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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Jahrhundertwechsel stellt die EDV vor ein Problem, weil dort meist nur eine zweistellige Jahreszahl erfasst wird (z. B. 1988 als 88). Je nachdem, ob sich das Problem bei der Hardware oder bei der Software stellt, kann die Funktionsfähigkeit der Anlage oder einzelner Anwendungen die Folge sein.</p><p>Ich frage den Bundesrat:</p><p>1. Wurde das Problem in der Bundesverwaltung erkannt?</p><p>2. Wird bei der Neuanschaffung von Geräten und Programmen die Bedingung gestellt, dass dieses Problem gelöst ist?</p><p>3. Wurde abgeklärt, ob bei der Bundesverwaltung noch Geräte oder Anwendungen im Betrieb sind, bei denen das Problem im Jahre 2000 auftreten könnte?</p><p>4. Falls bei der Bundesverwaltung noch Geräte oder Anwendungen im Betrieb sind, bei denen das Problem auftreten wird oder auftreten könnte:</p><p>4.1 Welches sind diese Geräte und Anwendungen?</p><p>4.2 Bis wann werden die vorhandenen Probleme gelöst?</p><p>4.3 Ist der Bundesrat bereit, bis Ende 1998 das Parlament über den Stand der Problembehebung zu orientieren?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Herstellung der Jahr-2000-Fähigkeit der Informatiksysteme und -anwendungen ist ein Problem mit globalen Dimensionen. Die Sicherstellung der Jahr-2000-Fähigkeit stellt grundsätzlich ein technisches Problem dar. Umfang, Komplexität und Termindruck der Problemlösung bewirken, dass Programm- und Projektmanagement und nicht nur die technischen Lösungsmöglichkeiten zu kritischen Erfolgsfaktoren werden.</p><p>1. Das Problem wurde von der Bundesverwaltung erkannt. Die Umstellung wird in den Dienststellen der Bundesverwaltung bereits seit 1996 oder noch früher bearbeitet. Die Post, die Telecom und die SBB führen eigene Umstellungsprogramme durch.</p><p>2. Die EDMZ wird die in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Informatik erarbeiteten Jahr-2000-Klauseln auf alle neuen und relevanten Informatikverträge anwenden. Die Klauseln legen fest, dass die Lieferanten für die Jahr-2000-Fähigkeiten der gelieferten Informatikprodukte haften. Zudem wurde konkretisiert, dass im Leistungsumfang von Wartungs- und Pflegeverträgen auch die Herstellung der Jahr-2000-Fähigkeiten enthalten ist. Zusätzlich ist die Überprüfung der bereits bestehenden wichtigen Wartungsverträge in Planung.</p><p>3. Die Dienststellen sind angehalten worden, alle Informatiksysteme und Anwendungen auf ihre Jahr-2000-Fähigkeiten zu überprüfen. Die Verantwortung für Planung, Funktionalität und Nutzung der Systeme und Anwendungen liegt dezentral bei den Fachdiensten. Als Auftraggeber formulieren sie die Ziele und Anforderungen (Informatikleitbild Bund, Ziff. 12).</p><p>4. Zurzeit sind noch viele Geräte und Anwendungen im Einsatz, wo keine volle Jahr-2000-Fähigkeit gewährleistet ist.</p><p>4.1 Die Inventare der überprüften Geräte, Informatiksysteme und -anwendungen werden dezentral bei den verantwortlichen Dienststellen geführt.</p><p>4.2 Das Bundesamt für Informatik hat in Zusammenarbeit mit der Informatikkonferenz Bund eine Jahr-2000-Strategie zur dezentralen Lösung der Problematik verabschiedet. Die Dienststellen haben im Informatik-Bedarfsplan 1998 bis 2001 insgesamt 974 Informatikprojekte ausgewiesen. Davon betreffen 112 Informatikprojekte die Jahr-2000-Fähigkeit. Der angemeldete Budgetbedarf übersteigt die effektiv verfügbaren Mittel erheblich. Der nicht aufschiebbare Termin, die Komplexität der Informatiksysteme und die beschränkten Mittel erzwingen eine Prioritätensetzung. Die volle Jahr-2000-Fähigkeit ist in erster Priorität bei allen geschäftskritischen Informatiksystemen und -anwendungen zu erreichen.</p><p>4.3 Die Dienststellen sind beauftragt worden, zweimal jährlich einen Bericht über den Stand der Jahr-2000-Umstellung abzugeben. Das Bundesamt für Informatik wird den Bundesrat über die Ergebnisse informieren. Der Bundesrat ist seinerseits bereit, bis spätestens Ende 1998, das Parlament über den Stand der Problembehebung zu orientieren.</p>  Antwort des Bundesrates.