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Behandlung Fersenschmerz
Der Fersenschmerz ist eines der häufigsten Fussprobleme überhaupt; er kann viele verschiedene Ursachen haben. Oft sind Fersenschmerzen auf eine chronische Entzündung der Plantaraponeurose zurückzuführen.
Die Plantaraponeurose ist ein sehniges Band, das sich an der Fusssohle von der Ferse bis zu den Zehen erstreckt. Ihre Hauptfunktion besteht darin, das Fussgewölbe zu stabilisieren. Bei jedem Schritt wie auch im Stehen wird die Plantaraponeurose angespannt, was zu einer mechanischen Belastung führt; diese wird auf die Schwachstelle des Systems übertragen – den Ursprung des Bandes am Fersenbein. Unter gewissen Bedingungen kann sich dann dort eine Entzündung entwickeln, die Fersenschmerzen verursacht.
Ursachen
Eine Entzündung der Plantaraponeurose kann durch eine starke Überbeanspruchung ausgelöst werden, zum Beispiel durch eine intensive Wanderung ohne vorhergehendes Training oder durch die Ausübung von neuen, ungewohnten sportlichen Tätigkeiten. Andere Faktoren, die eine Entzündung begünstigen, können Übergewicht und gewisse Fussfehlstellungen (Hohl und Knicksenkfuss) sein.
Sehr häufig lässt sich aber keine eindeutige auslösende Ursache feststellen: Der Fersenschmerz tritt spontan oder im Rahmen wiederholter unerkannter kleiner Traumen (Schläge) während der alltäglichen Belastung auf. Dabei findet sich beim Patienten fast immer eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Verkürzung der Wadenmuskulatur, die bei jedem Schritt zu einer Mehrbelastung mit Zug auf die Plantaraponeurose führt. Aus diesem Grund spielt die Dehnungstherapie der verkürzten Wadenmuskulatur eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Fersenschmerzen.
Knöcherner Fersensporn als Ursache?
Ein Fersensporn (Calcaneussporn) ist eine dornartige knöcherne Ausziehung an der Unterseite des Fersenbeinhöckers (Tuber calcanei), dessen Spitze nach vorne weist. Er entsteht am Ursprung der überbeanspruchten Plantaraponeurose durch Entzündungsvorgänge. Der lediglich im Röntgenbild feststellbare Fersensporn spielt meist keine Rolle bei der Entstehung der Fersenschmerzen. Bei etwa 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung kann dieser röntgenologisch nachgewiesen werden, ohne symptomatisch zu sein. Zudem zeigten verschiedene Studien, dass mehr als die Hälfte der Patienten mit Fersenschmerz keinen Fersensporn hatten.
Konservative Behandlung
Die Hauptpfeiler einer konservativen Therapie sind das Tragen von einfachen Einlagen mit Weichbettung und gegebenenfalls Aussparung des schmerzhaften Bereichs, Schuhwerk mit gepufferter Sohle und die konsequente tägliche Durchführung von Dehnungsübungen.
Vorbeugung von Fersenschmerz
Ungefähr 90 Prozent der Fersenschmerzen heilen im Lauf von bis zu neun Monaten durch rein konservative Massnahmen (d. h. ohne operativen Eingriff) aus oder werden in dieser Zeit zumindest deutlich schwächer.
Entzündungshemmende Massnahmen wie Ultraschall und Formen der Elektrotherapie, in gewissen Fällen die fokussierte Stosswellentherapie, können ergänzend eingesetzt werden. Mit der ACP®Injektionsbehandlung steht ein zusätzliches Behandlungsverfahren zur Verfügung. Dabei werden wirksame Eigenblutbestandteile in den entzündlichen Bereich gespritzt. Durch tägliches Dehnen der Wadenmuskulatur kann man Fersenschmerzen vorbeugen. Zudem sollte man bei einer geplanten starken Fussbeanspruchung die Wadenmuskulatur durch dosiertes Training vorbereiten.
Wichtig: Diese Informationen sind lediglich eine Ergänzung zum Gespräch mit dem Arzt und zum persönlichen Behandlungsplan. Beachten Sie auch weitere Hinweise zu Komplikationen und Nebenwirkungen im Aufklärungsprotokoll.
Dehnungsübungen für Wadenmuskulatur
Die drei aufgeführten Dehnungsübungen wurden von der Amerikanischen Orthopädischen Gesellschaft für die nichtoperative Behandlung von Fersenschmerzen empfohlen. Bitte beachten Sie, dass Ihre Wadenmuskulatur beziehungsweise Ihre Plantaraponeurose sich während Jahren verkürzt hat und dass die Dehnungsübungen dementsprechend auch über Monate hinweg regelmässig durchgeführt werden müssen, um den gewünschten Erfolg zu bringen.
Jede dieser drei Übungen sollte mindestens dreimal, besser noch sechsmal täglich durchgeführt und in den Tagesablauf integriert werden. Beispielsweise kann man die Waden während des Zähneputzens oder beim Telefonieren regelmässig dehnen.
Übung A
Lehnen Sie sich vorwärts an eine Wand, das Knie auf der Seite der Fersenschmerzen gestreckt und etwas von der Wand entfernt, das andere Knie gebeugt. Die Füsse sollten parallel zueinander stehen. Beim Nachvornelehnen sollten Sie spüren, wie Ihr Fussgewölbe und vor allem Ihre Wadenmuskulatur gedehnt werden. Versuchen Sie Ihre Ferse auf dem Boden zu lassen, auch wenn diese sich tendenziell vom Boden abzuheben versucht. Dehnen Sie Ihre Wadenmuskulatur und Plantaraponeurose, indem Sie diese Stellung jeweils für zehn Sekunden halten. Danach richten Sie sich auf, entspannen Ihre Muskulatur und dehnen diese anschliessend wieder. Wiederholen Sie diese Übung zwanzig Mal. Sollten beide Fersen schmerzen, müssen Sie die Übung für beide Seiten durchführen.
Übung B
Lehnen Sie sich vorwärts an eine Wand. Beugen Sie langsam Ihre beiden Knie und gehen Sie in die Hocke, ohne Ihre Fersen vom Boden abzuheben. Wichtig ist auch hier, dass die Füsse parallel stehen und der hintere Fuss nicht nach aussen ausweicht. Sie werden spüren, wie sich Ihr Fussgewölbe und vor allem Ihre Wadenmuskulatur langsam immer mehr dehnen. Kurz bevor Ihre Fersen vom Boden abheben, halten Sie diese Position für zehn Sekunden. Richten Sie sich dann wieder auf. Wiederholen
Sie diese Übung zwanzig Mal.
Übung C
Stellen Sie Ihre Fussballen auf eine Treppenstufe und halten Sie sich am Geländer fest. Gehen Sie langsam mit der Ferse nach unten ins Leere, bis Sie spüren, dass sich die Wadenmuskulatur richtig dehnt. Halten Sie diese Stellung für zehn Sekunden und heben Sie dann die Ferse an. Wiederholen Sie diese Übung zwanzig Mal.