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Ende des Jahres 1929 schuf Klee eine Reihe Bilder, die noch zu den Lagerbildern zählen und doch aus dem streng Horizontalen der Lagenstreifen ausbrechen. Zu ihnen gehören die Aquarelle «Bewegung an d. Steilküste» 1929,235 (X 5) und «polyphone Strömungen» 1929,238 (X 8), beide durch geschwungene Linien und eine ausgewogene blau-orange-rosa Farbigkeit gekennzeichnet. In «Bewegung an d. Steilküste» sind die Lagen leicht zueinander verschoben. Die Farben verlaufen zum rechten Rand des Werkes verstärkt ins Blaue; auf dem so angedeuteten Meer scheint sich ein Schiff zu bewegen. Im Aquarell «polyphone Strömungen» verband Klee die Methode der Cardinalprogression mit seiner Vorstellung von polyphoner Malerei, die er von dem in der Musik angewandten Prinzip der Entfaltung eines Motivs ableitet. Durch die übereinanderliegenden Schichten soll die Simultaneität von Klängen und die zeitliche und räumliche Entwicklung der Farbkomposition ausgedrückt werden.
aus: Katalog: Paul Klee. Die Reise nach Ägypten, anlässlich der Ausstellung «Nach Ägypten! Die Reise von Max Slevogt und Paul Klee» in Dresden und Düsseldorf