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Die Kirche und das Agensteinhaus bilden die Vorzeigeobjekte in der Gemeinde. Es finden sich aber weitere prestigeträchtige Bauten, die nach der Brandkatastrophe von 1765 erbaut wurden. Sie zeugen von der damaligen, durch den Pferdehandel der Erlenbacher Rasse bedingten guten Wirtschaftslage im bekannten Marktort. Erstmals im Simmental haben sich hier vermögende Pferdehändler und -züchter prächtige, grosse Häuser mit der städtischen Dachform des Rundgiebels erstellen lassen.
Leider sind heute die direkt an der verkehrsreichen Hauptstrasse gelegenen Gebäude schädlichen Emissionen ausgesetzt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts baute man die in Mode gekommenen "Ründihäuser" auch in Latterbach und Ringoldingen. In den vier oberen Bäuerten wurde - mit einer Ausnahme in Thal - im traditionellen Baustil weitergebaut. In allen sieben Siedlungen trifft man auf einen wertvollen Bauernhausbestand. Viele Häuser wurden im Laufe der Zeit umgebaut und mit ein- oder beidseitig angebauten sogenannten "Anhenken" erweitert.
Das älteste Haus aus dem Jahre 1491 liegt an der Hauptstrasse in Ringoldingen. Sieben Häuser in Balzenberg, Eschlen und Erlenbach gehen im Kern auf das 16. Jahrhundert zurück. Bauten aus dem 17. Jahrrhundert mit eingekerbten Antiquaschrift findn sich unter anderen in Oberlatterbach, Untereschlen (1675), auf dem Bühl, Moos in Eschlen (1676) und in Balzenberg Hinterdörfli (1693). Aus diesem Jahrhundert stammen rund zwanzig Häuser.
Im 18. und 19. Jahrhundert wurde die Mehrheit der Bauten errichtet. Nur sehr wenige sind mit barocken Inschriften in Frakturschrift und mit Datierungen versehen. Beispiele dafür finden sich in den Weilern Thal, Allmenden sowie im Klein- und Grossdorf Erlenbach. Die fünf (im ISOS-Inventar offiziell anerkannten) Häusern, die durch den bekannten Zimmermeister Hans Messerli aus Nidfluh im Grossorf und in der "Wösch" bei Ringoldingen aufgerichtet wurden, fallen in den Zeitraum von 1765 bis 1777.
In Latterbach stösst man an der alten Landstrasse, am Stalden und auf der Kreuzgasse auf malerische Häusergruppen. Hier finden sich im Zelgli, im Graben, in Ober- und Ausserlatterbach, am Stutz und in der Hohle einzelne wertvolle Bauten. Das Strassendörfchen Balzenberg, auf der Sonnenterrasse gelegen, weist fast ausschliesslich schöne alte Häuser auf. Zu erwähnen bleiben noch die kleinen Baugruppen Wiler, Seewlen und Leimern, die reizvoll ins Gelände eingebettet sind.
Der sogenannte "Frutighaustyp" mit in der Front sichtbar geteiltem Wohn- und Ökonomieteil ist im Gemeindegebiet ebenfalls anzutreffen.
Aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen einige wenige zum Teil verputzte Fachwerkhäuser. Drei davon wurden als grössere Gasthäuser an die Simmentalstrasse in Erlenbach und Latterbach gebaut. Positiv fällt auf, dass fast alle Behausungen in gepflegtem und gut unterhaltenem Zustand sind. Oft wurden in Hausnähe auch Gärten angelegt.
In den letzten Jahren entstanden viele Holzhäuser in zeitgemässer Bautechnik. Dabei sind einige äusserlich der Tradition verpflichtet, andere tragen ein neues Gesicht zur Schau: eine echte Herausforderung für Architekt, Baumeister und Zimmermann.
Die Scheune als wichtigstes Ökonomiegebäude bildete früher mit dem Wohnhaus zusammen eine Einheit. In ihrer traditionellen Form findet man sie aus dem 18. bis ins 20. Jahrhundert noch häufig als Stall, Heumagazin mit Tränkeplatz vor. Einige alte Ofenhäuser, Stöckli und Speicher sind ebenfalls erhalten geblieben.
Zuletzt sei auf einen Bautyp hingewiesen, der im Berggebiet seit jeher Mensch und Tier unter einem Dach vereint: die Alp- und Vorsasshütten. Einige wurden infolge von Elementarschäden, Überalterung oder gewachsenen Bedürfnissen der Alpwirtschaft durch währschafte grössere ersetzt. Die verbleibenden, einst alle mit kleinen Schindeln bedeckt, gehen meistens bis auf das 19. Jahrhundert zurück.
Schliesslich gehören zu einer Kulturlandschaft die ehemals lebenswichtigen Wasserbezugsorte. Mögen die vielen alten und neuen laufenden Dorfbrunnen und Quellen weiterhin von Mensch und Tier genutzt werden.
Auf gut markierten Wegen, ob durch die Bäuerten, entlang dem Simmentaler Hausweg, auf Bergpfaden, durch Wald, Weiden oder Kulturland, kommt man an alten Bäumen, Hecken, Wasserläufen und Seen vorbei. Unterwegs können die geschützten, über Jahre entstandenen Kulturgüter, bereichert durch sehenswerte Häuser der jüngeren Zeit, am schönsten erlebt werden.
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