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Normalerweise erhält eine Investorin mehr Zins, je länger sie ihr Geld einer Person oder einer Institution (beispielsweise dem Staat) zur Verfügung stellt. Das hängt damit zusammen, dass sie mehr Zins will, wenn sie länger auf ihr ausgeliehenes Geld verzichten muss. Zudem steigt mit der Laufzeit des Kredits das Risiko, dass sie ihr Geld nicht zurückerhält.
Derzeit ist dieses Verhältnis in einigen, wichtigen Industrieländern aber genau umgekehrt. Das zeigt sich an der Struktur der Zinsen für unterschiedliche Laufzeiten von Krediten, der sogenannten Zinskurve. Sie ist verkehrt, in der Fachsprache «invertiert» genannt. Das heisst, Anlegerinnen bekommen für Geld, das sie nur kurze Zeit ausleihen, mehr Zins als für Geld, das sie längere Zeit ausleihen.