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Es gibt ein Phänomen, das derzeit Gold in besonders beeindruckenden Proportionen betrifft. Immer mehr Länder, deren Goldreserven sich außerhalb ihres Hoheitsgebiets befanden, repatriieren ihre Goldbarren.
Diese Operationen verdeutlichen eine interessante Realität, bei der sowohl politische als auch finanzielle Interessen im Spiel sind.
Die niederländische Nationalbank (DNB) hat kürzlich ihr Vertrauen in Gold als sicheren Hafen im Falle einer Krise bekräftigt. Die Reserven der DNB sind nach wie vor an verschiedenen Orten auf der Welt verteilt. Etwa ein Drittel befindet sich auf dem Gebiet der niederländischen Monarchie, ein weiteres Drittel wird in den USA gehalten und der Rest ist zwischen Großbritannien und Kanada aufgeteilt. Das Vertrauen der DNB in das Gold wurde 2014 bewiesen, als sie einen Teil ihres in den Vereinigten Staaten gehaltenen Goldes in die Niederlande repatriierte. Insgesamt wurden 122 Tonnen des Edelmetalls einen Monat lang über den Atlantik transportiert.
Andere Länder waren ebenfalls beteiligt. Ein Jahr vor der niederländischen Operation hatte Deutschland eine identische Rückführung für insgesamt 743 Tonnen durchgeführt. Die Operation begann im Jahr 2013 und wurde 2017 abgeschlossen. Im gleichen Jahr folgte die Türkei, die 220 Tonnen aus dem Safe von Uncle Sam zurückbrachte.
In jüngerer Zeit hat Polen den gleichen Schritt unternommen und sein Gold von der Bank of England zurückgebracht, ein neues Zeichen des Misstrauens nach dem Brexit-Fall. Dem polnischen Beispiel folgend, hat auch die Tschechische Republik, die nach den Worten ihres derzeitigen Premierministers noch immer vom Verrat von München geprägt ist, einen ähnlichen Schritt unternommen.
Dieser Wunsch, Goldbarren zurückzubringen, ist ein doppeltes Zeichen des Misstrauens. Zum einen ist es ein Zeichen des mangelnden Vertrauens in den Dollar, ein weiterer traditioneller sicherer Hafen, aber auch ein Misstrauen gegenüber internationalen politischen Bündnissen.