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Einfach oder leicht?
Worin besteht der Unterschied?
Einfache Sprache – leichte Sprache: Auf Ihre Zielgruppe kommt es an.
Verständliche Sprache tritt zunehmend ins öffentliche Bewusstsein. Immer mehr Internetauftritte, Broschüren und Flyer werden in einfacher oder leichter Sprache angeboten.
Einfache Sprache – leichte Sprache: Oft werden die beiden Begriffe miteinander verwechselt. Doch es gibt klare Unterscheidungsmerkmale.
Einfache Sprache – ganz nah am Alltag
Mit der einfachen Sprache können Sie Sprachbarrieren überwinden und Ihre Texte auch Menschen mit einer Leseschwäche zugänglich machen.
Zur Zielgruppe der einfachen Sprache gehören:
- Menschen mit Lese- und Rechtschreibschwäche
- Menschen mit Hirnverletzungen
- Ältere Menschen
- Von Demenz betroffene Menschen
- Hörbeeinträchtigte Menschen
- Menschen mit geringen Deutschkenntnissen
Und grundsätzlich alle, die sich mit amtlichen Informationen, Fachtexten und ähnlichen Dokumenten schwertun. Profitieren können also sehr viele Menschen von der einfachen Sprache.
Die einfache Sprache ist – wie die leichte Sprache – eine vereinfachte Form des Deutschen. Sie verwendet kurze Sätze, Fremdwörter werden vermieden oder erklärt. Doch im Gegensatz zur leichten Sprache ist die einfache Sprache komplexer. Die Sätze sind länger, Nebensätze sind möglich und Alltagsbegriffe werden als bekannt vorausgesetzt. Solange der Text übersichtlich bleibt, muss auch nicht nach jeder Aussage ein Absatz folgen. Schrift und Zeilenabstand sind nicht so gross wie in der leichten Sprache. Die einfache Sprache ist unserer Alltagssprache sehr ähnlich.
Leichte Sprache – Mittel zur Inklusion
Mit der leichten Sprache erreichen Ihre Informationen fast alle Menschen, die lesen können. Auch Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung.
Die leichte Sprache richtet sich vor allem an Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung. Weil sie aber der grösste gemeinsame Nenner ist, wird sie von den meisten Menschen verstanden, die lesen können.
Zum Beispiel von:
- Menschen mit Sinnesbehinderung
- Menschen mit Demenz
- Menschen mit Lernschwierigkeiten
- Menschen mit Legasthenie
- Menschen mit Migrationshintergrund
- Menschen im hohen Lebensalter
- Menschen mit Hirnschädigung
Die leichte Sprache verwendet bekannte Wörter aus dem Grundwortschatz. Dabei wird darauf geachtet, dass die Wörter nicht zu lang sind. Fachbegriffe werden durch Alltagswörter ersetzt oder erklärt. Substantivierungen werden aufgelöst. Die leichte Sprache vermeidet Sätze mit mehreren Aussagen, es gibt also so gut wie keine Nebensätze.
Die leichte Sprache ist sehr konkret. Man schreibt, was man meint. Ironie, Metaphern oder nichtssagende Floskeln würden die Leserinnen und Leser nur verwirren.
Die leichte Sprache verwendet mindestens Schriftgrösse 14 und einen Zeilenabstand von 1.5. Und jeder Satz beginnt in einer neuen Zeile. Das gewährleistet, dass die Texte besser gelesen werden können.
Der Einsatz aussagekräftiger Bilder kann das Verständnis der Inhalte unterstützen und die Orientierung im Text fördern.
Weil viele Begriffe erklärt und Hintergrundinformationen gegeben werden, ist ein Text in leichter Sprache meistens sehr viel länger als der Ausgangstext.
F.A.Q.
Die einfache Sprache ist eine vereinfachte Form des Deutschen und unserer Alltagssprache sehr ähnlich. Mit einfacher Sprache kann man einer grossen Zielgruppe komplexe Informationen verständlich machen.
Zur Zielgruppe der einfachen Sprache gehören:
- Menschen mit Lese- und Rechtschreibschwäche
- Menschen mit Hirnverletzungen
- Ältere Menschen
- Von Demenz betroffene Menschen
- Hörbeeinträchtigte Menschen
- Menschen mit geringen Deutschkenntnissen
Und grundsätzlich alle, die sich mit amtlichen Informationen, Fachtexten und ähnlichen Dokumenten schwertun. Und das sind sehr viele Menschen! Profitieren können also nahezu alle Menschen von der einfachen Sprache.
Der wichtigste Unterschied ist die Zielgruppe: Leichte Sprache ist hauptsächlich für Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung. Die leichte Sprache hat feste Regeln: Zum Beispiel beginnt jeder Satz in einer neuen Zeile, es gibt keine Nebensätze, dafür aber viele Erklärungen. Dadurch ist sie noch leichter verständlich als einfache Sprache.
Texte in einfacher Sprache sollen vor allem sprachliche Verständnishürden überwinden, deshalb sind die Texte inhaltlich komplexer als in leichter Sprache. Die Sätze sind länger, Nebensätze sind möglich und Alltagsbegriffe werden als bekannt vorausgesetzt. Fremdwörter sollten jedoch auch bei der einfachen Sprache möglichst vermieden oder erklärt werden.
Das hängt vom Leseverständnis der angesprochenen Zielgruppe ab: Je nach Adressat kann man den Schwierigkeitsgrad der einfachen Texte variieren. Die einfache Sprache bewegt sich somit flexibel im Spektrum zwischen leichter Sprache und Standardsprache.
Einfache Sprache hat keine festen Regeln. Sie orientiert sich jedoch an den Regeln für leichte Sprache. Je mehr Regeln zur Anwendung kommen, desto einfacher werden die Texte – und umgekehrt.
Bürgernahe Sprache ist eine Spielart der einfachen Sprache. Sie dient als Brücke zwischen Behörden und Privatpersonen. Einerseits werden amtliche Informationen dadurch verständlicher. Andererseits geht es darum, das Verhältnis und die Zusammenarbeit zwischen Staat und Individuum menschlicher zu gestalten.