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Durch Bob-Ausrutscher WM Titel verpasst
Grausames Pech ist der Schweizer Zweierbob-Equipe in St.
Moritz an der erstmals ausgeschriebenen Team-WM widerfahren: Thomas Lamparter
rutschte am Start mit dem zweiten Schritt nach dem Balken aus, knickte ein und
berührte mit dem Knie das Eis, rappelte sich wieder auf, spurtete dem Schlitten
hinterher und gesellte sich im letzten Moment noch zum Steuermann Ivo Rüegg. Der
massive Verlust am Start liess sich natürlich nicht mehr wettmachen. So blieb
für das Schweizer Sextett statt des greifbar nahe liegenden Siegs lediglich der
3. Rang hinter Deutschland und den USA.
Vor der letzten Serie des vierteiligen Wettkampfs lag die Schweiz mit nur 0,10 Sekunden Rückstand auf die Amerikaner auf Platz 2, aber 0,18 vor den Deutschen. Ivo Rüegg eröffnete sich damit die grosse Chance, den Dreikampf gegen Mike Kohn und Karl Angerer zu gewinnen. Dazu hätte es nicht einmal einer absolut untadeligen Fahrt bedurft; 69,07 Sekunden hätten zum Sieg gereicht, denn Angerer hatte zuvor 68,89 benötigt, und für Kohn wurden hernach 69,34 registriert. Rüegg erreichte jedoch das Ziel nach einer sonst wohlgelungenen Fahrt erst nach 69,75 Sekunden. Bis zur 50-m-Marke hatte er schon 0,55 Sekunden auf Angerer verloren.
Das Ganze begann mit der Bestzeit des frischgebackenen
Skeleton-Weltmeisters Gregor Stähli vielversprechend. Alsdann boten Sabina
Hafner und Käthi Sutter im Frauenbob eine durchschnittliche Leistung. Sie waren
zwar die Zweitschnellsten, büssten aber auf Kiriasis/Wiacker fast eine Sekunde
ein, womit die Deutschen den dritten Teil der Team-WM mit 0,33 Sekunden Reserve
auf die Schweiz aufnahmen.
Als nächster Schweizer Trumpf war die Skeleton-WM-Zweite Maya Pedersen an der Reihe. Die Berner Oberländerin musste sich jedoch nicht nur der Weltmeisterin Noelle Pikus-Pace (USA) geschlagen geben, sondern überraschend auch der Kanadierin Amy Gough. Weil aber die Deutsche Monique Riekewald nicht mithalten konnte, blieb das Schweizer Team nicht nur auf Platz 2, sondern reduzierte den Rückstand auf Deutschland von 0,33 auf 0,10 Sekunden.
Viel besser hätte die Ausgangslage vor dem abschliessenden Zweierbob-Rennen der Männer kaum sein können. Ivo Rüegg und Thomas Lamparter schienen der Schweiz den zweiten WM-Titel innerhalb von fünf Tagen bescheren zu können. Dann passierte das Missgeschick, und aus war der Traum. "Das ist mir überhaupt noch nie passiert", ärgerte sich "Lampi", der möglicherweise der Nervenbelastung nicht ganz gewachsen war. Eine Nachkontrolle der Schuhe ergab jedenfalls nichts Ungewöhnliches.