Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03304.jsonl.gz/2964

Die Demonstranten zogen am Mittwoch durch das Regierungsviertel zur Abgeordnetenkammer, wo die Parlamentarier über die umstrittene Initiative PL 490 debattierten. Sicherheitskräfte riegelten die Zugänge zur Abgeordnetenkammer ab, wie das Nachrichtenportal «G1» berichtete. Am Vortag war es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Indigenen gekommen, fünf Menschen wurden dabei verletzt.
Die Gesetzesinitiative sieht vor, dass indigene Schutzgebiete nur auf jenen Ländereien ausgewiesen werden können, auf denen die Volksgruppen nachweislich bereits zum Zeitpunkt der Verkündung der Verfassung im Oktober 1988 gelebt hatten. Bislang werden Schutzgebiete über ein Verfahren bei der Nationalen Behörde für indigene Angelegenheiten (Funai) nach Anhörung von Experten ausgewiesen.
Kritiker sehen in der geplanten Neuregelung den Versuch, indigene Volksgruppen von ihrem angestammten Land zu vertreiben. Denn viele Völker sind nicht in der Lage, die entsprechenden Nachweise zu erbringen. «PL 490 würde es der Regierung erlauben, indigenen Völker ihre Territorien wegzunehmen, die ihnen seit Jahrzehnten gehören», sagte Kretã Kaingang vom indigenen Dachverband Apib. «Es wird die indigenen Ländereien für räuberische Aktivitäten wie den Bergbau öffnen und es in der Praxis für unsere Völker unmöglich machen, eine Ausweisung unserer Territorien als Schutzgebiete zu erreichen.»