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Zur Zucht schreibe ich hier ein paar eigene Erfahrungen auf.
Die ersten Zuchtversuche bei den Königpythons starteten wir im November 2015.
Zu diesem Zeitpunkt (November/Dezember) fahren wir die Nachttemperaturen um ca 1° bis 2° runter. Dadurch bewirkt man, dass die Tiere in Paarungsstimmung kommen. Ab Anfang Dezember setzen wir dann unsere Männchen zu den Weibchen. Nicht umgekert, da wir davon ausgehen, dass die Weibchen mit Folickelwachstum und Paarungen schon genug Stress haben und somit nicht noch ein neues Zuhause kennen lernen müssen.
Für eine erfolgreiche Zucht brauchen wir ein zuchtbereites Weibchen (ca ab 2.5 Jahren mit minimum 1500g) und ein Männchen (mit ca 1.5 Jahren). Es kann vorkommen, dass ein geplantes Zuchtprojekt nicht funktioniert, weil das Männchen und Weibchen sich nicht "attracktiv" finden und jenes Pärchen nie paaren wird. Deswegen macht es Sinn ein zweites Männchen im Bestand zu haben. Man kann auch Mal versuchen eine Haut eines anderen Männchen dazuzulegen damit dessen Geruch dem anderen gewollten Männchen signalisiert: Achtung hier ist noch jemand anderes der das Weibchen bepaaren könnte. Man sollte jedoch nicht ein zweites Männchen dazusetzen, da es sonst zu sogenannten Komentkämpfen zwischen den beiden Männchen kommen könnte. Dies würde riesen Stess für beide Tiere bedeuten.
Ovulation
Die Ovulation ist der Eisprung. Hierbei werden die Folickel befruchtet und somit sind es nun Eier.
Bei diesem Vorgang müssen die befruchteten Eier von vorne nach hinten geschafft werden an den Folickeln vorbei. Deswegen schwellen die Weibchen bei der Ovulation im hinteren Drittel extrem an, so als hätten sie eine riesige Ratte verschlungen, obwohl die Weibchen zu diesem Zeitpunkt schon lange das Futter eingestellt haben dürften (Ausnahmen gibt es immer). Diese Schwellung hält ca. 24h an, wenn nicht noch länger.
Nach der Ovulation geht es ca. 2 bis 3 Wochen bis zur post Ovulations-Haut - also die letzte Haut vor der Eiablage.
Nach dieser post Ovulations Haut kann man etwa 30 Tage (bei mir sinds eher 37 Tage) warten bis die Eiablage stattfindet. Das längste war bei mir Tag 42!!
Eiablage
Die Eiablage findet meistens am Abend oder Morgen früh statt. Direkt nach der Eiablage sind die meisten Weibchen so erledigt, dass sie nicht schnappen, zumindest ist dies bei mir so. Habe aber auch schon von sehr angriffslustigen Tieren gehört. Kann ich mir auch gut vorstellen, da ja jemand dem Gelege zu nahe kommt und die Weibchen sicher ein Beschützerinstinkt haben bei der Brut.
Da es in den Terrarien sehr schwer ist eine Inkubation/Brut durchzuführen nehmen wir die Gelege sobald die Weibchen fertig sind ca. 1h danach raus und legen die in den Inkubator.
Die Eier lassen sich so frisch abgelegt sehr gut voneinander trennen. Dies machen wir aus dem einfachen Grund weil wir sonst die Eier nicht in die Boxen bringen.
Inkubation
Wir inkubieren auf Vermiculid bei 31.5 C°. Bei diesen Bedingungen haben die Schlangen etwa 62 Tage bis zum Schlupf.
Da wir mit dieser Erfahrung sehr gut fahren, haben wir auch nicht vor irgendwas daran zu ändern:)
Schlupf
Ca. Tag 62 beginnen die kleinen Schlangen die Eier anzuritzen mit Hilfe von einem Eizahn. Das ganze Gelege schlüpft dann in einem Zeitraum von ca. 3 Tagen. Direkt nach dem Schlupf wiegen die Kleinen ca 60g. Bei einem unerfahrenen Weibchen eher leichter so gegen 45g. Habe im Jahr 2020 ein Twin Ei, welche mit einem Gewicht von 25g und 28g schlüpften.
Aufzucht
Die ersten paar Tage legen wir die Jungtiere nach dem sie das Ei komplett verlassen haben in eine Box mit feuchten Spagnummoos. Bis zur ersten Haut. Danach kommen sie in ihre neuen Zuhause und werden Einzeln gesetzt. Vorher bleiben sie bei uns zusammen. Ca. 3 bis 4 Tage nach der Haut, können wir die Jungen versuchen zu futtern. Ca. 15 bis 20% des Gewichtes der Schlange. Die ersten paar mal fressen sie am besten lebende Mäuse und werden dann über frost Mäuse auf frost Ratten nach und nach umgewöhnt. Bei sehr kleinen feinen Babys kann es vorkommen, dass sie am Anfang nicht fressen. Hierbei muss jeder selber entscheiden, wie man mit dem Tier weiter vorgeht. Wir geben den kleinen eine Starthilfe und legen ihnen die Futtermaus (frost) ins Maul. Dies kann bei vielen Tieren reichen, damit sie den Rest selber runterschlingen. Hierbei nehmen wir aber noch maximal 10% des Gewichtes der Schlange.