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1800 – 1900
Bis 1850 lebten die Einwohner von Thal hauptsächlich vom Ackerbau. Daneben spielt aber auch der Rebbau eine wichtige Rolle in der Geschichte Thals. Der Anbau am Buchberg ist bereits seit dem 10. Jahrhundert belegt. Bis zum zweiten Weltkrieg war vor allem die Landwirtschaft verbreitet. Während dieser Zeit wurden in allen Teilen von Thal viele Rodungen durchgeführt, was man am Rückgang der Waldflächen gut erkennen kann.
Im Norden der Gemeinde Thal mündete der Rhein in den Bodensee. Der Rhein ist stark prägend für die Gemeinde und bildete ebenfalls die Grenze zum Nachbarsland Österreich. Die Mündung in den Bodensee wird ebenfalls als Rheinspitz bezeichnet.
Seit dem 18. Jahrhundert wurden mehrere kleine Aufschüttungen am Seeufer unternommen. Um das Jahr 1887 wurde ebenfalls der Rheinspitz in Altenrhein umgestaltet. Es entstand eine sanftere Einmündung des Rheines in den Bodensee. Man versuchte den Fluss so besser zu kontrollieren und die Hochwassergefahr zu minimieren. Mit der Zuwachsenden Industrialisierung kam die Nachfrage nach Hafengebieten, welche Einfluss auf das Seeufer hatten. 1887 Entstand der Hafen in Staad welche mehrere Aufschüttungen zur Folge hatte.
Durch Thal rinnen der Steinlibach und der Freibach. Bei Beiden wurden aufgrund des Wachstums über die Jahre mehrere kleinere Umleitungen vorgenommen. Der Steinlibach mündete weiter Nordwärts in den Rhein. Beide Gewässer waren fundamental für die Entwicklung der Ortschaft Thal.
Vom Kreienwald aus entsteht aus mehreren kleineren Quellmündungen der Krennenbach. Dieser mündet durch die Gemeinde bis hin zum Seegraben, welcher sich zwischen Staad und Altenrhein befindet.
1900 – 2000
Durch den Krieg und die Industrialisierung sind viele Felder, Obstplantagen und Reben verschwunden. Dafür konnte sich der Wald regenerieren. In dieser Zeitspanne sind viele öffentliche Grünflächen entstanden, darunter das Freibad in Speck, die Sportanlage Bützel und Oberfeld und der Friedhof Thal.
Bis 1975 wurden wurde Teile des Hochmoorgebiets bei Altenrhein planiert und als Baugrund genutzt. Zusätzliche Aufschüttungen wurden 1973 für den Bau der Autobahn vorgenommen. Ein Abschnitt entlang des Rheins wurde 1972 unter Schutz gestellt. Seit 1980 gilt zudem eine Schiffahrtsbeschränkung. Heute bietet es einen Lebensraum für viele Tiere und mehr als 600 verschiedene Blütenpflanzen und Farne, darunter etliche Arten, welche in Europa als bedroht gelten. Kurz nach 1990 sind nahe dem Rheinspitz der Campingplatz «Idyll» und das Mobilheim Rheinhof entstanden.
Es wurde mehrere Male versucht den unkalkulierbaren Rhein einzudämmen, um dem Hochwasser und den Überschwemmungen entgegenzuwirken. Durch die Not entstand die Internationale Rheinregulierung (IRR), welche den Rhein begradigte und somit kontrollierbar machte. Im Jahr 1923 wurde der Flusslauf des Rheines mit dem Diepoldsauer Durchstich gekürzt und zum Alten Rhein umgewandelt. Der Grenzverlauf zwischen Österreich und der Schweiz wurde entlang des Flusslaufes des Alten Rheines belassen.
Hier wird ebenfalls die starke Prägung der Hafenausbildungen am Seeufer ersichtlich. Besonders im Bereich der Industrie wurde die Seeuferkante öfters dem Nutzen angepasst und erweitert. In Rheinspitz erlangt der Hafen ebenfalls von Bedeutung. Durch die kontrollierte Gewässerführung im Bereich des Hochmoors im Bereich des Rheinspitz wurde die Besiedelung vermehrt ermöglicht.
Der Seegraben wurde aufgrund der Erstellung der Autobahn minimal angepasst und neben zu geführt.
2000 – 2022
Nach 1990 hat eine Aufforstung stattgefunden, viele neue kleinere Waldflächen sind entstanden. Die Sportanlage Bützel wurde mit einem Tennis, Basketball und Volleyball Platz ergänzt.
Der Steinlibach und der Freibach welche durch Thal münden wurden aufgrund der Bebauung mehrmals umgeleitet und kanalisiert. Die Umleitungen waren sehr minimal und aufgrund des Zuwachses geschuldet.
Über eine längere Zeit wurden keine ausschlaggebenden Veränderungen an der Seeuferkante vorgenommen. Im Jahr 2015 ist die Aufschüttung und Ausbildung der Häfen In Altenrhein und Staad markant. Ebenfalls wurde das Naturschutzgebiet im Rheinspitz durch Einbuchtungen geformt. Dies bildet bis heute einen prägnanten Widererkennungswert der Seeuferkante der Gemeinde Thal.