Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/156950

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament Entwürfe für gesetzliche Grundlagen zu unterbreiten, welche die Information und die Transparenz über die Nachhaltigkeit von Finanzprodukten vorschreiben (wirtschaftlich, sozial, ökologisch).</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Mit einem neuen Finanzdienstleistungsgesetz (Fidleg), zu welchem der Bundesrat 2014 ein Vernehmlassungsverfahren durchführte, sollen die Voraussetzungen für das Erbringen von Finanzdienstleistungen sowie das Anbieten von Finanzinstrumenten geregelt werden. Im Zentrum stehen namentlich Informationspflichten für Finanzdienstleister, die Kundinnen und Kunden eine fundierte Anlageentscheidung ermöglichen sollen. Mit einem Basisinformationsblatt (BIB) soll zudem ein vereinfachter Vergleich verschiedener Finanzinstrumente ermöglicht werden. Diese Kurzdokumentation soll die wesentlichen Produktinformationen enthalten und einheitlich in leicht verständlicher Sprache abgefasst sein. Dies entspricht internationalen Bestrebungen (insbesondere durch das Joint Forum).</p><p>Werden mit einem Finanzinstrument auch soziale oder ökologische Ziele verfolgt, so kann dies von Finanzdienstleistern im BIB ersichtlich gemacht werden. Für Privatkundinnen und Privatkunden, welche nebst finanziellen Erträgen auch an solchen Zielen interessiert sind, können auf freiwilliger Basis relevante Informationen bereitgestellt werden, damit sie gezielt in entsprechende Anlagen investieren können. Zudem haben Finanzdienstleister, welche Kundinnen und Kunden beraten oder deren Vermögen verwalten, den unterschiedlichen Risiken von Produkten sowie den Erfahrungen, Interessen und Kenntnissen der Kunden angemessen Rechnung zu tragen.</p><p>Das Fidleg legt darüber hinaus auch die Pflicht zur Aus- und Weiterbildung der Kundenberater im Finanzmarkt fest. Kundenberater müssen demnach mindestens Kenntnisse über die Verhaltensregeln des Fidleg sowie abhängig vom Komplexitätsgrad ihrer Beratung über entsprechendes Fachwissen verfügen.</p><p>Hinsichtlich der in der Motion verlangten Information und Transparenz über die Nachhaltigkeit von Finanzprodukten gibt es bereits einzelne Initiativen, die in diese Richtung zielen, wie z. B. die Arbeiten des Swiss Team im Rahmen der Unep Inquiry, die sich für Reportingstandards einsetzen (z. B. die Group of Friends of Paragraph 47) oder konkrete Standards definieren (GRI, Unpri, Unep FI, OECD Guidelines for Multinational Enterprises). Ebenso gibt es Finanzinstitute, die freiwillig ökologische und soziale Kriterien konsequent integrieren und ihren Kunden gegenüber offensiv anbieten und ihre Kundinnen und Kunden konsequent über nachhaltige Finanzanlagen informieren. Der Bundesrat erkennt daher keinen zusätzlichen Handlungsbedarf.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.