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In diesem Kapitel geht es darum, die Entwicklung charakteristischer Grössen am Einzelbaum zu untersuchen. Wie sich die gleichen Grössen im Baumkollektiv eines Bestandes entwickeln, wird in Kapitel 4 gezeigt, während die Beeinflussung dieser Grössen Inhalt von Kapitel 5 ist. Wachstum und Zuwachs werden folglich aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.
Allgemein gelten die in Kapitel 2 festgestellten Grundsätze und Gesetzmässigkeiten. Sie wirken sich aber nicht bei jeder Grösse gleich aus und müssen auch in den gegenseitigen Abhängigkeiten gesehen werden. Zum Beispiel erfolgt die Kulmination des laufenden Zuwachses fast immer in der Reihenfolge:
Eine grosse Bedeutung kommt dem Alter zu. Einmal, weil die meisten Wachstumsvorgänge altersabhängig sind, zum andern, weil der Zuwachs, die erbrachte Leistung pro Zeiteinheit, besonders interessiert.
Theoretisch hätte ein Baum eine unbegrenzte Lebensdauer, ähnlich wie zum Beispiel ein Korallenstock. Man stellt aber fest, dass mit zunehmendem Alter gewisse Lebensvorgänge langsamer werden, dass die Vitalität abnimmt und dass die pathologische Gefährdung zunimmt. Entscheidend ist aber weniger das physikalische oder faktische Alter, sondern das physiologische Alter (vgl. Gesetz von BACKMAN, Kapitel 242), das allerdings nicht leicht zu bestimmen ist.
Für die Waldwachstumskunde bleibt deshalb die Altersbestimmung über das physikalische Alter wichtig.