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Stimulation, Farbe und visuelle Komplexität sind für eine dynamische Lernumgebung im Schulzimmer von hoher Bedeutung, wo jedoch liegt das gesunde Gleichgewicht zwischen Unter- und Überstimulation?
Lebhafte Farben und überfrachtete visuelle Darstellungen führen bei Kindern leicht zu einer Überstimulation, auf der anderen Seite ist aber auch die weisse Wand nicht unbedingt eine Lösung. Wie finden wir in der Gestaltung eines Schulzimmers also das rechte Gleichgewicht? Theorien legen nahe, dass Abwechslung, Neues oder Atypisches zur visuellen Komplexität beitragen, was sich wiederum auf die Stimulation niederschlägt. Die Meinungen gehen jedoch auseinander, ob in der Lernumgebung von Kindern eher mehr oder weniger Stimulation sinnvoll ist. Beispielsweise hat eine im Bericht „Clever Classrooms“1 zitierte Studie gezeigt, dass Kinder mit „geringer visueller Ablenkung“ weniger Zeit abseits ihrer Arbeit verbrachten und höhere Lernergebnisse erzielten als Kinder mit „hoher visueller Ablenkung“2.
Dabei ergab sich auch, dass die Lernergebnisse in schlichten Schulzimmern höher waren als in reich ausgeschmückten. Read et al (1999)3 fanden unterdessen heraus, dass gegliederte Räume mit unterschiedlichen Deckenhöhen und Wandfarben den Gemeinschaftssinn stärken. Allerdings kehrt sich dieser Effekt um, wenn der Raum zu komplex wird.
Sowohl eine zu hohe als auch eine zu niedrige Komplexität führt zu ungünstigeren Lernbedingungen, wohingegen eine mittlere visuelle Komplexität optimal ist.
Die Studie „Clever Classrooms“ kommt zu folgendem Schluss:
Für Kinder sind leuchtende Farben zweifellos sehr ansprechend. Ein funktioneller Ansatz im Umgang mit Farbe im Schulzimmer sollte sich jedoch darauf konzentrieren, wie Farbe eingesetzt wird, um positive Ergebnisse zu erzielen, wie z. B. längere Konzentrationszeiten und eine geringere Ermüdung der Augen.
So haben beispielsweise Jalil et al (2012)4 untersucht, wie sich unterschiedliche Farben auf die Arbeitsleistung auswirken, bestimmte Verhaltensweisen hervorrufen, positive oder negative Wahrnehmungen von Umgebung und Aufgaben erzeugen sowie Stimmungen und Emotionen beeinflussen. Ihr Fazit: Eine farbenfrohe Umgebung hat erhebliche Auswirkungen auf die Lernfähigkeit und auch auf das Wohlbefinden der Schüler.
Während die Vorliebe für eine bestimmte Farbe sehr subjektiv sei, „wird Rot von Kleinkindern und älteren Menschen im Innenbereich bevorzugt, während Blau die bevorzugte Farbe junger Erwachsener, Büroangestellter und männlicher Schüler ist“.
Für die Studie „Clever Classrooms“ (2015) wurden Elemente in gedeckten hellen Tönen (weiss/dezent) und leuchtenden Farben (rot/orange) bewertet. Die Stimulation durch den Einsatz von Farbe erwies sich als kurvilinear, d. h. die optimale Wirkung lag im Mittelbereich.
Weitere Ergebnisse:
Das wichtigste Fazit auf den Punkt gebracht: Ein Schulzimmer sollte niemals öde und langweilig sein, zum Vermeiden von Reizüberflutung ist jedoch Sensibilität für Ausgewogenheit und Ordnungssinn gefragt.
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