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Dieses Bild wurde vom Maxar-Satelliten am 11. März 2022 um 11 Uhr Ortszeit in Ozera aufgenommen. Ozera liegt nordwestlich von Kiew in der Nähe des Flugplatzes Gostomel.
Ozera ist ein kleines Strassendorf. Parallel zur diagonal durch die Fotografie verlaufende Strasse sind sechs dunkle Punkte erkennbar. Maxar identifiziert diese als Geschützstellung von sechs Panzerhaubitzen. War um es selbstfahrende Haubitzen sind und keine gezogenen, gilt Maxar nicht an.
Die Geschütze stehen im freien Feld, ungetarnt, gemäss sowjetisch-russischer Artillerietaktik bei eigener Lufthoheit (?) in Reih und Glied. Der Abstand der Haubitzen entspricht dem, was die Batterie an Wirkung im Ziel erreichen soll. Es müssen keine unegelmässigen Abstände aufgenommen werden, die Geschützführer müssen keine Abweichungen korrigieren.
Auf der anderen Strassenseite sind weitere dunkle Punkte zu erkennen. Ob das Kommandofahrzeuge und die Feuerleitstelle sind, lässt Maxar offen.
Das zweite Bild zeigt eine andere Artilleriebatterie:
Maxar gibt keinen Ortsnamen, nur die Angabe: nordwestlich von Kiew. Ob es eine zweite Batterie des selben Bataillons (russ. Nomenklatura) ist, zu dem die Haubitzen auf dem ersten Bild gehören, wird nicht gesagt. Von der Meteo her muss es nicht sein. Die Stellung könnte sich etwas nördlicher befinden, rechts liegt noch Schnee. Die Schussrichtung gibt Maxar mit Südosten an, nach Kiew hinein. Die Russen sind so weit vorgestossen, dass sie mit ihren 122-mm-, 152-mm- und 203-mm-Rohren die Hauptstadt erreichen.
Wieder stehen die sechs Geschütze fast in Reih und Glied auf offenem Feld. Die oberen vier haben bereits geschossen. Pulverdampf umgibt die Geschütze. Beim fünften leuchtet das Mündungsfeuer grell auf. Soeben hat die Granate das Rohr mit hoher v/0 verlassen. Nicht so einfach zu interpretieren ist das unterste Geschütz, das sechste. Ist das der Moment der Schussabgabe? Sollte dies so sein, deutete alles auf ein Flügelfeuer hin, das oben begann und unten endet. Die russische Artillerie kennt das Flügelfeuer, das auch in der Ausbildung befohlen wird, um die Präzision eines jeden einzelnen Geschützes zu überprüfen.
Ist es ein Flügelfeuer von einer Stellung nordwestwärts Kiew in südöstlicher Schussrichtung in die Stadt hinein, würde der gegen Norden liegende Schnee das “Flügelfeuer rechts” bestätigen, das Flügelfeuer, das in der Regel vom Geschütz rechts eingeleitet wird, auf dem Bild vom obersten.
Einschläge in einem Vorort
Auch dieses Bild schreibt Maxar dem 11. März 2022 um die 11 Uhr MEZ zu. Gut erkennbar zwei Einschläge in einem Vorort von Kiew, eindeutig in einem Wohnquartier. Maxar schreibt: Es sind Artilleriegranaten, die da einschlagen. Nur vom Bild her könnte es auch ein Luftangriff sein, von einem russischen Jagdbomber oder Erdkämpfer.
Der Vorort heisst Moschun und liegt sieben rund sieben Kilometer südöstlich der beiden von Maxar gezeigten Geschützstellungen. Die Schussdistanz von sieben Kilometern ist plausibel, geschossen mit einer relativ niedrigen Ladung. Maxar hält jedoch fest: Es ist aufgrund der Momentaufnahmen vom Satelliten nicht möglich, die Batteriebilder mit der Trefferfotografie abzugleichen.
Antonow-Airport: Rätselhafte Explosion
Rätsel gibt dieses Bild vom Antonow-Airport Gostomel auf, ebenfalls vom 11. März 2022. Dass es Gostomel ist, belegen die am Pistenende und auf dem Feld wüst aufgereihten Flächenflugzeuge.
Oben sei ein Treibstofflager beschossen worden und explodiert. Ist das ein Widerspruch? Auf den meisten Lagekarten erscheint der Flugplatz Gostomel im Gebiet, das von den Russen in Besitz genommen worden sei. Dann macht es wenig Sinn, dass sie Treibstofftanks beschiessen und zur Explosion bringen. Auch wenn es um Kerosin handeln sollte, stellte sich die Frage, was dieses Präzisionfeuer soll. Oder ist dieses Pistenende noch in ukrainischer Hand?
Weil Maxar zu dieser Aufnahme nur ganz knappe Angaben macht, bleiben die Fragen unbeantwortet.