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Halloween
Halloween ist die Vermischung von den Toten und den Lebenden.
Das Tor zwischen der Welt der Lebenden und der Toten wird wieder geöffnet.
Viele Menschen haben an diesen Tagen oft das Gefühl, dass sie von jemandem beobachtet werden oder gar verfolgt.
Aber nicht etwa von einer lebenden Person, sondern von einem Geist, oder eben von einem Verstorbenen.
Das Unbehagen fängt an. Ein beklemmendes Gefühl und ein Gruseln kommen in einem hoch.
Aber was ist Halloween eigentlich?
Der Ursprung von Halloween liegt in Irland.
Samhain, dies ist eines der vier keltischen Feste. Es bedeutet so viel wie „Ende des Sommers“.
Die keltischen Menschen hatten den Glauben, dass an diesem Abend das Tor zur Unterwelt geöffnet wird.
Gemäss uralter Geschichte, machten sich die Toten am 31. Oktober auf die Suche nach lebenden Menschen, welche im nächsten Jahr sterben sollten.
Deswegen verkleideten sich die Lebenden mit furchterregenden Masken und liefen mit diesen durch die Strassen.
So konnten die Verstorbenen nicht mehr unterscheiden, welches die Lebenden und welches die Toten waren.
Eine der wohl bekanntesten Erzählungen ist die, des irischen Hufschmiedes.
Diese Erzählung möchte ich dir hier gerne erzählen.
Als eines Abends, es war der Abend vor Allerheiligen, der Tod (in der Erzählung heisst es der Teufel. Für mich trifft das Wort „Tod“ aber eher zu) wieder eine Seele suchte, traf er in einer Kneipe auf einen irischen Hufschmied.
Der Hufschmied aber war noch nicht gewillt zu gehen. Also machte er dem Tod ein Angebot. Er bot ihm seine Seele gegen einen letzten Drink an.
Der Tod war damit einverstanden ihm diesen Drink zu spendieren.
Da der Tod aber kein Geld hatte, verwandelte er sich selbst kurzerhand in eine Münze.
Der Hufschmied aber bezahlte nicht etwa einen Drink damit, er legte die Münze mit einem Silberkreuz in seinen Geldbeutel.
Der Tod konnte sich so nicht mehr zurück verwandeln.
Der Hufschmied schlug dem Tod vor, dass er ihn freilassen würde, wenn der Tod ihn die nächsten zehn Jahre in Ruhe lassen würde.
Diesen Deal ging der Tod ein.
Die nächsten zehn Jahre vergingen, ohne dass der Hufschmied dem Tod jemals wieder begegnet war.
Nach genau zehn Jahren aber, kam der Tod wieder in dieselbe Kneipe und fand den Hufschmied dort vor.
Wieder war der Hufschmied noch nicht gewillt zu gehen und schlug dem Tod wieder ein Angebot vor. Seine Seele gegen einen Apfel des Apfelbaums als Henkersmahlzeit.
Wieder ging der Tod das Angebot ein. Er pflückte für den Hufschmied also einen Apfel des Apfelbaums.
Doch gerade als der Tod den Apfel vom Baum nehmen wollte, ritzte der Hufschmied schnell ein Kreuz in den Baum und der Tod war wieder gefangen.
Der Hufschmied schlug dem Tod vor, dass er das Kreuz vom Baum entferne, wenn er ihn für alle Ewigkeit in Ruhe lassen würde.
Der Tod hatte keine andere Wahl als zuzustimmen.
Als der Hufschmied dann aber alt und gebrechlich war und bereit zu sterben, wollte der Himmel ihn nicht und auch der Tod sagte, in der Hölle gäbe es keinen Platz für den Hufschmied.
Der Tod schenkte dem Hufschmied aber ein Stück Kohle, damit er ein Licht bei seinem stetigen Wandeln zwischen den Welten habe.
Der Hufschmied legte das Stück Kohle in eine Rübe (welches von den Amerikanern zum Kürbis umgewandelt wurde) welche er als Laterne benutzen konnte.
So wandelt der Hufschmied noch heute zwischen den Welten. Und wer weiss, vielleicht begegnet er dir ja zu Halloween.
Ich finde diese Sage sehr spannend.
Vor allem amüsiert mich der Gedanke, dass ein Mensch den Tod austricksen kann.
Und doch, sitzen solche Sagen und Mythen tief in uns verankert.
Gerade Menschen mit Depressionen oder welche emotional und mental nicht so stark sind, verlieren sich selbst in dieser Zeit.
Sicher liegt es auch an den kürzeren Tagen und dem kälteren Wetter.
Aber wenn wir ehrlich mit uns selbst sind, zieht es einem doch mehr ins Haus zurück, mehr in sich hinein.
Bei Halloween vereinen sich die beiden Welten von Leben und Tod.
Für mich persönlich hat dieser Brauch eine grosse Bedeutung.
Denn ich bin fest davon überzeugt, dass alle Verstorbenen immer bei uns sind und unter uns „leben“.
Deswegen sind die Tore der beiden Welten nicht nur an Halloween offen, sondern ständig.
Also geniesse Halloween und lasse dich nicht von den Geistern und Hexen beissen.
Und wer weiss, vielleicht begegnet dir ja wirklich noch der Hufschmied mit seiner Rüben-Laterne.
In Liebe
Nicole