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Betagte in stationärer Pflege
Der Anteil betagter Personen in stationärer Pflege ist ein Mass für den Grad der Institutionalisierung der Alterspflege. Der Anteil nimmt ab, wenn Männer und Frauen erst in einem höheren Alter pflegebedürftig werden oder trotz Pflegebedürftigkeit länger mit professioneller und informeller Hilfe zu Hause bleiben können. Der Indikator besitzt angesichts der demografischen Entwicklung eine wachsende Bedeutung.
Statistischer Kommentar
Im Jahr 2016 leben im Kanton Luzern 29 Prozent der Hochbetagten (85+ Jahre) in einem Alters- oder Pflegeheim. Wird das Mittel der letzten drei Datenjahre mit dem Mittel der ersten drei Datenjahre verglichen, zeigt sich eine wesentliche Abnahme. Hochbetagte Frauen leben deutlich häufiger in einem Alters- oder Pflegeheim als die gleichaltrigen Männer (2016: Frauen: 33%; Männer: 21%).
Normative Anbindung
Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen, hat gemäss Bundesverfassung Anspruch auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges Dasein unerlässlich sind. Im Kanton Luzern sind die Gemeinden zuständig für die angemessene ambulante und stationäre Betreuung und Pflege von Betagten und Pflegebedürftigen. Angestrebt wird eine ambulante Versorgung, so lange diese möglich ist und von den betreuungsbedürftigen Personen gewünscht wird. Zusätzlich unterstützen die Gemeinden die Betroffenen mit Angeboten, welche das eigenverantwortliche und selbstbestimmte Wohnen im eigenen Haushalt ermöglichen.
Die rückläufige Entwicklung des Anteils betagter Personen in stationärer Pflege wird positiv beurteilt. Angestrebt wird, dass Betagte oder pflegebedürftige Personen möglichst lange zu Hause in ihrem angestammten Umfeld bleiben können.
- Bedürfnisdeckung Die Deckung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung ist langfristig sicherzustellen. Bei der Deckung der darüber hinaus gehenden materiellen und immateriellen Bedürfnisse soll den Individuen ein angemessener Spielraum eingeräumt werden.
- Chancen- und Verteilungsgerechtigkeit Jedes Mitglied der Gesellschaft soll dieselben Rechte und bei gleichen Voraussetzungen dieselben Chancen haben. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf soll gefördert werden. Eine gerechte Verteilung der Ressourcen und Belastungen ist anzustreben.
- Diskriminierungsverbot Niemand darf aufgrund bestimmter Merkmale diskriminiert werden.
- Integration Benachteiligter Die Integration benachteiligter Bevölkerungsgruppen und Regionen ins wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Leben soll gefördert werden.
Definition
Der Indikator zeigt den Anteil der hochbetagten Personen ab 85 Jahren, die in einem Luzerner Pflegeheim leben, in Prozent der Wohnbevölkerung der gleichen Altersgruppe.
Daten
Luzern:
Schweiz:
Analysen