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HAVANNA - Auf Twitter überschlagen sich am frühen Morgen die Meldungen: Fidel Castro, der Máximo Líder, ist tot! Eine Meldung, die sich jedes Jahr wiederholt – oder an der diesmal wirklich etwas dran ist?
Es begann mit einem Schwarz-Weiss-Foto: Darauf liegt ein Mann mit geschlossenen Augen. Er sieht Fidel Castro (85) sehr ähnlich. Das Bild stammt offenbar vom dominikanischen Journalisten Santiago Contreras, der es bereits am 29. Dezember auf seinem Blog veröffentlicht haben will. «Twitter-Benutzer haben das Bild entdeckt und die Lawine so in Gang gesetzt», sagt Contreras gegenüber dem australischen «Special Broadcasting Services».
Die kubanische Regimekritikerin und Bloggerin Yoani Sánchez wurde von sovielen Anfragen bombardiert, dass sie sich zur Stellungsnahme genötigt fühlte: «Jedermann fragt mich, ob es wahr sei, dass Fidel Castro tot oder sehr krank sei. Ich weiss es nicht, und wenn es wahr wäre, wären wir auf Kuba die Letzten, die es erfahren würde», twitterte sie in den frühen Morgenstunden.
Fidel Castro (85) ist nicht zum ersten Mal «gestorben» – bereits im August letzten Jahres sorgte die gleiche Meldung auf Twitter für Furore. Angesichts der Verbreitung solch ungeprüfter Meldungen bringt es ein Twitter-Benutzer auf den Punkt: «Bevor Fidel Castro seinen Tod nicht selbst bestätigt, glaube ich es nicht!»
Parkison?
Fidel Casto regierte Kuba bereits seit 1959. 2008 übergab er die Staatsgeschäfte seinem Bruder Raúl. Wie gross Castros politischer Einfluss heute noch ist, ist schwer einzuschätzen.
Sicher ist: Immer wieder gibt es Meldungen über schwere Krankheiten und lebensbedrohliche Herzinfarkte. Die amerikanische CIA liess 2005 verlautet, Castro sei an Parkinson erkrankt und die Symptome machten sich immer stärker bemerkbar. Castro antwortete darauf mit einer seiner bekannten, mehrstündigen Reden. Dennoch werden die öffentlichen Auftritte des 85-Jährigen immer seltener, was die Gerüchteküche anheizt.
Das letzte Mal sorgte Castro im September 2010 mit einem Interview für Aufsehen. Gegenüber einem amerikanischen Journalisten sagte er, dass das kubanische Model gescheitert sei. (gux)