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Brienz–Rothorn-Bahn
|Kürzel||BRB|
|Bahntyp||Zahnradbahn|
|Betriebseröffnung||1892-06-17|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Das Brienzer Rothorn war lange vor der Bahnerschliessung ein bekannter Aussichtspunkt. Die 1892 eröffnete BRB gehörte einer Aktiengesellschaft und überwand eine maximale Steigung von 250 Promille (Zahnstange System Abt). Die 1890 begonnenen Bauarbeiten gestalteten sich angesichts der schwierigen Topografie sehr aufwändig. Zeitweise wurden bis zu 640 Arbeiter eingesetzt. Nach der Betriebsaufnahme blieben jedoch die Erträge weit hinter den Erwartungen zurück. Schon 1894 musste die BRB Zahlungsunfähigkeit anmelden. Sie ging in der Folge an den Ingenieur Alexander Linder und den Baumeister Theodor Bertschinger über, welche die BRB massgeblich initiiert und deren Erstellung geleitet hatten. Der Kaufpreis betrug 521'558 Franken und galt in der Statistik als Aktienkapital. 1.6 Mio. Franken wurden im Zuge der Zwangsliquidation abgeschrieben. Trotzdem kam die BRB nie aus der Verlustzone heraus. Die Defizite trugen die neuen Eigner (gespeichert als «Betriebssubventionen»).
Im Jahr 1900 wurde die Kapitalbasis erneut reorganisiert und leicht aufgestockt, was der BRB etwas Luft verschaffte. Besitzerin wurde nun die neu gegründete «Gesellschaft der Brienz-Rothorn-Unternehmung». Sie bezahlte für die BRB 485'565 Franken, der Bilanzwert (Baukosten) blieb unverändert. Zwar zogen nun die Passagierfrequenzen merklich an, doch auf der anderen Seite vergrösserten sich aufgrund des weiterhin defizitären Betriebs ebenfalls die Passivsaldi. Wie die Betriebsverluste ausgeglichen wurden, erörterte die Statistik nicht. Neuinvestitionen in die Bahn blieben von 1892 bis 1920 praktisch gänzlich aus. Zur BRB gehörte auch das Hotel auf Rothorn-Kulm mit einem Anlagewert von rund 110'000 Franken. Ob oder – angesichts der Handänderungsverluste – wie dieses in den Bauaufwendungen enthalten war, ist unklar. Bei den Baukosten nach Rubriken (Unter-, Ober-, Hochbau usw.) der Jahre 1903 und 1904 handelte es sich um Nettobeträge.
Die BRB verkehrte nur von zirka Mai bis Ende September. Ab August 1914 bis 1917 stellte sie den Betrieb aufgrund der Tourismuskrise gänzlich ein, ab 1918 wurden bis zum Jahr 1931 nur sporadisch einige wenige Güterzüge geführt. Der Personenverkehr blieb aufgehoben.
1958 beschloss die Generalversammlung der BRB die Stillegung der Anlage, welche durch eine Luftseilbahn ersetzt werden sollte. Eine markante Zunahme der Reisendenzahlen führte jedoch zum Erhalt der Bahn. Auch eine Elektrifizierung stand zur Diskussion, wurde aber nie realisiert. Die BRB ist heute die einzige dampfbetriebene Zahnradbahn der Schweiz.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.