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Wie ist es, wenn man in ein schwarzes Schlauchboot steigen muss und ausser dem eigenen Gefährten keinen Menschen kennt? Frauen und Kinder steigen zuerst ein, während die männlichen Reisenden, bis zur Hüfte im Wasser stehend, das Boot festhalten. Ein junger Mann in Badehose, in einer Hand eine Taschenlampe und in der anderen eine Zigarette, erklärt, wie der kleine Aussenbordmotor funktioniert. Und wenn der nicht gehe, solle man eine Telefonnummer anrufen. Der Mann weist grob in Richtung Griechenland; dann springt er über Bord und schwimmt zurück ans türkische Ufer …
Dies war nur eine von vielen gefährlichen Situationen, in denen Hussein Husseini und sein Bruder dem Tod näher waren als dem Leben – eine Überfahrt, bei der sich die Reisenden von einer Ungewissheit zur nächsten quälten, und ein Abenteuer, das kein Mensch freiwillig wiederholen würde.
Hussein Husseinis Bericht ist sozusagen ein Bericht aus dem Inneren der Fluchtroute. Es ist keine abgeklärte, kühle Dokumentation, sondern er besticht durch das unmittelbare Erleben und zeigt, was Millionen von Menschen im Heer der Flüchtenden zu erleiden haben.Über die Autorin / über den Autor:
Seyid Hussein Husseini (*1997) wuchs in Afghanistan auf. Die immer gefährlichere politische Situation in Afghanistan und den Ländern ringsherum trieb seine Familie zuerst nach Pakistan, dann nach Russland und dann wieder zurück nach Afghanistan. Da aber die Bedingungen immer schlechter wurden, musste Husseini mit seinem Bruder das Land verlassen und erreichte die Schweiz nach einer gefahrvollen Reise im August 2015. Er wurde als Asylant aufgenommen, erlernte die deutsche Sprache und konnte 2020 seine schulische Ausbildung mit der Matur (Abitur) erfolgreich beenden.Preis: CHF 28.00