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Sikkattiv
(franz.), eine Substanz, welche geeignet ist, das Trocknen von Ölfarben zu beschleunigen. Ein Mennigsikkativ wird erhalten, wenn man Leinölfirnis mit Mennige und Umbra unter fortwährendem Umrühren kocht, bis eine musähnliche Masse entstanden ist, und diese mit Terpentinöl verdünnt. Der klare Firnis wird nach einigen Tagen von dem Bodensatz abgegossen. Für Zinkweißfarben kocht man Leinöl mit 5 Proz. Braunsteinpulver, welches in einen Sack von Leinwand genäht wird, den man so im Kessel befestigt, daß er den Boden nicht berührt.
Man siedet zweimal 10-12 Stunden und verdünnt dann mit Terpentinöl. Die erhaltene dunkelbraune Flüssigkeit erteilt größern Mengen Öl und Firnis die Eigenschaft, schnell zu trocknen. Am häufigsten benutzt man borsaures Manganoxydul, welches man mit wenig Leinöl anreibt u. mit etwa 300-400 Teilen Leinöl einmal aufkocht. Zinkweiß, mit 5 Proz. borsaurem Manganoxydul gemischt, kommt als Siccatif zumatique in den Handel und macht Leinölfirnisfarben schneller trocken, wenn man ihnen 2,5 Proz. desselben zusetzt. Auch Lösungen von Schellack in Ammoniak oder in Boraxlösung werden als S. benutzt. Die Anwendung der Sikkative ist besonders bei Erdfarben, Ultramarin und Zinkweiß geboten, bei Anstrichen mit Bleiweiß, [* 2] Mennige, Chromgelb dagegen überflüssig.