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Nach dem 2:1-Sieg von Real Madrid vor einer Woche in München durften die Bayern lange Zeit vom Halbfinal träumen und gingen sehr engagiert in die Partie. Real hatte in der ersten Hälfte aber trotz weniger Ballbesitz die besseren Chancen.
Unglückliches Eigentor
Kurz nach der Pause war es dann Robert Lewandowski, der Bayerns Hoffnung aufleben liess. Der Pole verwandelte in der 53. Minute einen von Casemiro an Robben verschuldeten Penalty zum 0:1. Ronaldo sorgte mit seinem Kopfball-Tor in der 76. Minute für den Ausgleich, den das Team von Zinedine Zidane aber postwendend und selbst verschuldet wieder preisgab, als Sergio Ramos ein unglückliches Eigentor unterlief.
Bayern rettete sich trotz Gelb-Rot gegen Arturo Vidal (84.) in die Verlängerung. In Unterzahl reichten die Kräfte aber nicht, um sich auch noch ins Penaltyschiessen zu kämpfen. Innerhalb von sieben Minuten kassierte das Ancelotti-Team drei Treffer. Zweimal Ronaldo in der 105. Minute aus stark offsideverdächtiger Position und vier Minuten später sowie Joker Marco Asensio (112.) machten aus dem 1:2 ein 4:2.
Auch zweiter Halbfinalist kommt aus Madrid
Atletico Madrid beendete mit dem 1:1 den Traum von Leicester, als zweiter Champions-League-Debütant nach Villarreal (2006) in den Halbfinal des Wettbewerbs vorzustossen. Die Madrilenen, die das Hinspiel dank eines umstrittenen Penaltys von Antoine Griezmann 1:0 gewonnen hatten, stellten in Leicester die Weichen für das Weiterkommen vor der Pause.
Sie spielten gegen den englischen Meister jene Qualitäten aus, die sie zum dritten Mal in vier Jahren in die Top 4 brachten: sofortige Attacke bei gegnerischem Ballbesitz, defensive Stabilität (erst vier Gegentore) und offensive Effizienz. Saul Niguez' Tor nach 26 Minuten war die erste Chance der «Rojiblancos». Der Kopfball des rechten Flügels aus elf Metern war präzise und scharf und folglich unhaltbar.
Danach agierte Atletico so, wie man es unter Diego Simeone oftmals gesehen hat: nüchtern, unspektakulär und erfolgreich. Leicester blieb im eigenen Stadion, wo es die vier vorherigen Partien der ersten Champions-League-Kampagne allesamt gewonnen hatte, viel Frust. Der Zwölfte der Premier League betrieb einen enormem Aufwand, er rieb sich aber meistens am hervorragend organisierten Gegner auf. Die Hoffnung gab Leicester trotzdem nie auf, erst recht nicht nach Jamie Vardys Ausgleich (61.). Zum Wunder fehlte der leidenschaftlich stürmenden Mannschaft von Interimscoach Craig Shakespeare trotz 18:0 Schüssen nach der Pause letztlich einiges.