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Der Kanada-Schweizer Peter Mettler hat am internationalen Filmfestival von Nyon für seinen Film "Gambling, Gods and LSD" den Hauptpreis erhalten.
Erstmals seit vielen Jahren gehört die Schweiz damit zu den Siegern in Nyon. Der Entscheid der Jury für Mettlers Werk, das durch Kanada, die USA, die Schweiz uind Indien führt, stiess auf breite Zustimmung.
Der Film, der eine über zehnjährige Entstehungsgeschichte hat, zeigt eine meditative Reise durch verschiedene Kulturen und Religionen, eine Suche nach guten Gründen, um das Leben zu geniessen und nicht an der Welt zu verzweifeln.
In Zürich etwa verfolgte Mettler die Street-Parade.
Er wurde zweifach ausgezeichnet: Mit dem Hauptpreis, dotiert mit 15'000 Franken und mit dem Publikumspreis, dotiert mit 2500 Franken.
Peter Mettler wurde 1958 geboren. Er begann seine Karriere als Filmemacher im Jahr 1980 und arbeitete mit den Regisseuren Atom Egoyan, Robert Lepage und Werner Penzel zusammen. Er ist auch Musiker und Fotograf.
Vom Umgang mit Ausländern
Der Preis für den besten Schweizer Film, dotiert mit 7000 Franken, ging an Ursula Meier. Die Filmemacherin erzählt in "Pas les flics, pas les noirs, pas les blancs" das Schicksal eines Genfer Polizisten. Der ehemalige Rechtsextreme arbeitet heute als Vermittler zwischen ausländischen Gemeinschaften.
Vier weitere Preise im Wert von je 5000 Franken gingen an die Filme "Broadway. Black Sea" von Vitali Manski (Deutschland), "Der Stand der Sonne" von Leonard Retel Helmrich (Niederlande), "Karma Cowboy" von Sonja Heiss und Vanessa Van Houten (USA) sowie "Das ist alles" von Tizza Covi und Rainer Frimmel (Österreich). "Der Stand der Sonne" erhielt zudem einen Publikumspreis.
Zeit für Neues
Das Festival, bisher als "Dokumentarfilm-Festival" bezeichnet, hatte in diesem Jahr das "Dokumentar"-Element aus dem Titel gestrichen. Dazu erklärt Festival-Direktor Jean Perret gegenüber swissinfo, das Wort sei zwar gestrichen, das disejährige Festival habe aber erneut bewiesen, dass das Genre lebendig sei und vieles zu bieten habe.
Nach 34 Jahren "Visions du Réel", so Perret, sei es einfach an der Zeit gewesen, sich einige Gedanken zu machen zu den technischen und stylistischen Neuigkeiten im Dokumentarfilmschaffen.
"Wir zeigen nicht mehr länger nur klassische, nachrichtenähnliche Filme. So vieles kann dokumentiert werden." Das Wort "Dokumentar" werde dem heutigen Schaffen nicht mehr länger gerecht.
Während einer Woche waren in Nyon insgesamt 113 Filme verschiedener Länger aus insgesamt 21 Ländern zu sehen. Das Festival konnte einen neuen Besucherrekord verzeichnen. 20'000 Personen schauten sich die 113 Produktionen an. Das sind 25 Prozent mehr als im Vorjahr.
swissinfo und Agenturen