Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/228826

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, angemessene Massnahmen zu ergreifen, um moderne Agroforstwirtschaftsprojekte in der Schweiz zu unterstützen und auszuweiten. Er soll den aktuellen gesetzlichen Rahmen anpassen, um diesem landwirtschaftlichen System zu ermöglichen, seine vielen Vorteile sowohl für die Landwirtschaft als auch für das Klima und die Biodiversität zu entfalten. Die jetzige Gesetzgebung setzt Bäuerinnen und Bauern nicht genügend Anreize, Bäume und Sträucher in ihren Kulturen zu pflanzen, insbesondere Laubbäume, die auch für die Wertholzproduktion interessant sind. Bäume und Sträucher in agroforstwirtschaftlichen Systemen sind von jenen in Hecken oder Wäldern zu unterscheiden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der Bedeutung der modernen Agroforstwirtschaft für die Landwirtschaft bewusst. Dank ihrer positiven Auswirkungen auf die Verbesserung der Bodenstruktur, auf die Wasserverfügbarkeit für die Kulturen und auf die Artenvielfalt kann die Agroforstwirtschaft eine konkrete Antwort auf die Herausforderungen bieten, die der Klimawandel der Landwirtschaft stellt.</p><p>Vor diesem Hintergrund hat der Bundesrat in der Botschaft zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik ab 2022 (AP22+) (BBl 2020 3955) vorgeschlagen, im Rahmen der Produktionssystembeiträge eine Massnahme zur Förderung der Agroforstwirtschaft zu unterstützen. Der Bundesrat schlägt demnach vor, das Anlegen und die Pflege von Agroforstflächen durch Direktzahlungen gezielt zu fördern.</p><p>Zudem finanziert der Bund im Rahmen der Programme zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen (Art. 77a und 77b LwG; SR 910.1) das Projekt Agro4estry über einen Zeitraum von acht Jahren mit 6,9 Millionen Schweizer Franken. Das im Jahr 2020 gestartete Projekt unterstützt das Anlegen von modernen Agroforstparzellen auf 140 Westschweizer Betrieben mit einer Gesamtfläche von rund 280 Hektaren.</p><p>In der Frühjahrssession 2021 beschloss das Parlament, die Beratungen zur AP22+ zu sistieren, bis der Bundesrat einen Bericht zur Beantwortung des Postulats WAK-S "Zukünftige Ausrichtung der Agrarpolitik" (20.3931) und des zusätzlichen Postulats WAK-N (21.3015) erstellt hat. Die Postulate verlangen, dass der Bundesrat den Bericht bis 2022 vorlegt.</p><p>Da die Forderungen der Motion im Rahmen der AP22+ berücksichtigt wurden und der Entscheid über das weitere Vorgehen bei den Beratungen zur AP22+ in den Händen des Parlaments liegt, sieht der Bundesrat zum jetzigen Zeitpunkt keinen Handlungsbedarf.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.