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Ich mag es schnell, wortarm und günstig beim Coiffeur. Schnell, weil mich das Schnipseln am Kopf nervös macht; wortarm, weil ich unter einem Umhang vor einem grossen Spiegel nicht gerne rede; und günstig, weil ich nicht den Glanz an teuren Lagen mitfinanzieren will. Deshalb gehe ich zu einem Herrencoiffeur in Zürich, der ohne Anmeldung am Fliessband ohne Tamtam für 27 Franken schneidet. Das Gespräch reduziert sich auf Begrüssung, Instruktion und am Schluss «Machen Sie 30 Franken. Danke, auf Wiedersehen». Offen gestanden ist das natürlich nur möglich, weil der Coiffeur aus dem Balkan kaum Deutsch kann.
Als ich mich auf den Stuhl setzte, sagte ich ihm «einen Zentimeter» und zeigte mit Daumen und Zeigefinder einen Zentimeter in der Luft. Er griff zum Elektroschneider, setzte an, und ein kleines Büschel Haare fiel zu Boden. Da war es schon zu spät für mich. Er hatte verstanden, die Haare bis auf einen Zentimeter zu kürzen. Ich wollte sie aber nur um einen Zentimeter gekürzt haben. Ich sagte kein Wort und schaute zu, wie er mich wie ein Schaf scherte. Am Schluss nahm er den Spiegel und zeigte mir, was er am Hinterkopf angerichtet hatte. Ich sagte, es sei gut, fand es aber eher schlimm. Am nächsten Tag wurde ich in der Redaktion gefragt, ob ich beim Coiffeur gewesen sei. Ich sagte Nein. Ich sei umgefallen und dabei unter einen Rasenmäher geraten.