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Das erste Buch der Bibel erzählt von der Entstehung der Welt, der vielfältigen Menschheit und den Anfängen der 12 Stämme Israels. In der «Urgeschichte» werden Grundfragen zum Verhältnis von Gott, Welt und Menschen in der Form erzählender Theologie beschrieben. Die Texte wollen nicht naturwissenschaftlich oder historisch, sondern in tieferem Sinn verstanden werden: Von der gottgewollten Schöpfung her ist die Welt gut. Leid und Böses kommen nicht aus einem z.B. dualistischen Urprinzip. Sondern sie sind menschlichen Grenzen, Versagen und auch Schuld zuzuschreiben.
Der Buch-Name «Genesis» leitet sich aus dem Griechischen und Lateinischen ab und bedeutet «Ursprung, Entstehung». Das Judentum nennt das Buch nach seinen ersten beiden Wörtern: «Im Anfang». Es geht aber nicht um einen zeitlichen Anfang, sondern den inhaltlichen Ursprung, den Grund und die Herkunft der Welt (Kap. 1–11) und des auserwählten Volks (Kap. 12–50).
In diesen Erzählungen finden die Menschen in der Notsituation des Exils, wo das Überleben des Volkes und seiner Religion gefährdet ist, ihre Identität. In den Schöpfungserzählungen Kap. 1–4 verkünden sie ihren Gott, der über allen anderen steht: Er schafft die Sterne, die die anderen Völker als Götter verehren. Sein sichtbares Bild in der Welt sind die Menschen als Mann und Frau. Mit Kain und Abel kommt durch den Neid die Sünde in die Welt.
Die Sintflut Erzählungen Kap. 5–10 verkünden einen ethisch urteilenden Gott, der in Barmherzigkeit mit allen Menschen und den Tieren einen einseitigen Vertrag (Bund) schliesst, das grundlegende Verhältnis von Gott mit der ganzen Menschheit. Ab Kap. 12 beginnen die Erzählungen des auserwählten Volks. In den Figuren der Erzeltern suchen die Menschen des Exils nach ihren Wurzeln und reflektieren mit der Josefs Erzählung (Kap 37.39–50) über das Überleben in der Fremde.