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Eisschnellläufer Eric Heiden
23.02.1980: Das zweite «Miracle on Ice» – in neun Tagen fünfmal Olympiasieger
23. Februar 1980: Von den Olympischen Spielen 1980 erinnern sich die Amerikaner vor allem an den gloriosen Hockeysieg der US-Amateure gegen die Sowjet-Profis. Dabei schlägt einer sämtliche Olympia-Rekorde.
Die Amerikaner feiern bei den Olympischen Spielen 1980 in Lake Placid nicht nur den wundersamen Eishockey-Olympiasieg, das «Miracle on Ice». Sie hatten auch einen Helden namens Eric Heiden. Der Eisschnellläufer gewinnt in neun Tagen fünfmal Gold.
Wenn Gold um den Hals zur Gewohnheit wird. Bild: AP
Vier dramatische Siege, eine Glanzleistung zum Abschluss und der Rücktritt
- Über 500 Meter läuft er am 15. Februar im ersten Paar gegen den sowjetischen Weltrekordler Jewgeny Kulikow und liegt schon nach 100 Metern eine halbe Sekunde im Rückstand. Aber Heiden holt in einem fantastischen Schlussspurt sein erstes Gold, 42 Zehntelsekunden vor Kulikow.
- Am nächsten Tag, am 16. Februar, liegt er im Rennen über 5000 Meter nach einem Drittel der Distanz fünf Sekunden hinter dem Norweger Tom Erik Oxholm – und triumphiert wieder im Schlussspurt. Diesmal vor dem Norweger Kai Arne Stenshjemmet.
- Das Rennen über 1000 Meter gewinnt er am 19. Februar mit dem minimalen Vorsprung von 1,5 Sekunden auf den Kanadier Gaëtan Boucher. Dieser soll dann 1984 mit zweimal Gold (1000 und 1500 Meter) sowie einmal Bronze (500 Meter) Kanadas Olympiaheld werden.
- Zwei Tage später holt Eric Heiden am 21. Februar 1500 Meter Gold, wiederum vor dem Norweger Kai Arne Stenshjemmet.
- Nur das Rennen über 10'000 Meter dominiert Heiden am 23. Februar von A bis Z und gewinnt sein fünftes Gold mit neuer Weltrekordzeit (die bisherige Bestmarke unterbietet er um 6,2 Sekunden) vor dem Holländer Pjet Kleine. Am Vorabend hat Eric Heiden im Stadion den 4:3-Sieg der US-Boys über die Sowjets bejubelt, erwacht am Morgen seines Wettkampftages viel zu spät, kann als Frühstück nur noch ein paar Stücke Brot hinunterschlingen – und triumphiert doch. Unmittelbar nach diesem fünften Olympischen Gold erklärt er den Rücktritt vom Eisschnelllauf.
Hälfte des Goldes geht an die Familie Heiden
Heiden zeigt seine fünf Goldmedaillen. Bild: AP
Der amerikanische Kult-Sportsender ESPN führt Eric Heiden als Nummer 63 der grössten Athleten des 20. Jahrhunderts. Seine Schwester Beth holt über 3000 Meter die Bronze-Medaille. Damit gewinnt die Familie Heiden bei diesen Spielen in Lake Placid exakt die Hälfte der insgesamt zwölf Medaillen der Amerikaner (6 Gold/4 Silber/2 Bronze).
Fünfmal Gold – das hat ausser Heiden bis noch keiner bei Olympischen Winterspielen geschafft. Nur Clas Thunberg war im Eisschnelllaufen noch erfolgreicher: Er holte ebenfalls fünfmal Gold und zusätzlich einmal Silber und einmal Bronze. Aber im Rahmen von zwei Olympischen Spielen (1924 und 1928).
Zweite Karriere auf dem Drahtesel
Eric Heiden ist weltberühmt als Eisschnellläufer. Weniger bekannt ist seine Karriere als Radrennfahrer. Er steigt nach 1980 aufs Rennvelo um – an und für sich logisch. Denn als Eisschnellläufer trainiert er im Sommer jeweils auf dem Rennvelo. 1981 kommt er bei der Bahn-WM in Brünn im Punktefahren allerdings nicht über den 19. Platz hinaus. 1985 wird er US-Profimeister.
Eric Heiden ist auch als Radfahrer erfolgreich. Bild: AP
Den Giro d'Italia 1985 beendet er auf dem 131. Schlussrang und bei der Tour de France 1986 gibt er als 117. nach einem Sturz in der 18. Etappe auf. Später wird er TV-Kommentator. Der publikumsscheue Olympiaheld lebt mit seiner Familie (verheiratet mit Karen, ein Sohn und eine Tochter) heute in Utah und arbeitet als Sport-Orthopäde.
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