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Ave Maria
Der US-Bundesstaat Montana muss bis heute immer dann als Kulisse herhalten, wenn es gilt, den Mythos des weiten Himmels über unberührter Landschaft zu bedienen. Zudem hatte Montana in seiner Geschichte bisher erst eine einzige Gouverneurin (Judith Helen Martz, 2001 bis 2005).
Das gibt uns eine Idee, wie es dort in den 90-er Jahren des 19. Jahrhunderts ausgesehen hat. Zu der Zeit war dort Mary Fields aktiv, Übername “Stagecoach Mary”. Geboren als Sklavin, wahrscheinlich in Tennessee, später im Dienst und Korsett der katholischen Kirche. Beidem entkam sie wegen (dank!) ihrer rauen Art — Mary hat gern Männerkleidung getragen, getrunken, geraucht und mit Knarren hantiert.
Der Ruf, den sie sich damit eingehandelt hat, brachte ihr 1895 einen Vertrag mit der U.S.-Post; ihr wurde eine der so genannten Star Routes zugesprochen und damit das Recht, auf bestimmten Strecken Post zu transportieren — und zu beschützen. Dass keine farbige Frau vor ihr je in dieser Funktion auf einem Postkutschenbock gesessen hat, versteht sich.
Ausgerüstet mit Gewehr und Revolver, vor allem aber mit ihrer unnachahmlich zähharten Einstellung zum Leben, hat sie Banditen und anderes Gesindel während acht Jahren erfolgreich von ihrer Post fern gehalten.
Als sie zu alt dazu war, konnte sie auf die Unterstützung der Einwohner ihres Wohnorts zählen. Auf Menschen, die offensichtlich problemlos hinter eine taffe Fassade blicken konnten.