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Im Sommer 2020 gab es in der Deutschschweiz bis jetzt nur ganz punktuell einen Hitzetag. Noch ist in Luzern nicht richtig Sommer. Kennen Sie Rudi Carrell und seinen Schlager-Hit aus dem Jahr 1975 schon? Radio Lozärn stellt den Song vor, denn er ist auch 45 Jahre später noch immer brandaktuell!
Für viele Generationen war Rudi Carrell ein legendärer Showmaster, Sänger und Schauspieler. Der Sohn von André Carrell hatte im niederländischen und deutschen Fernsehen Shows, darunter eine der bekanntesten Unterhaltungsshows der 1970er Jahre im deutschen Fernsehen, «Am laufenden Band». Carrell lebte ab 1965 mit Unterbrechungen in Deutschland und wurde auch in der Schweiz zum absoluten Publikums-Liebling – unter anderem auch durch die Kuppler-Show «Herzblatt».
Sommerhit ist eine Coverversion
Rudi Carrell trat auch als Schlagersänger in Erscheinung. Sein bekanntestes Werk wurde «Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?», eine Coverversion von City of New Orleans, das 1975 erschien und in den folgenden Jahren bei jedem verregneten Sommer wieder zum Vorschein kam. Der grösste Hit wurde «Goethe war gut» von 1978, ebenfalls eine Coverversion, die genau wie ihre Vorlage Sweet Violets durch die das Lied durchziehenden frivolen Vexierreime auffällt.
Rudi Carrell liebte Gags
Carrell bevorzugte kleine und schnelle Gags, lieber jede Minute ein Lächeln anstatt ein langatmiger Sketch von 10 Minuten mit nur einem grossen Lacher am Ende. Schon bei seiner ersten Show im Fernsehen legte Carrell Wert auf optische Gags. Diesen Grundsatz hielt er bis zu seinem Lebensende bei, so bestand er in 7 Tage, 7 Köpfe darauf, dass in jeder Ausgabe mindestens ein solcher Gag vorkommen sollte. Und es half ihm auch zu Beginn der Rudi Carrell Show in Deutschland, als seine Kenntnisse der deutschen Sprache noch eingeschränkt waren.
Ein dankbarer Künstler
Für Carrell war es eine Selbstverständlichkeit, auf der Strasse angesprochen zu werden: «Ich habe nie vergessen: Diesen Menschen habe ich alles zu verdanken. Mein Haus, mein Auto, meinen Urlaub. Ohne diese Menschen hätte ich das alles nicht», sagte er 1980 in einem Interview. Zum Schluss lebte Rudi Carrell zurückgezogen auf seinem Gutshof im Syker Stadtteil Wachendorf im Landkreis Diepholz.
Er starb am 7. Juli 2006 gegen Mittag im Alter von 71 Jahren im Klinikum Bremen-Ost. Am 9. Juli 2006 fand im engsten Familienkreis eine Trauerfeier statt. Carrell wurde am 25. Juli auf dem Friedhof im niedersächsischen Heiligenfelde (Syke) beigesetzt. Entsprechend seinem letzten Wunsch wurde die Urne seiner zweiten Ehefrau umgebettet und ruht jetzt neben ihm auf dem Friedhof.