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Das auf aussereuropäische Kunst spezialisierte Museum Rietberg bezog 1952 die Villa Wesendonck, gelegen im Rieterpark, einer der schönsten Parkanlagen Zürichs. Die 1857 von Leonhard Zeugheer erbaute Villa gilt als ein Hauptwerk spätklassizistischer Architektur in Zürich. Der steigende Raumbedarf des Museums, der auch mit der 1978 bezogenen Dépendance in der benachbarten, inzwischen von Arthur Rüegg und Silvio Schmed restaurierten Villa Schönberg (Alfred Friedrich Bluntschli, 1888) nicht gedeckt werden konnte, war ausschlaggebend für die Projektierung einer Erweiterung.
Der Entwurf sieht einen dreigeschossigen Kubus vor, der sich aus einem unterirdischen, rhizomartigen Verbindungsgebäude heraus entwickelt. Zusammen mit den beiden bestehenden Baukörpern - der Villa Wesendonck und dem Dienstgebäude - bildet der Ergänzungsbau als drittes Volumen ein Ensemble und vermag dabei der Institution Museum gegen aussen eine angemessene Präsenz zu verleihen. Er ist so platziert, dass er sich von der Strasse gesehen als Zugangsgebäude präsentiert, vom Park aus hingegen in den Hintergrund tritt. Der historische Park bleibt so weitgehend unberührt.
Im Erdgeschoss beherbergt der Neubau den Kassen- und Shopbereich sowie den Multimediaraum als flexibles Raumgehäuse aus Schiebetrennwänden. In den beiden Obergeschossen befindet sich die neue Dauerausstellung. Über grosszügige Treppen und einen unterirdischen Verbindungsraum zwischen den beiden Häusern ist der Sonderausstellungsraum erschlossen.
Dieser ist als flexibler, vielfältig inszenierbarer Raum ohne Tageslicht konzipiert. Die neuen Dauerausstellungsräume hingegen zeichnen sind durch seitliche Ausblicks- und Belichtungsmöglichkeiten sowie Oberlichter im zweiten Obergeschoss aus. Dank einer geschossüberspannenden Deckenkonstruktion sind auch sie flexibel nutzbar.
Der oberirdische Baukörper ist rundum mit vorfabrizierten Beton-Glasbausteinelementen verkleidet. In Ergänzung zu den Fenstern fungieren sie als Tageslichtquellen für diffuses Licht. Die Anreicherung des Betons mit Quarzsanden und das Sandstrahlen der Platten verleihen dem Volumen eine fein irisierende Oberfläche.
Die Villa Wesendonck erfährt nur im Bereich des bisherigen Treppenhauses eine Veränderung: eine neue Treppe führt vom Untergeschoss direkt in das bestehende Treppenhaus der Villa.