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Sammlung Ruth und Frieder Ryser
Während über vierzig Jahren baute sich das Ehepaar Ruth und Frieder Ryser eine ganz der Hinterglasmalerei gewidmete Sammlung von rund tausend Objekten auf. Sie umfasst nicht nur Hinterglasgemälde, sondern auch Objekte, die in dieser Technik dekoriert wurden (Möbel, Schmuck und Hohlglas): eine Besonderheit auf diesem Gebiet. Die Sammlung umfasst eine Zeitspanne vom frühen 12. bis ins 19. Jahrhundert, mit einem Schwerpunkt in der Zeit des Manierismus und des Barocks. Vertreten sind fast sämtliche Herstellungszentren von der Schweiz über Europas wichtige Kunstschulen bis zu China, von Indien bis nach Amerika. Einzigartig ist, dass die Sammlung von Anfang an als Studiensammlung konzipiert war. Sie beruht auf einer sorgfältigen Auswahl von repräsentativen Werken, welche den Reichtum der angewandten Techniken im Lauf der Jahrhunderte illustrieren. Die Dauerausstellung des Vitromusée präsentiert rund 250 Werke aus dieser Sammlung.
Der Wasserbau-Ingenieur Frieder Ryser (1920–2005) forschte über das Thema Hinterglasmalerei und begann 1985 zu publizieren. Es ist sein Verdienst, die Technologie der Hinterglaskunst untersucht, definiert und in verständlicher Terminologie dargestellt zu haben. Von seinen Beobachtungen gingen viele Forschungsansätze aus. Wichtige Museumsausstellungen zur Hinterglasmalerei (zum Beispiel im Corning Museum of Glass) kamen durch seine Leihgaben zustande. Für seine Erforschung und Förderung der Hinterglasmalerei erhielt er 2002 den Doktortitel honoris causa der Universität Freiburg i. Ue.
Rysers Studien legen durch material- und technologiegeschichtliche, archivalische, genealogische sowie kunsthistorische Analysen die Zusammenhänge zwischen der Hinterglasmalerei und anderen Kunstformen in der ersten Hochblüte deren europäischen, insbesondere schweizerischen Produktion dar.
Nach langjähriger Zusammenarbeit mit Frieder Ryser erhielt das Vitrocentre Romont als Legat die gesamte Hinterglasmalereisammlung, die Bibliothek, die Archive und einen Finanzfonds. Dies war 2006 der Anlass, die bestehenden Institutionen auf dem Schlosshügel von Romont zu erweitern und neu zu gestalten. Seither bereichert das Vitrocentre die Sammlung dank Schenkungen und Erwerbungen, unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Anliegen des Forschers Ryser und seiner eigenen Studienziele.
Seit Ende 2017 sind Beispiele von Hinterglasmalerei online auf der Datenbank vitrosearch präsentiert. Weitere Stücke werden diese erste Auswahl von Werken in den nächsten Jahren ergänzen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Elisa Ambrosio (seit 2014)
Yves Jolidon (bis 2016)
Publikation
Jolidon, Y. (2012). Die Hinterglasmalerei-Sammlung Ruth und Frieder Ryser des Vitrocentre Romont. In T. Ayers, B. Kurmann-Schwarz, C. Lautier & H. Scholz (Hrsg.). Les collections de vitraux et leur histoire : actes du 25e Colloque international du Corpus Vitrearum à Saint-Pétersbourg, Musée de l'Ermitage, 2010. (p. 193–204). Berne, Schweiz: P. Lang