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Ratschläge zur Vorbereitung auf die Operation
Hören Sie auf zu rauchen
Nutzen Sie diese Operation, um das Rauchen aufzugeben.Der Genuss von Tabak beeinträchtigt die ausreichende Sauerstoffversorgung des Gewebes und verzögert so die Narbenbildung und den Einheilungsprozess für die Prothese.
Ausserdem senken Sie damit das Risiko von Atemproblemen nach dem Eingriff.
Falls nötig, nehmen Sie ab
Dadurch wird nicht nur die Rehabilitation – sprich: nach dem Eingriff wieder mit Gehen zu beginnen – einfacher, sondern Sie verringern langfristig auch die Abnützung Ihrer Prothese.
Bereiten sie Ihre Muskeln 1-mal pro Tag auf den Eingriff vor.
Ihre Hüftmuskulatur ist unentbehrlich, um Ihre Beine zu bewegen. Diese paar Übungen stärken die Muskeln, die für einen guten Regenerationsprozess zentral sind.
1. Training der Oberschenkelmuskulatur
a) Halten Sie da Bein horizontal ausgestreckt, zählen Sie bis 10, lösen Sie die
Spannung langsam. > 10 x wiederholen
b) Spannen Sie Ihre Oberschenkelmuskulatur bei gebeugten Knien an, zählen Sie
bis 10, lösen Sie die Spannung langsam. > 10 x wiederholen
2. Trainieren des Gesässmuskels im Stehen
Verlagern Sie das Gewicht auf ein Bein und heben Sie das andere gebeugt an.
Setzen Sie das Bein wieder ab und wiederholen Sie den Vorgang und heben das
andere Bein. > 10 x wiederholen
3. Training der Armmuskulatur im Sitzen
Ergreifen Sie beidseits neben den Hüften den Stuhlrand oder die Armlehnen und
strecken Sie Ihre Arme, ohne mit den Beinen nachzuhelfen. Zählen Sie bis 10 und
lösen Sie die Spannung langsam. > 10 x wiederholen
Training für das Gehen an Stöcken
Wir empfehlen, ein Paar geschlossene, bequeme Schuhe ohne hohe Absätze und ohne Schnürsenkel zu tragen.
Grundlage für das Gehen mit Teilbelastung
Setzen Sie die zwei Stöcke vor sich am Boden auf, bewegen Sie das operierte Bein nach vorne zwischen die Stöcke. Machen Sie dann mit dem gesunden Bein einen Schritt vorwärts und beginnen Sie von vorne. Stützen Sie sich auf die Stöcke und belasten Sie das operierte Bein so, wie es Ihnen der behandelnde Arzt erlaubt.
Treppen hinauf- und hinuntersteigen
Um hinaufzusteigen, beginnen Sie mit dem nicht operierten Bein. Halten Sie sich am Geländer fest und/oder stützen Sie sich auf die Gehstöcke.
Um hinunterzusteigen, beginnen Sie mit dem operierten Bein.
Die Gehstöcke begleiten immer das schmerzende, beziehungsweise operierte Bein.
Steigen Sie eine Stufe nach der anderen hinauf oder hinunter.
Ziehen Sie den zweiten Fuss jeweils auf die gleiche Stufe nach, bevor Sie die nächste Stufe nehmen.
Praktische Ratschläge für nach der Operation
Hier sehen Sie einige Bewegungen, die Ihnen im Moment schwerfallen und die nach dem Eingriff während mindestens 4 Wochen verboten sind.
Es wird empfohlen, im Bett …
… ein Kissen zwischen die Beine zu klemmen, um zu verhindern, dass sie sich kreuzen, und um die Drehbewegung einzuschränken.
Ab dem 1. Tag dürfen Sie auf der Seite liegen: sowohl auf der operierten als auch auf der anderen! Mit einem Kissen zwischen den Beinen!
Um aufzustehen, rutschen Sie zunächst an den Bettrand auf der operierten Seite.
Unterstützen sie das operierte Bein mit einer Hand, während Sie die Beine aus dem Bett auf den Boden stellen und sich auf den Bettrand setzen.
Nachdem Sie sich so auf den Bettrand gesetzt haben, stehen Sie langsam auf.
Achten Sie darauf, dass auch beim Aufstehen die maximal erlaubte Beugung nicht überschritten wird.
Sich hinlegen funktioniert umgekehrt.
Sitzhöhe
Beim Sitzen sollte die Hüfte höher positioniert sein als das Knie.
Installieren Sie z.B.
- Klötze unter die Beine des Bettes oder eine zusätzliche Matratze
- einen Wandgriff
- einen WC-Aufsatz
- Klötze unter die Stuhlbeine.
Sorgen Sie für eine feste Sitzunterlage und vermeiden Sie weiche Polsterstühle.
Körperpflege
Falls Sie nicht stehen können, lassen Sie sich helfen!
Falls Sie keine Dusche haben, zeigt Ihnen der/die Physiotherapeut/In, wie Sie in die Badewanne ein- und aussteigen können.
Vergessen Sie nicht, eine rutschfeste Matte in die Badewanne zu legen!
Setzten Sie sich nicht auf den Boden der Badewanne!
Praktisch: ein Gartenstuhl aus Plastik in der Duschkabine.
Um sich anzukleiden, setzen Sie sich
Beginnen sie mit dem schmerzenden, beziehungsweise operierten Bein. Einige technische Hilfsmittel können Ihnen helfen, um ...
... in den Slip, die Hosen, den Rock zu schlüpfen:
> ein Band mit zwei Wäscheklammern oder mit zwei Sicherheitsnadeln, die oben am Kleidungsstück
befestigt werden
> eine Klemme mit langem Griff oder eine Greifzange
> Hosenträger
... um in die Socken zu schlüpfen:
> ein Sockenanzieher
... um in die Schuhe zu schlüpfen:
> ein Schuhlöffel mit langem Griff
> elastische Schnürsenkel
Schuhe anziehen über die Seite ist verboten!
Wenn Sie etwas vom Boden aufheben wollen
Falls keine Hilfsmittel (Langzange) zur Hand sind:
Stützen Sie sich mit Ihrem Gehstock oder auf einen standsicheren Gegenstand (Stuhl,
Möbel …) auf der operierten Seite!
Knien Sie sich auf das operierte Bein und neigen Sie sich nach vorne.
Der Fuss muss gerade bleiben!
Im Auto
Steigen Sie vorne ein. Schieben Sie den Sitz so weit wie möglich nach hinten und neigen Sie die Rückenlehne zurück.
Setzen Sie sich seitlich, den Rücken zum Auto.
Unterstützen Sie das operierte Bein mit einer Hand beim Schwenken. Das Gleiche gilt beim Aussteigen.
Und nicht vergessen: Schnallen Sie sich an!
Körperliche Aktivität
Gehen Sie soviel und so weit, wie es für Sie stimmt. Hören Sie auf Ihren Körper!
Tätigkeiten im Haushalt
Zögern Sie nicht, eine Haushaltshilfe beizuziehen.
Denken Sie bei vielen Tätigkeiten, wie beispiels-weise beim Kochen, daran, sich hinzusetzen und denken Sie auch an Tiefkühlkost ...
Schwere Sachen herumtragen
Gehen Sie einkaufen, so nehmen Sie einen Rucksack mit.
In Innenräumen ist ein Teewagen hilfreich, um Geschirr, Wäsche und Utensilien von einem Ort zum anderen zu schieben.
Ein Rollstuhl kann vorübergehend das Leben erleichtern!
Vermeiden Sie Stürze!
Passen Sie auf Teppiche, elektrische Kabel usw. auf! Lassen sie sich Zeit und vermeiden Sie abrupte
Bewegungen.
Geschlechtsverkehr
Überlassen Sie es Ihrem/Ihrer Partner/Partnerin, den aktiveren Part zu übernehmen!
Und vermeiden Sie Verrenkungen (im Wesentlichen das Beugen und Drehen der Hüfte).
Zum Schluss noch ein paar trockene Informationen
Spitalaufenthalt: ca. 3–5 Tage
Stockentlastung: 4 Wochen, in gewissen Fällen jedoch länger
Trombosenprophylaxe (Blutverdünnung): solange Teilbelastung
Fadenentfernung: durch Hausärztin oder Hausarzt nach 14 Tagen
Erste Kontrolle: in der Hüftsprechstunde nach 6 Wochen
Arbeitsunfähigkeit: in der Regel 6 Wochen. Für körperlich belastende Tätigkeiten etwa
3 Monate
Autofahren: rechtes Bein operiert: 6 Wochen kein Autofahren linkes Bein operiert mit
Automat 4 Wochen kein Autofahren, mit Schaltgetriebe 6 Wochen nicht
Wichtige Hinweise zur Dentalhygiene und zu Zahnarztbesuchen in diesem Zusammenhang
- Achten Sie auf gute, regelmässige Zahnhygiene
- Lassen Sie Zahnsanierungen vor der Implantation einer Prothese vornehmen
- In den ersten 6 Monaten nach dem Hüfteingriff ist bei einem Zahnarztbesuch eine
- Antibiotika-Prophylaxe nötig. Entsprechend sollte es das Ziel sein, einen Zahnarztbesuch oder einen Dentalhygienetermin möglichst erst 6 Monate nach dem Eingriff zu planen
- Nach 6 Monaten ist bei gesunden Patienten keine Antibiotika-Prophylaxe nötig
- Bei Infektionen ist eine Antibiotikatherapie zwingend
Infos für Fachpersonal:
Ein routinemässiger Einsatz von Antibiotika ist bei immunkompetenten Patienten mehr als ein halbes Jahr nach Implantation einer Gelenkprothese vor Zahneingriffen (ohne floride Infektionen) nicht indiziert.
(SWISS MEDICAL FORUM – SCHWEIZERISCHES MEDIZIN-FORUM2016;16(37):764–770)