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(vulg.
Polykándro), felsige
Insel mit steilen
Küsten im
Griechischen Archipel, zu den
Kykladen gehörig, 32 qkm
(0,55 QM.) groß mit (1879) 969 Einw.
und dem einzigen
OrtChora, oberhalb dessen noch Reste der antiken Stadt Pholegandros sich erhalten haben.
Dabei eine schwer zugängliche
Tropfsteinhöhle mit alten
Inschriften.
Verkehr zwischen den äußersten Grenzen
[* 20] der damals bekannten Welt durch Vermittelung der Phöniker statt: die Metalle des Westens,
das griechische Gold,
[* 21] das italische Kupfer,
[* 22] das spanische Silber wanderten nach Babylonien und Ägypten,
[* 23] Waffen
[* 24] und Erzgefäße,
Schmucksachen
[* 25] und Gewänder von da nach Italien
[* 26] und an die Gestade des Atlantischen Ozeans. Vor allem war
Phönikien selbst Sitz einer thätigen und umfangreichen Fabrikation. Die Glasbereitung war daselbst zu einer hohen
Vollendung gediehen, die Purpurfärberei haben die Phöniker erfunden und blieben in dieser Kunst unübertroffen.
Über die Veränderungen, welche die großartige Entwickelung von Handel und Industrie in den innern Verhältnissen
Phönikiens hervorbrachte, sind wir nur höchst unvollkommen unterrichtet. Während in früherer Zeit Sidon die mächtigste
und reichste Stadt gewesen war, erlangte unter König Hiram (1001-967) Tyros den Vorrang vor den andern Städten und die höchste
Blüte.
[* 31] Hiram sicherte sich durch einen vorteilhaften Vertrag mit König Salomo um 990 den Verkehr mit Elath
und von da aus mit Ophir und zog nicht bloß hieraus bedeutende Summen, sondern erhielt auch für Lieferung von Bauholz und
Bruchsteinen zu Salomos Bauten einen jährlichen Tribut von Lebensmitteln und 20 israelitische Ortschaften abgetreten. Er verwandte
einen großen Teil der Einkünfte zur Anlage von Neutyros auf zwei Inseln gegenüber der Altstadt, das er
mit Mauern umgab, und mit Hafenanlagen versah.
Nach dem Untergang des assyrischen Reichs kam Phönikien unter babylonische Herrschaft. Eine Erhebung gegen dieselbe ward 593 von Nebukadnezar
unterdrückt, der 573 nach 13jähriger Belagerung auch Tyros zur Anerkennung seiner Oberhoheit zwang und
Baal zum König einsetzte. Auch dem Perserkönig Kyros unterwarfen sich 538 die phönikischen Städte (mit Einschluß von Tyros)
und bildeten fortan mit den kleinasiatischen Griechen den Kern der persischen Seemacht; in ihren innern Verhältnissen aber
blieben sie frei, behielten ihre politischen Einrichtungen, ihre eigne Verwaltung und ordneten auf einem Kongreß
zu Tripolis ihre gemeinsamen Angelegenheiten.
Sidon fing jetzt wieder an aufzublühen und von neuem der Mittelpunkt des phönikischen Handels zu werden. Die Könige von Tyros
und Sidon, Mapen und Tetramnestos, waren in der Schlacht von Salamis (480) die hervorragendsten Anführer auf der persischen
Flotte. Doch ward Sidon, als es sich in der Mitte des 4. Jahrh. der Empörung der Ägypter
gegen die persische Herrschaft angeschlossen hatte, von König Tennes verräterisch den Persern übergeben und von diesen
gänzlich zerstört.
Tyros erhielt durch diese Katastrophe von neuem das Übergewicht in Handel und Industrie und blieb nun der Sitz des Welthandels
bis auf Alexander d. Gr. Dieser kam nach der Schlacht bei Issos 333 nach Phönikien Sidon nebst den übrigen phönikischen
Städten unterwarfen sich ihm freiwillig; Tyros aber, welches damals lediglich aus der Inselstadt bestand, fiel erst 332 nach
siebenmonatlicher Belagerung. Obwohl sich die Stadt nochmals aus ihren Trümmern erhob und noch in römischer
Zeit Metallindustrie, Leinweberei und Purpurfärberei daselbst blühten, so hatte doch inzwischen der Welthandel im neugegründeten
Alexandria einen andern Mittelpunkt gefunden, wodurch Phönikien seine welthistorische Bedeutung verlor. Es teilte fortan die SchicksaleSyriens.