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Meinen Bericht vom Mai 2016 "Rascher fliegen die Rosse" haben mehrere Reitsportleserinnen und -leser gelesen und kommentiert. Dazu kamen ein paar Anregungen per Mails. Besten Dank!
Aus den zugestellten Einsendungen präsentiere ich Euch nun die Empfehlung der Leserin Natalya Gevorkyan aus Russland: "Rote Insel" vom russischen Dichter Boris Slutsky (1919 - 1986). Weil es keine deutsche Übersetzung dazu gibt, habe ich in meinen eigenen Worten und in meinem eigenen Stil ein Gedicht geschrieben,
Leopold Friedrich Günther von Goeckingk, auch Göckingk (* 13. Juli 1748 in Gröningen; † 18. Februar 1828 in Groß Wartenberg, Schlesien), war ein deutscher Lyriker des Rokokos, Publizist, kurländischer Legationsrat und preußischer Beamter.
Goeckingk besuchte die Schule in Halberstadt, wo er mit Johann Wilhelm Ludwig Gleim in Verbindung trat. Es folgte ein Besuch des Pädagogiums in Halle, wo er ein Mitschüler Gottfried August Bürgerswar, mit dem er Freundschaft schloss. In dieser Stadt studierte er an der Universität Kameralistik undRechtswissenschaft. Nach beendigter akademischer Ausbildung wurde er 1768 Referendar bei derKriegs- und Domänenkammer in Halberstadt. Seit 1770 war er Kanzleidirektor in der preußischen Kleinstadt Ellrich und fand nebenher Zeit, sich mit seinem Buch Lieder zweier Liebenden, in dem er seine spätere Frau Ferdinande Vogel († 1781) rühmte, einen Ruf als Schriftsteller zu erarbeiten. In den Jahren 1776 bis 1779 ist er Mitherausgeber des Göttinger Musenalmanach gewesen. 1783 war er Begründer des Journals von und für Deutschland. 1786 wurde er Kriegs- und Domänenrat bei der Kammer in Magdeburg, 1788 Land- und Steuerrat zu Wernigerodeund preußischer Ortkommissär, 1793 Geheimer Oberfinanzrat in Berlin.
Goeckingk wurde 1789 wegen der Ordnung schwieriger Verhältnisse bei der fürstlichen Abtei zu Quedlinburg vom König in den preußischen Adelsstand erhoben. Seitdem schrieb er sich Goeckingk auf Daldorf und Günthersdorf. Als nach dem Frieden von Tilsit(1807) das Generaldirektorium in Berlin aufgelöst wurde, nahm er 1808 seine Entlassung und wandte sich nun wieder verstärkt der Poesie zu. Er lebte viele Jahre in Wernigerode. 1814 zog er sich aus den dienstlichen Verhältnissen zurück und ging in den Ruhestand. Er hielt sich anfangs in Berlin auf, dann bei seiner Tochter im schlesischen Wartenberg, wo er am 18. Februar 1828 starb.
Goeckingk gehört zum Halberstädter Dichterkreis und zählt zu dessen herausragendsten Vertretern. Außerdem war er Mitglied derBerliner Mittwochsgesellschaft.
Dem Illuminatenorden war er in Göttingen zugehörig.[1]
An sein Reitpferd
Mein treuer Hengst! du weisst, ich liebe dich;
Du sollst auch alt in meinem Stalle sterben;
Du weisst, nicht Zorn, nicht Wettlauf reizte mich,
Mit deinem Blut die Sporen roth zu faerben.
Ich will nicht reich durch deine Füsse werden,
Mehr bist du mir als Gold der Wetten werth,
Und warest doch von allen schnellen Pferden
In Newmarket das allerschnellste Pferd!
Ach! gutes Thier, was sind fünf tausend Pfund,
Die so geschwind dein leichter Huf errennet?
Mich machten sie nicht glücklich, nicht gesund,
Mich Kranken, der ein einzig Gut nur kennet.
Diess ist das Ziel, zu dem wir heute fliegen,
Und dieses Ziel, mein Alles in der Welt;
Der Ruhm, o Ross! hat dich gelehrt zu siegen,
Die Liebe lehrt allein, wie man gefaellt.
Kein Wasser sey zu tief, schwimm du hinüber,
Kein Schlagbaum sey zu hoch, kein Steg zu schmal,
Kein Graben dir zu breit, spring rasch darüber,
Sey nirgend, Ross! und sey doch überall!
Sieh auf, mein Pferd! auf halbem Wege schreitet
Die Sonne schon, doch eh' ihr letzter Schein
Noch Purpurfarb' auf mein Gesicht verbreitet,
Muss ich im Arm von meinem Nantchen seyn.
Nun biege dich, und nimm geschwind mich auf!
Rasch! tummle dich! diess Ziel noch zu erreichen.
Wie wird sie dir, zum Preis für deinen Lauf,
Den Schwanenhals mit sanften Haenden streichen!