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Basler Strassenbahnen
|Kürzel||BStrB|
|Bahntyp||Trambahn|
|Betriebseröffnung||1895-05-06|
|Mutiert||Ab 1946-01-01 Basler Verkehrsbetriebe|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1895 eröffneten BStrB waren Eigentum des Kantons Basel-Stadt. Es handelte sich um die erste schweizerische Trambahn, die von der öffentlichen Hand erstellt und betrieben wurde. Ähnlich wie wenig später in anderen Städten wurden als Hauptargument für diese Finanzierungsform stadtplanerische Überlegungen angeführt. Die urbanen Zentren erlebten ab Ende der 1880er-Jahre einen enormen Bevölkerungsaufschwung und damit zusammenhängend einen entsprechenden Bauboom. Die innerstädtische Erschliessung wurde dabei als effektives Planungsinstrument erkannt, um eine gewisse staatliche Kontrolle über diese Entwicklung auszuüben. Indirekt kam dies etwa dadurch zum Ausdruck, dass in (Aussen-)Quartieren, in welche Tramlinien führten, die Bodenpreise tendenziell stärker anzogen als in anderen, was sich wiederum auf die örtliche Raumnutzung auswirkte. So enstanden beispielsweise ausserhalb der alten Stadtkerne für wohlhabende Bevölkerungsschichten neue Villengegenden, deren Attraktivität mit der Tramerschliessung stieg (vergleiche zum Beispiel auch den Kommentar zur Zentralen Zürichbergbahn, ZZB). Die Statistik behandelte das vom Kanton Basel-Stadt für die BStrB aufgebrachte Kapital als Aktienkapital, die abgeführten Gewinne als Dividenden. Neben dem eigenen Netz besorgten die BStrB zusätzlich den Betrieb der Birseckbahn (BEB), ab 1914 ausserdem pachtweise denjenigen der Linie Basel–Aesch (Jahreszins erst 16'000 Franken, später 20'000 Franken).
Die erste Linie der BStrB führte vom Bahnhof der Centralbahn (SCB; später SBB) zum Badischen Bahnhof. Das Netz wurde in der Folge stetig und zügig ausgebaut. 1902 überschritt die Eigentumslänge erstmals 20 Kilometer, 1908 30 Kilometer. 1920 waren 82 Prozent der Betriebslänge der BStrB doppelspurig angelegt. Als Antriebskraft diente von Anfang an Gleichstrom. Einen nicht unwesentlichen Posten in der Bilanz der BStrB stellten «Wohnhäuser für das Personal» dar, deren Wert die Statistik von 1920 mit 1 Mio. Franken angab. Diese Ausgaben sind in den Baukosten nicht enthalten.
Mit über 32 Mio. Reisenden 1920 waren die BStrB hinter der Städtischen Strassenbahn Zürich (StStZ) das meistbenutzte Tramunternehmen der Schweiz. Die Verkehrsdichte war von Beginn an sehr hoch und bewegte sich zwischen 300 bis 350 Zügen pro Tag (1912 enthielt die Statistik ohne nähere Begründung keine Angaben zur Anzahl der geführten Züge pro Tag sowie zur Anzahl der Wagenachsen pro Zug). Die Passagierzahlen stiegen von anfänglich 1.7 Mio. Reisenden kontinuierlich an und überschritten 1910 die Marke von 20 Millionen. Trendmässig gleich verhielt es sich mit den Einnahmen, die weitestgehend aus dem Personentransport stammten. Allerdings wuchsen parallel und vor allem ab 1915 ebenso die Betriebsausgaben. Diese bezifferten sich 1913 auf 2.17 Mio. Franken, 1920 waren es annähernd 6 Mio. Franken. Trotzdem konnten die BStrB im ganzen beobachteten Zeitraum stets positive Betriebsergebnisse erzielen, die 1920 den Rekordwert von 894'000 Franken erreichten. Davon flossen 710'400 Franken als «Dividende» in die Kantonskasse. Das entsprach einer Verzinsung von knapp 4.4 Prozent des aufgewendeten Kapitals. Von 1895 bis 1920 lieferten die BStrB insgesamt 8.2 Mio. Franken an den Kanton ab; dies bei einem Bauaufwand von total 14.75 Mio. Franken.
Die Baukosten der BStrB waren mit 355'200 Franken pro Bahnkilometer ausgesprochen hoch. Diesen Wert übertrafen einzig noch die städtischen Strassenbahnen Bern (SSB) und Zürich (StStZ). Gewichtigster Kostenfaktor der BStrB war das Rollmaterial, das 34 Prozent der Totalausgaben auf sich vereinigte, gefolgt vom Oberbau mit 18 Prozent. Auffallend moderat fiel der Landerwerb mit knapp 6 Prozent Kostenanteil ins Gewicht, was damit zusammenhing, dass es sich bei den BStrB um ein staatliches Unternehmen handelte, das weitgehend auf öffentlichem Grund verkehrte.
Auf den 1. Januar 1946 wurden die BStrB in Basler Verkehrsbetriebe (BVB) umbenannt. Zwar setzten die BVB im Lauf der Zeit vermehrt Busse ein, doch im Wesentlichen blieb der Trambetrieb in Basel erhalten.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt:
- Birseckbahn
- Compagnie genevoise des tramways électriques
- Trambahn Basel–Aesch
- Trambahn der Stadt Luzern