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Wildobst als Hausbaum
Der Speierling (Sorbus domestica) zählt zu den seltensten heimischen Baumarten Mitteleuropas.
Sein Wuchs und das gefiederte Laub erinnern an die Vogelbeere, doch die Früchte sehen aus wie kleine Äpfel oder Birnen, besonders wenn sie sich im Herbst rotbackig färben. Auffällig ist auch das orangefarbene Laub, das der Baum im Herbst präsentiert. Im Garten bleiben die Kulturformen des Speierlings meist unter 10 m Höhe. Die Wildart kann bei freiem Stand deutlich höher werden.
Der Speierling zählt zu den schönsten Laubbäumen Europas – wunderbar geeignet als solitärer Hausbaum in grösseren Gärten. Da die Krone im Alter in die Breite geht, ist der Standraumbedarf nicht zu unterschätzen (bis 10 m). Die Bäume bevorzugen das milde Weinbauklima, kommen aber auch in kühleren Regionen zurecht, solange der Boden nicht zu feucht und nicht zu mager ist.
Haupterntezeit ist im Oktober. Roh verzehren kann man die herben Früchte erst bei Voll- oder Überreife, wenn sie eine schokoladenbraune Färbung einnehmen, teigig werden und die Gerbstoffe abbauen. Meist wird der Speierling jedoch zu Marmelade, Mus, Gelee, Most oder Schnaps verarbeitet.
Bild: Himmelhuber