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- Wärst du doch nur einen Augenblick deiner selbst bewusst! Wüsstest du nur über dein schönes Gesicht Bescheid, das die Menschen bezaubert.
- Wie ein Maultier bist du in den Dreck gefallen, liegst im Schlamm und schläfst. Hättest du doch nur dich besonnen- und dich zum Hause der Schönen, zur Versammlung von Freude und Vergnügen hinziehen lassen!
- Ein Armseliger bist du, der um sich selber kreist: du liebst dich, du siehst dich, du zeigst auf dich und möchtest berühmt werden. Während in dir sich doch ein verborgener Schatz verbirgt – ja es gibt ihn in dir, aber du verdeckst ihn mit deinem Selbst und zeigst ihn nicht.
- Wenn es immer nur so sehr das Körperliche ist, was dich ausmachst, indem du isst, trinkst, dich freust und nur für den Körper lebst, wirst du nicht mal eine Ahnung von deiner Seele haben können. Wenn du jedoch nicht nur aus Körperlichem bestehst, sondern auch aus Seele, wirst du in das Territorium der Seele eintreten und ewig dort bleiben.
- Du lässt dich, wie die anderen Menschen, vom Guten und vom Schlechten verleiten. Wenn du gut bist, bist du mit den Guten, wenn du schlecht bist, bist du mit den Schlechten.
- Wärst du nur ein Gericht, hättest du nur einen Geschmack. Wärst du in einem einzigen Topf, würdest du immer in gleicher Weise gekocht werden.
- Hättest du durch dieses Kochen einen reinen Zustand erhalten, so wie eine Substanz mit Bodensatz, dann hättest du dich vom Schmutz befreit, wärst rein geworden und in die Höhe, in den Himmel gestiegen.
- Du Armseliger beschäftigst dich mit Schattenwesen, sagst jeder Phantasievorstellung „meine Seele, meine Welt!“ Wenn du dich nicht so sehr den Phantasievorstellungen hingeben würdest und die Illusionen vielmehr an dir vorbeiziehen lassen würdest, dann wärst du die Seele und die Welt selbst.
Hz. Mevlana, Divan-i Kebir
Band 3, Gedicht Nr. 1203
Übersetzung ins Türkische von Şefik Can