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Meine Theorie nach gibt es im Leben immer sog Entscheidungspunkte bzw Kipp-Punkte. Erstere beschreiben Situationen, in denen das Bewusstsein die Möglichkeit erhält den eingeschlagenen Kurs zu reflektieren, dessen Konsequenzen zu antizipieren und eine Kursänderung 'vorzuschlagen'. Letztere beschreiben Situationen, in denen Konsequenzen so machtvoll eingetreten sind, dass eine Reversibilität kaum noch möglich ist. In der Rückschau erscheint dann wieder alles als 'logischer' Verlauf bzw zwingend 'as predicted' angelegt.

Mit anderen Worten: Man kann getrieben von der Empörung über die Schandtaten des Imp und seiner Doppelmoral als Anti-Imp ins Leben starten, was aus deutscher Sicht zudem auch ein willkommenes Entlastungsmotiv enthält. Man muss damit aber nicht zwingend in post-nationalsozialistischen Milieus landen, wie es Mahler so mustergültig vorgelebt hat. Das passiert nur dann, wenn es einen inneren Widerstand gibt, der an den Entscheidungspunkten die Reflektion sabotiert so dass nur noch die Suche nach positiven Verstärkern übrig bleibt. Beifall sprich das Gefühl in einer Bewegung gut aufgehoben zu sein wäre so ein Verstärker.
Ich sage das auch aus persönlicher Betroffenheit. Die Anti-Imp Thesen, die der russische Faschismus heute so geschickt ausspielt, waren ja linkes Gemeingut. Für jene, die nie dazu gelernt haben, sind sie es auch heute noch.