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Inneres
Obwohl wir nicht genau wissen, wie der Innenraum ursprünglich ausgesehen hat, haben sich gewisse Grundstrukturen bis heute erhalten: Der rechteckige Saalbau mit seiner Orgelempore über dem Eingang und der kleine halbrunde und eingezogene Chorraum bildeten trotz mehrfacher Veränderungen stets die wesentliche Raumhülle. «Hülle» ist vielleicht das treffende Wort dafür: Wenn wir beobachten, wie unaufällig, von keinen Gesimsen unterbrochen, die Wände in die Wölbung übergehen und ohne jegliche Strukturierung das Hauptschiff wie eine einheitliche Schale umgeben, bemerken wir doch einen auffälligen Unterschied zu geläufigeren Ausformungen mit flachen Holzdecken, barocken Gesimsabstufungen oder gotischen Netzgewölben.
Dem Architekten Eugen Schneider schien also eine konsequente schlichte Einheit vorzuschweben, damit der Innenraum und die Atmosphäre darin das Schirmende und das Vereinheitlichen der feiernden Gemeinde besonders sinnfällig ausdrücken. Die Idee der heimeligen Gemeindekirche, wie sie für die Zeit um 1900 sehr charakteristisch war, zeigte sich auch in der Ausformung der ehemaligen Kanzel, die das Zentrum des Chorraums bildete und sich nicht wie gewohnt wie ein seitliches «Schwalbennest» am Chorbogen hoch über der Gemeinde erhob, sondern der Kanzelkorb bestand aus einer kleinen Marmorbrüstung, die nur wenige Stufen zur Mitte hin erhöht war, womit Pfarrer und Gemeinde nahezu auf derselben Augenhöhe blieben. Obwohl die etwas gar solitär geratene Aufstellung der Kanzel so mitten im Chor bald nicht mehr so recht gefallen wollte, soll nicht unerwähnt bleiben, dass diese Idee der niedrigen Kanzel damals sehr neuartig und modern war und durchaus in einem demokratisch-reformierten Sinn zu verstehen war. Nach damals häufigem Schema war der ebenfalls marmorne Taufstein just vor der Kanzel platziert, ehe er während der Renovation 1948/50 leicht seitlich versetzt und später ins Ortsmuseum gebracht wurde. Die Kanzel wurde bereits 1950 entfernt, dabei aber das von Konsul Fuchs aus Zürich gestiftete Relief des Christuskopfes beibehalten und im Turm aufbewahrt.
Seit 1933 hängt der handgeschmiedete sternförmige Leuchter am Gewölbescheitel. Er wurde in den Lehrwerkstätten der Stadt Bern hergestellt und befindet sich noch heute im vorderen Teil des Kirchenschiffes. Bei der Renovation 2004-2005 wurde er mit grösseren Leuchtkörpern ausgestattet.
Chorbogenmalereien
Die 2005 abgeschlossene Renovation hat dem Innenraum einen wesentlichen Teil seines ursprünglichen Gesichts zurückgegeben, nämlich die kleinen bunten Dekorfriese an den Innen- und Aussenkanten des Chorbogens. Das für 1910 typische Konzept, Schmuckfriese nur spärlich und konzentriert gegenüber einer schlichten Fläche hervorzuheben und somit umso mehr zur Wirkung kommen zu lassen, greift nun wieder: Beide Streifenornamente geben augenartige Ketten wieder, die teilweise an Pfauenfedernaugen erinnern und zusammen mit dem Wellenband an den Jugendstil erinnern. Der Hintergrund für diese stilistisch recht freien, sowohl naturnah wie auch geometrisch gestalteten Ornamentfriese liegt letztlich im Gedanken einer handwerklichen «Volkskunst», die einfach und doch schön, gewohnt und doch schöpferisch wirken sollte.
Chorfenster
Die ursprünglichen Fenster enthielten nach dem Geschmack der Zeit relativ dunkel getöntes Glas. Man suchte seinerzeit häufig eine etwas ‹gedämpfte› Stimmung in den Kirchenräumen, die das Äussere helle Licht etwas abschirmt, während das Licht im Innenraum mit Hilfe zusätzlicher elektrischer Quellen gerade dazu ausreichen sollte, die Texte und Gesangbücher lesen zu können.
Die Fenster des Schiffs wurden 1948 ersetzt, und auf Initiative des Kirchenpflegepräsidenten Otto Hunziker entwarf die Malerin Minna Bühler (1901–1997) aus Utzenstorf 1949 zwei neue Chorfenster. Diese wurden in der Glasmalerwerkstatt von Louis Halter in Bern hergestellt. Als Darstellung wurde in Zusammenarbeit zwischen der Künstlerin und dem Kirchenpflegepräsidenten ein Thema gewählt, das aus zahlreichen Portalskulpturen gotischer Münster und Kathedralen bekannt war, nämlich das Gleichnis der klugen und törichten Jungfrauen aus Matthäus 25,1-13. Das linke Fenster zeigt die fünf klugen Jungfrauen, die mit ihren leuchtenden Öllämpchen den Hochzeitssaal des Bräutigams fanden. Das rechte Fenster zeigt die fünf törichten Jungfrauen mit frustriertem Gesichtsausdruck, weil sie das Öl vergessen hatten und ihnen kein Einlass mehr gewährt wurde.
Orgel
Ende April 1957 wurde die ursprüngliche, von der Firma Goll in Luzern erstellte Orgel durch ein neues Instrument von Orgelbau Genf ersetzt. Das bisherige Instrument war eine so genannte «Orchesterorgel» mit einer ausgeprägten Streicherregistrierung ohne Bläserregister. Die neue Orgel kostete inklusive Installation 37‘000 Franken und wurde am 16. Juni 1957 eingeweiht. 2004 wurde die Orgel erneut revidiert.