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Kirche des Monats / Reformierte Kirche Wabern
Die neue Orgel
Unter dem Titel „Kirche des Monats“ weisen wir hier auf verschiedene Kirchen hin, die in letzter Zeit eine Innenrenovation erfahren haben. Auch bei uns in Münsingen machen wir uns Gedanken, wie man unsere Kirche erneuern könnte.
Die Gruppe, die sich damit intensiver befasst, ist nicht der Meinung, so wie zum Beispiel in ........ müsse auch unsere Kirche erneuert werden. Wir wollen hier nur Ideen geben. Scheiben Sie uns Ihre Meinung, schreiben Sie, wenn Sie diese oder jene Veränderung begrüssen würden oder wenn Sie lieber alles so lassen möchten, wie es heute ist.
Markus Zürcher,
Die Kirche wurde in den Jahren 1946-48 gebaut. Es war eine nüchterne Saalkirche mit Kanzel, um zwei Stufen erhöhtem Chorbereich, Taufstein und Orgelempore mit Orgel. An der Chorwand hing ein Kreuz, das später durch ein Chorwandbild von Walter Clénin ersetzt wurde. Als die Kirche etwas in die Jahre gekommen war und sich eine Renovation aufdrängte, sah ein erstes Projekt vor, das Bild von Clénin verschwinden zu lassen, was heftigen Widerstand verursachte. Das Projekt wurde 1999 knapp verworfen. Bald darauf machte sich eine neue Kommission ans Werk, einen Vorschlag für die Renovation und Neugestaltung der Kirche zu ent-werfen.
Herausgekommen ist eine postmoderne Kirchenraumgestaltung. Zentral im neuen Raum ist nun eine bildlose, leere Mitte, Symbol des unsichtbaren aber gegenwär-tigen Gottes. Die neuen Kirchenbänke, die neue Orgel und das Rednerpult wurden so angeordnet, dass eine dialogische Gemeinschaft möglich wird zwischen Ge-meinde, Verkündigung und Musik. Alle Elemente sind auf gleichem Niveau. Wenn Abendmahl gefeiert wird, steht hier in der Mitte ein neuer Abendmahlstisch.
Der alte Chor, der einige Meter schmaler ist als das Kirchenschiff, die Kanzel und die alte Orgel wirken wie abgehängt. Es wird deutlich, dass die neue Mitte, dort wo das kirchliche Leben heute vermutlich stattfindet, die eigentliche Kirche ist.
Die neuen kurzen Bänke sind jedoch nicht fix, sie können jederzeit in eine andere Position gebracht werden. Zwischen Kirchenschiff und Chor steht ein langer Block, den man zuerst als weiteres Gestaltungselement in der Kirche wahrnimmt. Der Block dient als Stuhllager. Bei Feiern mit grosser Gemeinde können die Bänke mit Stühlen ergänzt werden. Vermutlich verschwindet dann die leere, bildlose Mitte, das Kirchenschiff wird wieder wie früher ganz als Raum der Gemeinde genutzt und die alte Kanzel dient wiederum als Ort der Verkündigung für die volle Kirche.
Der Raum wirkt sehr viel ansprechender und kraftvoller als früher. Kräftig wirken vor allem die roten Flächen der neuen Orgel. Auch das Tannenholz des neuen Mo-biliars wirken erfrischend. Ob allerdings die Form der Bänke ein bequemes Sitzen ermöglicht, wage ich zu bezweifeln, steht doch die Rückenlehne im rechten Winkel zur Sitzfläche. Dennoch geben die kurzen, mobilen Bänke eine Idee, wie man eine Kirche räumlich anders einteilen könnte.