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Die Kapelle von Chillon ist ein kleines architektonisches Meisterwerk.
Mit ihren Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert gehört sie zu den wenigen religiösen Bauwerken des Kantons, die der Zerstörung durch die Reformation entgangen sind.
Die Georgskapelle war die Privatkapelle der Grafen und späteren Herzöge von Savoyen. Nach der Reformation wurde sie nicht mehr als Kapelle verwendet, sondern als Getreide- und später unter den Bernern als Pulverkammer. Im 19. Jh. wurde sie hingegen wieder als Kapelle für die Häftlinge genutzt, als der Kanton Waadt im Schloss ein Gefängnis einrichtete.
Die Fensteröffnungen stammen aus dem Jahr 1250 und das gotische Gewölbe vom ausgehenden 13. Jh. Die Originalornamente an Wändern und Decke sind von Anfang des 14. Jh. Anfang des 20. Jh. legte man während zwei Jahren (1914-1916) alle Malereien frei. Danach wurden sie gesichert und vor allem an jenen Wänden restauriert, wo sie besonders stark beschädigt waren. Wegen Wasserschäden mussten sie 1985 und 1995 noch einmal restauriert werden; bei dieser Gelegenheit wurden auch die meisten nachgemalten Motive entfernt.
Obwohl sie einen fragmentarischen Eindruck verleihen, sind diese Malereien geschickt um ein zentrales Motiv, nämlich Jesus-Christus, angeordnet. Ihre Verteilung entspricht dem baulichen Aufbau der Kapelle: Im Gewölbe sind die Figuren aus dem Alten Testament mit Ausnahme von Johannes dem Täufer und an den Wänden jene aus dem Neuen Testament dargestellt.
Die BesucherInnen können mit Musse mehr über die Geschichte dieses privaten Andachtsraumes der Grafen und Herzöge von Savoyen sowie über die Fresken, die ihn zieren, erfahren, dank eines Informationsbildschirmes, der die audiovisuelle Einrichtung des Schlosses ergänzt.
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