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In den späten 1980ern und Mitte 1990er redete alles (sprich Manager, Ökonomen und Berater) vom „Shareholder-Value“. Der Shareholder-Value-Ansatz geht laut Wikipedia auf das im Jahr 1986 veröffentlichte Buch „Creating Shareholder Value“ von Alfred Rappaport zurück.
Danach ist es der „Job des Managements“, im Sinne der Anteilseigner zu handeln, und diese haben (wird einfach mal pauschal darin behauptet) das Ziel, dass Firmen den langfristigen Unternehmenswert durch Gewinnmaximierung und Erhöhung der Eigenkapitalrendite maximieren.
Theoretisch klingt das sehr plausibel, praktisch stellt sich die Frage, wer (also welche Art von Management, Governance, Anteilseigner) am besten und nachhaltigsten diesen Job ausüben kann. Kurzum:
1. ein klassischer Manager (sagen wir mal Tidjane Thiam) einer Firma ohne Kernaktionär oder
2. ein klassischer Manager einer Firma mit starkem privaten Kernaktionär (sagen wir BMW oder Microsoft) oder
3. eine Gründer-geführte Unternehmung (Facebook oder EMS Chemie)?
Meine Behauptung (und nur die Zeit wird das zeigen oder falsifizieren können): 3. vor 2. vor 1. Die anonymen Grosskonzerne könnten, in Dekaden gedacht, nur eine kurze Randerscheinung gewesen sein, die kurzfristig extrem von der Automatisierung, dem grossen Kapitalbedarf für Investitionen und der Globalisierung profitieren konnte.
Wir dürfen nicht vergessen: Die Nestlés, Fords, McDonald’s waren lange Zeit Gründer-geführte Unternehmen. Die Zeit hat gezeigt, dass es sehr schwierig ist, Unternehmen über Jahrzehnte hindurch erfolgreich zu führen.
Der Fall „Benetton“ kommt allzuoft vor: Der Gründer zieht sich zurück, ein Manager übernimmt, und ein Jahrzehnt später muss der alte Patron zum Feuerlöschen wieder kommen.
Das „Fehlverhalten“ des Managements ist ja in vielen Fällen allzu menschlich. Eine Familie würde wohl kaum einem Thiam sagen: „Hey, du hast jetzt, nachdem wir dachten, tiefer als mit Dougan können wir nicht mehr fallen, die Hälfte unseres Vermögens vernichtet. Aber wir machen uns da keine Sorgen, langfristig sind wir mit dir super unterwegs.“
Aber ein VR, der diesen bestellt hat und auf weitere Honorare aus ist?
Kurzum: Viele Analysen zeigen, dass Firmen der Kategorie 2. (Kernaktionär = Familie) langfristig für den Aktionär profitabler sind als 1. Für Kategorie 3. fehlt uns noch ein wenig die Menge an Beobachtungsmöglichkeiten.
Ich bin aber überzeugt, dass das, was sich in der Tech-Branche und der Schweizer Finanz (Partners Group, VZ oder Swissquote) zeigt, keine Modeerscheinung ist. Und wer weiss, vielleicht bekommt man ja bald diese Titel viel, viel günstiger
(Extrakt für Inside-Paradeplatz-Leser; Originalartikel mit Kommentar „Longterm-Investor“ und weitere Investmentsdetails, siehe Longterm-Investor.)