Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03419.jsonl.gz/2305

Sie wollten schon immer wissen, woher Naturkautschuk kommt, wie synthetischer Kautschuk entstanden ist oder welche Grundeigenschaften er besitzt? Dann sind die nachfolgenden Rubriken genau das Richtige für Sie!
Sie wollten schon immer wissen, woher Naturkautschuk kommt, wie synthetischer Kautschuk entstanden ist oder welche Grundeigenschaften er besitzt? Dann sind die nachfolgenden Rubriken genau das Richtige für Sie!
Die indigenen Völker im Amazonas nutzten Kautschuk bereits in präkolumbianischer Zeit auf vielfältige Art und Weise. Am bekanntesten ist wohl das Ballspiel mit einem Vollgummi-Ball. Die Maya sollen sogar ihre Füsse mit einem begrenzt haltbaren Gummiüberzug versehen haben. Nichtsdestotrotz blieb Kautschuk noch lange nach der Entdeckung Amerikas den Menschen in Europa verborgen. Erst viel später und durch Literatur drang das Wissen darüber an die Öffentlichkeit. Dadurch begangen mit dem neuen Werkstoff die ersten europäischen Versuche und um 1770 entstanden so der Radiergummi, 1824 der erste Regenmantel und die ersten Gummistiefel.
1839 erfand Charles Goodyear das Vulkanisationsverfah- ren. Dadurch wurde der bisher eher plastische, bei Hitze tendenziell klebrige und bei Kälte spröde werdende Kaut- schuk in elastischen Gummi umgewandelt und eröffnete hiermit unzählige, neue Anwendungsmöglichkeiten.
Im ersten Weltkrieg gelang Fritz Hofmann Methyl-Kaut- schuk (synthetischer Gummi) als Naturkautschukersatz herzustellen. Auch während des 2. Weltkrieges blieb Kaut- schuk knapp, sodass der Chemiekonzern I.G. Farben ab 1935 in seinen Werken Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR) unter dem Namen Buna zu produzieren begann.
Bedingt durch diese Knappheit begann auch die USA ab 1941 staatlich finanzierte Fabriken für Buna-Kautschuk aufzubauen. Nach einem patentrechtlichen Streit, indem der US-amerikanische Kongress die Freigabe der Buna-Patente für Amerika beschloss, übertraf die US-Produktion 1943 erstmals diejenige von Deutschland.
Naturkautschuk wird in Plantagen überwiegend aus dem Hevea-Baum durch das Anritzen der Baumrinde gewonnen. Der weisse, dickflüssige Milchsaft, der übrigens ähnlich wie süsser Rahm schmeckt und geniessbar ist, wird auch als Latex bezeichnet und besteht mehrheitlich aus Wasser. Nur 25-35% davon ist Kautschuk.
Die wichtigsten Produzenten (80% der Menge weltweit) von Naturkautschuk sind heute Thailand, Indonesien, Malaysia, Indien, China, Vietnam, die Elfenbeinküste sowie Nigeria. Nichtsdestotrotz werden aber ca. 60% des weltweiten Bedarfs durch Synthesekautschuk gedeckt.
Naturkautschuk ist ein begrenzter Rohstoff und Polymerisat aus dem Monomer Isopren. Er hat eine fast einheitliche Struktur.
Unvulkanisierter Naturkautschuk ist viskoelastisch und verformt sich dauerhaft unter länger andauernden Belastung weil seine Polymere nicht kovalent unterein- ander verknüpft sind. Durch Vulkanisation werden die Polymerketten hingegen miteinander vernetzt. Daraus entstehen zwei wichtige Eigenschaften:
Visko-Elastizität bei hohen und Elastizität bei tiefen Temperaturen (hohes Rückstellverhalten).
Radiergummis, Luftballons, Handschuhe, Gummi-Enten und -bälle. Wer kennt sie nicht? Der Grossteil von Kautschuk (ca. 70%) wird aber für die Produktion von Reifen verwendet! Weitere ca. 12% dient zur Herstellung von Latexprodukten und der Rest von technischen Produkten wie Schläuche, Dichtungsprofile, usw.
In aufgeschäumter Form wird Kautschuk für Matratzen verwendet und kann auch zu Moosgummi weiter verar- beitet werden. Man findet ihn aber auch als Kleidungs- stück, Teppichrückenbeschichtung, Kondom, Kaugummi oder Ebonit (in Kombination mit Schwefel).