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Estland hat im Juni 2023 die Ehe für alle legalisiert. Damit ist sie das erste baltische Land, das gleichgeschlechtlichen Paaren das Recht auf eine Ehe zugesteht. Mit 55 zu 34 Stimmen überstimmte das estnische Parlament die Einwände rechter Parteien. «Ich bin stolz auf mein Land. Wir bauen eine Gesellschaft auf, in der die Rechte aller respektiert werden und in der die Menschen frei lieben können», sagte die estnische Ministerpräsidentin Kaja Kallas gegenüber Politico. Das Gesetz wird 2024 in Kraft treten.
Dieser Schritt erfolgt nur zwei Monate nach dem Amtsantritt der liberalen Koalitionsregierung: Kallas und ihre Reformpartei regieren in Estland mit den Sozialdemokrat:innen und der zentristischen Partei Estlands. Erst im März nahm Kallas Gespräche mit den Koalitionsparteien auf, um die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe auf Kurs zu bringen.
Akzeptanz steigt
Die Akzeptanz für die Ehe für alle und die Gleichstellung von LGBTIQ+-Personen in Estland ist in den letzten Jahren gewachsen. Laut einer Umfrage des estnischen Menschenrechtszentrums befürworten 53 Prozent der Bevölkerung die Ausweitung der Ehe auf gleichgeschlechtliche Paare. 2012 war es nur rund ein Drittel.
«Jeder sollte das Recht haben, die Person zu heiraten, die er liebt und an die er sich binden möchte. Mit dieser Entscheidung gehören wir endlich zu den anderen nordischen Ländern sowie zu allen anderen demokratischen Ländern der Welt, in denen die Gleichstellung der Ehe gewährt wird», sagt Kallas.
Dieser Artikel wurde teilweise von kontrast.at übernommen.