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Bilanzskandale und Unternehmenszusammenbrüche in der Wirtschaft im In- und Ausland zeigten den Bedarf nach einer glaubwürdigen Revision auf. Zahlreiche, teilweise bedeutende Mängel und Nachteile des geltenden Rechts waren zu beheben. Die festgestellten Probleme hingen aber nicht nur mit Mängeln in der Revision zusammen. Ein grundsätzliches Überdenken der heutigen Ordnung, aber auch internationale Entwicklungen haben in der Regelung der Revisionspflicht und der Revisionsstelle verschiedene Mängel, Nachteile und Lücken aufgezeigt.
Zu nennen sind insbesondere die Folgenden:
- Das alte Recht machte die Revisionspflicht im Wesentlichen von der Rechtsform abhängig.
- Das alte Recht sah für die damals rund 19'400 Stiftungen keine gesetzliche Revisionspflicht vor.
- Die Abschaffung der so genannten «Laienrevision» wurde mit der Aktienrechtsrevision von 1991 nur formell erreicht. In der Praxis hatten die vagen fachlichen Anforderungen an die Revision und der Verzicht auf ein behördliches Zulassungsverfahren zur Folge, dass «Laienrevisionen» nach wie vor stattfanden.
- Die Bilanzskandale und Unternehmenszusammenbrüche warfen Fragen der rechtzeitigen Erkennbarkeit von Manipulationen und von negativen Entwicklungen auf. In der Öffentlichkeit tat sich ein Graben auf zwischen den Erwartungen an die Revisionsstellen und deren tatsächliche Möglichkeiten (sog. «Expectation Gap»).
- Der Wert einer Revision hängt nicht nur von der fachlichen Kompetenz der Revisorinnen und Revisoren ab, sondern auch von deren Objektivität und Glaubwürdigkeit.
- Für den Berufsstand der Revisorinnen und Revisoren kam der Selbstregulierung und der Selbstkontrolle bisher eine vorrangige Bedeutung zu, was von Seiten des Kapitalmarktes zunehmend als ungenügend beurteilt wurde.
- Ein Handlungsbedarf bestand auch auf Grund internationaler Entwicklungen (US-amerikanische Sarbanes-Oxley Acts, 8. EU-Richtlinie).
Die genannte Lücken und Mängel führten schliesslich zur Revision des Obligationenrechts sowie zur Schaffung des Revisionsaufsichtsgesetzes (RAG), die am 16. Dezember 2005 vom Parlament gutgeheissen wurden.
Das RAG trat am 1. September 2007 in Kraft und ist die formelle Grundlage für die Tätigkeit der Eidgenössischen Revisionsaufsichtsbehörde RAB, die ihre Funktion ebenfalls am 1. September 2007 aufnahm.