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Archiv der Kategorie: Buchtipp
Über die Langeweile wird seit der Mitte des 17. Jahrhunderts immer wieder nachgedacht. Für Blaise Pascal war die Langeweile unangenehmer Stillstand. Ähnlich sah das auch Immanuel Kant im 18. Jahrhundert. Laut Goethe hilft die Langeweile in kreativer Not. Auf teuflischem Wege bringt Goethes Mephisto die Menschen dazu, sich zu «übereilen», also dem Stillstand zu entsagen.
Als James Watt 1769 die Dampfmaschine erfand, löste er damit die Industrialisierung aus: Vor etwa 200 Jahren entstanden die ersten grossen Fabriken. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts leitete Henry Ford eine erste Neuausrichtung der Industrie ein: Er zerlegte die Herstellung eines Autos so in Arbeitsschritte, dass man sie mit einem Fließband ausführen konnte. Henry Ford brachte also die Standardisierung in die Industrie ein.
Viele Schweizer gehen mit Europa etwa so fair um, wie Asterix und Obelix mit den Römern: Die sind gerade gut genug, um regelmässig verkloppt zu werden. Der Brexit-Entscheid in Grossbritannien hat diese Fundamentalkritik eher noch akzentuiert. Ist diese Kritik an der EU wirklich gerechtfertigt oder dient die EU lediglich als Blitzableiter für frustrierte Politiker?
Den Tod einer Demokratie stellt man sich laut vor: eingeleitet von Panzern und Granaten, begleitet von Gewehrsalven und dem Geräusch von Stiefeln auf dem Pflaster. Die beiden Politologen Steven Levitsky und Daniel Ziblatt zeigen in ihrem Buch, dass Demokratien auch langsam und ganz leise sterben können. Manchmal bringen ihr nicht schwere Waffen den Tod, sondern Worte, auf Papier und Twitter oder gesprochen an Veranstaltungen. Denn Demokratien können nicht nur von Militärs und Terroristen zu Fall gebracht werden, sondern auch von ihren gewählten Führern. Hitler zum Beispiel hat die Macht nicht illegal an sich gerissen, sondern über Abstimmungen im Reichstag. Manchmal erodieren Demokratien auch langsam und in kaum merklichen Schritten und eines Tages sind sie weg. So war es in der Türkei, in Polen, in Ungarn – und auf diesem Weg befinden sich auch die USA.
Politisch korrekte Sprache ist schon fast ein Schimpfwort, so heftig machen sich konservative Politiker über das Bemühen lustig, eine Sprache zu verwenden, die frei von Übergriffen ist. Kein Grund, sich der Auseinandersetzung um eine gute Sprache zu entziehen. Dabei ist das kleine Buch von Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch hilfreich. Er zeigt nüchtern, was politisch korrekte Sprache ist, wie Sprache und Moral zusammenhängen und wie sich Sprache moralisch verwenden lässt.
Was kann man in Europa tun, um das europäische System mit Demokratie, Pressefreiheit, sozialer Sicherheit und fairen Regeln zu erhalten und die positiven Seiten von Youtube und Facebook, von Google und Amazon so zu lenken, dass sie diesen Zielen nützen, statt sie zu zerstören? Und wie kann man dazu beitragen, dass europäische Medien, die nach europäischen Grundsätzen funktionieren, nicht verschwinden?
Bücher von Alt-Politikern sind oft zum Gähnen: Selbstbeweihräucherung aus dem sicheren Lehnstuhl. Dieses Buch ist ganz anders. Madeleine Albright war von 1997 bis 2001 und als erste Frau Aussenministerin der USA. Geboren wurde sie 1937 in Tschechien. Sie hat am eigenen Leib den Faschismus (und später auch den Kommunismus) erlebt.
Schon 1972 hat der Club of Rome vor den Grenzen des Wachstums gewarnt und den Folgen von Naturvernichtung, Umweltverschmutzung und den damals noch nicht unter dem Begriff «Klimawandel» bekannten Problem. 1992, an der ersten Weltumweltkonferenz in Rio de Janeiro hätte die Welt zuhören müssen. Spätestens seit 2007, als der Weltklimarates eindringlich vor der Klimaerwärmung warnte, weiss unsere Gesellschaft um die Gefahr, die der Erde durch die Klimaerwärmung droht.
Als Autor Bruno Preisendörfer 1963 zum ersten Mal zur Schule ging, steckte in seinem Schulranzen noch eine Schiefertafel mit Griffel und Schwämmchen. Das Telefon zu Hause war ein schwarzer Kasten, der ehrfurchtgebietend an der Wand hing, Musik hörte man ab Schallplatten und ein Buch bestand noch aus Leinen und Papier.
Jan Gehl ist der Mann, der Kopenhagen zur menschenfreundlichen Stadt gemacht hat. In diesem Buch zeigt er mit vielen Bildern und Planskizzen, was eine Stadt mit menschlichem Mass ist. Er zeigt, warum es den Menschen neben den Bausünden aus den 60er Jahren nicht wohl ist. Er dokumentiert die Veränderungen, mit deren Hilfe er Kopenhagen, Melbourne und andere Städte wiederbelebt hat.