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Actionkomödie
HK 2006
Alternative Titel Bo bui gai wak; Project BB; 寶貝計劃
Regie
Benny Chan
Muk-Sing
Drehbuch Benny Chan Muk-Sing, Jackie Chan
Produktion Benny Chan Muk-Sing, Jackie Chan, Willie Chan, Solton So, Wang Zhanglei
Darsteller Jackie Chan, Louis Koo Tin-Lok, Michael Hui Koon-Man, Matthew Medvedev, Gao Yuanyuan,
Charlene Choi Cheuk-Yin, Yuen Biao, Candy Yu On-On, Ken Lo Wai-Kwong, Daniel Wu, Nicholas Tse Ting-Fung
Länge 122 Min. / 135 Min. (extended)
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 12
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.||.|
© Text Marco,
molodezhnaja 26.12.06
© Bilder Joy Sales, Screenshots molodezhnaja
STORY
Thongs Fong Ka-Ho (Jackie Chan) und sein Kumpel Octopus (Louis Koo) arbeiten als Safeknacker für "den Vermieter" (Michael Hui). Da Thongs seine Einkünfte regelmässig beim Glücksspiel verprasst und Octopus seine Moneten für schöne Frauen verjubelt, sieht die Zukunft alles andere als rosig aus. Thongs sehnt sich derweil nach Harmonie mit seiner entfremdeten Familie, während Octopus seine schwangere Frau Yan (Charlene Choi) zu einer Abtreibung überreden will. Bei ihrem neusten Coup sollen Thongs und Octopus ein Baby (Matthew Medvedev) entführen, das Thongs schon einmal in den Armen hatte: Der irre Max (Terence Yin) entriss es im Spital der Mutter, seiner Ex-Freundin Man Yee (Cherrie Ying), im Glauben, es sei sein Kind. Er kam auf der Flucht um, das Baby fiel beinahe in den Tod - doch Thongs rettete es. Nun ist es wieder in seinen Armen, denn der Vermieter bekam den lukrativen Auftrag, es zu entführen. Beim Versuch, das Baby in Sicherheit zu bringen, wird der Vermieter von der Polizei geschnappt. Octopus und Thongs müssen den Säugling wohl oder übel zwei Wochen lang pflegen. Dabei bekommen sie Hilfe von der Krankenschwester Melody (Gao Yuanyuan), geraten aber auch ins Schussfeld der Auftraggeber der Entführung.
REVIEW
Nach zwei erfolgreichen dramatischen Actionfilmen (Divergence, New Police Story) wendet sich Regisseur Benny Chan leichterem Stoff zu: "Rob-B-Hood", Hongkongs Antwort auf die in Frankreich und Amerika auch schon patentierte "Drei Männer und ein Baby"-Formel. Das Resultat ist kein grosses Kino, vielmehr ein überlanger, etwas holpriger und enttäuschend actionarmer Film, doch auch einer, der auf ungezwungene Art unterhält, Jackie Chan mal wieder in einer wohligen Mischung aus Humor und Handkanten-Action zeigt und mit einem Grossaufgebot an Stars auffährt, die das Hongkong-Kino zu bieten hat.
Die Liste der Mängel an "Rob-B-Hood" ist erstaunlich lang, doch eine komplette Aufzählung etwas unfair, denn das Gesamtresultat hält recht gut zusammen und amüsiert. Das ist schon mehr, als man die letzten Jahre von manch anderem Jackie-Chan-Vehikel behaupten kann. Aber es fehlt der letzte Kick, um den Film in die Liga vergangener Chan-Erfolge zu hieven. Die Probleme beginnen schon beim Anfang, der zu holprig und öde inszeniert ist. Später wiegt der Mangel an Action etwas schwerer: Jackie ist zwar noch immer ungeheuer fit, doch er kann dies zu selten zeigen. Wenn schon eine Actionkomödie auf dem Programm steht, dann sollte auch Action und Comedy geboten werden. Hier liegt der Fokus klar auf Letzterem.
Und da liegt die Trefferquote bei vielleicht etwa 50%. Scherze um pinkelnde Babys und ins Gesicht geworfene Windeln brauch ich wirklich nicht. Das war zu den Zeiten noch eine Spur lustiger, als die Gleichbehandlung der Geschlechter noch in den Kinderschuhen steckte. Heute ist das "oh, so lustig, zwei Männer müssen sich um ein Baby kümmern"-Konzept eh schon angegraut, und wenn dann noch auf Pups- und Pipi-Scherzchen zurück gegriffen werden muss, wird das noch offensichtlicher. Auf der anderen Seite des Gag-Spektrums findet sich ein wenig zu schrecklicher Humor wie Baby-Kälteschlaf und Baby-Elektroschocks. "Rob-B-Hood" hat sowieso wenig Skrupel, das arme Ding in tödlichste Gefahr zu bringen und zwischen infantilen, melodramatischen und knallharten Pointen frischfröhlich hin- und herzuspringen. Einen durchgehenden Ton trifft Benny Chan dabei natürlich nie.
Doch eben: Ganz verloren ist man in diesem überlangen (den Extended Cut spar ich mir gerne) Werk nie, den Akteuren sei Dank. Jackie ist charmant wie immer, die Chemie mit Louis Koo (Election 2), mit dem er zum ersten Mal zusammen spielt, funktioniert einwandfrei. Charlene Choi und Gai Yuanyuan sind, wie alle Frauen in dem Film, hemmungslos verschenkt, doch allein ihre Präsenz erhöht den "sichte den Star"-Spass. Dazu gesellen sich unter anderem Komiker Michael Hui, Ken Lo, Terence Yin, Yuen Biao, Bey Logan sowie Nicholas Tse und Daniel Wu in einem witzigen Cameo inklusiver schlechter Schlusspointe. Die Action ist zwar spärlich, aber stets überzeugend - das beste Beispiel liefert die rasante Autoverfolgung. Und die Optik von Benny Chans Dauer-Kameramann Anthony Pun mit ihren Kontrasten aus kühler Einbrecherwelt und kunterbunter Plastik- und Spielzeug-Atmosphäre sitzt auch.
Was bleibt: ein durchschnittlicher Film mit passablem Unterhaltungswert. Jackie-Fans haben natürlich mehr davon, aber alle, die einfach auf der Suche nach etwas Nonsens-Fun sind, kommen allemal auf ihre Kosten. Kenntnis von Hongkong ist selbstredend von Vorteil - sei es wegen all der Stars, die es zu entdecken gilt, oder lokal konzipierter Witze wie dem Schlussgag, der sich auf den 20-fachen Milliardär Li Ka-Shing bezieht (einen der 100 mächtigsten Männer der Welt). Kurzum, man kann sich amüsieren, eine Garantie dafür gibts bei dem durchwachsenen Film aber nicht unbedingt.
MEINE DVD
Hongkong, Code 3, NTSC
Anamorphic Widescreen
Kantonesisch 5.1 und DTS sowie Mandarin 5.1 mit englischen und chinesischen Untertiteln.
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Yesasia (Liefert aus HK)
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