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Schulanlage St. Klemens
Adresse
6030 Ebikon
LU
Architektur
Weitere Bauphasen
Die Schulanlage St. Klemens, ein Spätwerk Werner Ribarys, ist dem Brutalismus zuzuordnen. Ihre architektonische Ausbildung zeigt klar geschnittene Sichtbetonkörper und ihre Gesamtstruktur ist feingliedrig. Sie gehört zu den ersten Vertretern des Campus-Konzepts in der Region und integriert sich gut in das beschauliche Wohngebiet am Rotsee. Die sensible Modernisierung hat den ursprünglichen Charakter gewahrt.
Chronologie
Zwischen 1961 und 1969 liess der Pallottiner-Orden von Werner und Max Ribary in Ebikon ein christliches Gymnasium mit Internat errichten. Werner Ribary verstarb während der Bauphase, Sohn Max vollendete die Anlage. 2007/2008 führten Meletta Strebel Architekten den Umbau und die Erweiterung aus, da der Nachfrage nach Internatsplätzen nicht mehr Rechnung getragen werden konnte. Zur selben Zeit bauten SAM Architekten Partner die frühere Kapelle zu einem Gemeinschaftsraum um.
Lage
Das St. Klemens-Gymnasium befindet sich in Ebikon, unmittelbar an der zum Rotsee abfallenden Hangkante, einem Naturschutzgebiet. Die Erschliessung erfolgt von Südwesten über die Kaspar-Kopp-Strasse, die von der stark frequentierten Luzernerstrasse abzweigt. Die Schulanlage umfasst vier Trakte und ist campusartig aufgebaut. Den Kern bildet das Schulgebäude, das einen Innenhof umgibt und aufgestockt wurde. Östlich davon ist das Wohnheim, ein Hochhaus, situiert. Im Westen, entlang der Kaspar-Kopp-Strasse, steht ein Mehrzweckbau, der Büros und weitere Schulnutzungen beinhaltet, dahinter die Kapelle. Erschlossen sind die Bauten über Freitreppen und Fusswege. Das Schulhaus und der Mehrzweckbau sind ausserdem über eine Passerelle im ersten Obergeschoss miteinander verbunden.
Beschreibung
Das mehrschichtige Schulgebäude präsentiert sich im Hauptgeschoss mit einem Atrium. Das darunter liegende Sockelgeschoss ist eingetieft und tritt nur gegen den Rotsee zu Tage. Auf das darüber liegende, zur Strasse gewandte Eingangsgeschoss wurde zusätzlich ein riegelartiges Obergeschoss gesetzt. Der Sichtbetonbau ist mit grosszügigen Fensterbändern durchsetzt. Der Aufsatz übernimmt das Öffnungsmuster, kontrastiert aber mit einer Schieferverkleidung. Einzig die Strassenfront ist weitgehend geschlossen: Am Eingangsgeschoss gliedern markant vorstehende Wandpfeiler die Sichtbetonwand. Das siebengeschossige Wohnheim schliesst mit einem zurückversetzten Attikageschoss. Die Fensterbänder sind im zeittypischen «Zahnschnitt» gestaltet: Die Lochfenster sind mit schmalen, hoch angesetzten, eingelassenen Bändern verbunden. Der Bürotrakt ist fünfgeschossig, das oberste Geschoss beherbergt eine Attikawohnung mit grosser Terrasse in Richtung Rotsee. Es besteht aus zwei leicht versetzt angeordneten Riegeln, die der Gestaltung des Wohnheims folgen. Die angrenzende Kapelle gründet auf einem quadratischen Grundriss und ist diagonal organisiert. Der Chorbereich in der westlichen Ecke staffelt sich in vier Stufen nach oben und schliesst mit einem Kreuz. Die Höhenversprünge des Dachs sind mit Oberlichtbändern versehen. Einen weiteren Lichtakzent setzt die Ostfassade, die aus bunten Gläsern und teils organisch geformten Betonflächen komponiert ist.
Literatur