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Neutestamentliche Gemeinde
Die Neutestamentliche Gemeinde (NTG) ist aus einem Hauskreis der Vereinigten Bibelgruppen (VBG) in Bern herausgewachsen. Die Gemeinde entstand Ende Oktober 1981. Robert Ewing aus Waco, Texas und verschiedene andere Lehrer prägten die Vision für den Gemeindebau. Die Leitung der neuen Gemeinde übernahm Daniel Moser, vormals Leiter der VBG an der Uni Bern.
Der 1947 geborene Daniel Moser ist im Evangelischen Brüderverein aufgewachsen, von welchem er sich 1968 löste. Zur selben Zeit spaltete sich vom Brüderverein dessen offener Flügel als Vereinigung Freier Missionsgemeinden (VFMG) ab. Mit diesen ging Daniel Mosers Bruder Samuel, der der VFMG später auch als Präsident vorstand. Daniel Moser studierte in Basel Philosophie, Psychologie und Theologie und promovierte im Jahr 1975 an der philosophischen Fakultät mit einer Arbeit über die Erkenntniswege Jürgen Habermas’ und der Bibel im Vergleich. Nach seiner Promotion arbeitete Daniel Moser vollzeitlich für die VBG Bern und seit 1982 für die NTG.
Die werdende Gemeinde wurde vorerst nach ihrem Gründungsort „Gemeinde am Langmauerweg“ genannt. Der später angekommene Name „Neutestamentliche Gemeinde“ bezeichnet nicht eine Ablehnung des Alten Testamentes, sondern den Willen, Aufbau und Struktur der Gemeinde möglichst nahe am Neuen Testament zu orientieren. Über die Jahre hinweg war die NTG auch in der Gründung verschiedener Gemeinden involviert. Die NTG Bern ist Teil des Verbandes der Freien Charismatischen Gemeinden Schweiz (FCGS), welcher wiederum dem Verband Evangelischer Freikirchen und Gemeinden der Schweiz (VFG) angehört.
Das Hauptanliegen der NTG stellt ein biblischer, d.h. möglichst bibelnaher Gemeindebau dar. Wichtig ist nach dem Verständnis der NTG der richtige Umgang mit den verschiedenen im Neuen Testament genannten Diensten. Hierbei hat die NTG eine doppelte Dienststruktur. Die lokale Gemeinde wird geleitet von den Ältesten und dem Pastor (Hirten). Neben diese örtliche Leiterschaft sucht die NTG auch den Rat, die Verkündigung und das Gebet von Diensten ausserhalb der Gemeinde (regional, national und international).
Begründer des Apostolischen Dienstes, in welchem Daniel Moser wirkt, ist der Texaner Robert Ewing (1926-2001). Ewing wurde als Sohn des presbyterianischen Pastors Glen Ewing, dessen Gemeinde sich der Pfingstbewegung geöffnet hatte, in Waco Texas geboren. Ewing trat die Nachfolge seines Vaters an und verkündigte früh verschiedene Lehrkonzepte, welche heute in vielen charismatischen Gemeinden gelehrt werden. So die Notwendigkeit des 5-fachen Dienstes, die Unterscheidung von Geist, Seele und Leib sowie die Wichtigkeit der Jüngerschaft. Über die Jahre und insbesondere auch nach dem Tod von Robert Ewing haben verschiedene Apostel die NTG begleitet. Auch Daniel Moser selber begleitet verschiedene Gemeinden im In- und Ausland als Apostel.
Grundsätzlich bekennt die NTG die Glaubensherrschaft des Gläubigen über die Dämonen, Sünde und Krankheit und betet regelmässig für die Verwirklichung dessen. Eine Zusammenarbeit mit Wort des Glaubens-Gemeinden in der Schweiz findet jedoch nicht statt. Auch lehnt die NTG Formen dieser Bewegung wie das Wohlstandsevangelium oder die Streichung medizinischer Behandlung explizit ab.
Die NTG vertritt ein charismatisches Christentum. Die Geistesgaben werden im Gottesdienst eingebracht. So ist Zungengesang, das Singen von Silben, häufig. Prophetien, die Gemeindegliedern zuteil werden, können direkt geäussert werden. Der Heilungsdienst kann durch den Hirten, die Ältesten oder durch die verschiedenen einzelnen Gläubigen stattfinden.
Der Befreiungsdienst, die Austreibung der Dämonen, wird im Rahmen der Seelsorge auch praktiziert. Dass der Mensch sich im Kampf mit Teufel und Dämonen befindet, ist für die NTG nicht fraglich. Eine besondere Betonung dieser Praxis besteht allerdings nicht.
Die NTG ist Teil der seit 1987 bestehenden Gruppe Freier Charismatischen Gemeinden der Schweiz (FCGS). Diese zählen etwa 1’400 Erwachsene (davon ca. 250 in der NTG Bern) in 13 Gemeinden, welche über die Kantone Aargau, Luzern, Basel, Freiburg, Wallis und Bern verteilt sind. Im Jahr 2000 wurde die FCGS als 13. Bewegung in den Verband Evangelischer Freikirchen und Gemeinden der Schweiz (VFG) aufgenommen.