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«Hallo Amerika, ich bin Amy Klobuchar und ich werde Donald Trump besiegen»: Die 59-jährige Senatorin von Minnesota freut sich am Dienstagabend vor einem Meer grüner Fahnen über ihren dritten Platz in New Hampshire. Und gibt sich entschlossen, ihr siegreiches Momentum in den kommenden Wochen zu nutzen.
Entschlossen und hartnäckig – so tritt Amy Klobuchar gern auf. Sie habe das Wort «grit» (zu dt. Biss) neu definiert, sagt sie während Ihrer Rede in Concord. Sie sei zurückgekommen und habe Resultate geliefert: «Amerika verdient eine Präsidentin, die genauso widerstandsfähig ist wie seine Bürger.»
Das Sinnbild des amerikanischen Traums
Amy Klobuchar ist Juristin und gehört seit zwölf Jahren dem US-Senat an. Geboren in Plymouth, studiert sie nach der Highschool Politikwissenschaften an der Yale Universität und anschliessend Rechtswissenschaften in Chicago. Ihre Grosseltern mütterlicherseits stammen aus der Deutschschweiz. Als praktizierende Anwältin war sie nach dem Studium auch als Beraterin für den früheren US-Vizepräsidenten Walter Mondale tätig. 2007 wird sie schliesslich als erste Frau in Minnesota in den Senat gewählt.
Sie habe keine politische Maschine hinter sich und sei auch nicht reich geboren worden, sagte sie vor Anhängern in Minneapolis. Aber sie habe Familie, Freunde und Mut.
Ich stehe heute vor euch – als Enkeltochter eines Bergarbeiters, als Tochter einer Lehrerin und eines Zeitungsmanns.
Trotz Elitestudium präsentiert sie sich gern volksnah, wie bei der Verkündung ihrer Präsidentschaftskandidatur im 2019 : «Ich stehe heute vor euch – als Enkeltochter eines Bergarbeiters, als Tochter einer Lehrerin und eines Journalisten.»
Sie schlägt so in die Kerbe des amerikanischen Traums – auf den auch der amtierende US-Präsident Trump gern referenziert, der erst kürzlich am WEF verkündete, «der amerikanische Traum ist zurück». Zugleich separiert sie sich dadurch vom reichen Establishment, das Hillary Clinton anhaftete. Sie sieht sich als moderne Liberalistin, setzt sich für die freie Wahl bei Abtreibung ein, unterstützt LGBT-Rechte sowie das Gesetz für erschwingliche Pflege (PPACA) und kritisiert den Irak-Krieg.
Siegt die moderate Alternative?
Klobuchar ist politisch erfahren und gemässigt. Während ihres Wahlkampfs hat sie immer wieder betont, dass ein überparteilicher Ansatz die beste Chance der Demokraten ist, ins Weisse Haus einzuziehen. Sie stamme aus einer Region der Vereinigten Staaten, die die Demokraten unbedingt zurückgewinnen müssen, wenn sie gegen Donald Trump gewinnen wollen: dem ländlichen und arbeiterorientierten Mittleren Westen.
So politisiert sie auch mit parteiübergreifenden Themen. Im Mai veröffentlichte sie einen 100-Milliarden-Dollar-Plan zur Bekämpfung der Drogen- und Alkoholabhängigkeit und zur Verbesserung der psychischen Gesundheitsversorgung. Ein Thema, das ihr auch persönlich am Herzen liegt – ihr Vater ist Alkoholiker. Einige Wochen später enthüllte sie eine Liste von mehr als 100 Massnahmen, die sie in ihren ersten 100 Tagen als Präsidentin ergreifen würde, wenn sie gewählt würde.
Amy Klobuchar, die Pragmatikerin, die Dinge anpacken will. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sie als moderate Alternative eine reelle Chance hat.
Tagesschau, 12.02.2020, 12.45 Uhr