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Geschichte
Trendsport Handball
In den 1960er und zu Beginn der 1970er Jahren galt Handball als die Trendsportart in der Schweiz. Durch den Wechsel vom Gross- zum Kleinfeld konnte ohne viel Aufwand, auf jedem Schulhausplatz oder auf jeder Wiese im Dorf, der neue Ballsport ausgeübt werden.
1965Felix Schmid (seit 1963 bei den Elektrizitätswerken Muri tätig) wurde dank Heirat im Klosterdorf sesshaft und nahm regelmässig an den Turnproben des TVM teil. Er war Mitglied der im Jahre 1961 gegründeten Handballriege des TV Meilen und hatte dort bis 1967 aktiv Handball (3. bis 1. Liga) gespielt. Mit dieser Erfahrung im Gepäck führte er nach der Turnprobe des Turnvereins Muri trotz Widerstand das Handballspiel anstelle des traditionellen Korbballs ein. Die ersten Gehversuche gestalteten sich schwierig und die Gegenwehr von Präsident und Oberturner sowie der älteren Turner war stark. Bei den jungen Turnern fand Handball aber schnell viel Sympathie.
1967Felix Schmid wurde neuer Oberturner bei der Männerriege Muri, blieb aber beim Turnverein aktiv. Am Kreisspieltag in Bünzen stand erstmals ein Murianer Handball-Team im Einsatz und holte gleich den 3. Schlussrang.
1968Auch ein Jahr nach der Premiere nahm der TVM mit einer Handball-Equipe am Kreisspieltag in Sins teil. Erneut erreichte man den erfreulichen bronzenen Podestplatz.
1969Auf Ersuchen des Turnvereins wurden durch die Gemeinde Muri die ersten Handballtore angeschafft. Als Gegenleistung durfte die Schule die Minitramps benützen. Am Kreisspieltag in Dottikon resultierte im Handballspiel der 6. Schlussrang.
1970Am Kreisspieltag in Boswil kam das Handball-Team des TV Muri nicht über den letzten Platz hinaus.
1971 - Als das kleine runde Leder laufen lernteNach ersten Gehversuchen an den verschiedenen Kreisspieltagen machte sich zu Beginn der 1970er-Jahre eine wackere Schar von jungen Turnern auf, das Spiel mit dem kleinen runden Leder zu erlernen. Am Spieltag in Bünzen hatte man die Endspiele erneut nicht erreicht. Trotz dieser Misserfolge meldete man für die Wintermeisterschaft 1971/72 erstmals ein Handball-Team des TV Muri an – wohl ohne Segen der Vereinsleitung. Die Anmeldung besprachen interessierte Spieler bilateral und Benno Bütler hatte die Sache an die Hand genommen. Eine formelle Gründungsversammlung mit Gründungsurkunde fand 1971 also nicht statt. Trotzdem war nun der Verein offizielles Mitglied des regionalen Handballverbandes HRV Aare und natürlich auch des Schweizerischen Handballausschusses (damals noch ein Unterverband des ETV).
1972Am Eidgenössischen Turnfest in Aarau stellte der TV Muri keine Handballmannschaft. Dafür nahm man erstmals an der Sommermeisterschaft 1972 mit einer Aktiv- und einer Junioren B-Mannschaft teil. Die Beinwiler-Fraktion war bereits nicht mehr dabei. Dank dem Zuzug von Jo Stadler (Ex 1. Liga Spieler von St. Peter und Paul Zürich) wurde das Team aber spielerisch deutlich stärker.
1973Mit dem Engagement von Bernd Welm als Spielertrainer des „Eis“ wurde der Aufstieg derKlosterdörfler Handballer eingeläutet. Der ausgewiesene Handballfachmann mit Nationalliga-Erfahrung brachte mit seinem Wissen und nicht zuletzt mit seinem „Bombenschuss“, Waffenschein inklusive, den nötigen Schwung in den Dorfverein. Gleich im ersten Jahr unter Spielertrainer Welm, der vom TV Zofingen ins Freiamt zog und auch vom TV Wohlen umworben wurde, schaffte das Fanionteam in der Saison 1973/74 den Aufstieg in die 3. Liga.
1974Ruedi Steinmann wird neuer Oberturner und Emil Berger löst Alois Bütler als Präsident des Turnvereins ab. Damit fand der „Bruderkampf„ zwischen Benno und Alois ein Ende und die Machtverhältnisse für oder gegen den Handballsport glichen sich mehr oder weniger aus.
1975Benno Bütler gibt das Amt des Handball-Obmannes an Guido Wipf ab. Dies führte zu einer weiteren Beruhigung im Handball-Turnverein-Umfeld. Während der „Drang und Pionierperiode“ hatte Benno Bütler sicher zehn Mal den „Bettel“ hingeschmissen und überbrachte jeweils alle Unterlagen an Walter Galliker, um ihm für seine Ämter die ganze Verantwortung abzutreten. Nach einer gewissen Zeit kam er aber stets wieder zurück und hatte all seine Aufgaben wieder aufgenommen.
1976
1977Von Mitte August bis Ende September 1977 konnte erstmals auswärts jeweils am Freitagabend ab 20 Uhr und am Samstagnachmittag in der Militärsporthalle Bremgarten trainiert werden. Dennoch, in der Wintermeisterschaft 1977/78 stieg die 1. Mannschaft in die 3. Liga ab.
1978 – Die Bachmattenhalle steht!Nachdem der TV Muri Handball in seinen Anfängen die Sommermeisterschaftsspiele auf der Wiese des Badweiherschulhauses oder auf dem Klosterplatz und in der Wintermeisterschaft die Heimspiele in der Junkholzhalle in Wohlen austragen musste, freute sich der ganze Verein auf die Dreifachturnhalle in der Bachmatten. Gleichzeitig mit dem Bezug der neuen Halle am 8. Mai 1978 entliess der Stammverein die Handballer in eine kontrollierte Unabhängigkeit. An der ordentlichen Generalversammlung des Turnvereins vom 21. Januar 1978 wurde dem Reglement der Handballer zugestimmt und unter dem Namen „Handball TV Muri“ eine Handballabteilung als Untersektion des Turnvereins Muri gegründet:
- Alle Spieler müssen Aktivmitglieder oder Mitturner des Turnvereins sein.
- Für Anlässe der Handballer ist die Zustimmung des Turnvereins erforderlich.
- Die Hallenbelegung wird zwischen den Vorständen von TV und Handball geregelt.
- Die Handballer sind für die Finanzbeschaffung selbst verantwortlich.
- Die Rechnungsrevisoren sind die gewählten Revisoren des Turnvereins.
Dank diesem Reglement wurde die seit 1971 sukzessive entwickelte Organisation und Führung der Handballabteilung offizialisiert.
1979 – Frauenpower!Der sportliche Höhenflug der Männer inspirierte 1979 auch das andere Geschlecht, dem kleinen runden Leder hinterher zu jagen. Unter Leitung des Trainergespanns Rainer Lüthi und Roland Galliker stand die Gründung der ersten Frauen-Mannschaft unter einem guten Stern. Bereits 1981 schaffte das Team den Aufstieg in die 2. Liga. Besonders stolz ist der TV Muri Handball auf die spätere Nationalspielerin Josy Beer, die das Handball-ABC im Klosterdorf erlernt hatte.
1980 bis 1996 – 100er und 200er Grenze geknackt und Schwierigkeiten überwunden
Die Phase bis 1992 war für den Verein äusserst schwierig und das Weiterbestehen des Vereins hing an einem dünnen Faden. Dank neuen Kräften im Vorstand ab 1991 mit H.M. Käppeli (Präsident), Rolf Leder (PR / Werbung), Res Käppeli (2 Jahre Trainerobmann, später Marketing / Sponsoring) und dem Wiedereintritt von Felix Kleiner als Sportchef konnte die Abwärtsspirale aufgehalten und eine allgemeine Aufbruchstimmung eingeleitet werden.
Ab der Saison 1992/93 gab es deshalb einen Neuaufbau der ersten Mannschaft mit einem Rumpfkader unter Spielertrainer Stefan Winiger. Allgemein herrschte im Verein nach den schwierigen Jahren nun eine Aufbruchstimmung und der Fokus wurde vermehrt auf die Nachwuchsförderung und PR-Aktionen gelegt, um die Beliebtheit des Vereins zu steigern. Ein entscheidender Schritt für die künftige Entwicklung war die Gründung der polysportiven Ballspielgruppe + Minihandball unter Urs Parolo im Jahr 1994.
Unter Trainer Werner Fahler gelang der ersten Mannschaft in der Saison 1994/95 dann der überraschende Aufstieg in die 2. Liga.
1995 zählte der Verein dann ganze 206 Mitglieder.
Auf die Saison 1995/96 wurde Camil Festic Trainer der jungen aber äusserst motivierten ersten Mannschaft, welche damals in der 2. Liga spielte. Camil Festic entpuppte sich als Glücksfall für den Verein und sollte mit seinem Team schon bald zu einem ungeahnten Höhenflug ansetzen.
1996 – 25 Jahre TV Muri Handball„Wir haben jeden Zirkus in ganz Europa getestet und mit Nock den besten ausgewählt!“ hallte es durch die Zirkusarena. Hans-Matthias Käppeli, damaliger Präsident des TVM, führte durch einen ganz besonderen Abend. Der Klosterdörfler Handballverein feierte mit einer gelungenen Gala sein 25-jähriges Bestehen. Ein Schuss Nervenkitzel mit einer Raubtier- und Trapeznummer, ein wenig Nostalgie und zahlreichen Anekdoten aus der Clubgeschichte machten den Abend in ungewöhnlicher Umgebung zum Erlebnis. Zu einem bereits legendären Paukenschlag holte der neue Trainer des „Eis“, Camil Festic, aus: Seine Worte „Ich will mit der ersten Mannschaft in die 1. Liga“ sorgten für viel Diskussionsstoff im Klosterdorf. Trotz verschiedenster Stimmen ging der ehemalige Weltklassehandballer unbeirrt seinen Weg, glaubte an seine und die Fähigkeiten der Mannschaft und schaffte nach einem Zwischenjahr in der 2. Liga den vielumjubelten Aufstieg aufs überregionale Handballparkett. 1996 schreibt auch das Gründungsjahr von Pro Handball 96. Eine Idee des ehemaligen „Eis“-Spielers Res Käppeli nimmt mit der Gründung des Fördervereins unter Gründungspräsident Franz Hold Form an: Ehemalige Murianer Spieler, die nach wie vor mit Herzblut für den TVM und das Handball brennen, schliessen sich als Verein zusammen, um mit weiteren begeisterten Handball- und TV Muri-Anhängern die sportliche und finanzielle Entwicklung des TV Muri Handball mitzutragen. Diese Vereinsgründung ist auch der Anfang einer tief im Verein verankerten Kameradschaft. Tatkräftig und lautstark unterstützen die Pro Handball 96 Vereinsmitglieder bei den Heimspielen und werden später jeweils den Best-Player pro Herren 1 Spiel küren.
2000 – Nationalliga B, wir kommen!
2001 – Eigene RechtsformAn der Handballer-Generalversammlung vom 25. Mai 2001 werden die ersten Statuten des TV Muri Handball genehmigt. Diese werden an der ordentlichen Generalversammlung des Turnvereins vom 19. Januar 2001 bestätigt. Die Handballer bleiben eine Untersektion des Turnvereins Muri, sind aber jetzt ein Verein mit eigener Rechtspersönlichkeit.
2004 – Der Glaube an VisionenIn der Nationalliga B angekommen liess sich der Verein nicht zu finanziellen Abenteuern hinreissen und versuchte auf wie neben dem Feld, den bewährten Kräften zu vertrauen. Oft fehlte der Mannschaft von Camil Festic nur wenig zur Überraschung, doch nach einem Jahr in der Oberliga musste der TVM in den sauren Apfel beissen und stieg wieder in die 1. Liga ab. Auch eine ertragsreiche Beziehung hat einmal ihr Ende: Camil Festic und der TV Muri trennten sich nach acht Jahren bester und erfolgreicher Zusammenarbeit und suchten jeder für sich neue Ziele und Herausforderungen.
2008 – 2. Aufstieg in die NLBDas „Eis“ orientierte sich in den Jahren 2004 bis 2008 stets in Richtung Spitze, doch der grosse Coup mit dem Erreichen der Aufstiegsrunde blieb aus. So kam es der Saison 2007/08 zu einem mächtigen Stühlerücken innerhalb der Mannschaft. Einige altgediente Spieler wie René Brogle und Roland Merz hängten ihre Handballschuhe an den Nagel und weitere Akteure verliessen den Verein. Martin Pauli, bekannt als Visionär, suchte die Herausforderung und es kam zu einer Kooperation mit dem Aargauer Nationalliga-Verein TV Endingen. Diese Zusammenarbeit trug überraschend schnell Früchte. Die Mannschaft von Pauli zeigte in der Saison 2008/09 von Beginn weg starke Leistungen und setzte sich schon bald an der Spitze der 1. Liga Gruppe 1 fest. Da die Fanionteams des TVM und des TV Endingen auch zusammen trainierten, konnten die Klosterdörfler Handballer vom grossen Fachwissen des TVE-Trainers Zoltan Cordas profitieren. Die Zusammenarbeit ging sogar so weit, dass der ausgewiesene Handballfachmann in den meisten der TVM-Spiele als Coach wirkte. Die junge Mannschaft vermochte sich durch die merklich gesteigerte Trainingsqualität um Längen zu steigern.
2009-2011Auch hinter den Kulissen des TV Muri Handball wurde kräftig gewirbelt. Als Verein ist der TVM über die Jahre unter Camil Festic und anschliessend Martin Pauli als „Eis“-Trainer Schritt für Schritt gewachsen. Doch die Strukturen des Handballclubs vermochten mit diesem Aufschwung nicht mitzuhalten. So traten gleich vier ehemalige „Erstteamler“ in den Vorstand und entwickelten zusammen mit ihren Kollegen die neuen Vereinsstrukturen. Der Verein wurde sozusagen fit gemacht, um nach höheren Zielen zu streben. Weiter wurde die Zusammenarbeit mit Handball Wohlen gesucht. Auf der Stufe der leistungsbezogenen Nachwuchsförderung wurde eine Kooperation eingegangen. Diese Zusammenarbeit durfte als Zeichen für eine rosige Zukunft gedeutete werden. Mit diesen neuen Strukturen hatte sich der TV Muri mindestens neben dem Feld als Nationalliga-tauglich erwiesen. Auf dem Handballparkett mussten die Klosterdörfler in der Saison 2009/10 einige Dämpfer einstecken. Mit einer blutjungen Mannschaft war man in das Abenteuer Nationalliga B gestiegen und mussten nun nach nur einem Jahr wieder absteigen. Für den Sportchef René Brogle war der Abstieg damals kein Schiffbruch: „Ziel bleibt jungen, hungrigen Sportlern eine Plattform zu bieten, diese auf allen Ebenen optimal zu fördern und so mit einer Mannschaft, die ihren Kern im Freiamt hat in zwei, drei Jahren wieder die NLB einzupeilen.“ Der Verein blieb sich in den folgenden Jahren treu und ging keine finanziellen Abenteuer ein. Im Nachwuchsbereich zogen Thomas Hügli und Douglas Chechele die Fäden, um den TVM als Ausbildungsverein weiter zu etablieren.
Saison 2011/12 – 40 Jahre TVMIn der Saison 2011/12 stellte das Männer 1. Liga-Team das jüngste Kader der Vereinsgeschichte. Zwar schrammte die erste Mannschaft in diesem Jahr nur knapp am Abstieg aus der 1. Liga vorbei, doch der Ligaerhalt glückte. Hinter dem „Eis“ etablierte sich auch das 2. Liga-Team und schaffte bereits frühzeitig den angestrebten Ligaerhalt.
2012-2013Das junge 1. Liga-Team macht grosse Fortschritte und platziert sich auf einem Mittelfeldplatz und auch die Damen dürfen bereits in ihrer zweiten Aktiv-Saison einen grossen Erfolg feiern: den Aufstieg in die 2. Liga. Daphne Gautschi – am Aufstieg der Damen massgeblich beteiligt – schafft den Sprung ins U16 National-Kader. Ebenfalls erfolgreich sind die U17-Junioren. Der heranwachsende Kern des späteren „Eis“ wird Regionalmeister und Regio-Cupsieger und bestätigt mit dieser Leistung den grossen Aufwand, der vom TVM in das neue Konzept der Nachwuchsförderung investiert wurde.
2013-2014 – Ende einer ÄraMartin Pauli (seit 2003 beim TVM) und Zoltan Cordas (seit 2008) beenden ihr Trainer-Engagement beim TV Muri Handball. Damit endet auch die 6-jährige Kooperation mit der 1. Mannschaft des TV Endingen. Die Früchte der wertvollen Arbeit von Pauli und Cordas bleiben dem Verein jedoch mit bestens ausgebildeten Nachwuchsspielern über viele Jahre erhalten. So dürfen sich die U19-Junioren als Regionalmeister und Regio-Cupsieger feiern lassen. Mit Paul Stöckli und Stefan (Tschudi) Bütler übernehmen zwei Eigengewächse das Traineramt des Fanionteams. Das Kader wird vollständig „murianisiert“. In dieser Saison schaffen die 1. Liga- und 2. Liga-Männerteams sowie das 2. Liga-Frauenteam den Ligaerhalt. Am 13. Februar 2014 wird der DoClub „Plus“ für die ältesten Mitglieder des Vereins gegründet. Für Felix Kleiner geht damit ein Traum in Erfüllung: Erstmals kann sich ein Mitglied von Kindsbeinen bis zum Veteranenalter beim TV Muri Handball durchgehend sportlich betätigen, ohne den Verein jemals wechseln oder verlassen zu müssen.
2014-2015Die aufstrebenden U19-Junioren werden abermals Regio-Cupsieger. Das „Eis“ zeigt eine gute Saison und platziert sich auf dem 7. Schlussrang für den souveränen Ligaerhalt. Zudem gewann man (wohl zum ersten und letzten Mal) die SUVA-Fairplay-Trophy als fairste Mannschaft unter allen Herren-Teams der NLA, NLB und 1. Liga. Die Auszeichnung ging an diejenige Mannschaft, mit den wenigsten 2-Minuten-Strafen: „Die Verteidigung war schlicht schlecht – aber die Saison war trotzdem gut“ weiss man über die gespielte Saison zu erzählen. In der Saison 2014/15 entscheiden sich zudem die Frauen aufgrund einiger Abgänge und Veränderungen innerhalb der Mannschaft freiwillig in die 3. Liga abzusteigen – eine Entscheidung, die man noch viele Jahre hinterfragen wird. Denn was die Damen jetzt noch nicht wissen, ist dass ein künftiger Modus-Wechsel den Wiederaufstieg in eine höhere Liga zur echten Herausforderung machen wird.
2015-2016 – Die Familie reist mitSo nahe wie in dieser Saison stand das Fanionteam dem drohenden Abstieg schon lange nicht mehr. In einem nervenaufreibenden Playoff musste der Ligaerhalt gesichert werden. Die ganze „TVM-Familie“ reiste mit an die spektakulären Abstiegsspiele und unterstützen ihr „Eis“ leidenschaftlich. Die Mannschaft im Gegenzug zeigte Grösse und Herzblut auf dem Feld und sicherte sich schlussendlich den Klassenerhalt in der 1. Liga.
Saison 2016/17Im Sommer 2016 wird WLAN in der Bachmattenhalle installiert. Somit wird die erstmalige Anwendung des Life-Tickers am Zeitnehmertisch in der Murianer „Handball-Arena“ ermöglicht. Fans können nun auch online an den Spielen des Herren-1-Teams mitfiebern und das Resultat per App in Echtzeit verfolgen. Die Bachmattenhalle wird zusätzlich komplett renoviert. Eine neue Match-Uhr wird in Betrieb genommen und eine Ballreinigungsmaschine sowie eine Handreinigungsstation werden angeschafft, um die andauernde „Harz-Geschichte“ freundschaftlich zu beerdigen.
2017-2018 – Es wird ausgebautUnter der Leitung von Thomas Stenz schafft die 2. Mannschaft den direkten Wiederaufstieg in die 2. Liga. Ausserdem wird der Aktivbereich um ein junges Männer-Team in der 4. Liga ausgebaut, das dem Leistungssport angegliedert wird. Das dritte Herren-Team ist also nicht mehr wie früher einst eine „Plausch-Truppe“, wo 20 im Training erscheinen und nur 5 Spieler für den Matchtag verfügbar sind. Dieser Neustart soll den Spieleraustausch zwischen den Mannschaften garantieren und eine Plattform für junge Spieler bieten, um den Sprung in den Aktivbereich zu erleichtern. Ausgebaut wird ausserdem die Zusammenarbeit mit Handball Wohlen auf den Stufen MU15, MU17 und MU19.
2018/19 – Brillante Resultate im Junioren-BereichAuch in der folgenden Saison lassen sich die Junioren-Teams des TVM Handball nicht bremsen. Die U15-Mannschaft SG Wohlen/Muri spielt die bislang erfolgreichste Inter-Meisterschaft und auch der Aufstieg der U13-Junioren ins Inter ist perfekt. Bei den U17 Junioren trägt die neue Zusammenarbeit mit dem HC Mutschellen Früchte: Das Ziel „Wiederaufstieg“ ins Inter wird auf Anhieb geschafft. Ein Novum ist auch die erstmalige Zusammenarbeit mit Wohlen auf allen Juniorinnen-Stufen, wo SGs in den Bereichen FU14, FU16 und FU18 gebildet werden. Nach längerem Unterbruch finden wieder „Handball macht Schule“ Lektionen in der Schule Muri statt.
2019-2021 – Die Corona-SaisonsDie administrativen Arbeiten, die für den TV Muri anfallen, werden immer grösser. Anfang 2019 weiss noch niemand, dass die bald ausbrechende Corona-Pandemie mit Bedarf für Schutzkonzepte etc. diesen noch verstärken wird. Zur Entlastung von Felix Kleiner, der bis anhin einen enormen und für den Verein unverzichtbar wertvollen Aufwand auf sich genommen hat, wird im Oktober 2019 Linus Staubli erster Geschäftsstellen-Leiter für den TV Muri Handball mit einem 40%-Pensum. Personelle Veränderungen gibt es auch ein Jahr später nochmals, als Mimmo Di Simone als erster Nachwuchs-Cheftrainer mit einer 20%-Anstellung wichtige Aufgaben im Nachwuchsbereich übernimmt: Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem die Durchführung des Sommer-Trainingslagers und des Herbstferien-Camps, die Talenttrainings der Stufe U11, MU13 und MU15 sowie die interne Trainerweiterbildung. So soll die Erfolgsgeschichte im Juniorenbereich des Vereins weitergeführt und nochmals verbessert werden.
2021 - 50 Jahre TV Muri HandballAuf die 50 Jahre TV Muri Handball rückblickend, hat sich der Verein klar als Ausbildungsverein positioniert. Während der Ära Pauli/Cordas wurde die Förderung des Nachwuchses mittels Mittags- und Talenttraining intensiviert und professionalisiert. Das „Gärtchendenken“ in den Teams wurde abgeschafft. Heute findet zwischen den verschiedenen Teams und Leistungsstufen ein reger Spieleraustausch statt. So kommen die förderungswilligen jungen Handballer und Handballerinnen in mehreren Nachwuchs-Teams zum Einsatz. Die U17 und U19 Junioren dürfen sich bereits in den Aktiv-Teams bewähren. Auch im Juniorinnen- respektive Frauen-Bereich wird dies so praktiziert. 2 Spiele pro Wochenende und Schnuppern in anderen Teams ist beim TVM zur Normalität geworden und das macht sich im Erfolg bemerkbar. So können die jungen Spieler/innen langsam an die Spielweise und Härte in den Aktiv-Klassen herangeführt werden.
Der TV Muri Handball ist nach wie vor ein Dorfverein und offen für alle, die ein Teil dieser Familie sein wollen. Egal wie alt, egal welche Stufe, alle können bei uns Handball spielen – und so soll der TVM auch bleiben. Wir sind stolz auf die Leistung alleJubiläumsanlass im Mai 2022r Vereinsmitglieder, dankbar für alle, die den TV Muri sponsoren und unterstützen und vor allem auch auf unsere treuen Fans: Der TV Muri Handball gehört zu einem der Vereine mit der höchsten Zuschauenden-Zahl im 1. Liga-Bereich. Auf die Stimmung einer von Fans gefüllten Halle, auf die Begegnungen im Bistro, zwischen den Spielen, in oder vor der „Handball-Arena“, auf das gemeinsame Geniessen, Mitfiebern und Feiern von Handball-Erfolgen, auf das freuen wir uns, wenn es die Situation wieder zulässt. Bis dahin stimmen wir uns im Kleingruppen-Training, bei Matches mit nur wenigen Zuschauenden oder beim Outdoor-Training mit Maske, auf eine feierliche und sportliche Jubiläums-Saison 2021/2022 ein. Wir feiern ein halbes Jahrhundert TV Muri Handball. 1971-2021. Auf alles, was die Handball-Zukunft bringen wird.
2021/22 & 2022/23
Für die Jubiläumssaison 21/22 wurde ein OK zusammengestellt, welches ein vielfältiges und spannendes Programm über das ganze Jahr hinweg geplant hat. Leider wurden diese Pläne zumindest teilweise erneut durch das Coronavirus ausgebremst. Vor allem die geplanten sportlichen Highlights (z.B. Nachwuchstrainings durchgeführt von Schweizer Handballprofis) konnten nicht wie erhofft stattfinden. Entschädigt wurden die Mitglieder am Ende der Saison mit einem genialen Jubiläumsanlass im Mai 2022, der vom engagierten Jubiläums-OK perfekt organisiert wurde.
Während der Saison 21/22 wurde zudem die IG Sportvereine Muri gegründet. Durch den Zusammenschluss mit den anderen Sportvereinen aus Muri gelang es, Bewegung in die Thematik um die fehlende Hallenkapazität zu bringen. Mit knapp 1'000 Unterschriften wurde der Gemeinderat im Frühjahr 2022 verpflichtet, den Projektierungskredit für eine provisorische Trainingshalle an der Gemeindeversammlung zu traktandieren. Nach der Zustimmung zum Planungskredit im Juni 2022 kam bei der Gemeindeversammlung im darauffolgenden November bereits der Bau der Trainingshalle zur Abstimmung. Mit einer überwältigenden Mehrheit (304 zu einer Stimme) wurde dem Bau der Halle zugestimmt und im Sommer 2023 die Baubewilligung für die Halle und dessen Erschliessung erteilt.
Die erste Mannschaft der Männer hat zwei weitere Male den Ligaerhalt in der 1. Liga geschafft. Dennoch brachten die beiden Meisterschaften einiges an Veränderung mit sich. Im Oktober 2021 wurde die Zusammenarbeit mit Claude Bruggmann als Cheftrainer beendet. Bruggmann war seit 2016 Trainer des Fanionteams und hat die Mannschaft stets erfolgreich zum Ligaerhalt geführt. Nach der Trennung von Bruggmann ist Paul Stöckli interimistisch bis zum Ende der Saison 21/22 auf den Posten als Cheftrainer der ersten Mannschaft zurückgekehrt und hat das Team gemeinsam mit Co-Trainer Jan Heusi in einem nervenaufreibenden Abstiegskampf zum Ligaerhalt geführt. Im Sommer 2022 hat Mimmo Di Simone – seit 2020 bereits Cheftrainer Nachwuchs – das Traineramt der ersten Mannschaft übernommen. Seine Arbeit im Nachwuchsbereich führt er unabhängig davon fort. Als Co-Trainer wird er seither von Thomas Stenz unterstützt, welcher zuvor erfolgreich die zweite Mannschaft geführt hat. Zeitgleich mit dem Trainerduo Di Simone / Stenz hat Tobias Wipf im Sommer 2022 das Amt des Sportchef vom abtretenden Paul Stöckli übernommen.
Die Schaffung des Ressorts Frauenhandball im Sommer 2021 bildet einen weiteren Meilenstein in der Vereinsgeschichte. Mit dem neuen Ressort, geführt durch Silvia Gsell, wurde die Frauenabteilung weiter in den Fokus gerückt und auf die Zukunft ausgerichtet. Ein Highlight aus dem frischgeschaffenen Ressort war der längst überfällige Wiederaufstieg der ersten Frauenmannschaft in die 2. Liga. Der Aufstieg kam zwar durch einen Entscheid des Verbands am grünen Tisch zustande, hatte aber seine sportliche Berechtigung, nachdem man in den Vorjahren in den Aufstiegsspielen mehrfach nur knapp an starken Gegnerinnen gescheitert ist. Dies unterstrich das Team dann auch mit zwei starken Spielzeiten in der 2. Liga, wo man sich jeweils in der oberen Tabellenhälfte platzieren konnte und nie in den Abstiegskampf involviert war.
Auch im Nachwuchs kann der Verein auf zwei weitere erfolgreiche Jahre zurückblicken. In der Saison 21/22, konnten alle Inter Teams erfolgreich die Liga halten und auf den Stufen U13 bis U17 konnte der Verein noch je ein zusätzliches Regionalteam stellen. Während der Saison 2021/22 wurde zudem die Grundlage geschaffen, um die Nachwuchsabteilung in den kommenden Jahren weiter zu professionalisieren. Zusammen mit dem HC Mutschellen und Handball Wohlen wurde die Gründung der SG Freiamt PLUS akribisch geplant. In der Saison 22/23 trugen SG Freiamt PLUS Teams ihre ersten Spiele aus und im Frühjahr 2023 konnte Alex Joho als erster Koordinationsleiter der SG angestellt werden. Die SG Freiamt Plus soll dem ambitionierten Nachwuchs aus der Region die Möglichkeit geben, in professionellen Strukturen in interregionalen Mannschaften spielen zu können, ohne dass ein Vereinswechsel nötig ist.