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Am 9. Dezember 1980...
...berichtet der Sarganserländer, dass "am vergangenen Wochenende der Schachclub Gonzen aus der Taufe gehoben" wurde. Was allerdings vom damaligen Initiator, dem SBB-Zugführer Paul Braun, zunächst nur als einfacher Schachkurs gedacht war, mausert sich noch am selben Abend zur Gründungsversammlung eines neuen Vereins, der sich nach dem Sarganser Hausberg, den Namen "Schachclub Gonzen" gibt. "Eigentlich wollte ich nur ein bisschen Unterricht für Anfänger geben", erinnert sich Paul Braun, "als ich in der Nacht nach Hause ging, war ich Präsident eines Schachclubs mit einem Dutzend junger Leute, die zum Teil besser spielen konnten als ich selbst." Daraus entwickelt sich schon bald ein über die Grenzen des Sarganserlandes hinaus bekannter und anerkannter Club, der sogleich mit zwei Teams bei den Scheizer Mannschaftsmeisterschaften ins Rennen geht. Schon nach einer Saison steigt die 1. Mannschaft in die 3. Liga auf, in der sie sich bis heute erfolgreich halten kann. Sie kann sogar auf ein - allerdings nur einjähriges - Intermezzo in der 2. Liga zurückblicken.
Mehrere Gründungsmitglieder, die meisten damals kaum mehr als 15 Jahre alt, sind heute noch mit von der Partie - und lenken die Geschicke des Vereins:
Reto Lusti, seit Jahren Clubspielleiter, Maurus Dietrich, Präsident von 1998 bis 2003, George Marquart, Aktuar. Und ein gewisser, damals ebenfalls gerade mal 15 Jahre alter Martin Wiesinger, der nach eigenem Bekunden "keine Ahnung vom Schach hatte". Der aber, als Paul Braun nach acht Jahren sein Amt niederlegt, nicht nur als dessen Nachfolger dem SC Gonzen in Organisation, Ausbildung und Spielbetrieb entscheidende Impulse gibt, sondern sich heute noch mit 2000 Elo-Punkten zu den Spitzenspielern der Region und darüber hinaus zählen darf. Später nur noch übertroffen von der ehemaligen Nachwuchshoffnung Simon Kümin.
Die aus Venezuela zugezogene Familie Stolz bringt dem Club mit Angela und Claudia Stolz höchst erfolgreichen weiblichen Zuwachs, der 1988 für Claudia Stolz im Gewinn der Schweizer Juniorenmeisterschaft und im Jahr darauf im Gewinn der Schweizer Schülermeisterschaft gipfelt. Zudem gehört sie jahrelang dem Kader der Schweizer Damennationalmannschaft an.
Aus der Anfangszeit sind immer noch im Rennen: Albert Rey, Vizepräsident, Heinz Hobi, Jörg Weber, Peter Bolt, auch er Vizepräsident für mehrere Jahre, und last but not least Hans Kunz, derzeitiger Präsident des SC seit Oktober 2003. Auch die Exclubmitglieder Dominik Rauber und Andreas Klauser, gleichfalls erfolgreiche 2000er Akteure, durchliefen als junge Leute die Gonzenschule, ebenso wie Jürg Federspiel und David Imper, ersterer mittlerweile Anwalt, der andere Geologe und kantonaler Politiker.
Heute zählt der SC Gonzen mit seinen insgesamt mehr als 110 aktiven und passiven Mitgliedern, davon 45 in vier Mannschaften spielende Aktive, zu den grösseren Schachvereinen in der Schweiz. Die seit 1986 jährlich veranstalteten Schnellschach-Open gehören von Anfang an zu den Highlights des Jahres. Ein Markstein in der Geschichte des SC war der Bezug der von Paul Braun nach Sargans geholten Capannina, der exklusiv dem Verein zur Verfügung stehenden Spielstätte. Einen hohen Stellenwert hat auch die Nachwuchsförderung. Der Club betreut über zwanzig Schüler und Schülerinnen unter der Leitung von Martin Wyss.
Auszug aus der Festschrift zum 25-jährigen Jubiläum aus dem Jahre 2005 von Hartmut Stieger.