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Das im Südwesten Deutschlands liegende Mittelgebirge grenzt am Hochrhein zwischen Waldshut und Bad Säckingen an die Schweiz. Wie das benachbarte linksrhein. Fricktal gehörte der südl. Teil des S.s bis kurz nach 1800 zum habsburg. Vorderösterreich. Bestrebungen der Eidgenossen (u.a. die Belagerung von Waldshut 1468) zum Erwerb eines Teils des S.s oder der vier Waldstädte Waldshut, Laufenburg, Säckingen und Rheinfelden blieben erfolglos.
Zwei Schwarzwaldklöster besassen umfangreiche Güter im Gebiet der heutigen Schweiz. Für das vermutlich vom Glaubensboten Fridolin gegründete Frauenkloster Säckingen bildete der ausgedehnte Grundbesitz im Fricktal bis um 1800 eine wichtige wirtschaftl. Grundlage. Dem Kloster gehörte bis 965 auch die Insel Ufenau im Zürichsee. In jenem Jahr erhielt Säckingen bedeutende Gebiete am Walensee mit Zoll und Schifffahrtsrecht. 1395 kaufte sich das eidgenössisch gewordene Glarus vom Stift Säckingen los; noch heute erinnert der hl. Fridolin im Glarner Kantonswappen an die einstige Verbindung zu Säckingen. Die ehemalige Benediktinerabtei Sankt Blasien verfügte v.a. im nordöstl. Aargau über namhaften Güterbesitz. Seine Propsteien auf eidg. Territorium, Klingnau und Wislikofen, dienten im 17. Jh. dem Konvent der Abtei bei Kriegsgefahr als Zufluchtsort. Eine grosse Ausstrahlung auf die Gläubigen der Nordwestschweiz besass der von St. Blasien betreute Schwarzwälder Marienwallfahrtsort Todtmoos. Bis heute hat sich die jährlich stattfindende zweitägige Fusswallfahrt von Hornussen nach Todtmoos erhalten.
Vom Freiheitsgedanken der Innerschweizer Kantone beeinflusst waren die sog. Einungen, die seit 1371 nachgewiesen sind. Zu solchen Schutz- und Selbstverwaltungsverbänden hatten sich die Bewohner der Grafschaft Hauenstein im Hotzenwald zur Zeit der Herrschaft Habsburgs zusammengeschlossen.
Die Eisenerzvorkommen in der Region Herznach-Wölflinswil liessen im Süden des S.s Schmelzöfen und Hammerwerke entstehen. Holzmangel im aarg. Erzabbaugebiet führte ab dem 13. Jh. zu einer allmähl. Verlagerung des Eisengewerbes in den nahen S., wo genügend Wald zur Herstellung von Holzkohle und die notwendige Wasserkraft für den Betrieb der Öfen und Hämmer vorhanden waren. 1494 schlossen sich die Eisenwerke der Region zum sog. Hammerbund zusammen, dem auch Werke in Aarau, Basel und Olten angehörten. Vom 17. Jh. an traten vermehrt Eidgenossen als Betreiber der Eisenwerke im Südschwarzwald auf. Im 18. und 19. Jh. wurde hier in grossen Mengen Bohnerz aus der Grafschaft Baden, Küttigen, Olten, Winznau, Balsthal und dem Klettgau verarbeitet. Bis ins 19. Jh. war die Schweiz ein wichtiger Absatzmarkt für Eisenprodukte aus dem S., dann gingen die Eisenwerke allmählich ein.
Im 18. Jh. begannen v.a. eidg. Unternehmer, im an Wasserenergie reichen südl. S. eine Textilindustrie im grossen Stil aufzubauen. Zunächst dominierten v.a. die Baumwollspinnereien; in den 1780er Jahren beschäftigte diejenige im Hotzenwald rund 9'000 Heimarbeiter, ca. ein Drittel der dortigen Bevölkerung. 1809 eröffneten die Zürcher Brüder Johann Georg und Johann Caspar Bodmer im ehemaligen Konventsgebäude St. Blasiens ein Unternehmen zur Herstellung von Baumwollspinn- und Webmaschinen. 1836 errichteten Peter und Otto Bally aus Schönenwerd eine Seidenbandweberei in Säckingen. Niederlassungen von Schweizer Unternehmen nahmen zu, nachdem der Beitritt des Grossherzogtums Baden zum Deutschen Zollverein 1836 den Güteraustausch zwischen der Schweiz und den dt. Nachbarstaaten erschwert hatte. Die Fabriken am Fusse des S.s boten bis ins 20. Jh. auch der Bevölkerung der benachbarten Kantone willkommene Arbeitsplätze. Zu Beginn des 21. Jh. beschäftigten die grenznahen Industriebetriebe in der Schweiz viele Grenzgänger aus dem südl. S., während viele Nordwestschweizer den S. als Erholungsgebiet schätzten.
Literatur
– R. Metz, Geolog. Landeskunde des Hotzenwalds, 1980
– Nachbarn am Hochrhein, 2002
– M. Kistler, Einung und Eidgenossenschaft, 2006
Autorin/Autor: Linus Hüsser