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Gleich beim Aufwachen bot sich uns ein fantastischer Anblick. Über Nacht oder besser gesagt, während wir Passagiere schliefen, hatte die Mannschaft die Freya von Kong Karls Land an die Küste von Nordaustlandet navigiert. Nahe fuhren wir an der hohen, senkrecht ins Meer abfallenden Kante des Brassvellgletschers entlang. Das vor uns fahrende Schiff, die Arctic Adventurer verdeutlichte die riesigen Dimensionen der Gletscherwand. An diesem riesigen Gletscher verstand man den Namen Svalbard – Kalte Küste. Vom Gletscher ging eine spürbare Kälte aus.
Wenn es zu tauen beginnt, dann stürzen Wasserfälle von der Gletscherkante direkt ins Meer. Das muss ein imposanter Anblick sein. Ein Grund, eine zweite Reise hierher zu machen? Wer weis…
Am Bärensund
Nach einer Weile lösten wir uns von Nordaustland und fuhren nach Olav V Land um den Björnsundet nach Bären abzusuchen. Bärensund, das tönte vielversprechend. Tatsächlich sichteten wir eine Bärin mit Jungen. Wir stoppten die Freya an der Eiskante und warteten eine Weile, in der Hoffnung, die Bärin würde näher kommen. Leider erfüllte sie uns den Wunsch nicht und so blieben sie und ihre Jungen kleine Punkte im Feldstecher.
Da das Eis im Björnsundet zu dicht war, mussten wir um die Insel Wilhelmoya herumfahren um das nördliche Ende des Sunds zu erkunden. Tatsächlich entdeckte die Brückenmannschaft einen schlafenden Bären nahe der Eiskante. Vorsichtig brach sich die Freya eine Rinne, die uns näher an den Bären führte. Dabei entdeckten wir, dass der Bär Verdauungsschläfchen hielt, denn er hatte soeben eine ganze Robbe verschlungen. Da er nicht mit uns teilen wollte, schnappte er sich die Haut, an der noch kleine Resten Fett klebten und legte sich damit 200 Meter weiter entfernt wieder hin. Zurück blieben ein paar abgenagte Rippen und hungrige Möwen.
Wir vertauten die Freya an der Scholle und blieben über Nacht. Unsere Hoffnung, dass der Bär sich auch noch die allerletzten Reste holen würde, erfüllte sich leider nicht.