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Bauleitung im Auftrag von Diener & Diener, Basel
Wie das Musikhaus aus den 30er Jahren dient das neue Musikhaus, das an seiner Stelle errichtet wird, vor allem dem Musikunterricht und dem Üben der Studenten der Stiftsschule. Aussen ist das Haus durch den vorgelagerten Studentenhof zugänglich, innen verbindet der Baukörper das Theater und anschliessende Fachräume mit dem Hauptgebäude des Klosters.
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Dem neuen unmittelbar an den Klosterhauptbau angebauten Treppenhaus folgen eine grosse Gartenhalle und der Studentenmusikraum. Die Räume der Musikbibliothek und ein Lichthof liegen im Souterrain, die Übungsräume und ein Musiksaal im Obergeschoss. Ein Aufzug ergänzt die Treppenanlage. Er gewährleistet einen schwellenlosen Zugang zu allen Räumen des Musikhauses und erleichtert die Verbindung von den Klassenräumen im Klosterbau zu den Spezialräumen der Schule wesentlich. Der Baukörper vollzieht durch seine Bauweise eine Unterscheidung in drei Teile. Die Mitte des neuen Baukörpers wird von der Gartenhalle im Erdgeschoss gebildet. Das Obergeschoss mit den Übungsräumen spannt wie eine Brücke stützenfrei darüber. Die massiv errichteten Flügel des Treppenhauses und des Saals bilden die Widerlager dieser Brücke. Das Gebäude wird von einem leicht geneigten Dach gedeckt. Die Erlebbarkeit der Räume überlagert das Prinzip der dreiteiligen Anordnung. Auf dem oberen Geschoss sind Musiksaal, Übungsräume und Treppenhaus, ebenerdig das Treppenhaus und die Gartenhalle zu einer Raumfolge verbunden. In diesen grossen Takt sind die einzelnen Räume eingebunden, welche eine eigenständige Gestalt gewinnen. Im Zentrum stehen die Übungsräume. Sie sind als konzentrierte Zellen ausgebildet und folgen so der Grundstruktur der Klosteranlage. Sie sind jedoch durch die raumbegrenzenden Schotten der Trägerstruktur vernetzt, so dass in jedem einzelnen dieser Räume auch die verbundene Gestalt des ganzen Bauwerks erlebbar wird. Räumliche Weite und Dichte wechseln einander ab. Der grossen Gartenhalle folgen die zehn dicht aneinander gesetzten Übungsräume und Lehrräume. Ihnen folgt der 13 x 9 m grosse Musiksaal mit der Orgel. Er besitzt ein grosses Fenster in die Richtung der grossen Wiese, die zwischen Studentenhof und Theater liegt.
FASSADE UND STUDENTENHOF
Die Fassade zum Studentenhof ist ein Abbild der dreigliedrig gestalteten inneren Struktur des Baukörpers. Der linke und rechte Flügel treten in mehrheitlich geschlossener Form in Erscheinung. Zwei durchgängige Flächen aus sandgestrahltem, hellem Kunststein rahmen den Mittelteil. Im Gegensatz zu den Fensterfassaden des Schulflurs des Hauptbaus bewirken diese Flächen keine weitere Rhythmisierung des Raums als die durch die Dreiteilung des Baukörpers selbst hervorgerufene. An der Stelle des mittig zu erwartenden echten Risalits wird die kubische Linie des Baukörpers nicht verlassen. Für den Mittelteil werden Holz und Glas verwendet. Diese Unterbrechung der Materialisierung ist auffällig. Die Fassade präsentiert an dieser Stelle den Eingang ins Musikhaus, das Innen und Aussen in Weiss gehalten ist. Die Struktur des Mittelteils könnte als Ausnahme in unbemaltem Holz belassen werden, das natürlich vergraut und so eine ähnliche Farbe erhalten wird wie die steinsichtigen Gebäudetrakte des Klosters.
STRUKTUR UND TRAGWERK
Das Gebäude ist zweigeschossig, mit einer Unterkellerung. Der Grundriss beschreibt ein langgezogenes Rechteck. Im mittleren Drittel dieses Rechtecks ist das Erdgeschoss nach beiden Längsseiten hin offen und das Obergeschoss spannt sich wie eine Brücke frei darüber. Die stärker geschlossenen Seitenteile des Hauses bilden die Widerlager der Brücke. Das Gebäude wird von einem flach geneigten Walmdach gedeckt. Für die tragende Konstruktion bietet sich Ortbeton an: die kleinteiligen Übungszimmer im Innern der Brücke bilden in Beton eine selbsttragende Schottenstruktur, zusammen mit den Deckenplatten und dem ebenfalls betonierten Walmdach. Die oberhalb der Türstürze geschlossenen Korridorwände wirken als zwei Längsträger, die zusammen mit den Dachscheiben einen leistungsfähigen zweistegigen Plattenbalken formen. Von diesem Zentralträger aus kragen die Zimmertrennwände nach aussen, mit der Decke über EG als Druckplatte. Die Fassade benötigt keine weiteren Tragelemente mehr, sie erscheint im Rohbau wie die abgeschnittenen Enden einer quer zum Gebäude verlaufenden Hohlzellenstruktur. Wegen der geringen Abstände zwischen den Tragelementen können die Betonabmessungen rein statisch gesehen sehr dünn gewählt werden. Da die Betonabmessungen auch für die Akustik eine wichtige Rolle spielen werden, ist zur Dimensionierung der Betonteile eine Diskussion mit dem Akustiker notwendig. Das flache Walmdach mit einer Dachneigung von 10° wirkt über dem Musiksaal als Faltwerk, es benötigt keine Zugbänder im Innenraum.
AUSBLICK: MUSIKHAUS ALS KOPFBAU FÜR ERWEITERUNGEN
Das Musikhaus ist so konzipiert, dass es zu einem späteren Zeitpunkt Erweiterungen zulässt. Es würde dann zum Kopfbau nicht nur für den bereits bestehenden Trakt von Spezialzimmern, sondern auch für eine nördlich parallel dazu verlaufende Reihe von Schulzimmern.