Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03598.jsonl.gz/3128

Wir stellen Ihnen diese edlen, sanften Riesen vor. Jedoch ist auch die Deutsche Dogge nicht von der Überzüchtung verschont geblieben, aber Schweizer Züchter sind auf einem guten Weg und ihre «Sanierungszucht» zeigt positive Resultate.
Geschichte
Es gibt wohl kaum eine Hunderasse, um deren Entstehung sich so viele und vor allem so uralte Mythen ranken wie um die Deutsche Dogge, denn bereits auf alten ägyptischen Grabmalereien wie auch auf griechischen und römischen Darstellungen sind grosse, doggenartige Hunde zu erkennen. Aber sind sie die Ahnen der heutigen Deutschen Dogge?
Die gesicherte Geschichte der Doggen beginnt Anfang des 16. Jahrhunderts, als reiche Deutsche gross gewachsene, hochläufige englische Hunde (Kreuzungen aus damaligen Mastiffs und irischen Wolfshunden) einführten. Danach beginnt eine spannende Geschichte über die verschiedenen Verwendungszwecke der Doggen, sei es als Bodyguards der Adeligen, die auch im Schlafzimmer über ihre Familie wachten, bis hin zum Jagdhund, wo sie eingekleidet in Schutzpanzer die gehetzten Bären, Hirsche und Wildschweine festhielten, bis die Beute von ihrem Herrn mit einem Messer getötet wurde.
Im 19. Jahrhundert wurden dann vermehrt Schusswaffen eingesetzt und die Doggen verloren ihren Job als «Beutehalter». Fortan wurden sie als Statussymbol der Reichen gehalten und das Zuchtziel änderte sich in Richtung angenehmes, freundliches Wesen und Schönheit.
Erscheinungsbild damals und heute
Der erste Rasseclub wurde sehr früh – bereits 1888 – in Berlin gegründet. Dort wurde auch die offizielle Rassebezeichnung «Deutsche Dogge» festgelegt. In der Rassebeschreibung, dem Standard, beschreiben die Worte «Adel», «Harmonie», «Stolz» und «Kraft» ein Bild von einem zwar sehr grossen, aber trotzdem edlen, harmonisch gebauten Hund auf, der weder grobschlächtig noch zu elegant wirken soll. Wie die meisten Hunde zu jener Zeit waren die Doggen damals sportlich gebaut und etwas kleiner als die heutige Norm.
Mit dem Einfluss der Hundeausstellungen auf den Rassetyp wurden auch bei den Doggen immer mehr die Übertreibungen prämiert. Die Hunde wurden zunehmend grösser und mächtiger, die Lefzen meistens schwerer, was sich leider negativ auf die Gesundheit der Augen auswirkt. Wenn nach den im Standard verlangten «gut anliegenden Augenlidern» gezüchtet würde, dann sähe man keine Doggen mit überdimensionierten Flatterlefzen und geröteten Bindehäuten. Nicht korrekt schliessende Augenlider beeinträchtigen das Sichtfeld enorm und die Hunde sehen wirklich nur eingeschränkt. Zudem sind Augen mit schlecht schliessenden Lidern zu wenig gegen Staubpartikel geschützt, was diese Hunde oft an einer chronischen Bindehautentzündung leiden lässt.
Doggen-Kenner erzählen, dass das Erscheinungsbild je nach Land variieren kann. Die Schweizer beispielsweise lieben ihre Doggen eher sportlich, aber unsere französischen Nachbarn sehen sie lieber sehr schwer gebaut mit grossen, massiven Köpfen und üppigem Lefzenbehang.
Gesundheit und eine niedrige Lebenserwartung
Tendenziell sterben grosse Hunde früher als kleinere. Die Lebenserwartung der Doggen ist leider mit durchschnittlich nur sieben Jahren besonders gering. Magendrehungen, dilatative Kardiomyopathie (DCM, eine Herzmuskelerkrankung), Beschwerden im Bewegungsapparat und die Anfälligkeit für diverse Krebsarten lassen die Doggen oft nicht sehr alt werden. Problematisch scheint bei dieser Rasse der relativ kleine Genpool in den einzelnen Farbvarietäten zu sein. Eine gute Möglichkeit, die genetische Fitness wieder zu erhöhen, wäre es, die isoliert gezüchteten Farbschläge sorgfältig miteinander zu verpaaren.
Anspruchsvolle Aufzucht
Die Aufzucht dieser riesigen Hunde ist sehr anspruchsvoll. Damit die Junghunde nicht zu schnell wachsen, müssen sie besonders sorgfältig gefüttert werden. Wenn die Zusammensetzung des Futters nicht optimal ist, zeigen sich Wachstumsstörungen im Skelett. Vor allem die Vorderbeine können sich im Wachstum stark deformieren.
Auch mit der Bewegung und Belastung ist in den ersten zwei Jahren Vorsicht geboten. Im Gegensatz zu mittelgrossen Hunden, die mit einem Jahr ziemlich ausgewachsen sind, braucht eine Dogge gute zwei Jahre, bis sie gefestigt und voll belastbar ist. (…)