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Das Asherman-Syndrom – auch Fritsch-Syndrom oder Fritsch-Asherman-Syndrom – bezeichnet Verwachsungen und Verklebungen im Inneren der Gebärmutter, wodurch sich diese verengt und die Gebärmutterschleimhaut ihre Funktion nicht mehr richtig wahrnehmen kann. Schlimmstenfalls schliesst sich die Gebärmutter ganz. Daraus resultiert häufig eine Unfruchtbarkeit, weil die Einnistung und Entwicklung der befruchteten Eizelle nicht möglich ist.
Wie die Verwachsungen in der Gebärmutter entstehen
Die Verwachsungen entstehen meist nach einer zu starken Verletzung der Gebärmutterschleimhaut, zum Beispiel nach einer Ausschabung (Curettage) wegen einer Fehlgeburt oder wenn sich nach der Entbindung die Plazenta nicht von alleine löst oder Reste davon entfernt werden müssen. Da in und nach einer Schwangerschaft die Gebärmutterschleimhaut besonders empfindlich ist, besteht in dieser Zeit ein erhöhtes Risiko für Verletzungen und die Entwicklung von Narben und Verklebungen. Bei einer Curettage in oder nach einer Schwangerschaft werden deshalb ausschliesslich stumpfe Instrumente benutzt und es wird nur mit sanftem Druck gearbeitet.
Ursache können aber auch Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut, Verletzungen bei einem Schwangerschaftsabbruch, die Einlage oder Entfernung einer Spirale, die operative Entfernung von Uterusmyomen oder ein Kaiserschnitt sein.
Die Symptome des Asherman-Syndroms
Die Gebärmutterschleimhaut ist die innere Schicht der Gebärmutter, die sich in jedem Menstruationszyklus aufbaut und in Form der Menstruation wieder ausgestossen wird. Ein wichtiges Symptom beim Asherman-Syndrom ist deshalb die gestörte und schmerzhafte Regelblutung. Das kann eine verminderte Blutung, aber auch ein gänzliches Ausbleiben sein, weil aufgrund der Verwachsungen das Blut nicht ungehindert abfliessen oder sich im Extremfall sogar in der Gebärmutter stauen kann.
Schwangerschaft trotz Verwachsungen in der Gebärmutter?
Weil die Schleimhaut durch die narbigen Verwachsungen nicht voll funktionsfähig ist, kommt es häufig zu Problemen während der Einnistung der befruchteten Eizelle oder zur frühen Fehlgeburt – dies auch wiederholte Male. Das Asherman-Syndrom wird deshalb häufig erst erkannt, wenn mehrere Spontanaborte aufeinander gefolgt sind und nach der Ursache für die Unfruchtbarkeit gesucht wird.
Entwickelt sich eine Schwangerschaft trotzdem weiter, kann das bei ausgeprägten Verwachsungen der Gebärmutter mit einigen Risiken einhergehen, zum Beispiel Frühgeburt durch Muttermundschwäche, Plazentakomplikationen und Problemen im Wochenbett. Die Schwangerschaft muss also sehr sorgfältig überwacht und betreut werden.
Diagnosestellung und Behandlung von Gebärmutterverwachsungen
Mit Ultraschall, Kontrastmittelultraschall oder MRT kann die Gebärmutter untersucht werden. Die mikroskopische Untersuchung der Gebärmutterschleimhaut durch eine Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) bringt am meisten Klarheit. Diese Untersuchungsmethode wird auch gleichzeitig zur Therapie eingesetzt, indem die Verwachsungen vorsichtig endoskopisch (mit Strom oder Laser) getrennt werden. Dies kann in der Regel ambulant und ohne Anästhesie erfolgen.
Leider kommt es danach nicht selten zu erneuten Verwachsungen. Eine Studie hat gezeigt, dass die Anwendung eines Hyalurongels nach der Hysteroskopie die Wahrscheinlichkeit von erneuten Verwachsungen verringert. Manchmal wird für 10 Tage ein Gebärmutterballon eingesetzt, der verhindern soll, dass die Wände der Gebärmutter wieder zusammenkleben. Die Vorteile einer Spirale oder der Gabe von Hormonen sind nicht nachgewiesen.