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Wenn es richtig dunkel werden würde, dann könnte ich heute nicht nur die Festbeleuchtung in meinen eigenen und den Fenstern der Nachbarschaft sehen. Aber in einer Stadt wie dieser, in einer Stadt, in der nie alles schläft? Straßenbeleuchtung, Ampeln, Reklameflächen. Alles muß leuchten, rund um die Uhr. Zumindest die ganze Nacht hindurch. Und das, was uns Menschen Ruhe schenken könnte, der Anblick des Sternenhimmels, der wird dadurch beinahe unmöglich. Von den vielleicht 10.000, die ein Mensch mit besonders guten Augen sehen kann, bleiben vielleicht ein- oder zweihundert Sterne am Himmel sichtbar.
Ganz anders ist es mit den Adventssternen. Die berühmtesten sind wohl die Herrnhuter, die wohl nicht ganz zu Unrecht als Ursprung aller Weihnachtssterne gelten. (Dabei war der erste Stern dieser Bauart ein von einem Mathematiklehrer entworfenes Lehrmittel zur Schulung des geometrischen Verständnisses.) Und von diesen leiteten sich dann die Annaberger und die Annaberger Fenstersterne, Hartensteiner, Ehrenfriedersdorfer, Haßlauer und Sebnitzer Advents- oder Weihnachtssterne ab. Diese Sterne leuchten hinter den Fensterscheiben und auch außen an den Häusern, an den Kirchen und in den Kirch- und Rathaustürmen. Irgendwann kanm jemand auf die Idee, daß dieser Sten Symbol sei für den Stern von Bethlehem, der den Drei Weisen aus dem Morgenland (aus denen irgendwann Drei Heilige Könige wurden) den Weg zur Stätte Christi' Geburt wies. Und ich lese immer mal wieder, daß dieses Phänomen noch immer nicht wissenschaftlich nachweisbar auf eine der fünf möglichen Theorien zurückgeführt werden kann (nachzulesen z. B. in Welt der Physik: Was war der Stern von Bethlehem?). Nun, unsere Adventssterne, all diese leuchtenden Symbole für eben das Weihnachtsgefühl, die leuchten meist von Ende November bis Epiphanias oder noch länger. Sie – und das sind meine Hoffnung und mein Empfinden – zeigen, daß im Haus, in der Wohnung, im Ort oder Kirchsprengel etwas von dem erhalten blieb, was die Weihnacht ausmacht:
Da ist ein Licht, das Hoffnung gibt, das Liebe symbolisiert und Frieden.
Am 21. Dezember übrigens stehen Jupiter und Saturn in einer Großen Konjunktion nur 0,1 ° voneinander entfernt, verschmelzen für den Beobachter beinahe zu einem großen Stern. Eben das passierte im Jahre 7 v. Chr. und könnte das von den Drei Weisen wahrgenommene Phänomen gewesen sein. Ganz tief am Südwesthimmel sind sie kurz zu sehen, ehe sie um 18 Uhr untergehen. Merkt euch dieses Ereignis doch ruhig vor, und: Möge es bei euch dunkel genug dazu sein!
Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Adventszeit.
P.S.: Positiv waren am 11.12.2020 probierter Weihnachtsstollen, wunderschöne Weihnachtspost, ein repariertes Räuchermännel.
Die Tageskarte für heute ist der König der Kelche.
© 2020 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).