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Jaks, Dr. Stanley
(Herbert Siegbert Jaks)
Stanley Jaks wurde in Deutschkrone (heute Walcz) in der Nähe von Danzig geboren. Mit 15 Jahren sah er eine Vorstellung von Okito, von dessen Show er zeitlebens fasziniert war.
Ab 1925 besuchte er in Berlin die Kunstgewerbeschule und schloss die Ausbildung als Grafiker ab. 1927 arbeitete er als Reklamezeichner bei Karstadt.
Er wurde Mitglied in Conradi-Horsters Vereinigung "Maja" und 1923 im Magischen Zirkel von Deutschland. Die Bekanntschaft mit Konsul Geo Mylius, der auch dem Magischen Zirkel angehörte, erweckt in ihm die Liebe zur Mikromagie.
1930 trat er zum ersten Mal öffentlich auf und zwar als "Jaks und Jaks". Er und sein Partner Jolowitz hatten die gleiche Grösse und trugen die gleichen Anzüge, sie wirken optisch wie Bild und Spiegelbild. Liess der eine Jaks etwas verschwinden, erschien es beim anderen und umgekehrt.
1935 emigrierte Jaks über Ungarn nach Vaduz (Liechtenstein). Durch diverse englischsprachige Bücher über Telepathie, Hellsehen und Antispiritismus wurde sein Interesse für Mentalmagie geweckt.
Nachdem er von Max Holden eine Ausgabe der Zeitschrift Jinx erhalten hatte, fand er Kontakt zu Annemann, den er sehr bewunderte. Annemann veröffentlichte einige von Jaks Kunststücken in seinen Schriften. Da Annemann starb, bevor Jaks nach Amerika emigrierte, lernten sich die beiden nie persönlich kennen.
Am 29. Januar 1939 zauberte Jaks bei der Gründungsversammlung des Magischen Ringes der Schweiz. Jaks trat in renommierten Häusern auf und traf viele Grössen aus Wirtschaft, Politik und Kunst. Unter anderem zauberte er in St. Moritz vor Aga Khan. Jaks Markenzeichen war "Das Buch der Geheimnisse", eine von Roy Roth gebaute Kassette in Buchform, welche die Utensilien von Jaks Mikroprogramm aufnehmen konnte. Die von Jaks entworfene Box wurde 1957 unter dem Titel "Book Of Magic" von dem Londoner Händler Harry Stanley und später auch von Charly Eperny verkauft.
1946 wanderte Jaks nach Amerika aus, wo er auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Lage zunächst kaum Engagements fand. Im Dixie Hotel, wo ein grosser Tisch jeden Mittag nur für Zauberer reserviert war, traf er Dai Vernon, John Scarne, Milbourne Christopher, Al Baker und Jean Hugard. An den Samstagnachmittagen traf er sich mit Zauberkünstlern in den Zaubergeschäften von Holden, Tannen und Abbott.
Er publiziert zahlreiche Artikel in verschiedenen Fachzeitschriften. 1948 trat er während einigen Monaten im Hotel Savoy Plaza in New York jeweils von 18 Uhr bis Mitternacht mit Tischzauberei auf. Sein Paradekunststück war eine Routine mit verbundenen Augen, bei der er mit den Fingerspitzen zu lesen schien.
Anfangs der 1950er-Jahre wurde Jaks Bürger der USA. Er lebte vor allem von der Vorführung von Séancen, Hellseh- und Handschriftenexperimenten in Clubs, bei Banketten und bei Privatveranstaltungen. Dabei zeigte er Kunststücke, die danach in einer themenbezogenen psychologischen Vorlesung besprochen wurde.n
1959 trat er aus allen magischen Vereinigungen aus, da er der Ansicht war, dass die Beziehung zu Zauberkünstlern seine mentalmagischen Darbietungen unglaubwürdig machten.
Am 5. Januar 1960 starb er in seinem New Yorker Appartement an einem einem Herzinfarkt. Seine Asche wurde im Grab seiner Mutter auf dem jüdischen Friedhof in St.Gallen beigesetzt.
Text nach Angaben von Hans W. Bäumer - ergänzt von Andreas Fleckenstein und Rico Leitner