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Die Virushepatitis kann akut oder chronisch verlaufen; kennzeichnend sind in jedem Fall die Entzündung und der Untergang von Leberzellen.
Hauptsächliche Erreger der Krankheit sind Viren, die speziell das Lebergewebe schädigen. Es wurden mehrere solche Viren identifiziert, von Bedeutung sind die Typen A bis E.
Hepatitis A, B und C kommen weltweit vor. Gegen die Hepatitis A und B existiert eine Schutzimpfung, nicht aber für die Hepatitis C.
In der Schweiz leben 50 000-80 000 Menschen mit einer Hepatitis C-Infektion. In allen Industrieländern sterben jährlich mehr Personen an Hepatitis C als an HIV. Eine Hepatitis C-Infektion verläuft häufig symptomlos und wird daher nicht oder lange nicht bemerkt.
Bei 20% der Infizierten findet eine Spontanheilung der Hepatitis C statt, häufiger verläuft die Infektion jedoch chronisch.
Hepatitis D (auch Hepatitis Delta genannt) tritt nur zusammen mit B (akut oder chronisch) auf. Es handelt sich um eine Art Satelliten-Virus (sog. subvirales Agens), das sich nur bei gleichzeitigem Vorhandensein von HBV vermehren kann. Ein Erkrankungsrisiko besteht bei Aufenthalt im Mittelmeerraum, in Osteuropa, Afrika, Südamerika und generell bei Drogenkonsum. Aufgrund der Immigration nimmt die Hepatitis D in Mittel- und Nordeuropa zu. Hepatitis E ist in der Schweiz selten, häufiger in tropischen und subtropischen Ländern.
Hepatitis A und E verlaufen akut und heilen in einigen Wochen bis Monaten. Demgegenüber können die anderen (B, C und D) chronisch werden, abhängig vom Virus und von gewissen Begleitumständen (s. unten). Eine chronische Leberentzündung kann nach Jahren zu Leberzirrhose und später zu Leberkrebs führen.
Die verschiedenen Viren haben unterschiedliche Ansteckungswege. Einige gelangen über den Verdauungstrakt in den Körper, andere über Haut- oder Schleimhautverletzungen und die Blutbahn. Dieser letztere Modus wird als parenteral bezeichnet, was sich übersetzen lässt mit „an den Verdauungsorganen vorbei“.
Die Viren werden durch verunreinigtes Trinkwasser (auch Eiswürfel) und kontaminierte Nahrungsmittel aufgenommen, HAV besonders mit Muscheln, Austern, Gemüse und Salat, HEV zudem mit ungenügend gegartem Fleisch von infizierten Tieren. Hepatitis A kann bei engem Kontakt ausserdem von Mensch zu Mensch übertragen werden (Schmierinfektion). In Schwellen- und Drittweltländern sind überwiegend Kinder betroffen und es gibt immer wieder Epidemien. In Europa infizieren sich auch Homosexuelle mit HAV; ansonsten ist in der Schweiz Hepatitis A vornehmlich, Hepatitis E fast ausschliesslich als Reiskrankheit bekannt und betroffen sind vor allem Erwachsene.
Die Ansteckung erfolgt parenteral auf folgenden Wegen:
Die Inkubationszeit, die Dauer zwischen Aufnahme der Viren und Beginn der ersten Symptome, kann bei jeder Hepatitisform lang sein, meist zwei bis sieben Wochen, bei Hepatitis B sogar bis zu sechs Monate. Daran sollte man denken, wenn einige Zeit nach einem Auslandaufenthalt Symptome einer Leberentzündung auftreten.
Viele Infektionen verlaufen symptomlos oder so leicht, dass sie unerkannt bleiben – abhängig von Hepatitisform, Allgemeinzustand und Alter des Betroffenen. Trotzdem besteht die Gefahr der Übertragung von Viren durch den Infizierten.
Als Faustregel kann gelten:
Die Vorläufersymptome künden eine Allgemeinerkrankung an, die sich nicht nur an der Leber abspielt. Mit dem vollen Ausbruch der Hepatitis komplettiert sich das Spektrum der Krankheitszeichen.
Hepatitis A und E verlaufen akut und heilen in einigen Wochen, selten mehreren Monaten (Hepatitis A). Sie sind meist selbstlimitierend, werden nicht chronisch und hinterlassen eine wahrscheinlich lebenslang anhaltende Immunität. Hepatitis B, C und D können ebenfalls vollständig heilen, unter ungünstigen Voraussetzungen nehmen sie jedoch in unterschiedlichem Ausmass einen chronischen Verlauf.
Schwere Krankheiten sind vor allem bei Erwachsenen bekannt, selten sind hingegen sog. fulminante Verläufe (sehr schwer, rasch, manchmal tödlich), die insbesondere bei gleichzeitiger Ansteckung mit HBV und HDV vorkommen. Speziell gefährdet sind auch Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel mit einer HEV-Infektion. Teils bestehen begleitende Bauchspeicheldrüsen-, Herz- oder Lungenentzündung, Blutungsneigung und Enzephalopathie (Hirnveränderungen).
Definitionsgemäss gilt eine Hepatitis als chronisch, wenn sie länger als sechs Monate andauert. Häufigkeiten:
Jeder Verdacht auf Leberentzündung ist ärztlich abzuklären. Zudem wird ein Hepatitis C-Test folgenden Personengruppen mit entsprechendem Risiko empfohlen:
Sie beruht auf verschiedenen Bluttests, bei Verdacht auf chronische Hepatitis auch auf derEntnahme von Lebergewebe (Leberbiopsie) für die mikroskopische Untersuchung. Zur ersten Abklärung und für die Verlaufskontrolle bei chronischer Krankheit findet zudem der Ultraschall Anwendung. Gelegentlich werden zur Abgrenzung von anderen Krankheiten (z.B. Krebs) Computer- oder Magnetresonanz-Tomographie eingesetzt.
Durch neue Medikamente, die sich gezielt gegen Viren und immunologische Vorgänge richten, ist die Hepatitis C grundsätzlich heilbar oder eine Chronifizierung lässt sich verhindern.
Bei fortgeschrittener Leberzirrhose wird eine Transplantation erwogen.