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Fabian Cancellara hat in Australien Radsportgeschichte geschrieben: Mit seinem Sieg im Rennen gegen die Uhr ist er der erste Fahrer, der vier Zeitfahr-Weltmeistertitel gewinnen konnte. Nun will er am Sonntag im Strassenrennen nachdoppeln.
"Dies war vielleicht der härteste Titel, denn ich wusste vorher nicht genau, wo ich stehe", sagte Cancellara. Er sei während des ganzen Rennens sehr fokussiert gewesen. Es sei wohl eine perfekte Fahrt gewesen, fuhr er fort.
Auf dem sehr schweren Kurs betrug der Vorsprung des Olympiasiegers auf den zweitplatzierten Briten David Millar bei knapp einer Stunde Fahrzeit 62 Sekunden. Dritter wurde - trotz eines technischen Defektes - der Deutsche Tony Martin, der bereits 2009 Bronze gewonnen hatte.
Nach sechs Kilometern hatte Cancellara noch sechs Sekunden hinter Millar gelegen. Danach drehte er auf - insbesondere in der zweiten Runde. Nach der Hälfte der 45,4 km langen Strecke betrug sein Vorsprung auf den Schotten elf Sekunden.
König gegen die Uhr
Schon 2006 in Salzburg, 2007 in Stuttgart und letztes Jahr vor heimischem Publikum in Mendrisio hatte Cancellara seine Gegner deutlich distanziert.
Der Australier Michael Rogers, der von 2003 bis 2005 dreimal in Serie WM-Gold im Zeitfahren geholt hat, hatte vor heimischem Publikum ebenfalls Radsport-Geschichte schreiben wollen, musste sich jedoch mit Rang 5 begnügen.
Cancellara, der das Team Saxo Bank am Ende dieser Saison verlassen wird, bewies mit diesem Sieg eindrücklich, dass er im Zeitfahren derzeit weit über der Konkurrenz thront. Bereits in der Tour de France hatte er beide Prüfungen gegen die Uhr für sich entschieden. Zudem gelang ihm in diesem Jahr mit den Siegen bei der Flandern-Rundfahrt und Paris - Roubaix ein seltenes Double.
Ko-Favorit für Sonntag
Mit seiner Siegesfahrt fuhr sich der beste Schweizer Radprofi der Gegenwart so richtig warm für Sonntag. Dann will er die grosse Lücke, die ihm in seinem grossartigen Palmares noch fehlt, schliessen und Weltmeister im Strassenrennen werden.
Die Chancen stehen auf jeden Fall besser als vor einem Jahr im Tessin. Denn diesmal wird Mit-Favorit Cancellara von einem Schweizer Team unterstützt, das diesen Namen auch verdient.
In Mendrisio dagegen hatte der Weltverband nur eine Rumpf-Delegation zugelassen. Dies weil die Schweiz im Länder-Ranking der Profis zurückgefallen war.
Dopingfall um Contador
Der spanische Tour-de-France-Sieger Alberto Contador ist vom Weltradsportverband UCI "wegen einer sehr kleinen Konzentration" eines verbotenen Stimulans in seinem Urin gesperrt worden.
Nach Angaben des UCI fand ein Kölner Labor in einer Probe Contadors 50 Picogramm Clenbuterol in einer Probe, die von Contador am 21. Juli bei der Tour de France abgegeben wurde.
Sowohl die A- als auch die B-Probe seien positiv gewesen und Contador sei deswegen "formal und provisorisch suspendiert worden", hiess es in einer am frühen Donnerstagmorgen in Paris veröffentlichten Erklärung.
Die Ermittlungen würden fortgesetzt.
Contadors Sprecher Jacinto Vidarte teilte mit, eine mögliche Erklärung für den Stimulans-Nachweis sei eine Verunreinigung eines Lebensmittels.
swissinfo.ch und Agenturen