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Wadenkrämpfe treten meist plötzlich auf und gehen mit heftigen Schmerzen einher. Wadenkrämpfe treten vor allem in der Nacht auf und betreffen besonders Sportler, Frauen, Schwangere und Senioren. Ungefähr 40 Prozent der Schweizer leiden gelegentlich unter Wadenkrämpfen.
Wadenkrämpfe können in unterschiedlichen Situationen auftreten – etwa wenn man sich beim Sport verausgabt oder im kalten Wasser schwimmt. Besonders lästig sind nächtliche Wadenkrämpfe, die so stark sein können, dass sie den gesamten Schlafrhythmus durcheinanderbringen. Dabei kann der Krampf in der Wade ein zwar lästiges, aber eher harmloses Problem oder auch Anzeichen für eine Erkrankung sein. Grob kann man Wadenkrämpfe wie folgt unterteilen:
Einen Wadenkrampf kann man in der Regel durch Dehnen des Wadenmuskels rasch lösen. Wer regelmässige Wadenkrämpfe hat, lässt diese am besten sicherheitshalber ärztlich abklären. Verursacht eine Grunderkrankung die Krämpfe in den Waden, ist es ratsam, diese zu behandeln.
Mit einer ausgewogenen Lebensführung und einer magnesiumreichen Ernährung ist es möglich, Wadenkrämpfe zu verhindern.
Wadenkrämpfe sind Muskelkrämpfe, bei denen sich ein einzelner Wadenmuskel oder eine Muskelgruppe der Waden unwillkürlich schmerzhaft zusammenzieht (kontrahiert), ohne sich wieder zu entspannen. Diese Krämpfe in der Wade betreffen meist ausschliesslich die Wadenmuskeln, können sich aber auch auf jene Muskeln ausbreiten, die für die Beugung der Zehen verantwortlich sind. Bei einem Krampf in der Wade dauert das Zusammenziehen (Muskelkontraktion) Sekunden bis Minuten an und löst sich danach normalerweise von selbst. Während des Wadenkrampfs verhärten sich die betroffenen Muskeln fühlbar.
Früher bezeichnete man den Wadenkrampf auch als Krampus-Syndrom. Wadenkrämpfe kann man vereinfacht in drei verschiedene Arten unterteilen:
Etwa 40 Prozent der Schweizer haben zumindest gelegentlich Wadenkrämpfe. Besonders in den Sommermonaten treten sie mit zunehmender Häufigkeit auf.
Wadenkrämpfe können die unterschiedlichsten Ursachen haben:
Zu den oft für Wadenkrämpfe verantwortlichen Ursachen gehört der Mangel an Magnesium (Hypomagnesiämie): Verursacht er verschiedene Beschwerden, liegt ein sogenanntes Magnesiummangelsyndrom vor. Dieses Syndrom kann den ganzen Körper betreffen und sich unter anderem durch Wadenkrämpfe äussern. Einen derartigen Magnesiummangel können Ärzte selten feststellen, da er in einem einzelnen Muskel oder einem Organsystem vorliegen kann, auch wenn der gemessene Magnesiumgehalt im Blut normal ist.
Die häufigsten Ursachen für ein Magnesiummangelsyndrom und für die damit einhergehenden Wadenkrämpfe sind:
Für nächtliche Fuss- und Wadenkrämpfe kommen als Ursachen auch folgende Gefässerkrankungen infrage:
Wadenkrämpfe können ihre Ursachen auch in einer Nervenerkrankung beziehungsweise neurologischen Erkrankung haben: Die sogenannte Polyneuropathie ist eine Störung mehrerer Nerven vor allem in Armen und Beinen, bei der es zu Missempfindungen in den Gliedmassen sowie je nach Ausprägung zu Lähmungserscheinungen im Unterschenkelbereich kommt. Typischerweise sind hiervon beide Beine betroffen. Zusätzlich können Krämpfe in den Waden auftreten. Mögliche Ursachen für eine Polyneuropathie und damit verbundene Wadenkrämpfe sind:
Für Wadenkrämpfe kommen als Ursachen auch bestimmte Medikamente infrage. Besonders häufig entstehen Krämpfe in der Wade als Nebenwirkung folgender Arzneimittel:
Doch nicht nur Medikamente, sondern auch andere medizinische Behandlungen können die Ursachen für Wadenkrämpfe sein: So haben Menschen mit Nierenerkrankungen, bei denen eine regelmässige Dialyse (Blutwäsche) erforderlich ist, häufig Wadenkrämpfe.
Während einer Schwangerschaft sind Wadenkrämpfe besonders häufig. Mögliche Ursachen für einen Wadenkrampf in der Schwangerschaft sind:
Der Grund für die häufigen Wadenkrämpfe als Mangelerscheinung bei Schwangeren: Während der Schwangerschaft braucht der Körper diese Nährstoffe für die zahlreichen in ihm ablaufenden Stoffwechselvorgänge in grösseren Mengen als sonst. Hier ist es wichtig, ernährungs- und stoffwechselbedingte Ursachen auszuschliessen.
Wadenkrämpfe sind durch ein heftiges Zusammenziehen von Wadenmuskeln gekennzeichnet. Die Symptome setzen plötzlich ein. Typische Anzeichen für einen Krampf in der Wade sind:
Wadenkrämpfe treten meist einseitig und häufig nachts auf. Manchmal wandern Wadenkrämpfe bis in den Fuss, sodass sich die Zehen zur Fusssohle hin zusammenziehen. Durch die Verkrampfung winkelt sich der Unterschenkel unter Umständen an und schränkt die Bewegung zum Teil erheblich ein.
In der Regel gelingt es, Wadenkrämpfe durch Dehnen des Wadenmuskels rasch aufzulösen, sodass die Schmerzen verschwinden. Manchmal bleiben nach einem sehr heftigen Wadenkrampf aber noch eine Zeit lang Symptome bestehen, die einem Muskelkater gleichen.
In den meisten Fällen gelingt es bereits anhand der typischen Beschwerden, Wadenkrämpfe zu diagnostizieren. Für die Diagnose ist es von besonderem Interesse, in welchen Situationen es zum Krampf in der Wade kommt. Weitere wichtige Fragen sind, ob Wadenkrämpfe in der Familie häufiger vorkommen und ob die Betroffenen zurzeit Medikamente einnehmen. Möglicherweise erfolgt eine Blutuntersuchung, um die Elektrolytwerte (wie Kalzium, Magnesium) sowie Blutzucker, Schilddrüsenhormone, Nierenwerte oder Leberwerte zu bestimmen. Ergibt eine körperliche Untersuchung Hinweise auf neurologische Probleme, sind diese weiter abzuklären.
Wenn ein scheinbarer Wadenkrampf vorbei ist, die Schmerzen in den Waden danach aber länger anhalten, ist es wichtig, bei der Diagnose andere Ursachen für die Schmerzen auszuschliessen: So können zum Beispiel eine Thrombose oder Muskelverletzungen ähnliche Symptome hervorrufen. Treten die Wadenkrämpfe häufiger auf, ist die tatsächliche Ursache zu ermitteln, um diese gezielt behandeln zu können.
Besteht der Verdacht, dass die häufigen Wadenkrämpfe durch ein erkranktes Gefäss bedingt sind, erfolgen zur Diagnose körperliche Untersuchungen sowie Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen. Legen Vorerkrankungen und weitere Beschwerden nahe, dass eine Nervenerkrankung (Polyneuropathie) für die Wadenkrämpfe verantwortlich ist, nimmt ein Neurologe die weitere Untersuchung und anschliessende Behandlung vor.
Gegen häufige Wadenkrämpfe ist eine Therapie ratsam, die auf die Ursache für die Krämpfe abzielt. Es gibt jedoch einiges, was Sie selbst tun können, um bei einem akuten Wadenkrampf die Schmerzen in der Wade zu lindern:
Allgemein können Sie ausserdem etwas gegen Wadenkrämpfe tun, indem Sie die Durchblutung anregen (zum Beispiel durch ausreichende Bewegung) und genügend trinken (magnesiumreiches Mineralwasser oder verdünnte Fruchtsäfte). Wenn Sie Sportler sind und häufig Wadenkrämpfe haben, kann es zur Therapie hilfreich sein, infolge von Bewegung möglicherweise aufgebrauchte Magnesiumdepots durch Magnesiumpräparate wieder aufzufüllen.
Für einen plötzlichen heftigen Schmerz in der Wade kommen jedoch auch andere Ursachen als Wadenkrämpfe infrage: So kann beispielsweise auch eine Thrombose oder ein Muskelfaserriss für die einem Wadenkrampf ähnelnden Beschwerden verantwortlich sein. Wenn der Schmerz – egal, was Sie gegen den vermeintlichen Krampf in der Wade tun – nicht relativ schnell wieder verschwindet, gehen Sie lieber zum Arzt, der die Schmerzursache feststellen und eine geeignete Therapie einleiten kann.
Wenn ein ansonsten gesunder Menschen Wadenkrämpfe hat, zielt die ärztliche Therapie darauf ab, die Krampfursache abzustellen. Häufig bestehen ärztliche Massnahmen gegen Wadenkrämpfe darin, Magnesiumtabletten zu verabreichen. Normalerweise empfiehlt es sich, dazu zwischen 200 und 400 Milligramm Magnesium als Tagesdosis einzunehmen. Bei einer derartigen Dosierung treten in der Regel keine Nebenwirkungen auf. Wenn Sie das Magnesium jedoch langfristig einnehmen, stimmen Sie dies besser mit dem behandelnden Arzt ab.
Vorsicht ist bei der Magnesium-Therapie geboten, wenn die Nierenfunktion des Patienten gestört ist. Ausserdem ist es wichtig, auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu achten: Werden neben dem Magnesium gegen die Wadenkrämpfe am selben Tag andere Arzneimittel eingenommen (vor allem Eisen-, Natriumfluoridpräparate, Tetracycline, Digoxin oder Isoniazid), sollte man das nicht gleichzeitig tun, sondern zeitlich versetzt zum Magnesium.
Gegen nächtliche Wadenkrämpfe kann auch eine Therapie mit Chinin helfen. Die Wirkung von Chinin, das auch als ärztliche Massnahme gegen Malaria zum Einsatz kommt, setzt direkt an den Muskelzellen an: So kann Chinin den Wadenkrampf lösen und den Schmerz lindern. Das Mittel wirkt auch vorbeugend gegen Wadenkrämpfe, da es die Krampfneigung senkt.
Wenn jemand sehr oft – zum Beispiel jede Nacht – Wadenkrämpfe hat, ist eine ärztliche Abklärung der genauen Ursache für die Wadenkrämpfe ratsam: Wenn die Muskelkrämpfe das Symptom einer anderen Erkrankung sind, richten sich die Therapie-Massnahmen nach dieser Grunderkrankung.
Wadenkrämpfe selbst zeigen in der Regel einen harmlosen Verlauf. In bestimmten Situationen kann ein plötzlicher und heftiger Krampf in der Wade jedoch gefährlich sein, zum Teil sogar lebensbedrohlich:
Viele Menschen, bei denen regelmässig Wadenkrämpfe auftreten, entwickeln ihre eigenen Strategien zum Vorbeugen. Das sind vor allem:
Andere Betroffene schwören dagegen auf die Nackenrolle, die sie sich beim Schlafen unter das Knie legen, um Wadenkrämpfe zu vermeiden. Dies zeigt jedoch eher, dass es wichtig wäre, die Muskeln zu dehnen.
Auf lange Sicht kann man Wadenkrämpfen vorbeugen, indem man sich ausgewogen und ballaststoffreich ernährt. Um Wadenkrämpfe zu verhindern, greift man also am besten häufiger auf Nahrungsmittel zurück, die viel Magnesium enthalten. Besonders magnesiumreich sind zum Beispiel folgende Lebensmittel:
Wer auf Zigaretten verzichtet und Alkohol nur massvoll geniesst, verringert das Risiko für Wadenkrämpfe zusätzlich.