Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03581.jsonl.gz/1420

Das strafrechtliche Bestimmtheitsgebot und Mengenbegriffe
Die Bedeutung des Bestimmtheitsgebots wächst stetig. Immer wieder
wird die Auslegung von Begriffen mit Verweis hierauf als zu weitreichend
abgelehnt oder gar ganze Vorschriften als verfassungswidrig verworfen.
Bislang ist aber die Vereinbarkeit von rein quantitativen Begriffen wie
etwa «großes Ausmaß» oder «bedeutender Wert» kaum untersucht worden,
obwohl gerade hier durch Verwendung konkreter Werte eine absolute
Bestimmtheit möglich wäre.
Die Arbeit zeigt die Schwierigkeiten und Widersprüche bei der
Auslegung dieser Termini auf und widmet sich der Frage nach deren
Verfassungskonformität. Als zentrales Kriterium wird dabei die
Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum Bestimmtheitsgebot im
Allgemeinen herangezogen, welche im ersten Teil der Studie einer
umfangreichen Analyse unterzogen wird. Unter Hinzuziehung von – unter
anderen systematischen, rechtsvergleichenden und empirischen – Analysen
gelangt der Autor dabei für die Mengenbegriffe zu differenzierten
Ergebnissen, welche aber den gesetzgeberischen Nachholbedarf in diesem
Bereich belegen.