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Adriano Aguzzi, Professor der Universität Zürich sowie des Universitätsspitals Zürich und Charles Weissmann, ehemaliger Professor der Universität Zürich sowie emeritierter Professor des Scripps Research Institutes Florida, werden gemeinsam für ihre Erfolge in der Prionenforschung geehrt. Frühe Arbeiten von Weissmann und Aguzzi lieferten den überzeugendsten Beweis dafür, dass ein körpereigenes Protein bei Prionenerkrankungen wie BSE oder der Creutzfeld-Jakob-Erkrankung eine herausragende Bedeutung für die Entwicklung der Krankheit hat. Sie zeigten, dass infektiöses Material nur dann zum Absterben von Nervenzellen führt, wenn dieses spezielle Protein vorhanden ist. In folgenden Arbeiten entschlüsselten die Forschungsteams unter Leitung von Aguzzi und Weissmann grundlegende Mechanismen, in denen verformte Proteine, wie beispielsweise Prionen, Giftigkeit verursachen. So fanden Aguzzi und sein Team heraus, wie sich Prionen von Zelle zu Zelle ausbreiten und schliesslich ins Gehirn einwandern.
Relevant für Alzheimer und Parkinson
Die Anhäufung von endogenen, verformten Proteinen ist auch bei Alzheimer und Parkinson zentral. Laut dem Preiskomitee liefern die Arbeiten von Aguzzi und Weissmann eine solide Basis, um neue Strategien für eine frühe Diagnose sowie effektive Präventionsmassnahmen und Therapien für diese beiden Erkrankungen zu entwickeln. Obwohl bei Parkinson und Alzheimer die Ursache für die Anhäufung der verformten Proteine keine Infektion ist, anders als bei manchen Prionenerkrankungen, scheint die Ausbreitung dieser Proteine von Zelle zu Zelle und im Nervensystem ähnlichen Mustern zu folgen. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass andere neurodegenerative wie Alzheimer oder Parkinson ansteckend sind. Weil jedoch der grundlegende Mechanismus der Krankheitsausbreitung ähnlich ist, ergeben sich gemeinsame Forschungsfragen. Dadurch werden auch zukünftige Ansätze für Prävention, Diagnose und Therapie nahe gelegt.
Die Preisträger
Prof. Adriano Aguzzi, geboren 1960, ist seit Ende 1995 Direktor des Schweizer Nationalen Referenzzentrums für Prionenerkrankungen und seit 1997 Direktor und Mitglied der Fakultät des Instituts für Neuropathologie an der Universität Zürich. Adriano Aguzzi studierte Medizin in Freiburg und Basel. Nach Stationen an der Columbia University, der Universität Zürich und dem Forschungsinstitut für molekulare Pathologie in Wien arbeitete er seit 1993 als Oberarzt und Privat-Dozent in der Pathologie und Neuropathologie an der Universität Zürich.
www.neuroscience.ethz.ch/research/aging_disorders/aguzzi
Prof. Charles Weissmann, geboren 1931, ist emeritierter Professor am Scripps Research Institute Florida (USA). Der Schweizer Molekularbiologe hat in Zürich Medizin studiert und in der organischen Chemie promoviert. Er schloss seinen Postdoc an der School of Medicine der New York University ab und trat danach dieser Fakultät bei. Im Jahr 1967 kehrte er an die Universität Zürich zurück und wurde dort Direktor des Instituts für Molekularbiologie. Im Jahr 1999 ging er zur MRC-Prioneneinheit am University College in London. Fünf Jahre später wurde er an das neue Scripps Research Institute Florida berufen, gründete dort das Institut für Infektiologie und leitete dieses acht Jahre lang.
www.scripps.edu/florida/research/faculty/weissmann
Die Piepenbrock Unternehmensgruppe engagiert sich mit ihrem Preis für die Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen. Das Preiskomitee setzte sich aus international anerkannten Wissenschaftlern und Vertretern des DZNE sowie der Familie Piepenbrock zusammen.
www.piepenbrock.de