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Auf Edurumondi, einer indischen Insel am Krishna-Fluss in der Bucht von Bengalen lebt eine kleine Gruppe von 5 500 Menschen. Die Inselbewohner können jetzt endlich melden, dass sie grösstenteils dank der Arbeit von Terre des hommes uneingeschränkten Zugang zu Siedlungshygiene, insbesondere zu Toiletten haben.
Edurumondi liegt in der Region Diviseema und wegen der Zyklone und Überschwemmungen, welche die Insel oft heimsuchen, nennt man sie häufig auch die «Katastrophenhauptstadt».
Tdh hat 2006 hier ihre Arbeit zugunsten der Bewohner aufgenommen, von denen die Mehrheit aus der Kaste der Unberührbaren (Dalits) stammt. Alle litten noch unter den Verwüstungen des Tsunamis von 2004. Es gab praktische keine zweckmässigen Toiletten, weder in den Haushalten, noch in den Schulen. Alle Bewohner waren gezwungen, ihre Notdurft im Freien zu verrichten. Das war sehr umständlich, zum einen, weil die Inselbewohner fürchteten, tagsüber dabei überrascht zu werden, und nachts hatten sie Angst vor Schlangenbissen. Aber noch schlimmer war, dass die Kinder häufig an Krankheiten litten, die durch verseuchtes Wasser verursacht wurden, wie die tödlich verlaufenden oder das kindliche Immunsystem stark beeinträchtigenden Durchfallerkrankungen.
2009 wurde die Insel erneut von einer Naturkatastrophe heimgesucht. Heftige Regenfälle verursachten plötzliche Überschwemmungen mit starken Schäden auf dem gesamten Inselgebiet. Tdh reagierte unverzüglich, versorgte die Bewohner mit Notnahrung, reparierte das Werkzeug der Bauern und Fischer, die das Überleben der ganzen Insel sichern (Fischerboote usw.). Anschliessend sanierte Tdh das Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungssystem und baute bzw. renovierte 564 familieneigene Toiletten.
Nach Aussage des ehemaligen Tdh-Delegierten in Indien, Christian Gemperli «haben heute alle Bewohner und Schulen Zugang zu Hygiene- und Sanitätseinrichtungen. Und die Bevölkerung benutzt die neuen Toiletten wirklich, etwas, was in den ländlichen Gegenden Indiens nicht alltäglich ist!»
Laut UNICEF leben von den insgesamt 2,5 Milliarden Menschen weltweit, die ihre Notdurft in der Natur verrichten, allein 665 Millionen in Indien. 88 Prozent der durch Durchfallerkrankungen ausgelösten Todesfälle sind auf verseuchtes Trinkwasser, inadäquate Sanitätseinrichtungen und schlechte Hygiene zurückzuführen. (Quelle: ’Diarrhoea: Why Children Are Still Dying and What Can Be Done’, 2009)
Weitere Informationen zu den Aktionen von Terre des hommes in Indien