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KORA News
KORA News informieren über die neusten Ereignisse und Forschungsresultate betreffend Raubtiere in der Schweiz und Europa.
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Umsiedlungen von Luchsen im Winter 2017Kategorie: Luchs
Dazu dürfen nach Vorgabe des Bundesamtes für Umwelt maximal 10% des Bestandes der jeweiligen Luchskompartimente entnommen werden, was zurzeit 3 Luchsen aus dem Kompartiment Jura Süd, 4 Luchsen aus dem Jura Nord und 2 Luchsen aus dem Kompartiment Nordostschweiz entspricht.
Fünf Luchse wurden diesen Winter bereits eingefangen und für die nötigen Abklärungen vor dem Grenzübertritt in der Quarantänestation des Natur- und Tierparks Goldau untergebracht: 3 aus dem Kompartiment Jura Süd und 2 aus dem Kompartiment Jura Nord. Ein männlicher Luchs aus dem Kompartiment Jura Süd hat die Schweiz bereits verlassen und wurde im Pfälzerwald freigelassen. Zwei weitere Tiere, ein Männchen und ein Weibchen, ebenfalls aus dem südlichen Jura sind nach Österreich gebracht und im Nationalpark Kalkalpen freigelassen worden.
Bei den zwei Luchsen aus dem Kompartiment Jura Nord wurde allerdings bei der gesundheitlichen Untersuchung Abwehrstoffe gegen ein Virus, genauer gegen das Feline Immunschwächevirus (FIV), nachgewiesen. Bis auf einen männlichen Luchs, der vergangenes Jahr im gleichen Gebiet eingefangen wurde, handelt es sich bei diesen zwei Luchsen nach allen verfügbaren Informationen um die ersten Wildfeliden in Europa, die Abwehrstoffe gegen dieses Virus aufweisen. Die zur Verfügung stehenden Daten weisen auf eine kürzlich erfolgte Einführung des Virus in die Luchspopulation hin. Um zu verhindern, dass die zwei Luchse in freier Wildbahn weitere Luchse anstecken, können diese Tiere nicht umgesiedelt und auch nicht in ihr ehemaliges Streifgebiet zurückgeführt werden und werden euthanasiert. Weitere Abklärungen zum Ursprung und zu den Auswirkungen der FIV-Infektion werden in den kommenden Wochen und Monaten unternommen.