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Fischtreppe Nachtigall (1926–1935)
Das Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern RADAG
Ein Fluss, zwei Länder! Was liegt da näher, als ein gemeinsames Wasserkraftwerk zu bauen? Genau zu diesem Zweck gründete sich 1929 die RADAG (Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG). Ihr erklärtes Ziel war der Bau eines grenzüberschreitenden Kanalkraftwerkes zwischen Albbruck und Dogern. Im Winter 1929/30 begannen die baulichen Vorarbeiten. Das Rheinkraftwerk ging 1933 in Betrieb.
Das Stauwehr verbindet die deutsche Gemeinde Dogern mit der schweizerischen Gemeinde Leibstadt. Es liegt rund 700 Meter oberhalb der Bahnstation Leibstadt, wo sich früher der Rhein aufteilte und um eine Auinsel floss. Über das Wehr führt eine Brücke.
Vor dem Bau des Rheinkraftwerks musste der vom Feldberg kommende Nebenfluss Alb, der früher oberhalb der Krafthausbaustelle in den Rhein mündete, in das Unterwasser des Kraftwerkes eingeleitet werden. Die Verlegung der Albmündung war unter anderem deshalb notwendig, um den starken Rückstau zu beherrschen und zusätzliches Geschiebe zu vermeiden.
Das Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern hat drei bauliche Schwerpunkte: Das Stauwehr, der Werkkanal und das Krafthaus. Das Maschinenhaus steht auf dem Gebiet der deutschen Gemeinde Albbruck. Ab 2007 wurde neben dem Stauwehr auf schweizerischer Seite ausserdem ein Wehrkraftwerk errichtet, das im Dezember 2009 ans Netz ging. Durch den Neubau wurde die RADAG zu einem der grössten Stromproduzenten von umweltfreundlicher erneuerbarer Energie am Hochrhein und leistet einen erheblichen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Kernstück der Aufwertungsmassnahmen ist ein rund 800 Meter langes naturnahes Umgehungsgewässer (Fischaufstiegshilfe) auf Schweizer Seite. Dessen Gestaltung und der abwechslungsreiche Uferbereich schaffen neue Lebensräume für die aquatische Fauna.
Die Maschinenhalle des Rheinkraftwerks beherbergt drei Kaplanturbinen mit einer Schluckfähigkeit von jeweils 350 m³/s; das Wehrkraftwerk besitzt eine Rohrturbine mit einer Schluckfähigkeit von 300 m³/s. Bei der ursprünglichen Anlage von 1933 gingen die Planer von einer jährlichen Durchschnittsleistung von rund 530 Millionen Kilowattstunden pro Jahr aus. Derzeit produziert die RADAG jährlich rund 650 Millionen Kilowattstunden Strom, was zur Versorgung von 180’000 Haushalten in der Schweiz und Deutschland ausreicht.
Die Schwankungen des Wasserstandes im Rhein bedingten den Bau eines Ausgleichbeckens. Dieses wurde anstelle der Auinsel (Nachtigalleninsel)zwischen Rheinbett und Werkkanal von 1975 bis 1978 erbaut.
Früher verkehrten zwischen Dogern und Leibstadt sowie zwischen Albbruck und Schwaderloch Personenfähren. Seit dem Bau des Kraftwerks gelangen Passanten über zwei Kanalbrücken, einen Steg und über das Wehr von einem Ufer zum anderen. Ein in jeder Hinsicht grenzüberschreitendes und verbindendes Bauwerk!
Das Bänkli
Mit Blick auf das Rheinkraftwerk und nahe der Fischtreppe sitzt man hier gemütlich auf grossen Steinblöcken, angeordnet und befestigt zu einem Steinkreis.
Geplant und realisiert wurde dieses besondere Bänkli in Zusammenarbeit mit dem Bauamt und einem regionalen Fachbetrieb. Hier war gleich zu Beginn der Planung klar, diesen landschaftlich so wunderschönen und natürlichen Bänkli-Standort zu einem ganz besonderen zu machen.