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Das Belichtungsdreieck beschreibt den Zusammenhang von Blende, Verschlusszeit und Empfindlichkeitseinstellung. Alle drei Werte sind voneinander abhängig.
Belichtungsdreieck
Zusammenhang von Blende, Verschlusszeit und Empfindlichkeitseinstellung
Jede Digitalkamera wartet mit ihren eigenen Finessen auf. Wenn es um das Zusammenspiel von Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert geht, sind alle gleich. Egal ob Spiegelreflex-, Mittelformat, Kompaktkamera, ob Smartphone oder Mittelformatkamera.
Die Abhängigkeit der drei Werte kann gut aufgezeigt werden: Senke ich die ISO-Empfindlichkeit, muss die Verschlusszeit länger werden, die Blende mehr Licht hineinlassen (öffnen) oder beides kombiniert.
Der ISO-Wert – die Empfindlichkeit
- Der ISO-Wert gibt an, wie empfindlich ein Filmmaterial oder ein Sensor ist.
- Wird der ISO-Wert erhöht, benötigt der Bildsensor halb so viel Licht.
- Der ISO-Wert wird abgestuft in ganzen, halben oder gedrittelten Werten. Ganze Werte sind 25, 50, 100, 200, 400, 800, 1600, 3200, 6400, 12’800 usw.
Verschlusszeit – Belichtungszeit
- Wenn Sie die Verschlusszeit um eine Stufe verlängern, fällt doppelt so viel Licht auf den Film oder Bildsensor.
- Die Verschlusszeiten werden ebenfalls in ganzen, halben oder gedrittelten Werten angezeigt. Ganze Werte sind: 30s, 15s, 8s, 4s, 2s, 1s, 1/2s, 1/4s, 1/8s, 1/15s, 1/30s, 1/60s, 1/125s, 1/250s, 1/500s, 1/1000s, 1/2000s usw.
Blendenöffnung – Blendenwert
- Wenn Sie die Blende um eine Stufe öffnen, fällt doppelt so viel Licht auf den Film oder Bildsensor.
- Der Blendenwert kann ebenfalls in ganzen, halben oder gedrittelten Werten angegeben werden. Ganze Werte sind: f/1, f/1.4, f/2, f/2.8, f/4, f/5.6, f/8, f/11, f/16, f/22, f/32 usw.
Kombination von Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert egal?
Daraus könne man folgen: Ist ja egal, welche Kombination meine Kameraautomatik wählt. Hauptsache, das Bild ist korrekt belichtet.
Ja und Nein.
Wenn Sie sich einfach auf den Bildausschnitt konzentrieren möchten, funktioniert die Automatik und Sie haben korrekt belichtete Bilder. Ich nehme aber an, dass Sie sich auf digitipps.ch umschauen, weil Sie besser Fotografieren möchten. Und da ist ein wichtiger Schritt, die Kombination aus Blendenöffnung, Belichtungszeit und ISO-Wert gezielt zu wählen.
Der ISO-Wert
Wenn Sie eine möglichst hohe Bildqualität erreichen wollen, dann achten Sie darauf, dass der ISO-Wert möglichst tief ist. Nur wenn die Belichtungszeit für ein Foto zu lange wird, erhöhen Sie die Empfindlichkeit. Je tiefer der Wert ist, desto kräftiger sind die Farben und schärfer das Bild. Bei Smartphones und billigen Kompaktkameras fängt der Qualitätsverlust schon bei leichter Erhöhung auf ISO400 auf, bei hochwertigen und grossen Sensoren viel später. Stellen Sie also den tiefsten Wert (meist ISO100) oder den Optimalwert des Sensors ein. Die Sony DSC-RX100iii hat den Standard- und Idealwert von ISO125, kann aber auf ISO80 reduziert werden.
Die Verschlusszeit
- Sie bestimmt die Zeit, in welcher Licht auf den Film oder Bildsensor fällt. Geht der Verschluss nur ganz kurz auf, fällt wenig Licht in die Kamera, bleibt er länger offen, fällt mehr Licht hinein.
- Möchten Sie bewegte Objekte scharf abbilden, muss die Verschlusszeit sehr kurz sein, zum Beispiel 1/2000s. Möchten Sie, dass fliessendes Wasser eines Baches auf dem Foto Streifen bildet, muss der Verschluss länger offen sein.
- Auf dem nächsten Bild ist ein vorbeifahrender Roller mit einer relativ langen Verschlusszeit fotografiert worden. Die Kamera habe ich dabei mitgezogen. Der Roller ist scharf abgebildet, die Strasse und der Hintergrund durch die Verschlusszeit von 1/60s unscharf.
Blendenöffnung
- Die Blendenöffnung reguliert die Lichtmenge, die auf den Bildsensor fällt. Eine tiefe Zahl wie f/1.4 bedeutet, dass die Blende weit offen ist, ein hoher Wert wie f/22, dass die Blendenöffnung ganz klein ist.
- Mit kleinem Blendenwert können Sie Motive isolieren, indem der Vorder- und Hintergrund unscharf wird. Das erkennen Sie ganz gut auf dem Bild mit dem Falter auf Asphalt.
- Mit einem grossen Blendenwert können Sie bei Landschafts- und Architekturaufnahmen eine grosse Schärfentiefe erreichen. Alles von zum Beispiel 0.5 Metern Entfernung bis unendlich ist akzeptabel scharf abgebildet. Dies erreicht man mit dem Fokus (Scharfstellen) auf die halbe hyperfokale Distanz. Überprüfen Sie die Schärfentiefe auf dem Bild mit der Landschaft.
- Vergleichen Sie die zwei Bilder: Das erste mit einer keinen Blendenöffnung von f/8, das zweite mit einer grossen von f/1.8.
Was bedeutet das nun?
Wenn Sie einen Fussballspieler in Aktion vor dem Hintergrund isolieren möchten, wählen Sie eine grosse Blendenöffnung (einen kleinen Wert) zum Beispiel f/2.8. Fotografieren Sie eine herrliche Seenlandschaft mit Steinen im Vordergrund, wählen Sie eine kleine Blende (einen grossen Wert) zum Beipsiel f/16.
Die Schärfentiefe wird aber nicht nur von der Blende allein bestimmt, sondern auch von der gewählten Brennweite, dem Abstand zwischen Motiv und Vorder-/Hintergrund und der Grösse des Sensors. Winzige Sensoren der Smartphones erreichen schon bei kleiner Blendenzahl von f/2 eine sehr grosse Schärfentiefe. Bei kurzen Brennweiten – sogenannten Weitwinkelobjektiven – wird das Isolieren der Motive schwierig, dafür erreichen diese Objektive einen grossen Schärfetiefenbereich (Beispiel: Bild oben mit dem Nebel). Lange Brennweiten wiederum können Motive viel besser Isolieren, weil der Schärfentiefenbereich kleiner wird.
Objektive weisen in der Regel einen grossen Blendenbereich auf. Das Nikkor Micro f/3.5 85mm reicht von Blende f/3.5 bis f/32. Die beste Bildqualität erreichen Sie in der Regel mit zwei- bis dreifachem Abblenden. Das heisst, Sie schliessen die Blende um zwei oder drei Stufen. Das entspricht bei diesem Objektiv den Werten f/8 – f/11.
Lichtwert
- Mit dem Lichtwert kann bestimmt werden, wie viel Licht vorhanden ist. Der Wert 0 entspricht bei ISO100 einer Belichtungszeit von einer Sekunde bei Blende f/1 (roter Wert).
- Den gleichen Lichtwert 0 erhalten Sie, wenn Sie bei Blende f/11 zwei Minuten lang belichten.
Das Belichtungsdreieck Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert in der Praxis
- Nehmen wir das Beispiel mit dem Fliessspuren von Wasser: Für eine korrekte Belichtung errechnete die Kameraelektronik bei ISO100 Blende f/5.6 und eine Verschlusszeit von 1/60s. Gemäss der Lichtwerttabelle ergibt das einen Wert von 11 (dunkelgrünes Feld). Wenn ich jetzt das Bild länger belichten möchte, damit das Wasser weichere Fliessspuren bildet, muss ich die Verschlusszeit ändern. Wenn ich diese nun bei Programmeinstellung Blendenautomatik (S oder Tv) um zwei Stufen verlängere, schliesst die Kameraautomatik die Blende um zwei Stufen (hellgrünes Feld). Der Lichtwert – also die Lichtmenge, die auf den Sensor fällt – bleibt immer noch gleich.
- Sie werden sich von nun an sicher ein paar Gedanken zur Blenden-Verschlusszeitkombination machen, bevor Sie den Auslöser drücken.
Wann den ISO-Wert erhöhen?
- Je weniger Licht vorhanden ist, muss die Verschlusszeit verlängert, die Blende geöffnet oder der ISO-Wert erhöht werden.
- Sie können die Automatik so einstellen, dass Sie einen Bereich definieren, in dem der ISO-Wert von der Kamera gewählt werden kann. An einer Halbformatkamera wie der Nikon D5300 wähle ich den Bereich von ISO100 bis 1600. So kann ich noch aus der Hand fotografieren. Die Kamera lässt dann den ISO-Wert so tief wie möglich und erhöht ihn nur, wenn die lange Verschlusszeit zu einer Verwackelung führen würde.
- Fotografieren Sie also bei schlechten Lichtverhältnissen, müssen Sie die Kamera entweder auf ein Stativ setzen oder den ISO-Wert erhöhen.
- Beim Bild unten fotografierte ich von Hand bei diffusen Lichtverhältnissen. Die Nahaufnahme benötigte eine kleine Blende von f/11. Ich musste den ISO-Wert auf 3200 hochschrauben, da der Wind die Blüte immer wieder stark bewegte.
Übungsmöglichkeiten Belichtungsdreieck
- Setzen Sie sich an einen schönen Platz.
- Stellen Sie Ihre Kamera in den Modus M manuell.
- Stellen Sie den ISO-Wert auf 400 und die Blende auf f/8.
- Suchen Sie die passende Verschlusszeit, damit Sie ein korrekt belichtetes Bild erhalten.
- Verringern und Erhöhen Sie den ISO-Wert, die Blende oder die Verschlusszeit. Balancieren Sie die Werte so aus, dass wieder ein korrekt belichtetes Bild entsteht.
- So machen Sie sich mit dem Belichtungsdreieck vertraut.
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