Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03183.jsonl.gz/1871

Als nur Holländer nach Japan kamen
Eine kleine aufgeschüttete Insel in der grossen Bucht von Nagasaki war vom 17. bis 19. Jahrhundert für Japan das Tor zur Welt. Von hier bezog der damals abgeschottete Inselstaat Wissen und Güter aus Europa und dem Rest der Welt. 1634 wurde Dejima erbaut, um die Portugiesen zwecks besserer Kontrolle unterzubringen und Handel treiben zu lassen. Doch weil deren missionarischer Eifer und christlicher Einfluss zu gross wurde, wurden sie aus Japan verbannt. Stattdessen wurde Dejima zur Heimat der Niederländer, die fortan als einzige Europäer in Japan Güter verkaufen durften.
An alle Leser: Durch die aktuelle Lage sind die Einnahmen, die diesen Blog getragen haben, weggebrochen. Aufgeben werde ich nicht. Ich bleibe täglich dran, bis diese Krise überstanden ist und darüber hinaus. Hierzu brauche ich Ihre Hilfe. Jeder Beitrag trägt dazu bei, dass dieses tägliche Stück Japan auch nach 11 Jahren weiterexistiert – unabhängig, kostenlos und frei von Google-Werbebannern. Herzlichen Dank und bleiben Sie gesund!
Auf der fächerförmigen Insel entstanden Wohn- und Lagerhäuser im europäischen Stil. Eine bewachte Brücke war der einzige Zugang nach Nagasaki. In den folgenden 200 Jahren kam es zu einem regen Handel und kulturellen Austausch (Asienspiegel berichtete). Zahlreiche Japaner lernten die holländische Sprache. Sie wurden zu Dolmetschern und Übersetzern unzähliger wissenschaftlicher Bücher aus den Niederlanden. Ihre Aktivitäten brachten die «Holländischen Studien» (jp. rangaku) hervor. Für Japan wurde Dejima zu einer Zugangsquelle für neue Technologien, Waren und sogar Sportarten wie Billard oder Badminton.
Der Niedergang und der Wiederaufbau
Nach der erzwungenen Öffnung des Landes durch die USA 1854 wurde der Niedergang von Dejima eingeläutet. In den Jahrzehnten darauf wurde um die Insel herum weiteres Land gewonnen. Dejima verschwand endgültig. Erst in den 1990er-Jahren begann man mit der Restauration der Insel und dem Wiederaufbau mehrerer historischer Häuser, die die Touristen heute besuchen können. Ziel ist es, der Insel ihre alte Form zurückzugeben. Dejima soll irgendwann in der Zukunft auch wieder komplett von Wasser umgeben sein, so der Plan.
Einen grossen Schritt bei dieser aufwendigen Restaurierung hat man letzte Woche getätigt. Am 27. Februar wurde über dem Kanal feierlich ein Stahlgerüst in Position gebracht (siehe Tweets unten). Hier soll, wie zur Edo-Zeit, wieder eine Brücke entstehen, die zur Verbindungsstelle zwischen Nagasaki und Dejima wird. Bis November wird die 38 Meter lange Brücke fertiggestellt sein, um den Besuchern die Geschichte wieder ein Stück näher zu bringen.
Folgen Sie Jan Knüsel und Asienspiegel auf YouTube, Instagram und Facebook:
LIEBE LESERIN, LIEBER LESER
Ich schreibe diesen Blog seit 2009. Die über 4000 Artikel, Tipps, Filme und Inspirationen waren immer kostenlos zugänglich. Durch die Coronavirus-Krise ist mein Geschäft jedoch vollständig zum Erliegen gekommen. Meine Einnahmen aus Vorträgen, Reiseberatungen und Reisebüchern, die diesen Blog vollständig getragen haben, sind weggebrochen. Kein Erdbeben, Taifun oder Tsunami hat dies bislang geschafft.
Aufgeben werde ich nicht. Ich bleibe täglich dran, bis diese Krise überstanden ist und darüber hinaus. Doch hierfür brauche ich Ihre Hilfe. Ich brauche eine Leserschaft, die bereit ist, diesen Blog nachhaltig zu unterstützen, so wie es zurzeit 5 Prozent der Leser mit regelmässigen Beiträgen tun und denen ich zu grossem Dank verpflichtet bin. Jede Zuwendung trägt dazu bei, dass es diesen Blog auch in Zukunft geben wird – unabhängig, kostenlos und frei von Google-Werbebannern. Herzlichen Dank und bleiben Sie gesund!
- Zahlungsmittel: Master, Visa, PayPal
- Für Einzahlungsschein hier klicken.