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Nachdem im September auch Beznau als letztes Schweizer KKW die Dokumente eingereicht hat, welche die Sicherheit bei einem 1000jährigen Erdbeben nachweisen sollen, führt das ENSI nun eine umfassende Detailüberprüfung aller Schweizer KKWs mit einem Projektumfang von 12 000 Stunden durch. Die Ergebnisse einer ersten Grobüberprüfung liegen laut dem BAFU Ende 2021 vor, die Ergebnisse der gesamten Überprüfung sollen jedoch erst im Januar 2023 veröffentlicht werden.
Gerade beim weltweit ältesten AKW Beznau gibt es diverse Sicherheitsbedenken. Sorgen bereitet beim AKW Beznau beispielsweise die bereits fortgeschrittene Korrosion des Stahlcontainements. Wie aus der Beantwortung der IP Brenzikofer 21.3569 hervorging, sind bereits bis zu 9.2 mm von 30mm des Stahlschutzmantels des KKW Beznau korrodiert. Der Forschungsbericht «Extremhochwasser an der Aare (Exar-Bericht)» liefert zudem neue besorgniserregende Erkenntnisse bezüglich der Hochwassersicherheit des AKW-Beznau. Das Hauptproblem liegt im Untergrund des Kraftwerks, welcher aus Niederterrassenschotter und im nordöstlichen Bereich aus einer künstlichen Aufschüttung besteht.
In diesem Zusammenhang stellt die Interpellantin folgende Fragen:
1. Ist der Bundesrat bereit dazu, den Bericht der Grobüberprüfung des Erdbebennachweises des KKW Beznau zeitnah zu veröffentlichen? Was sind die Ergebnisse?
2. Bei welcher Korrosionstiefe bzw. Wandstärke stuft der Bundesrat die Sicherheit des Stahlcontainments des KKW Beznau als ungenügend ein?
3. Wie beurteilt der Bundesrat das Risiko von weiterer unerkannter Spannungsrisskorrosion in Beznau 1 – also die Gefahr von Rissbildung, verursacht durch die zunehmende Sprödigkeit der Metalle aufgrund jahrzehntelanger radioaktiver Bestrahlung?
4. In welchen Zeitabständen muss der Korrosionsverlauf von den Betreibern gemessen und bekannt gemacht werden?
5. Teilt der Bundesrat die Ansicht, dass diese Angaben auch für die Öffentlichkeit von hohem Interesse sind und deshalb bei Bekanntwerden publiziert werden sollten?
6. Welche Schlüsse zieht der Bundesrat aus der Studie „Extremhochwasser an der Aare (Exar-Bericht)“ für die Sicherheit der angrenzenden AKWs?
7. Beteiligt sich der Bund direkt oder indirekt an den Kosten der Detailüberprüfungen?
8. Wie hoch sind die Kosten für die umfassende Detailüberprüfung?
9. Welche Punkte werden bei der umfassenden Detailüberprüfung geprüft?