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Ende November führte das britische Unternehmen Pulsar Fusion in Saanen sein neuestes Hybrid-Raketentriebwerk vor.
Ein beeindruckendes Muster aus Schockdiamanten – dem sichtbaren Muster, das bei Raketenantrieben mit Überschallgeschwindigkeit im Abgas sichtbar wird – flackerte im Schneegestöber, als das Team das Triebwerk unter schnell wechselnden Bedingungen testete. Die Abgasgeschwindigkeit des Triebwerks wurde mit Mach 7, d.h. mit siebenfacher Schallgeschwindigkeit, gemessen. Dieses Triebwerk wäre in der Lage, eine kleine Rakete in eine Höhe von mehreren Dutzend Kilometern zu bringen oder die Oberstufe einer Rakete mit einer grösseren Boosterstufe in die Umlaufbahn zu befördern.
Pulsar Fusion befasst sich in erster Linie mit der Erforschung von Hochgeschwindigkeitsantrieben und sauberen Energieanwendungen aus der Kernfusion. Das Ziel des Unternehmens ist die Herstellung eines Hochgeschwindigkeitsantriebs auf der Grundlage von Kernfusionstechnologien, an denen es seit neun Jahren forscht und die schliesslich für interplanetare Reisen eingesetzt werden könnten. Laut Wissenschaftlern könnte dies die Reisezeit von der Erde zum Mars halbieren. Ein erster Prototyp wird für das Jahr 2025 erwartet. Das Hybrid-Raketentriebwerk von Pulsar verbrennt Distickstoffmonoxid (N2O) als Oxidationsmittel und hochdichtes Polyethylen (HDPE) als Treibstoff und Sauerstoff. Das HDPE kann aus recyceltem Kunststoff gewonnen werden. Die beiden Brennstoffe verbrennen zusammen und erzeugen so eine ungiftige Abgasfahne. CEO Richard Dinan kommentierte: «Britische Unternehmen mit Ambitionen in der Raumfahrt müssen international und schnelllebig sein, technologische Meilensteine pünktlich und innerhalb des Budgets erreichen und gleichzeitig umweltbewusst sein. Das Ziel von Pulsar ist es, Technologien von Weltklasse zu entwickeln, die eine Kraft für das Gute darstellen.»
Die verwendeten Treibstoffe – Distickstoffmonoxid (N20) und Polyethylen (HDPE) – gehören laut Pulsar zu den saubersten, die der Raumfahrtindustrie zur Verfügung stehen. Sie erzeugen Abgase, die grösstenteils aus Wasserdampf bestehen und haben einen extrem niedrigen Energiebedarf bei der Produktion, was zu einem sehr niedrigen Kohlenstoff-Fussabdruck für ein Triebwerk dieser Grösse führt.
Beim Test in Saanen handelte es sich um ein neues Modell, das es Pulsar ermöglicht, diese kompakten Raketentriebwerke in Rekordzeit herzustellen, und zwar mit einem erhöhten Sicherheitsfaktor, da sie aufgrund ihrer Bauweise im Vergleich zu herkömmlichen Flüssigkeitsantrieben relativ unbedenkliche Ausfallmodi aufweisen.
Warum Gstaad?
Die Demonstration fand auf der Startbahn des Gstaad Airport statt. Pulsar betrachtet die Schweiz als ein Land, das gut aufgestellt ist, um fortschrittliche, umweltfreundliche Raumfahrttechnologien zu unterstützen. Das Unternehmen ist bestrebt, seine Technologien internationalen Kunden vorzuführen und erachtet dafür die Schweiz als idealen Ort. Pulsar hofft, im Jahr 2022 weitere Tests in der Region durchführen zu können und europäische Raumfahrtkunden zur Teilnahme einzuladen.
PD/MARKUS ISELI-TRACHSEL