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Chronik
1980er-Jahre
Die Geschichte des Zürcher Theater Spektakels ist geprägt von herausragenden Künstlerpersönlichkeiten und neu entdeckten Talenten aus dem Off-Theater-Bereich, die mit ihren eigenwilligen Produktionen für Aufsehen in der internationalen Theater-, Tanz- und Performanceszene sorgen. Die Spannweite der Programmation umfasst die verschiedensten Ausdrucksformen und künstlerischen Handschriften. Bereits in den 1980er-Jahren reichte sie von politisch engagierten Gruppen wie das Market Theatre oder die Handspring Puppet Company aus Südafrika über die expressiven Wüteriche La Fura dels Baus und die Videotheaterpioniere Wooster Group aus New York bis zu stilbildenden Theatermachern wie Peter Brook, Robert Lepage oder Christoph Marthaler.
1990er-Jahre
In den 90er-Jahren sorgten etwa das Akko Theater Zentrum aus Israel und der japanische Choreograf Saburo Teshigawara von hier aus für Furore; früh schon wurden die Arbeiten des belgischen Tanzrevolutionärs Alain Platel und Les ballets C. de la B., die irritierenden Werke der Socìetas Raffaello Sanzio aus Italien und die Inszenierungen der grossen Regietalente aus Europas Osten, Eimuntas Nekrosius, Oskaras Korsunovas und Alvis Hermanis gezeigt.
Ab 2000
Produktionen im Schnittfeld verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen sorgten ab 2000 für Höhepunkte: neue Formen von Musiktheater wie sie etwa der Niederländer Guy Cassiers oder Ong Ken Seng aus Singapur pflegen, oder die stark von der bildenden Kunst beeinflussten Bühnenarbeiten von Marina Abramovic, Richard Forman, Guillermo Gomez-Peña, Michael Laub oder dem australischen Duo Museum of Modern Oddities.
Seit 2007
In jüngster Zeit richtet sich der Fokus der Programmverantwortlichen in verstärktem Masse auf junge, urbane Künstlerinnen und Künstler aus Afrika, Asien und Lateinamerika, die in ihren Produktionen die Lebens- und Arbeitsbedingungen im Osten und Süden der Welt künstlerisch spannend und formal innovativ reflektieren. In diesem Zusammenhang sind etwa die Arbeiten von Choreografen wie Boyzie Cekwana und Faustin Linyekula aus Afrika, Lemi Ponifasio aus Samoa, Pichet Klunchun aus Thailand oder Bruno Beltrão aus Brasilien zu nennen, aber auch die Doku-Theaterproduktionen der Argentinierin Lola Arias, die genre-sprengenden Bühnenarbeiten des Brasilianers Enrique Diaz, das Sprach-Tanz-Theater des Japaners Toshiki Okada oder die Video-Theaterarbeiten des chinesischen Multimediakünstlers Wang Jianwei. Herausragende Exponenten der europäischen Theaterszene haben nach wie vor ihren festen Platz: Stücke von Emma Dante aus Italien und Gintersdorfer/Klassen aus Deutschland oder Produktionen aus Belgien und den Niederlanden ‒ nach wie vor zwei der fruchtbarsten Theaterlandschaften Europas. Aktuell waren es neue Arbeiten von Kassys, Jetse Batelaan, KVS, Peeping Tom, Hotel Modern und Jakob Ahlbom. Mehr Aufmerksamkeit geniesst unter der aktuellen Programmleitung auch die freie Schweizer Theater- und Tanzszene: Mit ausgewählten Premieren und Newcomer-Arbeiten wird sie regelmässig im internationalen Umfeld des Festivals präsentiert. Eine weitere Akzentuierung erhält das Programm zudem durch das Augenmerk, das seit je den innovativen, vom französischen Nouveau Cirque beeinflussten Formen der zirzensischen Kunst geschenkt wird. In jüngster Zeit waren es Formationen wie Cie 111, Le Boustrophédon, Zimmermann & de Perrot, MPTA, Circo Aereo oder Atelier Lefeuvre André, die ein breites Publikum zu begeistern vermochten. Die zirzensischen Produktionen sind Teil jener Programmsektion, die sich gezielt auch an ein Familienpublikum richtet und die seit den Anfängen des Festivals mit grosser Aufmerksamkeit gepflegt wird.