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Als weibliche Angestellte im Männerstraf- und -massnahmenvollzug
Eine empirische Analyse von Möglichkeiten, die durch geschlechtergemischte Arbeitsteams entstehen, und deren Ausschöpfung im Arbeitsalltag
Die Arbeit im Männerstraf- und -massnahmenvollzug hat sich in den letzten Jahren verändert. Disziplinen wie Psychologie oder Soziale Arbeit werden bedeutender und qualifizierte Mitarbeitende werden angestellt. Auch die Zahl an weiblichen Mitarbeitenden ist deutlich gestiegen. In der folgenden Arbeit geht es darum herauszufinden, welche Möglichkeiten sich durch die Anstellung von Frauen im Männerstraf- und -massnahmenvollzug für die Institution, die Eingewiesenen, die Mitarbeitenden und die Frauen selbst ergeben und was es braucht, um diese Möglichkeiten auszuschöpfen. Für die Beantwortung der Fragestellung wurde zuerst eine theoretische Kontextualisierung des Straf- und Massnahmenvollzugs vorgenommen, um den Rahmen, in welchem sich die Frauen bewegen, und die gesetzlichen Bedingungen zu veranschaulichen. Auch die Verortung der Sozialen Arbeit in diesem Bereich wurde gemacht und Geschlechterverhältnisse aufgezeigt. Dazu wurden verschiedene Herausforderungen, die sich den Frauen stellen, beleuchtet. Basierend auf den theoretischen Ausarbeitungen wurde eine empirische Untersuchung durchgeführt. Es wurden drei Leitfadeninterviews mit Sozialarbeiterinnen im Straf- und Massnahmenvollzug geführt, wobei eine Interviewpartnerin die Direktorin einer Institution ist. Anschliessend wurden die Daten anhand der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass sich für die Eingewiesenen durch die Zusammenarbeit mit Frauen Lernfelder eröffnen und sie die Arbeit von und mit weiblichen Angestellten schätzen. Die Anstellung von Frauen kann dazu einen positiven Einfluss auf das Arbeitsklima haben, wobei dabei vor allem neue Mitarbeiterinnen, die fachliche Inputs und grosse Motivation mitbringen, Arbeitsteams bereichern. Abschliessend wird betont, dass es institutioneller Rahmenbedingungen und Orientierungen bedarf, damit sich Frauen in der Arbeit wohl und sicher fühlen. Die Auseinandersetzung mit Geschlechterfragen und der damit einhergehenden Thematik von Nähe und Distanz liegt nicht in der Verantwortung der Frauen, sondern aller Mitarbeitenden. So können Vorfälle, die dazu führen, dass Vorurteile gegenüber Frauen im Männerstraf- und -massnahmenvollzug aufrechterhalten werden, vermieden werden. Von weiblichen Angestellten wird ein angemessener Umgang mit schwierigen Situationen und grenzüberschreitendem Verhalten gewünscht, damit eine Aufarbeitung belastender Situationen für Frauen stattfindet und sich die Zusammenarbeit zu Gunsten der Klientel verbessert.