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Gewittersturm in der Zentralschweiz
Auf der Rückseite des Höhenrückens, der heute nach Osten abgezogen ist, kam es in der aus Westsüdwest einfliessenden und sehr labilen Luftmasse zu Hebungsprozessen und in der Folge zu kräftigen Gewittern. Hauptmerkmal dieser Gewitter waren nicht so sehr die grossen Niederschlagsmengen, sondern die hohen Windgeschwindigkeiten. Betroffen davon war hauptsächlich die Zentralschweiz. In Luzern zeigte der Windmesser maximal 135 km/h an, auf dem Pilatus wurden sogar 162 km/h aufgezeichnet. Gleichzeitig sank die Temperatur in Luzern innert 20 Minuten von 24 auf 16 Grad.
Zunächst noch ziemlich warm
Heute Vormittag war es zum Teil bereits bewölkt und besonders gegen den Jura hin kam es auch zu Schauern. Dennoch zeigte sich hin und wieder die Sonne. Die Temperaturen stiegen dabei besonders in der Region Basel, aber auch im Mittelland vom Kanton Aargau an ostwärts auf 27 bis 29 Grad. Weniger warm wurde es - mit Ausnahme von Genf - im Mittelland von Solothurn südwestwärts bis zum Genfersee, wo verbreitet 23 bis 25 Grad aufgezeichnet wurden.
Gewitterzone überquerte am Nachmittag die Alpennordseite ostwärts und löste kräftige Windböen aus
Am frühen Nachmittag bildete sich über der Westschweiz eine ausgedehnte Gewitterzone, welche sich in der Folge rasch ostwärts verlagerte. Da die unteren Luftschichten zunächst noch eher trocken waren, verdunstete ein ansehnlicher Teil der Niederschläge. Die Folge war, dass sich die bodennahen Luftschichten stark abkühlten. Dies wiederum bewirkte in diesen Gebieten einen kräftigen Druckanstieg. So zeigte der auf Meereshöhe reduzierte Druck am Nachmittag um etwa 15 Uhr im zentralen Mittelland einen Wert von über 1017 hPa an, ebenso zum Teil im Berner Oberland. In den Regionen Luzern und Zürich wurden dagegen nur Werte von 1011 hPa ermittelt. Es entstand somit ein Druckgradient von 6 hPa auf etwa 30 bis 40 km Distanz. Dies liess vermuten, dass bald heftige Windböen auftreten würden.
Lothar-ähnliche Zustände heute Nachmittag in Luzern
Und so war es dann auch. Innert kurzer Zeit lebte der Wind in der Zentralschweiz auf. In Luzern wurde eine Böe von 135 km/h aufgezeichnet. Dies ist der dritthöchste Wert seit Beginn von einheitlichen Messungen. Stärker waren bisher der Weststurm Lothar mit 142 km/h und der Weststurm vom 26. Januar 1995, welcher es auf 140 km/h brachte. Bemerkenswert ist, dass die höchste Böe im Sommerhalbjahr bisher nur 117 km/h brachte, gemessen am 21. August 1992. Dies unterstreicht die Heftigkeit des heutigen Gewittersturms in aller Deutlichkeit. Böenspitzen von mehr als 130 km/h werden bei Gewittern hin und wieder gemessen. Das Problem bei Gewittern ist trivialerweise ihre Kleinräumigkeit, wodurch viele heftige Gewitterböen durch die Messnetze nicht erfasst werden.
Auf der Alpensüdseite noch recht heiss
Auf der Alpensüdseite herrschte eine etwas stabilere Luftmasse vor, so dass es bis in den Nachmittag hinein noch ziemlich sonnig war. Dementsprechend stiegen die Temperaturen auf hochsommerliche Werte. In den Niederungen reichte es verbreitet für einen weiteren Hitzetag, wobei die Höchsttemperatur mit 32.1 Grad in Biasca gemessen wurde. Am späteren Nachmittag entwickelte sich dann aber auch auf der Alpensüdseite eine Gewitterzelle, nämlich im Gebiet von Bosco Gurin. Gegen Abend weiteten sich die Gewitter auf weitere Teile der Alpensüdseite aus.