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Sie gelten zwar nicht als Sympathieträger, erfüllen aber eine wichtige Aufgabe im Ökosystem: die Geier. Im Zoo Zürich ist ein junges Paar Schmutzgeier eingezogen. Die kleinste europäische Geierart gilt als stark gefährdet.
Das Gefieder der Jungvögel ist noch braun gefärbt. Weiss, wie das des 32-jährigen Weibchens, das bereits in Zürich lebt, werden die beiden Einjährigen erst mit fünf Jahren sein. Beide Geschlechter tragen dasselbe Federkleid.
Schmutzgeier haben eine Flügelspannweite von bis zu 170 Zentimetern und ein Gewicht von bis zu 2200 Gramm. Das unbefiederte Gesichtsfeld ist intensiv gelb gefärbt und wird von einer Federkrause umgeben. Um ihr Gefieder sauber und damit eine «weisse Weste» zu erhalten, baden Schmutzgeier ausgesprochen gern, wie Zoo-Kurator Robert Zingg am Mittwoch erklärte.
Abfall wird schnell beseitigt
Ihren Namen tragen die Vögel aufgrund ihres Speisezettels. Der Schmutzgeier gilt als «Sammler des kleinen Abfalls». Er ernährt sich von Aas, auch von Kleintieren, von Kot, faulem Obst und anderem verrottenden organischen Material. Einen reich gedeckten Tisch bieten ihm daher Abfalldeponien.
Mit ihrem schmalen Schnabel können Schmutzgeier grosse Tierkadaver nicht selbst öffnen, sondern sind auf die Vorarbeit grosser Geier oder anderer Tierarten angewiesen. Teilweise machen Schmutzgeier auch Jagd auf kleine Wirbeltiere und Insekten oder betätigen sich als Nesträuber.
Weil ihr Schnabel zu schwach zum Öffnen von Eiern ist, lassen sie diese auf Steine fallen. Eine kleine Population der Vögel in Ostafrika hat sogar eine Technik entwickelt, um Strausseneier zu öffnen. Die stabile Schale wird mit Steinen beworfen bis sie zerbricht.
Verhängnisvolle Giftköder
Die Heimat der Schmutzgeier erstreckt sich von Südeuropa nach Zentralasien und ins nordwestliche Indien. Ausserdem gehören dazu Teile von Nordafrika sowie Arabien. Im nördlichen Verbreitungsgebiet leben Schmutzgeier als Zugvögel. Sie überwintern vor allem am Südrand der Sahara.
Die Zahl der Brutpaare in Europa wird auf 3000 bis 4700 geschätzt. Ihre Brutgebiete liegen auf der Iberischen Halbinsel, in Südfrankreich, Süditalien und auf dem Balkan. Bis ins Jahr 1895 gab es zwei bis drei Paare in der Schweiz in der Nähe von Genf.
Im gesamten Verbreitungsgebiet haben die Bestände jedoch stark abgenommen, so dass die Schmutzgeier aktuell als stark gefährdet eingestuft werden. Zum Verhängnis werden den Vögeln oft illegale Vergiftungsaktionen, die eigentlich auf Raubtiere wie Wölfe zielen, oder Medikamentenrückstände in Aas. (sda)