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Die beiden künftigen Magie-Stars Robert Angier (Hugh Jackman) und Alfred Borden (Christian Bale) kämpfen gemeinsam für ein Ziel. Um der grösste Magier der Welt zu werden, verdienen sie sich ihre Sporen als Hilfskräfte und schauen den Meistern über die Schulter. Unter den Fittichen von Trickerfinder Cutter (Michael Caine) soll die grosse Karriere dann gestartet werden. Vor allem Alfred Borden entpuppt sich als Freund der riskanten und gefährlichen Tricks. Und genau bei einem solchen kommt Angiers Frau (Piper Perabo) ums Leben.
Die beiden Zauberer entzweien sich. Borden erfindet weiterhin spektakuläre Tricks und Angier versucht, mit seinem Schmerz fertig zu werden. Er gibt die Schuld am Tod seiner Frau natürlich seinem ehemaligen Kollegen und unternimmt alles, um ein grösserer Magier als dieser zu werden. Auch wenn das heisst, dass er in die "feindlichen" Vorstellungen geht und die Tricks ruiniert. Dass das natürlich der Rivalität der Beiden keinen Gefallen tut ist klar. Aus sportlichen Gegnern werden persönliche Feinde.
Als Borden eines Tages mit einem sensationellen neuen Trick auftaucht, versucht Angier diesen zu enthüllen, scheitert aber. Sollte es tatsächlich so sein, dass er sich geschlagen geben muss? Zusammen mit seiner Assistentin (Scarlett Johansson) will er hinter das Geheimnis dieses Transportationstricks kommen. Und dafür ist er sich nicht zu schade, das junge Fräulein als Spionin zum Gegner zu schicken und sie in seiner Verbissenheit zu "opfern".
Ausserdem reist Angier nach Amerika, wo der geheimnisvolle Bastler und Tüftler Nikola Tesla (David Bowie) Experimente der gefährlichen und elektronischen Art durchführt. Und genau so eine Maschine aus dem Hause Tesla wird, da ist sich Angier sicher, ihm zum finalen Sieg über seinen Gegner helfen.
Regisseur Christopher Nolan kennt man nicht erst seit dem gelungenen Neustart von Gothams Flattermann in Batman begins, sondern auch seine früheren Werke Memento oder (vor allem) Insomnia sprechen eine deutliche Sprache. Zusammen mit seinen Batman-Kumpels Christian Bale und Michael Caine nahm er sich nun eines Romans des bekannten SF-Autors Christopher Priest an und brachte Anfang des Jahres The Prestige ins Kino. Ein Film, in dem man gnadenlos an der Nase herumgeführt wird und der, wie jeder anständige Zaubertrick, immer wieder neue Fragen aufwirft.
Die Story der beiden kollegialen Zauberer, die sich durch tragische Umstände entzweien und zu tödlichen Konkurrenten werden, wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt. Das mag auf den ersten Blick ein bisschen verwirren, fügt sich aber am Schluss hervorragend zusammen und lässt manch anfänglich unlogisch scheinende Szene (und von denen gibts schon ein paar) mit einem grossen "AHA"-Effekt erklären.
Auf der Suche nach dem grössten Zaubertrick, den die Welt je gesehen hat, spielen The Machinist und Van Helsing ihre Verbissenheit optimal aus. Der eine ist der bessere Magier (Bale), der andere der perfekte Showman (Jackman). Beide haben im Hintergrund Erfinder und Erbauer diverser Geräte, welche die Zuschauer im Saal verblüffen sollen. Hier glänzt (einmal mehr) Michael Caine als "Gewissen" des Films, auf den man besser gehört hätte. Fürs Auge darf auch noch Scarlett Johansson über die Leinwand hüpfen, jedoch geht sie gegen die Kollegen ziemlich unter.
Es gibt immer wieder Filme, aus denen wird man nicht schlau. Immer wenn man das Gefühl hat, die Geschichte und die Begebenheiten auf der Leinwand durchschaut zu haben, macht die Story einen Twist und das ganze, sorgfältig aufgebaute "Logikhaus" fällt in sich zusammen. The Prestige spielt mit diesen Erwartungen und lässt den Zuschauer mitdenken. Die Bösewicht-Rolle wird praktisch alle 15 Minuten einer anderen Figur in die Schuhe geschoben und man weiss zwischendurch echt nicht mehr, was jetzt real und was Magie ist. Eben, halt wie ein richtiger Zaubertrick.
Fazit: Im Kino schon ein Hammer, geht das Vergnügen nun auf DVD weiter. The Prestige ist ein Knaller des intelligenten Kinos, der sich von einem Portrait zweier Zauberer und deren Tricks und Kniffs in einen magischen Thriller verwandelt, der eigentlich alles hat, was es braucht, um die Leute zu faszinieren und die Blicke auf dem TV-Schirm zu halten. Aber wie sagt doch jeder Zauberer so schön: Wenn man es versteht, das Publikum richtig abzulenken, ist auch der grösste Zaubertrick ein Kinderspiel. Grandios!
Im "Directors Notebook" kriegen wir diverse Filmchen über die Ausstattung der Figuren und der Sets, sowie Kostüme und die Arbeit hinter den Kulissen. Vielfach wurden mehrere Kameras benutzt, so dass die Schauspieler gar nicht wussten, ob sie jetzt gefilmt wurden oder nicht. Die Zaubertricks werden unter die Lupe genommen und auch die kleinen Details erhalten Erwähnung. Viele dieser Szenen sind aus der Perspektive einer anderen Kamera gefilmt worden. Das macht einen sehr interessanten Eindruck. Nikolas Tesla (der Echte) bekommt ebenfalls ein kleines Feature. Vier verschiedene Postergalerien und der originale Trailer runden das interessante Angebot an Extras ab.
Über Sound und Bild kann ebenfalls nicht geklagt werden. Die dunklen Szenen sind deutlich und klar und wenn der Sound so richtig durch die Boxen dröhnt und die Dramatik ihren Höhepunkt erreicht, dann kommt auch der Klang ohne Rauschen oder Schwächen. Toll
Dani Maurer [muri]
Muri ist als Methusalem seit 2002 bei OutNow. Er mag (fast) alles von Disney, Animation im Allgemeinen und Monsterfilme. Dazu liebt er Abenteuer aus fremden Welten, Sternenkriege und sogar intelligentes Kino. Nur bei Rom-Coms fängt er zu ächzen an. Wobei, im IMAX guckt er auch die!
The Prestige funktioniert im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Zaubertrick. Dem Zuschauer wird das Thema vorgestellt, dann wird er in die Irre geführt und am Ende darf er grosse Augen machen und staunen. Doch auch ein Zaubertrick ist bloss ein Trick mit ziemlich belanglosem Hintergrund. Vielleicht raffiniert, aber eben nur getrickst. So ist dann auch die Auflösung von The Prestige nicht besonders erstaunlich, ja sogar gewissermassen vorhersehbar. In dieser Hinsicht stimmt Nolans Auflösung aber wieder mit der Filmidee überein, denn wieso ein absolut haarsträubender Twist setzen, wenn es eigentlich völlig simpel ist. Genau wie ein Zaubertrick halt. Anyway. Andererseits tut diese 'Der Film sollte wie ein Zaubertrick aufgebaut sein-Idee' gerade wegen der durchschaubaren, oder eher einfach Auflösung dem Film nicht immer gut. Ein offenes Ende, der den Trick nie verraten hätte, hätte mir persönlich besser gefallen und ich könnte mir vorstellen, auch die Internetcommunity hätte ihre Freude daran gehabt ---> Donnie Darko
Nichtsdestotrotz ist The Prestige ein Highlight. Traumhafte Inszenierung, tolle Dialoge, grandiose Schauspieler und eine tolle Thematik.
Normalerweise muss ich sagen, ist es nicht ein Film, der mich vom Genre direkt ansprechen würde. Ich bin auch wirklich nicht sonderlich gut im Schreiben von Rezessionen, weil ich es eigentllich viel zu selten mache, aber dieser Film hat eine Rezession verdient.
Aufmerksam bin ich darauf geworden, als meine Mutter die DVD auf den Tisch gelegt hatte und ich den Text auf der Rückseite las. Gut, Wetteifern ist nichts neues, aber die Mischung mit Magie hat das ganze interessant genug erscheinen lassen. Und trotz meiner sehr kurzen Aufmerksamkeitsspanne (ich stehe gerne mal mitten im Film auf und mache was anderes), habe ich den Film bis zum Ende gesehen. Einfach nur um herauszufinden, was es damit auf sich hat, was das Geheimnis hinter den Zaubertricks ist.
Es hat sich gelohnt, definitiv! Natürlich ist die Erfindung einer solchen Maschine nicht logisch. Aber es handelt sich immer noch um die Verfilmung eines SF-Buchs. Wer die Maschine als grund nimmt, den Film zu zerpflücken, der hat den Film an sich nicht verstanden (so meine Meinung). Auch als Freund der Naturwissenschaften und Logik kann man den Film geniesen.
Ich werde ihn mir sicherlich nochmal ansehen, auch wenn ich jetzt natürlich schon die groben Züge des Filmes kenne. Vielleicht findet sich noch Neues, was untendeckt an mir vorbeigegangen ist....
Hugh Jackman und Christian Bale sind überzeugend und spielen solide ihre Rollen. Scarlett Johansson wirkt dagegen fast schon unsichtbar. Ohne sie oder mit einer No-Name-Schauspielerin wäre der Film auch nicht besser geworden. In einer Nebenrolle, Andy Serkis. Ich finde ihn, in jeder Rolle (wie auch hier) total unpassend. Mit Gollum hat er sich einfach ein Denkmal gesetzt, mit dem ich ihn unweigerlich immer vergleiche. (Naja, kommt davon von, wenn man ein Herr-der-Ringe-Junkie ist ) Gegen die Kulisse und das Szenenbild kann man auch nichts sagen. Insbesondere diese riesige Elektro-Maschine ist sehr beeindruckend.
Von der Story habe ich eigentlich mehr erwartet. Ich dachte, ich würde aus dem Staunen nicht mehr rauskommen. Das Staunen hat aber erst kurz vor Ende des Films eingesetzt, als dann wirklich alle Geheimnisse und Tricks gelüftet werden.
Zusammenfassend kann man sagen, dass aus einer guten Grundidee wenig gemacht wurde. Hugh Jackman beweist seine Entertainer-Qualitäten, die interessierte Cineasten unter anderem schon bei der Eröffnungsnummer zu den Oscars 2009 bewundern durften. Einmal anschauen ist okay, aber wenn man es nicht tut, verpasst man auch nichts.