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Er sei «ein `Siech`, der keine Freunde hat und unanständige Dinge macht» - In der Sendung «Schawinski» vom Montag musste sich der Präsident des Verlegerverbandes und «Südostschweiz»-Verleger Hanspeter Lebrument einiges von Roger Schawinski an den Kopf werfen lassen. In der Sache selbst, nämlich über das geplante Joint Venture von SRG, Swisscom und Ringier, wurde leider kaum argumentiert.
Bereits vor der Sendung zeichnete sich die altbekannte Schawinski-Strategie ab: Um Lebrument bereits im Vorfeld der Diskussion ein Stück weit die Glaubwürdigkeit zu nehmen, wurde in einem Vorbericht auf der SRF-Webseite ein Bild gezeichnet, das den «Südostschweiz» Verleger in ein schlechtes Licht stellen sollte. So wurde er etwa als «Medienmonopolist» beschrieben, der selber «Subventionen in Millionenhöhe einheimst».
Lebruments Kritik zum Joint Venture von SRG, Swisscom und Ringier wurde lapidar damit abgehandelt, dass der Verlegerpräsident «regelmässig gegen die SRG poltert». «Sind seine Forderungen überhaupt glaubwürdig?», lautete schliesslich die Frage, die sich eher wie ein Fazit auf der SRF-Seite las.
Und auch in der Sendung selber ging es im gleichen Stile weiter: «Rosche» konfrontierte sein Gegenüber zu Beginn mit spitzfindigen Zitaten und Interviews, die teilweise über 30 Jahre in der Vergangenheit liegen. Sein Fazit aus der Sammlung: «Du bist ein Siech, der keine Freunde hat und unanständige Dinge macht», und ausserdem sei Lebrument ein «Monopolist».
Ohne sich allzu sehr aus der Ruhe bringen zu lassen, wollte Lebrument den Monopolisten-Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen. «Es gibt sechs Verlage in Graubünden», erwiderte er. Er habe dementsprechend kein Monopol. Schawinski fand das hingegen «lächerlich»: «Du hast das Monopol», behauptete er weiterhin, «und kassierst jetzt noch 50 Prozent mehr Subventionen als vor der RTVG-Abstimmung».
Lebrument selber wies noch darauf hin, dass es ja gerade Schawinski selber gewesen sei, der im Bündnerland an die Konzession kommen wollte und einen jahrelangen Streit vom Zaun gerissen hat. Das selbe hat der Besitzer des kleinen Senders Radio 1 auch im Aargau gemacht, wo Verleger Peter Wanner in Teilen eine Monopolstellung hat. Auch da zog Schawinski den Verleger über Jahre vor alle Gerichte.
Dann präsentierte Schawinski seinem Gegenüber eine Tabelle, welche die Gebühren ausweisen soll, die Lebruments TV Südostschweiz (TVSO) und das SRF auf die Minute ausgerechnet erhalten - mit eindeutig höherem Ergebnis zugunsten Lebruments. «Die Tabelle stimmt so nicht», konstatierte der Verleger. «Du bist der Subventionsweltmeister von der Schweiz», war aber für Schawinski weiterhin klar. Er sprach gar von «vielen kleinen Sendern, die viel kosten, wo Millionen verbuttert werden».
Über weitere Umwege landeten die beiden Kontrahenten schliesslich doch noch beim Joint Venture von SRG, Swisscom und Ringier. «Ich habe es schon von Anfang an gesagt, ich bin dagegen», befand «Rosche» stolz. Lebrument hingegen wechsle seine Meinung «wie ein Hemd» - wieder Bezug nehmend auf ein Zitat, das Schawinski gefunden und aus dem Kontext gerissen hat.
Dann kam doch noch der Verlegerpräsident selber zu Wort. «Man hätte die Privaten fragen sollen», sagte er zu den Plänen für eine Werbeallianz, die während des RTVG-Abstimmungskampfs von «ein paar CEOs» geschmiedet worden sind. Die personalisierte Werbelösung sei zwar technisch gesehen eine gute Lösung, allerdings müsse es andere Besitzer geben als die staatliche Swisscom und die subventionierte SRG. «Private müssen profitieren können», so Lebrument.
«Weisst Du, was Dein Worst-Case-Szenario ist?», fragte Schawinski dann provizierend. «Wenn die No-Billag-Initiative angenommen wird. Dann habt ihr nämlich gar nichts mehr. Dann hofft ihr, dass die SRG die Kohlen wieder aus dem Feuer holt», geiferte Schawinski und sprach gleich selber für seinen Studiogast.
Zum Ende der Sendung konnte es sich Roger Schawinski nicht verkneifen, noch einmal persönlich zu werden. «Wir wären vielleicht Freunde geworden in einem anderen Leben. Aber da Du ja keine Freunde hast, haben wir es nicht ganz geschafft», schloss er seine Talk-Show, in der er als Interviewer einmal mehr schlecht dastand.