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Niki de Saint Phalle liebte Pseudo-Ordnungen, mit deren Hilfe sie willkürlich Begriffe und Piktogramme auf einem Zeichenblatt versammelte. Unter der Überschrift »I Love« treffen so das Zeichen einer Schlange auf das Emblem für Gerechtigkeit, ein oranger Fleck für die entsprechende Farbe auf zwei Sterne als Symbol für Astrologie. Niki de Saint Phalle A-Z nimmt sich dieselbe Freiheit und fügt die vielfältigen Facetten des Werks Niki de Saint Phalles in die Ordnung eines Alphabets. Der Schein einer logischen Reihung trügt jedoch. Von A wie AIDS bis Z wie Züricher Engel, von B wie Braut bis V wie Vanitas entsteht vielmehr ein Begriffsmosaik, das verschiedene Bedeutungsebenen des Ouvres herausfiltert und sie in ein offenes Spiel gegenseitiger Kommentierung entlässt.
NIKI DE SAINT PHALLE (1930-2002) ist eine der bedeutendsten Künstlerinnen und Bildhauerinnen ihrer Generation. Aufgewachsen in Paris und New York, kehrte sie in den 1950er-Jahren nach Paris zurück, wo sie ihre künstlerische Karriere mit ihren legendären »Schießbildern« begann und ihre sinnlichen Frauenfiguren, die Nanas, sie über die Kunstwelt hinaus populär machten.
Kunsthistorikerin KATHARINA SYKORA (*1955) war von 1994 bis 2018 Professorin an der Universität Bochum und der HBK Braunschweig. Forschungen zur Konstruktion von Autorschaft, Geschlecht und Transmedialität.