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Egal, ob es sich um ein Spitzenpferd oder um ein Pferd handelt, welches im Amateursport läuft: Die Ernährung eines Sportpferdes muss den gesamten Organismus mit allen notwendigen Elementen versorgen, damit die geforderte Leistung unter den besten Bedingungen und mit Leichtigkeit erbracht werden kann. Einige Schlüsselpunkte sind dabei besonders wichtig.
Passen Sie das Verhältnis der verschiedenen Energiequellen unter Berücksichtigung der ausgeübten Disziplin an: Kohlenhydrate werden besonders für kurze und explosive Belastungen (Sprint, Kraft, Springreiten) benötigt. Ihre Menge darf jedoch keinesfalls die Kapazität der Verdauung überschreiten. Fett ist eine interessante Zutat für lange aerobe Belastungen wie Ausdauerwettkämpfe. Bei kurzen, aber wiederholten Belastungen ergänzen sie die Kohlenhydrate. Es ist wichtig, auf ihre Qualität und Haltbarkeit zu achten. Bei fettreichen Lebensmitteln ist eine verstärkte Zufuhr von Vitamin E ratsam. Ballaststoffe sind in jedem Fall unverzichtbar, sowohl aus Gründen der Verdauung als auch des Stoffwechsels. Sie stellen die Grundversorgung mit Energie sicher. Bei Prüfungen, bei denen das Bauchumfang eine wichtige Rolle spielt, ist jedoch die Verwendung von sehr hochwertigem, leicht verdaulichem Heu von Vorteil, um nicht zu viel Volumen zu produzieren, welches das Pferd während der Anstrengung stören könnte.
"Das Pferd läuft mit dem Hafer vom Vortag": Die Belastbarkeit des Pferdes hängt nicht nur von seiner Ernährung am Tag des Wettkampfes ab, sondern auch von der Ausgewogenheit seiner Ernährung während des ganzen Jahres. Das Arbeitsniveau sollte im Durchschnitt über einen Zeitraum von mindestens einer Woche geschätzt werden. Bei sehr großen Prüfungen kann man die Ernährung noch weiter im Voraus steuern, damit das Pferd am Tag X in Höchstform ist. Die Fähigkeit des Pferdes, den erhöhten Bedarf an Energie, aber auch und vor allem an Mineralstoffen und Vitaminen während eines Wettkampfs zu mobilisieren, hängt stark von den Reserven des Organismus ab, die in den Wochen oder Monaten zuvor aufgebaut wurden. Besondere Aufmerksamkeit sollte den Vorbereitungs- und Trainingszeiten gewidmet werden. Oft erscheinen die geforderten Anstrengungen weniger umfangreich als während des eigentlichen Wettkampfs, doch sie werden über längere Zeit oft wiederholt und können sich daher im Endeffekt als anspruchsvoller erweisen.
Spezielle Ernährung für junge Sportler: Bei jungen Pferden muss die Ernährung besonders sorgfältig geplant sein, damit ihre letzten Wachstumsphasen (Ausprägung des Widerrists und Entwicklung der Brustbreite) nicht behindert werden. Denn während der Widerrist mechanisch wichtig ist, wird der für die Lunge reservierte Platz durch die beiden Schultern begrenzt. Ein Pferd, das nicht "vorne explodiert", ist ein Pferd, welches nicht über die maximale Kapazität seiner Atmung verfügt. In diesem Stadium führen große Anstrengungen im Zusammenhang mit der Ernährung wie für ein erwachsenes Pferdes dazu, dass der Organismus sein Wachstum auf Stand-by schaltet. Wird das junge Pferd wieder auf eine proteinreichere Nahrung umgestellt und/oder die Belastung eingeschränkt, kann dies zu einer Wiederaufnahme des verzögerten Wachstums führen. Man kann dies bei Pferden beobachten, die aus dem Rennsport ausgemustert wurden. Eine gute Ernährungsplanung für junge Sportler führt nicht nur zu einer besseren Belastbarkeit und einem geringeren Verletzungsrisiko, sondern beugt auch Atemwegsproblemen vor. Sie ist also eine Garantie für Langlebigkeit und sie ermöglicht, erfahrene Pferde länger in Leistung zu behalten.
Wenn die Aktivität vermindert oder eingestellt wird: Natürlich sollte die Futtermenge verringert werden, um Koliken und ungewollte Gewichtszunahme zu vermeiden. Dadurch sinkt aber auch die Menge an Mineralstoffen und Vitaminen, die über die enthaltenen Zusatzstoffe im Futter zugeführt werden. Es kann daher notwendig sein, ein sorgfältig ausgewähltes Mineral- und Vitaminpräparat zusätzlich zu verwenden, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Dies ist besonders wichtig, wenn Pferde wegen einer Verletzung oder Krankheit pausieren müssen, da die Ergänzung an den Mehrbedarf angepasst werden muss, der für die Genesung erforderlich ist.
Das Tränken nicht vergessen: Sportpferde haben mit zwei besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Einige Pferde sind "Wasserverkoster" und können das Trinken auswärts einschränken. Aufgrund der Zusammensetzung des Schweißes geht starkes Schwitzen nicht unbedingt mit einem erhöhten Durstgefühl einher. Der vernünftige Einsatz von Elektrolyten ist manchmal erforderlich, allerdings sollte das Pferd zuvor an den Geschmack gewöhnt werden.
Das Sportpferd ist ein Athlet. Es benötigt eine angepasste Ernährung, um die genetischen Qualitäten, die es geerbt hat, auszuschöpfen. Dies ist eine Grundvoraussetzung für sein Wohlbefinden, seine Lebensqualität und seine Langlebigkeit.