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Methodenbeschreibung
Das Spektrum der Unterrichtsbeteiligung umfasst unterschiedliche Aktivitäten. Es handelt sich dabei um jegliches Verhalten der SuS, das das Mitwirken am Unterricht gewährleistet. Diese Aktivitäten sind von verschiedensten Faktoren abhängig. Sie werden in drei Kategorien unterteilt:
- Die erste Kategorie umfasst alle schülerspezifischen Funktionen wie Lernmotivation, Selbstmanagement, Konzentrationsfähigkeit, Furchtsamkeit und soziale Fertigkeiten.
- Einflüsse des Unterrichts werden der zweite Kategorie zugeteilt. Dazu gehören Unterrichtsformen, Anforderungsniveaus, Lehrerverhalten, Instruktionsverständlichkeit, Lerninhalte sowie das Lernklima.
- Die dritte und letzte Kategorie umfasst Faktoren des Elternhauses. Mögliche Faktoren sind das schulisches Interesse sowie die Hausaufgabenbetreuung.
Die Auflistung veranschaulicht die Fülle der Gründe geringer Unterrichtsbeteiligung. Oftmals beeinflussen sich die Faktoren gegenseitig und verstärken das Verhalten zusätzlich.
Indikation
Eine angemessene Unterrichtsbeteiligung gilt bereits als Indikator.
Zusätzliche spezifische Indikatoren kommen bei SuS mit besonderen Defiziten wie Leistungsfurchtsamkeit, Mutismus und Underachievement zum Einsatz. Zudem kann die Unterrichtbeteiligung auch als Ergänzende Massnahme bei gravierenden Defiziten zur Förderung des Verhaltens eingesetzt werden.
Vorgehensweise
Als Erstes findet eine Beobachtung statt, um den Mangel der Unterrichtsbeteiligung sicherzustellen. Nach der Abklärung wird nach mögliche Schwerpunkte für die Förderung gesucht. Dies geschieht anhand einer gründlichen Analyse, welche Aufschluss über die Ursachen ergibt. Die Analyse erfolgt mit der Hilfe eines Fragekataloges. Dabei werden Fragen zu den Bereichen ‚Klassenführung‘ und ‚Verhalten und Leistungsmöglichkeit des Schülers‘ geklärt. Die Fragen können innerhalb eines Gespräches, durch Verhaltensbeobachtung oder mit Lerntests beantwortet werden.
Im nächsten Schritt werden Massnahmen zur Anpassung des Unterrichts an die Fähigkeiten des Schülers ausgemacht. Diese können als innere Differenzierung (Bildung von homogenen Leistungsgruppen innerhalb der Klasse), Individualisierung (Angepasster Unterrichtsstoff für unterschiedlich kognitive Niveaus einzelner SuS) beziehungsweise als adaptiver Unterricht umgesetzt werden.
Es folgt eine Verstärkung des angemessenen Schülerverhaltens. Diese erfolgt durch den Einsatz von Techniken der operanten Motivierung, Kontingenzmanagement und Verhaltensverträge.
Zuletzt gilt der Einbezug der Eltern der betroffenen SuS in den Bereichen Hausaufgaben und Erziehung zur Selbstständigkeit. Hauptsächlich vereinbart die Lehrperson mit den Eltern des Jugendlichen ein Verfahrung zur Erledigung des Hausaufgaben. Dabei steht die Eigenverantwortung sowie die Überwachung der Leistungen durch die Eltern im Zentrum.
Um die Wirksamkeit der eingesetzten Methode feststellen zu können folgt zum Abschluss eine Evaluation der Unterrichtsbeteiligung wie zu Beginn des Verfahrens.
Kurzbeschreibungen von Interventionen aus dem Standardwerk „Interventionen bei Lernstörungen: Förderung, Training und Therapie in der Praxis“, Hrsg. von G.W. Lauth, M. Grünke, J.C. Brunstein – erhältlich bei Hogrefe unter >>>
Weiterführende Materialien
- Fischer, Ch. (Hrsg.) (2013). Schule und Unterricht adaptiv gestalten: Fördermöglichkeiten für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Münster. Waxmann.
- Steinhager, K. (Hrsg.) (1975). Adaptiver Unterricht: Zur Wechselwirkung von Schülermerkmalen und Unterrichtmetoden. München. Kösel.
- Das Münchener Aufmerksamkeitsinventar (MAI): http://pubman.mpdl.mpg.de/pubman/faces/viewItemOverviewPage.jsp?itemId=escidoc:721095 (17.05.14)
- Strategien zur Erhöhung der mündlichen Unterrichtsbeteiligung (Minutendiskussionen): http://www.michaelschwark.com/strategien-zur-erhoehung-der-muendlichen-unterrichtsbeteiligung-minutendiskussionen/ (17.05.14)
- Mutismus Schweiz: http://www.mutismus.ch (17.05.14)