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SMR-Einsatz in Europa gefordert
Anlässlich der virtuellen Konferenz «New Generation Nuclear Energy: Leading the Force» vom 9. Februar 2021 unterzeichneten die Fermi Energia, die Fortum Oy (Finnland), die Tractabel (Schweden), die Vattenfall (Belgien), die Synthos Green Energy (Polen), der CEZ-Gruppe (Tschechische Republik), die Nuclearelectrica (Rumänien), die e-Lise Foundation (Niederlande) und die Gruppe 18for0 (Irland) eine Erklärung.
In der Erklärung wird ein «pragmatischer Ansatz» für die SMR-Zulassung gefordert, um die Herausforderungen bei der Bewilligung und Regulierung zu bewältigen und das Risiko von SMR-Projekten im Zusammenhang mit den Rechtsvorschriften zur Kernenergie und dem Bewilligungsverfahren zu verringern. Die Standardisierung der SMR-Auslegung müsse «so weit wie möglich» erleichtert werden.
«Bei der Entwicklung oder Aktualisierung des für SMR geltenden Rechtsrahmens sollten die Nuklearregulierungsbehörden des Standortlandes versuchen, die Harmonisierung der Rechtsvorschriften zu erleichtern», heisst es in der Erklärung. «Die rechtlichen Rahmenbedingungen sollten sich auf den Sicherheitsstandards der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) stützen, und die Richtlinien der EU zur nuklearen Sicherheit sollten umgesetzt werden.» SMR-Standortländer sollten auch die Kompatibilität mit relevanten Lieferanten- und Referenzanlagen berücksichtigen.
Die Fermi Energia erklärte an der Konferenz, sie wolle die estnische Regierung ersuchen, das Planungsverfahren für ein SMR Ende 2021 zu lancieren, wobei das Verfahren voraussichtlich bis zu fünf Jahre dauern wird. Der erste SMR könnte Anfang der 2030er-Jahre in Betrieb gehen und wäre eines der ersten in Europa und das erste kommerzielle Kernkraftwerk in Estland.
SMR-Pläne Estlands
Die 2019 gegründete Fermi Energia ist nach eigenen Angaben «technologieneutral» und verfolgt das Zulassungsverfahren für SMR-Auslegungen in den USA und Kanada, um festzustellen, welche Technologien geeignet sind.
Der kleine EU-Mitgliedstaat mit 1,3 Mio. Einwohnern erzeugt seit Jahrzehnten den grössten Teil seiner Energie aus der Ölschiefer-Verbrennung.
«Estland hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, die Stromerzeugung aus Ölschiefer bis 2035 zu beenden», sagte Fermi-CEO Kalev Kallemets an der Konferenz. «Der Reaktor würde diese Herausforderung für Estland lösen und ist für die gesamte Region relevant.»
An der SMR-Initiative der Fermi Energia sind auch die Energieunternehmen Vattenfall und Fortum sowie das Ingenieurbüro Tractebel beteiligt. Seit einem Jahr arbeiten sie an einer Machbarkeitsstudie zum Einsatz von SMR in Estland. Laut Vattenfall hat die Fermi Energia bereits Gespräche mit zwei Gemeinden aufgenommen, die daran interessiert sind, SMR zu beherbergen, nannte die Gemeinden jedoch nicht.
Im Oktober 2019 hatten die Fermi Energia und amerikanische GE Hitachi Nuclear Energy (GEH) eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit beim potenziellen Einsatz des GEH-SMR BWRX-300 in Estland unterzeichnet.
Im November 2020 beschloss die Regierung Estlands, eine nationale Arbeitsgruppe einzurichten, die sich mit der Einführung der kommerziellen Kernenergieerzeugung befasst. «Die Positionen der Nation in dieser Frage soll definiert werden.»