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Ohrgeräusche können grob in drei Kategorien eingeteilt werden
Wenn man nach einem lauten Konzert oder einer turbulenten Partynacht ein Summen, Zirpen oder Pfeifen wahrnimmt, muss dies noch kein Tinnitus sein. Auch wenn man laute Arbeiten verrichtet hat, ohne einen Gehörschutz zu tragen, kann dies zu Ohrgeräuschen führen. Diese gehen jedoch meist nach ein paar Stunden wieder weg. Wenn Ohrgeräusche nach einem Tag oder länger immer noch zu hören sind, dann sollte man einen Ohrenarzt aufsuchen. In diesem Falle könnte es ein Tinnitus sein.
Der objektive Tinnitus
Die seltenere Form des Tinnitus ist der objektive Tinnitus und mit selten meine ich sehr selten. Nur etwa 0.01% der Tinnitusfälle gehören in diese Gruppe. Ein objektiver Tinnitus kann auch vom untersuchenden Arzt gehört werden und weist auf eine ihm zu Grunde liegende Krankheit hin.
Der subjektive Tinnitus
Diese Art von Tinnitus ist weiterverbreitet, als man gemeinhin annimmt. Etwa jeder dritte Mensch kennt ihn, aber die meisten nehmen den Tinnitus nur ab und zu wahr und stören sich kaum daran. Meist ist der Tinnitus in Ruhe wahrzunehmen, vor allem, wenn der Ruhe eine stressige Zeit voranging. Ja, der Tinnitus ist stressabhängig.
Aber woher kommt der Tinnitus?
Während den ersten vier Jahren unseres Lebens lernt das Gehirn, was wir unbedingt wahrnehmen müssen und was nicht, beziehungsweise was wir im Unterbewusstsein zwar wahrnehmen, aber nicht wirklich mitbekommen sollen. Viele Geräusche, die unser Körper macht, gehören zu den Klängen, welche unser Gehirn als nicht unbedingt wahrzunehmen einstuft. Unser Gehirn selbst verursacht einen Grossteil dieser Geräusche. Man geht davon aus, dass ein menschliches Gehirn aus rund 100 Milliarden Nervenzellen besteht. Nervenzellen leiten elektrische Potenziale und können somit vereinfacht als Stromleitungen angesehen werden. So viele Stromleitungen auf engstem Raum erzeugen ein ziemliches Gebrumme und Gesumme.
Man kann sich einen Tinnitus wie eine Stromleitung an einem nebligen Herbsttag vorstellen, wenn die Spannung auf den Drähten durch die Feuchtigkeit als Summen hörbar wird.
Aber warum hören wir dieses Summen nun auf einmal wieder?
Wenn eine Nervenzelle aufgrund einer Hörminderung weniger oder gar nichts mehr zu tun hat, dann erhöht diese Zelle die Sensibilität. Diese Sensibilität kann man sich auch als Nervosität vorstellen und je nervöser, umso unruhiger wird die Nervenzelle. Dies wiederum kann ein Geräusch wie ein leichtes Surren oder Brummen verursachen. Je mehr Zellen das gleichzeitig tun, umso mehr wird das Geräusch zum Rauschen. Da unser Gehirn gerne in allem einen Sinn erkennen würde, kann dieses Rauschen auch als fernes Flüstern, Rattern von Holzrädern oder als Rauschen eines Wasserfalles etc. wahrgenommen werden.
Warum können Hörgeräte bei Tinnitus helfen?
Da Hörgeräte genau in denjenigen Frequenzen (Tonhöhen) die meiste Verstärkung anbieten, in denen die grösste Hörminderung und damit auch meist der Tinnitus wahrgenommen wird, übertönen sie mit dieser Verstärkung den Tinnitus. Im Fachjargon nennen wir dies eine «Maskierung» des Tinnitus. In etwa 80% der Fälle, in denen Menschen mit Hörverlust über einen Tinnitus klagen, hören diese den Tinnitus während des Tragens der Hörgeräte nicht mehr. Wichtig zu beachten ist: der Tinnitus ist leider nicht weg, er ist jedoch währen des Tragens der Hörgeräte vom Hörgerät «maskiert». Sehr oft jedoch verhilft das den Betroffenen schon zu etlichen Stunden ohne Tinnitus pro Tag und das wiederum lässt sie viel gelassener werden, gegenüber dem gelegentlich zu hörenden Tinnitus, wenn die Hörgeräte nicht im Einsatz sind.
Was kann man gegen Tinnitus tun?
Generell sollten Menschen mit Tinnitus die Ruhe meiden, denn wie schon erwähnt, der Tinnitus ist dann am lautesten, wenn es sonst ruhig ist. Etwa 30% der Bevölkerung kennt den Tinnitus, jedoch nur eine geringe Zahl dieser Menschen leidet darunter. Das ist auch der Trick! Lassen sie den Tinnitus nicht zum Problem werden. Suchen sie ein Beratungsgespräch, welches Ihnen Möglichkeiten aufzeigen kann, mit ihrem Tinnitus ins Reine zu kommen.