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Der Stickstoffkreislauf ist ein überaus wichtiger Teil der landwirtschaftlichen Produktionssysteme. Sowohl Pflanzen wie auch Tiere sind darauf angewiesen, dass sie genügend Stickstoff zur Verfügung zu haben, sei dies in Form von Proteinen, Ammonium oder atomarem Stickstoff.
Stickstoff wird im Kreislauf von den Organismen aufgenommen, umgewandelt und wieder abgegeben. Eine besondere Eigenschaft des Stickstoffs - zum Beispiel im Vergleich zum ebenso wichtigen Nährstoff Phosphor - ist seine Flüchtigkeit. Verschiedenen Formen des Stickstoffes im Kreislauf sind entweder gasförmig wie zum Beispiel Ammoniak und Lachgas oder leicht wasserlöslich wie zum Beispiel Nitrat. Dies führt dazu, dass der Stickstoff von den landwirtschaftlichen Produktionssystemen auch in die Gewässer oder andere naturbelassene Ökosysteme entweicht, wo er nicht erwünscht ist, da er die natürlichen Gleichgewichte in diesen Ökosystemen beeinflusst. Wegen ihrem Einfluss auf die Biodiversität und die Qualität des Trinkwassers sowie ihrer klimaerwärmenden Wirkung ist es das Ziel, diese unerwünschten Einträge von Stickstoff aus der Landwirtschaft in die Ökosysteme möglichst zu minimieren.
In der Agrarpolitik wurden seit den 90er Jahren verschiedene Instrumente eingeführt, die dazu führen sollen, dass sich die Stickstoffüberschüsse in der Landwirtschaft verringern. Dazu gehört zum Beispiel die Einführung des Bilanzierungsinstrumentes „Suisse Bilanz", welches die Landwirte verwenden müssen, um den ökologischen Leistungsnachweis zu erfüllen, der wiederum Voraussetzung ist, damit Direktzahlungen ausgerichtet werden können. Diese Instrumente haben dazu beigetragen, dass sich die Effizienz der Stickstoffverwendung in der Landwirtschaft merklich verbessert hat. Seit über zehn Jahren sind die Stickstoff-Emissionen aber auf einem konstant hohen Niveau und haben sich nicht mehr reduziert.
Mit dem Projekt Instrumente-Evaluation Stickstoff werden deshalb neue Instrumente evaluiert, die eine weitere Verbesserung der Stickstoffeffizienz versprechen. Mögliche Instrumente wären zum Beispiel eine Lenkungsabgabe auf Stickstoff, einer Konsumabgabe oder handelbare Emissionszertifikate analog den CO2-Zertifikaten.Agroscope evaluiert diese verschiedenen Optionen mit Hilfe des landwirtschaftlichen Simulationsmodelles SwissLand. Dabei wird untersucht, welchen Einfluss die Einführung einer solchen Option neben der Emissionsreduktion auf verschiedene andere Indikatoren wie das Produktionsniveau oder die landwirtschaftlichen Einkommen haben. Erste Resultate aus diesem Projekt erwarten wir im Jahr 2016.