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Gezeigt werden in der Ausstellung “Sardinien – Land der Türme” rund 800 Objekte aus Bronze, Keramik und Stein. Diese werden zum grössten Teil in Museen auf Sardinien aufbewahrt und stammen aus wenig bekannten Grabungen, wie die Universität Zürich (UZH) am Freitag mitteilte.
Der Themenbereich “Stein” erklärt die monumentale und komplexe Architektur der “Protonuraghen” und “Tholosnuraghen”. Letztere bestehen in ihrer einfachsten Form aus einem kegelstumpfförmigen Turm. Davon gibt es auf Sardinien noch rund 6500. Weniger häufig sind die “Protonuraghen” mit ihren elliptischen, dreieckigen, trapezförmigen oder polygonalen Grundrissen.
Nuraghen wurden über viele Jahrhunderte hinweg für unterschiedliche Zwecke genutzt und immer wieder neuen Bedürfnissen angepasst. Zentral waren sie als Wehr- und Wohnanlagen. Beispielhaft dafür war die Nuraghe “su Mulino” in Villanovafranca. In der frühen Mittelbronzezeit wurde sie als einfache “Protonuraghe” gebaut und ein Jahrhundert später zu einer mächtigen, zweigeschossigen Bastion ausgebaut.
Vom 10. bis 9. Jahrhundert v. Chr. wurde die Wehranlage zugunsten einer ausgedehnten Wohnsiedlung aufgegeben, die sich wiederum der Lebensart einer sich neu herausbildenden aristokratischen Elite anpasste. Im Hof entstand ein Rundbau für Versammlungen, im Erdgeschoss wurden rituelle Herdstellen errichtet.
In der Ausstellung können die Besucher die sardische Landschaft mit den zahlreichen Nuraghen auch eigenhändig archäologisch erforschen. Anhand einer interaktiven 3D-Präsentation gelangen sie zu neuen Funden aus dem 8. Jahrhundert v. Chr. sowie zu überlebensgrossen Kalkstein-Statuen von Bogenschützen, Kriegern und Boxern.
Objekte wie Tierstatuetten oder Bronzeschiffchen zeigen zudem die hochstehende Bronzekunst der Nuragher. Als eines der bemerkenswertesten Ausstellungsobjekte bezeichnet die Uni Zürich die Bronzestatuette eines behelmten Kriegers.
Um die Mitte des 18. Jahrhunderts auf Sardinien gefunden, gilt sie als eines der besten Werke der nuraghischen Bronzekunst der frühen Eisenzeit. Die Statuette zeichne sich sowohl durch ihre Grösse wie ihre Qualität und ihren ausgezeichneten Erhaltungszustand aus, heisst es in der Mitteilung.
Eine der häufigsten Techniken des nuraghischen Metallhandwerks war das Giessen mit Gussformen, die aus Speckstein, Kalkstein oder Schiefer bestanden. Auf diese Weise stellten die Nuragher Doppeläxte, Meissel, Dolche oder Schwerter her.
Letztere wurden auch als Weihgaben verwendet. Die für den Kampf ungeeigneten Weihschwerter wurden mit der Spitze nach oben auf den Opfertischen fixiert oder an Tempelmauern angebracht.
(SDA)