Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03644.jsonl.gz/3547

Callūna
Salisb., Pflanzengattung aus der Familie der Ericaceen (s. d.),
aus einer einzigen Art, dem gewöhnlichen
Heidekraut (
Calluna vulgaris Salisb.)
bestehend, das früher gewöhnlich zur Gattung
Erica gerechnet wurde. Diese bekannte
Pflanze, die den öden Heidestrecken oder
sandigen Kieferwäldern und dürren Felskuppen im hohen
Sommer und Herbst mit ihren schönen pfirsichroten,
selten weißen Blütentrauben einen so angenehmen Schmuck verleiht, ist kein Kraut, sondern ein
Strauch, der zwar gewöhnlich
sehr niedrig bleibt, aber unter ihm besonders günstigen Standortsverhältnissen 1 - 1,5 m hoch wird, seine Stämmchen erreichen
dann 2,5 - 5 cm Durchmesser.
Die gemeine Heide hat immergrüne, vierzeilig gestellte Schuppenblätter von lineal-dreieckiger Gestalt, die im Winter eine bräunliche Farbe annehmen. Ihre Blüten, die dem langen, vierteiligen, rot- oder weißgefärbten Kelche ihr schönes Ansehen verdanken, enthalten viel Honig, weshalb in allen Heidegegenden die Bienenzucht [* 2] mit Erfolg betrieben werden kann. Die Heide ist eine der verbreitetsten Pflanzen in der Welt, denn sie findet sich in fast ganz Europa, [* 3] in Nordasien und Nordamerika, [* 4] auch auf den Azoren.
Dabei ist sie eine so gesellig wachsende Pflanze, daß sie, namentlich in den nördl. Ländern, ungeheure Landstrecken fast ausschließlich zu bedecken vermag. Das Heidekraut liebt einen sandigen oder moorigen, magern, sonnigen Boden und verdrängt auf solchem fast alle andern Pflanzen. Durch den dichten Wurzelfilz, den seine sich vielfach verzweigenden Wurzeln im Boden bilden, und den engen Schluß seiner dicht neben- und durcheinander wachsenden, vielfach verzweigten Stämmchen absorbiert es fast ausschließlich Tau und Regen und läßt diese nicht in den Boden gelangen, wodurch die Pflanze mittelbar auf Forstkulturen sehr schädlich wirkt. Unmittelbar schadet sie durch Überwachsen und Verdämmen der in den Boden gesetzten Holzpflanzen. Dagegen bereitet sie durch ihre Zersetzungsprodukte und Abfälle den Boden für anspruchsvollere Gewächse vor, liefert dem Wilde während des Winters Äsung und wird zu Streu verwendet.