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Manche Bauprojekte sind seit Jahren in Planung, andere längst eingestampft. Diese Gebäude sind deshalb zumindest bis auf Weiteres nur als Konzepte zu bestaunen.
Die Wüstenmetropole in den Vereinigten Arabischen Emiraten stellt mit dem Burj Khalifa (828 m) das höchste Gebäude der Welt. Ein nicht weniger imposanter Vier-Türme-Komplex, die Dubai Towers, sind das Kernstück des Megaprojekts «The Lagoons» mit sieben Inseln. Die Türme sollen zwischen 57 und 94 Etagen bekommen und bis zu 500 Meter hoch werden. Die Bauarbeiten an den Dubai Towers sowie dem Rest der Lagune sind bis auf Weiters gestoppt.
Wo heute das schlichte St. Botholph Building (rechts im Hintergrund) steht, hätte ursprünglich das schlanke Minerva Building gebaut werden sollen, um die City of London zu bereichern. Es wäre mit 53 Stockwerken und 243 Metern Höhe das höchste Gebäude der englischen Hauptstadt geworden. Die Baugenehmigung war erteilt, aber finanzielle Probleme zwangen den Immobilienentwickler Minerva plc, das Projekt 2006 komplett einzustellen.
Rund 10 Meter höher als das Burj Khalifa (siehe Punkt 1) soll der Wolkenkratzer Sky City in der chinesischen Stadt Changsha, Provinz Hunan, in den Himmel ragen. Auf 220 Stockwerken würde eine Nutzfläche von einer Million Quadratmeter geboten. In nur 90 Tagen sollte das Gebäude durch eine spezielle Arbeitsweise gebaut und ursprünglich im Mai 2013 fertiggestellt werden. Bis heute wurde jedoch noch nicht mit dem Bau begonnen. Mittlerweile ist das Fundament mit Wasser gefüllt und Dorfbewohner züchten Fische darin, wie «Dezeen» schreibt.
Der für 2012 geplante Russia Tower wurde Opfer der Weltwirtschaftskrise. Im März 2006 wurde angekündigt, die Türme im Geschäftszentrum Moskau City zu errichten. Der Spatenstich folgte am 18. September 2007. Das vom britischen Architekten Norman Foster entworfenen Gebäude, sollte mit 118 Stockwerken und einer Höhe von 612 Metern das zweithöchste der Welt werden. Büros, ein Hotel und luxuriöse Apartments sollten darin Platz finden. Der Bau musste im Herbst 2008 abgebrochen werden.
Fast ein identisches Schicksal wie der Russia Tower erlitt der Chicago Spire. Fast gleich hoch (610 m) sollte er das höchste Gebäude der USA und das höchste reine Wohngebäude der Welt werden. Und auch den Zeitplan (geplante Fertigstellung, Baubeginn, und Baustopp) hat es sich scheinbar in Russland abgeschaut. Sein Name spielt auf die spiralförmig gedrehte Form an, die aus der Feder des spanischen Architekten Santiago Calatrava, der beispielsweise auch den Zürcher Bahnhof Stadelhofen entworfen hat, stammt. Eine Fortsetzung der Bauarbeiten ist unwahrscheinlich, das Grundstück steht zum Verkauf.
Nach dem Vorbild des Eiffelturms begann im Jahr 1891 in London der Bau des Watkins Tower, der auch unter dem Namen Wembley Park Tower bekannt ist. Das Konzept von Initiator Sir Edward Walkin sah ein Höhe von 353 Meter vor, 53 mehr als sein Pariser Pendant. Als Konstrukteur versuchte er erfolglos den Franzosen Gustave Eiffel höchstpersönlich zu verpflichten. Das Projekt wurde dennoch umgesetzt, der Turm aber nur bis zur ersten, 47 Meter hohen Plattform gebaut. Mangels Interesse der Bevölkerung und dem nötigen Geld wurde die Arbeiten am Watkins Tower 1894 eingestellt und der Turmstump schliesslich 1907 abgeriessen. An dieser Stelle befindet sich heute das weltberühmte Wembley-Stadion.
Das höchste Gebäude Europas mitten in den Bündner Bergen? Das ist die Vision des Churer Immobilienunternehmers Remo Stoffel. 381 Meter hoch soll der «Femme de Vals» im Bergdof Vals wie eine Nadel in den Himmel ragen. Der Name des mit 107 Zimmer auf 82 Stockwerken bestückten Gebäudes ist eine Anlehnung an die filigranen Figur «Femme de Venise» des Bildhauers Alberto Giaccometti. Es wäre gleichzeitig das höchste und schlankeste Hotel der Welt. Doch das Projekt steht unter einem schlechten Stern. Schon die Bewilligung von Probebohrungen stösst auf Wiederstand- und zwar vom Getränkeriesen Coca-Cola.
Der Tatlin-Turm ist ein Bauprojekt von 1917, das im damaligen Petrograd (heute Sankt Petersburg) errichtet werden sollte. Mit seiner spiralförmig gewundene Stahlkonstruktion wollte der russische Künstler Wladimir Jewgrafowitsch Tatlin das Sinnbild einer neuen Gesellschaft schaffen und die Dynamik der Revolution widerspiegeln. Die Säule im Inneren des Turmes sollte sich nach den Gestirnen ausrichten können. Der Tatlin-Turm wurde aus Kostengründen nicht gebaut, gilt aber bis heute als Architekturikone. Kritiker verglichen ihn mit dem Turm zu Babylon.
Grössenwahn hatte auch Adolf Hitler. Der Führer wollte die deutsche Hauptstadt Berlin nach römischem Vorbild zur Welthauptstadt Germania umbauen. Prunkstück seines gigantischen Architekturprojekts: die «Grosse Halle» (auch Ruhmeshalle oder Halle des Volkes genannt). Zusammen mit Albert Speer entwarf Hitler ein Gebäude, das die Macht des Grossdeutschen Reiches demonstrieren sollte - der Welt, aber auch der eigenen Bevölkerung. Bis zu 180'000 Besucher hätten unter der, mit einem Grunddurchmesser von 250 Metern, grössten Kuppel der Welt Platz gehabt. Stattdessen steht dort heute das Bundeskanzleramt.