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Sémillon, 1736 in Sauternes erstmals erwähnt, gehört nicht zu den Primaballerinen im Rebverzeichnis. Dennoch ist diese weisse Sorte etwas Spezielles: Mit Sauvignon Blanc verbindet sie sich zum typischen trockenen Bordeaux-Weissen und dank der Edelfäule Botrytis prägt sie den Charakter der Süssweine aus Sauternes und Barsac. 1968 war die meistangebaute Rebe im Bordelais nicht Cabernet Sauvignon oder Merlot, es war Sémillon. Seither ist der Anbau reduziert worden. Die Sémillon-Rebe neigt zu Übererträgen, sie muss durch grünen Schnitt unter Kontrolle gehalten werden. Anders als Sauvignon Blanc, der eine interessante, tiefgründige Aromatik und deutlich Säure hat, tendiert Sémillon eher zur Breite mit fetterem und körperreicherem Touch. Deshalb verbinden sich die beiden Sorten so hervorragend. Sémillon soll nirgendwo besser gedeihen als im Bordelais, trotzdem wird die Sorte auch andernorts angebaut, in Chile zum Beispiel und besonders auch in Australien.