Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/9681

<h2>SubmittedText<h2><p>In der 35. Woche lag der Produzentenpreis für Kühe in der Schweiz bei Fr. 1.60 bis 3 Franken pro Kilo Schlachtgewicht, in Frankreich in der gleichen Woche bei Fr. 3.20 bis Fr. 4.60.</p><p>Der durchschnittliche Ladenpreis pro Kilo Rindshackfleisch betrug in der Schweiz Fr. 13.90, in Frankreich Fr. 7.25.</p><p>Ich frage den Bundesrat:</p><p>Wie lassen sich diese enormen Margenunterschiede für die Fleischproduzenten und den Konsumenten erklären?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Preisvergleiche über die Landesgrenze hinweg, welche auf Stufe Schlachtung einzelne Kategorien der Rindergattung einander gegenüberstellen und diese in einem zweiten Schritt mit den Ladenpreisen eines einzelnen Produktes in zwei Ländern vergleichen, sind in der Regel wenig aussagekräftig.</p><p>So sind z. B. die in der Anfrage genannten Verkaufspreise für Hackfleisch in Frankreich Einzelwerte. Erhebungen, die in diesem Zusammenhang Anfang Oktober angestellt wurden, zeigen, dass für I. Qualität Rindshackfleisch auch in Frankreich Ladenpreise von 53 FF bis 59 FF pro Kilo (ausgenommen Supermarchés) festgestellt werden können, was umgerechnet Preise von Fr. 12.56 bis Fr. 13.98 pro Kilo ergibt.</p><p>Der Rindfleischmarkt der Schweiz ist zudem nur bedingt mit jenem Frankreichs vergleichbar. Während in der Schweiz der Verbrauch von Wurstfleisch und Charcuterie einen wichtigen Stellenwert hat, wird in Frankreich das Rindfleisch vorwiegend als "Fleisch" (Steak usw.) gegessen. Dementsprechend ist auch die Kalkulation der Preise für die Fleischstücke im Laden unterschiedlich. Dabei ist zu beachten, dass sowohl innerhalb des Rindfleischbereichs als auch im gesamten Frischfleisch- und Wurstwarensektor eine Mischrechnung angestellt wird. So zeigen die Berechnungen der Eidgenössischen Preiskontrollstelle für die Schweiz, dass die Margen beim Rindfleisch in diesem Jahr auf das Niveau von 1992 zurückgefallen sind. Allerdings wurde in den Bereichen Kalb- und Schweinefleisch sowie Wurstwaren ein in den letzten Jahren nicht mehr registrierter Höchststand erreicht. Dieser hat sich erst in den letzten zwei Monaten zurückgebildet.</p><p>Erfahrungsgemäss reagieren in der Schweiz die Hackfleischpreise bei den Grossverteilern und den Fachgeschäften auf rohstoffseitige Preisreduktionen nicht sofort. Dies bringt in der Regel in einer ersten Phase eine markante Margenverbesserung, die aber nach zwei bis drei Monaten wieder auf ein übliches Niveau zurückfällt.</p><p>Die Eidgenössische Preiskontrollstelle wird im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages weiterhin darauf hinarbeiten, dass die Konsumentinnen und Konsumenten von den tieferen Einstandspreisen profitieren können.</p>  Antwort des Bundesrates.