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Crans-Montana ist von besonderem Interesse, weil hier im Tourismusbereich Pioniergeschichte geschrieben wurde. Ende des 19. Jahrhundert war das Hochplateau, über das sich Crans-Montana heute erstreckt, abgesehen von ein paar wenigen verstreuten Maiensäßen nahezu unberührt. Zwei Hoteliers erkannten aber das Potenzial dieser Terrasse hoch über dem Rhonetal und ließen dort 1892 das erste Hotel bauen. Die Region erwarb sich jedoch nicht nur einen Ruf als Touristendestination, sondern wurde auch bald einmal als Kurort bekannt. Beeindruckt von der guten Luft und der hervorragenden Besonnung liess ein visionärer Arzt in Montana die ersten Sanatorien für seine Patienten und Patientinnen bauen. Die funktionale Bauweise dieser Kurhäuser war der Ursprung des modernen und internationalen Stils, der Crans-Montana auch heute noch prägt. So entstanden ab den 30er Jahren – einer Zeit, die sich aufgeschlossen zeigte für eine neue Architektur in den Bergen – äußerst kühne Bauten wie etwa das Hotel Bella Lui oder die imposante Berner Klinik, die mitunter zu eigentlichen Wahrzeichen der urbanen Architektur der Moderne in den Alpen wurden.
Mit der Besteigung des Mont Ventoux und der damit verbundenen Entdeckung der Landschaft setzte am Ende des Fin-de-Siècle insbesondere aus England ein reger Reisebetrieb in den Walliser Alpen ein. Eine Vielzahl von monumentalen Hotelbauten entstanden in dieser Zeit. Zum Hotelpalast der reichen Bürgerschicht gehörte immer auch ein Park oder ein Garten im Englischen Stil, der jeweils einen surreal anmutenden Kontrapunkt zur umgebenden, wilden Bergwelt setzte und zusammen mit den Bauten eine unverwechselbare Identität schaffte. Die Gäste konnten Spazierwege benutzen, die mit Ruhebänken und Aussichtspunkten ausgestattet waren, um dem Gast Abwechslung zu bieten. Auf der Anhöhe, wo das Hotel stand, erleichterte man den Gästen den Aufenthalt und den Genuss der Aussicht auf die Berge durch schattenspendende Bäume, Spazierwege, Promenaden und Aussichtskanzeln. Angrenzende Bergwälder wurden mit einem Wegesystem durchzogen und erweiterten die Idee des Parks metaphysisch ins Unendliche.
Mit der Übernahme des Palace Hotels und der Errichtung der Berner Höhenklinik in den 40er Jahren durch den Kanton, setzte in der Folge eine stetige, funktionale Erweiterung der Klinik ein und setzte dabei die übergeordnete Idee des Parks immer wieder unter Druck. Chance und Ziel ist es nun, diese ursprünglichen Idee des Parks im landschaftlichen Stil in Etappen aufbauend auf seiner Geschichte in die heutige Zeit zu führen und die aktuellen Bedürfnisse der Klinik mit unterschiedlichen Therapieeinheiten anzupassen und auszubauen.
Das Wesen oder die Morphologie des Ortes ist erfüllt von einer Vielzahl von Dingen, die miteinander in Beziehung stehen, auf Menschen einwirken, Gefühle auslösen: Gefühle, die durch Wissen, Erfahrung und Erwartung bestimmt sind. Die Erinnerung konzentriert das Ganze auf das Wesentliche. Der Geist des Ortes verkörpert auch das beschreibbare Geheimnisvolle, jene Mystik, die in der aufgeklärten Gesellschaft weitgehend verklungen ist, die aber neu entdeckt werden will – der Park, die Promenade, Auszeichnungen von unterschiedlichen Aufenthaltsorten, die Nutzung für therapeutische Arbeit und Erholung oder das Freihalten von möglichen Entwicklungspotentialen (beispielsweise für Baufelder).