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Tarasp; den Kreis Unter Tasna (Sot Tasna) mit Fetan (Ftan), Schuls (Scuol) und Sent und endlich den Kreis Remüs mit Remüs (Ramosch), Schleins (Celin) u. Samnaun (Samagnun). Geographisch fällt der Bezirk vollständig mit dem Unter Engadin und seinem Nebenthal Samnaun zusammen. Links und rechts, also gegen NW. und SO., schliessen hohe Bergketten das Thal und damit den Bezirk ab, nach links gegen Davos, Klosters und Tirol, nach rechts gegen Italien, das Münsterthal und Tirol. Im SW. öffnet er sich gegen das Ober Engadin und im NO. gegen das Tirol. Er grenzt im N. und O. an Oesterreich, im S. an den Bezirk Münsterthal und an Italien, im SW. an den Bezirk Maloja und im W. an den Bezirk Ober Landquart.
Der Bezirk wird seiner ganzen Länge (45 km) nach vom Inn durchflossen, in den von links bei Süs die Susasca, bei Guarda der Bach des Val Tuoi, bei Ardez die Tasna, bei Schuls die Clozza, von rechts bei Zernez der Spöl und der Scarlbach bei Schuls münden. Die Fläche des Bezirkes beträgt 101070 ha, wovon aber der grösste Teil auf Gletscher, Felsen, Alpweiden u. Wälder entfallen. Mit seinen 6283 Ew. ist der Bezirk daher nur sehr wenig dicht besiedelt, indem auf 1 km2 nur 6,2 Ew. entfallen. 1477 Häuser, 1621 Haushaltungen.
Die Sprache ist fast allgemein die romanische, nur in der durch ihre geographische Lage auf den Verkehr mit dem Tirol angewiesenen Gemeinde Samnaun wird ausschliesslich deutsch gesprochen. Im Uebrigen macht das Deutsche auch im Unter Engadin, das ein eigenes ladinisches Idiom spricht, zwar langsame aber unaufhaltsame Fortschritte und wird durch den grossen Fremdenverkehr in Schuls und Tarasp mächtig gefördert. 5006 Ew. sprechen romanisch, 947 deutsch und 329 italienisch.
Samnaun und die einzige auf der rechten Seite des Inn liegende Gemeinde Tarasp, die bis Ende des 18. Jahrhunderts eine
österreichische Besitzung war, sind katholisch, alle anderen Gemeinden
dagegen reformiert. Die Verkehrsverhältnisse brachten
es aber mit sich, dass heute auch in allen diesen Gemeinden zahlreiche Katholiken wohnen. Die Gesamtzahl der Reformierten
beträgt
4914 4923, die der Katholiken 1377. ^[Supplement 1358.] Wie fast überall im Kanton bilden auch hier Landwirtschaft
(besonders als Wiesenbau und Alpwirtschaft) und Viehzucht den Haupterwerbszweig der Bevölkerung.
Der früher eifrig gepflegte Getreidebau ist in stetigem Rückgang begriffen; Obst gedeiht zwar recht gut, wird aber wenig gebaut. In früheren Jahrhunderten wurde im Scarlthal auch Bergbau betrieben, der heute völlig verschwunden ist. Dafür ziehen die auf Boden der Gemeinden Schuls, Tarasp und Sent in grosser Zahl reichlich sprudelnden Mineralquellen jährlich Tausende von Fremden an, so dass Tarasp und Schuls heute einen einzigen grossen Kurort bilden und der Gewinn, den die Bewohner aus der Hotelindustrie ziehen, ein sehr bedeutender ist. Die Viehstatistik ergibt folgende Zahlen:
|1886||1896||1901|
|Rindvieh||4540||4693||4561|
|Pferde||188||304||380|
|Schweine||929||1588||1751|
|Schafe||5063||5895||5464|
|Ziegen||4045||4470||4198|
|Bienenstöcke||336||586||418|
Den Bezirk durchzieht seiner ganzen Länge nach die Engadinerstrasse, von der bei Zernez die über den Ofenberg führende Münsterthalerstrasse und bei Süs die nach Davos gehende Flüelastrasse abzweigen. Tarasp auf der rechten Thalseite wie die am linksseitigen Gehänge stehenden Dörfer Fetan, Sent und Schleins sind alle durch Kunststrassen mit der Thalstrasse verbunden. Sehr weit und beschwerlich sind die Zugänge nach Samnaun; wenn man österreichisches Gebiet vermeiden will, kann man nur im Sommer über hohe Bergpässe dahin gelangen.
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Der Bau einer Fahrstrasse auf Schweizer Boden längs dem Schergenbach wird geplant, doch stehen der Ausführung noch bedeutende Schwierigkeiten entgegen. Passwege führen auf der linken Thalseite von Süs nach Klosters im Prätigau, von Guarda über den Fermunt nach Pattenen im Montavon, von Ardez über den Futschöl nach Galthür im Paznaun, auf der rechten Thalseite von Zernez ins italienische Livignothal und nach dem Veltlin, von Schuls durch das Scarlthal nach dem Münsterthal und von Sent durch das Uinathal nach Mals im Tirol. In wenigen Jahren wird von Bevers eine Bahn nach Schuls gebaut und damit der grosse Unter Engadiner Kurort Tarasp-Schuls direkt mit den Ober Engadiner Fremdenzentren verbunden sein.