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© Mathias Schäf
Die Feldlerche ist ursprünglich ein Steppenvogel. Sie bevorzugt bei uns offenes Kulturland mit kurzer und lückiger Vegetation und hält Abstand zu hohen Strukturen wie Bäumen, Gehölzen und Siedlungen. Seit den 1970er-Jahren sorgt die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung für sinkende Bestände in weiten Teilen Europas. Auch in der Schweiz nimmt der Feldlerchenbestand seit den 1990er-Jahren stetig ab, und die Art ist aus vielen Gebieten verschwunden. Sie musste deshalb bereits 2001 und auch 2010 als potentiell gefährdet auf der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten der Schweiz eingestuft werden. Inzwischen ist sie auch eine Prioritätsart für die Artenförderung.
Die Gründe für die Probleme, welche die Feldlerche in der heutigen Agrarlandschaft hat, sind hinreichend bekannt. Trotz dieses Wissens gelang es bis jetzt nicht, auf grösseren Flächen wirksame Fördermassnahmen umzusetzen. Deshalb wollen wir in einem ersten Schritt die Feldlerchenförderung in ausgewählten Projektgebieten aktiv angehen, um anhand guter Fallbeispiele eine breitere Akzeptanz für die Förderung zu schaffen.
Im Rahmen dieser Förderprojekte möchten wir ausserdem in einem zweiten Schritt neue Erkenntnisse gewinnen und u.a. folgende Fragen beantworten:
Um die Feldlerche gezielt fördern zu können, haben wir für das gesamte Mittelland eine Potenzialkarte erstellt. In den dort dargestellten Flächen ist die Feldlerchenförderung am vielversprechendsten. In einer Auswahl dieser Gebiete soll die Förderung mit Hilfe von lokalen, kantonalen und nationalen Partnern verstärkt werden. Als übersichtliche Grundlage für die Feldlerchenförderung haben wir in einem Faktenblatt verschiedene Fördermassnahmen inklusive möglicher Direktzahlungsbeiträge zusammengestellt.
Für die Feldlerche förderlich sind eine gemischte, kleinparzellierte Bewirtschaftung (vielfältiger Ackerbau und wenig Grünland), ein vermehrter Anbau von Sommergetreide und eine Teilextensivierung auf Produktionsflächen (weitreihige Getreidesaat, ungesäte Kleinflächen in Ackerkulturen). Bekannte Förderungsmassnahmen sind zudem extensiv genutzte Wiesen (Schnitt ab 15. Juni) und lückige, niedrige Brachen. Entscheidend ist, dass diese Flächen nicht zu schmal sind (mind. 10 m Breite), der Anteil dieser ökologischen Ausgleichsflächen mindestens 5 % des Kulturlands umfasst und die Flächen einigermassen regelmässig verteilt sind.
Die Erhaltung und Förderung der wichtigen Feldlerchenbestände ist nur mit einer intensiven Zusammenarbeit verschiedener Partner möglich. Wichtig ist, die Landwirte für die Problematik zu sensibilisieren und für die Umsetzung der geplanten Massnahmen zu gewinnen (wie z.B. im Rahmen des Projekts „Mit Vielfalt punkten“). Wir wollen verdeutlichen, dass ökologische Ausgleichsmassnahmen unabdingbar sind für den Erhalt vieler Kulturlandvogelarten und dass Artenförderung und Produktion von Nahrungsmitteln vereinbar sind.