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Am 24.09. Sonntag in Zürich!
Am 24.09. Sonntag in Zürich!
Ist es ein erfundenes Ritual in Rasa? An wem wurden die Blumen geopfert? Renato kannte es auch Japan. Auch wenn die Keramik Tradition sehr alt in der Schweiz ist, ist diese Tradition scheinbar verloren.
Ich kenne dieses Ritual noch aus Taiwan. Es wird immer ein Altar gebaut, bevor ein großes Feuer gemacht wird. Wer sollte diese Gottheit sein, die uns beschützt, den Erfolg des Werkes beschert und der Erde reiche Arsche zurücklässt, damit einen neuen Kreislauf wieder beginnen kann?
Der taoistische Götterliste bietet dafür ein hervorragendes Depot. Es ist allerdings nicht eine einfache Geschichte, oder eine Aberglaube um Menschen zu beruhigen. Oft symbolisiert die Ritualisierung eine Transformation von menschlichen Schicksalen.
Tong Bin ist eine populäre Gottheit für taiwanische Keramiker. Er lebt in 1599 Ming Dynastie. Seine Kollege und er mussten einen riesen Gefäss „Drachen Topf“ fertigstellen und wurden oft von zuständigen Beamtem getadelt. Um einen kaiserlichen Auftrag durchzuführen und um seine Leute zu beschützen opferte er sein Leben – er fiel bewusst in den brennenden Ofen! Das Gefäss wurde grossartig! Tong Bin wurde als „Feng (Wind)-Huo(Feuer) Xianshi (Gottheit)“ geehrt. Töpfer verehren Tong Bin um das starke Feuer im Ofen und den Wohlstand.
In Fujian Dehua, ein traditionsreicher Ort für Tian Mu Schale und Porzellan verehrt man seit dem 10. Jahrhundert nach dem Mondkalender 16.05. Lin Bing. Es wurde erzählt, dass er sein Ofen reformieren wollte, damit das Feuer besser ausbreitet. Im Schlaf besuchte ihn eine Fee. Sie öffnete ihr schönes Kleid und zeigte ihm ihre Brust. Im Wolken und Nebel schwand sie wieder. Nach dem Traum verstand Lin das Ofen wie die weibliche Brust Form bauen zu lassen. Nach verschiedenen Veränderungen gründet er die Form des Drachenofens. Die Opfergabe die man ihm bringt ist keine tierische Herkunft, sondern die schönen Keramik, mit den man erfolgreich ist!
In Japan gibt es eine eigenständige Ofen-Gottheit-Liste. Kamagami Shrine in Seto ist ein berühmter Tempel für Töpfer und Keramiker.
Wozu das Ritual? Ist es eine Aberglaube oder eine natürliche Art von Kommunikation von Menschen zu dem Ereignis, was einen von grosser Bedeutung ist? Oder widerspiegelt es eine Rück-Verbindung von Menschen, die bewusst sind, dass sie ein Teil des Universums/ Schöpfung zugehörig sind, nicht ein zusammenhangloser Einzelteil auf der Erde. Ein Ritual mit Reiswein, mit Blutofper oder mit Tee führt uns zu dem großen Feuer, das Phönix einen Wiedergeburt beschert!
Yixing Kanne 宜興壺 genießt seine Kult-Position in der Teewelt. Wie viele Menschen verstehen sie tatsächlich? Muss man chinesisch sprechen können, um sie zu verstehen?
Ich kann diese Frage nicht beantworten. Eins ist sicher, auch wenn ich Chinesisch spreche, verstehe sie nur partiell. Ich weiss, dass ich sehr wenig weiss!
Heute trafen paar Freunde in Shui Tang um das Thema Yixing zu vertiefen. Bevor wir anfingen hatten wir eine kleine Wasserprobe: Wasser aus einem gekochten Wasserkocher in Moyu Tasse, Ton Tasse von Meisterin Li Jiao, Ton Tasse aus Deutschland Neumann verglichen. Das Bericht kann ich morgen erzählen.
Ich übersetze kurz einen Dokufilm über die Entwicklung von Yixing Kanne heute. Es gibt Quelleinsteiger, der einst bloss Teeliebhaber war und heute eine Teekannemeister! Er entdeckte sogar wie man mit dem Sauerstoffmangel die Hong Ni zu schwarzen Yixing verwandeln kann! Ein anderer Meister, der das traditionelle Handwerk von der Familie lernt, wie man eigene Werkzeuge herstellen muss, um das Basis des Teekanne-Machens zu beherrschen. Und selbst Ton verarbeitet, einlagert und aussucht. Ein Teekanne-Meister ohne das Kenntnis zum Material kann keinen individuellen TON angeben!
Wir verglichen verschiedene Yixing Kanne, die ich aus verschiedenen Perioden gesammelt habe. Interessanterweise weisen sie eine bestimmte Richtung, auch wenn sie von verschiedenen Quellen kommen! Mit Hände die Oberfläche berühren, spüren wie fein oder wie körnig der Ton ist. Mit Augen zu vergleichen, wie die Farbe sich in verschiedenen Perioden verändert! Dann mit den Informationen aus verschiedenen Büchern und Dokufilmen zu vergleichen kommen wir ein Stück weiter. Das Wichtigste ist, Referenzen zu haben! So lernten wir über die Teekannen in Shui Tang kennen und über die Entwicklung des Yixings.
Zum Schluss wollte ich unbedingt einen vergleichenden Degustation machen! Vier Möglichkeiten: Porzellan weiss; Yixing doppelt verarbeitete Kanne, modelliert; Moyu Jade Kanne; Alter Yixing Hong Ni aus 80er Jahren, handgeklopfte.
Jeder hat zwei Tassen: Tassen von Li Jiao, und Porzellan weiss.
Aufgegossen wurde Lao Man E Gushu.
In der Porzellan Kanne: die frische und blumige Note des neuen Pu Ers sind im Vordergrund. Das Bittere eindeutig. Eigentlich sehr schön. Ein tolles Material, einfach zu verstehen!
In der 墨玉 Moyu Kanne: die frische und blumige Note des neuen Pu Ers sind nicht eindeutig. Wie eingedämmt. Aber um so deutlicher spürt man die feinen seidigen Textur im Mund. Ich nahm etwas prickelnde Kraft in meinem Gaumen wahr und fühlte mich dabei wie gestärkt – das kann natürlich eine Täuschung sein! Dieser Tee schmeckt mehr in der Moyu Kanne als in der Porzellan Kanne, aber – nicht alle Leute würden die gleiche Meinung wie wir am Teetisch sein! Es ist nicht zugänglich für alle.
In der modellierten Yixing Kanne: diese Kanne ist halb per Hand verarbeitet. Man will eine Kanne schneller fertigstellen, weil eine Hand geklopfte Hand eine Woche Arbeit beansprucht. Aber der Ton ist speziell! Dieser Ton ist zuerst aus gebackenen Ton, der noch einmal zermahlt, fermentiert und gelagert wird. Diese gemahlenen Körner oder Pulver werden mit dem frischen Ton gemischt und zur Kanne verarbeitet. Weshalb so aufwendig? Der Aufguss lüftet das Rätsel. Der Aufguss schmeckte süß! Frisch, süß und knackig! Wir waren alle hell begeistert!
In der per Hand geklopfte Yixing Kanne Hong Ni: subtile blumige und frische Note, nicht so knackig wie bei der anderen Yixing Kanne. Der Aufguss ist ruhiger, aber auch eleganter. Die Textur differenziert, fein und seidig! Ich lachte in meinem Herzen: zum Glück wurde diese Kanne in Shui Tang nie verkauft! Ich werde sie natürlich auch nie wieder verkaufen! Der Lao Man E Gushu aus dieser Hong Ni Yixing Kanne gefällt mir am meisten!
Der Unterschied zwischen den beiden Tassen? Leider kann diese weiße Porzellan Tasse nicht mithalten. Der Tee in der Tassen von Li Jiao ist immer eine Spur feiner und samtiger. So wie in der Wasser Degustation!
Gestern brachte ich mein Gaiwan zu Shui Tang, um mit Teefreunde zu testen, wie Dai Keramik mit Tee zusammen wirkt.
Die mit Reiswasser behandelte Oberfläche von Gaiwan ist fein, glatt und geschmeidig. Wir tranken zusammen den Jin Guan Yin aus Anxi 2016 Winter, der in dem Gaiwan seine blumige süsse Note wunderbar entfaltete! Der Jin Guanyin entwickelte sich in der Dai Keramik zu einem gesprächigen Vögel, singte und tanzte.
Morgen werde ich noch einmal ausprobieren mit einem gelagerten Tee und noch einmal vergleichen mit unbehandeltem Gaiwan von Yümeng.
Euch wünsche ich einen sonnigen Tag!
版纳古陶_《8分钟纪录》_视频_央视网
Dieser Film über Dai Keramik ist auch von CCTV.
Er erzählte wie die alte Technik der Menschheit aus der neuen Steinzeit immer noch heute praktiziert wird. Ebenfalls wie Yü Meng unabhängig von der Kommerz weiter in ihrer Ueberzeugung ausharrt und weiter praktiziert. Sie erwendet nicht das Man Tou Yao (Gedämpfte Knodel), sondern auf dem Grund ein Ofen ganz angepasst an die Menge baut.
谁是这古老制陶工艺的传人_探索·发现_视频_央视网, Wer ist die Erbin dieser Tradition
Yü Meng 玉勐 sagte, sie hat zwei Kinder. Ihr Sohn hat eine Erbkrankheit und kann die harte Arbeit nicht alles machen. Die einzige Tochter sagte vor dem Kamera, sie will nicht diese Arbeit von der Mutter fortsetzen. Sie will eine solide Arbeit suchen, am besten bei dem Staat. „Ist die Arbeit mit Dai Keramik nicht soliede?“ fragte die Journalistin.
Die Tochter lächelte, „Es ist so solide. Aber ich bin eine Frau. Ich will nicht die Erde ausgraben, immer nach Reisstroh und Hölzer suchen und nach Hause tragen. Es ist sehr hart, sehr anstrengend. Es ist anders als was sie hier bei uns im Werkstatt sehen. Ich bin eine Frau, wissen Sie.“
Yü Meng hörte und behielt Ihr gültiges Lächeln, „Ich habe eine Enkelin. Sie spielt gerne Erde. Wer weiß, ob sie nicht meine Erbin sein wird?“
Endlich komme ich zum bloggen.
Die Degustation mit den zwei verschiedenen Steinkannen hat ein überraschendes Ergebnis. Privat bin ich ein Fan von Jadekanne und überzeugt von dem Süssen und Breiten des Tees aus diesem Material. Vor allem ich spürte immer eine Verstärkung im Aufguss.
Wir degustierten einen schönen Lishan 2006, der über Holzkohle geröstet ist. Dieser Tee wurde mit Hematite (Fe2O3)- und Jadekanne zubereitet. Anwesend waren sechs Personen.
In dem ersten Runde bekam Hermatite 5 Stimmen. Ich war allein für Jadekanne.
In zweiten Runden bekam Jadekanne 6 Stimmen, während Hematite 4 Stimmen bekam. Diesmal haben wir uns entschieden jeder Person zwei Stimmen hatte. In dritten Runde bekam Jadekanne 3 Stimmen, während Hematite 4 Stimmen.
Bei dem 4. Runden wollte niemand zwei Stimmen haben und alle stimmten einstimmig für Hematite-Kanne!!
„Kann man nicht nur einfach Tee trinken, nicht philosophieren?“
Dies hat meine Besucherin gestern betont.
Wenn Serafino nach der Schule zu Shui Tang kommt, will er mit mir plaudern. Er will wissen, warum sollte man nicht das Wort Neger verwenden, oder ist es ethisch wenn man beim Kepab Stand Fleisch isst?
Als ich so jung war, war ich wahrscheinlich wie Serafino, ein Sinnsuchender. Ich lass gerne Diderot, Voltaire und Nietzsche. Tief geprägt von ihren Ideen suchte ich Lösungen für meine Welt. Es ist wahrscheinlich ein tiefes Bedürfnis als Mensch nach Sinn des Lebens zu suchen, eigene Wünsche nach Aussen zu projizieren und Götter zu erfinden. Anstatt zu realisieren, dass wir diejenigen sind, etwas auf die Natur zu projizieren und Göttr gestaltet haben, glauben wir, dass es ein „Gott“ gibt, der uns schöpft.
Aber es gibt tatsächlich so etwas wie ein „Gott“. Etwas was wir nicht benennen können, etwas was wir als Unendlichkeit bezeichnen, etwas was wir alssinnvolle Zufälle beobachtet haben. Etwas, was Chaos darstellt.
Chaos, im Griechisch, ist der Gegenbegriff von Kosmos. Kosmos als perfekte Ordnung. Chaos als ein Zustand vollständiger Unordnung, ein Raum zu gestalten. „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern zu gebären.“ So Nietsche.
Nietzsche geht noch viel weiter, er sagte, „wer ein Schöpfer sein muss im Guten und Bösen, wahrlich, der muss ein Vernichter erst sein und Werte zerbrechen.“
Für viele Menschen bin ich ein „Vernichter“, weil mein Verhalten ihren Bilder nicht entsprechen. Für Leute, die bei mir Tee lernen, ist es als ein Lehrer fast wie ein Pflicht, ihre Werte zu rütteln und zu hinterfragen. Für anderen die gelegentlich in Shui Tang Tee trinken, ist es mir eher gleichgültig, was sie denken.
Ich philosophiere vielleicht gerne, weil ich gerne mich selbst hinterfragen, das Philosophieren hilft mir selbst kritisch zu sein. Die Philosophie ist für mich wie der Tee, der mein Denken in Frage stellt und meine Wahrnehmung erweitern. Tee gibt mir keine Lösung für meine Probleme, auch wenn viele Werbungen von Heilwirkungen erzählen. So wie die Philosophie uns ebenfalls keine Lösung verspricht, schenkt diese Fähigkeit zu denken uns ein Werkzeug, kritisch zu uns zu sein, uns als Schöfper zu betrachten anstatt als Opfer einer Geschichte.
Man muss nicht bei einem Teetisch philosophieren, aber man wird vielleicht irgendwann auffallen, dass man zu bestimmten Moment bestimmten Tee gerne trinkt, bestimmte Teetasse mit bestimmten Tee und wahrgenommenen Emotion verknüpft werden. Man fängt an zu beobachten, zu reflektieren und dann sieht sich selbst im Spiegelbild des Tees. Plötzlich… merkt man – es sind paar Schritte, die man hinter sich gelassen hat.
(Angeregt von einem Gespräch mit Eva Schiffer, http://www.philo.ch. Es war eine tolle Sternstunde!)