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Tokio - Drei Tage nach Hiroshima hat am Montag auch Nagasaki des Atomwaffeneinsatzes vor 65 Jahren gedacht. Um 11.02 Uhr - dem Zeitpunkt, als am 9. August 1945 die Atombombe "Fat Man" über der Stadt explodierte - legten die Teilnehmer der Zeremonie eine Schweigeminute ein.
Durch die Explosion der Bombe waren damals etwa 74'000 Menschen in der japanischen Hafenstadt getötet worden, 75'000 weitere wurden verletzt.
Der Bürgermeister von Nagasaki, Tomihisa Taue, appellierte an die Atomwaffenstaaten, sich für eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen. Er kritisierte die japanische Regierung dafür, dass sie Gespräche über eine nukleare Zusammenarbeit mit Indien aufgenommen habe, obwohl Indien den Nichtverbreitungsvertrag nicht unterschrieben habe.
"Das bedeutet, dass eine Nation, die selbst einen Atombombenangriff erlitten hat, das System der Nichtweiterverbreitung ernstlich schwächt", sagte der Bürgermeister.
Insgesamt schickten 32 Länder Vertreter an die Gedenkfeier nach Nagasaki. Erstmals nahmen Repräsentanten der Atommächte Frankreich und Grossbritannien teil. US-Botschafter John Roos, der am Freitag als erster Vertreter der USA am Gedenken in Hiroshima teilgenommen hatte, war nach Angaben der US-Botschaft dieses Mal aus terminlichen Gründen verhindert.
Die USA hatten am 6. August 1945 kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs die erste Atombombe über Hiroshima abgeworfen. Drei Tage später folgte dann der zweite und bisher letzte Atomangriff auf Nagasaki. Noch heute sterben in Japan Menschen an den Spätfolgen des Atomwaffeneinsatzes.
SDA-ATS