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Der Stadtwohnungs-Kompost entstand in drei Phasen:
1. Die beiden HSG-Studenten Nikolai Räber und Dennis Froesch sehen im Herbst 2013 einen Dokumentarfilm über einen Amerikaner. Der Mann betreibt in seiner Wohnung mithilfe von Würmern einen Komposthaufen. Die Studenten sind der Ansicht, so etwas müsse in jedem Stadthaushalt stehen. Allerdings hätte dieser Komposthaufen hübsch aussehen, sonst würde sich niemand dafür interessieren. Räber kontaktiert seinen alten Schulfreund Luiz Schumacher, einen Industriedesigner, um anzufragen, was optisch machbar wäre. Schumacher hört die Wörter Würmer und Kompost und denkt an einen anderen seiner langjährigen Freunde, Erich Fässler.
2. Erich Fässler zieht von Adliswil in die Stadt Zürich, es ist Frühling 2004, und schon bald vermisst er den Komposthaufen seines Elternhauses. Er beginnt nach Lösungen zu suchen und findet heraus, dass es zweiundvierzig heimische Wurmarten gibt, von denen sich drei für den Kompost eignen. Er entscheidet sich für einen Wurm namens Eisenia fetida und bestellt tausend Stück im Internet. Fortan hält er sich auf dem Balkon eine Kiste mit Würmern und füttert die Tiere mit seinen Rüstabfällen. Er merkt schnell, dass die Würmer gerne fressen, gerne auf engem Raum leben und zudem Bakterien verwerten und im Kompost somit keine üblen Gerüche entstehen. Zudem produzieren die Würmer einen natürlichen Dünger, in den Fässler Tomatenstauden pflanzt. Fässler ist der Ansicht, dass sein Balkon-Kompost Marktpotential hätte, aber er hat zu viele andere wichtige Dinge zu tun. Als er sein Studium zum Umweltingenieur beendet, meldet sich der alte Freund Schumacher bei ihm und erzählt von der Idee der HSG-Studenten. Die vier Männer tun sich zusammen, um an dem Wurm-Geschäft zu arbeiten. Das Schweizer Fernsehen wird auf sie aufmerksam und stellt sie in der Sendung Einstein vor.
3. Sarah Steiner gibt im Juli 2013 ihren Job als Managerin bei Unilever auf und sucht nach etwas Neuem in ihrem Leben. Während einer Reise durch Asien findet sie in einer Bibliothek in Thailand ein Kinderbuch über den Wurmkompost. Sie überlegt sich, dass dies die Lösung sein könnte für alle Stadtwohnungen, bei denen es keinen Zugang zu einem Garten gibt. Bei ihrer Heimkehr erzählt sie ihrem Vater davon, und der sagt, er habe kürzlich am Fernseher in der Sendung Einstein vier Männer und ihre Würmer gesehen. Steiner setzt sich hin und schreibt eine Bewerbung.
Heute haben die Leute von WormUp die erste Version ihres mobilen Küchen-Kompostierers fertig entwickelt. Es ist ein ausgeklügeltes Modell mit drei Stockwerken, durch die sich die Würmer fressen können. Jetzt ist alles vorbereitet für die Erstproduktion, für die es allerdings nötige Investitionen braucht. Wemakeit könnte da aushelfen.