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Umfrage zur Mobilität auf dem Schulweg
In Absprache mit der Dienststelle für Mobilität und der Dienststelle für Unterrichtswesen des Kanton Wallis führte der VCS im Frühling 2021 eine Umfrage zu den Mobilitätsgewohnheiten und – bedürfnissen der Primarschulkinder in den Gemeinden Brig-Glis, Leuk, Naters und Visp durch. Über 2’000 Familien beteiligten sich an dieser Umfrage, welche interessante Ergebnisse, unter anderem für die Entwicklung von Pedibus- und Velobuslinien, aufweist.
Eine Mehrheit der Schülerinnen und Schüler der vier Gemeinden wohnt in einem Umkreis von 1 km um die Schule: 24% weniger als 500 m entfernt und 42% in einer Distanz von 500 m bis 1 km. Für ungefähr ein Drittel (34%) ist der Schulweg länger als 1 km.
Bei allen Distanzen entscheidet sich eine deutliche Mehrheit für den Fussmarsch (67%). Dieser Prozentsatz variiert je nach betrachteter Gemeinde: in Brig haben drei Viertel der Kinder einen sehr kurzen Schulweg, weswegen 83% hauptsächlich zu Fuss gehen. Die Kinder in Leuk hingegen müssen laut dieser Umfrage die grössten Distanzen bis zur Schule zurücklegen, was die häufigste Nutzung des Schulbusses (26%) und des Privatautos (7%) erklärt.
Im Durchschnitt sind die befragten Eltern der Meinung, dass ihr Kind ab 6 Jahren allein zu Fuss zur Schule gehen kann. Im Vergleich dazu empfiehlt die Beratungsstelle für Unfallverhütung eher ein Alter von 7-8 Jahren, um allein zu Fuss zur Schule zu gehen.
Fürs Velofahren liegt das Durchschnittsalter, bei dem die Eltern ihr Kind als autonom erachten, bei 9,4 Jahren. Auch hier handelt es sich um ein früheres Alter im Vergleich zu den Empfehlungen des Verbandes PRO VELO, für den ein Kind erst mit gegen 11 Jahren sicher und selbständig ist.
Wenn man die elterliche Begleitquote je nach Verkehrsart betrachtet, bestätigt sich der Trend. 63% der Eltern begleiten ihr Kind auf dem Schulweg niemals, wenn es zu Fuss geht. Die Zahlen kontrastieren mit den Ergebnissen anderer Walliser Ortschaften: Der Schulwegplan von Plan-Conthey zeigt zum Beispiel, dass dort 46% der Eltern ihre Kinder immer zur Schule begleiten.
Diese frühe Selbständigkeit lässt sich teilweise mit der Wahrnehmung der Gefahr durch die Eltern der vier Gemeinden erklären: Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass ein wesentlicher Teil von ihnen den Schulweg ihrer Kinder für «nicht» oder «wenig» gefährlich hält. Im Durchschnitt sind nur 10% der Eltern der Ansicht, dass der Schulweg gefährlich ist.
Die Umfrage zeigt, dass ein nicht zu vernachlässigender Teil der Eltern dennoch ein Interesse an der Organisation von Begleitlinien zu Fuss oder mit dem Velo zeigt. Gemäss der Erfahrung des VCS gibt es auch bei einer scheinbar begrenzten Anzahl von interessierten Eltern ein klares Interesse und Potenzial, um Pedibus- oder Velobus-Linien zu gründen, die ab 2 Familien organisiert werden können. Der Pedibus sowie der Velobus verstehen sich als ein komplementäres Angebot zu anderen Schultransportmitteln, wie z.B. den Schulbus, und können auch damit kombiniert werden.
Für weitere Informationen, steht Martina Fellay (<email-pii>) zu Verfügung.