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Dürre und Hunger am Horn von Afrika – Ein Teufelskreis vieler Krisen
Millionen von Menschen sind von den Folgen der Dürre in Ostafrika betroffen. Ausgetrocknete Böden und verendende Nutztiere zerstören die Lebensgrundlagen und führen zu einer enormen Ernährungskrise - die Not ist gross. Auch die DEZA ist in der Region aktiv und unterstützt Entwicklungsprojekte und humanitäre Hilfsmassnahmen zur Eindämmung dieser Krise.
Frauen und Kinder gehen an Tierkadavern in der Nähe des Dorfes Sagalo in der Zone Korahe in der Region Somali in Äthiopien vorbei, 21. Januar 2022. © UNICEF
Die aktuelle Dürre am Horn von Afrika kommt zu einer ohnehin schon schwierigen Situation hinzu: Die betroffenen Gemeinschaften haben zur gleichen Zeit mit den Folgen anderer schwerwiegenden Probleme zu kämpfen, darunter die Auswirkungen des Klimawandels – Überschwemmungen, Heuschreckenplagen und vorangegangene Dürren – sowie COVID-19, Konflikte und einer hohen Inflation. Es ist ein Teufelskreis, entstanden aus verschiedenen Krisen, in dem sich derzeit in den betroffenen Regionen Millionen von Menschen wiederfinden.
Die Folgen der anhaltenden Dürre sind für vulnerable Bevölkerungsgruppen besonders verheerend. «Die Menschen, insbesondere Frauen und Kinder, in den betroffenen Ländern kämpfen ums Überleben. Es braucht jetzt kurzfristig Nahrungsmittel und medizinische Versorgung. Längerfristig geht es darum, die Lebensgrundlage der Menschen zu verbessern, dem Klimawandel zu trotzen und die Kriege zu beenden», sagt DEZA-Direktorin Patricia Danzi zur Situation vor Ort. Die Menschen in der Region ergreifen teilweise verzweifelte Maßnahmen, um das Überleben ihrer Familien zu sichern. Die Liste der durch die Krise entstandenen zusätzlichen Risiken ist lang: Sexuelle Gewalt; Einschränkung des Zugangs zu Bildung bei Kindern; Krankheiten infolge von Unterernährung; fehlender Schutz für Vertriebene.
Ein kurz- und langfristiges Engagement der DEZA
Die DEZA setzt seit 2013 ein regionales Kooperationsprogramm für das Horn von Afrika (Äthiopien, Kenia und Somalia) um. Das laufende Regionalprogramm (2022-2025) umfasst ein Gesamtbudget von CHF 215 Mio.
Als frühzeitige Reaktion auf die Dürrekrise hat die Schweiz seit Oktober 2021 insgesamt CHF über 8 Mio. ihrer regulären Mittel umprogrammiert, um dringende Bedürfnisse im Zusammenhang mit der Dürre am Horn von Afrika zu decken. Dazu gehört auch die Aufstockung von Mitteln für bereits laufende, langfristige Entwicklungsprojekte. Unter anderem konnte damit der Schweizer Beitrag an das Programm des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Somalia aufgestockt werden, welches lebenswichtige Nothilfe in den Bereichen Ernährung, Wasser und Gesundheit leistet. Zudem hat die DEZA im Jahr 2022 zusätzliche CHF 5 Mio. aus dem eigenen Nothilfefond mobilisiert, um auf die humanitären Auswirkungen der Dürre zu reagieren.
Zu den wichtigsten Partnern in dieser Krise gehört das Welternährungsprogramm (WFP) in Äthiopien und Somalia, das die Schweiz in diesem Jahr mit rund CHF 10 Mio. unterstützt. Das WFP ist ein wichtiger humanitärer Akteur in der Nahrungsmittelversorgung und der Sicherung der Lebensgrundlagen in der Dürreregion.
Übergreifende Zusammenarbeit zur Verhinderung langanhaltender Krisen
Die DEZA arbeitet instrumentenübergreifend am Horn von Afrika, um humanitäre, entwicklungspolitische und friedenspolitische Akteure enger zusammenzubringen. Dieser sogenannte Nexus-Ansatz ist in fragilen Kontexten wie jener am Horn von Afrika besonders wichtig, da langfristige Konflikte im Zusammenspiel mit den Auswirkungen des Klimawandels und strukturellen Ursachen zu einer langanhaltenden Negativspirale führen.
In diesem Zusammenhang unterstützt die DEZA unter anderem das «Somalia Resilience Program». Ziel dieses Programms ist es, die Kapazitäten der gefährdeten Bevölkerungsgruppen in Somalia zu stärken, um sowohl unmittelbar auf Dürren und andere klimatische Schocks zu reagieren als auch die langfristige Widerstandsfähigkeit in einigen der am stärksten betroffenen Regionen Somalias zu verbessern.
Ein wichtiges Nexus-Instrument der DEZA sind auch die sogenannten «contigency funds». Bei diesen «contigency funds» handelt es sich um einen Notfallmechanismus, der in laufende Entwicklungsprojekte integriert wird. Dieser Mechanismus kann ausgelöst werden, um Leben zu retten, dringende Grundbedürfnisse zu decken und gleichzeitig die Entwicklungserfolge zu schützen. Im Zusammenhang mit der aktuellen Dürre haben die meisten Entwicklungspartner der DEZA ihre contigency funds ausgelöst.
Unterstützung auch für die kommenden Jahre notwendig
Es braucht in den kommenden Jahren weiterhin die Solidarität der Weltgemeinschaft und ein grosses finanzielles Engagement, um den Auswirkungen der globalen Ernährungskrise und den direkten Folgen der aktuellen Dürre entgegenzuwirken. Gleichzeitig muss aus einer langfristigen Perspektive aus gesehen der Aufbau einer nachhaltigen Resilienz unterstützt werden. Gemeinsam mit ihren Partnern wird die DEZA auch in Zukunft am Horn von Afrika aktiv und engagiert sein, um den notleidenden Menschen in dieser schwerwiegenden Krise kurz- und langfristig zu helfen.