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Der selbsternannte Alchemist Johann Friedrich Böttger (1682-1719) behauptet Anfang des 18. Jahrhunderts, dass er aus wertlosen Materialien Gold herstellen könne. Der sächsische Kurfürst August der Starke von Dresden zeigt grosses Interesse an den vermeintlichen Künsten des jungen Mannes. Er lässt ihn mit dem Auftrag Gold herzustellen einsperren.
Tatsächlich schafft der junge Apotheker aus Berlin ein Wunder. Er stellt zwar nicht echtes Gold her, dafür weisses Gold: das damals so begehrte Porzellan. Böttger ist der erste Europäer, dem es gelingt, die prachtvolle Keramik aus China zu kopieren und damit das Monopol der Chinesen zu brechen.
Meissner Porzellan
Das erste europäische Porzellan unter dem berühmten Namen entstand vor rund 300 Jahren. Im Juni 1710 nahm die Porzellan-Manufaktur auf der Albrechtsburg bei Meissen ihre Arbeit unter der Leitung ihres Erfinders Johann Friedrich Böttger auf.
Über den Erfinder des Europäischen Porzellans hat Alfred Gottfried Kauertz ein Hörspiel verfasst. Unter der Regie von Walter Wefel wurde es 1982 fürs Schweizer Radio eingespielt.
Mitwirkende: Rosalinde Renn (Erzählerin), Peter Kner (Johann Friedrich Böttger), Jodoc Seidel (Apotheker Zorn), Ingold Wildenauer (Mönch Láskaris), Klaus Knuth (Goldschmiedemeister Schulte), Claudine Rajchmann (Frau Böllmann), Alice Brügger (Frau Geheimrat), Walter Andreas Müller (Mann A, Gerichtsrat, Jakob), Walter Wefel (Mann B, Pfarrer).
Musik: Emil Moser
Regie: Walter Wefel
Produktion: SRF 1983
Johann Friedrich Böttger: «Ich kann Gold machen!»
«Ich kann Gold machen!» – Teil 1
Johann Friedrich Böttger (1682-1719) ist eine schillernde Figur: Von seinem Vater hat er die Kunst der Alchemie erlernt. Als junger Bursche nimmt er sich vor, das Ziel aller Alchemisten zu erreichen: er will aus Kupfer und der roten Wundertinktur «Arkanum» Gold machen und unermesslich reich werden. In seinem Ehrgeiz schreckt er auch nicht vor Betrug zurück.
«Ich kann Gold machen!» – Teil 2
Johann Friedrich Böttgers alchemistischer Jugendstreich ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten: überzeugt er doch mit einem Trick seinen Apothekermeister und die Stadt Berlin davon, er könne tatsächlich aus Kupfer Gold machen! Um einer Bestrafung zu entgehen, sollte der Betrug auffliegen, flieht Böttger im Januar 1701 als Frau verkleidet nach Wittenberg, seiner Heimatstadt. Hier hofft er, in Ruhe gelassen zu werden.
«Ich kann Gold machen!» – Teil 3
Johann Friedrich Böttger (1682-1719), der Erfinder des Meissner Porzellans, kommt vom Regen in die Traufe, als er von Berlin in seine Heimatstadt Wittenbeg flieht. Denn der sächsische Kurfürst und König von Polen, August der Starke, interessiert sich brennend für den als Goldmacher berühmt gewordenen Alchemisten. Zum Glück nimmt sich der Gelehrte Ehrenfried von Tschirnhaus des jungen Mannes an und überzeugt sowohl ihn als auch den Kurfürsten davon, dass es klüger wäre, sich mit der Herstellung von feinem Porzellan statt Gold zu beschäftigen.