Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03302.jsonl.gz/1653

Nicht nur die hundert Jahre des Städtchens Oliver, sondern auch die über zehntausendjährige Geschichte der First Nations im Okanagan Valley sollen dieses Jahr gefeiert werden.
An eine gemeinsame Feier mit der Osoyoos Indian Band hatte beim 75. Jubiläum von Oliver niemand gedacht . Die Zeiten haben sich zum Glück im Zeichen der Wahrheitsfindung, der Entkolonialisierung und der Versöhnung geändert. In der Festschrift von 1996 wurde auf die „native community“ nur mit zwei historischen Fotos hingewiesen. Die erste wurde 1936 aufgenommen, als Chief Baptiste George mit einer königlichen Medaille ausgezeichnet wurde.
Die zweite Aufnahme zeigt den legendären Long Alec mit seiner Frau Agnes um 1898. Als „Mann des Gesetzes“ patroullierte er auch im Goldstädtchen Fairview, und ich stelle mir gern vor, dass er zu einem Schwatz in die Tipis auf dem Secrest Hill zu Besuch kam.
Aber was hat das Foto einer vom Bach an der Grenze zu unserem Land freigelegten Hochdruck-Gaspipeline mit „Oliver 100 X 100“ zu tun?
Ist sie ein inzwischen wohl etwa siebzigjähriger „archäologischer“ Fund?
Die Warntafel weist darauf hin, dass sie noch in Betrieb ist. Seit zwei Jahren sollen mit Schotter gefüllte Säcke das Rohr schützen.
Das folgende Foto stellt nun die Verbindung zu „Oliver 100 x 100“ her. Auf einem Spaziergang von unserem Land aus trafen wir ein Team, das im Auftrag der Osoyoos Indian Band nach indianischen Fundstücken suchte. Finanziert wurden die Nachforschungen von der Firma, der die Pipeline gehört.
Hier die Sieb-Einrichtung aus der Nähe:
Als vor Jahren der Plan bestand, die Pipeline doppelt zu führen, waren bei den damaligen Grabungen Pfeilspitzen aus Obsidian zum Vorschein gekommen.
Dieses Mal förderten die Nachforschungen keine Funde zu Tage. Trotzdem regten sie meine Fantasie an. In Gedanken sah ich, wie auf dem Secrest Hill vom Frühling bis in den Herbst hinein Tipis standen.
Das Foto machte ich im „Desert Centre“ der Osoyoos Indian Band. Im Hintergrund wird ein „Kekuli“, eine Winter-Wohngrube, eingerichtet. Ebenfalls im „Desert Centre“ nahm ich diese Silhouetten auf.
Sie zeigen Frauen, die mit ihren Grabstöcken nach essbare Wurzeln suchen.