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1919 hält Rudolf Steiner auf Einladung des damaligen Basler Erziehungsdirektors Dr. Fritz Hauser einen öffentlichen Vortrag über «Geisteswissenschaft und Pädagogik». 12 Wochen davor hat er die freie Waldorfschule in Stuttgart als Reformschule für die Kinder der Arbeiterinnen der Waldorf Astoria Zigarettenfabrik eröffnet.
1923 gibt Rudolf Steiner einen pädagogischen Kurs in Dornach. Im Hinblick auf die Gründung der ersten schweizerischen Steinerschule in Basel übernimmt er den Vorsitz des «Schulvereins für Erziehungs- und Unterrichtswesen auf Grund echter Menschenerkenntnis».
1924 erhalten Rudolf Steiner und Albert Steffen im Namen des Schulvereins von Regierungsrat Dr. Fritz Hauser die Bewilligung für eine Schule nach neuen Richtlinien.
1925 stirbt Rudolf Steiner am 30. März. Die Bemühungen um eine Schulgründung werden zeitweilig unterbrochen. Eine unerwartete bedeutende Spende hebt die Motivation von neuem an.
1926 wird an der Lindenhofstrasse 9 in Basel die erste Rudolf Steiner Schule der Schweiz mit drei Klassen und dreissig Kindern eröffnet.
1931 bezieht die Rudolf Steiner Schule Basel ihr zweites und grösseres Schulhaus an der Engelgasse 9.
1933 wird unter Mithilfe fachkundiger Eltern ein Eurythmiesaal gebaut. Die ehemalige Villa ist nicht für den Schulbetrieb eingerichtet und erst mit der Zeit kann eine Zentralheizung und schliesslich gar eine richtige Bühne eingerichtet werden. Nichts ist eine Selbstverständlichkeit, doch Idealismus und ein nie erlahmender Pioniergeist machen Wunder möglich.
1939 setzt der zweite Weltkrieg eine schmerzliche Zäsur: Die deutschen Kinder dürfen nicht mehr zur Schule kommen, ehemalige Schüler fallen als Soldaten im Krieg. Die Weltkriegsjahre stellen Schule und Lehrerschaft vor ernste Existenzprobleme.
1944 kann dank tatkräftiger Hilfe durch die Elternschaft das angrenzende Gebäude gekauft werden, um die Raumnot der ständig wachsenden Schule zu beheben.
1951 findet im Saal des Gundeldinger Casinos die Feier zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen der Schule statt.
1952 platzt die Schule aus allen Nähten. In den folgenden Jahren werden weitere angrenzende Gebäude erworben. Während drei Jahren ist dort ein eigener Kindergarten untergebracht, er muss aber aus Platzgründen wieder aufgehoben werden.
1959 findet der Unterricht wegen Raummangel in vier Barackenräumen im Schulhof statt.
Ab 1960 wird die Oberstufe bis zur 12. Klasse geführt.
1961 gelingt es dem Schulverein, das Gelände der Christoph Merian Stiftung auf dem Jakobsberg im Baurecht zu erwerben und die Finanzierung des Neubaus durch den Verkauf der bisherigen Liegenschaften zu sichern.
1962 gewinnt der Architekt Hans Felix Leu, ein ehemaliger Schüler, unter fünf eingereichten Projekten den Architektenwettbewerb für ein neues Schulhaus.
1964 findet die Grundsteinlegung statt für das neue Schulhaus auf dem Jakobsberg. Auf dem Grundstein steht:
«Mögen die Schöpfermächte des Raumes walten über dem Bau dieses Hauses. Möge der Geist, den wir durch unsere Arbeit suchen, wirken in den Herzen aller, die hier ein- und ausgehen. Dass Menschenliebe schaffend lebendig bleibe im Lernen der Jugend, im Lehren der Erzieher, im gemeinsamen Streben nach den Zielen der Menschheit.»
1967 wird das neue Schulhaus bezogen. Die Zahl der Schüler und Schülerinnen beträgt 600.
1971 wird der erste der Schule angegliederte Kindergarten auf dem Bruderholz eröffnet.
1972 entsteht der Kindergarten in Therwil.
Ab 1973 wird die Rudolf Steiner Schule Basel durchgehend von der 1. bis zur 12.Klasse doppelzügig geführt und umfasst einschliesslich Kindergärten über 800 Kinder und Jugendliche.
1975 wird der Kindergarten in Riehen eröffnet.
1976 feiert die Schule ihr 50-jähriges Bestehen.
1982 entsteht der Kindergarten in Allschwil.
1985 kommt ein weiterer Kindergarten auf dem Bruderholz dazu.
1996 wird während zehn Tagen das 70-jährige Jubiläum der Schule gefeiert ? mit Schülerdarbietungen, Referaten, Konzerten und einer grossen Ausstellung zur Steinerpädagogik.
2001 findet die Feier zum 75-jährigen Bestehen der Schule statt. Zu diesem Anlass wird unter dem Titel «Dem Menschen verpflichtet» im Stadtcasino Basel ein dreitägiger Kongress durchgeführt. Gleichzeitig wird mit einem «Basler Manifest» erneut auf die Notwendigkeit staatlicher Unterstützung hingewiesen.