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In der heutigen Doktrin ist die vernetzte Operationsführung ein zentrales Element. Eine echte militärische Überlegenheit wird nur durch eine die Teilstreitkräfte übergreifende gleichzeitige Kontrolle aller Einsatzebenen erreicht. Neben den klassischen drei Ebenen (Land, Luft, See) werden auch der Weltraum, die elektromagnetische Ebene und der Informationskrieg (Cyberwar) dazu gezählt.
Die zentralen Elemente für eine vernetzte Operationsführung sind die Kommunikation und der Austausch von Daten. Dieser Informationsfluss soll durch eine sogenannte netzwerkzentrierte Kriegsführung (network-centric warfare) erreicht werden, mittels einer Vernetzung von Aufklärungs-, Führungs- und Wirksystemen. Dadurch wird eine Informationsüberlegenheit hergestellt und somit eine teilstreitkräfteübergreifende Überlegenheit in der gesamten Reichweite militärischer Operationen garantiert, die zu einer Steigerung der militärischen Kampfstärke führt.
Die „Digitale Revolution“ führte zu grossen Veränderungen bei militärischen Operationen. In einer ersten Phase waren es vor allem die technologischen Fortschritte in Verbindung mit der Nutzung von Mikroprozessoren für automatisierte Prozesse, Berechnungen, Informationsdarstellung und Kommunikation, die eine Revolution herbeiführten. Die stetige Leistungssteigerung der Mikroprozessoren führte zu immer mehr Möglichkeiten und Vergrösserung der Anwendungsbereiche.
Die Verbesserungen und Fortschritte in dieser ersten Phase waren meist beschränkt auf einzelne Geräte und auf kleine Bereiche, sogenannte Insellösungen. Daten wurden in inkompatiblen Systemen verwaltet, die nur von einem kleinen Teil der relevanten Entitäten eingesehen werden konnten.
Der Ursprung der Fortschritte, die in den letzten Jahren grossen Einfluss auf die militärischen Operationen und deren Erfolg hatten, liegt vor allem in der Vernetzung, Kommunikation und Informationsverarbeitung und -darstellung.
In der heutigen Doktrin ist die vernetzte Operationsführung ein zentrales Element. Das Ziel ist die Stärkung der Kommunikation innerhalb der und zwischen den Teilstreitkräften, um eine Überlegenheit auf allen Ebenen zu erreichen (Full-spectrum dominance). Das Konzept geht davon aus, dass eine echte militärische Überlegenheit nur durch eine die Teilstreitkräfte übergreifende gleichzeitige Kontrolle aller Einsatzebenen zu erreichen ist. Neben den klassischen drei Ebenen (Land, Luft, See) werden auch der Weltraum, die elektromagnetische Ebene und der Informationskrieg (Cyberwar) dazu gezählt. Um eine Full-spectrum dominance in einem militärischen Konflikt durch Bekämpfung aller möglichen Feinde und mit sämtlichen dafür erforderlichen Kräften und Massnahmen zu erreichen, müssen die entsprechenden Mittel und Fähigkeiten vorhanden sein, entweder durch eigene Mittel oder zusammen mit Partnern.
Der ausgedehnte Informationsfluss soll die Wahlmöglichkeiten der Entscheidungsträger ausdehnen und Verbände jeglicher Grösse über das Geschehen auf dem Laufenden halten. Dieser Informationsfluss soll durch eine sogenannte netzwerkzentrierte Kriegsführung (network-centric warfare – NWC) erreicht werden. Durch diese Vernetzung von Aufklärungs-, Führungs- und Wirksystemen wird eine Informationsüberlegenheit hergestellt und somit eine teilstreitkräfteübergreifende Überlegenheit in der gesamten Reichweite militärischer Operationen garantiert, die zu einer Steigerung der militärischen Kampfstärke führt.
Durch die Vernetzung werden bisherige Reichweitenbegrenzungen überwunden sowie Reaktionsgeschwindigkeit und Genauigkeit erhöht. Digitale Datenübertragung ermöglicht eine Verteilung von Informationen fast ohne Zeit- und Qualitätsverlust.
NCW erschöpft sich jedoch nicht in einer reinen Bündelung und allseitigen Verfügbarkeit von Information. Die drohende Informationsüberlastung für den einzelnen Empfänger ist eines der Hauptprobleme von NCW. Wissensmanagementsysteme und „künstliche Intelligenz“ sollen die Informationsflut in Wissen umwandeln und dieses verteilen.
| Beispiel:

Gegnerische Ziele in der Luft oder am Boden werden von einem AWACS-Flugzeug oder Kampfflugzeugen mit Aufklärungsmitteln während einer Patrouille entdeckt. Luftraumüberwachungsradarsysteme, Abfangjäger, Erdkampfflugzeuge und Aufklärungstruppen am Boden richten ihre Sensoren auf die Ziele. Alle Daten werden von allen Sensoren verarbeitet und fusioniert an alle Verteidigungssysteme übertragen. Dadurch verfügen alle Effektoren, sei es Boden-Luft-Raketensysteme, Kampfflugzeuge, Bodentruppen mit entsprechenden Effektoren, über eine überwältigende Menge von Daten über die Ziele, sie können zentral geführt werden und diese Ziele effizient bekämpfen.
Der aktuell genutzte internationale Datalink-Standard „Link 16“ ist in seiner aktuellen Version nicht zukunftsfähig, da die Bandbreite zu klein ist. Technical Targeting Network Technology (TTNT) wird wahrscheinlich das alte Link 16 System ersetzen. Es bietet eine sehr grosse Bandbreite und ist daher fähig die grossen Datenmengen der vielen Sensoren moderner Kampfflugzeuge zu übertragen, inkl. Sprache und Video. Netzwerkteilnehmer (z.B. Flugzeuge) können zudem als Netzwerkknoten die Daten von anderen Teilnehmern weiterverteilen und dadurch die Reichweite erweitern und das System redundanter machen. TTNT basiert auf einer offenen Architektur mit kommerziell genutzten Netzwerkprotokollen. Dadurch ist es einfach integrierbar und benutzerfreundlicher. Netzwerke können sehr schnell ohne grosse Vorplanung aufgebaut werden und Teilnehmer können sich einfach ein- und ausloggen. Zukünftige Kampfflugzeuge, z.B. die Advanced Super Hornet, werden mit diesem neuen Datenlink ausgerüstet sein.
Für zukünftige Beschaffungen ist es daher wichtig viel Wert auf die Möglichkeiten und den Umfang des Datenaustausches und die Integration dieser Daten in ein zentrales Netzwerk zu legen. Dies betrifft im Speziellen das Projekt BODLUV und NKF. Der Datenlink dieser Systeme muss auf ein zukunftsfähiges System ausgelegt sein, das heisst es muss genug Bandbreite haben und internationalen Standards genügen, damit auch länderübergreifend Daten ausgetauscht werden können.