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Eigentlich ist eine Republik gemäss Definition eine Staatsform, in der das Staatsvolk die oberste Gewalt hat. Der Gegensatz wäre eine absolute Monarchie oder eine Diktatur.
In einer Monarchie gibt es neben dem König auch einen Adel. Als Kennzeichen eines adligen Namens gilt in Deutschland seit dem 17. Jahrhundert die Präposition «von».
Die Ausrufung der Weimarer Republik und die Abdankungen von Kaiser Wilhelm II. aus dem Haus Hohenzollern und der Bundesfürsten im November 1918 beendeten das Zeitalter der Monarchien in Deutschland.
Nach der Novemberrevolution wurden mit der Weimarer Reichsverfassung vom 11. August 1919 die «öffentlich-rechtlichen Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes» aufgehoben.
Die Schweiz war bis zum Westfälischen Frieden 1648 offiziell Teil des Heiligen Römischen Reichs und der Titelgebrauch daher derselbe wie im übrigen Reich. Die alten Adels- und Patrizierfamilien behielten auch nach 1848 ihr Adelsprädikat «von» als Bestandteil des Familiennamens, wohingegen die Rangtitel nur noch inoffiziell geführt werden. Seit dem Ende des Ancien Régime gibt es in der Schweiz keine neuen adligen Familien mehr. Der Adel hat keine rechtliche Grundlage mehr.
Bei einigen Alphatieren besteht aber offenbar nach wie vor der Wunsch nach einem solchen Heim in einer adligen Familie. Bei Alfonso von Wunschheim zum Beispiel.
So nennt sich der Verwaltungsrat der «Republik», der im Nachgang zum Rücktritt von Roger de Weck zusammen mit Sylvie Reinhard ebenfalls seinen Rücktritt eingereicht hat. Aber wer war das jetzt genau?
Im Dokument zur Wahlannahmeerklärung zur Wahl in den Verwaltungsrat findet sich bei der Beglaubigung der Unterschrift nur der Name «Alfonso Wunschheim». In den Profilen der «Republik» und anderen Texten über ihn, heisst es allerdings regelmässig «von Wunschheim».
Auch im Bericht der SDA mit dem Titel «Das Onlinemagazin Republik verliert seinen gesamten Verwaltungsrat», ist von einem Alfonso von Wunschheim die Rede.
Der Klein Report wollte eine mögliche Verwirrung entwirren und hat deshalb bei der «Republik» angefragt, wie Herr Wunschheim sich demnach korrekt zu nennen wünsche.
Die republikanische Antwort: «Diese Fragen betreffen das Privatleben von Herrn von Wunschheim, hierzu kann ich Ihnen keine Auskunft geben.»
Auch die Frage, wie der Wunschadelige jeweils zu seinen Meetings in die Schweiz einreise, konnte nicht schlüssig beantwortet werden. Im Profil zum ehemaligen Verwaltungsrat mit dem Vornamen Alfonso steht zwar, dieser sei «zwischen Hamburg, Basel und Berlin unterwegs».
Auf dem Beglaubigungspapier der Unterschrift vom Notariat Wiedikon Zürich lässt sich allerdings lesen, dass der Pass von Alfonso Wunschheim nur bis am 25. April 2018 gültig war. Aber vielleicht war das ja ein ganz anderer Wunschheim. So oder so ist er jetzt weg und bei der «Republik» wünscht man sich, dass sich im «Hotel Rothaus» bald wieder ein neuer Verwaltungsrat heimisch fühlen wird.
Es kann ja auch einer vom Volk sein.