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Auch hier wird diskutiert, dass die Kosten fürs Nichtstun erheblich höher sind, als wenn wir jetzt in Massnahmen investieren, um den Temperaturanstieg auf 1.5 bis 2 Grad zu drosseln.
Es sind drei Fehlannahmen in diesem Satz: a) wird angenommen, als ob wir – also irgendjemand – wüssten, was uns der Netto-null-Umbau der Gesellschaft kosten wird; b) wird gesagt, die Kosten fürs Nichtstun wären immens höher und schliesslich c) der Temperaturanstieg sei mit menschlichen Massnahmen zu stoppen, weil er schliesslich auch auf den Menschen zurückzuführen sei.
Man sollte drei Dinge eingestehen: 1. Nichtstun steht nirgendwo zur Diskussion, ergo stehen auch dessen Kosten nicht zur Debatte. 2. Niemand kennt die tatsächlichen Kosten des ökologischen Umbaus. Zwar kann man die Kosten für Gebäudedämmungen, den Heizkesselersatz, den Anschluss für Fernwärme, den Ausbau der Solar- und Windenergie, den kompletten Ersatz der Verbrenner-Autos durch EV usw. berechnen.
Was jedoch die sozialen Verwerfungen anbelangt, die der ökologische Umbau der Gesellschaft bedeutet – man schaue auf Frankreich und Deutschland wenn es um ein paar CO2-Abgabecent geht -; man rechne die gesellschaftlichen Kosten für den destabilisierenden Aufstieg der Rechtspopulisten in der Niederlande, Deutschland, Frankreich und anderen Ländern hinzu und erweitere diese Liste mit eigenen Ideen, dann ist klar, dass die Kosten für das Netto-null-Ziel, wie beispielsweise in Basel fürs Jahr 2037 per Volksabstimmung festgelegt, schlicht nicht zu stemmen sind.
Zumal man in Basel-Stadt sich einredet, damit das (fiktive) 1.5 Grad-Ziel einhalten zu können.
Was konkret bedeutet, dass wir nicht nur den Trend der letzten drei Jahrzehnte umkehren müssen, sondern auch die Netto-Emissionen in den nächsten dreizehn Jahren auf null herunterzuschrauben.
Das Netto-null-Ziel für Basel-Stadt ist, mit Verlaub, schlicht absurd.
Und wird deshalb, je näher wir dem Datum kommen, jede Menge Frust auslösen.
Wenn ich also die Netto-null-Kosten nicht berechnen kann, weil zuviele Unbekannte dies verunmöglichen, kann ich auch nicht sagen, dass Nichtstun – was übrigens gar nicht zur Diskussion steht – immens mehr kosten wird.
Nebenbei – wer hatte vor ein paar Wochen im Zusammenhang mit der CO2-Problematik diese Huthi auf dem Radar? Die Folgen deren Drohnenkriegs im Roten Meer, so sagen Experten, sei bereits messbar: „Es wird zusätzlichen CO2-Ausstoss von bis zu 35 Prozent geben“, weil die Handelsschifffahrt den weiteren Weg ums Kap nehmen muss.
Soll man also nichts tun?
Oh doch. Doch statt grosse Ziele fürs Jahr 2037 oder 2050 zu verkünden, die eh nicht erreicht werden können, sollten wir uns auf die vielen kleinen Schritte konzentrieren, die machbar sind und deshalb ein gutes Gefühl erzeugen.
In Beantwortung der Frage, was für uns als Gesellschaft in einer sich rasant verändernden Welt tatsächlich wichtig ist. Und uns auf die Verteidigung dieses gesellschaftlichen Konsenses vorbereiten.
Mit beträchtlichen Mitteln.