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(Wilde)(Kt. Bern,
Amtsbez. Frutigen).
3259 m. Gipfel, nnw.
Vorberg der Weissen Frau, einer der
Spitzen der
Blümlisalp. Schon vor vielen
Jahren durch Gemsjäger erklettert, von Touristen zum erstenmal 1869 erstiegen. Von der auf dem Hohtürligrat stehenden Frauenbalmhütte
des S. A. C. aus in 1½ Stunden ohne grosse Schwierigkeiten zu erreichen.
Der Boden kann in zwei Teile eingeteilt werden. Der kleinere nö. Teil bildet ein Stück des tiefen und ganz flachen, breiten
Thalbodens der
Emme. Seine
Höhe bleibt unter 500 m. Dieser Alluvialboden ist erst in neuerer Zeit ausgibig
kultiviert worden. Noch umfasst er viel sumpfige Strecken. Zu beiden
Seiten der
Emme liegen hier ausgedehnte Waldungen. Die
Emme ist durchwegs eingedämmt und die Zuflüsse (wie die
Urtenen und der
Limpach) sind in Kanälen herangeleitet. Der
Schachen
(Ueberschwemmungsgebiet) ist von Kanälen durchzogen, welche die Wasserkraft des rasch dahinfliessenden Flusses den
industriellen Ortschaften zuleiten.
Der grössere sw. Teil liegt durchschnittlich fast 100 m höher (500-600 m) und bildet ein welliges
Plateau, das sich im
S.
an die Höhenzüge des
Frienisberges und des
Grauholz anlehnt. Zwei tiefere Furchen durchziehen dasselbe: die eine (Lyssbachthal)
zieht vom Aarethal, die andere vom
Emmenthal herauf, und beide stehen bei der Thalwasserscheide des
Moosseedorfsees
mit einander in Verbindung. In diese zwei Furchen hat man die von Bern
nach N. ziehenden Eisenbahnen,
Bern-Biel und
Bern-Hindelbank-Burgdorf,
verlegt.
Der Boden ist in diesem Gebiete von mächtigen Moränendecken und Hügeln aus der Eiszeit bedeckt. Er ist sehr fruchtbar.
Ueppige
Wiesenthäler, weite Kornäcker und viele, meist kleine Waldparzellen. Die kleinen
Bäche sind
reich an Forellen und Krebsen, der
Moosseedorfsee auch an Hechten. Der Bezirk zählt 13434 Ew. in 1819
Häusern und 2720 Haushaltungen; 13236 Reformierte, 192 Katholiken.
Auf einen km2 entfallen 111 Ew. Die Bevölkerung ist fast ausnahmslos deutsch und reformiert und sehr
stabil, weil meist dem landwirtschaftlichen Erwerb zugetan.
Den Amtsbezirk berühren an seiner Peripherie die drei Eisenbahnlinien Bern-Biel, Bern-Burgdorf u. Solothurn-Burgdorf. Während
ihn nur eine einzige Staatsstrasse erster Klasse (Olten-Bern) durchzieht, ist er mit einem gut entwickelten
Netz von Strassen zweiter Klasse versehen.
In den stark renovierten Gebäuden des ehemaligen Frauenklosters FonsbeatæMariæ (daher der Name Fraubrunnen) ist jetzt
der Sitz der Amtsbehörden. Der grosse Gasthof zum Löwen mit seinen Stallungen erinnert an die Zeit,
wo Fraubrunnen ein wichtiger Ruhepunkt des Strassenverkehrs war. Es ward zu einem Orte von Bedeutung durch die Stiftung des
Frauen-Zisterzienserklosters von seiten der Brüder Hartmann der Aeltere u. Hartmann der Jüngere von Kiburg (1246). Von der
Reformation an war Fraubrunnen Sitz bernischer Landvögte.
An zwei Waffentaten von sehr ungleichem Ausgange, die hier stattfanden, erinnern bescheidene Denkmäler.
Den Sieg der Berner über die Gugler (1374) meldet am Orte des Kampfes selbst folgende, aus dem Jahre 1529 stammende Inschrift:
In dem jar, als man zalt von cristus geburt dusend drühundert sübezig vier jor, erschlugen die heren von bern dieengelschenhie uf sant johans tag zu winacht. 4 km nö. Frauenbrunnen stehen neben den Häusern «Bei der Linde»
zwei in ihrer äussern
Form übereinstimmende Denksteine. Der eine feiert in lateinischen u. deutschen Versen wiederum den Guglersieg, der andere
meldet die blutige Niederlage, welche hier am die Berner, eher in Verwirrung gebracht als verstärkt
durch eine ungeordnete Schaar Landsturms, im Kampfe gegen die Armee Schauenburgs erlitten. Hier fanden auch über 30 Frauen
und Jungfrauen den Heldentod. Grabhügel im Rüdligenwald. Römische Münzfunde im Kernenried.