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Nachhaltiges Investieren galt lange als ein in erster Linie philanthropisches Unterfangen, bei dem man eher etwas Gutes tun als Gewinne erzielen wollte. Doch einer umfassenden neuen Studie zufolge scheint sich die Einstellung der Anleger jetzt möglicherweise zu ändern. Die Schroders Global Investor Study 2017, in deren Rahmen 22'100 Anleger in 30 Ländern befragt wurden, hat ergeben, dass die meisten Anleger nachhaltiges Investieren als eine Möglichkeit betrachten, Gewinne zu erwirtschaften und nicht nur potenziell positive Auswirkungen zu erzielen.
Die Anleger wurden gefragt, ob sie aufgrund der möglichen Rendite investierten oder aber wegen der positiven Auswirkungen auf die Gesellschaft und/oder Umwelt. Dafür wurde den Anlegern eine Skala von eins – für positive Auswirkungen – bis fünf – für Gewinn – vorgelegt. Eine Punktzahl über 3,0 bedeutete, dass es den Anlegern eher auf den Gewinn ankommt. Die Antworten liegen für alle sechs Fondsarten in der Nähe von 3,0, wie die folgende Abbildung zeigt. Der Durchschnitt über alle sechs Fondsarten beträgt 2,9. Das bedeutet, dass den Investoren die höheren Renditechancen nachhaltiger Anlagen genau so wichtig sind wie deren potenzielle Auswirkungen auf die Welt.
Die nachfolgende Abbildung zeigt, wie die Anleger im Durchschnitt antworten, wenn sie nach den Gründen für ihre Anlagen in sechs verschiedenen Arten von nachhaltigen Fonds oder Anlagemöglichkeiten gefragt werden.
Nachhaltigkeit für mehr Profitabilität
Jessica Ground, Global Head of Sustainability, meint hierzu: "Die Anleger begreifen, welche Auswirkungen Themen wie eine solide Corporate Governance und Diversität auf die Erzielung von Gewinnen haben können." Sie erklärt, dass MSCI beispielsweise nachweisen konnte, dass die MSCI World Index vertretenen Unternehmen mit einem hohen Frauenanteil in der Unternehmensleitung eine höhere Eigenkapitalrendite (10,1 % pro Jahr) erwirtschaften würden als diejenigen mit einem geringen Frauenanteil in der Geschäftsführung (7,4 %).
Ausserdem ergab eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey mit dem Titel "Why Diversity Matters" ("Warum Diversität zählt"), dass bei Unternehmen mit einer höheren ethnischen Diversität eine um 35 % höhere Wahrscheinlichkeit in Bezug auf eine Outperformance gegenüber ihren Mitbewerbern gegeben war. Dies ist ein Grund, weshalb, so Jessica Ground, jetzt mehr Anleger Nachhaltigkeit als eine Frage der Profitabilität und nicht als rein altruistisches Konzept betrachten würden. Ground begrüsst diese Entwicklung: "Der gesellschaftliche und ökologische Wandel vollzieht sich in einem immer schnelleren Tempo. Die Herausforderungen durch den Klimawandel, Ungleichheit und die Bevölkerungsentwicklung sind beträchtlich.Anpassungsfähige und erfolgreiche Unternehmen werden weiterhin überproportional profitieren, während andere noch stärker zurückfallen. Die Anleger sind sich dessen zunehmend bewusst."