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Wort auf den Weg
«Er gab ihnen Vernunft, Sprache, Augen, Ohren und das Herz zum Denken.» Sirach 17,6
Sprache fasziniert mich seit jeher. Wie kommunizieren wir? Welchen Worten geben wir Bedeutung? Wählen wir sie sorgsam oder zufällig? Neuerdings fällt mir auf, dass im schriftlichen Verkehr Veränderungen geschehen. Als Beispiel nehme ich die Art und Weise, wie wir uns in schriftlichen Mitteilungen verabschieden. Inhaltlich ist die Grussformel wohl als nebensächlich einzustufen, dennoch ist sie nicht unbedeutend.
Die lange verwendete Formel FREUNDLICHE GRÜSSE wirkt eher geschäftlich, obwohl «freundlich» in der Bibel eine liebenswürdige Bedeutung ausstrahlt. LIEBE oder HERZLICHE GRÜSSE dagegen braucht man meist für persönliche, ja familiäre Kontakte. HOCHACHTUNGSVOLL wird hingegen kaum noch geschrieben.
Im Management wird geraten, zu variieren und die Grüsse den Adressaten und Adressatinnen anzupassen. Die neuerdings häufig verwendeten Formeln BESTE GRÜSSE oder SCHÖNE GRÜSSE wollen mir nicht so recht gefallen. Sie klingen zwar hübsch, aber was höre ich daraus? Gibt es also auch gute und bessere Grüsse – und weniger schöne oder sogar hässliche?
Wenn ich Augen, Ohren und das Herz zum Denken benutze und versuche, die Sprache mit Vernunft zu verwenden, kommen mir passendere Grüsse in den Sinn: AUFMERKSAME, WOHLWOLLENDE, VERTRAUTE, VERBUNDENE, FRIEDLICHE…
Mit zugeneigten Grüssen!
Claudia Hubacher