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Band XXIX. No. 24. 13. Juni 1885.
2. Wird ebenfalls unterstützt. 3. Desgl.
In der Besprechung wird dieser Antrag für den allerwichtigsten erklärt, weil nur auf diese Weise regelmässige und möglichst zuverlässige Angaben zu erwarten seien.
4. Es wird hervorgehoben, dass der Wortlaut dieses Antrages mit seiner fast befehlenden Form wohl nicht am Platze sei, dass vielmehr, sowie bei 3., dem Hauptvereine anheimgegeben werden müsse, auch in dieser Richtung »Schritte zu thun«, wenn derselbe auf Erfolg rechnen zu dürfen glaube.
Nach längerer Erörterung gelangt der von Hrn. Beeg gemachte Vorschlag zur Annahme als:
Resolution des Thüringer Bezirksvereines:
Der Vorstand des Vereines deutscher Ingenieure wolle sich zunächst höchsten Ortes Kenntnis darüber verschaffen, in wieweit der durch den Antrag 4 ausgedrückte Wunsch Aussicht auf Erfüllung habe, und, falls solche nur einigermassen im Bereiche der Möglichkeit liegt, mit allen dem Vereine zu Gebote stehenden Mitteln für dessen Ausführung eintreten.
5. Es wird constatirt, dass der Generalsekretär zu der von diesem Antrage gewünschten Vermittlung ohnehin durch die Statuten »ermächtigt« sei; dass eine solche Stellenvermittlung aber eine Menge von Arbeit in sich schliesse, welche die wenigsten zu schätzen wissen; dass somit nur die Durchführbarkeit in Frage zu ziehen sei. Der Verein erklärt den Gegenstand des Antrages 5 für wünschenswert, und wolle der Hauptvereinsvorstand die Durchführbarkeit prüfen. 6. Wird in Uebereinstimmung sämmtlicher Mitglieder als gegenstandslos erklärt, da die von demselben geforderte Praxis der Zulassung jüngerer ausserhalb des Vereines stehender Techniker zu den Sitzungen und Besichtigungen usw. durchgehends Uebung sei, die Ablassung der Zeitschrift in der von Antrag 6 geforderten Weise aber einerseits geeignet sei, den Verein zu schädigen, andererseits sei die erzielte Ersparnis für den Einzelnen unbedeutend.
Zum Antrage betr. die Stellvertretung bei Abstimmungen auf den Hauptversammlungen (§ 34 des Statuts) beschliesst der Bezirksverein folgende Resolution:
Der Thüringer Bezirksverein hält die stückweisen und daher in rascher Aufeinanderfolge wiederholten Statutenänderungen für fehlerhaft; er tritt für einstweilige Beibehaltung des jetzigen Abstimmungsmodus ein und erklärt sich insbesondere dafür, dass bei einer nach gründlichen Vorarbeiten vorzunehmenden allgemeinen Reform der Statuten dem Vorstandsrate und den von Fall zu Fall zu berufenden Delegirtenversammlungen das Schwergewicht in allen Beschlüssen des Vereines zuerkannt werde.
Aus ähnlichen Gründen erklärt sich der Verein auch dafür, dass die durch das Verhältnis zur Kaiserl. Postverwaltung notwendige anderweitige Regelung des Zahlungstermines für die Hauptvereinsbeiträge nicht durch eine Aenderung des betreffenden Paragraphen, sondern durch eine kurze, am Ende beizufügende Anhangsbestimmung zum Statute zu bewirken sei.
Der nun folgende Vortrag des Hrn. Dr. Plettner über Luftschifffahrt
bewegt sich zunächst auf historischem Gebiete. Als charakteristisch bezeichnet der Redner den Umstand, dass das kaiserliche Patentamt bei Einteilung aller Zweige der Technik in Klassen die Luftschifffahrt in die Klasse 77 »Sport, Spiele usw.« eingereiht habe.
Die ersten Anfänge der Luftschifffahrt reichen zurück in die altgriechische Mythe (Daedalos und Ikaros), die ersten geschichtlichen Notizen bezeichnen einen Jesuiten namens Lamer als auf diesem Felde thätig; den wichtigsten Schritt nach vorwärts machte der Franzose Mongolfier, nach welchem die Luftballons auch vielfach genannt werden. Die von ihm verwendete Einrichtung bestand in einem Ballon aus Webstoff, in dessen Innerem die Luft durch Erwärmung verdünnt wurde. Die älteren Versuche scheiterten zumeist an der Unvollkommenheit des zur Herstellung der Ballons verwendeten Materiales, dessen Durchlässigkeit sehr bald einen Austausch der Luft zwischen dem Inneren des Ballons und der äusseren Luft zur Folge hatte. Man gab dem Ballon die Form einer Kugel, weil diese bei grösstem Inhalt die geringste Oberfläche bietet. Der ganze Ballon wurde, um die anhängende Last auf ihn zu verteilen, mit einem vollständigen Netz umgeben, an welches früher die Gondel direct angehängt wurde. Neuerer Zeit führt man die das Netz bildenden Seile auf einen Ring zusammen, an welchem dann der Kahn hängt. Unter dem Fahrzeug bringt man ein sog. Fangseil an, welches zum Abfangen des Ballons und zum Vermindern des Stosses
Der Ballon steigt infolge dessen ganz ruhig auf, die Insassen haben nicht das Gefühl des Schwindels. Eigentümlich ist, dass der Blick auf die Erde nicht deren Wölbung erkennen lässt, sondern dass der Boden eher die Form einer gehöhlten Schale anzunehmen scheint.
Wichtig ist die Mitnahme von Uhr, Kompass und Barometer; besonders ist letzterer das einzige Mittel, um die Höhe, in der der Ballon sich befindet, zu erkennen. Den meisten Aenderungen ist der Feuchtigkeitsgehalt der Luft unterworfen.
Einen Begriff über die räumlichen Verhältnisse eines Ballons geben die nachfolgenden Daten über den »Géant« des Luftschiffers Nadar. Dmr. 20", Oberfläche 12601".
Das Gewicht der Hülle aus Seidenbast betrug . . 320° Gewicht des Netzes . . . . . . . 200 » Stricke, Ring und Gondel . . . . . . 600 » Anker und Schleppseil . . . . . . . 100» Instrumente und Nahrungsmittel . . . . 200 » Ballast . . . . . . . . . . . . . 450 » Gewicht der 3 Insassen . . 230 »
Belastung 21006
Da der Auftrieb 27005 betrug, so blieben als reine Steigekraft 600kg übrig.
Was die Hervorbringung der zum Heben eines gewissen Gewichtes nötigen dynamischen Leistung betrifft, so hat man vielerlei Wege betreten. Man hat versucht, die Flug-Einrichtung der Vögel nachzuahmen, fand aber, dass die Schwingenbewegung unvorteilhaft sei; besser schien die Anwendung der archimedischen oder Schiffsschraube sich zu eignen; man kommt aber auf ganz absonderliche Ziffern, sobald man berechnet, dass ein Adler, dessen Körpergewicht etwa 3,7*é beträgt, etwa 3,15" Flügelweite besitzt, und weiter, dass das Gewicht eines mittleren Menschen mit Kleidung und Ausrüstung auf etwa 120 bis 150°é angenommen werden kann. Um ein solches Gewicht senkrecht in die Luft zu heben, ist bei entsprechender Geschwindigkeit ein Arbeitsaufwand von 9 N nötig. Der Betrieb durch den zu hebenden Menschen selbst ist somit ausgeschlossen, abgesehen davon, dass Flügel oder Schraubenflächen, von solcher Grösse hergestellt, ein das Nutzgewicht noch übersteigendes Gewicht erreichen würden. Es bleibt also immer wieder nur der Luftballon übrig. Für die Anwendung dieses Mittels wäre es gewiss am wichtigsten, denselben vollständig luftleer zu machen. Allein dem steht entgegen, dass der äussere Luftdruck jedes Material zerstören würde. Man hat daher in der Füllung des Ballons mit leichtem Gas einen Ausweg gefunden. Zunächst kommt dabei das Wasserstoffgas in Betracht, welches rein 14- bis 15mal leichter ist als atm. Luft, im grossen aber etwa 10- bis 11mal leichter als solche hergestellt wird. Wasserstoffgas dringt aber so leicht durch alle Poren im Stoffe der Ballonhülle, dass es dadurch unverwendbar wird. In der Praxis wendet man deshalb Steinkohlengas an, welches in ähnlicher Qualität wie Leuchtgas, aber in einer Weise hergestellt wird, dass es möglichst reich an Wasserstoff wird, und beträgt dann sein spec. Gewicht weniger als die Hälfte von dem der Luft. m «g
Aber ausser der Forderung, dass der Ballon hinreichenden Auftrieb haben muss, um die Last der Gondel usw. auch in jenen Höhen schwebend zu erhalten, wo die Dichte der Luft bereits wesentlich abgenommen hat, stellt man an denselben noch die, dass er nach Belieben des Luftschiffers gehoben und gesenkt, und dass er in jede beliebige Richtung solle gelenkt werden können. Das Senken des Ballons lässt sich ja durch Auslassen von Gas und Eintritt von atm. Luft bewirken, das Heben danach aber nur, indem man die Last durch Auswerfen von Ballast vermindert. Man hat auch versucht, einen kleineren Ballon innerhalb des grossen anzubringen, welcher mit anderem Gase als der letztere gefüllt ist, ohne jedoch bis jetzt rechte Erfolge zu erzielen.
Ebenso schwer ist es, die Aufgabe der »Lenkbarkeit« zu lösen. Auch hierbei kann man nur an Anwendung der archimedischen Schraube denken, auch hier handelt es sich darum, eine hinreichende Kraft zu einer erfolgreichen Bewegung der Schraubenflügel durch eine Maschine zu erzielen, welche den Ballon nicht mehr belastet, als er eben verträgt.
In der sich an diesen Vortrag knüpfenden Besprechung weist Hr. Ungnade darauf hin, dass man in Aluminium ein Metall besitze, welches grosse Festigkeit, Dehnbarkeit und Widerstandsfähigkeit gegen chem. Einflüsse mit sehr geringem spec. Gewicht (2,50 bis 2,67 mal das Gewicht von destill. Wasser) besitze. Die Frage der Luftschifffahrt werde wohl noch lange eine offene bleiben, da zur Erzielung vollkommener Fahrsicherheit die Construction einer Maschine nötig wäre, welche bei 600°s Eigengewicht 50 N zu leisten vermöchte.
deutscher Ingenieure.
Patent bericht.
Kl. 5. No. 30302. Verfahren zur Gewinnung von Salzen. Dr. F. M. Wolff, Berlin. Das Verfahren besteht darin, dass man unter Benutzung der bekannten Einrichtungen des Sinkwerkbetriebes die mit Steinsalz auf der gleichen Lagerstätte vorkommenden Salze durch Einleiten von Soole zusammen oder von entsprechend zusammengesetzten Laugen getrennt auflöst und die erhaltenen Lösungen behufs Versiedung zu Tage hebt. Liegen z. B. über einander: ein Steinsalz-, ein Carnallit- und ein Lager von leicht löslichen chlorkalium- und chlormagnesiumhaltigen Mineralien, so leitet man entweder eine concentrirte Steinsalzlösung in die beiden oberen Lager, und hebt dann die Lösung der oberen Salze,
unter Zurücklassung des ungelöst bleibenden Steinsalzes zu =
Kl. 14. No. 31O84. Verhinderung des Abflusses von Oel mit dem Condensationswasser. U. R. Maerz, Berlin. Das bei a aus dem Condensator zufliessende, mit Oel gemischte Wasser muss durch das Ventil h strömen, um durch b zur Speisepumpe zu gelangen. Damit das auf der Oberfläche sich Sammelnde Oel nicht in das Ventil h gelangen könne, ist letzteres mit einem Schwimmer fest verbunden, welcher das Ventil erst bei einem hinreichend hohen Wasserstand öffnet. Durch das Rohr k kann man Kühlwasser des
. Condensators zuströmen lassen und dadurch den Wasserstand jederzeit so weit heben, dass das Oel bei m zum Abflusse gelangt.
Kl. 26. No. 3O997. Doppelventil für Gasdruckregulatoren. F. Oehlmann, Berlin. Um einen grossen Gasdruckregulator auch für nur kleinen Gasverbrauch recht wirksam zu erhalten, ist innerhalb des Hauptventiles l desselben ein zweites Ventil v an der Spindel w derart angebracht, dass es bei geschlossenem Ventilsitze d die Durchströmungsöffnung beim Ventilsitze z regelt und von hier aus nur die erforderliche kleine Gasmenge durch das Hauptventill und durch die Oeffnungen y desselben nach dem Ableitungsrohre gelangen lässt. Bei grossem Gasverbrauche wird das Hauptventil mit thätig.
Kl. 46. No. 31001. Dreicylindriger Gasmotor. L. H. Nash, Brooklyn, V. S. A. Die drei gleichen Maschinen
Kl. 14. No. 31078. Zusatz zu
Wo kann mittels w” umgestellt und die Maschine dadurch umgesteuert werden. Die Rückstände werden durch c 1 14 ausgetrieben; gleichzeitig wird neuer Ladungsvorrat durch 13 6 12 5 nach C gesaugt, beim folgenden Arbeitshub verdichtet und durch 5 12 48 10 9 nach d gepresst, während brennbares Gemisch aus d durch 3 11 27 c nach a gesaugt und nach Abschluss von 7 durch Drähte m n elektrisch entzündet wird. Die Flamme schlägt aus der Ringnut c durch die Nut a” nach a; der Spielraum b ist so eng, dass er nur die Berührung von h mit i hindert. Beim Betriebe mit Gasolin usw. enthält d nur Pressluft, ein Teil derselben strömt durch p”, Fig. 2, in das entfernte Gasolingefäss, kommt dann, gesteuert durch Nebenschieber u! v!, Fig. 2 und 4, von g nach g” und mischt sich beim n in c mit reiner Luft. Wasserströme p" w! p” kühlen die Cylinderhälse.
Kl. 42. No. 3O852. Neuerung an Ziehfedern. R. Schwarz und P. R. Shugg, New-York. Behufs Ziehens von Linien mit stetig oder auch plötzlich sich ändernder Dicke ist folgende Einrichtung getroffen. Die Feder e drückt die um a drehbaren Blätter der Reissfeder mit einem gewissen Drucke gegen die Rippe r des mit dem Griff ein Stück bildenden Segmentes. Fährt man, mit Bezug auf die in der Figur dargestellte Lage, entweder von links nach rechts oder unter einem kleineren Drucke, als der Feder e entspricht, von rechts nach links, so entsteht eine Linie von gleicher, durch die Schraube d einstellbarer Stärke. Uebt man beim Ziehen in der letzteren Richtung einen stärkeren Druck aus, so knickt die Reissfeder je nach der Grösse dieses Druckes mehr oder weniger durch, wobei das Triebradt mit Schraube gedreht und eine stärkere Linie eingestellt wird. Bei nachlassendem Drucke vermittelt die Federe das Zurückgehen in die Anfangsstellung. W-
Kl. 47. No. 311OO. Leitrollenlagerung mit OelUmlauf. Dampf- und Spinnerei - Maschinenfabrik, Chemnitz. An den stellbaren Arm b schliesst sich mittels der Schraube a ein kegelförmiger Drehbolzen i mit schrauben
Kl. 49. No. 311O2. Copirdrehbank. Société Dubal,
r Monnin, Frossard & Co., Porrentruy (Schweiz). Der Arm o, welcher um den Kugelzapfen d des Kreuzsupportes mon drehbar ist, trägt einer“seits den Arbeitsstichel b, welcher das mit der Drehbankspindel fest verbundene Werkstück F angreift, und andererseits die Führungsplatte a, deren Führungskante der Schneidekante des Stichels ähnlich ist und während der Arbeit an einer grossen Schablone p entlang geführt wird. Die Führungsplatte und der Stichel werden so eingestellt, dass die Verbindungslinien aller einander entsprechenden Punkte ihrer in parallelen Ebenen liegenden ähnlichen Kanten sich im Mittelpunkte des Zapfens d schneiden.
tels einer Mechanismenreihe
Patent b er i c h t. v 459
Ventil a mittels zweier Stifte e, welche in eine Ausdrehung der Spindel greifen, mit.
Kl. 59. No. 31O12. Düse für Injectoren. Schäffer & Budenberg, Buckau-Magdeburg. Die Dampfdüse e wird von einem im Injectorkörper geführten Ventile v abgeschlossen, auf dessen unterer w- * Fläche central zu e eine kleine Saugdüse 8 angeordnet ist. Diese wird durch das Ventil o geschlossen, welches im Ventile v und der Mutter f geführt wird. o greift mittels seitlicher Zapfenst in einen Curvenschlitz der Scheibe s! ein, welche durch einen äusseren Handhebel gedreht werden kann. Die Achse des letzteren und die das Schlabberventil l bewegende Welle d sind vermittels Kurbeln und Zugstangen derart verbunden, dass beim Drehen von s” zuerst o und l angehoben werden. Der durch s tretende Dampf gelangt dann mit dem angesaugten Wasser durch ins Freie. Bei fortgesetzter Drehung von s! öffnen sich o und l immer weiter, bis o auch das Ventil v mitnimmt und dadurch den vollen Dampfzutritt durch e bewirkt. Nun beginnt l, sich gegen seinen Sitz hinzubewegen, und schliesst den Schlabberraum nach aussen ab, wenn der Handhebel eine Winkelbewegung von 900 beendet hat. Es beginnt dann die Speisung des Kessels.
Kl. 86. No. 3O823. Schützenschlag-Vorrichtung für mechanische Webstühle mit Oberschlag. Sächsische Maschinenfabrik, Chemnitz. Von den beiden Teilen a und e der Schlagwelle ist a mit der Hülse c fest verbunden, während e lose in dieser steckt. c trägt an einem Vorsprung die Falleg, welche durch Schraubenfeder mit der auf e befestigten Schlagnase k in Eingriff gehalten wird, so dass durch Schlagscheibe h und der auf e vorhandenen Schlagrolle i die Bewegung des Schützenschlaghebels bezw. die des Treibers vollführt werden kann. Befindet sich auf der entgegengesetzten Seite des Webstuhles aber ein Schützen in der Kastenzelle n, so wird durch die Bewegung der Kastenklappe r und des Fühlhebels y nach aussen mit
a1 b1 c1 f g1 die Falle g von der Schlagnasek weggezogen, so dass der obere Teil a der Schlagwelle bei der Bewegung von e nicht -. mitgenommen wird und der Schützenschlaghebel und der Treiber in Ruhe bleiben. a und e werden nach jedem Schlage durch Federn und Riemen in ihre ursprüngliche Stellung zurückgezogen.
Kl. 81. No. 31O37. Neuerung an Saughebewerken. Philippot, Schneider & Jaquet, Strassburg i/E. Um bei Saughebewerken für den Transport von Getreide aus den Schiffen in die obersten Stockwerke der Mühlen ein Festsetzen
deutscher Ingenieure
Klein, Hundt & Co., Düsseldorf. Das durch die Walzen 4 und 5 hindurchgeführte Faserband veranlasst infolge stärkerer oder schwächerer Stellen im Band ein Heben bezw. Senken der Oberwalze 4, wodurch mittels Hebelübersetzung der Trichter 6 auf der vor der unteren kegelförmigen Streckwalze 7 angebrachten Führungsstange 8 derart verschoben wird, dass er sich einem grösseren oder geringeren Durchmesser der kegelförmigen Walze 7 gegenüber befindet. Letztere erhält directen Antrieb, während die gleichfalls
walze dient. Bei diesem Streckwerke wird somit das Band bei Eintritt stärkerer oder schwächerer Stellen mehr oder weniger verstreckt und eine selbstthätige Ausgleichung des Bandes erzielt.
Litteratur.
Jahresbericht über die Leistungen der chemischen Technologie mit besonderer Berücksichtigung der Gewerbestatistik für das Jahr 1884 von R. von Wagner, fortgesetzt von Dr. Ferd. Fischer. (89. 1360 Seiten.) Otto Wigand, Leipzig. (Z. 1884 S. 817).
In dem vorliegenden Jahresberichte für 1884 von F. Fischer begrüssen wir wie in den bisherigen Jahrgängen eine ebenso verdienst- als mühevolle Arbeit. Umfassend das gesammte Gebiet der unorganischen und organischen chemischen Technologie enthält derselbe eine kritisch gesichtete und fast vollständige Zusammenstellung aller mit der chemischen Technik in Beziehung stehenden Leistungen sowie aller patentirten und nicht patentirten Erfindungen und Neuerungen auf besagtem Gebiete. Wer einmal in seinem Leben sich der wenig dankbaren Arbeit der Erstattung von Jahresberichten unterzogen hat, der weiss, was es heissen will, aus den umfangreichen Gebieten des Hüttenwesens, der Fabrikation von Soda, Schwefelsäure, Chlorkalk, der Kalisalze, des Ammoniaks, des künstlichen Düngers, der Sprengstoffe usw., der Glas-, Porzellan-, Thonwaren- und Cementfabrikation, der Farbstoffe und ihrer Rohmaterialien, der Nahrungs- und Genussmittel, worunter die gesammte Stärke- und Zuckerfabrikation, die Gärungsgewerbe (Bier, Spiritus usw.), das Wasser u. a., ferner aus der Technologie der Faserstoffe (Papier und Cellulose, Bleicherei, Färberei und Zeugdruck usw.), der Fette, Seifen und des Glycerins, der Schmiermittel, Firnisse, des Kautschuks, der Gerberei und Leimbereitung, der Desinfection und Verwertung der Abfallstoffe sowie endlich sämmtlicher Brennstoffe (Torf und Kohlen, Mineralöl-, Paraffin- und OzokeritIndustrie, Leuchtgas, Feuerungsanlagen und Zündstoffe) und des wissenswertesten aus der elektrochemischen Technik einen gedrängten und doch vollständigen Bericht so bald nach Jahresschluss zu liefern.
eingedruckte Holzschnitte dienen zur näheren Verdeutlichung und Erklärung der beschriebenen Apparate, Oefen, Geräte und Maschinen verschiedenster Art. Unter den statistischen Angaben sind diejenigen über die Production der deutschen Berg-, Hütten- und Salinenwerke, des weiteren über Production von Eisen und Stahl, Blei, Silber, Zink u. a. Metallen und ebenso diejenigen über Production, Ein- und Ausfuhr des Zuckers in Deutschland und anderen europäischen Ländern als besonders eingehend hervorzuheben. Einen Wunsch, der, wie wir wissen, von zahlreichen Freunden des Fischer'schen Jahresberichtes geteilt wird, möchten wir bei dieser Gelegenheit jedoch nicht unterdrücken, den nämlich, dass die Berichte, in gleicher Weise, wie es früher geschah, am Ende der einzelnen Kapitel immer einen kurzen Ueberblick über die auf dem betreffenden Gebiete erschienenen litterarischen Neuheiten, soweit es wenigstens Separatwerke sind, bringen möchten. In Rücksicht auf die Schwierigkeit der Beschaffung sachgemässer Recensionen würde schon eine kurze Aufzählung genügen; denn zahlreiche Techniker, mögen sie nun der Praxis oder dem Lehrfache angehören, sind nicht in der Lage, zu erfahren, was alles an Monographien, Handbüchern usw. über Gegenstände ihres besonderen Gebietes erschienen ist, und für diese wäre ein blosser Hinweis auf das Vorhandensein solcher Specialwerke schon von grossem Werte. Schliesslich können wir aber nur wiederholt die sorgfältige und gediegene Bearbeitung des vorliegenden Fischerschen Berichtes hervorheben und ihn allen denjenigen, welche sich ein getreues Bild über die Fortschritte in Wissenschaft und Praxis der chemischen Technik verschaffen wollen, auf's angelegentlichste empfehlen. Wie in dem Jahresberichte für
Selbstverlag des Vereines. – Commissionsverlag und Expedition: Julius Springer in Berlin N. – A. W. Schade's Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin S.
Ueber Bobbinnetmaschinen mit Jacquardeinrichtung. Von Ernst Müller, Ingenieur und Privatdocent an der technischen Hochschule Hannover. (Hierzu Tafel XX und XXI.)
Zu den Industrien, auf welche die Einführung des Zolltarifes vom 15. Juli 1879 in Deutschland von sichtlichem Einflusse gewesen ist, gehört neben der Fabrikation wollener und halbwollener Stoffe in erster Reihe die Fabrikation der sogenannten » englischen Tüllgardinen «. Die Erhöhung des Zolles auf Gardinen von 78 v% auf 230 % für 100kg ) ist für diese Industrie insofern von hoher Bedeutung geworden, als die Herstellung der sogenannten »englischen Gardinen«, welche seither fast nur in Nottingham schwunghaft betrieben worden war, von jenem Zeitpunkt an auch in Deutschland festen Boden und allmählich recht bedeutende Ausdehnung gewann. Ueber die geschichtliche Entwickelung und jetzige Ausdehnung der Bobbinnetindustrie ist bereits in dieser Zeitschrift 1884 S. 588 einiges mitgeteilt worden; doch seien hier noch einige Angaben hinzugefügt, welche ich Hrn. Director August Matitsch in Wien verdanke. Ich statte hierfür demselben auch an dieser Stelle meinen Dank ab. Die grössten Bobbinnet- und Spitzenfabriken von den auf dem Festlande bestehenden befinden sich in Oesterreich, und zwar sind dies die Bobbinnet- und Spitzenfabrik von Ludwig Damböck in Wien (mit 97 Spitzenmaschinen, Hilfsmaschinen nicht gerechnet, und mit einem Fabrikspersonal zwischen 450 und 500 Leuten), dann die Heinrichsthaler Bobbinnet- und Spitzenfabrik von Arthur Faber in Lettowitz (mit 72 Maschinen); diese beiden Fabriken sowie die Gardinenweberei von Arthur Faber in Mittelwalde in Preussisch-Schlesien sind unter der Handelsfirma M. Faber 8 Co. in Wien vereinigt. Die Fabrik von Ludwig Damböck hat in Oesterreich Schule gemacht, denn die Gründer der übrigen noch in Oesterreich bestehenden Fabriken (mit zusammen ungefähr 70 Stühlen) waren Bedienstete der Wiener Fabrik. Der Gründer der Spitzenfabrik für Oesterreich ist der verstorbene Hr. Ludwig Damböck senior in Wien; er ist es gewesen, welcher die ersten Maschinen nach dem deutschredenden Teile des Festlandes gebracht hat. Schon im Jahre 1826 wurden von Damböck in England Maschinen für Handbetrieb erworben; diese führte er jedoch nicht nach Oesterreich, da dortselbst der Zoll auf Tüll und Maschinenspitzen mittlerweile auf 10 fl. herabgesetzt worden war. Er glaubte, dass sich unter solchen Zollverhältnissen die Erzeugung in Oesterreich nicht lohnen werde, und verkaufte deshalb die Maschinen in Hamburg. Im Jahre 1829 kaufte Damböck neuerlich Handmaschinen zur Erzeugung von Tüll
1) 230 / für 100kg macht für die geringwertigeren Waren dieser Gattung bis zu 40 pCt. des Wertes aus.
und Quillings, mit welchen Maschinen die Fabrik in Hernals bei Wien eröffnet wurde; 1832 siedelte dieselbe nach Wien selbst über; 1838 gründete Damböck gemeinschaftlich mit Moritz Faber die Fabrik in Lettowitz, in welchem Jahre auch eine sogenannte Levermaschine angeschafft wurde!).
Der verstorbene Hr. Damböck unterhielt lebhaften Verkehr mit allen hervorragenden Persönlichkeiten der Industrie und der technischen Wissenschaften, und wurden hierdurch die Wiener Technologen (mit ihnen wohl auch Schneider”)) mit diesem Industriezweige bekannt.
Ludwig Damböck gebührt das Verdienst, dass er entgegen dem englischen Gebrauche den Gelehrten den Besuch seiner Fabriken und Aufnahmen in denselben zum Zwecke des Studiums gestattete.
Wie schon früher bemerkt, hat dieser Fabrikationszweig in Deutschland vornehmlich seinen Sitz an der östlichen Südgrenze Mitteldeutschlands (Mittelwalde - Zittau - DresdenChemnitz-Zwickau-Sächsisches Erzgebirge und Vogtland).
Glatter Tüll wurde bis jetzt nur auf einem Stuhle in Plauen im Vogtland erzeugt; Ostern d. J. eröffnete jedoch eine weitere Fabrik für glatten Bobbinnet in Schneeberg in Sachsen den Betrieb mit 6 Stühlen. Weitaus die grösste Zahl der Fabriken beschäftigen sich mit der Herstellung der sogenannten »englischen Gardinen«.
Ihren Hauptsitz hat die Fabrikation im sächsischen Vogtlande. Bereits sind nahezu 200 Stühle in Gang gebracht, eine Zahl, welche ihre Bedeutung erlangt, wenn man erwägt, dass jede Maschine mit den Vorbereitungsmaschinen über 20 000 M kostet, ohne die nicht geringen Betriebskosten, Werte an Gebäuden, Kesseln usw. Es sind also schon Millionen deutschen Geldes für diesen Industriezweig aufgewendet und Tausende von Menschen finden durch denselben lohnenden Verdienst.
Die Vorliebe für die »englischen« Tüllgardinen, Decken usw., welche in Deutschland mit der Erkenntnis von deren mannigfachen Vorzügen vor den übrigen Vorhangstoffen immer mehr zunimmt, und die Zusammengesetztheit der Maschinen, welche noch sehr der wünschenswerten Vereinfachung bedürfen, lassen es gerechtfertigt erscheinen, an dieser Stelle kurz auf die Grundbindung der Gewebeart und auf die Bewegungsmechanismen der zu ihrer Herstellung dienenden