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MICHEL: Peak [3077 m]; 1901; Dawson. This was applied by Wheeler in honour of Friedrich Michel of Meiringen, who was briefly employed as a guide at Glacier House. He became so homesick after only a few weeks on the job in 1901 that he was discharged. The peak is the lowest und most westerly of the various summits of Mount Dawson, and Michel never got near it. See also Feuz.
Armer Michel! Von Berner Oberland in die kanadischen Rocky Mountains gefahren, wie andere Oberländer Führer auch, um Routen auf neue Gipfel zu erforschen, und dann krank vor Heimweh geworden. Dabei können es die Berge dort drüben durchaus mit den Engel- und Gelmerhörnern aufnehmen: Der Mount Louis zum Beispiel sieht aus wie der Kingspitz. Obwohl nicht eben erfolgreich, wurde der Michel trotzdem mit einem Gipfel in den Selkirk Mountains in Kanada geehrt.
Die kurze Geschichte von Friedrich Michel aus Meiringen findet sich im Buch «Canadian Mountain Place Names». Was nach einer langweiligen Aufzählung von Bergnamen und Erklärungen dazu aussieht, ist in Wirklichkeit ein hochspannendes Buch über ein riesiges Gebirge, über den Umgang der Menschen damit, über einzelne Schicksale. Bergführer aus dem Berner Oberland nahmen an der Eroberung der Rockies und der Columbia Mountains teil, und weil die Berge keine Namen hatten wie bei uns das Mittaghorn, das Täschhorn oder das Bietschhorn, gaben oft die Bergsteiger den Gipfeln Namen. Und da wurde grosszügig auf Personennamen zurückgegriffen, etwas, das in den Schweizer Alpen nicht so häufig der Fall war (immerhin ist die höchste Spitze der Eidgenossenschaft nach einem General und Kartografen genannt). Aber in den kanadischen Bergen stehen viel mehr Namensberge, eben nicht nur der unbedeutende Michel Peak, sondern auch der Feuz Peak, der Häsler Peak, der Mount Fuhrer, der Mount Huber. Emil Huber (1865-1939) war ein Zürcher Alpinist, der an der Erstbesteigung des Mount Sir Donald teilnahm, und dieser Gipfel in der Glacier Range ist einer der spektakulärsten von ganz Kanada, zwar bei weitem nicht so hoch wie das Matterhorn, aber von ähnlich abweisender und zugleich anziehender Form.
Das Buch über die kanadischen Bergnamen ist ein Buch zum Schmökern, zum Querlesen, zum Nachschlagen. Und dient auch der Horizonterweiterung. Vielleicht müsste man einmal dorthin zum Bergsteigen! Ziele gibt es mehr als genug, vom Abbott Pass bis zum Zinc Mountain (Edward Whymper taufte ihn so). Oder wie wär‘s mit dem Mount de Gaulle, dem Mount King Albert, ja dem Anniversary Peak?
Glen W. Boles, Roger W. Laurilla, William L. Putnam: Canadian Mountain Places Names. The Rockies and Columbia Mountains. Rocky Mountain Books, Calgary 2006, www.rmbooks.com. In der Schweiz erhältlich bei Piz Buch & Berg, www.pizbube.ch.