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Darauf deuten jedenfalls Versuche hin, die am Center for Radiological Research (CRR) der Columbia University in New York ausgeführt wurden. Wie einer Mitteilung der US National Academy of Sciences zu entnehmen ist, hat das CRR Zellen von Versuchsmäusen Alphastrahlung ausgesetzt. Anschliessend wurde die Krebsanfälligkeit dieser Zellen getestet. Dabei ergab sich ein klarer Unterschied zwischen Zellen, die nur von einem Alphateilchen getroffen worden waren, und Zellen, die einer zufälligen Zahl von Alphateilchen ausgesetzt worden waren. Bei den nur von einem Teilchen getroffenen Zellen lag die Krebsanfälligkeit deutlich tiefer. Die CRR-Forscher ziehen daraus den Schluss, dass es nicht richtig ist, aus Erkrankungsstatistiken, die auf der Aufnahme höherer Dosen von Alphastrahlung beruhen, linear auf das Risiko bei tiefen Dosen zu extrapolieren.
Dieser Befund ist für die Abschätzung des Lungenkrebsrisikos von Menschen, die in Häusern mit erhöhtem Radongehalt wohnen, möglicherweise von grosser Bedeutung. Bisher wurde dieses Risiko aus historischen Erkrankungsdaten von Arbeitern in Bergwerken mit hohem Radongehalt hochgerechnet. Nun treffen aber unter den dortigen Verhältnissen in kürzerer Zeit eine grössere Zahl Alphateilchen die Lungenzellen, während bei den in Wohnungen herrschenden Radonkonzentrationen eine exponierte Zelle höchstens einmal im Jahr von einem Teilchen getroffen wird.
Wie das britische National Radiological Protection Board dazu auf Anfrage in einem Kommentar festhält, sind die Versuchsergebnisse sehr interessant, müssten aber durch epidemiologische Daten weiter erhärtet werden, bevor das heute geltende lineare Verfahren zur Risikoabschätzung umgestossen werden kann.
Quelle
P.B. nach NucNet, 18. Januar 1999