Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03533.jsonl.gz/2482

Der gesunde Fuss
Erstaunlich: Eine genaue Abgrenzung zwischen gesunden und kranken Füssen gibt es nicht.
Als die Vorfahren des Menschen von den Bäumen herunterkletterten und anfingen, aufrecht zu gehen, da bildete sich im Lauf der Zeit der menschliche Fuss heraus, wie wir ihn heute haben. Vorher war er - wie bei den Affen - mehr der menschlichen Hand ähnlich, was das Klettern erleichterte.
Ein gesunder Fuss hat nur drei Auflagepunkte-, dazwischen ist er gewölbt. Eine Wölbung läuft vom Grosszehenballen A zur Ferse C, eine weitere Wölbung läuft vom Kleinzehenballen B zur Ferse. Schliesslich liegt noch zwischen dem Grosszehenballen A und dem Kleinzehenballen B eine dritte kleine Wölbung.
Rechts sehen Sie die Schemazeichnung eines gemauerten Gewölbes, wie Sie es zum Beispiel von alten Brückenbogen her kennen. Der Schlussstein oben in der Mitte und alle anderen Steine drücken unten auf die Widerlager, dieser Bogen hält sich selbst, er kann nicht einstürzen.
Sondern: Das Fussgewölbe hält ganz anders als das gemauerte Gewölbe mit seinem starren, selbsthaltenden Bogen. Der Bogen des Fusses hält erst durch Kapseln, Bänder, Muskeln. Der Vorteil: Er federt, kleine ausgleichende Bewegungen sind möglich. Ein Nachteil: Der Bogen kann durchsinken.
Mit dieser Konstruktion können unsere Füsse zwei Aufgaben erfüllen: Zum einen wird der Auftritt gedämpft. Ausserdem werden Unebenheiten des Bodens ausgeglichen, wozu allerdings Muskelleistung nötig ist. Zum andern können wir mit dieser Konstruktion ohne grosse Anstrengungen "einfach stehen". Ganz ohne Muskelleistung ist das nicht möglich - denn es müssen ja Schwankungen des Körperschwerpunktes ausgeglichen werden.
Wie unterscheidet sich nun der gesunde Fuss vom kranken Fuss? Eine ganz scharfe Grenze lässt sich da nicht ziehen. Während eine Formabweichung beim einen noch den Belastungsansprüchen genügt, wird beim anderen die Leistungsfähigkeit des Fusses überfordert. Füsse sind individuell verschieden. Länge, Breite, Ausprägung der Weichteile und Verhältnis der Zehenlängen zueinander können sehr abweichend gebaut sein. Was sich dazu feststellen lässt, ist, dass ein gesunder Fuss ungefähr so einen Fussabdruck hat:
Weiter befindet sich beim gesunden Fuss die Achse des Fersenbeines nicht in gerader Verlängerung zur Unterschenkelachse, sondern weist einen leicht nach aussen offenen Knick von etwa 5 Grad auf. (Der gesunde Fuss ist also ein leichter Knickfuss.)
Links im Bild ein gesunder Fuss. Rechts ein nicht mehr gesunder Knickfuss.