Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03660.jsonl.gz/903

Was ist refraktive Chirurgie?
Bei dieser Art von Eingriff wird auf chirurgischem Weg die Krümmung der Hornhaut verändert, damit das Abbild von Objekten auf die Netzhaut fällt. Die refraktive Chirurgie wendet Techniken der Mikrochirurgie an, d.h. sie wird unter dem Mikroskop und mit Laser ausgeführt. Die Lasertechnik hat sich vor allem im letzten Jahrzehnt entwickelt dank des Fortschritts der letzten Lasergenerationen. Sie bietet die Vorteile schnell zu sein, sicher, unblutig und wirksam, solange die entsprechenden Vorschriften beachtet werden.
Derzeit können bei Patienten zwischen 20 und 65 Jahren, deren Augen stabil sind und die nicht an einem Keratokonus (kegelartige Vorwölbung der Hornhaut) oder an einer anderen Systemerkrankung leiden, folgende Fehler korrigiert werden:
• Kurzsichtigkeit.
• Angeborener oder erworbener Astigmatismus (Stabsichtigkeit), z.B. nach einer Operation des Grauen Stars, einer Hornhautübertragung oder einem Unfall.
• Kurzsichtigkeit verbunden mit Astigmatismus.
• Übersichtigkeit.
• Alterssichtigkeit unter bestimmten Bedingungen
Techniken der refraktiven Chirurgie
Mit dem Excimer-Laser oder mit Photokeratektomie PKR (Keratektomie: Hornhautentfernung am Auge) können folgende Fehler korrigiert werden:
• Kurzsichtigkeit zwischen -0,75 und -8Dioptrien.
• Astigmatismus.
• Weitsichtigkeit.
• Die Kombination Kurzsichtigkeit / Astigmatismus und Weitsichtigkeit / Astigmatismus.
Mit dem Laser wird ein Gewebeteil aus dem Zentrum der Hornhaut genommen.
Das LASIK-Verfahren (Abkürzung für Laser-in-situ-Keratomileusis) verbindet die Keratoplastik (Hornhautübertragung) nd den Excimer-Laser. Die einzelnen Schritte sind wie folgt:
• Abtragung einer Hornhautlamelle von 100-160 μ mit dem Mikrokeratom (kleines Hornhautskalpell).
• Ablösung des Hornhautgewebes in der Tiefe mit dem Excimer-Laser.
• Anschließend Wiedereinsetzen der Hornhautlamelle.
Mit diesem Verfahren kann Kurzsichtigkeit bis zu -8 Dioptrien korrigiert werden.
Bei dem Eingriff der intraokularen Implantation wird eine künstliche Linse in das Augeninnere eingesetzt. Diese wird auf der Iris oder zwischen Iris und Linse befestigt. Der Eingriff ist ähnlich der Operation des Grauen Stars. Er ist möglich bei Kurzsichtigkeit von -3 bis -23 Dioptrien und bei Übersichtigkeit von +2 bis +15 Dioptrien. Die Biotonik ist eine Kombination aus dem LASIK Verfahren und Implantation. Diese Technik nutzt die Vorteile der beiden Verfahren, um den besten Sehkomfort bei einer gravierenden Hornhautdeformation, z.B. bei einer starken Kurzsichtigkeit verbunden mit starkem Astigmatismus, zu erreichen. Die radiäre Keratotomie (Hornhautspaltung) ist ein älteres Verfahren. Sie wird aktuell genutzt, um Astigmatismus bei Patienten mit Hornhautübertragung, nach oder während der Operation des Grauen Stars zu korrigieren. Sie wird als AK bezeichnet: stigmatismus- Keratotomie.
Wie sehen die Erfolge aus?
Sie sind abhängig von der zu behandelnden Anomalie. Bei einer Kurzsichtigkeit bis zu -8 Dioptrien ist die Präzision der Korrektur mit dem Laser-Excimer-Verfahren optimal. Über diese Dioptrie hinaus sind andere Techniken genauer. Bei der Korrektur von Astigmatismus sind die Ergebnisse weniger genau. Bei Übersichtigen ist die Tendenz zu Rückbildungen groß und es ist ein Eingriff mit Excimer-Laser bis zu +3 Dioptrien möglich. Bei höheren Dioptrien wird eine Intraokularimplantation empfohlen. Eine totale Behebung der Kurzsichtigkeit ist nicht immer angebracht, vor allem wenn der Patient zusätzlich an Altersweitsichtigkeit leidet. Es ist in der Tat möglich, mit einem Auge nah und dem anderen weit zu sehen, was dem Patienten über 40 ermöglicht im Alltag auf das Tragen einer Brille zu verzichten.
Sind die Erfolge von Dauer?
Ja, wenn die Operation bei einem Patienten durchgeführt wird, dessen Kurzsichtigkeit stabil ist, d.h. dass sie in den zwei vorangegangenen Jahren nicht zugenommen hat. Deswegen sollte man sich nicht vor dem 22. Lebensjahr operieren lassen und/oder wenn die Kurzsichtigkeit nicht stabil ist. Vom 45. Lebensjahr an wird jeder weitsichtig, d.h. das Sehen in die Nähe wird schwieriger, was eine Folge der Verringerung der Elastizität der Linse ist. Mit der refraktiven Chirurgie kann nicht der Verlust der Akkomodation behoben werden.
Gibt es Nebenwirkungen?
Excimer-Laser-Verfahren PRK
Bei diesem ältesten Verfahren, auch wenn die Ergebnisse auf lange Sicht denen des Lasik-Verfahrens äquivalent sind, sind die Nebenwirkungen erheblich. Das Auge schmerzt drei oder vier Tage nach der Operation. Es wird ein schmerzstillendes Mittel verordnet. Das Ergebnis der Korrektur zeigt sich nicht sofort. Während ein oder zwei Monaten ist eine Übergangsphase der Überkorrektur möglich, die beim Lesen stört. Es kann auch ein Schleier vor dem Auge auftreten, der im Allgemeinen aber nicht behindert. Er verschwindet spontan nach 18 Monaten. Sollte es nicht bessern, wird ein erneuter Eingriff diesen endgültig beseitigen. Bewegt sich der Patient während der Operation, kann es zu einer Dezentrierung kommen. In diesem Fall muss der Vorgang wiederholt werden. Auch wenn das Lasik-Verfahren vom Patienten gewählt wurde, muss manchmal auf das Excimer-Laser-Verfahren zurückgegriffen werden, z.B. bei einer zu dünnen Hornhaut (weniger als 500 μ).
LASIK – Verfahren
Dies ist das Verfahren, das gewöhnlich angewandt wird. Es ist schwieriger, bietet dem Patienten aber mehr Vorteile. Es ist nicht schmerzhaft. Die ersten zwei Tage gibt es leichte Beeinträchtigungen. Das Sehen ist die ersten drei Tage gestört und in der ersten Woche leicht verschwommen. Aber es gibt keine Überkorrektur, die beim Lesen störend wirkt. Das Resultat ist schneller erkennbar und von Dauer. Es kann in den ersten Tagen vorkommen, dass Falten auf der Hornhautlamelle sind. Die Lamelle muss dann angefeuchtet und ohne Falten wieder zurückverlegt werden. Nach etwa einer Woche können Sie wieder arbeiten. Die obere Hornhautlamelle kann sich beim Augenreiben verschieben. Zwischen den beiden Hornhautschichten kann sich ein Epithel bilden, was einen erneuten Eingriff erfordert. Sollte die Korrektur oder die obere Lamelle nicht optimal sein, kann der Eingriff nach 3 bis 6 Monaten – ohne Schmerzen – wiederholt werden.
Wahl des Operationsverfahrens
LASIK ist zum aktuellen Zeitpunkt das routinemäßig angewandte Verfahren. Wenn die Stärke der Hornhaut nicht ausreichend ist, muss auf die PRK zurückgegriffen werden. Das Excimer-Laser-Verfahren ist präziser als die radiäre Keratotomie (bis zu -8 Dioptrien). Die Intraokularimplantation wird bei starker Übersichtigkeit und Kurzsichtigkeit als Verfahren gewählt. Bei starker Kurzsichtigkeit oder Übersichtigkeit, verbunden mit extremen Astigmatismus, werden kombinierte Verfahren genutzt. Gewöhnlich werden beide Augen in einer Sitzung operiert, es sei denn, es werden andere Absprachen mit dem Arzt getroffen. Die Astigmatismus-Keratotomie eignet sich besonders für die Korrektur von schwachem Astigmatismus während der Operation des Grauen Stars.
Ausführung der Operation
Dem Entschluss zu einer chirurgischen Korrektur der Refraktion geht ein Beratungsseminar voraus. Es folgt eine Reihe von Augenuntersuchungen, um möglichst genaue Kenntnisse Ihres Auges und seiner Brechungskraft zu erlangen. Die präoperativen Untersuchungen finden im allgemeinen 10 Tage vor dem Eingriff statt. Man kann all diese an einem Tag machen oder verteilt, je nach Wunsch des Patienten. Man muss mit einem Minimum von zwei Stunden für alle Untersuchungen rechnen. Es wird eine komplette Kontrolle des Auges gemacht: einfache Refraktionsbestimmung und eine Skiaskopie (Schattenprobe), Messung der Hornhautdicke, Topographie, Tiefenmessung der vorderen Augenkammer, Biometrie, Tränentest und eine Augenhintergrunduntersuchung. Der Patient darf im Anschluss nicht Auto fahren. Träger von Kontaktgläsern müssen diese rausnehmen, damit die Hornhaut die normale Form und Stärke bewahrt. Bei weichen reicht eine Woche vorher, bei formstabilen und harten sind es zwei bis drei Wochen vor der Untersuchung und dem Eingriff. Es ist auch möglich, Untersuchungen und Eingriff zu verbinden. Die Korrektur von Kurzsichtigkeit geschieht ambulant, und zwar in einem Block unter dem Mikroskop. Dauer: etwa eine halbe Stunde ohne Vorbereitung. Der Eingriff wird bei lokaler Betäubung gemacht. Sie werden das Instrument spüren, das Bewegungen des Auges verhindert aber keinen Schmerz. Sobald der Eingriff beendet ist, können Sie ohne Verband nach Hause gehen. Nach dem Eingriff können Schmerzen am operierten Auge auftreten. Der Patient erhält daher nach der Operation Tabletten und Tropfen, die bei Schmerzen eingenommen werden.
Die LASIK-Methode bietet eine rasche Wiederherstellung des Sehens. Die Unannehmlichkeiten dauern etwa 3 Tage und es kann Schwankungen des Sehens zwischen en Tageszeiten geben. Bei der PRK dauert die Wiederherstellung des Sehens länger und zwar etwa eine Woche für die Fernsicht und manchmal länger für die Nahsicht. Die Arbeitsunterbrechung dauert je nach Eingriff und Tätigkeit 3 bis 10 Tage. Brillenträger können nach dem Eingriff auf die Brille verzichten. Ärztliche Kontrollen erfolgen nach einem Tag, einer Woche und einem Monat. Nach der Operation müssen mehrmals Tropfen, die Sie verschrieben bekommen, in die Augen geträufelt werden. Das operierte Auge neigt nicht verstärkt zu Infektionen und es ist nicht unmöglich später Eingriffe am Augapfel vornehmen zu lassen. Die Sichtbarkeit des Augenhintergrunds ist nicht beeinträchtigt. Der Eingriff behindert auch in keiner Weise eine Operation des Grauen Stars, der nach dem 65. Lebensjahr auftreten kann. Körperliche Anstrengungen sowie auch Sport sollten vermieden werden. Nach einem LASIK-Eingriff sollte man sich nicht die Augen reiben. Nach 21 Tagen kann man wieder regelmäßige sportliche Aktivitäten wie Ski, Jogging, Gymnastik aufnehmen.