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Wie Kunst und Kultur das Erbe des Vertrags von Lausanne neudenken
(English below)
Der Vertrag von Lausanne wurde in den letzten 100 Jahren immer wieder als Vorbild für andere Friedensverträge und die «Lösung für Minderheitenprobleme» genutzt, zum Beispiel im Balkan oder in Palästina/Israel. Durch die Bildung von Ländern, in denen alle Menschen dieselbe Sprache sprechen oder denselben Glauben haben, wurden Minderheiten als «die Anderen» dargestellt. Dadurch wurden in vielfältigen Gesellschaften Unterschiede betont oder sogar neu geschaffen. Wie können Kunst und Kultur heute helfen, diese Unterschiede und Ausgrenzungen zu überwinden? Wie können sie Brücken zwischen Gruppen bauen, die durch Verträge wie Lausanne voneinander getrennt wurden? Gibt es im Bereich Kultur Wege, um die Idee von Nationalstaaten als einheitliche Gruppen zu überwinden?
Podiumsdiskussion mit:
Moderation: Gaby Fierz, Kuratorin der Ausstellung «Frontières. Le Traité de Lausanne, 1923 - 2023» des Musée Historique Lausanne
Die Veranstaltung findet in Englisch statt ohne Übersetzung.
Dieser Anlass ist eine Kooperation mit dem Verein Istanbuluzern. Istanbuluzern lädt Asena Günal am 25. September 2023 ebenfalls zu einem Gespräch ein.
Borders, violence, and nation-states. How art and culture rethink the legacy of the Treaty of Lausanne.
In the last 100 years, the Treaty of Lausanne has served as a model for other peace treaties and for the "solution of minority problems", for example in the Balkans or in Palestine/Israel. Through the often violent creation of linguistically or religiously uniform nation-states, minorities were categorized as "the others." In once diverse societies, differences were thus emphasized or created in the first place. How can artistic activities and cultural institutions today help to overcome these differences and exclusions and build bridges between different ethnic, religious, and linguistic groups that were separated by peace treaties such as Lausanne? What approaches can be found in the cultural field to overcome this "otherness" and thinking in terms of nation-states as homogeneous structures?
Discussion with:
Moderation: Gaby Fierz, curator of the exhibition «Frontières. Le Traité de Lausanne, 1923 - 2023» at the Musée Historique Lausanne
The discussion will be in English without translation.
This event is a cooperation with the Istanbuluzern association. Istanbuluzern also invited Asena Günal to a talk on 25 September 2023.
Am 23. und 24. September findet im Théâtre Vidy Lausanne die «New World Embassy: Kurdistan» statt.
Das Kunstprojekt wird von Nilüfer Koç vom Kurdischen Nationalkongress (KNK) und dem Künstler Jonas Staal kuratiert. Eine grossflächige künstlerische Installation dient als alternative Botschaft für die kurdischen Völker. Sie soll Raum bieten für einen Austausch und Diskussionen zu Mittel und Formen von Demokratie ohne Staat, aber auch zu einer Kultur der Solidarität und den Möglichkeiten einer staatenlosen Weltdemokratie.
An der Demokratie-Bar spricht Nilüfer Koç über staatenlose Demokratie und die Idee des Projekts.
Die Bar ist ab 17:30 geöffnet und der Austausch mit Nilüfer Koç startet ab 18:00. Alle sind herzlich eingeladen gleich zu Beginn oder auch erst im Laufe des Abends dazu zu stossen, Fragen zu stellen und bei einem Glas Wein oder Saft gemeinsam zu diskutieren. Anmeldung erwünscht, aber ein spontaner Besuch ist ebenfalls möglich.