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Klimaerwärmung: Für dicht bevölkerte Städte wird es teuer
Wegen des Wärmeinsel-Effekts müssen Städte mit bis zu 2,6 mal so hohen Ausgaben für die Klimaerwärmung rechnen wie weniger dicht besiedelte Gebiete. Dies ist das Resultat einer internationalen Studie, bei der knapp 1700 Städte untersucht wurden.
In Grossstädten wie Tokyo muss mit höheren Ausgaben aufgrund des Klimawandels gerechnet werden als in weniger dicht besiedelten Gebieten.
Dass urbane Gebiete zu Wärmeinseln werden, liegt daran, dass die Sonneneinstrahlung die Temperaturen auf Asphalt sowie Beton erhöht und diese die Hitze speichern. Die Wärme, die etwa der Verkehr oder Klimaanlagen absondern, verstärkt diese Entwicklung zusätzlich.
Gemäss einer Studie von Ökonomen der Universität von Sussex UK, der Nationalen Universität von Mexiko und der Freien Universität von Amsterdam, in der 1692 Städte unter die Lupe genommen wurden, dürfte der Wärmeinsel-Effekt die Klimaerwärmung in den am dichtesten bevölkerten Städten bis im Jahr 2050 um zusätzliche zwei Grad intensivieren.
«Siege über den Klimawandel werden zunichte gemacht»
«Die negativen Einflüsse höherer Temperaturen auf die Wirtschaft sind völlig unterschiedlich: Es braucht mehr Klimaanlagen, die Luftverschmutzung steigt an, die Wasserqualität sinkt und wer arbeitet, ist weniger produktiv», heisst es in der Medienmitteilung zur Studie. Und Richard S. J. Tol von der Universität von Sussex meint: «Schwer errungene Siege über den globalen Klimawandel werden von unkontrollierten Wärmeinseln zunichte gemacht.» Denn auch wenn Städte lediglich rund ein Prozent der gesamten Erdoberfläche ausmachen, so produzieren sie doch 80 Prozent des Weltsozialprodukts und fressen gleichzeitig 78 Prozent der Energie.
Grünflächen könnten Abhilfe schaffen
Allerdings liesse sich die Entwicklung laut den Ökonomen relativ leicht eindämmen: Würde ein Fünftel der Dächer in Städten mit Grünflächen versehen und beim Strassenbelag auf weniger stark absorbierendes Material gesetzt, könnten Ausgaben im Zuge gesenkt und die schwerwiegendsten Folgen der Klimaerwärmung entschärft werden. Tol und seine Kollegen nehmen an, dass die Temperatur in besiedelten Gebieten mit solchen Massnahmen um bis zu 0,8 Grad gesenkt werden könnte.
Zudem macht die Studie auch Positives deutlich. So meinte Tol: «Selbst wenn weltweite Massnahmen scheitern, zeigt sie auf, das Projekte auf lokaler Ebene dennoch einen positiven Einfluss haben können.» (mai)