Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03466.jsonl.gz/1348

Nichts in der Biologie macht Sinn ausser im Angesicht der Evolution - weise alte
Worte.
Der Urknall wird auf 13.7 Milliarden Jahre zurückberechnet. Vor 4.5 Milliarden Jahren soll unser Sonnensystem mit der Erde entstanden sein. Eine Milliarde Jahre lang dauerte es bis zum Erscheinen erster einfacher lebender Zellstrukturen. Primaten, komplexe Tiere, wie es auch wir Menschen sind, erschienen vor 25 Millionen Jahren. Die Abtrennung von den Schimpansen bedeutet den Ursprung unserer eigenen Art und datiert ca. 6 Millionen Jahre zurück.
Vor 200,000 Jahren - Sekunden also in evolutionärer Zeitrechnung - erschienen dann im heutigen Ostafrika die ersten Vorfahren des modernen Menschen: homo sapiens.
Archäologische Funde bezeugen, dass während der gesamten Existenz des Menschen und seiner Vorfahren - auch nach der Landwirtschaftsrevolution vor ca. 10,000 Jahren, also vor 400-500 Generationen - die Nahrungsaufnahme zu 95% aus faserhaltigen Ballaststoffen bestand.
Vergleiche mit grossen Tieren, speziell unseren engsten Verwandten, den Menschenaffen, zeigen weiters: Skelettstruktur zur Futterbeschaffung, Handfunktion zu dessen Bearbeitung, Zähne und Kaumechanismus, Länge und Absorptionsoberfläche des Verdauungstraktes in Bezug auf Körpergröße - alle sind sind denjenigen von Fruchtfressern am ähnlichsten.
Fleisch wurde von der Mehrheit der Menschen früher eigentlich nur selten gegessen - der Grossteil der Nahrung bestand aus Beeren und Früchten mit Fleisch nur bei festlichen Anlässen. Sogar zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Fleisch und Tierprodukte für die meisten Menschen unerschwinglich oder nicht verfügbar. Dies ist in der Dritten Welt unter den Armen nach wie vor so.
Ein tägliches Kaloriendefizit war auf Grund des geringeren Proteingehaltes der Nahrung die Norm. Die durchschnittliche Lebenserwartung lag vor 200 Jahren noch bei 25 Jahren. Evolutionsmässig machte es also Sinn, dass die Natur mit maximaler Energienutzung bei minimaler Nahrungszufuhr antwortete. Dies lieferte die genetische Grundlage für die heutzutage epidemie-artige Ausbreitung von Fettleibigkeit, zumal sich in den letzten zwei Jahrhunderten unsere Essgewohnheiten wesentlich geändert haben.
Vermehrte Zufuhr von Fleisch, Tierprodukten und aufbereiteter Massennahrung ist eine moderne Zeiterscheinung und ganz klar verbunden mit der Entstehung von Zivilisationskrankheiten.