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Temenos, der grosse Genfer Bankensoftware-Hersteller, erwägt die Übernahme des britischen Softwareanbieters Fidessa. Damit würde Temenos in ein neues Geschäftsfeld, in den Aktien- und FX-Handel, vorstossen.
Temenos hatte, nachdem die Nachricht via Agenturen durchgesickert war, in E-Mails, die an Analysten adressiert waren, darauf hingewiesen, dass die Sache noch in der Schwebe sei. Die Nachricht über einen möglichen Deal liess die Aktie deutlich billiger werden. Und die Analysten, von denen bisher viele Temenos sehr wohlwollend gegenüber gestanden waren, meldeten Zweifel an. Zu reden geben die ungünstigen Relationen des Deals: Temenos würde für relativ viel Geld relativ wenig weiteren Umsatz kaufen. Die Fidessa-Aktie sprang auf einen Preis, der über dem angebotenen Kaufpreis von Temenos steht – und das weist darauf hin, dass Investoren mit einer weiteren Offerte, eventuell von einem US-Anbieter, rechnen oder mit einem aufgebesserten Angebot von Temenos.
Mit Elliott Management hat Fidessa einen aktivistischen Aktionär, der aus seiner 5-Prozent-Beteiligung das Maximum herausholen will. Hinzu kommen Zweifel an möglichen Cross-Selling-Potenzialen. Auch die absehbare Finanzierung der Transaktion via Temenos-Aktien erfreut nicht alle: Erst eben hatte Temenos ein Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen. Wenn jetzt eine Kapitalerhöhung kommt, ist der Effekt gleich null. Und wenn Temenos noch einmal nachlegen müsste, dann würden sich die Vertragsverhältnisse noch einmal zu ungunsten der Temenos-Altaktionäre verschlechtern.