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Elisabetta Luis-Parrella spielt Violine und übernimmt regelmässig den Part der Stimmführerin der 2. Violinen im 21st Century Symphony Orchestra. Mit ihrem Spiel hat sie das Orchester seit seiner Gründung 1999 durch unzählige Konzerte begleitet. Dass sie meist die 2. Geige spielt, darf keinesfalls mit einer verminderten Wichtigkeit gleichgesetzt werden. «Wir sind zusammen mit den Bratschen das Bindeglied zwischen der 1. Geige und den Celli. Wir sind quasi ‚der Motor‘ der Streicher», sagt Luis-Parrella und lacht.
Doch bevor Luis-Parrella unter anderem im 21st Century Symphony Orchestra die Saiten strich, erlernte sie deren Spiel in Australien. Geboren wurde sie in Adelaide, eine Millionenstadt, welche an der südlichen Küste des roten Kontinents mit ‚Blick‘ auf die Kangoroo Island liegt. Schon im zarten vierten Lebensjahr begann sie mit dem Violinenunterricht. Keine sechs Jahre später heimste sie den 1. Preis des Jugendmusik Festivals in Adelaide ein. Doch wie kam sie in die Schweiz?
1988 erwarb sie sich mit dem Sydney Tragenza Award das Stipendium, welches ihr die fortsetzenden Studien am Konservatorium in Luzern ermöglichten. Hier machte sie bis 1998 dann auch das Lehr-, Konzertreife- und Solistendiplom, während sie 1990 ihr Spiel in der Kammerorchesterformation Festival Strings Lucerne begann. Bei den Festival Strings lernte Luis-Parrella, zweifache Mutter eines Sohns und einer Tochter, unter anderem ihren inzwischen langjährigen Musikerkollegen und Bratschisten Markus Wieser kennen. Wieser ist einer der Gründer des 21st Century Symphony Orchestra und empfahl Luis-Parrella an der Gründungssitzung 1999 als Stimmführerin der 2. Geige. Und so kam es dann auch.
Neben ihrem Engagement beim 21st Century Symphony Orchestra spielte sie bis 2008 als Zuzügerin auch im Luzerner Sinfonieorchester und sie unterrichtet an verschiedensten Musikschulen in der Schweiz. «Seit meinem Engagement beim 21st Century Symphony Orchestra lerne ich meine Schüler auch häufig das Spiel von Filmmusikliteratur», sagt Luis-Parrella.
Neben dem Violinenspiel und der Pflege des Familien- und Freundeskreises – «die Menschen sind für mich sehr wichtig und eine grosse Inspirationsquelle» – singt sie in ihrer Freizeit leidenschaftlich gerne und spielt Klavier.
3 Fragen – 3 Antworten
Unterscheidet sich das Violinenspiel im 21st Century Orchestra gegenüber demjenigen in Orchestern, welche klassische Konzertmusik vortragen?
Das Spielen von Filmmusik und klassischer Musik ist sehr fordernd und zuweilen heikel, auch weil es sehr häufig um das punktgenaue Platzieren von Musikeffekten geht. Besonders in der 2. Geige müssen wir oft sehr schnell zwischen kurzer, lyrischer Melodieführung und unterstützendem Effekte-Spiel hin und her wechseln. Das verlangt eine sehr hohe Konzentration und Genauigkeit – besonders dann, wenn wir die Musik zum kompletten Film, gezeigt auf der Grossleinwand, spielen. Dann gibt der Film das Tempo vor und schränkt unseren Interpretationsspielraum ein. Dazu kommt, dass Konzerte wie die «Lord of the Rings»-Aufführungen sehr lange dauern und die Streicher fast ununterbrochen spielen. Ich erinnere mich, dass ich nach den ersten «Lord of the Rings»-Konzerten einen tierischen Muskelkater hatte. Da hält man die Violine bis zu vier Stunden hoch. (lacht)
Was begeistert Dich so, dass Du inzwischen schon seit knapp 13 Jahren im 21st Century Orchestra spielst?
Als ich zum ersten Mal von der Gründung dieses Orchesters erfuhr, begeisterten mich das Konzept und die Idee, Filmmusik vermehrt konzertant aufzuführen. Die konzertante Darbietung lässt die Filmmusik ‚wahrer‘ werden. Zudem finde ich es klasse, dass wir mit unseren Konzertprojekten gerade auch ein jüngeres Publikum fürs Konzerterlebnis im KKL begeistern können. Es ist grossartig zu sehen, wie sich das Orchester seit meinem ersten Konzert bis heute entwickelt hat.
Welches ist dein Filmmusik-Lieblingskomponist?
Das ist schwer zu sagen. Mir gefallen die Kompositionen von Nino Rota und Ennio Morricone sehr gut. Auch Howard Shore ist sehr spannend. Egal wie oft ich die Filmmusik der «Lord of the Rings»-Trilogie schon gespielt habe, ich entdecke jedes Mal wieder etwas Neues. Das ist unglaublich. Es ist jedoch so, dass ich aufgrund meiner beruflichen und privaten Situation kaum dazu komme, Filme zu schauen. Die meisten Filme und Filmmusiken lerne ich durch mein Engagement beim 21st Century Orchestra kennen. Da werde ich wohl also hoffentlich noch vieles entdecken.