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Christos Frau und Kunstpartnerin Jeanne-Claude gestorben (AFP) ? Vor einer Stunde
New York ? Die für ihre ausgefallenen Freiluftprojekte bekannte Künstlerin Jeanne-Claude ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Die Ehefrau des Verpackungskünstlers Christo sei am Mittwochabend in New York einem Gehirn-Aneurysma erlegen, hieß es auf der Internetseite des weltbekannten Künstlerpaars. Christo zeigte sich in der Erklärung "tief traurig über den Weggang seiner Frau, Partnerin und Kollegin". Er fühle sich aber fest einem Versprechen verpflichtet, dass sie sich vor vielen Jahren gegeben hätten: "Die Kunst von Christo und Jeanne-Claude wird weitergehen."
In Deutschland war das Paar vor allem durch die spektakuläre Verhüllung des Berliner Reichstagsgebäudes im Jahr 1995 bekannt geworden. Auch eine der berühmtesten Seine-Brücken, den Pont Neuf in Paris, ließen sie kunstvoll unter Verhüllungsmaterial verschwinden. Den New Yorker Central Park schmückten sie für ein Kunstprojekt mit tausenden safrangelben Fahnen, sie umhüllten Inseln vor der Küste von Florida mit bunter Folie und stellten hunderte bunter Schirme in Japan und im US-Bundesstaat Colorado auf.
Millionen von Besuchern weltweit besuchten die Projekte des Paars. Zuletzt arbeiteten sie an zwei Vorhaben am Arkansas River in den USA und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Jeanne-Claude wurde am 15. Juni 1935 als Jeanne-Claude Denat de Guillebon im marokkanischen Casablanca geboren. Sie entstammte einer französischen Offiziersfamilie. Ihr späterer Mann Christo wurde am selben Tag in Bulgarien geboren.
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19.11.09 22:16
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kleinerschatz
: Als Meisterwerk gilt die Verhüllung d. Reichstags
Internationale Superstars
Schon kurz vor der ersten Begegnung mit Jeanne-Claude hatte Christo seine erste Farbdose verhüllt, indem er sie mit harzgetränkter Leinwand umwickelte, verschnürte und mit Leim, Sand und Autolack behandelte. Seither sind Christo und Jeanne-Claude zu Superstars der internationalen Open-Air-Kunst aufgestiegen.
Als ihr Meisterwerk gilt die Verhüllung des Reichstags 1995. Für die Verwirklichung hatte das Paar fast ein Vierteljahrhundert gekämpft, der Bundestag genehmigte die Aktion im Februar 1994 nach langen Diskussionen. Das letzte gemeinsam vollendete Grossprojekt waren die «Tore» im Central Park von New York. Riesige safrangelbe Stoffbahnen waren auf eine Strecke von 37 Kilometer wehend hintereinander aufgehängt. In der Schweiz hatte das Künstlerpaar 1968 die Kunsthalle Bern verpackt.
1998 verhüllten sie zudem Bäume vor dem Beyeler-Museum in Riehen BS.
Finanzierung aus eigener Tasche
Für das Duo - seit 1994 stehen offiziell beide Namen zusammen und gleichberechtigt für ihre Werke - war die Eigenfinanzierung eisernes Arbeitsprinzip. Sponsoren und Zuschüsse aus staatlichen Kassen lehnten die beiden Künstler grundsätzlich ab. Allein aus dem Skizzenverkauf haben sie ihre Kunst finanziert.
Jeanne-Claude gibt an, dass sie am selben Tag wie Christo, am 13. Juni 1935 ? jedoch in Casablanca ? geboren wurde. Jeanne-Claude wuchs zunächst bei der Familie ihres Vaters auf.
Erst 1945 nach dem Krieg kam sie wieder in die Obhut ihrer Mutter. 1946 heiratete ihre Mutter Précilda den einflussreichen General Jaques de Guillebon. Zwischen 1945 und 1952 wohnte die Familie in Paris, zwischen 1952 und 1957 aus beruflichen Gründen von Jaques de Guillebon in Tunesien und ab 1957 wieder in Paris. Jeanne-Claude lebte in einer privilegierten Gesellschaft, ging auf viele Feiern und wurde von vielen Männern umworben. Sie erhielt einen Schulabschluss mit Auszeichnung und begann eine Ausbildung als Flugbegleiterin bei Air France.
1961 realisierten Christo und Jeanne-Claude ihr erstes gemeinsames Projekt, indem sie im Kölner Hafen zahlreiche vorgefundene Fässerstapel verhüllten. Die Eltern von Jeanne-Claude begannen sich langsam mit ihrer Tochter auszusöhnen und interessierten sich für ihr Enkelkind. Das Paar nahm 1962 das erste monumentale Projekt, den ?Eisernen Vorhang ? Mauer aus Ölfässern?, in Angriff. Hierbei wurde eine Seitenstraße an der Seine, die Rue Visconti, durch hoch aufgestapelte Ölfässer versperrt.
Sie kommentierten damit den Bau der Berliner Mauer, überließen die Interpretation allerdings dem Betrachter. Trotz einiger Probleme mit den Behörden stapelte das Paar ohne eine Genehmigung am 27. Juni die Ölfässer aufeinander. Jeanne-Claude konnte die heranrückenden Polizisten hinhalten und davon überzeugen, die Fässer für einige Stunden stehen zu lassen. Anwohner und Verkehrsteilnehmer waren empört und verärgert.
Am 28. November 1962 heirateten Christo und Jeanne-Claude. Sie waren immer noch sehr arm, aber sparten Geld für eine Fahrt nach New York, weil sich das Zentrum der Kunst zunehmend von Paris nach New York verlagerte.