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Bei der Präsidentenwahl 2016 hatte Donald Trump in Alabama noch 62 Prozent der Stimmen geholt, jetzt kassieren seine Republikaner dort eine heftige Klatsche. Der Demokrat Doug Jones hat überraschend die Nachwahl für einen Senatssitz im seit Jahrzehnten von Republikanern beherrschten US-Bundesstaat Alabama gewonnen. Der Menschenrechtsanwalt setzte sich hauchdünn gegen den umstrittenen republikanischen Kandidaten Roy Moore durch.
Nach Auszählung fast aller Stimmen betrug der Abstand bloss 20'000 Stimmen
Moore sieht sich aber noch nicht als Verlierer: «Wenn das Ergebnis so knapp ist, ist die Wahl nicht vorbei», sagte er und verwies auf ausstehende Stimmen von Soldaten
Bei weniger als 0,5 Prozentpunkten Abstand müsse es eine Neuauszählung geben. «Wir müssen auf ein Zeichen Gottes warten», sagte er.
Der Sieg des Demokraten stellt für US-Präsident Donald Trump einen heftigen politischen Dämpfer dar. Nicht nur weil er Moore im Wahlkampf unterstützt hatte: Im Senat haben die Republikaner nun nur noch eine Mehrheit von zwei Sitzen.
Dennoch gratulierte der US-Präsident dem Demokraten umgehend zum «hart erkämpften» Triumph: «Ein Sieg ist ein Sieg», so Trump auf Twitter. Die Republikaner würden in sehr kurzer Zeit noch einmal eine Chance haben, diesen Sitz im Senat zu erobern.
«Ich habe mein ganzes Leben darauf gewartet, jetzt weiss ich nicht, was zur Hölle ich sagen soll. Wir haben Geschichte geschrieben», sagt Doug Jones in einer ersten Reaktion. Am Ende habe sich der ganze Wahlkampf um Würde und Respekt gedreht.
Moores Wahlkampf war durch sexuelle Belästigungsvorwürfe erschüttert worden. Mehrere Frauen hatten ihm vorgeworfen, sich in den 1970er Jahren ihnen gegenüber unangemessen verhalten zu haben. Eine der öffentlichen Anklägerinnen sagte, sie sei damals erst 14 Jahre alt gewesen. Moore haftete plötzlich der Ruf als «Kinderschänder» an.
Die Wahl war nötig geworden, weil Justizminister Jeff Sessions seinen Senatssitz in Alabama frei gemacht hatte.
«Wenn wir in Alabama bestehen, dann können wir überall gewinnen», schrieb Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton.
«Es werde Licht»: Die frühere US-Botschafterin in der Schweiz, Suzi Levine, freut sich über den Sieg ihres Parteikollegen.
(amü/sda)