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Im Occator Krater auf der Oberfläche des Zwergplaneten prangt Ceres’ hellster Fleck. Die am Dienstag an der jährlichen “Lunar and Planetary Science Conference” in Texas vorgestellten Bilder zeigen ihn nun mit einer Auflösung von 35 Metern pro Pixel. Dies teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Dienstag mit.
“Noch im letzten Jahr sah der Krater Occator wie eine einzige helle Fläche aus”, sagte der an der Dawn-Mission beteiligte Ralf Jaumann vom DLR gemäss der Mitteilung. “Jetzt erkennen wir auf den Nahaufnahmen komplexe Strukturen, die uns neue Rätsel aufgeben.”
Die Bilder zeigen eine grosse helle Aufwölbung im hellen Zentrum des Kraters. Auf ihr und um sie herum sind zahlreiche Risse und Brüche zu sehen. Andere Risse scheinen durch weitere Helle Flecken im Krater zu verlaufen.
Diese komplexe Geometrie weise auf geologische Aktivität in jüngster Vergangenheit hin, so Jaumann. “Wir müssen aber die Kartierung der Ablagerungen vervollständigen und die Zusammensetzung bestimmen, um so unsere Thesen für die Formation dieser komplexen Strukturen zu testen.”
Kontrastverstärkte Echtfarbenbilder zeigen ausserdem Farbunterschiede verschiedener Stellen auf der Oberfläche. Besonders fiel dabei ein bläuliches Material an jüngeren Kratern und an den Hängen von Ceres’ höchstem Berg Ahuna Mons auf.
“Man könnte zunächst davon ausgehen, dass es sich dabei um Impaktschmelzen handelt”, sagte Jaumann. Allerdings müsste man es dann an allen Kratern sehen.
Eine exakte Erklärung für das bläuliche Material haben die Wissenschaftler bisher nicht. Sie vermuten allerdings, dass es durch eine Wechselwirkung der eisfreien Oberfläche mit einer anders beschaffenen, darunter liegenden Schicht zustande kommt. “Es gibt Hinweise darauf, dass diese Schicht unter der obersten Kruste mit Eis und flüchtigen Stoffen angereichert ist.”
Die NASA-Sonde Dawn war 2007 gestartet. 2011 hatte sie den Asteroiden Vesta erreicht und ein Jahr lang untersucht. Im März 2015 schwenkte sie in eine Umlaufbahn um Ceres ein, das grösste Objekt des Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter. Die Sonde soll den Zwergplaneten noch bis mindestens zum 30. Juni untersuchen.
(SDA)