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Das Oberhaus in Feldbach wurde 1743 erbaut und wird seither von der Familie Bühler bewohnt. Im Lauf der Jahrhunderte haben sich zahlreiche Lebensspuren im Haus angesammelt, anhand derer sich die Geschichte der Familie, aber auch jene des Hoflebens und der Region seit der vorindustriellen Zeit nachempfinden lassen.
In den mehr als 250 Jahren seit der Gründung des Hofs haben sich Arbeitsgeräte, Haushaltwaren, Freizeitbeschäftigungen und Kleidungsstile stetig verändert. Altes Material wurde ausgemustert und neues angeschafft. Da mit der zunehmenden Mechanisierung der Arbeit auf dem Hof immer weniger Heuhelfer, Knechte und Mägde notwendig waren, wurden im Haus Räume frei, um ausgemusterte Gegenstände zu lagern, für den Fall, dass man sie irgendwann noch einmal brauchen könnte. Im Lauf der Jahre sammelten sich so auf drei Stockwerken Bücher, Kleider, Möbel, Spielsachen, Werkzeuge und Vieles mehr an. Da die oberen Stockwerke nur als Lager benutzt wurden, wurden sie auch kaum umgebaut und modernisiert.
Lang lagen die Lebensspuren der Familie Bühler unsortiert und beinah vergessen in den oberen Stockwerken. Rosmarie Bühler, die als Frau von Albert Bühler auf den Hof kam, war die Erste, die sich der Hinterlassenschaft annahm. In den Siebziger Jahren begann sie, die Lebensspuren zu sortieren, zu dokumentieren und zu präsentieren. Mit der Hilfe ihres Manns Albert und ihrer Kinder Annemarie und Stefan pflegte sie in den kommenden dreissig Jahren die Sammlung und machte sie mit Führungen für Gruppen und Privatpersonen zugänglich.
Nach dem Tod von Rosmarie Bühler haben ihre Nachkommen die Stiftung Erhalt Lebensspuren Oberhaus gegründet und sich zum Ziel gesetzt, die Lebensspuren auf dem Oberhaushof zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Unter diesem Link finden Sie einen Artikel aus der Neuen Zürcher Zeitung vom 13. Dezember 2021 zu den Lebensspuren und zum Buch, das Elisabeth Joris und Martin Widmer dazu geschrieben haben. Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier.