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Die bevorstehende Abstimmung über den Brexit in Grossbritannien hat die Finanzmärkte fest im Griff. Mittlerweile notiert der SMI im Bereich der Marke bei 7'800 Punkten und hat damit über die vergangenen zwei Wochen gegen 6% nachgegeben. Nur anfangs Mai, anfangs April und zum Jahrestiefpunkt im Februar lag der Leitindex im laufenden Jahr noch tiefer, dafür befindet sich der Volatilitätsindex VSMI auf dem höchsten Niveau seit Februar. Der Euro stabilisiert sich derweil gegenüber dem Franken auf einem Niveau von rund 1,0880 CHF.
Nachdem sich gemäss den jüngsten Umfragewerten der Vorsprung der Befürworter eines "Brexit" akzentuiert hat, wenden sich die Marktkommentatoren vermehrt diesem Szenario zu. Die grosse Mehrheit beurteilt einen solchen Schritt negativ, wobei man sich einig ist, dass die Folgen schwierig abzuschätzen sind. Es sehe ganz danach aus, als komme es in Grossbritannien zum befürchteten knappen Ergebnis, heisst es dazu in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank, womit die Unsicherheit bis zum 23. Juni anhalten dürfte. Im Laufe der Woche steht darüber hinaus aber auch die Sitzung der amerikanischen Notenbank im Fokus sowie einen Tag später die geldpolitische Lagebeurteilung der SNB.
SMI verliert kräftig
Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 11.50 Uhr 1,25% auf 7'823,46 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, sinkt 1,44% auf 1'178,31 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,30% auf 8'474,97 Punkte. Bis auf Syngenta geben alle 30 Blue Chips ab.
Grösste Verlierer sind derzeit LafargeHolcim (-3,4%). Zum Zementkonzern erschien am Montag in der "Financial Times" ein Bericht, wonach das Unternehmen sein Devestitionsprogramm noch ausweiten soll, was das Unternehmen mittlerweile bestätigt hat. In der Wochenendpresse hat überdies der Grossaktionär Thomas Schmidheiny die Fusion von Holcim mit Lafarge verteidigt. Er räumte überdies ein, dass der Konzern bis Mitte 2017 grosse Baustellen haben werde, was allerdings auch so vorgesehen gewesen sei.
Dahinter geben Dufry (-2,5%) und Zurich (-2,2%) am stärksten nach. Der Versicherungskonzern hatte noch am vergangenen Freitag eine interne Reorganisation angekündigt, was den Titel aber bereits vor dem Wochenende dem allgemeinen Abwärtstrend nicht entziehen konnte.
Bei jeweils knapp über 2% liegen auch die Abgaben in Sonova, Adecco, Actelion und Swiss Re. Die Aktie des Rückversicherers wurde von der Credit Suisse mit dem Rating "Underperform" und einem Kursziel von 87 CHF wieder ins Aktien-Research aufgenommen. Die Bank sieht derzeit ein besseres Chancen/Risiko-Profil bei der Aktie des Konkurrenten Munich Re.
Credit-Suisse-Aktie gibt nach
Die Aktie der CS selbst büsst mit einem Minus von 1,9% ebenfalls deutlich ein, während UBS um 1,6% zurückfallen. Für die beiden Grossbanken hat Exane BNP die Kursziele gesenkt und das Rating von jeweils "Underperform" bestätigt. Julius Bär (-1,7%) halten sich nicht besser. CEO Boris Collardi hat in einem Interview mit der Wochenendpresse Verbesserungen des Systems angekündigt, um künftig Probleme mit Korruptionsskandalen wie bei der Fifa und bei Petrobras zu verhindern. Für das im laufenden Jahr angestrebte Wachstum zeigt er sich grundsätzlich zuversichtlich.
ABB (-1,9%) segeln mit den aktuellen Verlusten im selben Fahrwasser. Der Industriekonzern hat am Morgen mit Sami Atiya einen neuen Chef für die Division Industrieautomation und Antriebe bekanntgegeben.
Im breiten Markt fallen Addex um 5,6% zurück. Neue vorklinische Studiendaten, welche das Unternehmen positiv wertet, verleihen dem Titel keinen Schub. Nach der starken Aufwärtsbewegung in der Vorwoche komme es hier zu Gewinnmitnahmen, hiess es am Markt.
Auch EFG (-1,1%) geben klar nach. Zwar hat Goldman Sachs das Rating der Privatbanken-Gruppe auf 'Neutral' von 'Sell' erhöht, dafür hat am vergangenen Freitag die Ratingagentur Moody's verschiedene Ratings für die Bank gesenkt.
(AWP)