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Innovationen 10.06.2022, 06:30 Uhr
Hightech-Gewebe macht T-Shirts zu Akkus
Materialwissenschaftler aus Singapur haben eine Textilie entwickelt, die nicht nur wasserfest und dehnbar ist, sondern auch Akkus laden kann. Energie hierfür liefern sollen die Bewegungen der Trägerinnen und Träger des Stoffes.
Das wohl effektivste Strom produzierende Gewebe für die Herstellung von Kleidungsstücken haben Forscher der Nanyang Technological University (NTU) entwickelt. Es ist dehnbar, wasserfest und verliert kaum an Leistung, wenn es über längere Zeit genutzt wird.
Ein drei mal vier Zentimeter grosser Fleck aus diesem Material erzeugt zusammenpresst genug Energie für 100 Leuchtdioden, so Jiang Feng, Doktorand bei Forschungsleiterin Lee Pooi See. «Wir glauben, dass es in T-Shirts und Schuhsohlen integriert werden kann, um Energie aus den kleinsten Bewegungen des Körpers zu sammeln und Strom für mobile Geräte zu erzeugen», sagt sie.
Kleine Körperbewegungen reichen
Das vom NTU-Team entwickelte Gewebe wandelt Vibrationen, die bei den kleinsten Körperbewegungen im Alltag entstehen, in Elektrizität um - und zwar auf zwei Arten: Wenn es gepresst oder gequetscht wird (Piezoelektrizität) und wenn es mit anderen Materialien in Kontakt kommt (triboelektrischer Effekt).
Die Experten haben zunächst eine dehnbare Elektrode mit einer Tinte aus Silber und Styrol-Ethylen-Butylen-Styrol gedruckt. Das ist ein gummiartiges Material. Diese Elektrode befestigten sie an einem Stück Nanofasergewebe, das aus zwei Hauptkomponenten besteht: Poly(vinylidenfluorid)-Co-Hexafluorpropylen (PVDFHPF), ein Polymer, das beim Komprimieren, Biegen oder Dehnen Strom erzeugt, und bleifreien Perowskit-Kristallen, die vor allem in Solarzellen genutzt werden.