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Der Hügel, auf dem einst die Burg Fryberg oder Freiberg stand, liegt nord östlich vom Dorfe an der Strasse, welche nach Schlans führt. Heute sind noch eine Zisterne und wenige Mauern dieser Burg vorhanden, die im Mittelalter eine bedeutende Rolle spielte. Im Jahre 1911 stürtzte ein etwa 10 Meter hoher Mauerpfeiler als letzter, weithin sichtbarer Uberrest des Turmes zusammen, der an höchster Stelle auf der nördlichen Seite der Burg stand.
Fryberg und das ihm gegenüber liegende Ringgenberg auf der andern Seite des Vorderrheines, waren gleichsam die beiden Schutztürme des Einfallstores in das mittelalterliche Gebiet des Klosters Disentis. Sie standen an den exponiertesten Punkten der Ostgrenze des geschlossenen Klosterbesitzes.
Die Burg Fryberg, bei der 1919 verschiedene Pfeilspitzen gefunden wurden, hat eine sehr bewegte Geschichte. In den Ereignissen, die das Kloster Disentis berührten, spielte sie oft eine wichtige Rolle.
Um das Kloster gegen die Übergriffe des Adels zu schützen, ernannte Innozenz IV. Antonius de Carnisio zum Verwalter der Abtei. Dieser kam in Begleitung seines Bruders Lanfrancus, dem er die Burg Fryberg übergab (1249). Die Administration des Italieners fiel nicht zum Segen für das Kloster aus, sodass der Papst nochmals intervenieren musste. Viele Güter des Klosters, unter ihnen auch die Burg Fryberg, waren der Abtei entfremdet worden. Propst Schwicker von Churwalden sollte als päpstlicher Beauftragter für die Restitution der Burg sorgen. Später scheint diese nochmals in weltlichen Besitz übergegangen zu sein, denn im Jahre 1327 ist von einer Erstattung der Burg an das Kloster die Rede. Zwischen 1327 und 1464 dürfte die Burg als bewohnte Stätte aufgegeben worden sein.
Die Burg Fryberg verdankt ihren Namen zweifellos dem Edelgeschlechte gleichen Namens, dessen Stammschloss, auch Fryberg genannt, bei Seth stand. Die Edeln von Fryberg waren wohl Burgvögte auf der Feste bei Truns. An letzterem Orte erscheinen Fryberg oder Freiberg noch in Urkunden des 17. Jahrhunderts.
Bibliographie