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Soda.
Wenn man Metallchloride der Elektrolyse [* 2] in der Weise unterwirft, daß sich leichtlösliche Verbindungen bilden, so werden die gebildeten Produkte, sobald sie sich bis zu einem gewissen Grade angehäuft haben, immer wieder zersetzt. Dies ist z. B. der Fall bei der Zerlegung des Chlornatriums unter Bildung von unterchlorigsaurem Natron oder bei Anwendung eines Diaphragmas unter Zersetzung in Chlor und Ätznatron. Dagegen ist es wohl möglich, die Zersetzung von Chloriden unter vollständiger Ausnutzung des Stroms durchzuführen, wenn dabei schwerlösliche Körper entstehen. So lassen sich Chlorkalium und Chlornatrium in die entsprechenden Chlorate überführen und unter Anwendung eines Diaphragmas Chlorcalcium und Chlormagnesium in Chlor und feste Hydroxyde spalten. Da S. und Natriumbicarbonat in einer gesättigten Lösung von Natriumchlorid schwer löslich sind, so wurde versucht, eine Lösung des letztern unter Einleiten von Kohlensäure direkt in S. und Chlor umzusetzen.
Thatsächlich läßt sich der Prozeß so führen, daß sich einerseits Chlor, anderseits kristallisierte S. bildet. Als Kathode dient ein durchlochtes Eisenblech, als Anode eine durchlochte dünne Kohlenscheibe. Beide Elektroden sind kreisförmig, der Rand ist etwa 3 cm breit undurchlocht, um an der so gebildeten Ringfläche die Abdichtung zu ermöglichen. Als Diaphragma dient eine zwischen beide Platten geklemmte Scheibe aus Asbestpappe. Mittels zweier weiterer Porzellanringe und Glasscheiben sind auf beiden Seiten der Elektroden Kammern gebildet.
Die Abdichtung erfolgt durch ganz dünne Gummiringe, und das Ganze wird durch Schraubenzwingen zusammengehalten. In der Glasscheibe, welche die Anodenkammer begrenzt, ist unten ein Loch gebohrt, in welches mittels eines Gummiringes eine gebogene weite Glasröhre gesteckt ist. Ein Glasrohr, welches in ein Loch des Porzellanringes der Anodenkammer paßt, führt das gebildete Chlor ab. Der Porzellanring der Kathodenkammer hat oben eine weite Öffnung, welche einerseits die Einführung eines Rohrs zum Einleiten der Kohlensäure, anderseits das Herausnehmen der ausgeschiedenen kristallisierten S. gestattet.
Führt man nun durch das Rohr der Anodenkammer so oft wie nötig frisches Kochsalz in Stücken zu und ersetzt man das mit der S. abgeschiedene Wasser, so arbeitet der Apparat kontinuierlich, es scheidet sich ganz reine S. und fast chemisch reines Chlor ab. Der Apparat braucht eine Spannung von 3,2 Volt zur Zersetzung des Kochsalzes und von 2,5 Volt zur Überwindung des Polarisationsstromes, welchen die in der mit Chlor gesättigten Kochsalzlösung stehende Kohlenplatte mit der in mit S. gesättigter Kochsalzlösung stehenden Eisenplatte hervorruft. Die Gesamtspannung war demnach 5,7 Volt. Bei einer Stromstärke von 1,73 Ampère, die mit gewöhnlichen Bunsenelementen erzeugt waren, wurden 0,93 g Chlor pro Stunde abgeschieden. Eine Pferdekraft zu 680 Volt-Ampère gerechnet, würde der Apparat, mit Dynamomaschinen betrieben, 64,5 g Chlor und 259,8 g kristallisierte S. pro Pferdekraft und Stunde abgeschieden haben.