Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03213.jsonl.gz/2155

DMZ – POLITIK ¦ MM ¦ Lena Wallner ¦
Laut dem Jahresbericht der Nationalen Anti-Doping Agentur Austria (NADA Austria), deren zentrale Aufgabe der Schutz "sauberer Sportler:innen" ist, brachte das Jahr 2021 aufgrund des neu erlassenen Anti-Doping-Bundesgesetzes (ADBG 2021) eine Erweiterung der Aufgaben der NADA.
Dazu zählt, dass die Präventionsarbeit, entsprechend dem Welt-Anti-Doping-Code (WADC 2021), weltweit standardisiert und verpflichtend umgesetzt werden muss. Zwar sei die Umsetzung der Vorgaben aufgrund pandemiebedingter Einschränkungen durch die Absage zahlreicher Schulungsveranstaltungen erschwert worden, durch den Ausbau der digitalen Schulungsmöglichkeiten habe man jedoch einen größeren Personenkreis erreicht, heißt es im NADA-Bericht (III-697 d.B.).
Zudem wurde, dem ADBG 2021 entsprechend, auch ein neuer Testpool für Mannschaftssportarten festgelegt, die beginnend mit der Saison 2021/22 ebenfalls konkrete Angaben zu ihren Mannschaftsaktivitäten machen müssen. Nach einer sportartbezogenen Risikoabschätzung wurden darin Mannschaften der höchsten Spielklasse sowie jene der zweithöchsten Spielklasse in Sportarten, die in Österreich von besonderer Bedeutung sind, aufgenommen. Eine weitere Neuerung betrifft die im Rahmen des ADBG 2021 neu geschaffene Sportlerinnen- und Sportlerkommission sowie die Sicherstellung eines Frauenanteils von mindestens 50% durch die Neubesetzung aller Kommissionen der NADA.
Starker Anstieg der Kontrolltätigkeit
Im Jahr 2021 lag laut dem Bericht der Schwerpunkt der NADA-Kontrolltätigkeit bei den potenziellen Teilnehmer:innen an den Olympischen und Paralympischen Spielen in Tokio bzw. in Peking. Im Rahmen des "Nationalen Programms" wurden insgesamt 2.448 Proben abgenommen, was einen Anstieg von rund 40% gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Der Großteil davon (1.411 Urin- und 543 Blutproben) wurde außerhalb von Wettkämpfen gezogen. Nach Sportarten gereiht fanden im Skisport (nordisch und alpin), gefolgt von Fußball und Radsport die meisten Probenabnahmen statt. Bei den weiteren 403 Urin- und 91 Blutproben handelt es sich um Wettkampfproben. Hier lag der Pferdesport, gefolgt vom Radsport und der Leichtathletik, im Fokus der Kontrolltätigkeit. Zudem übernahm die NADA 813 bestellte Dopingproben von nationalen und internationalen Veranstaltern.
Was die im Zusammenhang mit der 2019 durchgeführten "Operation Aderlass" ausgelösten sportrechtlichen Verfahren betrifft, habe man diese weitgehend abschließen können, informiert der Bericht. Die 15 bisher beendeten Anti-Doping-Verfahren hätten alle zur Verhängung von Disziplinarmaßnahmen gegen die betroffenen Personen im Ausmaß von bislang insgesamt 48,5 Jahren und drei lebenslangen Sperren geführt. Zwei Verfahren seien noch bei der unabhängigen Österreichischen Anti-Doping Rechtskommission und der Unabhängigen Schiedskommission anhängig.
Im internationalen Bereich konnte unter dem Vorsitz Österreichs in der "Central European Anti-Doping Organization" (CEADO) ein Memorandum of Understanding mit der Welt-Anti-Doping Agentur (WADA) abgeschlossen werden. Diese Vereinbarung regelt die Zusammenarbeit zwischen WADA, den CEADO-Mitgliedern sowie den zentral- und osteuropäischen Anti-Doping-Organisationen mit dem Ziel, letztere auf ihrem Weg zu unabhängigen, dem WADC 2021 entsprechenden Organisationen zu unterstützen. Zudem hat die NADA 2021 auf Wunsch der griechischen Anti-Doping-Organisation EOKAN ein ähnliches Mentoring-Abkommen abgeschlossen, um die griechischen Kolleg:innen bei der Umsetzung der WADA-Vorgaben mit ihrer Expertise zu unterstützen.
Herausgeber / Quelle: Parlamentskorrespondenz Österreich ¦
Ausflugstipps
Unterstützung
Rezepte
Persönlich - Interviews