Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03409.jsonl.gz/2372

Besuch bei Distrito Chocolate in Bogotá in Kolumbien
Distrito Chocolate, heute ein Café und Schokoladenmanufaktur in Bogotá, ist das Ergebnis eines Projekts das 2007 startete und sich zum Ziel setzte illegale Plantagen von Kokapflanzen in legale Kakaoplantagen zu konvertieren. Die Plantagenbesitzer lebten gut vom illegalen Anbau, und die Umstellung schien finanziell ein schlechter Deal in dem es um Cents statt um Millionen ging. Jedoch lebten sie immer in Angst, einerseits dass der Staat hunderte von Hektaren des illegalen Anbaus innerhalb Stunden ausrottet, andererseits wollte die FARC jeweils einen Anteil des Gewinnes für den sicheren Transport.
Eine Allianz zwischen Kirche, Staat und des Projektes arbeiteten eine tragfähige Lösung aus dem den Familien reguläres Einkommen gewährte, unter anderem mit Staatssubventionen. Zwischen 2007 und 2012 wurde das Anbaugebiet von Koka von 322 auf 10 Hektar in der Region Boyacá reduziert, und die Region Pauna war die erste frei von Kokaplantagen.
Mit diesem Projekt gewannen sie den Friedenspreis von der Fundación Social und auch der Schwedischen Botschaft, und nebenbei auch einen Preis für die Qualität der Kakaobohnen.
Sie wurden dann nach Belgien eingeladen, und während sie von einem Schokoladenladen zum nächsten spazierten, träumten sie von der eigenen Schokoladenfirma und einem kleinen Café. So wurde Distrito Chocolate geboren.
Vielen Dank an Camilo für all diese Erklärungen bei meinem Besuch, und nebenbei auch für die feine Schoggi, dem Probieren der weissen Kakaofrucht, den feinen Pralinen und der heissen Chucula (einem typischen kolumbianischen Getränk, hergestellt aus feinem Kakao, 7 verschiedenen Getreiden, Gewürze und Rohrohrzucker). Die Chucula ist eine Zeitreise - zurück zu einer Zeit als Kakao noch Ernährung war statt nur eine Beigabe in überzuckerte Süssigkeiten.