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The Monuments Men (2014)
Monuments Men - Ungewöhnliche Helden
The Monuments Men (2014) Monuments Men - Ungewöhnliche Helden
Oder: Roosevelt's Eight
Als der Zweite Weltkrieg sich dem Ende neigt, meldet sich der Restaurator Frank Stokes (George Clooney) beim US-Präsidenten Roosevelt persönlich, um für seine Mission zu werben. Es geht ihm darum, die Kunstschätze Europas vor den Nationalsozialisten zu retten. Hitler soll bereits Statuen und Gemälde horten für sein geplantes Führer-Museum. Das darf nicht sein, und Stokes bekommt die Erlaubnis, Kunstexperten (u.a. Bill Murray, John Goodman und Jean Dujardin) zusammenzutrommeln, um im europäischen Kriegsgebiet nach Raubkunst zu suchen. Die "Monuments Men" sind geboren.
Kaum in der Normandie gelandet, stossen die kunstinteressierten Armeeangehörigen auf wenig Gegenliebe bei den Befehlshabern vor Ort. Soldatenleben für die Kunst zu opfern, passt den Stiernacken nicht, und so müssen sich Stokes und seine Mannen selber nach Deutschland und Belgien durchwursteln. Stokes weiss zwar, in welchen Städten sich die Corpora delictorum befinden, aber nicht genau wo. Hier soll die Pariser Kuratorin Claire Simon (Cate Blanchett) weiterhelfen. Sie hat im Jeu de Paume den Nazis auf die Langfinger geschaut und Buch geführt. Granger (Matt Damon) soll die Infos aus ihr herauskitzeln, bevor die Kunstwerke verbrannt werden, oder - noch schlimmer - den Sowjets in die Hände fallen.
Film-Rating
Es gibt die Anekdote von George Clooney, dass er nach dem Comic-Disaster Batman & Robin seinen Buchhalter gefragt hat, wieviel Geld er denn nun mit dem Film verdient habe. Die Antwort: "So viel, dass du eigentlich nie mehr arbeiten müsstest." Seither macht Clooney nur noch, was er will: Er arbeitet mit Top-Indie-Regisseuren wie Soderbergh, den Coens, David O. Russell oder Alexander Payne zusammen, produziert Oscar-Gewinner (Argo) oder führt gleich selber Regie bei politischen Film-Projekten, die auch mal floppen dürfen. Ist er knapp bei Kasse, kann Clooney ja immer noch Kaffee-Kapseln bewerben oder nochmals in die Rolle von Danny Ocean schlüpfen.
Clooneys fünfte Regiearbeit The Monuments Men ist ein Zwischending zwischen Augenmerk auf mutige Genossen der US-Geschichte (wie bei Good Night, and Good Luck) und luftigen Ensemble-Stück à la Ocean's Eleven. Im richtigen Leben umfasste das "Monuments, Fine Arts and Archives Program", das die US-Armee ins Leben rief, über 400 Mitglieder. Clooney und sein Drehbuchautor Grant Heslov dampfen die Truppe zwar auf ein paar Männer ein, die zumindest realen Personen der Zeitgeschichte nachempfunden sind, aber deshalb bleiben die Verdienste der Monuments Men nicht weniger ehrenswert. Verkörpert werden sie von Clooneys Kumpels, die bestimmt eine wunderbare Zeit am Set im Studio Babelsberg hatten, wenn sie die einzelnen Episödchen einspielten.
Episödchen deshalb, weil der Film öfters etwas zusammengeschustert wirkt. Da etwas Bootcamp-Komik (den strammen Soldaten gibt ja keiner der Akteure ab), dort etwas Möchtegern-Indiana-Jones mit Nazis, die in unterirdischen Hallen Gold horten. Darüber säuselt die oberlehrerhafte Erzählstimme Clooneys, die ganz genau erklärt, warum das hier alles passiert. (Wollen wir wirklich, dass die Mona Lisa aufhört zu lächeln?). Dabei sieht man Clooney, wie er mit dem Dia-Projektor die Europakarte präsentiert, damit auch das amerikanische Publikum versteht, wo denn die Nazis überall Kunst enteigneten.
Überhaupt ist der Film doch sehr patriotisch geraten. Dümmliche Nazis, grimmige Sowjets? Was wäre Good old Europe denn ohne die Amis? Dazu passt, dass die Gefallenen aus den Reihen der Monuments Men genau die sind, die keinen US-Pass haben. Die einzige Selbstironie, die sich Clooney erlaubt, ist Matt Damons alias Grangers radebrechendes Französisch. Er wird im Film mehrmals gebeten, es sein zu lassen. Die arme Cate Blanchett hingegen muss ihren gekünstelten Akzent bis zum Schluss durchziehen.
Tolle Kostüme, schmissige Musik und eine prächtige Kameraarbeit lassen The Monuments Men wie einen nostalgischen Zweitweltkriegs-Film erscheinen. Sowohl beim witzigen, kriegerischen oder romantische Interagieren sind die Charaktere aber zu eindimensional geraten, als dass man mitfiebert. Die Kurzauftritte von George Clooneys Vater oder des Schweizers Joel Basmann fallen nicht ab im Vergleich zu dem, was die eigentlichen Hauptdarsteller als Guys on a mission eigentlich tun müssten: den Zuschauer in den Bann ziehen. Clooney hat auch einmal gesagt, dass Regie führen richtig aufregend sei. "Schlussendlich macht es mehr Spass, der Maler zu sein als die Farbe." Es ist fraglich, ob The Monuments Men auch hätte geschützt werden sollen vor den Nazis, wenn er wirklich ein Bild wäre.
OutNow.CH:
18.02.2014 / rm
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