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Tibet – Auf dem Dach der Welt
TibetDie riesige tibetische Hochebene ist eine der abgelegensten Regionen der Erde und liegt durchschnittlich auf 4500 müM.
Sie wird von allen Seiten von mächtigen Bergmassiven umgeben, dem Himalaya im Süden, dem Karakoram-Gebirge in Westen und dem Kunlun-Massiv im Norden. Der grösste Teil des historischen tibetischen Siedlungsraum verteilt sich heute auf das Autonome Gebiet Tibet (“AGT”) sowie auf andere Autonome Bezirke und Kreise in den Provinzen Qinghai, Sichuan, Yunnan und Gansu.
Seit der chineschen Invasion 1950 ist der völkerrechtliche Status Tibets umstritten. Im Westen tendiert man dazu die vor den Chinesen regierende Macht zu idealisieren obwohl sie eine fremdenfeindliche, feudalistische Theokratie war die sogar Sklaverei tolerierte. Diese ehemaligen Eliten haben das Gebiet verlassen und hinterliessen eine ungebildete Arbeiterklasse der nicht einmal bewusst war das sie in einer Art Leibeigenschaft gelebt hatte. Sie leben heute mehrheitlich in Indien. Die tibetische Exilregierung vertritt die Auffassung dass ihr Territorium widerrechtlich okkupiert wurde und fordern von China das Recht auf Selbstbestimmung. Doch gibt es derzeit keinen Staat oder internationale Organisation, der bzw. die sich auf diplomatischer oder politischer Ebene aktiv für Veränderungen einsetzt.
China hat gewaltig investiert im Tibet insbesondere in den Bereichen Infrastruktur, Bildung und Gesundheitswesen. Da es an entsprechenden gut ausgebildeten Fachkräften wie Ärzte, Ingenieure, Professoren etc. mangelt sind massenweise Han Chinesen zugewandert. Je nach Perspektive spricht man auch von Zwangsbesiedlung. Wie viele Han-Chinesen heute im tibetischen Siedlungsraum leben ist ist schwer eruierbar. Je nach Quelle geht man davon aus das die Han Chinesen die Tibeter zahlenmässig schon überholt haben ausser im AGT. Nach einer chinesischen Volkszählung aus dem Jahr 2000 gibt es, wenn man die Grossstädte Xining und Haidong dazuzählt 10.5 Mio Tibeter (49.8 % Anteil an der Gesamtbevölkerung) im grosstibetischen Siedlungsraum wovon etwa 2.6 Mio im AGT (92.8 % Anteil an der Gesamtbevölkerung) leben. Nach Schätzungen der tibetischen Exilregierung leben im Hochland von Tibet, ohne die Grossstädte Xining und Haidong, heute 6 Millionen Tibeter und ca. 7,5 Millionen Han-Chinesen. Am drastischen zeigt sich die Situation in den Städten.
Tibet ist der Mittelpunkt des tibetischen oder Vajrayana Buddhismus. Der international bekannteste und höchste Lama, Lehrer des tibetischen Buddhismus, der Dalai Lama lebt im indischen Exil und wird von der tibetischen Exilregierung als Staatsoberhaupt anerkannt.
Die tibetische Hochebene ist auch das Wasserschloss Asiens. Einige der längsten Flüsse haben hier ihr Quellgebiet, im Osten sind es die Ströme Yangzi, Gelber Fluss, Mekong und Salween, Im Westen der Indus, Brahmaputra, Sutlej sowie mehrere Zuflüsse des Ganges.