Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03379.jsonl.gz/907

Einladung
Levin (5) ist eifrig am Gestalten im Werkraum. Begeistert hantiert er mit Pinsel, Leim, Farbe und Papier. Nach einer Weile ermüdet er und will ins Zimmer gehen. Er sagt zur Werklehrerin: "Du, i gah e chly zu mim Bett - wotsch ou cho?" (Du, ich gehe in bisschen zu meinem Bett - willst du auch mitkommen?"
Liebe ohne Grenzen
Es war einmal ein kleiner Glückskäfer, der trug den Namen Gabriel. Gabriel lebte schon seit seiner Geburt vor 10 Tagen, auf einer Sonnenblume. Diese Sonnenblume war die schönste, sonnengelbste und grösste Sonnenblume in ganz Kanada. Gabriel lebte mit seiner Mutter und seinen 20 Geschwistern auf einer Sonnenblume und auch wenn er und seine Geschwister sich oft stritten, so liebte Gabriel seine Familie über alles und er konnte sich nicht vorstellen, ohne sie zu leben. Eines Abends begann es zu stürmen, noch nie zuvor hatte es in Gabriels Leben so sehr gestürmt. Gabriel und seine Geschwister wussten, sie mussten sich jetzt gut festhalten, alle schrien, sie konnten sich nicht mehr festhalten. Gabriel musste nach kurzer Zeit zusehen, wie alle seine Geschwister, eines nach dem anderen, von der Sonnenblume gerissen wurden. Als das Gewitter sich dem Ende zuneigte, liessen auch Gabriels Kräfte nach, und da er nun so oder so alleine auf der Sonnenblume war, sah er keinen Sinn mehr im Leben und liess sich mit den nun nur noch leichten Windstössen treiben. Gabriel flüchtete sich in einen alten stinkenden Schrank, um geschützt zu sein, falls das Gewitter wieder aufziehen würde. Die Nacht blieb ruhig, und als Gabriel am anderen Morgen aufwachte, blendete ihn die Sonne durch die Spalten der Schranktüren hindurch. Gabriel wollte sich so schnell wie möglich auf die Suche nach einer neuen Blume machen, denn er wollte keine weitere Nacht in diesem verlottertem Schrank verbringen. Als Gabriel durch einen Vorort flog, sah er Kinder, die spielten und lachten. Weil ihn das Lachen der Kinder aufmunterte, wollte er sich dort eine Blume suchen. Schon nach kurzer Zeit entdeckte Gabriel eine Blume, die ihm gefiel. Sie hatte weisse Blätter und eine erdbeerrote Mitte. Während er auf die Blume zuflog, stieg ihm ihr himmlischer Erdbeerduft in die Nase. Doch als Gabriel landete, schreckte er sofort wieder hoch, diese Blume war eiskalt, er sah sich die Blume von der Seite an und stellte mit Bedauern fest, dass seine Traumblume in Wirklichkeit ein Erdbeereis war. Er schaute sich noch einmal in den Vorgärten um, und vor einem Haus direkt neben zwei erstaunlich lebendig aussehenden Flamingos, die sich küssten, entdeckte er eine wunderschöne, grosse Mohnblume. Er setzte einen Landeanflug an und landete behutsam auf der wunderschönen Blume. Gabriel war überglücklich in seinem neuen Zuhause, jeden Tag flog er nun durch den Vorort und lernte neue Freunde kennen. Die meisten waren Käfer, doch auch ein Igelehepaar, das ein Juweliergeschäft mit wunderschönen Ringen besass, und eine boxende Hasenfamilie zählte er zu seinen Freunden. Und wenn Gabriel nicht gestorben ist, dann lebt er noch heute auf seiner wunderschönen Mohnblume....
Joanna, 15 Jahre
Das Krokodil - Eine Lügengeschichte
Es war einmal ein Krokodil, das lebte in einem Kirchenturm. Das Krokodil strich sich so gerne die Nägel. Doch das Krokodil konnte das eigentlich gar nicht. Denn am Schluss war immer der ganze Körper voll Nagellack. Heute hatte das Krokodil einen Abschlussball. Da musste das Krokodil ja schön aussehen. Darum dachte das Krokodil: „ Also heute kann ich mir die Nägel nicht streichen.“ So nahm es den Nagellackentferner hervor und wusch sich den ganzen Nagellack ab. Nachdem es das gemacht hatte, rief es das Nagellackstudio an und fragte: „Guten Tag, ich wollte Sie nur kurz fragen, ob Sie mir die Finger- und Fussnägel streichen könnten?“ Da antwortete das Nagellackstudio: „ Ja natürlich, das machen wir doch gerne. Sie können einfach vorbei kommen.“ Also ging das Krokodil sofort los. Als das Krokodil ankam, fragte es: „ Kann ich an jedem Nagel eine andere Farbe haben?“ „ Ja natürlich, das geht wunderbar. Es kostet ein bisschen mehr als wenn man bei allen Nägel dieselbe Farbe nimmt, aber man kann das sehr gut machen. Vielleicht geht es auch ein bisschen länger“, antwortete die Frau die im Nagellackstudio arbeitete. „ Ok, dann möchte ich das gerne so haben.“ „Kein Problem sagte die Frau.“ Also begann sie mit Lackieren. Als sie fertig war, sagte das Krokodil: „Danke vielmal“, und verabschiedete sich. „Tschüss“, sagte die Frau. Jetzt konnte das Krokodil endlich an den Abschlussball gehen. Als es beim Abschlussball ankam, sagten ihre Freundinnen: „Also so schöne Nägel hattest du noch nie!“ Da sagte das Krokodil ganz stolz: „Die habe ich mir ganz alleine gestrichen!“ Und so hatten es alle noch wunderbar am Abschlussball. (Trotz des Lügens des Krokodils. )
Anna, 12 Jahre