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Beim BMC-Racing-Cup in Gränichen holt sich Mathias Flückiger nach einem harten Kampf mit Daniel McConnell den Sieg. Julien Absalon wird Dritter. Bei den Frauen ist Jolanda Neff eine Klasse für sich und gewinnt mit mehr als fünf Minuten Vorsprung. Lokalmatadorin Kathrin Stirnemann wird Dritte.
Beim BMC-Racing-Cup in Gränichen holt sich Mathias Flückiger nach einem harten Kampf mit Daniel McConnell den Sieg. Julien Absalon wird Dritter. Bei den Frauen ist Jolanda Neff eine Klasse für sich und gewinnt mit mehr als fünf Minuten Vorsprung. Lokalmatadorin Kathrin Stirnemann wird Dritte.
«Extrem cool». Ausgerechnet diese Beschreibung benutzt Mathias Flückiger (Stöckli Pro) für seine Gefühlslage. Die äusseren Bedingungen sind das genaue Gegenteil. Der BMC-Racing-Cup in Gränichen ist das erste Hitze-Rennen in der Saison 2015 und Mathias Flückiger muss im Ziel erst einmal ein Flasche Wasser über den Helm schütten, um sich abzukühlen.
Er liefert sich mit dem Australier Daniel McConnell (Trek Factory Racing) und Julien Absalon (BMC Racing) an der Spitze des knapp 30 Kilometer Herren-Rennens einen grossartigen Dreikampf. BMC-Fahrer Absalon kann seinen Konkurrenten in den Downhills nicht ganz folgen und muss in den Anstiegen immer wieder die Lücken schliessen.
«Ich fahre seit einiger Zeit fast nur noch das Fully. Jetzt habe ich wohl Probleme mich umzustellen. Ich musste zu oft die Lücken zu fahren», erklärt Absalon, der Ende der vorletzten Runde endgültig den Kontakt verliert.
So spitzt sich das Rennen auf ein Duell zwischen McConnell, der die Woche in Gränichen verbracht hatte, und Mathias Flückiger zu. «Ich habe immer versucht von vorne zu fahren und das war die richtige Taktik», gibt Flückiger zu Protokoll. So nimmt er aus der ersten Abfahrt der Schlussrunde ein paar Sekunden Vorsprung mit und jagt den nächsten Anstieg hinauf.
McConnell hat Probleme mit seinem Sattel, will das aber nicht als Grund dafür ansehen, dass ihm Flückiger entwischt. «Nein», wehrt er ab, «der zweite Platz ist gut, nachdem es für mich bei den Weltcup-Rennen nicht so gut lief.» Er kämpft, doch Flückiger ist am Ende einen Ticken stärker.
«Ich war extrem motiviert, auch weil ich mit Absalon fahren konnte. Und dass ich ihn schlagen konnte, daraus nehme ich sehr viel mit für die nächsten Wochen», kommentiert Mathias Flückiger. Für den Ochlenberger ist es der erste Cross-Country-Sieg seit er zur Saison 2014 beim Stöckli-Pro-Team unterschrieben hat.
Matthias Stirnemann (Möbel Märki) aus Gränichen kämpft lange Zeit um Rang vier, doch ein Sturz in der fünften von sieben Runden wirft ihn zurück, so dass er am Ende Achter wird.
Florian Vogel, als Vereinsmitglied des RC Gränichen quasi auch Lokalmatador, scheidet bereits in der zweiten Runde nach seinem zweiten Defekt aus. «Da hätte ich weit laufen müssen und keine Chance mehr gehabt», sagt Vogel.
Fotos© Armin Küstenbrück
Neff mit riesigem Vorsprung
Ein Rennen wie aus einem Guss: Jolanda Neff lässt auch in Gränichen keinen Zweifel an ihrer aktuellen Dominanz. Und weil sie derzeit scheinbar keine Gegnerin hat, sucht sie sich eine andere: Die Zeit. Im Vorjahr waren es 3:30 Minuten, in diesem Jahr schraubt sie ihren Vorsprung bis ins Ziel nach gut 25 Kilometern auf sagenhafte 5:32 Minuten und stellt damit einen Rekord auf.
«Immer ein bisschen steigern, das war schon das Ziel», sagt die Thalerin lachend zu ihrem neunten Triumph im BMC-Racing-Cup in Folge. «Diese Woche habe ich ein wenig Ruhe gemacht. Darum hatte ich genug Energie für heute. Ich freue mich sehr, nächste Woche gehen wir nach Baku und die Form stimmt so weit», kommentiert sie weiter. «Die Strecke hier ist fantastisch, wie gemacht für mich. Schön technisch und schöne Anstiege und auch die Atmosphäre ist toll.»
Hinter ihr wird es richtig spannend. Erst hat die Russin Irina Kalentieva (Möbel Märki) an zweiter Stelle liegend Pech mit einem Hinterrad-Defekt und in der letzten Runde bringt auch der Italienerin Eva Lechner (Colnago-Südtirol) die zweite Position kein Glück. Auch sie hat einen Reifendefekt, so dass die Deutsche Sabine Spitz profitiert und als Zweite über die Ziellinie fährt.
«Ich bin sehr zufrieden mit meinem Rennen. Als ich das zweite Mal den Asphaltanstieg hoch gefahren bin, da haben mir schon ziemlich die Hufe gebrannt und ich dachte, was das wohl wird. Aber ich bin dann meinen Rhythmus gefahren, nie über dem Limit und habe von Irinas und Evas Plattfüssen profitiert», so Spitz.
Nur sieben Sekunden hinter ihr kommt Lokalmatadorin Kathrin Stirnemann ins Ziel. Das ist überraschend nach den vergangenen Wochen, in denen sie mit Lungenproblemen zu kämpfen hatte. Und auch überraschend, weil ihr die Startphase misslingt. Eher untypisch für die Eliminator-Weltmeisterin. «Ich war eingeklemmt und musste absteigen. Dann bin ich einfach meinen Speed gefahren. Das war vielleicht auch gut so. Ich habe nie überdreht, wegen der Hitze. Mir fällt jetzt ein riesiger Stein vom Herzen», erklärt Stirnemann. «Die Stimmung hier ist gewaltig, das war mega schön.»
Fotos© Armin Küstenbrück
UCI Junior Serie: Erneuter Sieg für die Weltmeisterin
Im Junioren-Rennen setzt sich der Deutsche Max Brandl klar gegen den Tschechen Matej Prudek und mit Lars Koch einem weiteren Deutschen durch.
Der Schweizer Junioren-Meister Filippo Colombo verpasst den Anschluss und gewinnt dann den Sprint gegen Vital Albin. «Ich hatte in den ersten beiden Runden keine guten Beine, da waren die ersten Drei schon weg. Aber ich bin trotzdem zufrieden mit meinem Rennen», sagt Colombo.
Bei den Juniorinnen siegt einmal mehr Weltmeisterin Nicole Koller die nach anfänglichen Schwierigkeiten zur führenden Sina Frei aufschliesst und diese dann in der dritten von vier Runden distanziert. «Am Anfang ging es nicht so gut, aber es war schön, dass ich auch mal direkte Gegnerinnen hatte», sagt Koller im Ziel mit einem Lachen. Sonst fährt sie immer von der ersten Runde an alleine vorneweg. Dritte wird die Deutsche Antonia Daubermann.
Fotos© Armin Küstenbrück