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Was versteht man unter Philanthropie?
StiftungSchweiz ist die “grösste digitale Philanthropie-Gemeinschaft der Schweiz”. Was bedeutet das eigentlich – „Philanthropie-Gemeinschaft“? Bzw. was versteht man unter Philanthropie genau? Woher der Begriff stammt, wie er definiert wird und wer ein*e Philanthrop*in ist, veranschaulichen am besten einige Beispiele für Philanthropie.
Springen wir direkt zur Definition: Das Wort “Philanthropie” hat seinen Ursprung im Altgriechischen: philanthrōpía (φιλανθρωπία) setzt sich zusammen aus phílos (φίλος) „Freund“ und (ánthrōpos) ἄνθρωπος „Mensch“. Philanthrop*innen sind also im übertragenen Sinn Menschenfreund*innen. Der Duden definiert “Philanthropie” ganz einfach als “Menschenliebe”. Philanthropie steht folglich für einen universellen Wert, der sich durch alle Kulturen und Epochen hindurch zieht, unabhängig von Religion, Politik oder Ideologien.
Das Gegenteil von Philanthropie ist der geläufigere Begriff der Misanthropie, der Menschenhass. Während man auch ohne feindliche Handlungen ein Misanthrop*in sein kann, steht in der Philanthropie der handelnde Mensch im Fokus, der Gutes für andere Menschen tut.
Bekannte Philanthrop*innen & wie man selbst einer wird
Die grössten Philanthrop*innen der Welt werden häufig daran gemessen, wie viel Geld sie für gemeinnützige Zwecke spenden oder welchen Anteil ihres Vermögens sie nach ihrem Tod an gemeinnützige Stiftungen vererben. Namen wie Bill Gates, Warren Buffet und MacKenzie Scott stehen auf den Listen bekannter Philanthropen ganz oben auf. Doch um Philanthrop*in zu sein, ist der Besitz von Milliarden keine notwendige Voraussetzung.
Zu den bekanntesten Philanthropen gehören zwei biblische Personen: Der heilige Sankt Martin, der seinen Umhang mit einem Bettler teilte, weil er sonst nichts bei sich trug und der barmherzige Samariter, der sich einem verletzten Mann annahm. Für diese philanthropischen Taten wurden keine Milliarden aufgebracht und trotzdem, oder gerade darum, hält sich die Bekanntheit dieser Erzählungen bis heute als Beispiele für bedingungslose Nächstenliebe.
Philanthropie ist inzwischen auch ein Studienfach und lässt sich akademisch erlernen – etwa im Rahmen eines wirtschaftswissenschaftlichen Studiums an der Universität Basel am Center for Philanthropy Studies oder in Form eines interdisziplinären Kurses an der Universität Genf. In Ludwigsburg in Deutschland existiert der erste Studiengang in Philanthropie. Hier können Studierende einen Master of Arts in “Fundraising-Management und Philanthropie” erwerben. Neben Kenntnissen, die für eine berufliche Laufbahn im Bereich der Philanthropie qualifizieren, ist die Philanthropie zudem als Forschungsgegenstand Inhalt des Studiums.
Philanthropie als Leitbild: Beispiele für philanthropische Werte & Handlungen
Die Grundpfeiler der Philanthropie sind Werte wie die Gleichheit aller Menschen, Empathie, Verantwortungsbewusstsein und Gerechtigkeit. Für Privatpersonen bedeutet philanthropisches Handeln meist, gemeinnützige Projekte und Stiftungen mit Geld- oder Sachspenden zu unterstützen – als Fördermitglied bei einer NGO oder gezielt und mit wenigen Klicks über eine Spendenplattform. Ehrenamtlich und hauptamtlich Tätige bei Förderstiftungen, Projekten und gemeinnützigen Organisationen handeln ebenfalls philanthropisch. Sie packen mit an, entwickeln Fundraising-Konzepte, füllen Anträge aus und übernehmen das Projektmanagement im Sinne der Philanthropie. Auch Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit für einen bestimmten, gemeinnützigen Zweck sind Teil der Philanthropie.
Philanthropie ist keine Branche und auch keine Disziplin, sondern ein Leitbild, aus dem Handlungen, Strukturen und ganze Lebensentwürfe hervorgehen. Manche Menschen verschreiben sich vollkommen der Philanthropie und bewirken echte Verbesserungen für ihre Mitmenschen, ohne grosse Spendenbeträge aufbringen zu können. Finanzielle Mittel und Spenden sind ganz klar unverzichtbar für philanthropisches Handeln, Philanthropie geht aber weit über Schenkungen hinaus.