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Polit. Gem. Orbe VD. Dieser Flurname wurde bekannt, als die Behörden der Waadt 1925 beschlossen, in B. eine Strafanstalt für Männer zu bauen, die jene von Béthusy in Lausanne (1826) ersetzen sollte. Der Ort wurde gewählt, weil man vom erzieher. Wert der Arbeit im Freien überzeugt war. Seither bezeichnet der Name alle Institutionen der Orbe-Ebene: das Zuchthaus, die Straf- und Arbeitskolonie von Orbe (1899) und die Anstalt von Prés-Neufs (1932). Insassen sind Strafgefangene, Personen mit fürsorger. Freiheitsentzug und freiwillig Eingetretene, deren Behandlung je nach Kategorie unterschiedlich ausfällt (Alkoholiker befinden sich in Prés-Neufs). Die meisten unterziehen sich dem sog. Crofton-System, bei dem sie nach und nach mehr Selbstständigkeit zurückerlangen, bis sie schliesslich auf Bewährung entlassen werden. Aufgrund eines zwischen den welschen Kantonen und dem Tessin geschlossenen Konkordates kommen seit 1966 alle Rückfälligen und alle als gefährlich eingestuften Erstverurteilten der Westschweiz und des Tessins nach B. Seit 1983 werden in Prés-Neufs kurzfristig und präventiv Inhaftierte untergebracht. Die weibl. Strafgefangenen von Béthusy wurden in die Anstalt von Rolle gebracht.
Literatur
– H. Anselmier, Les prisons vaudoises, 2 Bde., 1983-93
Autorin/Autor: Henri Anselmier / SK