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Unter Kumite
versteht man Kampfübungen, bei denen die in der Grundschule (Kihon)
und den Kata erlernten Angriffs- und Abwehrtechniken ihre praktische Anwendung
erfahren. Die ausgeführten Techniken müssen immer vom Hintergrund
des Budo-Gedankens, den Gegner mit einer einzigen Technik (lkken hissatsu)
ausser Gefecht zu setzen, praktiziert werden.
Im Gegensatz
zum Judo, bei dem Wurf- und Würgetechniken dominieren, wird bei Karate
der Gegner ausschliesslich mit blitzschnell ausgeführten Faust- und
Fusstechniken attakiert. Eine Verletzung des Gegners gilt als Regelverstoss,
welche mit Disqualifikation geahndet werden kann.
Kampfsysteme,
deren Wettkampfordnung die Trefferwirkung gestattet oder beabsichtigt, fallen
nicht unter den Begriff "Karate" im Sinne des SKV. Hierzu zählen
Boxen, Kick-Boxing, Thai-Boxing, Kyokushinkai-Karate sowie Leicht- und Kontaktkarate.
Der SKV,
seine Sektionen und deren angeschlossenen Dojo sind verpflichtet, Karate
ausschliesslich im Sinne der SKV- Statuten zu betreuen und zu betreiben.
Der SKV pflegt
Karate als eine Amateursportart allein nach sport- und gesundheitsspezifischen
Massstäben in den Disziplinen Kumite und Kata. Er ist an keinen Stil
gebunden. Er betreut und fördert jedoch die ihm angeschlossenen Stilrichtungen.
Der Hauptzweck
- wie in der Kata - ist das Vervollkommnen der eigenen Geschicklichkeit
(Technik, Taktik), nicht die Niederlage des Gegners. So ist es auch völlig
unnütz, sich immer wieder mit anderen vergleichen zu wollen. Der einzige
nützliche Vergleich ist das Mass des persönlichen Fortschritts.
Auch ein
schon starker Kämpfer muss von jüngeren Kämpfern lernen.
Er sollte nicht zufrieden sein, sie von zehn Mal neun Mal geschlagen zu
haben, sondern er sollte sich mit dem zehnten Kampf beschäftigen, den
er verloren hat. In einem echten Kampf z.B. mit scharfen Messern könnte
dieser Kampf die Nummer eins gewesen sein, und er wäre tot, besiegt
von einem Anfänger.
Die Gesamtzeit
der Wettkämpfe beträgt sowohl in den Ausscheidungs- als auch den
Finalkämpfen drei Minuten. Ein(e) Kämpfer(in) kann den Kampf vorzeitig
für sich entscheiden, wenn das Punktetotal von drei Ippons (ganze Punkte)
bzw. 6 Wazaaris (halbe Punkte) vor Ablauf der Zeit erreicht wird.
Im Karatesport
gibt es folgende Möglichkeiten einen Kämpfer(in) zu verwarnen:
1. Verwarnung infolge unkontrollierter bzw. verbotener Technik (Hansoku
Chui) 2. Verwarnung infolge übertreten des Kampffeldes (Jogai Chui)
3. Verwarnung infolge passivem Verhalten (Mubobi Chui). Die Verwarnungen
können in verschiedenen Abstufungen ausgesprochen werden:
1. Persönliche
Verwarnung (keine Wertung)
2. Keikoku (bei dieser Verwarnung erhält der Gegner einen halben Punkt)
3. Chui (bei dieser Verwarnung erhält der Gegner einen ganzen Punkt)
4. Hansoku (Disqualifikation - der Gegner gewinnt)

Stellungen und Bewegungen
Die Stellungen und Bewegungen im Karate unterscheiden sich wesentlich von denen im täglichen Leben. Es bewegt sich immer der Körper als Ganzes mit der Hüfte (genauer dem Hara) als Mittelpunkt. Es geht also nicht das Bein voraus und der Körper folgt nach, sondern jede Bewegung ist eine Einheit, ausgehend und bestimmt vom Schwer- und Kraftzentrum des Körpers, dem Hara.

Stosstechnik (Tsuki)
Eine gerade ist die kürzeste Entfernung zwischen zwei Punkten. Alle Techniken, die auf geradem Weg ihr Ziel ansteuern, gehören zur Stosstechnik.

Abwehrtechnik (Uke)
Die
Abwehrtechniken im Karate haben auch eine Schockwirkung wie die
Angriffe, und man kann aus diesem Grunde einem Gegner durch eine
gute Abwehr schon die Lust an weiteren Angriffen nehmen.

Beintechnik (Geri)
Der
Gebrauch der Beine als Waffen ist ein besonderes Merkmal des Karate.
Im täglichen Leben werden die Beine nicht so differenziert
zu den verschiedensten Tätigkeiten herangezogen wie die Arme.
Deshalb müssen die Beine sehr ausdauernd geübt werden,
um sie gut als Waffen einsetzen zu können.