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In der ganzen Schweiz wird mit wasserbaulichen Massnahmen ein Schutz des geschlossenen Siedlungsraums vor Hochwasser mit einer statistischen Wiederkehrdauer von 100 Jahren, einem so genannten HQ100, angestrebt. Das Hochwasser vom 21./22. August 2005 hat auf eindrückliche Weise offen gelegt, dass die Gerinnekapazität der Kleinen Emme ab der Einmündung der Fontanne bis zum Zusammenfluss mit der Reuss zu gering ist. Die Kleine Emme kann kein HQ100 schadlos abführen. Beim Hochwasser 2005 waren die Dämme, Seitenleitwerke und Schwellen – erbaut in den Jahren 1903 bis 1905 und damit am Ende ihrer Nutzungsdauer – massiv beschädigt worden, so dass ihr Ersatz notwendig ist.
Das grösste Hochwasserrisiko an der Kleinen Emme und damit auch der grösste Handlungsbedarf besteht rund um den Seetalplatz. Hier beginnt auch die Realisierung des Projektes "Hochwasserschutz und Renaturierung Kleine Emme" . Über eine Strecke von 23 km wird der Hochwasserschutz sichergestellt.
Das Wasserbauprojekt am Seetalplatz umfasst den Flussabschnitt der Kleinen Emme oberhalb des Seetalplatzes bis zu ihrer Mündung in die Reuss. Die wasserbaulichen Massnahmen sind mit den Projekten der Siedlungs- und der Verkehrsentwicklung koordiniert. Der Kantonsrat hat mit Dekret vom 20. März 2012 einen Sonderkredit für den Hochwasserschutz und die Neugestaltung des Verkehrs im Gebiet Seetalplatz in den Gemeinden Emmen und Luzern beschlossen (Botschaft B 15 vom 27. September 2011) . An der Volksabstimmung vom 17. Juni 2012 haben die Stimmberechtigten diesem Sonderkredit zugestimmt.
Mit den im Wasserbauprojekt vorgesehenen Massnahmen wird der Flusslauf hochwassersicher ausgebaut und renaturiert. Ziel ist es, ein Hochwasser wie im August 2005 so abzuführen, dass es in den dicht besiedelten Wohn-, Industrie- und Gewerbegebieten keinen Schaden anrichtet. Gleichzeitig wird der Flussraum der Kleinen Emme als Erholungsraum aufgewertet und attraktiv gestaltet, die Zugänge zum Wasser werden teilweise erleichtert und Uferwege werden neu gebaut.
Im Besonderen sind folgende bauliche Massnahmen vorgesehen: Der Flussabschnitt Seetalplatz bis Reusszopf wird verbreitert und zum grosszügigen Gewässerraum ausgeweitet. Dieses wird mit einem zweiten Flussast erreicht. Durch die Flussaufweitung kann eine Absenkung des Wasserspiegels erreicht werden. Dadurch sind kleinere Erhöhungen der Uferbereiche erforderlich. Im Weiteren sind breitere und variable Sohlenbereiche mit Abflachungen der Böschungen geplant. Das linke Flussufer zwischen der unteren Zollhausbrücke und den SBB-Brücken wird als flache Böschung und mit Sitzstufen gestaltet. Im Reusszopf soll sich eine Flussaue entwickeln. Durch Geländemodellierung werden unterschiedlich hoch angeordnete Mulden und Geländekammern erstellt, die durch Sicker-, Grund- und Regenwasser gespeist werden. Einzelne Mulden werden mit einer Lehmschicht abgedichtet. Es entstehen neue attraktive Räume für die Erholung und der Flussraum wird ökologisch aufgewertet.