Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03407.jsonl.gz/240

Eng verbunden mit der Entwicklung der akademischen Ausbildung der Apotheker wurde in Bern eine Sammlung von Drogen, eine so genannte pharmakognostische Sammlung, zuerst von Friedrich A. Flückiger, dann von Alexander Tschirch angelegt, zuerst in der Staatsapotheke, dann in den Räumen des Pharmazeutischen Institutes. Sie nahm im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts ein gewaltiges Ausmass an und wurde damals als das grösste „Drogenmuseum“ in Welt betrachtet. Nach 1940 verlor sie ihren Wert in der Ausbildung der Ärzte und der Apotheker und wurde allmählich vernachlässigt bis sie 1996, nach der Schliessung des Berner Pharmazeutischen Institutes, in die Räume des Institutes für Medizingeschichte der Universität Bern aufgenommen wurde. Die Sammlung besteht heute aus mehreren Tausend Drogen, die aus allen Regionen der Welt stammen und die Verwendung der Pflanzen in der Pharmazie der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und des Beginns des 20. Jahrhunderts widerspiegeln.

Ziel des Projektes ist es ein Inventar der Sammlung zu erstellen. Erfasst werden sollen nicht nur die Namen der Drogen, sondern auch die zugehörigen Daten, die auf den Töpfen zu finden sind. Ferner soll jedes Objekt fotografiert werden. Das Inventar soll ein umfassendes Bild über folgende Elemente geben: Botanisch-pharmazeutische Identifikation, geographischer Ursprung, Handelsbeziehungen, chronologische Entwicklung, pharmazeutische Verwendung, inklusiv galenische Bearbeitung, pharmakologische Bemerkungen, Analytik, Geschichte, sowie andere wissenschaftliche Elemente. Ferner, als Pendant zum Inventar der Sammlung, wird die Präsenz der inventarisierten Drogen in den gängigen Lehrbüchern der Pharmakognosie dieser Zeit, insbesondere derjenigen von Flückiger und von Tschirch, und in verschiedenen Pharmakopöen dargestellt.
Eine Publikation der erfassten Daten wird es nicht nur erlauben den heutigen Bestand zu sichern, was besonders aus konservatorischen Gründen von Notwendigkeit ist, sondern auch die Wichtigkeit der Berner Sammlung im nationalen und internationalen Vergleich zu präzisieren. Die Forschungsergebnisse sollen Online publiziert werden Sie werden eine Basis bilden für weitere Forschungen, die ausserhalb des Projektes in Aufsatzform und in Vorträgen veröffentlicht werden.