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Mujinga Kambundji (Nominierung Sportlerin des Jahres)
Nach ihrer Traumsaison mit zahlreichen Medaillen und Rekorden erlebte die schnellste Frau der Schweiz ein Jahr mit angezogener Handbremse. Zwar startete Mujinga Kambundji furios in die Saison, wurde Ende März in Istanbul Hallen-Europameisterin über 60 Meter. Doch aufgrund einer hartnäckigen Entzündung an der Fusssohle sah sich die Bernerin gezwungen, das Training stark zu reduzieren und ihre Saison neu zu planen. Erst Ende Juni kehrte sie bei der Athletissima in Lausanne auf die Wettkampf-Bühne zurück. Einen Monat später präsentierte sie sich mit dem 13. Schweizer Meistertitel über 100 Meter in Bellinzona wieder in starker Form. Die Siegerzeit von 11,05 Sekunden liess auf ein Happy End an der WM in Budapest hoffen. Statt einer weiteren Finalqualifikation wie an den Olympischen Spielen 2021 in Tokio (6.) und an der letztjährigen WM in Eugene (5.) bedeuteten für Mujinga Kambundji trotz Saisonbestleistung (11,04) jedoch die Halbfinals Endstation.
Ditaji Kambundji (Nominierung Sportlerin des Jahres)
Die Hürdenläuferin Ditaji Kambundji näherte sich in den letzten Monaten der Weltspitze in atemberaubend schnellen Schritten. An der WM in Budapest stürmte die 21 Jahre alte Bernerin über 100 Meter Hürden in den Final. Als einzige Europäerin im Finallauf erreichte sie den tollen 7. Rang. Es war nicht das einzige Mal, dass die mehrfache Medaillengewinnerin bei Junioren-Titelkämpfen in diesem Sommer reüssierte. Zuvor lief die jüngere Schwester von Mujinga Kambundji an der U23-EM in Finnland überlegen zu Gold, beim Citius-Meeting in Bern erreichte sie in 12,51 und 12,47 Sekunden neue Sphären und unterbot damit innert anderthalb Stunden gleich zwei Mal den Schweizer Rekord. Schon in der Hallen-Saison wusste Ditaji, die alle «Didi» nennen, mit einem Landesrekord und dem Gewinn von EM-Bronze über 60 Meter zu überzeugen. Es war ihre zweite Medaille bei der Elite nach EM-Bronze im Freien im Jahr davor in München.
Marlen Reusser (Nominierung Sportlerin des Jahres)
Marlen Reusser, das Aushängeschild im Schweizer Frauen-Radsport, startete in diesem Jahr regelrecht durch. Nach einer hervorragenden Klassiker-Saison mit dem Sieg bei Gent-Wevelgem bewies die Bernerin, dass sie längst nicht mehr nur als Zeitfahr-Spezialistin Weltklasse ist. Die Olympia-Zweite von 2021 gewann die Baskenland-Rundfahrt und triumphierte an der Tour de Suisse. Im Sog dieser Erfolge siegte sie auch im abschliessenden Zeitfahren der Tour de France. Doch das dicht gedrängte Programm hatte auch seine Schattenseiten. Als grosse Favoritin zum Zeitfahren gestartet und auf Podestkurs liegend, stieg Reusser an der WM in Schottland urplötzlich vom Velo. Ihre Aufgabe, die hohe Wellen schlug, begründete sie später mit einem mentalen Tief. Eine Pause nahm sie sich erst nach dem WM-Strassenrennen, das sie als undankbare Vierte beendete. Das Erfolgsjahr 2023 rundete Reusser an ihrem 32. Geburtstag mit dem dritten aufeinanderfolgenden EM-Titel im Zeitfahren ab.
Ana-Maria Crnogorcevic (Nominierung MVP des Jahres)
Dass sie eines Tages Fussballprofi werden würde, wagte Ana-Maria Crnogorcevic in ihrer Kindheit nicht zu träumen. Nun ist die Berner Oberländerin seit über 14 Jahren Teil des Schweizer Nationalteams und mit über 150 Länderspielen und mehr als 70 Toren unlängst zur Rekordspielerin und -torschützin aufgestiegen. Auf Clubebene hat sie zahlreiche Trophäen gewonnen; zwölf davon allein mit dem FC Barcelona, für den die 33-Jährige aus Steffisburg in den vergangenen vier Saisons erfolgreich gespielt hat. Mit dem dritten Champions-League-Titel in ihrer Karriere hat Crnogorcevic im Juni etwas erreicht, was vor ihr noch keiner Schweizerin gelungen ist. In der WM-Qualifikation war sie mit ihren neun Toren ausserdem massgeblich daran beteiligt, dass die Schweiz im Sommer zum zweiten Mal nach 2015 an einer WM-Endrunde vertreten war. Die polyvalent einsetzbare Allrounderin überzeugt mit ihrer Schnelligkeit, Robustheit und Treffsicherheit und ist auch abseits des Rasens eine geschätzte Teamkollegin.
Nikola Portner (Nominierung MVP des Jahres)
Nikola Portner hat sich einst in den Kopf gesetzt, im Handball einer der weltbesten Goalies zu werden. Heute kann man sagen: Das ist dem Sohn des 2020 verstorbenen früheren jugoslawischen Weltklasse-Regisseurs Zlatko Portner gelungen. Nach sechs erfolgreichen Jahren in Frankreich wechselte der Berner auf die letzte Saison nach Magdeburg, wo er sich beim dort ansässigen Bundesligisten als Leistungsträger etablierte. Im Juni gewann er zusammen mit Landsmann Lucas Meister die Champions League. 2018 war Portner das Kunststück bereits mit Montpellier gelungen. Beim neuerlichen Triumph trug er am Finalturnier in Köln entscheidend zum Erfolg bei. Sowohl im Halbfinal wie auch im Final rettete der Schweizer Nationalgoalie sein Team jeweils mit einer starken Parade in die Verlängerung. Im kommenden Januar wird der Gewinner des Swiss Handball Awards nach erfolgreicher Qualifikation an der EM in seiner Wahlheimat Deutschland erneut im Fokus stehen.
Thomas Stauffer (Nominierung Trainerin oder Trainer des Jahres)
Seit April 2014 wirkt Thomas Stauffer als Cheftrainer bei Swiss-Ski. Mit dem Berner Oberländer aus Unterlangenegg stieg das Männer-Team, das bis auf Platz 7 abgerutscht war, im alpinen Ski-Weltcup wieder zur klaren Nummer 1 auf. Keine andere Nation sammelte im vergangenen Winter mehr Weltcup-Punkte als Marco Odermatt, Loïc Meillard und Co. Die zweitplatzierten Norweger wurden um mehr als 1000 Punkte (entsprechen zehn Siegen) distanziert. Das starke Teamergebnis ist auch Stauffers Verdienst. Der 54-Jährige gilt als ruhiger, akribischer Trainer, der über immense Erfahrung verfügt. Durch seine langjährige Arbeit im Ausland (14 Jahre als Trainer in den USA, in Schweden und Deutschland) gehört er zu den am besten vernetzten Personen im Skizirkus. Drei WM-Medaillen, zwei kleine und die grosse Kristallkugel im Weltcup zeugen von der hervorragenden Arbeit Stauffers mit den Athleten.
BSC Young Boys (Nominierung Team des Jahres)
Nach einem Jahr Unterbruch kehrten die Young Boys 2023 auf der nationalen Fussball-Bühne auf den Thron zurück. Dem neuen Trainer Raphael Wicky war es auf Anhieb gelungen, die Mannschaft zurück in die Erfolgsspur zu bringen. Als Favorit in die Saison gestartet, machten die Berner fünf Runden vor Schluss mit einer 5:1-Gala daheim gegen Luzern den 16. Meistertitel perfekt. Auf nationaler Ebene kannten sie keine Gegner. YB erzielte die meisten Tore und erhielt die wenigsten. Schliesslich gewannen die Gelb-Schwarzen zum dritten Mal in der 125-jährigen Vereinsgeschichte (nach 1958 und 2020) das Double – dank einem 3:2 im Cupfinal im heimischen Wankdorfstadion gegen Titelverteidiger Lugano. Im Spätsommer erreichten die Berner dank einem 3:0-Heimsieg im Playoff-Rückspiel gegen Maccabi Haifa die Gruppenphase der Champions League – zum dritten Mal nach 2018 und 2021.
YB-Spielerin könnte «Best Talent» werden
In der Kategorie für Nachwuchssportlerinnen und Nachwuchssportler «SRF 3 Best Talent Sport» ist zudem eine Spielerin der YB Frauen nominiert. Die 17-jährige Walliserin Iman Beney gilt als eines der grössten Talente im Schweizer Fussball.
(sda/raw)