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Südafrika ist eine Mischung aus Afrika, Europa und Asien, aus Tradition und Moderne. Die bunt gemischte Bevölkerung des Landes lebt in den ländlichen Siedlungen teilweise noch in traditionellen Häusern, z.B. in KwaZulu‐Natal. Die Städte spiegeln europäischen (Kapstadt) oder indischen Einfluss (Durban) wider. In den zahlreichen Museen oder Cultural Villages werden den Besuchern die mannigfaltigen Kulturen nahegebracht, die sich über die Jahrhunderte hier gegenseitig beeinflusst haben. Neben modernen Hochhäusern wie in der Wirtschaftsmetropole Johannesburg, gibt es, vor allem am Rand der grössten Stadt, viele ärmliche Townships mit Wellblechhütten in denen die Menschen unter einfachsten Bedingungen zurechtkommen müssen. Südafrika hat also zwei Facetten: Industrienation und Entwicklungsland.
Durch die strikte Rassentrennung in Südafrika hat sich auch die Kultur in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Während unter Weissen die englische Kultur den grössten Einfluss ausübte, unterschieden sich beim schwarzen Bevölkerungsteil städtische und ländliche Kultur immens. In den Städten spielten internationale Einflüsse eine Rolle, z.B. durch die Afroamerikaner. Die traditionelle Kultur der Schwarzen und Afrikaaner ist in den ländlichen Gebieten am stärksten ausgeprägt.
Die Zensur im Apartheidregime und die Beseitigung von Regimekritikern verursachte nach 1950 eine regelrechte Fluchtwelle von Künstlern und Intellektuellen, die das kulturelle Leben stark reduzierte. Die Rückbesinnung auf die eigene afrikanische kulturelle Identität gewinnt heute unter dem Stichwort African Renaissance immer mehr an Einfluss. Besonders innerhalb der Gemeinschaft der Farbigen hat sich ein neues Selbstbewusstsein entwickelt, das in der Literatur, im Theater und in der Musik Ausdruck findet.
Zu den markanten Kulturleistungen der ursprünglichen Bevölkerung gehören die Felsmalereien der Buschmänner, die Jahrtausende zurückreichen und von denen bisher insgesamt mehr als 15'000 entdeckt wurden. Die grossflächigen, zweidimensionalen Abbildungen von Tieren, die mit Erdfarben gemalt wurden, gelten als Ausdruck von Jagdmagie. Sie bilden die mythologische Vorstellungswelt der Jäger und Sammler ab, die bis vor etwa 2000 Jahren das Territorium allein besiedelten. Spätere Werke spiegeln auch das Eindringen der Kolonialisten wider, z.B. in Abbildungen von Schiffen, weissen Soldaten und Tieren, die vorher in der Region nicht verbreitet waren.
Traditionell spielen Musik und Tanz in der Regel im religiös‐ spirituellen Leben und zur Kommunikation eine wichtige Rolle im Alltagsleben der afrikanischen Völker. Der Tänzer übernimmt auch die Rolle eines Geschichtenerzählers. Traditionell kreisen die Themen um Jagd, Lebensart und Fruchtbarkeit. Oft lässt sich an diesen Ausdrucksformen die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie ablesen.