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(Foto: eigenes Archiv)
"Kurz bevor die Sonne aufgeht, ist die Nacht am dunkelsten."
Selma Lagerlöf
Es gibt im normalen Leben einer Frau zwei tiefe Einschnitte: wenn ein Kind geboren wird und wenn sie in die Wechseljahre kommt. Wenn dann noch andere äußere Umstände die Situation verschärfen, wie der Tod des Partners, Fehlgeburten und andere seelische tiefgehende Umstände, dann kann durchaus eine Depression entstehen. Eine Depression ist oft nicht so leicht zu erkennen – weder für Angehörige noch für die Betroffene selbst . Nicht jedes Stimmungstief nach einer Geburt zum Beispiel muss gleich eine Depression sein.
Für Außenstehende ist eine Depression oft schwer erkennbar, da Betroffene dazu neigen, so lange wie möglich ihre persönliche Fassade aufrechtzuerhalten.
Die Symptome entwickeln sich meist nicht plötzlich, sondern schleichend. Typische Symptome, die sich verstärken oder latent bleiben sind:
Erschöpfung:
Geistige und körperliche Erschöpfung; chronische Müdigkeit; Apathie; Energielosigkeit
Antriebslosigkeit, innere Leere:
Schwierigkeit, sich zu etwas aufzuraffen; inneres Leeregefühl; hohler Blick; Unfähigkeit zu weinen; Teilnahms- und Interesselosigkeit; Selbstvernachlässigung, Vernachlässigung des Kindes bei postnataler Depression
sexuelle Unlust:
Abneigung gegen Berührung und Zärtlichkeit, weiterhin Schmerzen und mangelnde sexuelle Lust
Stimmungsschwankungen:
Traurigkeit: Pessimismus, häufiges Weinen
Mangelndes Selbstvertrauen:
Verlust des Selbstvertrauens; Unsicherheit
Schuldgefühle:
Objektiv unbegründete Schuld- und Versagensgefühle; Selbstvorwürfe; Schamgefühle
Konzentrationsprobleme:
Unfähigkeit, sich zu konzentrieren; zwanghaftes Grübeln
Appetitstörung:
Appetitlosigkeit oder übermäßig gesteigerter Appetit
Schlafstörung:
Schwierigkeiten beim Einschlafen und/oder Durchschlafen, Frühes Erwachen am Morgen. Die Schlafstörung kann entweder durch die häufigen Schlafunterbrechungen durch das Baby, durch die permanente Anspannung tagsüber oder durch die Depression selbst verursacht werden.
Ängste, Panikattacken:
Extreme Sorge um das Kind, Angstzustände; Angst, verrückt zu werden, die Kontrolle zu verlieren, körperlich krank zu sein oder zu sterben, Panikattacken, die von körperlichen Symptomen begleitet sein können wie Atemnot, Beklemmung oder Schmerzen in der Brust, Schwindel, Kribbeln in Händen und Füssen, Zittern, Schweißausbrüchen, Schauern oder Ohnmacht.
Angststörungen können auch unabhängig von einer Depression auftreten. Für die Behandlung ist es wichtig, dass die Fachperson abklärt, ob es sich um eine reine
Angststörung handelt oder ob sie die Folge einer Depression bzw. die Depression eine Folge der Angststörung ist. Die meisten depressiven Zustände treten zusammen mit Ängsten auf.
Zwangsgedanken:
Wiederkehrende quälende und destruktive Gedanken oder drängende Impulse, z.B. sich selbst und/oder dem Kind (postnatale Depression) etwas anzutun. Im Gegensatz zu gesunden Frauen, die ebenfalls manchmal spontan solche Gedanken haben, können Frauen mit Zwangsgedanken sich nicht mehr davon lösen. Anders als bei den Wahnvorstellungen bei einer Psychose werden die Zwangsvorstellungen aber nicht in die Tat umgesetzt. Dagegen können sie dazu führen, dass gewisse Handlungen vermieden werden oder dass gedankliche oder handfeste Rituale entwickelt werden, um die Zwangsgedanken zu verscheuchen.
Reizbarkeit:
Ungeduld; Reizbarkeit; Aggression; Streitsucht; Gewalttätigkeit; ständige Unzufriedenheit; unkontrollierte Wutausbrüche
Sozialer Rückzug:
Fehlende Kraft, soziale Beziehungen zu pflegen und Abkapselung aus Angst vor Unverständnis
Selbstmordgedanken
Körperliche Beschwerden:
Postnatale Depressionen sind oft von psychosomatischen Beschwerden begleitet wie Schwindel, Kopfschmerzen, Herzbeschwerden, Verdauungsstörungen, Magenschmerzen, Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, Übelkeit, Hitzewallungen, Benommenheit. Weitere körperliche Beschwerden können bei einer Panikattacke hinzukommen.
Depressionen können neben der herkömmlichen allopathischen Therapie durchaus begleitend mit Kräutern oder Homöopathie behandelt werden.
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