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<h2>SubmittedText<h2><p>Fast 1000 Schweizerinnen und Schweizer litten in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Bisher wurde das blutigste Kapitel der jüngeren Schweizer Geschichte von der Forschung jedoch vernachlässigt, obwohl im Bundesarchiv 1600 Personendossiers liegen. Darum frage ich den Bundesrat:</p><p>1. Gedenkt er, ein Nationalfondsprojekt zu lancieren und damit die historische Forschung über die Schweizer Opfer dieser tragischen Zeit zu unterstützen?</p><p>2. Ist er gewillt, Initiativen zur Erinnerung an die Schweizer Holocaustopfer zu fördern?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat anerkennt die Bedeutung der freien historischen Forschung zum Holocaust, einschliesslich seiner Verbindung zur Schweiz. Was die Forschungsarbeit über die Schweizer Opfer betrifft, sind die Unterlagen des Schweizerischen Bundesarchivs - ob die Opfer in nationalsozialistische Konzentrationslager deportiert wurden oder nicht - frei zugänglich. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass in solchen Fällen die Bereitstellung ausserordentlicher Mittel nicht gerechtfertigt ist. Diese Haltung bekräftigte er bereits in seinen Antworten auf die Motion Perrin 13.3304, "Zahl der im Zweiten Weltkrieg an der Schweizer Grenze Abgewiesenen. Historische statt politische Gewissheit", und auf die Interpellation Stöckli 14.4152, "Aufklärung der Beziehungen der Schweiz zur ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik". Die wissenschaftliche Forschung kann hingegen jederzeit die üblichen Förderinstrumente beanspruchen. Zudem helfen die zuständigen Bundesstellen bei der Beschaffung und der Zugänglichmachung von Informationen, die nicht im Bundesarchiv zu finden sind.</p><p>2. Der Bundesrat anerkennt vollumfänglich, dass die Sensibilisierung insbesondere der jüngeren Generationen für die Verfolgung der Opfer des Nationalsozialismus von grosser Bedeutung ist, wie er in seiner Stellungnahme zur Motion Munz 17.3400, "Den internationalen Roma Holocaust Memorial Day (2. August) anerkennen", bekräftigte. Der 2015 der International Holocaust Remembrance Alliance (Ihra) vorgelegte Länderbericht sowie der Bericht zum Schweizer Vorsitz der Ihra 2017 enthalten alle in diesem Zusammenhang getroffenen Massnahmen. Die beiden Berichte sind auf der Website der Ihra einsehbar (<a href="http://holocaustremembrance.com/member-countries/switzerland">http://holocaustremembrance.com/member-countries/switzerland</a>). Die zuständigen Stellen der Bundesverwaltung stehen zur Unterstützung von einschlägigen Projekten zur Verfügung.</p>  Antwort des Bundesrates.