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Vielleicht hemmt die Covid Impfung die Immunantwort doch?
Vielleicht haben Sie meinen Artikel vom Silvester 22 hier gelesen: Ich hatte die Frage aufgeworfen: “Hemmt die Covid-Impfung das angeborene Immunsystem?”. Dabei habe ich verschiedene Argumente zusammengetragen, welche darauf hinweisen, dass insbesondere wiederholte mRNA-Impfungen das angeborene Immunsystem abschwächen könnten.
Gegen den Schluss des Artikels habe ich eine Laboruntersuchung der Gruppe von Mihaj Netea aus den Niederlanden zitiert, in der die Autoren nachweisen, dass drei Wochen (drei !) nach der Covid-Impfung die Fähigkeit der Zellen (im Labor) auf einen RNA-Virus-Reiz mit Interferon zu reagieren, vermindert war.
Interferon gehört zu den wichtigsten angeborenen Abwehrmechanismen gegen RNA-Viren. Ich hatte im Artikel auch erwähnt, dass der zitierte pre-Print noch nicht publiziert ist, der Autor mir aber mitgeteilt habe, dass eine überarbeitete Untersuchung mit längerer Beobachtungsdauer bald bereit sei.
Arbeit liegt als pre-print vor
Seit gestern ist der aktualisierte pre-print der Netea-Gruppe online. Im Gegensatz zur ersten Version haben die Autoren jetzt Messungen der Immunantwort an vier Zeitpunkten durchgeführt. Vor der Impfung (t0), und dann
(t1) drei Wochen nach der ersten,
(t2) zwei Wochen nach der zweiten,
(t3) sechs Monate später vor dem Booster, und
(t4) vier Wochen nach dem Booster
Interferon Antwort nach RNA-Stimulation
Untersucht wurde an diesen fünf Zeitpunkten die Fähigkeit einer Zelle, auf einen RNA-Reiz mit Interferon zu reagieren. Dazu wird ein Molekül verwendet (R848), welches einen Kontakt eines RNA-Virus mit der Zelle simuliert. Eine normale Zelle beginnt nach einem solchen Kontakt Interferon zu bilden, also die Virusabwehr einzuleiten. So schützt uns das angeborene Immunsystem vor Virusattacken.
In der Abbildung sehen Sie links die entsprechende Grafik aus der ersten Publikation im May 21 (bis 2 Wochen nach der zweiten Impfung) und rechts die aktualisierte Grafik der neuen Publikation.
Es zeigt sich in der Abbildung rechts, dass die Interferon-Antwort 6 Monate nach der Grundimmunisierung (t3) signifikant reduziert ist (**: p<0.01).
No comment
Um jetzt Kommentare in den Medien wie «total überinterpretiert» zu vermeiden, überlasse ich es meinen Lesern, die Daten zu interpretieren. Gerne dürfen Sie ihre Interpretation auch mit der Kommentarfunktion von corona-Elefant.ch hier deponieren.
Ehrlich gesagt bin ich selbst überrascht, dass die Interferon-Reaktion noch sechs Monate nach der Impfung (t3) so ausfällt, wie von Netea und seinen Coautoren dargestellt.
Zum Abschluss noch ein Hinweis an Journalisten:
Bevor Sie mich in Ihren Artikeln falsch zitieren, schlage ich vor, dass Sie mir Ihre Aussagen vorlegen. Eigentlich haben wir das gleiche Ziel: Der Wahrheit näher zu kommen. In der Wissenschaft wie im Leben. Gemeinsam schaffen wir das besser und ich lerne gerne dazu.