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Nach 5 Monaten ist das Projekt Klimagarten 2085 am Ende. Nach vielen spannenden Gesprächen und Eindrücken, ist die Zeit zu kommen, ein Fazit zu ziehen.
Das Stück Wiese, welches in die Gewächshäuser transplantiert wurde, sieht in beiden Gewächshäusern relativ gut aus. Man sieht Unterschiede in der Grösse der Blätter der verschiedenen Pflanzen, ansonsten hat sich aber weder die Zusammensetzung noch der Ertrag signifikant geändert. Um eine Veränderung der Wiese zu sehen, müsste das Projekt über mehrere Jahre laufen.
Der Weizen hat unter allen drei Bedingungen relativ lange gebraucht bis er Ähren geschoben hat. In der zweiten Saisonhälfte hatte der Weizen draussen mit Rost-Pilz zu kämpfen, weshalb er am Ende des Projektes nicht so viele gesunde Ähren hat. Im 2 Grad wärmeren Gewächshaus sieht der Weizen gut aus. Mit 30 % weniger Wasser sieht man aber, dass er schon deutlich mehr braune Blätter hat.
Bei 4 Grad wärmer als der Durchschnitt zeigen sich bereits deutliche Stress-Merkmale. Sowohl mir normal viel Wasser, als auch mit 30% weniger Wasser sind die Weizenpflanzen braun und trocken. Deutliche Unterschiede zu den Pflanzen Draussen und im andern Gewächshaus zeigen sich im Ertrag der Ähren. Sie sin deutlich kleiner geblieben und auch die Anzahl ist geringer.
Der Gartensalat wuchs in den beiden Gewächshäusern deutlich schneller als draussen, benötigte aber deutlich mehr Wasser.
Der Emmer ist in den Gewächshäusern zu Beginn des Projektes sehr schnell hochgeschossen. Er wirkte sehr unstabil im Vergleich zu draussen. Die Unterschiede im Ertrag sind nicht mehr sichtbar, da die meisten Körner des Emmers von Mäusen gefressen wurden.
Links: +2° Normal Wasser, Rechts: +2° -30% Wasser
Vergleicht man die Zuckerrübe von draussen mit der Zuckerrübe im zwei Grad wärmeren Gewächshaus, sieht man, dass die Blätter drinnen viel weniger gross und saftig sind. Auch sieht man einen deutlichen Effekt des Wassers. 30% weniger Wasser führen zu etwa halb so grossen Durchmessern der Rüben wie bei normal viel Wasser.
4 Grad wärmer führen zu noch kleineren Blättern. Der Unterschied der Durchmessergrössen, zurückzuführen auf die unterschiedliche Menge der Bewässerung, ist nicht mehr sichtbar.
Die Intensiv Wiese wuchs in beiden Gewächshäusern relativ gut. Bei 30% weniger Wasser sind in beiden Gewächshäusern einige trockene Halme zu sehen.
Bei der Kartoffel zeigten sich zu Beginn grosse Unterschiede im Wachstum des Krautes. So wuchs im zwei Grad wärmeren Gewächshaus das Kraut schon schneller als draussen. Im 4 Grad wärmeren Gewächshaus war noch eine deutlich schnelleres Wachstum zu verzeichnen. Bald brauchten sie schon eine Halterung, welche die Pflanze aufrecht hielt, während sie draussen immer noch buschig und knackig grün schienen. Diese Unstabilität der Kartoffelpflanzen in den Gewächshäusern, hätte draussen zu grossen Ertragseinbussen geführt, da der Wind das Kraut umgelegt hätte.
Der Abreifprozess, das Vertrocknen des Krautes, begann im 4°C wärmeren Gewächshaus etwas früher als im 2°C wärmeren, wobei es bei diesem noch vor dem draussen einsetzte. Der Ertrag der Kartoffeln war im 2°C wärmeren Gewächshaus bei 30% weniger Wasser am besten (ca. 3kg). Mit 2.5kg waren die Kartoffeln bei normaler Bewässerung etwas mehr durch die Kraut und Knollenfäule gezeichnet. Im 4° wärmeren Gewächshaus hatten die beiden Kartoffelbeete einen ähnlichen Ertrag, nämlich 2.3kg bei 30% weniger Wasser und 2.7kg bei normaler Bewässerung. Draussen waren die Kartoffeln durch den starken Regen im Frühjahr gezeichnet und hatten daher mit 2.4 kg einen ähnlichen Ertrag wie das 4° wärmere Gewächshaus.
Sonnenblume zeigte vor allem zu Beginn des Projektes deutliche Unterschiede. So war das Wachstum durch die Temperatur positiv beeinflusst. Zudem konnte man auch den Einfluss der Bewässerung sehen. So waren die Stengeldurchmesser der Sonnenblume ungefähr doppelt so gross bei normaler Bewässerung. Durch das schnelle Wachstum waren die ersten Sonnenblumen in den Gewächshäusern bereits im Mai reif und es wurden neue nach gepflanzt. In der zweiten Saisonhälfte waren die Sonnenblumen durch Spinnmilben befallen, was den Vergleich schwierig macht, da sie dadurch in ihrem Wachstum eingeschränkt waren.
Soja wächst ebenfalls besser in den beiden Gewächshäusern, als draussen. Im 4°C wärmeren sind die Triebe etwa doppelt so lange wie draussen und es wurden mehr Bohnen zur Reife gebracht.
Der Mais ist ebenfalls positiv durch den Temperaturanstieg beeinflusst. Durch sein schnelleres Wachstum konnten mehrere Generationen im Gewächshaus zu Reife gebracht werden, während draussen nur die erste Maispflanze zur Reife gebracht wurde. Im Gewächshaus musste er nachgepflanzt werden, da er bereits ausgereift war vor Ende des Projektes.
Abschliessend kann man sagen, dass es Gewinner und Verlierer geben wird. Zu den Gewinnern zählen sicherlich der Soja, aber auch die Sonnenblume und Mais. Grosse Errtragseinbussen werden der Weizen und der Emmer haben. Auch die Zuckerrübe wird mit zunehmender Erwärmung weniger gut wachsen. Das Projekt zeigt uns, dass im Jahre 2085 sehr wahrscheinlich andere Pflanzen bei uns wachsen werden als bisher.
Von Olivia Wassmer, Klimagarten Betreuerin