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Die Schweizer Springreiter nehmen an den EM in Göteborg vor dem finalen Durchgang vom Freitag nicht mehr die Pole-Position im Mannschaftsklassement ein, sind aber weiterhin in den Kampf um Gold dabei.
Nadja Peter-Steiner, Romain Duguet, Martin Fuchs und Steve Guerdat traten die Führung an den Gastgeber Schweden ab. Die Lokalmatadoren liegen nach zwei der drei Umgänge mit 8,21 Strafpunkten an der Spitze, vor der Schweiz (11,15), Irland und Belgien (je 12,11) sowie Italien (15,25). Die ersten vier Nationen liegen also innerhalb eines Abwurfs. Der Europameister wird am späten Freitagabend gegen 23 Uhr feststehen, sofern Irland und Belgien nicht doch noch an die Spitze vorstossen und wegen der Punktgleichheit ein Stechen austragen. Die Schweizer Equipe hat eine Bronzemedaille von Aachen 2015 zu verteidigen, letztmals Gold gab es 2009 in Windsor.
Wie schon im Jagdspringen vom Mittwoch missriet auch am Donnerstag der Auftakt. Die Schwyzerin Peter-Steiner brachte auf Saura 13 Strafpunkte ins Ziel. Duguet im Sattel von Twentytwo des Biches (1 Strafpunkt), Fuchs mit dem Schimmel Clooney (0) und Guerdat mit der Stute Bianca (5) hielten dem Druck stand und sorgten dafür, dass Peter-Steiners Ritt dank des Streichresultats ohne Folgen blieb.
Trotz der hervorragenden Ausgangslage überwog zunächst die Enttäuschung im Schweizer Team. Der Schlussreiter Guerdat musste am zweitletzten Hindernis, einem Oxer, doch noch einen Abwurf hinnehmen. "Normalerweise macht Bianca diesen Fehler nicht", meinte der Olympiasieger von London 2012. "Die Distanz jedenfalls hat gestimmt", fügte er an.
Ein wilder Ritt
Ein Fehler war vielmehr während des Ritts von Fuchs erwartet worden, der letztlich als Einziger des Schweizer Teams einen Blankoritt zeigte. Bereits beim Startsprung liess sich Clooney durch den Wassergraben nebenan irritieren. Das Pferd touchierte die Stange, doch diese blieb oben. Der Wassergraben war ebenfalls eine Zitterpartie. Danach drängte der Schimmel zweimal stark zur Seite, unter anderem vor der Dreifach-Kombination. Der junge Zürcher behielt aber beim wilden und hektischen Ritt ("Ich wollte eine Zeitstrafe unbedingt vermeiden") den Überblick.
Den einen Punkt für Zeitüberschreitung kassierte hingegen Duguet. "Das hat mich überrascht", sagte er. Er habe das Gefühl gehabt, gut unterwegs zu sein. Deshalb habe er zum Schluss etwas Tempo raus genommen. "Lieber eine Zeitstrafe als einen Abwurf. Aber der eine Punkt ist ärgerlich", bilanzierte der eingebürgerte Franzose.
Peter-Steiner musste eine Enttäuschung hinnehmen. Nach gutem Beginn verlor sie zwischendurch nach eigenen Aussagen leicht die Kontrolle über ihre Stute. Daraus resultierten im Mittelabschnitt gleich drei Fehler.
Fredricson makellos
In der Einzelwertung führt der Schwede Peder Fredricson, der mit All In das Jagdspringen gewonnen hatte, mit null Strafpunkten. Fuchs als 5. (2,03), Duguet als 9. (3,28) und Guerdat als 20. (5,84) dürfen sich weiterhin Hoffnungen für den Sonntag machen, wenn die EM-Medaillen im Einzel vergeben werden. Es sind erst zwei der fünf Umgänge absolviert.
SDA-ATS