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Quietschende Reifen und querstehende Autos sind zwei wesentliche Merkmale beim Driften. Das Rutschen durch Kurven sieht dabei nicht nur besonders spektakulär aus, sondern fordert dem Fahrer auch einiges an Können ab. Mittlerweile hat sich aus dem Driften ein echter Sport entwickelt, der weltweit von vielen Driftbegeisterten zelebriert wird.
Doch worauf kommt es beim Driften eigentlich genau an und wie ist diese Fahrtechnik eigentlich entstanden?
Driften: Was genau heisst das eigentlich?
Beim Driften provoziert der Fahrer sein Fahrzeug zu Bewegungen, die im Strassenverkehr im Normalfall unbedingt zu vermeiden sind.
So ist das Übersteuern bei hohen Geschwindigkeiten einer der wichtigsten Faktoren beim Driften. Allerdings behält der Fahrer dabei stets die Kontrolle über den Wagen.
Bei einem Drift durch eine Kurve zeigen die Räder der gelenkten Vorderachse in Richtung der Kurvenaussenbahn, während die Hinterräder einen deutlichen Schräglaufwinkel einnehmen.
Durch den Schräglaufwinkel bewegen sich die hinteren Reifen beinahe quer zur Fahrbahn, was den Abrieb drastisch erhöht und die charakteristischen Qualmwolken entstehen lässt. Auch das Fahrzeug steht in den Kurven schräg zur Fahrbahn.
Neben dem spektakulären Aussehen solcher Drifts liegt der Reiz dieser Disziplin ebenfalls in dem Fahren an der Kontrollgrenze des Fahrzeugs begründet.
Wer hat es erfunden? Die Geschichte des Driftsports
Die Geschichte des Driftens geht bis in die 1980er Jahre zurück.
So kam es in dieser Zeitperiode erstmals vor, dass Tourenwagenfahrer in Japan das gezielte Übersteuern ausnutzen, um im Rennen höhere Kurvengeschwindigkeiten zu erreichen. Auf diese Weise wollten sich die japanischen Rennfahrer einen Vorteil verschaffen.
Im Jahr 1987 veröffentlichte der Profirennfahrer Keiichi Tsuchiya ein Video, in dem er die Drifttechnik mit einem Toyota Corolla im öffentlichen Strassenverkehr praktizierte.
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Aufgrund der durchschlagenden Wirkung des Videos wurde bereits ein Jahr später mit dem D1 Grand Prix der erste Drift-Wettbewerb veranstaltet.
Es dauerte allerdings knapp ein halbes Jahrzehnt bis das Driften Mitte der 1990er Jahre den Sprung über den Pazifik und in die USA schaffte. Im deutschsprachigen Raum wurde der erste Driftwettbewerb mit der internationalen Driftchallenge (kurz IDS) im Jahr 1999 veranstaltet.
Die IDS ist auch heute noch äusserst populär, jedoch trägt sie seit dem Jahr 2015 den Namen ADAC-Drift-Cup.
Wie laufen die Wettbewerbe heutzutage ab?
Ähnlich wie bei den meisten Rennsportarten geht auch bei Driftwettbewerben dem eigentlichen Event eine Qualifikation voraus.
In der Regel qualifizieren sich dabei die besten 16 Teilnehmer für den anschliessenden Wettbewerb. Im Gegensatz zu konventionellen Rennen sind die Strecken beim Driften sehr kurz und kurvenreich.
Ein Beispiel ist hier unter anderem die Sachskurve des Hockenheimrings. Die Fahrer befinden sich während der Qualifikation für gewöhnlich allein auf der Strecke.
Beim eigentlichen Durchgang werden hingegen meistens zwei Fahrer gleichzeitig auf die Strecke geschickt. Für die Bewertung sind statt der Zeit spezielle Wertungsfaktoren ausschlaggebend. So fliessen zum Beispiel Driftwinkel, Linienwahl und Geschwindigkeit in die Bewertung mit ein. Auch die Nähe zu Streckenbegrenzungen und dem Gegner spielt bei der Bewertung eine entscheidende Rolle.
Normalerweise wird die Strecke dabei zweimal abgefahren, wobei die Führungsposition gewechselt wird. Der Sieger wird anhand der Punkte wahlweise direkt oder nach einem K.O.-System ermittelt.
Worauf kommt es beim Driften im Detail an?
Das Driften durch Kurven ist in der Praxis äusserst anspruchsvoll und verlangt dem Fahrer sehr viel ab. So ist der Grat zwischen kontrolliertem Driften und einem Kontrollverlust recht schmal.
Bereits kleinste Fehler führen dazu, dass das Fahrzeug die Bodenhaftung verliert.
Ein wichtiger Faktor ist weiterhin die Wahl des Fahrzeugs. Da ein Driftfahrzeug möglichst leicht Übersteuern sollte, sind vor allem Autos mit Heckantrieb eine gute Wahl.
Weiterhin muss der Wagen über genug Leistung verfügen. Im Schnitt reichen für gute Drifts knapp 200 PS aus. Die Gewichtsverteilung sollte in Richtung 50:50 tendieren.
Grundsätzlich ist es auch möglich mit Allradfahrzeugen Drifts durchzuführen, allerdings wird hierfür auf Asphalt mindestens eine Motorleistung von 500 PS benötigt.
Autos mit Frontantrieb sind für das Driften hingegen ungeeignet. Zwar lassen sich bei Fronttrieblern Drifts mit der Handbremse einleiten, allerdings können diese nicht gehalten werden.
Die drei Phasen des Driftens
Das Fahrmanöver des Driftens lässt sich in der Praxis grob in drei Teile separieren.
- Am Anfang steht dabei das Einleiten des Drifts. Hierfür gibt es bei den Profis knapp 14 unterschiedliche Techniken. Eine Möglichkeit ist dabei unter anderem das Einleiten mit einem gezielten Gasstoss.
- In der nächsten Phase geht es darum, den Drift stabil halten zu können. Statt mit dem Lenkrad wird hier mit dem Gaspedal gelenkt. So katapultieren gezielte Gasstösse das Heck wieder nach aussen und wirken dem Zurückkommen entgegen.
- Um den Drift zu beenden, muss die Lenkung gemächlich wieder zurück justiert werden, während gleichzeitig der Druck auf das Gaspedal sanft reduziert wird. Geschieht das Gaswegnehmen zu abrupt, steuert das Fahrzeug sehr schnell in die falsche Richtung.
Fazit
Wie sich zeigt, steckt hinter dem Driften weitaus mehr als nur ein grossartig aussehendes Fahrmanöver.
So ist das Rutschen durch Kurven eine sehr anspruchsvolle Disziplin, die nur mit sehr viel Übung gemeistert werden kann.
Wer in den Driftsport einsteigen will, sollte zudem bedenken, dass der Materialverschleiss durch die auftretenden Belastungen recht hoch ausfällt.