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Kino | The Other Bank
Publiziert am 04. April 2011
Publiziert am 04. April 2011
The Other Bank / Roadmovie / Regie: George Ovashvili / 90 Min. / Georgien, 2010 / mit: Tedo Bekhauri u.a. / Verleih: Trigon Film / Kinostart: (Deutschschweiz).
Zürich: ab dem 29. April, am 29.4. in Anwesenheit von Rafi Pitts
Baden: 6. bis 8. Mai
Bern: 8. bis 30. Mai, VP mit Rafi Pitts am 30.4.
Luzern: 19. Mai bis 1. Juni
Basel: 9. bis 19. Juni
Synopsis: Seit sieben Jahren lebt der zwölfjährige Tedo (Tedo Bekhauri) mit seiner Mutter in der georgischen Hauptstadt Tiflis als Flüchtling im eigenen Land. Tedo hilft in einer kleinen Autowerkstatt mit, zur Schule geht er nicht. Seine Mutter arbeitet als Verkäuferin, gelegentlich leistet sie Männern beim Trinken Gesellschaft. Als Tedo entdeckt, dass sie einen Liebhaber hat, fühlt er sich vollends verlassen und bricht auf, um seinen Vater zu suchen, den sie bei ihrer Flucht aus Abchasien, dem Gebiet, das sich 1992 von Georgien losgesagt hatte, aus gesundheitlichen Gründen zurücklassen mussten. Regie & Crew: Gleich mit seinem Spielfilmdebüt «The Other Bank», das auf dem Roman «Trip to Africa» von Nugzar Shataidze beruht, ist dem georgischen Regisseur George Ovashvili (*1963) ein filmisches Meisterwerk gelungen. Nach der Premiere an der Berlinale 2009 folgten Dutzende internationaler Festivalpreise, unter anderem der Grosse Preis und der Publikumspreis am Internationalen Filmfestival von Fribourg, und Nominationen für den Oscar und den Europäischen Filmpreis.
art-tv-Wertung: «The Other Bank» ist ein Roadmovie, das konsequent aus der Perspektive des kleinen Tedo auf die trostlose Nachkriegswelt heraus so sehr rührt, wie es einem zugleich so unsentimentalen und teils dokumentarisch anmutenden Spielfilm wohl selten gelungen ist. Nebst der grossartigen Regie und Kameraführung (Shahriar Assad) zeichnet sich der Film vor allem durch die überwältigende schauspielerische Leistung des halbblinden Tedo Bekhauri aus und wie er seinen Empfindungen auf die zum Teil schockierenden Abenteuer seiner Reise Ausdruck verleiht. Viel zu klein ist dieser Junge, um schon erwachsen sein zu müssen, in einer Welt, die selbst für Erwachsene zu hart ist. Doch das entzückende Gesicht von Tedo, dass neben Enttäuschen auch immer wieder Hoffung und die Fähigkeit zum Träumen spiegelt, macht das Leid erträglicher. Fazit: Regisseur George Ovashvili ist mit «The Other Bank» ein wichtiges filmisches Meisterwerk gelungen, das die Konsequenzen eines Krieges aus Kindersicht zeigt.
Isabel Bures
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