Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/133839

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Digitalisierung im Filmbereich hat dazu geführt, dass sich die Anzahl der filmtechnischen Betriebe in der Schweiz massiv reduziert hat. Die wenigen übrig gebliebenen Firmen kämpfen ums Überleben. Da die Filmarchive über sehr grosse, kulturell bedeutsame Bestände an analogem Film verfügen, ist es wichtig, das entsprechende Know-how und die Infrastrukturen zu erhalten. Dies auch des Erhalts von Arbeitsplätzen in der Schweiz wegen.</p><p>In diesem Zusammenhang wird der Bundesrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche rasch wirksamen Massnahmen kann er ergreifen, um diese Infrastrukturen zu erhalten?</p><p>2. Welche Möglichkeiten sieht er, die vom Bundesamt für Kultur vergebenen Gelder insbesondere für die Erhaltung und Restaurierung von analogen Filmen vornehmlich in der Schweiz zu investieren?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bund kann im Rahmen des Filmgesetzes vom 14. Dezember 2001 (SR 443.1) Finanzhilfen an die Archivierung und Restaurierung von Filmen ausrichten. Der Bund leistet neben jährlichen Betriebsbeiträgen an das Schweizer Filmarchiv (Cinémathèque Suisse) einen erheblichen finanziellen Aufwand an den aktuellen Neubau des Schweizer Filmarchivs in Penthaz bei Lausanne.</p><p>Zum Kernauftrag des Filmarchivs gehört die fachgerechte Archivierung und Restaurierung des audiovisuellen Erbes der Schweiz. Dazu gehören die Restaurierung von Filmrollen sowie die Aufbereitung von Filmen für die Langzeitarchivierung. Nach dem heutigen Stand der Technik ist die Archivierung von Filmen in analogem Format die wirtschaftlich effizienteste Form, speziell was die Lagerungs- und Pflegekosten betrifft.</p><p>Die fast vollständige Digitalisierung der Filmproduktion hat aber dazu geführt, dass in den letzten Jahren die Kapazitäten der chemischen Filmentwicklung im In- und im Ausland drastisch zurückgefahren werden mussten und dieser Industriezweig in erster Linie nur noch in der Archivierung von Filmen eine Zukunft hat.</p><p>1. Das Eidgenössische Departement des Innern hat mit den betroffenen Institutionen (Filmarchiv und technische Betriebe in der Schweiz) bereits Gespräche geführt hat, um die Situation genau bewerten zu können und mögliche Lösungen zu finden. Für 2013 kann das BAK für die Herstellung von analogen Archivkopien in beschränktem Rahmen Mittel in Aussicht stellen, damit die letzten bestehenden Infrastrukturen betrieben werden können. Weitere mit der Langzeitarchivierung befasste Institutionen (in erster Linie Förderinstitutionen) sind in dieses Vorhaben ebenfalls eingebunden.</p><p>2. Der Bundesrat ist der Ansicht, dass Finanzhilfen für die Restaurierung und Erhaltung von Filmen nach Möglichkeit auch in der Schweiz zu reinvestieren sind, um bestehendes Fachwissen im Inland zu erhalten und neue Kompetenzen nachhaltig aufzubauen. Das Schweizer Filmarchiv ist bei der Zuteilung der Restaurierungsaufträge angehalten, die ihm zugeteilten Mittel wirtschaftlich und effizient einzusetzen. Dies darf aber nicht zu einer kostspieligen Wettbewerbsverzerrung führen.</p>  Antwort des Bundesrates.