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Was tust du, wenn dein Baby nur noch erbricht und Blut im Stuhl hat, das örtliche Krankenhaus nicht die erforderliche Operation durchführen kann, dein Auto nicht startet, der Krankenwagenfahrer nicht an sein Telefon geht und du über 500 Meilen von einem Arzt entfernt bist, der das Leben deiner Tochter retten könnte? Das ist keine hypothetische Situation. Es ist genau die Situation, in der wir uns befanden.
Der Tag begann wie jeder andere. Unsere Tochter Eva wachte auf, wurde gestillt und schlief wieder ein. Als sie erneut aufwachte und gelbliche Galle erbrach, wusste ich, dass etwas nicht stimmte. Sie weigerte sich zu trinken und fiel schnell wieder in den Schlaf zurück. Mein Mann Jason und ich dachten, es sei vielleicht nur eine Magenverstimmung.
Mehr als eine Magenverstimmung
Aber am frühen Nachmittag hatte sie sich noch weiter übergeben und hatte Blut im Stuhl. Darauf haben wir einen befreundeten Arzt konsultiert. Er schlug vor, dass wir unsere kleine Stadt verlassen und in eine größere fahren, die nur zwei Stunden entfernt ist. Wir könnten dort übernachten, nur für den Fall, dass es ihr nicht besser geht und sie medizinische Hilfe braucht.
Jason rief Freunde an, die in dieser Stadt lebten, während wir für die zweistündige Fahrt aufbrachen. Sie erzählten ihm, dass ein kanadischer Kinderarzt gerade in diesem Moment in der Stadt war. Als wir ankamen, war Evas Windel erneut mit Blut gefüllt. Der Kinderarzt sagte, unsere Tochter würde in einen Schock fallen, wenn sie nicht sofort eine Infusion bekäme.
Wird Antibiotika helfen?
Wir eilten sie ins örtliche Krankenhaus und beteten um Gottes Schutz. Die Laborergebnisse im Krankenhaus zeigten, dass Eva eine übermäßige Menge an Amöben hatte. Mit ein wenig Antibiotika würde es ihr am nächsten Tag besser gehen. Wir fühlten uns sehr erleichtert.
Aber am nächsten Morgen hatte Eva wieder einen mit Blut gefüllten Stuhl und erbrach weiter. Der Arzt schlug vor, einen Ultraschall zu machen, um zu sehen, ob sie einen verstopften Darm hatte. Zu unserer Bestürzung bewahrheitete sich dies. Sie musste sofort operiert werden - ein Eingriff, den das Personal des kleinen Krankenhauses nicht oft durchführte.
Deshalb arrangierten wir einen medizinischen Evakuierungsflug, welcher uns am nächsten Nachmittag in die Hauptstadt bringen sollte. Dort würde dann ein Arzt darauf warten, die Operation durchzuführen.
Es kommt noch schlimmer
Am späten Abend hat sich Eva‘s Zustand verschlechtert. Jetzt erbrach sie Blut. Der Arzt sagte uns, dass wir nicht bis morgen Nachmittag warten konnten – er befürchtete, dass Eva es nicht so lange schaffen würde. Unsere Herzen begannen zu brechen, als wir weiter zu Gott schrien. Wir könnten entweder eine Notfalloperation hier im örtlichen Krankenhaus vornehmen lassen oder jetzt losfahren, um durch die Nacht in die Hauptstadt zu fahren. Beide Optionen stellten ein großes Risiko dar. Als sich der Zustand von Eva weiter verschlechterte, beschlossen wir, die Operation vor Ort durchzuführen.
Jason rannte los, um es dem Chirurgen zu sagen, während ich Eva mit Alkoholtupfern abwischte, in der Hoffnung, sie für die Operation so sauber wie möglich zu haben. Ich konnte nicht anders, als bei jedem Tupfer das Gefühl zu haben, dass ich mein kleines Mädchen auf ihre Beerdigung vorbereitete.
Operation verweigert
Jason fand das OP-Team, aber sie hatten gerade entschieden, dass sie die Operation doch nicht durchführen konnten. Wir müssten also mit dem Auto in die Hauptstadt fahren. Doch nun sprang unser Wagen nicht mehr an. Immer wieder hat Jason es versucht, aber Das Auto war hinüber. Immer wieder schrien wir zu Gott.
Das Krankenhaus bot ihren Krankenwagen an und versicherte uns, dass sie uns bis zum Vormittag in die Hauptstadt bringen könnten. Wir sammelten unsere Sachen zusammen, aber das Krankenhauspersonal konnte keinen ihrer Krankenwagenfahrer telefonisch erreichen. «Sie müssen wohl bis zum Morgen warten.» Die Worte trafen unsere Herzen wie ein Vorschlaghammer. Wir baten darum, dass sie es weiter versuchten.
Wo ist Gott?
Nichts schien richtig zu laufen, und wir verloren wertvolle Zeit für Eva. Wieder schrien wir zu Gott um Seine Hilfe. Eine schwache Stimme schien uns in die Ohren zu flüstern: «Ihr habt eure Tochter Eva genannt, was so viel bedeutet wie «lebendig». Sie wird ihrem Namen gerecht werden. Vertraut einfach auf mich.»
Morgens um 2:30 Uhr fuhr der Krankenwagen schließlich doch noch los. Eva schlief ruhig, als wir durch die Nacht rasten. Der Vollmond erhellte die Wüstenstraße und half dem Fahrer, Schlaglöcher, herumstreunende Tiere und defekte Lastwagen zu erkennen und zu umfahren.
Endlich in der Hauptstadt
Wir kamen gegen Mittag in der Hauptstadt an und eilten ins Krankenhaus. Ein Chirurg wartete auf uns. Er untersuchte Eva schnell und versicherte uns, dass es ihr gut gehen würde. «Eine Operation ist höchstwahrscheinlich notwendig», sagte er, «aber wir könnten zuerst einen Lufteinlauf versuchen.»
Wundersamer Weise funktionierte der Lufteinlauf. Evas Darm öffnete sich und sie fing sofort an, besser auszusehen. Am nächsten Tag lächelte sie und aß bereits wieder. Durch Gottes Gnade lebte unser kleines Mädchen!
Wahnsinnig?
Einige Leute denken, dass wir verrückt sind, wenn wir mit Kindern in einer abgelegenen und riskanten Gegend leben, fernab von einer angemessenen Gesundheitsversorgung.
Aber ist es der Schöpfer von Himmel und der Erde nicht wert? Ist nicht derjenige, der unseren Seelen das Leben eingehaucht hat, alles wert, was wir Ihm zurückgeben können? Sind nicht auch diejenigen, die von Seiner Liebe getrennt und ohne Hoffnung in dieser Welt sind, unseres Dienstes würdig?
Wir wissen nicht, ob Gott uns zu gegebener Zeit wieder retten wird. Aber wir wissen, dass Er es wert ist und wir alles für Ihn geben. Wir stimmen Jim Elliot zu, einem Mitarbeiter im Königreich Gottes, der schließlich sein Leben für das Evangelium opferte: «Der ist kein Narr, der gibt, was er nicht behalten kann, um das zu gewinnen, was er nicht verlieren kann.»
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