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Die Bernardi würde eher expandieren als emeritieren, hatte Chris gesagt. Seine diesbezüglichen Versuchsballone habe sie zwischen Tür und Pult abgeschossen. Sie sei zäh, da dürfe man sich keine Illusionen machen. Wie eine Manganknolle eben. Aber korrekt. – Ohne diese ständige Balgerei um Forschungsgelder wäre er natürlich viel freier, könnte er ideologisch anders agieren …
Sara hatte die Untertöne gehört. Chris war also für Greenpeace nicht verloren. Man könnte nachhelfen, vorsichtig, unauffällig. Die Professorin auf die Rainbow Warrior einladen, bei Sturmprognose: nur notfalls.
Kajak – eine Kajakfahrt auf dem See, das war unverdächtig. Was der Bernardi im Kajak zuzutrauen war und was nicht, glaubte Sara ziemlich genau zu wissen, seit den Marlborough Sounds. Aber auch auf dem See galt es, die Sache vorsichtig anzugehen. Nicht gleich beim ersten Mal handgreiflich werden. Vertrauen aufbauen. Unbelauschte Frauengespräche am frühen Morgen, kurz nach Sonnenaufgang. Und ein Versuch noch, ein letzter, auf die sanfte Tour.
In Sachen Männer war die Professorin offenbar schon emeritiert. Damals in Neuseeland, als die Bernardi frühmorgens zum Strand eilte, um Alina zu holen, hatte Sara gehofft, ihre Rivalinnen würden sich gegenseitig an die Gurgel gehen. Aber die beiden kamen schweigend zurück. Ohne Kratzer auf den Wangen. Und Chris war dann am Flughafen plötzlich wieder aufgetaucht […]