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Albert Anker
Marie Anker mit Hampelmann, 1874
Im kleinformatigen Porträt auf Holz zeigt der Künstler seine zweijährige Tochter Marie (1872–1950) mit ihrem Hampelmann. Es ist ein überraschendes Porträt, welches Ankers Töchterchen mit wachem und ernstem Blick zeigt, wie es frontal aus dem Bild auf die Betrachtenden schaut. Ungewöhnlich ist es deshalb, weil das Kind «auf Augenhöhe» mit Erwachsenen und ihnen daher ebenbürtig erscheint. Albert Anker malte seine Kinder immer wieder beim Spielen oder mit ihrem Spielzeug. Dies ist ein Hinweis darauf, dass im Hause der Familie Anker viel gespielt wurde. Der Vater malte für seine Kinder Bilderbücher, erzählte Geschichten und fertigte Puppen an. Das Gemälde verweist auch auf die wachsende Bedeutung, welche der Reformpädagoge Friedrich Fröbel (1782–1852) dem Spiel beimass. Inspiriert von Pestalozzi rief er 1840 den Kindergarten ins Leben und erfand geometrische Holzbauklötze, mit denen Kinder heute noch spielen. Wie Fröbel war auch Anker davon überzeugt, dass das Spiel dem Kind die Möglichkeit bietet, in die Welt hineinzuwachsen und sich als Teil von ihr zu begreifen. So äusserte er sich auch in dem publizierten Aufsatz Aus des Kindes ersten Tagen über die detaillierten Beobachtungen an Kindern, die er als Maler und Vater gesammelt hatte.