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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Atomkraftwerke "entsorgen" radioaktiven Wasserstoff H3 und Kohlenstoff C14 via Hochkamin. Diese schwachen Betastrahler werden ins Erbgut der Lebewesen eingebaut, zerfallen dort und verursachen Erbschäden. Die Belastung im Umfeld der AKW verursacht vor allem C14 (<a href="http://www.unifr.ch/sfsn/pdf/voelkledosisrelevanz.pdf">http://www.unifr.ch/sfsn/pdf/voelkledosisrelevanz.pdf</a>). Die dokumentierten Schäden könnten durch kurzzeitig hohe Abgaben verursacht werden (<a href="http://pgs.ca/wp-content/uploads/2009/06/TRITIUM.Fairlie.2010.IJOEH_July10_Fairlie1.pdf">http://pgs.ca/wp-content/uploads/2009/06/TRITIUM.Fairlie.2010.IJOEH_July10_Fairlie1.pdf</a>). Es besteht ein öffentliches Interesse am Verlauf der Emissionen von C14.</p><p>In meiner Interpellation 15.3655, "Radioaktives C14 fehlt in den vom Ensi veröffentlichten Monatsbilanzen der AKW", wurden Fragen ungenau beantwortet.</p><p>1. Können sich BAG und Ensi grundsätzlich vorstellen, die Gewichtung von C14 zu revidieren? Wenn nein, was gibt ihnen diese Sicherheit? Wenn ja, warum werden trotzdem keine Abgabelimiten festgelegt?</p><p>2. In der Antwort auf meine Interpellation steht: "Das Ensi betreibt zudem ein Messsystem, das die Dosisleistung in der Umgebung der Kernkraftwerke ganzjährig rund um die Uhr misst und überwacht." Damit wird glaubhaft gemacht, C14 würde mit diesem Messsystem erfasst. Können Betastrahler wie C14 und Tritium von diesem System gemessen werden?</p><p>3. Weiter schreibt der Bundesrat: "Das Abgabereglement der Kernkraftwerke verlangt keine monatliche Messung des C14, sie wird daher nicht monatlich publiziert." Nur die älteren AKW sind von dieser Pflicht entbunden, Leibstadt und Gösgen müssen C14 aber gemäss Ensi-B02 monatlich rapportieren und tun das auch. Warum verzichtet das Ensi auf die monatliche Veröffentlichung von C14-Daten?</p><p>4. Zudem schreibt der Bundesrat: "Die Produktionsrate von C14 ist von der Reaktorleistung abhängig und sollte sich über die Jahre hinweg nicht ändern. Es ist daher nicht nötig, eine Limite für die C14-Abgaben einzuführen." Von Interesse ist hier aber nicht die Produktions-, sondern die Abgaberate! Vom AKW Gösgen liegt der Monatsbericht vom Juni 2011 (Revision) vor, in dem die Emissionen an C14 83-mal höher waren als im Dezember 2012 (Produktion nach Plan). Ist es möglich, dass auch andere Atomkraftwerke bei Revisionen so hohe Mengen an C14 abgeben? Wenn ja, warum? Sind die in den Monatsberichten der AKW ausgewiesenen Emissionen an C14 öffentlich einsehbar?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Faktoren für die Berechnung der Dosis werden von der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) laufend überprüft und bei neuen, wissenschaftlich erhärteten Erkenntnissen angepasst. Die letzte Überprüfung wurde im Jahr 2012 abgeschlossen (Bericht unter <a href="http://www.icrp.org">www.icrp.org</a> &gt; Publications &gt; ICRP Publication 119). Die Dosisfaktoren werden in der Schweiz durch Revisionen der Strahlenschutzverordnung vom 22. Juni 1994 (StSV; SR 814.501) nachgeführt. Wie in der Antwort des Bundesrates zur Interpellation Munz 15.3655, "Radioaktives C14 fehlt in den vom Ensi veröffentlichten Monatsbilanzen der AKW", ausgeführt, ist es aufgrund von Dosisbetrachtungen nicht nötig und deshalb auch nicht vorgesehen, die Abgaben von C14 zu limitieren. Im Weiteren ist zu vermerken, dass nur der anorganische, das heisst als CO2 abgegebene Anteil von C14 für die Dosis relevant ist.</p><p>2. In der Einleitung der Antwort des Bundesrates zur erwähnten Interpellation Munz wird auf die Umgebungsüberwachung von Kernkraftwerken im Allgemeinen hingewiesen. Es war nicht beabsichtigt, das Messnetz zur automatischen Dosisleistungsüberwachung in der Umgebung der Kernkraftwerke (Maduk) als geeignet für die Bestimmung von schwacher Betastrahlung darzustellen. Die Immissionsüberwachung betreffend C14 und Tritium erfolgt gemäss Probenahmeplan und Messprogramm des Bundesamtes für Gesundheit. Die Ergebnisse sind in den Jahresberichten "Umweltradioaktivität und Strahlendosen in der Schweiz" publiziert (unter <a href="http://www.bag.admin.ch">www.bag.admin.ch</a> &gt; Themen &gt; Strahlung, Radioaktivität und Schall &gt; Allgemeine Informationen &gt; Jahresbericht).</p><p>3. Die Vorgaben im Anhang 5 der Richtlinie bezüglich periodischer Berichterstattung der Kernanlagen (Ensi-B02) sind nicht werkspezifisch. In den Abgabereglementen ist nicht gefordert, dass die Kernkraftwerke die C14-Emissionen bestimmen. Dennoch messen alle schweizerischen Kernkraftwerke seit einigen Jahren auf freiwilliger Basis die Abgabe von Tritium und C14. Sie melden die Messwerte mindestens jährlich in periodischen Berichten dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi). Auf der Website des Ensi sind nur die Nuklidgruppen publiziert, die einer Abgabelimite unterliegen. Wie bereits oben ausgeführt, ist eine Limitierung der Abgabe von C14 nicht vorgesehen, weshalb das Ensi auf die monatliche Publikation der C14-Messwerte verzichtet. Aufgrund des öffentlichen Interesses wird das Ensi künftig die Ergebnisse dieser C14-Emissionsmessungen im Jahresbericht Strahlenschutz darstellen.</p><p>4. Über das Jahr können sich in den Einzelmonaten Schwankungen durch unterschiedliche Betriebsparameter und -zustände ergeben. So sind die C14-Emissionen während Revisionen und beim Wiederanfahren von Druckwasserreaktoren in der Regel höher, da dann verschiedene Systeme geöffnet werden oder sich die Temperatur des Reaktorwassers beim Ab- bzw. Wiederanfahren der Anlage stark verändert. In den vergangenen fünf Jahren ergaben sich bei den Abgaben des Kernkraftwerks Gösgen und des Kernkraftwerks Leibstadt monatliche Schwankungen des dosisrelevanten CO2-förmigen C14 von etwa einem Faktor 5 gegenüber dem Mittelwert. Der Mensch nimmt C14 hauptsächlich über den Verzehr von Pflanzen auf, die C14 während der Vegetationszeit via CO2 einlagern. Es ist daher radiologisch unbedeutend, ob das C14 in einem kurzen Zeitraum oder verteilt über die Vegetationszeit abgegeben wird. Über die letzten zehn Jahre schwankten die C14-Jahresabgaben der einzelnen Werke um den Faktor 2 bis 3. Diese Feststellungen sind konsistent mit Untersuchungen zu den C14-Abgaben aus Kernkraftwerken, die zu Beginn der Achtzigerjahre national und international durchgeführt wurden.</p>  Antwort des Bundesrates.