass alle Schiffe, die von Mittelamerika in den Süden von Europa über Houston, Texas, fahren. Für diese Strecke braucht die Fracht weniger als 14 Tage. Das würde allerdings bedeuten, dass wir wieder zurück nach Houston fahren müssten - Warum wir den Süden dem hohen Norden von Europa vorziehen? Im Süden von Europa sollten die Temperaturen auch im November/Dezember noch angenehm sein. Wir erleiden dann wenigstens keinen Temperaturschock. Zudem könnten wir die zwei Wochen, in denen Sir James über das Meer schwimmt, mit Golfen überbrücken. Das wäre im hohen Norden in der Kälte nicht möglich.
Natürlich könnten wir auch gleich nach der Verschiffung von Sir James heim fliegen und ihn später von zu Hause aus in irgend einem Hafen abholen. Die Vorstellung, ohne Sir James nach Hause zu kommen, gefällt uns aber gar nicht. Schliesslich haben wir bis heute alles zu Dritt gemacht. Und so soll es auch bis zu unserer Rückkehr nach Oberuzwil bleiben. Was sollen wir tun? Wir beschliessen nach Yukatan weiterzufahren, um uns noch die Mayasiedlungen anzuschauen. Somit wäre dieser Entscheid aufgeschoben aber nicht aufgehoben.
Um Sir James etwas Bewegung zu verschaffen, machen wir einen kleinen Ausflug in die Umgebung. Am Stadtrand von Vera Cruz stossen wir auf ein neues Shoppingcenter. Die USA lassen grüssen: Mc Donald's, Sears, Office Depot und so weiter. Wir fahren noch etwas weiter der Küste entlang und stossen auf einen Country Club mit Golfplatz. So wohnen also die reichen Mexikaner. Schade nur, dass es regnet, sonst würde alles noch prächtiger erscheinen.