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Gestern Abend als ich ins Bett ging und an dem Zimmer meiner Schwester vorbei lief, bekam ich plötzlich das Gefühl, dass jemand mich beobachtete. In ihrem Zimmer war es stockdunkel und sie war an dem Abend nicht zu hause. Als meine Augen sich an die Dunkelheit gewohnt hatten bemerkte ich ein paar grosse, braune Augen die mich anstarrten. Es war mein Hund Millie, die sich in das Zimmer meiner Schwester geschlichen hatte, damit sie nicht in ihrem eigenen Hundebett schlafen musste.
Ich muss sagen ich war ein bisschen erleichtert, aber nachdem ich Millie zu ihrem eigenen Bett gebracht hatte, fragte ich mich wie das überhaupt sein konnte, dass ich wusste, dass sie mich anschaute, obwohl ich sie nicht sehen konnte.
Es ist ein Gefühl das sicher jeder von uns kennt: „ein unangenehmes Prickeln, welches immer stärker und intensiver wird bis eine Bewegung, welche es erlöst, unvermeidlich wird“ – sind die Worte der Schüler des Britischen Psychologen Edward B. Titchener. Titchener geb. 1867 war bekannt für seine Forschung im Bereich des Strukturalismus (ein Begriff welchen er auch selber eingeführt hatte) –ein Sammelbegriff für interdisziplinäre Methoden und Foprschungsprogramme, die Strukturen und Beziehungsgefüge in den weitgehend unbewusst funktioniernenden Mechanismen kultureller Symbolsysteme untersuchen.
Titchener untersuchte die Aussagen seiner Schüler bis er schliesslich auf die Erklärung kam, dass es eine logische Erklärung für dieses Phänomen gibt: Wenn das Subjekt 1 sich so fühlt als würde es beobachtet werden und sich umdreht um nachzuschauen würde Subjekt 2, das Subjekt 1 schon in seiner eigenen Perspektive hatte, auf diese Bewegung aufmerksam und sein Blick auf Subjekt 1 richten. Subjekt 1würde jetzt fehlerhaft annehmen, dass Subjekt 2 ihn die ganze Zeit beobachtet hatte.
Jedoch sind die neuen Entdeckungen der Forschung viel spannender. Welche die Aussage machen, dass das Gefühl beobachtet zu werden in unseren Gehirn einen festen platz hat und auf die Überlebung zurückzuführen ist…(Überraschung)
Nach heutiger Forschung ist unser Gehirn extrem gut darin zu erkennen wenn jemand uns anschaut auch wenn es uns eigentlich noch nicht bewusst ist. Solange, dass diese Person sich in unserem peripherem Sehen befindet. Wir benutzen dabei verschiedene Informationen: Körperhaltung -ob einen Körper oder Kopf in unsere Richtung gedreht ist und wir sind gut darin zu erkennen ob jemand auf uns schaut anhand ihrer Augen. Es gibt nämlich einen sehr starken Kontrast zwischen der weissen Lederhaut des Auges und die Pupille und Regenbogenhaut. Unser Gehirn macht uns dann auf diese Person oder vielleicht sogar Gefahr aufmerksam und wir bekommen dieses Gefühl- dieses unangenehme Prickeln.
Eine Interessante Theorie ist, dass weil Menschen Kommunikation mit anderen Menschen nötig haben um zu Überleben. Unsere Augen so entwickelt sind, dass wir eine grössere weisse Lederhaut besitzen als andere Tierarten.
Ich finde es vor allem interessant, dass es momentan Studien gibt ob dieses Phänomen eine genetische Eigenschaft ist denn Menschen mit Autismus haben oft Schwierigkeiten zu erkennen ob sie angeschaut werden und bei Menschen mit Sozialen Angsstörungen das Gefühl häufiger auftretet.
Vielleicht ist dieses Gefühl eigentlich wichtiger als wir dachten.
movierookie
Quellen (und Material zum Weiterlesen)