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Auseinandersetzung mit Sklaverei
UK und die Bedeutung der Sklaverei
Ursprünglich dominierten Portugal und Spanien den Handel mit versklavten Menschen, ab dem 18. Jahrhundert wurde Grossbritannien zu dem Land, das den grössten Anteil am Sklavenhandel hatte. Die britische Sklavenwirtschaft war ausgesprochen umfangreich. Es ist sicher, dass die gesamte Wirtschaft vom Handel mit versklavten Menschen sowie deren Ausbeutung auf den Plantagen enorm profitiert hat. Es gab zahlreiche Verstrickungen mit verschiedenen Wirtschaftsbereichen. So wurden Kupferbarren, die gegen versklavte Menschen eingetauscht wurden, in Wales hergestellt und die versklavten Menschen auf den Plantagen mussten billige in den UK hergestellte Wollkleidung tragen. Der Handel mit versklavten Menschen förderte nicht nur die Versicherungsbrache sondern trug massiv zur Entwicklung des Finanzwesens bei, das es Grossbritannien ermöglichte sich als wirtschaftliches und imperiales globales Zentrum zu etablieren. «Der Bau der Eisenbahnstrecken, jenes Symbols des industriellen Fortschritt im viktorianischen Zeitalter, wurde zu einem Großteil durch Mittel finanziert, die Sklavenhalter nach Abschaffung der Sklaverei als Entschädigungszahlung erhalten hatten», sagt Ryan Hanley, Geschichtsdozent an der Universität Exeter. Mit der endgültigen Abschaffung der Sklaverei im britischen Empire 1833 ging eine Entschädigungszahlung an die Besitzer versklavten Menschen in den West Indies einher. Der Betrag war so hoch, dass der dafür aufgenommene Kredit erst 2015 vollständig abbezahlt worden ist.
Vor allem Zuckerplantagen machten britische Kolonien besonders wertvoll. Und auf britischer Seite entwickelten sich Bristol, Glasgow und Liverpool durch den Handel bis Ende des 18. Jahrhunderts zu bedeutenden Hafenstädten.
Auseinandersetzung mit der Sklaverei
Seit den Black Lives Matter-Demonstrationen setzen sich in Grossbritannien immer mehr Institutionen mit ihrer Vergangenheit und Verstrickungen mit dem Sklavenhandel auseinander.
Guardians Cotton Capital (2023)
Der Guardian publizierte 2023 eine Serie von Artikeln zum Thema «How slavery changed the Guardian, Britain and the world».
Centre for the Study of the Legacies of British Slavery an der UCL
Am UCL gibt es ein Centre for the Study of the Legacies of British Slavery Link Sehr interessant ist die Datenbank, in der man nach Besitzer versklavter Menschen und den Besitz von Plantagen suchen kann sowie sich darüber informieren, wie sich Firmen, in denen Geld von der Kompensation für versklavte Menschen 1833 drinsteckt, entwickelt haben.
Sklaverei und Reparationen
Zu diesem Thema siehe für UK auf dieser Webseite unter UK Sklaverei Reparationen
Städte in den UK
Bristol
Zu Bristol und der Bedeutung des Handels mit Sklavens auf der Webseite des Museums in Bristol. In the long history of Bristol as a trading port, the transatlantic traffic in enslaved Africans lasted a relatively short time. But it was of crucial economic importance to the city. Link
Glasgow
Informationen zu Glasgow und die Verbindung seiner Geschichte mit Sklaverei Link
Siehe auch bei University of Glasgow
Statuen und Gebäude in Glasgow, die eine Verbindung mit dem Sklavenhandel haben, bbc 2022
Liverpool
Liverpool and the transatlantic slave trade: Fact Sheet of the National Museums Liverpool Link
London
Siehe z.B. auf der Webseite des Royal Museums Greenwich: The transatlantic slave trade in Greenwich. Place, legacy and memory – explore the history of transatlantic slavery in London and Greenwich
Universitäten in den UK
Verschiedene Universitäten haben Projekte initiiert, die sich mit der eigenen Vergangenheit und den Verstrickungen mit dem Sklavenhandel auseinandersetzen.
Bristol
2019: University of Bristol appoints new black history professor to explore its relationship with the slave trade: Prof. Dr. Olivette Otele.
Legacies of Slavery report der Universität Bristol
The University of Bristol has decided against retitling its buildings that are named after people with links to the transatlantic slave trade, but has pledged £10m to help address racial inequalities over the next decade. Guardian, 28.11.23
Cambridge
Zum Forschungsprojekt von Nicolas Bell-Romero und dem backlash von 2023 siehe Guardianartikel: The backlash: how slavery research came under fire von Samira Shackle
Ausstellung 2023 in Cambridge: Black Atlantic Power, People, Resistance. A major new exhibition explores Cambridge’s role in slavery, the people it affected and their resistance to it, through fine art, technology and even everyday objects.
Edinburgh
An der Universität Edinburgh läuft das Projekt: Decolonised Transformations: Confronting the University of Edinburgh’s Legacies of Enslavement and Colonialism. Link
Glasgow
«The world’s first master’s degree in reparatory justice has been launched by Glasgow University, in partnership with the University of the West Indies (UWI), as the global campaign for financial reparations for transatlantic slavery gathers momentum.» guardian, 8.10.23