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Chera oder seltener auch Cherase nennt man auf Santa Lemusa eine lokale Züchtung des Kreuzkümmels, die in sehr vielen Rezepten der Insel zur Anwendung kommt. Es war Dawit Nodietwili, ein Arzt und Botaniker aus Georgien, der den Kreuzkümmel um 1800 auch nach Santa Lemusa gebracht hat. Mit Erfolg hat er eine eigene Kreuzung (Cuminum cynimum Nodietwili) gezüchtet, die sich in dem Klima der Insel gut entwickeln konnte und heute in so manchem Gewürzgarten wächst. Für den Handel wird Kreuzkümmel traditionell vor allem in der Gegend von Sentores angebaut.
Nodietwili selbst war vor allem an den medizinischen Tugenden des Kreuzkümmels interessiert – weniger an seinen Eigenschaften als Gewürz. Von ihm ist auch ein kleines Traktätchen überliefert, in dem er die medizinischen Verwendungen der Chira schildert, wie er seinen Cuminum nennt. Er empfiehlt den Verzehr bei Koliken oder Durchfall und preist die krampflösenden, appetitanregenden, blutreinigenden und beruhigenden Eigenschaften seiner Medizin. Bei Fieber und Erkältungen empfiehlt Nodietwili ein heisses Chira-Wasser, für das man einen Esslöffel geröstete Samen in vier Tassen Wasser kocht. Bei Halsschmerzen soll man einige Chera-Samen etwa drei Minuten lang kauen und dann ausspucken.
Der lemusische Name Chera geht auf Dawit Nodietwili zurück und dürfte aus dem Georgischen entliehen worden sein, wo man den Kreuzkümmel dzira nennt. Dzira wiederum geht vermutlich auf das Sanskrit-Wort jri zurück, das altern, verbrauchen oder auch verdauen bedeuten kann – was sich wohl auf die magenstärkende Wirkung von Kreuzkümmel beziehen lässt. Ähnliche Namen findet man heute vom Kaukasus bis nach Südostasien (Aserbaidschanisch cira, Kasachisch zere, Farsi zireh, Tamil jiragam, Thai yeera, Chinesisch ziran).
Chera wird in der Küche von Santa Lemusa sehr oft verwendet – wobei man den ganzen Samen generell den Vorzug gibt. In manchen Rezepten wird Chera kalt vermahlen, oft aber wird er vor Verwendung mit oder ohne Fett geröstet. Die Zubereitung mancher Fleischgerichte beginnt mit einem lauten Knattern – was schon dem Ohr verrät, dass da Chera-Samen in heissem Öl angebraten werden. Chera passt zu den verschiedensten Speisen – auf Santa Lemusa wird es besonders oft zu Lamm oder Huhn, Kartoffeln, Bohnen und Linsen gegeben. Chera ist auch ein obligatorischer Bestandteil der berühmten Gewürzmischung Papuk. Geröstetes und dann gemahlener Kreuzkümmel wird auf Santa Lemusa oft über Pasten oder Joghurts gestreut – als aromatische Verzierung.
Der Kreuzkümmel, der wohl seit etwa zweihundert Jahren schon in der Gegend von Sentores angebaut wird, gilt als bestes Chera der Insel und wurde bereits 1966 mit dem AOC-Zertifikat ausgezeichnet. HOIO bezieht das Gewürz von Céline Charpentier, deren Felder im Norden von Sentores rund um Château Vama liegen. Chera de Sentores wird von HOIO exklusiv nach Europa importiert und in der Schweiz abgefüllt.
HOIO verkauft Kreuzkümmel «Chera de Sentores» in kleinen Dosen mit einem Füllgewicht von etwa 45 g. Die Gewürze werden en gros aus Santa Lemusa in die Schweiz importiert und von COOKUK in Aarau für den Detailhandel abgepackt und etikettiert. Die Grundfarbe der Etikette entspricht dem Haupt-Charakteristikum des jeweiligen Gewürzes – mehr zu den Farben der Gewürze von HOIO.
Die Dosen sind aus Polyethylen-Terephthalat (PET) hergestellt und speziell für Lebensmittel geeignet. Behälter und Schraubdeckel können gewaschen und mehrfach verwendet werden. Bei Bedarf kann auch eine neue Etikette als PDF-Datei (mit Schnittmarken) herunterladen werden. Beim Einstellen des Druckers sollten man darauf achten, dass die Software keine automatischen Anpassungen der Grösse vornimmt (genaue Anleitung).
Die Boutik «Masaale» in Port-Louis hat ständig alle Gewürze von HOIO im Angebot.
First Publication: 8-2007
Modifications: 7-2-2009, 6-10-2011, 18-9-2012, 9-5-2016