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Häufig suchen Patientinnen Phlebologen (Facharzt für Venenleiden) wegen geschwollenen Beinen auf. Bereits die Blickdiagnose zeigt dem Facharzt (Phlebologe), dass die Schwellung nicht einer typisch vermehrten Wassereinlagerung (Ödem) entspricht, sondern eine solche vortäuscht. Diese Form vom „dicken Bein“ wird als Lipödem bezeichnet.
Das Lipödem befällt praktisch immer nur Frauen und entsteht durch eine genetisch bedingte, symmetrische Fett Umverteilungsstörung im Unterhautgewebe der Beine, selten der Arme. Durch das vermehrt eingelagerte Fettgewebe führt ein Lipödem zum typisch dysproportioniertem Aussehen von normal geformtem Oberkörper und im Vergleich zum Oberkörper voluminösen und kräftigen Beinen. Typisch ist der Nichtbefall der Füsse.
Häufig klagen die Patientinnen über eine spontane und vermehrte Berührungsempfindlichkeit. Durch die erhöhte Kapillarfragilität treten bereits nach leichter Prellung grössere Hämatome auf.
Das Lipödem kann nur unwesentlich durch Diäten oder vermehrte sportliche Aktivitäten günstig beeinflusst werden. Prinzipiell sollte in jedem Fall ein Normalgewicht angestrebt werden.
Eine Linderung der Symptome erfolgt in erster Linie durch eine konsequente Kompressionstherapie (Strümpfe, elastische Bandagen) oder kombinierter physikalischer Entstauungstherapie (manueller Lymphdrainage, Massage, pneumatischen Druckmanschetten) und Bewegungstherapien. Durch diese einfachen Massnahmen kann die Beschwerdesymptomatik und damit auch die Lebensqualität nachhaltig verbessert werden. Bei starken Symptomen und erfolglosen konservativen Therapien besteht auch die Möglichkeit einer Liposuction (Fettabsaugen).
Das Lipödem darf nicht mit einem Lymphödem verwechselt werden. Beim Lymphödem sind die Lymphbahnen betroffen und nicht mehr funktionsfähig. Durch das Fehlen der Lymphbahnen wird eiweissreiche Lymphe in der Peripherie angereichert und in den Füssen und Beinen chronisch gestaut. Ein Lymphödem ist ein krankhaftes Leiden, im Gegensatz zum gutartigen -vor allem kosmetisch störendem- Lipödem.
Dr. med. Bruno P. Schwarzenbach 1. Dezember 2014
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