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Würfelnatter
Natrix t. tessellata (Laurenti, 1768)
Würfelnatter
Verbreitung
Die Verbreitungsschwerpunkte in Europa befinden sich im Süden und Südosten: in Italien, auf dem Balkan sowie in den Ländern rund um das Schwarze Meer. Ihr Gesamtareal reicht im Osten bis nach China. In der Schweiz kommt sie von Natur aus nur im Tessin, im Misox sowie im südlichen Puschlav vor. Illegal ausgesetzte, heute noch bestehende Populationen leben an einigen Seen der Nordschweiz. Vereinzelte Funde an Flüssen, ausserhalb ihrer natürlichen Verbreitung sind ebenfalls auf illegale und ökologisch nicht vertretbare Aussetzungen zurückzuführen. (Text: Goran Dusej, Karch, Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz)
Aussehen:
Die Würfelnatter kann bis zu 130cm lang werden, bleibt jedoch in der Regel um 100cm. Der lange, schmale Kopf ist deutlich vom Hals abgesetzt. Die Dorsalia (Rückenschuppen) sind gekielt wobei die äussere Lateralschuppenreihe (Seitenschuppen) ungekielt sein kann. Die Schwanzoberseite ist ebenfalls gekielt.
Die Körpergrundfärbung ist von oliv, grau, gelbgrau oder braun, gelbbraun mit allen Hell-Dunklen Übergängen. Auch schwarze (melanotische) Tiere kommen vor. Die Schuppenkiele sind brau, orange bis rötlich gefärbt. Au der Oberseite sind 4 oder 5 Reihen dunkler, meist quadratische Flecken die wie ein Schachbrettmuster angeordnet sind. Die Flecken können jedoch auch zu einem Band zusammen fleissen und unterbrochene oder durchgängige Längsbänder ausbilden oder zu Querbänder verschmelzen.
Die Ventralia (Bauchschuppen) können von einfarbig schwarz bis weisslich, gelblichgrau über orange mit meist schwarzen, dunkelgrauen quadratischen Flecken sein.
Natrix tessellata verfügt neben der Giftdrüse (Duvernoy'sche Drüse), die zusammen mit der Oberlippenspeicheldrüse (Glandula supralabialis) ein zusammenhängendes Drüsenband bildet, auch über einen zugehörigen "Injektionsapparat", wobei sich beim Beutebiss aus der Zahntasche einer der beiden hintersten Oberkieferzähne durch Druck das Toxin (Gift) in die Bisswunde ergiesst (Zahntaschensystem). Das Gift wirkt sowohl haemorrhagisch (auf die Blutung) als auch nekrotisch (Zelltod). (Wolfgang Böhme, Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas, Schlangen ll)
Ökologie:
Aufgrund ihrer semiaquatischen Lebensweise ist die Art in der Biotopwahl an die Nähe von Gewässer gebunden. Dabei kommen Teiche, Seen, Fliessgewässer mit grossem Fischreichtum und einer naturnahen Uferzohne vor. Befinden sich in Ufernähe sonnenexponierte Flächen vor, ist das Biotop perfekt. Die Würfelnatter ist eine extrem gute Schwimmerin und kann grössere Strecken zurück legen.
Die Nahrung besteht aus den verschiedensten Fischen und Amphibien. Selten werden Kleinsäuger, Eidechsen, Krebse und Regenwürmer genommen.
Die Paarungen beginnen nach der Winterruhe, die je nach Geografie und Witterung von Oktober bis April statt findet. Zur Paarung finden sich oft mehrere Tiere zusammen, das sind dann sogenannte Massenpaarungen. Die Eiablage (5 bis 25 Eier) findet nach einer Tragzeit von 56 bis 70 Tagen dann in der Regel zwischen Juni bis August statt. Nach einer Inkubationszeit von ca. 34 bis 44 Tagen, je nach Temperatur, schlüpfen die Jungen. Sie sind zwischen 14 bis 25cm lang. Die kleinen fressen schon vor der ersten Häutung um die kommende Winterruhe gut zu überstehen. Sie ist tagaktiv und bevorzugt am Vormittag unterwegs.