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Anouk Vergé-Dépré attackiert nach der schlimmen Schulterverletzung ihrer Teamkollegin Joana Heidrich in einem Tweet die Organisatoren der Beachvolleyball-WM.
Für das Schweizer Beachvolleyball-Duo Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré endete die WM in Rom im Spiel um Platz 3 am Sonntag auf die bitterste Art. Bei einem Service verletzte sich Heidrich an der getapten rechten Schulter so schmerzhaft, dass sie laut aufschrie. Lange Zeit waren die Schreie der 30-Jährigen im Foro Italico zu hören.
Heidrich wurde noch auf dem Sand hinter einem Sichtschutz gepflegt. Erste Abklärungen ergaben «strukturelle Schäden an der Schulter». Wie lange die Zürcherin ausfallen wird, ist noch offen.
Nach dem ersten Schock meldete sich Vergé-Dépré auf Twitter und schrieb über den Vorfall. «Es wäre einfach nicht richtig, zu schweigen – vor allem, wenn es um ein globales Ereignis wie die WM oder andere professionelle Turniere geht», hielt sie fest. Sie habe keine Antworten, aber eine Menge Fragen. Fragen, die ziemlich genau zusammenfassen würden, was in den Minuten nach dem Unfall – die sich für sie wie Stunden angefühlt hätten – schiefgelaufen sei, schrieb die 30-Jährige.
Die Fragen von Anouk Vergé-Dépré
- «Warum hat das medizinische Personal nicht sofort nach dem Vorfall reagiert, Entscheidungen getroffen und alle Anwesenden instruiert?»
- «Warum gab es keinen Experten für die häufigste Verletzung in unserem Sport vor Ort?»
- «Warum sprach das medizinische Personal nicht fliessend Englisch, um mit der verletzten Spielerin und den anderen Beteiligten zu kommunizieren?»
- «Warum sah ich keinen klaren Chef in der Gruppe, der die Verantwortung übernahm und uns durch den schwierigen Moment führte?»
- «Warum hat niemand ruhig und klar mit der verletzten Spielerin gesprochen?»
- «Warum hat sich jemand wiederholt auf Körperteile der verletzten Spielerin gestellt?»
- «Warum wurde die Schulter nicht stabilisiert?»
- «Warum hat man die verletzte Spielerin die ganze Zeit sitzen lassen?»
- «Warum hat niemand die Szene abgeschirmt, so dass alles für die Öffentlichkeit sichtbar war?»
- «Wieso hat es 25 Minuten gedauert, bis die verletzte Spielerin endlich mit dem Krankenauto losfahren konnte?»
- «Was ich auch nicht verstehen kann, warum die Fernsehsender eine solche Szene so lange mit Ton zeigen?»
Abschliessen betont Vergé-Dépré, sie kritisiere die angesprochenen Punkte nicht «aus Mitleid, sondern weil ich nicht möchte, dass sich ein Sportler jemals wieder auf einem Beachvolleyballfeld so unsicher und ungeschützt fühlt!»
Der internationale Verband überprüfe den Vorfall ebenfalls, so Vergé-Dépré weiter. Damit soll sichergestellt sein, dass alle medizinischen Protokolle vor der Veranstaltung mit dem Personal vor Ort geübt werden.
Als Präsidentin der Spielervereinigung IBVPA haben ihre Worte einiges Gewicht in der Szene.
ber, sda