Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03649.jsonl.gz/278

Therese Gauderon erblickte am 26. Februar 1926 im Sigristenhaus von St. Antoni als ältestes der vier Kinder von Rosa und Theodor Brülhart-Brülhart das Licht der Welt. Bis zur sechsten Klasse ging sie in die Schule St. Antoni. Die letzten zwei Schuljahre absolvierte sie in Jaun, wo sie bei ihrer Tante Mathilde wohnte und im Haushalt ihres Onkel, der Pfarrer in Jaun war, half. Nach der Schule blieb sie zwei weitere Jahre in Jaun. Danach half sie zu Hause auf dem Bauernbetrieb abwechselnd mit ihrer Schwester Alma. Ein Jahr war sie bei der Familie Ems, Kantonsrichter in Freiburg, im Haushalt tätig. Von 1946 bis 1948 arbeitete sie im Haushalt der Familie Pasquier in Bulle, wo sie die französische Sprache erlernte. Zwischendurch arbeitete sie im Service und war Familienhilfe bei der Familie Albert Binz in St. Antoni. Sie machte sehr aktiv in Ortsvereinen mit und spielte in ihrer Jugend Theater im Ensemble von Marienverein und Jungmannschaft, wo sie ihren Mann Josi kennenlernte.
Am 10. September 1951 vermählte sie sich mit Josi Gauderon aus St. Antoni. Aus dieser Ehe entsprossen vier Kinder, acht Gross- und acht Urgrosskinder. Im Herbst 1955 zog die Familie ins elterliche Heim in den Schrick, das sie erwerben konnten. 1987 folgte der Umzug in die Eigentumswohnung ins Santonihus, da ihnen die Umgebungsarbeiten zu viel wurden. Als 1980 die vietnamesische Flüchtlingsfamilie Lam Cam Ha nach St. Antoni kam, standen ihnen Therese und Josi als Paten zur Seite und halfen ihnen, sich hier gut zu integrieren. Auf diese Weise erhielt die Familie Zuwachs von einem Pflegesohn mit Familie.
Gerne verbrachte sie die Ferien mit Josi auf der Insel Ischia, in der Toscana oder im Tessin. Mehrmals machten sie Pilgerreisen zur heiligen Maria nach Lourdes.
Im Herbst 1972 musste sich Therese Gauderon einer komplizierten Hirnoperation unterziehen, wovon sie sich sehr gut erholte. Als ihr geliebter Gatte an Krebs erkrankte, pflegte sie ihn zu Hause bis zu seinem Hinschied. Nach seinem Tod lebte sie mehrere Jahre allein in ihrer Wohnung. Durch einen Sturz wurde ein Spitalaufenthalt notwendig. Ab Februar 2013 lebte sie im Heim St. Martin in Tafers. Dort hatte sie sich gut eingelebt und war stets für einen Schalk mit dem Personal zu haben.
Am Sonntag, 11. Juni 2017, ist sie nach kurzer Krankheit friedlich eingeschlafen. Die Familie ist sehr dankbar für die unvergessliche Zeit, die sie mit ihr verbringen durfte.