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Honduras
Honduras sieht sich mit fast unlösbaren Problemen konfrontiert: Grossgrundbesitzer dominieren das Land, viele Menschen sind arm, es mangelt an Jobaussichten für junge Erwachsene und die städtischen Gewalt- und Kriminalitätsraten gehören zu den höchsten der Welt. Damit nicht genug, wurde das hochverschuldete Land auch empfindlich von den Auswirkungen der globalen Finanzkrise getroffen. Im Kleinen weisen jedoch praxisorientierte Ausbildungsprogramme sowie der Faire Handel mit Bio-Kakao einen möglichen Weg in eine bessere Zukunft.
Honduras gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern Lateinamerikas. Von den rund acht Millionen Einwohnern lebt ein Viertel von weniger als 1.25 US-Dollar pro Tag. Weil sie auf dem Land kein Auskommen mehr finden, wandern viele in die Städte ab und lassen dort die Elendsquartiere, wo Arbeitslosigkeit und Kriminalität herrschen, anwachsen. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit suchen junge Honduraner zu Tausenden in den USA ihr Glück. Eine Hoffnung, die meist enttäuscht wird. Sie arbeiten dort als billige, ungelernte Arbeitskräfte, haben sie doch in ihrem Heimatland trotz Schulpflicht keine ausreichende Schulbildung erhalten. 1998 verursachte der Hurrikan Mitch immense Schäden, von denen sich das Land erst allmählich erholt hat. Die globale Finanzkrise von 2009 und steigende Energiepreise wirkten sich empfindlich auf die Wirtschaft aus. Der hochverschuldete Staat ist von ausländischer Überlebenshilfe abhängig. Die Regierung versucht die Schulden abzubauen und spart dafür bei der wirtschaftlichen Entwicklung. Honduras ist verfassungsmässig eine Präsidialrepublik, durch den Putsch von 2009 wurde die Demokratie jedoch geschwächt. Die staatlichen Institutionen sind wenig verlässlich, was mit ein Grund dafür ist, dass Korruption, Kriminalität und Drogenhandel laufend zunehmen.
Helvetas setzt sich in Honduras für eine praxisorientierte Schul- und Berufsbildung ein, um die Chancen der Jugendlichen auf dem heimischen Arbeitsmarkt zu erhöhen. Die Verbesserung der Wasserversorgung und der Brückenbau stärken die Infrastruktur der Gemeinden und verbessern die Lebensqualität.
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Die Landwirtschaft in Honduras erbringt 15 Prozent der Wirtschaftsleistung und beschäftigt zwei Fünftel der erwerbstätigen Bevölkerung. Die wenigsten Bäuerinnen und Bauern besitzen jedoch eigenes Land. Grossgrundbesitzer verhindern wirksame Landreformen und setzen ihre Interessen auch auf politischer Ebene durch. Sie lassen häufig weite Teile ihres Besitzes brach liegen. Land, das Kleinbäuerinnen und Kleinbauern dringend zum Anbau von Nahrungsmitteln benötigen würden. Diese roden deshalb illegal Parzellen in den Wäldern, die immer noch 50 Prozent der Fläche Honduras bedecken, und tragen damit zur Zerstörung der Artenvielfalt bei.
Lange Zeit waren Bananen das Hauptanbauprodukt und einzige Exportgut, was sich aussenwirtschaftlich fatal auswirkte. Die wichtigsten Exporterzeugnisse neben Bananen sind heute Kaffee und Krustentiere. Bananen und Kaffee für den Export werden auf einigen wenigen Grossplantagen angebaut, die überwiegend in US-amerikanischer Hand sind. Die meisten Familienbetriebe dagegen produzieren Mais und Bohnen für den Eigenbedarf. Der Viehbestand umfasst vor allem Rinder und Schweine. Geflügel wird hauptsächlich für den eigenen Verzehr gehalten. Die Forstwirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftszweig, jedoch mit der Folge, dass die Zerstörung der tropischen Regenwälder unaufhaltsam voranschreitet.
Helvetas zeigt Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, wie sie ohne illegale Rodungen den Ertrag ihrer Fincas verbessern können, und unterstützt Bauernfamilien in der Nähe des Nationalparks Patuca an der Grenze zu Nicaragua beim Anbau von biologischem Fairtrade-Kakao.
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Kakao stammt aus Mittelamerika. Gefässfunde in Honduras belegen, dass die Pflanze schon vor 3000 Jahren genutzt wurde. Die Bohnen galten bei den Azteken in Mexiko als heilig und wurden als Gewürzgetränk, Opfergabe für Götter und sogar als Zahlungsmittel genutzt. Die spanischen Kolonialherren brachten den Kakao nach Europa.
Schokolade ist nicht nur süss, sie macht die Konsumenten auch glücklich. Das Glücksgefühl beginnt im Kopf. Das Theobromin im Kakao regt das Gehirn an, das Glückshormon Serotonin zu produzieren. Vermutlich ein Grund dafür, warum immer mehr Menschen Schokolade konsumieren. Kakao wird deshalb – mit Schwankungen – immer teurer.
Bauernberater haben lange Zeit betont, im heissen und feuchten Klima von Honduras brauche es Pestizide, um gute Erträge zu erzielen. Doch diese sind teuer. Deshalb unterstützt Helvetas die Bauernfamilien, Kakao biologisch zu produzieren. Neben dem Kakao werden Mais, Bohnen und Bananen für den Eigengebrauch angepflanzt, die auch als Bodendecker und Schattenspender dienen.
Kakao wird in Honduras mehrheitlich auf kleinen und kleinsten Betrieben angebaut. Bisher waren die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern dem Preisdiktat der „Coyotes“, der Zwischenhändler, schutzlos ausgeliefert. Jetzt sind sie in Produktionsgemeinschaften organisiert. Das stärkt ihre Stellung auf dem Markt. Ausserdem lohnt es sich für diese Gemeinschaften, Geld in die Infrastruktur zu investieren. Zum Beispiel in Fermentierungsanlagen für eine fachgerechte Trocknung und Gärung. So können sie einen hochwertigen Bio-Kakao produzieren.
Die Bauernfamilien in den Helvetas-Projekten können ihren Kakao im Fairen Handel direkt an die Schweizer Chocolats Halba (Coop) verkaufen. Sie erhalten einen höheren Preis, Qualitätsberatung und eine Fairtrade-Prämie. Diese wird zum Beispiel für Schuleinrichtungen verwendet. In 20 bis 30 Jahren wird sich das Einkommen der Bauernfamilien nochmals erhöhen. Dann können sie nämlich die ersten Edelhölzer ernten, die sie zwischen den Kakao gepflanzt haben.
Das Kakaoprojekt wird vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO unterstützt.
Chocolats Halba ist Spitzenreiter beim >> Fairtrade-Rating der EvB
Kakao: Pionierarbeit in Honduras
Beim Helvetas-Projekt in Honduras steht nicht nur die Qualität der Kakaobohnen im Vordergrund, sondern auch die Lebensqualität der Kakaobauern sowie der Schutz der Natur. Weiterlesen.