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Berufungen und Ehrungen im Juni
Zur Nachfolgerin von Wolfgang Wiegand, der per 31. August zurücktritt, hat der Regierungsrat auf den 1. Oktober 2005 Susan Emmenegger zur Professorin für Privatrecht und Bankrecht sowie zur Direktorin des Instituts für Bankrecht und Mitdirektorin des Zivilistischen Seminars ernannt.
Susan Emmenegger (38) wuchs in Freiburg auf. Nach einem einjährigen Volontariat beim kolumbianischen Roten Kreuz studierte sie in Freiburg und Bologna Rechtswissenschaften. Sie erwarb 1992 ein zweisprachiges Lizentiat und 1993 den Master of Laws (LL.M.) der Cornell Law School. Anschliessend arbeitete sie als Rechtsanwältin in New York. 1995 wechselte sie nach Hamburg, wo sie als Assistentin am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Bankrecht tätig war. Ab 1997 arbeitete sie als Auditorin und juristische Sekretärin am Bezirksgericht Zürich. Sie promovierte 1999, erwarb im selben Jahr das Anwaltspatent des Kantons Zürich und begann eine Tätigkeit als wissenschaftliche Beamtin bei der Eidgenössischen bankenkommission. Ein Nachwuchsstipendium des SNF ermöglichte ihr ab 2001 Forschungsaufenthalte in Hamburg, Berkeley und Paris. Ab 2002 arbeitete sie als assoziierte Professorin für Privatrecht an der Uni Freiburg. Nach ihrer bankrechtlichen Habilitation wurde sie 2004 in Freiburg zur Ordinaria ernannt. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte umfassen das Privatrecht, das Gender Law und das Bank- und Kapitalmarktrecht.
Als Nachfolger von Prof. Dr. Claude Gaillard, der im vergangenen Jahr zurückgetreten ist, hat der Regierungsrat auf den 1. Oktober 2005 Tosso Leeb zum Professor für veterinärmedizinische Genetik und Tierzucht ernannt. Gleichzeitig wurde er zum Direktor des Instituts für Genetik sowie Leiter des Berner Teils des künftigen Vetsuisse-Departementes Präklinik ernannt.
Tosso Leeb (37) ist in Hohenschwangau (Deutschland) aufgewachsen und hat an der Ludwig-Maximilians-Universität München Chemie studiert. Seine Doktorarbeit verfasste er von 1993 bis 1995 am Institut für Biochemie der Universität München und am Tierärztlichen Institut der Universität Göttingen. Gefördert durch ein DFG-Stipendium verbrachte er anschliessend ein halbes Jahr am University of Texas Health Science Center at San Antonio. Danach war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Tierärztlichen Institut der Universität Göttingen und habilitierte sich dort 1999. Noch im gleichen Jahr wurde er Universitätsprofessor für Molekulare Veterinärgenetik an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Vor zwei Jahren war Leeb Gastprofessor an der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Aufklärung von genetischen Variationen, die zu Erbkrankheiten oder anderen sichtbaren Merkmalsunterschieden bei Haus- und Nutztieren führen. So konnte Leeb unter anderem die Ursachen für eine erbliche Haar- und Zahnlosigkeit bei Rindern sowie einer lysosomalen Speicherkrankheit bei Hunden aufklären. Neben der Erforschung von Erbkrankheiten engagiert sich Leeb auch in den aktuellen internationalen Genomsequenzierungsprojekten von Haus- und Nutztieren.
Die Rechtswissenschaftliche Universität Litauens (Mykolas Romeris Universität, Vilnius) hat Prof. Dr. Norbert Thom, Leiter des Instituts für Organisation und Personal, im Mai den Titel Doctor honoris causa (Dr. h.c.) verliehen. Gewürdigt wird Thom für seine bedeutenden Beiträge zum New Public Management, der Förderung des akademischen Austausches, seiner Lehrtätigkeit sowie der Unterstützung von Forschung und Qualifikation von Forschenden und Dozierenden.
Die Universität Helsinki hat im Mai Walter Dietrich, Professor für Altes Testament, den Titel Doctor honoris causa (Dr. h.c.) verliehen. Geehrt wird Dietrich für seine Untersuchungen zu den geschichtlichen und prophetischen Überlieferungen Israels, die die alttestamentarische Wissenschaft massgeblich mitgeprägt haben, und womit er einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des morgenländischen Erbes der abendländischen Kultur geleistet hat.
Die Stiftung Prof. Dr. Max Cloëtta hat Dr. Oliver Mühlemann, Dozent und Forschungsgruppenleiter am Institut für Zellbiologie, eine 5-jährige Forschungsstelle zugesprochen. Das Team von Oliver Mühlemann erforscht Qualitätskontrollmechanismen der Genexpression und hat kürzlich entdeckt, dass die Gene für Antikörper (Immunoglobuline) nach dem Zusammenfügen aus einzelnen Teilen in Lymphozyten von einem Kontrollsystem überprüft werden.
16.06.2005