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Musik bezeugt eine sehr lange Tradition der Operationalisierung: Seit den frühen Tagen der griechischen Musiktheorie in der Schule der Pythagoreer [170] hat das Musikinstrument (bei den Pythagoreern das Monochord) immer Unterstützung geboten in der Operationalisierung des Denkens. Die pythagoreische Philosophie zielte darauf, das metaphysische Tetraktys-Dreieck ewiger Harmonie [126] durch das Spiel am Monochord verstehbar zu machen. Denken und spielen waren intim verknüpft. "Thinking by doing" ist eine grundlegende Position der Musikphilosophie der instrumentalen Repräsentation geworden. Im deutschen Kulturraum hat Theodor W. Adorno sie skizziert [4], Jürgen Uhde und Renate Wieland haben sie in [168] weiter entwickelt. Aus dieser Sachlage heraus ist es verständlich, dass Computer ganz natürlich eintreten als Instrumente für musikalische Komposition, Analyse, Darstellung und Aufführung:
KERNTHESE 11. Computer sind die direkte Erweiterung des Paradigmas vom Musikinstrument auf alle Ebenen musikalischer Tätigkeit, im Denken und im Spielen. Der Gemeinplatz vom "learning by doing" der Computer-Gemeinschaft ist nichts mehr als die Erweiterung dieser musikphilosophischen Grundhaltung in den allgemeinen Bereich der Computer-Kultur.
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