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Klima- und Frauengeschichte: Die Auswirkungen von Klimakrisen auf das Alltagsleben von Frauen und ihre politische Mobilisierung während des Ersten Weltkriegs und der Revolution von 1918/19
Am 9. November 1918 besiegelte die Revolution das Ende des Kaiserreichs und führte zur Gründung der die Republik unter der Leitung von Friedrich Ebert, dem Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, gegründet. Diese Revolution fand in einem äusserst instabilen wirtschaftlichen Umfeld statt, denn seit 1916 war es in Deutschland als Folge des Krieges, der britischen Blockade und von Witterungseinflüssen zu einer drastischen Verschlechterung der Lebensbedingungen und zu Hungersnöten gekommen. In einer Zeit des Mangels und der vom Krieg bedingten Feminisierung des öffentlichen Raums waren es meistens Frauen, die für die Ernährung ihrer Familien verantwortlich waren. Die Forderung nach Brot wurde so für viele Frauen zur ersten politischen Aktion. Frauen spielten somit bei den Demonstrationen und Streiks von April 1917 und während der grossen Protestbewegung vom Januar 1918 eine wichtige Rolle.
Die vorliegende Präsentation stellt das Zusammenspiel von revolutionären Strategien und Engagement der Frauen auf der Grundlage von Dokumenten aus den Soldaten- und Arbeiterräten, von Polizeiberichten und von Zeugenaussagen von Frauen der Zeit ins Zentrum und fragt danach, in welcher Form Frauen über die Lebensmittelversorgung in der Stadt sowie die Herkunft der von ihnen gekauften, aber häufig in einem anderen naturräumlichen Zusammenhang entstandenen Produkte nachdachten und inwiefern sie ihr Handeln im Verlauf der Revolution dadurch beeinflussen liessen. Damit will die Präsentation eine Brücke schaffen zwischen klassischer Geschlechter-, Sozial- und Kulturgeschichte einerseits und der Umweltgeschichte andererseits.