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Der mit Spannung erwartete einzige Hollywoodfilm im Rennen um die Goldene Palme von Cannes, "The Tree of Life" mit Brad Pitt und Sean Penn, ist am Montag, mit lauten Buh-Rufen und zaghaftem Applaus bedacht worden.
Dass sich Regisseur Terrence Malick im Anschluss bei der Pressekonferenz nicht den Fragen der Medien stellte, stiess an der Croisette zudem auf wenig Gegenliebe. Brad Pitt bot eine Erklärung: "Terrence sieht sich als jemand, der ein Haus baut, aber er will es dann nicht auch verkaufen müssen." Dafür seien andere zuständig.
Der 47-jährige Pitt spielt in dem Film eine aggressive Vaterfigur in den 1950er Jahren und der drei Jahre ältere Sean Penn seinen Sohn, der sich später an die Kindheit erinnert.
Den Arbeitsprozess mit dem schüchternen Filmemacher beschrieb Pitt am Montag als prägende Erfahrung. "Er ist wie ein Kerl mit einem Schmetterlingsnetz, der wartet, um den richtigen Moment einzufangen." Die meisten Szenen des Films seien erst Tag für Tag am Set erarbeitet worden, was sehr anstrengend gewesen sei.
Theologische Debatten
"Er liebt alle seine Charaktere, respektiert sie. Und er ist sehr spirituell, hat einen sehr universellen Zugang zur Welt. Wir hatten zahlreiche theologische Debatten während des ganzen Drehs", erzählte der Star, der im weissen Anzug und gemeinsam mit Co-Darstellerin Jessica Chastain erschienen war.
"Kaum ein Moment in diesem Film ist geplant", ergänzte Chastain. "Er hat eine Atmosphäre am Set erzeugt, die dafür sorgte, dass schliesslich vor der Kamera sogar ein Schmetterling auf meiner Hand landet."
"The Tree of Life" behandelt die Trauerarbeit einer Familie nach dem Verlust eines der drei Söhne. Die Natur fungiert dabei als Keimzelle des Lebens, die Familie als Keimzelle der Gewalt.
Ausufernde Bilder des teils brodelnden, teils beschaulichen Universums, sinnbildlich für die väterliche und mütterliche Seite, wechseln sich mit Rückblenden über das Aufwachsen der drei Jungs unter dem konservativen Vater ab.
Die Stimmung erinnert manchmal ebenso an "Virgin Suicides" wie an die Klassiker von Arthur Miller. Frauenchöre und ein den Film stark bestimmender Klassik-Score vermischen sich zudem mit religiösen Bezügen und immer wieder esoterisch anmutenden Bildern.
Was anfangs experimentell und spannend wirkt, verliert im Verlauf der 138 Minuten aber bald an Zauber.
SDA-ATS