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Schawinski
E282 • mit Wim Wenders
Talk
Schweiz 2018
Er hat ihm 55 Fragen gestellt: Kultregisseur Wim Wenders hat Papst Franziskus acht Stunden lang interviewen dürfen. Daraus entstanden ist der aktuelle Dokumentarfilm «Papst Franziskus: Ein Mann seines Wortes». Durch die intensive Beschäftigung mit dem Heiligen Vater sei Wenders «viel mutiger geworden. Ich komme mit weniger aus». Das charismatische Oberhaupt der katholischen Kirche ist denn auch Kapitalismuskritiker und appelliert eindringlich an ein Leben in Armut.
Das Ausmass von Missbrauchsfällen an Minderjährigen durch katholische Ordensmänner wird im Film kaum thematisiert. Jüngst wurde etwa bekannt, dass im US-amerikanischen Gliedstaat Pennsylvania über 1000 Kinder von rund 300 Priestern sexuell missbraucht worden seien. Andere Beispiele gibt es aus Deutschland oder Irland. Warum hat Wim Wenders dieses Thema nicht kritischer behandelt?
Für sein 50-jähriges Schaffen wird der renommierte Regisseur, der auch als Autor, Produzent und Fotograf tätig ist, am diesjährigen Zürich Filmfestival ausgezeichnet. Mit Spielfilmen wie «Paris, Texas» (1984) oder «Himmel über Berlin» (1987), aber auch mit der 3D-Dokumentation «Pina» (2011) konnte Wenders internationale Erfolge feiern. Und nun also hat er einen Papstfilm gemacht. Hätte Wim Wenders diesen anders gedreht, wenn bei Projektbeginn das Ausmass der Missbrauchsfälle wie in den USA schon bekannt gewesen wäre? Was fasziniert Wenders am Heiligen Vater? Roger Schawinski fragt nach.
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