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Das gut tausend Seiten umfassende Reisejournal «Bemerkungen auf einer Reise durch die Schweiz in Gesellschaft meiner Frau und des Herrn von Meyers im Jahre 1786» von Adolph Traugott von Gersdorf (1744–1807) ist erstmals vollständig transkribiert digital zugänglich. Der hier vorliegende Band beleuchtet Gersdorfs Schweizerreise aus verschiedenen Perspektiven.
Gersdorf war ein naturhistorisch interessierter Adeliger aus der Oberlausitz, der auf seiner Reise durch die Schweiz nicht nur Hunderte von Gesteinen und Mineralien sammelte, die heute grossenteils im Kulturhistorischen Museum von Görlitz erhalten sind, sondern sich auch mit Fragen der Gletscherforschung sowie der Topografie der Schweiz beschäftigte und Kontakte zu Schweizer Naturforschern wie Jakob Samuel Wyttenbach in Bern und Horace Bénédict de Saussure in Genf pflegte.
Durch Gersdorfs akribische Beobachtungen und Messungen (Temperaturmessungen, barometrische Höhenmessungen, Messung der Elektrizität bei Wasserfällen usw.) gleicht sein Text mehr einem Forschungsbericht als einem Reisetagebuch im üblichen Sinne. Zudem illustrierte Gersdorf seinen Text mit zahlreichen sowohl unter wissenschaftlichem als auch unter künstlerischem Gesichtspunkt wertvollen Zeichnungen, darunter Alpenpanoramen, die zu den ältesten dieser Art gehören.
Die Transkription und Edition von Gersdorfs Schweizer Reisejournal, unter Berücksichtigung seiner Gesteins- und Mineraliensammlung, seiner Zeichnungen sowie seiner Korrespondenz, stellt einen wichtigen Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte der Spätaufklärung sowie zu den Anfängen der Alpenforschung dar.