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Bestimmt hatten die Meisten von uns schon unliebsame Begegnungen mit der Brennnessel und für ebenso viele ist sie der Inbegriff von Unkraut. Dabei ist die Brennnessel ein wahres Kraftpaket; von den Blättern, dem blühenden Kraut, über die Samen bis hin zu den Wurzeln kann die Pflanze vielseitig genutzt werden.
Grosse Brennnessel / Urtica dioica
Die Grosse Brennnessel ist eine mehrjährige, zweihäusige Pflanze mit einer Wuchshöhe von 70 bis 150 Zentimetern. Aus dem kriechenden Wurzelstock treiben zahlreiche aufrechte, beblätterte Stängel aus. Die Blätter sind graugrün, spitz und eiförmig. Die ganze Pflanze ist von Brennhaaren bedeckt. Im Sommer entwickeln sich in den oberen Blattachseln Rispen mit winzigen, weisslichen Blüten. Die Blüten sind auf weibliche und männliche Pflanzen verteilt.
Wenn man die Blätter der Brennessel berührt, brechen die Spitzen der Brennhaare ab, und ein scharf brennender Stoff wird freigesetzt. Eine winzige Menge dieses Stoffes aus einem Brennhaar genügt, um auf der Haut des Menschen den bekannten Nesselausschlag hervorzurufen.
Die Brennnessel kommt weltweit vor, jedoch nicht im tropischen Afrika, Südamerika und in den Polarregionen. Sie wächst auf stickstoffreichen Böden in Wäldern, Gebüschen und auf Schuttplätzen, am liebsten im Halbschatten.
Etwas zur Geschichte
Der Name der Brennnessel leitet sich vom lat. „urere“ (brennen) ab. Es beschreibt das Brennen auf der Haut, wenn man in Kontakt mit der Pflanze kommt.
Die Brennnessel war in Zeiten der Armut ein dankbares Sammelgut, das fast überall wuchs und eine kräftige Suppe gab.
Wussten Sie, dass die faserigen Stängel früher auch zur Herstellung von Stoff und Seilen verwendet wurde? Mit dem Aufkommen der Baumwolle verlor die Verwendung der sehr reissfesten Faser immer mehr an Bedeutung.
Und noch ein Verwendungsbeispiel für ganz hartgesottene Mitmenschen:
Weit verbreitet war auch das Peitschen, die sogenannte "Urtikation" des Rückens oder Gelenke mit Brennnesselstängeln, das ein mehrstündiges Wärmegefühl erzeugt und gegen Ischiasbeschwerden, Hexenschuss oder Gelenkschmerzen hilft.
Ernte und Wirkung der Brennnessel
Die Brennnessel kann von März bis im August gesammelt werden.
Besonders die jungen, zarten Blätter sind im Frühling ein Genuss in der Wildkräuterküche. Sie enthalten bis zu 20% Mineralstoffe (Kieselsäure, Kalium, Kalzium und Eisen) sowie einen hohen Anteil an Vitaminen und Chlorophyll. Die Blätter wirken stoffwechsel-anregend und harntreibend uns sind dadurch ideale Begleiter bei Frühjahrskuren.
Das blühende Kraut kann getrocknet für Tee verwendet werden, welcher dank seiner durchspülenden und entzündungshemmenden Wirkung gut bei Gicht, Rheuma und Hautkrankheiten hilft.
Ab August sind die ersten Samen reif. Sie sind wahre kleine Kraftprotze und wirken vitalisierend und kräftigend. Getrocknet können Sie z.B. gut in ein Müesli gemischt werden.
Und schlussendlich wird im Herbst die Wurzel geerntet. Sie ist, als Tee zubereitet, bei Prostatabeschwerden.
Die Brennnessel in der Küche
Brennnesselsuppe
Zutaten für 4 Personen:
50 g junge Brennnesseln, abgespült, gehackt
250 g Kartoffeln, geschält, gewürfelt
1 Zwiebel, gehackt
2 Knoblauchzehen, gehackt
7 dl Fleischbouillon
1 dl Vollrahm
2 EL junge Brennnesseln, abgespült, gehackt
Zubereitung:
Kartoffeln, Zwiebel und Knoblauch in eine Pfanne geben. Bouillon beigeben, 30 Minuten kochen lassen.
Brennnesseln hinzufügen und ca. 10 Minuten mitkochen.
Anschliessend die Suppe mit dem Mixstab pürieren. Den Rahm beigeben und abschmecken. Die kleingeschnittenen Brennnesseln in die Suppe streuen und sofort servieren. Ä Guete!
Weitere Rezepte und Wissenswertes
Im Heilpflanzenkalender 2020 finden Sie weitere Rezepte zur Brennnessel und viel Wissenswertes zu weiteren Heil- und Wildkräutern.
Es sind noch einige Exemplare verfügbar. Der Wochenkalender ist jetzt zum Preis von CHF 20.00 statt 39.00 (exklusiv Versandkosten) erhältlich und kann unter
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