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Internationale Migrationen haben sich in den letzten 40 Jahren verdreifacht und betreffen heute 240 Millionen Menschen, eine Zahl die in den nächsten Jahrzehnten weiter steigen wird. Dazu gesellen sich die Binnenwanderer. Dies sind Leute, die sich innerhalb der eigenen Landesgrenzen verschieben. Die Gründe dafür sind die gleichen wie bei internationalen Migranten: ökonomische und politische Unruhen oder Konflikte. Theoretisch haben Binnenwanderer die gleichen Rechte wie alle anderen Staatsbürger ihres Landes, aber in Wirklichkeit werden sie oft als zweitklassige Bürger behandelt. Ihre Grundrechte werden verletzt oder ignoriert, manchmal wird ihnen ihre Identität entnommen und ihre Lebensbedingungen entsprechen der modernen Sklaverei.
In China gibt es fast 230 Millionen Binnenwanderer, davon 20 Millionen Kinder.
In Indien steht die Zahl bei 10 Millionen Binnenwanderer und ungefähr 10% davon sind Kinder.
Für die jüngsten Migranten, die mit ihren Eltern wandern müssen, ist es fast unmöglich, irgendeine Art von Schulausbildung zu erhalten. Mehr als ein Drittel von ihnen ist noch nie zur Schule gegangen. Meistens werden sie zur Arbeit gezwungen und ohne Betreuung oder genügend Nahrung dutzende von Stunden pro Tag ausgenützt.
Aide et Action setzt sich daher für eine Verbesserung der Lebensbedingungen von migrierenden Kindern ein (Sauberkeit des Lebensraums, Zugang zu Trinkwasser, Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung) und fördert den Zugang zur Bildung durch den Aufbau von Übergangsschulen, die den Kindern den Wiedereinstieg ins klassische Bildungssystem ermöglichen sollen.
Neben dem nötigen Zugang zur Bildung, setzt sich Aide et Action mit den lokalen Indischen Behörden zusammen auch für ein besseres Einhalten und Respektieren der Rechte von wandernden Bevölkerungen ein. So beharrt der Verein darauf, dass Binnenwanderer bei Volkszählungen zukünftig berücksichtigt werden, Identitätspapiere und Sozialhilfe erhalten und bei ihren Wanderungen begleitet werden.
In China arbeitet Aide et Action daran, dass die Binnenwanderer besser akzeptiert und integriert werden. 25 Migranten wurden für ein Projekt im Jijiang Distrikt in China ausgewählt und dokumentierten durch Fotos ihr tägliches Leben, ihr soziales Leben, ihre Kinder, wie sie diese erziehen oder (im Falle jugendlicher Projektteilnehmer) wie sie erzogen werden, was sie essen, usw… Diese visuelle Arbeit wurde durch eine Sammlung von Geschichten und Zeugenaussagen vervollständigt. Unsere Teams vereinten dann die Geschichten und Fotos dieser Migrantenfamilien in einer Sammlung, die nach verschiedenen Ausstellungen in ganz China auch in der Metro der Hauptstadt zu sehen war. Dieses Projekt hat dazu beigetragen, die soziale Darstellung der Binnenwanderer und die Mentalität ihrer Mitbürger zu verändern. Dieser Prozess muss nun auf der nächsten Ebene, bei den Behörden, weitergeführt werden.
Quelle der Schlüsselzahlen : Unesco 2013