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CB-Funker, Amateurfunker, Funkamateur oder doch Hobbyfunker
Was sind wir?
Was ich bin weiss ich selber nicht mehr so recht. Ich sehe mich am liebsten als CB-Funker. Da ich den Funk „nur" als Hobby benütze und mein Geld anderweitig verdiene, lasse ich mir auch gerne Hobbyfunker sagen. Ich habe aber auch eine Amateurfunkprüfung abgelegt und betreibe eine Amateurfunkanlage, also bin ich auch ein Amateurfunker. Aber, was ist jetzt mit dem Funkamateur?
Die Geschichte beginnt ja ganz wo anders. Viele, die eine Amateurfunkprüfung beim BAKOM abgelegt haben, sind der Meinung, dass Sie Ihren Ruf und Ihr Ansehen in der Bevölkerung verbessern können, wenn sie das Wort Amateur vom Amateurfunker vom Anfang ans Ende versetzen. So wird aus dem Amateurfunker ein Funkamateur. Na gut, diejenigen die der Meinung sind, dass Sie das brauchen, sollen das machen. Aber es geht ja noch weiter. Weil man sich vom Amateurfunker distanzieren möchte, sagt man, dass der Amateurfunker derjenige sei, der weder eine Prüfung abgelegt hat und auf den Bändern funkt wo es keine Konzession braucht, also der CB-Funker.
Jetzt wird es allerdings etwas kompliziert. Denn der Funkamateur ist derjenige, der eine Amateurfunkprüfung abgelegt hat und eine Amateurfunkanlage betreibt, der Amateurfunker ist der, der keine Prüfung abgelegt hat und auch keine Konzession braucht.
Ist es richtig, dass ein CB-Funker, der auf dem Berg am Funken ist und von den vorbeigehenden Leuten gefragt wird was er da mache, zu sagen hat, er sei ein Amateurfunker?
Naja, wir die uns mit dem Funk auseinandersetzen, können vielleicht noch mit dem Wirrwarr umgehen, aber wie ist es nun bei denen die mit dem Funk nichts am Hut haben und wo die Funkamateure ja ihr Ansehen aufbessern möchten. Ist bei denen nicht der, der eine Amateurfunkprüfung abgelegt hat und eine Amateurfunkanlage betreibt automatisch ein Amateurfunker? Aus meiner Sicht wird damit der CB-Funker von vorhin, der auf dem Berg funkt, mit dem Funkamateur, der eine Kurzwellen Station betreibt, gleichgestellt. Ob es das ist was die Funkamateure wollen? Ich denke nicht.
Früher sagte man den heutigen Funkamateuren in der Umgangssprache oft einfach „Amateure". Von dem will man wegkommen. Gut, aber wird hier nicht etwas über das Ziel hinaus und auf sich selber geschossen?
Diese Fragen lasse ich jetzt mal offen, denn die Geschichte geht ja noch weiter.
Ich bin Präsident vom kleinen Funkverein HFI (Hobby Funker Innerschweiz). Unser Verein hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Früher waren wir ein reiner CB-Funk Verein, dann kamen die PMR Funkgeräte auf, welche wir natürlich auch benützen und auch über Gateways damit kommunizieren, aber einer nach dem anderen macht auch die Amateurfunkprüfung und heute hat bereits die Hälfte der Mitglieder und die meisten der aktiven Mitglieder eine Amateurfunkkonzession und wir nehmen mit unserem Clubrufzeichen HB9GF auch an diversen Amateurfunkcontesten teil. Somit war es für mich selbstverständlich, dass wir der USKA (Union Schweizerischer Kurzwellen-Amateure) beitreten, um deren Aktivitäten, wie die Arbeit beim Bakom, Organisation der Conteste usw., zu unterstützen. Wir sammeln keine QSL-Karten, aber ich habe gelernt dass es sich für einen Amateurfunker oder jetzt eben ein Funkamateur gehört dass er ein QSL-Karten Austausch via Büro anbietet. Hierzu ist die USKA, mal abgesehen von den umständlichen QSL-Managern, der einzige Weg.
Deshalb habe ich beschlossen unseren Verein bei der USKA anzumelden, und jedes Jahr von unserem bescheidenen Budget 75.- der USKA zu überlassen. Aber bekanntlich kommt es ja immer anders und als man denkt. So wurde ich freundlich aufgefordert wir sollen unseren Vereinsnahmen ändern, da das Wort Hobbyfunk bei der USKA nicht gerne gesehen wird. An der nächsten Generalversammlung haben wir darüber diskutiert, ob wir den Namen ändern wollen. Da die meisten von uns noch nicht pensioniert sind, waren wir der Meinung, dass wir uns nicht als Berufsfunker bezeichnen dürfen und deshalb der Name Hobbyfunker angemessen sei. Daraufhin wurden wir, ich möchte nicht behaupten schikaniert, aber so wurde z.b. unsere Statuten wegen Kleinigkeiten als nicht USKA konform erklärt. Diese haben wir dann an einer ausserordentlichen GV geändert. Aber dann bemerkte der USKA Vorstand eine Woche vor der Delegiertenversammlung wo über unsere Aufnahme befunden werden sollte, dass unser Beitrittsgesuch nur von einer Person und nicht von drei Personen unterzeichnet wurde. Obwohl das Formular nur für eine Unterschrift Platz bietet und meines Wissens andere Vereine auch nur einfach unterschrieben haben, haben wir das Formular noch vor der DV mit drei Unterschriften als Originaldokument eingereicht (da angeblich ein Scan als PDF nicht reicht).
Die Delegiertenversammlung fand am 16. Februar statt, bereits am Nachmittag konnte man auf diversen Homepages lesen, dass ein junger Verein abgelehnt worden ist. Heute ist es ein Monat später und ich weiss noch immer nicht ob wir der Verein sind, denn ich habe bis heute weder einen positiven noch einen negativen Bescheid erhalten. Inzwischen habe ich mich damit abgefunden, dass ich von der USKA nichts hören werde und warte gespannt bis das Protokoll der Delegiertenversammlung veröffentlicht wird, wo ich dann hoffentlich nachlesen kann, ob wir jetzt als Kollektivmitglied aufgenommen oder abgelehnt wurden.
All dem Ärgernis zum Trotz möchte ich hier sagen, dass die Amateurfunk Vereine und auch viele Amateurfunker oder eben halt Funkamateure sehr viel gutes leisten und zur Förderung unseres schönen uns spannenden Hobbys beitragen. Ich bin auch stolz, dass es uns als kleinen Verein gelingt, CB-Funker zu rekrutieren und diese für unser Hobby zu begeistern und sie zum Lernen für die Amateurfunkprüfung motivieren können.
73 & 55 de Mech71 Thomas
(HB9EKV)