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Mit dem anhaltenden Klimawandel verschwinden die Schneeresten in den Bergen immer früher im Jahr. Dies verringert ihr Potenzial, als Wasserquelle genutzt werden zu können. Besonders für Infrastrukturen wie SAC-Hütten in den Bergen kann dies zu Problemen führen. Gegen den voranschreitenden Klimawandel kann kurz- und mittelfristig wenig gemacht werden. Die Forschungsgruppe «Alpine Naturgefahren» am IBAR verfolgen zusammen mit dem SAC Ressort «Hütten und Umwelt» ein Innocheque-Projekt zu diesem Thema. Wir möchten mit diesem Projekt durch gezielte Massnahmen die Menge an Schnee, welcher sich an geeigneten Standorten ablagert, beeinflussen. Es geht darum, mittels Verwehungsverbauung an gezielten Orten die Schneeresten zu vergrössern.
Es findet sich allgemeine Literatur zum Bau und zur Projektierung von Schneeverwehungsbauten einerseits zum Schutz von Infrastruktur wie Strassen oder Bahnlinien in den Vereinigten Staaten (TABLER, Ronald D. Controlling blowing and drifting snow with snow fences and road design. 2003) sowie als Empfehlungen in Bezug auf deren Einsatz in Lawinenanrissgebieten (MARGRETH, Stefan. Schneeverwehungsverbau, 2015).
Einsatz als Snowfarming
Unser Ansatz ist es Grundlagen der Verwehungverbauung bewusst einzusetzen, um Schneedepots im Sinne von Snowfarming (GRÜNEWALD, Thomas, Snow farming: conserving snow over the summer season, 2017) nutzbar zu machen. Mit diesem Projekt soll gezeigt werden, dass durch Verwehungsbauten an den optimalen Orten eine praktische und nachhaltige Anwendung von Snowfarming ohne den Einsatz von Pistenmaschinen oder Schneekanonen in alpinem Gelände realisiert werden kann.
Umsetzung im Innocheque-Projekt
Im Rahmen des Innocheque-Projekt soll evaluiert werden, ob mittels Modellen die Lokalisierung und Beurteilung sinnvoller Standorte verbessert werden kann. Zu diesem Zweck wurde einerseits die Implementierung von rechnergestützten Strömungsmodellen (CFD) evaluiert, andererseits werden Schneemodelle herangezogen, welche die Schneeverteilung im Gelände modellieren.
Um die Resultate zu validieren, wurde eine bestehende Verwehungsverbauung mittels photogrammetrischer Aufnahmen erfasst. Dabei wurde das Gelände schneefrei aufgenommen, sowie vor und nach einem Schneefall Ereignis. Anhand der nahegelegenen Schneemessstation des SLF können die Simulationsdaten ausgewertet werden und mit den realen Ergebnissen verglichen werden.
Eine solche Modellierung von Verwehungsverbauungen kann zukünftig helfen, die Projektierung der Bauwerke zu verbessern, unabhängig ob sie zur Konservierung von Schnee oder in der Lawinenverbauung eingesetzt wird.
Autor
Dr. Philip Crivelli, absolvierte an der ETH in Zürich das Masterstudium in Maschinenbau. Seine Dissertation zur räumlichen und zeitlichen Dynamik von Triebschneeverfrachtung schloss er 2018 am SLF in Davos ab. Heute arbeitet Philip als Wissenschaftlicher Projektleiter an der Fachhochschule Graubünden.