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Vitamin B3 wirkt möglicherweise protektiv gegenüber der Alzheimer-Krankheit
LONDON. Vitamin B3 (Niacin) könnte möglicherweise vor der Entwicklung der Alzheimer-Krankheit und einer Verminderung der kognitiven Fähigkeiten im Alter schützen. Zu diesem Ergebnis kommen Martha Morris, Rush Institute for Health Aging, Chicago, Illinois, USA, und Kollegen im Journal of Neurology Neurosurgery and Psychiatry (2004; 75: 1093-1099).
Bisher, erklären die Forscher, wurde Vitamin B3 älteren Menschen zur Prävention von Verwirrtheitszuständen und Niacin-Mangelsyndromen, die mit Demenz, Diarrhö und Dermatitis einhergehen können, verabreicht; die Rolle von Vitamin B3 bei der Alzheimer-Krankheit ist hingegen noch nicht ausreichend erforscht. Früheren Studien zufolge spielt Niacin eine wichtige Rolle bei der Synthese und den Reparaturmechanismen der DANN, bei der Signalübermittlung neuronaler Zellen und wirkt als Antioxidans in Gehirnzellen.
Die Wissenschaftler untersuchten 4 000 Personen im Alter ab 65 Jahre, die zu Beginn der Studie nicht von der Alzheimer-Krankheit betroffen waren. Die Teilnehmer beantworteten Fragebögen zu ihren Ernährungsgewohnheiten; zudem wurden drei und sechs Jahre nach Studienbeginn ihre kognitiven Fähigkeiten überprüft. Bei einer Stichprobe von 815 Patienten wurde nach drei Jahren neben klinischen Veränderungen insbesondere die Aufnahme von Vitamin B3 mit der Nahrung anhand spezieller Fragebogenaktionen untersucht.
Innerhalb dieser Gruppe diagnostizierten die Wissenschaftler bei 131 Teilnehmern die Alzheimer-Krankheit. Unter Berücksichtigung von Risikofaktoren wie zum Beispiel Alter, Geschlecht, Bildungsstand und Apolipoprotein-E-Gen (ApoE-Gen), fanden die Autoren, dass die Probanden, die am wenigsten Vitamin B3 zu sich nahmen (durchschnittlich 12,6 mg pro Tag) verglichen mit den Studienteilnehmern, bei denen höchste Aufnahmenmengen an Vitamin B3 zu verzeichnen waren (22,4 mg pro Tag), ein um 80 Prozent erhöhtes Risiko für die Entwicklung der Alzheimer-Krankheit hatten.
Die Analyse der gesamten Studiengruppe ergab, dass die Rate des Verlusts kognitiver Fähigkeiten bei Personen mit einer hohen Vitamin-B3-Aufnahme um 44 Prozent geringer ausfiel als bei Probanden mit einem geringen Verzehr von Vitamin B3. Zu den Nahrungsmitteln, die reich an Vitamin B3 sind, zählen Fleisch, Fisch, Gemüse, Nüsse, Molkereiprodukte, vollwertiges Getreide, Kaffee und Tee./me