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SM Gränichen
Favoritensiege bei hochsommerlichen Verhältnissen
Olympiasieger Nino Schurter holt sich den Schweizer Meistertitel in Gränichen zurück. Jolanda Neff triumphiert auf nationaler Ebene zum vierten Mal in Serie. In den U23-Kategorien setzen sich mit Sina Frei und Filippo Colombo ebenfalls die meistgenannten Siegesanwärter durch.
Die Schweizer Meisterschaften der Cross-Country-Spezialisten standen im Zeichen zweier Duelle. Titelverteidiger Mathias Flückiger und Olympiasieger Nino Schurter lieferten sich über eine Stunde lang einen Vergleich auf höchstem Niveau. Die Verhältnisse verlangten den Athleten alles ab, hatten diese doch ihre Wettkämpfe bis anhin vornehmlich bei tiefen Temperaturen auf feuchtem Untergrund bestritten. In der trockenen Kiesgrube zu Gränichen hingegen stieg das Thermometer am Sonntag bis auf 28 Grad im Schatten, wobei sich der Schatten auf zwei Waldpassagen beschränkte und die Athleten zumeist der sengenden Sonne ausgesetzt waren. In der sechsten von sieben Runden liess Schurter den Weltcupsieger von Albstadt stehen – der Bündner gewann seinen achten nationalen Elitetitel. Lars Forster, welcher beim Weltcupauftakt in Albstadt gestürzt war und sich starke Prellungen zugezogen hatte, beendete sein Comeback-Rennen nicht. Der Europameister kam erneut zu Fall, blieb dieses Mal aber glücklicherweise unverletzt.
Schneebelis Tempo
Jolanda Neff und Sina Frei waren ebenfalls lange Rad an Rad unterwegs gewesen, wobei es sich nur dem Schein nach um ein Duell gehandelt hatte. Die 21-jährige U23-Europameisterin Frei, im Weltcup mittlerweile an der Spitze des Elitefeldes anzutreffen, startete reglementgemäss in der U23-Klasse und hatte deshalb eine Runde weniger zu absolvieren als die amtierende Elite-Europameisterin. Die Frauen waren kategorienübergreifend gemeinsam auf die Strecke geschickt worden. Neff reüssierte bei der Elite vor der Einheimischen Kathrin Stirnemann und Ramona Forchini; die St. Gallerin liess sich zum fünften Mal als Landesmeisterin feiern.
«Heiss und hart» sei es gewesen, befand Neff. «Sina und ich harmonierten gut, wir standen uns ja auch nicht im Weg. Die Situation war quasi perfekt.» Ungewohnt sei insbesondere der gemeinsame Start aller Frauen gewesen, hielt Frei fest. Mehrere Juniorinnen hatten an der Seite ihrer Vorbilder ein horrendes Tempo angeschlagen, dieses aber nicht lange zu halten vermocht. Die Ausnahme bildete die Zürcherin Jacqueline Schneebeli, welche sich (bei kürzerer Renndauer) inmitten der nationalen Elite einreihte, sich dort zu behaupten wusste und ihren Titelgewinn aus dem Vorjahr souverän wiederholte. In hervorragender Verfassung präsentierte sich auch Nicole Koller, welche in der U23-Kategorie einzig Frei den Vortritt lassen musste.
Balmers Aufholjagd
Im Rennen der unter 23-jährigen Männern triumphierte ebenfalls der Favorit. Filippo Colombo verwies Joel Roth auf Platz 2; der Tessiner hatte vor zwei Wochen in Albstadt seinen ersten Weltcupsieg realisiert. Die Bronzemedaille durfte sich Alexandre Balmer umhängen lassen. Der Juniorenweltmeister von Lenzerheide wurde im Mai 2000 geboren und ist damit gleich vier Jahre jünger als seine ältesten Konkurrenten. Er teilte sich die Kräfte geschickt ein, stiess während der zweiten Hälfte des Pensums von Platz 6 aufs Podest vor.
Bei den Junioren reüssierte Dario Lillo. Der 17-Jährige vom VC Eschenbach sprach von einem sehr taktischen Rennen: „Bei den langen Anstiegen waren meine Konkurrenten stets etwas stärker. Ich orientierte mich an meiner letztjährigen Taktik und wusste, dass ich auf den letzten Metern gute Aussichten haben würde, sofern es mir gelingt, den Kontakt mit der Spitze in der letzten Runde bis zum höchsten Punkt der Strecke zu halten. Lillo durfte sich das Meistertrikot überstreifen lassen; er gewann vor Janis Baumann und Robin Kull.