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Kirchen „in Kirchengemeinschaft“ stehen einander sehr nahe. Für ihre Mitglieder bedeutet dies, dass sie in einem Land, in dem ihre Mutterkirche nicht präsent ist, automatisch wie ein Voll-Mitglied einer Kirche, welche sich in Kirchengemeinschaft befindet, gelten. Sie können somit sämtliche Angebote dieser Partner-Kirchen wahrnehmen, einschliesslich Gottesdienste und Sakramente. Auch Geistliche können innerhalb der Partnerkirche ein der ihrer Mutterkirche entsprechende Funktion bekleiden. Das Engagement im ökumenischen Dialog zeigte über die Jahrzehnte hinweg Früchte. Mit einigen Kirchen auf verschiedenen Kontinenten konnten Abkommen über eine Kirchengemeinschaft geschlossen werden.
Übersicht der Kirchen in Kirchengemeinschaften
Die Kirchen der „Anglican Communion“
Die Anglikaner sind eine grosse weltweite Gemeinschaft. In der Lambeth-Konferenz, die alle zehn Jahre zusammentritt und unter dem Vorsitz des Primas von England steht, sind 37 selbständige Kirchen vereint. Schon in den 1870er und 1880er Jahren begannen erste ökumenische Gespräche. Der weitere Weg führte 1925 zur Anerkennung der anglikanischen Weihen durch die Kirche von Utrecht und durch die Internationale Bischofskonferenz und 1931 zum „Bonner Abkommen“ („Bonn Agreement“) zwischen den Kirchen der anglikanischen Gemeinschaft und allen alt-katholischen Kirchen der Utrechter Union. Die alt-katholischen Kirchen der Utrechter Union stehen heute in voller Kirchen- und Sakramentsgemeinschaft mit den Anglikanern bis hin zum Pfarrertausch.
Mehr unter: http://www.anglicancommunion.org
Die Philippinische Unabhängige Kirche / Iglesia Filipina Independiente (IFI)
Seit dem 22. September 1965 besteht zwischen den altkatholischen Kirchen der Utrechter Union und der IFI volle Kirchengemeinschaft. Modell dafür war das Bonn Agreement, welches 1931 zwischen den anglikanischen Kirchen und der Utrechter Union geschlossen wurde. Die IFI zählt rund drei Millionen Gläubige, die vor allem auf den Philippinen leben. Zahlreiche Mitglieder wohnen und arbeiten allerdings auch in den Vereinigten Staaten und in Kanada. Die IFI umfasst 40 Bistümer in vier Kirchenprovinzen auf den Philippinen sowie weitere zwei Bistümer in den USA und Kanada.
Sie hat 33 amtierende sowie mehrere emeritierte Bischöfe und mehr als 600 Priesterinnen und Priester.
Mehr unter (in englischer Sprache): www.ifi.ph
Die Evangelisch-Lutherische Kirche von Schweden
Die Kirchen der Utrechter Union und die Kirche von Schweden sind seit 2016 in Kirchengemeinschaft. Die schwedische Kirche wurde begründet durch den Benediktinermönch Ansgar, der im Jahr 829 als Missionar auf schwedischem Gebiet tätig war. Im Jahr 1164 wurde Uppsala Sitz eines eigenen Erzbischofs. Unter Gustav Wasa, der 1523 zum König von Schweden gekrönt wurde, schloss sich die schwedische Kirche der Reformation an, hielt aber an der apostolischen Sukzession fest.
Seit dem 13. Jahrhundert war die schwedische Kirche Staatskirche. Die Trennung von Kirche und Staat wurde das ganze 20. Jahrhundert hindurch sowohl in der Politik als auch in der Kirche diskutiert. Dies führte schließlich zu dem Beschluss, das Staatskirchenwesen mit dem 1. Januar 2000 aufzugeben. Dennoch sind weiterhin rund 70% aller Schweden Glieder der Kirche von Schweden. Sie hat rund 6,5 Millionen Mitglieder, die sich in 13 Diözesen verteilen, welche jeweils von einem Bischof bzw. einer Bischöfin geleitet werden sowie eine Erzdiözese mit Sitz in Uppsala.
Mehr unter (in schwedischer Sprache): https://www.svenskakyrkan.se