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Ist-Zustand
Der Parc de Montbenon ist vom Flon durch einen abfallenden Wald getrennt. Dieses Grünband begrenzt das Vallée du Flon in seinem südlichen Teil. Steile Fussgängerwege verbinden den Park mit der Stadt.
Öffentlicher Raum
Ex Libris schlägt in einer ersten Phase eine Verlängerung des Parks vor der Cinémathèque (Nationales Filmarchiv) vor, wodurch Lausanne eine Esplanade erhält. Dieser öffentliche Raum bietet einen neuen Blick auf die Stadt. Der Teilnutzungsplan des Flon bleibt unverändert. Die Parkzone bleibt Waldzone. Die neue Bibliothek wird unter dem Park eingerichtet.
Transitverkehr
Am Rande des Projekts verläuft die Strassentrasse, die das Stadtzentrum vom Fahrzeugfluss befreit. Entlang der Strasse, die nach Montbenon führt, ist eine Fassade vorgesehen.
Fussgängerfluss
Die schnelle Verbindung zwischen oben und unten erfolgt über eine Reihe von Liften im Osten des Gebäudes. Eine friedliche Fussgängerpromenade führt über die Esplanade, von der aus man einen Blick auf die Stadt und den Jura geniesst. Weiter geht es über die Böschung zwischen der Brücke und der Bibliothek.
Dank der strategischen Lage der Bibliothek ist ein Weg vom Parc de Montbenon hinunter ins Vallée du Flon möglich. Dort wird die Promenade enger und schlängelt sich unter den Bögen des Pont Chauderon hindurch in den Parc de l’Eracom, der sich unterhalb der Brücke befindet. Bevor es ins Vallée du Flon hinuntergeht, schlägt Ex Libris eine Esplanade vor, die einen Ausblick auf die Stadt bietet. Dieser neue Aussichtspunkt erlaubt es, das Phänomen der charakteristischen Ebenen der Stadt Lausanne zu verstehen und ermöglicht gleichzeitig einen einzigartigen Panoramablick auf den Jura.
Identität
Neben dem kulturellen Wert, den das Maison du Livre et du Patrimoine für sich in Anspruch nimmt, schlägt Ex Libris vor, das Projekt um den Begriff des öffentlichen grünen Raums zu erweitern. Die Bibliothek beherbergt nicht nur Wissen, sondern wird mit dem Dachgarten auch zu einem öffentlichen Treffpunkt. Das Maison du Livre et du Patrimoine repräsentiert die Verbindung des öffentlichen Raums mit dem Wissen.
Organisation
Das Projekt hat zwei Fassaden: eine vertikale und eine horizontale. Jede Fassade ist eine Verlängerung ihrer direkten Umgebung. Die horizontale Fassade ist pflanzlich, während die vertikale mineralisch ist. Letztere ist nach Norden ausgerichtet; sie versorgt die Bibliothek das ganze Jahr über konstant mit Licht. Das Projekt artikuliert sich um ein helles Ost-West-Rückgrat. Dieses Element begrenzt die öffentlich zugänglichen Teile (freier Zugang, Lesesaal, Auskunft usw.), die sich entlang der Strasse befinden, von den nicht öffentlich zugänglichen Teilen (Büros, Lager usw.), die sich unter dem Park befinden. Diese grosse Lichtachse hilft den Benutzern bei der Orientierung im Gebäude. Der Eingang zur Bibliothek erfolgt über die Rue des Côtes-de-Montbenon im Flon. Von der grossen Empfangshalle sind das frei zugängliche Lager im Osten und die Lesesäle im Westen erreichbar. Der administrative Teil befindet sich etwas im Hintergrund, weg von den öffentlichen Räumen. Von den Büros aus geniesst man die Aussicht und das zenitale Licht, das bis zum letzten Stock des Gebäudes gelangt. Im Untergeschoss befinden sich die technische Zentrale und der Grossteil des für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Lagers. Diese Lager sind auch im Erdgeschoss und im ersten Stock des Gebäudes untergebracht und zeigen einen Teil der Sammlung des Maison du Livre et du Patrimoine.
Lärmschutz
Die Bibliothek ist in Unterräume aufgeteilt, in denen verschiedene Aktivitäten mit unterschiedlichem Schallpegel ausgeführt werden können. Die lauten Aktivitäten (interaktive Räume und Jugend) sind im Erdgeschoss der Bibliothek untergebracht, in Verbindung mit den Ausstellungs- und Animationsräumen und der Cafeteria. Die leisen Aktivitäten (Lesesaal, Beratung usw.) befinden sich auf den Stockwerken, direkt bei den frei zugänglichen Lagern. Diese Anordnung ermöglicht eine direkte Verbindung mit der Beratung und den Werken, ohne dass diese Räume von lärmigen und interaktiven Aktivitäten gestört werden.
Konstruktion
Das Projekt strebt eine gewisse konstruktive Einfachheit und eine Ausdruckskraft der Materialien an. Die Trägerstruktur besteht aus sichtbarem Stahlbeton. Der Boden ist aus Industrieparkett und sehr robust. Die Dicke ist auf eine starke Benutzung und Schläge ausgerichtet, wie es für stark frequentierte Gebäude üblich ist. Das Glas trennt die Volumina ab und erlaubt es gleichzeitig, die Räume und die Nutzung der Räumlichkeiten einzusehen. Der Eco-Standard wird eingehalten. Die Materialien sind rezyklierbar und stammen aus der Region. Für das Recycling sind keine besonderen Anstrengungen nötig.
Struktur
Die Struktur des Projektes ist einfach. Es handelt sich um ein Pfosten-Bodenplatten-System, dessen Gerüst sich auf den Rhythmus stützt, den die Brückenpfeiler geben. Alle zwanzig Meter befinden sich Auskleidungen aus Beton, die die Träger umgeben. In ihnen sind die Treppen und die vertikalen technischen Elemente untergebracht. Die Fassade ist ebenfalls tragend.
Klima
Ex Libris profitiert von der grossen nach Norden ausgerichteten Fassade, die das ganze Jahr über ein konstantes natürliches Licht erhält. Dank der Ausrichtung auf dem Gelände wird eine Überhitzung infolge der solaren Einstrahlung im Sommer beschränkt. Die zentrale Technik befindet sich im Untergeschoss. Sie versorgt das gesamte Gebäude über ein vertikales Luftleitungssystem (Kerne), die in regelmässigem Abstand in der ganzen Bibliothek vorgesehen sind. Das Gebäude ist in zwei verschiedene Teile unterteilt: Kaltteil (Dokumentenlager) und temperierter Teil (von den Bibliothekbenutzern besuchte Räume).
Kaltteil:
Die Compactus®-Archivräume befinden sich im Untergeschoss. Ein Teil des Archivs ist auch am Rand der Lesesäle im Erdgeschoss und im ersten Stock untergebracht. Durch diese Anordnung wird die Sonneneinstrahlung verhindert und es kommt zu weniger Verlusten nach aussen. Die Räume mit niedriger Temperatur (Kühlräume) sind mit einer Schleuse ausgestattet. Ein aktives Plattensystem temperiert die Räumlichkeiten im Untergeschoss. Das System ist flexibel. Raumrochaden sind möglich.
Temperierter Teil:
Die vielen Räume der Bibliothek sowie die Büros sind mit Bodenheizung ausgestattet. Ein Ejecto-Konvektor sorgt im Winter entlang der grossen Fenster für mehr Gemütlichkeit. Die Fassade hat Fensterflügel, über die im Sommer die nächtliche Wärme freigegeben werden kann. Zenitale, im Park integrierte Öffnungen versorgen die unter dem Dach gelegenen Räume mit Licht.