Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03251.jsonl.gz/1945

Linda Naeff (1926-2014) und Maria Rolly (*1925) trennt nur ein Altersjahr. Beide wurden in den 20-Jahren des vergangenen Jahrhunderts geboren. Beide erlebten traumatische Ereignisse von Kindheit an, zum Teil mit problematischen oder nicht vorhandenen Elternbeziehungen. Im Erwachsenenalter folgten zum Teil typisch "weibliche" Schicksalsschläge – wie etwa bei Linda Naeff das Erleiden von Fehlgeburten. Später wurden beider Leben durch ihre Mutter-Bindungen geprägt: bei der einen als Mutter, bei der anderen als "Mutterlose". Beide Frauen erkämpften sich dennoch ihren Platz in der Welt. Und beide begannen im fortgeschrittenen Lebensalter und als Autodidaktinnen, die Schläge, die ihnen das Leben bereitet hatte, künstlerisch zu formulieren, sichtbar zu machen und aufzuarbeiten.
Im Frühjahr 2019 gelangte eine beachtliche Anzahl an Werken beider Künstlerinnen als Schenkung in die Sammlung des Museum im Lagerhaus. Es handelt sich dabei um Arbeiten aus dem Nachlass der im 2014 verstorbenen Linda Naeff sowie um einen 16-teiligen Werkzyklus der mittlerweile 94-jährigen Maria Rolly. Dies war für uns der Impuls, beide Schöpferinnen und ihre nunmehr in unserer Sammlung enthaltenen Werke im Rahmen der Doppel-Ausstellung Hommage à Linda Naeff sowieÜberMütter – Maria Rollys "Mütterzyklus" zu würdigen.