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Gunter Frentzel hatte sich in Deutschland zum Bildhauer und Steinmetz ausbilden lassen, bevor er 1960 in die Schweiz übersiedelte. Nach langjähriger Tätigkeit in einer Steinbildhauerfirma entschied er sich 1972, als freischaffender Künstler zu arbeiten. Dem Material Stein blieb er zunächst treu und kombinierte es mit Holz oder Metall. Im Laufe seines Schaffens gelangte er immer mehr zu Konstruktionen aus Metall, insbesondere aus Metallstäben.
Frentzels klare, reduzierte Formensprache legt Vergleiche mit der amerikanischen Minimal Art nahe, und noch ein weiteres Charakteristikum zeichnet sein Werk aus: das Spiel mit Gleichgewichtskräften. Konsequent verzichtete der Künstler darauf, die einzelnen Elemente untereinander zu fixieren, das heisst: Sie halten sich selbst. Besonders faszinierend ist dieser Aspekt bei den freistehenden, mit Moiré-Effekten spielenden Skulpturen aus geschichteten Vierkantstäben, doch auch die an die Wand gelehnten Objekte besitzen diese fragile Balance. Die Fähigkeit des Künstlers, mit einfachsten Mitteln Raum zu kreieren wird auch anhand der – tatsächlich grafisch anmutenden – Wandstabzeichnung ersichtlich. Die vier in der Sammlung der Mobiliar befindlichen Arbeiten Frentzels geben exemplarisch Einblick in das reife Werk des Künstlers.
Der in Texten über Frentzel häufig anzutreffende Begriff des «Nomadischen» umschreibt nicht nur die besondere Konstruktionsweise seiner jederzeit ab- und wieder aufbaubaren Werke, sondern auch Frentzels Ansatz, offene, den Raum durchmessende Formen zu schaffen. Dieser unverwechselbaren künstlerischen Position wurden bereits zahlreiche Einzelausstellungen im In- und Ausland gewidmet.
Gunter Frentzel wurde 1935 in Berlin (DEU) geboren und ist 2017 in Olten (CHE) verstorben.
Tätigkeitsbereiche: Skulptur, Installation, Kunst im öffentlichen Raum