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Femizid
Schutz- und Präventionsmassnahmen der Sozialen Arbeit
In der Schweiz stellen Tötungsdelikte an Frauen keine Einzelfälle dar: Alle zwei Wochen wird eine Frau durch einen männlichen Täter getötet. Diese von Männern ausgehende tödliche Gewalt gegen Frauen aufgrund des Geschlechts wird Femizid genannt.
Die vorliegende Bachelor-Thesis beschäftigt sich mit folgender Forschungsfrage:
Was ist Femizid, worin liegt die Verbindung zu häuslicher Gewalt und welche Rolle kann die Soziale Arbeit bei Schutz- und Präventionsmassnahmen einnehmen?
Der erste Teil widmet sich dem Phänomen «Femizid», den unterschiedlichen Definitionen und Erscheinungsformen sowie der Ursachenfindung. Femizide stellen ein globales und gesellschaftliches Problem dar, welches politischer Aufmerksamkeit bedarf und mit allen Mitteln bekämpft werden muss. Je nachdem, vor welchem politischen und kulturellen Kontext Femizide untersucht werden, ergeben sich Unterschiede in den Begrifflichkeiten, Definitionen, Ursachen und im Auftreten verschiedener Erscheinungsformen.
Im Fokus des zweiten Kapitels steht die Situation in der Schweiz. Auf der Grundlage von vorhandenen Studien und Statistiken werden Femizide in der Schweiz analysiert. Besonderer Fokus liegt auf der Wahrnehmung und der Berichterstattung betreffend Femizid in den Medien und der Öffentlichkeit. Problematisch ist, dass die Schweiz Femizide in keiner offiziellen Statistik erfasst, oft «nur» von Tötungsdelikten an Frauen spricht, ohne dabei die Tatperson als männlich zu identifizieren, und dass Medien verharmlosend und täterfokussiert berichten. Daher werden Vorschläge formuliert, wie mediale Berichte achtsamer gestaltet werden können.
Der Frage, inwiefern eine Verbindung zwischen häuslicher Gewalt und Femizid besteht, wird im dritten Teil nachgegangen. Häusliche Gewalt stellt ein erheblicher Risikofaktor für Femizide dar. Sie macht zudem einen grossen Anteil aller registrierten Straftaten in der Schweiz aus. In diesem Zusammenhang werden Modelle zur Beschreibung von Gewaltdynamiken sowie unterschiedliche Täterprofile untersucht, die Früherkennung ermöglichen und zur Interventionsplanung genutzt werden können.
In einem nächsten Schritt werden häusliche Gewalt und Femizid als Handlungsfelder der Sozialen Arbeit ausgewiesen. In der Schweiz gibt es bereits eine grosse Auswahl an Präventions- und Schutzmassnahmen gegen Gewalt an Frauen und häusliche Gewalt. Gemäss Definition und dem Berufskodex kommt der Sozialen Arbeit eine aktive Rolle und Verantwortung bei der Bekämpfung häuslicher Gewalt (bzw. Femizid) zu.
Es werden Empfehlungen für eine verstärkte Verhinderung von Femiziden durch die Soziale Arbeit abgegeben, die namentlich in den Bereichen Jugend-, Schul-, Opfer- sowie Täterarbeit angegliedert sind und die primäre, sekundäre sowie tertiäre Ebene der Gewaltprävention abdecken.