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… dass irgendwo jemand auf mich wartet, Teil I
«Ich möchte, dass irgendwo jemand auf mich wartet.» Ein wunderschöner Satz aus der Kurzgeschichte «Permission» der französischen Schriftstellerin Anna Gavalda.
Da ist ein 23-jähriger junger Mann auf dem Weg in den Heimaturlaub während des Militärdienstes. Im Zug schläft er sofort ein, weil sie bereits um 4.00 Uhr für eine Übung geweckt worden waren. Morgen hat er Geburtstag. Als er aus dem Zug steigt, hofft er, dass jemand auf ihn wartet. Das hofft er immer. Aber da ist niemand. Niemand wartet auf ihn. Er weiss zwar: Seine Mutter arbeitet noch, sein Bruder ebenfalls. Trotzdem schaut er sich bei der Rolltreppe nochmals um, ob nicht doch irgendwo jemand …
Als er zu Hause das dunkle Haus aufschliesst, könnte er laut losheulen. Er ist allein. Er zündet das Licht an – und sogleich: “Happy birthday!” Alle sind sie da: seine Mutter, sein Bruder, seine Freunde.
«Ich möchte, dass irgendwo jemand auf mich wartet.» Ein Hauch Melancholie steckt in diesem Satz. Gleichzeitig ist es wunderschön, wenn jemand auf uns wartet, wenn wir erwartet werden, wenn sich jemand vielleicht sogar ungeduldig freut, dass wir kommen.
In diesem Zusammenhang und mit Blick auf Advent (Advent bedeutet ja «Ankunft»): Worauf warte ich eigentlich? Was erwarte ich oder sogar: Was erhoffe ich mir im Advent, mit Weihnachten?
Meine ganz persönliche Antwort schreibe ich im nächsten «Wort zum Tag». Hast du eine Antwort?
Take good care!
Pfr. Harry Ratheiser