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In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandelten sich europäische Städte in sozialer, politischer, wirtschaftlicher und städtebaulicher Hinsicht grundlegend. Dieses Buch untersucht die Auswirkungen dieses Wandels auf die Konstruktion von Stadtidentitäten am Beispiel von Winterthur, Luzern und Bern. Die drei Städte stehen für Typen, die im 19. Jahrhundert entstanden sind: Winterthur war eine moderne Industriestadt, Luzern die wichtigste städtische Tourismusdestination in der Schweiz und Bern als Bundeshauptstadt ein Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum.
Die Autorin analysiert die Selbstdarstellung dieser drei Städte anhand vielfältiger Quellen, unter anderem Postkarten, Fremdenblättern, Festschriften, Reiseführern, Reiseberichten, Zeitungsartikeln und Vereinsprotokollen. Sie erläutert die Prozesse der Identitätsbildung und fragt nach Unterschieden: Welche Ziele verfolgten die jeweiligen Akteure? Gibt es Charakteristika, die die Konstruktionen prägten? Wie beeinflussten Stadtidentitäten den Städtebau, die Wirtschaft? Die Studie zeigt, dass drei Aspekte in den untersuchten Städten auf je eigene Weise zentral waren: der Geschichtsbezug, der Umgang mit Modernisierung und die Hervorhebung der Natur.
«Die Argumentation von Fasol zur Konstruktion der Stadtidentitäten kann insgesamt überzeugen, die Quellen werden sehr gut kontextualisiert. [...] Die Studie von Laura Fasol [leistet] einen überzeugenden, gut geschriebenen und hervorragend bebilderten Beitrag zur vergleichenden Forschung zu Stadtbildern und Stadtidentitäten.»
«Die kulturgeschichtliche Studie stützt sich auf heimatkundliche Publikationen, Festschriften, Stadtführer, Reiseberichte, Postkarten, Stadtveduten und andere Stadtansichten sowie Debatten um Stadtentwicklung und Bauvorhaben in Zeitungsartikeln und amtlichen Akten. Sie ist konsequent nach einem gleichbleibenden Schema gegliedert. Umsichtig werden bei der Analyse der Quellen alle Aspekte berücksichtigt. Die Gedankengänge werden Schritt für Schritt sorgfältig entwickelt, was einerseits der Klarheit dient, andererseits zu gewissen Wiederholungen führt. [...] Laura Fasol reaktiviert mit ihrem anschaulichen mentalitätsgeschichtlichen Beitrag die Schweizer Stadtgeschichtsforschung.»
«Wie rauchende Fabrikschlote zum Wahrzeichen der Stadt [Winterthur] werden konnten, zeigt die Historikerin Laura Fasol in ihrer Dissertation, die kürzlich unter dem Titel ‹Stadtgestalt und Stadtgesellschaft› erschien. Darin vergleicht sie anhand von Postkarten und anderen Publikationen, wie verschiedene Städte um 1900 ihre Identität konstruierten. [...] Die Darstellung Fasols endet mit dem Ersten Weltkrieg. Das Selbstverständnis der arbeitssamen und naturnahen Industriestadt hielt sich jedoch bis in die späten 80er-Jahre, als es durch den Niedergang der Industrie und die Jugendbewegung infrage gestellt und durch das Bild der Kulturstadt abgelöst wurde.»
«Das Geschäft mit den gutbetuchten Ausländern war und ist eine Triebfeder der Modernisierung in Luzern. Ein Interview mit der Historikerin und Städteforscherin Laura Fasol über nicht ganz so hinterwäldlerische Luzerner, Indianer und Dämonen»
«Ein neues Buch zeigt, wie sich Schweizer Städte im 19. Jahrhundert selbst darstellten – und wie das ihr Aussehen beeinflusste. Winterthur als Industriestadt, Luzern als Tourismusstadt und Bern als Verwaltungsstadt: Die Schweizer Historikerin Laura Fasol hat für ihr Buch Stadtgestalt und Stadtgesellschaft ganz unterschiedliche Stadttypen unter die Lupe genommen.»
«Die Historikerin Laura Fasol hat die Selbstdarstellung von Schweizer Städten untersucht – und sagt, warum Bern bis heute eine klare Identität fehlt.»
«Luzern ist eine Touristenstadt […] Doch wie genau das Image entstanden ist, liest sich durchaus spannend. [...] [Es lohnt sich] Fasols Buch zu lesen - nicht zuletzt, um die eigenen Gäste beim Spaziergang mit Anekdoten und Detailwissen zu beeindrucken. Denn der Historikerin gelingt es anhand vielfältiger Quellen herauszuarbeiten, wie sich die identitätsgebenden Prozesse unterscheiden, welchen Interessen sie dienen und was sie […] transportieren sollen. [...] Und das ist durchaus unterhaltsam, auch dank der klaren und schnörkelfreien Sprache Fasols.»
«Die Studie zeigt, dass drei Aspekte in den untersuchten Städten auf je eigene Weise zentral waren: der Geschichtsbezug, der Umgang mit Modernisierung und die Hervorhebung der Natur. Postkarten, Fremdenblätter, Festschriften, Reiseführer, Reiseberichte, Zeitungsartikel und Vereinsprotokolle aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geben Einblicke in die Selbstwahrnehmung jener Zeit. Keine leichte Kost, aber doch ein bemerkenswerter Beitrag zur Kulturgeschichte von Städten im frühen Bundesstaat.»
«Die vorliegende Studie [...] zeigt, dass drei Aspekte in den untersuchten Städten [Winterthur, Luzern und Bern] auf je eigene Weise zentral waren: der Geschichtsbezug, der Umgang mit Modernisierung und die Hervorhebung der Natur. Der Band besticht mit seiner Darstellung, die vor allem identitätsstiftende Aspekte in den drei Schweizer Städten in den Blick nimmt und sich nicht allein auf architekturhistorische, gesellschaftliche, soziale oder wirtschaftliche Fakten der Stadtentwicklung konzentriert. Wer die Stadtentwicklung seit dem 19. Jahrhundert besser verstehen will und das auf eindrucksvolle Weise anhand dreier faszinierender Schweizer Städte, sollte unbedingt das Buch von Laura Fasol kennen lernen!»