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Geschichte
Die ausufernde Spezialisierung der Betriebswirtschaftslehre in isolierte Teildisziplinen wie Marketing, Personalwesen, Produktion und Rechnungswesen führte an der Universität St. Gallen in den sechziger Jahren zu einer produktiven Unzufriedenheit. Aus einer fruchtbaren Auseinandersetzung mit Systemtheorie und Kybernetik ist daraus der St. Galler Ansatz einer systemorientierten Managementlehre entstanden, mit dem Ziel, eine integrative Perspektive auf Kernaufgaben von Management-Verantwortlichen zu entwickeln, die unternehmerische Gesamtverantwortung tragen. Um die gewonnenen Forschungserkenntnisse in zweckmässiger Form der Praxis zur Verfügung zu stellen, ist das St. Galler Management-Modell (SGMM) entwickelt worden.
Die 1. Generation des SGMM von Hans Ulrich und Walter Krieg (1972) war wie die aktuelle 4. Generation durch eine systemorientierte und unternehmerische Ausrichtung gekennzeichnet. Die 2. Generation des SGMM (Bleicher, 1991) vertiefte die explizite Differenzierung von Management in operative, strategische und normative Aspekte. Die 3. Generation (Rüegg-Stürm, 2002) illustrierte, wie organisationale Wertschöpfung für eine dynamische Umwelt als komplexes Zusammenspiel von Wertschöpfungsprozessen zu verstehen ist. Die 4. Generation (Rüegg-Stürm & Grand, 2017) betont die kommunikative und reflexive Funktion von Management und konzipiert dementsprechend Management neu als reflexive Gestaltungspraxis.