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Die 40 in Griechenland gestarteten Schweizer Athletinnen und Athleten, haben die Erwartungen der Verantwortlichen erfüllt.
Höhepunkt war der Doppel-Olympiasieg von Urs Kolly. Der Freiburger wurde "König der Leichtathletik" an den Paralympics.
Überschattet vom Tod von sieben Kindern, welche die Olympischen Spiele der Behindertensportler besuchen wollten und deren Bus verunfallte, sind die Paralympics 2004 in Athen zu Ende gegangen.
Die XII. Paralympics in Athen zeigten, dass auch der Behindertensport nicht frei von Doping ist.
Trotz dieser negativen Meldungen boten die Behindertensportler vom 17. bis 28. September zahlreiche Exploits. Athen 2004 war auch beim Behindertensport eine Veranstaltung voller Spannung und Emotionen.
Die Spiele wurden von der chinesischen Delegation dominiert, die insgesamt 141 Medaillen holte (vor Australien mit 100 Medaillen). Doch auch die Schweizer Athletinnen und Athleten wussten sich in Szene zu setzen: Mit zweimal Gold, sechsmal Silber und achtmal Bronze wurde die Vorgabe von 15 Medaillen sogar übertroffen.
Ziel erreicht
"Wir sind in der Lage 15 Medaillen zu gewinnen", hatte der Schweizer Delegationschef Hugo Wölfli vor den Spielen die Möglichkeiten der Schweizer Athleten eingeschätzt. Dass es schlussendlich 16 Medaillen wurden, freute Wölfli ganz besonders.
Schaut man allein auf die Anzahl Medaillen, dann ist das Ergebnis von Athen schlechter als dasjenige von Atlanta 1996 (20 Medaillen, davon 9 Gold, 6 Silber und 5 Bronze). Verglichen mit Sydney vor vier Jahren (4/2/4) war Athen jedoch deutlich besser.
"Wir sind mit dem Ergebnis vollauf zufrieden", sagte Wölfli gegenüber swissinfo. "Zumal wir in unserer Delegation mehrere junge Leute haben, die auch bereits auf Anhieb erfolgreich waren und Medaillen holten."
Wölfli spricht hier von den beiden Medaillen der 20-jährigen Manuela Schär (Rollstuhl) und der Medaille von Sara Tretola (Rad), die auch erst 20-jährig ist. Dazu kommen die beiden Auszeichnungen des erst 18 Jahre alten Marcel Hug (Rollstuhl).
Die Show des Urs Kolly
Überragend war Doppel-Goldmedaillengewinner Urs Kolly, der den Fünfkampf mit neuem Weltrekord und den Weitsprung mit neuem Europarekord gewann. Kolly liess die beiden Schweizer Spitzenathleten Ursina Greuter und Lukas Christen, die in Athen fehlten, vergessen.
Schon fünfmal hat der unterschenkelamputierte Freiburger Athlet an Paralympischen Spielen Medaillen gewonnen. Doch in Athen zündete der Schweizer ein echtes Feuerwerk.
Die erste Goldmedaille holte sich Kolly im Fünfkampf. Mit 4447 Punkten setzte er nicht nur eine neue Weltrekordmarke, sondern brach auch noch drei Schweizer Rekorde.
Im Weitsprung verbesserte Urs Kolly mit 6,68 Metern seinen eigenen Europarekord. Das bedeute Goldmedaille Nummer zwei für den Freiburger.
swissinfo, Mathias Froidevaux
(Aus dem Französischen übertragen von Urs Maurer)
Fakten
40 Schweizer Athleten (13 Frauen)
16 Medaillen (2 Gold, 6 Silber, 8 Bronze)
Im Medaillenspiegel belegt die Schweiz Rang 29.
In Kürze
Schweizer Medaillengewinner
Marcel Hug: Bronze, Handbike 800 und 1500 Meter
Manuela Schär: Silber im Rollstuhlfahren 200 Meter und Bronze im Sprint 100 Meter.
Edith Hunkeler: Silber 1500 und 5000 Meter Rollstuhl
Urs Kolly: Gold im Fünfkampf und im Weitsprung
Karin Suter/Sandra Erath, Bronze im Tennis-Doppel
Pia Schmid: Silber 200 Meter Rollstuhl
Franz Weber: Silber und Bronze im Handbike
Sara Tretola: Bronze im Handbike-Zeitfahren
Beat Bösch: Silber über 100 Meter Rollstuhl und Bronze über 200 Meter.
Franz Nietlispach: Bronze, Handbike