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Bern(?), um 1500
Zinn gegossen, gelötet
H. ohne Bügel 44 cm
Inv. 1885.118.
Das Haupterzeugnis des Zinngiesserhandwerks machen Kannen aus. Dies bezeugt die frühere Berufsbezeichnung "Kannengiesser" und reflektiert die Zinnsammlung, deren Hauptteil die Kannen bilden. Der Stizen, Rundelen, Prismen-, Glocken-, Bauch-, Stegkannen und andere Kannentypen umfassende Museumsbestand vermittelt einen repräsentativen Überblick über die Schweizer Kannenproduktion. Die um 1500 zu datierende Bügelkanne stellt die älteste profane Zinnkanne der Sammlung dar. Mit formverwandten Stücken - eine identische Bügelkanne besitzt beispielweise das Schweizerische Landesmuseum Zürich - gehört sie zu den ältesten erhaltenen Beispielen profaner Schweizer Kannengiesserei. Die wuchtige Bügelkanne besitzt einen stumpfen Kegelfuss und einen kalottenförmigen Klappdeckel. Aus dem Gefässleib schwingt sich die Ausgussröhre mit Tierkopfende empor. Zwei gegenständig am Leib aufragende Stege dienen als Halterung für den Eisenbügel. Als Schmuckelemente treten beidseits auf dem Korpus Reliefschilde mit dem Wappen des Berner Geschlechtes von Bubenberg und mit dem Wappen von Spiez BE auf.