Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/17515

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, parallel zur 11. Revision der AHV, einen Bericht zum Stand der Beziehungen zwischen den Generationen zu erstatten und konkrete Massnahmen zur Verbesserung des Zusammenlebens der Generationen in der Schweiz (Generationenvertrag) vorzuschlagen.</p><p>In einem ersten Teil des Berichtes sollten alle bereits getroffenen und geplanten Massnahmen für eine Durchmischung der Generationen auf den verschiedenen Entscheidungsebenen (Bund, Kantone, Gemeinden) erfasst werden. Anhand dieses Kataloges sollte eine Stellungnahme zur Wirksamkeit dieser Massnahmen entwickelt werden.</p><p>In einem zweiten Teil sollte sodann ein Leitbild erarbeitet werden, mit dem Ziel, ein besseres Zusammenleben zu ermöglichen und so den Generationenvertrag zu beleben. Die im Leitbild dargelegten Visionen sollen so angelegt werden, dass sie einerseits auf der operativen Ebene greifen können und andererseits einen Beitrag zur Festigung des sozialen Netzes leisten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat geht mit dem Postulanten einig, dass der Integration der älteren Menschen in der Gesellschaft grosse Beachtung geschenkt werden muss und dass Alterspolitik auf der Basis eines Generationenvertrags erfolgen sollte. Er teilt auch die Auffassung, dass bei der Verbesserung des Zusammenlebens der Generationen in der Schweiz Bildungsmassnahmen eine wichtige Rolle spielen. Der Bundesrat sieht aber einen Teil der Forderungen als bereits erfüllt, den anderen Teil als zeitlich verfrüht an.</p><p>In dem im Jahre 1995 erschienenen Bericht "Altern in der Schweiz. Bilanz und Perspektiven" werden die aufgeworfenen Fragen eingehend diskutiert. Neben Themenbereichen, die spezifisch als "Altersprobleme" zu betrachten sind, geht der Bericht konkret und eingehend auf die soziale Integration alter Menschen in der Gesellschaft ein und dokumentiert Bestrebungen anhand einer Reihe von Beispielen. Es werden sodann detailliert Empfehlungen formuliert, darunter Empfehlungen zur Weiterbildung und zur Solidarität zwischen den Generationen. Weiter wird ein neuer Gesellschaftsvertrag zwischen den beiden grössten Erwachsenengenerationen (Erwerbstätige und Rentnerinnen bzw. Rentner) skizziert. Der Bundesrat erachtet den Bericht als eine umfassende Grundlage für die Alterspolitik der nächsten Jahre.</p><p>Das in diesem Jahr auslaufende Nationalfondsprogramm 32 "Alter" befasst sich wissenschaftlich eingehend mit den aufgeworfenen Fragen. Ein grosser Teil der Projekte konnte bereits abgeschlossen werden; der Abschlussbericht ist für dieses Jahr vorgesehen. Mehrere dieser Projekte befassten sich explizit mit der Stellung alter Menschen in unserer Gesellschaft, mit Fragen der intergenerationellen Solidarität und der Förderung von Integration und Autonomie im Alter.</p><p>Die wichtigste Ebene für die im Postulat angesprochene Alterspolitik, die vor allem auf Integration und intergenerationelle Solidarität ausgerichtet ist, ist jene der Gemeinde, während das Schwergewicht des Bundes auf der Sicherung der Altersvorsorge liegt. Viele Gemeinden sind denn auch alterspolitisch aktiv und haben beispielsweise Altersleitbilder erarbeitet. Es ist nicht Sache des Bundes, diese zu bewerten. Andererseits ist es verfrüht, die Wirksamkeit der Umsetzung der Empfehlungen aus dem Altersbericht und des Nationalfondsprogrammes 32 zu evaluieren.</p>  Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzuschreiben.