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Ukraine: Fortschritte bei ISF-2
Das von der Holtec fertiggestellte Langzeit-Trockenzwischenlager (Interim Spent Fuel Storage Facility 2, ISF-2) ist an die Chernobyl Nuclear Power Plant (ChNPP) übergeben worden. Dies teilte die State Agency of Ukraine on Exclusion Zone Management am 15. Januar 2020 mit. Das zukünftige Personal hat von der Holtec bereits Schulungen zur Bedienung der Lagereinrichtung erhalten. Es ist geplant, Ende Februar 2020 erstmals Manipulationen mit ausgedienten Brennelementen durchzuführen.
Das ISF-2-Projekt war in den späten 1990er-Jahren gestartet worden. Das Projekt wurde aber gestoppt, als die Technologie des anfänglichen Auftragnehmers als unzureichend beurteilt wurde. Die Tätigkeiten an der teilweise errichteten Anlage wurden daraufhin fast ein Jahrzehnt lang ausgesetzt. 2011 vergab die Ukraine den Auftrag zur Fertigstellung der ISF-2 an die amerikanische Holtec. Ende 2015 trafen die ersten zehn von insgesamt 231 doppelwandigen Lagerbehältern (Double-Wall Canister, DWC) beim Standort ein. Die Holtec berichtete im September 2019, dass zwischen dem 6. Mai und dem 29. August 2019 sogenannte Kalttests erfolgreich durchgeführt worden waren. Die Tests hätten gezeigt, dass die Anlage funktionstüchtig sei, so das Unternehmen.
Das neue Trockenlager dient als Ersatz für das bestehende Nasslager ISF-1. Die mehr als 20’000 ausgedienten Brennelemente der drei Blöcke Tschernobyl-1 bis -3 sollen dort während der nächsten 100 Jahren zwischengelagert werden. Angaben, wann die Anlage offiziell den Betrieb aufnehmen soll, wurden nicht gemacht. Die Holtec hatte in früheren Mitteilungen mitgeteilt, dass die Inbetriebnahme für Sommer 2020 vorgesehen sei. Dazu bedarf es zuvor noch der Bewilligung der ukrainischen Nuklearaufsichtsbehörde.
Der Bau des Trockenzwischenlagers wird aus dem Nuclear Safety Account (NSA) finanziert, einem der Fonds bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), der unter anderem Finanzmittel für wichtige Infrastrukturmassnahmen zur Stilllegung der Tschernobyl-Einheiten verwaltet. Die Gesamtkosten für das Zwischenlager werden gemäss EBRD auf rund EUR 400 Mio. (CHF 430 Mio.) geschätzt.