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Der Franzose Amaury Pierron siegt beim Downhill-Weltcup in Leogang erneut. Dieses Mal äusserst knapp vor Aaron Gwin und Laurie Greenland. Bei den Frauen ist Rachel Atherton zurück auf dem Siegertreppchen während Emilie Siegenthaler und Carina Cappellari mit den Plätzen fünf und neun zurück in den Top-5 und Top-10 sind. Der Schweizer Junior Janosch Klaus wird bei den Junioren sechster.
Der Franzose Amaury Pierron siegt beim Downhill-Weltcup in Leogang erneut. Dieses Mal äusserst knapp vor Aaron Gwin und Laurie Greenland. Bei den Frauen ist Rachel Atherton zurück auf dem Siegertreppchen während Emilie Siegenthaler und Carina Cappellari mit den Plätzen fünf und neun zurück in den Top-5 und Top-10 sind. Der Schweizer Junior Janosch Klaus wird bei den Junioren sechster.
Wer dachte, er sei eine Eintagsfliege, der wird beim Weltcup-Rennen im österreichischen Leogang eines besseren belehrt. Fort-Willam-Sieger Amaury Pierron ist es nämlich nicht. Bereits im Qualifikationsrennen markierte der Franzose mit Rang drei, dass auch hier wieder mit ihm zu rechnen ist.
Im Hauptrennen ist es dann der letztjährige Gesamtweltcup-Sieger Aaron Gwin der lange Zeit den Hot Seat belegt – bis zum Pierron unterwegs ist.
In den Zwischenzeiten wechseln sich Gwin und Pierron mit der virtuellen Führung ab und bei der zweitletzten Zwischenzeit liegt der Amerikaner vorne. Bei der letzten Messung vor dem Ziel wechselt die Führung wieder und die Spannung ist auf dem Höhepunkt. Es gibt jedoch keinen Wechsel mehr, es gewinnt Amaury Pierron, lediglich eine halbe Sekunde vor Gwin und weitere sechs Zehntelsekunden vor dem Briten Laurie Greenland.
Den Schweizern war das Rennglück bereits in der Qualifikation nicht hold, ausser bei Basil Weber. Der Laaxer schafft es mit Rang 50 als einziger Schweizer ins Hauptrennen am Sonntag. Dieses beendet er als 51. – sein bestes Weltcup-Resultat bisher. «Ich hatte ein paar Schnitzer in meinem Lauf, aber nichts grosses, und in den technischen Passagen bin einfach zu verhalten gefahren», beschreibt Weber seine Fahrt und fügt an: «Als nächstes muss ich herausfinden wie ich von Start bis Streckenmitte weniger Zeit verliere, denn ab der Hälfte läuft es meist besser. Wenn ich mich dann noch vollends an die grossen Laufräder gewöhnt habe, (Weber fährt auf 29-Zoll-Laufrädern) dann kommts gut.»
Atherton siegt wieder
Bei den Frauen setzt sich in der Qualifikation Tahnee Seagrave an die Spitze. Die Vorjahressiegerin untermauert damit auch gleich ihre Ambitionen auf ihre «Titelverteidigung». Zwei Plätze dahinter überrascht Emilie Siegenthaler mit dem dritten Platz. Eine weitere Überraschung gelingt der Enduro-Spezialistin Carolin Gehrig. Bei ihrem Weltcup-Debut qualifiziert sie sich als zweibeste Schweizerin auf Platz elf für das Hauptrennen, und das mit einem Lauf der laut Gehrig nicht sehr viel Hoffnung für ein gutes Abschneiden bot.
Mit Carina Cappellari als Zwölfte und Camille Balanche auf Rang 15 qualifizieren sich vier Schweizerinnen für das Hauptrennen von Sonntag – so viele wie seit langem nicht mehr.
Rachel Atherton, die in der Saison 2016 lückenlos alles gewann, kommt wegen eines Sturzes nur auf Rang 16, ist wegen ihres Protected-Status trotzdem im Hauptrennen mit dabei.
In diesem startet die Britin dann als Zehnte und nimmt erwartungsgemäss Platz im Hotseat. Dort bleibt sie auch bis am Ende sitzen, denn Seagrave als letzte Starterin fährt sich gleich selbst in Aus und wird danach wegen verlassen der Rennstrecke sogar noch disqualifiziert. Am nächsten an Athertons Zeit kommt die Französin Myriam Nicole. Lediglich sechs Zehntelsekunden fehlen ihr, um Atherton vom Thron zu stossen. Dritte wird die Australierin Tracey Hannah.
Emilie Siegenthaler fährt ein gutes Rennen – das beste in dieser Saison – beschwichtigt aber etwas ihre Leistung: «Ich hatte etwas Glück heute. Auf der nassen Strecke hatte ich mich besser gefühlt, jedoch war es heute staubtrocken. Mein Lauf war gut, aber habe wohl etwas zu wenig riskiert für eine bessere Zeit. Aktuell fühle ich mich super auf dem Bike und freue mich auf die kommenden zwei Wochen mit Crankworks und dem Weltcup in Val di Sole.»
Carina Cappellari steigert sich im Rennen deutlich gegenüber der Qualifikation und fährt auf den guten neunten Rang. «Mein Lauf war ziemlich gut. Oben hatte ich zwar einen Abschnitt etwas verbremst, konnte dann aber unten ordentlich zulegen», analysiert Cappellari ihr Rennen und fügt freudig an: «Ich bin super zufrieden, endlich wieder in den Top-10 zu sein, nachdem ich das über ein Jahr nicht mehr geschafft habe.
Kein Rennen trotz Qualifikation
Mit Unglück im Glück lässt sich Carolin Gehrigs erstes Weltcup-Rennen seit acht Jahren betiteln. Dass sie sich beim bisher stärksten Fahrerfeld und ohne Weltcup-Erfahrung für das Hauptrennen qualifiziert, ist eine bemerkenswerte Leistung. Doch zum Hauptrennen kommt es für die Flimserin nicht. Bei einem Sturz am Sonntag Morgen prellt sie sich die linke Hüfte wonach sie sich kaum mehr auf den Beinen halten kann. Trotz allen Unternehmungen zum ihrem Start wieder fahrtüchtig zu sein, muss sie dann Forfait geben: «Die Schmerzen waren das eine, aber die Kraft war im linken Bein praktisch weg. Somit wäre ein Start nur gefährlich gewesen», sagt Gehrig enttäuscht.
Grund zur Freude hingegen hat Camille Balanche. Die Romande qualifiziert sich ebenfalls bei ihrem ersten Weltcup-Einsatz und fährt im Rennen auf Platz 13. «Ich bin schon froh, dass ich überhaupt das Finale fahren konnte. So habe ich heute versucht sicher zu fahren und die Linien die ich in der Quali verpatzt habe, nun zu treffen. Im technischen Waldstück unterlief mir dann doch ein Fehler und ehe ich denken konnte, lag ich am Boden. Ich bin dann aber so schnell wie möglich wieder aufgesprungen und weitergefahren. Mit meinem 13 Platz bin ich sehr zufrieden.»
Klaus mit Bestleistung, Höll mit drittem Sieg
Im Rennen der Juniorinnen holt die Österreicherin Valentina Höll ihren dritten Weltcup-Sieg in Folge. Dieses Mal glaubt die 17-Jährige aber nicht mehr an einen Erfolg – sie stürzt im Abschnitt «Motoway». Trotzdem ist Höll noch 15 Sekunden schneller als die zweitplatzierte Nastasia Gimenez aus Frankreich. Trotz des Sturzes hätte die Österreicherin mit ihrer Fahrzeit Rang sieben bei der Elite erreicht.
Die einzige Fahrerin die in der Qualifikation mit knapp fünf Sekunden recht nahe an Höll gekommen ist, ist Anna Newkirk aus Riehen BL. Im Rennen muss sie jedoch einen Sturz und einen Plattfuss hinnehmen. Platz vier wird es am Ende, nur fünf Sekunden hinter der drittplatzierten Schwedin Ottilia Johansson Jones.
Bei den Junioren siegt der Australier Kye A’Hern zum zweiten Mal nach Fort William und setzt sich damit auch an die Spitze im Gesamtklassement. Der Schweizer Janosch Klaus kann sich gegenüber der Qualifikation noch um einen Rang steigern und belegt Rang sechs – sein bestes Resultat bisher.
«Ich fuhr nicht voll am Limit, konnte trotzdem aber gut pushen. Nur gegen Ende unterlief mir ein kleiner Fahrfehler nach diesem ich ganz kurz still stand. Alles in allem war mein Lauf aber sehr gut und ich bin sehr zufrieden mit meinem Rennen», resümiert der 17-Jährige.
Klaus ist aber nicht der einzige Schweizer der den Sprung unter die besten zehn schafft. Elia Saurer belegt in der Qualifikation den guten 13. Rang. Im Hauptrennen steigert sich der 18-Jährige nochmals und wird Zehnter.