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Indigo und Bluejeans-Blau: vom Luxusgut zum meist verwendeten Textilfärbemittel
Indigo (Altgriechisch: aus Indien, das Indische) ist nach seinem ursprünglichen und häufigsten Anbaugebiet, Ostindien, benannt. Es ist einer der ältesten natürlichen, organischen farbgebenden Stoffe und schwer löslich in Wasser. Das europäische Äquivalent ist der Färberwaid, eine Pflanze, welche ab dem 17. Jahrhundert kultiviert wurde. Färberwaid besass jedoch nur weniger als zehn Prozent der Farbintensität des indischen Indigos, weshalb echtes Indigo ein wichtiges Handelsgut und exklusives Färbemittel war. Mit der Entwicklung der organischen Chemie gelang es Ende des 19. Jahrhunderts die Herstellung einer synthetischen Variante von Indigo. Dies hatte den Niedergang der natürlichen Indigo-Herstellung zur Folge und ebnete den Weg für die kostengünstige synthetische Massenproduktion. Echtes Indigo galt als Luxus. Tuareg-Nomaden rieben ihre Haut mit Indigo ein. Könige, religiöse Würdenträger und Krieger schätzten echte Indigo-Kleider als kostbare Gewänder. Bluejeans, gefärbt mit synthetisch hergestelltem Indigo, machte Indigo weltweit bekannt und führte zu einer Demokratisierung vom einstigen Luxusgut. Indigo erinnert noch heute, bewusst und unbewusst, an ferne Länder und die Entdeckung der Welt in früheren Zeiten.
Lapislazuli: Halbedelstein, der Himmel und Erde in sich eint
Lapis bedeutet im Lateinischen Stein und lazuli leitet sich aus dem Paschtunischen ab, in dem es Himmelblau bezeichnet. Lapislazuli-Fundorte gibt es in Tadschikistan, Chile und in den USA. Reiner Lapislazuli ist jedoch nur im Hindukusch, im Nordosten von Afghanistan, zu finden. Gerade am Ort der grössten Unruhe der Welt findet sich die reinste Form des natürlichen und farbgebenden Pigments, welches Himmel und Erde in sich vereint.
Lapislazuli ist in jeder Hinsicht ein ganz besonderes Gestein. Echter Lapislazuli ist ein mineralisches, hochkomplexes und sehr lichtechtes Pigment, welches hohe Anteile des Minerals Lasurit sowie Calcit, Pyrit, Diopsid und Sodalith enthält. Betrachtet man Lapislazuli unter dem Mikroskop, finden sich goldene Adern sowie transparente, rote und blaue Partikel darunter. Das Pigment wirkt flüchtig und leicht, was Lapislazuli in der Anwendung grosse Luftigkeit und anmutende Weite verleiht. Lapislazuli vereint Himmel und Erde auf ganz besondere Weise: seine Farbe als Ausdruck der inneren Energiequalitäten steht für die Ferne des Himmels, während sein Naturell als Gestein die Stabilität und Festigkeit der Erde in sich trägt. Seine heilende Wirkung, die exotische Herkunft und die seltene ihm innewohnende Verbindung machten echten Lapislazuli seit jeher zu einem Luxusgut. Diese Sehnsucht nach Verbindung und tiefem Blau innewohnenden Friedens hat noch heute Bestand. Sie trägt – zumindest unbewusst – zur grossen Faszination dieser besonderen Farbe bei. Aufgrund seiner Rarität ist Lapislazuli auch heute noch kostbarer als Gold.
Natürliches und synthetisches Ultramarin
Ultramarin leitet sich ab von Ultra Mare – von Ferne über das Meer. Es erinnert an seinen Ursprung, denn natürliches Ultramarin wird in einem sehr aufwändigen Verfahren aus dem Halbedelstein Lapislazuli gewonnen. Aufgrund seiner Kostbarkeit war es jedoch unerschwinglich und äusserst rar. Seine Beliebtheit und die von ihm ausstrahlende Faszination verlangte deshalb nach Alternativen. Seit der Entwicklung von Verfahren zur künstlichen Herstellung von Ultramarin zu Beginn des 19. Jahrhunderts, erfreute sich synthetisches Ultramarin grosser Beliebtheit in der Kunst und Porzellanmalerei. Synthetisches Ultramarin enthält in seiner chemischen Struktur die Hohlräume des echten Lapislazuli, welche ihm Flüchtigkeit in der Wirkung bei sehr hoher Farbstabilität verleihen.
Yves-Klein-Blau
Yves Klein war fasziniert von diesem Blau, was ihn an den Himmel seiner Heimat Nizza erinnerte, und suchte nach Maximierung seiner Intensität. Seine Arbeiten mit Ultramarin sind weltberühmt. Er wollte eintauchen, in Ultramarin ertrinken, um es voll und ganz zu erleben und sich ganz dem Rausch der Sinne hingeben. Yves Klein war fasziniert von Orient, Kosmologie und Monochromie. Er erforschte monochrome Erlebnisse mit Ultramarin genauso wie die Leere. Klein provozierte und zelebrierte das ekstatische Erleben von monochromen Ultramarin-Erlebnissen, um Emotionen auszulösen und unmittelbar erlebbar zu machen. Wände in Yves Kleins Ultramarinblau lösen Schwingungen und intensive Reaktionen aus. Eine Begegnung mit dieser Farbe wird sowohl als kühl, nüchtern und sachlich als auch impulsiv und ehrfurchtsvoll empfunden. In jedem Fall beginnt das Auge zu wandern, fokussieren ist nicht mehr möglich es entsteht Nachdenklichkeit, wo der Horizont genau ist und worin das Geheimnis der Verbindung von Himmel und Erde zu finden ist – ausser in Lapislazuli und in echtem Ultramarin.
Super-Geheimnis, Mystik und inneres Wissen
Luxus wird oft mit dunklen Farben assoziiert. Tiefdunkelblauer Samt von Armani und intensive Nachtblautöne internationaler Modelabels wecken Gedanken an “Tausendundeine Nacht” und an etwas Geheimnisvolles. Was ist das Super-Geheimnis und was passiert, wenn man es auflösen würde? Oft will als Mystik verstandenen werden, was keine andere Erklärung findet. Dabei wird oft die Frage nicht gestellt, ob und auf welche Art und Weise nach Zusammenhängen gesucht wird. So besteht “das Geheimnis” nicht darin, die Antwort zu kennen, sondern vielmehr, nach Fragen zu suchen, deren Antworten die inneren Zusammenhänge offenbaren. Echte Esoterik beschreibt das Wissen über innere Zusammenhänge, spirituelle Erkenntniswege und die Beschaffenheit der Welt. Esoterik bedeutet im Altgriechischen für “innerlich, dem inneren Bereich zugehörig” und wird im Sprachgebrauch oft falsch verwendet. Das Wissen über die inneren Zusammenhänge machte Esoteriker zu allen Zeiten gleichermassen zu gesuchten und gefürchteten Persönlichkeiten. Berühmte Esoteriker waren beispielsweise Platon, Aristoteles, Pythagoras und Jung. Jungs Forschung der Archetypen beschäftigt sich mit Grundeigenschaften der Seele und innerer Transformation, die gerade in der heutigen Zeit wieder an Bedeutung gewinnen – nicht zuletzt weil die Suche nach den grundsätzlichen Fragen der Menschheit aktueller ist denn je: Woher komme ich, wer bin ich, wohin gehe ich – und warum? Was ist das Ziel? Wie und worin finde ich Orientierung und Halt? Worin besteht die Besonderheit, die Menschen von Materie unterscheidet?
Ansätze zur Zielklärung und Durchdringung dieser Fragen – auf wissenschaftlicher Basis – bilden den Kern von Archiveda® – der Lehre der Verbindung von Sinn und Sinneswahrnehmung. Das Archiveda®-Prinzip beruht auf den Gesetzen von Logik und Resonanz sowie auf den ganzheitlichen Farb- und Gesundheitslehren aus Orient und Okzident. Archiveda® dient der Energieregulierung zwischen Menschen und Umwelt. Es fördert und stärkt das Bewusstsein über die Zusammenhänge von inneren und äusseren Impulsen, Handlungen und Verhaltensmustern. Mittels strukturierter Arbeitsprozesse werden Erfolg, Orientierung und Standortbestimmung nachhaltig erzielt.
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