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Im Jahre 2000 wurden die Zürcher Ziegeleien (ZZ) an die weltweit tätige Wienerberger Gruppe mit Hauptsitz in Wien verkauft. Seit diesem Zeitpunkt firmieren die einstigen ZZ-Ziegeleien in der Schweiz als "zzwancor". Der Verkauf hatte aber auch organisatorische Änderungen und einige Ziegeleischliessungen zur Folge. Betroffen von der Schliessung war darunter auch die ZZ-Ziegelei in Tuggen bei Pfäffikon (SZ), zuletzt Hauptabnehmer des Opalinustons aus der Grube Eriwis. So wurde der Grubenbetrieb Eriwis ebenfalls umgehend eingestellt. Dabei ruhte nicht nur mit sofortiger Wirkung der weitere Tonabbau, sondern auch der Abtransport des zu dem Zeitpunkt noch mächtigen Tondepots von bereits abgebautem Ton zu Beginn des Grubengeländes.
Da aber noch abbaurechtlich gesicherte Tonvorkommen vorhanden waren, entschied sich die Konzernleitung nicht für eine offizielle Schliessung, sondern versetzte die Grube erstmal nur in den Status einer strategischen Reserve - einer der grossen Glücksfälle für die Bahn.
Die stets im Freien abgestellten 3 grossen Kippwagen wurden andernorts eingelagert und die kleineren vom früheren Abbaubetrieb stammenden Hilfsfahrzeuge verschrottet. Einzig die Lokomotive verblieb im Depot in der Bözenegg. So begann der bis 2007 andauernde, langjährige "Dornröschenschlaf" für die Gleisanlagen der Grubenbahn.
Obwohl die bei der Modernisierung anfangs der 70er Jahre unter dem Geleise erstellte Betonplatte ein Baumbewuchs direkt im Gleis weitgehend verhinderte, deckte die Natur den Gleiskörper mit Sträuchern und Brombeeren doch schon bald zu. Einzig das ehemalige noch als Rest vorhandene Übergabegleis zum Bremsberg besass kein Betonfundament und wurde entsprechend intensiv auch von Baumwachstum im Gleis in Beschlag genommen.
Die Lokomotive verliess 2005 vorerst mietweise ihr Heimatdepot in der Bözenegg zur Schinznacher Baumschulbahn. Danach gab es kein Rollmaterial mehr auf der Grubenbahn. (Siehe auch Link am Ende des Berichtes zu den Zürcher Ziegeleien in Schinznach-Dorf - Teil 2).
In diesem Bericht hier werden die Bahnanlagen im Zustand von 2006 und die ersten Reaktivierungsmassnahmen zu Beginn des Jahres 2007 gezeigt.
Die Zeit der Bözenegg-Eriwis Bahn begann offiziell am 31.3.2007 nach Abschluss eines Mietvertrages mit "zzwancor" und der Schlüsselübergabe für das Depot.
Die Bilder sind in der Reihenfolge vom Depot Bözenegg zur Grube Eriwis
|Originalbild anzeigen||BEB / 23.8.2006|
Depot Bözenegg mit dem nach rechts abzweigenden Gleis auf die Verladerampe beim SBB Bahnhof von Schinznach-Dorf.
|Originalbild anzeigen||BEB / 23.8.2006|
Vis à vis des in der Bözenegg ansässigen Restaurants übernimmt die neben dem Gleis liegende Hecke langsam den Gleiskörper. Die einst sichtbare Fundamentplatte des Gleises ist bereits vollständig mit Moosen und Gräsern zugewachsen. Der provisorische Elektrozaun zeigt, dass hier gelegentlich noch Kühe auf eine benachbarte Wiese geführt wurden.
|Originalbild anzeigen||BEB / 23.8.2006|
Im naturbelassenen Waldstück wird das Gleis trotz darunter liegenden Betonplatte bereits vollständig vom Grün verschluckt.
|Originalbild anzeigen||BEB / 23.8.2006|
Obwohl seit 6 Jahren sich selbst überlassen, überlebte das schotterlose Geleise Dank dem für Feldbahnen aussergewöhnlich massiv gebauten Gleiskörper in der Grundsubstanz weitgehend ohne gravierende Schäden. Diese Ausführung mit schwerem Schienenprofil und einer Fundamentplatte war der zuletzt da verkehrenden 11t schweren Diesellok zu verdanken.
|Originalbild anzeigen||BEB / 25.8.2006|
Die Weiche zum ehemaligen Übergabegleis zum Bremsberg zu Beginn der Gefällstrecke zur Grube Eriwis.
|Originalbild anzeigen||BEB / 5.11.2006|
Das hier nach rechts abzweigende, ehemalige Übergabegleis zum Bremsberg wurde ebenfalls anfangs der 70er Jahre noch auf ein schweres Schienenprofil umgebaut, jedoch ohne eine darunter liegende Betonplatte. In diesem Gleis gab es daher bereits auch einige Bäume zwischen den Schienen. Meist waren da die leichten, vom früheren Abbaubetrieb noch vorhandenen Hilfsfahrzeuge abgestellt.
|Originalbild anzeigen||Foto: Thomas Bauer / 18.12.2004|
Der Stellmechanismus der Weiche lag ohne Hauptwelle zerstreut daneben. Die Verriegelung der Weichenzunge war so auch für das Hauptgeleise aber nicht mehr zuverlässig gewährleistet. Glücklicherweise waren aber die aufwändigen Teile der Vorrichtung noch da und konnten wieder einfach komplettiert werden.
|Originalbild anzeigen||BEB / 5.11.2006|
Das Gleis zur ehemaligen Bremsberg-Übergabe verlor sich komplett im Dickicht der jungen Bäume. Wär hätte zu dem Zeitpunkt gewusst, dass auch da wieder einmal ein Zug fahren würde.
|Originalbild anzeigen||BEB / 5.11.2006|
Das direkt auf dem Boden verlegte Gleis war kaum mehr zu sehen, da auch bereits die Schienen von Moosen überwuchert wurden.
|Originalbild anzeigen||BEB / 31.12.2008|
Während das Übergabegleis zum ehemaligen Bremsberg nach der Schliessung der oberen Grube anfangs der 70er Jahre noch die Aufgabe eines Abstellgleises bekam, wurde das doppelspurige Bremsberggleis zur oberen Grube vollständig abgebrochen. Nur in der kalten, vegetationslosen Zeit ist das stetig in einer Steigung liegende Trassee noch auszumachen. (Siehe auch Plan im Bericht zu den Zürcher Ziegeleien in Schinznach-Dorf - Link am Schluss dieses Berichtes).
|Originalbild anzeigen||BEB / 23.8.2006|
Das Geleise auf der Gefällstrecke vor dem Bahnübergang zur Grube.
|Originalbild anzeigen||BEB / 23.8.2006|
Zu Beginn des Grubengeländes führt das Gleis neben dem mächtigen Tondepot vorbei. Das Tondepot besteht aus bereits abgebautem, zwischengelagertem Opalinuston. Der da gelagerte Ton ging bereits durch eine Baggerschaufel und besitzt daher keine innere Festigkeit mehr. So neigt der Berg aus Ton bei länger anhaltendem Regenwetter zum Fliessen und zu Abbrüchen. So wurde das Geleise durch ausfliessenden Ton auf einer Länge von ca. 15m da vollständig überdeckt und auch zusammen mit der Fundamentplatte zur Seite gedrückt. Blick vom Bahnübergang talwärts Richtung Grube.
|Originalbild anzeigen||Foto: Thomas Bauer / 18.12.2004|
Das Tondepot besass bei der kurzfristig entschiedenen Stilllegung des Grubenbetriebes noch eine beachtliche Grösse und Höhe. Obwohl da bereits Arbeit investiert wurde, erfolgte kein Abtransport mehr. Der schieferhaltige Opalinuston muss vor der Weiterverwendung stets zwischengelagert werden (ca.1Jahr). In der Zeit zerfällt auch der Schiefer zu Pulver und gibt dem Ton seine typische, graue Farbe. Bereits kurze Zeit nach der Einstellung sind markante Rutschungen vorne und seitlich gegen das Gleis zu sehen. Besonders die seitlichen Rutschungen werden leider noch massiv zunehmen. Erst durch umfangreiche Umschichtungen und auch Abtrag in der Höhe wird dieses bis heute latent anhaltende Problem entschärft. Blick vom Gleisende Richtung Bahnübergang.
|Originalbild anzeigen||Foto: Thomas Bauer / 18.12.2004|
Der sehr schwere und bei Nässe auch klebrige Opalinuston überfloss das Geleise und verbog selbst die Schienen. Stellenweise wurde selbst die Fundamentplatte weggedrückt und mit Armierungseisen befestigte Schwellen gespalten.
|Originalbild anzeigen||BEB / 25.8.2006|
Das letzte Streckenstück bei der ehemaligen Feldbahn-Verladestelle in der Grube war Dank dem da nur auf dem Boden aufgelegten Betonfundament noch beinahe betriebsbereit.
Anfangs 2007: Erste Reaktivierungsarbeiten am Gleis
|Originalbild anzeigen||BEB / 18.3.2007|
Noch vor eigentlichem Vertragsbeginn am 31.3. gab es die Gelegenheit einen zufällig da anwesenden Bagger für die Beseitigung des Tons im Gleisbereich zu engagieren. Da sich Opalinuston auch zum Abdichten von Weihern eignet, hatten damals lokale Nutzer noch die Möglichkeit sich mit Einwilligung der Ziegelei gelegentlich vom Tondepot zu bedienen. Dem einst geraden Geleise sieht man die Spuren durch den seitlich drückenden Ton deutlich an. So war aber diese vollständig blockierte Stelle zur Betriebsaufnahme der BEB, zur Überraschung der Ziegelei, bereits wieder frei.
|Originalbild anzeigen||BEB / 8.4.2007|
Keinen Monat später, nun bereits in der offiziellen Zeit der Bözenegg-Eriwis Bahn, sah diese Stelle bereits wieder nicht mehr so vorteilhaft aus. Erste Tonausläufer sind schon wieder über die Schienen geflossen. Auch kleinere Spundwände waren wirkungslos und es sollte die Stelle mit dem grössten Unterhaltsaufwand werden. Erst nach massiven Umschichtungen am Tondepot mit schwerem Gerät (Bagger und Raupenfahrzeuge) konnte die Situation an der Stelle einigermassen beruhigt werden. Die Situation hier ist aber nicht mit einem natürlichen, tonhaltigen Hang zu vergleichen, hier handelt es sich um einen Haufen abgebauten, zerbröselten Ton.
|Originalbild anzeigen||BEB / 10.4.2007|
Mit einer Handsäge ausgestattet wird das Seitengeleise zur ehemaligen Bremsberg-Übergabestelle Stück für Stück wieder frei geschnitten.
|Originalbild anzeigen||BEB / 21.4.2007|
Nachdem als erstes BEB Fahrzeug der universell einsetzbare Kranwagen in der Bözenegg eingetroffen war, konnte die Gleisräumung bereits recht effizient angegangen werden. So konnten damit auch die benötigten teilweise schweren Werkzeuge zwar noch im Handverschub einfach an den Einsatzort gefahren werden.
|Originalbild anzeigen||BEB / 28.4.2007|
Der "BEB-Räumungszug" ist bereits bis zum Bahnübergang vorgestossen und erblickt erstmals das Grubengelände der ehemaligen Zürcher Ziegeleien. Noch müssen die bei Trockenheit betonhart verstopften Gleisrillen des Bahnüberganges frei gepickelt und etwas weiter hinten bereits wieder die Opalinuston-Ausläufer vom Geleise beseitigt werden.
|Originalbild anzeigen||BEB / 12.5.2007|
Nachdem das Geleise im Profil freigeräumt werden konnte, mussten noch vor Ankunft der Lokomotive morsche oder durch Ameisenfrass zersetzte Schwellen ausgetauscht werden.
|Originalbild anzeigen||BEB / 15.5.2007|
Die Abladung der Lokomotive neben dem Depot konnte bei etwas trüben Wetter gerade erfolgreich abgeschlossen werden, als es erstmals über die Weiche ins zukünftige BEB Depot Bözenegg ging. Der langjährige "Dornröschenschlaf" der 1935 erstellten und im Jahr 2000 stillgelegten Grubenbahn ist damit endgültig vorbei. Die ersten vorsichtigen Testfahrten im Schritttempo zur Grube Eriwis erfolgten dann in den nächsten Tagen.
Die Geschichte der Zürcher Ziegeleien in Schinznach-Dorf siehe auch:
Zürcher Ziegeleien in Schinznach-Dorf - Teil1 1935-1983
Zürcher Ziegeleien in Schinznach-Dorf - Teil2 1984-2015
zur Fotogalerie: Die Zeit vor der BEB - 2000-2007
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