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Petronius, der im 1. oder 2. Jahrhundert n.Chr. lebte, schuf mit seinem nur in Bruchstücken überlieferten Werk Satyrica (»Satyrische Geschichten«) einen Vorläufer des pikaresken Romans:
Ein ebenso gebildeter wie ungenierter junger Mann berichtet über seine Gaunereien und erotischen Abenteuer in Unteritalien während der frühen Kaiserzeit. Mittel- und Hauptstück ist das berühmte »Gastmahl bei Trimalchio«, die Schilderung eines grotesk üppigen Gelages, das ein Parvenü kleinasiatischer Herkunft für seine Freunde veranstaltet. Er und die meisten seiner Gäste sind Freigelassene, d.h. ehemalige Sklaven, und als solche gewiss vorwiegend Ausländer; sie zeigen nicht nur amüsante Bildungslücken und primitive Denkart, sondern sprechen auch ein unkorrektes oder vollends vulgäres Latein, das die vorliegende Übersetzung im Deutschen nachvollzieht.
Der Text wurde so wörtlich wie möglich wiedergegeben, auch an den Stellen mit sexueller Thematik, an denen man bisher zu Umschreibungen neigte. Das lateinische Original ist schlecht überliefert, weshalb man sich immer wieder um eine Wiederherstellung des ursprünglichen Wortlauts bemüht hat. Die zweisprachige Ausgabe enthält den gesamten Text von Petrons Roman, berücksichtigt die jüngsten wissenschaftlichen Untersuchungen und repräsentiert somit den aktuellen Forschungsstand.
Text und Übersetzung werden durch reiche Erläuterungen sowie eine Einführung leicht zugänglich gemacht. Hinzu kommt eine ausführliche Bibliographie.