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100 Jahre unter StromMit historischem Rollmaterial und Extrazügen zwischen Bern und Thun erinnerten die SBB am 7. Juli 2019 an das 100 Jahr Jubiläum seit dem Beginn der Elektrifizierung ihres Schienennetzes mit dem heute noch gebräuchlichen Einphasen-Wechselstrom von 15000 V 16 ⅔ Hz.
Der elektrische Bahnbetrieb in der Schweiz begann aber schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Zum Bestand des SBB Netzes zählen heute auch zwei Linien, die schon vor 1919 elektrisch betrieben wurden. Zum einen die Simplonlinie, die nach einer Idee der Firma Brown & Boveri zwischen Brig und Iselle, auf deren eigene Kosten, für den elektrischen Betrieb mit Drehstrom von 3000 V 16 Hz hergerichtet wurde und ab 1906 zunächst als Versuchsbetrieb startete. Im Jahr 1908 wurde der Betrieb von den SBB übernommen und 1919 im Rahmen einer Notelektrifizierung auf die Strecke Brig-Sion ausgedehnt. Im Jahre 1910 wurde die damals noch private Seetalbahn mit Einphasenwechselstrom von 5500 V 25 Hz elektrifiziert. Diese Bahn, zwischen Wildegg-Emmenbrücke und Beinwil-Beromünster, wurde 1922 verstaatlicht und 1930 auf das Einphasenwechselstromsystem mit 15000 V 16 ⅔ Hz der SBB umgestellt. Bereits ab Betriebsaufnahme im Jahr 1913 wurde auch die Lötschbergbahn mit Einphasenwechselstrom von 15000 V 16 ⅔ Hz elektrisch betrieben.
Zuvor hatten auf der durch die Maschinenfabrik Oerlikon elektrifizierten Strecke Seebach-Wettingen zwischen 1905-1909 ausgedehnte Versuchsfahrten mit Einphasenwechselstrom stattgefunden. Die Erkenntnisse daraus bewogen auch die Rhätische Bahn zur Elektrifizierung ihres Netzes mit Einphasenwechselstrom, allerdings mit einer etwas geringeren Spannung von 11 kV. Die erste elektrifizierte Strecke der RhB war die 1913 neu eröffnete Linie Bever-Scuol. Grosses Interesse löste in der Fachwelt auch die im Jahr 1907 eröffnete, Meterspurbahn Bellinzona-Mesocco aus, bei der erstmals Gleichstrom im Hochspannungsbereich (1500 V) angewendet wurde. Die Stromzuführung zu den Fahrmotoren erfolgte nicht mehr direkt über den Fahrkontroller im Führerstand sondern indirekt mittels einer Schützensteuerung.
Die Burgdorf-Thun-Bahn ist die älteste Vollbahn Europas mit elektrischem Betrieb. Die Strecke Burgdorf-Thun wurde ursprünglich mit 750 V 40 Hz Drehstrom elektrifiziert und nahm den Betrieb 1899 auf. Die Triebwagen und Lokomotiven hatten nur 2 oder 4 Geschwindigkeitsabstufungen, da die Drehzahl der Motoren nur durch Polumschaltung reguliert werden konnte. Die Bahn ist heute Teil der BLS.
Die erste elektrische Normalspurbahn der Schweiz ist die Orbe-Chavornay-Bahn (OC). Die Bahn wurde 1894 eröffnet und von Anfang an mit 750 V Gleichstrom betrieben. Sie hat eine Streckenlänge von nur 3,9 km und weist Steigungen bis 30 ‰ auf. Seit 2008 ist die OC mit der Waadtländer Travys fusioniert, dem Verkehrsunternehmen der Region Jura-Nord-Waadt.
Die erste Eisenbahn der Schweiz mit elektrischem Betrieb verband die Orte Sissach und Gelterkinden.
Die SG nahm am 18. Mai 1891 den Betrieb auf und war mit 550 V Gleichstrom elektrifiziert. Die Stromerzeugung erfolgte durch Wasserkraft. Da der Wasserfluss im Winter manchmal zu gering war musste für den Bahnbetrieb zeitweise eine Dampflok eingesetzt werden. 1916 wurde der Betrieb eingestellt, denn Gelterkinden erhielt zu dieser Zeit an der neu eröffneten SBB Strecke durch den Hauenstein-Basistunnel einen eigenen Bahnhof.
Die am 18.09.1888 eröffnete Strassenbahn Vevey-Montreux-Chillon (VMC) war das erste elektrisch betriebene Tram der Schweiz. Die CBV erhielt später die Konzession für die Verlängerung der Strecke Chillon-Byron-Villeneuve. Die Eröffnung erfolgte 1903 und die beiden Gesellschaften schlossen sich 1913 zur VMCV zusammen. In den Jahren 1952-1958 wurde der Betrieb sukzessive auf Trolleybusse umgestellt.
Frage:
Die Eisenbahnen in der Schweiz verwenden verschiedene Stromsysteme. Wie hoch ist die höchste Fahrdrahtspannung heute bei Schweizer Eisenbahnen?
Lösung bitte mit Name, Adresse, Beruf und Firma an:
Peter Bachmann, Neugasse 163, 8005 Zürich oder <email-pii>
Einsendeschluss: 25. Oktober 2019
Unter den richtigen Zusendungen wird ein/e Gewinner/in ausgelost.
Als Preis gibt’s eine Broschüre «Kulturwege Schweiz» Uri – Tessin.