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- Varroa Behandlung
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Die Ameisensäure ist in der Natur ein bekannter Wirkstoff gegen Milben. Vögel baden beispielsweise gerne im Ameisenhaufen, um sich von den Milben in den Federn zu befreien. Auch bei Bienen wirkt die Ameisensäure gegen die Varroamilbe. Deshalb verdunsten Imker die Säure im Bienenstock, um die Milbe zu bekämpfen1).
Ameisensäure ist farblos, stark ätzend und schwerer als Luft. Deshalb sinkt sie im Bienenstock nach unten und wird meistens von oben verabreicht. Sobald die Luft im Stock eine gewisse Konzentration von Ameisensäure enthält, werden die Milben abgetötet oder geschädigt. Die Luft im Stock ist dann so übersäuert, dass die Milben nicht mehr richtig atmen können. Das hängt mit dem Körper der Varroamilben zusammen: Die Milbe ist relativ leicht, hat aber eine grosse Körperoberfläche, deshalb hat sie eine höhere Atmungsaktivität als Honigbienen. Diese sind weniger empfindlich gegen den Ameisensäuredampf. Da die Zelldeckel bei Brutzellen luftdurchlässig sind, verbreitet sich auch dort die Ameisensäureluft und schädigt die Milben in der Brut. Zudem paaren sich die Milben nicht mehr so effizient, wenn Ameisensäure im Stock ist.
Der Bienengesundheitsdienst empfiehlt in seinem Konzept zwei Sommerbehandlungen mit Ameisensäure. Die erste Behandlung findet direkt nach der Sommerhonigernte spätestens Ende Juli statt und kann auch durch eine Oxalsäurebehandlung ersetzt werden, wenn das Volk durch eine geeignete Massnahme wie Brutstopp, Bannwabe oder komplette Brutentnahme brutfrei gemacht wurde. Die zweite Behandlung die spätestens Mitte September beginnt muss zwingend mit Ameisensäure durchgeführt werden.
Für die Behandlung mit Ameisensäure empfiehlt der Bienengesundheitsdienst die Verwendung des Liebig-Dispensers oder des Nassenheider-Verdunster professional. Bei diesen beiden Dispenser wird die flüssige Ameisensäure vorgängig in einzelne Behälter abgefüllt und in wissenschaftlichen Studien eine Wirksamkeit von mehr als 85% gegen die Varroa Milbe nachgewiesen.
Aber auch andere Verfahren schneiden in diesen Untersuchungen nicht schlecht ab. Jedes Verfahren hat seine Vor- und Nachteile.
Im brandenburgischen Dorf Nassenheide erfand 1995 der Imker Bruno Becker in Zusammenarbeit mit Weiland Werkzeugbau GmbH & Co. KG in Hoppegarten bei Berlin einen Verdunster für Ameisensäure. Der Nassenheider® Verdunster konnte bis heute über eine halbe Million Kunden von sich überzeugen.
Vorteile: Der Nassenheider Verdunster Professional passt sich durch das patentierte 2-fach-Dochtsystem selbständig an wechselndes Wetter an und funktionieren daher bei Tageshöchsttemperaturen von 10°C-35°C. Bei Tageshöchsttemperaturen über 30°C bis 35°C ist aber besondere Vorsicht geboten: kleinsten U-Docht (Größe 1) verwenden und das Verhalten der Völker beobachten.
Nachteile: Der Nassenheider Verdunster Professional hat viele Einzelteile die gelagert und beim Einsatz richtig zusammengesetzt werden müssen.
Dr. Gerhard Liebig von der Uni Hohenheim entwickelte einen Dispenser für die einfache Anwendung der Ameisensäure. Dieser Dispenser wird von BioVet Andermatt in der Schweiz hergestellt und vertrieben.
Vorteile: Relativ kostengünstig und sicher in der Anwendung.
Nachteile: Die Fliessgrösse muss der mittleren Temperatur angepasst werden. Bei grossen Tag und Nacht Temperaturunterschieden ist die Wahl der richtigen Fliessgrösse nicht einfach. Ein Einsatz unter 15°C ist nicht vorgesehen (Wetterprognose beachten).
Vom Forschungszentrum in Liebefeld wurde vor 1998 ein erster Dispenser für die Langzeitbehandlung mit Ameisensäure entwickelt.
Nachteile: Es wird direkt auf dem Bienenstand mit flüssiger Ameisensäure gearbeitet.
Der flache APIDEA Ameisensäure-Dispenser mit grünem säurebeständigem Kunststoff und seinem saugfähigen Viscoseschwammtuch als Trägermaterial ist mehrmals verwendbar. Er ist ausgerüstet mit zwei Platten mit Verdunstungsöffnungen, die zum Einstellen der Verdunstungslöcher gegeneinander verschiebbar sind.
Vorteile: Nur 1cm flach und einfach Handhabbar.
Nachteile: Temperaturbereich manuell einstellen und hantieren mit flüssiger Ameisensäure auf dem Bienenstand.
Die MAQS-Streifen sind ein Fertigpräparat das mit Ameisensäure imprägniert ist und diese über sieben Tage abgeben. Die Behandlung ist relativ einfach: Man muss nur die Verpackung entfernen und die Streifen auf die Waben legen. Dafür ist das Präparat vom Hersteller Andermatt BioVet im Vergleich zur Ameisensäure ad us. vet. relativ teuer. Ein Vorteil ist, dass MAQS auch bei niedrigen Temperaturen eine hohe Wirksamkeit aufweist. Bei hohen Temperaturen (über 30°C) kann es bei dieser Ameisensäurebehandlung hingegen zu Brutschäden kommen.
Obwohl es mittlerweile professionellere Verdunster gibt, verwenden viele Imker noch ein Schwammtuch zur Ameisensäurebehandlung. Hier tränkt man ein Haushalt-Schwammtuch mit 2 Milliliter pro besetzter Wabe. Anschliessend legt man es auf die Rähmchen, die Säure verdunstet dort ziemlich schnell. Das hat Vor- und Nachteile: Das Schwammtuch taugt nicht für eine langfristige Behandlung, deshalb muss mehrmals behandelt werden. Bei feuchter, kalter Witterung kann das Schwammtuch jedoch eine geeignete Notmassnahme sein.