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Definiton "organisches Psychosyndrom"
12. September 2014
Bei Schädel-Hirn-Traumata ist oft von Bedeutung, ob Folgen wie Kopfschmerzen, Ermüdungserscheinungen, etc. beweismässig genügend gesichert mit dem Unfallereignis in Zusammenhang stehen.
Quelle: www.aok.de
Gute Informationen zur Gesundheit
Organisches Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma, nach
Gehirnerschü erung oder Gehirnprellung; postkontusionelles Syndrom,
Enzephalopathie.
Definition
Das hirnorganische Syndrom folgt innerhalb von bis zu vier Wochen auf ein Schädelhirntrauma,
das in der Regel so schwer war, dass es zur Bewusstlosigkeit geführt hat. Typische Beschwerden
sind Kopfschmerzen, Schwindel, Erschöpfung und Krankheitsgefühl, Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen sowie Schlafstörungen.
Ursachen
Die Ursache liegt in einer durch das Schädelhirntrauma, also durch die Erschü erung bedingten
Funktionsstörung des Gehirns. Entscheidend für das Auftreten und die Schwere von
Folgeerscheinungen ist wahrscheinlich die Dauer der Bewusstlosigkeit als Maß für die Schwere des
Traumas. Bei Bewusstlosigkeit mit einer Dauer von über einer Woche ist fast regelhaft mit einem
organischen Psychosyndrom zu rechnen, Bewusstlosigkeit unter zwei Tagen bleibt fast immer
folgenlos.
Symptome
Ein Patient mit organischem Psychosyndrom nach einem Schädelhirntrauma klagt über
Missempfindungen wie Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, permanente Erschöpfung, allgemeines
Krankheitsgefühl und Geräuschempfindlichkeit. Daneben können emotionale Störungen vorliegen
wie deutlich erhöhte Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Stressanfälligkeit und Angstgefühle.
Häufig sind auch Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, Denkverlangsamung und
Schwierigkeiten, sich auf neue Situationen einzustellen. Außerdem treten Schlafstörungen auf, und
es wird eine Verminderung der Alkoholtoleranz beobachtet. Typisch sind auch eine übermäßige
Beschäftigung mit körperlichen Beschwerden und die Angst vor Krankheiten (hypochondrisches
Verhalten).
Diagnostik
Es muss ein objektiv gefasster Befund über ein Schädelhirntrauma vorliegen mit Angaben über die
Dauer einer eventuellen Bewusstlosigkeit und gefolgten neurologischen Ausfällen. Zur Feststellung
fortbestehender Hirnschädigungen können bildgebende Verfahren wie Schichtröntgen des Schädels
(CT), Magnetresonanztomographie (MRT) und funktionelle Untersuchungen wie EEG oder
Evozierte Potentiale herangezogen werden, die jedoch oft ohne Ergebnis bleiben. Zur Messung von
Leistungseinbußen können neuro-psychiatrische und kognitive Testverfahren eingese t werden.
Blutuntersuchungen können durchgeführt werden.
Auswirkungen
Die aufgeführten Störungen können sich zurückbilden, aber auch - als Folge der Hirnschädigungen
- bleibender Art sein. Darunter sind Hirnleistungsschwächen zu verstehen, bleibende
Wesensveränderungen, geistiger Abbau oder bestimmte neurologische Störungen wie der Verlust
erlernter Sprachfertigkeiten oder Geschicklichkeit. Die Dauer einer nach der Gehirnerschü erung
auftretenden Bewusstlosigkeit ist wahrscheinlich ein recht zuverlässiger Hinweis auf die Schwere
des Traumas und damit auch für die Bedrohung durch bleibende Folgeschäden. Unabhängig von
den organischen Störungen resultiert aus einem Schädelhirntrauma mit nachfolgendem
Psychosyndrom nachgewiesenermaßen eine erhöhte Anfälligkeit für so genannte reaktive
psychische Störungen. Damit sind insbesondere depressive Reaktionen und Angst- und
Zwangsstörungen gemeint.
Therapie
Die Therapie ist auf die zu beobachtenden Symptome auszurichten. Je nach Beschwerdebild können
verschiedene Rehabilitations-Maßnahmen von Bedeutung sein. Hier werden v. a. heilpädagogische,
ergotherapeutische, logopädische und/oder bewegungstherapeutische Förderprogramme
eingese t. Eine psychotherapeutische Behandlung und medikamentöse Therapie in der Akutphase
kann in Betracht gezogen werden.
Prophylaxe
Die meisten Schädelhirntraumen ereignen sich im Straßenverkehr, insofern sind eine gute
Verkehrserziehung und umsichtiges Verkehrsverhalten die sinnvollste Vorbeugung von
Psychosyndromen durch Gehirnerschü erung. Ist ein Unfall eingetreten ist eine gute
Erstversorgung des Verle ten schon am Unfallort und dann in der Klinik entscheidend um
Folgeschäden zu vermeiden.