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Die vielen Kniffe und Verschmitztheiten der deutschen Rechtschreibung waren schon sehr lange vor der 1998 in Kraft getretenen Rechtschreibreform ein Reizthema. […] An einem Sommerabend im Jahr 1822, soll sich im Hause Goethes folgender Monolog zugetragen haben: Über seinen Umgang mit der Rechtschreibung erklärte der Dichterfürst: "Ich halte sie - die Rechtschreibung - mir nach Möglichkeit vom Halse. Und mache, wenn man streng sein will in jeden Brief Schreibfehler und vermeide vor allem die Kommata!" […] Dann fuhr Goethe fort: "Mein Gewissen beruhige ich in dieser Angelegenheit mit einer Erkenntnis des verehrten Christoph Martin Wieland (Zeitgenosse Goethes, Dichter der Aufklärung): 'Religion und Interpunktion sind Privatsache'".
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Frenzel, Mira
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