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Depression and Recovery in Europe in the 1930s
Übersetzter Titel: Depression und Aufschwung im Europa der 30er Jahre
Obwohl die zyklische Störung von 1929 1932 hinsichtlich der historischen Folge von Konjunkturzyklen nicht unbedingt einzigartig war, verdient die grosse Depression der frühen 1930er Jahre, in Anbetracht der Verbindung von Dauer, Intensität und globalem Ausmass, besondere Aufmerksamkeit.
Trotz der Heftigkeit der Wirtschaftskrise waren die Erfahrungen, welche die europäischen Länder mit der Depression sowie mit der nachfolgenden Aufschwungsphase machten, sehr mannigfaltig. Solche Unterschiede lassen sich teilweise auf die Verschiedenartigkeit der politischen Antworten der Regierungen zurückführen. Zum Beispiel waren die Erfahrungen während der Aufschwungsphase teilweise vom Typus des Wechselkurssystems bestimmt. Alles in allem haben Länder, welche die Goldwährung aufgegeben und ihre Währungen entwertet haben, einen heftigeren Aufschwung erlebt als devisenkontrollierende und Goldwährungsländer. Tatsächlich haben die meisten der letzteren Staaten Frankreich, Belgien, die Schweiz, Polen und die Niederlanden), welche die Goldwährung bis Mitte der 30er Jahre beibehalten haben, überhaupt keinen Fortschritt zwischen dem einen Höhepunkt des Zyklus und dem nächsten gemacht, währenddessen die meisten der Sterlingblock-Abwerter Gewinne im «Output» und in der industriellen Produktion verzeichnen konnten. Die Erfahrungen der devisenkontrollierenden Länder waren differenzierter. Deutschland, Griechenland und Bulgarien haben sehr gut abgeschnitten, währenddem Österreich, die Tschechoslowakei und Spanien völlig stagniert haben.
Die Beziehung zwischen Wechselkurssystem und wirtschaftlichem Aufschwung verlief jedoch nicht überall ähnlich. Zum Beispiel haben die Vereinigten Staaten und Kanada überhaupt keinen wirklichen Aufschwung erlebt, obwohl sie den Goldstandard verliessen und ihre Währungen abgewertet haben. Dies deutet darauf hin, dass jüngste Versuche, die Rolle der Regierungspolitik neu zu beurteilen, einerseits den starken realen oder spontanen Aufschwungkräften, die in einigen Ländern vorhanden waren, und andererseits den strukturellen Problemen und einzelnen Erschütterungen z. B. spanischer Bürgerkrieg), die den Aufschwung anderswo verhinderten, vielleicht nicht gerecht werden. Ausserdem war nach einem Sturz solchen Ausmasses ein gewisser Aufschwung zu erwarten, auch wenn er mehr auf dem Inlandmarkt als auf dem internationalen Handel basierte.
(Übersetzung: J. Schaufelbühl)
Erschienen in: traverse, 1997/1, S. 49.