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Die Methode der Informatik: die Formalisierung
Für einen Informatiker ist Multimedia vor allem eine Gruppe von Berechnungsverfahren, mit denen man Töne und Bilder wie jedes andere EDV-Objekt numerisch manipulieren kann (Anzeige, Übertragung, Transformationen usw.). Auf diesem Gebiet, das natürlich alle anderen beeinflusst, befasst sich die Forschung vor allem mit den Problemen der Dateienkomprimierung (Daten, Bilder, Video usw.) und der Entwicklung von immer leistungsfähigeren Techniken und Anwenderprogrammen für Animationen oder 3D-Darstellungen (Magnenat-Thalmann und Thalmann, 1993). Hiermit verbunden sind die Fragen der Kabelübertragung von immer grösseren Informationsmengen durch neue Übertragungsprotokolle (FDDI, ATM), die allmählich den TCP/IP-Standard ersetzen werden. Diese neuen Kanäle bilden die Infrastruktur dessen, was man heute die "Datenautobahnen" nennt.
Man sollte jene, die sich ausschliesslich für die pädagogischen Anwendungen der Multimediaprodukte interessieren, daran erinnern, dass dieser Begriff nicht einen bestimmten Typ von Software bezeichnet, sondern die Möglichkeit, Bild, Ton und Text in ein und derselben Anwendung zu verknüpfen. Für einen Psychologen bedeutet Multimedia vor allem die Möglichkeit, bei den "Mensch-Maschine-Interaktionen" einer interaktiven Anlage auf dem gesamten multimodalen sensorischen Repertoire des Menschen zu spielen: mündliche Fernbefehle, intelligente Bildschirme usw.
Schliesslich ist Multimedia weniger ein neues Medium denn die Konvergenz bisher disparater Interessen oder Technologien. Multimedia bringt Inhalte, welche die audiovisuellen Medien, der Fernunterricht, der traditionelle Unterricht und der CGU bisher getrennt benutzt hatten, auf einem einzigen technischen Träger zusammen (Pea, 1992). In dieser Hinsicht konfrontiert und mischt Multimedia alle Errungenschaften dieser verschiedenen Gebiete, aber auch alle damit verbundenen und in den verschiedenen Forschungsrichtungen und Praktiken reflektierten Widersprüche. So wird sich z.B. rasch das Problem der Edition und Konzeption der Unterrichts-Multimediaprodukte stellen. Werden neue Berufe auf der Bildfläche erscheinen? Manche hegen die Illusion, dass die Lehrer imstande sein werden, ihre eigenen Anwendungen zu schaffen.
* Pea, R.D. (1992): Distributed Multimedia Learning Environments: Why and How? Interactive Learning Environments, 2(2), 73-109.
* Magnenat-Thalmann, N. and Thalmann D. (Eds) (1993): Models and Techniques in computer animation. New-York: Springer-Verlag.
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