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Was ist Psychosynthese
Die Psychosynthese ist eine Form der transpersonalen Psychologie und verbindet Spiritualität und Therapie. Psychosynthese ist auch ein pädagogisches Konzept, unterstützt persönliches Wachstum und spirituelle Entwicklung und hat somit Anteil an der Evolution des menschlichen Bewusstseins. Ihre Sichtweise besteht darin, den Menschen in seiner Ganzheit zu begreifen. Dabei spielen die Eigenverantwortung und der Wille eine zentrale Rolle sowie das natürliche Streben des Menschen nach Weiterentwicklung, Sinn und spiritueller Erfahrung.
Die Psychosynthese bietet nicht nur eine Theorie. Sie verwendet Techniken und Übungen, die es uns ermöglichen, von unerwünschten Mustern frei zu werden, um dorthin zu gelangen, wo wir sein wollen (und nicht: wie wir sein sollten).
Die Psychosynthese wurde vom italienischen Arzt und Psychiater Roberto Assagioli (1888-1974) anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt und begründet. Geboren in Venedig, studierte er Medizin in Florenz und wurde Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Er war Schüler und Wegbereiter Sigmund Freuds in Italien, ebenso Mitglied der Zürcher Freud Gesellschaft, einer Gruppe von Pionieren in der Psychoanalyse. Bald schon distanzierte er sich von der reduktiven Sicht der Analyse und ging seinen eigenen Thesen und Ideen nach. Erste Ansätze der Psychosynthese finden sich bereits 1910 in seiner Dissertation (über Psychoanalyse). Er interessierte sich für alles, was mit zutiefst menschlichen Erfahrungen und Werten zu tun hat. Dadurch wurde ihm zunehmend bewusst, dass ein ganz wesentlicher Teil des Menschen von der Psychoanalyse weder berücksichtigt, noch angesprochen wurde - und zwar der spirituelle (transpersonale) Aspekt. So entwickelte er seine Ideen - deren Wurzeln weit in der Zeit zurück und in den Osten reichen - weiter und verband sie mit seiner psychotherapeutischen Praxis. Sein Hauptanliegen war es, die "höheren" Bereiche des Menschen - wie spirituelle Erfahrung, Intuition und Erkenntnis als eigenständige, erforschbare Phänomene zu betrachten.
Assagioli sagte einmal, die Psychoanalyse interessiere sich nur für das Kellergeschoss der menschlichen Seele, während es der Psychosynthese um das ganze Gebäude ginge. Der Einbau eines Fahrstuhles würde es dem Menschen gestatten, zu jeder Etage seiner Persönlichkeit zu gelangen. Unter Einbezug der spirituellen Bereiche sei es dem Menschen möglich, ein ganzheitlicheres Leben zu gestalten, das in umfassender Weise die Gesamtheit aller Lebewesen einschliesst.
In der Psychosynthese werden verschiedene Methoden eingesetzt, um die Entwicklung einer ganzheitlichen Persönlichkeit zu unterstützen:
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Arbeit mit Teilpersönlichkeiten: Je nach Situation oder Umgebung sind wir Menschen in einer anderen Rolle (Mutter, Tochter, Geschäftsmann, Sohn etc.). Viele Menschen sind sich dieser Rollen gar nicht bewusst und spielen manchmal zur falschen Zeit die falsche Rolle. Mit der Teilpersönlichkeitsarbeit werden die verschiedenen Persönlichkeitsaspekte vertraut und können mit der Zeit gezielt sinnvoll eingesetzt werden.
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Schulung des Willens: führt Menschen in die Verbindung mit einem Wollen, das im Einklang steht mit ihren höchsten Zielen.
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Imagination - Bildarbeit: macht die Kraft der Visualisation bewusst und hilft dabei, Bilder zu kreieren, die im Leben unterstützend wirken.
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Meditation: bringt Menschen in Kontakt mit ihrer inneren Quelle von Weisheit und Kraft.
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Körperarbeit: macht die gegenseitige Beeinflussung und Funktionsweise von Körper und Geist deutlich.