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Diese Prognose stellte ich für den März 2016 auf:
„Die erste Märzhälfte wird tiefdruckbestimmt, nass und eher leicht unterkühlt ausfallen. Schnee bis in tiefere Lagen ist ab und zu möglich, ein nachhaltiger Wintereinbruch unwahrscheinlich, da keine strenge Kälte erwartet wird.
Im weiteren Verlauf ist eine zunehmende Umstellung zu stabilerer Witterung möglich. Diese Umstellung ist aber noch unsicher und könnte sich, falls sie stattfindet, auch bis in den Aprill hinauszögern. Dann würden Hochdruckgebiete mit Ostlagen die Überhand nehmen. Dies würde zu unterdurchschnittlichen Niederschlägen und erneut überdurchschnittlichen Temperaturen führen.
In Summe erwarte ich einen normalen bis leicht zu kühlen und nassen März 2016. Die Temperatur wird etwa 0 bis 1°C unter dem Normwert liegen.“
Der März 2016 war tatsächlich wieder ein Monat, dessen Temperaturmittel ausnahmsweise unter dem Normwert lag. Mit durchschnittlich 4.7°C war er 0.6°C zu kühl im Vergleich zum Mittelwert von 1981 bis 2010. Diese Abweichung ist aber verschwindend klein verglichen mit den monatlich +2 bis +3°C von November bis Februar. Dies ist wieder einmal ein Gruss des Zeitgenossen „Klimawandel“.
Dafür fiel weniger Niederschlag als erwartet. Lediglich 53.6 mm fielen anstatt der klimatologisch gesehen normalen 75 mm.
Die ersten 8 Tage des Monats waren wie angekündigt nass und eher kalt. Teilweise fiel auch Schnee. Am 1. März lagen am Vormittag acht Zentimeter der weissen Pracht, die im Winter meist fehlte. Die Temperatur verharrte zwar danach trotz Sonnenschein weiterhin bei für den März bescheidenen Werten, doch es war trocken. Eine Ausnahme bildete der 15.März der noch einmal ein Hauch von Winter brachte. Danach liessen zumindest ab und zu Höchstwerte von leicht über 10°C ein Paar Frühlingsgefühle aufkommen. Zum Ende des Monats wurde es immer wärmer, wobei auch ab und zu Regen fiel.
Schlussendlich startete der Frühling nach Startschwierigkeiten noch richtig durch. Die bisherigen eher nördlich geprägten Lagen wurden von einer Südwestlage abgelöst, sodass die Warmluftdüse richtig in Gang kam. Am 31.März wurde dann – wer hätte es nach dem durchzogenen Monat erwartet – die 20-Grad-Marke geknackt. Auf 22.1°C stieg das Thermometer und liess erste Sommergefühle aufkommen. Es stellt sich nun die Frage, ob diese Temperatur an meiner Station einen neuen Märzrekrod darstellt.
Nach den Originaldaten wurde aber der Rekord knapp verfehlt. Am 21.März 2014 wurde eine Temperatur von 22.4°C verzeichnet. Inzwischen haben die Messbedingungen aber minimal geändert, sodass die Temperaturen nun im Vergleich zu früheren Messungen um etwa 0.7 tiefer liegen. Somit wären die 22.1°C vom Donnerstag höchstwahrscheinlich ein Rekordwert. In Zeiten des Klimawandels schafft es auch ein Nordlagenmonat einen „Hitzerekord“ aufzustellen. Bedenkt man, dass die mittlere Temperatur von jetzt bis im Juli im Mittel um etwa 12°C ansteigt, dann kommen Erinnerungen an den vergangenen Hitzesommer hoch. Und wenn nicht einmal mehr Nordostlagen, wie wir sie im März ab und zu hatten richtige Kälte bringen, dann kann man festhalten: Unser Klima ist wohl kaputt. Gut, ein wenig Zufall spielt natürlich auch mit.