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Dezember 2018 (A151)
Auktionsstart: Fr, 14. Dez 2018, 10:00
Portrait einer jungen Dame, wohl aus der Familie von Sergej und Mariya Mouromtsev-Klimentova. Öl auf Leinwand. Links in der Mitte monogrammiert B... (wohl kyrillisch V). Auf der Rückseite Stempel eines russischen Leinwandherstellers: Magasin J. Osberg (?), Moskau (?). 72x52 cm.
Das hier angebotene Portrait einer jungen Frau stammt aus der Moskauer Familie Mouromtsev. Der 1850 geborene Sergej Mouromtsev war angesehener Jurist und Professor sowie 1906 Präsident der ersten Staatsduma, wobei er wegen seiner zu liberalen Ansichten bei den Obrigkeiten in Verruf geriet. Seine Frau Maria Klimentova war eine berühmte Opernsängerin. Sie war die Hauptrolle der Tatjana in der Erstaufführung von Tchaikowskis Eugen Onegin 1879. Ab 1880 sang die damals 23jährige für das Bolschoitheater.
Dem Malstil und auch der Kleidung nach zu urteilen, ist das Portrait wohl um 1882 entstanden. Die portraitierte junge Frau mag zu dieser Zeit wohl knapp 18 Jahre alt sein, was leider zeitlich weder zu Maria Klimentova noch zu einer Ihren Töchtern passt.
1881 heirateten Maria und Sergej und hatten drei Kinder, Olga, Marie (genannt Mania) und Vladimir. Vladimir heiratete 1927 Katharina Sakkit, welche 1934 zusammen mit ihrer Mutter Elvira dank ihrer Arbeit auf der deutschen Botschaft in Moskau nach Berlin flüchten konnte. In dieser Zeit galt Vladimir in den politischen Wirren Russlands längst als verschollen und die Ehe wurde geschieden, damit Katharina, ausreisen konnte.
Das hier vorliegende Portrait gelangte im diplomatischen Gepäck dieses Umzugs nach Europa. Lange galt Ilja Repin als Maler des Portraits, was stilistisch jedoch nicht plausibel ist. In der Tat hat Repin 1883 ein Portrait von Maria Klimentova angefertigt, das sich heute in der armenischen Nationalgalerie in Jerewan befindet.
Da die Familie Mouromtsev in der kulturellen High Society von Moskau verkehrte, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es von einem bedeutenden Künstler dieser Zeit angefertigt wurde. Stilistisch kann man es in die Nähe von Konstantin Makovsky und Sergej Kramskoy bringen. Das Monogramm lässt sich leider für eine Zuschreibung nicht gut genug entziffern.
Es handelt sich um eine qualitativ sehr hochstehende Arbeit der russischen 1880er Jahre, welche aus einer sehr angesehenen und kulturell engagierten Familie stammt.
Schätzung CHF 20'000.00 – 30'000.00
Schätzung EUR 18'180.00 – 27'270.00
Gebote unterhalb der unteren Schätzung werden nicht akzeptiert.
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Gebote für die schriftliche Auktion (ab Kat. Nr. 5000) müssen bis spätestens am letzten Ausstellungstag (Freitag) um 18.00 Uhr bei uns eingetroffen sein.