Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03606.jsonl.gz/172

Insgesamt unterscheidet sich der Artenreichtum von Bakterien nicht klar zwischen den Seen. Hingegen variiert von See zu See stark, welche Arten dominieren, je nachdem, unter welchen Bedingungen sich die Sedimente bildeten. Dabei sind die Unterschiede aus Zeiten mit starker Überdüngung bis heute präsent. Nur in den alten, tiefliegenden Sedimentschichten, die vor der Eutrophierung abgelagert wurden, fanden die Forschenden keine solche Differenzierung. Das lässt vermuten, dass die bakterielle Artenzusammensetzung in allen fünf Seen damals noch ähnlich war.
Archäen zeigen ein anderes Muster
Interessant ist, dass sich die Muster mit dominanten Bakterienarten bei den Archäen nicht wiederholen. Hier variieren die Gemeinschaften erst in den jungen Ablagerungen. Laut Mark Lever vom ETH-Departement für Umweltsystemwissenschaften, korrespondierender Autor der Studie, könnte dies darauf hinweisen, wie der Abbau im Sediment abläuft: Womöglich führen Bakterien die ersten, entscheidenden Schritte durch beim Abbau des organischen Materials, während Archäen sich vor allem von bakteriell produzierten Zwischenprodukten ernähren. Diese, beispielsweise durch Fermentation gebildeten Zwischenprodukte gelten als universell und hängen daher wenig von der Zusammensetzung des organischen Materials ab.