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Dolinen in Muttenz
Bohrungen im Bereich des Schulhauses Hinterzweien zeigen, dass bis in eine Tiefe von 14 bis 19 m Niederterrassenschotter liegen. Darunter folgt die oberste Schicht des Muschelkalkes, der Trigonodumusdolomit. (Quelle: Geologische Karte auf geoview.bl.ch). Der Muschelkalk wurde gelöst und es entstand ein Hohlraum (=Karst). Durch das Grösserwerden des Hohlraumes und/oder Druckzunahme von oben brach der Hohlraum (teilweise?) ein und das darüberliegende Material stürzte nach. Wie man aus den Karten unten entnehmen kann, besteht in Muttenz durchaus ein Risko für weitere Einstürze bzw. Senkungen.
Weitere Dolinen in Muttenz:
|Rothallenweiher 2008

Foto: Hanspeter Meier
|Lachmatt 2007

Foto: Paul Imbeck
Gefahrenhinweiskarte Naturgefahren, im Kanton Basel-Landschaft, Kurzbericht, Dezember 2005
Einsturz (Dolinen)
Dolinen (Einsturztrichter) sind Ausdruck einer spontanen oder kontinuierlichen Absenkung der Geländeoberfläche in folge des Nachbruches unterirdischer Lösungshohlräume (Karst) . Die Hohlräume ihrerseits sind das Produkt langfristiger Lösung vergleichsweise leicht löslicher, gesteinsbildender Minerale wie Calcit, Dolomit, Gips oder Steinsalz durch zirkulierendes Sicker- und Grundwasser (Subrosion). Entsprechend sind Einstürze bzw. Absenkungen auf die Verbreitungsgebiete verkarstungsfähiger Gesteine beschränkt. Die Schadenwirkung ergibt sich durch Einstürze und Absenkungen und betrifft insbesondere Gebäude und Infrastruktur.
Auszug dem Kurzbericht Naturgefahren
"Soweit überhaupt dokumentiert liegen Dolinen i.e.S als Ausdruck spontaner Einstürze in Gebieten, wo die verkarstungsfähigen Festgesteine lediglich in geringer Mächtigkeit mit quartären Sedimenten bedeckt sind. Dabei treten besonders die im Blauengebiet und im südlich anschliessenden Laufener Becken an der Oberfläche anstehenden Kalke des Malm (Rauracien, Sequanien), sowie die im östlichen Kanonsteil häufiger oberflächlich vorkommenden Kalke des Oberen Muschelkalks sowie des Hauptrogenstein und die gipsführenden Mergel des Gipskeupers in Erscheinung. Im Bereich des Rheintales hingegen, wo der tiefere Untergrund beinahe flächendeckend von verkarstungsfähigen Gesteinen eingenommen wird, sind kaum Dolinen kartiert oder spontane Einstürze registriert. Die angesichts der mächtigen Überdeckung mit Schottern hier eher zu erwartenden flächenhaften, kontinuierlichen Absenkungen können entweder direkt beobachtet bzw. gemessen oder anhand der Morphologie der Schotterbasis bzw. Felsoberfläche rekonstruiert werden. Solche Absenkungen traten und treten v. a. im Gebiet Muttenz - Schweizerhalle auf."
Doline Schulhaus Hinterzweien
Am 11. November 2014 brach im Bereich des ehemaligen Primarschulhauses Hinterzweien bei Bauarbeiten eine Doline ein und hinterliess ein beträchtliches Loch.
Es handelt sich um eine sog. Einsturzdoline.
Doline Schulhaus Hinterzweien, Aufnahme vom 19.12.2014
Foto: Projektleiter Hochbauamt, Bau- und Umweltschutzdirektion Basel-Landschaft
Bodensenkungen in Muttenz
Aus dem Jahresbericht 2021: ISSKA Bauen im Karst
«...Neue Auswertungen mittels Satellitenradarmessungen zeigen, dass die Region Fröschenegg besonders betroffen ist, mit Absenkungsraten von mehreren Millimetern pro Jahr. Dies hat Auswirkungen auf Gebäude und Infrastrukturen. Um mögliche Massnahmen zur Reduktion der Absenkungen zu treffen, hat der Kanton Basel-Landschaft ein Team von (Hydro-)Geologen des SISKA und der Universität Basel damit beauftragt, das Phänomen und dessen Ursachen zu untersuchen.
Der Untergrund in Muttenz enthält Kalkstein, Gips und Salz, drei lösliche Formationen, die zu Absenkungen führen können. Mit Hilfe von Geophysik (Seismik) und Bohrungen soll die genaue Konfiguration des Untergrunds beschrieben werden. Hydraulische Messungen und Tests sollen zudem Aufschluss über die Bedingungen für die Zirkulation des Grundwassers geben. Im letzten Jahrhundert wurden diese in der Region Muttenz stark künstlich verändert.
Die Seismik wurde durchgeführt und interpretiert, Bohrungen werden im 2022 ausgeführt. Zudem werden die Grundwasserströmungsverhältnisse im Gebiet erfasst. Das Projekt läuft noch bis zum Jahr 2023. Dann liegen die Schlussfolgerungen vor.»