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- Veröffentlicht: 26. Mai 2017
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um 1920, Blick auf die ursprünglichen Werkgebäude
Quelle: Fotograf unbekannt, Museen Muttenz
Eine der ältesten und bis vor kurzem noch tätige Firma ist die Zementwarenfabrik, die Beton-Christen AG:
Sie entstand nicht wegen eines Bahnanschlusses, sondern wegen der reichen Sand- und Kiesvorkommen 1878 am Schänzli bei Muttenz. Schon 1877 kaufte Jakob Christen das Landgut Schweizerau in Muttenz.
Aus den Lebenserinnerungen von Jakob Christen von 1878:

… so gingen wir mit dem Jahr 1878 sofort ans Werk unser Cementwarenfabrikationsgeschäft einzurichten. Wir erbauten eine Werksätte, bestellten Platten- und Röhrenformen und auch eine Steinpresse. Wir eröffneten eine Sandgrube und erstellten einen Zufahrtsweg sowie einen Sodbrunnen. Verschiedenes Werkgeschirr und eine Quantität Diehlen, Latten, Flecklinge wurden angeschafft. Am 27. Februar haben wir das Gerüst für den Sockel der Werkstatt abgesteckt und am 26. März wurde dieselbe aufgerichtet...
Im Juli 1878 konnten wir die ersten Bodenplatten und im August die ersten Cementröhren abgeben. ...
Für die Einrichtung des Cementgeschäftes hatten wir in diesem 1. Jahr eine Ausgabe von 12'600.- Fr. zu bestreiten, während die Einnahmen nurauf 2'600.-Fr. kamen und zur Bestreitung dieser Mehrausgaben war ich genötigt das erforderliche Geld aufzunehmen. Nach der Abrechnung von dessen Verzinsungsbetrag blieb uns in diesem Jahr auf der angefertigten Arbeit nur ein Gewinn von 300.- Fr. ...
Im Jahr 1883 wurde die Firma als Kollektivgesellschaft ins Handelsregister eingetragen.
Birskies wurde vorerst am Schänzli zur Herstellung von Produkten für Kanalisationen u. a. abgebaut. Später kamen Strassen- und Hochbauartikel dazu.
|mit Anschrift

|Beton Christen um 1922. Die Aufnahme entstand vor dem Bau der Überwerfungsline der SBB. Sichtbar sind noch die ursprünglichen Werkgebäude (hinten beim Bahndamm), die neuen Gebäude, sowie die Kiesgrube mit der Abbauwand.

Walter Mittelholzer, e-pics LBS_MH03-1596, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000493540
Die SBB expropriieren 1922 für den Bau einer Überwerfungslinie (kreuzungsfreie Bahnlinien) 83% des Betriebsareals. Die Gebäude (siehe Foto oben) konnte 1923 auf Nachbarland neu erstellt werden.
Die Siegfriedkarten von 1923 und 1928 dokumentieren dies. In der Folge wurde die Kiesgrube Holderstüdeli eröffnet.
1924 wurden an der Hagnaustrasse die Büro- und Wohnhäuser gebaut.
Kiesgrube Holderstüdeli, wurde von Beton Christen ausgebeutet
BALAIR 3808, 14.05.1935, Staatsarchiv Basel-Stadt
|ABC, Beiträge zum Bauen, 3/4 1925|
Flugbild von 1938
Foto: Berufsbordfotografen der Schweiz, Basel-St. Jakob, 1938, Schwarzweiss-Fotografie, Schweizer Luftwaffe
1942 wurde als Tochtergesellschaft die «Rheinsand und Kies AG» ins Handelsregister eingetragen. Diese baute nun auch im Holderstüdeli und im Hardacker Sande und Kies ab.
Kiesgrube Hardacker, wurde von Beton Christen bzw. «Rheinsand und Kies AG» ab 1950 ausgebeutet.
Dr. Salathé Arlesheim, BALAIR 64131, 23.09.1964, Staatsarchiv Basel-Stadt
In der Zeit nach der Ausbeutung diente die Kiesgrube Holderstüdeli von 1930 bis 1947 auch als Ablagerungsstandort. Sie gilt heute als belastet ohne Überwachungs- und Sanierungsbedarf (Kataster belasteter Standorte).
Die zu Beton Christen gehörende «Rheinsand und Kies AG» betrieb wie oben erwähnt im Hardacker ein Kies- und Sandwerk. 1958 wollte sie den Abbau ausweiten. Dazu existiert ein Bundesgerichtsurteil vom 3. Juni 1960 (siehe Anhänge unten)
Nach 1945 begann die Elementfertigung in der Produktion zu dominieren. Ende der 1960er-Jahre wurde der Garten- und Landschaftsbau vorherrschend.
Links im Bild die alte Werkhalle, welche 1959 durch eine neue ersetzt wurde.
Foto A. Brügger, Muttenz
Die Beton Christen AG befindet sich bis 2018 in Familienbesitz. Ende Oktober 2018 wurde die Firma an die Silidur AG verkauft und zog am 1. Dezember 2018 nach Pratteln.
Abrissbereit für eine Überbauung
Foto Hanspeter Meier, 2020
Die Quartierplanung Hagnau sieht Platz für ca. 630 Wohnungen für unterschiedliche Bedürfnisse und eine vielfältige Bewohnerschaft vor. Die geplanten Gewerbenutzflächen schaffen Raum für rund 700 Arbeitsplätze und einen bunten Angebotsstrauss für die ganze Bevölkerung. So sind mehrere Kinosäle mit Bowlingcenter und Restauratinsbetrieb vorgesehen. Hinzu kommen u. a. ein Quartierladen, ein Fitnesscenter und ein Café. (Gemeinde Muttenz)