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In einem Interview des Tages-Anzeigers hat der weltbekannte Klimaforscher Thomas Stocker (mehr über ihn hier im Wiki) zu Erwärmungsszenarien und über die Wichtigkeit nur schon von kleinen Erwärmungsunterschieden geäussert. Wir geben hier seine wichtigsten Aussagen wieder.
Macht es für die Umwelt wirklich einen Unterschied, ob die Erwärmung 1,5 Grad oder 2 Grad beträgt?
Ganz klar: Jedes halbe Grad zählt. Das hat der Sonderbericht des Weltklimarates von letztem Jahr aufgezeigt, und das sehen wir bereits jetzt. Das heutige Klima unterscheidet sich deutlich von demjenigen vor 30 Jahren, als es noch ein halbes Grad kühler war.
Wie zeigen sich die Unterschiede zwischen 1,5 und 2 Grad?
Eine Erwärmung von 1,5 Grad wird 70 bis 90 Prozent der Warmwasserkorallen schädigen, eine Erwärmung von 2 Grad
bereits 99 Prozent. Dieser Unterschied ist entscheidend. Ein weiteres Beispiel: Eine eisfreie Arktis Ende Sommer – ein Megastress für das polare Ökosystem ist bei einer Erwärmung von 2 Grad zehnmal wahrscheinlicher als bei 1,5 Grad.
Sehr viel grössere Unterschiede ergeben sich, wenn man eine Erwärmung von 2 Grad mit einer Erhitzung von bis zu 5 Grad vergleicht, die bei einem ungebremsten Klimawandel bis Ende des Jahrhunderts zu erwarten wäre.
Und zur ewig wiederkehrenden Frage, ob denn die kleine Schweiz überhaupt etwas bewirken könne:
Auch wenn sich die Schweiz bemüht: Mehr als einen Tropfen auf den heissen Stein wird sie kaum beitragen.
Auch meinen Steuerbeitrag im Kanton Bern kann man als einen Tropfen auf den heissen Stein bezeichnen, und trotzdem ist er notwendig. Der Punkt ist, dass jedes einzelne Land seinen Beitrag leisten muss. Niemand kann sich davonstehlen, insbesondere nicht die reichen und entwickelten Länder.