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Um der Sohle der Kleinen Saane auf dem Abschnitt zwischen der Staumauer Rossens und dem Kraftwerk in Hauterive eine neue Dynamik zu verleihen, wird Groupe E in Zusammenarbeit mit den staatlichen Dienststellen ein künstliches Hochwasser erzeugen. Der Bau der Staumauer Rossens im Jahr 1948 hat das Abflussregime auf diesem Gewässerabschnitt nämlich grundlegend verändert: Der Mangel an natürlichen Hochwassern, der seitdem besteht, fördert die Ausbreitung der Grünalge sowie die Kolmation der Gewässersohle, was sich negativ auf die Fortpflanzung der Fische und Wirbellosen auswirkt. Wegen des fehlenden Geschiebetransports1, der unzureichenden Erneuerung der Lebensräume und der fehlenden Verjüngung der Ufervegetation ist auch die auenspezifische Dynamik gestört. Mit dem künstlichen Hochwasser sollen die Algen weggespült, das Geschiebe im Bachbett mobilisiert sowie die Laichplätze und Habitate der Fische verbessert werden.
Änderung des Abflusses während 28 Stunden
Zum ersten Mal überhaupt im Kanton Freiburg wird am 14. und 15. September 2016 ein künstliches Hochwasser erzeugt werden. Groupe E wird die Schleusen an der Staumauer Rossens öffnen, um 255 m3/s Wasser während drei Stunden und 210 m3/s während weiteren drei Stunden abzulassen. Dies ist bis zu 100-mal mehr als die übliche Dotierwassermenge. Das Ereignis wird rund 28 Stunden dauern.
Sicherheit von Personen und Gütern
Groupe E wird mit Unterstützung der kantonalen Ämter alle Massnahmen treffen, die nötig sind, um die Risiken für die Bevölkerung auf ein Minimum zu reduzieren. Bei der Staumauer Rossens wird der Wasserstand ab dem 14. September um 3.00 Uhr morgens allmählich ansteigen; um 13.00 Uhr wird der Maximalabfluss erreicht. Das Hochwasser wird sich in Richtung Schiffenensee bewegen, der um rund 1,5 m abgesenkt werden wird, um das Wasser aufnehmen zu können und einen Wasserablass zu vermeiden. Neben dem erhöhten Abfluss stellt auch das Treibgut (namentlich Schwemmholz) eine Gefahr dar. Beim Staudamm Magere Au, der bei dieser Gelegenheit für die Öffentlichkeit geschlossen sein wird, werden die Schleusen ebenfalls geöffnet werden. Ab 16.00 Uhr wird Groupe E die Schleusen der Staumauer Rossens schrittweise schliessen. Die Benutzer des Fliessgewässers werden angehalten, während der gesamten Dauer des Ereignisses und auf dem ganzen Abschnitt zwischen der Staumauer Rossens und dem Schiffenensee besondere Vorsicht walten zu lassen sowie die Warntafeln zu beachten. Unter keinen Umständen darf man in das Fliessgewässer steigen.
Die Planung des Hochwassers berücksichtigt auch die ökologischen Aspekte im Zusammenhang mit der Wasserfauna. Der Zeitpunkt des Hochwassers wurde so gewählt, dass es vor der Laichzeit der Bachforelle und Äsche erfolgt. Ausserdem wurde bei der Planung darauf geachtet, dass die Jungfische des Vorjahres eine Grösse erreicht haben, die es ihnen erlaubt, das Hochwasser unbeschadet zu überstehen. Der Abfluss wird schrittweise angehoben und gesenkt, um möglichst zu verhindern, dass Fische beim Rückzug des Wassers stranden oder feststecken.
Tests zur Verbesserung des Geschiebehaushalts
Laut Bundesgesetzgebung über den Schutz der Gewässer darf der Geschiebehaushalt durch Anlagen nicht so verändert werden, dass die einheimischen Tiere und Pflanzen und deren Lebensräume wesentlich beeinträchtigt werden. Die Kantone haben die Aufgabe, im Rahmen ihrer strategischen Planung die Beeinträchtigungen der Gewässer sowie die dafür verantwortlichen Anlagen zu bestimmen und die nötigen Sanierungsmassnahmen zu planen. Das Amt für Umwelt des Kantons Freiburg veröffentlichte seine strategische Planung im Dezember 2014.
Für die Kleine Saane (Abschnitt zwischen der Staumauer Rossens und dem Kraftwerk in Hauterive) werden die vom Amt für Umwelt beauftragten Fachleute verschiedene Tests während des künstlichen Hochwassers durchführen, um die Massnahmen zur Sanierung des Geschiebehaushalts im Detail zu definieren. Mit vorbereitenden Massnahmen an drei Orten (Entbuschung der Uferböschungen, Uferaushub und Ablagerung von Material, das aus der Gewässersohle entnommen wird) werden die Ufererosion und der Geschiebetransport während des Hochwassers gefördert werden.
Das zuständige Bundesamt für Umwelt hat die Vorgehensweise validiert. In Übereinstimmung mit der Gesetzgebung, die das Bundesparlament 2011 verabschiedet hat, werden die Arbeiten - wie alle anderen Massnahmen zur ökologischen Sanierung der Wasserkraft - über einen Fonds finanziert, der von den Stromverbrauchern über die Stromrechnung gespeist wird.
Wissenschaftliche Untersuchungen zum Geschiebehaushalt
Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und die ETH Lausanne werden die Gelegenheit nutzen, um Forschungsprojekte im Zusammenhang mit dem Geschiebehaushalt und dessen Sanierung durchzuführen. Der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung finanziert diese Studien über das Nationale Forschungsprogramm "Energiewende" (NFP 70), das die Entwicklung von technischen Lösungen zur Erneuerung des Schweizer Energiesystems unterstützt.
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1 Transport von Feststoffen wie Kies, Kiesel usw.