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Bekommen sie einen ausgewogenen Darm
Der beste Weg, um schnell die freundlichen Bakterien im Verdauungstrakt wieder aufzufüllen, sie dort konstant zu halten und ein ausgeglichenes Immunsysstem zu entwickeln – das nur so reagiert, wie erforderlich – ist die geregelte Aufnahme von lebender, fermentierter (vergorener) reichhaltig probiotischer Nahrung sowie die Ergänzung mit homeostatischen Erdorganismen. Diese (im Englischen abgekürzt: HSOs) werden – zusätzlich zu einer Kost, die reichlich Mengen an gezüchteten oder vergorenen Nahrungsmitteln einschliesslich Joghurt, Kefir und Sauerkraut beinhaltet – genau das richtige Gleichgewicht schaffen, das ihr Darm zum Gesundsein braucht.
HSOs erzeugen Proteine, die der Körper als Antigene ansieht (ein Eiweiss von einer fremden Substanz oder von einem Mikroorganismus, das eine Immunreaktion hervorruft). Die Art und Weise, wie die HSOs die T-Helferzellen des Immunsystems stimulieren, beeinflusst direkt andere Immunzellen (besonders die B-Lymphozyten, die im Knochenmark erzeugt werden) und diese wiederum lösen die Produktion der unspezifischen oder unprogrammierten Antikörper aus.
Unprogrammierte Antikörper sind nicht so vorprogrammiert, dass sie gegenüber fremden Substanzen überreagieren. Sie bleiben frei und verfügbar für spezielle Arbeitseinsätze an Punkten, wo sie dann gebraucht werden. Der dauernde Umgang mit den Erdorganismen unterstützt die Umerziehung der T-Helfer-Zellen des Körpers, so dass sie „toleranter“ gegenüber fremden Zellen werden: Dieser Umgang hilft ihnen dabei, nur die tatsächlich notwendige Immunreaktion aufzubringen – ohne überschliessende Reaktion. Es ist so, als wenn die HSOs die Immunzellen „zurück in die Schule“ schicken würden, damit sie ihre Aufgaben wieder ganz neu erlernen und diese dann sogar noch besser ausführen.
Die regelmässige Aufnahme von HSOs erzeugt einen erheblichen Vorrat an zusätzlichen Antikörper, die für eine gezielte Reaktion bereit sind und die Wirksamkeit des Immunsystems einer Person bedeutend steigern. (Leider scheint sich dieser Vorrat zu verkleinern, wenn die Aufnahme von HSOs aufhört.) Es hat den Anschein, dass die homeostatischen Erdorganismen dabei behilflich sind, die verlorengegangene Verbindung zwischen den menschlichen Körper und der Erde wieder herzustellen.
Als ich 1999 auf einem Ernährungsseminar sprach, traf ich Dr. Joseph Brasco, einen staatlich geprüften Gastroenterologen (Facharzt für Magen-Darm-Krankheiten), der nach neuen Alternativen für Patienten mit Magen-Darm-Störungen suchte. Er hatte von meiner Genesung von der Crohn-Krankheit durch einen im „Townsend Letter für Doctors and Patients“ veröffentlichten Artikel erfahren und bereits signifikante Verbesserungen bei vielen seiner Patienten gesehen, bei denen er eine Kostveränderung mit zusätzlichen HSOs kombiniert. Er ist nur einer von vielen abgesehenen Medizin-Experten, die sich der Kost des Schöpfers und den HSOs zuwenden, um die Gesundheit seiner Patienten wieder herzustellen. Seitdem sind Dr. Brasco und ich enge Freunde geworden und haben zusammen das Buch „Restoring Your Digestive Health“ (Wiederherstellung ihrer Verdauungsgesundheit) verfasst – um denen zu helfen, die an Verdauungsproblemen leiden.
Kehren Sie den Teufelskreis um!
Leider neigen Kranke oder Genesende dazu, nach „tröstlichen Speisen“ zu suchen, wie nach Milchshakes, Weissbrot, Teigwaren, Keksen und Pommesfrites. Das sind aber genau die Speisen, die das rasante Wachstum von krankmachenden Bakterien begünstigen! Diese Dysbiose (Störung der Darmflora) – also das bakterielle Ungleichgewicht im Darm – hat einen krankhaften Gärungsprozess im Dünndarm zur Folge.
Im Dickdarm ist Gärung dagegen etwas Erstrebenswertes, weil sie Butyrate (Buttersäure, einfachste Fettsäure) und andere kurzkettige Fettsäure entwickelt, die die Zellen der Darmwand ernähren. Im Dünndarm dagegen kann das Wachstum von Hefe, Pilzen und/oder gärenden krankmachenden Bakterien die Darmschleimhaut beschädigen oder giftige Nebenprodukte hervorrufen, die nun absorbiert werden und die Aufnahme von lebenswichtigen Nährstoffen beeinträchtigen. Anstelle des Essens minderwertiger Kost und des Fütterns dieses Teufelskreises können Sie das Mikrobengleichgewicht in Ihrem Darm verbessern, indem Sie nährstoffreiche lebende Nahrungsmittel aus der Kost des Schöpfers mit zusätzlichen HSOs verzehren!
Antibiotische Verbände kaschieren ernstere Probleme
Personen, die wiederholten Gebrauch von dem weit gefächerten Spektrum an Antibiotika, oralen Verhütungsmitteln und Steroid-Arzneimitteln machen, können in ihren Körpern Bedingungen für ein übermässiges Wachstum von opportunistischen Organismen schaffen, die durch Medikamente nicht mehr unter Kontrolle gehalten werden oder die sich rasch wieder ansiedeln können, sobald die antibiotische Behandlung beendet ist und dabei noch mehr Krankheitssymptome verursachen. Auf diese Art und Weise werden übermässige antibiotische Behandlungen zu „notdürftigen Verbänden“, die über ernstere Gesundheitsprobleme gepackt werden – mit weitreichenden Konsequenzen!
Kurz gesagt: Symptome zu behandeln ist leichter als das aufwendige detektiv-medizinische Forschen, das nötig ist, um an die Grundursache der Beschwerden des Patienten zu gelangen. Routinemässig greift die Medizin zu Antibiotika, um erkannte Symptome zu behandeln ohne dabei aber die Behandlung oder die Beseitigung der Ursache genau jener Symptome sicherzustellen!
Hefe- und Pilzorganismen sind in geschwächten Verdauungssystemen besonders aggressiv. Wenn Antibiotika die anvisierten schädlichen Bakterien abtöten, dann schlagen sie willkürlich und vernichtend eben auch die freundlichen im Körper. Dies ermöglicht nun den anderen schädlichen Bakterien, Hefen und Pilzen im Körper - die normalerweise durch die freundlichen Bakterien in Schach gehalten werden – den Beginn einer übermässigen Vermehrung und damit das Verursachen anderer Krankheitsbeschwerden.
So führt beispielsweise die Überwucherung mit Candida albicans, eines besonders starken Hefepilzes, zu eine potenziell ernsten Erkrankung, Candidiasis genannt. Sie kann die Zunge, den Mund oder den Enddarm befallen, kann eine Scheidenentzündung hervorrufen oder eine Reihe seelischer und emotionaler Symptome auslösen, einschliesslich Reizbarkeit, Angst und sogar Depression. Viele Allergien sind ursächlich mit der Candida-Hefepilz-Überwucherung verknüpft. Manchmal verläuft sie unentdeckt, weil die Symptome zunächst als harmlose Verdauungsstörungen erscheinen mögen, wie Aufblähungen, Sodbrennen, Verstopfung und Durchfall.
Geheimer Missbrauch in den Apotheke
Ärzte, Apotheker und Verbraucher gleichermassen werden mit einem bedenklichen Bedürfnis konfrontiert, Antibiotika in einer sicheren und erfolgreichen Art und Weise einzusetzen. Der Anwendungsmissbrauch antibiotischer Arzneimittel beginnt oft bei unseren Kindern. Laut der Amerikanischen Akademie für Kinderheilkunde erhalten bei einer Mittelohrentzündung 95% der fünfjährigen Kinder in der USA eine Behandlung mit Antibiotika. Einige Kinder vertragen das, anderen ergeht es nicht so gut. Sobald die Antibiotika ihren Bestand nützlicher Bakterien vernichten.
Die Forschung hat bewiesen, dass Vorbeugung und Behandlung der Dysbiose und der Diysbakterie (anormale bakterielle Verhältnisse im Darm) zu den schwierigsten Problemen gehören, denen die Ärzte heute gegenüberstehen! Wenn Dysbiose eintritt und somit ein Ungleichgewicht zwischen den schützenden oder „freundlichen“ und den „unfreundlichen“ Bakterien verursacht, dann können selbst häufig vorkommende, harmlose Organismen eine Erkrankung bewirken!
Untersuchungen bringen ein gestörtes bakterielles Gleichgewicht im Darm mit grundlegenden Beschwerden in Verbindung, Beschwerden, die sich von einer ständig wiederkehrender Infektion und einem Zusammenbruch des Immunsystems bis hin zur chronischen Erschöpfung erstrecken. Die Dysbiose kann uns gegenüber Erkrankungen wie Durchfall, Verstopfung, Reizdarm, Darmkrebs, Allergie, Scheidenentzündung, erhöhter Infektionsanfälligkeit, Esssucht und auch gegenüber einem Mangel an geistiger Klarheit, einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) und vielen anderen Beschwerden empfänglich machen. Die meisten Ärzte würden die Ursache dieser Krankheit nur selten mit den Mikrobenkulturen im Verdauungstrakt in Beziehung bringen.
Darmprobleme sind nur der Anfang
Die Dysbiose kann auch von der Darmregion weit entferntes Körpergewebe schädigen. Dazu gehören das Gehirn, die Gelenke, die Muskeln und das Immunsystem. Dysbiose – das Ungleichgewicht von Mikroorganismen im Darm - „exportiert sein Elend“ wirklich sehr wirkungsvoll: Die Symptome sind mannigfaltig und schliessen Kopfschmerzen, Lernstörungen, Schlaflosigkeit, Funktionsstörungen des Immunsystems, Verhaltensstörungen. Chronische Erschöpfung, Gelenkschmerzen und Nährstoffmangelzustände ein.
Weitere bekanntere Leiden können ebenso auf einen mikrobisch unausgeglichenen Verdauungstrakt zurückgeführt werden. Zu diesen gehört das Reizdarmsyndrom, die Crohn- Krankheit, Fibromyalgie (Schmerzen des Muskel-Sehnen-Apparates, der Knochen und des Bindegewebes), das Leck-Darm-Syndrom (undichter Darm), Auszehrung, Divertikelentzündung, Hämorrhoiden und Brust- und Darmkrebs.
Wo der Darm aufs Portemonnaie geht
Im Gegensatz zu der weit verbreiteten Auffassung „Ignoranz ist Glückseligkeit“ kann Ignoranz – wenn es Ihre Gesundheit betrifft – bestenfalls kostspielig und schlimmstenfalls todbringend sein! Verdauungskrankheiten und andere mit einer ungesunden unausgewogenen Darmflora verbundene Leiden haben eine enorme Auswirkung auf unserer Gesundheit und darüber hinaus auf das Nettoeinkommen des Staates!
Neue Technologien und neue Medikamente haben das Verständnis und die Behandlung der Ulkuskrankheit (Geschwüre) und der gastroösophagealen Reflex-Krankheit (Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre) revolutioniert. Jeder hofft, dass die zukünftige Forschung die ökonomischen Kosten und die Kosten im Gesundheitswesen reduziert, die mit Diagnose und Behandlung der Verdauungskrankheiten verbunden sind. Doch ich glaube, dass wir davon profitieren könnten, wenn wir gerade jetzt das bewährte Wissen, die Weisheit aus der Vergangenheit erschliessen würden!
Verzweifelt verlangt Ihr Körper nach einer heilen Verdauungsflora, weil Ihre Gesundheit davon abhängt! Ein gesundes Verdauungssystem hat eine Mehrheit von etwa 85% „guter“ Bakterien gegenüber 15% „schlechter“ Mikroorganismen. Bedauerlicherweise weisen die meiste von uns das umgekehrte Verhältnis auf. Mein eigener, beinahe tödlicher Kampf mit der Crohn-Krankheit ist ein drastisches Beispiel dafür, was passiert, wenn ein Mikroben-Ungleichgewicht auftritt. Falls es unsere Unwissenheit über Hygiene ist, die zu dieser Problematik beisteuert, dann sollten wir beschliessen, uns entsprechend selbst zu bilden und zu informieren. Der Gewinn, den wir dabei erzielen, wird immens sein.
Siehe auch unter: SCHRITTE ZU EINEM GESUNDEN DARM
Aus „DES SCHÖPFERS KOST“ von Jordan S. Rubin