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Wie der Name Winterblüte schon erahnen lässt, ist der Sommer nicht der Höhepunkt dieses Ziergehölzes. Die Winterblüte hat ihren grossen Auftritt in den kältesten Monaten des Jahres. Dann beginnt der attraktive und auffällige Strauch zu blühen. Gelbe Blütensterne verströmen von Januar bis März auf dem Dachgarten, dem Balkon, der Terrasse oder im hauseigenen Garten einen intensiven fruchtigen Duft.
Die goldene Blütenpracht und der wohlriechende Duft sind in der kahlen und farblosen Winterzeit ein Aufsteller und Hingucker schlechthin.
Die Winterblüte (Chimonanthus praecox) ist eine von 6 Arten der Gattung Chimonanthus. Sie gehört zur Familie der Gewürzstrauchgewächse (Calycanthaceae).
Der wissenschaftliche Name Chimonanthus stammt von den beiden griechischen Worten cheimon (Winter) und anthos (Blume). Die Artenbezeichnung praecox weist auf das frühe Blühen vor dem Blattaustrieb hin.
Der Zierstrauch ist in China beheimatet und bildet dort bis zu 4 m hohe Sträucher. Darum wird er teilweise als Chinesische Winterblüte bezeichnet. Die Pflanze wächst vorwiegend in den Gebirgswäldern von Ostchina bis in eine Höhe von 300 m. Im Jahre 1766 wurde die Winterblüte (Chimonanthus praecox) nach Europa eingeführt.
Das sommergrüne, langsam wachsende Gehölz ist ein etwas sparrig verzweigter, aufrechter Strauch. In unseren Breitengraden erreicht er eine Wuchshöhe von 3 bis 4 m.
Die schlichten, lanzettlichen und glänzend grünen Blätter sind 7 bis 15 cm lang. Im Herbst haften die Blätter lange am Strauch und nehmen eine sanfte, gelbgrüne Färbung an.
Interessant geformte Einzelblüten von bis 2.5 cm Breite erscheinen vor Blattaustrieb am zweijährigen Holz von Januar bis März. Die zarten, glockigen und wohlduftenden Blüten sind von gelber Farbe mit einer purpurfarbenen Mitte. Ihr sehr intensiver Duft erinnert an Hyazinthen.
Die wärmeliebende und stadtfeste Winterblüte bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen, geschützten Standort auf frischem, nährstoffreichem und gut durchlässigem Gartenboden. In der Jugend sollte dieser attraktive Strauch über den Winter etwas geschützt werden.
Das sommergrüne Gehölz ist mit seinen interessanten Blüten eine Bereicherung für gemischte Blütenhecken. In Einzelstellung oder in Gruppen gepflanzt ist die Winterblüte vielseitig verwendbar. Durch seine Wuchsform ist das schöne und attraktive Blütengehölz gut geeignet auch für Gärten mit kleineren Platzverhältnissen, wo es ein wahres Bijou ist.
Es ist möglich, die Winterblüte auch als Spalier an einer Südwestwand zu erziehen.
In einem schönen Gefäss gepflanzt kann das Gehölz den Balkon oder die Terrasse schmücken und in voller Blütenpracht die Blicke auf sich lenken.
Zweige der Winterblüte sind auch ein kostbarer Vasenschmuck während der blütenarmen Zeit. Stellt man Zweige mit noch geschlossenen Blüten in eine Vase, so öffnen sich innerhalb weniger Tage die Knospen. Die kahlen Zweige verschwinden plötzlich unter einer Flut von rötlichbraunen Knospen und Kronen aus gelben Blütenblättern. In Japan werden Zweige der Winterblüte für die Neujahrsfeiern im Januar in Vasen gestellt, da sie dort als Glückssymbol gelten. Blüten können auch einfach einem Duftpotpourri hinzugefügt werden.
Die traditionelle chinesische Medizin macht sich den Blütenduft des Zierstrauches zunutze und verabreicht Blüten und Knospen als Mittel gegen Depressionen und Verstimmungen. Tee, der mit Blüten der Winterblüte parfümiert ist, soll Wohlbefinden verbreiten.
Der Zierstrauch benötigt keine besondere Pflege. Am richtigen Standort gepflanzt, entwickelt sich der Strauch problemlos. Ein Rückschnitt ist nicht nötig, aber bei Bedarf möglich.
Einmal eingewachsen hat das winterharte Gehölz einen geringen Wasserbedarf, so dass auch in wärmeren Jahreszeiten der natürliche Niederschlag ausreicht. Jedoch sollten Winterblüten, welche in Gefässen gehalten werden, regelmässig mit Wasser gegossen werden.
Ein halb erfrorenes, hungriges Rotkehlchen wollte sich vor seinem Weiterflug in wärmere Gebiete auf einem starken Ast ausruhen. Jedoch waren die meisten Bäume von ablehnender Haltung und weigerten sich, dem armen Vogel eine verdiente Ruhepause zu gönnen. Nur die Winterblüte, ein Gehölz, das mit ein paar übriggebliebenen, vertrockneten Blättern bestückt war, rief das Rotkehlchen zu sich und versuchte, es mit seinem dünnen Laubkleid zu schützen und zu wärmen. Gott wollte diese Pflanze für seine Hilfsbereitschaft belohnen und liess einen Regen von glänzenden und duftenden Sternen auf seine Zweige herniedergehen. Und dieses Wunder wiederholt sich jedes Jahr von neuem.
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