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EFH Im Eichbühl - Winterthur
Kenndaten
Ort: Winterhur
Datum: 2010-2012
Art: Projekt - Ausführung
Kosten: CHF 2 Mio
Bauherrschaft: Privat
Zusammenarbeit mit:
Francisco Ferrandiz
Dipl. Arch. ZFH / ETSAV
Fotos:
Radek Brunecky
www.brunecky.com
Grundlagen
Nachdem wir unser Arbeitssystem schon bei unterschiedlichen Projekten vertiefen konnten, bekamen wir den Direktauftrag für den Bau eines Einfamilienhauses für eine Familie mit drei Kindern.
In den ersten Sitzungen mit der Bauherrschaft konzentrierten wir uns darauf, die Wünsche und die Bedürfnisse unserer Kunden heraus zu hören. Es ging darum Ideen auszutauschen und wichtige Themen zu notieren, um über diese Punkte dann in Ruhe nach zu denken. Ein wichtiger Bestanteil unserer Arbeit war es, den Kunden aktiv am Projekt teilnehmen zu lassen, er wurde somit von Anfang in den Arbeitsprozess eingeschlossen. Änderungen und Anpassungen der Wünsche wurden während den Sitzungen direkt in den Arbeitsmodellen umgesetzt, so dass am Schluss unser gemeinsames Projekt entstand.
Es entstand eine Architektur, die räumlich eine Arbeitslogik, entsprechend unserer Arbeitsweise, ausdrückt, eine Wohnform, mit der sich unser Kunde identifizieren konnte.
Das Bauland
des Einfamilienhauses steht in einer ruhigen Einfamilienhaus Zone von Winterthur, weg vom Rummel der Stadt. Es ist von der Strasse her abfallend nach Südwesten orientiert. Rundherum stehen Einfamilienhäuser ganz unterschiedlicher Typologien. Über die Dächer der umliegenden Häuser hinweg, erhält man einen Weitblick über Teile der Stadt im Nordwesten bis zur nächsten Bergkuppe mit der Festung Kyburg als Merkmal.
Die Grösse des Gebäudes
ist durch das niedrige Volumen von der Strasse her kaum sichtbar. Es wirkt eher unscheinbar, fast scheu. Das Volumen des Obergeschosses verliert durch das Zurückschieben in Richtung Südwesten an Gewicht. Das Untergeschoss kommt im Südwesten des Gebäudes als Sockel zum Vorschein. Die Breite des Gebäudes erhält auf diese Weise ein Fundament, auf dem es sich nicht nur im effektiven Sinn abstützt. Seitlich verwächst sich diese Terrasse mit dem Terrain zusammen, es legt sich sanft auf das Terrain auf.
Der Eingangsbereich
mit Garderobe, Verbindung zur Garage und Bürozimmer liegt auf dem Niveau der Garagenrampe. Es ist der öffentliche Teil des Einfamilienhauses. Mithilfe des Splitlevels wird das Haus in öffentliche und private Bereiche zoniert. Zwei Treppenläufe führen nach unten in den Wohn-, Küchen- und Essbereich, ein Treppenlauf führt nach oben zum Schlafzimmergeschoss.
Die Hauptreppe
zum Wohnraum ist die direkte Folge des Splitlevels. Seine Breite definiert sie als eines der Hauptbestandteile des Hauses. Sie erinnert an die alten Renaissance-Paläste, in denen die Treppe zentral an prominenter Lage beim Eingang positioniert wurde. Die Treppe auf diese Weise in Szene zu setzen zwang uns über die Treppe einen Lichtpegel in Form eines Oberlichtes zu platzieren, um Tageslicht, in seiner stetig ändernden Form auf die Treppe zu werfen.
Das Nebengebäude,
die Garage, unterscheidet sich in der Eingangsfassade kaum vom Haupt-gebäude, seitlich hingegen kommt die Differenzierung klar zum Ausdruck. Die internen Abläufe erklären die offensichtlichen Verbindungen zum Hauptgebäude im Erdgeschoss, wie auch zum Untergeschoss.
Die Küche
war für unsere Bauherrschaft ein wichtiger Bestandteil des Einfamilienhauses, so dass wir eine gute Einordnung im Hauskonzept suchten. Wohnen und Küche wurden gleichwertig behandelt. Die Verbindung beider Pole bildet der Lichthof und die Loggia. Der Lichthof schafft den direkten Kontakt und die Loggia wirkt als Schaltzimmer zwischen Wohnen und Essen, zwischen Lichthof und Terrasse.
Der Lichthof
nach oben zum Himmel her offen, bringt die Natur und die Umgebung ins Haus hinein. Ein grosser Lichtkegel von fast 7m2 durchdringt das Haus und bringt das Licht, den Regen, den Schnee, die Luft und die Sonne ins Untergeschoss. Im Untergeschoss entsteht ein zusätzlicher geschützter Aussenbereich. Um diesen Lichthof herum organisieren sich die Geschosse. Im Wohn- und Essbereich wird der Lichthof durch die angrenzende Loggia mit der Fassade verbunden.
Die Loggia
lässt sich zur Terrasse hin komplett öffnen, so dass wiederum der Aussenraum in das Einfamilienhaus eindringen kann. Im offenen Zustand verwandelt sie sich in einen geschützten Aussenbereich, geschlossen spielt sie eine Wechselwirkung zwischen Essen und Wohnen.
Die Senkrechtmarkisen
des Erdgeschosses bieten einen Sonnenschutz und filtrieren das Licht aus Südwesten, so dass die Lichtstärke im Innenraum verringert wird. Auf diese Weise wird das Licht, welches vom Lichthof und vom Oberlicht her eindringt, verstärkt und die dunkleren Bereiche des Erdgeschosses werden erhellt. Es wird eine spannende Stimmung erzeugt. Das Erdgeschoss wird in sich geschlossen und die Verbindung zur Aussenwelt sind nur noch über die zwei anderen natürlichen Lichtquellen gegeben.
Dieses Wechselspiel
zwischen Aussen und Innen, Licht und Dunkelheit wird in der Nacht durch Kunstlicht erzeugt. Die genauen Effekte studierten wir anhand von Modellen, mit deren Hilfe wir Stimmungen erzeugen und diese dann unserem Kunden zeigen konnten. Es entstand ein spannungsvolles Wechselspiel zwischen den einzelnen Räumen und dessen Beleuchtungen.
Die markante Struktur der Balkonbrüstung im Obergeschoss verleiht der Südwestfassade eine zusätzliche Horizontalität, die Fassade wird in ihrer Höhe geteilt. Seitlich schwebt sie mit der Balkonplatte als Vordach und verbindet wiederum, in diesem Fall fast zaghaft, das Nebengebäude mit dem Hauptgebäude.