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Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden bittet in Südamerika um Asyl. Er geht den gleichen Weg wie Wikileaks-Gründer Julian Assange.
Der von den USA wegen Spionage gesuchte frühere Geheimdienst-Mitarbeiter Edward Snowden hat nach Angaben Ecuadors Asyl in dem südamerikanischen Land beantragt. Das teilte Ecuadors Aussenminister Ricardo Patino am Sonntagabend via Twitter mit. Snowden hatte am Sonntag seinen bisherigen Zufluchtsort Hongkong verlassen und war nach offiziell nicht bestätigten Berichten nach Moskau geflogen. Dort hatte der Ecuadors Botschafter gesagt, er wolle sich noch am Abend mit Snowden treffen.
Auch Wikileaks-Chef im gleichen Land
Snowden würde sich damit in die gleichen Hände begeben wie der Wikileaks-Gründer Julian Assange. Assange, der in Schweden wegen einer Sexualstraftat vernommen werden soll, hat sich vor längerer Zeit in London in die ecuadorianische Botschaft geflüchtet. Die britische Regierung lässt ihn aber nicht nach Ecuador ausreisen. Wikileaks hatte vor geraumer Zeit zahllose Dokumente über die Aktivitäten von US-Geheimdienste und Diplomaten enthüllt.
Snowden ist ein früherer Vertragsmitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA. Er hat umfangreiche Spähaktionen amerikanischer und britischer Nachrichtendienste enthüllt. Die USA werfen ihm Geheimnisverrat und damit einen Verstoss gegen das Spionagegesetz vor und wollen sich weiter um seine Festnahme bemühen.
USA: Schlechter Ruf in Ecuador wegen Präsidenten-Mord
Die Chancen, dass Ecuador gegenüber den USA eine harte Haltung annimmt, sind gross. Einerseits ist im Andenstaat seit geraumer Zeit eine US-kritische Regierung an der Macht. Andererseits haben die Vereinigten Staaten besonders in diesem Land einen ausgesprochen schlechten Ruf.
Das hängt auch mit Enthüllungen des Amerikaners John Perkins zusammen. Er wurde in den 70er-Jahren zuerst von der NSA gebrieft und war dann später jahrelang in ziviler Funktion für die Beratungsfirma MAIN als «Economic Hitman» in verschiedenen Entwicklungsländern als «Wirtschaftshelfer» aktiv - auch zu Ecuador hatte Perkins mehrere Beziehungen.
2004 behauptete Perkins in seinem Buch «Bekenntnisse eines Economic Hitman», dass die CIA 1981 mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit hinter dem Attentat auf den 1979 in freien Wahlen gewählten ecuadorianischen Präsidenten Jaime Roldós steckten. Er verweigerte den Wirtschaftsinteressen der USA die Gefolgschaft.
Mit Material der Nachrichtenagentur Reuters.