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Sowas in der Art hab ich am 9.Dez.2010 den Medienschaffenden zur Kulturlandinitiative erzählt:
Zuerst ein paar Zahlen
Bevölkerung: 1950:777’000 – 2000:1’207’000 – 2050:1’700’000?
Beschäftigte: 1955:357’000 – 1998:693’000 – 2050:1’000’000?
Haushalte: 1950:228’000 – 1990:526’000 – 2050:820’000?
Siedlungsfläche: 1952:14’000ha – 1995:35’000ha – 2050:55’000ha?
Autos : 1950:29’000 – 2000:591’000 – 2050:1’000’000?
Der Kanton Zürich ist von einem Gebiet das stark geprägt war von den Eisenbahnknotenpunken zu einem eigentlichen Siedlungsbrei rund um die städtischen Ballungszentren und den Flughafen geworden. Noch 1958 wollte die Regierung des Kanton Zürichs die Siedlungsentwicklung auf vier Regionalzentren fokussieren (Zürich, Winterthur, Wetzikon und Bülach), mit Spital und Kantonsschulenbau sowie grosszügigen Industriegebieten wurde nachgeholfen, der Plan scheiterte aber an der Gemeindeautonomie der beiden ländlicheren Gemeinden. Erst 1991 fand diese Idee wieder fruchtbaren Boden im neuen Bau und Planungsgesetz des Kanton Zürichs (PBG). Daraus hat der Regierungsrat folgende Richtlinien erarbeitet:
1. Die Zukunftstauglichkeit der Siedlungsstrukturen ist sicherzustellen und zu verbessern.
2. Die Entwicklung der Siedlungsstruktur ist schwerpunktmässig auf den öffentlichen Verkehr auszurichten.
3. Zusammenhängende naturnahe Räume sind zu schonen und aktiv zu fördern.
Im Richtplan von 1995 wurden folgerichtig 11 Zentrumsgebiete entwickelt.
(1Zürich-City, 2 Zürich-Hard / Altstetten, 3 Zürich-Nord, 4 Kloten-Opfikon, 5 Wallisellen-Zürich / Dübendorf, 6 Winterthur-Zentrum, 7 Oberwinterthur-Grüze, 8 Bülach, 9 Dietikon, 10 Uster, 11 Wetzikon)
Die Raumplanung greift langsam, inzwischen werden jährlich nur noch 150ha Bauland überbaut. Die Siedlungen wachsen aber immer noch rund um die Ballungszentren nach aussen und klatschen an ihren Rändern wie Wellen aufeinander. So entstehen an den neuen Siedlungsnähten, dort wo sich die Gemeinden treffen inzwischen richtige Skylines aus Büro und Industriebauten. Eindrücklich zu sehen im Glattal mit inzwischen über 100’000 Arbeitsplätzen auf der grünen Wiese, welche nun im Nachhinein auch noch betramt werden. Oder zwischen Wetzikon und Hinwil, oder das Limmattal abwärts.
doch wo kein Ballungszentrum in Sicht ist wird trotzdem, mit der gemäss Benedikt Loderer (ehemaliger Architekturkritiker) grössten Krankheit des Landes, weiterhin das Hüsli gebaut.
Doch genau das Hüsli hat im Kanton Zürich keinen Platz mehr. Wenn dereinst 1.5Mio Menschen hier leben und Wohnflächen von über 50m² beanspruchen, dann versinken wir im Suburbanen Sumpf. Sorgenkind Nummer 1 wird der Verkehr sein. Schon jetzt stösst der private sowie der öffentliche Verkehr an seine Grenzen. Wir können uns schon daher keine weitere Zersiedlung mehr leisten, und am Rande bemerkt, mit Steuerwettbewerb sowieso nicht.
Wir stellen und für die zukünftige Entwicklung des Kantons eine radikale Verdichtung nach Innen vor. Heute werden die Arbeitsplätze mit weniger Wertschöpfung nur noch am Siedlungsrand angesiedelt wo das Land günstiger ist und in zentralen Lagen akkumuliert sich dann der ganze Reichtum, das gleiche passiert mit dem Wohnraum. Der „Büäzer“ wird aus den Städten verdrängt und zum Pendeln gezwungen. Dieser gefährlichen Separation müssen wir etwas entgegensetzen. Bereits jetzt warnen erste Experten vor einer drohenden Gettoisierung im Limmattal. Durch einen besseren Schutz des Kulturlandes können wir die Wohnungspreise in der Tendenz glätten. Das wird aber für die noch ländlicheren Gemeinden heissen, dass auch sie ihre soziale Verantwortung wahrnehmen müssen und günstigen Wohnraum fördern. In den Steueroasen an der Goldküste hat man das jetzt gemerkt und entsprechende Massnahmen ergriffen.
Packen wir also unsere Aufgaben an. Die Kulturlandinitiative wird, wenn wir einst aus der Zukunft zurück Blicken, ein Meilenstein in der Entwicklung des Kanton Zürich sein. Wir werden entweder sagen: „zum Glück waren wir einst so schlau,“ oder wir werden jammern: „Wieso waren wir damals nicht schlauer!“