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DIE BAUMWOLLE
Die Baumwolle ist eine der bekanntesten Naturfasern und wird am häufigsten als Textilfaser verwendet. Baumwolle wird aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze gewonnen, einem strauchartigen Gewächs. Botanisch gesehen gehört diese zu den Malvengewächsen. Es gibt über 20 verschiedene Arten, wovon aber nur 4 Arten für die Baumwollherstellung kultiviert werden.
Baumwolle ist sehr saugfähig sie kann bis zu 65% ihres Eigengewichtes an Wasser aufnehmen.
GESCHICHTE
Die Baumwolle war in Mittelamerika schon 5800 Jahre v. Chr. und in China und Indien 3000 Jahre v. Chr. bekannt. Erst ab 800 n. Chr. kamen Baumwollerzeugnisse durch arabische Kaufleute nach Europa und erst 600 Jahre später, im 14. Jahrhundert, wurde eine größere Menge Baumwolle im süddeutschen Raum verarbeitet. Zuerst wurde die Baumwolle in Augsburg und Ulm versponnen und überwiegend in Leinen eingewebt. Bereits 100 Jahre zuvor machten Araber die Baumwolle in Sizilien und Spanien bekannt. Bis ins 17. Jahrhundert führte Augsburg die industrielle Massenproduktion an. Weitere Erfindungen, wie z.B. die Spinnmaschine und der mechanische Webstuhl, erhöhten die Produktionsmengen erheblich.
Trotz der Konkurrenz durch zahlreiche Chemiefasern deckt die Baumwolle noch heute einen grossen Teil des gesamten Textilfaserverbrauches. Seit ca. 1969 hat sich die Weltproduktion an Rohbaumwolle fast verdoppelt. Am Anfang der 70er Jahre wurde die Baumwolle durch die viel günstigere Polyester-Spinnfaser auf dem Gesamtfasermarkt auf einen Marktanteil von 34% reduziert. Die Baumwollfaser erholte sich jedoch wieder Anfang der 90er Jahre und der Marktanteil erhöhte sich auf 50%. Durch den allgemeinen Trend zu Naturfaserprodukten konnte die Baumwolle seine Marktposition auch im BIO Segment weiter ausbauen.
ANBAU & VERARBEITUNG
Die Baumwolle wird nach der Blüte geerntet, wenn die Fruchtkapseln nach ca. 8 Wochen aufplatzen und ein weisser Bausch herausquillt. Bei der Ernte mit der Pflückmaschine werden riesige Mengen mit den Kapseln geerntet, die später in mehreren Schritten entfernt werden müssen. Die gepflückte Baumwolle wird mit der Presse zu einem großen Ballen gepresst. Anschließend wird die Baumwollfaser in der Entkörnungsmaschine mittels Stahlkämmen von Kapselresten und Samen getrennt. Bei ungebleichten Stoffen sind aber zum Teil Kapselreste als schwarze Punkte zu erkennen. Danach wird die fertig gekämmte Baumwolle in die Spinnerei transportiert. In der Spinnerei wird die Baumwolle ein zweites Mal zerpflückt und nochmals gereinigt, bevor Sie in die Kardierungsmaschine kommt. In der Kardierungsmaschine werden die einzelnen Fasern gekämmt, nach Faserlänge sortiert und zu Kardierbändern zusammengefasst. Für die Textilindustie werden möglichst lange Fasern (3-5cm) verwendet. Die Spinnmaschine zwirnt anschliessend aus den Baumwollfasern ein Garn. Je nach Bedarf wird das Garn gefärbt und auf dem Webstuhl zu Stoffen verwebt.
QUALITÄTEN
Die Baumwolle verfügt über hervorragende spinntechnische Eigenschaften. Betrachtet man die Faser unter dem Mikroskop, sieht sie aus wie ein flaches Band mit korkenziehartigen Drehungen. Durch diese Verwindungen haften die Fasern beim Verspinnen trotz der glatten Faseroberfläche gut ineinander. Zudem ist Baumwolle sowohl gegen mechanische als auch chemische Einflüsse äußerst widerstandsfähig. Sie weist eine hohe Reiss- und Scheuerfestigkeit bei Nässe auf und ist hitzebeständig. Außerdem ist Baumwolle leicht zu reinigen und verfügt über ausgezeichnete Farbeigenschaften.
Eigenschaften der Baumwolle
widerstandsfähig
gute Spinnbarkeit
leicht zu färben
Feuchtigkeitsaufnahme
Atmungsaktivität
gutes Preis- und Leistungsverhältnis