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Kölnisch, um 1456/60
Tüchleinmalerei auf Seide
H. 18,5, B. 19,4 cm
Inv. 1905.3947.
Die ohne Grundierung auf das feine Gewebe aufgebrachte und nicht gefirnisste Malerei schmückt die Deckelinnenseite einer Lade, in der das Korporale, also das bei der Messe für Hostie, Kelch und Patene als Unterlage dienende Tuch aufbewahrt wurde. Das Thema der Kreuzigung stellt den Bezug zur Verwendung bei der Eucharistie her. Vor dem blauen Sternenhimmel als Hinweis auf die Sonnenfinsternis trauern Maria, der Evangelist Johannes und Maria Magdalena unter dem Kreuz. Die 1959 erfolgte Zuweisung des kleinen Werks nicht einem Maler in Basel, sondern einem Kölner Meister in der Nachfolge von Stefan Lochner, wurde auch durch maltechnische Untersuchungen bestätigt. Verbindungen bestehen zum Darmstädter Tüchlein mit der Kreuzigung und zur kleinen Kreuzigung des Meisters von 1456 im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Darüber hinaus bestehen im kleinen Format und in der reduzierten Malweise Entsprechungen zur Kölner Buchmalerei.