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Nach den verheerenden Erdbeben im Jahr 2015 weitete Street Child seine Aktivitäten auf Nepal aus, um lokale Partner bei der Wiederherstellung der Bildung in einigen der am schlimmsten betroffenen Kommunen des Landes zu unterstützen. Seitdem haben wir unsere Arbeit weiterentwickelt, um uns auf langfristige Bildungsmöglichkeiten für gefährdete Personenkreise im ganzen Land zu konzentrieren.
Auf dem Human Development Index (HDI) 2022 belegt Nepal derzeit Platz 143 von 189 Ländern, und einer der wichtigsten Bildungsmeilensteine der letzten 20 Jahre war das Erreichen einer Einschulungsrate von 97 % (UNICEF). Trotz das Erreichen dieses Ziels, "eine allgemeine Grundschulbildung zu erreichen", bestehen nach wie vor ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Qualität und Gerechtigkeit im Bildungsbereich.
Die am höchsten gefährdeten Personengruppen des Landes erholen sich immer noch von den verheerenden Auswirkungen eines viermonatigen nationalen Covid-19-Lockdowns, der im März 2020 begann. Diese Lockdowns hatten unverhältnismässige Auswirkungen auf die lokalen Gemeinschaften der "unteren Kasten", die aufgrund von Isolation und Stigmatisierung keinen Zugang zu Informationen, Lieferungen oder Dienstleistungen hatten.
Street Child of Nepal ist stolz darauf, in den schwierigsten Gebiete Nepals zu arbeiten, einschliesslich abgelegener, schwer zugänglicher Gebiete und fragiler, von Katastrophen betroffener Staaten, um marginalisierte Personengruppen zu unterstützen. Street Child hat umfangreiche Programme in der Provinz Madesh in Nepal, wo fast die Hälfte der Bevölkerung als multidimensional arm eingestuft wird. Der Armutsgrad in der Provinz ist ebenfalls sehr hoch, so dass diejenigen, die als multidimensional arm eingestuft werden, über alle sozioökonomischen Indikatoren hinweg benachteiligt sind.
Als Hauptakteure der provinziellen Kampagne "Beti Padhau, Beti Bachau" (Töchter erziehen, Töchter retten) unterstützen unsere Programme, die von unseren nationalen Partnern durchgeführt werden. Zielgruppe sind Schulmädchen, die in generationenübergreifender Schuldknechtschaft gefangen sind, und dadurch die Schule nicht besuchen. In ganz Nepal arbeiten wir auch mit Kindern von Wanderarbeitern und Kindern mit Behinderungen zusammen, um faire und inklusive Bildungschancen zu gewährleisten.
Zusätzlich zu unserem Projekt "Bildung in Notsituationen", das Kinder unterstützt, die in den von den Erdbeben betroffenen Gebieten leben, hat Street Child of Nepal eine neue Initiative ins Leben gerufen, um die Lernverluste in Nepal aufzufangen. Angesichts der COVID-19-bedingten Schulschliessungen und wirtschaftlichen Schocks hat Street Child ein vielversprechendes Projekt zur Beschleunigung des Lernens umgesetzt. Unterricht auf dem richtigen Niveau (TaRL) begann als Pilotprojekt, das von der Weltbank finanziert und von unseren lokalen Partnern unterstützt wurde, und in 64 Schulen umgesetzt wurde. Es wurden dabei 2'240 Kinder erreicht und 140 Lehrkräfte ausgebildet.
Nach der 10-wöchigen Durchführung des Projekts gab es bemerkenswerte Fortschritte im Lernniveau der Schüler und trug dazu bei, die grundlegenden Fähigkeiten im Lesen und in Mathematik der Schüler zu verbessern.
Nepal liegt bezüglich Gefährdung durch den Klimawandel weltweit an vierter Stelle (UNDP). In Zusammenarbeit mit unseren lokalen Partnern haben wir ein grünes Schulmodell entwickelt. Das Ziel dieses Modells zielt darauf ab, die Spannung zwischen Mensch und Natur bewusst zu machen und durch Ausbildung von Schulleitenden und Lehrkräften praktisch anzugehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Umweltbildung und Nachhaltigkeit.
Dieses Programm unterstützt junge Mädchen aus Musahar, die üblicherweise ausgegenzt werden. Die Musahars sind eine der politisch am stärksten marginalisierten, wirtschaftlich ausgebeuteten und sozial ausgegrenzten Gruppen in Nepal. Diese Frauen sind von geschlechtsspezifischer Gewalt und Diskriminierung betroffen und deshalb fast vollständig von Bildung und Beschäftigung ausgeschlossen.
In der Provinz Madhesh bietet das Program Marginalised No More über 7'000 Mädchen im Alter von 10 bis 18 Jahren, die nicht zur Schule gehen, ganzheitliche Unterstützung, um ihre Chancen auf Bildung zu verbessern. Das Accelerated Learning Programme (ALP) von Street Child hat dazu geführt, dass über 3'000 Mädchen wieder in die Schule einsteigen konnten. Die Weiterbildung von Lebenskompetenzen wird ebenfalls als wichtiges Instrument für die Entwicklung angeboten.
Das Bildungsprogramm Marginalised No More war das einzige Programm, das im globalen Leave No Girl Behind Portfolio des Foreign Commonwealth and Development Office mit A+ bewertet wurde
Die Kinder von Migrantenfamilien sind mit ständigen Unterbrechungen ihrer Bildung konfrontiert. Ziegelfabriken ziehen Saisonarbeiter an, die oft ihre Familien mitbringen. In den Ziegelfabriken im Kathmandu-Tal leben 59'500 Kinder, von denen nur ein Drittel die zweite Klasse ihrer Ausbildung abgeschlossen haben.
Im Rahmen unseres Programms Breaking Down Barriers hat Street Child in ausgewählten Ziegelfabriken Schulen gebaut. Es wurden 14 gemauerte Schulen mit Zugang zu 14 Latrinen getrennt für Jungen und Mädchen eingerichtet.
Über 2‘934 Kinder besuchen die erbebensichere Backsteinschulen. Im Rahmen des Programms bieten wir kostenlose, qualitativ hochwertige Bildung, Sanitäreinrichtungen sowie tägliche Mittagsmahlzeiten und pädagogische Materialien, die für das Lernen der Kinder erforderlich sind.