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Geschichte der CVP Luzern
Als Gründungsdokument der Luzerner CVP gilt die Ruswiler Erklärung vom 5. November 1840 (Öffentliche Erklärung der katholisch-konservativen Kräfte unter der Führung von Josef Leu zu Handen des Luzerner Volkes). 1841 nimmt das Luzerner Volk eine konservativ-demokratische Verfassung an.
Die konservativen Kräfte gelangen im Kanton Luzern erst im Jahre 1871 wieder an die Macht, die sie aufgrund ihrer Niederlage im Sonderbundskrieg (1847) an die liberalen Kräfte abgeben mussten. Den Namen CVP trägt die Partei seit dem Jahre 1971.
Katholiken im Kulturkampf
Im Gasthaus Rössli in Ruswil unterzeichneten Vertreter einer konservativen Volksbewegung 1840 unter Bauernführer Josef Leu von Ebersol die Ruswiler Erklärung, die sich gegen den liberalen Zeitgeist wandte. Wenig später wurde im selben Wirtshaus der Ruswiler Vereingegründet, aus dem später die Katholisch-Konservative Partei wurde, die im gesamten 19. Jahrhundert im Kulturkampf eine kirchenfreundliche und in der national-staatlichen Frage eine föderalistische Haltung einnahm, und sich damit in deutlichem Gegensatz zur liberalen Mehrheit im 1848 gegründeten Bundesstaat befand.
Im Gegensatz zur Lage im Gesamtstaat dominierten die Katholisch-Konservativen die Politik in den ländlich-katholischen Kantonen der Innerschweiz, im Wallis und im Kanton Freiburg, während sie sich im Tessin einen langwierigen Machtkampf mit den Liberalen lieferten. Wie die Liberalen besassen die Katholisch-Konservativen weder ein formelles Organisationsstatut noch ein Programm. 1882 erfolgte die offizielle Gründung der Fraktion. Die Gründungsversuche einer nationalen Partei (1874 Association conservatrice suisse, 1881 Konservative Union, 1894 Katholische Volkspartei) scheiterten jedoch jahrzehntelang an der föderalistischen Struktur der Schweiz und den Differenzen im katholisch-konservativen Lager.
Einbindung in den Bürgerblock
Der Prozess der Einbindung der Katholisch-Konservativen in den liberalen Bundesstaat begann Ende des 19. Jahrhunderts. Nach mehreren Abstimmungssiegen der Katholisch-Konservativen, die sie in unterschiedlichen Allianzen errungen hatten, erkannten die Liberalen und Radikalen, dass sich ihre Isolierungspolitik nicht mehr aufrecht halten liess. Ausserdem bevorzugten sie mit dem Erstarken der Sozialdemokratie einen Schulterschluss der bürgerlichen Kräfte.
Am 17. Dezember 1891 wurde schliesslich mit Josef Zemp zum ersten Mal ein Katholisch-Konservativer in den Bundesrat gewählt. Eine weitere wichtige Entwicklung der Jahrhundertwende war, dass neben dem traditionellen ländlich-katholischen Flügel ein christlichsozialer Arbeitnehmerflügel entstand, der besonders viel Unterstützung bei Katholiken fand, die in protestantische Kantone ausgewandert waren, in denen sich die Partei somit erstmals etablieren konnte.
Katholisch-Konservative in der Zwischenkriegszeit
Im Jahr 1912 wurde die Schweizerische Konservative Volkspartei (KVP) gegründet, die Katholisch-Konservativen waren damit erstmals in einer formellen gesamtschweizerischen Organisation verbunden, die 1919 einen zweiten Sitz im Bundesrat erhielt. In der Zwischenkriegzeit fanden innerhalb der Katholisch-Konservativen Partei zeitweise Modelle einer «autoritären Demokratie» bis hin zu Ständestaatsgedanken eine gewisse Unterstützung. Der Höhepunkt dieser Tendenz war die sog. Revisionsinitiative, welche von Teilen der Katholisch-Konservativen gemeinsam mit den rechtsextremen Fronten lanciert wurde. Nach der deutlichen Ablehnung dieses Begehrens in der Volksabstimmung 1935 ebbte die korporatistische Bewegung wieder ab.
Blüte in den Fünfzigerjahren
Getragen vom politischen Klima der Nachkriegszeit erlebten die Konservativen in den 1950er-Jahren einen Höhepunkt: Sie stellte die grösste Parlamentsdelegation ihrer Geschichte, und von 1954 bis 1958 belegte die Partei einen dritten Sitz im Bundesrat, den sie allerdings im Zuge der Einbindung der Sozialdemokratie ins Schweizerische Regierungssystem (Zauberformel) wieder abgab.
Namensfindung
1957 wird die Katholisch-Konservative Partei in Konservativ-Christlichsoziale Volkspartei umbenannt. Ab den 1960er Jahren wurde innerhalb der Partei die Forderung nach Anpassung an die gewandelte Gesellschaft laut, worauf sich die CVP Ende der 1960er bis anfangs der 1970er Jahre einer Erneuerung unterzog. Eines der Haupttraktanden war dabei die Wahl eines neuen Namens. Einige schlugen «Christlichdemokratische Union» (wie in Deutschland) vor, während andere Kräfte aus dem «katholischen Ghetto» ausbrechen wollten und den Namen Schweizerische Volkspartei vorschlugen (die heutige Schweizerische Volkspartei wurde erst ein Jahr später gegründet).
1970 entschied man sich schliesslich für den heutigen Namen «Christlichdemokratische Volkspartei».
Verlust eines Bundesratssitzes
Am 10. Dezember 2003 fand die bisherige Zauberformel für die Zusammensetzung des Bundesrats eine Ende, da sie nicht mehr den Parteistärken der vier Regierungsparteien entsprach. Mit Ruth Metzler-Arnold wurde erstmals seit langem wieder ein Bundesratsmitglied abgewählt. An ihrer Stelle wurde Christoph Blocher von der Schweizerischen Volkspartei in den Bundesrat gewählt. Damit verblieb Joseph Deiss als einziger CVP-Vertreter im Bundesrat.
Aktueller Zustand
Unter der Führung der Präsidentin Doris Leuthard gelangen der CVP im Jahr 2005 diverse Wahlerfolge. Schweizer Medien sprachen vom Leuthard-Effekt. Ausserdem profitierte die CVP von der Schwächung der FDP.
Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2007 konnte die CVP ihren Stimmenanteil von 14,4 % auf 14,6 % leicht verbessern und erreichte 31 Sitze im Nationalrat (zuvor 28 Sitze). Die CVP hat sich mit der glp und der EVP für die 48. Legislaturperiode des Nationalrates geeinigt, in einer gemeinsamen Fraktion zusammenzuarbeiten. Als Grundlage hierfür wurde eine Stärkung der politischen Mitte, verbunden mit einem Führungsanspruch in dieser, angeführt. In der Folge arbeitete die CVP auch in verschiedenen Kantonen und Gemeinden mit EVP und glp, aber auch mit der 2008 als SVP-Abspaltung gegründeten BDP zusammen.
100 Jahre CVP Schweiz
Die CVP Schweiz feierte 2012 ihren 100. Geburtstag!
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