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- Die Staatsanwaltschaft Genf ermittelt gegen die Grossbank.
- Der Banker Babak Dastmaltschi, Managing Direktor Internationale Vermögensverwaltung, muss aussagen.
- Es ist eine Anzeige wegen Verdachts auf Geldwäscherei eingereicht worden.
Dastmaltschi war früher ein Vorgesetzter von Patrice Lescaudron. Lescaudron hinterging während Jahren vor allem ultrareiche Kunden aus Osteuropa. Es geht um rund 500 Millionen Franken.
Fall Lescaudron
Der ehemalige Vermögensverwalter der Credit Suisse, Patrice Lescaudron, hat über ein Jahrzehnt als Berater ultrareicher russischer Kunden für die Bank hohe Kommissionen generiert und dabei selber ein Vermögen gemacht. Zu seinen Kunden gehörte auch der frühere georgische Oligarch und Premierminister Bidzina Ivanishvili. Er begann systematisch seine Kunden auszunehmen, bis er schliesslich aufflog.
Lescaudron wurde von einem Genfer Gericht wegen gewerbsmässigen Betrugs, schwerer Untreue, Misswirtschaft und Fälschung von Wertpapieren zu einer Freiheitstrafe von 5 Jahren verurteilt. Patrice Lescaudron nahm sich im Sommer 2020 das Leben.
Die Credit Suisse sieht sich als Opfer eines Kriminellen. Ein von der CS unter Verschluss gehaltener externer Bericht zuhanden der Finanzmarktaufsicht FINMA zeigt auf, dass Lescaudron von seinen Vorgesetzten jahrelang gedeckt wurde. Der Bericht liegt SRF News vor.
Stellungnahme der Credit Suisse
Die Credit Suisse legt Wert auf die Feststellung, dass Lescaudron ein Einzeltäter gewesen sei. Auch Geldwäscherei sei für die Gerichte und Behörden nie ein Thema gewesen. Und: «Der Hauptkläger bezahlte Lescaudron über Jahre Boni ohne Wissen der Bank», schreibt die Credit Suisse auf Anfrage von SRF News.
Das oberste Gericht auf Bermuda hat nun den Bericht und andere Dokumente erstmals als Beweismittel zugelassen. Damit werden sie öffentlich. Die geschädigten Kunden gehen in Grossbritannien, Singapur, auf Bermuda und in der Schweiz mit Klagen gegen die Grossbank vor. Jetzt haben diese in Genf eine Anzeige wegen Verdachts auf Geldwäscherei zusätzlich ergänzt.