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Tot sind sie mittlerweile beide: Der Schriftsteller Truman Capote starb 1984 sechzigjährig an den Folgen seiner Alkoholsucht. Der Schauspieler Philip Seymour Hoffman verstarb diesen Februar noch nicht einmal 47-jährig an einem Cocktail aus Heroin, Kokain, Amphetamin und Benzodiazepinen.
War Capote der grösste US-amerikanische Schriftsteller seiner Generation, so gehörte Hoffman zu den wichtigsten und besten Schauspielern. Er spielte in über fünfzig Filmen mit: In Paul Thomas Andersons «Boogie Nights» brillierte er 1997 als dickbäuchiger, schwuler Technikassistent bei Pornoproduktionen, in «Happiness» (1998) von Todd Solondz belästigt er als leicht verwahrloster Mann seine Nachbarin mit obszönen Anrufen, und in «The Master» (2012, wieder von Paul Thomas Anderson) spielt er mit seinem Gegenpart Joaquin Phoenix um die Wette.
Doch sein eigentliches Glanzstück war «Capote» (2005), für den er den Oscar als bester Hauptdarsteller erhielt: Wirklich ähnlich sehen sich die beiden Herren zwar nicht, doch das ist bei Hoffmans Schauspielleistung völlig egal. Bennett Millers Film über den genialen, narzisstischen und egomanischen Schriftsteller stellt die Jahre ins Zentrum, in denen Capote an seinem Buch «In Cold Blood» arbeitete, das 1966 zu einer literarischen Sensation wurde. Die zermürbende Arbeit an seinem «Tatsachenroman» erschöpfte den Autor jedoch völlig.
Mit nasaler Stimme gibt Hoffman Truman Capote, und er zeigt ihn mal als unterhaltsamen Selbstdarsteller, dann wieder als egoistischen Manipulator oder als sich selbst bemitleidenden Hypochonder. Unschlagbar ist Hoffmans Mimik: Wie er seine Nase beben lässt und die Lippen schürzt, offensichtlich und doch subtil – das ist ganz grosse Schauspielkunst.