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Mit 6 1/2 Jahren lernte ich radfahren. Anschliessend blieb das Rad mein Bewegungs-Werkzeug, um in die Schule zu fahren. Nach einem grösseren Unterbruch habe ich mit 58 Jahren das Rennrad als Sport-Gerät entdeckt. Und im Spätsommer 2021 beendete ich meine Radsport-Karriere nach einem schweren Unfall.
Dazwischen erlebte ich unendliche viele schöne Stunden und Erlebnisse mit Freunden des CPC (Club Pédaleurs du Charme), mit dem RRCB (Rennradclub Basel)und den Hua Hin Roadies in Thailand. Darüber berichte ich in den nachfolgenden Erlebnis-Berichten.
|Stories:|
Radsport, der Sport während meines letzten Lebensdrittels
Mit meiner Pensionierung begann ich mich dem Radsport zu widmen. Anfänglich fuhr ich um die 400km pro Jahr, später dann mehr als 6'000 km. Ich fuhr nicht nur 100km lange Ausfahrten, sondern auch mehrere Fernfahrten von über 1'300 km.
Rad: Meine Beitrittserklärung zum RRCB (22. April 2001)
Mein Tennisfreund Renato B. war ein erfahrener und erfolgreicher Radrennfahrer. Er brachte mich zum Radsport und bewog mich, dem Radrennclub Basel (RRCB) beizutreten.
|Schweiz|
Juni 2021: Schwerer Unfall mit dem Rennrad Am 12. Juni 2021 bin ich mit meinem Rennrad in ein Auto gefahren, das mir meinen Vortritt verweigerte. Ich erlitt mehrere Fraktruren an den obersten beiden Halswirbel. 11 Wochen musste ich eine Halskrause tragen. Ich hatte Glück, denn alles heilte aus. Anschliessend beendete ich meine Radkarriere
Okt. 2016: "Velodrome Suisse" in Grenchen
Bereits in meiner Jugend nahm mich mein Vater mit auf die Basler Radrennbahn am Riehenring, um die grossen Radprofis der damaligen Zeit beim herumkurven auf der Holzbahn und in den Steilbahnkurven zu beobachten. Mitte Oktober 2016 erhielt ich die Gelegenheit, während mehreren Stunden diese Atmosphäre auf der Radrennbahn in Grenchen abzulichten.
|Italien|
Juni 2018: kulinarische Radrennwoche im Piemont
Dieses Jahr zog es mich zu einer kulinarischen und sportlichen Woche mit dem Rennrad nach Cortemilia im Piemont. Bei den steilen Anstiegen hatte ich Mühe, beim feinen Essen weniger. Dies genoss ich in vollen Zügen.
Mai 2014: Veloferien in Follonica
Bereits zum 20. Mal trafen wir uns in Follonica (Toskana) zur Radrenn- und Degustationswoche. Es war wiederum eine spezielle Woche, wir hatten Glück mit dem Wetter und es soll im 2015 weitergehen.
Mai 2013: Veloferien in Follonica
Wie jedes Jahr holten sich die meisten in Follonica ihre ersten Rad-Kilometer. Wir hatten bestes Wetter. Diesmal standen im Vorderung: die Gründung der neuen Radrenngruppe "GS Massimo" mit neuem Renndress und der Beinahe-Kollision mit zwei Wildschweinen im Anschluss an ein feines Essen im "Il Palazzotto".
Mai 2012: Veloferien in Follonica
Im neuen Bungalow des Golfo del Sole trafen wir uns wiederum zu einer sportlichen, aber auch kulinarischen Woche.
Mai 2011: Veloferien in Follonica
Einmal mehr "Golfo del Sole", das Frühjahrs-Hauptquartier des Radrennclub Basel in Follonica (Toskana). Hier traf sich auch dieses Jahr der harte Kern zum alljährlichen Frühlings-Trainingslager. Die einen kamen aus der sommerlichen Schweiz, wo fürs Wochenende Temperaturen gegen 28°C angekündigt waren, und der Schreibende aus seiner Sommerresidenz in Istrien (Kroatien).
Ursprünglich war die Follonica-Woche als Saison-Vorbereitung vorgesehen. Zurück zu den Ursprüngen, so könnte man das diesjährige Motto für Follonica bezeichnen, denn einige von uns hatten noch keine 100 km in den Beinen resp. im Hintern.
Mai 2010: Veloferien in Follonica
Radfahren auf dem Rennrad bei Kälte und/oder Regen ist grausam. Nachdem der Berichterstatter in den letzten Tagen in Istrien (Kroatien) nicht unbedingt vom schönen Wetter verwöhnt wurde, hoffte ich auf eine Besserung in der Toskana, wie ich es in den letzten Jahren schon mehrere Male erlebt hatte
2009: Veloferien in Follonica
Alle Jahre wieder...trafen wir uns in der Toskana zu unsere Radrennwoche
2005: Veloferien in Follonica
Im Rahmen einer Sternfahrt trafen wir uns zum 11. Mal im Feriendorf Golfo del Sole in Follonica, um mit unseren Rennrädern 1 Woche lang die Umgebung unsicher zu machen. Die einen kamen aus dem Kleinbasel, die anderem aus dem Grossbasel und der Schreibende aus Istrien (Kroatien). Einzeln oder in Gruppen bewohnten wir Bungalows auf den Dünen hoch über dem wunderbaren Meer.
2004: Veloferien in Follonica
Keiner aus dem Tour-Tross war sich bewusst, dass er mit seinem Rennrad an einer Jubiläumstour mitfuhr. 10x seit 1995 hat Renato seine Radrenn-Woche im Feriendorf Golfo del Sole in Follonica durchgeführt. In seiner umsichtigen Art hat er trotz widrigen Wetters wiederum eine unvergessliche Woche auf die Beine gestellt.
2003: Veloferien in Follonica
Bereits 9x seit 1995 hat Renato seine Radrenn-Woche im Feriendorf Golfo del Sole in Follonica durchgeführt. Auch diesmal war Renato für uns Organisator, Mutter, Mechaniker, Gute Seele, Vorbild, kurzum er war Chef de la Route. Die Spielregeln waren klar: Jeder hatte eine Pumpe und einen Reserveschlauch bei sich. Mir hat er anvertraut, dass halbe Basler Läckerli Wunder wirken. Den Taschenrechner vom letzten Jahr hatte er wiederum bei sich. Trotzdem sind die durchschnittlichen Getränkekosten auf über Euro 4.50 gestiegen. Es muss daran gelegen haben, dass weniger vom günstigen Hauswein dafür aber umso mehr "Aqua Minerale Frizzante" getrunken wurde. Die Renn-Cracks haben sich ans "Bevi(l)acqua" gehalten.
2002: Veloferien in Follonica
Zum 8. Mal seit 1995 führte Renato seine Radrenn-Woche in Follonica durch. Renato war unser "Dätschmeister". Er bestimmte knallhart die Regeln. Dieses Jahr hatte er erstmals einen Taschenrechner mit 6 Kommastellen dabei, um die gemeinsamen Getränke-Kosten genau aufzuteilen. Seine Statistik hat ergeben, dass jeder Einzelne im Durchschnitt für Euro 4.2876 getrunken hat.
|Thailand|
Story der "Hua Hin Roadies" - Radsport in Hua Hin (Thailand)
An der Gründung dieses Vereins (ohne Statuten) im Jan. 2011 war ich beteiligt. Bei den "Hua Hin Roadies" bin ich während meiner Thailand-Zeit Rad gefahren.
Foto Galerie "Mit dem Rennrad in Thailand 2018/19"
Illustriertes Seite mit Radsport-Erlebnisse im Jahre 2018/19
3. Nov. 2017: Bericht über meinen glimpflich verlaufenen Unfall mit dem Rennrad (Thailand)
Zur Begrüssung von Ernie Hague aus Kitimate (Kanada) am 3. Nov. 2017 sollte es eine typische Dienstags-Ausfahrt zur Dolphin Bay werden, gemütlich und in einem moderaten Schnitt zwischen 25-27 km/h. Aber es kam anders. Beim Bahnübergang 13 km nach dem Start schmiss es mich auf die Strasse. Ich sah schrecklich aus. Aber mein Zustand besserte sich von Tag zu Tag. Die gebrochene Hand beeinträchtigte mich am meisten. Gemäss Arzt soll ich 6-8 Wochen nach dem Unfall wieder aufs Rad steigen können. Am 31. Dez. 2017 zu meinem 75. Geburtstag machte ich die erste Ausfahrt zur Dolphin Bay über 75 km, für jedes Lebensjahr 1 km.
1. Dez. 2012: Die Leiden und Freuden am King’s-Cup - einem Radrennen über 100 km
Das Radrennen um den „Kings-Cup“ hat eine lange Tradition in Hua-Hin. Das Strassenrennen hatte ich schon lange im Hinterkopf. So entschloss ich mich in meinem jugendlichen Uebermut, am diesjährigen Strassenrennen teilzunehmen. Es war für mich eine Premiere. Ich bin ja ein Späteinsteiger. Noch nie hatte ich an einem Rad-Rennen teilgenommen. Und ich sollte es nicht bereuen … oder doch? Nein, nachträglich bin ich stolz, den inneren Schweinehund mehrmals überwunden zu haben. Es blieb mir auch nichts anderes übrig, denn ich musste ja wieder nach Hause kommen.
2.-3. März 2012: 200km Plus - eine Tagesfernfahrt der besonderen Art
Im Frühjahr 2001 fuhr ich in Follonica erstmals eine Distanz über 100 km. "200km Plus", so einfach hiess die Formel und das Ziel unserer Rad-Ausfahrt. Jeder von uns Vier wollte diese Distanz von "200 km an einem Tag" knacken. Keiner hatte diese Distanz jemals gefahren. Von Hua-Hin über Dolphin Bay - Prachuapo Khiri Kan - nach Ban Krut war die Strecke, alles mehr oder weniger der Meeresküste entlang.
Für mich war es ein grosse Herausforderung und Challenge, wie es die Amerikaner so treffend formulieren. Wird mein Körper dies aushalten? Wie wird er auf diese Parforceleistung reagieren? Bei Gegenwind ab Mittag? Bei 35°C Hitze im Schatten? mit einem Helm, der nicht vor der Sonne, sondern vor einem etwaigen Sturz schützen soll?

Ausfahrt mit Andy Schleck;
Jan. 2015: Höhepunkte meines Lebens: Rad-Ausfahrten mit Profis wie Tony Rominger
Seit 2 Jahren kommt der Reiseveranstalter Max Hürzeler mit vielen radverrückten Gästen nach Thailand zu einer Radfernfahrt. Wir wussten davon und so tauchte bei mir die Idee auf, dem Max Hürzeler zu schreiben. Ich bot ihm an, dass wir „Hua Hin Roadies„ seine Tour auf der Einroll-Runde und der 1. Etappe begleiten werden.
Es dauerte nur wenige Tage, da kam eine Antwort von Tony Rominger, in der er mich zusätzlich anfragte, ob wir für seine Gäste, die bereits etwas früher nach Hua-Hin anreisen würden, die eine oder andere Fahrt um Hua-Hin organisieren könnten. Dies war natürlich eine Herausforderung für mich und die „Hua Hin Roadies“
4. – 8. März 2017: Trainingstage mit Andy Schleck und Varn Varn
Lucien Kirch hatte eingeladen zu einem Trainingscamp mit seinem Jugendfreund Andy Schleck und dem thailändischen Superstar Varn Var. Die eingefleischten Sportfans kennen die eindrückliche Palmares des Luxemburger Radprofis Andy Schleck mit Jahrgang 1985: Er gewann zum Beispiel die Tour de France im 2010. Den Sieg der Giro d’Italia hat er im 2007 als zweiter nur hauchdünn verpasst. Daneben gewann er unzählige andere grossse Eintagesrennen. Wegen eine Unfalls musste er seine Karriere im 2013 beenden. Er war erst 28 Jahre alt.
4. - 10. März 2018 Rennrad-Training mit Andy Schleck in Hua Hin
Nach 2017 war es bereits die zweite Trainingswoche mit Andy Schleck. Für mich war dieses Training umso wichtiger, als es galt die Folgen meines Sturzes vom letzten November zu verarbeiten.
6. - 24. Nov. 2011: Tour de Thailand über 1'300km ... vom nördlichen ChiangMai nach Hua-Hin
Am 7. November begann eine meiner grossen diesjährigen Herausforderungen, die Radfernfahrt "Tour de Thailand" mit einem Hybrid-Bike (einer Art Strassen-Bike) von Chiang Mai nach Hua-Hin über 1'300 km innert 18 Tagen, wovon 5 Ruhetagen.
Wir waren 11 Fahrer aus USA, Australien, Nigeria (Lagos) und ich aus der Schweiz. Wegen des Hochwassers in Thailand hatten ein paar Angemeldete kurzfristig abgesagt. Dazu kamen der Tourenleiter Chris Byrd mit seinem Guide John Graham, Gae als gute Seele und Managerin der Tour. Wir wurden von zwei Fahrzeugen mit dem Ersatzmaterial, den Getränken und Zwischenverpflegungen, sowie unserem Gepäck begleitet. Diese Fahrzeuge dienten uns auch als Busse für die Ausflüge.
2. - 22. Nov. 2012: Vietnam-Tour mit Hummer, Sichel und Mountainbike - Radfernfahrt von Ho Chi Minh City (Saigon) nach Hanoi
Im Gegensatz zur letztjährigen "Tour de Thailand" war diese "Vietnam-Tour" weniger eine Fernfahrt, um von A nach B zu gelangen, als ein 17-tägiges Ereignis mit einzelnen Radausfahrten in sehenswerten Gegenden unterschiedlicher Länge. So waren die Tages-Etappen immer eine Kombination aus Rad- und Busfahrten, um das nächste Ziel und Hotel zu erreichen.
Wir starteten am 4. November 2012 im südlichen Saigon (Ho Chi Minh City) und beendeten die 17-tägige Fahrt am 20. November in Hanoi, und legte dabei 721 km auf dem Mountain-Bike zurück. Ich selber erweiterte meinen Aufenthalt in Vietnam mit je 2 Zusatznächten am Start- und Endpunkt.
18. - 28. Feb. 2017: Radfernfahrt von Hua-Hin nach Phuket über 820 km in 7 Etappen
Das Abenteuer begann bereits anfangs 2016, als Kurt Gschwend mich anfragte, ob ich Interesse an einer Fernfahrt von Hua Hin nach Phuket über rund 820 km in 7 Tages-Etappen hätte. Er sei daran, für seine Radfreunde aus der Schweiz eine solche Tour zu organisieren. Lucien Kirch aus unseren Hua Hin Roadies sei der Veranstalter.
Er fand sofort bei mir offene Ohren, denn diese Tour stand immer noch auf meiner Wunschliste. Noch vor wenigen Jahren fuhr ich in einer Fernfahrt die 1'300 km von ChiangMai nach Hua-Hin, und ein Jahr später vom Süden in den Norden Vietnams. Ich hatte mit meinen 74 Jahren schon etwas Respekt über die zu erwartenden Strapazen. Ich war überzeugt, auf der Ebene gut mithalten zu konnen, aber in den Bergen? Jeden Tag über 100 km? Aber Lucien meinte: "Dies sei kein Problem für mich!"
27. Jan. - 6. Feb. 2018: Radfernfahrt von Hua-Hin nach Phuket über 820 km in 8 Etappen
Bereits früh habe ich Kurt S. zugesagt, auch im 2018 an einer zweiten Fahrt nach Phuket nochmals teilzunehmen, wobei ich mit Freude feststellte, dass die untere Hälfte der Strecke neu gelegt wurde, mit weniger Anstiegen. Ich war gespannt und freute mich auf die zu erwartende schöne, neue Streckenführung.
Der Start in die diesjährige Thailand-Saison begann alles andere als erfreulich. Ich stürzte wenige Tage nach Ankunft am 3. November 2017 auf einem Bahnübergang bei Khao Thao ziemlich schwer und brach mir neben der Nase auch die Hand. Aber erstens hatte ich unermessliches Glück, dass die Folgen nicht schlimmer waren und zweitens konnte ich bereits am 31. Dezember an meinem 75. Geburtstag meine ersten 75 Kilometer mit dem Rennrad zurücklegen. Für jedes Lebensjahr 1 km. Und seither trainierte ich eisern auf meine Phuket-Fahrt. Meine maltraitierete Hand wurde von Tag zu Tag besser. Bald hatte ich sogar wieder die Kraft im Handgelenk, im Wiegetritt zu fahren. Obwohl die alte Form vor dem Unfall noch lange nicht erreicht war, stieg ich mit um die 1'200 km in den Beinen in dieses Abenteuer.

Autobiografie von Max Lehmann

Schafmattweg 13, CH-4102 Binningen
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