Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03565.jsonl.gz/2895

Genfer Forscher haben eine Substanz entdeckt, die Frauen als Vaginal-Gel zum Schutz gegen eine HIV-Infektion benützen könnten. Sie sei billig in der Herstellung, wäre leicht anzuwenden und effizient. Doch die Pharmafirmen blocken.
"Die potenziellen Konsumenten eines Medikaments gegen HIV sind die ärmsten Menschen dieses Planeten", sagte Olivier Hartley von der Abteilung strukturelle Biologie und Bioinformatik der medizinischen Fakultät der Universität Genf.
Etwa 95% der Infizierten lebten in Entwicklungsländern und hätten keinen Zugang zu Prävention und Behandlung von HIV und Aids. Medikamente sind teuer, das Kondom wird sozial oft nicht akzeptiert.
Mit dem Gel hätten Frauen ein Mittel, um sich selbst aktiv zu schützen, betonte Hartley. Ein grosser Teil der nötigen Untersuchungen wurde bereits am medizinischen Institut in Genf unternommen.
Bis jetzt habe sich aber keine Pharmafirma bereit erklärt, die noch notwendigen klinischen Tests durchzuführen. "Die Kaufkraft dieser Menschen ist gering, deshalb ist die Industrie nicht interessiert", schätzt Hartley.