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Es gibt eine ganze Reihe von Nomenklaturen und Klassifikationen für alle möglichen Arten von Produkten und Dienstleistungen. Und selbstverständlich gibt es sie auch für Papier und Karton und verarbeitete Produkte.
An erster Stelle muss man zwischen rein privatwirtschaflich entwickelten Nomenklaturen und den öffentlichrechtlichen Klassifikationen unterscheiden.
Die europäische Union führt beispielsweise unter der Ägide von Eurostat eine Datenbank aller öffentlichrechtlichen Klassifikationen, welche eine hoheitliche Funktion wahrnehmen (http://europa.eu.int/comm/eurostat/ramon). Oft sind solche Klassifikationen weltweit harmonisiert, weil der Aussenhandel zwecks Zollerhebung eine Vereinheitlichung voraussetzt. Eine solche Klassifikation ist beispielsweise das "harmonised system" (Harmonized Commodity Description and Coding System 2002) von der Weltzollvereinigung (world customs organisation). Darauf basiert wiederum die sogenannten kombinierte Nomenklatur für die Warenbezeichnung im Zollverkehr innerhalb der Europäischen Union. Und selbstverständlich gibt es auch eine Schweizerische Adaption des HS im Schweizer Zolltarif.
Weltweit dient das „Harmonisierte System zur Bezeichnung und Codierung der Waren“ (HS) des „Rates für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Zoll- wesens“ (RZZ) als Basis für aussenhandelsstatistische Nomenklaturen und für Zolltarife. Es hat die Rechtsform einer internationalen Konvention. Es wird angewendet seit dem 1. 1. 1988.
Des weiteren wird auch darauf geachtet, dass die Klassifikationen unterein- ander abgestimmt werden. So soll beispielsweise zwischen den eigentlichen Produktklassifikationen (wie Prodcom) und den aussenhandelsrelevanten Klassifikationen eine eindeutige Zuordnung bestehen.
Wichtig ist nun zu verstehen, dass diese Nomenklaturen hiearchisch aufgebaut sind und auf Antrag von verschiedenen Seiten her geändert werden können, bzw. eigentlich in dauernder Revision begriffen sind. Die kombinierte Nomen- klatur beispielsweise erfährt jedes Jahr zahlreiche Änderungen, die auf Anträge der Wirtschaft oder der nationalen und EU-Verwaltungen zurückgehen.
In der Tat ist es nun so, dass sich die europäische Papierindustrie auch mit solchen Klassifikationen befasst und Änderungen der Zuordnungen, die sich manchmal schon allein aufgrund neuer technischer Entwicklungen aufdrängen, für die öffentlichrechtlichen Klassifikationen vorschlägt.
Es gibt allerdings keine allumfassende Struktur für die Definition von Zellstoff- Papier- und Kartonsorten im Detail, welche auch für alle Subsektoren Gültigkeit hätte. Jeder Sektor nimmt seine eigenen Spezifikationen und Abgrenzungen vor. Das Ganze ist jeweils anekdotisch im Austausch zwischen Industrie und Behörden weiterentwickelt worden.
Man hat sich bisher lediglich auf 11 sogenannte Hauptsorten für Papier und Karton geeinigt, was eine gewisse Orientierung gibt (siehe separater Ordner).
Der europäische Papierverband (CEPI) hat deshalb vor kurzem ein Projekt gestartet, mit dem ein allgemeingültiger Kriterienraster geschaffen werden soll, anhand dessen jede bestehende und auch neue Papiersorte in eine bestimmte Klassifikationsstruktur eingeordnet werden könnte.
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