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Neuseeland
Kia Ora – Willkommen in Neuseeland!
Im südlichen Pazifik, zwischen Australien und Neukaledonien, liegt das aus zwei Hauptinseln bestehende, wunderschöne Neuseeland. Entdeckt wurde der Inselstaat Ende des 13. Jahrhunderts. Aotearoa, das Land der Langen Weissen Wolke: so nennen es die Ureinwohner, die Maori. Es ist ca. 1.500 km lang und liegt zwischen dem 34° und 47° südlichen Breitengrad (i. Vgl. zu unseren, entspricht dies Tunis und Paris) und ist somit das südlichste Weinbauland der Welt. Seine «direkten» Nachbarn befinden sich relativ weit weg und sind im Westen Australien, im Süden die Antarktis, im Norden Neukaledonien, auf Tonga und Fidschi.
Schaumweine aus Neuseeland
Weissweine aus Neuseeland
Aufgrund der starken Ausdehnung des Landes kennt es drei Klimazonen: Northland ist subtropisch, die südliche Nordinsel und nördliche Südinsel kühl maritim während die Central Otago Gegend eher trocken und von kontinentalen Einflüssen geprägt ist. Auf der Nordinsel befinden sich folgende Weinanbaugebiete (von Nord nach Süd): Northland, Auckland, Gisborne, Hawke’s Bay, Wairarapa, Martinborough. Hawkes Bay, mit seiner Unterregion Gimblett Gravels, hat fast Kultstatus erreicht. Auf der Südinsel (von Nord nach Süd): Marlborough, Nelson, Canterbury, Waipara und Central Otago. Marlborough ist das grösste und gleichzeitig berühmteste Gebiet, eingebettet im Norden der südlichen Halbinsel, bei Blenheim. Neuseelands Weinkulturgeschichte ist noch sehr jung, doch die Begeisterung und die Leidenschaft der Winzer sind riesig. Bis ca. 1975 war die Region um Blenheim noch klassisches Agrarland: Reben wurden auf weniger als 50 Hektaren angebaut. Global betrachtet ist es eines der kleinsten Weinbauländern der Welt, das mit seinen Weinen etwas weniger als 1% zum weltweiten Produktionsvolumen (255 Mio Liter) beiträgt, und davon werden über 50% exportiert. Derzeit gibt es, verteilt auf beide Inseln, ca. 670 Weingüter. Neuseeland ist ebenfalls eines der Weinbauländer, das hauptsächlich mit Drehverschluss auf ihren Flasachen arbeitet (85%). Die Weinbaufläche beträgt aktuell ca. 40.000 Hektaren (etwas mehr als das Doppelte dder Schweiz) und die meisten Weinberge liegen max. ca. 20 km vom Pazifik entfernt, deren kühle Brisen das Klima stark beeinflussen. Seit 2012 arbeiten neuseeländische Winzer zu 100% nachhaltig, wovon viele sich für eine biologische oder gar biodynamische Vorgehensweise entschieden haben. Denkt man an die angebauten Rebsorten, kommt einem sicherlich zuerst ein erfrischender, knackiger, exotisch-fruchtig-kräutiger Sauvignon Blanc in den Sinn, der fast als DAS Synonym für neuseeländischen Wein gilt. Tatsächlich ist er, mit fast 70% der gesamten Rebfläche, die neuseeländische Paraderebsorte und überwiegend in Marlborough anzutreffen. Darüber hinaus wird zu fast gleichen Teilen Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Gris angepflanzt. Merlot und einige Versuchsexoten ergänzen das Rebsorten-Portfolio Neuseelands.
Seefahrer, die um 1819 aus Australien kamen, brachten ersten Reben nach Neuseeland. Auch kroatische Familien beeinflussten den neuseeländischen Weinbau um Auckland herum. Erst seit den 70er Jahren wird Weinbau in grösserem Stil betrieben. Bis heute orientiert sich das neuseeländische Weingesetz am grossen Nachbar, Australien. Neuseeland betreibt dennoch ein sog. Rebsorten-Marketing, d.h., dass auf den Etiketten der Weinflaschen vorallem die Traube, aber nicht das Anbaugebiet oder der Weinbergname angegeben ist. Zwar orientieren sich ein paar (europäische) Winzer an die klassischen Ursprungsbezeichnungen und vermarkten ihre Weine nach Lagen; die Mehrheit jedoch setzt auf die Rebsorten. Heute sind 70% der neuseeländischen Rebstöcke 15 Jahre alt oder jünger. So abwechslungsreich wie die Natur des Landes ist, so vielfältig sind es auch seine Weinregionen und, somit, seine Weine.