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Die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran sind Geschichte. Jetzt will die Islamische Republik wirtschaftlich aufblühen. Der Handel mit China soll sich in den kommenden zehn Jahren auf 600 Milliarden Dollar mehr als verzehnfachen, wie der chinesische Präsident Xi Jinping und sein iranischer Amtskollege Hassan Ruhani vereinbarten.
Wachstumsziel von 8 Prozent
Ruhani zufolge benötigt der Iran jährlich ausländische Investitionen in Höhe von 30 bis 50 Milliarden Dollar, um das Wachstumsziel von 8 Prozent zu erreichen. Für ausländische Unternehmen ist das Land mit seinen 80 Millionen Einwohnern und einer Wirtschaftskraft von über 400 Milliarden Dollar ein attraktiver Markt, auch wenn es noch viele Hindernisse gibt.
Banken sind nach hohen Geldbussen wegen Iran-Geschäften vorsichtig. Doch ohne Zahlungsverkehr und Handelsfinanzierungen sind Geschäfte kaum abzuwickeln. Immerhin könnte der Iran bald wieder in das internationale Zahlungsverkehrsystem Swift aufgenommen werden. «Es ist nur noch eine Frage von Wochen, weniger als ein Monat», sagte ein Vertreter der iranischen Zentralbank der Nachrichtenagentur Reuters. Swift lehnte eine Stellungnahme ab.
Neue Flugzeuge benötigt
Teheran werde noch in dieser Woche 114 Flugzeuge von Airbus bestellen, kündigte der iranische Verkehrsminister Abbas Achundi an. Der Vertrag zwischen der Fluggesellschaft Iran Air und dem Airbus-Konzern werde am Mittwoch in Paris unterzeichnet. Es ist die letzte Station der ersten Europareise von Präsident Hassan Ruhani. Ruhani besucht diese Woche Rom und Paris.
Der Iran will 16 Jets des Langstreckenflugzeugs A350 sowie A320-, A330-, A340- sowie A380-Maschinen bestellen. Die Auslieferungen sollen laut Vize-Verkehrsminister Asghar Fachrieh Kaschan zwischen 2016 und 2022 erfolgen. Kurz vor dem Abschluss stehe bereits der Erwerb von acht A380-Grossraumflugzeugen, die ab 2019 geliefert würden, sagte Kaschan der Nachrichtenagentur Reuters.
Der Chef der Entwicklungskommission im Parlament, Mahdi Haschemi, sagte, der Iran könne in den nächsten drei Jahren bis zu 500 Flugzeuge benötigen.
Kein Vertrauen in den Westen
Nach dem Rückzug vieler westlicher Unternehmen im Zuge der Sanktionen hat China seine Präsenz im Iran in den vergangenen Jahren kräftig ausgebaut. Xi und Ruhani besiegelten insgesamt 17 Abkommen, darunter eine Kooperation in der Atomenergie und die Wiederbelebung der alten Handelsroute, der Seidenstrasse.
Schweiz entsperrt Millionen
Der Bund hat zwölf Millionen Franken aus dem Iran wieder freigegeben. Das Geld war wegen der Sanktionen gegen den Staat in der Schweiz blockiert und konnte von den Besitzern nicht abgezogen werden. Wegen der Aufhebung der Sanktionen wurden die Gelder nun entsperrt.