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marcel van eeden
marcel van eeden (* 1965, lebt und arbeitet in Den Haag) arbeitet im Grunde genommen nur an einem einzigen Projekt. Im Medium der Zeichnung nimmt er eine geradezu enzyklopädische Aneignung der Welt seiner Eltern und Grosseltern vor, die er selbst noch nicht mit eigenen Sinnen erfahren konnte. Täglich entsteht mindesten eine Zeichnung nach Vorlagen, die er in Zeitungen, Magazinen oder anderen Bildvorlagen findet und die allesamt aus der Zeit vor seiner Geburt stammen. Im Schwarzweiss von Bleistift oder Negrostift (eine spezielle Kreide) werden die visuellen Eindrücke ihres ursprünglichen Kontextes entfremdet und über den persönlichen zeichnerischen Duktus, über das weitgehend einheitliche Format und Material und schliesslich auch über das Ritual des täglichen Zeichnens, das an On Kawaras Datumsbilder erinnert, in das individuelle Wahrnehmungssystem von van Eeden eingepasst: „Als es dich noch nicht gegeben hat, hat das niemand gestört, und wenn du demnächst nicht mehr sein wirst, wird das auch niemand stören. […] Es ist eine Art Idealzustand, […] eine merkwürdige Dämmerzone: Du kannst nicht dorthin, aber mehr oder weniger doch. Es hat etwas Paradiesisches“, so Marcel van Eeden. Das museum franz gertsch präsentiert erstmalig in der Schweiz eine Auswahl von gut 80 dieser virtuosen Zeichnungen aus van Eedens persönlicher Bildenzyklopädie.