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- - Gebaut von 1948 bis 1953, zwei Serien
- - 46 Exemplare, davon 25 Barchetta
- - Das ewige Vorbild
Ferrari 166 MM - die Blaupause
Peter Ruch | 03.12.2023
Mit der Barchetta des Ferrari 166 MM schuf Touring ein Design für die Ewigkeit.
«Win on Sunday, sell on Monday» ist einer der berühmtesten Merksätze aus dem Marketing der amerikanischen Auto-Hersteller. Der grosse Enzo Ferrari, des Englischen nicht mächtig, wusste aber schon lange vor den amerikanischen Autoherstellern, wie das Geschäft funktionieren könnte. Er erzählte einem Freund, noch bevor er seine eigene Automarke gründete (1947), dass er davon träumte, am Wochenende auf drei, vier verschiedenen Rennstrecken dieser Welt die Rennen zu gewinnen – und das würde ihm so viel Ruhm einbringen, dass er mit seinen Serien-Autos so viel Geld verdienen würde, dass er sich dann auch die Rennerei am nächsten Wochenende noch (oder wieder) leisten könne.
Es erstaunt deshalb nicht, dass Ferrari seine Strassenautos in der Frühzeit der Marke als direkte Abkömmlinge seiner Rennwagen konstruierte. Das hatte verschiedene Vorteile. Zum einen sparte der nicht als besonders grosszügig berühmte Commendatore so jede Menge Konstruktionskosten. Es war sogar so, dass er die Serienautos eigentlich sehr günstig produzieren konnte, denn die Entwicklungsarbeit war ja schon auf der Rennstrecke geschehen. Ausserdem konnten seine Kunden ihre Fahrzeuge mit wenigen Handgriffen wieder renntauglich machen. Und schliesslich war das auch bestens fürs Image – die Ferrari waren Rennwagen für die Strasse und Strassenwagen für die Rennstrecke.
Nur schon dieser Hintern! (alle Bilder: ©Courtesy of RM Sotheby's)
Nach dem 125 und dem 159 war der 166 schon das dritte Modell, das Ferrari noch im Jahr seiner Gründung vorstellte - und erstmals dachte der Commendatore in grösseren Dimensionen. 1948 zeigt die noch junge Firma aus Maranello auf dem Turiner Salon zwei Versionen des 166: den MM und den Inter. Während der MM (für Mille Miglia) einen Radstand von 2,2 Metern sowie einen jetzt 140 PS starken 2-Liter-V12 besass, war der Inter die «zivile» Variante mit längerem Radstand (2,4 Meter) und zurückgetuntem Triebwerk (etwa 110 PS bei 6000/min). Der Inter wurde bis 1951 hergestellt, wahrscheinlich 37 Stück wurden gebaut, aber das haben wir ja schon erzählt, hier. Es gab übrigens noch weitere 166: 166 Spyder Corsa (neun Stück, rund 160 PS, ein Formel-2-Rennwagen), 166 Sport (zwei Stück, 90 PS) und 166FL, der für Rennen in Südamerika entwickelt wurde und mit einem Kompressor auf 310 PS kam.
Vom 166 MM wurden bis 1953 doch immerhin 46 Stück gebaut, dies in zwei Serien (diese zweite Serie, 166 MM/53, stellen wir dann auch noch vor, später). Von der ersten Serie, 33 Stück, wurden 7 als Berlinetta eingekleidet (5 von Touring, je eine Vignale und Zagato), zwei weitere als Spyder (Vignale, Cycle Wing) - und 25 Stück von Touring als Barchetta.
Ach, die Barchetta. Was Touring da mit seiner Superleggera-Bauweise schuf, ist sicher eines der ganz grossen automobilen Meisterwerke, ganz einfach, reduziert auf das Wesentliche, deshalb wohl so schön und harmonisch. Die ersten beiden Exemplare schafften gleich bei Mille Miglia 1948 einen Doppelsieg, auch die 24 Stunden von Le Mans konnte eine Barchetta in jenem Jahr gewinnen. Allein schon damit war der Ruhm ewig – und wahre Schönheit vergeht ja sowieso nicht. Die Touring-Form wurde noch für viele andere Ferrari verwendet, 195, 212, 340 – und sie gilt bis heute als Blaupause für alle Roadster, Spider und wie die Dinger alle heissen mögen.
Und wie winzig die Autos damals noch waren.
Wir zeigen hier den Ferrari 166 MM als Barchetta von Touring mit der Chassis-Nummer 0024M, der diesen Frühling von RM Sotheby's in Villa d'Erba angeboten wurde, den unteren Schätzpreis von 4 Millionen Euro aber nicht erreichte. Das könnte daran gelegen haben, dass diese Barchetta nicht mehr den originalen Touring-Aufbau besitzt, sondern einen immerhin sehr präzisen Nachbau. An der Schönheit des Fahrzeugs ändert das nichts.
Die Barchetta von Touring ist die Blaupause für alle Roadster, Spider und wie die Dinger alle heissen mögen.
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