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«Ich bin sehr erstaunt, dass die FDP Sense eine Empfehlung für den zweiten Wahlgang in den Ständerat abgibt», sagte Didier Castella gestern auf Anfrage der FN. Der FDP-Kantonalpräsident musste zuerst leer schlucken, als er von der Medienmitteilung der Sensler Sektion erfuhr. «Schade, dass dies nicht mit der Kantonalpartei abgesprochen wurde», sagte er. Denn eigentlich habe man sich gegen eine Wahlempfehlung entschieden. Er nehme nicht an, dass noch eine andere Sektion die gleiche Richtung einschlage. «Ja, das ist eine Sensler Spezialität», sagte er auf die entsprechende Frage.
Die FDP Sense teilt mit, dass es nicht leicht für das Stimmvolk sei, «zwischen einem linken und zwei mehr oder weniger bürgerlichen Kandidaten» zu entscheiden. «Die FDP Freiburg hat nach dem ersten Wahlgang ihren Kandidaten Jacques Bourgeois aus dem Rennen genommen, unter anderem, weil die CVP diesem die Gefolgschaft verweigert hat und von einer rechten Allianz nichts wissen wollte.»
Risiko der Neutralisierung
«Ist es politisches Kalkül, gewiefte Taktik oder einfach nur Prinzip?», fragt sich die FDP Sense in Bezug auf den Entscheid der SVP, Jean-François Rime statt Emanuel Waeber ins Rennen zu schicken. Die Partei unterstütze das bürgerliche Ticket, weil Freiburg in Bern eine starke bürgerliche Vertretung brauche, die für beide Sprachen und Mentalitäten eintrete. Bei wichtigen Entscheiden dürfe nicht die Gefahr bestehen, dass die linke Stimme die rechte aufhebe. Das könne nur mit einem bürgerlichen Ticket verhindert werden. Zudem habe die SVP als wählerstärkste Partei Anspruch darauf, im Ständerat vertreten zu sein. Diesem Willen des Stimmvolkes wolle man nicht entgegenstehen. im