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1. Okt. in Bubikon
Das italienische Madrigal "Ride la
primavera" von Schütz weist auf Bachs Polyphonie
in der Motette "Lobet den Herrn, alle Heiden". Die
ganze Meisterschaft der Satztechnik Bachs ist in dieser Musik
vereinigt. Es erstaunt nicht, dass alle Welt in diesem "Bach-Jahr
2000" mit grösster Bewunderung vor den Leistungen
dieses musikalischen Genies steht.
Willy Burkhard, dessen 100. Geburtstag in
diesem Jahr gefeiert wird, darf nicht fehlen: In den drei
Psalmvertonungen aus dem "Kleinen Psalter" greift
der Komponist die Polyphonie auf und gelangt zu eindrücklichen
Wirkungen. Im "Magnificat" des Zeitgenossen Arvo
Pärt (komponiert 1989) aus Estland sind die "einfachen"
Klänge neu entdecktes Gestaltungsmittel.
Romantische Gesänge sind im dritten
Konzertteil zu hören: zuerst zwei Motetten von Felix
Mendelssohn, in denen seine fliessende Polyphonie charakteristisch
ist. Mit Bruckner ("Christus factus est") und Verdi
mündet das Programm in die harmonischen Tiefen der Romantik;
beide Komponisten fanden eine unverwechselbare, eigene Klanglichkeit,
die als gestaltendes Element wichtig wird.
Mit Verdis wundervollem "Pater noster"
erreicht die Entwicklung einen Höhe-punkt, der das vielseitige
Programm beschliesst.
Felix Schudel