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Zurück in die Ukraine, auch wenn dort noch Krieg herrscht. So tönt es bei vielen Ukrainerinnen, die im Frühjahr geflüchtet waren. Eine von ihnen ist Masha Nacs, Lehrerin aus Lwiw. Sie kam Anfang März in die Schweiz nach Baden und reiste zwei Monate später zurück.
Masha Nacs
Masha Nacs ist Lehrerin in der westukrainischen Stadt Lwiw. Sie flüchtete Anfang März in die Schweiz und reiste bereits Anfang Mai zurück.
SRF News: Warum sind Sie bereits wieder in die Heimat zurückgereist?
Masha Nacs: Weil es in meiner Stadt mehr oder weniger ruhig ist. Ich ging wegen meiner Eltern zurück und wegen den Kindern, die ich unterrichte. Ich will in die Armee eintreten. Als Psychologin vielleicht oder als Funkerin. Im Moment sammle ich Geld für die Einheit, in der ein Freund von mir Dienst leistet. Denn in vielen Regionen der Ukraine ist es derzeit sehr gefährlich. Und ich will anderen Menschen helfen, in der Ukraine, in meiner Stadt Lwiw zu bleiben.
Hatten Sie nicht Angst, in ein Land zurückzukehren, in dem Krieg herrscht?
Nein. Für mich war es etwas Normales, denn ich bin zu allem bereit. Ich beobachte, was in anderen Städten passiert.
Mit der Rückkehr haben Sie ihren geschützten Status in der Schweiz aufgegeben – ist Ihnen das leicht gefallen?
Nein, das war kein Problem für mich. Ich danke der Schweizer Bevölkerung, aber ich musste einfach zurückkehren. Im Namen aller Ukrainerinnen in der Schweiz sage ich danke vielmals für die Hilfe der Behörden und der Bevölkerung. Viele Familien aus Hotspots aus der Ukraine sind in die Schweiz geflüchtet, für sie ist die Unterstützung sehr wichtig, damit sie sich sicher fühlen. Und ich möchte sehr gerne glauben, dass die Ukraine mit der Hilfe Europas bald gewinnen kann und ihre Gebiet verteidigt.
Wie ist momentan die Lage in Lwiw?
In Lwiw ist es derzeit ruhig, aber wir sind bereit für eine Offensive aus Belarus. Jetzt ist es ruhig, aber wir wissen nicht, was heute Abend oder morgen sein wird. Aber wir sind auf alles eingestellt.
Was arbeiten Sie im Moment?
Ich bin Lehrerin. Ich unterrichte die 2. Klasse. Das sind Schülerinnen und Schüler im Alter von sieben bis acht Jahren.
Könnten Sie sich eine Situation vorstellen, in der Sie das Land wieder verlassen?
Ja, wie gesagt weiss ich nicht, was morgen passieren wird. Vielleicht werde ich wieder in die Schweiz gehen oder in ein anderes Land, ich weiss es nicht. Aber für den Moment bleibe ich in Lwiw.
Das Gespräch führte Tobias Bühlmann.
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