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Silja Walter wurde am 23.4.1919 in Rickenbach in die Nationalrats- und Verlegersfamilie Walter hinein geboren. Über 60 Jahre lang lebte sie als Nonne im Kloster Fahr bei Zürich. Ihr Werk ist von der Auseinandersetzung mit Gott, dem Glauben und der klösterlichen Lebensform unter der Regel des Heiligen Benedikt geprägt.
Im Jahr 1944 veröffentlichte sie den Gedichtband Erste Gedichte. Nach einem aus gesundheitlichen Gründen abgebrochenen Studium trat sie 1948 ins Benediktinerinnen-Kloster Fahr ein, wo sie bis zu ihrem Tod unter dem Ordensnamen Maria Hedwig lebte.
Diese Zäsur in ihrem Leben spiegelt sich auch in ihrem literarischen Schaffen wider: Nach einer längeren Schreibpause werden in ihren späteren umfassenden Werken vor allem das Klosterleben und der Umgang mit der benediktinischen Regel thematisiert. Beispiele dafür sind Tanz des Gehorsams oder die Strohmatte (1970), Ruf und Regel (1980) oder Das Kloster am Rande der Stadt (1980). Zudem schrieb sie immer wieder Chronik-, Gottesdienst- und Mysterienspiele. Darüber hinaus engagierte sich Silja Walter in Gottesdienstprojekten, die sich mit der Liturgie befassten. Viele ihrer Texte wurden zudem im kirchlichen Umfeld vertont.
Ab 1991 wandte sie sich neben weiteren religiösen Werken ihrer Familiengeschichte zu: im Roman Der Wolkenbaum (1991) reflektierte sie ihre Kindheit aus der Perspektive eines kleinen Mädchens; in ihrem letzten Werk Der Kamm der Queen (2011) wird die Geschichte der Kammmacherfamilie Walter aus Mümliswil erzählt.
Silja Walters Bruder war der Schriftsteller und Verleger Otto F. Walter.
Silja Walter erhielt verschiedene Literaturpreise und das Ehrenbürgerrecht von Mümliswil, Rickenbach und Würenlos. Sie verstarb am 31. Januar 2011 im Kloster Fahr.