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Sie verlangt einen thonigen, bindenden, wasserhaltenden Boden und wird breitwürfig oder besser in Reihen gesäet, vorteilhafter
aber auf besondern Pflanzbeeten erzogen und im Sommer wie Runkelrüben in Entfernungen von etwa 60 cm verpflanzt.
Die Karde blüht im zweiten Jahr, und die Ernte
[* 8] beginnt gewöhnlich Ende Juli oder Anfang August vor dem völligen Abblühen,
dauert aber wegen der ungleichmäßigen Entwickelung der Blütenköpfe oft mehrere Wochen. Ein Hektar liefert durchschnittlich
240,000 Kardenköpfe von allen Größen. Diese dienen zum Aufkratzen und
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Appretieren wollener Gewebe.
[* 10] Man bevorzugt die französischen (Rouener, Avignoner) wegen ihres vorzüglich festen Gehäkes,
welches sie einer sehr sorgfältigen Kultur und den klimatischen Verhältnissen verdanken. Beim Anbau leidet die Weberkarde
durch Frost, Meltau, Regen bei der Ernte und durch ein Aaltierchen (s. d.), welches die Kernfäule verursacht und durch rechtzeitiges
Ausbrechen und Verbrennen der kernfaulen Köpfe vertilgt werden kann. Dipsacus sylvestrisL. (wilde Kardendistel), 1 m
hoch, mit am Rand kahlen oder zerstreut-stachligen Blättern und nicht hakig gekrümmten Spreublättchen, wächst auf wüsten
Plätzen, Wegrändern etc. Die gegenüberstehenden Blätter bilden durch Verwachsung ihrer Ränder kleine Becken, in welchen
sich Regenwasser sammelt (Venuswaschbecken, daher auch der griechische Name »die Durstige«). Aus Drüsen
der Blätter schießen von Zeit zu Zeit Protoplasmafäden bis in das Wasser hervor, um aus diesem, wie es scheint, Ammoniak
oder andre Pflanzennahrungsstoffe aufzunehmen.