Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03118.jsonl.gz/456

Die Pläne zum Bau des Kernkraftwerks Tschyhyryn in der ostukrainischen Oblast Tscherkassy wurden 1989 – drei Jahre nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl – auf Eis gelegt. Der erste Spatenstich war bereits 1970 erfolgt, aber es wurden kaum Fortschritte erzielt. Petro Kotin, Vorstandsvorsitzender des staatlichen ukrainischen Kernkraftwerksbetreibers Energoatom NNEGC, erklärte jedoch gegenüber dem ukrainischen Nachrichtenportal vesti.ua, dass dieses «vielversprechende» Projekt wiederbelebt werden könnte.
«Es wurde ein Grundstück dafür zur Verfügung gestellt und es gibt gute Bedingungen, denn die Bevölkerung steht dem Bau einer solchen Anlage positiv gegenüber», sagte er. In der Nähe befände sich eine Hochspannungsleitung und es gebe viel Wasser, was für einen leistungsstarken Kernkraftwerksblock wichtig sei. Kotin hatte letztes Jahr gesagt, dass Energoatom sich um eine Genehmigung für den Standort Tschyhyryn bemühe.
Für das geplante Kernkraftwerk wurde damals laut Kotin die Stadt Orbita gebaut, aber aufgegeben. «Wir werden sie wieder aufbauen», meinte er und fügte hinzu: «Es wird eine Gartenstadt werden». Die Bauarbeiten in Orbita wurden offiziell vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion eingestellt, aber die Stadt hat dennoch 120 Einwohner.
AP1000-Pläne
Im selben Interview erklärte Kotin, die Bauarbeiten für zwei neue AP1000-Blöcke von Westinghouse am Standort des Kernkraftwerks Chmelnizki würden lanciert, sobald der Krieg vorbei sei. Laut Kotin beinhaltet die mit Westinghouse unterzeichnete Vereinbarung den Bau von insgesamt fünf Blöcken, wobei die anderen drei Blöcke auf die drei bestehenden Standorte des Landes verteilt werden sollen.
Quelle
M.A. nach vesti.ua, 13. Mai 2022