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DER DEUTSCHE INTENDANT, REGISSEUR UND SCHAUSPIELER DIETER MANN IST GESTORBEN
04.02.2022 Der am 20. Juni 1941 in Berlin geborene deutsche Intendant, Regisseur, Schauspieler, Hörspielsprecher und Hochschullehrer Dieter Mann (Bild) ist am 3. Februar 2022 ebenda gestorben. Seinen Durchbruch erlebte er in den 1970er-Jahren in Ulrich Plenzdorfs "Die neuen Leiden des jungen W." als junger Rebell Edgar Wibeau, den er über 300-mal auf der Bühne darstellte. In seiner Karriere spielte Mann in etlichen Theaterinszenierungen und in über 140 Film- und Fernsehproduktionen. Zwischen 1984 und 1991 war er Intendant des Deutschen Theaters Berlin. Zudem war Mann Mitglied der Akademie der Künste der DDR und seit 1993 der Akademie der Künste Berlin angeschlossen.* Dieter Mann erhielt den Ehrenpreis des Deutschen Schauspielpreises 2020 für sein Lebenswerk.
Foto: Ronny Marzok User:rmweb, https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Rmweb, 2007 - Lizenz:https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en - Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dietermann0111_72.jpg
Trauer um Dieter Mann
Das Deutsche Theater trauert um Dieter Mann, der am 3. Februar 2022 im Alter von 80 Jahren in Berlin gestorben ist. 42 Jahre lang gehörte er dem Ensemble an, war von 1984 bis 1991 Intendant des Deutschen Theaters und wurde 2004 zum Ehrenmitglied ernannt.
Dieter Mann wird am 20. Juni 1941 in Berlin geboren. Sein Vater ist Arbeiter. 1958 schließt Mann seine Berufsausbildung zum Spitzendreher ab und kommt auf die Berliner Arbeiter- und Bauernfakultät "Friedrich Engels", um Abitur zu machen und Lehrer zu werden. 1962 beginnt er ein Studium an der Staatlichen Schauspielschule "Ernst Busch". Sein Lehrer Frido Solter holt ihn 1964 ans Deutsche Theater, wo er als Wolodja in Viktor Rosows "Unterwegs" den Durchbruch erlebt. Nach zahlreichen vor allem klassischen Rollen macht ihn sein Auftritt als singender und tanzender Kellner Jean in der Revue "Zwei Krawatten" (Regie: Frido Solter) 1976 endgültig zum Publikumsliebling.
Mehr als 300mal spielt er den Rebellen Edgar in Ulrich Plenzdorfs "Die neuen Leiden des jungen W." (Regie: Horst Schönemann). Mit Regisseur Alexander Lang arbeitet Mann bei Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" (1980) und Johannes R. Bechers "Winterschlacht" (1985) zusammen.
Breite Popularität erlangt Mann auch durch seine Arbeiten für die DEFA und das Fernsehen, u.a. "Berlin um die Ecke" (1965, UA 1987), "Auf der Suche nach Gatt" (1976) und "Glück im Hinterhaus" (1980).
Von 1984 bis 1991 ist Dieter Mann Intendant des Deutschen Theaters Berlin. Er sorgt dafür, dass Frank Castorf und Heiner Müller am DT inszenieren, führt ab und an selbst Regie und bleibt dem Haus auch nach dem Ende seiner Intendanz als Schauspieler verbunden. Aus Anlass seines 40jährigen Bühnenjubiläums erhält er 2004 die Ehrenmitgliedschaft des Deutschen Theaters.
Am 3. Februar 2022 ist Dieter Mann in Berlin gestorben. Das Deutsche Theater wird ihn und seine Arbeit in dankbarer Erinnerung behalten.
Nachruf Dieter Mann
Dieter Mann war über Jahrzehnte eine der großen Schauspielerpersönlichkeiten im deutschsprachigen Raum. Nicht nur in "seinem" Theater, dem Deutschen Theater Berlin, sondern auch in zahlreichen Rollen in Film und Fernsehen sowie auf anderen Bühnen hat er durch seine hohe Sprachkultur und seine ungemein präzise Rollengestaltung die Menschen begeistert. Unvergessen ist unter anderem sein Wallenstein am Staatsschauspiel Dresden in der Inszenierung von Hasko Weber.
"Die Zusammenarbeit mit Dieter Mann am Wallenstein hat mich künstlerisch beeinflusst und geprägt. Es waren seine absolute Konzentration auf das Wesentliche und seine unablässige Suche nach Gültigkeit, die ihn als Künstler auszeichneten. Für alle mitreißend und fordernd zugleich.", so Hasko Weber, Regisseur der beiden Wallenstein-Inszenierungen am Staatsschauspiel Dresden.
Staatsschauspiel Dresden
Die Kunst der schmalen Lippe
Der Film- und Theaterstar Dieter Mann kam aus proletarischen Verhältnissen und war ein Aristokrat der Schauspieler- und Sprecharbeit. Nun ist er gestorben. Eine Würdigung.
Wolfgang Höbel
Dieter Mann vergaß nie, dass er seine Karriere der DDR zu verdanken hatte
Ulrich Seidler
Über Jahrzehnte stand Dieter Mann auf der Bühne
Der Bundesverband Schauspiel hatte ihn 2020 für sein Lebenswerk ausgezeichnet. "Seine Liebe zur Genauigkeit und zum Denken", so hieß es damals, machten ihn zum Publikumsliebling. Gelobt wurde sein sensibles, ernstes, präzises, unaufgeregtes und analytisches Spiel - im Theater genauso wie im Film, Fernsehen oder Hörfunk.
dpa
Guter Mann
Er prägte zu DDR-Zeiten das Deutsche Theater Berlin und wurde in Ulrich Plenzdorfs "Die neuen Leiden des jungen W." zu einer Kultfigur.
Peter Laudenbach
"Denken, mitfühlen, mitteilen"
Mann gilt als einer der großen Charakterdarsteller des deutschsprachigen Theaters der letzten Jahrzehnte.
Peter Claus
Audio / Videos:
WDR 3 Kultur am Mittag, 4.2.2022
Glück im Hinterhaus - DEFA-Trailer
Dieter Mann im Interview, 1977
Dieter Mann bei der DEFA - ausgewählte Filmszenen
Zum Tode von Dieter Mann: Zwei Krawatten (G. Kaiser/M. Spoliansky, DT Berlin / DDR-Fernsehen 1977)
Der Ehrenpreis für das Lebenswerk für Dieter Mann
Dieter Mann zur Frage "Was bleibt?"
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