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Das Mittelalter war eine harte Zeit für Frauen. Sie galten als den Männern unterlegen, und nur sehr wenige waren gebildet. Die Klöster boten ihnen Möglichkeiten, die ihnen sonst vielleicht verwehrt geblieben wären: Zugang zu Schulbildung, Sozialhilfe und die Chance, sich von den engen Zwängen ihrer Familien zu lösen.Dieser Inhalt wurde am 13. August 2020 - 15:00 publiziert
Wie kirchliche Frauen im Mittelalter lebten und welche Möglichkeiten sich ihnen boten, zeigt jetzt eine Ausstellung im Schweizerischen LandesmuseumExterner Link in Zürich. Sie beleuchtet die wichtige Stellung der Nonnenklöster in Bildungsfragen, deren Verbindungen zur Politik und den Einfluss, den einige dieser Frauen auf die Theologie hatten.
Viele Nonnen zeichneten sich als Illustratorinnen, Tapisseristinnen, Musikerinnen, Gärtnerinnen und Köchinnen aus. Einige schrieben Tagebücher und Texte, die bis heute überlebten. Sie geben interessante Einblicke in die Art und Weise, wie sie lebten und dachten.
Das höchste Amt war jenes der Äbtissin, Priorin oder Meisterin. Die Führung eines Klosters war anspruchsvoll, verlangte diplomatisches Geschick und eine hohe Bildung. Religiöse Zentren hatten oft enge Verbindungen zu Politik und Wirtschaft und prägten das weltliche Geschehen mit.
Ebenfalls erwähnenswert ist die imposante Stellung der Fürstäbtissin der Fraumünster-Abtei in Zürich. Im 13. Jahrhundert war sie Stadtherrin, ernannte Bürgermeister und Richter und hatte das Sitz- und Stimmrecht im Reichstag der Fürstenversammlung des Heiligen Römischen Reichs.