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Auslöschen der Lampe, [* 2] wenn dieselbe umfällt. - Sehr empfehlenswert sind die Lampen [* 3] mit doppeltem Cylinder, namentlich als Tischlampen, da die Glocke bei denselben bedeutend weniger erhitzt wird als bei einfachem Cylinder.
Für sehr flüchtige Öle sind Lampen von besonderer Konstruktion erforderlich, weil die gewöhnlichen sofort heftig explodieren würden. Diese flüchtigen Öle [* 4] können in Lampen ohne Docht gebrannt werden, indem das Öl außerhalb der Flamme [* 5] durch Erwärmung in Dampf [* 6] verwandelt wird, welcher ohne weiteres in die Flamme eintritt (Gas-, Dunst-, Dampflampe). Die älteste derartige Konstruktion ist die Dampflampe von Lüdersdorff (Textfig. 3), in welcher ein Gemisch aus 1 Volumen Terpentinöl und 4 Volumen Alkohol durch einen Docht bis in solche Nähe des Brenners gehoben wird, daß die von letzterm abgeleitete Wärme [* 7] hinreicht, das Leuchtmaterial in Dampf zu verwandeln. Letzterer entweicht durch die 10-12 Löcher in dem Brennerknopf und gibt eine glänzende Flamme. Für die flüchtigsten Mineralöle haben Lilienfein u. Lutscher in Stuttgart [* 8] eine Lampe (s. Taf., [* 1] Fig. 10) in den Handel gebracht, bei welcher sich unter dem Brenner mit in einer Vertikalebene liegenden Löchern eine Metallscheibe befindet, die man vor dem Anzünden durch ein Streichholz erhitzt.
Sie verdampft dann einen Teil des bis zu ihr mittels eines Dochts zugeführten Leuchtmaterials, und der aus den Löchern ausströmende Dampf gibt eine Flamme wie der Schmetterlingsbrenner für Gasbeleuchtung. Die Flamme bedarf keines Zugglases, und auch durch das Wegfallen des Dochts gewährt die Lampe manche Vorteile; doch ist sie durchaus nicht ungefährlich und gibt übrigens auch nicht billigeres Licht [* 9] als die gewöhnliche Petroleumlampe. Ungefährlich und für manche Zwecke recht empfehlenswert ist die Ligroinlampe (s. Taf., [* 1] Fig. 11), deren Ölbehälter mit Schwamm gefüllt ist. Man tränkt diesen mit dem sehr flüchtigen Leuchtmaterial und schraubt dann die Dochthülse auf, welche einen dicht eingepaßten massiven Baumwolldocht enthält. Dieser nimmt nach Bedarf aus dem Schwamm Leuchtmaterial auf und gibt eine zwar nur kleine und bei Luftzug leicht verlöschende, aber sehr weiße Flamme. Bei dem Brenner von Böhm u. Brüder in Wien [* 10] (Tafelfig. 12) gelangt das flüchtige Öl von einem höher gelegenen Behälter durch das Rohr a in ein Kniestück b, in welchem sich eine Regulierschraube c für die Einströmungsöffnung d befindet.
Soll nun die Lampe in Betrieb genommen werden, so wird zunächst in einer Fangschale e etwas Öl verbrannt. Hierdurch bilden sich aus dem bei d austretenden Leuchtstoff Dämpfe, die, mit der bei f eingesaugten Luft gemischt, sowohl durch den Brennerkopf g austretend die eigentliche Leuchtflamme bilden, als auch durch eine Bohrung h und ein Röhrchen l nach unten gelangend einem Heizflämmchen Nahrung geben. Dies Flämmchen ist durch einen Blechmantel k vor Luftzug geschützt und wird in seiner Stärke [* 11] durch ein Schräubchen l reguliert.
Die Entzündung erfolgt durch die Luftzuführungsöffnungen m von der Fangschale aus. Die verbrauchte Luft entweicht durch Öffnungen in der Nähe des Brennerkopfs. Auch für die schwersten Mineralöle sind besondere Lampen konstruiert worden, doch haben dieselben seltener Verwendung gefunden. Die Dampfstrahlöllampe von Hartmann u. Lucke in Mülheim [* 12] a. Rh. läßt sich überall, wo Dampf vorhanden ist, ohne Umstände aufstellen und eignet sich namentlich zur Beleuchtung [* 13] großer Säle, Hofräume, Plätze etc. In dem Ölbehälter a (Tafelfig. 13) hängt das Luftzuführungsröhrchen b, welches am obern Ende in einen Lufttrichter c mündet, der mit einem Schieber versehen ist, um den Luftzutritt zum Behälter a regulieren zu können. Infolgedessen muß das Öl aus dem Behälter a ganz gleichmäßig ausfließen. Es gelangt durch den Hahn [* 14] e und das Rohr g zu dem vollständig horizontal eingestellten Teller d, auf welchem es angezündet und dann mit dem Trichter f bedeckt wird. Um es leichter entzünden zu können, übergießt man es mit ein wenig Petroleum. Hierauf läßt man nach und nach den durch den Dampftrockner k (Tafelfig. 14) getrockneten Dampf ganz langsam durch die im Teller d befindliche konische Öffnung zutreten und reguliert den Dampfstrom derart, daß das Öl auf der ganzen Tellerfläche gleichmäßig brennt.
Weiterer Bedienung bedarf die Lampe alsdann nicht mehr. Fließt infolge unrichtiger Stellung des Schiebers bei c dem Teller mehr Öl zu, als zum Verbrennen nötig ist, so steigt das überflüssige Öl über den innern Rand des Tellers und gelangt in die ringförmige Fuge, aus der es durch das Röhrchen h in den Sammelkasten i gelangt. Zum Löschen der Lampe schließt man den Hahn e, sperrt den Dampf ab und setzt auf den Teller den trichterförmigen Deckel lampen. Das noch unverbrannte Öl läßt man dann durch einen Hahn aus dem Rohr g in den Sammelkasten i abfließen.
Der Dampfstrom wirkt bei der Lampe mechanisch, indem er die zur Verbrennung nötige Luft in die Flamme treibt und gleichzeitig auch das Ansaugen von Luft durch die Öffnungen des Trichters f herbeiführt. Bei der hohen Temperatur der Flamme aber und bei Gegenwart der Kohlenwasserstoffe wird Wasserdampf zersetzt, und es entsteht ein Gasgemisch, welches mit außerordentlich intensivem Licht verbrennt und keinen Ruß absondert. Eine derartige Lampe ohne Docht und Cylinder, aber vorteilhaft mit Reflektor, gibt eine Leuchtkraft von 20 Gasflammen oder 180 Normalkerzen bei einem stündlichen Verbrauch von etwa 1 kg Teeröl.
Der Ölbehälter enthält ca. 30 Lit. Teeröl, um selbst für die längsten Nächte auszureichen. Wo die Fracht das Öl nicht zu sehr verteuert, ist diese Beleuchtung sehr viel billiger als Gasbeleuchtung. Eine größere Lichtintensität hat man durch Zufuhr von reinem Sauerstoff in die Flamme zu erreichen gesucht. So wendet Philipps als Leuchtmaterial eine Lösung von Naphthalin in Erdöl [* 15] an und brennt dieselbe in einer Lampe mit Runddocht, in dessen Innerm ein Rohr aufsteigt, welches im Niveau des Brenners mündet und durch radiale Löcher Sauerstoffgas in die Flamme treten läßt.
Auch eine mit fettem Öl gespeiste Moderateurlampe kann mit Sauerstoffzuleitung versehen werden und gibt eine selbst für photographische Zwecke geeignete Beleuchtung. Dies ist noch mehr der Fall bei der Sellschen Lampe, welche einer gewöhnlichen Petroleumlampe mit Runddocht gleicht, aber mit Schwefelkohlenstoff gespeist wird. Zur Abkühlung des sehr flüchtigen Leuchtmaterials steht der Behälter in einem zweiten, mit kaltem Wasser zu füllenden Gefäß. [* 16] In die an sich wenig leuchtende Flamme des Schwefelkohlenstoffs leitet man durch ein zentrales Rohr einen Strom von Stickstoffoxydgas (welches aus Eisenchlorür, salpetersaurem Kali und Salzsäure dargestellt wird) und erhält dann ein photographisch ungemein wirksames Licht. Die Verbrennungsgase müssen durch einen Schornstein abgeleitet werden.
Von den Lampen, welche zum Erhitzen dienen, sind die gewöhnlichen Spirituslampen am bekanntesten; man gibt ihnen außer der Öffnung, in welcher der Dochthalter steckt, noch eine zweite Öffnung zum ¶
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Nachfüllen von Spiritus. [* 18] Statt des Weingeistes kann man sie mit Holzgeist oder auch mit einer Mischung von Terpentinöl und Weingeist speisen. Die Berzelius-Lampe ist eine Spirituslampe mit doppeltem Luftzug (Argand-Brenner); ein niedriger Schornstein umgibt die Flamme, welche entweder aus einer Sturzflasche, oder aus einem kranzförmigen oder einem seitlich liegenden, kastenförmigen Behälter gespeist wird. Letztere Einrichtung ist vorteilhafter, da der Spiritus im Kranze zu stark erhitzt wird. Die Lampe ruht entweder auf drei Füßen, welche nach oben in einen Dreifuß zum Aufsetzen der zu erhitzenden Geräte verlaufen, oder der Spiritusbehälter ist durchbohrt und mit der ganzen Lampe an einem senkrechten Messingstab verschiebbar; an demselben Stab [* 19] lassen sich auch mehrere wagerechte Stäbe verschieben, die über dem Brenner in größere oder kleinere Ringe auslaufen. Auf letztere stellt man die zu erhitzenden Schalen oder Flaschen. - Sehr allgemein benutzt man Petroleumlampen zum Erhitzen von Speisen etc., und zwar hat man die gewöhnlich zum Leuchten dienenden Lampen mit Vorrichtungen versehen, um gelegentlich eigentümlich konstruierte Gefäße (meist mit zentralem Rohr, durch welches der Lampencylinder geht) auf denselben zu erhitzen, häufiger aber benutzt man Petroleumkochöfen mit besondern Einrichtungen.
In der Regel besitzen diese Öfen [* 20] Flachbrenner, und es ist festgestellt worden, daß ein 51 mm breiter Docht in 24 Minuten 1 Lit. Wasser von 11° mit einem Aufwand von 20 g Erdöl ins Kochen bringt. Ein 68 mm breiter Docht leistet dasselbe mit gleichem Aufwand in 19 Minuten und zwei derartige Dochte unter demselben Gefäß gleichfalls mit zusammen 20 g Petroleum in 11 Minuten. Bei größern Flüssigkeitsmengen stellt sich der Aufwand pro Liter etwas geringer. Rundbrenner gewähren keine Vorteile, es sei denn, daß man eine leichtere Behandlung des Dochts und der Flamme als solche gelten lassen will. Eine größere Hitze als die Berzelius-Lampe erzeugt Devilles Glühlampe, mit welcher man dünne Platindrähte schmelzen kann. Diese Lampe wird mit Terpentinöl gespeist, welches aus einer größern Flasche [* 21] zufließt und stets in gleicher Höhe erhalten wird. Das Öl wird auf 100° erhitzt, so daß ein Luftstrom, den man darüber leitet, sich reichlich mit Dämpfen beladen kann. Diese entzündet man und facht dann die Flamme durch ein Gebläse [* 22] an.
Geschichtliches.
Lampen waren schon bei den alten Ägyptern gebräuchlich, aber bis in die neueste Zeit kannte man nur den unvorteilhaften massiven Runddocht. Der Flachdocht wurde 1783 durch Leyer in Paris [* 23] u. 1784 durch Alströmer, der hohle Runddocht 1789 durch Argand angegeben. Letzterer ersetzte auch mit Quinquet den bis dahin über der Flamme angebrachten blechernen Zugcylinder durch einen gläsernen. 1765 konstruierte Grosse die Pumplampe, 1800 Carcel die Uhrlampe, 1836 Franchot die Moderateurlampe, welche besonders durch Neuburger 1854 verbessert wurde.
Eine vollständige Umwälzung in der Lampenfabrikation brachte die Einführung des Petroleums hervor. Lampen für sehr flüchtige Flüssigkeiten, sogen. Dampflampen, für Kamphin etc. wurden seit 1833 bekannt, fanden aber nur geringe Verwendung. Die erste Petroleumlampe soll Silliman in Nordamerika [* 24] 1855 konstruiert haben, und um die weitere Verbesserung derselben haben sich besonders Block, Dittmar, Brünner, Wild u. Wessel, Stobwasser, Schuster u. Bär, Zängerle u. a. verdient gemacht.
Die Mehrzahl der uns erhaltenen aus Thon oder Bronze, [* 25] seltener aus Alabaster oder Glas [* 26] bestehend, gehört der römischen Zeit an. Abgesehen von den Funden in Pompeji, [* 27] haben uns besonders die antiken Gräber eine reiche Ausbeute von Lampen geliefert, da es Sitte war, den Toten Lampen mitzugeben, welche
[* 17] ^[Abb.: Fig. 4. griechische,
Fig. 5 römische Thonlampe;
Fig. 6-9 römische Bronzelampen;
Fig. 10-12 altchristliche Lampen.]
^[Abb.: Verschiedene Formen antiker Lampen.] ¶