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Akshay Venkatesh, Professor an der Stanford University, erhält die Auszeichnung für seine bahnbrechenden Leistungen auf den Gebieten der Zahlentheorie, der Theorie der automorphen Formen, der Repräsentationstheorie, der homogenen Dynamik und der arithmetischen Geometrie.
Ein wichtiges Motiv der Zahlentheorie ist das Zusammenspiel der ganzen Zahlen mit Objekten der Geometrie. Man stelle sich eine Kugel im Raum vor, deren Mittelpunkt im Koordinatenursprung liegt und deren Radius variiert. Wie viele Punkte mit ganzzahligen Koordinaten liegen auf der Kugeloberfläche?
Diese Zahl hängt vom Radius der Kugel ab und kann beliebig gross sein, aber auch Null. Bereits Legendre und Gauss wussten, welche Radien zu ganzzahligen Punkten führen und welche nicht. Ist das erst einmal bekannt, so kann man sich fragen, wie die ganzzahligen Punkte verteilt sind, falls es welche gibt. Stellt man die Situation grafisch mithilfe eines Computers dar, dann sieht man, dass die ganzzahligen Punkte bei kleinen Radien eher chaotisch verteilt sind, bei grösseren Radien hingegen zunehmend regelmässig.
Tatsächlich haben Linnik und Duke im 20. Jahrhundert nachgewiesen, dass diese Punkte gleichmässig über die Kugeloberfläche verteilt sind – sie sind gleichverteilt. Grob gesagt gibt es auf je zwei Teilen der Kugeloberfläche mit gleichem Flächeninhalt ungefähr die gleiche Anzahl ganzzahliger Punkte. Diese und ähnliche Gleichverteilungsprobleme spielen eine wichtige Rolle in Venkateschs Arbeit, die zu tiefen und neuen Einsichten geführt hat.
Die Forschung von Venkatesh zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Originalität aus. Venkatesh besitzt die Fähigkeit, verschiedene Gebiete der Mathematik miteinander zu kombinieren, um offene Probleme auf beeindruckende Art zu lösen. Seine Arbeit erweitert unser Wissen, schafft es aber auch, die Grundlagen für weitere Entwicklungen zu legen durch das Hervorheben von bislang unbekannten Parallelen zwischen verschiedenen Forschungsrichtungen der Mathematik.
Preis mit Basler Geschichte
Alexander M. Ostrowski (1893–1986), ein ehemaliger Mathematikprofessor an der Universität Basel, hat eine nach ihm benannte Stiftung errichtet, welche seit 1989 alle zwei Jahre einen Preis für die besten wissenschaftlichen Leistungen auf den Gebieten der reinen und der theoretischen Grundlagen der numerischen Mathematik verleiht.
Laut Statut besteht die Jury aus je einem Vertreter der Universitäten Basel, Jerusalem und Waterloo (Kanada) und der Akademien von Dänemark und den Niederlanden. Die Zuerkennung des Preises hat ohne Rücksicht auf Politik, Nationalität, Religion und Alter zu erfolgen.
Der Ostrowski-Preis wird zum fünfzehnten Mal verliehen, zuletzt 2015 an Prof. Peter Scholze von der Universität Bonn. Die feierliche Preisverleihung wird am 25. Januar 2018 an der Hebräischen Universität von Jerusalem stattfinden.