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Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) plant eine neue zweite Tunnelröhre für den Gotthard-Strassentunnel. EBP unterstützt das ASTRA in einer Ingenieurgemeinschaft in allen Belangen der Projektentwicklung im Generellen Projekt und Ausführungsprojekt.
Ausgangslage
Die erste Röhre des Gotthard-Strassentunnels muss wegen sicherheitstechnischen Aspekten und mangelhaftem Bauzustand spätestens bis 2035 saniert werden. Aufgrund des grossen Sanierungsumfanges ist eine Vollsperrung des Tunnels zwingend, wobei verschiedene mögliche Sanierungsvarianten untersucht wurden. Mit dem Entscheid des Bundesrates vom 27. Juni 2012 wurde eine vor der Sanierung der ersten Röhre erstellte zweite Röhre ohne Kapazitätserweiterung des Gesamtsystems als beste Lösung beurteilt und die Ausarbeitung des Generellen Projektes beschlossen. Das Stimmvolk hat der Vorlage am 28. Februar 2016 ebenfalls zugestimmt, so dass in der Folge das Ausführungsprojekt für die öffentliche Auflage ausgearbeitet wurde.
Projekbeschrieb
Die zweite Strassenröhre durch den Gotthard wird im Abstand von 70 Metern zur bestehenden Röhre gebaut. In der Mitte der beiden parallellaufenden Röhren wird der bestehende Sicherheitsstollen geführt. Im Abstand von jeweils 250 Meter befindet sich ein Verbindungsstollen, eine sogenannte Querverbindung.
Auftrag
Allgemeine Aufgaben: EBP unterstützt das ASTRA bei der Projektleitung der Phasen Generelles Projekt und Ausführungsprojekt in allen Prozessen, welche für den Projekterfolg notwendig sind. Hierzu gehören insbesondere auch die Vernehmlassungen des Generellen Projektes bei den Kantonen Uri und Tessin sowie den Gemeinden, die Ämtervernehmlassung bei den Bundesstellen, die Projektgenehmigung durch den Bundesrat, die Vorbereitung und Begleitung der öffentlichen Auflage, Begleitung des Landerwerbs, Vereinbarungen mit Dritten, Bereinigung der Einsprachen und Begleitung des Plangenehmigungsverfahrens.
Fachliche Begleitung des Projekts: EBP berät und unterstützt das Astra bei der Projektleitung in fachlichen Fragen und übergeordneten Leistungen wie z.B. Information und Kommunikation. EBP ist zudem mitverantwortlich für die Sicherstellung der erforderlichen Qualität und Standards des Projekts.
Erarbeitung der Projektgrundlagen: EBP erstellt das Projekthandbuch und führt es nach, inkl. Aufbau der Kostenstruktur und Bereitstellung der massgebenden Fachhandbücher, Weisungen, Richtlinien.
Controlling und projektbezogenes Qualitätsmanagement: Qualitätssicherung der von Projektverfasser und UVB-Verfasser erarbeiteten Projektunterlagen. Aufbau Termin-, Kosten- und Leistungscontrolling, inkl. Überwachung der Prozesse.
Herausforderungen
Optimierung: In einem iterativen Prozess sind unter anderem Tunnellage, Tunnelquerschnitt, Ausrüstung, Ausbaustandards und Kosten zu optimieren. Dabei sind auch Abhängigkeiten zur ersten Tunnelröhre und zukünftige Gesamtkonzepte, z.B. für das Lüftungssystem oder das Betriebskonzept, zu berücksichtigen.
Umwelt: Mit dem Ziel einer möglichst geringen Beeinträchtigung der Umwelt, werden Umweltbelange in einem Umweltverträglicheitsbericht UVB 2. Stufe und 3. Stufe aufgearbeitet. In enger Zusammenarbeit mit den Umweltschutzorganisationen wurde das Projekt weiter optimiert.
Baulogistik und Materialbewirtschaftung: Ein Teil des Ausbruchmaterials wird für den Tunnelbau wiederverwendet, ein Teil zur Renaturierung des Ufers am Urnersee und ein weiterer Teil für die Erstellung der Galleria di Airolo, der neuen Überdeckung der Nationalstrasse in Airolo. Der Transport des Materials erfolgt per Bahn und Förderbänder.