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Ein Mann sitzt inmitten grün überwucherter Ruinen, trinkt Kaffee, raucht eine Zigarette und schaut in die Ferne. Die Vögel zwitschern, und das Rauschen des Verkehrs verrät die Nähe der Stadt. Yusef (Ali Suliman) ist Taxifahrer, hat wenig Arbeit, aber viel Zeit. Die verbringt er gerne auf seiner Terrasse vor der Kulisse einer weissen, arabischen Stadt: Amman. Sie ist neben Yusef die zweite wichtige Figur im ersten Spielfilm von Yahya Alabdallah (34), der sein Drehbuch in Paris geschrieben hat, wo er eine Filmakademie besuchte. «The Last Friday» ist sein Abschlussfilm.
Yusef muss für einen chirurgischen Eingriff ins Spital und hat vier Tage Zeit, um die notwendige Anzahlung zu leisten. Trotz der prekären materiellen Situation gelingt es ihm, das Geld zu beschaffen. Einst ein erfolgreicher Autoverkäufer, ist der glücklose Pokerspieler nun von seiner Frau geschieden – sie hat ihre soziale Position mit der Heirat eines vermögenden Mannes gerettet. Der gemeinsame Sohn Imad vermittelt zwischen dem grünen Villenviertel der Mutter und dem baumlosen Wohnquartier des Vaters. Imad ist mit dem Velo unterwegs, klaut seinem Vater das knappe Geld und schwänzt die Schule.
Als «düstere Gesellschaftskomödie» bezeichnet der Autor seine karge, aber geschickt komponierte Geschichte, in der visuelle Details und die faszinierende Farbdramaturgie mehr Gewicht haben als Worte. Beeindruckend ist die physische Präsenz des Schauspielers Ali Suliman in den kleinen alltäglichen Gesten des etwas phlegmatischen Protagonisten. Die Kamera hat die libanesische Regisseurin Rachel Aoun geführt. Oft operiert sie mit statischen, präzis kadrierten Bildern. Auch die komplexe Tonspur, die mangels Dialogen viel Raum bekommt und auf der sich Verkehrsgeräusche, Stimmen aus Radio, Fernsehen und Nachbarschaft mit Grillengezirpe und Vogelgezwitscher mischen, trägt viel zu diesem Stimmungsbild aus der jordanischen Metropole bei.