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Jacobsen: Von der Zweitklassigkeit zurück in die Weltspitze
- Freitag, 2. Januar 2015, 14:28 Uhr
Anders Jacobsen hat in seiner Karriere ebenso viele Hochs wie Tiefs erlebt. Mit seinem Sieg beim Neujahrsspringen hat der Norweger alle überrascht. Wieder einmal.
«Ich bin selbst ein bisschen schockiert», sagte Anders Jacobsen nach seinem Sieg in Garmisch im SRF-Interview. Fast zwei Jahre lang war der Norweger nicht einmal in die Top 10 gesprungen. Heuer wurde er nach einem schwachen Saisonstart sogar in den zweitklassigen Continental Cup relegiert. Erst in einer internen Qualifikation errang er den letzten norwegischen Tournee-Platz.
«Ich habe über Weihnachten in Vikersund gut trainiert, in Oberstdorf aber keine solchen Sprünge auspacken können», so der 29-Jährige. «Doch die Schanze und die Atmosphäre in Garmisch liebe ich.»
Sieben Jahre nach der Sensation?
Mit seinem Sieg auf der Olympiaschanze stiess er in der Tournee-Gesamtwertung um 10 Plätze auf den 4. Rang vor. «Alles ist möglich», meint er mit Blick auf die Gesamtwertung.
2007 hat Jacobsen bereits einmal die Vierschanzen-Tournee gewonnen - nur sechs Wochen nach seinem Weltcup-Debüt. Damals hatte der 1,73-Meter-Mann aus der Kleinstadt Hönefoss nordwestlich von Oslo mit seiner Leistungssport-Karriere eigentlich schon abgeschlossen und war als Sanitär-Installateur tätig, ehe ihn der damalige Nationaltrainer Mika Kojonkoski entdeckte.
Tanzen statt springen
Seither hat Jacobsen ein Wechselbad der Gefühle erlebt. 2009 holte er WM-Bronze auf der Grossschanze, fünf Olympia- bzw. WM-Medaillen heimste er von 2007 bis 2011 als Mitglied des norwegischen Teams ein.
Doch im Mai 2011 kündigte er wegen eines drohenden Burn-outs eine Auszeit an. Er arbeitete als Co-Kommentar für das norwegische Fernsehen und trat in der norwegischen Ausgabe der Tanz-Show Let's dance an.
Schon das zweite Comeback
2012 kehrte Jacobsen in den Weltcup zurück, gewann zwei Tournee-Springen, wurde in der Gesamtwertung 2. hinter Gregor Schlierenzauer und sicherte sich in Val di Fiemme seine 2. WM-Einzelmedaille. Dann zog er sich im März 2013 einen Kreuzbandriss zu. Letzten Frühling musste er sich erneut am Knie operieren lassen.
Nun hat sich der zweifache Familienvater zum zweiten Mal in die Weltspitze zurückgekämpft und seinen Optimismus wiedergefunden: «Ich habe jetzt viel Selbstvertrauen», sagte er und fügte lächelnd an: «Skispringen ist Kopfsache.»
Sendebezug: SRF zwei, sportlive, 1.1.15, 13:55 Uhr
TV-Hinweis
SRF zwei überträgt das 3. Springen der Vierschanzen-Tournee in Innsbruck am Sonntag ab 13:55 Uhr live.