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Ausbildung
Die Ausbildung ist neben der Durchsetzung von Zuständigkeitsansprüchen der entscheidende Mechanismus der Professionalisierung der Sozialwesen; ihre Qualität ist abhängig von der Qualität des disziplinären Wissens, der Zusammensetzung der Lehrkörper und der fachlichen und didaktischen Qualität ihrer Mitglieder sowie von der Struktur der Curricula.
Vier Bedingungen einer zufriedenstellen Ausbildung in Sozialer Arbeit sind heute noch nicht erfüllt:
- die breite Verankerung der Sozialarbeitswissenschaft auf dem Niveau von Universitäten, die eine kontinuierliche eigenständige Forschung sowie die Ausbildung namentlich von Lehrkräften für die Ausbildungen an Fachhochschulen gewährleistet (im Unterschied zur gegenwärtigen Positionierung der Entwicklung und Lehre der Sozialarbeitswissenschaft auf dem Niveau von Fachhochschulen und dem Bachelor als Normalstudienabschluss)
- eine breit, tief und systematisch entwickelte systemistische Sozialarbeitswissenschaft (im Unterschied zu einem amorphen Mix von holistischen und individualistischen, realistischen und antirealistischen und fragmentierten und fragmentierenden Sichtweisen und Verfahren);
- eine institutionalisierte Form integrativer Curricula, die dem systemistischen Gehalt des Wissens und der Praxis Sozialer Arbeit Rechnung trägt und es wirksam und effizient zu lehren erlaubt (im Unterschied zu den gegenwärtigen nicht auf Professionalisierung, sondern auf einen disfunktionalen Pluralismus ausgelegten Ausbildungsgängen);
- Lehrkörper an Ausbildungsstätten Sozialer Arbeit, die überwiegend zusammengesetzt sind durch Professorinnen mit einer Erstausbildung in Sozialer Arbeit oder einem Studium in Sozialarbeitswissenschaft (statt der Dominanz von Fachfremden in den Lehrkörpern von SAW-Ausbildungsgängen).
Zusammenfassend dominieren gegenwärtig weitgehend Lehrkörper die Ausbildungen in Sozialer Arbeit an Fachhochschulen, die überwiegend aus fachfremden Lehrkräften gebildet werden und im Rahmen von addidiv (fragmentierend) strukturierten Curricula ein in allen möglichen Hinsichten hyperfragmentiertes und für die Bewältigung des professionellen Alltags nur sehr beschränkt funktionales Berufswissen vermitteln.
Die wenigen methodisch qualifizierteren Hinweise auf die Qualität der Abgängerinnen und Abgänger von Fachhochschulen weisen konsitent darauf hin, dass die heutigen Ausbildung kein auch nur ansatzweise kohärentes und artikulierbares Professionswissen vermitteln
Auswahl von SPSA-Texten