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KTV – Vereinigung KünstlerInnen – Theater – VeranstalterInnen, Schweiz
Interessenorganisation von darstellenden Künstlerinnen und Künstlern, insbesondere aus dem Bereich der Kleinkunst, Veranstalterinnen und Veranstaltern, Theater- und Kulturorganisationen, Agenturen sowie Privatpersonen
Der Tätigkeitsbereich der K. umfasst die ganze Schweiz. Sie fördert die Information, Koordination und den Austausch unter den nationalen wie den internationalen Mitgliedern und setzt sich für die Interessen der Kleinkunstszene ein. Ende der sechziger Jahre entstand auf Initiative von →Hugo Ramseyer aus dem losen Kontakt zwischen verschiedenen Kleintheatern ein ehrenamtliches Sekretariat im Berner →Zähringer-Refugium unter dem Namen Schweizerische Kleintheatervereinigung (KTV). Am 13.12.1975 wurde der "Verein KTV" mit Sitz in Biel gegründet, an der Gründungsversammlung nahmen 31 Künstlerinnen und Künstler sowie Veranstalterinnen und Veranstalter teil. Der erste Vorstand setzte sich aus Werner Hadorn (Präsident bis 1990), →Nicolas Baerlocher, →Gunda Dimitri, →Fredy Heller, Ramseyer, Renate Rittiner, Armin Schlienger und →Emil Steinberger zusammen. 1990 wurde, da inzwischen viele freischaffende Künstlerinnen und Künstler Mitglieder geworden waren, der Name geändert: Das Kürzel KTV bedeutet seitdem "Vereinigung KünstlerInnen – Theater – VeranstalterInnen, Schweiz". Die Mitgliederversammlung wählt einen mindestens fünfköpfigen Vorstand aus Künstlerinnen und Künstlern sowie Veranstalterinnen und Veranstaltern aller Sprachregionen. Die strategische Führung obliegt dem Vorstand (Präsident seit 1992: →Peter Bissegger), die operative Leitung der Geschäftsführung, die 1996 im Rahmen einer Reorganisation der Vereinsstruktur geschaffen wurde (1996–2000: Denis Alber, seit 2000 Claus Widmer). Haupttätigkeit der K. ist die Organisation der seit 1976 stattfindenden Schweizer Künstlerbörse, an der neue Produktionen sowohl dem Fachpublikum von Veranstalterinnen und Veranstaltern sowie Theaterleiterinnen und ‑leitern, aber auch Medienschaffenden und Theaterinteressierten vorgestellt werden. Eine Programmkommission wählt aus den Bewerbungen rund fünfzig in- und ausländische Produktionen aus, die an der mittlerweile viertägigen Börse in Ausschnitten von zwanzig bis dreissig Minuten, vereinzelt auch in ihrer gesamten Länge, zu sehen sind. Durch die Kooperation unter anderem mit den Verbänden →ASTEJ, →VTS und →UNIMA Suisse ist der Anlass seit Ende der neunziger Jahre zu einer Fachmesse des freien Theaterschaffens gewachsen. Während die Künstlerbörse ursprünglich einmal, in den achtziger Jahren sogar zweimal jährlich in verschiedenen Ortschaften aller Schweizer Sprachregionen stattfand, wird sie seit 1993 jeweils im April in Thun durchgeführt. Seit 1993 verleiht die K. zu diesem Anlass den "Schweizer Kleinkunstpreis" und die von →Kaspar Fischer gestaltete Skulptur "Goldener Thunfisch" für etabliertes Kleinkunstschaffen an Einzelkünstlerinnen und ‑künstler oder an Ensembles. 2001 wurde zudem der ebenfalls jährlich vergebene "Schweizer Innovationspreis Surprix" für besonders innovative und originelle Programme gestiftet. Die K. beteiligt sich auf nationaler und internationaler Ebene an künstlerischen und kulturellen Austauschprojekten und pflegt den Kontakt zu internationalen Kulturnetzwerken, insbesondere zu Künstlerbörsen. Zugleich bildete sich zu Beginn der neunziger Jahre innerhalb des Vereins der "KTV-Pool", eine Kerngruppe von Veranstalterinnen und Veranstaltern der Deutschschweiz, die sich bis heute verstärkt für die Verbesserung der finanziellen Konditionen für Theater, Künstlerinnen und Künstler sowie für die bessere Koordination mit ausländischen Kleinkunstschaffenden engagiert und Weiterbildungsprojekte lanciert. 2004 zählte die K. rund 600 Künstlerinnen und Künstler, 300 Theaterorganisationen, 60 Theateragenturen und 400 Interessierte zu ihren Mitgliedern (insgesamt rund 4200 Personen). Etwa zehn Prozent der Mitglieder stammen aus dem Ausland. Die schweizerische Vereinigung ist die grösste ihrer Art in Europa. Sie finanziert sich über Mitgliederbeiträge, Mittel des Bundesamts für Kultur, Verkauf von Dienstleistungen, Sponsoring und Fundraising. Die K. ist vertreten im →Centre Suisse ITI, im Dachverband der professionellen Kulturschaffenden der Schweiz Suisseculture, in der Präsenz Aktion Kultur PAcK (Zusammenschluss der Geschäftsführungen von Kunst‑ und Kulturorganisationen professioneller Kunst‑ und Kulturschaffender) und in der Groupe Japonais (Zusammenschluss von ASTEJ, K., Unima Suisse, VTS). Die K. gibt viermal jährlich ein dreisprachiges Bulletin heraus, unter anderem mit Tourneedaten der theaterschaffenden Mitglieder.
Autorin: Anne Jäggi
Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:
Jäggi, Anne: KTV – Vereinigung KünstlerInnen – Theater – VeranstalterInnen, Schweiz, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1042–1043.