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«Die Welt ist aus den Fugen geraten!» Wenn ich in die Zeitung schaue, könnte ich dieser Aussage zustimmen. Aber ein Erlebnis aus den letzten Tagen gibt mir Hoffnung.
Es war kurz vor dem Abendgebet. Ich hatte mich schon darauf eingestellt, meine Arbeit in der Bahnhofkirche für diesen Tag abzuschließen. Da kam eine Schweizerin mittleren Alters herein und brachte eine junge, völlig verängstigte Frau aus Eritrea mit. «Eine andere Frau hat mir diese Migrantin im Zug anvertraut.», sagte sie. «Sie kommt offensichtlich direkt von Italien hierher. Aber wir konnten uns überhaupt nicht verständigen. Sie spricht nur Tigrinya. Außerdem habe ich einen dringenden Termin hier in Zürich. Können Sie ihr bitte weiterhelfen?»
Selbstverständlich versprach ich zu helfen. Doch das war nicht einfach. Die Migrantin verstand kein Wort und fühlte sich bei mir so unwohl, dass sie weggehen wollte. Ich begleitete sie bis vor die Tür und versuchte mich von ihr zu verabschieden. Vor der Bahnhofkirche saß ein junger Mann, der unsere erfolglosen Verständigungsversuche verfolgte. Es stellte sich heraus, dass er ein Eritreer war, der schon mehrere Jahre in der Schweiz lebte. Er übersetzte, wir konnten die Frau beruhigen und ihr erklären, dass sie am besten zur Aufnahmestelle des Bundesasylzentrums gehen soll. Schließlich erklärte er sich sogar bereit, sie dorthin zu begleiten.
Innerhalb kurzer Zeit haben sich vier Menschen um diese Frau bemüht. Wie viele waren es vorher? Wie viele werden es weiterhin noch sein?
Die Frau, die mit der Migrantin vorbeigekommen war, hatte das Schicksal der Eritreerin so bewegt, dass sie am nächsten Tag nochmals vorbeikam und sich erkundigte, wie es weiterging.