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Die Seriguela (Spondias purpurea L.), eine Frucht, deren Baum bis zu sieben Meter hoch werden kann, es gibt 18 Arten, von denen sechs in Brasilien vorkommen. Sie stammt aus Mittelamerika und passt sich leicht an tropische, trockene und halbtrockene Klimazonen an.
Die in der nordöstlichen Region weit verbreitete Frucht ist reich an Vitamin C und Ballaststoffen. Der Verzehr kann dazu beitragen, Darmerkrankungen vorzubeugen und sogar das Auftreten von Darmkrebs zu verringern.
Die Heimat der Seriguela ist Mittelamerika
Ein Kuriosum der Frucht, das in Brasilien schon für Diskussionen gesorgt hat, ist ihre unterschiedliche Schreibweise – je nach Landesteil buchstabiert man sie: “Seriguela, Siriguela, Ceriguela“ oder “Ciriguela“ – laut einer Ernährungswissenschaftlerin gibt es keine offiziell korrekte Schreibweise für den Namen in Brasilien.
Die Ernährungswissenschaftlerin weist darauf hin, dass ihr einziger offizieller Name die wissenschaftliche Bezeichnung Spondias purpurea L. ist, damit gehört sie zur Familie Anacardiaceae, in der Ordnung der Sapindales.
In Brasiliens Nachbarländern ist sie unter den Namen “Spanische Pflaume“ und “Mexikanische Jocote“ bekannt – die letztere Bezeichnung stammt aus dem Sprachgebrauch der antiken Inka, die diese Frucht “Xocotl“ nannten. Sie gehört zur gleichen Familie wie die Mangos und ist in den tropischen Regionen Mittelamerikas wie Costa Rica, Guatemala, Honduras, El Salvador und Panama beheimatet – in Brasilien hat sich vor allem der Nordosten als internationaler Exporteur der Frucht entwickelt.
Wachstumsbedingungen
Der Seriguela-Baum ist an trockene und halbfeuchte Tropen bis zu 1600 m Höhe sowie an die Subtropen angepasst. In Guatemala wird er von der Meereshöhe bis in 2100 m Höhe angebaut, und auch in den Subtropen der peruanischen Zentralküste Richtung Norden wird er angebaut. Er gedeiht sowohl in feuchtem als auch in trockenem Klima, aber die Früchte aus trockenen Gebieten sind von besserer Qualität, daher ist der brasilianische Nordosten – sonnig und trocken – ideal für seine Entwicklung.
In sehr kühlen Klimazonen kann er zwar wachsen, blüht aber nicht. Der Baum wächst am besten unter voller Sonne und an Orten mit langer Trockenzeit, wo die Entlaubung ein Anpassungsmechanismus ist. Er ist in Gebieten mit einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge von 300 bis 1800 mm zu finden. In trockenen Gebieten treibt er gewöhnlich zu Beginn der Regenzeit aus und blüht.
Die ausladende und wenig verzweigte Wuchsform macht den Baum weniger anfällig für Windschäden. Der Baum ist in der Lage auf felsigen Substraten, an Hängen oder auf verschiedenen Bodentypen zu wachsen, auch auf solchen mit geringem landwirtschaftlichem Wert, da er zu physiologischer und anatomischer Anpassung fähig ist. Mit der Wurzel kann eine Mykorrhiza-Symbiose (Pilzverbindung) bestehen, die das Pflanzenwachstum durch Förderung der Phosphoraufnahme begünstigt.
Entwicklung von Blüten und Früchten
Der Zeitpunkt der Blüte variiert je nach Klima, tritt aber in der Regel in der Trockenzeit auf, wenn die Bäume entlaubt sind oder wenn die jungen neuen Blätter erscheinen. Es werden neue vegetative Triebe gebildet, die den größten Teil der blütentragenden Zweige ausmachen können. In Gebieten mit ganzjährigem Niederschlag kann die Blüte kontinuierlich stattfinden. In trockenen Gebieten kann die Blüte je nach Phänologie des Baumes durch sorgfältig geplante Bewässerung gesteuert werden.
Die Frucht benötigt etwa 115 Tage von der Anthese bis zum Beginn der Reifung. Die neuen vegetativen Triebe und die Früchte reifen zur gleichen Zeit. Die Früchte reifen in der Regel während der Trockenzeit, wenn eine hohe Anzahl von Stunden voller Sonneneinstrahlung mehr Zucker und damit eine bessere Fruchtqualität erzeugen.
Beschreibung der Pflanze
In den Tieflandtropen ist die Art ein kleiner, niedrig verzweigter Laubbaum oder Strauch (3-6 m) und im Hochland ein ausladender, dickstämmiger Baum, der 7-15 m erreichen kann. Das offene Kronendach kann bis zu 15 m breit werden, der Stamm kann einen Durchmesser von 50 cm erreichen. Die Rinde ist grau und meist glatt. Die Hauptäste neigen dazu, waagerecht zu wachsen, und alle Äste sind ziemlich brüchig. Bei Schnitten und Rissen in der Rinde tritt ein dickes, durchsichtiges Harz aus.
Die zusammengesetzten Blätter haben 9-19 fast sitzende, verkehrt eiförmige bis lanzettliche oder länglich-elliptische, wechselständig angeordnete, 2-6 cm lange und 1,25 cm breite Fiederblättchen, die leuchtend rot oder violett gefärbt sind und im Alter grün werden.
Die achselständigen Blütenstände stehen in 1-10 cm langen Rispen mit wenigen Blüten, die gewöhnlich an den älteren und entblätterten Knoten erscheinen. Jede Rispe hat männliche, weibliche und zweigeschlechtliche Blüten. Die Blüten haben 4-5 Kelchblätter und 4-5 winzige rote bis violette Kronblätter, die zur Zeit der Blüte gewöhnlich 2,5-3,5 mm lang sind. Pollen wird normalerweise nicht gebildet, da sich die Mutterzellen der Mikrosporangien nicht entwickeln.
Die Früchte sind “parthenokarp“ (reifen ohne Befruchtung). Eine längliche bis verkehrt eiförmige, subglobale oder sogar birnenförmige Steinfrucht, 2,5-5,0 x 1,0-3,5 cm groß, mit glatter und glänzender Schale. Die Früchte erscheinen einzeln oder in Gruppen von zwei oder drei. Die reife Frucht ist normalerweise dunkel- oder leuchtend rot, kann aber auch violett, orange, rot-gelb und manchmal sogar gelb sein und kann mit der gelben “Mombin-Pflaume“ verwechselt werden. Das Mesokarp ist fleischig und saftig, 5-7 mm dick, säuerlich im Geschmack, sehr aromatisch, gelb und faserig und ist mit einem faserigen und harten Endokarp verbunden, das 1,25-2,5 cm lang sein kann und normalerweise keine Samen, sondern die Überreste unbefruchteter Samenanlagen enthält.
Die Inhaltsstoffe der Frucht
Reich an Ballaststoffen und Vitamin C, ist die Seriguela ein Verbündeter gegen Verstopfung, beugt Hämorrhoiden vor und trägt auch zur Behandlung von Fettleibigkeit bei, außerdem hilft sie, den schlechten Cholesterinspiegel zu senken.
Der Verzehr der Frucht wirkt sich auch positiv auf die Regulierung des Blutzuckers aus und verringert das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sie enthält auch eine Reihe von Nährstoffen wie Kalzium, Eisen, Zink und Thiamin.
Medizinische Verwendung
- In Mexiko wird diese Frucht als Diuretikum (erhöht die Urinausscheidung) und Antispasmodikum (plötzliche Muskelkontraktion, wofür ein Massagegerät eingesetzt wird) verwendet.
- Die Frucht wird ausgekocht, um Wunden zu baden und Mundwunden zu heilen.
- Ihr Sirup wird gegen chronischen Durchfall verwendet.
- Die Baumrinde wird zur Behandlung von Räude, Geschwüren und Blähungen aufgrund von Darmgasen ausgekocht.
- Ein wässriger Extrakt aus den Blättern hat antibakterielle Eigenschaften.
- Das Gummiharz des Baumes wird mit Ananas gemischt, um Gelbsucht zu behandeln.
Viele gesundheitliche Vorteile
Als Vitamin-C-Quelle trägt die Frucht zu einer verbesserten Aufnahme und Verwertung von Nicht-Häm-Eisen bei, wodurch Anämie bekämpft wird; sie ist ein Kofaktor für Enzyme, die an der Biosynthese von Kollagen, Nebennierenhormonen, Carnitin und Neurotransmittern beteiligt sind, sie nimmt am Prozess der Inaktivierung freier Radikale teil (als Antioxidans) und trägt zum Heilungsprozess von Gewebe bei. Der hohe Gehalt an Antioxidantien in dieser Frucht hilft unseren Zellen, freie Radikale im Körper zu bekämpfen, die sonst chronische Gesundheitsprobleme wie frühzeitige Alterung, Entzündungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen würden.
Phytochemische Zusammensetzung
Entsprechende Studien beweisen das Vorhandensein verschiedener phytochemischer Verbindungen in den Rinden und Samen von Seriguelas, darunter Flavonoide, Catechine, Cumarine, Triterpenoide, Steroide, Saponine und andere. Die verschiedenen Inhaltsstoffe und die ernährungsphysiologischen Eigenschaften, die der tägliche Verzehr dieser Frucht für die Gesundheit mit sich bringt, machen sie zu einem wichtigen Verbündeten in der Ernährung.
Die in der Frucht enthaltenen bioaktiven Verbindungen (Phenole) sind in der Lage, biologische Oxidationsprozesse auszugleichen und haben eine schützende Wirkung bei nicht übertragbaren Krankheiten, wie z. B. Krebs.
Wann ist Reifezeit?
- Die Seriguela-Saison beginnt gegen Ende des Frühjahrs, wobei die Erntesaison im Nordosten Brasiliens zwischen Dezember und März liegt.
- Nach Angaben einer Lehrerin und Ernährungsberaterin befindet sich eines der größten Produktionszentren der Frucht in der “Region Cariri“ des Bundesstaates Ceará (Nordosten Brasiliens).
- Die Fruchtreife ist in anderen Ländern unterschiedlich. In Mexiko beispielsweise wird das ganze Jahr über produziert, wobei die rote Mombin-Sorte von September bis Oktober, am Ende der Regenzeit, angepflanzt wird.
Wie schmeckt die Seriguela?
Die Frucht hat einen süß-säuerlichen, angenehmen Geschmack, ist aromatisch, und saftig. Die Frucht wird grün, halbreif oder reif gegessen. Grüne Früchte werden mit Salz und Essig als Snack verzehrt oder in Sirup gekocht; reife rote Früchte werden hauptsächlich frisch verzehrt. Die weiche Außenhaut ist leicht verletzbar, und das Fruchtfleisch wird häufig zu Marmelade, Saft, Wein und Likör verarbeitet.
Das Fruchtfleisch wird zum Aromatisieren von Speiseeis verwendet. In Mexiko und Guatemala werden die getrockneten Früchte in einem mit braunem Zucker zubereiteten Dessert verzehrt; in diesen Ländern wird auch ein fermentiertes Getränk aus ihnen zubereitet
Wie kann man die Seriguela verarbeiten?
Aufgrund der Qualität der Frucht ist es möglich, eine Reihe von Lebensmitteln und Getränken aus der Seriguela herzustellen. Neben dem Saft, der auf natürliche Weise aus dem Fruchtfleisch gepresst werden kann, gibt es Gelees, Soßen, Getränke wie Likör und Wein und sogar Desserts – im Nordosten Brasiliens ist Seriguela-Eiscreme sehr beliebt.
Die Ernährungswissenschaftlerin erklärt, dass die Seriguela, wenn sie reif ist, sehr schnell verdirbt. Für eine bessere Nutzung der Früchte empfiehlt sie das Einfrieren nach vorheriger Desinfektion.
Seriguela-Saft
Um den natürlichen Seriguela-Saft herzustellen, müssen die Früchte mit kaltem Wasser vermischt und in einem Mixer zu einem homogenen Getränk verarbeitet werden.
Es besteht die Möglichkeit, die Flüssigkeit nach dem Schlagen abzuseihen, um den Saft von den Kernen zu trennen. Aline Sobreira merkt an, dass die Zubereitung des Getränks auch mit Sojamilch, Nüssen oder Reis erfolgen kann, um den Nährwert zu erhöhen.
Indikationen und Kontraindikationen
- Die Früchte sollten in Maßen verzehrt werden. Nach der Tabelle der Lebensmittelzusammensetzung (TACO) haben 100 Gramm Seriguela etwa 76 kcal.
- Bei übermäßigem Verzehr kann es zu Durchfall, Krämpfen und Nierensteinen kommen, da das in der Frucht enthaltene Vitamin C sich mit Kalzium verbindet und Kalziumoxalat bildet.
- Neben diesen Faktoren gilt die Seriguela als Nahrungsmittel mit mäßigem Kaloriengehalt und besitzt einen hohen Anteil an Kohlenhydraten.