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Oberste moralische Priorität hat dem Vatikan offenbar der Schutz des eigenen Ansehens. Ein Geheimnisverräter (ob es auch eine Geheimnisverräterin gewesen sein könnte?) treibt im Vatikan sein Unwesen. Seit einiger Zeit gelangen Dokumente über interne Zänkereien und Machtspiele an die Öffentlichkeit. Dem gläubischen Publikum will man dies natürlich nicht zumuten («Dadurch sei in der Öffentlichkeit ein Bild der Römischen Kurie entstanden, das nicht der Realität entspreche.»)
Das Parlament hat 2011 – auf Druck der Verleger- und Buchhändler-Lobby – ein Buchpreisbindungsgesetz verabschiedet, das zuerst vor allem den schweizerischen gegenüber dem ausländischen Online-Buchhandel benachteiligen und unter Druck setzen wird.
[Update, 11.03.2012: In der Abstimmung vom 11. März 2012 wurde das Buchpreisbindungsgesetz vom Schweizer Volk abgelehnt. Die Buchpreise können damit in der Schweiz (anders als etwa in Deutschland oder Österreich) frei von den Buchhändlern selbst festgesetzt werden.]
Am 11. März 2012 stimmt das Schweizer Stimmbevölkerung über ein Buchpreisbindungsgesetz ab, über das sich vor allem ausländische Online-Buchhändler wie Amazon freuen werden, inländische weniger.
Da hat sich kürzlich CVP-Präsident Christophe Darbellay mit einem – wie der Tagesanzeiger schreibt – «waghalsigen Vergleich» den Ärger und die Empörung verschiedener Schwulen- und Lesbenorganisationen zugezogen. In Bezug auf die Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare in eingetragenen Partnerschaften meinte Darbellay: Nur weil einzelne Personen das heutige Gesetz umgingen, bestehe noch kein Änderungsbedarf. Schliesslich werde Kokain auch nicht legalisiert, nur weil viele Leute Kokain konsumierten.