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Gardnerella vaginalis-Infektion (Aminkolpitis)
Als Erreger der Aminkolpitis oder bakteriellen Vaginose wird das Bakterium Gardnerella vaginalis angesehen. Diese Keime können – oft zusammen mit anderen Krankheitserregern – zu aufsteigenden Infektionen führen, die Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut, der Eileiter und Eierstöcke verursachen. Zum Beispiel nach Scheidenoperationen und/oder Antibiotikabehandlung tritt die Infektion gehäuft auf.
Erst Tage bis Wochen nach einem sexuellen Kontakt kommt es zu Beschwerden. Die Frau hat fischartig riechenden, häufig dünnflüssig-grauen Ausfluss mit einem pH-Wert über 4,5, selten Brennen oder Juckreiz im Bereich der äusseren Geschlechtsteile. Beim Mann kann sich eine leichte Entzündung im Bereich der Eichel zeigen.
Die Behandlung erfolgt örtlich mit Cremes, bei der Frau in Kombination mit Vaginalzäpfchen und, wenn keine Schwangerschaft im ersten Drittel vorliegt, unter Umständen zusätzlich mit Tabletten (Metronidazol). Frauen mit immer wiederkehrenden Scheideninfektionen raten Fachleute, einmal täglich ein Laktobazillen-Produkt (z.B. LC1-Joghurt) zu verzehren.
Newsticker
Keine Panik! | 03.08.2017
Infektionen in der Schwangerschaft sind nicht ungewöhnlich. Beim Nachweis eines bakteriellen Erregers kann eine Antibiotikatherapie notwendig werden – auch um eine Schädigung des ungeborenen Kindes oder eine Fehlgeburt durch die Infektion zu verhindern. Eine kanadische Forschergruppe hat jetzt alle Fehlgeburten in der Provinz Quebec von 1998 bis 2009 untersucht. Darunter waren 1.428 Fälle (16,4 Prozent) von Antibiotika-Einnahme. Ergebnis: Penicilline und Cephalosporine waren nicht mit einer erhöhten Rate von Fehlgeburten assoziiert. Das bestätigt die hohe Sicherheit dieser bewährten Antibiotika, die bei Infektionen in der Schwangerschaft Mittel der Wahl sind. Als bedenklich gelten dagegen Chinolone, Tetrazykline und Metronidazol, aber auch Sulfonamide und Makrolid-Antibiotika.
Letzte Aktualisierung : 26-02-19, BH