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Burt Reynolds spielte mit 23 Jahren seine erste Filmrolle. Aber erst mit 36 wurde er berühmt - als der erste Nackte in einer amerikanischen Illustrierten. Heute wird er 75.
Verhüllt nur mit Schnauzbart, üppiger Brustbehaarung und dem strategisch geschickt platzierten Arm räkelte er sich auf einem Bärenfell in der "Cosmopolitan". Zu dem Zeitpunkt hatte er schon über 40 Rollen gespielt, meist in TV-Filmen. Aber erst das Center-Fold brachte seine Karriere richtig in Gang.
Eigentlich hatte der 1936 als Sohn eines Polizisten geborene Burton Leon Reynolds Jr. Football-Profi werden wollen. Doch nachdem eine Knieverletzung diesen Ambitionen ein Ende setzte, nahm er am College und später an einer Schauspielschule in New York Schauspielunterricht. 1956 erhielt er den Florida State Drama Award.
Männliches Sexsymbol der 70er und 80er Jahre
Dank dem weltweit nachgedruckten Aktfoto von 1972 stieg er zum Superstar mit fünf Millionen Dollar Gage pro Film auf und drehte wie am Fliessband Raubauken-Komödien à la "Ein ausgekochtes Schlitzohr" Teil 1 bis 3 oder "Auf dem Highway ist die Hölle los".
Der markige Haudegen machte wider Erwarten auch in anspruchsvollen Filmen eine gute Figur. Sein erster künstlerischer Erfolg war John Boormans Thriller "Beim Sterben ist jeder der Erste" von 1975, in dem Abenteuer-Urlauber von Hinterwäldern attackiert werden.
Legendäre falsche Entscheidungen
In vier Filmen führte er selbst Regie. Doch anders als Clint Eastwood, mit dem er in "City Heat" vor der Kamera stand, gelang es Reynolds nicht, sich in der ersten Liga zu halten.
Legendär sind seine falschen Entscheidungen; angeblich hat er die Hauptrollen in "Einer flog übers Kuckucksnest" und "Zeit der Zärtlichkeit" ausgeschlagen, für die Jack Nicholson zwei Oscars absahnte.
Renaissance dank "Boogie Nights"
Seine Gagen verprasste er mit Frauen und Scheidungen. In den 90ern war der Draufgänger so knapp bei Kasse, dass er seine Toupets nicht mehr bezahlen konnte. Seine Rolle als korrupter Südstaatenpolitiker an der Seite von Demi Moore in der Satire "Striptease", die 1996 zum schlechtesten Film des Jahres gewählt wurde, schien das endgültige Karriere-Aus.
Doch als er 1997 in Paul Thomas Andersons Kultfilm "Boogie Nights" einen Pornokönig der 70er verkörperte und die erste Oscarnominierung seiner Karriere erhielt, war der Veteran plötzlich wieder in aller Munde.
Bis heute ist die unverwüstliche 70er-Jahre-Ikone gut beschäftigt: "Wenn du Sachen lange genug behältst, kommen sie wieder in Mode. Wie ich."
SDA-ATS