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Erich erinnert sich noch gut an eine Gerichtsverhandlung, bei der seine Mutter auch anwesend war. Für sie war es eine schockierende Sache: ihr Sohn ein Krimineller! Trotzdem hat sie sich nie von ihm abgewendet, im Gegenteil. Sie sagte ihm: «Es kommt alles gut!»
Nach diversen Rückfällen und Zeiten, in denen es ihm zwischendurch besser ging, verbrachte Erich schliesslich ein Jahr im Effingerhort, einer bekannten Rehaklink, damals «Trinkerheilanstalt» genannt.
Aber auch nach diesem Aufenthalt hatte er immer wieder Rückfälle. Erich lebte dann in einer Wohngemeinschaft im «Töpferhaus» in Aarau, wo er mit gläubigen Leuten in Kontakt kam. Er hatte aber immer das Gefühl, «das stimmt sowieso nicht, die erzählen irgendwas, aber leben trotzdem nicht danach».
Eine Hand auf seiner Schulter
Irgendwann ging es Erich so schlecht, dass er dem ganzen «Theater», sprich seinem Leben, ein Ende setzen wollte. Völlig «zugedröhnt» ging er in Aarau beim Bahnhof auf die Gleise und marschierte los Richtung Tunnel, in der Hoffnung, dass bald ein Zug kommen würde. Stattdessen spürte er plötzlich eine Hand auf seiner Schulter, die ihn wegzog, runter von den Gleisen, und wieder Richtung Strasse führte. Ein Erlebnis, das Erich nie mehr vergessen wird! In der WG sagten die Leute zu ihm: «Ja, das war Jesus.» Zu diesem Zeitpunkt konnte er das noch nicht so richtig glauben.
Ein paar Monate später musste Erich aus der WG ausziehen, da es eine Umstrukturierung gab, und fand zum Glück eine Wohnung im Nachbardorf. Zur gleichen Zeit fragte ihn jemand, ob er einen zweijährigen Hund haben möchte. Dieser werde sonst erschossen, da er kein guter Wachhund sei. Sofort entschloss er sich, den Hund aufzunehmen. Schnappi, so hiess er, wurde seine Rettung, erzählt Erich. Von da ging es stetig bergauf.
Seit dieser Zeit konsumiert Erich keinen Alkohol und keine Drogen mehr und hatte – trotz mancher Krise – keine Rückfälle mehr. Viele Leute sagten zu ihm: «Siehst du, Jesus wirkt!» Auch wenn es manchmal jahrelang dauert.
Kein Auf und Ab mehr
Dass Jesus wirkt, glaubt Erich inzwischen auch selbst. Elf Jahre vor seiner Pensionierung hat er bei der Heilsarmee eine Stelle als Abwart bekommen und dadurch auch viel Stabilität gewonnen. Vor gut zwei Jahren hat er sogar mit dem Rauchen aufgehört. Heute zählt Erich zu den regelmässigen Gottesdienstbesuchern der Heilsarmee in Aarau.