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Mitten in Buch steht die St. Sebastianskapelle, das älteste und wertvollste Gebäude von Buch. Diese „Uhr alte Filial-Kirchen“ von Uesslingen wird in einer Urkunde aus dem Jahre 1461 im Zusammenhang mit dem Übergang des Stiftes Ittingen an die Kartäuser erstmals erwähnt. Die Kapelle existierte jedoch schon viel früher, denn nach heutigen Erkenntnissen sind die wertvollen Fresken im Chor und im Schiff um 1320 entstanden. Diese wurden erst bei der Renovation der Kapelle im Jahr 1938 wieder entdeckt.
Mit grosser Wahrscheinlichkeit geht die Gründung der Kapelle auf die Herren der benachbarten Burg Helfenberg zurück. Über diese Ritter wissen wir sehr wenig. Man kann vermuten, dass sie im nahen Buch eine Kapelle erbauen und ausmalen liessen, in welcher sie regelmässig am Gottesdienst teilnahmen, und wo einige von ihnen auch ihre letzte Ruhestätte fanden. (Die Burg Helfenberg, damals eine Wasserburg, wurde bereits um 1400 durch einen Brand zur Ruine und seither niemals wieder bewohnt.)
Baugeschichte
Der früheste Bau entstand vermutlich im 11. Jahrhundert. Wohl nach 1300 musste die Kirche einem Neubau weichen, wobei die Süd- und die Westwand in den neuen Baukörper einbezogen wurden. In dieser Zeit entstand wohl auch die Ausmalung, die ursprünglich den ganzen Kirchenraum umfasste.
Wahrscheinlich im Jahr 1496 wurde die Kapelle spätgotisch umgebaut. Fenster wurden verändert, ein Chorbogen eingefügt und eine rote Dekorationsmalerei zierte das Äussere.
Auch in der Barockzeit (1755 und 1774) wurde verändert. Damals entstand zusätzlich zur bereits bestehenden Sonnenuhr auf der Südseite diejenige an der Ostseite und die Eckquader wurden aufgemalt.
1850 erwarb die Gemeinde den dort heute fehlenden Bruderaltar aus der Kartause Ittingen. 1870 verlängerte man den Kirchenraum um eine Fensterachse nach Westen und gleichzeitig entstand ein Sakristeianbau im Chorbereich gegen Norden.
1938 wurde umfassend renoviert. Die übertünchten Fresken wurden freigelegt und die Kapelle um nochmals eine Fensterachse nach Westen verlängert. 1987 wurde das barocke Putzkleid rekonstruiert, der Innenraum auf den Zustand von 1870 verkürzt und die beiden Seitenaltäre entfernt. Durch den Emporeneinbau wurde eine optische Verkürzung des Raumes auf seine originale Grösse erreicht.
Quelle: Kunstführer St. Sebastianskapelle in Buch bei Frauenfeld, Urs Elsener und Hans Peter Mathis
Ostseite der St. Sebastianskapelle in Buch
Innenansicht der St. Sebastianskapelle in Buch