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Die Townsend Agency hat von Kalifornien aus expandiert und hat nun weltweit Niederlassungen. An bester Lage am Limmatquai mit Blick auf St. Peter und Fraumünster gelegen, ist sogar eine davon in Zürich zu finden. Die Leiter der Niederlassungen nennen sich alle Bosley. Der Boss der Bosleys am Hauptsitz in Kalifornien (Patrick Stewart) geht in den Ruhestand und wird gebührend verabschiedet.
Die grüne Welle und Frauenpower in einem: Ein internationales Unternehmen hat ein Gerät entwickelt, das Unmengen an sauberer Energie liefert. Bei den Tests stellt sich jedoch heraus, dass der Prototyp auch als Waffe eingesetzt werden kann. Die Forscherin Elena Houghlin (Naomi Scott), die den Prototypen mitentwickelt hat, äussert ihre Bedenken, doch das Ganze wird chauvinistisch unter den Teppich gekehrt. Das ruft die Townsend Agency auf den Plan und die Dame wird rekrutiert, um mit den zwei gestandenen Engeln Sabina Wilson (Kristen Stewart) und Jane Kano (Ella Balinska) ein schlagfertiges Trio zu bilden.
Martin Scorsese schrieb im November 2019 in einem Artikel für die New York Times: "So sind nun mal moderne filmische Franchises: Sie beruhen auf Marktforschung und Publikumstests, und sie werden so lange überprüft, abgeändert, nochmals überprüft und nochmals abgeändert, bis sie verbrauchsfertig sind." Bei Charlie's Angels verhält es sich genauso, aber die Produzenten haben ein Endprodukt hinbekommen, das unterhaltsam ist und Spass macht.
Charlie's Angels ist ein verbrauchsfertiger Video-Clip von zwei Stunden Länge, der nicht wirklich viel Unerwartetes bietet. Die Wendungen der Story sind stark an den Haaren herbeigezogen. Der Film nimmt sich selbst jedoch nicht allzu ernst, was erfrischend ist und einige augenzwinkernde Highlights auf die Leinwand bringt. Wenn drei Engel in einem Kieswerk den Gesetzen der Physik partout nicht folgen wollen, scheinen sie mehr aus einem Comic als aus einer TV-Serie zu kommen. Sie beherrschen mehr Action als James Bond, übertreiben es aber nicht wie die Superhelden aus dem Universum von Marvel.
Zum Schluss erfahren wir, was es den drei Engeln nützt, wenn ein Champanger spitze ist. Zur Vermeidung von Spoilern und zur Erhaltung der Vorfreude sei hier nicht mehr erwähnt. Die Bewegungen in den Action-Szenen sind wie Szenen aus dem Bolschoi-Ballett im Schnellzugtempo choreografiert. Dabei dürfen wir getrost darüber hinwegsehen, dass es hier nicht um realistische Darstellungen geht, denn als eine Art Comic ist dieses kurzweilige Popcorn-Kino durchaus unterhaltsam. Überraschungen sind auch dabei, aber sie wirken etwas planlos. Einige Figuren lügen, was das Zeug hält, aber Lügen haben kurze Beine, während Ella Balinska ganz lange Beine hat.