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Am Samstag, nach der Pole, hatte er noch tiefgestapelt: «Ein Sieg wäre ein Wunder!» Ein Wunder war’s nicht, aber eine Meisterleistung.
Nach dem ersten Stopp fiel Hamilton direkt hinter Button zurück. Aber er benötigte keine volle Runde, um seinen Ex-Teamkollegen zu überholen. Ganz anders Vettel, der 12 Runden lang hinter Button versauerte. Der Weltmeister kam erst vorbei, als Button in die Boxengasse abbog. Das war die entscheidende Phase, Hamilton holte mehr als 13 Sekunden Vorsprung heraus.
Hamilton: «Einer meiner wichtigsten Siege»
Nach dem zweiten Stopp kam Hamilton anderthalb Sekunden hinter Webber auf die Strecke zurück. Diesmal dauerte es etwas mehr als zwei Runden, ehe der Mercedes vorbeizog. Derweil Vettel wieder hinter Button landete und wieder nicht vorbeikam. Nach dem dritten Stopp hatte Hamilton Webber direkt vor der Nase, doch diesmal brauchte er nur zwei Kurven, um wieder vorbei zu ziehen.
Einstellung von Michael Schumachers Rekord
«Das war einer meiner wichtigsten Siege», sagte Hamilton. Da hat er Recht. Es war der erste für Mercedes, und wer hätte ihn – Hand aufs Herz! – nach dem Teamwechsel erwartet? Hamilton ist der einzige Fahrer, der in den ersten 7 Karriere-Jahren immer mindestens einen Sieg feiern konnte.
Mit seinem vierten Sieg in Ungarn stellt er den Rekord von Michael Schumacher ein. Mit seinem 22. Sieg insgesamt zieht er gleich mit Damon Hill. Und er sagte noch auf dem Podest etwas Bemerkenswertes: «Wenn wir hier in dieser Hitze mit diesen Reifen gewinnen können, dann können wir das überall schaffen.»
Sauber – Minusrekord
Mit besserem Start und ohne Strafe hätte es wohl für einen Punkt gereicht. Nico Hülkenberg war in der ersten Runde vom 12 auf 15 zurückgefallen. Maldonado, der Hülkenberg Platz 10 wegschnappte, von 15 auf 11 vorgeprescht. Doch selbst dieser Zähler hätte nichts daran geändert, dass Sauber nach 10 Rennen noch nie so wenige WM-Punkte (7) auf dem Konto hatte, wenn man die Resultate seit 1993 auf die heutige 10er-Skala umrechnet. Bisheriger Minusrekord waren die 15 Punkte aus dem Jahre 2010, nach dem BMW-Abgang.
Doch es gibt auch Lichtblicke, nicht nur aus Russland. Das Auto ist, auch dank aerodynamischer Neuheiten, konkurrenzfähiger geworden. Zum zweiten Mal liess Hülkenberg die WM-Rivalen von Toro Rosso und Force India hinter sich.
Move of the Race – Romain Grosjean
Wie Grosjean Massa in Kurve 4 überholte, das war eine Augenweide. Das beste Überholmanöver des Rennens, wenn nicht der ganzen Saison. Dazu brauchte es viel Mut von Grosjean und Fairplay von Massa, denn eine Berührung bei 200 km/h hätte wohl für beide das Aus bedeutet.
Als Grosjean die Strecke am Kurvenausgang für einen Sekundenbruchteil verliess, war er längst an Massa vorbei. Dass er dafür eine Strafe erhielt ist nur ein schlechter Witz. Richtig peinlich ist, dass im offiziellen Dokument die Rechtskurve 11 als Tatort bezeichnet wird, dabei war es die Linkskurve 4.
Und doch noch ein Wunder – Sebastian Vettel
Irgendwie kommt mir das bekannt vor. Wie auch immer das Rennen ausgeht: Sebastian Vettel baut seine WM-Führung aus. Das hatten wir doch schon 2012 erlebt. Diesmal musste der Weltmeister der vergangenen 3 Jahre zwar Hamilton und Räikkönen den Vortritt lassen.
Weil aber der bisherige WM-Zweite, Fernando Alonso, nur fünfter wurde, baute Vettel seinen WM-Vorsprung trotz allem von 34 auf 38 Zähler aus, neu auf Räikkönen. 38 Punkte, das scheint wenig. Aber, bei neun verbleibenden Rennen ist das immerhin ein Polster von mehr als vier Punkten pro Rennen. Kommt dazu, dass Vettel in der zweiten Saisonhälfte meist noch etwas aufdreht.