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Ein Riss (lat. Ruptur) des vorderen Kreuzbandes ist nach dem Meniskusriss die häufigste Verletzung des Kniegelenkes. Er entsteht meistens durch eine belastete Drehbewegung des Kniegelenkes im Rahmen eines Unfalles. Das vordere Kreuzband stabilisiert das Kniegelenk in seinem natürlichen Bewegungsablauf und verhindert eineVerschiebung des Schienbeins (lat. Tibia) gegenüber des Oberschenkels (lat. Femur),um eine korrekte Führung der «Roll-Gleitbewegung» des Kniegelenkes zu gewährleisten. Ist diese Stabilität nicht mehr vorhanden wird durch vermehrt auftretende Scherkräfte der Knorpelbelag des Schienbeins und auch desOberschenkels wie eine Art Radiergummi abgenutzt und es entsteht eine Knorpelschädigung (lat. Arthrose), die sich nicht mehr regenerieren kann. Die Funktiondes Knorpelbelages als Stossdämpfer im Gelenk ist damit unwiederbringlich verloren.Bereits bei dem Verdacht einer Bandinstabilität ist es deshalb ratsam eine Abklärung bei einem Spezialisten (Facharzt Orthopädie/Traumatologie) vornehmen zu lassen, um falsche Therapieansätze und damit verbundene Folgeschäden zu vermeiden.Nach einem entsprechenden Trauma mit einem gewissen Unsicherheitsgefühl & Instabilität oder auch nur einer leichten Schwellung des Gelenkes sollte einKniespezialist aufgesucht werden. Heftige Schmerzen sind nicht unbedingt typisch für eine isolierte VKB-Ruptur. Falls jedoch auch Begleitverletzungen (Meniskusriss,Seitenbandriss, Knorpelschaden, etc) vorliegen besteht meist auch eine erhebliche Schmerzsituation. In manchen Fällen lässt sich durch gezieltes Koordinationstraining unter physiotherapeutischer Anleitung die Bandinstabilität durch muskuläre Stabilisation teilweise kompensieren. Das normalerweise empfohlene «Krafttraining» zur Kräftigung der Beinmuskulatur (meist an Maschinen mit Gewichten, wie der allseits bekannten Beinpresse) ist bei fehlender Koordination jedoch kontraproduktiv, da diese nur einzelne Muskelgruppen trainieren kann und nicht den gesamtenBewegungsablauf berücksichtigt, was zu einer zunehmenden Knorpelschädigung führt! Dies ist unbedingt zu vermeiden, um nicht frühzeitig ein künstliches Kniegelenk implantieren zu müssen.