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- Im Roten Meer vor Saudi-Arabien ist es offenbar zu einer Explosion auf einem iranischen Öltanker gekommen.
- Das iranische Aussenministerium sagte, dass der Öltanker durch zwei Raketen angegriffen worden sei.
- «Wer hinter diesem Angriff steckt ist für die Folgen dieses gefährlichen Abenteuers verantwortlich, einschliesslich der gefährlichen Umweltverschmutzung», sagte ein Sprecher des Aussenministeriums im staatlichen Fernsehen.
Das Schiff befand sich zum Zeitpunkt der Explosionen rund 110 Kilometer von der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda entfernt. Die Schäden seien gering, und die Crew habe das Schiff wieder unter Kontrolle, hiess es. Experten untersuchten demnach jedoch weiterhin die Ursache der Explosion.
In sozialen Medien kursierten Fotos eines Öltankers, von dem eine schwarze Rauchsäule aufsteigt. Saudi-Arabien hat sich bisher nicht zu den Vorfällen geäussert.
Um welches Schiff es sich handelt, ist noch unklar
Um welches Schiff es sich handelte, war zunächst unklar. Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA nannte den Öltanker in dem Bericht «Sabiti». Dem auf Schiffsverkehr spezialisierten Internetportal «Marine Traffic» zufolge befand sich die «Sabiti» zuletzt allerdings im iranischen Hafen von Bandar Abbas. Seit Mitte August hat das Schiff keinen aktuellen Standort mehr mitgeteilt und das System dafür offenbar abgestellt.
Es könnte auch sein, dass es sich beim Schiff um den unter iranischer Flagge fahrenden Öltanker «Sinopa» handelt. Laut «Marine Traffic» war dieser zuletzt im Roten Meer vor der Küste Dschiddas in nordwestlicher Richtung unterwegs. Zum Zeitpunkt der Mitteilung des Ölministeriums hatte die «Sinopa» ebenfalls seit rund zehn Stunden keinen aktuellen Standort mehr geschickt.
Das Rote Meer, das Saudi-Arabien von Ägypten, dem Sudan und dem Horn von Afrika trennt, ist eine wichtige Schifffahrtsroute. Im Norden mündet der Suezkanal in das Meer, das im Süden vom Bab al-Mandab begrenzt wird. Diese Meeresstrasse ist wie die Strasse von Hormus ein wichtiges strategisches Nadelöhr für den internationalen Seehandel und den Öltransport aus dem Persischen Golf über das Arabische und das Rote Meer ins Mittelmeer.
Mehrere Zwischenfälle in den letzten Monaten
Zwischen dem Iran und mehreren westlichen Staaten schwelt seit Monaten ein Streit, allen voran mit den USA, der auch auf internationalen Schifffahrtswegen ausgetragen wird. Dabei kam es zu mehreren Zwischenfällen vor allem in der Strasse von Hormus, die zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman liegt. Sie zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch die Meerenge verschifft.
Ölpreis steigt nach Attacke
Die Ölpreise sind nach den Meldungen über eine Explosion auf einem iranischen Öltanker gestiegen. Im Mittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) 54.45 US-Dollar. Das waren 90 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für Rohöl der Sorte aus der Nordsee stieg ebenfalls um 90 Cent auf 60.00 Dollar.
Die USA hatte Iran zuvor beschuldigt, in den vergangenen Monaten Öltanker in der Nähe der Strasse von Hormus gegegriffen zu haben. Teheran weist die Vorwürfe bis heute zurück.
Der Vorfall vom Freitag könnte die Spannungen zwischen dem Iran und den USA noch verstärken, nachdem sich der US-Präsident Donald Trump vor etwas mehr als einem Jahr aus dem Atomabkommen zurückgezogen und Sanktionen verhängt hatte.