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Walker/in
Das Walken wurde zumeist im Anschluss an das Weben des Wolltuches vorgenommen. Die Walker[1] (auch Slichter genannt) weichten das Wolltuch zunächst in Seifenwasser und verdünntem, gefaultem Urin ein. Daraufhin wurde das Wolltuch von Hand oder mit den Füssen solange gestampft bis dieses verfilzte und die gewünschte Dichte sowie Festigkeit erhielt. Das auf diese Weise vorgenommene Walken war mit viel Kraft- und Zeitaufwand verbunden und wurde daher schon früh in speziellen Mühlen durchgeführt, indem man sich dabei der Wasserkraft bediente. So konnte ein mit Holzhämmern versehenes Wasserrad den Walkprozess um einiges verkürzen und erleichtern.
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An das Walken der Wolltücher schloss sich zumeist das Rauen und Scheren, welches von den Tuchscherern vorgenommen wurde. Die Arbeit der Tuchscherer hingegen bestand darin, das beim Walken eingegangene Tuch in feuchtem Zustand auf einem Tuchrahmen zu spannen, daraufhin in vorgesehenem Format zu dehnen und im Anschluss darauf zu rauen und mittels Tuchscheren die abstehenden Fasern in eine einheitliche Länge zu schneiden. Im 19. Jahrhundert wurde die Tuchschere allerdings durch die Schermaschine ersetzt und die Tuchscherer mussten sich beruflich umorientieren, da sie auch Färbungen am Tuche nicht mehr durchführen konnte. Dies durften fortan lediglich Tuchfärber vornehmen.
So lässt sich das Handwerk des Tuchscherers bereits im 19. Jahrhundert als ausgestorben bezeichnen, während das des Walkers heute in der Schweiz den hoch gefährdeten Handwerken zugeordnet wird. Die technischen und technologischen Errungenschaften der heutigen Zeit vermochten zudem das Schaffen der Walker grundlegen zu verändern. So sind heute Walker insbesondere für die Bedienung von speziellen Trommelwaschanlagen zuständig, indem sie unter anderem die nötige Behandlungszeit, Temperatur und Krafteinwirkung einstellen.
[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet.
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Literatur
Palla Rudi: Verschwundene Arbeit. Das Buch der untergegangenen Berufe, Frankfurt am Main 2010, S. 242-243, 255-265.
Sauer Christine: Handwerk im Mittelalter, Darmstadt 2012, S. 77.
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