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Die Entwicklungsbank Venezuelas Bandes wurde über Jahre um Millionen geprellt. Die Täter bedienten sich diverser Schweizer Banken und dem Finanzplatz Genf.
Die Börsenaufsichtsbehörde SEC der Vereinigten Staaten klagt einen ganzen Kreis von Personen an, die Entwicklungsbank Venezuelas «Banco de Desarrollo Economico y Social de Venezuela» (Bandes) über mehrere Jahre um Millionen von Dollar erleichtert zu haben.
Die Betrügereien sollen mit Hilfe des New Yorker Brokers Direct Access Partners LLC (DAP) geschehen sein. Als Haupttäterin erscheint der Bandes-CFO Maria de los Angeles Gonzalez, die über 9 Millionen US-Dollar abgezweigt hatte.
Bonds am Markt vorbei kassiert
Die DAP-Broker verkauften den Tätern der venezolanischen Staatsbank überteuerte Bonds oder kauften von ihr solche für viel zu wenig Gegenwert. Damit generierte DAP mindestens 66 Millionen Dollar illegale Gewinne.
CFO Gonzalez liess sich die Gelder über die Panama-Firma Cartagena International überweisen. Die unterhielt in der Schweiz fünf Konti - eines bei der Bank Julius Bär, drei bei Rahn & Bodmer und eines bei der Compagnie Bancaire Helvétique (CBH), berichtete «El Universal».
Ein Verwandter von Gonzalez besitzt ein Konto bei der Bank Hapoalim, ebenfalls in der Schweiz. Die ebenfalls in Panama gegründete Hyseven SA unterhielt Konten bei Rahn & Bodmer (deren drei) und eines bei der Union Bancaire Privée. Auch Hyseven ist laut der Aufsichtsbehörde SEC in die Betrügereien involviert. Eine weitere Schlüsselfirma beim Betrug war die ETC Investment mit Sitz in Panama.
Brennpunkt Genf
Wie kamen die Amerikaner an die Schweizer Konten? Das dürfte José Alejandro Hurtado, ein gebürtiger Kolumbianer mit US-Pass, beantworten können. Er war in der Genfer Private Wealth Corporation SA (PWC) aktiv, die ihm zur Hälfte gehört habe, steht in der Anklageschrift (siehe Downloads). Im Verwaltungsrat der PWC sitzt aktuell Alain Wuscher. Auf eine Anfrage von handelszeitung.ch reagierte er nicht.
Die PWC stand am Anfang der Geldabflüsse, ist der Anklageschrift zu entnehmen. José Alejandro Hurtado fungierte als Mittelsmann zwischen den Brokern und den korrupten Bankmitarbeitern um CFO Maria de los Angeles Gonzalez. Hurtado und seine Frau zügelten um die 14,6 Millionen Dollar ab, glaubt man der SEC.
Hurtado benutzte unter anderem auch die Firma HAS Investment Group, die ebenfalls bei einer Schweizer Bank, der Mirabaud & Cie, ein Konto unterhielt. Bei der besass auch die Castilla Holding ein Konto, das wiederum Gonzalez benutzte.
Rechtshilfe noch nicht beantragt
In der Klageschrift der SEC ist auch die Rede davon, dass die Behörden in der Schweiz versuchen, die Gelder zu blockieren. Bisher ist jedoch noch kein entsprechendes Rechtshilfegesuch eingetroffen, sagte Informationschef Folco Galli des Bundesamtes für Justiz gegenüber handelszeitung.ch.