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Brustkrebs verursacht über eine längere Zeit oft keine Symptome – oder die Anzeichen sind so allgemein, dass sie nicht als solche erkannt werden. Wann ist es folglich überhaupt sinnvoll, sich auf Brustkrebs untersuchen zu lassen?
Grundsätzlich können folgende Anzeichen auf eine Brustkrebserkrankung hinweisen:
- Ein Knötchen, meist nicht schmerzhaft, oder eine härtere Stelle in der Brust
- Hautveränderungen (Entzündung, Rötung, Orangenhaut)
- Schrumpfung oder Schwellung der Haut (vor allem im Bereich der Brustwarze)
- Entzündung der Brustwarze
- Ein plötzlicher Grössenunterschied zwischen den beiden Brüsten
- Ein Ausfluss durch die Brustwarze (ausser bei Schwangerschaft oder Stillen)
- Geschwollene Lymphknoten in der Achselhöhle, unter dem Schlüsselbein oder auf einer Seite des Brustbeins
- Ein unerklärlicher Gewichtsverlust
Es ist sinnvoll, sich beim ersten Anzeichen untersuchen zu lassen, denn je früher eine Brustkrebserkrankung erkannt wird, desto besser sind die Aussichten auf eine erfolgreiche Behandlung.
Es stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung, die bei Brustanomalien Aufschluss geben:
Bei der Mammografie handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung der Brust. Die hierfür verwendeten speziellen Röntgengeräte sind mit modernster digitaler Technik ausgerüstet. Bei dieser Untersuchung werden zwei Aufnahmen von jeder Brust angefertigt, die Untersuchung erfolgt im Stehen. Die Mammografie selbst dauert wenige Minuten, die Kompression der Brust nur wenige Sekunden.
Die Sonografie macht mithilfe von Schallwellen Gewebestrukturen sichtbar, sodass Veränderungen beim normalen Brustgewebe dargestellt und in ihrer Grösse ausgemessen werden können.
Damit die Schallwellen optimal durch das Gewebe gleiten können, muss als Kontaktmedium zwischen dem Schallkopf und der Haut ein Gel aufgetragen und der Schallkopf mit einem gewissen Druck über die Brust geführt werden. Auch die Achselhöhle wird so untersucht. Dies bereitet in der Regel keine Schmerzen, allerdings kann der Druck bei empfindlicher Brust (zum Beispiel in der zweiten Zyklushälfte) unangenehm sein. Mit zusätzlichen Mitteln kann der Ultraschall ausserdem den Blutfluss oder die Gewebebeschaffenheit farblich kodiert sichtbar machen.
Anders als bei der Mammografie, die auf Röntgenstrahlen basiert, entsteht beim Ultraschall keine Strahlenbelastung.
Der Ultraschall ist vor allem bei jungen Frauen die Untersuchungsmethode der Wahl, weil die Mammografie bei dichtem Brustgewebe oft nicht so aussagekräftig ist. Für Frauen vor der Menopause ist die zweite Zykluswoche der optimale Zeitpunkt für die Untersuchung. In dieser Zeit ist das Gewebe zyklusbedingt aufgelockert und die Bildqualität somit am besten. Sehen wir eine Auffälligkeit, die sich vom umgebenden Gewebe abhebt, werden verschiedene Kriterien beurteilt, die uns einen Anhaltspunkt geben, ob ein Befund eher gut- oder bösartig ist. Eine definitive Aussage dazu gibt uns allerdings nur die Analyse von Gewebe durch die Feingewebeuntersuchung in der Pathologie.
Die Magnetresonanztomografie (MRT), manchmal auch MRI (für das englische Magnetic Resonance Imaging) oder Kernspin-Tomografie genannt, ist eine Ergänzung zu den Standardverfahren Ultraschall und Mammografie. Die MRT kommt ohne Röntgenstrahlen aus und beruht auf einem starken Magnetfeld, das auf die Atomkerne der im Körper enthaltenen Wasserstoffatome wirkt. Der menschliche Körper besteht zu 70 Prozent aus Wasser. Oftmals besteht ein Unterschied im Wassergehalt zwischen verändertem und gesundem Gewebe. Zusätzlich kann ein Kontrastmittel helfen, die veränderte Durchblutung im Gewebe sichtbar zu machen. So lassen sich mit dem MRI Informationen über Lage und Grösse von Tumoren ermitteln.
In der Brustkrebsdiagnostik kommt das MRT zum Einsatz:
- um bei einem bereits bekannten Tumor nach sehr kleinen, bösartig veränderten Bereichen Ausschau zu halten, die in der Mammografie nicht sichtbar sind
- um zu beobachten wie der Tumor sich unter einer Therapie entwickelt
- um Narbengewebe nach einer Brustoperation von einem neu aufgetretenen Tumor (Rezidiv) zu unterscheiden
- bei Patientinnen mit Brustimplantaten
- in der Früherkennungsuntersuchung bei Patientinnen mit hohem Erkrankungsrisiko aufgrund von familiär gehäuftem Brust- und/oder Eierstockkrebs
- in der Früherkennungsuntersuchung bei Patientinnen, wenn bei dichtem Drüsengewebe die Mammografie nicht aussagekräftig ist.
Die MRI-Untersuchung zeigt mit sehr hoher Treffsicherheit Veränderungen an. Entsprechend können aber auch Veränderungen dargestellt werden, die nicht unbedingt bösartig sind, was dann über Zusatzuntersuchungen differenziert werden muss.
Die Computertomografie (CT) kommt zum Einsatz, um Metastasen einer Brustkrebserkrankung aufzuspüren. Diese Suche nennt sich «Staging» und wird vor einer möglichen Chemotherapie angewendet, um bei einem aggressiven Tumor die richtige Behandlungsstrategie zu erarbeiten. Bei einer CT-Untersuchung werden viele einzelne Röntgenschnitte quer durch den Körper angefertigt und in dreidimensionale Bilder umgerechnet. Mit dieser Untersuchung kann eine mögliche Ausbreitung des Brustkrebses im Körper beurteilt werden.
Bei der PET-Untersuchung (Positronen-Emissions-Tomografie) wird zuerst eine schwach radioaktive, zuckerartige Substanz gespritzt. Sie reichert sich in Zellen mit erhöhtem Stoffwechsel an, also etwa in Krebszellen, aber auch in Entzündungszellen. Mithilfe einer speziellen Kamera werden Regionen mit veränderter Stoffwechselaktivität dreidimensional abgebildet. So können Metastasen identifiziert werden. Die PET-CT kombiniert beide Bildgebungsverfahren und erlaubt uns, allfällige Metastasen im Körper genauer zu lokalisieren.
Knochenszintigrafie
Knochen bestehen zu einem grossen Teil aus Kalzium und Phosphat und werden ständig auf- und abgebaut. Kranke Knochenanteile – zum Beispiel bei Entzündungen, Tumoren oder Metastasen – weisen oft eine schnellere Zellteilungsrate auf als gesundes Gewebe. Diese veränderten Bedingungen können wir sichtbar machen, indem wir eine mit einem radioaktiven Stoff (Technetium) markierte Phosphatverbindung spritzen, die in den Knochenstoffwechsel integriert wird. Dadurch reichert sich das Technetium in kranken Knochenanteilen verstärkt an, die wir mit einer speziellen Kamera erkennen können.
In der Brustkrebsdiagnostik kommt die Szintigrafie zum Einsatz:
- um Knochenmetastasen sichtbar zu machen
- um das Ansprechen bekannter Metastasen auf die Therapie zu beobachten
- um Knochenentzündungen oder frische Knochenbrüche zu erkennen
Knochenmetastasen können in der Szintigrafie diagnostiziert werden, wenn sie für die normale Röntgendiagnostik noch zu klein sind. Zugleich hat die Szintigrafie jedoch eine geringe Trennschärfe zwischen gutartigen und bösartigen Veränderungen im Knochen, sodass weitere Zusatzuntersuchungen zur weiteren Differenzierung angezeigt sind.