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Betaversion von Microsofts "Silverlight" Ende April verfügbar. Aber auch Konkurrent Adobe ist nicht untätig.
"Silberlicht" gegen "Blitzlicht": Microsoft hat seiner Flash-Konkurrenz den Namen "Silverlight" gegeben und zeigt sein neues Produkt, das schon seit zwei Jahren in der Entwicklung steckt, in diesen Tagen an einem Medienkongress in den USA erstmals der Öffentlichkeit. Ab dem 30. April soll eine Betaversion des "Silverlight"-Browser-Plug ins, bisher unter dem trockenen Namen "Windows Presentation Foundation/Everywhere (WPF/E)" entwickelt, veröffentlicht werden.
Silverlight ist ein weiteres Puzzlestück für Microsofts "Expression"-Produktfamilie
, mit der der Softwareüberflieger versucht, Adobes Vorherrschaft bei Webentenwicklern und -Designern zu brechen. "Silverlight" soll wie Flash dazu dienen, komplexe Präsentationen und Applikationen, in denen Grafik, Animationen, Videos und Sound gemischt werden können, im Browser darzustellen. Entwickelt werden diese Applikationen in Microsofts Designersuite "Expression Studio", bzw. in "Expression Blend".
Um den Rückhalt, den Adobe beziehungsweise die von Adobe übernommene Firma Macromedia in langen Jahren bei den "Webbies" gewonnen hat, anzuknacksen, dürfte Microsoft einige Zeit brauchen. Flash hat sich in letzter Zeit aber auch zu einem Tool entwickelt, mit dem bevorzugt Videoclips im Web präsentiert werden. Mit dem Erfolg von "Youtube" und Co. und den Plänen vieler Medien- und Unterhaltungskonzerne, ebenfalls verstärkt Videosites zu lancieren, hat sich hier eine neue lukrative Kundenschicht entwickelt, deren "Adobe-Treue" noch nicht so gefestigt sein dürfte. Und diese Kunden nimmt Microsoft nun als erstes aufs Korn.
Silverlight, so argumentiert Microsoft ihnen gegenüber unter anderem, basiert auf dem weit verbreiteten "WMV"-Format von Microsoft, so dass sehr viel bereits vorhandenes Videomaterial nicht erst konvertiert werden muss. Ausserdem werde der "Expression Media Encoder", der als Gratiszugabe zu "Expression Media" mitgeliefert werden wird und zur Umrechnung von Videos in anderen Formaten ins WMV-Format dient, Hardware-Beschleunigung unterstützen und damit wesentlich kürzere Konvertierungszeiten ermöglichen.
Während Microsofts Angriffsstrategie immer klarere Formen annimmt, versucht Adobe vorsorglich, Territorium auf dem Desktop zu erobern und damit den Rückhalt für Flash zu stärken. Einer der potentiellen Vorteile Microsofts dürfte es sein, dass "Silverlight"-Inhalte ohne grosse Umstände über die riesige installierte Basis des Windows Media Players auch offline abgespielt werden können. Genau das gleiche will Adobe nun aber auch mit dem "Adobe Media Player" für Flash-Videos zu ermöglichen. Adobe hat seinen Media Player heute an derselben Konferenz vorgestellt, an der Microsoft Silverlight präsentierte.
Adobes Media Player wird auf Windows-PCs und Macs laufen. Er soll in diesem Frühling als Betaversion erscheinen und noch vor Ende Jahr generell erhältlich werden. Eine Besonderheit des Adobe-Players soll die Möglichkeit für User werden, über RSS publizierte "Video-Podcasts" zu abonnieren und abzuspielen. Wie Microsofts WMV-Format werden herunterladbare Flash-Videos mit verschiedenen Kopierschutz-Mechanismen ausgerüstet sein. (Hans Jörg Maron)