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Das iPhone hatte eigentlich keine Chance
Vor zehn Jahren lancierte Apple das iPhone. Am 9. Januar 2007 trat Steve Jobs in San Francisco auf die Bühne, um das neuste Produkt anzupreisen. (Hier ein kurzes Video der grossen Show.)
Jobs versprach nicht zu viel, wie wir heute alle wissen. Das iPhone ist ein enormer Verkaufserfolg. Von 2007 bis 2016 hat Apple schätzungsweise eine Milliarde iPhones verkauft. Der Beginn war harzig, aber ab 2011 explodierte der Umsatz förmlich, wie die Grafik zeigt.
Dass Jobs bei der Präsentation Optimismus versprühte, überrascht nicht. Wie aber war die Einschätzung der Experten damals?
Einige prominente Leute der Szene waren äusserst skeptisch. Hier eine kleine Auswahl:
- Im Dezember 2006 meinte Ed Colligan, CEO von Palm, dass eine traditionelle Computerfirma wie Apple unmöglich im Telefonmarkt Fuss fassen könne: «PC guys are not going to just figure this out. They’re not going to just walk in.»
- Im Januar 2007 machte sich Steve Ballmer, CEO von Microsoft, lustig über das iPhone: «Five hundred dollars? Fully subsidized? With a plan? I said that’s the most expensive phone in the world and it doesn’t appeal to business customers because it doesn’t have a keyboard, which makes it not a very good e-mail machine.»
- Im März 2007 meinte John C. Dvorak, ein angesehener Experte der Computerindustrie, dass Apple das Experiment sofort wieder abbrechen sollte. Der Wettbewerb sei schlicht zu hart und dominiert von den etablierten Grossfirmen: «This is not an emerging business. In fact it’s gone so far that it’s in the process of consolidation with probably two players dominating everything, Nokia Corp. and Motorola Inc.»
Die letzte Prognose ist besonders frappant. Nokia und Motorola sind Geschichte. Weiter daneben kann man nicht liegen.
Was kann man daraus lernen?
Einmal mehr bestätigt sich der Spruch, dass Prognosen schwierig sind, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Experten wissen meist nicht mehr als Laien. Aber das ist im Zeitalter der Brexit-Abstimmung und der Trump-Wahl nichts Besonderes mehr.
Wichtiger scheint mir deshalb der Beweis, dass unternehmerische Freiheit für unsere Gesellschaft extrem wichtig ist. Man stelle sich vor, ein staatlich dotiertes Gremium wäre für die Bewilligung des iPhones zuständig gewesen. Kaum jemand hätte ein solches Abenteuer unterstützt. Manchmal muss man einfach mal etwas ausprobieren, bevor man weiss, ob es funktioniert.