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Die grosse Ekstase des Bildschnitzers Steiner
Werner Herzog
Deutschland, 44 min
Auf seiner Suche nach Ekstase findet Werner Herzog in Walter Steiner, dem berühmten Skispringer der 1970er-Jahre, sein perfektes Alter Ego. Sie haben dieselbe Vorstellung vom Sport und von der Leistung. Beide zeugen, jeder auf seine Art, vom menschlichen Dasein in einem permanenten Zustand der Selbstüberwindung. Steiner verfolgt nicht so sehr das Ziel, Medaillen zu gewinnen, sondern vielmehr seinen «Traum vom Fliegen». Herzog dehnt durch seinen filmischen Prozess die Zeitlichkeit des Fluges aus und macht die Zeitlupe zur Zeugin der Gestenschönheit, ohne das Motiv Absturz zu vernachlässigen, der für dieses nie erfüllte Ziel wesentlich ist. Der Film spielt bei den Weltmeisterschaften 1972 in der Slowakei, bei denen der Filmemacher einen sarkastischen und ironischen Journalisten darstellt und durch diese Haltung beweist, dass es um etwas anderes geht. Und zwar darum, Steiners Leistung intelligent auf ihre künstlerische Dimension zurückzuführen, die so auf die gleiche Ebene wie seine ebenso luftigen geschnitzten Holzfiguren gestellt wird. In diesem Matrixfilm seines Schaffens dokumentiert Herzog bereits die Möglichkeit, sich von der Erdanziehungskraft loszureissen.
Tom Bidou