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In Steinen gibt es ein Restaurant Stauffacher, eine Stauffacher Kapelle und eine Vermutung besagt, dass das von Gessler nicht gebilligte Steinhaus am Dorfplatz von Werner Stauffacher erbaut worden ist. Es steht dort, wo sich früher im Obergeschoss das Restaurant Krone befand und wo im Erdgeschoss lange die Metzgerei Schnellmann und jetzt das Restaurant Time out untergebracht waren. Im Jahr 1941 hat man den Film „Landammann Stauffacher“ gedreht und dazu im Segel ein mittelalterliches Dorf rekonstruiert. Nebst vielen bekannten Schauspielern, wie Heinrich Gretler, der den Stauffacher spielte, und Anne-Marie Blanc, bekannt als Gilberte de Courgenay, wurden auch Steiner Kinder als Statisten eingesetzt.
Da muss doch etwas dran sein, an der Geschichte von Stauffacher. Gemäss Aegidius Tschudi, dem ersten Schweizer Historiker, war Werner Stauffacher der Sohn des Landammanns Rudolf Stauffacher. Tschudi erzählt eine Begegnung zwischen Stauffacher und Landvogt Gessler in Steinen, als letzterer auf dem Weg von Uri nach Küssnacht durch das Land Schwyz ritt. Urkundlich belegt ist Werner Stauffacher erstmals 1309 und als Landammann von Schwyz zwischen 1313 und 1316/7. Zusammen mit seinem Bruder Heinrich war er einflussreich im Marchenstreit mit Einsiedeln. Zwischen 1338 und 1374 sind weitere Werner Stauffacher genannt, teilweise auch als Landammänner. Einer dieser Belege ist eine Gült vom 29. Juni 1368 im Archiv der Gemeinde Steinen, die ein Werner Stauffacher besiegelt hat.
Die Stauffacher Kapelle wurde um 1470 errichtet. Gemäss einer Legende soll die gotische Kapelle in der Nähe des Hauses von Werner Stauffacher gestanden haben, Beweise dafür gab es aber nie. Abgebildet an der Fassade war bis zur Renovation 1981 eine Szene mit dem Bau eines Steinhauses durch Werner Stauffacher, was bekanntlich den Zorn von Gessler erregt haben soll. Das Gemälde entstand 1891 durch den bekannten Münchner Kunstmaler Professor Ferdinand Wagner, der in dieser Zeit auch die Fassadenmalerei am Schwyzer Rathaus anbrachte. Dieses Gemälde befindet sich heute in der Aula.
Aufgrund der grossen Verdienste des Geschlechtes der Stauffacher in der Gründungszeit der Eidgenossenschaft hat die Gemeindeversammlung am 22. April 1946 beschlossen, das geschichtlich beglaubigte Wappen der im 16. Jahrhundert ausgestorbenen Stauffacher von Steinen als Gemeindewappen zu wählen.
Text: Urs Affolter
Lektorat: Hansjörg und Albert Koller, Rosmarie und Willy Bulgheroni, Franz Fries
Gesprochen von Erich Ettlin