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Schon in der Steinzeit siedeln Menschen im Üchtland.Entsprechende Funde sind z.B. in der Sonnhalde in Thörishaus gemacht worden. Auch Bronzezeitlichen Funden wurden gemacht.Ca.2.-1.Jh. v.Chr.
Der keltische Stamm der Helvetier gibt dem Üchtland seinen Namen. Zahlreiche Grabhügel im Üchtland zeugen noch heute von ihnen. Das grösste Opidium im Üchtland war sicher Brenodurum auf der Engehalbinsel bei BernCa.58 v.Chr.
Das Üchtland wird von den Helvetier verlassen. Wahrscheinlich um vor den Germanen, die immer wieder ins Stammesgebiet einfallen, zu flüchten. Der ganze Stamm wandert Richtung Westen aus. Die Helvetier werden bei Bibracte von den Römern aber vernichtend geschlagen. Die wenigen Überlebenden werden noch im gleichen Jahr zurück geschickt. Um wiederum als Puffer zwischen Germanen und Römern zu dienen. So wird auch das Üchtland wieder besiedelt.58v.Chr-13n.Chr
Schrittweise wird das ganze Gebiet der Schweiz ins Römische Reich integriert und das Üchtland der Provinz Germania superior zugeschlagen.Mit der Zeit gehen die Helvetier in der römisch-gallischen Bevölkerung auf.1.Jh.-2.Jh.n.Chr.
Das Üchtland wird von den Römern nicht flächendeckend besiedelt. Aber es entstehen doch viele römische Gutsbetriebe. Die ehemalige Keltensiedlung Brenodurum auf der Engehalbinsel wird zu einem römischen Zentrum.Ca. 260 n. Chr.
zogen erstmals Alemannen durchs Üchtland. Es gelang den Alemannen die römischen Grenzbefestigungen an Rhein und Main zu überwinden und tief in den Südwesten vorzudringen. Dabei wurden auch Siedlungen und Höfe im Üchtland zerstört und die örtliche Bevölkerung vertrieben. Obwohl die Alemannen erste Befestigungen an Sense und Saane bauten um sich vor den Römern zu schützen drängten diese die Alemannen bald einmal wieder zurück über den Rhein. Da sich aber die Römer auf die Verteidigung der Grenzen an Rhein und Main konzentrierten wurde nur entlang ihrer Hauptverkehrsstrassen am Jurasüdfuss die Infrastruktur wiederaufgebaut. Das Üchtland blieb eine fast menschenleere Gegend. In den folgenden 150 Jahren verschwanden die Besiedelung und der Einfluss der Römer allmählich ganz zurück. Für neue Siedler war es lange Zeit einfach zu unattraktiv so weit weg von der römischen Unterstützung. Die Häuser und Felder der gallo-römischen Bevölkerung waren verwaist und wurden vom Wald zurückerobert. Noch heute findet man dessen Spuren in den Wäldern des Üchtlandes in Form von Grabhügeln, römischen Strassen und Mauerresten.Um 443 n.Chr.
siedelte sich, auf Befehl des römischen Feldherrn Aetius, die Reste des besiegten Burgundervolkes in der Westschweiz an. Sie sollten als Puffer dienen zwischen den von Norden herdrängenden Alemannen und den Resten des serbelnden römischen Reiches im Südwesten.Ca.500-800 n.Chr.
Das Frankenreich entsteht. Auch das Üchtland kommt unter fränkischer Herrschaft. Der Einfluss der fränkischen Könige auf das Üchtland bleibt aber klein. Allmählich siedeln sich Burgunder im verwaisten Üchtland an. Die Alemannen siedelten bis zur Aare. Ob und in welchem Umfang sie auch über die Aare ins Üchtland kamen und zusammen mit den Burgundern dort lebten ist bis jetzt unbekannt. Es scheint aber, dass der alemannische Einfluss im Üchtland recht gross war. So scheinen die Sprache und die Rechtssprechung alemannisch gewesen zu sein. Auch blieb der Einfluss des aufkommenden Christentums und dessen machthungriger Kirche klein. Kirchen und Klöster kamen erst spät ins Üchtland.Ab 919 n.Chr.
Ganz klar ist, dass das Üchtland bis dahin von den Alemannen-Herzogen regiert wurde. Das änderte sich erst nach der Heirat des Burgunder-Königs Rudolf II mit der Tochter des Alemannen-Herzogs Burkhard, der berühmten Königin Bertha. Diese brachte in ihrer Mitgift auch das Üchtland und der Oberaargau mit in die Ehe. Das Üchtland wird ins Kleinburgund integriert. Burgunder und Alemannen verbünden sich nun im Üchtland. Das Christentum hält endgültig Einzug. Kirchen und Klöster entstehen nun auch im Üchtland.Ab 1080 n.Chr.
Mit der Ankunft des Herzogs von Zähringen im Üchtland erfolgt die zweite Welle des alemannischen Einflusses auf das Üchtland. In ihrem Gefolge waren ihnen über 180 Ritterfamilien aus ihrer schwäbischen Heimat ins Üchtland gefolgt. Die Landeinnahme durch diese war massiv. Die Burgunder wurden weiter in den Westen gedrängt. Ganz ohne Wiederstand liessen sie sich das aber nicht gefallen. Es gab zahlreiche Grenzstreitigkeiten. Die Zähringer liessen an ihren Gebietsgrenzen zahlreiche Burgen bauen und durch ihre Ritterfamilien besetzten. So entstanden an den Flüssen Sense, Saane und Aare dutzende von kleinen und grossen Festungen. Zuerst wurden in aller Eile Holzburgen errichtet und erst später einige davon in Stein verstärkt. So ist das Üchtland das Gebiet mit der grössten Burgendichte geworden! Einige Burgen bestanden nur sehr kurze Zeit, andere wurden über Jahrhunderte betrieben und immer weiter ausgebaut. Ganz wenige davon stehen heute noch.Ab 1157 n.Chr.
Im Üchtland gründen die Zähringer die Städte Freiburg und um 1191 Bern. Auch Murten wird von ihnen wieder aufgebaut welches hundert Jahre zuvor bei Grenzstreitigkeiten zwischen Burgundern und den deutschen Königen zerstört wurde.Ab 1218 n.Chr.
Die Stadt Bern wird, nach dem Aussterben der Zähringer, reichsfrei und beginnt immer mächtiger und reicher zu werden. Die meisten Burgen der Zähringer verschwanden wieder. Einige davon werden weiter von Adeligen bewohnt und ausgebaut. Bern kauft zur Sicherung ihrer Grenze im Westen die Burgen Laupen und Grasburg und setzt Landvogte ein. Die Grenz-streitigkeiten im Üchtland gehen weiter. Anstelle der Burgunder gehört das Gebiet im Westen nun den Savoyern welches auch die Stadt Freiburg besitzen. Das Üchtland ist nun endgültig in einen Berner- und einen Freiburgerteil zweigeteilt.1339
Der Laupenkrieg Elf Tage lang belagerte ein Herr des Burgundischen Landadels und der Stadt Freiburg die Stadt Laupen. Freiburg und der Burgundische Landadel probiert sich gegen die Expansion Berns nach Westen zu wehren. Bern verteidigte Laupen mit 600 Mann erfolgreich und stellte in der Zwischenzeit selber ein Heer zusammen. Am 21. Juni 1339 kam es auf dem Bramberg zur offenen Feldschlacht. Zusammen mit ihren Verbündeten aus Uri, Schwyz, Unterwalden und aus dem Simmental gewannen die Berner die Schlacht. Als Erkennungszeichen untereinander trugen sie erstmals ein weisses Kreuz! Das Denkmal auf dem Bramberg erinnert daran. Bern sichert sich so seinen Landgewinn und wird noch mächtiger.Ab 1388 n.Chr.
Das aufstrebende Bern annektiert nach dem Laupenkrieg immer mehr Gebiete westlich der Aare. Viele der vertriebenen Landgrafen werden aber Bürger zu Bern. Das neue Staatsgebiet wird in zwei Landgerichte, Seftigen im Süden und Sternenberg im Üchtland aufgeteilt. Die Tagungsorte des Landgerichts Sternenberg waren in Gasel und auf dem Landstuhl bei Neuenegg. Noch heute zeigt das Wappen der Gemeinde Neuenegg den goldenen Stern auf Dreiberg des Landgerichts Sternenberg!Bis 1798
Die wachsende Städte Freiburg und Bern bescheren dem Üchtland einen Aufschwung. Die Zolleinnahmen an den Grenzübergängen an der Sense und Saane sind für beide Städte enorm wichtig. Die Orte Thörishaus, Neuenegg, die Städte Laupen und Gümmenen, die an den neuen Strassen zwischen den beiden Städten liegen, profitieren stark davon. Doch waren die Einnahmen sehr wechselnd. Später, als der Hauptverkehr zwischen Freiburg und Bern sich nach Neuenegg verlegte verarmte Laupen fast gänzlich!5. März 1798
An diesem Frühlingstag ging die Feudalherrschaft der alten Eidgenossen zu Ende. Vier Schlachten zwischen den französischen Truppen Napoleons und Berns Truppen besiegeln Berns Niederlage und ihrer Eidgenossen. Zwar gewinnen die Berner die Schlacht bei Neuenegg und können dort die Franzosen wieder über die Sense zurück drängen, aber im Grauholz auf der anderen Seite der Stadt verliert Bern die entscheidende Schlacht. Bern kapituliert noch am gleichen Tag. In Neuenegg erinnert ein Denkmal an diese Schlacht. Unweit davon liegen noch heute hundert gefallenen Berner auf einem kleinen Friedhof.1798-1803
Die Helvetische Republik brachte auch dem Üchtland stürmische Zeiten. Man war von Frankreich abhängig und französische Soldaten plünderte die Bevölkerung im Üchtland immer wieder. Vier Staatsstreiche und fast ebenso viele Verfassungs-Entwürfe für eine neue Schweiz brachten der Bevölkerung im Üchtland auch keine Ruhe.
Das änderte sich auch nicht gross während der Mediationszeit. Man war immer noch abhängig von den Franzosen und den Berner Patrizier. Die Freiheit des Volkes war noch nicht in Sicht1813-1830
Dies wurde während der Restauration noch schlimmer als die konservativen Kräfte versuchten ihre alte Macht und Privilegien wieder zu festigen.1831-1847
Dies änderte sich während der Regenerationszeit als liberale Gedanken wieder die Oberhand gewannen und die Schweiz Richtung Demokratie hin führen wollten. Das ging aber nicht reibungslos von statten. Viele konservative Kantone wehrten sich vehement. Das gipfelte am Ende der Regenarationszeit im Sonderbundskrieg.1847
Der Sonderbundskrieg brachte wiederum Krieg in das Üchtland. Bern gehörte dem liberalen Bündnis an, während Freiburg im konservativen Lager war. Wieder flogen Kanonenkugeln über die Sense bei Neuenegg. Mal von den Berner, mal von den Freiburgern. Darunter leiden musste wiederum die Bevölkerung vom Üchtland. Diese wurden von herum ziehenden Truppen immer wieder tyrannisiert. Glücklicherweise war das der letzte Krieg den das Üchtland Bis zum heutigen Tag ertragen musste!1848
Dank dem Sieg der Liberalen im Sonderbundkrieg kam die Schweiz zu ihre Bundesverfassung, welche, in ihren Grundzügen, bis zum heutigen Tag besteht. Die Kantonsgrenzen im Üchtland blieben dabei fast unberührt. Als grosse Änderung war, dass Schwarzenburg nun definitiv zu Bern kam. Dafür musste Bern Murten an Freiburg abtreten.Ab 1850
Beide Kantone waren nun in der neuen Schweizer Eidgenossenschaft vereint. Das hiess aber auch, dass die Zölle an den Kantonsgrenzen an Sense und Saane wegfielen. Die Grenzstädte Laupen und Gümmenen verloren massiv an Bedeutung, die Stadtmauern verschwanden und sie schrumpften wieder zu kleinen Bauerndörfer. Es wurde still im Üchtland. Erst eine sanfte Industrialisierung im 20.Jahrundert brachte die Dörfer im Üchtland wieder zum Wachsen und gab dem Üchtland sein heutiges Gesicht.
erstellt im Januar 2012