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Ein Schutzmechanismus sorgt dafür, dass der Körper Tumore schon im Keim erstickt. Fettreiche Ernährung schaltet ihn aus.
Darm-, Bauchspeicheldrüsen- und Brustkrebs kommen bei Menschen mit Übergewicht häufiger vor als bei schlanken Personen. Japanische Forscher der Universität in Sapporo haben nun entdeckt, wie es dazu kommen könnte.
Verändert sich eine gutartige Zelle an der Oberfläche der Schleimhaut in Richtung Tumorzelle, sorgen die Nachbarzellen normalerweise dafür, dass sie abgestossen wird. So ersticken die Nachbarzellen die Krebsentstehung quasi im Keim.
Diese körpereigene Krebsabwehr funktionierte bei Mäusen, die drei Monate lang fettreich gefüttert wurden, nicht mehr. Sowohl im Dünndarm als auch in der Bauchspeicheldrüse der extrem dicken Nager sank die Zahl der mutierten Zellen, die abgestossen wurden.
In der Lunge dagegen blieb diese Art der Krebsabwehr intakt. Dies passt zu Befunden beim Menschen, wonach Lungenkrebs keinen Zusammenhang mit Übergewicht hat.
Ebenfalls dazu passt, dass eine kurzzeitige Gabe von Acetylsalicylsäure (meist bekannt unter dem Markennamen «Aspirin») die Zellabstossung verbesserte. Beim Menschen senkt diese anti-entzündlich wirkende Substanz ebenfalls das Krebsrisiko in verschiedenen Geweben.
Die japanischen Forscher gehen davon aus, dass bei Übergewicht weitere krebsfördernde Mechanismen eine Rolle spielen, etwa eine chronische Entzündungsreaktion. Zudem sei es wahrscheinlich, dass die normale Zellabstossung mutierter Zellen noch durch andere Faktoren beeinflusst werde, beispielsweise Infektionen oder Zigarettenkonsum.
Quelle: «Cell Reports»