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Der Druck auf die Süsswasserressourcen steigt weltweit. Klimawandel, steigende Bevölkerungszahl, Verstädterung, industrielle und landwirtschaftliche Nutzung und veränderte Nahrungsgewohnheiten führen mit anderen Faktoren dazu, dass Wasser immer mehr zu einem knappen Gut wird und auch die Zahl der Konflikte zunimmt, die sich an der Verteilung des Wassers entzünden. Im Jahr 2025 wird die Hälfte der Weltbevölkerung in Zonen leben, in denen die Nachfrage nach Wasser die verfügbaren Ressourcen übersteigt. Dies wird sich negativ auf das lokale Wirtschaftsgefüge und den sozialen Zusammenhalt auswirken und stellt einen potenziellen Konfliktfaktor dar. Wasser ist ein Menschenrecht und ein öffentliches Gut. Die globale Wasserkrise ist eine Realität, die die nachhaltige Entwicklung der Menschheit gefährden kann.
Wege zur dauerhaften Bewirtschaftung der Wasserressourcen stehen deshalb im Mittelpunkt des 7. Weltwasserforums, das seit dem 11. und noch bis 17. April 2015 in den südkoreanischen Städten Daegu und Gyeongbuk stattfindet. Diskutiert werden unter anderem Themen wie gemeinsames und koordiniertes grenzüberschreitendes Wassermanagement oder die Prävention von Krisen, die durch Wasserknappheit ausgelöst werden. Überprüft wird ausserdem, wie weit die Massnahmen, die beim letzten Weltwasserforum vom März 2012 in Marseille beschlossen worden waren, umgesetzt werden konnten.
Für die Schweiz ist die Ressourcen schonende Verwendung mit Wasser seit langem eine hohe Priorität ihrer Politik im nationalen und internationalen Rahmen. So sind in der Schweiz viele Massnahmen eingeführt, um Wasser vor Verunreinigung und Übernutzung zu schützen und Hochwasserrisiko zu minimieren. Auf internationaler Ebene setzt sich die Schweiz dafür ein, dass alle Menschen einen sicheren und dauerhaften Zugang zu Wasser erhalten, der in quantitativer und qualitativer Hinsicht zur Deckung der Grundbedürfnisse ausreichend ist. Ausserdem sollen grenzüberschreitende Abkommen für Seen, Flüsse und Grundwasser, die sich Länder teilen, gefördert werden, um ein gemeinsames Wassermanagement sicherzustellen sowie soziale Entwicklung und Wirtschaftswachstum zu begünstigen.
Der Schweizer Delegation in Korea gehören entsprechend Vertreterinnen und Vertretern der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und des Bundesamts für Umwelt (BAFU) an. Geleitet wird die Delegation von Pio Wennubst, Vize-Direktor der DEZA. Im Ausstellungsteil des Forums bietet der Schweizer Pavillon zudem den Partnern der DEZA und den Mitgliedern der Plattform Swiss Water Partnership die Möglichkeit, dem internationalen Publikum des Forums innovative Technologien und Konzepte im Umgang mit Wasserproblemen zu präsentieren.
Schweizer Priorität für Post-2015-Agenda für nachhaltige Entwicklung
Die Schweizer Delegation wird sich in Daegu und Gyeongbuk darüber hinaus dafür einsetzen, dass Wasser als Ziel in die globale Agenda für nachhaltige Entwicklung (Post-2015- Agenda) aufgenommen wird. Die Agenda, die im September 2015 an einem Gipfel der Staats- und Regierungschefs der UNO-Mitgliedstaaten verabschiedet werden soll, wird die künftigen Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsziele festlegen. In diesem Prozess stellt das Weltwasserforum in Südkorea eine wichtige Etappe dar. Um die Bedeutung zu unterstreichen, welche Wasser im Rahmen der Nachhaltigkeitsziele einnimmt, organisiert die Schweiz am 14. April 2015 am Weltwasserforum gemeinsam mit den Niederlanden und dem Weltwasserrat (World Water Council, WWC) auch einen Anlass zu diesem Thema.
Der World Water Council hatte 1997 das erste Weltwasserforum initiiert mit dem Ziel, eine Sensibilisierung für Wasserversorgungsprobleme zu erreichen und das Wassermanagement auf politischer und gesellschaftlicher Ebene zu fördern. Seit dem ersten Forum 1997 in Marrakesch (Marokko) wird der Anlass alle drei Jahre durchgeführt (2000: Den Haag, 2003: Kyoto, 2006: Mexiko-Stadt, 2009: Istanbul, 2012: Marseille). Dem World Water Council gehören 300 Vertreter aus Wirtschaft, Ministerien, Wissenschaft, internationalen Finanzeinrichtungen, der UNO und lokaler Regierungen an. Am Weltwasserforum in Korea werden rund 15‘000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet.
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