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Mexikos Regierung verhängte nie eine verbindliche Ausgangssperre oder ähnlich strenge Anti-Corona-Massnahmen. Inzwischen haben in Teilen des Landes - darunter der Hauptstadt - Geschäfte und Restaurants wieder auf. Seit mehr als zwei Monaten behauptet Präsident Andrés Manuel López Obrador immer wieder, Mexiko habe das Coronavirus gebändigt. Erst vor wenigen Wochen, für einen Staatsbesuch in Washington am 8. Juli, liess er sich zum ersten Mal testen. Mit Atemschutzmaske sieht man ihn fast nie. In seiner täglichen Pressekonferenz dazu gefragt, sagte López Obrador am Freitag, die Nützlichkeit von Masken sei nicht wissenschaftlich erwiesen.
Die wahren Corona-Zahlen dürften in dem nordamerikanischen Land deutlich höher liegen als die offiziell bestätigten. Mexiko testet im internationalen Vergleich äusserst wenig auf den Erreger Sars-CoV-2, der die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Nach Zahlen von Forschern der englischen Oxford-Universität lag die Zahl der täglich durchgeführten Tests in Mexiko zuletzt bei 6,04 pro 1000 Einwohner - in Deutschland waren es 88,55 und in den USA 147,42.
Mexikos Sterblichkeitsrate relativ zur Zahl der Infektionen liegt nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in den USA mit 11,3 Prozent weltweit an achter Stelle. Pro 100 000 Einwohner belegt das 130-Millionen-Einwohner-Land demnach mit 33,2 Todesopfern den 15. Platz./nk/DP/zb
(AWP)