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Die Alpen
Die Schweizer Alpen sind der kleinste Energieverbraucher in der Schweiz und können möglicherweise einen Überschuss an erneuerbarer Energie für die übrige Schweiz liefern. Dieser Überschuss könnte insbesondere aus der Photovoltaik stammen, die in den Bergregionen die effizienteste erneuerbare Energiequelle ist und deren Potenzial in der Schweiz bisher unterschätzt wird. Die Abstimmung der richtigen Platzierung und Ausrichtung der Installationen kann die Photovoltaik dank der hohen Wolkengrenze auch im Winter zu einer zuverlässigen Stromquelle machen. Die grossen Streifen ungenutzter Flächen in den Alpen sowie das Vorhandensein einer Schneedecke erfordern möglicherweise den Bau von Photovoltaikmodulen auf bestehenden Infrastrukturen (z. B. Dämmen) und deren regelmässige Räumung. Die Windenergie in den Alpen wird noch wenig genutzt, und ihr Potenzial könnte ausgebaut werden, wenn die Auswirkungen des gebirgigen Geländes auf den Wind sowie auf den Transport und die Installation von Ausrüstung untersucht werden. Die Alpen liegen auch in der Nähe von zentralen Wasserkraftwerken sowie kleinen Kraftwerken. Alpendörfer sind vor allem durch einen hohen Wärmebedarf in einzelnen und oft verstreuten Häusern gekennzeichnet. Dies erfordert individuelle erneuerbare Wärmelösungen und manchmal Inselsysteme (microgrids) für Wärme und Strom. Holzige und nicht holzige Biomasse kann bis zu einem gewissen Grad verfügbar sein, kann aber schwer zugänglich und schwierig zu transportieren sein. Alpendörfer haben eine weniger dichte Verkehrsinfrastruktur und sind mehr auf einzelne Fahrzeuge angewiesen.
Aus gesellschaftlicher Sicht überwiegen in vielen Alpenregionen konservative Werte. Bei der Energiewende scheinen die Meinungen recht heterogen; Zwei Bergkantone gehörten zu den wenigen, die bei der eidgenössischen Abstimmung 2017 die Energiestrategie 2050 ablehnten.
Generell ist das Potenzial für einen ideellen Konflikt zwischen der Installation erneuerbarer Energien und dem Schutz von Landschaft und Natur im Alpenraum weit verbreitet. In kleinen alpinen Städten und Dörfern bestehen starke Verbindungen in der Bevölkerung und das Potential zur Kooperation für die Umsetzung lokaler erneuerbarer Energiesysteme.