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Was macht den Lippenstift rot?
Früher verwendete man Karmin aus dem Blut von Läusen, Pflanzenfarbstoffe, Pigmente aus Braunalgen oder Zinnober; heute kommen industriell hergestellte Verbindungen zum Einsatz.
Bereits im alten Ägypten färbte man sich die Lippen. Man verwendete Pflanzenfarbstoffe und Pigmente aus Braunalgen. Gelegentlich wurde auch Zinnober verwendet, ein Stoff, der aus Gestein gewonnen werden kann. Die ersten Lippenstifte wurden zum Teil auch mit Karmin gefärbt, einem natürlichen Farbstoff aus dem Blut der weiblichen Cochenille-Schildlaus, die auf mexikanischen Kakteen lebt. Man küsste also sozusagen eine Laus ...
Der Lippenstift hinterliess jedoch Spuren an Tassen, Wangen, usw. Heute müssen Lippenstifte höheren Ansprüchen gerecht werden: Ein Lippenstift soll nicht nur eine schöne Farbe haben, sondern auch einen neutralen Geschmack, soll matt oder glänzend sein, sich leicht anwenden lassen bei Kälte und Hitze, und er soll formstabil bleiben und keine gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Natürlich dürfen sich auch keine Bakterien oder andere Mikroorganismen im Lippenstift vermehren können.
Ein Lippenstift besteht heute meist aus 5% Farbstoff, 40% Öl, 20% Wachs, 10% Titandioxid und 25% Erweichungsmittel. Häufig verwendet wird heute Di- oder Tetra-Brom-Fluorescein (Eosin). Fluorescein kennt man vielleicht auch aus dem Unterricht: Das ist die häufig verwendete gelb bis grünlich leuchtende Lösung, die gerne von Chemielehrern in verschiedenen Experimenten vorgeführt wird.
Wenn der Lippenstift aufgetragen wird, dann reagieren die Chemikalien im Lippenstift mit den Proteinen der Lippe. Es entsteht eine tiefrote Färbung, die gut an den Lippen haftet. Öl und Wachs werden so gewählt, dass die Konsistenz stimmt und der Lippenstift nicht zerschmilzt, sich aber trotzdem auf die Lippen auftragen lässt. Je nach Hauttyp und Verwendung werden unterschiedliche Öle verwendet.
Titandioxid verdünnt die intensiv rote Farbe, wodurch verschiedene pink- und rosa Farbtöne erzielt werden. Bei der Herstellung von Lippenstiften werden die Zutaten erwärmt und gut vermischt. Anschliessend wird die Masse in Metallhüllen gegossen und abgekühlt. So erhält man das beliebte, durch die Chemiker optimierte Produkt.
Übrigens: angeblich isst eine Frau etwa dreieinhalb Kilo Lippenstift in ihrem Leben. Nicht als Snack natürlich, sondern weil die Farbe beim Sprechen, Essen, usw. von den Lippen in den Mund gelangt.