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Diabetische Retinopathie
Wie Diabetes Ihr Sehen beeinträchtigen kann
Anatomie
Die Netzhaut ist eine sehr dünne, transparente Membran und das eigentliche Sehorgan des Auges. Der Begriff „Retina" kommt vom lateinischen Wort „rete" (z. Dt. Netz). Die antiken Griechen beschrieben die Retina in ihrer Erscheinungsform als eine Art Fischnetz. Sie kleidet das Innere des Auges aus und besteht aus ca. 120 Millionen Stäbchen und ca. 6 Millionen Zapfen.
Abbildung 1: Querschnitt des Auges
Abbildung 2: Anatomie der Netzhaut
Abbildung 3: Farbphoto einer gesunden Netzhaut
Diabetische Retinopathie
Die diabetische Retinopathie (DRP) ist eine Komplikation im Rahmen des Diabetes mellitus Typ 1 und 2. Sie korreliert mit der Dauer des Diabetes. 27% der insulinabhängigen Diabetiker (Typ 1 + 2), welche den Diabetes für 5-10 Jahre hatten und 71-90% derjenigen, die den Diabetes länger als 10 Jahre hatten, entwickeln eine DRP. Bei der diabetischen Retinopathie kommt es zu Schäden an den kleinen Blutgefässen der Netzhaut (Mikroangiopathie). Wir unterscheiden die nicht-proliferative (Vorstufe) von einer proliferativen Form. Die proliferative DRP geht mit Neovaskularisationen im Bereich der Netzhaut und der Papille (Sehnervenkopf) einher. Sowohl eine nicht-proliferative als auch eine proliferative Form können mit einer Makulopathie (Erkrankung der Sehmitte) assoziiert sein. Sowohl die proliferative diabetische Retinopathie als auch die diabetische Makulopathie können zur Erblindung führen.
Abbildung 4: Nicht-proliferative diabetische Retinopathie
Abbildung 5: Proliferative diabetische Retinopathie
Therapie der diabetischen Retinopathie
Die Therapie der proliferativen DRP erfolgt durch die panretinale Laser-Fotokoagulation. Ziel ist es, das minderdurchblutete Areal zu behandeln. Zur Behandlung der diabetischen Makulopathie werden intravitreale Injektionen verabreicht. Cortisonpräparate führen zur Abschwellung der Netzhautmitte. Anti-Angiogenese-Medikamente (z.B. Eylea oder Lucentis®) blockieren das Gefäßwachstum und fördern die Abschwellung des betroffenen Areals.
Abbildung 6: Laserbehandlung der Netzhaut
Abbildung 7: Schematische Darstellung einer intravitreale Injektion