Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03355.jsonl.gz/2348

Genf GE: Bilanz des Arve-Hochwassers vom 13. Dezember 2023
Weniger als einen Monat nach dem aussergewöhnlichen Hochwasser der Arve im November erlebte der Fluss am 13. Dezember auf Genfer Gebiet ein weiteres grosses Hochwasserereignis. Der Scheitelpunkt dieses Ereignisses lag zwar unter dem Rekordabfluss von 1010 m3/s vom 15. November, erreichte aber dennoch einen Abfluss von 793 m3/s, der alle jemals im Dezember gemessenen Abflüsse übertraf.
Das Überwachungssystem und die bewährte Koordination zwischen den zuständigen Behörden ermöglichten die rasche Umsetzung von Sicherheitsmassnahmen für Güter und Personen. Grössere Schäden oder Verletzungen waren nicht zu beklagen.
Hydrologische Daten und Vergleich mit dem Novemberhochwasser
Die meteorologischen und hydrologischen Bedingungen, die denen des Arve-Hochwassers vom 15. November ähnelten (atmosphärischer Fluss – warme, feuchtigkeitsbeladene Luft -, starke Niederschläge seit zwei Monaten, Sättigung der Böden mit Wasser, hohe Regen-Schnee-Grenze), veranlassten das Bundesamt für Umwelt (BAFU), ab Montag, dem 11. Dezember, die Arve in Alarmstufe 4 zu versetzen. Nach einer ersten Spitze von 517 m3/s am 12. Dezember erreichte das Hochwasser am Mittwoch, dem 13. Dezember, um 8.30 Uhr mit einer Durchflussmenge von 793 m3/s seinen Höchststand. Dies war ein Rekord für diese Jahreszeit und entsprach dem 15-fachen des durchschnittlichen Dezemberabflusses, was einem Ereignis mit einer statistischen Wiederkehrperiode von etwa 30 Jahren entspricht.
Der bemerkenswerteste Unterschied zum November-Ereignis bestand hauptsächlich in der Verteilung der Niederschläge und damit in der hydrologischen Reaktion im Einzugsgebiet der Arve, wobei diesmal weniger Niederschlag aus den Alpen in Kombination mit insgesamt niedrigeren Temperaturen fiel.
Während des Hochwassers wurde der Seujet-Staudamm geschlossen, um das Viertel La Jonction zu schützen. Diese Schliessung, gepaart mit den aufeinanderfolgenden ergiebigen Niederschlägen über mehrere Wochen und der Hinzufügung eines weiteren grossen Zuflusses aus dem Einzugsgebiet der Rhone, führte zu einem für den Monat Dezember aussergewöhnlichen Pegelstand des Genfersees mit einem Höchststand von 372,60 m, der zuletzt am 1. Dezember 1944 erreicht worden war.
Wirksame und koordinierte Massnahmen für die Sicherheit von Gütern und Personen.
Dank der erhöhten Wachsamkeit der Überwachungsdienste, der Erfahrungen aus dem Novemberereignis und der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen den technischen und Einsatzteams konnte das hydrologische Ereignis vorhergesehen und schnelle Massnahmen ergriffen werden.
An der Bewältigung dieses Hochwassers waren Akteure aus Institutionen mit komplementären Rollen beteiligt, wie MeteoSchweiz, das Bundesamt für Umwelt, der Genfer Brand- und Rettungsdienst (SIS), die Kantonspolizei und die Stadtpolizeien sowie die Hochwasserüberwachungszelle der Abteilung Wasserbau und Fischerei des kantonalen Wasseramts (OCEau – DT), der kantonale und kommunale Zivilschutz sowie die Services industriels de Genève (Stadtwerke Genf).
Quelle: Kapo Genf
Titelbild: Symbolbild (© Alexander Lukatskiy – shutterstock.com)