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Zum ersten Mal stand ich am Etappenrennen des Cyprus Sunshine Cups am Start. Von anderen Fahrern habe ich schon viele gute Dinge über dieses Rennen gehört und freute mich dementsprechend, dieses Rennen mit einem Prolog und drei Etappen zu bestreiten.
Auch in diesem Jahr waren wieder starke Fahrer am Start, wie zum Beispiel der Vize-Olympiasieger Jaroslav Kulhavy und der Sieger des letztjährigen Rennens Fabian Giger.
Prolog
Am ersten Tag fand ein Downhill-Zeitfahren mit Start oberhalb von Lefkara statt. Der erste Teil der 14.6km langen Strecke führte durch die engen Gassen von Lefkara, danach fuhren wir den Rest der 700 Tiefenmeter über verblockte Schotterstrassen hinunter, nach Skarinou. Auf dem Weg ins Tal hatte es noch zwei kurze Anstiege, welche im Renntempo nur ungefähr drei Minuten dauerten.
Obwohl die Downhills zu meinen Stärken gehören, entschied ich mich auf den groben Schotterstrassen mit vielen spitzigen Steinen, auf sicher zu fahren, damit ich keinen Defekt oder platten Reifen riskierte. An den Anstiegen versuchte ich jedoch voll zu fahren. Diese Taktik wendete ich auch bei den kommenden Etappen an.
Den Prolog beendete ich mit einer Endzeit von 26min 57sec auf dem 25. Rang. Mit diesem Resultat konnte ich mir eine gute Ausgangslage für das Marathon-Rennen am nächsten Tag schaffen.
Stage 1
Vor der ersten Etappe war ich recht nervös, denn ich bin noch nie ein Marathon-Rennen gefahren. Bis zur ersten kürzeren Abfahrt konnte ich in der Spitzengruppe mitfahren, aber am ersten langen Aufstieg entschied ich mich, meinen eigenen Rhythmus zu fahren, denn in dem hohen Tempo, welches die Spitzengruppe anschlug, wäre ich nie bis zum 7km entfernten Bergpreis gekommen. Oben angekommen, nahm ich in der Feedzone eine volle Trinkflasche und fuhr in die Abfahrt. Die Abfahrt war das komplette Gegenteil vom gestrigen Prolog. Sie war nicht so ruppig, beinhaltete jedoch viele Kurven und sogar einige Sprünge.
In der Abfahrt konnte ich die Fahrer in meiner Gruppe gar abhängen und ich fuhr den letzten Teil der Etappe alleine. Dies stellte kein grosses Problem dar, da dieser Teil mehrheitlich über kurvenreiche Kiesstrassen mit kürzeren Aufstiegen und Abfahrten führte.
Ich kam sehr gut voran und kurz vor dem steilen Aufstieg, zurück zum Startpunkt in Lefkara, hatte ich den 20. Rang in Sichtweite. Diese drei Fahrer wollte ich unbedingt noch einholen, doch ganz unerwartet begannen sich meine Muskeln zu verkrampfen und ich musste noch darum kämpfen, dass ich nicht noch von den Fahrern hinter mir eingeholt wurde. Irgendwie konnte ich mich die 400 Höhenmeter ins Ziel retten und mein erstes Marathonrennen nach 2h 22min auf dem 23. Rang beenden.
Stage 2
Die zweite Etappe des diesjährigen Cyprus Sunshine Cups fand in Lythrodontas statt und diese war mit 66.2km auch die längste Etappe. Diese Etappe war auch dadurch geprägt, dass die meisten der knapp 2000 Höhenmeter in einem Stück und teilweise auch auf einem Uphill-Singletrail bewältigt werden mussten.
Nach gut 25km begann der Aufstieg und ich befand mich in einer Gruppe mit drei weiteren Fahrern. Trotz den gestrigen Krämpfen fühlten sich meine Beine sehr gut an und ich machte am Anstieg viel Tempo. Dadurch konnte ich einige Fahrer wieder einholen. Den Sprint in meiner Gruppe, am Bergpreis auf 1164m.ü.M., gewann ich und somit konnte ich als erster in die Abfahrt einbiegen. In der Abfahrt konnte ich so meine eigene Linie fahren und auch das Tempo bestimmen.
Gegen Ende der Abfahrt verkrampften sich meine Beine wieder, aber ich versuchte, mir nichts anmerken zu lassen, damit meine Gegner keinen Angriff starteten. Mir gelang es, trotz den verkrampften Beinen, die letzten 18km bis ins Ziel in dieser Gruppe mitzufahren.
Mit den vier Fahrern bog ich auf die Zielgerade ein, aber ich entschied mich, auf der Zielgeraden nicht mitzusprinten, denn ich wollte keinen weiteren Krampf riskieren.
Die Königsetappe des diesjährigen Cyprus Sushine Cups konnte ich auf dem 22. Rang beenden und somit in der Gesamtwertung auf den 22. Rang vorrücken.
Stage 3
Als letzte Etappe fand endlich ein Cross-Country-Rennen statt und ich freute mich riesig darauf, endlich in meiner Spezialdisziplin starten zu können. Die Runde war technisch und hatte viele Höhenmeter. Wir mussten insgesamt eine Startrunde und vier Runden zurücklegen.
Die Startrunde war sehr hektisch und ich platzierte mich in den Top-25. Schon auf der ersten normalen Runde merkte ich, dass ich sehr viel Druck auf dem Pedal hatte und auch einen guten Rhythmus fahren konnte.
Nach und nach konnte ich Positionen gut machen und kurz vor der letzten Runde gelang es mir, den Anschluss an eine Vierergruppe herzustellen, welche um einen Platz in den Top-15 kämpften.
Die entscheidende Einfahrt in den letzten Trail gelang mir nicht optimal und somit musste ich als letzter Fahrer in meiner Gruppe in diesen Trail. Bis zum Ziel gab es keine Chance, noch einen Fahrer zu überholen und ich beendete das Rennen auf dem 16. Rang.
Mit diesem tollen Cross-Country-Rennen konnte ich sogar noch einen Platz im Gesamtklassement gut machen und den Cyprus Sunshine Cup auf dem 21. Schlussrang beenden.
Fazit
Mit dem gesamten Rennverlauf bin ich sehr zufrieden und es ist mir auch sehr gut gelungen, mich zwischen den einzelnen Etappen zu erholen. Auch meine Taktik, dass ich in den Abfahrten nicht alles riskiert habe, stellte sich als richtig heraus, denn ich war einer der wenigen Fahrer, die während des ganzen Rennens keinen platten Reifen oder anderen Defekt hatten.
Mit meinem 21. Rang konnte ich mir weitere 28 Weltranglisten-Punkte erkämpfen und dadurch in der Weltrangliste wieder einen wichtigen Schritt nach vorne machen.
Die kommende Woche in Zypern werde ich zum Trainieren nutzen und als Abschluss noch das Cross-Country-Rennen in Amadeus (CYP) fahren.