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Midi Musical: Haydn und Schostakowitsch auf Fiorini-Geigen
Melodien und Musse über Mittag
Werke von Joseph Haydn und Dmitri Schostakowitsch
Giuseppe Fiorini erlernte die Geigenbaukunst von seinem Vater, 1881 machte er sich selbstständig. Nach wiederholten Reisen nach Deutschland heiratete er in München die Tochter des deutschen Geigenbauers Andreas Rieger und führte dessen Geschäft erst unter dem Namen Rieger & Fiorini, dann ab 1899 unter Giuseppe Fiorini. Im Gefolge des Ersten Weltkriegs verlegte er 1915 seine Werkstatt nach Zürich, 1923 zog er mit seiner Firma nach Italien und kehrte 1928 nach München zurück. Er hat insgesamt über 500 Streichinstrumente gebaut. Sie weisen eine typisch italienische Bauart auf, ohne sich allerdings an irgendwelchen berühmten Vorbildern zu orientieren.
Der Staatsbesuch des russischen Grossfürsten Paul, des nachmaligen Kaisers von Russland, war in Wien ein diplomatisches Grossereignis. Auch Joseph Haydn durfte seinen Beitrag zum Festprogramm leisten: Am ersten Weihnachtsfeiertag lud der österreichische Kaiser zu einem Privatkonzert zu Ehren des hohen Gastes ein, wo ein neues Quartett von Haydn erklang. «Der Scherz», wie es mit Beinamen heisst, besteht darin, dass das abschliessende Rondo, das sich wie ein Perpetuum mobile unaufhörlich zu drehen scheint, plötzlich von einem Adagio unterbrochen wird. Und vor lauter Pausen, die so entstehen (bitte nicht zu früh klatschen!), weiss man kaum, wann der Satz wirklich zu Ende ist.
Schostakowitschs Klavierquintett entstand kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939, und zwar auf Anregung des Moskauer Beethoven-Quartetts. Die Uraufführung mit Schostakowitsch am Flügel wurde zu einem seiner grössten Triumphe.