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In diesen Tagen kann man dieses Wetterphänomen gut beobachten: Die Bise bläst nachmittags mit starken bis stürmischen Böen durchs Mittelland. In der Nacht wird sie deutlich schwächer, um am nächsten Tag wieder zuzulegen.
Im Mittelland nachmittags stärkste Bise
In Grenchen/SO wehte die Bise am Montagnachmittag mit stürmischen Böen von knapp 70 km/h. Etwa nach Sonnenuntergang wurde sie deutlich schwächer, in der Nacht gab es vorübergehend nur noch Böen um 20 km/h. Im Laufe des Dienstagvormittags legte die Bise wieder zu und am frühen Nachmittag wurden bereits wieder um 60 km/h erreicht.
Auf den Jurahöhen nachts Orkanböen
Ganz anders verhält es sich auf den Bergen des Juras. Dort findet dieser ausgeprägte Tagesgang der Bise nicht statt. Im Gegenteil: Häufig ist die Bise nachts am stärksten. La Dôle im Waadländer Jura auf 1669 Meter über Meer registrierte am frühen Dienstagmorgen zwischen 4 und 5 Uhr die heftigste Böe in Orkanstärke: 142 km/h.
Die Schuldige: die Sonne
Der Grund für diese gegensätzlichen Verläufe liegt in der Sonneneinstrahlung. Tagsüber erwärmt sich die bodennahe Luftschicht kräftig. Die erwärmten Luftmassen steigen auf, als Gegenbewegung sinken Luftpakete aus der Höhe ab. Durch diese turbulenten Luftströmungen kann die Bise - die häufig in Lagen um 1500 Meter am stärksten weht - bis ins Mittelland runter gemischt werden. In einer klaren Nacht kühlt sich dagegen die bodennahe Luftschicht am stärksten ab. Es bildet sich ein «Kaltluftsee» und im Extremfall sogar eine Temperaturinversion. Die vertikale Durchmischung mit Auf- und Abwinden hört auf und die Bise im Mittelland flaut ab. In der freien Atmosphäre und auf den Bergen bläst sie dagegen ungehindert weiter oder wird manchmal sogar noch stärker.