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Inhaltsverzeichnis
Was ist Rost?
Als Rost bezeichnet man das Korrosionsprodukt, das aus Eisen oder Stahl durch Oxidation mit Sauerstoff in Gegenwart von Wasser entsteht. Rost ist porös und schützt nicht vor weiterer Zersetzung, anders als die Oxidschicht vieler metallischer Werkstoffe wie bei Chrom, Aluminium oder Zink. Anhand dieser Eigenschaften werden die Metalle in die Gruppen Eisenmetalle (rosten) und Nichteisenmetalle (rosten nicht) unterschieden.
Begutachtung der Roststelle.
Wenn man sich eine Roststelle anschaut, so kann man diese grob in mehreren Stufen unterscheiden.
Beginnender Rost (Roststufe 1)
Auf der Oberfläche eines zu begutachtenden Teils ist leichter Rost zu erkennen. Dieser wird oftmals als Flugrost bezeichnet. Die Bezeichnung Flugrost geht zurück auf feine Eisenstäube, die an der Luft rosten und sich auf Gegenständen niederschlagen. Die Eisenstäube entstanden beispielsweise an den Scheibenbremsen an der Vespa und setzen sich auf der Felge ab. Flugrost kann man durch Wegwischen mit einem feuchten Lappen leicht entfernen.
Umgangssprachlich wird mit Flugrost aber auch leichter Oberflächenrost bezeichnet, welcher mit feinem Schleifpapier oder ähnlichen Mitteln leicht beseitigt werden kann. Nach der Beseitigung dieser Art von Rost bleiben keine Narben im Material.
Fortgeschrittener Rost (Roststufe 2)
Fortgeschrittener Rost ist die Bezeichnung für Oberflächen, die bereits durch Rost befallen sind. Nach der Beseitigung des Rosts bleiben ersichtliche Vernarbungen, welche nach dem Grundieren noch mal mit Spritzspachtel oder Spachtel nachbehandelt werden müssen.
Starker Rost (Roststufe 3)
Starker Rost ist die Bezeichnung für Oberflächen, die bereits stark durch Rost befallen sind. Nach der Beseitigung der Oxidation bleiben Vernarbungen, welche nach dem Grundieren noch mal mit Spritzspachtel oder Spachtel nachbehandelt werden müssen. Darüber hinaus sind auch Durchrostungen an dem zu begutachtenden Teil erkennbar. Bei Blechen beispielsweise muss in diesem Bereich ein neues Blech eingeschweißt werden.
Was ist ein Rostumwandler?
Als Rostumwandler bezeichnet man ein flüssiges Stoffgemisch, welches zur Umkehrung oder Beendigung eines Oxidationsprozesses von Eisen verwendet wird. Durch den chemischen Prozess wird die Oxidation umgewandelt. Der umgewandelte Stoff bildet insbesondere keine porösen Strukturen mehr, die Feuchtigkeit halten kann und damit weitere Korrosion fördert.
Für die Rostumwandlungsversuche wurde eine Flasche Nigrin Rostumwandler besorgt. Die Flasche beinhaltet 200 Milliliter einer Flüssigkeit, mit der sich rund 4 Quadratmeter Blech behandeln lassen. Laut Sicherheitsdatenblatt ist ein großer Bestandteil des Rostumwandlers Phosphorsäure. Grober Rost muss vor dem Einsatz am zu behandelnden Gegenstand entfernt werden. Dies sollte bis hinunter auf die unterste Schicht geschehen, wo man wieder auf festes Metall trifft. Wer also Bleche vorfindet, die bereits von blätterteigartigem Rost befallen sind, der wird trotz des vielversprechenden Nigrin-Mittels nicht um eine sorgfältige und mitunter anstrengende mechanische Entrostung herumkommen. Zwar wird das Produkt damit beworben, dass es Rost effektiv durchdringen kann. Aber erfahrungsgemäß hat diese Fähigkeit, die natürlich alle Hersteller ihren Rostumwandlern zusprechen, bei mehreren übereinander liegenden Rostschichten ihre Grenzen. Also ist ein Wegklopfen und Abschleifen in schlimmeren Fällen unumgänglich, damit das Mittel nur noch mit geringem Restrost zurechtkommen muss, was die Chancen eines erfolgreichen Einsatzes erhöht. Prinzipiell sollte man sich hier auch die Frage stellen, ob es nicht sinnvoller ist, an der Stelle ein Reparaturblech einzusetzen, wenn der Rost fortgeschritten ist.
Die Umwandlung
Achtung! Bei Arbeiten mit Nigrin Rostumwandler immer eine Schutzbrille tragen und Handschuhe überziehen. Säurbeständige Kleidung wird ebenfalls empfohlen. Für ausreichend Lüftung sorgen.
Nach dem Aufpinseln soll innerhalb von etwa 12 Stunden aus dem Eisenoxid ein fester Eisen-Tannin-Komplex entstehen, der einen stabilen Untergrund für weitere Arbeiten, etwa einen Lackaufbau, abgibt. Viele Lackierer und Fahrzeugrestauratoren trauen solchen Produkten nicht über den Weg und setzen, wo immer es geht, lieber auf eine restlose Entfernung durch Sandstrahlen. Vor allem im Hobbybereich bei Kleinteilen, Schraubenund kleinen Rosttellen sind Rostumwandler aber beliebt, und die Erfahrungen können bei richtiger Anwendung auch positiv sein.
Rostumwandlung
Meine Erfahrungen mit dem Nigrin Rostumwandler waren durchaus positiv. Die neu entstanden Oberfläche ist nicht nur Rost umwandelnd, sie ist auch Rost hemmend, also es bildet sich keine neue Oxidation an diesen Stellen. Zu empfehlen ist eine Nachbehandlung mit einem Oberflächenschutzverfahren.
Zweifelsohne kann man total verrostete Bauteile getrost dem Klüngelkerl überreichen, jedoch ist der Rostumwandler eine Option, wenn es darum geht, seltene Oldtimerbauteile zu konservieren, oder Flugrost mit leichter Rostnarbenbildung zu entfernen.