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Hilfe kommt nun vielleicht aus den USA: Die Regierung von Joe Biden könnte den alten Kontinent mit amerikanischem Erdgas und Wasserstoff versorgen. Ein solcher Deal stehe kurz bevor, heisst es von einem mit den Plänen vertrauten Offiziellen. Die Einigung könnte bereits am Freitag verkündet werden, sagte der Nationale Sicherheitsberater von Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, am Mittwoch.
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«Eine der wichtigsten Prioritäten sowohl für den Präsidenten als auch für seine europäischen Verbündeten ist es, die Abhängigkeit Europas von russischem Gas zu verringern - und der Fahrplan, wie das zu erreichen ist», sagte Sullivan. «Wir werden insbesondere am Freitag mehr zu diesem Thema zu sagen haben.»
Schwerpunkt auf Erdgas
Der Schwerpunkt werde auf den Erdgaslieferungen liegen, so Sullivan. «Sie können davon ausgehen, dass die USA nach Möglichkeiten suchen werden, die LNG-Lieferungen zu erhöhen, die LNG-Lieferungen nach Europa zu steigern, und zwar nicht nur im Laufe der Jahre, sondern auch im Laufe der Monate», sagte er. LNG ist die gängige Abkürzung für Flüssigerdgas.
Joe Biden ist nach Europa gereist und wird in Brüssel führende Vertreter der Nato, der G7 und der Europäischen Union treffen, darunter die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen. Das Ziel der Gespräche seien Zusagen für zusätzliche Lieferungen für die nächsten beiden Winter, sagte von der Leyen in einem Tweet.
Konkurrenz aus Asien
Es sei unwahrscheinlich, dass die USA der EU bestimmte Mengen an Gas garantieren werden, sagten gute informierte Personen. Auch sei unklar, wie die Vereinbarung genau funktionieren würde oder ob sie auch die Preisgestaltung abdecke. Die europäischen Abnehmer konkurrieren mit asiatischen Ländern um das weltweit begrenzte Angebot an Flüssigerdgas.
(Bloomberg/mbü)
Der Rubel hat auch am Donnerstag von der Anweisung des russischen Präsidenten Wladimir Putin profitiert, an einige Staaten Erdgas nur noch gegen Zahlung in Rubel zu liefern. Am Vormittag kostete ein Dollar rund 96 Rubel.
Vor der Anweisung Putins vom Mittwoch hatte ein Dollar noch mehr als 100 Rubel gekostet. Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar war der Kurs drastisch abgestürzt. Für einen Dollar mussten zeitweise fast 160 Rubel gezahlt werden.
Putin hatte am Mittwoch angekündigt, Gas-Lieferungen an von Russland als «unfreundliche Staaten» bezeichnete Länder nur noch in Rubel abzurechnen. Zu den betroffenen Ländern gehören Staaten der Europäischen Union (EU), daneben auch die USA, Kanada und Grossbritannien. Regierung und Zentralbank wurde eine Woche Zeit gegeben, um die Modalitäten der Umstellung festzulegen.
Ökonomisch ergibt dies keinen Sinn
Analysten der Dekabank bewerteten Schritt Russlands als ökonomisch wenig sinnvoll. Er dürfte letztlich ein Versuch sein, die EU zu zwingen, die eigenen Sanktionen zu unterlaufen. «Denn aktuell wären solche Zahlungen sanktionsbedingt kaum umsetzbar.» Westliche Länder haben im Ausland lagernde russische Devisenreserven weitgehend blockiert. Zudem sind zahlreiche russische Geschäftsbanken von dem für internationale Zahlungen wichtigen Informationssystem Swift ausgeschlossen worden.
Devisenfachmann Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank gibt allerdings zu bedenken, dass nicht alle russischen Banken von Swift ausgeschlossen seien. Der Erwerb von Rubel, um damit die Gas-Rechnung zu bezahlen, sei also durchaus möglich. «Um Rubel zu erwerben, muss niemand die Sanktionen gegen die russische Zentralbank brechen.»
Der Schritt Putins dürfte ausserdem darauf abzielen, den taumelnden Rubel zu stützen. Mit der Zahlung der Gas-Lieferungen in der russischen Währung würde die Rubel-Nachfrage zunehmen, was den Rubelkurs unterstütze, kommentierte Expertin Kerstin Hottner vom Investmenthaus Vontobel. Aktuell würden etwa 60 Prozent der russischen Gaslieferungen in Euro und 40 Prozent in US-Dollar bezahlt.
(reuters/mbü)