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«Asset Deal» vs. «Share Deal»
Rechtlich
Wenn ein Unternehmen im Rahmen einer Nachfolgeregelung übertragen werden soll, werden die wesentlichen Rechte und Pflichten der Parteien im sogenannten Übertragungsvertrag geregelt.
Im Grundsatz werden je nach Kaufgegenstand zwei Hauptvertragstypen unterschieden: Bei einem «Share Deal» werden Aktien oder aber Stammanteile des Unternehmens übertragen, währenddem bei einem «Asset Deal» einzelne Aktiven (Vorräte, Maschinen, Kundenstamm etc.) und Passiven übergehen. Beide Vertragsvarianten haben Vor- und Nachteile.
Wahl der richtigen Vertragsart
Die Wahl zwischen «Asset und Share Deal» ist nur möglich, wenn das zu übertragende Unternehmen die Rechtsform einer AG oder GmbH aufweist. Wenn das zu übertragende Unternehmen eine Einzelfirma, eine Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft ist, kommt grundsätzlich nur ein «Asset Deal» infrage. Im Rahmen der Umwandlung einer Personengesellschaft in eine Kapitalgesellschaft kann jedoch auch eine Personengesellschaft fit für den «Share Deal» gemacht werden, sofern sich diese Lösung aufdrängt und frühzeitig mit der Planung begonnen wird.
Vorteile des Share Deals
Für einen «Share Deal» spricht, dass er relativ einfach abgewickelt werden kann, da nur Aktien oder Stammanteile übertragen werden. Er ist deshalb auch die häufigste Übertragungsform. Ein weiterer Vorteil des «Share Deal» für den verkaufenden Unternehmer besteht darin, dass sämtliche mit dem Unternehmen verbundenen Risiken dem Käufer überbunden werden und er nicht mehr haftet, sofern nicht spezielle Gewährleistungsverpflichtungen vereinbart werden. Dies im Gegensatz zu einem «Asset Deal», wo der verkaufende Unternehmer gegenüber den Gläubigern der Gesellschaft noch während drei Jahren solidarisch mit dem Käufer mithaftet.
Bei einem «Share Deal» kauft der neue Investor ein bestehendes Unternehmen. Sofern dieses zweckmässig organisiert und aufgestellt ist, muss er höchstens noch kleinere Anpassungen vornehmen. Der neue Investor muss die unternehmerische Tätigkeit deshalb nicht von Grund auf neu organisieren.
Vorteile des Asset Deals
Einzelfirmen, Kollektiv- oder Kommanditgesellschaften können nur mittels eines «Asset Deals» übertragen werden. Es gibt aber weitere Gründe, welche für einen «Asset Deal» bei einer AG oder GmbH sprechen:
Beim «Asset Deal» können auch einzelne Vermögensgegenstände oder bestimmte Unternehmensteile (wie etwa einzelne Geschäftssparten) übertragen werden, während bei den sogenannten «Share Deals» stets das gesamte Unternehmen mit sämtlichen Risiken mit übernommen werden muss. Die Möglichkeit der exakten Auswahl der zu übertragenden Aktiven und Passiven bei einem «Asset Deal» erlaubt es auch, das Geschäft oder Teile davon von überschuldeten oder konkursiten Unternehmen zu übernehmen.
Allerdings muss bei einem «Asset Deal» jeder Vermögenswert einzeln übertragen werden, das heisst es bedarf unter Umständen einer langen Liste mit den zu übertragenden Vermögenswerten und Passiven. Die vertragliche Gestaltung ist deshalb anspruchsvoll.
Steuerlich
Bei einem «Share Deal» kann der verkaufende Unternehmer grundsätzlich einen privaten steuerfreien Kapitalgewinn erzielen, wenn er die von ihm zu übertragenden Aktien im Privatvermögen hält. Bei einem «Asset Deal» dagegen wird der Kaufpreis grundsätzlich besteuert. Bei Einzelfirmen, Kollektiv- und Kommanditgesellschaften stellt sich überdies noch die Frage der Sozialabgaben auf dem Veräusserungsgewinn.