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Fats Domino sei in der Nacht zum Dienstag eines natürlichen Todes gestorben, gab der Gerichtsmediziner des Bezirks Jefferson Parish im US-Bundesstaat Louisiana am Mittwoch bekannt. Die Familie habe den Musiker tot in seinem Zuhause aufgefunden.
Antoine Domino, wie der aus New Orleans stammende Musiker mit bürgerlichem Namen hiess, war für sein wildes bis übermütiges Klavierspiel bekannt.
Gekoppelt mit einer unverkennbaren Stimme nahm er vor allem in den 1950er Jahren zahlreiche Hit-Singles auf, die Blues- und Rock'n'Roll-Fans weltweit erreichten. Domino wurde in den USA in die Hall of Fame beider Musikgenres aufgenommen.
Als Hurrikan «Katrina» im August 2005 über New Orleans wütete, verlor Domino seine Klaviere, Gold- und Platinalben sowie zahlreiche Erinnerungsstücke seiner Karriere. Der Musiker musste mit einem Boot aus seinem überfluteten Haus im Stadtteil Lower Ninth Ward gerettet werden und lebte zeitweise in einer Vorstadt von New Orleans, liess sein Haus aber renovieren und zog dort bald wieder ein.
Über Nacht zum Millionenerfolg
Geboren wurde Fats - Antoine - Domino als eines von neun Kindern in eine kreolische und höchst musikalische Familie im tiefen Süden der USA. Sein Vater spielt Violine, von seinem Schwager lernte Domino Klavier.
Mit 14 verliess er die Schule und arbeitete in einer Fabrik, um nachts in Clubs auftreten zu können. Seine Musik war einfach, entspannt und humorvoll, eine Mischung aus Deltablues, Country, Cajun und Jazz.
Mit 20 klappte der Durchbruch: Dominos Plattendebüt «The Fat Man» - einer der ersten Rock'n'Roll-Songs überhaupt - wurde fast über Nacht zum Millionenerfolg.
Danach schloss sich Domino mit dem Trompeter Dave Bartholomew zusammen und das Team schrieb einen Hit nach dem anderen. Für 23 Singles wurde Domino in nur zehn Jahren mit Gold ausgezeichnet. In guten Zeiten verkaufte er mehr Platten als Elvis - insgesamt 65 Millionen.
Aber mit dem Aufstieg der Beatles und Rolling Stones begann sein Stern zu sinken. Nur noch selten feierte Domino Charts-Erfolge, dafür tourte er durch die Welt. 1986 wurde er in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen, wenig später auch in die Ruhmeshalle des Blues - eine seltene Doppel-Ehrung.
Familienvater Domino
Seiner Heimat New Orleans blieb Domino sein ganzes Leben lang treu. Gemeinsam mit seiner langjährigen Ehefrau Rosemary, die 2008 starb, zog er dort acht Kinder gross. Und auch nach dem Wirbelsturm «Katrina» dachte er nicht daran, sein noch immer nicht vollständig wiederaufgebautes Viertel zu verlassen.
Eine Jazz-Stiftung organisierte ihm ein neues Klavier, Plattenfirmen ersetzten die goldenen Schallplatten und der frühere US-Präsident George W. Bush brachte persönlich eine neue Verdienstmedaille vorbei, nachdem die alte in den Fluten verloren gegangen war.
«Es wird schon alles wieder werden», sagt Domino damals. «Ich werde abwarten. Ich glaube nicht, dass ich den Ninth Ward jemals verlassen werde.»