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Freigesetzte Radioaktivität breitet sich in der Umwelt aus und lagert sich auf Boden und Pflanzen ab. Über verschiedene Pfade (Blattoberfläche, Wurzeln) gelangen die Radionuklide auch in die essbaren Anteile von Futter- und Nahrungsmitteln. Durch Fütterung bzw. Verzehr können sie daher auch ins Tier bzw. in den Menschen gelangen. Je nach Halbwertszeit und Art der Nuklide kann die Gefährdung über längere Zeit bestehen bleiben. Um diese Gefährdung feststellen und die entsprechenden Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung treffen zu können, ist es wichtig, das Verhalten einzelner Nuklide in der Biosphäre abzuschätzen.
Für diese Prognose wird das in Deutschland entwickelte und an schweizerische Verhältnisse angepasste radioökologische Modell CHECOSYS verwendet. Das Modell berechnet - ausgehend von der vorhandenen Radioaktivität in der Luft oder von der auf Boden und Pflanzen deponierten Aktivität - die zu erwartenden Aktivitätskonzentrationen in Lebens- und Futtermitteln. Unter Annahme eines bestimmten Konsumverhaltens wird die zu erwartende Dosis für den Menschen durch Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln berechnet. Ist diese zu hoch, könnten als Massnahme zum Beispiel ein Ernteverbot oder eine Einschränkung bei gewissen Lebensmitteln erlassen werden.