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Von guten Werken ist nur im Neuen Testament die Rede. Im Alten Testament wird nichts davon erwähnt. Diese guten Werke werden im Gegensatz zu den Gesetzeswerken nicht getan, um ewiges Leben zu erhalten (Lk 10,25; 18,18) oder um vor Gott gerechtfertigt zu werden (Röm 3,20; Gal 2,16).
Sie können und sollen vielmehr von denen getan werden, die ewiges Leben besitzen und durch den Glauben gerechtfertigt sind. Die guten Werke sind ein Beweis der Echtheit des Glaubens eines Menschen (Jak 2,18).
In Matthäus 5,16 spricht der Herr Jesus selbst zum ersten Mal von guten Werken. Dabei werden zwei Aspekte deutlich:
- Gute Werke sind den Menschen nützlich und
- führen zur Verherrlichung Gottes (vgl. 1. Pet 2,12).
Der Herr ist auch der Erste, von dem wir lesen, dass Er gute Werke getan hat. Er bezeugt es von sich selbst (Joh 10,32). Ausserdem lernen wir hier, dass die Quelle aller guten Werke Gott ist. Das finden wir auch in Epheser 2,10, wo wir selbst als ein Werk Gottes gesehen werden; geschaffen, um gute Werke zu tun, die Er schon zuvor bereitet hat. Das heisst, sie liegen gewissermassen vor uns. Wir müssen sie nur erkennen und ausführen.
Was sind gute Werke?
Wir finden in der Bibel keinen vollständigen Katalog, aber doch einige Hinweise. In 1. Timotheus 5,10 wird zum Beispiel von den guten Werken gesprochen, die eine gläubige Witwe getan haben sollte. Diese gaben den Ausschlag zu ihrer materiellen Unterstützung durch die örtliche Versammlung.
Das zuerst genannte gute Werk ist das Aufziehen der Kinder. In der Welt versuchen Mütter nach der Geburt eines Kindes oft, so rasch wie möglich wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren und den Beruf wieder auszuüben. Kinderkrippen, Kinder-Tagesstätten und Ganztagsschulen, deren Zahl stetig zunimmt, kommen diesem Wunsch entgegen. Liebe gläubige Mutter, willst du das vordringlichste gute Werk, das Gott dir anvertraut hat, nicht tun?
Als nächstes wird das Beherbergen von Fremden erwähnt. Anhand von 3. Johannes V. 5 können wir wohl annehmen, dass es sich dabei um Gläubige handelte. Oft sind es immer dieselben Geschwister, die Gastfreundschaft erweisen. Andere aber, die es auch könnten, laden so gut wie nie ein und unterlassen es, ein gutes Werk zu tun.
Das Waschen der Füsse war zur damaligen Zeit eine körperliche Erfrischung. Auf heute übertragen, können wir dabei sicher an eine geistliche Erfrischung der Herzen denken. Paulus stellt Philemon das Zeugnis aus, dass durch seine Liebe die Herzen der Heiligen oft erquickt worden sind (Phlm V. 7). Die Geschwister zu erfrischen und zu beleben, ist sicher ein gutes Werk. Tragen wir dazu bei?
Als letztes wird die Hilfeleistung für Bedrängte erwähnt. Paulus war oft bedrängt und zwar von aussen wie auch von innen (2. Kor 7,5). Kämpfe von aussen, wie sie Paulus kannte und auch heute noch viele Kinder Gottes in kommunistisch oder islamisch regierten Ländern erleben, mag es bei uns nicht geben. Aber wie viele Gläubige sind wie Paulus durch innere Nöte und Sorgen bedrängt! Beten wir für solche Geschwister, schenken wir ihnen ein offenes Ohr, zeigen wir ihnen unser Mitgefühl, stehen wir ihnen bei? Sagt sich nicht mancher unter den Gläubigen: «Niemand fragt nach meiner Seele» (Ps 142,5)? Muss nicht auch Gott sagen: «Da ist niemand, der nach ihnen fragt» (Hes 34,6)? Welch ein wichtiges und gutes Werk, den Bedrängten zu helfen! Diesem und jedem anderen guten Werk sollten die Witwen nachgegangen sein.
Unsere Verantwortung
Wenn wir einerseits gesehen haben, dass Gott die guten Werke zuvor bereitet hat, so fordert uns die Schrift anderseits aber auch auf, Sorge zu tragen, sie zu betreiben (Tit 3,8). Es sollte uns ein wichtiges Anliegen sein, sie zu tun. «Jeden Tag eine gute Tat» ist das Motto der Pfadfinder. Dürfen wir nicht jeden Morgen bitten: «Herr, zeige mir die guten Werke, die ich heute tun soll?» Manches gute Werk dient auch den Ungläubigen und wird von ihnen bemerkt (1. Pet 2,12). Es bereitet vielleicht das Herz für die Annahme des Evangeliums vor!
So wie ein Lehrling ausgebildet wird, damit aus ihm ein guter Facharbeiter wird, so unterweist uns das Wort Gottes, damit wir zu Menschen Gottes werden, die zu jedem guten Werk geschickt sind (2. Tim 3,16.17). Von manchen Leuten sagt man, dass sie zu allem zu gebrauchen sind. Solche Menschen Gottes sollen wir in Bezug auf die guten Werke werden.
Vor einem sportlichen Wettlauf gehen alle Läufer in den Startblöcken in Position. Sie warten auf den Startschuss. Sie sind bereit, sofort loszulaufen. So sollen wir zu jedem guten Werk bereit sein (Tit 3,1). Die Korinther hatten sich bereit erklärt, die Gläubigen in Jerusalem finanziell zu unterstützen. Paulus wollte nicht, dass die Korinther dadurch beschämt würden, dass die Gabe nicht bereit wäre, wenn er mit Brüdern aus Mazedonien kommen würde, um sie abzuholen. Deshalb kündigte er durch andere sein Kommen an (2. Kor 9,1-5). Versprechen wir nicht manchmal auch, dem Herrn dienen zu wollen, sind aber nicht bereit, wenn es darauf ankommt?
Oft ist es nicht schwer, eine Sache mit Eifer zu beginnen, aber dabei zu bleiben erfordert Ausdauer (Röm 2,7). Einem Archippus musste gesagt werden: «Sieh auf den Dienst, den du im Herrn empfangen hast, dass du ihn erfüllst» (Kol 4,17). Im Gegensatz dazu konnte der Mensch gewordene Sohn Gottes sagen: «Das Werk habe ich vollbracht, das du mir gegeben hast, dass ich es tun sollte» (Joh 17,4).
Von den guten Werken wird fast immer in der Mehrzahlform gesprochen. Daran reich zu sein, gilt sicher nicht nur den materiell Reichen (1. Tim 6,18). Von Dorkas, die wahrscheinlich keine vermögende Frau war, heisst es, dass sie reich an guten Werken war (Apg 9,36). Geschwister, die reich an guten Werken sind, werden zu Recht geschätzt. Es gibt nicht so viele davon und so wird bei ihrem Heimgang, wie bei Dorkas, die entstandene Lücke schmerzhaft empfunden.
Solche Gläubige ermuntern zur Nachahmung. Titus sollte für die Kreter, die von einem ihrer Landsleute als faule Bäuche charakterisiert worden waren, ein Vorbild in guten Werken sein (Tit 2,7). Sechsmal wird gerade in dem Brief, den Paulus an Titus schrieb, von den guten Werken gesprochen. Besonders beeindruckend ist die Aussage, dass der Herr Jesus sich selbst gegeben hat, um sich ein Eigentumsvolk zu reinigen, das eifrig sei in guten Werken (Tit 2,14). Seien wir gerade in unseren Tagen, die so sehr durch den Egoismus der Menschen geprägt sind, solch ein Volk!
Schluss
Zu Anfang hatten wir gesehen, das Gott die guten Werke vorbereitet hat. Dann haben wir an unsere Verantwortung gedacht. Wir sollen zu diesen Werken geschickt sein, dazu bereit sein, darin ausharren, darin reich sein und darin ein Vorbild für andere sein. Wir wollen mit dem Gedanken schliessen, dass Gott uns dabei helfen wird, denn Er will uns in jedem guten Werk vollenden (Heb 13,20.21). Gott ist es, der in uns sowohl die Bereitschaft wirkt, diese Werke zu tun, als auch beim Vollbringen hilft, so dass das Ergebnis zu seinem Wohlgefallen ausfällt (Phil 2,13).