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Eine uralte Geschichte neu erzählt. In den Hauptrollen: der schöne Jüngling Bellerophon, sein fliegendes Pferd Pegasos und das dreigestaltige Ungeheuer Chimaira. In den Nebenrollen: König Proitos von Tyrins, der Lykierkönig Iobates, seine Tochter und Femme fatale Stheneboia sowie der Chefgott himself. Ort der Handlung: Lykien, Ort des Showdowns: Yanartaş, türkisch für „brennender Stein“ im Hinterland von Çıralı.
Die Story beginnt mit einer unerwiderten Liebe und einer falschen Beschuldigung wegen Vergewaltigung und endet mit Rache, Hybris und Raserei. Bellerophon ist auf der Flucht, weil er einen Mord begangen hat. Er landet am Hof von Proitos, König von Tyrins, einer kretisch-mykenischen Stadt auf dem Peloponnes. Dessen Ehefrau Stheneboia verliebt sich in Bellerophon. Als aber der schöne Jüngling auf ihre Annäherungsversuche nicht eingeht, beschuldigt sie ihn bei Proitos, er habe sie zu vergewaltigen versucht. In der Folge schickt Proitos Bellerophon zu seinem Schwiegervater Iobates in Lykien und bittet diesen in einer geheimen Message, Bellerophon zu töten. Doch dem Lykierkönig fehlt der Mut dazu, er schickt stattdessen den schönen Jüngling auf eine tödliche Mission: Er soll die Chimaira töten.
Wie dieses Ungeheuer aussieht, weiss nach wie vor niemand so genau. Es sei eine Kreuzung aus einem Löwen, einer Schlange und einer wilden Ziege, wird berichtet. Die Fandungsbilder zeigen die verschiedenen Erscheinungsformen des vielgestaltigen Monsters:
Die Götter stehen Bellerophon auf dieser Mission impossible bei: Poseidon schenkt ihm das fliegende Pferd Pegasos, Athene hilft ihm bei dessen Zähmung. So kann er aus sicherer Höhe seine Pfeile gegen das Untier schiessen. Als Bellerophon seine Lanze der Chimaira in den feuerspeienden Rachen stösst, schmilzt das Blei der Lanzenspitze und läuft dem Vieh in den Bauch — und Blei im Bauch ist auch für Chimären im höchsten Grad ungesund… Die antike Feuerbrigade konnte allerdings das Feuer-Organ der erlegten Chimaira nie ganz unter Kontrolle bringen — das Feuer lodert am Ort des Showdowns immer noch aus dem Fels:
Mit der Tötung der Chimaira wird Bellerophon zum Held und als Dank für die Befreiung Lykiens von dieser Landplage gibt ihm König Iobates seine Tochter zur Frau und einen Teil seines Reichs dazu. Doch Bellerophon ist mit diesem Happyend nicht zufrieden — er will sich an Stheneboia rächen, die all seine Leiden verschuldet hat. Er entführt sie und wirft sie vom Rücken seines Flugrosses ins Meer.
Vom Ende dieser doch recht tragischen Story kursieren mehrere Versionen: Gemäss Homer goutieren die Götter dies gar nicht, Bellerophon wird wahnsinnig und stirbt. Gemäss Pindar versucht Bellerophon in einem Anfall von Hybris, auf dem Pegasos in den Olymp zu gelangen. Worauf Götterchef Zeus eingreift und das Pferd zur Raserei bringt. Pegasos wirft Bellerophon ab und fliegt allein auf den Götterberg, wo das Flugpferd seither für Zeus den Blitz-und-Donnerwagen zieht.
Fly Pegasus or fly pigs?
Bilder zu Frau Frogg’s Kommentar über die flying pigs: