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Die Augusta Raurica ist eine zur Zeit des Kaisers Augustus um 15 v.Chr. gegründete und erbaute römische Siedlung am Südufer des Rheins in der Nähe von Basel. Zeitweise hatte die Stadt sogar bis zu 20.000 Einwohner und gilt noch heute als die älteste Siedlung der antiken Wehrmacht auf heutigem Schweizer Boden.
Der Name der Kolonie setzt sich aus zwei verschiedenen Fakten zusammen. „Augusta“ steht natürlich für den Kaiser Augustus, den Gründer der Kolonie. „Raurica“ weist auf den keltischen Stamm der Rauriker hin, die damals am Rheinknie (dem Übergang vom Hoch- zum Oberrhein) lebten. Den Hauptteil der Stadt bauten die Römer damals auf einer kleinen Anhöhe zwischen dem Flüsschen Ergolz und dem Violenbach. Dies diente unter anderem dem Schutz vor Hochwasser, bot allerdings auch einen guten Überblick über die Umgebung, was damals bei einem feindlichen Angriff von grossem Nutzen sein konnte. Insgesamt erstreckte sich die Kolonie Augusta Raurica über etwa einen Hektar Land, reichte an einer Stelle sogar bis hinunter zum Rheinufer.
Augusta Raurica entwickelte sich schnell zu einer ansehnlichen Stadt, die alles zu bieten hatte, was ein Römer brauchte. In der langen Friedensphase vom 1. bis zum 3. Jahrhundert gab es zum Beispiel ein Theater, ein Amphitheater, ein Forum und diverse Tempel.
273/274 wurde die Kolonie komplett aufgegeben, weshalb ist bis heute nicht vollständig geklärt. Überfälle durch die Alemannen und ein Erdbeben, bei dem grosse Teile der Stadt zerstört wurden, könnten hier eine Rolle gespielt haben.
Seit dem 19. Jahrhundert wird auf dem Gebiet systematische Archäologie betrieben; erste Funde gehen allerdings schon bis ins 16. Jahrhundert zurück. So förderten die Archäologen schon etliche mehr oder weniger wertvolle Gegenstände zutage, wie beispielsweise Zahnstocher, Waffen, Münzen, Gürtelschnallen und 1962 sogar einen kleinen Silberschatz. Das Römermuseum in der Gemeinde Augst, die direkt neben der altertümlichen Ausgrabungsstätte liegt, bewahrt bis dato circa 1,5 Millionen gefundene Objekte auf, die jederzeit von Besuchern begutachtet werden können. Und das, obwohl erst knapp 20% des ganzen Areals archäologisch erschlossen sind.
Hierzu zählen bisher Tempel, Bäder und Reste einer Arena für Gladiatorenkämpfe. Auch das Hauptforum inklusive dem Jupitertempel, der Basilika und dem Versammlungsort des damaligen Stadtrates sind heute für Besucher öffentlich zugänglich. Teilweise begehbar ist auch das Augster Aquädukt, welches die Augusta Raurica vom Ergolz her mit Trinkwasser versorgte.
Ein Besuch des Römermuseums in Augst lohnt sich auf jeden Fall und lässt sich mit einem Spaziergang zu den römischen Bauten vereinen, die bereits von Forschern freigelegt werden konnten.