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| Hilarius von Poitiers († 367) - Über die Synoden oder über den Glauben der Orientalen.

Siebenundachtzigstes Hauptstück.
Aber vielleicht wird man mir sagen: Heut zu Tage haben Einige von denen, welche damals der Synode beiwohnten, beschlossen, daß man von dem Homousion schweigen müsse. Und ich werde, obgleich ungerne, dem, welcher es sagt, antworten: Beschließen ebendieselben nicht auch, daß man über das Homousion schweigen müsse? Ich bitte euch, bedenket, ob irgend ein Anderer aus diesen, den hochbetagten Osius, und zwar ihn,1 welcher sein Grab zu [S. 41] sehr liebte, ausgenommen, gefunden werde, welcher der Meinung wäre, daß über Beides geschwiegen werden müsse. Und wohin gerathen wir endlich bei der so großen Wuth der Häretiker, wenn wir, indem wir nicht Beides annehmen, keines von Beiden behalten? Denn die Behauptung, daß, weil man keines von Beiden geschrieben findet, entweder keines, oder Beides geglaubt werden müsse, kann nicht der Religion zu widersprechen scheinen.
1: Osius fürchtete wahrscheinlich, er möchte in der Verbannung sterben und nicht in der Grabstätte seiner Ahnen beerdiget werden. Marcellinus und Faustinus sagen dieses ziemlich deutlich mit diesen Worten: „Weil Osius fürchtete, er müßte alt und reich die Verbannung dulden, so gab er sich der Gottlosigkeit gefangen.“ Hieher gehört auch, was der heilige Ambrosius im 82sten Briefe an die Bewohner von Vercella schreibt, wo er von dem heil. Eusebius und Dionysius, welche verbannt waren, sagt: „Sie sehnten sich nicht nach dem heimathlichen Grabe, denn ihnen war die himmlische Wohnung aufbewahrt.“