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In der Haut des Mannes wird es eng
Beides fand zusammen zu Beginn in HaYoung Lee's <Voice>. Das Stück, das sich gegen die Burka und generell gegen das Verstecken der Frau wendet, bot alles: zeitgenössischen Tanz, der hoch ästhetisch gewalttätige Geschlechterkampf-Rituale vorführt, plakativen bewegungs-Aktivismus im Mittelteil und einen strakten Höhepunkt zum Schuss. Das Motiv des schwarzen Schreiers, den die Männer im ersten Teil wie Grabtücher über ihre Partnerinnen werfen, wird da gespenstisch weiter entwickelt: Jetzt ist es das Schwarz Leibchen des Tänzers, das Kopf und Brust der Tänzerin umspannt, Die Frau, die sich windet, als wäre sie in der Haut des Mannes, und die nicht aus dieser Haut fahren kann: Das gibt diesem Abend einen expressiv-starken Höhepunkt.
- Urs Mattenberger (Neue Luzerner Zeitung), 7. 6. 2010