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Eines meiner Lieblingswerke in der lateinischen Literatur sind die Metamorphosen von Ovid.
Hierbei handelt es sich um ein Epos, beziehungsweise um zahlreiche aneinander gereihte Klein- und Kleinst-Epen aus der griechischen und römischen Mythologie. Da ist für jeden Geschmack, für jedes Wetter und für jede Stimmungslage etwas zu finden: Von der eher humoristischen Erzählung von Vertumnus, der bei seiner Angebeteten Pomona als Kupplerin in eigener Sache aufkreuzt, bis zu der regelrechten Horrorgeschichte von Erysichthon, der, von den Göttern mit ewigem Hunger gestraft, zuletzt buchstäblich sich selbst auffrisst. Leuten, die es blutig mögen, wäre das Massaker an Niobes Kindern zu empfehlen. Des Weiteren gibt es da Vorfahren von Romeo und Julia (Pyramus und Thisbe), Transsexualität (Iphis, Tiresias), die Sintflut (Deucalion und Pyrrha), das verlorene Paradies (Die vier Zeitalter), eine Allegorie des Gerüchts (Fama), der Ursprung der Hyazinthe (Hyacinthus) und der Narzisse (Narcissus), das politisch motivierte Lob für Cäsar und Augustus… und alles auf Lateinisch und in lupenreinen Hexametern (Pám-pam-pam, Pám-pam-pam…). Doch keine Angst, es gibt auch Übersetzungen ins Deutsche.
Publius Ovidius Naso war auch jener Dichter, der durch seine frivolen Liebesgedichte beim sittenstrengen Kaiser Augustus in Ungnade fiel und seine letzten Lebensjahre in der Verbannung am Schwarzen Meer verbringen musste.