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Heute vor 90 Jahren am 7. Dezember 1926 startete Walter Mittelholzer zusammen mit dem Schriftsteller und Initiator des Fluges René Gouzy, dem Chefmechaniker und Hilfspilot Hans Hartmann und dem Geologen Arnold Heim zum Afrikaflug von Zürich nach Kapstadt, wo die Reisegesellschaft am 21. Februar 1927 nach zahlreichen Etappen landete. Die für den Flug verwendete Dornier Merkur „Switzerland CH 171“ war von den Dornier-Werken in Friedrichshafen eigens für die Expedition entlang der Nilroute mit Schwimmern und einem Zusatztank ausgerüstet worden.
Arnold Heim: Landung auf dem Stausee von Assuan, 23.12.1926 (Dia_006-059)
Nach dem Afrikaflug von 1926/27 unternahm Mittelholzer noch vier weitere Flüge nach Afrika: den Kilimandjaroflug (1929/30), den Tschadseeflug (1930/31), den Nordafrikaflug (1932) und den Abessinienflug (1934). Das Bildarchiv der ETH-Bibliothek besitzt zu all diesen Flügen reichhaltiges Bildmaterial. Zum Afrikaflug von 1926/27 sind jedoch nur gut 100 Fotografien von Arnold Heim überliefert.
Die Ausrüstung
Die persönliche Ausrüstung für die Expedition umfasste neben Kleidung und einer gut assortierten Notapotheke auch den sorgfältig zusammengestellten Notproviant:
Unsere, für ca. zwei Wochen ausreichenden Proviantbüchsen bestanden aus folgendem Inhalt: Tee, Zucker, Tobler-Schokolade, Lenzburger Konserven, Singer- und Ritz-Zwieback, Ovomaltine, Kaffee Hag, Hafer- und Maismehl, Maggisuppenwürfeln, getrockneten Früchten und Nüssen, Nestlé-Condensmilch, Leeman-Käse in verlöteten Blechbüchsen und Grapenuts (Afrikaflug, S. 22).
Da der Flug in erster Linie wissenschaftlichen Zwecken dienen sollte, wurde der fotografischen Ausrüstung besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Sie umfasste laut Mittelholzer unter anderem auch Kameras für die Herstellung von Kartenmaterial.
An Stelle einer bewährten schweren Fliegerkamera mit fester Einstellung wurden zwei Tropen-Nettel-Deckrullo 13/18 mitgenommen, die sich dank ihrer leichten Einstellungsmöglichkeit für Stand- wie Fliegeraufnahmen eigneten und ausgezeichnet bewährt hatten. […] Neben dieser wichtigsten Kamera führten wir noch verschiedene Handapparate kleineren Formates mit, worunter die mit gewöhnlichem Kinofilm zu ladende Leica-Schlitzverschlusskamera der Firma Leitz, Wetzlar, die dank ihrer unübertroffen raschen Aufnahmebereitschaft in kritischen Situationen unentbehrlich war. Für die Handkameras lcarette und Cocarette 6,5 X 11 cm verwendeten wir Ilford Rollfilm, die sich für die Tropen besonders gut bewährten. Für kartografische Zwecke liess ich durch die Aerofoto A.G. einen automatischen Reihenbild-Apparat herstellen, der erlaubte, bei einer Flughöhe von z. B. 1000 m eine Landstrecke von 792 km in einer Breite von 900 m ununterbrochen im Massstab von 1 : 20,000 winkelgetreu aufzunehmen (Afrikaflug, S. 23).
Auch für die Filmaufnahmen war ein beträchtlicher Aufwand nötig …
Für die Kinoaufnahmen verwendeten wir diesmal ausschliesslich automatische Handapparate, die allerdings nur 30m Film fassen konnten, dafür aber augenblicklich, wenn es die Situation verlangte, aufnahmebereit waren. Wir führten einen Revolverkino der Firma Bell & Howell, Chicago, mit, der eine Verdoppelung der Aufnahmegeschwindigkeit von 16 auf 32 Einzelbilder pro Sekunde zuliess. Damit war es möglich, in Wirklichkeit zu rasch sich abspielende Vorgänge (flüchtiges Wild, Tänze der Eingeborenen und vom Flugzeug aus gesehene Landschaften) auf der Projektionsfläche im Zeitmaß auf die Hälfte zu verlangsamen. Daneben besassen wir noch einen sehr einfachen, von der De Vry Company eben herausgegebenen 30 m fassenden Kino, der wie der erstgenannte mittels einer Handkurbel aufgezogen wurde (Afrikaflug, S. 25).
Die Dornier Merkur verfügte zudem auch über eine kleine Dunkelkammer, in welcher Mittelholzer das Nachladen von Filmen besorgte und Probebelichtungen vornahm um sicher zu gehen, dass er korrekt belichtetes Material nach Hause bringen würde (Afrikaflug, S. 25).
Literatur