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Adolescents' Participation in Health: Critical Reflections at the Intersection of Anthropology and Public Health
Medical Anthropology Switzerland
The participation of youth in community action and governance has gained growing support by practitioners and policy makers over the past decades. The interest in their active involvement is being stimulated by a greater recognition of young people’s experiences and rights to expression. In the public health sector participatory approaches involving adolescents have been used as a strategy to improve the quality of health services. The approaches and their underlying concepts, frameworks and methods have varied greatly in past and present. Today, the feasibility and impact of participatory approaches targeting adolescents often remain uncertain. Participatory approaches in general have increasingly been criticized. In the name of participation, responsibilities might be shifted from state actors to individuals (e.g. former health system tasks that become unpaid work for community members).
Anthropologists like Maia Green regard the discourse of participation as the “new orthodoxy in development circles”. However, clear and commonly shared definitions of participatory development are missing. Interestingly discourses around participation are mainly not shaped by those affected but by “experts” who drive the development agenda. The same can be observed in youth projects where young people are often mere recipients but not active agents. Doing so, neglects their creative capacities and reduces them to “risk takers” (e.g., those that smoke or take drugs) or “victims” (e.g. girls that get pregnant).
Participation or non-participation in interventions or movements are linked to power and agency and are shaped by societal institutions and structures and may not be inclusive. It is thus key to learn more about “who has access” and “who not” and respective implications resulting from this imbalance. Young people may further not represent a homogeneous group, but have various social and cultural backgrounds with different ideas about health and health related risks. In addition, participatory processes are very dynamic and their implications on the participants, their environment as well as the experts are very context specific and often not foreseeable.
In the light of the above, the MAS Colloquium 2016 aims at critically reflecting on participation of a rapidly growing group, adolescents, in health interventions. Examples from both, the global North as well as South will be presented and reflected on from an anthropological as well as public health perspective. The following questions will be tackled: how and by whom is “participation of young people” defined? Who can participate and why? How is the agency of young people involved influenced and shaped through participatory processes?
Pre-registration (important) by 18.11.2016: <email-pii>
Fees: Regular: 35 CHF; MAS members: 25 CHF, students: 20 CHF
Note: Please pay at the venue
Call for Papers für die Konferenz „Transfigurationen: medizin macht gesellschaft macht medizin“ (17.-18.02.2017, Universität Basel)
Medizin, Gesundheit und Heilung wurden in den letzten Dekaden weltweit durch sich ändernde ökonomische, rechtliche, technologische und politische Konstellationen neu konfiguriert. Nicht nur hat die enge Verquickung zwischen Medizin und Ökonomie eine Diversifizierung, aber auch Zuspitzung von Therapie- und Gesundheitsmärkten bewirkt. Sie bringt zudem zunehmend Wahlmöglichkeiten und -zwänge, sowie Prozesse der Hierarchisierung und Exklusion hervor. Des Weiteren sind Krankheits- und Heilungswege von Dynamiken der Verrechtlichung und Technisierung geprägt, die zum Beispiel über neue diagnostische und therapeutische Verfahren, aber auch im Zuge neu erlassener Gesetze, technischer Standards, (bio-)ethischer Richtlinien oder menschenrechtlicher Konventionen im Alltag individueller Akteure und gesundheitsbezogener Institutionen wirkmächtig werden. All diese Neukonfigurationen sind inhärenter Bestandteil einer Vielzahl politischer, sozialer und kultureller Realitäten, die auf lokaler, nationaler, überregionaler und globaler Ebene entstehen und die dabei zueinander in immer wieder neuartige (und teils konkurrierende und ergänzende) Beziehung treten.
Mit diesem Call for Papers laden wir zur Einreichung von Vorschlägen für Tagungsbeiträge ein, die soziale und kulturelle Neu- und Rekonfigurationen in den Bereichen Medizin und Gesundheit an den Schnittstellen von Ökonomie, Recht und Politik aus einer ethnographischen und theoretischen Perspektive heraus analysieren. Von Interesse sind dabei die materiellen und institutionellen, aber auch die affektiven und emotionalen Dimensionen der hier entstehenden Prozesse und Konstellationen. Des Weiteren möchten wir den Blick auf Wertzuschreibungen und Hierarchisierungen lenken, die mit der Re- bzw. Neukonfiguration medizin- und gesundheitsbezogener Praxen, Sozialitäten, Identitäten, Erfahrungen und Objekte in spezifischen Forschungssettings verbunden sind. Im Mittelpunkt des Tagungsinteresses steht die Verkörperung all dieser Prozesse, insofern als wir davon ausgehen, dass körperliche – ebenso wie mentale und affektive – Erfahrungen konstitutiv für Handlungsweisen und Neuordnungen in Bezug auf Gesundheit, Medizin und wellbeing in einer vernetzten Welt sind. Dies schließt nicht nur die sozialen Beziehungen, Praxen und Vorstellungen unserer ForschungspartnerInnen mit ein, sondern in gleicher Weise auch die Positionierungen und (epistemologischen) Herangehensweisen von EthnologInnen selbst.
Schließlich möchten wir mit der Tagung den Begriff der „Transfigurationen“ für das Nachdenken über Prozesse kultureller und sozialer Transformation im Bereich von Medizin und Gesundheit mobilisieren. Mit dem Begriff der Transfigurationen wollen wir dabei lokal spezifische Momente und Prozesse der Veränderung jenseits von Vorstellungen gesteuerter Entwicklung fassen, und dabei dennoch globalisierenden Dynamiken der Ökonomisierung, Verrechtlichung und Technisierung von Medizin, Gesundheit und Heilung Rechnung tragen. Mit diesem Begriff, der in der (Medizin-)Ethnologie bislang noch kaum genutzt wird, verknüpfen sich damit sowohl Momente der Festschreibung und eine Perspektive der longue durée, als auch Dimensionen der Flüchtigkeit, Ungewissheit und historischen Offenheit, die mit Neukonfigurationen im Kontext von Medizin und Gesundheit weltweit verbunden sind. Dabei kann der Begriff – in ähnlicher Weise wie das Konzept „Transformation“ – Prozesse substanzieller Umformung bezeichnen. In Anlehnung an die bislang vorrangig religiös konnotierte Verwendung des Begriffs kann er aber auch auf Prozesse hinweisen, in denen substanziell gleichbleibende Subjekte, Objekte, Praxen und Sozialitäten in sich wandelnden Kontexten und Konfigurationen, deren Teil sie sind, eine grundsätzlich neue Bedeutung erlangen und auf neuartige Weise in Erscheinung treten.
Die Konferenz ist eine gemeinsame Veranstaltung von MedizinethnologInnen und MedizinanthropologIn- nen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland und findet vom 17.-18. Februar 2017 in Basel (Schweiz) statt. Sie wird anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Medical Anthropology Switzerland (MAS) der Schwei- zerischen Ethnologischen Gesellschaft (SEG), des 20-jährigen Bestehens der Arbeitsgruppe Medical Anthro- pology in der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde (DGV e.V.) sowie der Etablierung der „Wiener Dialoge der Medizinanthropologie“ im Jahr 2012 durchgeführt. Die Konferenzsprache ist deutsch, englische Präsen- tationen sind aber ebenfalls sehr willkommen. Wir bitten um die Zusendung von abstracts (max. 250 Wör- ter) bis zum 31.10.2016 an die folgende email-Adresse: <email-pii>. Die Benachrichtigung über die Annahme der abstracts erfolgt bis zum 30.11.2016. Um im Rahmen der Tagung möglichst informierte Diskussionen zu ermöglichen, werden die ausgewählten ReferentInnen darum gebeten, ihre schriftlichen Beiträge (max. 4000 Wörter exklusive Bibliographie) bis 16.1.2017 einzureichen.
Neben auf Vorträgen basierenden Panels wird es auch World-Cafés zum Thema Arbeit als MedizinethnologIn in unterschiedlichen (nicht-)wissenschaftlichen Kontexten geben. Nähere Informationen zu den World-Cafés folgen mit dem Tagungsprogramm, das wir im Laufe des Novembers zirkulieren werden.
Wissenschaftliches Tagungskomitee:
- Arbeitsgruppe Medical Anthropology in der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde (DGV e.V.): Hansjörg Dilger, Janina Kehr, Claudia Lang, Dominik Mattes
- Medical Anthropology Switzerland (MAS) der Schweizerischen Ethnologischen Gesellschaft (SEG): Silvia Büchi, Piet van Eeuwijk, Brigit Obrist, Hilde Schäffler
- Wiener Dialoge der Medizinanthropologie: Bernhard Hadolt, Eva-Maria Knoll, Ruth Kutalek
Organisatorisches Tagungskomitee:
Silvia Büchi, Andrea Buhl, Piet van Eeuwijk, Andrea Grolimund, Brigit Obrist, Hilde Schäffler, Sandra Staudacher
Tagungsgebühren (inkl. Kaffeepausen, Jubiläumsapéro)
- Nicht-Mitglieder der SEG/DGV CHF 100 (2 Tage), CHF 50 (1 Tag)
- SEG/DGV/AG Medical Anthropology in der DGV- Mitglieder CHF 50 (2 Tage), CHF 25 (1 Tag)
- BA- und MA-Studierende CHF 20 (2 Tage), CHF 10 (1 Tag)
- Bezahlung vor Ort
Pre-registration
Bitte per Email anmelden bis 31. Dezember 2016 unter: <email-pii>
Tagungsort
Universität Basel, Peterplatz 1, Basel