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Firma Hildebrand, Freiberg in Sachsen, um 1900
Messing, teilweise lackiert; Stahl, teilweise gebläut
Tropenholz, Glas
H. 18,1 cm, B. 16,4 cm, T. 17,3 cm (Gehäuse)
H. 13,2 cm, B. 13,9 cm, T. 15,5 cm (Theodolit)
Inv. 2007.128.
«Dieses kleinste Reise-Universal-Instrument wird infolge seiner vielseitigen Brauchbarkeit und Leistungsfähigkeit besonders gern von Forschungsexpeditionen und Archäologen benutzt. Es hat sich, wie die wissenschaftlichen Berichte deutscher und vieler ausländischer Forscher beweisen, in jedem Klima und auch unter den schwierigsten Verhältnissen bewährt. Gern wird das Instrument von Ingenieuren benutzt, die in Ländern mit mangelhaften oder gänzlich fehlenden Karten Erkundungen oder Vorarbeiten für Ingenieurbauten vorzunehmen haben. Der Vermessungs- Ingenieur gebraucht den ‹Kleinen Hildebrand auf Reisen, da er mit ausserordentlich kleinem Gewicht und ungewöhnlich geringen Abmessungen einen sehr grossen Gebrauchsumfang verbindet» – so heisst es über dieses Gerät in einem Versandkatalog für Mess- und Zeichengeräte.
Dieser «Kleine Hildebrand» war genau das, was die Basler Naturforscher Paul Sarasin (1856–1929) und Fritz Sarasin (1859–1942) für ihre Erkundungen brauchten, denn ihre naturwissenschaftlichen Expeditionen führten sie meist in Gebiete, die kartographisch noch völlig unzureichend erfasst waren. Der Theodolit diente der Landvermessung und erlaubte so die Erstellung nicht vorhandenen Kartenmaterials und die Verortung von Fundstellen.
Gemeinsam hatten Paul und Fritz Sarasin bereits 1883–1886 die Tierwelt Ceylons erforscht, eine zweite Reise dorthin galt vornehmlich ethnographischen Zwecken.
1893–1896 führte sie eine geologisch-geografi sch ausgerichtete Expedition nach Celebes, eine indonesische, heute Sulawesi genannte Insel zwischen Borneo und Neuguinea, die sie in den Jahren 1902/03 erneut besuchten. Weitere Expeditionen folgten, deren wissenschaftliche Ergebnisse stets in umfassenden Publikationen und mit selbst erstelltem Kartenmaterial vorgelegt wurden.
Studiert hatten die beiden Grossvettern in Basel, Genf und Würzburg. Ihre erste Ceylon-Reise hatten sie während eines mehrjährigen Aufenthaltes in Berlin, dem damaligen Zentrum für naturwissenschaftliche und ethnologische Forschungen, ausgewertet und für die Publikation vorbereitet. Nach der ersten Celebes-Expedition kehrten sie 1896 endgültig nach Basel als Wohnort zurück.
Aufgrund ererbter Vermögen konnten sie sich wirtschaftlicher Unabhängigkeit erfreuen und als vielseitig interessierte Privatgelehrte leben und forschen.
Das würfelförmige Holzfutteral mit einer Kantenlänge von ca. 17 cm, verschliessbar und mit Tragegriff versehen, besitzt im Innern Führungsschienen und Klötze, die für sicheren Halt des wertvollen Instrumentes sorgen. Einige herausstehende Einzelteile sind einzuklappen oder abnehmbar, so dass die Grösse des Gerätes möglichst kompakt gehalten werden konnte. Auch der Transportkasten aus ca. 1 cm dicken Holzplatten trägt zum Gesamtgewicht von fast 3 kg bei. Wenn dieses beträchtliche Gewicht in dem zeitgenössischen Werbetext als «ausserordentlich klein» bezeichnet wurde, so zeigt sich darin, welche Gewichte Forschungsreisende jener Zeit zu transportieren gewohnt waren; der Theodolit war schliesslich nur eines von vielen notwendigen Geräten. Der Preis des Instrumentes war ebenfalls recht stattlich; er wurde in dem oben zitierten Katalog des Jahres 1920 mit 630 Reichsmark angegeben.
Basel (?), um 1800 Hersteller unbekannt Gehäuse: runder, kräftiger Holzrahmen in Form eines Loorbeerkranzes mit Schleife, geschnitzt, vergoldet Zifferblatt: Email, weiss Stunden-, Minutenzeiger, vergoldet, durchbrochen Weckerzeiger, Stahl, gebläut Werk: Messing Spindelgang; mit Wecker Dm. 422 mm (gesamt) Dm. 187 mm (Zifferblatt) Inv. 2003.76.