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Die weibliche Genitalbeschneidung (FGM/C) ist ein Eingriff, der nicht wieder rückgängig gemacht werden kann. Er kann zahlreiche physische und psychische Folgen nach sich ziehen. Diese Komplikationen können akuter oder auch langfristiger Art sein. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.
Körperliche und seelische Folgen von FGM/C treten nicht bei allen Mädchen und Frauen gleichermassen auf. Einerseits spielen der Schweregrad der Genitalbeschneidung, das Beschneidungsalter sowie die Umstände (z.B. Hygiene) eine wichtige Rolle. Andererseits verfügt jede Betroffene über unterschiedliche Ressourcen, um mit dem Erlebten umzugehen.
Eine Beschneidung kann nicht rückgängig gemacht werden. Komplikationen aufgrund von FGM/C können aber behandelt werden bis hin zu Wiederherstellungsoperationen.
Im Falle einer Infibulation (Typ III der Beschneidungsformen) kann eine Defibulation (Operation) helfen, körperliche Folgen der weiblichen Genitalbeschneidung zu reduzieren. Hierbei wird das Narbengewebe geöffnet, das die Scheide bedeckt. Diese Operation führt zur Linderung der Schmerzen in folgenden Situationen: Während der Menstruation, beim Wasserlassen, bei häufigen Blasenentzündungen, beim Geschlechtsverkehr und bei der Geburt. Die Defibulation kann vor oder während der Geburt durchgeführt werden. Bei einer infibulierten Frau ist deshalb beim Gebären nicht automatisch ein Kaiserschnitt nötig und eine normale Geburt ist möglich.
In der Schweiz sind solche Operationen und auch andere Behandlungen bei gesundheitlichen Folgen von weiblicher Genitalbeschneidung möglich. Nationale und regionale Anlaufstellen bieten entsprechende Beratungen an.
Die psychischen Folgen einer Genitalbeschneidung variieren stark. Manche Betroffene erleben den Eingriff als traumatisch und leiden unter Panikattacken, Depressionen oder Angststörungen. In anderen Studien wird betont, dass der gesellschaftliche Kontext im Herkunftsland eine Schutzfunktion gegenüber traumatischen Störungen einnimmt, da die weibliche Genitalbeschneidung mit positiven Werten in Verbindung gebracht wird. Erst durch die Migration in ein Land, welches der weiblichen Genitalbeschneidung ablehnend gegenübersteht, würden Betroffene psychische Leiden entwickeln. Grundsätzlich ist es so, dass über die seelischen Verletzungen von Betroffenen nur wenig bekannt ist. Fundierte Aussagen zu den psychischen Konsequenzen der Genitalbeschneidung sind deswegen kaum möglich.
Bauer, Christina & Hulverscheidt, Marion (o.J.): Gesundheitliche Folgen der weiblichen Genitalverstümmelung. PDF