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Seine Ursprünge hat der Wein wohl im antiken Persien, vor mehr als 7000 Jahren wurde im Nahen Osten nachweislich bereits Wein angebaut, die bislang älteste Kelteranlage wurde im Zagros-Gebirge im Iran gefunden. Wahrscheinlich brachten dann griechische Kolonisten im 7./6. Jahrhundert v. Chr. erstmals Rebstöcke in die Region um Marseille. Sein Erfolgszug durch Europa kam mit den Römern, mit ihren Eroberungen breitete sich der Weinbau im Mittelmeerraum und Nordafrika und bis über die Alpen hinaus bis an den Rhein und die Mosel aus.
In der Antike galt Wein als Getränk der Götter und war fester Bestandteil ritueller Praktiken in allen Kulturen, er wurde als Opfer- und Weihgabe benutzt und hatte sogar seine eigenen Gottheiten. Dionysos, der jüngste der großen griechischen Götter, war Gott des Weines, der Trauben, der Freude, der Fruchtbarkeit, des Wahnsinns und der Ekstase. Vor allem sein römisches Pendant Bacchus wurde von vielen Künstlern dargestellt, nicht immer nur schmeichelnd, oft angeheitert oder betrunken. Die im Wein begründete Ekstase wurde auch als Möglichkeit gesehen, Nähe zur Gottheit zu schaffen. Aber auch in der christlichen Religion spielt der Wein eine wichtige Rolle, man denke da nur beispielsweise ans Abendmahl oder die vielen Weinzeugnisse in der Bibel.
Im Mittelalter erreichten Weinproduktion und Weinkonsum in ganz Europa einen Höhepunkt und Wein wurde zu einem der wichtigsten Handelsgüter. Nach und nach entstanden berühmte Weinregionen und der professionelle Weinbau entwickelte sich zunehmend. Früh schon war Frankreich ein einflussreiches Weinland. Im 19. Jahrhundert schufen die Franzosen im Médoc eine wichtige Vormachtstellung: Sie klassifizierten die teuersten Gewächse, die Welt der Crus und Grand Crus wurde geschaffen. Und in Italien erwuchs mit dem Barolo ein Königswein von Weltruf und die Ära der grossen toskanischen Weinhandelshäuser mit den klingenden Namen wie Antinori und Frescobaldi begann.
Der grösste Einbruch in der Geschichte des europäischen Weins aber wurde von einem kleinen Tier verursacht: Mit amerikanischen Reben wurde in den 1860er Jahren die Reblaus eingeschleppt, ein Wurzelschädling, dem die europäischen Sorten gnadenlos zum Opfer fielen, viele davon unwiederbringlich. Seit dieser Zeit werden die europäischen Reben auf amerikanisches Rebmaterial aufgepfropft und es gibt nur noch sehr wenige wurzelechte Reben. Aber weder Schädlinge noch Weltkriege konnten verhindern, dass Wein und Weinbau treue Wegbegleiter der Menschen blieben.