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WAS IST das HÄMANGIOSARKOM?
Das Hämangiosarkom bei Hunden ist eine sehr ernsthafte Krankheit und leider auch eine ziemlich häufige Krebsform: Ca. 50% der krebskranken Hunde sind davon betroffen. Ca. 90% der Hunde, die an dieser Krebsart erkranken, sterben innerhalb eines Jahres nach der Diagnose, häufig viel früher.
Das Hämangiosarkom besteht aus Krebszellen, die sich in kleinen Blutgefäßen einnisten. Sie haben die Tendenz, sich schnell in entlegenere Gebiete des Körpers des Hundes auszubreiten und dort anzusiedeln. Dies wird als "Metastasierung" bezeichnet.
Dieser bösartige Krebs der Blutgefäßwände kann an folgenden Körperorganen und -teilen auftreten:
Wenn bei einem Haut-Hämangiosarkom (dermal) nur die Dermis (Oberfläche der Haut) betroffen ist, kann die befallene Stelle relativ leicht chirurgisch entfernt werden. Solche Patienten haben eine ausgezeichnete Chance auf vollständige Genesung. Die Prognose bei subkutanen (unter der Haut) und intramuskulären (Muskelgewebe) Formen sind leider weniger optimistisch.
Leider ist das innere Hämangiosarkom (Organe in der Bauchhöhle) mit ziemlicher Sicherheit tödlich. Wucherungen, die sich in Milz, Herz, Niere oder Leber bilden, sind schwer zu erkennen, und sie sind oft schon zu groß, wenn sich die ersten Symptome zeigen. Bereits in einem mikroskopischen Stadium kann sich das Hämangiosarkom im ganzen Körper ausbreiten und praktisch überall blutgefüllte Tumore bilden. Das Krebs-Gewebe dieser Tumore ist nicht so stabil wie gewöhnliches Gewebe und kann deshalb leicht platzen, wenn es mit Blut überfüllt ist. Dies kann zu plötzlichen, schweren inneren Blutungsnotfällen führen. Eine solche innere Blutung zeigt sich durch plötzliches Weißwerden der Zunge und des Zahnfleisches, Schwäche und Kollaps.
Wenn der erkrankte Hund als Notfall in der Tierklinik ankommt, ist es oft zu spät, um eine erfolgreiche Behandlung durchzuführen.
Hundebesitzer, die Anomalitäten der Haut (Farbveränderungen), einen stark geschwollenen Bauch, Knoten im Bauchbereich oder eine ungewöhnliche Schwäche ihres Hundes bemerken, sollten sofort einen Tierarzt aufsuchen und auf ein gründliches Screening bestehen (Blutuntersuchung, Urinprobe, Ultraschalluntersuchung, gegebenenfalls Biopsie...).
Genetische Veranlagung
Alter
Überdurchschnittliche Sonnenexposition kann bei Hunden mit minimaler Pigmentierung (helle Haare) und kurzem Fell ein Hämangiosarkom der Haut verursachen.
Vielmehr ist leider nicht mit Sicherheit über die Ursachen bekannt (Ernährung, Dauerbelastung, Umwelteinflüsse, chemischen Substanzen …?)
Das Hämangiosarkom kann sich überall auf der Oberfläche des Körpers eines Hundes entwickeln, direkt unter der Haut, in den Muskelgeweben oder in den inneren Organen. Hier tritt das Hämangiosarkom am häufigsten in Herz, Milz, Leber, Niere, Bauchhöhle, Augen und Knochen auf. Das Hämangiosarkom am Herzen ist eine der häufigsten Krebsarten beim Hund.
Die Tatsache, dass bestimmte Rassen und Größen von Hunden für die Entwicklung von Hämangiosarkomen prädisponiert (veranlagt) zu sein scheinen, deutet stark darauf hin, dass es unter anderem eine genetische Komponente gibt.
Auf der Haut: Das kutane (dermale) Hämangiosarkom
Das oberflächliche Haut-Hämangiosarkom zeigt sich als bläuliche, schwarze oder rote Hautklumpen direkt auf der Haut.
Ursache kann eine erhöhte Sonnenexposition sein, und es tritt meistens auf Hautzonen mit geringerem Haarwuchs auf. Hunde mit kurzen, weißen Haaren haben das größte Risiko, an dieser Form des Hämangiosarkoms zu erkranken. Besonders unbehaarte Bereiche der Haut eines Hundes wie der Bauch und die Innenseiten der Oberschenkel neigen zur Entwicklung eines Haut-Hämangiosarkoms.
Beim Feststellen solcher Hautveränderungen beim Hund, sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden, um eine gründliche Untersuchung durchzuführen. Der Tierarzt wird eine Gewebe-Probe des Klumpens zur Analyse in ein spezialisiertes Labor schicken.
Das dermale Hämangiosarkom tritt gewöhnlich als solitärer Tumor auf, und es ist eher unwahrscheinlich, dass diese Art von Krebs sich ausbreitet - oder metastasiert – wie dies bei den anderen Formen des Hämangiosarkoms der Fall ist.
Unter der Haut und in den Muskeln: subkutanes und intramuskuläres
Das Hämangiosarkom kann auch im subkutanen und / oder intermuskulären Bereich (direkt unter der Haut oder auf der Muskulatur) auftreten. Es wird angenommen, dass diese Form der Krankheit nicht mit dem ultraviolettem Licht (Sonnenbestrahlung) in Zusammenhang steht.
Das subkutane Hämangiosarkom metastiert weniger häufig als andere Arten, wenn es in einem frühen Stadium entdeckt wird. Sie können jedoch potenziell auch Metastasen bilden.
Wenn intramuskuläre Formen beteiligt sind, ist der klinische Verlauf leider aggressiv. Eine frühzeitige Erkennung noch sehr kleiner Krebsmassen (in einem frühen Stadium) ist der Schlüssel für eine langfristige Kontrolle der Krankheit.
Quelle und weiterführende Lektüre:
→ www.petmd.com
Internes / viszerales Hämangiosarkom (innere Organe):
Leider wird das interne Hämangiosarkom meistens erst entdeckt und diagnostiziert, wenn es schon zu spät ist. Hunde werden oft erst auffällig, wenn eine Krisensituation bereits entstanden ist, z.B. wenn der Tumor geplatzt ist.
Wenn jedoch ein Tumor dicht an der Haut ist, stehen die Chancen besser, dass er früh erkannt werden kann. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, diesen Krebs zu identifizieren:
Der Tierarzt wird nach einer allgemeinen Schwellung des Bauches suchen und wird das Zahnfleisch des Hundes untersuchen, um zu prüfen, ob die Schleimhaut blass ist (ein einfacher Rückschluss auf eine innere Blutung). Eine Blutuntersuchung, eine Urinprobenanalyse und eine Ultraschalluntersuchung der Brust und des Abdomens (Bauchraumes) werden ebenfalls erforderlich sein. Eine Biopsie des Tumorgewebes (eine Probe des Krebsgewebes) kann entnommen werden, aber dies muss sehr sorgfältig durch einen Spezialisten durchgeführt werden, um zu vermeiden, dass eine innere Blutung ausgelöst wird, oder dass Tumorzellen entlang der Nadelbahn verstreut werden.
Bei dermalen (Haut) - kutanen oder subkutanen oder intramuskulären - Hämangiosarkomen ist eine sorgfältige chirurgische Entfernung in der Regel empfohlen. Wenn der Tumor jedoch bereits in den unteren Schichten der Haut, der Muskeln oder der inneren Organe metastasiert hat, wird häufig zusätzlich auch eine Chemotherapie verschrieben, um Metastasen zu verzögern oder deren Wachstum zu stoppen. Die chirurgische Entfernung kombiniert mit einer Chemotherapie ergibt meistens eine gute Prognose für oberflächlichen Hautkrebs, ist jedoch weniger erfolgreich bei subkutanen und intramuskulären Formen.
Wenn der Tumor aufgrund seiner schwierigen Lage nicht oder nur teilweise entfernt werden konnte, wird eine zusätzliche Strahlentherapie empfohlen.
Die Behandlung des inneren Hämangiosarkoms hängt stark vom Ausmaß und der Größe der Tumore ab (vom Stadium, wie Tierärzte dies nennen). In Fällen, in denen der Krebs in der Milz lokalisiert ist und nicht zerplatzt ist, kann die chirurgische Entfernung des ganzen Organs zusammen mit der Chemotherapie eine mittlere Überlebenszeit zwischen 2 und 4 Monaten ergeben.
Jedoch nur 10% der Hunde überleben mehr als ein Jahr mit einem internem Hämangiosarkom.
Zu den Komplikationen dieses Krebses gehören:
Leider ist es je nach Ausmaß der Invasion des Krebses in umgebende Bereiche nicht immer möglich, das gesamte Krebsgewebe chirurgisch zu entfernen. Strahlentherapie, Chemotherapie und andere verfügbare Therapien können dann verschrieben werden, um das Wachstum des Hämangiosarkoms zu verlangsamen. Eine vollständige Heilung ist leider nicht möglich, sie können nur das Leben des Hundes verlängern und lebenswert erhalten.
Bei Erkrankung an einem Haut-Hämangiosarkom stehen die Überlebenschancen des Hundes gut, wenn der Tumor noch klein ist und vollständig entfernt wurde. Chemotherapie ist nicht nötig, die chirurgische Entfernung des Gewebes genügt im Allgemeinen.
Follow-up-Termine und weitere Ultraschall-Untersuchungen werden benötigt, um sicherzustellen, dass der Krebs sich nicht ausgebreitet hat (Metastasierung) oder der Patient einen Rückfall erleidet.
Fälle, in denen sich der Tumor ausgebreitet hat (Metastasen gebildet hat), haben leider eine schlechte Langzeit-Prognose.
Das interne Hämangiosarkom ist fast immer tödlich. Geplatzte und blutende Tumore können schmerzhaft sein: entweder weil sich die Gefäßkapsel stark ausdehnt oder weil die innere Blutung Druck auf andere Organe verursacht. Schmerzen können meist medikamentös behandelt werden, aber das Ausmaß der Erkrankung macht eine Genesung zumeist unmöglich, und die Haustiere erliegen in der Folge oft den Komplikationen.
Ein Hund, bei dem ein Hämangiosarkom diagnostiziert wird, braucht intensive Pflege und freundliche Unterstützung, unabhängig davon, für welche Behandlung man sich entschieden hat: eine Operation, eine Chemotherapie oder andere Behandlungen.
Eine solche Pflege könnte die Verabreichung von intravenösen Flüssigkeiten beinhalten, damit der Hund auf Grund der starken Blutung keine Dehydration erleidet. Je nach Zustand des Hundes können auch Bluttransfusionen angebracht sein. Natürlich sind ein sauberes, warmes, sicheres Lebensumfeld, eine qualitativ hochwertige Ernährung und freier Zugang zu frischem Wasser für den Komfort und das allgemeine Wohlbefinden des Hundes immer wichtig.(siehe Kapitel 9 und 11)
Es ist leider noch nicht bekannt, welche Ursachen hinter dem internen Hämangiosarkom stehen und wie es verhindert werden könnte. Sicherlich kann die Verfütterung einer hochwertigen Vollwertkost dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken und somit ein langes, gesundes und hoffentlich krankheitsfreies Leben zu fördern. (siehe Kapitel 10)
Früherkennung ist eine der besten Methoden, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern oder zu verzögern und die Chancen des Hundes auf eine teilweise oder vollständige Genesung zu verbessern, je nach Hämangiosarkom-Form.
Deshalb ist es wichtig, unsere Hunde regelmäßig beim Tierarzt zu Check-ups anzumelden und alle Impfungen machen zu lassen. Durch routinemäßige Blutanalysen, Urinuntersuchungen, gründliche körperliche Untersuchung (auch nach Hautveränderungen) und Ultraschalluntersuchungen des Bauchbereichs (die am besten zweimal jährlich im Alter ab etwa 5 Jahren durchgeführt werden) können Krankheitssymptome erkannt werden, noch bevor der Hundebesitzer irgendwelche Symptome sieht. Besonders dank der Ultraschall-Untersuchungen können Erkrankungen oder Störungen der Nieren, Leber, Milz, Nebennieren, Herz, Lunge, Schilddrüse und anderer lebenswichtiger Organe frühzeitig entdeckt werden, für die es sonst keine sichtbaren Anzeichen gibt. (siehe Kapitel 7)
Diese Untersuchungen können sehr kostspielig sein. Stellen Sie deshalb sicher, dass Sie eine gute Versicherungspolice für Ihren Hund abgeschlossen haben, bereits ab dem Moment, wenn Sie ihn zu sich nehmen (siehe Kapitel 14).