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Prof. Dr. Friedrich-Karl Thielemann, Mitglied des MAP Präsidiums und ehemaliger MAP-Präsident, erhält für seine Forschungen an der Schnittstelle zwischen Kernphysik und Astrophysik die Karl-Schwarzschild-Medaille der Astronomischen Gesellschaft.
Durch den Einsatz von Theorie im Vergleich mit Experimenten und Beobachtungen leistete Friedrich-Karl Thielemann wesentliche Beiträge zum Verständnis von Sternexplosionen. In seinen zahlreichen herausragenden theoretischen Studien sagte er Reaktionseigenschaften von Atomkernen quer über die Nuklidkarte voraus, darunter auch für hoch instabile Kerne.
Während seiner mehr als 40-jährigen Karriere gelang es ihm, den Kreis von der Kernphysik über das Studium der Entwicklung von Sternen bis zu Sternexplosionen, der damit verbundenen Bildung schwerer Elemente sowie der daraus resultierenden chemischen Entwicklung von Galaxien zu schließen. Er lieferte in herausragender Weise die Grundlagen für die extremsten Ereignisse im Universum, Supernovaexplosionen vom Typ Ia, über Novae und Röntgenstrahlenausbrüche, Kernkollapssupernovae und Hypernovae, bis hin zu verschmelzenden Neutronensternen.
Seine Leidenschaft, das Rätsel der Entstehung der Elemente im Universum zu lösen, führte zu einem beruflichen Werdegang rund um den Globus. Als emeritierter Professor im Forschungsbereich Kosmologie und Teilchenphysik der Universität Basel setzt er seine Forschungen auch als Gastwissenschaftler am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt fort. Thielemann ist seit 1978 Mitglied der Astronomischen Gesellschaft. Er ist auch langjähriger Mitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Astophysik und Astronomie (SGAA) und seit 2009 der Europäischen Astronomischen Gesellschaft (EAS).