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Erste Ansätze im 18. Jahrhundert
ErsteAnsätze aus epidemiologischen Erkenntnissen Schlüsse für die Gesundheitsförderung zu ziehen, lassen sich bereits im 18. Jahrhundert feststellen:
1757 publizierte der britische Schiffsarzt James Lind (1716 - 1794) "An Essay on the Most Effectual Means of Preserving the Health of Seamen in the Royal Navy". Er schrieb darin: "The number of seamen in time of war who died of shipwreck, capture, famine, fire or sword, are but inconsiderable in respect of such as are destroyed by the ship diseases, and by the usual maladies of intemperate climates"(1). Zu dieser Zeit war Skorbut eine gefürchtete Krankheit unter Seefahrern. Zwar wurde der therapeutische Wert von frischen Früchten und frischem Gemüse bei Skorbut von vielen Schiffsärzten und Kapitänen erkannt, aber erst James Lind erbrachte den Nachweis für die Wirksamkeit, indem er 12 Skorbut-Patienten in Zweiergruppen mit unterschiedlicher Verpflegung unterteilte. Er konnte so zeigen, dass frische Orangen und Zitronen zur Besserung führten(2).
Als 1764 der britische Chirurge Alexander Monroe auf seine Erfolge bei der Behandlung von "Fieber" in britischen Militärspitälern in Deutschland hinwies und diese mit ausgewählten Fällen zu belegen versuchte, wurde er von einem Zeitgenossen, John Millar, massiv angegriffen. Er relativierte Monroes Erfolg, indem er detaillierte Zahlen über seine eigenen Fälle vorlegte und die vagen Angaben von Monroe mit den offiziellen Armeestatistiken verglich(3).
In Paris war es Pierre Alexandre Charles Louis (1787 - 1872), der 1828 in den Annales de Médicine Générale mit epidemiologischen Daten zeigte, dass Adescprlass bei Pneumonie die Sterblichkeit erhöht(4,5,6) und sich damit - ähnlich wie später die Verfechter der Evidence-based Medicine - massive Kritik zuzog.
Links zum Thema
Lind J. A Treatise of the Scurvy in Three Parts. Containing an inquiry into
the Nature, Causes and Cure of that Disease, together with a Critical and
Chronological View of what has been published on the subject. London: A. Millar;
1753. Transcription by Bruzelius.
Referenzen
1. Lind J. An Essay on the Most Effectual Means of Preserving the Health of Seamen in the Royal Navy. London ;1757.
2. Lind J. A Treatise of the Scurvy in Three Parts. Containing an inquiry into the Nature, Causes and Cure of that Disease, together with a Critical and Chronological View of what has been published on the subject. London: A. Millar; 1753. Transcription by Bruzelius. L: (<email-pii>).
3. Tröhler U. To Improve the Evidence of Medicine: Arithmetic Observation in Clinical Medicine in 18th and early 19th centuries. Hist Phil Life Sci 1988; 10, suppl: 31-40.
4. Egger M: Unter dem Metaskop: Möglichkeiten und Grenzen von Metaanalysen. Schweiz. Med. Wochenschr. 1988;128:1893-1901.
5. Morabia A. P.C.A. Louis and the Birth of Clinical Epidemiology. J clin Epdidemiol 1996;49:1327-33.
6. Louis P.C.A. Recherche sur les effets de la saignée dans plusieurs maladies inflammatoires. Archives générales de Médecine 1828;18:321-36.