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Wegen eines Corona-Falls im Coachella Valley findet das Masters-1000-Turnier in Indian Wells nicht statt. Es bleiben viele offene Fragen und eine lange Liste von Verlierern. Roger Federer gehört indes nicht dazu.
Auch der Tennis-Zirkus bleibt vom global grassierenden Corona-Virus nicht verschont. Am Wochenende beriet sich der Spielerrat, am späten Sonntagabend Ortszeit meldeten die Veranstalter: Das Turnier der Männer und Frauen in Indian Wells findet nicht statt.
Die Gesundheitsbehörde des Riverside County hatte den gesundheitlichen Notstand für das Coachella Valley, in dem Indian Wells liegt, ausgerufen, nachdem ein Fall einer Infektion mit dem neuen Virus bestätigt worden war. «Wir sind sehr enttäuscht, aber Gesundheit und Sicherheit haben höchste Priorität», sagte Turnierdirektor Tommy Haas. Man bereite sich darauf vor, das Turnier zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen und erörtere die Möglichkeiten. Doch das dürfte ein frommer Wunsch bleiben, zu dicht gedrängt ist der Kalender. Viel wahrscheinlicher ist ein Ausfall.
Das Turnier in Indian Wells gehört der jeweils höchsten Kategorie an – bei den Männern der Masters-1000-Serie, bei den Frauen hält es den Status Premier Mandatory. Nach den vier Grand-Slam-Turnieren gilt Indian Wells als bedeutendstes Turnier, für die Weltbesten besteht Teilnahmepflicht. Insgesamt geht es um ein Preisgeld von über 17 Millionen Dollar.
Man bereite sich darauf vor, das Turnier zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen und erörtere die Möglichkeiten, sagte Tommy Haas. Indian Wells verzeichnet jährlich über 450'000 Zuschauer. Das Turnier dürfte frühestens im Herbst nachgeholt werden, wenn die Temperaturen wieder sinken und die Coronavirus-Epidemie abgeklungen sein könnte. Und womöglich in Asien grössere Turniere abgesagt werden müssen, etwa das Turnier in Schanghai. Dannzumal könnte auch Roger Federer wieder mittun, der sich derzeit von einer Operation am Knie erholt und pausiert.
Federer erreichte in Indian Wells im Vorjahr den Final und gewann das Masters-Turnier in Miami, was in der Summe 1600 Ranglistenpunkten entspricht, die ihm demnächst aus der Wertung fallen würden. Federer fällt im nächsten Monat hinter den Russen Daniil Medwedew auf Rang 5 der Weltrangliste zurück. Es sei denn, die Profi-Organisation ATP beschliesst, die Punkte so lange in der Wertung zu belassen, bis das Turnier in Indian Wells ein nächstes Mal ausgetragen worden ist.
Aber nicht nur die Suche nach einem neuen Termin, sondern auch die Auswirkungen auf die Weltrangliste dürfte für Diskussionen sorgen. In der Regel zählen die in den letzten 52 Wochen gesammelten Punkte und fallen danach aus der Wertung. Dann also, wenn das jeweilige Turnier erneut gespielt worden ist. Die Platzierung in der Weltrangliste ist massgebend für die Meldung bei Turnieren. An ihr hängen also ganze Existenzen.
Was also, wenn das Turnier in Indian Wells gar nicht gespielt werden kann? Und allenfalls noch weitere, wenn im Frühling in Europa auf Sand gespielt wird? Für diesen Fall wäre es einerseits denkbar, dass die Punkte ersatzlos wegfallen. Eine andere Möglichkeit wäre, die bei ausgefallenen Turnieren erzielten Punkte einem Moratorium zu unterstellen und so lange in der Wertung zu belassen, bis es wieder durchgeführt worden wäre. Diese Lösung steht indes im Verdacht, besser klassierte Spieler zu protegieren. Federer wäre auch in diesem Fall ein Sieger wider Willen.