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„They’re chickens, you dolt. Apart from you, they’re the most stupid creatures on this planet. They don’t plot, they don’t scheme, and they are not organized.“
In einer englischen Hühnerfarm fristet eine Gruppe Hühner um die schlaue Ginger ein trostloses Dasein. Wenn sie nicht genug Eier legen, werden die Hennen geschlachtet. Sämtliche Fluchtversuche scheitern und Ginger hat bereits jede Hoffnung auf ein besseres Leben aufgegeben – doch da taucht Rocky auf, ein amerikanischer Hahn, der behauptet, Fliegen zu können… Chicken Run erschien 2000 als erste Langfilmproduktion der britischen Animationsschmiede Aardman, zu einem Zeitpunkt zu dem weder das Studio noch sein Gegenüber DreamWorks, die den Film im weltweiten Markt vertrieben, auf sicheren Füssen stand. Der Film war somit für beide mit grossen Risiken verbunden, zahlte sich letztlich aber aus und spielte fast das Fünffache seines Budgets ein.
Hintergrund:
Im letzten Jahrzehnt fand eine gewisse Kanalisierung des Animationsfilms statt – der computeranimierte Animationsfilm dominiert die Kinosäle. Auch renommierte Animationsfilmschmieden wie die DreamWorks und Disney haben sich inzwischen der 3D-Animation angenommen und dem klassischen Zeichentrick abgeschworen. Dadurch entsteht eine Lücke im Markt, die kleinere Studios dankbar schliessen. Teil dieser Quasi-Gegenbewegung ist Aardman, das vermutlich bekannteste europäische Animationsstudio, das sich seit den 70ern der Stop Motion-Technik, im Speziellen dem Subgenre der Claymation (sogenannte Knet-Animation) verschrieben hat, und das für Wallace and Gromit und Creature Comforts bekannt ist.
Ich bin mit Chicken Run aufgewachsen, wann immer jemand einen Filmabend veranstaltet hat, wurde dieser Film geschaut. Vergangene Woche habe ich den Film nach sicher zehn Jahren zum ersten Mal wieder gesehen – an meiner Liebe für diesen Streifen änderte sich aber nichts. Schon für die detaillierte und zeitaufwändige Technik des Stop Motion-Films habe ich grosse Achtung, aber die Fragilität von Claymation ist kaum zu überbieten. Was die Macher mit dieser Technik bewerkstelligen, ist unglaublich. Und in dieser Hinsicht ist und bleibt Chicken Run in meinen Augen ein technisches Meisterwerk, das heute noch immer so aktuell ist wie damals.
Auch inhaltlich: Trotz deutlicher Parallelen zu Pixars A Bug’s Life überzeugt dieses Machwerk von Peter Lord und Nick Park durch seine vielschichtige Story, die so berührend wie abgedreht ist. Die unzähligen Anspielungen, der bissige schwarze Humor und die generelle Selbstironie, die den Stil von Aardman prägen, sind auch hier bereits omnipräsent. Doch trotz den zahlreichen Pointen und dem ganzen Slapstick machen die Macher auch vor ernsten Themen nicht halt und sprechen etwa die Bedrohung durch die schlachtfreudige Farmerin direkt und unverblümt an.
Chicken Run ist ein herrlicher Film mit viel Biss, der nicht zuletzt durch seine Technik zu überzeugen weiss. Definitiv einer der besseren Animationsfilme der letzten zwanzig Jahre.