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Persönliches
Ich gehöre zu keiner Institution oder Organisation.
Ich fühle mich auch keiner Institution oder Organisation verpflichtet, selbst dann nicht, wenn diese von meinen Lehrern gegründet wurden und ich in einzelnen Situationen aus ideellen Gründen mit ihnen zusammen arbeite oder gearbeitet habe.
Ich fühle mich einzig meinem geistigen Ideal der Liebe zu Gott und meinen Lehrern, die mir dieses Ideal vermittelt haben, verbunden. Dies aber nur insoweit, als dass dieses Ideal dadurch nicht behindert wird.
Institutionen können hilfreich sein, indem sie beispielsweise helfen, das alte Wissen (Veda) zu übersetzen und zu publizieren.
Doch Institutionen bilden auch eine Gefahr, indem sie auf Kosten ihrer Mitglieder die philosophischen Grundlagen zurechtbiegen, um so ihre Mitglieder zu kontrollieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Institutionen von einem mehrköpfigen Gremium oder auch nur von einer Person geleitet werden, welcher innerhalb der Vaishnava-Tradition immer der Guru (Lehrer) ist.
Ein Schüler sollte daher immer dankbar sein können für das, was er vom Lehrer beigebracht bekommt.
Der Lehrer muss aber, ähnlich wie die Eltern, die Schüler zu eigenen Erfahrungen und zu Selbstständigkeit/Selbstverantwortung führen.
Leider enden viele Lehrer-Schüler-Beziehungen in einer extremen Abhängigkeit der Schüler, anstatt dass diese lernen, spirituell-philosophisch und auch in ihrem praktischen Leben auf eigenen Beinen zu stehen. (Mehr hierzu in den Bhakti-Basics.)
Meine Erfahrung und Überzeugung
Nach fast 40 Jahren Erfahrung auf dem Pfad des Bhakti-Yoga kann ich keine andere Schlussfolgerung ziehen, als dass die heiligen Namen von Nityananda & Gauranga – in Form des Singens, Japa oder mentales Rezitieren und Meditieren ihrer Namen – die einfachste, leichteste und zugleich die empfohlene Praxis für die Menschen darstellt, um die höchste Liebe zu Gott (Prema) zu erlangen. Diese herzerfreuende Erfahrung wird von vielen Lehrern in der Linie der Brahma-Gaudiya-Nachfolge betont.
Srila Jiva Goswami spricht zu Lord Nityananda:
„Wenn du jemandem deine Barmherzigkeit gibst, wird diese Person ohne Anstrengung die Lotosfüsse von Sri Gauranga erlangen, und so wird er in den Ozean reiner ekstatischer Liebe zu Sri Krishna geworfen.“
(Navadvipa Dhama Mahatmya, 4. Kapitel)
Hier wird in einem Satz der ideale Weg zu Krishna-Prema (Liebe zu Gott) aufgezeigt: Über Nitai (Nityananda Prabhu) zu Sri Gauranga Mahaprabhu und durch seinen Segen zu Sri Krishna, bzw. zu Radha-Krishna.
Es spielt keine Rolle, welche Position jemand im gesellschaftlichen System einnimmt.
Es spielt auch keine Rolle ob jemand Sannyasi (Mönch) oder ein in der Gesellschaft integrierter Arbeiter, Geschäftsmann oder Regierungsvertreter ist. All diese gesellschaftlichen Unterschiede verblassen zur Bedeutungslosigkeit, sobald eine Seele (Atman) den Pfad der Krishna-Bhakti aufnimmt.
Geschichte
1978 – 1981 Mitglied des Tempels ISKCON Schweiz.
1981 – 1986 Lose Verbindung zum Tempel gemeinsam mit meiner Frau Renate.
1986 Zurückweisung der ISKCON-Doktrin und des damaligen Gurus Harikesha Swami.
1986 – 1990 Selbstständiges Studium der Vaishnava-Literatur und Fokussierung auf die Namen von Nitai und Gauranga.
1990 Kennenlernen von B.A. Paramadvaiti Swami. Nachdem geklärt war, dass ich mich nie mehr mit einer Institution identifizieren will, fragte ich nach formeller Einweihung.
1991 Brahminische Einweihung (Diksha), die ich wenige Jahre später zurück wies. Einerseits aus der Erkenntnis, dass mir ein brahmanischer Charakter fehlt und andererseits, weil ich durch meine weiteren Studien erkannte, dass keine Art von Einweihung aus einem Shudra oder Mleccha einen Brahmana machen kann. Zudem erkannte ich immer besser, dass der heilige Name zu 100% von rein gar nichts abhängig ist. Niemand kann ein Zugangsmonopol oder -recht beanspruchen. (Mehr hierzu in den Bhakti-Basics.)
1991 – 2001 Fortlaufende Studien der Vaishnava-Literatur und immer deutlicheres Erkennen der Bedeutung der Namen von Sri Nityananda und Sri Gauranga.
2002 – 2008 Weitere Studien und Veröffentlichung von zwei Büchern.
Ab 2009 Eine Art spiritueller Pubertät, die zu einer differenzierten Betrachtung meines Lehrers B.A. Paramadvaiti Swami führte, mit der inneren Gewissheit, dass spirituelles Leben einzig in völliger Freiheit des Willens wachsen und erblühen kann.
Und als logische Konsequenz: Dankbarkeit für all das Gelernte und und die Gewissheit, dass selbstständiges, eigenverantwortliches Handeln die Grundlage für Fortschritt bildet. Nur die Inanspruchnahme dieser Freiheit kann in letzter Konsequenz zu echter Liebe führen. Gott ist der höchste Freie und er benötigt keine Sklaven und keine blinde Gefolgschaft. (Mehr hierzu in den Bhakti-Basics.)
Francis Kaderli / Gaurahari Dasa