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„Das Gut folgt dem Blut“
Die Erbfolge startet immer vom Erblasser, nicht von einem Ehepaar. Ehegatten haben zwar einen gesetzlichen Anspruch auf das Erbe, sind aber keiner Parentel zugehörig. In der 1. Parentel befinden sich die direkten Nachkommen des Erblassers sowie deren Nachkommen und so weiter.
In der 2. Parentel sind wir im Stamm von Mutter und Vater der verstorbenen Person, folglich haben wir hier Bruder und Schwester, Nichten und Neffen und so weiter. In der 3. Parentel ist der grosselterliche Stamm vertreten, sprich Tante und Onkel der verstorbenen Person inklusive deren Nachkommen.
Gibt es in der 1. Parentel erbberechtigte Parteien, schliesst dies automatisch den nächsten Stamm aus. Hinterlässt die verstorbene Person keine direkten Nachkommen, sucht man in der 2. Parentel. Sind die Eltern ebenfalls verstorben, würde man aber erst weiter dem Blut folgen und somit wären die Geschwister oder deren Nachkommen erbberechtigt. Sollte man auch in diesem Stamm keine Nachkommen finden, folgt die 3. Parentel über die Grosseltern und deren Nachkommen.
Sollte kein Testament vorliegend sein, endet die Erbfolge ohne gesetzliche Erben bei der 3. Parentel und das gesamte Vermögen fällt an den Staat, Kanton oder in der Regel an die Wohngemeinde.
Sie haben die Möglichkeit, mittels eines Testaments die eigenen Kinder, die Eltern sowie den Ehepartner/in auf einen sogenannten Pflichtteil zu setzen. Somit können Sie einen Teil frei nach eigenem Wille vererben.
Eine Zusammenfassung zu den Pflichtteilen sowie Hinweise zur Gesetzesänderung per 1.1.2023
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Wir kennen grundsätzlich drei Arten von Testamenten: das eigenhändig geschriebene, das öffentliche sowie in Notsituationen das mündliche Testament.
Die häufigste und auch einfachste Art ist jedoch das eigenhändige Testament. Hinterlässt die verstorbene Person kein Testament, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Folgende Formvorschriften gelten für das jeweilige Testament:
Eigenhändiges Testament:
Am besten hinterlegen Sie das Testament an einem sicheren Ort und informieren auch Ihre Angehörige darüber. Wir empfehlen hier, das Testament von einer kantonalen Stelle wie der Gemeindeverwaltung oder dem Erbschaftsamt verwahren zu lassen.
Öffentliches Testament:
Das öffentliche Testament wird unter Beisein von zwei Zeugen bei einem Notar beurkundet. Dass der Verfasser urteilsfähig ist, wird ebenfalls seitens Notar bestätigt. Die Kosten für die Beurkundung sind von Kanton zu Kanton verschieden, belaufen sich aber im Normalfall auf ein paar hundert Franken.
Mündliches Testament:
Das mündliche Testament ist ein sogenanntes Nottestament für Situationen, in denen man keine Möglichkeit mehr hat, ein anderes Testament zu verfassen: Beispielsweise wenn man nach einem Unfall in Lebensgefahr schwebt. Damit dieses Testament Gültigkeit erlangt, braucht es zwei Zeugen, welche im Testament nicht begünstigt und mit dem Verfasser nicht verwandt sind.
Die Zeugen haben den letzten Willen umgehend einer Amtsstelle zu melden und zu beurkunden.
Um seine Liebsten optimal zu begünstigen, gibt es einerseits das Testament sowie die Varianten eines Ehe- oder Erbvertrags. Mit dem Abschluss eines Ehe- und Erbvertrags zu Lebzeiten können sich Ehepaare bestmöglich begünstigen. Mit einem Ehevertrag kann beim ordentlichen Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung geregelt werden, dass der überlebende Ehegatte die gesamte Errungenschaft erhält, sprich alles, was während der Ehe gemeinsam erwirtschaftet wurde. Bereits mit diesem Instrument kann der in den Nachlass fallende Anteil reduziert werden und die überlebende Person ist finanziell besser aufgestellt. Achtung jedoch bei nicht gemeinsamen Kindern: Hier muss mindestens der Pflichtteil immer ausbezahlt werden können.
Ein zusätzlicher Erbvertrag, welcher seine Gültigkeit durch öffentliche Beurkundung und unter dem Mitwirken zweier Zeugen erhält, kann die überlebende Person noch besser begünstigen. Diesen zu widerrufen oder ändern ist nur möglich, falls alle beteiligten Personen einverstanden sind. Ein Erbvertrag kann zwischen dem Erblasser und einzelnen oder auch mehreren Personen zustande kommen. Ein solcher Vertrag setzt man in der Regel auf, wenn sich Personen, beispielsweise Ehegatten, unwiderruflich begünstigen möchten oder man freiwillig auf den Pflichtteil verzichtet. Mit einem Erbvertrag kann man ausschliessen, dass Erben mit einem geschützten Pflichtteil Ansprüche geltend machen, auf welche sie damals verzichtet haben.
Wieso ein Erbvertrag? Sollte das Vermögen in der Erbmasse ausschliesslich aus einer Immobilie stammen, müsste man im schlimmsten Fall die Immobilie verkaufen, um die pflichtteilsgeschützten Erben auszuzahlen. Mit einem Erbvertrag lässt sich dies umgehen. Aber auch hier gilt Vorsicht bei nicht gemeinsamen Kindern.
Aktuell noch immer geltende Gesetze wurden oftmals basierend auf Gegebenheiten von vor vielen Jahrzehnten geschrieben. Heute aber ist es so, dass einerseits über 40 % aller Ehen geschieden werden oder man mit gemeinsamen und nicht gemeinsamen Kindern im Konkubinat lebt.
Das Gesetz ist auch nach der Revision, welche per 1.1.2023 in Kraft tritt, auf die traditionellen Familien zugeschnitten: Unverheiratete Lebenspartner oder Stiefkinder werden nach wie vor gesetzlich nicht begünstigt.
Sie haben eine ähnliche Situation und wissen nicht, wer gesetzlich erbt oder möchten eine Übersicht erstellen, damit Sie die entsprechenden Schritte in die Wege leiten können?
Nicht selten kommt es vor, dass der grösste Teil des vererbten Vermögens aus einer Immobilie stammt. Unübersichtlich wird es vor allem dann, wenn mehrere Pflichtteile geschützter Erben zu berücksichtigen sind oder das Verhältnis in der Familie nicht mehr das Beste ist.