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Die ersten Töne...
Jedesmal bevor Sie zu spielen beginnen, vergewissern Sie sich, dass der Vogel am richtigen Ort sitzt. Binden Sie den Vogel so auf die Flöte, dass seine Vorderkante ca. 1 mm hinter dem Sound-Loch liegt. Je grösser der Abstand zum Sound-Loch ist, umso "windiger" wird die Stimme der Flöte. Probieren Sie's aus...
Anschliessend ist es wichtig, dass Sie die Flöte klar und sicher in den Händen halten, damit Sie bequem die Löcher öffnen und schliessen können, ohne dass Ihnen die Flöte aus den Händen fällt.
Schliessen Sie die Löcher flach mit den "Fingerbeeri" und nicht mit den Fingerspitzen. Halten Sie die Flöte wie auf dem Bild. Ich klemme die Flöte mit Ring- und Kleinfinger der oberen Hand ein, damit ich ungehindert die obersten Löcher öffnen kann, und die Flöte in einem sicheren Griff habe.
Wenn Sie alle Löcher geschlossen haben, blasen Sie leicht in die Flöte. Es sollte ein schöner, klarer, tiefer Ton ertönen. Falls es irgendwie "quitscht", also anders tönt, dann ist irgendein Loch nicht richtig geschlossen. Überprüfen Sie ihre Fingerhaltung (dass alle Löcher geschlossen sind) und versuchen Sie es erneut, bis der schöne, tiefe Ton ertönt.
Versuchen Sie nicht schon die anderen Finger zu öffnen, solange Sie nicht den Basiston klar und schön haben. Wenn das soweit ist, öffnen Sie das unterste Loch und spielen den zweiten Ton. Wenn Sie den zweiten Ton haben, öffnen Sie der Reihe nach alle fünf Löcher.
Bitte machen Sie das langsam! Sie werden viel mehr Freude an der Flöte haben, wenn Sie am Anfang nichts überstürzen. Nun empfehle ich Ihnen üben Sie, die Löcher langsam von unten nach oben zu öffnen und von oben nach unten wieder zu schliessen. Machen Sie das so lange, bis Sie jeden Ton klar und ohne "quitschen" spielen. Immer ein Loch nach dem andern. Diese fünf Löcher sind pentatonisch, also harmonisch aufeinander abgestimmt. Und mit der Indianischen Flöte spielt man fast ausschliesslich mit diesen fünf Tönen.
Das Schwierigste im Umgang mit der Indianischen Flöte ist das sichere und klare Schliessen und Öffnen der Löcher. Versuchen Sie die Augen zu schliessen und diese Tonleiter, diese 5 Töne, ohne zu schauen zu spielen. Damit trainieren Sie unter anderem ihr sprichwörtliches Fingerspitzengefühl.
Schon nach kurzer Zeit werden Sie die Fingersicherheit haben und die Löcher klar öffnen und auch klar wieder schliessen können. Dann haben Sie bereits die schwierigste Hürde hinter sich. Nun fängt es an erst richtig Freude zu machen.
Kurze Zusammenfassung
- Die Löcher müssen mit den Fingerbeeren ganz geschlossen sein. Falls Sie es nicht sind, werden Sie einen quitschenden Ton hören.
- Schliessen sie die Augen. Dies hilft Ihnen, die Fingersicherheit schneller zu erlernen und es ermöglicht Ihnen, Ihre Gefühle besser zum Ausdruck zu bringen.
- Wenn Sie die Tonleiter von unten nach oben spielen, nehmen Sie sich für jede Note Zeit, um sie klar und deutlich zu spielen. Die Geschwindigkeit kommt anschliessend ganz von selbst.
- Der Basiston muss ganz fein angespielt werden. Mit jedem Loch, das Sie öffnen, können Sie ein wenig stärker blasen. Falls ein Ton nicht schön und voll tönt, blasen Sie ein wenig stärker.
- Vergessen Sie nicht, zwischendurch zu atmen! Ihre Atemtechnik ist ebenso wichtig wie das sicherere Löcherschliessen.
- Experimentieren Sie mit Ihrem Atem. Blasen Sie einen Ton sanft an und werden Sie stärker und wieder schwächer. Bemerken Sie, dass Sie den Ton leicht anheben und wieder senken können? Finden Sie heraus, wo das obere und das untere "Ende" eines Tones ist.
- Spielen Sie mit Ihrer Flöte! Es soll Spass machen!
Die ersten Melodien...
Die Nordamerikanischen Indianer, wie viele alten Kulturen, hatten keine geschriebene Musik. Die meisten alten Instrumente waren Rhytmus-Instrumente wie die Trommel oder die Rassel. Für sie war es wichtig, dass sie ihre Gefühle über die Musik ausdrücken konnten. Vor über 2000 Jahren wurden die ersten Flöten aus Knochen entwickelt. Mit der Zeit wurden sie immer genauer gestimmt und es wurden andere Materialien verwendet. Sie wurden so gestimmt, dass die Töne in Harmonie zueinander standen, was in der westlichen Musik Pentatonik genannt wird. Penta heisst fünf, was für die fünf Hauptnoten in einer Oktave steht.
Wenn Sie auf Ihrer Flöte immer mit den fünf Löcher spielen, bewegen Sie sich immer in dieser Harmonie und alles was Sie spielen wird sich als Melodie anhören. Es kann also nichts schiefgehen.
Das wichtigste, um in dieser Harmonie zu bleiben ist jedoch, immer von unten nach oben und von oben nach unten zu spielen. Mit anderen Worten, öffnen Sie kein Loch, wenn die darunterliegenden Löcher noch geschlossen sind. Es tönt ein wenig kompliziert aber es bedeutet, dass Sie vor allem am Anfang bei den Tönen der Tonleiter bleiben sollen, um unbeschwert in der Harmonie der Indianischen Flöte zu spielen.
Also, bis jetzt haben sie die Tonleiter von unten nach oben und von oben nach unten gespielt und es langweilt Sie sicherlich schon. Das ist gut, denn nun gehts weiter.Versuchen Sie nun die selbe Tonleiter nochmals zu spielen aber verändern Sie die Dauer, die sie einen Ton spielen. Spielen Sie einige länger und andere kürzer. Experimentieren Sie! Bevor Sie es merken, spielen Sie ihre ersten Melodien.
Spielen Sie mit den Tönen! Solange es sich für Ihr Ohr gut anhört, ist alles in Ordnung. Denken Sie daran, es gibt kein Richtig oder Falsch in der Musik, es ist Ihre eigene Freude am Entdecken der Töne und am Ausdruck Ihrer Gefühle und Ihres Herzens, das wichtig ist.
Lassen Sie die gelernten Strukturen der Lieder die Sie kennen los, wenn Sie mit Ihrer Indianischen Flöte spielen. Fühlen Sie... spüren Sie... lassen Sie Ihren Gefühlen freien Lauf und Sie werden erstaunt sein, zu was Sie fähig sind!
"Übergib Dein Herz dem Wind und eine Stimme wird erklingen..."