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Espírito Santo, grösstenteils umgeben vom Atlantischen Ozean und dem Bundesstaat Minas Gerais, und in kleinerem Mass von Rio de Janeiro und Bahia, wurde anfänglich vom Meer aus kolonisiert, nach wilden, blutigen Kämpfen.
Obwohl Espirito Santos längste Grenze die mit Minas Gerais ist, hat der Nachbarstaat hinsichtlich seiner Mythologie kaum einen Einfluss auf seine kleineren Nachbarstaaten gehabt – auch nicht hinsichtlich ihrer Bevölkerung. Während dagegen die Präsenz von Rio de Janeiro – hektisch bewegt von der Sklaverei und den Zuckerplantagen – den Süden des Staates stark beeinflusst hat. In dieser Region, deren Hauptstadt “Cachoeira de Itapemirim“ ist, wo sich Afrikaner, kleine Industrie- und Landarbeiter niedergelassen haben, hat sich eine intensive Penetration der Mythen ergeben.
Die Zentren des Küstenstreifens wurden von der Mythologie Portugals beeinflusst. Die Grenze zum Bundesstaat Bahia hat einige Reste kolonisatorischer Präsenz und der dort lebenden Afrikaner aufgenommen.
Prinz Max zu Wied-Neuwied, der sie besuchte – er reiste auf dem Landweg von Espirito Santo nach Bahia – hat, obgleich er gewissenhaft und sachkundig vorging, wie alle deutschen Wissenschaftler es zu tun pflegen, nur unbedeutende Daten religiöser und gesellschaftlicher Mentalität sammeln können, und noch weniger an Mythen, wenn man sie mit den Ergebnissen anderer Aspekte vergleicht.
Espirito Santo präsentiert jene europäischen Mythen, die über seine Meeresufer herübergebracht wurden – sie sind die deutlichsten. Die Indios, in diesem Fall die Botocudo, waren lange Zeit unbezähmbar und hielten sich fern von der Zivilisation – also wurden auch ihre Mythen nicht verbreitet – man nimmt lediglich an, dass sie jenen Mythen der Tupi ähnelten, die sich durch ihren engen Kontakt mit den weissen Siedlern bei jenen ausbreiteten. Und so ist die mythologische Figur des “Curupira“, eines Zwergs aus der Tupi-Mythologie, heute die bekannteste Sagengestalt in Espirito Santo.
Also auch hier die klassischen Legenden von allgemeinem Charakter – “Lobisomem, Mulas-sem-Cabeça, Boitatá, Curupira“. Der bahianische Zumbi erscheint nicht – aber der aus Rio de Janeiro, zusammen mit dem einbeinigen schwarzen Zwerg “Saci-Pererê“, beide sind vom Süden in den Norden emigriert. Der Zumbi, mit seltenen Geschichten, kam aus Rio de Jabeiro, denn nur im Umfeld dieser Grenze existieren entsprechende Erzählungen.