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1969:
Neun Kantone (Aargau, Basel-Land, Bern, Freiburg, Luzern, Neuenburg, Solothurn, Wallis, Zürich) beschliessen, ihre Förster gemeinsam auszubilden und gründen am 28. März im Waldhaus in Lyss die „Stiftung Interkantonale Försterschule Lyss". Erster Direktor wird Frédéric de Pourtalès. Er nimmt seine Arbeit am 1. August auf und bereits am 3. November 1969 starten die ersten 29 deutschsprachigen FörsterSchüler in der Berufsschule Lyss.
1970:
Die erste Diplomprüfung dauert drei Tage und am 30. Oktober werden die ersten Försterdiplome überreicht. Der erste Försterkurs in französischer Sprache startet mit 17 Teilnehmern aus den Kantonen Bern, Freiburg und Neuenburg. Der Lehrgang dauert ein Jahr und schliesst ein Praktikum von zweieinhalb Monaten sowie einen vierwöchigen Baukurs ein.
1971:
Die erste Försterschule an der Alten Aare in Lyss wird eingeweiht. Geheizt wird die Schule bereits mit Waldhackschnitzeln. Die ersten französischsprachigen Förster erhalten ihr Diplom.
1973:
Der Kanton Waadt schliesst sich am 1. Januar der Stiftung an. Der Stundenplan umfasst 18 verschiedene Fächer, darunter auch Schreibmaschinenschreiben. In der Schweiz (inkl. Försterschule Maienfeld) werden nun jährlich knapp 50 Förster ausgebildet.
1974:
Der Försterlehrgang wird etwas umgestellt und beginnt jetzt am 1. Januar. Die Försterschüler absolvieren zwei Praktika: im Mai und Juni sowie im September und Oktober. Eine neugegründete Eidgenössische Kommission für Berufsbildung erarbeitet Lernziele für die Försterausbildung in der Schweiz. Die Försterschule bietet Fortbildungskurse an.
1979:
Am 1. Dezember feiert die Schule ihr 10-jähriges Jubiläum und empfängt 500 Gäste zu einem Tag der offenen Tür. Im ersten Jahrzehnt haben 250 Förster die Försterschule absolviert.
1980:
Der neu gegründete Kanton Jura wird an der Diplomfeier vom 19. Dezember offiziell in die Stiftung aufgenommen.
1981:
Die Försterklasse ist durchschnittlich mit 30 Schülern belegt. In der Regel wechseln sich deutsch- und französischsprachige Klassen ab. Die Försterschule erhält zwei grosse Holzsilos für ihre Schnitzelheizung.
1988:
Die Anforderungen an die Försterabsolventen sind gestiegen und eine neue Eidgenössische Ausbildungskommission diskutiert die forstlichen Berufsprofile und eine Verlängerung der Försterausbildung.
1989:
Der Stiftungsrat rechnet mit einem höheren Bedarf an Förstern und diskutiert die Überarbeitung der Försterausbildung, darunter auch die Verlängerung der Ausbildung auf eineinhalb Jahre, was einen Neubau nötig machen würde. Eine Baukommission nimmt ihre Arbeit auf. Am 18. und 19. August feiert die Schule das 20-jährige Jubiläum mit Tagen der offenen Tür.
1992:
Die Schule am Oberen Aareweg stösst mehr und mehr an ihre Kapazitätsgrenzen, die Stiftung beantragt bei ihren Mitgliedkantonen Kredite für den Bau einer neuen Försterschule.
1994:
Der letzte einjährige Försterlehrgang wird diplomiert. Am 26. September erfolgt an der Hardernstrasse 20 in Lyss der Spatenstich für die neue Schule und die Bauarbeiten beginnen. Der Arbeitsanfall ist so hoch, dass das 25-Jahre-Jubiläum entfällt.
1995:
Die Försterausbildung dauert neu 18 Monate.
1996:
Die Interkantonale Försterschule Lyss wird von Bundesrätin Ruth Dreifuss als höhere Fachschule (HF) anerkannt. An der Hardernstrasse 20 entsteht das Gebäude der neuen Försterschule. Es ist zu dieser Zeit der grösste Holzbau der Schweiz.
1997:
Die neue Försterschule wird bezogen. Der gewagte Holzbau übt von Anfang an eine grosse Anziehungskraft auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus. Unter ihnen sind viele Holzbaufachleute aus dem Ausland. Die 1989 gegründete Fachstelle Codoc (Koordination und Dokumentation Bildung Wald) des Bundes ist neu ebenfalls unter dem Dach der Försterschule untergebracht.
1999:
Im Juni feiert die Försterschule ihr 30-Jahre-Jubiläum, zusammen mit dem Verband Schweizer Förster VSF, der in Lyss seinen 100. Geburtstag begeht. Der Orkan Lothar wütet am 26. Dezember auch in den Lysser Wäldern, direkt südlich der Schule, und zerstört einige Waldflächen für die Diplomprüfung.
2000:
Von Januar bis Februar besuchen 4 Försterklassen gleichzeitig die Försterschule. 2 Klassen werden Ende Februar diplomiert. Die Ausbildung zum Forstwart-Vorarbeiter wird aufgebaut und voll modularisiert. Auch für die Försterausbildung werden Grundlagenmodule eingeführt, die vor dem Kompaktstudium absolviert werden.
2001:
Die Interkantonale Försterschule entwickelt sich zum Bildungszentrum Wald und startet mit der berufsbegleitenden Weiterbildung zum Forstwart-Vorarbeiter mit Eidgenössischem Fachausweis in deutscher Sprache.
2002:
Die Försterausbildung wird teilmodularisiert und dauert nun insgesamt 2 Jahre. Zum ersten Mal führt die Schule Berufsprüfungen für die Forstwart-Vorarbeiter durch.
2003:
Der langjährige Gründungsdirektor Frédéric de Pourtalès, der die Schule während 34 Jahren geprägt hat, wird pensioniert und feierlich verabschiedet. Zu seinem Nachfolger wählt der Stiftungsrat Alan E. Kocher.
2004:
Die Försterschule heisst nun auch offiziell Bildungszentrum Wald Lyss. Der Stiftungsrat gibt seiner Schule eine neue Strategie. Alain Morier übernimmt das Präsidium des Stiftungsrates. Das Bildungszentrum Wald Lyss wird vom Bund als Modulanbieter anerkannt.
2005:
Die Eidgenössische Kommission Höhere Fachschulen (EKHF) wird gegründet. Das Bildungszentrum Wald Lyss ist Gründungsmitglied der «Organisation der Arbeitswelt Wald» und nimmt an der ersten Internationalen Konferenz forstlicher Bildungszentren in Südfrankreich teil. Der oberste Waldchef der Schweiz, Bundesrat Moritz Leuenberger besucht die Schule und pflanzt im Lysser Wald zwei Bäume.
2006:
Die «Lysser Wildtiertage» werden ins Leben gerufen. Das Bildungszentrum Wald Lyss übernimmt das Sekretariat des Verbandes Schweizer Forstpersonal VSF und ein Fachlehrer wird in Teilzeit Geschäftsführer. Das Bildungszentrum Wald Lyss führt mehrere neue Fortbildungskurse für Forstkader durch.
2007:
Erstmals führt das Bildungszentrum Wald Lyss einen Ranger-Lehrgang durch, der analog zu einer Berufsprüfung aufgebaut ist. Das Bildungszentrum Wald ist Gründungsmitglied der Schweizerischen Konferenz HF.
2008:
Am Bildungszentrum Wald Lyss werden die ersten 16 Ranger diplomiert und der Verband Swiss Rangers wird gegründet. Die zweite internationale Konferenz forstlicher Bildungszentren findet in Lyss statt. Weiter wird der neue Rahmenlehrplan Waldwirtschaft HF für die Försterausbildung erarbeitet. Der neugeschaffene Berufsbildungsfonds Wald wird als Arbeitgeberfonds vom Bundesrat für allgemeinverbindlich erklärt. Er richtet seine Geschäftsstelle unter dem Dach des Bildungszentrums Wald Lyss ein.
2009:
Ein Fachlehrer wird Betriebsleiter der Burgergemeinde Lengnau, womit die Schule wieder einen Schulwald erhält. Das Bildungszentrum Wald Lyss übernimmt vom Bundesamt für Umwelt den Leistungsauftrag zur Führung der Koordinations- und Dokumentationsstelle Bildung Wald Codoc. Im Dezember startet der erste CAS-Lehrgang Forstmanagement. Im November findet im Bildungszentrum eine internationale Konferenz der UNO-Organisation UNECE-FAO über forstliche Kommunikation statt.
2010:
Der Bund genehmigt den neuen Rahmenlehrplan Waldwirtschaft HF für die Försterausbildung.
2011:
Die Fachstelle Waldbau zur Pflege und Weiterentwicklung der waldbaulichen Kompetenzen bei den Schweizer Forstfachleuten wird gegründet und am Bildungszentrum Wald angesiedelt. Erste Durchführung einer nationalen Konferenz für Wissenstransfer im Wald.
2012:
Der Stiftungsrat überarbeitet die Strategie. Der Bund und die Kantone erarbeiten eine «Bildungsstrategie Wald», an der auch das Bildungszentrum Wald Lyss mitwirkt. Nach einer internen Reorganisation wird eine dreiköpfige Geschäftsleitung eingerichtet.
2013:
Die Fachstelle Waldbau leistet im Kurswesen über 1'000 Personentage und etabliert sich in der forstlichen Bildungslandschaft. Das Bundesamt für Umwelt erneuert den Auftrag, die Codoc über eine Leistungsvereinbarung zu führen. Drei Försterstudenten absolvieren ihr drittes Praktikum in Japan.
2014:
Als Westschweizer Zweigstelle wird die Fachstelle forstliche Bautechnik im Bildungszentrum Wald installiert. Auf dem Dach des Hauptgebäudes ab Dezember Solarstrom produziert. Die Waldberufe stellen sich an den Berufsmeisterschaften Swiss Skills in Bern vor und in Lyss findet die zweite nationale Konferenz für Wissenstransfer im Wald statt. Nach zehn Jahren verabschiedet sich Alain Morier als Stiftungsratspräsident. Sein Nachfolger wird Olivier Guex.
2015:
Die Schule verzeichnet eine Rekordzahl an Modulteilnehmern. Umfragen bei Studenten, Kunden und Gästen zeigen, dass rund 80 Prozent der Befragten gut bis sehr gut mit den Bildungsangeboten und Dienstleistungen zufrieden sind. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI verfügt die Neuanerkennung ohne Vorbehalte für den Lehrgang „Waldwirtschaft HF" des Bildungszentrums Wald Lyss. Im Juli erfolgt die Re-Zertifizierung des Bildungszentrums nach EduQua. Bereits zum zehnten Mal finden die „Lysser Wildtiertage" statt. Dank eines neuen Mikrowärmeverbunds erhält die benachbarte neue Heilpädagogische Schule Wärme aus dem Wald vom Bildungszentrum Wald.
2016:
Die Leistungsvereinbarung mit dem BAFU zur Führung der Codoc wird um vier weitere Jahre bis Ende 2020 verlängert. Die Fachstelle Waldbau feiert das 5-Jahre-Jubiläum und führt 1'231 Personenkurstage durch. Im Mai ist die Schule Gastgeber für die Jahrestagung der Sektion Ertragskunde des Deutschen Verbandes der Forstlichen Forschungsanstalten DVFFA mit 46 Wissenschaftlern aus 5 Ländern. Die japanische Präfektur Nara interessiert sich für die praktische forstliche Ausbildung nach Lysser Muster und schliesst mit der Schule ein Freundschaftsabkommen.
2017:
Erstmals bietet das Bildungszentrum Wald in Lyss die Forstmaschinenführerausbildung in deutscher Sprache an. Vier Försterstudenten absolvieren in der japanischen Präfektur Nara ein zweimonatiges Auslandpraktikum. Im September finden die Diplomprüfungen für die Rekordzahl von 42 Försterstudenten aus allen Stiftungskantonen statt. Die Stiftung gibt sich eine neue Strategie bis 2022 und erarbeitet unter Beteiligung von Geschäftsleitung und Mitarbeitenden ein neues Leitbild sowie neue Führungsdokumente. Direktor Alan Kocher gibt nach 15 Jahren seinen Rücktritt auf Ende Juli 2018 bekannt. Er bleibt mit reduziertem Arbeitspensum an der Schule und übernimmt ein forstliches Beratungsmandat in Nara, Japan.
2018:
Im Januar starten 33 neue Försterstudenten ihre Ausbildung und im März beginnt der neunte Ranger-Lehrgang seit 2007. Es ist der dritte Kurs in französischer Sprache. Im Mai finden die 3. Konferenz für Wissenstransfer im Wald mit mehr als 150 Besucherinnen und Besuchern in Lyss statt. Der Stiftungsrat wählt Jürg Walder per 1. August 2018 zum dritten Direktor des Bildungszentrums Wald. Die Schnitzelheizung wird durch eine moderne Anlage ersetzt.
2019:
Die Stiftung feiert das 50-jährige Jubiläum mit einem Fest und einem Tag der offenen Tür.