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| Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)

Zweites Buch.
Briefe von Augustins Erhebung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputation mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
L. (Nr. 120.) An Consentius
L.(Nr. 120.)
Geschrieben im Jahre 410.
Seinen geliebtesten, im Herzen Christi zu verehrenden Bruder Consentius grüßt Augustinus im Herrn.
Inhalt.
Schon im Briefe VI (Nr. 11) S. 20 hatte Augustinus einen merkwürdigen, freilich unbefriedigenden Versuch gemacht, das Geheimnis der allerheiligsten Dreifaltigkeit zu erklären. In diesem Briefe spricht er sich vor allem über die Berechtigung des Versuches einer wissenschaftlichen Auffassung der Glaubenswahrheiten in höchst anerkennender Weise aus. Dieser Versuch dürfe aber dem Glauben nicht vorausgehen, sondern ihm nur nachfolgen und habe vorzugsweise den Zweck, die Hoffnung und Liebe zu beleben und das zukünftige Schauen vorzubereiten. Eine falsche Auffassung des Verhältnisses zwischen der einen Gottheit und der heiligsten Dreifaltigkeit wird zurückgewiesen und die rein geistige Natur Gottes hervorgehoben.