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Wie gestern erwähnt, haben wir uns heute in und um Eden aufgehalten. Wir haben Boydtown resp. den Boydtower besucht. Das ist ein Überbleibsel eines stinkreichen Schotten namens Boyd, der um 1840 hier ein Gegenpart zu der damaligen «Hauptstadt» Sydney errichten wollte und dies auch tat. Er gründete ein Wirtschaftsimperium mit Landwirtschaft, Wahlfang und Import-/Export im eigenen Hafen in der nach ihm benannten Stadt. Leider ereilte ihn Ende der 1840er die Wirtschaftskrise und er liess alles stehen und liegen und verzog sich nach Kalifornien, wo gerade der Goldrausch anfing. Von seinem ehemaligen Imperium steht nur noch ein Gebäude, das restauriert und nun als Hotel im Einsatz ist. Der Leuchtturm, der ganz an der Spitze der Halbinsel südlich von Eden liegt, ist eben eigentlich gar keiner. Denn Boyd erhielt keine Konzession für einen privaten Leuchtturm. Aber er wäre auch kein Geschäftsmann gewesen, wenn er nicht auch daraus Kapital geschlagen hätte. Er nutzte den Turm nun als Aussichtspunkt für seine Wahlfänger, was ihm einen riesen Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten brachte.
Spannend ist generell die Geschichte des Wahlfanges hier. Denn die Einheimischen hatten herausgefunden, dass sie Killerwale (also die Orkas) als Helfer nutzen konnten. Dadurch, dass sie diese fütterten (mit den Lippen und den Zungen der getöteten Bartwale), trieben diese die Bartwale in die Arme der bereiten Walfangflotte. Eine echte Symbiose… Der Spruch, der auf dem Werbeposter für den Ort wirbt (und als Titel für diesen Beitrag hinhalten muss), war wohl treffend: «when boats were made of wood, men were made of steel». Es muss schon eine abenteuerliche Arbeit gewesen sein, mit Ruderbooten mit 8 Mann (6 Ruderer, ein Steuermann und einer der die Harpune schmeissen musste) einen so grossen Wal anzugreifen. Ich möchte nicht wissen, wie viele dabei drauf gegangen sind.
Danach fuhren wir durch das Städtchen Eden bis zum dortigen «lookout-point». Nun, wenn DAS das Paradies war, dann verstehe ich wieso Adam und Eva dort weg wollten JNein, Spass beiseite. Gerade viel hat das «Paradies» nicht zu bieten. Sicher wäre das Killerwalmuseum spannend gewesen, aber dieses schloss bereits um 15 Uhr.
So war das wirklich spannende an diesem Tag die Wäsche. Dies weil man bei diesen allgemein zur Verfügung stehenden (alten) Maschinen nie weiss, was man genau einstellen muss und was dann daraus wird. Wir hatten Glück, keines der Wäschestücke ist eingegangen und sie haben nun nicht auch alle dieselbe Farbe… Weil das Wetter etwas unsicher war, haben wir die im Tumbler angetrockneten Wäschestücke quer im Camper aufgehängt. Damit haben wir auch gleich was für die Luftfeuchtigkeit getan.
Und das Highlight des Tages war das Nachtessen. Claudia hat eine One-Pot-Pasta gezaubert und ich habe eine Tranche Lachs auf den Grill geschmissen. War sehr gut.