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Eine charakteristische und grundlegende Fähigkeit von Geomorphologinnen und Geomorphologen ist die Fähigkeit, die Landschaft zu lesen. Aufgrund ihres theoretischen Grundverständnisses sind sie in der Lage, komplexe Reliefstrukturen zu erkennen, mit Hilfe der Analyse des oberflächennahen Untergrunds deren Entstehungsprozesse abzuleiten und Abhängigkeiten und Zusammenhänge wahrzunehmen. Ein guter Blick fürs Gelände zeichnet Geomorphologinnen und Geomorphologen demnach aus.
Zur Untersuchung konkreter Fragestellungen verwendet die Geomorphologie eine Vielzahl an analytischen und interpretativen Methoden, die von der Auswertung von Luft- und Satellitenbildern über die Analyse von Boden- und Gesteinsproben bis zur Anwendung geophysikalischer Methoden zur Untersuchung des Untergrundes reichen. Weitere wichtige Werkzeuge sind Techniken zur Altersdatierung (z.B. von Sedimentablagerungen) sowie der Einsatz von Computermodellen zur Simulation geomorphologischer Prozesse. Neben modernen, computerbasierten Methoden wird explizit auch auf traditionelle und erprobte Methoden (z.B. Kartierung oder die Analyse von Stratigraphien) zurückgegriffen. Diese Vielfalt an interpretativen und analytischen Methoden spielt bei der Erarbeitung von Lösungen für gesellschaftsrelevante, oft drängende Problemstellungen eine bedeutende Rolle.