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13. Februar 2012
Die Entwicklung des Vega-Trägers wurde 2003 in Angriff genommen. Sieben Mitgliedstaaten - Belgien, Frankreich, Italien, die Niederlande, Spanien, Schweden und die Schweiz - haben Beiträge zu dem Programm geleistet.
"Dies ist ein stolzer Tag für Europa wie auch für die rund 1000 Menschen, die an der Entwicklung dieses weltweit modernsten und wettbewerbsfähigsten Trägersystems für Kleinsatelliten beteiligt gewesen sind", erfreut sich Antonio Fabrizi, ESA-Direktor für Raumfahrzeugträger.
"Innerhalb eines Entwicklungszeitraums von weniger als 10 Jahren hat die ESA gemeinsam mit der technischen Unterstützung der italienischen und der französischen Raumfahrtagentur sowie 40 vom Hauptauftragnehmer ELV SpA koordinierten Industrieunternehmen diese enorme Herausforderung in die Realität umsetzen können."
Alle drei Feststoffantriebsstufen der Vega liefen nach Plan. Die Oberstufe steuerte anschliessend auf 1450 km Höhe in eine kreisförmige, um 69,5° gegen den Äquator geneigte Umlaufbahn und entliess dort ihre wichtigste Nutzlast, den zur Erforschung von Relativitätsfragen mittels Laser gebauten Satelliten LARES. Dieser auf Basis einer Wolframlegierung gefertigte kugelförmige Satellit mit einem Durchmesser von 37,6 cm ist mit 92 Laser-Retroreflektoren bestückt. Die Spiegel ermöglichen hochpräzise Entfernungsmessungen zur Untersuchung des von Einsteins Relativitätstheorie vorhergesagten Thirring-Lense-Effekts.
Mit einem weiteren Manöver erreichte die Oberstufe daraufhin auf nur 350 km Höhe den niedrigsten Punkt einer elliptischen Umlaufbahn, um den Technologiemikrosatelliten ALMASat-1 und die sieben winzigen, von Hochschulen finanzierten Cubesat-Pikosatelliten auf ihren Umlaufbahnen auszusetzen.
Nach ausgeführtem Auftrag setzte die Oberstufe ihren restlichen Treibstoff frei und wurde abgeschaltet.
Um Risiken durch neuen Raumfahrtschrott einzudämmen, verbleibt die Vega-Oberstufe auf einer Umlaufbahn, von der aus sie in wenigen Jahre wieder in die Erdatmosphäre eintreten und dort verglühen wird, so dass nur kleinere Teil die Erdoberfläche erreichen können.
Auf dem Jungfernflug VV01 wurden grosse Mengen an Daten über die Leistung der Vega und das Umfeld, dem die Nutzlasten ausgesetzt waren, gesammelt.
Diese Daten werden in den kommenden Wochen ausführlich analysiert, um die volle Qualifikation des Vega-Startsystems bestätigen zu können, das anschliessend an Arianespace für die Vermarktung und den Betrieb übergeben wird.
Mit der ersten Vega-Stufe P80FW wurde die Funktionsfähigkeit neuer Technologien für grosse Feststofftriebwerke unter Flugbedingungen unter Beweis gestellt. Dieses grösste jemals eingesetzte monolithische Feststofftriebwerk besteht aus einer Verkleidung aus Verbundwerkstoffen, einer hochmodernen Düse und elektromechanischen Aktuatoren zur Steuerung - weltweit eine Premiere für ein Triebwerk dieser Grössenordnung.
Diese Technologien werden selbstverständlich auch bei künftigen Vega-Starts zum Einsatz kommen. Darüber hinaus werden sie jedoch auch für ESA-Studien über künftige Raumfahrzeugträger im Rahmen der Initiative für einen Träger der nächsten Generation zur Verfügung stehen.
Inangriffnahme der nächsten Phase
Der nächste Start ist für Anfang 2013 geplant, um den ESA-Fernerkundungssatelliten Proba-V und mehrere Passagiernutzlasten in den Orbit zu bringen.
Zu den weiteren im Rahmen des VERTA-Programms geplanten ESA-Missionen gehören ADM-Aeolus zur Überwachung von Windeigenschaften, LISA Pathfinder zur Demonstration von Technologien zur Aufspürung von Gravitationswellen sowie das vorläufige experimentelle Fahrzeug IXV zur Flugerprobung fortschrittlicher Wiedereintrittstechnologien.
Der erste kommerzielle Vertrag für die Vega wurde von der Betreibergesellschaft Arianespace bereits unterzeichnet, Verhandlungen über weitere Verträge sind im Gange.
Arianespace erhielt im Dezember 2011 ferner im offenen Ausschreibungsverfahren den Zuschlag für den Vertrag zum Start der Satelliten Sentinel-2B und Sentinel-3B mit einer Vega-Trägerrakete. Diese Missionen sind Teil des ESA-Programms für die Globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung (GMES).