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Es ist ausgesprochen wohltuend, sich mit Blamagen anderer Leute zu befassen. Wenn etwas mit Pauken und Trompeten in die Binsen geht, gibt es für die Nicht-Betroffenen meistens etwas zu lachen.
Da gab es zum Beispiel in Schottland drei Bankräuber, die beim Verlassen der Bank in der Drehtür stecken blieben und gerettet werden mussten. Ein Autodieb in Wien versuchte einen gestohlenen Wagen zu verkaufen – und merkte nicht, dass sein Kunde der ursprüngliche Besitzer des Autos war. In eine ähnliche Kategorie fällt der sowjetische Spion, der bei einem Einbruch in einen NATO-Stützpunkt seinen Arbeitskoffer am Tatort stehen liess. Ein Schlangenmensch in New York mutete sich zuviel zu und musste schliesslich im Krankenhaus von Ärzten entknotet werden. Seine Niederlage gar nicht mitbekommen haben dürfte jener Boxer, der nach nur 10,5 Sekunden K. O. war – wobei die Zeit, die der Ringrichter zum Zählen brauchte, in den 10,5 Sekunden bereits inbegriffen war. Ein lebensmüder Mann wählte eine eigentlich todsichere Methode für den Suizid; er sprang aus dem 86. Stockwerk des Empire State Building. Allerdings hat er nicht mit dem heftigen Windstoss gerechnet, der ihn im 85. Stockwerk auf einen Fenstersims beförderte. Als hoffnungsloser Fall erwies sich eine Engländerin, die nach 19 Jahren, 273 Fahrstunden und sieben gescheiterten Prüfungs-Versuchen das Autofahren endgültig aufgab. 1897 wurde im amerikanischen Bundesstaat Indiana der Wert von π (pi) gesetzlich auf 4 festgesetzt. Bequem zum Rechnen zwar, aber sehr ungenau.
Uwe Gruhle hat Das neue Lexikon der Niederlagen herausgegeben. Auch berühmte Misserfolge werden erwähnt, etwa der Reinfall mit den angeblichen Hitler-Tagebüchern oder die Weltuntergangs-Prophezeiung von 1910 (Vorbeiflug des Halleyschen Kometen).