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Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich AL.2023.00214 II. Kammer Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens als Einzelrichterin Gerichtsschreiber Brugger Urteil vom 16. Juli 2024 in S achen X.___ Beschwerdeführerin gegen Amt für Arbeit (AFA) Arbeitslosenversicherung Postfach, 8090 Zürich Beschwerdegegner Sachverhalt: 1. X.___, geboren 1977, war zuletzt befristet vom 1. Juni bis 5. Oktober 2022 mit einem Teilzeit pensum als Betriebsmitarbeiterin bei der Y.___ AG in Z.___ angestellt ( Urk. 6/109 Ziff. 1-3). Die Versicherte meldete sich am 4. Oktober 2022 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) A.___ zur Arbeitsvermittlung an und beantragte am 4. November per 3. November 2022 die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung ( Urk. 6/106, Urk. 6/105 Ziff. 2). Das RAV lud die Versicherte m it Schreiben vom 2 1. Juli 2023 ( Urk. 6/13) f ür den 2 8. Juli 2023 zu einem persönlichen Beratungs-/Kontrollgespräch ein, welchem diese fernblieb. N ach der Aufforderung des RAV ( Urk. 6/9) nahm die Versicherten am 3. August 2023 Stellung zum verpassten Beratungs-/ und Kontrollgespräch und gab an, dass sie das Schreiben des RAV vom 2 1. Juli 2023 nicht erhalten habe ( Urk. 6/10 S. 2). Gestützt auf eine Meldung des RAV vom 4. August 2023 ( Urk. 6/1) stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) die Versicherte mit Verfügung vom 9. August 2023 ( Urk. 6/5) wegen Nichtbefolgens von Kontrollvorschriften und Weisungen des RAV ab dem 2 9. Juli 2023 für sechs Tage in der Anspruchs berechtigung ein. Die Versicherte erhob dagegen am 1 8. August 2023 ( Urk. 6/3, Urk. 6/4 S. 2 ) auf elektronischem Weg Einsprache, die das AWA mit Entscheid vom 1 0. Oktober 2023 ( Urk. 6/7 = Urk. 2) abwies. 2. Die Versicherte erhob am 2 8. Oktober (Poststempel vom 3 0. Oktober ) 2023 Beschwerde ( Urk. 1) gegen den Einspracheentscheid des AWA vom 1 0. Oktober 2023 ( Urk. 2). Sinngemäss beantragte sie, der Entscheid sei aufzuheben und es sei auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu verzichten. Das AWA beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2 9. November 2023 ( Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde. Diese wurde der Beschwerdeführerin am 8. Dezember 2023 zugestellt ( Urk. 7). Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 1. 1.1 Da der Streitwert Fr. 30’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 GSVGer ). 1.2 Nach Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) muss sich die versicherte Person möglichst frühzeitig, spätestens jedoch am ersten Tag, für den sie Arbeits losenentschädigung beansprucht, persönlich zur Arbeitsvermittlung melden und von da an die Kontrollvorschriften des Bundesrates befolgen. Dazu gehört nach Art. 17 Abs. 3 Satz 2 lit. b AVIG, dass die arbeitslose Person auf Weisung der zuständigen Amtsstelle an Beratungsgesprächen und Informations veranstaltungen teilnimmt. Nach Art. 21 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung ( AVIV ) führt die zuständige Amtsstelle mit jeder versicherten Person in angemessenen Abständen, jedoch mindestens alle zwei Monate, Beratungs- und Kontroll gespräche durch. Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchs berechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt. Als Nichtbefolgen einer Weisung gilt insbesondere das unentschuldbare Versäumen eines Beratungsgesprächs. Dabei stellt jedoch nach der Rechtsprechung ein unentschuldigtes Nichtwahrnehmen eines Beratungs- und Kontrollgespräches insbesondere dann kein einstellungs würdiges Fehlverhalten dar, wenn die versicherte Person während zwölf Monaten davor ihren Pflichten als Arbeitslose korrekt nachgekommen ist und sich für das Fehlverhalten nachträglich von sich aus entschuldigt hat, wobei ein allfälliges früheres Fehlverhalten nicht zu berücksichtigen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_761/2016 vom 6. Juli 2017 E. 2.1 mit Hinweisen). 1. 3 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittel schwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). 2. 2.1 Der Beschwerdegegner hielt im angefochtenen Entscheid ( Urk. 2) fest, die Einladung des RAV zum Beratungsgespräch vom 2 8. Juli 2023 sei der Beschwerdeführer in am 2 2. Juli 2023 zugestellt worden. Der Zustellnachweis eines «Track and Trace»-Auszuges bei einer A-Post Plus-Sendung gelte als Indiz für eine ordnungsgemässe Zustellung (S. 1 f.). Nach der Rechtsprechung liege ein Fehler bei der Postzustellung zwar nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit. Eine fehlerhafte Postzustellung sei allerdings nicht zu vermuten. Eine solche sei nur anzunehmen, wenn sie aufgrund der Umstände als plausibel erscheine. Auf die Darstellung, wonach eine fehlerhafte Postzustellung vorliege, sei abzustellen, wenn die Darlegung der Umstände nachvollziehbar sei und einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspreche. Der gute Glaube der versicherten Person sei zu vermuten. Rein hypothetische Überlegungen der Beschwerdeführerin, wonach die Sendung einem Nachbarn oder sonst einer Drittperson zugestellt worden sein könnte, v er mögen nicht zu überzeugen. Sie zeige nicht den geringsten konkreten Umstand auf, der die Vermutung einer korrekten Postzustellung umstossen könnte. Es handle sich lediglich um allgemeine, hypothetische Überlegungen der Beschwerdeführerin über die Möglichkeit der Zustellung der Einladung zum Beratungsgespräch. Es sei daher davon auszugehen, dass ihr die Einladung am 2 2. Juli 2023 zugestellt worden sei, so dass kein entschuldbarer Grund für das Fernbleiben vom Beratungsgespräch vom 2 8. Juli 2023 vorliege. Die Beschwerdeführerin sei daher zu Recht wegen unentschuldigtem Fernbleiben vom Kontroll- und Beratungsgespräch vom 2 8. Juli 2023 in der Anspruchs berechtigung eingestellt worden. Die Einstelldauer von sechs Tagen liege im Bereich eines leichten Verschuldens. Diese trage dem zugrundeliegenden Ver schulden und den konkreten Umständen angemessen Rechnung (S. 2). 2.2 Die Beschwerdeführerin brachte vor, die Zustellung mittels A-Post Plus sei ge mäss Art. 138 Abs. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO) im Bereich des Bundes gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) für Ent scheide zulässig. Wenn die Zustellung jedoch bestritten werde, erlaube das System keinen ausreichenden Nachweis der Zustellung. Die Zustellung mittels A-Post Plus vermöge die effektive Zustellung der Sen d ung an den Empfänger - anders als die eingeschriebene Zustellung mit unterschriftlicher Empfangs bestätigung - nicht mit derselben Beweiskraft nachzuweisen. Dies spreche in der Regel für die Zustellung mit eingeschriebenem Brief. Die Einladung gelte wegen des Fehlens der Unterschrift der Empfängerin als nicht zugestellt ( Urk. 1 = Urk. 3/1). 2.3 Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Beschwerdegegner die Beschwerde führerin zu Recht wegen des Fernbleibens vom Kontroll- und Beratungsgespräch beim RAV vom 2 8. Juli 2023 beziehungsweise wegen Nichtbefolgens von Kontrollvorschriften und Weisungen des RAV für sechs Tage in der Anspruchs berechtigung eingestellt hat. In diesem Zusammenhang ist zunächst zu prüfen, ob die vo n Seiten des RAV mit A-Post Plus versandte Einladung zum Kontroll- und Beratungsgespräch der Beschwerdeführerin am 2 2. Juli 2023 korrekt zu gestellt worden ist. 3. 3.1 Vorliegend steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin dem Beratungs - und Kontrollgespräch beim RAV vom 2 8. Juli 202 3 unentschuldigt ferngeblieben ist (vgl. Urk. 6/13). Das RAV stellte der Beschwerdeführerin die schriftliche Einladung vom 2 1. Juli 2023 mittels A-Post Plus-Sendung zu ( Urk. 6/12). 3.2 Die Beschwerdeführerin meldete sich per E-Mail von sich aus am 3 1. Juli 2023 bei der Personalberaterin des RAV unter Hinweis darauf, dass sie (nach dem krankheitshalber abgesagten Termin vom 2 1. Juli 2023, vgl. Urk. 6/33 S. 3 Ein trag vom 2 1. Juli 2023) noch keinen neuen Termin erhalten habe ( Urk. 6/8 S. 1 unten ). Die Personalberaterin antwortete der Beschwerdeführerin mit E-Mail vom 2. August 202 3. Sie führte aus, der Termin wäre am 2 8. Juli 2023 gewesen. Es könne nicht sein, dass die Beschwerdeführerin die Postzustellung der Einladung nicht erhalten habe. Sie habe ihr die Einladung am gleichen Tag der Krank meldung vom 2 1. Juli 2023 zugestellt. Diese Form der Zustellung könne nach verfolgt werden. Gemäss dem beigefügten Beleg sei das Couvert zugestellt worden ( Urk. 6/8 S. 1). 3.3 Die Beschwerdeführerin gab in der schriftlichen Stellungnahme vom 3. August 2023 an, sie habe den Brief mit der Einladung zum Termin vom 2 8. Juli 2023 nicht erhalten. Es tue ihr sehr leid, s ie habe keine Ahnung, was passiert sei. Sie sei immer zu Hause gewesen und habe den Briefkasten jeden Tag überprüft. Zum nächsten Termin vom 1 1. August 2023 komme sie selbstverständlich. Sie ent schuldige sich noch einmal ( Urk. 6/10 S. 2). 3.4 Ergänzend gab die Beschwerdeführerin in der E-Mail an ihre Personalberaterin vom 3. August 2023 ( Urk. 6/8 S. 2) unter Bestätigung des Erhalts des neuen Termins an, sie wisse wirklich nicht, was mit dem vorherigen Brief passiert sei. Sie habe einmal ein Paket nicht erhalten. Bei einem Brief sei dies aber noch nie passiert. 4. 4.1 Mangels diesbezüglicher Gesetzesvorschriften dürfen sich die Versicherungs träger oder Behörden im Sozialversicherungsverfahren der Versandart «A-Post Plus» bedienen. Bei der Versandmethode wird der Brief mit einer Nummer ver sehen und ähnlich wie ein eingeschriebener Brief mit A-Post spediert. Im Unter schied zu den eingeschriebenen Briefpostsendungen wird aber der Empfang durch den Empfänger nicht quittiert. Entsprechend wird der Adressat im Fall seiner Ab wesenheit auch nicht durch Hinterlegung einer Abholungseinladung avisiert. Hervorzuheben ist, dass die Zustellung bei uneingeschriebenem Brief bereits dadurch erfolgt, dass er in den Briefkasten oder ins Postfach des Adressaten gelegt wird. Die Sendung gelangt damit in den Macht- beziehungsweise Verfügungs bereich des Empfängers. Dass dieser von der Verfügung oder dem Schreiben tat sächlich Kenntnis nimmt, ist nicht erforderlich. Bei der Versandart «A-Post Plus» lässt sich dieses Zustelldatum mittels «Track + Trace» sodann zweifelsfrei fest stellen (BGE 142 III 599 E. 2.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_330/2020 vom 2. Juli 2020 E. 3; 9C_90/2015 vom 2. Juni 2015 E. 3.1; 2C_1126/2014 vom 2 0. Februar 2015 E. 2.2 ; vgl. auch Urteil des hiesigen Gerichts vom 2 0. September 2023 E. 3.2). N ach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, die sich auch auf die Zustellungs art A-Post-Plus bezieht, liegt ein Fehler bei der Postzustellung zwar nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit. Eine fehlerhafte Postzustellung ist allerdings praxisgemäss nicht zu vermuten, sondern nur anzunehmen, wenn sie aufgrund der Umstände plausibel erscheint. Auf die Darstellung des Adressaten, dass eine fehlerhafte Postzustellung vorliegt, ist daher abzustellen, wenn seine Darlegung der Umstände nachvollziehbar ist und einer gewissen Wahrscheinlichkeit ent spricht, wobei sein guter Glaube zu vermuten ist (BGE 14 2 III 599 E. 2.4.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_90/2015 vom 2. Juni 2015 E. 3.2 und 2C_570/2011 vom 2 4. Januar 2012 E. 4.3). 4.2 Im Anschluss an die Stellungnahme vom 3. August 2023 (E. 3.3) gab d ie Beschwerdeführerin gab in der Einsprache vom 1 8. August 2023 lediglich an, auf de m Bericht über die Zustellung des Schreibens stehe nicht ihre Unterschrift. Wie könne die Zustellung nachgewiesen werden, wenn der Empfänger dies e nicht mittels Unterschrift bestätigt habe. Wo gearbeitet werde, würden auch Fehler gemacht. Vielleicht habe der Postbote den Brief in einen anderen Briefkasten gelegt. Das wisse man nicht. Sie habe bisher alles richtig gemacht und sei immer zu den Kontroll- und Beratungsgesprächen erschienen. Niemand habe sie informiert, dass sie zu dem Termin nicht erschienen sei. Hätte sie sich nicht selbständig bei ihrer Beraterin gemeldet, hätte sie nicht erkannt, dass sie einen Brief hätte erhalten sollen ( Urk. 6/3). In der Beschwerde äusserte sich die Beschwerdeführerin nicht weiter zu den Umständen der Zustellung des Schreibens vom 2 1. Juli 2023 ( Urk. 1). Wie erwähnt, wurde die schriftliche Einladung der Personalberaterin vom 2 1. Juli 2 023 zum Kontroll- und Beratungsgespräch vom 2 8. Juli 2 023 der Beschwerde führerin mittels A-Post Plus zugestellt. Nach der vorliegenden Sendungs verfolgung (Track + Trace) wurde ihr das Schreiben am 2 2. Juli 2 02 3 an ihrer Wohnadresse zugestellt, wobei es ins Ablagefach gelegt wurde. Die Zustellung wird auch durch die Sendungsnummer belegt ( Urk. 3/3 = Urk. 6/11). D ie Beschwerdeführerin legte vorliegend die Umstände nicht weiter dar, weshalb – wie von ihr geltend gemacht - ihr das Schreiben vom 2 1. Juli 2023 nicht zu gestellt w orden wäre. Bei der von ihr vorgebrachten Möglichkeit, die Sendung könnte im falschen Briefkasten abgelegt worden sein, handelt es sich um eine blosse Mutmassung. Dies, nachdem die Sendung bis zur Zustellung des Schreibens in den Briefkasten der Beschwerdeführerin am 2 2. Juli 2023 nach vollzogen werden kann ( Urk. 6/11), was als Indiz für eine korrekte Zustellung zu bewerten ist. V on der Beschwerdeführerin wurde damit nicht nachvollziehbar und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorgebracht und nachgewiesen, dass und weshalb ihr die Einladung nicht zugestellt worden wäre. Nach der Recht sprechung des Bundesgerichts sind blosse hypothetische Überlegungen des Adressaten über den Verbleib der Sendung unbehelflich (Urteil des Bundes gerichts 8C_330/2020 vom 2. Juli 2020 E. 3; BGE 142 III 599 E. 2.2 und 2.4.1). Die Beschwerdeführerin vermag aus ihren Angaben in der Einsprache, wonach die Sendung vielleicht einem Nachbarn zugestellt worden sein könnte, nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, da es sich hierbei um blosse hypothetische Über legungen handelt. Unbehelflich ist sodann der Hinweis in der Beschwerde auf Art. 138 Abs. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO). Die Zustellung des Schreibens durfte vorliegend jedenfalls mittels A-Post Plus -S e ndung erfolgen (vgl. E. 4.1 hiervor). Der Hinweis in der Beschwerde auf den Entscheid des Obergerichts des Kantons Zürich PS130130 vom 2 7. September 2013 E. 3.3 führt in Anbetracht der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht zu einer anderen Ein schätzung der Sach- und Rechtslage. 4.3 Nach dem Gesagten ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich keit davon auszugehen, dass die schriftliche Einladung der Personalberaterin des RAV vom 2 1. Juli 2023 der Beschwerdeführerin am 2 2. Juli 2023 korrekt zugestellt worden ist. Daraus folgt, dass diese dem Kontroll- und Beratungs gespräch vom 2 8. Juli 2023 unentschuldigt ferngeblieben ist. 4.4 Die Beschwerdeführerin ist innert der letzten zwölf Monate vor dem verpassten Gespräch vom 2 8. Juli 2023 ihren Pflichten als Arbeitslose korrekt nach gekommen ( Urk. 6/24, Urk. 6/29). Was die persönlichen Arbeitsbemühungen für den Monat Februar 2023 angeht, so wurden diese trotz qualitativer Mängel unter Hinweis auf eine Meldung im Wiederholungsfalle ausnahmsweise akzeptiert und es erfolgte keine Einstellung ( Urk. 6/33 S. 5 Eintrag vom 7. März 2023). Die Beschwerdeführerin meldete sich sodann am 3 1. Juli 2023 von sich aus bei ihrer Beraterin, nachdem sie von dieser im Nachgang zum krankheitshalber abgesagten Termin vom 2 1. Juli 2023 von keinem neuen Termin Kenntnis erhalten hatte (E. 3.2), und entschuldigte sich unmittelbar nach Erhalt der Antwort vom 2. August 2023 in der Stellungnahme vom 3. August 2023 für ihr Fehlverhalten (E. 3.3). Ein einstellungswürdiges Fehlverhalten liegt damit ni cht vor (E. 1.2), weshalb sich die Beschwerde als begründet erweist und der angefochtene Einspracheentscheid ersatzlos aufzuheben ist. Die Einzelrichterin erkennt: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid des Amts für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich, Arbeitslosenversicherung, vom 1 0. Oktober 2023 ersatzlos aufgehoben. 2. Das Verfahren ist kostenlos. 3. Zustellung gegen Empfangsschein an: - X.___ - Amt für Arbeit (AFA) - seco - Direktion für Arbeit - Arbeitslosenkasse 01 000 Zürich 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Partei oder ihrer Rechtsvertretung zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Die EinzelrichterinDer Gerichtsschreiber Grieder-MartensBrugger

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich AL.2023.00214 II. Kammer Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens als Einzelrichterin Gerichtsschreiber Brugger Urteil vom 16. Juli 2024 in S achen X.___ Beschwerdeführerin gegen Amt für Arbeit (AFA) Arbeitslosenversicherung Postfach, 8090 Zürich Beschwerdegegner Sachverhalt: 1. X.___, geboren 1977, war zuletzt befristet vom 1. Juni bis 5. Oktober 2022 mit einem Teilzeit pensum als Betriebsmitarbeiterin bei der Y.___ AG in Z.___ angestellt ( Urk. 6/109 Ziff. 1-3). Die Versicherte meldete sich am 4. Oktober 2022 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) A.___ zur Arbeitsvermittlung an und beantragte am 4. November per 3. November 2022 die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung ( Urk. 6/106, Urk. 6/105 Ziff. 2). Das RAV lud die Versicherte m it Schreiben vom 2 1. Juli 2023 ( Urk. 6/13) f ür den 2 8. Juli 2023 zu einem persönlichen Beratungs-/Kontrollgespräch ein, welchem diese fernblieb. N ach der Aufforderung des RAV ( Urk. 6/9) nahm die Versicherten am 3. August 2023 Stellung zum verpassten Beratungs-/ und Kontrollgespräch und gab an, dass sie das Schreiben des RAV vom 2 1. Juli 2023 nicht erhalten habe ( Urk. 6/10 S. 2). Gestützt auf eine Meldung des RAV vom 4. August 2023 ( Urk. 6/1) stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) die Versicherte mit Verfügung vom 9. August 2023 ( Urk. 6/5) wegen Nichtbefolgens von Kontrollvorschriften und Weisungen des RAV ab dem 2 9. Juli 2023 für sechs Tage in der Anspruchs berechtigung ein. Die Versicherte erhob dagegen am 1 8. August 2023 ( Urk. 6/3, Urk. 6/4 S. 2 ) auf elektronischem Weg Einsprache, die das AWA mit Entscheid vom 1 0. Oktober 2023 ( Urk. 6/7 = Urk. 2) abwies. 2. Die Versicherte erhob am 2 8. Oktober (Poststempel vom 3 0. Oktober ) 2023 Beschwerde ( Urk. 1) gegen den Einspracheentscheid des AWA vom 1 0. Oktober 2023 ( Urk. 2). Sinngemäss beantragte sie, der Entscheid sei aufzuheben und es sei auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu verzichten. Das AWA beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2 9. November 2023 ( Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde. Diese wurde der Beschwerdeführerin am 8. Dezember 2023 zugestellt ( Urk. 7). Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 1. 1.1 Da der Streitwert Fr. 30’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 GSVGer ). 1.2 Nach Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) muss sich die versicherte Person möglichst frühzeitig, spätestens jedoch am ersten Tag, für den sie Arbeits losenentschädigung beansprucht, persönlich zur Arbeitsvermittlung melden und von da an die Kontrollvorschriften des Bundesrates befolgen. Dazu gehört nach Art. 17 Abs. 3 Satz 2 lit. b AVIG, dass die arbeitslose Person auf Weisung der zuständigen Amtsstelle an Beratungsgesprächen und Informations veranstaltungen teilnimmt. Nach Art. 21 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung ( AVIV ) führt die zuständige Amtsstelle mit jeder versicherten Person in angemessenen Abständen, jedoch mindestens alle zwei Monate, Beratungs- und Kontroll gespräche durch. Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchs berechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt. Als Nichtbefolgen einer Weisung gilt insbesondere das unentschuldbare Versäumen eines Beratungsgesprächs. Dabei stellt jedoch nach der Rechtsprechung ein unentschuldigtes Nichtwahrnehmen eines Beratungs- und Kontrollgespräches insbesondere dann kein einstellungs würdiges Fehlverhalten dar, wenn die versicherte Person während zwölf Monaten davor ihren Pflichten als Arbeitslose korrekt nachgekommen ist und sich für das Fehlverhalten nachträglich von sich aus entschuldigt hat, wobei ein allfälliges früheres Fehlverhalten nicht zu berücksichtigen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_761/2016 vom 6. Juli 2017 E. 2.1 mit Hinweisen). 1. 3 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittel schwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). 2. 2.1 Der Beschwerdegegner hielt im angefochtenen Entscheid ( Urk. 2) fest, die Einladung des RAV zum Beratungsgespräch vom 2 8. Juli 2023 sei der Beschwerdeführer in am 2 2. Juli 2023 zugestellt worden. Der Zustellnachweis eines «Track and Trace»-Auszuges bei einer A-Post Plus-Sendung gelte als Indiz für eine ordnungsgemässe Zustellung (S. 1 f.). Nach der Rechtsprechung liege ein Fehler bei der Postzustellung zwar nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit. Eine fehlerhafte Postzustellung sei allerdings nicht zu vermuten. Eine solche sei nur anzunehmen, wenn sie aufgrund der Umstände als plausibel erscheine. Auf die Darstellung, wonach eine fehlerhafte Postzustellung vorliege, sei abzustellen, wenn die Darlegung der Umstände nachvollziehbar sei und einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspreche. Der gute Glaube der versicherten Person sei zu vermuten. Rein hypothetische Überlegungen der Beschwerdeführerin, wonach die Sendung einem Nachbarn oder sonst einer Drittperson zugestellt worden sein könnte, v er mögen nicht zu überzeugen. Sie zeige nicht den geringsten konkreten Umstand auf, der die Vermutung einer korrekten Postzustellung umstossen könnte. Es handle sich lediglich um allgemeine, hypothetische Überlegungen der Beschwerdeführerin über die Möglichkeit der Zustellung der Einladung zum Beratungsgespräch. Es sei daher davon auszugehen, dass ihr die Einladung am 2 2. Juli 2023 zugestellt worden sei, so dass kein entschuldbarer Grund für das Fernbleiben vom Beratungsgespräch vom 2 8. Juli 2023 vorliege. Die Beschwerdeführerin sei daher zu Recht wegen unentschuldigtem Fernbleiben vom Kontroll- und Beratungsgespräch vom 2 8. Juli 2023 in der Anspruchs berechtigung eingestellt worden. Die Einstelldauer von sechs Tagen liege im Bereich eines leichten Verschuldens. Diese trage dem zugrundeliegenden Ver schulden und den konkreten Umständen angemessen Rechnung (S. 2). 2.2 Die Beschwerdeführerin brachte vor, die Zustellung mittels A-Post Plus sei ge mäss Art. 138 Abs. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO) im Bereich des Bundes gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) für Ent scheide zulässig. Wenn die Zustellung jedoch bestritten werde, erlaube das System keinen ausreichenden Nachweis der Zustellung. Die Zustellung mittels A-Post Plus vermöge die effektive Zustellung der Sen d ung an den Empfänger - anders als die eingeschriebene Zustellung mit unterschriftlicher Empfangs bestätigung - nicht mit derselben Beweiskraft nachzuweisen. Dies spreche in der Regel für die Zustellung mit eingeschriebenem Brief. Die Einladung gelte wegen des Fehlens der Unterschrift der Empfängerin als nicht zugestellt ( Urk. 1 = Urk. 3/1). 2.3 Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Beschwerdegegner die Beschwerde führerin zu Recht wegen des Fernbleibens vom Kontroll- und Beratungsgespräch beim RAV vom 2 8. Juli 2023 beziehungsweise wegen Nichtbefolgens von Kontrollvorschriften und Weisungen des RAV für sechs Tage in der Anspruchs berechtigung eingestellt hat. In diesem Zusammenhang ist zunächst zu prüfen, ob die vo n Seiten des RAV mit A-Post Plus versandte Einladung zum Kontroll- und Beratungsgespräch der Beschwerdeführerin am 2 2. Juli 2023 korrekt zu gestellt worden ist. 3. 3.1 Vorliegend steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin dem Beratungs - und Kontrollgespräch beim RAV vom 2 8. Juli 202 3 unentschuldigt ferngeblieben ist (vgl. Urk. 6/13). Das RAV stellte der Beschwerdeführerin die schriftliche Einladung vom 2 1. Juli 2023 mittels A-Post Plus-Sendung zu ( Urk. 6/12). 3.2 Die Beschwerdeführerin meldete sich per E-Mail von sich aus am 3 1. Juli 2023 bei der Personalberaterin des RAV unter Hinweis darauf, dass sie (nach dem krankheitshalber abgesagten Termin vom 2 1. Juli 2023, vgl. Urk. 6/33 S. 3 Ein trag vom 2 1. Juli 2023) noch keinen neuen Termin erhalten habe ( Urk. 6/8 S. 1 unten ). Die Personalberaterin antwortete der Beschwerdeführerin mit E-Mail vom 2. August 202 3. Sie führte aus, der Termin wäre am 2 8. Juli 2023 gewesen. Es könne nicht sein, dass die Beschwerdeführerin die Postzustellung der Einladung nicht erhalten habe. Sie habe ihr die Einladung am gleichen Tag der Krank meldung vom 2 1. Juli 2023 zugestellt. Diese Form der Zustellung könne nach verfolgt werden. Gemäss dem beigefügten Beleg sei das Couvert zugestellt worden ( Urk. 6/8 S. 1). 3.3 Die Beschwerdeführerin gab in der schriftlichen Stellungnahme vom 3. August 2023 an, sie habe den Brief mit der Einladung zum Termin vom 2 8. Juli 2023 nicht erhalten. Es tue ihr sehr leid, s ie habe keine Ahnung, was passiert sei. Sie sei immer zu Hause gewesen und habe den Briefkasten jeden Tag überprüft. Zum nächsten Termin vom 1 1. August 2023 komme sie selbstverständlich. Sie ent schuldige sich noch einmal ( Urk. 6/10 S. 2). 3.4 Ergänzend gab die Beschwerdeführerin in der E-Mail an ihre Personalberaterin vom 3. August 2023 ( Urk. 6/8 S. 2) unter Bestätigung des Erhalts des neuen Termins an, sie wisse wirklich nicht, was mit dem vorherigen Brief passiert sei. Sie habe einmal ein Paket nicht erhalten. Bei einem Brief sei dies aber noch nie passiert. 4. 4.1 Mangels diesbezüglicher Gesetzesvorschriften dürfen sich die Versicherungs träger oder Behörden im Sozialversicherungsverfahren der Versandart «A-Post Plus» bedienen. Bei der Versandmethode wird der Brief mit einer Nummer ver sehen und ähnlich wie ein eingeschriebener Brief mit A-Post spediert. Im Unter schied zu den eingeschriebenen Briefpostsendungen wird aber der Empfang durch den Empfänger nicht quittiert. Entsprechend wird der Adressat im Fall seiner Ab wesenheit auch nicht durch Hinterlegung einer Abholungseinladung avisiert. Hervorzuheben ist, dass die Zustellung bei uneingeschriebenem Brief bereits dadurch erfolgt, dass er in den Briefkasten oder ins Postfach des Adressaten gelegt wird. Die Sendung gelangt damit in den Macht- beziehungsweise Verfügungs bereich des Empfängers. Dass dieser von der Verfügung oder dem Schreiben tat sächlich Kenntnis nimmt, ist nicht erforderlich. Bei der Versandart «A-Post Plus» lässt sich dieses Zustelldatum mittels «Track + Trace» sodann zweifelsfrei fest stellen (BGE 142 III 599 E. 2.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_330/2020 vom 2. Juli 2020 E. 3; 9C_90/2015 vom 2. Juni 2015 E. 3.1; 2C_1126/2014 vom 2 0. Februar 2015 E. 2.2 ; vgl. auch Urteil des hiesigen Gerichts vom 2 0. September 2023 E. 3.2). N ach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, die sich auch auf die Zustellungs art A-Post-Plus bezieht, liegt ein Fehler bei der Postzustellung zwar nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit. Eine fehlerhafte Postzustellung ist allerdings praxisgemäss nicht zu vermuten, sondern nur anzunehmen, wenn sie aufgrund der Umstände plausibel erscheint. Auf die Darstellung des Adressaten, dass eine fehlerhafte Postzustellung vorliegt, ist daher abzustellen, wenn seine Darlegung der Umstände nachvollziehbar ist und einer gewissen Wahrscheinlichkeit ent spricht, wobei sein guter Glaube zu vermuten ist (BGE 14 2 III 599 E. 2.4.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_90/2015 vom 2. Juni 2015 E. 3.2 und 2C_570/2011 vom 2 4. Januar 2012 E. 4.3). 4.2 Im Anschluss an die Stellungnahme vom 3. August 2023 (E. 3.3) gab d ie Beschwerdeführerin gab in der Einsprache vom 1 8. August 2023 lediglich an, auf de m Bericht über die Zustellung des Schreibens stehe nicht ihre Unterschrift. Wie könne die Zustellung nachgewiesen werden, wenn der Empfänger dies e nicht mittels Unterschrift bestätigt habe. Wo gearbeitet werde, würden auch Fehler gemacht. Vielleicht habe der Postbote den Brief in einen anderen Briefkasten gelegt. Das wisse man nicht. Sie habe bisher alles richtig gemacht und sei immer zu den Kontroll- und Beratungsgesprächen erschienen. Niemand habe sie informiert, dass sie zu dem Termin nicht erschienen sei. Hätte sie sich nicht selbständig bei ihrer Beraterin gemeldet, hätte sie nicht erkannt, dass sie einen Brief hätte erhalten sollen ( Urk. 6/3). In der Beschwerde äusserte sich die Beschwerdeführerin nicht weiter zu den Umständen der Zustellung des Schreibens vom 2 1. Juli 2023 ( Urk. 1). Wie erwähnt, wurde die schriftliche Einladung der Personalberaterin vom 2 1. Juli 2 023 zum Kontroll- und Beratungsgespräch vom 2 8. Juli 2 023 der Beschwerde führerin mittels A-Post Plus zugestellt. Nach der vorliegenden Sendungs verfolgung (Track + Trace) wurde ihr das Schreiben am 2 2. Juli 2 02 3 an ihrer Wohnadresse zugestellt, wobei es ins Ablagefach gelegt wurde. Die Zustellung wird auch durch die Sendungsnummer belegt ( Urk. 3/3 = Urk. 6/11). D ie Beschwerdeführerin legte vorliegend die Umstände nicht weiter dar, weshalb – wie von ihr geltend gemacht - ihr das Schreiben vom 2 1. Juli 2023 nicht zu gestellt w orden wäre. Bei der von ihr vorgebrachten Möglichkeit, die Sendung könnte im falschen Briefkasten abgelegt worden sein, handelt es sich um eine blosse Mutmassung. Dies, nachdem die Sendung bis zur Zustellung des Schreibens in den Briefkasten der Beschwerdeführerin am 2 2. Juli 2023 nach vollzogen werden kann ( Urk. 6/11), was als Indiz für eine korrekte Zustellung zu bewerten ist. V on der Beschwerdeführerin wurde damit nicht nachvollziehbar und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorgebracht und nachgewiesen, dass und weshalb ihr die Einladung nicht zugestellt worden wäre. Nach der Recht sprechung des Bundesgerichts sind blosse hypothetische Überlegungen des Adressaten über den Verbleib der Sendung unbehelflich (Urteil des Bundes gerichts 8C_330/2020 vom 2. Juli 2020 E. 3; BGE 142 III 599 E. 2.2 und 2.4.1). Die Beschwerdeführerin vermag aus ihren Angaben in der Einsprache, wonach die Sendung vielleicht einem Nachbarn zugestellt worden sein könnte, nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, da es sich hierbei um blosse hypothetische Über legungen handelt. Unbehelflich ist sodann der Hinweis in der Beschwerde auf Art. 138 Abs. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO). Die Zustellung des Schreibens durfte vorliegend jedenfalls mittels A-Post Plus -S e ndung erfolgen (vgl. E. 4.1 hiervor). Der Hinweis in der Beschwerde auf den Entscheid des Obergerichts des Kantons Zürich PS130130 vom 2 7. September 2013 E. 3.3 führt in Anbetracht der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht zu einer anderen Ein schätzung der Sach- und Rechtslage. 4.3 Nach dem Gesagten ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich keit davon auszugehen, dass die schriftliche Einladung der Personalberaterin des RAV vom 2 1. Juli 2023 der Beschwerdeführerin am 2 2. Juli 2023 korrekt zugestellt worden ist. Daraus folgt, dass diese dem Kontroll- und Beratungs gespräch vom 2 8. Juli 2023 unentschuldigt ferngeblieben ist. 4.4 Die Beschwerdeführerin ist innert der letzten zwölf Monate vor dem verpassten Gespräch vom 2 8. Juli 2023 ihren Pflichten als Arbeitslose korrekt nach gekommen ( Urk. 6/24, Urk. 6/29). Was die persönlichen Arbeitsbemühungen für den Monat Februar 2023 angeht, so wurden diese trotz qualitativer Mängel unter Hinweis auf eine Meldung im Wiederholungsfalle ausnahmsweise akzeptiert und es erfolgte keine Einstellung ( Urk. 6/33 S. 5 Eintrag vom 7. März 2023). Die Beschwerdeführerin meldete sich sodann am 3 1. Juli 2023 von sich aus bei ihrer Beraterin, nachdem sie von dieser im Nachgang zum krankheitshalber abgesagten Termin vom 2 1. Juli 2023 von keinem neuen Termin Kenntnis erhalten hatte (E. 3.2), und entschuldigte sich unmittelbar nach Erhalt der Antwort vom 2. August 2023 in der Stellungnahme vom 3. August 2023 für ihr Fehlverhalten (E. 3.3). Ein einstellungswürdiges Fehlverhalten liegt damit ni cht vor (E. 1.2), weshalb sich die Beschwerde als begründet erweist und der angefochtene Einspracheentscheid ersatzlos aufzuheben ist. Die Einzelrichterin erkennt: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid des Amts für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich, Arbeitslosenversicherung, vom 1 0. Oktober 2023 ersatzlos aufgehoben. 2. Das Verfahren ist kostenlos. 3. Zustellung gegen Empfangsschein an: - X.___ - Amt für Arbeit (AFA) - seco - Direktion für Arbeit - Arbeitslosenkasse 01 000 Zürich 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Partei oder ihrer Rechtsvertretung zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Die EinzelrichterinDer Gerichtsschreiber Grieder-MartensBrugger

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Sozialversicherungsgericht

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich

des Kantons Zürich AL.2023.00214 II. Kammer Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens als Einzelrichterin Gerichtsschreiber Brugger Urteil vom 16. Juli 2024

AL.2023.00214

AL.2023.00214

AL.2023.00214 II. Kammer

II. Kammer

Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens als Einzelrichterin Gerichtsschreiber Brugger

Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens als Einzelrichterin Gerichtsschreiber Brugger

Urteil vom 16. Juli 2024

Urteil vom 16. Juli 2024 in S achen

in S achen X.___

X.___ Beschwerdeführerin

Beschwerdeführerin gegen

gegen Amt für Arbeit (AFA)

Amt für Arbeit (AFA) Arbeitslosenversicherung

Arbeitslosenversicherung Postfach, 8090 Zürich

Postfach, 8090 Zürich Beschwerdegegner

Beschwerdegegner Sachverhalt:

Sachverhalt: 1. X.___, geboren 1977, war zuletzt befristet vom 1. Juni bis 5. Oktober 2022 mit einem Teilzeit pensum als Betriebsmitarbeiterin bei der Y.___ AG in Z.___ angestellt ( Urk. 6/109 Ziff. 1-3). Die Versicherte meldete sich am 4. Oktober 2022 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) A.___ zur Arbeitsvermittlung an und beantragte am 4. November per 3. November 2022 die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung ( Urk. 6/106, Urk. 6/105 Ziff. 2).

1. X.___, geboren 1977, war zuletzt befristet vom 1. Juni bis 5. Oktober 2022 mit einem Teilzeit pensum als Betriebsmitarbeiterin bei der Y.___ AG in Z.___ angestellt ( Urk. 6/109 Ziff. 1-3). Die Versicherte meldete sich am 4. Oktober 2022 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) A.___ zur Arbeitsvermittlung an und beantragte am 4. November per 3. November 2022 die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung ( Urk. 6/106, Urk. 6/105 Ziff. 2). Das RAV lud die Versicherte m it Schreiben vom 2 1. Juli 2023 ( Urk. 6/13) f ür den 2 8. Juli 2023 zu einem persönlichen Beratungs-/Kontrollgespräch ein, welchem diese fernblieb. N ach der Aufforderung des RAV ( Urk. 6/9) nahm die Versicherten am 3. August 2023 Stellung zum verpassten Beratungs-/ und Kontrollgespräch und gab an, dass sie das Schreiben des RAV vom 2 1. Juli 2023 nicht erhalten habe ( Urk. 6/10 S. 2).

Das RAV lud die Versicherte m it Schreiben vom 2 1. Juli 2023 ( Urk. 6/13) f ür den 2 8. Juli 2023 zu einem persönlichen Beratungs-/Kontrollgespräch ein, welchem diese fernblieb. N ach der Aufforderung des RAV ( Urk. 6/9) nahm die Versicherten am 3. August 2023 Stellung zum verpassten Beratungs-/ und Kontrollgespräch und gab an, dass sie das Schreiben des RAV vom 2 1. Juli 2023 nicht erhalten habe ( Urk. 6/10 S. 2). Gestützt auf eine Meldung des RAV vom 4. August 2023 ( Urk. 6/1) stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) die Versicherte mit Verfügung vom 9. August 2023 ( Urk. 6/5) wegen Nichtbefolgens von Kontrollvorschriften und Weisungen des RAV ab dem 2 9. Juli 2023 für sechs Tage in der Anspruchs berechtigung ein. Die Versicherte erhob dagegen am 1 8. August 2023 ( Urk. 6/3, Urk. 6/4 S. 2 ) auf elektronischem Weg Einsprache, die das AWA mit Entscheid vom 1 0. Oktober 2023 ( Urk. 6/7 = Urk. 2) abwies.

Gestützt auf eine Meldung des RAV vom 4. August 2023 ( Urk. 6/1) stellte das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) die Versicherte mit Verfügung vom 9. August 2023 ( Urk. 6/5) wegen Nichtbefolgens von Kontrollvorschriften und Weisungen des RAV ab dem 2 9. Juli 2023 für sechs Tage in der Anspruchs berechtigung ein. Die Versicherte erhob dagegen am 1 8. August 2023 ( Urk. 6/3, Urk. 6/4 S. 2 ) auf elektronischem Weg Einsprache, die das AWA mit Entscheid vom 1 0. Oktober 2023 ( Urk. 6/7 = Urk. 2) abwies. 2. Die Versicherte erhob am 2 8. Oktober (Poststempel vom 3 0. Oktober ) 2023 Beschwerde ( Urk. 1) gegen den Einspracheentscheid des AWA vom 1 0. Oktober 2023 ( Urk. 2). Sinngemäss beantragte sie, der Entscheid sei aufzuheben und es sei auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu verzichten.

2. Die Versicherte erhob am 2 8. Oktober (Poststempel vom 3 0. Oktober ) 2023 Beschwerde ( Urk. 1) gegen den Einspracheentscheid des AWA vom 1 0. Oktober 2023 ( Urk. 2). Sinngemäss beantragte sie, der Entscheid sei aufzuheben und es sei auf eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung zu verzichten. Das AWA beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2 9. November 2023 ( Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde. Diese wurde der Beschwerdeführerin am 8. Dezember 2023 zugestellt ( Urk. 7).

Das AWA beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2 9. November 2023 ( Urk. 5) die Abweisung der Beschwerde. Diese wurde der Beschwerdeführerin am 8. Dezember 2023 zugestellt ( Urk. 7). Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 1.

1. 1.1 Da der Streitwert Fr. 30’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 GSVGer ).

1.1 Da der Streitwert Fr. 30’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 GSVGer ). 1.2 Nach Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) muss sich die versicherte Person möglichst frühzeitig, spätestens jedoch am ersten Tag, für den sie Arbeits losenentschädigung beansprucht, persönlich zur Arbeitsvermittlung melden und von da an die Kontrollvorschriften des Bundesrates befolgen. Dazu gehört nach Art. 17 Abs. 3 Satz 2 lit. b AVIG, dass die arbeitslose Person auf Weisung der zuständigen Amtsstelle an Beratungsgesprächen und Informations veranstaltungen teilnimmt. Nach Art. 21 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung ( AVIV ) führt die zuständige Amtsstelle mit jeder versicherten Person in angemessenen Abständen, jedoch mindestens alle zwei Monate, Beratungs- und Kontroll gespräche durch.

1.2 Nach Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) muss sich die versicherte Person möglichst frühzeitig, spätestens jedoch am ersten Tag, für den sie Arbeits losenentschädigung beansprucht, persönlich zur Arbeitsvermittlung melden und von da an die Kontrollvorschriften des Bundesrates befolgen. Dazu gehört nach Art. 17 Abs. 3 Satz 2 lit. b AVIG, dass die arbeitslose Person auf Weisung der zuständigen Amtsstelle an Beratungsgesprächen und Informations veranstaltungen teilnimmt. Nach Art. 21 Abs. 1 Satz 1 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung ( AVIV ) führt die zuständige Amtsstelle mit jeder versicherten Person in angemessenen Abständen, jedoch mindestens alle zwei Monate, Beratungs- und Kontroll gespräche durch. Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchs berechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt. Als Nichtbefolgen einer Weisung gilt insbesondere das unentschuldbare Versäumen eines Beratungsgesprächs. Dabei stellt jedoch nach der Rechtsprechung ein unentschuldigtes Nichtwahrnehmen eines Beratungs- und Kontrollgespräches insbesondere dann kein einstellungs würdiges Fehlverhalten dar, wenn die versicherte Person während zwölf Monaten davor ihren Pflichten als Arbeitslose korrekt nachgekommen ist und sich für das Fehlverhalten nachträglich von sich aus entschuldigt hat, wobei ein allfälliges früheres Fehlverhalten nicht zu berücksichtigen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_761/2016 vom 6. Juli 2017 E. 2.1 mit Hinweisen).

Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG ist die versicherte Person in der Anspruchs berechtigung einzustellen, wenn sie die Kontrollvorschriften oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt. Als Nichtbefolgen einer Weisung gilt insbesondere das unentschuldbare Versäumen eines Beratungsgesprächs. Dabei stellt jedoch nach der Rechtsprechung ein unentschuldigtes Nichtwahrnehmen eines Beratungs- und Kontrollgespräches insbesondere dann kein einstellungs würdiges Fehlverhalten dar, wenn die versicherte Person während zwölf Monaten davor ihren Pflichten als Arbeitslose korrekt nachgekommen ist und sich für das Fehlverhalten nachträglich von sich aus entschuldigt hat, wobei ein allfälliges früheres Fehlverhalten nicht zu berücksichtigen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_761/2016 vom 6. Juli 2017 E. 2.1 mit Hinweisen). 1. 3 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittel schwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV).

1. 3 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittel schwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). 2.

2. 2.1 Der Beschwerdegegner hielt im angefochtenen Entscheid ( Urk. 2) fest, die Einladung des RAV zum Beratungsgespräch vom 2 8. Juli 2023 sei der Beschwerdeführer in am 2 2. Juli 2023 zugestellt worden. Der Zustellnachweis eines «Track and Trace»-Auszuges bei einer A-Post Plus-Sendung gelte als Indiz für eine ordnungsgemässe Zustellung (S. 1 f.). Nach der Rechtsprechung liege ein Fehler bei der Postzustellung zwar nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit. Eine fehlerhafte Postzustellung sei allerdings nicht zu vermuten. Eine solche sei nur anzunehmen, wenn sie aufgrund der Umstände als plausibel erscheine. Auf die Darstellung, wonach eine fehlerhafte Postzustellung vorliege, sei abzustellen, wenn die Darlegung der Umstände nachvollziehbar sei und einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspreche. Der gute Glaube der versicherten Person sei zu vermuten.

2.1 Der Beschwerdegegner hielt im angefochtenen Entscheid ( Urk. 2) fest, die Einladung des RAV zum Beratungsgespräch vom 2 8. Juli 2023 sei der Beschwerdeführer in am 2 2. Juli 2023 zugestellt worden. Der Zustellnachweis eines «Track and Trace»-Auszuges bei einer A-Post Plus-Sendung gelte als Indiz für eine ordnungsgemässe Zustellung (S. 1 f.). Nach der Rechtsprechung liege ein Fehler bei der Postzustellung zwar nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit. Eine fehlerhafte Postzustellung sei allerdings nicht zu vermuten. Eine solche sei nur anzunehmen, wenn sie aufgrund der Umstände als plausibel erscheine. Auf die Darstellung, wonach eine fehlerhafte Postzustellung vorliege, sei abzustellen, wenn die Darlegung der Umstände nachvollziehbar sei und einer gewissen Wahrscheinlichkeit entspreche. Der gute Glaube der versicherten Person sei zu vermuten. Rein hypothetische Überlegungen der Beschwerdeführerin, wonach die Sendung einem Nachbarn oder sonst einer Drittperson zugestellt worden sein könnte, v er mögen nicht zu überzeugen. Sie zeige nicht den geringsten konkreten Umstand auf, der die Vermutung einer korrekten Postzustellung umstossen könnte. Es handle sich lediglich um allgemeine, hypothetische Überlegungen der Beschwerdeführerin über die Möglichkeit der Zustellung der Einladung zum Beratungsgespräch. Es sei daher davon auszugehen, dass ihr die Einladung am 2 2. Juli 2023 zugestellt worden sei, so dass kein entschuldbarer Grund für das Fernbleiben vom Beratungsgespräch vom 2 8. Juli 2023 vorliege. Die Beschwerdeführerin sei daher zu Recht wegen unentschuldigtem Fernbleiben vom Kontroll- und Beratungsgespräch vom 2 8. Juli 2023 in der Anspruchs berechtigung eingestellt worden. Die Einstelldauer von sechs Tagen liege im Bereich eines leichten Verschuldens. Diese trage dem zugrundeliegenden Ver schulden und den konkreten Umständen angemessen Rechnung (S. 2).

Rein hypothetische Überlegungen der Beschwerdeführerin, wonach die Sendung einem Nachbarn oder sonst einer Drittperson zugestellt worden sein könnte, v er mögen nicht zu überzeugen. Sie zeige nicht den geringsten konkreten Umstand auf, der die Vermutung einer korrekten Postzustellung umstossen könnte. Es handle sich lediglich um allgemeine, hypothetische Überlegungen der Beschwerdeführerin über die Möglichkeit der Zustellung der Einladung zum Beratungsgespräch. Es sei daher davon auszugehen, dass ihr die Einladung am 2 2. Juli 2023 zugestellt worden sei, so dass kein entschuldbarer Grund für das Fernbleiben vom Beratungsgespräch vom 2 8. Juli 2023 vorliege. Die Beschwerdeführerin sei daher zu Recht wegen unentschuldigtem Fernbleiben vom Kontroll- und Beratungsgespräch vom 2 8. Juli 2023 in der Anspruchs berechtigung eingestellt worden. Die Einstelldauer von sechs Tagen liege im Bereich eines leichten Verschuldens. Diese trage dem zugrundeliegenden Ver schulden und den konkreten Umständen angemessen Rechnung (S. 2). 2.2 Die Beschwerdeführerin brachte vor, die Zustellung mittels A-Post Plus sei ge mäss Art. 138 Abs. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO) im Bereich des Bundes gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) für Ent scheide zulässig. Wenn die Zustellung jedoch bestritten werde, erlaube das System keinen ausreichenden Nachweis der Zustellung. Die Zustellung mittels A-Post Plus vermöge die effektive Zustellung der Sen d ung an den Empfänger - anders als die eingeschriebene Zustellung mit unterschriftlicher Empfangs bestätigung - nicht mit derselben Beweiskraft nachzuweisen. Dies spreche in der Regel für die Zustellung mit eingeschriebenem Brief. Die Einladung gelte wegen des Fehlens der Unterschrift der Empfängerin als nicht zugestellt ( Urk. 1 = Urk. 3/1).

2.2 Die Beschwerdeführerin brachte vor, die Zustellung mittels A-Post Plus sei ge mäss Art. 138 Abs. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO) im Bereich des Bundes gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) für Ent scheide zulässig. Wenn die Zustellung jedoch bestritten werde, erlaube das System keinen ausreichenden Nachweis der Zustellung. Die Zustellung mittels A-Post Plus vermöge die effektive Zustellung der Sen d ung an den Empfänger - anders als die eingeschriebene Zustellung mit unterschriftlicher Empfangs bestätigung - nicht mit derselben Beweiskraft nachzuweisen. Dies spreche in der Regel für die Zustellung mit eingeschriebenem Brief. Die Einladung gelte wegen des Fehlens der Unterschrift der Empfängerin als nicht zugestellt ( Urk. 1 = Urk. 3/1). 2.3 Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Beschwerdegegner die Beschwerde führerin zu Recht wegen des Fernbleibens vom Kontroll- und Beratungsgespräch beim RAV vom 2 8. Juli 2023 beziehungsweise wegen Nichtbefolgens von Kontrollvorschriften und Weisungen des RAV für sechs Tage in der Anspruchs berechtigung eingestellt hat. In diesem Zusammenhang ist zunächst zu prüfen, ob die vo n Seiten des RAV mit A-Post Plus versandte Einladung zum Kontroll- und Beratungsgespräch der Beschwerdeführerin am 2 2. Juli 2023 korrekt zu gestellt worden ist.

2.3 Streitgegenstand bildet die Frage, ob der Beschwerdegegner die Beschwerde führerin zu Recht wegen des Fernbleibens vom Kontroll- und Beratungsgespräch beim RAV vom 2 8. Juli 2023 beziehungsweise wegen Nichtbefolgens von Kontrollvorschriften und Weisungen des RAV für sechs Tage in der Anspruchs berechtigung eingestellt hat. In diesem Zusammenhang ist zunächst zu prüfen, ob die vo n Seiten des RAV mit A-Post Plus versandte Einladung zum Kontroll- und Beratungsgespräch der Beschwerdeführerin am 2 2. Juli 2023 korrekt zu gestellt worden ist. 3.

3. 3.1 Vorliegend steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin dem Beratungs - und Kontrollgespräch beim RAV vom 2 8. Juli 202 3 unentschuldigt ferngeblieben ist (vgl. Urk. 6/13). Das RAV stellte der Beschwerdeführerin die schriftliche Einladung vom 2 1. Juli 2023 mittels A-Post Plus-Sendung zu ( Urk. 6/12).

3.1 Vorliegend steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin dem Beratungs - und Kontrollgespräch beim RAV vom 2 8. Juli 202 3 unentschuldigt ferngeblieben ist (vgl. Urk. 6/13). Das RAV stellte der Beschwerdeführerin die schriftliche Einladung vom 2 1. Juli 2023 mittels A-Post Plus-Sendung zu ( Urk. 6/12). 3.2 Die Beschwerdeführerin meldete sich per E-Mail von sich aus am 3 1. Juli 2023 bei der Personalberaterin des RAV unter Hinweis darauf, dass sie (nach dem krankheitshalber abgesagten Termin vom 2 1. Juli 2023, vgl. Urk. 6/33 S. 3 Ein trag vom 2 1. Juli 2023) noch keinen neuen Termin erhalten habe ( Urk. 6/8 S. 1 unten ). Die Personalberaterin antwortete der Beschwerdeführerin mit E-Mail vom 2. August 202 3. Sie führte aus, der Termin wäre am 2 8. Juli 2023 gewesen. Es könne nicht sein, dass die Beschwerdeführerin die Postzustellung der Einladung nicht erhalten habe. Sie habe ihr die Einladung am gleichen Tag der Krank meldung vom 2 1. Juli 2023 zugestellt. Diese Form der Zustellung könne nach verfolgt werden. Gemäss dem beigefügten Beleg sei das Couvert zugestellt worden ( Urk. 6/8 S. 1).

3.2 Die Beschwerdeführerin meldete sich per E-Mail von sich aus am 3 1. Juli 2023 bei der Personalberaterin des RAV unter Hinweis darauf, dass sie (nach dem krankheitshalber abgesagten Termin vom 2 1. Juli 2023, vgl. Urk. 6/33 S. 3 Ein trag vom 2 1. Juli 2023) noch keinen neuen Termin erhalten habe ( Urk. 6/8 S. 1 unten ). Die Personalberaterin antwortete der Beschwerdeführerin mit E-Mail vom 2. August 202 3. Sie führte aus, der Termin wäre am 2 8. Juli 2023 gewesen. Es könne nicht sein, dass die Beschwerdeführerin die Postzustellung der Einladung nicht erhalten habe. Sie habe ihr die Einladung am gleichen Tag der Krank meldung vom 2 1. Juli 2023 zugestellt. Diese Form der Zustellung könne nach verfolgt werden. Gemäss dem beigefügten Beleg sei das Couvert zugestellt worden ( Urk. 6/8 S. 1). 3.3 Die Beschwerdeführerin gab in der schriftlichen Stellungnahme vom 3. August 2023 an, sie habe den Brief mit der Einladung zum Termin vom 2 8. Juli 2023 nicht erhalten. Es tue ihr sehr leid, s ie habe keine Ahnung, was passiert sei. Sie sei immer zu Hause gewesen und habe den Briefkasten jeden Tag überprüft. Zum nächsten Termin vom 1 1. August 2023 komme sie selbstverständlich. Sie ent schuldige sich noch einmal ( Urk. 6/10 S. 2).

3.3 Die Beschwerdeführerin gab in der schriftlichen Stellungnahme vom 3. August 2023 an, sie habe den Brief mit der Einladung zum Termin vom 2 8. Juli 2023 nicht erhalten. Es tue ihr sehr leid, s ie habe keine Ahnung, was passiert sei. Sie sei immer zu Hause gewesen und habe den Briefkasten jeden Tag überprüft. Zum nächsten Termin vom 1 1. August 2023 komme sie selbstverständlich. Sie ent schuldige sich noch einmal ( Urk. 6/10 S. 2). 3.4 Ergänzend gab die Beschwerdeführerin in der E-Mail an ihre Personalberaterin vom 3. August 2023 ( Urk. 6/8 S. 2) unter Bestätigung des Erhalts des neuen Termins an, sie wisse wirklich nicht, was mit dem vorherigen Brief passiert sei. Sie habe einmal ein Paket nicht erhalten. Bei einem Brief sei dies aber noch nie passiert.

3.4 Ergänzend gab die Beschwerdeführerin in der E-Mail an ihre Personalberaterin vom 3. August 2023 ( Urk. 6/8 S. 2) unter Bestätigung des Erhalts des neuen Termins an, sie wisse wirklich nicht, was mit dem vorherigen Brief passiert sei. Sie habe einmal ein Paket nicht erhalten. Bei einem Brief sei dies aber noch nie passiert. 4.

4. 4.1 Mangels diesbezüglicher Gesetzesvorschriften dürfen sich die Versicherungs träger oder Behörden im Sozialversicherungsverfahren der Versandart «A-Post Plus» bedienen. Bei der Versandmethode wird der Brief mit einer Nummer ver sehen und ähnlich wie ein eingeschriebener Brief mit A-Post spediert. Im Unter schied zu den eingeschriebenen Briefpostsendungen wird aber der Empfang durch den Empfänger nicht quittiert. Entsprechend wird der Adressat im Fall seiner Ab wesenheit auch nicht durch Hinterlegung einer Abholungseinladung avisiert. Hervorzuheben ist, dass die Zustellung bei uneingeschriebenem Brief bereits dadurch erfolgt, dass er in den Briefkasten oder ins Postfach des Adressaten gelegt wird. Die Sendung gelangt damit in den Macht- beziehungsweise Verfügungs bereich des Empfängers. Dass dieser von der Verfügung oder dem Schreiben tat sächlich Kenntnis nimmt, ist nicht erforderlich. Bei der Versandart «A-Post Plus» lässt sich dieses Zustelldatum mittels «Track + Trace» sodann zweifelsfrei fest stellen (BGE 142 III 599 E. 2.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_330/2020 vom 2. Juli 2020 E. 3; 9C_90/2015 vom 2. Juni 2015 E. 3.1; 2C_1126/2014 vom 2 0. Februar 2015 E. 2.2 ; vgl. auch Urteil des hiesigen Gerichts vom 2 0. September 2023 E. 3.2).

4.1 Mangels diesbezüglicher Gesetzesvorschriften dürfen sich die Versicherungs träger oder Behörden im Sozialversicherungsverfahren der Versandart «A-Post Plus» bedienen. Bei der Versandmethode wird der Brief mit einer Nummer ver sehen und ähnlich wie ein eingeschriebener Brief mit A-Post spediert. Im Unter schied zu den eingeschriebenen Briefpostsendungen wird aber der Empfang durch den Empfänger nicht quittiert. Entsprechend wird der Adressat im Fall seiner Ab wesenheit auch nicht durch Hinterlegung einer Abholungseinladung avisiert. Hervorzuheben ist, dass die Zustellung bei uneingeschriebenem Brief bereits dadurch erfolgt, dass er in den Briefkasten oder ins Postfach des Adressaten gelegt wird. Die Sendung gelangt damit in den Macht- beziehungsweise Verfügungs bereich des Empfängers. Dass dieser von der Verfügung oder dem Schreiben tat sächlich Kenntnis nimmt, ist nicht erforderlich. Bei der Versandart «A-Post Plus» lässt sich dieses Zustelldatum mittels «Track + Trace» sodann zweifelsfrei fest stellen (BGE 142 III 599 E. 2.2; Urteile des Bundesgerichts 8C_330/2020 vom 2. Juli 2020 E. 3; 9C_90/2015 vom 2. Juni 2015 E. 3.1; 2C_1126/2014 vom 2 0. Februar 2015 E. 2.2 ; vgl. auch Urteil des hiesigen Gerichts vom 2 0. September 2023 E. 3.2). N ach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, die sich auch auf die Zustellungs art A-Post-Plus bezieht, liegt ein Fehler bei der Postzustellung zwar nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit. Eine fehlerhafte Postzustellung ist allerdings praxisgemäss nicht zu vermuten, sondern nur anzunehmen, wenn sie aufgrund der Umstände plausibel erscheint. Auf die Darstellung des Adressaten, dass eine fehlerhafte Postzustellung vorliegt, ist daher abzustellen, wenn seine Darlegung der Umstände nachvollziehbar ist und einer gewissen Wahrscheinlichkeit ent spricht, wobei sein guter Glaube zu vermuten ist (BGE 14 2 III 599 E. 2.4.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_90/2015 vom 2. Juni 2015 E. 3.2 und 2C_570/2011 vom 2 4. Januar 2012 E. 4.3).

N ach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, die sich auch auf die Zustellungs art A-Post-Plus bezieht, liegt ein Fehler bei der Postzustellung zwar nicht ausserhalb jeder Wahrscheinlichkeit. Eine fehlerhafte Postzustellung ist allerdings praxisgemäss nicht zu vermuten, sondern nur anzunehmen, wenn sie aufgrund der Umstände plausibel erscheint. Auf die Darstellung des Adressaten, dass eine fehlerhafte Postzustellung vorliegt, ist daher abzustellen, wenn seine Darlegung der Umstände nachvollziehbar ist und einer gewissen Wahrscheinlichkeit ent spricht, wobei sein guter Glaube zu vermuten ist (BGE 14 2 III 599 E. 2.4.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_90/2015 vom 2. Juni 2015 E. 3.2 und 2C_570/2011 vom 2 4. Januar 2012 E. 4.3). 4.2 Im Anschluss an die Stellungnahme vom 3. August 2023 (E. 3.3) gab d ie Beschwerdeführerin gab in der Einsprache vom 1 8. August 2023 lediglich an, auf de m Bericht über die Zustellung des Schreibens stehe nicht ihre Unterschrift. Wie könne die Zustellung nachgewiesen werden, wenn der Empfänger dies e nicht mittels Unterschrift bestätigt habe. Wo gearbeitet werde, würden auch Fehler gemacht. Vielleicht habe der Postbote den Brief in einen anderen Briefkasten gelegt. Das wisse man nicht. Sie habe bisher alles richtig gemacht und sei immer zu den Kontroll- und Beratungsgesprächen erschienen. Niemand habe sie informiert, dass sie zu dem Termin nicht erschienen sei. Hätte sie sich nicht selbständig bei ihrer Beraterin gemeldet, hätte sie nicht erkannt, dass sie einen Brief hätte erhalten sollen ( Urk. 6/3). In der Beschwerde äusserte sich die Beschwerdeführerin nicht weiter zu den Umständen der Zustellung des Schreibens vom 2 1. Juli 2023 ( Urk. 1).

4.2 Im Anschluss an die Stellungnahme vom 3. August 2023 (E. 3.3) gab d ie Beschwerdeführerin gab in der Einsprache vom 1 8. August 2023 lediglich an, auf de m Bericht über die Zustellung des Schreibens stehe nicht ihre Unterschrift. Wie könne die Zustellung nachgewiesen werden, wenn der Empfänger dies e nicht mittels Unterschrift bestätigt habe. Wo gearbeitet werde, würden auch Fehler gemacht. Vielleicht habe der Postbote den Brief in einen anderen Briefkasten gelegt. Das wisse man nicht. Sie habe bisher alles richtig gemacht und sei immer zu den Kontroll- und Beratungsgesprächen erschienen. Niemand habe sie informiert, dass sie zu dem Termin nicht erschienen sei. Hätte sie sich nicht selbständig bei ihrer Beraterin gemeldet, hätte sie nicht erkannt, dass sie einen Brief hätte erhalten sollen ( Urk. 6/3). In der Beschwerde äusserte sich die Beschwerdeführerin nicht weiter zu den Umständen der Zustellung des Schreibens vom 2 1. Juli 2023 ( Urk. 1). Wie erwähnt, wurde die schriftliche Einladung der Personalberaterin vom 2 1. Juli 2 023 zum Kontroll- und Beratungsgespräch vom 2 8. Juli 2 023 der Beschwerde führerin mittels A-Post Plus zugestellt. Nach der vorliegenden Sendungs verfolgung (Track + Trace) wurde ihr das Schreiben am 2 2. Juli 2 02 3 an ihrer Wohnadresse zugestellt, wobei es ins Ablagefach gelegt wurde. Die Zustellung wird auch durch die Sendungsnummer belegt ( Urk. 3/3 = Urk. 6/11).

Wie erwähnt, wurde die schriftliche Einladung der Personalberaterin vom 2 1. Juli 2 023 zum Kontroll- und Beratungsgespräch vom 2 8. Juli 2 023 der Beschwerde führerin mittels A-Post Plus zugestellt. Nach der vorliegenden Sendungs verfolgung (Track + Trace) wurde ihr das Schreiben am 2 2. Juli 2 02 3 an ihrer Wohnadresse zugestellt, wobei es ins Ablagefach gelegt wurde. Die Zustellung wird auch durch die Sendungsnummer belegt ( Urk. 3/3 = Urk. 6/11). D ie Beschwerdeführerin legte vorliegend die Umstände nicht weiter dar, weshalb – wie von ihr geltend gemacht - ihr das Schreiben vom 2 1. Juli 2023 nicht zu gestellt w orden wäre. Bei der von ihr vorgebrachten Möglichkeit, die Sendung könnte im falschen Briefkasten abgelegt worden sein, handelt es sich um eine blosse Mutmassung. Dies, nachdem die Sendung bis zur Zustellung des Schreibens in den Briefkasten der Beschwerdeführerin am 2 2. Juli 2023 nach vollzogen werden kann ( Urk. 6/11), was als Indiz für eine korrekte Zustellung zu bewerten ist. V on der Beschwerdeführerin wurde damit nicht nachvollziehbar und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorgebracht und nachgewiesen, dass und weshalb ihr die Einladung nicht zugestellt worden wäre. Nach der Recht sprechung des Bundesgerichts sind blosse hypothetische Überlegungen des Adressaten über den Verbleib der Sendung unbehelflich (Urteil des Bundes gerichts 8C_330/2020 vom 2. Juli 2020 E. 3; BGE 142 III 599 E. 2.2 und 2.4.1). Die Beschwerdeführerin vermag aus ihren Angaben in der Einsprache, wonach die Sendung vielleicht einem Nachbarn zugestellt worden sein könnte, nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, da es sich hierbei um blosse hypothetische Über legungen handelt. Unbehelflich ist sodann der Hinweis in der Beschwerde auf Art. 138 Abs. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO). Die Zustellung des Schreibens durfte vorliegend jedenfalls mittels A-Post Plus -S e ndung erfolgen (vgl. E. 4.1 hiervor). Der Hinweis in der Beschwerde auf den Entscheid des Obergerichts des Kantons Zürich PS130130 vom 2 7. September 2013 E. 3.3 führt in Anbetracht der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht zu einer anderen Ein schätzung der Sach- und Rechtslage.

D ie Beschwerdeführerin legte vorliegend die Umstände nicht weiter dar, weshalb – wie von ihr geltend gemacht - ihr das Schreiben vom 2 1. Juli 2023 nicht zu gestellt w orden wäre. Bei der von ihr vorgebrachten Möglichkeit, die Sendung könnte im falschen Briefkasten abgelegt worden sein, handelt es sich um eine blosse Mutmassung. Dies, nachdem die Sendung bis zur Zustellung des Schreibens in den Briefkasten der Beschwerdeführerin am 2 2. Juli 2023 nach vollzogen werden kann ( Urk. 6/11), was als Indiz für eine korrekte Zustellung zu bewerten ist. V on der Beschwerdeführerin wurde damit nicht nachvollziehbar und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorgebracht und nachgewiesen, dass und weshalb ihr die Einladung nicht zugestellt worden wäre. Nach der Recht sprechung des Bundesgerichts sind blosse hypothetische Überlegungen des Adressaten über den Verbleib der Sendung unbehelflich (Urteil des Bundes gerichts 8C_330/2020 vom 2. Juli 2020 E. 3; BGE 142 III 599 E. 2.2 und 2.4.1). Die Beschwerdeführerin vermag aus ihren Angaben in der Einsprache, wonach die Sendung vielleicht einem Nachbarn zugestellt worden sein könnte, nichts zu ihren Gunsten abzuleiten, da es sich hierbei um blosse hypothetische Über legungen handelt. Unbehelflich ist sodann der Hinweis in der Beschwerde auf Art. 138 Abs. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO). Die Zustellung des Schreibens durfte vorliegend jedenfalls mittels A-Post Plus -S e ndung erfolgen (vgl. E. 4.1 hiervor). Der Hinweis in der Beschwerde auf den Entscheid des Obergerichts des Kantons Zürich PS130130 vom 2 7. September 2013 E. 3.3 führt in Anbetracht der zitierten bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht zu einer anderen Ein schätzung der Sach- und Rechtslage. 4.3 Nach dem Gesagten ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich keit davon auszugehen, dass die schriftliche Einladung der Personalberaterin des RAV vom 2 1. Juli 2023 der Beschwerdeführerin am 2 2. Juli 2023 korrekt zugestellt worden ist. Daraus folgt, dass diese dem Kontroll- und Beratungs gespräch vom 2 8. Juli 2023 unentschuldigt ferngeblieben ist.

4.3 Nach dem Gesagten ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich keit davon auszugehen, dass die schriftliche Einladung der Personalberaterin des RAV vom 2 1. Juli 2023 der Beschwerdeführerin am 2 2. Juli 2023 korrekt zugestellt worden ist. Daraus folgt, dass diese dem Kontroll- und Beratungs gespräch vom 2 8. Juli 2023 unentschuldigt ferngeblieben ist. 4.4 Die Beschwerdeführerin ist innert der letzten zwölf Monate vor dem verpassten Gespräch vom 2 8. Juli 2023 ihren Pflichten als Arbeitslose korrekt nach gekommen ( Urk. 6/24, Urk. 6/29). Was die persönlichen Arbeitsbemühungen für den Monat Februar 2023 angeht, so wurden diese trotz qualitativer Mängel unter Hinweis auf eine Meldung im Wiederholungsfalle ausnahmsweise akzeptiert und es erfolgte keine Einstellung ( Urk. 6/33 S. 5 Eintrag vom 7. März 2023). Die Beschwerdeführerin meldete sich sodann am 3 1. Juli 2023 von sich aus bei ihrer Beraterin, nachdem sie von dieser im Nachgang zum krankheitshalber abgesagten Termin vom 2 1. Juli 2023 von keinem neuen Termin Kenntnis erhalten hatte (E. 3.2), und entschuldigte sich unmittelbar nach Erhalt der Antwort vom 2. August 2023 in der Stellungnahme vom 3. August 2023 für ihr Fehlverhalten (E. 3.3).

4.4 Die Beschwerdeführerin ist innert der letzten zwölf Monate vor dem verpassten Gespräch vom 2 8. Juli 2023 ihren Pflichten als Arbeitslose korrekt nach gekommen ( Urk. 6/24, Urk. 6/29). Was die persönlichen Arbeitsbemühungen für den Monat Februar 2023 angeht, so wurden diese trotz qualitativer Mängel unter Hinweis auf eine Meldung im Wiederholungsfalle ausnahmsweise akzeptiert und es erfolgte keine Einstellung ( Urk. 6/33 S. 5 Eintrag vom 7. März 2023). Die Beschwerdeführerin meldete sich sodann am 3 1. Juli 2023 von sich aus bei ihrer Beraterin, nachdem sie von dieser im Nachgang zum krankheitshalber abgesagten Termin vom 2 1. Juli 2023 von keinem neuen Termin Kenntnis erhalten hatte (E. 3.2), und entschuldigte sich unmittelbar nach Erhalt der Antwort vom 2. August 2023 in der Stellungnahme vom 3. August 2023 für ihr Fehlverhalten (E. 3.3). Ein einstellungswürdiges Fehlverhalten liegt damit ni cht vor (E. 1.2), weshalb sich die Beschwerde als begründet erweist und der angefochtene Einspracheentscheid ersatzlos aufzuheben ist.

Ein einstellungswürdiges Fehlverhalten liegt damit ni cht vor (E. 1.2), weshalb sich die Beschwerde als begründet erweist und der angefochtene Einspracheentscheid ersatzlos aufzuheben ist. Die Einzelrichterin erkennt:

Die Einzelrichterin erkennt: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid des Amts für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich, Arbeitslosenversicherung, vom 1 0. Oktober 2023 ersatzlos aufgehoben.

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Einspracheentscheid des Amts für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich, Arbeitslosenversicherung, vom 1 0. Oktober 2023 ersatzlos aufgehoben. 2. Das Verfahren ist kostenlos.

2. Das Verfahren ist kostenlos. 3. Zustellung gegen Empfangsschein an:

3. Zustellung gegen Empfangsschein an: - X.___

X.___ - Amt für Arbeit (AFA)

Amt für Arbeit (AFA) - seco - Direktion für Arbeit

seco - Direktion für Arbeit - Arbeitslosenkasse 01 000 Zürich

Arbeitslosenkasse 01 000 Zürich 4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG).

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebenten Tag vor Ostern bis und mit dem siebenten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit dem 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Partei oder ihrer Rechtsvertretung zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG).

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis mittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Partei oder ihrer Rechtsvertretung zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Die EinzelrichterinDer Gerichtsschreiber

Grieder-MartensBrugger