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Angesichts der Völkerrechtsverletzungen, die seit Beginn der Krise in Syrien begangen worden sind, haben Staaten wie die Schweiz reagiert, insbesondere mit Wirtschaftssanktionen und diplomatischen Massnahmen. Die Schweizer Botschaft in Damaskus wurde 2012 aus Sicherheitsgründen geschlossen. Von Reisen nach Syrien wird wegen der mangelnden Sicherheit entschieden abgeraten.
Bilaterale Beziehungen
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Angesichts der äusserst ernsten Lage in Syrien setzt sich die Schweiz dafür ein, das Leiden der Bevölkerung zu mildern, dem Völkerrecht Nachachtung zu verschaffen und zu einer gerechten und dauerhaften politischen Lösung beizutragen. Im Rahmen ihrer humanitären und friedensfördernden Politik und als Gaststaat pflegt die Schweiz Kontakte mit den syrischen Behörden.
Engagement der Schweiz
Das Engagement der Schweiz in Syrien beruht auf folgenden Pfeilern:
- Humanitäre Hilfe: Das humanitäre Programm in Syrien und den betroffenen Nachbarländern ist das grösste Hilfsprogramm der Schweizer Geschichte.
- Unterstützung des UNO-Friedensprozesses: Die am Prozess beteiligten Parteien konnten sich bisher in keinem der fünf Verhandlungsgegenstände (Gouvernanz, Verfassung, Wahlen, Terrorismusbekämpfung und Sicherheit, vertrauensbildende Massnahmen) einigen. Der Sondergesandte der UNO konzentriert seine Bemühungen nun auf die Arbeit des Verfassungskomitees.
- Achtung und Förderung des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte sowie Bekämpfung der Straflosigkeit.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Seit 2011 hat die Schweiz über 438 Millionen Franken bereitgestellt, um der betroffenen Bevölkerung zu helfen. Die Hälfte der Mittel wurde für die Unterstützung und den Schutz der Betroffenen in Syrien selbst eingesetzt, der Rest für die Hilfe in den Nachbarländern, welche die grosse Mehrheit der syrischen Flüchtlinge aufnehmen. Dazu gehören der Libanon, Jordanien, Irak und die Türkei. Die Schweiz unterstützt zahlreiche humanitäre Organisationen (IKRK, UN, INGOs), stellt Experten des Schweizerischen Humanitären Korps zur Verfügung und führt den humanitären Dialog mit den Regierungen Syriens und Irans mit dem Ziel, das Arbeitsumfeld für die humanitären Akteure in Syrien zu verbessern.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Syrien entwickelten sich schon früh. Die Seidenstrasse führte über Syrien und verband den Nahen, Mittleren und Fernen Osten mit Europa. Im 19. Jahrhundert trieben Schweizer Textil- und Chemieexporte nach Syrien sowie Textilimporte aus Syrien den Handel an. Schweizer Händler liessen sich in Aleppo nieder; die Stadt war eine Drehscheibe zwischen Okzident und Orient.
Syrien erlangte 1941 die Unabhängigkeit; die Schweiz anerkannte die neue Republik 1945. Von 1946 bis 1958 war die Schweiz in Damaskus durch eine Kanzlei vertreten, danach durch ein Generalkonsulat, das 1962 zur Botschaft aufgewertet wurde.
Die Schweizer Botschaft in Damaskus wurde 2012 aus Sicherheitsgründen geschlossen. Seit Dezember 2017 besteht eine humanitäre Präsenz in Damaskus. Die Aufgaben des Büros sind die Koordination der humanitären Aktivitäten der Schweiz in Syrien.