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West-Ost-Gradient führt zu Gewittern
Im Westen zog heute früh Bewölkung auf, im Osten hingegen schien auch am Nachmittag noch häufig die Sonne. Die Folgen dieser inhomogenen Wetterverteilung zeigten sich ab dem späten Nachmittag.
Tiefdruckentwicklung über Frankreich
Die Schweiz lag heute auf der Vorderseite eines Troges, also einer Zone mit in der Höhe tiefem Druck. Dieser Trog dehnte sich von der Nordsee her Richtung Südfrankreich aus, und spaltete sich schliesslich über Südfrankreich von der grossräumigen Strömung ab. Damit einher ging eine Tiefdruckentwicklung am Boden über Frankreich. In der Folge wurde die Kaltfront, welche sich von Dänemark über Deutschland bis nach Frankreich und Spanien erstreckte, verlangsamt. Sie erreicht wohl erst in den Abendstunden die Westschweiz.
West-Ost-Unterschiede
So nahm die Bewölkung im Westen bereits im Laufe des Vormittags zu, in Genf wurden nur gerade 2.4 Stunden Sonnenschein registriert. Anders sah dies weiter Richtung Osten aus, am Bodensee schien auch am Nachmittag noch grösstenteils die Sonne, wenn auch hier die Cirrusbewölkung allmählich zunahm. Entsprechend dieser Verteilung des Sonnenscheins entstand ein Temperaturgradient zwischen der West- und der Ostschweiz von 3 bis 5 Grad.
Zusammen mit dem im Westen einsetzenden Niederschlag verstärkte sich der Temperaturgradient in den späteren Nachmittagsstunden noch etwas, und es entwickelte sich ein Druckunterschied von 6 bis 7 hPa. Mit dem sich von West nach Ost fortsetzenden Druckanstieg drehte der Wind von Nordost auf Südwest, und frischte zusätzlich auf. Die Böenspitzen erreichten kurzzeitig Werte von 55 bis 70 km/h. Lokal wurden knapp 80 km/h gemssen, so am Flughafen Kloten, in Wädenswil sowie in Steckborn am Untersee (Bodensee).
Dies führte zu einer Konvergenz, welche sich zusammen mit der Druckwellen von West nach Ost über die Alpennordseite verlagerte. Folglich wurde die Luft zum Aufsteigen gezwungen. Da diese vor der Front labil geschichtet war, konnte sich in der Region um den Sempachersee ein erstes Gewitter entwickeln, welches in der Folge weiter Richtung Nordosten über Kloten und den Flughafen zog. Bis Redaktionsschluss entwickelten sich auch über der Albiskette weitere Gewitter, und die Böenspitzen verstärkten sich in der Ostschweiz nochmals etwas.