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1930 kam die Hälfte aller Haushaltselektrogeräte in der Schweiz aus Schwanden. Samuel Blumer (1881–1959) entwickelte für die dort ansässige Therma AG ein ikonisches Bügeleisen, das bereits 1914 grossen Absatz im In- und Ausland fand. Seine elegante Grundform blieb über Jahrzehnte konstant.
1904 eröffnete der junge Tüftler Samuel Blumer, ein Autodidakt der Elektrotechnik, in Schwanden einen bescheidenen Fabrikbetrieb «für elektrische Heiz- und Kochapparate». Namentlich die ersten Rechauds und Bügeleisen fanden guten Absatz, sodass das kleine Unternehmen 1907 als Aktiengesellschaft einen Neubau beziehen konnte. Den Namen «Therma» steuerte der Ortsgeistliche bei. Blumer machte zwei Erfindungen, nämlich den bandgewickelten Bügeleisenkörper und die Nutenkochplatte mit Füllung aus nachträglich gehärtetem Chamottepulver. Beide besitzen grundlegenden Charakter und verhalfen der Therma – aber auch der gesamten einschlägigen Industrie – zum Aufschwung. Dank Blumer fand das Bügeleisen als erstes elektrisches Gerät den Weg zur breiten Bevölkerung. 1914 waren in der Schweiz bloss 1600 elektrische Kochherde, aber bereits 85.000 elektrische Bügeleisen im Einsatz! Die Therma beherrschte den Schweizer Markt und exportierte nach Frankreich, Italien, Dänemark und Norwegen. Bald entstanden Spezialgeräte wie das Eiform-Eisen für Wäschereien, das Schuhbügeleisen oder das Hutmachereisen. 1911 kam die Legierung Chromnickel für die Heizwiderstände auf, aber erst 1931 gelang das erste Therma-Reglereisen. Lange Zeit liess sich die Entwicklung bloss am Design der Griffe ablesen – vom Holzbügel über den gedrechselten Stab zum ergonomischen Kunststoffgriff –, während die elegante Form des hochglanzvernickelten und teilweise farbig emaillierten Eisens konstant blieb. (Arthur Rüegg)