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DIE ASTROLOGIE DES MONDES Teil 1
"Wie oben so unten. Wie innen so aussen. Wie im Kleinen so im Grossen"
aus Kybalion, die 7 hermetischen Gesetze
© Therese Matiegka
Das Sonnensystem ist sowohl in jedem Menschen, als auch in jeder Zelle vorhanden. Kannst du den Einfluss der Stärke oder Schwäche der Sonne auf deine Vitalität spüren? Bist du mondsensibel, oder einverstanden, dass der Mond zyklisch auf die Gewässer einwirkt? Nun, bekanntlich bestehen auch wir Menschen zu Grossteilen aus Wasser ... liegt es dann nahe, dass eine Interaktion auch mit anderen Himmelskörpern besteht, deren Eigenschaften, Kräfte und Konstellationen im menschlichen System repräsentiert sind?
Die indische, vedische Astrologie oder Jyotish, die Wissenschaft vom Licht, ist wie ihre Schwestern Yoga und Ayurveda einst von den alten Weisen, den Rishis, intuitiv "geschaut" oder "gehört", und durch praktische Beobachtung und Erfahrung über viele, viele Jahre weitergetragen worden. Sie unterscheidet sich von unserer westlichen Astrologie hauptsächlich in ihren Prioritäten: Nicht die Sonne, sondern der Mond ist neben dem Aszendenten der Protagonist in einem Horoskop. Der Mond symbolisiert manas (Sanskrit für mind, Geist, Wahrnehmung). Hängt nicht letztlich unser ganzes Sein davon ab, wie wir die Welt filtern?
Neben den 12 Fixsternzeichen, welche die Sonne - von der Erde aus betrachtet – pro Jahr durchläuft, kennt Jyotish noch 27 Mondzeichen (Nakshatras). Jede Nacht besucht der Mond eines. Daraus können wir spannende Deutungen ablesen.
Wusstest Du, dass auch bei uns im Westen die Mond Astrologie bekannt war und bis ins Mittelalter praktiziert wurde? Die westliche patriarchale Kultur assoziierte den Mond, welcher das weibliche Prinzip symbolisiert, und den lunaren Tierkreis mit schwarzer Magie. Das letzte westliche Buch über den lunaren Zodiak wurde von einem gewissen Giordano Bruno verfasst. Er wurde von der Inquisition der Ketzerei und Magie für schuldig befunden und am 17. 2. 1600 in Rom auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Die Sonne symbolisiert das männliche Prinzip. Die bei uns bis heute weit verbreitete Sonnen Astrologie wurde bis zu einem gewissen Grad akzeptiert.
Indien war bis 1500 v.Chr. von einer matriarchalen Kultur dominiert (der Indus Tal Kultur), das weibliche Prinzip und die Göttin (Devi) waren hochgeachtet (und z.B. im Gegensatz zu Asherah, der weiblich jüdischen Gottheit, bis heute populär). Die Astrologie konnte im Lauf der Geschichte in Indien generell eine stärkere Position halten als im Westen, so hielt sich das Wissen über den lunaren Zodiak bis heute, selbst wenn auch dort heutzutage die patriarchale Kultur vorherrscht und der solare Tierkreis mehr Bedeutung gewonnen hat (Vgl. Roeland de Looff : The Hindu lunar zodiac – 27 ways to spiritual growth)
Die Arbeit mit Astrologie ist keine Wahrsagerei, sondern ein Spiegel zur Selbstreflexion. Sie lässt uns Seiten an uns erkennen, und dadurch auch Möglichkeiten, die uns vorher vielleicht noch nicht so bewusst waren. Andererseits hilft sie Frieden zu schliessen mit Gegebenheiten, die wir nicht manipulieren oder verändern können. Für die Deutung braucht es analytische Verknüpfung gleichermassen wie intuitives Erfassen; technisches, mathematisches Herleiten von Möglichkeiten aufgrund klar bestimmter Formeln und Prinzipien, die im Kosmos geschaut wurden, sowie ein gutes Gespür dafür, wie sich diese im Leben eines Menschen zeigen und manifestieren könnten. Diese Kombination erlebe ich als eine wunderbare, ausgewogene Arbeit: Gleichberechtigung für beide Gehirnhälften!
Wer neugierig geworden ist, darf mich gerne anschreiben oder auf den 2. Teil des Artikels freuen!