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Kognitiver Prozess bei der Textverarbeitung: Ergänzung oder Erweiterung der semantischen Repräsentation eines Textes (der Textbasis) durch dessen Implikationen und durch Präsuppositionen, also durch unausgesprochene, aber zum Textverständnis notwendige Inhalte (intendierte I.) sowie durch eigenes, in einem Schema gespeichertes, zum Textinhalt passendes Wissen des Lesers/Hörers (elaborierte I."). Textinhalt und inferentiell hinzugefügtes Wissen verschmelzen im Gedächtnis uns sind bei einer späteren Textrekonstruktion nicht mehr unterscheidbar.
Bußmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart: Kröner.
Beispiel:
Susanne hört René sagen die Milch ist angebrannt. Ich schließe die Tür. Zwischen den Aussagen die Milch ist angebrannt vor ich schließe die Tür muss sie eine Brücke schlagen, damit Sinn entsteht. Susanne muss die intendierte Inferenz ziehen, dass es in der Küche stinkt dann macht es Sinn, die Tür zu schließen. Weiter kann Susanne die elaborierte Inferenz ziehen, dass der René abgelenkt war oder wenig Übung hat oder dass die Kochprozedur jetzt länger dauert.
In der Informatik und der Statistik wird die Schlussfolgerung auch gelegentlich mit dem sonst im Deutschen unüblichen Fremdwort Inferenz bezeichnet, wohl als Übersetzung des englischen inference (‚Schluss, Folgerung‘); meist aber wird das Wort Inferenz in der Informatik spezieller für solche Schlussfolgerungen verwendet, die automatisiert, d. h. computergestützt durch eine Inferenzmaschine, gezogen wurden.
Der logische Schluss wird mit dem Folgepfeil notiert.
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