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Marie Piller, genannt «S’Haltli Marie», erblickte am 4. Oktober 1912 als Tochter des Josef Piller und der Rosa Piller geb. Riedo im Haltli das Licht der Welt. Zusammen mit ihren Eltern und den sieben Geschwistern verbrachte sie die Kindheit in der Gauheit, Plaffeien. Nach der Schulzeit war sie auf dem elterlichen Bauernbetrieb und in verschiedenen Arbeitsstellen tätig.Bei Kriegsausbruch 1939 zog sie mit ihrer Tochter Martha zu ihrem Bruder Pius ins Haltli zurück, da er bei der Mobilmachung einrücken musste. Während den Kriegsjahren führte sie seinen Bauernbetrieb selbständig weiter und wurde so Bäuerin mit Leib und Seele. Später arbeitete sie während 16 Jahren bis zu ihrer Pensionierung bei der Firma Wander AG in Neuenegg.Nach dem Tod ihres Bruders Pius vor 13 Jahren lebte sie allein im Bauernhaus, wohl wissend, dass sie ein Mitglied ihrer Familie im Hause nebenan war. So erhielt sie dadurch die notwendige Unterstützung und konnte jederzeit auf Hilfe zählen. Marie war eine starke Persönlichkeit, die den Raum füllte, den sie betrat. Sie war eine äusserst aktive und energievolle Frau, die wusste, was sie wollte und sich mit ihrem Temperament durchzusetzen wusste. Neben der harten Arbeit liebte sich auch die Geselligkeit bei Fest und Gesang, wo sie ihre Stimme erklingen lassen konnte. Einem Jass mit Bekannten war sie ebenso wenig abgeneigt. Zudem besass sie ein ausgesprochenes Organisationstalent und konnte innert Minuten jemanden für einen Ausflug oder eine Heimfahrt nach einem Fest oder Lotto engagieren.Marie war sehr am Geschehen in der Welt interessiert. So gehörten die Zeitungslektüre sowie Nachrichtensendungen am Fernsehen zum täglichen Programm. Überhaupt war das Fernsehen ein sehr wichtiges Medium für sie und so war auch ihre Familie immer auf dem neusten Stand über aktuelle Ereignisse und Sportresultate. Besonders freute sie sich auf Besuche oder ging selbst gerne auf Besuch. Dabei erzählte sie oft aus ihrem langen, reich erfüllten Leben und aus alter Zeit. Die Gespräche konnten je nach Behauptung zu vergangenen Geschehnissen durchaus einen vehementen Verlauf nehmen, vor allem wenn sich der Gesprächspartner als nicht sehr nachgiebig erwies.Die Besuche von kranken Mitmenschen und die wöchentliche hl. Messe im Alters- und Pflegeheim Bachmatte lagen ihr sehr am Herzen.Bis diesen Frühling besorgte sie ihren grossen Garten und die vielen Blumen bei ihrem geliebten Haltli selbständig. Anfangs Juli begann ihr kurzer schwerer Leidensweg.Auf ihrem langen Lebensweg hat Marie viel Schönes erleben dürfen, aber auch schwere Schicksalsschläge hinnehmen müssen. Mit ihrem ausgesprochenen Lebenswillen und Gottvertrauen ging sie bis zur letzten Stunde unbeirrt ihren Weg. Sie starb am 18. Juli 2006. Eing.