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Werden Kunststoffe dem Recycling zugeführt, können sie in verschiedenen Produkten ein neues Leben finden. Dabei stehen sich geschlossene Kreisläufe (Verwendung im gleichen Produkt) und offene Kreisläufe (Verwendung in anderen Produkten) gegenüber. Um eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe aufzubauen, müssen die Möglichkeiten mittels Ökobilanzen verglichen und in die Strategiesetzung miteinbezogen werden.
Hintergrund
Warum müssen wir verschiedene Verwertungen unterscheiden?
Die Zielsetzungen von diversen Sammelsystemen und Verwertungsunternehmen sowie zahlreichen Projekten beinhalten Stichwörter wie «hochwertiges» Recycling, «geschlossene Kreisläufe», «nachhaltige» Kreislaufwirtschaft und «enkeltaugliches» Design. Die Frage stellt sich jedoch, was mit solchen Schlagworten gemeint ist. Um diese Begriffe einordnen zu können, unterscheiden wir nachfolgend drei Arten von Kreis-laufschlüssen und beschreiben deren Überlappungen und Unterschiede. Die Begriffe «hochwertiges» Recycling und «geschlossene» Kreisläufe beschreiben eine definierte Art der Wiederverwendung. Dabei handelt es sich um die vermehrte, also mehrmalige Nutzung von Ressourcen, wenn möglich im gleichen Produkt. Die Abstufung von Primär-Loop zu Kaskadennutzung muss nicht mit einer ökologischen oder ökonomischen Abstufung übereinstimmen. Eine Kaskadennutzung kann ökologisch sinnvoller und/oder ökonomisch attraktiver sein als eine Nutzung im geschlossenen Kreislauf. Obwohl eine Wirtschaft entlang der Kriterien von geschlossenen Kreisläufen und hochwertiger Verwertung häufig auch als «nachhaltige» Kreislaufwirtschaft bezeichnet wird, ist das nicht sicher. Ökologisch und ökonomisch muss eine Nutzung in geschlossenen Kreisläufen nicht besser sein als eine in offenen Kreisläufen [1]. Es ist daher umso wichtiger, dass wir die Kreislaufschlüsse unterscheiden können, aber parallel dazu auch deren ökonomische und ökologische Auswirkungen abschätzen. Wichtig ist es, die ökologischen sowie ökonomischen Auswirkungen mit einer Lebenszyklusperspektive abzubilden, also den gesamten Lebenszyklus des Produktes zu betrachten und nicht nur einzelne Stufen.
[1] Bening, Blum und Haupt, 2019. Eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft ist mehrdimensional. Die Volkswirtschaft (Link zum Artikel)