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Die Substanz des heutigen Stadthausgevierts reicht bis ins Mittelalter zurück. Das introvertierte Franziskanerkloster mit Klosterhof wurde mit diversen städtebaulichen Eingriffen, im Laufe mehrerer Jahrhunderte in eine weltlich genutzte Anlage transformiert. Betrachtet man die einzelnen baulichen Eingriffe bis heute, dann fällt hauptsächlich die Auflösung des ursprünglich, geschlossenen Hofrandes auf. Trotz dieser typologischen Verunklärung addieren sich die vielen, zum Teil fragmentarischen Volumen zu einer städtebaulichen Plastik von hoher Qualität. Es entstand aus den unterschiedlichen Gebäuden ein von der Baugeschichte geprägtes Ganzes. Dieses Regelwerk gilt es zu respektieren, zu erhalten, zu präzisieren und als städtebauliche Konstellation weiter zu bauen.
Im Verwaltungsliegenschaftenteil sieht der Entwurf einen zweigeschossigen Sockelbau vor. Dieser Sockelbau teilt den freigeräumten Aussenbereich in drei Höfe. Zwei Höfe bleiben öffentlich zugängig, der Dritte dient als innere Belichtung für die Büros der Verwaltung. An der Safrangasse wie an der Stadthausgasse wird der Gassenraum konsequent als Hofrand definiert. Die Stadthausgasse verbreitert sich in diesem Bereich zum Gassenplatz mit Hauptzugang für die Stadtverwaltung. Es ist zwingend anzustreben das „Eckstein“- Gebäude in seiner solitären Stellung nicht zu schwächen. Unter Berücksichtigung dieser Wertung lässt sich ein zurückversetztes, zweigeschossiges Volumen an der Safrangasse zusätzlich realisieren. Als erweiterte Aufgabenstellung erarbeiten wir das maximal verträgliche Gebäudevolumen im Verwaltungsliegenschaftenteil. Für diese Untersuchung lässt sich der bestehende „Eckstein“ nicht mehr als Solitär halten. Mit dem Abbruch seines bestehenden Daches und seiner Aufstockung um zwei Geschosse mit darüber liegendem Satteldach entsteht ein Gebäudevolumen, welches sich adäquat in die Spielregeln der Altstadthäuser einbinden lässt. Die Stadthausgasse und der Stadthausgassenplatz werden zusätzlich städtebaulich gestärkt. Zwischen Stadthaus und Eckstein können zwei weitere Geschosse eingefügt werden. Die Lücke des ehemaligen „Strohhofes“ zur Safrangasse wird zurückversetzt und um drei Geschosse verdichtet. Das Haus „Zum Eckstein“, der neue „Strohhof“, das „Haus zum grossen Winkel“ mit dem „Konventhaus“ bilden in der zweiten „Reihe“ eine neue Konstellation und öffnen den öffentlichen Raum zum Platz.Durch den Neubau an der Ecke Krummgasse schliesst sich der Hofrand vollständig. Das fünfgeschossige Gebäude beinhaltet im Erdgeschoss eine kleine Ladenfläche und stapelt in den folgenden Geschossen zwei Maisonettewohnungen übereinander. Mit seiner Höhe lassen sich die bestehenden Brandmauern schliessen und die spielerischen Höhenversätze des Gevierts erhalten einen passenden Schlussstein. Als Nutzungsvariante schlagen wir im Erdgeschoss des „Guardianshauses“ ein Restaurant vor. Der öffentliche Innenhof, sowie ein Teil des Platzes dienen als Gartenrestaurant. Eine Galerie in den oberen Geschossen wäre eine Bereicherung für das Geviert. Zusätzliche öffentliche Anlässe mit Kunst und Kulinarik könnten eine neue, positive Präsenz im städtischen Raum bedeuten.