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Die für das Lötschental typischen Tschäggättä sind mit Masken aus Arvenholz, Ziegen- oder Schafspelzen und einer Kuhglocke am Gürtel verkleidete Fasnachtsgestalten. In der Zeit zwischen dem 3. Februar, dem Tag nach Mariä Lichtmess, und dem Fasnachtsdienstag um Mitternacht streifen sie durch die Dörfer und verfolgen Frauen und Kinder, deren Gesicht sie mit Schnee einreiben, sobald sie sie erwischen. Mit der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung des Lötschentals ab den 1950er-Jahren haben sich auch die Rollenrituale verändert: Mittlerweile geht es den Tschäggättä nicht mehr wie früher um das Liebeswerben, und es sind auch nicht mehr nur die ledigen jungen Männer aus dem Tal, die als Tschäggättä verkleidet umherziehen dürfen.
Seit der Wintertourismus zum wichtigsten Wirtschaftszweig des Lötschentals geworden ist, laufen die Tschäggättä jeweils gemeinsam in Umzügen durch die Dörfer und verhalten sich wesentlich weniger wild als früher. Inzwischen dürfen auch verheiratete Männer, Frauen und Kinder die Masken, Tierfelle und Kuhglocken tragen. Die Tschäggättä sind heute national und international für die Medien und den Tourismus zum Wahrzeichen des Lötschentals geworden. Diese Rolle wirft jedoch die Frage auf, wie repräsentativ sie sind und durch welche Kriterien ihre Authentizität definiert werden soll. Solche Spannungen sichern jedoch auch die Kraft und den weiteren Bestand dieser sehr lebendigen Tradition.