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Am Anfang diskutieren Leonie und Diana oft und lange über das Thema. Sie haben die Idealvorstellung, dass sie mit dem biologischen Erzeuger bereits befreundet sind. Er könnte eine Art Götti-Rolle übernehmen. Wenn sich im Freundeskreis niemand findet, gibt es im Internet Plattformen für private Samenspender. Private Samenspende bedeutet, dass die Befruchtung nicht in einer Klinik mit ärztlicher Unterstützung stattfindet. Sie erfolgt stattdessen daheim, beispielsweise mittels der sogenannten Bechermethode. Diana und Leonie könnten diese Männer treffen und schauen, ob sie als potenzielle Spender infrage kommen. Sie könnten darauf achten, dass es jemand aus der Umgebung ist. Denn es ist doch wichtig für das Kind, denkt sich das Paar, dass der biologische Erzeuger irgendwie anwesend ist und das Kind weiss, woher es kommt.
Diana und Leonie beschliessen, sich genau zu informieren, bevor sie sich für weitere Schritte entscheiden. Sie nehmen an zwei Informationsveranstaltungen vom «Dachverband Regenbogenfamilien» teil. Die Ergebnisse ihrer Recherche sind ernüchternd und emotional belastend. Ihre Idealvorstellung bricht in sich zusammen wie ein Kartenhaus. Zwar wäre ihr Plan realisierbar, aber die Familie wäre gesetzlich geschützt. Selbst wenn der Samenspender vertraglich versichert, dass er sich niemals in die Erziehung einmischen wird, könnte er jederzeit seine Vaterschaft geltend machen. Ändert er also nach der Geburt seine Meinung, gibt ihm das Gesetz Recht. Da es nicht möglich ist, mehr als zwei rechtliche Eltern zu haben, bedeutet dies, dass die soziale Mutter (also die nicht-leibliche Mutter) danach das Kind nicht mehr adoptieren könnte. Zwischen ihr und dem Kind würde rechtlich gesehen keine Verbindung bestehen.