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Rotary gab bei der Gründung der Vereinten Nationen im Jahre 1945 entscheidende Impulse. Beide Organisationen verbindet von Beginn an eine enge Beziehung. Das gemeinsame Ziel: der Frieden in der Welt.
Die Welt steckte mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs, als der Begriff «Vereinte Nationen» 1942 zum ersten Mal aufkam: 26 Unterzeichnerstaaten verpflichteten sich damals, die ein Jahr zuvor von den Vereinigten Staaten und Grossbritannien geäusserten Ideale als gemeinsamen Grundsatz zu wahren, «auf dem sie ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft für die Welt gründeten».
1943, kamen Vertreter aus Grossbritannien, der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten in Moskau zusammen. Sie forderten die Schaffung einer internationalen Organisation zur Erhaltung von Sicherheit und Frieden. Im darauffolgenden Jahr diskutierten Vertreter dieser drei Länder mit Gesandten aus China in Washington, D.C. darüber, wie man diese monumentale Aufgabe bewältigen könnte. Die Zusammenkunft ging als Konferenz von Dumbarton Oaks in die Annalen ein. Die Delegationen der vier Länder hatten einen Vorschlag für die Struktur der neuen Organisation geschaffen.
Im direkten Anschluss an die Konferenz gab Rotary die Broschüre «What Can Rotarians Do Following Dumbarton Oaks?» (Was können Rotarier nach Dumbarton Oaks tun?) heraus. Sie enthielt nicht nur die vorgeschlagene Charta, sondern gab den Rotariern konkrete Denkanstösse: Welcher Zusammenhang könnte zwischen den Vereinten Nationen und Rotary bestehen? Auf welchem Wege liesse sich die internationale Verständigung gemeinsam vorantreiben? Die Publikation stellte auch heraus, wie wichtig es ist, einen Plan für das Ende des Krieges vorzubereiten. Statt darauf zu hoffen, dass die Kämpfe aufhören würden, gelte es, zu handeln. Nach dem Ersten Weltkrieg seien Vorschläge für die internationale Zusammenarbeit gescheitert, hiess es in der Broschüre. Zu ihrer Unterstützung hätte es einer «aufgeklärten öffentlichen Meinung» bedurft, die jedoch fehlte. Dies sollte diesmal anders sein.
«Timely Questions on Dumbarton Oaks», ebenfalls von Rotary International herausgegeben, half Rotariern dabei, die Komplexität der vorgeschlagenen Charta zu verstehen. Die Broschüre betrachtete den Sicherheitsrat aus unterschiedlichsten Perspektiven und beleuchtete weitere Aspekte der UNO. All dies geschah, um den Rotariern «food for thought» und Anregungen für Diskussionen zu geben. Während in den Clubs in der Folge hitzig debattiert wurde, arbeiteten die Regierungen in aller Welt unter Hochdruck die Ergebnisse von Dumbarton Oaks durch und gaben ihre Rückmeldung.
Von April bis Juni 1945 nahmen Delegationen aus 50 Nationen an der United Nations Conference on International Organization in San Francisco (auch bekannt als die Konferenz von San Francisco) teil. Ihre Aufgabe bestand darin, eine für sie alle akzeptable Charta zu verfassen. Die Delegationen wurden bei diesen historischen Bemühungen von einer grossen Zahl an Mitarbeitern, Fachreferenten und Beratern unterstützt.
Rotary International war eine von 42 Organisationen, die von den Vereinigten Staaten eingeladen wurden, ihrer Delegation auf der Konferenz in San Francisco beratend zur Seite zu stehen. Jeder Organisation standen Sitze für drei Repräsentanten zur Verfügung, sodass die elf Repräsentanten von Rotary International sich abwechselten. Zu den offiziellen Vertretern von Rotary gehörten der Generalsekretär, der Herausgeber von The Rotarian und mehrere ehemalige Präsidenten. Andere Rotarier aus Afrika, Asien, Europa sowie Nord- und Südamerika waren Mitglieder der Delegationen ihrer eigenen Länder.
Kurz vor Beginn der Treffen verteilte Rotary International die Broschüre «Pattern for the San Francisco Conference». «Es ist eine grossartige Gelegenheit für den einzelnen Rotarier, das Ziel des Internationalen Dienstes zu erfüllen», hiess es in diesem Dokument, «indem er sich an der Debatte über dieses Weltregierungssystem beteiligt».
Nach der Gründung der UNO enthielt das 95-seitige Heft «From Here On!» auf jeder Doppelseite jeweils den genauen Text der UN-Charta und auf der gegenüberliegenden Seite Anmerkungen und Fragen, die zur Diskussion anregen sollten. Auf diese Weise konnten Rotarier sich ein genaues Bild davon machen und entsprechende Diskussionen im Club führen. Die Charta, so erklärte das Heft, wäre nur dann wirksam, wenn die «freien Bürger» weltweit entschlossen wären, ihr Leben einzuhauchen. «Der Rotarier, der diesen Seiten genau folgt», heisst es, «befindet sich auf dem Weg des Dienens».
Heute hat Rotary den höchsten Beraterstatus, den der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen, der viele spezialisierte UN-Agenturen überwacht, einer Nichtregierungsorganisation verleiht. Das Rotary Representative Network unterhält und fördert seine Beziehungen zu mehreren UN-Gremien, -Programmen, -Kommissionen und -Organisationen. Dieses Netzwerk besteht aus Vertretern von Rotary International bei den Vereinten Nationen und anderen Organisationen.
Beim Rotary-Tag bei den Vereinten Nationen wird jedes Jahr die gemeinsame Friedensvision der Organisationen gefeiert und auf die wichtigen humanitären Aktivitäten aufmerksam gemacht, die Rotary und die Vereinten Nationen weltweit durchführen.