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Gründungsdatum: 24. September 1980
Fläche: 2.272.000 Hektar
Ökosystem: Tropisch äquatorialer Wald
Relief: Überschwemmbare Areale, ebene, hügelige und tabulare, interfluviale Flächen.
Ort: Bundesstaat Amazonas – in Barcelos und Novo Airão
Der “Parque Nacional do Jaú“ ist die viertgrösste Waldreserve Brasiliens und der drittgrösste Park mit intaktem tropischen Regenwald der Welt. Er befindet sich innerhalb des Amazonas-Regenwaldes und erstreckt sich über die Munizipien Nova Airão und Barcelos im Bundesstaat Amazonas. Er hat eine Fläche von 2.377.889,00 Hektar (entspricht 23.377 Quadratkilometern). Sein Umfang (Perimeter) beträgt 1.213km – der Park steht unter der Administration von ICMBio.
Der Park präsentiert den gesamten Überfluss des Amazonas-Regenwaldes und seine gesamte Biodiversifikation an Flora und Fauna. Er bietet sich an für Wanderungen und Kanufahrten, sowie die Bewunderung seiner Naturschönheiten. Besucher sind in der Regel auf dem Rio Carabinani anzutreffen.
Die Üppigkeit des tropischen Regenwaldes und der grösste See Amazoniens, der Amaná, sind die Highlights des Parks. Die Gegend wird von einer unglaublichen Menge von Pflanzenarten repräsentiert und ist bedeckt mit dichtem Tropenwald unterbrochen von offeneren Teilstücken. Ein Kuriosum: Im Park gibt es zirka einen Alligator pro Kilometer!
Ideale Jahreszeit für Besuche ist zwischen Juli und November. Das Klima ist konstant feucht durch den Regenwaldbestand, aber die regenreichste Zeit liegt in den Monaten Dezember und April.
Von Manaus aus kann man per Boot anreisen, auf dem Rio Negro bis Novo Airão, was zwischen 6 und 18 Stunden in Anspruch nimmt. In Novo Airão muss man ein anderes Boot mieten und den Rio Jaú bis zum Park hinauffahren. Wenn man auf dem Landweg anreisen möchte, tut man dies auf der Strasse Manacapuru/Novo Airão. Der Park ist zwischen 07 bis 18 Uhr geöffnet – Eintritt R$ 3,00.
Unterkunft findet man in Novo Airão, im Süden des Parks, und auch in Barcelos, im Norden. Innerhalb des Parks gibt es ein Besucher-Zentrum und Unterkünfte für Forscher – mit einer Anlegestelle für Boote und zwei schwimmende Unterkünfte.
Die Schaffung des Parks wurde von der IBAMA vorgeschlagen – mit Unterstützung durch Studien, die vom INPA (Instituto de Pesquisa da Amazônia) durchgeführt worden waren, und die jenes Gebiet als besonders wertvoll zur Erhaltung genetischen Materials beschreiben. Der Park wurde dann am 24. September 1980 gegründet. Im Jahr 2000 wurde er von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
Die Region des heutigen Parks war der erste Kolonisationspol der Indianer Amazôniens – sie wurde von zahlreichen Kämpfen um ihren Besitz zwischen den indigenen Völkern geprägt. Zahlreiche Funde von Keramik und Felszeichnungen erhärten diese Annahme.
Das Becken des Rio Jaú, der den Park bewässert, erhielt seinen Namen nach einem der grössten Fischarten Brasiliens. Das Wort “Jaú“ – es stammt aus der Tupi-Sprache – wurde dann auch für den grössten Nationalpark Brasiliens übernommen, der ebenfalls der grösste Park mit intaktem tropischen Regenwald auf unserem Planeten ist.
Eine der aussergewöhnlichsten Besonderheiten des “Parque Nacional do Jaú“ ist die Tatsache, dass er die einzige Konservierungseinheit Brasiliens ist, welche die Gesamtheit eines grossen und umfangreichen Strombeckens beschützt: von 450km Ausdehnung!
Konstant feucht (tropischer Regenwald). Die mittlere Jahrestemperatur schwankt zwischen 26°C und 26,7°C – mit Maximalen von 31,4 und 31,7°C sowie Minimalen von 22°C und 23°C (DMPM 1992). Die Regenperiode liegt zwischen Dezember und April – weniger Regen fällt zwischen Juli und September. Ein klimatisches Phänomen ist der so genannte “Blodown“ (eine Windböe) von 100km/Std.
Mit seiner Lage auf der abgesunkenen Hochebene des okzidentalen Amazonien, besitzt der Park ein ebenes Relief mit Höhenzügen bis 100 Meter. Er befindet sich auf interfluvialen Tafeln, die meist von periodisch oder permanent überschwemmten Einschnitten unterbrochen werden. Entlang der Flussbette hat sich Schwemmland aus dem Quartär ausgebreitet, das sich aus Sand, Silt und Tonerde zusammensetzt.
Es dominiert der dichte, ombrophyle Wald, in dem häufige Gruppen von Castanheira-do-Pará (Bertholletia excelsa) anzutreffen sind, des weiteren Angelim-rajado (Pithecelobium racemosum), Quaruba (Vochysia maxima), Sucupiras (Diplotropis spp), Ucuubas (Virola spp), Breus (Protim spp) und Maçaranduba (Manilkara huberi). Ausserdem ist eine bestimmte Lianenart hier sehr häufig, aus der man Wasser von exzellenter Qualität gewinnt: die Daliocarpus rolandri.
Auf höherer Ebene, im Nordosten des Parks, findet man eine Menge dichten, submontanen Wald, in dem die representativsten Buschansammlungen aus Amapá-doce (Parahancornia amapa), Mangarana (Microphalis guianensis), Sorva (Couma guianensis) und Jarana (Holopyxidium jarana) bestehen.
Entlang der aluvialen Ebenen der Flüsse Carabinani und Jaú, periodisch überschwemmt, trifft man auf Gruppen von Palmen, wie zum Beispiel Paxiúbas (Iriartea spp), Açaí (Euterpe oleraceae) und Jauaris (Astrocaryon spp). Und auf älteren Arealen, die selten von Überschwemmungen bedroht sind, breitet sich der offene aluviale Wald aus – hier dominieren ebenfalls Palmenarten, wie die Buriti und die Caranãs (Mauritia spp).
Als typische Vertreter der äquatorialen Fauna findet man im Park dämmerungs- und nachtaktive Säugetiere, wie zum Beispiel die bereits seltenen und bedrohten Onça-pintada (Panthera onca), Suçuarana oder Onça-parda (Puma concolor), ausserdem kleinere Katzenarten, wie die Jaguatirica (Leopardus pardalis), Jaguarundi (Herpailurus yagouaroudi) und Gato-do-mato (Leopardus sp).
Auch den Peixe-boi (Trichechus inunguis), die Ariranha oder Lontra gigante (Pteronura brasiliensis), Botos (Inia sp, Sotalia sp), Guariba-vermelho (Alouata seniculus), Macaco-da-noite (Aotus trivirgatus), Macaco-de-cheiro (Saimiri sciureus) und Anta (Tapirus terrestris) kann der aufmerksame Besucher im Park beobachten.
Unter den Fischen sind Pirarucu (Arapaima gigas), Tucunaré (Cichla sp) und Tambaquis (Colossoma spp) die bemerkenswertesten Repräsentanten.
Eine Vielzahl von Reptilienarten soll ebenfalls nicht unerwähnt bleiben: Jabutis (Geochelone spp), Jacaré-açu (Melanosuchus niger), Sucuri (Eunectes murinus) und Tartarugas (Wasserschildkröten). Unter den Vögeln gibt es unter anderem Reiher, Aras, Papageien und Ziegenmelker.
- Unumgänglich ist die Begleitung eines Guide, der bei der IBAMA registriert ist.
- Werfen Sie keine Zigarettenkippen auf den Boden oder ins Gras, um keine Brände zu verursachen!
- Werfen Sie keinerlei Abfall innerhalb des Parks weg!
- Sammeln Sie keinerlei Blumen, Früchte oder Pflanzen!
- Belästigen Sie die Tiere nicht – sie sind die Schönheiten dieses Parks!
- Halten Sie sich nur auf den Strassen, Wegen und Pfaden!
- Befolgen Sie die Anweisungen der Guides!
- Verlassen Sie den Park so, wie Sie ihn vorgefunden haben, damit nachfolgende Besucher ebenfalls in den Genuss kommen, ihn so zu bewundern, wie Sie ihn sahen!