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In Lajes do Pico waren wir im informativen Walfangmuseum. Unter anderem waren Walfangboote ausgestellt und man kann sich kaum vorstellen, dass vor noch nicht allzulanger Zeit mit diesen Booten gejagt wurde. Heute finden damit Ruderwettkämpfe statt und dafür wird auch fleissig trainiert. Zur Walfangmethode: Früher hielt jemand in einem eigens dafür gebauten Häuschen Ausguck nach den Walen. Wenn er einen erspäht hat, informierte er mit einer Rauchrakete die Walfänger, die umgehend von ihrer Tätigkeit als Bauer, Mechaniker, Bootsbauer etc. weg zum Hafen rannten und in die Walfangboote stiegen. Diese offenen Holzboote waren ausgerüstet mit einem Segel und mit Rudern für sieben Mann und sie enthielten Harpunen und ein langes Seil. Diese Boote wurden mit einem Motorboot in die Nähe der Wale gezogen. Um sich nachher "anzuschleichen", wurden die Segel gehisst und gerudert, bis man nahe am Wal dran war. Diesem wurde dann eine Harpune in den Rücken geschossen, die mit einem Seil verbunden war, damit die Verbindung zwischen dem Boot und dem Wal bleibt. Der Wal versuchte durch langes Abtauchen, bis zu einer Stunde, das Boot loszuwerden. Irgendwann wurde der Wal müde, das Seil wieder aufgerollt und versucht, mit Harpunen das Herz des Wals zu treffen. Nach dem Ende des Todeskampfes, wurde eine Fahne in den Wal gesteckt, damit das Motorboot diesen finden und in den Hafen schleppen konnte. Auf Pico wurde 1989 das letzte Mal ein Wal auf diese Art erlegt. In den 70-er Jahren wurden auf diese Weise während der Saison 1-2 Wale pro Woche erlegt. Heute werden die Walausgucke noch immer genutzt, damit die Whalewatch-Boote wissen, wohin sie mit ihren Kunden fahren müssen. Auch wir hatten auf der Fahrt von Pico auf Sao Miguel das grosse Glück, einen Wal aus der Nähe zu betrachten. Er tauchte etwa 10m neben Patonja auf, atmete aus und verschwand wieder in der Tiefe. Wir sind nicht ganz sicher, aber vermutlich war es ein Orca.
Pico ist auch bekannt für seinen Wein. Die Reben werden zwischen vielen kleinen Mauern aus Lavagestein angebaut. Der dunkle Stein strahlt die Wärme ab und sorgt offenbar für ein gutes Klima für die Reben. Zwei Weinbaugebiete gelten als Unesco Weltkulturerbe. Uns schmeckt der hiesige Wein auf jeden Fall :o) und die Aussicht auf all die Mäuerchen mit den Reben ist beeindruckend.