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Präparate ohne pharmakologische Wirkstoffe
Als Placebo im eigentlichen Sinne werden Scheinarzneimittel bezeichnet, die aufgrund fehlender Wirkstoffe keinerlei pharmakologische Auswirkungen auf den Körper haben.
Als Hypnotiseur habe ich jedoch persönlich erlebt, dass Placebopräparate dennoch einen grossen Unterschied machen können und dass mit ihnen mehr möglich ist, als man sich zunächst vorstellen mag. Ein kleines Beispiel zur Veranschaulichung: Auf einem Berg 3’000 MüM wird von einem Probanden eine sportliche Leistung gefordert, der Proband spürt die dünne (sauerstoffarme) Luft und kann seine Leistung nur mit viel Mühe erbringen. Wenn dem Probanden suggeriert, dass er aus der Sauerstoffflache Sauerstoff erhält, steigert sich ihre Leistungsfähigkeit deutlich. Es ist eine deutliche Veränderungen des Körpers, insbesondere des Gehirns nachweisbar. Physiologisch ist diese enorme Veränderung nicht zu erklären, dennoch findet sie statt. Ein Bericht der Sendung Einstein im SRF1 zeigt beeindruckende Beispiele für den überraschenden Placebo-Effekt.
Sogar Morphium und Cortisol können vom Gehirn ersetzt werden
Besonders beeindruckend finde ich die Tatsache, dass sogar das stark schmerzdämpfende Mittel Morphium durch den Placeboeffekt ersetzt werden kann. Im vorliegenden Bericht wird erklärt, dass ein Präparat ohne Wirkstoff den Organismus dazu anregen kann, einen körpereigenen, opioiden Stoff im Übermass zu produzieren. Dieser verhindert, dass Schmerzimpulse über das Rückenmark zum Gehirn weitergeleitet werden. Ein ähnlicher Versuch wurde mit Cortisol durchgeführt. Hier wird auf beeindruckende Weise aufgezeigt, dass ein Placebopräparat, das angeblich Cortisol enthalten soll, die gleiche Wirkung wie ein tatsächlich cortisolhaltiges Medikament haben kann. Hierfür wurde Patienten, die eine Organtransplantation erhielten, ein vermeintlich cortisolhaltiges Placebo verabreicht. Cortisol soll verhindern, dass die Organe abgestossen werden, indem es die Anzahl der weißen Blutkörperchen verringert. Tatsächlich konnte das Placebo das Gehirn dazu animieren, die Cortisolausschüttung anzuregen und damit die Konzentration weisser Blutkörperchen zu reduzieren.
Placebos verstärken und unterstützen
Was lernen wir daraus? Zunächst einmal zeigen uns diese Studien, dass unser Körper eine hauseigene Apotheke hat, auf die er in Notsituationen zurückgreifen kann. Die Ausschüttung verschiedener Wirkstoffe muss lediglich angeregt werden. Dies geschieht durch Placebos, idealerweise begleitet durch positive Bestätigung in Form von Worten. Sogar wenn der Patient weiss, dass es sich bei dem verwendeten Präparat um ein Placebo handelt, funktioniert dieses. Dem Gehirn muss jedoch suggeriert werden, dass dieses Placebo wirken kann. Um dem Gehirn glaubhaft zu versichern, dass ein Placebo wirkt, bietet sich die Hypnose an. Übrigens kann auch der umgekehrte Fall auftreten, dass ein wirkstofffreies Präparat negative Reaktionen auslöst. Dieses Phänomen nennt man dann Nocebo-Effekt.
Beitrag im SRF1 über das Geheimnis des Placebo-Effektes
Placebos im Alltag sinnvoll nutzen
Wenn Placebos im Alltag sinnvoll genutzt werden, spielen die Ärzte eine entscheidende Rolle, denn sie müssen in die Therapie einbezogen werden. Es ist wichtig, dass sie Placebos mit positiven Worten verabreichen, damit das Gehirn des Patienten auf Heilung programmiert wird. Erhält der Patient das Präparat in Verbindung mit einer positiven Grundeinstellung und einer Erwartungshaltung, unterstützt dies den Heilungsprozess. Der Placebo-Effekt resp. Nocebo-Effekt lässt sich übrigens auch auf das Lesen der Nebenwirkungen auf einer Packungsbeilage übertragen. Hier zieht eine negative Erwartungshaltung häufig auch das Eintreten von Nebenwirkungen nach sich. Falls Sie die Tabletten sowieso einnehmen müssen, empfehle ich Ihnen, gleich auf das Lesen der möglichen Nebenwirkungen zu verzichten. Empfehlenswerter ist es, Sie stellen sich vor, wie die Wirkstoffe durch ihren Körper positiv aufgenommen werden und die Wirkstoffe die Selbstheilungskräfte ihres Körpers unterstützen und es Ihnen durch das Präparat besser geht. Sorgen Sie für Entspannung und positive Gedanken. Vertrauen Sie auf Ihre Selbstheilungskräfte und unterstützen Sie diese durch Hypnose und Selbsthypnose. Ihr Körper kann viel mehr, als Sie vermuten! Wir werden immer wieder überrascht! Beitrag im SRF1 über das Geheimnis des Placebo-Effektes