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Letzte Änderung 27. Juli 2012
Die Disney Produktion John Carter – Zwischen zwei Welten, welche auf den Science Fiction Büchern von Edgar Rice Burroughs basieren, verschlang alleine in der Produktion mehr als 200 Mio. $. Dazu kamen noch etwa weitere 100 Mio. $ an Marketingkosten. Dennoch floppte John Carter im Kino und spielt nicht einmal annähernd die Produktionskosten ein. Bedeutet das, dass der Film schlecht ist oder haben sich die Zuschauer hier einen Rohdiamanten entgehen lassen? Wir haben der Blu Ray auf den Zahn gefühlt und können nicht wirklich verstehen weshalb der Film so stark gefloppt ist (auch wenn er seine offensichtlichen Probleme hat).
Leben auf dem Mars
Nach dem unerwarteten Tod von Captain John Carter (Muskelpaket Taylor Kitsch) erhält dessen Neffe Edgar Ned Burroughs seine sämtlichen Besitztümer. Darunter befindet sich auch das Tagebuch von John Carter, welches eine unglaubliche Geschichte enthält.
Im Jahr 1868 ist John Carter ein Veteran der konföderierten Armee. Er hat dem Krieg den Rücken zugekehrt und verbringt seine Zeit als Schatzsucher. Auf der Flucht vor einer räuberischen Bande Apachen, flieht er in eine mysteriöse Höhle wo er von einem Unbekannten angegriffen wird. In Notwehr tötet er den Mann und löst dadurch eine Reihe von unerwarteten Ereignissen aus. Ein Medaillon transportiert ihn nach Barsoom, uns Erdlingen auch als Planet Mars bekannt.
Auf Barsoom herrscht inzwischen ein ständiger Krieg zwischen seinen Bewohnern. Die zwei am weitesten verbreiteten Rassen sind die Roten Menschen, welche mit den Erdbewohnern in Sachen Anatomie und Aussehen eigentlich identisch sind. Die zweite dominierende Rasse sind die grünhäutigen, vierarmigen und drei Meter grossen Tharks.
Auf dem fremdartigen Planeten angekommen, wird Carter von den Tharks aufgegriffen, da ihm dank der niedrigen Schwerkraft auf dem Mars enorme Kräfte zur Verfügung stehen. Ausserdem lernt er vom Konflikt zwischen den beiden marsianischen Völkern aus den Städten Zodanga und Helium. Im Mittelpunkt dieser Auseinandersetzung steht Prinzessin Dejah (die atemberaubende Lynn Collins), welche den Frieden zwischen den beiden Völkern durch eine Zwangshochzeit sichern soll.
Aus der heutigen Sicht scheint die Grundlage der Geschichte sehr banal zu sein. Held mit Superkräften muss bildschöne Prinzessin retten um einen Krieg zu verhindern der abertausende Leben kosten könnte. Man muss jedoch daran denken, dass das Quellenmaterial von E. R. Burroughs schon gut und gerne 100 Jahre alt ist. Ursprünglich war die Geschichte von John Carter eines der einflussreichsten Sci-Fi Werke, weshalb es eben auch nicht weiter verwunderlich ist, das man heutzutage die Geschichte oder gewisse Elemente schon gut kennt. Das ändert dennoch nichts um Umstand, das die Geschichte oft zu vorhersehbar ist. Ein weiteres Problem ist das grundlegende Setting auf dem Mars. Der Mars ist hauptsächlich ein öder Planet der von weiten Wüsten regiert wird. Und das sieht einfach nicht wirklich spannend aus. Die meisten Szenen des Film werden von gelben und braunen Sandtönen beherrscht, was kaum überzeugen kann. Die Spezialeffekte, und davon gibt es sehr viele, sind jedoch sehr gelungen. Die verschiedenen marsianischen Städte mit ihren eigenwilligen Architekturen, die Tharks oder andere Aliens und auch die Luftschiffe sehen toll aus und versprühen eine tolle Atmosphäre. Auch die Make-Up und Kostüm Abteilungen verdienen ein Lob, da ihre Arbeit kohärent und zum Gesamtbild passend sowie stimmig ausfallen. Die Action-Sequenzen sind gut gemacht, ob es jetzt eine Luftschlacht zwischen mehrere verfeindeten Luftschiffen oder ein Nahkampf Free-For-All zwischen John Carter und einigen Tharks ist. Der Film bietet auch seine lustigen oder Herz erweichenden Momente und meist eine relativ gute Mischung. Mit einer Laufzeit von über 2 Stunden hat der Film jedoch seine Längen. Zu langsame Momente wirken schnell langweilig und die Spannung schwankt sehr oft zwischen sehr hoch und extrem tief.
John Carter Darsteller Taylor Kitsch hat zwar den Körper und die Muskeln für die Figur, kann jedoch kaum genug Präsenz markieren um aus ihm eine denkwürdige Figur zu machen. Lynn Collins als kriegerische Prinzessin hingegen trifft die richtige Töne und schafft es Willensstärke, Emotionen und Verletzlichkeit zu zu präsentieren. Auch die restlichen Rollen sind prominent besetzt. Bryan Cranston spielt einen Colonel im Jahr 1868 der auf die Hilfe von John Carter angewiesen ist. Auf dem Mars markiert Mark Strong als Matai Shang, ein götterähnliches Wesen das die Fäden im Hintergrund des Geschehens zieht, eine sehr starke Präsenz. Leider haben beide Schauspieler wenig Spielzeit um ihre Stärke zu präsentieren, was schade ist. Ein Lob verdient auch Willem Dafoe, welcher die Rolle des Tharks Tars Tarkas übernimmt und somit auch gar nicht als Person zu erkennen ist, da man nur das animierte Alien zu sehen bekommt. Dennoch schafft es der dekorierteSchauspieler dieser eigentlich seelenlosen Figur Leben einzuhauchen.
Tolle Bilder, noch besserer Sound
Auf der technischen Seite kann die Blu Ray aus dem Hause Disney brillieren. Tolle Bilder, gute dunkle und helle Farbtöne und ein scharfes Gesamtbild sorgen für eine gelungene Optik. Man sieht der Blu Ray deutlich die hohen Produktionskosten des Films an. Noch viel besser ist jedoch der 7.1. Sound der geboten wird. Markerschütternde Bässe, ein tolles Sounddesign und klare Dialoge kommen fantastisch daher.
Die Blu Ray kommt mit massig Extra-Material daher. Einerseits wäre da ein absolut empfehlenswerter mit dem Regisseur Andrew Stanton und seinen zwei Produzenten. Auch sehenswert ist das mehr als 30-Minuten lange Making of John Carter – 360 Grad welches sich mit den visuellen Effekten, dem Leben als Statist und der aufwendigen Make-Up Arbeit die schlussendlich einem von 10’000 Zuschauern auffallen wird, befasst. Abgerundet wird das mit einer kurze Dokumentation welche sich mit dem Quellenmaterial befasst, fast 20 Minuten entfallenen Szenen (unter anderem eine neue Anfangssequenz des Films) sowie ein kurzer Clipmix von Pleiten, Pech und Pannen während den Dreharbeiten.
Fazit
Mit John Carter – Zwischen zwei Welten hat Disney eine teure Produktion auf den Markt gebracht, welche vom Publikum kaum gewürdigt wurde. Und das ist ziemlich schade. Der Film mag, trotz Spannungsschwächen und einem nicht ganz so passenden Hauptdarsteller überzeugen. Das liegt besonders an den Schauspielern, wie z.B. Lynn Collins welche eine atemberaubende Darstellung der Prinzessin Dejah abliefert. Ein tolles Design und gute Spezialeffekte sorgen für viel Augenschmaus, obwohl das Setting auf dem Mars oft ein wenig zu öde daher kommt. Es bleibt nur zu hoffen das die technische brillante Blu Ray doch noch ein wenig Erfolg hat, denn der gute John Carter hätte es definitiv verdient.
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