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Die Tage werden nun merklich länger, vor allem spürt man es am Morgen, denn die Sonne erscheint 30 Minuten früher am Horizont. Beim Sonnenuntergang beträgt der Unterschied zwischen August und September lediglich 10 Minuten. Insgesamt ist es während 12 Stunden hell. Auch wird es schon wärmer, tagsüber liegen die Temperaturen im Mittel bei 23 bis 30 Grad. Morgens, abends und nachts schwanken sie zwischen 13 und 22 Grad. An der Küste bewegen sie sich zwischen 20 und 33 Grad, im Süden (Tuléar) klettert die Quecksilbersäule bis auf 37 Grad. Immer noch sind die Tage trocken, die wenigen spärlichen Nieselregen, fallen nicht ins Gewicht. Manchmal ist der Himmel morgens bewölkt, aber bis Mittag haben sich die Wolken wieder verzogen und der Himmel bleibt blau. Zwar sind immer noch einige Leute eingemummelt, aber schon bedeutend weniger als in den beiden vorangegangenen Monaten.
Das Gras an den Strassenrändern ist dürr, die Erde trocken. Die Landschaft hinterlässt einen verdorrten Eindruck. Weiterhin werden Backsteine und Holzkohle fabriziert. Schwelende Backsteinmeiler schicken ihre Rauchfahnen in die Luft. Dazu gesellen sich die Rauchschwaden der nun häufiger werdenden Buschfeuer, die riesige schwarze Flächen hinterlassen und die Bäume zum Teil bis zu den Kronen versengen. Die Bäche und Flüsse führen wenig Wasser, das wegen der Erosion braun gefärbt ist. Die Felder, die nur während der kommenden Regenzeit bewässert werden können, werden nun von den Bauern vorbereitet. Mist wird ausgebracht, Deiche und Bewässerungskanäle werden ausgebessert oder erneuert. Ende Monat ist die Mehrzahl der Felder mit dem Spaten umgegraben oder mit Hilfe von zwei Zebus umgepflügt und wartet auf die weitere Bearbeitung. Schon früh am Morgen sind die Bauern mit dem Spaten auf den Schultern unterwegs. Auf den Reisfeldern in der Umgebung von Antsirabe bildet der dort angebaute Weizen seine Ähren. Verschiedene laubabwerfende Bäume zeigen das erste zarte Grün, die Jacaranda-Bäume entfalten ihre violetten Blüten und die ebenfalls violetten Blütentrauben der Glyzinien zieren die Gartenmauern. Corossol, Ochsenherz (beides Annonen-Arten) und Honigmelone gesellen sich zum Früchteangebot und Ende des Monats erscheinen die ersten Mangos von der Küste auf dem Markt. Erdbeeren und Zitrusfrüchte sind immer noch erhältlich.
Ein wichtiges Ereignis anfangs September ist „La Rentrée“, der Schulbeginn nach den 2-monatigen Ferien. Wo man hinschaut sieht man Hefte, Schulmappen, Kugelschreiber, Lineale und was sonst noch zu dem Zweck gebraucht wird. Sogar Supermärkte werben dafür auf grossen Plakattafeln. Der Schulanfang ist mit nicht geringen Ausgaben verbunden. Die meisten Familien haben mehrere Kinder auszustatten. Ausser für das Schulmaterial muss auch Geld für die Schuluniform aufgebracht werden. Sowohl in der Stadt als auch auf dem Land sind morgens, mittags und abends jeweils zum Schulanfang beziehungsweise Schulausgang scharenweise Kinder in den gleichfarbigen Kitteln unterwegs. Jede Schule hat ihre eigene Farbe.