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Er hatte die Nüsse immer in der Tasche und brachte sie zu allen Gelegenheiten mit. Er ass die Nüsse überall. Er hat die Nüsse hörbar mit den Zähnen geknackt, sie geliebt. Und aus den Nüssen eine ganze Stadt gebaut.
Er hatte die Nüsse immer in der Tasche und brachte sie zu allen Gelegenheiten mit. Er ass die Nüsse überall. Er hat die Nüsse hörbar mit den Zähnen geknackt, sie geliebt. Und aus den Nüssen eine ganze Stadt gebaut.
Wenn etwas viel Arbeit war und eigentlich nur noch mehr Arbeit gibt, aber mich das alles sehr freut? Dann dürfte es etwas Gutes sein.
Die delirium-Webseite ist endlich da. Dort findet man viele Texte von mir — aber auch Texte, die ich bewundere, die ich publiziere und kommentiere.
Und ich bewundere sie wirklich alle, denn das delirium-Konzept ist schwierig und hat sich trotzdem durchsetzen können. Unsere Webseite führt endlich vor, warum das nötig war.
Manche beklagen sich über die Umständlichkeit. Andere loben sie dafür, eine Webseite zu sein, die nicht lediglich ein analoges Format imitiere. Für mich ist diese Plattform der nächste Schritt, die literarischen Talente, aber vor allem die literarischen Diskussionen (übers Klischee, über die Legitimation des freien Verses, über die Fantastik, über die Romantik/Ultra-/Neo-Romantik und die Frage des authentischen Gefühls) zu bündeln und weiterzuführen auf höherem Level.
Lisbeth, sein Weib erblasste bei diesen Worten. Sie wandte sich, und hob ihr Jüngstes auf, das hinter ihr auf dem Boden spielte, Blicke, in welchen sich der Tod malte, bei den roten Wangen des Knaben vorbei, der mit ihren Halsbändern spielte, auf den Rosskamm, und ein Papier werfend, das er in der Hand hielt.
…
Heinrich Kleist, Michael Kohlhaas
Ein-Satz-Review
Inzwischen, nachdem ich die Geschichte des Kohlhaas, Rosskamm an der Havel im 16. Jahrhundert, aus Ärger über die Ungerechtigkeit, die ihm von Seiten des Junker Wenzels von Tronka widerfährt, eine grausame und gehirnversprützende Wendung um die andere zu nehmen, und somit immer schneller einen Strudel von Geschehen einzulassen, gelesen und mit in der Hektik aufgepeitschter Begeisterung genossen habe, schien ich mich an das Stakkato der Apposition, jenen sprachlichen Galopp gewöhnt zu haben, in dem die Kohlhaas entwendeten Rappen, von ihrem abgeschundenen bis zum strahlend wiederhergestellten Auftritt, nie inne gehalten haben müssen, und das den Takt dieser Geschichte trommelt; dergestalt, dass die Poetik des Clusterfuck, wie ihn die Coen-Brüder viele Jahre später wieder aufnehmen, der Verwechslungen und kleinen Ungerechtigkeiten wegen, die gänzlich unentwirrbar Knoten um Knoten knüpfen, bis sich ein chaotisches Geflecht ergibt, hier auf einer Schnelligkeit der Sprache reitet, wie sie die bewundernswerten Unberechenbarkeiten im Film vielleicht doch nicht vermögen.
Mit gelben Post-Its hänget
Und voll mit wilden Strichen
Der Leser ins Buch,
Ihr holden Ratten,
Und gierend nach Story
Tunkt ihr das Haupt
Ins dünngebundene Bändchen.
Weh mir, wo nehm’ ich, wenn
Es fertig ist, das Nächste, und wo
Das Schlafmittel,
Und treffende Sätze?
Die Wörter sind
viele und schwer, im Einband
wuchern die Seiten.
In einem Brief schrieb mir Sensini, dass er fürchte, ihm könne der Stoff ausgehen. Ich verstand ihn fälschlicherweise so, als fände er nicht genügend Wettbewerbe, bei denen er seine Texte einreichen könnte.
…
Roberto Bolaño, Sensini
Man sieht ihnen von aussen meist nichts an. Aber auch von innen kann ja keiner etwas ansehen.