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Airbus informiert aktuell Fluggesellschaften über Verzögerungen im nächsten Jahr bei der Auslieferung der meistverkauften A320neo-Familie.
Die Auslieferung von mehreren hundert Flugzeugen wird sich voraussichtlich um bis zu drei Monate verzögern, wie Reuters berichtet. Diverse Airlines und Leasingunternehmen haben in den letzten Monaten gegen eine Vielzahl kurzfristiger Ankündigungen von Verspätungen protestiert, die auf anhaltende Probleme in der Lieferkette zurückzuführen sind.
Verzögerungen auch für 2023?
Der Flugzeughersteller Airbus kündigt für das Jahr 2024 weitere Verzögerungen bei Auslieferungen von A320neo Flugzeugen an. Somit erweitern sich die Auswirkungen der coronabedingten Lieferkettenprobleme auf ein fünftes Jahr.
Nun bangen Airlines und Leasingpartner auch um die versicherten Auslieferungen für dieses Jahr. Die Verzögerungen betreffen nach aktueller Informationslage jedoch keine Lieferversprechen von Airbus für 2023. Die angekündigten Auslieferungen für dieses Jahr wurden bereits 2022 auf eine Anzahl von 720 Flugzeugen reduziert.
Marktanalysen zufolge bleibt dennoch abzuwarten, ob Airbus dieses Ziel nach dem schwachen ersten Quartal erreichen wird. Die Lieferverzögerungen werden voraussichtlich insbesondere Grossraumflugzeuge betreffen.
Nachfrage bleibt trotz Lieferproblemen konstant
Engpässe in den Lieferketten üben Druck auf die Luftfahrtbranche aus und der Unmut der Airlines wird lauter. Trotzdem zeigen sich Airbus und auch Boeing zuversichtlich, dass die Nachfrage nach neuen Flugzeugen konstant bleiben wird, obwohl beide Hersteller nunmehr vier Jahre unter den Auswirkungen der Pandemie auf die Produktionsketten leiden. Airbus ist derzeit der grösste Flugzeughersteller der Welt, während Boeing sich von der Qualitätskrise bei der 737 MAX, den Zertifizierungsproblemen der 737 MAX 7 und den Produktionsverzögerungen bei der 787 zu erholen versucht.
Bereits im Januar dieses Jahres berichtet airliners, dass sich Airbus auf der Airline Economics Konferenz in Dublin gegen die Vorwürfe der Leasingfirmen verteidigten:
Wir haben gerade eine beispiellose Rezession hinter uns, gefolgt von einer noch nicht dagewesenen Erholung, gefolgt von einem Krieg und der Abschottung Chinas, die sich auch auf die Lieferkette ausgewirkt hat.Mark Pearman-Wright, Leiter des Leasing- und Investorenmarketings bei Airbus
Bislang hielten die Flugzeughersteller grösstenteils an der Position fest, dass Verzögerungen aufgrund von Engpässen bei Lieferungen vertraglich ‘entschuldbar’ sind, was bedeutet, dass den Käufern kein Anspruch auf Ausgleichszahlungen bei verpassten Lieferterminen zustand.
Der Druck durch angedrohte Vertragsstrafen wächst nun jedoch stetig. Aufgrund diverser kurzfristiger Benachrichtigungen über Lieferverzögerungen in den letzten Monaten wird die Forderung nach Entschädigungszahlungen seitens der Airlines und Leasingunternehmen lauter. Airbus stellte daraufhin in Aussicht, mehr Transparenz bei den Lieferengpässen zu schaffen. Zwei Quellen aus der Luftfahrtbranche berichten jedoch, dass die nötige Klarheit für eine sichere Netzplanung immer noch fehle.
Fazit zu der verzögerten Auslieferung von Airbus
Airbus hat noch immer unter Störungen der Produktionsketten und Lieferengpässen zu leiden, die durch die Covid-19-Pandemie und andere Einflussfaktoren globalen Ausmasses entstanden sind. Die Verzögerungen bei der Auslieferung der A320neo-Familie stellt diverse Airlines vor logistische Probleme, die sich mitunter bis auf den Endverbraucher auswirken könnten. Insbesondere, wenn Ausweitungen der Flugpläne geplant sind oder die gestiegene Nachfrage für manche Destinationen durch den Flugzeugmangel nicht bedient werden kann.