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Suizidgefährdete Jugendliche zeigen meistens keine starken Symptome von mentalen Leiden wie eine Depression oder Angstzustände. Und eine Therapie muss schnell erfolgen. Deswegen brauchen alle jungen Menschen Zugang zu psychologischer Hilfe, nicht nur diejenigen, die offensichtlich in Not sind. Das ergibt eine Studie der University of Cambridge.
Jugendliche ernst nehmen
Es gebe leider keine allgemein gültigen Anzeichen dafür, ob jemand akut suizidgefärdet sei. «Wichtig in so einem Fall ist immer das persönliche Gespräch. Dabei spielt der Zugang eine entscheidende Rolle. Vertrauen basiert auf dem Gefühl, in den persönlichen Belangen ernst und angenommen zu werden. Eine sichere und vertraute Umgebung sind ebenfalls sehr förderlich. Oft ist es daher einfacher, die Anzeichen zu deuten, wenn vor einer akuten Situation diese Faktoren, zum Beispiel im Rahmen einer Psychotherapie, bereits erfüllt sind», erklärt Psychotherapeut Christian Asperger.
Die Forscher haben Befragungen mit zwei Gruppen von britischen Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren durchgeführt. Die erste Gruppe bestand aus 2403 Personen, die zweite aus 1074. Das Forschungs-Team untersuchte dabei, wie stark Symptome von Depressionen und Angststörungen sowie Gedanken an Suizid oder selbstverletzendes Verhalten bei jungen Menschen verbreitet sind.
Risiko im Voraus feststellen
Laut der Studie ist das Risiko für Suizid und Selbstverletzung bei Jugendlichen mit schweren mentalen Leiden am höchsten. Jedoch zeigte der Grossteil der suizidgefährdeten Jugendlichen (78 Prozent in der ersten Gruppe, 66 Prozent in der zweiten Gruppe) lediglich mittelschwere oder leichte Symptome von Depression oder Angststörungen. «Ein Fokus auf stark gefährdete Personen reicht nicht aus, um das Risiko im Voraus festzustellen. Gedanken an selbstverletzendes Verhalten oder Suizid erfordern eine schnelle Reaktion, auch wenn es keine weiteren Hinweise auf eine psychische Erkrankung gibt», sagt Studienleiter Prof. Peter Jones, University of Cambridge.