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Adelboden
Reformierte Kirche
Adelboden besitzt eine altehrwürdige, kunstgeschichtlich interessante Kirche. Diese ist nicht zu verfehlen, steht sie doch mitten im Dorfzentrum. Sie wurde 1433 erbaut. Von besonderem Interesse sind das aus dem Jahre 1471 stammende Fresko an der Westfassade mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts sowie drei Glasfenster von Augusto Giacometti von 1936 im Chor der Kirche.
Im Jahr 1433, als das Dorf Adelboden etwa 450 Einwohner zählte, wurde die Kirche gegen den Willen des Bischofs von Lausanne erbaut. Denn vor der Einführung der Reformation im Kanton Bern im Jahr 1528 wurde in der Kirche der katholische Kultus zelebriert. Für den Kirchenbau und die Besoldung eines Priesters verbürgten sich 56 Hausväter mit ihrem ganzen Hab und Gut. Das Dokument dazu, der «Gelübdebrief», ist noch vorhanden und befindet sich heute im Staatsarchiv in Bern. Erst mit diesem Akt des Kirchenbaus wurde Adelboden zu einer eigenständigen Gemeinde. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die Kirche verschiedene Renovationen. Letztmals wurde die Kirche 1973 vollständig renoviert. Heute steht sie unter Denkmalschutz.
1471 entstand das Fresko, mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts, an der Aussenwand der Kirche, rechts neben dem Kircheneingang. In mittelalterlicher, vorreformatorischer Manier stellt der unbekannte Künstler seine Vorstellungen vom Weltgericht am Ende der Zeiten dar. Das 1995 fachgerecht restaurierte Fresko hat bis heute nichts von seiner Eindringlichkeit verloren.
Die Glasfenster des aus dem Bergell stammenden Künstlers Augusto Giacometti wurden 1936 geschaffen. Die drei farbigen Chorfenster stellen eine neutestamentliche Szene dar: den Garten Gethsemane. Christus ist umgeben von den schlafenden Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes. Glaube (violett), Liebe (rot) und Hoffnung (grün) sind bei den Menschen müde geworden und eingeschlafen. Aber die Treue Gottes (blau) bleibt wach und kämpft für die müde Gewordenen. Augusto Giacometti schuf zahlreiche Werke für verschiedene Kirchen in der Schweiz. Die Glasfenster in der Kirche Adelboden gehören aber zu seinen besten Werken seines Schaffens.
Wie kam die Kirche Adelboden zu ihrem speziellen Eingangstor? Während des Zweiten Weltkriegs wurden zwischen 1943 und 1945 amerikanische und britische Armeeangehörige in Adelboden als Internierte stationiert. Zur Erinnerung an ihre Zeit in Adelboden spendeten diese Soldaten unser Kircheneingangstor.
- Kunstführer durch die Schweiz, hg. von Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2006-2012, Bd. 3, S. 488.
- Gutknecht, Alfred und Albert Schranz, 575 Jahre Kirche Adelboden. Bild und Text anlässlich der Feier am 9. November 2008, Adelboden: Reformierte Kirchgemeinde Adelboden, 2008.