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Partizipation in Theorie und Praxis
Ein facettenreicher Begriff der Sozialen Arbeit im Praxistest in Projekten mit geflüchteten Menschen
Partizipation ist ein facettenreicher Schlüsselbegriff der Sozialen Arbeit, der in vielen sozialarbeitswissenschaftlichen Texten beleuchtet wird und dennoch schwer zu fassen bleibt. Davon ausgehend werden in der vorliegenden Forschungsarbeit zwei Ziele verfolgt: Erstens soll ein Partizipationsbegriff und eine partizipative Haltung entwickelt werden, um sie in den professionellen Habitus integrieren zu können. Zweitens soll der gewonnene Begriff in einem „Praxistest“ auf das Handlungsfeld der Arbeit mit geflüchteten Menschen angewendet werden. Letztere sind durch ihre Lebensumstände häufig in ihren Partizipationsmöglichkeiten eingeschränkt, was für eine selbständige Lebensführung problematisch ist. Aus der sozialarbeitswissenschaftlichen Literatur wurde zuerst ein breites Partizipationsverständnis entwickelt und in Bezug zum Selbstverständnis der Sozialen Arbeit gesetzt. Dann wurden Personen, die in Projekten mit geflüchteten Menschen arbeiten, in Interviews nach ihrem Partizipationsbegriff befragt. In einer Synthese der Ergebnisse wurde der Begriff präzisiert und Erkenntnisse für die partizipative Praxis mit geflüchteten Menschen gewonnen. Für die Praxis hat sich ein Begriff herauskristallisiert, der Partizipation als eine kooperative, schöpferische Art zu handeln versteht. Zugleich beschreibt Partizipation, wie Individuen und die Gesellschaft durch Teilnahme, Teilgeben, Teilhabe und Teilsein miteinander in Beziehung stehen. Die methodische Herausforderung für Sozialarbeitende besteht darin, Kontexte zu gestalten, in denen Partizipation erfahrbar wird. Als Grundlage dafür dient eine partizipative Haltung, die das Gegenüber als gleichwertig, individuell und kompetent anerkennt.