Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03467.jsonl.gz/1231

1801
Inhaltsverzeichnis
JANUAR
0101D: (1) Ceres
- Ceres oder – in der Nomenklatur für Asteroiden – (1) Ceres ist mit einem mittleren Äquatordurchmesser von 963 km der kleinste bekannte Zwergplanet und das größte Objekt im Asteroidengürtel. Er ist nach der römischen Göttin des Ackerbaus benannt und wurde am 1. Januar 1801 von Giuseppe Piazzi als erster Kleinplanet entdeckt. Ceres wurde lange als Asteroid eingestuft und wird seit 2006 zur neuen Gruppe der Zwergplaneten gezählt; sein astronomisches Symbol ist eine stilisierte Sichel: Astronomisches Symbol von Ceres. Er besitzt keinen Mond. Schon Johannes Kepler vermutete in der „Lücke“ zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter einen Planeten, und die Entdeckung der Titius-Bode-Reihe um 1770 bestärkte derartige Vermutungen. Die von den Astronomen Franz Xaver von Zach und Johann Hieronymus Schroeter gegründete „Himmelspolizey“ machte sich ab 1800 daher gezielt auf die Suche nach dem vermuteten Planeten. Dazu wurde der Bereich um die Ekliptik in 24 Abschnitte geteilt. Jeder dieser Abschnitte wurde einer Sternwarte zugeteilt, die ihn nach dem Planeten absuchen sollte. (Artikel des Tages)
FEBRUAR
0209D: Friede von Lunéville
- Als Friede von Lunéville wird der am 9. Februar 1801 in Lunéville zwischen Frankreich und Österreich unter Franz II. unterzeichnete Friedensschluss bezeichnet. Der Friede galt auch für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Der Waffenstillstand zwischen Österreich und Frankreich, dem der Friede von Lunéville folgte, wurde am 25. Dezember 1800 in Steyr in der heutigen Löwenapotheke unterzeichnet. Der Friede von Lunéville beendete den Krieg der zweiten Koalition gegen Frankreich (Koalitionskriege) und bestätigte den Frieden von Campo Formio von 1797.
APRIL
0402D: Seeschlacht von Kopenhagen
- In der Seeschlacht von Kopenhagen besiegte die britische Flotte unter den Admiralen Sir Hyde Parker, Horatio Nelson und Thomas Graves am 2. April 1801 die dänische Flotte und vernichtete sie weitgehend.
JUNI
0606D: Friede von Badajoz
- Der Friede von Badajoz wurde am 6. Juni 1801 beschlossen und beendete den Orangen-Krieg zwischen den alliierten Spanien und Frankreich und dem Gegner Portugal. Portugal musste der Abtretung der Stadt Olivença (span.: Olivenza) an Spanien, der Abtretung Teilen Nord-Brasiliens an Frankreich (Französisch-Guyana) und der Schließung seiner Häfen für britische Schiffe zustimmen und eine Zahlung von 25 Mio. Franken leisten.
JULI
- Das Erste Seegefecht von Algeciras war ein Seegefecht im Rahmen der Koalitionskriege, das am 6. Juli 1801 in der Bucht von Algeciras stattfand. Es wurde zwischen einem kleinen französischen Geschwader, verstärkt durch spanische Küstenbatterien und Kanonenboote, und einem nominell überlegenen Verband britischer Blockadeschiffe ausgetragen. Die Franzosen unter Konteradmiral Charles-Alexandre Linois suchten mit drei Linienschiffen und einer Fregatte Schutz in der Bucht von Algeciras. Dort wurden sie von sechs britischen Linienschiffen unter Konteradmiral James Saumarez angegriffen. Aufgrund ungünstiger Windverhältnisse und der Unterstützung der Franzosen durch die Küstenbatterien konnten die Briten ihre Übermacht nicht ausspielen. Nachdem das britische Linienschiff Hannibal im flachen Wasser auf Grund gelaufen und durch konzentriertes Feuer manövrierunfähig geschossen worden war, zog sich das britische Geschwader zurück. Die Hannibal wurde von den Franzosen aufgebracht. Nur wenige Tage später, am 12. Juli 1801, trafen beide Seiten beim Zweiten Seegefecht von Algeciras erneut aufeinander.
- Das Zweite Seegefecht von Algeciras war ein Seegefecht im Zweiten Koalitionskrieg zwischen England und Portugal einerseits und Spanien und Frankreich auf der anderen Seite. Im Anschluss an das Erste Seegefecht von Algeciras am 6. Juli 1801 zog sich das britische Geschwader nach Gibraltar zurück. In der Bucht von Algeciras verblieben die drei französischen Linienschiffe Indomptable, Formidable und Desaix, sowie die Fregatte Muiron. Gestrandet und übergeben lag auch das 74-Kanonen-Linienschiff Hannibal jetzt unter französischer Flagge dort.
0715D: Konkordat von 1801
- Mit dem Konkordat vom 15. Juli 1801 beendete Napoléon den geistig-weltlichen Kampf mit der katholischen Kirche in seinem Sinne.
AUGUST
0824D: Vertrag von Paris
- Der Vertrag von Paris vom 24. August 1801 sicherte Bayern den Besitz seiner rechtsrheinischen Landesteile zu und enthielt das Versprechen Frankreichs, für von ihm beanspruchte linksrheinische Gebiete des Kurfürstentums einen baldigen Ersatz zu bieten. Der Vertrag war ein Entgegenkommen des Ersten Konsuls der Französischen Republik, Napoléon Bonaparte, für den machtpolitischen Schwenk Bayerns zu Frankreich.
SEPTEMBER
- Die Jungfrau von Orleans ist ein Drama von Friedrich Schiller. Das Stück wurde am 11. September 1801 in Leipzig uraufgeführt. Es nimmt den Stoff um die französische Heilige Johanna von Orléans auf und war zu Lebzeiten Schillers eines seiner am häufigsten gespielten Stücke. Werk- und literaturgeschichtlich lässt es sich der Weimarer Klassik zuordnen. Schon die paratextuelle Gattungsbezeichnung „romantische Tragödie“ weist darauf hin, dass Schiller mit dem Drama auf die aufkommende Romantik reagiert.
LEXIKON
- Mahmud Shah Durrani († 1829) war afghanischer Emir und herrschte in zwei nicht zusammenhängenden Zeiträumen zwischen 1801 und 1818 über Chorasan.
- Egwala Seyon († 1818) war vom Juni 1801 bis zu seinem Tod Kaiser von Äthiopien. Er war ein Mitglied der Salomonischen Dynastie und der Sohn von Hezqeyas.
- Die numerische lineare Algebra ist ein zentrales Teilgebiet der numerischen Mathematik. Sie beschäftigt sich mit der Entwicklung und der Analyse von Rechenverfahren (Algorithmen) für Problemstellungen der linearen Algebra, insbesondere der Lösung von linearen Gleichungssystemen und Eigenwertproblemen. Solche Probleme spielen in allen Natur- und Ingenieurwissenschaften, aber auch in der Ökonometrie und in der Statistik eine große Rolle. Die Algorithmen der numerischen linearen Algebra lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen: in die direkten Verfahren, die theoretisch nach endlich vielen Rechenschritten die exakte Lösung eines Problems liefern, und in die iterativen Verfahren, bei denen die exakte Lösung schrittweise immer genauer angenähert wird. Da aber auch die direkten Verfahren aufgrund der unvermeidlichen Rundungsfehler nur Näherungen für die exakte Lösung liefern, ist diese Unterscheidung nur für die Entwicklung und Untersuchung der Verfahren selbst von Bedeutung; für den praktischen Einsatz spielt sie keine große Rolle. Historisch gehen die ersten systematischen Verfahren aus beiden Gruppen – das direkte gaußsche Eliminationsverfahren und das iterative Gauß-Seidel-Verfahren – auf Carl Friedrich Gauß zurück. (Artikel des Tages)
- Das Musikwerk Die Jahreszeiten ist ein Oratorium von Joseph Haydn (Hob. XXI:3).
- Die Vögel, die Fische, die Hummeln, aber auch Gewehrschüsse und der junge Wein, der die Köpfe vernebelt - das alles erfreut uns heute ausserordentlich, wenn wir Joseph Haydns Tonmalereien hören in seinem Oratorium «Die Jahreszeiten». Er selber fand es nicht halb so lustig, beklagte sich gar und sprach von «diesem Quark».Die Sopranistin Barbara Locher und der Dirigent Joachim Krause diskutieren fünf verschiedene Aufnahmen, die in den letzten zwanzig Jahren entstanden sind. (DRS2 Diskothek im Zwei 2009, ohne Audio)
- Thomas Jefferson (1743-1826) war der dritte Präsident der Vereinigten Staaten (1801–1809), der hauptsächliche Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und einer der einflussreichsten Staatstheoretiker der USA. Jefferson war einer der Gründer der Demokratisch-Republikanischen Partei der Vereinigten Staaten. In seine Zeit als Präsident fielen der Kauf von Louisiana, die Lewis-und-Clark-Expedition und ein fehlgeschlagenes Handelsembargo gegen Großbritannien und Frankreich. Er gilt als „Vater der Universität von Virginia“, und seine Privatbibliothek war der Grundstock für den Wiederaufbau der Library of Congress nach dem Krieg von 1812. Sein Denken und Handeln war von den Prinzipien der Aufklärung bestimmt. Er setzte sich für eine Trennung von Religion und Staat, für eine große Freiheit des Einzelnen und für eine starke föderale Struktur der Vereinigten Staaten ein. Darüber hinaus trat Jefferson als Architekt hervor. Bekannte Bauten sind sein Wohnsitz Monticello und die Universität von Virginia, die beide seit 1987 zum UNESCO-Welterbe gehören.
- Die Jungfrau von Orleans ist ein Drama von Friedrich Schiller. Das Stück wurde am 11. September 1801 in Leipzig uraufgeführt. Es nimmt den Stoff um die französische Heilige Johanna von Orléans auf und war zu Lebzeiten Schillers eines seiner am häufigsten gespielten Stücke. Werk- und literaturgeschichtlich lässt es sich der Weimarer Klassik zuordnen. Schon die peritextuelle Gattungsbezeichnung „romantische Tragödie“ weist darauf hin, dass Schiller mit dem Drama auf die aufkommende Romantik reagiert.
- Friedrich Schillers Die Jungfrau von Orleans ist keine leichte Lektüre, und aus heutiger Sicht hat der schwäbische Großschriftsteller ohne Zweifel packendere Stücke geschrieben. Das zeitgenössische Publikum aber war von der Jungfrau begeistert. Das Drama spielt vor dem Hintergrund des Hundertjährigen Krieges zwischen Frankreich und England. Als der französische König den Kampf bereits verloren gibt, ereignet sich ein Wunder: Das arme Bauernmädchen Johanna (besser bekannt als Jeanne d’Arc) eilt ihm, einer göttlichen Mission folgend, zu Hilfe und führt das französische Heer von Sieg zu Sieg – um dann allerdings kurzzeitig vor der Kraft der Liebe zu kapitulieren und schließlich im Kampf zu fallen. Schon dieses von der geschichtlichen Wahrheit abweichende Ende zeigt, dass das Stück kein Historiendrama ist, sondern ein Werk, das den geistig-religiösen Weg der Hauptfigur nachzeichnen will und ihre Erhöhung ins Übergeschichtliche beabsichtigt. Die Sprache ist pathetisch, die Handlung voll religiöser Mysterien und schwer nachvollziehbarer Wandlungen, aber auch reich an theatralischen Effekten wie Blitzen, Donnergrollen und einem schwarzen Ritter, der sich in nichts auflöst. Es geht um die gewaltige Spannung zwischen Göttlichem und Menschlichem – und die bleibt bis heute faszinierend. (getAbstract)
- Die Klaviersonate Nr. 14 op. 27 Nr. 2 in cis-Moll von Ludwig van Beethoven wird auch als Mondscheinsonate bezeichnet. Beethoven selbst gab seinem Werk den Beinamen „Sonata quasi una Fantasia“ („… fast eine Fantasie“).
- Eintrag im Klassikarchiv (classicalarchives.com)
- Der erste Satz der Sonate Nr.14 op.27 von Beethoven ist einer der berühmtesten Klavierstücke überhaupt. Mit Mondschein und Romantik hat er aber genau so wenig zu tun wie mit einer geheimnisvollen Geliebten und technisch ist das Stück eins der einfachsten von Beethoven. Ist diese Musik so berühmt, weil sie so genial ist oder im Gegenteil, weil sie simpler Kitsch ist? Und: wer spielt sie so, dass mans noch hören mag? Darüber spricht Annelis Berger mit ihren Gästen Michael Thalmann und Franziska Weber. (SRF Diskothek im Zwei 2014)
- Interpretation von Tatjana Radkewitsch in Hombis Salon, Zürich (Hombis Junifestwochen 2020)
- Eintrag im Klassikarchiv (classicalarchives.com)
- Ludwig van Beethoven hat seine insgesamt zehn Violinsonaten für Mäzene oder reisende Geigenvirtuosen geschrieben, mit denen er zusammen konzertierte. Neben der «Kreutzersonate» ist die F-Dur-Sonate bis heute eine der beliebtesten und bekanntesten Sonaten - sie wurde bereits damals in der Presse hoch gelobt. Aufgrund ihres hellen, leuchtenden Charakters hat sie bald den Beinamen «Frühlingssonate» erhalten. Fertig komponiert hatte sie Beethoven tatsächlich in der entsprechenden Jahreszeit, im Frühling 1801. Gewidmet einem seiner Mäzene, dem Grafen Moritz von Fries, einem Bankier, Kunstsammler und grossen Musikfreund. Wie schreibt der Pianist Beethoven für Geige, wie funktioniert der Dialog zwischen Violine und Klavier? Diese Fragen werden u.a. besprochen in der Diskothek anhand sechs unterschiedlicher Interpretationen von Beethovens Frühlingssonate. Gäste von Eva Oertle sind die Geigerin Julia Schröder und der Pianist Tomas Dratva. (SRF Diskothek im Zwei 2019)
- Alexander I. (1777-1825), Kaiser von Russland (1801–1825), König von Polen (1815–1825) und erster russischer Großfürst von Finnland (1809–1825) aus dem Hause Romanow-Holstein-Gottorp.
QUELLEN
Blaue Stichwörter verweisen stets direkt auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel, daraus wird dann der Einleitungstext im ersten Abschnitt zitiert. Alle anderen Quellen sind am blauen Link am Schluss des jeweiligen Abschnitts erkennbar, daraus stammt dann auch der Text des Abschnitts.
Grundstock am 10.09.2010 erstellt