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Da wird doch neu ADHS als Krankheit definiert, dabei ist es eine Störung.
Wo bitte, ist der Unterschied zwischen Krankheit und Störung?
Ganz einfach: Tragen Sie eine Brille? Wenn ja, sind Sie dann krank?
Sie werden mir sagen: Nein, ich habe nur eine Sehstörung, welche mit einer Brille behoben werden kann.
Genau so verhält es sich mit ADHS. ADHS ist, wie das Wort schon sagt, eine Aufmerksamkeits-Defizit-Störung und wird auch im so gerne zitierten ICD10 (Internationale Klassifikation von Diagnosen) unter F.90 ff als Störung definiert, nicht als Krankheit! Diese Verhaltensstörung kann man therapeutisch beheben, ohne Medikamente, welche notabene international auf der Betäubungsmittelliste stehen.
Es liegt nicht an uns Eltern, Psychologen, Pädagogen, Therapeuten, Ärzten etc. zu beweisen, dass ADHS NICHT existiert, sondern es liegt an der Forschung und Wissenschaft, uns zu beweisen, dass ADHS existiert und dass es eine Krankheit ist. Dies ist bis zum heutigen Tag nicht gelungen.

ES GIBT KEINE WISSENSCHAFTLICHE STUDIE, DIE KAUSAL BELEGT,
DASS ADHS EINE BIOLOGISCH BEDINGTE ERKRANKUNG IST.
Dies ist eine Tatsache, und trotzdem geben wir unseren Kindern Medikamente, die international auf der Betäubungsmittelliste stehen!
Die Forschungsberichte erscheinen immer in Wahrscheinlichkeitsform und niemals als Tatsachenbeschreibung. Da frag ich mich: Ist Deutsch wirklich eine so schwierige Sprache, dass wir nicht verstehen, was Ausdrücke wie «es ist anzunehmen, dass», «vermutlich», «wahrscheinlich», «es braucht noch viele Forschungstest» oder «wir sind der Meinung, dass» bedeuten?
Nur weil ein Medikament wirkt – und dies tut es, ohne Zweifel –, übergehen wir die Tatsache, dass es gar nicht notwendig wäre. Wir nehmen stattdessen den einfacheren Weg und schieben die Verantwortung den Forschern, Ärzten und Therapeuten zu. Die werden schon wissen, was sie tun!
Doch sind nicht wir Eltern diejenigen, die die Verantwortung für das Kind tragen müssten?
Es ist kein Geheimnis, dass die Pharmaindustrie hinter den Selbsthilfegruppen, Fachorganisationen, nationalen und internationalen Konferenzen und Symposien, hinter Vorträgen, Seminaren, Infotagen, Broschüren und Elterngruppen steht, und wir Eltern wollen es nicht hören und nicht sehen und wir schweigen und, noch schlimmer, geben die Verantwortung wissend ab.
Wir verschanzen uns hinter Ausreden wie:
«Seit Jahren bin ich schon selber ADHSler und nun hat mein Kind auch ADHS. Sie wissen gar nicht, welche Erleichterung nun Ritalin uns allen bringt!», «Endlich habe ich keine Depressionen mehr und auch mein Kind hat, seit es Ritalin einnimmt, wieder Kollegen und Freunde in der Schule und bringt auch gute Noten nach Hause.», «Unser Kind ist nicht mehr aggressiv und kann sich wieder konzentrieren.», « Wer ein Kind hat, das mit 6 Jahren sagt, es wolle nicht mehr leben, weil ihm das Leben so schwer fällt und es gar nicht mehr klar denken kann, weil es so ein Durcheinander im Kopf hat, der wird ihm die Chance auf ein glücklicheres Leben sicher nicht verwehren wollen. »
Heisst die einzige Chance für das Leben wirklich Methylphenidat?
Solche Kinder haben Probleme, eindeutig. Ich brauche nicht Psychiater zu sein, um das herauszufinden. Diese Probleme existieren in der Umwelt des Kindes und es kann sich nur durch auffälliges Verhalten gegen sie wehren. Es weiss keinen anderen Ausweg.
Früher lehrte man uns junge Frauen und zukünftige Mütter, dass ein auffälliges Kind vielleicht zu wenig Liebe bekam und sich aus diesem Grunde so seltsam verhielt. Wir versuchten damals herauszufinden, warum sich das Kind so verhielt und machten uns natürlich etliche Vorwürfe. Es war die Rede von der Bevorzugung der Geschwister, von Druck in der Schule oder seitens der Schulkameraden, es war auch die Rede von Vernachlässigung, von zu wenig oder auch zuviel Aufmerksamkeit dem Kind gegenüber. Kurz, wir suchten die Gründe für die Symptome, wir suchten den Auslöser. Wir suchten nach unseren Werten und Lebensvorstellungen und fragten uns, ob wir alles für unsere Kinder taten.
Vermutlich werden Sie jetzt denken: Das tun wir doch heute auch, da hat sich nichts geändert. Doch das stimmt nicht ganz. Bereits in der Schule ist ein Kind, das sich auffällig verhält, gleich ADHS-verdächtig, und die Eltern werden gedrängt, etwas zu unternehmen. Oft wird ausdrücklich eine Medikation empfohlen. Ich kenne zahlreiche Fälle, in denen Eltern den Kindern am Morgen Traubenzucker gegeben haben, damit diese der Lehrerin berichten konnten, sie nähmen die Medikamente regelmässig ein. Überhaupt hat sich unser Verständnis für aufgeweckte Lausbuben und Lausmädchen verändert. Wir, die Gesellschaft, wollen keine Störenfriede mehr.
Die Mütter haben, trotz so vieler Scheingefechte der Emanzipation, nicht viel erreicht, denn eine echte, liebevolle Vollzeitmutter erhält heute von der Gesellschaft keinen oder nur einen geringen Wert zugesprochen. Eine Entwertung der Mutterschaft hat stattgefunden. Heute sollte die Mutter wenn möglich so aussehen, als ob sie nie Kinder gehabt hätte. Wir können schon bald nicht mehr die Mütter von den Jugendlichen unterscheiden, mit dem ständigen „Ich bin seine Freundin Rolle“ (gilt auch für die Lehrkräfte, sowohl im Aussehen wie im Verhalten). Die Mütter sollten sich auf keinen Fall vom Berufsleben distanzieren, denn nur so erntet Frau Lorbeeren. Sie ist erfolgreich im Beruf und zuhause, so heisst die Devise heute. Die Kinder werden im Alter von ein paar Monaten in den Tagesstätten abgegeben, mit der Ausrede: Sie sollen sich schon von klein auf an Gleichaltrige gewöhnen und schon früh das Lesen und Rechnen lernen. Es tut den Kleinen auch gut, wenn sie nicht immer mit der Mutter zusammen sind, sie sollen sich möglichst bald abkoppeln.
Ganz im Gegenteil! Kleinkinder brauchen lange Zeit eine einzige Bezugsperson, zu welcher sie eine Beziehung aufbauen. Wenn diese Beziehung in den frühen Jahren gestört wird, kann es lange dauern, bis sie sich wieder einpendelt. Und würde wirklich jemand im Ernst behaupten, es sei dasselbe, mit Mitschülerinnen und Mitschülern am Esstisch zu sitzen und zu essen oder zuhause, wo man am Esstisch die Probleme besprechen kann, wo man Verständnis findet und vor allem auch Zuneigung, Rat und Halt?
Im oben erwähnten Fall, in dem ein Kind Depressionen hat, sich sogar das Leben nehmen will und dies laut äussert, ist es sehr schlimm, und es muss zwingend ein Psychologe hinzugezogen werden. Man darf das Kind nicht einfach mit Medikamenten ruhig stellen.1
Nun sagen Sie vielleicht, dass in diesem Fall eine medikamentöse Therapie möglicherweise am besten wäre. Das Kind würde vorerst beruhigt, und später in der Therapie könnte es lernen, sich mit den Umständen anzufreunden.
Falsch! Methylphenidat unterdrückt das Bewusstsein und verändert somit das Verhalten. Das Kind wird nicht wissen können, was falsch läuft, wenn es nicht lernt, genau diese ungewollten Verhaltensarten zu kontrollieren. Die medikamentöse Therapie zeigt uns nur eine Scheinverbesserung. Wird das Medikament abgesetzt, so taucht dieselbe oder eine ähnliche Symptomatik wieder auf und man wächst nicht einfach aus ihr heraus.
ADHS ist eine Verhaltensstörung, welche therapeutisch behandelt werden muss, und zwar unbedingt ohne
Medikamente, damit die URSACHEN verändert und nicht nur die Symptome bekämpft werden.
Halten Sie Ihre Augen und Ohren offen und denken Sie immer daran:
1.)
Nach Angaben von Franz Josef Freisleder, Ärztlicher Direktor der Heckscher-Klinik, einer der grössten deutschen Fachkliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie in München, leiden in Deutschland 2,5 Prozent der Kinder und 8 Prozent der Jugendlichen an einer Depression. Massgebliche Ursache ist für ihn, dass Kinder in ihrer Umgebung <<nicht willkommen>> sind und <<nicht die emotionale Resonanz bekommen, nach der sich jedes Kind sehnt>> (Süddeutsche Zeitung, 25. Februar 2006).
Januar 2007, Alicia de la Corte
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