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Aktualisiert: 9. Mai 2022
Hast du schon mal vom Wobbler-Syndrom beim Hund gehört? In diesem Blog erfährst du mehr darüber:
Was ist ein Wobbler-Syndrom?
Das Wobbler-Syndrom, auch cervikale Spondylomyelopathie genannt, bezeichnet einen Symptomkomplex, der durch eine Nervenschädigung der Rückenmarksnerven im Halswirbelsäulenbereich entsteht. Die Bezeichnung kommt vom englischen ¨to wobble¨ (wackeln, schwanken) und beschreibt den seltsamen schwankenden Gang, der bei dieser Erkrankung sehr auffällig ist.
Bei miss- oder fehlgebildeten Wirbelkörpern, werden die Bandscheiben, die Gelenkkapsel der Wirbelgelenke und die Bänder stärker beansprucht. Eine chronische Instabilität kann daraus entstehen, welche zur Dickenzunahme des Weichteilgewebes und einer Einengung des Wirbelkanals führen kann. Bei dieser angeborenen Form können auch bereits junge grosse Hunden betroffen sein.
Eine andere Form des Wobbler-Syndroms entsteht durch einen Bandscheibenvorfall der unteren Halswirbelsäule (C5-C7) in Kombination mit einer Instabilität. Diese kann bei grossen und sehr grossen Hunderassen mittleren und höheren Alters vorkommen.
Was sind die Ursachen für ein Wobbler-Syndrom beim Hund?
Es ist unklar, was genau die Ursache für diese Erkrankung ist. Mögliche Ursachen sind: Angeborene Veränderungen in der Halswirbelsäule, aber auch Abnutzung und unphysiologische Belastung auf Grund von Instabilität oder chronisch degenerierten Bandscheibenveränderungen.
Doppelt so viele männliche wie weibliche Tiere sind betroffen. Meistens wird diese Erkrankung beim Dobermann und der Deutschen Dogge festgestellt, wobei auch andere grosse Rassen wie Rottweiler, Rhodesian Ridgeback, Irischer Wolfshund, Barsoi etc. betroffen sein können.
Welche Symptome hat ein Hund mit Wobbler-Syndrom?
Die Veränderungen treten oft sehr langsam und progressiv auf. Die klinisch-neurologischen Symptome beginnen an den Hintergliedmassen und greifen erst beim weiteren Fortschreiten der Krankheit auf die Vordergliedmassen über.
Diese Symptome können auftreten:
Eigenartig schwankender Gang
Steifer Nacken und Schmerzen im Nackenbereich
Mangelnde Propriozeption und Instabilität der Hinterbeine
Zwei unterschiedliche Gangmuster, vorne kurze Schritte und hinten breite wacklige
Schwache Bemuskelung
Unsicherer Gang und Krallenschleifen
Koordination der Gliedmassenbewegung wird zunehmend schlechter
Hier ein Beispiel zum Gangbild:
Wie wird die Diagnose gestellt?
Anhand einer klinisch-neurologischen Untersuchung mit bildgebender Diagnostik wie Röntgenaufnahmen mit Kontrastmittel (Myelografie), CT oder bestenfalls MRT.
Unter Berücksichtigung der Art der Kompression, Alter des Tieres, des Schweregrads und Dauer der bestehenden Symptome, sollte eine entsprechende Behandlung vorgenommen werden.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Bei der konservativen Behandlung braucht es 3-4 Wochen Boxenruhe, evt. Cervicalstütze, eine Schmerztherapie und danach die langsame Wiederaufnahme der Bewegung über mehrere Wochen hinweg.
Eine chirurgische Behandlung ist meist zu bevorzugen. Dieser Eingriff wird zur Entlastung und Dekompression des Drucks im Rückenmark und zur Stabilisierung der betroffenen Wirbelsegmente vorgenommen. Der Erfolg hängt jedoch vom physischen Zustand des Tieres (Alter, Gesundheitszustand) und der Lage der Kompression im Rückenmark ab. Es gibt unterschiedliche Operationsmethoden, die je nach vorgefundener Situation eingesetzt werden können (Ventral Slot, Laminektomie, Hemilaminektomie, Traktions-Stabilisations-Technik und Implantate). Genaue Angaben zu den Operationstechniken und der Durchführung sowie welche davon für deinen Hund am besten geeignet ist, kann dir der behandelnde Tierarzt geben.
Die Prognose nach einer OP hängt vom Schweregrad und der Dauer der bestehenden Symptome ab. Je länger und schwerwiegender die Symptome vor der Operation waren, desto schlechter die Prognose und je älter und schwerer das Tier ist, desto schlechter die Prognose.
Was kannst du als HundehalterIn tun?
Dies solltest du nach einer OP oder auch bei der konservativen Behandlung beachten:
Boxenruhe oder strikte Ruhighaltung während mehreren Wochen, viel Ruhe, keine Belastung der Halswirbelsäule und ruckartige Bewegungen unbedingt vermeiden
Dekubitusprophylaxe, wenn der Hund nicht selbständig aufstehen kann
Nur ganz kurze Spaziergänge zum Versäubern, wenn nötig mit Unterstützung
Leinenzwang und Geschirr statt Halsband anziehen
Fussboden mit Antirutsch-Matten auslegen
Massagen und Pfotenstimulation
Passives Bewegen der Gelenke (von der Physio zeigen lassen) mehrmals täglich
Gewichtskontrolle
Hilft Physiotherapie deinem Hund?
Ja, die Physiotherapie ist eine sehr wichtige und unterstützende Hilfe für deinen Hund, sie beschleunigt die Regeneration und stärkt den Körper des Hundes.
Mit der Physiotherapie erhalten und fördern wir die Muskulatur sowie die Gelenkbewegung, lindern Schmerzen, fördern die Sensibilität, lösen Verspannungen und stellen die Stabilität und das Gleichgewicht wieder her.
Hier einige Behandlungsmöglichkeiten in der Physiotherapie:
- detonisierende Massagen der Gliedmassen
- Stimulation der Pfoten
- Reflexinduziertes Training (RIT)
- PROM-Übungen der Beingelenke
- aktive Bewegung: Stabilisation, isometrische Übungen etc.
- Elektrotherapie
- Therapielaufband/Unterwasserlaufband etc.
Neben meinen Behandlungen stelle ich ein Hausaufgaben-Programm mit Übungen zusammen, welches du mehrmals täglich mit deinem Hund durchführen solltest.
Zudem gebe ich dir Tipps und Pflegehilfen für zu Hause und zeige dir, wie du es für deinen Hund am besten einrichten kannst.
Melde dich bei mir, wenn du weitere Fragen zu diesem Thema hast.