Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03206.jsonl.gz/2867

- Doping im Sport dürfte verbreiteter sein, als es die klassischen Dopingkontrollen vermuten lassen.
- Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Tübingen und der Harvard-Universität.
- Tests von Blut- und Urinproben würden bei weitem nicht alle Dopingfälle aufdecken, erklären die Forscher.
Für die Studie wurden über die Hälfte der Sportlerinnen und Sportler an der Leichtathletik-WM 2011 sowie an den panarabischen Spielen im selben Jahr anonym befragt – insgesamt haben über 2100 Athleten Auskunft gegeben.
Mehr als 30 Prozent der Befragten gaben an, bei der WM gedopt zu haben. Bei den Dopingtests an jener Weltmeisterschaft wurden aber nur bei 0,5 Prozent der Athletinnen und Athleten illegale, leistungsfördernde Substanzen nachgewiesen.
Rechtsstreit verhinderte Datenfreigabe
Das heisst, nur jeder 200. Teilnehmende wurde überführt, obwohl laut der Studie fast jeder Dritte Doping zugab. Einer der Forschenden erklärte das damit, dass Tests von Blut- und Urinproben lange nicht alle Dopingfälle aufdecken würden.
Dass die sechs Jahre alten Daten erst jetzt bekannt wurden, liegt an einem Rechtsstreit, der bisher verhindert hatte, dass sie veröffentlicht werden.