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Zu den freiheitsbeschränkenden Massnahmen gehören neben der Zwangseinweisung in eine staatliche Institution (Spital, Heim, Klinik) das Anbinden ans Bett, das Aufstellen von Bettgittern, das Abschliessen des Zimmers, die Wegnahme von Schuhen und Kleidern oder die elektronische Überwachung. Als medizinische Zwangsbehandlung werden zum Beispiel die Verabreichung von Medikamenten (Psychopharmaka) gegen den Willen des Betroffenen oder auch lebensverlängernde Massnahmen wie Zwangsernährung betrachtet.
Eine Zwangsmassnahme ist ein Eingriff gegen den erklärten Willen eines Menschen oder gegen dessen mutmasslichen Willen, falls er den Willen nicht äussern kann. Jede medizinische
Massnahme ist ein Eingriff in das von der Verfassung geschützte Recht auf persönliche Freiheit und Integrität. Das autonome Abwehrrecht gehört zu den höchsten Gütern moderner, demokratisch verfasster Staaten, was das Anfang Jahr in Kraft getretene Kindes- und Erwachsenenschutzrecht betont. Der Staat hat diese Selbstbestimmung zu schützen. Gleichzeitig muss der Staat aber auch das Leben schützen und dafür sorgen, dass kranke und pflegebedürftige Menschen angemessen behandelt und gepflegt werden. Medizinisches Handeln zwischen Fürsorgepflicht und dem Respekt der Selbstbestimmung ist oft eine Gratwanderung. Um diese Gratwanderung im täglichen ärztlichen und pflegerischen Tun in Heimen und Spitälern geht es in dieser Ausgabe des «Thema im Fokus».