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Taiwans erster freigewählter Präsident Lee Teng-hui gestorben
Taiwans erster freigewählter Präsident Lee Teng-hui ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Wie die Nachrichtenagentur CNA berichtete, starb der einflussreiche Politiker am Donnerstag im Krankenhaus. Er wurde seit Februar wegen einer Lungenentzündung behandelt.
Lee Teng-hui war der erste gebürtige Taiwaner, der Präsident und Vorsitzender der Kuomintang-Partei war. Während seiner Präsidentschaft von 1988 bis 2000 leitete er die Demokratisierung Taiwans ein. Bei der ersten direkten und demokratischen Wahl 1996 wurde er mit 54 Prozent der Stimmen gewählt. Er sorgte 1999 für Verärgerung in Peking, als er die Beziehungen zu Festlandchina in einem Interview als zwischen «zwei Staaten» beschrieb.
Die kommunistische Führung betrachtet Taiwan als Teil der Volksrepublik, obwohl die Insel nie dazu gehört hatte. Der Streit um den Status ist schon Jahrzehnte alt und geht auf den Bürgerkrieg in China zurück. Nach ihrer Niederlage gegen die Kommunisten waren die Truppen der nationalchinesischen Kuomintang 1949 nach Taiwan geflüchtet, das bis Ende des Zweiten Weltkrieges unter japanischer Herrschaft gestanden hatte.
Bis heute lautet der offizielle Name Taiwans auch noch «Republik China». Seit Gründung der kommunistischen Volksrepublik ist Taiwan praktisch unabhängig, wird aber von Peking international isoliert. Mit seiner «Ein-China-Doktrin» erlaubt Peking anderen Staaten nicht, sowohl mit China als auch Taiwan diplomatische Beziehungen zu unterhalten.
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