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Philhamonisches orchester Konzert in der Dorfkirche mit Bekanntem und Unbekanntem
Rudolf Duthaler zelebrierte Lebrun
«Es längt grad no für ei Satz, denn kei i um», sagte Rudolf Duthlaler, nachdem er als Solist soeben das Konzert für Oboe und Orchester Nr. 2 in g-Moll von Ludwig August Lebrun gespielt und minutenlangen Applaus erhalten hatte. Der Bettinger löste seine schwierige Aufgabe als Solist im jüngsten Konzert des Philharmonischen Orchesters Riehen vom vergangenen Samstag in der Dorfkirche hervorragend, auch wenn er einige Male in den langen Solopassagen vom Atem her an seine Grenzen gehen musste. Das Werk enthält lange Solopassagen mit grossen Intervallsprüngen und hohen Tonlagen bis hinauf ins hohe F. Bei nahe atemlos lauschte das Publikum auf den gut besetzten Bänken dem virtuosen Spiel und viele Gäste waren sich am anschliessenden Apéro im Meierhof einig: die Werke des Zeitgenossen von Mozart - der Sohn eines belgischen Oboisten wurde 1752 in Mannheim geboren - werden viel zu selten gespielt und waren für manchen Konzertbesucher eine echte Entdeckung.
Lebrun für sich entdeckt hat Rudolf Duthaler schon vor Jahrzehnten. Bereits 1965 spielte er mit dem Akademischen Orchester Zürich Lebruns Oboenkonzert Nr. 4 und seither liess ihn dieser originelle Komponist, der zugleich ein Oboen-Virtuose ganz grosser Klasse war, nicht mehr los. Mehrere der insgesamt dreizehn Oboenkonzerte, die von Lebrun überliefert sind, hat Duthaler seither gespielt. Da überrascht es kaum, dass Duthaler als Zugabe einen Satz aus Lebruns 5. Oboenkonzert in C-Dur folgen liess, bevor er sich nach der Pause ins Orchester setzte und als ganz normales Orchestermitglied mitspielte.
Lebruns Oboenkonzert wurde eingebettet in zwei Top-Hits der klassischen Musik: Mozarts «Eine kleine Nachtmusik» und Schuberts «Unvollendete ». Beide Werke wurden erst lange nach dem Tod ihrer Schöpfer populär. Trotz grosser Besetzung gelang es den Streichern des Philharmonischen Orchesters, die vier Sätze der kleinen Nachtmusik sehr intim und zärtlich klingen zu lassen. Präzises Spiel, behutsame Tempowechsel, gefühlvolle Intonierung - unter der Leitung von Dirigent Jan Sosinski boten die Musikerinnen und Musiker, die ihrer Sache im Vorfeld offenbar gar nicht so sicher gewesen waren, einen wun derbaren Auftritt. «Am vergangenen Wochenende trafen sich die Streicher zu einer zusätzlichen Probe und fragten mich, ob ich auch kommen würde», erzählt Sosinski. Er freute sich über das Engagement des Orchesters und kam selbstverständlich gerne. Die Sinfonie Nr. 7 von Schubert, von der es nur zwei vollständige Sätze gibt, bildete den perfekten Schlusspunkt eines melodiegewaltigen und stimmungsvollen Programms.
Bei diesem Konzert durfte Jan Sosinski erstmals auf die Dienste von Brigitte Kassubek als Konzertmeisterin und Erste Geigerin zählen. Sie stiess 2009 zum Ensemble und löst die bisherige Konzertmeisterin Justyne Grunenwald ab, die aufgrund ihrer zahlreichen musikalischen Tätigkeiten etwas zurückstecken musste. Im kommenden März spielt das Or chester ein reines Mozart-Programm. Rudolf Duthaler wird nochmals als Solist auftreten, zusammen mit dem Klarinettisten Wenzel Grund, dem Hornisten Thomas Müller sowie Tomas Sosnowski am Fagott.Rolf Spriessler-Brander
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