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Schweizer an Internationaler Philosophie-Olympiade in Griechenland ausgezeichnet
Vom 11. bis 14. Mai fand die 31. Internationale Philosophie-Olympiade (IPO) statt. 100 junge Denkerinnen und Denker aus fast 50 Ländern begaben sich auf eine Reise zu den Wurzeln der Philosophie und der olympischen Idee: Der Essaywettbewerb fand dieses Jahr in Olympia, Griechenland statt.
Die Schweizer Delegation (von links nach rechts): Lara Gafner (Delegationsleiterin), Fares Mourad, Yannis Müller, Jürg Berthold (Delegationsleiter). (Bild: Lara Gafner, Schweizer Philosophie-Olympiade)
Yannis Müller erhält seine Honorable Mention bei der Abschlusszeremonie. (Bild: Internationale Philosophie-Olympiade 2023)
Yannis Müller (Bild: Lara Gafner, Schweizer Philosophie-Olympiade)
Fares Mourad (Bild: Lara Gafner, Schweizer Philosophie-Olympiade)
Ein Ausflug zu den Ruinen des olympischen Stadions. (Bild: Lara Gafner, Schweizer Philosophie-Olympiade)
Gruppenbild (Bild: Internationale Philosophie-Olympiade 2023)
Fares Mourad, Hull’s School (ZH), wohnhaft in Zürich
Yannis Müller, Gymnasium Muttenz (BL), wohnhaft in Rheinfelden (AG)
Yannis wurde für seinen Essay mit einer Honorable Mention ausgezeichnet, mit welcher Teilnehmende gekürt werden, die zwar keine Medaille gewonnen, aber dennoch einen bemerkenswerten Essay verfasst haben. «Wenn bewertet würde, wie viel Spass man beim Essayschreiben hatte, hätte ich aber eine Platinmedaille gewonnen», scherzt der Gymnasiast. Tatsächlich gingen die zwei Goldmedaillen für den ersten und zweiten Platz dieses Jahr an Teilnehmende aus Finnland und Serbien.
Das Streben nach Wahrheit
Am Freitagmorgen hatten die jungen Talente vier Stunden Zeit, einen Essay zu einem von vier Zitaten zu schreiben. Yannis wählte ein Zitat von Abū Yaʿqūb ibn Ishāq al-Kindī, ein arabischer Philosoph des 9. Jahrhunderts. Der 18-Jährige wagte eine klare Stellungnahme: Es gibt eine absolute Wahrheit, und das Streben danach ist der höchste moralische Wert. Fares übte in seinem Essay Kritik an einem Zitat von Peter Singer, welches von der moralischen Gleichstellung von Tier und Mensch handelte.
Einer der besten Jahrgänge
Bewertet wurden die Texte von Lehrpersonen aus den beteiligten Ländern, anonym und nach den Kriterien Relevanz, Kohärenz, Originalität, philosophisches Verständnis und Qualität der Argumentation. Laut Luca Scarantino, der als Präsident der Fédération Internationale des Sociétés de Philosophie eine zentrale Rolle in der Jury einnimmt, seien die Essays in diesem Jahr unter den besten gewesen, die er an der IPO je gelesen hatte.
Olympisch philosophieren
Der diesjährige Durchführungsort war symbolträchtig. Nicht nur führte die Reise in das Land von Sokrates und Aristoteles, sondern auch in die Heimat der olympischen Spiele: Olympia in der Peleponnes. Passend dazu drehte sich das Rahmenprogramm mehrheitlich um das Konzept von Fairness und die philosophischen Aspekte von Wettbewerbssituationen. Wenn gerade keine Vorträge oder Diskussionsrunde stattfand, knüpften die Teilnehmenden zwischen Olivenhainen und antiken Ausgrabungsstätten Kontakte aus aller Welt.
Philosophie und Mathematik
Leider konnten die Schweizer Champions nicht lange unter der griechischen Sonne verweilen. Am Montag warten zuhause die Abschlussprüfungen. Fares will später Philosophie studieren, vielleicht in England. Yannis möchte nach Matura und Armeedienst an der ETH Zürich seine Leidenschaft für das analytische Denken mit einem Mathematikstudium ausleben. In seiner Maturaarbeit bewies er: 1+1=2. Das ist nämlich gar nicht so einfach, wie man meinen könnte: Yannis’ Erläuterungen lauten etwa so lang wie ein Flug von Zürich nach Athen.
Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Zehn Olympiaden finden jedes Jahr statt: Workshops, Lager, Prüfungen sowie Wettbewerbe für 6'000 Talente in Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren.