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Die Fed veranschlagt das neutrale Zinsniveau gegenwärtig bei etwa drei Prozent. Dieser Punkt kennzeichnet das Zinsniveau, auf dem die Wirtschaft weder gebremst noch angeschoben wird. Derzeit liegen die Leitzinsen der Fed in einer Spanne zwischen 2,0 und 2,25 Prozent. Viele Beobachter waren bisher davon ausgegangen, dass die Fed ihren Straffungskurs im Laufe des kommenden Jahres beenden wird, weil dann das neutrale Niveau erreicht sein dürfte. Dieses Szenario wird durch Powells Bemerkungen in Frage gestellt.
Powell hob abermals den aus seiner Sicht sehr guten Zustand der US-Wirtschaft hervor. Die USA befänden sich in "aussergewöhnlichen Zeiten" mit einer niedrigen Inflation und sehr geringer Arbeitslosigkeit. Die Vereinigten Staaten durchlebten eine "bemerkenswert positive Wirtschaftslage". "Es gibt wirklich keinen Grund zu der Annahme, dass dieser Zyklus nicht noch einige Zeit fortgesetzt werden kann."
An den Finanzmärkten führten die Äusserungen Powells bereits am Mittwoch zu starken Reaktionen, die sich am Donnerstag auf die asiatischen und europäischen Märkte übertrugen. In den USA stieg die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen erstmals seit 2011 über die Marke von 3,2 Prozent. In Asien und Europa erhöhten sich die Kapitalmarktzinsen ebenfalls deutlich. Der amerikanische Dollar profitierte von der Entwicklung und wertete auf./bgf/jkr
(AWP)