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Ich hatte die Möglichkeit, die letzten drei Monate am Center for Design Research an der Stanford University in Kalifornien zu verbringen. Schon einige Tage nach meiner Ankunft fiel mir auf, dass die Teams hier einen anderen Modus der Zusammenarbeit verfolgen: Projekte werden gemeinsam vorangetrieben, anstatt Teilaufgaben auf die einzelnen Teammitglieder zu verteilen.
Auf den ersten Blick erscheint es umständlich, einzelne Tasks in der Gruppe zu erledigen, doch dahinter steckt eine bewährte Methodik. Studien zeigen, dass dieses Vorgehen zu besseren Endergebnissen führt (Harvard Business Review, 2015). Kollaboration und Kooperation werden fälschlicherweise oft als Synonyme gebraucht. Bei der Kooperation wird einzelnen Teammitgliedern die Verantwortung für Teilaufgaben übertragen, welche dann zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Ganzen zusammengefügt werden. Sie arbeiten parallel an Teilprojekten. Damit sind die Projektmitarbeiter oder -gruppen nicht an der Entwicklung aller Ergebnisse eines Projektes beteiligt. Bei der Kollaboration gibt es hingegen keine Teilaufgaben. Ein Grossteil der Aufgaben wird synchron vom gesamten Team erledigt, die Arbeit erfolgt also sequentiell.
Ressourcen- und Zielallokation als grösstes Hindernis
Auch wenn viele Manager Kollaboration befürworten, ist es dennoch schwierig, sie in die Tat umzusetzen. Es braucht viel mehr als Personen, welche gewillt sind zusammenzuarbeiten, Informationen zu teilen und zu kollaborieren. Es sind schwierige Entscheidungen fällig und auch Abwägungen bezüglich was gemacht werden kann und was nicht, um die Arbeitsbelastung über verschiedene Bereiche mit unterschiedlichen Prioritäten und Teamleadern auszubalancieren. Ron Ashkenas, Managing Partner bei Schaffer Consulting, sagt hierzu: «Die Bereitschaft für Kollaboration ist bei vielen Managern gegeben, aber was ihnen fehlt, ist die Fähigkeit und Flexibilität ihre Ressourcen und Ziele mit anderen Teams in Echtzeit abzustimmen.» Um Kollaboration in Ihrem eigenen Team anzustossen, können Sie gemäss Ashkenas mit diesen zwei Schritten starten:
- Erstellen Sie ein Workflow-Dokument für Ihr Projekt und listen Sie alle Teilschritte und involvierten Parteien auf.
- Stimmen Sie dieses Dokument in einem Meeting mit allen Parteien ab und nutzen Sie dieses als einen Kollaborationsvertrag.
Corinne Scherrer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Marketing Management und arbeitet an der Fachstelle Service Lab. Sie hat im Bachelor Biomedizinische Wissenschaften an der Universität Fribourg und im Master Business Administration mit Fokus Marketing an der ZHAW studiert. Ihre Forschungs- und Interessensschwerpunkte liegen in den Bereichen Design Thinking, Behavior Change und Preventive Health.