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Was ist Wahrheit?
Was ist Wahrheit?
Wie würdest Du diese Frage beantworten, ohne dass Du im Internet nach der «richtigen» Definition suchst?
Ich habe mir selbst auch diese Frage gestellt und würde darauf antworten, dass für mich das wahr ist, was ich als wahr empfinde. Ich schliesse damit aber nicht aus, dass auch andere Dinge, wo ich keinen Zugang habe, auch wahr sein können, also solches, was noch ausserhalb meines Wahrnehmungsspektrums ist oder vielleicht auch das ganze Leben ausserhalb meines Wahrnehmungsvermögens sein wird.
Vielleicht langweilige ich Dich nun mit folgender, bekannter Geschichte, aber sie zeigt uns etwas klar auf. Aber lies zuerst:
«Die Blinden und der Elefant»
«Es waren einmal fünf weise Gelehrte. Sie alle waren blind. Diese Gelehrten wurden von ihrem König auf eine Reise geschickt und sollten herausfinden, was ein Elefant ist. Und so machten sich die Blinden auf die Reise nach Indien. Dort wurden sie von Helfern zu einem Elefanten geführt. Die fünf Gelehrten standen nun um das Tier herum und versuchten, sich durch Ertasten ein Bild von dem Elefanten zu machen.
Als sie zurück zu ihrem König kamen, sollten sie ihm nun über den Elefanten berichten. Der erste Weise hatte am Kopf des Tieres gestanden und den Rüssel des Elefanten betastet. Er sprach: „Ein Elefant ist wie ein langer Arm.“ Der zweite Gelehrte hatte das Ohr des Elefanten ertastet und sprach: „Nein, ein Elefant ist vielmehr wie ein Grosser Fächer.“ Der dritte Gelehrte sprach: „Aber nein, ein Elefant ist wie eine dicke Säule.“ Er hatte ein Bein des Elefanten berührt. Der vierte Weise sagte: „Also ich finde, ein Elefant ist wie eine kleine Strippe mit ein paar Haaren am Ende“, denn er hatte nur den Schwanz des Elefanten ertastet. Und der fünfte Weise berichtete seinem König: „Also ich sage, ein Elefant ist wie eine riesige Masse, mit Rundungen und ein paar Borsten darauf.“ Dieser Gelehrte hatte den Rumpf des Tieres berührt.
Nach diesen widersprüchlichen Äusserungen fürchteten die Gelehrten den Zorn des Königs, konnten sie sich doch nicht darauf einigen, was ein Elefant wirklich ist. Doch der König lächelte weise: „Ich danke Euch, denn ich weiss nun, was ein Elefant ist: Ein Elefant ist ein Tier mit einem Rüssel, der wie ein langer Arm ist, mit Ohren, die wie Fächer sind, mit Beinen, die wie starke Säulen sind, mit einem Schwanz, der einer kleinen Strippe mit ein paar Haaren daran gleicht und mit einem Rumpf, der wie eine grosse Masse mit Rundungen und ein paar Borsten ist.“
Die Gelehrten senkten beschämt ihren Kopf, nachdem sie erkannten, dass jeder von ihnen nur einen Teil des Elefanten ertastet hatte und sich zu schnell damit zufriedengegeben hatten.»
Diese Geschichte zeigt uns, dass ein «Gegenstand» immer verschiedene Aspekte beinhaltet und dass wir normalerweise nicht alle Aspekte erfassen können. Deshalb ist meiner Meinung nach die Wahrheit immer subjektiv, auch wenn es objektive Wahrheiten gibt.
Wie wäre es wohl, wenn verschiedene Sehende den Elefanten anschauen und dann berichten würden?
Wahrheit und Wahrnehmung
Mein spiritueller Lehrer sagte jeweils vor den Meditationen, dass wir Folgendes zu uns sagen sollen:
«Ich bin der Ich bin.
Ich bin nicht der Körper.
Ich bin nicht die Emotionen.
Ich bin nicht die Gedanken.
Ich bin nicht der Verstand. Der Verstand ist ein Werkzeug der Seele.
Ich bin ein spirituelles Wesen mit göttlicher Intelligenz, göttlicher Liebe und göttlicher Kraft.
Ich bin verbunden und eins mit meiner Höheren Seele.
Ich bin der Ich bin.
Ich bin ein Kind von Gott, verbunden mit Gott, eins mit Gott, eins mit allem»
und nun kommt der entscheidende Satz:
«Dies ist die Wahrheit, unabhängig vom Fassungsvermögen meines Gehirns, die Wahrheit zu erfahren.»
Dies heisst nichts anderes, als dass unsere Wahrnehmung eingeschränkt ist und dass damit höhere Wahrheiten nicht oder nur zum Teil als wahr empfunden werden können, bis wir selbst in unserer Entwicklung einen Stand erreicht haben, wo wir es als wahr empfinden können.
Unsere Sprache verrät uns sehr gut, womit wir uns noch identifizieren. Wie oft sagt man, «ich bin krank». Nein, nicht ich – die Seele – ist krank, sondern mein Körper. Wenn Du aber nun sagst «Mein Körper ist krank», dann schauen Dich die Leute komisch an. Die Wahrheit richtig zu formulieren, wird so manchmal schwierig.
Wahrheit und Glaube
Was bleibt uns übrig, wenn wir etwas nicht als wahr empfinden oder einstufen können? Wir können es glauben oder näher untersuchen.
Ein früherer spiritueller Lehrer hatte mir vor mehr als 20 Jahren immer wieder die Weisung erteilt: «Glaub und vertrau». Ich habe dies selbst nicht wahrnehmen können, eine Bekannte von mir hat ihn für mich gechannelt. Obwohl ich mich schon längere Zeit mit mir selbst und der Welt auseinandergesetzt hatte, hatte mein spiritueller Weg erst begonnen. Ich habe viel gelesen, konnte aber vieles noch nicht selbst wahrnehmen. Ich musste bzw. durfte glauben. Und dieser Glaube führte dazu, dass ich offen war für spirituelles Wissen und für spirituelle Erfahrungen.
Das Einzige, was mir immer wieder im Wege stand und es z.T. auch heute noch ist: mein kritischer Verstand und mein Misstrauen. Mit der Weisung «Glaub und vertrau» konnte ich aber viele Schritte in meiner Entwicklung machen. Heute bin ich froh, dass ich diesen Weg gegangen bin, auch wenn ich dazumal die Wahrheit nicht empfinden konnte. Ich darf meinen Gefühlen, meiner Wahrnehmung, meinem Herzen vertrauen.
«Glaub und vertrau!» Vielleicht hilft Dir dieser Satz auch das eine oder andere Mal weiter.
Was Du glaubst, wird wahr!
Der Glaube kann einen positiven wie auch einen negativen Aspekt haben. Wenn Du z.B. einen unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen hast, dann wird dieser Glaube nicht so schnell durch negative Erfahrungen mit den Menschen beeinträchtigt. Wenn man die heutige Zeit betrachtet mit all seinen Geschehnissen auf dieser Welt, dann kann ich verstehen, dass man den Glauben an das Gute im Menschen verliert. Auch wenn der Mensch sich nicht liebevoll verhält, weil er aus Angst kontrollieren und andere unterdrücken muss, heisst das nicht, dass der eigentliche Kern des Menschen nicht gut ist. Wenn Du an das Gute im Menschen glaubst, heisst das aber nicht, dass Du naiv sein sollst. Der Mensch hat halt auch seine Schwächen und die darfst Du gerne wahrnehmen, beobachten und Deine Schlüsse daraus ziehen, wie vertrauenswürdig Dein Gegenüber ist und ob und wie Du Dich ihm öffnen willst. Mit der richtigen Beobachtung und Wahrnehmung ersparst Du Dir Enttäuschungen.
«Was Du glaubst, wird wahr» habe ich im Titel geschrieben. Stimmt das? Aus meiner Sicht schon. Ich meine damit nicht die negativen Gedanken(karuselle) oder Befürchtungen, die man immer wieder mal hat im Leben. Nein, ich meine damit vor allem die unbewussten Glaubenssätze und -muster. Und da sie unbewusst sind, wirst Du immer wieder das anziehen und erleben, was Du glaubst. Aus dem was Du erlebst und anziehst, kannst Du Rückschlüsse auf Deine Muster ziehen und sie so herausfinden. Aber natürlich gibt es auch bewusste negative Glaubenssätze, die man haben kann. Man muss sich dann nicht wundern, dass man das anzieht, was man glaubt. Meistens ist es ja dann so, dass man eine Bestätigung hat für seinen Glauben, sozusagen eine selbsterfüllende Prophezeiung.
Deshalb: Achte gut darauf, an was Du glaubst. Kreiere Dir einen positiven Glauben, positive Glaubenssätze und Affirmationen. Wenn Du diese aufschreibst und/oder aussprichst und innere Widerstände spürst, dann kannst Du sicher sein, dass Du diesbezüglich noch negative Glaubenssätze, vielleicht sogar Eide oder Schwüre in Deinem Energiesystem drin hast.
Wahrhaftigkeit
Strebst Du nach Wahrhaftigkeit? Möchtest Du aus der Wahrheit heraus leben?
Für mich hat Wahrhaftigkeit etwas zu tun mit richtiger Wahrnehmung und richtigem Ausdruck. Wie aber kann ich richtig wahrnehmen und richtig ausdrücken? Je mehr ich mit meiner Seele verbunden bin, desto mehr bin ich mit der Wahrheit verbunden, desto leichter fällt es mir, die Wahrheit zu fühlen und auch sie auszusprechen. Wenn Du wahrhaftig sein willst, dann musst Du den Mut aufbringen, aus Deinem Herzen heraus zu leben. Das wird nicht immer einfach sein, weil es neben den inneren Widerständen auch äussere Widerstände geben kann. Meistens sind aber die inneren Widerstände grösser als die äusseren.
Frage Dein Herz: In welchem Bereich meines Lebens bin ich noch nicht richtig wahrhaftig?
Wahrheit und Lüge
Im nachfolgendem Video spreche ich darüber, wie Du Wahrheit von Lüge unterscheiden kannst und Du erhältst ein Hilfsmittel, welches Dich dabei unterstützt. Viel Freude damit!
Wahrheit ist dynamisch
Die Wahrheit ist dynamisch. Was für Deine inkarnierte Seele heute wahr ist, mag morgen schon nicht mehr so sein.
In diesem Sinne: Bleibe offen, so dass sich Deine persönliche Wahrheit entwickeln und verändern kann, denn als Seele wächst Du immer in eine noch grössere Wahrheit hinein.