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Mauricio Kagel "Zwei-Mann-Orchester"
Goethe-Institut Buenos Aires, Argentinien
Mauricio Kagel zählt zu den wichtigsten Komponisten der Gegenwart. Er wurde 1931 in Buenos Aires in eine jüdische Familie geboren, die in den 1920er Jahren aus Russland geflohen war. Früh erhielt er privaten Instrumentalunterricht und arbeitete in Buenos Aires als Filmkritiker, Korrepetitor und Dirigent, u.a. am Teatro Colón. 1957 reiste er mit einem Stipendium nach Deutschland wo er sich bis zu seinem Tod im Jahr 2008 niederließ und ein umfangreiches, äußerst vielseitiges Oeuvre schuf.
Ab 1960 war Kagel als Dozent bei den Darmstädter Ferienkursen tätig. 1969 wurde er zum Direktor des Instituts für Neue Musik an der Rheinischen Musikschule in Köln und, als Nachfolger von Karlheinz Stockhausen, zum Leiter der Kölner Kurse für Neue Musik (bis 1975) ernannt; 1974 erhielt er an der Kölner Musikhochschule eine Professur für Musiktheater. Zu seinen wichtigsten Auszeichnungen zählen der Erasmus-Preis (1988), der Ernst von Siemens Musikpreis (2000) und der Rolf Schock-Preis (2005). Kagel starb 2008 in Köln.
Vier Jahre nach seinem Tod soll 2012 das ZWEI-MANN-ORCHESTER, mit Unterstützung der Ernst von Siemens Musikstiftung, in der dritten Fassung mit der Besetzung Wilhelm Bruck und Matthias Würsch, in Lateinamerika zum ersten Mal zu erleben sein. Zunächst wird es im neuen "Bicentenario"-Saal des Teatro Colón in Kagels Heimatstadt Buenos Aires präsentiert. Aufführungen sind anschließend in Córdoba und Rosario geplant. Durch ein zusätzliches pädagogisches Rahmenprogramm, wie Workshops und Gespräche der Interpreten und anderer Gastreferenten mit Studenten und lokalen Referenten, sollen nicht nur das künstlerische Schaffen Kagels dem Publikum am Rio de La Plata näher gebracht werden sondern vielmehr soll ein Austausch entstehen, der dem künstlerischen Nachwuchs den Zugang zum Kagelschen Oeuvre ermöglicht und erleichtert.
Kagels ZWEI-MANN-ORCHESTER für zwei Ein-Mann-Orchester (1971–73) ist eines der merkwürdigsten und originellsten Stücke der Neuen Musik. Um es zu realisieren, müssen zwei Spieler eine Orchestermaschine aus ca. 200 Instrumenten und mechanischen Bewegungselementen entwickeln und bauen. Modelle aus melodischen, harmonischen und rhythmischen Elementen sowie Bewegungsabläufen aus Kagels offener Konzeptpartitur werden während der Bauphase dem entstehenden Instrumentarium angepasst und in eine klingende Form gebracht. So entsteht ein Doppelgebilde aus skulptural-kinetischem Klangobjekt und Musikstück.
Erstaufführung: November – Dezember 2012
Buenos Aires, Córdoba und Rosario
Weitere Informationen:
www.goethe.de/buenosaires