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Was für ein Drama! Roger Federer wehrte im Viertelfinal des Australian Open gegen Tennys Sandgren sieben Matchbälle ab. Obwohl der 38-Jährige zwischenzeitlich extrem angeschlagen wirkte und Probleme mit der Leiste hatte, biss er sich am Ende in fünf Sätzen durch. Auch Federer, der in seiner Karriere schon so viel erlebt hat, konnte sich am Ende beim Platzinterview nicht wirklich erklären, wie er dieses Ding noch gedreht hatte.
Irgendwie schaffte es der sechsfache Australian-Open-Sieger, in der Partie zu bleiben. Im fünften Satz wirkte Federer wieder frischer, schlug wieder härter auf und und bewegte sich auch wieder besser. Beim Stand von 3:2 gelang ihm mit einer starken Vorhand das letztlich entscheidende Break. Nach dreieinhalb Stunden setzte sich Federer 6:3, 2:6, 2:6, 7:6 (10:8), 6:3 durch.
Federers Probleme hatten nach einem soliden ersten Satz begonnen, als er mit einem miserablen Aufschlagspiel, das er seinem Gegenüber mit einem Volley-, Vorhand- und Smash-Fehler quasi schenkte. Der Schweizer bewegte sich schlecht, spielte fehlerhaft und verlor den zweiten Satz klar. Auch zu Beginn des dritten Durchgangs geriet er gleich in Rückstand. Bei 0:2 und 40:30 und Aufschlag Sandgrens wurde er verwarnt, weil er sich laut einer Linienrichterin unflätig geäussert hatte.
Kurz danach verschwand Federer in der Kabine und liess sich vom Physiotherapeuten behandeln. Laut Federer bekundete er Probleme mit der Leiste, im dritten und vierten Satz wirkte er stark handicapiert. Doch irgendwie schaffte Federer es, in der Partie zu bleiben.
Sandgren zeigte sich nach der Partie sehr enttäuscht, machte sich aber nicht allzu grosse Vorwürfe. «Klar hätte ich bei den Matchbällen besser spielen können, aber er hat sein Niveau auch gesteigert», sagte der 28-Jährigen aus Tennessee, der erstmals gegen Federer spielte. Sandgren konnte sich nicht daran erinnern, dass er schon einmal so viele Matchbälle vergeben hat. «Tennis ist einfach ein verrückter Sport.»
In seinem 46. Grand-Slam-Halbfinal trifft der 38-Jährige am Donnerstag auf den Sieger des Duells zwischen dem Serben Novak Djokovic und Milos Raonic aus Kanada. Gegen Titelverteidiger Djokovic wäre es das 50. Duell für Federer, das letzte an den ATP Finals in London gewann er in zwei Sätzen. Seinen letzten Sieg an einem Grand Slam gegen Djokovic gelang dem Schweizer vor knapp acht Jahren.
(abu/sda)