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Muss man den Anwendungsbereich des Umweltmanagementsystems (UMS) durch die ISO 14001 Revision 2015 neu definieren?
Der Anwendungsbereich muss dahingehend überprüft werden, ob die Grenzen des UMS klar und glaubwürdig festgelegt sind . Räumliche/inhaltliche Ausschlüsse, welche eine bedeutende Umweltauswirkung haben gehören sinngemäss nicht dazu. Weiter muss der Kontext der Organisation und die Erwartungen interessierter Kreise ausreichend berücksichtigt werden.
Die Risikobewertung wird ebenfalls erwähnt in der neuen ISO 14001:2015. Wie ist diese anzuwenden?
Im Rahmen der Aufnahme der bedeutenden Umweltaspekte (-auswirkungen) und bindenden Verpflichtungen sollten ebenfalls die Umweltaspekten verbunden mit Risiken (= Unwissenheit gegenüber Gefahren und Chancen) bewertet werden. Der Grund liegt darin mehr Sicherheit zu erlangen, um die gesetzten Ziele tatsächlich zu erreichen und ggf. Massnahmen zur Risikominderung einzuleiten.
Bedeutet das nun, dass der Planungsprozess im UMS nach ISO 14001:2015 neu aufgesetzt werden muss?
Dies wird nicht explizit verlangt, jedoch drängt es sich auf, da der Planungsprozess nun weiter gefasst wird, insbesondere durch den Kontext der Organisation und die Erwartungen interessierter Kreise und wie schon erwähnt eine Analyse der Umweltaspekte verbunden mit Risiken (= Unwissenheit gegenüber Gefahren und Chancen) bewertet werden muss.
Kann das vorhandene Rechtskataster auch noch weiter verwendet werden?
Grundsätzlich ja. Der Begriff „rechtliche Verpflichtungen und andere Anforderungen“ entspricht neu dem Begriff „bindende Verpflichtungen“. Aber was man nicht vergessen darf sind die Ergänzungen, dass weitere Verpflichtungen berücksichtigt werden müssen, die sich beispielsweise aus Anforderungen interessierter Kreise ergeben können.
Welche Tätigkeiten und Produkte sind von der Betrachtung des „Lebenswegs“ betroffen?
Es geht darum die Umweltaspekte und die damit verbundene Auswirkungen zu betrachten, die von Tätigkeiten und Produkten ausgehen können. Jedoch müssen diese überwachbar und beeinflussbar sein. Der „Lebensweg“ kann bei einem Produkt z. B. auch Rohstoffgewinnung, Entwicklung, Herstellung, Transport, Anwendung und Entsorgung beinhalten.
Sind die Begriffe „Massnahmen zum Umgang mit Risiken“ und „Maßnahmen zu Umweltzielen“ dasselbe?
Bei den Massnahmen zu Umweltzielen handelt es sich um konkrete Massnahmen, die, meist einmalig, zur Erreichung eines definierten Ziels durchgeführt werden - bei der ISO 14001:2004 spricht man noch vom „Umweltprogramm“. Die Effektivität sollte nach Möglichkeit messbar nachgewiesen werden.
Die Maßnahmen zum Umgang mit Risiken dienen insbesondere dazu, im normalen Tagesgeschäft unvorhergesehenen oder nicht immer offensichtlich absehbaren Entwicklungen und Gefahren entgegenzutreten. Diese Entwicklungen und Gefahren können im Sinne der Eintretenswahrscheinlichkeit und des Zufalls u.U. auch gar nie eintreffen. Die Organisation muss aber dauerhaft auf sie vorbereitet sein (Notfallkonzept).
Muss eine dokumentierte Beschreibung zur Kommunikation erstellt werden?
Die ISO 14001:2015 schreibt eine dokumentierte Information als Nachweis für die Kommunikation vor. Und da es auch eine Pflicht ist, den Kommunikationsprozess zu planen ist eine dokumentierte Beschreibung zu empfehlen.
Wie wird die „fortlaufende Verbesserung“ nachgewiesen?
Hier bezieht man sich am besten auf Umweltkennzahlen, welche die Verbesserung der Umweltleistung aufzeigen.
Verbesserungen im Bereich der „weichen Faktoren“ oder die Verbesserung einzelner Systemelemente (z. B. Sensibilisierungen, Kommunikation, Schulung) kann eine Verbesserung des Systems darstellen, kann jedoch als alleinstehende Verbesserung nicht dauerhaft als ausreichend bewertet werden.
Braucht es zwingend Kennzahlen im UMS?
Für die Bewertung der Umweltleistung sollte nach geeigneten Kennzahlen gesucht werden. Insbesondere zur Prüfung der fortlaufenden Verbesserung und bei der Erreichung messbarer Ziele sind diese nach der ISO 14001 Revision 2015 Pflicht. Die ISO 14031:2013 kann hierzu unterstützend wirken.
Muss das Managementreview neue Inhalte aufweisen?
Nein, im Managementreview müssen enthalten sein: Sich ändernde Rahmenbedingungen einschliesslich rechtlicher Entwicklungen (inkl. bedeutende Umweltaspekte und Risiko in Verbindung mit Gefahren und Chancen).
Die Ergebnisse der Managementbewertung müssen sämtliche Auswirkungen auf die strategische Ausrichtung der Organisation enthalten.