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Lexikon
Homocystein-Stoffwechsel
Homocystein ist eine natürliche, nicht-proteinogene Aminosäure und entsteht im menschlichen Körper als kurzlebiges Zwischenprodukt bei der Verstoffwechselung von Proteinen. Innerhalb dieser Verstoffwechselung wird unter anderem die Aminosäure Methionin abgebaut, welche dem Körper als wichtige Schwefelquelle dient. Methionin ist vorwiegend in Wurst, Fleisch und Milchprodukten enthalten. Der in Methionin enthaltene Schwefel ist unentbehrlich für den Gelenkknorpel, starke Sehnen und Knochen und hält das Bindegewebe elastisch.
Beim Abbau der essenziellen Aminosäure Methionin fällt Homocystein als Abfallprodukt an. Dieses wird entweder mit Hilfe von Vitamin B12 und Folsäure wieder zu Methionin umgewandelt oder relativ rasch durch Vitamin B6 zur Aminosäure Cystin abgebaut.
Die Vitamine B6, B12 und Folsäure, die für den Homocystein-Stoffwechsel benötigt werden, tragen als Co-Enzyme daher zu einem ausgeglichenen Homocysteinspiegel im Blut bei.
Eine weitere wichtige Aufgabe des Homocysteins ist, neben der unterstützenden Wirkung auf den Eiweissstoffwechsel, mit Hilfe von verschiedenen Co-Enzymen in S-Adenosylmethionin (SAM) umgewandelt zu werden. SAM ist die aktivierte Form des Methionins. Es ist an vielen zellulären Entgiftungsprozessen und Biosynthesen verschiedener Neurotransmitter wie Adrenalin und Serotonin und andere biochemische Stoffe wie Kreatin beteiligt.
Die für den Homocystein-Stoffwechsel notwendigen Vitamine B6, B12 und Folsäure werden über die tägliche Ernährung zugeführt. Nahrungsmittel, die diese Vitamine enthalten, sind zum Beispiel grünes Gemüse, Früchte und Getreideprodukte. Wenn durch die normale Ernährung eine Versorgung dieser Vitamine nicht gewährleistet ist, können sie auch von aussen in Form von Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden.