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Zur Geschichte des Jonglierens
Bereits aus der Antike sind Aufzeichnungen von Jongleuren aus China, Indien und von den Azteken überliefert. Bei den Jongleuren aus China handelte es sich meist um Krieger, die ihre Fertigkeiten auf die Kriegskunst anwendeten. Sie jonglierten mit Schwertern, Bällen und anderen Gegenständen. Bei den Griechen wurde die Jonglage im harmonischen Ideal von Körper und Geist als Freizeitbeschäftigung angesehen. Und bei den Römern war es üblich, Gaukler und Jongleure aus dem Orient zur Belustigung des Volkes zu importieren. Häufig handelte es sich bei den Jongleuren um Sklaven, die sich durch diese Tätigkeit ein besseres Leben erhofften.
Seit Beginn des 6. Jahrhunderts traten Angehörige des fahrenden Volkes (Gaukler) oder Hofnarren auf Märkten, Festen oder in Gasthäusern auf. Bei ihren unterhaltsamen Auftritten wurden häufig auch kurze Jongliertricks und Akrobatik integriert. Mit dem Aufkommen der Troubadoure, vor allem im 11. Jahrhundert, wurden die Jongleure – oft verbunden mit den Talenten der Minnesänger und Spielleute – zu beliebten Helfern der Troubadoure und zu Unterhaltern der Adeligen. Sie zogen über das Land und perfektionierten ihr Können in speziellen Schulen und Bruderschaften. 1782 eröffnete Philip Astley den ersten modernen Zirkus in einem Pariser Vergnügungszentrum (Amphithéatre Anglais du Fauburg du Temple), in dem auch professionelle Jongleure ihr Können zeigten.
Die neuere Geschichte des Jonglierens ist eng mit der Geschichte des Variétés und des Couplets verbunden. Mit der Industrialisierung wurde die Kleinkunst und mit ihr auch die Jonglage bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts immer beliebter. Jongleure wurden anfangs oft als Pausenfüller bei Variétés oder Unterhaltungsshows engagiert, später bekamen sie ihren eigenen Showteil, bei dem sie ihr Können kreativ und mit den unterschiedlichsten Jongliergeräten zeigten. Mit der Entwicklung des Kunststoffs verwendeten die Jongleure zunehmend Gummibälle. Zuvor wurden Jonglierbälle aus Garn, gefüllten Lederbeuteln, Holz oder Metall hergestellt. Gummibälle hatten den Vorteil, dass man sie auch auf dem Boden aufspringen lassen konnte. Mit der weiten Verbreitung der Unterhaltungsmedien Radio, Tonfilm und Fernsehen verlor die Kleinkunst des Jonglierens zwar etwas an Bedeutung, in vielen Variétés und Zirkusvorführung bildet sie allerdings immer noch einen unterhaltsamen Programmpunkt.
Positive Wirkungen auf den Körper
Visuelle Wahrnehmung und peripheres Sehen- v.a. das periphere Sehen, also die Wahrnehmungen im Randbereich des Sehfeldes werden stark verbessert. Der Jongleur fängt sicher Bälle, die er nur am Rande wahrnimmt. Diese verbesserte Fähigkeit ist zum Beispiel im Straßenverkehr von großem Vorteil.
Verbessertes Ballgefühl und Bewegungsgenauigkeit- durch die häufigen Wiederholungen beim Jonglieren erhält der Körper ein genaues Ballgefühl. Kleine Abweichungen von der Flugbahn können ausgeglichen werden.
Diese Erkenntnis kann auf andere Ballsportarten übertragen werden, so nehmen immer mehr Profimannschaften Jonglieren in ihr Trainingsprogramm auf.
Verbesserung der Feinmotorik und der Geschicklichkeit- Jonglieren fördert v.a. die Feinmotorik und die Fingerfertigkeit, kleinste Bewegungsabweichungen werden festgestellt und korrigiert. Beim Fangen werden Fehler erspürt und abgestellt. Diese Fingerfertigkeit ist in vielen anderen Bereichen von Vorteil.
Förderung des Rhythmusgefühls- Jonglieren ist eine rhythmische Angelegenheit, jedes Muster hat seinen eigenen Rhythmus, dem sich der Jongleur anpaßt.
Reaktionsfähigkeit- ständig muß auf kleinste Abweichungen im Jongliermuster oder beim Passen schnell mit Anpassungsleistungen reagiert werden. Dadurch wird das Zusammenspiel zwischen Wahrnehmung im Gehirn und abgestimmten Bewegungsreaktionen trainiert. Dies kommt einem auch im Alltagsleben zu Gute (Verkehr, Stürze, Reagieren auf Unvorhergesehenes).
Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit- Jonglieren heißt sich konzentrieren..., üben bis die Nummer oder der Trick klappt.
Bewegungsvorstellung- die mentale Beschäftigung mit dem Jongliermuster fördert im hohen Maße die Bewegungsvorstellung.
Training der "schwachen" Seite (Hand)- die "schache Hand" wird anders als in vielen Sportarten beim Jonglieren ständig gefordert. Da beim Jonglieren beide Gehirnhälften miteinbezogen werden, dient Jonglieren gleichzeitig der Einübung psychophysischer Beidseitigkeit.
Gleichgewichtsfähigkeit- z.B. (beim Jonglieren) auf dem Einrad oder Rola-Bola wird die Gleichgewichtsfähigkeit stark trainiert, das kommt einem wieder bei vielen Alltagsbeschäftigungen zu Gute.
Verbesserte Körperwahrnehmung- der Einblick in die individuellen vielseitigen Bewegungsabläufe schafft eine differenzierte und direkte Körperwahrnehmung.
Positive Wirkungen auf Geist, Seele und Psyche
Förderung der Kreativität- Jonglieren ist Kreativität pur... die individuelle Ausdrucksfähigkeit bei einem Trick, das kreavtive Gestalten von Jongliermustern oder Auftritten...
Abbau von Aggressionen und Frustrationen durch viele Erfogserlebnisse- beim Jonglieren hat man fast nur Erfolgserlebnisse. Was man einmal kann, verlernt man nicht mehr und täglich macht man Lernfortschritte. Es gibt beim Jonglieren keinen Verlierer. Jonglieren hat einen "Touch" von Fröhlichkeit und macht unheimlich viel Spaß.
Verstärktes Selbstbewußtsein und Selbstsicherheit- das Bewußtsein, etwas zu können, was nicht jeder kann, gibt positives Selbstvertrauen. Bei Auftritten vor Publikum gewinnt man Selbstsicherheit.
Psysische Stabilität- Jonglieren vermittelt Handlungskompetenzen zu einer sinnvollen Beschäftigung und kann somit aus so mancher Lebenskrise verhelfen.
Förderung von Kooperationsbereitschaft und Sozialverhalten- bei Partner- und Gruppenjonglagen v.a. aber beim Passen ist nur ein kooperatives miteinander möglich, man muß sich auf den anderen Partner einstellen, um gemeinsam zum Ziel zu kommen. Man lernt, dass Vorwürfe (z.B.: "wirf genauer") den Prozeß nicht voranbringen.
Förderung von Ausdauer und Geduld- man lernt, dass man mit Ausdauer, Zähigkeit und Geduld Ziele (Jongliertricks) erreichen kann, die man sich vielleicht gar nicht zugetraut hätte. Auch diese positive Eigenschaft läßt sich auf andere Bereiche übertragen.
Entspannungsfähigkeit- der harmonische Fluß der rhythmischen Jonglierbewegung ist innerlich ausgleichend und beruhigend, dies führt zur Streßreduzierung. Kurze Jonglierpausen (2 -10 min) im Arbeits- oder Lernprozeß fördern als "aktive Pausen" die Entspannung und können ohne besonderen Platz-, Geräte- oder Kleidungsbedarf überall eingeschoben werden.
Aufgabe
Mit den folgenden fünf Videos kann das Jonglieren mit drei Bällen in kurzer Zeit erlernt werden. Üben sie 15 Minuten und Präsentieren sie ihre Fortschritte am Ende der Lektion der Sportlehrperson.