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Nach dem Lawinenniedergang in Mittelitalien, der ein Hotel verschüttete, gibt es Kritik an den Rettern. Medien berichten, dass erste Hilferufe während Stunden unbeantwortet blieben.
«Hilfe, die Situation hier ist dramatisch!»
Giampiero Parete, ein Koch, der seine Ferien mit seiner Familie in dem nun verschütteten Hotel verbrachte, war gerade auf dem Weg zu seinem Auto, als die Lawine über das Gebäude hereinbrach. Parete wollte seiner Frau Medikamente aus dem Auto holen. Das rettete ihm offenbar das Leben.
Der Koch rief umgehend seinen Freund und Vorgesetzten, Quintino Marcella, an. Er sagte ihm, dass das Hotel unter den Schneemassen begraben sei und flehte ihn an, Rettungskräfte zu organisieren. «Er hat mich gestern [am Mittwoch] um 17.40 Uhr angerufen und rief: ‹Hilfe, Hilfe, Hilfe, ruf alle an, die Situation hier ist dramatisch, das Hotel gibt es nicht mehr, es ist verschwunden...› ich kann mich nicht mehr an alle seine Worte erinnern», berichtete Marcella gegenüber den Medien. Die Frau und die beiden Kinder des Kochs hätten sich zu diesem Zeitpunkt im Hotel befunden.
Niemand glaubte ihm
Marcella rief daraufhin die Polizei an, die ihn an die Präfektur Pescara verwies. Doch dort glaubte ihm niemand.«Sie sagten mir, sie hätten vor zwei Stunden mit dem Hoteldirektor gesprochen, es sei alles in Ordnung.» Er habe insistiert, man müsse Rettungskräfte vor Ort senden – vergeblich.
Daraufhin habe er versucht, andere Notrufnummern zu wählen: 113, 112, 118, 117, 115. Vielleicht habe dies die Rettung auch verzögert. Ich habe Nachrichten an Freunde verschickt. «Zu Giampiero habe ich gesagt, ‹Wir kommen!› – ich habe all diese Schwierigkeiten nicht erwartet.»
Schliesslich habe ihm jemand beim Katastrophenschutz endlich geglaubt und um 20 Uhr ein Rettungsteam aufgeboten. Parete wurde nach seiner Rettung in einem Spital in Pescara wegen Unterkühlung behandelt.