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Brotkultur Schweiz
Zweckbestimmung
Brotkultur Schweiz bezweckt die wissenschaftlich-kulturhistorische Bearbeitung und Förderung der Brot- und Gebäckkunde. Diese Begriffe sollen in erweiterter Form die gesamte Geschichte des Backens – beginnend bei der Herstellung des Mehles, des Brotes und Gebäcks jeder Art –, die Gewerbegeschichte und den Schutz und die Pflege des damit in Zusammenhang stehenden Kulturgutes sowie des Brauchtums umfassen. Ferner wird die Förderung der wissenschaftlich historischen Forschung, die Gründung einer Bibliothek, die Veröffentlichung und Herausgabe von Publikationen, die Durchführung von Ausstellungen sowie die Zusammenarbeit mit Presse, Radio und Fernsehen bezweckt.
Gründung
Die Gründung erfolgte aus Anlass des 75-jährigen Bestehens des Schweizerischen Bäcker-Konditorenmeister-Verbandes im Jahre 1960, der Eintrag ins Handelsregister am 21. April 1961. Der Verband hat mit dieser Gründung erkannt, dass ein Handwerk, das mit der Tradition verwurzelt ist und sich mit der Herstellung des täglichen Brotes befasst, sich der Aufgabe seiner kulturellen Mission nicht verschliessen darf.
Publikationen
Als erste Publikationen wurden die vom Brotforscher Max Währen stammenden Schriften «Brot seit Jahrtausenden», «Der Königskuchen und sein Fest», «Unser täglich Brot in der Geschichte und im Volksbrauch» sowie «Das Brot in den Stimmen der Völker» herausgegeben. Es folgte eine Vielzahl weiterer Schriften, die in der Branche und in der Öffentlichkeit grosse Beachtung fanden.
Von Brotkultur Schweiz betreute Brot- und Gebäckmuseen
Brotkultur Schweiz betreut zahlreiche Brot- und Gebäckmuseen. Den Auftakt setzte am 7. Mai 1963 die Eröffnung des Brot- und Gebäckkundemuseums an der Fachschule Richemont in Luzern. In der Anfangszeit wurden dort zahlreiche Temporärausstellungen durchgeführt.
Im Jahre 1980 erfolgte aus Platzgründen der Umzug ins Freilichtmuseum Ballenberg bei Brienz, wo dem Archiv vorerst Ausstellungsräume im Uesslingerhaus und seit 1992 im Ostermundigenhaus (beim Eingang West) zur Verfügung gestellt werden. 2007 wurde die Dauerausstellung überarbeitet und noch aktueller, frischer und attraktiver gestaltet. Das mit der Schweizerischen Brotinformation (SBI) erstellte Konzept zeigt den Weg vom Korn zum Brot auf. Nebst kantonalen und regionalen Brotsorten sind Brauchtumsgebäcke, Gebäcksmodel und Arbeitsutensilien ausgestellt. Einige nostalgische Teigknetmaschinen, Waagen, Backformen, Handmühlen oder Schöpfkellen lassen erahnen, wie früher Brot gebacken wurde. Man erfährt zudem Interessantes über den Getreideanbau und Getreidemarkt in der Schweiz oder den wichtigen Anteil, den Brot an einer gesunden Ernährung einnimmt. Auch sind wertvolle Informationen über Berufe in diesem Umfeld erhältlich. Auf einer Informationstafel sind ausserdem viele Redensarten mit Brot aufgeführt.
Seit dem Jahr 2007 werden die interessantesten Bäckereimaschinen, die sich im Besitz von Brotkultur Schweiz befinden und von historischer Bedeutung sind, ins St. Gallisch-Schweizerischen Bäckerei-Konditorei-Confiserie-Museum von Marianne und Paul Wick in Benken eingelagert. In einer Vereinbarung wurde als Ziel festgelegt, die technische Entwicklung der handwerklichen Bäckerei anhand von Maschinen und Gerätschaften aufzuzeigen. Die dem Archiv gehörenden Objekte wurden soweit möglich als Leihgaben in die bestehende Ausstellung integriert.
Einen Besuch wert sind auch das von Stiftungsrat und Bäckermeister Lukas Imseng neben seiner Backstube in Saas Fee geführte private Bäckermuseum sowie das von der Schafbock- und Lebkuchenbäckerei Goldapfel in Einsiedeln geführte Lebkuchenmuseum.
Weitere Aktivitäten
Der Stiftungsrat befasst sich zudem mit dem Ankauf von historisch wertvollen Objekten, der periodischen Durchführung von Ausstellungen und der Herausgabe von Publikationen. Eine wichtige Aufgabe ist die Inventarisierung von Gegenständen rund um die Brot- und Gebäckkunde. Dazu wurde eine benutzerfreundliche Datei erstellt, die über 1000 Objekte umfasst, die nach Stichworten abgerufen werden können.
Präsidenten der Stiftung:
- Dr. Philipp Etter, alt Bundesrat, Bern (1960 – 1975)
- Hans-Peter Keller, alt Direktor Eidg. Getreideverwaltung, Bern (1976 – 1986)
- Dr. Eugen Bürgi, alt Direktor SBKV, Bern (1987 – 1996)
- Dr. Theo Gantner, Schweiz. Museum für Volkskunde, Muttenz (1996 – 2005)
- Peter Rudin, alt Vizedirektor Richemont Fachschule, Adligenswil (2005 - 2013)
- Dr. Werner Bellwald, Kulturwissenschaftler, Ried / Lötschen (seit 2013)
Mitglieder des Stiftungsrates (Wahl durch Zentralvorstand SBC) sind derzeit:
- Dr. Werner Bellwald (Präsident), Ried / Lötschen
- Max Hächler, Seengen
- Werner Hürlimann, Luzern
- Lukas Imseng, Saas Fee
- Max Käser, Gränichen
- Klaus Schwegler, Menzingen
- Markus Tscherrig, Bern
- Paul Wick, Benken
- Peter Zai, Luzern
Sekretariat:
Schweiz. Bäcker-Confiseurmeister-Verband
Sekretär: Markus Tscherrig
Seilerstrasse 9
3001 Bern
Tel. 031 388 14 14
Fax 031 388 14 25
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