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Ist das Übel in der Welt ein starkes Argument gegen die Existenz Gottes? Falls es das nicht ist, wie können wir als Christen diese Position nachvollziehbar und logisch stringent kommunizieren? Diesen und anderen Fragen widmete sich das Argumentationstraining, das vom 30. Januar bis 1. Februar 2018 von der Internationalen Akademie für Philosophie im Fürstentum Liechtenstein (IAP) an der STH Basel durchgeführt wurde. Ziel der Veranstaltung war es, den Studierenden eine solide Einführung in das philosophische Argumentieren zu geben sowie ausgewählte Themenbereiche der christlichen Apologetik anzusprechen. Verantwortlich zeichneten Prof. Dr. Dr. Daniel von Wachter von der IAP und Prof. Dr. Harald Seubert von der STH Basel. Finanziell unterstützt wurde das Argumentationstraining von der John Templeton Foundation.
Der erste Tag widmete sich den Grundlagen philosophischen Argumentierens. Nach der Begrüssung eröffnete Prof. Dr. Uwe Meixner von der Universität Augsburg die Veranstaltung mit einer Vorlesung zur Logik des Argumentierens. Die weiteren Vorlesungen hatten die europäische Tradition des argumentativen Schreibens und die Einführung in das Argument vom Übel zum Inhalt. Dieses Argument greift die Anfangsfrage des vorliegenden Textes auf und ist in atheistischen Kreisen ein beliebtes Mittel, um die Existenz Gottes in Frage zu stellen.
Mit dem Argument vom Übel begann dann auch der zweite Tag, wo es galt, die gewonnenen Erkenntnisse in einer Disputationsübung praktisch umzusetzen. Dazu teilten sich die Teilnehmer in kleinere Gruppen auf. Rollenspielartig übernahm eine Seite der Gruppe den Part der Atheisten, während die andere denjenigen der Theisten übernahm. Um eine intellektuell hochstehende Diskussion zu ermöglichen, wurde beiden Gruppen eine ausgedehnte Vorbereitungszeit eingeräumt. Im Anschluss an die Disputation gab es ein Feedback zu den Argumenten und der Argumentationstechnik der Gruppen. Der weitere Kurstag behandelte dann sowohl das Verhältnis von christlicher Apologetik und Philosophie sowie von Vernunft und Glaube.
Der dritte und letzte Tag hatte zwei Themenschwerpunkte: Zum einen die Plausibilität von Wundern und zum anderen wiederum Philosophie und Vernunft im Kontext christlichen Denkens. Der Frage nach Wundern und göttlicher Intervention stellt sich das Special Divine Action Project der University of Oxford, von dem einige Kurzfilme gemeinsam angeschaut wurden. Der anschliessende Vortrag zeigte dann anhand der Auferstehung Jesu auf, dass die biblischen Wunder keine Verletzungen der Naturgesetze sind, sofern das Wort «Naturgesetz» sachgerecht definiert wird. Aus christlich-apologetischer Sicht besagt ein Naturgesetz, dass in Situationen bestimmter Art, ohne weitere Einwirkung, bestimmte Auswirkungen eintreffen. Da es sich bei göttlichen Interventionen um solche weiteren Einwirkungen handelt, liegt bei der Auferstehung Jesu keine Verletzung eines Naturgesetzes vor. Diese Argumentation ist eine der vielen, die die Teilnehmer des Argumentationstrainings mitnahmen, um den christlichen Glauben in einem skeptischen Umfeld zu verteidigen.
Abgerundet wurden die einzelnen Trainingstage jeweils mit einem gemeinsamen Abendessen, bei dem Professoren und Teilnehmer in einem informelleren Rahmen weiterdiskutieren konnten.