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Die Taliban haben ihre Teilnahme an einer geplanten Friedenskonferenz vor einem vollständigen Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan ausgeschlossen. Man werde an keiner Konferenz teilnehmen, die Entscheidungen über Afghanistan treffen soll, bis sich alle ausländischen Streitkräfte komplett aus dem Land zurückgezogen hätten, schrieb ein Sprecher des politischen Büros der Taliban in Doha, Mohammad Naeem, am Dienstag auf Twitter. Ein US-Regierungsvertreter hatte zuvor gesagt, dass die US-Truppen bis zum 11. September abgezogen werden sollen - obwohl die USA mit den Taliban ursprünglich einen Abzug bis zum 1. Mai vereinbart hatten.
Eine US-initiierte Afghanistan-Konferenz in der Türkei Ende des Monats soll den afghanischen Friedensprozess beschleunigen. In den vergangenen Tagen und Wochen hatte es zahlreiche Konsultationen zwischen Vertretern der USA, der Türkei, der Vereinten Nationen, der afghanischen Regierung und den Taliban gegeben, um die für mehrere Tage geplante Konferenz vorzubereiten und die Positionen der Konfliktparteien einander anzunähern. Die Konferenz war bereits von Mitte auf Ende April verschoben worden.
US-Präsident Joe Biden will sich nach Angaben des Weissen Hauses an diesem Mittwoch offiziell zum Abzug aus Afghanistan äussern. Die Regierung seines Amtsvorgängers Donald Trump hatte mit den Taliban bei einer Konferenz in Doha im Februar vergangenen Jahres einen Abzug aller internationalen Truppen bis zum 1. Mai vereinbart. Die Taliban hatten bisher immer auf die Einhaltung des Doha-Abkommens gepocht und zuletzt neue Gewalt gegen Nato-Truppen angedroht, sollte die Frist nicht eingehalten werden.
Der US-Regierungsvertreter sagte am Dienstag, der geordnete Abzug solle vor dem 1. Mai beginnen und spätestens zum 11. September abgeschlossen werden. Allerdings könnte das Ziel auch deutlich vorher erreicht werden. Der 11. September ist der 20. Jahrestag der Terroranschläge von New York und Washington, die Auslöser des US-geführten Militäreinsatzes in Afghanistan waren. (sda/dpa)