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HIV – wenn die Medikamente nicht mehr wirken
Ziel einer antiretroviralen Kombinationstherapie ist die Suppression der HI-Viruslast unter die Nachweisgrenze (<50 Kop/ml). Vor allem bei Patienten, die schon mit verschiedensten HIV-Medikamenten (aus den Klassen der NRTI, NNRTI und Proteasehemmer) behandelt wurden, gelingt eine vollständige Virussuppression aber manchmal nicht mehr.
Es stellt sich die Frage nach der besten Behandlungsstrategie bei diesen Patienten.
Zur Beantwortung dieser Frage wurden Daten aus 13 HIV-Kohortenstudien von Europa, Nordamerika und Australien analysiert (PLATO Collaboration). Auch die Schweizerische HIV-Kohortenstudie war beteiligt, an vorderster Front Dr. Bruno Ledergerber vom USZ .
2488 Patienten mit einem virologischen Versagen gegenüber allen 3 Substanzklassen (viral load > 1000 Kop/ml unter Therapie) wurden eingeschlossen. Während 5015 Personenjahren Follow-up verstarben 276 Patienten . Das 3-Jahres Mortalitäts-Risiko betrug somit ca. 15%. Das Risiko zu sterben war erwartungsgemäss stark abhängig von der CD4-Zellzahl (ca 15x höher wenn die CD4-Zellzahl unter 50/ul lag verglichen mit Patienten mit CD4 >200/ul).
Patienten unter einer antiretroviralen Therapie zeigten einen günstigeren Verlauf der T-Helferzellen (CD4) als diese ohne Therapie. Konnte die Viruslast auf einem Wert unter 10"000 Kop/ml oder 1.5 Log10 unter dem "natural viralload" stabilisiert werden, konnte man sogar eine steigende Tendenz der CD4-Zellen beobachten.
Bei Patienten, bei denen eine Suppression der HI-Viruslast unter die Nachweisgrenze nicht erreichbar ist, wird somit das primäre Ziel, die CD4-Zellzahl > 200/ul zu halten. Eine antivirale Kombinationstherapie, mit welcher obgenannte cut-off-Werte bezüglich Virussuppression erreicht wird, sollte also nicht abgesetzt werden, wenn die CD4-Zellzahl bereits <200/ul beträgt oder ein baldiger Abfall in diesen Bereich droht.