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Welche Supermacht wird mehr von ihren „extrahierenden Eliten” bedroht?
Ron Unz
Der Aufstieg Chinas zählt sicher weltweit zu den wichtigsten Entwicklungen der letzten 100 Jahre. Während Amerika im fünften Jahr seiner Krise gefangen ist und die chinesische Wirtschaft dabei ist, die unsere noch vor dem Ende dieses Jahrzehnts zu überholen, zeichnet China sich mächtig am Horizont ab. Wir leben in den ersten Jahren des von Journalisten einst als „Das Pazifische Jahrhundert“ bezeichneten Zeitraums, besorgniserregende Zeichen deuten allerdings darauf hin, dass dieses stattdessen unter dem Begriff „Das Chinesische Jahrhundert“ bekannt werden wird.
Aber hat der chinesische Riese tönerne Füße? In ihrem vor kurzem veröffentlichten Buch Why Nations Fail (Warum Staaten scheitern) charakterisieren die Wirtschaftswissenschaftler Daron Acemoglu und James A. Robinson Chinas herrschende Eliten als „extrahierend“ – parasitär und korrupt – und sagen voraus, dass das chinesische Wirtschaftswachstum bald stocken und abfallen werde, während Amerikas „inklusive“ regierende Institutionen uns von Stärke zu Stärke gebracht haben. Sie argumentieren, dass ein Land, das als Einparteienstaat regiert wird und nicht über die freien Medien oder Kontrolleinrichtungen unseres eigenen demokratischen Systems verfügt, in der modernen Welt nicht lange prosperieren kann. Der begeisterte Applaus, den dieses Buch von einer großen Anzahl von Amerikas prominentesten bekannten Intellektuellen bekommen hat, darunter sechs Träger des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaft, bezeugt eindeutig die weit verbreitete Popularität dieser optimistischen Botschaft.
Rechtfertigen aber die Fakten betreffend China und Amerika wirklich diese Schlussfolgerung?
China lässt die Welt erbeben
In den späten 1970er Jahren hatten drei Jahrzehnte kommunistischer Planwirtschaft zu einem respektablen Wachstum der chinesischen Produktion geführt, allerdings mit…..