Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/116042

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bund wird gebeten zu prüfen, mit welchen Massnahmen das Projekt Desertec sowie ähnliche Initiativen gefördert werden können.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Schweiz befasst sich vor allem auf der Forschungsebene seit vielen Jahren mit der Technik von Solarkraftwerken und ist in der Forschung für Solar-Receiver weltweit anerkannt.</p><p>Das Projekt Desertec ist kein neues, aber ein sehr ambitiöses Projekt, welches im Zusammenhang mit den verschärften CO2-Zielen, aber auch dem Ruf nach neuen erneuerbaren Energien wieder Aufwind erhalten hat.</p><p>Thermische Kraftwerke dieser Grössenordnung mit den dazugehörigen Speichervolumina und den notwendigen Kühleinrichtungen sind noch kaum erprobt. Dazu kommen die Erstellung und der Betrieb der gesamten Höchstspannungsübertragung von Nordafrika in den europäischen Raum.</p><p>Neben den technischen Problemen sind aber auch die sozialen, gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge von Bedeutung. Die geografisch nächsten sonnenreichen Regionen befinden sich in den politisch wenig stabilen Ländern Nordafrikas. Ein Projekt wie Sesertec könnte - dank den nötigen umfangreichen Investitionen und der nötigen regionalen Zusammenarbeit - eine stabilisierende Wirkung auf die Region haben. Um die Stromproduktion aus Nordafrika für Europa abzusichern, sind aufwendige Abkommen mit den Produktionsländern und den Durchleitungsländern abzuschliessen und zu gewährleisten wie früher für Pipelines für Gas und Öl. Diese dürften eine grössere, aber lösbare Herausforderung als die technischen Hürden darstellen. Ohne Lösung der politischen Probleme ist eine Sicherung der Übertragungsleitungen nicht realistisch. Die Frage bleibt, wann genügend Investoren zum Schluss kommen werden, dass das Investitionsrisiko vertretbar ist.</p><p>Ein Projekt wie Desertec müsste zum grössten Teil durch die Privatwirtschaft finanziert werden. Sollte sich diese zu einem Projekt wie Desertec bekennen, so wird sich der Bund auf Anfrage für geeignete Rahmenbedingungen einsetzen. Dazu können bilaterale Abkommen oder bei Bedarf allenfalls auch Exportrisikogarantien gehören.</p><p>Der Bund verfolgt die Entwicklung von Desertec aufmerksam. Es ist jedoch viel zu früh, bereits an eine Realisierung solcher Systeme zu denken. Deshalb wäre es auch verfrüht, dass der Bundesrat bereits jetzt Förderinstrumente prüft.</p><p>Im Rahmen der bilateralen Verhandlungen mit der EU über ein Energieabkommen wird auch eine Zusammenarbeit im Bereich der Energieinfrastruktur (Infrastrukturpaket der EU) erörtert. Der Bundesrat wird sich dafür einsetzen, dass die Schweiz bei Netzausbauten über weite Strecken (sogenannte Super Grids) in die Planung einbezogen wird.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.