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Die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine könnten zu einer Verschärfung der internationalen Sanktionen führen, insbesondere falls es zu einem Einmarsch in ukrainisches Gebiet kommt. Auch wenn die Auswirkungen der Sanktionen auf die Modeindustrie vielleicht nicht sofort greifbar sind, werden sie zweifellos spürbar sein.
Hohe Abhängigkeit von Einfuhren
Zunächst einmal ist der russische Modesektor in hohem Maße von importierten Waren abhängig. Obwohl lokale Bekleidungsunternehmen versuchen, die inländische Nachfrage zu decken, werden die meisten Kleidungsstücke und Accessoires von importierten Marken bezogen.
Ursula von der Leyen, die Präsidentin der EU-Kommission, erklärte am Montag, dass Russland im Rahmen der westlichen Sanktionen vom Zugang zu den Finanzmärkten abgeschnitten und der Zugriff auf Hightech-Güter eingeschränkt würde. Als die USA und EU-Staaten 2014 nach der russischen Invasion der Krim erstmals Sanktionen verhängten, wurde die Lieferung von Modeartikel nach Russland nur geringfügig beeinträchtigt.
Wenig eigene Herstellung
Auch die Lage der russischen Modeindustrie ist nicht so rosig, wie es scheint.In einem Bericht der Flanders Investment & Trade Group von 2019 wird hervorgehoben, dass in Russland die Verbindung zwischen Modedesigner:innen, Textilhersteller:innen und Webereien schlecht ist und die Investitionstätigkeit gering ist. Außerdem besteht ein Mangel an einheimischen Rohstoffen, wie Flachs, Baumwolle und Wolle, sowie an Fachkräften in den Bereichen Nähen, Textilien, Leder und Schuhmacherei.
Im Gegensatz zu seinem unmittelbaren Nachbarn Polen und anderen EU-Ländern werden in Russland keine hochwertigen Stoffe, Schuhsohlen und Schuhzubehör hergestellt. Viele Stoffe und Schuhsohlen werden aus Italien, der Türkei und China importiert. Das Land baut auch keine Baumwolle an, sondern importiert diese aus Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan. Wolle, Pelze und Leder werden in Russland hergestellt, aber das Angebot an diesen Materialien sei unzureichend, heißt es in dem Bericht.
Russland will eigene Modeindustrie stärken
Während ein Großteil der Waren des mittleren und unteren Marktsegments aus China stammt, verfolgt Russland eine Politik der Importsubstitution, um seine Abhängigkeit zu verringern und seine eigene Textil- und Modeindustrie zu stärken.
Wie auch in übrigen Teilen der Welt, stiegen die Ausgaben für Luxusgüter in Russland seit Beginn der Pandemie erst im vierten Quartal 2021 wieder – als auch andere Bereiche stärkere Ergebnisse als zuvor verzeichnen konnten.
Trotz der Verlagerung Russlands auf den heimischen Markt, wird die Anziehungskraft westlicher Mode- und Luxusunternehmen nicht nachlassen – und das wird sich auch mit dem Verhängen von Sanktionen nicht ändern.
Mit der schrittweisen Öffnung der Grenzen, können russische Bürger:innen wieder mehr reisen, und wohlhabende Konsument:innen werden in den Modemetropolen des Vereinigten Königreichs, Japans, Italiens und Frankreichs willkommen geheißen werden.
Auch wenn eine diplomatische Lösung das beste Szenario sowohl für russische Einzelhändler:innen als auch für westliche Marken ist, lässt sich nicht leugnen, dass die Sanktionen die Ausgaben der russischen Verbraucher:innen beeinträchtigen könnten. Das wiederum wird sich auf diejenigen Unternehmen auswirken, die in den russischen Markt exportieren.
Quelle des Artikels: Flanders Investment & Trade Bericht: Modemarkt in Russland und Sankt Petersburg
Dieser übersetzte Beitrag erschien zuvor auf FashionUnited.uk. Übersetzung und Bearbeitung: Karenita Haalck