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Welche Verbindung besteht zu den Menschenrechten?
Es wird deutlich, dass Rechte wie Pflichten für das Konzept der Staatsbürgerschaft von Anfang an sehr wichtig waren: Staatsbürger/innen haben erwartungsgemäß bestimmte Grundrechte und müssen bestimmte Pflichten erfüllen. Es sind diese „Pflichten“, die Menschen im Kopf haben, wenn sie davon sprechen, wie man als Staatsbürger/in sein oder sich verhalten sollte.
Wer einen solchen Anspruch als zu direktiv oder als zu große Einschränkung der angeborenen Freiheit und Würde des/der Einzelnen empfindet, sollte bedenken, dass diese Einschränkungen direkt aus der Menschenrechtstheorie erwachsen. Was Bürger/innen Pflichten auferlegt, ist nur der Wunsch, Gesellschaften aufzubauen, in der die Menschenrechte aller Bürger/innen geachtet werden. Staatsbürgerliche Pflichten und Menschenrechtstheorie berühren sich an zwei Punkten:
- Die Tatsache, dass jeder einzelne Mensch Grundrechte besitzt, bedeutet nicht, sich so zu verhalten, wie er oder sie will. Alle haben lediglich die Freiheit, sich so zu verhalten, dass sie die Menschenrechte anderer nicht verletzen. Die eigenen Rechte finden ihre Grenze dort, wo die Rechte des/der anderen beginnen.
- Der zweite Berührungspunkt betrifft die Kopplung des Konzepts der Staatsbürgerschaft mit der Mitgliedschaft in einer Gesellschaft. Wir sprechen z.B. nicht von Bürger/innen einer einsamen Insel, weil ein/e Bürger/in viel mehr ist als nur ein/e Bewohner/in irgendeines Landes oder einer Gegend. Ein/e Bürger/in ist ganz wesentlich ein Mitglied der Gesellschaft, die diese Gegend bewohnt. Wenn wir also Gesellschaften aufbauen wollen, in denen die Menschenrechte geachtet werden, dann erwächst daraus eine weitere Beschränkung hinsichtlich der Verhaltensweisen Einzelner innerhalb dieser Gesellschaft.
So können wir also über eine/n gute/n Staatsbürger/in außerdem sagen, dass er/sie durch das eigene Verhalten gesellschaftlichen Einfluss nehmen muss, die Menschenrechte besser zu achten.