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Als Chef der Zürcher Baupolizei richtete er 1986 vier seiner Mitarbeiter hin. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis im Jahr 2000 verschwand er spurlos. Neue Dokumente zeigen nun, wie er nach verbüsster Haft lebte – und wie er gestorben ist.
Ein distinguierter Herr: Günther Tschanun nach der Urteilsverkündung am 29. Februar 1988.
Foto: Keystone
Es war ein banaler Tod. Am Abend des 25. Februar 2015 fuhr einer der bekanntesten Verbrecher der Schweiz mit einem silbernen Herrenfahrrad auf dem Dammweg entlang der Maggia Richtung Losone. Die Gegend gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region. Türkisfarben und gesprenkelt von weissen Steinen sickert der Fluss hier im Delta dem See entgegen, gesäumt von einem drei Meter hohen Damm. Unten flanieren die Spaziergänger, oben fahren die Velos. An diesem Mittwochabend dürfte der Mann mit der Schirmmütze dort der einzige Ausflügler gewesen sein; das Tageslicht wich bereits der Dämmerung, am schattigen Wegrand lagen noch letzte Schneereste. Was genau den Unfall verursachte, weiss niemand. Vielleicht hat der Mann wegen der schlechten Sicht einen Stein überfahren. Vielleicht war es ein Moment der Schwäche, oder er kam einfach so aus dem Gleichgewicht. Sicher ist, dass er gegen 17.20 Uhr unmittelbar vor der Autobrücke über die Maggia vom Weg abkommt. An der Unfallstelle bestand der Damm damals aus einer Reihe scharf geschnittener Betonblöcke, über die der Mann samt seinem Velo Richtung Flussbett stürzt. Es muss ein brutaler Sturz gewesen sein. Er stirbt, noch bevor die Ambulanz eintrifft, 500 Meter von seiner Wohnung entfernt, allein.