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Während sich die allgemeine wirtschaftliche Aufhellung im ersten Halbjahr 2010 positiv auf die Auftragslage auswirkte, konnte der konjunkturelle Tiefpunkt bei den Umsätzen noch nicht überwunden werden: Die Gesamtumsätze der Swissmem Meldefirmen lagen 5 Prozent unter dem Vorjahresniveau, wobei im Inlandgeschäft (1,2%) im Gegensatz zum Auslandgeschäft (-6,8%) ein leicht verbessertes Resultat gegenüber dem Vorjahr erreicht werden konnte.
Dieses Bild zeigt sich auch, wenn das 2. Quartal 2010 isoliert betrachtet wird: Während sich die Auftragseingänge sowohl im Ausland (9,1%) wie im Inland (11,8%) weiter positiv entwickelten, resultierte bei den Auslandumsätzen ein Minus von 7,2 Prozent, bei den Inlandumsätzen jedoch ein Plus von 6,9%. Gesamthaft ergab sich dadurch im 2. Quartal 2010 für die 290 Swissmem Meldefirmen ein um 4 Prozent verminderter Gesamtumsatz.
Unterschiedliche Exportdynamik
Gemäss den Zahlen der Oberzolldirektion entwickelten sich die Warenexporte der einzelnen Subbranchen stark unterschiedlich: Insbesondere im Bereich Metallbau (22,5%) konnten im ersten Halbjahr wesentlich mehr Güter exportiert werden, während im Maschinenbau (1,9%) und bei den Präzisionsinstrumenten (1,5%) die Vorjahresniveaus nur knapp übertroffen werden konnten.
Eine verbesserte Marktsituation zeichnete sich in allen Exportregionen ab. So konnten sowohl in die EU (3,2%), in die USA (7,9%) als auch nach Asien (13,0%) mehr Waren geliefert werden. Die Exporte nach Deutschland − Abnehmerin von über einem Viertel der Ausfuhren der MEM-Industrie − erhöhten sich um 6,4 Prozent, während nach China − mit einem Exportanteil von 5,2 Prozent der grösste asiatische Markt − die Warenausfuhren um 25,4 Prozent gesteigert werden konnten.
Angesichts der anziehenden Auftragseingänge seit Anfang Jahr rechnen die Unternehmen mit erhöhten Umsätzen in der zweiten Jahreshälfte. Insbesondere aus den Märkten Deutschland, USA und China werden weitere positive Impulse erwartet. Offen bleibt, wie nachhaltig die gegenwärtige wirtschaftliche Erholung tatsächlich ist, bestehen doch nach wie vor erhebliche Unsicherheiten in der Weltwirtschaft und bei unseren Mitgliedfirmen.
Die Kapazitätsauslastung der Industrie lag im 2. Quartal 2010 bei 79,4 Prozent und damit deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 86 Prozent. Insgesamt verzeichnete die Branche per Ende März 327'896 Vollzeitbeschäftigte, was einer Abnahme gegenüber dem Vorjahresquartal um 5,1 Prozent entspricht.
Höhere Kostenstrukturen vermeiden
Neben der weiterhin unbefriedigenden Geschäftslage machen den Unternehmen vor allem der ausgeprägte Margendruck und weitere Kostensteigerungen zu schaffen. Der hohe Frankenkurs, der sich gegenüber dem Euro seit Anfang Jahr um rund 10 Prozent verteuert hat, führt zu einer wesentlichen Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit und zwingt die hiesigen Unternehmen, mögliche Kostenoptimierungen auszuschöpfen. Diesen Bestrebungen laufen politische Vorlagen entgegen, die mit übermässigen zusätzlichen Belastungen für die Unternehmen verbunden sind.
Swissmem ist überzeugt, dass zur Sicherung des Industriestandortes Schweiz eine funktionsfähige Arbeitslosenversicherung notwendig ist. Deshalb sind die Unternehmen bereit, die mit der Revision der Arbeitslosenversicherung verbundene Beitragserhöhung um 0.2 Prozentpunkte sowie die Wiedereinführung des Solidaritätsprozentes zu akzeptieren. Bei einer Ablehnung der Abstimmungsvorlage vom 26. September drohen jedoch weit höhere Abgaben für Arbeitgeber und Arbeitnehmende, welche eine zusätzliche Verschlechterung der Rahmenbedingungen darstellten. Die Unternehmen der MEM-Industrie setzen sich daher entschieden für ein JA zur Revision der Arbeitslosenversicherung ein.
Zürich, 25. August 2010
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