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Männer in Uniform gehen von Haus zu Haus, hämmern an Türen, erteilen den Befehl zusammenzupacken. Fischerboote werden konfisziert, Menschen aus ihren Häusern getrieben. Auch Bins Familie, seine Geschwister Hiroshi und Keiko, seine Eltern, werden eines frühen Morgens, zu Beginn des Jahres 1942, abgeholt und weit fortgebracht, fort von ihrem Haus auf Vancouver Island, fort von dem Leben, das ihres war. Frances Itani widmet sich einem bislang wenig bekannten Kapitel kanadischer Geschichte: der Internierung aller Bürger japanischer Abstammung nach dem Angriff auf Pearl Harbor. Tausenden wurden Heim und Lebensgrundlage genommen, sie wurden in entlegene Teile des Landes verfrachtet und ihrer Freiheit beraubt. Fünfzig Jahre später macht sich Bin Okuma auf, das Land zu durchqueren und zum Lager am Fraser River zurückzukehren, dorthin, wo sein Vater einst, nach Jahren der Entbehrung und Not, eine Entscheidung traf, die sein Leben für immer veränderte. Ein Roman über eine Familie, die in die Fährnisse der Geschichte geriet, ein Roman von grosser elegischer Kraft.
Rezension
»Frances Itanis 'Requiem' ist ein einfühlsames Buch über eine ungewöhnliche Familiengeschichte, über Liebe, Mitgefühl, Verdrängung und Versöhnung. Es schildert ein kleines Stück Geschichte am Rande des grossen Weltgeschehens.«, Wochenspiegel, 21.11.2015
Portrait
Frances Itani, geboren in Ontario und aufgewachsen in Quebec, Kanada, hat Psychologie und Anglistik studiert und einige Jahre als Krankenschwester gearbeitet. Für ihren ersten Roman »Betäubend« (2003) erhielt sie den Commonwealth Writer's Prize for Best Book und den Drummer General's Award for Fiction; 2009 erschien »Über dem Strom«, 2011 »Der Geburtstag«. Zu ihrem neuen Roman inspirierte die preisgekrönte Autorin das Schicksal ihres Ehemanns. Frances Itani schreibt regelmässig für die Washington Post und lebt in Ottawa.