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Über Naters
Die 10'000 (Stand Okt. 2016) Einwohner zählende Gemeinde (inklusive Birgisch und Mund) liegt geografisch mitten im Oberwallis. Verkehrsmässig ist Naters via Lötschberg und auch Simplon direkt angeschlossen zu internationalen Verbindungen ins Wallis, wie auch zum grenznahen Italien. Naters ist nur 5 Gehminuten vom internationalen Grenz-Bahnhof Brig entfernt. Durch die A19 ist Naters auch an das Nationalstrassennetz der A9 angebunden.
Naters ist eine einzigartige Naturterrasse. Das Territorium erstreckt sich von 673 m ü. M. am rechten Rhoneufer über den stark kupierten Natischer-Berg nach Blatten (1327 m ü. M.), hinauf zur Belalp oberhalb der Waldgrenze, bis zum 4195 Meter hohen Aletschhorn. Am 1. Januar 2013 trat die Fusion der Gemeinden Birgisch, Mund und Naters in Kraft und seitdem bildet das Territorium dieser drei Gemeinden die Gemeinde Naters.
Birgisch liegt auf einer langgestreckten Terrasse über dem rechten Ufer des Rottens. Gemäss der Perrig-Chronik haben auch gewisse Freiherren in Birgisch und zwar hinter der jetzt bestehenden Kapelle gewohnt. Birgisch bildete ursprünglich 2 Gemeinden: Unter- und Oberbirgisch. Erstere wird bereits 1320 genannt und gehörte zur Gumperschaft Naters, während Oberbirigsch 1/8 der Gumperschaft Mund ausmachte. Beide Gemeinden hatten gemeinsame Wälder, Allgemeines und Alpen, so dass die Verwaltung vielfach ineinander griff. Im selben Jahre wird auch Unterbirigsch als solche bezeichnet. Diese bildete den achten Teil der Gumperschaft Naters.
Im Verlaufe des 15. Jahrhunderts schlossen sich nämlich sämtliche Gemeinden der Gumperschaft Rischinen zu einer einzigen Gemeinde zusammen, die ihren Mittelpunkt in Rischinen hatte, wo sich das Gemeindehaus befand. Auf gleiche Weise vereinigten sich die Gemeinden der Gumperschaft Naters zur Gemeinde Naters mit Ausnahme von Unterbirgisch, das als selbstständige Gemeinde fortbestand.
Bis in die 50-Jahre war Birgisch nur über einen Saumweg via Naters erreichbar. Von 1955 bis 1973 bestand eine Seilbahnverbindung. Das Dorf ist durch eine ganzjährig geöffnete Strassenverbindung von Brig-Naters her erschlossen. Von morgens 04.00 Uhr bis abends um 21.25 Uhr verkehren praktisch im Stundentakt Busse von PostAuto Oberwallis. In der Nacht ist das Dorf wie auch das Nachbardorf Mund durch den Publicar erreichbar. Sämtliche Weiler sowie die Voralpengebiete sind über Flur- oder Forststrassen erreichbar.
Mund wird schriftlich erstmals 1259 erwähnt und war ein Bestandteil der Kirchgemeinde in Naters. Älter ist ein Wappen von Mund, das die Zahl 1212 trägt und an ein legendäres Gefecht mit Eindringlingen oberhalb Mund erinnert. Mund war zu dieser Zeit Teil der Grafschaft Wallis, die seit 999 dem Bischof von Sitten gehörte und meist Adeligen aus der Region als Lehen vergeben wurde.
1348 wurde eine Kapelle in Mund errichtet, wahrscheinlich um die Toten der Pest zu begraben. 1727 trennte sich Mund von der Mutterpfarrei Naters, nachdem 1721 eine Kirche im barocken Stil anstelle der vormaligen Kirche gebaut worden war. 1962 bis 1964 wurde die jetzige Kirche an der gleichen Stelle errichtet. Nur der Turm der ersten Kirche steht noch. 2006 wurde die Kirche nach Renovierungsarbeiten wiedereröffnet.
Mund war seit 1355 Teil des Zehnden Naters. Ihre vom Adel unabhängige Stellung wurde jedoch erst 1420 anerkannt.
1427 entstand die Gemeinde Mund durch Loskauf von den Herren von Raron, die durch Heirat die Herrschaft über Mund erhalten hatten. Aus dieser Zeit stammt auch der Zehntenstadel, in dem heute das Safran-Museum untergebracht ist. Mund ist der einzige Ort in der Schweiz, wo nach jahrhundertelanger Tradition heute noch das kostbare Gewürz des Safrans angepflanzt wird.