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Im Eröffnungskonzert der 2. Mendelssohntage Aarau gelangt am 3. November in der Aarauer Stadtkirche ein unvollendet hinterlassenes Konzert für Klavier und Orchester des bedeutenden Romantikers zur schweizerischen Erstaufführung.
Während der Arbeit an seinem berühmten Violinkonzert e-Moll op. 64 begann Felix Mendelssohn Bartholdy 1842 ein drittes Klavierkonzert in der gleichen Tonart zu komponieren. Zwei Jahre später liess er das unvollständige Werk liegen, um am Violinkonzert weiter zu arbeiten.
Zu jenem Zeitpunkt bestand das 3. Klavierkonzert aus den ersten beiden Sätzen und einer kurzen Überleitung zum geplanten Finale. Anhand von Mendelssohns Klavierstimme und skizziertem Orchesterpart rekonstruierte und vollendete der bekannte Mendelssohn-Forscher Larry Todd den Torso.
Für das fehlende Finale verwendete er dasjenige aus dem Violinkonzert in e-Moll, indem er dessen Solostimme auf das Klavier übertrug und pianistisch effektvoll erweiterte.
In dieser Bearbeitung brachte der deutsche Pianist Matthias Kirschnereit das alt-neue Konzert 2009 mit der Staatskapelle Weimar zur Uraufführung. Derselbe Solist beteiligt sich an der schweizerischen Erstaufführung in Aarau.
Douglas Bostock, der Chefdirigent der argovia philharmonic, leitet dieses Orchester auch in den weiteren Werken von Mendelssohn (Ouverture «Die Hebriden» op. 26) und von dessen englischem Freund William Sterndale Bennett (1816-1875).
Zum 200. Geburtstag des in Sheffield geborenen Komponisten und Dirigenten, der als angesehener Direktor der Royal Academy of Music in London starb, spielt die argovia philharmonic die Konzertouverture «Die Najaden» op. 15 und die Sinfonie g-Moll op. 43.
Das mit Mendelssohns Tonsprache verwandte, im Kopfsatz sehr leidenschaftliche Werk dürfte ebenfalls erstmals in der Schweiz erklingen. Es zeichnet sich durch formale Besonderheiten aus, setzt sich doch der 2. Satz (Scherzo) aus drei Menuetten zusammen. (sda)