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| Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)

19. Vortrag.
4.
Höret weiter, und zwar etwas ziemlich Schwieriges: "Und er wird ihm, sagt er, noch größere Werke zeigen als diese, so daß ihr euch verwundert". "Größere als diese." Welche meint er unter "diesen" Werken? Man kommt leicht auf den Gedanken. jene, die ihr eben gehört habt, die Heilung körperlicher Krankheiten. Denn von dem Manne, der achtunddreißig Jahre krank war und durch das Wort Christi geheilt wurde, ging der ganze Anlaß dieser Rede aus, und darum konnte der Herr sagen: "Er wird ihm größere Werke als diese zeigen, so daß ihr euch verwundert". Es gibt nämlich Werke, die größer sind als diese, und sie wird der Vater dem Sohne zeigen. Er hat sie nicht gezeigt, als redete er von der Vergangenheit, er wird sie zeigen, in der Zukunft, d.h. er ist darauf bedacht, sie einmal zu zeigen. Wieder entsteht eine schwierige Frage. Ist denn etwas bei dem Vater, was dem Sohne noch nicht gezeigt ist? Ist etwas bei dem Vater, was dem Sohne noch verborgen war, als der Sohn dies sagte? Denn wenn "er es zeigen wird", d.h. darauf bedacht ist, es einmal zu zeigen, dann hat er es noch nicht gezeigt und wird es dem Sohne erst dann zeigen, wenn er es auch seinen Zuhörern zeigen wird; es folgt nämlich: "so daß ihr euch verwundert". Auch dies ist schwer einzusehen, wie der ewige Vater gleichsam in der Zeit dem gleichewigen Sohne etwas zeigt, da dieser doch alles weiß, was bei dem Vater ist.