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bedeutender
Stamm malaiischen Ursprungs, dessen
Vertreter hauptsächlich in
Mittel-Luzon, Mindoro, Marinduque
und in geringerer Anzahl auf den übrigen
Inseln der Philippinen ansässig sind. Sie sind die Nachkommen malaiischer Einwanderer,
welche die in den Küstenstrichen bereits vorhandene Mischbevölkerung, entstanden aus früher eingewanderten Malaien
und Negrito (s. d.), den Ureinwohnern der Philippinen, in das
Innere drängten, zum
Teil auch in ihr aufgingen. Am
Aufstand
1894-97 waren die Tagalen hervorragend beteiligt. -
Vgl. F. Blumentritt, Versuch einer Ethnographie
[* 2] der Philippinen (Ergänzungsheft
Nr. 67 zu «Petermanns Mitteilungen»,
Gotha
[* 3] 1882).
Mit
der südwestlich gegen Borneo sich hinziehenden 14,123 qkm (256 QM.) großen Palawangruppe
umfassen die Philippinen ein Areal von 293,726 qkm (5334 QM.) mit (1879) 5,561,232 Einw.,
wobei indes die Bewohner der Binnenländer kaum in Betracht kommen, so daß die Gesamtbevölkerung richtiger auf 6-7 Mill.
zu schätzen ist. Zwischen der Nordspitze von Luzon und Formosa sind die Babuyanen und Batanen zerstreut,
den Meeresraum zwischen Mindoro und Palawan füllen die Calamianen.
Sämtliche Inseln werden von ansehnlichen Bergketten in nordsüdlicher Richtung durchzogen; sie bilden ein Glied der
[* 6] großen
die Ostküste Asiens umgebenden Vulkanreihe und besitzen noch viele thätige Vulkane,
[* 7] von denen einige sich erst in jüngster
Zeit gebildet haben. Erdbeben
[* 8] sind daher auch häufig; die Hauptstadt Manila, welche von drei Vulkanen umgeben
wird, hat wiederholt schwer gelitten. Man unterscheidet drei Jahreszeiten:
[* 9] die trockne und kalte Zeit, die mit November, wenn
der Nordostmonsun eintritt, beginnt;
die der Secas oder die warme Zeit, die im März beginnt und sich bald zu unerträglicher
Hitze steigert, und die Regenzeit, die im SW. des Archipels im Mai und Juni beginnt und bis September und Oktober dauert, in welcher
Zeit es an den Nord- und Ostküsten zu regnen anfängt.
Der Eintritt des Südwestmonsuns geschieht regelmäßig im Juni, und
er hört im September und Oktober zu wehen auf. Das Umsetzen desselben ist mit heftigen Orkanen verbunden.
Die nördlichen Inseln sind häufiger, die südlichen seltener furchtbaren Cyklonen (Taifuns) ausgesetzt. Der Boden der Philippinen ist
von unglaubliche Fruchtbarkeit und macht dieselben fast zu dem schönsten und produktivsten Land Asiens. Indessen kommen die
Massenprodukte derselben überwiegend aus den allein stark kultivierten Zentralprovinzen von Luzon, da
in den übrigen Teilen das Kulturland nur den zehnten Teil der Wildnis ausmacht.
Alle kauen Betel. Die Indios sind äußerst geschickt und gelehrig; ihre Gewebe
[* 29] aus dem Hanfe von Manila (bei den TagalenAvoca
genannt) und ihre Schnitzarbeiten sind bewundernswürdig. Der Handelsverkehr ist nicht unbedeutend, entspricht
aber der Bewohnerzahl, dem Umfang und dem Bodenreichtum des Archipels keineswegs. Ein lebhafter Küstenhandel wird von den
Tagalen und Sangleiern (reinen Chinesen) betrieben. Der Großhandel ist in den Händen fremder Häuser, namentlich von Briten
und Amerikanern, auch von Deutschen, Schweizern, Franzosen; doch beruht der ganze Handelsverkehr auf den
Philippinen auf der Vermittelung durch die Chinesen, durch sie gelangt der ganze Import in den Konsum.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse leiden unter der engherzigen Verwaltungs- und Handelspolitik, welche die spanische
Regierung befolgt. Bis in die neueste Zeit durfte der Bauer nur an letztere verkaufen und zwar zu vorgeschriebenen Preisen.
Auch der Export lag in ihrer Hand.
[* 34] Jetzt sind manche dieser Schranken gefallen, der Fremde darf Grundbesitz
erwerben. 1871 ist auch ein liberaler Zolltarif ins
Leben getreten. Gleichwohl kann, bevor nicht der übermächtig Einfluß
der geistlichen Orden,
[* 35] welche die Großgrundbesitzer auf Luzon sind, gebrochen, an eine kräftigere Hebung
[* 36] der wirtschaftlichen
Thätigkeit nicht gedacht werden.