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Antonio (28, Bildhauer und Fotograf) arbeitet im Gemeinschaftsatelier des «casa de comunidad». Aufmerksam auf das Atelier wurde Antonio durch seine Cousine Lucìa (34, Hausfrau und Mutter), die gemeinsam mit ihrer Familie im dritten Stock des Hauses wohnt. Jedem Donnerstagabend trifft sich Antonio mit seinem früheren Studienkollegen Gonzalo (28, Grafiker und Gitarrenspieler), welcher in der Nähe wohnt, auf ein Feierabendbier in der Bar am Rande des Plaza de Laurelita et Carmencita. Jeweils im zwanzig Uhr erscheint Marìa (26, Büroangestellte und Tanzlehrerin) für den wöchtenlichen Flamenco-Unterricht in den Räumlichkeiten über der Bar. Gonzalo hat ein Auge auf Marìa geworfen, war jedoch bis jetzt immer zu scheu, sie direkt anzusprechen. Nächsten Samstag wird sie bei der Aufführung im «sala de cultura» als Bühnentänzerin mitmachen, vielleicht findet er beim Apéro im Anschluss endlich den Mut dazu.
Marìa selbst wohnt in einer der Loft-Wohnungen über den «salas del trabajo». Zusammen mit drei Mitbewohnern bilden sie eine Wohngemeinschaft von kreativen, jungen Leuten. Nicht nur die Nähe zum Tanzstudio sondern auch die Nähe zu ihren Grosseltern kommen ihr zu Gute. Marìas Grosseltern wohnen bereits seit 30 Jahren in einem der Reihenhäusern neben dem „casa de comunidad“ und seit sie dort wohnt, kann sie ihre Grosseltern häufiger besuchen gehen.
Die Parzelle Calle Manuel Arellano liegt im Westen der andalusischen Stadt Sevilla. Der Stadtteil zeichnet sich durch eine heterogene Stadtstruktur aus; es sind sowohl gewachsene Strukturen, wie in der Altstadt, aber auch Zeilenbauten und Punkthäuser zu finden.
Auf der Parzelle befinden sich zwei Volumen mit jeweils fünf kleineren Werkhallen sowie eine grössere Halle. Die kleineren Hallen sowie die grosse Halle werden aktuell industriell genutzt. Neben der grösseren Halle stehen Reihenhäuser mit fünf Wohneinheiten. Die umfassende Mauer verleiht der Parzelle einen introvertierten Charakter.
Die industrielle Nutzung stellt im Wohnquartier eine Besonderheit dar. Sie zeugt von der Geschichte des Stadtteils Triana, welcher für die handwerklichen Künste und als Wiege des Flamenco bekannt ist.
Der grosse Platz «plaza de Laurelita et Carmencita» erhält durch die Öffnung der bestehenden Freifläche einen öffentlichen Charakter. Mit der peripheren Anordnung der Pergola besitzt der Platz über den ganzen Tag verteilt eine Aufenthaltsqualität und die Fläche ist vielseitig nutzbar. Mitteils eines Durchgangs gelangt man zu einem weiteren Platz, welcher eng mit dem Werkhof verbunden ist.
Die grosse Halle «sala de cultura» wird mit einem Anbau ergänzt und durch den kulturellen Nutzen dem Quartier zugänglich gemacht. Theateraufführungen und Konzerte können in der Halle veranstaltet werden während sich im Anbau eine Bar, Proberäume wie auch Räumlichkeiten für Ausstellungen befinden.
Die Werkhallen «salas del trabajo» behalten die industrielle Nutzung bei. Zur Bespielung des Platzes werden einige Hallen mit einer gewerblichen Nutzung erweitert. In der Aufstockung über den Hallen befinden sich zwanzig zweigeschossige Wohnungen mit einem loftartigen Charakter. Die Wohnungen werden mit einem gemeinschaftlichen Laubengang erschlossen.
Der Sozialbau «casa de comunidad» bildet die Erweiterung der vorhandenen Struktur. Im Erdgeschoss sind zu den öffentlichen Aussenräumen hin ein Gemeinschaftsatelier sowie ein Aufnahmestudio, das sich bereits auf der Parzelle befindet, angeordnet. Auf fünf Stockwerken sind vierzig unterschiedlich grosse Wohnungen angeordnet. Wie die Loftwohnungen werden die Sozialwohnungen über einen gemeinschaftlichen Laubengang erschlossen.
Zur Bewahrung des industriellen Charakter werden bei der Materialisierung auf Baustoffe zurückgegriffen, welche aus der Industriearchitektur bekannt sind. Durch die ähnliche Gestaltung der Bauten bilden die Volumen ein stimmiges Ensemble.
Kurzbeschreibung
Die städtebauliche Strategie bei der Parzelle Calle Manuel Arellano ist, die Nutzungen zu verdichten und den industriellen und heterogenen Charakter zu bewahren. Durch eine Ergänzung der vorhandenen Industriezone mit Wohnnutzung, Kultur und Gewerbe entsteht eine funktionale und soziale Durchmischung.