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Übermässiger Alkoholkonsum erhöht das Risiko für über 60 Krankheiten sowie für Unfälle und Verletzungen. Er greift Organe an und schwächt das Immunsystem. Präventive Massnahmen können alkoholbedingte Krankheiten und Verletzungen wirksam vermindern.
Alkoholabhängigkeit, Alkoholintoxikationen, alkoholische Leberzirrhose, Mundhöhlenkerbs, Darmkrebs, Stürze oder Verkehrsunfälle sind nur wenige der über 200 negativen Gesundheitsfolgen, die durch übermässigen Alkoholkonsum verursacht werden können. Rund ein Drittel aller Mundhöhlen- und Rachenkrebserkrankungen entsteht beispielsweise aufgrund von Alkoholkonsum. Auch das Risiko für Brustkrebs wird durch den Konsum von bereits geringen Mengen Alkohol erhöht. Weitere häufig mit Alkoholkonsum in Verbindung stehende negative Gesundheitsfolgen sind Schädigungen am ungeborenen Kind, Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Verletzungen durch Gewalt oder Selbstverletzungen.
Gemessen in verlorenen gesunden Lebensjahren (disability adjusted life years, DALY’s) verursacht Alkohol insgesamt rund 13 Prozent der gesamten Krankheitslast in Europa, wie aus dem «Global status report on alcohol and health 2014» der WHO hervorgeht. Das sind in der Schweiz rund 70‘000 verlorene gesunde Lebensjahre pro Jahr.
Rund 1600 Todesfälle pro Jahr bei 15- bis 74-Jährigen
Rund 1600 Menschen in der Altersgruppe der 15- bis 74-Jährigen sterben pro Jahr vorzeitig an den Folgen des Alkoholkonsums (protektive Effekte von moderatem Alkoholkonsum auf einige Krankheiten sind dabei berücksichtigt). Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Krankheiten des Verdauungssystems, sowie Unfälle und Verletzungen sind für den grössten Teil dieser Todesfälle verantwortlich.
Schätzungsweise 250‘000 Personen in der Schweiz sind alkoholabhängig. Rund 25‘000 Personen wurden im Jahr 2012 wegen einer Alkoholabhängigkeit oder einer Alkoholvergiftung in einem Schweizer Spital behandelt. Dazu kommen die in spezialisierten psychosozialen Suchthilfeinstitutionen behandelten Personen.
Prävention senkt die alkoholbedingte Krankheitslast
Präventive Massnahmen vermindern alkoholbedingte Krankheiten und Unfälle wirksam und sparen Kosten ein (die Kosten für die Implementierung der Massnahme miteingerechnet), wie die Alkoholpolitikforschung zeigt (siehe z.B. Sassi (2015), Babor (2005)). Die Strategien Sucht und NCD, welche von Bund, Kantonen und Fachorganisationen erarbeitet wurden, dienen der Präventionsaktivitäten in der Schweiz als strategische Leitplanken.
Dokumente
Studie: Hospitalisierungen aufgrund von Alkoholintoxikation oder Alkoholabhängigkeit bei Jugendlichen und Erwachsenen (PDF, 3 MB, 31.05.2017)Eine Analyse der Schweizerischen „Medizinischen Statistik der Krankenhäuser“ 2003 bis 2014
Alkoholbedingte Mortalität in der Schweiz zwischen 1997 und 2011 (PDF, 1 MB, 05.04.2013)(in englisch, Zusammenfassung in deutsch)
Letzte Änderung 07.08.2018