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Der Handel mit Haifischflossen droht insbesondere Haiarten auszurotten, die sich langsam vermehren. Dies weist eine theoretische Studie von Basler Ökonomen nach. Sie zeigen zudem auf, dass fast alle Flossen nach Asien exportiert werden.
Rolf Weder und Tobias Erhardt von der Universität Basel demonstrieren mit ihrer Arbeit, dass Haie eine typische unregulierte, gemeinschaftliche Ressource sind - mit der diesen eigenen Tragik der Übernutzung, wie die Uni Basel am Donnerstag mitteilte.
Die Ökonomen wiesen theoretisch nach, weshalb der internationale Handel bei Haien eine verheerende Wirkung haben kann. Zum einen sei diese Ressource aus verschiedensten Arten mit ganz unterschiedlichen Fortpflanzungsraten zusammengesetzt. Zum anderen unterscheiden sich die Flossen in der Suppe kaum, weshalb eine Art leicht durch eine andere ersetzt werden kann.
"Diese Situation führt dazu, dass Fischer auch dann weiter fischen, wenn einzelne Arten bereits am Rande der Ausrottung stehen", erklären die Forscher in der Mitteilung.
Weil die sich schnell fortpflanzenden Arten stetes verfügbar sind, steigen auch die Preise für langsam wachsende Arten wie dem Weissen Hai nicht, obwohl sie immer seltener werden. Dies mache die Einführung eines nachhaltigen Ressourcenmanagements wirtschaftlich weniger interessant.
Stärker vom Aussterben bedroht
In ihrer Analyse finden die beiden Ökonomen die Hypothesen des Modells durch die Daten bestätigt: Hai-Arten, deren Flossen international gehandelt werden und die eine tiefe Reproduktionsrate aufweisen, sind signifikant stärker vom Aussterben bedroht als andere.
Die Ökonomen sehen verschiedene Massnahmen, um die Überlebenschance der Haie zu steigern. Eine wäre es, die Fischerei zu besteuern, anstatt sie zu subventionieren. Oder es würden Lizenzen vergeben und dadurch der Zugang zu den Gewässern beschränkt. Die Masse von Haien, die durch bedeutende Haifänger-Nationen wie Spanien getötet werden, liesse sich so auf ein nachhaltiges Niveau reduzieren, glauben die Ökonomen.
Weiter könnten Informationskampagnen in China helfen, die Nachfrage zu dämpfen. Die Forschung zeige erste positive Hinweise zur dortigen Nachfrage. "Die Frage ist, ob diese Massnahme nicht zu langsam wirkt und zu spät kommt", liess sich Weder zitieren. "Es herrscht dringender Handlungsbedarf. Ein Handelsverbot für alle Haifischflossen wäre wohl die kurzfristig wirksamste Lösung."
SDA-ATS