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Konfektion ist ein Wort, das über das Französische (confection) aus dem Lateinischen (confectio) abgeleitet ist. Es bezeichnet meist die serienmäßige Herstellung von Kleidungsstücken, aber auch die derart hergestellten Kleidungsstücke selbst. Weniger gebräuchlich ist die allgemeine Bedeutung Anfertigung, Zubereitung für ganz unterschiedliche Objekte anderer Art.
Geschichte
Kleidung wurde bis tief ins 19. Jahrhundert hinein traditionell in familiärer Selbstversorgung oder durch Handwerker hergestellt, die in Europa seit dem Mittelalter in Schneiderzünften organisiert waren und Einzelstücke auf Bestellung anfertigten. Der allmähliche Übergang zu neuen Produktionsformen begann um 1800. Einzelne Unternehmer beschäftigten eine Vielzahl von Näherinnen, um Kleidung in Serien herstellen zu lassen, allerdings noch in gewohnter Weise von Hand genäht. Bei größerer Nachfrage wurden Aufträge an so genannte Zwischenmeister vergeben, die ihrerseits Näherinnen für sich arbeiten ließen, meist in Heimarbeit und äußerst schlecht bezahlt. Konfektionsbetriebe dieser Art entstanden zuerst in Frankreich und England, während die strenge Zunftbindung in deutschen Kleinstaaten die Entwicklung verzögerte.
Ein erster nennenswerter Konfektionsbetrieb wurde 1770 in Paris gegründet, seit 1789 entstanden weitere Betriebe in Paris und anderen französischen Städten. 1799 etablierte sich in Hamburg das erste deutsche Konfektionshaus. 1836 nahm eine Firma für Serienherstellung von Mänteln in Berlin die Arbeit auf, die Stadt entwickelte sich rasch zu einem überregional bedeutenden Fabrikations- und Handelszentrum für Konfektionskleidung.
Fertigung
Seit etwa 1850 wurde die Konfektion als industrielle Technik in größerem Maßstab angewandt. In den 1840er Jahren waren leistungsfähige mechanische Webstühle entwickelt worden, 1851 bekam der US-amerikanische Mechaniker Isaac Singer ein Patent für die von ihm entscheidend verbesserte Nähmaschine, 1858 war die erste Zuschneidemaschine verfügbar. In den neu entstandenen Fabriken arbeiteten zum größten Teil Frauen, vorwiegend unter bedrückenden Arbeitsbedingungen. Viele Handwerker mussten den Schneiderberuf ganz aufgeben oder als beruflich deklassierte Arbeiter ebenfalls in die Textilfabriken gehen, weil sie gegen die Konkurrenz der Massenproduktion nicht bestehen konnten. Langfristig blieben, neben Flickschneidern, relativ wenige Maßschneider übrig, die eine anspruchsvollere und zahlungskräftige Kundschaft bedienen.