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Um die richtige Potenzwahl zu treffen, muß nicht nur der gesundheitliche Zustand, sondern auch die individuelle Emp des Patienten verstanden werden. Die medizinische Diagnose hilft uns, die richtige Potenzwahl zu treffen.
Eine Gruppe von Patienten bereitet den Homöopathen oft Kopfzerbrechen und benötigen tiefe Potenzen: Es sind Überempfindliche Patienten. Sie reaüberempfindlich auf Alles, allergisch auf verschiedene Substanzen, reagieren überempfindlich auf verschiedene Dinge, wie Blutsehen, eine grausame Gehören, an einer Bluriechen, auf Wasseradern, Elektrosmog, Gewitter und Mondphasen.
Tiefe Potenzen sind ebenso von Vorteil bei Patienten mit schweren organischen Störungen, z.B. Leberzirrhose, HerzbeNierenbeschwerden oder bei Krebspatienten.
Bei fortgeschrittenen unheilbaren Krankheiten, Z.B. Lungenemphysem oder Krebs mit Metastasen, ist man dazu anmit tiefen Potenzen oder LM-Potenzen zu arbeiten und den Patienten palliativ zu behandeln.
Bei unheilbaren Patienten im letzten Stadium der Krankverabreiche ich die Mittel in C6 C12 oder LM-Potenzen. Ich löse die Globuli in Wasser auf und lasse den Patienten das Mittel schluckweise bei Bedarf nehmen.
Mit Patienten, welche seit längerer Zeit regelmäßig schulMittel einnehmen (z.B. Cortison, Antiepileptika, blutdrucksenkende Mittel usw.), müssen wir vorsichtig umgeDie schulmedizinischen Mittel dürfen nie abrupt oder auf eigener Faust gestoppt werden, da der Körper an diese Mittel gewöhnt ist. Behält man die langjährige Einnahme von Medikamenten zunächst bei, so weiß man auch, woher die Reaktionen des Patienten kommen, sollte er mit einer Verschlimmerung oder einer Veränderung rea
Bei operierten Personen mit fehlenden Organen, z.B. mit nur einer Niere, oder bei Herzpatienten mit einem Bypass oder Schrittmacher, kommt es darauf an, wann die Operation stattgefunden hat. In den ersten sechs Monaten nach einer solchen Operation sollte man nur tiefe oder LM-Potenzen anwenden und die Potenz langsam steigern. Ein Nierenpatient, welcher regelmäßig eine Dialyse haben muß, braucht eine häufigere Wiederholung des homöopathischen Mittels. Nach meiner Erfahrung brauchen Patienten, welche regelmäßig schulmedizinische Medikamente einnehmen (Blutdruckmittel, Insulin, Cortison usw.) allgemein eine häufigere Wiederholung des homöopathischen Mittels.
Bei akuten Beschwerden, Erkältung, Magendarmgrippe, akuter Blutung eines Myoms sollten ebenfalls tiefere bis mittlere Potenzen bevorzugt werden. Es sind Schwierigkeiten auf der materiellen Ebene. Je höher die Potenz, desto mehr wirkt sie auf der geistigen Ebene.
Anders sieht es bei einer homöopathischen Verschlimmerung im Rahmen einer Konstitutionsbehandlung aus. In solchen Fällen sollten grundsätzlich keine Medikamente verabreicht werden. Die Betreuung und das persönliche Engagement des Therapeuten sind gefragt. Der Patient will Sicherheit spüren, er will sehen, dass der Therapeut weiß, was er tut. Ein Mittel sollte bei einer homöopathischen Verschlimmerung nur bei lebensbeSituationen verabreicht werden, z.B. schwerem Asthma-Anfall oder plötzlicher, gefährlicher Blutdrucksteigeoder gefährlichen Blutzucker-Schwankungen. In diesem Fall schauen Sie in einem dieser Büchlein über Arzneimittelbeziehungen nach und sehen, ob eines der erwähnKomplement- oder Folge-Mittel passend sei. Verabreichen Sie in diesem Fall nur eine Dosis des ausgewählten Mittels in der C12 oder C30. Eine andere Möglichkeit, eine zu starke Reaktion auf ein homöopathisches Mittel zu dämpfen, ist das kurze Riechen lassen von Kampfer. Wahrend all den Jahren meiner Praxis habe ich diese Maßnahme his anhin nur einige Male erEs muß wirklich eine extreme Situation sein. Ansonsten heißt es in den allermeisten Fällen: Hände weg, kein Mittel!
Konstitutionelle Behandlungen von chronischen Krankheiten werden meistens mit Hochpotenzen behandelt.
Einen Schlußsatz möchte ich Ihnen zu diesem Thema der Potenzwahl mitgeben: Wenn Sie nicht ganz sicher sind, den Patienten und seine Empfindlichkeit erfaßt zu haben, rate ich, mit C30 anzufangen. Hahnemann schreibt auch, die Wahl der Potenz sei nebensächlich, die Wahl des Mittels sei wichtig. Wenn das Mittel korrekt ist, muß eine positive Reaktion beobachtet werden, und die Potenz kann problemlos gesteigert werden. Aus diesem Grund arbeite ich auch konstitutionell vorwiegend mit LM-Potenzen: sie sind nur kurz wirksam, also besser steuerbar, und die Erstverschlimmerungen sind meistens nur ganz schwach.