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nur zu einer nominellen zu machen suchte, jedoch der geschlossenen Opposition des Kongresses unterlag und Mai 1868 nur mit Mühe der Absetzung entging. Diese Maßregeln bilden jetzt als 13., 14. und 15. Amendement, veröffentlicht und einen integrierenden Teil der Verfassung. Die Aufhebung der S. in den Vereinigten Staaten [* 3] hat die in den übrigen Gebieten Amerikas, in denen sie noch bestand, nach sich gezogen. Brasilien [* 4] entschied sich nach längern Schwankungen 1871 für eine allmähliche Abschaffung der S. Ein Gesetz vom hat dann ihre völlige Aufhebung verfügt.
Dänemark, [* 5] Schweden [* 6] und die Niederlande [* 7] schafften die S. auf ihren westind. Kolonien ab, und Spanien [* 8] that dasselbe 1873 für Portoriko. In den cuban. Verhältnissen entstanden der span. Regierung aber große Schwierigkeiten. 1868 brach nach längerer Gärung ein Aufstand aus, dessen Unterdrückung erst nach zehnjährigen Kämpfen unter schweren Opfern erreicht wurde. Am wurde die Aufhebung der S. ohne Entschädigung ausgesprochen. Sie setzte sich nicht ohne wirtschaftliche Wirren durch, und die erschütterte Ordnung hat durch die Einführung der span. Verfassung (1884) nicht befestigt werden können. 1895 haben sich für Spanien in einer aufständischen Bewegung auf Cuba von neuem Schwierigkeiten erhoben.
Nach der allgemeinen Aufhebung der S. in Amerika [* 9] ist das Sklavenwesen gegenwärtig auf Afrika [* 10] und Westasien beschränkt. Hier erhält es sich noch in weiter Ausdehnung [* 11] und ist mit dem Völkerleben eng verwachsen. Bei der Negerbevölkerung Afrikas ist die S. eine feste Einrichtung der Kultur und die überlieferte sociale Form, in welche die afrik. Völker seit Jahrtausenden sich eingelebt haben. Man nimmt an, daß Afrika von 200 Mill. Menschen bewohnt sei. Reichard schätzt, niedrig gegriffen, die Hälfte davon als die sklavenhaltende, nichtsemit. dunkle Bevölkerung [* 12] und rechnet auf 100 Mill. dieser dunklen Bevölkerung 70 Mill. Sklaven.
Das Los der afrik. Haussklaven ist mit wenigen Ausnahmen nirgends ein hartes, und ihre sociale Stellung steht meist der Leibeigenschaft näher als der S. Der in der Regel nur geringe Abstand zwischen Herren und Sklaven bringt es mit sich, daß der Zwang der Abhängigkeit kein großer ist; zudem beschränkt die dem Sklaven meist offene Möglichkeit der Flucht die Willkür der Herren. Freilich wo die rohen Gebräuche einer niedern Kultur es fordern, werden Sklaven zu Opferzwecken hingemordet, aber gewöhnlich kommt der rechtlose Zustand nicht zum praktischen Ausdruck.
Auch bei den meisten
Arabern ist die
Lage der Sklaven keine ungünstige. In Südafrika
[* 13] hat die S. sehr milde Formen angenommen;
auf
Madagaskar
[* 14] wurde ihre Aufhebung 1877 ausgesprochen, wenn auch nicht vollkommen durchgeführt. Gegenüber der freien pflichtmäßigen
Leistung im europ.
Sinne erscheint dem afrik. Sklaven der Zustand der Unfreiheit als der natürliche, den er der Selbstversorgung
durch freie
Arbeit vorzieht. Die Haus
sklaverei ist so sehr Grundlage des afrik.
Lebens, daß ihre unvermittelte Beseitigung schwere Übelstände hervorrufen würde, und daß für die europ. Kolonien eine Überleitung der S. in geeignete Kontraktverhältnisse geboten erscheint, um eine gedeihliche Entwicklung der afrik. Bevölkerung selbst als auch der Kolonien zu sichern. Das Haupterfordernis zur Befreiung der eingeborenen Bevölkerung bleibt freilich die Unterdrückung des Sklavenhandels, der, obgleich gegenwärtig auch im Innern eingeschränkt, trotz aller Maßregeln und Anstrengungen mehr oder weniger offen fortbesteht.
An der Westküste Afrikas, von der die stärkste Ausfuhr ausging, solange der amerik. Markt bestand, ist der Handel gegenwärtig nahezu beseitigt; doch wurden bis in die letzten Jahre durch schwarze Händler den portug. Besitzungen Sklaven aus dem Innern zugeführt, und hauptsächlich von Benguella aus versorgte ein heimlicher Handel auch St. Thomas und Fernando Po. Die großen Absatzgebiete des Handels sind jetzt das arab. Nordafrika und Vorderasien. Marokko [* 15] ist ein Land von großem Sklavenbedarf; nach Tripolis und Ägypten [* 16] besteht die Zufuhr fort trotz strenger Verbote gegen den Sklavenhandel.
Die türk. Verfassung vom hat die S. zwar rechtlich für das ganze türk. Reich aufgehoben, aber thatsächlich gelang nur ihre Einschränkung, und die Negereinfuhr wie der Ankauf weißer Sklaven aus den Gebirgsländern des Kaukasus dauert fort. In Tunis hat das franz. Protektorat (1881) und die Einführung der franz. Verwaltung den schon 1842 und 1846 durch den Bei erlassenen Verboten des Sklavenhandels und der S. Geltung verschafft. Die Märkte der afrik. Nordküste werden vom Sudan aus versorgt, in dessen weiten Gebieten der Sklavenhandel schwunghaft betrieben wird.
Auf grausamen Sklavenjagden wird hier jährlich noch eine Beute von Tausenden zusammen getrieben. Der Handel nach Westasien, fast ganz in den Händen der Araber, hat seinen Hauptherd im obern Nilbecken, das durch Gordon, Gessi und Emin den Sklavenhändlern schon entwunden war, aber seit der Mahdistischen Bewegung dem Arabertum wieder ganz zum Opfer gefallen ist. Mit der Erschließung der Gebiete der großen Seen und des Kongolandes haben die Araber ihre unheilvolle Wirksamkeit tief in das Innere Afrikas hineingetragen.
Die centralen Gebiete von den Ufern des Njassasees und Ukerewe bis zum Sankuru und Mobangi hin schienen dem Schicksal der obern Nillandschaft verfallen zu sollen. Das Vorgehen Deutschlands [* 17] und Englands von der Ostküste aus und des Kongostaates von Westen her hat diese gefährliche Entwicklung aufgehalten. Der Araberaufstand, der 1888 ausbrach, als durch die Übernahme der Verwaltung des ostafrik. Küstenstreifens seitens der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft der Sklavenhandel unterbunden zu werden drohte, endete durch das Eintreten des Deutschen Reichs mit der völligen Niederwerfung der Araber und der von ihnen abhängigen Eingeborenen (Mai 1890). Am übernahm das Deutsche Reich [* 18] die Verwaltung des gesamten Schutzgebietes, und die fortschreitende Organisation der Kolonie hat den Raum des Sklavenhandels mehr und mehr eingeengt. In zahlreichen Expeditionen ist dem Sklavenhandel mittelbar oder unmittelbar entgegen gewirkt, und eine scharfe Überwachung der Küste hat die Sklavenausfuhr zu unterdrücken gesucht. Durch die Anlage gesicherter Stationen, die Förderung der Mission, die Ausschließung des Landes und durch Maßregeln wirtschaftlicher Art wurde die Beseitigung des Übels in Angriff genommen. Eine thätige Mithilfe erwuchs der Regierung aus der Antisklavereibewegung, die, durch das Auftreten des Kardinals Lavigerie wie in Belgien [* 19] und Frankreich, so auch in Deutschland [* 20] ins Leben gerufen, ihre aus der ¶
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sklavereilotterie gewonnenen Mittel auf die Ausrüstung von Expeditionen und die Indienststellung von Dampfern und Schnellseglern
auf den großen ostafrik. Seen verwandte. Das durch den Häuptling Sike aufs äußerste gefährdete Tabora wurde durch das
rechtzeitige Eintreffen der Anti
sklaverei-Expedition gerettet und den Empörern eine vernichtende Niederlage beigebracht.
Gegenwärtig ist der Sklavenhandel am Ukerewe fast ganz eingeschränkt, und auch am Tanganika sind entscheidende
Schläge geführt.
Dagegen besteht er im Süden fort, wenn auch die Verhältnisse am Njassasee gebessert sind; vor allem zwischen dem Nikwa- und Tanganikasee, in. einem Gebiet, das zu den wertvollsten Teilen des Besitzes gehört, hat der Sklavenhandel noch eine feste Stätte. Der Sklavenschmuggel ist an den meisten Teilen der Küste auf ein geringes Maß beschränkt; lebhafter wird er noch von der Rusidjimündung und von der Südküste des Schutzgebietes aus getrieben. Das Vorrücken der Engländer im Norden [* 22] Deutsch-Ostafrikas, die Besetzung von Uganda haben mit den deutschen Unternehmungen zusammengewirkt, dem Sklavenhandel im nördl. Seengebiet zu steuern.
Engl. Schisse üben eine strenge Überwachung der Küstenschiffahrt aus, und seit dem Bestehen des engl. Protektorats über Sansibar [* 23] hat der dort noch blühende Sklavenhandel sich erheblich vermindert. Der Kongostaat [* 24] hat nach den Erfolgen der Expedition van Kerkhoves (1890 -92), die den Sklavenhandel der Araber schwer geschädigt hatte, gegen eine allgemeine Empörung am Kongo und Tanganika zu kämpfen gehabt, deren Unterdrückung unter Opfern gelungen ist. Der Sklavenhandel wurde aus dem Gebiete des untern Kongo verdrängt, die Stellung der Araber am obern Kongo wurde erschüttert.
Das militär. und kolonisatorische Vorgehen der Mächte hat die arab. Macht in der Zone der großen Seen überall ins Weichen gebracht und dem Sklavenhandel nach dem mittlern Teil der Ostküste enge Grenzen [* 25] gezogen. Auch an der südlichern portug. Küste sind dem Sklavenhandel jetzt Schranken gesetzt; dagegen stößt seine Unterdrückung im Norden, an den Küsten des Noten Meers, noch immer auf große Schwierigkeiten. In den Art. VI und IX der Akte der Berliner Konferenz [* 26] (Kongoakte) vom haben diejenigen Mächte, die innerhalb des konventionellen Kongobeckens einen Einfluß ausüben (die europ. Großmächte, die Vereinigten Staaten, Spanien, Portugal, Belgien, die Niederlande, Schweden, Norwegen, Dänemark, die Türkei), [* 27] die Verpflichtung anerkannt, mit allen Mitteln dem Sklavenhandel entgegenzuwirken.
Die mit der fortschreitenden Erschließung Afrikas in Bezug auf den Sklavenhandel gemachten Erfahrungen ließen aber einen endgültigen
Erfolg nur von dem planvollen Zusammengehen aller beteiligten Mächte erwarten. Um dies zu erreichen, trat im Nov. 1889 auf
Einladung des Königs der Belgier die Brüsseler Konferenz (Anti
sklavereikongreß) zusammen, an der außer
den Signatarmächten der Berliner Konferenz Persien,
[* 28] der Sultan von Sansibar und der König der Belgier als Souverän des neugebildeten
Kongostaates vertreten waren.
Die Bestimmungen der Generalakte vom wollen ebenso der Bekämpfung des Sklavenhandels dienen, als einen wirksamen Schutz der eingeborenen Bevölkerung in Afrika herbeiführen. Das Gebiet, in dem die zur Bekämpfung des Sklavenhandels vorgesehenen Maßregeln Geltung haben sollen, ist in dem Vertrage auf die Küste von Ostafrika und Arabien (einschließlich des Persischen Meerbusens) beschränkt. Zur Durchsuchung und Aufbringung verdächtiger Schiffe, [* 29] zu der früher nur besonders ermächtigte Kreuzer berechtigt waren, sind die Kriegsschiffe der Mächte befugt und verpflichtet.
Doch ist das Durchsuchungsrecht auf Schiffe unter 500 t Gehalt beschränkt, die Fahrzeuge, in denen der Handel durchweg betrieben wird. Durch die Anlage von Stationen, durch Straßen- und Eisenbahnbau, [* 30] Einrichtung von Dampferlinien und Telegraphen, [* 31] Beschränkung der Einfuhr von Feuerwaffen, Beförderung der Mission und der Forschungsreisen, durch Beaufsichtigung der Dienstverträge, Aufnahme flüchtiger Sklaven auf den Stationen, Überwachung der Karawanen soll dem Sklavenhandel allseitig entgegengearbeitet werden.
Ein Centralbureau zur Überwachung der Ausführung der Vertragsbestimmungen und zur Förderung aller einschlägigen Maßregeln ist auf Grund der Akte 1892 in Sansibar ins Leben getreten. Die franz. Regierung wurde durch die an den Traditionen von 1842 festhaltende Kammermehrheit genötigt, von der Ratifikation der Generalakte die auf die Beschlagnahme und Aburteilung verdächtiger Schiffe bezüglichen Artikel auszuschließen, eine Ausnahme, die jedoch von geringer praktischer Bedeutung ist, da Frankreichs Interessen in dem Gebiete des ostafrik.
Sklavenhandels zurücktreten. Die Vertragsmächte haben daher diese beschränkte Ratifikation in dem Sinne angenommen, daß sie sich untereinander für die ganze Generalakte gebunden erachten, und die Beschränkung nur im Verhältnis Frankreichs zu ihnen gegenseitig gilt. Mit dieser Maßgabe ist die Generalakte mit dem in Kraft [* 32] getreten. Seitdem haben die Mächte eine Reihe von Verordnungen zur Ausführung der Generalakte erlassen und die auf den Sklavenhandel bezüglichen Verhältnisse ihrer Gebiete im einzelnen geregelt.
Für Deutschlands Interessensphäre sind die abschließenden Ausführungsbestimmungen mit dem Laufe des J. 1893 zur vollen Durchführung erfolgt. Am hat der Deutsche Reichstag einen Gesetzentwurf betreffend die Bestrafung des Sklavenraubes und Sklavenhandels angenommen, wie er in ähnlicher Fassung dem Reichstage schon 1891 in Gemäßheit der Brüsseler Generalakte vorgelegt war. Das Gesetz belegt die Mitwirkung an einem auf Sklavenraub gerichteten Unternehmen mit Zuchthaus und bedroht die Veranstalter und Anführer des Unternehmens mit Zuchthaus nicht unter 3 Jahren und falls auf einem auf Sklavenraub gerichteten Streifzug der Tod eines Negers verursacht wird, mit Todesstrafe.
Sklavenhandel oder Mitwirkung bei der Beförderung der Sklaven wird mit Zuchthaus, wenn mildernde Umstände vorhanden sind,
mit Gefängnis nicht unter 3 Monaten bestraft. Neben der Freiheitsstrafe soll auch auf Geldstrafen erkannt werden. Zuwiderhandlungen
gegen die zur Verhütung des Sklavenraubes und Sklavenhandels erlassenen Verordnungen sollen mit Geldstrafe
bis zu 6000 M. oder mit Gefängnis bestraft werden. Gleichzeitig nahm der Reichstag eine Resolution an die verbündeten Regierungen
um Einbringung eines Gesetzentwurfes zu ersuchen, der die in den deutschen Schutzgebieten unter den Eingeborenen bestehende
.Haus
sklaverei und Schuldknechtschaft einer ihre Beseitigung vorbereitenden Regelung unterwirft.
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