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2015 ist das Internationale Jahr der Böden. Die Weltgemeinschaft soll im Rahmen dieses UNO-Jahres auf die Wichtigkeit der Böden für Ernährung, Ökologie und Klimawandel sowie auf die Gefährdung durch Landwirtschaft und Desertifikation aufmerksam gemacht werden. Die Bodenkundliche Gesellschaft der Schweiz hat als Ergänzung den Moorboden als “Boden des Jahres 2015” festgelegt. Moore sind besondere, wassergetränkte Böden mit geringem Luft- und Sauerstoffgehalt, so dass sich nur spezialisierte Pflanzenarten im Boden ansiedeln können und bei deren (unvollständigen) Zersetzung Torf entstehen kann. Da Torf als Brennstoff und für die Landwirtschaft lange eine hohe Bedeutung hatte wurden bei dessen Abbau bis in das 20. Jahrhundert Moore zerstört. Durch die Begradigung von Flüssen und die Entwässerung zur Nutzung in der Landwirtschaft verschwanden ebenfalls viele Moore.
Ausschnitt aus der Moorkarte der Schweiz 1903 [1904]
Eine erste umfassende Bestandsaufnahme zu den Moorlandschaften in der Schweiz erfolgte um 1900. Die ETH-Professoren Johann Jakob Früh und Carl Schröter verfassten im Auftrag der Moorkommission der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft den Bericht Die Moore der Schweiz mit Berücksichtigung der gesamten Moorfrage, welches als Standardwerk zum Thema gilt und auch heute noch hohe Beachtung findet. Zentraler Teil der Studie ist die Moorkarte der Schweiz (1:530 000, ETH-Bibliothek K 374 028), welche Johann Jakob Früh entworfen und Rudolf Leuzinger gezeichnet und gestochen hat. Ausgehend von verschiedensten Angaben aus den topografischen und geologischen Landeskarten sowie eigener Untersuchungen im Felde hat Früh eine Übersicht der 1903 noch bestehenden Moore (gelb und rot markiert) sowie aber auch bereits verschwundener Moorfelder (Kreuze und Kreise) zusammen gestellt.
So stellten Früh und Schröter 1904 fest, dass ein Grossteil der Moorlandschaften in der Schweiz bereits verschwunden war. Auf ihrer Karte vermerkt sind noch 2083 bestehende Moore, gegenüber 3381 “erloschenen” Moorfeldern. Ein Blick auf das aktuelle Bundesinventar zeigt, dass seither insbesondere im Mittelland noch weitere Moore verschwunden sind.
Moorlandschaften im Mittelland und den Voralpen (Erhebung 1990, Revision 2007. Quelle: swisstopo/BAFU)
Seit 1987 sind die Moore in der Schweiz geschützt («Rothenthurm-Initiative») und es werden Anstrengungen unternommen, bspw. durch Renaturierung der Flussläufe wieder Moore entstehen zu lassen. Dies ist aber ein sehr langwieriger und schwieriger Prozess. Und auch wenn der Torfabbau in modernen Industriestaaten unterdessen eine geringere Rolle spielt (bspw. noch in der Landwirtschaft oder in Schottland zur Whisky-Herstellung), so ist für den Abbau dennoch meist die Trockenlegung von Moorfeldern nötig. Aber auch hier zeichnet sich eine andere Lösung ab: Forscher der Universität Greifswald sind daran, eine Prozedur zum Anbau von Torf zu entwickeln und so wilde Moore weltweit möglichst langfristig zu schützen.