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|IV.X.MMVI|

Die Irrfahrten des Odysseus: Rinder des Helios
Wie froh waren Odysseus und seine Männer, als sie die doppelte Gefahr von Skylla und Charybdis hinter sich hatten! Nach kurzer Zeit gelangten sie zur Insel Thrinakia, wo die Rinder des Sonnengottes Helios weideten.
Odysseus wusste, dass es verboten war, von diesen Rindern zu essen. Er befahl daher seinen Gefährten, die Tiere nicht anzurühren. Zuerst störte sie das Verbot nicht, doch als sie wegen ungünstiger Winde wochenlang auf der Insel zurückgehalten wurden und die Vorräte an Nahrung aufgebraucht waren, konnten sie der Versuchung nicht widerstehen. Und als Odysseus sich kurz vom Lager entfernt hatte, schlachteten sie die Rinder und verzehrten sie. Doch die Strafe liess nicht lange auf sich warten: Nachdem sie die Insel endlich verlassen konnten, gerieten sie sogleich in einen gewaltigen Sturm, der das Schiff zerschmetterte. Nur Odysseus überlebte das Unglück allein. Nach zehn Tagen erreichte er die Insel der Göttin Kalypso, die ihn freundlich aufnahm. Von dort kehrte er schliesslich in seine Heimat Ithaka zurück, wo er noch manche Gefahr bestehen musste, bevor er seine Frau in die Arme schliessen konnte.