Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/167929

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Milchpreis befindet sich seit einiger Zeit auf einem rekordtiefen Niveau. Die Entwicklungen im nahen Ausland und in der Schweiz lassen nicht auf eine baldige Verbesserung der Lage schliessen. Zweifellos wird dieser Umstand, sollte er wirklich länger anhalten, Auswirkungen auf die Tierhaltung in der Schweiz und daher sicher auch auf die Sömmerung haben. Der Bundesrat wird daher gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Wird der tiefe Milchpreis Auswirkungen auf den Rindviehbestand in der Schweiz haben? Wenn ja, welche?</p><p>2. Welche Auswirkungen sind aufgrund dieser Entwicklungen für das Berggebiet, insbesondere für die Sömmerung, zu erwarten?</p><p>3. Ist er bereit, Massnahmen zur Verhinderung negativer Auswirkungen auf die Sömmerung vorzusehen?</p><p>Die Aufgabe der Offenhaltung im Berggebiet kann nur mit einem entsprechenden Tierbesatz erfüllt werden. Es ist daher von grosser Bedeutung, dass auch künftig genügend Tiere zur Bestossung der Sömmerungsflächen verfügbar sind. Die Agrarpolitik 2014-2017 hat entsprechende Anreize geschaffen, welche auch Erfolg zeigen. Es muss jedoch nun befürchtet werden, dass diese Förderung bereits wieder durch die aktuellen Entwicklungen zunichtegemacht wird.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Seit 2000 hat der Bestand an Milchkühen von 670 000 auf 587 000 Tiere abgenommen. Die gesamte Milchproduktion hat infolge Zuchtfortschritt und Effizienzsteigerung in den Bereichen Futtergewinnung und Fütterung trotzdem leicht zugenommen. In derselben Zeitspanne stieg der Bestand an Mutterkühen für die Fleischproduktion von 45 000 auf 118 000 Tiere. Der Rückgang der Anzahl Milchkühe wurde zu einem grossen Teil durch eine Zunahme der Anzahl Mutterkühe kompensiert. Der Bundesrat rechnet damit, dass die Abnahme des Rindviehbestands in den nächsten Jahren abflachen und sich der Bestand auf einem leicht tieferen Niveau stabilisieren wird. Der Trend zu weniger Milchkühen und mehr Mutterkühen dürfte auch aufgrund der aktuell tiefen Milchpreise weitergehen.</p><p>2. Die veränderte Zusammensetzung des Rindviehbestands wirkt sich direkt auf die Sömmerung aus. Die Zahl der gealpten Milchkühe und Aufzuchtrinder nahm von 2000 bis 2013 stetig ab, diejenige der Mutterkühe hingegen zu. In den Jahren 2014 (plus 2 Prozent) und 2015 (plus 4 Prozent) wurde insgesamt wieder mehr Rindvieh gealpt als im Mittel der Jahre 2011 bis 2013. Diese Trendwende dürfte hauptsächlich die bessere finanzielle Förderung der Sömmerung mit Direktzahlungen in der Agrarpolitik 2014-2017 bewirkt haben. Auch wenn die Milchpreise aktuell tief sind, dürfte die Bestossung der Alpen weiterhin gut sein. Insbesondere lässt sich mit einer Verarbeitung der Milch auf den Alpen weiterhin eine gute Wertschöpfung erzielen.</p><p>3. Die Offenhaltung der Alpweiden ist ein Hauptziel der Agrarpolitik 2014-2017. Sie ist nur mit der Alpung von Raufutterverzehrern möglich. Um die Bewirtschaftung und Pflege dieser wertvollen Flächen zu gewährleisten, ist es nicht entscheidend, ob Milch oder Fleisch produziert wird. Der Bundesrat ist der Meinung, dass zurzeit keine zusätzlichen Massnahmen notwendig sind. Die bestehenden Massnahmen der Agrarpolitik werden evaluiert und falls notwendig angepasst.</p>  Antwort des Bundesrates.