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wird aber durch Rektifikation wieder hergestellt.
Dies Blau rührt von einem eigenthümlichen Farbstoff her, dem Coerulein, und ist so intensiv, dass selbst sehr verdünnte Lösungen noch blau erscheinen.
Spez. Gew. 0,920-0,940. Beginnt bei 105 ° zu sieden.
Anwendung. Selten in der Medizin und in der Likörfabrikation.
Óleum cinnamómi cássiae oder Ól. cassiae.
Zimmtcassiaöl, Kanehlöl.
Ist das Oel der Zimmtcassia und des chinesischen Zimmts (s. d.) und wird in der Heimath des Baumes aus den Abfällen der Rinde, den Blättern und Knospen gewonnen. Es kommt in Kisten von 4 Kanistern à 7 ½ kg Netto in den Handel, ist gelb bis gelbbraun, etwas dickflüssig, von 1,055 spez. Gew., kräftigem Cassiageruch und süssem, hinterher etwas scharfem Geschmack. Es siedet bei 225 °. Durch die Rektifikation wird es heller, fast farblos, aber nicht feiner von Geruch. Es ist seiner chemischen Zusammensetzung nach das Aldehyd der Zimmtsäure;
dieses verwandelt sich durch Aufnahme von Sauerstoff in Zimmtsäure, daher ist alles Oel des Handels zimmtsäurehaltig, alte Oele enthalten oft 30-40 % derselben.
Reines Cassiaöl ist in Wasser fast gar nicht löslich, dagegen schon in 1 ½ Vol. Weingeist.
Bei Abkühlung unter 0° erstarrt es zu einer festen Masse.
Seine häufigste Verfälschung soll die mit Nelkenöl, richtiger wohl mit Nelkenstielöl sein, jedoch ist dieselbe unschwer nachzuweisen.
Reines Cassiaöl entwickelt beim Verdampfen süsse Dämpfe, ist aber Nelkenöl zugegen, so sind dieselben scharf und stechend. (Ulex.) Ist durch diese Probe der Verdacht einer Fälschung entstanden, so versetzt man das Oel mit rauchender Salpetersäure.
Reines Cassiaöl schäumt nicht, erstarrt aber: Nelkenöl schäumt und wird rothbraun.
Löst man ferner einige Tropfen des Oeles in Alkohol und setzt einen Tropfen Eisenchloridlösung hinzu, so erscheint die Farbe braun, wenn das Oel rein, grünbraun dagegen, wenn es mit Nelkenöl versetzt war.
Beimengungen anderer Oele lassen sich durch sein Verhalten gegen Petroläther erkennen.
Reines Cassiaöl wird von demselben so gut wie gar nicht gelöst, wohl aber andere Oele.
Auf Alkohol darf nicht durch Fuchsin geprüft werden, sondern mittelst der Tanninprobe.
Anwendung. Vor Allem in der Parfümerie und der Likörfabrikation.
Es hat sich nach eingehenden Untersuchungen herausgestellt, dass fast alle in den letzten Jahren von Hongkong an den Markt gekommenen Partien von Cassiaöl in wahrhaft haarsträubender Weise verfälscht waren.
Das Oel zeigte ein richtiges spez. Gew., seine Löslichkeit in ¶
Weingeist erschien ebenfalls richtig, doch hinterliess dasselbe beim Rektifiziren 20-33% eines festen brüchigen Harzes, und das Destillat theilte sich bei der Destillation in zwei Schichten, eine im Wasser untersinkende (wirkliches Cassiaöl) und eine auf dem Wasser schwimmende, welche sich bei genauer Untersuchung als Petroleum erwies.
Man hatte also augenscheinlich 20-25 % Kolophonium im Cassiaöl gelöst und dann das spez. Gew. durch Zusatz von Petroleum wieder richtig gestellt.
Schimmel & Co., denen wir die Aufdeckung dieses Betruges verdanken, schreiben am Schluss ihres Artikels Folgendes:
Die Anforderungen, welche wir an ein gutes Cassiaöl zu stellen haben, sind folgende:
1. Das Cassiaöl soll bei 15° C. ein spez. Gew. von 1,050-1,070 haben.
2. Bei der Destillation müssen ca. 90% reines Cassiaöl übergehen.
Der Rückstand darf nach dem Erkalten nicht fest werden und den Charakter eines spröden Harzes annehmen, sondern muss mindestens dickflüssig bleiben.
Derselbe soll 6-7 %, keineswegs aber mehr als 10 % betragen.
Die Prüfung der Löslichkeit des Oels in verdünntem Sprit hat für den Nachweis von Harz keinen Werth, wie sich bei Untersuchung von Oelen, welche absichtlich damit versetzt waren, ergab.
Óleum cinnamómi Ceylánici oder cinnamómi acúti.
Echtes Zimmtöl.
Wird aus den Abfällen des Zimmts bereitet;
es gleicht dem vorhergehenden im Aeussern und in seinen Eigenschaften, nur ist sein Geruch feiner und der Geschmack feuriger, das spez.
Gewicht etwas geringer, 1,030. Es ist auch chemisch von dem vorhergehenden nicht zu unterscheiden.
Echtes Zimmtöl, aus wirklichem dünnem Ceylon-Zimmt destillirt, soll folgende Eigenschaften zeigen: in kaltes Wasser getropft muss es untersinken;
mit der Zunge in Berührung gebracht, muss es sofort die Empfindung hochgradiger Süssigkeit, welche diejenige des Zuckers weit übertrifft, hervorrufen und dieser rein süsse Zimmtgeschmack muss bis zuletzt anhalten.
Ordinäre Sorten, wie solche vielfach von Ceylon kommen, zeigen anfangs einen mehr nelkenartigen Geschmack und auch später nicht die Süsse der echten Sorten.
Sie sollen nach Schimmel & Co. dadurch gewonnen werden, dass man die holzigen Stücke und Zimmtblätter mit zur Destillation verwendet.
Óleum citri, Óleum de cédro.
Citronenöl.
Durch Auspressen der frischen Fruchtschalen von Citrus limonum, der Citrone, gewonnen;
namentlich in Italien und Südfrankreich.
Seltene ¶