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MSD Animal Health GmbH
HINWEIS: Dies ist ein Eintrag aus dem Archiv; dieses Tierarzneimittel ist in der Schweiz nicht mehr zugelassen!
Antiparasitikum für Pferde
ATCvet: QP54AA01
Zusammensetzung
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenVectin® 22.75 mg Kautabletten mit Geschmack (Apfel-Melasse Aroma), enthalten den Wirkstoff Ivermectin, ein Endektozid aus der Klasse der makrozyklischen Lactone. Dieser Komplex bindet selektiv und mit hoher Affinität an die durch Glutamat gesteuerten Chloridionenkanäle in den Nerven- und Muskelzellen der Invertebraten. Dies führt zu erhöhter Permeabilität der Zellmembran für Chlorid-Ionen mit Hyperpolarisation der Nerven- und Muskelzellen und dadurch zu Paralyse und Tod der Parasiten. Wirkstoffe dieser Klasse können auch mit Chloridionenkanälen interagieren, die durch andere Liganden wie den Neurotransmitter Gamma-Aminobuttersäure (GABA) gesteuert werden.
Der hohe Sicherheitsindex für Wirkstoffe dieser Klasse ist dadurch gewährleistet, dass Glutamat-gesteuerte Chloridionenkanäle bei Säugetieren nicht existieren; makrozyklische Laktone haben eine niedrige Affinität zu Liganden-gesteuerten Chloridkanälen beim Säugetier und die Blut-Hirnschranke ist für sie in der Regel nur in geringem Masse permeabel, ausser bei Hunden mit MDR1-Defekt.
Ivermectin kann an tragende und laktierende Stuten verabreicht werden.
PharmakokinetikIvermectin wird bei Pferden nach oraler Verabreichung schnell resorbiert. Die maximale Plasma-Konzentration (durchschnittlich 81.1 ng/ml) wird 2 Stunden nach Verabreichung der empfohlenen Dosis erreicht. Dieser Wert fällt allmählich auf eine Konzentration von 1 ng/ml ab, über einen Zeitraum von durchschnittlich 20 Tagen. Ivermectin und seine Metaboliten werden hauptsächlich über die Faeces ausgeschieden, nur 1 - 2% werden über den Urin ausgeschieden.
IndikationenAntiparasitikum zur Behandlung von Pferden, die mit adulten und unreifen Stadien folgender Magen-Darm-Nematoden, Lungenwürmer, Mikrofilarien und Magendasseln befallen sind:
Grosse Strongyliden
Kleine Strongyliden
Oxyuren (Pfriemenschwänze)
Magenwürmer
Ascariden (Spulwürmer)
Haarwürmer (Magenfadenwürmer)
Filarien (Mikrofilarien)
Magendasseln
Lungenwürmer
Zwergfadenwürmer
DermatitisHervorgerufen durch Hautlarven von Habronema und Draschia spp. (Sommerwunden) oder durch Mikrofilarien der Spezies Onchocerca (Hautonchocercose).
Dosierung / AnwendungVectin® 22.75 mg wird einmalig oral verabreicht. Es kann bei Pferden bei einem Körpergewicht ab 60 kg und darüber eingesetzt werden.
Eine Kautablette ist ausreichend zur Behandlung von bis zu 110 kg Körpergewicht.
Für schwerere Pferde wird die entsprechende Anzahl Kautabletten gemäss nachfolgender Dosierungstabelle berechnet:
Dieses Dosierschema gewährleistet eine Mindestdosis von 0.2 mg Ivermectin pro kg KGW.
Das Tierarzneimittel enthält einen Geschmacksstoff (Apfel-Melasse Aroma) und wird von den meisten Pferden freiwillig aufgenommen. Vectin® 22.75 mg Kautabletten können entweder wie ein Leckerli mit der Hand verabreicht werden oder gemischt mit einer kleinen Menge Futter. Es ist sicherzustellen, dass das Pferd die gesamte Dosis aufnimmt. Um eine korrekte Dosierung sicherzustellen, sollte das Körpergewicht so genau wie möglich ermittelt werden.
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenNicht bei Pferden anwenden, die weniger als 60 kg wiegen.
Nicht bei Pferden mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile anwenden.
Dieses Produkt von Hunden und Katzen fernhalten, Vergiftungsgefahr.
VorsichtsmassnahmenVectin® 22.75 mg ist zugelassen für die Anwendung bei Pferden und muss von andern Tierarten ferngehalten werden. Nach oraler Einnahme von Vectin® 22.75 mg durch Hunde kann Intoleranz mit tödlichem Ausgang auftreten. Hunde und Katzen können durch Ivermectin Vergiftungen erleiden, wenn sie Zugang haben zu Futtertrögen, welche die Tabletten enthalten, oder zu heruntergefallenen bzw. weggeworfenen Tabletten oder benutztem Verpackungsmaterial.
Nach häufiger, wiederholter Anwendung jedweder Klasse von Anthelminthika können bei Parasiten Resistenzen gegenüber dieser Anthelminthika-Klasse auftreten.
Folgende Situationen sollten vermieden werden, da diese zur Erhöhung der Resistenz und letztendlich zur Unwirksamkeit der Behandlung führen können:
Über Resistenzen gegen Ivermectin wird bei Parascaris equorum des Pferdes berichtet. Daher sollte sich die Anwendung dieses Tierarzneimittels auf lokale (regional, betrieblich) epidemiologische Erhebungen zur Empfindlichkeit von Nematoden sowie auf Expertenempfehlungen zur Eindämmung weiterer Anthelminthika-Resistenzen stützen.
Der Tierarzt sollte hinsichtlich eines geeigneten Dosierungsprogrammes und Herdenmanagements beraten, um die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Anthelminthika-Resistenzen zu verringern. Für den Fall, dass der Verdacht auf Unwirksamkeit eines Tierarzneimittels besteht, ist dem Tierhalter zu empfehlen, tierärztlichen Rat einzuholen.
Unerwünschte WirkungenBei Pferden, die stark mit Onchocerca Mikrofilarien befallen sind, sind gelegentlich Oedeme und Juckreiz nach der Verabreichung aufgetreten, vermutlich durch das Absterben einer grossen Zahl von Mikrofilarien. Diese Symptome klingen nach wenigen Tagen ab, eine symptomatische Therapie kann ratsam sein.
In Verträglichkeitsstudien sind bei Verabreichung bis zum Dreifachen der empfohlenen Dosis keine unerwünschten Wirkungen aufgetreten. Ein spezifisches Antidot existiert nicht, sollten Anzeichen einer Intoxikation auftreten, wird eine symptomatische Behandlung empfohlen.
AbsetzfristenEssbare Gewebe: 40 Tage
Nicht bei Stuten anwenden deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
WechselwirkungenKeine bekannt.
Sonstige HinweiseArzneimittel, ausser Reichweite von Kindern aufbewahren. Während der Verabreichung nicht essen, trinken oder rauchen. Nach Anwendung Hände gründlich waschen.
Bei irrtümlicher Einnahme oder versehentlichem Augenkontakt soll unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden und dem Arzt die Packung einschliesslich der Arzneimittelinformation vorgelegt werden.
Da der Wirkstoff Ivermectin für Fische und andere im Wasser lebende Organismen gefährlich ist, ist ein Einbringen in Gewässer zu vermeiden. Behältnisse und Arzneimittelreste sollen unschädlich beseitigt werden.
Nicht über 25 °C lagern.
Nach Öffnung des Behälters à 60 Tabletten ist der Inhalt 6 Monate haltbar.
PackungenBlisterpackung mit 7 Kautabletten
Polyethylen-Behälter à 60 Kautabletten mit kindersicherem Verschluss
Zulassung erloschen am: 24.01.2013
Abgabekategorie: B
Swissmedic Nr. 58'933
Informationsstand: 08/2011
Dieser Text ist behördlich genehmigt.