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Here is a powerful and emotional interview with Christiana Figueres. She makes it perfectly clear that future of humanity lies on our hands and that we must choose whether we want our children and grandchildren to be able to breathe or not.
It has been said before:
It is not enough that we do our best; sometimes we must do what is required.
In 480 BC, the Persian King Xerxes I led his huge army across a ponton bridge over the Hellespont to launch his invasion of Greece. According to Herodotus, the first bridge was destroyed by a storm, prompting the king to behead the builders and punish the sea by having his soldiers whip the waves with chains. Powerful leaders have always had problems with accepting the laws of physics and the forces of nature.
This is what makes the recent decision by the Federal Reserve to lower the interest rate so interesting. Rather than accepting that the Coronavirus will slow down the world economy, with a corresponding drop in share prices, a desperate and futile attempt was made to keep Wall Street happy. The mad king did not behead anyone this time, but the actions of the Fed were about as effective as whipping the seas with iron chains.
If you still believe that stock markets are related to the real economy, the recent worldwide drop in share prices is not surprising. After all, many companies – such as airlines, travel companies, and manufacturing companies with global supply chains – will be harmed by a possible global pandemic. The reasons are easy to understand and not very much can be done about it, apart from trying to limit the spread of the virus. In particular, lowering interest rates is not going to solve anything, as the companies suffer from a lack of demand and not from a lack of capital. Predictably, Wall Street reacted to the decision by the Federal Reserve with even more losses. To quote Bloomberg News: “Rate-cut magic doesn’t work on markets adjusting to economic reality.“
The problem for the US government is that the stock market is directly linked to the apparent value of people’s retirement savings. President Trump has repeatedly boasted about how he has made people richer by adding trillions to their 401(k)s. To see this fictitious wealth being wiped out by a virus from China is apparently more than he can bear and will probably reduce his chances getting reelected. Acting like a mad dictator, he demanded reality to be changed.
Sadly, the actions of the Federal Reserve also illustrate why it is so difficult to solve the climate crisis. For many decades, voters have been promised the fruits of an eternally growing economy. The assumption was that if we start saving for our retirement early enough and invest the money wisely, the markets will generate enough return on investment so secure our pensions. Nobody seems to have considered the possibility that the stock market could become saturated with capital, i.e. that there would be more capital available than investment opportunities. Once it happens, the financial markets turn into gigantic Ponzi schemes, where useless pieces of paper are traded at ever higher prices. It also means that the money for our pensions is not available anymore.
The failure of the financial markets is only a symptom. The underlying problem is that we are living above our means and that the economy is unable to maintain our high level of material consumption, even if we are prepared to sacrifice the future our children by ignoring environmental costs. There is no alternative to system change, as was again pointed out by Joseph Stiglitz on Project Syndicate recently: Solidarity Now. Climate Change has only made the need for change more urgent.
Beim Lesen des grossartigen Buches «Selbst Denken» von Harald Welzer, bin ich wieder auf den Begriff «Kognitive Dissonanz» gestossen. Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Die beiden Aussagen «Wir brauchen Wirtschaftswachstum» und «die Wirtschaft macht den Planeten kaputt» stellen eine typische kognitive Dissonanz dar. Kein Mensch ist fähig, mit diesen beiden Gedanken im Kopf glücklich zu leben. Denn daraus leitet sich der Zwang ab, im Interesse der Wirtschaft die Zukunft der eigenen Kinder zerstören zu müssen.
Unser Bedürfnis, diesen gefühlsmässigen Knoten zu lösen, ist stärker als die Rationalität. Einige umgehen das Problem, indem sie einfach die Klimaerwärmung leugnen. Sie nehmen kontrafaktisch an, dass die Wirtschaft der Umwelt nicht schadet. Die dafür erforderliche Ignoranz ist ein kleiner Preis für die Beruhigung des Gewissens.
Ein viel grösserer Teil der Bevölkerung setzt auf das Prinzip Hoffnung. Sie geben zwar zu, dass wir momentan ein Problem haben, sind aber zuversichtlich, dass eine Entkopplung von Wirtschaftsleistung und ökologischem Fußabdruck durch neue Technologie möglich sein wird. Deshalb ist das Diagramm unten so wichtig.
Die roten Kurven zeigen die historischen globalen CO2-Emissionen (durchgezogen) und die Entwicklung, die gemäss IPCC für weniger als 1.5°C Erwärmung erforderlich wäre (gestrichelt). Die blauen Kurven zeigen die historische globale Wirtschaftsleistung (durchgezogen) und die Erwartungen der G20-Staaten (gestrichelt). Menschen, die eine solche Entwicklung für möglich halten, hoffen offensichtlich auf ein Wunder.
Es gibt aber eine einfachere Möglichkeit, die oben erwähnte kognitive Dissonanz aufzulösen. Denn selbstverständlich brauchen wir kein Wirtschaftswachstum! Das Ziel einer Volkswirtschaft ist doch, die Bedürfnisse der Menschen zu stillen, statt Konsumsucht zu fördern. Ich kann doch nicht jedes Jahr 2-3% mehr essen und es macht keinen Sinn, mehr Schuhe zu produzieren als es Füsse gibt. Da die Menschen der Industrienationen sogar in Überfluss leben, wäre es auch kein Problem, die Wirtschaftsleistung zu senken.
Die vermeintliche Notwendigkeit des Wirtschaftswachstums kommt daher, dass Kapitaleinkommen im Verhältnis zur Arbeit immer wichtiger wird, wie Piketty eindrücklich festgehalten hat. Kapitaleinkommen fordert eine Zunahme der Geldmenge, die es nur in einer wachsenden Wirtschaft geben kann. Der britische Ökonom Jason Hickel hat es so formuliert: «Wir sind bereit alles zu riskieren – buchstäblich alles – um die Reichen reicher zu machen». Wie kann es sein, dass heute 8 Menschen mehr besitzen als die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung? Sicher nicht durch harte Arbeit.
Der Satz «die Wirtschaft muss wachsen» ist somit keine faktenbasierte Aussage, sondern ein Befehl. Um ein Infragestellen dieses Imperativs zu verhindern, wird keine Mühe gescheut. Täglich werden wir mit Wirtschaftszahlen und Börsenkursen bombardiert, welche belegen sollen, dass uns die Finanzgötter gnädig sind, weil wir bereit waren, das nötige Opfer zu erbringen. Der unsichtbare Gott ist durch die unsichtbare Hand des Marktes ersetzt worden, aber die profitmachende Angst ist die gleiche.
Es erstaunt
mich immer wieder, dass die meisten Menschen in der heutigen Gesellschaft nicht
mal verstehen, was Geld ist. Hier ein kleiner Test, ob Sie es verstanden haben:
Nehmen wir an, dass ein Goldgräber in die Berge geht und ein grösseres Stück Gold findet. Wir sind uns vermutlich einig, dass er dadurch reich geworden ist. Nach der Rückkehr in die Heimat kann er für das Gold Champagner, Kaviar und teure Kleider kaufen. Warum? Welchen volkswirtschaftlichen Beitrag hat er geleistet, der so fürstlich entlöhnt werden muss? Schliesslich war ja der Goldklumpen vor ihm da und er hat ihn nur aufgehoben. Überlegen Sie sich. Es gibt eine einfache und eindeutige Antwort auf diese Frage am Ende des Artikels.
Aus meiner Sicht ist die Aussage «die Wirtschaft muss wachsen» nicht nur offensichtlich falsch, sondern er sollte sogar verboten werden. Denn damit werden Menschen in einen Zustand der kognitiven Dissonanz versetz, der sie sehr unglücklich macht. Sie schuften sich zu Tode, vernachlässigen die Kinder und stehen unter permanentem Leistungsdruck, damit das Bruttoinlandprodukt irgendwie ansteigt. Was wäre, wenn wir alle gleichzeitig aus dem Hamsterrad aussteigen würden? Die Aktien- und Finanzmärkte würden einbrechen, aber das ist mir ehrlich gesagt egal. Dafür kann ich etwas länger schlafen und gemütlich mit meiner Familie frühstücken.
Lösung des Rätsels: Durch das Finden des Goldklumpens, nimmt die verfügbare Goldmenge zu. Da Gold als Tauschmittel eingesetzt wird, gibt es jetzt mehr Gold, um das Gleiche zu kaufen. Dadurch werden die Goldersparnisse aller Menschen weniger wert. Der Goldgräber kann mehr kaufen, weil alle andere weniger kaufen können. Oder anders gesagt, er hat das Geld der anderen gestohlen. Dies ist ein Systemfehler, genauso wie Kryptowährungen keinen erkennbaren Nutzen haben.
Können wir
die Klimakrise bewältigen? Die Antwort lautet ja, und es würde etwa $1.30 pro Kopf
und Tag kosten. Dies ist weniger als eine Tasse Kaffee.
Das Problem
ist nur, dass sich nicht alle Menschen auf der Welt so viel Geld haben. Die Wohlhabenderen
müssen also bereit sein, den Ärmeren zu helfen.
Fast 30 Jahre nach der Unterzeichnung der Klimakonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) gibt es immer noch keinen praktikablen Plan, wie die Erderwärmung auf weniger als +2°C begrenzt werden kann, und die CO2-Konzentration der Atmosphäre steigt immer schneller an. Zusammen mit einigen Kollegen versuche ich deshalb einen Plan auszuarbeiten, um das Problem im Griff zu bekommen. Die Details dazu finden Sie hier: www.global-climate-compensation.org.
Ich meine dies ernst. Das CO2-Budget für +1.5°C Erderwärmung werden wir in weniger als 8 Jahren ausgeschöpft haben. Die Weichenstellung für eine bessere Zukunft muss also in den nächste 1-2 Jahren passieren. Nach COP25 in Paris und der Rede von Donald J. Trump in Davos bin ich der Meinung, dass die Reichen und Mächtigen versagt haben.
Melden Sie sich also bei mir, wenn sie an der Idee der globalen Klimakompensation mitarbeiten wollen. Das Problem können wir nur gemeinsam lösen. Das erste Treffen findet am 31. Januar 2020 in Zürich statt.
English Version
Can we overcome the climate crisis? The answer is yes, and
it would cost about $1.30 per person per day. This is less than a cup of
coffee.
The only problem is that not everyone in the world has that amount
of money. The affluent must be willing to help the poor.
Almost 30 years after the signing of the United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC), there is still no workable plan to limit global warming to less than +2°C and the CO2 concentration in the atmosphere is rising faster than ever. Together with some colleagues, I am therefore trying to work out a plan to get the problem under control. You can find the details here: www.global-climate-compensation.org.
I’m serious about this. We will have exhausted the CO2 budget for +1.5°C global warming in less than 8 years. The course for a better future must therefore be set in the next 1-2 years. After COP25 in Madrid and Donald J. Trump’s speech in Davos, I believe that the rich and powerful have failed.
So, get in touch with me if you want to work on the idea of global climate compensation. We can only solve the problem together. The first meeting will be in Zurich on January 31, 2020.