Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03157.jsonl.gz/342

Am 27. Mai 2021 führte Zukunft CH einen deutsch-französischen Online-Vortrag zum Thema „Kinder für alle?“ durch. Regula Lehmann, Leiterin Ehe- und Familienprojekte, beleuchtete in ihren Ausführungen den Anspruch auf „Kinder für alle“ aus Sicht einer zukunftsgerichteten Familienpolitik. Im Vordergrund standen dabei die grundlegenden Bedürfnisse und Rechte von Kindern.
In gesellschaftlichen Debatten zur „Ehe für alle“ wird oft behauptet, es sei wissenschaftlich belegt, dass es keine Rolle spiele, bei wem Kinder aufwachsen. „Hauptsache Liebe‟, lautet der Slogan, mit dem Aktivisten dafür werben, gleichgeschlechtlichen Paaren Zugang zur Fortpflanzungsmedizin zu geben. Die Studien und Erfahrungsberichte, die Regula Lehmann in ihrem Vortrag präsentierte, zeichnen jedoch ein ganz anderes Bild. In den breit angelegten Studien von Loren Marks, Mark Regnerus sowie Allen, Pakaluk und Prices zeigten die Kinder lesbischer und schwuler Paare in vielen Bereichen deutlich andere Ergebnisse als die Kinder verheirateter, heterosexueller Eltern. Ihre schulischen Erfolgschancen liegen deutlich unter denen von Kindern verheirateter Mann-Frau-Paare, was drastische Auswirkungen auf weitere Lebensbereiche hat: Als Erwachsene sind die Kinder homosexueller Paare laut Regnerus viermal wahrscheinlicher auf Sozialhilfe angewiesen als die Kinder verheirateter, heterosexueller Paare und es ist ausserdem dreieinhalbmal wahrscheinlicher, dass sie arbeitslos sind. Zudem gaben die jungen Erwachsenen mit lesbischen und homosexuellen Eltern signifikant häufiger höhere Depressionswerte an als die Kinder heterosexueller Ehepaare: Die Kinder aus lesbischen Beziehungen gaben fast fünfmal häufiger als die Kinder heterosexueller Ehepaare an, in den letzten zwölf Monaten an Suizid gedacht zu haben. Nach der Qualität ihrer aktuellen Beziehung befragt, gaben die Kinder mit homosexuellen Vätern die geringste Qualität an, gefolgt von denen, die von nicht verwandten Personen adoptiert wurden; danach kamen die Kinder aus Patchworkfamilien und danach die Kinder lesbischer Frauenpaare. Die höchste Beziehungsqualität gaben die Kinder aus heterosexuellen Ehen an.
Dass ihre Ergebnisse sich von vorangehenden Studien so deutlich unterscheiden, erklären Marks und Regnerus unter anderem mit dem Vorgehen bei der Datenerhebung. Verschiedene Studien, beispielsweise die APA[1]- oder die Rosenfeld-Studie[2], basierten auf willkürlichen Stichproben, die nur Daten von Personen erfassten, die sich freiwillig gemeldet haben. „Auch wenn diese Informationen wertvoll sind, handelt es sich dabei doch nicht um zufällig ausgewählte Daten, und dies kann im Ergebnis zu Verzerrungen führen.‟ Zudem stützten sich die Studien fast ausschliesslich auf Stichproben hellhäutiger, gut ausgebildeter Frauen und Männer, die vornehmlich aus der Mittel- und Oberschicht stammten. Wenig vertrauenswürdig ist laut Regnerus auch, dass sich viele Studien über homosexuelle Elternschaft darauf konzentrieren, was im Moment – während die Kinder noch unter der Fürsorge der Eltern stehen – in diesen Haushalten vor sich geht. „Üblicherweise werden gleichgeschlechtliche Eltern darüber befragt, wie es ist, als schwuler Mann oder lesbische Frau ein Kind zu erziehen. Solche Forschungen können jedoch nicht aufzeigen, wie es den Kindern später als Erwachsene geht oder was sie während ihres Aufwachsens erlebt haben.‟ In manchen Fällen, so Regnerus, würden auch Informationen von Teilnehmern gesammelt, die sich schon über eventuelle politische Auswirkungen ihrer Antworten bewusst und somit während der Befragung voreingenommen seien.
Für Referentin Regula Lehmann zeigen die vorgestellten, neueren Studien eines in aller Deutlichkeit: Regenbogenfamilien sind nicht, wie häufig suggeriert wird, eine heile Welt. Sogenannt „neue‟ Familienformen müssen ebenso kritisch untersucht und beleuchtet werden, wie es die traditionelle Familie wird, und die Frage des Kindeswohls gehört viel stärker ins Zentrum der Debatte über die „Ehe für alle‟ gestellt, als dies bisher der Fall ist. Eine Gesellschaft, die natürliche Gegebenheiten ignoriert und das gesunde Aufwachsen von Kindern realitätsfremden Ideologien opfert, bringt sich eigenhändig um ihre Zukunft.
Infos zu den Studien in der Broschüre des Bistums Augsburg „Keine Unterschiede?‟
Buchen auch Sie einen Vortrag mit Regula Lehmann zum Thema: „Kinder für alle?“. Infos dazu unter: www.zukunft-ch.ch
[1]American Psychological Association (APA)
[2] Michael Rosenfeld, „Nontraditional Families and Childhood Progress through School“, Demography 47 (August 2010): 755-775
Wissenschaftliche Quellen zu Studien und Kommentaren, die dem Artikel zugrunde liegen:
http://dx.doi.org/10.1016/j.ssresearch.2012.03.006