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1990, 52 Min., U-matic, Farbe, 14 Min. (Auszüge), Original erhältlich von spectacle.co.uk
Der Film erzählt die Geschichte der Londoner Demonstrationen gegen die Kopfsteuer vom 31. März 1990 und wirft Fragen zur öffentlichen Ordnung, zu Polizeieinsätzen, zur Unabhängigkeit und zur Verantwortung der Medien sowie zum Demonstrationsrecht auf. Vor dem Hintergrund des Videomaterials, das die Ereignisse dieses Tages in zeitlicher Abfolge widergibt, berichten Augenzeugen über ihre Erlebnisse.
Sheridan Morley, The Times, 19. September 1990
Die zweite Battle of Trafalgar muss ihren Platz in den Geschichtsbüchern erst noch finden und eignet sich wahrscheinlich nicht für eine Wachsnachbildung bei Madame Tussaud. Doch geht von den Ereignissen rund um die Demonstration gegen die Kopfsteuer vom 31. März dieses Jahres (1990) eine gewisse historische Faszination aus, und Battle of Trafalgar (Channel 4) legt nahe, dass sie noch einige Zeit nachwirken könnte. Eine unabhängige Videofirma namens Despite TV produzierte einen einstündigen Dokumentarfilm, der auf der Grundlage von unabhängigem Filmmaterial, das damals aus der Situation heraus und weitgehend unverdeckt aufgenommen wurde, die Demonstration sorgfältig rekonstruiert. Er zeigt, wie ältere Menschen, die ganz und gar nicht wie Studenten aussehen, brutal attackiert werden. Hier muss man allerdings daran erinnern, dass der Film keine Objektivität beansprucht und auch keine Pressesprecher der Polizei und von Fernsehnachrichtensendern in den Film einbezogen wurden, weswegen Despite TV in späteren Sendungen Voreingenommenheit vorgeworfen wurde. Wie schon der Name der Firma Despite TV nahelegt, sollte der Film beweisen, dass die Geschichte von der ursprünglich friedlichen Massendemonstration in der Londoner Innenstadt, die an einem Samstagabend im Frühling zu einer Gewaltorgie wurde, noch eine andere Seite hatte.