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Möris,
bei den griech. Schriftstellern der
Name eines großen, durch
Dämme begrenzten künstlichen Sees, der als Reservoir
für das überschüssige Überschwemmungswasser des
Nils gedient haben soll. Die
Anlage schreibt die griech.
Sage dem König
Möris zu; in Wirklichkeit rührt sie wohl von
Amenemhét Ⅲ., einem Herrscher der 12. Dynastie (um 1900
v. Chr.),
her. Der
Name
Möris (Moēris) bedeutet ägyptisch «großer See» und
ist irrtümlich von den Griechen als Königsname aufgefaßt worden.
Über die Lage des Mörissees weichen die Ansichten voneinander ab. Während man früher allgemein den heutigen Birket el-Kerun («Hörnersee»),
einen natürlichen See am Westrande des Fajum, für den Mörissee gehalten hatte, verwies ihn Linant de Bellefonds («Mémoirs sur le lac Moeris», 1842) in die südöstl. Ecke des Fajum. Dagegen hat F. Cope Whitehouse, gestützt auf den von Herodot gegebenen Umfang des Sees von 3600 Stadien (den Linant auf 360 beschränken zu müssen glaubte), dem Mörissee einen größern Umfang als Linant gegeben und eine Ausdehnung [* 2] nach Südwesten angenommen. In neuester Zeit ist durch Flinders Petrie wieder die alte und wohl auch richtige Ansicht vertreten worden, daß der See im westl. Delta [* 3] gelegen habe und der Birket el-Kerun sein letzter Rest sei. Es hätten dann die den Mörissee einschließenden Dämme ursprünglich dazu gedient, das dem sumpfigen Fajum abgerungene Kulturland vor Überflutungen zu schützen.