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Der Armplexus (Plexus brachialis) umfasst die Gesamtheit der Nerven, die für die Funktion der Schulter, des Armes und der Hand verantwortlich sind. Die Wurzeln der Nerven der oberen Extremität entspringen dem Rückenmark auf Höhe der Halswirbelsäule und bilden im Halsbereich und hinter dem Schlüsselbein ein komplexes Geflecht, was als Armplexus bezeichnet wird. Nach Eintritt in die Achselhöhle trennt sich das Geflecht in einzelne Nerven auf, die für die Innervation der Muskeln und der Haut verantwortlich sind.
Verletzungen des Armplexus treten überwiegend bei Hochrasanztraumata wie Motorradunfällen oder Skistürzen auf und sind entsprechend oft mit weiteren schwerwiegenden Verletzungen verbunden. Seltener treten Plexusverletzungen auch als sogenanntes Monotrauma oder Einzelverletzung auf, zum Beispiel bei ungeschickten Stürzen auf den abgewinkelten Arm. Den traumatischen Plexusverletzungen ist gemein, dass das Nervengeflecht überdehnt oder abgerissen wird und so die Funktion der Armnerven schwer geschädigt wird oder komplett ausfällt. In unseren Breitengraden selten kommen Plexusläsionen bei offenen Traumata wie Schuss- oder Pfählungsverletzungen vor.
Ganz wesentlich für die Prognose und das Verständnis der Verletzung ist die Frage, ob ein Nerv aus dem Rückenmark ausgerissen ist (sogenannte Avulsion) oder ob die Verletzung weiter peripher liegt. Ausgerissene Nervenwurzeln können mit der heutigen Chirurgie nicht rekonstruiert werden und führen zum dauerhaften Verlust der Nervenfunktion. In der Peripherie zerrissene Nerven hingegen können mittels Nerventransplantaten rekonstruiert werden, womit eine gewisse Funktion wiederhergestellt werden kann.
Weiter unterscheiden wir verschiedene Muster von Plexusverletzungen.
Die Diagnose einer Plexusverletzung wird anhand der klinischen Untersuchung und einer neurologischen Beurteilung gestellt. Aufgrund dieser Befunde können das Muster und der Schweregrad der Verletzung oftmals bereits recht genau festgestellt werden. Um mehr Informationen über den Zustand der Nervenwurzeln zu erhalten, wird zudem immer eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt. Diese Untersuchung kann heute zuverlässig das Vorliegen eines Nervenausrisses aus dem Rückenmark objektivieren, was essentiell ist für die Planung der Rekonstruktion. Auf Nerven fokussierte hochmoderne MRT-Untersuchungen können überdies wertvolle weitere Informationen über die Kontinuität der peripheren Nerven liefern.
Liegt ein hochgradiger Verdacht auf oder die sichere Diagnose einer Plexusverletzung vor soll die operative Exploration und Nervenrekonstruktion baldmöglichst erfolgen.
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