Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03254.jsonl.gz/171

Autor: ANton Jungo
Nach dem Tod des langjährigen Pächters sucht der Pfarreirat von St. Antoni für das pfarreieigene Heimwesen in Grenchen eine Lösung, die für die Pfarrei nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Das Bauernhaus ist renovationsbedürftig, und es müsste bei einer Sanierung einiges investiert werden. Der Pfarreirat plant deshalb das Bauernhaus zu verkaufen. Wie Pfarreipräsident Arnold Schöpfer am Montagabend festhielt, erhielte ein Käufer dadurch die Möglichkeit, das Haus nach seinen Bedürfnissen umzubauen.
Der Pfarreirat beantragte deshalb der Pfarreiversammlung, ihm die Kompetenz zu erteilen, das Haus auszuzonieren, zu verkaufen und das Land (rund 13 Hektaren) zu verpachten. Der Reinerlös sollte als Rückstellung und als Abzahlung des Darlehens für das Pfarreihaus eingesetzt werden.
Land nur verpachten
In der Diskussion wurde vor allem die Frage aufgeworfen, wie gross die Landfläche sei, die zusammen mit dem Bauernhaus verkauft werden solle. In der Botschaft, die der Pfarreirat zum Geschäft veröffentlicht hatte, war von 3000 Quadratmetern die Rede. An der Versammlung selbst sprach er von 20 000 Quadratmeter.
Der ehemalige Pfarreipräsident Emanuel Waeber stellte deshalb den Antrag, mit dem Haus nur das Land zu verkaufen, das bei einer Auszonierung notwendig sei, und den Rest ebenfalls zu verpachten. Er wies darauf hin, dass mit einem zukünftigen Käufer immer noch besprochen werden könne, welche zusätzliche Fläche er zu seiner Liegenschaft pachten möchte.
Moritz Müller, ebenfalls ein früherer Pfarreipräsident, erinnerte den amtierenden Rat daran, dass die ehemalige Besitzerin der Pfarrei das Heimwesen vermacht habe, um Schulden im Zusammenhang mit Kirchenrenovationen zu tilgen. Er wies auch darauf hin, dass das Heimwesen einiges mehr wert sein dürfte als die 150 000 Franken, die der Pfarreirat als Minimalpreis angesetzt habe.
Mit 38 gegen 12 Stimmen, bei 21 Enthaltungen, stimmte die Versammlung dem Antrag des Pfarreirates zu. Der Pfarreipräsident betonte, dass der Rat dem Anliegen von Emanuel Waeber Rechnung tragen wolle. Er will auch die Anmerkung von Moritz Müller überprüfen.
Rechnung schliesst mit Ertragsüberschuss
Mit 65 Ja-Stimmen, bei einer Enthaltung hat die Versammlung auch die Rechnung 2007 genehmigt. Sie schliesst gemäss Ausführungen von Finanzchef Roger Kaufmann bei einem Aufwand von 590 790 Franken und einem Ertrag von 592 183 Franken mit einem Gewinn von 1393 Franken. Das Budget 2008 geht gegenüber der Rechnung 2007 von einem Minderaufwand von 13 760 Franken aus.
Die übrigen Geschäfte wurden von der Versammlung einstimmig genehmigt. So die Abrechnung für die Kirchenheizung, die gegenüber dem Kreditbegehren von 150 000 Franken um rund 60 000 Franken günstiger ausfällt. Für die Erneuerung der Beleuchtung in der Pfarrkirche wurden 65 000 Franken bewilligt und für ein Abwassersanierungs-Projekt im Quartier Sigristenhubel 80 500 Franken.
Mit einem Geschenk wurde Serge Bongard verabschiedet, der bei den Pfarreiratswahlen nicht mehr angetreten war. Er war seit 2003 Mitglied des Pfarreirates.