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Kirchgemeinde Finders
Geschichte
Es bedarf nur eines Anfangs, dann erledigt sich das Übrige.
Eine reformierte Kirchgemeinde im Entlebuch formiert sich.
Entstehung
Ab der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts siedelten sich vereinzelte Reformierte im oberen Entlebuch an: Hirten, Pächter, Bauern und Taglöhner, aber auch einige Handwerker, Handelsleute und Käser. Für den Gottesdienstbesuch musste meistens der lange Weg ins benachbarte Bernbiet unter die Füsse genommen werden. Ab und zu kam der Pfarrer von Trubschachen, Schangnau oder später auch von Wolhusen ins Entlebuch, um die Möglichkeit zum Gottesdienstbesuch vor Ort zu geben. lm Jahr 1913 konnte mit dem Bau einer ersten eigenen Kirche - in Schüpfheim - ein grosser Wunsch der dortigen Reformierten erfüllt werden. In Wiggen schlossen sich die Reformierten am 7. März 1926 zu einer eigenen Kirchgemeinde zusammen. lm Jahr 1934 erfolgte die Vereinigung der Kirchgemeinden von Wiggen und Schüpfheim zu einer Kirchgemeinde mit Sitz in Escholzmatt. Noch im selben Jahr nahm der erste reformierte Pfarrer im oberen Entlebuch, Eduard Wunderli, seine Arbeit auf.
Die Kirche in Escholzmatt wurde im Jahr 1947, zusammen mit dem Pfarrhaus erbaut.
Die Zuwanderungsbedingte, ehemals bernisch-bäuerliche Prägung ist der Kirchgemeinde teils auch heute noch anzumerken, auch wenn die Menschen inzwischen aus allen Berufen und Kantonen im Gebiet der Kirchgemeinde wohnen. Aktuell umfasst unsere Kirchgemeinde etwa 1200 Mitglieder. Die ökumenische Zusammenarbeit im katholisch geprägten Gebiet hat sich sehr gut entwickelt.
Kirche Wiggen (von der Erbauung bis zur Aufgebung)
Der Wunsch nach einer eigenen Kirche kam auch in Wiggen auf. Die Gottesdienste in Wiggen wurden zunächst im Schulhaus gefeiert. Diese Lösung vermochte auf Dauer immer weniger zu befriedigen. In der auf die Grundsteinlegung hin verfassten Urkunde heisst es dazu:
«Am 24. August 1941 wurde in Wiegen eine neue kath. Kirche eingeweiht. Durch das Geläute dieser Kirche, durch Prozessionen, besonders aber durch das Verweilen von Kinder im Schulhausgang sind wir in unseren Gottesdiensten und Zusammenkünften sehr gestört. Dazu kommt, dass das Arbeitsschulzimmer, das uns zur Benützung angewiesen wurde, nicht gerade einladend und zur Andacht stimmend ist. Gerade vor den Fenstern des Schulhauses wurde nun noch eine Kaffeewirtschaft eröffnet, von deren Fenstern aus man uns direkt im Schulzimmer sehen kann. Zudem gingen die Gemeindeglieder, die den kirchlichen Raum entbehrten, für Taufen und Trauungen ins benachbarte Bernbiet. Durch militärische Besetzung war das Lokal in letzter Zeit öfters belegt und ein fruchtbares Gemeindeleben dadurch nicht mehr möglich.»
lm Gottesdienstkreis Wiggen (unter Einschluss der Regionen Rämis, Hilfern, Schärlig, Marbach, Ennetilfis und Glichenberg) wohnten damals rund 550 Reformierte. Der Gottesdienst wurde regelmässig von 60 bis 70 Personen besucht, der Frauenverein von etwa 20 Frauen und Töchtern, die Sonntagschule von 50 bis 60 Kindern.
Im Verlauf der Zeit entstanden viele, zum Teil grosse und durchgehende Risse in den Innen- und Aussenwänden. Der Kirchenboden wies markante Senkungen auf. Die in den Kriegsjahren erbaute Kirche wurde mit den beschränkt vorhandenen Baumaterialien nicht genügend stabil fundiert. Es fehlte in dieser Zeit oft an Zement und Armierungseisen. Eine umfassende, teure Sanierung mit allem drum und dran, stand in keinem Verhältnis zur Nutzung der Kirche für 10-15 Gottesdienste pro Jahr.
An der Kirchgemeindeversammlung vom 10. Mai 2019 wurde nach eingehender Diskussion beschlossen, die Kirche Wiggen aufzugeben. Die Kirche Wiggen wird in den kommenden Jahren zurückgebaut.
Das Kircheninventar konnte zu einem grossen Teil an das Pflegeheim Schangnau für ihren Andachtsraum weitergegeben werden. Eine der beiden Glocken, hängt als Erinnerung im Garten neben der ref. Kirche in Escholzmatt.
Fotos
Schäden der Kirche Wiggen
Pfarrer der Kirchgemeinde Escholzmatt
1935 - 1941 Eduard Wunderli
1941 - 1946 Paul Hirth
1947 - 1956 Albrecht Lutz
1956 - 1962 Fritz Leuenberger
1962 - 1968 Joachim Jost
1968 - 1980 Werner Christen
1981 - 1982 Brigitte Becker Linder
1983 - 1990 Alfred Schmidt
1990 - 2001 Hermann Kocher
2001 - 2017 Ueli Erhard
2017 - 2023 Marcel Horni