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Nur jede fünfte Person in der französischsprachigen Schweiz glaubt, dass sie ihren gewohnten Lebensstandard nach der Pensionierung aufrechterhalten kann. In der Deutschschweiz ist es hingegen mehr als die Hälfte – das zeigt die Vorsorgestudie der Axa. Philippe Weinberger, Leiter Broker Westschweiz bei der Axa überraschen die Resultate nicht: «Wir beobachten, dass die Romands generell skeptischer sind in Bezug auf ihre Arbeits- und Vorsorgesituation. So ist beispielsweise auch die Angst, den Job zu verlieren, in der französischsprachigen Schweiz gemäss einer SRG-Umfrage fast dreimal grösser als in der Deutschschweiz.»
Weniger Vertrauen in 1. und 2. Säule
Wie die Onlinebefragung von gut tausend Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren zeigt, sind Romands grundsätzlich weniger zuversichtlich in Bezug auf die 1. und 2. Säule. In die AHV haben 85% der Deutsch-, aber nur 67% der Westschweizerinnen und -schweizer Vertrauen; in die berufliche Vorsorge 87 gegenüber 72%. Unter den häufigsten Gründen für die Skepsis werden in beiden Sprachregionen die demografische Entwicklung sowie die Senkung der Umwandlungssätze genannt. Als weiteren Grund führt die französischsprachige Schweiz die Inflation an, die deutschsprachige mangelndes Vertrauen in die Politik.
Auf die Frage, wie viel Prozent des Einkommens man als Rente aus der 1. und 2. Säule bekommen sollte, um den Lebensstandard halten zu können, antwortet jede vierte Person aus der Romandie, 81 bis 100% des Lohns als Rente erhalten zu müssen, während in der Deutschschweiz nur jede sechste Person so denkt. In der Deutschschweiz nennt eine Mehrheit 61 bis 80% des Lohns.
Romands zahlen seltener in die Säule 3a ein
Das Misstrauen der Westschweizerinnen und -schweizer in die 1. und 2. Säule führt nicht dazu, dass sie häufiger in der 3. Säule vorsorgen. Denn während rund 80% der Deutschschweizer angeben, eine Säule 3a zu besitzen, sind es bei den Französischsprechenden nur 70%. Die dargelegten Gründe hingegen sind in beiden Sprachregionen dieselben: Es mangelt an Geld oder der Zeitpunkt passt nicht.
Weniger Vertrauen in die 1. und 2. Säule, seltener eine 3. Säule – wo sehen Romands stattdessen Kapital für den Ruhestand? 34% betrachten das zukünftige Erbe als wesentlichen Bestandteil ihrer Altersvorsorge. Bei den Deutschschweizerinnen sind es nur 25%.
Zur Vorsorgestudie
Seit 2019 führt die Axa jährlich eine umfassende Studie zur Vorsorge in der Schweiz durch. Für die aktuelle Studie wurden zwischen dem 23. März und 3. April 2023 via Intervista-Onlinepanel 1018 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt.