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Nils Ballhausen
Das Grundstück befindet sich in einem Villenquartier am südlichen Stadtrand von Winterthur und ist bebaut mit einer Villa aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, die vom Bauherrn und seiner Familie bewohnt wird. Entworfen wurde sie von den Architekten Rittmeyer und Furrer aus Winterthur. Das Gebäude besetzt den nördlichen Grundstücksbereich, nach Süden dehnt sich der Garten aus. Rund 2000 Quadratmeter dieses Gartens zählten als Bauland, das mit einem Mehrfamilienhaus verdichtet werden sollte, welches zunächst vermietet wird und später dem Bauherrn als möglicher Alterswohnsitz zur Verfügung steht.
Die Platzierung der Villa auf einem leicht erhöhten Plateau haben die direkt beauftragten Architekten als klassische Setzung interpretiert, die sich die maximale Gartenausdehnung nach Süden zunutzen macht. Das neue Mehrfamilienhaus sollte, frei nach Joseph Beuys’ 1968 konzipierter „Fettecke“, dieser „präsidialen“ Situierung gegenübergestellt werden. Aus dieser Haltung heraus wird eine Dialektik zwischen präsidialer und kontextueller Setzung aufgespannt. Der Neubau ist so weit wie möglich in die Ecke zwischen Jonas-Furrer- und Sonnenbergstrasse eingepasst, wo sich zuvor eine dicht bewaldete Böschung befunden hatte. Die gesetzlich vorgegebenen Baulinien entlang der begleitenden Straßen und Wege sowie die vorgeschriebene Höhenbegrenzung definieren dabei die äußerste Begrenzung des bebaubaren Bereiches. Die dreieckige Grundform ergab sich, weil darüber hinaus der bestehende Garten möglichst frei zu halten war. Das neue Gebäude hinterlässt, von verschiedenen Seiten betrachtet, vollkommen unterschiedliche Eindrücke. Die Villa wird in ihrer Anlage und räumlichen Ausdehnung minimal eingeschränkt, und so sind beide Bauten als unabhängige Einheiten benutzbar und werden ebenfalls in ihrer typologischen Erscheinung als selbständige Gebäude wahrgenommen.