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Februar/März 2022
Diese Reise war bereits der vierte einmonatige Aufenthalt auf den Malediven. Im Januar/Februar 2019 entdeckte ich die Nord und Süd Ari Atolle, im März/April 2019 bereiste ich die nördlichen Atolle und im Februar/März 2020 war ich im Baa Atoll unterwegs. Von allen besuchten Inseln haben mir als Schnorchler zwei Inseln im Noonu Atoll am besten gefallen: Velidhoo und eine weitere Insel, die ich hier nicht namentlich erwähne, damit sie hoffentlich noch länger ein Geheimtipp bleibt. Diese wollte ich wieder besuchen. Ich kontaktierte daher Adam, in dessen Guesthouse ‚Island Host‘ ich im April 2019 wohnte. Als ich ihn das letzte Mal traf, hatte er viele Ideen für die touristische Entwicklung von Velidhoo. Er zeigte mir die Bucht in der Nähe seines Guesthouses, wo der Bikini Beach entstehen sollte. Ein Bikini Beach ist auf den Malediven ein abgeschirmter Strandabschnitt, wo Touristinnen sich im Bikini oder Badekleid aufhalten dürfen. Ausserhalb des Bikini Strandes ist das aus religiösen Gründen nicht erlaubt. Adam wollte auch ein Boot kaufen, damit er seine Gäste zu nahe gelegenen Riffe und unbewohnte Inseln bringen konnte.
Ich fragte daher Adam an, wie weit er mit seinen Plänen sei. Er meinte, dass diese nun umgesetzt seien. Das sei auch der Grund, wieso er nun den doppelten Preis gegenüber 2019 verlangen müsse. Ich sagte zu, da ich 2019 günstig bei ihm wohnte und sich sein Preis nun im üblichen Bereich bewegte. Er bot mir auch eine Unterkunft auf der zweiten Insel an, die ich besuchen wollte, denn sein Bruder Mohamed hatte dort soeben ein Guesthouse eröffnet, wo ich zum gleichen Preis wohnen könne.
Ich war an der Dubai World Expo 2020, als Adam mich ungefähr eine Woche vor meiner Ankunft auf den Malediven kontaktierte und mir mitteilte, dass vor seinem Guesthouse gebaut wird. Er schlage deshalb vor, dass ich zuerst bei seinem Bruder auf der zweiten Insel wohne und nach Abschluss der Bauarbeiten zwei Wochen später bei ihm logiere. Ich war überrascht, dass er die Bauarbeiten nicht früher erwähnte, konnte aber so kurzfristig die Destination nicht mehr ändern. Zudem sollten die Bauarbeiten ja bald beendet sein.
Velidhoo
Umso enttäuschter war ich bei meiner Ankunft. 2019 war sein Guesthouse direkt am Strand. Nun erstreckte sich dort eine riesige Baustelle, da vor seinem Guesthouse Land aufgeschüttet wurde. Baumaschinen und Lastwagen waren pausenlos im Einsatz. Mir schien, dass diese Baustelle schon lange vorher geplant war und die Arbeiten länger als zwei Wochen dauerten. Adam als Mitglied der Touristenkommission der Insel war sicher vorher informiert, machte mich aber nicht darauf aufmerksam.
Die Baustelle vor dem Guesthouse von Adam
Mit der Aufschüttung verschwand auch ein Teil eines Schnorchelgebietes. Im übrig gebliebenen Teil dieses Gebietes war die Sicht stark beeinträchtigt, denn wegen der Baustelle gelangte Sand ins Wasser.
Zudem wird der Bikini Beach nicht bei der nahen von Adam genannten Bucht entstehen, sondern in etwa 1 km Gehdistanz auf der entgegengesetzten Seite der Insel gleich neben der Müllhalde. Wegen den Gerüchen und der Lärmbelästigung ist das sicher nicht ein idealer Ort.
Hier wird der Bikini Beach entstehen.
Ich war schockiert. Generell wirkte die Insel ungepflegter als 2019, da überall auf der Insel Baumaterial herumlag. Es schien, dass niemand ausser Adam diese Insel als Touristenziel vermarkten will. Daher war es für mich unverständlich, dass ich gegenüber 2019 den doppelten Preis bezahlen sollte.
Kate, die ich im Februar 2020 kurz vor Ausbruch der Pandemie auf Maalhos getroffen hatte, wollte Velidhoo und die zweite Insel kennen lernen. Sie organisiert auf den Malediven Yoga-Retreats und half beim Tauch-Shop ihres Lebenspartners auf Maalhos. Dieser war in der Zwischenzeit nach einem Unfall mit einem Fächerfisch (engl. Sail fish) tragischerweise ums Leben gekommen und sie plante, Maalhos zu verlassen. Sie war daher auf der Suche nach einem neuen Domizil, wo sie weiterhin Yoga-Retreats anbieten konnte.
Da ich so enttäuscht von Velidhoo war, reiste ich früher als geplant mit der lokalen Fähre zur zweiten Insel, wo ich im Guesthouse von Mohamed, Adam’s Bruder, wohnte. Kate kam mit zwei Kollegen aus Maalhos einen Tag später.
Schnorchel-Insel im Noonu Atoll
Die Insel
Im April 2019 kam ich bereits auf diese Insel, die das beste Riff aller von mir besuchten Inseln auf den Malediven hat. Die Biodiversivität ist gross und ich hoffte, auch dieses Mal wieder wilde Delfine während dem Schnorcheln sehen.
In den letzten drei Jahren gab es auch auf dieser Insel ein paar negative Entwicklungen. Ich befürchtete schon das Schlimmste, da an diesem wunderschönen Strand gleich ausserhalb des Bildes ein roter Jetski im Wasser schwamm. Er gehörte dem einzigen Resort auf der Insel, wo ich 2019 wohnte. In der ersten Woche war er rege im Betrieb. Neben dem störenden Lärm musste ich als Schnorchler immer die Position des Jetski im Auge behalten, damit ich nicht überfahren wurde. Zum Glück wurde das Gerät danach von keinen Kunden mehr benutzt. In dieser ruhigen Zeit kamen die Delfine ans Riff. Aber mehr dazu später.
Die Sonnenuntergänge waren immer noch traumhaft, aber dieses Mal waren viel mehr Schiffe vor dem Strand verankert.
Diese Krebse finden sich an jedem Strand zu Hunderten.
Auch die Sonnenaufgänge waren jedes Mal ein Erlebnis.
Eines Morgens war eine Gruppe Delfine zur Zeit des Sonnenaufgangs am Riff. Fantastisch!
Mohamed bereitete jeweils ein maledivisches Frühstück zu. Die mittlere Schale hinten enthält getrockneten Thunfisch mit Zwiebeln gemischt, eine Spezialität der Malediven.
Ein typisches Abendessen, natürlich ohne Alkohol, denn dieser ist in diesem islamischen Land auf den lokalen Inseln verboten.
Eine Hausmauer, hergestellt nach traditioneller Bauart
Kate mit ihren beiden Kollegen von Maalhos
Auch auf dieser Insel gab es ein eigenartiges Vorkommnis mit meinem Guesthouse, wo ich neben der Gruppe von Kate, die dank mir in dieses Guesthouse kam, der einzige Gast war. Die Österreicherin Sarah, die auf dieser Insel lebte, machte mich darauf aufmerksam, dass auf Booking.com ein zweites Guesthouse mit einem anderen Namen gelistet war mit Bildern, die exakt meinem Zimmer und meinem Guesthouse entsprachen, das aber zum halben Preis angeboten wurde. Ein Kunde konnte also zum halben Preis ein Zimmer buchen und kam in das gleiche Guesthouse, zumal das Guesthouse nicht angeschrieben war. Ich sprach meinen Gastgeber Mohamed darauf an. Er meinte, dass jemand anderer dieses Guesthouse gegen seinen Willen ein zweites Mal aufgeschaltet hat. Natürlich gelte für mich der höhere Preis. Sehr eigenartig!
Schorcheln
Aber das Schnorcheln war wie vor drei Jahren grossartig. Daher ging ich oft drei Mal am Tag schnorcheln, ein Mal vor dem Frühstück, ein Mal am Vormittag und ein weiteres Mal am Nachmittag.
Die erste Woche waren Kate und ihre beiden Kollegen auch auf der Insel, so dass wir oft zu viert schnorchelten. Ansonsten war ich meist alleine am Schnorcheln, da die Leute vom Resort sich nicht bewusst waren, wie aussergewöhnlich dieses Riff war.
Leider gab meine Unterwasserkamera schon bald den Geist auf, so dass ich auf die mehr als 8 Jahre alte Reservekamera wechseln musste. Daher haben die Bilder teils eine weniger gute Qualität.
Indische Korallen-Kaninchenfische (engl. Coral rabbitfish)
Orientalische Süsslippe (engl. Oriental sweetlips)
Riesenmuschel (engl. Giant clam)
Ein Weibchen eines Zweifarben-Papageifisches (engl. Bicolor Parrotfish)
… und ein Männchen
Diese Langusten traf ich immer in der gleichen Höhle an.
Ein Indischer Clown-Junker, auch Bijouteriefisch genannt (engl. Queen Rainbow-Wrasse)
Ein Gelbkopf-Falterfisch (engl. Yellowhead butterflyfish)
Der Malediven-Anemonenfisch (engl. Maldivian clownfish) lebt in den Korallenriffen um die Malediven und Sri Lanka.
Ein Langnasen-Papageifisch (engl. Longnose Parrotfish)
Dieses Motorrad hat das Resort absichtlich im Riff versenkt, um das Schnorcheln noch interessanter zu machen.
Gefleckte Adlerrochen (engl. Spotted eagle ray)
Eine Woche lang sahen wir diese Tiere jeden Tag am Riff, dann zogen sie weiter.
Wir hatten Glück, gleich drei Rochen zu sehen, wie sie sich wie in einem Tanz um sich drehten.
Diese drei Einfarben-Thunfische (engl. Dogtooth Tuna) traf ich beim Jagen an.
Spitzkopfkugelfisch (engl. Sharpnose puffer fish)
Mit einer Länge von bis zu 60 cm ist der Gelbflossen-Strassenkehrer (engl. Orange-spotted emperor) einer der grössten Fische im Riff.
Ein Indischer Gelbklingen-Nasendoktorfisch (engl. Orange-spine Unicornfish)
Tüpfel-Drückerfisch (engl. Titan triggerfish)
Ein Oktopus (engl. Octopus)
Da diese Tiere nachtaktiv sind, ist eine Begegnung mit einem Oktopus am Tag sehr selten.
Hier schaut ein weiterer Oktopus aus einer Höhle heraus.
Ein Grauer Riff-Hai (engl. Grey Reef Shark)
Diesem Weissspitzen-Riffhaien (engl. Whitetip Reef Shark) begegnete ich jeden Tag.
Ein Schrift-Feilenfisch (engl. Scribbled leatherjacket filefish oder Scrawled filefish)
Gepunktete Igelfische (engl. Spot-fin porcupinefish)
Buckel-Nasendoktor-Fische (engl. Humpback Unicorn Fish)
Ein Leopard-Drückerfisch (engl. Clown triggerfish)
Echte Karettschildkröten (engl. Hawksbill sea turtle)
Schwarzweiss Schnapper (engl. Black-and-white snapper)
Krokodil-Hornhechte (engl. Crocodile Needlefish oder Hound needlefish)
Schwarzpunkt-Stechrochen (engl. Blotched Fantail Ray)
Diesen Doktor-Fisch (engl. Surgeonfish) konnte ich nicht identifizieren.
Ein Imperator-Kaiserfisch (engl. Emperor angelfish)
Vielstreifen-Füsilier (engl. Variable-lined fusilier)
Eine Sandbarsch-Art (engl. Sandperch)
Nachdem Kate schon einen Tag vorher kurz Delphine beim Schnorcheln gesehen hatte, begegnete ich diesen Tieren an den beiden folgenden Tagen. Ich war alleine am Riff am Schnorcheln, als plötzlich drei Delphine nur wenige Meter vor mir im Wasser auftauchten.
Zwei dieser einzigartigen Tiere schwammen vor mir an den nur etwa 5 Meter tiefen Meeresgrund, wo sie im Sand nach etwas suchten. Danach schwammen sie wieder an die Wasseroberfläche und verschwanden. Meine Begegnung mit den Delphinen dauerte etwa 30 Sekunden, aber sie war der Höhepunkt meiner Malediven-Reise.
Am nächsten Tag sah ich die Delphine noch einmal kurz vorbeischwimmen.
Ein Grosskopf-Schnapper (engl. Big-eye bream)
Eine Riesenmuräne (engl. Giant moray eel)
Diese Grossmaulmakrelen (engl. Indian mackerel) habe ich immer in Schwärmen angetroffen.
Mit ihrem weit geöffneten Maul nehmen sie Plankton zu sich.
Ein Napoleon-(Lipp-) Fisch (engl. Hump-headed Wrasse, Giant Maori Wrasse oder Napoleon Wrasse)
Eine Pferde- oder Blauflossen-Makrele (engl. Bluefin Trevally or Bluefin Jack)
Eine Seegurke (engl. Sea cucumber)
Diese Schnapper-Art (engl. Snapper) konnte ich nicht identifizieren.
Flötenmaulfische (engl. Cornetfish)
Die Gelbaugen-Schnapper schwammen ab und zu in hohem Tempo auf mich zu, um kurz vor mir abzuwenden.
Ein Gelbaugen-Schnapper (engl. Midnight Snapper) beobachtet mich.
Ein Orangestreifen-Drückerfisch (engl. Orange-lined triggerfish)
Ein Honigwaben-Zackenbarsch (engl. Honeycomb grouper)
Ein Zweifarbenbanner-Lippfisch (engl. Blackeye thicklip wrasse)
Ein Langnasen-Doktorfisch (engl. Spotted Unicornfish)
Ein Dreipunkt-Kaiserfisch (engl. Three-spot Angelfish)
Ein Forster’s Korallenwächter (engl. Freckled hawkfish)
Korallen
Velidhoo
Die letzten Tage vor meiner Abreise verbrachte ich wieder auf Velidhoo bei Adam, da ich für meine Reise nach Thailand einen PCR-Test benötigte. Adam meinte, der offizielle Preis für den Test sei USD 80, auch weil der Abstrich mit dem Speedboat zu einer anderen Insel gebracht werden müsste. Leider log mich Adam damit ein weiteres Mal an. Die Italienerin Bruna, die das Restaurant MOKA auf Velidhoo führt und seit 17 Jahren auf Velidhoo wohnt, klärte mich auf, dass der PCR-Test nur USD 35 kostete und der Abstrich mit der langsamen Atoll-Fähre ins Labor gebracht wird.
Damit hatte mich Adam endgültig enttäuscht. Schade. Nach Velidhoo werde ich jedenfalls nicht mehr zurückkehren.
Schnorcheln auf Velidhoo
Ein Segelflossen Doktorfisch (engl. Sailfin Tang)
Einfleck-Demoiselle (engl. Onespot Damselfish)
Ein Torpedobarsch (engl. Blue blanquillo)
Ein Federschwanz-Stechrochen (engl. Cowtail Stingray)
Blaustreifen-Schnapper (engl. Bluestripe snapper)
Nach einem Monat auf den Malediven erreichte ich mit dem Schnellboot die Hauptinsel Male und flog anschliessend nach Thailand.