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Wohl Schwäbisch Gmünd, 18. Jh.
Silber
L. 15,5 cm
Inv. 1896.22.
Acht Glieder sind - vom kleinsten her aufbauend - an jeweils zwei gegenüberliegenden Punkten verhängt, so dass genügend Spielraum zu schlängelnder Bewegung bleibt. Der Kopfteil ist unter die Rückenflosse geschoben und birgt einen Fingerhut, der seinerseits über einen Schraubdeckel in Form eines Fadenspülchens gestülpt ist. Der Nadelbehälter zeigt oben über die halbe Breite ein kleines Fach bisher unbekannter Funktion. Das Nadelbüchschen soll von einem Vorfahren der Familie der Schenkerin an einem schwäbischen Schützenfest herausgeschossen worden sein. Dann wäre das Futteral in feiner Maroquineriearbeit später dazu gefertigt oder die Initialen J.A.G. nachträglich darauf angebracht worden, die das feine Geschenk als ganz persönlichen Besitz einer Dame ausweisen. Solche Silberfische sind seit dem 17. Jahrhundert auch als Riechbüchschen und im volkskundlichen Bereich als Talisman nachzuweisen; sie tauchen im 19. Jahrhundert als Anhänger auf und sind heute als kleine emaillierte Schmuckform aus Indien wieder im Angebot.