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Ich frage mich immer wieder, bis zu welchem Punkt ich als Europäerin das Recht habe, die bolivianische Regierung zu kritisieren. Vor allem angesichts des kolonialen Erbes und des aktuellen globalen Systems, das viele der so genannten Entwicklungsländer dazu bringt, politische Strategien zu fahren, die sich – um zu «überleben» – an wirtschaftlichen Vorteilen orientieren und dafür Umweltschutz und Menschenrechte opfern. Bevor man den Globalen Süden für hohe CO2-Emissionen, Abholzung oder die Kontamination von Gewässern durch Minen schilt, muss man darüber nachdenken, wer die Produkte konsumiert, für die kontaminiert, abgeholzt und emissioniert wird: in erster Linie Europa und die USA.
Anderseits gibt es schon Diverses, was ich an der aktuellen bolivianischen Regierung fragwürdig finde. Als Kompromisslösung teile ich in diesem Zusammenhang einen Artikel der «Republik» (meiner Meinung nach einer der zurzeit spannendsten Publiaktionen der Schweizer Medienlandschaft), der die politische Lage Boliviens im Wahljahr 2019 gut skizziert: