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Landsgemeindeplatz
um 1860
Das Waschhäuschen, ein gequaderter Steinbau mit Walmdach, wurde um 1860 gebaut. Es ersetzte ein hölzernes Gebäude mit Giebeldach, das wohl dem gleichen Zweck gedient hatte. Weil nicht an allen Brunnen Wäsche gewaschen werden durfte, war es notwendig, Waschhäuser zu erstellen. Das Dorf Trogen verfügte über sechs gemeinschaftlich genutzte Waschhäuschen. Sie befanden sich am Landsgemeindeplatz, bei den Gasthäusern «Schäfli» und «Hirschen», im Oberdorf, im Schopfacker und bei der Kantonsschule.
Die Waschhäuser waren vor allem für die Frauen ein wichtiger Treffpunkt im Dorf und somit auch von grosser sozialer Bedeutung. Eine ordentliche und saubere Wäsche symbolisierte zunehmend die hausfraulichen Tugenden Fleiss, Pflichterfüllung, Ordnung und Reinlichkeit. Die Menge und Qualität der Wäsche, die einen grossen Teil der Aussteuer ausmachte, bezeugten den sozialen Stand der Ehegattin. Je umfangreicher die Aussteuer war und je mehr Kleidung zur Verfügung stand, desto seltener musste gewaschen werden.
Die zweimal jährlich stattfindende grosse Wäsche konnte bis zu einer Woche dauern und setzte sich aus mehreren Arbeitsschritten zusammen: Einweichen der Wäsche, Bedecken mit Pottasche, Überbrühen mit Sodalauge, Schlagen, Bürsten, Reiben, Spülen, Bleuen, Bleichen, Stärken, Wringen, Aufhängen, Ausbessern, Strecken, Mangen und Bügeln. Nach dem Waschen wurde die nasse Wäsche in Zainen geschichtet und zum Trocknen zu den im Freien aufgestellten Wäschestangen oder auf den Estrich getragen.
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