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Die 3D-Rekonstruktionen der Zürcher Ietas-Grabung werden von Prof. Dott. Massimo Limoncelli (Università di Palermo, Dipartimento Culture e Società) und Dott.ssa Laura Schepis (Università di Palermo, Dipartimento Culture e Società) auf Basis einer langjährigen Zusammenarbeit erstellt. Auf das 3D-Modell des Peristylhauses 1 (2016/2017) folgte die Rekonstruktion der Agora (2022/2023). Diese entstand in enger Kooperation mit Dr. Alexandra Tanner, die sich im Rahmen ihres vom SNF geförderten Post-Doc Projektes der urbanistischen Entwicklung der Agora in hellenistisch-römischer Zeit widmet und hierfür eine grundlegende bauhistorische Untersuchung des Nord- und Westhallenkomplexes vorlegt.
Die Agora der Stadt Iaitas/Ietas liegt an zentraler Stelle im antiken Siedlungsgebiet auf dem Monte Iato. Die Platzanlage gestaltete man ab ca. 200 v. Chr. nach griechischem Vorbild monumental mit rahmenden Säulenhallen im Westen, Norden und Osten aus. Den ca. 1700 Quadratmeter umfassenden Platz prägten zudem auch zwei Tempel, die den räumlichen Eindruck entscheidend beeinflussten. Wichtige politische Orte wie zum Beispiel die Versammlungsräume des Rates der Stadt (Bouleuteria) sind im rückwärtigen Bereich der Nord- und Westhalle zu greifen. Mit ihrer hervorragenden Erhaltung ist die Agora neben den öffentlichen Zentren von Morgantina, Segesta, Solunt und Haleasa eine der architektonisch bedeutendsten und am besten bekannten Agorai auf Sizilien.
Das Peristylhaus 1, ein luxuriös ausgestattetes Wohnhaus ist ein Schlüsselmonument für die Entwicklung der hellenistisch-römischen Wohnkultur in Sizilien ab der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. Es liegt westlich der Agora und des Theaters im sog. Westquartier. Die Dimensionen dieses zweistöckigen Hauses sind beachtlich, betrug doch die Wohnfläche für Erd- und Obergeschoss zusammengerechnet über 1600 Quadratmeter. Allein für das Untergeschoss konnten 25 Räume ergraben werden, welche sich um zwei Höfe gruppieren. Das Zentrum des Hauses bildet der Peristylhof, welcher im Erdgeschoss mit dorischen und im Obergeschoss mit ionischen Säulen ausgestattet war. Bei den Räumen im Norden handelt es sich um sog. andrones, also um repräsentativ ausgestattete Banketträume mit je 9 Klinen, die zum gemeinsamen Symposion der iaitinischen Elite gedient haben dürften. Dort und in den entsprechenden Räumen im Obergeschoss konnten insgesamt rund 72 Personen Platz finden. Einblick in das Niveau der Wohnkultur gibt nicht nur die reiche Ausstattung der repräsentativen Räume, sondern etwa auch das hervorragende erhaltene Badezimmer des Hauses. Die Anlage des Hauses mit zwei Höfen lässt auf eine funktionale Trennung von Wohnbereichen schliessen. So bildeten die Räume um den kleineren Hof im Nordwesten den Wirtschaftstrakt des Gebäudes unter anderem mit einem Brotofen.