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Lydia Eymann ist am 1. März 1972 in Langenthal verstorben. Testamentarisch hatte Sie die Errichtung der "Stiftung Lydia Eymann" verfügt. Unter Mitwirkung ihrer Schwester, Frau Clara Vogelsang geb. Eymann, wurde der Stiftung ein ansehnliches Vermögen gewidmet, welches aus Liegenschaften, Wertschriften, einer Bibliothek mit rund 5'000 Bänden und einer umfangreichen Foto- und Filmausrüstung bestand.
Zweck der Stiftung war einerseits die Verwaltung des gewidmeten Vermögens, andererseits die fachgerechte Betreuung der Bibliothek, welche in der Liegenschaft an der Aarwangen-strasse 55 der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden sollte. Eine Ausleihe der Bücher wurde ausdrücklich ausgeschlossen. In den übrigen Räumlichkeiten der Liegenschaft sollte eine öffentliche Bibliothek untergebracht werden.
Im ersten Stiftungsrat nahmen Dr. Valentin Binggeli als Präsident, Clara Vogelsang-Eymann, als Vize-Präsidentin, Heidi Meyer, als Sekretärin, sowie Marianne Zurlinden, Dr. Werner Voellmy, Hermann Uhlmann und Willi Wiedemeier, als weitere Mitglieder, Einsitz.
Die notwendigen baulichen Massnahmen wurden ausgeführt und am 30. August 1974 konnte in den Räumlichkeiten an der Aarwangenstrasse 55 die Gemeindebibliothek eröffnet werden.
Trotz grossen Anstrengungen des Stiftungsrates wurden sowohl die LE- Bibliothek als auch die Gemeindebibliothek wenig besucht. Im Jahre 1980 zog die Gemeindebibliothek aus. Die freien Räumlichkeiten im Erdgeschoss wurden an die Gemeinde Langenthal vermietet, welche diese noch heute als Kindergarten benutzt.
Im Jahre 1987 beschloss der Stiftungsrat die Abänderung des Stiftungszwecks; Bücher sollten auch ausgeliehen werden können. Im Mai 1990 wurde diese Aenderung durch die Justiz-direktion des Kantons Bern genehmigt.
Auf das Geschäftsjahr 1993 hin fand im Stiftungsrat eine grosse Rochade statt. Trotz der im Jahre 1987 vorgenommenen Aenderungen, entsprach der Stiftungszweck nicht mehr den damaligen Bedürfnissen, weshalb sich der neue Stiftungsrat der weiteren Umgestaltung der Stiftung annahm. Da die Stadt Langenthal inzwischen über eine vorzügliche Regionalbiblio-thek und über Mittelschulbibliotheken verfügte, nahm die Bedeutung der LE-Bibliothek zusehends ab.
Ein durch Herrn Professor Dr. R. Barth von der Stadt- und Universitätsbibliothek Bern erstelltes Gutachten bestätigte die Auffassung des Stiftungsrates, dass die Bibliothek in dieser Form nicht mehr erhaltenswert sei. Im Oktober 1993 beschloss der Stiftungsrat die Auflösung der Bibliothek.
In den nachfolgenden Monaten befassten sich die Verantwortlichen intensiv mit der Neuorientierung der Stiftung und der Definition eines neuen Stiftungszwecks. Einerseits sollte dieser dem Gedankengut der Stifterin entsprechen, andererseits wollte man nachhaltig Bedürfnisse aus dem Bereich Kunst- und Kultur erfüllen.
Bereits im Herbst 1994 wurden die Statuten der Stiftung revidiert und oberamtlich genehmigt. Der Hauptzweck lautet neu:
Die Liegenschaft an der Aarwangenstrasse 55 oder Teile davon, sollen Kulturschaffenden zur Verfügung gestellt werden. Die Kulturschaffenden sind mit Stipendien aus dem Stiftungs-vermögen finanziell zu unterstützen.
Der neue Stiftungszweck bedingte den Umbau der Bibliothek. Diese wurde im Laufe des Jahres 1995 in ein grosszügiges Studio umgebaut. Das erste Stipendium sollte an einen Literaten oder eine Literatin vergeben werden. Gleichzeitig wurden durch den Stiftungsrat die Rahmenbedingungen für die Vergabe des Stipendiums festgesetzt.
Im Herbst 1995 erfolgte die erstmalige Ausschreibung des Stipendiums. Unter den verschiedenen Bewerbungen entschied sich der Stiftungsrat für Nicole Müller; sie zog im April 1996 im Studio in Langenthal ein.