Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/259187

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Katalog mit Massnahmen vorzulegen, die ergriffen werden könnten, um der Praxis der Rückerstattungen – oder Cashbacks – einen Riegel vorzuschieben, eine Praxis, die immer noch im von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung gedeckten Bereich des Gesundheitswesens grassiert.&nbsp;</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><div><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Die gesetzlichen Bestimmungen zur Weitergabe der von Leistungserbringern erhaltenen Vergünstigungen sollen eine zweckmässige und wirtschaftliche Behandlung der Versicherten gewährleisten. Es soll verhindert werden, dass Behandlungen durch finanzielle Anreize beeinflusst werden, und zudem soll die Transparenz des Gesundheitssystems sichergestellt werden. Das wurde auch gegenüber RTS festgehalten, als das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zu dieser Thematik befragt wurde.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Gemäss Artikel 56 Absatz 3 Buchstabe a des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG; SR</span><span style="font-family:Arial">&#xa0;</span><span style="font-family:Arial">832.10) muss der Leistungserbringer dem Schuldner der Vergütung die (direkten oder indirekten) Vergünstigungen weitergeben, die ihm ein anderer in seinem Auftrag tätiger Leistungserbringer gewährt. Dies ist der Fall, wenn ein medizinisches Labor in seiner Funktion einem Arzt oder einer Ärztin eine Vergünstigung gewährt.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Ein Cashback, wie es im vorliegenden Postulat beschrieben wird, bedeutet einen finanziellen Gewinn für den Arzt oder die Ärztin. Eine solche Praxis ist nicht gesetzeswidrig, stellt aber im Sinne der vorgenannten Bestimmung eine Vergünstigung dar, es sei denn, der Arzt oder die Ärztin kann eine gleichwertige Gegenleistung geltend machen. In einem solchen Fall muss er oder sie die erhaltene Vergünstigung an den Versicherer oder die versicherte Person weitergeben. Eine solche Vergünstigung muss auf der Laborrechnung an die versicherte Person oder den Versicherer (je nachdem, ob das System des «Tiers garant» oder des «Tiers payant» zur Anwendung kommt) ausgewiesen werden (Art. 76</span><span style="font-family:Arial; font-style:italic">a</span><span style="font-family:Arial"> Verordnung über die Krankenversicherung; SR 832.102), denn sie muss dem Rechnungsempfänger oder der Rechnungsempfängerin zugutekommen.</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Wie bereits in der Antwort auf die vom Postulanten angesprochenen Interpellation </span><a href="https://www.parlament.ch/fr/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20233313" style="text-decoration:none"><span style="font-family:Arial; color:#000000">23.3313</span></a><span style="font-family:Arial"> Nantermod «Cashback von Laboratorien zugunsten von Ärztinnen und Ärzten. Eine legale Praxis?» festgehalten, ist es in einem solchen Fall Sache der Versicherer oder der Versicherten zu überprüfen, ob die Weitergabepflicht (Art. 56 Abs. 3 Bst. a KVG) eingehalten wurde. Das Recht auf Rückforderung (Art. 56 Abs. 4 KVG) kann vor dem zuständigen Schiedsgericht geltend gemacht werden (Art. 89 KVG), das in diesem Fall eine angemessene Sanktion verhängt (Art. 59 KVG).</span><span style="font-family:Arial">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Die Kantone sind in ihren jeweiligen Bereichen zuständig, so auch für die Erteilung der Zulassung eines Leistungserbringers, und müssen diesen gegebenenfalls sanktionieren, wenn er die entsprechenden Vorschriften verletzt. </span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial; -aw-import:ignore">&#xa0;</span></p><p style="margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt"><span style="font-family:Arial">Es liegt also an den betroffenen Akteuren, ihre Verantwortung wahrzunehmen und diese Praktiken zu kontrollieren und auch zu sanktionieren, wenn sie nicht dem gesetzlichen Rahmen entsprechen. Das BAG wirkt in seiner Funktion auch auf die einheitliche Anwendung des KVG hin, insbesondere bei den Versicherern. </span></p></div><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.