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Winston Churchill befürchtet, dass der D-Day zum Desaster wird. Er zögert, so viele junge Menschen in ihren sicheren Tod zu schicken. Doch die militärische Führung der Alliierten ist von der Operation Neptun überzeugt…
Winston Churchill (Brian Cox) plagen Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg, in dem er zusammen mit dem Südafrikaner Jan Smuts (Richard Durden) gekämpft hat. Er ist nicht überzeugt vom Plan der Alliierten, am D-Day in der Normandie einen grossen Angriff zu starten (Codename Neptun). Doch seine Frau Clem (Miranda Richardson) und sein Berater Smuts überzeugen ihn davon, trotz allem weiterzumachen…
Der Australier Jonathan Teplitzky («Better Than Sex», «The Railway Man») legt nach einem Drehbuch der Historikerin Alex von Tunzelmann ein durch und durch konventionelles Biopic vor, in dem allerdings nicht die Militärgeschichte, sondern Churchills eigene Zweifel und – man kann es wohl nicht anders ausdrücken – Depressionen im Zentrum stehen. Wörtlich ist zwar nie von Depression die Rede, doch wenn Churchill nur noch an den Alkohol denkt und untätig am Boden liegt, dann ist der Ausdruck sicher angebracht. Nicht unwichtig dabei ist auch die Rolle von Churchills Frau Clem, ohne die es Churchill wohl nie geschafft hätte, die Rolle des starken Leaders bis zum Schluss zu spielen.
Bedeutend ist auch Jan Smuts, der als Afrikaner/Bure selber ein besiegtes Volk verkörpert, der aber doch an Churchills Seite das Empire repräsentiert – und vielleicht gerade deshalb helfen kann, Churchill neue Perspektiven aufzuzeigen. Manchmal bringt eben Opposition nichts mehr. Smuts hat hier die Konsequenzen gezogen und kämpft nun auf der anderen Seite, die nun doch auch seine eigene Seite ist. Das britische Empire hatte eben gerade deshalb so lange Bestand, weil es auch den Besiegten einen Platz bieten konnte. Smuts wird von einem englischen Schauspieler dargestellt, von Richard Durden, während der Engländer Churchill vom Schotten Brian Cox («Match Point», «The 25th Hour», «L.I.E.») verkörpert wird.
«Churchill» ist sicher kein grosser Wurf wie «Neruda» oder auch «Jackie», aber doch ein sehr solider Film, der den Politiker zudem von einer weniger bekannten Seite zeigt. Und dies noch am Rande: Brian Cox liess sich für seinen Churchill von Stewie, dem diabolischen Baby aus «Family Guy» inspirieren!
«Churchill». UK 2017. Regie: Jonathan Teplitzky. Mit Brian Cox, Miranda Richardson, Johnn Slattery, Danny Webb, Richard Durden u.a. Deutschschweizer Kinostart am 1. Juni 2017.
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