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Der britische Modeschöpfer John Galliano muss sich seit Mittwoch wegen angeblicher rassistischer Aussagen vor einem Pariser Gericht verantworten. Dem 50-Jährigen wird in zwei Fällen die schwere Beleidigung von Besuchern einer Brasserie vorgeworfen. «Dreckiges Judengesicht, Du solltest tot sein!», ist einer der Ausdrücke, die von ihm stammen sollen. Galliano behauptete vor Gericht, dass er sich an nichts erinnern kann. Seit 2007 nahm er nach eigenen Angaben regelmässig Medikamente - unter anderem Valium. Er neige auch zu verstärktem Alkoholkonsum. Nach Angaben seines Anwalts will Galliano in dem Prozess beteuern, kein Antisemit zu sein, und auf seine schweren Suchtprobleme verweisen. Bei einem der Vorfälle war er nachweislich stark betrunken.
Auf öffentliche rassistische Beleidigungen stehen in Frankreich bis zu sechs Monate Haft und 22'500 Euro Geldstrafe. Gefängnisstrafen werden allerdings nur äusserst selten für ein solches Delikt verhängt.
Der exzentrische Brite ist seit dem Skandal um die Vorwürfe arbeitslos. Das Modehaus Dior, das auch das Label «John Galliano» kontrolliert, setzte ihn Anfang März vor die Tür. Kurz zuvor hatte ein Video die Affäre weiter angeheizt.
Das Mutterhaus Dior hat angekündigt, nach dem Verfahren über einen möglichen Verkauf des Labesl zu entscheiden. Das Rätselraten um seinen möglichen Nachfolger geht derweil weiter. Hoch gehandelt werden Alexander-McQueen-Designerin Sarah Burton sowie Riccardo Tisci, der für Givenchy entwirft. Daneben ist der Antwerpener Haider Ackermann im Gespräch.