Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03438.jsonl.gz/2673

Dagmar Fedderke (DE)
Die Geschichte mit A.
Konkursbuch Verlag, 1993
Aus: Dagmar Fedderke. Die Geschichte mit A.. Konkursbuch Verlag, 1993
«Tu Seras attachée, rassure-toix» (du wirst gefesselt werden, da kannst du Gift drauf nehmen), war A.s Kommentar dazu. Er gab sich als Sado-Masochist zu erkennen. Und wieder schauderte es mich. An die sem ersten Abend am Ende der Welt hat er mir die Chatte suciert, während ich auf ihm sass. «Regarde-moi» (schau mich an), forderte er. Meine Schenkel schnitten seinen Kopf vom Körper ab, und mir schienen die Bilder vom abgehackten Haupt des Johannes auf dem Tablett für Salomé. Nachdem er mich zum Jouiren gebracht hatte, wurden Oben und Unten vertauscht. Er ejakulierte mir aufs Gesicht. «Quelle honte» (was für eine Schande). Aber ich lernte noch mehr über A.s Lebensart kennen. Rief er doch bei einem «Traiteur», einem Lieferantenladen an, um Austern, Meeresschnecken, Krabben und Muscheln zu bestellen. Ein in Livré gekleideter Bote kam ins Appartement und servierte die Früchte des Meeres. A. hatte eine Tischdecke über den Antiquitäten-Holztisch gelegt, wir waren wieder angezogen, es gab Champagner. Ich fühlte mich verwöhnt wie nie zuvor und konnte in dem englischen Sessel sogar gerade sitzen. Beim Essen begann A., Pläne für das nächste Treffen zu entwickeln: Rendez-vous im Coupole, anschliessend Galéries Laffayette am Montparnasse, um ein Korsett mit Slip und Strümpfen zu kaufen. Er wäre schüchtern, ich hätte die Wahl und er würde an der Kasse warten.
In dieser Nacht bin ich nach Hause ge ahren. Er hat das akzeptiert ohne zu murren. Trotzdem sagte er «La prochaine fois, tu ne m'échappes pas» (das nächste Mal entkommst du mir nicht) ...