Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/158911

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, bestehende Potenziale zur Deckung des Fachkräftebedarfs namentlich auch durch eine Förderung des Berufsabschlusses von Erwachsenen, die noch über keinen Abschluss auf Sekundarstufe II verfügen, auszuschöpfen. Dazu soll der Bund insbesondere:</p><p>1. die Projektförderung gemäss den Artikeln 54 und 55 des Berufsbildungsgesetzes einsetzen, z. B. für den Aufbau erwachsenengerechter Berufsbildungsangebote, für die Information über die verschiedenen Wege und Angebote für Erwachsene sowie für Beratung und Begleitung;</p><p>2. zusammen mit den Kantonen überprüfen und gewährleisten, dass Information, Beratung, Ausbildung und Qualifikationsverfahren für einen ersten Berufsabschluss von Erwachsenen unentgeltlich sind;</p><p>3. die interinstitutionelle Zusammenarbeit auf Bundes- und Kantonsebene auf Optimierungsmöglichkeiten überprüfen und gegebenenfalls anpassen;</p><p>4. die Datenlage über das effektive Potenzial in diesem Bereich verbessern;</p><p>5. eine nationale Sensibilisierungskampagne zu den Möglichkeiten für einen Berufsabschluss von Erwachsenen prüfen.</p><p>Die Berichterstattung über die Massnahmen erfolgt im Rahmen des Geschäftsberichtes, der Berichterstattung zur Fachkräfte-Initiative und der Botschaften über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat geht mit der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur einig, dass durch den Berufsabschluss für Erwachsene inländische Potenziale zur Deckung des Fachkräftebedarfs gefördert werden.</p><p>Erwachsene, die über keinen Abschluss auf Sekundarstufe II verfügen und eine Grundbildung absolvieren möchten, sind auf erwachsenengerechte Rahmenbedingungen angewiesen. Diese betreffen neben der Finanzierung auch die Beratung, Information und Begleitung der Qualifizierungswilligen sowie die Struktur der Bildungsangebote.</p><p>Im Projekt "Berufsabschluss und Berufswechsel für Erwachsene", das der Bund 2013 lanciert hat, findet im Moment eine Überprüfung und Verbesserung dieser Rahmenbedingungen statt. Ziel ist eine erhöhte Abschlussquote von Erwachsenen in der beruflichen Grundbildung (EBA/EFZ).</p><p>Die Rolle des Bundes sind das Bereitstellen von Strukturen sowie die Koordination und Steuerung der Berufsentwicklung. Die Umsetzung von konkreten Massnahmen ist Aufgabe der Kantone und der Organisationen der Arbeitswelt. Die Grundsteine für die im Postulat geforderten Massnahmen wurden im Projekt bereits gelegt, die Umsetzungen sind im Gang.</p><p>Da die Berufsbildung eine verbundpartnerschaftliche Aufgabe ist und die aufgeworfenen Fragen verschiedene Stakeholder aus Verwaltung und Wirtschaft betreffen, ist für eine nachhaltige Etablierung des Themas eine breite Abstützung unumgänglich. Diese kann nur durch eine koordinierte Zusammenarbeit über längere Zeit gewährleistet werden.</p><p>Ergänzend und mit Blick auf die wichtige armutsbekämpfende Wirkung von Berufsabschlüssen für Erwachsene unterstützt auch das Nationale Programm zur Prävention und Bekämpfung von Armut zwischen 2014 und 2018 die zuständigen Akteure im Rahmen von Veranstaltungen, Pilotprojekten und Forschungsarbeiten bei der Weiterentwicklung dieses Bereichs.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.