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Musiker
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Originaltitel: Roustabout
Regie: John Rich
Musik: Joseph J. Lilley
Drehbuch: Anthony Lawrence & Allan Weiss
Produktion: © Hal Wallis
Kamera: Lucien Ballard
Schnitt: Hal Pereira / Walter H. Tyler
USA / 1964
Hauptdarsteller: Elvis Presley, Barbara Stanwyck, Joan Freeman..u.a.
HANDLUNG
Nach einem Motorradunfall kommt Charlie Rogers (Elvis Presley) auf einem Rummelplatz unter. Während er auf sein repariertes Motorrad wartet, macht er sich nützlich und geht der Schausteller-Truppe zur Hand.
Als er anfängt, Lieder vorzutragen, wird plötzlich viel Publikum angezogen, und das beinahe bankrotte Unternehmen beginnt wieder etwas zu laufen. Charlie hat derweil anderes im Sinn und ist hinter der schönen Cathy her, sehr zum Unmut ihres Vaters...
REZENSION
Roustabout, so der Originaltitel, gehört ohne Frage zum Besseren, was es von Elvis in den 60er-Jahren zu sehen und zu hören gab. Zudem spielte mit Barbara Stanwyck eine veritable Hollywood-Grösse mit.
So etwas wie eine Handlung mit rotem Faden ist ebenfalls zu finden, auch dies bei Elvis-Filmen keine Selbstverständlichkeit.
Elvis singt insgesamt elf Songs, wobei der Titel-Song „Roustabout“, „Poison Ivy League“ und „Little Egypt“ herausragen.
Als Kuriosum kann man vielleicht noch erwähnen, dass die damals noch gänzlich unbekannte Raquel Welch in einer winzigen Nebenrolle als „College-Girl“ zu sehen ist, allerdings im Abspann nicht mal erwähnt wird...
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Originaltitel: Shine a Light
Regie: Martin Scorsese
Musik: The Rolling Stones
USA / 2008
Im Herbst 2006 veranstalteten die Rolling Stones im New Yorker Beacon Theater zwei Konzerte. Begleitet wurden sie von niemand Geringerem als von Martin Scorsese, der bei dieser Gelegenheit einen Konzertfilm mit der Band aufnahm.
Weltpremiere feierte der Streifen dann am 7. Februar 2008 als Eröffnungsfilm der Berlinale.
Zu Beginn war ich ja echt geschockt. Dieses verrauschte Bild, die banalen Texte von Scorsese & Co., dazu die MTV-Schnitttechnik, bei der mir beinahe übel wurde...
Zum Glück fing dann bald schon das Konzert an, und das ist wirklich gut und mitreissend. Echt beeindruckend wie diese Alt-Herren-Truppe immer noch abrockt. Auch wenn ab und an ein falscher Ton dabei war, macht ja gerade das den Charme eines Konzerts aus. Auch die Gastauftritte von Jack White und Buddy Guy sind absolut sehenswert. Christina Aguilera hat nicht ihren besten Tag erwischt, dafür steht sie vollständig bekleidet auf der Bühne, was auch schon erwähnenswert ist.
Zum Schluss war ich dann wieder versöhnt mit dem Streifen und konnte diesen Konzert-Film wirklich geniessen.
Fazit: Ein toller Konzert-Film, der zum Teil etwas darunter leidet, dass man besonders originell sein wollte. Nicht unbedingt für Scorsese-Fans geeignet. Alle, die auf die Rolling Stones oder wie ich einfach auf gute Rockmusik stehen, werden bei diesem Streifen auf ihre Kosten kommen!
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Originaltitel: Soul Men
Regie: Malcolm D. Lee
Musik: Stanley Clarke
Drehbuch: Robert Ramsey & Matthew Stone
USA / 2008
Hauptdarsteller: Samuel L. Jackson, Bernie Mac, Sharon Leal…u.a.
HANDLUNG
Louis und Floyd hatten vor zwanzig Jahren zusammen in einer Soulband als Background-Sänger gearbeitet.
Nachdem sich der Lead-Sänger entschieden hatte, eine Solokarriere zu starten, blieben Louis und Floyd alleine zurück und traten fortan als „The Real Deal“ auf. Bald schon gerieten sie aber in Streit und trennten sich.
Jahre später stirbt der Lead-Sänger und Floyd hat die Idee, zusammen mit seinem alten Kumpel Louis auf eine Reunion-Tour zu gehen. Es gelingt ihm, Louis zu überreden.
Bald schon haben sie mit ersten Problemen zu kämpfen und stellen fest, dass sie sich noch immer nicht ausstehen können.
REZENSION
Die Grundstory wäre eigentlich vielversprechend, aber mit der Umsetzung hatte ich so meine Mühe. Obwohl es immer wieder gute Sprüche und ganz witzige Szenen gibt, ist der Humor in diesem Film für mich etwas zu derb geraten.
Dazu kommt, dass Bernie Mac seine Rolle völlig überspielt. Man möchte förmlich als Zuschauer in den Film hineinrufen: Bitte etwas dezenter, bitte etwas leiser..! Samuel L. Jackson spielt gewohnt souverän und entschädigt etwas für den Rest. Wären da nicht einige ganz gute musikalische Einlagen, würde der Film kaum aus der Masse herausragen. Die Handlung an sich ist zu banal und vorhersehbar und macht das Ganze zu einem durchschnittlichen 08/15-Streifen.
Anlehnungen an die „Blues-Brothers-Filme“ sind nicht zu übersehen. Das vorliegende Werk kann aber in Sachen Charme, Witz und Timing zu keiner Zeit mit den Blues-Brothers-Streifen mithalten.
Fazit: Irgendwie hat man alles schon mal irgendwo besser und origineller gesehen. Aber als einfacher Feel-Good-Movie für ein verregnetes Wochenende taugt er durchaus...
13/08/15 17:59 Genres: Musikfilm
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Originaltitel: Cadillac Records
Regie: Darnell Martin
Musik: Terence Blanchard
Drehbuch: Darnell Martin
USA / 2008
Hauptdarsteller: Adrien Brody, Jeffrey Wright, Gabrielle Union, Beyoncé Knowles... u.a.
HANDLUNG
Erzählt wird die Geschichte des Plattenlabels Chess Records und ihres Gründers Leonard Chess.
Das kleine Independent-Lable wurde 1950 gegründet und machte so legendäre Musiker wie Muddy Waters, Little Walter, Etta James, Howlin' Wolf oder Chuck Berry bekannt.
Die Rassentrennung in den damaligen USA und der Konflikt zwischen Geld und Kunst bilden die Kernthemen dieses Musikfilmes.
REZENSION
Obwohl die Umsetzung sich herausnimmt, mit den tatsächliche Ereignissen sehr frei umzugehen, so wird zum Beispiel der Bruder und Mitbegründer Phil Chess praktisch weggelassen, ist ein durchaus interessanter und spannender Film entstanden.
Die schauspielerische Umsetzung der verschiedenen Musiker war wirklich überzeugend und kommt zum Teil dem Original unglaublich nah.
Am meisten überrascht hat mich die Umsetzung von Beyoncé Knwoles als Etta James. Sie hat das wirklich grossartig hinbekommen, und die Rolle war alles andere als einfach zu spielen. Bei den performten Songs entsteht dann auch mal Gänsehaut.
Die Darstellung der, damals noch sehr rassistischen, Verhältnisse in den USA wird sehr anschaulich dargestellt, und auch die Entstehung einer neuen musikalischen Ära kommt wirklich gut rüber.
Der Film ist natürlich viel zu kurz, um der wirklichen Bedeutung von Chess Records gerecht zu werden. Zu viel wurde nur angerissen oder sogar ganz weggelassen.