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Rundgang
Die Geduld heute – ein Rundgang
Durch die massive Eichentür betritt man die dreischiffige Eingangshalle, die die ganze Breite und im Mittelteil auch die vollständige Tiefe des Vorderhauses einnimmt. Tageslicht erhält der festliche Empfangsraum durch die Rundbogenfenster neben dem Eingang sowie durch das zentrale Portal zum Hof. Die Gewölbe liegen auf den hellen kannelierten Pfeilern auf, die aus demselben hellen Kalkstein gefertigt sind wie die Bodenplatten. Am Ende des rechten Seitenschiffs befindet sich das Treppenhaus. Das linke endet in einer getäferten Nische mit einem grazilen Empire-Schreibtisch, an dem prominente Gäste ihren Besuch in ein Buch eintragen. Das zweite dominante Möbelstück ist ein gewaltiger frühbarocker Fassadenschrank, neben dem das dekorative Dreiviertelporträt einer jungen Adligen aus dem Umkreis von Diego Velasquez hängt. Ein Bauerschränkchen aus dem 18. Jahrhundert passt sich sodann in die enge Nische neben der Treppe ein.
Bibliothek
In der Bibliothek befinden sich zurzeit keine Bücher mehr. Das stimmungsvolle Zimmer dient heute als Sitzungsraum. An der Fensterfront zum Hof hängt ein kleines, aber bedeutendes Gemälde, das ebenfalls zu den Perlen der Kunst im Club gehört. Reinhart kaufte das Bild Internierte von 1918 am 26. August 1919 im Atelier von Niklaus Stoecklin, den Oskar Reinharts Bruder Georg grosszügig förderte.
Bar
In der Bar herrscht mit bequemen Ledersessel-Gruppen gediegene Clubatmosphäre in Reinkultur, und es gibt an den Wänden dicht an dicht englische und französische Dekorationsgraphik in Serie. Umso mehr Gewicht erhält das einzige auf der Wand neben dem Eingang inszenierte Gemälde von Maurice Barraud (1889 -1954). Das Bild Verena ist ein Statement für die Malerei aus der Westschweiz, die damals wie auch heute in den Deutschschweizer Museen abgesehen von Félix Vallotton nur marginal vertreten war.
Festsaal
Im Festsaal sollten nicht nur Bälle stattfinden, sondern auch Lesungen und Konzerte. Entsprechend sind die Themen gewählt: Auf den grossen Bildern an den Hauptwänden stellte er ein musizierendes junges Paar dar sowie eine blumenstreuende Mutter mit ebenfalls musizierenden Kindern in einer Tempelarkade. Supraporten im Hauptsaal und Vorraum zeigen Stillleben, die mit Büchern und Instrumenten, Blumen und Masken auf die Anlässe des Saales anspielen. Die Wandleuchter, geschnitzte Stuhllehnen und auch die Samtvorhänge korrespondieren formal und koloristisch mit der gedämpften Farbpalette der Dekorationsmalerei zu einem harmonischen Gesamtkunstkunstwerk.