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durch Menschenhand (durch die Korinther, Römer,
[* 3] Venezianer und Engländer) beseitigt werden mußte. ist ungefähr 36 km lang,
bis zu 15 km breit, hat einen Flächeninhalt von 285 qkm (5,18 QM.)
und besteht aus einer Bergkette (Nomaligebirge) aus weißem Kalk, dem die Insel ihren Namen (»die Weiße«) verdankt; sie erhebt
sich im Eliasberg bis zu 1180 m Höhe und endigt, im SW. sehr spitz zulaufend, mit dem schroffen VorgebirgeDucato (von den Alten
Leukate, auch Leukadischer Fels genannt), auf welchem sich noch Überreste eines Apollontempels befinden, und von welchem
im Altertum Verbrecher ins Meer gestürzt wurden.
Diese wurde dann zur angegebenen Zeit von den Korinthern
durchstochen und der Durchstich (Dioryktos) durch teilweise noch erhaltene Molen vor nochmaliger Versandung
geschützt. Nördlich davon aber und noch nördlich von der heutigen Stadt Levkas schließt eine zweite sandige Nehrung, welche
gleichfalls durch eine von SW. kommende Meeresströmung gebildet und vergrößert wird und das venezianische KastellSanta Maura
trägt, die Lagune fast vom offenen Meere ab und bildete schon im Altertum ein Verkehrshindernis, das die
Leukadier wiederholt durchstechen mußten, um Seeschiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Wann die Lagune durch Versandung
für solche unfahrbar wurde, ist unbekannt; im J. 1500 war sie es schon, und erst die Engländer haben eine nur fürBoote fahrbare, 1 m
tiefe Rinne zwischen Insel und Festland und ebenso zwischen der Stadt Levkas und dem Meere eröffnet. Die
Herstellung eines wirklichen Schiffskanals wird schon lange geplant, dürfte sich aber schwerlich je verwirklichen.
Die InselLeukas fällt gegen W. steil und ungegliedert zum Meere ab, während die breitere Ostabdachung stufenförmig aufgebaut
ist. Von kleinen Küstenebenen abgesehen, deren bedeutendste die von Levkas ist, wird sie von Bergen
[* 12] erfüllt,
die im Stavrotas (1141 m) ihren höchsten Punkt erreichen. Derselbe bildet mit dem Epano Pyrgos (1116 m), Megan Oros (1012
m) und Hag. Ilias (1012 m) ein zentrales Hochland, das aus dichten oder kristallinischen Kalksteinen besteht. Die Südküste
wird durch eine Reihe freundlicher Buchten charakterisiert.
Das Wegenetz auf Leukas befindet sich erst in seinen Anfängen. Die Steilheit der Gehänge erschwert überdies den
Anbau, der sonst hier mit günstigern Bedingungen zu rechnen hat als auf Kephalonia, indem das ausgedehnte Auftreten von Mergel
und Sandsteinen einen größern Wasserreichtum bedingt.
Die thonigen Böden zahlreicher im Winter überschwemmter
Kesselthäler und die alluvialen Niederungen der Süd- und Ostseite sind sogar von hoher Fruchtbarkeit. Erdbeben sind häufig,
besonders auf der Ostküste.
Was das Klima anlangt, so ist der Südabhang des zentralen Gebirgsstockes besonders reich an Niederschlägen; von ihm entspringt
der einzige nie versiegende Bach der Insel, der von Vasiliki. In den zahlreichen Kesselthälern steigt die
Sommerhitze bis zu 40° C., während es im Winter dort zu Eisbildung kommt. Die Stadt Levkas hat eine Sommertemperatur von
26-32° C., eine Wintertemperatur von 5-15° C. Das winterliche Minimum aber liegt öfters unter dem Gefrierpunkt; die Lagune
trägt alle paar Jahre eine größere Eisdecke.
Das höchste Gebirge ist oft wochenlang in Schnee
[* 13] gehüllt. Der Anbau hat in dem letzten halben Jahrhundert ansehnliche Fortschritte
gemacht. Orangen werden nur vereinzelt angebaut; der Ölbaum findet sich besonders im Nordosten und Südosten. Die wichtigsten
Kulturpflanzen aber sind Korinthen und Wein; der dunkle Rotwein von Leukas geht besonders nach Frankreich. Auch
der Getreide- und Maisbau ist nicht unbedeutend, deckt aber den Bedarf nicht ganz. Groß ist der Bestand an Ziegen und Schafen
(1860 zusammen 55,600 Stück). Der Wald ist fast ganz verschwunden. Die Bevölkerung hat sich seit 1765 um 96 Proz. vermehrt;
der Zuwachs entfällt besonders auf den Westen und die Umgebung des großen Kesselthals Livadi. Im ganzen
zählte Leukas 1879 auf 286,7 qkm 21,988 Einw., also 77 pro
Quadratkilometer; die Aussichten auf eine fortgesetzt günstige Entwickelung der Insel sind nach Partsch entschieden günstig.
oder Leukadia (jetzt ital. Santa Maura, griech. Hagiá Mavra, oder offiziell Levkás genannt),
eine der Ionischen Inseln, mit der KüsteAkarnaniens durch einen sandigen Isthmus verbunden, der aber im Altertum von den Korinthern
durchstochen wurde. Je nachdem dieser Kanal versandete oder sich wieder öffnete, war LeukasInsel oder Halbinsel. Leukas, eine rundliche
Masse von 285 qkm, ist Gebirgsland (Stavrotas 1141 m), aus Kreidekalk und Flysch, umgeben von fruchtbaren
Hügellandschaften und tertiären Mergeln.
Die Insel wird häufig von Erdbeben heimgesucht. Haupterzeugnisse sind Korinthen, Wein und Öl. Die südl. Spitze, jetzt Kap Ducato,
auf welcher ein Apollotempel stand, wurde von den Alten der Leukadische Fels (65 m) genannt, von welchem man jährlich einen
Verbrecher, um alle Sünden des Volks zu sühnen, ins Meer stürzte, ohne daß dieser jedoch umkam, da ihn
Fahrzeuge aufnahmen. Auch andere wagten freiwillig, um sich von Liebesqualen zu befreien, diesen gefahrvollen Sprung, dem
man die Kraft der Heilung zuschrieb, fanden aber meist den Tod, wie Artemisia von Halikarnaß und Sappho.
Die Insel war im Altertum ohne Bedeutung und stand unter gemeinschaftlicher Oberherrschaft der Korinther und Kerkyräer. Später
teilte sie die Schicksale der übrigen Ionischen Inseln (s. d.) und bildet jetzt eine Eparchie des griech.
Nomos Kerkyra mit 24914 E. Hauptstadt ist Levkas oder Amaxiki (s. d.). –
Vgl. Partsch, Die InselLeukas (in
«Petermanns Mitteilungen», Ergänzungsheft 95, Gotba 1889).