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Nachdem man die grosse Vorsicht und Aufmerksamkeit erfordernden
Klüfte,
Löcher und Schneiden der
Karren glücklich überschritten hat, bietet die Besteigung des Pfannenstockes, besonders
von der
S.-Seite her, keine Schwierigkeiten mehr.
1856 m. Wenig bedeutender Berg in der das obere
Sihlthal vom Thal der
StillenWaag trennenden Kette, die als hervorragendere Gipfel noch den
Twäriberg (Nachbar des
Drusbergs) und etwas
weiter n. den Grossen
Riet trägt.
Der
O.-Hang gegen das
Sihlthal zu zeigt lange Felsbänder, während der sanft geböschte
W.-Hang Alpweiden und
Wald trägt, aber allerdings tiefer unten ebenfalls mit einem langen Felsband zum Thalboden der
StillenWaag abfällt.
Das Pfannenstöckli selbst zeigt keine anstehenden
Felsen, sondern bildet eine kleine Rasenkuppe
über den
Käsernalpen. 1 km n. vom
Twäriberg.
(Kt. Basel Land,
Bez. Arlesheim).
396 m. Gem. und Pfarrdorf, im Birsthal auf einer Terrasse am
O.-Hang des
Blauenberges; 1,6 km sw.
der Station
Aesch der Linie
Basel-Delsberg. Postablage, Telegraph, Telephon. 52
Häuser, 347 Ew. (wovon 42 Reformierte).
Acker- und Obstbau, besonders Kirschenbau. In der Nähe die Burgruine Pfeffingen (501 m). Vogtei und
Ort Pfeffingen waren 1526 zur
Reformation übergetreten, kehrten aber am wieder zum alten Glauben zurück. 793: Faffinga; 1140: Feffingen.
Von allen Burgen in der Nähe von Basel
war Pfeffingen eine der bedeutendsten, und noch heute machen ihre Trümmer
einen mächtigen Eindruck.
Sie soll durch das grosse Erdbeben von 1356 zerstört worden sein; doch weist nach Quiquerez der
Charakter des Bergfrieds oder der Herrenburg auf das 11. und 12. Jahrhundert hin, so dass wenigstens
dieser Teil des
Schlosses mehr oder weniger verschont geblieben wäre. Vom Bergfried, der die höchste Stelle im
O. des
Felsens
einnahm, zog sich eine
Mauer bis zum sogenannten Hexenturm, neben dem sich ein Einfallstor befand.
Zwei andere Tore waren auf der N.- und
W.-Seite vorhanden. Ueber die Gestalt der Nebengebäude belehrt
uns das hier beigegebene
Bild nach
Herrliberger. Der Boden, auf dem Pfeffingen stand, war zuerst königliches und dann bischöfliches
Eigen und scheint schon sehr früh derjenigen Familie verliehen worden zu sein, die ihn bis ins 16. Jahrhundert besass, nämlich
den
Grafen von
Thierstein, Pfalzgrafen der hohen Stift. Ihre Vorfahren waren Rudolf, der 1048
Graf von
Sisgau
genannt wird, und sein Sohn Rudolf,
Graf von
Thierstein (Altthierstein im
Frickthal) und Kastvogt der Kirche zu Basel.
Dessen Sohn
Rudolf III., Erbauer der Burg Althomburg im
Frickthal, hinterliess zwei Söhne, Werner und Rudolf, welche die Stammväter
der beiden Linien
Homburg undThierstein wurden.
Während aber jene schon im dritten Geschlecht erlosch, erstarkte diese noch mehr und erwarb sich zu den alten Gütern im
Frickthal und östl. Baselbiet durch Verschwägerung mit dem Hause Sogern
(Soyhières) bedeutende Besitzungen im Birsthal.
Darum gründeten sie im letzten
Viertel des 12. Jahrhunderts bei
Büsserach die Burg Neuthierstein und
um die Wende des 13. und 14. Jahrhunderts die stolze
Farnsburg. Jene fiel am Anfang des 14. Jahrhunderts Rudolf und diese
Simon zu.
Erben der
Farnsburger Linie waren die Freiherren von
Falkenstein; dagegen behielt der Zweig an der
Birs den thiersteinischen
Namen weiter bei und erlosch erst 1519 mit dem Tode Heinrichs von
Thierstein.
Als Vasallen des
Bischofs und der Herzoge von Oesterreich waren die
Thierstein in allen Kämpfen um Basel
herum die Verbündeten
ihrer Lehensherren und die Feinde der aufstrebenden Bürgerschaft dieser Stadt. Dabei diente ihnen Pfeffingen
wenigstens seit dem 14. Jahrhundert als Stützpunkt. Denn im 12. und 13. Jahrhundert hatten es wohl die Prokuratoren oder
Schaffner von Pfeffingen inne, in denen wir vielleicht die
Gründer des
Schlosses erblicken dürfen. Sie waren aber mit der
Zeit ganz zu Beamten der
Thiersteiner herabgesunken und scheinen in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts
ausgestorben zu sein. 1330 wird Johannes Schaffner von Pfeffingen noch als
Zeuge genannt.
Zur Zeit des Erdbebens wohnte aber Walraf von
Thierstein selbst auf der Burg, wo die Gräfin mit ihrem Kinde auf wunderbare
Weise der Katastrophe entronnen sein soll. Die Basler unternahmen verschiedene
Züge nach Pfeffingen,
so 1374 und 1411. Vor der Schlacht bei
St. Jakob war das
Schloss das Hauptquartier des Dauphin.
Kein Wunder daher, dass in dem
sogenannten St. Jakoberkriege die Basler sich vor allem wieder gegen die Burg Pfeffingen wandten und sie am überfielen
und zur
¶
mehr
Ueberrgabe zwangen. Schon am wurde sie aber wieder zurückerobert und behauptet. Hierauf führten die Söhne des
Hans von Thierstein, Oswald und Wilhelm, mit der Stadt einen mehrjährigen Krieg (1464-68), der für diese um so gefährlicher
war, als Oswald ins Bürgerrecht der Stadt Solothurn aufgenommen wurde. Schlau wusste sich diese die Freundschaft
des immer mehr verarmenden Grafengeschlechtes zunutze zu machen, um schliesslich 1516 bei der allgemeinen Liquidation die
Ganze GrafschaftThierstein mit der Kastvogtei über Beinwil an sich zu ziehen.
Auch Basel
hatte ähnliche Versuche gemacht, und die gleichen Herrschaften mit Angenstein und Pfeffingen wären 1468 beinahe in
seinen Besitz übergegangen. Der Vertrag war schon aufgesetzt, kam aber nicht zur Ausführung. Nach der Schlacht bei Dornach 1499 belagerten
die Eidgenossen dass Schloss Pfeffingen vergeblich, während es 1520 von den Baslern eingenommen und zwei Jahre lang behalten
wurde, worauf sie es dem Bischof gegen die Zusicherung zurückgaben, dass er ihnen dafür das Dorf Riehen
abtreten werde, was wirklich am erfolgte.
Unter bischöflicher Herrschaft bildete Pfeffingen mit den Ortschaften Pfeffingen, Aesch, Grellingen und Tuggingen eine Landvogtei.
Seit 1583 hatten diese die Verwandten des Bischofs Jakob Christoph von Blarer inne und wohnten auf dem wieder neu restaurierten
Schlosse. Laut einem Verzeichnis hatte 1586 Pfeffingen 19 Häuser, Tuggingen 29, Aesch 48 und Grellingen 88. 1637 eroberte
Bernhard von Weimar das Schloss. Nach der Restitution blieb es noch bis 1764 Landvogteischloss, worauf Landvogt Franz Anton
von Blarer seinen Sitz in sein Familienschloss in Aesch, das jetzige Schulhaus, verlegte. So geriet Pfeffingen
allmählig in Zerfall. 1792 verkaufte es die französische Regierung mit den Schlossgütern an den Handelsmann Zimmerlin-Preiswerk
von Zofingen, der ein Herrschaftshaus errichtete.
Dieses erwarb 1813 Adam Sozin von Basel.
Seitdem ist es immer im Besitze eines Basler Bürgers geblieben. Vergl. Quiquerez, Aug. Châteaux.
Manuskr. auf der Universitätsbibliothek in Basel;
Bernoulli, Aug. SchlossPfeffingen (im Basler Jahrbuch. 1882);
Die Ruinen desSchlossesPfeffingen (in den Alpenrosen). Bern
1887. Ferner die die Basler Geschichte und Topographie im Allgemeinen
behandelnden Werke (s. Bibliogr. der Art. Basel Land
und Basel Stadt).