Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03572.jsonl.gz/2777

Mabon
Licht und Schatten im Gleichgewicht.
Ich höre Seine Schritte und der Schatten des Geweihs fällt auf die gold'ne Ebene.
Ein letzter Gruß. Ein wissendes Lächeln und Er schreitet durch das Tor zur Unterwelt.
- Quelle: V. Holzapfel
Dieses Fest ist das zweite, das mittlere Erntefest zwischen Lughnasad
(am 1. August) und Samhain (am 31. Oktober). Auch hier wird wieder die Ernte gefeiert welche nun dem Ende zugeht.
Diese Ernte ist nun aber die Ernte der Früchte, der Trauben und des Obstes. Es ist Zeit, Obstbrände,
Fruchtweine, Met etc. anzusetzen. Es ist das Erntedankfest, an dem man glücklich und stolz auf das
in diesem Jahr Erreichte zurückblicken kann.
Mit dem Herbstfest, nach dem Hauptteil der Ernte, beginnt die dunkle und stille Zeit des Jahres,
in der die Nächte länger als die Tage sind. Es ist das abnehmende Äquinoktium,
das den kalendarischen Herbstanfang bezeichnet, und der Tag der Ausgeglichenheit zwischen Licht und Dunkelheit.
Wieder ist Tagundnachtgleiche, sind die Kräfte des Lichtes und der Dunkelheit im Gleichgewicht wie zu Ostara,
doch diesmal ist es die Dunkelheit, welche zunimmt und somit das Licht immer weiter verdrängt.
Mabonad ist das Gegenstück zu Ostara, da beide zur Tagundnachtgleiche stattfinden.
Das Äquinoktium stellt die Mitte zwischen Höchst- und Tiefststand der Sonne im Jahreskreislauf dar.
Zu Mabonad besteht gerade noch ein Gleichgewicht zwischen dem Licht und der Dunkelheit,
aber ab jetzt werden die Nächte wieder länger als die Tage, und es zeichnet sich deutlich ab,
daß die Sonne den Kampf verlieren wird. Der sterbende Sonnengott gibt seine letzte Kraft der Erde.
Damit stärkt er die letzten Ernten und seinen in der Göttin heranwachsenden Sohn,
in dem er nach seinem Tode wiedergeboren werden wird. Die deutlich sichtbar schwangere Göttin ist
noch immer die fruchtbare Frau in Rot.
Das Fest steht am Ende der Erntezeit und verkündet auf seine Art das Eintreten der Ruhezeit des Winters.
Es ist das zweite Mal, daß Tag und Nacht sich in einem Gleichgewicht befinden.
An diesem Fest steht der Dank für die reichen Gaben der Erde im Mittelpunkt, denn sie ermöglicht,
daß die Menschen den Winter und die Ruhe der Natur erleben dürfen und nicht zu darben brauchen.
Nun beginnt eine ruhigere Phase, man hat Gelegenheit, sich wieder zu sammeln und neue Kräfte aufzutanken
- bald beginnt ein neuer Zyklus des Wachsens, Reifens und Vergehens in dem man die aufgespeicherte Energie
gut gebrauchen kann. Es ist auch die Zeit, zeremoniell-magische Utensilien und Werkzeuge zu reinigen und mit
neuer Kraft aufzuladen.
Da die meisten Menschen heute keine Bauern mehr sind und nicht aktiv an der Getreideernte teilnehmen,
wird in den Opferritualen die Getreideernte symbolisch nachvollzogen. Für das rituelle Mahl oder das Opfer
eignen sich frisch gebackenes Brot, Fisch, Geflügel, Weißwein, Frühäpfel, Brombeeren und Johannisbeeren besonders gut.