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Am Ende des Verdauungstraktes befindet sich der Dickdarm. Er übertrifft den Dünndarm an Dicke und spielt eine essenzielle Rolle für die Verdauung und die Immunabwehr des Körpers.
Aufbau des Hohlorgans
Der Dickdarm erreicht eine Länge von circa einem Meter und umgibt den Dünndarm wie ein Rahmen. Seinen Anfang hat er an der sogenannten Bauhin-Klappe, welche ihn vom Dünndarm trennt, und sein Ende am Analkanal. Ähnlich wie der Dünndarm lässt sich auch der Dickdarm in verschiedene Abschnitte aufteilen:
Das Hohlorgan besteht in seinem Querschnitt aus drei Schichten. Die innerste Schicht bildet die Schleimhaut. Ihre Oberfläche vergrössert sich durch die sogenannten Krypten – tiefe Einstülpungen in der Schleimhaut. Umgeben wird das Ganze von einer ringförmigen und einer längs ausgerichteten Muskelschicht. Zwischen diesen Muskelschichten befinden sich zwei Nervengeflechte.
Funktion für den Körper
Dem Dickdarm werden zwei grundlegende Aufgaben zugeteilt. Er ist zum einen für die Weiterverarbeitung des aus dem Dünndarm kommenden Nahrungsbrei zu Kot verantwortlich, und zum andern übernimmt er einen Teil des Immunsystems.
Verdauung
Dem Nahrungsbrei, welcher aus dem Dünndarm in den Dickdarm transportiert wird, werden die restlichen 20 Prozent des für den Körper wiederverwendbaren Wassers entzogen, und der Brei wird zu Kot verarbeitet. Damit dieser möglichst gleitfähig wird, wird ihm Schleim beigemengt, welcher von den Becherzellen im Dickdarm abgegeben wird.
Die wichtigsten Darmabschnitte für die Verdauungsfunktion sind der Grimmdarm und der Mastdarm. Der Wurmfortsatz hat keinen, der Blinddarm nur einen geringen Anteil an der Verdauungsleistung. Für den Stuhlgang ist vor allem der Mastdarm wichtig. Wenn dieser Darmteil mit Kot gefüllt ist, entsteht der Drang, zur Toilette gehen zu müssen. Die Menge des Stuhls schwankt je nach Zusammensetzung der Nahrung. Ballaststoffreiche Kost ergibt beispielsweise viel Stuhl. Dementsprechend variiert auch die Häufigkeit des Stuhlgangs.
Im Dickdarm leben eine Vielzahl unterschiedlicher Bakterien, Einzeller und Viren. Die Gesamtheit aller im Darm vorkommenden Mikroorganismen nennt man Darmflora. Im Dickdarm leben mehr als 400 Bakterienarten, ihre Anzahl wird auf etwa zehn Billionen geschätzt. Die meisten Mikroorganismen sind unentbehrliche Bestandteile des Verdauungssystems, da sie dem Körper helfen, schwer verdauliche Stoffe, beispielsweise Zellulose, zu verwerten. Für den Menschen ist eine gesunde Darmflora deshalb für eine geregelte Verdauung sehr wichtig.
Immunabwehr
Der Dickdarm übernimmt einen wichtigen Teil in der Immunabwehr und ist diesbezüglich sogar bedeutender als der Dünndarm. Das Lymphgewebe in der Schleimhaut des Dickdarms ist ein Teil des Lymphsystems, welches den gesamten Bauchraum durchzieht. Zusätzlich enthält auch der Blinddarm in seiner Wand reichlich Lymphgefässe. Deutlich wichtiger für das Immunsystem ist jedoch der Wurmfortsatz, den man einst für ein funktionsloses Anhängsel hielt. Das Immunsystem des Dickdarms erkennt unter anderem Bakterien, Viren und Parasiten, aber auch Antigene. Greifen sie den Darm an und verursachen sie beispielsweise Durchfälle oder eine Dickdarmentzündung, bietet der Wurmfortsatz der physiologischen Darmflora ein sicheres Rückzugsgebiet, wo sie von der Immunabwehr des Körpers geschützt wird. Somit dient der Wurmfortsatz als Abwehrorgan und kann eindringende Krankheitserreger oder Parasiten abwehren.
Krankheiten
27.07.2020
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