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Deutsch - Schweizer-Deutsch - Züritüütsch
Schweizer-Deutsches Wörterbuch
Das schweizer-deutsche Wörterbuch ist im Jahr 2014 mit rund 150'000 Stich-Wörter umfangreicher als der standard-deutsche Duden. Keine Grundlage hat von daher die oft rezitierte Desinformation, eine sprachliche Abschottung der Schweizer gegenüber dem vermeintlich mächtigen Nachbarn aus dem Norden sei eines der Probleme, über das nur widerwillig gesprochen werde und aus einem ausgeprägten Minderwertigkeits-Komplex resultiere wie ähnliche Reflexe vergleichbar kleinerer Länder auch.
Schwiizer-Dütsch ist eine eigenständige Sprache, keine Ableitung von Deutsch als Dialekt
Nachstehende Überlegungen beziehen sich nur auf die Deutsch-Schweiz in der Schweiz, weil, der politische Bundes-Staat Schweiz [Conföderatio Helvetica] kennt die vier offiziellen Amts-Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Danebst werden die Geschäftssprachen verwendet wie Englisch, Spanisch, Russisch, usw. Also wichtig, Schweizer sind nicht gleich Deutsch sprechende ...
Angeblich ticken die völlig anders, die Deutschen und die Schweizer obschon beide deutsch-sprachig seien. Ist dem tatsächlich so und wenn ja weshalb?
Sprache sei etwas lebendiges. Unbestritten ist sprachlich das Alemannische im Schweizer-Deutsch dominant. Nun aber Züritüütsch oder Schweizer-Deutsch generell als alemannisch, deutschen oder gar westgermanischen Dialekt erfassen und bezeichnen zu wollen ist ein Trugschluss, basierend auf Unkenntnis oder Missachtung der Fakten.
Tatsache ist, schon vor der Zuwanderung der alemannisch sprechenden Mitmenschen aus dem Norden waren hier in Zürich die keltisch sprechenden Helvetier mit griechischer Schrift und während der römischen Besetzung mit Latein. Aus dieser Mischung von, nebst anderem, gallisch, romanisch, griechisch, römisch, lateinisch, alemannisch und deutsch entwickelte sich das heutige moderne Züritüütsch zum eigenständigen Sprachgefühl. Als Sprache regelt sich Züritüütsch [Züridütsch] ohne fest vorgegebene Grammatik und ohne Rechtschreibung. Eine Vergangenheitsform wie Präteritum [Imperfekt] ist vollständig unbekannt, [das deutsch-deutsche WAR für bin gewesen ist nicht vorhanden]; ebenso weitgehend Genitiv. Nominativ und Akkusativ sind identisch. Die züritüütsche Sprache lebt so in der Gegenwart und ist kein Dialekt vom Standard-Deutsch mit deren Vorgaben.
Der Sprachgebrauch in der deutschsprachigen Schweiz unterscheidet sich dadurch von jenem in Deutschland oder Österreich, dass ein deutlicher Gegensatz besteht zwischen Mundart [Dialekt] und Schriftsprache: Sprache und Schrift bilden kein Kontinuum, in dem ein gleitender Übergang möglich wäre. Eine sprachliche Äusserung kann nicht auf mehr oder weniger mündliche oder schriftliche Art erfolgen; entweder wird Dialekt oder Schriftsprache gesprochen und zwischen beiden gewechselt.
Die Dialekte werden in der Schweiz von allen sozialen Schichten im mündlichen Bereich als normale Umgangs- und Verkehrssprache verwendet; Dialekt zu sprechen ist nirgends verpönt oder geächtet. Unbesehen der gesellschaftlichen Schicht und auch im Umgang mit Behörden ist das Sprechen des Dialekts in jeder Situation üblich. Schweizer Hochdeutsch [Schriftdeutsch] wird in der Schweiz hauptsächlich für schriftliche Äusserungen verwendet und gesprochen als eine Fremdsprache empfunden.
Einer der wichtigen und gewichtigen Unterschiede besteht darin, dass im Schweizer-Deutsch nebst dem WAR auch das WIR fehlt. Die grammatikalische Form vom deutsch-deutschen Pronomen der 1. Person Plural; das Wort WIR ist nicht vorhanden. Gemeinsames entsteht züritüüsch über den Dativ vom ICH als MIËR [bestimmt] und MËR [unbestimmt], behält also den Bezug zum SELBST und ist dadurch kein manipulierbares Phantom wie beim Standard-Deutsch, wo das unbekannte ALLE, [eine Dualität von Alles oder Nichts], als Drittes aufgehoben wird durch ein vermeintliches WIR, welches aber tatsächlich bloss fiktiv bzw. eine grammatikalische Konstruktion ist, weil, ohne [m]ich auch kein drittes [alle].
Bis ins 15./16. Jahrhundert war angeblich auch die mittel- und oberdeutsche Sprache noch weitgehend ohne das WIR, dann wurde das korrekt verwendete MIR falsch zur Nebenform als WIR erfasst und bezeichnet. Dadurch wurde aber auch der logische Satz vom ausgeschlossenen Dritten, jetzt als ein ideologisch religiöser Dualismus [griechisch-römisch], grammatikalisch im deutsch-deutschen Standard der Sprache verankert. Solange die 1. Person plural [wir] als Dativ vom ICH [miër] wirkt, also das WIR konkret auf etwas tatsächliches bezogen und auch so benannt würde, wären die beiden Formen identisch. Auswegloses Paradoxon entsteht dann, wenn [unbemerkt] deutsch-deutsch resultiert: MAN IST WIR. So wirkt ein paradoxes Neutrum als Wir-Gefühl, zugleich eingeschlossen wie ausgeschlossen.
Fazit: Im Standard-Deutsch wird bereits mit der Grammatik eine Semantik resp. Ideologie transportiert, welche keine wirklich tatsächliche Grundlage hat während sich das Schweizer-Deutsch ohne vorgegebene Grammatik an der Bedeutung von gegenwärtigem Inhalt orientiert. Darum ticken die Deutschen und die Schweizer [vermutlich] tatsächlich anders. Mehr noch, vom Inhalt her betrachtet ist von einer Anwendung des deutschen Standards dringend abzuraten, weil, das vorstehende Wir-Gefühl ist bloss ein Beispiel von vielen [... die deutsche Mär vom Geist als versteckte Ideologie in der deutschen Sprache].
Eine dem Deutsch, genauer der hochdeutschen Schriftsprache eigene Entwicklung führt fast automatisch zu möglichem Denkfehler mit logischer Orientierungslosigkeit, nämlich die eigentliche Unsitte, aus den Eigenschaften oder der Tätigkeit übergeordnete Hauptwörter zu bilden und aus diesen danach irgend etwas abzuleiten. Dadurch wird Sprache zu einer Form von Glauben, dogmatisch religiös. So gesehen sind deutsch-deutsche Vorstellungen, etwa jene wie das Sein, der Geist, die Wahrheit, die Liebe, der Gott usw. usf. willkürlich konstruierte und sachlich in sich leere Substantivierungen, welche so im schweizer-deutsch nicht vorhanden sind, die entsprechenden Inhalte aber als tatsächlich eigenschaftlich gefühlt und gedacht werden können, also ohne Substantiv und anschliessender Ableitung von Ideologie.
Beispiel: Züritüütsch ergibt die Eigenschaft liëb als dualer Gegenpol von nicht-lieb keine [deutsche] Liebe mit dem nachfolgenden Wahn, lieben zu können, zu wollen oder zu müssen; im Zürich-Deutsch wird keine Liebe gemacht, wird nicht geliebt als Tat, sondern ich han dich liëb oder eben nicht [warum auch immer] und umgekehrt mit Bezug auf mich. Oder standard-deutsch die Wahrheit ohne Bezug zum waren im Sinn von sehen usw. Das sind keine Phänomene, Liëbi [Liebe] und Warët [Wahrheit], sondern auf die Sache bezogene Neutra, also nur mit Inhalt wenn meine, deine, unsere, ihre, eure. Ein standard-deutsches WIR/MAN ist in diesem Zusammenhang völlig ausgeschlossen.
Bitte zu beachten, Rolf Pfister in Zürich schreibt hier [2011] nicht von sprachwissenschaftlichen oder grammatikalischen Spitzfindigkeiten, sondern von seinem selber gelebten Sprachgefühl, wie dies bei ihm, väterlicherseits Zürich-Deutsch [Horgen] und mütterlicherseits Bern-Deutsch [Langnau i.E.], zum Ausdruck kommt im erkennen. Auch spirituell kann logisch trinitär gedacht werden.
Sprache ist Gegenwart, [Zeit], dieser Augenblick, gleichzeitig [nicht zeitgleich] zukünftig und vergangen gegenwärtig, ist aber nicht messbar und darum paradox zeitlos, ewig.
Warum heisst die Schweiz eigentlich auf deutsch Schweiz?
Woher kommt der Name?
Geschichte und Bedeutung.
SUITTES - SCHWYZ - SCHWEIZ
Suisse Svizzera Svizra Switzerland Suiza Suiça
In früheren Zeiten wurde das Gebiet zwischen Frankreich, Deutschland, Österreich und Italien mit dem Namen Helvetia benannt, gemäss einer Bevölkerung aus keltischer Kultur. Den Namen Schweiz bekam der Staaten-Bund erst später von einer der Gründungs-Waldstätte der Eidgenossenschaft, die jetzt zum Unterschied des ganzen Landes als Schwyz geschrieben wird. Die übrigen Eidgenossen scheinen die Bezeichnung als Schweizer erst im Zürichkrieg 1439 angenommen zu haben. Der Hauptort Schwyz des gleichnamigen Kantons Schwyz wurde früher Kirch-Gasse genannt, das Gebiet selber erscheint in seiner ältesten urkundlichen Form anno 972 in der Besitzesurkunde des Klosters Einsiedeln, ausgestellt am 14. August im Kloster St. Gallen im Namen vom Kaiser Otto II unter der Bezeichnung: Suittes, Suites; nebst späteren Swites [1256], Svits [1275], Suytes, Shwitz, Schwytz, Switz, Zwiz, Swiz, Sweitz, Sweytz usw. Der Name Schweiz ist sicher voralemannischen Ursprungs und wesentlich älter wie die erste Erwähnung, kommt aus dem Indogermanischen. Die Wurzel sueid oder sueit bedeutet hell, glänzend. Damit könnte eine Brandrodung gemeint sein oder aber das Tal, das hell erschien, weil es kaum bewaldet war, oder als dritte Möglichkeit die romantische Erklärung, dass die Muota, die damals noch wild ausufernd über das Tal floss, Kalkablagerungen auf den Kieselbänken zurückliess und so das Tal hell erscheinen liess.
Mit irgendwelchen noch immer zirkulierenden früheren Spekulationen wie Schweden, Sachsen, keltischen oder alemannischen Personen-Namen oder dergleichen mehr hat der heute rein politische Ausdruck Schweiz
nicht das Geringste zu tun.
weiterlesen ... Historischer Verein des Kanton Schwyz
Schweizerdeutsches Wörterbuch
Altkeltische Wörterliste
© bzw. Autor: Rolf Pfister Zürich