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Als Muttergesellschaft wird eine Kapital- oder Personengesellschaft, welch kapitalmäßig unmittelbar bzw. mittelbar über anderen Unternehmen, den Tochtergesellschaften steht. Meist ist es so, dass die Muttergesellschaft sogar später gegründet wurde, als die Tochtergesellschaften. Grund dafür ist, dass irgendwann eine der jetzigen Tochtergesellschaften damit begonnen hatte andere Unternehmen aufzukaufen. Die Muttergesellschaft ist in vielen Fällen aber auch der Ursprungskonzern, aus dem andere Firmen entstanden sind, und zwar durch die Aufsplittung der verschiedenen Unternehmensbereiche. Wie groß die Einflussnahme der Muttergesellschaft auf die Tochtergesellschaften ist, ist von Konzern zu Konzern verschieden. Die Muttergesellschaft kann Tochtergesellschaften im Inland und im Ausland haben. Die Muttergesellschaft hat als Hauptaufgabe die Verwaltung und die Führung der Tochtergesellschaften zu übernehmen, wobei jedes Unternehmen, das als Tochtergesellschaft rechtlich gesehen eigenständig ist. Die Muttergesellschaft selbst ist ebenfalls rechtlich gesehen selbstständig und kann auch im Bereich der Produktion und des Handels oder im Dienstleistungsbereich tätig sein.
Mögliche Strukturen der Muttergesellschaft
Es gibt verschiedene Strukturen, welche als Konzern eine Muttergesellschaft haben können. Hierzu gehören neben dem klassischen Handelskonzern auch der vertikale Konzern, wo die vollständige Kontrolle über den gesamten Produktions- und Vermarktungsprozess bei der Muttergesellschaft liegt. Die Tochtergesellschaften sind dabei voll wirtschaftlich von der Muttergesellschaft abhängig. Die Muttergesellschaften gibt es natürlich auch in Mischkonzernen. Das heißt die Tochterunternehmen sind hier in verschiedenen Branchen tätig. Dann gibt es noch die Konstellation, bei denen verschiedene Tochtergesellschaften in einer Branche arbeiten und ebenfalls unter dem Dach einer Muttergesellschaft zusammengefasst sind. In diesem Fall besteht durch die Tochterunternehmen keine wirtschaftliche Abhängigkeit von der Muttergesellschaft. Unabhängig davon werden von den Tochtergesellschaften zum Jahresabschluss entsprechende Bilanzen erstellt und veröffentlicht, die die Muttergesellschaft auch verwendet für die Erstellung einer Gesamtübersicht über den Gewinn und Verlust aller Tochtergesellschaften.
Haftung bei der Muttergesellschaft
Die Muttergesellschaft ist auch in der Hinsicht eigenständig, indem sie nicht für die Verbindlichkeiten der Tochtergesellschaft haften muss. Es gibt hier natürlich auch Ausnahmen. Denn unter bestimmten Voraussetzungen kann die Muttergesellschaft zum Beispiel für kartellrechtliche Verfehlungen der Tochtergesellschaften zur Verantwortung gezogen werden. Die Muttergesellschaft wird natürlich dann primär zur Haftung herangezogen, wenn Sie Gesellschafter der Tochtergesellschaft ist. Umstritten sind hierbei die sogenannten Patronatserklärungen. Diese geben Muttergesellschaften sehr häufig im Rahmen von Vertragsverhandlungen ab, die eine Tochtergesellschaft mit einem Gläubiger führt. Die Haftungsfrage ist klar zwischen den Tochtergesellschaften und der Muttergesellschaft geregelt. Des Weiteren kann die Muttergesellschaft auch der strengen Organhaftung im Rahmen des Aktienrechts unterliegen. Dies ist der Fall, wenn die Muttergesellschaft einen Sitz im Verwaltungsrat der Tochtergesellschaft hat. Die Muttergesellschaft selbst verfügt auch über verschiedene Organe.