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Grönland: Sonne ging zu früh auf
Wenn zum ersten Mal im neuen Jahr die Sonne wieder über den Horizont steigt, ist das in der grönländischen Stadt Ilulissat normalerweise ein Grund zur Freude. Doch in diesem Jahr sorgte der Sonnenaufgang für einige Irritationen: Denn die Sonne erschien zwei Tage früher als gewöhnlich.
Die Einwohner der westgrönländischen Gemeinde Ilulissat staunten nicht schlecht, als sich am 11. Jänner um exakt 12.56:57 Uhr die ersten Sonnenstrahlen über dem Horizont zeigten. Die Sonne, so war es immer, sollte nämlich erst am 13. Jänner wieder Licht in die Dunkelheit der Polarnacht bringen.
Wissenschaftler schließen jedenfalls aus, dass die Beobachtung geophysikalische oder astronomische Gründe haben könnte. An der Konstellation der Gestirne hat sich sicher nichts geändert.
Vielmehr könnte der verfrühte Sonnenaufgang auf ein atmosphärisches Phänomen - etwa eine durch Eiskristalle hervorgerufene Luftspiegelung - zurückzuführen sein.
Astronomische Gründe seien nicht für das vorzeitige Ende der Polarnacht verantwortlich, ist auch Thomas Posch vom Institut für Astronomie auf der Universität Wien sicher. Er vermutet, dass die Beobachtung auf eine lokale Veränderung des Horizonts zurückzuführen ist. Für Posch ist die "bei Weitem naheliegendste" Erklärung, dass sich der Horizont durch das beschleunigte Abschmelzen des Eisschildes gesenkt habe.