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Bandschara
*, Nomadenstamm in Zentralindien, deren einzige Beschäftigung im Transport von Getreide [* 3] vermittelst ihrer Ochsenkarawanen besteht. Sie thun dies teils für eigne Rechnung, teils für Private oder die Regierungen und haben für diese Beschäftigung ein Monopol, das ihnen selbst im Fall eines Kriegs vollkommene Sicherheit bei beiden kriegführenden Parteien verschafft. Sie haben nie feste Wohnsitze, leben im Sommer in Zelten, im Winter unter Laubhütten, nur die Alten und Schwachen leben in gewissen Dörfern von Merwara, das sie als ihre eigentliche Heimat bezeichnen, aus welcher der Einbruch der Radschputen im 6. Jahrh. sie vertrieben habe.
Ihr Äußeres erinnert lebhaft an die Zigeuner, von denen sie sich aber durch die Hautfarbe unterscheiden. Männer und Frauen sind groß und schlank gewachsen, die ersten von großer physischer Stärke, [* 4] die zweiten von auffallender Schönheit, welche sie durch Massen von allerlei Geschmeide, ihr ganzer Reichtum, zu erhöhen suchen. Doch fällt auf die Frauen weit aus der größte Teil der Arbeit. Die Karawanen bestehen bisweilen aus mehreren Tausend Ochsen, geleitet von einem Stier, den man mit abergläubischer Ehrfurcht behandelt. Jede Karawane bildet eine besondere Stammesabteilung, an deren Spitze ein erwählter und mit absoluter Gewalt bekleideter Hauptmann steht, der aber absetzbar ist.