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Wie kann man im Judo und Ju-Jitsu vorankommen, wenn gerade keine Partner zur Verfügung stehen? Eine Frage, die sich viele Judo- und Ju-Jitsuka derzeit stellen. Wir werden versuchen, ein paar Anregungen zur Beantwortung zu geben.
Die geistige Visualisierung in Verbindung mit inneren Monologen kann dazu beitragen, verschiedene und wesentliche Komponenten bei der Praxis des Judo auf hohem Niveau zu verbessern, so z.B.:
- Die Beherrschung einer Technik oder Bewegung im Tachi-Waza sowie im Ne-Waza
- Das Kumi-Kata-System gegen jede Art von Kämpfer und Ausgangslage
- Die Reaktionen und Reflexe während eines Kampfes
Die Bildliche Vorstellung wird von vielen Spitzensportlern verwendet, um ihre Leistung und ihre Konzentrationsfähigkeit zu verbessern, aber auch um ihren Stress vor und während des Wettkampfes zu reduzieren.
Ein Beispiel für eine technische Lernmethode
Um qualitativ hochwertige mentale Bilder zu erzeugen, ist es notwendig, sich in einem ruhigen Raum zu isolieren, eine erholsame Körperposition einzunehmen und tief einzuatmen, indem man zunächst durch den Bauch, dann durch die Brust und schließlich durch die Schultern einatmet und dann langsam und vollständig ausatmet, um den Muskeltonus zu verringern und ein mentales Loslassen zu erreichen.
Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, kann man mit dem Prozess der Visualisierung beginnen, die entweder aus einer inneren Perspektive (ich mache die Technik selbst) oder aus einer äußeren Perspektive (ich sehe mich selbst die Technik machen) durchgeführt werden kann.
Um eine Technik (wir sprechen hier sowohl von Tachi-Waza als auch von Ne-Waza) zu verbessern, besteht die Idee darin, durch eigene Anweisungen jedes Detail der Technik (z.B. Uchi-Mata, Juji-Gatame...) in Zeitlupe zu zerlegen, ausgehend von der Position der Füße bis zu den Händen. Es ist notwendig, dass es gelingt, die Bewegung in Zeitlupe und in ihren kleinsten Details klar zu visualisieren, bevor die Geschwindigkeit der mentalen Projektion allmählich erhöht wird. Es handelt sich dabei um eine wichtige Konzentrationsleistung, damit auch ein klares Bild von der zu visualisierenden Technik resultiert.
Sobald man die Technik auf diese Art statisch gut beherrscht, kann – analog zum reellen Training – zu Visualisierungen übergegangen werden, die Bewegungen und das Timing für den Angriff integrieren. Je zentraler die visuellen Fähigkeiten mit der Zeit werden, desto komplexer kann der Prozess schliesslich werden. Indem man bspw. Empfindungen hinzufügt, die uns durch die Ausführung der Techniken gegeben werden, sei es das Gefühl vom Greifen des Judogi, wenn wir am Ärmel ziehen oder eine Eröffnung über das Revers machen.
Dieses technische Lernen durch mentale Bilder ist einerseits perfekt für eine Zeit der Quarantäne, ist aber auch ein absolutes Muss für einen verletzten Sportler, der sich weiter verbessern möchte, indem er an seiner Konzentration arbeitet.
Eine Sequenz der mentalen Projektion dauert etwa fünfzehn Minuten und sollte dreimal pro Woche wiederholt werden.
- Weitere Information unter: www.mobilesport.ch
Wir wünschen allen viel Freude beim Ausführen.
Dominique Hischier, Chef Leistungssport