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Howard Yu, Professor
„Meine Forschungstätigkeit am IMD ist nicht mehr in einem Turm aus Elfenbein isoliert, sondern steht in direktem Zusammenhang mit dem realen Umfeld.“
Warum haben Sie Lausanne für Ihre Berufskarriere gewählt?
HY | Bevor ich meine Stelle am IMD antrat, habe ich meinen Doktortitel an der Harvard Business School in Boston erlangt. Historisch gesehen stehen sich die beiden Institutionen sehr nah, denn das IMD wurde auf Wunsch von Nestlé von der Harvard Business School gegründet.
Was waren Ihre ersten Eindrücke bei Ihrer Ankunft in Lausanne?
HY | Ich fand den See mit dem Blick auf Gletscher und Berggipfel überaus spektakulär. Ich hatte dergleichen zuvor noch nie gesehen.
Mit welchen drei Begriffen würden Sie das Studienumfeld in Lausanne beschreiben?
HY | Kultur, Nachtleben, Grünflächen.
Können Sie uns etwas über Ihren Werdegang erzählen, bevor Sie Ihre Stelle am IMD antraten?
HY | Ich bin in Hongkong aufgewachsen, wo ich im Bankensektor tätig war. Danach beschloss ich, viereinhalb Jahre lang Wirtschaft in Harvard zu studieren, wo ich mich auf den Schwerpunkt Innovation konzentrierte, bevor ich zum IMD kam.
Was charakterisiert Ihrer Meinung nach die Karriere als Forscher in Ihrem Bereich in Lausanne?
HY | Bevor ich nach Lausanne kam, dachte ich, es sei eine kleine Stadt ohne grössere internationale Bedeutung. Allerdings stellte sich dann schnell heraus, dass hier viele internationale Grossunternehmen ihren Firmensitz haben. Auch die Profile der Studierenden am IMD sind sehr international. Das Ambiente einer Kleinstadt fügt sich hier mit der Präsenz von Weltunternehmen hervorragend zusammen.
Können Sie uns markantes Ereignis schildern, das Sie im Laufe Ihrer Karriere erlebt haben?
HY | Ja, es war bei einem Vortrag, den ich zum Thema Handelsunternehmen hielt. Ein externer Teilnehmer, der zuvor einer meiner Studenten war und heute Unternehmer ist, startete eine faszinierende Diskussion über eine Restaurantkette im Stile von Starbucks in Grossbritannien.
Was gibt Ihnen Ihre Tätigkeit als Professor am IDM?
HY | Die europäischen Business Schools unterhalten im Allgemeinen sehr enge Beziehungen zur Industrie. Für mich ist es wichtig, Artikel zu veröffentlichen, aber es ist auch wichtig, Fachleute zu treffen, die mit echten kommerziellen Problemen konfrontiert werden. Meine Forschungstätigkeit am IMD ist nicht mehr in einem Turm aus Elfenbein isoliert, sondern steht in direktem Zusammenhang mit dem realen Umfeld.
Würden Sie Lausanne als Stadt für eine Promotion empfehlen?
HY | Ja. Es gibt viele renommierte Institutionen in Lausanne, wie z.B. die EPFL und die UNIL. Im Rahmen meiner Forschungstätigkeit arbeite ich mit Professoren der UNIL zusammen und kann die bemerkenswerte Qualität der dortigen Studierenden nur bekräftigen. Die EPFL wiederum zählt zur ersten Wahl für Studierende in den Bereichen Wissenschaft und Ingenieurswesen. Sie nahm immer schon eine technologische Spitzenposition ein und tut dies auch heute noch.
Was ist Ihr schönstes Andenken an Lausanne?
HY | Das war wahrscheinlich eine Schifffahrt von Ouchy über Cully und Vevey zum Schloss Chillon. Ich fand diese Fahrt absolut magisch.
Interview von | Tom Crawford