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1. Auflage
von Heinrich Tröster, Judith Flender, Dirk Reineke, Sylvia Mira Wolf
1. Auflage
von Heinrich Tröster, Judith Flender, Dirk Reineke, Sylvia Mira Wolf
Das DESK 3-6 R kann von pädagogischen Fachkräften in Kindertagesstätten, Erziehungs- und Familienberatungsstellen sowie in sozialpädiatrischen Beratungsstellen zur Früherkennung von Entwicklungsgefährdungen bei 3- bis 6-jährigen Kindern eingesetzt werden. Das regelmäßige Screening mit dem DESK 3-6 R eignet sich als Grundlage für die Bildungsdokumentation, die Aufschluss über spezifische Förderbedarfe des Kindes gibt.
Das DESK 3-6 R enthält altersspezifische Beobachtungsskalen für 3-jährige, 4-jährige und 5- und 6-jährige Kinder zur Überprüfung ihrer motorischen, sprachlichen, sozial-emotionalen und kognitiven Kompetenzen. Im Mittelpunkt des Screenings bei 5- und 6-jährigen Kindern steht die Überprüfung schulischer Lernvoraussetzungen, um die Kinder vor ihrer Einschulung gezielt auf das schulische Lernen vorbereiten zu können. Die dazu vorgesehenen Skalen erfassen sowohl sozial-emotionale Lernvoraussetzungen als auch Vorläuferfertigkeiten für den Erwerb schriftsprachlicher und mathematischer Kompetenzen. Die Entwicklungsaufgaben des DESK 3-6 R werden entweder als Beobachtungsaufgaben, als Gruppenaufgaben oder als Einzelaufgaben vorgegeben. Die Beobachtungsaufgaben erfassen entwicklungsbedingte Kompetenzen des Kindes. Gruppen- und Einzelaufgaben ermöglichen eine Überprüfung solcher Kompetenzen, die aus dem spontanen Verhalten des Kindes im Alltag nicht zuverlässig erschließbar sind. Die Gruppenaufgaben werden im Rahmen eines Rollenspiels („Zirkusspiel“) überprüft, das eine Beobachtung des Kindes unter weitgehend standardisierten Bedingungen ermöglicht. Auf der Grundlage der Verhaltensbeobachtung wird ein Screening-Profil erstellt, aus dem hervorgeht, in welchen Entwicklungsbereichen das Kind eine zusätzliche Förderung benötigt. Gegenüber dem Vorgänger wurde das DESK 3-6 R durch neuentwickelte Skalen ergänzt, die die sprachliche und sozial-emotionale Entwicklung differenzierter erfassen (z.B. internalisierende Verhaltensprobleme) und für 5- und 6-Jährige zusätzlich gezielt schulische Lernvoraussetzungen prüfen (z.B. schriftsprachliche Basiskompetenzen). Das gesamte Verfahren wurde darüber hinaus neu normiert und ermöglicht nun auch eine Bildungsdokumentation.
Die internen Konsistenzen (Cronbachs Alpha) der DESK-Skalen liegen für 3-jährige Kinder zwischen α = .72 und α = .91, für 4-jährige Kinder zwischen α = .71 und α = .88 und für 5- und 6-jährige Kinder zwischen α = .69 und α = .92.
Die Skalen des DESK 3-6 R differenzieren gut zwischen altersgemäß entwickelten und entwicklungsverzögerten Kindern. Die kriteriumsbezogene Validität konnte durch Zusammenhänge mit anderen Testverfahren gesichert werden. Die DESK-Skalen zur Sprachentwicklung weisen substanzielle Zusammenhänge mit dem HASE und dem SSV auf; die DESK-Skalen zum Sozialverhalten korrelieren bedeutsam mit dem SDQ-Deu und dem FBB-SSV; die DESK-Skala Aufmerksamkeit und Konzentration weist enge Zusammenhänge mit dem FBB-ADHS-V auf.
Das DESK 3-6 R wurde an einer Stichprobe von 1.693 Kindern (807 Mädchen, 886 Jungen) im Alter von 33 bis 85 Monaten aus 64 Kindertagesstätten normiert. Zur Beurteilung der Kompetenzen und Entwicklungsgefährdungen des Kindes sind Stanine-Normen und Prozentränge für drei Altersgruppen vorgesehen (Halbjahresschritte für 3- und 4-Jährige, Ganzjahresschritte für 5- und 6-Jährige). Zusätzlich stehen für jede Altersgruppe Normen für Jungen und Mädchen zur Verfügung.
Für die Bearbeitung der Beobachtungsaufgaben werden ca. 10 bis 20 Minuten benötigt. Die Gruppen- und Einzelaufgaben des DESK 3-6 R können variabel in die Alltagsaktivitäten der Kita eingebunden werden. Für das Screening aller Kinder einer Kitagruppe mit dem DESK 3-6 R sollten etwa drei bis vier Wochen vorgesehen werden.
In Anwendung seit 2016.
2016