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Der Film stützt sich auf die Untersuchung der Historikerin Yvonne Pesenti, die die Migration von weiblichen Arbeitskräften aus dem Tessin in die Deutschschweiz untersuchte. Die (Textil-)Fabriken im Norden, die gegen Ende des letzten Jahrhunderts zunehmend Schwierigkeiten hatten, Arbeitskräfte zu finden, boten bis in die Zwischenkriegszeit für viele Mädchen aus dem Tessin die einzige Möglichkeit, sich (vor der Heirat) etwas Geld zu ersparen. Die Mädchen wurden verpflichtet, für drei bis fünf Jahre in einer Fabrik zu arbeiten. Damit sie weg von zu Hause nicht zu viel Freiheit schnupperten, wohnten sie in dieser Zeit in fabrikeigenen Mädchenheimen. Strenge Reglemente bestimmten ihre Arbeit, ihre karge Freizeit und den Umgang mit dem wenigen verdienten Geld. Die Mädchen aus dem Süden verbrachten so ihre Jugendjahre in diesen tristen Heimen, weitgehend isoliert von der lokalen Bevölkerung.
Nach einigen Jahren kehrten sie mit ihrem (zwangsgesparten) Geld in den Süden zurück. Vorstellungen von nördlicher Disziplin und Gemütlichkeit, manifestiert z.B. in der Tätigkeit des Häkelns und Stickens, zu der sie in ihrer Freizeit angehalten wurden, begleiteten sie in die Ehe. Andere blieben im Norden und schlossen sich den Menzinger Schwestern an, die viele dieser Mädchenheime führten.
Der Film — er stützt sich u. a. auf Gespräche mit Tessinerinnen, die damals im Norden arbeiteten und lebhaft über ihre Erfahrungenerzählen - leistet einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der Frau, der Industrialisierung und der Nord-Süd-Beziehungen in der Schweiz.