Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03537.jsonl.gz/635

Der partielle oder vollständige Verschluss der Nierenvene durch ein Blutgerinnsel oder Tumorzellen wird als Nierenvenenthrombose (NVT) bezeichnet. Die meisten NVT-Patienten leiden an Krebs, viele aber auch an einem nephrotischen Syndrom. Weiterhin prädisponiert eine generelle Thrombophilie für diese Kondition. Das klinische Bild ist von Flankenschmerzen geprägt und sonst sehr unspezifisch; es wird nicht selten von der Grunderkrankung dominiert. Bei entsprechendem Verdacht kann der Thrombus in der Vena renalis mit Hilfe der bildgebenden Diagnostik dargestellt werden. Die Therapie erfolgt mittels thrombolytischer Pharmaka, seltener durch Thrombektomie.
Die NVT kann mit Schmerzen im Bereich der Flanken einhergehen, die zuweilen in den unteren Rücken und/oder das Abdomen ausstrahlen, aber nicht selten bleibt die Thrombose auch gänzlich asymptomatisch. In einigen Fällen wird über eine mikroskopische Hämaturie berichtet [1]. Die Nierenfunktion wird im Verlauf der Erkrankung im stärker gestört und es kann zum Nierenversagen kommen [2].
Wenngleich einige NVT als idiopathisch eingestuft werden müssen, weil eine Ursache nicht auszumachen ist, kann diese in der Mehrzahl der Fälle doch identifiziert werden. Zu den Umständen, die für eine NVT prädisponieren gehören unter anderem folgende [2]:
Wie sich aus dieser Liste ablesen lässt, kann die Grunderkrankung mitunter wesentlich schwerwiegendere Symptome hervorrufen als die NVT und es kommt auch zu Überschneidungen. Gerade die Flankenschmerzen, die häufig im Zusammenhang mit einer NVT auftreten, können beispielsweise auch aus Infektionen und Entzündungen der Harnwege oder einer Urolithiasis resultieren - Konditionen mit signifikant höherer Inzidenz als die NVT -, oder aus Tumorerkrankungen [4].
Aus dem sehr unspezifischen klinischen Bild ergibt sich nur sehr selten ein Verdacht auf eine NVT und zuweilen sind es allein Anomalien, die in routinemäßige Untersuchungen von Blut- und Urinproben festgestellt werden, die eine Nierenproblematik anzeigen. Daher werden in der Praxis kaum Maßnahmen zur Abklärung einer möglichen NVT angeordnet. Eher weisen klinische und labordiagnostische Befunde auf ein Nierenleiden hin, weshalb dann die bildliche Darstellung dieser Organe veranlasst wird. Nicht selten handelt es sich bei der NVT auch um einen Zufallsbefund, der im Rahmen der Aufarbeitung anderer Leiden erhoben wird, z.B. von Hepatopathien, gastrointestinalen Beschwerden oder Frakturen [1].
Zur Visualisierung des Thrombus in der Nierenvene eignet sich die Doppler-Sonographie [5], die Computertomographie und die Magnetresonanztomographie. Die Sensitivität der letztgenannten Verfahren kann durch den Einsatz von Kontrastmitteln verbessert werden und liegt bezüglich der Detektion von NVT wohl generell höher als die des Ultraschalls [2]. Der Thrombus selbst stellt sich als Füllungsdefekt dar und bewirkt hämodynamische Anomalien, deren Ausmaß vom Grad des Gefäßverschlusses abhängt. Es ist nicht ungewöhnlich, bilaterale NVT zu sehen.