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Punt Muragl–Muottas Muragl (Samedan)
|Kürzel||MMB|
|Bahntyp||Standseilbahn|
|Betriebseröffnung||1907-08-09|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1907 eröffnete und von Anfang an elektrifizierte (Drehstrom; ab 1966 Gleichstrom) MMB war im Besitz einer Aktiengesellschaft. Mit einer Strecke von 2062 Metern war die MMB die längste der nicht in Sektionen unterteilten Standseilbahnen der Schweiz. Ausserdem war ihre Bergstation auf 2448 Metern über Meer die höchstgelegene des Landes. Mit der Errichtung der MMB betraute man die Firma Von Roll AG Bern. Die Bahn erschloss im Oberengadin bei Pontresina den bekannten Aussichtsberg Muottas Muragl, wo sich das bahneigene Hotel «Muottas-Kulm» mit Restaurant befand. Dessen Buchwert veranschlagte die Statistik von 1920 mit 135'000 Franken, die in der Bilanz als «Nebengeschäft» enthalten waren, nicht aber in den Baukosten. Das Oberengadin gehörte ab den 1890er-Jahren zu den aufstrebendsten Tourismusgebieten der Schweiz, wozu Destinationen mit höchstem internationalem Renommee zählten wie etwa St. Moritz.
Trotzdem gaben schon die ersten Jahre der MMB wenig Anlass zu Optimismus. Von 1907 bis 1911 verdreifachten sich zwar die Passagierzahlen auf nahezu 90'000 Personen, dennoch musste die MMB 1911 eine Reduktion des Aktienkapitalwerts in der Höhe von 100'000 Franken vornehmen, was die Finanzlage etwas stabilisierte. Offenbar wurden dabei den Gläubigern als Entschädigung neu ausgegebene Aktien zugeteilt, da das Aktienkapital gemäss der Statistik unverändert bei 500'000 Franken blieb. In den zwei Folgejahren schüttete die MMB erstmals eine Dividende aus, die 2.5 Prozent des Aktienkapitalwerts entsprach. Doch mit dem Ausbruch des Weltkriegs 1914 verdüsterte sich die Finanzsituation drastisch. 1918 war die MMB zahlungsunfähig und musste Nachlassstundung beantragen. Gemäss dem Nachlassvertrag wurde das Aktienkapital auf 50'000 Franken oder auf gerade noch 10 Prozent des Nominalwerts herabgesetzt. 200'000 Franken von den Anleihen sowie weitere Forderungen von 50'000 Franken wandelte man in Aktien um. Abgeschrieben wurden 100'000 Franken vom Obligationskapital sowie 86'700 Franken an unbezahlten Zinsen und 60'661 Franken andere (Bank-)Schulden. Knapp 163'000 Franken der durch die Sanierung freigesetzten Gelder legte man als Reserven an. Die Gesamtreserven der MMB bezifferten sich 1920 auf ausserordentlich hohe 245'800 Franken. Die schwebenden Schulden betrugen 66'000 Franken.
Die Bruttobaukosten der zweischienigen und hauptsächlich auf Dämmen geführten MMB waren mit 424'700 Franken pro Bahnkilometer (Stand 1920) vergleichsweise moderat. Den mit Abstand wichtigsten Kostenpunkt stellte der Unterbau dar, der 43 Prozent des Gesamtaufwands ausmachte. Dahinter folgten der Hochbau und die elektrischen Einrichtungen. Letztere, deren Wert sich auf über 120'000 Franken bezifferte, waren bis 1910 in den Kosten des Rollmaterials inbegriffen.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.