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atelierhaus aus holzregalen
"Ein kompostierbares Holzhaus mit Regalen als tragende Wände"
Situation
In einer Hanglage mit Gefälle nach Süd-Westen befindet sich das Terrain für das Atelierhaus. Die Platzierung des Baukörpers sowie die Anordnung der Bauteile und Raumfunktionen im Innern des Hauses wurden nach den gesetzen des "Vastu", einer indischen Version des Feng Shui bestimmt. Nach "Vastu" soll sich ein Haus nach Osten orientieren, um die schöpferische Energie des Morgens als Hauptenergiequelle zu nutzen. Nach Süden soll man sich eher schützen, vor der oft zu starken und zu kontrastreichen Energie der Mittagssonne.
In der vorliegenden Situation wird diese These vorteilhaft unterstützt, da man das Gefühl von "Wegrutschen" in Richtung Südwesten hat und im Süden ein Nachbarshaus steht, welches nicht in der Hauptblickrichtung liegen sollte. Der Osten des Grundstücks ist bewaldet und liegt höher als das Haus. Daraus resultiert eine Orientierung nach Westen. Um der Himmelsrichtung der aufgehenden Sonne mehr Kraft zu verleihen wird daher ein Hof in das Terrain gegraben. Es entsteht Platz im Osten. Der Hang ist durch die Kraft der Mauer eingedämmt und gibt dem Gebäude Luft gegen die Hanglage.
"Offener Wohnraum mit präzise definierten Öffnungen"
Das Erdgeschosses ist gegen den Hof vollständig geöffnet und bildet mit der Hofmauer einen introvertierten Raum. In starker Kommunikation mit dem Hof steht der Esstisch im Osten. Der schwere Lehmofen, die Hauptwärmequelle des Hauses ist im Süd-Westen. Umrahmt von der südlichen Mauer gibt er dem Raum halt und unterstützt die Öffnung nach Osten durch Kontrast. Der schönen Aussicht ins Tal in Richtung Westen wird durch ein Raumbreites horizontales Fensterband Rechnung getragen.
"Der goldene Schnitt"
Auf Wunsch des Bauherrn, wurde das ganze Projekt nach den Regeln der "Geometrie sacrée" geplant. Die Elemente im Grundriss und im Schnitt stehen im Verhältnis de Goldenen Schnitt zueinander.
Energiefluss
Die vom Eingang im Süd-Osten herströhmende Energie wird durch die Küchenmöbel gefiltert und quer durch den Raum Richtung Norden geleitet. Eine Glasdoppeltüre, der Ausgang zum Garten, lässt den Fluss der Energie nach Norden zu.
Regale für das Atelier und die Küche
Die Regale dienen als Bibliothek, Kleiderschrank und auch als Küchenschrank.
Die Kosten für die Küche konnten so vermindert werden, da der Schreiner lediglich Schranktüren befestigen musste und nicht ganze Wandschränke bauen.
Die Treppe
Die Treppe ist von der vollverglasten Südwand im OG hell erleuchtet. Grelles Licht und starke Kontraste prägen den Treppenraum und geben der Kraft des Feuers einen gebändigten Platz. Die Treppe umschlingt einen kleinen Serviceturm mit Gäste-WC im EG und Gäste-Dusche im OG.
Obergeschoss
Hier ist die Etage der Arbeitsräume und Gästebetten. Die Treppe für das Dachgeschoss trennt das Büro und die Praxis. Die Arbeitszimmer können vollständig geöffnet werden und können so von der Grosszügigkeit des Raumes profitieren. Eine gemischte Nutzung mit Wartezimmer und Gästezimmer oder Lese- und Entspannungsraum ist im Wintergarten mit Blick zum See möglich. Die Glaswand lässt sich komplett zur Seite schieben und der Raum wird im Sommer zu einer Logia. Die Praxis ist in geschlossenem Zustand der Ruhe des im Osten gelegen Wäldchen gewidmet.