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Im Churer Domschatz haben sich fünf Büstenreliquiare oder Reliquienbüsten erhalten. Sie sind aus Silber getrieben und teilweise oder ganz vergoldet. Das Büstenreliquiar des heiligen Plazidus ist ein Meisterwerk spätgotischer Goldschmiedekunst. Die Büste steht auf einem sechseckigen, architektonischen Sockel. Der Heilige ist prunkvoll gekleidet. Über einem vergoldeten Gewand aus Brokat trägt er einen silbernen Überwurf, der mit farbigen Glassteinen verziert ist. Das Haupt mit gelocktem Haar krönt ein Kranz aus silbernem Laub zum Zeichen des Martyriums. Eine kreisrunde Öffnung in seiner Brust verbirgt hinter einem Glas die Reliquie. Die Arbeit entstand wahrscheinlich um 1480 in der Werkstatt des Konstanzer Goldschmieds Hans Schwartz.
Der Legende nach war der Märtyrer und Glaubensbote Plazidus von vornehmer Herkunft. Er lebte im 7. Jahrhundert und unterstützte den fränkischen Wandermönch Sigisbert, als dieser in der Gegend von Disentis eine Zelle errichten wollte. Präses Victor von Chur mochte aber diesen fremden Einfluss nicht dulden und liess Plazidus ermorden. Sigisbert bestattete Plazidus. Als er selbst starb, setzte man ihn neben Plazidus bei. An ihrem Grabe entstand Mitte des 8. Jahrhunderts das Kloster Disentis. Der Gedenktag von Plazidus ist der 12. Juli.