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Während ich diesen Artikel schreibe, kommt mir Karl in den Sinn. Jedes Mal, als wir im Vorfeld über das Interview mit Charlemagne Mattaniah sprache, betonte Karl das Thema „Mulch bei den Rastas“ und pochte darauf, dass „wir das Thema ja nicht vergessen dürfen“. Haben wir auch nicht :-).
Wir konnten bei den Rastas verschiedene Mulch-Methoden kennenlernen. Erwartet hätten wir eigentlich das Mulchen mit Kokosfaser, das auch in Europa mittlerweile bekannt ist. Tatsächlich benutzen die Rastas auch Kokosfaser zum mulchen – sie haben uns aber auch von zwei anderen und sehr spannenden Methoden erzählt: Nämlich vom Mulchen mit Leucaena und vom Mulchen mit Meeresalgen. Leucaena ist eine Pflanze, die in den Regenwäldern zu finden ist – und Meeresalgen kommen aus dem Meer. Die beiden Mulch-Methoden passen also perfekt zur Karibik.
Leucaena ist ein Baum, der in Nord-und Südamerika wächst. Darunter gibt es eine Art, die nur in den Tropen zu finden ist, die „Leucaenaleucocephala“. Mit dieser Sorte mulchen die Rastas in der „Sankofa Rainbow Roots Farm“.
Die Leucaena-Pflanze wächst sehr schnell und kann innerhalb von vier Jahren schon zu einem soliden Baum werden. In den Drittenweltländern wird das Holz von Leucaena vorallem gebraucht, um zu Heizen, für die Gewinnung von Holzkohle und um landwirtschaftliche Werkzeuge und Papier herzustellen. Auch als Futter für Tiere wird die Pflanze verwendet. Einer ihrer Grossen Vorteile: Die Pflanze ist gegen Schädling ziemlich resistent. Der Leucaena-Baum ist zudem bekannt als Erosionshemmend – seine Wurzeln speichern Wasser und vermeiden dadurch ein Austrocknen der Erde.
Für den Mulch ist die Leucaena perfekt geeignet. Die Blätter verfügen über viel Stickstoff – ähnlich wie Dünger – und bereichern die Erde. Um zu mulchen, schreddert Charlemagne die Blüten und Späne und verteilt dies entstandene Biomasse zwischen den Pflanzen.
Meeresalgen (Seetang) als Mulch kennen Permakulturisten, die nah am Meer leben. Die Meeresalgen sind reich an Kalium und Spurenelementen und eignen sich als starker Dünger hervorragend. Die braune Algensorte besitzt wenig Stickstoff und wird deshalb idealerweise mit einem weiteren Material kombiniert. Charlemagne wäscht die Algen mit fliessendem Wasser, um das überschüssige Salz zu entfernen. Dann legt er sie es auf die Beete.
Das Mulchen mit Meeresalgen ist übrigens auch ausserhalb der Karibik bekannt: An der französischen Bretagne-Küste etwa ist es Tradition geworden, die Meeresalgen, die an die Küste gespült werden, für den Garteneinzusammeln.
Wir Mulchen nicht mit Leucaena oder Meeresalgen. Mit Leucaena zu mulchen wäre aufgrund der geographischen Distanz schwierig – und wir wohnen nicht am Meer, um Seetang zu sammeln. Wenn wir aber jemals ein Projekt im Meer oder in Südamerika haben, dann wissen wir, wie wir mulchen werden :-).
Hier das Video von Mattaniah Charlemagne über Mulch in der Karibik
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