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Nachdem Coople bereits im Juni 2021 eine grosse Umfrage unter flexiblen Arbeitnehmenden durchgeführt hat, wurden im Februar / März 2022 erneut 2‘000 Personen befragt. Alle hatten bereits vor und während der Corona-Krise ganz oder teilweise im Gastro-Bereich gearbeitet. Die Resultate, die Coople gestern veröffentlichte, zeigen, dass die Attraktivität von Stellen in Hotellerie und Gastronomie in den Augen vieler Arbeitnehmenden weiterhin stark abnimmt.
Auf die Frage, ob die flexiblen Arbeitnehmenden weiterhin im Gastgewerbe tätig sein möchten, zeigten sich nur noch 35.7 Prozent (im Juni 2021 waren es noch 45.3 Prozent) vollständig überzeugt davon, wieder im Gastgewerbe arbeiten zu wollen. Immerhin 44.5 Prozent antworteten, dass sie sich eine Rückkehr vorstellen können, während 19.7 Prozent eine Rückkehr in den Gastrosektor für unsicher bis ausgeschlossen halten.
Auf die Frage nach den Gründen, weshalb eine Rückkehr ins Gastgewerbe unsicher bis ausgeschlossen ist, waren 2022 die vier häufigsten Antworten: Der Wunsch nach besserer Bezahlung (41 Prozent), mehr Flexibilität (29.5 Prozent), nach einem Job mit besseren Arbeitszeiten (26.1 Prozent) oder krisensicherem Arbeitsplatz (23.1 Prozent).
Sorgen um die berufliche Zukunft gehen zurück
Wie bereits in der Umfrage von 2021 wurden die Teilnehmenden gebeten, zu bewerten, in welchem Ausmass sich ihr Berufsleben durch Corona verändert hat und ob sie sich Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen. Dabei hat eine Mehrheit der Antwortenden angegeben, dass sich ihr Berufsleben mindestens mittel bis sehr stark verändert hat (5.7 Ø-Wert, 0 = kein Einfluss / 10 = starker Einfluss). Dieser Durchschnittswert ging im Vergleich zu 2021 (6.7 Ø-Wert) zurück, was mit einer mittelfristigen Adaption an die pandemische Lage und einer Umstellung im und Anpassung an den Alltag zu erklären ist.
Gleichzeitig hat sich auch die individuelle Einschätzung der beruflichen Zukunft bei flexiblen Arbeitnehmenden im Gastgewerbe verändert: 2022 sind es knapp 35.6 Prozent der Befragten (Werte 0 bis 2) die angeben, dass sie sich wenig bis keine Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen (2021 nur 21 Prozent). Im Vergleich zu 2021 (5.5 Ø-Wert) nahm die Verteilung der Befragten, die sich mittelmässige bis sehr starke Sorgen um ihre Zukunft machen, merklich ab (4.6 Ø-Wert, 0 = überhaupt nicht / 10 = sehr stark)
Fachkräftemangel und Unsicherheit bei der Personalplanung als grösste Herausforderung
Befragt nach den grössten Herausforderungen für das Gastgewerbe gaben 17.3 Prozent der Umfrageteilnehmenden «Fachkräftemangel» an, dicht gefolgt von der damit verbunden Ungewissheit bei der Personalplanung (15.1 Prozent). 12.6 Prozent der Befragten erachten ausserdem das Ausbleiben von ausländischen Touristen als merkliche Herausforderung. Immerhin 11.2 Prozent sehen finanzielle Engpässe auch noch 2022 als hauptsächliche Herausforderung für das Gewerbe.
Attraktive Bezahlung und flexible Arbeitszeiten als Gamechanger
Daniel Staffelbach, Country Manager bei der Coople (Schweiz) AG: «Unsere neuste Umfrage verdeutlicht, dass es für Gastrobetriebe in der Schweiz trotz Rückkehr aus dem Corona-Alltag aktuell schwierig ist, auf ihr angestammtes, erfahrenes Personal zurückzugreifen, um den zu erwartenden Ansturm in den kommen Wochen und Monaten ausreichend abzufangen. Die Umfrage bestätigt, dass sich viele Arbeitnehmende im Gastro-Sektor einen höheren Verdienst wünschen und ausserdem auf eine gewisse Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung zurückgreifen möchten.»
Yves Schneuwly, CCO von Coople: «Wir sehen hier einen erkennbaren Trend zu einem „nachhaltigen Vertrauensverlust“ in die Gastro-Branche. Wir appellieren mit Nachdruck, dass es jetzt wichtig ist zu handeln, und dass es nicht reicht, die Nachfrage nach Personal nur zu signalisieren. Es muss mit strategischem Nachdruck auf die Wünsche und Forderungen der Mitarbeitenden eingegangen werden.»
Die durchschnittlichen Löhne seien vergleichsweise immer noch tief und schmälerten den Attraktivitätsfaktor der Branche erheblich, hält Coople weiter fest. Die Branche und die Arbeitgeber selbst befänden sich in einer Zwickmühle, da zahlreiche Unternehmen sich in der aktuellen Situation eine Anhebung des Lohnniveaus (noch) nicht leisten können.
Mehr Flexibilität ist gefragt
Die Umfrage 2022 bestätige auch den Trend zu mehr Flexibilität und Autonomie im Gastgewerbe, schreibt Coople weiter. Dieser Trend könne nicht nur von jedem Unternehmen umgesetzt werden, sondern könne sogar dabei helfen, Geld zu sparen. Betriebe, die der steigenden Nachfrage nach Flexibilität begegnen und konsequent auf einen hohen Anteil flexibler Arbeitskräfte setzen, stellten die Weichen kurz- und mittelfristig richtig. Damit dieser Trend auch nachhaltig Substanz behält, sollten Unternehmen strategisch einen flexiblen Pool an Arbeitskräften aufbauen. So kann optimal auf das fluktuierende Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage reagiert werden und die Unternehmen positionieren sich gleichzeitig als flexible und attraktive Arbeitgeber. Die Personalplanung müsse heute nicht mehr Top- Down geschehen, sondern kann mithilfe eines digitalen Marktplatzes auch Bottom-Up erfolgen. So bleibe die Autonomie über die Auswahl der passenden Einsätze bei den Mitarbeitenden und die Motivation entsprechend hoch.