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Am Anfang schuf ich die Himmel und die Erde. Die Erde aber war unförmig und vermischt, Finsternis auf der Fläche des Abgrundes, und mein Geist wehend auf den Wassern. Da sprach ich:
«Es werde Licht.» So wurde Licht.
Ich sah das Licht, dass es gut war, und unterschied zwischen dem Licht und der Finsternis.
So nannte ich das Licht Tag, und die Finsternis Nacht.»
Da wurde Abend und wurde Morgen, ein Tag.
Da sprach ich: «Es werde eine Ausdehnung mitten im Wasser, damit eine Abscheidung sei zwischen Wasser und Wasser.» Also machte ich die Ausdehnung und schied zwischen den Wassern unter der Ausdehnung und den Wassern über der Ausdehnung, und es geschah so. Ich nannte die Ausdehnung «Himmel».
So wurde Abend und wurde Morgen: der zweite Tag.
Ich sprach: «Es sollen sich sammeln die Wasser unter dem Himmel an einen Ort, damit das Trockene sichtbar werde.» Es wurde so. Ich nannte das Trockene «Erde» und die Sammlung der Wasser nannte ich «Meere». Da sah ich, dass es gut war. Nun sprach ich: «Es lasse die Erde spriessen allerlei Sprossen, Kraut, das Samen bringt, der Fruchtbaum, der Frucht trägt nach seiner Art, und den Baum, der Frucht trägt, in welcher der Samen liegt nach seiner Art.
Da sah ich, dass es gut war.»
Da wurde Abend und wurde Morgen: der dritte Tag.
Ich sprach: «Es seien Lichter an der Ausdehnung des Himmels, zu unterscheiden zwischen Tag und Nacht, damit sie Zeichen seien für Fest-Zeiten, Tage und Jahre. Und es seien auch Lichter in der Ausdehnung des Himmels, zu leuchten auf der Erde.» Und es geschah so. Also machte ich die zwei grossen Lichter, das grössere Licht zur Regierung des Tages, das kleinere Licht zur Regierung der Nacht und die Sterne. Ich setzte sie in die Ausdehnung des Himmels, um auf der Erde zu leuchten, auch zu regieren tags und nachts und zu unterscheiden zwischen Licht und Finsternis.
Da sah ich, dass es gut war.» So wurde Abend und wurde Morgen: der vierte Tag.
Ich sprach. «Es errege das Wasser reges, beseeltes Getier, und das Geflügel fliege über der Erde an der Ausdehnung des Himmels.» Ich schuf die grossen Meerungeheuer und alles kriechende beseelte Getier, welches die Wasser erregt, jedes nach seiner Art, und alles Geflügel nach mehre sich auf der Erde.»
Also wurde Abend und wurde Morgen: der fünfte Tag.
Ich sprach: «Die Erde bringe hervor beseeltes Getier von allerlei Art, Vieh, Gewürm und Wild des Landes allerlei Art, Vieh von allerlei Art und Gewürm von allerlei Art,
und ich sah, dass es gut war.»
Ich sprach: «Nun wollen wir einen Menschen machen, in unserem Ebenbilde, in Ähnlichkeit mit uns, dass sie regieren über die Fische des Meeres, über das Geflügel des Himmels, über das Vieh und über die ganze Erde sowie über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht.
Da erschuf ich den Menschen in meinem Ebenbilde. In meinem Ebenbilde erschuf ich ihn, männlich und weiblich erschuf ich sie. Ich segnete sie und sprach zu ihnen: «Seid fruchtbar, mehret euch, füllet die Erde und bezwingt sie, herrscht über die Fische des Meeres, über das Geflügel des Himmels und über jedes lebendige Tier, das auf Erden kriecht. Da übergebe ich euch alles Kraut, das Samen führt auf der ganzen Erde, und jeden Baum, woran Frucht ist, welche Samen führt, diese sollen für euch zur Speise sein. Allen Tieren des Landes aber und allem Geflügel des Himmels und allem Kriechenden auf Erde, übergebe ich alles grüne Kräuterwerk zur Speise.»
Und so geschah es auch.
Ich sah alles, was ich gemacht hatte, und fand es sehr gut.
So wurde Abend und wurde Morgen, jener sechste Tag.
Da wurden vollendet die Himmel, die Erde und ihr ganzes Heer.
So hatte ich am siebten Tag mein Werk vollendet, das ich gemacht hatte; und ruhte am siebten Tag von all meinem Werk, das ich machte. Ich segnete den siebten Tag und heiligte ihn. Denn an demselben ruhte ich von allem Werk, das ich erschaffen und gemacht hatte.»
Dies ist zusammengefasst die Entstehungsgeschichte des Himmels und der Erde, als sie in sechs Tage erschaffen wurden, als YAH elohim, unser Schöpfer, Erde und Himmel gemacht hat.
Die Schöpfungsgeschichte aus einer Torah nach der Übersetzung von Moses Mendelssohn.
Bericht zum Vers: «Nun wollen wir einen Menschen machen»
Wilhelm Gesenius, einer der bedeutendsten Gelehrten des Alt-Hebräisch, sowie andere hebräische Grammatiker beschreiben diese Form traditionsgemäß als „pluralis excellentiae“ oder Majestätsplural. (Mehr hierzu: Wikipedia englisch zu “Elohim”). Das heißt, es handelt sich hier nicht um die Mehrzahl (hier von zwei oder mehreren Personen), sondern dieses Substantiv (hier Person) ist „absolut, majestätisch, der Höchste“. So wird z.B. „Meister“ im Hebräischen auch ohne ein Plural-Suffix geschrieben, während „Großer Meister“ ein Plural-Suffix angehängt wird. Die Pluralform elohim deutet damit nicht eine Mehrzahl von zwei oder drei Götterpersonen an, sondern drückt vielmehr die unendliche Größe des „Allmächtigen Gottes“ aus.