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Tabakprävention: Die Bevölkerung und insbesondere die Jungen schützen
Tabakkonsum verursacht im Kanton Freiburg jährlich circa 350 Millionen Franken soziale Kosten und ist die am einfachsten vermeidbare Krankheits- und Todesursache. Es werden verschiendene Massnahmen ergriffen, um ein Umfeld zu schaffen, dass für die Bevölkerung und insbesondere für die Kinder und Jugendlichen einen positiven Effekt auf die Gesundheit hat.
2012 betrug die Prävalenz des Tabakkonsums bei den 14- bis 24-Jährigen 24 %, derselbe Prozentsatz wie bei der ersten Umfrage. Die Rauchenden dieser Altersgruppe konsumieren durchschnittlich 10,8 Zigaretten am Tag, das ist im Vergleich zu 2009 eine Erhöhung um 61,2 %.
Eine weitere Priorität neben dem Schutz vor Passivrauchen ist auch das Verhindern, das junge Freiburgerinnen und Freiburger zu rauchen beginnen. So haben 2017, 6882 Junge verschiedene Angebote des Kantonalen Programms zur Tabakprävention besucht.
Wie die meisten anderen Schweizer Kantone konnte auch Freiburg beim Schutz vor Passivrauchen in den letzten drei Jahren grosse Fortschritte verzeichnen, insbesondere infolge des Rauchverbots in öffentlichen Räumen und am Arbeitsplatz.
Zwischen 90 und 100 % der Unternehmen haben gemäss der Verordnung zum Schutz vor Passivrauchen vom 3. Juni 2009 umgerüstet (Fumoirs, Rauchen ausschliesslich in Einzelbüros erlaubt).
Beim Passivrauchen zuhause ist eine positive Entwicklung zu beobachten: 72 % der Rauchenden, die mit anderen Personen zusammenwohnen, rauchen niemals in ihren Wohnräumen. Trotzdem sind immer noch 14 % der Nichtrauchenden in ihren Wohnräumen dem Passivrauchen ausgesetzt.
Auch Kinder bleiben Opfer von Passivrauchen: 32 % der Rauchenden mit einem unter 6-jährigen Kind und 28 % der Rauchenden mit einem Kind zwischen 6 und 14 Jahren rauchen (täglich oder weniger häufig) in ihren Umfeldern.
Im Kanton Freiburg ist der Verkauf von Tabakprodukten an Personen unter 16 Jahren verboten (Gesetz über die Ausübung des Handels, Art. 31). Trotz dieses gesetzlichen Rahmens ging aus zwei Serien von Testkäufen hervor, dass es Jugendlichen unter 16 Jahren in 6 von 10 Fällen immer noch gelingt, Tabakwaren zu erwerben.
Momentan ist die öffentliche Werbung für Tabakprodukte im Kanton Freiburg nicht gesetzlich geregelt, und dies, obwohl ein Einfluss einer solchen Massnahme auf den Einstieg ins Rauchen gezeigt wurde.
Um diese Ziele zu erreichen, werden 17 Projekte umgesetzt, die den Einstig ins Rauchen von jungen Freiburgerinnen und Freiburger verhindern, den Rauchstopp fördern, vor Passivrauchen schützen und die Bevölkerung über die Risiken des Tabakkonsums informieren und sensibilisieren sollen.
Manche Projekte wollen die Handlungskompetenzen und das Verhalten der Einzelnen stärken, damit sie in der Lage sind, sich für ein Leben ohne Tabak zu entscheiden, andere wiederum wollen das Lebensumfeld der Bevölkerung verbessern, indem sie sich für die Einhaltung der Gesetzesbestimmungen einsetzen oder die Umsetzung neuer Rahmenbedingungen fördern.
Projektbeispiele
- Mit der Ausbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren soll die Anzahl der Mittelspersonen, welche die Botschaft der Tabakprävention verbreiten, erhöht werden. Ausserdem soll das Thema Tabak in das Konzept «Gesundheit in der Schule» eingebunden werden.
- Die Tabakprävention mit Peers in den Freizeitzentren zielt darauf ab, eine Gruppe von Jugendlichen, die vorher auf die Tabakfrage sensibilisiert wurde, zur Schaffung eines Präventionsinstruments anzuregen, dass sie einer anderen Gruppe Jugendlicher vorstellen wird.
- Rauchfreie Lehre ist ein nationaler Wettbewerb, der die Freiburger Lernenden dazu ermutigt, sich für ein Leben ohne Tabak zu entscheiden. 2013 haben 737 Lernende, 93 Ausbildungsbetriebe und 6 Berufsschulen an dieser Aktion teilgenommen.
- Die Begleitung bei der Umsetzung des Gesetzes über das Verbot für den Verkauf von Tabakwaren an unter 16-Jährige anhand von Tabak-Testkäufen. Die im 2010 entstandene Zusammenarbeit mit den Arbeitgeberkreisen und die Informations- und Sensibilisierungskampagne für Verkaufsstellen will die erzieherische Wirkung der Testkäufe ausbauen.
- Individuell zugeschnittene Sensibilisierungs-Workshops für Schulen, Ausbildungsbetriebe und Einrichtungen für Jugendliche in Schwierigkeiten. 2013 haben 568 diese Workshops besucht und 2816 haben an einer Sensibilisierungsaktion in Form eines Wettbewerbs teilgenommen.