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Basel, um 1480
Wollwirkerei, stellenweise Seide und Silberlahn
H. 94, B. 170 cm
Inv. 1999.1.
Im Jahr 1999 konnte das Museum einen zuvor völlig unbekannten Basler Wirkteppich von hoher künstlerischer Qualität erwerben. Vor einem reichen Textilhintergrund wird die Kreuzigung Christi geschildert. Christus, in kleiner, vom Leiden gezeichneter Gestalt, hängt am Kreuz; seitlich stehen seine Mutter Maria und sein Lieblingsjünger Johannes. Der hl. Franziskus und die hl. Klara folgen in der Reihe unter dem Kreuz, die ursprünglich noch fortgeführt wurde. Denn zu einem unbekannten Zeitpunkt ist der Wirkteppich in mehrere Teile zerschnitten worden. Hinter Franziskus stand der hl. Ludwig von Toulouse (nur noch Wappen und Bischofsstab erhalten), und hinter der hl. Klara war Johannes der Täufer zu sehen. Das Fragment mit diesem Heiligen befand sich ehemals im Kunstgewerbemuseum Dresden, ist aber seit 1945 verschollen.
Die Anwesenheit der Franziskanerheiligen macht deutlich, dass der Wirkteppich für eine Franziskanerkirche geschaffen wurde. Die Auswahl der Heiligen stimmt mit jenen überein, die am Hauptaltar der Franziskanerinnen-Klosterkirche Gnadental (Spalenvorstadt, im 16. Jahrhundert abgerissen) in Basel verehrt wurden. So diente der Wirkteppich wohl als Antependium dieses Altares. Er ist ein bezeichnendes Beispiel der durchdachten franziskanischen Ikonographie und "Bildpropaganda", bei der die Heiligen des Ordens stets präsent waren und in biblische Zusammenhänge eingebunden wurden.