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Brustkrebs ist das häufigste Krebsleiden bei Frauen. Der Verlust der gesamten Brust oder eine entstellende Form- oder Grössenveränderung nach einer Teilentfernung bringen oft enorme psychische Folgen mit sich. Eine Brustrekonstruktion ist daher für das körperliche und seelische Wohlbefinden der betroffenen Frauen von grosser Bedeutung.
Ich führe eine Brustrekonstruktion mittels Implantation eines Silikonexpanders oder eines Silikonimplantats durch. Diese relativ einfache und sichere Methode der Brustrekonstruktion wird weltweit am häufigsten eingesetzt und bietet sehr schöne Ergebnisse. Weitere komplexere Methoden wie Lappenplastiken mit Eigengewebe führe ich nicht durch.
Nach einer sogenannten skin-sparing-Mastektomie, bei welcher der Hautmantel grösstenteils erhalten werden kann, oder bei eher kleinen Brüsten, wird oft eine Rekonstruktion mit Expandereinlage durchgeführt. Nach dem sukzessivem Auffüllen des Expanders in den folgenden Wochen, wird in einer Folgeoperation ein Silikonimplantat eingelegt und allenfalls die gesunde Brust angepasst.
Die Rekonstruktion der Brustwarze ist der letzte Teil des Brustaufbaus. Aus optischer Sicht ist sie jedoch ein mitentscheidender Faktor, dass die rekonstruierte Brust schön und natürlich aussieht.
EINGRIFF
Die Brustrekonstruktion wird stationär in Narkose durchgeführt.
Nach der Brustentfernung wird eine Expanderprothese unter den Brustmuskel platziert und eine Drainage eingelegt, welche nach ein paar Tagen wieder entfernt wird. Dank Verwendung von resorbierbaren Fäden erübrigt sich die Fadenentfernung.
Die Brustwarzenrekonstruktion wird zu einem späteren Zeitpunkt ambulant in örtlicher Betäubung mit Dämmerschlaf oder kurzer Narkose durchgeführt. Dazu wird meistens die Brustwarze mit einer lokalen Verschiebelappenplastik rekonstruiert, der Warzenhof kann nach ein paar Monaten tätowiert werden.
NACHBEHANDLUNG
Der angepasste Verband wird nach 2 Wochen vollständig entfernt. Nach dem Eingriff sollten Sie während 4 Wochen tags- und nachtsüber einen BH tragen. Sportliche Aktivitäten sollten für 6-8 Wochen vermieden werden. Joggen und Reiten sind erst nach 3 Monaten möglich.
Nach abgeschlossener Wundheilung ungefähr 2-3 Wochen nach dem Eingriff kann mit dem wöchentlichen Auffüllen des Expanders begonnen werden. Ist das erwünschte Volumen erreicht, kann die zweite Operation zur definitiven Implantateinlage geplant werden. Bei starker Asymmetrie der Brüste kann die gesunde Brust im gleichen Eingriff angepasst werden.
FOLGEN UND RISIKEN
Die auftretende Schwellung und Blutergüsse an der Brust sind normal und klingen nach 3-4 Wochen ab.
Mögliche seltene Nachblutungen oder Infektionen sind gut behandelbar.
Das eingesetzte Implantat wird im Körper von einer feinen Bindegewebshülle umgeben. Manchmal kann eine Verdickung dieser Hülle zu einer Kapselfibrose führen, was einen erneuten Eingriff notwendig machen kann.
PREISE
Die Kosten einer Brustrekonstruktion bei Brustkrebs werden von der Krankenkasse übernommen. Wenn die gesunde Brust aus Gründen der Symmetrie angepasst werden soll, muss die Kostenbeteiligung der Krankenkasse für diesen Eingriff vorab geklärt werden.