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Die 28-jährige Bernerin Reusser, nach einem Trainingssturz Ende Juli erst seit kurzem wieder genesen von einem gebrochenen Kreuzbein, teilte sich die über 30,3 km führende Prüfung gegen die Uhr in der nordenglischen Region Yorkshire hervorragend ein. In der zweiten Rennhälfte konnte sie sich noch um drei Positionen verbessern. Unter anderen liess sie auch die stark eingeschätzten Lucinda Brand (8.) aus den Niederlanden und Lisa Brennauer (10.) aus Deutschland hinter sich.
Mit dem 6. Rang unter den 53 gestarteten und klassierten Fahrerinnen sicherte sich die Schweizerin zugleich auch den Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Tokio - neben der Heim-WM in Aigle/Martigny ihr ganz grosses Ziel für nächstes Jahr. «Ich bin extrem zufrieden, umso mehr, als mir solche Bedingungen nicht wirklich behagen», sagte Reusser nach dem komplett verregneten WM-Zeitfahren. Sie sei auf sicher und ohne Risiko gefahren, «damit ich nicht wieder stürze. Das hat mir vor allem in den Abfahrten und in den Kurven einige Zeit gekostet», so die Schweizerin, die erst seit 2017 Radrennen bestreitet.
Die Amerikanerin Chloe Dygert wurde sensationell Weltmeisterin. Die 22-Jährige setzte sich im Regen mit dem riesigen Vorsprung von mehr als eineinhalb Minuten vor den favorisierten Niederländerinnen Anna van der Breggen und Annemiek van Vleuten durch. Reussers Rückstand auf Dygert betrug 3:02 Minuten. Die Genferin Elise Chabbey (22.) verpasste mit 5:09 Minuten Rückstand den Vorstoss in die Top 20 knapp.
U23-Duo Bissegger und Hirschi chancenlos
Im Zeitfahren der U23-Kategorie gewann der Däne Mikkel Bjerg wie schon in den letzten zwei Jahren WM-Gold. Marc Hirschi und Stefan Bissegger hingegen verpassten bei äusserst garstigen Bedingungen in Harrogate die Top 10. Die zwei Schweizer Starter waren bei der über 30,3 km führenden Prüfung gegen die Uhr in der nordenglischen Region Yorkshire schon bei der Zwischenzeit nach knapp der Hälfte der Distanz aus der Entscheidung um die Medaillen gefallen.
Der 21-jährige Berner Hirschi, 2018 in Innsbruck U23-Strassenweltmeister geworden, klassierte sich im völlig verregneten und durch viele Stürze gekennzeichneten Wettkampf mit 1:51 Minuten Rückstand auf den gleichaltrigen Bjerg im 13. Rang. Bissegger, der nach einem Sturz mehr als zweieinhalb Minuten einbüsste, blieb gar nur der 23. Platz. An den Europameisterschaften im August in den Niederlanden hatte der 21-jährige Thurgauer noch mit dem Gewinn der Bronzemedaille überzeugt.
Der 1,91 m grosse Däne Mikkel Bjerg, der ab 2020 beim World-Tour-Team Emirates unter Vertrag steht, triumphierte mit 26 Sekunden Vorsprung vor dem Amerikaner Ian Garrison. Bronze gewann dessen Landsmann Brandon McNulty (0:27 zurück).