Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03252.jsonl.gz/2036

Definition – Fair Trade ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen sowie ArbeiterInnen, leistet der Faire Handel einen Beitrag zur Überwindung der Armut und zur Förderung zunehmend selbstbestimmter Entwicklung.
Besondere Merkmale des Fairen Handels sind:
- Langfristige und partnerschaftliche Handelsbeziehungen, welche den ProduzentInnen im Süden einen fairen Zugang zum Weltmarkt verschaffen und das Produktionsrisiko minimieren.
- Fair Trade-Mindestpreise, die den ProduzentInnen die wirtschaftliche Existenz auch bei sehr tiefen Marktpreisen sichern.
- Fair Trade-Prämien, welche den ProduzentInnen Investitionen in eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinschaft ermöglichen.
- Sozialstandards, die die Arbeitsrechte gemäss den ILO-Konventionen stärken und unter anderem Kinderarbeit, Diskriminierung, unzureichender Gesundheitsschutz und exzessive Arbeitszeiten bekämpfen.
- Umweltstandards, welche ökologisch nachhaltige Produktionsverfahren gewährleisten und u. a. eine biologische, CO2-neutrale Produktionsweise anstreben.
- Regelmässige Überprüfungen entlang der gesamten Produktionskette des Fairen Handels, die die Einhaltung der Fair Trade-Standards garantieren.
Die Standards und die Prinzipien des Fairen Handels von Swiss Fair Trade finden Sie hier.
Der Import, die weitere Verarbeitung und der Vertrieb fair gehandelter Produkte kann auf zwei verschiedene Wege erfolgen: Zum einen über die integrierte Lieferkette, zum anderen über den Weg der Produktzertifizierung.
Produktzertifizierung
Über den Weg der Produktzertifizierung ist es auch konventionellen Handelsunternehmen möglich, fair gehandelte Produkte zu importieren, zu verarbeiten und zu vertreiben. Sie importieren einzelne Produkte ihres Sortiments nach einem internationalen Fair Trade-Standard. Deshalb dürfen diese sich mit dem entsprechenden Fair Trade-Label auszeichnen. Dazu schliessen alle Anbieter von Fair Trade-gelabelten Produkten einen Lizenzvertrag mit den jeweiligen nationalen Fair Trade-Initiativen ab. Die Einhaltung der Fair Trade-Standards wird durch ein internationales Kontrollsystem sichergestellt. In der Schweiz vergibt die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) zum Beispiel das internationale Fairtrade-Label (FLO) für nachhaltig angebaute und fair gehandelte Produkte.
Integrierte Lieferketten
Bei der integrierten Lieferkette kaufen Fair Trade-Unternehmen, deren Geschäftszweck ausschliesslich im Fairen Handel liegt, die Ware von Kleinbauern-Kooperativen oder Unternehmen mit sozialer Verantwortung. Die Importeure bemühen sich, ihre Produkte so weit wie möglich im Ursprungsland zu verarbeiten und zu verpacken, so dass möglichst viel der Wertschöpfung im Süden anfällt. Bekannte Beispiele dafür sind claro fair trade AG und die gebana AG.