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In zwei Gebieten in Somalia ist eine Hungersnot ausgebrochen. Trotz globaler Verpflichtungen zur Krisenvorbeugung haben die Mittel für diese lebensrettenden Massnahmen nicht den erforderlichen Umfang erreicht. Die nötige Hilfe muss insbesondere die ländlichen Gemeinden erreichen, bevor die Bevölkerung gezwungen ist, ihr Zuhause auf der Suche nach Nahrung zu verlassen.
Somalia ist an einem Wendepunkt angelangt. Das Leben von Hunderttausenden von Menschen ist unmittelbar bedroht. In zwei Gebieten in der Bay-Region in Süd- und Zentralsomalia ist eine Hungersnot ausgebrochen, die wahrscheinlich bis März 2023 andauern wird, wenn die humanitäre Hilfe nicht sofort erheblich aufgestockt wird.
Millionen von Menschen sind von akutem Hunger betroffen. Frauen, insbesondere schwangere und stillende Frauen sowie Kinder unter fünf Jahren gehören zu den am meisten gefährdeten Gruppen. Sie benötigen dringend Hilfe, um den schlimmsten anzunehmenden Fall abzuwenden.
«Berichten zufolge sind zwischen Januar und Juli dieses Jahres rund 730 Kinder in Lebensmittel- und Ernährungszentren im ganzen Land gestorben, aber die Zahl könnte noch höher sein, da viele Todesfälle nicht gemeldet werden», sagte Wafaa Saee, Vertreter von UNICEF Somalia anlässlich einer gestrigen Pressekonferenz in Genf. Während der Hungersnot 2011 starben rund 50 Prozent der mehr als 250 000 Menschen schon vor der offiziellen Erklärung, dass eine Hungersnot besteht. Mindestens die Hälfte davon waren Kinder. Am Horn von Afrika sind insgesamt 20,5 Millionen Menschen von einer schlimmen und völlig vermeidbaren Hungerkrise betroffen.
Die Ausrufung einer Hungersnot sollte indes nicht der einzige Auslöser für sinnvolle Massnahmen sein. Lokale Behörden, Regierungen, UN-Organisationen und NGOs warnen seit mehr als einem Jahr deutlich vor einer katastrophalen Hungersituation. Diese Warnungen wurden weitgehend übersehen und trotz globaler Verpflichtungen zur Krisenvorbeugung haben die Mittel für diese lebensrettenden Massnahmen nicht den erforderlichen Umfang erreicht.
Die rasche Aufstockung der humanitären Hilfe seit Anfang 2022 hat zweifelsohne viele Menschenleben gerettet. Durch den explosionsartigen Anstieg des Bedarfs werden die zur Verfügung stehenden Mittel werden jedoch schnell aufgebraucht sein.
UNICEF fordert alle Akteure dringend auf, den sofortigen und sicheren Zugang für humanitäre Massnahmen zu erleichtern. UNICEF appelliert an die Entscheidungsträger, sofortige und flexible Finanzmittel bereitzustellen, damit die humanitären Organisationen vor Ort, insbesondere die lokalen und internationalen NGOs, ihre Hilfe rasch aufstocken und weitere Todesfälle verhindern, die Lebensgrundlagen schützen und eine Verschärfung der Katastrophe abwenden können. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Hilfe die ländlichen Gemeinden erreicht, bevor sie gezwungen sind, ihr Zuhause auf der Suche nach Nahrung zu verlassen.
Gemeinsam konnte schon einmal eine Hungersnot abgewendet werden. In einer Welt des unglaublichen Wohlstands ist es nicht hinnehmbar, dass Menschen an Hunger sterben. Es braucht jetzt Massnahmen.
Hören Sie dazu ein SRF-Interview mit UNICEF-Mitarbeiterin Isabel Burchard aus Nairobi.
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