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Campax stoppt sämtliche Petitionen, welche die Corona-Massnahmen kritisieren
Die Plattform zensuriert auch die E-Mails der Petitionäre an ihre UnterzeichnerInnen, legt die Kriterien aber nicht offen.
Der Luzerner Pablo Hess hat im April auf campax.org eine «Petition für Evidenz, Transparenz und Rechtsstaatlichkeit in der Corona-Krise» lanciert, die bis jetzt von mehr als 13’000 Menschen unterzeichnet wurde.
Wie bei campax üblich, gehören die Adressen der Unterzeichner der von einem Verein geführten Plattform. Wer eine Petition lanciert, kann bis zu ihrem Abschluss die Unterzeichner per E-Mail informieren, wovon Pablo Hess Gebrauch machte.
Sein letztes Rundschreiben vom 3. September wurde jedoch von Campax blockiert. Vier Tage später schrieb ihm Iared Camponovo von Campax:
«Leider konnten wir Ihre E-Mail an die UnterzeichnerInnen nicht zustellen. Wir haben uns entschlossen, aufgrund des aktuellen Forschungsstandes deutlich rigider mit Petitionen umzugehen, die sich gegen Corona-Massnahmen richten, bzw. unsere Plattform für Kampagnen gegen die bestehenden Massnahmen nicht mehr anzubieten. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass schon die Nutzung von chirurgischen Masken die Verbreitung von Tröpfchen und Aerosolen markant vermindern.»
Als Quelle gab Iared Camponovo einen Artikel aus der Boulevardzeitung 20 Minuten an.
In der blockierten E-Mail wollte Pablo Hess die Unterzeichner seiner Petition unter anderem auf corona-transition.org, das Notrecht-Referendum und auf die Kundgebung vom vergangenen Samstag in Altdorf aufmerksam machen, wo Pablo Hess eine Rede hielt (hier Video)
Der Entscheid von Campax wirft Fragen auf, die wir auch Iared Camponovo stellten:
- Die Forschung erkennt zunehmend, dass Covid-19 weniger gefährlich ist, als ursprünglich angenommen und Sars-Cov2 nicht das Killervirus ist, als das es zu Beginn bezeichnet wurde (hier Überblick) https://corona-transition.org/?rubrique=20&parent=11 Mit welchem «aktuellen Forschungsstand» begründen Sie das generelle Verbot von Petitionen auf Ihrer Plattform, die sich kritisch mit den Corona-Massnahmen befassen?
- Die eMails an die UnterzeichnerInnen der Petitionen werden von Campax offenbar kontrolliert und gegebenenfalls blockiert. Durch wen wird diese Kontrolle durchgeführt und nach welchen öffentlich zugänglichen Kriterien werden diese Mails beurteilt.
Die Antwort von Iared Camponovo und Matthias Meier:
- Bis vor kurzem war unsere Petitionsplattform act.campax.org offen für (die meisten) Petitionen, die sich gegen Corona-Massnahmen des Bundes und der Kantone richten. Dies, weil wir grundsätzlich auch Platz für verschiedene Meinungen und Forderungen bieten wollen.
- Wir haben nun unsere Haltung zu Covid-Petitionen revidiert. Die Solidarität mit den Schwächeren der Gesellschaft ist Teil unserer DNA. Der Schutz von Risikogruppen ist uns deshalb ein wichtiges Anliegen. Wir stehen deshalb grundsätzlich hinter den aktuell geltenden Massnahmen des Bundes und der Kantone, auch wenn es natürlich Massnahmen gibt, die auch wir kritisch sehen.
- In den Nutzungsbedingungen der Plattform ACT (vgl. Abschnitt 2.2.) steht, unter welchen Bedingungen Petitionen zugelassen und moderiert werden. Entspricht eine Petition nicht den Grundhaltungen und Werten von Campax, haben wir die Möglichkeit sie nicht zuzulassen. Im aktuellen Fall haben wir unsere Haltung zur Corona-Pandemie aufgrund interner Diskussionen und Rückmeldungen aus der Campax-Community, wie oben beschrieben angepasst.
Für Pablo Hess stellt das Vorgehen «das Vertrauen in Campax grundsätzlich in Frage». Etliche Supporter der Plattform haben nach seinen Angaben ihre Unterstützung bereits gekündigt.
Die Petitionsplattform «Campax» wurde 2017 von Andreas Freimüller gegründet, gemäss NZZ der «Meister des Shitstorms». Auf der Plattform wurden nach eigenen Angaben 614 Petitionen lanciert und von 620’000 Personen unterzeichnet. Sie sei damit die beliebteste Petitionsplattform der Schweiz.
Campax zählt zu den Gewinnern der Corona-Krise. Im ersten Quartal wurden 128 Petitionen lanciert, fast so viele wie im ganzen letzten Jahr, die meisten zur aktuellen Krise.
Es geht allerdings auch ohne Campax, wie das Beispiel der «Petition für eine unabhängige Untersuchung der Corona-Krise» zeigt. Das Anliegen ist ähnlich wie das der Petition von Pablo Hess, wurde später, dafür aber auf einer eigenen Website lanciert und zählt aktuell 20’000 UnterzeichnerInnen.
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