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Aktualisiert: Juni 9
Aufgrund ihrer hohen Legeleistung sorgten die Australorps vor rund 100 Jahren für Furore. Besonders in Amerika war die Rasse begehrt. Heute kümmern sich vor allem deutsche Züchter um ihr Fortbestehen.
Einst exportierte die britische Kolonialmacht Hühnerrassen aus England in die ganze Welt. So gelangten zum Beispiel die schwarzen Orpington bereits Ende des 19. Jahrhunderts nach Australien. In der Folge wurde dort das Zuchtziel verändert: Aus dem wuchtigen Masthuhn entstand dank gezielter Linienzucht eine Legerasse. (#ursprüngliche Legerasse) Das würfelförmig gezüchtete Orpington verwandelte sich in ein eleganteres Huhn, das mehr Eier legte als zuvor. Der Name für die neue Rasse war schnell gefunden. Eine Kombination aus Australien und Orpington führte zum neuen Rassennamen Australorps. In einzelnen Fachbüchern wird erwähnt, dass bei der Entstehung der Australorps auch die Gene einheimischer Hühner Australiens mit einflossen. Auf der offiziellen australischen Australorps-Website gibt es dazu allerdings keine weiteren Angaben. Es wird – wie im Britischen Geflügelstandard – von einer gezielten Weiterzucht der Orpingtons ausgegangen. Um den Zuchtstand der Australorps zu festigen und die Legeleistung weiter zu erhöhen, wurden in Deutschland andere Rassen eingekreuzt. Es waren vor allem Barnevelder, Langschan, Orpington und auch Rhodeländer.
Rund 300 Eier pro Jahr In Australien wurde die Neuzüchtung erstmals um 1920 gezeigt, wie Horst Marks in «Unser Rassegeflügel» schreibt. Gemäss dem australischen Australorps-Klub konnten Hinweise auf ein gemeinsames Treffen der Australorps-Züchter 1929 in Sydney ausgemacht werden. Die besonders hohe Legeleistung weckte das Interesse in den Kreisen der Wirtschaftsgeflügelzucht. Insbesondere amerikanische Farmer bekundeten grosses Interesse. Sie verhalfen der Rasse schliesslich zu grosser Verbreitung in den USA. Gemäss dem Titel «Australorps und Zwerg-Australorps» aus der Schriftenreihe für Geflügelkunde sollen besonders die Zuchtlinien aus den USA mit einer durchschnittlichen Legeleistung von jährlich rund 300 Eiern überzeugt haben. Doch die nach Europa importierten Australorps überzeugten nie mit solch hohen Legeleistungen. Sie lagen gut 100 Eier darunter (siehe Steckbrief). Das dunkle Gefieder und die schwarzen Läufe der Australorps erwiesen sich insbesondere in den USA als Nachteil für den zweiten Nutzungszweig: die Fleischgewinnung. Der Markt verlangte Tiere mit hellem Gefieder, weil nach dem Rupfen allfällige kleine Federrückstände weniger sichtbar sind. Und die schwarzen Läufe erfreuten damals die Konsumenten weniger als gelbe Läufe. Entsprechend wurden die Australorps nach und nach von anderen Rassen verdrängt.
“Die schwarzen Australorps mit dem grün schimmernden Gefieder haben einen Liebhaberkreis in der Schweiz und befinden sich auf einem hohen Zuchtstand.”
1954 in die Schweiz gekommen Heute achten in Europa die versierten Fans bei der Zucht auf Tiere mit einer tief getragenen Brust, einem lang erscheinenden Rücken und einem gut ausgebildeten Legebauch. Die breiten Schultern und gut anliegenden Flügel sind weitere äusserliche Eigenschaften der Hühner aus Australien. Das Gefieder ist sehr gut ausgebildet und die Deckfedern und Nebensicheln verdecken fast die Steuerfedern. Auf dem Kopf zählt der Kamm vier bis sechs Zacken und die Kammfahne folgt dem Nacken. Die dunkelbraunen Augen sind nebst dem dunklen Schnabel, den dunklen Läufen und Zehennägeln weitere Punkte, die ein Geflügelrichter bei der Bewertung an einer Ausstellung prüft. Der schwarze Farbenschlag zeigt ein Gefieder, das im Sonnenlicht intensiven Grünglanz zeigt. Nicht gern gesehen ist bei den Schwarzen violett gefärbtes Gefieder oder bei den Weissen ein gelber Anflug. In die Schweiz sind die Australorps 1954 eingeführt worden. Die gute Legeleistung und das schnelle Wachstum erwiesen sich als Vorzüge. Die Jungtiere gelten als frühreif und sind schnell ausgewachsen. Im freien Auslauf suchen die Australorps gerne selber nach Futter und konsumieren entsprechend weniger aus dem Futtertrog. Sie gelten als lebhaft und zutraulich gegenüber ihren Haltern. In der Schweiz waren stets die zwei Farbenschläge Schwarz und Weiss anerkannt. Am meisten verbreitet ist der klassische Farbenschlag Schwarz. Vereinzelt können auch Weis se bewundert werden. Noch nie zu sehen waren hierzulande allerdings die Blau-Gesäumten. Sie sind in Deutschland erst 1988 entstanden, dürften aber dank Aufnahme in den Europastandard auch in der Schweiz ausgestellt werden. An der letzten Nationalen Geflügelschau wurden sieben schwarze und zwei weisse Tiere gezeigt. Die Zwergvariante ist ebenfalls in drei Farbenschlägen anerkannt, gezeigt werden aber nur die Schwarzen. An der letzten Nationalen Geflügelschau präsentierten die Züchter 14 Zwerg-Australorps. Doch trotz der Verbreitung gibt es für die Hühner aus Australien keinen Spezialklub. Anders in Deutschland, dort kümmert sich der Sonderverein um den Erhalt der Rasse, seit diese im Standard aufgenommen wurden Nach Aufnahme der Grossrasse wurde schnell eine Zwergform kreiert, die innerhalb von zwei Jahren in die Schweiz gelangte. Die Zwerge sind aus Kreuzungen der Grossrasse mit Zwerg-Orpington, ZwergBarneveldern mit dunklen Läufen und Deutschen Zwerg-Langschan entstanden. In Europa sind es noch heute die Züchter aus Deutschland, die bei den Australorps die Zucht weiterentwickelt haben.