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Egle,
Joseph von, Architekt, geb. 1818 zu Dellmensingen (Württemberg), besuchte die Gewerbschule in Stuttgart und das polytechnische Institut zu Wien, ging dann auf die Bauakademie in Berlin, wo er sich 1839-41 unter Strack und Bötticher weiter ausbildete. 1842-47 bereiste er als Korrespondent für Försters «Allgemeine Bauzeitung» Norddeutschland und England. Nachdem er noch Paris und einen Teil von Italien besucht hatte, wurde er in Stuttgart 1848 Vorsteher der Baugewerkschule und 1852 Professor am Polytechnikum, in welcher Stellung er mit großem Erfolg wirkte.
Als praktischer Architekt drang er in dem Bau zahlreicher Privathäuser und Villen vor allem auf Durchführung des Massivbaus und errichtete als größern Bau zunächst das stattliche Polytechnikum im Renaissancestil (1860-64), dem 1874 leider ein andrer Architekt einen Flügel nach einem ganz andern Plan anbaute; dann führte er den innern Ausbau und die Ausschmückung des Residenzschlosses in äußerst geschmackvoller Weise aus. Sein bedeutendstes monumentales Werk ist die 1872 begonnene, 1879 eingeweihte herrliche Marienkirche in Stuttgart, frühgotischen Stils, aus mattgrauem Sandstein, die durch ihre harmonische Gesamtwirkung einen überaus ¶
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günstigen Eindruck macht. Zu seinen bedeutendsten Kirchenrestaurationen gehören die der gotischen Frauenkirche zu Eßlingen, der Kirche in Weil der Stadt und des Domchors zu Rottenburg. Als Schriftsteller machte er sich bekannt durch die Herausgabe des Chorgestühls im Münster zu Ulm, des Klosters Hirsau und der Stiftskirche zu Wimpfen im Thal. 1865 wurde er Ehrenmitglied der Akademie in München und 1868 Mitglied der Akademie in Wien.