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Die beiden Stammpflanzen für die Sennesdrogen (Cassia senna und Cassia angustifolia) werden heute in grossen Mengen für die arzneiliche Nutzung angebaut. Dabei ist vor allem die abführende Wirkung gefragt. Ein Teil der Sennesdrogen stammt klassischerweise aus Nordafrika. Dort wurde früher ausschliesslich Cassia senna angebaut. Zumeist wurden von dieser Pflanze die Fiederblättchen über den Hafen von Alexandria an der Nilmündung in alle Welt verschifft. Diese Droge wurde daher als Alexandriner-Senna bezeichnet. Die Sennesfrüchte stammten zumeist von Cassia angustifolia, die in Südindien angebaut und zum grossen Teil in der Stadt Tinnevelly (heute Tirunelveli) gehandelt wurde. Sie hiess deshalb auch Tinnevelly-Senna.
Heutzutage stammen Blätter und Früchte sowohl von Cassia senna als auch Cassia angustifolia und sie werden in verschiedenen tropischen und subtropischen Regionen angepflanzt. Getrocknete Sennesblätter und –früchte werden als Tee konsumiert oder in Form Fertigarzneimitteln eingesetzt, die einen standardisierten Sennaextrakt enthalten. Diese können gegen Verstopfung helfen.
Verbreitung und Aussehen von Senna
Die Sennespflanzen gehört zur Familie der Johannisbrotgewächse (Caesalpiniaceae). Als Heilpflanze hat Senna eine lange Tradition. Bereits der Propheten Mohammed soll die heilende Wirkung erwähnt haben. Paracelsus empfahl Senna als Abführmittel in Kombination mit Lauch und Wermut. Die Sennespflanze ist in heissen und trockenen Regionen in Afrika und Asien verbreitet. Es handelt sich um einen ein bis zwei Meter hohen Strauch mit gefiederten Blättern und gelben Blüten. Die Früchte sind rund fünf Zentimeter lange Hülsen.
Inhaltsstoffe und Wirkung von Senna
Arzneilich werden die getrockneten Blätter und die getrockneten Hülsenfrüchte angewendet. Beide wirken ähnlich, wobei den Früchten eine etwas mildere Wirkung zugeschrieben wird. Die wirksamen Bestandteile sind Anthranoide (auch Anthrachinone genannt). Sie werden Sennosid A bis F genannt. Standardisierte Extrakte aus Blättern oder Früchten werden auf einen festen Gehalt an Sennosiden, meist berechnet als Sennosid B eingestellt. Ausserdem enthalten die beiden Drogen Schleimstoffe, Flavonoide und wenig ätherisches Öl.
Bei den Sennosiden handelt es sich um Wirkstoffvorstufen (sogenannte Pro-Drugs). Sie werden erst im Dickdarm in ihre wirksame Form, die Anthrone überführt. Sennoside und Anthrone werden nicht in den Kreislauf aufgenommen, sie entfalten ihre Wirkung ausschliesslich im Dickdarm. Anthrone hemmen die Wasserrücknahme aus dem Darminhalt und regen die Muskelbewegungen des Darmes (Peristaltik) an. Der Stuhl wird dadurch weicher und voluminöser, die Passage des Dickdarms wird beschleunigt.
Medizinische Anwendung von Senna
Blätter und Früchte des Sennastrauchs kann man mit heissem Wasser übergiessen und als Tee trinken. Häufig sind sie auch Bestandteil von abführenden Teemischungen. Verschiedene Fertigarzneimittel enthalten Extrakte der Sennesfrüchte oder Sennesblätter in einer standardisierten Dosierung. Für alle Zubereitungen gilt, dass die Einnahme ohne ärztlichen Rat nur über einen kurzen Zeitraum erfolgen sollte. Das kann bei akuter Verstopfung der Fall sein oder wenn der Stuhl aufgrund von rektalen Problemen wie Hämorrhoiden oder Analrissen weicher gemacht werden soll.
Bei länger dauernde Verstopfung kann statt der Einnahme von Abführmitteln oft eine Umstellung des Lebensstils helfen: Viel Wasser trinken, regelmässiger Sport und eine ballaststoffreiche Ernährung können die Verdauung ankurbeln.
Sennesfrüchte und Feige in Kombination besonders mild wirksam
Da die Früchte milder wirken als die Blätter, sind Abführmittel mit Sennesfrüchten oft besser verträglich. Um die Wirkung zu ergänzen und zu unterstützen, hat sich die Kombination mit Feige bewährt, zum Beispiel in zeller feigen mit Senna Sirup. Die Feige wird wegen ihrem Gehalt an Schleimstoffen, Fruchtzucker und Fruchtsäure traditionell dazu eingesetzt, den Stuhl weicher zu machen und die Verdauung anzuregen. In zeller feigen mit Senna Filmtabletten wird die Wirkung der beiden Heilpflanzen zusätzlich durch die krampflösenden Eigenschaften der Pestwurz unterstützt.
Beachten Sie bitte: Auch pflanzliche Abführmittel und abführende Tees sollten sie nicht länger als eine Woche oder maximal zwei Wochen einnehmen. Lassen Sie eine länger dauernde Verstopfung beim Arzt abklären. Alle Arzneimittel, auch pflanzliche Zubereitungen, können Wechselwirkungen und Nebenwirkungen haben. Achten Sie deshalb auf die Packungsbeilage und wenden Sie sich für weitere Informationen an Ihren Arzt oder Apotheker.