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Bei folgenden Erkrankungen ist in der Regel ein tageschirurgischer Eingriff möglich:
Diese Aufzählung ist lediglich eine Auswahl und unvollständig. Bitte lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.
Vorhautverengung (Phimose), Vorhautverklebung am Penis, Verengungen der Harnröhrenöffnung Leistenbrüche (Leistenhernie, Inguinalhernie), Schenkelbrüche, Wasserbrüche (Hydrocele) Hodenhochstand (Maldescensus, Kryptorchismus), Krampfadern am Hoden (Varikocele) Knoten, Leberflecke (Pigmentflecken, Nävi), Blutschwämme (Hämangiome), Zysten, Warzen u.a. in der Haut u. darunter Materialentfernung von operierten Knochenbrüchen Halszysten u. Halsfisteln Gelenkzysten (Ganglion) an Händen, Füßen und der Kniekehle Verkürzung des Zungenbändchens
Phimose (Vorhautverengung)
Bei der Phimose handelt es sich um eine Vorhautverengung, die angeboren
sein kann oder sich sekundär nach Entzündungen ausbildet. Die
Vorhaut (Präputium), bestehend aus innerer und äußerer
Schicht (Blatt), kann bis zum 5. Lebensjahr noch mit der Eichel verklebt
sein. Dies ist der Normalzustand. Mögliche Komplikationen sind Vorhautentzündungen
(Balanitis), eine Paraphimose oder Narbenphimose nach gewaltvollem Zurückstreifen
des Präputiums. Erst im späteren Alter oder wenn Entzündungen
bzw. Probleme beim Wasserlassen auftreten, sollte operiert werden. Je nach
Befund gibt es 3 OP-Varianten (komplett, inkomplett oder Erweiterungsplastik).
Der Eingriff kann ambulant durchgeführt werden.
Die Operation der Vorhautverengung (=Circumcision):
Es handelt sich um einen kleinen tageschirurgischen Eingriff in einer Allgemeinnarkose. Es kann dabei die ganze Vorhaut entfernt werden (eigentliche Beschneidung) oder es kann aus kosmetischen Gründen ein Vorhautrest belassen werden. Das Belassen von Vorhaut birgt aber die Gefahr, dass die entstandene Narbe sich erneut über der Eichel verschliesst und somit eine weitere Operation notwendig wird. Die Nachbehandlung ist etwas schwieriger und es kann ein halbes Jahr dauern bis die Narbe sich soweit zurückgebildet hat, dass die Vorhaut tatsächlich zurückgestreift werden kann.
Leistenhernie (Leistenbruch)
Bei dem Leistenbruch bzw. Leistenhernie im Kindesalter handelt es sich um eine angeborene Erkrankung und nicht um eine erworbene, wie beim Erwachsenen. Ein Leistenbruch kann sowohl bei Knaben als auch bei Mädchen auftreten. Ursachen für die Schwellung im Bereich der Leiste sind Darmanteile oder Flüssigkeit, die sich im Bruchsack den Weg durch den Leistenkanal in Richtung Hodensack bzw. Schamlippen suchen. Der Leistenkanal verbindet beim Jungen die Bauchhöhle mit dem Hodensack. Durch diesen Kanal verläuft der Samenstrang mit Samenleiter, Nerven und Blutgefäßen bis zu den Hoden. Vor der Geburt liegen die Hoden des Kindes im Bauchraum und steigen langsam ab bis sie letztlich im Hodensack liegen. Entlang ihrem Weg hinterlassen sie eine kleine Lücke, die normalerweise verklebt und somit den Leistenkanal abdichtet. Bleibt diese Lücke offen kann zum Beispiel Darm eintreten und als Leistenbruch in Erscheinung treten. Ein Leistenbruch muß operiert werden, da die Gefahr einer Brucheinklemmung besteht.
Hydrozele (Wasserbruch)
Als Hydrozele bzw. Wasserbruch bezeichnet man eine Flüssigkeitsansammlung
im Bereich von Hodensack (Hydrocele testis) oder auch entlang des Samenstrangs
(Hydrocele funiculi). Es liegt die gleiche Ursache wie bei der Leistenhernie
vor. Im Bruchsack, der entweder eine Verbindung zur Bauchhöhle besitzt,
oder nach oben abgeschlossen ist, befindet sich wässrige Körperflüssigkeit.
Ein Wasserbruch kann sich in seiner Größe verändern (morgens
kleiner als abends). Aus einem Wasserbruch kann sich im Verlauf auch ein
Leistenbruch entwickeln.
Warum werden Leistenbrüche operiert?
Im ersten Lebensjahr können sich Wasserbrüche manchmal noch von alleine verschliessen. Leistenbrüche bleiben bestehen und sind deshlab gefährlich, weil es vorallem im Säuglingsalter oft zu einer sogenannten Einklemmung (Incarceration) kommen kann. Der aus der Bauchhöhle ausgetretene Darm findet seinen Weg nicht mehr zurück, wird eingeklemmt und seine Blutversorgung wird abgeschnürt. Dieses Problem muss notfallmässig gelöst werden. Es ist daher vorsichtiger, frisch aufgetretene Leistenbrüche im Säuglingsalter rasch zu operieren. Länger bestehende Leistenbrüche oder prall gefüllte Wasserbrüche führen beim Knaben zu einer Drosselung der Blutzufuhr in den Hoden und können eine Ursache sein für eine mangelnde Entwicklung des Hodens.
Kryptorchismus (Hodenhochstand, Maldescensus testis, Retentio testis)
Man spricht von einem Kryptorchismus bzw. Hodenhochstand wenn der oder
die Hoden nicht im Hodensack sondern höher liegen. Der Hoden kann
zum Beispiel weit oben im Hodensack, im Leistenkanal oder im Bauchraum
liegen. Als Ursache kommen anatomische Besonderheiten, hormonelle und chromosomale
Störungen in Betracht. Bis zum Abschluß des 2. Lebensjahres
sollte der Hodenhochstand therapiert sein, da nach dem 2. Lebensjahr ein
Teil der Samenzellen (Spermatogonien) des Hodens irreversibel geschädigt
sein können.
Zunächst kann der Kinderarzt versuchen, mit einer Hormontherapie den Hodenabstieg zu bewirken. Bleibt der Erfolg aus, so sollte der Hoden operativ verlagert werden. Ein nach der Pubertät nicht verlagerter Hoden, weist kaum noch funktionstüchtige Zellen auf. Zusätzlich zu der Unfruchtbarkeit besteht bei nicht im Hodensack gelegenen Hoden die Gefahr der bösartigen Entartung.
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