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Die ehemalige Hofsiedlung
Bettingen ist eine der beiden Landgemeinden des Kantons Basel-Stadt. Die Ortschaft liegt am westlichen Abhang des Dinkelbergs und breitet sich über eine Fläche von knapp 223 Hektar aus, wobei lediglich 37 Hektar als Bauzone ausgeschieden sind.
Höchster Punkt des Kantons
Auf Bettinger Gemeindegebiet befinden sich mit 522 Metern über Meer der höchste Punkt des Kantons und mit dem 250 Meter hohen Sendeturm eines der höchsten Bauwerke der Schweiz. Rund drei Fünftel der Grenzlinie Bettingens fallen mit der Landesgrenze zwischen der Schweiz und Deutschland (Grenzach-Wyhlen und Inzlingen) zusammen; das restliche Stück entspricht der Banngrenze zur Nachbargemeinde Riehen. Von der Chrischona-Anhöhe aus bietet sich bei klarem Wetter ein Blick über die Jurahöhen bis hin zu den Berner Hochalpen sowie in Richtung Vogesen.
Zwei sehr unterschiedliche Siedlungen
Auf dem Gemeindegebiet stehen zwei Siedlungen sehr unterschiedlichen Charakters. Zum einen ist aus einer alemannischen Hofsiedlung (u.a. weist die Endung «-ingen» auf die Herkunft hin) das eigentliche Dorf Bettingen entstanden, welches in einer Mulde zwischen den umliegenden Höhen liegt. Anderseits entwickelte sich auf der Chrischonahöhe rund um die Wallfahrtskirche eine beachtliche Häusergruppe. Sie geht auf die Gründung der Pilgermission im Jahr 1840 durch Christian Friedrich Spitteler zurück. Bereits 1356 wurde erstmals ein Gotteshaus auf der St. Chrischona erwähnt, das an der Stelle gebaut worden sein soll, wo der Legende nach der Leichnam der Heiligen Chrischona (Christina) begraben ist. 1925 wurde die Siedlung durch das Diakonissen-Mutterhaus und ein Pflegeheim erweitert. Etwas südlich davon baute die Bürgergemeinde Basel zwischen 1963 und 1965 zudem die Chrischona-Klinik.
1513 wird das Gebiet durch die Stadt Basel erworben
Der Dorfbann Bettingen wurde 1513 nach dem Tod von Hans Heinrich Truchsess von Wolhusen, dem der Bischof von Basel das Gebiet verpfändet hatte, durch die Stadt Basel erworben. Während Jahrhunderten war Bettingen ein von der Dreifelderwirtschaft und dem Rebbau lebendes Bauerndorf.
Von der Bauerngemeinde zum Pendlerwohnort
Früher war Bettingen mehr nach dem badischen Grenzach ausgerichtet. Die Beziehungen waren u.a. wegen des Kirchgangs intensiver als heute. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verdienten dann aber immer mehr Bewohnerinnen und Bewohner ihr Einkommen in den Betrieben der Basler Chemie und gleichzeitig wurde Bettingen als Wohnort mehr und mehr geschätzt. Diese Entwicklung äusserte sich in einem Bevölkerungsanstieg (von gut 200 Einwohnerinnen und Einwohnern um 1850 auf rund 500 um 1900). Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich Bettingen endgültig von der Bauerngemeinde zu einem Pendlerwohnort. In den 1950er-Jahren veranlasste die Wohnungsknappheit die Gemeindeverantwortlichen zu einer Wohnbauaktion. Eine Wohnbaugenossenschaft erstellte mehrere Wohnhäuser. Heute sind die knapp bemessenen Baulandreserven weitgehend ausgeschöpft, so dass sich das Siedlungsgebiet von Bettingen kaum mehr gross ausweiten wird.
Weiterführende Informationen
Zahlreiche statistische Aspekte zu den Wohnvierteln und Gemeinden in Form von Grafiken, Karten und Tabellen finden Sie auf der Einstiegsseite: