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Diese attraktive, einzigartige Federzeichnung aus dem 18. Jahrhundert gibt Rätsel auf. Sie zeigt eine kleine Armada an kriegerisch gesinnten Bären in entsprechender Montur. Zwei grosse Bären mit Schild und Waffe halten eine leere Kartusche, auf deren Spitze ein stolzer Hahn als Symbol der Kampfeslust steht. Die kleiner ausgeführten Bären im Vordergrund blasen musizierend zum Kampfe.
Lateinische Wortfolgen finden sich zum einen auf den Schildern der kartuschentragenden Bären. Man liest "Tuetur et auget" (sinngemäss "Schützet und mehret") und "Sub Protectione Supperiorum ad Immitationem Supperior" (sinngemäss "Unter Schutz der Obrigkeit zur grössten Nachahmung").
Bemerkenswert sind zum anderen die beiden Bären ganz im Vordergrund in der Mitte, welche auf einer Tafel notieren: "Patrios assurgit in Unguis et ausus" (sinngemäss "Väterlicherseits erhebe man sich mit Krallen und Wagnis"). Dieser Teil des Motivs ist als alleinstehendes plastisches Element auf dem Hauptblatt montiert. Am unteren Rand ist – vermutlich zur Entstehungszeit – auf Französisch vermerkt: "Autre Composition en façon des Cartouches mêlée avec des Hierogliphe(s)" ("Andere Komposition in der Art von Kartuschen vermischt mit Hieroglyphen").
Das Ganze bleibt recht kryptisch und somit spannend, die Autorenschaft ist unbekannt. Unterhalb des Schildes des linken grossen Bären ist "V.P." zu lesen. Möglicherweise handelt es sich um ein Monogramm. Es darf vermutet werden, dass das Blatt an eine inhaltlich ähnliche Darstellung in der Spiezer Chronik von Diebold Schilling d. Ä. von 1484/85 anlehnt (vergleiche hier). Diese zeigt kriegsgerüstete und musizierende Berner Bären, wie sie anno 1339 entschlossen in den Laupenkrieg ziehen. Somit liesse sich darauf schliessen, dass die vorliegende Federzeichnung ebenfalls im Zusammenhang mit einer kriegerischen Auseinandersetzung der Berner und deren Kampfbereitschaft entstanden ist. Der Bär ist das Wappentier von Stadt und Kanton Bern.
Das in seiner Art wohl sehr seltene Blatt ist angesichts des Alters in einem schönen, sehr guten Erhaltungszustand. Einzig am linken Rand (da, wo das Schwert des mittelgrossen Bären aus dem Bild ragt), ist ein kleines Risschen vorhanden, welches von Auge kaum auszumachen ist. Rückseitig ein Stempel "A. von Wurzbach". Möglicherweise handelt es sich dabei um den österreichischen Kunsthistoriker Alfred von Wurzbach (1846-1915) als einer der Vorbesitzer dieses Blattes. Es ist auf einem grossen Trägerblatt montiert.
Masse: 29x21,2cm
Trägerblatt: 50x32,5cm
Anonym – Allegorische Figuren mit Kartusche, 18. Jh., wohl Bern
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