Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03488.jsonl.gz/2382

Seit Ende der 1980er Jahre sind die ersten archäologischen Spuren für den vermuteten keltischen Ursprung der Siedlung bekannt. Diese gehen bis in das Jahr 60 v. Chr. zurück.
In der Mitte des 2. Jahrzehnts v. Chr. wurde auf dem Lindenhof ein Holz-Erde Kastell erbaut. Eine militärische Präsenz wird mindestens noch im 1. Jahrhundert n. Chr. vermutet. Im 1. Jahrhundert n. Chr. entstanden auch Zivilbauten des Vicus. In diesem Ort befand sich auch - eine unbedeutende - Zollstation zwischen den Provinzen Germania Superior und Raetien. Obwohl die Provinzgrenze am Walensee war, wurde die Zollstation wohl wegen dem Seeumschlag hier errichtet.
Um die Jahre 70/80 n. Chr. entstanden in der Nähe des Hafens Thermen. In der Mitte des 2. Jahrhunderts wurden diese abgebrochen und mit einem grösseren Grundriss neu erstellt. Im 3. Jahrhundert wurden sie nochmals vergrössert.
Unter Flavius Valentinianus (364 - 375 n. Chr.) entstand auf dem Lindenhof ein Steinkastell. Neudatierungen anderer Kastelle (z.B. Oberwinterthur, Stein am Rhein, ...) lassen sogar die Frage aufkommen, ob dieses Kastell unter Gaius Aurelius Valerius Diocletianus (284 - 305 n. Chr.) oder Flavius Valerius Constantinus (306 - 337 n. Chr.) entstand. Es hatte zehn Türme, wovon zwei als Tortürme dienten. Der Grundriss war an den Verlauf des Hügels angepasst.
Heute sind noch Reste der Thermen, eine Kopie eines Grabsteines und Reste des Kastells zu sehen.
Kurzbeschreibung:
|Was||ja/nein||Bemerkung|
|Im Gelände Sichtbar||Ja||- Grabstein: auf der linken Seite der Haupttreppe von Süden zum Lindenhof - Kastellreste: Auf dem Lindenhof, Rechts der Treppe von Süden, vor einem Haus - Thermen: in der Thermengasse|
|Informationstafel||Ja|
|- mit Detailinformationen||Ja|
|- mit Skizze(n)||Ja|
|Beschilderung||Nein|
|Schutzbau||Ja||- die Kastellreste, sind unter einem Schutzdeckel

- die Thermen, sind unter einem Gitter, welches gleichzeitig als Weg dient
|Immer zugänglich||Ja/Nein||- die Thermen und der Grabstein sind immer zugänglich

- für den Zugang zu den Kastellresten braucht man einen Schlüssel (Baugeschichtliches Archiv, Neumarkt 4 - Telefon 01/266 86 86), ob dies nur mit Führung möglich ist, ist mir jedoch nicht bekannt (ich konnte die Ausgrabung nicht aufsuchen)
|Temporär freigelegt / temporäre Ausstellung||Nein|
|Weiteres||-|