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Mysteriöser Omurawal zum ersten Mal gefilmt
Niemand weiss, wie viele Omurawale überhaupt in den Weltmeeren umherschwimmen. Bis vor Kurzem hielt man die zu den Furchenwalen gehörenden Meeressäuger für eine kleinere Form der Brydewale. Sämtliche Untersuchungen mussten an der DNA von neun in den 1970er-Jahren von Walfängern getöteten oder gestrandeten Individuen vorgenommen werden. Anhand dieser Daten wurden die Omurawale 2003 dann auch als neue Art beschrieben.
Singende Wale in tropischen Meeren
Nun gelang es Salvatore Cerchio vom New England Aquarium in Boston und der Woods Hole Oceanographic Institution (beide im US-Bundesstaat Massachusetts) und seinem Team erstmals, wildlebende Omurawale zu beobachten, filmen und zu erforschen. Sie untersuchten während mehreren Jahren eine Population im Nordosten von Madagaskar und konnten dabei einiges über die Lebensweise der geheimnisvollen Tiere erfahren. So scheint es, dass sich ihr Lebensraum auf die tropischen Gewässer des Westpazifiks und des Indischen Ozeans beschränkt. Es sei selten, dass sich Bartenwale exklusiv in tropischen Gewässern bewegen, schreiben die Forscher im Fachjournal «Royal Society Open Science».
Omurawale scheinen ausserdem die gleichen Gebiete als Futter- und als Paarungsgründe zu nutzen und keine Wanderungen zu machen. Einzelne Exemplare fügen sich häufig zu losen Gruppenverbänden zusammen, doch können die Forscher nicht sagen, ob es sich dabei «um Sozial- oder Paarungsverhalten oder beides zusammen» handelt. Da Omuraware aber auch singen, schliessen die Forscher zumindest auf das Vorhandensein eines Balzverhaltens. Sie nehmen daher an, dass nur die Männchen solche Gesänge von sich geben.
Schutzstatus unbekannt
Weil bisher nur sehr wenig über die Omurawale bekannt war und nur eine Handvoll Menschen sie überhaupt je gesehen haben, ist die Art bei der Weltnaturschutzunion IUCN als «data deficient» aufgelistet. Das heisst, es sind zu wenige Daten vorhanden, um die Wale in eine der sieben Gefährdungskategorien einzuteilen. Salvatore Cerchio und Kollegen plädieren aber dafür, sie auf die rote Liste der gefährdeten Arten aufzunehmen: Obwohl man die genaue Verbreitung der Omurawale nicht kenne, sei die Population vor Madagaskar klein und isoliert und ihr Habitat durch menschliche Einflüsse gefährdet.