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- Der konservative Amtsinhaber Marcelo Rebelo de Sousa ist mit gut 61 Prozent deutlich wiedergewählt worden.
- Die sozialistische Kandidatin Ana Gomes erhielt 12.7 Prozent der Stimmen, der Rechtspopulist André Ventura kam auf überraschende 11.9 Prozent.
- Die Wahl war am Sonntag trotz eines Corona-Lockdowns abgehalten worden.
Portugals Staatsoberhaupt Marcelo Rebelo de Sousa hat sich mit einem Kantersieg eine zweite fünfjährige Amtszeit in dem von der Corona-Pandemie besonders hart getroffenen Land gesichert.
Der frühere Jura-Professor und TV-Journalist holte diesmal neun Prozentpunkte mehr als bei seinem ersten Sieg vor fünf Jahren. Mit der absoluten Mehrheit vermied der 72-jährige eine Stichrunde am 14. Februar.
Keine Chance für die Linken
Die Kandidatin Ana Gomes von der Sozialistischen Partei von Ministerpräsident António Costa landete weit abgeschlagen auf Platz zwei. Sie hatte allerdings nicht die Unterstützung ihrer Partei genossen, da Costa sich mit Rebelo de Sousa politisch sehr gut versteht.
Der Volksnahe
Rebelo de Sousa, der seit 2016 im Amt ist, gilt als extrem volksnaher Politiker, der auch als Staatsoberhaupt die Menschen auf der Strasse gern umarmt, küsst und tröstet. Mitunter tritt er auch als tatkräftiger Helfer in Erscheinung: Im vergangenen August stürzte sich der drahtige Katholik an der Algarve kurzentschlossen ins Meer, um bei der Rettung zweier Frauen zu helfen, deren Kajak gekentert war.
Aber nicht nur solche Aktionen sind es, die Rebelo de Sousa Anerkennung und Ansehen verschaffen. Ihm wird zudem hoch angerechnet, dass er als konservativer Politiker die linke Regierung von Ministerpräsident António Costa nicht nur kritisiert und kontrolliert, sondern auch unterstützt. Er legt viel Wert auf die politische Stabilität des Landes. Die Zusammenarbeit zwischen Rebelo und Costa, unter anderem bei der Ausrufung und Ausgestaltung des Corona-Ausnahmezustands, klappte bisher nahezu reibungsfrei.
Das Staatsoberhaupt hat in Portugal relativ viel Macht. Der Präsident kann sowohl sein Veto gegen Gesetze einlegen als auch das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen. Für Portugal war es die zehnte Präsidentenwahl seit der Nelkenrevolution von 1974.
Wahl trotz angespannter Lage
Die Abstimmung wurde von der dramatischen Zuspitzung der Coronakrise in Portugal überschattet. Die Zahl der Neuinfektionen je 100'000 Einwohner binnen sieben Tagen lag zuletzt bei etwa 750. Das ist einer der höchsten Werte weltweit.
Wegen der Pandemie hatten zahlreiche Politiker und andere Prominente eine Wahlverlegung gefordert. In einer von der Wochenzeitung «Expresso» in Auftrag gegebenen Umfrage hatten sich 57 Prozent der Teilnehmer für eine Verlegung ausgesprochen.
Viele Wähler blieben wohl aus Angst vor dem Virus zu Hause: Die Wahlbeteiligung lag nach vorläufigen amtlichen Angaben mit knapp 40 Prozent weit unter dem bisherigen Minusrekord, der bei der Präsidentenwahl von 2011 mit 46.5 Prozent verzeichnet worden war.