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Wem gehört der Nordpol? Dänemark hat Gebietsansprüche gestellt
Die Arktis ist eines der letzten Gebiete der Welt, das noch keiner staatlichen Souveränität unterstellt ist.
Noch. Diese Woche hat Dänemark bei der internationalen Seerechtskommission Ansprüche auf ein grosses Gebiet der Arktis geltend gemacht. Dänemark will den Nordpol für sich und noch mehr. Doch damit steht Dänemark nicht allein. Auch Russland beansprucht den Nordpol für sich. Der entsprechende Antrag zur Gebietserweiterung soll kommendes Jahr eingereicht werden. Die Staaten begründen ihre Ansprüche damit, dass ihr Festlandssockel bis zum Nordpol reichen würde. Über Jahre sammelten sie mittels teurer Expeditionen wissenschaftlich Beweise dafür. Sollte das Gebiet einem oder mehreren Staaten zugesprochen werden, dürfen sie den Nordpol wirtschaftlich ausbeuten. In der Arktis werden grosse Mengen an Gas- und Ölreserven vermutet. Doch es geht um mehr als um Ressourcen, es geht um eine Vormachtstellung und um Schiffahrtsrouten. Der Wettlauf um die Arktis ist geprägt von provokativen Aktionen und militärischen Drohgebärden. Und es mischen noch einige Staaten mehr mit. Wo bewegt sich der Konflikt in und um die Arktis hin? Darüber haben wir mit dem Spiegel-Journalisten Christoph Seidler gesprochen. Zunächst erklärt er, in welchem Umfang Dänemark den Nordpol für sich beansprucht.
Christoph Seidler hat auch ein Buch zum Arktis-Konflikt geschrieben: "Arktisches Monopoly: Der Kampf um die Rohstoffe der Polarregion" (von 2009)