Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03098.jsonl.gz/1166

Immer wieder bekomme ich Dateien zugespielt, die Dateinamen wie die folgenden haben:
Was passiert da?
Diese Dateien sind auf einem Mac erstellt und benannt worden, und dabei sind auch bestimmte Sonderzeichen in den Dateinamen eingeflossen. Im gezeigten Beispiel handelt es sich um das Mikro-Zeichen, Unicode 00B5 (hexadezimal) bzw. 181 (dezimal), das vom Windows-Explorer in die Kombination aus dem Winkel und dem A mit Akzent umgesetzt wurde.
Folge: Die Bilder werden nicht gefunden, der Produktionsprozess stockt, die Bilder müssen manuell neu verknüpft werden.
Problem: Der Windows-Explorer kann hier nur mit Zeichen aus dem Standard-ASCII-Bereich richtig umgehen. Dieser Bereich geht nur bis zum Zeichen 007F (hexadezimal) bzw. 127 (dezimal).
Den hexadezimalen Unicode-Wert eines Zeichens könnt ihr im Glyphen-Bedienfeld ablesen. Stellt dazu einfach die Maus über das Zeichen und lest im Tooltip-Fenster den Unicode-Wert ab.
Unicode-Wert ablesen im Glyphen-Bedienfeld
Hier also der Praxistipp 1: Wenn ihr auf eurem Mac Dateien benennt, die vielleicht irgendwann einmal auf einem Windows-Rechner weiter verarbeitet werden sollen, dann verwendet für die Benennung nur Zeichen aus dem Standard-ASCII-Bereich. Welche das sind, zeigt ein Blick in das entsprechende Codechart auf der Webseite des Unicode-Konsortiums:
ASCII-Tabelle
Und jetzt bitte bloß keine Einwände à la “Wer hat schon Windows”. Diese Zeiten sind seit langem vorbei.
Aber es gibt noch weitere “Fallen”. Wer hat nicht schonmal eine PDF-Datei heruntergeladen, die etwa so hieß:
Baugruppe%20Kofferraum.pdf
Was ist da passiert? Da ist ein Leerzeichen im Dateinamen (20 hexadezimal, 32 dezimal), das bei der Dateibenennung eigentlich überhaupt nicht vorgesehen war und ist, und der Webbrowser ist in der Regel cool genug, statt eines “Geht nicht” das Leerzeichen durch “%20” zu ersetzen und damit den Download zu ermöglichen. Gleiches gilt für Anführungszeichen o.ä., falls sich solche im Dateinamen befinden.
Wie solltet ihr also eine Datei benennen, damit sie wirklich “kugelsicher” weltweit funktioniert?
Praxistipp 2: Benennt eure Dateien
- mit den 26 Buchstaben A bis Z (klein oder groß), d.h. also insbesondere keine Umlaute, kein “Scharf-S”;
- mit den Ziffern 0 bis 9;
- mit dem Unterstrich als Worttrenner;
- insbesondere kein Leerzeichen;
- das war’s. Keinerlei Sonderzeichen wie Punkt (außer dem trennenden Punkt zwischen Dateiname und Dateiendung) oder Bindestrich (machen in manchen Prepress-Systemen Probleme), Anführungszeichen, Kommata o.ä.;
- auch auf dem Mac mit der richtigen Datei-Endung (z.B. “.indd”).
Und wenn ihr ganz cool seid, beschränkt ihr euch beim Dateinamen auf 31 Zeichen. (Das werden manche noch aus der “guten alten Zeit” kennen, es gilt aber teilweise auch heute noch.)
Übrigens: Einmal hatte ich bei einem Kunden den Fall, dass InDesign ein Plug-in nicht erkannte, obwohl es richtig installiert zu sein schien. Des Rätsels Lösung: Die Festplatte hieß “SKARABÄUS” mit dem Umlaut “Ä”. Kaum war sie umbenannt in “SKARABAEUS”, lief alles wunderbar. Daher: Wenn ihr “kugelsicher” arbeiten wollt, dann benennt ihr auch Ordner und Laufwerke nach den oben genannten Regeln.