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Was 1984 mit einem Wandgemälde gleich neben der öffentlichen Toilette begann (man hatte festgestellt, dass dort die Touristendichte am grössten war), ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Heute gibt es in dem Städchen mehr als fünfzig grössere und kleinere Wandgemälde; Sheffield hat sich zu einem eigenen Touristenziel gemausert und hat sich zusätzlich zu einem kleinen aber wohlbekannten Kunstzentrum entwickelt.
Es ist erstaunlich, mit welchem Weitblick die Wandgemälde (engl. mural) geplant und ausgeführt wurden. Ca. zwanzig Werke wurden direkt von der Stadt in Auftrag gegeben, von lokalen Künstlern entworfen und gemalt. Alle haben die Entwicklung und die Geschichte der Stadt sowie der nahen Umgebung zum Inhalt. Die Idee selbst stammte allerdings nicht aus Sheffield, sondern man kopierte die kanadische Stadt Chemainus, welche sich so bereits früher den Weg zurück in die Gegenwart gebahnt hatte.
(Bilder anklicken für Vergrösserung).
Verpasste Gelegenheit: die Urgrosseltern vom heutigen Inhaber von "Slater Menswear" liessen sich vom Hern auf dem Stuhl nicht zu einer Investition überreden, die ihnen später Millionen gebracht hätte.
Persönlichkeit: Der charismatische Polizist, der an vielen (Winter-) Bergrettungen beteiligt war.
Mein Lieblingsbild: Gustav Weindorfer, der Umweltaktivist von vor 100 Jahren in seinem "Waldheim" nahe Cradle Mountain.
Turnunterricht: Cricket. Statt einem Wicket aus Holz werden vier Rüebli verwendet :-)
War einmal: Die Fellhandlung Wilcox Mofflin Limited, welche jährlich bis zu 1.5 Mio Felle handelte.
Neben den etablierten, permanenten Wandgemälden findet sich auch eine Serie von Werken aus dem alljährlichen Wettbewerb. Entwürfe zu diesen Bildern werden von Künstlern eingereicht und dann innert einer Woche gemalt. Dann hängen sie ein Jahr lang neben dem Visitors Centre, bevor sie übermalt werden.
Natürlich gibt es einen Stadtplan, auf dem alle Werke eingezeichnet sind, und man kann selbst einen Rundgang zusammenstellen.
Viel besser ist es aber, sich für 9 Dollars im Visitors Centre einen Audio Guide zu mieten (plusminus ein iPod) und sich in knapp zwei Stunden zwanzig Werke von einem Sprecher, von Kunstverständigen und von den Künstlern selbst erklären lassen. So entdeckt man auch die kleinen Spässchen, die die Maler in die Bilder einfliessen liessen.
Mäuse im Rossgeschirr (Bildmitte).
Und da die Gemälde ja alle einen (kultur-) historischen Inhalt haben, hat man am Ende auch gleich die Entstehung und die Geschichte von Sheffield vermittelt erhalten. Faszinierend!