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Es wurde vermutet, dass die Erdstösse künstlich ausgelöst wurden durch einen neuen Nukleartest. "Der Ort und die Stärke" der in Nordkorea gemessenen Erderschütterungen deuteten auf eine Atomexplosion hin, sagte ein südkoreanischer Regierungsvertreter der Agentur Yonhap.
Laut dem südkoreanischen Generalstab wurden die Erdstösse bei dem Testgelände Pyunggye-Ri festgestellt. Dort hatte Nordkorea bereits im Januar seinen vierten Atomtest vorgenommen. Alle unterirdischen Atomversuche Nordkoreas seit 2006 sind bisher auf dem Versuchsgelände Pyunggye-Ri erfolgt.
Die südkoreanische Regierung berief den Nationalen Sicherheitsrat ein. Das Militär richteten einen Krisenstab ein. Ein Sprecher der japanischen Regierung sagte, der Erdstoss deute mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Atomtest.
Erdstösse an der Oberfläche
Auch die US-Erdbebenwarte USGS hatte die Erdstösse nahe des nordkoreanischen Testgeländes gemessen und mitgeteilt, diese könnten von einer "möglichen Explosion" herrühren. Demnach wurde das Beben an der Oberfläche erfasst, normalerweise ereignen sich Erdstösse darunter.
Das chinesische Erdbebenzentrum CENC meldete, die Erschütterungen seinen zweifellos Folge einer Explosion. Die Erdstösse bei Pyunggye-Ri wurden um 08.30 Uhr (Ortszeit) registriert.
Verdächtige Aktivitäten
Zuvor hatten Satellitenaufnahmen dort schon Aktivitäten entdeckt, die auf Vorbereitungen eines fünften Atomversuchs hindeuten könnten. Nach dem Atomtest im Januar und dem umstrittenen Start einer Weltraumrakete im Februar ist die Lage in der Region sehr gespannt. Der UNO-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen Pjöngjang verschärft.
Ungeachtet der Verwarnungen und Strafmassnahmen durch die Vereinten Nationen setzte der isolierte stalinistische Staat mit Machthaber Kim Jong Un an der Spitze seine Raketentests fort.
Das Land missachtete dabei Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, die Nordkorea solche Tests untersagen. Die Resolutionen wurden von Nordkoreas wichtigstem Verbündeten China mitgetragen.
Raketenstart am Montag
Erst am Montag hatte Nordkorea erneut ballistische Raketen gestartet und damit den Gipfel der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) im ostchinesischen Hangzhou überschattet.
Am Dienstag hatte der UNO-Sicherheitsrat den jüngsten Raketentest Nordkoreas scharf verurteilt. Damit habe das Land gegen zahlreiche Resolutionen des Gremiums verstossen, hiess es in einer Mitteilung des Rates.
(AWP)