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Wissenswertes über den Bielersee
Der Bielersee oder Lac de
Bienne ist zusammen mit dem Murtensee und dem
Neuenburgersee einer der drei grossen Juraseen in der
Schweiz. Der See ist 15 km lang und max. 4.1 km breit.
Der Inhalt ist rund 1.12 km³.
Der Bielersee hat ein
Einzugsgebiet von 8305 km². Der mittlere Abfluss liegt
bei 244 m³/s. Die theoretische Aufenthaltszeit des
Wassers im See beträgt nur 58 Tage.
Die wichtigsten Zuflüsse sind
die Aare, die 1878 bei der ersten Juragewässerkorrektion
in den See umgeleitet wurde, der aus dem Neuenburgersee
kommende Zihlkanal, der Twannbach und die Schüss.
Entstanden ist der Bielersee aus dem Solothurnersee, der
nach der letzten Eiszeit eine Länge von 100 Kilometer
erreicht hatte.
Der bedeutendste Uferort des
Bielersees ist die Stadt Biel/Bienne. Da sich der
Bielersee auf der Sprachgrenze zu Deutsch und
Französisch befindet, haben verschiedene Ortschaften
rund um den See auch zweisprachige Namen. Nicht alle
sind noch im Gebrauch.
Weinbau und Fischerei sind
seit dem 13. Jh. bezeugt. Grundsätzlich durften alle
Bewohner der Seedörfer fischen. Im 16. Jh. übernahm Bern
diese Gesetzgebung ganz und regulierte die Versorgung
der Märkte. Fischerzünfte dienten der örtlichen Aufsicht
und dem gesellschaftlichen Leben. Berufsfischer, unter
Aufsicht obrigkeitlicher Seevögte, sassen vor allem in
Lüscherz, Nidau, Twann, Ligerz und Erlach. Die
Fischereiaufsicht über den ganzen See kam 1803 an den
Kanton Bern, nach 1848 auch an den Bund.
Als Inhaber des
See-Geleitrechts kontrollierte Bern massgeblich den
Güterverkehr auf den Jurarandseen. Transportgüter waren
Wein, Salz, Korn, Tuche und Leder.
Ab 1826 befuhren Dampfschiffe
vom Neuenburgersee, 1855 erstmals auch Flussschiffe von
Solothurn aus den Bielersee. Nach 1860 zog die
Biel-Neuenburg-Bahn allen Verkehr an sich. 1887 erhielt
der Bielersee die heute bestehende
Bielersee-Schifffahrtsgesellschaft.
War das Südufer seit der
Römerzeit dem Fahrverkehr erschlossen, so blieb das
Nordufer bis zum Bau der Bielerseestrasse 1835-38 auf
den Seeweg angewiesen. Es folgten die Bahnlinie 1858-61,
die Nationalstrasse 1969-78 und der Ligerz-Tunnel
1984-91.
Die erste
Juragewässerkorrektion senkte den Seespiegel um über 2
m. Landgewinne, archäologische Funde und der Landweg zur
St. Petersinsel waren die Folgen.
Die St. Petersinsel entstand
wie der Bielersee in der letzten Eiszeit als
Überbleibsel der sich zurückziehenden Gletscher. Da mit
der zweiten Juragewässerkorrektion der Seespiegel des
Sees abgesenkt wurde, ist sie seither durch den
sogenannten Heidenweg mit dem westlichen Bielerseeufer
verbunden und daher eigentlich eine Halbinsel (sie wird
noch durch einen schmalen Durchgang vom Festland
getrennt). Der ab und zu überflutete und sehr
artenreiche Heidenweg sowie die Wälder auf der Insel
stehen unter Naturschutz.
Um 1127 wurde auf der Insel
ein Kluniazenser-Kloster errichtet, das heute noch als
Gasthaus dient und seinen eigenen Wein keltert.
Jean-Jacques Rousseau lebte anno 1765 zwei Monate lang
dort. Auch Goethe, der Historiker Coke, Kaiserin
Joséphine sowie die Könige von Preussen, Schweden und
Bayern haben die Insel besucht.
Sie befindet sich im Besitz
der Burgergemeinde Bern. Politisch gehört sie zur
Gemeinde Twann.
Erreichbar ist die Insel per
Schiff von Biel/Bienne aus oder zu Fuss oder mit dem
Fahrrad von Erlach her.