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Als Sohn des Johann Weiss und seiner Frau Regina wird Michael Weiss am 2. Mai 1643 in Bruck (Fürstenfeldbruck) geboren. Sein Vater ist Posthalter und Weingastgeb (Weinwirt). 1656−1657 besucht Michael die Oberklasse des kurfürstlichen Wilhelmgymnasiums in München. 1660 wird er als Novize in Wessobrunn aufgenommen. 1661 legt er Profess ab und nimmt den Namen Leonhard an. 1661 immatrikuliert er sich in Salzburg zum Studium der Theologie. Sein Studienfreund ist der spätere, 1673−1700 regierende Abt von Tegernsee, Bernhard Wenzl. Leonhard erhält 1667 die Priesterweihe. Am 25. April 1671 wird er zum Abt gewählt. Er kann einen verjüngten und durch gute Ausbildung gestärkten Konvent übernehmen. Im Laufe seiner Regierung nimmt er weitere 14 Mönche und 2 Konversen auf.
Er ist ein barocker Bauprälat. 1675 lässt er in der Schwaige[1] Abtsried bei Diessen ein «Schlösschen»[2] als Sommererholungsort für sich und seine Mönche bauen. Vielleicht ist bereits hier Johann Schmuzer Baumeister. Mit ihm zusammen plant er 1679 die repräsentative barocke Umgestaltung der Klosteranlage Wessobrunn. Vorbild ist die 1678 begonnene Anlage seines Amtsbruders und Studienkollegen in Tegernsee. Baubeginn in Wessobrunn ist 1680. Abt Leonhard lässt ausserhalb des alten Konventgevierts vorerst mit dem südlichen Gästeflügel beginnen und kann bis 1696 auch den westlichen Hofflügel (Theaterflügel) vollenden. Noch während die Bauarbeiten südwestlich der alten Klosteranlage andauern, beauftragt er 1685 seinen Baumeister mit der Planung einer neuen Wallfahrtskirche in Vilgertshofen.[3] Johann Schmuzer baut die Kirche von 1686−1692. 1690 wird hier auch ein Gasthaus errichtet.
Abt Leonhard ist im Konvent trotz der Bautätigkeit bei angespannten Finanzen geachtet und anerkannt. Erst gegen das Ende seiner Regierungszeit werden ihm wegen der internen Disziplin Vorwürfe gemacht. Eine Gichtkrankheit mag dafür die Ursache sein. Er stirbt an ihr mit 53 Jahren am 9. Januar 1696. Sein Wappen mit dem zeptertragenden Greif finden wir im Benediktussaal des Gästetraktes.
Pius Bieri 2009Benutzte Literatur:
[2] Zweiflügelig, jeder Flügel 65 Meter. Das Schloss wird im 19. Jahrhundert abgebrochen.
[3] Bezeichnend für die Abhängigkeit des Klosters vom bayrischen Hof ist die Anfrage um Bauerlaubnis nicht nur beim Bischof in Augsburg, sondern auch beim Kurfürsten in München.
|Leonhard III. Weiss (1643–1696), Abt 1671–1696 in Wessobrunn|
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|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|2. Mai 1643||Fürstenfeldbruck Bayern D||Kurfürstentum Bayern|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Abt OSB der Benedikterabtei Wessobrunn||1671–1691|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|9. Januar 1696||Wessobrunn Bayern D||Kurfürstentum Bayern|
|Kurzbiografie|

Mit Abt Leonhard III. Weiss hält der Barock in Wessobrunn endgültig Einzug. Seine barocke Baulust äussert sich im Bau eines Jagdschlosses für die Wessobrunner Mönche bei Diessen am Ammersee, im Bau der Wallfahrtskirche in Vilgertshofen, vor allem aber im grossen barocken Idealplan für den Klosterneubau von Wessobrunn. Sein Bauten erstellt er mit dem gleichalterigen einheimische Johann Schmuzer und setzt damit einen ersten Höhepunkt im Wirken der Wessobrunner Stuckateure und Baumeister. Abt Leonhard III. ist auch engagierter Förderer der wissenschaftlichen und theologischen Ausbildung der Ordensmitglieder und Gründungsmitglied der vom Kurfürsten gegründeten Bayrischen Benediktinerkongregation.
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