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Autor: Anton Jungo
Freiburg «Es ist und bleibt verboten, derartige Imitationsprodukte als Käse zu bezeichnen. Die Informationen zu den Lebensmitteln müssen nach Schweizer und EG-Recht, ob verpackt oder offen abgegeben, klar sein und dürfen nicht täuschend sein», hält der Staatsrat auf eine Anfrage von Grossrat René Fürst fest. Der Murtner SP-Grossrat zeigt sich besorgt darüber, dass immer häufiger «Käse» hergestellt wird, der nie Milch gesehen hat, und dass dieses gepanschte Kunstprodukt in die Schweiz importiert wird.
Pflanzenfett und Eiweisspulver
Der «Analogkäse» besteht gemäss Grossrat Fürst aus Pflanzenfetten, Eiweisspulver und künstlichen Geschmacksverstärkern. «Mit künstlichen Aromen werden dann aus der zähen Masse wahlweise Pizzakäse, Mozzarella, Käsestangen oder was der Markt sonst noch verlangt hergestellt. Die Käseproduktion aus diesen Bestandteilen ist bis 50 Prozent günstiger als die herkömmliche Methode und innerhalb von 20 Minuten fertig», beschreibt er den Herstellungsvorgang. Er stellt dem Staatsrat in diesem Zusammenhang einige Fragen.
«Käse» ist klar definiert
«Bei den Produkten, auf die sich Grossrat Fürst bezieht, handelt es sich nicht um Käse», hält der Staatsrat fest und weist auf die Definition von «Käse» hin: «ein Erzeugnis, das aus Milch hergestellt und durch Lab, andere koagulierende Stoffe oder Verfahren von der Molke geschieden wird».
Er weist dann darauf hin, dass Lebensmittel klar deklariert werden müssen, und betont: «Die von René Fürst beschriebenen Produkte würden, wenn sie als ?Analogkäse?, ?künstlicher Käse?, ?Mozzarella-Imitat?, ?Pizzakäse?, ?Käseersatz? usw. angeboten oder gekennzeichnet würden, beanstandet werden; und es würden entsprechende Massnahmen getroffen werden.»
Leute sind nicht sensibilisiert
Der Staatsrat zeigt sich beunruhigt darüber, dass die Schweizerinnen und Schweizer kaum für das Thema sensibilisiert sind und deshalb die Etiketten kaum genau studieren. «Vermutlich essen bereits heute viele Personen Sandwiches und Pizzas mit künstlichem Käse, ohne sich dessen bewusst zu sein», stellt er fest. «Wenn die Deklaration der Produkte oder die mündliche Auskunft korrekt ist, ist der Konsument informiert und frei in der Wahl der Produkte, die er kaufen möchte», ist er sich allerdings bewusst.
Verlust an Marktanteilen
Der Staatsrat teilt die Befürchtung von Grossrat René Fürst, dass diese künstlichen Produkte langfristig für die traditionellen Produkte einen Verlust an Marktanteilen bedeuten. Dies auch angesichts der kürzlich von der Oberzolldirektion festgestellten Tatsache, dass «künstlicher Käse» in die Schweiz importiert wird. Allein in Deutschland werden jährlich offenbar 100 000 Tonnen davon hergestellt; eine Menge, die die Produktion von Schweizer Greyerzer und Emmentaler übersteigt.
Der Staatsrat weist im Weiteren darauf hin, dass der Kantonschemiker die Lebensmittelkontrolleure aufgefordert hat, speziell die Zusammensetzung und die Bezeichnung der erwähnten Produkte zu untersuchen. Die Inspektoren wurden zudem beauftragt, das Personal von Betrieben zu befragen, bei denen festgestellt wird, dass sie solche Produkte offen anbieten.