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Nachdem Spielertrainerin de Azevedo Camargo ihr Team vom Feld aus am Ende einer von vielen Verletzungen geprägten Saison doch noch zum Erfolg geführt hat, wird nun auch an der Seitenlinie Samba getanzt werden.
Rettung in letzter Sekunde
Der Rücktritt von Marjanovic zu Saisonbeginn, die Langzeitverletzung von Blagojevic, die während der ganzen Saison nur einen halben Satz spielte, die Verletzung von van der Helm, ebenfalls in ihrem ersten Spiel, machten es dem NLB-Team unmöglich, sich für die Finalrunde zu qualifizieren. Schliesslich reihte sich Niederlage an Niederlage und es wurde schwierig, das Verliererimage abzuschütteln. Die Wende kam im Februar, dank der unglaublichen Fähigkeit von Camargo, ihr Team immer wieder neu zu motivieren, und dank dem Kampfgeist der Frauschaft. Glaronia legte fünf Erfolge in Serie hin und bezwang zum Saisonende mit unbändigem Siegeswillen Leader Therwil.
Camargo verzichtet
Das Angebot, eine weitere Saison als Spielertrainerin zu bestreiten, hat die brasilianische Sportlehrerin ausgeschlagen. Sie war vor einem Jahr nach dem Rücktritt von Patrick Küng in die Bresche gesprungen und hat für Glaronia die Kohle aus dem Feuer geholt. Nun möchte sie sich eine Saison lang aufs Spielen konzentrieren. Dazu kommt, dass ihre berufliche Belastung als Sportlehrerin, die sie sehr gewissenhaft erfüllt, zu Einschränkungen bei ihrer Trainertätigkeit führen kann.
Romeu Beltramelli Profitrainer bei Glaronia
Der 61-jährige temperamentvolle Trainer, der bereits ab Mai im Glarnerland arbeiten wird, verfügt über die höchsten Trainerdiplome und hat in seinem Sport schon viel erreicht. Sein Palmarès ist schier endlos und geht von Weltmeistertitel mit den brasilianischen Juniorinnen über Erfolge in der brasilianische Superliga zu beachtlichen Ergebnissen mit dem NLA-Team von Franches Montagnes. Das jurassische NLA-Team hat er mehrfach in die Playoffs geführt und insgesamt zehn Jahre lang betreut, was im Spitzensport aussergewöhnlich ist.
Ein Trainer ohne Dünkel
Die vielen Erfolge von Romeu Beltramelli Filho, wie sein exakter Name lautet, ändern nichts daran, dass er sich mit derselben Leidenschaft einbringt, ob er ein Profiteam betreut oder mit Juniorinnen oder in der Regionalliga arbeitet. Seit er das NLA-Team von Franches Montagnes im Januar verlassen hat, hilft er bei verschiedenen Westschweizer Vereinen aus. So war er auch Coach für das NLB-Team von Fribourg in der Partie gegen Glaronia.
Im Glarnerland wird Beltramelli auch die zweite Mannschaft und mehrere Juniorinnenteams betreuen und dem Verein zu 100% zur Verfügung stehen.
Klare Ziele
Mit dem ausgebildeten Sportlehrer, der auch über einen italienischen Pass verfügt, wurde vereinbart, dass in erster Priorität junge Spielerinnen aus der Region an den Spitzensport herangeführt werden müssen. Damit wird auch die Zusammenarbeit mit der Zürcher Talentschule gestärkt, die mit Marie-Malene Duss und Daphne Zwanenburg zwei für Glaronia interessante Athletinnen stellt. Nach einer harten Saison strebt der Glarner Volleyballverein ebenfalls die Rückkehr an die NLB-Spitze an. Ein persönliches Ziel hat sich Beltramelli selbst gesetzt: „Ich muss so rasch wie möglich die deutsche Sprache erlernen, denn ich habe festgestellt, dass mir meine Französischkenntnisse im Glarnerland nicht viel helfen.“