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Zuerst meinten viele, es handle sich um einen Scherz: Donald Trump zeigte sich an einem Kauf von Grönland interessiert – im Grunde ein Immobiliengeschäft, wie er meinte. Er bekräftigte sein Interesse aber mehrfach, auch weil Grönland aus strategischer Sicht interessant sei.
Die bizarre Idee entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem handfesten diplomatischen Skandal, als Trump einen geplanten Staatsbesuch beim NATO-Partner Dänemark absagte. Die «gemeine» Mette Frederiksen habe keine Diskussionsbereitschaft gezeigt.
Die sozialdemokratische dänische Ministerpräsidentin betonte, dass ihr das Mandat fehle um über einen solchen Verkauf zu sprechen. Grönland ist seit vierzig Jahren ein autonomes Territorium und die Bewohner*innen der Insel bestimmen ihre Geschicke selbst.
Obwohl noch formal dänisches Staatsgebiet ist die Regierung in Kopenhagen nur noch für die Aussen- und Sicherheitspolitik zuständig. Grönland ist jedoch auch eng mit Amerika verbunden: Schon seit dem Zweiten Weltkrieg sind US-Truppen dort stationiert.
So ist es auch nicht das erste Mal, dass die Amerikaner an einem Kauf von Grönland interessiert sind. James Byrnes, der Aussenminister unter Präsident Harry S. Truman, hatte schon 1946 den Dänen ein Angebot für Grönland gemacht. Der riesige Eisklumpen sei für die Amerikaner von strategischer Bedeutung, so meinte Byrnes zum damaligen dänischen Aussenminister Gustav Rasmussen während eines Treffens bei den Vereinten Nationen in New York, für die Dänen jedoch stelle er doch nur eine Bürde dar. Byrnes bot den Dänen 100 Millionen Dollar – heute wären das umgerechnet etwas mehr als 1,3 Milliarden.