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Wie in jedem Projekt, das ein klar definiertes Enddatum hat, ist auch beim « projet d’appui aux associations et coopératives agricoles » im Süden von Ruanda die Nachhaltigkeit ein grosses Thema. Was passiert mit den Kooperativen, wenn sie nicht mehr von Food for the Hungry (FH) unterstützt werden? Auch wenn das Projekt sich erst in den ersten Monaten der dritten Phase befindet und noch ungefähr zweieinhalb Jahre weiterlaufen wird, ist diese Frage aktuell.
Die Kooperativen, mit denen das Projekt vor fünf Jahren begonnen wurde, werden vor allem noch mit technischen oder organisatorischen Hilfestellungen unterstützt, nicht aber mit der Verteilung von Material. Letzte Woche durfte ich mit meiner Mitarbeiterin im « projet d’appui aux associations et coopératives agricoles » und dem Verantwortlichen für die Evaluation von Projekten des Büros in Kigali einige dieser « alten » Kooperativen besuchen, um festzustellen, wie es dort weitergeht. Auffällig war, dass die drei besuchten Kooperativen in sehr unterschiedlichen Situationen und deshalb mehr oder weniger aktiv und dynamisch sind.
Mit der Kasse durchgebrannt
Die erste Kooperative hatte sich aufgelöst, nachdem ihr Präsident mit einem Teil des Vermögens der Kooperative verschwunden war. Sie hat ihre Aktivitäten erst wieder aufgenommen, nachdem FH sie in diesem Sommer zu einer Fortbildung eingeladen hatte. Nun sind die Mitglieder der Kooperative damit beschäftigt, das Ananasfeld, das nicht mehr gepflegt wurde, wieder auf Vordermann zu bringen. Dies ist umso wichtiger, da die Kooperative einen Kredit aufgenommen hat und deshalb ein Einkommen benötigt um diesen zurückbezahlen zu können.
Grossprojekt statt Kleinlandwirtschaft
Die zweite Kooperative, die wir besuchten, pflanzte Mais auf Feldern an, die sie vom ruandischen Staat mietete. Da in dieser Gegend nun aber ein grosses koreanisches Landwirtschaftsprojekt durchgeführt werden soll, hat die Regierung beschlossen, das Land nicht mehr an die Bauern zu vermieten. So ist diese Kooperative zwar noch aktiv, hat aber kein Land mehr zur Verfügung. Glücklicherweise war die Kooperative vor diesem Vorfall erfolgreich genug um für alle Mitglieder Schweine zu kaufen, wodurch sie sich nun auf die Schweinezucht spezialisiert hat.
Richtung Selbständigkeit
Die dritte Kooperative, die wir an diesem Tag besuchten, funktionierte sehr gut und hatte auch nicht mit problematischen Umständen zu kämpfen. Meine Mitarbeiter haben die Mitglieder ermutigt einen Kredit aufzunehmen, damit ein Lagerraum gebaut werden kann. Das Lagern der Ernte ist für die Kooperativen oft ein grosses Problem, da kein Platz für die Lagerung zur Verfügung steht, die gesamte Ernte aber nicht, oder nur zu einem tieferen Preis, in einem Mal verkauft werden kann. Diesen Schritt muss die Kooperative nun auf eigene Initiative gehen, wobei sie aber weiterhin auf Hilfestellungen beim Kontakt mit den Behörden, Ratschläge zu verschiedenen Arten von Krediten oder landwirtschaftlichen Problemen und ähnliche Unterstützung durch FH zählen kann.
Alle diese Kooperativen benötigen weiterhin mehr oder weniger Unterstützung durch Food for the Hungry, gehen aber ihren Weg in Richtung Selbstständigkeit, auch wenn die äusseren Umstände ihnen oft Steine in den Weg legen.