Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03185.jsonl.gz/837

’Aus neutraler Sicht’ von Albert Jörimann - Afrika im Juli
Was machen eigentlich unsere Freunde in Afrika, während die Engländer die Europäische Union auseinander nehmen? Ich gucke mal wieder nach in meinem, zugegebenermassen nicht nur repräsentativen beziehungsweise hauptsächlich frankophonen Organ «Jeune Afrique». Immerhin wird hier von einer Reise berichtet, welche der israelische Ministerpräsident in diesen Tagen durch Uganda, Kenia, Äthiopien und Rwanda unternimmt. Gleichzeitig spendiert der israelische Staat die Summe von 13 Millionen Dollar für einen neuen Investitionsfonds, der zusammen mit der Weltbank geführt wird. Nun, ein anständiger afrikanischer Diplomat nimmt auch 13 Millionen, auch wenn sich der Betrag im Vergleich zum gesamten Budget der Entwicklungszusammenarbeit bescheiden ausnimmt. In Uganda nahm Netanjahu an den Erinnerungsfeierlichkeiten für die Befreiungsaktion von Entebbe teil, bei welcher die israelische Armee vor vierzig Jahren ein Passagierflugzeug der Air France gestürmt hatte, welches von deutschen und palästinensischen Terroristen entführt worden war. Dabei kam offenbar auch ein Bruder von Netanjahu ums Leben. Die Reise ist verbunden mit einem kleinen Gipfeltreffen mit sechs afrikanischen Staatschefs, namentlich Südsudan, Tansania, Rwanda, Kenia, Äthiopien und Uganda, und sie bringt in Erinnerung, dass Israel die nordafrikanische Welt als feindlich einstuft, aber mit den übrigen Staaten Afrikas gute Beziehungen unterhält oder zu unterhalten versucht.