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Monopolmarken - kann es das geben?Auch die Briefmarke ist eine Monopol-Marke. "Gewachsene" Marken entstanden anders: sie hatten als Grundvoraussetzung die Fähigkeit, einen eigenen Markt zu bilden - und sei er noch so klein.
Klein und anfangs nur lokal bedeutend waren Wässerchen von "Johann Maria Falina gegenüber dem Jülichsplatz zu Cöln". Doch 47 11 schaffte es im Gegensatz zu INTELs 80586, eine Zahlenfolge am Markt durchzusetzen. Wenn es zu überragenden Alleinstellungen am Markt kam, wurden manche Markenhersteller gelegendlich als "eigentlich unerlaubte Monopole" verdächtigt und teilweise befehdet.
Bei der DBP-TELEKOM war das genau andersherum. Ihr Markt war 100% und wer daran tastete, bekam eine Gefängnisdrohung oder "nur" die Keule desWettbewerbsrechts (UWG). Dem Polizisten dient der Gummiknüppel zur Verteidigung des Rechtsstaates und der TELEKOM das UWG zur Verteidigung ihres Monopols.
Anders als viele, heute in aller Welt verbreiteten Markenartikel hat die TELEKOM neue Absatzgebiete nicht erobert, sondern war in der Tradition des FTZ auf Marktabschottung und Hoflieferantenmonopol spezialisiert.
Um die "ewige Liste" der Programmiersprache VATIKAL nicht zu überfordern, hier nur ein paar Beispiele: Die Festlegung der CEPT-Norrn bei Btx diente, der Marktabschottung gegen englische Vtx-Geräte und gegen billige französische Minitel. Das Verbot der AT-Befehle bei Modems und das Verbot der automatischen Anpassung der Modem-Geschwindigkeit sollte ausländische Anbieter vom deutschen Markt fernhalten; gleiches galt für"den dritten Draht" am Telefon, die W-Ader: die international üblichen Zweidraht-Telefone waren von vornherein vom deutschen Markt ausgeschlossen, weil ihnen der"deutsche Draht" fehlte (Telefon ohne W? Anschluß ist strafbar nach FAG 15,1 bei max. 5 Jahre Knast).
Nach der Grundregel "was wir nicht kennen, ist verboten" hat die TELEKOM sogar verboten, die Öffnung des Brandenburger Tores per Satellit weltweit zu übertragen. Die hübsche Begründung: zum Satelliten kann man nur stationär senden und für mobile Satelliten-UplinkStationen gab es in der BRD damals noch keine Zulassungsrichtlinien und deshalb ist das Ding unzulässig, egal in welchem Land das sonst genehmigt ist; packt das Ding sofort wieder ins Flugzeug und karrt es dorthin, wo ihr es her habt.
Nina Hagen, die Ende 1994 in einem TV-Werbespot derTELEKOM A.G. vom Mauerfall, Satellitenübertragung und Kommunikationsfreiheit schwärmte, hat sich wohl nur für den A.G.-Werbespot einkaufen lassen, weil sie von der "Brandenburger Torheit"der TELEKOM nichts wußte.
Erst heftige Interventionen des Satellitenbetreibers von Panamsat, ReneAnselmo, bewegten den damaligen Bundespostminister zu einem Einlenken und einer "Genehmigung" für "nicht genehmigungsfähige Geräte" - Voraussetzung, um die Öffnung des Brandenburger Tores per Fernmeldewind weltweit zu senden. Es ist im Rückblick interessant, welcheTV-Journalisten von dieser "Brandenburger Torheit" wußten und wer sich (nicht) getraut hat, das zu berichten.
Daß ein simples Gerät wie eine mobile Sat-Sendestation für Postbeamte eine "wundersame Erscheinung" eines "unvorstellbaren Gerätes" war, ist eine Folge der Trennung zwischen Behörde und Hoflieferanten: die Hoflieferanten hielten sich ihre Entwickler und führten dann Seiner Herrschaft die neuen Spielzeuge vor und wenn sie Gefallen fanden, durfte ein Posthörnchen draufgeklebt werden.
Aus dieserTradition folgt, daß dieTELEKOM kein Markenartikel-Fabrikant war und keiner ist, sondern höchstens eine HandeIsmarke, die auf fremde Entwicklungen früher Posthörnchen aufklebte und heute ihr neues Logo. Zollrechtlich begründet unter Umständen bei einem importierten Handtuch das Annähen des Aufhängers im Zielland eine "Endfertigung". Und weil die Lohn-Stück-Kosten in der BRD so hoch sind, kann der "deutsche" Anteil (der Handtuchaufhänger) eine Wertschöpfung darstellen, die mehr als 50% des Endpreises ausmacht. Bei Faxgeräten der Handelsmarke TELEKOM ist es auch nicht viel anders.
Zu einer eigenen Produktion hat es noch nicht gereicht. Die FTZ-Umtaufe ist nicht mit dem Handeln eines Unternehmens vergleichbar, das für die Produkte der Zukunft Millionen in wissenschaftliche Forschung und Entwicklung steckt.
Bei Forschung und Entwicklung war die "Deutsche Post" in den 30er Jahren weiter als die BRD-Post in den letzten dreißig Jahren; in den 30er Jahren wurde die Fernsehentwicklung voran getrieben; es gab sogar ein "öffentliches Bildtelefon". In den letzten dreißig Jahren hat die DBP die technische Entwicklung eher behindert und bestraft als gefördert. So im Rückblick betrachtet mancher Hacker, der vor zehn Jahren bestraft wurde, weil sein Selbstbaumodem nachweislich amTelefon funktionierte, die Prozeß- und Strafgelder als "surreale Prüfungs und Lizenzgebühren"; das ist besser als sich zu ärgern.
Die Herstellung von Neuheiten, die Bedürfnisse wecken sollen, ist eine vorwiegend unternehmerische Leistung, die viel Kapital erfordert und die Übernahme eines beträchtlichen Risikos verlangt. Genau dies kann die TELEKOM A.G. bislang nicht aufweisen, sondern höchsten ihre Kinderschühchen vorzeigen und ihren Knüppel in den Sack packen (Knüppel verbrennen wäre sinnvoller).