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«Wir sind sicher auf dem Mars», bestätigte Ingenieur Allen Chen nach den durchlittenen «sieben Minuten des Schreckens» des beispiellosen Landemanövers. Nasa-Direktor Charles Bolden jubelte: «Es ist unglaublich. Nichts kann das toppen.»
Minuten später sendete «Curiosity» die ersten Schwarz-Weiss-Bilder aus dem Inneren des «Gale»-Kraters, die seinen Schatten und ein Rad zeigten. In den nächsten Tagen werden die ersten Farbbilder erwartet. Nach einigen Wochen, in denen der Rover überprüft wird, könnte der Rover dann seine erste Ausfahrt machen und erstmals seinen Roboterarm ausstrecken.
Bohrer, Laser, Chemielabor
Der Mars-Rover von der Grösse eines Kleinwagens ist mit wissenschaftlichen Apparaten, Kameras und einer Wetterstation vollgepackt. Der Roboterarm enthält einen Bohrer, einen Laser, der Gesteinsbrocken zerkrümeln kann, sowie ein Chemielabor, das die chemischen Bausteine des Lebens detektieren kann.
Ein Strahlungsmessgerät soll überwachen, ob es gefährliche Strahlung auf der Marsoberfläche gibt, was für zukünftige bemannte Missionen wichtig wäre.
«Curiositys» wissenschaftliche Aufgabe ist es, nach den für Leben notwendigen Zutaten zu suchen: Kohlenstoff, Stickstoff, Phosphor, Schwefel und Sauerstoff. Der Rover ist nicht dafür ausgerüstet, lebende oder fossile Mikroorganismen zu entdecken. Für eine definitive Antwort müssen zukünftige Missionen Marsgestein zur Erde zurück fliegen.
Mikroskopisches Leben möglich?
Während der nächsten zwei Jahre wird «Curiosity» über einen fünf Kilometer hohen Berg am Kratergrund fahren, Steine anbohren und Erde aufnehmen. Die Messungen sollen zeigen, ob die Region jemals mikroskopisches Leben hätte beherbergen können - eine Frage, die die Wissenschaftler seit der Entdeckung von Wasserspuren auf dem Roten Planeten in den 1970er Jahren umtreibt.
Auf dem «Gale»-Krater gibt es überall Spuren von Wasser, das zumindest auf der Erde für jegliches Leben notwendig ist. Bilder aus dem All weisen zudem darauf hin, dass der Boden reich an Ton und Mineralien ist, die in Verbindung mit Wasser entstehen.
Suche nach chemischen Substanzen
«Es ist ein grosses, wissenschaftliches Ziel. Wir suchen nicht mehr nur nach Wasser», sagte der leidende Wissenschaftler, John Grotzinger vom California Institute of Technology, zur Nachrichtenagentur Reuters. «Es wird viel schwerer sein, die Frage zu beantworten, ob Mars für Lebewesen bewohnbar ist.»
Auf der Erde sind die ältesten Belege für Leben etwa 3,5 Milliarden Jahre alt. Ähnliche Gesteine könnten auch auf dem Mars existieren. «Die Herausforderung bei der Mars-Erforschung ist es, zuerst mögliche Lebensräume zu identifizieren», sagt Grotzinger. «Dann fragen wir: Ist dies ein Ort, wo Kohlenstoff konserviert werden konnte? Das ist der schwierige Teil.»
(tno/sda)