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Bei der Kleinen Hufeisennase ist der Name Programm: ihre Nasenlöcher werden von einem hufeisenförmigen Hautlappen umgeben, der die kleine Fledermaus kennzeichnet. In der Schweiz ist die Kleine Hufeisennase stark gefährdet. Nun wurde sie von der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung zum «Höhlentier des Jahres» gewählt.
Kleine Hufeisennasen sind typische Höhlenfledermäuse, die vor allem Winterquartiere in Karstgebieten aufsuchen. Im Sommer sind die Fledermäuse tagsüber auf geschützte und frostfreie Rückzugsorte, wie etwa Dachböden angewiesen. Das macht sie stark abhängig von Menschen, weshalb es wichtig ist, ein friedliches Zusammenleben zwischen Mensch und Fledermaus zu ermöglichen. Stellvertretend für alle Tiere, die eine ähnliche Lebensweise führen, wurde die Kleine Hufeisennase von der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung (SGH) zum «Höhlentier des Jahres 2022» gewählt. Mit dieser Wahl will die SGH darauf hinweisen, dass bei der Erforschung der unterirdischen Ökosysteme und der darin vorkommenden Arten noch ein enormer Handlungsbedarf besteht.
Auf der Europäischen Roten Liste wird die Kleine Hufeisennase als «potenziell gefährdet», auf der Schweizer Roten Liste jedoch als «stark gefährdet» eingestuft. Sie ist eine prioritäre Art auf nationaler Ebene. Störungen im Winter, Lichtverschmutzung und Lebensraumverlust setzen der daumengrossen Fledermaus zu.
Die Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) gehört zur Familie der Hufeisennasen (Rhinolophidae), die in der Schweiz mit zwei Arten vertreten ist. Ihre Grösse macht sie unverwechselbar, denn sie ist die kleinste der in Europa vorkommenden Rhinolophus-Arten und eine der kleinsten Fledermausarten in der Schweiz. Ihren Namen verdankt die Kleine Hufeisennase dem hufeisenförmigen Hautlappen, der die Nasenlöcher umgibt.
In der Schweiz befinden sich die Wochenstuben der Kleinen Hufeisennasen in warmen Gebäudeteilen (Dächer,
Dachböden). Die Dachböden müssen störungs-, gift- und zugluftfrei sein – Eigenschaften, die durch Renovationen und Sanierungen oftmals verloren gehen. Muttertiere gebären nur ein einziges Junges – und dies nicht einmal jedes Jahr. Eine Fortpflanzung in Höhlen ist bisher nicht bekannt, doch Männchen nutzen Höhlen in den Sommermonaten auch als Tagesquartiere.
Kleine Hufeisennasen sind äusserst standorttreu und jagen vor allem in Wäldern, die nah an ihren Sommerquartieren liegen, nach Insekten. Sie meiden beleuchtete Gebiete, da sie empfindlich auf Lichtverschmutzung reagieren. Der Aktionsradius der Fledermäuse beträgt in der Regel weniger als 20 Kilometer. Im Herbst ziehen sie sich in nahegelegene Karsthöhlen zurück, um dort einen Überwinterungsplatz zu suchen. Für den Winterschlaf hüllen sich die kleinen Fledermäuse komplett in ihre Flughäute ein und hängen sich in Höhlen, Stollen und Kellern mit Temperaturen von 6 bis 9°C. Während des Winterschlafs können zu häufige Störungen zum Tod der Tiere führen.
Die Kleine Hufeisennase ist die am weitesten nach Norden verbreitete Hufeisennase. Sie kommt im Mittelmeerraum, bis West-Irland und im westlichen Grossbritannien vor. In der Schweiz ist die Kleine Hufeisennase in den Karstgebieten der Jurakette und der Nordalpen beheimatet. Einige Kolonien befinden sich auch im Wallis und in Graubünden. Ihre Populationen scheinen sich nach einem drastischen Rückgang, der ähnlich auch in anderen Teilen Europas beobachtet wurde, langsam wieder zu erholen.