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Obwohl ich den Film vielleicht vor fast 30 Jahren gesehen habe, sind mir in dem Meisterwerk 1900 von Bertolucci einige Szenen glasklar in Erinnerung geblieben. In einer davon beschreibt der Meister grandios und widersprüchlich, wie Drogen wirken können. Der junge Robert De Niro und Dominique Sanda schnupfen in einem Hotelzimmer Kokain. De Niro atmet aus und das Pulver fliegt auf den Boden und den Teppich. Sie gehen mit den Röhrchen über den Teppich und versuchen, möglichst viel davon noch zu erwischen. Danach liegt De Niro im Bett, die Arme verschränkt, zittert mit den Beinen, steht auf, schlägt die Hacken mehrfach zusammen, krabbelt rückwärts auf dem Boden, tanzt mit dem laufenden Schallplattenspieler durchs Zimmer und behauptet gut gelaunt ein übers andere Mal: «Ich spüre nichts, ich spüre nichts ...». Eine groteske, gut gelaunte, witzige Szene, die damit abschliesst, dass er ein Telegramm vom Tode seines Vaters erhält. In diesen vielleicht anderthalb Minuten erzählt Bertolucci mehr über Rausch als mancher anderthalbstündige Dokumentarfilm.
MOMENTAUFNAHME