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Die Bedeutung von „disruptiv“ stammt aus dem Lateinischen, wo es wortwörtlich „zerreissen“ meint. Das in Mode gekommene Wort wird oft auf Erfindungen angewendet, die die Welt auf den Kopf stellen.
Die disruptive Wirkung des Generationenvorhabens „Berthold“ für die Stadt Zürich ist längst erkannt. Irritierend, störend, auflösend, aufspaltend sind alles Adjektive, die auf die Anordnung und Grösse der Bauvolumen im Verhältnis zur gebauten Stadt Zürich zutreffen.
Der störendste Aspekt ist wohl die in den Hang verschobene Ballung der Baumasse, die dort zur städtebaulichen Sünde mit Hochhäusern auf schrägem Grund führt. Für die Zusammenhänge im Hochschulgebiet ist der Umstand disruptiv, dass die Begrenzung des Spitalparks im Zentrum aller Bildungseinrichtungen nicht durchlässig ist, sondern durch die ihn umgebenden Spitaltrakte hermetisch abgeriegelt wird.
Die Verlagerung des Spitalvolumens zum Hang zerreisst auch die angestammte Verbindung des neuen und grösseren Spitals mit der Rämistrasse.
Weitere disruptive Wirkungen? Die Baumasse ist horizontal orientiert und legt sich quer zur vertikal gewachsenen Struktur des Zürichbergs. Sicht, Bewegung und Luftaustausch zwischen Berg und Stadt werden behindert. Ein Keil schiebt sich zwischen die Stadt und ihre Quartiere.
Ähnlich wie bei Erfindungen muss untersucht werden, ob die disruptiven Aspekte der Planung „Berthold“, die seit 2014 als Fortschritt dargestellt wird, überhaupt zwingend sind.
Der Beitrag „Die Mechanik von Berthold“ vom 13. Oktober 2016 erklärt, wie Flächenreduktion und Verlagerung von Nutzungen, die mit dem Gesundheitscluster nicht im Zusammenhang stehen, die aufgetürmten Volumen zurücknehmen können. Sollte dies nicht genügen, wird auf die heute unnütz gewordene Freifläche des ehemaligen Genesungsparks des Spitals als mögliches Baugelände verwiesen.
Damit ist gesagt, dass die Weiterentwicklung von Hochschulen und Spital ohne die Opferung des Stadtbildes möglich ist.
Die Kommission Planung und Bau hat die Voraussetzungen zur Korrektur mit Mehr- und Minderheitsanträgen geschaffen. Der Rat hat es in der Hand, die schwerwiegenden Mängel zu beseitigen und das Generationenprojekt auf die richtige Bahn zu bringen.