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Heute habe ich einen Brief und eine Broschüre einer Vereinigung „Besorgter Eltern“ erhalten. Sie sind besorgt über die Sexualaufklärung an den Schulen. Etliche Politiker würden die konkreten Inhalte der modernen Sexualaufklärung gar nicht kennen, schreiben sie. In ihrer Broschüre verpasst es aber die Organisation aber, dem Leser zu erklären, welche Teile der Sexualaufklärung an den Schulen nicht stufengerecht oder falsch sein sollen. Dagegen zählt sie in loser Form „Urväter der Gender-Ideologie“ auf und schrumpft Wissenschaftler und Schriftstellerinnen wie Magnus Hirschfeld, Simone de Beauvoir oder Judith Butler auf durchaus kuriose Kürzestzitate zusammen.
Ich kann da nur sagen: Ich wäre in meiner Jugend und auch schon in der Kindheit froh gewesen, wir hätten einen Sexualkundeunterricht gehabt, der über die einstündige Vorführung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale hinausgegangen wäre und aufgezeigt hätte, dass es neben der mitteleuropäischen monogamen Familie aus Vater, Mutter und zwei Kindern (gut, wir waren vier und schon nicht mehr Norm) noch andere Lebensformen gibt und sexuelle wie erotische Anziehungskräfte auch anderswo wirken können. Und dürfen.