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Die Regierung ist bei der Stichwahl nach links gekippt. Die SP gewann drei der fünf Sitze. Die SVP schaffte erstmals den Einzug in den Staatsrat. Die FDP verlor zwei
der drei im Jahr 2009 gewonnenen Sitze und hat nur noch ein Mandat.
Das beste Resultat machte Laurent Kurth (SP) mit 28'834 Stimmen, vor seinem Parteikollegen Jean-Nathanaël Karakash mit 28'333 Stimmen. Auf den dritten Platz schaffte es FDP-Nationalrat Alain Ribaux. Er erhielt 27'130 Stimmen.
Mit dem viertbesten Resultat schaffte SVP-Nationalrat Yvan Perrin erstmals für die Partei den Einzug ins Schloss in Neuchâtel. Er erhielt 24'895 Stimmen.
SP-Kandidatin Monika Maire-Hefti verdrängte noch mit den zuletzt eingetroffenen Resultaten FDP-Kandidat Thierry Grosjean. Er konnte sich lange auf dem fünften Platz behaupten. Doch die Ergebnisse aus La Chaux-de-Fond und der Stadt Neuchâtel besiegelten seine Niederlage endgültig.
Maire-Hefti gewann 24'530 Stimmen und überholte den bisherigen Grosjean auf der Zielgeraden deutlich. Grosjean erhielt 21'794 Stimmen und wurde nur sechster. CVP-Kandidat Vincent Martinez blieb chancenlos und landete mit 9'233 Stimmen auf dem letzten Platz.
Staatsratswahlen in Neuenburg, provisorisches Resultat der Stichwahl
|Kandidierende||Stimmen|
Laurent Kurth (SP), bisher
|28'834|
Jean-Nathanaël Karakash (SP)
28'333
Alain Ribaux (FDP)
27'130
Yvan Perrin (SVP)
24'895
Monika Maire-Hefti (SP)
|24'530|
Thierry Grosjean (FDP), bisher
21'794
Vincent Martinez (CVP)
9233
|(Provisorisches Resultat)|
Für die FDP setzte es die bereits im Vorfeld befürchtete Schlappe ab. Die Freisinnigen hatten vor vier Jahren noch drei Sitze gewonnen. Jetzt stellen sie nur noch einen Vertreter.
Die Neuenburger Regierung setzt sich neu aus drei SP- sowie je einem FDP- und SVP-Mitglied zusammen. Die Wahlbeteiligung lag bei 40,18 Prozent.
Weil im ersten Wahlgang Ende April keiner der Kandidaten die erforderliche Stimmzahl erreichte, wurden nun alle fünf Regierungssitze im zweiten Wahlgang vergeben.In der Pole Position war die SP, die in der Neuenburger Regierung bislang mit zwei Sitzen vertreten war.
Linke geeint
Ihre drei Kandidaten – die Bisherigen Laurent Kurth und Jean Nathanaël Karakash sowie die neu kandidierende Monika Maire-Hefti – konnten bereits nach dem ersten Wahlgang allesamt auf einen Sitz in der Regierung hoffen. Dies auch, weil das linke Lager geschlossen in die Stichwahl zog. Grüne und PdA zogen ihre Kandidaten zu Gunsten der SP zurück. Monika Maire-Hefti vereinte als einzige Kandidatin die Stimmen der Frauen.
Gute Aussichten auf einen Regierungssitz hatte zudem SVP-Nationalrat Yves Perrin, der sich in der ersten Runde auf Platz drei zwischen die drei SP-Bewerber schob.
Absturz der FDP
Bereits im Vorfeld sah es nach einem Debakel für die Neuenburger FDP aus: Sie hatte bei der Wahl 2009 drei Regierungsratssitze gewonnen. Die Partei sorgte aberseither mit Skandalen und Rückschlägen für Schlagzeilen.
So musste der 2009 als Hoffnungsträger gestartete Frédéric Hainard schon gut ein Jahr nach der Wahl zurücktreten. Dem 34jährigen wurden Amtsmissbrauch und Vetternwirtschaft vorgeworfen.
Die beiden bisherigen Staatsratsmitglieder Thierry Grosjean und Philippe Gnaegi schafften es im ersten Wahlgang gerade einmal auf die Plätze sieben beziehungsweise neun. Gnaegi warf daraufhin das Handtuch. Er trat in der zweiten Runde gar nicht erst an.
Den zweiten Rückschlag bescherte Claude Nicati den Freisinnigen. Er war 2009 noch für die FDP bei den Staatsratswahlen angetreten. 2012 erklärte er allerdings seinen Austritt aus der Partei. Er begründete den Parteiaustritt damals mit fehlender Unterstützung in den eigenen Reihen. Nicati politisierte seither als Parteiloser in der Neuenburger Regierung.
Sitz schon im Vorfeld aufgegeben
Die Liberalen gingen stattdessen nur noch mit zwei Bewerbern in den zweiten Wahlgang – dem neu angetretenen FDP-Nationalrat Alain Ribaux und Thierry Grosjean. Einen ihrer drei Sitze von 2009 hatte die Partei damit schon vorher aufgegeben. Trotz des Denkzettels im ersten Wahlgang verzichtete die FDP auf eine Allianz mit der SVP.
Keine Chancen wurden CVP-Kandidat Vincent Martinez eingeräumt, der im ersten Wahlgang nur auf Platz zwölf landete.