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Hydrologie: Die Zulg ist ein 23 km langer Fluss, der bei Geisseg(g) entspringt und bei Steffisburg in die Aare mündet. Die Zulg hat ein Einzugsgebiet von 89 km² und eine Wasserführung von 3-5 m³ pro Sekunde. Sie ist ein Wildwasser, welches bei starken Gewittern ganz beträchtlich anschwellen und dann mehr Wasser führen kann als die Aare! Meist führt sie dann nebst der braunen Brühe auch noch -zig Tonnen Treibholz mit sich und ganz selten gibt es sogar Eisgang.
Urkundlich überlieferte Namen: noch keine gefunden.
- Bis jetzt fand ich noch keine urkundlichen Namen, welche helfen könnten, die Zulg zu deuten.
- Oettli schreibt in seinem Buch 'Deutschweizerische Ortsnamen' von 1945, dass Zulgwörter eine gallische Abkunft hätten.
- Bruckner, Studer und Greule erwähnen die Zulg gar nicht.
- Interessant ist, dass der Fluss in Berner Mundart als Tsu-u ohne g ausgesprochen wird. Mundartliche Namen erhalten oft die ursprüngliche Namensform, was auf eine 'Suhle' hindeutet.
- Bahlow nennt einen Bach im Kanton Bern namens Sulg und meint, dass dieser undeutsch sei. Ob er damit die Zulg meinte, ist noch offen, denn als Bach habe ich eine Sulg im Kanton Bern noch nirgends gefunden. Auch im Berner Jahrbuch des Amtes für Wasser und Abfall wird keine Sulg erwähnt.
- Mit der Sulg hat er immerhin indirekt darauf aufmerksam gemacht, dass Zulg ein Zusammenzug von Artikel und Flussname sein könnte und zwar d' Sulg. Sulg könnte dann gedeutet werden als schmutziger Fluss, von ahd. sol, *sul = Lache, Suhle, Pfütze oder adj. solag, *sulag = schmutzig.
- Es bleibt abzuwarten, was Band 6 des Berner Namenbuchs dereinst schreibt, wenn es in ein paar Jahren publiziert wird.
Flussnamentyp: Der Flussname gehört zur Gruppe der älteren allemannischen Namen, von idg.*sul-.
Geologie: Der Flusslauf liegt weitgehend im Molassegebiet.
Flussgeschichte: Der Mittellauf der Zulg ist in seinem natürlichen Zustand erhalten geblieben, während im Oberlauf Wildbachverbauungen erstellt wurden, um die Erosion sowie die Geröllführung einzudämmen. Kanalisiert und begradigt ist die Zulg im Unterlauf bei Steffisburg. Grosses Hochwasser gegen Ende des 16. Jahrhunderts, ein weiteres Hochwasser am 25.7.1907 richtete viel Schaden an. Ende Januar 2017 gab es den letzten Eisgang auf der Zulg. Das Ereignis gilt als sehr selten.