Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03516.jsonl.gz/2773

Am 20. April 2010 kam es auf der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ zu einer Explosion, zwei Tage später sank die BP-Ölplattform. Seitdem strömen täglich mindestens 800’000 Liter Rohöl in den Golf von Mexiko. Nun treiben ungünstige Winde den riesigen Ölteppich auf die US-Küste Louisiana zu und bedrohen ein einzigartiges Ökosystem.
Gemäss WWF International sind 400 – 600 Arten, unter anderem Seevögel, Meeresschildkröten, Meeressäuger und Fische, vor der Küste bedroht. Die Katastrophe tritt genau zur Zeit der Rückkehr und Brutzeit der Zugvögel ein und zudem in einem Gebiet, welches für überwinternde und ruhende Vögel lebenswichtig ist. Die Ölkatastrophe betrifft auch die Laichgewässer des bedrohten Blauflossenthunfischs und eine der grössten Fischereien der USA. Das ausgeloffene Öl ist äusserst giftig und könnte noch jahrzehnte nach der Katastrophe verheerende Auswirkungen auf Flora und Fauna haben.
Der riesige Ölteppich ist nicht mehr aufzuhalten, da das Schliessen der Bohrlöcher, welche sich in 1500 m Tiefe befinden, äusserst schwierig ist. Der Ölkonzern BP versucht nun mit Entlastungsbohrungen das Bohrloch auf Dauer zu schliessen. Diese Arbeiten könnten bis zu drei Monaten dauern. Zusätzlich benutzt BP auch Chemikalien, die das Öl unter Wasser auflösen sollen, um somit das Aufsteigen zur Oberfläche zu verhindern.
Die gegenwärte Ölkatastrophe zeigt erneut, wie gefährlich die Bohrung nach Öl ist und welche verhängnisvolle Auswirkungen sie mit sich ziehen kann.