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Römische Legionäre brachten zuerst den Wein, dann auch Rebstöcke, die sie in der Region anpflanzten. Erste Zeitzeugen sind Tonscherben von Amphoren, später fand man in der Klus bei Aesch Rebstocküberreste und Teile eines Rebstickel
s aus Eibenholz. Sie konnten auf das dritte bis vierte Jahrhundert nach Christus datiert werden. Im Mittelalter kamen die Klöster in den Besitz der Rebgelände. Sie verbesserten die Anbautechnik und mehrten das Wissen rund um den Weinbau entscheidend. In der Stadt Basel pflegte die Bürgerschaft Rebflächen inner- und ausserhalb der Stadtmauern.
Der Weinzehnte wurde zu einer wesentlichen Abgabe, welche die Rebleute an die Obrigkeiten zu leisten hatten. Im 17. und 18. Jh. war die Blütezeit des Rebbaus in der Region mit der grössten Flächenausdehnung. Dabei kam es allerdings in einzelnen Jahren immer wieder zu ausgesprochenen Missernten. Der Wein galt als Nahrungs- und Gesundheitsmittel, da die Qualität des Trinkwassers aus Sodbrunnen
und Quellen vielfach bedenklich war. Wein wurde oft mit Gewürzen, Honig oder Zucker versetzt, um die Weine etwas süsser und schmackhafter zu machen. Strassennamen wie der Essigweg zeugen noch heute von deren Qualität.
Um 1880 setzte in der ganzen Schweiz ein dramatischer Rückgang des Rebbaus ein. Solange es aufwendig war, besseren Wein aus Südeuropa herbeizuschaffen, konnte sich der einheimische Weinbau halten. Dies änderte sich mit dem Aufkommen der Eisenbahn. Billiger und besserer Wein konnte nun waggonweise eingeführt werden. Zudem wurden aus Amerika die Reblaus und der echte Mehltau, eine Pilzkrankheit, eingeschleppt, so dass ganze Rebberge zwangsgerodet werden mussten. Tiefe Wintertemperaturen und Nässe um 1900 trugen das Ihre zum Niedergang des Rebbaus bei. So verringerte sich die Rebfläche in der Region von rund 1000 Hektaren um 1860 auf ein Zehntel im Jahre 1940. Erst ab etwa 1970 ist wieder eine Zunahme der Rebflächen erkennbar. Allerdings beanspruchte gerade zu dieser Zeit der Siedlungsraum die guten, südexponierten Reblagen, die vielerorts mit Einfamilienhäusern überbaut wurden. Heute werden an guten Lagen wieder vermehrt Reben angepflanzt, um einen Qualitätswein zu erzeugen.
Der Rebberg als Lebensraum
Der Rebberg als Lebensraum ist ein Relikt einer 2000 Jahre alten Kulturlandschaft, die in den vergangenen Jahrhunderten eine wesentlich grössere Flächenausdehnung besass. Rebparzellen sind heute oft mit Randzonen und andersartigen Bewirtschaftungsflächen kleinräumig verzahnt, was sie ökologisch besonders vielfältig und abwechslungsreich macht. Trockenmauern, ungeteerte Wege und Wegränder, trockene Böschungen mit Magerwiesen, Hecken, Brachflächen und Obstgärten begleiten das Rebland in der Region regelmässig.
Düngung und der Einsatz von Herbiziden
liessen nach dem 2. Weltkrieg die charakteristische Rebbergflora verschwinden; dank dem ökologischen Rebbau blüht sie mancherorts wieder auf. Viele dieser Wärme liebenden Pflanzenarten stammen ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. So ist die Rebbergtulpe eine mediterrane Rarität, die unter anderem im Muttenzer Rebberg und am Schlipf bei Riehen und Weil am Rhein zu finden ist. Ebenfalls ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammen einige Vögel des Rebberges wie die Zaunammer, der Hänfling und der Girlitz. Die Mauereidechse, eine der charakteristischen Tierarten der Weinberge, bewohnt die Ritzen der Trockenmauern aus Kalkbruchsteinen. Hingegen ist die Schlingnatter, die auf reichliche Eidechsenbestände als Nahrungsquelle angewiesen ist, weitgehend aus den heimischen Rebbergen verschwunden.
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