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Die Schweiz gehört zu den Ländern mit den höchsten Anteilen an ausländischen Personen im Land. Der Grossteil dieser Menschen stammt aus europäischen Ländern. Zwar ist das Phänomen nicht neu, doch die Einwanderung steht heute mehr denn je im Zentrum der politischen Debatte. Ein Rückblick auf 165 Jahre Einwanderung in Grafiken.
Über 80% der ausländischen Bevölkerung der Schweiz stammen aus einem europäischen Land. Die Einwanderung aus Italien und Deutschland sowie zu einem geringeren Anteil aus Frankreich hat tiefe historische Wurzeln. Dies zeigt die folgende Grafik, welche die Entwicklung der ausländischen Wohnbevölkerung in der Schweiz zwischen 1850 und heute aufschlüsselt.
Ende des 19. Jahrhunderts führten der Bau und die Verdichtung des Eisenbahn-Netzwerks zu einer ersten Einwanderungswelle in die moderne Schweiz. Damals zogen fast nur Menschen aus den Nachbarländern in die Schweiz (Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich).
Auch der Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit führte zu einer massiven Nachfrage von Arbeitskräften: Zwischen 1951 und 1970 verzeichnete die Schweiz eine grosse Einwanderungswelle. Nach einer Stagnierung in den 1970er- und 80er-Jahren hat sich dieses Phänomen in den letzten 30 Jahren wieder verstärkt.
Nach der Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in Italien und Spanien – bis Ende der 1970er-Jahre wichtigste Herkunftsländer von Arbeitskräften – richtete sich die Schweiz auf andere Länder aus. Besonders Portugal und Ex-Jugoslawien (mit dem Krieg Anfang der 1990er-Jahre) spielten in dieser Zeit eine wichtige Rolle bei der Einwanderung.
In der letzten Zeit lockten die gesunde Wirtschaft des Landes und die Einführung des freien Personenverkehrs zehntausende Arbeitskräfte in die Eidgenossenschaft. Die meisten davon stammten aus Ländern der Europäischen Union (EU).
Auch das Profil der Eingewanderten hat sich im Lauf der Jahre verändert. Während früher eher Unqualifizierte einwanderten, ist in der Schweiz heute der Anteil der EU-Bürger mit Universitätsabschluss grösser als jener unter den Schweizerinnen und Schweizern.
Was ist ein Ausländer?
Dass der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung in der Schweiz besonders hoch ist (25%), liegt aber auch daran, dass das Land sehr strenge Einbürgerungs-Richtlinien hat. Die Schweizerische Nationalität erhält man nicht einfach automatisch, weshalb sehr viele Ausländerinnen und Ausländer ihre Staatsbürgerschaft behalten.
So war beispielsweise 2015 ein Fünftel der "ausländischen" Wohnbevölkerung in der Schweiz geboren worden. Und von den im Ausland geborenen Personen lebte fast die Hälfte (44%) seit zehn oder mehr Jahren permanent in der Schweiz.
Am 12. Februar 2017 stimmen die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger darüber ab, ob sich Ausländer der dritten Generation künftig erleichtert einbürgern lassen können.
(Übertragen aus dem Französischen: Christian Raaflaub)