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Prostata
Prostatakrebs / Prostatakarzinom
Der Prostatakrebs ist der häufigste Krebs beim Mann. Die Diagnose wird durch einen erhöhten Blutwert (PSA) und eine Gewebeprobe gestellt. Auch eine Bildgebung der Prostata mittels MRI kann hilfreich sein, um die Ausdehnung festzustellen.
Anhand des PSA-Werts, dem mikroskopischen Erscheinungsbild der Gewebeproben, der lokalen Ausdehnung im MRI und des Patientenalters kann die definitive Therapie festgelegt werden.
Häufigkeit und Risikofaktoren
Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes und tritt hauptsächlich bei älteren Männern auf. Beinahe alle Patienten haben zum Zeitpunkt der Diagnose das 50. Lebensjahr überschritten, rund die Hälfte davon sind 70 Jahre oder älter.
Das Erkrankungsrisiko ist ansteigend, wenn ein oder gar mehrere männliche Verwandte (Vater, Bruder) bereits erkrankt sind.
Beschwerden
Der Prostatakrebs löst während langer Zeit kaum Symptome aus. Treten Beschwerden auf, handelt sich meist um ein fortgeschrittenes Stadium.
Wenn der Tumor die Harnröhre einengt, treten Probleme beim Wasserlösen auf, zum Beispiel ein schwacher Harnstrahl, häufiger Harndrang oder Schmerzen beim Urinieren.
Diese Beschwerden treten jedoch in der Mehrzahl der Fälle bei der gutartigen Prostatavergrösserung oder anderen Erkrankungen des Harntrakts auf.
Diagnose
Zunächst wird bei einer Erstuntersuchung der PSA-Wert im Blut bestimmt und die Prostata mit dem Finger abgetastet. Die definitive Diagnose Prostatakrebs kann erst nach der Entnahme von Gewebeproben gestellt werden.
Um die Ausdehnung des Tumors in der Prostata festzustellen, wird ein Magnetresonsanztomographie (MRI) der Prostata durchgeführt. Mittels Computertomographie (CT) und Skelettszintigraphie kann eruiert werden, ob sich Ableger (Metastasen) gebildet haben.
Behandlung
Die Behandlung des Prostatakrebs ist stets individuell. Anhand des PSA-Werts, dem mikroskopischen Erscheinungsbild, der lokalen Ausdehnung sowie dem Vorliegen von Metastasen kann die Art der definitiven Therapie festgelegt werden.
Für eine heilende Therapie spielt auch die gesundheitliche Situation des Patienten eine wichtige Rolle. Die Lebenserwartung des Patienten sollte mindestens 10 Jahre betragen.
Die Behandlungsmethoden des lokal begrenzten Prostatakarzinoms sind:
- Operative Entfernung der Prostata (Prostatektomie)
- Bestrahlung der Prostata (Radiotherapie)
- Aktive Überwachung (active surveillance)
- Abwartendes Beobachten (watchful waiting)
Behandlungsmethoden
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Operative Entfernung der Prostata (Prostatektomie)
Die radikale Entfernung der Prostata (Prostatektomie) ist der Goldstandard der Behandlungen eines lokal begrenzten Prostatakarzinoms. Bei der radikalen Prostatektomie wird die Prostata inklusive Samenblasen und den Lymphknoten des kleinen Beckens vollständig entfernt. Die verbleibende Blasenöffnung wird anschliessend mit der übrig gebliebenen Harnröhre wieder vernäht und mit einem Blasenkatheter gestützt. Wir führen diese Operation an unserer Klinik mit dem Da-Vinci-Operationsroboter durch.
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Aktive Überwachung (active surveillance)
Bei der aktiven Überwachung werden die Patienten engmaschig kontrolliert. Ziel ist das Hinauszögern der definitiven heilenden Behandlung mit ihren Risiken und Nebenwirkungen ohne den Zeitpunkt einer Heilung zu verpassen. Die aktive Behandlung (z. B. eine Prostatektomie) wird erst eingeleitet, wenn das Wachstum des Tumors fortschreitet oder der Patient das wünscht. Es geht dabei um die Reduktion der Übertherapie und die Erhaltung der Lebensqualität. Diese Behandlungsstrategie wird bei bestimmten kleinen risikoarmen Tumoren angewandt und hat sich in Studien als sicher erwiesen.
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Abwartendes Beobachten (watchful waiting)
Die Behandlungsstrategie des abwartenden Beobachtens wird bei älteren Männern mit einer reduzierten Lebenserwartung gewählt. Man geht in diesen Fällen davon aus, dass der generell langsam wachsende Prostatakrebs für das Überleben dieser Patienten keine Rolle spielt. Dabei wird mit der Therapie erst begonnen, wenn der Tumor Beschwerden verursacht. Ziel der Behandlung ist in diesen Fällen die Reduktion der Symptome.
Nachsorge
Die Nachsorge erfolgt hauptsächlich mit regelmässigen PSA-Bestimmungen im Blut. Solange das PSA im nicht-detektierbaren Bereich (<0.1 ng/ml) liegt, gilt der Prostatakrebs als besiegt. Das Risiko eines erneuten Auftretens hängt vor allem von den pathologischen Ergebnissen der radikalen Prostatektomie ab. Die Nachsorge kann im Verlauf auch vom Hausarzt durchgeführt werden.