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Die Fairtrade-Rohstoffprogramme konzentrieren sich auf Kakao, Zucker und Baumwolle als Einzelzutat. Durch diese zusätzliche Option eröffnen sich neue Absatzmöglichkeiten und Raum für langfristige Geschäftsbeziehungen zwischen Handelspartnern und Produzentengruppen. An den Fairtrade-Standards in den Anbauländern ändert sich nichts - die Kooperativen erhalten wie üblich die Fairtrade-Mindestpreise und -Prämien. Die Kontrollen werden von FLOCERT durchgeführt.
Die Fairtrade-Rohstoffprogramme werden gemeinsam mit den Bauernkooperativen umgesetzt. Von den höheren Absätzen und der somit höheren Fairtrade-Prämie profitieren die Bauernfamilien ganz direkt.
"Wir versprechen uns höhere Absätze durch das Fairtrade-Zuckerprogramm, damit die Lebensbedingungen der Mitglieder unserer Kooperative verbessert werden."
Wenceslao Rodríguez, Geschäftsführer CoopeVictoria, Zuckerkooperative in Costa Rica
Das Fairtrade-Programm für Kakao bezieht sich auf fair angebauten und gehandelten Kakao als Einzelzutat: Nur der Kakao im jeweiligen zusammengesetzten Produkt muss Fairtrade-zertifiziert sein.
Für die weltweit über 150'000 Fairtrade-Kakaobauern und ihre Familien bedeutet der faire Handel ein stabileres Einkommen und zusätzliche Einnahmen, die sie in Projekte ihrer Wahl anlegen; wie in den Bau von Schulen oder die Anschaffung von Maschinen. Wegen mangelndem Absatz können die Kakaobauern derzeit jedoch nur rund ein Drittel der Ernten effektiv zu Fairtrade-Konditionen verkaufen. Über das Fairtrade-Programm stehen ihnen nun neue Absatzmöglichkeiten offen.
Entscheiden sich Unternehmen dafür, Fairtrade-Kakao als Einzelzutat gemäss dem Kakao-Programm einzukaufen, können sie ihre Produkte mit dem Fairtrade-Programmlabel kennzeichnen oder dies abgestimmt in ihrer Unternehmenskommunikation nutzen. Die vom Unternehmen zu Fairtrade-Bedingungen eingekaufte Rohstoffmenge muss zu 100% der für das jeweilige Fairtrade-Programm notwendigen Rohstoffmenge entsprechen. Der Verpackungstext weist auf die Wirkungsweise des Programmes hin.
Das Fairtrade-Programm für Zucker bezieht sich auf fair angebauten und gehandelten Zucker als Einzelzutat: Nur der Zucker im jeweiligen zusammengesetzten Produkt muss Fairtrade-zertifiziert sein.
Rund 80% des weltweiten Zuckerbedarfs wird aus Zuckerrohr gedeckt. Derzeit wird weniger als ein Prozent des weltweit angebauten Rohrzuckers unter Fairtrade-Bedingungen verkauft. Im Fairtrade-Netzwerk finden sich ausschliesslich Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die in den vergangenen Jahren ihr Einkommen steigern konnten und in ihre Felder und ihre Region investierten. Sie kauften Traktoren, verbesserten ihre Ernteergebnisse und bauten Schulen. Doch es gibt weiterhin viel zu tun, denn nur ein Bruchteil der Ernte kann zu Fairtrade-Konditionen verkauft werden. Darüber hinaus gibt es weiterhin Millionen von Bauernfamilien, die bisher noch nicht erreicht werden konnten. Über das Fairtrade-Programm stehen Zucker-Kleinbauern und ihren Familien neue Geschäftsmöglichkeiten offen.
Beim Fairtrade-Zuckerprogramm geht es um den Rohstoffeinkauf und nicht wie bisher um die Zertifizierung von Endprodukten mit dem Fairtrade-Label. Entscheiden sich Unternehmen dafür, Fairtrade-Zucker nach dem neuen Programm einzukaufen, können sie ihr Produkt mit dem Fairtrade-Programmlabel kennzeichnen oder dies abgestimmt in ihrer Unternehmenskommunikation nutzen. Die vom Unternehmen zu Fairtrade-Bedingungen eingekaufte Rohstoffmenge muss zu 100% der für das jeweilige Fairtrade-Programm notwendigen Rohstoffmenge entsprechen. Der Verpackungstext weist auf die Wirkungsweise des Programmes hin.
Das Fairtrade-Programm für Baumwolle bedeutet, dass eine vereinbarte Menge Rohbaumwolle zu Fairtrade-Bedingungen eingekauft wurde und ab der Spinnerei indirekt (mittels Dokumentation via Fairtrace® bei FLOCERT) rückverfolgbar ist.
Das Fairtrade-Baumwoll-Programm konzentriert sich auf die Menschen ganz am Anfang der textilen Wertschöpfungskette: die Bäuerinnen und Bauern, die die Baumwolle anbauen und ernten und meist nicht einmal genug verdienen, um ihre eigenen Produktionskosten zu decken. Das Fairtrade-Baumwoll-Programm umfasst die Produktion der Baumwolle und zertifiziert dagegen nicht den Produktionsprozess bis zu den fertigen Textilien. Durch Fairtrade hat sich das Leben Tausender Baumwollbäuerinnen und -bauern bereits verbessert. Baumwollkooperativen sind mittlerweile besser organisiert, die Bauern produktiver und die Gleichstellung von Frauen wird gefördert. Bisher konnten die Kooperativen jedoch nie ihre gesamte Baumwolle zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen. Zudem gibt es weltweit viele Baumwoll-Produzentengruppen, die noch nicht zum Fairtrade-System gehören. Dank dem Fairtrade-Programm stehen Baumwoll-Kleinbauern und ihren Familien nun neue Geschäftsmöglichkeiten offen.
Beim Fairtrade-Programm für Baumwolle müssen Unternehmen einen steigenden Anteil an Fairtrade-Baumwolle für ihre Gesamtproduktion abnehmen. Erst wenn die zur Herstellung einer Produktlinie benötigte Baumwollmenge zu 100% zu Fairtrade-Bedingungen eingekauft wird, ist eine Information über das Fairtrade-Baumwollprogramm auf den Verkaufsartikeln möglich. Andernfalls darf das Fairtrade-Programmlabel ausschliesslich abgestimmt in der Unternehmenskommunikation (z.B. CSR-Report, Website) verwendet werden. Das Fairtrade-Programm für Baumwolle ermöglicht somit keine physische Rückverfolgbarkeit. Unternehmen sind vertraglich verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer gesamten Rohbaumwolle über Fairtrade zu beziehen und danach ihre Abnahmeverpflichtung mit jährlichen Wachstumszielen zu erhöhen. Eine direkte physische Rückverfolgbarkeit von Rohbaumwolle bis zum Endprodukt ist nur beim Fairtrade-Label "certfied cotton" gegeben.