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Die Aktion in einem vergleichsweise wenig beachteten Sport sorgte im Juli für Aufsehen: Das norwegische Frauen-Beachhandball-Team trat zur EM in Bulgarien in Shorts an.
Zu wenig Haut, entschied der Handballverband im Juli und brummte den Handballerinnen eine Strafe von 1500 Euro auf. Das Reglement sieht nämlich vor, dass Spielerinnen in knappen Bikinihosen von «maximal zehn Zentimetern Seitenbreite» spielen müssen. (Infosperber berichtete: «Sportlerinnen bestraft: zu wenig nackt» ).
Die Handballerinnen erhielten in Folge viel Zuspruch. Der norwegische Handballverband stellte sich hinter seine Spielerinnen und kündigte an, die Strafe zu bezahlen. Popsängerin Pink kündigte ebenfalls Unterstützung an.
Minister der nordischen Staaten und mehrere nationale Handballverbände setzten sich für eine Regeländerung ein. Der Europäische Handballverband spendete die Strafe zugunsten der Gleichstellung von Frauen und Mädchen im Sport.
Nun haben die couragierten Spielerinnen einen kleinen Sieg errungen. Auf dem Welthandball-Kongress, der Anfang November virtuell stattfand, wurden die Bekleidungsregeln formell geändert. Ab 2022 sind für Beachhandball-Spielerinnen Shorts erlaubt, die «bis zur Mitte des Oberschenkels» reichen dürfen. Statt der Bikini-Tops dürfen sie zukünftig ärmellose, enganliegende Tank-Tops tragen.
Für Männer sehen die Bekleidungsvorschriften weiterhin Shorts vor, die «nicht zu weit» sein dürfen und zehn Zentimeter über dem Knie enden müssen. Von «enganliegend» ist bei ihnen nicht die Rede.
Bei «extremen Witterungsbedingungen» sind für Spieler aller Geschlechter nach Zustimmung der Wettkampfleitung lange Hosen erlaubt, berichtet die Sport-Newsseite «inside the games». Immerhin.
Die «Bikini-Diskussion» ist Teil der anhaltenden Debatte über Bekleidungsvorschriften für Frauen im Sport. Sportlerinnen mehrerer Sportarten kritisieren die Reglemente als restriktiv und sexistisch und wehren sich dagegen, auf Fotos von Wettkämpfen in sexualisierter Form abgebildet zu werden.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.