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Der Branchendienst «Klein Report» meldete kürzlich, der New Yorker Student Federico Zanner verkaufe seine persönlichen Daten für 200 Dollar an jeden beliebigen Interessenten. Zanner übernimmt damit zynisch die Geschäftsidee von Google oder Facebook und protestiert gleichzeitig gegen die massive Datensammlung der Staatsagentur NSA.
Die Aktion weckt historische Erinnerungen. Heinrich Heine (1779 – 1856), der deutsche Dichter und Anhänger der demokratischen Revolution und des freien Wortes – und Autor für die aufrührerischen Publikationen von Karl Marx und Friedrich Engels –, war der feudalen preussischen Obrigkeit selbstverständlich ein Dorn im Auge. Sie verbot nicht nur seine Schriften, sondern liess ihn auch in seinem Pariser Exil von ihren Spitzeln überwachen.
Heine bot schliesslich schriftlich an, selber regelmässig über seine Tätigkeit zu berichten. Das wäre zuverlässiger und würde dem preussischen Staat den Einsatz von Spitzeln ersparen. Ein bescheidenes Entgelt für ihn, Heine, wäre billiger und ausserdem ein Beitrag zum manchmal aufwendigen Lebensunterhalt in Paris. – Die preussische Polizei ist nach unserer Kenntnis auf das Angebot nicht eingegangen.
Der New Yorker Student Federico Zanner war laut «Klein Report» erfolgreicher: «Insgesamt erhielt er mehr als 2000 Dollar von Unterstützern, die sich dafür in seinem Leben umsehen dürfen. Schade nur, dass er damit eine absolute Ausnahme bleiben dürfte. Denn die Marktlage sieht eher düster aus. Vor kurzem errechnete die «Financial Times» den Wert von Standardinformationen wie Alter, Geschlecht, Einkommen und Adresse eines einzelnen Menschen, dessen Daten im Grosshandelsstil verkauft werden. Er betrug gerade mal 0,0005 Dollar.»
Ist ja logisch. Warum sollen private Grossunternehmen von Google bis Microsoft oder die globalen Überwachungsnetze der «fünf Augen« (USA, GB, Australien, Kanada, Neuseeland) für etwas viel Geld bezahlen, was sie sowieso schon haben?
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
keine