Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/42591

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, zum Schutz der Bevölkerung die notwendigen Massnahmen zu treffen, damit bei Schadenereignissen und Katastrophen eine effiziente psychische Nothilfe gewährleistet werden kann. Insbesondere geht es darum, verlässliche Richtlinien und Standards auszuarbeiten, die wissenschaftlichen Kriterien genügen und auf die sich der Bund, die Kantone, die Gemeinden und Risikobetriebe bei Bedarf stützen können.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Besorgnis des Motionärs über den "Wildwuchs" im Bereich der psychologischen Nothilfe. Der Oberfeldarzt hat deshalb in seiner Funktion als Beauftragter des Bundesrates für die Vorbereitung des Koordinierten Sanitätsdienstes die notwendigen Schritte zur Behebung unternommen und bietet mit einer Podiumsveranstaltung am 28. Mai 2002 zu diesem Thema eine Plattform für eine gemeinsame Lösungsfindung an. Der Kongress "Psychologische Nothilfe bei Unfällen, Verbrechen oder Katastrophen" vom November 2001 und die Auswertung vergangener grösserer Ereignisse haben die Wichtigkeit der Koordination dieser Massnahmen gezeigt. Dies gilt im Übrigen auch bei relativ kleineren Ereignissen wie Autounfällen. </p><p>Ziel ist nun, in diesem Bereich die gleiche Sprache zu sprechen, Erfahrungen auszutauschen und in den nachstehenden Punkten Einheitlichkeit zu erreichen:</p><p>- Aus- und Weiterbildung (Laien und Fachpersonal); </p><p>- Einsatztechnik (Interventionsverfahren) für Betroffene (Opfer, Angehörige) und Einsatzkräfte sowie Einsatz-/Interventionsmethoden;</p><p>- Interkantonale Zusammenarbeit in der Ereignisbewältigung;</p><p>- Laienhilfe in der psychischen Nothilfe;</p><p>- Zertifizierung/Akkreditierung.</p><p>Der Chef Psychiatrie im Armeestabsteil des Oberfeldarztes und das Bundesamt für Zivilschutz (BZS) haben ab Juli 2001 mit dem Aufbau eines "Nationalen Netzwerkes Psychische Nothilfe" (NNPN) begonnen. Momentan werden in Arbeitsgruppen die Ausbildungscurricula überprüft und angeglichen. Zur Mitarbeit vorgesehene Organisationen sind gemäss heutigem Stand: Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen, Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Schweizer Psychotherapieverband, Betreuungsorganisation des Flughafens Zürich-Kloten (AET Special Care), Koordinierter Sanitätsdienst (KSD, Untergruppe Sanität, Generalstab), KSD-Team Schweiz, Bundesamt für Zivilschutz (BZS), Bundesamt für Gesundheit, Bundesamt für Polizei, Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte, Seelsorgebereich und Armeeseelsorge (Untergruppe Personelles der Armee) sowie Fachverantwortliche von Einsatzorganisationen und Laienverbänden (Debriefing). Die Kantone mit ihren Einsatzkonzepten sind für diese Mitarbeit ebenfalls zu berücksichtigen. Deshalb sind auch die Verantwortlichen für die kantonale Sicherheitskooperation entsprechend vorzusehen.</p><p>Die Koordination zwischen den anerkannten und erfahrenen Gremien und Fachleuten ist von entscheidender Bedeutung. Deshalb und in Anbetracht der mit der erwähnten Podiumsveranstaltung und der vom NNPN bereits eingeleiteten Schritte, wird das VBS das NNPN für die Erarbeitung der geforderten Massnahmen und Standards über den Beauftragten des Bundesrates für die Vorbereitung des Koordinierten Sanitätsdienstes mandatieren. Nach der Schaffung des Departementsbereiches Bevölkerungsschutz wäre die Leitung des NNPN allenfalls durch diesen zu übernehmen.</p><p>Das NNPN wird sich auch mit der Frage des Kosten-Nutzen-Aspektes der verschiedenen Interventionen im Lichte der so genannten "Evidence Based Medicine" beschäftigen.</p><p>Offen bleibt im jetzigen Zeitpunkt, ob und inwieweit die Erkenntnisse der Arbeitsgruppe in Form von Weisungen, Richtlinien oder Empfehlungen zuhanden des Bundes, der Kantone, der Gemeinden und der Risikobetriebe formuliert werden sollen.</p><p>Ergänzend ist zu erwähnen, dass mit dem heute in Vorbereitung stehenden Bundesgesetz über die Aus-, Weiter- und Fortbildung der psychologischen Berufe bezüglich der Qualifikation der psychologischen Fachleute ab dem Jahre 2006 voraussichtlich nationale Standards zur Verfügung stehen werden.</p><p>Den Anliegen des Motionärs wird in den jetzigen und zukünftigen Arbeiten bereits weitgehend Rechnung getragen.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.