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Pro Stunde atmen wir über 300 Liter Luft ein, treiben wir Sport, ist es mehr als das Zehnfache.
Durch die Atmung nimmt ein Mensch täglich etwa 10’000 bis 20’000 Liter Luft auf, etwa ein Fünftel davon wird als Sauerstoff aufgenommen und bei der Ausatmung wird Kohlendioxid (CO2) abgeatmet. Im Zusammenspiel mit Mund und Nase, Rachen, Luftröhre und Zwerchfell holt – vereinfacht gesagt – die Lunge beim Einatmen frische Luft in den Körper, filtert den lebensnotwendigen Sauerstoff heraus und transportiert das Kohlendioxid beim Ausatmen ab. Dabei dienen die Bronchien (sie teilen sich 22 Mal, bis sie in die feinen Bronchiolen münden) in den beiden Lungenflügeln als Luftverteiler und fangen Fremdkörper sowie Krankheitserreger ab. Wie Weinbeeren an einer Traube hängen dann an den feinen Bronchiolen die Lungenbläschen.
Was geschieht bei der Atmung?
Die Lunge funktioniert wie eine Pumpe. Beim Einatmen dehnen die Muskeln des Zwerchfells und der Rippen die Lunge. Sie selbst hat keine Muskulatur. Durch den Unterdruck wird frische Atemluft angesaugt und über die Bronchien zu den Lungenbläschen geleitet. Diese Bläschen (Alveolen) sind von rund 300 Millionen feinen Blutgefässen umgeben, in denen der eigentliche Gasaustausch mit dem Blut stattfindet. Das Blut nimmt den Sauerstoff auf und gibt Kohlendioxid zur Ausatmung an die Lungenbläschen ab. Die Lunge besteht übrigens aus zwei Lungenflügeln, wobei sich der rechte in drei und der linke bloss in zwei Lappen aufteilt, da hier das Herz einigen Raum einnimmt.
Physiologisch kann man sich vereinfacht die Atmung so vorstellen: Das venöse Blut (sauerstoffarm und stickstoffreich) gelangt zum Herzen und wird durch den rechten Herzvorhof und die rechte Herzkammer in die Lunge ausgeworfen (sogenannter kleiner Kreislauf oder Lungenkreislauf). Das in der Lunge mit Sauerstoff gesättigte arterielle Blut (sauerstoffreich und stickstoffarm) wird dann über den linken Herzvorhof und die linke Herzkammer in den sogenannten grossen Kreislauf ausgeworfen und der Sauerstoff gelangt nun mit dem Blut zu den Zellen, um diese mit O2 zu versorgen.
Kleine Atemübung im Sitzen oder auf dem Stuhl
Legen Sie eine Hand auf den Bauch, die andere auf die Gegenüberliegende Seite auf die Lende (mit dem Handrücken). Atmen Sie ein und aus und beobachten Sie die Bewegung zwischen Ihren Händen. Nehmen Sie das Volumen wahr. Wiederholen Sie 2-3 x.
Legen Sie Ihre Hände auf die seitlichen Rippenbögen. Die Arme sind verschränkt und ruhen angenehm auf dem Brustkorb. Spüren Sie, wie sich die Rippenbögen beim Einatmen seitlich ausdehnen und beim Ausatmen wieder zusammen kommen. Wiederholen Sie 2-3 x.
Legen Sie Ihre Hände auf die Schlüsselbeine. Atmen Sie ein und aus und beobachten Sie wie sich Ihre Schlüsselbeine anheben und senken. Wiederholen Sie 2-3 x.
Legen Sie Ihre Hände auf die Oberschenkel und spüren Sie nach, was sich verändert hat.