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Tag 7 – Zentralthailand – Ayutthaya
Pünktlich um 8 Uhr werde wir von Korn und unsrem Fahrer vor dem Hotel abgeholt. Die dreistündige Fahrt nach Ayutthaya führt uns vorbei an kleineren und grösseren Ortschaften, Reisfeldern und Farmland.
Als erstes besuchen wir den Sommerpalast der Könige von Ayutthaya, Bang Pa In. Er geriet in Vergessenheit, als der Königssitz nach Bangkok verlegt wurde. Der König Rama IV und sein Sohn Rama V liessen ihn wieder aufblühen. Sie kombinierten Baustile aus Siam, China und Europa. Während dem 2. Weltkrieg erblühte der Palast wieder, als die Königsfamilie hierher zurückzog. Das 1889 von chinesischen Kaufleuten gestiftete Wehat Chamrun im Stil opulenter chinesischer Herrschaftsresidenzen ist sehr beeindruckend. Die Schnitzereien aus Teakholz, die Drachen und die Farbigkeit lassen uns staunen. Der Rundgang durch die weitläufige und gepflegte Gartenanlage durfte natürlich nicht fehlen.
Korn erzählte uns ein wenig von der Königsfamilie. Für uns ist die uneingeschränkte Verehrung der königlichen Familie kaum nachvollziehbar, hier gilt sie aber für viele als wichtiges Element der Nation. Der König als Staatsoberhaupt, Oberstbefehlshaber der Streitkräfte und religiöses Oberhaupt. Rama IX, welcher 2016 verstarb, hatte seit seinem Amtsantritt 1946 21 Militärputsche und gewaltsame Regierungswechsel miterlebt. Das Königshaus wirkte in all den Wirren stets als stabilisierende Kraft. Rama X hat drei Schwestern. Seit Jahren verbringt er viel Zeit in seiner Wahlheimat Deutschland. Prinzessin Sirindhorn, die bei der Bevölkerung grosse Beliebtheit geniesst, führt unermüdlich die Geschähte und die wohltätige Arbeit ihres Vaters weiter. Die Verehrung des Königs und der Königsfamilie ist sehr stark zu spüren, so erzählt uns Korn von den Hochzeiten zwischen Geschwistern und der Königlichen Familie und dass es immer mehr Nachfahren mit Beeinträchtigungen gegeben habe. Er sage, sie seien alle Autistisch, deshalb dürfe nun auch ausserhalb der königlichen Familie geheiratet werden.
Ayutthaya zählt rund 60'000 Einwohner Der weitläufige Stadtkern wird von drei Flüssen Chao Phraya, Pa Sak und Lopburi, sowie einem Kanal umgrenzt. Seit 1991 zählt die Stadt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Geschichtspark Ayutthaya umfasst die alte Stadt Ayutthaya, die am 4. März 1351 von König U Thong gegründet wurde. Sie war die Hauptstadt des siamesischen Königreiches Ayutthaya, bis sie 1767 durch die birmanische Armee eingenommen und praktisch dem Erdboden gleichgemacht wurde. Alle Buddha-Statuen in der Umgebung hier wirden keköpft / enthauptet.
Wir besichtigen erst Wat Yai Chaya Mongkol. Der Tempel wurde 1357 errichtet. Die Chedi steht auf einem rechteckigen Sockel, an den vier Ecken stehen vier kleinere Chedis. An der Ostseite führt eine lange Treppe in eine kleine Krypta. Symmetrisch zur Chedi liegen davor die Ruinen von zwei Mondops, in denen sitzende Buddha-Statuen zu sehen sind. Ursprünglich war die Chedi von einem Phra Rabieng (überdachte, nach innen offene Galerie) umgeben, die tragenden Säulen sind zum Teil noch erhalten. Heute sitzen entlang der Einfassungsmauer zahlreiche Buddha-Statuen aus modernerer Zeit aufgereiht.
Die nächste Tempelanlage war Wat Mahatat. Das wichtigste Bauwerk des Wat Mahathat war ursprünglich der hohe, zentrale Prang im Khmer-Stil. Der Tempel widerstand größtenteils der Brandstiftung durch die birmanischen Eroberer, die 1767 Ayutthaya eingenommen und praktisch vollständig verwüstet hatten. Die Ruinen, die heute zu sehen sind, stammen wahrscheinlich aus dem späten 17. bis späten 18. Jahrhundert. Der Prang befand sich noch lange in gutem Zustand, stürzte jedoch 1911 während der Regierungszeit von König Vajiravudh (Rama VI., reg. 1910–1925) erneut ein und wurde nicht wieder aufgebaut. Bei den umfangreichen Rekonstruierungsarbeiten, die 1956 von der thailändischen Regierung in Ayutthaya durchgeführt wurden, kam beim Prang eine vergrabene Schatzkiste zum Vorschein, die eine Buddha-Reliquie in einer goldenen Urne, mehrere goldenen Buddha-Statuen in verschiedener Größe sowie andere mit Gold und Edelsteinen besetzte Gegenstände enthielt.
Die dritte Anlage hiess Wat Phra Si Sanphet. Dies ist der schönste Tempel (Wat) der Stadt. Er liegt direkt südlich des ehemaligen Palast-Geländes. Seine drei großen Chedis, die die Asche von König Ramathibodi II. und seines Vaters aus dem 15. Jahrhundert beherbergen, sind das Wahrzeichen von Ayutthaya. Der zugehörige Viharn und die Mondops sind von den Burmesen zerstört worden. Eine der beiden 10 m großen, stehenden Buddha-Statuen, der Phra Buddha Lokanart konnte von König Rama I. restauriert werden. Sie steht jetzt im östlichen Viharn des Wat Pho in Bangkok.
Zuletzt besuchen wir noch den Tempel des ruhenden Buddhas Wat Lokayasutharam. Dieser liegende Buddha ist nur 1 m kürzer wie der Buddha in Wat Poh in Bangkok. Die riesige liegende Buddha-Statue ist die Hauptattraktion dieses Tempels. Sie ist 45 Meter lang und 8 m hoch und besteht aus Ziegeln und Mörtel. Die Statue liegt nicht wie üblich in Ost-West-Richtung, sondern in Nord-Süd-Richtung. Der Kopf liegt auf vier Lotos-Knospen und wird von der rechten Hand abgestützt.
Wir verpflegen uns noch in einem Shopping-Center beim KFC – Andri ist Happy! – kaufen Verpflegung für die Zugreise und fahren zum Bahnhof Ayutthaya. Hier verabschieden wir uns von unserem Fahrer und Korn. Etwa eine Stunde schauen wir dem regen Treiben auf dem Bahnhof zu. Es ist gut organisiert und ein Bahnhofvorsteher schafft es, all die Touristen aufzureihen, so dass sie bereits bei der Einfahrt des Zuges am richtigen Ort stehen. Der Zug ist sauber und die Betten recht komfortabel. Wir richtigen uns ein, die Jungs schauen einen Film und wir lesen und schreiben am Blog, bis wir uns dann auch hinlegen.
Nachtzug nach Chiang Mai