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Fasnacht / Faselnacht
Fasnacht ist das Fest der wieder erwachten Fruchtbarkeit. Der Winter zieht sich langsam zurück und wird nun endgültig vom wärmenden Sommer vertrieben. Dieser metaphysische „Kampf“ der zwei Jahreszeiten wurde in unserer Kultur versinnbildlicht und in Umzügen, Entfachen von Feuer, Musik, Tanz und Lärm zelebriert.
Verschiedene Umzüge mit Masken, z.B. „Chlausenumzüge“, „Chesslete“ oder „Nerthus Umzüge“ auf Schiffswagen (daher die Bezeichnung Karneval, d. i. carrus navalis, Schiffswagen), Pflugumzüge um die Dörfer oder einfache Maskenumzüge, die die wachstumsfeindlichen Wintergeister vertreiben sollen, gehören zur Fasnacht. Bei den Umzügen wurden Leinsamen, Erbsen, Getreidekörner und Hirse geworfen, die heute meist durch Konfetti ersetzt sind.
Das deutsche Wort Fasnacht stammt vom ursprünglichen Wort „fasen“, „vaseln“ ab und bedeutet „fruchtbar sein“. Erst später wurde das Wort von der Kirche umgedeutet zu Fastnacht (Nacht vor der Fastenzeit). Gefeiert wurde das Frühlingsfest bei Vollmond, der dem ersten Neumond nach dem Perchtentag folgt.
Bei den Kelten hiess das Fest Imbolc oder Oimelc (im Schoss) und wurde zu Beginn des Februars gefeiert.
Die kirchliche Kerzenweihe zu Lichtmess (2. Februar) geht auf heidnische Fackelumzüge über die Felder zurück, bei denen das „schlafende“ Korn aufgeweckt wurde. Auf einem hochliegenden Feld wurde das Funkenfeuer entzündet und brennende Holzräder oder glühende Scheiben zu Tale gerollt. Abgeschlossen wurden die Fasnachtsfeste durch das Verbrennen von Strohpuppen oder des „Böög“ (Winterverkörperung).