Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/231782

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen vorzuschlagen, mit denen die Aus- und Weiterbildungsbedürfnisse der Wirtschaft bzw. des Arbeitsmarktes wirksam mit jenen der einheimischen Arbeitskräfte in Einklang gebracht werden können.</p><p></p><p>Eine Minderheit der Kommission (Aeschi Thomas, Burgherr, Dettling, Friedli Esther, Martullo, Schneeberger) beantragt, das Postulat abzulehnen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Umgang mit Wandel und sich verändernden Anforderungen ist eine Stärke des Schweizer Berufs- und Weiterbildungssystems. Gerade die Berufsbildung zeichnet sich durch Arbeitsmarktorientierung und Anpassungsfähigkeit aus. Die Vermittlung beruflicher Qualifikationen erfolgt in einem fein abgestimmten System aus formalen eidgenössischen Bildungsabschlüssen, rasch anpassungsfähiger, berufsorientierter Weiterbildung und informellem Lernen. Das Bildungssystem bietet sowohl Möglichkeiten für Aus- und Weiterbildung als auch Umschulungen und Wiedereinstieg. Unternehmen und Individuen sind dadurch in der Lage, sich fortlaufend an veränderte Umstände anzupassen.</p><p>Wie eine Studie der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung (EHB) und des Forschungs- und Beratungsunternehmens INFRAS aus dem Jahre 2017 bestätigt, haben der Schweizer Arbeitsmarkt und das Bildungssystem den Strukturwandel bisher gut bewältigt. Die Studie im Auftrag des Staatsekretariats für Wirtschaft (SECO) kommt zum Schluss, dass sich sowohl Berufsbilder als auch die Kompetenzen der Beschäftigten laufend weiterentwickelt haben. So wurden keine Anzeichen für zunehmende Anpassungsprobleme festgestellt.</p><p>Alle beruflichen Grundbildungen werden auf Initiative der Wirtschaft entwickelt und mindestens alle fünf Jahre auf wirtschaftliche, technologische, ökologische und didaktische Entwicklungen hin überprüft und angepasst. Auch die Bildungsangebote und Abschlüsse der höheren Berufsbildung werden regelmässig überprüft und an neue Entwicklungen angepasst. Zudem ist das Angebot an berufsorientierter Weiterbildung riesig. Neue Angebote können rasch installiert werden.</p><p>Die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften liegt auch im ureigenen Interesse der Wirtschaft. Die Unternehmen sichern sich so ihren Berufsnachwuchs und stellen zugleich sicher, dass die Angestellten ihr Fachwissen weiterentwickeln können. Die Beteiligung der Bevölkerung an Weiterbildung ist in der Schweiz europaweit eine der höchsten. Grund dafür ist, dass die Unternehmen die Aus- und Weiterbildung stark unterstützen. Zudem stehen diverse Fonds für die Finanzierung von Weiterbildungen zur Verfügung.</p><p>Der Bund ist zusammen mit den Kantonen, der Wirtschaft und weiteren Partnern bestrebt, die Eigeninitiative zu stärken und allen Personen die Teilnahme an Weiterbildung zu ermöglichen. Ein Fokus liegt dabei auf der Verbesserung der Arbeitsmarktfähigkeit geringqualifizierter Personen mittels Förderung von Grundkompetenzen. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) bemüht sich zudem um günstige Rahmenbedingungen für die Anbieter von Weiterbildung und verfolgt nationale und internationale Entwicklungen in diesem Bereich. Bund und Kantone ermöglichen ferner mit dem Angebot "viamia" Erwachsenen ab 40 Jahren eine kostenlose berufliche Standortbestimmung.</p><p>Bedarfsgerechte Bildungsgefässe sind vorhanden und werden von den Verbundpartnern laufend weiterentwickelt. Der Bundesrat erachtet deshalb das Anliegen des Postulats als erfüllt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.