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Project
Lymphopenie bei myeloproliferativen Neoplasien: Prävalenz und prognostische Bedeutung
Automatically Closed · 2020 until 2022
Messerich Nora-Medea, Cogliatti Sergio B., Lehmann Thomas, Graf Lukas, Silzle Tobias
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Brief description/objective
Eine Lymphopenie als Ausdruck einer Störung des adaptiven Immunsystems ist ein etablierter Risikofaktor bei verschiedenen Allgemein- und Tumorerkrankungen. Im Hinblick auf myeloische Neoplasien konnte im Rahmen eines Kooperationsprojektes des KSSG mit dem Düsseldorfer MDS-Register für die Gruppe der Myelodysplastischen Syndrome (MDS) gezeigt werden, dass eine Lymphopenie bei Diagnosestellung häufig ist und mit ungünstigen Krankheitsmerkmalen einhergeht. Sie weist zudem eine eigenständige prognostische Bedeutung auf für Patienten mit niedrigrisiko-MDS.
Im vorliegenden Projekt soll nun die aus dieser Kooperation gewonnene methodische Expertise genutzt werden, um die Prävalenz und prognostische Bedeutung einer Lymphopenie auch bei der zweiten grossen Gruppe chronischer myeloischer Erkrankungen, den myeloproliferativen Neoplasien (MPN) zu untersuchen. Hierfür soll die Kohorte der in den Jahren 2012-2020 am Institut für Pathologie des KSSG diagnostizierten und in der Region behandelten MPN-Patienten (n ~200), ergänzt um die MPN-Kohorte des Kantonsspitals Münsterlingen (n ~60) retrospektiv aufgearbeitet werden.
Erste präliminäre Auswertungen einiger St. Galler Patienten zeigen dabei für Patienten mit primärer Myelofibrose (PMF) signifikant tiefere mediane Lymphozytenwerte als bei Essentieller Thrombozythämie (ET) oder Polycythämia vera (PV). Eine Lymphopenie <1000/mcl fand sich bei einem Viertel der Patienten mit PMF, nur vereinzelt bei der ET und nie bei der PV. Während bei ET und PV klinisch die Folgen der Myeloproliferation, namentlich ein erhöhtes Blutungs- und Thromboserisiko im Vordergrund stehen, zeigt die PMF ähnlich wie beim MDS Zytopenien und ein erhöhtes Risiko für einen Übergang in eine akute myeloische Leukämie. Zudem weisen PMF-Patienten neben der MPN-assoziierten Treibermutation häufiger zusätzliche Mutationen mit z.T. ungünstigem Risikoprofil auf. Hieraus lässt sich die These ableiten, dass die bei der PMF akzentuierte Knochenmarksinsuffizienz mit einer an einer Lymphopenie leicht erkennbaren erkennbaren Beeinträchtigung der adaptiven Immunität einhergeht, die so bei ET und PV nicht beobachtet werden kann.
Aufbauend auf diesen Vorarbeiten soll die Prävalenz einer Lymphopenie bei MPN-Patienten, deren Assozi-ation zu morphologischen, klinischen und molekularbiologischen Krankheitscharakteristika und ihr Einfluss auf das Überleben retrospektiv untersucht werden.