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Vereine und Künstlerkolleg*innen
Hoher Adel
"Sicher wie Jold" – das tönt etwas "altertümlich"; was aber nachvollziehbar ist in Anbetracht dessen, dass der Verein bereits 1904 in Zürich gegründet wurde. Das deutsche Pendant wurde sogar bereits 1891 in Hamburg gegründet. Der Artisten- und Musikerverband war in der Schweiz viele Jahre eine wichtige Stütze für freischaffende Künstler*innen und Artist*innen. Die Kriterien, in den Verein aufgenommen zu werden, waren sehr streng; nur die Besten wurden zugelassen. Der Verband amtete auch als eine Art Agentur, über die Künstler*innen engagiert werden konnten. Im Weiteren organisierte "Sicher wie Jold" während vieler Jahre den Zürcher Künstler- und Artistenball, der meist im Kongresshaus Zürich stattfand.
Sasso war verdientes Mitglied des Verbands und führte sich hier unter Seinesgleichen sehr wohl. Während rund 22 Jahren nahm er aktiv am Vereinsleben teil. Die Mitglieder von "Sicher wie Jold" trafen sich regelmässig im Sitzungslokal. Das erste Sitzungslokal befand sich im Restaurant Schlauch, nach mehreren Wechseln dann im Restaurant Hinterer Sternen (bis 1992). Das letzte offizielle Sitzungslokal befand sich im Hotel Kronenhof. Danach trafen sich die Mitglieder jeweils am ersten Mittwoch jeden Monats zum "Mittwoch-Höck" im Restaurant Moléson bzw. bis heute im Restaurant Casino Altstetten. Die Mitglieder von "Sicher wie Jold" teilten sich in drei Fraktionen: die "Rote Ecke", der "Hohe Adel" und das "Zentrum". Sasso war Teil des "Hohen Adels". Bei den Treffen versuchte jede Fraktion, die anderen mit Vorträgen zu übertrumpfen. Viele Mitglieder gaben bei den Treffen auch Kostproben aus ihren Programmen zum Besten.
Ehrenjoldjunge
Der Titel "Ehrenjoldjunge" galt in der Künstlervereinigung als eine Art Ehrenmitgliedschaft; eine Auszeichnung, die auch Sasso zuteil wurde. Zu seinem Tod schaltete die Künstlervereinigung eine Todesanzeige (vgl. Nachrufe) und würdigte Sasso mit einem Nachruf im Mitteilungsblatt der Vereinigung. Darin hiess es unter anderem:
"Sasso hat sich zu einem Original entwickelt, er wurde ein Begriff, ihm selbst war es eine innere Mission, den Leuten das Lachen beizubringen. Seine bedingungslose Hingabe an seine Bühnenarbeit darf restlos anerkannt werden und brachte ihm, wenn auch etwas spät, das materielle Echo. Vor seinen Zuschauern hat er sich verströmt, seine naive Komik war durchschlagkräftig und hat ihm immer einen Star-Platz gesichert. Nach ihm war es schwer, beim Publikum anzukommen. Das höchste Mass seiner menschlichen Verbundenheit war sein uneingeschränkter Erfolg bei Kindern und alten Leuten."
Das Bild zeigt Sasso (links) mit Kollegen von "Sicher wie Jold" an einem Artistenball im Kongresshaus Zürich.
Club Zürcher Magier
1939 wurde der Magische Ring Schweiz gegründet, der Verein Schweizer Zauberkünstler. Einige Jahre nach der Gründung entstand in Zürich ein sogenannter Ortsring, also ein lokaler Ableger. Sasso war dort sicher seit 1950 Mitglied – weiter zurück reichen die entsprechenden Unterlagen nicht. 1956 wurde der Ortsring aufgelöst und daraus hervor ging der Club Zürcher Magier.
Sasso war nicht nur Gründungsmitglied des neuen Vereins, sondern hatte auch das Amt des Vize-Präsidenten bzw. "Vice-Obmanns", wie es damals hiess, inne, wie das Gründungsprotokoll zeigt (mit bestem Dank an den Club Zürcher Magier). Im Protokoll der Generalversammlung von 1958 ist beim Traktandum Wahlen folgendes festgehalten: "Sasso unser Vice-Obmann beantragt seinen Rücktritt. Dieser wird jedoch einstimmig abgelehnt, und Sasso ist bereit, den Posten nochmals zu übernehmen." 1960 legte er sein Amt definitiv nieder, 1964 ist er gemäss Akten aus dem Club ausgetreten.
Besondere Gratulation
Weshalb Sasso vom Club Zürcher Magier der nebenstehende Zinnteller verliehen wurde, ist leider nicht überliefert. In den Clubakten findet sich aber im Protokoll von 1958 folgender spannender Vermerk: "Aus Luxemburg liegt uns eine Gratulation vor, betr. unsern Sasso. Sein Gastspiel sei grossartig gewesen. Ja, er wurde als Grock der Zweite betitelt und bejubelt. Bravo Sasso!" Eine Postkarte, die Sasso 1958 aus Luxemburg an seine Tochter Ruth schickte (vgl. Bildergalerie), zeugt ebenfalls davon, dass Sasso dort einen Auftritt hatte. Belegt wird dies auch mit einem Bericht in der Zeitschrift "Hokus-Pokus" des Magischen Rings der Schweiz. Dort schrieb William Weyeneth in der Ausgabe 2/1958 in der Rubrik "Magisches aus aller Welt" folgende Laudatio:
"Unser lieber Sasso hat sich in Luxenburg, wohin er zu einer Fest-Gala eingeladen worden war trimphale Erfolge errungen. Sein Name prangte in grossen Lettern in der ganzen Presse und die Kritik hob seine Grock-ähnlichen Qualitäten hervor. Wenn er auch das Sprichwort: 'der Prophet gilt nichts im eigenen Lande' Lügen straft (..wie hungert und lechzt doch der 'Wolf' an der Limmat periodisch nach ihm) so freut es uns, dass die zehnte Muse des Ueberbrettl, ihm über alle Massen hold gesinnt war und er mit seiner zwingenden Komik, mit seinem sinnigen Unsinn, die Luxenburger ausser Rand und Band zu bringen vermochte. Lieber Sasso, Du bist und bleibst für Neurotiker-Asthmatiker und Rheumatiker die beste Arznei!"
Künstlerkolleg*innen
Seine jahrelange Mitgliedschaft bei "Sicher wie Jold" und im Club Zürcher Magier sowie die zahlreichen Bühnenengagements vernetzten Sasso gut: Er hatte zahlreiche sehr gute Bekanntschaften unter Künstlerkolleg*innen. So ist aus Erzählungen bekannt, dass Sasso ein gutes Verhältnis zum Basler Künstler Alfredo hatte. Es gab aber auch viel Neid unter den vermeintlichen Kollegen – besonders natürlich dann, wenn einer dem anderen ein Engagement "wegschnappte". In der undatierten Aufnahme ist Sasso hinten links, mit Fliege, zu sehen.