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Männer als Mitgestalter des Gleichstellungsprozesses?
Einleitung
Der Gleichstellungsprozess wurde von Frauen initiiert. Er zielt auf eine Ablösung «patriarchaler» Gesellschaftsstrukturen. Diese Strukturen sind relativ alt, insofern es um die generelle Diskriminierung der Frau und des «Weiblichen» geht. Sie sind teilweise wesentlich jünger, insofern es beispielsweise um relativ moderne Geschlechterstereotypen von «Hausfrau» und «Berufsmann» geht. Jedenfalls geht es beim Gleichstellungsprozess um einen Prozess einer tief greifenden Umgestaltung von Gesellschaft.
Dieser Prozess hat inzwischen den Punkt erreicht, an dem er nicht mehr von oppositionellen Kräften alleine weitergebracht werden muss, sondern zunehmend in den etablierten Strukturen selber institutionalisiert wird, beispielsweise in Form von Fachstellen und Beauftragten von Bund, Kantonen, Kommunen, Bildungsinstitutionen und Firmen. Noch einen Schritt weiter geht das Konzept des gender mainstreaming. Hier wird Gleichstellung von der Anlage her top-down statt buttom-up, mit den Kräften der Staaten bzw. von überstaatlichen Organisationen angestrebt, nicht gegen sie. Diese Form der Gleichstellungsarbeit «bezieht alle sozialen Akteure sowie deren konkrete Lebenssituationen und Handlungskontexte mit ein» (Violi 2000: 7). In diesem Trend liegt auch die Geschäftsprüfungskommission des Nationalrates. Sie schliesst in ihrem Bericht vom 18. November 19991 einen interessanten Abschnitt unter dem Titel «Entwicklung einer partnerschaftlichen Gleichstellung» (Seiten 6 bis 7) mit der Empfehlung: «Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann fördert die Entwicklung einer partnerschaftlichen Gleichstellung, die die Zusammenarbeit von Frau und Mann betont. Es verstärkt durch gezielte Massnahmen die Beteiligung der Männer am Gleichstellungsprozess.»
Welche Engagements von Männerseite bestehen und könnten vermehrt dialogisch in den Gleichstellungsprozess einbezogen werden? Ax (2000) gliedert diese Engagements in vier Strömungen:
Tabelle 1: Strömungen der Männerforschung/Männerarbeit/Männerbewegung (Auszug aus der Tabelle von Ax 2000)

Antisex./Profeministischer Ansatz

Kritischer Ansatz

Mythopoetischer Ansatz

Maskulinisten/ Väterrechtler

Gründe für Veränderung

Kritik von Frauen, Defizitäres Männerbild, Patriarchatstheorien, Schwierigkeiten mit Männerrolle und eigenem politischem Anspruch

Unzufriedenheit mit sich und der Männerrolle, gesellschaftliche Veränderungen, Emanzipation, Wunsch sich neu zu entdecken

Schmerz und mangelnde männliche Energie durch «vaterlose Kultur», ungenügender Kontakt zu Männern, Männlichkeit positiv entdecken und besetzen

Ablehnung einseitiger feministischer Theorien, Thematisierung eigener Standpunkte und eigener Unterdrückung, einseitiger Wehrdienst, ungerechtes Sorgerecht

Ziele und Forderungen

Abschaffung des Patriarchats als Grundpfeiler der Unterdrückung von Frauen (und Männern), Orientierung an Frauen, Übernahme sogenannter weiblicher Eigenschaften

Schaffung eines neuen Geschlechterverhältnisses, Teilung von Erwerbs-, Haus- und Erziehungsarbeit

Aufbau von männlichem Selbstbewusstsein, Mannsein und Vaterschaft aktiv und stolz leben

Neues Sorgerecht, Positives männliches Selbstbewusstsein, kritischer Umgang mit feministischen Positionen
Selbstverständlich sind die Übergänge zwischen diesen Strömungen fliessend. Von links nach rechts verläuft die Positionierung gegenüber dem laufenden Gleichstellungsprozess von sehr kooperativ über eher kooperativ und eher konfrontativ bis zu sehr konfrontativ. Selbstredend dürfte sich eine Zusammenarbeit eher mit ersteren anbieten. Dennoch wäre zu überlegen, ob eine oft auch bei den letzteren explizit vorhandene Zustimmung zum Prinzip der Gleichheit nicht eine ausreichende Grundlage für eine institutionalisierte, regelmässige Kommunikation zwischen solchen Engagements und beispielsweise Gleichstellungsfachstellen darstellt.
Dem nun folgenden Überblick (Teil I) über verschiedene konkrete Männerinitiativen in der Schweiz ist vorauszuschicken, dass es sich dabei um Minderheiten handelt.2 Nach dieser Übersicht werden mögliche Aussichten der Beteiligung von Männern als Akteuren im Gleichstellungsprozess beleuchtet (Teil II).
I. Die Situation
a) Allgemeiner Überblick
Es ist nicht einfach, einen Überblick über die Engagements in der Schweiz zu erhalten, weil die Aktivitäten meist regional orientiert sind. Eine gesamtschweizerische Dachorganisation fehlt. Einzig die Zeitschrift männer.be3 ist entsprechend ihrem Selbstverständnis ein nationales Projekt, das die deutsche Schweiz abdeckt. Auf der letzten Seite der Zeitschrift werden jeweils die Adressen der Männerbüros und -initiativen aufgelistet. Die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift greift in jeder Nummer ein allgemeines Schwerpunktthema auf und berichtet sonst v.a. in der Form eines Veranstaltungskalenders über die Aktivitäten in den Regionen.
In F - Frauenfragen erschien im Juli 1996 erstmals eine Zusammenstellung von Männerorganisationen. Diese Liste hat noch weitgehende Gültigkeit. Die wichtigsten Veränderungen sind folgende:
Neu zu den aufgelisteten Männerbüros (Basel, Bern, Luzern, Zürich) hinzugekommen ist das «Mannebüro Aargau»4. Die Nachfolge des eher kürzere Zeit existierenden Männerbüros Ostschweiz in St.Gallen hat das «ForumMann»5 angetreten. Ein, wenn nicht der Schwerpunkt der Männerbüros liegt auf der Arbeit mit gewalttätigen Männern. Insofern sind diese Engagements im Bereich des profeministischen und/oder kritischen Ansatzes nach Ax einzuordnen.
Diese Einordnung gilt auch für die «progressiven Väter Schweiz»6 und das «Hausmännernetz»7, die 1996 in der genannten Zusammenstellung noch nicht erscheinen: Die «progressiven Väter Schweiz» wurden inzwischen gegründet und das «Hausmännernetz» hat seine ersten Wurzeln zwar 1992, allerdings noch in sehr kleinem Rahmen. Diese Entwicklung zeigt, dass die Beteiligung der Männer an der Haus- und Familienarbeit für die Männerbewegung selber zu einem wichtigeren Thema geworden ist, worauf unten bei den Vertiefungen noch weiter einzugehen sein wird.
Anders einzuordnen sind die Engagements von «IGM – Interessengemeinschaft geschiedener und getrennt lebender Männer»8 und von «VeV – Verantwortungsvoll erziehende Väter und Mütter»9. Sie haben beide regionale Sektionen (der VeV auch in der Westschweiz) und sind, wiewohl thematisch auch der Beteiligung der Männer an der Haus- und Familienarbeit nahe stehend, eher in der Nähe der «Maskulinisten/Väterrechtler» nach Ax anzusiedeln.
Ein eigenes Genre bilden die beiden den Freikirchen nahe stehenden Männerorganisationen: das «Männerforum» in der deutschen Schweiz10 und das «Forum des Hommes»11 in der französischen Schweiz. Sie können nicht eigentlich als politische Akteure im Gleichstellungsprozess betrachtet werden, da sie primär spirituell-religiöse Anliegen verfolgen. Insofern sie das aber geschlechtsspezfisch tun und durchaus (eigene) ‹Gendertheorien› entwickeln, seien sie hier erwähnt. Immerhin trafen sich an den seit 1998 jährlich veranstalteten schweizerischen Tagungen nach eigenen Angaben je zwischen 1000 und 2000 Männer.
In der französischen Schweiz gibt es inzwischen ein Netz von Männergruppen, das «Réseau Hommes Romandie»12, das im genannten Überblick von 1996 noch nicht erwähnt war. Weiter arbeiten die dort bereits genannten Organisationen «VIRES Organisme pour les personnes ayant recours à la violence»13 mit einer ähnlichen Ausrichtung wie die Männerbüros sowie die Vereinigung «Pères Divorcés» (Mouvement de la Condition Paternelle pour une égalité parentale) und die Bewegung «Condition Paternelle» (défense des intérêts des enfants de parents séparés divorcés et des intérêts des pères)14, welche in der Stossrichtung eher der IGM bzw. dem VeV entsprechen.
In der Zusamenstellung von 1996 ebenfalls noch nicht aufgeführt, da etwa zu der Zeit begründet, ist der «iamug – interdisziplinärer Arbeitskreis Männer- und Geschlechterforschung»15. Er ist als Intervisionsgruppe von im Genderbereich in Forschung und/oder Bildung aktiven Männern entstanden. Inzwischen wird er zunehmend als solcher aktiv in eigenen Aktionen (Bildung, Genderhealth u.a.) und erwägt insofern eine Anpassung seines Namens, als die Forschung nicht mehr gegenüber der Praxis stärker gewichtet wird.
Soweit ein notwendigerweise unvollständiger Einblick16. Das Internet ist das geeignete Medium, um die vielseitigen Bewegung im Männerbereich abzubilden: Viele, wenn auch bei weitem nicht alle aktuellen Angaben zu Adressen und Tätigkeiten in der deutschen Schweiz sind zu finden über das Portal www.maenner.org. Dort sind insbesondere auch weitere männerspezifische Beratungsangebote aufgelistet.
Damit ist bereits übergeleitet zur Beobachtung, dass das Schwergewicht dieser Engagements im individuellen Bereich liegt und weniger im strukturell-politischen. Es wäre ja an sich denkbar, Männergewalt als Ergebnis von gesellschaftlichen Strukturen zu verstehen und auf Veränderungen dieser Strukturen hinzuwirken. Ebenso wäre denkbar, das Engagement zum Thema Männerbeteiligung an der Haus- und Familienarbeit – sei es mehr in der Nähe eines kritischen Ansatzes oder eines mythopoietischen bzw. maskulinistischen angesiedelt – elementar mit dem Engagement für karriereträchtige Teilzeitstellen zu verbinden. Zwar werden strukturelle Fragen von den Männerbüros und den anderen Organisationen in der Regel mitgedacht, erhalten aber gemessen am Einsatz der vorhandenen, wenn auch knappen, Ressourcen ein geringes Gewicht. Hier liegt ein besonderer Nachholbedarf im Vergleich zu dem stark strukturellen Engagement der Frauenbewegung als ganzer und der eidgenössischen und kantonalen Gleichstellungsstellen im Speziellen.
In diesem Sinn wäre auch eine verstärkte männerspezifische Problemwahrnehmung bei den politischen Parteien und bei den Gewerkschaften anzustreben. Dies zeichnet sich beispielsweise da ab, wo das Gleichstellungsproblem für Frauen und Männer gesehen wird, das sich ergibt, wenn in der Schweiz der Elternschaftsurlaub im Unterschied zu vielen anderen Ländern als exklusiver Mutterschaftsurlaub ausgestaltet wird.17
b) Vertiefungen
Schulische Bubenarbeit, Männergesundheit und Väter sind drei in der Schweiz neuere Engagements, bei denen ein relativ starkes Gewicht auf Veränderungen der – pädagogischen, kulturellen und betrieblichen – strukturellen Bedingungen des Mannseins gelegt wird. Sie stehen alle eindeutig dem «kritischen Ansatz» am nächsten und sollen nun etwas genauer betrachtet werden, um die obige, sehr geraffte Aufzählung punktuell zu vertiefen.
b1) Schulische Bubenarbeit
Das «Netzwerk Schulische Bubenarbeit»18 wurde 1999 gegründet von Fachpersonen, die sich seit längerer Zeit mit dem Thema Buben an der Schule auseinandersetzen - Lehrer, Sozialwissenschafter, Sozialpädagogen und Animatoren. Die Initiatoren des Projektes standen in nahem Kontakt mit dem mannebüro züri und setzten sich das Ziel, ein Netzwerk aufzubauen, welches das Wissen über die geschlechtsbezogene Arbeit mit Buben weiter verbreiten solle – an Lehrkräfte und andere MultiplikatorInnen. Auf die Vereinsgründung folgte die erste Impulstagung, die zu einem grossen Erfolg wurde. Anfangs dieses Jahres konnte bereits die Stelle eines Geschäftsleiters ausgeschrieben werden. Nach Gründen für diesen raschen Erfolg gefragt, meint Lu Decurtins, Buben- und Männerarbeiter: «Jungs fallen auf, machen Probleme. Gerade in der heutigen Zeit, wo Männer aus der Schule verschwinden, wird es immer schwieriger, diesem Problem zu begegnen. Im Vergleich zur Mädchenarbeit konnten wir auf mehr Leidensdruck zählen.» Die Ziele der Arbeit werden folgendermassen formuliert19:
«Geschlechtsbezogene Bubenarbeit hat zum Ziel, den Jungen an Stelle der herkömmlichen Männerstereotype ein lebensfreudiges und lebenstüchtiges Selbstbild zu vermitteln. Dabei stehen die Ressourcen und Fähigkeiten der männlichen Jungendlichen im Zentrum und weniger die Probleme, die sie machen.
Geschlechtsbezogene Bubenarbeit will Buben und männlichen Jugendlichen vor allem ermöglichen, ihre Einstellungen, Wahrnehmungs- und Verhaltensmöglichkeiten zu erweitern.
Schulische Bubenarbeit hat positive Auswirkungen sowohl auf die Buben und die Mädchen wie auch auf das Verhältnis der Geschlechter untereinander. Davon profitieren auch die Lehrpersonen.»
Die konkrete Arbeit konzentriert sich auf folgende Punkte:
Koordination aller Bestrebungen in der Deutschschweiz
Beratung und Unterstützung für Fachkräfte im Bereich der Schulbildung
Mitarbeit bei Veranstaltungen in der Aus- und Weiterbildung
Förderung von Publikationen, Unterrichtshilfen und Lehrmitteln
Multiplikationsarbeit und Vernetzung
Eine wichtige Rolle spielen dabei die Impulstagungen, die etwa zwei Mal jährlich durchgeführt und gut besucht werden. Spezialisierte Fachpersonen geben auf dem aktuellen Stand der Entwicklung grundlegende Informationen zur schulischen Bubenarbeit weiter. Workshops bieten Vertiefungen, Umsetzungsvorschläge und Diskussionsgelegenheiten.
Ein in der Fachdiskussion gegenwärtig besonders aktuelles Thema ist die sogenannte «Überkreuzthematik». Diese kann im Kontext dieses Beitrags auch deshalb interessieren, weil damit Fragen der Kooperation von Frauen und Männern in der Gleichstellungsthematik mit angesprochen werden. Nachdem bisher das typische Setting der Bubenarbeit die Arbeit eines Mannes mit Buben war, werden nun drei Fragen aufgegriffen wie die, «was Frauen Jungen erlauben können», bzw. «was Männer Mädchen anzubieten haben», also Fragen nach den «Chancen und Grenzen der pädagogischen Arbeit mit dem anderen Geschlecht»20. Dazu kann sich auch die Frage gesellen, wie eventuell geschlechtsspezifische Elemente aus der Seedukation (geschlechtergetrennter Unterricht) in den koeduzierten Unterricht eingebaut werden können.
b2) Männergesundheit
Weniger steil verlief der Start dieses Themas, wiewohl auch es ausserhalb der Landesgrenzen an verschiedenen Stellen seit einigen Jahren verfolgt wird21. Vor mehr als 10 Jahren hat Radix Gesundheitsföderung22 das Thema Männergesundheit aufgegriffen. Die ersten Versuche einer interdisziplinären Fachgruppe, entsprechende Projekte zu lancieren, scheiterten laut Auskunft von René Setz, Projektleiter Männergesundheit bei Radix Bern, kläglich. Entsprechende Gesuche wurden abgelehnt, mit der Begründung, das Thema sei «gesundheitspolitisch nicht relevant». Erst dank der Zusammenarbeit mit einem kirchlichen Bildungszentrum konnten Workshops und Tagungen durchgeführt werden. Die dabei gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse sind im «Manifest Männergesundheit»23 zusammengefasst. Das Manifest bildet die Grundlage für das von der Stiftung «Gesundheitsförderung Schweiz» finanzierte dreijährigen Projekt «MaGs – Männergesundheit». Mit dem Projekt sollen vor allem die seelischen und sozialen Aspekte der Gesundheit von Männern thematisiert und Fachkräfte in der Umsetzung unterstützt werden. Im laufenden Jahr soll die strukturelle Verankerung und Zuständigkeit auf Bundesebene geklärt werden.
Inhaltlich seien im Zusammenhang mit der Thematik «Männergesundheit» zwei Punkte herausgegriffen: Es könnte sich dabei für die Emanzipation der Männer um ein Schlüsselthema handeln. Und: Die Thematik läuft Gefahr, medizinisch okkupiert zu werden.
Ressourcen für Forschungen und sonstige Arbeiten an der Thematik können vermutlich leichter erschlossen werden, wenn im engeren Sinn medizinische Fragen, Therapien und Medikamentationen im Vordergrund stehen. Da die Ressourcenfragen entscheidend sind, ist es wichtig, jetzt die Weichen anders zu stellen und den Gender-Ansatz, damit eine soziologische Perspektive auf die Gesundheit der Männer und insbesondere auch einen umfassenden, nicht einen biologischen Gesundheitsbegriff, für die Weiterarbeit zu verwenden. Nur wenn das gelingt, wird das Thema gleichstellungsrelevant sein und bleiben. Dann allerdings könnte damit ein Schlüsselthema für die Emanzipation der Männer getroffen worden sein. Denn ein entscheidendes Hemmnis dagegen, dass die Männer selber die Rollenzuweisungen und Hierarchisierungen unter den Geschlechtern von sich aus kritisieren, ist, dass sie die Nachteile, die sich daraus für sie selber ergeben, nicht klar genug wahrnehmen. Man kann diese mangelhafte Selbstwahrnehmung auch als eine der Auswirkungen der männlichen Sozialisation sehen: «Der Körper wird wie eine Maschine wahrgenommen, die dazu dient, den an sie gestellten Leistungsanforderungen nachzukommen und die, sollte sie einmal ins Stottern geraten, mit medizinischer und medikamentöser Hilfe wieder funktionstüchtig gemacht werden kann.»24 Entsprechend können «gesundheitsbeeinträchtigende Verhaltenstendenzen […] beim männlichen Geschlecht bereits im Kindesalter wahrgenommen werden.»25 Gleichstellungsrelevant wird die Männergesundheitsforschung insbesondere, wenn es gelingt, folgende Zusammenhänge differenziert zu analysieren. A) Es gibt einen Komplex von Krankheiten, welche bei Männern signifikant häufiger auftreten oder signifikant häufiger bei Männern als Todesursache vorkommen26. Diese sind in einem Zusammenhang damit zu sehen, dass hier Suizid und Drogenkonsum bei Männern signifikant häufiger sind. B) Ursachen dafür sind im Verhalten der Männer zu finden.27 C) Dieses Verhalten, dieser spezifische Umgang mit Sachen und Situationen, mit anderen Personen und mit der eigenen Person ist eine Art «Überlebensstrategie»28 von Männern und wird ihnen durch die Rollen und Funktionen, die sie in «patriarchalen» Ordnungen auszufüllen haben, nahegelegt.
Die Einsicht in diese Zusammenhänge ist geeignet, auf der Männerseite einen eigenen Impetus zur Veränderung der Geschlechterverhältnisse zu entwickeln.
b3) Väter
Als ein dritter Kristallisationspunkt innerhalb von Forschung29 und Praxis im Bereich der Männerfragen hat sich in letzter Zeit die Väterthematik erwiesen. Im Forschungsbereich besteht hier nach wie vor ein grosser Nachholbedarf und es entsteht nicht der Eindruck, dass Väterforschung innerhalb der universitären Studien bisher einen hohen Stellenwert besitzt, obwohl sich gerade hier interessante Felder für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit eröffnen könnten. Der erste grosse Sammelband zum Thema im deutschsprachigen Raum30 erweist sich denn auch eher als ein bunter Strauss von vorhandenen Ansätzen und von neuen Forschungsdesideraten.
Gleichzeitig mit dem Boom des Themas «Vereinbarkeit Familie/Beruf»31 ist in der Gleichstellungsdiskussion auch das Interesse am Thema «Väter» erwacht. Väter werden Thema von diversen Fachtagungen und von Publikationen32 und sie haben auch auf europäischer Ebene Eingang in ein entsprechendes Sokrates-Projekt der EU33 gefunden.
Die Gründung von Väter-Netzwerken und entsprechenden Initiativen hat im Moment verschiedenen Orts Hochkonjunktur. In diesen Zusammenhang kann auch das im 2002 gestartete Projekt «Hallo Pa!» gestellt werden34, welchem als erstem Väterprojekt Mittel von der «Gesundheitsförderung Schweiz» und Unterstützung durch das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann im Rahmen der Finanzhilfen nach dem Gleichstellungsgesetz zukommen. Dieses Projekt der pro juventute und des VEB Bern (Verein kantonal-bernische Arbeitsgemeinschaft für Elternbildung) richtet sich je gezielt an Väter, Personalverantwortliche, Fachleute im Themenbereich Vaterschaft, an Kinder und an Partnerinnen von Vätern. Geplant ist u.a. die Herausgabe eines Handbuches.
Wie in andern Männerprojekten zeigt sich aber auch in den verschiedenen Initiativen zu Väterthemen deutlich, dass die vorhandenen ehrenamtlichen Strukturen zur sorgfältigen Aufarbeitung eines Themas nicht ausreichen. So laufen im Moment Bestrebungen, eine landesweite, professionelle Struktur zur Väterthematik aufzubauen, welche vorhandenes Know-how vernetzen und dieses interessierten Betrieben und Bildungsoffensiven zur Verfügung stellen könnte.
Die Relevanz der Väterthematik für die Gleichstellung aus Frauenperspektive ist eine Doppelte. Einerseits ist die aktive Vaterschaft eine Bedingung der tatsächlichen Gleichstellung der Frau im Erwerbsleben, wie in der Publikation «auf dem Weg zur Gleichstellung?» formuliert wird: «Solange die Frauen die Hauptlast der Haushaltsarbeit tragen, sehen wir nicht wie sich das Gleichstellungsprinzip im Erwerbsleben durchsetzen könnte.»35 Andererseits kann man, mit der Soziologin Elisabeth Beck-Gernsheim36, davon ausgehen, dass «die Eigenart der Hausarbeit – und nicht die Natur der Frau – […] hinter den sogenannt ‹frauentypischen› Eigenschaften steht», und dass «die grundsätzliche Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern, nicht die Biologie, die Frauen zu dem macht, wie wir sie kennen: mehr gefühlsbetont, fürsorglich, zärtlich, weniger aggressiv und machtorientiert als Männer.» Wenn dem so ist, dann bedeutet die «engagierte Vaterschaft» nicht nur «die sanfte Revolution in der Familie»37, sondern die sanfte Revolution des Geschlechterverhältnisses.
II. Gleichstellungskultur
Es gibt, wie oben dargestellt, trotz Einschränkungen, zunehmend Männer und von Männern getragene Organisationen und Projekte, welche gegen Ungleichstellung und gegen Geschlechterrollen angehen. Es gibt Männerengagements neben dem Engagement von Frauen oder marginale Männerbeteiligungen in Gleichstellungsprojekten bzw. Gleichstellungsorganisationen von Frauen. Es kommt zunehmend zu Austauschprozessen, vorderhand allerdings mehr informell als dass es zu formell definierten Kooperationen käme: Gleichstellungsengagierte Männer haben nach unserer Erfahrung in ihrem Umfeld oft (Fach )frauen, mit denen sie regelmässig Rücksprache nehmen.
Gleichstellungsprojekte, in denen Frauen und Männer gemeinsam engagiert sind, sind relativ selten, besonders solche, in denen eine gewisse Parität bestehen würde. Könnte – und sollte – aber vielleicht gerade das ein Ziel sein: eine Kultur, in der Frauen und Männer gemeinsam auf Gleichstellung und auf Rollen-Selbstbestimmung hinarbeiten, Gleichstellungsengagements, die aus einem «gleichgestellten» Dialog zwischen Frauen und Männern hervorgehen?
Diese Frage ist Gegenstand von Diskussionen unter gleichstellungsengagierten Männern und Frauen. Die folgenden Überlegungen sind nicht als Ergebnis, sondern als Fortführung dieser Diskussionen gedacht.
a) Anstösse
Welche Gründe sprechen dafür, dass sich Männer als Akteure am Gleichstellungsprozess beteiligen sollen?
a1) Gründe für Männer
Männer können sich aus Gründen einer Gerechtigkeits-Haltung gegen die Diskriminierung von Frauen engagieren und so zu Mit-Akteuren werden. Ein weiterer Grund ist der, dass die Männer vom Gleichstellungsprozess mit betroffen sind. Betroffenheit kann sich in plattem Widerstand ausdrücken («Backlash», allerdings umstritten, da statistisch nicht deutlich wahrnehmbar). Denkbar wäre aber auch die Reaktion, sich konstruktiv zu beteiligen und somit den Gang dessen, was einen betrifft, aktiv mitzugestalten.
Ein dritter Grund, der noch relativ selten ist, aber von der Männerforschung zunehmend zur Sprache und damit «zur Welt» gebracht wird, ist die Einsicht, dass die Privilegien der Männer ihren Preis haben: Patriarchale Strukturen sind noch lange keine männerfreundlichen Strukturen, wie oben im Kontext der Männergesundheitsforschung angesprochen38. Dies bedeutet, dass es gewissermassen «egoistische» Gründe gibt für Männer und gegen patriarchale Strukturen.
Schon logisch falsch ist es hingegen, wenn Männer die Tatsache, dass auch sie Nachteile haben, ins Feld führen gegen das Gleichstellungsengagement von Frauen. Vielmehr sind diese Nachteile ein zusätzlicher, gewichtiger Grund für einen Gleichstellungsprozess auf allen Ebenen.
a2) Gründe für Frauen
Ein Grund für Frauen, auf eine gemeinsame Gleichstellungskultur hinzuarbeiten, könnte sein, dass sie als Frauen mit betroffen sind vom Abseits-Stehen, von einer gewissen Unbeweglichkeit der Männer in Gleichstellungssachen. Mitwirkung von Männern wird mit grosser Wahrscheinlichkeit Mitentwicklung der Männer bedeuten. Ebenfalls ein Grund könnte sein, dass das politische Gewicht der Gleichstellung vergrössert werden könnte dadurch, dass Männer diese – kompetent, da involviert – mitvertreten würden. Allfällige Backlash-Versuche und verdeckte Widerstände gegen Gleichstellung wären eventuell leichter zu überwinden. Ein weiterer Grund könnte die Vermutung sein, dass die Verschiedenheit der Erfahrungshintergründe und Sichtweisen zu einer gemeinsamen, verstärkten Kreativität führen würde.
b) Schwierigkeiten
b1) aus Männersicht
Ein Problem ist der «post-konzeptuelle Einbezug». Männer werden in Gleichstellungsprojekte, -tagungen und -gremien in der Regel erst einbezogen, wenn die Konzepte im Wesentlichen erstellt sind. Sie sind zudem, falls sie mitarbeiten, in ausgesprochener Minderheit, an der Grenze zur Alibi-Funktion, so dass es oft aussichtslos wäre, auf die grundlegenden Entscheidungen noch Einfluss nehmen zu wollen. Dies kann zum bewussten Verzicht führen. Andererseits ist diese Ohnmachtsposition genau das, was Frauen sehr häufig erleben und sollte evtl. bewusst eingegangen werden.
Ein zweites Problem ist, dass Männer in gleichstellungsengagierten Frauengremien als «Repräsentaten des Problems» wahrgenommen werden können, zumal sie ja Männer sind. Wenn das passiert, ist damit zu rechnen, dass die Dynamik im Gremium durchwirkt werden kann von Täter-Opfer-Mustern und Ausschlussmechanismen. Dieses Problem ist nicht ganz einfach. Denn realistischerweise muss man sagen, dass es weder real existierenden gleichstellungsengagierten Männern noch wohl auch real existierenden gleichstellungsengagierten Frauen gelingen wird, sich gänzlich ausserhalb von Rollenkonventionen zu bewegen. Aber diese Aussage schafft das Problem auch nicht vom Tisch.
b2) aus Frauensicht (Vermutungen)
Durchaus nicht selten, nehmen Männer, auch in einem Frauengremium, das übliche, statistisch nachgewiesene Übermass an Redezeit in Anspruch. Weitere Ausdrucksformen geschlechterhierarchischen Verhaltens kommen dazu. Der Mann, der sich im Frauengremium wirklich «gleich stellt», und ausserdem sein eventuell geringeres Fachwissen in Gleichstellungsfragen in Rechnung stellt, ist vielleicht doch eher selten.
Weiter ist die Frage zu stellen, ob die Reduktion der Macht der Frauen im Gleichstellungsbereich überhaupt sinnvoll ist, solange dies einer der wenigen, vielleicht der einzige der politischen Bereiche ist, die nicht stark männerdominiert sind.
b3) prinzipielle
Eine generelle Schwierigkeit ist das oft fehlende Fachwissen bei Männern. Es wäre fragwürdig, Männer auch dann in Gleichstellungsgremien und -projekte einzubeziehen, wenn sie von ihrem Hintergrund her dazu nicht geeignet sind. Umgekehrt stellt sich die Frage, wo Männer sich dieses Fachwissen aneignen sollen. Das Gros der heutigen Gleichstellungskoryphäen hat sich ihr Wissen wohl «on the job» angeeignet. Dieser Weg ist Männern schwerer zugänglich. Die neu entstehenden Kurse und Studien im Genderbereich könnten da Abhilfe schaffen.
Eine zweite prinzipielle Schwierigkeit ist die unvermeidbare Konkurrenz: So gut wie jedes Männerforschungsprojekt konkurrenziert die Finanzierung von Frauenforschung. Jede Anstellung eines Mannes im Gleichstellungsbereich bedeutet in der Regel auch die Nichtanstellung einer Frau. Aufmerksamkeit, die ein Männerprojekt auf sich zieht, kann zu Lasten von Frauenprojekten gehen. Gewiss sollte man mögliche Synergien nicht unterschätzen, aber davon wird auch diese Schwierigkeit nicht völlig aus dem Weg geräumt.
c) Impulse
Überwiegen diese Schwierigkeiten gegenüber den genannten Gründen für eine Kultur, in der Frauen und Männer gemeinsam auf Gleichstellung und selbst bestimmte Rollen hinarbeiten? An manchen Orten scheint dies der Fall zu sein – für die Frauen und/oder die Männer. An anderen Stellen ist es bereits gelungen, die Schwierigkeiten soweit anzupacken, dass die positiven Gründe eindeutig stärker sind. Folgende Punkte scheinen uns nützlich in dieser Richtung:
Offene Diskussion. Damit ist nicht nur, vielleicht nicht einmal primär eine offene Diskussion zwischen Männern und Frauen, sondern auch unter den Frauen selber gemeint. Wie viel Integration ist wirklich gewünscht? Ist es wirklich schon an der Zeit, Steuerungsmacht im Gleichstellungsprozess zu teilen? Wie viel Konkurrenz kann gut tun, wenn überhaupt? Ist es nicht prinzipiell sinnvoll, wenigstens einige wenige Bereiche ganz als Frauenbereiche zu reservieren?
Etablierung des Fachwissens: Es ist wichtig, dass Gleichstellung in der Öffentlichkeit und damit auch von den Männern als Facharbeit wahrgenommen wird und eine entsprechende Reputation hat.
Neuere theoretische Auseinandersetzungen mit der Täter-Opfer-Thematik39 können hilfreich sein für eine neue Zusammenarbeit zwischen Frauen und Männern.
Faktisches Gender-Mainstreaming, echtes top-down ist eine wesentliche Voraussetzung für das Wagnis des Einbezugs von Männern in den Gleichstellungsprozess – und wird so weiter gestärkt.
(An-)Greifbare Männerbeteiligung als Konzept seitens der Männer: Wichtig ist, dass – neben der Integration von Männern in Frauengremien und -projekten – Männer auch weiterhin durch neue, eigene Initiativen eigene Vorstellungen umsetzen und damit (an )greifbar machen. Diese Projekte sollen, wo das möglich ist, von den Ressourcen her nicht die laufende Frauen- und Genderforschung konkurrenzieren und gegebenenfalls andere Quellen als Gleichstellungsgelder nutzen.
(An-)Greifbare Männerbeteiligung bedeutet auch, sich die Involvierung von Frauen in diese Männerprojekte zu überlegen, analog der Involvierung von Männer in Frauengremien und -projekte. Es gibt eine Minderheit von Männern etwa in der eidgenössischen Kommission für Frauenfragen und ähnlichen kantonalen Kommissionen. Sollte es evtl. auch eine solche Minderheit von Frauen in Vorständen von Männerbüros geben?
Insgesamt verbessern sich die Voraussetzungen für Kooperationen im Genderbereich. Es könnte sinnvoll sein, zunehmend überschaubare Kooperationen ohne überfordernde Erwartungen einzugehen, um darauf dann weiter aufbauen zu können.
Christof Arn
Diego Hättenschwiler
Diego Hättenschwiler und Christof Arn sind Mitglieder des Interdisziplinären Arbeitskreises für Männer- und Geschlechterforschung, www.go.to/iamug. Wir bedanken uns bei den Mitgliedern des Arbeitskreises für zahlreiche Informationen und Kritiken zu diesem Beitrag.
2 Die grösste Männergruppe angesichts des Gleichstellungsprozesses ist die «Bewegung der Unbewegten». Allerdings dürfte diese «Nicht-Initiative» eher an Zulauf verlieren, wie die weiter unten darzustellenden Entwicklungen zeigen.
4 Gysulastrasse, Postfach, 5000 Aarau, Tel 062-823 13 32.
14 Beide an derselben Adresse: rue Michel-Chauvet 3, 1208 Genève, 022 346 74 00.
16 Interessant könnte auch die Frage sein, welche Engagements es inzwischen nicht mehr gibt. Allerdings ergibt sich keine deutliche Tendenz: Die Männerstelle bei der ev.-ref. Kirche Bern existiert nicht mehr, während die entsprechenden Stellen in Zürich und Biel weiterarbeiten. Auch in der kirchlichen Erwachsenenbildung zeigt sich allerdings eine Verminderung des Engagements im Genderbereich. Die Organisation für gleiche Männerechte lässt sich ebenfalls nicht mehr auffinden. Ähnlich scheint es «MBB Männer Bildung Bern» und dem «Männerforum Basel» ergangen zu sein.
17 Vgl. z.B. Motion «Vaterschaftsurlaub» Nr. 98.3043 (Erwin Jutzet) bzw. die entsprechende Forderung der Grünen Partei (die länger auch schon Thema beim Gewerkschaftsbund ist) laut Strub, Silvia; Bauer, Tobias: Wer fordert was in der schweizerischen Familienpolitik? Büro Bass, Bern 2002 (Nationales Forschungsprogramm 45, Projekt 4045-059627). http://www.sozialstaat.ch/global/projects/security/bauer/report.html?lang=de .
19 So die Formulierung im aktuellen Prospekt des Netzwerks Schulische Bubenarbeit. Ähnlich im Artikel 2 der Vereinsstatuten: «Zweck des Vereins ist die Förderung der geschlechtsbezogenen Bubenarbeit in der Schule. Unter Bubenarbeit ist eine pädagogische Arbeit zu verstehen, die an den Erfahrungen, Bedürfnissen und Problemen heranwachsender Buben und Männer ansetzt. Diese Arbeit zielt darauf ab, eine kritische Reflexion tradierter Konzeptionen des Mannseins sowie die Aneignung lebensfreudiger und lebenstüchtiger Handlungsstrategien zu unterstützen.»
20 Glücks, Elisabeth; Ottemeier-Glücks, Franz Gerd: Was Frauen Jungen erlauben können – Was Männer Mädchen anzubieten haben: Chancen und Grenzen der pädagogischen Arbeit mit dem anderen Geschelcht, in: Franz Gerd Ottemeier-Glücks (Hrsg.) Perspektiven geschlechtsbezogenere Pädagogik, Impulse und Reflexionen zwischen Gender, Politik und Bildungarbeit, Verlag Leske+Budrich, Opladen 2001, Seite 67–87.
21 Prominent in Schmeiser-Rieder, Anita, Kunze, Michael: Männergesundheitsbericht des Östereichischen statistischen Zentralamtes.Wiener Landessanitätsdirektion. Wien 1998 und Wiener Männergesundheitsbericht 1999. www.wien.gv.at/who/manngb/99/ . Weitere Literaturangaben bei Violi, vgl. Anmerkung Nr. 24.
24 Violi, Enrico: Männer, Männlichkeit und Gesundheit. In: Aids Infothek 2/2003. Vgl. auch das Konzept der «Externalisierung», das mangelhafte Selbstwahrnehmung umschliesst, bei Böhnisch, Lothar; Winter, Reinhard, 1994: Männliche Sozialisation. Bewältigungsprobleme männlicher Geschlechtsidentität im Lebenslauf, Weinheim; München, Seite 129.
25 A.a.O.
26 Laut Hollstein (Hollstein, Walter. Männlichkeit und Gesundheit. In: Brähler, E.; Felder, H. (Hrsg.Innen), Weiblichkeit, Männlichkeit und Gesundheit. Westdeutscher Verlag. Opladen 1992) Bronchitis und Asthma, kardiovaskuläre Krankheiten, Bluthochdruck, Leberzirrhose, Lungenentzündung, Tuberkulose und Lungenkrebs, aber auch Autismus.
27 «Gesundheitsbeeinträchtigende Verhaltenstendenzen können beim männlichen Geschlecht bereits im Kindesalter wahrgenommen werden», schreibt Violi a.a.O. mit weiteren Literaturangaben.
28 Lempert/Oelemann 1995, 71.
29 z.B. Fthenakis, Wassilios u.a.: Engagierte Vaterschaft: Die sanfte Revolution in der Familie. Opladen 1999.
30 Heinz Walter (Hg.): Männer als Väter. Psychosozial-Verlag. Giessen 2002.
35 Jobin, Claire; Bühlmann, Jacqueline u.a.: Auf dem Weg zur Gleichstellung? Frauen und Männer in der Schweiz: zweiter statistischer Bericht. Bundesamt für Statistik. Bern 1996. Seite 121.
36 Beck-Gernsheim, Elisabeth: Männerrolle, Frauenrolle – aber was steht dahinter? soziologische Perspektiven zur Arbeitsteilung und Fähigkeitsdifferenzierung zwischen den Geschlechtern, in: Eckert, R. (Hg.). Geschlechtsrollen und Arbeitsteilung. Seiten 165–201. Beck. München 1979, Seite 177.
37 Vgl. Anmerkung Nr. 29.
38 Vgl. dazu auch Arn, Christof: Hausarbeitsethik. Rüegger. Zürich 2000. Seiten 148-150.
39 Vgl. z.B. Moser, Maria Katharina: Das Ende des Patriarchats kennt keine Opfer, in: Michaela Moser und Ina Praetorius: Welt gestalten im ausgehenden Patriarchat. Helmer. Königstein 2003.