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Rad - Nach fürchterlichem Sturz in der Abfahrt vom Passo del Bocco rund 25 km vor dem Ziel der 3. Etappe des Giro d'Italia ist der belgische Radprofi Wouter Weylandt seinen schweren Verletzungen erlegen.
Weylandt, Angehöriger des Leopard-Trek-Teams von Fabian Cancellara und Oliver Zaugg, prallte offenbar mit dem Kopf gegen eine Mauer und war danach bewusstlos. Im Fernsehen waren schreckliche Bilder zu sehen. Weylandt lag regungslos auf dem Asphalt und blutete stark im Gesicht.
Der 26-Jährige erhielt sofort nach dem Sturz ärztliche Betreuung. Ein Rennarzt des Giro versuchte allerdings vergeblich, Weylandt, der einen Schädelbruch erlitt, mittels Herzmassage am Leben zu halten. Zuerst hiess es, ein Helikopter bringe den Fahrer ins Spital. Kurze Zeit später wurde vermeldet, dass der letztjährige Sieger der 3. Giro-Etappe mit der Ambulanz abtransportiert werden solle.
"Wouter Weylandt war schon bewusstlos, als wir eintrafen. Wir haben 40 Minuten lang versucht, ihn zu reanimieren. Aber es war nichts mehr zu machen", so Rennarzt Giovanni Tredici in seinem Statement auf der Homepage der Rundfahrt. Es war der vierte Todesfall in der Geschichte des Giros.
Der Radprofi aus Gent war schon Mitte April beim Grand Prix de l'Escaut schwer gestürzt, hatte sich aber gut erholt und so weit in Form gebracht, dass er für den Giro aufgeboten wurde. Weylandt hatte seine Profikarriere vor fünf Jahren begonnen und vor drei Jahren eine Etappe der Vuelta für sich entscheiden können. Ansonst setzte sich der Teamhelfer vereinzelt in belgischen Eintagesrennen durch.
Der Tod von Weylandt - der im September zum ersten Mal hätte Vater werden sollen - löste am Montag in Belgien Bestürzung aus. "Die Familie von Wouter Weylandt ist nicht in der Lage, etwas zu sagen", teilte Weylandts Manager Jef Van den Bosch mit. In einer Erklärung des Teams Leopard Trek heisst es: "Wir verlieren einen fantastischen Teamkameraden und einen guten Freund. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden."
"Wir stehen unter Schock und wir sind zutiefst betrübt. Mit unseren Gedanken sind wir bei den Angehörigen und den Freunden von Wouter, denen wir unser Beileid ausdrücken", erklärte Bryan Nyygard, der Teammanager von Leopard Trek. Ob das Team am Dienstag zur vierten Etappe über 213 km von Quarto dei Mille nach Livorno antreten wird, blieb zunächst offen.
Dass der Spanier Angel Vicioso die Etappe über 173 km von Reggio Emilia nach Rapallo gewann und der Brite David Millar von seinem Landsmann Mark Cavendish das Leadertikot übernahm, wurde zur unwichtigen Nebensache. Am Zielort wurden alle Zeremonien abgesagt.
SDA-ATS