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Aichita aus Mali will Lehrerin werden und ist froh, dass sie jetzt jeden Tag mehrere Mahlzeiten erhält.
Text: Fousseni Koné und Joelma Pereira, World Vision Mali
In Afrika ist es üblich, dass Grosseltern ihre Enkelkinder erziehen. Vor vier Jahren zogen Aichata und ihre kleine Schwester Fatoumata in das Haus ihrer frisch verwitweten Grossmutter. «Meine Eltern leben in einem anderen Dorf, weit weg von hier», sagt Aichata. «Als wir hierher zogen, schickten uns meine Eltern jeden Monat einen Sack Hirse. Aber nach einiger Zeit hörten sie damit auf, und dann gingen wir immer hungrig ins Bett», erzählt Aichata.
Wir wussten, dass es zu Hause nichts zu essen gab
Die Mädchen bekamen eine Mahlzeit pro Tag in der Schulkantine – die einzige des Tages. Die Grossmutter verfügte nicht über die Mittel, um für die Familie zu kochen. «Da wir wussten, dass es zu Hause nichts zu essen gab, warteten wir, bis das Essen in der Schulkantine fertig war, assen und besuchten den Nachmittagsunterricht, bevor wir für den Rest des Tages nach Hause gingen», erklärt Aichata.
Kein Einkommen wegen des anhaltenden Konflikts
Aichatas 51-jährige Grossmutter erklärt, dass die Situation vor seit Jahren andauernden Konflikt nicht so schlimm war: «Ich habe Landwirtschaft betrieben, Feuerholz und Holzkohle gesammelt und verkauft. Damit konnte ich die Mädchen ernähren und gut für sie sorgen. Heute ist es sehr schwierig für mich, ohne Unterstützung von aussen über die Runden zu kommen.» Lebensmittel waren nicht das Einzige, woran es der Familie mangelte. Die Mädchen hatten weder Schulsachen noch Kleidung, bis die Familie Hilfe durch das Resilienz- und Bargeldtransferprogramm von World Vision in ihrer Region erhielt.
«Seit Oma Geld bekommt, ist sie beruhigt und hat jeden Morgen ein Lächeln im Gesicht.»
Geld für Lebensmittel und notwendige Reparaturen
«Dieses Jahr hatte ich das Glück, FCFA 60 000 (USD 108) zu erhalten. Mit diesem Geld konnte ich mich um die Kinder kümmern», sagt sie. «Ich habe das Geld nicht nur verwendet, um während des Ramadan 100 kg Reis, Zucker und Mehl zu kaufen, sondern auch, um eine kaputte Tür im Haus zu reparieren.»
«Seit Oma Geld bekommt, ist sie beruhigt und hat jeden Morgen ein Lächeln im Gesicht», erzählt Aichata. «Ich habe Unterstützung erhalten, ohne darum zu bitten. Diese Hilfe gibt mir Hoffnung auf eine bessere Zukunft», fügt die Großmutter hinzu.
Aichata will Lehrerin werden
«Wenn ich gross bin, möchte ich Lehrerin werden. Ich wünsche mir, dass meine Schwester und ich in der Schule erfolgreich sind, damit wir Geld haben, um gut zu essen und anderen Menschen wie uns zu helfen, wenn wir gross sind.»
Im August 2022 standen weltweit 50 Millionen Menschen am Rande einer Hungersnot – viermal so viele wie noch vor 15 Monaten. Allein in Geschäftsjahr 2021 lieferte World Vision als grösster Partner des Welternährungsprogramms Nahrungsmittelhilfe für 7,9 Millionen Menschen - davon 6 Millionen Kinder - in 29 Ländern.
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