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Die Elitesoldaten eines Bataillons waren, der napoleonischen Tradition gemäss, die Grenadiere und die Voltigeure. Sie bildeten je eine eigene Kompanie welche bei der Aufstellung des Bataillons die Flanken schützten. Auf dem Weg von den kantonalen Truppen zur einheitlichen Armee der Eidgenossenschaft von 1852, wurden die Grenadiere und Voltigeure zu Jägern. Sie hatten nach wie vor besondere Auf- gaben – im Gefecht oblag ihnen die Sicherung des Bataillons und die Aufklärung. Man achtete bei der Aushebung für die Jäger auf herausragende körperliche Leistungsfähigkeit. Eine Rekrutenschule für Jäger dauerte 35 Tage, während ein Füsilier seine Ausbildung bereits nach 28 Tagen abgeschlossen hatte.
Insignien der Jäger
Unser Appenzeller Korporal lässt einige spezielle Insignien erkennen, welche man den Jägern beigab um sie von den Füsilieren abzuheben. Während letztere lediglich Schulterklappen an ihrem Waffenrock trugen, hat der Unteroffizier hier die Epauletten der 2. Jägerkompanie montiert. In Anlehnung an die leichte Infanterie Napoleons (die Voltigeure) sind sie in Rot und Grün gehalten. Die 1. Jägerkompanie trug, entsprechend ihrer Grenadiertradition, gänzlich rote Schulterstücke. Die Epauletten waren nicht nur Zierrat – mit ihren eingearbeiteten Metallverstärkungen dienten sie den exponierten Jägern als Schutz gegen Säbelhiebe der Kavallerie. Ferner sind auf dem Waffenrock die weiss-roten Ärmel- balken eines Korporals zu erkennen. Diese Art Rangabzeichen war auch ein Erbe aus den Tagen Napo- leons und hielt sich bis in die Zeit des ersten Weltkriegs in der Schweizer Armee. Ein anderes Erken- nungsmerkmal der 2. Kompanie ist der gelb-grüne Pompon auf dem Tschako.
Französische Einflüsse in der Uniform
Man nannte die 2. Kompanie auch "Jäger links" da ihr Standort im Bataillon an der linken Flanke war (analog dazu war die 1. Kompanie "Jäger rechts"). Unter der Blechganse ist die Kantonskokarde von Appenzell Innerrhoden zu sehen. Sie unterschied sich von der Kokarde Ausserrhodens dadurch dass der Schwarze Kreis im Zentrum kleiner und der weisse Ring darum grösser war. Dieser Jägerkorpo- ral gehört dem Halbbataillon 82 an. Ein weiteres Abzeichen der Jäger war der Säbel der Ordonnanz 1842/52, den man hier an einem speziellen Frosch gemeinsam mit der Bajonettscheide hängen sieht. Der Säbel galt als besondere Auszeichnung für Elitesoldaten der Infanterie. Das Tenü wird ergänzt durch die weiten Hosen im französischen Schnitt, und die in diesem Fall darunter getragenen Zwilch- gamaschen. Die gesamte Uniform der Ordonnanz 1861 war sichtlich durchdrungen von der schwei- zerischen Bewunderung der zeitgenössischen Armee Napoleons III. , wodurch auch unser Appenzeller Jäger den glorreichen französischen Soldaten von Solferino und Magenta sehr ähnlich sieht, abge- sehen von deren roten Hosen.
Ein spezielles Gewehr
Um den Jägern eine etwas präzisere Waffe als die grobe Infanteriemuskete in die Hand zu geben, wurde 1856 auf Anordnung des Bundesrates die Einführung eines eigens entwickelten Jägergewehres in die Wege geleitet. Dieses Modell verfügte über einen gezogenen Lauf im Kaliber 10.5 mm nach dem System Prélaz. Damit wurde eine Schussdistanz von 800 Schritt erreicht, wogegen Glattlaufmuske- ten 200 Schritt erbrachten. Auch diese besonders fortschrittliche Waffe trug dazu bei, den Esprit de Corps bei den Jägern zu heben. Unser Korporal lädt gerade sein Gewehr mit aufgepflanztem Bajonett. Dieser Vorgang wollte gut gedrillt sein, denn die Hand manövrierte mit schnellen Stoss- bewegungen in gefährlicher Nähe der Bajonettspitze.
Weitere Appenzeller Infanteriebataillone mit Jägerkompanien um 1867
1. Auszug:
Bataillon 47 Appenzell AR
Bataillon 82 (Halbbtaillon) Appenzell AI
Bataillon 121 (Halbbataillon) AR
2. Landwehr:
Bataillon 30 Appenzell AR
Bataillon 69 (Halbbataillon) AI
3. Unabhängige Jägerkomapnien der Landwehr:
Kompanie 5 Appenzell AR
Kompanie 6 Appenzell AR
Roger Remnann, Rost und Grünspan