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Das Berichtsjahr erweist sich, was den Bestand der Bibliotheca Masonica August Belz (BMAB) anbelangt, als äusserst fruchtbares, bezüglich Finanzen als bescheidenes, Jahr, was vornehmlich dem Verein der Freunde der BMAB zu danken ist.
Die anstehenden Geschäfte besprach der Stiftungsrat der BMAB an seiner ordentlichen Sitzung am 13. Februar.
2018 konnten insgesamt 286 neue Titel katalogisiert werden (Vorjahr 330), so dass der Bestand per Ende 2018 auf 18’776 gestiegen ist. – Erfreulich haben sich die Ausleihen entwickelt: Sie sind mit 649 (inkl. 364 Verlängerungen) mehr als doppelt so hoch gegenüber dem Vorjahr (311).
Mit der Erwerbung des masonischen Nachlasses von Dr. Hans-Detlef Mebes gelang der BMAB eine signifikate Bestandeserweiterung. Hans-Detlef Mebes (1938–2017) doktorierte 1980 in Biologie, befasste sich über Jahrzehnte mit dem Freimaurerbund zur aufgehenden Sonne, einer masonischen – nicht anerkannten – Loge, die ab 1907 bis April 1933 tätig war und sich für pazifistisches, freidenkerisches Gedankengut sowie gerade nach dem 1. Weltkrieg auch für eine deutsch-französische Verständigung einsetzte. [Weiterführende Information finden sich im Manuskript zum Vortrag vom 23. April im Anhang.]
In seinem akribischen Bemühen um möglichst umfassende Dokumentation trug Hans-Detlef Mebes jegliche erreichbare Dokumentation zum FZAS zusammen, konsultierte Bibliotheken – auch die BMAB – und Sachverständige. Entstanden ist eine bemerkens-werte Sammlung von Büchern, Zeitschriften, Periodika, Fotografien, analogen und digitalen Bild- und Textträgern, die teils in Originalen teils in Kopien vorliegt. Darin enthalten sind seltene Ausgaben vor allem masonischer Zeitschriften und Periodika.
Aus dieser Beschäftigung ging das Projekt eines geschichtlichen Überblicks zum FZAS mit Würdigung seiner Besonderheiten und prominenter Mitglieder (Kurt Tucholsky, Carl von Ossietzky….) hervor. Über dieser Arbeit, die als Doktorat an der Universität Saarbrücken eingereicht werden sollte, verstarb Hans-Detlef Mebes überraschend am 9. De-zember 2017.
In den letzten Jahren hatte Hans-Detlef Mebes zurückgezogen in einer kleinen Wohnung in Oftersheim bei Schwetzingen gelebt. Einer der wenigen Freunde, die regelmässigen Kontakt mit ihm pflegten, war Bruder Alexander Weber (Sapere Aude, Zürich, ursprünglich ein Schweizer Ableger des FZAS). Er vermittelte den Kontakt zur Familie des Verstorbenen, die eine Regelung für den archivalisch-bibliothekarischen Nachlass suchte. Am 12. und 13. Januar reisten Urs Weber und der Präsident zusammen mit Alexander Weber zu einer ersten Begutachtung nach Schwetzingen. In der kurz darauf stattfindenden Sitzung des Stiftungsrats konnten sie darüber berichten und die BMAB beschloss den Ankauf des gesamten Konvoluts. Bereits am Wochen-ende vom 3. und 4. März packten U.W., der Präsident mit Hilfe von A.S. insgesamt 170 Zügelkartons, die in der folgenden Woche in die Schweiz überführt wurden. Zunächst konnte der Nachlass in der Firma SAREMCO in Rebstein zwischengelagert werden, wo Br. A.S. das gesamte Material sichtete und in einer Liste erfasste – eine umfassende und aufwändige Arbeit, für die ihm grosser Dank gebührt! Seit vergangenem August werden die Kartonagen durch Vermittlung von Br. B. O. palettiert bei der Minger Kunststofftechnik AG in Appenzell aufbewahrt.
Durch den Ankauf, den die Freunde der BMAB finanzeill ermöglichten, kann das als einmalig zu betrachtende Ensemble als Ganzes in der BMAB erhalten werden und wird damit für die weitere Forschung öffentlich zugänglich. Durch den archivalischen Charakter vieler Dokumente wird die BMAB in ihrem Bestand bedeutend bereichert und kann sich in Zukunft als Forschungsbibliothek etablieren.
Ziel ist eine Integration des Mebes-Nachlasses in die BMAB, die vollständige Katalogisierung sowie die räumliche Zusammenführung mit dem Bestand der BMAB. Entsprechende Verhandlungen werden mit der Bibliotheksleitung der Vadiana geführt.
Im Berichtsjahr fanden im Umfeld der BMAB folgende Veranstaltungen statt:
Im Rahmen einer Konferenz im ersten Grad der Loge Humanitas in Libertate sprach Serge Leuzinger am 23. April über Geschichte und Besonderheiten der BMAB, Adalbert Schmid ergänzte zur CMO (Collectio Magica et Occulta) in Trogen sowie der Präsident zur eben erfolgten Aquisition des Nachlass Mebes. Im Anschluss folgte eine angeregte Diskussion über Bücher und Bibliotheken (Josy Beuchat berichtete vom Schicksal der Bücher von Louis Ribaux).
Erneut reiste im Berichtsjahr der Aktuar als Delegierter der BMAB an den AMMLA-Kongress (Association of Masonic Museums, Libraries and Archives), der dieses Jahr vom 5. bis 8. Juli auf Korfu durchgeführt wurde. Die Teilnahme an diesem Kongress ermöglicht es der BMAB, Kontakte mit anderen masonischen Bibliotheks- und Musems-institutionen zu unterhalten. Als sehr erfreulich darf die Schenkung von 20 masonische Publikationen aus dem 18. Jahrhundert erwähnt werden, die aus dem Umfeld eines AMMLA-Kontakts stammen; der ungenannt bleiben wollende Schenkgeber sie hier verdankt.
F.V. stellte sein Ende 2017 in der „Blauen Reihe“ erschienenes Buch Masonische Fragmente – Tagebuchblätter eines Freimaurers in einer Konferenz im III. Grad in der Loge HiL am 5. November vor.
F.V.-Masonische Fragmente – Tagebuchblätter eines Freimaurers – Bibliotheca Masonica August Belz, St.Gallen 2017 -A5, kartoniert, 256 Seiten
Der in der Bibliotheca Masonica August Belz erschienene Band „Masonische Fragmente – Tagebuchblätter eines Freimaurers“ enthält die Notizen, Baurisse und Tempelreden des Bruders F.V. Die Tagebuchblätter erstrecken sich vom Tag seiner Aufnahme an über einen Zeitraum von sieben Jahren. Dabei gelangen nicht nur seine Lektüren und theoretischen Überlegungen in den Focus, sondern auch seine direkten Erfahrungen in der Loge und seine Orientierung im Profanen.
Bruder F.V. wurde 1960 in Buchs im Rheintal geboren. Sein leiblicher Bruder ist reformierter Pfarrer, seine Gattin Muslima. Bruder F.V. lebt mit seiner Familie in St. Gallen. Nach seiner Doktorarbeit in Philosophie gab er zahlreiche Bücher heraus: Anthologien, Gedichte, Essays, Tagebücher sowie Übersetzungen aus dem Amerikanischen.
Die Herausgabe wurde verdankenswerterweise vom Freundeskreis der BMAB sowie einigen Brüdern der HiL ermöglicht.
Budget und Schlussrechnung weisen 2018 als gemässigtes Jahr aus. Dies vor allem, weil der Verein der Freunde der BMAB die grösste geplante Auslage für die Erwerbung des Mebes-Nachlass übernahm. So legte die BMAB selbst CHF 6‘723.21 (Vorjahr CHF 23‘092.31) für Bücher und Abonnemente aus. Durch Buchverkäufe (Doubletten) gelangten CHF 960.00 in die Kasse, was praktisch dem Vorjahr mit 900.00 entspricht. Die Auslagen für Verwaltung blieben mit CHF 840.85 weit unter Budget (CHF 2‘500) und machen nur rund die Hälfte des Vorjahresbetrags von CHF1‘568.60 aus. Die budge-tierten Beträge für Katalogisierung (Budget 6‘000 / Rechnung 2‘922.10) und Restau-rierungen (Budget 3‘000 / Rechnung 0) wurden nicht ausgeschöpft – sie sollen aber in den kommenden Jahren entsprechend verwendet werden. Abschliessend stehen dem Einnahmetotal von CHF 9‘310.27 (Vorjahr CHF 22‘916.95) Auslagen von CHR 10‘932.38 (Vorjahr CHF 27‘599.23) gegenüber. Daraus resultiert ein Verlust von CHF 1‘622.11. – Ein herzlicher Dank geht an den Kassier, Reto Wambach, für die Buch-führung sowie an die Rotmonten Treuhand AG für die Revision, die erneut kostenlos vorgenommen wurde.
Zu danken gilt es auch der Grossloge Alpina für den jährlich zugesicherten Beitrag von CHF 3000.00. Weiter danken wir der Loge Humanitas in Libertate, die uns wie jedes Jahr das Almosen des Sommer-Johanni übergab.
Besonderer Dank geht an den Verein der Freunde der Bibliotheca Masonica und ihre Mitglieder für die grosszügige Unterstützung beim Ankauf des Nachlass Mebes sowie die Sicherung der Finanzen der Bibliothek. Dem Präsidenten der Freunde der BMAB, Urs Weber, dankt die Stiftung für die reibungslose und stets konstruktive Zusammen-arbeit.
In diesen Dank eingeschlossen sind die Stiftungsratsmitglieder sowie die beiden beratenden Fachexperten und ganz speziell auch Wolfgang Göldi und Marianne Koller von der Vadiana, die beide eine professionelle Betreuung und Katalogisierung der Buchbestände gewährleisten.
Herzlich zu danken gilt es abschliessend den Mitgliedern der Stifterfamilie, Maria und Wolf Geldmacher-Belz, sowie ganz besonders dem Aktuar Serge Leuzinger für seinen unermüdlichen und umtriebigen Einsatz für das masonische Buch und die BMAB.
Trogen, 20. Februar 2019 Samuel Reller, Präsident
Information zu Handen der Loge Humanitas in Libertate, anlässlich des Vortrags von Br. Serge Leuzinger zur BMAB am 23. April 2018
Ehrw. Meister vom Stuhl, würdige und geliebte Brr alle, lieber Bruder Lektor, danke für das Wort. Ich darf heute kurz das neueste Projekt der BMAB vorstellen. Diejenigen unter euch, die vor zwei Wochen an der Hauptversammlung waren, haben durch Br. Urs Weber bereits davon gehört.
Kurz vor Weihnachten vergangenes Jahr trat Br. Alexander Weber ehemals bei der Sapere Aude Zürich, heute bei der Loge Hiram in Genf an die BMAB: Sein Freund und Br. Detlef Mebes war am 7. Dezember 2017 überraschend gestorben. In dessen Nachlass befand sich umfangreiches Material masonischen Inhalts und die Familie des Vestorbenen stellte die Frage, was damit geschen sollte und ob die BMAB allenfalls an einer Übernahme interessiert wäre. Kurz entschlossen reisten die beiden – nicht blutsverwandten – Brüder Alexander und Urs Weber sowie der Sprechende am 12.-13. Januar dieses Jahres für eine Besichtigung nach Schwetzingen, einer kleinen Stadt unweit von Mannheim und Heidelberg, die ihr Gepräge aus dem 18. Jh. weitgehend erhalten hat – Ihr kennt vielleicht den Schwetzinger Schlossgarten, den wir bei dieser Gelegenheit besuchen konnten und über dessen masonische Auslegung und Verwendung Jan Snoek in den Quatuor Coronati 2017 einen umfassenden Artikel veröffentlicht hat.
Was wir in der kleinen Wohnung von Detlef Mebes vorfanden, war einigermassen überraschend: Mit Eintritt fand man sich in einer Art Bibliothekshöhle wieder, allen Wänden entlang liefen raumhohe Bücherregale, diese traten an mehreren Stellen in den Raum hinaus und bildeten Bücherkojen, selbst durch die Küche zogen die Regale und waren vom Boden bis zur Decke mit Ordnern und Büchern vollgestellt. Als Insel in dieser überbordenden Fülle von Regalen stand vor dem Fenster ein überhäufter Schreibtisch und etwas überraschend mutete an diesem Studienort ein Bett in einer Ecke unter der Dachschräge an. Trotz der erschlagenden Menge von Ordnern, Büchern und Unterlagen vermittelte die Wohnung einen geordneten – wenn auch nicht staubfreien – Eindruck.
Hans-Detlef Mebes, 1938 geboren, hatte Ingenieurwesen und Zoologie studiert und doktorierte 1980 zum Sozialverhalten und der akustischen Kommunikation einer südwestafrikanischen Papageienart. Auf seinem zweiten Wissensgebiet legte er ein umfangreiches Archiv von Vogelstimmen an, das einem zoologischen Museum (Berlin?) übergeben wurde. Daneben und vor allem hat sich Detlef Mebes über Jahrzehnte mit dem Freimaurerbund zur aufgehenden Sonne beschäftigt. Woher dieses Interesse rührte, lässt sich rückblickend nicht mehr feststellen. Jedenfalls betrieb er seine Forschung mit Akribie: Er sammelte jedes Dokument, das irgendeinen Bezug zum FzaS hatte, ging jedem Hinweis nach und dokumentierte die Resultate seiner Recherche. Bis zu seinem Tod arbeitete DM an einer Dissertation über den FzaS, betreut von Professor Hudemann an der Universität Saarbrücken. Die Unterlagen und die von DM niedergeschriebenen Erkenntnisse liegen vor (maschinengeschrieben, nicht digitalisiert).
Wurde 1907 von Karl Heinrich Loeberich in Frankfurt gegründet. Angelegt war die IRREGULÄRE Loge als Vereinigung von Freidenkern, zeigte sich religionskritisch, stand dem monistischen Gedankengut nahe und verstand sich als Reformbewegung gegen das «rückständige Altmaurertum». Loeberich legte bereits mit der Gründung ein Konzept für eine Grossloge an. Der FzaS traf mit seiner Gesinnung wohl einen Nerv der Zeit: Freidenkertum in Gesellschaft, Wissenschaft und vor allem auch Religion, daneben auch Spannungen in der tradierten Freimaurerei gerade durch preussische Prägung, entsprechend gross war der Erfolg. Nach einem Jahr gab es bereits in 10 Städten Deutschlands und Nachbarländern FzaS-Logen. 1910 wurden 1000 Mitglieder gezählt. Von Beginn weg bestanden persönliche Beziehungen zur Schweiz, wo bereits 1907 – also im Gründungsjahr des FzaS – ein erster Ableger in Basel ins Leben gerufen wurde. Weitere Gründungen folgten später auch in Zürich.
Der FzaS war pazifistisch ausgerichtet und setzte sich gerade auch nach dem Ersten Weltkrieg für eine grenzüberschreitende Verständigung und Frieden ein. Besonders mit französischen Logen wurde intensiver Kontakt gepflegt, was auch zur Anerkennung des FzaS durch den Grand Orient (sowie anscheinend auch durch die Grande Loge de France) führte.
Über die ganze Zeit seines Bestehens war der FzaS von inneren Streitereien, Abspaltungen, Neuaufbrüchen usw. geprägt. Besonderer Gegenstand tiefgreifender Diskussionen und Zerwürfnisse war die fehlende Anerkennung durch eine Grossloge (der FzaS verwendete anstelle der Bibel ein Buch mit unbeschriebenen Seiten!). Bis Mitte der zwanziger Jahre bemühte sich der FzaS aktiv darum, gab dann das Vorhaben aus Befürchtung einer Ablehnung auf. Diverse FzaS-Logen spalteten sich ab und begaben sich unter das Dach der Regularität einer Grossloge. Dies trifft zum Beispiel auf die Zürcher FzaS-Loge Sapere Aude zu, die bis heute besteht.
Prominente Mitglieder fand der FzaS in Kreisen der Wissenschaft und Kultur, namentlich sind hier die beiden Literaten und engagierten Journalisten Kurt Tucholsky und Carl von Ossietzky zu erwähnen oder der Chemiker und Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald sowie Franz Carl Endres (Symbolik des Freimaurers, 1931).
Von der Gründung weg war der FzaS von Zeitschriften begleitet. Loeberich hatte bereits in seiner – ebenfalls irregulären – Münchner Mutterloge Zur Leuchte an der gleichnahmigen Zeitschrift mitgearbeitet. Der FzaS war dann für die Herausgabe von Die freien Glocken und vor allem der Sonnenstrahlen (mit-)verantwortlich. Ausdruck des Reformgedankens war die Zeitschrift Das neue Freimaurertum.
Pazifistische und tendentiell linksliberale Ausrichtung sowie seit den 20er Jahren warnende Stimmen vor faschistischen Tendenzen mussten den FzaS den Nationalsozialisten unlieb machen. Konsequent hat sich der FzaS dann auch bereits im April 1933 selbst aufgelöst, um sich drohender Verfolgung zu entziehen.
Für die masonische Nachkriegszeit wurde der FasZ zu einem wichtigen Orientierungspunkt: Auch wenn irregulär hatte er sich mit masonischen Inhalten und Formen identifiziert und ganz besonders Werte wie Tolerenz, Bruderkette über die Sprach- und Landesgrenzen hinaus vertreten und sich insbesondere klar gegen jegliche nationalsozialistische Vereinnahmung abgegrenzt. Einzelne Logen knüpften an ihre FasZ-Vergangenheit vor dem Krieg an, z.B. die Nürnberger Loge Zur Wahrheit.
Detlef Mebes begab sich auf die Spurensuche des FzaS. Was er zusammengetragen hatte, ist beachtlich und formt ein spannendes Ensemble. Inhaltlich umfass das Konvolut, Bücher zu masonischen Themen, Schriften von Ossietzky und Tucholsky in verschiedenen Ausgaben, Fotografien, Verzeichnisse und vieles mehr. Der Löwenanteil machen masonsiche Zeitschriften aus. Diese hat Detlef Mebes wo möglich in Originaldrucken und vollständig erworben. Wo dies nicht möglich war, half er sich mit Kopien aus. Es ist unglaublich, was dieser Mensch zusammengetragen und vor allem kopiert hat, es muss sich um tausende wenn nicht hunderttausend Kopien handeln, die alle säuberlich in Zeigetaschen geschoben und in Ordnern abgeheftet wurden – eine endlose und mühevolle Arbeit.
Unser Befund war positiv und wir konnten uns mit der Familie Mebes – die geschiedene Ehefrau, Waltraud, sowie die zwei Töchter Stefanie Renk und Susanne Körtel - einigen. Bereits am 3. und 4. März fuhren wir – die Brüder Urs Weber, Adalbert Schmid und ich – wieder nach Schwetzingen, um den Nachlass zu verpacken. Es handelt sich um rund 130 Laufmeter Material, das wir in insgesamt 170 grosse Zügelkisten packten, dazu kam eine kleine Sammlung an grossformatigen Drucken und Postern.
Wir haben das Glück, dass wir den ganzen Umzug bei Br. Adalbert Schmid in Rebstein einlagern dürfen. Nun gilt es, alles zu sichten. Auch dabei ist uns Adalbert eine grosse Hilfe. Er ist dabei, alle Kisten durchzugehen und deren Inhalt grob zu erfassen. Dabei kommt uns die Vorarbeit von Detlef Mebes zu gute: er hat alle Materialien systemathisch geordnet, sämtliche Ordner sind rückseitig beschriftet, so dass eine Orientierung und Zuordnung relativ rasch möglich ist.
Nächstes Ziel ist es, den ganzen Bestand grob erfasst in unseren digitalen Katalog bei der Vadiana einzuspeisen. Dies ermöglicht allen interessierten die Recherche. In einem weiteren Schritt möchten wir die Unterlagen auch physisch in unseren Bestand bei der Vadiana überführen. Dahingehend stehen wir in Verhandlung mit der Vadiana.
Was die vorliegenden Teile der von Detlef Mebes erarbeiteten Dissertation zum FzaS anbelangt, sollen diese nach Möglichkeit in unserer Blauen Reihe veröffentlicht werden.
Die BMAB macht mit der Eingliederung des Nachlass Mebes einen Quantensprung: bis anhin umfasste unsere Sammlungstätigkeit ausschliesslich gedruckte Auflagenwerke. Nun können wir unsere Bibliothek durch ein geschlossenes Ensemble mit archivalischem Charakter zu einem Spezialthema zu einer Forschungsbibliothek machen – wir erhoffen uns so, auch ein aktiver und attraktiver Ort der Forschung zu werden und wer weiss, ob wir auch künftig weitere Archivalien masonischen Inhalts der BMAB zuführen können. Jedenfalls sind die BMAB in St.Gallen und der CMO in Trogen sich ergänzende Fundgruben für Forschende zu masonischen und/oder okkulten Inhalten.
Ein ganz grosser Dank darf ich den Brüdern Alexander Weber für die Vermittlung, Urs Weber für die Unterstützung und Organisation sowie Adalbert Schmid für seine Betreuung und die gegenwärtige Sichtung aussprechen. Den Freunden der BMAB danke ich herzlich für die unkomplizierte Zusammenarbeit und die Finanzierung dieses Projekts.
Samuel Reller, Präsident Stiftung BMAB, April 2018