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Vor 150 Jahren – im Februar 1871 – überschritten innert drei Tagen über 87'000 Soldaten der französischen Ost-Armee (auch Bourbaki-Armee genannt, nach ihrem ersten Kommandeur Generals Charles Denis Bourbaki) die Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz. Die ausgehungerten und frierenden Bourbaki-Soldaten boten ein tragisches Bild. Als neutrales Land nahm die Schweiz die Flüchtlinge auf, die entwaffnet, verpflegt, medizinisch versorgt und schliesslich in der ganzen Schweiz interniert wurden. In der Stadt Luzern wurden rund 1400 Soldaten aufgenommen, im ganzen Kanton etwa 5100.
1880 malte Edouard Castres, der als Mitglied des noch jungen Roten Kreuzes als Augenzeuge dabei gewesen war, ein Rundbild zum Grenzübertritt der Bourbaki-Armee. Das rund 1500 Quadratmeter grosse Bild «L’Entrée de l’armée française aux Verrières» gehört aufgrund seiner künstlerischen Qualität und den Faux-Terrain-Installationen zu den eindrücklichsten monumentalen Bildwerken der Schweizer Malerei.
Ein Panorama für Luzern
Nach acht Jahren in Genf wurde das Gemälde 1889 nach Luzern in das neu gebaute Panoramagebäude als Tourismusattraktion auf dem Löwenplatz überführt, nachdem frühere Pläne für ein Panorama zur Schlacht bei Sempach nicht realisiert worden waren.
Später diente das Panoramagebäude als Garage und erhielt das erste mechanisierte Parkhaus auf dem europäischen Kontinent. Ab 1996 wurden Gebäude und Gemälde renoviert und das Haus um einen Mantelbau erweitert. Heute umfasst das Bourbaki Panorama neben dem Museum auch die Stadtbibliothek, Gastronomie, verschiedene Läden sowie mehrere Kinosäle, Kunst- und Kulturräume.
Bildergalerie des Stadtarchivs
In der neu aufgeschalteten Galerie finden Interessierte Bilder unter anderem zur Entstehung des Panoramagebäudes aus den Beständen des Stadtarchivs und aus dem Privatarchiv von Patrick Deicher, Vizepräsident der Stiftung Bourbaki Panorama Luzern.
Sonderausstellung im Bourbaki Panorama
Auch das Bourbaki Panorama Luzern nimmt die Aufnahme der Bourbaki-Armee in der Schweiz vor 150 Jahren zum Anlass, im Erinnerungsjahr 2021 verschiedene Aktivitäten durchzuführen, bei denen auch über die Gegenwart reflektiert wird. Das Museum wird ab dem 11. Mai 2021 die Sonderausstellung «Über Grenzen. Neugier, Hoffnung, Mut» zeigen, die zu einer aktuellen Auseinandersetzung mit Grenzen und Grenzerfahrungen einlädt. Weiter sind verschiedene Infodossiers zum Erinnerungsjahr auf der Webseite des Museums zu finden: www.bourbakipanorama.ch.
In der Rubrik «Ans Licht geholt» erscheinen regelmässig Bildergalerien des Stadtarchivs. Interessierte finden alle Galerien unter www.bildergalerien-stadtarchiv.stadtluzern.ch.
Infos zum Stadtarchiv finden sich unter www.stadtarchiv.stadtluzern.ch.