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Das vordere Kreuband stabilisiert das Kniegelenk nach vorne und gegen die Innendrehung. Dementsprechend führen Bewegungen wie ein plötzliches Abstoppen, eine plötzliche Drehbewegung aber auch Landungen nach einem Sprung oft zu Rissen des vorderen Kreuzbandes. Meistens (90%) handelt es sich dabei um vollständige Risse des Bandes, in selteneren Fällen (10%) kommt es zu einem Teil-Riss.
Die Operation eines gerissenen Kreuzbandes ist die häufigste Bandoperation am Kniegelenk. Die Standardmethode zur operativen Behandlung nach einem Kreuzbandriss ist fast ausschliesslich der Ersatz des vorderen Kreuzbandes mit einem Sehnentransplantat. Dabei stehen verschiedene Arten von Eigen- oder Fremdtransplantaten zur Verfügung. Im Falle eines Teilrisses des vorderen Kreuzbandes kann in ausgewählten Fällen auch nur der verletzte Anteil (Bündel) ersetzt werden (Teil-Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes). Neuere Methoden versuchen das gerissene Kreuzband zu erhalten und zu rekonstruieren. Es gibt aber noch keine Langzeitresultate von kreuzbanderhaltenden Operationstechniken.
Oft ist eine Verletzung des vorderen Kreuzbandes mit weiteren Verletzunungen, vor allem des Meniskus, des Knorpels oder mit Knochenbrüchen aber auch mit Rissen des Innenbandes (MCL) oder des vorderen Aussenbandes (ALL) kombiniert.
Nicht jeder Kreuzbandriss muss operiert werden. Oft genügt ein guter Aufbau der Muskulatur, welche das Kniegelenk stabilisiert, um eine Beschwerde- und Sportfähigkeit zu erreichen. Die Empfehlung zur Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Wegweisend sind die subjektiven Instabilitätsbeschwerden nach erfolgtem Aufbau der Muskulatur, die zukünftigen sportlichen Ambitionen, die Begleitverletzungen im Kniegelenk aber auch vorbestehende Schäden im Gelenk sowie das Alter des Patienten.
Optimaler Operationszeitpunkt
Nach einer Kreuzbandverletzung zeigt das Gelenk immer eine Entzündungsreaktion, welche meistens ca 3 – 8 Wochen anhält. Während dieser Zeit ist das Risiko einer vorübergehenden oder bleibenden Einschränkung der Kniegelenksbeweglichkeit nach einer Kreuzbandoperation erhöht. Deshalb vermeiden wir es, während dieser Zeit eine Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes durchzuführen. Erst wenn das Gelenk vollständig abgeschwollen, schmerzfrei und frei beweglich ist sowie die Muskulatur genügend aufgebaut ist wird die Operation – sofern notwendig – vorgenommen.
Im Falle einer kreuzbanderhaltenden Methode muss die Operation jedoch zwingend in den ersten 3 Wochen erfolgen, da das Selbstheilungspotential des vorderen Kreuzbandes während dieser Zeit am grössten ist.
Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes
Bei der Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes werden die Reste des alten Kreuzbandes vollständig entfernt. Der Ersatz wird dann mit einem Sehnentransplantat, welches an der Stelle der ursprünglichen Ansatzpunkte am Oberschenkelknochen und am Schienbein in denm Knochen eingezugen wird. Nur wenn diese Verankerungspunkte an korrekter Stelle liegen zeigt das neue Band isometrische Verhältnisse, das heisst seine Länge ist in allen Beugestellungen des Kniegelenks gleich. Ist keine Isometrie vorhanden, kann die Folge eine Bewegungseinschränkung oder eine Instabilität des Gelenks sein. Diese korrekte Geometrie mss immer angestrebt werden unabhängig von der Technik.
Die verschiedenen Techniken unterscheidne sich durcjh die Wahl des Transplantates und durch die Technik der Verankerung.
Wir verwenden an unserem Zentrum für einen Ersteingriff routinemässig die Semitendinosus-Sehne von der verletzten Seite. Diese Sehne wird 4-fach gefaltet wobei ein Sehnentransplantat mit inem Durchmesser zwischen 7 – 9.5 mm entsteht. Das Kniescheibenband (Patellar-Sehne) verwenden wir nicht mehr. Die Quadricepssehne oder Leichentransplantate kommen in der Regel nur für Revisions-Operationen zum Einsatz.
Das Transplantat wird in Knochenkanäle eigezogen welche mit einer Genauigkeit von 0,5mm der Transplantatdicke angepasst werden.
Bei der Verankerungstechnik verwenden wir entweder eine transplantatferne 2-Punkte-Ffixation oder aber eine „Hybridfixation“ d.h. eine 4-Punkte-Fixation mit einer Transplantatnahen und einer transplantatfernen Verankerung, wobei die ferne Fixation mit Metallplättchen erfolgt und die nahe Fixation mit resorbierbaren „Zuckerschrauben“ erreicht wird. Welche Fixationsmethode zur Anwendung kommt mss individuell und macnchmal erst während der Operation entschieden werden.
Am Schluss der Operation wird die Rekonstruktion in Narkosen überprüft. Dabei fordern wir ein stabiles und vollständig bewegliches Gelenk.
In der Regel wird der Patient am 2. Tag nach der Operation nach Hause entlassen. Die weitere Nachbehandlung erfolgt dann gemäss unserem: