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Im Rahmen eines Projekts zur Aufwertung von extensiven Wiesen in der Schweiz hat die Universität Bern eine wissenschaftliche Arbeit zum Insektentransfer bei der Direktbegrünung veröffentlicht. Unten finden Sie die Zusammenfassung und den Link zum Herunterladen des Artikels (auf Englisch).
Originaltitel :
« Transfer of invertebrates with hay during restoration operations of extensively managed grasslands in Switzerland »
(Ariane Stöckli1 · Daniel Slodowicz1 · Raphaël Arlettaz1 · Jean‑Yves Humbert1, 2020)
1 Institute of Ecology and Evolution, University of Bern, Division of Conservation Biology, Baltzerstrasse 6, 3012 Bern, Switzerland
Einleitung
Die Mahdgutübertragung von einer Spenderwiese auf eine artenarme Empfängerwiese ist eine etablierte Methode zur Wiederherstellung artenreicher Grünlandpflanzengemeinschaften. Das Ausmaß, in dem wirbellose Tiere bei dieser Methode mit Heu übertragen werden können, ist jedoch selten untersucht worden, was der Zweck dieser Studie war.
Methoden
Die Probenahme wurde an acht Standorten im Schweizer Mittelland durchgeführt, mit je einer Spender- und zwei Empfängerwiesen. Auf den Empfängerwiesen wurden drei bis vier weiße Tücher von je einem Quadratmeter im Feld ausgebracht, um eine Standardmenge frisches Heu zu erhalten, das gerade von der Spenderfläche übertragen wurde. Alle lebenden wirbellosen Tiere wurden von diesen Tüchern mit einem Staubsauger gesammelt und dann auf Ordnungsebene identifiziert.
Resultate
Im Durchschnitt (± Standardabweichung) wurden 9,2 ± 11,3 lebende wirbellose Tiere pro Quadratmeter mit dem Heu übertragen. Käfer waren die am häufigsten vorkommende Artengruppe mit einem Anteil von 46,9 % aller übertragenen Wirbellosen, gefolgt von Wanzen (8,9 %) und Spinnen (7,0 %). Es wurden mehr Wirbellose übertragen, wenn die Spenderfläche mit einem Motormäher mit Mähbalken gemäht wurde als mit einem Kreiselmäher. Ebenso wurden mehr Wirbellose übertragen, wenn das Heu lose mit einem Ladewagen transportiert wurde, als wenn es zu Ballen gepresst wurde.
Diskussion
Diese Studie konnte zeigen, dass Wirbellose lebend mit dem Heu übertragen werden können. Ihr späteres Überleben und ihre Ansiedlung muss aber noch erforscht werden.
Empfehlungen für die Praxis zum Schutz der Insekten
Wir empfehlen die Verwendung eines Motormäher mit Mähbalken und eines Ladewagens, um die Überlebenswahrscheinlichkeit von Wirbellosen bei der Mahdgutübertragung zu erhöhen.