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- - Gebaut von 1948 bis 1953
- - Wahrscheinlich 37 Exemplare
- - Berühmte Designer
Ferrari 166 Inter - die ganz Frühen
Peter Ruch | 26.11.2023
Wir zeigen hier einige ganz frühe Ferrari, die 166 Inter. Mit gerade einmal 110 PS.
Der 125 von 1947 war das erste unter dem Namen Ferrari hergestellte Fahrzeug. Er war mit einem vom früheren Alfa-Ingenieur Gioacchino Colombo konstruierten 1,5-Liter-V12 ausgerüstet, der wohl knapp 80 PS stark war. Nachfolger des 125 war der noch 1947 vorgestellte 159, dessen Motor von 1,5 auf 1,9 Liter Hubraum vergrössert worden war. Damit dürfte auch klar sein, wie gross der Motor des Fahrzeugs war, das Ferrari im November 1948 auf dem Turiner Auto-Salon vorstellte: der 166.
Es ist dies einer der ältesten noch existierenden Ferrari.
Die noch junge Firma aus Maranello zeigte zwei Versionen des 166: den MM und den Inter. Während der MM (für Mille Miglia) einen Radstand von 2,2 Metern sowie einen jetzt 140 PS starken 2-Liter-V12 besass, war der Inter die «zivile» Variante mit längerem Radstand (2,4 Meter) und zurückgetuntem Triebwerk (etwa 110 PS bei 6000/min). Bis 1953 wurden 46 MM gebaut (der berühmteste war sicher die «Barchetta» von Touring, von der 25 Exemplare entstanden), der Inter wurde bis 1951 hergestellt, 37 Stück entstanden (andere Quellen sagen 39).
110 PS sind auch nicht das, was man sich heute von einem Ferrari gewohnt ist.
Das Fahrzeug oben (und unten) ist einer ältesten bekannten Ferrari überhaupt, der 166 Inter mit der Chassis-Nummer 021S noch aus dem Jahre 1949. Erster Besitzer war ein Signore Bojiolo aus Mailand, der das Fahrzeug am 27. Juli 1949 mit einer Karosserie von Stabilimenti Farina erhielt, aber noch im gleichen Jahr schon wieder verkaufte. Über die USA und England gelangte dieser Ferrari irgendwann in die Westschweiz. Und dann wieder nach England - und ist optisch sicher nicht das, was wir uns heute unter einem Ferrari vorstellen.
Unten noch ein Ferrari 166 Inter von Stabilimenti Farina, Chassis-Nummer 033S - und ganz offensichtlich ein Cabriolet. Mit dem Bau der Chassis-Nummer 033 S wurde im Juni 1949 begonnen, am 5. November 1949 wurde das Fahrzeug an Dottore Enrico Wax, den damaligen Importeur von Johnny-Walker-Whisky in Italien und bereits ein guter Kunde von Enzo Ferrari, verkauft. 3 Millionen Lire zahlte Wax an Ferrari, dazu kam noch der Aufbau, der im März 1950 fertig war, ausgeführt in einem feinen «Avorio Antico» und einer Innenausstattung in «Bleu Ceruleo». Schon im Juli 1951 verkaufte Wax diesen Ferrari weiter, an Patrizio Agostini, der ihn wiederum 1954 an Sante Paura verschacherte. In den späten 60er Jahren kaufte der Schuhmacher Rino Botteon 033 S - und behielt ihn bis 2004, quasi unbenutzt. 2012 konnte dann der Schweizer Heinrich Kämpfer den Ferrari übernehmen, liess ihn perfekt restaurieren - Kämpfer war für sein feines Händchen bekannt.
Ab 1950 war Alfredo Vignale der bevorzugte Designer von Enzo Ferrari. Die von Vignale eingekleideten Rennwagen aus Maranello gewannen 1951 die Carrera Panamericana, von 1951 bis 1953 auch die Mille Miglia. Gezeichnet hatte diese grossartigen Fahrzeuge aber nicht der Chef, sondern sein Mitarbeiter Giovanni Michelotti, der in der Folge zu einem der bekanntesten Auto-Designer überhaupt aufsteigen sollte.
Doch Vignale durfte auch Strassen-Fahrzeuge, das erste Fahrzeug war eine Berlinetta auf Basis des Ferrari 166 Inter, das Fahrzeug, das wir hier zeigen, ist dann ein Coupé, Chassis-Nummer 0069S. Ausgeliefert wurde es im Januar 1951 nach Rom. Einfach, damit das klar ist: In den ersten vier Jahren seines Bestehens hatte Ferrari gerade einmal 70 Autos verkauft. Und die meisten davon waren Rennwagen.
Dieser Ferrari 166 Inter hat, wie viele andere frühe Ferrari auch, eine wilde Geschichte. Von Rom kam er zuerst nach Frankreich, von dort in die USA, dann weiter nach Neuseeland - und schliesslich auch noch Zimbabwe. Danach ging es nach England, wieder nach Italien, weiter nach Japan, wieder zurück nach England. Man darf davon ausgehen, dass dieser frühe Ferrari deutlich mehr Kilometer in Transport-Containern als auf der Strasse hinter sich gebracht hat.
2 Liter Hubraum geteilt durch 12 - und schon ist man bei 166.
Klar sind diesen frühen Ferrari auch nicht gerade Schnäppchen. Aber sie kosten eine Bruchteil der späteren 250er. Gut, das ist auch verständlich, der Unterhalt ist so richtig teuer, Ersatzteile gibt es eigentlich keine mehr. Und 110 PS sind für einen Ferrari mit V12-Motor halt auch nicht gerade das, was man sich heute von den Pferden aus Maranello gewohnt ist.
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