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Club-History
Kurz vor Weihnachten 1897, am 21. Dezember, wurde in St. Moritz - vermutlich im Kulm Hotel, genau geht dies leider nirgends hervor - der erste Bobclub der Welt gegründet. Eine lange und ereignisreiche Reise hatte begonnen.
Eine der ersten Aufgabe des Committees war es, dem jungen Gebilde Statuten zu geben. Ganz nach feiner englischer Art begnügte man sich mit sieben kurzen Regeln:
1. Ziel des Clubs ist es:
a) Die Interessen des Bobsportes in St. Moritz zu wahren und sein Ansehen zu verbessern
b) Ein Clubvermögen zu äufnen
c) Bobrennen und der Crestastrasse und - sofern gewünscht - auf verschiedenen Passstrassen durchzuführen
d) Männer an den gefährlichen Kurven zu platzieren (diese hatte die Bobs und die Pferdeschlitten voreinander zu warnen!)
e) Flugzettel zu drucken, mit Instruktionen an die Pferdekutscher
f) Den Cresta-Fussweg für den Bobsport verfügbar zu machen
g) Ein gutes Einvernehmen mit dem Kurverein und der Gemeinde zu erwirken, mit dem Ziel, so weit möglich, die Crestastrasse für den Bobsport befahrbar zu machen und in gutem Zustand zu halten.
2. Das Committee soll aus fünf Mitgliedern bestehen, zwei davon müssen Damen sein. Das Committee hat das Recht, diese Anzahl bei Bedarf zu erhöhen. Der Clubvorstand wird an der jährlichen Generalversammlung gewählt, welche vor dem Beginn jeder Saison stattfinden soll und er muss bis zur Generalversammlung der seiner Wahl folgenden Saison im Amt bleiben.
3. Das Committee soll, sobald es ihm nach der Generalversammlung möglich ist, aus seinen Reihen einen Sekretär und einen Schatzmeister ernennen.
4. Das Committee hat die Macht, in allen den Club betreffenden Angelegenheiten zu entscheiden.
5. Eine Generalversammlung des Clubs kann jederzeit beim Sekretär verlangt werden, unterschrieben von fünf Mitgliedern, und unter Einhaltung einer 24-stündigen Frist.
6. Der Beitritt zum Club erfolgt gegen Entrichtung einer Taxe von 10 Franken pro Saison.
7. Ausschliesslich Clubmitglieder haben das Recht, an den Rennen teilzunehmen, welche unter der Leitung des Clubs ausgetragen werden, ausser das Committee entscheidet anders.
Die «Geburtsanzeige» liest sich typisch englisch - kurz und bündig
21. Dezember 1897:
An einer Hauptversammlung, welche an diesem Tag abgehalten wurde. Bezeichnete man die Mitglieder des Komitees für die laufende Saison:
Mrs. Shepley Kulm
Miss M. Cousins Languarde
H.W. Topham Palace
E. Cremers Kulm
F.J. Watson Kulm
Es wurde entschieden, dass es diesem Komitee überlassen wird, die Clubregeln so aufzustellen, dass sie den Richtlinien entsprechend, welche die Hauptversammlung beschlossenen hat.
Es wurde ebenfalls beschlossen, dass das Komitee ermächtigt werden sollte, soviel Geld auszugeben, wie es angebracht findet, damit verschiedene Personen die Cresta-Strasse benützen können.
So trocken und einfach wie dieses erste authentischen Protokoll abgefasst ist, waren die der Gründung des ST. MORITZ BOBSLEIGH CLUB vorangegangenen Jahre keineswegs. Verschiedene Schriften aus jener Zeit belegen, dass der erste Bobclub der Welt eigentlich aus purer Unzufriedenheit entstanden ist.
Erstmals wurde Bobsleigh oder wie es die alten Engländer nannten - «bobbing» im Oberengadin bereits im Dezember 1890 betrieben. Die Chronik besagt dazu: «... ab 1890 kommt ein neuer Sport, der bisher nur vereinzelt betrieben wurde, immer mehr in Schwung: Das Schlitteln mit dem Bobsleigh. Dieser besteht aus zwei Schlittengestellen, welche durch ein langes Brett miteinander verbunden sind. Der vordere Teil ist behlilfs Lenkung beweglich, der hintere ist am langen Sitzbrett festgemacht und hat eine schwer Spannvorrichtung. Auf einem Schlitten müssen mehrere Personen zugleich aufsitzen und dies fördert den Tamgeist. Der vorderste Mann übernimmt die Lenkung, der letzte hat die Bremse zu besorgen....» So schlidderte, bzw. schlittlete man mit den zusammenge-bundenen «skeletons» alle möglichen und unmöglichen Hänge im ganzen Oberengadin hinab.
Allerdings, bis 1895 entwickelte sich diese neue Art zu Schlitteln nicht nach dem Gusto der eingefleischten Schlittler, welche seit der Wintersaison 1889/1890 im St. Moritz Tobogganing Club vereint waren. Den «Neumodischen» jedoch gefiel dies in Gruppen zu betreibende Sportart immer mehr . Für sie war es eine Unterhaltung, eine Art Gesellschaftsspiel, zumal die holde Weiblichkeit in vollem Masse mittun konnte.