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Die Besitzerin hat bei Falco einen kleinen Knoten in der Haut des rechten Oberschenkels entdeckt. Eine Untersuchung mittels wenig aufwendiger Feinnadelaspiration und Zellbeurteilung liefert keine definitive Diagnose. Der Knoten wächst aber weiter, weshalb beschlossen wird, ihn in Narkose zu entfernen. Die Besitzerin weist uns bei dieser Gelegenheit auch darauf hin, dass Falco seit Welpenalter, wenn er schnell atmen oder hecheln muss, Probleme beim Einatmen hat.
FALCO, Boxer, männlich, 5 Jahre alt
Untersuchung
Ursache für die Atemprobleme sind insbesondere die rassebedingt sehr engen Nasenlöcher; beim Einatmen werden diese wegen des durch den Luftstrom entstehenden Unterdruck zusätzlich eingeengt, wodurch der Hund ein deutliches Atemgeräusch entwickelt und manchmal auch durch das Maul atmen muss. Hingegen scheint der sonst bei diesem Rassetyp auch problematische Rachenbereich keine Probleme zu bereiten.
Therapie
Da der Hund zur Entfernung des Hautknotens sowieso in Narkose liegt, wird beschlossen, das Problem der zu engen Nasenlöcher ebenfalls anzugehen.
In jedem Nasenflügel wird ein kleines, keilförmiges Stück Haut entfernt. Die entstehende Blutung wird mittels Elektrokauter und einer einzelnen Naht mit einem sich auflösenden Faden gestillt. Danach wird die Haut vernäht - es entsteht so ein Lifting, welches die Nasenlöcher deutlich grösser werden lässt.
Wissenschaftliches
Zu klein geratene Nasenlöcher stellen eine Ausprägung des sogenannten Brachycephalen Syndroms dar. Hierunter werden alle Probleme der Atemwege zusammengefasst, welche durch rassebedingte, anatomische Gegebenheiten zu einer Behinderung der Atmung führen. Die brachycephal ("brachy" = kurz, "cephal" = Kopf) gezüchteten Hunde wie Boxer, Bulldoggen oder Möpse könen von den Nasenlöchern bis zum Kehlkopf eingeengte Platzverhältnisse der Atemwege aufweisen, welche ein Einatmen erschweren können. Je nach Ausgeprägtheit fallen diese nicht ins Gewicht oder können schwerste Atemnot unter Belastung bewirken. Je nach Lokalisation der Problemzonen kommen zur Behebung des Problems unterschiedliche chirurgische Prozeduren zum Zuge.
Extremzuchten von brachycephalen Hunden sind in der Schweiz aufgrund der strengen Tierschutz-Gesetzgebung glücklicherweise heute nicht mehr zu sehen. Nichtsdestotrotz dürfte Falco aber nach der Operation unbeschwerter atmen als zuvor.