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Ich trete an:
Isabelle Chassot, bisher, CVP
Was halten Sie von der Idee der SVP, den Staatsrat mittels Proporzwahl zu bestimmen?
Ich habe mich dieser Idee immer widersetzt. In eine Regierung sollten Leute gewählt werden, die zusammenarbeiten können. Bei einer Proporzwahl ist es die Partei, welche die Regierungszusammensetzung bestimmt. Ich möchte dies dem Volk überlassen.
Welcher Staatsratsentscheid der letzten Legislatur war ein Fehler?
Es ist nicht an den Mitgliedern des Staatsrats, dies zu beurteilen, sondern am Grossen Rat und am Volk. Als Mitglied des Gremiums trage ich alle Entscheide mit.
Soll der Kanton die Stadt Freiburg finanziell unterstützen, damit sie offiziell zweisprachig wird?
Die Stadt ist mit ihrer bedeutenden deutschsprachigen Minderheit zweisprachig. Die Gemeinde sollte deren Rechte erfüllen. Dies sollte nicht an der finanziellen Frage scheitern. Zweisprachigkeit betrifft vor allem Schulen, Justiz und Verwaltung. Die städtischen Schulen werden in Französisch und Deutsch geführt, und vor Gericht kann man seine Sprache wählen. Ebenso kann man sich in Deutsch an die Verwaltung wenden. Offen ist die Frage, in welcher Sprache die Antwort verfasst sein muss.
Sind Sie für den Windpark Schwyberg und das Kleinwasserkraftwerk in der Sense?
Eine schwierige Frage. Im Spiel sind unsere Verantwortung, aus der Atomenergie auszusteigen, und der Naturschutz. Den Windpark kann ich befürworten; mit dem Kleinwasserkraftwerk habe ich mehr Mühe. Mir scheint, das Verhältnis zwischen Energieertrag und dem Schaden an der Landschaft, stimmt nicht.
Bald gibt es im Kanton Freiburg 300000 Einwohner – ist das ein Grund zur Freude oder zur Sorge?
Das ist eine Herausforderung, die zwei Seiten hat. Wir können uns freuen, dass wir einen attraktiven, lebendigen Kanton haben, der Leute anzieht. Das Risiko ist die Entwicklung, die wir beherrschen müssen. Wir brauchen mehr Infrastruktur und müssen die neuen Einwohner integrieren.
Der Kanton hat ein Vermögen von 817 Millionen Franken. Wenn Sie darüber verfügen könnten: Welches Projekt würden Sie umsetzen?
Ich bin realistisch und weiss, dass 60 Prozent des Betrages bereits vergeben sind. Wenn ich aber darüber verfügen könnte, würde ich mehr Mittel für unsere Schulen verwenden – beispielsweise kleinere Klassen machen. Und Projekte für Senioren und für die Gesundheit umsetzen.njb/Bild aw/a
Bis zu denStaatsratswahlen befragen die FN alle Kandidatinnen und Kandidaten. www.freiburger-nachrichten.ch