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Was ist Neurologie
Die Neurologie befasst sich mit den Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur. Zum Nervensystem gehören das Gehirn, das Rückenmark und die peripheren Nerven (vor allem Nerven in den Armen und Beinen). Die wichtigsten neurologischen Krankheiten lassen sich in folgende Gruppen einteilen:
Epilepsie: Ein einmaliger epileptischer Anfall bedeutet noch nicht, dass man an einer Epilepsie leidet. Epileptische Anfälle sind Störungen des Gehirns, welche durch kurz dauernde vermehrte Entladungen von Nervenzellen ausgelöst werden. Etwa 5% bis 10% aller Menschen haben in ihrem Leben einmal einen solchen epileptischen Anfall. Von einer Epilepsie spricht man hingegen erst, wenn jemand zwei oder mehr epileptische Anfälle hatte. Unter einer Epilepsie leiden etwa 0.5% bis 1% der Bevölkerung.
Es gibt viele verschiedene Formen epileptischer Anfälle und noch viel mehr Formen von Epilepsien. Bei etwa 65% aller Epilepsie findet man keine Ursache und bei 35% ist die Epilepsie Folge von Hirntumoren, Hirnverletzungen, Durchblutungsstörungen des Gehirnes, etc.
Kopfweh: Kopfschmerzen sind eine häufige Erkrankung. So gaben in einer Studie 71.4% der befragten Personen an zumindest zeitweise an Kopfweh zu leiden. Kopfschmerzen können Zeichen einer schweren Hirnerkrankung (z.B. eines Hirntumors) sein, doch sind sie meistens harmlos. So findet sich bei den meisten Kopfschmerzen keine Ursache (sogenannte primäre Kopfschmerzen). Die häufigsten Kopfschmerzformen sind Spannungstypkopfschmerz (66% aller Menschen haben einmal eine Spannungstyp-Kopfschmerzepisode) und Migräne (15% aller Menschen haben einmal eine Migräne in ihrem Leben). Seltene Kopfschmerzarten sind der Cluster-Kopfschmerz (bei etwa 0.1% aller Menschen) und der Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz (3%).
Schlaganfall: Eine Störung der Durchblutung des Gehirns kann zu einem Schlaganfall führen. Dabei kann es zu einer Halbseitenlähmung, zu Sehstörungen und zu Sprachstörungen kommen. Bei einer Hirnblutung kann es jedoch zu ähnlichen Beschwerden kommen, weshalb es wichtig ist die Ursache von solchen Symptomen genau abzuklären.
Die häufigsten Risikofaktoren, die zu einer Schädigung der hirnversorgenden Blutgefäße und damit langfristig zu Schlaganfällen führen, sind die gleichen, die auch zum Herzinfarkt führen: Bluthochdruck, Rauchen, Diabetes mellitus, erhöhter Blutfettgehalt, Übergewicht und Bewegungsmangel. In seltenen Fällen kann die Neigung zu Schlaganfällen auch vererbt sein.
Derzeit sind die therapeutischen Möglichkeiten bei einer Demenz begrenzt, weshalb es sehr wichtig ist, genau abzuklären um welche Form einer Demenz es sich handelt. So ist es wichtig auszuschliessen, dass es sich um eine behandelbare Ursache der Beschwerden handelt.
Schwindel: Etwa ein Viertel der Bevölkerung leidet an Schwindel, wobei im höheren Alter bis zu 40% der Menschen Schwindel beklagen. Schwindel kann es bei den verschiedensten Erkrankungen geben. So können Störungen des Innenohres, des Hirnstammes, oder des Kleinhirnes zu Schwindel führen. Zudem können aber auch Blutdruckprobleme, Herzrhythmusstörungen und psychische Einflüsse einen Schwindel zur Folge haben.
Parkinson-Krankheit: Die Parkinson-Erkrankung gehört zu einer Gruppe von ähnlichen Krankheiten (extrapyramidale Erkrankungen). Bei der Parkinson-Krankheit stirbt eine Gruppe von Nervenzellen an einem bestimmten Ort im Grosshirn (Substantia nigra) ab. Typische Zeichen der Parkinson-Krankheit sind eine allgemeine Verlangsamung der Bewegungen, ein unsicherer Gang, eine Muskelsteifigkeit und ein Zittern (Tremor) an den Händen.
Hirntumore: Wie in anderen Organen können sich auch im Gehirn und im Rückenmark Tumore bilden. Da im Nervensystem jedoch die Nervenfasern ganz eng aneinander liegen, haben Tumore hier häufig Auswirkungen wie Lähmungen, Fühlstörungen, Kopfschmerzen, Sprechstörungen, oder epileptische Anfälle.
Multiple Sklerose: Multiple Sklerose ist eine chronische Entzündungskrankheit des Gehirns und Rückenmarks, die durch eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems verursacht ist. Der häufigste Krankheitsverlauf eine sogenannte schubförmige Multiple Sklerose, bei der es zu verschiedenen Symptomen wie Sehstörungen, Lähmungen, oder Sensibilitätsstörungen kommt. Nach längerem Krankheitsverlauf kann die Multiple Sklerose in ein chronisches Stadium mit bleibender, allmählich zunehmender Behinderung übergehen (sekundär chronisch-progrediente Multiple Sklerose).
Motoneuron-Erkrankungen: Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Erkrankungen der Motoneurone, wobei die amyotrophe Lateralsklerose der bekannteste Vertreter in dieser Krankheitsgruppe ist. Die Motoneurone sind motorische Nervenzellen, welche für die Willkürmotorik notwendig sind. In der motorischen Grosshirnrinde findet sich eine Ansammlung grosser Nervenzellen, deren Ausläufer (Axone) bis in das Rückenmark reichen (dies ist das erste Motoneuron). Im Rückenmark gibt es dann eine Verschaltung zu einer zweiten Nervenzelle (dies ist das zweite Motoneuron). Bei der Gruppe der Motoneuronerkrankungen kann das erste und/oder das zweite Motoneuron gestört sein.
Bei der häufigsten Form der Motoneuron-Erkrankungen, der amyotrophen Lateralsklerose, sind das erste und zweite Motoneuron betroffen. Die amyotrophe Lateralsklerose beginnt häufig schleichend mit einer Muskelschwäche, oder Steifheit von Beinen oder Armen (vor allem Hände). Zudem kann es zu einer Störung der Sprache und des Schluckens kommen.
Schlafstörungen: Etwa 25% der Bevölkerung leiden unter einer Schlafstörung. Des Weiteren berichten etwa 20% der Bevölkerung, dass ihr Schlaf nicht erholsam ist. Was die genaue Ursache einer solchen Schlafstörung ist, bedarf einer genauen Untersuchung (teilweise in einem Schlaflabor).