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4 Ernährungsprobleme – und wie sie sich vermeiden lassen
Wenn bei Ihnen eine Kolostomie oder Ileostomie durchgeführt wurde, können Probleme bei der Ernährung auftreten. Die gute Nachricht ist, dass Sie diese Probleme mit ein paar Ernährungsumstellungen vermeiden können.
4 Ernährungsprobleme und wie sie sich vermeiden lassen.
Nach einer Stomaoperation können bei Ihrer Ernährung einige Herausforderungen auftreten. Wenn Sie eine Ileostomie (ein Stoma des Dünndarms) haben, ist eine Vermeidung von Stomablockaden aufgrund von Lebensmitteln besonders wichtig. Diese Blockaden erfordern die unmittelbare medizinische Behandlung. Wenn Sie diesen einfachen Tipps folgen und bestimmte Lebensmittel vermeiden, können Sie Probleme vermeiden. Im Folgenden ist aufgeführt, was Sie über die vier häufigsten Probleme wissen müssen.
Blähungen
Blähungen und Gerüche können peinlich und unangenehm sein, lassen sich aber minimieren. Sie können beispielsweise Folgendes tun:
- Achten Sie auf Besonderheiten: Sobald Ihr Darm seine Funktion aufnimmt, werden Sie unterschiedliche Mengen an Gasen in Ihrem Stomabeutel bemerken. Wenn Sie schon vor dem Eingriff überschüssige Darmgase hatten, wird das Problem nach dem Eingriff wahrscheinlich bestehen bleiben.
- Vermeiden Sie es, Luft zu schlucken: Blähungen werden nicht nur durch Ernährung, sondern auch durch geschluckte Luft verursacht. Vermeiden Sie kohlensäurehaltige Getränke, Rauchen, Kaugummikauen und Kauen mit offenem Mund. Ziehen Sie einen Stomabeutel mit Filter in Betracht: Der Filter lässt das Gas aus dem Beutel entweichen, jedoch nicht den Geruch. Er verhindert außerdem eine Ansammlung von Gasen, sodass sich der Beutel nicht wie ein Ballon aufbläht. Filter funktionieren am besten, wenn der Ausstoß gut geformt ist.
- Vermeiden Sie Lebensmittel, die Blähungen verursachen können: Bohnen, Bier, kohlensäurehaltige Getränke, Brokkoli, Rosenkohl, Kohl und Zwiebeln
- Vermeiden Sie Lebensmittel, die zu mehr Gerüchen führen: Spargel, Brokkoli, Rosenkohl, Kohl, Blumenkohl, Eier, Fisch, Knoblauch, Zwiebeln und bestimmte Gewürze
Diarrhoe
Wenn Ihr Stuhl größtenteils flüssig ist und die Menge deutlich steigt, könnten Sie Durchfall haben. Dies könnte mit Lebensmitteln, Medikamenten oder einer Darmgrippe in Zusammenhang stehen. Wenn Sie Ihren Beutel ein- oder zweimal pro Stunde leeren müssen, verlieren Sie unter Umständen viel Flüssigkeit. Wenn eine Diarrhoe plötzlich auftritt und länger als 24 Stunden dauert, suchen Sie einen Arzt auf. Eine Diarrhoe können Sie zum Beispiel folgendermaßen lindern:
- Verdicken Sie die Ausscheidungen Ihres Stomas: Nehmen Sie Lebensmittel wie Apfelmus, Bananen, Käse, gekochte Nudeln, Salzgebäck, weißen Reis oder Toastbrot zu sich
- Vermeiden Sie Lebensmittel, die die Ausscheidungen steigern könnten: Ballaststoffhaltige Lebensmittel, rohes Obst und Gemüse, scharfes Essen, fetthaltiges Essen, Koffein oder Nüsse
- Vermeiden Sie Dehydratation: Trinken Sie mehr Flüssigkeit und vermeiden Sie Lebensmittel und Getränke, die zu dünnflüssigerem Stuhlgang führen (siehe oben). Und leeren Sie Ihren Beutel öfter. Ersetzen Sie Elektrolyte durch Sportgetränke, Bananen, Bouillon, Kartoffeln, Tomaten und Salzstangen.
Bitte beachten Sie: Wenn die Diarrhoe sich hierdurch nicht innerhalb von 24 Stunden beheben lässt, wenden Sie sich an einen Arzt.
Verstopfung
Eine Verstopfung kann für Menschen mit oder ohne Stoma gleichermaßen ein Problem sein. Ein Mensch mit einer Kolostomie (einem Stoma am Dickdarm), wird mit höherer Wahrscheinlichkeit an einer Obstipation leiden. Hier einige Tipps:
- Suchen Sie die potenziellen Ursachen: Bestimmte Medikamente, zu wenig Sport, Stress oder zu wenig Ballaststoffe in Ihrer Ernährung können eine Verstopfung verursachen oder dazu beitragen
- Trinken Sie mehr: Trinken Sie mehr Wasser, um Ihre Obstipation zu lindern. Dieser Tipp ist jedoch nicht anwendbar, wenn Sie eine Ernährung mit Flüssigkeitsrestriktion benötigen
- Essen Sie mehr dieser Lebensmittel: Bohnen, frisches Obst und Gemüse, frische oder getrocknete Steinfrüchte (z. B. Pfirsiche, Pflaumen, Kirschen) und Vollkornprodukte
- Vermeiden Sie bestimmte Lebensmittel: Verstopfungen können zudem durch ballaststoffarme Lebensmittel verursacht werden, wie z. B. viele Fleisch- und Milchprodukte, Industriezucker sowie industriell verarbeitete Lebensmittel bzw. Fast Food. Apfelmus, Bananen, Käse, Salzgebäck, weißer Reis und Toastbrot verdicken den Stuhl. Sie sollten diese Lebensmittel also vermeiden, bis das Problem gelöst ist.
Stomablockaden durch Lebensmittel
Wenn Sie ein Ileostoma haben und unter Krämpfen und Schmerzen im Bauchbereich mit wässrigem Durchfall oder Stuhlverhalt leiden, kann dies darauf hinweisen, dass eine Stomablockade durch Lebensmittel oder eine Darmobstruktion vorliegt und Sie einen Arzt aufsuchen müssen. Minimieren Sie das Risiko einer Stomablockaden durch Lebensmittel mit:
- Vermeidung ballaststoffreicher Lebensmittel: Ballaststoffreiche Lebensmittel können manchmal nur schwer durch den Darm und aus dem Stoma geleitet werden. Essen Sie kein rohes Gemüse, Pilze, Mais, Nüsse, getrockneten Früchte oder andere ballaststoffhaltige Lebensmittel.
- Vermeiden Sie weitere Lebensmittel, die eine Obstruktion verursachen können Hierzu gehört Sellerie, chinesisches Gemüse, Weintrauben oder Rosinen.
- Kauen Sie Essen gründlich: Der Verdauungsprozess beginnt, wenn Sie Ihre Nahrung gründlich kauen. Beim Kauen werden im Magen Verdauungsenzyme freigesetzt, die helfen, Lebensmittel zu zersetzen.
- Trinken Sie mehr Flüssigkeiten Flüssigkeiten tragen dazu bei, Lebensmittel in immer kleinere Partikel zu zersetzen und unterstützen so die Verdauung. Acht Gläser Wasser am Tag ist eine gute allgemeine Richtlinie.
- Essen Sie Obst und Gemüse: Ihr Chirurg könnte Ihnen empfohlen haben, sechs bis acht Wochen nach dem Eingriff nur gekochtes (kein rohes) Obst oder Gemüse zu essen. Hierdurch hat Ihr Körper genügend Zeit, sich auf Änderungen in der Verdauung einzustellen.
Hinweis: Wenn Sie keine Ausscheidung haben und sich erbrechen müssen, sollten Sie unverzüglich einen Arzt oder die Notaufnahme aufsuchen.
Lesen Sie die ganze PDF-Broschüre – oder drucken Sie sich die Broschüre gleich aus: Leben mit dem Stoma: Gesunde Ernährung