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die südlichste und kleinste
Provinz von
Portugal
[* 2] mit dem
Titel eines
Königreichs, 4858 qkm (88 QM.) groß,
besteht aus dem meist flachen Küstenstrich (Beiramar), dem Hügelland (Barrocal) und dem Gebirgsland
(Serra). Dieses zieht sich auf der nördlichen
Grenze unter den
NamenSerra von Malhão, Mezquita und
Monchique hin, welch letztere
mit dem
Kap St.
Vincent, dem südwestlichsten
PunktEuropas, in das
Meer ausläuft, und erreicht in ihrem höchsten Gipfel (La
Foia) 903 m. Nach S. fällt der kahle und
¶
Dieses reichbewässerte Hügelland liefert dieselben Früchte wie das Beiramar, namentlich aber Orangen und Oliven. In der Serra
selbst wird nur Getreide
[* 6] gebaut; die SerraMonchique ist mit herrlichen Kastanienwäldern bedeckt, die übrigen Serren mehr mit
Cistusheiden und Weideland für die großen Schweineherden. An der Küste, welche zahlreiche kleine Häfen enthält,
werden auch Fischerei
[* 7] (namentlich auf Thunfische und Sardellen) und Seesalzbereitung betrieben.
Die Hauptstadt ist Faro. Algarve reichte früher an der spanischen Küste bis Almeria und begriff selbst einen Teil der gegenüberliegenden
afrikanischen Küstein sich. In Algarve faßten die Araber zuerst festen Fuß, wie auch der Name (El Gharb) arabischen
Ursprungs ist und ein gegen Abend gelegenes Land bedeutet. Um 1212 eroberte Sancho I. einen Teil des damals noch unter maurischer
Herrschaft stehenden Landes mit der festen Stadt Silves; die EroberungAlgarves vollendete aber erst Alfons III. 1254. Anfangs
beanspruchte Spanien eine Art von Oberhoheit über das Land, und erst um 1253 ward letzteres als besonderes
Königreich mit Portugal vereinigt.
oder Algarbien, die kleinste und südlichste ProvinzPortugals, zwischen Alemtejo und dem Atlantischen Meere, von
der span. Provinz Huelva durch den untern Guadiana getrennt, hat 4849,95 qkm und (1890) 228 551 E., d.
i. 47 auf 1 qkm, und zerfällt in den schmalen, flachen, meist sandigen Küstenstrich Beiramar, das Hügelland oder Barrocal
und das eigentliche, schlechthin Serra genannte Gebirge. Letzteres nimmt mit seinen Verzweigungen drei Viertel der
Fläche ein und erhebt sich an dem Durchbruchsthal des Guadiana als westl. Fortsetzung der
span. Sierra Morena in mehrern Ketten, den Cumeadas, die etwa in der Mitte des ganzen Zugs, in dem 575 m hohen Knoten der Serra-do-Malhão,
sich vereinigen und terrassenförmig zur Sandküste wie zum Guadiana abfallen. Im W. des Malhão teilt
sich der Hauptzug in zwei westlich streichende Parallelketten, die allmählich auseinander weichen und einen weiten Raum
zwischen sich lassen, der durch die gewaltige Granitmasse der Serra-de-Monchique mit den Hauptgipfeln Foia (903 m) und Picota
(735 m) ausgefüllt ist.
Die nördl. Schieferkette reicht als Serra-da-Mezquita nach Alemtejo hinein. Die südl. Kette erstreckt
sich, terrassenförmig abfallend, als Serra-de-Espinhaco-de-Cão gegen SW. fast bis zum KapSankt
[* 8] Vincent, der südwestlichsten
Spitze Europas. Die Serra ist meist mit Cistusheiden und Weideplätzen, vornehmlich für Ziegenherden bedeckt; die Serra-de-Monchique
weist an ihren Abhängen prächtige Kastanienwälder auf. Nur in den Thälern findet Anbau statt, und
das Ganze ist sehr spärlich bewohnt.
Das vorliegende Hügelland reicht, ebenfalls terrassenförmig abfallend, bis nahe an die Küste und hat einen überaus fruchtbaren,
von Bächen und Küstenflüßchen durchbrochenen Boden. Der flache, von steilen Felsen oder Strandsümpfen eingefaßte, fast
durchweg angebaute Küstenstrich wird von einer arbeitsamen, aber rohen Bevölkerung bewohnt, die ihren
arab. Ursprung nicht verleugnen kann. Die Provinz hat sehr warmes Klima, dessen afrik. Hitze durch frische Seewinde gemildert
wird. Es gedeihen hier alle Früchte des Südens.
Die Hauptprodukte sind Feigen, Mandeln, Orangen und Johannisbrot, aber es wird auch viel Öl, Wein und Mais, dagegen Weizen unzureichend
gebaut. Im ganzen zeichnet sich Algarve durch landschaftliche Schönheit aus. Die Viehzucht
[* 9] beschränkt
sich auf Ziegen und Schweine,
[* 10] auch wird in der Serra Bienenzucht
[* 11] betrieben. Der Bergbau
[* 12] ist trotz zahlreicher Erzgänge unbedeutend.
Hier und im Hügellande giebt es auch viele, meist kalte Mineralquellen, deren Mehrzahl noch unbenutzt bleibt, nur Caldas-de-Monchique
mit seinen Schwefelthermen von 31 bis 34° C. ist ein besuchter Badeort.