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Die Embracer Group, unter anderem Mutterkonzern von THQ Nordic, ist überaus munter, anders kann man das nicht ausdrücken. Der schwedische Medienriese hat sich nun Mittelerde einverleibt, und zwar komplett.
Das ist mal ein Kracher. Die schwedische Embracer Group hat über ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft Freemode eine Vereinbarung zum Erwerb von Middle-Earth Enterprises getroffen, einer Abteilung von The Saul Zaentz Company.
Middle-Earth Enterprises verfügt über weltweite Rechte an Kinofilmen, Videospielen, Brettspielen, Merchandising, Themenparks und Bühnenproduktionen im Zusammenhang mit den literarischen Fantasy-Werken Der Herr der Ringe und Der Hobbit von J. R.R. Tolkien sowie die entsprechenden Rechte an anderen literarischen Werken mit Bezug zu Mittelerde, die vom Tolkien Estate und HarperCollins autorisiert wurden.
Die Saul Zaentz Company erwarb ihre Rechte von den Erben und dem Nachlass von J.R.R. Tolkien und dem Verlag HarperCollins, der die Veröffentlichungsrechte an J.R.R. Tolkiens literarischen Werken hält. Die Saul Zaentz Company erwarb die Rechte an Der Herr der Ringe und Der Hobbit erstmals 1976 im Rahmen einer Vereinbarung mit United Artists zur Produktion einer Zeichentrickversion von Der Herr der Ringe unter der Regie von Ralph Bakshi. 1998 vergab The Saul Zaentz Company eine Lizenz an New Line Cinema, um die Live-Action-Trilogien Der Herr der Ringe und Der Hobbit von Regisseur Peter Jackson zu realisieren.
Sollte der Verkauf wie geplant über die Bühne gehen, sichert sich die Embracer Group unter anderem finanziellen Beteiligungen an der angekündigten Amazon-Serie Der Herr der Ringe: Ringe der Macht, die am 2. September 2022 Premiere haben wird, sowie dem Animationsfilm Der Herr der Ringe: Der Krieg der Rohirrim, der 2024 erscheinen soll, am Handyspiel Der Herr der Ringe: Heroes of Middle-Earth von Electronic Arts, aber auch am kommenden Gollum-Spiel von Daedalic.
Embracer Group hat mit der Marke offenbar große Pläne. In der Pressemitteilung heißt es: "Weitere Möglichkeiten sind die Erkundung zusätzlicher Filme, die auf ikonischen Figuren wie Gandalf, Aragorn, Gollum, Galadriel, Eowyn und anderen Charakteren aus den literarischen Werken von J.R.R. Tolkien basieren, und die Bereitstellung neuer Möglichkeiten für Fans, diese fiktive Welt durch Merchandising und andere Erfahrungen zu erkunden."
Wie tief Embracer Group dafür in die Portokasse greifen muss, wird in der entsprechenden Ankündigung nicht erwähnt. Einschätzungen zufolge werden die Mittelerde-Rechte mit etwa zwei Milliarden US-Dollar bewertet. Bezug zu Mittelerde gab es seitens Embracer schon zuvor. Das Embracer-Tochterunternehmen Asmodee ist seit langem Lizenznehmer der Mittelerde-Franchises und hat mehr als ein Dutzend Brettspiele und Kartenspiele zu Der Herr der Ringe und Der Hobbit veröffentlicht.
Embracer ist ohnehin derzeit massiv auf Shopping-Tour. Ebenfalls aufgekauft wurden nämlich Limited Run Games, Tripwire Interactive (Maneater, Killing Floor), Tuxedo Labs (Teardown) und das Musikunternehmen Singtrix. Laut einer Pressemeldung von Embracer selbst hat sich der Medienriese die Einkäufe insgesamt circa 775 Millionen Euro kosten lassen - sollte das stimmen, wäre das ein echtes Schnäppchen, vor allem in Anbetracht des Wertes der Herr-der-Ringe-Rechte, zumal Saul Zaentz Company für die Rechte eigentlich um die zwei Milliarden US-Dollar erwartet hatte.
Fast schon beunruhigend ist, dass Embracer damit offenbar noch nicht fertig ist. Augenscheinlich ist noch ein weiterer Zukauf eines Unternehmens aus dem Bereich PC- und Konsolenspiele geplant, der im Vergleich zu den anderen fünf Acquisitionen etwa an dritter oder vierter Stelle steht.