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Trotz der jüngsten Probleme ist der Schweizer Sepp Blatter überzeugt, dass er die Wiederwahl als Präsident des Fussballverbands FIFA gewinnt.
"Anfang Jahr erhielt Blatter über 100 Briefe von Fussballverbänden der ganzen Welt, die ihn unterstützten", erklärte Blatters persönlicher Berater Markus Ziegler gegenüber swissinfo. "Und seit er in Asien angekommen ist, erhielt er viele weitere positive Zeichen.
"Obwohl er sich nicht dazu äussern wollte, wie viele Stimmen Blatter am Mittwoch machen könnte, meinte Ziegler, der amtierende Präsident sei durch die öffentliche Unterstützung von Seiten verschiedener Verbände in den letzten Tagen zusätzlich ermutigt worden.
Neun arabische Verbände (Qatar, Kuwait, Bahrain, Oman, Jemen, Jordanien, Syrien, Libanon and Palästina) sprachen sich letzten Freitag für den 66-jährigen Schweizer aus. Zuvor hatte er bereits Unterstützung erhalten von Verbänden in Deutschland, den US, den Bahamas, der Dominikanischen Republik und Guatemala.
Blatter klarer Favorit
In verschiedenen Medien wurde spekuliert, Blatters einziger Rivale bei der Wahl vom Mittwoch, der Präsident der Afrikanischen Föderation, Issa Hayatou, könne von Glück reden, wenn er mehr als 50 von den 199 möglichen Stimmen erhalte.
Jeder der 204 Verbände der FIFA hat in der geheimen Wahl theoretisch die Möglichkeit, eine Stimme zu erhalten, aber fünf davon (Afghanistan, die Kapverden, Djibouti, Niger and die Turks and Caicos Islands) sind zur Zeit nicht wählbar, weil sie nicht an der erforderlichen Zahl von FIFA-Wettspielen teilgenommen haben.
Um in der ersten Runde der Wahl zum Präsidenten gewählt zu werden, ist eine Zweidrittelsmehrheit nötig. Falls es zu einer zweiten Runde kommt, genügt die einfache Mehrheit.
Ein politischer Fussballmatch
"Blatter ist sehr zuversichtlich, hat aber immer die Ähnlichkeit zwischen Wahlen und Fussballspielen betont", meinte Ziegler. "Es gibt immer Sieger und Verlierer, Bevorzugte und Benachteiligte.
"Obwohl Blatter überzeugt ist, dass seine Kritiker eine Schlammschlacht gegen seine Kandidatur lanciert haben, wird der Präsident laut Ziegler das Resultat der Wahl akzeptieren, welchen Ausgang sie auch hat.
"Der Kongress ist die demokratische Basis des Weltfussballs", so Ziegler weiter. "Das ist das Gremium, das Blatter (vor vier Jahren) gewählt hat, und er sagte immer, dass seine Mitglieder und nicht die fünf Vizepräsidenten des FIFA-Exekutiv-Komitees bestimmen sollten, ob sie ihn weiter wollten.
Massive Vorwürfe
"Blatter wurde von Gegnern im Exekutivkomitee des Missmanagements der Finanzen sowie der Korruption beschuldigt. Letzten Monat geriet er unter besonders starken Beschuss von Seiten seines eigenen Generalsekretärs und Landsmanns Michel Zen-Ruffinen.
Zen-Ruffinen warf Blatter vor, er habe bei der letzten Wahl des Präsidenten Stimmen gekauft. Ausserdem führe er die FIFA wie ein Diktator.Der Favorit mag in Seoul gewinnen, aber da Blatters Gegner nach wie vor mit rechtlichen Schritten vor einem Schweizer Gericht drohen, ist die Wahl vom Mittwoch wohl kaum die letzte Runde im internen Gerangel der FIFA.
Mark Ledsom