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Die Empfehlung ist ein Paradigmenwechsel. Heute kommen in Grossbritannien neunzig Prozent der Babys im Spital zur Welt. Gemäss den neuen Richtlinien des National Health Service (NHS) heisst es, dass Frauen, die kein voraussehbares Risiko für eine schwierige Geburt haben, besser zu Hause und in Geburtshäusern gebären sollen. Die Empfehlung gilt für rund 45 Prozent aller Geburten.
Mehr Eingriffe und Infektionen
Laut der NHS erhöht die Geburt in einem Spital die Wahrscheinlichkeit für einen medizinischen Eingriffen wie Epiduralanästhesie, Kaiser- oder Dammschnitt. Auch Zange und Saugglocke kommen im Spital öfter zum Einsatz. Und Infektionen seien häufiger. Die Behörde stützt sich bei ihrer Einschätzung auf eine Studie aus dem Jahr 2011 der Universität Oxford. Mark Barker vom zuständigen Fachgremium der NHS sagte im «Guardian»: «Wenn Frauen im Spital gebären, ist das Risiko eines medizinischen Eingriffs viel höher.» Geburten zu Hause oder in einem Geburtshaus seien sicher und erst noch günstiger. Die Einsparungen seien im staatlichen Gesundheitswesen von Grossbritannien jedoch gering und hätten für die neuen Richtlinien keine Rolle gespielt.
Grundlegende Veränderung der Geburtshilfe
Frauen können laut den neuen Richtlinien weiter selber entscheiden, wo sie gebären wollen. Frauen ohne voraussehbares Risiko wird jedoch neu empfohlen, nicht mehr im Spital zu gebären. Wenn diese Frauen sich für eine Geburt zu Hause oder im Geburtshaus entscheiden, werde dies die Geburtshilfe in Grossbritannien nachhaltig verändern, schreibt der «Guardian».
In der EU und in der Schweiz sind Spitalgeburten die Regel. Eine Ausnahme sind die Niederlande: Hier entscheiden sich zwei von drei Schwangeren mit niedrigem Risiko für eine Hausgeburt.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
keine