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Datierung
2011
Objektmasse
23.3 x 5 x 5 cm
Technik/Material
Kunststoff
Nennung
Sammlung Museum Haus Konstruktiv
Schenkung der Künstlerin
Inv.-Nr.
SK12001
Kaleidoskop
Sonderedition Haus Konstruktiv, 2011
Nach ihrer Grafikausbildung an der Kunstgewerbeschule Basel war Nelly Rudin (1928, Basel, CH – 2013, Uitikon, CH) über ein Jahrzehnt erfolgreich als Grafikerin tätig. 1964 gab sie diese Arbeit auf, um sich auf die bildende Kunst zu konzentrieren. Das Prinzip «Less is more» aus ihrem Grafikberuf beibehaltend, setzte sie sich hauptsächlich mit den Grundfiguren Quadrat, Dreieck und Kreis sowie deren Teilungen auseinander. Von solchen Teilungen ausgehend, entwickelte sie 1974 die «zusammengesetzten Leinwände»: vertikal aneinanderstossende Übereck-Konstruktionen mit weissem, d. h. «leerem» Mittelfeld. Eine radikale Neudefinition dieses Schwerpunkts und der Bruch mit der planen Fläche erfolgte zwei Jahre darauf mit den «Aluminiumrahmenobjekten». Die reliefartig von der Wand abstehenden quadratischen Rahmenformationen haben die Funktion, so die Künstlerin, die leere Wand als Bild zu umrahmen: «Wo sonst Bild ‹stattfindet› ist Leere, und umgekehrt ist dort, wo der Rahmen ist, Bild.» Ab 1977 übertrug Nelly Rudin dieses Thema auf die Malerei, indem sie den Hauptakzent auf die Randzonen, sei es auf die Seitenflächen («Nr. 320» und «Nr. 373») oder aber auf die Bildkanten («Nr. 489») verlegte. Damit einher ging die Wahl hoher Chassis, die den Gemälden Volumen verleihen und, wenn im Einzelwerk unterschiedlich hoch gefertigt, zur Irritation der Sehgewohnheiten beitragen. 1981 wurde das Thema in einem nächsten Schritt auf Objekte aus Acrylglas («Nr. 19» und «Nr. 22») ausgedehnt. Dank deren Transparenz komme es, so Rudin, zu immer neuen Wahrnehmungseffekten: «Aufgetragene Farben auf den Kanten können durch das Glas wandern und erscheinen dort unvermutet in anderen nicht bemalten Kanten.» Dieses «Wandern» im Sinne eines Sich-schrittweise-Fortsetzens ist charakteristisch für Rudins Werk insgesamt. In steter Abwandlung ihrer Grundthemen wusste sie diesen im Wechsel zwischen Malerei und Skulptur stets neue überraschende Facetten zu entlocken. Und nicht zuletzt hat sie mit der Artikulation der Randzonen das Vokabular der konkreten Kunst um ein signifikantes Thema erweitert.
Der Nachlass der Künstlerin wurde in die nelly rudin-Stiftung überführt. Diese ist im ehemaligen Wohn- und Atelierhaus in Uitikon bei Zürich untergebracht.
Elisabeth Grossmann