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Als Anerkennung für das Engagement von SchwyzKulturPlus für die Aufführung der Oper «Dame Kobold» hat der Ehrenpräsident der Raff-Gesellschaft eine Dokumentation für diese Oper von Joachim Raff verfasst.
Joachim Raffs komische Oper «Dame Kobold» (op. 154) ist eine humoristische, im italienisch-französischen Stil im Jahre 1869 verfasste, leicht verständliche komische Oper mit vielen Verwechslungen, Intrigen, Missverständnissen, die zu einem Happy End führen. Die Geschichte geht zurück auf ein Stück von Calderón de la Barca aus dem 17. Jahrhundert und ist eine Bearbeitung von Paul Reber (Basel).
Dritte Aufführung der komischen Oper «Dame Kobold»
Die komische Oper «Dame Kobold», op 154, des Lachner Komponisten Joachim Raff wurde im Jahr 1870 zwar uraufgeführt, danach aber bis 2020 nie wieder. Die weltbekannte Mezzosopranistin Brigitte Fassbaender, welche 2020 am Regensburger Theater Regie führte, äusserte sich sehr angetan über das Werk des im 19. Jahrhundert in den meisten Konzerthäusern omnipräsenten Komponisten aus der Schweiz. Die Joachim-Raff-Gesellschaft freute sich, dass beispielhaft ein Werk des Lachner Komponisten ausgewählt wurde von SchwyzKulturPlus für die kommentierten Konzerte im Oktober 2023.
Schweizerische und zugleich schwyzerische Erstaufführung
Jonas Bless und Thomas Diethelm bearbeiteten das Stück nochmals mit einigen Kürzungen (u. a. praktisch ohne Chorteile), Einbau von Textstellen (anstatt Gesang und Rezitative), sowie der Begleitung durch das Klavier (Klavierpartitur von Joachim Raff) anstelle eines Orchesters. Das Stück spielt in Madrid wohl im 17. Jahrhundert. SKP führte nun eine Schweizer, gar eine Schwyzer Erstaufführung dieser Oper in einer gekürzten Fassung und minimalistischem Stil auf. Regie führte der Galgener Germanist, Anglist und Gymnasiallehrer mit reicher Theatererfahrung, Thomas Diethelm. Am Klavier spielte der Wangener Pianist Thomas Schuler. Als Sängerinnen und Sänger waren Elena Dietrich (Sopran, Zürich), Leandra Nietsche (Sopran, Gersau), Fabio De Giacomi (Tenor, Zürich), Philipp Scherrer (Bass, Zürich) und Andreas Schib (Bariton, Aarau) zu hören. Die Gesamtprojektleitung lag beim Siebner Klarinettisten und Dirigenten Jonas Bless.
Würdigung von SchwyzKulturPlus
Dass der kantonal ausgerichtete Kulturverein nach dem erfolgreichen Jubiläumsjahr 2022 (200 Jahre Joachim Raff; 50 Jahre Joachim-Raff-Gesellschaft) dieses Werk auf ihr Programm nahm, muss gewürdigt und verdankt werden. Im Kanton Schwyz gibt es, ausser dem privaten Theater Arth, kein öffentliches Theater mit den Einrichtungen, die es für eine Opernaufführung braucht. Mit dem Kunstgriff einer «Wanderoper» mit minimalen Kulissen, Lichteffekten, Kostümen und Einrichtungen (sie mussten jedes Mal wieder abgebaut, verstaut und transportiert werden) näherten sich die Akteure damit jedoch einem bekannten Vorgehen, wie es im 19. Jahrhundert und auch früher üblich war. In seinem Buch «Aus Weimars Klassischer Zeit» von Eduard Genast 12, dem Schauspieler und Regisseur am Weimarischen Hof noch unter der Stabführung von Johann Wolfgang von Goethe, erzählt dieser von genau solchen «Wanderopern», die das Theater Weimar von dort aus in naheliegende Städte und Dörfer unternahm. Eduard Genast, Raffs Schwiegervater, hatte eine sehr reiche Erfahrung im Theaterwesen und inspirierte diesbezüglich seinen Schwiegersohn. Mit Bestimmtheit tat dies ebenfalls Raffs Frau Doris Genast als langjährige Schauspielerin in Dresden und Wiesbaden, sowie als Tochter von Eduard Genast. SchwyzKulturPlus knüpfte damit an eine verbreitete Theaterform des 19. Jahrhunderts an und lässt die Zuhörenden miterleben, wie Opern, Theater, Singspiele zur Zeit vor und während Joachim Raff inszeniert und gedacht wurden.
Fazit
Dass es der «Prophet im eigenen Land» häufig schwer hat, ist eine Binsenwahrheit. Die Aufführungen im Heimatkanton des Komponisten strafen diesen Satz allerdings Lüge. Nach der Uraufführung in Weimar und der Wiederentdeckung in Regensburg ist die Inszenierung der Oper in Altendorf, Einsiedeln und Schwyz einmalig und ein musikhistorisches Ereignis, das im Kanton Schwyz wohl vielen gar nicht recht bewusst war. Mit grosser Anerkennung weiss der Vorstand der Joachim-Raff-Gesellschaft, der beinahe vollzählig an den Aufführungen teilnahm, diesen gelungenen Effort von SchwyzKulturPlus und allen Beteiligten ausserordentlich zu schätzen. Die Zusammenarbeit, in erster Linie mit dem Regisseur Thomas Diethelm sowie Cornelia Bürgi von SchwyzKulturPlus war umfassend, freundschaftlich und ausserordentlich konstruktiv.
Res Marty / reda
Autor
SchwyzKulturPlus
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Kategorie
- Musik
Publiziert am
Webcode
www.schwyzkultur.ch/8ZNbEs