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24.03.2022
Es sind überwiegend Frauen, die an einem Lipödem erkranken und daher liegt die Vermutung nahe, dass weibliche Hormone eine der Ursachen für diese unangenehme Erkrankung sind. Darüber hinaus bricht die chronische Fettverteilungsstörung sehr oft in Zeiten hormoneller Umstellung – wie während der Pubertät oder Schwangerschaft – aus. Es geschieht seltener, dass Lipödeme nach oder während der Wechseljahre auftreten. Ein weiteres Problem für die erhöhte Anfälligkeit von Frauen könnte auch darin bestehen, dass das weibliche Fettgewebe anders aufgebaut ist als das männliche.
Es ist daher logisch, dass Männer sehr selten von der Fettverteilungsstörung betroffen sind. Wenn doch, dann treten Lipödeme bei Männern in den meisten Fällen in Verbindung mit anderen Erkrankungen wie z. B. einem Testosteronmangel verursacht durch Leberschaden oder Behandlungen wie z. B. für Prostatakrebs auf, die dann den männlichen Hormonhaushalt beeinflussen. Ausserdem wird vermutet, dass eine genetische Prädisposition für den Ausbruch der Krankheit verantwortlich ist und Lipödeme daher vererbbar sein könnten.
Im Laufe der Jahre kann sich der tatsächliche Befund verschlimmern. Die Unter- und Oberschenkel sind den ganzen Tag geschwollen und werden auch nachts nicht wieder schlank. Diese Wasseransammlungen verursachen Schwere- und Spannungsgefühle und ausserdem Berührungs- und Druckschmerzen. Die Druckempfindlichkeit kann sogar so gross werden, dass schon kleine Berührungen als äusserst unangenehm empfunden werden.
Die nahezu immer vorhandene psychische Belastung entsteht natürlich aufgrund des ständig schlechter werdenden Aussehens. Auch geben sich viele Betroffene leider selbst die Schuld an Ihrer Figur. Trotz aller Massnahmen wie Diäten oder Sport nimmt das Unterhautvolumen an den Beinen und Armen nicht ab; gegebenenfalls wird der Rumpf schlanker, was die Disproportion auch noch verschlechtert. Diese Erfolglosigkeit der eigenen Bemühungen führt zu immer grösseren Frustrationen, die wiederum bei einem Teil der Betroffenen Essattacken nach sich ziehen. Daraufhin entsteht nun noch zusätzlich Übergewicht, welches das Krankheitsbild weiter verschlimmert.
Darüber hinaus wird die Psyche durch die ständigen Schmerzen in den Beinen belastet. Diese Beschwerden werden von den Betroffenen zum grössten Teil als dumpf, drückend oder auch heftig beschrieben. Nach langem Sitzen oder Stehen können sie überwältigend werden. Manche der Betroffene beschreiben, dass die Beine sich anfühlen, als ob sie "zerspringen" oder "von innen platzen würden" bzw. als ob "Beton in ihren Beinen" wäre.
Der individuelle Verlauf der Krankheit ist im Einzelfall nicht vorhersehbar. In den meisten Fällen kommt es mit der Zeit zu einem Fortschreiten von Befund und Beschwerden, was bedeutet, dass eine Vermehrung der unter der Haut liegenden Fettansammlungen, der Ödeme und daher auch eine Zunahme der Druck- und Spannungsschmerzen auftritt.
Diese Zunahme kann in manchen Fällen relativ schnell gehen, ohne dass ein erkennbarer Grund vorliegt. Es gibt jedoch keinerlei Zusammenhang mit vermehrtem. Es gibt manche Krankheitsverläufe, wo innerhalb weniger Jahre eine deutliche Verschlimmerung auftritt. Es kann aber auch vorkommen, dass jahrzehntelang keine Änderung des Befundes stattfindet.
Eine Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit, die für betroffene Frauen auch mit hormonellen Schwankungen verbunden ist. Viele Lipödempatientinnen fragen sich, ob sich ihre Erkrankung durch die Schwangerschaft verschlimmern wird oder auch, ob sie ihre Lipödem-Therapie fortsetzen können. Oft sind es Phasen hormoneller Umstellung wie Pubertät, Wechseljahre oder auch eine Schwangerschaft, in denen die Krankheit zum ersten Mal ausbricht. Das Thema Familienplanung ist deshalb bei vielen Patientinnen mit Sorgen verbunden.
Während der Schwangerschaft verändert sich der Hormonhaushalt im weiblichen Körper ganz wesentlich. Die Hormone Östrogen, Gestagen und HCG gewährleisten, dass der Körper den Bedürfnissen des Babys nachkommt und sich auf die Geburt vorbereitet. Dies kann jedoch leider auch dazu führen, dass sich die typischen Lipödem-Symptome wie Schmerzen oder die schweren Beine verstärken. Eine Verschlimmerung der Beschwerden muss nicht unbedingt beim ersten Baby eintreten, sondern kann sich auch erst bei einer zweiten oder dritten Schwangerschaft manifestieren. Aber nicht bei allen Lipödempatientinnen verschlechtern sich die Beschwerden während dieser Zeit. Es ist möglich, muss aber nicht sein.
Wenn wir uns gesund ernähren, fühlen wir uns wohler, können besser schlafen und haben tagsüber auch mehr Energie. Insbesondere Lipödem-Patientinnen sollten darauf achten, ihr Gewicht zu halten oder sogar abzunehmen. Sie können zur Vorbeugung von Übergewicht von einer ausgewogenen Ernährung sehr profitieren.
Studien haben gezeigt, dass ungefähr 50 Prozent der Patienten mit Lipödem auch mit Übergewicht zu kämpfen haben, woraufhin sich die Symptome verschlimmern: Das hat zur Folge, dass es oft zu vermehrten Wassereinlagerungen und psychischen Belastungen kommt. Diäten sind hier nicht das richtige Vorgehen. Versuchen Sie lieber eine ausgewogene Ernährung oder Ernährungsumstellung, um bleibende Erfolge zu erzielen.
Wenn Sie Ihre Ernährung umstellen und zudem körperlich aktiv sind, können Sie zwar Übergewicht vorbeugen oder sogar abnehmen, Sie haben jedoch kaum Einfluss auf die durch die Erkrankung bedingte Fettgewebsvermehrung an den Extremitäten. Trotzdem ist eine gesunde Ernährung sinnvoll, denn Sie können dadurch Folgeerkrankungen vermeiden, die im Zusammenhang mit Übergewicht stehen, wie z.B. Diabetes Mellitus Typ II. Gesunde und abwechslungsreiche Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr können die positiven Effekte einer Therapie unterstützen und den erwähnten Folgeerkrankungen entgegenwirken.
Es ist wohl bekannt, dass auch Übergewicht die Neigung zum Ödem verschlimmert. Darüber hinaus wird die Beweglichkeit eingeschränkt, Übergewicht ist zudem ein Risikofaktor für die oben genannten Folgeerkrankungen. Der Übergang in ein Lipo-Lymphödem tritt bei Adipositas sehr viel schneller auf, es sollte daher unbedingt Normalgewichtangestrebt werden. Übergewicht kann das Lymphsystem belasten, da zusätzlicher Druck auf die Lymphknoten und -gefässe ausgeübt wird.
Viele der Betroffenen versuchen, durch Diäten und intensiven Sport abzunehmen, jedoch funktioniert das leider nicht beim Lipödem. Angesichts des dünner gewordenen Oberkörpers wirken Beine und Po dann noch dicker als zuvor. Unterschiede in den Konfektionsgrössen von Ober- und Unterkörper von drei oder sogar vier Nummern sind hier keine Seltenheit.
Überwältigende Enttäuschung, Verzweiflung sowie erdrückende Schuldgefühle wegen des vermeintlichen Versagens tauchen auf. Natürlich gibt es auch Schwierigkeiten bei der Partnersuche, die Verachtung der Mitmenschen sowie die weit verbreitete Praxis von Krankenkassen, den Patientinnen medizinisch notwendige Therapie-Massnahmen wie eine Fettabsaugung oder stationäre Reha zu verweigern.
Manche Lipödem-Patientinnen reagieren darauf mit Selbstverachtung, was die seelische Belastung in den meisten Fällen noch vertieft. Andere sind so frustriert, dass sie, weil alles sowieso aussichtslos scheint, Trost beim Essen suchen. Natürlich lassen die Folgen nicht lange auf sich warten.
Mehr detaillierte Informationen und eine entsprechende Beratung zu diesem Thema finden Sie unter: lipoedemclinic.ch
Wir verstehen, dass die Behandlung eines Lipödems wohl überlegt sein will. Gerne nehmen wir uns deshalb die Zeit, um Ihnen im Rahmen einer kostenlosen und unverbindlichen Erstkonsultation alle Fragen zu beantworten. Vereinbaren Sie noch heute Ihren Beratungstermin in der LIPÖDEMCLINIC.
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