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Wörter schweben im Rauch, schwimmen auf dem Wasser, klettern die Wände hinauf. Sie gehören zu Gedichten, die von Cora Coralina geschrieben wurden und derzeit in einer ganz besonderen Ausstellung zu sehen sind, einer Ausstellung, die die Poesie einer ungewöhnlichen Frau erlebbar macht.
Anna Lins dos Guimarães Peixoto Bretas, wie Cora Coralina eigentlich hieß, lebte keineswegs in den großen Zentren der Literatur, gehörte nicht zu berühmten Künstlerkreisen und hat an keiner Universität studiert. Sie war “doceira“, stellte in Heimarbeit Süßigkeiten, doces, her und sinnierte dabei über das Leben. Alles in ihrem Alltag verarbeitete sie zur Poesie.
Die ist derzeit im “Museu Casa de Cora Coralina“ in Goiás zu sehen und zu spüren, dem Haus, in dem sie die meiste Zeit ihres Lebens verbracht hat. Am Holzherd, an dem sie Stunden zugebracht hat, Marmeladen und andere Süßigkeiten zu kochen, werden nun Wörter projiziert, die einige ihrer Gedichte formen.
Im Keller fließt das Wasser in einem offenen Rohr und trägt ebenso Gedichte mit sich. In ihrem Zimmer ist es eine alte, mechanische Schreibmaschine, aus der die Poesie die Wände hoch zur Decke entschwebt.
Veranschaulicht hat das literarische Lebenswerk Cora Coralinas eine Gruppe von Forschern der Universität Goiás (UFG), die mit Hilfe der Technik die Poesie erfühlbar machen.
Cora Coralina wurde im August 1889 im brasilianischen Gioás geboren. Nur vier Jahre lang besuchte sie die Schule. Dennoch schrieb sie später für Lokalzeitungen und ihre eigenen Geschichten und Gedichte. Sie gab Bücher heraus und auch eine LP mit ihren Gedichten und sie gilt als eine der wichtigsten Schriftstellerinnen Brasiliens. Gestorben ist sie 1985.