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Wegen Kriminalität und einer überdurchschnittlich hohen Zahl an Obdachlosen gelangte die kanadische Kleinstadt Medicine Hat vor acht Jahren landesweit in die Schlagzeilen. Heute lebt dort kein einziger Mensch mehr auf der Strasse. Wie hat die Stadt das geschafft?
Der Bürgermeister Ted Clugston zog damals die Konsequenzen und startete die Initiative «Housing First». Damit sollte jeder Person, die seit mindestens zehn Tagen auf der Strasse lebt, eine Wohnung gestellt werden. Um eine Wohnung zu bekommen, mussten die Obdachlosen keinerlei Auflagen erfüllen. Denn Studien fanden heraus, dass vor allem junge Menschen und drogensüchtige Personen sich gar nicht erst um eine Wohnung bemühen, wenn dies mit Auflagen, wie beispielsweise innerhalb einer bestimmten Zeit clean zu werden, verbunden ist.
Dieser kleine Kniff zeigte mächtig Wirkung. In Medicine Hat lebt heute keine einzige obdachlose Person mehr auf der Strasse. Für Drogenabhängige ist dieser Umstand zudem hilfreich, sich von ihrer Sucht zu lösen. Denn wer auf der Strasse lebt, kommt schwerer von den Drogen los. Für die kanadische Stadt zeigte dies: «Housing First» unterstützt gleich in zweierlei Hinsicht.
Inzwischen wurden auch einige amerikanische Städte auf den Erfolg der Initiative aufmerksam. Noch unter Barack Obama wurde «Housing First» auch in Los Angeles ins Leben gerufen.