Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03442.jsonl.gz/1063

LEDGINS – ein neues Kleidungsstück oder HIV-Therapieprinzip?
Frauke Christ aus Belgien präsentierte eine Arbeit zu einem möglichen neuen Ansatz zur HIV-Therapie(Llano et al, LBC, 2004). Wird LEDGF in Knock-out Mäusen blockiert, wird die HIV-Integration völlig blockiert. Da wir nicht Mäuse sind, hat die Gruppe nun kleine Proteine entwickelt, sog. LEDG-Inhibitoren, oder LEDGINs, welche den LEDGF-Faktor hem-men. LEDGINs wirken im subnanaomolaren Bereich und haben eine hohe Resistenzbarriere. Das hoch spannende an diesen Substanzen ist, dass sie nicht nur die Integrase hemmen, sondern offenbar durch eine allosterische Inhibition verhindern, dass die HIV-protease das GAG-precursor-Protein aufspalten kann. Durch die Hemmung der Wirkung der Protease können keine Infektiösen Viren mehr entstehen, was in der nebenstehenden Abbildung dargestellt ist. Infizierte Zellen, die mit dem reinen Integrasehemmer Raltegravir behandelt wurden (rot) bilden in Kultur uneingeschränkt infektiöse Viren (publiziert in Christ et al, AAC, 2012).). Die Gruppe hat Inhibitoren des LEDGF/p75 entwickelt. Lens epithelium-derived growth factor (LEDGF/p75) ist ein zellulärer Kofaktor, der einen falschen Namen trägt. Denn das Protein ist in fast allen Zellen vorhanden. HIV benutzt das Protein, denn es verhindert, dass der Integrasekomplex durch Proteasen abgebaut wird (