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Das Liturgische Jahr und der Kirchliche Kalender
– Gottesdienst im Rhythmus des Jahres
Neben dem Rhythmus des Tages und der Woche prägt auch der Kreislauf des Jahres den Gottesdienst der Kirche. So spricht man vom Liturgischen Jahr oder vom Kirchenjahr. Höhepunkt und zugleich Mitte des Liturgischen Jahres ist die dreitägige Osterfeier, die Leiden und Tod, Grablegung und Auferstehung Jesu Christi vergegenwärtigt. Der weitaus grössere Teil des Jahres ist stärker oder schwächer auf das Ostergeheimnis ausgerichtet; er ist als Osterfestkreis gegliedert. Der kleinere Teil gehört zum Weihnachtsfestkreis mit dem Fest Weihnachten als Zentrum.
Der Osterfestkreis unterteilt sich in zwei thematisch geprägte Zeiten: die 40-tägige Fastenzeit, die auf das dreitägige Osterfest vorbereitet und hinführt, und die 50-tägige Osterzeit, die es weiterführt und entfaltet. Daneben gibt es aber auch nicht besonders geprägte Zeiten: die lange Zeit nach Pfingsten und zusätzlich die Zeit vor der Fastenzeit.
Der Weihnachtsfestkreis gliedert sich ebenfalls in zwei thematisch geprägte Zeiten: die Adventszeit, die auf das geschehene und künftige Kommen Jesu Christi ausblickt, und die Weihnachtszeit, die das Fest der Geburt Jesu feiert und es als Aufleuchten göttlicher Gegenwart ausdeutet. Daran schliesst sich die thematisch nicht gleichermassen geprägte Zeit nach Epiphanie an.
Advents- und Fastenzeit sind Zeiten der Umkehr und Vorbereitung, die aber unterschiedlich geprägt sind – die Fastenzeit etwa dadurch, dass kein Halleluja gesungen wird, das dann umso reicher in der Osterzeit erklingt.
Der Liturgische Kalender bietet eine detaillierte Übersicht zu den Inhalten des liturgischen Jahres.
Das Liturgische Jahr steht nicht als Kirchliches Jahr in Konkurrenz zum bürgerlichen Jahr, das in unserer Kultur mit dem 1. Januar beginnt. Es ergibt daher keinen Sinn, von einem Anfang oder Ende des Kirchenjahres zu sprechen – das sind auch gar keine gottesdienstlichen Themen. Man muss aber die Reihe der alle Jahre bzw. alle drei Jahre wiederkehrenden liturgischen Texte und Formulare irgendwo beginnen. Der Anfang mit dem Weihnachtsfestkreis, statt z.B. mit dem Osterfestkreis oder mit einem festen Datum, hat sich in der Westkirche seit langem eingebürgert und erscheint insofern nahe liegend, als die Geburt von Jesus Christus (Weihnachten) seinem Tod und seiner Auferstehung (Ostern) vorausgeht. So steht also am Anfang des Liturgischen Jahres das, was für den Gottesdienst im Advent verwendet wird, am Ende stehen die Texte für die letzten Sonntage nach Pfingsten. Ihre Thematik überschneidet sich teilweise mit jener des Advents. Zu unterscheiden vom Liturgischen Jahr, das vom beweglichen Ostertermin ausgeht, ist der Kirchliche Kalender der auf ein festes Datum fallenden Gedenktage, welcher mit dem 1. Januar beginnt.