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09.
Ein Tor ohne Tor erzielt
Was ist eigentlich, wenn das Tor seinen Platz verliert und der Ball trotzdem über die Linie geschoben wird? Eine solche Aktion gab es in der letzten Runde beim Spiel zwischen Thun und Chur. Die Schiedsrichter entschieden korrekterweise auf Tor.
Es passierte kurz nach Aufnahme des zweiten Drittels: Thuns Tobias Baumann lieferte sich hinter dem Churer-Tor einen erbitterten Zweikampf mit einem Gegenspieler. Dieser fiel zu Boden und riss dabei das eigene Gehäuse gut einen Meter zur Seite. Der Ball landete wieder bei Baumann, der den freistehenden Josef Pluhar bediente. Daraufhin schob der Tscheche die Kugel über die Torlinie, die anschliessend nicht im Tornetz sondern an der hinteren Bande landete.
Die Regelauslegung in einem solchen Fall ist etwas unkonventionell. Im Gegensatz zum Eishockey, wo das Spiel sofort unterbrochen wird, wenn das Tor aus seiner Verankerung fliegt, müssen die Schiedsrichter das Spiel nicht zwingend unterbrechen. "Bei dieser Szene gab es keinen offensichtlichen Grund, das Spiel zu unterbrechen. Es wäre sogar eine Benachteiligung für Thun gewesen", erklärt der Verantwortliche Spitzenschiedsrichter von swiss unihockey Thomas Erhard. Wenn das Spiel nicht unterbrochen wird und ein Spieler den Ball durch die Torlinie schiesst, wird also in der Regel auf "Tor" entschieden. "Theoretisch kann es sein, dass das Tor drei Meter von der Torlinie entfernt steht und trotzdem ein korrekter Torerfolg erzielt werden kann", klärt Erhard auf. Knifflig könnte es werden, wenn ein hoher Abschluss erfolgt. Der Schiri-Boss ergänzt: "Bei einem hohen Ball auf Lattenhöhe würden die Schiedsrichter im Zweifelsfall wohl tendenziell auf 'kein Tor' entscheiden."