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11.1 km
Publiziert: 23 September 2012
Die Grotti entlang der Cantine di Mendrisio, am schattigen und kühlen Fuss des Monte Generoso, laden zu einem gemütlichen Beisammensein bei Käse, Wurst, Brot und Merlot ein.
Ursprünglich waren diese Keller aber nicht als Orte der Lustbarkeit gedacht, sondern als kühle Lagerorte hauptsächlich für den Wein. Ein Gedenkstein im ältesten Keller weist die Jahrzahl 1724 auf. Nach dem Abbruch der Pfarrkirche im Jahr 1869 wurde mit deren Steinen die heutige Anlage an der Via alle Cantine erbaut. Entlang der Allee mit ihren jahrhundertealten Kastanien ordnen sich die rund 120 Keller auf vier Ebenen an. Jede dieser Ebenen hat ihren eigenen Namen. Eine trägt den Namen des Ortsteils, auf dem die Anlage steht, Vignoo, die anderen drei heissen Cantine di sotto, Cantine di mezzo und Cantine di sopra – die unteren, mittleren und oberen Keller. Ein typischer Keller ist zweigeschossig. Das untere Geschoss ist der eigentliche, in den Fels gehauene Keller, das Obergeschoss beherbergt in der Regel eine Wohnküche mit offener Feuerstelle und Kamin.
Ausgeklügeltes Belüftungssystem
Die alten Tessiner haben sich die Naturgesetze zu Nutzen gemacht, um die Temperaturen in ihren Cantine tief zu halten. Dieses Phänomen erklärte Luigi Lavizzari (1814 - 1875, Geologe aus Mendrisio und langjähriges Mitglied der Tessiner Exekutive) im Werk „Ausflüge im Kanton Tessin“ wie folgt: “Die leichten, kühlen Luftzüge, die unter den abgerutschten Felsen hervorströmen, werden sorgfältig gesammelt und mit Terrakottarohren in die Keller geleitet. Im Sommer strömt die Luft stark aus den Rohren und im Winter kehrt sie in dieselben in umgekehrter Richtung zurück; das Phänomen kann ganz einfach beobachtet werden, indem man eine Flamme daran hält: Sie wird im Sommer weggeblasen und im Winter in den Sog gezogen.“