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Am Montag werden die Aktionäre der neuen Schweizer Fluggesellschaft swiss die Crossair offiziell in "Swiss International Air Lines Ltd." umbenennen.
"2'689 Aktionäre haben sich für die General-Versammlung vom 13. Mai in der Sankt-Jakobshalle in Basel angemeldet", sagte swiss-Sprecher Jean-Claude Donzé. Die GV wird mit Bestimmtheit weniger hohe Wellen werfen als die denkwürdige, ausserordentliche General-Versammlung vom vergangenen 6. Dezember.
Abwahl Moritz Suters unter Protest
Während sich seine Gesellschaft damals die notwendigen Strukturen gab, um aus der Asche des Pleite-Fliegers Swissair eine neue Schweizer Fluggesellschaft auferstehen zu lassen, wurde Firmengründer Moritz Suter aus dem Verwaltungsrat gedrängt. Unter heftigem Protest zahlreicher Kleinaktionäre wurde er durch den Holländer Pieter Bouw ersetzt.
Der Firmenname Crossair existiert seit 1979. Er verschwand im Luftverkehrs-Geschäft bereits am vergangenen 1. April, als die swiss ihren operationellen Betrieb aufnahm. Formell heisst die Gesellschaft, welche die swiss operativ leitet, bis Montag aber noch Crossair.
Mehr Zeit
Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Traktandenliste der General-Versammlung ist die Verlängerung der Liberierungsfrist des genehmigten Aktienkapitals bis zum 30. April 2003.
Verschiedene Kantone und Gemeinden, die sich am 6. Dezember bereit erklärt hatten, bei den Kapital-Erhöhungen mitzumachen, konnten ihren Beitrag nicht rechtzeitig vom Parlament oder vom Stimmvolk absegnen lassen.
Decharge-Erteilung für die Verwaltungsräte
Weitere Punkte der Traktandenliste betreffen die Genehmigung des Jahresberichtes und der Jahresrechnung sowie die Decharge-Erteilung für die Verwaltungsräte. Dies gilt sowohl für die im Laufe des letzten Jahres zurückgetretenen Verwaltungsräte als auch für jene, die im vergangenen Dezember gewählt wurden.
Seit der Rekapitalisierung der Crossair ist die Eidgenossenschaft mit einem Anteil von 20,5% die grösste Aktionärin der Gesellschaft. Die Kantone halten zusammen 12,1%, wovon der Kanton Zürich allein 10,2%.
Weitere Grossaktionäre sind die Grossbanken UBS (10,5%) und Credit Suisse (10%), gefolgt vom Autoimporteur Amag mit 6,8%. Die Kleinaktionäre besitzen zusammen nur gerade 2,7% der Crossair-Aktien.
Bouw nimmt Piloten-Streik in Kauf
swiss-Verwaltungsrats-Präsident Pieter Bouw nimmt in den festgefahrenen Verhandlungen mit den ehemaligen Crossair-Piloten über einen neuen Gesamt-Arbeitsvertrag (GAV) einen Streik in Kauf.
Bouw sagte in einem Interview mit der Zeitung "Tages-Anzeiger" mit Blick auf die Lohnforderungen der in der Gewerkschaft CCP organisierten Crossair-Piloten, die swiss müsse eine kostenbewusste Airline sein. "Sonst gefährden wir die Zukunft unseres Unternehmens."
"Alle wissen, dass nichts mehr rauszuholen ist", sagte Bouw. Die Crossair-Piloten würden mit dem neuen GAV insgesamt 16% besser wegkommen als mit dem geltenden. Doch die CCP habe bei den Mitgliedern punkto Karrieremodell Erwartungen geweckt, die noch vorteilhafter wären.
Die CCP wolle ein "Reissverschluss-Prinzip", das Crossair- und Swissair-Piloten gleichmässig durchmischen würde. Doch der GAV baue auf den Komponenten Erfahrung, Einsatz nach Flugzeugtypen und Funktion auf. Das Ziel sei und bleibe aber ein gemeinsamer GAV, sagte Bouw. "Wir setzen alles daran, dass es nicht zu einer Zweiklassen-Gesellschaft kommt."
swissinfo und Agenturen