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Alt-Bundesrat Adolf Ogi will Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) werden. Der Schweizerische Olympische Verband (SOV) hat seine Kandidatur nach Lausanne gemeldet. Die Wahl ist jedoch nicht sicher.
Jetzt ist es offiziell: Alt-Bundesrat Adolf Ogi kandidiert für das IOC. Bereits im November letzten Jahres hat dies der Exekutivrat des SOV beschlossen und daraufhin dem IOC schriftlich mitgeteilt. Dies bestätigten Adolf Ogi, SOV-Direktor Marco Blatter und der neue SOV-Präsident Walter Kägi gegenüber der "Berner Zeitung".
Wahl zwar nicht sicher...
Auch in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung "Le Matin" bestätigte Adolf Ogi seine olympischen Ambitionen. Zu seinen Wahlchancen sagte Ogi gegenüber "Le Matin", es sei klar, dass er nicht der einzige Kandidat sei. Der SOV habe seine Kandidatur aber nach einer Beurteilung mit IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch angemeldet. Ogi erklärte zudem, er habe auch andere Vorschläge zur Vertretung der Schweiz erhalten.
...aber doch gute Chancen
Ogi habe gute Chancen, gewählt zu werden, sagte SOV-Präsident Marco Blatter. Dass die Schweiz im IOC bereits überrepräsentiert sei, vermindere diese Chancen kaum.
Bisher sitzen fünf Schweizer im IOC: Joseph Blatter, Präsident des Fussball-Weltverbandes, René Fasel, Präsident des Internationalen Eishockey-Verbandes, Gian-Franco Kasper, Präsident des Internationalen Ski-Verbandes, Denis Oswald, Präsident des Ruder-Weltverbandes, und Marc Hodler, ehemaliger Präsident des Internationalen Ski-Verbandes.
Damit hat ausser Kanada und Italien kein Land so viele Vertreter in diesem Gremium wie die Schweiz. Laut der Olympischen Charta kann jedes Land höchstens zwei Mitglieder im IOC stellen. Blatter, Fasel und Kasper haben ihre Sitze als Präsidenten internationaler Sportverbände von Amtes wegen erhalten und gelten deshalb nicht als Vertreter der Schweiz.
Hodler und Oswald wurden als Schweizer Vertreter gewählt. Hodler ist eines der vier letzten IOC-Mitglieder, die auf Lebzeiten gewählt wurden. Für alle anderen ist die Amtszeit beschränkt.
Schon 1989...
Adolf Ogi ist wählbar, da er Ehrenpräsident des SOV ist. Damit würde er ein Nationales Olympisches Komitee (NOK) vetreten. Für diese NOK's sind im IOC 15 Sitze reserviert, besetzt sind derzeit jedoch nur acht.
Ogi hatte bereits 1989 erwogen, IOC-Mitglied zu werden. Rechtlich wäre dies für ihn auch als Bundesrat möglich gewesen. Da die Einsitznahme aber im Bundesrat auf Kritik gestossen war, hatte er verzichtet.
swissinfo und Agenturen