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Neuberufungen und Ehrungen
Ordentlicher Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie
Der Regierungsrat hat den Nachfolger des verstorbenen Professors Klaus Grawe bestimmt: Franz Caspar wurde am 1. September 2007 ordentlicher Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie sowie Mitdirektor des Instituts für Psychologie.
Franz Caspar (54) ist in Zürich aufgewachsen und hat Psychologie und Politikwissenschaft in Hamburg studiert. Nach dem Diplom 1977 gab er Unterricht an Gymnasien und hatte einen Lehrauftrag an der Universität Hamburg. Danach kam er nach Bern und beteiligte sich als Assistent am Aufbau des Lehrstuhls Klinische Psychologie und der Psychotherapie- Ambulanz. Er promovierte hier 1985, wurde zuerst Oberassistent, dann Dozent am Institut. Zwei Auslandaufent- halte folgten (1987–1990), zuerst an der University of Colorado, später am Clarke Institute of Psychiatry in Toronto. 1995 habilitierte er sich, übernahm eine Lehrstuhlvertretung in Tübingen und erhielt ein Jahr später neben seiner Berner Tätigkeit einen Lehrauftrag in Wien. Für die folgenden zwei Jahre leitete er nebenamtlich den Bereich Klinische Psychologie und Psychotherapie an der psychiatrischen Klinik «Sanatorium Kilchberg». Ab 1999 bis 2005 war er ordentlicher Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie in Freiburg i.Br., um dann an der Universität Genf ein Ordinariat für Klinische Psychologie des Erwachsenenalters zu übernehmen. Sein Forschungebiet sind psychische Störungen und deren Behandlung, die therapeutische Beziehung, Modelle zum besseren Verständnis psychischer Störungen und der Einsatz moderner technischer Mittel in Therapie (Internettherapie) und Therapeutenausbildung.
Ordentlicher Professor für Strafrecht, Völkerstrafrecht und Rechtstheorie
Hans Vest wurde per 1. August 2007 zum Ordentlichen Professor für Strafrecht, Völkerstrafrecht und Rechtstheorie und zum Mitdirektor des Instituts für Strafrecht und Kriminologie ernannt.
Hans Vest (50) wuchs in Basel auf und studierte dort und in Berlin Rechtswissenschaft. Er schloss mit dem Lizentiat 1980 an der Universität Basel ab, wo er 1985 auch promovierte. Nach dem 1986 absolvierten Advokaturexamen war er 1987/88 als Untersuchungsrichter am Verhöramt des Kantons Zug und von 1988 bis 1995 Rechtskonsulent des Schweizerischen Invalidenverbands. Von 1989 bis 1999 war er Mitinhaber eines Advokaturbüros in der Agglomeration Basel. 1995/96 betreute er das Referat «Schweiz» im Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, Freiburg i.Br. 1997 war er Assistenzprofessor für Strafrecht und Strafprozessrecht an der Universität Basel. 2000 habilitierte er sich und wurde zum Ordinarius für Straf- und Strafprozessrecht mit besonderer Berücksichtigung des Wirtschaftsstrafrechts an der Universität St.Gallen gewählt. Er erhielt einen Lehrauftrag für «International Criminal Law» am Centre Universitaire de Droit Internationale Humanitaire in Genf, seit letztem Jahr hat er einen Lehrauftrag für Völkerstrafrecht an der Universität Bern. Hans Vest lehrt und forscht in ausgewählten Bereichen des schweizerischen Straf- und Strafprozessrechts, des Völkerstrafrechts, der internationalen Kriminalpolitik und der Rechtstheorie. Derzeit untersucht er die Formen der Beteiligung an Völkerrechtsverbrechen und deren Sanktionierung.
Ordentlicher Professor für Biochemie
André Schneider wurde auf den 1. Januar 2008 zum Ordentlichen Professor für Biochemie und zum Mitdirektor des Departements Chemie und Biochemie ernannt.
André Schneider (47) wuchs in Biberist (SO) auf, studierte in Bern Mikrobiologie und schloss hier mit dem Lizentiat ab. Nach einem kurzen Fellowship in Canterbury, an der University of Kent (UK), doktorierte er 1988, ebenfalls in Bern. Von da an bis 1991 studierte er als Postdoc am Biozentrum in Basel, um danach für die nächsten zwei Jahre an der University of California in San Francisco seine Studien weiterzuführen. Zurück in der Schweiz, arbeitete er als Gruppenleiter im Biozentrum Basel und habilitierte sich 1996 an der Universität Basel. An der Universität Fribourg wurde er im gleichen Jahr Gruppenleiter am Departement für Biologie/Abteilung für Zell- und Entwicklungsbiologie und ist seit 2004, im gleichen Departement, assoziierter Professor für Zellbiologie. Die Forschungsprojekte von André Schneider konzentrieren sich auf «Trypanosoma brucei». Dieser einzellige Parasit ist nicht nur für die – unbehandelt tödlich verlaufende – afrikanische Schlafkrankheit verantwortlich, sondern zeigt auch eine ganze Reihe von interessanten biologischen Besonderheiten. Schneider interessiert sich für die Prozesse, die für die Bildung des für die Zellatmung verantwortlichen Mitochondrium notwendig sind.
Ordentlicher Professor für Herzphysiologie
Zum Nachfolger von Professor Robert Weingart, der im Februar zurückgetreten ist, hat der Regierungsrat per 1. Mai 2007 Stephan Rohr zum ordentlichen Professor für Herzphysiologie ernannt.
Stephan Rohr (50) ist im Aargau aufgewachsen und hat an der Universität Bern Medizin studiert und doktoriert. Er wurde Assistent am Institut für Physiologie der Universität Bern und ging 1990 als Stipendiat des Schweizerischen Nationalfonds für zwei Jahre an die University of Pennsylvania, Philadelphia und an das Marine Biological Laboratory in Woods Hole, Massachusetts. Zurück in Bern, 1992, wurde er Oberassistent am Institut für Physiologie und nach der Habilitation 1998 auch Dozent am gleichen Institut. Die Universität Bern ernannte ihn 2004 zum Titularprofessor. Er befasst sich in seiner Forschungstätigkeit mit der Erregungsbildung und der Erregungsausbreitung in der Herzmuskulatur unter physiologischen und pathophysiologischen Bedingungen mit dem Ziel, die Entstehung von Herzrhythmusstörungen besser zu verstehen und behandeln zu können.
Ausserordentlicher Professor für Makroökonomie
Die Universitätsleitung hat per 1. September 2007 Dirk Niepelt zum ausserordentlichen Professor für Makroökonomie (Beschäftigungsgrad 30%) gewählt.
Dirk Niepelt (38) wuchs in Konstanz auf und studierte zunächst an der Universität St. Gallen (HSG). Nach dem Lizentiat arbeitete er von 1994 bis 1996 an der Konjunktur- forschungsstelle der ETH Zürich, absolvierte das Doktorandenprogramm des Studienzentrums Gerzensee und promovierte an der HSG. 1996 setzte er dann seine Studien am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge (USA) fort und schloss sie im Jahr 2000, nach einem kurzen Forschungsaufenthalt bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, mit dem Ph.D. in Economics ab. Während der nächsten vier Jahre lehrte und forschte er als Assistenz- professor am IIES in Stockholm, bevor er 2004 nach Gerzensee wechselte. Dirk Niepelt ist Vizedirektor des Studienzentrums Gerzensee, Stiftung der Schweizerischen Nationalbank. Darüber hinaus ist er Gastprofessor am Institute for International Economic Studies (IIES) der Universität Stockholm, Research Affiliate am Centre for Economic Policy Research in London und Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Volkswirtschaft und Statistik. In seinen Forschungsprojekten geht Dirk Niepelt unter anderem den Determinanten und makroökonomischen Auswirkungen von Fiskalpolitik nach. So analysiert er beispielsweise, wie die Alterung westlicher Gesellschaften die politischen Machtverhältnisse beeinflusst, dabei zu einer Verlagerung der Staatsausgaben von Investitionen zu Transfers führt und als Konsequenz das Produktivitätswachstum verlangsamt.
Ausserordentlicher Professor für Neuere Kirchen- und Theologiegeschichte und Konfessionskunde
Martin Sallmann tritt die Nachfolge von Rudolf Dellsperger an. Er wurde durch die Universitätsleitung zum ausserordentlichen Professor ernannt und ist seit dem 1. April Leiter der Abteilung Neuere Kirchen- und Theologiegeschichte und Konfessionskunde.
Martin Sallmann (43) ist in Speicher, Appenzell Ausserrhoden, aufgewachsen und hat an der Theologischen Fakultät der Universität Basel, und von 1987 bis 1988 auch an der Universität Bern, studiert. 1991 schloss er das Studium ab und absolvierte ein einjähriges Praktikum als Vikar in der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt, danach wurde er durch die Evangelisch-reformierte Landeskirche beider Appenzell ordiniert. Nach einem Jahr als Religionslehrer arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent für Neuere Kirchengeschichte und Dogmengeschichte an der Universität Basel und promovierte 1997. Er blieb von 1997 bis 2005 als wissenschaftlicher Oberassistent an der Universität Basel und forschte im Rahmen von zwei Nationalfondsprojekten über Predigten im reformierten Basel des 16. und 17. Jahrhunderts und zur Entwicklung des schweizerischen Protestantismus während der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Er habilitierte sich für das Fach Kirchengeschichte an der Universität Basel und wurde danach Beauftragter für Theologie des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. Seit dem Sommer 2004 leitet er das Theologische Alumneum, das älteste Studentenwohnheim Basels.
Neue Titularprofessorinen und -professoren:
PD Dr. Adrian Franz Ochsenbein, Leitender Arzt an der Klinik und Poliklinik für Medizinische Onkologie und am Departement für Klinische Forschung
PD Dr. Beatrice Frueh Epstein, Abteilungsleiterin an der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde des Inselspitals
Neue Honorarprofessur:
PD Dr. Hans-Peter Kohler, Chefarzt und Klinikleiter Innere Medizin am Berner Ziegler Spital
Ehrungen
Rainer C. Schwinges, Professor für Mittelalterliche Geschichte, hat von der Burgergemeinde Bern die Burgermedaille erhalten. Sie wurde ihm verliehen für seine «Bemühungen um die Erforschung und Präsentation der Bernischen Geschichte».
In Anerkennung seiner Verdienste um die internationale Germanistik hat die University of Stellenbosch in Südafrika Prof. Dr. Ernest W. B. Hess-Lüttich zum «Honorary Professor Extraordinary» ernannt.
Prof. Dr. h.c. mult. Norbert Thom, Direktor des Instituts für Organisation und Personal, wurde im Mai 2007 zum Ehrenmitglied der «Schweizerischen Gesellschaft für Organisation und Management» gewählt.
Prof. Dr. Hans-Uwe Simon, Direktor des Instituts für Pharmakologie, wurde per 1. September 2007 zum Präsidenten der Union Schweizerischer Gesellschaften für Experimentelle Biologie (USGEB) gewählt. Die USGEB ist ein Zusammenschluss verschiedener Gesellschaften, zum Beispiel der Schweizerischen Gesellschaften für Biochemie, Anatomie, Histologie und Embryologie, oder der Schweizerischen Vereinigung für Onkologie.
Preise
Bâloise-Wissenschaftspreis
Mit dem Bâloise-Wissenschaftspreis von 10000 Franken zeichnen die Basler Versicherungen überragende wissenschaftliche Arbeiten aus. Gleichzeitig unterstützen sie mit einem Förderstipendium von 25000 Franken die weitere akademische Laufbahn des jeweiligen Preisträgers. Der diesjährige Preisträger, Dr. iur. et lic. phil. Martino Mona ist Oberassistent am Institut für Strafrecht und forscht zur Zeit an der Harvard Law School in Cambridge (MA). Mona bekommt den Preis in Anerkennung seiner Dissertation über «Das Recht auf Immigration. Rechtsphilosophische Begründung eines originären Rechts auf Immigration im liberalen Staat».
Bayer Schering Pharma Preis
Die Bayer Schering Pharma AG und die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe verleihen den Preis 2007 dem Labor Pränatale Medizin der Universitäts-Frauenklinik des Inselspitals/Departement Klinische Forschung. Preisträger und Leiter des Labors ist Prof. Dr. med. Daniel Surbek, Chefarzt Geburtshilfe und geschätsführender Co-Direktor der Klinik und Polikliniken für Frauenheilkunde des Inselspitals.
BMZ-Preise
Ende Sommersemester verlieh das Berner Mittelalter Zentrum (BMZ) anlässlich seines zehnjährigen Jubiläums den «BMZ Preis für junge Mediävisten und Mediävistinnen». Verliehen wurde der Preis an Dr. Klaus Oschema für seine Dissertation über «Freundschaft und Nähe im spätmittelalterlichen Burgund. Studien zum Spannungsfeld von Emotion und Institution».
Prix Jubilé
Cyrill Rigamonti, SNF-Förderungsprofessor am Institut für Wirtschaftsrecht, erhielt für seinen im Harvard International Law Journal publizierten Artikel «Deconstructing Moral Rights» den Prix Jubilé 2007 der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften.
Tropical Scientist Award
Anna Katharina Münch, Doktorandin am Institut für Islamwissenschaft und Neuere Orientalische Philologie, ist im Frühling auf dem 5. European Congress on Tropical Medicine and International Health von den United Streams – Work group for field research in international health – mit dem «Young Tropical Scientist 2007» Award ausgezeichnet worden.
WWIC-Preis
Markus Wälchli, Doktorand in der Forschungsgruppe «Rechnernetze und Verteilte Systeme» am Institut für Informatik und angewandte Mathematik hat anlässlich der «5th International Conference on Wired/Wireless Internet Communications» den Preis für den besten Konferenzbeitrag erhalten. Die Konferenz fand im Mai 2007 an der Universität Coimbra/Portugal statt. Das internationale Programmkomitee wählte 32 Beiträge aus 257 eingereichten Arbeiten zur Präsentation aus.
05.10.2007