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Marzia Brenner
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Mittwoch, 29. November 2023
Florian Kobler hat von den sechs Kandidierenden aus Gossau die meisten Stimmen geholt und dabei in seinem Wohnort sämtliche Kandidierenden von der SP-Hauptliste hinter sich gelassen. Auch Ruth Lehner kam in Gossau auf viele Stimmen. Maura Hegi konnte trotz einem guten Ergebnis den Sitzverlust der Grünliberalen nicht verhindern.
Wahlen 311 Personen hatten sich im Kanton St.Gallen für die zwölf Sitze im Nationalrat beworben – darunter auch fünf Gossauerinnen und ein Gossauer. Am meisten Stimmen erzielte Florian Kobler mit 10'388 Stimmen, womit er auf der SP-Hauptliste von seinem Listenplatz 12 aus immerhin einen Parteikollegen hinter sich lassen konnte. Er holte rund einen Drittel der Stimmen von Barbara Gysi und knapp die Hälfte von Claudia Friedl, die ihre Nationalratssitze verteidigen konnten. Mehr Stimmen als sämtliche SP-Kandidierenden holte Kobler mit 1'084 in Gossau. 870 Mal wurde sein Name hier auf einen veränderten Wahlzettel gesetzt. Ähnlich viele Stimmen holte in Gossau Ruth Lehner von der Mitte-Partei. 800 veränderte Stimmen gingen für sie in Gossau ein. Insgesamt kam sie in ihrem Wohnort auf 1'009 Stimmen. Auf der Hauptliste Nord-West der Mitte erreichte sie damit in Gossau Rang 2 hinter dem wiedergewählten Nationalrat Nicolò Paganini. Insgesamt erreichte Lehner 5'783 Stimmen, womit sie von Listenplatz 8 aus auf dem 9. Rang der Liste landete. Sie erreichte 27 Prozent der Stimmen von Paganini.
Am zweitmeisten Stimmen hinter Kobler holte unter den Gossauer Kandidierenden Maura Hegi von den Grünliberalen. Auch sie büsste wie Lehner im Vergleich zum Listenplatz einen Rang ein und erreichte mit 6'805 das fünfbeste Ergebnis unter den Grünliberalen. Trotz dieser stattlichen Anzahl Stimmen konnte sie den Sitzverlust ihrer Partei nicht verhindern. Die Grünliberalen haben nun in den nächsten vier Jahren keine St.Galler Vertretung mehr in Bern. In Gossau totalisierte Hegi 322 Stimmen, wovon 211 zu ihren Gunsten verändert wurden. Hinter Ständeratskandidat Andrin Monstein machte sie damit in Gossau, wo sie seit zwei Jahren lebt, die zweitmeisten Stimmen ihrer Partei.
Deutlich weniger Stimmen machten die anderen drei Gossauer Kandidatinnen, die allerdings auch nicht auf Hauptlisten figurierten. Marina Schwizer erreichte auf der Perspektivenliste Nord-West der Mitte-Partei 1'452 Stimmen, was von Listenplatz 3 aus nur zu Rang 6 auf der Liste reichte. Dafür machte sie in Gossau mit 166 Stimmen das beste Ergebnis dieser Perspektivenliste. Das beste Resultat ihrer Liste in Gossau machte dank 268 verändert eingelegten Wahlzetteln auch Claudia Kretz Büsser bei den Umweltfreisinnigen. Doch wie Schwizer büsste Kretz Büsser auf der Liste drei Ränge ein – von Listenplatz 5 aus landete sie auf Rang 8. Dem Listenplatz entsprechend klassierte sich Annette Eugster. Die Schülerin kam auf 501 Stimmen und Rang 10 der JUSO-Liste. In Gossau holte sie mit 30 die meisten Stimmen ihrer Liste.
Wenn man das Wahlverhalten der Gossauerinnen und Gossauer betrachtet, so fällt einerseits auf, dass die Wahlbeteiligung für den Nationalrat mit 41,42 Prozent unter dem kantonalen Durchschnitt von 44,59 Prozent und noch deutlicher unter dem nationalen Schnitt von 46,6 Prozent liegt. Von 11'777 Stimmberechtigten nutzten 4'878 ihr Wahlrecht. Bei den Parteien liegt die SVP auch in Gossau deutlich vorn. Sie holte in Gossau gut 20'600 Parteistimmen. Am zweitmeisten Stimmen holte die Mitte mit rund 12'400 Parteistimmen vor der FDP, die in Gossau gut 8'100 Stimmen totalisierte. Die Grünen erreichten 3'700 Stimmen, die Grünliberalen deren 3'200.
Auch bei den Ständeratswahlen liegt Gossau mit einer Stimmbeteiligung 44,77 Prozent unter dem kantonalen Durchschnitt von 48,5 Prozent. Beni Würth (Mitte) erreichte wie im gesamten Kanton das beste Ergebnis vor Esther Friedli (SVP), wobei die beiden Bisherigen auch in Gossau alle anderen Kandidierenden sehr deutlich hinter sich liessen.
Von Tobias Baumann
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