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Bisutûn
(Behistûn), Dorf im pers. Kurdistan, 36 km östlich von Kirmanschahan, an der alten Heerstraße von Babylon nach O., berühmt durch die an einer 550 m hohen, senkrecht abfallenden Felswand weißen Marmors eingehauenen umfangreichen Keilinschriften des Perserkönigs Darajawusch (Dareios I.), worin dessen Siege über die Rebellen seines Reichs verkündigt werden. An den Seiten befinden sich wohlerhaltene Reliefs von kolossalen Figuren. Eine Gruppe zeigt den König Dareios, begleitet von zwei Kriegern, wie er den rechten Fuß auf den Leib eines zur Erde niedergeworfenen Mannes setzt, der seine Hände bittend gegen ihn erhebt. Der Inschrift nach stellt diese [* 1] Figur den Magier Gaumata dar, bekannt unter dem Namen des falschen Smerdis (s. Smerdis). Dem König ¶
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gegenüber sind neun andre Personen hintereinander stehend dargestellt, aber je weiter nach hinten, desto mehr an Größe zunehmend,
alle die Hände auf den Rücken gebunden, mit Stricken um den Hals und bis auf den letzten, der eine spitze Mütze trägt, ohne
Kopfbedeckung. Sie stellen neun von Dareios besiegte und getötete aufständische Könige dar. Über der
Gruppe ist Ahuramasda (Ormuzd) dargestellt, welcher den König segnet und ihm mit der Linken eine Krone reicht. An Kunstwert
stehen die Skulpturen von
Bisutûn hinter denen von Persepolis zurück.
Übrigens war die Bedeutung des Bildwerks schon nach einem Jahrhundert von den Anwohnern so weit vergessen,
daß Ktesias (unter Artaxerxes II.) dasselbe der assyrischen Vorzeit (der Königin Semiramis) zuschreiben konnte. Das Verdienst,
die Inschriften (die in 100 m Höhe über der Thalebene angebracht sind) zuerst kopiert und entziffert zu haben, gebührt dem
Engländer Rawlinson; eine vollständige Übersetzung derselben findet sich in Opperts Werk »Le
[* 3] peuple et
la langue des Mèdes« (Par. 1879). Die Gegend um
Bisutûn ist das alte, an Pferden reiche Weideland Bagistana (altpers. Bâghastâna,
»Götterort«),
wo Alexander d. Gr. mehrere Wochen mit seinem Heere rastete, ehe er weiter nach Ekbatana zog.
Vgl. Spiegel, [* 4] Die altpersischen Keilinschriften (Leipz. 1862).