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Der Flughafen im Meer
Heute vor 27 Jahren, am 4. September 1994, wurde der Kansai International Airport eröffnet. Zwanzig Jahre wurde dieses Projekt geplant. Sieben Jahre dauerten die Bauarbeiten. Mit Kosten von 1,5 Billionen Yen war es das damals grösste zivile Bauprojekt der japanischen Geschichte.
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Der Grund für diese hohe Summe war der Standort. Auf einer künstlichen Insel in der Bucht von Osaka wurde der Flughafen erbaut. Der bisherige Osakaer Hauptflughafen Itami konnte aufgrund seiner innerstädtischen Lage und anhaltender Lärmklagen nicht mehr ausgebaut werden. Ein Neubau in einer nahe gelegenen ländlichen Gegend kam nach den mehrjährigen Protesten rund um den Bau des Flughafens Narita bei Tokio nicht infrage (Asienspiegel berichtete). Und so entstand die unglaubliche Idee einer künstlichen Flughafeninsel. Der Standort im Meer hatte auch den Vorteil, dass man ungestört einen 24-Stunden-Betrieb einführen konnte. Es war der erste dieser Art in Japan.
Die Insel mit dem Geburtsfehler
10,5 Quadratkilometer gross war die Insel bei ihrer Eröffnung. Das 1,7 Kilometer lange durchgehende elegante Terminal-Gebäude wurde vom Architekten Renzo Piano entworfen. Eine drei Kilometer lange Brücke für den Auto- und Zugverkehr wurde zur Verbindungslinie zum Festland. Der Flughafen hatte jedoch einen Schönheitsfehler. Die Insel sank innerhalb weniger Jahre mehrere Meter ab. Es wurden zusätzliche bauliche Massnahmen nötig, um diese Entwicklung zu verlangsamen und die Piste vor Überschwemmungen zu schützen. Dieses Problem hielt die Bauherren nicht davon ab, 2007 die Start- und Landebahn B und ein weiteres kleines Terminal-Gebäude für die Billig-Airlines zu bauen.
Der Geburtsfehler von 1994 rächte sich, als ein Taifun die ältere Piste A 2018 teilweise unter Wasser setzte. Der Flughafenbetrieb musste für vier lange Tage komplett schliessen. Erst nach drei Wochen konnten wieder sämtliche Flüge bedient werden. Die Behörden versprachen weitere bauliche Anpassungen, um eine Wiederholung dieses Ereignisses zu verhindern (Asienspiegel berichtete).
Nach dem Rekord der Einbruch
Während Itami die meisten Inlandflüge abwickelt, hat sich der Kansai International Airport als ein Hub für internationale Flüge etabliert. 2019 verzeichnete der Flughafen einen Rekord von 31,91 Millionen Fluggästen. Davon waren 78 Prozent ausländische Passagiere. Besonders hoch war die Abhängigkeit von chinesischen und südkoreanischen Touristen, die über die Hälfte der internationalen Kundschaft ausmachten.
Osaka profitierte wirtschaftlich stark von dieser Strategie (Asienspiegel berichtete). Die Metropole wurde zum Eingangstor für den Einreise-Tourismus aus Asien. Umso mehr hat die Corona-Krise und die damit verbundene Grenzschliessung für ausländische Touristen die Region und den Flughafen getroffen. 2020 zählte der Kansai International Airport gerade noch 6,5 Millionen Passagiere, weniger als der kleinere Stadtflughafen Itami.
Der Flughafen plant die Zeit nach Corona
Die Zuversicht haben die Betreiber nicht verloren. Die Flughafenleitung wird in den kommenden Jahren 70 Milliarden Yen investieren, um die jährliche Kapazität auf 40 Millionen internationale Passagiere zu erhöhen. Hierzu wird der Terminal 1 von Grund auf modernisiert und erweitert. In dieser ungewissen Zeit ist dieses gigantische Vorhaben ein Wagnis. Doch man will bereit sein für die Zukunft, insbesondere für das Jahr 2025. Dann findet in Osaka zum zweiten Mal die Weltausstellung statt, die gemäss der Organisatoren 28 Millionen Besucher aus aller Welt anziehen soll.
Der Standort des Kansai International Airport
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