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Der hl. Mauritius gehörte zur Thebäischen Legion? Was hat es mit dieser auf sich?
Die Thebäische Legion war eine Truppeneinheit des Römischen Reiches, deren Soldaten in der Umgebung der oberägyptischen Stadt Theben rekrutiert wurden und überdies Christen waren. Der hl. Mauritius war also ein Ägypter und wird in der Kunst darum oft auch dunkelhäutig dargestellt. Von der Thebäischen Legion sagt die Überlieferung, sie habe sich geweigert, an Christenverfolgungen teilzunehmen und heidnische Kulthandlungen auszuführen. Deswegen wurden die Legionäre um das Jahr 300 beim heutigen Saint-Maurice im Unterwallis umgebracht und erlitten den Märtyrertod.
Die heutige Kirche wurde 1849 geweiht. Das Patrozinium des hl. Mauritius, der zur Thebäischen Legion gehörte, deutet aber darauf hin, dass ein erster Vorgängerbau bis vor die Jahrtausendwende zurückreichen dürfte. 1185 gehörte die Kirche dem sankt-gallischen Damenstift Schänis, 1368 ging sie an das Kloster Kappel über. 1712 wurde sie im Zweiten Villmergerkrieg, der ein Religionskrieg zwischen Reformierten und Katholiken war, von den Zürchern verwüstet.
Der Bau führt die Tradition der spätbarocken Innerschweizer Kirchen fort. Die Altarbilder stammen allesamt vom Zuger Maler Franz Xaver Zürcher (1819-1902), der ein Schüler von Melchior Paul Deschwanden war.
Auf die Heiligen der Thebäischen Legion verweisen die Scheibenstiftungen von 1934. Sie zeigen die hll. Urs und Viktor, Felix und Regula, Verena sowie den KIrchenpatron Mauritius. Auf zwei weiteren Scheiben sind das Opfer des Melchisedech und der Missionsauftrag an Jakobus zu sehen.
Das bedeutendste Ausstattungsstück ist das heute auf der linken Seite angebrachte ehemalige Altarblatt aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es zeigt, wie die Muttergottes mit dem Jesuskind den geistlichen und den weltlichen Ständen den Rosenkranz reicht.
Geschichten
Bildergalerie
Römische Legionäre aus Ägypten, verehrt als Martyrer in der Schweiz
Mauritius, Urs und Viktor, Felix und Regula, Exuperantius sowie Verena sind Heilige, die zur Thebäischen Legion gehört haben sollen.Inhalte ansehen
Standort
Weiterführende Informationen
Literatur
- Josef Grünenfelder, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, NA II, Bern 2006, S. 164-168.
- Berthe Widmer, Sankt Mauritius und seine Verehrer in der grossen Welt und in der Schweiz, in: Der Geschichtsfreund, 148 (1995), S. 5-66, beso. S. 45.