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Menschen können in ihrem Alltagsleben in vielfältiger Weise Belastungen ausgesetzt sein, denen sie auf Dauer nicht gewachsen sind. So können Ängste, Geldsorgen, Verlust des Arbeitsplatzes, Unfälle, Burnout oder familiäre Sorgen Stress erzeugen. Stress, der negativ erlebt wird, unseren Alltag und unser Leben belasten, krank und unzufrieden macht und uns in vielen Vorhaben hemmt und einschränkt wird auch Disstress genannt.
Eustress ist dagegen ein positiv besetztes Empfinden, welches unseren Organismus zu Glücksmomenten verhilft, unsere Aufmerksamkeit und unsere Leistungsfähigkeit fördert und uns zu vielen Vorhaben positiv anregt.
Übermäßiger psychosozialer Stress (Disstress) ist ein Risikofaktor für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Dies wurde in einer breit angelegten wissenschaftlichen Studie, (Interheart-Studie, Lancet 2004) nachgewiesen. In dieser Studie wurde der Einfluss von körperlichen, psychischen und umweltbedingten Faktoren auf das Auftreten von akuten Myokardinfarkten untersucht.
Psychischer Stress stand mit Rauchen, erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Alkoholmissbrauch und Übergewicht an der Spitze der Risikofaktoren für Herzinfarkte und koronare Herzkrankheiten.
Unser autonomes (oder vegetatives) Nervensystem ist für die Steuerung und Aufrechterhaltung der inneren Organe zuständig und übernimmt lebenswichtige Funktionen wie z. B. Atmung, Kreislauf, Wasserhaushalt, etc. Das autonome Nervensystem besteht aus einem sympathischen (Sympathikus) und aus einem parasympathischen (Parasympathikus) Funktionssystem.
Ist eine Person Stress ausgesetzt, aktiviert unser sympathisches Nervensystem eine Reihe von körperlichen Funktionen: Typischerweise verengen sich die Blutgefäße und die Temperatur in den Händen und Füssen sinkt. Schweißdrüsen werden angeregt, man beginnt zu schwitzen. Die Atemfrequenz wird gesteigert, die Herzrate und der Blutdruck steigen. Diesen Vorgang nennt man sympathische Erregung.
Der Gegenspieler des Sympathikus ist der Parasympathikus. Dieser sorgt im Körper für Ruhe und Entspannung, verlangsamt den Herzschlag, kurbelt Verdauung und Stoffwechsel an und dient dem Aufbau von Kraftreserven. Beide Systeme wirken sich also entgegen, steuern sich selbst (autonom) und können nicht willentlich beeinflusst werden.
Chronischer Stress kann diesen selbst regulierenden Regelkreislauf ins Ungleichgewicht bringen und dazu führen, dass sich der Körper auch in Ruhephasen auf einem hohen Spannungszustand einpendelt und Schaden nimmt.
Kommt es stressbedingt zu einer permanenten Überaktivierung unseres autonomen Nervensystems, werden Stresshormone ausgeschüttet, Ruhepuls und Blutdruck bleiben dauernd erhöht und die kleinen Gefäße ziehen sich zusammen. Eine andauernde Spannung auf die Blutgefäße führt zusammen mit hormonellen Einflüssen in der Folge zu einer Verringerung des Blutdurchflusses und zu einer Steifheit der Gefäße.
Es entstehen dann strukturelle Gefäßveränderungen mit Ablagerungen von Fettsubstanzen (Plaques) in den Gefäßwänden. Das Herz muss nun dauernd gegen einen starken Widerstand anpumpen und ein fataler Teufelskreis beginnt: Die Gefahr von Herzrhythmusstörungen nimmt zu.
Dauerstress fördert die Entzündungen in den Gefäßen und bewirkt auch die Aktivierung der Blutplättchen. Dadurch nimmt die Gefahr zu, dass sich Blutgerinsel bilden, die die Blutzufuhr in einer Hirnarterie blockieren und so einen Hirninfarkt auslösen können. Menschen mit übermäßigem Stress haben somit ein deutlich höheres Risiko eine koronare Herzkrankheit, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden als Menschen, die diese Belastungen nicht haben.
Stress ist ein höchst subjektives Empfinden. Entscheidend ist das Maß und die Haltung, die wir diesbezüglich einnehmen. Es lohnt sich über unsere Muster und unbewussten Abläufe Bescheid zu wissen, um schädlichen Disstress abzubauen und in positiven Eustress umfunktionieren zu können, damit wir langfristig gesund und glücklich bleiben. Ich unterstütze Sie dabei und helfe Ihnen, Stress- und Risikofaktoren in Ihrem alltäglichen Leben zu erkennen und zu minimieren.