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Bevor ich Baloo auf seinen ersten Flug mitnahm, habe ich mich gefragt, wie schlimm das Fliegen für einen Hund ist. Aus diesem Grund habe ich ein wenig recherchiert, und hier sind die Ergebnisse.
Kurze Antwort: Genau wie Menschen können Hunde zahlreiche Ängste oder Phobien entwickeln. Und genau wie Menschen können Hunde praktisch auch vor allem Angst haben. Natürlich erleben Hunde nicht die gleiche Art von Flugangst wie Menschen, da sie nicht wissen, dass sie tatsächlich in der Luft sind und keine Angst davor haben, dass das Flugzeug abstürzt. Aber sie können Angst haben vor der Erfahrung (sie spüren, dass etwas passiert), ihrer Box, dem Luftdruck, den Gerüchen oder Geräuschen. Ganz gleich, was genau ein Hund beim Fliegen fürchtet, es wird ihn erschrecken, sobald er in ein Flugzeug steigt.
Wie entwickelt ein Hund Ängste oder Phobien?
Ein Hund entwickelt in der Regel eine starke Angst, Furcht oder Phobie vor etwas, wenn er wiederholt schlechte Erfahrungen damit gemacht hat, z.B. sich körperlich oder emotional verletzt hat oder nicht wusste, was vor sich ging. Normalerweise reicht ein einziges Ereignis nicht aus, um eine Angst auszulösen, aber es ist dennoch möglich. Eine andere Möglichkeit ist eine fehlende frühzeitige Sozialisierung, die dazu führen kann, dass der Hund Angst vor allem Neuen hat. Hunde durchlaufen eine kritische Entwicklungsphase zwischen 8 und 16 Wochen. Alles, was sie in dieser Zeit erleben, ist sozusagen in ihrem Gehirn verankert, sei es positiv oder negativ. Hier findest du weitere Einzelheiten über extreme Angst und Furcht bei Hunden.
Es ist wichtig, eine gute Balance zu finden, um deinen Welpen während dieser Zeit zu sozialisieren. Wenn du ihn zu sehr beschützt und ihn keinen neuen Erfahrungen, Gegenständen oder Personen aussetzt, wird er es später schwer haben und höchstwahrscheinlich Angst vor neuen Dingen haben. Wenn du es dagegen übertreibst und ihn ohne Pause neuen Dingen aussetzt, wird er überfordert sein, was ebenfalls zu Phobien führen kann. Hundeschulen und insbesondere Welpen-Schulen sind eine perfekte Möglichkeit, deinen Welpen an neue Situationen, Hunde und Menschen heranzuführen. Ein weiterer wirklich wichtiger Faktor ist es, ihn daran zu gewöhnen, in einer Box zu sein. Wenn er lernt, dass eine Kiste ein bequemer Ort ist, an dem er sich wohlfühlt, wird er Erfahrungen, bei denen er in einer Kiste sein muss, wie Fliegen oder Autofahren, viel lieber mögen. Ich werde dir etwas weiter unten erklären, wie du das Training mit seiner Box optimal hinbekommst.
Was sind die Symptome?
Hunde kommunizieren hauptsächlich durch Körpersprache. Wenn ein Hund Angst hat, kann er verschiedene Symptome zeigen. Die häufigsten sind:
- Schwanz zwischen die Beine klemmen
- Übermässiges Hecheln oder Gähnen
- Tränende Augen
- Zittern
- Jaulen
- Bellen
- Häufiges Kratzen
- Schwache Blase
- Allgemeines Unwohlsein, er kann sich nicht hinlegen und schlafen
- In einigen Fällen sogar Aggression
Die Zeichen können je nach Hund sehr unterschiedlich sein. Und dein Hund kann aus anderen Gründen die gleichen Symptome zeigen. Versuche also, deinen Hund in verschiedenen Situationen zu beobachten, und du wirst herausfinden, welche Anzeichen dein Hund zeigt, wenn er Angst hat.
Mögliche Faktoren für Flugangst bei Hunden
Dies hängt stark davon ab, ob dein Hund in der Kabine fliegen kann oder ob er im Frachtraum fliegen muss. Die meisten Hunde sind viel ruhiger, wenn sie in der Nähe ihres Besitzers sind. Baloo zum Beispiel ist sehr auf mich fixiert. Wenn er also bei mir ist und ich ruhig bin, ist er auch ruhig. Zum Glück ist er klein und leicht genug, dass er in der Kabine fliegen kann. Ich glaube, im Frachtraum zu fliegen wäre für ihn zu stressig, denn er hat grosse Trennungsangst. Deshalb müssen wir ihn immer irgendwie «neu trainieren», wenn wir an einem neuen Ort sind. Da wir das nicht in einem Flugzeug üben können, möchte ich ihn nicht im Frachtraum fliegen lassen. Aber selbst wenn dein Hund in der Kabine fliegen kann, kann er Angst haben, in einem engen Raum zu sein, oder von deinen Emotionen gestresst sein.
Seine Transportbox
Wenn dein Hund kein offizieller Diensthund ist, muss er immer in einer Box mitgeführt werden, unabhängig davon, ob er in der Kabine oder bei der Fracht fliegt. In der Kabine kann er auch in einer geschlossenen, hundefreundlichen Tasche oder in einer weichen Tragetasche mitgeführt werden. Wenn er seiner Box das ersten Mal begegnet, wenn du ihn mit auf einen Flug nimmst, ist es sehr wahrscheinlich, dass er keine angenehme Erfahrung machen wird. Da er es nicht gewohnt ist, in einer Kiste zu sein, möchte er sich vielleicht befreien, fühlt sich vielleicht verlassen und weiss im Allgemeinen nicht, was vor sich geht. Für den Fall, dass dein Hund Angst vor seiner Box hat, könnte der tiefere Grund Trennungsangst sein. Besonders wenn er im Frachtraum fliegen muss, ist diese Angst legitim und sollte gut behandelt werden, bevor du ihn mit auf einen Flug nimmst.
Hier ist ein wirklich guter Leitfaden über Trennungsangst und wie man sie behandelt.
Geräusche und Lärm
Die meisten Hunde haben Angst vor lauten Geräuschen. Das Beste, was du tun kannst, ist, ihn während der frühen Sozialisierung allen möglichen Geräuschen auszusetzen. Auf diese Weise gewöhnt er sich daran, dass unsere Welt laut ist, und flippt nicht aus, wenn er hört, dass die Flugzeugmotoren anspringen.
Gerüche
Neue Gerüche belasten deinen kleinen Liebling in der Regel nur dann, wenn sie zu etwas hinzukommen, vor dem er Angst hat, wie z. B. Trennungen oder laute Geräusche. Normalerweise schnüffeln Hunde gerne an unbekannten Stellen und finden es wirklich interessant, diese mit der Nase zu erkunden. Wenn er sich also in seiner Box wohl fühlt und keine Angst vor lauten Geräuschen hat, sollte dies kein Thema sein.
Luftdruck
Hunde sind sehr empfindliche Lebewesen, und sie können eine Veränderung des Luftdrucks durchaus spüren. Leider kannst du nichts dagegen tun. Wie Gerüche sollte dies deinen Hund aber nicht allzu sehr stören, wenn er an seine Kiste und an Lärm gewöhnt ist und nicht unter Trennungsangst leidet.
Deine Emotionen
Wenn dein Hund mit dir in der Kabine fliegen kann, wird er dich genau beobachten. Hunde können deine Emotionen und Gefühle spüren, ein bisschen so, als könnten sie deine Gedanken lesen. Hast du schon einmal beobachtet, dass dein Hund unruhig ist, wenn du angespannt bist? Ich kann das bei Baloo ständig beobachten. Er ist wahrscheinlich sensibler als der Durchschnittshund. Er spürt selbst das kleinste bisschen Nervosität, Stress oder Angst und reagiert sofort, indem er unruhig ist und versucht, mich zu beschützen (was im Allgemeinen natürlich eine sehr grosse Hilfe ist ;)). Wenn du also selber Flugangst hast, ist es sehr wahrscheinlich, dass dein Hund das auch nicht mag. Er hat das Gefühl, dass du dich unwohl fühlst und assoziiert daher das Fliegen im Flugzeug mit Stress.
Wie du deinem Hund helfen kannst, das Fliegen zu geniessen
Das Beste, was du tun kannst, ist, Ängste erst gar nicht aufkommen zu lassen. Dein Hund sollte gut sozialisiert sein. Wenn du das getan hast, ist es ziemlich einfach, deinen Welpen an neue Situationen zu gewöhnen, was ich dir in diesem Abschnitt zeigen werde.
Falls dein Hund jedoch bereits Ängste entwickelt hat, gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Meinungen darüber, wie das zu behandeln ist. Was meiner Meinung nach am besten funktioniert, ist, das richtige Verhalten zu belohnen. Das bedeutet, dass du deinem Hund dem aussetzt, wovor er Angst hat, und ihn immer mit Lob oder Leckerlis belohnst, wenn er der beängstigenden Sache nur ein kleines Stückchen näher kommt.
Die häufigsten Ursachen für Angst sind die Box deines Hundes, Angst vor Lärm und Trennungsangst. Ich empfehle, den grössten Teil deiner Trainingsanstrengungen auf das Box-Training zu verwenden. Sobald ihm seine Kiste gefällt, kannst du anfangen zu üben, ihn für ein paar Sekunden allein darin zu lassen und die Zeit dann allmählich auszudehnen. Wenn das gut funktioniert, kannst du deinen Hund verschiedenen Geräuschen aussetzen, während er sich in seiner Kiste befindet.
Kisten-Training
Das Training mit der Box ist absolut unerlässlich wenn du mit deinem Hund fliegen möchtest! Er muss sich in diesem engen Raum, in dem er eine Weile sein wird, wohl fühlen. Nach meiner Erfahrung werden Hunde ihre Kisten lieben, wenn sie richtig trainiert sind. Sie werden sie sogar als Schlafplatz benutzen wollen, selbst wenn sie es nicht müssen. Ein beengter Raum wird einem Hund Sicherheit geben und ihn trösten. Er fühlt sich auf seinem kleinen Platz sicher, so dass er sich zusammenrollen und entspannen kann. Das ist genau das, was wir suchen.
Im besten Fall kannst du deinen kleinen Fido bereits während der Sozialisierung an seine Kiste gewöhnen. Wenn dies nicht möglich war, kann das auch später noch trainiert werden.
Als Trainingsmethode schlage ich vor, Leckerlis zu verwenden und ihm unbedingt genügend Zeit zu geben.
Schritt 1: Stelle die Box auf
Zuerst stellst du die Kiste einfach irgendwo zu Hause auf und lässt deinen Hund sie erkunden. Die meisten Hunde sind von Natur aus neugierig und werden die neue Sache ausprobieren wollen. Sobald er sich daran gewöhnt hat, dass die Kiste nicht gefährlich ist, kannst du seine Decke oder sein Kissen hineinlegen. Auf diese Weise kann er vielleicht alleine hineingehen, da er seine Decke oder sein Kissen kennt und sich auf ihr wohl fühlt. Wenn er noch nicht hineingehen will, solltest du ihn nicht zwingen und seine Decke oder sein Kissen nach einer Weile wieder herausnehmen, damit er sich an seinem normalen Platz darauf ausruhen kann. Wiederhole es dann etwas später.
Schritt 2: Leckerlis hineinlegen
Wenn dein Hund keine Anzeichen von Angst vor der Kiste gezeigt hat, während er dort stand, kannst du einen Schritt weiter gehen und ihn aktiv dazu bringen, in die Kiste zu gehen. Lege dafür einige seiner Lieblingsleckerlis (ich meine etwas, dem er wirklich nicht widerstehen kann) in die Kiste und lass ihn sie holen. Wenn er das ohne Probleme hinbekommt, kannst du ihn in der Kiste sitzen oder liegen lassen und ihm erst dann das Leckerli geben. Wenn das auch gut funktioniert, gehe wieder einen Schritt weiter und lass ihn noch ein bisschen länger in der Box sitzen oder liegen, bevor du ihn belohnst. Du musst die Zeit nach und nach verlängern, bevor er seine Leckerlis bekommt.
Schritt 3: Schliess die Tür
Wenn dein Hund mehrere Minuten lang in seiner Kiste bleibt, ohne Anzeichen von Unruhe zu zeigen, schliesse die Tür für einige Sekunden und bleib daneben. Belohne ihn dann wieder. Als nächstes verlängerst du die Zeit der in der die Tür geschlossen ist, bleibst aber immer noch im selben Raum.
Schritt 4: Lass ihn in Ruhe und mach etwas Lärm
Sobald er in der geschlossenen Kiste für einige Minuten ruhig bleibt kannst du aus dem Raum gehen. Belohne ihn dann wieder. Zuerst gehst du nur für ein paar Minuten aus dem Raum, dann kannst du auch hier die Zeit nach und nach verlängern. Und dann zum Schluss kannst du in einem anderen Raum etwas Lärm machen und ihn belohnen, wenn er ruhig bleibt. Dann kannst du auch versuchen, direkt in seiner Nähe Lärm zu machen. Wenn er es geschafft hat, während all dieser Schritte ruhig zu bleiben, sollte er eigentlich zum Fliegen bereit sein. Achte aber immer darauf, dass dein Hund ruhig bleibt, bevor du zum nächsten Schritt übergehst.
Sei dir bewusst, dass es bis zu mehreren Wochen dauern kann, bis sich dein Hund richtig an die Box gewöhnt hat. Beginne also lange im Voraus mit dem Training. Einige Hunde lieben es natürlich, in Kisten oder Transportern zu sein, so dass das Training viel schneller vonstatten gehen wird. Aber es ist immer am besten, genügend Zeit einzuplanen.