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Die Schweizer Staatsanwälte legen definitiv Berufung gegen die Freisprüche von Sepp Blatter und Michel Platini in einem anhängigen Korruptionsverfahren ein. Die ehemaligen Fußballbosse wurden wegen einer mutmaßlichen Zahlung von Blatter an Platini im Jahr 2011 verklagt.
Der 86-jährige Blatter und der 67-jährige Platini waren Anfang Juli in dem Fall freigesprochen worden. Das Gericht in der Schweiz sah es nicht als erwiesen an, dass der von Blatter an Platini überwiesene Betrag von 2 Millionen Schweizer Franken (umgerechnet 1,96 Millionen Euro) rechtswidrig war.
Die Staatsanwaltschaft in der Schweiz entschied unmittelbar nach dem Urteil, keine Berufung einzulegen. Zwei Wochen später gab die Justiz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP bekannt, dass sie den ersten Schritt in einem Berufungsverfahren getan habe. Nach dem Studium der schriftlichen Urteilsbegründung wurde die Berufung am Donnerstag offiziell eingereicht.
Der frühere FIFA-Präsident Blatter behauptet, er habe dem ehemaligen UEFA-Chef Platini 2011 den Millionenbetrag für Arbeiten überwiesen, die der Franzose in einer Beraterrolle zwischen 1998 und 2002 für den Fußball-Weltverband geleistet habe.
Platini und Blatter für Jahre suspendiert
Die Schweizer Staatsanwaltschaft stellte fest, dass beide die FIFA betrogen hatten und forderte im Juni eine Bewährungsstrafe von zwanzig Monaten gegen Blatter und Platini. Es ist noch nicht bekannt, wann die Berufung zugestellt wird.
Blatter und Platini waren als Präsidenten der FIFA und der UEFA viele Jahre lang die wichtigsten Persönlichkeiten in der Welt des Fußballs. Wegen der dubiosen Zahlung im Jahr 2011 wurden die Direktoren 2015 von der Ethikkommission der FIFA für acht Jahre suspendiert. Der Berufungsausschuss machte es schließlich zu sechs Jahren.
Theoretisch sollten also sowohl Blatter als auch Platini wieder an fußballbezogenen Aktivitäten teilnehmen dürfen. Nach seinem Freispruch hat der ehemalige Spitzenfußballer Platini erklärt, er wolle in Zukunft nicht mehr für die FIFA oder die UEFA arbeiten.