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Theth ist das Herz der Albanischen Alpen: ein prächtiges Tal umgeben von den höchsten Gipfeln des Gebirges. Das kleine Dorf liegt abgeschiedenen zwischen den Bergen. Hohe Gipfel und Felswände umgeben den eindrücklichen Talkessel am Ende des Shalatals. Theth und seine Nationalpark sind Ziel der meisten Besucher. Der Ort eignet sich gut als Ausgangspunkt für kleinere und grössere Wanderungen und Besichtigungen.
Im Winter ist das Dorf eingeschneit und während Monaten nicht erreichbar. Nur wenige Familien leben das ganze Jahr dort, weshalb auch die Schule geschlossen ist. Im Sommer, besonders während den Ferien, kommen aber viele zurück, bebauen ihre Felder und bewirten Touristen.
Theth ist eine Streusiedlung mit weit auseinanderliegenden Häusern, die sich zu kleinen Siedlungen gruppieren. Das Zentrum (850 m) ist bei der Brücke, wo die Strasse endlich den Talboden erreicht. Hier befindet sich ein Café und etwas weiter entfernt die Schule und noch ein Stück südlicher die Kirche. Ein einfacher Fahrweg erschliesst die Häuser auf der östlichen Talseite und führt nach Norden zum Ortsteil »Okol« am oberen Ende von Theth. Die – unasphaltierte – Strasse bleibt auf der westlichen Talseite und führt weiter hinunter ins Shalatal.
Orte und Sehenswürdigkeiten in und um Theth
Die Wege zu den Sehenswürdigkeiten im Dorf sind ab Brücke gut ausgeschildert.
- Kirche – ein kleiner Bau, der Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Während des Kommunismus als Lager genutzt, wurde das Gotteshaus anfangs der 2000er Wiederhergerichtet und erhielt einen neuen Turm.
- Kulla von Nikoll Koçeku – Nicht weit von der Kirche entfernt liegt eine Kulla, ein alter Wehrturm, wo sich früher die von der Blutrache verfolgten eingeschlossen haben. Der Turm kann besichtigt werden.
- Mühle – Unterhalb vom Turm findet sich eine kleine Mühle. Die primitive Anlage in einem kleinen Holzschuppen, angetrieben von Wasser, das durch einem kleinen Kanal von der Shala zugeleitet wird, war noch bis vor wenigen Jahrzehnten in Betrieb.
- Museum – In einem alten Wohnturm, der Kulla von Lulash Boshi, ist eine kleine »ethnographische Ausstellung« untergebracht. Das stattliche Wohnhaus wurde auf einem Felsen südöstlich der Kirche errichtet.
- Grunas-Wasserfall – Ein gutes Stück weiter südlich liegt der grösste Wasserfall von Theth. Das Wasser entspringt einer Quelle in der Felswand und stürzt darauf rund 30 Meter in die Tiefe in ein grosses Becken. Der Aufstieg zum Wasserfall ist mit einer kleinen Wanderung über Stock und Stein verbunden.
- Grunas-Canyon – Von der südlichsten Brücke über die Shala bietet sich ein guter Einblick in die Schlucht von Grunas. Das Wasser hat hier einen Einschnitt gegraben, der nur ein paar Meter breit, aber sehr tief ist. Die Brücke liegt westlich vom Wasserfall und ist über die Fahrstrasse auf der Westseite des Tals gut erreichbar.
Wanderungen im Nationalpark
Die meisten Besucher kommen nach Theth wegen des Bergerlebnisses – also kürzere oder anstrengendere Wanderungen in der Umgebung unternehmen. Noch als Spaziergänge gehen der Besuch beim Wasserfall von Grunas oder der Quellen von Okol durch. Hinter Okol im hintersten Abschnitt des Shalatals lassen sich gut die steilen Felswände des Arapi und die Kehren des Wegs auf den Peja-Pass betrachten.
Mit deutscher Finanzierung und Schweizer Know-how wurden in den letzten Jahren zahlreiche Wanderwege rund um Theth und in den ganzen Alpen markiert. Somit fällt die Orientierung bei gutem Wetter auf den häufig begangenen Routen nicht mehr schwer. Theth ist Etappenpunkt des Fernwanderwegs »Peaks of the Balkans«. Die wichtigsten Touren ab Theth sind:
- Ndërlysa & Blaues Auge – Noch ein recht harmloser Ausflug führt zum »Blauen Auge« (»Syri i kaltër«). Dieses kleine Seelein ist beliebt, gerade weil es nur etwa eine Dreiviertelstunde von der Strasse entfernt ist. Etwas anstrengender wird es, wenn man den ganzen Weg zu Fuss macht.
Von Theth geht es am Grunas-Wasserfall und -Canyon vorbei auf der Fahrstrasse nach Süden bis Ndërlysa, einem kleinen Dorf, das eigentlich noch zu Theth gehört. Hier geht es in ein Seitental ab, das vom »Schwarzen Bach« durchflossen wird.
Gleich zu Beginn des Tals nach Ndërlysa zwängt sich der Bach durch die Felsen durch, wo er hübsche Felsen und Becken in den Stein gewaschen hat. Auf gutem Pfad gelangt man dann zum »Blauen Auge«, einem tiefblauen Topf.
- Valbona-Pass – Der Pass verbindet Theth mit Valbona im benachbarten Tal. Die Tour über den Pass ist ein Teil der beliebten Rundtour von Shkodra über den Koman-See und Valbona nach Theth und zurück nach Shkodra. Die Wanderung über den Valbona-Pass ist lang und anstregend, an wenigen Abschnitten stark ausgesetzt. Es bieten sich schöne Aussichten in die Bergwelt. Im kleinen Dorf Rragam auf der Ostseite des Passes gibt es wenige einfache Unterkünfte. Auf beiden Seiten des Passes bieten kleine Cafés im Sommer Erfrischungen an. Mehr Informationen unten unter »Rundtour Valbona–Theth«.
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Shtëgu i Dhënve – Der »Ziegen-Steg« (ca. 1900 m) ist der Übergang ins Tal von Boga – der historische Passweg nach Theth. Von Theth her vor allem im letzten Teil sehr steiler Aufstieg von über 900 Höhenmetern. Von der Westseite her ist der Pass weniger steil, dafür der Weg etwas länger. Vom Pass bietet sich eine gute Aussicht ins Shalatal. Auf der westlichen Seite liegt versteckt eine kleine Quelle ein Stück bergab.
- Peja-Pass – Diese Tour über den »Qafa e Pejës« (1710 m) ist wohl die anstrengendste und aufregendste. Der Peja-Pass ist der Zugang in die »Bjeshkët e Namuna« und meist nur der Einstieg für weitere, oft mehrtägige Ausflüge: ins Kelmend, auf die Jezerca, auf den Arapi oder durchs Runicatal nach Montenegro.
Der Aufstieg zum Pass ist extrem steil: Der Weg führt von Okol in vielen Kehren die steile Felswand am Ende des Tals hoch. Das Runicatal hinterm Pass ist extrem wasserarm – karges Hochland. Alle Touren über den Pass, besonders die mehrtägigen, brauchen gute Vorbereitung und beste Ausrüstung.
Nützlich
Allgemeine Hinweise
Diverse nützliche Reiseinformationen zur Region finden sich auch auf der Seite
Albanischen Alpen.
Buchtipps: Reiseliteratur
Der Wanderführer Nordalbanien (Thethi und Kelmend) ist ein unentbehrlicher Begleiter für alle, die das Bergland nordöstlich von Shkodra erkunden wollen. Das Buch beschreibt nebst Hochgebirgstouren auch Spaziergänge im Tal sowie die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und das Leben der nordalbanischen Gesellschaft. Leider ist der 2008 herausgegebene Wanderführer vergriffen, aber doch noch über diverse Händler erhätlich. Leider sind auch nicht mehr alle Angaben top aktuell, da sich in den letzten Jahren – mitunter dank diesem Buch – auch die Gebirgsregion touristisch entwickelt hat. Aber dies betrifft nur unwesentliche Aspekte wie das damals noch bescheidene Angebot an Unterkünften oder die zwischenzeitlich erfolgten Investitionen in den Strassenbau. Zusammen mit dem Buch wurde eine Wanderkarte im Massstab 1:50000 für die Abanischen Alpen produziert, sicherlich die beste für die Region.
Der Rother-Wanderführer Peaks of the Balkans aus dem Jahr 2016 ist nicht nur hilfreich für Wanderer auf dem Fernwanderweg, sondern bietet auch diverse andere Touren rund um Theth an inklusive Jezerca- und Arapi-Besteigungen (detaillierte Streckenbeschreibungen inklusive Koordinaten und Höhenprofile und ordentliche Karten). Damit ist er ein hilfreicher Begleiter für alle Berggänger, die in Theth und Region unterwegs sind finden viele hilfreiche Tipps und aktuelle Beschreibungen. Nur das Kartenmaterial ist etwas gar simpel, und der Sprachführer ist eher dürftig.
Verkehr
Die Strasse nach Theth über Koplik und Boga ist zwischenzeitlich bis zur Passhöhe der »Qafa e Thorës« (1685 m) asphaltiert. Auf der Ostseite ist die Strasse noch immer unausgebaut: Der Holperweg verlangt viel Geduld und vor allem reichlich Bodenfreiheit am Wagen. Der Pass ist meist von November bis Mai geschlossen – neben Schnee auf der Strasse drohnen Lawinen von den Hängen, auch wenn die Strasse vielleicht knapp befahrbar wäre.
Die »Südroute« durchs Kirtal ist nur für erfahrene Offroad-Fahrer mit guten 4×4-Fahrzeugen zu empfehlen.
Ab Shkodra fahren Minibusse (Furgon) nach Theth, meist frühmorgens. Hoteliers in Shkodra können Fahrten reservieren. Von Privat-Taxis ist abzuraten: Diese fahren meist entgegen anderer Beteuerungen nicht die ganze Strecke.
Essen & Schlafen
Erst seit dem Jahr 2005 hat sich in Theth der Tourismus entwickelt. Damals entstanden in Theth und Valbona die ersten Gästehäuser. Zwischenzeitlich ist man in Theth schon sehr gut auf Touristen eingerichtet. Vor fast jedem zweiten Haus stehen Schilder, die auf Gastbetten hinweisen, und auch ein paar kleine Hotels sind in der Zwischenzeit schon entstanden. Das Angebot wird in den nächsten Jahren mit Sicherheit weiter wachsen.
Die Gästehäuser verfügen meist über Mehrbettzimmer und einem zu teilenden Badezimmer. Das Abendessen wird in der Stube des Hauses eingenommen. Für Wanderungen werden gerne auch Essenspakete bereitgemacht. Die Unterkünfte sind einfach und die Privatssphäre beschränkt. Zumindest hat man die Möglichkeit, etwas Einblick in den Alltag der Menschen zu erlangen.
Bis jetzt gibt es keine Restaurants. Ein paar einfache Cafés stehen zur Verfügung, und zum Teil werden auch Kleinigkeiten zu essen angeboten. Die Speisen in den Gästehäusern sind stark vom lokalen Angebot geprägt: Lammfleisch, frisches Gemüse, Kartoffeln, Käse und Brot.
Falls sie noch existiert: Am Weg zwischen Theth-Zentrum und Okol findet sich nach rund anderthalb Kilometer ein kleines Schild »Bar«. Der Pfad führt über Zäune und eine wacklige Brücke zu einem Lokal auf der anderen Flussseite – eine künstlerisch gestaltete Bar, wo der Gast traditionell willkommen geheissen wird und jeder Tisch über einen kleinen Wasserbrunnen verfügt. Ein netter, kleiner Ausflug zu einer gastfreundlichen Gaststätte.
Einkaufen
Die Cafés bieten zum Teil ein paar Dinge des alltäglichen Bedarfs an, aber nur sehr wenig Lebensmittel. Vorräte sollten in Shkodra oder Bajram Curri eingekauft werden. Bei Bauern kann man vielleicht frisches Gemüse, Brot und Käse kaufen.
Ältere Frauen verkaufen gelegentlich selber hergestelltes Handwerk.