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Aleviten
Soziales
«Frieden machen»
Zu jedem Cem gehört Barischmak, «Frieden machen». Bei jedem Cem fragt der Dede dreimal, ob jemand der Anwesenden im Streit ist. Nur wenn sie sich versöhnen, können sie am Cem teilnehmen. Wer nicht zur Versöhnung bereit ist, muss die Versammlung verlassen.
«Volksgericht»
Bei grösseren Streitfällen wird ein «Volksgericht» einberufen, bei dem je sechs Frauen und Männer wirken. Die Verhandlung ist öffentlich. Als Strafe kann jemand für eine bestimmte Frist aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden.
Politik
Heute gilt für Aleviten in der Politik der Grundsatz der Humanität und der Gerechtigkeit. So treten viele für eine undogmatische Sozialdemokratie ein. In der Diaspora legen alevitische Vereine Wert darauf, nicht mit einer bestimmten Partei verbunden zu sein.
«Geschwisterschaft»
Dass bei sozialen Nöten die Solidarität spielt, braucht kaum speziell erwähnt zu werden; dies finden wir auch bei den Sunniten. Was bei Aleviten besonders ist, ist die «Geschwisterschaft» (Musahiplik). Zwei Ehepaare schliessen eine lebenslange Geschwisterschaft und verpflichten sich damit zur gegenseitigen Hilfe.
Unterricht
In der Diaspora gehört der Unterricht zu einem wesentlichen Bestandteil vieler alevitischer Vereine. So werden immer Semah- und Musikkurse angeboten. Daneben wird Sprach- und Computerunterricht erteilt. Es gibt auch Kurse, die sich ausdrücklich an Frauen richten wie zum Beispiel Alphabetisierungs- und Deutschkurse.