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Hier wird beschrieben, wie man veredelte, wurzelnackte Bäume pflanzt.
Sortenwahl: Späte Sorten wählen, wenn man Schäden durch Spätfröste befürchten muss. Resistente Sorten wählen, wenn man ohne Pestizide und ohne Kunstdünger auskommen will also extensiv bewirtschaftet. Für einen Solitärbaum braucht es in der Regel keinen Pollenspender, wenn im Umkreis von einem km andere Nussbäume stehen.
Pflanzzeit: Vom November, sobald die Blätter abgefallen sind bis März, bevor die Knospen austreiben, also während der Vegetationsruhe und wenn der Boden nicht gefroren ist. Nussbäume in Töpfen können während des ganzen Jahres gepflanzt werden.
Licht und Platz: der Nussbaum braucht viel Licht und eine minimale Fläche von 100 Quadratmetern. Der Abstand von Gebäuden und Grenzen sollte minimal 10 bis 15 m betragen.
Boden: Der Nussbaum liebt nährstoffreiche, luftige, wasserdurchlässige Böden. Steine im Boden sind kein Nachteil. Staunässe ist ungeeignet. Grundwasser und Regen im Sommer ist gut.
Pflanzloch: eineinhalb mal so breit und so tief wie die Wurzeln. Erde gelockert.
Pflanzpfahl: einen soliden Pfahl auf der Südseite des Baumes vor dem Einsetzen des Baumes einschlagen. Der Pfahl auf der Südseite hilft zusammen mit dem Vlies Sonnenbrand zu vermeiden.
Pflanzung: Die Baumwurzeln radial auf den verschiedenen Höhen in die lockere Erde im Pflanzloch ausbreiten. Die Erde mit reifem Kompost verbessern. Der Baum darf nicht tiefer gepflanzt werden, als er in der Baumschule stand. Die obersten Wurzeln nur mit 3 bis 5 cm Erde bedecken. Baum rütteln, damit die Erde gut mit den Wurzeln in Kontakt kommt. Wenn notwendig giessen.
Stammschutz: Stamm mit einem Vlies umwickeln gegen Sonnenbrand und Frostschäden. Dies ist vor allem bei Nussbäumen aus der Baumschule notwendig, die stark gedüngt worden sind. Der Baum ist am neuen Ort nicht mehr so ausgerichtet gegen die Sonne wie in der Baumschule und deshalb empfindlicher gegen Strahlung bis er nach ein bis drei Jahren abgehärtet ist.
Schutz der Wurzeln gegen Mäuse braucht es bei Nussbäumen nicht wie bei Apfelbäumen.
Fegeschutz: Wo Gefahr durch Wild besteht, solides Gitter als Fegeschutz installieren.
Weideschutz: Verdichtung des Bodens im Wurzelbereich durch weidende Tiere wie Kühe oder Schafe ist für den Baum schädlich. Schutzzaun entsprechend weiträumig und solide aufstellen.
Beschriftung: Dauerhafte Etikette z.B. eingravierte Aluminiumetikette anbringen.
Baumscheibe: In den ersten Jahren Baumscheibe grasfrei halten und vorzugsweise mit Kompost düngen.
Wässern: Vor allem im ersten Jahr im Sommer für genügende Wässerung sorgen.
Pflanzschock: Die Pflanzung bedeutet für einen Baum immer Stress. Bei grossen Bäumen ist der Pflanzschock grösser als bei kleineren Bäumen, weil grössere Wurzeln abgeschnitten werden mussten. Im ersten Jahr muss man zufrieden sein, wenn der Baum am neuen Ort gut anwächst. Erst im zweiten Jahr beginnt er richtig zu wachsen.
Prez, 6.3.2023 HSW