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1182
Franziskus kommt in Assisi als Sohn des Kaufmanns Pietro di Bernardone und der adeligen Giovanna “Pica” zur Welt.
1187
Sultan Saladin erobert Jerusalem zurück. Drei Kreuzzüge suchen in der Folge das Heilige Land wieder zu gewinnen.
Franziskus erlebt als Jugendlicher den dritten Kreuzzug (1189-1192), den missglückten vierten (1202-04) und den fünften (1217-29), in den er eingreifen wird.
1190
Der Junge lernt in der Hospitalschule von San Giorgio rechnen, schreiben und die internationale Schriftsprache Latein.
Der Handel mit kostbaren Stoffen und Geldgeschäften verschaffen dem Textilkaufmann Pietro di Bernardone mehrere Häuser in der Stadt. Franziskus wird mit seinem Bruder Angelo als Modefachmann vorbereitet.
1194
Die Kaufleute gehören in der Feudalgesellschaft zur Unterschicht, den „homines populi“ oder „minores“.
In der Oberstadt, wo die zwanzig Adelssippen Assisis in Wohntürmen leben, kommt Chiara di Favarone zur Welt.
Die Töchter der „maiores“ wachsen in „häuslicher Klausur“ auf.
Idyllische Bilder einer Jugendfreundschaft zwischen dem Kaufmannssohn und der Adelstocher scheitern an der sozialen Kluft und am Altersunterschied der beiden.
1196
Franziskus tritt erwachsen in die Zunft seines Vaters ein.
Vermutlich begleitet er Pietro auch auf Geschäftsreisen nach Frankreich.
1197
Ende September stirbt in Messina der Staufer Heinrich VI. an der Malaria.
Seit 1174 lebt in Assisis Burg sein Vasall Konrad von Urslingen, Herzog von Spoleto. Ihm war der kleine Kaisersohn Friedrich zeitweise anvertraut. Der Graf zieht sich in die Feste Spoleto zurück.
1198
Roms Kardinäle wählen Anfang Januar Lothar von Segni auf den Petrusstuhl.
Innozenz III. erhebt Ansprüche auf das Spoletotal und beruft Konrad von Urslingen im März zu Verhandlungen.
Assisi stürmt die herrenlose Burg. Franziskus erlebt den Freiheitstaumel mit. Unter Führung der Kaufmannszunft setzen die Bürger Assisis eine demokratische Comune-Ordnung durch.
Der Adel wehrt sich für seine Privilegien und wird im eskalierenden Konflikt aus der Stadt geworfen. Wohntürme der Oberstadt gehen in Flammen auf. Auch Klaras Familie geht ins Exil.
1200
Der Kaufmannssohn hegt ehrgeizige Träume. Geschäftliche Erfolge genügen ihm nicht. Er will in den Adel aufsteigen und träumt von einem eigenen Wohnturm voller Ritter.
1202
Assisis Adel weitet den Konflikt von Perugia aus zu einem Städtekonflikt aus.
Im November kommt es zwischen Ponte San Giovanni und Collestrada am Tiber zu einer Schlacht. Assisis Truppe unterliegt der mächtigen Rivalin. Franziskus wandert in Kriegsgefangenschaft.
1203
Nach einem Jahr erzwingt Assisis Adel von der Bürgerschaft einen „Friedensvertrag“. Die charta pacis vom November stellt wichtige adelige Privilegien wieder her. Die Gefangenen kehren in eine Stadt zurück, deren Bürger die politische Gleichberechtigung verlieren.
1204
Franziskus’ Gesundheit ist schwer erschüttert. Er wird krank und tritt erst nach Monaten auf einen Stock gestützt wieder auf die Piazza Assisis. Das frühere Leben verliert seine Farben. Erneut mit Pferd und Rüstung ausgestattet, will Franziskus sich dem Feldherrn Gautier de Brienne in Apulien anschließen, bricht den Weg aber in Spoleto ab. Eine unruhige Nacht leitet eine Zeit intensiver Sinnsuche ein.
Während er im Handelshaus Bernardone arbeitet und in der Freizeit Feste feiert, führen innere Schritte Franziskus aus der Stadt hinaus: in Wälder und im Kirchlein San Masseo, wo er Stille findet, und vor die Unterstadt hinaus zu Bettlern und sozial Randständigen.
1205
Ein erster Durchbruch der Sinnsuche erfolgt Ende Jahr in der Begegnung mit einem Aussätzigen unterhalb Assisis:
„Der Höchste hat mich unter sie geführt, und in der Begegnung mit ihnen ist meine Liebe erwacht.“
Dieser Erfahrung folgen Besuche im Leprosarium und Wochen später ein mystisches Erlebnis im nahen San Damiano. Das baufällige Landkirchlein überrascht den Kaufmann mit einer Ikonentafel, die Christus als Mensch auf Augenhöhe zeigt.
Franziskus investiert Geld aus dem Handelshaus zum Wiederaufbau der Kapelle.
1206
Pietro di Bernardone reagiert ungehalten auf das Ausscheren seines Sohnes.
Im Februar scheitert eine Anklage vor den Konsuln und führt ein Prozess vor Bischof Guido I. zur öffentlichen Selbstenterbung.
Franziskus verlässt Assisi mittellos und zieht nach Gubbio, wo er Aussätzige pflegt.
Im Sommer kehrt Franziskus nach San Damiano zurück, wohnt beim dortigen Priester, kleidet sich als Eremit und baut die Kirche wieder auf. Er erbettelt sich Lebensunterhalt und Baumaterialien in der Stadt. Randständigen, die mit ihm leben, prophezeit er, dass bei dieser Kapelle einmal Schwestern leben werden.
1207
Der Restauration von San Damiano folgt der Wiederaufbau des benediktinischen Kirchleins Santa Maria degli Angeli in der Portiuncula.
1208
Am Fest des Apostels Matthias, Ende Februar verschoben, feiert ein Priester die Messe in der Portiuncula. Franziskus wird vom Evangelium der Jüngersendung ergriffen (Mt 10) und findet im Auftrag der Apostel seine neue Berufung: die Fussspuren Jesu folgen und die Sendung weiterführen – mit leeren Händen und friedfertig.
Das Einsiedlerkleid weicht der Kutte eines Wanderbruders aus ungefärbter Wolle mit Kapuze. Der neue Laienprediger provoziert die Stadt und fasziniert. Bald schließen sich erste Gefährten an:
der vornehme Bernardo da Quintavalle und der gebildete Jurist Pietro Cattani sowie der Handwerker und Bauernsohn Egidio, die alle im Frühling zu Franziskus stossen.
In zwei Gruppen unternehmen sie erste Predigtreisen über Umbrien hinaus.
Zurück in Assisi erfährt die keine Bruderschaft im Sommer Zuwachs: Weitere drei Gefährten stossen zu ihr, die alle drei ebenfalls aus Assisi stammen. Ihnen folgt Philippus Longus, der aus den Abruzzen kommt und den Kreis der Gefährten über Assisi hinaus weitet.
1209
Auf 12 Gefährten gewachsen, zieht die Gruppe im Mai nach Rom, um für ihre Lebensweise den Schutz des Papstes zu suchen.
Vom evangelischen Aufbruch beeindruckt, erlaubt Innozenz III. den Brüdern mündlich die Laienpredigt in der ganzen Kirche. Mit dem päpstlichen Segen kommen die zwölf Brüder nach Assisi zurück und lassen sich bei Rivotorto nieder.
Vor Wintereinbruch verlieren sie ihre primitive Bleibe, die ein Bauer für sein Vieh braucht. Die Mönche von San Benedetto al Subasio gewähren den Brüdern die Nutzung der Portiuncula-Kapelle. Sie wird zum Mittelpunkt der neuen Bewegung.
1210
Das Wanderleben der Brüder verbindet ausgedehnte Predigtreisen zu zweit mit sesshaften Zeiten bei Assisi. Im Dienst aller sozialen Schichten verdienen sie ihren Lebensunterhalt durch Handarbeit ohne Lohnforderung und betteln in der Not wie andere Randständige.
Bald stossen auch Priester zur Laienbewegung. Als erste bezeugt sind Silvestro, ein Kanoniker der Kathedrale von Assisi, sowie Leo, der später Sekretär des Poverello wird.
Im November söhnen sich die Bürgerkriegsparteien in Assisi definitiv aus. Der Friedensvertrag festigt die Rechte der Bürger.
Die Brüder überwinden jeden Standesunterschied in ihrer fraternitas, wie der Eintritt des städtischen Adeligen Rufino aus dem Offreduccio-Clan zeigt. Dessen junge Cousine Chiara di Favarone verweigert sich in jener Zeit Heiratsprojekten ihrer Familie und sucht Wege, sich der Armutsbewegung um Franziskus anzuschließen. Heimliche Treffen bereiten die Flucht aus der Stadt vor.
1211
Klara wählt ein sesshaftes Leben. In der Nacht nach dem Palmsonntag flieht sie aus ihrem Wohnturm, wird von Brüdern zur Portiuncula begleitet und kleidet sich da ins raue Kleid der Armut. Sie übersteht den Konflikt mit der Familie bei den Benediktinerinnen von San Paolo delle Abbadesse und wechselt Anfang April zu den Waldschwestern von Sant’Angelo di Panzo, wo sich Mitte April erste Gefährtinnen sich ihr anschliessen. Mit diesen begründet Klara in San Damiano eine eigene Schwesterngemeinschaft.
1212
Franziskus schifft sich ein, um in die syrischen Kreuzfahrerstaaten und ins Heilige Land zu gelangen. Ein Seesturm lässt das Schiff in Dalmatien stranden und die Brüdergruppe kehrt über die Adria nach Italien zurück.
In Assisi schreibt er auf Klaras Bitten hin die „Lebensform von San Damiano“ auf:
Die geniale Verdichtung der weiblichen Nachfolgeform ist der älteste erhaltene Text des Heiligen.
Indizien sprechen für eine zweite Romreise des Heiligen, der Innozenz III. über die Entwicklung seiner Bewegung in Kenntnis setzt. Bei diesem Aufenthalt in der Ewigen Stadt kann Franziskus die junge Witwe Jacoba dei Settesilo kennen gelernt haben, mit der ihn bald eine tiefe Freundschaft verbindet.
1213
Im April rufen päpstliche Briefe das Abendland zu einem fünften Kreuzzug auf. Franziskus bleibt immun gegen die massive Kreuzzugspropaganda, die zum Töten der „Ungläubigen“ auffordert.
Im Mai bietet Graf Orlando von Chiusi Franziskus bei San Leo von Montefeltro den Berg La Verna an: einen waldigen Felsrücken zwischen oberem Tiber- und Arnotal. Die Brüder errichten da eine Eremitage, die Franziskus besonders lieb wird.
1214
Klara erlebt einen ernsthaften Konflikt mit Franziskus, der ihr die Leitung ihrer wachsenden Gemeinschaft überlässt.
Franziskus bricht darauf mit Gefährten Richtung Frankreich und Spanien auf. Dort soll er nach lokaler Überlieferung Santiago de Compostela besucht haben. Ziel der Mission ist Marokko, wo Franziskus in der verschärften Reconquista den Dialog mit dem Oberherrscher der “Mauren” suchen will.
1215
In Spanien erkrankt, kommt der Poverello nach Assisi zurück.
Die Bruderschaft versammelt sich nun alljährlich über das Pfingstfest um die Portiunkula, um Fragen ihres Lebens zu klären, was sich in der entstehenden Regel niederschlägt.
In Rom versammelt Innozenz III. im November das Vierte Laterankonzil. Die Versammlung verbietet die Gründung Orden, die keiner der drei alten Regeln folgen (jener des Benedikt, des Augustinus oder des Basilius).
Klara erreicht mit einem “Armutsprivileg” eine päpstliche Anerkennung ihrer Gemeinschaft, die bereits weit über das Spoletotal hinaus andere Frauengemeinschaften inspiriert.
1216
Innozenz III. stirbt Mitte Juli in Perugia. Franziskus ehrt den toten Papst, der seine Bewegung so nachhaltig unterstützt hat, dass sein Nachfolger Honorius III. die Fratres Minores gegen das Lateranum IV. mit einer eigenen Regel approbieren kann.
1217
Das Pfingstkapitel der Brüder aus ganz Italiens fällt weit reichende Entscheide: Die Bewegung organisiert sich neu in Provinzen.
Erste Expeditionen sollen die Alpen und das Mittelmeer überqueren. Br. Egidio begibt sich mit Gefährten nach Tunesien.
Br. Elia führt eine Gruppe nach Syrien und gründet die Kustodie der Terra sancta.
Giovanni de Penna bringt eine Expedition nach Deutschland, wo sie ohne Sprachkenntnisse scheitert.
Franziskus will eine Gruppe nach Frankreich führen, wird in Florenz den päpstlichen Legaten Ugo d’Ostia jedoch in Italien zurückgehalten.
Das Fussfassen der ersten Brüder in Frankreich wird darauf von Br. Pacifico begleitet.
1218
Franziskus hält in dieser Zeit eine mutige Predigt vor Honorius III. und der römischen Kurie.
1219
An Pfingsten berichten Brüder am Generalkapitel von misslichen Erfahrungen jenseits der Alpen. Kardinal Ugo von Ostia erwirkt darauf in Rieti ein Empfehlungsschreiben Honorius’ III. an alle Bischöfe. Es spricht erstmals von der „religio“ der Minderbrüder – ein rechtlicher Begriff für Orden.
Im Sommer macht Franziskus sich mit Gefährten zu Fuss auf den Weg nach Ancona und reist von dort auf einem Schiff in den Orient.
Im Nildelta, wo das Kreuzfahrerheer das Kernland des Sultans al-Kâmil bedroht, wagt sich Franziskus ins Lager des Sultans. Die Friedensmission scheitert politisch, macht den Mystiker aus Assisi aber bis heute zum Propheten des interreligiösen Dialogs.
1220
Kardinal Ugolino verbringt die Karwoche in Assisi und lernt Klaras Gemeinschaft bewundern.
Zurück in Italien, wandert Franziskus von Venedig nach Umbrien.
Im September führt der Papst per Dekret das Noviziat im Franziskanerorden ein: Neuen Brüder können erst nach einem Jahr Bewährungszeit Vollmitglieder werden.
Der boomende Orden kämpft mit einer Wachstumskrise. Franziskus tritt die Leitung seiner Bewegung an seinen zweiten Gefährten, den Juristen Pietro Cattani ab.
1221
Im März stirbt Pietro Cattani überraschend in der Portiuncula. Franziskus ernennt Elia zum Leiter des Ordens.
Über Pfingsten verabschiedet das Generalkapitel eine Regelfassung, die sich Jahr für Jahr aus der Urregel von 1209 entwickelt hat.
Der Regeltext genügt den juristischen Ansprüchen der römischen Kurie nicht.
Das Generalkapitel bestimmt eine zweite Deutschland-Expedition:
Cäsar von Speyer führt die Expedition zur Gründung der Teutonia im Herbst über den Brennerpass nach Augsburg.
Kleine Teams ziehen zu bedeutsamen Bischofssitzen des Deutschen Reiches weiter: an den Rhein nach Strassburg, Worms, Speyer, Mainz und Köln sowie Würzburg, Regensburg und Salzburg.
1222
Franziskus predigt an Maria Himmelfahrt in Bologna vor Tausenden Gläubiger.
Über Herbst und Winter arbeitet Franziskus mit den Brüdern Leone und Bonizzo in der Einsiedelei Fontecolombo an einer Regelfassung, die vom Papst approbiert werden kann.
1223
Das Generalkapitel von Pfingsten heisst an Pfingsten bei der Portiunkula die revidierte Regelfassung gut. Ende November bestätigt Honorius III. mit der Bulle „Solet annuere“ die Regel der Minderbrüder. Diese Regula bullata tritt als vierte Ordenregel zu den drei klassischen von Basilius, Benedikt und Augustinus.
Franziskus verbringt den Advent in der Einsiedelei Greccio. An Weihnachten inszeniert er mit Brüdern und Bevölkerung eine unvergessliche Feier der Heiligen Nacht in der Kapell-Grotte der Eremitage.
1224
Das Generalkapitel beschliesst an Pfingsten in Assisi die Aussendung erster Brüder nach England.
Franziskus leidet zunehmend an exotischen Krankheiten, die ihm seit der Orientreise zusetzen.
Im Brief an Antonius heisst er das Theologiestudium im Orden gut.
Die Minderbrüder erreichen Thüringen und werden im Winter von der Landgräfin Elisabeth in ihr Gebiet gerufen.
Franziskus verbringt die herbstliche Fastenzeit auf La Verna und empfängt hier in einer Seraphenvision die Stigmata.
Nach Weihnachten zieht Franziskus predigend durch Umbrien und die Mark Ancona.
1225
Im Frühjahr zwingt ihn sein Augenleiden, in San Damiano eine lichtlose Hütte zu beziehen.
Erste ärztliche Eingriffe in Assisi bleiben erfolglos. Aus Wochen tiefster innerer und äußerer Dunkelheit befreit, dichtet Franziskus bei San Damiano halb blind den Lobpreis der Geschöpfe (Sonnengesang).
Frate Elia drängt Franziskus, im Frühling seine kranken Augen in Rieti am päpstlichen Hof behandeln zu lassen.
Die Operation in Fontecolombo verschlimmert das Leiden.
Franziskus erholt sich über den Sommer im Eremo Speco di Narni.
1226
Franziskus wird in Siena ärztlich behandelt. Sein Zustand veranlasst ihn, ein „kleines Testament“ zu fassen. In der Eremitage der Celle di Cortona entsteht dann das große Testament.
Den Sommer übersteht der Schwerkranke im Topinotal hinter dem Monte Subasio nahe Nocera Umbra. Als sich sein Zustand verschlechtert, wird er im September nach Assisi gebracht und in der Bischofsresidenz betreut. Ende Monat lässt der Bruder sich zur Portiuncula bringen.
Die Witwe Jacoba dei Settesli kommt ans Lager des Sterbenden, der mit seinen Liebsten ein Abschiedsmahl feiert und am Abend des 3. Oktober „Schwester Tod“ willkommen heisst.
Am 4. Oktober wird der Verstorbenen von den Autoritäten der Stadt zur Kirche San Giorgio übertragen und da vorläufig beigesetzt.
1227
Mitte März stirbt Honorius III. in Rom. Im Kloster San Gregorio wird tags darauf Ugo dei Segni, Kardinalprotektor der Minderbrüder
und Organisator der weiblichen Armutsbewegung, zum Nachfolger gewählt. Gregor IX. überwirft sich mit dem Stauferkaiser Friedrich II., den er im September exkommuniziert. Frate Elia, Freund von Papst und Kaiser, vermittelt in den kommenden Jahren zwischen den Widersachern.
Gregor IX. treibt den Heiligsprechungsprozess für Franziskus schnell voran. Das Pfingstkapitel der Brüder wählt den Juristen Giovanni Parenti, bisher Provinzial in Spanien, zum Generalminister. In Ceuta erleiden sieben Franziskaner das Martyrium.
1228
In Subiaco, der Wiege des benediktinischen Mönchtums, entsteht das älteste Fresko des Franziskus.
Mitte Juli spricht Gregor IX. Franziskus in Assisis Kirche San Giorgio heilig und beauftragt Tommaso da Celano, der eben erst aus Deutschland zurückgekehrt ist, mit der Redaktion einer offiziellen Vita des Heiligen.
1230
Am 25. Mai findet die feierliche Übertragung des Franziskus von San Giorgio in die bereits errichtete Unterkirche San Francesco statt.
Die doppelstöckige Kirche –heute Weltkulturerbe der UNESCO – wird bereits 1253 nach einer Rekordbauzeit feierlich eingeweiht.
Literaturtipp
Kuster Niklaus, Franziskus. Rebell und Heiliger, (Herder) Freiburg 2014.
Lehmann Leonhard (Hg.), Das Erbe eines Armen. Franziskus-Schriften, (Topos) Kevelaer 2003.
Niklaus Kuster, Franz und Klara von Assisi – Eine Doppelbiographie, Ostfildern 2012.
Niklaus Kuster – Martina Kreidler-Kos, Der Mann der Armut: Franziskus – ein Name wird Programm, (Herder) 2014.
Tonträger
CD «Franz von Assisi – Bruder aller Menschen»
Leben und Spiritualität des Poverello finden eine musikalisch und textlich ansprechende Verdichtung in einem Hörbild, das als TeDeum-Audio erhältlich ist.
Klara erzählt das Leben ihres Bruders aus heutiger Sicht, während Gefährten originale Quellen aus dem Mittelalter einblenden.
Franziskanische Musik aus acht Jahrhunderten rundet das dichte und vielseitig einsetzbare Hörbild variantenreich ab.