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Kolumban Louis
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 5. Oktober 1913
Schreiner: 1913–19?
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Karl Johann Louis Bösch.
Lebensbeschreibung[1]
Karl Louis kam am 27. Februar 1887 auf dem Bauernhof Unterhusen in Ennetbühl im Toggenburg zur Welt. Er war der älteste Sohn von Karl Johann Louis Bösch und hatte eine einzige Schwester, zwei Brüder und sechs Stiefbrüder. Das Bauern lag Karl gar nicht doch lebte seine Familie auch von der Stickerei. Karl machte eine Stickerlehre bei Steiger im Sidwald. Dort schloss er die Prüfung ab und arbeitete bei der Firma Hanimann & Bösch. Doch entschied sich Karl, ins Kloster Engelberg einzutreten. Die Kanditatur zog sich über Jahre hin, da Karl im Auftrag von Abt Basil Fellmann noch eine Schreinerlehre bei der Familie Amrein in Beromünster absolvierte. Nach kurzer Wanderschaft kehrte der Geselle ins Kloster zurück und bezog die Schreinerwerkstatt. Am 5. Oktober 1913 legte Br. Kolumban Profess ab.
Bald nahm er Lehrlinge an. So lernte Br. Hermann Keller das Schreinerhandwerk bei ihm. Mit dem Wechsel in einen grösseren Raum konnte die Schreinerei ausgebaut werden. Durch den Klosterneubau gab es viel Arbeit für die Schreinerei. Er fertigte Holzintarsien an, wobei er sich vor allem an Vorbildern der Renaissance und des Barock bediente. Was er anfangs nur nebenbei anfertigte, wurde mehr und mehr zur Hauptbeschäftigung Br. Kolumbans. P. Bonaventura Egger, der zur Bauzeit 1926/29 Grosskellner war und nachher Abt wurde, hatte diese Entwicklung entscheidend gefördert.
In Kloster und Schule gab es immer viel zu reparieren. Während die Schüler in den Ferien weilten, hängte er sich die eigens für den Zweck geschaffene Werkzeugkiste um und unterzog das ganze Kollegi einer gründlichen Visite. Die nötig gewordenen Reparaturen wurden ausgeführt, alle Schlösser und Angeln geölt und gefettet. Dabei war er darauf aus, die Dinge wenn möglich, zu verstärken, strapazierfähiger zu machen und ihre Lebensdauer zu erhöhen: Er war auf Sparsamkeit bedacht, wusste sich stets mit einfachen Mitteln helfen und meisterte die anfallenden technischen Probleme mit Geschick. Mit den Materialien und Arbeitsmethoden, die durch die Industrialisierung aufgekommen sind, konnte sich der eingefleischte Handwerker nicht mehr ganz befreunden.
Br. Kolumban reiste gerne und hatte unter anderem Nordafrika besucht. Er mochte Kirchenmusik und festlichen Gesang. Mauerblumen und Kakteen hatten es ihm angetan, Pflanzen, die sich Zeit lassen beim Wachsen. Er hing an den klösterlichen Traditionen. Behäbigkeit und Beharrlichkeit waren Grundzüge seines Wesens. Verständlich, wenn er bei zunehmendem Alter nicht überall mitkam und mitwollte. Oft brachte er, wenn Altgewohntes abgeschafft, nie Dagewesenes eingeführt wurde, den Spruch: "s' isch nüme wie früener" - und rümpfte dabei die Nase. Mit Eifer war er jedes Jahr beim Aufrüsten der Karwochen- und Fronleichnamsszenerien. Auch hatte er während vielen Jahren verschiedene Dienststellen in der Liturgie versehen. Er starb am 2. Juni 1966.
Professnummer
- Nr. 711
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend vom Nachruf in den Titlisgrüssen 53, 1966/67, S. 11-15, übernommen.
Bibliographie
- Nachruf von Br. Kolumban Louis in: Titlisgrüsse 53, 1966/67, S. 11-15.
- Kirchgraber, Jost: Vor 50 Jahren: Br. Columban Louis, in: Titlisgrüsse 102 (2016) S. 22-32.
- Dufner, P. Georg: Bruder Columban Louis. Mönch und Intarsienmeister (1887-1966), Engelberg 1980 (mit farbigen Abbildungen).
- Dufner, P. Georg: Bruder Columban Louis als Intarsienmeister, in: Toggenburger Heimat-Jahrbuch 1960.