Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03119.jsonl.gz/1488

Yishui Xingye Association, China
Über die Yishui Xingye Association
Die Bauern der Yishui Xingye Association leben in der chinesischen Provinz Shandong am Unterlauf des Gelben Flusses, der ein paar hundert Kilometer weiter ins Gelbe Meer mündet. Diese Provinz rangiert in China an oberster Stelle, wenn es um den Anbau von Erdnüssen geht. Die Bauernkooperative Yishui Xingye trägt jährlich etwa 450 Tonnen Erdnüsse dazu bei.
Typischerweise bewirtschaftet ein einzelner Bauer mit seiner Familie eine Fläche zwischen 10 und 60 Hektaren. Seine wichtigsten Anbaufrüchte sind neben den Erdnüssen auch Mais, Süsskartoffel, Weizen und Sojabohnen. Dabei verteilt sich das gepachtete Land auf kleine Parzellen, die in ihrer Grösse vergleichbar sind mit schweizerischen Familiengärten. Die Parzellen liegen teilweise auch in Hanglagen. Mit Steinmauern werden Anbauflächen terrassiert und von der Erosion durch Niederschläge geschützt.
Die Partnerschaft zwischen der deutschen Naturkost Ernst Weber GmbH und der chinesischen Bauernkooperative besteht bereits seit 1997. Die biologische Anbauweise dieser Kleinbauern war damals mit der nationalen Green Food AA-Zertifizierung ausgezeichnet, was in China für eine pestizidfreie Produktion steht.
Bevor der erste Container mit Bio-Erdnüssen nach EU-Bio-Standard in die Schweiz gelangte, war aber von der Seite Naturkost Ernst Weber GmbH einiges an Pionierarbeit nötig. Für eine Kontaktaufnahme mit hohen Behörden, wie zum Beispiel dem chinesischen Landwirtschaftsministerium, waren mehrere Besuche vor Ort unumgänglich. Zusätzlich erforderte die Bio-Zertifizierung nach Europäischem Standard weiterführende Schulungen zum Thema biologischer Landbau. Gleichzeitig war ein beidseitiger Crash-Kurs in interkultureller Kompetenz ausschlaggebend für eine reibungslose Zusammenarbeit.
Die Erdnussernte findet jedes Jahr im September statt. In dieser Zeit werden die Dörfer, die der Yishui Xingye Association angehören, besucht und die Jahresernte gegen Bargeld abgekauft. Alle Erdnüsse werden zentral verarbeitet. Die Verarbeitungsfabrik steht heute im Süden der Provinz in Linyi. Die Fabrik ist nach dem neuesten Stand der Technik ausgerüstet und verarbeitet ausschliesslich biologisch produzierte Rohware. Die Erdnusskerne werden dort sortiert, gereinigt, blanchiert, zwischengelagert und verpackt. Von der Fabrik aus gelangen die Container per Lastwagen zum Hafen nach Qingdao und von da weiter mit dem Schiff nach Europa.
2009 erhielt die Kooperative die FLO Fairtrade Zertifizierung. Für die Verwendung der Fairtrade Prämien machen die Kleinbauern Vorschläge zur gemeinnützigen Verwendung. Nach vier Jahren Erfahrungen mit dem Fairtrade Label sind die Rückmeldungen aus der Kooperative positiv. Die Bauern fühlen sich dank der Mitgliedschaft unabhängiger und haben ihre ökonomische Situation verbessern können. In den Jahren 2009 bis 2016 standen der Kooperative über 120‘000 USD Prämiengelder für unterschiedliche Projekte zur Verfügung.
Die Kooperative der Erdnussbauern in Yishui hat die zuletzt erhaltenden Fairtradeprämien zu einem Großteil für Betriebsmittel für den Bio-Erdnussanbau verwendet. So wurde beispielsweise in sortenreines Saatgut investiert und Gerätschaften für die Erdnusserzeugung angeschafft. Außerdem finanzierten die Bäuerinnen und Bauern mit einem Teil der Prämie eine Weiterbildung für die Fairtrade-Gruppe. Primär ging es dabei um das Erlernen von neuen Anbautechniken in der Bio-Landwirtschaft.