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Hirnschlag: Symptom-Check FAST macht Erkennung einfach
Die Schweizer Herzstiftung macht darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, die Symptome und die häufig vor dem akuten Ereignis auftretenden Vorboten eines Hirnschlags / Schlaganfall, ernst zu nehmen. Der neue Symptom-Check FAST macht dies einfach möglich.
Wie in der folgenden Abbildung illustriert steht FAST für:
- Face (Gesicht)
- Arm (Arm)
- Speech (Sprache)
- Time (Zeit)

Quelle: Schweizerische Herzstiftung und pfuschi-cartoon.ch

Vorboten ernst nehmen
Einen Hirnschlag erkennt man an einer plötzlich auftretenden Schwäche, Lähmung oder Gefühlsstörung, meist nur auf einer Körperseite (Gesicht, Arm oder Bein). Ein typisches Symptom ist auch der plötzliche Verlust der Sprechfähigkeit oder Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen. Blindheit (oft nur auf einem Auge), Doppelbilder, heftiger Drehschwindel verbunden mit Gehunfähigkeit oder ein ungewöhnlicher, sehr heftiger Kopfschmerz können ebenfalls Anzeichen sein. Ein kleiner Check (siehe Symptom-Check FAST), der sich auf die drei untrüglichen Hauptsymptome beschränkt (halbseitige Lähmung im Gesicht und am Arm, Sprechschwierigkeiten), soll Laien die „Diagnose“ erleichtern. Ein grosses Defizit orten die Neurologen insbesondere auch bei der Kenntnis der Vorboten eines Hirnschlags. Bei jedem dritten Betroffenen kündigt sich ein Ereignis mit einer vorübergehenden Durchblutungsstörung, einer so genannten transitorischen ischämischen Attacke (TIA), durch ein Gerinnsel in einer Hirnarterie an. Diese Mini-Hirnschläge oder „Streifungen“ äussern sich als flüchtige Sehstörung, vorübergehende Lähmung eines Arms, einer Hand oder eines Beines oder auch als Sprachstörung. Anders als bei einem „richtigen“ Hirnschlag dauern diese Symptome nur wenige Minuten. «Eine TIA ist genauso wie ein Hirnschlag ein medizinischer Notfall, denn etwa zehn bis fünfzehn Prozent dieser Patienten erleiden in den folgenden drei Monaten einen Hirnschlag, die Hälfte davon bereits innerhalb von 48 Stunden. Leider nehmen nur zwei von drei Betroffenen diese Vorboten ernst und fordern ärztliche Hilfe an», begründet Professor Heinrich Mattle, Leiter der Stroke Unit am Inselspital in Bern, den Handlungsbedarf.
Zeitverluste reduzieren
«Time is brain» weiss man aufgrund wissenschaftlicher Studien. Zeitverluste bis zur Behandlung nach einem Hirnschlag sind gleichbedeutend mit dem Absterben von Hirnzellen. Ein günstiges Behandlungsergebnis hängt entscheidend davon ab, wie schnell Thrombolytika, sogenannte Gerinnsel auflösende Medikamente zur Behebung der Durchblutungsstörung verabreicht werden. In den ersten neunzig Minuten nach Beginn der Symptome erweist sich die Behandlung als doppelt so effektiv wie in den nachfolgenden neunzig Minuten. Einer von drei behandelten Patienten kann innerhalb der ersten eineinhalb Stunden vor neurologischen Schäden bewahrt werden, nach den ersten drei Stunden profitiert nur noch eine von sieben Personen optimal von dieser Behandlung. Die besten Behandlungsresultate werden nach heutigen Erkenntnissen in einer Stroke Unit erzielt, d. h. einer auf Hirnschlagpatienten spezialisierten Station eines Spitals. In der Schweiz finden sich aktuell Stroke Units in den Städten Aarau, Basel, Bern, Genf, Lausanne, Lugano, Luzern, Münsterlingen, Sitten, St.Gallen und Zürich.
Chancen nutzen
Im Notfall rasch und richtig reagieren ist das Eine. Massnahmen zu ergreifen, damit es gar nicht erst zu einem Hirnschlag kommt, das Andere. Fachleute motivieren immer wieder dazu. Die Chancen der Prävention wahrzunehmen bedeutet vor allem den Blutdruck regelmässig zu kontrollieren, nicht zu rauchen, Übergewicht abzubauen, sich genügend zu bewegen, den Alkoholkonsum einzuschränken sowie auf eine früchte- und gemüsereiche, salzreduzierte Ernährung zu achten. Auch Cholesterin- und Blutzuckerwerte sollten in regelmässigen Abständen überprüft werden. Ein besonders gewichtiges Hirnschlagrisiko geht mit einer häufigen Herzrhythmusstörung, dem Vorhofflimmern, einher. Mit einem gesunden Lebensstil und allenfalls einer Behandlung vorhandener Risikofaktoren kann arteriosklerotischen Ablagerungen und der Gerinnselbildung in den Gefässen entgegengewirkt werden. Je nach Situation werden vom Arzt auch Antithrombotika sowie Cholesterin- und Blutdrucksenker als vorbeugende Mittel verschrieben.
16'000 Hirnschläge pro Jahr
In der Schweizer Bevölkerung haben Hirnschläge in den letzten Jahren – vor allem aus demografischen Gründen – zugenommen. Hirnschlag ist zurecht ein gefürchtetes Ereignis: Von den jährlich 16'000 Betroffenen stirbt ein Viertel, ein Drittel trägt bleibende Behinderungen davon. Neurologen sind überzeugt, dass einerseits durch eine verstärkte Prävention und andererseits durch eine bessere Kenntnis der Symptome Ereignisse, Todesfälle und Behinderungsfolgen deutlich vermindert werden könnten.
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Schweizerische Herzstiftung
29.10.2010 - dde