Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03638.jsonl.gz/892

http://www.daeniken.ch/de/portrait/geschichte/?action=showinfo&info_id=796
29.09.2020 13:24:49

vorhergehendes Ereignis |

Kreuze am Wegrand
Wegkreuze haben unterschiedliche Daseinsbegründungen. Sie können religiöse Hinweise sein, z.B. Markierungen von Stations- und Pilgerwegen, Feldsegnungen, für besonderen Schutz an gefährlichen Wegstrecken, Erinnerungen an Unfälle, Sühnekreuze oder Gedenkstätten von geschichtlichen Schauplätzen. Auf dem Gemeindegebiet Däniken stehen heute noch drei Kreuze aus der Zeit von 1790 bis 1912. Zwei Kreuze aus jener Zeit sind verschwunden.
Das älteste Kreuz von 1790 ist aus Granitstein. Dieses Steinkreuz ist etwas anders als die übrigen Wegkreuze im Ort. Zwischen 1950 und 2000 hat es seinen Standort zweimal gewechselt. Soweit sich das öffentliche Gedächtnis zu erinnern vermag, stand es bis 1953 an der Kreuzung Dorfstrasse–Hauptstrasse, im Garten der ehemaligen Bäckerei Misteli.
Die beiden Enden der Kreuzarme sind dekoriert, links mit einem Gesicht von vorne (evtl. stellt es die Sonne dar), und rechts mit einem Gesicht von der Seite nach der Mitte blickend (oder zunehmender Mond). Im Zentrum des Kreuzes erkennt man ein Herz mit zwei Armen/Händen und zwei Beinen/Füssen.
Die Angaben über das Entstehungsjahr sind unklar. In den Unterlagen der Denkmalpflege liest man 1710 und 1720 und anderswo wird 1780 gelesen. Interpretiert man 1790, so wäre Nicolaus Schenker 1770 geboren.
Das Kreuz im Eich stand ursprünglich in der Hofstatt der Liegenschaft Gröderstrasse 42. 1970 wurden die Wiesen oberhalb der Nothelferkapelle als Wohnquartier erschlossen. Das Kreuz sollte entsorgt werden. Der umsichtige Landwirt Walter Schürmann setzte sich dafür ein, dass es an den heutigen Standort versetzt wurde. Gemäss mündlicher Überlieferung war dieses Kreuz einst Teil eines Pilgerweges zur Kapelle der Vierzehn Nothelfer. Während der Hungersnot von 1816 wurde zur Kapelle im Eich gepilgert.
Das Wegkreuz im Talhubel wurde 1912 von Pfarrer Otto Widmer geweiht. Es gab bereits ein Vorgänger-Kreuz, ebenfalls aus Stein, weiter westlich, beim «alten Schibo-Haus». Die Geschichtenforscherin Elisabeth Pfluger erzählt, dass es beim Bauernhof im Talhubel einen tiefen Sodbrunnen gegeben habe und dort jemand ertrunken sei. Deshalb sei dort ein Kreuz errichtet worden.
Verschwundene Kreuze
Von 1898 bis 1960 stand in der Gartenecke der St. Josefsanstalt ein Kreuz aus Eichenholz mit einem Christuskorpus. Nach dem Wegzug des Kinderheims 1916 ins Bachtelenbad bei Grenchen wurde die Anstalt in Wohnungen umgebaut. 1962 mussten das Mehrfamilienhaus, die Josefskapelle sowie das Kreuz dem Neubau der katholischen Kirche weichen.
Autorin: Marianne Frei
Nachfolgendes Foto
|zur Übersicht|