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Als Begriffserklärung findet man in der Wikipedia den Eintrag: „Unter Abfall beziehungsweise Müll (schweizerisch auch: Kehricht) versteht man Reste, die bei der Zubereitung oder der Herstellung von etwas entstehen (Überreste) im festen Zustand, was Flüssigkeiten und Gase in Behältern einschliesst.“
Eine andere Erklärung liefert Artikel 6 des Schweizerischen Umweltschutzgesetzes (USG): „Abfälle sind bewegliche Sachen, deren sich der Inhaber entledigt oder deren Entsorgung im öffentlichen Interesse geboten ist. Die Entsorgung der Abfälle umfasst ihre Verwertung oder Ablagerung sowie die Vorstufen Sammlung, Beförderung, Zwischenlagerung und Behandlung. Als Behandlung gilt jede physikalische, chemische oder biologische Veränderung der Abfälle.“
Im Bemühen, mit Abfall sachgemäss umzugehen, haben sich Branchen, Gewerbezweige und Fachgebiete entwickelt, die unter dem Begriff „Abfallwirtschaft“ zusammengefasst werden. Die Abfallbehandlung kann dabei in der stofflichen (also Recycling) oder energetischen (also Verbrennung zur Energiegewinnung) Verwertung der Abfälle bestehen.
Wenn beides nicht möglich ist, werden Abfälle auf Deponien gelagert, in der Regel zeitlich unbegrenzt, was über Jahrzehnte zu einem beachtlichen Platzbedarf führt.
In Abfällen stecken teilweise wertvolle Ressourcen: Materialien wie Metalle, Kunststoffe (z.B. PET) oder gar seltene Stoffe, bei denen auch aufwändige Rückgewinnungsverfahren durchaus gewinnbringend sind – sofern die rezyklierten Materialien zu attraktiven Preisen verkauft werden können.
Recycling beginnt mit möglichst sortenreiner Abfall-Sammlung und –Weitergabe – am Arbeitsplatz und daheim. Doch nicht zu vergessen: Recycling ist sinnvoll, aber nicht „gratis“, denn es ist fast immer mit Energie- und Materialverbrauch verbunden, d.h. mit ökologischer und finanzieller Belastung.
Um eine eindeutige Identifizierung der Abfälle zu ermöglichen, gibt es auf internationaler Ebene verschiedene Abfallkataloge, in denen jede Abfallart mit einer eigenen Nummer (Abfallschlüssel) versehen ist. Das Basler Übereinkommen regelt dabei die „Kontrolle der grenzüberschreitenden Verbringung gefährlicher Abfälle und ihrer Entsorgung“.
All diesen Betrachtungen gemeinsam ist, dass der Abfall als zwangsläufig vorhanden angesehen wird. Doch wie man es auch dreht, am Ende ist Abfall einfach nur
- Wertstoff am falschen Ort
- Geldverschwendung
Konzepte der Kreislaufwirtschaft sind in Diskussion und Ansätze zur Umsetzung bestehen.
Was tun?
Abhilfe schaffen können vorerst:
- ein beherrschter Herstellungsprozess, der möglichst wenig Nebenprodukte und Ausschuss verursacht: durch geringere Einsätze an Rohstoffen wird die Entstehung von Abfällen verhindert oder doch zumindest minimiert.
- eine Produktgestaltung, die Produkte hervorbringt, die an den Verwendungszweck angepasst sind, auch wenn sich dieser vielleicht mit der Zeit verändert. Es beginnt bei der Auswahl möglichst langlebiger Materialien, führt über die möglichst sortenreine Verwendung dieser Materialien und berücksichtigt auch Reparierbarkeit oder gar einen möglichen Ausbau (Upgrade oder Update), z.B. durch Austauschbarkeit von Komponenten.
Die globalen Märkte lassen die Phase der Entwicklung eines neuen Produktes immer wichtiger werden. Aufgrund des Konkurrenzdrucks steht häufig einzig eine immer kürzere Entwicklungszeit im Vordergrund, was dazu führen kann, dass unreife und preisgünstige Produkte schnell auf den Markt kommen, die nach kurzer Zeit bereits untauglich und viel zu schnell zu Abfall werden.
Um Abfälle nachhaltig zu vermeiden, braucht es wieder mehr Zeit bei der Planung eines neuen Produktes. Fester Bestandteil muss dabei die Betrachtung und Optimierung des Ressourceneinsatzes über den ganzen Produkt-Lebenszyklus sein.
Seit Jahrzehnten gilt bei uns der Grundsatz „Vermeidung vor Verwertung vor Beseitigung“ – trotzdem gehört die Schweiz zu den Ländern mit dem höchsten Abfallaufkommen pro Kopf der Bevölkerung. Da ist es ein schwacher Trost, dass wir weltweit zu den besten Recyclern gehören. Besser wäre es, unsere tägliche und jährliche Abfallmenge und damit unseren ökologischen Fussabdruck zu reduzieren. Dabei würden wir nicht spürbar an Komfort oder Wohlstand einbüssen, aber die Natur und damit wir selber könnten an Qualität gewinnen.
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