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1 kg Kartoffeln (mehligkochend) in der Schale in Salzwasser kochen, knapp weichgaren und auskühlen lassen. 2 Tage stehen lassen. Kartoffeln schälen und mit einer Röstiraffel reiben. 250-300 g Mehl (Weissmehl oder Spätzlimehl) und 1 TL Salz darüberstreuen und mit den Händen gut verreiben. 40 g Butter in einer Bratpfanne erhitzen, die Kartoffelmasse beigeben und etwa 30 Min. unter ständigem Stochern und Wenden rösten. Nach und nach 80 g Butter beigeben. Wenn sich goldbraune, knusprige Klümpchen gebildet haben, sind die Maluns fertig. Mit Apfelmus und Bergkäse servieren. Quelle: Bewährte Kochrezepte aus Graubünden. Hg. von der Sektion Chur des Schweizerischen Gemeinnützigen Frauenvereins, Andreas Caminada
Supplement: Vor genau 300 Jahren hat Johann Gubert Rudolf von Salis (1696 – 1795) im Schloss Marschlins bei Landquart die ersten Kartoffeln im Kanton Graubünden angepflanzt. Gegessen wurde die Kartoffelknolle aber noch nicht, das Nachtschattengewächs stand vorerst zur blossen Zierde im Garten. Erst 1758 wurde die Kartoffel in Marschlins als Speise aufgetischt. Die Skepsis soll aber gross gewesen sein. Wie Alfred Kaufmann in seinem 1964 erschienenen Aufsatz «Wie die Kartoffel nach Graubünden kam» erläutert, sei die Kartoffel von den Mägden und Knechten als «ungesund» zurückgewiesen worden.
Grössere Verbreitung erfuhr die Kartoffel 1770-71, als in der Schweiz eine grosse Hungersnot dazu führte, dass vermehrt Kartoffeln angepflanzt wurden. Nach der Hungerkrise 1816-17 etablierte sich die Knolle als Grundnahrungsmittel in ganz Europa. Auch im Kanton Graubünden wurde seit 1800 in den meisten Ackerbaugebieten Kartoffeln angebaut.
Als Kartoffelgerichte kannte man laut Alfred Kaufmann vorerst wohl nur die «gsottnä» und die «prätlätä» Kartoffeln. In den einzelnen Talschaften entwickelte sich in der Folge eine Fülle von lokalen Zubereitungsarten: Micluns, Kartoffel-Pizokel, Kartoffel-Pitta, Plain in pigna um nur einige zu nennen. Oder eben auch Maluns. Alle diese Gerichte gehören auch heute noch zur währschaften Bündnerkost.