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Die Wiederauferstehung des 39-jährigen Vaughn Taylor aus dem US-Bundesstaat Virginia hört sich wie ein Märchen an. Noch eine Woche zuvor war Taylor krank in einem Hotelbett in Bogota in Kolumbien gelegen. Er verzichtete dort auf die Teilnahme an einem zweitklassigen Turnier und flog nach Pebble Beach in Kalifornien, wo er auf der Teilnehmerliste des mit sieben Millionen Dollar dotierten Weltklasse-Turnier erster Ersatzmann war. Um Reisekosten zu sparen, nahm er nur eine kleine, leichte Golftasche mit.
Der Schwede Carl Pettersson konnte in Pebble Beach nicht starten, sodass Vaughn Taylor nachrutschte. Er spielte überraschend gut und stieg mit sechs Schlägen Rückstand auf den führenden grossen Phil Mickelson in die Schlussrunde. Auf den letzten 18 Löchern glückte Taylor alles, während Mickelson Schlag um Schlag einbüsste. Taylor siegte schliesslich mit einem Schlag Vorsprung.
“Es ist nicht zu glauben”, sagte Taylor, nachdem er den Check über 1,26 Millionen Dollar entgegengenommen hatte. “Ich hätte nicht geglaubt, dass ich jemals noch ein Turnier gewinnen könnte.”
Vor drei Jahren hatte Taylor das Spielrecht auf der grossen amerikanischen Tour eingebüsst. Jetzt hat er wieder alles. Er hat Geld, er hat das Spielrecht bis 2018, und er hat – für das Golferherz am wichtigsten – das Startrecht für das US Masters im April. “Ich kann eigentlich nicht sagen, warum ich damals mein Spiel verloren habe. Ich hatte einfach kein Selbstvertrauen mehr, und das Spiel war halb kaputt. Ich kann jetzt aber auch nicht sagen, wieso plötzlich alles wieder da ist.”
In seiner besten Zeit gewann Taylor 2004 und 2005 in Reno, Nevada. An diesem Turnier sind jedoch die Besten jeweils nicht am Start, weil gleichzeitig ein Event der hochdotierten WGC-Serie stattfindet. Die damaligen Erfolge brachten ihm dennoch einen Platz im Ryder Cup von 2006 ein, den die Amerikaner gegen die Europäer verloren.
(SDA)