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Art. Nr: 473
Sprachförderung im Kindergarten und in der Primarstufe
Sprachförderung im Kindergarten- und Primarschulalter ist erfolgreich, wenn unter anderem die phonologische Bewusstheit gefördert wird: die Bewusstheit für die einzelnen sprachlichen Einheiten. Das umfasst erst die grösseren Spracheinheiten von Silben und Reimen in der Kindergartenstufe, dann die Bewusstheit für die einzelnen Laute, die mit dem Lesen- und Schreibenlernen verbunden sind. Die phonologische Bewusstheit ist zentral für die Vorbereitung und die Entwicklung des Schriftspracherwerbs in der Schule.
Dieser beginnt denn auch bereits im Kindergartenalter: das Kind entwickelt um Umgang mit Silben und Reimen Vorläuferfertigkeiten, die die Basis des späteren Schriftspracherwerbs bilden. In der Schule besteht eine Wechselwirkung zwischen Schriftspracherwerb und phonologischer Bewusstheit. Diese erleichtert das Erkennen und Wiedergeben der verschiedenen sprachlichen Einheiten in Verbindung mit der Schrift. Lesen- und Schreibenlernen wiederum fördert die Bewusstheit für die Laute und für die Gliederung der Worte und Sätze in einzelne Bestandteile.
Durch die Sprachförderung wird an der Basis des Schriftspracherwerbs gearbeitet: Spracherwerbsstörungen, Lese- und Rechtschreibestörungen.
können vorbeugend begegnet wer-den; sprachschwache Kinder und solche, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, erhalten Unterstützung und Hilfe.
Das neue Lehrmittel ermöglicht der Lehrperson des Kindergartens und der Primarschule, ein professionelles Förderprogramm selbst zu gestalten und durchzuführen. Dabei werden individuelle Entwicklungsabläufe berücksichtigt; «Fehler» lassen sich dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes zuordnen. Es können spezifische Fördermassnahmen geplant und eingeleitet werden, die dem einzelnen Kind angepasst sind; Überforderungen lassen sich vermeiden. Im theoretischen Teil A sind die Phasen des Schriftspracherwerbs dargestellt; die phonologische Bewusstheit wird erläutert sowie die Entwicklung der entsprechenden Fähigkeiten. Einleuchtend tritt der Zusammenhang zwischen dem Schriftspracherwerb und der phonologischen Bewusstheit hervor.
Teil B gilt der Praxis: Das Prüfverfahren «Kuno, das Superohr» wird vorgestellt wie auch die Durchführung und Auswertung des Verfahrens. Die notwendigen Unterlagen – Fragebogen und Bildmaterial – sind beigefügt. Das Prüfverfahren unterscheidet zwischen dem Vorschulalter, dem Schulbeginn und dem ersten Schuljahr.
Es liegt ein Förderplan vor für die Klasse sowie für das individuelle Kind: im Förderplan lassen sich die Ergebnisse der geprüften Bereiche festhalten und die notwendigen Fördermassnahmen erfassen.
Ein grosser Teil umfasst Übungen und Spiele für die einzelnen Förder-bereiche und ermöglicht ein differenziertes Vorgehen entsprechend dem Prüfverfahren und dem Förderplan.
Ein Glossar sowie ein Material- und Literaturverzeichnis schliessen das Lehrmittel ab.
Geleitwort von Prof. Jürgen Steiner
Der Kindergarten ist Spielort und Lernort, ist Freiheit geniessen und sich Aufgaben stellen. Wenn bereits im Kindergarten beide Seiten gelehrt werden, verliert der Schritt der Einschulung ein Stück des harten Schnittes.
Im vorliegenden Buch geht es um die Auseinandersetzung mit der Sprache: Sprache ist Muttersprache, Umgebungssprache, Lernsprache, Schriftsprache. Es lohnt sich, Sprachlichkeit in allen Facetten anzuschauen. Hierzu sind Lehrpersonen der Stufen Kindergarten und Unterstufe auf praktisch-kreative Weise aufgerufen.
Der Übergang vom Kindergarten in die Schule ist der Übergang von der Laut- zur Schriftsprache. Die Kinder eignen sich vor dem Kennenlernen von ersten Buchstaben Fähigkeiten an, mit denen sie Sprache reflektieren, Worte in kleinere Einheiten zerlegen oder rhythmisieren können. Ein wesentlicher Teil der Fähigkeiten wird mit dem Begriff «phonologische Bewusstheit» beschrieben. Der etwas sperrig-komplexe Begriff kann auseinander gedacht werden durch die Addition eines Gewahrseins der Kinder, dass Sprachlichkeit Rhythmus beherbergt, Worte nie ein geschlossenes Ganzes sind, sondern durch die Grammatik ständige Formveränderungen hinnehmen müssen und dass Worte nicht nur in Moleküle (Silben), sondern auch in lautliche und grafische Atome (Phoneme und Grapheme) spaltbar sind.
In diese Welt der analysierbaren Sprachlichkeit führt das Buch sorgfältig ein.
Ziel ist, auf einer theoretischen Fundierung praktisch handeln zu können. In einfacher Weise wird der bisherige Stand der Diagnose und werden Fördermöglichkeiten dargelegt und eigene Vorschläge gemacht.
Die vorliegende Arbeit von Daniela Bühler ist aus der Praxis entstanden. Vor dem Erlernen einzelner Buchstaben steht die Freude, Sprache mit Verstand im Spiel zu betrachten und handelt über Sprache reflektieren. Dies sind beste Voraussetzungen für das Wecken von kindlicher Neugier auf die schriftliche Welt.
Prof. Dr. habil. Jürgen Steiner
Stimmen
«Ich erachte die Arbeit an der phonologischen Bewusstheit als wertvoll und sehr wichtig, da sie die Grundbausteine der Sprache stärkt und fördert. Die Kinder im Vorschulalter können sich ihrer Sprache auf spielerische Art und Weise bewusst werden und sich ohne Druck damit auseinandersetzen. Die Auseinandersetzung mit der phonologischen Bewusstheit erlebe ich in den verschiedenen Altersgruppen von Kindern als lust- und humorvoll, da die Neugierde und die Motivation der Kinder gross ist.»
Marianne Bossard
Psychomotoriktherapeutin und Heilpädagogin
«Mir gefällt bei diesem Lehrmittel, dass es mir durch das Prüfverfahren, die Förderpläne und die konkreten Umsetzungsideen ermöglicht wird, selbständig und professionell die Kinder im Bereich Sprache zu fördern.»
Madeleine Müller,
Kindergarten Mumpf
«Das Lehrmittel und die darin enthaltenen vielfältigen Übungen eignen sich hervorragend für die Praxis. Die Spiele können sowohl im Kindergarten (in der Einzelförderung oder in der Gesamtgruppe) als auch draussen oder in der Turnhalle durchgeführt werden. Die Kinder sind sehr motiviert und arbeiten gerne mit, da die Spiele abwechslungsreich und lustbetont sind und das Bildmaterial sehr ansprechend gestaltet ist.»
Manuela Pircher
Kindergarten Seon
«Die Umsetzungsideen sind einfach und für die Kinder dieser Altersgruppe geeignet. Sie inspirieren zu eigenen Ideen.»
Ursula Maurer
Primarschule Seon
Inhalt
Theorie
1.1 Der Kindergarten als eine Grundlage der weiteren Entwicklung
1.2 Sprachförderung – Sprachtherapie
2.1 Entwicklungsmodelle des Schriftspracherwerbs
2.2 Voraussetzungen für das Lesen- und Schreibenlernen
2.3 Vorläuferfertigkeiten
3.1 Theoretische Hintergründe
3.2 Entwicklungen der einzelnen Fähigkeiten in der phonologischen Bewusstheit
3.3 Phonologische Bewusstheit im Vorschulalter und frühen Schulalter
3.4 Zusammenhänge zwischen der phonologischen Bewusstheit und dem Schriftspracherwerb
4.1 Einsatz bestehender Programme und Materialien
5.1 Standardisierte Abklärungsverfahren
Praxis
7.1 Klassenbogen zur Erfassung und Dokumentation
7.2 Individueller Förderplan
7.3 Ein beispielhaft ausgefüllter Förderplan
10.1 Silben «Spiele und Bildkarten zur Silbenidentifikation, -segmentation und -synthese»
10.2 Reime «Spiele und Bildkarten zur Reimidentifikation, -segmentation und -produktion
10.3 Spiele zur Onset-Identifikation (Anlaut-Identifikation)
11.1 Phoneme Spiele zur Förderung der Phonemidentifikation, -segmentation und -synthese
13.1 Materialverzeichnis
13.2 Literaturverzeichnis
Konzeption und Bearbeitung: Daniela Bühler
Illustrationen: Ann-Sabine Künzler
Lektorat: Dr. Regula Bühlmann
Eine PDF-Datei mit Bildkarten, Arbeitsblättern, Förderplänen und anderen für den Unterricht verwendbaren Seiten, stehen mit einem Link zum Download bereit (siehe Seite 2 im Impressum des Buches).
Buch, Hardcover gebunden, 186 Seiten
ISBN 978-3-905732-41-2, 2. Auflage 2012, 3. Auflage als Buch 2018
Gewicht: 0.93 kg