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Als einziges Schweizer Hilfswerk setzt sich das SRK in Tibet für die Menschen in abgelegenen Dörfern ein. In der Präfektur Shigatse baut es Wassersysteme, macht Gesundheitsaufklärung und bekämpft die Armutsblindheit.
Die autonome Region Tibet ist rund 30 mal grösser als die Schweiz. Die überwiegende Mehrheit der Tibeterinnen und Tibeter leben als selbstversorgende Bauern oder Nomaden auf 3'500 bis 5'500 Metern über Meer in entbehrungsreichen Verhältnissen.
Gesundheitsaufklärung
In ländlichen Gebieten sind die Menschen noch immer unzureichend über Gesundheitsthemen informiert. Vor allem Mütter und Kinder sind gefährdet. Jedes zwanzigste Kind stirbt während der ersten Lebenswoche. Viele Frauen überleben Schwangerschaft und Geburt nicht. Das Rote Kreuz führt in Dörfern Lernzyklen durch zu Mütter- und Kindergesundheit, Hygiene und HIV/Aids. Dazu gehören einfache Aktionen wie das regelmäßige Händewaschen oder die Durchführung von Abfallkampagnen. Lokale Ärzte werden geschult, damit sie nicht nur Krankheiten behandeln, sondern auch durch Prävention zur besseren Gesundheit beitragen.
Bevölkerung hilft Brunnen bauen
In unterversorgten Dörfern baut das Rote Kreuz Wassersysteme. Die Einwohner/innen helfen beim Bau mit und beteili gen sich finanziell an den Kosten. Für die Wartung und Nutzung der Trinkwassersysteme trägt ein von der Dorfgemeinschaft gewähltes Wasserkomitee die Verantwortung. Auch die Schulen der ländlichen Region Shigatse werden mit sauberem Trinkwasser und zusätzlich mit Badehäusern ausgestattet. Die Dorfgemeinschaften entscheiden selber, welche Aktionen im Gesundheits- und Hygienebereich sie wann durchführen wollen. Ein Wettbewerb unter den Dörfern sorgt für zusätzlichen Ansporn. Zur Förderung einer gesunden, vitaminreichen Ernährung werden Familien beim Bau von Gewächshäusern
Star-Operationen in abgelegenen Dörfern
Der graue Star (Katarakt) ist aufgrund der starken UV-Strahlen in Höhenlagen weit verbreitet und führt bei fehlender Behandlung zum Erblinden. Das SRK bildet tibetische Chirurgen für die Operation von Katarakten aus und führt mit deren Hilfe mobile Augencamps in abgelegenen Gebieten durch. Dadurch erhalten jedes Jahr mehr als 800 Tibeter ihr Augenlicht zurück. Gesundheitshelfer/innen und Dorfärzte werden ausgebildet, damit sie Augenkrankheiten frühzeitig erkennen.
Spielerische Aids-Aufklärung
Sexuell übertragbare Krankheiten wie HIV/Aids breiten sich in Tibet zunehmend aus. Rotkreuzmitarbeitende führen deshalb bei Prostituierten und deren Kunden sowie in Schulen Informationskampagnen zur Verhütung von Aids durch. Mit einem interaktiven Parcours wird die Bevölkerung auf spielerische und anschauliche Weise für die Problematik sensibilisiert. Im Einsatzgebiet des SRK hat die Verwendung von Kondomen deutlich zugenommen.
Stärkung des Tibetischen Roten Kreuzes
Zur Stärkung des tibetischen Roten Kreuzes bildet das SRK Mitarbeitende aus und unterstützt die Partnerorganisation dabei, nach Katastrophen Nothilfe zu leisten und Programme zu Gunsten der Ärmsten zu planen und durchzuführen.