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Die British Riding Ponies sind die Aristokraten unter den Ponys, blaublütig sozusagen. Sie sind edel, ihre Stammbäume sind lang und nobel, sie haben Klasse und gute Manieren. Sie stammen aus dem Pferdeland England - wie ihr Verwandter, das englische Vollblut. Entstanden ist die Zucht Ende des 19. Jahrhunderts.
Am Anfang stand der Polosport. Dieser war vom 10. Königlichen Husarenregiment 1869 bei seiner Rückkehr aus Indien in England eingeführt worden und fand schnell grossen Anklang. Es fehlten im Land jedoch geeignete Poloponys. Diese mussten schnell, wendig, zäh, belastbar und unerschrocken sein - und sie durften nicht grösser sein als 14.2 hh (148 cm). Diese Begrenzung war von der Hurlingham Polo Association vorgeschrieben und erwies sich als Hauptknackpunkt für die Poloponyzucht. 1893 gründeten einige der renommiertesten Pferdeleute des Vereinigten Königreiches die „Polo Pony Stud Book Society“ und eröffneten ein Zuchtbuch. Die Bedeckung von einheimischen Ponystuten, namentlich Welsh Mountain und Dartmoor, mit kleinen, kompakten Vollbluthengsten, gelegentlich auch Arabern, ergab eine ausgezeichnete Zuchtbasis für Poloponys.
1913 wurde der Verband in „National Pony Society“ (NPS) umbenannt, der Schwerpunkt der Zucht hatte sich in Richtung Qualitäts-Reitpony für Sport, Schau und Freizeit verlagert. Um der stetig und stark wachsenden Nachfrage nach Schauen und Turnieren begegnen zu können, wurde 1949 die British Show Pony Society gegründet, die sich seither um alle reiterlichen Aspekte kümmert.
British Riding Ponies (BRP) werden weltweit sehr geschätzt. Viele Ponys mit besten Blutlinien wurden (und werden) exportiert, vor allem nach Australien und Neuseeland. Nach dem Vorbild Englands begann man ab den 1960er Jahren auch auf dem Kontinent Reitponys zu züchten, oft auf der Basis von British Riding Ponies. Die erfolgreichsten Deutschen Reitponys zum Beispiel führen in der Regel BRP-Blut.
Im Laufe der Zeit sind in England viele grössere und kleinere Gestüte entstanden, eigentliche Dynastien, die mit sehr begehrten Blutlinien züchten. Manche Zuchthengste haben beinahe Kultstatus, zum Beispiel der legendäre „Bwlch Valentino“, der wohl berühmteste Stempelhengste der Zucht. Das weibliche Gegenstück dazu ist „Pretty Polly“ von der es heisst, sie sei die beste je gezüchtete Reitponystute gewesen.
Es gibt zwei Typen British Riding Ponies: Das Show Pony und das Show Hunter oder Working Hunter Pony. Die Unterschiede sind fliessend. Ein Show Pony sollte Typ, Adel, Substanz, Härte, Eleganz und Gangwerk eines erstklassigen kleinen Vollblüters haben, sich aber die typischen Ponyeigenschaften bewahren. Also angenehmes Temperament, Intelligenz, Zähigkeit und Trittsicherheit. Das Show Hunter Pony sollte dem Typ eines erstklassigen mittelschweren Jagdpferdes oder Steeplers entsprechen, aber unverkennbar ein Pony sein. Die Ponyeigenschaften sind unerlässlich und spielen bei der Bewertung eine zentrale Rolle. BRP müssen eindeutig Ponys sein und nicht kleine Pferde.
Die über Generationen erfolgte sorgfältige Selektion auf Typ, Charakter und Leistung hat ein edles, freundliches, sensibles, nervenstarkes Pony für alle Reitsportdisziplinen hervorgebracht. Je nach Grösse eignet es sich sowohl für Kinder als auch für Erwachsene (Poloponys trugen erwachsene Männer während der Spielzeit eines rasanten, harten Sportes!). Das BRP ist elegant und hat oft brilliante Gangarten und überragende Springanlagen. Vermutlich ist es die einzige Rasse, die gezielt auch auf Kindertauglichkeit selektioniert wird - die Richter wollen ausser Schönheit und Gangwerk auch angenehmes Temperament und gute Manieren sehen. Das BRP will aber seriös ausgebildet und geritten werden sowie tiergerecht gehalten werden. Für aktive, feinfühlige Reiter ist das British Riding Pony ein absolut zuverlässiger, äusserst vielseitiger Partner - eine Freude zu besitzen und eine Freude zu reiten.
Das Stockmass liegt für Showponys zwischen ca. 115 cm und 148 cm, für Show- und Working Hunter-Ponys bis 153 cm. Bevorzugt werden Braune und Füchse aller Schattierungen, es kommen aber - ausser Schecken - alle Farben vor.
Die Bedingungen für die Eintragung im Zuchtbuch sind streng und eine Registrierung ist entsprechend prestigeträchtig. Die Rasse hat sich längstens konsolidiert und die Reinzucht, also BRP mal BRP, ist üblich und vorherrschend. Einzig Vollblut, Native Ponys (englische Ponyrassen) und Araber - die Ausgangsrassen also - dürfen wieder eingekreuzt werden. Diese Tiere müssen jedoch mindestens drei im Hauptzuchtbuch ihrer Rasse registrierte Generationen lückenlos nachweisen können und von der NPS als zuchtberechtigt anerkannt sein. Andere Kreuzungen oder Rassen sind vom Zuchtbuch (NPS Stud Book, blauer Pass) ausgeschlossen.
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