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Russland will auf Nowaja Semlja die Zink- und Bleivorkommen aus der Pawlowsk-Lagerstätte abbauen. Neben einer Verarbeitungsanlage, Wohnungen für die Arbeiter und eventuell einem Atomkraftwerk braucht es dafür auch einen neuen Seehafen für den Transport der Minenprodukte und für die Versorgung.
Die Genehmigung für den neuen Hafen kam gerade vom staatlichen Beratungsunternehmen Glawgosexpertisa. Die Pawlowsk-Mine nahe der Besimjannaja Bucht im Westen der Südinsel ist eine der nördlichsten und die größte in der Arktis. Sie soll die Produktion in 2023 aufnehmen; der geplante Hafen wird sie mit einer Kapazität von 500.000 Tonnen Waren pro Jahr bedienen. Damit spielt das neue See-Terminal, an dem Schiffe mit einer Tragfähigkeit von bis zu 8000 Tonnen anlegen können, eine Schlüsselrolle in der Entwicklung der Pawlowsk-Mine. Hinter dem Projekt steht die Erste Bergbau Gesellschaft (PGRK), ein Tochterunternehmen des staatlichen Atomkraftkonzerns Rosatom. Die Baukosten werden auf 81,5 Millionen Euro geschätzt, die Arbeiten sollen im nächsten Jahr beginnen.
Die Pawlowsk-Mine, in der 450 Arbeiter beschäftigt werden sollen, beherbergt ungefähr 2,48 Millionen Tonnen Zink und 549.000 Tonnen Blei und wird voraussichtlich bis zu 3,5 Millionen Tonnen Erz pro Jahr liefern. Eine Verarbeitungsanlage mit einer jährlichen Kapazität von 220.000 Tonnen Zink- und 47.000 Tonnen Blei-Konzentrat ist im Hafen-Projekt mit eingeplant. Für die Deckung des Energiebedarfs des Großprojekts zieht Rosatom den Bau eines Mini-Atomkraftwerks in Erwägung.
PGRK konnte im vergangenen Sommer die finnische Bergbautechnologie-Firma Outotec als Partner gewinnen. Die Vereinbarung umfasst gemeinsame Anstrengungen bei der Suche nach perspektivischen Design- und Entwicklungslösungen sowie die Lieferung von Ausrüstung, Installation und Inbetriebnahme der Verarbeitungsanlage, wie Rosatom mitteilt.
„Ziel für beide Partner ist es, das beste und zuverlässigste Wirtschafts- und Umweltkonzept für die Verarbeitungsanlage zu finden“, sagt Markku Teräsvasara, CEO von Outotec, in einem Kommentar.
Russland kommt mit dem Pawlowsk-Projekt seinen Zielen wieder ein Stück näher: die Ausweitung der Präsenz in der Arktis, die Entwicklung der nördlichen Territorien und die intensivere Nutzung der nördlichen Seeroute.
Nowaja Semlja ist militärisches Sperrgebiet und streng von der russischen Armee kontrolliert.
Zwischen 1973 und 1975 wurde die Südinsel für größere unterirdische Nukleartests genutzt. Nach mehreren der sieben Detonationen traten radioaktive Gase in die Atmosphäre aus, weil die Explosionen nicht tief genug in der Erde erfolgten.
Von 1976 bis 1990 fanden alle unterirdischen Atomtests im nördlichen Testbereich in der Matochin Straße statt. Seit 1990 werden in Nowaja Semlja nur noch sogenannte subkritische Atomtests durchgeführt.
Quelle: The Barents Observer, PGRK