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Je länger die Nacht, umso grösser die Chance, ein Nordlicht zu sehen. Doch schon ab Anfang September sind die ersten «Aurora Borealis» zu sehen – vor allem im Norden Schwedens.
Das Nordlicht ist die grösste «Lightshow» der Welt. Die «Aurora Borealis» zieht in Nordschweden jedes Jahr unzählige Besucherinnen und Besucher in ihren Bann. Von Violett bis Pink, aber auch Grün mit feurigem Rot oder kräftige Gelb- und pastellige Blautöne: Die Aurora Borealis taucht ebenso plötzlich auf wie sie verschwindet.
Der italienische Universalgelehrte Galileo Galilei gab dem arktischen Naturphänomen den Namen Aurora Borealis, benannt nach Aurora, der römischen Göttin der Morgenröte. Er nahm an, dass die Nordlichter durch Sonnenlicht entstehen, das von der Atmosphäre reflektiert wird. Galilei lag falsch: Nordlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen der Sonne mit der Erdatmosphäre zusammenstossen. Welche Farben dabei entstehen, hängt von der Art der beteiligten Gaspartikel ab: Niedrig liegender Sauerstoff verursacht die grüne Farbe, Rot wird durch Sauerstoff in der Atmosphäre erzeugt und das Lila stammt vom Stickstoffgehalt.
Interessanter als die naturwissenschaftliche Erklärung sind die Mythen, die mit den Nordlichtern einhergehen. Während frühe Kulturen glaubten, es handle sich dabei um überirdische Polarwölfe, die beim Spielen am Himmelszelt mit ihren Ruten Funken erzeugen würden, glaubten andere wiederum, dass es sich um die Seelen der Verstorbenen handelt. Besonders rote Polarlichter waren gefürchtet – sie sollten ein Unglück prophezeien.
Die Wikinger waren der Überzeugung, dass es sich bei den Nordlichtern um Walküren handelt, die in der nordischen Mythologie über das Schicksal von Kriegern bestimmen. In Gestalt des Polarlichts kamen sie auf die Erde herab, um gefallene Kämpfer mit nach Walhall zu nehmen, wo sie ihren Gott Odin treffen würden.
Die Samen, die Ureinwohner Lapplands, haben ehrfürchtigen Respekt vor dem Polarlicht. Früher wurde den Kindern beigebracht, dass man beim Erscheinen der Lichter nicht tanzen, singen oder pfeifen darf. Dadurch könnten sich die Geister verspottet fühlen. Und wer die Seelen verärgert, lief Gefahr, dass er von den Lichtern mit ins Jenseits genommen würde.
In Schwedisch Lappland ist die Chance am grössten, das Nordlicht zu sehen, insbesondere in der Aurora Sky Station im Abisko Nationalpark. Es heisst: An klaren Abenden ist die beste Zeit für Nordlichter zwischen 22 und 23 Uhr.
Nordlichter lassen sich aber auch in anderen Landesteilen Schwedens sehen. Wo es welche zu entdecken gibt, darüber gibt die kostenfreie App «My Aurora Forecast» Auskunft. So erfährst du übers Smartphone, wann an welchen Orten das Himmelsphänomen zu sehen ist.
Titelbild: © Anders Tedeholm / imagebank.sweden.se