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Inhalt:
Eine schwer beschädigte und nicht mehr manövrierfähige Voyager muß sich in einem Klasse 9 Nebel vor dem Waffenschiff der Krenim verstecken. Ganze Segmente der Voyager sind herausgebrochen. Die Lebenserhaltung ist ausgefallen. Ein Großteil der Crew hat die Voyager evakuiert, nur Janeway und eine Minimalcrew befinden sich noch auf dem Schiff.
Annorax erklärt gegenüber Paris und Chakotay, er könne die Geschichte verändern. Die Voyager könnte wieder wie neu und viel näher beim Alphaquadranten sein. Er möchte dafür Informationen erhalten. Chakotay findet einen Kometen, dem einst die Voyager ausgewichen ist, worauf sie dann auf das Gebiet der Krenim stießen. Chakotay denkt, daß es die Voyager wiederherstellt, wenn dieser Komet aus der Geschichte gelöscht wird. Doch die Auflösung des Kometen wird auch die ganze Evolution der gesamten Region vernichtet.
Annorax erklärt, er habe dieses Schiff erstmals gegen einen gefährlichen Gegner eingesetzt. Doch da dieser Kontakt mit dem Gegner infolgedessen nicht stattfand, konnte sich bei den Krenims nie ein bestimmter Antikörper entwickeln. Daraufhin verschwand ein Großteil der Krenim-Bevölkerung. Als er diesen Fehler rückgängig machen wollte, verschwand auch seine Familie aus der Geschichte. Nun versucht er seit 200 Jahren, diesen Fehler wieder zu korrigieren.
Die Voyager gerät in einen Meteroitenhagel. Janeway wird bei einem Brand auf der Voyager schwer verwundet. Als Annorax eine ganze Welt zerstört, wird Chakotay bewußt, daß er nicht länger mit ihm zusammenarbeiten kann. Er läßt Paris daran arbeiten, eine Nachricht an Janeway zu schicken und ihr die Koordinaten des Waffenschiffs zu schicken.
Alle bis auf Janeway verlassen die Voyager. Die Voyager greift mit den neu gefundenen Verbündeten das Waffenschiff an. Auf dem Waffenschiff kommt es zu Meuterei. Obrist deaktiviert den temporalen Kern, die Voyager zerschellt am Waffenschiff. Als das Waffenschiff vernichtet wird, restauriert sich die ganze Geschichte. Die Voyager befindet sich wieder am Tag eins und ist völlig unbeschädigt. Als man eine Warnung der Krenim erhält, meidet man deren Gebiet. Annorax ist wieder zurück bei seiner Frau.
Kritik:
Umso länger man darüber nachdenkt, umso ärgerlicher wird dieser Zweiteiler. Die Autoren ignorieren wirklich eiskalt alle Widersprüche, die sich durch Kes' Ausscheiden und den 10-Jahres-Flug-Sprung in "The Gift" ergaben. Und durch das hartnäckige Ignorieren der Warnungen von Kes in "Before and After" haben die Autoren sogar noch ein paar zusätzliche Widersprüche geschaffen. Brannon Braga und Joe Menosky haben mich hier wirklich bitter enttäuscht.
Freilich. Wenn ich wollte und meine ganze Phantasie zusammennehmen würde, könnte ich ein wüstes Erklärungsmonstrum entwerfen, das alle Widersprüche auflöst. Aber das ist irgendwie nicht meine Aufgabe.
Einige bewegende Momente wirken versöhnlich (zum Beispiel, als Janeway die Uhr findet, die Chakotay doch nicht in den Replikator zurückgegeben hat), einige sehr interessante Gespräche mit Annorax und die Abschiedsszene zwischen Janeway und Tuvok sind sehr überzeugend. Doch der Rest besteht aus viel Action und unüberwindbaren Widersprüchen.
Die Star Trek-Autoren sollten sich mit der Besessenheit der Star Trek-Führungsoffiziere zurückhalten. Es war sicher eine gute Idee, die Manie von Annorax und Janeway gegenüberzustellen, aber die Autoren geraten so schnell in die Gefahr, Figuren zu erschaffen, mit denen man sich als Zuschauer nicht mehr identifizieren will. Besonders fragwürdig war der Abschnitt, als sich Chakotay offenbar für die Theorie von Annorax begeistert.
Seltsamerweise ist das geringste Problem der Episode der Punkt, der offenbar viele Fans am meisten störte: Der "Reset-Button" am Ende der Episode. Da sich die Lösung des Resets ja schon zu Beginn der Episode abzeichnete (Chakotay arbeitete ja darauf hin) und Reset-Episoden in Star Trek gewissermaßen eine Tradition haben (zumal "Resetfolgen" wie "Yesterday's Enterprise", "All Good Things" oder "The Visitor" ja auch nicht zu den schlechtesten Episoden gehören), weiß ich nicht, was daran falsch sein soll.
Das Problem sind wirklich die unüberwindbaren, logischen Widersprüche, die die Autoren offenbar schulterzuckend hingenommen haben in der Hoffnung, daß es doch eh nur ein paar durchgeknallte Fans merken werden (womit sie vielleicht sogar recht haben). Warum löscht die Zerstörung des Waffenschiffes das Schiff aus der Geschichte? Warum ist Annorax nicht auch aus der Geschichte gelöscht worden? Was hindert ihn, wenn er bei seiner Frau ist, das Schiff erneut zu bauen und den Fehler zu wiederholen? Und warum scheint alles am Ende so friedlich? Hat Annorax die Waffe nicht eingesetzt, um einen Angreifer außer Gefecht zu setzen? Wo ist jetzt dieser Angreifer?
Warum folgt gegen Ende Janeway ohne Protest der Aufforderung, dem Krenim-Gebiet fernzubleiben, weil es "in dispute" sei. Aus ihren Fehlern kann sie ja nicht gelernt haben, da sich niemand an die Ereignisse des "Höllenjahres" erinnert.
Auch nachdem die ursprüngliche Zeitlinie wieder hergestellt ist, erinnert sich noch immer niemand aus der Crew an die Warnung von Kes. Die verschiedenen Zeitlinien hätten ja als schwache aber akzeptable Erklärung dafür herhalten können, warum die Informationen von Kes nicht wiederverwendet werden konnten, aber in der letzten, endgültigen Zeitlinie hätte irgend jemand allein bei dem Begriff Krenim in die Höhe fahren müssen. Auch wenn Kes offensichtlich aus einer anderen Zeitlinie berichtete, sie hat nun mal darüber berichtet.
Hach ja...