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Dass es ihm nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft im Bieler Regionalgefängnis langweilig geworden wäre, konnte Paul Grossrieder vor dem Strafgericht des Saanebezirks nicht behaupten: «Ich meldete mich sofort auf dem Arbeitsamt an, besuchte monatelang einen Englisch- und einen Informatikkurs und bemühte mich darum, so schnell wie möglich einen Job zu finden», erzählte der Angeklagte.
Nur: «Sobald ich mich irgendwo gemeldet hatte, fragten die Leute immer gleich, ob ich wirklich Grossrieder sei, worauf sich die Hoffnungen auf eine Stelle jeweils sehr schnell wieder zerschlugen.»
Um zu Geld zu kommen – der Lohn wurde ihm vom Staatsrat unmittelbar nach seiner Verhaftung am 20. März 1998 gestrichen -, verdingte sich der «Supercop» («Facts») Grossrieder, der vor kurzem noch zu den profiliertesten Fahndern des Landes gezählt hatte, als Küchenbursche an der Freiburger Messe. «Dort lernte ich, wie man pro Tag vier- bis fünfhundert Pizzen bäckt», führte der Angeklagte vor Gericht aus.
Später arbeitete er in einem Freiburger Spielsalon, wo er – Ironie des Schicksals – jede Menge alter Bekannter wiedertraf, mit denen er früher beruflich zu tun gehabt hatte: «Manche konnten sich ein schäbiges Schmunzeln nicht verkneifen.»
Von Gerichtspräsident Peter Rentsch nach seinen Zukunftsplänen befragt, stellte Paul Grossrieder fest, dass er – im Falle eines Freispruchs – sehr gerne wieder im Freiburger Polizeikorps mitwirken würde. «Damit hätte ich sicher kein kein Problem; schliesslich habe ich mir ja nichts zu Schulden kommen lassen.»