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Während die Österreicher den Brenner unattraktiver machen, um den Schwerverkehr loszuwerden, will die offizielle Schweiz dem Schwerverkehr auf der Strasse mit einer zweiten Röhre am Gotthard den roten Teppich ausrollen. Obelix würde sagen: «Die spinnen, die Schweizer.» Eine einspurige Fahrt durch den Gotthardtunnel wird die Transitroute durch die Schweiz für Lastwagen attraktiver machen, da sie an und für sich kürzer ist als über den Brenner. Die vom Bundesland Tirol angestrebten verkehrsreduzierenden Massnahmen am Brenner werden diese Tendenz zusätzlich verstärken. Das heisst, dass die Schweiz sich mit dem Bau einer zweiten Röhre noch mehr Transitverkehr aufhalsen würde. Medienberichte besagen, dass es bis zu 30 Prozent mehr sein könnte. Mehr Lastwagen quer durch die Schweiz, auf den jetzt schon oft zu stark befahrenen Autobahnen. Hier würde das Autofahren mit einer zweiten Röhre wirklich gefährlicher!
Darum: Nein zur zweiten Gotthardröhre. Wozu baute die Schweiz den Lötschbergbahntunnel, der seit 2007 im Betrieb ist, und warum baut sie den Gotthardbasisbahntunnel, der diesen Sommer den Betrieb aufnehmen wird? Warum schliesslich baut die Schweiz, damit der Weg in den Süden offen ist, auch den Ceneribasistunnel? Wozu? Um den Alpentransitverkehr auf die Schienen zu verlagern. Es wäre also falsch, kurz vor der Eröffnung des längsten Eisenbahntunnels der Welt ein milliardenschweres Konkurrenzprojekt auf der Strasse zu beschliessen. Deshalb: Nein zur zweiten Gotthardröhre! Nein auch deshalb, weil die neusten Berichte zeigen: Dem Volk wird vorgegaukelt, der bestehende Strassentunnel müsse dringend total saniert werden. Dabei kann er, wie das Bundesamt für Strassen jetzt bekannt gegeben hat, bei kleinen Unterhaltsarbeiten die nächsten 20 Jahre problemlos befahren werden. 2,8 Milliarden ausgeben für etwas, das nicht dringend nötig ist! Somit stimme ich auch aus finanziellen Gründen, und weil ich abwarten möchte, wie die Verkehrssituation in zwanzig Jahren ist, Nein zur zweiten Gotthardröhre!