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Mondrian Ensemble
Ivana Pristašová Zaugg, Violine
Petra Ackermann, Viola
Karolina Öhman, Violoncello
Judit Varga (*1979) - Mosar (2017)
für Streichtrio
Daniela Terranova (*1977) - Rainbow Dust in the Sky (2018)
Sandor Veress (1907-1992) - Streichtrio (1954)
Die Gattung Streichtrio blieb lange eine Aussenseiterin unter den Kammermusikformationen. Obwohl Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert bedeutende Werke für diese Besetzung komponiert haben, blieb die Besetzung Streichtrio immer im Windschatten seines grossen Bruders, dem Streichquartett. Im 20. Jahrhundert entstanden mit Streichtrio- Kompositionen von Anton Webern, Max Reger, Arnold Schönberg und Paul Hindemith eine ganze Reihe von Schlüsselwerken für diese Besetzung, zu denen auch das Streichtrio aus dem Jahr 1954 des schweizerisch-ungarischen Komponisten Sándor Veress zählt. Rund um dieses aussergewöhnliche Werk gestaltet das Mondrian Ensemble ein Programm, das neben Sofia Gubaidulina zwei Komponistinnen der jüngeren Generation präsentiert:DanielaTerranova und JuditVarga.
Eintritt: CHF 30.- / 20.-
Tickets reservieren per Mail mit Datum, Name und Anzahl Tickets an <email-pii>
Türöffnung und Abendkasse ab 30 Min. vor Veranstaltungsbeginn, reservierte Tickets bitte spätestens 15 Min. vor Veranstaltungsbeginn abholen. Nur Barzahlung möglich.
Sándor Veress wurde 1907 im transsilvanischen Klausenburg (dem heutigen rumänischen Cluj) geboren. Er erhielt schon in jungen Jahren Musikunterricht, der nach der Übersiedlung 1916 in die Hauptstadt Budapest intensiviert wurde. Unterrichtet wurde er von angesehenen Lehrern wie Bartók Béla (Klavier) und seit 1925 Kodály Zoltán (Theorie, Komposition). Im Herbst 1949 folgte Veress der Einladung zu einer Gastprofessur nach Bern und schon im Folgejahr wurde er an das Berner Konservatorium berufen, um Theorie, Komposition und allgemeine Musikpädagogik zu unterrichten. Er sollte bis zu seinem Lebensende am 4. März 1992 mehr als vierzig Jahre in Bern sesshaft bleiben. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Jürg Wyttenbach, Heinz Holliger und Jürg Wyttenbach. Ende 1991, keine drei Monate vor seinem Tod, erhielt er endlich die Schweizer Staatsbürgerschaft.
Sofia Gubaidulina
(*1931 in Tschistopol, Russland)
Sofia Gubaidulina studierte bis 1954 am Konservatorium von Kasan, wohin ihre Familie 1932 gezogen war, und setzte ihr Kompositionsstudium bei Nikolai Pejko in Moskau fort. Seit 1963 ist sie als freischaffende Komponistin tätig, ihre Werke wurden jedoch in Russland kaum gespielt. Mitte der 1970er-Jahre gründete sie gemeinsam mit Viktor Suslin und Wjatscheslaw Artjomow das Ensemble Astreja, das auf Instrumenten der russischen Volksmusik improvisierte. Seit den 1980er-Jahren spielen für die christlich stark geprägte Künstlerin auch Zahlenverhältnisse eine große Rolle, mit deren Hilfe sie in ihrem Bemühen, Intellektualität und Emotionalität miteinander zu verbinden, Tonhöhen, Rhythmen und Formverläufe strukturiert. 1992 zog sie nach Deutschland und lebt seitdem in der Nähe von Hamburg. Gidon Kremers Einsatz für ihr erstes Violinkonzert Offertorium, das er 1981 uraufführte, half ihr zu erster größerer Aufmerksamkeit. Heute zählt sie zu den wichtigsten Komponist:innen Russlands der Gegenwart. Sofia Gubaidulina ist Ehrenprofessorin des Konservatoriums von Kasan und der Konservatorien von Beijing und Tianjin. Sie ist u. a. Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg, des Ordens Pour le mérite, der Akademie der Künste Berlin sowie der Königlich Schwedischen Musikakademie Stockholm und Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters. 2018 wurde sie in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences berufen. Sofia Gubaidulina lebt in der Nähe von Hamburg.
Die in Wien ansässige Komponistin und Pianistin Judit Varga (*1979 in Györ) sucht immer wieder den Austausch mit benachbarten Disziplinen. Ein beträchtlicher Teil ihres Œuvres entstand für Kurzfilme, Theaterstücke oder MultimediaPer formances. Umgekehrt bewirkt ihr multidisziplinärer Ansatz, dass Elemente aus Kino und Theater den Weg zurück in die Musik finden. Mit ihren feinen Sensoren für Stimmungen und Spannungsverläufe gelingt ihr das Kunst stück, schleichende Veränderung zu komponieren. Als erfolgreiche Konzertpianistin ist die gebürtige Ungarin zugleich Dozentin an der Franz Liszt Musikuniversität Budapest und an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, wo sie seit 2019 eine Professur für Medienkomposition und Angewandte Musik inne hat.
Daniela Terranova (*1977 in Udine) studierte Komposition in Graz bei Beat Furrer sowie elektroakustische Komposition an der mdw bei Karlheinz Essl. Ihre Arbeiten der jüngsten Zeit befassen sich mit dem Material, aus dem Instrumente gemacht werden. Sie arbeitet eng mit Interpret:innen zusammen, um spezielle Sounds für diese und deren Spielweisen zu kreieren und so die Körperlichkeit der Klangerzeugung zu erforschen. Ihre Kompositionen werden auf Festivals sowie in internationalen Konzerthäusern präsentiert. Sie unterrichtet Musiktheorie und Komposition an mehreren italienischen Hochschulen.