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<h2>SubmittedText<h2><p>1. Von Mitteleuropa aus setzen sich die Minergie-P-/Passiv- oder vergleichbaren Baustandards durch. Sie veranlassten die EU bzw. das EU-Parlament, ab 2018/2020 nur Null- oder Plus-Energie-Bauten (PEB) zuzulassen. Wärmedämmungs- und Sanierungstechnik ist ein Markt mit enormem Wachstumspotenzial. Die neue ETH-Strategie ist ein empfindliches Rückschritt für alle innovativen Technologien auf diesem Markt, und damit ist eine fahrlässige Verschlechterung des Wirtschaftsstandorts Schweiz verbunden. Sieht der Bundesrat das anders?</p><p>2. Mit Minergie-P-/PEB und vergleichbaren Baustandards kann der Verfassungsauftrag von Artikel 89 der Bundesverfassung, der einen "rationellen Energieverbrauch" fordert, erfüllt werden. Verletzt die ETH den Verfassungsauftrag, wenn sie gezielt darauf verzichtet, den Stand der Technik betreffend rationellen Energieverbrauch zu postulieren, zu lehren und umzusetzen?</p><p>3. Der heutige Stand der Gebäudetechnik von Minergie-P/Passivhaus oder PEB weist für Neubauten und Bausanierungen einen Gesamtenergieverbrauch von 25 bis 45 Kilowattstunden pro Quadratmeter pro Jahr auf. Im ETH-Jahresbericht 2009 (Nachhaltigkeit als Verpflichtung) auf Seite 47 beziffert die ETHZ ihren Energieverbrauch (EKZ) auf 233 Kilowattstunden pro Quadratmeter pro Jahr. Ist der gesamte Betriebs- und Haushaltsstrombedarf darin auch enthalten? Wann erreichen die Energieschleudern der ETH den Stand der Gebäudetechnik 2010?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Minergie, Minergie-P und Plus-Energie-Bauten zielen auf eine starke Verringerung des Energieverbrauchs, berücksichtigen damit aber den CO2-Ausstoss lediglich indirekt. Da der Schweizer Gebäudepark heute rund die Hälfte der landesweiten CO2-Emissionen verursacht, ist es im Sinne des Klimaschutzes äusserst wichtig, dass die Institutionen des ETH-Bereichs nach Lösungen zur Reduktion dieses Ausstosses suchen. Mit der "Towards Zero-Emissions Architecture" zeigt das Departement Architektur der ETH Zürich einen entsprechenden möglichen Lösungsweg auf.</p><p>Die vom ETH-Bereich genutzten Immobilien befinden sich grösstenteils im Eigentum des Bundes. Entsprechend gelten die Zielsetzungen und Vorgaben des Bundes ebenfalls für Neu- und Umbauten im ETH-Bereich. Mit Zustimmung des Eigentümers können einzelne Bauten zu Forschungszwecken andere Zielrichtungen im Energiebereich verfolgen, als dies bei Bauvorhaben im ordentlichen Rahmen, basierend auf den Energiekonzepten und den kantonalen Vorschriften, vorgesehen ist. Das Pilotprojekt HPZ auf dem Science-City-Campus der ETH Zürich auf dem Hönggerberg ist ein Beispiel dafür. Es wird erwartet, dass dieses Forschungsprojekt nach der Sanierung ebenfalls den Minergie-Standard für Neubauten von 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter pro Jahr erreichen wird. Den in der Interpellation genannten Standards für Minergie-P und Plus- Energie-Bauten wird es dagegen nicht genügen. Hier wurde somit zu Forschungszwecken ein optimales Gleichgewicht zwischen dem Energiesparen und der erwünschten stärkeren Reduktion des CO2-Ausstosses gesucht. Die Kommission für öffentliche Bauten des Nationalrates wurde an ihrer Sitzung vom 26. April 2010 über Energiekonzepte und die Erreichung nachhaltiger Ziele im Immobilienmanagement des ETH-Bereichs informiert.</p><p>Der neue Ansatz dürfte vor allem im baulich-konstruktiven Bereich auch bei der Wärmedämm- und Sanierungstechnik neuen Technologien mit hohem Marktpotenzial den Weg ebnen. Ein Heim-Test-Markt für solche neuen Technologien stärkt den Wirtschaftsstandort Schweiz. Verschiedene Technologien mit guten Exportchancen stehen bereits kurz vor der Markteinführung. Ausserdem werden mit der "Towards Zero-Emissions Architecture" zusätzliche Lösungswege aufgezeigt, welche einen weiteren Kreis von Immobilienbesitzern zu einer vorgezogenen Sanierung bestehender Bauten motivieren könnten.</p><p>2. Bei der konkreten Bewirtschaftung der Immobilien des ETH-Bereichs gelten die allgemeinen gesetzlichen Rahmenbedingungen und damit die aktuellen Wärmeschutzvorschriften der jeweiligen Standortkantone. Diese werden bei den Bauvorhaben für Neubauten und wo immer umsetzbar auch für Umbauten sowie Sanierungen konsequent eingehalten oder unterschritten.</p><p>Das ETH-Gesetz sichert den Institutionen des ETH-Bereichs die Lehr-, Lern- und Forschungsfreiheit zu. Dazu gehört, dass sie sich ausserhalb der geltenden Konventionen Gedanken über mögliche Lösungen für die Zukunft machen. Die CO2-Problematik hat eine sehr hohe gesellschaftliche Relevanz, und es ist somit auch die Aufgabe der ETH Zürich, alternative Konzepte über bestehende Lösungen hinaus zu entwickeln und damit den wissenschaftlichen Fortschritt und die nachhaltige Entwicklung der Schweiz zu stärken. "Towards Zero-Emissions Architecture" steht nicht im Widerspruch zu Plus-Energie-Bauten, bietet jedoch zusätzliche Lösungswege. In beiden Fällen wird den Verfassungsbestimmungen Rechnung getragen.</p><p>3. Die genannten 233 Kilowattstunden pro Quadratmeter pro Jahr beschreiben den Gesamtenergiebedarf inklusive aller Energie für Forschungs- und Lehreinrichtungen pro Energiebezugsfläche für Strom und Wärme im Jahr 2009. Forschungsinfrastrukturen sind ausserordentlich energieintensiv, weshalb die Nutzenergieanforderung nach Minergie nicht mit dem Gesamtenergieverbrauch der ETH Zürich verglichen werden kann. Für Neubauten werden die maximalen Energieverbrauchswerte nach Minergie (z. B. 40 Kilowattstunden pro Quadratmeter pro Jahr für Verwaltungsbauten und Schulen) eingehalten oder unterschritten. Auch bei Umbauten oder Gesamtsanierungen werden die Zielwerte nach Minergie (z. B. 55 Kilowattstunden pro Quadratmeter pro Jahr für Verwaltungsbauten und Schulen), wo baulich, technisch und wirtschaftlich möglich, eingehalten oder unterschritten.</p>  Antwort des Bundesrates.