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Schockierende Tatsachen zur Rinderzucht
Jedes einzelne Rind, das im Schlachthaus getötet wird, hinterlässt auf der Erde eine Spur der Verwüstung, riesige Flächen an Regenwald werden für seine Aufzucht in Weidefläche umgewandelt, 600'000 Liter Wasser für den Anbau seiner Nahrung benötigt und es verursacht 200'000 Liter Treibhausgas Methan (amerikanische Durchschnittswerte).

«Westliche» Rinder erhöhen ihr Schlachtgewicht Jahr für Jahr um 0,5 bis 1 Prozent und bringen heute im Schnitt rund 250 kg auf die Schlachtwaage, in den USA – dem Land der Hormone und Antibiotika – sind es noch viel mehr. [...] Die Milchleistung nimmt um 1,5 Prozent jährlich zu.
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Um 1800 hatte das Mehrnutzungsrind noch ein Gewicht um die 100 kg,
heute von bis zu 700 kg.
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Auf fruchtbarem Weideland beansprucht ein Rind eine Fläche von einem Hektar. Darauf könnte man jährlich 3000 kg Weizen ernten.
Cash 2.2.2001
Wenn man die ökologischen Folgekosten bei der Produktion von
Gütern in Rechnung stellen würde, wäre das auf
abgeholztem Regenwald-Territorium gezüchtete Fleisch absoluter
Luxus: Ein solcher Rindfleisch-Hamburger würde 200 Dollar
kosten! Dies errechnete Alan Thein Durning vom Worldwatch-Institut.
In diesem Zusammenhang muss man bedenken, dass in jeder Sekunde 200 Amerikaner an einer Fast-Food-Theke einen Hamburger kaufen (Zahlen für andere Länder sind leider nicht vorhanden).
In Europa werden 147 Millionen Rinder gehalten und weltweit 1,3 Milliarden, was an Lebendgewicht das Dreifache der gesamten Menschheit übersteigt. In modernen Schlachthöfen werden täglich 400 Tiere getötet, von denen ein Deutscher allein fast sechs von ihnen pro Jahr vertilgt. Jeder Erdenbürger isst heute im Schnitt fast doppelt so viel Fleisch wie 1970.
Ausserdem: «Rinder spielen heute eine entscheidende Rolle bei der Nahrungskrise der Weltbevölkerung», sagt Jeremy Rifkin, denn ein Drittel der globalen Getreideernte wird an Vieh, vor allem Rinder, verfüttert, während eine Milliarde Menschen weltweit hungert. In der Schweiz wird sogar die Hälfte der gesamten Getreideernte als Tierfutter verbraucht. Dennoch müssen weitere Futtermittel aus dem Ausland importiert werden. Ein Drittel aller deutschen Rinder frisst aus Südamerika stammendes Futter, was die Nahrungsmittelproduktion der dortigen Bevölkerung enorm belastet. 600 Millionen Tonnen Getreide werden weltweit an Vieh, vorwiegend Rinder, verfüttert, also an Tiere, die sich auch von für Menschen ungeniessbarem Rauhfutter wie Gras ernähren könnten.
Der globale Tanz um das saftige Kalb verursacht ökologische Schäden, die ohne Beispiel sind: Ein Viertel der gesamten Landmasse der Erde ist als Weideland für Rinder und andere Wiederkäuer reserviert und zwei Drittel der Steppengebiete wurden im Laufe der letzten 60 Jahre durch Überweidung zerstört. Allein von 1960 bis 1985 holzte man mehr als 25% der Wälder Südamerikas ab, nur um Rinderherden Platz zu machen.
Das von den Rindern produzierte Methan – in seiner Treibhauswirkung 20-mal stärker als Kohlendioxid – führt zu einer Treibhauswirkung, die ungefähr den Schadstoffen des gesamten weltweiten Autoverkehrs entspricht.
Für jeden der von US-Fast-Food-Ketten jährlich verkauften mehr als 6,7 Milliarden Hamburger werden im Schnitt 6 Quadratmeter Urwald in Weidefläche umgewandelt und, falls das Fleisch von einem mittel- oder südamerikanischen Rind stammt, 75 Kilogramm lebende Materie vernichtet: 20 Pflanzenarten, 100 Insekten und Dutzende von Vogel-, Säugetier- und Reptilienarten. Da die Humusschicht der gerodeten Flächen sehr dünn und nährstoffarm ist, müssen die Herden schon nach wenigen Jahren weiterziehen – und die Zerstörung der Natur geht weiter.

70 Prozent der gesamten Antibiotika-Produktion, 11000 Tonnen, werden in den USA jährlich an Nutztiere verfüttert.
Cash 2.2.2001
Es ist eine schockierende Tatsache, dass wir die
«Herstellung» von 300 kg Fleisch bezahlen müssen mit
2500 Liter Treibstoff für Landrodung, Futtermittelanbau usw.,
3,5 Tonnen Futtermittel wie Soja und anderes Getreide, 600000 Liter
Wasser für den Futtermittelanbau und 14600 Liter Trinkwasser.
Die dadurch entstandenen ökologischen Belastungen betragen 3
Millionen Liter Kohlendioxid durch Verbrennung des Treibstoffes,
200000 Liter Verdauungsgase der Tiere und 14,6 Tonnen ins Grundwasser
einsickernder Dung: Ein Mastrind produziert davon im Schnitt 20
Kilogramm pro Tag, was bei Betrieben mit 10000 Tieren zu 200000
Kilogramm führt und dem organischen Abfall einer Stadt mit
110000 Einwohnern entspricht. Ein Getreidefeld von einem Hektar
dagegen erbringt fünfmal mehr Protein wie eine ebenso grosse
Fläche, deren Ertrag an das Vieh verfüttert wird –
und hinterlässt kaum Verunreinigung.

Was in der Schweiz an Nutztiere verfüttert wird, enthält gut dreimal so viel Eiweiss, wie die Menschen in der Schweiz insgesamt konsumieren.
Bei 70 kg Fleisch pro Person und gut 7 Liter Treibstoff, die
für die Produktion von einem kg Fleisch aufgewendet werden,
verbraucht die Fleischwirtschaft ähnlich viel fossile Energie
wie der Individualverkehr.
Cash 2.2.2001
In Anbetracht dieser Tatsachen ist der Rinderwahnsinn (der eigentlich Menschenwahn heissen müsste) nur die Spitze des Eisberges der negativen Folgen einer verfehlten Ernährungspolitik.
Als Grundlage für diesen Artikel diente der «Spiegel»-Artikel im Heft 6.2001, welcher sich auf das Buch «Das Imperium der Rinder» abstützt.
Weitere sehr erschütternde Fakten zum etwas anderen
Rinderwahnsinn enthält dieses Buch:
Jeremy Rifkin: «Das Imperium der Rinder – Der Wahnsinn der Fleischindustrie», 2. Auflage 2001, Campus-Verlag, ISBN
3-593-36806-4, Fr. 35.–
Das Buch ist zur Zeit leider vergriffen.
Der Autor ist Gründer und Vorsitzender der Foundation on Economic Trends, einer der wichtigsten Verbraucher- und Umweltorganisationen der Vereinigten Staaten. Seine Bestseller wurden in viele Sprachen übersetzt und lösten jeweils grosse Debatten aus.
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