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Schleifen,
das Wegnehmen gröberer oder feinerer Teilchen von der Oberfläche eines Arbeitsstückes zur Erzielung einer glatten Fläche (die oft später poliert wird), zur Formgebung oder zur Herstellung scharfer Schneiden oder Spitzen an Werkzeugen. Man benutzt zum S. runde umlaufende Schleifsteine (s. d.), Handschleifsteine und zwar Ölsteine (zum S. von Stahlarbeiten, meist zum Schärfen schneidender Werkzeuge) [* 2] und Wassersteine, ferner Bimsstein, der mit einer passenden Fläche versehen und stark mit Wasser befeuchtet wird (meist auf Silber, zuweilen auf Kupfer, [* 3] Zink und Messing), Kohle und verschiedene pulverförmige Körper, welche, mit Baumöl oder Wasser zu einem dünnen Brei angemacht, auf geeignete hölzerne oder metallene Werkzeuge aufgetragen und mit diesen auf den Arbeitsstücken herumgerieben werden (Schmirgel-, Feuerstein-, Sand-, Glaspapier).
Das vorzüglichste Schleifpulver, der Schmirgel, dient vorzugsweise zum S. von Stahl, Eisen, [* 4] Messing, Britanniametall etc. Er wird, mit Öl befeuchtet, mittels eines passenden härtern oder weichern, wohl auch mit Filz bekleideten Holzes aufgetragen und verrieben. Runde Gegenstände schleift man auf der Drehbank [* 5] und Cylinder zwischen zwei mit bogenförmigen Ausschnitten versehenen und durch zwei Schrauben [* 6] nach Bedürfnis zusammengeklemmten Hölzern. Man verwendet den Schmirgel auch nach Art der Drehsteine, indem man ihn auf die Stirnfläche oder die ebene Fläche einer rotierenden hölzernen, bisweilen mit Blei, [* 7] Filz oder Leder belegten Holzscheibe aufträgt oder daraus besondere Scheiben (Schmirgelscheiben) fertigt.
Schleifmaschinen (Lapidares) mit mehreren feinern und gröbern
Scheiben benutzen besonders die Uhrmacher. Gegenstände mit
unregelmäßiger Oberfläche werden mit steifen
Borsten- und
Drahtbürsten,
Öl und
Schmirgel geschliffen.
Häufig bearbeitet man zwei zu
schleifende
Platten mit
Öl und
Schmirgel aufeinander und erreicht dadurch am sichersten eine
völlige
Ebene derselben. Zum S. von
Messing und
Argentan benutzt man das Schleifpapier, welches entweder direkt aus freier
Hand
[* 8] gebraucht, oder auf
Holz
[* 9] geklebt wird.
Zum S. ordinärer Eisenwaren dient auch
Hammerschlag.
Bimsstein, mit
Wasser oder
Öl auf
Holz getragen, ist
ein gutes Schleifmittel für
Messing,
Argentan,
Kupfer,
Silber,
Zink und eignet sich zum Ein
schleifen von
Hähnen besser als
Schmirgel.
Auch geschlämmter
Feuerstein gibt ein gutes Schleifpulver auf
Messing und
Eisen. Feuchter
Sand wird auf Lederscheiben zum
S. von
Britanniametall angewandt, während trockner
Sand im
Sandstrahlgebläse Anwendung findet. Um
Holz zu
schleifen, wird dasselbe
zuerst mit der
Ziehklinge abgezogen.
Letztere ist ein federhartes Stahlblech, dessen Kanten auf dem Schleifstein so geschliffen sind, daß ihre Ränder scharf rechtwinkelig gegen die breiten Flächen stehen. Man streicht sie mit einem glatten, glasharten Ziehklingenstahl, wodurch sie einen feinen, gegen die breite Fläche aufstehenden Grat erhalten, und schabt mit letzterm höchst zarte, staubartige Späne von dem Holz ab. Das so abgezogene Holz wird nun mit der ebenen Fläche eines Stückes Bimsstein gerieben, während man es mit Leinöl, Leinölfirnis (mit Terpentinöl verdünnt), Talg oder Wasser befeuchtet. Leinöl und noch mehr Leinölfirnis machen das Holz dunkel, deshalb schleift man Mahagoni mit Talg und ganz weiße Hölzer mit Wasser. Gesims [* 10] oder Leistenwerk schleift man mit Bimssteinpulver, indem man letzteres auf ein mit Öl benetztes Stück Pappelholz streut, welches ebenso (nur entgegengesetzt) ausgekehlt ist wie die Arbeit. Nach dem S. wird das Fett und der Schleifschmutz mit Sägespänen, Kreidepulver, Tripel- ¶
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oder Ziegelmehl entfernt. Über das S. des Glases s. Glas. [* 12] S. 390. Zum S. von Holz, Glas und dergleichen plattenförmigen Körpern dient sehr vorteilhaft eine Schleifmaschine, diese besteht (s. Figur) aus einer rotierenden Scheibe a, die eine mit Sand bekleidete Kautschukplatte trägt und nach und nach über die ganze Fläche T hinweggeführt wird. Zu diesem Zweck befindet sich die Schleifscheibe an dem vordern Ende eines Arms b c, der sowohl bei o als bei u um vertikale Achsen drehbar, also wie ein Armgelenk konstruiert ist, um somit leicht nach allen Stellen des Tisches geführt werden zu können. Die sehr schnelle Drehung der Schleifscheibe erfolgt von der Riemenscheibe 1 aus durch die Transmissionen 2, 2, 3, 4.
[* 11] ^[Abb.: Sandschleifmaschine]