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Projektbeschreibung
Kernfragen:
Was heisst eigentlich urbane Lebensqualität?
Und wie sieht urbane Lebensqualität aus?
Wie könnte urbane Lebensqualität aussehen?
Diese Fragen beantworten wir mit Recherchen, Skizzen, Illustrationen und Fotos. Das Ganze nennt sich Urban Sketching in Amsterdam. Die Annahme ist, dass wenn Einwohnerinnen und Einwohner einer Stadt sich mehr in die Stadtplanung einbringen dürfen und wenn er Zugang zu Information gewährt wird, entstehen lebenswertere Städte. Die Planungen und Umsetzungen wird somit mit allen Stakeholdern diskutiert. Urban Sketchers skizzieren ihre subjektive Sicht auf die Stadt. Sie gehen vom Vorliegenden aus und kreieren Neues dazu.
Mein Thema: Neuland im Wohnviertel „Oostelijke Eilanden“
Creating the Safe Island of Independence
Feststellung
Holland befindet sich unter dem Meeresspiegel. Dies gilt auch für Amsterdam. Die Amsterdamer Grachten liegt heute etwa 40 cm unter dem Meeresspiegel der Nordsee. Der steigende Meeresspiegel durch die Erderwärmung wird sich dadurch fatal auf Amsterdam auswirken, wenn sie keine innovativen Ideen haben, die Stadt vor dem Untergang zu schützen.
Glücklicherweise gibt es nachhaltige MMP Studenten, die es sich zur Aufgabe machen Lösungsansätze zu finden. Wir versuchen mit unserer Kreativität ungewöhnliche und originelle Lösungsansätze zu finden.
Oostelijke Eilanden
Ich habe mich für das Wohnviertel „Oostelijke Eilanden“ (auf Deutsch Östliche Inseln) entschieden, weil es sich in der Nähe des IJ befindet. Das IJ und die Umgebung um die Oostelijke Eilanden, scheinen mir viel Potential an Inspiration und Inputs zu geben. Moderne Architektur und Wasser sind hier zu finden. In Amsterdam Oost liegt auch der Dappermarkt mit multikultureller Atmosphäre. Der Markt befindet sich in einer Einkaufsstraße mit rund 240 Verkaufsständen. Er wurde 2006 und 2007 zum besten Markt in den Niederlanden ausgerufen. Hier befindet sich auch das Persmuseum (Pressemuseum) und der Bahnhof Amsterdam Amstel. Weitere Orte in der Nähe wie der IJ ist der perfekte Ort um sich eine Insel vorzustellen. Das IJ war ursprünglich ein Meeresarm der Zuiderzee in Nordholland und ist heute von dieser abgetrennt. Es trennt die Amsterdamer Innenstadt von Amsterdam Nord.
Snagit: Hier meine Location
Fragestellung
Wie stellt sich das Land darauf ein? Welche Massnahmen werden ergriffen? Welche Rolle spielt die Forschung in der Suche nach neuen Lösungsansätzen?
Noch spezifischer:
Welche Lösungsansätze können für ein universelles Inselmodell gelten?
Wie könnte ein Stadtplan für die Versorgung einer solchen Insel aussehen?Wie würden die Menschen, auf ihrer Insel bleiben wollen? (Livability-Faktor)
Wäre die eigenständige Kultivierung von Nahrungsmittel ausreichend, um die Menschen auf der Insel für ein Jahrhundert zu versorgen?
Geschichte
Die Prozesse der Landgewinnung in Holland
Die Westfälische Wilhelms-Universität hat die Prozesse bei der Landgewinnung in den Niederlande sehr präzise beschrieben. Ich habe die wichtigsten Teile zum Verständnis aus ihrer Webseite entnommen: Die Niederlande sind weltberühmt für ihre Landgewinnungsprojekte – kein Wunder, handelt es sich doch um ein Verfahren, das seit dem späten Mittelalter praktiziert wird und technisch immer weiter vervollkommnet wurde.
Landverluste und ihre Ursachen
Seit etwa 700 v.Chr. stieg der Meeresspiegel, was in den tief gelegenen Küstengebieten zu periodischen Überflutungen führte. Diese Gebiete bestanden größtenteils aus Niedermoor. Wenn bei einer Sturmflut die Meeresbrandung in solche Gebiete vordrang, wurde der lockere Moorboden einfach von den Wellen fortgespült. Auf diese Weise entstanden schon im Laufe des Mittelalters kleine und größere Meeresbuchten, z.B. die Zuiderzee, das heutige IJsselmeer. Eine andere wichtige Ursache für das schleichende Schwinden der Landflächen waren menschliche Eingriffe in den Naturhaushalt. Die Bewohner von Amsterdam und anderen Küstenstädten nutzten nämlich die Niedermoorgebiete zur Torfgewinnung. Torf war damals in den waldarmen Niederlanden der wichtigste Brennstoff. Außerdem ließ sich durch die Verbrennung von Torf aus vom Meer überfluteten Moorgebieten Salz gewinnen. Da der Grundwasserstand in Küstennähe sehr hoch war, liefen die abgegrabenen Flächen schnell unter Wasser. So bildeten sich im Binnenland hinter der nordholländischen Küste immer mehr Seen.
Hintergründe der Neulandgewinnung
Durch den Handel mit dem Ostseeraum und Gebieten in Übersee wuchsen ab dem 16. Jahrhundert nicht nur der Wohlstand, sondern auch die Einwohnerzahlen der westniederländischen Hafenstädte. Es ist nicht übertrieben, wenn behauptet wird, dass die Niederlande im 17. Jahrhundert zu einer Weltmacht aufstiegen. Vor allem Rotterdam und Amsterdam erlebten ein rasantes Wachstum; Amsterdam war zwischenzeitlich nach London, Paris und Wien die viertgrößte Stadt ganz Europas! Damit stieg der Lebensmittelbedarf der holländischen Küstenstädte sowie die Bereitschaft geschäftstüchtiger Kaufleute, in die Gewinnung neuer Ackerflächen zu investieren. Die vorhandenen Flächen ließen sich jedoch kaum weiter ausdehnen und man wusste, dass dem Meer abgerungener Boden sehr fruchtbar war. Daher machte man sich im 17. Jahrhundert in Noord-Holland verstärkt daran, kleinere Meeresbuchten sowie flache Binnenseen mit einem Deich zu umgegeben und anschließend leerzupumpen. Durch den mit der Trockenlegung verbundenen Deichbau schlug man zwei Fliegen mit einer Klappe: Man gewann nicht nur neues Land, sondern leistete auch einen Beitrag zur Verringerung der Sturmflutgefährdung des gesamten Gebietes. Durch Trockenlegung neu gewonnene Land wird als Polder bezeichnet. Die aus Binnenseen entstandenen Polder werden auch als droogmakerijen (wörtlich: Trockenmachungen) bezeichnet. Kennzeichnend für Polderflächen ist, dass ihr Wasserhaushalt ständig künstlich geregelt wird. Dies gilt insbesondere für die Polderflächen, die aus Binnenseen gewonnen wurden: Würde man hier nicht ständig entwässern, würden sie bald unter Wasser stehen.
Entwicklung des Landschaftsbildes in „Noord-Holland“ (1550-1650)
Die nächste Karte zeigt die Gebiete nochmals auf und in welchem Jahrhundert sie gewonnen wurden.
Die aktuellen Methoden gegen Überflutung und weitere Überschwemmungen in den aufgezeichneten Gebieten sind hier ersichtlich:
Persönliche Recherche (Vernetzes Denken)
Ich habe weiterrecherchiert und Videos und Vorträge geschaut. Nicht nur Amsterdam war meine Quelle für Landgewinnung, sondern auch Dubai hat eigene Methoden.
Break Water System (Wellenschutzsystem)
Eines davon, war das Wellenschutzsystem in Dubai mit ihren künstlichen Inseln. Die Ingenieure und Investoren schätzen, dass sie in den Vereinigten Emiraten nicht mehr längerfristig eine Monopolstellung im Öl-Handel haben wird. Damit ihre Wirtschaft trotzdem blühen kann, bauen und entwickeln sie bereits jetzt eine weltberühmte Tourismuswirtschaft, um die schrumpfenden Einnahmen des Öls teils zu kompensieren. Denn in Dubai gibt es sonst bloss Sonne, Sand und Meer. In diesem Bild ist ihr Schutzsystem ersichtlich:
Er ist ein 3-Treppensystem, welches die Kraft der Wellen bricht und Erosion der Inseln verhindert. Jede Treppe bricht die Kraft der Welle um 50%.
The Land Reclamation Process
Der Erdgewinnungsprozess habe ich auch auf Englisch aufgelistet:
Weitere wichtige Aspekte sind:
The Reclamation Process
- Removal of loose material and relocation of coral reefs
- Fill with rock sand and gravel
- Precise spraying of Sand via GPS-Technology
Mounsell Forts
Weiter habe ich mich von den Bildern der „Mounsell Forts“ der Engländer im 2. Weltkrieg inspirieren lassen. Diese Häuser wirken autoritär, wenn man sie als Einheit sieht:
Das ganze Video ist hier verlinkt: https://www.youtube.com/watch?v=rB7EiAmNWJ0
Building the Palm Island
Ein weiteres Video, welches ich zu diesem Thema geschaut habe ist über die Palm Island:
https://www.youtube.com/watch?v=0BXGh0EYJtE
Die Erde wird zurückgewonnen aus dem Gulf Meeresboden, weil das Sand der Wüste zu fein ist.
Hauptprobleme: Erosion, Versorgung des Sands durch Meer als Gegenreaktion bis sich das System ausbalanciert hat, Erdbebenschutz, Wasserröhren, Elektrizitätskabel und Abflüsse müssen auf einer Insel vorhanden sein.
What is Livability?
Zusätzlich habe ich den Dokumentarfilm „Urbanized“ zum Livability geschaut und habe Parameter gefunden, wie man Livability quanitfizert. Der Film ist auf der MIT-Plattform von Lynda zu finden.
Meine Mission
Meine Grundfrage: Wieso würde man eine Insel bauen?
Wenn sie keinen „unique Value Proposition“ (uVP) für eine Gesellschaft hat und nur zur Schau und zum Verkauf (Konsum) hier ist, scheint sie für mich überflüssig zu sein. Nur eine Insel die ihren Eigenwert durch die Produktion eines Produkts kann überleben. Dazu habe ich das St. Galler Managementmodell genommen und angenommen, dass meine Insel ein Unternehmen ist. Ich werde einen Teil meiner Insel gestalten, dass gewisse Akteure ihren Platz finden werden. Somit wird der „Sinn“ meiner Arbeit gestärkt.
Das St. Galler Managementmodell: