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ein neuester Zeit von dem Amerikaner Daniel M. Lamb aus Wolfsmilch hergestellter Gummistoff, mittels dessen
Wollen- und Seidenzeugen,
Samt, Schmuckfedern u. dergl. die Eigenschaft verliehen
wird, jede Flüssigkeit abzustoßen, ohne daß diese Stoffe durch die Präparation mit N. irgend etwas an ihrem guten Aussehen,
ihrer Biegsamkeit und Elastizität einbüßen.
Selbst die schärfste Schreibtinte,
Zitronensaft,
Schwefelsäure,
schwarzer
Kaffee u. dergl. sollen auf den mit N. präparierten Gegenständen
keine Flecken hinterlassen. - Zollfrei.
Die Lumpen oder
Hadern haben bei der Papierfabrikation wohlfeileren, meist vegetabilischen Rohmaterialien zum
großen Teile Platz machen müssen, und es gibt wohl nur noch sehr wenige Pflanzenfasern, welche man
nicht als geeignet zur Herstellung von P. befunden hat. Es wäre unmöglich, alle die Rohmaterialien, aus denen heute P. gemacht
wird, hier auch nur aufzuzählen, geschweige denn zu beschreiben, wir erwähnen daher nur, daß zur Herstellung
festeren P.es die Faser des
Hanfes,
Flachses, der
Jute, verschiedener
Aloë-Arten u. s. w. dient, kurzes, brüchiges Packpapier
wird aus
Holz hergestellt, welches die Wälder Skandinaviens billig und in Menge hergeben und das, bereits an Ort und Stelle
gemahlen, als Pulver in den Handel kommt.
Ferner wird Stroh von
Getreide, Mais und Hülsenfrüchten zu P. verarbeitet, bei Jönköping in Schweden
eine dort wachsende Moosart und in neuester Zeit hat man in England gelungene Versuche gemacht, aus frischem Grase ein P. herzustellen,
das dem besten Zeichenpapier an Güte nichts nachgeben soll. Bei diesem P., das bei seiner sehr glatten Oberfläche sich
ganz vorzüglich als Schreibpapier eignen soll, fällt das
Leimen weg. Welchen Einfluß die Ausbreitung
dieser Erfindung des Graspapieres auf den Wiesenbau auszuüben geeignet ist, erhellt daraus, daß ein Hektar Wiese 34-72000
kg Gras und im Durchschnitt 3075 kg P. liefert.
Ebenso zahlreich wie die zur Fabrikation verwendeten Rohmaterialien sind aber auch die Gegenstände,
welche man heutzutage aus P. herstellt. Abgesehen von den aus
Papier-maché (vgl. d. Art.) fabrizierten Gegenständen, benutzt
man das P. anstatt des
Leders zu Stiefelsohlen, ferner zu Schnupftüchern, Servietten, Halskragen, Manschetten, Vorhemdchen,
Tellern, Schüsseln, Fenstervorhängen, Bettdecken und
Bettüberzügen, Drainierungsröhren, Eisenbahnwagenrädern und wie
die Legion aller dieser bereits im täglichen Gebrauche befindlichen Gegenstände sonst sich nennt.
Die neueste Erfindung ist die Herstellung wasserdichten P.es, welches zugleich gegen alle atmosphärischen Einflüsse gleichgültig
ist. Dasselbe wird in England hergestellt und zu Wasserleitungsröhren, Dachbekleidungen, Verpackungsmaterial für über
See gehende Waren, zu Matten für Gärtner, um Pflanzen gegen Frost zu schützen, zu dekorativen Tischlerarbeiten
und vielerlei anderen Sachen verwendet, die man bisher aus
Holz,
Eisen,
Steingut u. dergl. herstellte. - Zoll s.
S. 400.
Bei Beurteilung der Feuergefährlichkeit des raffinierten P.s unterscheidet man den Entzündungspunkt (burning
point), bei welchem das P. sich entzündet und fortbrennt, und den Entflammungspunkt (flashing point),
bei welchem das P. explosive Dämpfe zu entwickeln beginnt. Der Entflammungspunkt ist in verschiedenen Staaten unter gesetzliche
Kontrolle gestellt, wobei mittels eines staatlich vorgeschriebenen Apparates die Beschaffenheit des P.s in dieser Richtung
festgestellt wird. In Deutschland ist hierfür der Abelsche Petroleumprober vorgeschrieben, und es darf nur P. verkauft werden,
das damit amtlich untersucht worden ist. Dasselbe muß unter einem Barometerstande von 760 mm mit 21°
C. oder darüber seinen Entflammungspunkt aufweisen, wenn es zum Verkaufe gebracht werden soll. (Vergl.
Astralöl und
Lubricating-oil.)
- Zoll s. S. 420.
Neuerer Zeit wird gepulverter P. mit Olivenkernen verfälscht.
Man erkennt die Verfälschung,
wenn man die betr. Probe auf ein Gemisch aus gleichen Teilen
Glycerin und Wasser streut: das wirkliche Pfefferpulver schwimmt,
das der Olivenkerne sinkt unter. - Zoll s. Tarif Nr. 5 i.
Ein unter dem Namen „Heinrich Meyers P.“ neuerer Zeit auch in den deutschen Handel kommender
großer fetter
Dorsch, norwegisch
Skrei genannt, der von Mitte Januar bis Mitte April in großen Mengen (jährl. 70 Mill.
Stück im Gewicht von 3½-4 Mill. Ztr.) an der Westküste Norwegens gefangen wird. Sein
Fleisch ist wohlschmeckend und nahrhaft
und sehr billig. England, Portugal, Spanien, Italien und Österreich sind die Hauptabnehmer und es gehen
nach diesen Ländern ansehnliche Mengen des P. Die frisch geschlachteten
Fische werden äußerlich vom Schleim befreit und
ausgenommen; die
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große Rückengräte wird alsdann bis auf das unterste Ende entfernt und das Fleisch hierauf nach sorgfältigster Reinigung
eingepökelt. Soll der Skrei lange aufbewahrt werden, so bleibt er in dichtgeschlossenen Fässern in der Salzsole liegen und
heißt dann Laberdan, soll er bald nach dem Fange verbraucht werden, so wird er neuerer Zeit frisch geschlachtet
in durchlöcherten Holzfässern eingesalzen, so daß die sich bildende Salzsole abfließen kann. (Vergl. auch Kabliau.) -
Zoll s. S. 236.