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Medwedew avancierte vor den 24'000 Zuschauern, unter ihnen viel Sport- und Hollywood-Prominenz, zum Spielverderber. Dem Russen schien die Rolle des «Bad Boy» zu behagen, zeigte er doch zwei Stunden lang eine überragende Partie. Der Weltranglisten-Zweite servierte hervorragend und fand von der Grundlinie die richtige Dosierung zwischen Geduld und Angriff. Er machte nur wenige Fehler und brachte Djokovic damit arg in Nöte.
Erst mit dem Sieg vor Augen begann Medwedew zu wackeln, den ersten Matchball vergab er mit einem Doppelfehler, worauf er prompt das erste Break der Partie kassierte. Noch einmal verkürzte Djokovic auf 4:5 und verwandelte damit das Arthur Ashe Stadion in einen Hexenkessel, was die Weltnummer 1, der während seiner Karriere in grossen Finals nicht oft das Publikum auf seiner Seite hatte, noch auf dem Platz zu Tränen rührte.
Nicht erst da war Djokovic der enorme Druck, der auf ihm lastete, anzumerken. Nach dem verlorenen ersten Satz hatte er nicht wie gewohnt in die Komfortzone gefunden, wie er das in den Partien zuvor jeweils geschafft hatte. Und die wenigen Chancen, die sich ihm boten, nutzte er nicht – vor allem im zweiten Satz. Zuerst vergab er drei Breakchancen in Serie zum 2:0, danach zwei weitere zur 3:1-Führung.
Für einmal strahlte der Serbe nicht die Aura des Unbesiegbaren aus. Ganz anders hingegen Medwedew, der auch nach einem neuerlichen Doppelfehler beim zweiten Matchball cool blieb. Mit seinem ersten Sieg im dritten Grand-Slam-Final nach dem US Open 2019 und dem Australian Open 2021 verhinderte der Moskauer den Grand Slam von Djokovic, der am Australian Open, am French Open und in Wimbledon triumphiert hatte.
Damit sind Don Budge (1938) und Rod Laver (1962 und 1969) weiterhin die beiden einzigen Spieler, die alle vier Major-Turniere im selben Kalenderjahr gewonnen haben. Der Weltranglisten-Erste Djokovic bleibt bei 20 Grand-Slam-Titeln und damit gleichauf mit Roger Federer und Rafael Nadal, die auch je 20 Major-Turniere gewonnen haben.
(zap/sda)