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Seitenwagen-Motocross
Schweizermeister 1971, 1972, 1973, 1974, 1975, 1976, 1977,1978,1979
Europameister 1972,1974,1976,1977,1978
AMA-Meister Amerikanische Meisterschaft 1974
Selbst die erbittertsten und härtesten Gegner auf allen Rennpisten waren sich ein Jahrzehnt lang einig: Robert Grogg ist der weltbeste Cross-Gespannpilot. -Röbu:, wie er von seinen Freunden genannt wird, ist der ungekrönte Weltmeister. Von 1971 bis 1978 gewann der Schweizer fünfmal die Europameisterschaft, den damals höchsten Titel, wobei ihm von 1976 bis 1978 mit »Res- Hüsser ein lupenreiner Hattrick gelang. Allein schon seine Dominanz im eigenen, Land als 9facher Schweizer Meister (von 1971 bis 1980, lediglich 1979 kein Meistertitel) machten seine Stellung als absoluter Champion unumstritten. Der Deitinger gibt für seinen Sport alles und gilt schon über ein Jahrzehnt als großer Zuschauermagnet. Robert Grogg war bei seinen unzähligen Siegesfahrten meistens eine Klasse für sich, dass mancher seiner. Konkurrenten am liebsten seine Lizenz abgegeben hätte.
Robert Grogg hatte schlicht gesagt einfach Pech, dass der Europameisterschaftsstatus erst 1980 zur Weltmeisterschaft aufgewertet wurde. Fast zum gleichen Zeitpunkt aber erlitt die glanzvolle Grogg'sche Karriere einen gewaltigen Bruch. Zuerst erwischte es .•Plampi• -Res- Hüsser 1979 und 1980 gleich zweimal mit einem Beinbruch, wobei sich etliche eigene schwere Verletzungen und zusätzlich noch maschinelle Probleme anreihten, so dass der grosse Champion der 70er Jahre immer noch seinem ersten WM-Titel hinterher fährt.
Grogg begann bereits 1965 mit 17 Jahren seine Motorsportlaufbahn. Nach 5-jähriger Solopraxis in der 250er und 500er Klasse auf der tschechischen CZ und der schwäbischen Maico (1966 bereits 250-ccm-Sieger beim Debütrennen in Wohlen), begann er 1970 mit dem Seitenwagensport. Eigentlich war sein erster Seitenwagenkontakt bereits 1969 als Plampi beim unvergessenen Günzberger, 1. Schweizer Wasp-Importeur Paul Sterki. Robert machte bereits bei seinem ersten Gespannrennen in Frauenfeld auf sich aufmerksam, indem er mit seinem Passagier Gerhard Martinez auf einer 650-ccm-Triumph siegreich war. Bereits 1971 ging er zum englischen Norton-Motor über, mit dem er bis 1980 fünf Europameister- und neun Schweizer Meistertitel in einer traumhaften Siegesserie unzählige Erfolge errang. Besonders bis 1978, als die Yamahas noch keine 1000 ccm Hubraum hatten, war Robert Grogg und seine mit ca. 900 ccm geradezu ideal geschaffene Norton fast unschlagbar. Das englische Triebwerk leistete schon als 750er satte 60 PS. Kritisch wurde es dann allerdings für den eingefleischten Anhänger der englischen Kraftquelle ab 1980, als die übermächtige Yamaha-Streitmacht volle 1000 ccm Power besaß, wobei der superschnellen Norton bei einem Hubraum von 980 ccm einfach die Standfestigkeit fehlte.
Auf seine Lieblingspiste angesprochen antwortete der Rekordmeister mit einem Lächeln spontan: Schnaitheim. Warum: .Erstens ist die Piste superschnell und wenn nicht gerade ein katastrophales Wetter herrscht, wie im letzten Jahr, immer im Tip-Top-Zustand. Zweitens imponiert mir das ganze Drumherum, besonders die gute Kameradschaft und Drittens errang ich in Schnaitheim 1981 auf meiner legendären Norton den letzten Sieg.«
Als sein härtestes Rennen seiner Laufbahn bezeichnete Grogg das Europameisterschaftsfinale 1976 in Erbach/Ulm. In einem fast toten Rennen, das in die Gespanngeschichte eingegangen ist, sicherte sich Robert Grogg mit seinem Co Andreas Hüsser nach mitreissendem Rad-an-RadKampf gegen die Osterreicher Schneider/Fink seine dritte Europameisterschaft. Grosser Anteil an der erfolgreichen Grögg-Ära gebührt zweifellos auch Hans Hafner, der sich von 1975 bis Anfang 1980 als Mechaniker und Betreuer im Grogg Team verantwortlich zeigte. Wie bereits erwähnt, mußte der Erfolg gewohnte Solothurner ab Saison Ende 79 herbe Schicksalsschläge verdauen, neben zahlreichen Verletzungen, zuerst von Hüsser und dann bei ihm, vollzog 1981 Grogg schweren Herzens auch einen Motorenwechsel. Nach 10jähriger Norton-Ehe wechselte er zu Yamaha, wobei er auf einem von "Mick" Bollhalder zurechtgemachten Motor beim Grand-Prix in Gerstetten gleich siegreich war. Vieles sprach für ein Grogg Comeback zur absoluten Spitze, ging es ja ab 1980 um den begehrten WM-Titel.