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Nummer 4 vom geschichtlichen Rundgang
1884 wurde hier ein Pensionat eröffnet. Das Haus St. Charles war ursprünglich ein kleines Seminar zur Ausbildung von Priestern. Zurzeit befindet sich eine Spezialschule in den Räumlichkeiten. Das Dekor über der Eingangstür stammt vom jungen Emile Aebischer, bekannt unter seinem Künstlernamen Yoki*. Der Architekt aus Romont, Fernand Dumas*, baute 1928 einen neuen Flügel und richtete im Dachstock eine Kapelle ein, ausgestattet von seinen Freunden der Groupe de St-Luc*. Die Glasgemälde stammen von Alexandre Cingria*, die Wandbemalung von Gaston Faravel.
Die jungen Leute aus Romont taten gut daran, sich anständig zu verhalten, drohte man ihnen doch, sie als interne Schüler ins Pensionat einzuschreiben. Einige junge Leute mussten dann auch dort verweilen.
*Yoki (Emile Aebischer) (1922-2012) : Dekorateur, Landschaftsmaler und Glasmaler, geboren in Romont. Eine Vielzahl an Glasfenster in der Schweiz und im Ausland stammt von ihm. Mitbegründer des Schweizerischen Museums für Glasmalerei 1981.
*Fernand Dumas (1892-1956) : Architekt in Romont. Entwarf zahlreiche katholische Kirchen und baute viele Heiligtümer in der Westschweiz, in einem neoklassischen bis modernen Architekturstyl, um. Nahm beim Bau der Universität Miséricorde von Freiburg teil.
*Groupe de St-Luc: Vereinigung von katholischen Künstlern, Architekten und Intellektuellen, die in der Westschweiz während der Zwischenkriegszeit die Sakralkunst erneuert haben. 1919 gegründet, vereinigt die Gruppe Künstler verschiedener Herkunft und Ausdruckarten. Alexandre Cingria und Fernand Dumas waren die Initianten dieser Gruppe, die sich im Lion d’Or in Romont traf.
*Alexandre Cingria (1879-1945) : Kunstmaler, Mosaizist, Dekorateur und vor allem Glasmaler unter Verwendung leuchtender Farben und barocker Fantasie in seinen spontanen Zeichnungen.
Die Kapelle kann auf Anfrage besichtigt werden.