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Die erste Rippe und der Beckenboden
Die erste Rippe und die dazwischen aufgespannten Bindegewebe bilden das Dach des Brustkorbs. Dieses Dach ist auch ein Gegenpol zum Beckenboden – der leidet nämlich, wenn das Dach über seinem Kopf in Schieflage gerät. Also nicht nur wer Probleme mit dem Beckenboden hat sondern auch wer gesund ist, sollte daran denken: Man kann seine erste Rippe so ausrichten, dass der Beckenboden entlastet ist.
Die erste Rippe als Energieschleuse
Die erste Rippe ist eine bedeutende Energieschleuse und ein dichter Leitungskanal. An kaum einem anderen Ort im Körper gibt es eine solche Konzentration der Meridianbahnen von Gefäßen, Nervenbahnen und Muskeln. Die Nackenmuskulatur umfasst sieben Schichten, die über die erste Rippe hinweg ziehen. Direkte Nachbarn der ersten Rippe sind außerdem die Luftröhre, die Speiseröhre, die Halsschlagader, die Schilddrüse (welche den Zellstoffwechsel kontrolliert) und das Glomus carotidum, das Messorgan für den Sauerstoffgehalt des Blutes.
Der Beckenboden erschrickt, wenn die erste Rippe absinkt
Ist die Haltung schlecht, ist der Bereich der ersten Rippe verspannt – und der Beckenboden reagiert mit einer erschreckten Blockade. Der Druck von oben ist ihm zu viel des Guten. Ein Vergleich mag helfen, das zu verstehen. Jede Dose hat einen oberen und unteren Deckel, also ein Dach und einen Boden. Der Inhalt der meisten Dosen kann nicht zusammengedrückt werden. Wenn man den Druck auf den Deckel der Dose erhöht, so erhöht sich auch der Druck auf den Boden der Dose. Ebenso verhält es sich bei einer schlechten Haltung des Oberkörpers. Ist die erste Rippe (der Dosendeckel) abgesunken, dann steigt der Druck auf den Beckenboden (den Dosenboden) und kann leicht die kritische Grenze dessen, was der Beckenboden aushält, überschreiten: Zum Beispiel beim Husten.
Wer die erste Rippe ausrichtet, entlastet auch den Beckenboden
Um den Beckenboden zu entlasten, lösen wir den Bereich der ersten Rippe mit Hilfe von Atmung und Bewegungsvorstellung: Wir stellen uns vor, dass sich die erste Rippe beim Einatmen dehnt und sich etwas ausweitet, um den Lungen mehr Raum zu geben. Beim Ausatmen wird der erste Rippenkreis wieder etwas schmaler. Wir stellen uns dann vor, wie sich Beckenboden und die erste Rippe beim Einatmen ausweiten. Beim Ausatmen werden Boden und Dach wieder etwas kleiner. Das Gegenteilige Experiment hilft zum besseren Verständnis: Macht man den Beckenboden eng, ist es schwieriger beim Einatmen den ersten Rippenkreis auszuweiten. Sowie umgekehrt: Eine enge erste Rippe neigt dazu, den Beckenboden in seiner Dehnfähigkeit einzuschränken. Man kann sich dazu auch vorstellen, wie die erste Rippe von einer magischen Taube emporgehoben wird. Die Haltung wird im Gehen und Stehen leicht sein und erhaben.
Probiere es aus!
Wir wünschen dir viel Spaß, dein
Team Franklin-Methode
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Dieser Beitrag ist nach: Eric Franklin. Beckenboden Power. Das dynamische Training für sie und ihn. Kösel-Verlag, München, 5. Auflage 2007.
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