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Der Argentinische Tango, der um 1880 herum am Rio de la Plata in Argentinien und
Uruguay entstanden ist, gehört heute sowohl zum Paartanz, zum Gesellschaftstanz
und zum Tanzsport. Die Tangomusik wird im 2/4-, 3/4-, oder im 4/8-Takt gespielt.
Der Tanz ist ein getanzter Dialog, Eleganz und Erotik, der bei den einen improvisiert
und stark von Führen und Folgen geprägt ist (Tango de salon), bei den anderen eine
Art Bühnentango mit spektakulärer Beinarbeit und Hebefiguren, der showmässig einstudiert
wird.
Seine Geschichte: In der Mitte des 19.Jahrhunderts lockte eine angekündigte Landreform
ca. 6 Millionen Einwanderer nach Argentinien, vor allem Italiener, Spanier und Mitteleuropäer.
Die Reform scheiterte aber am Widerstand der Landbarone. In der Folge vergrösserte
sich die Zahl der Arbeitslosen in den Hafenstädten am Rio de la Plata, die schon
mit arbeitslosen Landarbeitern und Gauchos aus der Pampa überquollen. Zum Mangel
an Perspektiven gesellte sich der Mangel an Frauen und Mangel an Platz zum Leben.
Die anfänglich einheimische lustige Milonga-Musik wurde ernst und melancholisch,
die Texte beschrieben soziale Not und Liebeskummer, ab 1840 zu den Klängen des Bandoneons.
In den verruchten Armenvierteln spendete der Tanz Trost. Die argentinische Oberschicht
lehnte diese „verkommene“ Musik und Tanzart zunächst ab.
Kurz vor dem Ersten Weltkrieg gelangte der Tango über den Atlantik in die eleganten
Salons und Bars von Paris, wo er als Modetanz ein regelrechtes Tango-Fieber entfachte,
das sich auf die ganze europäische Gesellschaft ausdehnte. Aus dem heissblütigen
Tanz entwickelten englische Tanzlehrer den europäischen Standardtanz Tango, der
auch zu den Turniertänzen gehört, und der musikalisch stark vom Ursprungstango abweicht.
Da Paris bis nach Buenos Aires als Vorbild galt, wurde der Tango Argentino nun auch
in seiner Heimat von der Oberschicht akzeptiert. Es entstanden unterschiedliche
Stilrichtungen und rhythmische Variationen (Vals und Milonga). Osvaldo Puliese,
Aníbal Troilo und Juan D’Arienzo gründeten die bekanntesten Tanzorchester. Astor
Piazolla formierte 1946 sein eigenes orquestra típica.
Der Sturz des argentinischen Präsidenten Juan Perón 1955 brachte eine Veränderung
in die Gesellschaft, der Tango verlor sich, die letzten grossen orquestras verschwanden.
In den 70er Jahren flohen Tausende von Menschen nach Europa wegen einer Reihe von
Militärputschen in Uruguay, Chile und Argentinien. Im Exil trafen sich die Menschen
beispielsweise 1981 in Paris im Lokal „Les Trottoirs de Buenos Aires“. 1982 trat
im Berliner Künstlerhaus Bethanien, im "Tango Palast" von Daniel Zelaya und Juan
Carlos Castaldi die damalige Pariser Musikerszene auf: Juan José Mosalini, das Cuarteto
Cedrón und das Sexteto Mayor, das damals in Paris gastierte.
Astor Piazzollas Tango nuevo, sein neuer, konzertanter Tango als avantgardistische
Fortsetzung der argentinischen Wurzeln, weckte das Interesse für die ursprüngliche
Musik. Aber auch der Tanz liess nicht lange auf sich warten: Die brillante Tanzshow
"Tango argentino" von Claudio Segovia und Héctor Orezzoli, mit einigen der renommiertesten
Tangotänzern jener Zeit wie Juan Carlos Copes und Maria Nieves oder Virulazo und
Elvira, entfachte wieder ein neues Tangofieber in Paris, später am Broadway. Parallel
dazu entstanden in Berlin und Amsterdam die ersten Tangotanzschulen.
Seit 1984 herrscht in Buenos Aires wieder ein grosses Angebot an Milongas (Tanzabenden)
mit Tangomusik, Touristen kommen des Tangos wegen; seine Musik ist Argentiniens
beliebtestes Export-Artikel.
Interessant ist zum Tango noch zu erwähnen, dass die Finnen den Tango Argentino
auf ihre Art weiter verändert haben. Die sentimentale Musik, meistens in Molltonarten,
der finnischen Komponisten Toivo Kärki und Unto Mononen beschreibt in den Texten
Trauer, Liebe, Einsamkeit und Sehnsucht. Die Musik ist dort so beliebt, dass in
der Stadt Seinäjoki jedes Jahr im Juli seit 1985 ein Tangofestival stattfindet,
an dem aus den besten Tango-Sängerinnen und -Sängern ein Königspaar gewählt wird.
Getanzt wird dann überall, auch auf der Strasse. Zigtausende Besucher kommen aus
der ganzen Welt zum Festival, zum Tanz und Tangomarkt.
Bei Dance to Dance, Basel unterrichten wir Tango Argentino, Milonga und Vals. Obwohl wir keine ausschliessliche Tangoschule sind, unterrichten unsere Tangokurse nur ausgewiesene Spezialisten für Tango Argentino.