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Seit 100 Jahren setzt man im Schweizerischen Nationalpark auf die wissenschaftliche Beobachtung der sich selber überlassenen Natur. Zu den Forschungsmitteln gehörte auch die Fotografie, weshalb im Archiv des Parks zahlreiche Schätze schlummern.
Der erste Nationalpark in den Alpen wurde gegründet, nachdem Schweizer Naturforscher die Naturschutz-Bewegung in die Schweiz gebracht und eine Mehrheit des Parlaments von ihrer Idee überzeugt hatten.
In den USA waren bereits seit 1872 Nationalparks eröffnet worden. Die Schaffung der ersten Pärke in den USA war eng verknüpft mit der Industrialisierung und der Landnahme im Westen. Die internationale Naturschutz-Bewegung war aus dem Wunsch heraus entstanden, in gewissen Gebieten die Natur zu erhalten.
Politischer Anführer dieser frühen Naturschutz-Bewegung in der Schweiz war der Naturforscher Paul Sarasin, der Ende des 19. Jahrhunderts ausgedehnte Forschungsreisen in europäischen Kolonien in Südostasien unternommen hatte. Dort hatte er erschreckt festgestellt, wie rasch die Industrialisierung durch die Kolonialmächte ganze Landschaften zum Verschwinden brachte.
Die Parkbefürworter konnten von allem Anfang an auf breite Unterstützung zählen. Zur Initialzündung für die Schaffung eines Nationalparks in der Schweiz wurde allerdings das Projekt Anfang des 20. Jahrhunderts, eine Bahn auf das Matterhorn zu bauen. Eine Idee, die in der Bevölkerung kaum mehr auf Gegenliebe stiess, nachdem bereits einige Berge mit Bahnen erschlossen worden waren.
Für ihre Idee wurden die Pioniere schliesslich im Unterengadin fündig, im unbewohnten Seitental Val Cluozza. Den Gründern ging es dabei nicht um "scenery" wie in den USA, sondern darum, eine vom Menschen möglichst unversehrte Gegend zu finden. Am 1. August 1914 eröffneten sie mit dem Segen des Eidgenössischen Parlaments den Schweizerischen Nationalpark.
(Bilder: Schweizerischer Nationalpark, Text: Christian Raaflaub, swisssinfo.ch)