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Sprache(r)leben am Beispiel von weiblichen Personen im Rentenalter mit Erstsprache Italienisch
Eine qualitative Forschungsarbeit zum Leben und Erleben von Sprache(n)
Die Autorin Nina Kurmann befasst sich in der vorliegenden Arbeit mit dem Thema „Sprache(r)leben am Beispiel von weiblichen Personen im Rentenalter mit Erstsprache Italienisch“. Ausgangspunkt ist Rebekka Ehrets (2017) Beschreibung der emisch-etischen Perspektive nach dem Linguisten Kenneth L. Pike. Die Perspektive begreift das lokale, alltagsweltliche Wissen von Akteur_innen (emisch) und setzt es mit den wissenschaftlich erhobenen Kenntnissen (etisch) in Vergleich. Als Basis dieser Arbeit dienen vier Leitfadeninterviews mit Bewohnerinnen des Neustadtquartiers in Luzern. Auf einer der Grounded Theory basierenden Auswertung wird ihre Sicht bezüglich dem Sprache(r)leben erfasst. Diese Ergebnisse werden der aktuellen Theorie gegenüber gestellt. Daraus haben sich folgende Fragestellungen ergeben: Welche zentralen Aspekte zeigen sich im Zusammenhang mit dem Sprache(r)leben bei weiblichen Personen im Rentenalter mit Erstsprache Italienisch? Welche Haltung gilt es seitens der Soziokulturellen Animation gegenüber Sprache und Sprecher_innen einzunehmen, auch im Hinblick auf das Schaffen von Möglichkeitsräumen? Die Ergebnisse zeigen, dass die Akteurinnen Sprache individuell leben und erleben. Das Sprache(r)leben kann nicht eindimensional betrachtet werden. Diese Arbeit zeigt exemplarisch auf, welche Haltung Soziokulturelle Animator_innen gegenüber Sprachen im Allgemeinen und im Hinblick der Anerkennung von Ressourcen der Adressat_innen einnehmen können. Daneben zeigt sich, dass die Soziokulturelle Animation das Potential hat, die Zielgruppe von mehrsprachigen Personen zu erreichen und Möglichkeitsräume zu schaffen, in denen das individuelle sprachliche Repertoire entfaltet werden kann.