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Fragen und Antworten
Neuroimmunologische Erkrankungen sind Krankheiten, welche die Neurologischen Funktionssysteme wie das Gehirn, das Rückenmark, die Nerven und Nervenendungen betreffen und hier zu Beschwerden führen.
Die Ursache dieser Erkrankungen ist eine Fehlregulation des körpereigenen Immunsystems gegen das eigene Nervengewebe. Ein typisches Beispiel ist die Multiple Sklerose oder die Neuromyelitis optica (NMO). Aber zu diesen Erkrankungen gehören auch Hirnentzündungen wie die autoimmune limbische Enzephalitis, welche mit epileptischen Anfällen, psychiatrischen Verhaltensstörungen und Konzentrations- und Gedächtnisproblemen einhergehen kann.
Neuroimmunologische Erkrankungen können sich nach einer Infektion (parainfektiös), in Zusammenhang mit einer Krebserkrankung oder auch ohne erkennbaren Grund entwickeln. Die ursächliche Aufarbeitung erfolgt daher ausführlich und detailliert in unserer Sprechstunde.
Da neuroimmunologische Erkrankungen meistens in jungen Lebensjahren auftreten und chronisch verlaufen, muss sich die Behandlung nach den unterschiedlichen Bedürfnissen der Patienten auch in Abhängigkeit von ihrem Lebensalter richten.
Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch und meist schubförmig verlaufende Erkrankung bei der das körpereigene Immunsystem die Nervenscheiden (Myelin) erkennt und mittels einer autoimmunen Entzündungsreaktion angreift. Zudem besteht auch eine neurodegenerative Komponente der Erkrankung.
Es werden verschiedene Verlaufsformen der Erkrankung unterschieden:
- Schubförmig remittierende MS: Schubweises Auftreten der Beschwerden mit weitgehender Erholung zwischen den Schüben
- Primär chronisch progrediente MS: Chronische Verschlechterung von Anfang an.
- Sekundär chronisch progrediente MS: Erkrankung beginnt mit Schüben und geht dann zu einem späteren Zeitpunkt, meist nach vielen Jahren, in eine chronische Verlaufsform mit fortlaufender Verschlechterung mit oder ohne Schübe über.
Als Schub wird ein akuter neurologischer Funktionsausfall bezeichnet, der sich in unterschiedlichen Symptomen äussern kann. Diese sind individuell, wobei eine Prognose über den Verlauf nur unter Vorbehalt möglich ist.
Es gibt keine typische Multiple Sklerose (MS), da die Symptome wie auch deren Schwere von Person zu Person variieren. Die meisten MS-Betroffenen erleben mehr als ein Symptom im Verlauf der Erkrankung, aber in individueller Kombination.
Mögliche Symptome können sein:
- Sehstörungen (z.B. Sehschwäche, Doppelbilder)
- Sprech- und Schluckstörungen
- Schwindel
- Empfindungsstörungen (z.B. Kribbeln, Temperaturempfindlichkeit)
- Fatigue (Müdigkeit)
- Muskelschwäche
- Muskelsteife (z.B. Spastik)
- Kognitive Störungen (z.B. Konzentrations- und Gedächtnisstörungen)
- Depressionen und Stimmungsänderungen
- Schmerzen
- Blasen- und Mastdarmstörungen
- Sexuelle Funktionsstörungen
- Einschränkung der Gehstrecke
Die Ursachen der Multiplen Sklerose sind leider weiterhin unklar. Wir und andere betreiben viel Aufwand, um diesen auf den Grund zu gehen. Derzeit werden unter anderem Umweltfaktoren wie virale Infekte, hoher Salzkonsum, oder aber Vitamin D-Mangel diskutiert. Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle, jedoch nicht im Sinne einer klassischen vererbbaren Erkrankung.
Um eine neuroimmunologische Erkrankung oder aber auch eine Multiple Sklerose zu diagnostizieren, müssen multimodale Untersuchungen erfolgen. Dies hat zum Ziel die Erkrankung so gut dieses möglich ist zu beweisen, um anschliessend die individuell beste Therapieoption herauszusuchen. Zu diesen Untersuchungen gehören laborchemische Messungen im Blut und im Hirnwasser, das MRI die Elektrophysiologie sowie die körperliche neurologische Untersuchung.
Die Therapie neuroimmunologischer Erkrankungen hat mehrere Standbeine. Einerseits ist die Bedeutung der symptomatischen Behandlung schon bestehender Beschwerden zur Verbesserung der Alltagsfunktion zentral. Hierbei steht vor allem die Physiotherapie, die Ergotherapie und die Rehabilitation mit Anleitung zur Trainingsfortsetzung im häuslichen Umfeld im Vordergrund.
Neben dieser ist aber auch die Beratung zu Lebensstil-Faktoren notwendig, welche sich negativ auf die Erkrankung auswirken, wie zum Beispiel Rauchen, Übergewicht und Vitamin D-Mangel. Ebenfalls muss die Beratung auf die unterschiedlichen Lebenssituationen der Patienten eingehen. So soll die neuroimmunologische Erkrankung zum Beispiel bei der Familienplanung oder Berufsfragen berücksichtigt werden. Wir streben einen multidisziplinären Ansatz an und ziehen bei Bedarf die jeweiligen Spezialisten bei.
Zusätzlich zu diesen Therapien, welche den Erkrankungsprozess nicht beeinflussen, wird in unserer Sprechstunde ausführlich über die Einleitung einer Immuntherapie diskutiert. Hier steht der/die Betroffene im Vordergrund, so dass sich die Wahl des Medikaments an die individuellen Bedürfnisse anpasst.
Das MS-Zentrum - ein starkes Team
Im Film lernen Sie unsere Ärztinnen und Ärzte und ihre fächerübergreifende Teamarbeit kennen.
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