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In der Vorbereitung für ein Seminar stiess ich auf das Stichwort „Soziale Ungerechtigkeit“. Meist versteht man darunter, dass es Benachteiligung bei der Nutzung gesellschaftlicher Ressourcen gibt, die oftmals zu wachsender, relativer Armut führt. Diese zeigt sich beispielsweise daran, dass Menschen viel arbeiten, doch das Einkommen aus diesem einen (oder auch mehreren) Job(s) genügt nicht mehr. Folglich gibt es immer mehr erwerbstätige Arme.
Eine Umfrage in Deutschland von 2013 scheint den zunehmenden Spagat zwischen Arm und Reich wahrzunehmen. (Quelle: INSM) Ein Grossteil der Deutschen (69%) findet, dass es in ihrem Land ungerecht zugeht. Bei näherem Hinsehen zeigt sich aber, dass das Mass für Ungerechtigkeit nicht die wachsende Armut ist. Gerechtigkeit herrscht für viele Befragte dann, wenn Chancen geschaffen werden- und sie meinen damit bessere Bildung und Berufsvorbereitung, sowie freie Studienplätze. Andere wollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert sehen und eine weitere Gruppe will Leistung belohnt sehen. Dann fühlt man sich gerechter behandelt.
Aber kann es bei der Frage nach Gerechtigkeit genügen, den Blick auf diese Punkte zu richten? Ist soziale Gerechtigkeit hergestellt, wenn rechtliche Gleichstellung, soziale Anerkennung und Beteiligung am sozialen, kulturellen und ökonomischen Leben besteht? Was ist mit den Aspekten von Einkommens- und Vermögensverteilung? Welcher Bedarf ist gerecht (was ist ein Existenzminimum?)? Und geht es bei sozialer Gerechtigkeit nur um uns im eigenen Land – oder müssten wir die Dinge nicht globaler ins Auge fassen? Hilft der Blick in die Bibel dazu, unsere Perspektive zu erweitern? Weiterlesen