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In den letzten beiden Jahren haben sich über 10'000 Menschen mit dem Virus angesteckt, der rund 4'800 Menschenleben forderte. Die Überlebende Bendu Kamara, 26, aus Bomi in Liberia verlor ihren Ehemann und ihre dreijährige Tochter: „Mein Mann infizierte erst sich, dann bekam ich den Virus und übertrug ihn auf meine Kinder. Im August 2014 starb mein Mann und ein paar Tage später verlor ich auch mein Baby. Die Gemeinschaft in meinem Dorf verstiess mich. Die Zeiten für mich und meine Kinder sind hart, nicht nur finanziell. Wir kommen gerade so über die Runden und ich kann es mir nicht leisten, meine Kinder zur Schule zu schicken. Dazu kommen gesundheitliche Probleme. Ich bin seit der Erkrankung auf Herzmedikamente angewiesen, die ich nicht bezahlen kann. Jeder Tag ist ein Kampf und Hoffnung das Einzige, was mir geblieben ist.“
Langfristige Folgen der Ebola-Epidemie
Durch Ebola wurde die Infrastruktur des Landes schwer beschädigt. Schulen und Krankenhäuser wurden geschlossen, die öffentliche Ordnung brach zusammen. Dadurch stieg die Zahl der Schwangerschaften bei Minderjährigen - vor allem durch Vergewaltigungen und Prostitution stark an. In einigen Teilen Liberias sind nach Angaben des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen die Schwangerschaften bei Jugendlichen um 65 Prozent gestiegen.
Mütter und schwangere Frauen sind besonders schwer betroffen.
Ein Jahr nach Ausbruch der Ebola-Epidemie veröffentlichte Plan International den Bericht "Ebola: beyond the health emergency". Die Ergebnisse der Studie untermauerten, dass der Ebola-Ausbruch zum Verlust von bereits prekären Gesundheitsdiensten geführt hat. Mütter und schwangere Frauen sind besonders schwer betroffen. Minderjährige Mütter werden zudem stigmatisiert: In Liberia beispielsweise dürfen schwangere Schülerinnen das Schulgelände nur bei Dunkelheit betreten, in Sierra Leone sind sie sogar ganz vom Unterricht ausgeschlossen.
Plan International: Fokus auf Bildung und Kinderschutz
Plan International arbeitet in den von Ebola betroffenen Gemeinden und hatte umgehend auf den Ausbruch des Virus reagiert. Die Plan-Mitarbeitenden unterstützen lokale Autoritäten bei der Logistik und der Verbreitung von Informationen zum Gesundheitsschutz. Besonders aktiv ist Plan International in Schulen. Plan International wird sich in den westafrikanischen Ländern weiter auf den Kinderschutz konzentrieren und sicherstellen, dass alle betroffenen Kinder die entsprechende Unterstützung erhalten und in einer hygienischen Umgebung leben.