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Die Verluste über den Winter bei den Oberwalliser Bienenvölkern liegen im Durchschnitt. Die diesjährige Honigernte dürfte jedoch geringer als gewöhnlich ausfallen.
«Wegen des warmen und trockenen Sommers im letzten Jahr hatten wir zunächst die Befürchtung, dass die Behandlung der Bienenvölker gegen die Varroamilbe nicht so effektiv sein würde», sagt der kantonale Bieneninspektor Franz-Josef Salzmann. «Nun aber hat sich gezeigt, dass die Verluste über den Winter bei 10 bis 12 Prozent liegen, was dem Durchschnitt der letzten Jahre entspricht.» Damit liegt das Oberwallis unter dem Schweizer Durchschnitt. Landesweit schafften es etwa 14 Prozent nicht durch die kalte Jahreszeit. Entscheidend sei gewesen, dass man 2018 die Völker etwas später mit Ameisensäure gegen die Milbe behandelt habe, erst im frühen Herbst statt wie gewöhnlich im Spätsommer, erklärt Salzmann.
Weniger Ertrag erwartet
Obwohl die Völker also zahlenmässig nach dem Winter gut unterwegs waren, geht Bieneninspektor Salzmann für die diesjährige Honigernte davon aus, dass diese tiefer sein wird als gewöhnlich. «Grund dafür ist der kalte Mai», sagt der Experte. «Im April waren die Bedingungen noch gut, die vergangenen, eher kalten Wochen haben das Wachstum der Völker jedoch massiv gehemmt.» Liegen die Temperaturen nämlich um den Gefrierpunkt, so hört die Bienenkönigin auf, Eier zu legen. «Entsprechend sind die Völker nun kleiner, als in den Vorjahren», sagt Salzmann. «Da viele Pflanzen zudem ihre Blüte bereits abgeschlossen haben, können die Völker diesen Rückstand auch kaum noch aufholen, was bedeutet, dass wir mit weniger Oberwalliser Honig in diesem Jahr rechnen.»Martin Meul