Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03576.jsonl.gz/1448

Im Jahre 2008 wurde durch die Lehman-Pleite eine weltweite Bankenkrise ausgelöst. Die Risikospreads stiegen deutlich an, schwache Schuldner konnten nicht zahlen. Die Kreditvergabe fiel deutlich. In einer Rezession fällt die Nachfrage und entsprechend fielen auch die Preise. Besonders beim Öl war der Rückgang sehr stark. Während der Corona-Krise war die Entwicklung ähnlich.
Heute pumpen die Notenbanken wieder Geld in den Markt. Evtl. kann eine starke Rezession analog 2008 noch verhindert werden.
Den Zeitpunkt der Lehman-Pleite habe ich rot gekennzeichnet.
Öl-Rallye? Ölkartell zieht die Daumenschrauben an – Ölpreis über 80 US-Dollar? Das Ölkartell OPEC+ will an den Förderkürzungen festhalten. Saudi-Arabien will seine Produktion freiwillig um eine Million Barrel pro Tag senken. Der Ölpreis zieht daraufhin kräftig an. Wie geht es weiter? Um den Ölpreis zu stützen, will Saudi-Arabien seine Ölproduktion im Juli um eine Million Barrel pro Tag kürzen. Eine Verlängerung der Maßnahme ist von Monat zu Monat möglich. Das teilte das Land nach einem umstrittenen Treffen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC+) am Sonntagabend in Wien mit. Zuerst hatte der US-Nachrichtensender Bloomberg darüber berichtet.
Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman erklärte, man werde "alles Notwendige tun, um diesen Markt zu stabilisieren". Der saudische Schritt ist der wichtigste Teil des Abkommens, das auch eine Verlängerung der freiwilligen Kürzungen bis 2024 vorsieht. Der Rest der OPEC+ hat sich verpflichtet, die bestehenden Kürzungen beizubehalten. Russland sagte bei dem Treffen nichts zu.
Laut dem Handelsblatt hat das Ölkartell Opec+ für das Jahr 2024 ein Förderziel von etwa 40,4 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag festgelegt, was einer Reduzierung der gesamten Opec+-Fördermenge um 1,4 Millionen Barrel pro Tag entspricht.
Der Ölpreis stieg nach Bekanntwerden der Meldung: Die US-Ölsorte WTI verteuerte sich am Montagvormittag um mehr als zwei Prozent auf 73,40 US-Dollar je Barrel. Nordseeöl der Sorte Brent stieg um knapp zwei Prozent auf 77,90 US-Dollar je Barrel.
Vandana Hari, Gründerin des Analysehauses Vanda Insights, sagte gegenüber Bloomberg-TV: "Saudi-Arabien würde idealerweise Preise über 80 Dollar pro Barrel wollen".
Für den UBS-Rohstoffexperten Giovanni Staunovo kommt die freiwillige Förderkürzung Saudi-Arabiens überraschend. Dem Handelsblatt erklärte er: "Das zeigt, dass Saudi-Arabien ein großes Interesse an einer Stabilisierung des Ölmarktes hat. Saudi-Arabien sieht sich in der Rolle einer Zentralbank des Ölmarktes und spielt diese Rolle auch".
Das OPEC+ Treffen war höchst umstritten, unter anderem weil Bloomberg, Reuters und dem Wall Street Journal die Teilnahme am OPEC+ Treffen im Wiener Hauptquartier untersagt worden war.
Tatsächlich befindet sich der Ölpreis seit geraumer Zeit auf Talfahrt. Innerhalb eines Jahres ist der Preis für ein Barrel der US-Ölsorte WTI um fast 40 Prozent gefallen. Das Ölkartell OPEC+ versucht dem Preisverfall mit Förderkürzungen entgegenzuwirken. Dem Erdölkartell OPEC+ gehören die dreizehn regulären OPEC-Mitglieder Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Algerien, Libyen, Angola, Äquatorialguinea, Gabun, Nigeria, Republik Kongo und Venezuela an. Darüber hinaus umfasst die OPEC+ die zehn Kooperationspartner Mexiko, Sudan, Südsudan, Bahrain, Oman, Russland, Kasachstan, Aserbaidschan, Malaysia und Brunei.
Ölpreise geben deutlich nach Die Ölpreise sind am Montag deutlich gefallen. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August 73,15 US-Dollar. Das waren 1,64 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Juli-Lieferung fiel um 1,78 Dollar auf 68,40 Dollar.
Am Ölmarkt dominieren derzeit die Nachfragesorgen, während Produktionskürzungen durch große Förderländer wie zuletzt Saudi-Arabien eher beiseite geschoben werden. Kummer bereiten vor allem die trüben Konjunkturaussichten in den USA und die schwache konjunkturelle Entwicklung in China. Die beiden Länder sind die größten Energieverbraucher der Welt. Zudem hat die Investmentbank Goldman Sachs ihre Ölpreisprognose reduziert. Für die Nordseesorte Brent wird zum Jahresende noch ein Preis von 86 Dollar je Barrel erwartet. Zuvor hatten die Experten noch 95 Dollar je Barrel prognostiziert. Es ist die dritte Abwärtsrevision der Prognose in den vergangenen sechs Monaten. Die Bank begründete die Entscheidung mit einem wachsenden Angebot und einer niedrigeren Nachfrage nach Rohöl.
Unterdessen hat die Ankündigung einer deutlichen Förderkürzung Saudi-Arabiens vor etwa einer Woche ihre Wirkung bisher verfehlt. Die Erdölpreise hatten nur kurzzeitig zugelegt. Die Produktionskürzung um eine Million Barrel je Tag soll zunächst für Juli gelten, sie kann laut Energieminister Abdulaziz bin Salman aber verlängert werden. Der Schritt soll helfen, die fallenden Rohölpreise zu stabilisieren. Seit Jahresbeginn haben die Preise um mehr als zehn Prozent nachgegeben.
Nachrichten zum Basiswert 17:53 Uhr Ölpreise legen zu - Saudi-Arabien verlängert Förderkürzung bis Jahresende 12:37 Uhr Ölpreise geben nach - Konjunkturdaten aus China belasten 08:08 Uhr Ölpreise halten sich bei Jahreshochs
----------- * an der Börse ist alles möglich, auch das unmögliche !
Gaza-Konflikt: Ist der Ölpreis eine "tickende Zeitbombe"? Noch ist die Lage am Ölmarkt entspannt, da der Konflikt auf Israel und den Gaza-Streifen beschränkt ist. Der Ölpreis steigt bei geopolitischen Konflikten, wie dem Angriff Russlands auf die Ukraine und dem Hamas-Angriff. Die Lage am Ölmarkt hat sich vorerst wieder entspannt, aber eine Ausweitung des Konflikts könnte die Ölströme gefährden. Dass der Ölpreis unmittelbar mit der geopolitischen Weltlage zusammenhängt, hat bereits der Angriff Russlands auf die Ukraine gezeigt. Auch nach dem Großangriff der Hamas am 7. Oktober stieg der Preis kurzfristig – viele fürchteten wohl eine erneute Knappheit des Rohstoffs.
Nun hat sich die Lage am Ölmarkt wieder etwas entspannt, wohl weil sich der bewaffnete Konflikt im Nahen Osten auf Israel und den Gazastreifen beschränkt. Dass der Iran oder seine Verbündeten bislang keine Vergeltungsmaßnahmen ergriffen haben, schafft vorsichtigen Optimismus. "Das Wochenende hat gezeigt, dass der bewaffnete Konflikt auf Israel und den Gazastreifen beschränkt bleibt - in diesem Licht sah Rohöl überkauft aus", zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg Vandana Hari, Gründerin der Beratungsfirma Vanda Insights in Singapur. Ihr zufolge werden die Rohölpreise "wahrscheinlich weiter sinken, bis das nächste Risikoereignis eintritt", schreibt Bloomberg weiter. Am Montagmorgen fiel der Weltmarktpreis für die Sorte Brent wieder unter 90 US-Dollar pro Barrel. Erst am Freitag war er um fast drei Prozent gestiegen, als Israel seine Offensive verstärkt hatte. Die Sorte West Texas Intermediate (WTI) hingegen zeigte sich weniger beeindruckt. Ihr Preis war bereits am Freitag auf rund 84 US-Dollar gefallen.
Doch sollte sich der Konflikt im Gazastreifen über die Enklave und Israel hinaus ausbreiten – und die Gefahr einer Ausweitung ist sehr groß – könnte das auch die Ölströme ernsthaft gefährden. Einerseits entfällt ein Drittel der weltweiten Rohöllieferungen auf den Nahen Osten. Darüber hinaus könnte eine weitere Eskalation des Krieges zu Angriffen auf Öltanker, Bedrohungen der maritimen Engpässe und einem Rückgang der Exporte aus der iranischen Hauptstadt Teheran führen.
Zudem machen auch die Rohölvorräte wenig Hoffnung: Diese befinden sich etwa am wichtigsten Lagerzentrum der USA in Cushing, Oklahoma, auf dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 2014. Wie das Analysehaus Factset zeigt, spiegeln die WTI-Preise diese Marktknappheit jedoch nicht wider. Denn obwohl die Lagerbestände seit Juli 2023 zu sinken begannen, lagen die WTI-Preise im Durchschnitt bei 83 US-Dollar pro Barrel.
Factset kommt zum Ergebnis, dass der jüngste Aufschwung der Ölpreise eher weniger mit Angebots-, Nachfrage- und Bestandsdaten zusammenhängt. Ausschlaggebend dafür dürften geopolitische Entwicklungen sein. Quelle: wallstreetONLINE Zentralredaktion