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Die römische Vier auf dem Zifferblatt der Pfarrkirche Schwyz wird voraussichtlich in seine ursprüngliche Gestalt mit vier Strichen zurückgeführt. Damit erlebt die ursprüngliche, barocke Schreibweise eine Renaissance.
In Zusammenhang mit der Renovation der Pfarrkirche Schwyz wird auch das Zifferblatt der Kirchturmuhr unter die Lupe genommen. Dabei kommt der Vier eine besondere Bedeutung zu. Heute ist die Zahl in korrekter römischer Schreibweise mit einem Strich und einemV auf dem Zifferblatt zu erkennen. Bei der Erbauung der Kirche im 18. Jahrhundert wurde die Zahl jedoch mit vier Strichen angebracht. Nicht unüblich für barocke Kirchen Diese eigentlich nicht korrekte Schreibweise wurde nach Angaben des Schwyzer Denkmalpflegers Markus Bamert vermutlich während der vorletzten Kirchenrenovation Ende des 19. Jahrhunderts «verbessert» und bei der letzten Renovation 1968 gar nachgebessert.
Nicht untypische Schreibweise
Die nicht korrekte Schreibweise mit vier Strichen sei nicht untypisch für barocke Kirchen wie diejenige in Schwyz oder in Einsiedeln. Denn im 17. und 18. Jahrhundert hatte man mit der «IV» ganz allgemein «ein ästhethisches Problem», erklärte Bamert. Daher war es üblich, die Ziffer mit vier Strichen zu schreiben. «Diese füllen den Platz auf dem Zifferblatt einfach gleichmässiger aus», so Bamert. Zudem findet sich die «IIII» im 17. und 18. Jahrhundert auch in offiziellen Dokumenten wie Urkunden wieder. Im Zuge der bereits im letzten Januar angelaufenen Kirchenrenovation werde man nun vermutlich wieder zur ursprünglichen, barocken Schreibweise (IIII) zurückkehren, erklärte der Denkmalpfleger weiter.
Erzählung über Turmwächter
Das Geheimnis um dieVier wird auch in einer spannenden Erzählung behandelt. So sollten die drei Turmwächter der Pfarrkirche Schwyz ihre Arbeit, jeweils vier Stunden pro Tag verrichten.Weil damals nicht alle Lesen und Schreiben konnten, habe man das Zifferblatt respektive die Vier mit vier Strichen auf den Kirchturm gemalt. So war es für den ersten Turmwächter klar erkennbar, dass er die Schichten mit den «Strichen» (I, II, III, IIII) absolvieren musste. Der zweite Turmwächter sollte dann die Schicht mit den V (V,VI,VII,VIII) und der dritte Wächter die Schicht mit den X (IX, X, XI, XII) übernehmen. Hätte man die Vier korrekt römisch geschrieben, hätte der zweite Turmwächter eine fünfstündige anstatt einer vierstündigen Schicht absolvieren müssen. Mit der Änderung wurde somit auch eine Gleichberechtigung geschaffen. Diese einleuchtende Erzählung habe aber keinen historisch belegten Hintergrund, versicherte der Schwyzer Denkmalpfleger und fügte an, dass damals weder in der Schwyzer Pfarrkirche noch in der Stiftskirche Einsiedeln Turmwächter angestellt waren.
Bote der Urschweiz
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Bote der Urschweiz
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- Dies & Das
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