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Zu Recht wurde aus Leibeskräften gebuht
In der Festlichen Vorstellung von Richard Wagners „*Lohengrin“* am Mannheimer Nationaltheater wurde aus Leibeskräften gebuht („Rhein-Neckar-Zeitung“ vom 21.02.2017) und das zu Recht. Es fragt sich nur, hatten die Damen und Herren, die in schöner Abendrobe zu erhöhten Preisen sich auf die Begegnung mit Lohengrin gefreut hatten keine Ahnung von der Art der Inszenierung? Aus früheren Enttäuschungen über Mannheimer-Inszenierungen schauen wir uns vor einer Kartenbestellung die Bilder im Internet an und lesen den NTM-Pressespiegel. Nun, in diesem Falle waren die Informationen nicht sehr aussagekräftig mit Ausnahme des einen Satzes in der Rezension der „Wiener Zeitung“ vom 05.04.2011:
"Tilman Knabe inszeniert ein deftiges, derbes Totaltheater“. Mit einem Blick ins Internet wurden wir fündig: Gewaltszenen bei „Salome“ in Essen, exzessive Gewaltdarstellungen einschließlich Massenvergewaltigungs- und Massenerschiessungsszenen bei „Samson et Dalila“ in Köln, sexgeladenen Händel-„Orlando“, ein kindisch-läppisches „Rheingold“ (in dem Alberich als Peepshowkunde onaniert), einer mit nackten Delinquenten geschmückten Puccini-„Turandot“.
Bilder, Bücher, Filme aber auch Theater-Inszenierungen sind von der Persönlichkeit des Künstlers geprägt. Es ist zu wünschen, dass das NTM diese Lohengrin-Inszenierung am Ende dieser Saison absetzt. Die meisten Opernbesucher sind weder sadistisch veranlagt noch sexuell überspannt.