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Was wünschte sich das MKB?
Im Projekt «Who is Who in der Sammlung des MKB» machen wir uns auf die Spuren von Personen, die dem Museum Objekte verkauft, vermacht oder geschenkt haben – manchmal aufgrund von Wunschlisten.
Auch das MKB hatte früher konkrete Wunschlisten – allerdings nicht nur an Weihnachten und hauptsächlich für Sammlungsobjekte oder Bücher. Die Wunschlisten wurden an Bekannte, Freunde und Auftragssammelnde gegeben.
Vor allem der ehemalige Direktor Alfred Bühler verfasste in den 1950er-Jahren fleissig Wunschlisten. Sie verraten uns, was er sich wünschte und welche Objekte er gezielt für das Museum suchte.
Schauen wir also ins Archiv: Was wünschte sich unser Museum früher? Und gingen alle Wünsche in Erfüllung?
Wunschliste für Indien und Himalaya-Länder
Im Frühling 1950 verschickte Alfred Bühler eine Wunschliste an Roland Christen, damaliger Mitarbeiter der Geigy A.-G. in Bombay. Die Wunschliste für Indien und die Himalaya-Länder enthalte die für das Museum «wichtigsten Gegenstände», wobei man auch für jedes andere Objekt sehr dankbar sei, schrieb Bühler.
Und was stand drauf? Man wünschte sich Textilien aller Art, Rohmaterialien, Werkzeuge und alles was zur Herstellung der Textilien gebraucht werde. Aber auch weitere Objekte, vor allem «alltägliche Gerätschaften und Werkzeuge» seien willkommen, schrieb Bühler.
Kurz darauf schenkte Roland Christen dem MKB rund 50 Objekte. Darunter befinden sich Körbe, Fächer, Musikinstrumente, Schmuck, Löffel aber auch Textilien und Gewebefragmente.
Wunschliste für Bücher und Zeitschriften
Alfred Bühler war auch bedacht, Bücher und Zeitschriften für die Bibliothek zu organisieren. Dazu stand er im Austausch mit vielen Instituten und Bibliotheken weltweit. 1952 schickte Bühler beispielsweise eine Wunschliste an Ralph C. Altman in Los Angeles, der ein Antiquariat betrieb. Er wünschte sich den Katalog «Introduction to American Indian Art» und das Buch «Art of the Northwest Coast Indians». «Selbstverständlich werde ich mich in erster Linie bemühen, Ihrem Wunschzettel Rechnung zu tragen», schrieb Altmann an Bühler zurück. Die beiden Bücher fanden ihren Weg dann tatsächlich zu uns in die Bibliothek.
Und was bot das MKB als Gegenleistung an? «Leider können wir Ihnen kaum wesentliche Ethnographica zum Tausch anbieten», schrieb Bühler an Altmann und fügte eine Auflistung von Gegenständen auf, die das MKB abgeben könnte. Altmann erwiderte, dass die Liste tatsächlich nicht so «aufregend» sei, interessierte sich dafür für zahlreiche Eigenpublikationen des MKB. Wunschlisten waren also auch wesentliche Bestandteile von Tauschgeschäften.
Wunschliste für Afghanistan
Im Juni 1955 wünschte sich das Museum Stoffe mit Reservemusterungen aus Afghanistan. Insbesondere die Herstellung solcher Stoffe und die Herkunftsorte, Arbeitsvorgänge und Verwendungsarten interessierten das MKB. Alfred Bühler gab die Wunschliste Herman Heberlein, Direktor der Basler Transport-Versicherungsgesellschaft.
Dieser reichte sie weiter an einen Bekannten, einen Herr Keller. Da wir zwischen 1955 und 1960 keine Textilien aus Afghanistan in unsere Sammlung aufgenommen haben, gehen wir davon aus, dass diese Wunschliste unerfüllt blieb.