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Die Fütterungsempfehlungen für die Grossviehmast des «Grünen Buchs» sind nicht mehr auf die Tiere und die aktuellen Produktionsbedingungen abgestimmt. Eine Aktualisierung der Daten ist nötig.
In der Schweiz kommen bis zu 35 % des produzierten Rindfleisches aus Mastbetrieben mit Jungrindern, die aus der Milchviehherde und unterschiedlichen Rassenkreuzungen stammen. Um ihre Leistungen in wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht zu verbessern, muss die Autonomie beim Fütterungssystem maximiert und gleichzeitig die Emissionen (Treibhausgas, Stickstoffanfall) beschränkt werden. Auf der Ebene des Tieres und des Produktionsystems, beruht die Verbesserung zu einem grossen Teil auf dem effizienten Einsatz des Futters. Um diese Ziele zu erreichen, sind präzise und auf diese Herausforderungen abgestimmte Fütterungsnormen wichtig.
Entwicklung des Rindermast-Sektors
In der Schweiz ist das von Agroscope entwickelte System der Fütterungsnormen im Kapitel «Fütterungsempfehlungen für die Grossviehmast» des «Grünen Buchs» beschrieben. Einzig die Daten zum Trockensubstanz-Verzehr wurden 2018 aktualisiert. Für die übrigen Daten beruhen die Fütterungsempfehlungen des «Grünen Buchs» im Wesentlichen auf französischen Modellen, die für die Mastbedingungen in der Schweiz in den 70er- und 80er-Jahren geprüft und angepasst wurden. In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Rindermast in der Schweiz jedoch auf verschiedenen Ebenen entwickelt: bezüglich der Genetik der Tiere, des Produktionsystems und des politischen und wirtschaftlichen Kontexts. Es ist unverzichtbar, die Empfehlungen des «Grünen Buchs» für Munis, vor dem Hintergrund einer aktuellen und für die schweizerischen Bedingungen repräsentativen Praxis zu evaluieren, um entscheiden zu können, ob die Empfehlungen beibehalten werden können oder ob eine Aktualisierung des Systems erforderlich ist.
Beobachtungen in den Versuchen gegenüber Schätzungen des «Grünen Buchs»
In dieser Studie wurden zu den aufgenommenen Mengen an Nettoenergie für die Fleischproduktion (NEV) und an absorbierbarem Protein im Darm (APD) für drei Gruppen von Mastmunis, die mit Rationen unterschiedlicher Energiedichte gefüttert wurden, biologische Beobachtungen mit den Schätzungen des «Grünen Buchs» verglichen. Die Wahl der Zusammensetzung und des Energiegehalts der drei Rationen erfolgte auf der Grundlage der aktuellen Praxis in der Mast von Munis in der Schweiz. Parallel zu den Leistungen der Tiere (Höhe des Futterverzehrs, Kinetik des Lebendgewichts), wurden Daten zu den physiologischen Parametern (Körperzusammensetzung) oder zum Verhalten (Futteraufnahme, körperliche Aktivität) gesammelt, die zur Erklärung von Unterschieden zwischen den biologischen Beobachtungen und den Vorhersagen des «Grünen Buchs» herangezogen werden können. Es wurden Abweichungen von rund 20 % für den Energiebedarf und von 2 % für das absorbierbare Protein zwischen den Beobachtungen im Versuch und den Schätzungen des «Grünen Buchs» festgestellt. Die Abweichung beim Energiebedarf lässt sich teilweise mit Unterschieden beim Lebendgewicht am Ende des Versuchs sowie bei der Wachstumsintensität, der Körperzusammensetzung und der körperlichen Aktivität der Munis erklären.
Fazit
- Die Studie von Agroscope hat bedeutende Abweichungen zwischen den biologischen Beobachtungen und den Berechnungen des «Grünen Buchs» für die Schätzung des Energiebedarfs von Mastmunis ergeben.
- Eine Überarbeitung und Aktualisierung des «Grünen Buchs» auf der Grundlage neu gewonnener Versuchsdaten, insbesondere zur Körperzusammensetzung, ist unumgänglich.
Wissenschaftlicher Artikel
Das «Grüne Buch» ist nicht mehr auf den Energiebedarf von Mastmunis abgestimmt