Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03220.jsonl.gz/2624

Der Kanton Aargau will den bedeutenden und heute unterbrochenen Wildtierkorridor "Schinznach-Bad" wieder für Wildtiere passierbar machen. Deshalb plant er in Brugg den Bau einer Wildtierunterführung unter der Kantonsstrasse K112 und der parallel dazu verlaufenden SBB-Strecke. Der Regierungsrat hat das Projekt und den entsprechenden Verpflichtungskredit von 7,6 Millionen Franken genehmigt. Der Baubeginn ist für 2021 geplant, die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende 2021.
Der Druck auf Natur und Landschaft nimmt weiter zu, deshalb schreibt der Regierungsrat in seinem Entwicklungsleitbild 2013–2022: "Sowohl die Grösse wie die Vernetzung der naturnahen Flächen und Gewässer gilt es als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu bewahren." Dazu wurde im "Grundlagenbericht Wildtierkorridore" von 2010 ein verbindlicher Auftrag formuliert: "Sanierung der beeinträchtigten Wildtierkorridore und Sichern der Funktionsfähigkeit der neu geschaffenen oder wieder hergestellten Verbindungen". Dieser Auftrag leitet sich wiederum aus der Richtplananpassung von 2005 ab, für die eine Übersicht aller Wildtierkorridore im Kanton erarbeitet wurde. Der als sehr wichtig und kantonal bedeutend eingestufte Wildtierkorridor "Schinznach-Bad" wurde im Richtplan eingetragen. Das überregional wichtige Vernetzungssystem zwischen Jura–Chestenberg–Reusstal ist aktuell durch die Kantonsstrasse und die Bahnlinie unterbrochen.
Der Kanton will nun den Wildtierkorridor "Schinznach-Bad" wieder für Wildtiere passierbar machen. Dazu plant das Departement Bau, Verkehr und Umwelt den Bau einer 28 Meter langen, 10 Meter breiten und 4 Meter hohen Wildtierunterführung in Brugg. Diese wird unter der Kantonsstrasse K 112 (Aarauerstrasse) und der parallel dazu verlaufenden SBB-Strecke durchführen. Sie ermöglicht Wildtieren eine sichere Verbindung und verbessert die Vernetzung zwischen der Ebene Wallbach und Schinznach Dorf auf der Westseite über die Aare bis zum Hölzliberg beim Habsburgerwald auf der Ostseite. Die Wildtierunterführung ist so dimensioniert, dass nicht nur kleine und mittelgrosse Wildtiere sie benutzen können, sondern auch Rothirsche, die im Raum Habsburg/Schinznach-Bad seit 2016 vermehrt gesichtet werden.
Baustart im Jahr 2021
Der Regierungsrat hat das Projekt und den entsprechenden Verpflichtungskredit über 7,6 Millionen Franken beschlossen. Da sich das Vorhaben vollständig im Ausserortsbereich befindet, gehen die gesamten Kosten zulasten des Kantons, die betroffenen Gemeinden müssen keine Beiträge leisten. Der Baubeginn ist für 2021 geplant, die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende 2021. Sie sind zeitlich abgestimmt mit Bauarbeiten der SBB auf der Bahnstrecke zwischen Brugg und Schinznach-Bad, die im Juli 2021 vorgesehen sind. Dadurch können für den Bau der Wildtierunterführung erhebliche Kosten eingespart werden.
Quelle: Kanton Aargau
1.6.2020