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Entstehungsgeschichte von Snus
15. - 16. Jahrhundert – die frühe Geschichte des Snus
Es ist nicht bekannt, seit wann der Mensch Tabak angewandt hat, die Europäer jedoch kamen mit der Pflanze in Kontakt, als Christoph Columbus 1492 die Insel Haiti in Westindien erreichte. Als er und seine Männer an Land kamen, wurden sie von den Ureinwohnern mit Geschenken empfangen, und anderem einigen getrockneten Tabakblättern, die für die Eingeborenen einen unerhörten Wert darstellten.
Im Jahr 1497 hatte sich der Mönch Ramon Pane Columbus auf seiner zweiten Reise nach Amerika angeschlossen, auf welcher er mit einem Vorgänger des Snus in Kontakt kam. Pane sah indianische Priester ein Pulver durch ein Rohr in die Nase inhalieren. Forschern gemäß bestand dieses Pulver nicht nur aus Tabak.
Die Tabakpflanze kam mit spanischen und portugiesischen Seeleuten nach Europa. Im Lissabon des 17. Jahrhunderts wurde Tabak von Ärzten, die ihn in ihren eigenen Gärten anbauten, für medizinische Zwecke angewandt. Sie glaubten, dass der Tabak unter anderem Syphillis und Krebs heilen könne.
Jean Nicot – Ein früher Fürsprecher
Jean Nicot, französischer Botschafter in Lissabon, war eine sehr wichtige Figur in der Entwicklung des Snus - so sehr, dass Carl von Linné Nicot's Namen anwandte, als er die Tabakpflanze botanisch als Nicotiana tabacum klassifizierte. In den 60er Jahren des 16. Jahrhunderts kam Nicot in den Gärten Lissabons zum ersten Mal mit der Tabakpflanze in Kontakt. Der Tabak verzauberte ihn derart, dass er welchen mit zurück nach Paris brachte.
Es heißt, dass Nicot, sobald er in Paris war, die Pflanze anwandte, um die französische Königin, Katharina von Medici, von ihren Kopfschmerzen zu befreien. Als Nicot hörte, dass die Königin an chronischen Schmerzen litt, riet er ihr, Tabakblätter zu zerkrümeln und das Pulver durch die Nase zu inhalieren. Als die Königin seinen Anweisungen folgte, verschwanden ihre Kopfschmerzen. Danach herrschte in den Kreisen des französischen Hofes eine rege Nachfrage nach Snus.
17. - 18. Jahrhundert – der Snus erreicht Schweden
Zu jener Zeit diente Paris als Modell für viele europäische Höfe und es dauerte nicht lange, bis der Gebrauch von Schnupftabak sich in Europa verbreitet hatte. In Schweden wurde er zum ersten Mal in einem Zolldokument aus dem Jahre 1637 erwähnt, welches feststellte, dass Schnupftabak (in Schweden bekannt als Snus) aus Borgå in Finnland nach Schweden gebracht worden war.
Im 18. Jahrhundert wurde der Gebrauch von Schnupftabak ein Muss unter den Damen und Herren der oberen Klassen. Eine Schnupftabaksdose gehörte zur Ausstattung eines Mannes des 18. Jahrhunderts und Snusdosen wurden wertvolle Zeichen von Eleganz. Die Dosen wurden schnell zu einem der beliebtesten Geschenke der Zeit - Meisterwerke aus Gold, Silber und anderen edlen Materialien.
Der Durchbruch für die schwedische Tabakindustrie erfolgte im 18. Jahrhundert durch den Anbau von Tabak in Skåne (Scania), Gränna und Alingsås, wo der Vater der Kartoffeln, Jonas Alströmer, eine beträchtliche Tabakplantage gründete. Ende des 18. Jahrhunderts wurde bereits in ganzen 70 schwedischen Städten Tabak angebaut.
Der Rückgang des Snus
Die französische Revolution beendete die Bewunderung für die oberen Schichten, die traditionell Snus genossen hatten. Unter Napoleon, der ein starker Schnupfer war, nahm der Gebrauch von Snus zeitweilig zu. Aber nach seinem Niedergang wurde es unmodisch - und sogar politisch riskant - weiter Snus anzuwenden. Snus zu nehmen wurde altmodisch und die Bürgerlichkeit, die die Macht übernahm, rauchte stattdessen Zigarren.
19. Jahrhundert – Snusanwendung verändert sich
Die politischen Entwicklungen im Schweden des 19. Jahrhunderts fielen mit der Veränderung im Snusgebrauch selbst zusammen. Schwedische Bauern, die das Rauchen oder Schnupfen während der Arbeit schwierig fanden, begannen, eine Prise Snus hinter ihre Oberlippe zu stecken und so ihre Hände für die Arbeit frei zu halten. Die Bauern mahlten ihren Snus in Kaffeemühlen oder selbstgemachten Snusmühlen. Die schwedischen Konsumenten folgten ihnen bald nach und dies führte zur modernen Ära des Snusgenusses.
19. - 20. Jahrhundert – Snushersteller
Im frühen 19. Jahrhundert begannen die Hersteller mit der Produktion lokaler Marken feuchten Snuses. Einie berühmte Marken waren WM Hellgren's Generalsnus und Petter Swarz's Röda Lacket, die größte Marke jedoch war Ljunglöf's Ettan (Nummer Eins). Jacob Fredrick Ljunglöf's Snusfabrik in Stockholm's Badstugatan Straße - der heutigen Sveavägen Straße - hat ihre Wurzeln in einer 1695 gegründeten Tabaksfabrik. Jacob Fredrik Ljunglöf begann 1822, dort Snus herzustellen und machte sie schnell zu einer der führenden Snusfabriken Europas.
Fast alle der Snushersteller des 19. Jahrhunderts hatten ihre eigene Palette von Snus Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 3, die jeweils eine unterschiedliche Produktqualität repräsentierten. Ljunglöf brachte seine Handelsmarke Nr. 1 als landesweites Produkt hoher Qualität heraus und sie wurde bald als Ettan (Nummer Eins) bekannt. Noch heute ist sie mit einem Fünftel des schwedischen Snusabsatzes eine der größten Marken Schwedens.
Amerika
Als zwischen 1846 und 1930 mehr als eine Million Schweden über den Atlantik auswanderten, brachten sie schwedische Traditionen mit sich, einschließlich dem Gebrauch von Snus. In einem der schwedisch-amerikanischen Bezirke war es derart verbreitet, Snus zu nehmen, dass die Amerikaner die Hauptstraße dort Snus Boulevard nannten. Snus wurde zu einem Merkmal des schwedischen Volkes.
Die Entstehung eines Monopols
Am Anfang des 20. Jahrhunderts befand sich die schwedische Regierung in Geldnöten zur Finanzierung sowohl der nationalen Verteidigung als auch der ersten Rentenreform. Das schwedische Volk entschied, dass das Geld aus dem Tabak kommen sollte. So wurde im Jahr 1915, nach einer Pause von 250 Jahren, ein Tabakmonopol errichtet. Es wurde von der Aktiengesellschaft Ltd. Swedish Tobacco betrieben.
Währenddessen stieg der Snuskonsum schnelle an. 1919 erreichte er mit 7000 verkauften Tonnen Snus ein Rekordniveau. Schwedens Bevölkerung in jenem Jahr bestand aus 6 Millionen Menschen, dies entsprach einem Pro-Kopf-Verbrauch von 1,2 kg.
In den folgenden Jahren nahm der Snuskonsum ab, da andere Tabakprodukte zunehmend populär wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg und mit dem Aufstieg des amerikanischen Trends, wurden besonders Zigaretten zu einer modischen Form des Tabaksgenusses.
1970 bis heute – Eine Erfolgsgeschichte
Seit Ende der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts in einer Reihe von Berichten die mit Zigaretten verbundenen Gesundheitsrisiken bekannt wurden, genießt Snus wieder zunehmende Beliebtheit.
Die erste vorportionierte Sorte wurde in den 70er Jahren auf den Markt gebracht, ein wichtiger Schritt hin zu einer breiteren Kundschaft.
Seitdem ist der Absatz von Snus immer weiter gestiegen. Im Jahr 2003 wurden 193 Millionen Dosen Snus — 6761 Tonnen — an ungefähr eine Million Snuskonsumeten in Schweden verkauft. Nie zuvor hatte eine derart große Anzahl von Schweden aller sozialen Schichten Snus konsumiert. Der Genuss von Snus hat auch die vorher bestehende Geschlechterbarriere überschritten und nun stellen Frauen fast ein Fünftel aller Snusanwender.
Quelle: www.BuySnus.com