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Rund ein Fünftel aller neuen Geschäftsleitungsmitglieder in der Schweiz sind Frauen. Das ist gemäss dem Jahresbericht der Schweizer Top-Kadervermittlung Guido Schilling ein neuer Rekord. Die Zahl der Ausländer in den schweizerischen Geschäftsleitungen habe 45% erreicht.
In Schweizer Unternehmen seien mehr vakante Geschäftsleitungssitze mit Frauen besetzt worden, heisst es in dem Bericht. Der Anteil der Frauen in den Geschäftsleitungen der 100 grössten Unternehmen der Schweiz sei von 6% auf 8% gestiegen. Die Zunahme innerhalb eines Jahres sei stärker als in den letzten zehn Jahren zusammen.
Höher ist der Frauenanteil im öffentlichen Sektor. Bund und Kantone wiesen in ihren höchsten Führungspositionen eine Quote von 14% auf. Grund dafür seien die besseren Arbeitsbedingungen.
Gemäss dem Bericht machten Frauen in den Verwaltungsräten 21% aller neuen Mitglieder aus, wodurch der Frauenanteil auf 17% stieg.
Weit entfernt vom 30%-Ziel
Trotz der Zunahme beschreibt der Bericht die Situation in der Schweiz als unzureichend, um den Frauenanteil langfristig auf das politisch geforderte Ziel von 30% zu erhöhen.
Die Schweiz laufe Gefahr, hinter andere westeuropäische Länder zu fallen, von denen einige auf diesen Posten einen deutlich höheren Prozentsatz der Frauen haben.
In Deutschland werden kotierte Firmen seit Januar 2016 verpflichtet, eine bestimmte Quote von Frauen in den Aufsichtsräten einzuhalten. Ein Vergleich der grössten deutschen Unternehmen mit jenen in der Schweiz zeigt, dass der Frauenanteil in den Aufsichtsräten (in der Schweiz Verwaltungsräte genannt) der 30 DAX-Firmen 30% beträgt, während dieser Anteil in den Verwaltungsräten der SMI-Firmen nur 21% beträgt.
Die deutsche Quotenregelung für Aufsichtsräte hat gemäss dem Bericht die Frauenquote in den Vorständen nicht wesentlich beeinflusst. Der Anteil der Frauen in den Vorständen der 30 DAX-Gesellschaften stieg im vergangenen Jahr von 9% auf 10%, während dieser bei den SMI-Firmen von 6% auf 8% anstieg.
Mehr ausländische Führungskräfte
Der Bericht hält weiter fest, dass der Anteil der Ausländer in den Geschäftsleitungen in den letzten Jahren von 43% auf 45% gestiegen ist.
Es gab eine signifikante Zunahme der Zahl der Deutschen (7 weitere Mitglieder) und Amerikaner (6 weitere), während die Zahl der Schweizer Geschäftsleitungsmitglieder um 12 und die Zahl der britischen Mitglieder um 3 sank.
"Es gibt nicht genug Schweizer Führungskräfte, um alle Sitze in den Vorständen optimal zu decken", lässt sich Schilling in dem Bericht zitieren. "Es wird immer wichtig sein, die am besten qualifizierten Kandidaten, ob Schweizer oder Ausländer, zu finden, um das nachhaltige Wachstum der grössten Arbeitgeber der Schweiz zu sichern. Daher sollte der Schwerpunkt nicht auf der Nationalität liegen."
Schilling-Bericht 2017
Der Bericht von 2017 untersuchte die 119 grössten Arbeitgeber in der Schweiz sowie die Bundesverwaltung und 26 Kantone.
In die Umfrage einbezogen wurden 891 Geschäftsleitungsmitglieder, 833 Verwaltungsratsmitglieder und 1013 Führungskräfte im öffentlichen Sektor (Staatskanzler, Generalsekretäre, Abteilungsleiter).Infobox Ende
(Übertragung aus dem Englischen: Peter Siegenthaler) , swissinfo.ch/ts