Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/135054

<h2>SubmittedText<h2><p>Ich ersuche den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><p>1. Ist es wahr, dass zwischen 2017 und 2018 der Eisenbahnverkehr zwischen Zürich und dem Tessin und damit von und nach Mailand über Rotkreuz umgeleitet wird, wo er eine "Spitzkehre" vollziehen muss; dies wegen des Ausbaus der Eisenbahnstrecke zwischen Zug und Arth-Goldau?</p><p>2. Wird diese Umleitung sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr betreffen?</p><p>3. Wie gross ist der Zeitverlust auf dem Teilstück Bellinzona-Zürich im Vergleich zu den dank der Neat möglichen verkürzten Reisezeiten?</p><p>4. Wie beurteilt der Bundesrat diesen Entscheid im Hinblick auf einen funktionierenden Bahnbetrieb (Personen- und Güterverkehr) auf einer Strecke, die für das Tessin wichtig ist, da dessen Anbindung per Autobahn (mit einem einzigen Tunnel!) insbesondere in den Sommermonaten stark beeinträchtigt ist? Befürchtet er nicht, dass sich die Situation in Bezug auf den Nord-Süd-Verkehr noch verschlechtert?</p><p>5. Wurden auch Alternativen geprüft, z. B. eine direkte Verbindung zwischen Cham und Immensee, und falls ja: Warum wurden sie verworfen?</p><p>6. Ist es nicht paradox, wenn diese neue Baustelle den Zeitgewinn, der dank des Gotthard-Basistunnels resultiert, praktisch gleichzeitig mit der Eröffnung des Tunnels wieder zunichtemacht, auch wenn dies nur vorübergehend ist?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Es ist richtig, dass während den geplanten Unterhaltsarbeiten auf der Strecke Zug-Walchwil-Arth-Goldau und dem Doppelspurausbau in Walchwil eine Totalsperre am östlichen Ufer des Zugersees geplant ist. Während dieser Zeit werden die Züge via Rotkreuz umgeleitet. In Rotkreuz ist eine sogenannte Spitzkehre notwendig.</p><p>2. Der Güterverkehr ist von dieser Umleitung nicht betroffen. Denn zwischen Zug und Arth-Goldau fährt kein Güterverkehr.</p><p>3. Gegenüber dem heutigen Zustand wird sich die Reisezeit zwischen Zürich und Bellinzona mit der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels ab Dezember 2016 um rund 40 Minuten verkürzen. Während der Streckensperrung wird - aufgrund der vorübergehenden Führung der Züge über Rotkreuz - die Reisezeitverkürzung bei rund 25 Minuten liegen.</p><p>4. Die Einschränkungen am Zugersee betreffen die Reisenden aus dem Raum Zürich, nicht jedoch jene aus dem Raum Luzern. Diese können schon nach der Eröffnung von der vollen Fahrzeitreduktion durch den Gotthard-Basistunnel profitieren. Gegenüber heute kann jede zweite Stunde ein Halbstundentakt nach Lugano angeboten werden. Damit verbessert sich das Angebot im Nord-Süd-Verkehr weiter.</p><p>5. Alternativen wurden geprüft; insbesondere die Realisierung einer sogenannten "Spange Rotkreuz". Diese direkte Verbindung zwischen den Linien Cham-Rotkreuz und Rotkreuz-Arth-Goldau würde es ermöglichen, auf eine Spitzkehre in Rotkreuz zu verzichten. Es zeigt sich aber, dass diese Massnahme gravierende Auswirkungen auf die Anschlusssituation in Art-Goldau mit wegfallenden Verbindungen in die Knoten im Norden und Süden gehabt hätte. Die Kantone sind in die Erarbeitung des "Baufahrplans" eng einbezogen. Die verschiedenen Varianten werden mit den kantonalen Fachstellen diskutiert und beurteilt.</p><p>6. Mit der Streckensperrung soll erreicht werden, dass sowohl der Unterhalt als auch der Bau des Doppelspurabschnittes in Walchwil möglichst rasch realisiert werden können. Dadurch werden auch die zeitliche Beeinträchtigung des Bahnbetriebs und die Auswirkungen der Bauarbeiten für die Anwohner so kurz wie möglich gehalten. Somit wird das mit dem Gotthard-Basistunnel verbesserte Angebot mit dieser Lösung am wenigsten beeinträchtigt.</p>  Antwort des Bundesrates.