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Primarschule
Eisenplastik (Bernhard Luginbühl)Download
Primarschule
Adresse
2502 Biel
BE
Architektur
Weitere Bauphasen
Kunst am Bau
Max Schlup legte bei der Ausführung der Primarschulhausanlage, die zu den ersten Sichtbetonbauten Biels zählt und sich mit den frühen Schulbauten von Fritz Haller vergleichen lässt, grossen Wert auf Konstruktion und Materialisierung. Das Schulhaus ist ein Stahlbeton-Rasterbau, der von feinen Kontrasten lebt. Der überdeckte Freibereich mit imposanter Spannweite und der schwebende Riegel setzen ein architektonisches Zeichen. Das breitgefächerte Raumangebot und die unterschiedlichen Geschosstypologien lieferten wertvolle Beiträge zur Bautypologie von Schulhäusern.
Chronologie
Das Quartierprimarschulhaus Champagne wurde im Jahr 1960 im Auftrag der Einwohnergemeinde Biel von Max Schlup projektiert und 1962 fertiggestellt. 2012 wurde das Schulhaus von der kantonalen Denkmalpflege als schützenswert eingestuft. Das Architekturbüro Verve Architekten projektierte 2016 einen provisorischen Erweiterungsbau zur Primarschule und realisierte diesen im Juli 2017. Der Baukörper in Holzmodulbauweise ist als Übergangslösung für die nächsten acht Jahre geplant. Im April 2019 wurde ein Projektwettbewerb zum Neubau des Schulhauses ausgeschrieben.
Lage
Die Primarschule liegt im Stadtquartier Champagne, nordöstlich des Bieler Stadtzentrums. Die Stirnseite des Schultrakts grenzt im Südwesten an die Falkenstrasse beziehungsweise den grossen Parkplatz Gurzelen. Die Turnhalle ist im Südosten, an der Champagneallee situiert. Zwischen den beiden Bauten befindet sich ein grosszügiger Pausenplatz, akzentuiert von der Eisenplastik «Grosse Aggression» von Bernhard Luginbühl aus dem Jahr 1962. Im Osten der Schulanlage folgen ein Sportplatz und ein Fussballfeld. Das Champagne-Quartier ist ein Mischgebiet, Wohnungsbau und Gewerbe wechseln sich ab. Überragt wird das Areal vom Hochhaus an der Falkenstrasse 35, unmittelbar nordöstlich der Primarschule.
Beschreibung
Max Schlup realisierte ein längsorientiertes, dreigeschossiges Schulgebäude, das lediglich durch Stützen und zwei Erschliessungskerne mit dem Erdboden in Kontakt kommt. Der gedeckte Aussenbereich unter dem Riegel ist geprägt von einer plastischen Sichtbeton-Rippenkonstruktion. Die verglasten Eingangsbereiche schaffen einen scheinbar nahtlosen Übergang vom Aussen- zum Innenraum. Das erste Obergeschoss ist konstruktiv im Rhythmus der Stützen gegliedert und mit einem Fensterband versehen. Die liegende Wirkung des Gebäudes wird durch die horizontale Brettschalung der Sichtbetonfassade zusätzlich unterstrichen. Das zweite Obergeschoss ist weit zurückversetzt und folgt ansonsten in seiner Gestalt dem ersten Obergeschoss. Die feinen Aluminiumrahmen der Fenster, die Blechverkleidung des Sonnenschutzes und das filigrane Gittergeländer der Dachterrasse kontrastieren mit der Massivität des Sichtbetons. Breite Freitreppen aus Kunststein mit Holzgeländern führen vom Eingangsbereich in die Obergeschosse. Sämtliche Klassenzimmer sind nach Südosten orientiert, die Nebenräume reihen sich an der Rückseite.
Die Turnhalle ist zweigeteilt, das Sportfeld überragt den Funktionsbereich, abgetrennt von einer Erschliessungszone. Die Nordostfassade ist vollständig aufgelöst. Auf der anderen Seite wird die Halle von einem Bandfenster belichtet. Die Wände der Schmalseiten und die Decken fassen eine grosse Verglasung.
Literatur