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In einer Stellungnahme von Direktor Vincent Kaufmann an der heutigen Credit Suisse-Generalversammlung empfiehlt Ethos den Aktionärinnen und Aktionären, die verschiedenen Vorschläge des Verwaltungsrats in Bezug auf die Vergütungen der Führungsinstanzen abzulehnen und gegen die Wiederwahl des Verwaltungsratspräsidenten zu stimmen. Zudem verlangt Ethos, dass die Bank ihre Umwelt- und Sozialverantwortung verbessert.
Die von der Credit Suisse 2015 eingeleitete Strategie scheint Früchte zu tragen. Leider erfolgte die Reduzierung der Investment Banking-Aktivitäten und die Refokussierung auf das Wealth Management sehr spät, so dass in knapp drei Jahren zwei Kapitalerhöhungen von insgesamt über CHF 11 Milliarden notwendig wurden. Ethos vertritt die Ansicht, dass dieser Kurswechsel, um als glaubwürdig zu gelten, einen Wechsel im Präsidium des Verwaltungsrats erfordert. Dieses verteidigte jahrelang eine auf das Investment Banking ausgerichtete Strategie mit hohem Bedarf an Risikoaktiven, welche die Bank an den Rand des Abgrunds steuerte.
Das Vergütungssystem bleibt unbefriedigend
Das von den Aktionären an der Generalversammlung 2017 gesetzte deutliche Zeichen in Bezug auf die Vergütungen der Führungsinstanzen hat zu einigen Verbesserungen bei der Transparenz und der Vergütungsstruktur geführt. Die vorgeschlagene Gesamtvergütung für die 12 Mitglieder der Geschäftsleitung beläuft sich jedoch auf knapp 115 Millionen, davon 84 Millionen als variable Vergütungen. Insgesamt erhielten die 1'070 bestbezahlten Personen im Jahr 2017 eine variable Vergütung von knapp CHF 1 Milliarde. Diese Key Risk Takers, welche 2,5% aller Mitarbeitenden ausmachen, bekamen mehr als 30% der gesamten variablen Vergütung. Die für die 13 Mitglieder des Verwaltungsrates vorgesehene Vergütung beträgt CHF 12 Millionen, wovon CHF 4,5 Millionen für den Präsidenten des Verwaltungsrates reserviert und CHF 800'000 speziell für die Funktion als Präsident des Verwaltungsrates des Schweizer Geschäfts vorgesehen sind, dessen Börsengang letztlich doch nicht durchgeführt wurde. Ethos ist der Meinung, dass diese Vergütungen angesichts des erheblichen Stellenabbaus und des von der Bank zum dritten Mal in Folge eingefahrenen Verlusts untragbar sind.
Die Umwelt- und Sozialverantwortung ist verbesserungswürdig
Ethos fordert den Verwaltungsrat zudem auf, die Investitionspolitik zu verstärken und die Finanzierung von Unternehmen, die den Risiken des Klimawandels besonders ausgesetzt sind, zu reduzieren. Das 2017 von der britischen NGO ShareAction erstellte Ranking über die Einbeziehung des Klimawandels in die Finanzierungs- und Anlagetätigkeiten platziert die Credit Suisse unter den 15 analysierten europäischen Banken nur an 10. Stelle.
Die Credit Suisse muss deshalb zwingend ihre Klimarisiko-Analyse verstärken und in Zukunft keine Unternehmen mehr finanzieren, die in Bereichen wie Ölsandabbau, in der Arktis oder durch Tiefseebohrungen gefördertes Öl, Kohleabbau oder mit Kohle betriebene Kraftwerke tätig sind.