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Chronologie bis 2000
Die Seenlandschaft Seebachtal - eine Leidensgeschichte
bis 1943
Ursprünglich war das Gebiet um die drei Seen eine Moorlandschaft mit wenig Wald. Torfstiche gehörten zum Landschaftsbild. Natürliche Moorseen tendieren zur Verlandung, dem Endstadium. (Bei ungestörter Entwicklung werden Nährstoffe im See angesammelt und ohne menschliche Beeinflussung entwickeln sich solche Seen zu einem Hochmoor (z.B. Hudelmoos) - dieser Vorgang dauert Jahrtausende.)
1943 - 1947
Anbauschlacht "Plan Wahlen": Der Wasserspiegel der Seen wurde um ca. 1,5m abgesenkt, die Uferpartien drainiert und für die landwirtschaftliche Produktion genutzt.
Sauerstoff drang in der Folge in den Torfboden ein, der sich buchstäblich in Luft auflöste. Die Böden in Seenähe sackten jährlich etwa 2cm ein.
Anfangs der 90er Jahre werden die ersten Anzeichen von Wiedervernässung sichtbar. Der natürliche Verlandungsprozess der Seen ging weiter und der Nährstoffeintrag erhöhte sich (Eutrophierung).
1985
Erste Anfragen betreffend des schlechten Seenzustandes trafen im damaligen Amt für Umweltschutz und Wasserwirtschaft ein.
1987
Die Konzessionen für die landwirtschaftliche Bewässerung liefen aus.
ab 1986
Kommissionen und Arbeitsgruppen wurden unter der Leitung des Meliorationsamtes eingesetzt. In den Arbeitsgruppen und Kommissionen sassen Vertreter der Landwirtschaft, Meliorationskorporationen, Behörden, Naturschutz, Anwohner und Seenbesitzer. Verschiedene Studien und Projekte wurden ausgearbeitet. Es geschah nichts.
1991
Die Petition von Naturschutzorganisationen zur Sanierung des Hüttwilersees und des Seebachtals mit 17’000 Unterschriften wurde eingereicht.
1992
Vom Regierungsrat wurde eine Projektkommission zur Realisierung des Projektes "Seebachtal" eingesetzt. Wiederum wurden verschiedene Projektstudien und Naturinventare erarbeitet. Freiwillige Düngeberatung durch das landwirtschaftliche Ausbildungszentrum Arenenberg wurde eingeführt.
1993
Aufgrund veränderter Bedingungen in der Landwirtschaft und der Umwelt wurde ein neues Zielsystem für die Projektkommission Seebachtal erarbeitet. Folgende Teilprojekte wurden "politikfähig" gemacht:
- Dünge- und Anbauberatung im Einzugsgebiet der drei Seen,
- Realisierung einer Tiefenwasserableitung aus dem Hüttwilersee und
- Neuregelung der Bewässerungskonzessionen im Seebachtal.
1994
Gründung der Stiftung Seebachtal ( www.stiftungseebachtal.ch ).
1995
Auflösung der Projektkommission Seebachtal. Die einzelnen Projekte wurden den zuständigen Amtsstellen zur Realisierung zugewiesen.
1996 bis 1998
galten Übergangskonzessionen für die Bewässerung. Sie sind in dieser Form nicht erneuerbar.
ab 1998 Bewässerungen nach neuem Konzept: Seenbewirtschaftung, Düngeberatung, Bewässerungsgenossenschaft als Konzessionsnehmerin, Tiefenwasserentnahme, wenige Entnahmestellen, Jahreskontingent und Bewässerungszeiten.
1999 Baubeginn der Tiefenwasserableitung, doch Hochwässer und Sturm verlangsamten das Bautempo.
Sommer 2000 Inbetriebnahme der Tiefenwasserableitung.
Die Stiftung Seebachtal betreut weiterhin das grosse Naturschutzgebiet in der Seenlandschaft im Seebachtal. Die Tiefenwasserableitung wird vom Amt für Umwelt betreut. Hier finden Sie die Aktivitäten der Stiftung.