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Die Türkei hat im Juni rund 133 % mehr Gold als im Mai importiert. Das berichtet die türkische Börse Borsa Istanbul. Der Import stieg auf 7.849,16 kg. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fällt die Bilanz dagegen leicht negativ aus: Die Einfuhren fielen um etwa 2 Prozent.
Der starke Anstieg im Vergleich zum vorherigen Monat erklärt sich durch die ungewöhnlich niedrigen Importe im Mai. Grundsätzlich zeichnen sich die türkischen Goldimporte durch erhebliche Schwankungen aus. Seit Anfang 2017 pendelten die monatlichen Einfuhren zwischen circa 3.500 kg und über 60.000 kg. Im Mai importierte die Türkei so wenig des Edelmetalls wie seit Januar 2015 nicht mehr. Trotz der massiven Steigerung gehört auch der Juni zu den Monaten in den letzten Jahren, in denen das Land unterdurchschnittlich viel Gold importiert hat.
Die Notenbank und die wirtschaftliche Entwicklung
Diese auffallenden Schwankungen basieren größtenteils auf den momentanen wirtschaftlichen Problemen des Landes und den Antworten der Notenbank darauf. Die Regierung und die Notenbank wollen sich aus ökonomischen und politischen Gründen unabhängiger von den USA machen. Deshalb ersetzt die Notenbank nach und nach Dollarreserven durch Goldreserven. Teilweise erhöht sie diese Goldreserven durch die Goldproduktion im eigenen Land, teilweise kauft sie am Weltmarkt Gold auf. Die Turbulenzen der Lira in der jüngeren Vergangenheit beeinflussen jedoch, in welchem Ausmaß die Notenbank am Weltmarkt aktiv sein kann. Sie kann die Dollarreserven nicht ausschließlich für Goldaufkäufe verwenden, sie musste mit ihnen wiederholt die eigene Währung stützen.