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Von Sarah Schoch
Mit freundlicher Genehmigung von The Inquisitive Mind (In-Mind) zur Originalquelle
Oft träumen wir von Dingen, die uns im Alltag beschäftigen. Eine neue Studie zeigt nun, dass die Inkorporation einer Aufgabe in einen Traum mit einer besseren Leistung in dieser Aufgabe am nächsten Morgen zusammenhängt.
Träume haben Menschen schon immer fasziniert. Die Nacht gibt uns die Möglichkeit, in verschiedene Welten abzutauchen und Sachen zu erleben, die in der Realität nicht möglich sind (z.B. Fliegen). Manchmal gelingt es sogar, während des Träumens zu erkennen, dass man träumt, und den Traum zu steuern (sogenanntes „luzides Träumen“). Die genaue Funktion des Träumens ist aber weiterhin unklar. Es gibt Vermutungen, dass Träume mit der Gedächtnisverarbeitung zusammenhängen, denn wir wissen, dass im Schlaf wichtige Prozesse der Gedächtniskonsolidierung stattfinden.
In einer neuen Studie haben wir untersucht, ob wir Teilnehmende dazu bringen können, von einer Gedächtnisaufgabe zu träumen, und, wenn ja, ob dies die Leistung beeinflusst. Dafür wurden 22 Teilnehmende für 3 Nächte ins Schlaflabor eingeladen. In der ersten Nacht wurden sie an das Labor gewöhnt. In den zwei folgenden Nächten machten die ProbandInnen vor dem Schlafengehen eine Wort-Bild-Assoziationsaufgabe und wurden über ihre Träume dazu befragt. In einer der Nächte wurden die Teilnehmenden für die Befragungen bis zu 6 Mal geweckt; in der anderen Nacht fand die Befragung nur am Morgen statt. Nach beiden Nächten wurde nach dem Aufstehen die Aufgabe nochmals abgefragt.
Zuerst wurde untersucht, ob das Aufwecken einen generellen Einfluss auf das Gedächtnis hat. Dabei zeigte sich, dass jenes zwar sowohl subjektive als auch objektive Schlafqualität beeinflusste, aber keinen Einfluss auf die Gedächtnisleistung hatte. In einem zweiten Schritt stellten wir fest, dass die Aufgabe in die Träume inkorporiert wurden. Dies kann man aber nur messen, wenn man die Leute weckt, um die Träume zu sammeln. Wurden nur die Träume am Morgen untersucht, konnte keine Inkorporation entdeckt werden, was wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass man sich am Morgen nur an einen Bruchteil der Träume erinnert und die Erinnerungen nicht sehr detailliert sind. Zudem fanden wir, dass die Inkorporation der Aufgabe in die Träume positiv mit der Erinnerungsleistung am nächsten Tag korrelierte. Dies war jedoch nur bei Träumen während der NREM (non-rapid eye movement) Schlafphase der Fall und nicht bei Träumen der REM (rapid eye movement) Phase.
Die Studie zeigt, dass Aufwecken in der Nacht geeignet und notwendig ist, um Träumen und Gedächtnisprozesse zu untersuchen. Zudem liefert sie erste Hinweise darauf, dass Träume mit der Gedächtniskonsolidierung im Schlaf zusammenhängen.
Zur Original Publikation geht es hier:
Schoch, S. F., Cordi, M. J., Schredl, M., & Rasch, B. (2018). The effect of dream report collection and dream incorporation on memory consolidation during sleep. Journal of sleep research, e12754.
Bildquelle:
Photo von Ella Jardim auf Unsplash