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| Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)

Erstes Buch. Briefe von Augustins Bekehrung (386) bis zu seiner Erhebung zum Bischof von Hippo (395).
XVI. (Nr. 28.) An Hieronymus
XVI.(Nr. 28.)
Geschrieben im Jahre 395.
Augustinus an seinen geliebtesten Herrn, seinen Bruder und Mitpriester Hieronymus, dem er in aufrichtigster Liebe und Verehrung zugetan ist.
Inhalt.
Augustinus sendet den Profuturus mit herzlicher Begrüßung an Hieronymus, der sich zu Bethlehem befindet. Er benützt die Gelegenheit, dem heiligen Hieronymus den Wunsch des gelehrten Afrikas nach einer Übersetzung des Origenes und anderer griechischen Schrifterklärer mitzuteilen. An der Bibelübersetzung des Hieronymus wird die große Abweichung von der Sep-tuaginta beanstandet; er zweifelt, ob Hieronymus den Urtext richtig verstanden habe. Besonders aber tadelt Augustinus sehr ernst, ja mit beißender Schärfe die Auslegung von Gal. 2,14, wo Hieronymus erklärt hatte, der heilige Paulus habe nur zum Scheine, um die Heidenchristen zu beruhigen, den bekannten Tadel gegen den heiligen Petrus ausgesprochen. Er findet darin eine Verteidigung der Lüge, die die Heilige Schrift um alles Ansehen bringen müsse. Die sachliche Antwort des heiligen Hieronymus findet sich im 112. Briefe der Ausgabe von Vallarsi.