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Svalbard wird von Norwegen verwaltet, wie es im Svalbardvertrag von 1920 festgelegt wurde. Um diese Aufgabe zu bewerkstelligen, wurde die Position des «Sysselmannen» 1925 ins Leben gerufen und im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut. Die Leitung der Verwaltung obliegt dem Gouverneur, der vom norwegischen Justizministerium einberufen und dem König von Norwegen bestätigt wird. Da die Dauer der Position auf maximal sechs Jahre beschränkt ist, musste ein Ersatz für die bisherige Gouverneurin gefunden werden. Die Regierung hat nun eine neue Person ernannt.
Die Leitung der Verwaltung wurde dem 56-jährigen Lars Fause übertragen. Der ehemalige Staatsanwalt der Region Troms und Finnmark war bereits zwischen 2008 und 2010 als stellvertretender Gouverneur auf Svalbard tätig, kennt also sowohl Region wie auch die Verwaltung. Die norwegische Justizministerin Monica Mæland, deren Abteilung für die Wahl des Gouverneurs zuständig ist, schreibt in einer Pressemitteilung: «Fause wird durch seinen Hintergrund als äusserst qualifiziert für die Rolle als neuer Gouverneur betrachtet. (…) Er hat einen guten Einblick in die Aufgaben des Gouverneurs, die Gemeinschaften auf Svalbard und die Svalbardpolitik und verfügt über eine gute Grundlage, um die Verwaltung weiterentwickeln zu können.» Seine Arbeit wird er turnusgemäss am 1. Juli 2021 antreten.
Fause wird die Position von Kjerstin Askholt übernehmen, die nach sechs Jahren als Gouverneurin zurücktreten muss, wie im norwegischen Svalbard-Gesetz von 1925 vorgeschrieben. Lars Fause wird ein Team von 45 Personen übernehmen und vorerst für drei Jahre als Gouverneur fungieren. Danach besteht die Möglichkeit einer Verlängerung von weiteren drei Jahren. Kjerstin Askholt war erst die zweite Frau in der 96-jährigen Geschichte der Sysselmannen, die als Gouverneurin eingesetzt worden war. Fause dagegen ist der zwanzigste Mann, der die Verwaltung von Svalbard leitet. Er übernimmt die Position in einer Zeit des Umbruchs und es warten einige grosse Aufgaben auf ihn, wie er weiss. «Das sind ziemlich grosse Schuhe, die anziehen werde und niemand in Norwegen hat so viel Wissen darüber wie sie (Kjerstin Askholt, Anm. d. Red.)», sagt Lars Fause gegenüber der Lokalzeitung Svalbardposten. Gleichzeitig mit dem neuen Gouverneur wird auch ein neuer Name der Verwaltung gegeben: «Sysselmannen» wird in das geschlechtsneutrale «Sysselmester» umgewandelt.
Der 1965 geborene Jurist hat einen eindrucksvollen Werdegang hinter sich. Nachdem er 1991 an der Universität Tromsø als Jurist seinen Abschluss gemacht hatte, arbeitete er zuerst für die Polizei in Oslo und Tromsø bevor er als Staatsanwalt in der Region Troms und Finnmark Karriere machte. Ab 2011 war er oberster Staatsanwalt der Region bis zu seiner Ernennung als Gouverneur. Fause setzte sich im Suchprozess für den Posten gegen 59 Mitbewerber durch. Ursprünglich hatten sich insgesamt 68 Bewerberinnen und Bewerber für diese Position gemeldet, darunter auch exotisch anmutende Bewerbungen aus Serbien, den USA, Frankreich und sogar Indien. Aufgrund der besonderen Situation, in der sich Svalbard befindet, ist die Position des Gouverneurs grundsätzlich keine offizielle Beamtenstelle und wird daher anders gehandhabt als die Verwaltungseinheiten im restlichen Norwegen. Dazu zählt unter anderem auch die zeitlich begrenzte Anstellung. Obwohl das Justizministerium für die Einstellung des Gouverneurs ist, übernimmt die Person auch für andere Ministerien und Abteilungen Aufgaben auf Svalbard.
Dr. Michael Wenger, PolarJournal