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Die Duden-Grammatik führt 36 Satzbaupläne auf (23 Hauptpläne, 13 Nebenpläne). Die Hauptpläne enthalten die folgenden Bestandteile:
Die Rosen blühen.
Der Gärtner findet die Blumen.
Der Sohn dankte dem Vater.
Der Mann rühmt sich seiner Verdienste.
Der Arzt achtet auf die Messwerte.
Der Wirt ist mein Freund.
Das Buch liegt auf dem Tisch.
Der Besuch dauerte zwei Stunden.
Die Rose ist schön.
Das Verbrechen geschah aus Eifersucht.
Die Nebenpläne der Duden-Grammatik enthalten darüberhinaus:
Das ist den Aufwand wert.
Ich bin diesem Mann fremd.
Er ist des Diebstahls schuldig.
Peter war mit den Ergebnissen zufrieden.
Die Firma ist in Magdeburg ansässig.
Die Hand blutet dem Kind.
Während die Duden-Grammatik die Satzbaupläne über funktionale Kategorien einführt (Subjekt, Prädikat, Objekt, Zeitergänzung etc.), wird z.B. bei [Schumacher 86] nur über grammatische Kategorien (Nominativerg., Akkusativerg., Präpositionale Erg., Adverbiale Erg., Prädikative Erg.) argumentiert. Er führt 27 sog. Satzmuster auf, die in 43 Satzbaupläne untergliedert sind. Ein paar Beispiele:
Der Spielleiter ordnet jedem Teilnehmer ein Symbol zu.
Die Unterhändler haben diese Frage von den übrigen Problemen abgetrennt.
Der Hauptmann befahl die Soldaten zum Sammelplatz.
Wir betrachten die Angelegenheit als erledigt.
Es regnet. Es kommt ein Mann zur Tür herein.
Gestern blühten die Rosen. Die Rosen blühten wunderschön.
Ist er zuhause? Blühen die Rosen schon? Hat er das Buch gelesen?
Wer sieht das Haus? Wo ist er? Welches Haus siehst du? In welchem Haus wohnst du? Er kommt wann zurück?
Geh nach Hause! Setzen Sie sich!
Wie schön! Das ist ja ein ausgezeichneter Einfall!
Er wußte, daß sie schlief. Dass sie schlief, wusste er.
Er sieht den Mann, der viel weiss. Er traf den Mann, welcher der Erfinder des Gummibärchens ist. Das Haus, an das der Junge denkt, ist gross. Der Ball, dessen Vorteile unbestreitbar sind, ist gross. Der Mann, von dessen Ball der Junge erzählt, ist gross. Das war das Komischste, was die Jungen gesehen hatten. Die Art, wie der Junge dem Mann hilft, ist bedenklich. Dort, wo das Haus steht, habe ich ihn gesehen.
Ich verstehe dich, der du soviel arbeiten musst. Ich sah drei Jungen, die alle dem Mann halfen. Er beteiligte sich wie ein Freund, der er nicht war. Das ist eines der ersten Häuser, die hier gebaut wurden.
Peter blickte auf das Haus seines Onkels, das er seit langem kannte. Der Mann hat den Jungen gesehen, der mit dem Ball spielte. Ein Buch wurde gestern veröffentlicht, das du unbedingt lesen musst. Wer den Jungen sieht, der hilft dem Mann.
Das Buch, das er las, war ziemlich langweilig.
Wer zu spät kommt, fliegt raus. (Subjekt) Wer das behauptet, kann ich mir vorstellen. (Objekt)
Er sah den Jungen, was er der Frau erzählte.
Er versprach, um 5 Uhr zu kommen. Er versprach, ihn am Bahnhof abzuholen.
Er ließ ihn um 5 Uhr kommen.
Das Lied, das zu singen er versprochen hatte, ist alt.
Er arbeitete, um Geld zu verdienen.
Er ist müde, weil er viel gearbeitet hat.
Wenn er müde ist, schläft er. Kommt er früh, dann bleibt er nicht lange.
Er arbeitete so viel, daß er keine Freizeit mehr hatte.
Obwohl er müde ist, arbeitet er.
Er arbeitet, indem er Bücher liest.
Während er arbeitet, fallen ihm die Augen zu.
Ich frage ihn, was er tut.
Im Deutschen unterscheidet man grundsätzlich:
Der Satzaufbau im Deutschen ist geprägt von der sog. Satzklammer, die im Hauptsatz durch finites Verb und infinite Verbalgruppe aufgespannt wird. Im Nebensatz ist das Vorfeld leer und die einleitende Konjunktion oder das einleitende Pronomen besetzt die linke Satzklammer. Das finite Verb steht dann in der rechten Klammer.
|Vorfeld||linke Klammer||Mittelfeld||rechte Klammer||Nachfeld|
|Lies||das Buch.|
|Peter||möchte||den Mann||sehen.|
|Gestern||hat||er den Mann||gesehen.|
|Peter||kam||gestern||an.|
|Er||ist||so schnell||gelaufen||wie sein Bruder.|
|dass||er den Mann||gesehen hat.|
|den||der Mann||gesehen hat.|
Bei Verberststellung ist das Vorfeld unbesetzt. Bei Verbzweitstellung wird die Position vor dem finiten Verb (das Vorfeld) immer von genau einer Konstituente besetzt.
Das Vorfeld wird durch diejenige Konstituente besetzt, die entweder an bereits bekannte Sachverhalte anknüpft oder die eine hervorgehobene Stellung im Satz einnehmen soll. Man spricht dann von Topikalisierung
Dem Mann gibt er das Buch. Das Buch gibt er dem Mann.
Die Reihenfolge der Konstituenten im Mittelfeld ist variabel. Handelt es sich um 'normale' (nicht-pronominalisierte) NPs, so geht man von der unbetonten Reihenfolge aus:
Nominativ < Dativ < Akkusativ
Gestern hat Peter seinem Freund das Buch geschenkt.
Wenn einzelne NPs pronominalisiert sind, so können sie sich nach vorn schieben. Es gilt also:
+Pron < -Pron
Gestern hat Peter es seinem Freund geschenkt.
Wenn alle NPs pronominalisiert sind, so geht man von der folgenden unbetonten Reihenfolge aus:
Nominativ < Akkusativ < Dativ
Gestern hat er es ihm geschenkt.
Bei abtrennbaren Verbpräfixen ist zu beachten, dass sie
Innerhalb einer komplexen Verbalgruppe gilt folgende Reihenfolge:
Hauptverb < (Pas) < Mod* < (Asp) < Mod* < (Fut)
... gesehen werden kann. ... gesehen worden sein kann. ... sehen können wird. ... gesehen worden ist.
Folgende Besonderheiten sind zu bedenken:
Er hat das Buch gestohlen, der Schuft.
Er hat das Buch geschenkt dem alten Freund aus Kindertagen, den er seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hatte.
obwohl er den Mann hätte sehen können