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Autistische Menschen haben häufig einen etwas flachen, einsilbigen Gesichtsausdruck. Sie können Emotionen viel schlechter zeigen. Dadurch fallen auch sehr viele Kommunikationsoptionen weg. Autistische Personen können dadurch schlecht «gelesen» und verstanden werden. Das führt bei Neurotypen dazu, dass diese sich in Gegenwart von Autisten teils unwohl fühlen, weil sie die autistische Person nicht gut einschätzen können. Neurotypische Menschen sind darauf angewiesen, dass sie beim Kommunizieren viele Informationen vom Gesicht (Mimik) ablesen können.
Wenn Menschen Angst haben, setzen sie chemische Ausdünstungen/Botenstoffe frei, welche auf andere Menschen ansteckend wirken. Das führt dazu, dass bei Gefahr alle Anwesenden reagieren und versuchen, der Gefahr zu entkommen. Oftmals ensteht daraus Panik. Jeder schaut dann nur noch für sich. Man sieht so etwas am besten dann, wenn es zu Massenpaniken kommt. Da werden Menschen ohne Rücksicht über den Haufen getrampelt, damit man sich selber in Sicherheit bringen kann. Autistische Menschen haben jedoch eine Tendenz, dass sie beim «Geruch» von Angst eher ruhig werden. Autisten reagieren in solchen Situationen oftmals erstaunlich nüchtern und abgeklärt.
Theory of Mind (ToM) ist die Fähigkeit, anderen Wünsche, Absichten, Ideen usw. zuzuschreiben, die sich von den eigenen unterscheiden. Diese Fähigkeit ist bei Autisten nicht- oder nur eingeschränkt vorhanden, was zu Schwierigkeiten bei der Zuordnung von mentalen Zuständen führt. Dies kann dazu führen, dass der Autist in sozialen Situationen falsche Annahmen trifft der Emotionen, Absichten oder Hinweise anderer falsch liest oder gar nicht liest.
40–65% der autistischen Menschen haben Alexithymie – eine Unfähigkeit, Emotionen zu identifizieren oder zu beschreiben. Einige kognitiven Probleme, die normalerweise auf Autismus zurückgeführt werden (z. B. Defizite bei der Mimik oder schwankende Empathie), sind tatsächlich auf Alexithymie zurückzuführen.
Aufgrund eines starken Bedürfnisses nach Gleichförmigkeit («Veränderungsängste») sind autistische Menschen oftmals nicht in der Lage, mit einem Leben mit hoher Varianz oder ständigen Veränderung umgehen zu können. Autisten mögen Beständigkeiten und Rituale.
Autisten sind anfälliger auf posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), weil das Risiko für die Exposition gegenüber traumatischen Ereignissen erhöht ist. Wegen der allgemeinen Symptome des Autismus haben die Betroffenen zusätzlich auch mehr Probleme, mit solchen Belastungsstörungen umgehen zu können.
Untersuchungen haben ergeben, dass autistische Menschen eine bemerkenswert glatte Grosshirnwindung zu haben scheinen welche hilft, Gesichter zu erkenne. Darüber hinaus berichten autistische Erwachsene häufig, dass sie nicht nur Gesichter nicht gut erkennen können, sondern sich Gesichter auch nicht merken können.
Untersuchungen ergaben, dass autistische Männer eine reduzierte, adaptive Kodierung der Gesichtsidentität, in Korrelation mit dem Grad der autistischen Merkmale, zeigen. Interessanterweise gibt es diese Schwäche bei autistischen Frauen fast nie.
Autistische Menschen sind sensibel und anfällig für Traumata, was vermehrt auch zu Tagträumen führen kann. Mit diesen Tagträumen werden Stress und emotionale Schmerzen gelindert. Und es werden dabei auch «interne Freunde» besucht, damit Autisten der Einsamkeit etwas entkommen können.
Menschen ohne Autismus können ihr Netzwerk (ihre Gedanken) abschalten und ruhen lassen. Autisten können dies nicht. Ihre Gedanken fliessen ständig. Es kann neurologisch nachgewiesen werden, dass es wenigstens bei Ruhephasen zu einer Entspannung mit etwas geringerer Aktivität kommen kann. Ansonsten ist es wirklich so, dass die Gedanken bei Autisten nie zur Ruhe kommen können.
Autistische Menschen können externe, sensorische Informationen weniger gut herausfiltern. Das führt dazu, dass sie mehr Reize verarbeiten müssen. Dies macht Autisten anfällig für eine sensorische Überlastung, was zu einem Zusammenbruch führen kann. Ein Zusammenbruch («Meltdown und/oder Herunterfahren») kann verhindert werden, wenn sich der Autist zur Entspannung rechtzeitig an einen ruhigen und eher eingedunkelten Ort zurückziehen kann.
Wenn eine autistische Person durch sozialen Stress und / oder sensorische Überlastung überfordert wird, kann es zu einem Zusammenbruch in Form eines Meltdown kommen, welcher sich zum Beispiel in Form eines Wutanfalls oder unwirschen Verhaltens zeigt. Dies kann Schreien, Aggressionen, Beleidigungen, Selbstverletzung und wiederholenden Bewegungen beinhalten und zu einem Herunterfahren («Shutdown») führen.
Das Herunterfahren ist eine Reaktion auf sozialen Stress oder sensorische Überlastung, wonach die Person apathisch wirkt, nicht mehr reagiert oder sogar teilweise bis zur Unbeweglichkeit verkrampft. Der Shutdown ist der Schritt nach einem Meltdown. Allerdings muss es nicht vorrangig nicht zwingend zu einem Meltdown kommen. Ein Shutdown kann zu extremer Erschöpfung führen.
Einige autistische Menschen leiden an Hyperakusis, einer Überempfindlichkeit gegenüber Schall. Als schmerzhaft empfundenes Hören wird er auch als Hyperakusis dolorosa bezeichnet.
Die Mehrheit der autistischen Menschen mit geistiger Behinderung haben in der Regel kein Suchtproblem. Autistische Menschen ohne geistige Behinderung jedoch haben höhere Rate an Drogenmissbrauch. Dieser ist etwa doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Autismus!