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Hochgeachteter Herr!
Im Besitze Ihrer verehrl. Zuschrift v. 30sten dß. muß ich vor allem auf den Inhalt meines offiziellen Schreibens an die Tit. nationalräthliche Geschäftsberichtscommission verweisen. Ich hatte mich auf den verabredeten 8 ten Mai eingerichtet. In der gegenwärtigen Woche aber liegt mir die Besorgung einer Reihe längst auf dieselbe vertagter, sehr wichtiger Geschäfte ob, der ich mich ohne Pflichtverletzung nicht entziehen könnte. Es wäre mir höchstens etwa möglich, auf künftigen Sonnabend früh in Bern einzutreffen: aber auch dieß wäre für mich, abgesehen davon, daß ich nicht in dem Zusammenhange Ihrer Berathungen wäre, mit großen Inconvenienzen verbunden & ich könnte in Betreff der Dauer meines Aufenthaltes in Bern kaum eine Verpflichtung eingehen.
Es will mir nun aber scheinen, die Geschäfte seien trefflich vertheilt & die Commissionsmitglieder, die sich zusammengefunden, der Lösung der der Commission gestellten Aufgabe mehr als gewachsen. Ich erinnere | hiebei daran, daß die nationalräthliche Commission, welche ebenfalls mit Priorität den ersten bundesräthlichen Geschäftsbericht zu behandeln hatte, nur aus 5 Mitgliedern bestand & daß sich eines dieser Mitglieder noch der Last der ganzen Berichterstattung zu unterziehen hatte.
Ich hoffe, die Tit. Commission werde sich bei meinem Ausbleiben von dieser Commissionalverhandlung zu beruhigen die Gefälligkeit haben, um so mehr, als ich bisanhin von keiner einzigen Sitzung der sehr zahlreichen Commissionen des Nationalrathes, denen ich anzugehören die Ehre hatte, weggeblieben bin.
Indem ich Ihrer gef. Rückantwort entgegensehe, richte ich Ihnen gerne die mir aufgetragenen angelegentlichen Empfehlungen meiner Eltern aus, mit denen ich die Versicherung meiner freundschaftlichen Hochachtung verbinde.
Ihr ergebener
Dr A Escher
Belvoir
31. Mai 1853.