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Jedes Geschoss ist 31 Meter breit und 31 Meter lang.
Ein raumhaltiges Raster strukturiert diese Fläche.
Die Achsen des Rasters sind die Nebenräume der Wohnungen.
Sie bedienen, tragen und unterteilen. In ihnen wird gekocht, gebadet und gelagert.
Auf den restlichen Flächen wird ausschliesslich gewohnt.
Was bedeutet die Trennung zwischen Nebennutzungen und Wohnen?
Ob in der X-einhalb Zimmerwohnung, in der Wohnküche oder in der
Loft - zeitgenössische Wohnräume erklären sich aus ihren
unmittelbaren Beziehnungen zu den Nebennutzungen. Was ist Wohnen,
wenn es sich nicht ausschliesslich durch die Nutzungen definiert?
Das Projekt antwortet auf diese Frage mit differenzierten Wohntiefen.
Einige Wohnungen haben nebst den üblichen Flächen einen
weiteren zentralen Raum ohne Fassadenanschluss. Er ist über einen
Lichtschacht beleuchtet. Dieser Raum ist keine Neuerfindung.
Er ist der 'Hobbykeller', der 'ausgebaute Dachboden' oder die 'Erweiterung in den Garten'.
Dieser Raum ist der Zusatz, der sonst dem Haus mühsam abgetrotzt wird.
Zentral, doppelhoch und ohne äussere Zwänge lässt er
Wohnen zu, was sich sonst nach 'Aussen' verlagern müsste.
Er ist 'Büro', 'Übungsraum' oder 'Pilateszimmer'.
Er ist der Ort für den beispielsweise Stadtzürcher in die
Aussenquartiere fahren. Denkt man additiv, dann sind diese Räume
der aufgefüllte Hof. Bei gleicher Kubatur und weniger
Fassadenfläche ist jede Wohnung um ein doppelgeschossiges Zimmer gewachsen.
Raster.
'Dieses Raster teilt nicht, es verknüpft.' - Superstudio polemisiert das Raster in seiner letzten Konesquenz zum ultimativen demokratischen Moment. {The grid is a “single continuous environment, the world rendered uniform by technology, culture, and all the other inevitable forms of imperialism.” This would allow for a truly democratic human experience: because every point on the grid is identical, no place is better than any other.} Was in der utopischen Übertragung von Superstudio körperlos scheint, hat in der architektonischen Umsetzung eine befreiende Wirkung. Jeder Punkt in der Wohnung ist dahingehend gleich, dass er sich nicht nach einem zentralen Kern ausrichtet, sondern von den Nebennutzungen in seiner Ausdehnung begleitet wird. Aus diesem Moment entwickelt sich die eigentliche Freiheit eines Grundrisses. Diese Wohnungen sind mit herkömmlichen Schuhboxwohnungen nicht mehr zu vergleichen.
Kontext.
Wie die Wohnungen von Infrastruktur durchzogen sind, so ist die Schweiz eine eigentliche Infrastruktur Landschaft. Netzwerke für Energie, Transport und Kommunikation verbinden jeden nur denkbaren Ort der Eidgenossenschaft. Brugg ist Teil dieser Rasterung. In diesem Sinn ist Brugg nicht verschieden von allen andern Dörfern und Städten der Schweiz. Der Hang im Aare Becken gleicht den Hängen an der Limmat oder den Tälern von Rhein und Rhone. Sie sind alle flach bebaut und gut erschlossen. Die Infrastruktur Landschaft Schweiz ist dem Superstudio Traum ein realisierter Zwilling. Nur in einem Punkt unterscheiden sich die beiden Geschwister: die Auflösung. Während die 70er Jahre Utopie ein gleichförmiges Raster zeichnet, besteht in Realität die Möglichkeit zur Kompression und Dekompression. Obschon der Hang innerhalb des Netzes liegt muss er nicht Teil des selbigen werden. Das Projekt geht davon aus, dass die Hänge an der Aare früher oder später überbaut werden. Da aber der Hang entscheidend zur Qualität des Ortes beiträgt, lässt das Projekt den Hang frei und kommt an dessen Fuss zu liegen.