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Die Ausstellung Konkrete Idole gibt Einblick in eine mehr als 1000 Werke umfassende private Sammlung aus Süddeutschland, die seit 20 Jahren kontinuierlich aufgebaut wird. Schwerpunkte dieser Sammlung sind aktuelle, seit den 1960er Jahren entwickelte malerische, plastische, zeichnerische Tendenzen der vornehmlich konkreten beziehungsweise konstruktiven oder konzeptuellen Kunst – vertreten durch differenzierte bis heterogene Positionen wie beispielsweise jene von Richard Serra, Alan Reynolds, Aurélie Nemours, Peter Tollens, Werner Haypeter, Frank Badur, Russell Maltz, Marcia Hafif, welche die Spannweite dieser die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts prägenden Kunstrichtung veranschaulichen.
Als Counterpart zu diesen non-figurativen, rationalen Bildfindungen der westlichen Moderne ergänzen afrikanische Skulpturen die Kunstsammlung. In der Sammlung findet sich vornehmlich der Typus der aufrecht, mit beiden Beinen ohne Sockel auf dem Boden stehenden Ahnen- oder Wächterfigur – meist um 1900 geschnitzte Gebrauchsfiguren, von der androgynen Figur über das Zwitterwesen bis zur Chimäre, aus den westafrikanischen Siedlungsgebieten der Lobi, Dogon, Fang usw., deren künstlerische Erzeugnisse heute in ihrer reduzierten Formensprache für signifikante Entwicklungen in der modernen Kunst als „Vorbild“ gewertet werden.
In den zehn Kabinetten und in den Annexen des Museum Liner, das aufgrund seiner Architektur sowohl abgrenzt wie öffnet, wird die Sammlung anhand ausgewählter Exponate als Hort der Konfrontation und Kombination unterschiedlicher Kunstmöglichkeiten präsentiert. Dabei leuchtet gerade in der grundlegenden Gegenüber-stellung der afrikanischen, scheinbar im Wunder- oder Aberglauben begründeten „Realien“ zu den westlichen, ebenso scheinbar auf Vernunft und Kalkül basierenden „Artefakten“ etwas aufleuchtet, das im Begriff eines Konkreten Idols oder einer Idolischen Konkrete als Metapher für eine sinnvolle Einheit oder Vereinheitlichung des gemeinhin Widersprüchlichen verdichtet ist.