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Der Dorfbach als Lebensnerv des Goldacher Gewerbes
Der Dorfbach fliesst heute über weite Strecken eingedolt durch unsere Gemeinde. Wir nehmen ihn im täglichen Leben kaum mehr wahr. Und trotzdem: Dieses meist zahme Gewässer war über lange Zeit der Lebensnerv des Goldacher Gewerbes.
Vier Mühlen, zwei Sägereien (eine Steinsägerei und eine Holzsägerei) sowie weitere Handwerksbetriebe nutzten das Wasser des Dorfbaches. Die grossen Wasserschwankungen wurden durch sieben künstliche Weiher ausgeglichen. Diese sorgten dafür, dass jederzeit genügend Wasser für den Antrieb der Wasserräder zur Verfügung stand.
Auf einer Exkursionskarte «Rorschach und Umgebung» vom 15. März 1939 sind noch immer sechs Weiher eingezeichnet. Die Originalkarte dürfte aber älteren Datums sein, da um 1935 nicht mehr alle Weiher vorhanden waren. Was ist von diesen geblieben?
Sicher allen bekannt sind die drei von Goldachern angelegten Schlossweiher (der grosse-, der kleine- und der untere Schlossweiher). Der Neumühle-, der Wuhr- sowie der untere Sägeweiher wurden zwischen 1935 und 1940 aufgehoben. Geblieben sind die Strassen- und Flurnamen wie Weierstrasse und Weiherhüsli (vis-a-vis Rosenackerschulhaus).
Suchen Sie aber nach weiteren Zeugnissen dieser vergangenen Epoche, so finden Sie noch einige. Erwähnen möchte ich die Wasserfassung des Hochstaudenbaches für den grossen Schlossweiher, die Fassung des Bättlerenbaches für die obere Schlossmühle und den Überlauf in den unteren Schlossweiher. An der Hauptstrasse 6, neben der Apotheke, sind Sie sicher auch schon über die grosse Blechklappe gestolpert und fragten sich nach dem Verwendungszweck dieses Bauwerkes. Darunter war nach der Eindeckung des Dorfbaches im Bereich der Hauptstrasse 1898 die Bachsperre für die Sägerei der Gebrüder Reichhart, die das Dorfbachwasser nach meinen Kenntnissen am längsten benützten.
Der Wasserfall beim Rosenackerschulhaus wurde übrigens auch künstlich erstellt. Diese Mauer hob die Sohle des Dorfbaches an, sodass bei der Dufourstrasse durch eine weitere Bachsperre das Wasser zum Sägeweiher umgeleitet werden konnte.
Geblieben sind noch weitere, teilweise kleine und unbedeutende Zeugnisse für die Wassernutzung des Dorfbaches, zum Beispiel der kleine Abgang für die Bewässerung des ehemaligen Pfarreigartens.
Tragen wir den letzten Resten dieser Epoche Sorge, insbesondere auch den drei Schlossweihern, auch wenn sie heute auf Unteregger Gemeindegebiet liegen!
Text: Heiri Bärlocher
Originalartikel im Wellenbrecher Nr. 70 vom Januar/Februar 2007, S.27
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