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Johann Baptist Hunkeler übernahm den Betrieb von seinem gleichnamigen Onkel vermutlich nach dessen Tod im Jahre 1866. Die Kinder des Onkels verstarben sehr früh und konnten somit das Geschäft nicht weiter führen. Die Besonderheit in dieser Generation ist, dass die Hunkeler, die 1774 von Ettwiswil nach Luzern gezogen waren, nun nach 111 Jahren das Bürgerrecht der Stadt erhielten.
- Johann Baptist Hunkeler
- 24.1.1832 in Luzern geboren / 29.12.1893 in Luzern 60-jährig verstorben
- Johann Baptist Hunkeler kam wie seine Geschwister im Bruchquartier in Luzern auf die Welt. Auch sein Onkel Johann Bapitst lebte und arbeitete zu dieser Zeit im selben Quartier. Da seine Kinder noch vor ihm verstarben, überliess er seinen Betrieb dem gleichnamigen Neffen. Auch die Eltern von Johann Baptist, Josef Anton (1806-1866) und Maria Anne Fuchs (1807-1854) verstarben sehr früh. Ein Jahr nach dem Tod des Onkels kaufte er 1867 eine Parzelle Land am Schlossberg, wohin er seinen Betrieb auf der anderen Seeseite ausserhalb der Stadt an der Strasse Richtung Zürich ansiedelte.
- Firmenübernahme vermutlich im Jahre 1866
Die Schweiz und insbesondere Luzern erlebte im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, den sogenannten Gründerjahren, einen starken wirtschaftlichen Aufschwung. Diese Konjunktur führte zu neuen Unternehmensgründungen und zu einer regen Bautätigkeit.
Bereits ab den 1830er-Jahren entwickelte sich in Europa eine Reisekultur, es war der Beginn des Tourismus. Luzern öffnete sich städtebaulich im 19. Jahrhundert, sie wurde von einer Fluss- zu einer Seestadt. Ab 1837 fuhren erste Dampfschiffe auf dem Vierwaldstädtersee. 1868 besuchte die Königin Victoria von England Luzern. Dieser Besuch löste einen grossen Werbeeffekt für die Stadt aus und kurbelte den Tourismus an. So entstanden dem Ufer entlang der Luzernerhof (1865), das Bellevue (1867), das Beau Rivage (1867), das National (1870) und das Europe (1875). Dafür musste das Seeufer trockengelegt werden.
Die Eröffnung des Gotthardtunnels 1882 steigerte in Luzern den Tourismusboom. Neue, nach Süden ausgerichtete Hotels wurden vor die mittelalterliche Stadt als Panoramabauten ums Seebecken gestellt. Mit dieser neuen Stadtansicht wurde auf unzähligen Postkarten Werbung gemacht.
Die klassischen Industriebetriebe (Maschienen-, Schwer- und Nahrungsmittelindustrie) siedelten sich ausserhalb der Stadt (Kriens und Emmen) an. Hingegen für den Tourismus begann sich eine eigene Versorgungsindustrie zu entwickeln.
Mitten in diesen Entwicklungen kaufte Johann Baptist 1867 etwas nördlich der Stadt, an der heutigen Kreuzung Friedental- und Zürichstrasse, eine Parzelle Land. Dieser neue Standort war strategisch gut gewählt, da er nahe der damaligen Baustellen für die neuen Hotels gelegen war. Für seinen neuen Betrieb bekam er 1884 die Baubewilligung. Es ist davon auszugehen, dass er als Zimmermeister zahlreiche Aufträge für das Erbauen der Hotels bekam (Schiffsanlagebauten, Pfählen, Baugerüste, Innenausbau).
Mit seiner Frau Gertrud Boog hatte Johann Baptist vier Kinder. Sein erstgeborener Sohn Josef Johann Baptist übernahm 1893 nach seinem Tod in 5. Generation die Leitung des Betriebs am Schlossberg.