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Von Zwangsheirat wird gesprochen, wenn die Heirat gegen den Willen von mindestens einer der beiden zu verheiratenden Personen stattfindet. Die betroffene Person fühlt sich dabei von ihrem Umfeld - Eltern, Schwiegereltern, Verwandte, Gleichaltrige, Verlobter/Verlobte - zur Heirat gezwungen. Dieser Druck kann sich in Form von psychischer Gewalt, zum Beispiel Drohungen, emotionale Erpressung, Nötigung oder in Form von körperlicher Gewalt zeigen. Es kann auch zu sexueller Gewalt, Entführung und Einsperren kommen.
Arrangierte Eheschliessung
Eine Abgrenzung zwischen arrangierter Eheschliessung und Zwangsheirat ist schwierig. Als ein mögliches Kriterium zur Unterscheidung gilt die freie Einwilligung beider Ehepartner zur Heirat. Demnach geht man bei einer arrangierten Eheschliessung davon aus, dass die Eltern oder eine professionelle Heiratsvermittlung zwar die Partnerwahl organisieren, den Brautleuten jedoch die Wahl gelassen wird, der Auswahl zuzustimmen oder diese abzulehnen.
Der Übergang zwischen arrangierter Eheschliessung und Zwangsheirat ist vor allem dort fliessend, wo sich junge Frauen oder Männer nicht getrauen, die arrangierte Eheschliessung abzulehnen.
Zwangsehe
Von Zwangsehe wird gesprochen, wenn die betroffene Person die Heirat als zwingend empfunden hat oder die Ehe im Nachhinein als zwingend empfunden wird. Eine Zwangsehe ist demnach gegeben, wenn mindestens ein Ehepartner zur Weiterführung der Ehe gezwungen wird und einer Auflösung der Ehe nicht stattgegeben wird oder eine Auflösung als nicht möglich erscheint. Gründe dafür können Angst vor Reaktionen aus dem Umfeld, wirtschaftliche Abhängigkeit etc. sein.