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Laryngotracheitis - "Pseudokrupp"Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein Pseudokrupp?
- Was sind die Zeichen eines Pseudokrupps?
- Was kann man zu Hause machen?
- Was geschieht im Spital?
- Was passiert nach dem Spitalaufenthalt?
Elterinformation
Klinik für Kinder und Jugendliche
Empfehlung dem der Schweizerischen Gesellschaft für pädiatrische Pneumologie
Prof. Dr. med. Jürg Barben
Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie 2017
www.sgpp-sspp.ch
Der Pseudokrupp ist eine Virusinfektion des Kehlkopfes (Larynx) und der Luftröhre (Trachea). Medizinisch wird diese Infektion deshalb auch „Laryngotracheitis“ genannt. Verschiedene Viren können einen Pseudokrupp auslösen, in der Regel ist es das sogenannte Parainfluenza-Virus.
Die Viren bewirken eine entzündliche Schleimhautschwellung der Luftröhre, was zu einer Verengung der Atemwege führt. Die Infektion kommt vor allem bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis 3 Jahren vor. Manchmal sind auch noch jüngere oder ältere Kinder davon betroffen.
Frühe Zeichen eines Pseudokrupps sind sehr ähnlich wie bei einer gewöhnlichen Erkältung: Fieber, laufende Nase, Halsschmerzen und verminderter Appetit. Typische Zeichen sind ein rauher, bellender Husten (der oft als erstes Symptom auftritt), Heiserkeit und ein rauhes Atemgeräusch beim Einatmen - medizinisch „Stridor“ genannt. Dieses Atemgeräusch ist oft kombiniert mit Einziehungen zwischen den Rippen und oberhalb des Brustbeines. Diese Zeichen treten typischerweise in der Nacht, nach dem Einschlafen auf. Manchmal sieht dieses Ringen nach Luft sehr dramatisch aus, ist aber sehr selten lebensbedrohlich. Die Symptome sind in der Regel in der ersten Nacht am schlimmsten.
Das Wichtigste ist, selbst die Ruhe zu bewahren und zu versuchen, das Kind zu beruhigen. Nehmen Sie das Kind auf den Arm bzw. auf den Schoss. Gehen Sie mit dem Kind auf den Balkon an die kalte Luft oder ins Badezimmer, wo Sie mit laufendem heissen Wasser (z.B. in der Badewanne) Wasserdampf erzeugen. Dies beruhigt die Kinder. Lassen Sie aber Ihr Kind nie alleine im Badezimmer mit laufendem heissen Wasser, da es sich sonst verbrühen kann. Es ist ausserdem wichtig, dem Kind genügend zu Trinken geben. Wenn dies nicht hilft und das Kind weiterhin einen deutlichen Stridor hat, sollten Sie telephonisch Kontakt mit einem
Arzt aufnehmen. Dieser wird entscheiden, welche weiteren Schritte zu treffen sind bzw. Ihr Kind direkt ins Spital einweisen. Ein Kind mit einem Stridor in Ruhe, das heisst wenn das Kind schläft oder ruhig sitzt, sollte unbedingt von einem Arzt gesehen werden.
Ein Antibiotikum hilft beim Pseudokrupp nicht, da es sich um eine Viruserkrankung handelt. Fiebersenkende Mittel können bei Halsschmerzen und Fieber nützlich sein.
In der Notfallstation des Spitals wird Ihr Kind von einem Arzt beurteilt und vom Pflegepersonal gut überwacht. Kinder mit einem deutlichem Stridor erhalten ein abschwellendes, antientzündliches Medikament (in der Regel Kortison). Meistens ist eine Dosis ausreichend. Bei leichten Fällen bzw. schneller Verbesserung kann ein Pseudokrupp auch mbulant behandelt werden.
Bei schweren Atemwegsverengungen ist eine zusätzliche Feuchtinhalation mit Adrenalin notwendig. Dieses Medikament bringt die stark entzündete Schleimhaut schnell zum Abschwellen. Zur Beobachtung muss Ihr Kind dann aber mehrere Stunden im Spital bleiben. Dazu wird Ihr Kind eventuell von der Notfallstation auf die Abteilung verlegt. Aufgrund der Ansteckungsgefahr für andere Kinder (durch wiederholtes Husten) sollte Ihr Kind das Spitalzimmer nicht verlassen. Möglicherweise wird Ihr Kind auch zusammen mit einem anderen Kind das Zimmer teilen, wobei immer darauf geachtet wird, dass Kinder mit ähnlichen Infektionen im gleichen Zimmer sind.
Bei sehr schwerem Verlauf müssen die Adrenalin-Inhalationen im Spital wiederholt werden. In sehr seltenen Fällen kommt es auch damit nicht zu einer Verbesserung der Atmung. Möglicherweise wird dann Ihr Kind auf die Intensivstation verlegt, wo es intensiv überwacht und falls notwendig mit einem Atemschlauch intubiert werden kann. Es kann mehrere Tage dauern bis die akute Infektion und die Verengung in der Luftröhre soweit abgeklungen ist, dass der Atemschlauch wieder enfernt werden kann.
Husten und Erkältungssymptome dauern oft noch weitere 7-10 Tage. Während dieser Zeit kann Ihr Kind noch für andere Kinder ansteckend sein. Möglicherweise hat Ihr Kind noch einen schlechten Appetit als Folge der Virusinfektion. Aus diesem Grunde ist es wichtig, dass Ihr Kind genügend trinkt. Der Appetit wird sich nach einigen Tagen wieder normalisieren.
Wenn das Kind weiterhin Fieber oder Halsschmerzen hat, kann ein fiebersenkendes Mittel wie Paracetamol (z.B. Panadol®, Acetalgin®, Benu-ron®) nützlich sein. Hustenmittel helfen nicht und werden deshalb nicht empfohlen. Achten Sie auf eine konsequente rauchfreie Umgebung in Ihrer Wohnung, da der Zigarettenrauch ein zusätzlicher schädlicher Reizfaktor für die Schleimhäute ist.
Wenn bei Ihrem Kind nach der Spitalentlassung erneut ein lauter Stridor in Ruhe (d.h. wenn das Kind schläft oder ruhig sitzt) auftritt, sollten Sie unbedingt wieder mit Ihrem Arzt Kontakt aufnehmen oder - nach telefonischer Kontakt-aufnahme - direkt das Spital aufsuchen.
Pseudokrupp-Episoden können - normalerweise im Rahmen eines Luftweginfektes - mehrfach auftreten. Eine Abklärung bei einem Kinder-lungen-Spezialisten ist nur notwendig, wenn keine Besserung auf die übliche Therapie eintritt, zusätzliche Symptome (anhaltende Heiserkeit, Blauverfärbung der Lippen, Atemstillstand usw.) vorkommen oder die Episoden vor dem Alter von 6 Monaten bzw. nach 5 Jahren auftreten.
Wenn Sie Fragen zur Elterninformation haben, wenden Sie sich bitte an Ihren
betreuenden Arzt.