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Mike Pence, der Vizepräsident der USA und bekennender Gegner von allem, was mit Homosexualität zu tun hat, hat Island besucht. Dort wehte ihm ein farbiger Wind entgegen. Und ein Bürgermeister auf dem Velo.
Mike Pence ist nicht gerade das, was man einen Freund der LGBTQ-Bewegung nennt. Der ultra-konservative Republikaner und strenggläubige Christ ist schon mehrfach mit seiner Anti-Gay-Haltung aufgefallen. So unterzeichnete er 2015 ein Gesetz, das Ladenbetreibern im Bundesstaat Indiana die Möglichkeit gab, schwulen und lesbischen Leuten den Service zu verweigern. Doch lasst es euch von John Oliver erklären:
Genau dieser Pence, der mittlerweile Vizepräsident der USA ist, hat diese Woche Island besucht. Dabei traf er sich sowohl mit dem isländischen Präsidenten Guðni Th. Jóhannesson, als auch mit der Premierministerin Katrín Jakobsdóttir und dem Bürgermeister von Reykjavík, Dagur Eggertson.
Die Isländer, deren Land gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt, waren jedoch nicht sehr erfreut über den hohen Besuch. Laut einem Bericht des Stern wurde vor dem isländischen Parlament eine Protest-Aktion namens «Party gegen Pence» abgehalten.
Ein Unternehmen liess sich zudem eine ganz spezielle Form des Protests einfallen. Die IT-Firma Advania, die direkt gegenüber des Höfði-Hauses ihren Sitz hat, hisste zahlreiche Regenbogenflaggen. In dem Haus traf sich Pence mit dem Präsidenten Jóhannesson. Der CEO von Advania, Ægir Már Þórisson (ja, das schreibt man so), sagte gegenüber dem Iceland Monitor:
Das dachte sich wohl auch der isländische Präsident Guðni Th. Jóhannesson. Bei seinem Treffen mit Pence trug er ein regenbogenfarbenes Armband. Auch seine Frau Eliza Reid trug ein solches Armband.
Eine weitere Kuriosität ereignete sich beim Treffen mit dem Bürgermeister von Reykjavík, Dagur Eggertson. Während Pence mit einer Entourage von rund 250 Leuten, 20 gepanzerten Fahrzeugen, sechs Helikoptern, eigens importierten Sprengstoffspürhunden und Scharfschützen auf den Dächern auf den komplett gesperrten Strassen zum Meeting fuhr, kam Bürgermeister Eggertson mit dem Fahrrad.
Auf Twitter schrieb Eggertson, dass der Security-Chef der Amerikaner ihm nicht glauben wollte, dass er der Bürgermeister sei. Drei Mal musste der Sicherheitsbeauftragte die Mitarbeiter der amerikanischen Botschaft fragen, ob er es wirklich sei. Er hätte noch nie einen Bürgermeister auf einem Velo gesehen. «First time for everything» – «Es gibt für alles ein erstes Mal», war die Antwort Eggertsons.