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Oxidativer Stress und Low-grade-Entzündungen sind eng miteinander verwandt. Entzündungszellen setzen reaktive Sauerstoffspezies (ROS) in das entzündete Gewebe frei. Dieser Mechanismus eliminiert unerwünschte Eindringlinge, verursacht jedoch oft auch Schäden am umgebenden Gewebe. Insbesondere, wenn sich die Entzündung chronifiziert, kann dies weitreichende Folgen für die Gesundheit haben.
Außerdem können ROS eine Signalkaskade auslösen, durch die eine zusätzliche Transkription von Genen veranlasst wird, die zur vermehrten Bildung entzündungsfördernder Substanzen führt. Dieser Teufelskreis erklärt den Zusammenhang zwischen chronischen Low-grade-Entzündungen, oxidativen Prozessen, Gewebeschäden und Zivilisationskrankheiten. Und hier setzt Curcuma longa in einzigartiger Weise an: Es hemmt oxidative Schäden und Low-grade-Entzündungen und dies sogar bis zur Ebene der Gene.
Ungünstige Ernährungsfaktoren wie Fertiggerichte und raffinierter Zucker führen zu einer erhöhten Bildung von ROS im Körper. Diese Teilchen verursachen progressive Schäden an Zellen und Geweben und beschleunigen den Alterungsprozess. Gemeinsam mit Low-grade-Entzündungen bilden sie zum Beispiel die Grundlage von Typ-2-Diabetes. Curcuma longa kann ROS einfangen, wodurch weniger Schaden am Körper entsteht und die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Erkrankung kleiner wird. Vorbeugen ist natürlich besser als heilen: Dabei ist weniger raffinierte Nahrung der stärkste Trumpf.
Unsere Nahrung sollte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren enthalten, vorzugsweise in Höhe von 5:1 oder 1:1. Doch unsere heutige Omega-6-reiche Ernährung hat diese Relation nach 20:1 bis 25:1 kippen lassen. Das Problem dabei ist, dass Omega 6 durch die Enzyme COX-2 und 5-LOX in entzündungsfördernde Substanzen umgewandelt wird. Je länger dies andauert, desto stärker wächst das Risiko für Low-grade-Entzündungen. Curcuma longa hemmt COX-2 und 5-LOX, wodurch weniger entzündungsfördernde Substanzen freigesetzt werden Dies reduziert unter anderem das Risiko der Entwicklung von Neurodegeneration, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen und COPD. Auch durch den Verzehr von mehr Fisch und einen verringerten Verzehr von Pflanzenölen wie Sonnenblumenöl lässt sich das Gleichgewicht verbessern.
Auch auf der Ebene der Gene greift Curcuma longa in die Entwicklung von entzündlichen Erkrankungen ein. Der Transkriptionsfaktor NF-kB koordiniert entzündliche Prozesse und ist verantwortlich für die Transkription entzündungsfördernder Cytokine. Hiermit wird eine ganze Reihe von Erkrankungen wie unter anderem Asthma, Atherosklerose, Typ-2-Diabetes und entzündliche Darmerkrankungen in Zusammenhang gebracht. Außerdem führt eine Erhöhung von NF-kB zu einer beschleunigten Alterung von Zellen und Geweben. Curcuma longa hat eine hemmende Wirkung auf NF-kB.
Auch bei Rheuma steht der Transkriptionsfaktor NF-kB im Mittelpunkt, diejenige Substanz, die entzündungsfördernde Cytokine aus der DNA transkribiert. Aufgrund seiner hemmenden Wirkung auf NF-kB kann Curcuma longa sowohl die akute als auch die chronische Phase von Rheuma positiv beeinflussen. Außerdem ist Curcuma longa erwiesenermaßen genauso wirksam bei der Behandlung von Schmerzen, Schwellungen und Morgensteifigkeit, die charakteristisch für rheumatoide Arthritis sind, wie NSAR (Aspirin, Ibuprofen und Diclofenac).
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Bei einem gesunden Immunsystem besteht ein gutes Gleichgewicht zwischen den weißen Blutkörperchen des Typs Th-1 und des Typs Th-2. Th-1-Zellen scheiden Immunmodulatoren aus, die an einer als verzögerte Überempfindlichkeit bezeichneten Art der Immunreaktion beteiligt sind. Th-2-Zellen sind indirekt verantwortlich für die Abgabe von Antikörpern, wie IgE, das in hohen Konzentrationen allergische Reaktionen hervorruft. Bei immunassoziierten Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis ist das Gleichgewicht deutlich hin zum Th-1 verschoben und bei allergischen Erkrankungen zum Th-2. Studien haben gezeigt, dass Curcuma longa offenbar in der Lage ist, dieses Gleichgewicht wiederherzustellen, wodurch das Risiko für sowohl immunassoziierte Erkrankungen als auch allergische Reaktionen sinkt.
Curcumin wurde in einem Tiermodell für entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn getestet. Supplementierung mit Curcumin führte zur Unterdrückung von NF-kB mit Verringerung von entzündungsfördernden Cytokinen und Verringerung der klinischen und histologischen Anzeichen von Schleimhautentzündung im Dickdarm. Curcumin wirkt möglicherweise auch bei Reizdarmsyndrom. Bei einer nicht-placebokontrollierten Pilotstudie mit 207 Personen zeigte sich nach acht Wochen eine Verbesserung von Bauchschmerzen, Stuhlgangmuster und Lebensqualität.
Curcuma longa ist fettlöslich und daher in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren. Im Gehirn hemmt Curcuma dann das Enzym Monoaminoxidase (MAO) und erhöht den Serotonin-, Norepinephrin- und Dopaminspiegel, unter anderem im frontalen Cortex, im Hippocampus und im Striatum. Diese Gehirnbereiche sind an Emotion, Motivation, Lernfähigkeit und Gedächtnis beteiligt. Studien an Mäusen deuten darauf hin, dass depressives Verhalten verringert werden kann. Übrigens hilft Curcuma longa dem Gehirn noch in anderer Weise: Alzheimer scheint bei Menschen mit einer höheren Zufuhr von Antioxidantien und (natürlichen) Entzündungshemmern seltener aufzutreten. Möglicherweise hilft Curcumin auch beim Abbau von Plaques: Curcumin bewirkt eine Destabilisierung von verklumptem A-Beta und ist dabei effizienter als Ibuprofen und Naproxen.
In Indien verwendet man eine Paste aus Curcuma longa, um die Wundheilung zu beschleunigen und Infektionen zu verhindern. Studien zeigen, dass dadurch die Migration von Makrophagen, Neutrophilen und Fibroblasten zur Wunde stimuliert wird. Außerdem werden die Wundkontraktion, -neovaskularisation und -reepithelisierung beschleunigt. Eine antimikrobielle Wirkung wurde in vitro für Bakterien, Viren, pathogene Pilze, Protozoen und Würmer nachgewiesen, in einigen Fällen mit ebenso guter Wirkung wie die von Ampicillin, Doxycillin und Gentamycin. Weiterhin scheint Curcuma-Extrakt (in vitro) das MRSA-Bakterium zu hemmen und wieder empfänglich für die Behandlung mit Antibiotika zu machen.
Curcuma longa verringert Schmerzen und beschleunigt die Heilung von Magengeschwüren. Es wirkt Magengeschwüren durch Stress, Alkohol, NSAID und Helicobacter pylori entgegen. Dies liegt einerseits an seiner Wirkung als Antioxidans und Entzündungshemmer und andererseits daran, dass es zu einer verbesserten Schleimschicht im Magen beiträgt. Curcuma longa kann daher auch bei Gastritis, Dyspepsie und Schleimhautreizung verwendet werden.
In verschiedenen humanen Pilotstudien wurde gezeigt, dass Curcumin die Lipidperoxidation vermindert und den Blutlipid- und Fibrinogenspiegel positiv beeinflusst. Diese Prozesse spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten von Atherosklerose. Signifikante Wirkungen wurden bereits bei einer Dosis von 20 mg Curcumin pro Tag beobachtet. Zehn gesunde Erwachsene nahmen in einer Pilotstudie eine Woche lang täglich 500 mg Curcumin ein; der Gesamtcholesterinspiegel sank (im Durchschnitt) um 12 %, der Gehalt an Serumlipidperoxiden um 33 % und der HDL-Spiegel erhöhte sich um 29 %.