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Erich Fromm war der erste Psychoanalytiker, der die Bedeutung der Psychoanalyse für die Kunst des Lebens, die ‚ars vivendi‘, erkannte und in den Siebziger Jahren eine Psychologie der Kunst des Lebens skizzierte. Fromm plädiert dafür, von den „Meistern des Lebens“ zu lernen, was Fromm selbst tatsächlich lebenslang tat. Bei ihnen kann man lernen, dass das Leben selbst eine Kunst ist, die erlernt werden muss und durch keine Technik ersetzt werden kann. Der Beitrag ‚Von der Kunst des Lebens‘ sollte ursprünglich das 1976 erschienene Buch ‚Haben oder Sein‘ einleiten.
Portrait
Erich Fromm, Psychoanalytiker, Sozialpsychologe und Autor zahlreicher aufsehenerregender Werke, wurde 1900 in Frankfurt am Main geboren. Der promovierte Soziologe und praktizierende Psychoanalytiker widmete sich zeitlebens der Frage, was Menschen ähnlich denken, fühlen und handeln lässt. Er verband soziologisches und psychologisches Denken. Anfang der Dreissiger Jahre war er mit seinen Theorien zum autoritären Charakter der wichtigste Ideengeber der sogenannten „Frankfurter Schule“ um Max Horkheimer. 1934 emigrierte Fromm in die USA. Dort hatte er verschiedene Professuren inne und wurde 1941 mit seinem Buch „Die Furcht vor der Freiheit“ weltbekannt. Von 1950 bis 1973 lebte und lehrte er in Mexiko, von wo aus er nicht nur das Buch „Die Kunst des Liebens“ schrieb, sondern auch das Buch „Wege aus einer kranken Gesellschaft“. Immer stärker nahm der humanistische Denker Fromm auf die Politik der Vereinigten Staaten Einfluss und engagierte sich in der Friedensbewegung. Die letzten sieben Jahre seines Lebens verbrachte er in Locarno in der Schweiz. Dort entstand das Buch „Haben oder Sein“. In ihm resümierte Fromm seine Erkenntnisse über die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft. Am 18. März 1980 ist Fromm in Locarno gestorben.