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Die Frage, wie die Bevölkerung nach einem Atomunfall in der Schweiz geschützt werden könnte, beschäftigt das Parlament. In der Fragestunde des Nationalrats sagte Verteidigungsminister Ueli Maurer am Dienstag, er wisse "zurzeit auch nicht", wohin die Betroffenen im Falle eines GAU umgesiedelt würden.
Nationalrätin Franziska Teuscher (SP/BE) hatte von Maurer wissen wollen, wohin die Menschen im Falle eines AKW-GAU evakuiert und wo sie dauerhaft angesiedelt würden.
Maurer verwies auf die gesetzlichen Grundlagen und sagte, Details wie die Zielorte bei einer Evakuierung hingen vom Verlauf des Ereignisses ab. Er gehe davon aus, dass rund zwei Drittel der Betroffenen bei Verwandten, Bekannten oder in Ferienhäusern unterkämen. Der Rest würde in Hotels, Turnhallen, Gemeindesälen und ähnlichen Einrichtungen einquartiert. Wo sie allenfalls angesiedelt würden, sei eine "politische Frage".
Teuscher hakte nach und sagte, sie spreche nicht von irgend einem atomaren Unfall, sondern von einem GAU, bei dem innert kürzester Zeit bis zu 500'000 Menschen evakuiert werden müssten. Maurer antwortete: "Wenn es wirklich zu einem GAU kommt und Zehntausende umgesiedelt werden müssten, weiss ich zurzeit auch nicht, wohin sie gehen würden." Das müsse er ehrlich sagen. Unmittelbaren Schutz böten Schutzräume, doch Konkretes müsse "im Ereignisfall geprüft werden".
Auf eine weitere Frage von Teuscher sagte Maurer, der Fukushima kurzerhand in "Fukishama" umtaufte: Auch in der Schweiz könnten Personen zwangsrekrutiert werden, falls sich nicht genügend Freiwillige zum Aufräumen nach einem Atomunfall finden liessen. Dies sehe die Gesetzgebung so vor.
SDA-ATS