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Die Ausstellung Faces in der ALBERTINA präsentiert Porträts der deutschen Zwischenkriegszeit. Ausgangspunkt dafür ist Helmar Lerskis herausragende Fotoserie "Verwandlungen durch Licht (1935/36)".
Helmar Lerski ist ein bedeutender, aber bislang zu wenig bekannter Schweizer Fotograf und Filmemacher, der als Sohn polnisch-jüdischer Auswanderer 1871 in Strasbourg geboren wurde und 1876 mit seiner Familie nach Zürich übersiedelte. Er emigrierte 1888 in die USA. Ab 1948 lebte er wieder in Zürich, wo er 1956 verstarb.
In den 1920er- und 30er-Jahren erneuern Fotografinnen und Fotografen das Verständnis des klassischen Porträts radikal: Ihre Aufnahmen dienen nicht mehr der Darstellung der Persönlichkeit eines Menschen, sondern fassen das Gesicht als nach ihren Vorstellungen inszenierbares Material auf.
Über das fotografierte Gesicht werden sowohl ästhetische Überlegungen der Avantgarde als auch gesellschaftliche Entwicklungen der Zwischenkriegszeit dargestellt. Experimente mit neuer Formensprache, das Verhältnis zwischen Individuum und Typ, feministische Rollenspiele und politische Ideologien treffen aufeinander und erweitern damit das Verständnis der Porträtfotografie.
Ausstellungsdauer
12. Februar bis 24. Mai 2021