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Beim Schwarzgeld gibt es neuerdings keine Interpretationsmöglichkeiten mehr. Für die Schreibweise von Währungsangaben gilt das schon länger. Doch in der Praxis ist die Verwirrung gross. Der Wildwuchs im Text grassiert vor allem deshalb, weil die Amerikaner anderer Meinung sind als die Schweizer.
Im Grundtext wird hierzulande nach Duden verfahren, nicht nach Excel und nicht nach internationalem Bankenstandard. So werden Zahlen ab fünf Ziffern mit einem kleinen Festwert (Achtelgeviert) getrennt. Wo kein Achtelgeviert zur Verfügung steht, setzt man einen geschützten Leerschlag. In tabellenartigen Auflistungen werden auch vierstellige Zahlen gegliedert.
4000 Franken 50 000 Franken 50 000 Franken
Die Gliederung von Zahlen nach ausländischer Manier ist im deutschen Grundtext falsch. Im internationalen englischen Sprachgebrauch werden Zahlen durchaus nach internationalen Standards gegliedert. Welche Regeln zur Anwendung gelangen sollten, ist je nach Unternehmen anders. Es gilt das Gebot der Einheitlichkeit.
50.000 Franken 50’000 Franken
Die Gliederung der Zahlen hat mit Erkennbarkeit zu tun und mit dem Trennprogramm. Bei normalen Leerschlägen als Trennzeichen wird eine mehrstellige Zahl getrennt, das heisst auf die neue Zeile umbrochen, was ein grober Fehler ist und in Online-Medien mit der reduzierten Formatierungsmöglichkeit zu Problemen führen kann. Der Apostroph hat bei der Zahlengliederung nichts verloren, denn er steht bekanntlich für einen ausgefallenen Buchstaben oder für einen ausgefallenen Wortteil. Der Apostroph ist insofern heikel, weil oft nicht einmal der richtige Apostroph zum Einsatz kommt und alle möglichen Strichlein für die Gliederung eingesetzt werden. Wenigstens bewirkt der Apostroph, dass die Zahl nicht umbrochen wird.
60ʼ000 60‵000 60′000 60`000
Grössere Beträge sind einfacher leserlich, wenn sie mit Mio. oder Mia. (auch Mrd.) abgekürzt werden.
245 000 000 245 Mio. 376 500 000 000 3,765 Mrd.
Englisch ist nicht deutsch. Im Deutschen: Million, Milliarde, Billion, Billiarde. Im Englischen Milion, Billion, Trillion. Im US-English ist die Trillion identisch mit der deutschen Billion, im British-English steht Trillion sowohl für Milliarde als auch für Billion. Achtung bei Übersetzungen!
Zahlen werden in der Schweiz grundsätzlich mit Komma (nicht mit Punkt) in Untereinheiten gegliedert.
67,3 Mio. Franken
67.3 Mio. Franken 15,6% 15.6%
Bei den Währungen gelten in der Schweiz leider andere Regeln als im umliegenden Europa. In der Schweiz werden wie in Japan Währungsangaben immer mit Dezimalpunkt nicht mit Dezimalkomma gegliedert werden.
Fr. 125.60
Fr. 125,60 ¥ 50.–
Im Euroraum und den anderen Ländern werden die Währungsangaben mit Komma gegliedert.
€ 125,60
€ 125.60 USD 19,90 £ 9,90
Wenn die Untereinheit Rappen ausfällt, wird zur Gliederung ein Halbgeviertstrich eingesetzt, nicht jedoch zwei Bindestriche, die ins Schreibmaschinenzeitalter gehören. Auch der lange Geviertstrich ist falsch.
Fr. 100.– Fr. 100.—
Somit sind wir bei den Währungseinheiten. Franken und Rappen werden im Grundtext mit Punkt abgekürzt, auch wenn der Blick in den Titeln (aus Platzgründen?) auf den Abkürzungspunkt verzichtet. Da ist dann zum Beispiel von 400 Mrd Fr die Rede. Im Titel ohne Abkürzungspunkt, im Text mit Abkürzungspunkt: das verletzt das Gebot der Einheitlichkeit. SFR, SFr oder sFr. sind falsch.
Fr. Rp. CHF
sFr. SFr. SFR.
Die Abkürzung CHF ist der ISO-4217-Währungscode in der Finanzwelt für Schweizer Franken. CHF wirkt im Grundtext von der Leserlichkeit her wie ein Fremdkörper. «Man schreibt so, wie man liest» ist damit weniger gut möglich. «Der Dieb klaute CHF 20.–» tönt etwa so, wie wenn er den Betrag aus dem Bankomaten bezogen hätte. «Der Dieb klaute zwanzig Franken» ist sprachlich passender. CHF hat etwas mit Banken, Währungssystemen oder Tabellen zu tun. Fr. passt besser zu Rechnungen, Offerten und in den Grundtext.
Wie steht es mit Euro? EUR ist der internationale Währungscode, der bei uns häufig angewendet wird. Offiziell gibt es das Euro-Zeichen €, genauso wie es ein Zeichen für US-Dollar ($), Pfund (£) und Yen/Yuan (¥) gibt. Mittlerweile sollten alle Schriften mit dem Eurozeichen ausgestattet sein. EURO ist in diesem Sinn keine Abkürzung und wird nicht versal gesetzt, die ausgeschriebene Variante heisst Euro. Die Abkürzung für Eurocent (der Währungsunion angeschlossenen Länder) ist c oder ct (ohne Punkt). Die einzelnen Länder haben eigene Namen für den Cent. In Frankreich rechnet man mit dem Centime, abgekürzt ct. (mit Abkürzungspunkt). Die Einheit Cent bildet in der Mehrzahl kein Mehrzahl-s, es heisst 80 Cent, nicht 80 Cents.
Wo steht die Währung?
Bei ganzen Beträgen, also ohne Dezimaltrenner, steht die Währungsangabe abgekürzt (Fr., Rp., CHF) oder ausgeschrieben hinter der Zahl.
100 Franken 10 Rappen 2000 CHF 3 Fr. 80 Rp.
Franken 100 80 Euro 45 Cent
Bei Beträgen mit Dezimalpunkt wird die Währung abgekürzt (nicht ausgeschrieben) vorangestellt. Zwischen Währung und Zahl steht ein geschützter Leerschlag.
Fr. 100.– Fr. –.80 Fr. 0.– Fr. 2.50
CHF 67.– CHF –.80 CHF 0.– CHF 2.50
2.50 CHF
Werden in einem Schweizerischen Text beide Währungen gesetzt, gilt die Schreibweise des jeweiligen Landes.
«Ich habe nur noch Fr. 20.– und € 200,– bei mir!»
Die Verwendung eines Betrages mit Dezimalpunkt aber ohne Währungsangaben ist falsch.
Das Billett kostet 200.–. Das Billett kostet Fr. 200.–
In tabellarischen Auflistungen kann der Wert null nach dem Punkt (oder Komma) anstelle des Halbgeviertstriches mit zwei Nullen geführt werden.
Fr. –.– CHF 0.– CHF 25.00 Fr. –.00
Dies kann jedoch zu Unleserlichkeit führen. Beachten Sie den Unterschied: