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Mexiko-Stadt - Der Hip-Hop-Star Wyclef Jean ist endgültig von einer Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl in Haiti ausgeschlossen worden. Aus Protest gegen den definitiven Entscheid der Wahlkommission veröffentlicht der aus Haiti stammende US-Musiker jetzt einen Protestsong.
In dem Song "Prizon Pou K.E.P.A." ("Gefängnis für die Wahlkommission") erhebt der 37-Jährige schwere Vorwürfe gegen den amtierenden Präsidenten René Préval und die Wahlkommission. Jean, dem wegen seiner Popularität grosse Chancen bei der Wahl eingeräumt worden waren, wurde eine Kandidatur verwehrt. Dagegen hatte er Einspruch erhoben, der am Freitag aber ebenfalls abgewiesen wurde.
Zur Wahl am 28. November dieses Jahres wurden 19 der 33 Bewerber zugelassen. Jean wurde abgelehnt, weil er die vergangenen fünf Jahre nicht in Haiti gelebt hat. Das ist aber nach der Verfassung zwingende Voraussetzung für die Anerkennung einer Kandidatur.
Das Mandat des amtierenden Staatschefs Préval läuft im Februar 2011 aus, gemäss der Verfassung des Karibikstaates darf er nicht erneut zur Wahl antreten. Die wichtigste Aufgabe des neugewählten Präsidenten wird es sein, den Wiederaufbau der vom Erdbeben zerstörten Hauptstadt Port-au-Prince zu bewerkstelligen.
Kritik an Préval
"Ich weiss, dass Du alle Karten in der Hand hältst", singt der Musiker in dem Stück über Préval. Dieser habe Einfluss auf die Wahlkommission genommen. In dem auf kreolisch verfassten Lied wirft Jean sowohl dem Präsidenten als auch der Kommission Missachtung der Verfassung Haitis vor und fordert Gefängnisstrafen für die Verantwortlichen.
"Ich werde die CEP (Wahlkommission) weiter herausfordern", heisst es in dem Liedtext weiter. Jean wolle weiter in Haiti politisch aktiv sein, berichtete der Sender Radio Metropole. Er fordere Gleichheit und Gerechtigkeit und rufe zu Spenden für das Land auf.
Jean war mit der Gruppe "The Fugees" weltberühmt und reich geworden. Seinem Geburtsland fühlte er sich stets verpflichtet. Vor allem nach dem verheerenden Erdbeben im Januar dieses Jahres intensivierte er seine Unterstützung für Haiti und beschloss, sich auch politisch zu engagieren.
SDA-ATS