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Das Altstadt-Hotel Helmhaus in Zürich ist eines der ältesten Gasthäuser der Stadt: Schon 1356 wurde es als Gasthaus unter dem Namen "Hie zum Rosslyn" (Hier zum Rössli) zum ersten Mal erwähnt.
Es lag schon damals günstig, an der Schifflände, wo sich das kommerzielle Zentrum von Zürich befand. Markt- und Pilgerschiffe legten hier an und brachten Kohle, Gemüse und Korn. Es herrschte eine lebendige Atmosphäre und ein buntes Treiben.Der damalige Besitzer war Rudolf von Wolrau, ein Ritter und Edelknecht aus Wollerau. Er stand vermutlich im Dienst des Abtes von Einsiedeln in Zürich. Das Haus selbst war ein Lehen der "ennet" (jenseits) der Limmat gelegenen Fraumünsterabtei. Einer der vielen Wirte im Rössli war Oswald Reinhart. Seine Tochter Anna Reinhart (1484–1538) heiratete 1524 den Reformator Ulrich Zwingli, nachdem sie zwei Jahre mit ihm zusammengelebt(!) hatte. Anna Zwingli-Reinhart war die erste Pfarrfrau der Schweiz. Unter anderem baute sie das Zürcher Armenwesen auf, woran heute eine Messingtafel an der Hausfassade erinnert. Ebenfalls 1524 übernahm das Rössli eine kunsthistorisch wichtige Rolle. Auf Veranlassung eines Chorherrn gelang es, die kostbaren Altarbilder des Malers Hans Leu des Älteren im Grossmünster vor dem reformatorischen Bildersturm zu retten. In die Täferung des Rössli eingebaut, entgingen sie der sicheren Zerstörung. Nur durch Zufall wurden sie rund 400 Jahre später während eines Umbaus wiederentdeckt. Heute sind sie im Schweizerischen Landesmuseum zu bewundern.
Die wechselvolle Nutzungs- und Besitzergeschichte des heutigen City-Hotels riss auch in der Neuzeit nicht ab. Von 1833 an diente es jahrelang als Dépendence des einstigen nahen Hotel du Lac an der Limmat. 1935 folgte der Umbau in ein Geschäfts- und Apartmenthaus mit dem Café Sultan im Parterre. 1961 aber war es wieder ein Gasthaus: das Hotel Garni Mondial.
1970 erwarben die jetzigen Besitzerfamilien Weibel und Mengis das Haus und nannten es nach dem nahegelegenen Museum Helmhaus bei der Wasserkirche. Laufende behutsame Renovationen haben den Charakter des traditionsreichen Altstadthauses erhalten. Heute präsentiert es sich als komfortables, modernes Boutique-Hotel, das seinen Charme bewahrt und die über 650-jährige Tradition der Gastfreundschaft weiterführt.