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Höhe
4'167 m
Erstbesteigung
17. August 1873 (umstritten)
06. August 1875 (sicher)
Erstbesteiger
Umstritten: Marco Maglioni, Albert de Rotschild mit Niklaus Knubel, Peter Knubel und Edouard Coupelin
Sicher: Giovanni Mariotti, Andrea Pedretti, Simone Viguey mit Welf und David Zaccaria
Balmenhorn: Tipps für Alpinisten
- Bergführer notwendig
- je nach Kondition für Einfach- oder Mehrfachbesteigungen im Monte-Rosa-Massiv geeignet
- Mehrtagestour
- mittelschwer
Das Balmenhorn, ein 4000er?
Ist Zermatt von 38 oder 29 Bergen umgeben, die höher als 4'000 m sind? Am Balmenhorn ist zu sehen, dass es nicht so einfach ist, dies zu entscheiden. Der 4'167 m hohe Gipfel liegt auf der italienischen Seite des Monte-Rosa-Massivs, das zehn eindeutig definierte 4000er besitzt. Das Balmenhorn gehört zur Liste der sogenannten erweiterten 4000er. Kein Wunder: Der Felsblock besitzt gerade einmal eine Schartenhöhe von 12 m, zu erklimmen über einen gesicherten Steig, und hebt sich optisch nur schwer vom spaltenreichen Lysgletscher ab. Nach den Bestimmungen der UIAA (Union Internationale des Associations d'Alpinisme) sind es 1. topographische Gründe, 2. morphologische und 3. alpinistische Gründe, die einem Berg die Bedeutung eines "echten" 4000er geben. Aber ein bisschen 4000er-mässig ist das Balmenhorn schon – allein die Höhe macht es aus.
Monte Rosa-Massiv
Zum Monte-Rosa-Massiv gehören zehn Gipfel, die über 4'000 m hoch sind: Dufourspitze, Grenzgipfel, Ludwigshöhe, Nordend, Parrotspitze, Schwarzhorn, Signalkuppe, Vincent-Pyramide, Zumsteinspitze.
Namensherkunft
Balmen sind Überhänge am Fuss von Felswänden, Halbhöhlen, womit die Namensbezeichnung des Balmenhorns auf seine Form zurückzuführen ist. Das Wort "Balme" ist in der Sprache der Südwalser belegt (Greschoneytitsch und Pumattertietsch). Das Grimmsche Wörterbuch bezeichnet "balma", mlat., als Felsenhöhle. Ob es aus der Walsersprache stammt, ist nicht eindeutig belegt. Das Wort ist bei den Ostwalsern in Graubünden und im Vorarlberg nicht gebräuchlich.
Das Balmenhorn, der Friedensberg
Es ist einer vier Meter hohen und einer Tonnen schweren Bronzestatue zu verdanken, dass dem eher unscheinbaren Balmenhorn eine erweiterte Bedeutung zukommt, die weder topografischen noch morphologischen oder alpinistischen Ursprungs ist. Es war der feste Untergrund dieses Gipfels, der den Turiner Künstler und Partisanenführer Alfredo Bai veranlasste, seine aus Kriegsschrott generierte Statue auf dem Balmenhorn zu platzieren. Bai hatte während des Zweiten Weltkriegs ein Gelübde abgelegt, eine Statue als Symbol des Friedens, eingedenk aller Opfer, unabhängig von ihrer Nationalität, auf einem 4000er aufzustellen. Der Transport der in elf Teile zerlegten Christusfigur namens "Cristo delle Vette" (Christus aller Gipfel) wurde von 35 Gebirgssoldaten, die aus allen Provinzen Italiens stammten, durchgeführt. Am 4. September 1955 enthüllte man in einem feierlichen Ritual den Friedens-Christus, dessen Material kein Geringerer als das italienische Verteidigungsministerium gespendet hatte.
In der Partnerstadt der Gemeinde am Fuss des Monte Rosa wurde 1954 hingegen die Statue des Christus aller Tiefen auf dem Meeresgrund in der Bucht von San Fruttuoso aufgestellt. Angeregt wurde dieses Projekt von Duilio Marcante, welcher die Statue in Gedenken an den 1950 bei einem Tauchunfall umgekommenen Dario Gonzatti, errichten liess. In der Nähe zur Abtei von San Fruttuoso, zwischen Camogli und Portofino, wurde die Statue am 22. August 1954 mit Hilfe der italienischen Marine in 17 m Tiefe versenkt. Die circa 2,5 m hohe Christusstatue wurde von dem Bildhauer Guido Galletti angefertigt. Die Bronze für die Statue wurde aus verschiedenen Medaillen, Antriebsschrauben von U-Booten der US Navy und Kirchenglocken eingeschmolzen. Im Zeichen des Friedens sind die Hände des Jesus gegen die Meeresoberfläche gerichtet. Zum Gedenken an Marcante wurde nach seinem Tod eine Gedenktafel am Sockel der Statue angebracht.