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Schmerzen nach der Geburt
Mütter mit einem Dammriss oder einer Naht werden beim Wasserlassen wahrscheinlich einen brennenden Schmerz verspüren und deshalb nicht gern auf die Toilette gehen. Dann hilft es oft, reichlich Flüssigkeit zu trinken, um den Urin zu verdünnen. Auf der Wochenbettabteilung erhalten Sie dafür meist einen Abspülkrug, mit dem Sie während dem Wasser lassen den Intimbereich abspülen. Weniger konzentrierter Urin ist weniger aggressiv, und dadurch wird das Brennen schon erträglicher.
Bei starken Schmerzen können Sie sich, auch wenn Sie stillen, ein Schmerzmittel verschreiben lassen. Besondere Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur können die Heilung von Schnitten und Nähten ebenfalls beschleunigen, damit sollte allerdings nicht zu früh begonnen werden. Aber auch wenn Sie das Glück hatten, die Geburt ganz ohne Riss oder Naht überstanden zu haben, ist Wundsein oder Druckempfindlichkeit der Scheide in den ersten Tagen nach einer Entbindung ganz normal.
Ihre Gebärmutter entwickelt sich in den ersten Wochen nach der Geburt zu ihrer ursprünglichen Grösse zurück. Sie werden in den ersten Tagen Krämpfe oder Kontraktionen im Unterleib verspüren, die so genannten Nachwehen. Sie sind beim ersten Kind noch nicht so stark, beim zweiten oder dritten Kind können sie dagegen richtig schmerzhaft werden. Diese Gebärmutterkontraktionen machen sich meist beim Stillen noch stärker bemerkbar, da dabei das Hormon Oxytozin freigesetzt wird, welches die Gebärmutter stimuliert. Das tut zwar weh, hat aber einen sehr wichtigen und guten Effekt: Der Wochenfluss wird verstärkt und die Anfälligkeit für Infektionen in der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis oder Myometritis) so gesenkt. Ausserdem bewirkt Oxytozin ein Zusammenziehen der Milchkanäle in der Brust, wodurch die Muttermilch bzw. zunächst das Kolostrum (Vormilch) leichter und schneller befördert wird.
Newsticker
Stillen als Schmerzkiller | 24.11.2017
Eine von fünf Müttern, die ihr Baby per Kaiserschnitt geboren haben, leidet noch drei Monate später unter chronischen Schmerzen, wollen aber möglichst auf Schmerzmedikamente verzichten. Eine Studie zeigt: Stillen über mindestens zwei Monate scheint einen positiven Einfluss auf die postoperativen Schmerzen zu haben. Mütter, die weniger als zwei Monate nach einem Kaiserschnitt stillten, hatten ein dreifaches Risiko für chronische Schmerzen im Vergleich zu längeren Stilldauern. Durch das Stillen wird bekanntlich Oxytocin ausgeschüttet. Das Hormon führt nicht nur zur besseren Rückbildung durch Zusammenziehung der Gebärmutter. Ältere Studien geben auch Hinweise, dass Oxytocin die Wundheilung beschleunigt.
Newsticker
Dammschnitt mit Nachwirkungen: Unmittelbar nach der Geburt sowie drei Monate später haben norwegische Forscher jungen Müttern einen Fragebogen vorgelegt. Darin wurde nach Schmerzen, Infektionen und sexueller Aktivität der Teilnehmerinnen gefragt. Das Ergebnis: Knapp ein Viertel der Frauen, bei denen ein Dammschnitt (Episiotomie) durchgeführt worden war, klagte noch drei Monate später über Schmerzen v.a. beim Geschlechtsverkehr. Dies war unabhängig davon wie der Schnitt bei der Episiotomie geführt wurde, ob gerade oder schräg, oder wie lang die Narbe war. (swissmom Newsticker, 11.1.15)
Letzte Aktualisierung: 04.2016, BH / swissmom-Hebammenteam