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JESU
FINAL
Wie nicht anders zu erwarten war, ist es um Justin Broadrick nach der Auflösung seines Kult-Projektes Godflesh auf keine Art still geworden, auch wenn er weiterhin mit Kevin Martin unter anderem als Techno Animal aktiv ist, ein gefragter Remix-Artist und Produzent.
Die Arbeit als Gitarrist mit der neuen Band Jesu begann in der Tat schon vor der letzten Veröffentlichung von Godflesh, mit Diarmuid Dalton am Bass und dem ex-Prong-Drummer Ted Parsons. Begleiteten sie vor einem runden Jahr als Support von Isis das Erscheinen ihres Album-Debuts «Jesu», unternehmen sie nun eine Tour als Headliner zur Unterstützung der Veröffentlichung ihrer EP «Silver», wiederum auf dem Label Hydrahead von Isis-Gitarristen Aaron Turner, mit dem Vinyl von Conspiracy Records aus Belgien. Derweil sind die Aufnahmen für das zweite Album schon im Gange.
Gegenüber der Aggressivität von Godflesh wird mit Jesu vorwiegend die lyrische Seite von Broadricks Output angesprochen, Melancholie mit einem Hoffnungsschimmer, Doom mit viel «Soul», wenn wir das Wort für weisse Musik gebrauchen dürfen, und ohne Posen, aber der für Broadrick charakteristischen Riffs nicht mangelnd.
Eine weitere Veröffentlichung, die diese Tour begleitet, ist das Album «3» (Neurot Recordings) von Final, Justins Solo-Projekt, bis auf einige Stücke unter Mitarbeit von Dalton von ihm alleine eingespielt. Die Arbeit an den auf zwei CDs verteilten Stücken dauerten fünf Jahre, wobei der letzte Auftritt als Final 1985 stattfand.
Letzten November, als Jarboe (ex-Swans) Jesu als Support für ein Konzert in der Londoner Scala einladen wollte, und die Mitmusiker nicht verfügbar waren, entschloss sich Broadrick, das Projekt auch live wieder aufleben zu lassen, was auch zur kürzlichen Tour mit L’Enfance Rouge führte, dem Nachfolgeprojekt des Gran Teatro Amaro von François Cambuzat, dem Bruder von Amaury (Ulan Bator).
Mit Gitarre, Computer und Effekten schafft er Klanglandschaften, die oft als Ambient bezeichnet werden, aber nicht mit dem Beiklang des nebenbei Anzuhörenden, denn sie laden zum mit ungeteilter Aufmerksamkeit Verweilen ein.