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Haus Corti, Turmhaldenstrasse 10
Turmhaldenstrasse 10
8400 Winterthur
Das Haus Corti an der Turmhaldenstrasse 10 stellt heute ein neubarockes Architekturdenkmal dar. Das 1877 erstellte einstige Doppelhaus –der südlichere Teil ist längst abgebrochen-schlummerte lange Zeit einfach so dahin und verlotterte dazu. Nach dem Tode des früheren Besitzers kauften Urs Widmer (alt Stadtpräsident) und Renato Esseiva (Historiker, alt Kantonsschullehrer) 2009 das Haus und retten es vor dem Zerfall.
Zu den alten, heute noch bestehenden Winterthurer Bauunternehmen zählt die Firma Corti AG, die auf Giovanni Corti (1836–1896) zurückgeht. Gebürtig von Stabio TI, kam Corti 1869 nach Winterthur und gründete ein Baugeschäft, das sich auf Kamine und Leitungen sowie auf Beton- und Zementarbeiten spezialisierte. W
interthur war zu diesem Zeitpunkt eine beinahe explosionsartig wachsende Stadt, die rasch das einengende Korsett der alten Mauern überwand und Schritt für Schritt in Richtung Vororte expandierte. Vom Bau neuer Industrie- wie Gewerbeanlagen und zahlreicher Wohnbauten profitierte auch Giovanni (Jean) Corti, der sich 1882 einbürgern, als Zeichen des ersten Erfolgs aber vorher schon ein stattliches Wohnhaus errichten liess.
Bereits 1875 kaufte er nämlich zusammen mit dem Bildhauer Rizzi ein Fachwerkhaus mit Scheune an der Turmhaldenstrasse, das 1876/77 fast vollständig neu errichtet wurde und bis 1911 im Besitz der Familie blieb.
Das bis heute weitgehend erhaltene Haus aus den 1870er-Jahren zählt zu den charakteristischen Baudenkmälern dieser Epoche. Die markante Fassade mit der reichen Dekoration in der Formensprache des Neubarocks prägt das Erscheinungsbild, die Innenausstattung mit den barockisierenden Stuckdecken erinnert an die bürgerliche Wohnkultur, während der Garten mit der Eisenbrücke den repräsentativen Anspruch eines Landhauses zum Ausdruck bringt.
Das Haus Corti, ein lange vernachlässigter Zeuge der Winterthurer Architekturgeschichte, wurde 2009 von Urs Widmer (alt Stadtpräsident) und Renato Esseiva (ehemaliger Konservator des Museums Lindengut) erworben und damit wohl auch vor dem endgültigen Zerfall gerettet.
In einer aufwändigen Renovation voller negativen Überraschungen (Hausschwammbefall) retten die beiden Herren das Haus und brachten es zu alter Blüte zurück. Holzelemente und ein Teil der Stuckdecken wurden rückgebaut und in Einzelteilen wieder montiert bzw. nachgebildet.
Auch der Garten soll in den früheren Zustand zurückgeführt werden. Im Gegensatz zu den früheren Landschaftsgärten hat Corti, ein Pionier des Betonbaus auch grosse Teile des Gartens betoniert. Auch das Waschhaus in diesem Garten wird saniert und in ein Einfamilienhaus umgenutzt.
Am 25. September 2013 wurde der Bauherrschaft, Urs Widmer und Renato Esseiva, der Denkmalpreis der Konferenz der Schweizerischen Denkmalpfleger verliehen. Begrünndung: Mit einer wertvollen Rettungsaktion hat die Bauherrschaft der historischen Villa an der Turmhaldenstrasse 10 ein langfristiges Leben geschenkt. Nur durch eine aufwändige Sanierung konnte die Villa vor dem sicheren Untergang gerettet werden.