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In einer 8. Knabenklasse berührt der koordinativ schwächere Benjamin im Unihockeyspiel keinen einzigen Ball und wäre lieber auf der Bank als auf dem Spielfeld. Der Lösungsvorschlag ermöglicht Erfolgserlebnisse und lässt sich auf alle Teamsportarten übertragen.
Unihockey
Dass Benjamin als letzter gewählt wurde und mürrisch vom Team aufgenommen wurde, ignoriert er gekonnt. Da mit Auswechselspielern gespielt wird, meldet er sich freiwillig, setzt sich auf die Bank und beobachtet das Spiel.
Erst als der Sportlehrer das Team anweist, zu wechseln, begibt sich Benjamin auf das Spielfeld, bleibt aber im Hintergrund. Gelangt der Ball zufällig in seine Richtung, ist ein anderer Spieler meist schneller und übernimmt den Spielzug. Nach wenigen Minuten wird er gefragt, ob er wieder auswechseln möchte und verlässt dankbar das Spielfeld.
Lösungsvorschlag – Leistungsdifferenziert spielen
Damit alle zu vielen Ballkontakten und Torabschlüssen kommen, spielen erfahrene Unihockeyspieler auf Feld 1, alle anderen auf Feld 2. Bildet je zwei Teams durch Zulaufen, füllt das Aufstellungsblatt aus, bestimmt die Reihenfolge der Auswechselspieler und den Captain.
Tipps
- In leistungsdifferenzierten und kleineren Teams spielen die SuS in ihrem Tempo, erhalten mehr Bälle, schiessen Tore und rennen jubelnd durch die Halle.
- Zulaufen ist eine Form der Teambildung, in der die Schüler nicht wählen, aber mitbestimmen dürfen. Zwei Team-Repräsentanten stellen sich zur Verfügung. Alle anderen sitzen im Kreis und erhalten die Aufgabe gleichgrosse und -starke Teams zu bilden. Dazu begibt sich einer nach dem anderen zu einem der beiden Teams.
- Jedes Team erhält das Aufstellungsblatt (Spielfeld in A4) inkl. Stift. Darauf wird die Positionen mit Namen notiert, die Reihenfolge der Auswechselspieler und der Captain.
- Empfohlen wird eine Diskussion über die Rolle des Captains, das Verteilen von Captainbinden (ca. 3 CHF im Sportgeschäft) und nach dem Spiel ein Gruppengespräch über die Ausführung dieser Rolle.
Mögliche Beurteilungskriterien
- 70% Spielnote: Etwa vier ausformulierte Sätze zu Spielübersicht, Ballkontrolle, Torabschluss und Positionsspiel.
- 15% Fairplay: Faires Spielverhalten, den Gegner respektieren und Mitspieler motivieren.
- 15% Gruppenritual (Gruppennote): Jedes Team entwickelt ein Gruppenritual von 5 bis 10 Sekunden, welches Stärke und Zusammenhalt repräsentiert (vgl. Haka).
Quellen des Selbstkonzepts
- Aufwärtsvergleiche minimieren: Leistungsschwächere Schüler/-innen müssen sich nicht ständig mit den Besten vergleichen, erhalten mehr Bälle, schiessen Tore können jubeln.
- Angstfreies Lernklima ermöglichen: Durch Zulaufen Blossstellungen bei Teambildung vermeiden. Das Bestimmen des Captains und die Fairplay-Benotung fördern ein respektvolles Miteinander.
- Teamleistungen fördern: Ein Gruppenritual stärkt den Zusammenhalt.
- Spiele vereinfachen: Ein Bändeli im Unihockeyball macht ihn kontrollierbarer. Noch einfacher ist es, wenn man den Schläger kopfüber dreht und mit einem Schwimmring spielt.
Weitere sportliche Aktivitäten
- Fussball: In der Halle konsequent einen Futsal benutzen, da er weniger abspringt und sich einfacher kontrollieren lässt.
- Volleyball: Zwei gegen zwei auf kleinen Feldern. Fangbälle erlauben (zu Beginn wird nur der Ball übers Netz geschlagen). Für längere Ballwechsel das Netz hochstellen. Evtl. extra leichte Kindervolleybälle mit reduzierter Fluggeschwindigkeit kaufen.
- Badminton: Für längere Ballwechsel das Netz hochstellen. Evt. Kinderschläger mit Tropfenform und verkürztem Schaft für ein leichteres Treffen des Balles kaufen.
- Basketball: Wenn möglich Körbe tiefer stellen und mit kleineren Bällen spielen.
- Handball: Schlumpfball ausprobieren. Der weiche und kleinere Ball lässt sich gut fangen. Das koordinativ anspruchsvolle Prellen entfällt.
- Baseball: Ein Ballständer oder ein Kricketschläger mit grösserer Schlagfläche vereinfachen das Treffen.