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Das Leben geht
weiter

Von Leanne Levine
Der gute alte Nathan
Nur gerade 10 Tage nachdem ich mein Loblied auf einen alten Hund geschrieben hatte, liess mich Nathan wissen, dass die Zeit gekommen war, und ich küsste seinen lieben Kopf bis zu seinem letzten, friedlichen Atemzug. Bis zum letzten Tag bewahrte er sein lächelndes Gesicht und folgte mir wie ein Schatten, wenn auch langsam und mit grösserer Anstrengung.
Wie viele Hundeliebhaber wusste ich, dass ich nach Nathans Tod wieder einen zweiten Hund wollte. Die kleine Clementine wurde noch neurotischer in den Tagen nach seinem (wie sie es vermutlich wahrnahm) Verschwinden. Als sie zu uns kam, leisteten ihr eine Katze und ein Hund Gesellschaft. Die Katze starb im August 2008 und nun war auch ihr Hundekumpan weg. Sie zitterte wieder bedeutend mehr und dummerweise nahm auch ihr nervöses Pinkeln zu.
Nathan war rasserein. Clem ist ein Mischling aus dem Tierheim. Dan steht auf Hunde aus dem Tierheim. Ich auch, aber es tut mir leid, ich muss in Zukunft immer einen Cardigan an meiner Seite haben. Ich möchte auch nie weniger als zwei Hunde haben. Drei wären schön, aber dann bräuchten wir ein grösseres Haus. Und ein paar Katzen möchte ich auch haben.
Ich begann nach Cardigan Züchtern in Südkalifornien zu suchen. Auf der Züchterliste des CWCCA fand ich einige, aber die wenigsten hatten eine Website, und so klickte ich auf die beiden, die eine hatten. Eine davon hatte eine ansprechende Homepage mit einer Seite über einen geplanten Wurf und dem Stammbaum der Eltern.
Ich konnte fast nicht glauben, was ich da sah. Der Stammbaum des Rüden ging zurück zu Nathans Blutlinie. Tatsächlich war da auch eines von Nathans Wurfgeschwistern, wenn man weit genug zurückging. Was für ein Zufall?!
Ich setzte mich mit der Züchterin in Verbindung und erzählte ihr meine Geschichte. Sie wohnt in Ventura, nicht allzu weit weg, und wir versuchten, einen Besuch zu vereinbaren. Aber wir konnten einfach keinen Termin finden. Wir wollten am 5. Dezember vorbei schauen, weil an diesem Tag die Kinder bei ihrem Vater waren und meine Schreibgruppe ausfiel, so dass Dan und ich ausnahmeweise den ganzen Tag für uns hatten. Aber die Züchterin teilte mir mit, dass sie an diesem Tag den Cardigan einer Freundin auf der Eukanuba Dog Show in Long Beach vorführen werde.
Diese grosse und renommierte Hundeausstellung findet also dieses Jahr ausgerechnet in Südkalifornien statt und erst noch an unserem freien Tag, und dazu noch am Tag, wo die Cardigans gerichtet werden. Wieder ein Zufall?!
Hat da vielleicht ein Hundeengel im Himmel eine Pfote im Spiel, der mir helfen will, weiter zu kommen? Ich weiss es nicht, aber es ist ein netter Gedanke.
Ich wollte schon immer auf eine Hundeausstellung, seit ich mich vor beinahe 15 Jahren in die Rasse verliebte. Dan konnte sehen, wie begeistert ich war, und war so nett, dafür zu sorgen, dass wir an jenem Sonntag frühzeitig nach Long Beach kamen, um die Cardigans im Ring zu sehen.
Ich freute mich und rechnete damit, dass ich Spass haben würde, und das hatte ich auch. Aber ich war nicht auf das gefasst, was sich an jenem Tag ereignete.
Nachdem wir uns mit unserer Cardigan Züchter-Freundin unterhalten hatten, begaben Dan und ich uns zum Stand der Cardigan Welsh Corgis.
Die drei Damen, die den Stand betreuten, hatten vier prachtvolle Cardigans dabei, die eine grosse Zahl Bewunderer anzogen. Cardigans gehören zu den Hunden, bei denen die Leute in ein "Oooh, schau wie süss!" ausbrechen. Und ich gehörte natürlich auch zu dieser Gruppe, während Dan ein Gespräch mit einer der Damen begann. Er erzählte ihr von Nathan und mir, und wie sehr ich die Rasse liebe.
"Hier ist mein Nathan", sagte ich und zog einige Fotos aus meiner Tasche. Sie gluckste, als sie die Fotos sah ("so ein schöner brindle Bub!") und sagte, es sei schade, dass sie nie lange genug bei uns sind.
"Mein Name ist Sherilyn" sagte sie "Ich leite den Dienst für Cardigans in Not hier in Kalifornien. Und wisst ihr was, wir haben gerade einen schönen zweijährigen Rüden, der ein neues Zuhause sucht..."
Bowie, 2 Jahre, gut mit anderen Hunden
Sie zeigte auf ein Foto mit einem tricolor Cardigan mit einem wehmütigen Ausdruck und flotten, grossen Ohren. Darunter stand "Bowie, 2 Jahre, gut mit anderen Hunden".
Dan hörte das Wort "Not" und sein Gesicht leuchtete auf. Sherilyn hatte ein Opfer im Visier. Der Fisch hatte angebissen. Jetzt musste er nur noch an Land gezogen werden. .
"Wir fanden ihn in Atascadero, wo er sich mit einem alten schwarzen Labrador herumtrieb. Ohne Hundemarke und ohne Mikrochip. Und er hat immer noch seine Afterkrallen. Die meisten Züchter entfernen diese schon früh, deshalb glauben wir nicht, dass er von jemandem stammt, den wir kennen. Und niemand hat nach ihm gefragt."
Dan nickte begeistert und ich schaute ihn böse an. Zu spät. Er hang bereits am Haken.
"Er ist ein wunderbarer Hund", fuhr sie fort. "Und so lieb. Er befindet sich zurzeit bei einer Pflegefamilie in Lompoc."
Dan hielt das Foto in den Händen. "Ist er gut im Umgang mit Kindern?"
Ich begann ihn leise anzuzischen. "Lass das. Hörst du?"
"Oh, er liebt Kinder. Und er verträgt sich auch mit anderen Hunden. Er sollte unbedingt zu einer Familie mit Kindern kommen."
"Wir haben drei! Und einen kleinen Hund, der seit Nathans Tod sehr einsam ist."
Sherilyn griff nach einem Klemmbrett mit einem fotokopierten Formular. Es war eine Bewerbung um Adoption. Sie reichte es Dan.
"Halt! Stopp!" Ich stellte mich zwischen die beiden. ("Entschuldige bitte einen Moment" murmelte ich höflich über meine Schulter zu Sherilyn.)
"Was?" fragte Herr Unschuldig-Erstaunt- Es-ist-ja-nur-ein-Stück-Papier!
"ES IST ZU FRÜH!" sagte ich. "Es ist erst einen Monat her. Es ist einfach zu früh". Und abgesehen davon, ich will einen Welpen, sagte ich zu mir selbst. Welpen, Welpen, Welpen!
Sherilyn meldete sich hinter mir und holte zum entscheidenden Argument aus. "Ich kann nur sagen, Bowie ist ein ganz besonderer Kerl. Wahrscheinlich der liebste Hund, den ich je gerettet habe. Ein richtiger Schatz."
Mit zusammengekniffenem Gesicht flüsterte ich Dan zu, "Tu es nicht. Tu es nicht. Ich hasse dich, wenn du es tust."
Aber ich war in der Unterzahl.
Er ist bereits stubenrein, sagten sie.
Er ist kastriert, gechipt und geimpft.
Er ist an Kinder und andere Hunde gewöhnt.
Ja, er ist ein schöner Hund.
Ja, er ist definitiv ein rassereiner Cardigan.
Ja, er ist ein fantastischer Hund, aber Melissa (die Pflegemutter) hat bereits drei Corgis und eine Hündin, mit der sie züchten will.
Zudem ist die Adoptionsgebühr nur ungefähr ein Drittel des Preises für einen neuen Welpen.
Kein Erziehungskurs. Kein Pipi oder Kacka im Haus. Keine ausgefransten Nerven, weil die hyperaktive Claire zu wild mit dem Welpen umgeht. Keine AKC-Gebühren.
Plus - und das ist wichtig - er ist ein Hund aus dem Tierheim.
Dan schwärmt für Heimtiere und ich schwärme für Cardigans.
Wir bekommen beide, was wir wollen.
Am folgenden Wochenende brachten wir ihn nach Hause. Er war perfekt, sogar sein Name. Wir hatten darüber gesprochen, den nächsten Hund nach einem Rockstar zu benennen: Joe Strummer, vielleicht, oder Chrissie Hynde, falls es eine Hündin wäre. Charlies Gesicht leuchtete auf, als wir ihm sagten, dass der neue Hund Bowie heisst. Er liebt Ziggy Stardust.
Im Lauf von ungefähr 15 Minuten hatte Bowie von unserem Heim Besitz genommen und Clementines Herz erobert. Die Kinder brachten ihn nicht aus der Fassung. Der Ausdruck in seinen Augen wechselt zwischen Weisheit und Unfug und als es ihm zu viel wurde, ging er einfach weg. Er ist schlau. Nur nicht als es um den Gebrauch der Hundeklappe ging; da stand er vor einem Rätsel. Wie kann der andere Hund durch diese Wand gehen? Das verstehe ich nicht.
Bowie kuschelt mit dem Chef-Hundeführer
In jener Nacht stellte ich seinen Korb auf den Boden neben unserem. "Hier, Bo", sagte ich und tätschelte auf den weichen Inhalt.
Er sah mich an, legte den Kopf schief, und dann sprang er mit seinen kurzen Corgi-Beinen auf unser Bett und kuschelte sich neben Dan.
"Nein, nein", sagte ich. Einen Hund im Bett? Niemals. Unter keinen Umständen. Aus diesem Grund hatten wir ja ein Bett in Komforthöhe. Zudem hasste Dan es, wenn die Katze (ruhe in Frieden), wenn sie dort geschlafen hatte. ("Auf meinem Kissen sind Katzenhaare!") Ich packte Bowie und setzte ihn auf den Boden.
Indem ich einen Schlafsack neben dem Bett ausbreitete, sagte ich, "Hier. Ich werde heute mit dir hier unten schlafen." Ich tätschelte auf die Kissen. "Komm, Bo!"
Er sah mich an, legte den Kopf schief und benutzte meinen ausgestreckten Körper als Trittbrett, um aufs Bett zurück zu springen. Dieses Mal drehte er sich um und schaute auf mich hinunter, mit heraushängender Zunge, und lächelte.
Und nun brauchen wir ein grösseres Bett.
"Frohe Weihnachten, Frauchen! Wo ist mein Leckerli?"
Auszug aus:
Don't cry because it's over. Smile because it happened.
Dog Show
Dog Show, Part 2: Not What I Expected
Und übersetzt von ANo mit freundlicher Genehmigung der Autorin.