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Eigentlich das erste richtige Album von Celtic Frost - 1985 veröffentlicht. Zuvor gab es 1984 das Mini-Album "Morbid tales" und 1985 die EP "Emperor's return", welche schon den Song "Circle of the Tyrants" vorweg nahm!
"To mega Therion" (= das grosse Tier - aus den Johannes Offenbarungen die Bezeichnung für Satan, zu erkennen an der Nummer 666) war eigentlich schon für ein Albumtitel der Vorgängerband "Hellhammer" geplant, doch die Band löste sich auf und die 2 kreativen Köpfe Martin "Ain" Stricker und Thomas "Warrior" Fischer gründeten "Celtic Frost".
Auf "To mega Therion" machten sie das, was sich zu jener Zeit keiner traute; sie hauten nicht bloss wie alle anderen Bands den üblichen Black Metal-Lärm raus, nein; Celtic Frost waren immer mutiger als die Anderen und brachten all das in ihre Alben ein, was sie geil fanden - ohne auf ein Diktat der Stilrichtung zu gucken. So wurde "To mega Therion" ein kreativer Meilenstein des Metals, der 2 Jahre später mit dem Avantgard-Album "Into the Pandemonium" noch ausgeprägter und somit perfektioniert wurde. Gründungsmitglied und Bassist Martin "Ain" Stricker stieg noch vor den Aufnahmen von "To mega Therion" aus und wurde von Dominic Steiner für die LP ersetzt - danach kehrte "Ain" zur Band zurück. Auf der Erstpressung von "To mega Therion" ist auf dem Back-Cover dann Steiner zu sehen, bei den CD-Nachpressungen ist ein Bild mit Ain abgedruckt. Im folgenden Jahr nahm die Band wieder mit Martin am Bass die EP "Tragic serenades" auf, welche die Songs "The usurper" und "Jewel throne" aus dem 85er Album den Wünschen Fischers zufolge so präsentierte, wie er sie haben wollte; mit seinem Kumpel Ain.
In erster Linie sind die Songs auf der Scheibe dunkel, hart, fies und schnell - man höre den Kracher "Jewel throne", "Eternal summer" (gnadenlos), das urtypische und legendäre "Circle of the tyrants" mit dem Markenzeichen "ooh"-Schrei oder "Fainted eyes"! Jedoch war das nicht alles... Celtic Frost fügten den Songs Soundeffekte bei, Frauenstimmen und Operngesänge, die sie dem Gothic-Genre entliehen oder eben schlicht und einfach der Oper, ebenso Pauken und Posaunen, die eine sehr apokalyptische Wirkung erzielten - man höre "Necromantical Screams" (ein weiterentwickeltes Überbleibsel aus "Hellhammer"-Tagen; damals als "Buried and forgotten" 1983 auf dem "Satanic rites"-Demo veröffentlicht) oder auch "Dawn of Meggido" (beide von "Ain" mitkomponiert) - zudem noch das collagenhafte Stück "Tears in Prophet's dream", das einfach nur erschreckend und wirr klang - 1985 hätte das niemand gewagt im Metal-Genre! Fantastische, mit viel Charme und Atmosphäre angereicherte Arbeit!
Das Coverartwork gestaltete H.R. Giger - die Band fragte den schweizer Künstler an, ob sie ein Bild von ihm als Hülle der Platte gebrauchen dürfen... Man entschied sich für "Satan I", das Giger der aufkommenden, jungen Band frei zur Verfügung stellte.
Ein absolutes Meisterwerk und ein Meilenstein der Metal-Geschichte, nicht bloss des Black Metal - hier wurden soviele Stile zusammen genommen; Black Metal, Death Metal, Gothic, Heavy Metal, Oper, Avantgard, Thrash Metal, Klassik - alles! Fansatisch, muss in jeder ernst zunehmenden Sammlung stehen. Pionierarbeit, Extraklasse - MEILENSTEIN!
Angesichts des Genres eigentlich noch überraschend gut verträglich.....okay, man ist ja heutzutage dann doch schon ein wenig abgehärtet. Möglicherweise war das damals tatsächlich eine der brutalsten Metal-Scheiben überhaupt. Heute wäre es höchstens noch Durchschnitt, was den Härtegrad anbelangt.
P.S. Das Cover ist natürlich der heimliche Star hier....