Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03291.jsonl.gz/1237

Until Branches Bend
Regie: Sophie Jarvis
Darst.: Grace Glowicki, Alexandra Roberts, Quelemia Sparrow, Lochlyn Munro, Antoine DesRochers, Cole Sparrow-Crawford, Paul Kular, Janet Walmsley, Michelle Brezinski u.a.
Robin ist eine gewissenhafte und aufmerksame Arbeiterin in einer Konservenfabrik im Okanagan Valley, einem fruchtbaren Tal im Süden der kanadischen Provinz British Columbia, das weitgehend vom Pfirsichanbau lebt. Als Robin eines Tages in der Fabrik einen ihr unbekannten Käfer in einem Pfirsich entdeckt, macht sie ihren Chef umgehend darauf aufmerksam, doch dieser deklariert ihren Fund kurzerhand als harmlos. Da Erntezeit ist, will er nichts riskieren; ein Unterbruch der Pfirsichernte hätte schwerwiegende Folgen für die gesamte Region. Als bald darauf die Situation eskaliert, wendet sich die Gemeinschaft gegen Robin, die auch noch damit klarkommen muss, dass sie ungewollt schwanger ist. Die in Kanada lebende schweizerisch-kanadische Doppelbürgerin Sophie Jarvis hat ihren mit Minimalbudget auf 16 Millimeter gedrehten Erstling vor Jahresfrist am renommierten Toronto Film Festival präsentiert. Im Januar lief der von der Tessiner Produzentin Michela Pini koproduzierte Film an den Solothurner Filmtagen, wo er den mit 60’000 Franken dotierten Hauptpreis, den Prix de Soleure, gewann. Michael Sennhauser schrieb zum Abschluss der Filmtage auf srf.ch: «Und auch wenn in Kanada alles etwas grösser ist: Diese Geschichte lässt sich ganz einfach auf Schweizer Verhältnisse verkleinern. Sophie Jarvis zeigt eindrücklich eine junge Frau, die sich weigert, wegzuschauen und dafür gehasst wird. Dafür hat ihr die Solothurner Jury den Prix de Soleure völlig zu Recht zugesprochen.» Auch Ravi Srinivasan vom Toronto International Film Festival ist begeistert: «Die reichhaltigen Texturen und die Farbpalette des 16-mm-Films fangen die idyllische Schönheit der Region ein, während sie gleichzeitig ihr Potenzial als Schauplatz für einen Fiebertraum freilegen – was an die pastorale Schönheit und die mythischen Qualitäten der Prärien in Terrence Malicks ‹Days of Heaven› erinnert. An der Oberfläche wirkt der Film wie ein zurückhaltendes Drama, doch darunter brodelt ein psychologischer Thriller. Das Ergebnis ist eine spannungsgeladene, atmosphärische Vision einer existenziellen Krise, die sich mit dem mysteriösen, immerwährenden Drama unserer Umgebung mischt und so die Unbeständigkeit unserer Beziehung zur Natur beleuchtet.»