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Beim Stichwort „Latex“ denken manche wohl in erster Linie an erotische Spezialkleidung. Wir von da bux nutzen LaTeX, ausgesprochen: [ˈlaːtɛç], als geniales Layoutprogramm, um unsere Bücher zu setzen.
Was ist LaTeX?
Wer wirklich in die Details gehen möchte, findet im Internet massenhaft Tutorials und Informationen. Ich mache einen Versuch, es möglichst einfach auszudrücken.
LaTeX läuft auf sämtlichen Computersystemen. Es ist vorerst mal kein „What You See Is What You Get“-Programm und „unter der Haube“ eigentlich TeX. In einem Editor wird das Dokument als Quelltext mit Kommandos geschrieben. Im „Header“ wird definiert, ob das Dokument zum Beispiel ein Buch, ein Artikel, eine Beamer Präsentation oder vieles mehr ist. „Pakete“ werden geladen, die zum Beispiel für das Einbinden von Bildern und vielem mehr benötigt werden. Details, wie Seitengrösse, Seitennummerierung, Sprache, Zeilenabstand, usw. werden hier definiert.
Das Resultat ist eine Datei mit der Endung .txt. Diese wird mit LaTeX in ein PDF umgewandelt. Andere Outputs sind möglich. Die Qualität der PDFs ist so gut, dass sich daraus eben auch Bücher drucken lassen. Sobald etwas nicht sauber funktioniert, generiert LaTeX Fehlermeldungen oder Warnungen.
Beliebt ist das Programm gerade auch, um wissenschaftliche Arbeiten zu schreiben. Es kommt hervorragend mit mathematischen Formeln und graphischen Abbildungen klar und erstellt saubere Verzeichnisse.
Konkret
Ich arbeite mit dem Editor Texmaker.
Im Beispiel fallen die vielen roten \enquote{…} Kommandos auf. So setze ich direkte Reden. Der Vorteil: sollten unsere Bücher je in Deutschland erscheinen, ändere ich einfach im Header die Definition unserer Anführungszeichen von
\usepackage[babel,german=swiss]{csquotes}
in die entsprechend deutsche Variante, bei der die Spitzen der Anführungszeichen nach innen zeigen müssen. (Das grössere Problem mit dem scharfen S, dem EsZett, müsste natürlich separat gelöst werden.)
Unsere Schrift
Mit der Schrift haben wir einige Experimente gemacht. In einem ersten Schritt haben wir uns für eine serifenlose entschieden, siehe LaTeX Katalog. Am Ende haben wir URW Gothic mit etwas mehr Zeilenabstand als üblich gewählt.
Hurenkinder und Schusterjungen
Für mich als Newbie im Buchsatz gibt es natürlich einiges zu entdecken. Man muss sich ja immer bewusst sein, dass man den Regeln des Buchdrucks folgt, der mit Bleibuchstaben entwickelt worden ist. Eine Besonderheit, auf die mich unsere fantastische Korrektorin Heike aufmerksam gemacht hat, sind Schusterjungen. Eine nicht volle Zeile oben auf der neuen Seite mit einer Zeilenschaltung ist ein No-Go. Hurenkinder sind übrigens verwaiste Einzelzeilen unten, die es logischerweise auch zu vermeiden gilt.
Damit schliesst sich wie von Zauberhand der Kreis zur Eingangs erwähnten Erotik, die in unserer „Edition 1“ komplett fehlt. Stattdessen ist sehr viel LaTeX darin enthalten.