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Computer “made in Switzerland“ sind eine Seltenheit
Von Dominik Landwehr
Maschinen, Pulversuppen, Instantkaffee und Medikamente - diese Produkte haben der Schweiz in den letzten 150 Jahren zu einem Spitzenplatz unter den industrialisierten Ländern verholfen. Die Namen ABB, Swatch, Nestlé und Novartis stehen neben vielen anderen für diesen Erfolg. Man würde vermuten, dass es für die Schweiz ein leichtes gewesen wäre, auch in der kommerziellen Informatik einen Spitzenplatz zu belegen. Dem war nicht so, und wer auf diesem Gebiet nach Produkten sucht, die wie einst Webmaschinen und Gasturbinen, Nescafé und Valium den Weltmarkt eroberten, sucht fast vergebens. Warum ist dies so? - Wir suchen die Antwort anhand von drei Beispielen aus der Schweizer Informatikgeschichte.
Es ist naheliegend, Informatik-Innovationen und Produkte mit Marktchancen zuerst an der ETH Zürich zu suchen. An jener Ausbildungsstätte also, von der der Medienphilosoph Peter Glotz sagt, sie sei die einzige Universität in Europa, die mit den amerikanischen Eliteuniversitäten verglichen werden könne. Hier an der ETH verfolgte man die Entwicklung der neuen Computerwissenschaft, zunächst allerdings ohne zu erkennen, welches kommerzielle Potential dieser Technologie wirklich innewohnte.
Bereits zwischen 1954 und 1959 baute der Elektroingenieur Professor Eduard Stiefel zusammen mit seinen damaligen Mitarbeitern und späteren ETH-Professoren Heinz Rutishauser und Ambros Speiser einen wissenschaftlichen Computer: die ERMETH. Dieser frühe Computer wird zwar gelegentlich als Spitzenleistung angesehen, schreibt Franco Furger in seiner 1993 erschienenen Studie "Informatik-Innovationen aus der Schweiz“. Es fehlt jedoch nicht an Hinweisen darauf, dass dieses System bei seiner Erscheinung bereits überholt war. Insbesondere bot zur gleichen Zeit IBM Computersysteme an, welche wesentlich leistungsfähiger und flexibler waren. (Furger S.17)
Der Computer wurde nur als Instrument für technisch-wissenschaftliche Berechnungen anerkannt, bedauert ERMETH Miterfinder Ambros Speiser: “Es ist eine Tatsache, dass die grosse Bedeutung der kommerziellen Datenverarbeitung nicht erkannt wurde, und zwar nicht nur in ihren Anfängen, sondern noch zu einer Zeit, als ihr Umfang jenen des wissenschaftlichen Rechnens weit übertraf“ (zitiert nach Furger S.17).
Diese frühen Computer hatten nur wenig mit den heute gängigen Rechnern gemein. Sie unterscheiden sich nicht nur durch die Leistung sondern vor allem durch das Benutzerinterface. Programmierung war eine aufwendige Angelegenheit, denn es gab keine Möglichkeit des direkten Dialoges. Die grosse Umwälzung kam in den späten 60er Jahren aus den USA: Am Stanford Research Institute (SRI) und am Palo Alto Research Institute (Parc) von Xerox wurde die Computermaus als Zeigeinstrument, die Menüstruktur und die Fenstertechnik erfunden - jene Technologien also ,die in den 80er Jahren zuerst von der Firma Apple und später auch von Microsoft aufgegriffen wurden und heute omnipräsent sind.
1976 reiste der Zürcher Informatiker Niklaus Wirth - den man zu diesem Zeitpunkt wohl noch besser Elektrotechniker nennen sollte - für ein Jahr ins Palo Alto Research Institute (Parc) nach Kalifornien. Dort sah er zum ersten Mal Workstations: Dialogmaschinen, die ein ganz neues Arbeiten ermöglichen. Mit einer Computermaus im Koffer und der Vision von einer eigenen, verbesserten Workstation im Kopf kehrte Niklaus Wirth 1977 in die Schweiz zurück und begann mit seiner Entwicklung, die bald den Namen Lilith erhielt: Ein Arbeitsplatz-Rechner mit einem hochauflösenden Bildschirm, mit Computermaus und Fenstertechnik. 1980 war das Gerät da. Was Lilith wirklich leistete, zeigt ein Vergleich mit dem damals revolutionären Apple II, der sich nur auf die alphanumerische Darstellung von Daten verstand und gerade 24 Zeilen zu 40 Zeichen darstellen konnte. Lilith schaffte demgegenüber 592 mal 768 Punkte. Dabei arbeitete dieser Computer noch nicht mit Mikrochips sondern mit relativ niedrig integrierten Schaltkreisen.
1982 wurde der Versuch unternommen, aus Lilith ein kommerzielles Produkt zu machen. Der Versuch endete bereits ein Jahr später. 120 Maschinen vom Typ MC1 konnten verkauft werden, nicht genug aber, um der Firma das Überleben zu sichern.
Lilith war zunächst ein reiner Forschungscomputer: eine erste Serie von zehn wurde in den USA gebaut zu einem Stückpreis von 20 000 Franken, zusammengesetzt und -gelötet von Studenten, die mit drei Dollar Stundenlohn alles andere als fürstlich bezahlt wurden. Lilith hatte aber durchaus auch Chancen, ein kommerzielles Produkt zu werden: Der erste Aussenstehende, der dies erkannte, war Heinz Waldburger, damals Informatik-Chef bei Nestlé und auf der Suche nach einem leistungsfähigen Computer für die Industrie. Waldburger träumte schon damals von einem Multimedia-Computer, einem Gerät also, das Daten, Bilder und Klänge verarbeiten kann. Die Umschreibung dieser Fähigkeiten verhalf der Firma, welche die Lilith Computer vertreiben wollte, auch zu ihrem Namen: DISER (Data-Image-Sound-Processor-and Emitter-Receiver-System”). Zwei Computer standen auf der Produkte-Palette der Firma – ein MC 1 und ein MC 2 – MC steht für Modula Computer. Die Firma DISER verfolgte ehrgeizige Ziele und richtete Verkaufsbüros in Zürich, Lausanne, Orem, Atlanta, Chicago, Dallas und Paris ein. Nicht weniger als zehn Maschinen sollten jeden Tag die Produktionsanlagen verlassen. Produziert wurden 140 Maschinen. Davon wurden immerhin 120 verkauft. Die Firma hat sich verschätzt und war bereits nach einem halben Jahr am Ende. Technologisch und konzeptuell war der Modula Computer bei seinem Markteintritt bereits sechs Jahre alt und seiner Konkurrenz nicht gewachsen. Billige Speicherchips und leistungsfähige Mikroprozessoren läuteten ein neues Zeitalter ein.
Für das Scheitern sind letztlich aber tiefergehende Ursachen verantwortlich. Franco Furger, der die Geschichte von Lilith detailliert recherchiert hat, führt verschiedene Faktoren an.
· Das Fehlen von Risikokapital und das mangelnde Interesse des Finanzplatzes;
· Die Isolation der Hochschulinformatik von der Industrie;
· Die Abwesenheit von sogenannten innovativen Millieus.
Die Stanford University in Kalifornien und ihr Umfeld spielten in den 70er Jahren bei der Entwicklung der neuen PC-Technologien eine zentrale Rolle. Fast zur gleichen Zeit wie Niklaus Wirth war dort auch ein junger Schweizer Physiker aus der Romandie: Daniel Borel. Auch er wurde dort zum ersten Mal in seinem Leben nicht nur mit fortschrittlicher Computertechnik, sondern auch mit der amerikanischen Einstellung fürs Neue und dem Sinn für Wagnis und Unternehmertum konfrontiert und war begeistert.
Wie Niklaus Wirth so arbeitete auch Daniel Borel in Stanford mit den Alto-Workstations und den neuartigen Interfaces, mit Maus, Menüs und Fenstertechnik, und es sind diese neuen Technologien, die ihm den Anstoss zur Gründung seines Unternehmens gaben: Als Professor Wirth 1978 mit dem Bau seiner Lilith Workstation begann, brauchte er auch eine Computermaus. Seinem Kollegen Jean-Daniel Nicoud von der ETH Lausanne gelang es, den Feinmechaniker André Guignard in La-Chaux-de-Fonds für das Projekt zu gewinnen. Das Resultat dieser Bemühungen, eine erste Computermaus “made in Switzerland“, wurde für die Lilith-Workstation benutzt, und eine dieser Mäuse ist noch heute im Rechenzentrum der ETH Zürich zu besichtigen.
Von diesen Bemühungen erfuhr auch Daniel Borel, der wieder zurück in der Schweiz und auf der Suche nach verwertbaren Ideen für eine neue Firma war. 1981 gründete er zusammen mit Pierluigi Zappacosta die Firma Logitech.
Logitech hat die Computermaus nicht erfunden - dieses Verdienst kommt dem legendären Forscher Douglas C. Engelbart zu, der die Maus zusammen mit weiteren bahnbrechenden Erfindungen am Stanford Research Institute (SRI) in den 60er Jahren entwickelte und sie 1968 zusammen mit anderen bahnbrechenden Erdindungen an einer Konferenz in San Francisco präsentierte. Engelbart wurde nie reich mit seinen Erfindungen, und die ihm gebührende Ehre wurde ihm erst spät zuteil: 1987 erhielt er den Turing-Preis, den Nobelpreis der Informatik. Im Dezember 2000 verlieh ihm US Präsident Bill Clinton die National Technology Medal.
Borel entwickelte erste massenproduktionsfähige Prototypen und präsentierte sie möglichen Kunden aus der Computerindustrie. "Im Gespräch mit Interessenten, darunter auch Hewlett Packard, stiessen wir sehr rasch auf Interesse. Aber man sagte uns auch, dass unsere Produkte zu teuer seien." Der nun folgende Schritt dürfte für die weitere Zukunft der Firma Logitech entscheidend gewesen sein: Mit viel Glück gelang es nämlich, in Taiwan eine Tochterfirma zu gründen und dort die Produktion aufzunehmen. "Taiwan gab uns damals diese Erlaubnis, weil der Staat uns als gutes Beispiel für die Jugend darstellen wollte. Und diese Jugend begriff sehr schnell: Innert weniger Jahre hatten wir in Taiwan Dutzende von Konkurrenten". Mit einigem Respekt spricht Borel heute von dieser Zeit. Wie gelang es Logitech, diese Schlacht zu gewinnen? "Zuerst imitierten unsere Konkurrenten uns und brachten billigere Produkte auf den Markt. Wir begriffen schnell und produzierten einfach noch günstiger." Möglich war dies nur, so erinnert sich Daniel Borel heute, weil man "sur place" war, in Taiwan. Hätte man diese Entwicklung aus der Schweiz oder aus Kalifornien mitverfolgt, so wäre es nie gelungen, den Kopf oben zu behalten.
Heute ist Logitech in Sachen Computermäuse Leader und führt ebenso bei weiteren Input-Geräten wie Touchpads, Keyboards und Trackballs. Eine starke Marktstellung hat der Hersteller in Sachen Joysticks, wie man sie für Computergames brauchte, sowie bei den PC-Videokameras. Die Kennzahlen sind eindrücklich: Im Jahr 2000 verkaufte Logitech für über 600 Millionen US Dollar Geräte, 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Weltweit beschäftigt die Firma über 4000 Angestellte. Ihre grössten Konkurrenten sind keine geringeren als IMB und Microsoft.
Zwar hat Logitech ihren Hauptsitz nach wie vor im waadtländischen Romanel-sur-Morges, ihren operativen Hauptsitz hat die Firma aber im kalifornischen Fremont, in der Nähe von Stanford. Dass im gleichen Haus am Kaiser Drive auch eine Organisation namens Bootstrap ihren Sitz hat, ist kein Zufall: Hinter dem Namen verbirgt sich ein Consulting Unternehmen des genialen Erfinders der Maus Douglas C. Engelbart. Er geniesst im Gebäude von Logitech Gastrecht und braucht keine Miete zu zahlen. Mit dieser Geste dankt Logitech-Präsident Daniel Borel dem Forscher: Weder ihm noch dem Stanford Research Institute musste Borel je einen Franken an Lizenzgebühren zahlen.
Es ist noch gar nicht lange her, da war der Name des Zürcher Computerspezialisten Anton Gunzinger in Jedermanns Ohr: 1994 portraitierte ihn das Time Magazine als einen der hundert wichtigsten Persönlichkeiten für das kommende Jahrhundert. Die Medien feierten Gunzinger. Warum? – Dem Informatiker war es gelungen, einen ausserordentlich leistungsfähigen Computer herzustellen, der nicht nur viel weniger Energie konsumierte als vergleichbare Rechner, sondern vor allem nur einen Bruchteil dessen kostete, was damals für einen Supercomputer bezahlt werden musste. Gunzinger und sein Team hatten es geschafft, an der Supercomputing Konferenz von 1992 in Minneapolis zu den ersten fünf Finalisten vorzustossen, die um den Titel des stärksten Supercomputers wetteiferten. Das waren grosse Namen: IBM, Thinking Machine, Cray und Intel. Gunzinger und sein Team hatten für ihre Schöpfung 170 Prozessoren parallelgeschaltet. Damit erreichten sie eine Leistung von 10 Giga Flops - das entspricht 10 Milliarden Gleitkomma Operationen pro Sekunde. Das Maximum lag in jener Zeit bei 100 – 200 Gigaflops. Heute sind diese Leistungen erwartungsgemäss um Zehnerpotenzen höher und liegen im Tera Flop Bereich.
Der Schweizer Supercomputer machte den jungen Informatiker mit einem Schlag berühmt. Angespornt von diesem Erfolg gründete Gunzinger 1993 die Super Computing Systems AG. Hinter der Firma stand ein Traum: “Wir bauen in der Schweiz Supercomputer und können davon leben“. Auf der Powerpoint-Folie heisst es in Klammern noch zusätzlich: “...weil es Spass macht“.
1995 war der erste kommerzielle Schweizer Supercomputer bereit. Er trug den Namen “GigaBooster“. Trotzdem: Der Superrechner geriet zum Flop. Nur gerade zehn Stück davon konnten abgesetzt werden. Gunzinger analysiert den Misserfolg heute kühl: “In einer Zeit, in der die PC's mit jedem Jahr leistungsfähiger wurden, waren wir in einem falschen Markt tätig, und Staat und Forschung wollten kein Geld mehr ausgeben.“. Dazu kam ein anderer Hemmschuh: Weil der Rechner Unix als Betriebssystem benutzte, musste die Software alle drei Monate angepasst werden. Der Aufwand überstieg rasch die Möglichkeiten der kleinen Firma. Die Produktion wurde eingestellt.
Und trotzdem existiert Anton Gunzingers Firma heute noch, und es scheint ihr besser zu gehen denn je: Die Supercomputing Systems AG beschäftigt 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erreicht einen Umsatz von über sieben Millionen Franken. Ein Wunder? – Nein, sagt Gunzinger: “Wir haben aus unseren Fehlern gelernt und machen heute nur noch das, was wir wirklich gut können, nämlich das Entwickeln von Computersystemen. Produktion und Vermarktung gehören nicht mehr dazu.” Gunzinger spricht in atemberaubendem Tempo, und es scheint, dass gerade dieses Tempo zu den Kernfähigkeiten seiner Firma gehört. “Wir müssen in der Lage sein, uns in irgendeinem Fachgebiet in kürzester Zeit auszubilden. Dazu benötigen wir Grundlagen und eine gute Lerntechnik – kein Lernen auf Vorrat“. Entsprechend vielfältig sind die Gebiete, in denen sich die Firma Supercomputing Systems heute bewegt: Zusammen mit der Firma Studer Professional Audio AG entwickelte man ein digitales Audiomischpult – es ist mit bis zu 126 Prozessoren ausgerüstet und verwertet sehr direkt Erkenntnisse aus den früheren Entwicklungen rund um den Supercomputer GigaBooster. Ein anderes Gebiet ist die Verschlüsselungstechnologie: Hier hat die Firma ein System entwickelt, das 155 Megabit pro Sekunde chiffrieren und dechiffrieren kann. Eine Anwendung, die nur auf den ersten Blick einfach scheint, ist schliesslich eine Kartoffelsortieranlage. Das System misst in Sekundenbruchteilen jede einzelne Kartoffel, die auf dem Förderband liegt, und wählt jene aus, welche die geeignete Grösse haben.
Anton Gunzinger und sein Team sind heute erfolgreich, wenn auch nicht mit jenem Produkt, das ihn berühmt machte. “Eigentlich sind wir heute ein Engineering Unternehmen“, meint er bescheiden und fügt bei: “Es ist schwierig, in der Informatik in der Schweiz Visionen umzusetzen. Wir Schweizer sind nicht so gut im Erfinden. Wir sind stark in Sachen Qualität, wenn es darum geht, Vorhandenes zu verbessern“.
Das sind drei Beispiele für Schweizer Versuche, auf dem Markt der kommerziellen, exportorientierten Informatik ganz vorne mitzuspielen. In einem Fall ist der Versuch geglückt, in den beiden anderen nicht. Keine schlechte Erfolgsquote, möchte man meinen. Aber der Schein trügt: Die Schweiz ist kein Keyplayer auf dem Informatik-Markt. Dafür gibt es verschiedene Gründe:
Punkto Informatik war die Ausbildungssituation in der Schweiz während langer Zeit miserabel: Noch in den 50er Jahren, so erinnert sich Niklaus Wirth, war Elektrotechnik gleichbedeutend mit Starkstromtechnik. Überhaupt war höhere Bildung nur einer ganz schmalen Elite vorbehalten: Noch 1960 lag der Anteil der Maturanden im gesamtschweizerischen Schnitt bei 6 Prozent. Erst 1980 wurde an der ETH Zürich Informatik eingeführt, nachdem einige Professoren dies während fast zehn Jahren verhindert hatten. Der Informatik-Pionier Niklaus Wirth beobachtet an der ETH Zürich dasselbe, was sein Kollege Rolf Pfeifer an der Universität sieht: Begabte und ehrgeizige Informatiker finden auch heute in der Schweiz kaum wirklich herausfordernde Aufgaben und wandern in die USA ab. “Die Ausbildungssituation ist im Grunde immer noch miserabel”; meint ein Gesprächspartner, der seinen Namen nicht nennen möchte.
Und die Zukunft: Es gibt Hinweise, dass die Schweiz daran ist, aus ihrem Dornröschenschlaf aufzuwachen. Technologie ist kein Schimpfwort mehr, und gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sehen grosse Chancen, vorab in Nischenmärkten. Ein Beispiel mag etwa der Hörgeräte-Hersteller Phonak sein. Demgegenüber tun sich reine Software-Unternehmen noch schwer, wie etwa die Diskussionen um Firmen wie Miracle, Fantastic oder Complet-e zeigen. Die Zeit der Pioniere ist allerdings längst zu Ende: Chancen gibt es für die Schweiz, darauf weisen verschiedene Gesprächspartner hin, vor allem im Gebiet der angewandten Informatik, in jenem Gebiet also, in dem Anton Gunzingers Supercomputing AG tätig ist. Ein weiteres Feld dürfte die Bioinformatik sein. Allerdings muss eines festgehalten werden: Die Zeit drängt, und es reicht nicht, einfach dabei zu sein. Dass die Schweizer Wachstumsraten der letzten Jahre durchs Band weg kleiner waren als im europäischen Umfeld mag ein Hinweis darauf sein.
Bardini, Thierry:
Furger, Franco:
Siefkes, Dirk et al. (Hrsg.):
Pioniere der Informatik. Ihre Lebengeschichte im Interview. Berlin, Heidelberg, New York 1999. (Springer). Interview mit Niklaus Wirth: S.107 – 124.
Science, Technology and Innovation in the New Economy. OECD Policy Brief September 2000.
Thomas Held:Das Schweizer Kernproblem. In: Das Magazin Nr. 49. vom 9.Dezember.2000. S.6 – 10.
Daniel Borel (1950): Von Menschen und Mäusen. In: Pioniere – 11 Unternehmer die Schweizer Wirtschaftsgeschichte schreiben. Bern 1999.. S. 31 – 60.
Die Seite des Maus-Erfinders Douglas C.Engelbart
Engelbart’s unfinished revolution. A Symposium at Stanford University 1998
Die Geschichte der Computermaus
Zur Geschichte der Apple-Maus
Logitech
Supercomputing Systems AG
Niklaus Wirth
Informatik Schweiz (informatikgeschichte)
Computergeschichte
Computermuseum
Zum Autor
Dominik Landwehr (*1958)studierte in Zürich Germanistik und Volkskunde und leitet heute im Migros-Kulturprozent den Bereich Neue Medien. Daneben publiziert er regelmässig im Bereich Technologie und Gesellschaft.
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