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Durch das Hinzufügen von Farbe auf Fotografien transformiert John Baldessari die Aussage seiner Bilder und schaft neue Realitäten. Er blockiert Informationen, um auf die eigentliche Aktion aufmerksam zu machen. Es entsteht ein paralleler Diskurs durch die Symbolik der Farbtöne.
Wir stellen uns die Frage, wie sich Farbe in der Architektur einsetzen lässt. Theo van Doesburg, der Mitbegründer der Künstlervereinigung De Stijl, unterteilt die Verwendung von Farben in drei Kategorien: die ‹dekorativ-ornamentale Architektur› mit ihren Farben in fehlendem Bezug zur Konstruktion, wie ein barockes Fresko an einer Hauswand; die ‹rationalistisch-konstruktive Anwendung› hebt die konstruk- tiven Elemente hervor, wie bei Brunelleschi, der die Anatomie seiner Gebäude durch Farbe zum Ausdruck bringt; und die ‹schöpferisch-gestaltende Verwendung›, in der die Farbe selbst zum Material wird und eine elementare Komponente der Architektur bildet.
Farbe ist nicht leicht zu greifen, durch ihren sich ändernden Charakter und ihrer mehrschichtigen Bedeutung. Daher scheint das Thema Farbe oft gemieden zu werden. In einem Text von 1924 beschreibt Adolf Behne die Furcht vor der Farbe. Farbe sei nicht fein. Fein sei Perlgrau oder Weiß. Zudem sei der Verzicht auf Farbe ein Zeichen von Bildung. Heute, fast ein Jahrhundert später möchte trans 30 Farbe bekennen. Was ist unsere Position in dieser Debatte?
Wir suchen Positionen und Thesen als Essays, Fotostrecken, zeichnerische Arbeiten und wissenschaftliche Artikel. Vorerst sind wir an einem Kurzbeschrieb deines Beitrags interessiert und bitten um einen Abstract bis zum 17. Oktober 2016.
image credits :
© John Baldessari, ‹Source›, 1987, B+W Photographs, Vinyl Paint 60.25 x 48 inches