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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Holznutzung im Inland führt zu mehreren positiven Effekten bezüglich Klimawandel. Verjüngter, bewirtschafteter Wald hat das Potenzial, CO2 zu speichern.</p><p>Der genutzte Rohstoff entzieht je nach Verwendungszweck über Jahrzehnte CO2 der Atmosphäre und verlängert die Speicherwirkung im Bau. Holz als CO2-neutraler Rohstoff substituiert häufig nichterneuerbare klimaschädliche Rohstoffe. Bei der Holznutzung fällt Stamm-, Industrie- und Energieholz an. Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche Auswirkungen haben die inländische Waldbewirtschaftung und die damit verbundene Holznutzung im Inland in Bezug auf die jüngst in Paris verhandelten Klimaabkommen? Eine Darstellung nach den obenaufgeführten Sortimentsgruppen (je Kubikmeter Rohholz) wird erwartet.</p><p>2. Wie gross ist das positive Potenzial in Bezug auf die Klimaziele von Paris aufgrund Bewirtschaftungsverzicht bzw. Unzugänglichkeit der Wälder? Eine Darstellung nach Sortimentsgruppen (je Kubikmeter Rohholz) und Fläche wird erwartet.</p><p>3. Welchen finanziellen Grössenordnungen entspricht die Speicher- und Substitutionswirkung des Waldes und des Holzes (effektiv genutzt und offenes Potenzial) in Bezug auf die in Paris verhandelten Klimaziele und die aktuelle CO2-Gesetzgebung?</p><p>4. Wer setzt die finanziellen Wirkungen des Waldes und des Rohstoffs Holz in Bezug auf die CO2-Speicherung und Substitution in Wert und auf welcher konkreten Rechtsgrundlage?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im Februar 2015 hat die Schweiz dem Uno-Klimasekretariat ihre geplanten internationalen Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen bis 2030 mitgeteilt - unter Vorbehalt der Genehmigung durch das Parlament. Die definitiven Anrechnungsmodalitäten für die Verpflichtungsperiode (2021-2030) müssen auf internationaler Ebene aber noch verhandelt und festgelegt werden.</p><p>1. Aufgrund der international noch nicht verhandelten Anrechnungsmodalitäten im Wald- und Holzbereich für die Zeit nach 2020 lassen sich die Auswirkungen von Waldbewirtschaftung und Holznutzung in Bezug auf das Übereinkommen von Paris nicht genau quantifizieren.</p><p>Die Schweiz hat im Vorfeld der Klimakonferenz in Paris aber angekündigt, für die Anrechnung der Wald- und Holzwirtschaft analog zur zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls (2013-2020; SR 0.814.011) weiterhin einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen, der Wälder und Holzprodukte berücksichtigt. Dabei wird die Kohlenstoffbilanz des Wald- und Holzsektors für eine zukünftige Periode in einem Referenzwert festgelegt. Abweichungen zu diesem Referenzwert sollen am Ende der Periode anhand der effektiven Kohlenstoffbilanz angerechnet werden. Gemäss der erfolgten Eingabe an das Uno-Klimasekretariat erwartet die Schweiz für die Zeit nach 2020 keine Abweichung vom Referenzwert und somit auch keine anrechenbare Kohlenstoffbilanz. Daher sind aus heutiger Sicht von den absehbaren Anrechnungsmodalitäten des Übereinkommens von Paris keine zusätzlichen Auswirkungen auf die Wald- und Holzwirtschaft zu erwarten.</p><p>2. Das Übereinkommen von Paris äussert sich nicht zu Themen wie "Bewirtschaftungsverzicht" oder "Unzugänglichkeit der Wälder". Solche Fragen hängen von diversen (u. a. wirtschaftlichen) Faktoren ab. Entsprechende Auswertungen sind zurzeit nicht möglich.</p><p>3. In der Schweiz soll das Übereinkommen von Paris hauptsächlich im CO2-Gesetz (SR 641.71) umgesetzt werden, das die klimapolitischen Ziele und Massnahmen bis 2030 regeln soll. Die Vernehmlassung über eine entsprechende Revision des CO2-Gesetzes will der Bundesrat im Spätsommer 2016 eröffnen.</p><p>In der vom Bafu finanzierten Studie "CO2-Effekte der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft" von 2007 wurde erstmals die Speicher- und Substitutionswirkung des Waldes und des Holzes quantifiziert. Auf Basis der aktualisierten Landesforstinventardaten und der noch in Bearbeitung befindlichen Ökobilanzdaten für Holz und Holzprodukte wird diese Studie aktualisiert. Sie erscheint voraussichtlich 2017.</p><p>4. Der Geltungsbereich des heutigen CO2-Gesetzes umfasst sowohl die Senkenleistungen von Wald und Holz als auch die Substitutionswirkung durch einen Minderverbrauch fossiler Energien. Im Rahmen einer Branchenlösung werden Schweizer Holzprodukte als Kohlenstoffspeicher heute indirekt finanziell unterstützt, indem Unternehmen der Holzwirtschaft, vertreten durch den Verein Senke Schweizer Holz (SSH), Bescheinigungen für ausserordentliche Senkenleistungen an die CO2-kompensationspflichtigen Treibstoffimporteure verkaufen können. Diese Regelungen sollen nach dem Willen des Bundesrates nach 2020 weitergeführt werden.</p><p>Die Motion Binder 11.4164 zur Errichtung eines Waldklimafonds, aus dem Senkenleistungen des Waldes hätten abgegolten werden sollen, wurde im September 2013 vom Nationalrat abgelehnt.</p><p>Die durch die Holzverwendung erzielten energetischen und materiellen Substitutionswirkungen werden gemäss den internationalen Vorgaben indirekt in anderen Sektoren (mehrheitlich dem Energiesektor) angerechnet.</p>  Antwort des Bundesrates.