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Hallo miteinander,
vor einer Weile gab es einen Blogbeitrag, der sich mit neuen Symbolen für Behinderung beschäftigt hat.
Darüber, und über die nachfolgende kleine Diskussion, habe ich immer wieder nachgedacht. @Johannes meinte in dem Zusammenhang, dass man die Konnotation mit Krankheit beim Thema Behinderung vermutlich gerne vermeiden will und viele Betroffene es vermutlich auch als diskriminierend empfinden würden, wenn sie als gebrechlich dargestellt würden.
In einem anderen Zusammenhang habe ich kürzlich sinngemäß gelesen (die Quelle finde ich leider nicht mehr):
"Behinderung ist nicht dasselbe wie Krankheit.
Es gibt gesunde Menschen mit Behinderung, und es gibt kranke Menschen mit Behinderung. Und es gibt Menschen, die aufgrund einer Erkrankung behindert sind."
Ich gehöre zur letzteren Gruppe und habe kein Problem damit, wenn man bei mir von einer Erkrankung oder einer Behinderung spricht - beides trifft zu. Ich bin mir auch darüber im Klaren, dass ich "gebrechlicher" bin als gesunde Menschen und deswegen manchmal Rücksichtnahme brauche - auch das finde ich nicht diskriminierend, sondern im Gegenteil wichtig zu thematisieren, weil es Teil meiner Lebenswirklichkeit ist.
Mich würde interessieren, wie es Euch damit geht. Wie seht Ihr Euch? Wie wollt Ihr gesehen werden? Und gibt es etwas, was Ihr hinsichtlich der Sprache bzw. dem, wie Ihr gesehen werdet, als diskriminierend empfindet?
Liebe Grüße,
odyssita
Bonjour!
C'est une question très intéressante!
Pour ma part, paraplégique depuis presque bébé à la suite d'un accident, je n'aime pas trop avoir d'étiquette. Je me sens comme tout le monde. Et je ne vois plus vraiment ma chaise roulante.
Je trouve que dire qu'on est "handicapé" ou "malade" alors qu'on s'est cassé un bras il y a très longtemps, ne se justifie pas. Dans le même sens, me casser le dos, ne justifie pas qu'on emploie ces mots non plus.
Je dirais que je me considère moi-même comme un être humain, avec des particularités (comme tout le monde a des particularités), et que j'ai besoin d'une chaise roulante pour me déplacer.
J'aime aussi qu'on me considère de cette façon, et je n'aime pas trop à l'inverse qu'on utilise le mot "handicapé" qui, pour moi, est un peu un mot négatif qui renvoie à des incapacités et qui me met aussi une étiquette.
Alors que mes capacités sont juste.... différentes, non? Je trouve que "avoir un handicap" serait plus juste qu'être "un handicapé".
Par contre, du fait de ma chaise roulante, j'ai certainement des besoins en terme d'accessibilité et en ce sens, l'utilisation d'un logo "chaise roulante" me permet, et aux autres, d'identifier clairement les endroits qui sont adaptés pour les chaises roulantes.
Il y a évidemment une confusion avec le logo habituel "bleu" qui montre une chaise roulante, alors qu'il y a des handicaps tellement différents et des besoins variables du coup...
liebe Odyssita
Du hast ein heickel aber wichtigen Thema hergerufen, nun kalr was ich schreibe ist meine Meinung, aber bin euch gespannt wie viele Antwort geben.
Also ich sehe die Sache folgendes, das Wort Behinderung oder behindert, ist ein Gerbo Sprache seit ewig, es irritiert mir schon aber nicht im allen kostest oder Situation, aber wiederrum ist es eine Tatsache das es für unserer einschrekunkg im Alltag sei es im form Krankheit oder Unfall oder angeboren, nun wird man eben die Bezeichnung Behinderung oder behindert gesprochen, das ist ein Fakt und eine Bezeichnung! Was ich aber kurioserweise herausgefunden habe, in Italien ist es seit mehren Jahre und das durch Gesetz, man dar zu jemand nicht behindert sagen dies ist verboten und kann mit eine Busse belädt werden, das korrekte Word was die Italiener nützten ist ( von mir tratuziert ) ANDERS BEGABT statt behindert. Ich war erschtaund und muss auch sagen ein bisschen berührt, muss echt gestehen das ich dieser Wort Wahl echt mag ( anders begabt konkret auf Italienisch heisst es DIVERSAMENTE ABILE ), also wieso nicht dieses Wortschatz Hauch bei uns einfügen ?? ,
Lieber Gruss
Francesco
Salut nevea!
Merci pour ta réponse. J'ai essayé de traduire ta réponse avec un peu de l'aide de deepl.com. Je comprends un peu le français, mais c'est plus facile pour moi. J'espère que ça ne fait rien. Je répondrai plus tard.
Hallo,
ich habe mit etwas Hilfe von deepl.com versucht, neveas Antwort zu übersetzen:
"Das ist eine sehr interessante Frage!
Für mich ist es so: Weil ich seit einem Unfall als Kleinkind Paraplegikerin bin, mag ich es nicht, ein Etikett zu haben. Ich fühle mich wie alle anderen. Und ich sehe meinen Rollstuhl nicht mehr wirklich.
Ich finde es ungerechtfertigt zu sagen, dass man " behindert " oder " krank " ist, weil man sich vor sehr langer Zeit den Arm gebrochen hat. Ebenso rechtfertigt es auch nicht, diese Worte zu verwenden, wenn ich mir den Rücken gebrochen habe.
Ich würde sagen, dass ich mich für einen Menschen halte, mit Besonderheiten (wie jeder Besonderheiten hat), und dass ich einen Rollstuhl brauche, um mich fortzubewegen.
Ich mag es auch, auf diese Weise gesehen zu werden, und ich mag es nicht allzu sehr, wenn das Wort "behindert" verwendet wird, was für mich ein bisschen ein negatives Wort ist, das sich auf Behinderungen bezieht und mir auch ein Etikett gibt.
Während meine Fähigkeiten einfach..... anders sind, richtig? Ich denke, dass "eine Behinderung zu haben" genauer wäre als "ein Behinderter".
Aufgrund meines Rollstuhls habe ich jedoch sicherlich Bedürfnisse in Bezug auf die Zugänglichkeit, und in diesem Sinne ermöglicht mir und anderen die Verwendung eines "Rollstuhl"-Logos eine klare Identifizierung der für Rollstühle geeigneten Bereiche.
Es gibt offensichtlich Missverständnisse mit dem üblichen "blauen" Logo, das einen Rollstuhl zeigt, weil es so unterschiedliche Behinderungen und damit unterschiedliche Bedürfnisse gibt....."
Hallo nevea und Francesco,
ui, das ist spannend, sogar einen Einblick aus verschiedenen Sprachen zu bekommen! Ich bin sehr gespannt, was andere dazu schreiben werden. Ich finde es sehr spannend, dazu unterschiedliche Sichtweisen zu hören.
Ergänzend will ich dazu noch eine Diskussion einbringen, die ich in den letzten Tagen auf englisch gelesen habe. Dort gab es zwei Seiten. Die einen haben vertreten, dass man "person with disability" ("person first") bzw. "differently abled" sagt (in der Diskussion, die ich gelesen habe, waren das interessanterweise vor allem Leute, die selber nicht betroffen waren).
Dem haben einige Betroffene widersprochen und haben sinngemäß gesagt:
"Die Behinderung ist Teil meiner Identität und nichts, für das man Euphemismen finden muss. Wenn man den Begriff "Person" (vielleicht besser übersetzt als "Mensch" oder "Betroffener") voranstellt, dann wirkt das so, als müsse man sich extra daran erinnern, dass wir Menschen sind - dabei sollte das selbstverständlich sein". Der Begriff "differently abled" wurde ähnlich kritisiert.
Und noch ein Input: Vor einer Weile ging in Deutschland durch die Presse, dass eine junge Frau mit Down-Syndrom angeregt hatte, den Schwerbehindertenausweis in einen Schwer-in-Ordnung-Ausweis umzuwandeln. Für mich persönlich hat sich das seltsam angefühlt, weil ich wiederholt schlechte Erfahrungen damit gemacht habe, dass meine Einschränkungen unterschätzt wurden.
Ich merke schon bei mir selber, dass mich diese Frage nach der "korrekten" Formulierung verunsichert, was ich sagen oder schreiben soll. Und ganz sicher haben unterschiedliche Sprachen unterschiedliche Vorgeschichten, unterschiedliche Prägungen. Ein spannendes Thema!
Ich bin gespannt auf weitere Gedanken dazu!
Viele Grüße,
odyssita
J'ai encore envie de donner le point de vue de mes enfants sur la question, parce que j'ai des anectotes dont je me souviendrai toujours.
Ma fille, quand elle avait 7 ans est rentrée un jour de l'école et m'a dit: "Maman, une fille de mon école m'a demandé si tu étais handicapée!"
Et je lui ai dit: "tu lui as répondu quoi?".
Elle m'a dit "ben... non! Je ne la connais même pas, elle n'est pas dans ma classe!".
Peut-être qu'elle a raison dans le fond, et qu'on n'a pas à tirer des conclusions sans connaître les personnes concernées :-)
Mon fils, qui a maintenant 6 ans, a lui, beaucoup de difficulté à comprendre pourquoi une personne qui n'a pas de chaise roulante vient parfois se parquer sur une place avec le logo chaise roulante...
Les enfants ont souvent des remarques justes et des réponses plus simples à nos questionnements et autres règlements d'adultes!
Hallo ihr Lieben
Werde mich bestimmt später noch dazu äussern. Mir liegt ein Schmunzeln im Gesicht, hab grad ganz wenig Zeit, da ich mit meinem "anders Begabten" Geliebten in die Physio muss.
Herzliche Grüsse, Silvia
Ja, das klingt alles sehr interessant. Meine Ansicht dazu:
Ich bin nicht krank und war es praktisch nie (ich habe seit mehr als 40 Jahre keinen Franken bei meiner Krankenkasse eingefordert). Also krank ist nicht das richtige Wort für mich. Gebrechlich klingt für mich nach sehr alt, auch wenn ich langsam (sehr langsam) gegen 70 gehe, gebrechlich fühle ich mich nicht. Behindert ist für mich ein zu allgemeines Wort. Natürlich sind meine Beine gelähmt und das behindert mich bei manchen Tätigkeiten aber ich fühle mich nicht als behindert. Invalid – das Wort gefällt mir nicht, obwohl ich zugeben muss, dass ich von der IV den Rolli bezahlt bekomme. Ich würde mich aber nicht so bezeichnen, bin ja nicht unwert. Telefoniere ich hier in Italien einem Restaurant um einen Tisch für uns zu reservieren, sage ich, ich sei un portatore di handicap und sei deshalb froh einen Ecktisch zu bekommen. Ja und dann natürlich sonst hier in Italien - diversamente abile (anders fähig) eine schöne Umschreibung.
Liebe Community Familie
Ehrlicherweise müsste ich mich als mehrfachbehindert bezeichnen. Dass ich ohne Hilfsmittel nicht gehen kann und oft auf den Rollstuhl angewiesen bin, ist sofort ersichtlich. Auskunft über meine nichtsichtbaren Einschränkungen gebe ich gerne Menschen, die mir näherstehen. Ich selber bin auf Grund einer Krankheit (Aortariss) behindert. Ich habe mit dem Wort „behindert“ bis jetzt kein Problem. Tatsächlich erforderte es mehr Mut, um Rücksichtnahme zu bitten, wenn keine körperlichen Einschränkungen zu sehen sind.
Kürzlich stiess ich auf den Ausdruck „verhaltensoriginelle Schüler“, um den Ausdruck „verhaltensauffällige Schüler“ zu umgehen. Das löste bei mir ein Schmunzeln aus. Ich könnte mich mit dem Begriff „anders begabt“ auch nicht anfreunden. Wird da nicht etwas ad absurdum geführt?
Herzliche Grüsse
cucusita
Liebe Community Familie (ein schöner Begriff! ),
ein spannendes Thema.
Mir ist übrigens aufgefallen, dass wahrscheinlich so gut wie alle hier besser französisch verstehen als ich... oder? Ich selber habe nur rostiges Schul-Französisch zu bieten und wenig Gelegenheit zum Üben - da haben Schweizer natürlich von Natur aus einen Vorteil.
Ich finde es super, dass wir uns so austauschen können - ich finde das wichtig. Es hilft mir, Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu sehen und aus den verschiedenen Blickwinkeln vielleicht auch etwas besser zu verstehen, warum ich so denke bzw. empfinde, wie ich es tue. Es ist auch ein Schutz davor, Sichtweisen nicht als zu selbstverständlich zu nehmen und nicht in einer "Echokammer" gefangen zu sein, wo alle dasselbe sagen.
Das Wort "gebrechlich" würde ich für mich auch nicht verwenden (denn ja, damit assoziiere ich auch ein höheres Alter) - ein bisschen "zerbrechlich" bin ich aber schon, und auf Rücksichtnahme angewiesen.
Das Wort "invalide" wird hier in Deutschland weniger verwendet, würde ich sagen. Und ja, das ist von der Wortherkunft wirklich auch kein schönes und kein zutreffendes Wort.
Wenn ich so darüber nachdenke, dann haben manche Begriffe für mich auch viel mit Gewohnheit zu tun. Das Wort Behinderung hat sich für mich anfangs auch nicht ganz passend angefühlt - aber die Definition trifft auf mich zu und es ist auch ein Begriff, an dem Nachteilsausgleiche hängen, daher habe ich mich daran gewöhnt. Ich würde aber auch eher sagen, dass ich eine Behinderung habe, als dass ich sagen würde, dass ich mich als eine Behinderte sehe.
Das Erfinden neuer Sprachregelungen sehe ich persönlich auch eher kritisch. Für mich hat das etwas Verkrampftes, Verunsicherndes... Und es erleichtert die Kommunikation nicht unbedingt, wenn Menschen Angst haben, etwas Falsches zu sagen. Ich glaube, schwierig finde ich es dabei vor allem, wenn Begrifflichkeiten zum Politikum gemacht werden (vor allem, wenn dies geschieht, ohne dass die, um die es geht, die Debatte bestimmen).
Vielleicht finde ich sprachliche Neuregelungen auch deswegen schwierig, weil es eine neue Beurteilung ist, durch Leute, die mich nicht kennen (interessanter Gedanke, nevea). Etwas Neues fällt erst einmal auf - Gewohntes dagegen weniger. Und ja, natürlich will ich auch als ich gesehen werden und nicht nur als meine Behinderung. Aber ich bin eben auch auf Nachteilsausgleiche angewiesen - daher identifiziere ich mich doch mit dem Begriff Behinderung, denn ohne diese Einstufung hätte ich keinen Zugang zu Nachteilsausgleichen.
Ihr seht, ich sortiere meine Gedanken beim Schreiben...
Danke für den Austausch!
Liebe Grüße,
odyssita