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Würde ich heute vor der Wahl stehen, welche Filmschule ich besuchen möchte, würde ich mich sofort an der «film.factory®» in Sarajewo bewerben. Die Akademie wurde von Regisseur Béla Tarr persönlich ins Leben gerufen. Der grosse Meister des Schwarz-Weiss-Films beschloss 2011 seinen letzten Film «The Turin Horse» zu drehen und fortan nur noch zu unterrichten. Dieser Ausschnitt aus dem Dokumentarfilm «I used to be a filmmaker» zeigt Tarrs Arbeitsweise, während den Dreharbeiten zu seinem letzten Werk, auf eindrückliche Art auf.
Regisseur Peter Greenaway geht die Dinge anders an: Seine Filme sind bis ins kleinste Detail inszeniert und verströmen, wohl gerade deshalb, eine geheimnisvolle Magie. Er verweigert rational nachvollziehbare Geschichten, setzt auf Kraft und Schönheit der Bilder und denkt in grösseren Strukturen, wie z.B. der Zahlenreihe der Kabbala – er erschafft ein Gesamtkunstwerk.
Greenaways künstlerischer Anspruch ist die Sprache des Films. Durch lange Totaleinstellungen auf minuziös durchgestaltete, statische Arrangements von Dekorationen und Schauspielern, lädt er den Zuschauer zu hoher Aufmerksamkeit und zum genauen Hinsehen ein. Seine Bildgestaltung erinnert an die Werke grosser Maler, wie Caravaggio, Velasquez, Rubens oder Rembrandt.
Dies kommt nicht von ungefähr. Im Alter von 12 Jahren beschloss er Maler zu werden und ging dazu ans Walthamstow College of Art. Greenaway spezialisierte sich auf Staffelei, Wandmalerei, Malerei und Zeichenkunst. Er war überzeugt, dass Malerei beim Betrachter das gleiche Empfinden auslösen könnte wie die Werke der Poesie und der Literatur.
Wer in Greenaways Denkweise eintauchen und sich inspirieren lassen möchte, sollte sich unbedingt die beiden Beiträge «Nine Classic Paintings Revisited» und «Cinema Is Dead, Long Live Cinema» der Universität Berkeley anschauen.
Miloš Forman, Regisseur von Filmen wie »One Flew Over the Cuckoo’s Nest«, »Amadeus« oder »The People vs. Larry Flynt«, in einem einstündigen Gespräch mit dem Filmkritiker Scott Foundas im Walker-Art-Center. Das 2006 aufgezeichnete Interview bezieht sich auf sein bisheriges Lebenswerk. Dabei gibt er nicht nur eindrückliche Einblicke in seine Arbeitsweise, sondern erzählt auch lebhaft Geschichten aus seinem bewegten Leben. Sehr inspirierend!!!
»Secrets & Lies« war meine erste Begegnung mit den Werken von Mike Leigh und seither bin ich von der Intensität seiner Filme fasziniert. Leighs Art Charakteren darzustellen und ihre inneren Konflikte dem Publikum verständlich zu machen, zeugt von höchster psychologischer Präzision und ist dennoch voller Leben. Interessant in diesem Interview deshalb seine Erläuterungen zum Entstehungsprozess seiner Filme.