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Als Sohn eines Gitarristen wuchs Paulinho da Viola in einer musikalischen Umgebung auf. Seine Kindheit in Botafogo, einem traditionellen Stadtteil der Südzone von Rio de Janeiro – wo er am 12. November 1942 geboren wurde – wurde begleitet von viel Musik und Geschichten.
Zu jener Zeit gab es nicht viel industrielles Spielzeug für Kinder der unteren Mittelklasse, deshalb mussten Paulinho da Viola und seine Freunde ihre Kreativität einsetzen, um Spass zu haben. Das “Flohspiel“ war aus Kokosnussschalen gemacht, der Fussball war aus einem mit Resten gefüllten Strumpf, und wenn keine Polizei in der Nähe war, lieferten sich die Jungs inmitten der Rua Pinheiro Guimarães eine Partie Fussball, indem sie dort ein Spielfeld absteckten – heutzutage undenkbar wegen dem hektischen Strassenverkehr.
In dem Haus, wo er wohnte – in derselben Strasse – lebten seine Eltern, seine Grosseltern, sein Bruder und seine Patentante. Ein kleines, einfaches Häuschen – es steht heute noch – innerhalb einer “Vila“ (kleinere Einheit eines Stadtteils), wie so viele andere in Botafogo.
Die musikalische Geschichte Paulinhos beginnt mit seinem Vater – Benedicto Cesar Ramos de Faria – Gitarrist und Gründungsmitglied der legendären Choro-Gruppe “Época de Ouro“, die man heute als grösste Choro-Gruppe der Geschichte einstuft – und sie sind immer noch aktiv. Cesar spielte in dieser Gruppe eher aus Berufung und Freude, als aus finanziellem Interesse. Um seine Familie zu versorgen, arbeitete er als Beamter beim Gericht. Musiker wie Cesar waren frei von modischen Trends oder Erfordernissen des Marktes – sie machten Musik aus Freude an der Sache und aus Berufung.
Der junge Paulinho versäumte keine Gelegenheit, den Vater zu begleiten und nahm auf diese Weise an bedeutenden musikalischen Treffen teil – einige sogar Zuhause. Dabei erlebte er Musiker wie Pixinguinha, Jacob do Bandolim, Tia Amélia, Canhoto da Paraíba und viele andere. Schon bald übte er sich in den ersten Akkorden auf der Gitarre seines Vaters.
Noch als Jugendlicher nahm er viele Male auf eigene Faust an Versammlungen teil, die von Jacob do Bandolim, dem grössten Virtuosen auf diesem Instrument, geleitet wurden, und dort konzentrierte er sich auf die Musik und die Geschichten des grossen Meisters. Trotz diesen zahlreichen musikalischen Erlebnissen und seiner gesammelten Erfahrung, stellte sich Paulinho nicht vor, dass die Berufung zum Musiker irgendwo auf seinem Weg liegen sollte – zumal die grossen Ikonen, wie sein Freund Jacob do Bandolim zum Beispiel, ebenfalls nicht exklusiv von ihrer Kunst leben konnten.
Neben seinen Kontakten mit der Welt des “Choro“ (portugiesisches Wort für “Klage“ – chorar = weinen – entstanden aus den melancholischen Melodien dieses brasilianischen Musikstils) frequentierte Paulinho in seiner Jugend das Haus seiner Tante Trindade, im Stadtteil “Vila Valqueire“, einem Vorort von Rio de Janeiro. Dort erlebte er verschiedene Male den Karneval, ein prägendes Erlebnis für seine Formation als Karnevalist.
Die Samba-Schulen und karnevalistischen Blocks repräsentierten geografisch jeden Teil der Stadt. Paulinho gründete zusammen mit seinen Freunden den Block “Foliões da Rua Anália Franco“, um damit die Strasse zu repräsentieren, in der seine Tante Trindade wohnte. Die Samba-Schule “União de Jacarepaguá“, ganz in der Nähe, war am wachsen und lud die jungen Karnevalisten ein, sich ihnen anzuschliessen. Das war Paulinhos erster Kontakt mit einer Samba-Schule. Bald darauf präsentierte er innerhalb dieser Schule eine seiner ersten Kompositionen, den Samba “Pode ser Ilusão“ (Es mag eine Illusion sein) – aber es war keine Illusion: Hier begann seine Geschichte als “Sambista“.
Nachdem er 19 Jahre alt geworden ist, bekommt er seine erste Anstellung in einer Bank, im Zentrum von Rio. Dort erlebt er eine Begegnung, die ihn in ein anderes Universum versetzt und sein ganzes Leben verändert. Anfang 1964 sitzt er an seinem Schreibtisch, als er einen Bankkunden bemerkt, der von seinem Kollegen am Nebentisch bedient wird, und der ihm bekannt vorkommt. Ungewöhnlich für sein eher zurückhaltendes Wesen, geht Paulinho hinüber zum Tisch seines Kollegen und spricht den Mann an – der erinnert sich ebenfalls an ihn, und zwar von jenen Choro-Zusammenkünften im Haus des gemeinsamen Freundes Jacob do Bandolim. Er stellt sich als “Herminio Bello de Carvalho“ vor, dessen besonderes Interesse der Poesie gilt – er lädt Paulinho ein, ihn in seinem Appartement im Stadtteil “Catete“ zu besuchen, und dort hat Paulinho Gelegenheit, zum ersten Mal Sambas von Komponisten wie Zé Ketti, Elton Medeiros, Anescar do Salgueiro, Carlos Cachaça, Cartola und Nelson Cavaquinho zu hören – auf Schallplatten von Herminio. Schliesslich präsentiert er seinem neuen Freund auch seine eigenen Kompositionen – und etwas später erscheinen die ersten gemeinsamen “Werke“ des jungen Komponisten und des jungen Poeten – genauer gesagt zwei: “Duvide-o-dó“, aufgenommen von Isaurinha Garcia Jahre später und vor kurzem neu aufgenommen auf der Vinyl-Scheibe “Sinal Aberto“, mit Toquinho – und die andere, ein Walzer unter dem Titel “Valsa da Solidão“ (Walzer der Einsamkeit), aufgenommen von Elizete Cardoso auf einer Platte, die von Herminio selbst produziert aber nicht kommerzialisiert wurde.
Aus dieser Freundschaft mit Hermínio entsteht eine lange Partnerschaft und auch eine Einladung ins Restaurant “Zicartola“, Besitzer sind der Sambista Cartola und seine Frau, Dona Zica, es befindet sich in der traditionellen Rua da Carioca, wo sich der Künstler mit Journalisten, Intellektuellen und anderen Personen regelmässig zu musikalischen Rendezvous trifft – sie hören Cartola, Zé Ketti, Elton Medeiros und anderen zu, die ihre Kompositionen präsentieren.
In diesem Restaurant begann Paulinho seine eigen Kompositionen und die anderer Autoren zu präsentieren. Eines Tages sagt Cartola zu ihm: “Paulo, du kommst hierher und verschwendest deine Zeit, indem du uns vorspielst, aber du verdienst nichts damit. Hier nimm dieses Geld für den Bus – das war sein erstes Geld, das Paulinho für seine Musik bekam – aus der Hand des Freundes Cartola. Man kann also sagen, dass es Cartola war, der ihn zum Profi machte.
Angeregt von Zé Ketti, begann Paulinho mehr zu komponieren und dachte daran, seine Sambas möglichen Interpreten zu zeigen. Zusammen mit Oscar Bigode, Zé Ketti selbst, Anescar do Salgueiro, Nelson Sargento, Elton Medeiros und Jair do Cavaquinho liess Paulinho ein paar Sambas bei einem damaligen Plattenverlag, der “Musidisc“, registrieren, in der Hoffnung, dass irgendein Interpret sie vielleicht in sein Repertoire übernehmen würde. Kurze Zeit darauf – auf einen Vorschlag des musikalischen Verlags-Direktors Luis Bittencourt hin – schlossen sich diese Musiker zur Gruppe “A Voz do Morro“ zusammen und brachten auch ihre erste Platte “Roda de Samba de 1965“ heraus. Im Verlauf dieser Aufnahmen befragte ein Angestellter des Plattenverlags auch jeden Einzelnen von ihnen nach seinem Namen, und Paulinho gab an: “Paulo Cesar“ – antwortete jener Angestellte: “Das ist kein Name für einen Sambista“. Später erzählt Zé Ketti diese Begebenheit dem Journalisten Sérgio Cabral, der sie als Geschichte in seiner Zeitung publiziert und gleich die Lösung des Problems präsentiert – “Paulinho da Viola“ wurde geboren.
Der Erfolg der Gruppe “A Voz do Morro“ schlug sich in zwei weiteren Platten nieder. Die zweite, “Roda de Samba, Volumen 2“, kam noch im gleichen Jahr 1965 auf den Markt, und die dritte, “Conjunto A Voz do Morro – Os Sambistas“, erschien im darauf folgenden Jahr.
Noch im selben Jahr 1965 nahm Elizete Cardoso, eine der damals grössten Sängerinnen des Landes, die Komposition “Minhas Madrugadas“ von Paulinho und Candeia in ihr Repertoire auf, in ihrer LP “Elizete Sobe o Morro“. Paulinho begleitete die Aufnahme mit seinem typischen Stil auf der Gitarre, und Elton Medeiros gab den Rhythmus vor auf seiner berühmten Streichholzschachtel. Die Art und Weise von Paulinhos Gitarre auf dieser Platte ist charakteristisch für den jungen Sambista. Beeinflusst vom Spiel seines Vaters und auch vom Rhythmus anderer Sambistas, wie Nelson Cavaquinho, hatte er sich einen einzigartigen Schlag angewöhnt, den er heute nicht mehr benutzt.
Ende des Jahres 1964 frequentierte Paulinho noch die “Anião de Jacarepaguá“. Oscar Bigode, Direktor der Perkussions-Gruppe der Samba-Schule “Portela“, den Paulinho als seinen Cousin vorstellte, stattete der Schule einen Besuch ab. Begleitet von anderen Mitgliedern der “Portela“ lädt er Paulinho ein, die berühmte Samba-Schule des Stadtteils “Oswaldo Cruz“ kennenzulernen. Und am darauf folgenden Sonntag erschien Paulinho unter den Komponisten der “Portela“, um einen ersten Teil einer neuen Samba-Komposition vorzustellen. Unter den Augen und Ohren von Monarco, Candeia, Casquinha, Ventura und vielen anderen, trägt er seine Komposition vor. Casquinha ergänzt gleich darauf einen zweiten Teil – und der Samba “Recado“ wird geboren – der erste von Paulinho in der “Portela“, aufgenommen dann von der Gruppe “A Voz do Morro“ auf ihrer zweiten LP.
Danach wurde Paulinho in die Reihen der Portela-Komponisten aufgenommen. 1965 paradierte er in dieser Samba-Schule und 1966 präsentierte er in ihren Club-Räumen den Samba “Memórias de Um Sargento de Milícias“ (Erinnerungen eines Sergeanten der Miliz). Die Komposition wurde als Themen-Samba der Portela beim Karneval desselben Jahres ausgewählt – die Schule wurde Karnevals-Champion und Paulinhos Samba bekam die höchste Note der Juroren. Aufgenommen wurde die Komposition später von Martinho da Vila im Jahr 1971. Paulinho war nun definitiv mit “seiner Schule“ verbunden – bis heute ist er anerkannt als einer der grossen Namen in der Portela-Geschichte.
Hermínio Bello de Carvalho und Kleber Santor dirigierten und produzierten das Musical “Rosa de Ouro” des Jahres 1965. Das Stück machte Clementina de Jesus berühmt, im Alter von 63 Jahren, und es brachte die legendäre Figur der Aracy Cortes auf die Bühne zurück – die Beiden begleitet von Elton Medeiros, Jair do Cavaquinho, Nelson Sargento, Nescarzinho do Salgueiro und Paulinho da Viola. “Rosa de Ouro“ brachte zwei LPs ein, die erste, “Rosa de Ouro“, herausgegeben von der “Odeon“ im gleichen Jahr, und die zweite, “Rosa de Ouro Numero 2“, im Jahr 1967. Das Musical feierte grosse Erfolge in Brasilien und im Ausland.
Paulinhos Partnerschaften gingen weiter – 1966 beteiligt er sich an Aufnahmen der LP “Na Madrugada“, an der Seite von Elton Medeiros. Herausgebracht vom Verlag RGE, präsentiert “Na Madrugada“ Erfolgs-Hits wie “14 Anos, Minhas Madrugadas, Recado, Jurar com Lágrimas, Rosa de Ouro” und “O Sol Nascerá” – der letztere von Elton Medeiros und Cartola. Noch im Jahr 1966 nimmt Paulinho am “Festival de Música Brasileira” der Fernsehkanals TV RECORD teil – mit dem Lied “Canção para Maria“ – unter Mitwirkung von Capinam – und landet auf dem dritten Platz.
1968 will Hermínio Bello de Carvalho ihn überraschen, indem er Paulinhos Komposition “Sei Lá Mangueira” bei der dritten Ausgabe des historischen Musik-Festivals der TV RECORD einschreibt. Der Text ist von Hermínio, die Musik von Paulinho – die Komposition rühmt die Samba-Schule “Mangueira“, Erzrivalin von Paulinhos “Portela“. Die Geschichte bereitete Paulinho grosse Sorgen, denn er wollte diese Komposition eigentlich nicht veröffentlichen, weil er eine negative Reaktion seiner Kollegen der “Portela“ fürchtete. Der Samba wurde von Elsa Soares interpretiert, und Paulinho fing ein paar misstrauische Blicke von Seiten der Portela-Mitglieder ein, aber wurde deshalb nie zur Rede gestellt. Diese Begebenheit brachte ihn allerdings in Zugzwang, nun auch eine Komposition zu Ehren seiner “Portela“ herauszubringen.
Die erste Solo-LP erschien 1968. Paulinho hatte bereits einen gewissen Namen durch seine Beteiligung am Musical und der Platte “Rosa de Ouro“, an der Platte “Na Madrugada“, durch seine von Elizete Cardoso und Elza Soares aufgenommenen Kompositionen und auch durch das Musik-Festival von 1966. Die Absicht des Musik-Direktors der ODEON, Milton Miranda, war es, Paulinho als Sänger unter Vertrag zu nehmen, nicht notwendigerweise als Komponist. Deshalb singt er auf seiner ersten Platte mit seinem Namen nur wenige eigene Kompositionen. Die Periode, in der er mit der ODEON arbeitete, war eine seiner fruchtbarsten in seiner Karriere. Er begann diese Zusammenarbeit 1968 und beendete sie 1980. In dieser Zeit wurden 11 Platten aufgenommen.
Noch im Jahr 1968 schreibt Paulinho “Coisas do Mundo, Minha Nega“ in die “I. Bienal do Samba” der TV RECORD ein. Die Komposition landete auf dem sechsten Platz, interpretiert von Jair Rodrigues – und ist bis heute Paulinhos Lieblings-Samba geblieben.
1969 gewann Paulinho das letzte Festival des TV RECORD mit “Sinal Fechado“. Im Monat Mai erreichte er ausserdem den Ersten Platz bei der “Feira Mensal de MPB“ des Tupi-Kanals mit dem Samba “Nada de Novo“ (Nichts Neues) – an der Seite von “Que Maravilha“, von Toquinho und Jorge Ben. Monate später, im gleichen, monatlich ausgestrahlten Programm, präsentiert er seinen grössten Erfolgs-Hit bis heute: “Foi um Rio Que Passou em Minha Vida”, gleich darauf auf einer Disk erschienen, mit weiteren drei seiner Kompositionen: “Sinal Fechado, Ruas que sonhei“ und “Nada de Novo“.
“Foi um Rio que Passou em minha vida” (Es war ein Fluss, der sich durch mein Leben zog) wurde zum grössten Hit des Jahres 1970. Er explodierte im ganzen Land und verlieh Paulinho nationalen Ruhm. Schliesslich war dies die Antwort auf die seine “Portela“ nach dem Samba “Sei Lá Mangueira“ schon lange gewartet hatte – und der Song wurde zur Hymne der Samba-Schule seines Herzens. Dies ist die meist gelobte und erinnerte Komposition der Karriere dieses Komponisten, und im Jahr 2000 wurde sie unter die 30 bedeutendsten brasilianischen Kompositionen der Geschichte gewählt – von dem mächtigsten TV-Kanal des Landes, dem TV-GLOBO.
Während der 70er Jahre brachte Paulinho fast jedes Jahr eine Platte heraus. Zweimal waren es sogar zwei Stück in einem Jahr. In dieser Periode schuf er auch Spektakel wie “Sarau, Vela no Breu“ und “Zumbido“ – alle mit grossem Erfolg beim Publikum und der Kritik.
1981, schon als anerkannter Spitzenmusiker, bringt Paulinho seine erste Platte unter Vertrag mit dem WARNER-Verlag heraus – ein Jahr später kommt “A Toda Hora Rola uma História“ (Alle Stunde eine neue Geschichte) auf den Markt und 1983 seine letzte Platte mit diesem Verlag, “Prisma Luminoso“, eine seiner liebsten.
Nach Erscheinen dieser Scheine fühlte sich Paulinho nicht mehr motiviert, um die neuen Projekte der Plattenverlage weiterhin zu begleiten und sich den neuen Tendenzen “anzupassen“. Er fühlte sich nicht in der Lage, seine Kompositionen den Modetrends anzupassen, so wie auch sein Vater niemals Musik gemacht hat, um die Nachfrage des Marktes zu befriedigen. Die Plattenverlage investierten jetzt massiv in den so genannten “Rock Brasileiro”, der zunehmend gefragt war. Und trotzdem erscheint 1984, auf Wunsch des Publikums, eine neue Generation von Sambistas in der Szene, die einen Samba produzierten, welcher unter dem Namen “Pagode“ bekannt wurde. Künstler wie “Zeca Pagodinho, Jovelina Pérola Negra, Almir Guineto“ und andere tauchten auf.
Paulinho war nicht stehengeblieben – er hatte lediglich seinen Schaffensrhythmus etwas verlangsamt und Platten nach seinem Geschmack produziert. 1989 kommt sein “Eu Canto Samba“ heraus, eine LP, die als Klassiker entstand und eine aussergewöhnlich gute Aufnahme beim Publikum und den Kritikern fand. Paulinho erhielt für diese Platte vier Trophäen des “Sharp-Preises“ dieses Jahres.
In den 90er Jahren geschah ein Kuriosum: Paulinho wurde plötzlich von der grossen Volksmasse als eine Art “elitärer Musiker“ betrachtet, obwohl er den wohl reinsten Samba komponierte. Deshalb entfernte er sich ein bisschen von seinem ursprünglichen Publikum – nicht, weil er das so wollte, sondern wegen einem Image, an dem die Medien schuld waren. 1996 kehrt er in die Studios zurück und nimmt jene Disk auf, die als eine seiner bedeutendsten Werke seiner Karriere gilt: “Bebadosamba“. Diese CD wurde zum Rekordhalter des “Prêmio Sharp 1997“ – dem grössten Event des Genres in der brasilianischen Musik der 90er Jahre. Paulinho ist der Rekordhalter dieses Wettbewerbs, mit 9 Trophäen, für die er nur 2 seiner Platten eingereicht hatte.
1997 produzierte Paulinho mit grossem Erfolg die Show “Bebadosamba“ und brachte weitere zwei CD‘s heraus, die live aufgenommen wurden: “Bebadachama“, von 1997, und “Sinal Aberto“, von 1999, unter Mitwirkung von Toquinho. Einer seiner jüngsten Auftritte fand in Paris statt, bei einem Festival zu Ehren der “500 Jahrfeier Brasiliens“ – man schätzte, dass diese Veranstaltung in “La Villete“, im Jahr 2000, die grösste Publikumsbesetzung aller Zeiten erlebte (4.700 verkaufte Eintrittskarten).
Jeden Moment kann dieser Künstler mit einer fast 40-jährigen Karriere mit einem neuen Projekt erscheinen, mit dem er seine Bedeutung in der brasilianischen Musik und der Kulturgeschichte Brasiliens erneut bestätigt. Man kann immer noch mehr tun. Viele Kritiker definieren das Werk von Paulinho da Viola als Brücke zwischen Tradition und der Moderne. Wie er selbst sagt: “Ich lebe nicht in der Vergangenheit, sondern die Vergangenheit lebt in mir“ – und so ist auch sein musikalisches Schaffen – ohne einen Blick zurück.
Diskographie Paulinho da Viola
- Acústico MTV (2007)
- Paulinho da Viola – Meu tempo é hoje (2003)
- Sinal Aberto – Toquinho e Paulinho da Viola (1999)
- Bebadachama (1997)
- Bebadosamba (1996)
- Paulinho da Viola e Ensemble (1993)
- Eu Canto Samba (1989)
- Prisma Luminoso (1983)
- A toda hora rola uma estória (1982)