Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03464.jsonl.gz/671

Der streng rechteckige Platz mit hellem, gelblichem Asphaltbelag, begrenzt durch ein breites Betonband, erscheint als grosszügig dimensionierte Ganzheit. Die sparsame Möblierung mit mobilem Grün, einem historischen Brunnen, Bänken und einer ehemaligen Tramstation mit Uhr sowie die sanften Übergänge zwischen den Fahrbahnen (signalisiert als Begegnungszone) und den Flächen, die dem Fuss- und teilweise dem Veloverkehr vorbehalten sind, unterstützen diese Wirkung. Nachts erhellen vier haushohe Mastenleuchten und einzelne Bodenleuchten den Platz. Die 85%-Geschwindigkeit von 24 km/h wird als tolerierbarer Wert betrachtet. Die Auswertung der sechs verschiedenen Geschwindigkeitsmessungen ergab, dass 74% der gemessenen Fahrzeuge unter 20 km/h fahren.
Der Zentralplatz ist der zentrale Ort im stadträumlichen Gefüge, der Kreuzungspunkt der grossen Raumachsen, aber auch ein Verkehrsknotenpunkt und bedeutender Identifikationsort im Zentrum der Stadt. Der Platz mit einer Ausdehnung von 55 m x 70 m wird täglich von 10’000 – 12’000 Fahrzeugen befahren. An Werktagen queren 5’000 – 6’000 Velos und 1’200 Busse mit insgesamt 25’000 bis 30’000 Personen an Bord den Platz. Im Durchschnitt steigen täglich 5’500 PassagierInnen ein und aus. Trotz relativ hoher Fahrzeugfrequenzen wurde der Platz zu einer funktionierenden Begegnungszone. Regelung und Ordnung des Verkehrs funktionieren dank strenger und sorgfältiger Gestaltung. Dies wurde strassenverkehrsamtlich bestätigt. Für den Schweizer Heimatschutz ist der Zentralplatz ein gelungenes Beispiel, wie der öffentliche Raum neu in Wert gesetzt werden kann.
Randdaten
Die Begegnungszone am Zentralplatz in Biel (54’000 EW) wurde im Frühling 2002 eröffnet und im Dezember des gleichen Jahres in Betrieb genommen. Für das Gesamtprojekt wurden Investitionen in der Höhe von 4,282 Mio. CHF getätigt. Die Begegnungszone zeichnet sich durch das Vorhandensein aller Verkehrsarten sowie durch ein hohes Verkehrsaufkommen des MIV aus. Die Begegnungszone ermöglicht weiterhin ein Miteinander aller Verkehrsarten, wobei der Fussgänger nun vortrittsberechtigt ist.
Die Kosten für das Gesamtprojekt setzen sich wie folgt zusammen:
Demontage: CHF 850’000.-
Platzgestaltung: CHF 2’000’000.-
Platzbegrenzung: CHF 280’000.-
Möblierung: CHF 745’000.-
Verkehrsbetriebe: CHF 390’000.-
Signalisation: CHF 17’000.-
Der zeitliche Ablauf des Projektes bis zur Fertigstellung ist nachfolgend dargestellt:
- 1997: Studienauftrag
- 1997 – 2000: Planung und Projektierung
- Juli 2001 – April 2002: Umbau
- Frühling 2002: Eröffnung
- Dezember 2002: Inbetriebnahme der Begegnungszone
Das Projekt erhielt im Rahmen des Flâneur d’Or 2004 eine Auszeichnung.