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Mit geschlossenen Augen, eher dösend, denn schlafend, lässt sich der junge Mann nebenan seinem mir unbekannten Ziel entgegenfahren. Er hört wohl Musik, verrät mir der weisse Faden, der unterhalb seines vom Haar bedeckten Ohrs zutage tritt und sich in seiner Jacke verliert. Kurz vor einer Haltestelle, bereits ein beträchtliches Stück weiter hinten im Tal, schwingt er sich derart elegant und bestimmt von seinem Sitz in den schmalen Raum zwischen den Reihen, wie ich dies seiner jugendlichen Schläfrigkeit kaum zugetraut hätte, und schlüpft durch die Tür, noch ehe sie sich ganz geöffnet hat. Draussen erhebt sich eine Frau von der Wartebank, in ihren Augen spiegelt sich der Glanz bedingungsloser Verliebtheit. Sie gehen aufeinander zu, umarmen und küssen sich mit jener Innigkeit, die davon kündet, dass in diesen Augenblicken die Welt um sie herum nicht existiert.
Vor mir sitzt ein Paar, kurzgeschoren sein, bis knapp auf die Schultern fallend ihr ebenso graues, von ebenso weissen Fäden durchwobenes Haar. Sie dreht den Kopf, betrachtet die beiden Verliebten, stupst ihren Partner an, der nur kurz hin und gleich wieder nach vorne blickt. Sie aber senkt, für eine Sekunde nur, vielleicht für deren zwei oder drei, ihr Haupt in die Kuhle zwischen seiner Wange, dem Hals und seiner Schulter und wärmt sich eine süsse Erinnerung.