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Warum eine Nachlassregelung?
Die bekannteste einfachste Möglichkeit, um über das Schicksal Ihres Vermögens (Liegenschaften, Bankkonten oder Ihnen teure Gegenstände) nach Ihrem Ableben zu bestimmen, ist das Testament. Auch mit einem Ehevertrag oder einem Erbvertrag können im Hinblick auf den Erbgang wichtige Dispositionen getroffen werden.
Die frühzeitige und klare Regelung Ihres Nachlasses ist auf jeden Fall sinnvoll. Sie können nicht nur bestimmen, wer Ihr Vermögen erhalten soll. Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen haben Sie beispielsweise auch die Möglichkeit Teilungsbestimmungen zu verfügen, Bedingungen und Auflagen vorzusehen, die Art der Bestattung festlegen oder generell zu versuchen, Streitigkeiten zwischen den Erben zuvorzukommen. Mit einem Testament können Sie auch verhindern, dass Ihr Vermögen bei Fehlen von gesetzlichen Erben an den Staat fällt.
Wenn Sie kein Testament verfassen und auch keinen Erbvertrag abschliessen, bestimmt das Zivilgesetzbuch (ZBG), wer Ihr Vermögen erbt. Gesetzliche Erben sind die überlebenden Ehegatten und überlebende eingetragene Partnerinnen oder Partner (Art. 462 ZGB), die Nachkommen (Art. 457 ZBG), die Eltern und ihre Nachkommen (Art. 458 ZGB), die Grosseltern und ihre Nachkommen (Art. 459 ZGB), wobei das Gesetz eine Rangordnung vorsieht und regelt, welche Gruppen vor Erben andere ausschliessen. Einige dieser Erben geniessen für einen Bruchteil ihres Erbteils den Pflichtteilsschutz: die Nachkommen, die Eltern, der Ehegatte sowie die eingetragene Partnerin und der eingetragene Partner (Art. 471 ZGB). Diesen Pflichtteil kann man ihnen nicht vorenthalten. Nur über den neben den Pflichtteilen verbleibenden Rest des Vermögens („die verfügungsfreie Quote“, oft auch als verfügbare Quote bezeichnet) können Sie frei verfügen. Fehlen pflichtteilsgeschützte Erben, so können Sie frei bestimmen, wer Ihr Vermögen erhalten soll.
Mit einem Ehevertrag können Sie sich unter Ehegatten individuell und zusätzlich begünstigen (beispielsweise den überlebenden Ehegatten im Rahmen des Güterrechts zusätzlich begünstigen), wobei diese Regelungen den erbrechtlichen vorgehen, was in vielen Fällen wünschenswert ist.
Mit einem Erbvertrag können Sie mit Ihren künftigen Erben über die Verteilung Ihres Vermögens allseits verbindliche Regelungen treffen. Oft verhindert dies späteren Streit und Missgunst. Solche Regelungen können dann aber nicht einseitig abgeändert werden (im Unterschied zum Testament).