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Die Schweizer Ergebnisse aus PISA 2015 Lesen sind im Vergleich zu PISA 2009 ähnlich, nicht aber im Vergleich zu PISA 2012. Insbesondere der Anteil sehr schwacher Leser und Leserinnen ist 2009 und 2015 mit rund 17% bzw. 20% sehr hoch. Dagegen war der Anteil sehr schwacher Leser und Leserinnen 2012 mit rund 14% etwas tiefer.
Was bedeutet dies allgemein?
- Für die PISA-Ergebnisse 2015 ist zu berücksichtigen, dass der Lesetest zum ersten Mal online und nicht in der für die Schüler/-innen vertrauten Papierform durchgeführt wurde. Man weiss, dass eine Computer-basierte Testung zu etwas anderen Ergebnissen führen kann.
Sind die Schüler/-innen mit dieser neuen Testform vertraut, können die Ergebnisse durchaus wieder besser ausfallen. Insbesondere schwächere Schüler/-innen schneiden bei unvertrauten Formaten oft schlechter ab.
- Ein Anteil von 14% oder 20% sehr schwacher Leser/-innen ist grundsätzlich nicht befriedigend. Denn: Sehr schwache Leser/-innen können in einfachen Texten nur gerade einzelne Informationen 1:1 entnehmen. Das heisst, sie sind bspw. nicht in der Lage, mehrere Informationen zu verknüpfen. Damit sind sie auch nicht in der Lage, die im Sachunterricht verwendeten Texte selbstständig zu verstehen.
Anzumerken ist, dass die Niveaus, wie sie in PISA 2009, 2012 und 2015 festgelegt wurden, vergleichbar sind. Mit anderen Worten: Die Beschreibung, was schwache Leser/-innen auszeichnet, hat sich in der computerbasierten Version nicht geändert.
Was bedeutet dies für die Schule?
- Es braucht weiterhin eine systematische Leseförderung über alle Stufen hinweg. Dabei sind folgende Punkte besonders hervorzuheben:
- eine Förderung der basalen Lesefertigkeiten (sicheres und flüssiges Lesen), bei Bedarf bis Ende Sekundarstufe I,
- den systematischen und eng angeleiteten Aufbau eines Repertoires an Lesestrategien, v.a. auch mit Bezug auf die spezifischen Anforderungen im Fachunterricht,
- eine koordinierte durchgängige Förderung und Anleitung des Textverstehens in allen Fächern.
- Die Lehrpersonen sind auf gezielte Unterstützung angewiesen:
- Auch im Fachunterricht braucht es Lehrmittel, die das Leseverstehen systematisch anleiten.
- Um schwächere Schüler/-innen im Aufbau der Lesekompetenzen gezielt und eng begleiten zu können, brauchen Lehrpersonen aller Fächer ein lesedidaktisches Wissen und Können. Dieses Wissen und Können muss den Lehrpersonen in entsprechenden Weiterbildungen vermittelt werden.
Mit Blick auf die Bildungsplanung zeigen Beispiele wie die Bund-Länder-Initiative BiSS (Bildung in Sprache und Schrift) in Deutschland oder der Schwerpunkt «Schreiben auf allen Schulstufen» im Kanton Zürich, dass eine Bündelung der Kräfte hilfreich ist, um eine breiter abgestützte Unterrichts- und Schulentwicklung in Gang setzen zu können.
Mit anderen Worten: Eine gelingende Leseförderung ist nicht nur eine Frage, wie einzelne Lehrpersonen unterrichten, sondern eine Frage der lesedidaktischen Unterrichts- und Schulentwicklung. Damit Leseförderung gelingt, braucht es eine durchgängig abgestimmte Förderung von Lesekompetenzen, und zwar in allen Fächern und über alle Schulstufen aufeinander abgestimmt.
Was bietet das Zentrum Lesen?
- Die «Expertise zur Wirksamkeit der Sprachförderung» enthält auch eine Übersicht zu wirksamen Lesefördermassnahmen.
www.fhnw.ch/ph/zl/publikationen > Bücher, Berichte, Lehrmittel > Studien und Berichte zum Herunterladen > Wirksamkeit von Sprachförderung.pdf
- Mit dem Lese-Lehrmittel «Lesen. Das Training» stehen Unterrichtsmaterialien für die durchgängige Leseförderung im Deutschunterricht von Klasse 2–9 zur Verfügung.
www.fhnw.ch/ph/zl/publikationen > Bücher, Berichte, Lehrmittel > Lehrmittel
- Die Broschüre «Sprachbewusst unterrichten. Eine Unterrichtshilfe für den Fachunterricht» enthält Hinweise, Checklisten und Aufgabenbeispiele für den Leseunterricht in allen Fächern.
www.fhnw.ch/ph/zl/publikationen > Bücher, Berichte, Lehrmittel > Studien und Be-richte zum Herunterladen > Fachlernen und Sprache: Sprachbewusst unterrichten – Eine Unterrichtshilfe für den Fachunterricht.pdf
- Das Zentrum Lesen führt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Weiterbildung massgeschneiderte schulinterne Weiterbildungen für alle Schulstufen durch.
- Das Zentrum Lesen entwickelt laufend neue forschungsgestützte Materialien zu allen Bereichen des Sprachunterrichts.
- Das Zentrum Lesen informiert zweimal im Jahr über neuere Entwicklungen im Bereich der sprachlichen Bildung in seinem Rundschreiben.
www.fhnw.ch/ph/zl/publikationen > Bücher, Berichte, Lehrmittel > Rundschreiben Zentrum Lesen
Kontakt: <email-pii>