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Das Hügelstädtchen San Gimignano mit seinen markanten Türmen ist einer der meistbesuchten Orte in der Toskana. Die Stadt liegt in der Provinz Siena. Der historische Kern ist seit 1990 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Im Mittelalter versuchten die reichen Familien einander in der Höhe ihrer Türme gegenseitig zu übertrumpfen. Von den einst 72 Geschlechtertürmen existieren heute noch 15. Die Torre Grossa ist mit 54 Metern am höchsten. Die Bedeutung des Städtchens ist eng verbunden mit der Via Francigena (Frankenstrasse). Sie führte nicht nur die Pilger nach Rom, sondern diente auch den Händlern als Transportweg für ihre Waren.
San Gimignano ist vor allem für seinen Weisswein bekannt. Er wird auf 770 Hektaren produziert, weitere rund 100 Hektaren sind der Rotweinproduktion zugeordnet. Die Rebberge liegen zwischen 200 und 500 Meter über Meer. Ein weisser San Gimignano muss zu mindestens 85 Prozent aus der Sorte Vernaccia di San Gimignano gekeltert sein. Der Maximalertrag ist auf 9000 Kilogramm pro Hektare beschränkt. Ein Teil der besten Trauben wird zur Riserva ausgebaut. Dafür muss der Wein mindestens elf Monate im Stahltank oder im Holzfass ausgebaut werden und nach der Abfüllung vor dem Verkauf weitere drei Monate in der Flasche reifen.
Als Sorte wurde die Vernaccia erstmals 1276 in der Gemeinde San Gimignano erwähnt.
Die mittel bis spät reifende, ertragreiche Rebe ist anfällig für Mehltau und Traubenfäule. Sie erbringt Weissweine mit Zitrus- und Bittermandelnoten, die ein hohes Qualitätspotenzial aufweisen.
1966 erhielt der Vernaccia di San Gimignano den DOC-, 1993 den DOCG-Status. Die rund 180 Produzenten füllen rund 5 Millionen Flaschen ab. Etwa 60 Prozent davon werden in Italien abgesetzt. Deutschland und die USA sind mit Abstand die bedeutendsten Exportmärkte.
Der San Gimignano Rosso muss mindestens zur Hälfte aus Sangiovese gekeltert sein. Wird auf der Etikette eine Rebsorte genannt, muss ihr Anteil mindestens 85 Prozent betragen. In Frage kommen Sangiovese, Merlot, Cabernet Sauvignon, Pinot Nero oder Syrah.