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Die von einer Oberfläche abgegebene Infrarotstrahlung wird von einer Infrarotkamera aufgenommen und als Falschfarbenbild dargestellt. Eine bestimmte Farbe stellt dabei eine bestimmte Temperatur dar. In Gebäuden kann mithilfe der Thermografie beispielsweise die Wärmeisolation überprüft werden (Abb. 42) [52].
Abb. 42: Bauthermografie
Die IR-Thermografie ist äusserst anfällig für Störungen, was bei unsachgemässer Ausführung zu erheblichen Messfehlern führen kann. Bei Aussenaufnahmen müssen diverse Bedingungen erfüllt sein, dass die Messung erfolgreich wird: Es darf nur wenig Umgebungsstrahlung vorhanden sein, es sollte möglichst Windstille herrschen und die Oberflächen müssen schneefrei und trocken sein. Beeinträchtigungen durch Nebel, Schneefall oder Regen sollten vermieden werden. Meistens wird nachts oder kurz vor Sonnenaufgang gemessen. Hochnebel oder Bewölkung ist günstig für eine Messung, da ansonsten viel Wärme von der Wand abstrahlen kann und zu tiefe Temperaturen gemessen werden. Bei der Messung sollte die Differenz zwischen innen und aussen mindestens 15 °C betragen und diese Temperaturdifferenz darf sich um höchstens 30 % verändern. Sonnenschein auf die Aussenfläche verfälscht die Messungen und sollte unbedingt vermieden werden.
Diese vielen Bedingungen für eine erfolgreiche Messung führen dazu, dass die IR-Thermografie nur an wenigen Tagen im Jahr durchgeführt werden kann, wenn gute Resultate erhalten werden sollen.
Für eine Messung müssen die Emissionsgrade der Materialien bekannt sein. An der Wärmebildkamera kann der Emissionsgrad nur einmal eingestellt werden, was zwangsläufig zu Fehlern führt (Kupfer wird beispielsweise oft falsch ausgewertet). Auswertungen können daher nur bis zu einem bestimmten Genauigkeitsgrad erfolgen (Auswertungen im Zehntel-Grad-Bereich sollten daher mit Vorsicht angegangen werden) [53].