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Der Schweizer NBA-Spieler Thabo Sefolosha wird für fünf Partien gesperrt. Der Westschweizer wurde des Marihuana-Konsums überführt. Vielleicht dürfen er und andere Basketballer in den USA schon bald straffrei kiffen.
Der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) steht auf der Liste der verbotenen Substanzen, welche die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) alljährlich veröffentlicht. Er kommt in Cannabis vor und zu einem gewissen Anteil auch in neuerdings erlaubten CBD-Produkten. Antidoping Schweiz empfiehlt Athleten deshalb, auf den Konsum sämtlicher Cannabis-Produkte zu verzichten.
Dass Thabo Sefolosha von den Utah Jazz tatsächlich als Kiffer überführt wurde, steht nicht zweifelsfrei fest. Die NBA gilt in solchen Angelegenheiten als verschwiegen. Laut diversen Quellen handelt es sich im Fall Sefolosha, der wie Nerlens Noel (Dallas Mavericks) bestraft wurde, jedoch um Marihuana-Konsum. Alleine sind sie damit nicht. Schon vor Jahren gab All-Star Josh Howard zu, dass er kiffe. Und er sagte: «Die meisten NBA-Spieler konsumieren Marihuana.»
Die Liga brummte dem Waadtländer die Sperre von fünf Partien offiziell wegen eines «Verstosses gegen den Anti-Drogen-Kodex» auf. Dieser sieht bei der ersten Zuwiderhandlung eine Teilnahme an einem Aufklärungs-Kurs vor, beim zweiten Verstoss wird eine Busse von 25'000 Dollar fällig und beim dritten Mal gibt's die fünf Spielsperren. Ein Urteil, das milde erscheint. Ein Verstoss gegen die Dopingregeln ist schliesslich ein Verstoss gegen die Dopingregeln, egal um welche Substanz es sich handelt. In der NBA scheint man dies anders zu sehen als in vielen anderen Sportarten, wo ein Ertappter in der Regel Sperren zwischen sechs Monaten und zwei Jahren erhält.
Sefolosha tat, was erwartet werden konnte. Er entschuldigte sich auf Twitter beim Team, dessen Besitzern, dem Management, dem Trainerstab, Mannschaftskollegen, der Liga und deren Fans. «Ich übernehme die volle Verantwortung für mein Fehlverhalten», zeigte sich der 33-Jährige reuig. Er bedaure es aufrichtig, dass der Vorfall seine Teamkollegen im Kampf um die Playoffs ablenken könnte.
Der zurzeit verletzte Sefolosha (Bänderriss) kündigte ausserdem an, weiterhin hart für sein Comeback zu schuften. «Ich werde den ganzen Sommer über arbeiten, um so schnell wie möglich wieder fit zu werden und nächste Saison stärker und besser zurück zu kommen.»
Ob ihm die Affäre längerfristig schadet? Für die kommende Saison hat Sefolosha noch keinen garantierten Vertrag bei den Utah Jazz. Er gilt als integer und hat einen guten Ruf. Es gibt aber noch einen anderen Grund dafür, dass er den Vorfall wohl relativ schadlos überstehen könnte. In den USA ist Kiffen kein Verbrechen, in den meisten Bundesstaaten ist Cannabis zugelassen und rund 60 Prozent der Bevölkerung sprechen sich für eine vollständige Legalisierung aus.
In der NBA wird schon länger darüber diskutiert, THC von der Dopingliste zu streichen. Es wird nicht nur zum Genuss konsumiert, sondern auch, weil es schmerzlindernd wirken kann. Wie es heisst, ist es denkbar, dass das Vorhaben in absehbarer Zeit umgesetzt wird. Die NBA ist ein Unternehmen, das gewinnorientiert operiert. Sie will ihre Stars möglichst immer im Einsatz sehen und Cannabis könnte bei der Regeneration im stressigen Liga-Alltag mit vielen Spielen und weiten Reisen helfen.
Thabo Sefolosha nützt das momentan nicht viel. Er muss sich vorwerfen lassen, sich als Profi nicht ans Reglement gehalten zu haben – und zwar mehrfach. Vielleicht hat er sich in seiner seit Mitte Januar anhaltenden Verletzungspause im Glauben gewähnt, nicht getestet zu werden. Doch die Sport-Gesetze greifen auch dann, wenn ein Spieler seinen Beruf gerade nicht ausüben kann.