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Seit ich mit 12 Jahren im Schaukasten eines Kinos das Plakat zu
"Ein Zombie hing am Glockenseil"
sah, bin ich vom Virus "Filmplakate" befallen.
Seither sammle ich Filmmaterial. Zur Schulzeit waren es Papierschnipsel aus Filmzeitschriften und Bravo Heften. Später dann Original Plakate von meinen Lieblingsfilmen. und so wurden es mit den Jahren immer mehr. Zur Zeit habe ich ca. 1500 Filmplakate in meiner Sammlung, wovon einige sehr seltene Stücke darunter sind.
die hier abgebildeten Plakate stammen alle aus meiner Sammlung. Vereinzelte Plakate habe ich auch doppelt; diese können erworben werden (siehe unter Verkaufsliste ).
ABER VORSICHT! FILMPLAKATE SAMMELN MACHT SÜCHTIG!
Der größte Teil der in Auflagen von 3.000, 5.000 oder 10.000 Stück gedruckten Filmplakate im Format DIN-A 1 (DIN-A 2 oder DIN-A 0 Plakate erschienen in weitaus geringerer Auflage, die Schätzungen schwanken zwischen 300 bis 2.000 Stück) wurde aber durch den strapazierenden Gebrauch in Schaukästen, an Litfaßsäulen und Hauswänden zerstört; schließlich wurden überflüssige Exemplare vernichtet, wenn der Film, für den sie warben, aus dem Verleih verschwand. Deshalb überlebten nur relativ wenige Exemplare. Die Bestände bei Institutionen, die auch Konsumplakate sammeln, sind lückenhaft und der Allgemeinheit kaum zugänglich.
Welche Plakatgestaltung nun den zufälligen Passanten wie den Cineasten zum Filmbesuch anregen sollte, war in den 50er Jahren nicht allein dem Werbegraphiker überlassen. Der Filmverleih schrieb ihm die Buchstabengröße der Schauspielernamen und die des Titelschriftzuges, den sogenannten "Verpflichtungstext", vor. Betrug dieser z. B. 100 Prozent und umfaßte gewohnheitsgemäß die vier Namen der Hauptakteure, so mußten diese genauso groß wie der eigentliche Filmtitel erscheinen.
Und der mußte optimal groß sein, am besten von einer Seite zur anderen. Das schlug sehr oft den Entwurf kaputt", bemängelte Klaus Dill, einer der prominentesten Filmplakatgraphiker der 50er Jahre.
Hinzu kamen Ratschläge, Tipps und Direktiven von künstlerisch nicht immer sachkundiger Seite, denn die Pressechefs der Verleihe ließen oft auch die Stimme der Raumpflegerin als "Meinung des Volkes" bei der Entscheidungsfindung, welcher Entwurf der beste sei, mitwirken. Was öfters wohl dem künstlerischen Gesamteindruck geschadet, dem Filmplakat als reinem Werbeobjekt möglicherweise genutzt haben könnte. Denn auch der röhrende Hirsch über dem Ehebett entsprach damals - als Heimatfilme Millionen ins Kino lockten - dem Geschmack der Allgemeinheit, zum Unwillen "volkserzieherischer", moderner Kunstpädagogen.
Ein wachsames Auge hat auch die "Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft" (FSK), die ab 1953 alle Entwürfe per eingedrucktem Stempel freigeben mußte, auf die Graphiker. Sie verlangte oft Änderungen, bemängelte den zu kurzen Rock einer Dame oder eine zu brutale Kampfszene. Alle Plakatkritiker urteilten rein gefühlsmäßig, denn es gab weder Marktanalysen über die Werbewirksamkeit bestimmter Filmplakatmotive noch überzeugende künstlerische Bestimmungen zur Darstellbarkeit weiblicher Konfektion oder aggressiven Verhaltens.
Es ist daher verständlich, daß sich so entstandene Filmplakate einer künstlerischen Wertung entziehen, zumal im einzelnen heute kaum noch festzustellen ist, welches Plakat völlig selbständig - ohne Verleihbeeinflussung - entworfen wurde.
Selbst wenn es alle gewünschten Eigenschaften vereinigte, war es nur Gebrauchsobjekt, ein ein- oder mehrfarbig bedrucktes auf meist schlechtem Papier im Format DIN-A 1 oder DIN-A 0, das im Schaukasten der Kinos mit Reißzwecken, Nägeln oder Klebestreifen befestigt, für den Verschleiß vorgefertigt war.
Heute ist das Filmplakat der 50er Jahre Zeitdokument und ästhetisches Objekt
ein weiteres Hobby von mir:
wandern