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Ein internationales Wissenschaftlerteam hat enträtselt, wie im vergangenen Frühjahr das erste Ozonloch über der Arktis entstand und im Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht. „Das Ozonloch über der Arktis war nicht nur das Ergebnis einer Kombination vergangener Umweltbelastungen durch Luftschadstoffe, seine Entstehung hängt auch mit langfristigen Veränderungen im Klimasystem zusammen“, fasst Dr. Markus Rex, Atmosphärenphysiker das Ergebnis der Studie zusammen.
In 15 bis 25 Kilometer Höhe bildet das Spurengas Ozon eine natürliche Barriere gegen schädliche UV-Strahlung aus dem Weltraum. Unter dem Einfluss langlebiger Luftschadstoffe, die durch tiefe Temperaturen erst richtig aktiviert werden, kann die schützende Ozonschicht zum Ende des kalten polaren Winters in grossem Umfang zerstört werden. Dabei löst die zurückkehrende Sonne eine Kette komplexer chemischer Reaktionen aus, die Ozon spalten. In der erheblich kälteren Antarktis führt dieser Prozess regelmässig zur Bildung eines Ozonlochs im antarktischen Frühjahr.
Auch in der wärmeren Arktis gab es in der Vergangenheit in manchen Jahren Ozonverlust in erheblichem Umfang, ein regelrechtes Ozonloch hat sich dort jedoch bislang nicht bilden können. „Normalerweise ist die Arktis im Frühjahr von einer besonders dicken Ozonschicht geschützt und das Ausmass des Ozonverlusts war bislang nicht schwerwiegend genug, um in diesem dicken Polster ein Loch zu erzeugen. Unsere Analyse zeigt nun, dass in diesem Frühjahr der Ozonverlust über der Arktis erstmalig ebenso schwerwiegend war wie in den frühen Ozonlöchern der Antarktis in der Mitte der 1980er Jahre“, erläutert Markus Rex.
Bild: Ian Mackenzie (Wikimedia Commons)