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Holcim-Chef Bernard Fontana sieht die geplante Fusion des Schweizer Zementkonzerns mit der französischen Lafarge auf Kurs. Für die zum Verkauf stehenden Teile der beiden Firmen seien über 100 Interessensbekundungen eingegangen.
Einige interessierten sich gleich für alle Sparten, die im Rahmen des Zusammenschlusses der beiden Weltmarktführer aus Wettbewerbsgründen veräussert werden sollen, sagte Fontana am Montag bei einem Mediengespräch in Zürich.
Überlappungen zu Verkaufen
«Das, was wir zum Verkauf stellen entspricht weltweit der Nummer 10 in unserem Markt. Es würde Jahre dauern, um solch ein Unternehmen von Grund auf aufbauen zu wollen», erklärte Fontana. Ein En-bloc-Verkauf sei eine Option, ebenso wie Abspaltungen mit anschliessendem Börsengang.
Holcim und Lafarge hatten Anfang Juli von sich aus eine Liste der Verkaufsobjekte veröffentlicht, damit es die Kunden, Lieferanten und Mitarbeitenden nicht aus der Presse oder gerüchteweise erfahren, wie Fontana erklärte. Unter den Interessenten befänden sich sowohl Privat-Equity-Häuser als auch Unternehmen aus der Zementindustrie.
Im August solle eine Auslegeordnung gemacht werden, damit konkrete Verkaufsverhandlungen eingeleitet werden können. Ein grosser Teil der zum Verkauf stehenden Konzernteile betrifft Überlappungen zwischen Holcim und Lafarge in Europa.
Keine Restrukturierungsobjekte
Fontana rechnet weiterhin nicht mit einer Entlassungswelle. Denn die zum Verkauf stehenden Geschäfte seien keine Restrukturierungsobjekte mit Überkapazitäten.
Holcim und Lafarge hätten damit begonnen, in verschiedenen Ländern die Wettbewerbsbehörden offiziell über das geplante Fusionsvorgehen zu informieren, wie der Franzose in einem am Sonntag veröffentlichten Gespräch mit dem «Wall Street Journal» erläuterte.
Bei rund zwei Drittel der relevanten Wettbewerbsbehörden - darunter die USA, Kanada, Mexiko, Indien und Russland - seien die offiziellen Anmeldungen eingereicht worden. In der EU befänden sich die Gespräche mit den Behörden in einem «fortgeschrittenen Stadium», sagt Fontana. Er rechne mit der formellen Anmeldung der Fusion im Sommer.
Fusion im ersten Halbjahr 2015
Ziel bleibt, den Zusammenschluss vor dem Ende des ersten Semesters 2015 umsetzen zu können. Die fusionierte LafargeHolcim werde über ein deutlich verbessertes Profil verfügen und Nachfrageschwankungen besser ausbalancieren können.
Zum Geschäftsgang äusserte sich Fontana wenige Tage vor der Publikation der Halbjahreszahlen nur zurückhaltend. Die Weltkonjunktur zeige eine gewisse Erholung, aber keinen Boom. In Indien, dem grössten Markt von Holcim, spüre das Unternehmen seit der Wahl im Mai eine leicht positivere Stimmung. Im zweiten Semester dürften sich zudem die negativen Währungseinflüsse abschwächen.
(sda/gku)