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Definition: Tapete ist der Sammelbegriff für eine Wandbekleidung, die in der Regel aus Papier besteht. Das Papier kann gestrichen, bedruckt, bemalt, geprägt, gaufriert oder mit einem speziellen Auftrag versehen sein.
Der Name stammt vom griechischen Wort Tapes, was soviel wie Decke oder Teppich bedeutet.
Schon seit frühesten Zeiten hat der Mensch versucht, die Wände seiner Behausung oder Wohnung zu verschönern.
Am Anfang waren Wandmalereien, dann Felle und einfache Geflechte. Wandteppiche, Tapisserien und Gobelins waren in der Renaissance sehr beliebt.
Ledertapeten aus quadratischen Kalbslederstücken mit eingeprägtem Muster, bemalt, gepunzt, lackiert oder mit Gold- und Silberbelag.
Textile Wandbeläge aus Leinen-, Seiden- oder Baumwollstoffe gefärbt, bemalt, von Hand und ab 1783 auch von Manschinen bedruckt. Gewobene Stoffe wie Brokat, Velours, Damast ect.
Papier aus einzelnen Papierblätter, von Hand bemalt oder bedruckt. Diese Papierblätter wurden einzeln auf die Wand gebracht oder zu Bahnen zusammengeklebt.
Ab Anfang des 19. Jahrhunderts erstmals endlose Papierbahnen. Der Handdruck wird durch den Rollendruck abgelöst.
Mit dem Aufkommen der ersten Bild- und Schriftzeichen entstand auch ein Bedarf an brauchbaren Schriftträgern, um die Mitteilungen dauerhaft aufzeichnen zu können. Man verwendete dazu als erstes Tafeln aus Wachs, Ton, Holz, Elfenbein, Metall oder Stein. Danach folgte das aus Tierhäuten hergestellte Pergament und das aus dem Mark der Papyruspflanze hergestellte Papyrus, von dem auch der heutige Name Papier stammt.
Die Erfindung des eigentlichen Papiers wird dem Chinesen Ts’ai Lun zugeschrieben. Diesem gelang es im Jahre 105 n.Chr. erstmals, aus einem Brei von zerstampften Lumpen, Hanf und Rinderbast, ein brauchbares Schreibmaterial herzustellen.
Da das Geheimnis der Papierherstellung in China streng gehütete wurde, vergingen noch über 1000 Jahre, bis dieses nach Europa gelangte.
Im Jahre 1150 wurde erstmals in Italien und ab 1433 auch in der Schweiz Papier hergestellt. Mit der Erfindung der Buchdruckerkunst, um 1440, stieg der Papierbedarf rasch an.
Als der herkömmliche Papierrohstoff, der aus Resten alter Leintücher und Kleider bestand, nicht mehr ausreichte, entdeckte man das Holz zur Papierherstellung. Dieses Material ist auch heute noch, neben textilen Fasern, Lumpen und Altpapier, der häufigste Papierrohstoff.
Sicherlich steht bei der Auswahl der Tapete die Ästhetik an oberster Stelle. Andererseits sollte auch ein Augenmerk auf die Qualität und Oberflächenbeschaffenheit geworfen werden.
Wenden Sie die optischen Regeln an.
Ein niedriger Raum wirkt höher
- Wenn eine senkrecht gestreifte Tapete geklebt wird
- Wenn die Tapete bis zur Decke geklebt wird, ohne dass oben ein Stück der weissen Wand sichtbar ist
- Wenn man die Decke beleuchtet (indirekte Beleuchtung)
Ein Zimmer wirkt niedriger
- Wenn man eine gestreifte Tapete waagrecht klebt
- Wenn man nicht bis zur Decke tapeziert
- Wenn man die Decke in einem Pastellton färbt
- Wenn man die Decke Tapeziert
- Wenn die Beleuchtung nicht nach oben, sondern nach unten strahlt
Ein Zimmer gewinnt an Tiefe
- Wenn man eine Wand in einem Farbton tapeziert, der optisch zurücktritt, zum Beispiel mit einem mittleren Blau oder einem Kadmium-Grün, während die Seitenwände hell gehalten sind, so dass ein Kontrast mit der dunkleren Rückwand entsteht
- Wenn man die Decke in Längsstreifen tapeziert
- Wenn eine in Längsstreifen tapezierte Decke auf eine starkfarbige Wand zielt.
Ein kleiner Raum wirkt grösser
- Wenn man helle Tapeten verwendet
- Wenn man kleine Muster bevorzugt
- Wenn man eine Schauwand (ohne Fenster und Türen) mit grossen Mustern tapeziert
- Wenn man Karomuster verwendet (Karomuster addieren sich in der Senkrechten und in der Waagrechten); in beiden Fällen wird eine vergrössernde Wirkung erzielt. Das Karomuster darf in der Farbe nicht zu kräftig sein, sonst wird die vergrössernde Wirkung wieder aufgehoben
- Wenn eine glänzende Tapete verwendet wird. Glänzende Oberflächen, wie zum Beispiel Seidentapeten, wirken vergrössernd.
Ein grosses Zimmer wirkt kleiner
- Wenn man starke Farben wählt
- Wenn die Muster gross ausfallen
- Wenn die Tapete schräg gemustert ist (Diagonalen wirken verengend)
Ein Erker gewinnt an Tiefe
- Wenn man die Seitenwände hell, die Hauptwand dunkel tapeziert.
Ein Erker gewinnt an Höhe
- Wenn man ihn ganz weiss tapeziert
Ein Erker wird niedriger
- Wenn man Wände und Decke tapeziert
- Wenn man die Decke dunkel hält
Heutzutage werden sehr häufig sogenannt „spaltbare“ Vinyltapeten eingesetzt. Eine Kunststoffschicht oder Folie die als Oberbelag dient wird auf ein Papier oder auf ein Textilträger aufkaschiert. Die Oberschicht kann geprägt, glatt, geschäumt, bedruckt oder profiliert sein. Diese Tapetenart ist sehr strapazierfähig und kann auch in Badezimmer, Küchen, Büros und Treppenhäuser verwendet werden.
Vinyltapeten können leicht mit Wasser abgewischt werden und haben ausserdem eine sehr hohe Lichtbeständigkeit.
Die Fondtapete ist aus einem leichten bis mittelschweren Papier hergestellt. Das Papier wird zuerst mit einer Grundfarbe abgedeckt um dann mit einer weiteren Farbe bedruckt zu werden. Diese Tapete ist eher preisgünstig und ist nicht sonderlich Wasser- und Lichtbeständig.
Auch bei der Metalltapete wird auf einen Träger aus Papier oder Textil eine Oberschicht aufgetragen. Die Dekorationsschicht kann aus Metall oder aus einer Polyesterfolie sein. Metalltapeten sind diffusionsdicht, das heisst die Unterlage darf keine Restfeuchtigkeit haben. Das Aufbringen von Metalltapeten ist äusserst aufwendig und heikel. Jede noch so kleine Unebenheit ist erkennbar.
Das A und O bei der Montage ist die Vorbereitung des Untergrunds. Der Untergrund, sprich die Wand, muss trocken, sauber und ohne Risse und Löcher sein. Mit einer Klebprobe mit der zu verklebenden Tapete und dem Klebers kann man die Haftung prüfen. Wie die Tapete montiert werden soll, können Sie auf den Piktogrammen der Hersteller erkennen. Spaltbare Tapeten werden in der Regel mit der Technik „Kleber auf die Wand“ montiert.
Das Anbringen von Tapeten kann auf verschiedene Arten bewerkstelligt werden. Es gibt Tapeten, in der Regel Vinyltapeten, bei denen nicht die Tapete mit Kleister bestrichen wird, sondern die Wand.
Fondtapeten werden wie früher mit Kleister bestrichen, gefaltet, weggelegt zum Einwirken und danach an die Wand angebracht.