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Schweizer Illustrierte: Herr Nicollier, zahlreiche Medien, darunter auch die Schweizer Illustrierte, haben in den letzten zwölf Monaten regelmässig über die 25-jährige Möchtegern-Astronautin Barbara Burtscher aus dem Toggenburg berichtet. Nun hat sich herausgestellt, dass sie mit der Nasa wohl etwas zu dick aufgetragen hat. Ist sie eine Hochstaplerin?
Claude Nicollier: Nein, für mich ist Barbara Burtscher keine Hochstaplerin und auch keine Lügnerin. Sie ist – im positiven Sinne – eine Träumerin. Aber: Um Astronautin zu werden, befindet sie sich auf dem falschen Weg.
Das heisst?
Der klassische Weg führt über die Nasa oder in Europa über die europäische Weltraumbehörde Esa. Frau Burtscher glaubte, auf privatem Weg Astronautin werden zu können. Das ist, wenn der Weltraum-Tourismus weiterwächst, vielleicht in zwanzig Jahren möglich. Zurzeit führt jedoch kein Weg an der Esa vorbei. Auch für sie nicht.
Die Selektion bei der Esa ist jedoch sehr hart. Bei etwa 50 000 Kandidaten aus ganz Europa.
Das ist so. Bei ihrer letzten Selektion 2009 hat die Esa gerade mal sechs neue Astronauten rekrutiert. Sie kommen aus Italien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Dänemark. Schweizer haben es nicht geschafft.
Hat denn Frau Burtscher eine Chance?
Als Astrophysikerin hat sie eine gute wissenschaftlich-technische Basis. Das ist ein absolutes Must, um Astronautin zu werden. Dazu müsste sie jetzt das Flugzeugfliegen erlernen, klettern und Fallschirm springen. Nur so hat sie bei der Esa eine Chance. Eine Mars-Simulation in der Wüste von Utah genügt nicht.
Sie referieren am 11. September am 4. Schweizer Astronomietag in Basel, den Barbara Burtscher organisiert. Nehmen Sie trotz allem teil?
Wenn der Astronomietag wirklich stattfindet und die anderen Referenten wie Apollo-Astronaut Ed Mitchell daran teilnehmen, komme ich auch. Wenn nicht, sage ich möglicherweise ebenfalls ab.