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Kapellen
Nothelferkapelle, Bünzen
Letzte Erinnerung an den alten Kirchenhügel
Idyllisch ruht sie im südlichen Dorfteil neben einer ausladenden Linde auf dem alten Kirchhügel: die Nothelferkapelle, auch bekannt unter den Namen «Kapelle im Winkel» oder «Beinhaus». Ursprünglich befand sich die Kapelle in unmittelbarer Nachbarschaft zur alten Pfarrkirche, die zur Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissen worden war. Im Laufe des 20. Jahrhundert gesellten sich Wohnhäuser zur Kapelle, die auf dem alten Kirchenhügel belassen worden war. Noch heute erinnern sich die Menschen in Bünzen daran, wie beim Aushub für die Häuser karrenweise Gebeine abtransportiert werden mussten, die einen üblen Gestank verströmten. Auf dem Hügel hatte Bünzen neben der alten Kirche einen Friedhof samt Beinhaus angelegt. Heute erinnert lediglich noch die Nothelferkapelle daran, dass der Moränenhügel im Dorf einst das geistliche Zentrum der Gemeinde war.
Wie der Phönix aus der Asche
Das alte, südöstlich des Kirchenchors gelegene Beinhaus musste 1748 weichen, da es angeblich die Prozessionen behinderte. Der seinerzeit umtriebige Pfarrer Urs Victor Frey liess es aber nicht damit bewenden. Er konnte zahlreiche Kirchgenossen dazu bewegen, unter Führung eines ortsansässigen Architekten eine neue Kapelle nördlich der Kirchhofmauer zu errichten. Bereits ein Jahr später, also 1749, weihte der damalige Fürstabt von Muri das neue Kirchlein der Todesangst Christi, der Heiligen Familie, den Vierzehn Nothelfern und dem Heiligen Odilo. Den Altar spendierte das Kloster Muri, zumal dieses gerade die Ausstattung der Konventskirche ersetzte. Allerdings ist dieser Opfertisch heute nicht mehr in der Kapelle zu sehen. Anlässlich einer Renovation im Jahre 1944 wurde das Interieur ersetzt.
Moderne Schlichtheit
Das Kirchlein, ein kleiner rechteckiger Bau mit dreiseitigem Ostabschluss, ist schlicht eingerichtet. Über dem Altar hängt ein hölzerner Kruzifixus, an den Wänden kleine Stationenbilder vom Kreuzweg Jesu. Auch die vier Stichbogenfenster, die sich zu zweien auf die Längswände verteilen, kommen bescheiden daher. Den Bezug zu den Vierzehn Nothelfern schafft ein kleines Bild, das unterhalb des Gekreuzigten über dem Altar befestigt wurde. Dennoch stand die Kapelle bis in die jüngste Zeit im Ort in Ansehen. Viele Leute hätten sich dort zur Kerzenandacht eingefunden, erinnert sich eine ältere Nachbarin. (acm)