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Der vierfache Olympiasieger belegte im Massenstart-Rennen über 15 km klassisch den 2. Rang. Cologna, der in der Verfolgergruppe vom Sturzpech der Russen profitierte, büsste auf den Sieger Alexander Bolschunow 23 Sekunden ein.
Einen derartigen Exploit hatten dem Champion nur wenige zugetraut. Der 34-Jährige war nach einem schwachen Saisonstart in die Defensive geraten. Er gab Mitte Dezember offen zu, dass der Abstand zu den Besten grösser sei, als er sich dies wünsche. In den bisherigen Rennen fehlte ihm die Kraft, um die angeschlagene Pace durchzuziehen.
Davon war im Val Müstair nichts mehr zu spüren. Cologna blieb stets in den vordersten Positionen präsent, während einer nach dem anderen abreissen liess. Als der Favorit Bolschunow in der letzten Runde vehement angriff, war Cologna in seiner Heimat auf sich alleine gestellt. Die weiteren Russen verweigerten die Nachführarbeit. Dies sollte sich rächen. Erst in der Abfahrt zum Ziel tauchten drei Akteure im roten Dress vor Cologna auf und wollten einen Vierfachsieg realisieren. In der letzten Kurve vor der Ebene, dort, wo im Sprint am Freitag auch Nadine Fähndrich gestürzt war, gerieten sich die Russen jedoch ins Gehege. Zwei stürzten, einer musste die Loipe Richtung Tiefschnee verlassen, Cologna wich aus.
«Es war ein sehr gutes und ein sehr hartes Rennen. Ich habe versucht, mich gut zu positionieren und den Russen ein bisschen Paroli zu bieten», sagte Cologna im TV-Interview gegenüber SRF. Der Sturz seiner Konkurrenten habe ihm natürlich geholfen. «Aber man muss zuerst in der Position sein, um dort mitzukämpfen.»
Liegt sogar das Tour-Podest drin?
Im Tour-de-Ski-Klassement ist Cologna neu Vierter. Die Chancen stehen gut, dass er das Val Müstair auf einem Podest-Zwischenrang verlassen wird. Bolschunow geht am Sonntag mit einer Minute Vorsprung auf seinen Team-Kollegen Artem Malzew ins Verfolgungsrennen. Cologna folgt mit einem Handicap von 1:11 Minuten. Die Läufer auf den Positionen 2 bis 16 sind bloss durch eine Minute getrennt. Unter ihnen ist auch Jonas Baumann als 14. (1:55 Rückstand). Mit Cologna, Baumann, Candide Pralong, Beda Klee und Roman Furger war die Schweiz im Tagesklassement gleich zu fünft in den Weltcup-Punkterängen vertreten.
Eine zehnte Top-Ten-Klassierung in der Tour de Ski hatte sich Cologna vor dem Etappenrennen zum Ziel gesetzt. Ob er die Ambitionen nun höher schrauben und sogar den achten Podestplatz anvisieren kann, wird sich weisen. Die Russen, nach dem Verzicht der Norweger die dominierende Mannschaft in Feld, haben nach wie vor beste Aussichten auf den Sweep.