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Artikel 1: Das Kartenpaket - Reihenfolge der Karten und Farben
Turnierbridge wird mit einem Kartenpaket von 52 Karten, bestehend aus jeweils 13 Karten in jeder von vier Farben, gespielt. Die Reihenfolge der Farben in absteigender Ordnung ist: Pik, Herz (Coeur), Karo, Treff. Die Reihen- respektive Rangfolge der Karten jeder Farbe in absteigender Ordnung sieht wie folgt aus: As, König, Dame, Bube, 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2.
Artikel 2: Die Turnierboards
Für jede Teilung, die im Laufe eines Durchganges gespielt werden soll, ist ein Turnierboard vorgesehen, das ein Kartenpaket enthält. Jedes Board ist nummeriert und hat vier Fächer, um die vier Hände aufzunehmen, bezeichnet mit Nord, Ost, Süd und West. Teiler und Gefahrenlage sind wie folgt festgelegt:
Teiler Nord: Boards 1, 5, 9, 13
Teiler Ost: Boards 2, 6, 10, 14
Teiler Süd: Boards 3, 7, 11, 15
Teiler West: Boards 4, 8, 12, 16
Gefahr keiner: Boards 1, 8, 11, 14
Gefahr Nord-Süd: Boards 2, 5, 12, 15
Gefahr Ost-West: 3, 6, 9, 16
Alle in Gefahr: 4, 7, 10, 13
Diese Reihenfolge wiederholt sich für die Boards 17-32 sowie für jede weitere Serie von 16 Boards.
Kein Board sollte verwendet werden, welches diesen Bedingungen nicht entspricht. Wird aber ein solches Board benutzt, so gelten die auf ihm festgelegten Bedingungen f|r diesen Durchgang.
Artikel 3: Anordnung der Tische
An jedem Tisch spielen vier Spieler. Die Tische sind in einer vom Turnierleiter festgelegten Reihenfolge nummeriert. Er bestimmt eine Richtung als Nord; die |brigen Himmelsrichtungen ergeben sich aus ihrem natürlichen Verhältnis zu Nord.
Artikel 4: Partnerschaften
Die vier Spieler an jedem Tisch bilden zwei Partnerschaften oder Seiten, Nord-Süd gegen Ost-West. Zu Paar- oder Teamturnieren melden die Partnerschaften als Paare oder Teams und behalten dieselben Partnerschaften wdhrend eines gesamten Durchganges bei (mit Ausnahme eines vom Turnierleiter gestatteten Einsatzes von Ersatzspielern). Zu Individualturnieren meldet jeder Spieler einzeln, und die Partnerschaften wechseln wdhrend eines Durchganges.
Artikel 5: Zuweisung der Plätze
A. Ausgangsplatz
Der Turnierleiter weist zu Beginn eines Durchganges jedem Teilnehmer (Einzelspieler, Paar oder Team) einen Ausgangsplatz zu. Falls nichts anderes angeordnet wird, dürfen die Mitglieder eines jeden Paares oder Teams im gegenseitigen Einverstdndnis unter den ihnen zugewiesenen Pldtzen auswdhlen. Hat ein Spieler einmal eine Himmelsrichtung gewählt, darf er sie innerhalb eines Durchganges nur nach Anweisung oder mit Erlaubnis des Turnierleiters wechseln.
B. Wechseln von Richtung oder Tisch
Die Spieler wechseln ihre Anfangsrichtung oder gehen zu einem anderen Tisch gemd_ den Anweisungen des Turnierleiters. Der Turnierleiter ist f|r die klare Bekanntgabe der Anweisungen verantwortlich; jeder Spieler ist daf|r verantwortlich, zum angeordneten Zeitpunkt und den Anweisungen entsprechend zu wechseln und nach dem Wechsel den richtigen Platz zu besetzen.
Artikel 6: Mischen und Teilen
A. Das Mischen
Vor Spielbeginn wird jedes Kartenpaket gr|ndlich gemischt. Auf Verlangen eines jeden Gegners wird abgehoben.
B. Das Teilen
Die Karten m|ssen mit der Bildseite nach unten, eine nach der anderen in vier Hdnde mit jeweils dreizehn Karten geteilt werden; danach wird jede Hand mit der Bildseite nach unten in eine der vier Fdcher des Boards gesteckt. Als Verfahrensweise wird empfohlen, die Karten im Uhrzeigersinn auszuteilen.
C. Anwesenheit beider Paare
Wdhrend des Mischens und Teilens sollte, sofern der Turnierleiter nichts anderes anordnet, ein Mitglied jeder Seite anwesend sein.
D. Erneutes Mischen und Teilen
E. Wahlmvglichkeit des Turnierleiters betreffend Mischen und Teilen
F. Duplizieren von Boards
Wenn die Turnierorganisation dies erforderlich macht, d|rfen eine oder mehrere genaue Duplikate jeder Originalhand nach Anweisung des Turnierleiters hergestellt werden.
Artikel 7: Kontrolle von Board und Karten
A. Platzierung des Boards
Soll ein Board gespielt werden, wird es in die Mitte des Tisches gelegt, bis das Spiel beendet ist.
B. Entnehmen der Karten aus dem Board
Jeder Spieler entnimmt dem Fach des Boards, das seiner Himmelsrichtung entspricht, eine Hand.
C. Zur|ckstecken der Karten in das Board
Jeder Spieler steckt nach dem Spiel seine urspr|nglichen 13 Karten wieder in das Fach des Boards, das seiner Himmelsrichtung entspricht. Danach soll keine Hand mehr aus dem Board genommen werden, ausser in Anwesenheit eines Spielers jeder Seite oder des Turnierleiters.
D. Verantwortung f|r den formalen Ablauf
Jeder Teilnehmer, der wdhrend des ganzen Durchganges an einem Tisch verbleibt, ist erstrangig f|r die Aufrechterhaltung korrekter Spielbedingungen am Tisch verantwortlich.
Artikel 8: Reihenfolge der Runden
A. Movement der Boards und der Spieler
B. Rundenende
Im allgemeinen endet eine Runde, wenn der Turnierleiter das Zeichen f|r den Beginn der ndchsten Runde gibt; ist aber das Spiel an einem Tisch zu diesem Zeitpunkt noch nicht beendet, dauert die Runde f|r diesen Tisch solange an, bis dort ein Spielerwechsel stattgefunden hat.
C. Ende der letzten Runde und Ende des Durchganges
Die letzte Runde eines Durchganges und der Durchgang selbst sind f|r jeden Tisch beendet, wenn alle an diesem Tisch zu spielenden Boards gespielt und alle Ergebnisse in die richtigen Scorezettel eingetragen worden sind, ohne dass ein Einwand erhoben wurde.
Allgemeine bei Regelwidrigkeiten anzuwendende Regeln
Artikel 9: Verfahren nach einer Rechtswidrigkeit
A. Hinweis auf eine Regelwidrigkeit
B. Nach einem Hinweis auf eine Regelwidrigkeit
C. Vorzeitige Korrektur einer Regelwidrigkeit
Jede vorzeitige Korrektur einer Regelwidrigkeit durch den schuldigen Spieler kann f|r ihn eine weitere Strafe nach sich ziehen (beachten Sie auch die Ausspielstrafen in Artikel 26).
Artikel 10: Verhdngung einer Strafe
A. Das Recht, Strafen zu verhdngen
Nur der Turnierleiter ist berechtigt, gegebenenfalls Strafen zu verhdngen. Kein Spieler hat das Recht, von sich aus Strafen zu verhdngen oder auf sie zu verzichten.
B. Aufhebung von Strafen oder deren Erlassung
Der Turnierleiter darf jede Strafe oder jeden Verzicht auf Strafe, die die Spieler ohne seine Mitwirkung beschlossen haben, sowohl zulassen als auch aufheben.
C. Wahlrecht nach einer Regelwidrigkeit
Artikel 11: Verlust des Rechts auf Bestrafung
A. Aktion der nicht schuldigen Seite
Das Recht auf Bestrafung einer Regelwidrigkeit kann verloren gehen, wenn ein Mitglied der nicht-schuldigen Seite vor dem Rufen des Turnierleiters irgend etwas unternimmt. Der Turnierleiter entscheidet in diesem Sinne, wenn die nicht schuldige Seite einen Vorteil dadurch erlangt haben kvnnte, dass ein Gegner in Unkenntnis der Strafe anschlie_end irgend etwas unternommen hat.
B. Hinweis auf eine Regelwidrigkeit durch einen Zuschauer
C. Strafe trotz Verlust des Rechts auf BestrafungAuch wenn das Recht auf Bestrafung nach den vorgenannten Regeln verloren gegangen ist, darf der Turnierleiter eine Verfahrensstrafe (vergleichen Sie hierf|r Artikel 90) verhdngen.
Artikel 12: Der Ermessensspielraum des Turnierleiters
A. Das Recht, einen berichtigten Score zuzuerkennen
Der Turnierleiter darf sowohl von sich aus als auch auf Antrag eines Spielers einen berichtigten Score (oder berichtigte Scores) zuerkennen, aber nur, wenn diese Regeln ihn dazu ermdchtigen, oder wenn seiner Meinung nach einer der nachstehenden Fdlle vorliegt:
B. Keine Berichtigung f|r unangemessene Hdrte einer Bestrafung
Der Turnierleiter darf keinen berichtigten Score mit der Begr|ndung zuweisen, eine in diesen Regeln vorgesehene Strafe sei entweder unangemessen streng oder vorteilhaft f|r eine der beiden Seiten.
C. Zuerkennen eines berichtigten Scores
Artikel 13: Falsche Kartenanzahl
Stellt der Turnierleiter fest, dass ein oder mehrere Fdcher des Boards eine falsche Anzahl Karten* enthielten, und hat ein Spieler mit einer unkorrekten Hand bereits eine Ansage gemacht, soll der Turnierleiter, wenn er meint, dass das Board berichtigt und normal ohne Dnderung von Ansagen gespielt werden kann, das berichtigte Board so spielen lassen, vorausgesetzt, alle vier Spieler sind damit einverstanden. Andernfalls soll der Turnierleiter einen k|nstlichen berichtigten Score zuerkennen und darf den schuldigen Spieler bestrafen. Wurde keine solche Ansage gemacht, gilt folgendes:
*Wenn drei Hdnde korrekt sind und eine Hand unrichtig, findet anstelle dieser Regel Artikel 14 Anwendung.
A. Kein Spieler hat eine Karte eines anderen Spielers gesehen
Der Turnierleiter soll die Unstimmigkeit wie folgt korrigieren, und wenn dann kein Spieler eine Karte eines anderen Spielers gesehen haben wird, anordnen, dass das Board normal gespielt wird.
B. Ein Spieler hat die Karte(n) eines anderen Spielers gesehen
Stellt der Turnierleiter fest, dass ein oder mehrere Fdcher des Boards eine falsche Kartenanzahl enthielten, und hat nach der Korrektur des Boards ein Spieler eine oder mehrere Karten der Hand eines anderen Spielers gesehen, bestehen folgende Entscheidungsmvglichkeiten:
C. Nach Beendigung des Spiels
Wird nach Beendigung des Spiels festgestellt, dass die Hand eines Spielers urspr|nglich mehr als 13 Karten enthielt und die Hand eines anderen Spielers dementsprechend weniger, muss das Resultat gestrichen werden (wegen einer Verfahrensstrafe beachten Sie bitte Artikel 90).
Artikel 14: Fehlende Karte
A. Feststellung der Unvollstdndigkeit der Hand vor Beginn der Spielphase
Sind drei Hdnde korrekt und wird vor Beginn der Spielphase festgestellt, dass die vierte Hand unvollstdndig ist, sucht der Turnierleiter jede fehlende Karte und:
B. Spdtere Feststellung der Unvollstdndigkeit
Sind drei Hdnde korrekt und wird nach Beginn der Spielphase festgestellt, dass die vierte Hand unvollstdndig ist, sucht der Turnierleiter jede fehlende Karte und:
Artikel 15: Spielen eines falschen Boards
A. Spieler haben das Board vorher noch nicht gespielt
Spielen Spieler ein Board, das in der betreffenden Runde nicht f|r sie bestimmt ist, hat der Turnierleiter folgende Mvglichkeiten:
B. Ein oder mehrere Spieler haben das Board schon vorher gespielt
Spielt ein Spieler ein Board, welches er schon vorher gespielt hat, gleichg|ltig, ob gegen die richtigen Gegner oder nicht, wird sein zweites Ergebnis f|r dieses Board sowohl f|r seine Seite als auch f|r die der Gegner annulliert. Der Turnierleiter soll den Teilnehmern, die dadurch die Gelegenheit verloren haben, einen g|ltigen Score zu erzielen, einen k|nstlichen berichtigten Score zuerkennen.
C. Feststellung wdhrend der Reizung
Stellt der Turnierleiter wdhrend der Reizung fest, dass ein Teilnehmer ein Board spielt, welches er in der betreffenden Runde nicht spielen sollte, soll er die Reizung annullieren, daf|r sorgen, dass die richtigen Teilnehmer an dem betreffenden Tisch Platz nehmen, und sie |ber ihre Rechte sowohl f|r die laufende als auch f|r k|nftige Runden informieren. Eine zweite Reizung beginnt. Die Spieler m|ssen die Ansagen wiederholen, die sie zuvor gemacht haben. Sollte irgendeine Ansage in irgendeiner Weise von der entsprechenden Ansage in der ersten Reizung abweichen, soll der Turnierleiter das Board annullieren. Andernfalls wird das Spiel normal fortgesetzt.
16: Unerlaubte Informationen
Die Spieler sind berechtigt, bei ihren Ansagen und Spielweisen auf Informationen zur|ck zu greifen, die sie aus legalen Ansagen oder Spielweisen beziehungsweise aus einer besonderen Verhaltensweise der Gegner erhalten. Macht man eine Ansage oder wdhlt man eine Spielweise, die auf eine andere, nicht regelkonforme Information zur|ck zu f|hren ist, kann dies einen Regelverstoss darstellen.
A. Nicht regelkonforme Information vom Partner
Nachdem ein Spieler seinem Partner eine nicht regelkonforme Information zugdnglich gemacht hat, die eine Ansage oder Spielweise nahe legen kvnnte - wie z.B. durch eine Bemerkung, eine Frage, eine Antwort auf eine Frage oder durch unmissverstdndliches Zvgern, ungewvhnliche Hast, besonderen Nachdruck, Tonfall, Gestik, Bewegungen, besondere Verhaltensweisen oder Dhnliches - darf der Partner zwischen mehreren logischen Alternativen keine wdhlen, die nachweislich durch die nicht regelkonforme Information ndhergelegt worden sein kvnnte als eine andere.
B. Nicht regelkonforme Information aus anderen Quellen
Erhdlt ein Spieler zufdllig eine unerlaubte Information |ber ein Board, das er gerade spielt oder noch zu spielen hat - indem er z.B. eine falsche Hand ansieht, Ansagen, Resultate oder Bemerkungen mithvrt, Karten an einem anderen Tisch sieht oder eine Karte eines anderen Spielers am eigenen Tisch vor Beginn der Reizung sieht - sollte der Turnierleiter unverz|glich verstdndigt werden, vorzugsweise vom Empfdnger der Information. Kommt der Turnierleiter zu der Auffassung, dass die Information ein normales Spiel beeintrdchtigen kvnnte, darf er:
C. Information durch zur|ckgenommene Ansagen oder gespielte Karten
Eine Ansage oder eine gespielte Karte darf zur|ckgenommen und durch eine andere ersetzt werden, entweder von einer nicht schuldigen Seite nach einem Regelversto_ des Gegners oder von einer schuldigen Seite, um eine Regelwidrigkeit zu berichtigen*.
* nach Spielende, oder bez|glich der Hand des Dummy, wenn der Tisch runter gelegt wird.
Die Reizung
Teil I - Das korrekte Verfahren
Abschnitt I - Die Reizphase
Artikel 17: Dauer der Reizung
A. Die Reizphase beginnt
Die Reizphase einer Teilung beginnt f|r eine Seite, sobald einer der beiden Partner die Bildseite seiner Karten ansieht.
B. Die erste Ansage
Der Spieler, der auf dem Board als Teiler bezeichnet ist, macht die erste Ansage.
C. Aufeinanderfolgende Ansagen
Der Spieler zur Linken des Teilers macht die zweite Ansage, und danach reizt jeder Spieler der Reihe nach im Uhrzeigersinn.
D. Karten aus einem falschen Board
Falls ein Spieler, der versehentlich Karten aus einem falschen Board aufgenommen hat, eine Ansage macht, wird die Ansage aufgehoben. Falls der linke Gegner des schuldigen Spielers nach der aufgehobenen Ansage angesagt hat, soll der Turnierleiter k|nstliche berichtigte Scores zuerkennen (f|r allfdllige Strafen beachte man Artikel 90), wenn die Ersatzansage des schuldigen Spielers in irgendeiner bedeutenden Weise von seiner aufgehobenen Ansage abweicht*. Wenn der schuldige Spieler spdter die aufgehobene Ansage in dem Board wiederholt, dem er irrt|mlich seine Karten entnommen hat, darf der Turnierleiter das Board normal spielen lassen, aber der Turnierleiter soll k|nstliche berichtigte Scores zuerkennen (auch hier ist aber wieder Artikel 90 zu beachten), wenn die Ansage des schuldigen Spielers in irgendeiner Weise von seiner aufgehobenen urspr|nglichen Ansage abweicht.
E. Ende der Reizphase
Die Reizphase endet, wenn alle vier Spieler passen, oder wenn, nachdem drei Pass in Reihenfolge irgendeiner Ansage gefolgt sind, das erste Ausspiel aufgedeckt wird (wenn ein Pass ausser Reihenfolge angenommen worden ist, ist Artikel 34 zu beachten).
* Der linke Gegner des schuldigen Spielers muss seine vorangegangene Ansage wiederholen.
Artikel 18: Gebote
A. Richtige Form
Ein Gebot bezeichnet eine Zahl von Stichen |ber dem Buch, dies von eins bis sieben, und eine Denomination (Pass, Kontra und Rekontra sind Ansagen, aber keine Gebote).
B. Ein Gebot |berbieten
Ein Gebot |berbietet ein vorhergegangenes Gebot, wenn es entweder
- die gleiche Stichzahl |ber dem Buch in einer ranghvheren Denomination oder
- eine hvhere Stichzahl |ber dem Buch in irgendeiner Denomination bezeichnet.
C. Gen|gendes Gebot
Ein Gebot, welches das unmittelbar vorhergegangene Gebot |berbietet, ist ein gen|gendes Gebot.
D. Ungen|gendes Gebot
Ein Gebot, welches das unmittelbar vorhergegangene Gebot nicht |berbietet, ist ein ungen|gendes Gebot.
E. Rangfolge der Denominationen
Die Rangfolge der Denominationen ist in absteigender Ordnung: Sans-Atout, Pik, Herz, Karo, Treff.
F. Abweichende Methoden
Zonale Organisationen d|rfen zulassen, dass Ansagen anders gemacht werden.
Artikel 19: Kontras und Rekontras
A. Kontras
B. Rekontras
C. Kontra oder Rekontra aufgehoben
Jedes Kontra oder Rekontra wird durch ein nachfolgendes g|ltiges Gebot aufgehoben.
D. Scoren eines kontrierten oder rekontrierten Kontraktes
Folgt auf ein kontriertes oder rekontriertes Gebot kein weiteres g|ltiges Gebot, erhvhen sich die Berechnungswerte gemdss Artikel 77.
Artikel 20: Wiederholung und Erkldrung von Ansagen
A. Ansage nicht deutlich gehvrt
Ein Spieler, der eine Ansage nicht deutlich gehvrt hat, darf unverz|glich verlangen, dass sie wiederholt wird.
B. Wiederholung der Reizung wdhrend der Reizphase
Wdhrend der Reizung hat ein Spieler das Recht, sich sdmtliche* vorhergegangenen Ansagen wiederholen zu lassen, wenn er an der Reihe ist anzusagen, es sei denn, er ist durch die Regeln verpflichtet zu passen. Alerts sollten zur Wiederholung gehvren.
C. Wiederholung nach dem abschliessenden Pass
D. Wer darf die Reizung wiederholen
Dem Verlangen nach Wiederholung der Reizung soll nur der Gegner nachkommen.
E. Korrektur eines Fehlers bei der Wiederholung
Alle Spieler, einschliesslich des Tisches/Dummy oder eines Spielers, der aufgrund der Regeln verpflichtet ist, zu passen, sind f|r eine unverz|gliche Korrektur eines Fehlers bei der Wiederholung verantwortlich (siehe Artikel 12 C 1, wenn eine unkorrigierte Wiederholung Schaden anrichtet).
F. Erkldrung von Ansagen
* Ein Spieler darf weder eine teilweise Wiederholung der Ansagen verlangen noch die Wiederholung abbrechen, bevor sie beendet ist.
** Artikel 16 kann zur Anwendung kommen; veranstaltende Verbdnde d|rfen Regeln betreffend schriftlicher Erkldrungen aufstellen.
Artikel 21: Ansage, die auf einer falschen Auskunft beruht
A. Ansage aufgrund eigenen Missverstdndnisses
Ein Spieler hat keinen Anspruch auf eine Berichtigung, wenn er eine Ansage aufgrund eines eigenen Missverstdndnisses gemacht hat.
B. Ansage aufgrund falscher Auskunft durch den Gegner
Abschnitt II - Nach Ende der Reizung
Artikel 22: Verfahren nach Ende der Reizung
A. Kein Spieler hat geboten
Hat am Ende der Reizung kein Spieler geboten, werden die Hdnde ungespielt in das Board zur|ckgesteckt. Es soll keine Neuteilung stattfinden.
B. Ein oder mehrere Spieler haben geboten
Hat irgendein Spieler geboten, wird das abschliessende Gebot zum Kontrakt, und das Spiel beginnt.
Teil II - Regelwidrigkeiten beim Verfahren
Artikel 23: Schddigendes erzwungenes Pass
R|ckverweisungen auf diese Regel erfolgen von vielen anderen Regeln, die Strafen f|r Regelverletzungen wdhrend der Reizphase vorsehen.
Zwingt die in irgendeiner Regel f|r eine Regelwidrigkeit vorgesehene Strafe den Partner des schuldigen Spielers beim ndchsten Mal zu passen, und ist der Turnierleiter der Auffassung, dass der schuldige Spieler zum Zeitpunkt seiner Regelwidrigkeit gewusst haben kvnnte, dass das erzwungene Pass wahrscheinlich die nicht-schuldige Seite schddigen w|rde, soll er Reizung und Spiel fortsetzen lassen und die Zuerkennung eines berichtigten Scores erwdgen (vgl. hierzu Artikel 72 B 1).
Abschnitt I - Wdhrend der Reizung sichtbar gewordene Karte
Artikel 24: Wdhrend der Reizung sichtbar gewordene oder ausgespielte Karte
Stellt der Turnierleiter wdhrend der Reizung fest, dass infolge einer Aktion eines Spielers dessen Partner die Bildseite einer oder mehrerer Karten aus der Hand dieses Spielers hat sehen kvnnen, soll der Turnierleiter anordnen, dass jede solche Karte bis zum Ende der Reizung mit der Bildseite nach oben auf dem Tisch liegen bleibt, und (Strafe) wenn der schuldige Spieler anschliessend zum Gegenspieler wird, darf der Alleinspieler jede solche Karte als Strafkarte (vgl. hierzu Artikel 50) behandeln. Zusdtzlich gilt folgendes:
A. Kleine, nicht vorzeitig ausgespielte Karte
Handelt es sich um eine einzelne Karte unter dem Rang einer Figur, die auch nicht vorzeitig ausgespielt wurde, folgt keine weitere Strafe.
B. Einzelne Figur oder vorzeitig ausgespielte Karte
Handelt es sich um eine einzelne Karte im Range einer Figur oder um eine beliebige, vorzeitig ausgespielte Karte, muss (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers passen, wenn er das ndchste Mal an der Reihe ist anzusagen (vgl. Artikel 23, wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt).
C. Zwei oder mehr Karten sind sichtbar
Sind zwei oder mehr Karten in dieser Weise sichtbar, muss (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers passen, wenn er das ndchste Mal an der Reihe ist anzusagen (vgl. Artikel 23, wenn das Pass die nichtschuldige Seite schddigt).
Abschnitt II - Dnderung von Ansagen
Artikel 25: G|ltige und ung|ltige Dnderungen von Ansagen
A. Unverz|gliche Korrektur eines Versehens
Bis sein Partner eine Ansage macht, darf ein Spieler seine versehentlich gemachte Ansage durch die von ihm beabsichtigte Ansage ersetzen, jedoch nur dann, wenn er dies ohne Gedankenpause tut oder zu tun versucht. Wenn g|ltig, bleibt seine letzte Ansage ohne Strafe bestehen; wenn ung|ltig, unterliegt sie der anzuwendenden Regel.
B. Verzvgerte oder absichtliche Korrektur
Bis der linke Gegner ansagt, darf eine Ansage ersetzt werden, wenn Absatz A nicht zur Anwendung kommt:
* Wenn das urspr|ngliche Gebot ungen|gend war, ist Artikel 27 anzuwenden.
**Die nicht-schuldige Seite bekommt den am Tisch erzielten Score zuerkannt.
Artikel 26: Ausspielstrafen nach zur|ckgenommener Ansage
Wird ein schuldiger Spieler zum Gegenspieler, nachdem eine seiner Ansagen zur|ckgenommen worden ist und er eine abweichende* endg|ltige Ansage f|r die betreffende Bietrunde gewdhlt hat, dann gilt:
A. Ansage auf eine bestimmte Farbe bezogen
War die zur|ckgenommene Ansage auf eine bestimmte Farbe oder Farben bezogen und
B. Andere zur|ckgenommene Ansagen
Bei anderen zur|ckgenommenen Ansagen darf (Strafe) der Alleinspieler dem Partner des schuldigen Spielers verbieten, irgendeine Farbe** auszuspielen, wenn dieser das erste Mal auszuspielen hat, einschliesslich des ersten Ausspiels. Dieses Verbot gilt, solange der Partner des schuldigen Spielers bei Stich bleibt.
* Eine wiederholte Ansage mit einer sehr abweichenden Bedeutung gilt als abweichende Ansage.
** Der Alleinspieler benennt eine Farbe, wenn der Partner des schuldigen Spielers zum ersten Mal am Ausspiel ist.
Abschnitt III - Ungen|gendes Gebot
Artikel 27: Sonstige Turniere
A. Ungen|gendes Gebot angenommen
Jedes ungen|gende Gebot darf vom linken Gegner des schuldigen Spielers nach seinem Gutd|nken angenommen (als g|ltig behandelt) werden. Es ist angenommen, wenn dieser Spieler ansagt.
B. Ungen|gendes Gebot nicht angenommen
Wird ein ungen|gendes Gebot, das in der richtigen Reihenfolge abgegeben wurde, nicht angenommen, muss es entweder durch ein gen|gendes Gebot oder ein Pass ersetzt werden.
C. Ungen|gendes Gebot au_er Reihenfolge
Gibt ein Spieler ein ungen|gendes Gebot ausser Reihenfolge ab, kommt Artikel 31 zur Anwendung.
Abschnitt IV - Ansage au_er Reihenfolge
Artikel 28: Ansagen, die als in Reihenfolge gemacht gelten
A. Rechter Gegner musste passen
Eine Ansage gilt als in Reihenfolge, wenn sie von einem Spieler gemacht wird, wdhrend dessen rechter Gegner an der Reihe ist anzusagen, sofern dieser Gegner aufgrund der Regeln verpflichtet ist zu passen.
B. Ansage des an der Reihe befindlichen Spielers hebt Ansage ausser Reihenfolge auf
Eine Ansage gilt als in Reihenfolge, wenn sie von einem Spieler gemacht wird, der an der Reihe war anzusagen, bevor die Strafe f|r eine von einem Gegner ausser Reihenfolge gemachte Ansage verhdngt worden ist; eine solche Ansage verwirkt die Strafe f|r die ausser Reihenfolge gemachte Ansage, und die Reizung wird fortgesetzt, als ob dieser Gegner in dieser Bietrunde keine Ansage gemacht hdtte, aber Artikel 16 C 2 findet Anwendung.
Artikel 29: Verfahren nach einer Ansage au_er Reihenfolge
A. Verwirkung des Rechts auf Bestrafung
Nach einer ausser Reihenfolge gemachten Ansage darf der linke Gegner des schuldigen Spielers sich daf|r entscheiden anzusagen, wodurch er das Recht auf Bestrafung verwirkt.
B. Ansage ausser Reihenfolge aufgehoben
Andernfalls wird eine Ansage ausser Reihenfolge aufgehoben (siehe jedoch vorstehend A), und die Reizung geht an den Spieler zur|ck, der an der Reihe war anzusagen. Der schuldige Spieler darf jede g|ltige Ansage innerhalb der richtigen Reihenfolge machen, aber seine Seite kvnnte den Strafen nach den Artikeln 30, 31 oder 32 unterliegen.
C. Ansage ausser Reihenfolge ist konventionell
Wenn eine Ansage ausser Reihenfolge konventionell ist, sollen die Bestimmungen der Artikel 30, 31 und 32 auf die implizierten Denominationen anstatt auf die genannten Denominationen Anwendung finden.
Artikel 30: Pass ausser Reihenfolge
Hat ein Spieler ausser Reihenfolge gepasst (und wird diese Ansage aufgehoben, weil die Option, die Ansage anzunehmen, nicht wahrgenommen worden ist - siehe Artikel 29), gilt folgendes:
A. Bevor irgendein Spieler geboten hat
Hat ein Spieler ausser Reihenfolge gepasst, bevor irgendein Spieler geboten hat, muss (Strafe) der schuldige Spieler passen, wenn er das ndchste Mal an der Reihe ist anzusagen und Artikel 72 B 1 kvnnte zur Anwendung kommen.
B. Nachdem irgendein Spieler geboten hat
C. Wenn das Pass eine Konvention ist
Wenn das Pass ausser Reihenfolge eine Konvention ist, kommt Artikel 31 und nicht diese Regel zur Anwendung. Ein Pass ist eine Konvention, wenn es aufgrund einer besonderen Vereinbarung mehr als eine bestimmte Punktstdrke verspricht, oder wenn es k|nstlich Werte in einer anderen als der letztgenannten Farbe verspricht oder verneint.
Artikel 31: Gebot ausser Reihenfolge
Hat ein Spieler ausser Reihenfolge geboten (und wird diese Ansage aufgehoben, weil die Option, die Ansage anzunehmen, nicht wahrgenommen worden ist - siehe Artikel 29), gilt folgendes:
A. Rechter Gegner ist an der Reihe
Hat der schuldige Spieler geboten (oder auf seines Partners Ansage konventionell gepasst, in welchem Fall Absatz A 2. b) zur Anwendung kommt), wdhrend sein rechter Gegner an der Reihe war anzusagen, dann gilt:
B. Partner oder linker Gegner ist an der
Reihe
*Eine ung|ltige Ansage des rechten Gegners wird wie |blich bestraft.
** Spdtere Gebote, wenn der
linke Gegner an der Reihe ist anzusagen, werden als Dnderung von Ansagen
behandelt und Artikel 25 findet Anwendung.
Artikel 32: Kontra oder Rekontra
ausser Reihenfolge Ein Kontra oder Rekontra ausser Reihenfolge
darf nach Gutd|nken des Gegners, der als ndchster an der Reihe ist
anzusagen, angenommen werden (siehe Artikel 29), mit der
Ausnahme, dass ein unzuldssiges Kontra oder Rekontra niemals angenommen
werden darf (siehe Artikel 35 A, wenn der ndchste Gegner dennoch
ansagt). Wird die ung|ltige Ansage nicht angenommen, wird sie aufgehoben,
und die Ausspielstrafen des Artikels 26 B kvnnen zur Anwendung
kommen. Weiter gilt: A. Wdhrend der Partner des schuldigen
Spielers an der Reihe war anzusagen Ist ausser Reihenfolge kontriert oder
rekontriert worden, wdhrend der Partner des schuldigen Spielers an der Reihe
war anzusagen, muss (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers wdhrend der
gesamten Reizung passen (siehe Artikel 23, wenn das Pass die
nicht-schuldige Seite schddigt). B. Wdhrend der rechte Gegner des
schuldigen Spielers an der Reihe war anzusagen Ist ausser Reihenfolge kontriert oder
rekontriert worden, wdhrend der rechte Gegner des schuldigen Spielers an der
Reihe war anzusagen, gilt: Rechter Gegner passt Rechter Gegner bietet
Ein Kontra oder Rekontra ausser Reihenfolge darf nach Gutd|nken des Gegners, der als ndchster an der Reihe ist anzusagen, angenommen werden (siehe Artikel 29), mit der Ausnahme, dass ein unzuldssiges Kontra oder Rekontra niemals angenommen werden darf (siehe Artikel 35 A, wenn der ndchste Gegner dennoch ansagt). Wird die ung|ltige Ansage nicht angenommen, wird sie aufgehoben, und die Ausspielstrafen des Artikels 26 B kvnnen zur Anwendung kommen. Weiter gilt:
A. Wdhrend der Partner des schuldigen Spielers an der Reihe war anzusagen
Ist ausser Reihenfolge kontriert oder rekontriert worden, wdhrend der Partner des schuldigen Spielers an der Reihe war anzusagen, muss (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers wdhrend der gesamten Reizung passen (siehe Artikel 23, wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt).
B. Wdhrend der rechte Gegner des schuldigen Spielers an der Reihe war anzusagen
Ist ausser Reihenfolge kontriert oder rekontriert worden, wdhrend der rechte Gegner des schuldigen Spielers an der Reihe war anzusagen, gilt:
Rechter Gegner passt
Rechter Gegner bietet
Artikel 33: Gleichzeitige Ansagen
Eine Ansage, die gleichzeitig mit der des Spielers, der an der Reihe war anzusagen gemacht wird, gilt als nachfolgende Ansage.
Artikel 34: Bewahrung des Rechts, anzusagen
Sind auf eine Ansage drei Pass gefolgt,
endet die Reizung nicht, wenn eines dieser Pass ausser Reihenfolge war und
dadurch einem Spieler das Recht genommen hat, in dieser Bietrunde anzusagen.
Die Reizung geht an den Spieler zur|ck, der |bergangen worden ist. Alle
nachfolgenden Pass werden aufgehoben, und die Reizung geht weiter, als ob
keine Regelwidrigkeit stattgefunden hdtte.
Artikel 35: Unzuldssige Ansage angenommen
Macht der linke Gegner des schuldigen Spielers nach einer der unten angef|hrten unzuldssigen Ansagen eine Ansage, bevor eine Strafe verhdngt worden ist, bleibt die unzuldssige Ansage straflos (die Ausspielstrafen des Artikels 26 kommen nicht zur Anwendung), und:
A. Kontra oder Rekontra
War die unzuldssige Ansage ein gemdss Artikel 19 nicht erlaubtes Kontra oder Rekontra, werden diese Ansage und alle folgenden Ansagen aufgehoben. Die Reizung geht an den Spieler zur|ck, der an der Reihe ist anzusagen, und geht weiter, als ob keine Regelwidrigkeit stattgefunden hdtte.
B. Aktion eines zum Passen verpflichteten Spielers
War die unzuldssige Ansage ein Gebot, Kontra oder Rekontra eines Spielers, der aufgrund einer Regel zum Passen verpflichtet war, bleiben diese Ansage und alle folgenden g|ltigen Ansagen bestehen. Jedoch muss der schuldige Spieler, falls er f|r den Rest der Reizung passen musste, immer noch in den folgenden Bietrunden passen.
C. Gebot von mehr als Sieben
War die unzuldssige Ansage ein Gebot von mehr als Sieben, werden diese Ansage und alle folgenden Ansagen aufgehoben; der schuldige Spieler muss passen und die Reizung geht weiter, als ob keine Regelwidrigkeit stattgefunden hdtte.
D. Ansage nach dem die Reizung abschliessenden Pass
War die unzuldssige Ansage eine Ansage nach dem die Reizung abschliessenden Pass, werden diese Ansage und alle folgenden Ansagen ohne Strafe aufgehoben.
Abschnitt V - Unzuldssige Ansagen
Artikel 36: Unzuldssiges Kontra und Rekontra
Jedes Kontra oder Rekontra, das nicht gemdss Artikel 19 erlaubt ist, wird aufgehoben. Der schuldige Spieler muss es durch eine g|ltige Ansage ersetzen, und (Strafe) der Partner des schuldigen Spielers muss wdhrend der gesamten Reizung passen (siehe Artikel 23, wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt); die Ausspielstrafen des Artikels 26 kvnnen zur Anwendung kommen. (War das unzuldssige Kontra oder Rekontra ausser Reihenfolge, siehe Artikel 32; wenn der linke Gegner des schuldigen Spielers ansagt, siehe Artikel 35 A).
Artikel 37: Verletzung der Passpflicht
Ein Gebot, Kontra oder Rekontra eines Spielers, der aufgrund einer Regel verpflichtet ist, zu passen, wird aufgehoben, und (Strafe) beide Mitglieder der schuldigen Seite m|ssen wdhrend der gesamten Reizung passen (vergleiche aber auch Artikel 23, wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt). Die Ausspielstrafen des Artikels 26 kvnnen zur Anwendung kommen. (Wenn der linke Gegner des schuldigen Spielers ansagt, siehe Artikel 35 B.)
Artikel 38: Gebot von mehr als Sieben
Kein Spiel oder Score in einem Kontrakt von mehr als Sieben ist jemals zuldssig. Ein Gebot von mehr als Sieben wird aufgehoben, und (Strafe) jedes Mitglied der schuldigen Seite muss wdhrend der restlichen Reizung passen (siehe Artikel 23, wenn das Pass die nicht-schuldige Seite schddigt). Die Ausspielstrafen des Artikels 26 kvnnen zur Anwendung kommen. (Wenn der linke Gegner des schuldigen Spielers ansagt, siehe Artikel 35 C.)
Artikel 39: Ansage nach dem abschliessenden Pass
Eine Ansage, die nach dem die Reizung abschliessenden Pass gemacht wurde, wird aufgehoben, und:
A. Pass, oder Ansage der Seite des Alleinspielers
Handelt es sich um ein Pass eines Gegenspielers oder um jede beliebige Ansage des k|nftigen Alleinspielers oder Dummy, gibt es keine Strafe.
B. Andere Aktion eines Gegenspielers
Handelt es sich um ein Gebot, Kontra oder Rekontra eines Gegenspielers, kvnnen die Ausspielstrafen des Artikels 26 zur Anwendung kommen. (Wenn der linke Gegner des schuldigen Spielers ansagt, vergleiche Artikel 35 D.)
Artikel 40: Partnerschafts|bereink|nfte
A. Recht, eine Ansage oder Spielweise zu wdhlen
Ein Spieler darf ohne vorherige Ank|ndigung jede beliebige Ansage oder Spielweise wdhlen (einschliesslich einer absichtlich irref|hrenden Ansage - wie z.B. eines Bluffgebots - oder eine Ansage oder Spielweise, die vom |blichen oder vorher bekannt gegebenen Gebrauch einer Konvention abweicht), aber nur unter der Voraussetzung, dass eine solche Ansage oder Spielweise nicht auf einer Partnerschafts|bereinkunft beruht.
B. Verborgene Partnerschafts|bereink|nfte verboten
Kein Spieler darf eine auf einer besonderen Partnerschafts|bereinkunft beruhende Ansage oder Spielweise wdhlen, ausser wenn von einem gegnerischen Paar vern|nftigerweise erwartet werden kann, ihre Bedeutung zu verstehen, oder wenn seine Seite den Gebrauch einer solchen Ansage oder Spielweise gemdss den Bestimmungen des veranstaltenden Verbandes offen legt.
C. Wahlmvglichkeit des Turnierleiters
Kommt der Turnierleiter zu dem Ergebnis, dass eine Seite dadurch geschddigt worden ist, dass die Gegenseite nicht die volle Bedeutung einer Ansage oder Spielweise erkldrt hat, darf er einen berichtigten Score zuerkennen.
D. Regelung von Konventionen
Der veranstaltende Verband darf die Anwendung von Reiz- oder Spielkonventionen regeln. Zonale Organisationen d|rfen zusdtzlich Partnerschafts|bereink|nfte (sogar, wenn diese nicht konventionell sind) regeln, die es einer Partnerschaft erlauben, ihre Erstaktionen auf der Einerstufe mit einer Hand zu machen, die um wenigstens einen Kvnig schwdcher als eine Durchschnittshand sind. Die zonalen Organisationen d|rfen diese Zustdndigkeit delegieren.
E. Konventionskarte
*Kein Spieler ist wdhrend der Reizung oder des Spiels berechtigt, irgendwelche Hilfsmittel zur Unterst|tzung seines Geddchtnisses, seiner Berechnungen oder seiner Technik in Anspruch zu nehmen. Jedoch d|rfen veranstaltende Verbdnde ungewvhnliche Methoden bezeichnen und die Einsichtnahme am Tisch in schriftlich ausgearbeitete Verteidigungssysteme gegen vom Gegner angewendete ungewvhnliche Methoden gestatten.
KAPITEL VI
Das Spiel
Teil I - Das Verfahren
Abschnitt I - Das korrekte Verfahren
Artikel 41: Beginn des Spiels
A. Verdecktes erstes Ausspiel
Nachdem auf ein Gebot, Kontra oder Rekontra drei Pass in Reihenfolge gefolgt sind, spielt der Gegenspieler links vom vermeintlichen Alleinspieler verdeckt aus*. Das verdeckte Ausspiel darf nur auf Anweisung des Turnierleiters nach einer Regelwidrigkeit zur|ckgenommen werden (siehe Artikel 47 F 2); die zur|ckgenommene Karte muss der Hand des Gegenspielers wieder zugef|hrt werden.
B. Wiederholung der Reizung und Fragen
Bevor das erste Ausspiel aufgedeckt wird, d|rfen sowohl der Partner des Ausspielers als auch der vermeintliche Alleinspieler eine Wiederholung der Reizung oder eine Erkldrung einer gegnerischen Ansage verlangen (siehe Artikel 20). Der Alleinspieler oder jeder Gegenspieler darf, wenn er das erste Mal an der Reihe ist zu spielen, eine Wiederholung der Reizung verlangen; dieses Recht erlischt, sobald er eine Karte spielt. Die Gegenspieler (vorbehaltlich Artikel 16) und der Alleinspieler behalten das Recht, Erkldrungen zu verlangen wdhrend der gesamten Spielphase, jeweils wenn er an der Reihe ist zu spielen.
C. Aufdecken des ersten Ausspiels
Nach dieser Frageperiode wird das erste Ausspiel aufgedeckt, die Spielphase beginnt und der Tisch wird aufgelegt. Ist es f|r eine Wiederholung vorangegangener Ansagen zu spdt (siehe vorstehend B), sind der Alleinspieler oder jeder Gegenspieler, jeweils wenn er an der Reihe ist zu spielen, berechtigt zu erfahren, wie der Kontrakt lautet, und ob - jedoch nicht von wem - dieser kontriert oder rekontriert worden ist.
D. Dummy's Hand
Nachdem das erste Ausspiel aufgedeckt wurde, breitet der Dummy seine Hand vor sich auf dem Tisch aus, und zwar mit der Bildseite nach oben, nach Farben geordnet, die Karten in Rangfolge, in der Ldnge nach zum Alleinspieler hin ausgerichteten Spalten, mit der Trumpffarbe vom Dummy aus gesehen rechts. Der Alleinspieler spielt sowohl seine eigenen Karten als auch die des Tisches.
*Veranstaltende Verbdnde d|rfen bestimmen, dass das Ausspiel offen zu machen ist.
Artikel 42: Die Rechte des Dummy
A. Unbedingte Rechte
B. Bedingte RechteDer Dummy darf andere Rechte vorbehaltlich der in Artikel 43 aufgef|hrten Einschrdnkungen aus|ben.
Artikel 43: Eingeschrdnkte Rechte des Dummy
Ausgenommen diejenigen, welche in Artikel 42 aufgef|hrt sind:
A. Einschrdnkungen, denen der Dummy unterliegt
B. Strafen f|r Regelverletzungen
Artikel 44: Reihenfolge und Verfahren beim Spiel
A. Ausspiel zu einem Stich
Der Spieler, der zu einem Stich ausspielt, darf jede beliebige Karte aus seiner Hand spielen (es sei denn, er ist infolge einer von seiner Seite begangenen Regelwidrigkeit einer Einschrdnkung unterworfen).
B. Folgende Zugaben zu einem Stich
Nach dem Ausspiel gibt jeder andere Spieler der Reihe nach eine Karte zu, und die vier so gespielten Karten ergeben einen Stich. (Bez|glich der Art und Weise, in der Karten gespielt und Stiche abgelegt werden, siehe Artikel 65.)
C. Pflicht, Farbe zu bekennen
Beim Spielen zu einem Stich muss jeder Spieler, wenn mvglich, Farbe bekennen. Diese Verpflichtung hat gegen|ber allen anderen Regeln Vorrang.
D. Unmvglichkeit, Farbe zu bekennen
Kann ein Spieler nicht Farbe bekennen, darf er jede beliebige Karte spielen (es sei denn, er ist infolge einer von seiner Seite begangenen Regelwidrigkeit einer Einschrdnkung unterworfen).
E. Stiche, die Trumpfkarten enthalten
Ein Stich, der einen Trumpf enthdlt, wird von dem Spieler gewonnen, der zu ihm den hvchsten Trumpf zugegeben hat.
F. Stiche, die keine Trumpfkarten enthalten
Ein Stich, der keine Trumpfkarten enthdlt, wird von dem Spieler gewonnen, der zu ihm die hvchste Karte der ausgespielten Farbe zugegeben hat.
G. Ausspiel zu den dem ersten Stich nachfolgenden Stichen
Der Spieler, der den Stich gewonnen hat, spielt zum ndchsten Stich aus.
Artikel 45: Gespielte Karte
A. Spiel einer Karte aus einer Hand
Jeder Spieler mit Ausnahme des Dummy spielt eine Karte, indem er sie aus seiner Hand nimmt und offen* unmittelbar vor sich auf den Tisch legt.
B. Spiel einer Karte vom Tisch
Der Alleinspieler spielt eine Karte vom Tisch, indem er sie benennt, woraufhin der Dummy die Karte aufnimmt und sie vor sich auf den Tisch legt. Beim Spielen vom Tisch darf der Alleinspieler, wenn erforderlich, die gew|nschte Karte selbst aufnehmen.
C. Zwangsweises Spielen einer Karte
D. Der Dummy spielt falsche Karte
Bringt der Dummy eine Karte, die der Alleinspieler nicht genannt hat, in die Position einer gespielten Karte, muss sie zur|ckgenommen werden, wenn darauf hingewiesen wird, bevor jede Seite zum ndchsten Stich gespielt hat, und ein Gegenspieler darf (straflos) eine Karte zur|cknehmen, die er nach dem Irrtum, aber vor dem Hinweis darauf gespielt hat; wenn der rechte Gegner des Alleinspielers seine Karte zur|cknimmt, darf der Alleinspieler eine Karte, die er danach zu diesem Stich zugegeben hatte zur|cknehmen (siehe Artikel 16 C 2).
E. F|nfte Karte zu einem Stich gespielt
F. Dummy deutet Karte an
Nachdem der Tisch aufgedeckt ist, darf der Dummy ohne Anweisung des Alleinspielers keine Karte ber|hren oder andeuten (ausser zum Ordnen der Karten). Falls er dies tut, sollte unverz|glich der Turnierleiter gerufen werden. Der Turnierleiter soll entscheiden, ob die Handlungsweise des Dummy tatsdchlich einen Vorschlag f|r den Alleinspieler beinhaltete. Entscheidet der Turnierleiter, dass dies der Fall war, ldsst er das Spiel fortsetzen und behdlt sich das Recht vor, einen berichtigten Score zuzuweisen, wenn die Gegenspieler durch die so vorgeschlagene Spielweise geschddigt worden sind.
G. Umdrehen des Stiches
Kein Spieler sollte seine Karten umdrehen, bevor alle vier Spieler zu dem Stich gespielt haben.
* Das erste Ausspiel erfolgt zundchst verdeckt (es sei denn, der veranstaltende Verband trifft eine andere Regelung).
Abschnitt II - Regelwidrigkeit beim Verfahren
Artikel 46: Unvollstdndige oder irrt|mliche Bezeichnungen einer Karte des Tisches
A. Richtige Form der Bezeichnung einer Karte des Tisches
Bei der Benennung einer Karte, die vom Dummy gespielt werden soll, sollte der Alleinspieler deutlich sowohl die Farbe als auch den Rang der gew|nschten Karte benennen.
B. Unvollstdndige oder irrt|mliche Benennung
Im Falle einer unvollstdndigen oder irrt|mlichen Benennung der vom Tisch zu spielenden Karte durch den Alleinspieler finden folgende Einschrdnkungen Anwendung (es sei denn, der Alleinspieler hatte zweifellos eine andere Absicht):
Artikel 47: Zur|cknahme einer gespielten Karte
A. Um einer Strafe nachzukommen
Eine einmal gespielte Karte darf zur|ckgenommen werden, um einer Strafe nachzukommen (jedoch kann eine von einem Gegenspieler zur|ckgenommene Karte zur Strafkarte werden, siehe Artikel 49).
B. Um ein regelwidriges Spiel zu korrigieren
Eine gespielte Karte darf zur|ckgenommen werden, um ein regelwidriges oder gleichzeitiges Spiel zu korrigieren (siehe Artikel 58 wegen gleichzeitigen Spiels und Artikel 49, Strafkarte bez|glich der Gegenspieler).
C. Um eine versehentliche Bezeichnung zu dndern
Eine gespielte Karte darf nach einer Dnderung der Bezeichnung, wie sie von Artikel 45 C 4 b gestattet wird, straflos zur|ckgenommen werden.
D. Im Anschluss an ein gedndertes Spiel eines Gegners
Im Anschluss an ein gedndertes Spiel eines Gegners darf eine gespielte Karte straflos zur|ckgenommen (siehe aber Artikel 62 C 2) und durch eine andere ersetzt werden.
E. Dnderung eines Spiels aufgrund falscher Information
F. Ung|ltige Zur|cknahme
Teil II - Strafkarte
Artikel 48: Sichtbarmachen der Karten des Alleinspielers
A. Alleinspieler macht eine Karte sichtbar
Der Alleinspieler unterliegt keiner Strafe, wenn er eine Karte sichtbar macht, und keine Karte des Alleinspielers oder des Dummy wird jemals zur Strafkarte. Der Alleinspieler ist nicht verpflichtet, eine von ihm unbeabsichtigt fallen gelassene Karte zu spielen.
B. Alleinspieler deckt seine Hand auf
Artikel 49: Sichtbarmachen der Karten eines Gegenspielers
Wenn sich eine Karte eines Gegenspielers in einer Position befindet, in welcher sein Partner ihre Bildseite mvglicherweise sehen kvnnte, wird (Strafe) jede solche Karte zur Strafkarte (Artikel 50), ausser dies geschieht im normalen Spielverlauf oder bei der Anwendung der Regeln; siehe aber die Fu_note zu Artikel 68, wenn ein Gegenspieler zu einem unvollstdndigen, gerade gespielten Stich Stellung nimmt.
Artikel 50: Behandlung einer Strafkarte
Eine von einem Gegenspieler vorzeitig sichtbar gemachte (aber nicht ausgespielte, siehe Artikel 57) Karte ist eine Strafkarte, es sei denn, der Turnierleiter entscheidet anders. Der Turnierleiter soll anstelle der nachfolgend aufgef|hrten Berichtigungsmvglichkeiten einen berichtigten Score zuerkennen, wenn er der Auffassung ist, dass Artikel 72 B 1 Anwendung findet.
A. Strafkarte bleibt aufgedeckt
Eine Strafkarte muss mit der Bildseite nach oben unmittelbar vor dem Spieler, dem sie gehvrt, auf dem Tisch liegen bleiben, bis eine andere Strafe gewdhlt worden ist.
B. Haupt- oder Nebenstrafkarte?
Eine einzelne, versehentlich sichtbar gemachte Karte (wenn z.B. zwei Karten zu einem Stich gespielt werden oder wenn eine Karte unbeabsichtigt fallengelassen wird) unter dem Range einer Figur wird zur Nebenstrafkarte. Jede beliebige Karte im Range einer Figur oder jede beliebige durch absichtliches Spiel (z.B. durch Ausspiel au_er Reihenfolge oder nach der Korrektur eines begangenen Revokes) sichtbar gemachte Karte wird zur Hauptstrafkarte; wenn ein Gegenspieler zwei oder mehrere Strafkarten hat, werden alle diese Karten zu Hauptstrafkarten.
C. Behandlung einer Nebenstrafkarte
Hat ein Gegenspieler eine Nebenstrafkarte, darf er keine andere Karte in der gleichen Farbe unter dem Range einer Figur spielen, bevor er die Strafkarte gespielt hat (er ist jedoch berechtigt, stattdessen eine Figur zu spielen). Der Partner des schuldigen Spielers unterliegt keiner Ausspielstrafe, jedoch ist eine durch das Sehen der Strafkarte erhaltene Information nicht regelkonform und unerlaubt (siehe Artikel 16 A).
D. Behandlung einer Hauptstrafkarte
Hat ein Gegenspieler eine Hauptstrafkarte, kvnnen sowohl der schuldige Spieler als auch sein Partner Beschrdnkungen unterliegen, der schuldige Spieler, wenn er an der Reihe ist zu spielen, sein Partner, wenn er an der Reihe ist auszuspielen.
* Wenn der Spieler nicht in der Lage ist, wie verlangt auszuspielen, siehe Artikel 59
Artikel 51: Zwei oder mehrere Strafkarten
A. Schuldiger Spieler ist an der Reihe zu spielen
Hat ein Gegenspieler zwei oder mehrere Strafkarten, die legal gespielt werden kvnnen, bezeichnet der Alleinspieler die Karte, die zu diesem Stich zu spielen ist.
B. Partner des schuldigen Spielers hat auszuspielen
Artikel 52: Unterlassen des Ausspiels oder Zugebens einer Strafkarte
A. Gegenspieler unterldsst, Strafkarte zu spielen
Unterldsst ein Gegenspieler, eine Strafkarte gemdss Artikel 50 auszuspielen oder zuzugeben, darf er von sich aus keine andere Karte zur|cknehmen, die er gespielt hat.
B. Gegenspieler spielt eine andere Karte
*Wenn der Spieler nicht in der Lage ist, wie verlangt auszuspielen, siehe Artikel 59.
Teil III - Regelwidrige Ausspiele und Zugaben
Abschnitt I - Ausspiel ausser Reihenfolge
Artikel 53: Ausspiel ausser Reihenfolge angenommen
A. Ausspiel ausser Reihenfolge wird als korrektes Ausspiel behandelt
Jedes aufgedeckte Ausspiel ausser Reihenfolge darf als korrektes Ausspiel behandelt werden. Es wird ein korrektes Ausspiel, wenn - je nachdem - der Alleinspieler oder einer der Gegenspieler es annimmt (indem er eine entsprechende Erkldrung abgibt) oder, wenn der als ndchster an der Reihe befindliche Spieler eine Karte zu dem regelwidrigen Ausspiel zugibt*, siehe aber Artikel 47 E 1. Erfolgt weder eine Erkldrung noch ein Zugeben, das das Ausspiel annimmt, wird der Turnierleiter verlangen, dass das Ausspiel von der richtigen Hand gemacht wird.
B. Falscher Gegenspieler gibt Karte zu einem regelwidrigen Ausspiel des Alleinspielers zu
Gibt der Gegenspieler zur Rechten der Hand, von der das Ausspiel ausser Reihenfolge erfolgt ist, zu dem regelwidrigen Ausspiel eine Karte zu**, bleibt das Ausspiel bestehen und Artikel 57 findet Anwendung.
C. Ordnungsgemdsses Ausspiel wird nach regelwidrigem Ausspiel gemacht
War ordnungsgemd_ ein Gegenspieler jenes Spielers am Ausspiel, der au_er Reihenfolge ausgespielt hat, darf dieser Gegner sein ordnungsgemdsses Ausspiel zu dem Stich machen, in dem der Regelverstoss begangen wurde, ohne dass seine Karte als zu dem regelwidrigen Ausspiel zugegeben angesehen wird. Wenn dies geschieht, bleibt das ordnungsgemd_e Ausspiel bestehen, und alle irrt|mlich zu diesem Stich gespielten Karten d|rfen straflos zur|ckgenommen werden. (Artikel 16 C 2 findet auf einen Gegenspieler Anwendung.)
* aber siehe untenstehend C.
** Aber siehe untenstehend C.
Artikel 54: Aufgedecktes erstes Ausspiel ausser Reihenfolge
Wird ein erstes Ausspiel ausser Reihenfolge aufgedeckt, und spielt der Partner des schuldigen Spielers verdeckt aus, verlangt der Turnierleiter, dass das verdeckte Ausspiel zur|ckgenommen wird, und die folgenden Absdtze finden Anwendung.
A. Alleinspieler deckt seine Hand auf
Nach einem aufgedeckten ersten Ausspiel ausser Reihenfolge darf der Alleinspieler seine Hand aufdecken; er wird zum Dummy und der Dummy wird zum Alleinspieler. Beginnt der Alleinspieler seine Hand aufzudecken und macht er dabei eine oder mehrere Karten sichtbar, muss er seine gesamte Hand aufdecken.
B. Alleinspieler nimmt Ausspiel an
Spielt ein Gegenspieler ausser Reihenfolge offen aus, darf der Alleinspieler das regelwidrige Ausspiel gemdss Artikel 53 annehmen, und der Dummy deckt seine Hand entsprechend Artikel 41 auf.
C. Alleinspieler muss Ausspiel annehmen
Kvnnte der Alleinspieler irgendwelche Karten des Tisches gesehen haben (ausgenommen Karten, die der Tisch gegebenenfalls wdhrend der Reizung sichtbar gemacht hat und die Artikel 24 unterworfen wurden), muss er das Ausspiel annehmen.
D. Alleinspieler lehnt erstes Ausspiel ab
Verlangt der Alleinspieler vom Gegenspieler, dass dieser sein offenes erstes Ausspiel zur|cknimmt, findet Artikel 56 Anwendung.
Artikel 55: Ausspiel des Alleinspielers ausser Reihenfolge
A. Ausspiel des Alleinspielers wird angenommen
Hat der Alleinspieler von seiner Hand oder vom Tisch ausser Reihenfolge ausgespielt, darf jeder Gegenspieler das Ausspiel gemdss Artikel 53 annehmen oder seine R|cknahme verlangen (nach falscher Auskunft siehe Artikel 47 E 1).
B. Vom Alleinspieler wird die R|cknahme des Ausspiels gefordert
C. Alleinspieler kvnnte eine Information erhalten
Wdhlt der Alleinspieler eine Spieldurchf|hrung, die auf einer durch die Regelwidrigkeit erhaltenen Information beruht haben kvnnte, darf der Turnierleiter einen berichtigten Score zuerkennen.
Artikel 56: Ausspiel eines Gegenspielers ausser Reihenfolge
Verlangt der Alleinspieler von einem Gegenspieler,
dass er sein offenes Ausspiel ausser Reihenfolge zur|cknimmt, wird die
regelwidrig ausgespielte Karte zur Hauptstrafkarte und Artikel 50 D findet
Anwendung.
Abschnitt II - Andere regelwidrige Ausspiele oder Zugaben
Artikel 57: Vorzeitiges Ausspiel oder Zugeben durch einen Gegenspieler
A. Vorzeitiges Zugeben oder Ausspiel zum ndchsten Stich
Spielt ein Gegenspieler zum ndchsten Stich aus, bevor sein Partner zum laufenden Stich zugegeben hat, oder gibt er ausser Reihenfolge zu, bevor sein Partner zugegeben hat, wird (Strafe) die so ausgespielte Karte zur Strafkarte und der Alleinspieler wdhlt eine der folgenden Mvglichkeiten. Er darf:
B. Partner des schuldigen Spielers kann der Strafe nicht nachkommen
Ist der Partner des schuldigen Spielers nicht in der Lage, der vom Alleinspieler gewdhlten Strafe nachzukommen, darf er gemdss Artikel 59 irgendeine Karte spielen.
C. Alleinspieler hat vor der Regelwidrigkeit von beiden Hdnden gespielt
Ein Gegenspieler unterliegt keiner Strafe f|r das Zugeben vor seinem Partner, wenn der Alleinspieler von beiden Hdnden gespielt hat, oder wenn der Dummy eine Karte gespielt hat oder regelwidrig vorgeschlagen hat, diese zu spielen. Ein Single am Tisch oder eine Karte einer Sequenz gilt nicht als automatisch gespielt.
Artikel 58: Gleichzeitige Ausspiele oder Zugaben
A. Zwei Spieler spielen gleichzeitig
Ein gleichzeitig mit dem ordnungsgemd_en Ausspiel oder Zugeben erfolgtes Ausspiel oder Zugeben gilt als im Anschluss daran gemacht.
B. Gleichzeitig gespielte Karten aus einer Hand
Spielt ein Spieler gleichzeitig zwei oder mehrere Karten aus oder gibt er sie zu, gilt:
Artikel 59: Unvermvgen, wie verlangt auszuspielen oder zuzugeben
Ein Spieler darf jede im |brigen ordnungsgemdsse Karte spielen, wenn er nicht vermag, wie verlangt, einer Ausspiel- oder Zugabeverpflichtung in Erf|llung einer Strafe nachzukommen, egal, ob deshalb, weil er keine Karte in der verlangten Farbe hat oder weil er nur Karten in einer Farbe hat, die auszuspielen ihm verboten ist oder weil er verpflichtet ist, Farbe zu bekennen.
Artikel 60: Spiel nach einem regelwidrigen Spiel
A. Spiel einer Karte nach Regelwidrigkeit
B. Gegenspieler spielt, bevor Alleinspieler einer Ausspielverpflichtung nachgekommen ist
Spielt ein Gegenspieler eine Karte, nachdem vom Alleinspieler verlangt worden ist, sein Ausspiel ausser Reihenfolge von einer der beiden Hdnde zur|ckzunehmen, aber bevor der Alleinspieler von der richtigen Hand ausgespielt hat, wird die Karte des Gegenspielers zur Strafkarte (Artikel 50).
C. Spiel der schuldigen Seite vor Verhdngung der Strafe
Ein Spiel eines Mitglieds der schuldigen Seite, bevor eine Strafe verhdngt worden ist, ber|hrt nicht die Rechte der Gegner und kann seinerseits einer Strafe unterworfen sein.
Abschnitt III - Das Revoke
Artikel 61: Nichtbekennen einer Farbe - Fragen bez|glich eines Revokes
A. Definition des Revokes
Das Nichtbekennen einer Farbe gemdss Artikel 44 oder das Nichtausspielen oder Nichtzugeben, obwohl mvglich, einer Karte oder Farbe, die aufgrund einer Regel verlangt oder von einem Gegner in \bereinstimmung mit einer verhdngten Strafe benannt worden ist, stellt ein Revoke dar (aber siehe Artikel 59, wenn die Verpflichtung nicht eingehalten werden kann).
B. Recht, bez|glich eines mvglichen Revokes nachzufragen
Der Alleinspieler darf einen Gegenspieler, der nicht Farbe bekannt hat, fragen, ob er eine Karte der ausgespielten Farbe hat (aber eine Behauptung eines Revokes gewdhrt nicht automatisch das Recht auf Einsichtnahme in bereits abgelegte Stiche - siehe Artikel 66 C). Der Dummy darf den Alleinspieler fragen (aber siehe Artikel 43 B 2 b). Die Gegenspieler d|rfen den Alleinspieler, aber, sofern nicht die zonale Organisation dies gestattet, nicht sich gegenseitig befragen.
Artikel 62: Berichtigung eines Revokes
A. Revoke muss berichtigt werden
Ein Spieler muss sein Revoke berichtigen, wenn er die Regelwidrigkeit bemerkt, bevor es vollendet ist.
B. Berichtigung eines Revokes
Um ein Revoke zu berichtigen, nimmt der schuldige Spieler die Karte zur|ck, die er zum Revokestich gespielt hat und bekennt mit irgendeiner Karte Farbe.
C. Nachfolgend zum Stich zugegebene Karten
D. Revoke im zwvlften Stich
* Vorbehaltlich Artikel 43 B 2 b, wenn der Dummy seine Rechte verwirkt hat. Die Behauptung eines Revokes gewdhrt kein Recht auf Einsichtnahme in abgelegte Stiche, ausser Artikel 66 C erlaubt dies.
Artikel 63: Vollendung eines Revokes
A. Revoke wird vollendet
Ein Revoke wird vollendet:
B. Auf das Revoke wird illegal aufmerksam gemacht
Wurde Artikel 61 B verletzt, muss der Spieler, der das Revoke begangen hat, die Karte, die zum Revokestich gespielt wurde, durch eine ordnungsgemdsse Karte ersetzen und die Strafvorschriften des Artikels 64 finden Anwendung, als ob das Revoke vollendet worden wdre.
C. Revoke darf nicht berichtigt werden
Ist ein Revoke einmal vollendet worden, darf es nicht mehr berichtigt werden (ausser gemdss Artikel 62 D bei einem Revoke im zwvlften Stich), und der Stich, in dem das Revoke begangen wurde, bleibt wie gespielt bestehen (siehe aber Artikel 43 B 2 b).
Artikel 64: Verfahren nach Vollendung eines Revokes
A. Strafe verhdngt
Wenn ein Revoke vollendet wurde:
B. Keine Strafe verhdngt
Die Strafvorschriften f|r ein vollendetes Revoke finden keine Anwendung:
C. Turnierleiter f|r Billigkeit verantwortlich
Kommt der Turnierleiter nach einem beliebigen vollendeten Revoke, einschliesslich der nicht strafbedrohten, zu der Auffassung, dass die nicht schuldige Seite durch diese Regel f|r den verursachten Schaden ungen|gend entschddigt worden ist, soll er einen berichtigten Score zuweisen.
Teil IV - Stiche
Artikel 65: Anordnung der Stiche
A. Vervollstdndigter Stich
Sind vier Karten zu einem Stich gespielt worden, legt jeder Spieler seine eigene Karte verdeckt direkt vor sich auf den Tisch.
B. Mitverfolgen der Besitzverhdltnisse an Stichen
C. Anordnung der abgelegten Karten
Jeder Spieler legt seine eigenen Karten so ab, dass sie eine wohlgeordnete Reihe bilden, in der jede Karte die vorher gespielte |berlappt, so dass es mvglich ist, das Spiel nach seiner Beendigung nachzuspielen, sofern dies notwendig ist, um die Anzahl der von jeder Seite gewonnenen Stiche oder die Reihenfolge, in der die Karten gespielt worden sind, festzustellen.
D. Einvernehmen |ber das Ergebnis des Spiels
Ein Spieler sollte die Anordnung seiner gespielten Karten nicht durcheinander bringen, bevor Einvernehmen |ber die Anzahl der gewonnenen Stiche erzielt worden ist. Ein Spieler, der die Bestimmungen dieser Regel nicht einhdlt, gefdhrdet sein Recht, den Besitz zweifelhafter Stiche zu beanspruchen oder zu behaupten, es sei ein Revoke begangen worden.
Artikel 66: Einsichtnahme in Stiche
A. Laufender Stich
Solange eine Seite nicht zum ndchsten Stich ausgespielt oder zugegeben hat, darf der Alleinspieler oder jeder Gegenspieler, sofern er seine eigene Karte noch nicht verdeckt abgelegt hat, verlangen, dass alle soeben zu dem Stich gespielten Karten aufgedeckt werden.
B. Eigene letzte Karte
Bis eine Karte zum ndchsten Stich ausgespielt wird, darf der Alleinspieler oder jeder Gegenspieler seine eigene zuletzt gespielte Karte ansehen, sie aber nicht aufdecken.
C. Abgelegte Stiche
Danach d|rfen abgelegte Stiche bis zum Spielende nicht mehr angesehen werden (ausser nach besonderer Anordnung des Turnierleiters, z.B. um die Berechtigung der Behauptung eines Revokes zu |berpr|fen).
D. Nach Spielende
Nach Spielende d|rfen die gespielten und ungespielten Karten angesehen werden, um die Berechtigung der Behauptung eines Revokes zu |berpr|fen oder um die Anzahl der gewonnenen oder verlorenen Stiche zu ermitteln; aber kein Spieler sollte andere Karten als seine eigenen anfassen. Vermischt ein Spieler, nachdem eine solche Behauptung aufgestellt worden ist, seine Karten derartig, dass der Turnierleiter den Sachverhalt nicht mehr ermitteln kann, soll der Turnierleiter zugunsten der anderen Seite entscheiden.
Artikel 67: Fehlerhafter Stich
A. Bevor beide Seiten zum ndchsten Stich gespielt haben
Hat ein Spieler unterlassen, zu einem Stich zu spielen oder hat er zu viele Karten zu einem Stich gespielt, muss der Fehler berichtigt werden, wenn auf die Regelwidrigkeit aufmerksam gemacht wird, bevor ein Spieler jeder Seite zum ndchsten Stich gespielt hat.
B. Nach Spiel beider Seiten zum ndchsten Stich
Wird auf einen fehlerhaften Stich aufmerksam gemacht oder stellt der Turnierleiter fest, dass ein fehlerhafter Stich vorgelegen hat (weil ein Spieler zu wenige oder zu viele Karten in seiner Hand und dementsprechend eine unrichtige Anzahl abgelegter Karten hat), nachdem beide Seiten zum ndchsten Stich gespielt haben, ermittelt der Turnierleiter, welcher Stich fehlerhaft war. Um die Kartenanzahl zu berichtigen, sollte er wie folgt vorgehen:
* Der Turnierleiter sollte mvglichst
vermeiden, die abgelegten Karten eines Gegenspielers aufzudecken; aber wenn eine
|berzdhlige Karte, die wieder der Hand des Gegenspielers hinzugef|gt werden
muss, sichtbar gemacht wurde, wird sie zur Strafkarte (siehe Artikel 50).
Teil V - Anspr|che und Konzessionen
Artikel 68: Beanspruchung oder Konzession von Stichen
Damit eine Erkldrung oder Handlung eine Beanspruchung oder Konzession von Stichen im Sinne dieser Regeln darstellt, muss sie sich auf andere als den laufenden Stich beziehen.* Nimmt sie Bezug auf nachfolgende Stiche, gilt:
A. Definition des Anspruchs
Jede Erkldrung des Inhalts, dass ein Teilnehmer eine bestimmte Anzahl von Stichen gewinnen wird, ist die Erhebung eines Anspruchs auf diese Stiche. Ein Teilnehmer erhebt auch dann einen Anspruch, wenn er vorschldgt, das Spiel abzuk|rzen oder wenn er seine Karten zeigt (ausser wenn er nachweislich nicht beabsichtigte, einen Anspruch zu erheben).
B. Definition der Konzession
Jede Erkldrung des Inhalts, dass ein Teilnehmer eine bestimmte Anzahl von Stichen verlieren wird, ist eine Konzession dieser Stiche; eine Erhebung eines Anspruchs auf eine bestimmte Anzahl von Stichen ist eine Konzession der restlichen Stiche, sofern solche |brig bleiben. Ein Spieler konzediert alle restlichen Stiche, wenn er seine Hand aufgibt. Ungeachtet des Vorstehenden hat keine Konzession stattgefunden, wenn ein Gegenspieler versucht, einen oder mehrere Stiche zu konzedieren und sein Partner unverz|glich widerspricht; Artikel 16, Unerlaubte Information, kann zur Anwendung kommen, weshalb der Turnierleiter sofort gerufen werden sollte.
C. Klarstellung f|r die Erhebung eines Anspruchs erforderlich
Eine Erhebung eines Anspruchs sollte sofort von einer Erkldrung oder Klarstellung bez|glich der Reihenfolge, in der die Karten gespielt werden und des Spielplans oder Gegenspiels mittels dessen der Beanspruchende die beanspruchten Stiche zu gewinnen vorschldgt, begleitet sein.
D. Spiel endet
Nach jeder Erhebung eines Anspruchs oder jeder Konzession endet das Spiel. Jegliches Weiterspielen nach der Erhebung eines Anspruchs oder einer Konzession soll vom Turnierleiter f|r ung|ltig erkldrt werden. Wird dem Anspruch oder der Konzession zugestimmt, findet Artikel 69 Anwendung; wird ihm/ihr durch irgendeinen Spieler (einschliesslich des Dummy) widersprochen, muss der Turnierleiter sofort gerufen werden, um Artikel 70 oder Artikel 71 anzuwenden, und bis zum Erscheinen des Turnierleiters darf nichts unternommen werden.
* Bezieht sich eine Erkldrung oder Handlung nur auf den Gewinn oder Verlust eines laufenden, unvollstdndigen Stiches, geht das Spiel normal weiter; Karten, die von einem Gegenspieler sichtbar oder anders bekannt gemacht werden, werden nicht zu Strafkarten, aber Artikel 16, Unerlaubte Information, kvnnte zur Anwendung kommen, und siehe Artikel 57 A, Vorzeitiges Spiel.
Artikel 69: Einwilligung in Anspruch oder Konzession
A. Wenn eine Einwilligung vorliegt
Eine Einwilligung liegt vor, wenn ein Teilnehmer einem von einem Gegner erhobenen Anspruch oder einer gegnerischen Konzession zustimmt und keinen Einwand erhebt, bevor seine Seite in einem nachfolgenden Board ansagt oder bevor die Runde endet. Das Board wird so gescort, als ob die beanspruchten oder konzedierten Stiche wdhrend des Spiels gewonnen oder verloren worden wdren.
B. Einwilligung in erhobenen Anspruch wird widerrufen
Innerhalb des gemdss Artikel 79 C festgelegten Berichtigungszeitraums darf ein Teilnehmer die Einwilligung in einen von einem Gegner erhobenen Anspruch widerrufen, aber nur, wenn er in den Verlust eines Stiches, den seine Seite in Wirklichkeit gewonnen hat oder in den Verlust eines Stiches, der nach Meinung des Turnierleiters durch keine normale* Spielweise der restlichen Karten hdtte verloren gehen kvnnen, eingewilligt hat. Das Board wird neu gescort, indem ein solcher Stich der zuvor einwilligenden Seite zugesprochen wird.
*F|r die Zielsetzung der Artikel 69, 70 und 71 umfasst der Begriff "normal" sowohl eine sorglose als auch eine Spielweise, die unter dem Niveau des betroffenen Spielers liegt, aber keine vernunftwidrige.
Artikel 70: Bestrittene Anspr|che
A. Generelle Zielsetzung
Bei seiner Entscheidung |ber einen bestrittenen Anspruch beurteilt der Turnierleiter das Ergebnis einer Teilung f|r beide Seiten so gerecht wie mvglich, aber jeder zweifelhafte Punkt soll zu Lasten des Anspruchstellers gehen. Der Turnierleiter geht wie folgt vor:
B. Klarstellende Erkldrung wird wiederholt
C. Es gibt einen ausstehenden Trumpf
Gibt es in einer der Gegnerhdnde noch eine Trumpfkarte, soll der Turnierleiter den Gegnern einen oder mehrere Stiche zusprechen, wenn:
D. Anspruchsteller schldgt neue Spieldurchf|hrung vor
Der Turnierleiter soll keine erfolgreiche Spieldurchf|hrung des Anspruchstellers gelten lassen, die nicht von der urspr|nglichen klarstellenden Erkldrung umfasst ist, wenn es eine andere normale* Spieldurchf|hrung gibt, die weniger erfolgreich sein w|rde.
E. Unerwdhnte Spieldurchf|hrung (Schnitt oder Schlagen)
Der Turnierleiter soll keine vom Anspruchsteller unerwdhnte Spieldurchf|hrung gelten lassen, deren Erfolg davon abhdngt, dass eher ein Gegner als der andere eine bestimmte Karte hdlt, es sei denn, ein Gegner hat schon vor der Ansprucherhebung nicht in der Farbe dieser Karte bedient oder w|rde anschliessend im Verlaufe jeder normalen* Spieldurchf|hrung nicht Farbe bekennen oder sofern es vernunftwidrig wdre, diese Spieldurchf|hrung nicht zu wdhlen.
*F|r die Zielsetzung der Artikel 69, 70 und 71 umfasst der Begriff "normal" sowohl eine sorglose als auch eine Spielweise, die unter dem Niveau des betroffenen Spielers liegt, aber keine vernunftwidrige.
Artikel 71: Aufgehobene Konzession
Eine einmal gemachte Konzession muss bestehen bleiben mit der Ausnahme, dass der Turnierleiter innerhalb des gemdss Artikel 79 C festgelegten Berichtigungszeitraumes eine Konzession aufheben soll, wenn:
A. Stich kann nicht verloren gehen
Ein Spieler einen Stich konzediert hat, den seine Seite in Wirklichkeit gewonnen hatte, oder einen Stich, den seine Seite durch keine ordnungsgemdsse Spielweise der restlichen Karten hdtte verlieren kvnnen;
B. Kontrakt bereits erf|llt oder geschlagen
Der Alleinspieler den Verlust eines Kontraktes, den er bereits erf|llt hatte, oder ein Gegenspieler die Erf|llung eines Kontraktes, den seine Seite bereits geschlagen hatte, konzediert hat;
C. Nicht einleuchtende Konzession
Ein Spieler einen Stich konzediert hat, der durch keine normale* Spielweise der restlichen Karten hdtte verloren gehen kvnnen.
* F|r die Zielsetzung der Artikel 69, 70 und 71 umfasst der Begriff "normal" sowohl eine sorglose als auch eine Spielweise, die unter dem Niveau des betroffenen Spielers liegt, aber keine vernunftwidrige.
KAPITEL VII
Die Verhaltensregeln
Artikel 72: Allgemeine Grundsdtze
A. Einhaltung der Regeln
B. Regelverstoss
Artikel 73: Verstdndigung
A. Korrekte Verstdndigung zwischen Partnern
B. Ungehvrige Verstdndigung zwischen Partnern
C. Spieler erhdlt vom Partner unerlaubte Information
Verf|gt ein Spieler |ber eine unerlaubte Information, die er durch seines Partners Bemerkung, Frage, Erkldrung, Geste, Gehabe, besonderen Nachdruck, Modulation der Stimme, Hast oder Zvgern erhalten hat, muss er sorgfdltig vermeiden, dies zum Vorteil f|r seine Seite auszunutzen.
D. Abweichungen im Tempo oder in der Verhaltensweise
E. Tduschung
Ein Spieler darf korrekterweise versuchen, einen Gegner durch eine Ansage oder ein Spiel zu tduschen (solange die Tduschung nicht durch eine geheime Partnerschafts|bereinkunft oder durch Erfahrung abgesichert ist). Es ist vvllig korrekt, zu vermeiden, den Gegnern Informationen zugdnglich zu machen, indem man alle Ansagen und Spielweisen in gleich bleibendem Tempo und gleich bleibender Art und Weise macht.
F. Verletzung der Anstandsregeln
F|hrt eine Verletzung der in dieser Regel beschriebenen Anstandsregeln zu einem Schaden f|r einen unschuldigen Gegner, so gilt:
Artikel 74: Benehmen und Umgangsformen
A. Korrekte Einstellung
B. Umgangsformen
Aus Hvflichkeit sollte ein Spieler es unterlassen:
C. Verfahrensverstvsse
Folgende Verhaltensweisen gelten als Verfahrensverstv_e:
* Siehe Artikel 73 D 2, wenn ein Spieler seine Karten
absichtlich gezeigt haben kvnnte.
Artikel 75: Partnerschaftsvereinbarungen
A. Besondere Partnerschaftsvereinbarungen
Besondere Partnerschaftsvereinbarungen, seien sie ausdr|cklich oder stillschweigend, m|ssen vollstdndig und uneingeschrdnkt den Gegnern zur Verf|gung stehen (siehe Artikel 40). Eine dem Partner aufgrund solcher Vereinbarungen |bermittelte Information muss sich aus Ansagen, Spielen und den f|r das laufende Board geltenden Bedingungen ergeben.
B. Bruch von Partnerschaftsvereinbarungen
Ein Spieler darf eine angek|ndigte Partnerschaftsvereinbarung brechen, solange sein Partner sich des Bruches nicht bewusst ist (aber gewohnheitsmdssige Br|che innerhalb einer Partnerschaft kvnnen stillschweigende Vereinbarungen begr|nden, die offen gelegt werden m|ssen). Kein Spieler hat die Pflicht, den Gegnern zu offenbaren, dass er eine angek|ndigte Vereinbarung gebrochen hat; werden die Gegner anschliessend geschddigt, etwa, weil sie einen falschen R|ckschluss aus einem solchen Bruch gezogen haben, haben sie keinen Anspruch auf Entschddigung.
C. Beantwortung von Fragen |ber Partnerschaftsvereinbarungen
Erkldrt ein Spieler die Bedeutung einer Ansage oder Spielweise des Partners in Beantwortung einer Frage des Gegners (siehe Artikel 20), soll er alle besonderen Informationen offen legen, die ihm aufgrund Partnerschaftsvereinbarung oder -erfahrung |bermittelt worden sind; er braucht aber R|ckschl|sse, die er aus seiner allgemeinen Bridgekenntnis und Erfahrung gezogen hat, nicht zu offenbaren.
D. Berichtigung falscher Erkldrungen
**Zwei Beispiele mvgen die Pflichten der Spieler (und des Turnierleiters) verdeutlichen, nachdem den Gegnern eine irref|hrende Erkldrung gegeben worden ist. In beiden folgenden Beispielen hat Nord 1 SA ervffnet und S|d, der eine schwache Hand mit langen Karos hdlt, hat 2 Karo in der Absicht geboten, damit abzuschliessen; Nord erkldrt aber in Beantwortung der Nachfrage von West, dass S|ds Gebot stark und k|nstlich sei und nach Oberfarben frage.
Beispiel 1 - Falsche Erkldrung
Die tatsdchliche Partnerschaftsvereinbarung ist die, dass 2 Karo ein nat|rliches Abschlussgebot ist; der Fehler lag in Nords Erkldrung. Diese Erkldrung ist ein Regelverstoss, da Ost-West einen Anspruch darauf haben, eine zutreffende Beschreibung der Nord-S|d-Vereinbarungen zu erhalten (f|hrt dieser Versto_ zu einem Schaden f|r Ost-West, soll der Turnierleiter einen berichtigten Score zuerkennen). Bemerkt Nord anschliessend seinen Fehler, muss er sofort den Turnierleiter benachrichtigen. S|d darf keinesfalls etwas unternehmen, um die falsche Erkldrung zu berichtigen, solange die Reizung im Gange ist; nach dem abschliessenden Pass sollte S|d, wenn er Alleinspieler oder Dummy ist, den Turnierleiter rufen und muss freiwillig eine Berichtigung der Erkldrung abgeben. Wird S|d ein Gegenspieler, ruft er den Turnierleiter nach Spielende und berichtigt die Erkldrung dann.
Beispiel 2 - Falsches Gebot
In beiden Beispielen wei_ S|d, nachdem er Nords Erkldrung gehvrt hat, dass sein eigenes Zwei-Karo-Gebot missverstanden worden ist. Diese Kenntnis ist eine "Unerlaubte Information" (siehe Artikel 16 A), so dass S|d sorgfdltig vermeiden muss, nachfolgende Aktionen auf diese Information zu gr|nden (tut er dies, soll der Turnierleiter einen berichtigten Score zuerkennen). Gibt z.B. Nord ein R|ckgebot von zwei Sans-Atout ab, verf|gt S|d |ber die unerlaubte Information, dass dieses Gebot nur eine Vierer-Oberfarbe verneint; aber S|ds Pflicht besteht darin, so zu handeln, als habe Nord Maximum gezeigt und damit einen starken Partieversuch gegen|ber einer schwachen Antwort gemacht.
Artikel 76: Zuschauer
A. Benehmen wdhrend Reizung oder Spiel
B. Beteiligung eines Zuschauers
Ein Zuschauer darf weder die Aufmerksamkeit auf eine Regelwidrigkeit lenken, noch zu irgendeiner Frage bez|glich Tatsachen oder Regeln Stellung nehmen, au_er auf Aufforderung des Turnierleiters.
KAPITEL VIII
Der Score
Artikel 77: Score-Tabelle f|r Turnierbridge
Stich Score
Der Seite des Alleinspielers gutzuschreibende Stich-Wertungspunkte, wenn der Kontrakt erf|llt wird
und die Trumpffarbe ist: Treff Karo Herz Pik
f|r jeden gebotenen und
gemachten Stich |ber
dem Buch, sofern der Kontrakt
- unkontriert gespielt wurde: 20 20 30 30
- kontriert wurde: 40 40 60 60
- rekontriert wurde: 80 80 120 120
In einem Sans-Atout-Kontrakt verhdlt es sich wie folgt:
F|r den ersten gebotenen und gemachten Stich |ber dem Buch
- ohne Kontra: 40
- mit Kontra: 80
. mit Rekontra: 160
F|r jeden weiteren Stich erhdlt man
- ohne Kontra: 30
- mit Kontra: 60
. mit Rekontra: 120
Ein in einem Board erreichtes Stich-Wertungspunkt-Ergebnis von 100 oder mehr Punkten ergibt ein Vollspiel, ein erzieltes Stich-Wertungspunkt-Ergebnis von weniger als 100 Punkten ist ein Teilkontrakt.
Prdmien
Kleinschlemm (12 Stiche) geboten und erf|llt:
- ungefdhrlich: 500
- gefdhrlich: 750
Grossschlemm (13 Stiche) geboten und erf|llt:
- ungefdhrlich: 1000
- gefdhrlich: 1500
\berstiche
F|r jeden \berstich (|ber den Kontrakt hinausgehend gemachte Stiche):
- ohne Kontra: identisch mit dem Stichwert (vgl. oben)
- Kontra / ungefdhrlich: 100
- Kontra / gefdhrlich: 200
- Rekontra / ungefdhrlich: 200
- Rekontra / gefdhrlich: 400
Prdmien f|r Vollspiel, Teilkontrakt und erf|llten Kontrakt
- F|r den Gewinn eines Vollspiels, ungefdhrlich: 300
- F|r den Gewinn eines Vollspiels, gefdhrlich: 500
- F|r Gewinn irgendeines kontrierten, aber nicht rekontrierten Kontrakts: 50
- F|r Gewinn irgendeines rekontrierten Kontrakts: 100
Strafen f|r Faller
(Stiche, um die der Alleinspieler die Erf|llung des Kontraktes verfehlt)
Artikel 78: Score-Verfahren
A. Matchpunkt-Verfahren
Im Matchpunkt-Verfahren erhdlt jeder Teilnehmer f|r die von anderen Teilnehmern im gleichen Board erzielten Ergebnisse, die mit seinem Ergebnis verglichen werden, folgende Gutschriften: Zwei Score-Einheiten (Matchpunkte oder halbe Matchpunkte) f|r jedes Ergebnis, das schlechter als seines ist, eine Score-Einheit f|r jedes Ergebnis, das gleich seinem eigenen ist und null Score-Einheiten f|r jedes Ergebnis, das besser als sein eigenes ist.
B. Internationales Matchpunkt-Verfahren
Im Internationalen Matchpunkt-Verfahren wird in jedem Board die Differenz der Gesamtpunkte zwischen zwei Ergebnissen verglichen und nach folgender Tabelle in IMP umgewandelt:
C. Gesamtpunkt-Verfahren
Im Gesamtpunkt-Verfahren ist der in allen gespielten Boards insgesamt erzielte Netto-Score der Score f|r jeden Teilnehmer.
D. Besondere Score-Methoden
Besondere Score-Methoden sind zuldssig, wenn sie vom veranstaltenden Verband genehmigt sind. Vor jedem Wettbewerb sollte der veranstaltende Verband die Wettbewerbsbedingungen vervffentlichen, die die Teilnahmebedingungen, Score-Verfahren, Ermittlung der Sieger, Entscheidung bei Punktgleichheit und dhnliches beinhalten.
Artikel 79: Gewonnene Stiche
A. Einigung |ber gewonnene Stiche
\ber die Anzahl der gewonnenen Stiche soll Einigung erzielt werden, bevor alle vier Hdnde in das Board zur|ckgesteckt werden.
B. Uneinigkeit |ber gewonnene Stiche
Entsteht anschliessend eine Uneinigkeit, muss der Turnierleiter gerufen werden. Eine Erhvhung des Scores braucht nicht gewdhrt zu werden, wenn nicht der Turnierleiter gerufen wird, bevor gemdss Artikel 8 die Runde endet (aber Artikel 69 oder Artikel 71 kvnnen diese Bestimmung verdrdngen, wenn eine Einwilligung erfolgt oder eine Konzession gemacht worden ist).
C. Irrtum beim Scoren
Ein Irrtum bei der Berechnung oder beim Eintragen des Scores, |ber den Einigung erzielt worden war, gleichg|ltig, ob er von einem Spieler oder einem Scorer begangen worden ist, darf bis zum Ablauf des vom veranstaltenden Verband festgelegten Zeitraums berichtigt werden. Wenn der veranstaltende Verband keinen spdteren* Zeitpunkt bestimmt, lduft dieser Berichtigungszeitraum 30 Minuten, nachdem das offizielle Ergebnis zur Einsichtnahme zugdnglich gemacht worden ist, aus.
*Ein fr|herer Zeitpunkt darf festgelegt werden, wenn dies aufgrund der besonderen Bedingungen eines Wettbewerbs notwendig ist.
KAPITEL IX
Veranstaltung von Turnieren
Artikel 80: Veranstaltender Verband
Ein veranstaltender Verband, der ein Turnier nach diesen Regeln durchf|hrt, hat die folgenden Pflichten und Rechte:
A. Turnierleiter
Den Turnierleiter zu bestellen. Gibt es keinen Turnierleiter, sollten die Spieler einen unter ihnen mit der Wahrnehmung seiner Aufgaben betrauen.
B. Vorbereitungen
Die Vorbereitungen f|r das Turnier zu treffen, einschliesslich des Spiellokals, der Versorgung der Teilnehmer und der Bereitstellung des Spielmaterials.
C. Spielzeiten f|r jeden Durchgang
Datum und Zeit f|r jeden Durchgang festzulegen.
D. Teilnahmebedingungen
Die Teilnahmebedingungen festzulegen.
E. Besondere Bedingungen
Besondere Bedingungen f|r Reizung und Spiel festzulegen (wie z.B. schriftliche Reizung, Bidding-Boxes, Screens - Strafvorschriften f|r Aktionen, die nicht mittels Benutzung eines Screens unternommen werden, d|rfen ausser Kraft gesetzt werden).
F. Zusdtzliche Durchf|hrungsbestimmungen
Durchf|hrungsbestimmungen zu vervffentlichen oder anzuk|ndigen, die diese Regeln ergdnzen, aber nicht im Widerspruch zu ihnen stehen.
G. Proteste
Geeignete Vorkehrungen zu treffen, damit Proteste verhandelt werden kvnnen.
KAPITEL X
Turnierleiter
Abschnitt I - Verantwortlichkeiten
Artikel 81: Pflichten und Rechte
A. Offizieller Status
Der Turnierleiter ist der offizielle Vertreter des veranstaltenden Verbandes.
B. Einschrdnkungen und Verantwortlichkeiten
C. Pflichten und Rechte des Turnierleiters
Die Pflichten und Rechte des Turnierleiters schliessen |blicherweise die folgenden ein:
D. Delegation von Pflichten
Der Turnierleiter darf jede der unter C aufgef|hrten Pflichten an Hilfskrdfte delegieren, dies entbindet in jedoch nicht von seiner Verantwortung f|r ihre korrekte Erf|llung.
Artikel 82: Berichtigung von Verfahrensfehlern
A. Pflicht des Turnierleiters
Es ist die Pflicht des Turnierleiters, Verfahrensfehler zu berichtigen und den Fortlauf des Spiels in einer Weise sicherzustellen, die nicht im Widerspruch zu diesen Regeln steht.
B. Berichtigung von Fehlern
Um einen Verfahrensfehler zu berichtigen, darf der Turnierleiter:
C. Fehler des Turnierleiters
Hat der Turnierleiter eine Entscheidung getroffen, die er
selbst oder der Hauptturnierleiter anschlie_end f|r falsch hdlt und erlaubt
keine Berichtigungsmethode, das Board normal zu scoren, soll er einen
berichtigten Score zuerkennen, wobei er zu diesem Zweck beide Seiten als
nicht-schuldig ansieht.
Artikel 83: Hinweis auf das Protestrecht
Glaubt der Turnierleiter, dass eine \berpr|fung seiner betreffend einer im Tatsdchlichen angesiedelten Frage oder einer Aus|bung seines Ermessens getroffenen Entscheidung angebracht sein kvnnte (etwa wenn er einen berichtigten Score gemdss Artikel 12 zuerkennt), soll er einen Teilnehmer auf sein Recht hinweisen, Protest zu erheben. Er darf die Streitfrage auch von sich aus einem zustdndigen Gremium zur Entscheidung vorlegen.
Abschnitt II - Entscheidungen
Artikel 84: Entscheidungen bei unstreitigem Sachverhalt
Wird der Turnierleiter gerufen, um eine die Regeln oder die zusdtzlichen Durchf|hrungsbestimmungen betreffende Frage zu entscheiden, bei der |ber die Tatsachen Einigkeit herrscht, soll er wie folgt entscheiden:
A. Keine Strafe
Ist in den Regeln keine Strafe vorgesehen und besteht keine Veranlassung f|r die Aus|bung seines Ermessens, weist er die Spieler an, mit der Reizung oder dem Spiel fortzufahren.
B. Regeln sehen Strafe vor
Erf|llt ein Sachverhalt klar den Tatbestand einer Regel, die f|r die Regelwidrigkeit eine Strafe vorsieht, verhdngt er diese Strafe und sorgt daf|r, dass sie vollzogen wird.
C. Wahlrecht eines Spielers
Gibt eine Regel einem Spieler ein Wahlrecht zwischen mehreren Strafen, erkldrt der Turnierleiter die Wahlmvglichkeiten und sorgt daf|r, dass eine Strafe gewdhlt und vollzogen wird.
D. Wahlrecht des Turnierleiters
Gibt eine Regel dem Turnierleiter ein Wahlrecht zwischen einer bestimmten Strafe und der Zuerkennung eines berichtigten Scores, versucht er, Billigkeit herzustellen, entscheidet aber jeden zweifelhaften Punkt zu Gunsten der nicht-schuldigen Seite.
E. Strafe aufgrund Ermessensentscheidung
Ist eine Regelwidrigkeit vorgekommen, f|r die in den Regeln keine Strafe vorgesehen ist, erkennt der Turnierleiter einen berichtigten Score zu, wenn eine auch nur vern|nftige Mvglichkeit besteht, dass die nicht-schuldige Seite geschddigt worden ist, und weist die schuldige Seite auf ihr Recht zum Protest hin (siehe Artikel 81 C 9).
Artikel 85: Entscheidungen bei streitigem Sachverhalt
Wird der Turnierleiter gerufen, um eine die Regeln oder die zusdtzlichen Durchf|hrungsbestimmungen betreffende Frage zu entscheiden, bei der |ber die Tatsachen keine Einigkeit herrscht, soll er wie folgt vorgehen:
A. Einschdtzung des Turnierleiters
Ist der Turnierleiter davon |berzeugt, dass er den Sachverhalt festgestellt hat, entscheidet er gemdss Artikel 84.
B. Sachverhalt nicht festgestellt
Ist der Turnierleiter nicht in der Lage, den Sachverhalt zu seiner \berzeugung festzustellen, soll er eine Entscheidung treffen, die den Fortgang des Spiels ermvglicht, und die Spieler auf ihr Recht zum Protest hinweisen.
Abschnitt III - Berichtigung von Regelwidrigkeiten
Artikel 86: Im Team-Turnier
A. Durchschnitt im Team-Turnier
Entschlie_t sich der Turnierleiter dazu, im Team-Turnier einen k|nstlichen berichtigten Score in Form eines Plus- oder Minusdurchschnitts zuzuerkennen, so sind das entweder + 3 IMP oder - 3 IMP.
B. Sich nicht ausgleichende Scores, K.O.-Wettbewerb
Weist der Turnierleiter in einem Knock-out-Wettbewerb sich nicht ausgleichende Scores (siehe Artikel 12 C) zu, wird der Score jedes Teilnehmers f|r das Board gesondert berechnet. Der Durchschnitt der beiden Scores wird dann beiden Teilnehmern zugewiesen.
C. Ersatzboard
Der Turnierleiter soll seine Befugnis nach Artikel 6, ein Ersatzboard spielen zu lassen, nicht aus|ben, wenn das Endergebnis eines Kampfes ohne dieses Board einem Teilnehmer bekannt sein kvnnte. Statt dessen erkennt er einen berichtigten Score zu.
Artikel 87: Verfdlschtes Board
A. Definition
Ein Board gilt als verfdlscht, wenn der Turnierleiter feststellt, dass eine oder mehrere Karten so vertauscht worden sind, dass Teilnehmer, die einen direkten Scorevergleich in dem Board gehabt haben sollten, das Board nicht in identischer Form gespielt haben.
B. Scoren des verfdlschten Boards
Beim Scoren eines verfdlschten Boards stellt der Turnierleiter so genau wie mvglich fest, welche Scores mit dem Board in seiner urspr|nglichen Form und welche Scores in der gednderten Form erzielt worden sind. Er teilt auf dieser Grundlage die Ergebnisse in zwei Gruppen und scort jede Gruppe getrennt entsprechend den Bestimmungen des veranstaltenden Verbandes.
In manchen Arten von Team-Turnieren darf der veranstaltende Verband eine Neuteilung anordnen (siehe Artikel 6).
Abschnitt IV - Strafen
Artikel 88: Zuerkennung von Entschddigungspunkten
Muss sich in einem Paar- oder Individualturnier ein nicht-schuldiger Teilnehmer mit einem k|nstlichen berichtigten Score zufrieden geben, obwohl er weder einen Fehler begangen noch eine entsprechende Wahl getroffen hat, sollen einem solchen Teilnehmer mindestens 60% der Matchpunkte, die er in diesem Board erzielen konnte, oder der Prozentsatz der Matchpunkte, die er in den wdhrend des Durchgangs tatsdchlich gespielten Boards erzielt hat, zuerkannt werden, wenn dieser Prozentsatz grv_er als 60% war.
Artikel 89: Strafen im Individualturnier
In einem Individualturnier soll der Turnierleiter die in diesen Regeln vorgesehenen Strafbestimmungen und die Bestimmungen, die die Zuerkennung eines berichtigten Scores anordnen, gleichermassen auf beide Mitglieder der schuldigen Seite anwenden, auch wenn nur einer von ihnen f|r die Regelwidrigkeit verantwortlich sein mag. Der Turnierleiter soll aber bei der Zuerkennung berichtigter Scores gegen den Partner des schuldigen Spielers keine Verfahrens-Strafpunkte verhdngen, wenn jener nach Ansicht des Turnierleiters in keiner Weise f|r den Regelverstoss verantwortlich war.
Artikel 90: Verfahrensstrafen
A. Befugnis des Turnierleiters
Der Turnierleiter darf zusdtzlich zur Anwendung der in diesen Regeln vorgesehenen Strafvorschriften auch Strafen f|r jeden Verstoss verhdngen, der das Spiel |ber Geb|hr verzvgert oder stvrt, anderen Teilnehmern Unannehmlichkeiten bereitet, dem korrekten Ablauf zuwiderlduft oder die Zuerkennung eines berichtigten Scores an einem anderen Tisch erforderlich macht.
B. Verstvsse, die einer Strafe unterliegen
Strafbewehrte Verstvsse sind unter anderem:
Artikel 91: Disziplinarstrafen oder Ausschluss
A. Befugnis des Turnierleiters
In Ausübung seiner Pflicht, Ordnung und Disziplin aufrechtzuerhalten, ist der Turnierleiter insbesondere ermächtigt, Disziplinarstrafen in Form von Punktabzügen aufzuerlegen oder einen Teilnehmer vom laufenden Durchgang oder von irgendeinem Teil desselben auszuschliessen (die gemäss dieser Bestimmung vom Turnierleiter getroffene Entscheidung ist unanfechtbar).
B. Recht zu disqualifizieren
Der Turnierleiter ist insbesondere ermächtigt, einen Teilnehmer, wenn hierfür ein Grund besteht, zu disqualifizieren, vorbehaltlich der Einwilligung des Schiedsgerichts oder des veranstaltenden Verbandes.
KAPITEL XI
Proteste
Artikel 92: Recht zum Protest
A. Recht eines Teilnehmers
Ein Teilnehmer oder sein Kapitdn darf gegen jede an seinem Tisch getroffene Entscheidung des Turnierleiters zwecks \berpr|fung derselben Protest einlegen.*
B. Protestfrist
Das Recht, eine Entscheidung des Turnierleiters zu verlangen oder gegen eine solche Entscheidung Protest einzulegen, erlischt 30 Minuten, nachdem das offizielle Ergebnis zur Einsichtnahme zugdnglich gemacht worden ist, sofern nicht der veranstaltende Verband eine abweichende Zeitspanne festgelegt hat.
C. Form des Protestes
Alle Proteste sollen |ber den Turnierleiter eingelegt werden.
D. \bereinstimmung der Protestierenden
Ein Protest soll nicht verhandelt werden, wenn nicht beide Mitglieder eines Paares (ausser in einem Individualturnier) oder der Kapitdn eines Teams mit der Einlegung des Protestes einverstanden sind. Ein abwesendes Mitglied soll als einverstanden gelten.
Artikel 93: Protestverfahren
A. Kein Schiedsgericht
Der Hauptturnierleiter soll alle Proteste verhandeln und entscheiden, wenn es kein Turnier- oder übergeordnetes Schiedsgericht gibt oder wenn ein Schiedsgericht nicht zusammentreten kann, ohne den geordneten Verlauf des Turniers zu stören.
B. Schiedsgericht vorhanden
Ist ein Schiedsgericht vorhanden,
C. Protest bei der nationalen Instanz
Wurden die oben aufgef|hrten Rechtsmittel erschöpft, darf bei der durch den nationalen Verband bestimmten Instanz Berufung eingelegt werden.
*Veranstaltende Verbdnde d|rfen Strafvorschriften f|r unbegr|ndete Proteste erlassen. In der Schweiz beispielsweise verfdllt die Protestgeb|hr und wird der Juniorenfvrderung zur Verf|gung gestellt.
**Zonale Organisationen d|rfen abweichende Protestbedingungen f|r besondere Turniere aufstellen.

Copyright by Dr. Jörg Zinsli & Marie-Louise Zinsli, Schweiz