Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03584.jsonl.gz/2223

2004, 100 : 200 cm, Öl auf Leinwand, Preis auf Anfrage
Entzauberte Sehnsucht nach der Revolution.
Dieses Werk hat während der Ausstellung im IDHEAP Ende 2004 für Aufsehen gesorgt. Es wirkt stark mit einem kräftigen Kontrast zwischen Schwarz, Rot und Weis und einer Reihe von Todesköpfen, Kalaschnikows sowie tragischen und komischen Masken. Die Bildlegende – ein Zitat von Heiner Müller – krönt das Ganze: «Die Revolution ist die Maske des Todes, der Tod ist die Maske der Revolution».
Bei der Konzeption dachte ich gar nicht an eine Provokation, sondern an die Geschichte von Ländern, die wie Polen, meine Heimat, durch die Revolution stark beeinflusst wurden. Das aus dem Theaterstück «Der Auftrag» stammende Zitat hatte mich Jahre lang beschäftigt, bevor ich eine malerische Idee dazu finden konnte. Die Todesköpfe sind eine Anspielung an das Vanitas-Motiv, insbesondere in der barocken Malerei beliebt (das inzwischen banal gewordene Stillleben ist auch eine Form der Vanitas). Die Kalaschnikow, eine emblematische Waffe, konnte in einer kritisch an die Revolution anspielenden Arbeit nicht fehlen. Die Masken erinnern an das Theater und an seine Geschichte (das Modell ist eine echte karthaginische Maske).
Das Bild löste aber eine sehr starke Ablehnungsreaktion aus. Ein Professor weigerte sich, in einem Raum mit diesem Bild zu unterrichten. Das Werk wurde also durch eine salomonische Entscheidung in eine weniger exponierte Stelle umgehängt. Schade nur, dass mir nichts davon gesagt wurde: überrascht entdeckte ich das Geheimnis bei einem Besuch mit Freunden. Es lebe die Kommunikation!