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Das Ei des Kostolany geht auf den ungarischen Börsenspekulaten Andre Kostolany zurück. Anhand eines Eis beschreibt Kostolany die zyklischen Bewegungen der Märkte, wie z.B. Anleihen, Aktien, Währungen oder Rohstoffe. Dabei geht das Ei davon aus, dass sich über die Zeit verschiedene Phasen immer wiederholen. Wenn man weiß, in welcher Phase sich der Markt (das Ei) befindet, kann der kluge Spekulant daraus ableiten, ob er investiert, abwartet oder seine Positionen verkauft.
Der Trick an der Börse ist, zu kaufen, wenn die Kurse am tiefsten sind, und möglichst erst dann zu verkaufen, wenn sie ihren Höchststand erreicht haben. Die Märkte sind laut Kostolany immer entweder in einem Aufwärtstrend oder in einem Abwärtstrend. Im Trend wechseln sich jeweils drei Phasen ab:
- Die Phase der Korrektur,
- die des Stimmungsumschwungs,
- und die der Übertreibung.
Für jede Phase gibt Kostolany eine Handlungsempfehlung für die Börse ab: kaufen, abwarten oder verkaufen. Kostolany schreibt, bezogen auf des Ei, es möglichst weit unten (beim Kauf) und möglichst weit oben (beim Verkauf) abzukappen, ohne sich in die Finger zu schneiden.
Die sechs Phasen des Ei des Kostolany
Die Kaufempfehlung beginnt bereits in der Phase der Übertreibung der Abwärtsbewegung. Die Panikverkäufe zu dieser Zeit lassen die purzeln. Hier verhält man sich gegen den Trend, also antizyklisch. Auch wenn sich die Kurse in der folgenden Phase nach oben korrigieren, sollte man weiter investieren.
Sobald die Korrektur vorbei ist, beginnt die Phase des Stimmungsumschwungs. Hier ist Abwarten angesagt. Die Kurse steigen und damit auch die eigene Positionen.
Wenn die Übertreibung im Aufwärtstrend beginnt, so ist die Handlungsempfehlung wieder antizyklisch: verkaufen, wenn alle anderen kaufen. Am besten natürlich, so nahe wie möglich am nächsten Abwärtstrend.
Falls man diesen Zeitpunkt verpasst hat, verkauft man weiter in der Korrekturphase und wartet im Stimmungsumschwung des Abwärtstrends ab, bis es wieder von Vorne losgeht.
Wobei eines zu beachten ist: Es geht hier nicht um die täglichen Schwankungen einzelner Kurse. Ein kompletter Börsenzyklus aus allen 6 Phasen kann über ein Jahrzehnt stattfinden. Es geht darum, aus langfristigen Strategien mittelfristige Entscheidungen abzuleiten.
Nachdem die Kurse während der Übertreibung im Abwärtstrend tief gefallen sind, korrigieren sie sich in Phase eins auf ihren realistischen Wert. So heißt auch hier die Empfehlung, trotz steigender Kurse zu kaufen. Je früher man in der Korrekturphase zuschlägt, desto günstiger kann man sich eindecken. Wer noch kein Aktiendepot hat, sollte sich jetzt schleunigst eines zulegen.
Generell ist zu dieser Zeit die allgemeine Stimmungslage schlecht. Viele Menschen haben in der letzten Zeit viel Geld verloren. Hinzu kommt, dass sich nicht nur die Börsen korrigieren, sondern in der Regel auch die Wirtschaft. D.h. es besteht weiterhin die Gefahr der Firmenpleiten. Die Kurse von Firmen, die kurz vor dem Abgund stehen, stehen oft sehr tief, sind häufig sog. pennystocks, also unterhalb der Grenze von einem Euro/Dollar. Hier ist die Chance groß, sein Geld schnell zu vermehren, genauso wie die Gefahr, durch eine Insolvenz alles zu verlieren. Nichts für schwache Nerven. Aber wenn man ein bisschen Spielgeld übrig hat, kann man hier wertvolle Erfahrungen sammeln.
Die zweite Phase des Aufwärtstrends beschreibt die Übergangszeit zwischen der Korrektur und der Übertreibung an den Märkten. Im besten Fall ist das Aktiendepot jetzt prall gefüllt mit Werten, die man günstig erstanden hat. Nach Kostolany ist jetzt die berühmte Zeit der „Schlaftabletten“. Sinnbildlich sollte man sich demnach für die Dauer der zweiten Phase schlafen legen, damit kurzfristige Schwankungen nicht zu vorschnellen Verkäufen verleiten. Jetzt heißt es, ruhig abzuwarten und den Gewinn der allgemein steigenden Kurse mitzunehmen. Alternativ kann man die Zeit nutzen, um sich näher mit den Ideen und Geschichten von Andre Kostolany zu beschäftigen.
Man sollte es auf keinen Fall verpassen, die nächste Phase des Eis mitzubekommen. Entscheidend ist es jetzt schon, sich über den richtigen Zeitpunkt des Verkaufes Gedanken zu machen. Dafür kann man sich über unseren Twitter-Account auf dem laufenden halten, der monatlich über den Status des Eis informiert.
In Phase drei des Ei des Kostolany schaukelt sich die Stimmung auf zur Übertreibung. Die Kurse befinden sich auf dem Weg zu einer generellen Überbewertung. Die Stimmungslage ist derart aufgeheizt, dass sogar schlechte Nachrichten kaum negative Auswirkungen auf die Kurse haben. Jetzt beginnt die Zeit, in der man sich von seinen Werten trennen sollte. Denn das Ei sagt voraus, dass auf die Übertreibung die Korrektur folgt und mit ihr der Kurssturz. Ein untrügliches Zeichen, dass die Phase der Übertreibung im Aufwärtstrend erreicht ist, ist laut Kostolany, wenn einem die eigene Putzfrau erzählt, welche Aktien man kaufen soll. Dieser Spruch versinnbildlicht die allgemeine Euphorie, die die stark steigenden Kurse in der Regel auslösen.
Die wahre Kunst der Spekulation liegt nun darin, das Ei „am obersten Ende abzukappen“, wie Kostolany schreibt. D.h. so lange mit dem Verkauf zu warten, bis die Kurse ihren Höchststand erreicht haben. Wie auch immer man sich in dieser Phase verhält, so sollte das Depot doch nun schon dick im Plus sein und man freut sich über die Gewinne, wenn man jetzt verkauft.
Das durch den Verkauf freigewordene Geld kann man entweder in andere Anlageformen investieren oder zu einem guten Zinssatz anlegen. Als alternative Anlageformen bieten sich zu dieser Phase in der Regel Anleihen oder Festgeldsparen an. Dabei muss man bedenken, dass Staatsanleihen wie Bundesschatzbriefe oder auch jahrelange Sparverträge das Kapital über einen längeren Zeitraum binden können. Dies kann problematisch werden, wenn man zu einem späteren Zeitpunkt wieder in Aktien investieren möchte. Wer über sein Geld flexibel verfügen möchte bei einen einigermaßen guten Zinssatz, dem sei ein Tagesgeldkonto empfohlen.
Während der vierten Phase beginnen die Kurse zu bröckeln. Die meisten Aktien befinden sich zu dieser Zeit in den Händen der Zittrigen. Sie haben in der Regel bereits teuer gekauft und hoffen darauf, dass die Kurse immer weiter steigen. Wenn jetzt über einen längeren Zeitraum die Kurse fallen, ist diese Hoffnung nicht mehr zu erfüllen und einige beginnen zu verkaufen. Die dadurch fallenden Kurse lassen weitere Verkäufe folgen, und der Abwärtstrend verstärkt sich hin bis zu panikartigen Verkäufen. Die psychologische Stimmungslage hat sich zu dieser Zeit in der Regel derart angespannt, dass selbst gute Nachrichten keinen positiven Effekt mehr auf die Kurse haben.
Die Geschwindigkeit des Kursverfalls kann dabei variieren. In der Regel fallen die Kurse schneller, je länger die Phase der Übertreibung gedauert hat. Wer noch nicht verkauft hat, sollte dies jetzt tun, da nicht davon auszugehen ist, dass sich die Kurse noch einmal wieder erholen. Um den Zeitraum des Abwärtstrends zu überbrücken, der locker mehrere Jahre dauern kann, bieten sich jetzt mittel- bis langfristige Anlagen an, wie z.B. Anleihen (Bundeswertpapiere etc.) oder Sparbriefe. Wer flexibel bleiben möchte und trotzdem auf Zinsen nicht verzichten will, kann sein Geld auf einem Tagesgeldkonto deponieren.
Jetzt drücken die fallenden Kurse richtig auf die Stimmung. Da ein Abwärtstrend an den Börsen häufig mit einer Wirtschaftskrise einhergeht, ist die Lage richtig mies. Positive Meldungen sind Mangelware, und wenn es doch mal etwas Gutes zu Berichten gibt, geht dies im Tosen des Abwärts-Strudels unter. Es wird weiterhin munter verkauft, Anleger ziehen ihr Geld aus dem Märkten ab – häufig, um ihre Verbindlichkeiten, die nun eingefordert werden, bezahlen zu können.
Dem Spekulant bleibt zu dieser Zeit nichts anderes übrig, als abzuwarten. Am besten zieht man sich zu dieser Zeit komplett von den Märkten und ihren Meldungen zurück, um sich nicht von der schlechten Stimmung anstecken zu lassen. Wenn Sie bereits erfolgreich spekuliert haben, ist jetzt die Zeit, um in den Urlaub zu fahren und das Geld zu genießen. Nutzen Sie die Zeit der Muße, um sich ausgiebig mit dem Werk von André Kostolany zu beschäftigen.
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Der Abwärtstrend geht in seine letzte Phase: die Übertreibung. Die schlechte Stimmung, häufig gepaart mit einer miesen wirtschaftlichen Lage, drückt die Kurse weit unter ihren realistischen Wert. Das Pendel hat den Mittelpunkt überschritten und schlägt in die negative Richtung aus. Wer noch investiert ist, verkauft jetzt mit horrenden Verlusten.
Auf der anderen Seite denkt der hartgesottende Spekulant schon wieder über das Kaufen nach. Denn er weiß: irgendwann in dieser Phase erreichen die Kurse die Talsohle und fallen nicht mehr weiter. Genau dann ist der Zeitpunkt gekommen, um wieder zu investieren. Doch Vorsicht: Es ist wahrscheinlich Wirtschaftskrise. Zu dieser Zeit ist die Gefahr am größten, dass man durch Insolvenzen der Unternehmen, von denen man Anteile kauft, sein Kapital komplett verliert. Man muss sich immer bewusst machen, dass die größten Chancen auch meistens mit dem größten Risiko behaftet sind.
Wer zu dieser Zeit noch kein Aktiendepot hat bzw. wechseln möchte, für den lohnt sich ein Vergleich der Anbieter.
Wer war André Kostolany?
Viele Jahre nach dem Tod von Adré Kostolany scheinen seine Ratschläge nahezu vergessen. Dabei sind sie nach wie vor so aktuell wie eh und je:
- „Hört nicht auf die Experten“
Egal ob Börsenguru oder Bankbeamter: keiner weiß, wie die Börse morgen steht. Viele wollen nur ihre Positionen verkaufen, selten handeln sie im Sinne des Anlegers.
- „Macht euch eure eigenen Gedanken“
Eine gute Idee kommt nur aus einem selbst. Man muss sich für das Thema/das Investment interessieren. Ein Tipp ist nichts wert, ein geheimer erst recht nicht! Dazu das passende Zitat: „Was die Börse schon weiß, macht mich nicht mehr heiß“.
- „Denkt langfristig“
Börsen steigen und fallen über Monate und Jahre. Wer an die Zukunft seiner Idee glaubt, braucht sich nicht von kurzfristigen Schwankungen verrückt machen lassen.
- „Denkt antizyklisch“
…schaut auf das Ei.
- „Lauft nicht der Herde hinterher“
…denn wer das tut, folgt immer nur den Letzten!
- „Spekuliert nur mit Geld, auf das ihr auch verzichten könnt“
Keine Kredite aufnehmen, um zu spekulieren. Nicht das Häuschen oder die Rente verzocken.