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Hans Jörg Leu galt als einer der Schweizer Pioniere im Fach Angiologie. Der anerkannte Gefässpathologe war aber auch ein begabter Künstler.
Kurz nach Kriegsende, im Herbst 1945, begann Hans Jörg Leu sein Medizinstudium an der Universität Zürich. 1951 legte er das Staatsexamen ab und begann als Assistenzarzt am Histopathologischen Institut der UZH. 1953 folgte die Dissertation an seiner Alma Mater.
Von 1953 bis 1956 absolvierte er eine internistische Ausbildung an der Eidgenössischen Militärklinik Novaggio im Tessin und war daneben als Kreisarzt der Eidgenössischen Militärverwaltung in St. Gallen tätig. 1956 eröffnete er eine Privatpraxis für periphere Gefässkrankheiten in Baden und bildete sich in den folgenden Jahren in peripherer Angiologie weiter.
1961 nahm Leu seine Tätigkeit als Pathologe auf dem Gebiet der Gefässkrankheiten als ständiger wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Histopathologie der UZH wieder auf. 1971 habilitierte er sich an der Medizinischen Fakultät mit einer Monografie über Venenerkrankungen. In den nächsten Jahren erarbeitete sich Jan Jörg Leu mit zahlreichen bemerkenswerten wissenschaftlichen Publikationen ein grosses Ansehen als Gefässpathologe. 1977 wurde er zum Titularprofessor ernannt. Auch nach seinem Rücktritt als Privatdozent 1991 durfte er den Professorentitel im Rahmen seiner privatärztlichen Tätigkeit weiterführen.
Seit seiner Pensionierung widmete sich Leu seinen künstlerischen Leidenschaften, dem Schreiben und Malen. Zahlreiche Kurzgeschichten und zehn belletristische Bücher gehören zu seinem Werk. Sein Curriculum listet darüber hinaus Einzel- und Gruppenausstellungen seiner bildnerischen Arbeiten auf. Seine in expressiver Spray-Technik gefertigten Bilder illustrieren Landschaften und alte Schweizer Sagen. Bis zuletzt arbeitete Leu täglich an seinem fantastischen Bilderkosmos.