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Am 13. April 2010 kündigten fast alle Mitarbeitende der damaligen Comparex Schweiz. Kurz darauf wurden sie von der neu gegründeten Bison IT Services angestellt. Verwaltungsrat von Comparex Schweiz war bis kurz vor dem 13. April 2010 Rudolf Fehlmann, Geschäftsführer war Oliver Schalch. Vor der Massenkündigung hatte sich Rudolf Fehlmann mit den Inhabern von Comparex Schweiz überworfen.
Comparex Schweiz hat die Massenkündigung und damit den Verlust fast aller Mitarbeitenden nicht lange überlebt. Das Nachfolgeunternehmen DC & POS ging 2012 unter.
Fehlmann und Schalch sowie vier weitere Kadermitarbeiter der ehemaligen Comparex wurden wegen ungetreuer Geschäftsführung angeklagt und im Oktober 2016 vom Luzerner Kriminalgericht verurteilt. Die Staatsanwaltschaft warf Fehlmann und Schalch vor, die Mitarbeitenden zur Massenkündigung aufgefordert zu haben und diese auch vorbereitet zu haben.
Die
Urteile fielen hart aus: Fehlmann, der nicht nur Verwaltungsrat von Comparex, sondern auch langjähriger Geschäftsführer der Bison-Gruppe gewesen war, wurde zu zwei Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Sechs Monate der Strafe wurden unbedingt ausgesprochen. Das Urteil gegen Oliver Schalch lautete gleich. Gegen vier weitere Kadermitarbeitende von Comparex Schweiz wurden bedingte Geldstrafen ausgesprochen.
Alle Verurteilten hatten beim Luzerner Kantonsgericht Berufung eingelegt
. Nun liegen die Urteile der höheren Instanz vor: Das Gericht hat wesentlich mildere Urteile ausgesprochen. Wegen ungetreuer Geschäftsführung wird nur noch Rudolf Fehlmann verurteilt, und zwar zu einer bedingten Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Ausserdem muss er einen Grossteil der Kosten des Verfahrens tragen.
Alle anderen Beteiligten, insbesondere auch der ehemalige Geschäftsführer Oliver Schalch, werden vom Kantonsgericht wegen Gehilfenschaft zu ungetreuer Geschäftsführung verurteilt. Auch diese Urteile werden bedingt ausgesprochen. Während Schalch zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 14 Monaten verurteilt wurde, wurden gegen die anderen Kadermitglieder bedingte Bussen in 5-stelliger Höhe verhängt.
Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Ob die Verurteilten weitere Rechtsmittel gegen das substanziell mildere Urteil des Kantonsgerichts ergreifen werden, ist noch nicht bekannt.