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Bern den 24. Sept 1857.
Mein lieber Freund!
Ich erhielt beyliegenes Circular von Eurer Credit-Anstalt u sende Dir daßelbe, da ich nicht weiß, ob du bei dieser od. anderswo für mich gezeichnet hast. Ich meldete Dir bereits, daß ich 5 Obl. à 1000 fr. wünsche. Noch theile ich dir mit, daß ich Hrn Dr Kern 1000 fr mitgab, um dir meine erste Einzahlung zu leisten. – Ich bitte ab für die dir verursachte Mühe u gewärtige mit Ende dieß die Interims.
Confidentielles: Der Bundesrath hat meiner Bemerkungen ungeachtet beschlossen, Hrn Keller zu wählen, wenn er annehme; Hr Frey erhielt den Auftrag, ihn vertraulich anzufragen, ob er eine Wahl annähme. Seine Antwort kenne ich noch nicht; dagegen weiß ich aus ganz sicherer Quelle, wie sie lauten wird. Er wird d. Stelle nicht annehmen, weil er jetzt den Aargau nicht verlassen kann – verlaßen im doppelten Sinn des Worts. Sehr gerne nähme er an, wenn er zugleich seine Stelle beybehalten könnte. Das ist aber gegen das Gesetz (Art. 24). Somit werden wir wieder wählen müssen u nun wird Hr Kappeler ohne Zweifel gewählt werden. Obwohl ich ihm in Betracht seiner geistigen Fähigkeiten gerne stimme, so beunruhigt mich doch das allgemeine | Gerücht von s. Trägheit u Nachläßigkeit in Geschäften. Ich würde daher lieber Hrn Blumer haben, wenn du ihn schnell dazu bestimmen könntest. Wenn du glaubst, ich könnte etwas bei ihm ausrichten u ich sollte ihm schreiben, so melde mir doch durch den Telegraphen ein einfaches: Ja. Ich glaube es vor der Hand nicht; denn wenn irgend jemand etwas bei ihm ausrichten kann, so bist du es.
Herzlich grüßend
Dein
F