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Dies teilte Sommaruga am Montag über Ihren Twitter-Account mit. «Der Weltklimarat dokumentiert, was mir Minister aus betroffenen Ländern eindrücklich schildern: Bei ihnen versinken ganze Landstriche im Wasser, lodern riesige Waldbrände», schreibt Sommaruga.
Die Schweiz werde sich deshalb an der Uno-Klimakonferenz in Glasgow in Grossbritannien für einen wirksamen Klimaschutz einsetzen, schreibt die Umweltministerin weiter.
In seinem Bericht hält der Weltklimarat fest, dass in neun Jahren der Anstieg der globalen Mitteltemperatur 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau überschreite. Das würde bedeuten, dass das im Pariser Klimaabkommen festgehaltene Limit bereits in den frühen Dreissigerjahren erreicht würde.
Ausserdem warnt der Rat erstmals vor Extremwetterereignissen, in einem Umfang, wie sie noch nie aufgetreten sind.
Schweiz laut Bund stark betroffen
«Die Schweiz ist als Alpenland besonders stark vom Klimawandel betroffen», schreibt das Bundesamt für Umwelt (Bafu) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Hierzulande sei die Temperatur etwa doppelt so stark angestiegen wie das globale Mittel.
Im Allgemeinen bestätige der jüngste Bericht Ergebnisse früherer IPCC-Berichte. Dies betreffe vor allem «den Beitrag der vom Menschen verursachten Treibhausgase zur Klimaerwärmung und den Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und immer häufiger auftretenden Extremwetterereignissen wie Hitzewellen, Starkniederschlägen und Trockenphasen», schreibt das Bafu.
Der Bericht zeige auch, dass die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts noch unter 2 Grad Celsius gehalten werden könne, wenn global Klimaschutzmassnahmen ergriffen würden.
Die Schweiz werde sich deshalb an der Klimakonferenz in Glasgow für einen wirksamen weltweiten Klimaschutz einsetzen.
Globale wirksame Normen
«Die Schweiz strebt einheitliche und griffige Regeln an, die für alle Länder gelten», schreibt das Bafu. Bei den Verhandlungen konzentriere sich die Schweiz auf Verbesserungen in drei Bereichen: «Sie will erstens erreichen, dass Treibhausgasemissionen, die ein Land im Ausland vermindert, nicht doppelt (dem Geber- und Empfängerland) angerechnet werden können. Zweitens will die Schweiz die Investitionen insbesondere auch in den Klimaschutz in Entwicklungsländern stärken. Und drittens sollen alle Staaten Strategien entwickeln, um bis 2050 klimaneutral zu werden».
Schweizer Klimapolitik auf dem Prüfstand
Auf die Frage, wie es nach dem Nein zum CO2-Gesetz mit der nationalen Klimastrategie weitergeht, verweist das Bafu auf das Parlament: «Die Politik wird über die nächsten Schritte entscheiden».
Die Umweltkommission des Nationalrats (Urek-N) hat vor der Sommerpause beschlossen, dass gewisse Elemente aus der abgelehnten Vorlage zum revidierten CO2-Gesetz verlängert werden sollten und hat dazu eine parlamentarische Initiative eingereicht. Als nächstes werde sich nun die Umweltkommission des Ständerates (Urek-S) mit der parlamentarischen Initiative befassen.
«Wie es mittel- und längerfristig weitergeht, werden Bundesrat und Parlament vor dem Hintergrund der Gletscher-Initiative entscheiden», teilte das Bafu weiter mit.
Die Gletscher-Initiative will das Ziel der netto null Emissionen bis 2050 in der Verfassung verankern. Die Initiative wird nicht vor Ende 2022 zur Abstimmung kommen.