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Angebotene und gesuchte Stellen: neueste Trends
Seit 2010 publiziert cinfo in Zusammenarbeit mit dem Büro BASS den Arbeitsmarktbericht der IZA. Der Bericht beruht auf vier regelmässig durchgeführten Studien:
- einer Umfrage bei den Arbeitgebenden (Schweizer NGOs, internationale NGOs mit Sitz in der Schweiz, IKRK),
- einer Umfrage bei den Nutzerinnen und Nutzern des Stellenportals cinfoPoste,
- einer Aufschlüsselung der auf cinfoPoste publizierten Stellenangebote,
- einer Umfrage bei Bildungs- und Weiterbildungsinstitutionen.
Daraus können wertvolle Erkenntnisse abgeleitet werden, unter anderem für all jene, die in die IZA (humanitäre Hilfe und/oder Entwicklungszusammenarbeit, wirtschaftliche Zusammenarbeit, Friedensförderung) eintreten möchten oder im Bereich selber eine Veränderung suchen. Die letzten Studien wurden 2016 durchgeführt. Die Analyse und Interpretation der Ergebnisse stammen von 2017.
44% der auf cinfoPoste publizierten Anzeigen verlangen Erfahrung in der IZA; und 57% erwarten einen Master (oder mehr). Bei den Stellensuchenden haben 77% Erfahrung in der IZA und sogar 80% besitzen einen Master (oder mehr).
Muss man daraus schliessen, dass die Stellensuchenden überqualifiziert sind? Sicher nicht! Die Berufserfahrung in der IZA ist eine Voraussetzung bei vielen Organisationen, und daher nicht erwähnt. Zudem spielt eine universitäre Ausbildung weiterhin eine wichtige Rolle, wenn man einen Platz in der IZA finden oder seine Karriere dort vorantreiben will.
Weniger Interesse für Stellen im Einsatzland
Immer weniger Stellensuchende suchen ausschliesslich Nicht-Supportstellen, das heisst Stellen mit Schwerpunkt im Einsatzland (51% 2016 gegenüber 58% 2014). Gleichzeitig nimmt die exklusive Suche von Supportstellen zu, die sich im Allgemeinen am Sitz der Organisationen in der Schweiz befinden (17% gegenüber 13% 2014).
Bei den Stellenangeboten hingegen ist dieser Trend nicht auszumachen: Eine klare Mehrheit der Inserate der Organisationen (ungefähr 80%) betreffen Stellen im Einsatzland.
Ohne Erfahrung in die humanitäre Hilfe? (Fast) eine Mission impossible
Jede/r zweite Stellensuchende sucht eine Stelle in der humanitären Hilfe. Bei Personen ohne Erfahrung in der IZA beträgt der Anteil 36%. Es ist kaum übertrieben zu sagen, dass ein Teil dieser 36% unrealistische Erwartungen haben. Das gilt namentlich für die Jungen: Die Organisationen in der humanitären Hilfe bieten sozusagen keine Praktikumsstellen und auch keine Einsteigerstellen an.
Bei der Entwicklungszusammenarbeit ist ein Einstieg für junge Berufskräfte ohne Erfahrung in der IZA einfacher. Die kleinen Organisationen bieten eine interessante Anzahl an Praktikumsstellen an (19%). Bei den grossen Organisationen liegt der Anteil an Praktikumsstellen etwas tiefer (11%), bei den Einsteigerstellen beträgt er 14%.
Um mehr zu den Chancen und Möglichkeiten zu erfahren, gehen Sie auf unsere Seite Nachwuchsstellen und -programme.
Wie sieht es bei den Stellen mit strategischer und/oder personeller Leitungsfunktion aus?
Ausserdem betreffen ungefähr 45% der Ausschreibungen auf cinfoPoste Stellen ohne strategische und/oder personelle Leitungsfunktion, sowohl in der humanitären Hilfe als auch in der Entwicklungszusammenarbeit.
Die humanitäre Hilfe bietet mehr höhere Stellen mit strategischer und/oder personeller Leitungsfunktion (kleine Organisationen: 56%, grosse Organisationen: 51%). Bei der Entwicklungszusammenarbeit sind die Zahlen tiefer (kleine Organisationen: 34%, grosse Organisationen: 30%).
Trotzdem nähern sich humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit weiter an…
Die beiden ehemals klar getrennten Bereiche nähern sich heute einander an, die Grenzen werden manchmal fliessend. Die Organisationen der humanitären Hilfe integrieren mehr und mehr Aspekte der Entwicklungszusammenarbeit, während sich die Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit ihrerseits immer mehr in fragilen Kontexten engagieren.
Das spiegelt sich in den Stellenangeboten und -gesuchen wider: Fast jede/r zweite Stellensuchende/r sucht ohne zu differenzieren eine Stelle in der humanitären Hilfe oder der Entwicklungszusammenarbeit. Gleichzeitig verlangen immer weniger Arbeitgebende (33% 2016 gegenüber 51% 2011) explizite Erfahrung im einen oder andern Bereich.
Ein kleines Fazit
Es wäre widersinnig, aufgrund dieser Trends präzise Empfehlungen abzugeben. Die beruflichen Karrieren in der IZA verlaufen selten (oder nie) linear. Dennoch kann festgestellt werden, dass sich die Entwicklungszusammenarbeit besser als die humanitäre Hilfe für EinsteigerInnen eignet. Flexibilität, Mobilität und die Bereitschaft, im Einsatzland zu arbeiten, sind ebenfalls wichtige Trümpfe, wenn man in die IZA einsteigen will. Danach kann man sich in der Entwicklungszusammenarbeit weiter entwickeln oder auch in die humanitäre Hilfe umsteigen.
Weitere Infos
Highlights of the Swiss labour market in international cooperation (PDF, auf Englisch)
Datenerfassung: 2015-2016 | Veröffentlichung: 2017