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| Eusebius von Cäsarea († um 340) - Vier Bücher über das Leben des Kaisers Konstantin und des Kaisers Konstantin Rede an die Versammlung der Heiligen (Vita Constantini et Oratio ad coetum sanctorum)

Buch I
21. Tod des Konstantius, der seinem Sohne Konstantin die Herrschaft hinterläßt.
Kaum war Konstantin so den Nachstellungen und Anschlägen seiner Feinde glücklich entronnen und zu seinem Vater geeilt, den er so lange nicht mehr hatte sehen können, als auch schon dessen Lebensende zu erwarten stand. Wie aber Konstantius wider Erwarten seinen Sohn an seinem Lager stehen sah, da richtete er sich rasch empor, umarmte ihn und sagte, von dem einzigen Schmerz, den er beim Scheiden aus diesem Leben gehabt halte, von dem Schmerz über die Abwesenheit seines Sohnes, sei jetzt sein Herz befreit. So schickte er ein Dankgebet zu Gott empor, weil ihm jetzt der Tod besser scheine als ewiges Leben auf Erden. Sodann ordnete er noch seine Angelegenheiten, nahm Abschied von seinen Söhnen und Töchtern, die ihn wie ein feierlicher Chor umringten, und entschlief sanft im kaiserlichen Palaste, auf kaiserlichem Lager, nachdem er, wie das Gesetz der Natur es verlangte, zum Erben seiner kaiserlichen Würde den ältesten von seinen Söhnen eingesetzt hatte1 .
1: Konstantin hatte seinen Vater noch in Gallien getroffen und war mit ihm nach Britannien gezogen; nach einem Sieg über die Pikten und Skoten starb Konstantius zu Eboracum und Konstantin wurde bald darauf, am 25. Juli 306, vom Heer wohl zum Augustus ausgerufen.