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Wer sich das Rauchen abgewöhnen will, kann unter unangenehmen Entzugserscheinungen leiden: starker Drang zu rauchen, Gewichtszunahme, Reizbarkeit, Depression, Angstzustände, Konzentrationsstörungen oder Schlaflosigkeit. Medikamente können diese Beschwerden lindern oder sogar komplett aufheben und dadurch Ihre Erfolgschancen verdoppeln.
Ergebnisse aus über 100 wissenschaftlichen Studien mit mehr als 40.000 Rauchern haben gezeigt, dass die folgenden Medikamente nach einem Jahr die Erfolgschancen der Raucherentwöhnung in etwa verdoppeln:
– Nikotinersatztherapie
– Vareniclin
– Bupropion
– Cytisin
Diese Medikamente können Nebenwirkungen haben. Lassen Sie sich daher von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten, bevor Sie mit der Behandlung beginnen. Obwohl die Medikamente bei der Raucherentwöhnung äusserst hilfreich sind, meinen viele Raucher, dass die Einnahme eines Nikotinersatzmittels einfach nur eine Abhängigkeit durch eine andere ersetzt. Das spricht dagegen:
a) Der Suchtfaktor hängt davon ab, wie schnell das Nikotin in das Blut und das Gehirn gelangt. Er ist bei Zigaretten wesentlich höher als bei Nikotinkaugummis, -tabletten, -inhalatoren oder -pflastern. Tatsächlich gelangt das mit dem Rauch inhalierte Nikotin über die Lungen sehr rasch ins Blut; dieser Nikotinpeak löst im Gehirn dann eine sofortige Ausschüttung von Dopamin aus. Diese schnelle Stimulierung des Belohnungssystems ist für das Wohlgefühl beim Rauchen und damit auch für den hohen Suchtfaktor von Zigaretten verantwortlich. Das Nikotin aus Kaugummis und Pflastern verteilt sich dagegen wesentlich langsamer im Körper, weshalb die Suchtwirkung bedeutend geringer ist. Es ist keine Abhängigkeit von Nikotinpflastern bekannt, und auch eine Sucht nach Nikotinkaugummis entwickelt sich nur in seltenen Fällen (> 1 % der Anwender). Auch die gängigsten aktuellen E-Zigaretten verteilen das Nikotin langsamer im Körper als gewöhnliche Zigaretten und haben daher ebenfalls eine geringere Suchtwirkung.
b) Mit Abstand am meisten Toxine werden durch Verbrennung freigesetzt. Mit dem Zigarettenrauch werden also gleichzeitig Hunderte giftiger Substanzen inhaliert. Führt man dem Körper das Nikotin auf anderem Wege zu, bleibt der Organismus von diesen Giften verschont.
Ein anderer Einwand kommt häufig von den Rauchern selbst: „Ich brauche kein Medikament, um aufzuhören.“ Dennoch: Medikamente erhöhen die Erfolgschancen um rund 100 % und lindern die Begleiterscheinungen des Raucherentzugs. Warum unnötig leiden und auch noch einen Rückfall riskieren? Denken Sie an Schmerzmittel: Auch sie werden eingesetzt, um die Lebensqualität für eine bestimmte Zeit zu erhöhen.
Zu guter Letzt fürchten manche Raucher die Nebenwirkungen einer Nikotinersatztherapie. Diese sind jedoch so gering, dass sie vernachlässigt werden können.
Die Nebenwirkungen von Bupropion und Vareniclin etwa treten im Vergleich zu den bedeutend höheren Risiken des Rauchens (Krebs, Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen, Auswirkungen auf Kinder etc.) völlig in den Hintergrund.
Quelle: www.stop-tabac.ch / Illustration: Freepik