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Wie viel Zeit hab ich an der Uni verbracht, um in wissenschaftlichen Artikeln komplizierte Sätze zu entziffern? Gut, während dem Psychologiestudium war das ok. Aber im Alltag? Nein danke! Einfach muss die Sprache sein. Schliesslich ist unsere Zeit knapp.
In Amerika hat sich der Begriff Plain Language etabliert. Es handelt sich dabei laut Definition um «eine klare, prägnante Sprache, die für das Thema und die Zielgruppe geeignet ist». Plain Language ist erfüllt, wenn du liest, was du wünschst und sofort verstehst, was gemeint ist.
Komplizierte Sprache in einfache Texte zu übersetzen, ist mein Job. Zum Beispiel: Was heisst eigentlich «In unserer Firma achten wir auf ein optimales Zeitmanagement» auf Deutsch? «Wir erledigen unsere Arbeit effizient und innerhalb kurzer Zeit». Und genau solche einfache Sätze wollen die Leute lesen. Kunnsch druss?
So schreibt man einen einfach verständlichen Text:
– Schreibe kurze Sätze
– Nutze alltägliche Wörter, verzichte auf unverständliche Fremdwörter
– Achte auf eine lockere Textgestaltung mit mehreren Abschnitten
– Sprich deine Leser direkt an, verzichte auf «man»
– Sei präzise, verzichte auf Füllwörter
Warum ist es wichtig, eine einfache Sprache zu verwenden?
Wir sind alle busy. Wir haben keine Lust, unsere Zeit in Übersetzungen von komplizierten Sätzen zu investieren. Wenn wir Zeit sparen, sparen wir Geld. In meinem Fall bedeutet Plain Language ein guter Service für meine Auftraggeber. Weil sie ihre eigenen Kunden glücklicher machen können. Das macht sich dann in der Enabrechnung bemerkbar.
Ein Beispiel: Eine einfache Sprache zu benutzen bedeutet, dass die Kunden wichtige Dokumente schneller und besser verstehen. Sie rufen weniger an, um Erklärungen zu erhalten. Eine Firma spart also Zeit, personelle Ressouren und somit Geld. Und das Beste: Wer besser versteht, was in einem Vertrag drinsteht, der unterschreibt schneller.
Natürlich ist eine einfache Sprache auch wichtig in der Krisenkommunikation, in der Politik und in ganz vielen anderen Feldern. Verstanden?
Quelle: https://www.plainlanguage.gov
Buchtipp: «Simulieren geht über Studieren: Akademisch für Anfänger».
Lena Greiner und Friederike Ott entschlüsseln den Hochschul-Code: Sie zeigen, dass Wissenschaftssprache häufig unnötig kompliziert ist, und knöpfen sich u.a. die Doktorarbeiten von Joseph Ratzinger und Angela Merkel vor.