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Geschichte in den USA
1870 traf sich eine Gruppe von Freimaurern häufig zum Mittagessen im Knickerbocker Cottage (465 Sixth Avenue) in New York City. Unter ihnen befanden sich Walter M. Fleming, Arzt, und William J. „Billy“ Florence, Schauspieler. Die Gruppe sprach oft darüber, eine neue Gemeinschaft für Freimaurer zu gründen und zwar eine, die mehr auf Spaß und Kameradschaft beruhen sollte als auf ernsten Ritualen. Fleming und Florence nahmen diese Idee ernst und wurden aktiv.
Billy Florence war in Frankreich auf Reisen gewesen und dort zu einem Fest im Hause eines arabischen Diplomaten eingeladen worden. Die Party war im Stil einer Musical-Komödie inszeniert worden und ihr Höhepunkt bestand darin, dass alle Gäste zu Mitgliedern eines (angeblich) uralten Geheimbundes wurden. Der exotische Stil, die fremden Aromen und die außergewöhnliche Musik des arabischen Festes inspirierten ihn dazu, dieses Thema als Grundlage für die neue Gemeinschaft vorzuschlagen.
Walter Fleming nahm Florence‘ Ideen auf und gemeinsam entwarf man das Ritual, ein Emblem und die Bräuche, des „Ancient Arabic Order of the Nobles of the Mystic Shrine“ (A.A.O.N.M.S.). Auch wurde festgelegt, dass die Mitglieder einen roten Fez tragen sollten, bis heute das markante äußerliche Zeichen eines jeden Shriners.
Das erste Treffen der Mecca Shriners, dem ersten in den USA gegründete Tempel, fand am 26. September 1872 statt, allerdings dauerte es etwa weitere 4 Jahre bis die Idee der Shriners wirklich zu fruchten begann.
Im Jahr 1875 waren noch immer nur 43 Shriners in der Organisation. Im Bemühen, mehr Mitglieder zu gewinnen, wurde am 6. Juni 1876 ein erneutes Treffen im Mekka Tempel anberaumt, auf dem schließlich eine Dachorganisation, der „Kaiserliche Große Rat der Alten Orden der Edlen des mystischen Schrein“ für Nordamerika geschaffen wurde.
Fleming avancierte zum ersten „kaiserlichen Potentaten“ und nach einigen Änderungen im Ritual zählte der Shrine 1878 bereits 425 Mitglieder in 13 Tempel in acht Bundesstaaten. 1888 war die Mitgliederzahl bereits auf 7.210 „Nobles“ (wie die Mitglieder der Shriners sich bis heute nennen) in 48 Tempeln in den Vereinigten Staaten und Kanada angewachsen. Als im Jahr 1900 die „Kaiserlichen Sitzung“ in Washington, DC stattfand, hatte die Organisation bereits 55.000 Mitglieder und 82 Tempel.
Ausschlaggebend für das rasche Wachstum war mit Sicherheit eine besonders hervorzuhebende Tatsache: Die Hinwendung der Shriners von einer reinen, auf Effekthascherei angelegten Spaß-Organisation zu ernsthaften und kontinuierlichen karitativen Betätigungen.
Hatten die ersten Mitglieder noch aus reiner Spontanität karitativ gehandelt, etwa als sie sich etwa im Kampf gegen eine Gelbfieber-Epidemie engagierten, war die Idee der Philanthropie bald an die erste Stelle der Aktivitäten gerückt. Bereits 1922 wurde das erste Shriners Hospital in Shreveport, LA, errichtet.
Schnell legte man den Schwerpunkt auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen, wobei hier wiederum eine Spezialisierung auf orthopädische Versorgung und Rehabilitation von Kindern mit angeborenen Missbildungen erfolgte.
Mittlerweile unterhalten die Shriners nicht weniger als 22 Krankenhäuser mit einem Budget von ca. 800 Mio. Schweizer Franken jährlich.
Weltweit zählen die Shriners mittlerweile ca. 350 000 Mitglieder.