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Wie schafft man es, neben einer Vollzeitstelle und einer Familie zusätzlich ein Studium zu bewältigen? 3Tipps, um ein Burnout mit Hilfe der SORTED-Methode vorzubeugen.
Versuch es mit der SORTED-Methode! Ich habe sie ausprobiert und es funktioniert!
Ich bin sicher, du bist auch schon mal auf dem Sofa hängengeblieben, um etwas Ablenkung in interessanten YouTube-Videos zu finden.
Als ich einmal nach Tipps zur Selbstorganisation suchte, bin ich über ein Video der Unternehmerin Gillian Perkins gestolpert. Sie sprach über ihr Buch und ihre SORTED-Methode, was man wörtlich als « aufgeräumt, geordnet » übersetzen kann.
SORTED ist ein Akronym aus « Summon » (einberufen), « Order » (anordnen), « Reclaim » (zurückgewinnen), « Transform » (transformieren), « Enjoy » (geniessen) und « Determine » (bestimmen). Jeder Buchstabe ist ein Schritt eines Prozesses, den Gillian Perkins erarbeitet hat und den ich dir nun näher erläutern möchte.
Tipp Nr. 1: Nutze die Routine
Unser Leben ist von Erfahrungen und Routinen geprägt. Es hat den Anschein, dass 95 % dessen, was wir tun, sozusagen automatisch erfolgt. Unser Unterbewusstsein bestimmt unsere Handlung.
Ich bin sicher, dass du dich im Auto, auf dem Weg zur Arbeit, auch schon mal gefragt hast: « Habe ich die Haustüre wirklich abgeschlossen? ». Denn das Abschliessen der Haustüre ist etwas, das du tust, ohne dir dessen wirklich bewusst zu sein. Durch die ständige Wiederholung ist die Gewohnheit im Unterbewusstsein gespeichert.
Du tust es jedes Mal – automatisch. Der Beweis? Wenn du erneut aus dem Auto steigst, um die Haustüre zu kontrollieren, wirst du feststellen, dass du sie sehr wohl abgeschlossen hast.
1. Organisiere deine Routinen
Gemäss Gillian Perkins ist es von grösster Wichtigkeit, den Alltag gut zu organisieren und die eigenen Routinen zu planen.
Denn aufgrund der ständigen Wiederholungen schaltest du dein Alltag auf Autopilot.
Nimm dir ein Blatt Papier und erstelle eine Liste mit allem was du erledigen musst, ohne dabei eine bestimmte Reihenfolge zu beachten.
2. Entscheide, welche Routinen du beibehalten möchtest und streiche alle Überflüssigen
Schau dir nun also diese Liste an und entscheide, was weiterhin in deinem Terminplan Platz haben soll und was du nicht mehr tun möchtest.
Ich habe beispielsweise entschieden, dass ich damit aufhören werde, jeden Samstag einen gründlichen Hausputz zu machen. Denn wenn ich gründlich sage, meine ich auch gründlich: die Schränke öffnen, die Bücher aus dem Regal nehmen, Fenster putzen usw. Dafür brauchte ich den ganzen Samstag! Nur damit am Montag der Staub wieder auf den Büchern liegt ...
Ich habe daher entschieden, jeden Tag etwas aufzuräumen und die aufwändigen Reinigungsarbeiten auf alle vier Samstage des Monats zu verteilen.
3. Hadere nicht mehr mit dir selbst ...
Der Vorteil dieser Übung ist ganz einfach: Du entscheidest, was du tun möchtest, in welcher Reihenfolge du es erledigen wirst und dann tust du es einfach. Du musst nicht mehr mit dir hadern.
Du verlierst keine Zeit mit der Frage, ob du die Wäsche jetzt erledigst, morgen oder in der nächsten Woche. Die Entscheidungen sind bereits getroffen und du musst sie nur noch umsetzen.
4. Und erledige alles im Autopilot-Modus!
Das Erledigen dieser Aufgaben wird zur Gewohnheit, die so stark in deinem Kopf verankert ist, dass sie dir nicht mal mehr bewusst ist (deine To-Do-Liste brauchst du daher gar nicht mehr).
Du wirst alles wie im Autopilot-Modus erledigen (wie das Abschliessen der Haustür, wenn du zur Arbeit fährst).
5. Gewinne Zeit!
Ebenfalls positiv ist zu prüfen, was du in welchem Zeitrahmen erledigen kannst. Dir wird bewusst, dass du Zeit sparst, wenn du einige Aufgaben z. B. eher am Morgen erledigst. Ich habe immer samstags die Wäsche gewaschen, während ich die Hausarbeit erledigte. Das Ergebnis: Ein riesiger Haufen Schmutzwäsche, der die ganze Woche herumlag (oder auch mehrere, denn jedes Mal, wenn ich ihn ansah, wurde er bedrohlicher, bis ich mich nicht mehr traute, ihn anzufassen).
Bis mir klar wurde, dass ich morgens die Waschmaschine programmieren kann und so die Wäsche dann abends trocken ist. Das Bügeln erledigte ich dann während der Vorbereitung des Abendessens – manchmal dauerte das weniger als 15 Minuten. Durch diese einfache Änderung habe ich freie Samstage gewonnen!
6. Kommt dir das bekannt vor?
Der Wecker klingelt. Du verfluchst ihn und drückst auf « Schlummer ». Er klingelt wieder. Du drückst noch einmal auf « Schlummer ». Das wiederholt sich noch etwa so fünfmal... plötzlich sagt dir etwas, dass du doch mal auf die Uhr schauen solltest. Panik!
Du müsstest eigentlich schon bei der Arbeit sein! Du springst aus dem Bett und ziehst die erstbesten Kleidungsstücke an, die dir in die Hände fallen. Schnell noch etwas Deo und dann nichts wie los!
Du bist den ganzen Tag über von dir selbst genervt, fühlst dich unwohl und sehnst dich nach einer Dusche. Kennst du solche Tage?
7. Eine solide Struktur für deinen Alltag
Ein Tag, der so beginnt wie kurz beschrieben, kann gar nicht so ablaufen und enden, wie man es sich wünscht. Hier kommen deine Entscheidungen ins Spiel:
Du musst entscheiden, wann du aufstehst ohne auf die «Schlummerfunktion» zu drücken und wann du zu Bett gehst. Deine Routinen sind die Struktur, die den Alltag stützen werden - wie die Wände eines Hauses. Ohne die Wände könnte man keine hübschen Bilder aufhängen.
Das Gleiche gilt für die Struktur deines Alltags. Fehlt sie, kannst du all die schönen Dinge, die an jedem Tag direkt vor deinen Augen « hängen », nicht sehen.
8. Führe eine Morgenroutine ein ...
Daher ist es von grösster Bedeutung, dass du Routinen einführst: Dinge - die du tun musst - um dein Leben zu verschönern und dein Wohlbefinden zu unterstützen. Ich rate dir, bring in deiner Morgenroutine all das unter, was für einen guten Start in den Tag erforderlich ist.
Hör auf dich mit der «Schlummerfunktion» zu wecken und spring sofort beim ersten Klingeln des Weckers aus dem Bett. Ein reichhaltiges Frühstück oder eine kurze Meditation am Morgen – tut einfach gut. Wenn es passt, kannst du sogar ein paar Aufgaben im Haushalt in die Morgenroutine aufnehmen.
9. Und ergänze eine persönliche Abendroutine
Die Abendroutine sollte so aufgebaut sein, dass du zur festgelegten Uhrzeit ins Bett gehen kannst, um genug Schlaf zu bekommen und am nächsten Tag produktiv sein zu können.
Eine der besten Gewohnheiten, die ich in meine Abendroutine aufgenommen habe, ist, dass ich schon mein Outfit für den nächsten Tag auswähle. In nur fünf Minuten habe ich täglich eine gute halbe Stunde eingespart, da ich den Moment der Unentschlossenheit am Morgen vermeide!
10. Nimm dir Zeit für dich
Da du jetzt, mit dieser «Neuorganisation» des Alltags Zeit sparen kannst, gönn dir Zeit für dich. Nimm ruhig 10 Minuten Entspannung oder 30 Minuten Spazierengehen (entscheide dich für etwas was dir Spass macht) in deine tägliche Routine auf.
Dabei ist genug Schlaf sehr wichtig: Leg eine vernünftige Zeit zum Schlafengehen fest und tu dies dann auch. Nach der SORTED-Methode sind all diese Aktivitäten - nicht verhandelbar: Denn auch die führen wir im Autopilot-Modus durch!
Dank des neu organisierten Alltags stellte ich fest, wie gut Nächte tun, in denen ich acht Stunden Schlaf bekomme. Ich war weniger müde, geistesgegenwärtiger und ich konnte alle meine Aufgaben viel einfacher erledigen, sowohl bei der Arbeit als auch zu Hause und in der Uni. All das einfach nur dank meiner neuen Alltagsroutine: mindestens acht Stunden Schlaf zu bekommen.
Tipp Nr. 2: Die richtige Organisation, um deine Projekte zu realisieren
Jetzt sagst du wahrscheinlich: «Okay, das ist ja ganz schön, aber mein Leben besteht nicht nur aus kleinen Dingen, die zu erledigen sind».
Da hast du natürlich vollkommen Recht. Was ist also mit den Projekten, die du in den kommenden Monaten oder Jahren erledigen darfst (wie z. B. einen Bachelor- oder Master-Abschluss)?
Für sie gilt das Gleiche: Du erstellst eine Liste aller Pendenzen, die eine grössere Bedeutung haben und für deren Fertigstellung mehr Zeit erforderlich ist. Du erledigst eine dieser Aufgaben nach der anderen, um dich nicht zu überlasten.
1. Blockiere einige Stunden pro Tag
Die Entscheidung liegt bei dir: Wenn du eher ein Morgenmensch bist, kannst du in deiner Morgenroutine zwei Stunden Zeit für die Konkretisierung deiner Projekte vorsehen. Wenn du jedoch - wie ich - am Abend produktiver bist, gehören diese beiden Stunden in deine Abendroutine.
Auf jeden Fall ist es wichtig, dass du diese Zeit für dich einplanst und sie ausnahmslos einhältst. Bei zwei Stunden pro Tag während 313 Tagen im Jahr (Sonntage sind freie Tage) arbeitest du 626 Stunden an der Verwirklichung deiner grössten Träume - was einer Jahresarbeitszeit einer 30%-Stelle entspricht - ist das nicht beeindruckend?!
2. Arbeite jeweils immer nur an einem Projekt
Zum Schluss noch ein letzter Ratschlag für die Realisierung deiner Projekte: Wenn du – wie ich – 100 % arbeitest, eine Familie hast sowie Freunde und einen Haushalt, halte dich zurück.
Besonders, wenn du zum Perfektionismus neigst, sind Kompromisse wichtig. Es ist einfach nicht möglich, alles gleichzeitig zu erledigen.
Ich weiss, es ist nicht einfach, sich einzugestehen, dass wir keine Übermenschen sind (auch ich musste das einsehen, daher verstehe ich dich sehr gut). Um deine Projekte zum Erfolg zu führen, ist es absolut unerlässlich, dass du entscheidest, was für dich und deine Mitmenschen wirklich wichtig und wesentlich ist.
Entscheide unbedingt jetzt was du tun möchtest und worauf du verzichten kannst (jedenfalls für den Moment). Geh aber mal kurz in dich und erfreue dich am bereits geleisteten!
Tipp Nr. 3: Reserviere dir einen freien Tag, um neue Kraft zu schöpfen
Ich habe mir den Sonntag ausgesucht. Hier tu ich was für mich. Treibe etwas Sport , unternehme etwas mit meiner Familie, höre gute Musik während eines Spaziergangs durch den Wald.
Mit anderen Worten: ich kümmere mich um mein körperliches und mentales Wohlbefinden. Du kannst dir einen beliebigen Wochentag aussuchen, aber wähle einen aus, denn es ist wichtig, sich einmal vollständig vom Alltag zu befreien.
Mir ist dies dank meiner Tagesroutinen gelungen! Da ich schon während der Woche meine Kursaufgaben erledigt, die Hausarbeit geschafft und die Prüfbögen vorbereitet hatte, konnte ich endlich meine freien Sonntage ohne schlechtes Gewissen geniessen.
Lächele und hab Spass
Meine persönliche Meinung: Am wichtigsten im gesamten Prozess ist es, zu lächeln, Spass zu haben und vom Leben zu profitieren.
Geniesse jeden Moment: Ob du nun den Abwasch machst oder Rechnungen erledigst - dreh die Musik auf, singe und tanze! Du wirst sehen, all dies wird zu einer Aufwärtsspirale führen: « Umso besser du dich fühlst, umso einfacher wird es werden ».
Wache jeden Morgen mit einem Lächeln auf, selbst wenn du dich anfangs dazu zwingen musst. Wenn du dir Wasser ins Gesicht gespritzt hast, blick in den Spiegel und sag mit einem Lächeln (auch ein breites Grinsen, wenn du magst) : Der Tag fängt gut an und ich kann alles schaffen!
Fazit
Wie kann man alles schaffen, wenn man nur zwei Hände und einen Kopf hat? Indem man in den Autopilot-Modus schaltet. Gillian Perkins sagt: Man nimmt sich einmal die Zeit zum Nachdenken und erspart sich damit endlose Diskussionen mit sich selbst.
Du entscheidest, was du (in deinem eigenen Interesse) jeden Morgen und jeden Abend an jedem Tag der Woche erledigen musst. Du schreibst es auf, hängst es an deinen Kühlschrank und richtest dich danach, ohne nach Ausreden zu suchen oder etwas auf morgen zu verschieben.
Wenn deine Dinge geordnet, deine Aufgaben und Lektüren erledigt sind, wird es dir immer mehr Spass machen, Zeit für dich zu haben (der freie Tag), ohne schlechtes Gewissen und ohne Druck hinsichtlich der Haushaltsarbeiten, von denen du (spontan oder mangels Lust) entschieden hast, dass du sie nicht mehr während der Woche erledigen wirst. Dein Leben wird sich positiv verändern! Und vergiss die oben erwähnte Aufwärtsspirale nicht: « Umso besser du dich fühlst, umso einfacher wird es werden ».
PERKINS Gillian, «Sorted: Freedom Through Structure», Kindle-Ausgabe, Mai 2016.