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KS/CS Kommunikation Schweiz: Der Entscheid des Nationalrats schwächt das TV-Angebot
Stellungnahme 19. Dezember 2018
Urheberrecht und Replay TV
Der Entscheid des Nationalrats schwächt das TV-Angebot
KS/CS Kommunikation Schweiz bedauert den Entscheid des Nationalrats vom vergangenen Freitag, der es abgelehnt hat, die Urheberrechte der Sendeunternehmen zu schützen. Das gefährdet das kostenlose TV-Angebot.
«Werden Fernsehprogramme von Dritten zeitversetzt angeboten, bedarf die Möglichkeit, Werbung zu überspringen, der Zustimmung des Sendeunternehmens». Der zusätzliche Paragraf im Urheberrechtsgesetz hat nicht zum Ziel, das Überspulen von Werbespots im zeitversetzten Fernsehen zu verbieten, auch wenn die Schweiz weltweit das einzige Land ist, das eine solche Entkoppelung von Programm und Werbung überhaupt kennt. Viel¬mehr geht es darum, den Sende¬unternehmen eine Möglichkeit zu geben, ihre hohen In¬vestitionen in audiovisuelle Programme genügend zu refinanzieren.
Keine kostenlosen Programme mehr
Der Dachverband der kommerziellen Kommunikation anerkennt gleichzeitig, dass Werbung nicht entgegen den Interessen der Mediennutzer ausgespielt werden kann. Wenn jedoch die Kon¬sumenten immer öfter die Werbung überspulen, erodiert die wichtigste Einnahme-quelle für die privaten TV-Anbieter, die sich fast ausschliesslich über Werbung, Sponsoring und Produktplacement finanzieren, immer mehr. Je weniger Zuschauer die kommerzielle Kommunikation beachten, desto tiefer die Erlöse der Sende¬unternehmen. Wenn die Pro-grammkosten damit nicht ausreichend abgegolten werden, wird es in Zukunft für private TV-Anbieter nicht mehr möglich sein, ihre Programme kostenlos anzubieten.
Die Medienvielfalt wird geschwächt
Geschwächt würde jedoch auch der Service Public, bei dem die Werbeeinnahmen einen wesent¬lichen Anteil zur Finanzierung beisteuern. Darunter würde das gesamte kostenlose TV-Angebot und damit die Vielfalt der In¬formationen leiden. Das kann weder im Sinne einer lebendigen und facettenreichen De¬mo¬kratie sein, noch im Sinne der Konsumenten und der Wirtschaft.
Arbeitsplätze gefährdet
Ohne Werbung und ohne genügende Abgeltung der Programmkosten gerät das bewährte Schweizer Mediensystem mit öffentlich-rechtlichen, gebührenfinanzierten und privaten, werbefinanzierten Programmen immer mehr unter Druck. Mit der Konsequenz, dass sowohl in der Medien¬branche wie in der Werbewirtschaft Hunderte von Arbeitsplätzen bedroht würden.
Kommunikation Schweiz appelliert an den Ständerat, diesen wesentlichen Aspekt in der Beratung des Urheberrechtsgesetzes gebührend zu würdigen und auf den Entscheid des Nationalrates zurückzukommen.