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«Hallo, ich bin Alex von Microsoft. Ich bin hier, um Ihnen zu helfen», meldet sich eine freundliche Männerstimme, gebrochenes Deutsch, bei Frida Cordes* (Name geändert). Die 57-Jährige hat vor kurzem einen Laptop gekauft und sich gewundert, warum beim Einschalten ständig ein Symbol aufpoppte, das zur Reparatur einer Microsoft-Software aufforderte.
Als Alex anrief, war sie überzeugt, er habe die Lösung für ihr Problem. «Er sagte, er helfe mir nun, Schritt für Schritt das Programm zu reparieren», erzählt Frida Cordes.
Dann bat Alex: «Schalten Sie Ihren Computer an und geben Sie diese Nummer ein, damit ich Ihr Gerät überprüfen kann.»
Dann begannen die Fragen. «Tätigen Sie Einkäufe übers Internet? Wie bezahlen Sie? Mit Kreditkarte oder Paypal?» Um volle Sicherheit zu garantieren, müsse er auch ihre Bankdaten überprüfen.
Frida Cordes sagte: «Nein, stopp. Wer sind Sie überhaupt?» Seine Stimme blieb ruhig: «Ich bin Alex von Microsoft, ich bin hier, um Ihnen zu helfen.» Es sei kein Problem, wenn sie ihre Bankdaten nicht angeben könne. «Aber ich müsse für den Service bezahlen. Ich solle am nächsten Bankautomaten eine Prepaid-Karte für 500 Franken beziehen», sagt Frida Cordes.
Eine bekannte Masche
Sie weigerte sich, wollte den Computer mit der Maus herunterfahren, doch Alex hatte mittlerweile die Steuerung übernommen. Dann legte sie auf, doch Alex rief pausenlos wieder an. Als sie nicht abhob, gab er irgendwann Ruhe. Frida Cordes liess ihren Laptop danach von einer Fachperson überprüfen. Es fand sich kein Bug.
Die Masche mit dem angeblichen Microsoft-Mitarbeiter ist alt . Jetzt aber häufen sich solche Meldungen wieder, bestätigt das Nationale Zentrum für Cybersicherheit. «Wir gehen davon aus, dass diese Betrugsmasche wieder attraktiver geworden ist, weil die Leute vermehrt im Homeoffice arbeiten und mehr online einkaufen», sagt Pascal Lamia, Leiter Operative Cybersicherheit des Bundes.
Gefälschte Telefonnummern
Woher die Betrüger die Kontaktdaten ihrer Opfer haben, sei nicht ganz klar. Eventuell über öffentlich zugängliche Verzeichnisse. Auch die Telefonnummern der Anrufer seien in der Regel gefälscht. «Es kann nicht gesagt werden, woher diese Anrufe effektiv kommen.»
Wichtig sei, das Gespräch sofort abzubrechen. «Weder Microsoft noch andere Firmen tätigen unangemeldet oder unaufgefordert Anrufe, um Computerprobleme zu beheben», betont Fachmann Pascal Lamia. Und: «Seien Sie generell skeptisch bei Anrufern, die eine Aktion von Ihnen verlangen und ansonsten mit Konsequenzen drohen.»
Mit vermeintlichen Gewinnversprechen versuchen dubiose Firmen, nicht nur sich selbst zu bereichern, sondern auch an Personendaten zu gelangen. Guider zeigt Beobachter-Abonnenten, wie sie Konsumfallen erkennen, wie sie sich dagegen wehren und diese mittels Musterbrief direkt dem Seco melden können.