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Gentechnisch veränderte Pflanzen leisten Beitrag gegen die Erderwärmung
Der grossflächige Anbau gentechnisch veränderter Nutzpflanzen würde der globalen Klimaerwärmung entgegenwirken. Zu diesem Ergebnis kommen amerikanische und deutsche Forschende in einer Studie.
Donnerstag, 17. März 2022
Auch die Landwirtschaft trägt zum Klimawandel bei. Etwa 25
Prozent
% der globalen Treibhausgase -Emissionen werden der Agrarp -Produktion zugeschrieben, zum Grossteil der Tierhaltung und der Düngung. Ungefähr ein Drittel der Klimaa -Auswirkungen der Landwirtschaft geht auf Änderungen der Landnutzung zurück, zum Beispiel durch Ausweitung der Agrarfläche auf Kosten biodiversitätsreicher Gebiete. Diese enthalten oft grosse Mengen gebundenen Kohlenstoffes, der dann zum Beispiel durch Brandrodung freigesetzt wird. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Agrarrohstoffen treibt die Ausweitung der Anbauflächen. Eine Reduktion dieses Drucks würde sich daher positiv auf das Klima auswirken. Dazu könnte auch die europäische Landwirtschaft beitragen, wie eine neue Studie der Universität Bonn und des kalifornischen Breakthrough-Instituts unter Federführung von Matin Qaim zeigt.
Die Forscher beschreiben, dass sich in der EU durch den Anbau bereits heute verfügbarer gentechnisch veränderter Nutzpflanzen, wie Mais, Raps oder Zuckerrüben, jedes Jahr etwa 33 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einsparen liessen. Das entspricht 7.5% des landwirtschaftlichen Treibhausgasausstosses in der EU. Aktuell werden aufgrund der ungünstigen Rahmenbedingungen nur in wenigen EU Ländern, wie Spanien und Portugal, gentechnisch veränderte Nutzpflanzen angebaut.
Der Hauptgrund für diese möglichen Einsparungen sind die höheren Erträge, die mit gentechnisch veränderten Sorten realisiert werden können. Erfahrungen in anderen Ländern belegen, dass der Ertragszuwachs im Durchschnitt bei 22% liegt, aber je nach Kultur und Anbauregion stark schwanken kann. In gemässigten Breiten, wie in Europa, sind Ertragsvorteile von 7- 10% realistisch. Eine höhere Produktivität in Europa würde die Abhängigkeit von Importen verringern, Agrarexporte steigern, und damit den Bedarf für eine weitere Ausweitung der globalen Agrarflächen reduzieren. Zusätzlich bieten gentechnisch verändert Pflanzen auch direkte Klimavorteile, wie einen reduzierten Bedarf an Pflanzenschutz und Bodenbearbeitung, was sich in einem reduzierten Treibstoffbedarf niederschlägt.
Die Autoren weisen darauf hin, dass die Skepsis in Europa gegenüber gentechnisch veränderten Pflanzen zu restriktiven Rahmenbedingungen geführt hat, die einen Anbau fast unmöglich machen. Hauptgrund dafür sind hypothetische, in der Anbaupraxis anderer Länder nicht belegte Risiken. Dadurch können tatsächliche Vorteile dieser Pflanzen, wie Ertragssteigerungen und positive Klimaauswirkungen, nicht genutzt werden. Mit Sorge betrachten die Wissenschaftler die Absicht der EU, mit dem «Green Deals» den Flächenanteil der Bio-Landwirtschaft deutlich zu steigern, und damit die Agrarproduktion weiter zu schmälern. Damit werden nachteilige Klima-Auswirkungen nicht behoben, sondern einfach in das Ausland verlagert. Die Forscher fordern dazu auf, die zur Verfügung stehenden Mittel für eine produktive Landwirtschaft in Europa verstärkt zu nutzen. Dazu gehören auch moderne Züchtungsverfahren, um die Leitungsfähigkeit und Produktivität der Landwirtschaft zu steigern.
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