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Champagner? Franciacorta!
Sie können nicht ohne Champagner sein, und denken, es gäbe dazu absolut keine Alternative? Dann haben Sie vermutlich noch nie die italienische Antwort auf den französischen Schaumwein ausprobiert: Für viele Liebhaber von Schaumweinen ist Franciacorta bereits seit langer Zeit schon ein sicherer Wert und eine willkommene – da meist günstigere – Alternative zu festlichen Gelegenheiten, als Speisebegleiter oder als erfrischender Einstieg in den Abend zum Aperitivo.
Die noch junge Weinregion aus der Lombardei, um den Lago d’Iseo gelegen, erstreckt sich über 23 Gemeinden in der Provinz Brescia, und es werden Stillweine sowie Schaumweine produziert. 1967 erhielt die Zone den DOC-Status, und im Jahr 2015 die geschützte Herkunftsbezeichnung DOCG für die Schaumweine. Die Region um den Lago d`Iseo eignet sich hervorragend für die Produktion von Schaumweinen, weil die mineralischen Moränenböden, die grossen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die Fallwinde aus den Ausläufern der Alpen, wie auch der mässigende Einfluss des Sees auf das Klima perfekte Bedingungen für die Grundweine schaffen, die eine gelungene Schaumweinproduktion erst ermöglichen.
Die Schaumweine aus dem Franciacorta werden nach der traditionellen „Methode Champenoise“ gekeltert: Zunächst wird aus dem Most durch alkoholische Gärung der Grundwein hergestellt. Ein Teil der Erzeuger lässt anschließend die sogenannte malolaktische Gärung, einen biologischen Säureabbau, der Apfelsäure zu Milchsäure umwandelt, zu. Ist dieser Prozess abgeschlossen, kann der Grundwein zusammengestellt und in Flaschen gefüllt werden, in denen er dann ein zweites Mal mit beigefügter Hefe und Zucker in der Flasche gärt. Die zugelassenen Rebsorten für den «Franciacorta» unterscheiden sich nur minimal von den Rebsorten, die in der Champagne Verwendung finden: Neben Chardonnay und Pinot Noir wird auch Pinot Bianco (Weissburgunder) verwendet, der diesen Schaumweinen eine etwas fruchtigere Note verleiht.
Franciacorta wird wie folgt unterteilt:
Franciacorta Brut:
mind. 18 Monate Flaschengärung
Franciacorta Rosé:
mind. 24 Monate Flaschengärung mit mind. 25% Pinot Noir Anteil
Franciacorta Satén:
mind. 24 Monate Flaschengärung aus 100% Chardonnay und/oder Pinot Bianco
Franciacorta Satén Millesimato:
mind. 30 Monate Flaschengärung aus 100% Chardonnay und/oder Pinot Bianco
Franciacorta Riserva:
mind. 60 Monate Flaschengärung
Wir möchten zwar niemandem zu nahe treten, doch ist die Riege der Champagner-Enthusiasten oft eine schwer einzunehmende Bastion, wenn es um eine Franciacorta-Empfehlung geht. Nicht selten fallen Synonyme wie: «schlechte Kopie von Champagner», «zu günstig», «keine Tradition» oder ganz simpel «kenn ich nicht». All diesen Skeptikern möchten wir dringend ans Herz legen, sich einmal auf einen Franciacorta Riserva, am besten gereift nach 5 bis 10 Jahren, zu einem herzhaften Abendessen einzulassen und zwar so, wie es in Italien Tradition hat: Serviert in einem Rotweinkelch, welcher im Gegensatz zu in Flûtes serviertem Champagner viel «weiniger» daherkommt, und so seine volle Palette an Aromen zeigt. Für mich immer wieder ein Erlebnis – denn schlussendlich bestimmt nicht die Etikette den Genuss, sondern der Inhalt. Und der ist bei den Franciacorta-Abfüllungen von unseren langjährigen Partnern von «Le Marchesine» schlicht grossartig.