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Nach dem brutalen Terroranschlag auf israelische Zivilisten mit rund 1400 Toten und der Entführung von über 200 Geiseln vor einem Monat haben viele Unternehmen spontan Hilfsgelder gesprochen. Milliardäre und Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft in den USA spendeten Millionen von Dollar, militärische Ausrüstung und Kleidung sowie Lebensmittel und Haushaltswaren.
«Ich möchte nur sagen, wie traurig wir alle über die jüngsten schrecklichen Angriffe auf Israel sind. Terrorismus und Hass haben keinen Platz in unserer zivilisierten Welt», sagte Jamie Dimon, CEO von JP Morgan, bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen wenige Tage nach dem Anschlag.
Der US-Vermögensverwalter Jefferies sammelte bei Kunden, Partnern und Mitarbeitern 13 Millionen Dollar ein für Wohltätigkeitsorganisationen, die humanitäre Hilfe leisten, wie Reuters berichtete. Michael Bloomberg, ehemaliger Bürgermeister von New York City und Mitbegründer von Bloomberg, spendete ursprünglich zwei Millionen Dollar. Inzwischen stockte er seine Spende an das jüdische Hilfswerk Magen David Adom auf 44 Millionen Franken auf. Die US-Investmentbank Goldman Sachs sagte zwei Millionen Dollar zu und kündigte an, die Spenden ihrer Mitarbeiter zu verdoppeln.
Die Gelder fliessen über die UBS Optimus Foundation
Auch die UBS reagierte schnell. In der Woche nach dem Angriff teilte das Unternehmen in einem internen Memo mit, dass es die Spenden von Mitarbeitern und Kunden in Höhe von fünf Millionen Dollar verdoppeln und sein Partnernetzwerk ausbauen werde, um die Umsiedlung der vertriebenen Familien zu unterstützen.
Intern verantwortlich für das Sammeln und Verteilen der Gelder ist die Optimus Foundation. Dabei handelt es sich um eine UBS-Stiftung, über die Kunden und Mitarbeitende unter anderem Hilfsprojekte unterstützen können.
Wie auf der Website der Stiftung nachzulesen ist, wurde der Spendenzweck inzwischen erweitert. Die Gelder sollen nicht nur, wie ursprünglich offenbar vorgesehen, jüdischen Opfern zugute kommen, sondern auch palästinensischen. Zwar verurteilt die UBS nach wie vor den «brutalen Angriff der Hamas auf Israel». Die Bank erwähnt aber auch den Gazastreifen, wo am 28. Oktober die Bodenoffensive der israelischen Streitkräfte begann. «Während die Welt auf die erschütternden Ereignisse in Israel und im Gazastreifen schaut, möchten wir, wie viele von Ihnen, etwas tun, um zu helfen», heisst es auf der Website der Optimus Foundation.
In der gestrigen Medienmitteilung zum dritten Quartal erwähnt die UBS weder Israel noch Gaza, sondern spricht nur von «betroffenen Gebieten», in denen sich eine «umfassende humanitäre Krise» abspiele. Die UBS Optimus Foundation habe deshalb einen Spendenaufruf lanciert, um «allen Betroffenen und Leidtragenden» zu helfen. Wie die Bank weiter mitteilt, konnte die Stiftung dank rascher Reaktion inzwischen fast 19 Millionen Dollar durch Spenden und Matching sichern. Matching bedeutet, dass die UBS jede Spende verdoppelt.
An wen geht das Geld?
Wohin fliesst das Geld und wer entscheidet? Auf der Website werden vier Partnerorganisationen genannt. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, die israelische IKRK-Mitgliedsorganisation Magen David Adom, die US-Hilfsorganisation American Near East Refugee Aid, die vor allem im Westjordanland und im Gazastreifen Hilfe leistet, sowie die UJA Federation, eine jüdisch-amerikanische Hilfsorganisation.
Laut UBS können Mitarbeitende und Kunden entweder direkt an einen bestimmten Partner oder an die UBS Optimus Foundation spenden, die das Geld dort einsetzt, «wo es am dringendsten benötigt wird». Nach welchem Schlüssel die Optimus Foundation die Gelder verteilt, lässt die UBS unbeantwortet. So bleibt unklar, wie viel Geld konkret nach Israel oder in den Gazastreifen fliesst.
Auch andere Unternehmen haben im vergangenen Monat ihre Spendenziele erweitert. Das US-Softwareunternehmen Salesforce spendete zunächst drei Millionen Dollar an verschiedene israelische Hilfsorganisationen. Anfang November stockte sie die Hilfe auf 4,7 Millionen Dollar auf. Eine Million Dollar davon geht an das World Food Program USA, das Lebensmittel im Gazastreifen verteilt. Im Gegensatz zur UBS listet Salesforce die Empfänger genau auf.
Seit dem Angriff der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf israelisches Gebiet am 7. Oktober sind auf israelischer Seite rund 1400 Tote und mehr als 5431 Verletzte zu beklagen. Auf palästinensischer Seite wurden seither mehr als 10'000 Menschen getötet, mehr als zwei Drittel davon Frauen und Minderjährige. Dies berichteten die Vereinten Nationen am Dienstag unter Berufung auf Zahlen der Hamas.