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Der Sativex Spray mit Cannabisextrakt zur Anwendung in der Mundhöhle ist schon in mehreren europäischen Ländern im Handel (beispielsweise in Deutschland und Grossbritannien). In der Schweiz und in Frankreich bekam das Medikament vor kurzem die Marktzulassung, ist zur Zeit jedoch noch nicht im Vertrieb.
Nach Angaben des Zulassungsinhabers wird der Sativex Spray in der Schweiz voraussichtlich ab April 2014 in den Apotheken erhältlich sein (aber natürlich nicht rezeptfrei).
Im Sativex Spray enthalten ist ein Dickextrakt aus Cannabisblüten und Cannabisblättern.
Dieser Extrakt besteht zu gleichen Teilen aus den Phytocannabinoiden Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Die beiden Wirkstoffe beeinflussen das Endocannabinoidsystem, welches an der Regulierung der neuronalen und neuromuskulären Signalübertragung beteiligt ist.
Bei Multiple-Sklerose-Patienten ist dieses System stark beeinträchtigt, da es als Folge der Neurodegeneration zu einer Verminderung der körpereigenen Cannabinoide kommt.
Im Sativex Spray wird die psychoaktive Wirkung von THC durch das antipsychotisch wirksame CBD überwiegendst verhindert.
Die Indikation des Sativex Sprays ist sehr begrenzt: Sativex wird eingesetzt zur Symptomverbesserung bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Spastik aufgrund von Multipler Sklerose, wenn die Beschwerden nicht angemessen durch eine andere anti-spastische Arzneimitteltherapie gelindert werden können. Zudem muss ein Anfangstherapieversuch eine klinisch erhebliche Verbesserung der mit der Spastik verbundenen Symptome bewirkt haben.
Es wird eine Titrationsphase von bis zu zwei Wochen benötigt, um die optimale Dosis zur erreichen.
Der Patient kann die Dosis schrittweise um einen Sprühstoss pro Tag bis zu einem Maximum von 12 Sprühstössen täglich steigern, bis eine optimale Linderung der Symptome eintritt. Zwischen den Sprühstössen sollen Abstände von mindestens 15 Minuten eingehalten werden. Der Sativex-Spray wird unter die Zunge oder auf die Innenseite der Wange appliziert.
Quelle:
http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?NMID=4952&LANGID=2
Kommentar & Ergänzung:
Es ist sehr zu begrüssen, wenn es zunehmend legale, sichere Wege für die Anwendung von Cannabis als Heilmittel gibt. Vor allem die Spastik bei Multipler Sklerose ist ein gut belegtes Anwendungsgebiet.
Siehe auch:
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch