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Allgemeines:
Die Konstruktion des oberen Sprunggelenks ist vergleichbar mit einer Velogabel und dem zugehörigen Rad. Die „Gabel“ besteht aus dem unteren Ende des Schien- und Wadenbeins. Diese führt und umfasst das „Rad“ resp. das Sprungbein. Das hauptsächlich als Scharniergelenk funktionierende obere Sprunggelenk besitzt seine Aufhängung in Form eines komplex angeordneten Bandapparats auf der Aussen- und Innenseite. Der Gelenkknorpel des oberen Sprunggelenks muss bei bestimmten Aktivitäten Belastungen bis zum 8-fachen Körpergewicht aushalten und ist trotz geringerer Knorpeldicke mechanisch deutlich resistenter als derjenige des
grösseren Knie- und Hüftgelenks. Primäre Arthrosen, also Abnützungen ohne vorgängige Verletzungen oder Krankheiten, sind
deshalb selten.
Allgemeines:
Bei forcierten Dreh- und Abknickbewegungen können nebst knöchernen Verletzungen an der Gelenkgabel auch Schäden am Gelenkknorpel der Sprungrolle auftreten. Da der Gelenkknorpel, wie oben erwähnt, hohen Belastungen ausgesetzt ist, müssen isolierte Knorpelschäden konsequent behandelt werden, damit die Integrität des Restknorpels erhalten bleibt.
Arthrose des oberen Sprunggelenks (OSG)
Allgemeines:
Die altersbedingte Abnutzungs-Arthrose des oberen Sprunggelenks ist trotz des hohen Belastungsdrucks, der auf das Gelenk einwirkt, selten. Vielmehr tritt sie als Spätfolge von Verletzungen des Gelenks auf. Besonders „arthroseanfällig“ sind nicht oder inkorrekt behandelte Gelenkbrüche und Bandrisse mit nachfolgenden Instabilitäten. Bei den arthrosefördernden Krankheiten sei die chronische Polyarthritis, die Hämochromatose und andere knorpelschädigende Stoffwechelkrankheiten wie Gicht, Pseudogicht erwähnt. Die Arthrose des oberen Sprunggelenks geht mit belastungsabhängigen Schwellungs- und Schmerzzuständen,
Bewegungseinschränkungen und Fehlstellungen des Rückfusses einher.
Bandverletzung Oberes Sprunggelenk
Allgemeines:
Beim Misstritt des Fusses wird statistisch am häufigsten der äussere Bandapparat des oberen Sprunggelenks verletzt. Letzterer besteht aus drei Bändern, welche die Stabilität des äusseren Sprunggelenks in verschiedenen Bewegungspositionen gewährleisten. Beim starken Verkippen des Fusses reisst in der Regel das vordere äussere Band. Bei höher einwirkenden Energien kann eine 2-Band-Verletzung, ganz selten eine 3-Band-Verletzung (meist mit Ausrenkung des Sprunggelenks) vorliegen. Die Bandverletzungen werden in den allermeisten Fällen nicht operativ behandelt. Bei genügender Protektion des Sprunggelenks während 6 Wochen darf mit einer hohen Ausheilungsrate gerechnet werden. Wenn trotz korrekter Nachbehandlung (inklusive Physiotherapie) eine spürbare und schmerzhafte Instabilität verbleibt, muss davon ausgegangen werden, dass die Vernarbung der gerissenen oder angerissenen Bänder ungenügend ist. In diesen Fällen muss die operative Stabilisierung des OSG (Bandraffung, Bandplastik) vorgenommen werden.
OSG-Impingement (Einklemmung, Zusammenstoss)
Allgemeines:
Beim OSG-Impingement ist die normale Gelenkmechanik meist durch neugebildete oder übermässig ausgebildete Weichteil- oder Knochenneubildungen beeinträchtigt. Es kommt bei der Gelenkbewegung zu einem schmerzhaften Zusammenstossen und
Einklemmen der normalerweise nicht im Gelenkbereich befindlichen, nachfolgend genannten Strukturen: übermässige Vernarbungen im Gelenkraum, z.B. nach Unfallverletzungen, verdickte Bandstrukturen im Bereich der vorderen und äusseren Bandverbindung zwischen Waden- und Schienbein, nicht ganz abgelöste Knorpelfragmente, Überbeine.
Typische Symptome: während des Tages langsam zunehmende
Schmerzen/Schwellung im vorderen Gelenkbereich, schmerzhaftes
Knacken.