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Wie schon der April war auch der Mai bis anhin von häufigen und teils ergiebigen Niederschlägen geprägt. Vom 5. bis 11. Mai schneite es vor allem im Hochgebirge. Ab dem 11. Mai sank die Schneefallgrenze deutlich und bis am 19. Mai fiel wiederholt und verbreitet Schnee oberhalb von rund 1800 bis 2400 m (Abbildungen 1 bis 3). Zeitweise blies starker Nordwind und verfrachtete den Neuschnee.
Am Wochenende vom 20./21. Mai fiel im Süden mit teils starkem Südostwind Niederschlag. Die Schneefallgrenze stieg auf 2600 bis 2800 m (Abbildung 4). Im Hochgebirge fiel vor allem am Oberwalliser Alpenhauptkamm ergiebig Schnee (Abbildungen 1 und 3). Am Sonntagabend, 21. Mai endeten die Niederschläge. Am Montag, 22. Mai war es ziemlich sonnig, mit Quellwolken und Schauern im Tagesverlauf. Die Nullgradgrenze lag bei 3200 m.
Mit den täglichen Schneefällen waren die Verhältnisse im Hochgebirge winterlich. Lawinenauslösungen durch Wintersportler (Piz Palü und Zermatter Breithorn am 15.05., Jungfrau am 17.5.) zeigten, dass zumindest oberhalb von rund 3500 m in allen Regionen störanfällige Schwachschichten innerhalb der verschiedenen Neu- und Triebschneeschichten vorhanden waren. Mit den grössten Neuschneemengen bestand diese Gefahr am Alpennordhang schon weiter unten, so dass am Titlis wiederholt trockene Lawinen auch im Bereich von 3000 m gesprengt werden konnten. Entsprechend wurde die ganze Zeit über in den ganzen Schweizer Alpen vor mässiger (Stufe 2), wiederholt aber auch vor erheblicher (Stufe 3) Gefahr von trockenen Lawinen gewarnt.
Weiter unten hatte sich der Neuschnee trotz kühlen Wetters jeweils rasch gesetzt. In dieser fortgeschrittenen Jahreszeit genügten dazu die diffuse Sonneneinstrahlung und die Aufhellungen zwischen den einzelnen Niederschlagsperioden.
An Nordhängen schritt die Durchfeuchtung der Altschneedecke vermutlich sogar weiter voran, so dass tiefliegende Schwachschichten erstmals feucht und damit geschwächt wurden. Das jedenfalls legen verschiedene, im tiefen Altschnee spontan abgegangene Lawinen nahe (Abb. 5). In Graubünden mit seinem besonders schwachen Schneedeckenaufbau wurden diese vereinzelt sehr gross (Abb. 6).
Bis zum 20. Mai wurde täglich ein Lawinenbulletin mit Gefahrenkarte publiziert (vgl. Gefahrenverlauf unten). Am 21. Mai wurde die tägliche Ausgabe eingestellt. Im weiteren Verlauf des Frühlings und im Sommer erscheint das Lawinenbulletin bei grösseren Neuschneefällen. Auch wenn kein Lawinenbulletin publiziert ist, sollte die Lawinengefahr weiterhin beachtet werden, besonders bei Neuschnee- und bei Nassschneesituationen (Lawinen im Sommer).
Im Mai wurden bisher drei Lawinen mit erfassten Personen gemeldet (Lawinenunfälle mit Personen). Am 17. Mai verunglückte eine Person tödlich an der Jungfrau (Lauterbrunnen, BE).
Am 19. Mai verunglückten drei Personen tödlich am Grosshorn (BE/VS). Die Unfallursache ist noch nicht abschliessend geklärt, es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um einen Lawinenunfall handelt (vgl. Meldung Kantonspolizei Bern).
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.