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Donald Trumps ältester Sohn steht nach seinem konspirativen Treffen mit einer russischen Anwältin am Pranger. Beteiligt sind einige schillernde Figuren.
Donald Trump junior erhoffte sich vom Treffen im Juni 2016 belastendes Material über Hillary Clinton. Daraus wurde nichts. Dafür steht der älteste Sohn des US-Präsidenten nun unter dem Verdacht, gegen das Gesetz verstossen zu haben. Vor allem aber verleiht die Begegnung im Trump Tower den Ermittlungen in Donald Trumps Russland-Affäre neuen Schub.
Auf Fox News versuchte Don junior, die Angelegenheit herunterzuspielen. Und der Senior äussert sich bislang auffällig zurückhaltend. Wer aber sind die Leute, die in das ominöse Treffen involviert waren, an dem neben dem jüngeren Trump auch Schwiegersohn Jared Kushner und der damalige Wahlkampfleiter Paul Manafort teilgenommen hatten?
In den E-Mails an Trump junior wird sie als «russische Regierungs-Anwältin» bezeichnet. Das ist übertrieben. Natalja Veselnitskaja steht laut Medienberichten dem Kreml kaum sehr nahe. Sie ist mit der Moskauer Regionalregierung verbandelt. Sie arbeitete für die dortige Staatsanwaltschaft und war mit Alexander Mitusow verheiratet, der es zum stellvertretenden Verkehrsminister der Region Moskau brachte. Sein Vorgesetzter hiess Pjotr Katsyw.
Dessen Sohn Denis Katsyw war ein Klient von Natalja Veselnitskaja, die sich 2003 als Anwältin selbständig gemacht hatte. Er war als Geschäftsmann in den USA wegen Geldwäscherei angeklagt worden, basierend auf dem so genannten Magnitski-Gesetz. Veselnitskaja lobbyierte aktiv für dessen Abschaffung. Dies sei der eigentliche Grund für ihr Treffen mit Trump junior gewesen, sagte die Anwältin in einem Interview mit dem Fernsehsender NBC.
«Ich besass nie schädliche oder heikle Informationen über Hillary Clinton», erklärte sie. Das Magnitski-Gesetz ist noch immer in Kraft, dennoch war ihr Lobbying nicht erfolglos. Das Verfahren gegen Denis Katsyw wurde kürzlich in einem Vergleich mit einer Zahlung von sechs Millionen Dollar beigelegt. Möglich machte dies die Entlassung des zuständigen Bundesanwalts Preet Bharara durch Präsident Trump. Sein Nachfolger willigte in den Vergleich ein.
Eine Schlüsselfigur der Affäre ist seit 2009 tot. Der Anwalt Sergej Magnitski hatte einen gigantischen Korruptionsskandal aufgedeckt, bei dem russische Regierungsbeamte rund 230 Millionen Dollar veruntreut hatten. Statt ihm zu danken, warf die Regierung Magnitski ins Gefängnis, wo er an den Folgen schwerer Misshandlungen starb.
Der US-Investmentbanker Bill Browder, ein Freund und Geschäftspartner von Sergej Magnitski, setzte sich darauf im Kongress in Washington für Strafmassnahmen ein. Das Ergebnis war das Magnitski-Gesetz, das seither die Basis für alle Sanktionen gegen Russland bietet. Als Gegenmassnahme durften US-Bürger keine russischen Waisenkinder mehr adoptieren.
Der 37-jährige russisch-arserbeidschanische Popsänger, der unter anderen in der Schweiz zur Schule ging, hat das Treffen zwischen Donald Trump junior und Nataja Veselnitskaja eingefädelt. Sein Vater ist der Oligarch Aras Agalarow, der wie Donald Trump im Immobilienbusiness reich wurde. Er baute unter anderem zwei Stadien für die Fussball-WM 2018 und einen gigantischen Ausstellungs- und Shopping-Komplex neben dem Sitz der Moskauer Regionalregierung.
Der Kontakt zu Donald Trump entstand, als die Agalarows die Miss-Universum-Wahl 2013 in Moskau veranstalteten. Die Rechte dieses Schönheitswettbewerbs gehörten Trump. Emin Agalarow drehte sogar ein Musikvideo, in dem Donald Trump auftrat. Gemeinsam heckten sie Pläne aus für einen Trump Tower in Moskau, der bis heute nicht gebaut wurde.
Der britische Musikpublizist war der Mittelsmann zwischen Agalarow und Veselnitskaja auf der einen und Trump junior auf der anderen Seite, über ihn lief der ominöse Mailverkehr. Bis 1985 arbeitete er als Journalist, dann wechselte er ins Musikbusiness. Goldstone ist eine schillernde Figur mit auffälliger Präsenz in den sozialen Medien.
In den letzten Jahren war er unter anderem als Repräsentant von Emin Agalarow in den USA tätig. Oft hielt er sich in Moskau auf, das er laut dem «Guardian» als seine zweite Heimat bezeichnete. Nach Donald Trumps Wahlsieg postete Goldstone ein Bild von sich in einem Russland-Shirt auf Instagram. Nach den Medienberichten der letzten Tage hat er seinen Account auf privat gestellt.