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In Rio de Janeiro geboren, erhielt Heitor Villa-Lobos ersten Cellounterricht von seinem Vater, einem Buchhändler, damit er gemeinsam mit Freunden Strassenmusik machen konnte. Während zahllosen Stunden als Strassenmusikant und durch viele Reisen ins Landesinnere lernte er die brasilianische Volksmusik kennen. Nach einem gescheiterten Versuch, Musiktheorie zu studieren, verdient er sich sein Geld als Cellist in Cafés und auf der Strasse und erweitert seine Kompositionskenntnisse autodidaktisch. 1913 kam er erstmals mit der Musik von französischen Impressionisten und von Strawinsky in Berührung. Arthur Rubinstein entdeckte 1917 den jungen Musiker in Rio de Janeiro. So wurde es Villa-Lobos möglich, in den 30er Jahren vier Jahre in Paris zu verbringen. In der französischen Hauptstadt erweiterte er seinen Wissenshorizont, machte wichtige Bekanntschaften und erlangte erste internationale Anerkennung. Seine „brasilianischen Soiréen“, bei welchen er nicht nur brasilianische Volksmusik sondern auch abenteuerliche und ausgeschmückte Geschichten von seinen Reisen durch den Urwald zum Besten gab, wurden zum Highlight der Pariser High-Society. Zurück in Brasilien erlangte er grosse Bekanntheit und baute ein nationales Musikerziehungswesen nach europäischem Vorbild auf. Als Musikpädagoge bildete er hunderte von jungen Chorleitern aus und schrieb selber über 1000 Kompositionen, darunter 12 Symphonien.