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Am 8. Mai ist wieder Muttertag
Den Muttertag begehen wir seit 1914, ausgehend in den USA, zu Ehren der Mutterschaft im Allgemeinen und natürlich zu Ehren unserer lieben Mütter, die uns unter Schmerzen geboren und dann noch mit viel Aufwand grossgezogen haben. In den deutschsprachigen Ländern, so auch in der Schweiz, ist nun stets der zweite Sonntag im Mai Muttertag. Für dieses Jahr 2016 ergibt sich aus dieser Regel der 8. Mai.
Historisches aus der Schweiz
Die Heilsarmee war eine der beiden Gruppierungen, die die Initiative zu seiner Einführung in der Schweiz ergriffen hatten. Die andere trägt den wohlklingenden französischen Namen: "Unions Chrétiennes de Jeunes Gens de la Suisse Romande", was vielleicht zumindest in der Deutschschweiz zu einem gewissen Unverständnis geführt hatte, jedenfalls konnte die Gruppe dort keine nennenswerten Erfolge verbuchen. Anders die Heilsarmee, die dann erstmals im Sommer 1917 jenen denkwürdigen Aufruf für einen Ehrentag aller Mütter erliess, in dem auch eine religiöse Note des Ganzen im Vordergrund stand.
Beide Initiativen blieben allerdings bis in die 1920er Jahre auf kleinere Kreise beschränkt. Dann folgten die schweizerischen Floristenverbände gewissen deutschen Initiativen, ebenso auch die Gärtnermeister sowie die Konditormeister, die nun unisono in dem lobenswerten Aufruf auch gewisse ökonomische Vorzüge erahnten. Schliesslich verhalfen "ethisch engagierte Promis" mit ihren gewichtigen Unterzeichnungen dem Aufruf zum endgültigen Durchbruch. Da damals von einem Internet noch niemand zu träumen wagte, wurde der erste weiterreichende Muttertag via Radio, Presse, Flugblätter, Litfasssäulen und Schaufenster für den zweiten Maisonntag 1930 propagiert.
Endlich kommen wir zu den Geschenken
Für jeden Mann ist seine Mutter die wichtigste Frau in seinem Leben, ganz zum Unmut seiner Ehefrau, manchmal. Ungefähr 100 Jahre Muttertage haben dazu geführt, dass sich alle Beteiligten an dieses "Ritual" gewöhnt haben, und es gilt ja: "Keine Feier ohne Meier". Mit anderen Worten: Ein Feiertag wird als solcher erst dann richtig wahrgenommen, wenn an diesem Tag Geschenke verteilt und schlaue Reden gehalten werden, eben so wie Weihnachten, Hochzeit, Geburtstag & Co.
In der Folge hat sich bei den Müttern dieser Welt am zweiten Sonntag im Mai eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber ihren Kindern, aber auch gegenüber den eigentlich schuldigen Vätern eingebürgert. Das ist aber auch ihr gutes Recht, denn eine Frau möchte ab und zu ganz konkret gelobt werden, sehr gern auch öfter als nur am Muttertag.
Welche Blumen sprechen die richtige Sprache?
Frauen lieben Blumen und diese Traditionen des Blumenschenkens zum Valentins- oder Muttertag auch. Und sie haben einen Riecher, für Benzin zum Beispiel. Der kurze Sprint in die Tankstelle, wo in einer verruchten Ecke noch 3 gammelige verpackte Blumensträusschen auf die nächste Müllabfuhr warten, ist aus Sicht unserer Mütter keine vollwertige Sympathiebekundung. Der gute und auch individuelle Rat der Blumenfachverkäuferin macht sich in aller Regel am äusseren Erscheinungsbild des Blumenstrausses bemerkbar, und sie ist es auch, die am Muttertag jedem unbedarften Mann beispielsweise von der Symbolik gelber Lilien abraten und derlei wichtige Dinge beachten wird.
Wir sollten die Beschenkte auch als Mensch kennen. Es gibt viele Frauen, die Schnittblumen, ganz egal welche, nicht so sehr mögen wie eine Topfpflanze. Dabei geht es oftmals um nicht mehr und nicht weniger als das Leben, das der Schnittblume in wenigen Stunden entgleiten wird, während die Mutter an der Topfpflanze noch sehr lange Freude haben wird, und sich auch nach Jahren noch an den schönen Muttertag erinnert, wenn die Pflanze inzwischen meterhoch im Garten erblüht.
Das etwas andere Geschenk
Frauen möchten schön sein, aber nicht leiden, darunter, dass das Portemonnaie dadurch leer ist, denn ein Besuch beim Friseur, bei der Maniküre, im Kosmetikstudio oder in einem Wellnessbereich ist in der Regel nicht ganz billig. An dieser Stelle dürfen sich auch mal die eher als geizig geltenden Ehemänner mit einklinken und vielleicht gemeinsam mit dem Sohn ein überraschendes Päckchen für Mama zusammenschnüren.
Das schönste Geschenk ist Zeit
Was bleibt, sind unsere Erinnerungen an gemeinsam verbrachte Stunden in schöner Umgebung. Bereichern wir also Mutters Depot an schönen Erinnerungen zum Beispiel mit einem gemeinsamen Familienausflug ans Meer, in die Berge, an einen See oder in eine (ewige) Stadt. Da darf dann auch lieber ein Konzert- oder Theaterbesuch nach Muttis Geschmack anstelle eines üppigen schwer verdaulichen Essens dabei sein.
Wer seine Mutter so liebt, dass er gern noch einen Schritt weiter gehen möchte, erinnert sich bitte an diese alte Weisheit: "Das Geniale liegt immer im Einfachen". Bezogen auf den Muttertag können wir daraus ableiten, dass es gerade unseren Müttern gar nicht um ein so ganz besonderes Geschenk einmal pro Jahr geht. Wir machen unsere Mutter viel glücklicher mit unserer häufigen und selbstverständlichen Anwesenheit zu Hause, mit gemeinsamen Spaziergängen und Gesprächen rund ums Jahr, so oft wir uns eben Zeit für unsere Mutter nehmen können und wollen.
Bildquelle: Imaresz / pixabay.com