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Geschichte
Erste Erwähnung
1246 "Wegosteton" (Brief von Papst Innocenz IV)
Marktort
Anfangs des 19. Jahrhundert besass Wegenstetten einen geschlossenen Weinberg von 33 Jucharten. Ein besonders ergiebiges Weinjahr war 1804. Die Bauern hatten nicht genug Fässer und nach auswärts verkaufen konnte man den Wegenstetterwein nicht. So kamen die vier Wirte des Dorfes auf die Idee, im Dorf einen Jahrmarkt einzuführen, damit die Fremden und Marktbesucher den einheimischen Wein in den damals vier Wirtschaften trinken konnten. Der Markt wurde vom aargauischen kleinen Rat bewilligt; je im Frühling und Herbst konnte ein Vieh- und Warenmarkt durchgeführt werden und bereits im Jahre 1832 wurden noch zusätzlich zwei Zwischenmärkte bewilligt.
Durch die Eröffnung der Bözbergbahn im Jahre 1884 und die Verbesserung der Hauptverkehrslinien Bözberg, Staffelegg und Hauenstein ging das Interesse am etwas abseitsgelegenen Wegenstettermarkt zurück, was im Jahre 1888 zur Aufhebung der Märkte führte.
Wappen
Das Wahrzeichen unserer Gemeinde ist eine weisse Ringmauer mit vier Zinnen auf rotem Grund. 1364 wurden die beiden Brüder Hans und Konrad von Wegenstetten in Rheinfelden eingebürgert. Hans war von 1389 bis 1394 Schulthess zu Rheinfelden. In seinem Wappen zeigte er eine gezinnte Mauer, welches sich die Gemeinde Wegenstetten zu ihrem Wappen wählte. Das Wappen hat aber auch grosse Ähnlichkeit mit demjenigen von Muri, was bestätigt, dass Wegenstetten im 13. Jahrhundert dem Kloster Muri unterstand.
Historisches
Wegenstetten ist in der allemannischen Zeit entstanden. Entdeckte Streufunde weisen auf ur- und frühchristliche Siedlungen und die Anwesenheit der Römer hin. Im Mittelalter gehörte das Dorf zum Einflussbereich der Habsburger. Vom Kulturkampf gegen Ende des 19. Jahrhunderts blieb auch Wegenstetten nicht verschont. Ein Teil der Bewohner trat damals zur altkatholischen Kirche über. Weil man sich über eine gemeinsame Nutzung der bestehenden St. Michaelskirche nicht einigen konnte, bauten die Römischkatholiken ein eigenes Gotteshaus. Nachdem die altkatholische Kirchgemeinde Wegenstetten-Hellikon um 1948 in Hellikon eine neue Kirche erbaute, ging die St. Michaelskirche wieder an die römisch-katholische Kirchgemeinde über. Die 1882 errichtete "Notkirche" wurde in diesem Zuge an die politische Gemeinde verkauft und diente bis 1980 als Turnhalle.
Besonderheiten
Strassendorf am Fusse des Thiersteinbergs, markante Aussichtspunkte, sonnige Wohnlage, freiliegende Bachläufe, imposante Barockkirche
Verkehrsverbindungen
Wegenstetten liegt an der Strassenkreuzung nach Frick, Sissach und Möhlin. Ortsverbindungsstrassen nach Schupfart, Hellikon, Ormalingen, Autobahnausfahrt Eiken (7 Min.), Autobahnausfahrt Sissach (14 Min.), Postautolinie Rheinfelden-Möhlin-Wegenstetten und Wegenstetten-Gelterkinden/Kienberg.
Sehenswürdigkeiten
St. Michaelskirche
An schönster Lage, am Nordhang hoch über dem Dorf steht das markante und imposante Bauwerk der St. Michaelskirche. Ihre Dominanz und Schönheit verleiht dem Dorf einen besonderen Glanz. Die Kirche stammt aus dem Jahr 1750 und wurde seither zweimal umfassend renoviert.
Skilift
Am Nordhang in der Föhrlimatt fährt man seit 1968 Ski. Anfangs liess man sich mit Pferden den Hang hinauf ziehen, bis 1970 ein Skilift von 300 Metern Länge errichtet wurde, wodurch eine Abfahrt von 600 Metern möglich wird. Unterdessen besteht eine Skihütte mit Verpflegungsmöglichkeit. Die ganze Anlage wird vom Spiel- und Turnverein betrieben und bietet eine willkommene sportliche Abwechslung für Jung und Alt aus der näheren und weiteren Umgebung.
Fledermäuse
Im Dachstock der St. Michaelskirche hält sich eine der grössten Kolonien von Mausohrfledermäusen auf. Man setzt alles daran, den Lebensraum der selten gewordenen Tiere zu schützen und zu erhalten. Ihre Entwicklung wird vor Ort wissenschaftlich begleitet und untersucht.
Mühle
Im Dorfkern kann eine bis 1993 durch Wasserkraft betriebene Standmühle besichtigt werden, sowie ein Mühlstein als äusserst interessantes Relikt aus früheren Zeiten.