Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03643.jsonl.gz/287

Wird eine Person pflegebedürftig, stehen sich bei der Pflegebedarfsabklärung und der daraus folgenden Pflegekostenübernahme verschiedene Parteien mit unterschiedlichen Interessen gegenüber: einerseits der Versicherte bzw. der Pflegebedürftige, der die Pflegeleistungen beansprucht, anderseits der Versicherer, der (mindestens teilweise) die Pflegekosten zu übernehmen hat, und schliesslich der Leistungserbringer, der seine Pflegeleistungen vergütet erhalten möchte. Die möglichen Interessenkollisionen sind offensichtlich: Der Versicherte möchte eine qualitativ hochwertige Pflege, die seinen Bedürfnissen und Interessen optimal entspricht, der Versicherer möchte in Zeiten der stetig ansteigenden Gesundheitskosten möglichst wenig bezahlen müssen, und der Leistungserbringer hat einen finanziellen Anreiz, viele Leistungen zulasten der Versicherung zu erbringen. Aber wer bestimmt eigentlich, wer wie viel zu bezahlen hat bzw. wer wie viel vergütet bekommt?
From the magazine Pflegerecht 2/2016 | S. 114-117 The following page is 114