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Pedal Kick
Pedal Kicks sind Sprünge nach vorne vom Hinterrad aus. Mit ihnen lassen sich ohne Anlauf z.B. Lücken von 2m und mehr überspringen. Auch recht hohe Stufen kann man mit einem frontalen Pedal Kick bezwingen. Auch die Side Hops nach oben oder der Surge basieren auf Pedal Kicks.
Der Surge ist eigentlich Pedalkick nach vorne oben von beiden Rädern aus. Die hier beschriebenen Techniken sind die Grundlage dazu.
Wenn du die Backwheelhops auf der Stelle oder rückwärts noch nicht beherrschst, solltest Du hier lang gehen!
Das Prinzip
Auf dem Hinterrad auf der Stelle hüpfend oder stehend lässt du dich nach vorne fallen, und springst dann dem Gleichgewicht hinterher, indem du gleichzeitig explosiv die Hüften Richtung Lenker bewegst, die Hinterradbremse löst und einen kräftigen Kick in die Pedale gibst. Zwischen den Sprüngen nach vorne machst du immer wieder kleine Hüpfer auf der Stelle um die Richtung für den nächsten Satz vorzubereiten. Die Pedal Kicks können auch direkt aufeinanderfolgen.
Bewegungsablauf:
- Zuerst musst du irgendwie aufs Hinterrad kommen. In der Regel geschieht das wieder mit einem Pedalkick oder mit einem Wheelbase Gap. Am Anfang kannst du es auch machen, wie in der vorherigen Technik beschrieben (Rückwärtshüpfen).
- Zuerst hüpfst du auf dem Hinterrad auf der Stelle. (Beschreibung)
- Das vordere Pedal bewegst du aus der neutralen Lage nach oben. Wie weit nach oben, das hängt davon ab, wie weit beim Abspringen getreten wird (unten).
- Du lässt dich jetzt etwas nach vorne fallen, streckst die Arme, gehst in die Knie und platzierst den Hintern weit hinten über dem Hinterrad, um Schwung zu holen.
- Fast dein ganzes Gewicht muss jetzt auf dem vorderen Pedal lasten!
- Um nach vorne wegzuspringen, tust du folgende Dinge gleichzeitig:
- Hinterradbremse lösen.
- Kräftig ins Pedal treten.
- Die Hüften ruckartig ganz nach vorne Richtung Lenker werfen und gleichzeitig mit den Armen den Lenker zu den Hüften ziehen.
- Die Beine und den ganzen Körper völlig durchstrecken.
- Sobald du in der Luft bist, ziehst du wieder die Hinterradbremse.
- Vor der Landung auf dem Hinterrad schiebst du das Bike am Lenker unter Dir nach vorne, indem du die Arme gerade nach vorne streckst. So springst du weiter und kannst die Landung sanfter abfedern (wichtig bei rutschigem Untergrund!).
Wichtige Tipps:
- Bei sehr weiten Sprüngen, wo nur wenig Reserven übrig sind, kann man während der Landung auf dem Hinterrad versuchen, den Körper so tief wie möglich zu platzieren. So bringt man den Körperschwerpunkt eher über die Kante.
- Landet man ganz knapp auf der Kante, dann kann es sein, dass das Hinterrad rückwärts durchdreht (schlechte Bremsen). Dem kann man entgegenwirken, indem man zusätzlich Druck auf das vordere Pedal gibt.
- Am weitesten springt man, wenn dem grossen Pedal Kick ein kleiner, sehr schneller vorausgeht. So gewinnt man zusätzlich Geschwindigkeit. Das bedingt, dass auf dem Objekt, von dem man abspringt, genügend Platz vorhanden ist.
- Einige Fahrer springen noch weiter, indem sie dem grossen Sprung mit mehreren kleinen Pedal Kicks vorbereiten, so zum Beispiel Nelson Reis, USA.
Wie lange, wie stark und in welchem Augenblick du beim Absprung ins Pedal trittst, hängt stark von der Form und Grösse der Fläche ab, von der du abspringst:
1. Die Fläche ist gross und eben (z.B. Steinquader)
- Hiervon kannst du am besten abspringen.
- Deine Absprungposition ist je nach Sprungweite etwa 20cm vor der Kante.
- So hast du genug Platz, um lange ins Pedal zu treten, wodurch du weiter springen kannst.
2. Die Fläche ist sehr klein (z.B. kleiner, runder Stein)
- Diese Situation ist schwieriger
- Du hast zu wenig Platz, um das Hinterrad während des Absprungs grosszügig rollen zu lassen.
- Wenn du hier zu lange ins Pedal trittst, sackt das Hinterrad blitzartig nach unten, bevor du richtig abgesprungen bist.-
- Lösung: Du musst versuchen beim Absprung zuerst deinen Körper nach vorne zu werfen (die Hüften). Erst wenn dieser sich nach vorne und oben bewegt, löst du die Bremse und trittst ins Pedal. Wegen des kurzen Antrittes musst du dein vorderes Pedal vor dem Absprung etwas tiefer positionieren.
- Wenn du direkt von der Kante eines Objektes abspringen musst, gelten dieselben Regeln.
3. Die Fläche ist gegen vorne stark abschüssig
- Auch von solchen Flächen kann man vom Hinterrad aus wegspringen.
- Du darfst wiederum nicht lange treten, weil dann das Hinterrad weit nach unten rollen würde.
- Die Lösung ist dieselbe wie unter Punkt 2 beschrieben.
- Wichtig: Nachdem du mit dem Hinterrad auf einer stark abschüssigen Fläche gelandet bist, springst du nach einem Bruchteil einer Sekunde bereits wieder weiter. Du solltest nicht versuchen, darauf stehen zu bleiben. Besonders bei rutschigem Untergrund oder mit schlechten Bremsen kann es sonst passieren, dass dein Reifen nach vorne wegschmiert oder -rollt und du nach hinten vom Bike fällst.
Landen auf dem Vorderrad
Bei Pedalkicks von einer niedrigeren Plattform auf eine höhere wird oft auf dem Vorderrad gelandet. Um auf dem Vorderrad landen zu können muss man flacher abspringen, das heisst, man lässt sich, auf dem Hinterrad hüpfend, weiter nach vorne fallen, bevor man abspringt, hat also viel Vorlage. Von der Seite betrachtet, erkennt man, dass die Neigung des Bikes sich während des Absprungs nur leicht verändert und sehr flach ist. Im letzten Augenblick, bevor das Hinterrad abhebt, muss man sich zusätzlich vom Hinterrad aus abstossen, damit das Hinterrad gegenüber dem Vorderrad an Höhe gewinnt. So verlagert sich der Körperschwerpunkt in der Flugphase zum Vorderrad hin. Das Gefühl ist so ähnlich, wie wenn man mit einem Köpfler ins Wasser springt. Noch in der Luft zieht man dosiert die Vorderradbremse, setzt das Vorderrad auf und rollt auf diesem weiter, bis auch das Hinterrad über der Kante ist. Das Abbremsen der Vorwärtsbewegung auf dem Vorderrad bewirkt, dass das Hinterrad nicht gleich nach unten sackt, es schwebt über die kante hinweg. Das Landen auf dem Vorderrad funktioniert auch zwischen zwei gleich hohen Ebenen mit geringem Abstand voneinander.
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Geändert am Donnerstag, 23. Januar 2014
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