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Karl Schnyder war von 1976 bis 1994 Basler Regierungsrat. Ursprünglich aus der Gewerkschaftsbewegung stammend, trat er zu Beginn der 1980er-Jahre aus der Sozialdemokratischen Partei von Basel-Stadt aus. Er gründete zusammen mit Mitstreiterinnen und Mitstreitern die Demokratisch Soziale Partei, kurz DSP.
Schnyder leitete das damalige Polizei- und Militärdepartement. Schnyder hatte 1980 in der Folge der Jugendunruhen um ein Autonomes Jugendzentrum (AJZ) harte Polizeieinsätze gegen Demonstranten und Randalierer verteidigt, während die SP sich damals mehrheitlich «bestürzt» zeigte. Roland Stark, ehemaliger Parteipräsident der SP, sagt, Kritik an eigenen Regierungsvertretern sei damals auch in der SP noch eher ungewohnt gewesen: «Auch Karl Schnyder konnte damit schlecht umgehen.»
Andererseits verfügte der 1931 in Glarus geborene über grosse Popularität in der Bevölkerung, was sich auch in jeweils guten Wahlresultaten zeigte. Für seinen Nachfolger in der Regierungs als DSP-Vertreter, Hans Martin Tschudi hat dies auch mit Glaubwürdigkeit zu tun: «Er war stets präsent, wenn es brenzlig wurde und schenkte den Menschen immer auch klaren Wein ein.» Schnyders Einschätzung allerdings, «seine» DSP werde es noch lange nach ihm geben, erwies sich als falsch: Die Partei wurde bereits 2009 aufgelöst, sieben Jahre also vor dem Tod ihres Mitbegründers.
(Regionaljournal Basel, 17.30 Uhr)