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Die wohltuenden Effekte von Salz auf die Gesundheit, insbesondere auf die Atemwege, sind seit Jahrhunderten bekannt. Eine Studie, die beim diesjährigen Kongress des American College of Allergy, Asthma & Immunology (ACAAI) in Kalifornien vorgestellt wurde, legt nahe, dass tägliches Gurgeln mit Salzwasser das Risiko für Komplikationen und Krankenhausaufenthalte im Rahmen einer Ansteckung mit SARS-COV-2 senken könnte.
Viermal täglich gurgeln mit Salzwasser
An der zwischen 2020 und 2022 durchgeführten Studie waren 58 Testpersonen beteiligt, die sich bereits mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Die Teilnehmenden mussten während 14 Tagen viermal täglich ihre Nase spülen und mit Salzwasser gurgeln. Als Vergleichsgruppe dienten etwa 9’400 nicht-gurgelnde Personen, die sich ebenfalls bereits mit dem Virus angesteckt hatten. Die Vergleichsgruppe war wie die Gurgler zwischen 18 und 65 Jahre alt und die Rate der Geimpften war identisch.
Es zeigte sich, dass die Nasenduscher und Gurgler deutlich seltener wegen Covid-19-Symptomen ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten: Lediglich fünf unter ihnen wurden hospitalisiert. Bei der Vergleichsgruppe waren es fast 59 Prozent.
Die Konzentration der Salzlösung, mit der die Testpersonen ihre Nasen und Rachen spülten, hatte keinen Einfluss auf das Ergebnis. Die Hälfte der Probanden gurgelte mit 1,8 Gramm Kochsalz auf 200 Millilitern Wasser, die andere Hälfte mit zirka fünf Gramm.
Da an der Studie lediglich 58 Personen teilnahmen, sind noch weitere Untersuchungen notwendig, um die Ergebnisse zu bestätigen. Allerdings verweisen auch andere Arbeiten auf die positiven Effekte des Gurgelns mit Salzwasser. So zum Beispiel diese Studie aus dem Jahr 2010, die zeigte, dass Menschen, die während einer Pilgerfahrt nach Mekka mit Salzwasser gurgelten, sich weniger häufig mit Atemwegserkrankungen ansteckten.
Spülen und Gurgeln mit Salzwasser – eine einfache Präventionsmassnahme
Nicht erst seit der Covid-Pandemie ist man auf der Suche nach zusätzlichen, unterstützenden Massnahmen, um die Verbreitung von Viren einzudämmen. Das Spülen und Gurgeln von Salzwasser wurde beispielsweise bereits während einem Ausbruch der Schweinegrippe 2009 vom japanischen Gesundheitsministerium empfohlen.
Doch nicht nur Salzwasser ist für die Verminderung der Virenlast geeignet. In Studien haben sich Grüner Tee, Granatapfel- und Aroniasaft, Mund-Antiseptika sowie Mundwässer mit ätherischen Ölen zur Dentalhygiene als wirksame Gurgellösungen erwiesen, um Erreger von den Schleimhäuten zu vertreiben. Für das Spülen der Nasenhöhlen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) die Anwendung von Nasensprays auf Kochsalzbasis oder alternativ mit dem Wirkstoff Carragelose®.
Laut der DGKH sollten Nase und Mund morgens und abends, sowie nach jeder kritischen Situation, also dem Aufenthalt in grossen Menschenmengen oder nahe niesender Mitreisender gespült werden.
Mediziner sind sich allerdings uneins, ob das tägliche Spülen und Gurgeln mit Salzwasser auf die Dauer empfehlenswert ist. Wenn die Schleimhäute mit Viren in Kontakt treten, werden sie dagegen immun. Zwar wirkt die Covid-19-Impfung erwiesenermassen gegen schwere Verläufe der Erkrankung (zum Beispiel Long-Covid), Genesene verfügen jedoch über eine deutlichere Immunantwort in den Atemwegen und Schleimhäuten. Aus diesem Grund forschen Wissenschaftler an Nasenspray-Impfstoffen.
Gurgeln mit Salzwasser bietet keinen sicheren Schutz vor Corona!
Das Spülen mit einer Kochsalzlösung ist eine einfach durchzuführende Präventionsmassnahme in Zeiten, in denen vermehrt Erkältungs-, Grippe- und Covid-Viren herumschwirren. Es ist jedoch nur ein Baustein von vielen. Den besten Schutz gegen eine Ansteckung und einen schweren Krankheitsverlauf bietet die Grippeschutzimpfung beziehungsweise die Covid-19-Impfung. Das Tragen einer Maske, regelmässiges Lüften und Händewaschen sowie Abstandwahren sind weitere Massnahmen, die das Infektionsrisiko minimieren.