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Aktualisiert: vor 11 Stunden
In Gesprächen, in der Schule, auf der Arbeit, in den Medien oder bei Konflikten geht es oft darum, was «richtig», «falsch», «gut» oder «schlecht» ist.
Verurteilende Gedanken dämpfen die Lebensenergie
Die Gewaltfreie Kommunikation geht davon aus, dass alles, was ein Mensch je tut oder sagt, aus der Absicht heraus passiert, ein Bedürfnis (z.B. Autonomie, Erholung, Wertschätzung, Harmonie, Bewegung ...) zu erfüllen.
Wenn jemand also etwas tut oder sagt, was mir nicht gefällt, kann ich versuchen zu schauen, was «jenseits von richtig und falsch» los ist:
Worum geht es der Person, wenn sie tut was sie tut?
Worum geht es mir, wenn ich mich ärgere oder traurig bin?
Ein aktuelles Beispiel:
Gestern bin ich zu spät zu einer Verabredung gekommen, weil die Busfahrerin "ewig" hinter einem Velofahrer her gefahren ist, anstatt ihn zu überholen. Sie hat sich ausserdem "viel zu lange" an einer Haltestelle mit einem Kollegen unterhalten, anstatt gleich weiterzufahren. So war sie zwei Minuten im Fahrplan hinterher und ich habe meinen Anschluss verpasst. Ich war genervt und fand die Busfahrerin rücksichtslos und unmöglich.
--> Mir ging es um Verlässlichkeit und Vorhersehbarkeit.
--> Der Busfahrerin könnte es um Sicherheit, Gelassenheit oder Achtsamkeit gegangen sein.
Wenn ich andere oder mich selbst auf diese Art beobachte, ohne zu bewerten, ist es möglich, in Verbindung zu bleiben, selbst wenn ich nicht gleicher Meinung bin. Ich kann im Anschluss an solche Gedanken ins Gespräch gehen und MIT meinem Gegenüber nach Lösungen suchen. Denn die Bedürfnisse sind allen Menschen und Lebewesen gemein. Wenn mein Gegenüber merkt, dass ich auch an ihren/ seinen Bedürfnissen interessiert bin und nicht nur meine Ziele durchsetzen will, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es kooperiert.
Dies kann die Mauern, die Frieden und Veränderung verhindern, langsam aber stetig abtragen.