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Steckt die Zukunft des Tourismus in der Co-Creation?
Lotto, Sofortgewinne, Fotowettbewerbe, online-Abstimmungen, Persönlichkeitstests etc. Es gibt mehrere Varianten spielerischer Wettbewerbe, welche touristische Unternehmen anbieten. Bei der Mehrheit dieser Spiele geht es darum, die Bekanntheit eines touristischen Unternehmens bzw. die erhofften Auswirkungen einer Marketingkampagne zu verstärken, indem dessen virtuelle Fan-Gemeinschaft animiert wird. Illustrieren wir das Gesagte an einem Beispiel: im Falle eines Fotowettbewerbs, welcher von einem Hotel organisiert wird, wird der Gast, der ein Foto auf die Facebookseite des Hotels stellt, natürlich all seine Freunde dazu animieren, für sein Foto zu stimmen, um seine Gewinnchancen zu erhöhen. Auf diese Weise bleibt er mit dem Hotel verbunden und macht dieses unter seinen Freunden bekannt. Andererseits haben manche Wettbewerbe insbesondere zum Ziel, Informationen (sozio-demographische Daten, Mailadressen usw.) über die Fans des Unternehmens zu sammeln. WienTourismus und andere touristische Unternehmen wie beispielsweise der Club Medbedienen sich der Co-Creation, um ihren Wettbewerben das gewisse Etwas zu verleihen. Oder ein anderes Beispiel: Ausgehend von ihrer Internetseite TravelBrilliantly.com wird die Hotelkette Marriott ihre Preisträger 2014 ihrer zweiten Runde der Co-Creation belohnen. Auch die Co-Finanzierung von touristischen Projekten gewinnt an Beliebtheit. Diese bleibt jedoch ein schwieriges Unterfangen, da der grösste Vorteil der Co-Finanzierung eher darin liegt, dass das vorgestellte Projekt validiert wird, als in der eigentlichen Finanzierung.
Viele Tourismusakteure sind interessiert an möglichst vielen aufschlussreichen Daten, diese jedoch aufzubereiten und zu analysieren erweist sich als eine schwierige Aufgabe, da die Daten oft unstrukturiert sind – anders gesagt, oft in Textform vorliegen und unmöglich im Voraus kategorisiert werden können. Die andere Schwierigkeit liegt darin, dass diese Daten sehr zahlreich sind und aus verschiedenen Quellen stammen. Folglich werden diese Daten aufgrund mangelnden technischen Wissens oft übersehen, obwohl sie zu Entscheidungszwecken genutzt werden könnten. An diesem Problem knüpft das französische Projekt Tourinflux an, welches zum Ziel hat, die Verantwortlichen der Tourismuswerbung in Echtzeit auf der Grundlage dieser Daten mit Informationen über die Bedürfnisse der Internetnutzer zu versorgen, dies gerade dank der in grossen Mengen vorhandenen Daten (Big Data).
Ski fahren in der Schweiz kann erschwinglich sein
In der Schweiz muss man für ein Skiabonnement nicht unbedingt mehr bezahlen als in Frankreich oder Italien. Denn der Preis hängt in erster Linie eher von der Anzahl Pistenkilometer als vom Land ab. Ausserdem fiel die Preiserhöhung von der Skisaison 2012/2013 zur Saison 2013/2014 in der Schweiz vergleichsweise niedriger aus. Sie betrug nämlich 1.69% im Gegensatz zu 5.39% in Frankreich. In Sachen Wettbewerbsfähigkeit hat die Schweiz grosse Vorteile in Wintersportorten wie beispielsweise Zermatt oder Saas-Fee, welche unter den guten Skifahrern für ihre variantenreichen Abfahrten bekannt sind. Ganz gleich ob der Winter eher mild oder sibirisch ausfällt, die Schweizer Parahotellerie zieht eine zufriedenstellende Bilanz für den Winter 2013/2014, was beweist, dass die Wintersportorte immer noch Gäste anziehen. Auch der Skilehrer-Butler-Service wie er etwa von Bramble Ski angeboten wird, trifft den Geschmack der Gäste. Denn wer möchte sich bei der Organisation des Abonnements, der Lebensmittel und des Après-Skis nicht helfen lassen? Weitere interessante Ideen werden vielleicht in Zukunft ihren Weg in die Schweiz finden. So z.B. das Teilen von Elektroautos in einem Wintersportort, mobile Apps im Stil ESkiMO oder das Anbieten von veganen Menüs in Skihütten.
Es war einmal… das Storytelling
Laut Alex Cabañas, dem Präsidenten von Benchmark Hospitality International (BHI), sollte jedes Treffen mit einer Geschichte beginnen. Auch das Projekt #7stories, welches Anfang Januar 2014 von der Destination der kanarischen Inseln gestartet wurde, wird auf jeden Fall begeistern. Ziel dieses Projekts ist es, die Insellandschaften und ihre Bewohner in Wert zu setzen. Sieben Regisseure von internationaler Bekanntheit wurden dazu eingeladen, jeweils ein Video zu drehen. Nur anderthalb Monate nach deren Veröffentlichung auf Vimeo im Internet, wurden diese bereits eine Million Mal abgespielt. Andere Länder, andere Ideen: das Tourismusbüro von Florida hat die Orangensaft-Flaschen einer lokalen Gesellschaft als neuen Botschafter ausgewählt. Dabei handelt es sich um eine gewagte Marketing-Strategie, denn der Orangensaft hat in den letzten Jahren Konkurrenz am Frühstückstisch erhalten. In Spanien setzt man auf die Gastronomie. Denn diese ist so vielfältig wie die Zivilisationen, welche die iberische Halbinsel beeinflusst haben. Phönizier, Griechen, Karthager, aber insbesondere die Mauren haben in den spanischen Gerichten geschmackvolle Spuren hinterlassen, für welche diese touristische Destination heute bekannt ist. Und es geht nicht nur die durch den Magen. Die 7.4 Millionen internationalen Touristen, welche 2013 nach Spanien reisen, werden wohl kaum das Gegenteil behaupten. Spanien profitiert auch vom innereuropäischen Aufschwung des Tourismus und vom Zuwachs der jungen Touristen, für welche dieses Land die ideale Partydestination darstellt.