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Der 1963 geborene österreichische Komponist Thomas Larcher, der in Basel unterrichtet hat und auch schon einen Kompositionsauftrag des Lucerne Festival ausgeführt hat, ist für ein Konzert für Violine, Cello und Orchester mit einem British Composer Award ausgezeichnet worden.
Eine Aufnahme des jungen italienisch-schweizerischen Pianisten Francesco Piemontesi mit dem BBC Symphony Orchestra wird von der britischen Fachpresse aufmerksam verfolgt.
Laut einer Mitteilung der Wiener Staatsoper ist die Schweizer Sopranistin Lisa Della Casa im Alter von 94 Jahren in Münsterlingen am Bodensee verstorben.
Ab Juli 2013 wechselt Marcel Falk, der derzeitige Verwaltungsdirektor des Sinfonieorchesters Biel und Theaters Biel Solothurn, als Geschäftsführer zum Kammerorchester Basel (KOB).
Der britische Komponist, Filmmusiker und Jazzpianist Sir Richard Rodney Bennett ist laut britischen Pressemeldungen in New York im Alter von 76 Jahren verstorben.
Im Jahre 1982 erschien zum ersten mal das Jugendkultur Magazin "BOOM", das im zweiten Jahre seines Bestehens, 1984 die erste nationale Hitparade, mit ausschliesslich Schweizer Produktionen veröffentlichte. Damals gab es noch über 800 Fachgeschäfte in der Schweiz und gut 40 davon gaben ihre Umsätze mit CH Musik auf einem Fragebogen bekannt. Die meisten wurden allerdings telefonisch abgefragt. So stellten wir sehr rasch fest, dass praktisch nur jene Titel umgesetzt wurden, die auch im Radio Beachtung fanden und regelmässig gespielt wurden. Das war damals sehr, sehr wenig. Das haben wir anhand der SUISA Abrechnungen, die uns der damalige Direktor Uchtenhagen zur Verfügung stellte, bis hinters Komma errechnen können. Es waren 1984 fast genau 3% Schweizer Musik auf DRS 3 zu hören. DRS 1 und 2 spielten und spielen heute noch erheblich mehr Einheimisches, doch die Ländler, Blasmusik, Klassik und der Jazz dieser Programme ist für die Hitparaden nicht von Belang. Sie ist nur noch für jene relevant, die eben damit aufgewachsen sind. Die Musik ist vor allem für die Jugendlichen ein wichtiges Medium zur eigenen Identitätsfindung. Die Musik, die man in der Pubertät hörte, bleibt für die meisten Menschen prägend.
1984 gründete ich die GMM, die Gesellschaft Musik und Medien, mit Andreas Müller (OA St. Gallen), Martin Kaiser (Albani Winterthur), Thomas Weber (Chefredaktor Music Szene), Willy Viteka (Verleger, Gründer des SVMV und ASMP), und natürlich Bobby Leiser, schon zu Lebzeiten eine Backstage Legende.
1986 eruierte die SUISA die Schweizer Musik Anteile auf allen SRG-Sendern selber und veröffentlicht sie seither jährlich. Bei der Präsentation der ersten Resultate an der Bellariastrasse 82 in Zürich, entstand spontan eine neue Gruppierung, die sich später ROCKRAT nannte, mit dem Ziel, sich aktiver für einen höheren nationalen Musik Anteil einzusetzen. Ursula Bally-Fahr, bis eben noch Sekretärin des SMR, der obersten Instanz der Schweizer Musik sozusagen, anerbot der neuen Gruppe, sich zentral in Aarau in ihren Sitzungsräumen zu treffen. Die Idee entstand in den Gesprächen zwischen P.J. Wassermann und mir und bald kam Danu Siegrist und Higi Heilinger dazu. Nach langen Telefonaten konnten Polo Hofer, Vera Kaa und Hardy Hepp, das Urgestein mobilisiert werden, um den Dialog mit Martin Schäfer, dem damaligen DRS 3 Musik-Verantwortlichen aufzunehmen. Diese Schäferstunden zogen sich über mehrere Jahre dahin. Meistens traf man sich in Aarau am Hauptsitz des Schweizer Musikrates. Nach beinahe 20 Sitzungen und etlichen grösseren Anhörungen in allen Radiostudios von DRS 3, bei der SUISA, der Pro Helvetia usw., lag endlich ein mageres Resultat vor. Aber immerhin.
DRS 3 verpflichtete sich 1991, freiwillig 10% Schweizer Musik zu spielen und zwar nach dem Prinzip, jede Stunde ein bis zwei Titel. Es gehört zu den tragischen Momenten in dieser Geschichte, dass wir uns an dieser letzten "Schäferstunde", nicht durchsetzen konnten mit der Forderung, dass diese Vereinbarung schriftlich abgefasst und öffentlich bekannt gemacht werden müsse, damit sie verbindlich werde. So kam es wie ich befürchtete. Drei Jahre später trat Martin Schäfer von seinem Amt zurück und sein Nachfolger verkündete in seiner ersten Redaktionssitzung, dass ab sofort fertig sei mit diesem "MITLEIDSBONUS für Schweizer Musik". Darauf sank der CH-Anteil wieder für Jahre auf 6-7%, was einen Drittel der neuen Stars im Schweizer Markt von der Bildfläche verschwinden liess.
Der Geist hat sich bei DRS 3 inzwischen verändert, nicht zuletzt dank den jahrelangen unermüdlichen Bemühungen von Bruno Marti von ACTION ROCK. Es gibt bereits so etwas wie ein Bewusstsein für eine kulturelle Verantwortung. Dennoch wird es noch viel Kraft brauchen, bis sich auch die gängige Praxis entsprechend entwickelt hat. Wenn man diesen Prozess ernsthaft angehen will, muss man bereit sein, sich auf gültige Parameter zu einigen, um einen messbaren Erfolg zu erreichen. Es müssen musikalische Werte formuliert werden, damit die Radios in einem Anreizsystem für ihre Leistungen gerecht belohnt werden können. Dazu muss der Anteil der Schweizer Musik im Markt gemessen werden. Dieser Wert, angenommen, er sei 10% gilt als das Mindeste, was alle Sender zu spielen haben. Die SRG hat den klaren Auftrag, einheimische Kultur zu wahren (das sind die 10% als Minimum) und zu fördern - und das gilt für alle Sender der SRG. Davon kann gerade DRS 3 nicht ausgenommen werden, denn hier wird die Musik gespielt, die für die Hitparade und damit für die wesentlichen Verkäufe relevant sind. Diese allein garantieren eine funktionierende Musikindustrie in der Schweiz, in der Talente eine intakte Chance haben, von ihrer Musik zu leben und kreative Produktionsfirmen professionell arbeiten können. Wenn der Marktanteil 10% beträgt, ist dies der Anteil an CH-Musik, den jeder Sender zu spielen hat, wenn er nicht für jedes Prozent darunter 10'000 Franken zahlen oder weniger an Subventionen bekommen will und er kann natürlich 11% oder 15% Schweizer Musik spielen und bekommt vom Bakom 10' bis 50'000 mehr oder muss als grosser Sender entsprechend weniger bezahlen. Die Formel ist einfach, die Umsetzung erfordert einige technische Investitionen und es braucht ein Gremium, in dem alle Beteiligten vertreten sind, um die Werte zu formulieren, um kreativ die Schweizer Musik und ihre kulturelle Vielfalt ausgewogen zu pflegen und mit Liebe zu fördern. Bei diesen Werten geht es um die Punkte, die ein Radio für jeden einzelnen Schweizer Titel bekommt, denn es spielt eine grosse Rolle, ob die Hörer mit immer den gleichen Evergreens gelangweilt werden und dafür die aktuellen Songs in den Regalen der Läden stehen bleiben, weil ohne Radioeinsatz niemand in den Laden geht, um eine CD zu verlangen, von der er nicht weiss, dass sie existiert. Denn das Radio macht den Hit! Wer behauptet, die Radios spielen das, was das Publikum verlange, lügt wider besseres Wissen. Das Publikum kann nur verlangen, was es vom Radio kennt, andere Wünsche werden entweder bewusst oder aus Unkenntnis nicht erfüllt. Das ist die Realität, die wir nur durch unseren Willen und die Bereitschaft für neue Modelle und Regeln überwinden können. Regeln, die guteidgenössisch von ausgewogen zusammengesetzten Gremien mit gestaltungsfreudigen Machern ausgehandelt werden.
Die zentrale Rolle spielen dabei die Radio Moderatoren selber, die von den Musikern am einen Ende und der Industrie auf der andern Seite beraten und unterstützt werden. Kooperationen und Interaktionen ergeben sich daraus fast von selbst. Das gesuchte Model könnte verschiedenste Parameter enthalten. Einen Schweizer Song spielen gibt mal einen Punkt. Wenn ein Deutschweizer Radio einen Welschen, Tessiner oder Romantschen Song spielt, also aus einem anderssprachigen Landesteil, bekommt er einen Punkt mehr. Wenn der Song auch noch aktuell ist, also keine drei Monate alt, gibt’s noch einen Punkt drauf. Man könnte das steigern und sagen, wenn der Song in den ersten drei Monaten nach der Publikation gespielt wird, gibt es sogar drei Punkte, nach sechs Monaten noch zwei und nach neuen noch einen Punkt extra. Man kann grundsätzlich noch einen Punkt für Mundart oder sowieso für jede Landesprache vergeben. Allenfalls kann man beschliessen, dass es einen Jury-Punkt extra geben kann, wenn eine zu bestimmende Mehrheit des Gremiums oder nur ein Teil davon, zum Beispiel nur die Moderatoren einen Hit bestimmen und sagen, den wollen wir jetzt wirklich fördern und geben ihm noch einen extra-extra Punkt. So und nun haben wir eine Menge von etwa maximal sieben Punkten, wovon wir das Mittel nehmen und sagen, ein Titel mit 3,5 Punkten gilt in der Summe als ein voller CH-Titel in der Bewertung des Musikanteils eines Senders.
Die technischen Mittel sind vorhanden um das zu messen und werden täglich billiger, um einmal 200 CH-Titel in eine Software einzubinden, mit der alle Sender kontrolliert werden können, ob sie diese und wie oft zu welcher Zeit gespielt haben. Aha, da kann man sogar noch Punkte vergeben, ob der Titel vor oder nach den Nachrichten am Mittag gesendet wurde oder Abzug geben für den Einsatz um Vier Uhr morgens. Musiker und Industrie schlagen neue Titel vor, die Moderatoren nehmen sie an oder nicht und es geht in die Bewertung. Innerhalb weniger Tage ist die Punktezahl für den neuen Song festgesetzt, der zu den 200 Topgesetzten dazu kommt. So werden alle paar Tage ein Paar neue Songs in die Liste der kontrollierten Songs dazu kommen und innert ein zwei Jahren werden es über Tausend sein. Irgendwann erscheinen auf der Liste jene, die kaum je eingesetzt wurden, die man wieder streichen kann. Vielleicht setzt man ein jederzeit wieder änderbares Maximum an Songs fest, die man überwachen und werten will. Die Kosten für dieses flexible Regulativ sind überschaubar. Auch bei einer grosszügigen Ausgestaltung werden 10 Millionen nicht überschritten. Das Projekt sollte von allen Beteiligten nach den Möglchkeiten finanziell mitgetragen werden. Die Organisationen der Musiker könnten die Kosten für die Spesen der Delegierten übernehmen und gewisse administrative und logistische Funktionen übernehmen. Ebenso die Sender, die auf jeden Fall mehrheitlich profitieren werden. Ebenso die Industrie, die sich in zwei nicht genau abgrenzbare Lager aufteilt. Hier sind die grossen Majors, die Firmen, die davon leben uns eine fremde Kultur als cool und einzig wertvoll zu verkaufen und anderseits, die einheimischen Künstler und Produzenten, die das, was hier auf dem eigenen Mist gewachsen ist, entgegen halten müssen.Manu Gehriger, einer der sieben Rockräte (1988-1991)