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DIE INNERE KRAFT AKTIVIEREN
Eben erst habe ich einen Blog Artikel geschrieben darüber, dass wir uns doch endlich aus dem Kokon befreien sollten, damit wir uns zu dem Schmetterling entwickeln können, der bereits in uns angelegt ist.
Hier möchte ich noch einmal darauf eingehen bzw. genauer beleuchten, wie wir durch unser gesellschaftliches Denken geprägt sind und Schmerz, Ängste und körperliche Beschwerden unter allen Umständen vermeiden möchten und was die Voraussetzungen sind, damit wir unsere innere Kraft aktivieren können, um uns selber aus unserem Kokon zu befreien. Dazu möchte ich dir gerne auch denen einen oder anderen konkreten Tipp für deine Reise mit auf den Weg geben.
Joseph Aldo, ein intuitiver ganzheitlicher Heiler, spiritueller Mentor und Naturheilkundler aus New York, hat mal folgende Geschichte erzählt:
"Ein Mann fand einen Schmetterlingskokon und beobachtete mehrere Stunden lang, wie sich der zukünftige Schmetterling bei dem Versuch abmühte, durch die bereits vorhandene schmale Öffnung zu schlüpfen. Lange kämpfte der Schmetterling, dann plötzlich schien es nicht mehr weiter zu gehen, als wäre er so weit gekommen, wie es ging, aber jetzt keine Kraft mehr hätte.
Schliesslich bekam der Mann Mitleid, holte eine kleine Schere und öffnete damit ganz vorsichtig etwas den Kokon, so dass sich der Schmetterling befreien konnte. Der Schmetterling kam dadurch auch wirklich fast mühelos heraus. Aber er war winzig, hatte einen angeschwollenen Körper und welke Flügel. Der Mann beobachtete das Geschehen weiter, weil er erwartete, dass sich die Flügel jeden Moment öffnen und ausdehnen würden, um den Körper des Schmetterlings zu stützen und ihm Spannkraft zu verleihen. Aber nichts dergleichen geschah. Stattdessen verbrachte der Schmetterling den Rest seines Lebens krabbelnd mit einem deformierten Körper und verschrumpelten Flügeln. Er war niemals fähig zu fliegen. Was der Mann in seiner Güte, aber auch Eile nicht verstanden hatte, war, dass der begrenzende Kokon und das Ringen, das erforderlich ist, damit der Schmetterling durch die kleine Öffnung kommt, der Weg der Natur ist, um die Flüssigkeit aus dem Körper des Schmetterlings in seine Flügel zu pressen. Dadurch ist er flugbereit, sobald er seine Freiheit auf dem Kokon erreicht hat."
Die implizierte Botschaft, die wir Menschen erhalten, wenn wir unsere Schwierigkeiten, Beschwerden und Krankheiten ausschliesslich mit den Möglichkeiten und Annahmen der westlich geprägten Denkweise- meist mit Medikamenten oder Operationen- begegnen, vermittelt folgendes:
Mach Unannehmlichkeiten, Schmerzen, Depressionen schnell weg und beeile dich, damit du möglichst schnell zum alten, bekannten, gewohnten Leben zurückkehren kannst.
Aber geht es im Leben wirklich darum, sich zu beeilen um gleich weiterzumachen wie vorher?
Wenn du Produktivität und Leistung als wichtigster Parameter betrachtest und über die Erfülltheit deiner Lebensreise stellst, dann ist die Gefahr gross, dass du dein Wesen, deine Einzigartigkeit dafür opferst.
Es gibt keine Abkürzung, wenn du dein wahres Selbst kennenlernen möchtest: Wenn du bereit bist, bei Schwierigkeiten, die sich in deinem Leben zeigen, genauer hinzuschauen, dann lernst du etwas über deine eigene Geschichte, über die Gefühle, vor denen du weggelaufen bist. Erst dann kannst du deine Angst verwandeln, in Vertrauen, Neugierde, Mitgefühl, in Liebe, die du vielleicht niemals zuvor richtig fühlen konntest.
All das spielt sich in deinem Inneren ab. Du legst dabei dein falsches Selbst ab, von dem du dachtest, du müsstest es aufrechterhalten, um in der Welt bestehen zu können und ersetzt es durch dein einzigartiges authentisches Selbst, durch das du die Welt wirklich bereichern kannst.
Wenn du dich in der Hölle deiner Schmerzen befindest ist es wichtig, dass du dir Folgendes sagst:
Das ist die Kraft, die dir die Tür öffnen wird für dein grösseres, erwachtes und tansformiertes Selbst.
Bist du bereit dafür?
Möchtest du dich in einer freiere authentischere und verwirklichtere Version von dir selbst entwickeln um der bedingungslosen Liebe näherzukommen, die du vielleicht bis dahin noch nie erlebt hast?
Möchtest du besser verstehen, weshalb du wirklich hier bist- nicht aus deinem Ego, sondern aus deinem Geist und deiner Seele heraus?
Dann musst du die Bereitschaft aufbringen, dich durch deinen engen Kokon, durch den Geburtskanal deines Prozesses zu winden und dich auf das Licht hin zu bewegen.
Sei dabei milde mit dir und übe dich in Mitgefühl für dich selbst.
Sei bescheiden. Suche nach einem Weg, um eine neue Perspektive einnehmen zu können und finde einen Ansatz, der akzeptiert, dass es streng ist aber der dir auch zeigt, dass du nicht weiter kämpfen musst.
Es ist nun mal wie es ist- das zu akzeptieren bringt dich viel weiter als ständig im Kampf zu bleiben oder die Situation wie sie ist abzulehnen.
Arbeite mit dem, was sich dir zeigt.
Kannst du vielleicht etwas sanfter sein?
Könntest du dich vielleicht noch etwas mehr engagieren?
Wie sieht es aus mit Rechthaben wollen?
Könntest du das vielleicht loslassen?
Wie kannst du dich stärker mit dir selbst verbinden- mit deinen Wurzeln und mit deinem Stamm sozusagen- um die nächste Herausforderung meistern zu können?
Wenn es bei mir grad mal wieder sehr dunkel ist und ich das Gefühl habe, ich müsste kämpfen, dann gehe ich innerlich zu vergangenen schmerzhaften Momenten in meinem Leben zurück.
Dann kehre ich dorthin zurück mit dem Wissen, dass es vor der Dämmerung immer am dunkelsten ist.
Ich erinnere mich dann an die schreckliche Angst, die ich hatte und das Gefühl der Unzulänglichkeit und dem Gefühl, dass ich das womöglich nicht "überleben" werde. Dass ich im Dunkeln gefangenbleiben würde. Dann erinnere mich an Gedanken, Gefühle und an Fragen, die ich mir selbst gestallt habe wie:
Werde ich das jemals schaffen?
Was, wenn ich es niemlas besser wird?
Und dann verbinde ich mich mit dem Gefühl und der Gewissheit, dass es immer besser wurde, dass ich immer etwas gelernt habe, das ich als Geschenk mitnehmen durfte.
Nach der Dunkelheit kam immer die Dämmerung- und dann wurde es hell.
Wir müssen lernen, unsere eigenen Prozesse genau wie auch die Prozesse der anderen zu akzeptieren, zu bezeugen und zuzulassen- wir sollten uns weder einmischen noch sie korrigieren wollen.
Jedesmal, wenn du durch deine eigenen Prozesse gehst, erleichterst du es den anderen, das Gleiche zu tun.
Hier 3 konkreter Tipps für deinen Prozess
Wenn du den Weg der Hingabe anstatt des Widerstandes gehst und deinen Schmerz, deine Angst und dein Leiden nicht mehr bekämpfst oder wegschiebst, dann wirst du feststellen, dass deine Neugierde dich immer tiefer zu den Ursachen und den darin verborgenen Botschaften führt. Du wirst mutiger.
Zugegeben, dieser Prozess braucht Kraft und es kann sehr hilfreich sein, sich Unterstützung zu holen.
Tipp Nr.1 Entwickle ein Gewahrsein
Heilung beginnt mit gewahr sein und achtsam sein für das was ist.
Wenn du Angst, Schmerzen, Unbehagen spürst oder du sehr unruhig und nervös bist, dann beginne, deine Gedanken zu "sammeln" und aufzuschreiben. Werde zu deinem eigenen Beobachter.
1. Schreibe all deine Gedanken, dein Unwohlsein, deine Unzufriedenheit etc auf: z.b «ich habe Angst» « ich bin frustriert» « Ich fühle mich hoffnungslos»
2. Benenne das Ganze mit einer Emotion und versuche zu spüren, wo im Körper diese Emotion lokalisiert ist: Wut, Trauer, Eifersucht, Scham, Schmerz…. "der Hals ist vor Wut zugeschnürt", "der untere Rücken ist angespannt vor lauter Sorge", "Das Herz rast vor Angst".....
Tipp Nr.2 Habe Mitgefühl mit dir selber
Das heisst nicht, dass du dich selbst wir ein kleines Kind bemitleidest. Es geht auch nicht darum, dass du für alles eine Entschuldigung oder Ausrede findest.
Es geht nur darum, Verständnis und Mitgefühl zu entwickeln für deine Verletzlichkeit und deine Empfindsamkeit und dass du diese so lange durch festgefahrenene Überzeugungen und Verhaltensmuster überdeckt hast.
Es geht darum, hinter den Vorhang deiner Selbstkritik zu blicken und mehr über die Verletzungen zu erfahren, wegen derer du dich durch bestimmte Verhaltensweisen hast schützen wollen.
Sende dir selber Akzeptanz und Mitgefühl auch in all deine Schattenbereiche, die du nicht beachtet und deshalb ausgeblendet hast. Auch sie wollen akzeptiert, gesehen und wahrgenommen werden- und das schon seit langer Zeit.
Lass das kleine Mädchen oder den kleinen Jungen aus dem abgeschlossenen Zimmer heraus und umarme sie/Ihn.
Er oder sie wusste es bisher nicht besser ausser zu schreien, zu schmollen und zu "treten", um von dir endlich gesehen zu werden.
1. Achte auf deine innere Stimme die dir sagt: «Mach es besser», «Tu das nicht» « das kannst du sowieso nicht» « Warum musst du immer?»
2. Lächle dir innerlich mitfühlend zu.
3. Sage dir: Du bist schon ganz okay und du wirst immer noch besser
4. Sei mild und weich zu dir, du weisst, dass du am Lernen und dich selber entdecken bist- es geht nicht darum, dich zu "reparieren" oder korrigieren.
Tipp Nr. 3 Verbinde dich ganz bewusst mit deinem Körper
Eine der effektivsten Möglichkeiten, die wir im Laufe unseres Lebens lernen um uns vor überwältigenden Emotionenen zu schützen, ist die Dissoziation., was wörtlich so viel bedeutet, dass wir aus unserem Körper heraustreten und ihn verlassen. Das tun wir immer wieder, wenn wir mit starken Gefühlen wie Schmerz und Angst konfrontiert sind.
Unser Körper ist das Gefäss für die Übertragung unserer Emotionen.
Wenn wir also den Weg zu unserem wahren Selbst finden möchten, dann müssen wir die Abspaltung überwinden und uns wieder ganz mit unserem Körper verbinden.
1. Leg die Hände auf deinen Bauch und nimm tiefe Atemzüge
2. Wenn du in Tipp Nr. 1 den körperlichen Ort für deine Emotionen gefunden hast, dann massiere diesen Körperteil mit deinen Händen
3. Stelle deine Füsse flach auf den Boden und spüre sie ganz bewusst, nimm sie innerlich wahr und spüre ihre Vebindung mit dem Boden, mit der Erde.