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Er näherte sein Gesicht dem ihren und spitzte die Lippen wie zum Kusse. Nur einige Millimeter vor den ihren verharrte er und begann die Luft einzusaugen. Der Sog wurde immer stärker und sie spürte, wie sich ihre Eingeweide vom Körper zu lösen begannen. Ihr Innerstes begann sich nach Aussen zu wenden und schoss in seinen Mund. Er sog weiter, saugte den blutigen Körper auf, wurde unförmig, sog mit weit aufgerissenen Augen weiter und war endlich voll von ihr.
Einen Moment blieb er still stehen, unglaublich dick, mit geschlossenen Augen, kein Mensch mehr, nur noch ein Monster, ein menschenfressendes Monster. Dann bog er sich weit nach hinten, sein Bauch in einer unmöglichen Stellung dem Himmel entgegenstreckend, und lachte. Sein Lachen hallte von den hohen Wänden, verfing sich in den dunkelsten Ecken und dröhnte in den Gängen. Kein menschlicher Laut, ein Lachen von jenseits des Himmels und jenseits der Hölle.
Doch plötzlich begann sich sein Leib zu bewegen. Beulen wuchsen aus seinen Gliedern und im Gesicht, als wolle sich jemand aus ihm herauskämpfen erschien der Abdruck einer Hand, an einer anderen Stelle hoben Finger die Haut, Augen versuchten durch seine Haut zu sehen.
Und er schrie.
26. November 1997