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Seit dem zweiten Weltkrieg errichteten Basler Chemiefirmen im Dreiländereck grosse Deponien zur Endlagerung ihrer chemischen Produktionsabfälle. Eine dieser Deponien befindet sich in einem Waldstück im jurassischen Bonfol. In der ehemaligen Tongrube hatte die Basler Chemie Industrie (BCI) von 1961 bis 1976 über hundertvierzehntausend Tonnen chemische Abfälle entsorgt. Das 1976 stillgelegte und mit einem Wald bepflanzte Endlager erwies sich, nach einer ersten Sanierung in den achtziger Jahren, als undicht. Unter Druck der Öffentlichkeit und des Kanton Jura beschloss die BCI die Deponie umfassend zu sanieren: Über der Deponie wurde der Wald gerodet und eine gigantische provisorische Sanierungshalle errichtet. Mittels ferngesteuerter Kräne und Maschinen wird seit 2010 sämtliches giftige Material ausgehoben, analysiert, stabilisiert und in Sonderverbrennungsanlagen verbrannt. Nach Abschluss der Arbeiten 2015 soll auf dem Gelände erneut ein Wald gedeihen.
Der Fotograf Christian Schwager dokumentiert dieses bemerkenswerte Stück Industriegeschichte in einer Langzeitstudie (2005 – 2017). Von insgesamt 30 Standorten aus fotografiert er die Metamorphose eines unverdächtigen Waldes in eine Anlage, die Entsorgungssünden vergangener Jahre rückgängig machen soll. Die Ausstellung zeigt als „work in progress“ den aktuellen Stand der Arbeit anhand von Kontaktabzügen.