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War das ein musikalischer Hochgenuss
Nun klappte es, wenn auch eingeschränkt, doch noch: Im «Beethoven- Jahr», der «Beethoven- issima», führte das Accento musicale das berühmte Septett Es-Dur auf. Begonnen wurde mit dem Oktett As-Dur von Ferdinand Ries. Es darf vorweggenommen werden, dass der Konzertabend zum Erlebnis par excellence wurde.
PAUL JUD
Das war schon ganz besonders. Eigentlich hätte das Konzert im Sommer dieses Jahres stattfinden sollen. Es ging aus bekannten Gründen nicht. Letzten Samstag fand in Pfäffikon die «Erstaufführung » statt, am Sonntag folgte der Auftritt in Einsiedeln. Da im «Fürstensaal» des Klosters nur 30 Personen zugelassen wurden und diese Plätze im Nu vergeben waren, gabs eine Zusatzaufführung. Dem Orchester sei für diesen grossen Effort mit zwei Konzerten an einem Nachmittag ganz herzlich gedankt. Doch erlauben Sie mir, dass ich die beiden Konzertteile jetzt kommentiere, um Ihnen, verehrte Leser und Leserinnen, zu schildern, was Sie verpasst haben?
Virtuoses Kammer-Klavierkonzert
Ferdinand Ries, geboren 1784 in Bonn, war ein deutscher Komponist, Pianist und Orchesterleiter. Komponiert hat er das Oktett 1816, und er wollte es dem Londoner Publikum präsentieren. Im ersten Satz, dem Allegro, kontrastieren die Bläser-Akkorde wirksam mit dem Piano. Im Epilog, dem «Nachwort», hören wir eine äusserst melodiöse Klarinette. Eine stark verkürzte Reprise schliesst den Satz ab.
Der zweite Satz beginnt melodisch- träumerisch mit einer sanglichen Melodie des Klaviers. In der Satzmitte ertönt ein dramatisches Hornmotiv, kommend aus einem fernen Wald.
Beim finalen Rondo fiel mir ein rhythmisch starkes Motiv auf, das aber keine melodische Kontur aufwies.
Übrigens, Eleonora Em, die Frau am Flügel, glänzte mit ihrem konzerthaft-virtuosen Spiel, dem das Orchester in nichts nachstand.
«Nullte» Kammersinfonie Beethovens Nach einer späten Aussage von Beethovens Freund Emanuel Dolezalek fand die Uraufführung im Palais des Fürsten Joseph von Schwarzenberg statt. Dabei soll Beethoven im Hinblick auf seinen Lehrer Joseph Haydn stolz erklärt haben: «Das ist meine Schöpfung.» Eine weitere Aufführung erlebte das Werk in Beethovens erstem eigenen Konzert, das er am 2. April 1800 im Burgtheater gab. Das Septett war schon bald eines der populärsten Werke Beethovens und er hat mit seiner «Nullten» Musikgeschichte geschrieben. Das «Allegro con brio» beginnt anmutig, die Klarinette tönt weich, voll, das Fagott dunkel, doch dominiert die Violine. Wir erleben meisterhafte Gegenüberstellungen mit den Blasinstrumenten.
Im «Adagio cantabile» hören wir eine rührend-langsame Klarinette. Eine irgendwie feierlich- geweihte Herbststimmung packt mich. Ich sehe im Nebel das Laub der Bäume leise zu Boden fallen. Horn und Violoncello trage das Ihre dazu bei.
Das «Menuett» der dritte Satz, mischt die Klangfarben grossartig. Horn und Klarinette treten in einen bezaubernden Dialog.
Das «Andante con Variazioni» bringt mit den Streichern eine reizende Melodie. Besonders sticht die Moll-Variation mit den gehaltenen Tönen der Blasinstrumenten hervor.
Das «Scherzo» gefällt mir besonders. Es ist frisch, lustig und beschwingt. Auf den steten Ruf des Horns finden sich alle zusammen. Im zweiten Teil steigt die Violine in hohe Höhen.
Der letzte Satz, das «Andante con moto alla marcia – Presto» mahnt zur Einkehr, das forsche Tempo der Streicher kommt als Antwort auf das suchende Horn. Die Überleitung der Violine mit den Streichern, unterstützt von den Bläsern, hilft dem suchenden Horn in den Weg zurück.
Alles hat irgendwann ein Ende. Und das dankbare Publikum zeigte grosse Freude über etwas wunderbar Erreichtes – über ein Meisterwerk. «Accento musicale» zog mit seinem gekonnten Spiel alle in seinen Bann. Hoffentlich ändern sich die Zeiten, und man kann solch wunderbare Konzerte wieder in grösserem Rahmen geniessen.
Accento musicale in concert, (von links): Donat Nussbaumer, Violine; Lorenz Küchler, Viola; Severin Suter, Violoncello; Heike Schäfer, Kontra- bass; Sebastian Rauchenstein, Horn; Roland Bamert, Fagott; Urs Bamert, Klarinette.