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und vor allem das sogen. Meßopfer, d. h. die priesterliche Handlung,
durch welche im Abendmahl (s. d.) Brot
[* 4] und Wein in den Leib und das BlutChristi verwandelt und Gott dargebracht
werden. Man unterscheidet Privatmessen (Winkelmessen, missae privatae et solitariae), welche ein Priester allein ohne allen
Gesang abhält, und öffentliche, die wieder in niedere oder stille und hohe eingeteilt werden. Bei einer hohen Messe werden
die dabei nötigen Gebete von den Choristen mit Gesang, zuweilen auch mit Musik, begleitet, und der Priester
erscheint, von wenigstens zwei niedern Geistlichen umgeben, in einem kostbaren Meßgewand.
Eine solche feierliche Messe, welche gewöhnlich am Hochaltar abgehalten wird, heißt auch Hochamt. Bei den niedern Messen, zu
welchen man auch die Privatmesse, die an Nebenaltären, und die sogen. Handmesse
rechnet, die täglich gelesen wird, und wofür der Priester das Geld auf die Hand
[* 5] empfängt, genügt die Ablesung der üblichen
Gebetsformeln. Vorzüglich zeremoniell sind die Messen, welche die Päpste halten. Der Ausbildung der Meßzeremonien lag namentlich
der PapstGregor d. Gr. ob, von welchem auch die Bestimmung
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Da man frühzeitig Messen mit Fürbitten und Gelübden verband, um denselben eine größere Kraft
[* 8] zu verleihen, sie ferner auch
gegen die elementaren Gewalten der Natur sowie gegen die Bosheiten der Menschen in Anspruch nahm, so entstanden
neben den Fest- und Wochenmessen eine große Anzahl von sogen. außerordentlichen Messen, welche sämtlich der Kirche oder dem
Priester besonders honoriert werden müssen. Dergleichen sind: die Braut- und Hochzeitsmessen, die Weih- und die Vorbittemessen,
die HeiligeGeist-Messe, eine der feierlichsten, die vor derWahl zu einem kirchlichen Amt, beim Beginn einer
großen Festlichkeit abgehalten wird, die Messen als Gegenstand eines Gelübdes (Votivmessen) etc. Eine besondere Art ist die
ewige Messe, die an gewissen Tagen im Jahr, gewöhnlich für Verstorbene gestiftet, gelesen wird.
Bei der trocknen Messe (Schiffsmesse), die früher auf den Schiffen abgehalten zu werden pflegte, fand, um
eine Verschüttung des Kelchs zu verhüten, keine Konsekration statt, und an der Wahlmesse, welche ehemals alljährlich am
Mittwoch und Sonnabend der vierten Fastenwoche gelesen wurde, nahmen nur die Katechumenen teil, die geprüft werden sollten,
ob sie genügend vorbereitet zum Empfang der Taufe wären. Die meisten und besuchtesten Messen trifft man inSpanien.
[* 9]
Dennoch darf auch dort kein Priester mehr als eine an einem Tag lesen, und nur am Weihnachtstag (25. Dez.) ist es allen Priestern
erlaubt, drei Messen abzuhalten (s. Weihnachten). Damit die öffentlichen Messen nicht durch Privatmessen
gestört werden, haben sie ihre bestimmten Stunden, weshalb man sie auch als Frühmesse, 10-Uhr-Messe, Mitternachtsmesse etc.
bezeichnet. In der griechischen Kirche entwickelte sich das Zeremoniell der Messe auf ganz eigentümliche Art; s. darüber Russische Kirche.
[* 10]
LuthersReformation richtete sich besonders gegen die Mißbräuche des Meßwesens; er schaffte die Messe in
ihrem Kern ab,
d. h. den Wandlungs- und Opferbegriff. Im übrigen schloß sich selbst noch seine »Deutsche
[* 11] Messe« von 1526 im Gegensatz zu den Calvinisten an die katholische an, deren Ritual er übrigens mit der größten Freiheit behandelte
und namentlich kürzte. Der Konsekration folgt die Kommunion auf dem Fuß, und alles wird möglichst der
Einfachheit der ursprünglichen Abendmahlsfeier genähert.