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Dieser hübsche Vogel tauchte ausgerechnet im Garten des Turdus-Präsidenten Andreas Reich auf und bereitete einiges Kopfzerbrechen bei der Bestimmung.
Eine Nachfrage der Vogelwarte bei Achim Zedler, dem Autor des unten angegebenen wissenschaftlichen Artikels, ergab, dass es sich wohl um eine Blaumeise handelt, deren Gefieder von"Fortschreitendem Ausbleichen" betroffen ist:
"Das ist auch Fortschreitendes Ausbleichen (F.A.). Es käme auch Leuzismus in Betracht. Beim Leuzismus sind
aber immer der Kopf (hier auch) und die Schwungfedern betroffen, manchmal auch nur diese Partien. Die sind hier aber normal, während am Kopf, Rücken und Bauch die Braun/Schwarztöne des Melanismus
nahezu komplett verschwunden sind. Da Blaumeisen erst im 2. Jahr die Schwungfedern mausern, sind diese noch normal und stammen aus dem Jugendgefieder. Das Muster dieses Vogels ist demnach
beweisend für F.A. Die Farbe Blau ist zusammengesetzt aus Melaninen und z.B. Carotinoiden. Diese sind hier übrig geblieben, da sie nicht betroffen sind. So bleibt ein reines Gelb übrig. Erreicht
der Vogel die nächste Mauser, wird er sich auch von den jetzt noch blauen Schwungfedern verabschieden.
Bezüglich der Artdiagnose sehe ich nichts, was gegen Blaumeise spricht. Die Proportionen stimmen und insbesondere der Schnabel und das typische "niedliche" Gesicht sprechen für eine reine Blaumeise. Möglicherweise wirkt der Vogel wegen seiner leuchtenden, prägnanteren Farben größer im Feld."
Mehr dazu:
Farbabweichungen bei Vögeln – der aktuelle Wissensstand (Zedler, Achim, 2015. Vogelwarte 53: 85-92)
(Kathrin Möller)