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Marktanalyse - W03/2021
Machtwechsel in den USA: Biden im Glück - oder doch nicht? Comeback der Rohstoffe und Minenaktien
Die Aktienmärkte sind gut in das neue Jahr gestartet. Das sind gute Aussichten für das ganze Jahr. Eine weit verbreitete Börsenweisheit ist der Januareffekt: "Wie der Januar, so das Jahr". Die Statistik untermauert das. Wenn der Januar eine positive Rendite aufweist, so ist mit 80% Wahrscheinlichkeit die ganze Jahresrendite auch positiv. Solche Weisheiten erinnern mich aber an die folgende Wetterregel: "Kräht der Hahn auf dem Mist, so ändert das Wetter oder es bleibt wie es ist"
Machtwechsel in den USA: Biden im Glück - oder doch nicht?
Viele bedauern es, aber die Mehrheit ist erleichtert. Trump ist weg und Biden übernimmt die Präsidentschaft der USA. Biden hat für die nächsten zwei Jahre eine Mehrheit im Repräsentantenhaus (entspricht in der Schweiz dem Nationalrat) und eine Mehrheit im Senat (entspricht in der Schweiz dem Ständerat). Die Mehrheit im Senat ist aber hauchdünn. Die Demokraten wie die Republikaner haben je 50 Sitze. Die Vizepräsidentin Kamala Harris, die den Vorsitz hat kann mit dem Stichentscheid die Mehrheit für die Demokraten sichern. Es reicht aber schon, wenn ein Senatsmitglied abwesend ist. Sei es durch Covid oder weil er ein Bein gebrochen hat.
Biden muss also bei jedem Entscheid des Senats zittern. Es reicht wenn ein Demokratischer Abgeordneter ausschert und gerne einen Wunsch von Biden erfüllt haben möchte um seine Wiederwahl in 2 Jahren zu sichern. Die grössten Probleme werden Biden also nicht die Republikaner bescheren, sondern rebellische demokratische Abgeordnete vom linken Flügel der Partei. Aktuell sind alle vereint gegen den gemeinsamen Feind Covid. Sobald diese Krise überwunden ist, werden diese Gräben aufbrechen.
Was bedeutet dies nun für die Börsen? Die Übernahme der Macht durch die Demokraten wird grössere Covid-Unterstützungspakete der Regierung bringen. Das wird von der Börse bejubelt. Auch die im Wahlkampf angekündigten Steuererhöhungen kann Biden in der Covid-Krise nicht umsetzten, was die Börse freut. Im Köcher der Demokraten sind aber viele Pfeile, die für die Wirtschaft mehr Kosten und Auflagen bringen. Dazu gehören höhere Firmensteuern und Kapitalgewinnsteuern. Wann diese Pfeile abgeschossen werden ist unklar. Wenn es geschieht wird es negativ für die Börsenmärkte sein. Darum ist es wichtig zu beobachten, wie stark sich der linke Flügel der Demokraten durchsetzen kann.
Aber bleiben wir in der Gegenwart. Die Antrittsrede von Biden zu seiner Präsidentschaft war versöhnlich und beeindruckend. Genau was Amerika jetzt braucht, um zur Ruhe und schnell aus der Covid-Krise zu kommen.
Comeback der Rohstoffe und Minenaktien
Die Börse ist der Realwirtschaft meist drei bis sechs Monate voraus. Die Börse stellt sich aktuell auf die Nach-Covid Zeit ein. Was geschieht wenn die grösste Rezession seit 1930 überwunden ist? Wir brauchen wieder mehr Rohstoffe; Öl und alle Art von Mineralien.
Quelle: Youtube Markus Koch Wall Street vom 5.1.2021, Zeitspempel: 9.28
Seit 13 Jahren sind die Rohstoffpriese am sinken. Die Förderkapazität wurde stetig reduziert, da sich viele Minen nicht mehr wirtschaftlich betreiben liessen. Nun scheint es, dass wir aus diesem Abwärtstrend nach oben ausgebrochen sind.
Der Rohwarensektor hat seine eigenen Gesetzmässigkeiten. Man spricht hier oft vom Schweinezyklus. Ein Bauer verdient viel Geld mit dem Verkauf von Schweinen. Das bleibt nicht unbemerkt, und alle Bauern in der Region beginnen Schweine zu züchten. Bis ein Mastschwein geschlachtet werden kann, dauert es aber 6-8 Monate. In den ersten 5 Monaten verdient sich der erste Bauer immer noch eine goldene Nase. Nach 6-8 Monaten kollabiert der Markt für Schweinefleisch, wegen einem totalen Überangebot. Viele Betriebe gehen Konkurs und nur wenige überleben. Der Bauer der überlebt, verdient viel Geld mit Schweinen. Das bleibt nicht unbemerkt,...
Die Mechanismen im Rohwarenbereich sind ähnlich. Eine stillgelegte Mine wieder zu aktivieren dauert mindestens zwei Jahre, eine neue zu bauen 4-6 Jahre. Dies bedeutet, dass der neue Zyklus der gerade begonnen hat, nun noch einige Jahre anhalten könnte.
Zusätzlich kommt jetzt aber noch die Energiewende dazu. Um von einer zentralen Energieversorgung auf eine dezentrale Energieversorgung umzustellen braucht es Unmengen an neuen Energiespeichern wie Batterien. Aber auch Elektroautos und Solarzellen sind sehr Ressourcen-intensiv. Ohne die Metalle der seltenen Erden läuft in dem Bereich gar nichts. Aber auch Kupfer, Silber oder Palladium sind gefragt. Der Run auf die neuen Technologien im Umweltbereich werden den Rohstoffzyklus zusätzlich befeuern.
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