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Der Chinese Ren Zhengfei (*1944) gründete 1987 das Technologieunternehmen Huawei. Heute ist Huawei das zweitgrösste nicht staatliche chinesische Unternehmen. In China werden fast alle grossen Konzerne und Banken vom Staat bzw. der Kommunistischen Partei kontrolliert. Ren Zhengfei ist bis heute CEO und Aufsichtsratsmitglied von Huawei (Stand: 18.5.2022). Er hat als Gründer von Huawei ein Vetorecht in der Konzernführung. Sein Bruder Ren Shulu gehört ebenfalls zur Konzernführung.
Ren Zhengfei gilt als eng mit der Kommunistischen Partei verbunden. Er heiratete in erster Ehe eine Tochter von Meng Dongbo, der stellvertretender Gouverneur der chinesischen Provinz Sichuan war. Zhengfeis Tochter Meng Wanzhou, die den Familiennamen der Mutter annahm, ist derzeit stellvertretende Vorsitzende und CFO von Huawei. Sie war im Dezember 2018 in Kanada verhaftet worden und war fast drei Jahre in Haft, weil die Justiz der USA behauptete, sie sei für Finanzbetrug, Umgehung von Sanktionen und Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen verantwortlich. Man vermutet, dass der 2018 beginnende Handelskrieg zwischen den USA und China bei der Verhaftung eine Rolle spielte.
Das Vermögen von Ren Zhengfei wird derzeit auf eine Milliarde US-Dollar geschätzt (Quelle).
Huawei war 2021 der weltweit drittgrösste Hersteller von Smartphones und einer der grössten Telekommunikationsausrüster. 2018 hatte Huawei 31 Prozent des globalen Markts für 2G, 3G, 4G-Mobilfunknetzinfrastrukturen ausgemacht und ist damit weltführend. 2018 kontrollierten die drei Technologiekonzerne Huawei, Ericsson (Wallenberg Familie) und Nokia 80 Prozent des Mobilfunkmarkts. (Quelle) Die drei Unternehmen sind auch führend beim Aufbau der 5G-Infrastruktur. Angenommen grosse Telekommunikationskonzerne arbeiten mit Geheimdiensten zusammen, dann könnten die Konzerne zur Massenüberwachung und Spionage genutzt werden.
Huawei ist eines grössten nicht börsennotierten Unternehmen der Welt. Die Anteile am Unternehmen gehören den Angestellten. Wie viele Anteile ein Angestellter besitzt, hängt davon ab, wie lange er bei Huawei beschäftigt ist und welche Position er dort hat. Die Angestellten haben aber kein Mitspracherecht. Die einzigen zwei Huawei-Teilhaber sind Ren Zhengfei und die firmeneigene Gewerkschaft. Beide gelten als mit der Kommunistischen Partei verbunden. Bevor Ren Zhengfei Huawei gründete, hatte er als Techniker beim chinesischen Militär gearbeitet. Er konnte erst 1978 der Kommunistischen Partei beitreten, da sein Vater als Buchhalter für die Kuomintang gearbeitet hatte, die mit der Kommunistischen Partei verfeindet war.
Ren Zhengfei traf den chinesischen Präsidenten Xi Jinping (Foto).
Huawei gilt als eng mit der Kommunistischen Partei verbunden und soll auch Kontakte zum chinesischen Militär und Geheimdienst unterhalten. Ehemalige Geheimdienstler arbeiten für Huawei (Quelle). In vielen Ländern wird Huawei verdächtigt, über seine Smartphones und die Telekommunikationsindustrie Spionage für die Kommunistische Partei zu betreiben, darunter Wirtschafts- und Militärspionage. Huawei entwickelt Sicherheits- und Überwachungs-Software. Laut geleakten Dokumenten liefert Huawei der chinesischen Regierung Technologie, die zur Massenüberwachung im eigenen Land eingesetzt wird, darunter auch Technologie zur Gesichtserkennung. Den Dokumenten nach entwickelt Huawei Überwachungstechnologien, die in chinesischen Gefängnissen und Konzentrationslagern zum Einsatz kommen (Quelle). Huawei war Mitentwickler einer Software, die Uiguren über Gesichtserkennung erkennen soll.
Laut einem geheimen Bericht aus dem Jahr 2010, der erst 2021 öffentlich bekannt wurde, hatte Huawei in der Vergangenheit freien Zugang zum Mobilfunknetz des niederländischen Telekommunikationskonzerns KPN, ein Kunde von Huawei, gehabt und hätte alle Gespräche belauschen können. Dazu gehörten auch die Telefone des damaligen Premierministers Jan Peter Balkenende, verschiedener Minister und chinesischer Dissidenten. Huawei wusste auch, welche Nummern von Polizei und Geheimdiensten abgehört wurden. Der niederländische Geheimdienst hatte KPN mehrfach vor der Spionagegefahr durch Huawei gewarnt. (Quelle) Dies geschah also noch Jahre bevor die USA eine Kampagne gegen Huawei starteten.
2019 schrieb das Wall Street Journal, dass Huawei die Regierungen von Uganda und Sambia in Afrika dabei unterstützt, Oppositionspolitiker auszuspionieren. Huawei hilft Uganda und weiteren afrikanischen Staaten Kameras mit Gesichtserkennung in den Städten zu installieren. Laut einer Analyse ist Huawei für bis zu 70 Prozent der bestehenden Telekommunikationsinfrastruktur in Afrika verantwortlich. Die Firma sei damit „der dominante Player beim Bau des digitalen Grundgerüsts auf dem Kontinent“. (Quelle: 1 und 2)
Einzelne Tablets von Huawei sollen angeblich Daten an chinesische Regierungsserver senden. Ein in Taiwan lebender kanadischer IT-Ingenieur sagte, dass sein Tablet von Huawei ihn über mehrere Apps, die sich nicht deaktivieren liessen, ausspioniert. Er sagte, dass die Daten nicht nur nach China gingen, sondern auch in die USA. Er vermutet daher, dass die US-Regierung und Huawei Informationen untereinander austauschen, damit sie die Daten auch mit US-amerikanischen Unternehmen wie Google und Facebook teilen können. (Quelle)
Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.