Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03278.jsonl.gz/663

Die Zuger Behörden haben eine afghanische Familie nach Norwegen zurückgeführt. Gemäss Dublin-Abkommen ist Norwegen in diesem Asylfall der zuständige Staat, da die Familie dort bereits vor ihrer Weiterreise in die Schweiz einen Asylantrag gestellt hatte, welcher jedoch abgelehnt worden war.
Rückschaffung mittels Charterflug
«Die Schweizer Behörden haben das in ihrer Macht stehende unternommen, um die optimale Betreuung der Familie und ihre medizinische Versorgung - insbesondere der Kinder - in Norwegen sicherzustellen», schreibt die Zuger Sicherheitsdirektion in einer Mitteilung. Auf dem Sonderflug seien auch medizinisches Fachpersonal, speziell ausgebildete Polizistinnen und Polizisten sowie im Auftrag des Bundes auch jemand der Nationalen Kommission zur Verhütung von Folter dabei gewesen.
Ein erster Rückführungsversuch war gescheiteret, nachdem sich die Eltern der sechsköpfigen Familie geweigert hatten, in das Linienflugzeug zu steigen. Der Fall wurde publik, und den Zuger Behörden der Vorwurf gemacht, sie hätten die Familie angelogen und unnötig auseindergerissen: Man hätte ihnen erzählt, sie würden in eine besser geeignete Unterkunft gebracht, stattdessen habe man die Familie an den Flughafen transportiert, so einer der Vorwürfe. Ausserdem seien die älteren Kinder in einem Heim untergebracht worden, obwohl sie Verwandte in der Schweiz haben, welche die Kinder vorübergehend aufgenommen hätten.