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Konrad Widmer gründete 1978 zusammen mit seinem Wissenschaftlichen Mitarbeiter Bruno Meile die Erziehungsberatungsstelle des Pädagogischen Instituts an der Kronenstrasse 48 (vgl. Pädagogisches Institut, Jahresberichte 1972-1987). Sie entstand mitunter auf Anraten von Kinderärzten, welche „gemerkt haben, dass mit Tabletten und Spritzen weder Problemkindern noch den Eltern geholfen ist“ (Widmer 1986 in Pädagogisches Institut, Jahresberichte 1972-1987) und passte gut zum Auftrag des Instituts, eine Brücke zwischen Forschung und Praxis zu schlagen (vgl. RRB 226, 1968) Die Leitung oblag bis 1986 Bruno Meile, der an der Universität Zürich Pädagogik, Philosophie, Anatomie und Psychologie studiert hatte. Er promovierte 1970 bei Konrad Widmer und war danach 15 Jahre lang dessen Assistent, Mitarbeiter und Vertrauter. Die Beratungsstelle war eine Herzensangelegenheit des 1977 habilitierten und wurde von ihm aufgebaut und geprägt.
Die Erziehungsberatungsstelle verfolgte einen mehrfachen Leistungsauftrag. Zentral war sowohl den Eltern als auch den Kindern bei einem weiten Spektrum von Problemlagen beratend zur Seite zu stehen. Dabei verstand sie sich als Dienstleisterin speziell auch für jene Familien, welche wenig finanzielle Mittel zur Verfügung hatten. Gleichzeitig war ihr auch Forschung und Lehre angegliedert. So ermöglichte sie als Ausbildungsstätte die Heranführung von Studierenden an beratende Tätigkeiten und war als Forschungsfeld die Grundlage diverser Dissertationen und Forschungsarbeiten des Fachbereichs Pädagogische Psychologie.
Bereits von Beginn an erfreute sich die Erziehungsberatungsstelle grossen Andrangs, weshalb schon 1979 die Hilfe weiterer Mitarbeitenden des Fachbereichs Pädagogische Psychologie notwendig wurde, bevor sie dann 1981 an ihre räumlichen Grenzen stiess. Auch wegen des anhaltenden Platzmangels wurde die Erziehungsberatungsstelle 1985 an die Rämistrasse 74 verlegt. Nach dem plötzlichen Tod von Bruno Meile übernahm 1987 Ida Schädelin nach ihrer Promotion am Pädagogischen Institut die Leitung der Erziehungsberatungsstelle (vgl. PIK 25) und führte diese bis 1991 fort (vgl. PIK 33). Ab 1991 teilten sich Sigrid Schröer und Maja Storch, die beide bei Helmut Fend promovierten, die Leitung und führten 1992 eine inhaltliche Aufteilung ein (vgl. AKABER 1992). Sigrid Schröer übernahm die Abteilung der Beratung von Eltern, Kinder und Lehrpersonen, während Maja Storch der Abteilung des Gruppentrainings für Eltern und Lehrpersonen vorstand. 1995 zog die Beratungsstelle erneut um und befand sich neu an der Scheuchzerstrasse 21. In den folgenden Jahren wurde es allmählich ruhiger um die Erziehungsberatungsstelle. 2005 zog das Pädagogische Institut an die Freiestrasse 36 (vgl. PIK 62) und Helmut Fend, an dessen Lehrstuhl die Beratungsstelle angesiedelt war, wurde 2006 emeritiert (vgl. AKABER 2006). Maja Storch verliess das Institut 2007 (vgl. PIK 67) und Sigrid Schröer tat dies im Jahr darauf (vgl. PIK 68).
Quellen und Literatur
Archiv des Instituts für Erziehungswissenschaft:
Institut für Erziehungswissenschaft Archiv (IfE Archiv). Pädagogisches Institut. Jahresberichte 1972-1987.
Institut für Erziehungswissenschaft Archiv (IfE Archiv). Pädagogisches Institut. Pädagogisches Institut Kurier (PIK) 1975-2011.
Archiv der Universität Zürich:
Akademische Berichte (AKABER) 1992-2008.
Autorenschaft
Tamara Lehner-Loosli
Zeitmarke
1978