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Das Christentum ist ein Lebensstil, keine Lehre. Diese Aussage ist in sich – eine Lehre. John Gresham Machen schreibt:
Es gibt Lehren der liberalen Theologie, die genauso intolerant und beharrlich aufrechterhalten werden wie Lehren der überlieferten Bekenntnisse. Als Beispiele für solche liberale Lehren sind die „universelle Vaterschaft Gottes“ und die „universelle Bruderschaft des Menschen“ zu nennen. Diese Lehren stehen, wie wir noch sehen werden, im Gegensatz zur biblischen Lehre. Gleich- wohl sind es Lehren, die intellektueller Verteidigung bedürfen. In seiner scheinbaren Ablehnung theologischer Lehre insgesamt ist der liberale Prediger in Wahrheit oftmals nur einer einzigen Theologie feindlich gesonnen – und hat auch deswegen die angestrebte Immunität vor theologischen Debatten noch nicht erreicht.
Etwas später fragt Machen:
Was also ist der Inhalt der Lehre der Urgemeinde? Lehrte sie ein generelles Prinzip des Vaterseins Gottes oder der Brüderlichkeit der Menschen? Lehrte sie eine diffuse Bewunderung für die Persönlichkeit Jesu, wie sie in der modernen Kirche vorherrscht? Nichts könnte weiter entfernt sein von den Tatsachen. „Christus starb für unsere Sünden“, erklärten die ersten Jünger, „nach der Schrift; er ist begraben worden und er ist auferstanden am dritten Tage nach der Schrift“. Von Anfang an bestand das christliche Evangelium – wie auch der Name „Evangelium“, das heißt „Gute Nachricht“, impliziert – aus einem Bericht über etwas, das geschehen war. Und von Anfang an wurde die Bedeutung dessen, was da geschehen ist, überliefert. Und die Überlieferung dieser Bedeutung war: christliche Lehre. „Christus starb“ – das ist Geschichte. „Christus starb für unsere Sünden“ – das ist Lehre. Ohne diese beiden Elemente, verbunden in unauflöslicher Einheit, gibt es kein Christentum.