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Ursachen
Die Frage nach der Machtverteilung zwischen der Zentralgewalt (König/Kaiser) und regionalen Instanzen (Adlige, Städte usw.) prägte die europäische Geschichte seit dem frühen Mittelalter. Sie führte immer wieder zu Adelsaufständen, so in Frankreich (1648 - 1653 Adelsaufstand der Fronde). Diese frühen Erfahrungen prägten den Regierungsstil Louis XIV (14).
Zudem verstärkten das Elend und Chaos des Dreissigjährigen Krieges (verschiedene Religions- und Bürgerkriege von 1618 - 1648) den Wunsch nach einem mächtigen Herrscher, der Ordnung und Frieden herstellen und garantieren sollte.
Ständegesellschaft
Die europäische Gesellschaft war vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jahrunderts hierarchisch in Stände gegliedert. Diese Stände waren Grossgruppen, die sich voneinander durch jeweils eigenes Recht, Einkommensart, politische Stellung, Lebensführung und Ansehen unterschieden (1. Stand: Geistlichkeit, 2. Stand: Adel, 3. Stand: Bauern und Bürger, ausserhalb der Gesellschaft standen Verachtete und Juden). Diese strenge und verbindliche Rechtsordnung galt als gottgegeben.
Verwaltung / Beamte
Die Adligen strebten den Ausbau der eigenen Herrschaft an und führten darum Anordnungen des Königs nicht aus oder interpretierten sie so, dass sie ihren eigenen Interessen nützten. Darum ging Louis XIV. dazu über, eine Verwaltung durch Beamte, meist aus dem bürgerlichen Stand, einzusetzen, die treu und zuverlässig die königlichen Weisungen ausführten (Professionalisierung der Beamten, Aufbau einer Bürokratie). Bürgerliche stiegen auch am Hof zu wichtigen Beratern auf und besetzten Ministerposten.
Der König behielt sich die Kontrolle sämtlicher Verwaltungsvorgänge vor und alle Minister waren ihm zu Rechenschaft verpflichtet, Sein Wille war der Massstab, an dem sich alle Staatsdiener zu orientieren hatten (Staatsräson, "l'état, s'est moi!" Deutsch: "Der Staat, der bin ich")
Militär
Louis XIV. hob die Praxis auf, wonach Truppen nach Bedarf ausgehoben wurden, die dann dem Herrscher von Generälen gegen Bezahlung zur Verfügung gestellt wurden. Er schuf ein stehendes Heer, das aus gut ausgebildeten und ausgerüsteten Berufssoldaten bestand, die jederzeit gegen äussere und innere Feinde eingesetzt werden konnten. Die Offiziere wurden vom König ernannt und waren ihm zu absolutem Gehorsam verpflichtet. Das stehende Heer war ein grosser Kostenfaktor im königlichen Budget.
Hofstaat
Ein Teil der traditionellen Aufgaben des Adels war mit der neuen Vewaltung weggefallen. Louis glich diesen Verlust dadurch aus, dass er den Adligen eine Rolle am königlichen Hof zuwies. Er brachte die meisten Grafen, Herzöge usw. dazu, ihre regionalen Herrschaftsgebiete zu verlassen und in das neue Zentrum, das Schloss Versailles, zu kommen. Diese prunkvolle Anlage und das Leben dort dienten einzig und allein der Repräsentation der königlichen Macht. Auch im Hofzeremoniell stand die Person des Königs im Mittelpunkt. Dabei gab es ein ausgeklügeltes System von Gunstbezeugungen durch den König, das den sozialen Rang eines Höflings bestimmte. Der Adel war entmachtet und als Höflinge vom König abhängig. Das Symbol der Herrschaft Louis war die Sonne ("Sonnenkönig"). Wie der König stand sie über allem anderen und ohne sie wäre kein Leben möglich.
Kunst und Kultur
Der König unterthielt viele Künstler und Schriftsteller, welche die Herrschaft des König preisen sollten. Kunst und Wissenschaft wurden in den Dienst der Politik und des Staates gestellt. Französisch sollte das Latein als Sprache der Gelehrten ablösen und Weltgeltung über alle anderen Sprachen erlangen. Frankreich wurde unter Louis XIV. zur führenden Kulturnation in Europa.
Religion
Nach den Retigtonskriegen garantierte das Edikt von Nantes 1598 den Protestanten (=Hugenotten) in Frankreich die freie Religionsausübung und volle Bürerrechte, fixierte aber zugleich den Katholizismus als Staatsreligion. 1685 hob der König das Edikt auf, denn es beeinträchtigte seinen allumfassenden Machtanspruch. Viele Hugenotten - und damit Fachkräfte - verliessen heimlich das Land.
Merkantilisums
Um die kostspielige Hofhaltung und die Kriege zu finanzieren, mussten die Staatseinnahmen gesteigert werden. Der Wirtschaftsminister Jean-Baptiste Colbert erreichte dies, indem er den Export hochwertiger Produkte aus den französischen Manufakturen steigerte, indem er Schutzzölle auf Importe einführte, den Aufbau von Manufakturen förderte, die Infrastruktur (Strassen, Kanäle) ausbaute.