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Wayde van Niekerk läuft an den Weltmeisterschaften in London über 400 m souverän zu Gold. In die Nähe seines Weltrekords kommt der Südafrikaner aber nicht. Die Bedingungen lassen es nicht zu.
Eine halbe Sekunde legte der alte und neue Weltmeister zwischen sich und seine Verfolger, die von Steven Gardiner von den Bahamas angeführt wurden. Bei empfindlicher Kälte und auf einer wegen der Feuchtigkeit als nicht schnell eingestuften Bahn setzte sich Van Niekerk in 43,98 durch. Vor einem Jahr, bei seinem Weltrekordlauf zu Olympia-Gold, war er fast eine Sekunde schneller gewesen.
Kurz vor dem Start des Laufes gab es eine Verwirrung um Isaac Makwala, der den ganzen Tag über als krank gemeldet worden war. Angeblich sei dem Läufer aus Botswana - er wäre ein echter Prüfstein für Van Niekerk gewesen - der Zutritt ins Olympiastadion verwehrt worden. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, habe sich der Läufer aus Botswana gut gefühlt und zum Rennen antreten wollen, als er beim Athleteneingang vom Sicherheitspersonal aufgehalten und weggeführt wurde.
Der internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) hatte früher am Abend bekanntgegeben, dass der Start von Makwala aus medizinischen Gründen zurückgezogen wurde. Es habe keine Kommunikation mit der IAAF gegeben, sagte hingegen der Chef des Verbandes aus Botswana, Falcon Sedimo, der BBC. Makwala habe sich bereit gefühlt zu laufen. Der 30-Jährige hatte am Montag bereits über die 200-m-Vorläufe passen müssen.
Lavillenie forderte Kendricks heraus
Im Queen Elizabeth Park boten die Stabhochspringer zum Abschluss des Tages eine grosse Show. Renaud Lavillenie forderte den Jahresbesten Sam Kendricks aus den USA heraus, scheiterte auf 5,95 m aber zweimal sehr knapp, ehe er bei seinem letzten Versuch über 6,01 m die Latte deutlich riss.
Am Ende musste sich Lavillenie mit Bronze hinter Kendricks und dem Polen Piotr Lisek begnügen - zum vierten Mal an Weltmeisterschaften nach 2009, 2011 und 2015. Der Titel ging verdientermassen an Kendricks, den besten Flugakrobaten und einzigen 6-Meter-Springer 2017. Der 24-Jährige aus Mississippi blieb bis auf die Höhe von 5,89 m makellos und überquerte als einziger Finalist auch 5,95.
Überraschung durch Bosse über 800 m
Über 800 m der Männer schlug der Franzose Pierre-Ambroise Bosse den Favoriten ein Schnippchen. Der 25-Jährige aus Nantes setzte sich 250 m vor dem Ziel an die Spitze und gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr her. In 1:44,67 Minuten krönte sich Bosse in Abwesenheit von Titelverteidiger und Olympiasieger David Rudisha aus Kenia zum ersten Weltmeister aus Europa über die zwei Bahnrunden seit dem Sieg von André Bucher 2001 in Edmonton.
Steepler Kipruto trat in die Fussstapfen von Kemboi
Über 3000 m Steeple hielt Conseslus Kipruto die Vorherrschaft Kenias über diese Distanz aufrecht. Der Olympiasieger von 2016 setzte sich im Schlussspurt gegen den Marokkaner Soufiane Elbakkali klar durch und holte in 8:14,12 Minuten nach WM-Silber 2013 und 2015 nun endlich auch WM-Gold. Kipruto trat damit in die Fussstapfen seines Landsmanns Ezekiel Kemboi. Der Sieger der letzten vier Weltmeisterschafen blieb als Elfter chancenlos.
Zweiter WM-Titel für Spotakova
Die einzige Goldmedaille bei den Frauen am fünften Wettkampftag ging mit Barbora Spotakova an die "Grand Dame" des Speerwerfens. Die 36-Jährige aus Jablonec siegte mit 66,76 m vor der überraschenden Chinesin Li Lingwei und deren Landsfrau Lyu Huihui und sicherte sich den zweiten WM-Titel nach 2007. Sara Kolak, die Jahresbeste aus Kroatien, verpasste das Podest als Vierte knapp.
SDA-ATS