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Ceraphanien
(lat.-griech., Cerophanien), durchscheinende Bilder aus Wachs, auch wohl aus Seife, bei deren Darstellung man folgendermaßen verfährt. Zunächst wird die Form gesetzt. Man schmelzt Wachs, färbt es unter Zusatz von etwas Terpentinöl und breitet es auf einer viereckigen Glasscheibe ungefähr in der Dicke von 2 mm aus und zwar so, daß das Glas, [* 2] gegen das Licht [* 3] gehalten, ziemlich verdunkelt wird. Hierauf beginnt die Arbeit mit Griffeln von Elfenbein oder Knochen [* 4] von verschiedener Form. Je dünner die Wachsschicht auf der Glastafel an gewissen Stellen gemacht wird, desto durchscheinender muß sie werden; man darf aber nicht zu weit gehen und das Glas bloßlegen.
Die dunkelsten Schatten [* 5] erzielt man durch Auftragen von mehr Wachs auf die normale Dicke der ursprünglichen Schicht; nur muß man sich hüten, zu viel aufzutragen, damit nicht etwa die gedeckten Stellen dadurch ganz und gar undurchscheinend werden. So arbeitet man fort und beobachtet die Wirkung, indem man die Tafel ab und zu gegen das Licht hält. Die Retouchen sind leicht gemacht, indem man nur die etwa zu tief poussierten Stellen wieder mit Wachs zu belegen nötig hat.
Ist die Platte endlich nach Wunsch geraten, so umgibt man dieselbe mit einem Rand und gießt vorsichtig Gipsbrei hinein, läßt diesen erstarren und trocknen und hebt die Tafel ab. Von der Gipsplatte kann man dann leicht wieder Wachsabgüsse erhalten, wenn man sie mit einem Rand umgibt, mit Wasser tränkt, ohne daß jedoch solches frei auf der Oberfläche stehen bleibt, und dann das Wachs, mit etwas Terpentinöl versetzt, ausgießt. Man kann das Wachs beliebig färben und erhält auf solche Weise leicht sehr befriedigende Resultate.