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Sein Name ist eng mit unserem einzigen Cupsieg verbunden. In der 61. Minute verwertete Nafziger eine Vorlage von Kurt Grünig von halblinks am herausstürzenden Goalie Kurt Eichenberger vorbei. 10 Minuten später kam es zu einem Freistoss knapp ausserhalb des Sechzehners. Captain Grünig zirkelte auf Nafziger, der Bellinzonas Torwart erneut mit einem Flachschuss bezwang.
Der Cupsieg wurde gleich in der ersten Saison nach der Rückkehr in die Nationalliga A gefeiert. 18 Jahre lang, von 1950 bis 1968, dümpelte der FCSG zwischen NLB und 1. Liga. Mit Rudi Nafziger konnte ein grosser Name verpflichtet werden. Der Flügelstürmer kam vom FC Bayern, mit dem er 1965 den Aufstieg in die Bundesliga schaffte, zweimal Cupsieger wurde und 1967 den Europacup der Cupsieger gewann.
Nafziger war wichtiger Teil der erfolgreichen Bayern, seine Verpflichtung müsste in der Ostschweiz eine gewisse Euphorie ausgelöst haben. Der FCSG tat sich in der NLA aber schwer, erst Anfang Oktober und im siebten Spiel wurde der erste Sieg gefeiert. Und Nafziger selbst? Vor dem Cupfinal hatte er erst zwei Tore in Grün-Weiss erzielt, beim 3:1-Auswärtssieg im Herbst in Luzern. Immerhin: die Innerschweizer wurden damit auf Distanz gehalten. Schliesslich kämpften die Espen bis zuletzt gegen den drohenden Abstieg.
Das war auch in Nafzigers zweiter St.Galler Saison so. Am 12. Mai 1970 erzielte er in einem Nachtragspiel gegen den FCZ den einzigen Treffer, es war gegen den damaligen Leader sein 7. Saisontor und brachte die Hoffnung zurück. Die letzten vier Spiele verloren die Espen jedoch, Nafziger entschied sich schon vor Saisonende für einen Wechsel zurück in die Bundesliga. In einem Interview mit der "Ostschweiz" sagte er auf die Frage, was seine grösste Enttäuschung im FCSG war:
"Die Rückkehr aus den letzten Sommerferien: ich konnte es kaum fassen, das von der Cupmannschaft noch ganze vier Spieler zum Kader gehörte. Unter diesen Umständen bedauerte ich, nicht um Transferierung gebeten zu haben".
Schwierige Umgewöhnung an St.Galler Verhältnisse
Nafziger erzählte der "Ostschweiz" auch, wie schwer er sich anfangs tat: "Hier ist eben alles auf den Amateur zugeschnitten. Das Training selbst war in Deutschland viel härter. Hier lief ich, wenn ich wollte". Der Reporter der "Ostschweiz" wies darauf hin, dass ihn das Publikum nie richtig ins Herz geschlossen hat, schon mal "eine Superflasche" schimpfte, aber auch anerkennen musste, dass er den Triumph im Cup ermöglichte. Auf fremden Plätzen lieferte er die besten Partien, stellte die "Ostschweiz" fest. Nafziger wies auf die Frage nach seinen Formschwankungen aber auch darauf hin, dass er "als Vollstrecker erwartet wurde. Aber ich bin mit meiner Spielweise ein Vorbereiter, und kann das mit der Tatsache unterstreichen, dass ich in der letzten [ersten] Saison zwei Drittel der erzielten Tore einleitete".
58 Pflichtspiele bestritt der Flügel zwischen 1968 und 1970 für uns. Mit einem weiteren seiner 12 Tore trug sich Nafziger in die Clubgeschichte ein: Am 17. September 1969 erzielte er im ersten Europacupspiel des FCSG den Führungstreffer. Das Auswärtstor gegen Frem Kopenhagen war bei der 1:2-Niederlage im Valby Idraetspark Gold wert und bedeute nach dem 1:0-Sieg auf dem Espenmoos das Weiterkommen in die 2. Runde des Cupsieger-Cups.
Rudi Nafziger wechselte zu Hannover 96, wohin ihn Helmut Johannsen lockte - der Trainer fürhte den FCSG elf Jahre später zu einem Höhenflug. In Hannover blieb der Bayer in zwei Bundesliga-Saisons ohne Torerfolg, er ging 1972 nach Österreich zum Linzer ASK und rundete seine Laufbahn als Spielertrainer des SC Unterpfaffenhofen ab. 2008 verstarb er nach langer Krankheit in seiner Heimatstadt Gauting südwestlich von München.