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Cenni Najy erwarb einen Master-Abschluss in Europastudien am Global Studies Institute (GSI) der Universität Genf sowie einen Master-Abschluss in Internationalen Beziehungen und Diplomatie der Europäischen Union am College of Europe in Brügge. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt liegt in den diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union (EU). Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht insbesondere die Verhandlungsposition der EU gegenüber der Schweiz. Forschungsthemen im Zusammenhang mit der europäischen Integration, wie das Entstehen und die Erweiterung einer externen Governance der EU, gehören auch zu seinen Interessensbereichen. Seit 2015 ist Cenni Najy Co-Leiter der foraus-Programmgruppe Europa. Zuvor arbeitete er im französischen Think-Tank EuropaNova.
Publikation von Cenni Najy
The following contributions contain proposals that address the issue of the democratic deficit of the EU. Combining their experience and different perspectives as European citizens, the authors of the following papers went through a long process of reflection. Eventually, they elaborated several original proposals to reduce the democratic deficit. Far from adopting a utopian perspective, the authors provide us with practicable solutions that would not necessitate any treaty change and that could be easily put into place if decided. The last paper reflects upon another subject: EU defence. In the current context, French and the German leaders make pleas for the constitution of a European army and thus, the topic is very timely. Adopting once again a pragmatic perspective, the author reflects upon what can be seen as the necessary condition to see the emergence of a European army one day in the future: the constitution of an EU defence industry.
La publication du projet d’accord institutionnel en décembre 2018 constitue un événement majeur dans les relations entre la Suisse et l’Union européenne (UE). Toutefois, le sort de l’accord n’est pas encore scellé. Les fortes contraintes de politique intérieure suisse expliquent largement cette incertitude. Pour sortir de cette impasse, les autorités suisses devraient tout d’abord rétablir la confiance avec les principaux groupes socio-économiques opposés à l’accord institutionnel, au premier rang desquels les partenaires sociaux, en position de faire basculer la majorité. Ces derniers voient dans cet accord un affaiblissement inacceptable des mesures d’accompagnement à la libre circulation des personnes. Si l’accord institutionnel comporte bien un volet prévoyant une réforme de ces mesures, il faut souligner que des solutions visant à en atténuer ses effets négatifs existent elles aussi. L’UE ne s’oppose pas aux mesures d’accompagnement en elles-mêmes. Bien au contraire, elle les accepte, pour autant qu’elles respectent certains principes généraux dont celui de la non-discrimination. C’est en tenant dûment compte de cette marge de manoeuvre que le papier suivant se propose d’explorer plusieurs solutions pour faire en sorte que la mise en oeuvre de l’accord institutionnel ne produise pas davantage de sous-enchère salariale.
Die Veröffentlichung des derzeitigen Verhandlungsergebnisses zum institutionellen Abkommen (InstA) ist ein wichtiges Ereignis in den Beziehungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union (EU). Das Schicksal des Abkommens ist jedoch noch nicht besiegelt. Es ist fraglich, ob es im Frühling zu einer Paraphierung kommen wird, da sich die Schweiz derzeit innenpolitisch in einer Blockade befindet. Um aus der Sackgasse herauszufinden, sollten die Schweizer Behörden zunächst das Vertrauen der wichtigsten Sozialpartner, die gegen das InstA sind, wiederherstellen. Vor allem die Sozialpartner, die in der zweiten Hälfte 2018 die ganze Politik auf den Kopf stellten und seither das Abkommen aus Angst der Schwächung der flankierenden Massnahmen (FlaM) vehement bekämpfen, müssen beschwichtigt werden. Im Falle einer Reform dieser Massnahmen, gäbe es Lösungen und Ansätze zur Minderung der negativen Auswirkungen einer solchen Reform durch das InstA. Die EU lehnt die FlaM an sich nicht ab. Im Gegenteil, sie akzeptiert sie, sofern sie bestimmte allgemeine Grundsätze, besonders den Grundsatz der Nichtdiskriminierung, einhalten. In Anbetracht dieses Handlungsspielraums schlägt das folgende Papier vor, das Potenzial mehrerer Lösungsvorschläge zu untersuchen, um sicherzustellen, dass die Umsetzung der institutionellen Vereinbarung nicht zu weiteren Lohnunterbietungen führt.
Switzerland and the European Union (EU) are currently negotiating an institutional framework for the existing sectoral agreements. One of the most contentious issues of the negotiations consists in the question of how disputes about the interpretation and update of the agreements should be solved. This policy brief is concerned with this particular issue and proposes a settlement mechanism that considers the parties’ divergent positions. The disputes this paper is concerned with include provisions that are related to EU law and are thus not specific to the agreements. Due to the provisions’ relation to EU law, the proposed mechanism allocates some competences to the Court of Justice of the European Union (CJEU). However, the CJEU’s role is limited to the interpretation of provisions that are essentially rules of EU law. An ad hoc arbitration panel forms the principal instance of the settlement mechanism.
Wie könnte Grossbritannien also eine EFTA-Mitgliedschaft vermeiden und trotzdem in den Genuss einiger ihrer Vorteile kommen? Ein denkbares Szenario ist der Abschluss eines Assoziationsabkommens mit der EFTA. Dieses könnte eine ähnliche Form annehmen wie das von den 1960er bis zu den 1980er Jahren existierende Assoziationsabkommen zwischen Finnland und der EFTA. Eine solche «UKEFTA»-Lösung würde die gewünschten wirtschaftlichen Vorteile für alle beteiligten Parteien gewährleisten, während die heiklen politischen Fragen ausgeklammert blieben – sei es im Bereich der Personenfreizügigkeit oder der Mitgliedschaft in allen existierenden Freihandelsabkommen zwischen der EFTA und Drittländern. «UKEFTA» liesse sich als temporäre oder langfristige Lösung verwirklichen, je nach Präferenzen der betroffenen Akteure. In den turbulenten Post-Brexit-Zeiten könnte es sich für Grossbritannien als wertvoll erweisen, die britischen Handelsbeziehungen mit Hilfe von «UKEFTA» teilweise zu erhalten und von der Flexibilität eines solchen Arrangements zu profitieren.
Les eurosceptiques souhaitant que le Royaume-Uni quitte l’UE présentent souvent la Suisse comme un modèle. Selon eux, ce pays non membre pos- sèderait néanmoins un accès au marché intérieur, ce qui lui permettrait de s’épanouir économiquement tout en maintenant sa souveraineté et son indépen- dance. Ceci dit, une relation de « type suisse » serait-elle vraiment une alternative crédible à la pleine participation du Royaume-Uni à l’UE ? Alors que le référendum sur une sortie du Royaume-Uni de l’UE approche, cette possibilité mérite d’être analysée. Cette étude considère soigneusement cette question en examinant la per- tinence des trois principaux arguments présentant les relations Suisse-UE comme un modèle à suivre en cas de « brexit ».
Die Resultate der Studie können folgendermassen zusammengefasst werden:
- Die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU werden zusehends politisiert, während einige Probleme die Kooperation- und Handlungsdynamik zwischen diesen beiden Akteuren zunehmend belasten.
- Dies äussert sich darin, dass verschiedene pendente bilaterale Dossiers direkt von Personen übernommen werden, die sich an der Spitze der politischen Hierarchie befinden. Dies ist sowohl in den Institutionen der EU wie auch in jenen der Schweiz zu beobachten.
- Die Diplomaten und Beamten, die üblicherweise mit diesen Dossiers betraut sind, verlieren zunehmend an Einfluss.
Auf Seiten der EU hat das Thema der Beziehungen mit der Schweiz in der politischen Agenda an Wichtigkeit gewonnen, auch wenn andere internationale Probleme prioritär bleiben.
- Die verschiedenen Verantwortlichen der Europäischen Kommission und des Europäischen Auswärtigen Dienstes (wie Herr Juncker und Herr Popowski) bleiben die wichtigsten Gesprächspartner für die Schweiz ; deutlich wichtiger als zwischenstaatliche Akteure oder Vertreter des europäischen Parlaments.
- Auf Seiten der Schweiz übernehmen Bundesrätin Sommaruga und Staatssekretär Gattiker die wichtigsteRollen in den Verhandlungen zwischen der EU und der Schweiz, dies auf Grund der zentralen Stelle, welche die Problematik des Freizügigkeitsabkommens in der aktuellen Debatte einnimmt.
- In der Zwischenzeit haben verschiedene nichtstaatliche Schweizer Akteure durch die Originalität ihrer Initiativen sowie die Relevanz ihrer Vorschläge betreffend der Beziehungen EU-Schweiz auf sich aufmerksam gemacht. Genährt werden solche Initiativen durch das mangelnde Engagement der Schweizer Politiker zum Thema Europa.