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Aus dem Protokoll des Kantonalen Schulrats 1845 – 1847
1847 Feb. 19. S. 44
Schulinspektor beklagt den beschränkten Raum des von der reformierten Schulgemeinde Ramsen gemieteten Schullokals. Soll Aussprache mit der Schulbehörde betr. bestehende Einrichtung des Schullokals und Fortdauer des Mietvertrages.
1847 Feb. 26. S. 56
Gegenwärtiges Schullokal habe die katholische Kirchgemeinde Ramsen vertragsgemäss der reformierten Gemeinde abgetreten, (das alte katholische Schulhäuschen bei der Kirche) als jene ihre Schule in ein neues Lokal versetzen konnte, seine Einrichtung lasse allerdings vieles zu wünschen übrig und möge den derzeitigen Ansprüchen eines Schulhauses nicht entsprechen, doch müsse er, (Präsident Brütsch) auch bemerken, dass früher eine weit grössere Anzahl Kinder darin Platz gefunden haben, als jetzt hineinkommen, allein, er begreife sehr wohl, dass der junge Herr Schullehrer (Johann Jakob Bollinger von Löhningen) sich nicht begnüge und keine Ruhe habe, bis eine Abänderung getroffen werde. Diese sei jedoch in Aussicht gestellt, indem der reformierten Kirchgemeinde s.Z. gleich der katholischen, eine Summe von Fr. 1500 zugefallen, die zur Erbauung eines neuen Schulhauses bestimmt worden sei. Da aber natürlich mit Fr. 1500 noch kein solches hingestellt werden könne, so habe die Gemeinde beschlossen, genanntes Capital noch einige Jahre zinstragend zu machen und dann im Frühjahr 1847 die Vorbereitung zum Bau eines Schulhauses in Herrichtung von Bauholz uns Steinen usw. zu treffen, den Bau selber aber im Frühjahr 1948 beginnen zu lassen. Bekanntlich habe die Gemeinde vor wenigen Jahren ein Pfarrhaus (1840) bauen lassen, wobei die Bürger viel mit Frondiensten in Anspruch genommen worden seien. Diese müssen auch beim Bau des Schulhauses wieder geleistet werden und aus diesem Grunde dürften, wenn in der Gemeinde der Schulbau wieder zur Sprache kommen werde, manche Bürger darauf hinarbeiten, dass der Bau noch weiter hinaus verschoben werde, da er der Herr Abgeordnete, im Interesse der Schule dieses aber nicht wünschen könne, so stelle er das Ansuchen an den wohll. Kantonsschulrath, der Gemeinde schriftlich anbefehlen zu lassen, den Bau nicht länger aufzuschieben und die von ihr selbst gefassten Beschlüsse in Ausführung zu bringen….
Beschluss: Kant. Schulrat fordert Kirchen- und Schulbehörde von ref. Ramsen schriftlich auf, die notwendigen Vorbereitungen zu treffen damit im Frühjahr 1948 mit dem Bau des Schulhauses begonnen werden kann. Widrigenfalls werde Kantonsschulrat einschreiten.
1848 Jan. 21. S. 7
Kantonsbauaufseher Hurter hat den Bauplan für reformiert Ramsen begutachtet und folgendes festgestellt:
1. Zu wenig Raum für die Schulzimmer berechnet. Platz reiche für das angegebene Maximum der Schülerzahl nicht. Nicht genügend Raum zwischen den Substellien. (Bänken)
2. Nicht in allen Stücken auf Solidität geachtet.
3. Mangle eine spezifizierte Kostenzusammenstellung. Müsse vorliegen, wenn um Staatsbeitrag nachgesucht wird. Rückweisung des Plans an Schulbehörde Ramsen.
1848 März 3. S. 24
Anstände hinsichtlich Schulhausbaute sind in Zusammenarbeit mit Kts. Baumeister Hurter behoben worden. Baubeginn steht nichts mehr im Wege.
1848 April 12. S.37
Von Appellationsrat Hug wurde neuer Plan für die Schule von ref. Ramsen übergeben. Kant. Schulrat stellt fest, dass Bau nach dem neuen Plan Fr. 1000.- weniger kosten würde als nach dem früheren. Auch sei auf eine allfällige spätere Vergrösserung Rücksicht genommen worden. Ortschulbehörde wünscht, dass nach diesem Plan gebaut werden soll.
Beschluss: Vorliegender Plan sei Kts. Baumeister Hurter zur Prüfung zu übergeben.
1848 Juli 21. S. 73
Kantonsschulrat empfiehlt gestützt auf das Gutachten Hurter den neuen Plan der Regierung zur Ausführung.
1878 wurde der Turnunterricht an Elementar- und Realschulen im Kanton Schaffhausen zum obligatorischen Schulfach deklariert. Damit war auch die Gemeinde Ramsen verpflichtet, die nötigen Vorkehrungen zu treffen. Nach verschiedenen Anläufen beschloss die Gemeindeversammlung am 1. September 1923 mit 115 zu 107 Stimmen, eine Turnhalle zu bauen. Aber es wurde nichts daraus. Man behalf sich mit einem Provisorium, indem man im «Ankerschulhaus» ein Turnlokal einbauen liess, das den Anforderungen eines zeitgemässen Turnunterrichtes jedoch nur bedingt genügte.
Erst 1963 beschlossen die Stimmberechtigten von Ramsen den Bau einer modernen Anlage, bestehend aus Turnhalle und Aula, die dann 1966 mit einem glanzvollen Fest eingeweiht werden konnte.
1969 Einbau einer festen Station der Kantonalen Schulzahnklinik ins bisherige Turnlokal.
1980 Einrichtung eines Estrich-Raumes für heimatkundliche Gegenstände samt Hebezug.
Bis 2003 wurde das «Ankerschulhaus» als Primarschulhaus genutzt.
2002 gelangte das Gebäude in Privatbesitz und wurde total umgebaut mit einer Arztpraxis im Erdgeschoss und Wohnungen in den Obergeschossen, die mit einem Lift erschlossen sind.