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1. Sie haben den Wettbewerb für den Neubau des Amts für Umwelt und Energie im Jahr 2013 gewonnen. Erläutern Sie bitte die Projektidee.
Die Ausschreibung 2013 forderte ein Leuchtturmprojekt in Hinblick auf Nachhaltigkeit und Minergie-A.
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, war für uns schon früh klar, dass wir den damals noch recht neuen Weg beschreiten müssten, ein Gebäude mit einer Photovoltaikfassade inmitten eines historischen Kontextes in die gewachsene Stadt zu integrieren. Also eine Einheit eines grundsätzlich Gegensätzlichen zu schaffen. Der scheinbar fragile Holzbau in Hybridbauweise inmitten von steinernen Gebäuden sollte durch das als Rohstoff bekannte Silizium in den Stadtkontext eingebunden werden und durch die Art der Verarbeitung des geschnittenen Siliziums in polykristallinen Zellen seine Farbigkeit entwickeln.
2. Wie wird die Projektidee umgesetzt und welche Herausforderungen gab es dabei?
Im Laufe der langen Bearbeitungszeit, begleitet von einem Referendum und Einsprachen, hat sich gezeigt, wie schnell sich die Technik der Photovoltaik weiterentwickelt. Konfrontiert mit dem drohenden Minderertrag der polykristallinen Zellen gegenüber modernen monokristallinen PERC-Zellen, die naturgemäss schwarz oder dunkelblau sind, haben wir das Fassadenkonzept neu justiert und dabei den Fokus auf das Glas gelegt.
Um diesen architektonischen Anspruch mit der abstrakten Erscheinung von dunklen, annähernd schwarzen monokristallinen Zellen glaubwürdig einzulösen, hat sich der konzeptionelle Fokus neu vom Silizium weg auf die Wirkung des Trägermaterials Glas verschoben, welches nun als Schmelzglas die dahinter liegenden PV-Zellen abbildet. In einer mehrstufigen Versuchsanordnung ist ein Spezialglas entwickelt worden, das eine plastische, unregelmässige und im Licht changierende Lebendigkeit entfaltet. Durch das Integrieren von farbigen Punkten, die wie eingegossene farbige Glasperlen erscheinen, wird der dunkle Basiston der PV-Zellen gebrochen und mit einer warmtonigen Farbigkeit überlagert, deren Wahrnehmung sich je nach Standpunkt und Lichtsituation verändert. Durch die für dieses Projekt neu entwickelten, einzigartigen Schmelzgläser und die Integration der farbgebenden Punktfolie realisiert die monokristalline PV-Fassade wieder unseren ganzheitlichen Anspruch eines energetischen Leuchtturmprojekts im innerstädtischen Kontext.
3. Gibt es Erkenntnisse, die das Büro jessenvollenweider aus dem Projekt mitgenommen hat?
Jedes unserer Projekte ist unsere Antwort auf die Fragestellung des Wettbewerbs, die Interpretation des Ortes und die uns zur Verfügung stehenden Werkzeuge der Gestaltung. Die Herausforderungen, die sich aus der Aufgabe, dem städtischen Kontext, den technischen Anforderungen und den gesetzlichen Vorgaben ergeben, prägen den Umgang und das Herangehen an das Projekt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind immer vielfältig und lassen sich nicht in einem kurzen Statement zusammenfassen. Eine Erkenntnis ist, dass die PV-Fassade mit ihren Closed-Cavity-Fenstern und der Holzbau in Abstimmung mit dem Innenausbau die grössten Herausforderungen im Projekt sind.
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– 3 Fragen an Alexander Gregori, Immobilien Basel-Stadt