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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Hoffnungen gedämpft, schon bald ein Medikament gegen Ebola zu finden. Jene Medikamente, für die es bislang aussagekräftige Daten gebe, seien nicht in den nötigen Mengen herstellbar.
Derzeit gebe es nur wenige aussichtsreiche Kandidaten, sagte der zuständige WHO-Programmleiter Martin Friede am Freitag in Genf. Für die meisten ausreichend verfügbaren Mittel seien noch Tierversuche vor allem an Primaten nötig. Insgesamt liegt der WHO eine Liste von mehr als 120 experimentellen Medikamenten vor.
Ein Komitee aus Wissenschaftlern hatte am Mittwoch und Donnerstag bei der WHO über mögliche Behandlungen gegen Ebola beraten. Besonders wichtig ist nach ihrer Einschätzung ein hoher Standard bei der Spitalversorgung, der in den Ebola-Gebieten Westafrikas kaum gewährleistet sei.
Diese Situation müsse auch bei Medikamententests berücksichtigt werden, warnte die WHO. Gewisse Behandlungserfolge mit bestimmten Wirkstoffen in Europa und den USA könnten deshalb nicht einfach verallgemeinert werden.
Tests an Patienten in Westafrika
Die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hatte am Donnerstag angekündigt, nicht zugelassene Ebola-Medikamente an Patienten in Westafrika zu erproben. Die freiwilligen klinischen Tests sollen Anfang Dezember in Guinea und Liberia beginnen.
In Guineas Hauptstadt Conakry soll laut MSF eine Therapie getestet werden, bei der Ebola-Erkrankte mit dem Blut genesener Patienten behandelt werden. In Guéckédou im Süden des Landes soll das Grippemittel Favipiravir an Ebola-Patienten erprobt werden.
Brincidofovir, ein weiterer viraler Wirkstoff, soll in der liberianischen Hauptstadt Monrovia getestet werden. Die liberianischen Behörden müssten den Tests aber noch zustimmen. Die Medikamente Brincidofovir und Favipiravir sind von der WHO als potenzielle Ebola-Medikamente gelistet.