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Die Stunde und die Sekunde sind die grundlegenden Einheiten der Zeit. Die Zeit: Sie ist nicht einfach da. Man muss sie sich erschaffen, zugänglich machen. Man könnte meinen, sie sei sichtbar, weil man sie auf der Uhr–dem «Zytli»–ablesen kann. Doch nein: Die Uhr zeigt nur ein Abbild der Zeit an, nicht die Zeit selbst.
Es ist aber möglich, Zeit sicht- und spürbar zu machen. Dafür zuständig ist das Eidgenössische Institut für Metrologie Metas. Die Messkunde Metrologie ist nicht zu verwechseln mit der Meteorologie, welche für die Wettervorhersagen zuständig ist. Das Institut definiert und verbreitet die offizielle «Schweizer Zeit», die mit der Mitteleuropäischen Zeit identisch und mit der Weltzeit («Greenwich»-Zeit) koordiniert ist. Dafür hat sie einen gut geschützten Park an Spezialuhren und anderen Zeitmessern, die ständig angeglichen werden und mittels besonderen Servern über das Internet andere Uhren synchronisieren. Das Metas überwacht im Übrigen auch die Sommerzeit und die regelmässige Einführung einer Schaltsekunde.
Das Metas ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt des Bundes mit Sitz in Wabern bei Bern. Die Vereinheitlichung von Messbegriffen für Länge und Zeit waren eine der ersten Aufgaben der 1848 gegründeten Bundesverwaltung. Die Wurzeln des Metas liegen in der 1862 gegründeten Eidgenössischen Eichstätte, die zuerst zum Amt für Mass und Gewicht, dann zum Amt für Messwesen und schliesslich zum Bundesamt für Metrologie wurde. Die Bundes-Metrologen sind zuständig dafür, dass überall im Land derselbe Meter angewendet wird, dieselben Kilos purzeln und genau dieselbe Zeit herrscht.
Die maximal genaue Zeitmessung ist weniger wichtig für den Alltag der meisten Schweizer, wohl aber für die Industrie und Forschung. Deshalb werden die neuesten und modernsten Zeitmessmethoden erforscht und eingesetzt.
Die Antennen von Prangins
Bis 2012 entstand die Schweizer Zeit in Prangins am Genfersee. Dort standen eine Atomuhr und eine Sendeanlage mit 125 Meter hohen Antennenmasten. Über diese sendeten ab 1966 die PTT, die Swisscom und dann das Metas ein Zeitsignal aus, das an die Weltzeit angepasst war. Turm-, Funk- und Schulhausuhren sowie Funkwecker empfingen es und passten sich dieser Taktvorgabe an. Die Reichweite des Senders betrug 1500 Kilometer. Die Masten wurden 1929 für die Telegrafie erstellt und vom UNO-Vorgänger Völkerbund verwendet. Die 140 Tonnen schweren, von weither sichtbaren Masten wurden im Jahr 2012 gesprengt. Dies, nachdem der Bundesrat eine Sanierung als nicht mehr sinnvoll erachtet hatte.