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Was ist HIV/Aids?
Die HIV-Infektion ist eine Erkrankung, die das Immunsystem zerstört. Wird sie nicht behandelt, kommt es zu Aids mit lebensbedrohlichen Infektionen und endet mit dem Tod. Die Infektion mit dem HI-Virus ist heute behandelbar, aber nicht heilbar. Es gibt keine Impfung.
Was sind die Symptome von Aids?
Eine unbehandelte HIV-Infektion verläuft in 3 Stadien:
Die akute HIV-Infektion beginnt direkt nach der Ansteckung mit grippeähnlichen Symptomen, die von selbst wieder verschwinden. Diese Phase dauert 7–10 Wochen. Bei etwa 50 Prozent der Infizierten treten keine Symptome auf.
Die klinisch stumme Phase: Nach der akuten Infektion treten etwa 8Jahre keine Symptome auf. Doch auch in dieser Zeit sind HIV-Infizierte ansteckend.
Aids: Das Immunschwäche-Syndrom Aids beginnt etwa 8-10 Jahre nach der Ansteckung mit lebensbedrohlichen Krankheiten wie Lungenentzündungen oder Krebs.
Wie wird das HI-Virus übertragen?
Wenn virenhaltige Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma oder Vaginalsekret in den Körper des anderen eindringen. Meist wird das HI-Virus durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.
Spritzentausch beim Drogenkonsum birgt ein hohes Risiko.
Eine Mutter kann das HIV-Virus bei der Geburt oder dem Stillen aufs Kind übertragen.
Keine Ansteckungsgefahr besteht bei alltäglichen Kontakten: etwa über die Luft durch Husten, beim Küssen und Umarmen sowie durch gemeinsames Benutzen von Toiletten oder Geschirr.
Wie wird die HIV-Infektion diagnostiziert?
Die HIV-Infektion kann nicht wegen Infektionen festgestellt werden. Nach der Infektion treten nur in etwa der Hälfte der Fälle grippeähnliche Symptome auf (Primoinfektion), die von selbst verschwinden. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt deshalb bei Grippe einen HIV-Test.
In der klinisch stummen Phase sind keine Symptome vorhanden und bei Aids gibt es keine typischen Symptome, die eine HIV-Infektion beweisen.
Nur ein HIV-Test beweist eine HIV-Infektion.
Wie wird die HIV-Infektion behandelt?
Die HIV-Infektion kann mit einer antiretroviralen Therapie (ART) behandelt werden. ART unterstützt das Immunsystem, so dass bei einer wirksamen Therapie über Jahrzehnte keine Krankheiten entstehen. Allerdings kann ART die HIV-Infektion nicht heilen. Der HIV-Infizierte bleibt lebenslang Virusträger und muss lebenslang Medikamente einnehmen.
Bei einer wirksamen Behandlung wird HIV nicht übertragen. Deshalb müssen sich feste Paare, bei denen der HIV-positiv Partner wirksam behandelt wird und keine Viren im Blut mehr nachweisbar sind nicht mit Kondomen schützen. Ausserhalb einer festen Partnerschaft muss der HIV-positive konsequent Kondome anwenden.
Freiwillige Partnerinformation
«Du kannst es nicht ewig verstecken. Sag es, wie du willst, aber sag es!». So fordert das Bundesamt Menschen mit einer sexuell übertragbaren Infektion (STI) auf, ihre Sexualpartner zu informieren. Für Menschen mit HIV ist es wichtig zu wissen, wenn der Partner eine sexuell übertragbare Infektion hat. Verschiedene sexuelle übertragbare Infektionen können bei ihnen das Fortschreiten der HIV-Infektion fördern und sie können trotz ART wieder ansteckend werden. Bei einigen STI werden behandelte Patienten durch den nichtbehandelten erneut angesteckt (Ping-Pong-Effekt). Die Ansteckung mit anderen HI-Virenstämme können zu Resistenzen von HIV-Medikamenten führen. Deshalb ist es für beide Partner wichtig ihren HIV- und STI-Status zu kennen und den Partner darüber zu informieren.
Wie kann ich mich schützen?
Konsequente korrekte Anwendung von Kondomen schützen bei Anal-, Vaginal- und Oral-Verkehr. Bei Anwendungsfehlern besteht das Risiko einer Ansteckung.
Gehen Sie bei HIV-assozierten Symptomen unverzüglich zum Arzt und lassen Sie sich testen.
Lassen sie sich nach Risikosituationen testen.
Wenn Sie mehrere Sexpartner oder Sexpartnerinnen haben, sollten Sie sich einmal im Jahr auf sexuell übertragbare Infektionen untersuchen lassen.
Häufiger Partnerwechsel erhöht das Ansteckungsrisiko, während es eine Verringerung der Anzahl Partner vermindert.
Unter Drogen oder durch Alkoholkonsum steigt das Risikoverhalten für Gewöhnlich. Sex ohne Drogen und nur mit wenig Alkohol ist erlebnisreicher und sicherer.
Ap 3/16
Geschichte aus dem Leben
Andy, 32, Baumeister
«Wenn mich eine Frau zu schnell zum Sex drängt, breche ich die Beziehung ab. Ich brauche Zeit, um Vertrauen zu gewinnen.»
«Ich heisse Andy, bin 32, Baumeister und HIV-positiv. Heute geht es mir wieder besser. Von den Medikamenten merke ich nichts. Vor einer Weile bekam ich wieder Lust auf Sex und sehnte mich nach einer Beziehung. Ich nahm Kontakt mit meiner Ex auf. Aber die hatte bereits einen neuen Freund. So musste ich nach einer neuen Freundin Ausschau halten. Ich meldete mich bei einer Internetplattform an. Dort erwähnte ich nichts von meiner Infektion. Ich wollte zuerst eine Frau kennenlernen, und wenn sie mir gefiel, dann würde ich mit ihr über HIV sprechen. Schliesslich machte ich Bekanntschaft mit einigen Damen. Drängte mich eine Frau zu schnell zum Sex, brach ich die Beziehung ab. Ich konnte einfach nicht mit ihr über HIV sprechen, bevor ich nicht Vertrauen empfand – und dafür brauche ich Zeit. Insofern bin ich vorsichtiger geworden.»
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