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Berlin, den 18. October 1871. 1
Hochgeehrter Herr Präsident!
Ich schrieb Ihnen gestern und empfing inzwischen Ihr Telegramm: «Der Ausschuß der Gotthardvereinigung vollzählig versammelt beantragt der auf 23 einberufenen ständigen Commission einmüthig die entschäftliche Ratifikation unseres Vertrages.» woraus ich mit Vergnügen entnehme, daß sich die Meinung in der Schweiz günstig für die in Bern abgeschlossenen Verträge ausspricht. Heute fertigte ich das folgende Telegramm an sie ab: «Sulzbach erzählt hier, daß er und deutsch-österreichische Consorten Hauptantheil Italienischer Gruppe erhält und für letztern in Verwaltungsrath tritt.
Verhindert dies unter allen Umständen, denn Consortium ist nicht international, wenn Italiener lediglich Strohmänner für unsere deutschen Concurrenten sind.» |
Die italienische Gruppe würde eine gar zu traurige Rolle spielen, wenn sie lediglich für deutsche Interessenten den Namen hergiebt, und sogar einen deutschen, unsern Concurrenten, in den Verwaltungsrath der Gotthard-Eisenbahn-Gesellschaft abordnet. Dies war doch nicht die Absicht, als wir gezwungen wurden, ⅓ des Geschäftes einer italienischen Gruppe zu überlassen, und hoffe ich daher, daß Sie dem deutschen Element unter italienischer Flagge kein allzugroßes Übergewicht gestatten, und event den Überschuß des Antheils der italienischen Gruppe an unsere deutsche Gruppe zurückbringen; auch erst dann die Betheiligung der Italiener bestätigen, nachdem sie wirklich Italiener zum Eintritt in den Verwaltungsrath bezeichnet haben. Herr Sulzbach erzählte ferner hier, daß seine italienisch-deutsche Bank in das Geschäft eintreten würde, was ich nicht weiter berühre, da wir über diesen Punkt bereits eine Abrede getroffen haben.
Mit freundschaftlicher Hochachtung
A Hansemann
Herrn Präsidenten
Alfred Escher
Hochwohlgeboren
Zürich.