Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/130710

<h2>SubmittedText<h2><p>Auf Seite 6 des Jahresberichtes 2011 von Glencore steht, dass diese Unternehmung 2011 eine Steuergutschrift von 514 Millionen US-Dollar verbuchen konnte - im Zusammenhang mit "listing/restructuring benefits".</p><p>Da Glencore laut Tabelle nur 5 und laut eigener Behauptung 10 Prozent der Einnahmen versteuert, muss offenbar eine Ertragsminderung von 5 bis 10 Milliarden US-Dollar geltend gemacht worden sein.</p><p>- Welche Rechtsgrundlagen ermöglichten diese Gutschrift?</p><p>- Können "listing/restructuring benefits" grenzenlos verbucht werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Ihre Frage beschränkt sich auf den von Glencore am 5. März 2012 veröffentlichten Geschäftsbericht. Bei dem im Geschäftsbericht veröffentlichen Jahresabschluss handelt es sich um den für Steuerzwecke nicht massgebenden konsolidierten Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS). Das sind internationale Rechnungslegungsvorschriften für Unternehmen, die vom International Accounting Standards Board herausgegeben werden. Sie sollen losgelöst von nationalen Rechtsvorschriften die Aufstellung international vergleichbarer Jahres- und Konzernabschlüsse regeln. Die IFRS werden von zahlreichen Ländern zumindest für kapitalmarktorientierte Unternehmen vorgeschrieben. Sie bestehen aus Standards und offiziellen Interpretationen dieser Standards.</p><p>Die Position "Net deferred tax asset recorded - mainly Listing/Restructuring benefits" im IFRS-Abschluss ist eine zukunftsorientierte Aktivierung von künftigen Vorteilen - insbesondere Steuervorteilen - aus den Aufwendungen für die Umstrukturierung und den Börsengang von Glencore. Es handelt sich somit nicht um eine Gutschrift der Steuerbehörden.</p><p>In der Schweiz sind für Steuerzwecke die Jahresabschlüsse der einzelnen Konzerngesellschaften nach dem Obligationenrecht massgebend. Die Aktivierung von künftigen Vorteilen ist nach Obligationenrecht nicht möglich.</p>