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Bachprojekte
Bachprojekte
Auf dem Gemeindegebiet von Altstätten gibt es ein weit verzweigtes Netz von Bächen. Derzeit laufen im Bereich von Gewässersanierungen umfangreiche Projekte. Diverse bauliche Massnahmen sind bereits umgesetzt, andere sind in Planung.
Die Hochwasserereignisse in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass an den Gewässern von Altstätten grössere Defizite sowohl hinsichtlich der Gerinnekapazität als auch dem Rückhalt von Holz und Geschiebe vorhanden sind. Es wurde auch deutlich, dass die grösseren Gewässer wie Stadtbach, Brendenbach, Luterbach oder Kesselbach, Donnerbach, Tobelbach und der Lienzbach Wildbachcharakter aufweisen und die Zerstörungskraft im Ereignisfall immens ist. Aber auch kleinere Gewässer wie Wuhrbach, Lehnbach, Roosenbach können grosse Schäden anrichten, wenn sie aus dem Gerinne austreten.
Die seit dem Jahre 2008 vorliegende Gefahrenkarte bestätigt die Gefahren durch die Prozesse Hochwasser, Murgang und Ufererosion. In der Gefahrenkarte werden punktuell erhebliche Gefährdungen (rot), in Teilbereichen mittlere Gefährdungen (blau) und grossflächig geringe Gefährdungen (gelb) ausgewiesen (Direktlink zur Gefahrenkarte).
Tobelbach
Der Tobelbach und der Donnerbach bilden zusammen den Kesselbach. Das Bachgerinne zwischen Kesselbach und Heidenerstrasse wird zur Erhöhung der Kapazität, soweit möglich und sinnvoll, abgesenkt und/oder aufgeweitet. Einzelne Stege und Brücken müssen angehoben bzw. ersetzt werden. Die Ufersicherungen und Querbauwerke in diesem Abschnitt werden weitgehend eliminiert. Oberhalb der Heidenerstrasse werden die vorhandenen Sperren oder Schwellen im Zuge des Ausbaus saniert, durch Neubauten ersetzt oder eliminiert. Der Querschnitt des Gerinnes wird ebenfalls vergrössert, damit die anfallenden Wassermengen abgeleitet werden können.
Über das Bachprojekt Tobelbach - Gerinneausbau und Geschieberückhalt Abschnitt Kesselbach bis Waldpark fand am 21. Mai 2017 eine Urnenabstimmung zur Genehmigung des Bruttokredites von CHF 3'480'000 statt. Das Abstimmungsgutachten orientiert im Detail über das Vorhaben.
Der Ausbau ist in der Endphase. Voraussichtlich ist das Projekt bis im Herbst 2020 fertiggestellt.
Lienzer Bach
Im Jahr 2016 wurde aufgrund des Massnahmenkonzepts für den Lienzer Bach eine Geschiebestudie in Auftrag gegeben, welche als Grundlage für die Erarbeitung des Hochwasserschutzprojektes dienen soll.
Für die Projekterarbeitung zum Hochwasserschutz wird die Variante mit einer Ausleitung eines Murgangs bei der Lienzer Leui weiterverfolgt. Insbesondere in einem allfälligen Überlastfall zeigt diese Variante gegenüber der Alternative deutliche Vorteile. Die Projektausarbeitung erfolgt im Jahr 2020 zusammen mit dem Tiefbauamt und dem Amt für Wasser und Energie, Abteilung Wasserbau des Kantons. St. Gallen.
Weil die Ausarbeitung des Hochwasserschutzprojektes bis zur Realisierung einige Zeit beanspruchen wird, wurden vorgezogene Massnahmen erstellt. Diese beinhalten zwei Murgangschutznetze im Gebiet Roti Platte auf ca. 980 m.ü.M., welche im Verlaufe des Sommers 2019 verankert und rechtzeitig vor dem Wintereinbruch montiert werden konnten.
Brendenbach
Der Brendenbach ist mit einem Einzugsgebiet von 5,3 Quadratkilometern der Hauptzubringer des Stadtbachs. Das Generelle Projekt Brendenbach ist abgeschlossen und bildet die Grundlage für die Hochwasserschutzprojekte an Stadt- und Brendenbach.
Bereits realisiert wurden die Sperrensanierung am Brendenbach Oberlauf (2019) und die Erhöhung Kiesfang Obermüli mit zusätzlichen Schwemmholznetz (2’15). Für den neuen Geschieberückhalt Weidest wird derzeit (2019-2020) das Bau- und Auflageprojekt ausgearbeitet.
Das bestehende Gerinne am Unterlauf des Brendenbachs im Abschnitt vom Kiesfang Obermüli bis zum Frauenhofplatz vermag bei einem grösseren Ereignis die zu erwartende Wasser- und Geschiebemenge bei weitem nicht abzuführen. Das Variantenstudium hat als Bestvariante zur Erhöhung der Abflusskapazität am Brendenbach einen Ausbau durch punktuelle Ausweitungen und Sohlenabsenkungen ergeben. Der Bruttokredit über CHF 3'135'000 zur Realisierung des Hochwasserschutzprojektes Brendenbach Unterlauf wurde an der Urnenabstimmung vom 9. Februar 2020 mit einem JA- Anteil von 1'886, bei 2'441 gültigen Stimmzetteln, angenommen. Der erläuternde Bericht zur Urnenabstimmung orientiert im Detail über das Vorhaben. Es ist folgender Terminplan vorgesehen:
- Ausschreibung und Vergabe der Ingenieurarbeiten: bis Sommer 2020
- Erstellung Ausführungsprojekt: bis 1. Quartal 2021
- Ausschreibung und Vergabe Baumeisterarbeiten: 1. Quartal 2021
- Vorbereitung Bauarbeiten: 2. Quartal 2021
- Baubeginn: ab Sommer 2021
- Bauabschluss: Sommer 2022
Stadtbach
Im Jahr 2016 wurden die provisorischen baulichen Massnahmen im Abschnitt Spangeln bis Klaus abgeschlossen und die Alarmierung für Hochwasserereignisse in Betrieb genommen. Die Planungsarbeiten für das Hochwasserschutzprojekt Stadtbach umfassen den Abschnitt unterhalb Durchlass Frauenhofplatz bis zum Kiessammler Guter Hirte. Ziel der Projektierung des neuen Stadtbachgerinnes ist das schadlose Ableiten des Dimensionierungsereignisses mit einem Abfluss von 55 Kubikmeter pro Sekunde und einem genügend grossen Freibord. Das bestehende Gerinne vermag ein derartiges Ereignis bei weitem nicht abzuführen. 2016 wurde das Vorprojekt ausgearbeitet. Wo es von den Platzverhältnissen her möglich ist, wird eine Ausweitung des Gerinnes angestrebt; an anderen Stellen sind Sohlenabsenkungen oder Kombinationen vorgesehen. Insbesondere im Abschnitt Spangeln bis Klaus aber auch an der Churerstrasse herrschen teilweise sehr enge Platzverhältnisse. Viel Zeit wird für die Koordination mit Strassen, Städtebau, Landschaftsarchitektur und Grundeigentümern aufgewendet. Im Dialog werden praktikable Lösungen gesucht, damit der Hochwasserschutz verbessert werden kann. Das Hochwasserschutzprojekt am Stadtbach wurde anfangs 2018 beim Kanton zur Vorprüfung eingereicht. Basierend auf der kantonalen Beurteilung mussten zusätzliche Untersuchungen in Auftrag geben werden (z.B. geotechnische Stellungnahme, Studie Durchlass Frauenhofplatz und 3D- Modellierung Durchlass Frauenhofplatz). Die umfangreichen Rückmeldungen werden von 2019 bis 2020 ins Projekt eingearbeitet. Nach dem derzeitigen Terminplan ist vorgesehen, dass Vernehmlassungsdossier im ersten Quartal 2021 an den Kanton zu senden.
Lehnbach / Wuhrbach / Roosenbach
Die durchgeführten Überprüfungen des baulichen Zustandes und der Kapazität der weitgehend in Rohren geführten Gewässer Lehnbach, Wuhrbach und Roosenbach haben gezeigt, dass die Leitungen schadhaft sind und die geforderte Wassermenge nicht abzuleiten vermögen. Der Wuhrbach und der Roosenbach haben in Lüchingen schon mehrmals zu Überflutungen geführt – das letzte Mal im Juni 2016. In einem im Jahr 2016 ausgearbeiteten Konzept wurden verschiedene Lösungen zur Behebung der Hochwasserschutzdefizite aufgezeigt. Die Vorschläge und Varianten des Konzeptes werden vertieft und aufgrund der kantonalen Vorprüfung zu einem Vorprojekt ausgearbeitet.
Stand Juni 2020
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