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Ort & Landschaft
Ort
Disentis GR wird in der dort gesprochenen Sprache Rätoromanisch «Mustér» genannt, was sich vom lateinischen Monasterium (Kloster) herleitet. Grund dafür ist das grosse, über 1300 jährige Benediktinerkloster, das unter einem Schutzwald gelegen, die Talschaft überragt. Durch das Kloster und das ihm angegliederte Gymnasium ist Disentis seit je her ein regionales Kultur- und Wirtschaftszentrum. Es ist aber auch ein Passdorf, an dem sich die Strassen zum Lukmanierpass in Richtung Tessin und zum Oberalppass in Richtung Andermatt und Wallis verzweigen.
In den letzten 50 Jahren hat sich in Disentis zudem ein kleiner Industriebetrieb angesiedelt und der Tourismus ist mittlerweile der wichtigste Wirtschaftsfaktor.
Wald und Kulturlandschaft
Im Talboden fliesst der junge Rhein durch die Auenwälder und das Gemeindegebiet reicht bis über 3000 Meter auf die Gletscher des Brunnifirns. Der Wald stockt in einem Mosaik aus land- und alpwirtschaftlich genutzten Flächen und wird immer wieder von Schluchten oder Seitentälern unterbrochen. Er besteht von Natur aus hauptsächlich aus Fichten. Wenige Weisstannen und an trockenen Orten die Waldföhre ergänzen das Bild. An der Waldgrenze in Richtung Süden gibt es Relikte von Arven. Einzelne Exemplare werden dort auf 800 Jahre geschätzt.
Das frühere Leben in der oberen Surselva auf rund 1200 m ü. M. war hart, die Lebensgrundlagen karg. Die Menschen waren zu einer angepassten Nutzung der Natur gezwungen, welche diese aber extrem stark beeinflusste und oft bis an die Grenze der Zerstörung belastete. Spuren dieser jahrhundertelangen Landnutzung finden sich in Wald und Alplandschaft noch heute. Infolge des Strukturwandels im Berggebiet wurden in den letzten Jahrzehnten viele Landwirtschaftsbetriebe und Alpen aufgegeben und die freien Flächen mit oft hoher Biodiversität wachsen ein.
Der Wald in Disentis dient zum grössten Teil als Schutzwald und muss entsprechend gepflegt werden. Dies ist inbesondere deshalb nötig, als dass er in den letzten Jahrzehnten immer wieder von Stürmen und Borkenkäferbefall heimgesucht wurde.