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– Policy Brief
Überlegungen zu COVID-19-Stufenplänen
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Zusammenfassung
Stufenpläne geben Behörden, Einzelpersonen, Unternehmen und Dienstleistenden Klarheit und helfen dabei, die zur Kontrolle der Übertragungswege einer Infektionskrankheit angeordneten Massnahmen nachzuvollziehen und sich darauf vorzubereiten. Wir analysieren Stufensysteme in mehreren Ländern und diskutieren die Situation in der Schweiz.
Viele Länder verwenden Stufenpläne (bzw. Warn- oder Ampelsysteme), um auf Veränderungen der Übertragungsrate von SARS-CoV-2 zu reagieren. Diese Warn- und Reaktionssysteme haben drei Komponenten. Erstens charakterisieren mehrere Stufen den epidemiologischen Stand der SARS-CoV-2-Übertragung, der durch spezifische Indikatoren definiert ist. Zweitens umfasst jede Stufe ein Massnahmenpaket, das der Intensität der Kontrolle entspricht, die erforderlich ist, um eine Zuspitzung der epidemiologischen Lage zu verhindern. Drittens zeigen Veränderungen der Indikatoren in Richtung einer Verbesserung oder Verschlechterung der epidemiologischen Lage, ob weniger oder mehr restriktive Massnahmen notwendig sind.
Stufenpläne schaffen Klarheit, sodass Behörden, Einzelpersonen, Unternehmen und Dienstleistende Massnahmenpakete zur Kontrolle der Übertragungswege einer Infektionskrankheit nachvollziehen und sich darauf vorbereiten können. Die meisten Länder entwickelten ein solches System für die COVID-19-Pandemie, andere wie Singapur und China adaptierten einen bereits bestehenden, nach der SARS-Pandemie 2002/3 geschaffenen Stufenplan.
Wir haben 17 Stufenpläne in 11 Ländern analysiert (einige Regionen, wie z. B. in Deutschland, verwenden unterschiedliche Systeme). In der Regel weisen sie zwischen 3 bis 5 Stufen auf (der Median ist 4). Die häufigsten Indikatoren sind die 7-Tage-Inzidenz von Fällen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner und die Belegung der Intensivstationen (ICU). Die Anzahl und die Art der Massnahmen auf jeder Stufe variieren von System zu System stark.
In der Schweiz gab es vor dem 3-Phasenmodell vom Frühling 2021 keinen offiziellen Stufenplan. Die Informationskampagne des Bundesamtes für Gesundheit verwendet unterschiedliche Farbcodes, um spezifische Massnahmen zur Kontrolle der SARS-CoV-2-Übertragung für verschiedene Stadien der Epidemie in der Schweiz anzuzeigen. Die Umsetzung von mehr oder weniger restriktiven Massnahmen orientierte sich bis anhin hauptsächlich an der 14-tägigen Inzidenz, der Belegung der Intensivstationen, dem 7-Tage-Schnitt der effektiven Reproduktionszahl und der Hospitalisierungen. Dieses Konzept könnte die Grundlage für die Entwicklung eines nachhaltigen Pandemiebereitschafts- und -reaktionsplans bilden, der Massnahmen zur Bewältigung der aktuellen COVID-19-Pandemie sowie zukünftiger Pandemiesituationen beinhaltet.