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Durch Anreize, welche die Tiergesundheit verbessern, könnte der Einsatz von Antibiotika gedrosselt werden. Die meisten Landwirte stehen Direktzahlungen in diesem Bereich offen gegenüber.
Der hohe Antibiotikaeinsatz in der Human-, aber auch in der Tiermedizin führt zu Resistenzen und entsprechend zu zunehmenden Problemen bei der Behandlung. Vor diesem Hintergrund verabschiedete der Bundesrat 2015 eine Antibiotikastrategie. In dieser Strategie wurde auch festgehalten, dass Anreize zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes eine zunehmende Rolle spielen sollen.
Im Rahmen eines durch den Schweizerischen Nationalfonds geförderten Projekts, führte Agroscope zwei repräsentative Befragungen unter Schweizer Tierhaltern durch. Die erste Umfrage hatte zum Ziel, den Status Quo beim Antibiotikaeinsatz besser kennen zu lernen. Dabei ergab sich, dass der Einsatz in der Geflügelproduktion sehr gering ist. Dagegen wird fast jede zweite Milchkuh jährlich mit Antibiotika behandelt, vor allem beim Trockenstellen.
Infolge dieser Befragung wurden in Zusammenarbeit mit Landwirten und Tierärzten mögliche Programme entwickelt, die zum Ziel hatten, den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung zu vermindern. Die meisten dieser Programme wählten dabei den Weg über eine Verbesserung der hygienischen Situation auf den Betrieben, etwa über eine tierärztliche Bestandesbetreuung oder die Ausmast von Kälbern auf dem Geburtsbetrieb.
Die zweite Umfrage diente der Erhebung der Akzeptanz solcher Programme. Am besten schnitt dabei das Programm ab, das den 25 % Landwirten mit dem niedrigsten Antibiotikaeinsatz eine Prämie zusprach. Dagegen erhielt eine Idee, den Besuch von Expertenteams auf den Betrieben zu subventionieren, am wenigsten Zuspruch. Auch die avisierte Zahlungshöhe spielte eine Rolle. Schliesslich konnte in dieser Umfrage auch festgestellt werden, dass sich die bestehenden Tierwohlprogramme BTS und RAUS in der Milchviehhaltung bereits positiv auf die Tiergesundheit auswirken.
22 Prozent der Befragten wollten keines der vorgeschlagenen Programme annehmen. Den Kommentaren konnte man entnehmen, dass dieser Haltung oft eine grundsätzliche Ablehnung staatlicher Eingriffe in die Tierhygiene zugrunde lag.
Das Projekt wurde im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Antimikrobielle Resistenz» (NFP 72) vom Schweizerischen Nationalfonds gefördert.
Fazit
- Vor allem staatlich gesetzte Anreizprogramme für eine Verbesserung der tierhygienischen Bedingungen können zu einer weiteren Verminderung des Antibiotikaeinsatzes in der Landwirtschaft führen.
- Die höchste Akzeptanz bei den Landwirten hatte das Anreizprogramm, das den 25 % Landwirten mit dem niedrigsten Antibiotikaeinsatz eine Prämie zusprach.
- Die bestehenden Tierwohlprogramme BTS und RAUS wirken sich bereits positiv auf die Tiergesundheit aus und leisten damit einen Beitrag zur Antibiotikareduktion.
- Eine Minderheit unter den Betriebsleitenden, die sich gegen den Einsatz solcher Programme aussprechen, werden aber auch weiterhin nur über gesetzliche Vorgaben zu erreichen sein.