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2012 entstand spontan die Idee, in einem Armenviertel von Tamatave/Madagaskar einen Schulgarten anzulegen. Bei einem Besuch des Viertels und der Schule kamen Kinder auf mich zu und riefen „Vazaha, sakafo azafady!“ „Weisser Mann, gib uns Essen!“. Nun ja, Essen ist gleich aufgebraucht und nachhaltig ist es auch nicht. Der einzig bleibende Effekt ist, dass sich die Kinder an das Betteln gewöhnen. Da ich mich sowieso grade mit dem Schulleiter und dem Ortsvorsteher traf, erwähnte ich die Möglichkeit, einen Schulgarten aufzubauen.
Gesagt getan: Eine Linie wurde in den Sand gezeichnet, Hände wurden geschüttelt und so ging ich schaufeln kaufen und lieh mir Schubkarren aus. Ein erster Mitarbeiter wurde gefunden und schon ging es los.
Ein großer Garten, eine Baumschule und ein Teich entstanden in den nächsten 4 Wochen mit der Hilfe von bis zu 10 Arbeitern. Die Idee war einfach: Wenn die 200 Schulkinder lernen einen Garten zu bestellen und den Zusammenhang zwischen Anpflanzen und Essen verstehen… dann können sie sich selbst aus ihrer Misere ziehen. Wenn jedes Kind in PET Flaschen, welche in der Gegend zuhauf rumliegen, im Jahr 20 Fruchtbäume zieht, dann würden nach drei Jahren 12 000 Fruchtbäume in dem Viertel stehen und nach weiteren 2-5 Jahren wäre das Armenviertel ein prosperierender Produzent von Früchten, welcher den Markt der angrenzenden Großtadt beliefern könnte.
Ich mache erste Schulungen, wohne mit den Menschen im Viertel, unter den selben nicht als solche beschreibbaren hygienischen Bedingungen und esse das selbe Essen. Eine Lehrerin wird angelernt und ich finde Finanzierung für ein Jahr Lohn für sie. Den Aufbau des Projekts zahle ich aus eigener Tasche.
Ich ziehe weiter und nach 2 Wochen kommt die Hiobsbotschaft. Ein Zyklon hat den Garten zerstört und unter Wasser gesetzt. Bei einem Besuch kann ich mir ein Bild von der Lage machen. Ich habe weder die Kraft noch die Zeit für eine Lösung – doch entdecke ich im Schulhof, der unter Wasser steht, dass einige Kinder angefangen haben einen weiteren Blumengarten anzulegen. Ein Samen ist gesät.
Gelingt es in einer anderen Gegend eine Permakulturstation aufzubauen und Fachkräfte auszubilden, können wir das Projekt neu angehen. Das Viertel muss entwässert werden, dann kann der Garten aufgebaut werden. Sobald auch das Müllproblem, die Frage des Trinkwasssers geklärt und die hygienische Grundversorgung gewärleistet sind, ist die Grundlage gelegt, um Betainaomby vom Armentviertel zur Vorzeigevorort zu transformieren. Wir werden sehen.