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Tagesbericht vom 12.11.2002
Nach dem Morgenessen machen wir uns auf die Fahrt nach dem alten Leon (Leon Viejo). Zuerst müssen wir aber noch Bargeld beziehen. In der Stadt finden wir, nach vergeblichen Versuchen am Automaten, endlich einen Bankschalter, der uns auf unsere Kreditkarte sechshundert Cordobas gibt. Neben der Bank hat es ein super Einkaufszentrum, in welchem wir alles kaufen könnten, wenn wir wollten. Fruchtsäfte und ein paar noch warmen Brötchen genügen uns.
‚Leon Viejo' liegt am Lago de Managua, dem einzigen See auf dieser Welt mit Süsswasserhaien, zu Füssen des Momotombo. Dieser kleine Ort ist etwa eine Fahrstunde vom neuen Leon entfernt.
Hernandez Cordoba hat die Stadt 1526 gegründet. Er wurde enthauptet, da er nicht hundertprozentig dem König von Spanien gehorchte. Um die folgende Jahrhundertwende brach der Vulkan Monotombo aus und schüttete die Stadt zu (ganz wie Pompei). Vor fünfzig Jahren wurde die Stadt wieder entdeckt und man fand nach langem graben den Leichnam von Hernandez Cordoba. Viel gibt es nicht zu sehen in den ausgegrabenen, alten Ruinen. Trotzdem hat die UNESCO diesen Ort in die Liste des Welterbes aufgenommen. Da 1972 Managua von Erdbeben heimgesucht und die Hälfte der Gebäude zerstört wurde, haben die Nicaraguaner wahrscheinlich andere Prioritäten, als die Ruinen vom alten Leon auszugraben.
Liseli geht es heute nicht so gut. Sie hat den Klimaanlageneffekt: heiss, feucht und trotzdem erkältet! Dafür geht es Sir James gut, er scheint im HZJ78-Land zu sein. Wie in Afrika werden diese Fahrzeuge privat und für die Polizei, Feuerwehr, Sanität und andere öffentliche Dienste eingesetzt.
Managua scheint sich noch nicht ganz von den letzten Erdbeben und Vulkanausbrüchen erholt zu haben. Ausser an der Autobahn nach Masaya, die an USA Dimensionen erinnert, und an der die meisten Hotels und Geschäfte sind, sehen wir nur einstöckige Bauten, die kaum über die Baumwipfel heraus ragen. Da wir gerade am McDonald's vorbeifahren, testen wir das Hackfleisch von Nicaragua. Nicht schlecht. Managua kann uns aber trotz nahem See mit Süsswasserhaien nicht reizen eine Nacht der Stadt zu widmen. Wir ziehen weiter nach Masaya. In Masaya hat die Erde vor zwei Jahren das letzt Mal gebebt. Die Kirche und einige Häuser kommen heute noch nicht ohne Stützen aus. Wir ziehen weiter nach Granada, wo wir das Hotel Alhambra – wieder das beste Hotel am Platz - aufsuchen (Position Nord 11° 55' 49.7“ und West 85° 57' 15.4“). Granada scheint bis heute vom Unbill der Natur verschont geblieben zu sein. Die nahen, brodelnden Vulkane sind aber jederzeit bereit, die Bösewichte in der Gegend zu bestrafen. Zu diesen zählen wahrscheinlich auch die Angestellten des Hotelempfangs. Das erste Zimmer im Hotel, das wir beziehen, ist ziemlich schmuddelig. Wir fragen, ob es kein bessere Zimmer gäbe. Nein, alle Zimmer seien gleich, ist die Antwort. Also beziehen wir diese Unterkunft. Doch dann stellen wir fest, dass aus dem Heisswasserhahn gar kein Wasser fliesst. Wir beschweren uns an der Reception. Nach einigem Suchen in diversen Listen und im Computer finden sie ein anderes Zimmer. Es geht auf den Innenhof des Hotels, ist neu renoviert und wirklich schön.