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Cartographica Helvetica
Zusammenfassung
Das Matterhorn im Kartenbild
Weil sich die spektakuläre Erstbesteigung des Matterhorns – und gleichzeitig das erste Bergdrama von Zermatt – am 14. Juli zum 150. Mal jährt, wurde dieser Anlass zum Thema des vorliegenden Heftes gemacht. Zugleich bietet sich damit für die Schweizerische Gesellschaft für Kartografie die Gelegenheit, im Internationalen Jahr der Karte eine kartographiehistorische Publikation zu präsentieren.
Das Wallis hat bei Chronisten und Kartographen schon im 16. Jahrhundert erstmals Aufmerksamkeit gefunden. Sebastian Münster veröffentlichte 1545 in Basel in seiner Cosmographia eine inhaltsreiche Beschreibung des Wallis, ergänzt mit einer von Johannes Schalbetter gezeichneten Landkarte in zwei Blättern (Ober- und Unterwallis). Zermatt blieb hingegen praktisch unbekannt und bis 1820 gab es von Zermatt und Umgebung keine einzige Ansicht. Dies kann nur damit erklärt werden, dass die damaligen Reiserouten durch das Wallis und über die Pässe nach Norden und Süden dieses Tal nicht berührten.
So kam auch der junge Engländer Edward Whymper anfänglich in die französischen Alpen, um dort als gelernter Holz-Graveur für den Verlag von William Longman Zeichnungen von touristisch interessanten Ort anzufertigen. Mit der Erstbesteigung des Matterhorns durch ihn und seine sechs Begleiter am 14. Juli 1865 und der damit verbundenen Katastrophe begann für Zermatt eine neue Epoche. Die Kunde von diesen Ereignissen verbreitete sich durch die Presse weltweit. Whymper hat aber auch mit eigenen Schriften und Illustrationen viel zur Berühmtheit von Zermatt beigetragen, zum Beispiel mit seinem Buch Scrambles Amongst the Alps in the Years 1860–69, das er selbst illustriert hat.
Im Kapitel «Das Matterhorn kartiert» werden 40 Karten ganz oder als Ausschnitte sowie einige Panoramen und Reliefs vorgestellt, die nach verschiedenen Kriterien wie Wichtigkeit, Einzigartigkeit, Ästhetik, aber auch Fehlerhaftigkeit ausgewählt worden sind. Jeder Karte sind bibliographische Daten, die Erstellungstechnik sowie ein kurzer Kommentar beigefügt. Die Kartenausschnitte sind mit wenigen Ausnahmen im Originalmassstab wiedergegeben.
Das Matterhorn war auf den ersten Karten noch nicht explizit erkennbar. Schalbetter (1545) nannte einen Mons Silvius und daneben den Augstal Berg. Damit war aber der Theodulpass gemeint, der von Zermatt ins Aostatal führt. Eine weitere Walliser Karte von Anton Lambien (1682) zeigt wie bei Schalbetter eine markante Bergsignatur in Seitenansicht und nennt diese Matter Dioldin h[orn] sowie erstmals den Namen Zermatt. Bereits zwei Jahre früher, nämlich 1680, hatte der italienische Kartograph Giovanni Tomaso Borgonio in seiner Carta Generale de Stati di Sua Altezza Reale den Berg M. Servino benannt. Weitere 100 Jahre später kartierte Gabriel Walser (1768) das Matter Horn alias Mons Sil=vius Germ. Augst Thal Berg und den Übergang auf dem Theodulgletscher mit Pass in das Augst Thal. Im Atlas von Joseph Edmund Woerl (1835/36) wird das Matterhorn od. gr. Mt. Cervin noch als «unersteiglich» und das Matterjoch im Juli und August als «gangbar» bezeichnet.
Interessant sind auch die trigonometrischen und topographischen Aufnahmemethoden, die während über 200 Jahren angewendet wurden, um die genaue Höhe und die Lage des Matterhorns zu bestimmen. Weitere Kapitel behandeln die einzigartige Geologie des Matterhorns und die utopischen Bergbahnprojekte auf dessen Gipfel.
Preis: Schweiz CHF 25.–, Europa/Übersee CHF 28.– (inklusive Versand). (Bestelladresse)