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- Bei der ersten Runde der Parlamentswahlen in Frankreich zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Mitte-Wahlbündnis von Präsident Emmanuel Macron und der Linksallianz NUPES ab.
- Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis liegt das Mitte-Lager des Präsidenten mit 25.75 Prozent gerade mal 0.09 Prozentpunkte vor dem Linksbündnis NUPES mit 25.66 Prozent.
- Prognosen gehen aber bei der Sitzverteilung beim zweiten Wahlgang in einer Woche von einer Mehrheit für das Lager Macrons aus.
Wenige Wochen nach der Wiederwahl von Präsident Emmanuel Macron haben Franzosen und Französinnen ein neues Parlament mit 577 Sitzen gewählt. Bei der ersten Wahlrunde für die sogenannte die Nationalversammlung gewinnt derjenige Kandidat, der mehr als 50 Prozent der Stimmen in seinem Wahlkreis erhalten hat (Majorz).
Wo das nicht der Fall ist, müssen sich alle Kandidierenden, die mehr als 12.5 Prozent der Stimmen bekommen haben, am kommenden Sonntag einem zweiten Wahlgang stellen.
Macron will keinen linken Premier
Macron will sich wieder eine Mehrheit im Parlament sichern. Sonst wäre er gezwungen, eine Regierung mit einem Premierminister aus dem anderen Lager zu ernennen («Cohabitation»).
Frankreichs Premierministerin Élisabeth Borne sieht aber die Kontrahenten chancenlos. Sie warnte zudem vor einem Erstarken der Linken: «Wir können das Risiko von Instabilität nicht eingehen.»
Der Vorsitzende der französischen Konservativen (Les Républicains, LR), Christian Jacob, sieht seine Partei trotz Verlusten als wichtige Oppositionskraft mit derzeit 92 Sitzen. Mit ihren Verbündeten erreichten sie laut Hochrechnung bis zu 13.7 Prozent Wähleranteil und könnten auf bis zu 80 Sitze kommen.
Mélenchon: «Niederlage für Macron»
Jean-Luc Mélenchon, der Anführer des linken Parteienbündnisses NUPES (Linke, Kommunisten, Grüne und Sozialisten) sieht im Ergebnis eine deutliche Niederlage für Emmanuel Macron. «Die Präsidenten-Partei ist in der ersten Runde geschlagen und besiegt.»
Mélenchon rief die Bürger auf, am kommenden Sonntag zur Wahl zu gehen, um «die verhängnisvollen Vorhaben der Mehrheit von Herrn Macron definitiv zurückzuweisen».
Le Pen: «Immenser Sieg»
Marine Le Pen hat das Abschneiden ihres Rassemblement National (RN) als «immensen Sieg» bezeichnet: «Es ist wichtig, dass Macron nicht über eine absolute Mehrheit verfügt, die er missbrauchen wird, um seine selbstzentrierten und brutalen Methoden anzuwenden.»
Der zweite Wahlgang biete die Möglichkeit, eine sehr grosse Gruppe von patriotischen Abgeordneten in die Nationalversammlung zu entsenden. Laut Hochrechnung kommt das Rassemblement auf 19 Prozent.
Macron in guter Ausgangslage
«Macrons Mitte-Bündnis hat derzeit die besseren Karten», sagt SRF-Korrespondentin Alexandra Gubser in Paris. «Sein Mitte-Bündnis hat noch Reserven», nämlich Wähler, die für den zweiten Wahlgang Alternativen zu ihren im ersten Wahlgang unterlegenen Favoriten wählen müssten. LUPES habe derzeit zwar das Momentum für sich, aber keine nennenswerten Reserven, so Gubser.
Das «Kreuz des Amtsinhabers» Macron sei es halt, dass er nicht an den Erfolg seiner ersten Wahl zum Präsidenten anschliessen könne und sich fünf Jahre später nicht unbedingt einer Parlamentsmehrheit sicher sein könne. «Denn nach fünf Jahren ist der Lack etwas ab und es ist eben jetzt auf der linken Seite ein neues Angebot da», so Gubser.
Die zweite Runde der Parlamentswahl findet am kommenden Sonntag statt. Dann geht es in den Einerwahlkreisen bloss noch um das relative Mehr – jene Kandidatin, jener Kandidat ist gewählt, die oder der am meisten Stimmen erhält.
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