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Umzug ins Mittlere Brühl - Neubau Clubhaus
Die Sportanlage Aarmatt, die Heimat unseres Vereines, war von der Gemeinde Solothurn an uns verpachtet. Dort standen auch die Gaskessel der Elektrizitätswerke Solothurn (EWS). Dort war eine neue Strasse geplant und das Areal solltee ebenfalls wirtschaftlich genutzt werden. Deshalb wurde im Mai 1974 der Pachtvertrag vorsorglich gekündigt und man wurde mit einem neuen Pachtvertrag, der innerhalb Monatsfrist kündbar war, ausgestattet.
Gleichzeitig wurde mit der Planung und dem Bau der Sportanlage Mittleres Brühl begonnen (Heimat des FC Post) und der SC Blustavia bekam somit ein neues Zuhause. Bis es soweit war, vergingen jedoch noch 3 Jahre.
Die Sportstätten wurden von der Gemeinde Solothurn erstellt und zudem bekam der SC Blustavia und der FC Post Solothurn eine Parzelle zur Verfügung gestellt. Im Baurecht konnten so die beiden traditionellen Vereine ein eigenes Clubhaus errichten und man musste es danach auch eigenständig unterhalten. Hier die Geschichte

Auszug aus dem Protokoll der Einwohnergemeideratskommission der Stadt Solothurn vom 24. Mai 1974
Auflösung der Mietverträge FC Post und SC Blustavia, Sicherstellung des weiteren Sportbetriebes dieser Vereine.
Die Sportkommission beantragt mit Beschluss vom 8. Mai 1974, die Pachtverträge zwischen der Einwohnergemeinde der Stadt Solothurn und dem Sportclub Blustavia auf Ende Mai 1974 vorsorglich zu kündigen und einen Nachtrag zu den Pachtverträgen abzuschliessen. Die Anträge sind zugestellt worden.
Gemäss Pachtvertrag vom 6. November 1956 hat die Einwohnergemeinde der Stadt Solothurn dem FC Post Solothurn die Liegenschaft GB Solothurn Nr. 2015, Wiesland im Mittleren Brühl, mit einem Flächenmass von ca. 235 a 99 m2 verpachtet. Die Pachtzeit hat am 1. September 1956 begonnen. Zwischen der Einwohnergemeinde und dem SC Blustavia ist am 20. Oktober 1970 über die Verpachtung der Stadt gehörenden Liegenschaften, Teilstücke GB Zuchwil Nr. 103, 104, 1317, und 1318 mit einem Flächenmass von ca. 145 a ein Pachtvertrag abgeschlossen worden. Die Pachtzeit hat am 1. September 1970 begonnen. Beide Pachtverträge endigen auf den 31. August und laufen jeweils ein Jahr weiter, wenn sie nicht 3 Monate vor Ablauf der Pachtzeit, d.h. spätestens 31. Mai gekündigt werden.
Sowohl in Bezug auf das Gaswerk Areal in der Aarmatt als auch in Bezug auf die Sportplätze im Mittleren Brühl sind Aenderungen im Gange. Das Gaswerk Areal soll zum Zwecke der Sanierung des Gaswerkes wirtschaftlich eingesetzt werden. Im Mittleren Brühl werden als langfristiges Provisorium Trainingsfelder angelegt. Sie sollen u.a. die westlich des Stadions bestehenden Trainingsfelder ergänzen und zum Teil ersetzen. Ausserhalb des Areals des FC Post sind zwei erste Sportplätze im Bau. Als nächste Etappe soll der nördlich gelegene Platz erstellt werden. Im Jahre 1975 werden dann im Zusammenhang mit der Schaffung weiterer Plätze weiter südlich die Anlagen des FC Post Solothurn berührt. Insgesamt sollen 5 Trainingsfelder und 1 normal Spielfeld geschaffen werden. Es werden aber auch noch Umkleide- und Materialräume benötigt. Ende 1976 / Anfangs 1977 sollten insgesamt 6 Spielfelder zur Verfügung stehen.
Die erwähnten Aenderungen bedingen eine Auflösung der mit dem SC Blustavia und dem FC Post abgeschlossenen Pachtverträge auf den nächst möglichen Kündigungstermin. Der SC Blustavia und der FC Post stehen in einem engen Verhältnis zur Stadt. Beiden Vereinen stehen eigene Sportplätze zur Verfügung. Die Stadt bemüht sich, den beiden Vereinen ihren bisherigen Spielbetrieb sicherzustellen. Ammannamt und Hochbauamt sehen vor, den beiden Clubs einzelne Prioritätsspielplätze zur Verfügung zu stellen. Es soll ihnen auch ein anteilmässiges Recht zur Austragung von Meisterschaftsspielen auf dem Hauptfeld zustehen. Gegenüber anderen Vereinen soll ihnen, weil sie mehr aufzugeben haben als andere Vereine, eine gewisse Priorität eingeräumt werden. Ihre Interessen sollten bis zu einem gewissen Punkt abgegolten werden. Es soll ihnen ermöglicht werden, ihren Trainings- und Meisterschaftsbetrieb vollumfänglich auszuführen. Die betreffenden Plätze sollen aber, sofern sie nicht ausgelastet sind, auch anderen Vereinen zur Verfügung stehen. Eine feste Zuteilung der Spielplätze kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgenommen werden. Im Hinblick auf die Gestaltung des Subsportzentrums Mittleres Brühl ist eine gewisse Elastizität notwendig.
Nach dem Vollausbau des Zentrums wird hingegen eine definitive Zuteilung möglich sein. Die Präsidenten der beiden Vereine sind vom Ammannamt in einem Gespräch über die Absichter der Stadt orientiert worden. Untermiete muss grundsätzlich abgeschlossen werden. Den beim SC Blustavia und FC Post bis jetzt beheimatet gewesenen Vereinen sollen jedoch durch die Sportkommission analoge Spielmöglichkeiten zugesichert werden.
Die Gemeindekommission erachtet es als richtig, dass im dargelegten Sinne gehandelt wird. Nach einer eingehenden Orientierung über den Stand der Arbeiten für die Schaffung des Subsportzentrums Mittleres Brühl wird
beschlossen:
1. Die Pachtverträge zwischen:
a) der Einwohnergemeinde der Stadt Solothurn und dem Fussballclub Post vom 6. November 1956
b) der Einwohnergemeinde der Stadt Solothurn und dem SC Blustavia vom 20. Oktober 1970
werden auf den 31. August 1974 vorsorglich gekündigt.
2. Das Ammannamt wird beauftragt, neue Pachtverträge mit folgenden Hauptpunkten auszuarbeiten:
a) Die Kündigungsfrist ist auf einen Monat festzulegen, mit der Möglichkeit, auf jedes Monatsende zu kündigen
b) Die Einwohnergemeinde der Stadt Solothurn sichert der FC Post und dem SC Blustavia jeweils ein Prioritätsfeld im neuen Subsportzentrum Mittleres Brühl sowie einen Standort für ein eigenes Klubhaus in dem Sinne zu, dass die beiden Sportvereine bei nachgewiesenem Bedarf je ein zu bezeichnendes Spielfeld ausschliesslich nutzen können. Für den Fall, dass die Felder nicht voll ausgelastet sind, behält sich die Einwohnergemeinde der Stadt Solothurn vor, diese durch die Sportkommission weiteren Vereinen zuzuteilen.
Dem FC Post und dem SC Blustavia wird ferner das Recht auf Benützung des grossen Spielfeldes für Meisterschaftsspiele zugesichert.
c) Untermiete ist nicht gestattet. Die Einwohnergemeinde der Stadt Solothurn wird jedoch durch die Sportkommission für die beim FC Post und beim SC Blustavia gegenwärtig Gastrecht geniessenden Vereine für geeignete Spielmöglichkeiten sorgen.
Der Stellvertreter des Stadtschreibers
Provisorische Kündigung vom 30.05.1974
Ab diesem Zeitpunkt ging der Betrieb unseres Vereines ganz normal weiter und auf der Aarmatt konnte noch bis Juni 1976 gespielt werden.

Die Vereine Post und Blustavia sitzen zusammen am 02.04.1975
Am 02.04.1975 kam es zur ersten Koordinationssitzung der beiden Vereine Post und Blustavia. Dabei wurden bereits Details besprochen. Der FC Post war mit der Planung des Clubhauses bereits fertig und sie konnten starten, während der SC Blustavia mit dem Clubhaus noch in einem Vorprojekt war.
Zu diesem Zeitpunkt standen bereits 2 Plätze, doch es gab noch kein Flutlicht dafür, so dass die Trainingsmöglichkeiten im Winter nicht gegeben waren. Es wurde über die Anschaffung von Scheinwerfern diskutiert. Unten das Protokoll, leider sind danach keine Dokumente mehr vorhanden über die weitere Zusammenarbeit.

Saison 1975/1976 - Ade Aarmatt
Dies war ein grausames Jahr für den SC Blustavia, die 1. Mannschaft stieg, nachdem fast alle Spieler den Verein verlassen hatten, sang- und klanglos in die 4. Liga ab und die zweite Mannschaft fand sich in der 4. Liga auf dem letzten Platz wieder. Die Zeit der Aarmatt lief ab. Der Verein stand kurz vor dem Aus.
Im Mittleren Brühl, wo die Spiele ausgetragen wurden, stand noch gar nichts (keine Garderoben, keine Duschmöglichkeit). Nach dem sportlichen Abstieg, stand danach eine weitere sehr schwierige Saison bevor, da man kein Trainingsfeld mehr besass und man ständig imporvisieren musste. Aschi Brühweiler, der 1975 zum neuen Präsidenten gewählt wurde steuerte das Schiff jedoch wieder auf Kurs.
Mit der Hilfe der treuen und alten Blustavianer, vor allem wieder einmal Hans Leuenberger, wurde das Projekt Mittlerer Brühl vorangetrieben und die Finanzierung eines neuen Clubhauses gefunden. Die Stadt Solothurn stellte dem SC Blustavia eine Parzelle zur Verfügung und die Planung für das Clubhaus gedieh.
Unten die Kündigung des Pachtvertrages der Aarmatt vom 13.05.1976
Auszug aus dem Jahresbericht des Präsidenten vom 30.07.1976
Liebe Blustvianer
Eine hektische, unruhige Saison liegt hinter uns. Ich glaube, das erste Mal in der Geschichte Blustavias geschah soviel revolutionäres und umwerfendes wie in der Saison 75/76 und nie zuvor war die Auflösung des Klubs so nahe wie diesmal.
Wäre es aber nicht schade, eine solch alte und auf festen Füssen stehende Vereinigung so einfach aufzulösen? Man kann doch jahrelange Zusammengehörigkeit und Kameradschaft nicht einfach wegwerfen. Dies waren sich auch die jetzt noch anwesenden alten Blustavianer bewusst und versuchten mit Ausdauer und hartem Wille, den SC Blustavia aufrecht zu erhalten, und wie heisst es doch so schön...
edles Wagen, starkes Wollen wanken nie auf dem Pfade der Pflicht.
Denn wer jetzt noch zum Club zählt (dazu gehören selbstverständlich auch die Neumitglieder), darf man aufrichtig als Blustavianer bezeichnen.
..........
Ohne nach einer faulen Ausrede zu suchen, muss man objektiv eingestehen, dass die Auflösung des Sportplatzes Aarmatt dem Club von der Substanz nahm. Ferner gibt es auch zu betrachten, dass auf dem Sportplatz Brühl keine Duschgelegenheiten vorhanden sind und auch die Trainings-Möglichkeiten waren teilweise oder gar nicht vorhanden.
Solothurn, 30.07.1976 - Der Präsident: Ernst Brühweiler

Missliche Lage gemeistert und die Blusti-Jungs packen es an
Sportlich musste man einen Neuanfang machen doch in Sachen neuer Heimat ging es voran. Eine Baukommission wurde gegründet und nun wurde der Neubau des Klubhauses angepackt.
Die erste Baukommissionssitzung fand am 20. September 1976 im Restaurant Walliserkanne statt. Mitglieder der Baukommission waren: Martin Haudenschild, Hans Leuenberger, Paul Bachmann, Otto Bläsi, Bruno Kocher, Peter Schärli
Dazu kam die Finanzkommission, die über die Finanzierung des Klubhauses wachten. Nämlich: Hansruedi Hochstrasser, Ernst Brühweiler, Franz Bargetzi, Bruno Kocher, Walter Ammeter
Bei dieser Sitzung hatte man schon das Datum um die Baubaracke (unser neues Klubhaus) in Basel zu demontieren, zu transportieren und im Mittleren Brühl zu deponieren um es danach wieder aufzustellen. Am 9. Oktober 1976 sollte es soweit sein.
Bei der zweiten Sitzung vom 28. September 1976 konnte Martin Haudenschild verkünden, dass die Bau- und Kanalisationsgesuche vom Hochbauamt bewilligt worden sind.
Mit einem Brief vom 30.09.1076 wurden die Mitglieder informiert, dass es an der Zeit ist anzupacken.
Zwei grosse Blustavianer die zu dieser Zeit am Karren rissen
Links: Hans Leuenberger - Rechts: Ernst Brühweiler jun.

Klubhaus zerlegt und im Mittleren Brühl deponiert
Am 09. Oktober 1976 ging eine Delegation von Blustavianern nach Basel und sie zerlegten das Klubhaus in seine Einzelteile.
Am Samstag, den 16. Oktober 1976 fuhr dann die nächste Delegation von 7 Mannnach Basel. Beim Badischen Bahnhof wurden die Einzelteile dann aufgeladen und mit 2 Lastwagen der Firma Schmatz nach Solothurn transportiert und beim Mittleren Brühl abgeladen.
Im Oktober ging auch ein Brief an die Stadt, mit der Bitte um ein Darlehen für die Erstellung des Klubhauses. Unten die Korrespondenz
Bei der nächsten Baukommissionssitzung wurde detailiert besprochen, wie das Klubhaus aufgebaut wird. Die Firma Arnold bekam den Auftrag für die Fundamenterstellung. Zudem kam zum erstemal der Betrag zum Vorschein, wieviel der Neubau kostet. Fr. 80'000.-- wurden als Kostenpunkt festgelegt.

Es geht voran und Details werden erledigt
Baukommissionssitzung vom 2. November 1976. Fundament macht Probleme und der Brunnen wird mit Fr. 300.-- eingesetzt.
Brief vom 4. November an das Bauamt, mit der Bitte um Aufschub bei den farblichen Gegebenheiten.
Die beiden letzten Sitzungen, 9. und 16. November 1976, vor dem grossen Tag. Wiederum werden noch einige Details geklärt.
Zudem am 16.11.1976 noch einen Brief an den Regierungsrat um ein Sport-Toto-Darlehen. Mit Antwort +
Und dann war es soweit.
Am Donnerstag, Freitag und Samstag, den 18., 19. und 20. November wurde das Klubhaus aufgestellt und gemäss der nächsten Baukommissionssitzung wurde vergessen ein Tannbäumchen auf dem Haus zu platzieren.

Das Klubhaus steht und der Innenausbau wird gestartet
Baukommissionssitzung vom 23. November 2014. Die Umgebungsarbeiten wurden der Firma Egger, Gartenbau in Auftrag gegeben. Provisorisches Licht wird eingerichtet. So wurde der Innausbau gestartet und dieser ging über den Winter auch zügig voran.
Am 14. Februar 1977 wurde eine Vereinbarung mit der Stadt Solothurn unterzeichnet und somit war auch die Finanzierung gesichert.
Baukommissionssitzung vom 21. April 1977. Der Innenausbau war soweit fortgeschritten, dass man sich um die Kücheneinrichtung Gedanken machte und für die Einweihungsfeier der Sportanlage wurde ein Termin von der Stadt gesetzt. Nämlich der 21. Mai 1977.
Zudem wurden am 25.04.1977 nochmals alle Mitglieder aufgerufen tatkräftig am Bau teilzunehmen.

Das Klubhaus steht und der Innenausbau wird gestartet
Baukommissionssitzung vom 23. November 2014. Die Umgebungsarbeiten wurden der Firma Egger, Gartenbau in Auftrag gegeben. Provisorisches Licht wird eingerichtet. So wurde der Innausbau gestartet und dieser ging über den Winter auch zügig voran.
Am 14. Februar 1977 wurde eine Vereinbarung mit der Stadt Solothurn unterzeichnet und somit war auch die Finanzierung gesichert.
Baukommissionssitzung vom 21. April 1977. Der Innenausbau war soweit fortgeschritten, dass man sich um die Kücheneinrichtung Gedanken machte und für die Einweihungsfeier der Sportanlage wurde ein Termin von der Stadt gesetzt. Nämlich der 21. Mai 1977.
Zudem wurden am 25.04.1977 nochmals alle Mitglieder aufgerufen tatkräftig am Bau teilzunehmen.

April 1977 - Das Klubhaus und die Umgebung erstrahlen langsam
Nebst den baulichen Tätigkeiten wurde noch ein Gremium "Neues Vereins-Beizli" gegründet. Die initianten Hans Leuenberger, Walter Ammerter und Otto Bläsi waren die tragenden Figuren. Hier die Abschrift des Briefes aus dem April:
Liebe Ehrenmitglieder, Senioren, Freunde und Gönner des SC Blustavia
Infolge Strassenbaues quer über unseren unvergesslichen Sportplatz in der Aarmatt, wurde uns vor zwei Jahren der damals 20jährige Pachtvertrag gekündigt und die Einwohnergemeinde Solothurn hat dem SCB dafür die Benützung der neuen Sportanlage im Mittleren Brühl, westlich des Stadions Solothurn, in Aussicht gestellt.
Gleichzeitig wurde dem SCB das Recht eingeräumt, daselbst wieder ein neues Klubhaus aufzustellen, da unser altes Klubhaus seiner unpraktischen Konstruktion wegen nur mit enormen Kosten für die Demontage, den Transport, die Montage am neuen Standort und für umfangreiche Reparaturen und Erneuerungen hätte verlegt werden können, sah sich der Verein veranlasst von dieser kostspieligen und schliesslich doch unbefriedigenden Lösung abzusehen.
Statt dessen wurde beschlossen, nach einer preisgünstigen Occasions-Baracke Ausschau zu halten. Durch Zufall erhielten wir in der Zwischenzeit von einer Bauunternehmung ein sehr vorteilhaftes Angebot für eine solche Baracke im Ausmasse von 7 x 15 Metern = 105 m2 (altes Klubhaus in der Aarmatt = 60 m2). Der Kauf dieser sich in tadellosem Zustand befindlichen Baracke wurde kurzfristig beschlossen und unter Einsatz sämtlicher uns zur Verfügung stehenden Mittel haben wir diese noch vor Wintereinbruch an dem uns zugewiesenen Platz im Rohbau aufgestellt. Dies jedoch nicht ohne vorher die nötige Finanzplanung erarbeitet und die entsprechenden Darlehensgesuche bei der Einwohnergemeinde Solothurn und beim Kantonalen Sport-Toto eingereicht zu haben. Die Zusicherungen sind inzwischen erteilt worden.
Die Kosten der Baracke mit den allernötigsten Instellationen (Garderoben, Duschen, Schiedsrichter- und Materialraum, WC usw.) belaufen sich gemäss Kostenvoranschlag auf rund Fr. 80'000.--, woran die Klubmitglieder eine Eigenleistung von rund Fr. 20'000.-- erbringen, sodass mit einer Nettoendabrechnung von rund Fr. 60'000.-- zu rechnen ist (obligatorischer Frondienst für die Aktiven = 30 Std./Mann).
Ohne die zusätzliche finanzielle Unterstützung durch die Aktiven, Ehrenmitglieder, Senioren, Freunde und Gönner ist es jedoch nicht möglich, den Innenausbau so zu gestalten, dass man sich im neuen Klubhaus recht wohl und heimisch fühlt. Vor allem das "Vereins-Beizli" sollte eine besondere familiäre und gediegene Atmosphäre ausstrahlen und dementsprechend mit den passenden Instellationen und Einrichtungen ausgestattet werden (Einfache Küchenkombination, Buffet, Tische, Stühle, Lampen, Bodenbelag, Geschirr, Geräte usw.). Ein Klubrestaurant fördert bekanntlich nicht nur die Geselligkeit, das gute Einvernehmen und das familiäre Zusammengehörigkeitsgefühl, sondern es erbringt dem Verein auch sehr wesentliche Einnahmen, auf die er dringend angewiesen ist.
Die unterzeichnenden "Alt-Blustavianer", welche am Wiederaufbau des Klubhauses im Sinne einer tatkräftigen Unterstützung unserer von besten Willen beseelten Jungen aktiv mitwirken, möchten mit diesem Schreiben Euch alle dazu aufrufen, mit vereinten Kräften durch freiwillige Spenden dem SCB ein nettes, heimeliges "Vereins-Beizli" einzurichten. Eine Zeichnungsliste liegt bei.
Wir bitten darum, diese möglichst bald mittels dem gleichfalls beigefügtem Retourcouvert an die Initianten zurückzusenden. Jede Zuwendung, gleich welchem Unfangs, verdanken wir im voraus recht herzlich. Die bereits auf der Liste eingetragenen Spender haben wir persönlich begrüssen können. Es würde jedoch zu weit führen und vor allem zu lange dauern, bis die gesamte Aktion auf diesem Wege beendet werden könnte. Wir erlauben uns deshalb, mittels vervielfältigter Liste damit brieflich fortzufahren und hoffen, dass dieses Vorgehen Euer Verständnis findet.
Das Resultat der Sammlung werden wir Euch in einem weiteren Rundschreiben bekanntgeben und uns eine Ehre daraus machen, alle Sponsoren nach Fertigstellung des Klubhauses zur Besichtigung des vollendeten Werkes und zu einem Imbiss im neuen "Vereins-Beizli" einzuladen.
Mit einem nochmaligen herzlichen Dankeschön im voraus grüssen recht freundlich
Sportclub Blustavia Solothurn
Die Initianten "Neues Vereins-Beizll"
Walter Ammerter, Otto Bläsi, Hans Leuenberger
Weiter ging es mit Baukommissionssitzungen, die immer noch den Innenausbau betrafen. Auch diese Unterlagen sind lesenswert. Da geht es um Kabinenbänke, Pfuscharbeit des Maurers, Blasenbildung des Bodenbelages, Küchenkauf für Fr. 2'000.-- , Fragen wie: Wollen wir Vorhänge in den Garderoben :), usw. und so wurde eine lange Bauzeit ca. Ende Juni mit der Fertigstellung der meisten Arbeiten beendet.

Die Planung für die Einweihungsfeier kann beginnen
Nach alle den erfreulichen Momenten, konnte nun die Planung für die Einweihungsfeier beginnen. Es wurde ein OK für die Klubhauseinweihung gegründet, dass sich aus vielen verdienten Blustavianern zusammensetzte.
Ernst Brühweiler, Livio Bernasconi, Gilbert Ambühl, Walter Ammerter, Hr. Hochstrasser, Hans Leuenberger, Martin Haudenschild, Manfred Grütter, Franz Bargetzi, Otto Bläsi und Bruno Kocher wirkten Organisatoren.
Zuerst wurde das Datum für die Einweihung definiert, nämlich der Freitagabend, 19. August 1977 und der Samstagmorgen 20. August 1977. Der Freitagabend wurde ganz den Senioren des SC Blustavia zugesprochen und das Programm sah ein Spiel der Senioren und ein Nachtessen im neuen Klubhaus vor.
Am Samstagmorgen dann der offizielle Akt mit allerlei Gästen, einem Spiel, einer Klubhauspräsentation für die Gäste und Presse.
Auch hier sind in den Protokollen der Sitzungen viele Details nachzulesen wie Budget der Tage, Gestaltung der Feierlichkeiten usw.
Auszug aus dem Jahresbericht des Präsidenten vom 01.07.1977
.......
Unter grosser Aufopferung der Freizeit von vielen Blustavianern, die zum Teil über 100 Stunden Fronarbeit aufweisen, insbesondere von Herrn Leuenberger Hans, Bläsi Otto, Haudenschild Martin und Herrn Paul Bachmann, war es möglich, unser Clubhaus auf den jetzigen Stand zu bringen. Herr Haudenschild wird sie unter dem Traktandum 2 genauer darüber informieren. Ich glaube, dass dieser Clubhaus-Bau auch sehr wichtig war für den Zusammenhang der beiden Mannschaften des SC Blustavia, da man doch alles gemeinsam schaffte, man transportierte, nagelte und malte zusammen. Nur so ist es doch möglich, dass man sich näher kennenlernt.
.......
Wir sind alles sehr froh, dass wir nun ein neues Clubhaus unser eigen nennen dürfen und sind natürlich ganz mächtig stolz darauf, dass nur durch unser Zutun dieser Bau erreicht wurde.
Jetzt gilt es, diesem Eigentum gerecht zu werden und zu beweisen, dass wir in der Lage sind, unseren Verein ordnungsgemäss zu führen. Ich danke schon jetzt allen für ihre Mithilfe.
Solothurn, den 1. Juli 1977 - Der Präsident: Ernst Brühweiler

Die Einweihungsfeier vom 19./20. August 1977
Nun war es endlich soweit, nach 2 Jahren in der das sportliche, ohne wirkliche Heimat, mehr schlecht als recht durchgebracht wurde, stand nun wieder ein Klubhaus. Das Herz des Fussballvereins schlug wieder. Das neue Klubhaus war unter enormen Aufwand der verschiedenen OK's errichtet und eingerichtet worden. Unzählige Fronstunden wurden durch die Mitglieder geleistet und nun stand es also. Die Bau-Baracke wurde zum schmucken Klubhaus mit 2 Garderoben, 1 Materialraum, 1 Duschraum, 1 Schiedsrichterkabine, 2 WC's und einem kleinen SCB-Beizli. Dies war jedoch erst der Anfang einer bewegenden Geschichte!!!!!!
Vorschau Solothurner Zeitung mit einem Bericht von Gilbert Ambühl
Programm und Gästeliste vom 20. August 1977
Der Bericht über die Einweihungsfeier von Manfred Grütter
Unsere Feier wickelte sich Programmgemäss ab. Der Sonnengott meinte es auch während des Fussballspielens gut mit uns. Am Freitagabend spielten die Senioren gegen die Gönner und gewannen sogar mit 4:2. Diese Herren sind immer noch im Schuss. Die Anschliessende Ansprache von Hans Leuenberger wurde mit Applaus verdankt. Der Präsident Ernst Brühweiler überreichte Hans Leuenberger und Franz Bargezi aus Dankbarkeit für den emensen Einsatz, eine schöne Zinnkanne mit Gravur. Das anschliessende Essen mit dem köstlichen Wein dazu schmeckte allen sehr gut. Für einige wurde dieser Abend zu einem frühen Morgen.
Am Samstagmorgen begann die Feier mit einem Match des Jahres. Gemeinderat gegen Funktionäre des SCB. Anfänglich sah es so aus, als ob die Funktionäre den Gemeinderäten eine Lektion erteilen würden, dem war aber nicht so. Fritz Schneider, als Motor der Mannschaft, leitete schöne Spielzüge ein. Dank grossem Einsatz auf beiden Seiten trennten sich die Mannschaften 3:3. Die anschliessende Rede von Ernst Brühweiler wurde von den Anwesenden verdankt. Einige Worte und Sprüche kamen auch noch vom Stadtammann, dieser versprach sogar, dem SC Blustavia eine Strassenlaterne in der Nähe des Klubhauses. Auch hier wurde anschliessend gegessen und getrunken. Ein grosses Lob gebührt unserem Chefkoch, Hansruedi Hochstrasser.
Die beiden Zeitungen SZ und SN brachten am Montag eine grössere Reportage. Zum Schluss allen Beteiligten ein aufrichtiges Dankeschön und hoffentlich bis bald, zu einem nächsten Fest.
Manfred Grütter - Aktuar
Bericht Presse: Solothurner Zeitung und Solothurner Nachrichten über die Einweihung

und zum Schluss .....
Das Clubhaus, das bis heute unsere Zuhause ist hat noch einige bewegende Momente in seiner Geschicht erlebt, mehr dazu irgendwann in weiteren Dokumentationen.
Das letzte Wort hat nun die Politik. Das Schreiben vom 22. August 1977 des damaligen Stadtammanns, Fritz Schneider, nachdem er ja die Fäden bei der Mannschaft des Gemeinderates zog.
Sehr geehrter Herr Brühweiler
Trotz verschiedenen Zerrungen in den "Gebeinen" des Unterzeichnenten war die Einweihungsfeier Ihres Club-Hauses in allen Teilen ein schöner sportkamaradschaftlicher Anlass mit erfreulichen Kontakten zwischen der Blustavia und den städtischen Behörden. Ich möchte Ihnen für die Durchführung dieses Anlasses und die Einladung der städtischen Behörden nochmals einen herzlichen Dank und meine volle Anerkennung aussprechen.
Ich habe auch unser nachfolgendes Gespräch inbezug auf die sportlichen und gesellschaftlichen Kontakte zwischen den Vereinen, die im Sportzentrum Mittleres Brühl Gastrecht geniessen, nicht vergessen. Ich gestatte mir deshalb, als kleines Einweihungsfeier-Geschenk der Einwohnergemeinde der Stadt Solothurn Fr. 100.-- in den Fonds zur Förderung der gesellschaftlichen Kontakte der Vereine Mittlerer Brühl, zur Zeit verwaltet durch Peter Moor, Präsident des FC Post, anzuweisen.
Im übrigen habe ich mir auch über unsere Aussprache inbezug auf gewerbe- und wirtschaftspolitische Fragen unserer Stadt sehr gefreut. Ich habe mit Interesse Ihre Gedanken zu diesen Problemen zur Kenntnis genommen, ebenso Ihre Aufgeschlossenheit, und ich hoffe, dass das Gespräch auch bei anderer Gelegenheit weitergeführt werden kann.
Anschliessend möchte ich es nicht unterlassen, nebst dem generellen Dank der städtischen Behörden für Einladung, Speis und Trank auch noch meinen persönlichen Dank abzustatten für Ihre Aufmerksamkeit mir gegenüber, mit Uebergabe des prächtigen mit Widmung des FC Blustavia versehenen Zinntellers. Sie dürfen versichert sein, dass dieser Teller einen Ehrenplatz als Zeichen meiner Verbundenheit mit dem FC Blustavia einnimmt.
Ich wünsche Ihnen weiterhin einen vollen Erfolg in sportlichen und kameradschaftlichen Belangen und verbleibe
mit freundlichen Grüssen und vorzüglicher Hochachtung
F. Schneider, Stadtammann
Dokument geschrieben von Tom Wälti - Juli bis Oktober 2014