Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03449.jsonl.gz/1063

« ZurückWeiter »
1
wird auf eine ähnliche Einrichtung bei der Auslösung der Preß= pumpenkolben aufmerksam gemaõht.
ør. Beder machte einige Mittheilungen über die von der Maschinenfabrik von Wedding auf dem Berlin-Hamburger Bahnhofe aufgestellten
Holzbearbeitungsmaschinen. Er erwähnte namentlich eine Hobelmaschine, welche bis 24 Zoll (628) Breite selbft Pappelholz fehr glatt hobelt. Die Maschine hat an einer horizontalen Walze je zwei zusammengehörige Meffer, welche ähnlich wie ein Doppelhobel wirken. Eine andere Maschine befteht aus einer geneigt ftehenden Welle, mit einer conischen Scheibe versehen, deren Mantel das zu hobelnde Brett in einer horizontalen Linie berührt. Die Scheibe bon ca. 3 Fuß (0,94) Durchmesser ist mit 8 Messern besegt und wirkt gewissermaßen gleichzeitig als Druckwalze und Schneidemesser; ste hobelt bis zu 18 Zoll (471) breit.
Anschließend daran erwähnte Fr. 6. Quißow die in der Streicher'schen Marmorwarenfabrik mittelst einfacher Hobel hers gestellten Marmorståbe von 10 Fuß (3",14) Länge und nur * * į zou (32 x 13mm) Querschnitt.
Generalversammlung vom 4. December 1865. Vorfißender: Hr. Werner. Protokollführer: Ør. Becker. wesend 12 Mitglieder.
Geschäftliche Angelegenheiten.
Sigung vom 18. December 1865. - Vorstgender: Hr. Werner. Protokollführer: Hr. Þútsch. Anwesend 11 Mite glieder und 6 Gäfte.
Hr. Guterinild hielt einen längeren Vortrag über Redtenbacher's Dynamidensystem, über welchen hier nicht weiter berichtet zu werden braucht, da derselbe vom Vortragenden als Mit= theilung für die Zeitschrift in Ausstcht gestellt ift.
Im Laufe der an den Vortrag fich schließenden Discusston erwähnte Hr. Dr. Herßer, daß nach einer Mittheilung in Schlös milch's Zeitschrift die Größe eines Moleculs zu Todoo eines Millimeters bestimmt sei.
Generalversammlung vom 5. Februar 1866. Vorfißender: Kr. Werner. Protokollführer: Hr. Beder. Anwesend 12 Mitglieder und 4 Gäfte.
In der vom Vorstande des Hauptvereines angeregten Discussion über die Drganisation der deutschen Mittelschulen, soweit fte als Vorbildungsanstalten für das technische Studium in Betracht kommen, wurde von Hrn. Pütsch gleich zu Anfang ein Antrag auf Tagesordnung gestellt, weil er die Behandlung dieser Angelegenheit als außerhalb der Com= petenz des Vereines liegend ansah. Indeß erhielt ein anderer Antrag der HHrn. Opig und Krüger die Majorität, welcher dahin ging, durch den Vorstand des Hauptvereines eine Veröffentlichung des von Hrn. Dr. Zehme für cie Breslauer Hauptverfammlung beabsichtigten Vortrages über den in Rede stehenden Gegenstand zu veranlassen und die Verhandlungen bis zu dieser Zeit zu vertagen.
Auf eine in der anschließenden gewöhnlichen Versammlung von ørn. Krüger gestellte Frage, ob
Fundirungen für fchwere Dampfhammer ohne Anwendung von Holz ausgeführt seien, entstand eine lebhafte Debatte über diesen Gegenstand. Der Vorsigende gab an, daß eg einer el hen Unterlage nur dann bedürfe, wenn dieselbe im Verhältniffe zum Gewichte des Hammerkörpers nur klein sei, etwa das 20 fache Gewicht des Letteren nicht überstiege. Solche unelastischen Unterlagen haben fich bei den großen Hämmern von Krupp ganz gut bewährt, namentlich keine großen Vibrationen des Hainmers bemerken lassen.
Die Frage, ob diese Fundirungen ganz ohne elaftische Medien hergestellt werden, ob dieselben Fugen enthalten können und ob burch fte den Erschütterungen des Erdbodens wirksam entgegen= getreten werden könne, blieb unerledigt; auch fand keine Einigung darüber Statt, wie groß das Verhältniß des Gewichtes von Hammer und Unterlage zu wählen fei. A18 Material für uns elaftische Fundirungen wurde Betonmasse vorgeschlagen, welche fich an einigen Stellen bereits bewährt habe. *)
Sigung vom 19. februar 1866. - Vorfißender: Hr. Werner. Protokollführer: Kr. Beder. Anwesend 12 Mits glieder und 4 Gäfte.
Der Vorstbende erwähnte die Ponceletsche Näherungsformel für den Aufbrud Va+b, für weldien der Werth 0,96 & + 0,4 b, unter a den größeren numerischen Werth berstanden, zu leben ist. Der Vortragende zeigte an verschiedenen Beispielen die nicht vollkommene Ueberein= stimmung beider Ausdrücke und gab eine Entwickelung, nach welcher ftch für die Coefficienten von a und b unter derselben Vorausseßung die genaueren Werthe 0,9346 und 0,4268 ergeben.
Sigung vom 5. März 1866. – Vorstbender: Ør. Werner. Protokollführer: Hr. Lezius. Anwesend 12 Mitglieder und 1 Gaft.
Generalversammlung vom 19. März 1866. Vorfißender: Hr. Werner. Protokollführer: Hr. Beder. Anwesend 13 Mitglieder und 3 Gäste.
Kr. Pütsch hielt einen Vortrag über die auf der Breslauer Hauptversammlung gestellten Fragen, betreffend die Stellung der Civil-Ingenieure **) in Deutschland, welcher mit den Hauptpunkten der darauf folgenden Discussion und den Beschlüffen der Wersammlung bereito Bb. X, S. 257 d. 3. ausführlich mitgetheilt ift.
Generalversammlung vom 9. April 1866. – Vorftzender: Hr. Werner. Protokollführer: Hr. Scheer. An= wesend 12 Mitglieder und 4 Gäfte.
Ein bon Hrn. Ziebarth ausgearbeiteter und von der Coins mission mit geringen Modificationen angenommener und befürworteter Statutenentwurf für einen
Verein deutsöher Civil- Ingenieure, nach welchem fich derselbe als Zweigverein des Vereines deutscher Ingenieure, ähnlich dem Vereine für Eisenhüttenwesen, zu conftituiren habe, wurde von der Versammlung angenommen. Die nöthigen Schritte zur Conftituirung sollten auf der Hauptvers fammlung zu Alerisbad gethan werden. Entwurf zu dem Statut des Vereine deutscher Civil: Ingenieure (3 weigvereines des Vereines deutscher
Ingenieure.) I. Zweck des Vereine und Mittel zur Erreichung
Desselben. 1. Der Verein deutscher Civil- Ingenieure, als Zweigberein des Vereines deutscher Ingenieure, verfolgt neben den allgemeinen Zwecken des Hauptvereines noch den besonderen Zwec, Den Deutschen Civil- Ingenieuren eine ausgedehntere Wirksamkeit zu verschaffen, als ste bisher besaßen, und ihnen eine würdigere und mehr anerkannte Stellung zu crringen.
2. Dieser Zwect soll erreicht werden durch bestimmte Anforderungen bei der Aufnahme in den Verein, wodurch die einzelnen Mitglieder eine Art solidarischer Verantwortlichkeit für die technische Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Mitgliedes übernehmen, durch Annahme bestimmter Geschäftøprincipien und durch möglichst
*) Speciellere Mitheilungen iiber dieses Thema wird diese Zeitschrift a. a. Stelle bringen.
**) Vergl. auch hierüber Bd. V, S. 137 und BD. IX, S. 41 und und 726 0. 3.
D. Ned. (L.)
16. Der Vorftand hat über die Meldung neuer Mitglieder (S. 3) in der Zeitschrift Bericht zu erftatten und entscheidet über die Aufnahme derselben.
17. Der Vorftand wird in Ber Generalversammlung durch abfolute Stimmenmehrheit neu erwählt und tritt feine Functionen am 1. Januar an. Nicht wieder wählbar für das nächste Jahr find der Vorfigende und zwei event. durch das loos zu beftimmende Vorstandsmitglieder.
18. Wird bei der ersten Abstimmung keine absolute Mehrheit erzielt, so kommt die doppelte Anzahl der noch zu wählenben Mitglieder zur engeren Wahl, und zwar diejenigen, welche bei der ersten Abstimmung die meisten Stimmen erhalten haben. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Loos.
weite Verbreitung dieser Principien und der Namen der Mits glieder.
II. Von der Mitgliedschaft. 3. Sebes selbstständige Mitglied des Vereines deutscher Ingenieure kann dem Vereine beitreten, sobald es nachweift, daß es bereits Arbeiten im Sinne des Civil- Ingenieurs ausgeführt hat, und fich bereit erklärt, die vom Vereine aufgestellten Geschäftsnormen für seine Geschäftsführung anzunehmen.
4. Der Nachweis über bereite ausgeführte Arbeiten ($. 3) ift bei dem Vorstande des Vereines zu führen, welcher diese Angaben burch die Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure zur Renntniß der einzelnen Mitglieder bringt und diese auffordert, etwaige Bedenken oder Einwürfe bagegen in bestimmter Frift dem Vorstande mitzutheilen. Danach entscheidet der Vorstand über die Aufnahme in den Verein, gegen welche Entscheidung jedoch den Aufnahmesuchenden ein Recurs an die nächste Versammlung des Vereines freisteht.
5. Das Hauptprincip bei der Geschäftsführung der Vereinsmitglieder ist, daß ste für ihre Arbeiten nur von dem Auftraggeber ftch bezahlen lassen und von jeder von anderer Seite ihnen gebotenen Vergütigung, welchen Namen fte auch tragen mag, den Auftraggeber in Kenntniß segen und demselben den Betrag dieser Vergütigung zur Disposition stellen.
6. Der Verein ftellt seinen Mitgliebern ein Diplom für ihre Specialität oder Specialitäten aus, und batirt die Mitgliedschaft vom Lage der Ausstellung dieses Diplomes, welches vom gesammten Vorstande bollzogen wird.
7. Die Mitgliedschaft erlischt durch Beschluß des Vorstande, wenn ein Mitglied seine Pflichten nicht erfüllt hat, ober auf Beschluß der Versammlung.
IV. Rechte und Pflichten der Mitglieder.
19. Jedes Mitglied unterwirft fich den Anordnungen der Statuten und den ferneren Beschlüffen der Generalversammlungen.
20. Jedes Mitglied zahlt jährlich Thlr. in die Casse des Vereines und ist zur Zahlung dieser Beiträge so lange verpflichtet, bis es feinen Austritt dem Vorftßenden schriftlich anzeigt.
21. Säumige Mitglieder werden vom Vorstgenben an die Erfüllung ihrer Pflicht erinnert; sollte der Erinnerung keine Folge geleistet werden, so hat der Vorstand das Recht, den Betreffenden von der Mitgliedschaft auszuschließen.
22. Jedem Mitgliede steht es frei, zu den Verhandlungen Gäfte einzuführen, die jedoch, sowie fremde Mitglieder des Bauptvereines, vom Vorfißenden der Versammlung vorzustellen sind.
III. Aemter des Vereine 8. 8. Zur Vertretung und Verwaltung des Vereines, sowie zur Leitung der Versammlungen wird ein Vorstand aus den Mit gliedern des Vereines gewählt, bestehend aus einem Vorfigenden und 4 Vorstanbåmitgliedern.
9. Der Vorfigende hat den Verein nach Innen und Außen zu vertreten; er hat die Verbindung mit den Hauptvereine herzuftellen und namentlich am Schluffe tebes Jahres ben Bericht über die Verhältnisse und Wirksamkeit des Vereines an den Vorftand des Hauptvereines zu übersenden.
10. Der Vorfißende hat in dringenden Fällen das Recht, in Uebereinstimmung mit dem Vorstande außerordentliche Verfanımlungen anzuordnen.
11. Der Vorfigende übernimmt in allen Versammlungen die Leitung derselben und hat das Recht nach eigener Ueberzeugung das Wort zu geben und zu nehmen. Der Vorstand beräth unter seinem Vorfige.
12. An den Vorsißenden sind alle Anträge einzureichen, welche in den Versammlungen zur Diecussion kommen sollen.
13. Der Vorstand hat die Aufbewahrung des Vereinsinventares zu übernehmen.
14. Gin Mitglied des Vorstandes hat die Caffe zu verwalten, und dürfen Ausgaben von diesem nur mit Genehmigung des Vorsißenden gemacht werden. Ein anderes Vorstandsmitglied hat in den Versammlungen Protokoll zu führen; die übrigen dienen ala Stellvertreter.
15. Der Vorstand hat alljährlich die Caffe und sonstigen Inventarien zu rebidiren und der Generalversammlung, welche mit der Hauptversammlung des Hauptvereines zusammenfällt, das Refultat zur Decharge borzulegen. Der Vorstand ist verpflichtet, bei Uebernahme der Inventarien sich von deren Richtigkeit zu übers zeugen, und haftet alsdann dafür.
V. Von den Versammlungen.
Es findet jährlich eine Versammlung Statt, welche dem Ort und der Zeit nach mit der Hauptversammlung des Haupttereines zusammenfällt.
24. Wenn jedoch ein Viertel fämmtlicher Mitglieder darauf anträgt, muß der Antrag eines Mitgliedes vom Vorfigenden binnen 3 Wochen vor eine Versammlung gebradit werden. Außerdem werden Versammlungen nach . 10 berufen.
25. Mit Motiven begleitete Anträge müssen dem Vorftßenden bis 6 Wochen vor der Versammlung (driftlich eingereicht werden, welcher fte dann sofort zur Kenntniß der Mitglieder zu bringen hat. Jedoch können ausnahmsweise Anträge auch dann berücfichtigt werden, wenn es möglich ist, die Mitglieder noch vor der Versammlung hiervon in Renntniß zu seßen; außerdem muß deren Dringlichkeit von der Majorität der Versammlung anerkannt werden. Ausgeschlossen hiervon find Anträge auf Abänderung der Statuten.
26. Sämmtliche Abstimmungen geschehen durch absolute Mas jorität der Mitstimmenben; außgeschlossen sind hiervon jedoch Ans träge auf Auflösung des Vereines, welche nur durch eine Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder zum Beschlusse erhoben werden fann.
27. Bei Wahlen kommen Stimmzettel in Anwendung; Abstimmungen geschehen durch Handaufheben. Iritt Stimmengleich heit ein, so entscheidet bei Abstimmungen die Stimme des Vorfigenden, bei Wahlen das L008.
VI. Allgemeine Beftimmungen. 28. Das Inventarium des Vereines ift unveräußerlich und fann über dasselbe nur in Uebereinstiminung mit dem Vorstande des Hauptvereines berfügt werden. In streitigen Fällen entscheidet die Hauptversammlung des Hauptbereines.
29. Die Bestimmungen der Statuten, sowie deren Abånderungen treten in Kraft, nachdem fte vom Vorstande des Hauptbereine8 genehmigt find.
R. 3.
Die Irodenkammern, etwa 6 Fuß (1",88) hoch und 5 Fuß (1°, 31) im Gevierte Grundfläche, aus Holz conftruirt und mit Zink ausgeschlagen, befinden fich je 10 in einer Långsfronte im Parterreraume des Fabrikgebäudes. Sie find oberhalb der Decke durch einen hölzernen, ebenfalls mit Zink ausgeschlagenen Canal vers bunden, welcher zu einein Erhaustor führt. Die warme Luft tritt am Boden der Kammern ein und wird unterhalb derselben im Gouterrain erzeugt.
Hier befindet sich, jeder Kammer entsprechend, in einem geschlossenen Gewölbe ein eiserner Dfen, dessen Rauchröhre fich vor ihrem Eintritte in die Effe mehrfach auf und ab zieht und es so ermöglicht, ben Warmluftraum in fürzester Zeit zu erwärmen. Die Heizöffnung des Ofene befindet fich außerhalb; der Raum selbst aber hat oberhalb des Dfens eine große Luftzuführungsöffnung, welche durch Schieber zu reguliren ift. Legterer wird mehr oder weniger geöffnet, je nachdem die in den Trockenkammern gewünschte Luft wärmer oder fälter sein soll; fte wird durch den Erhaustor angelogen.
Der Erhaustor wirkt so mächtig, daß die Thüren der Trockenkammern allein durd, den Luftdruck geschlossen werden und während der Function desselben nur mit Schwierigkeit zu öffnen find.
Die Trodnung der gedämpften Gemüse nimmt nicht mehr ale 6 Stunden in Anspruch; nachdem dieselben den Trockenschrank verlassen haben, werden fte, un wieder ein wenig Feuchtigkeit anzuziehen, in den Keller gethan und darauf mittelft hydraulischer Pressen in vieredige Ruchen geformt, welche, in Papier verpadt, nunmehr Handelsware bilden.
Cöluer Bezirksverein.
(Fortseßung von Band X, Seite 225.) Versammlung vom 8.. Januar 1866. - Vorsigender: Hr. Dr. Grüneberg. Protokollführer: Hr. Rurs. Hr. Kurs hielt einen Vortrag
über Drođenapparate für Wolle. Nach der älteren Methode wurden in einem burch Dampf gut geheizten Raume die naffen Wollen auf Hürden ausgebreitet. Die warme Luft sättigte fich mit den Wasserbämpfen, und durch den Erfag von neuer Luft, welche, durch Thüren und Fenster eine dringend, bei der Erwärmung neue Partieen Wasser aufnahm, bes werfftelligte fich langsam die Trođnung. Die Vorrichtung erforberte große Räumlichkeiten, und sowohl in Folge bessen, als auch weil nidyt alle Luft fich hinreichend mit Wasserdampfen fåttigen konnte, hauptsächlich aber der geringen Ventilation wegen erfolgte das Trocknen nur sehr langsam. Die großen Abkühlungsflächen der Wände veranlaßten außerdem einen bedeutenden Wärmeverluft.
Man ging zunächst nun dazu über, eine bessere Ventilation herzustellen. Die Wolle wird in Hürden gebracht, welche in einen Rasten gestellt werden, durch den ein Ventilator Luft saugt. Diese Luft ftreicht durch die Hürden, deren Boben aus Drahtgewebe gebildet sind, und fattigt sich auf diesem Wege mit dem Wasser aus der Wolle. Die frische Luft paffirt, ehe sie in den Kasten tritt, durch einen aufrechtstehenden Refsel mit Röhren, ähnlich den Locos motivkeffeln, in welchen entweder- der verlorene oder auch frischer Dampf eintritt, und erwärmt fich auf 40 bis 50°, so daß fie eine große Menge Dampf aufnehmen kann.
Die Hürden in dem Kaften bewegen fich durch einen Mechanismus von oben nach unten, entgegengeseßt dem Luftstrome. Sie kommen unten trocken an und werden oben durch frisch gefüllte erseßt.
Nach einer anderen Methode wird die warme Luft nicht durch die Wolle gesogen, sondern über dieselbe geführt. Es liegen dann 4 bis 5 Abtheilungen mit Süchern ohne &nde übereinander, jedes Luch über zwei Walzen laufend und fich lange fam in der dem Luftstrome entgegengesepten Richtung bewegend. Das erste Tuch liefert seinen Inhalt auf das zweite Tuch, welches ihn mit derselben Geschwindigkeit auf das dritte führt u. 1. f. Dabei wendet fich durch das Fallen von einem Tuche auf das andere die Wolle, fo daß stets neue Partieen der darüber streichenden Luft ausgesetzt sind, und dieselbe trocken aus dem Apparate kommt.
Beide Apparate müssen möglichst gleichmäßig beschickt werden, um guten Effect zu haben. Die Heizflächen zur Erwärmung der Luft müssen hinreichend groß sein. Im Sommer indessen braucht man sich derselben auch oft nicht einmal zu bedienen, muß aber dann das Luftquantum, welches zugeführt wird, entsprechend vermehren. Directe Heizung und Erwärmung der Luft an Defen 2c. werden im Allgemeinen nicht angewendet.
An legtere Bemerkung anschließend beschrieb der Vorsißende die Borrichtung zum Trođnen der künstlich präparirten Gemüse, welche derselbe in Dünfirchen in der berühmten Fabrik des Hrn. Chollet in Augenschein nahm.
Die vorher in verschlossenen eisernen Cylindern gedämpften und in Streifen gehobelten Gemüse werden auf Trockenborden in Trockenfammern ebenfalls einem Strome warmer Luft ausgeseßt.
Magdeburger Bezirksverein.
(Fortsegung von Seite 161.)
Versammlung vom 4. December 1865. – Vorfißender: Hr. Hänel. Protokollführer: Hr. Donath.
Nach Erledigung von Vereingangelegenheiten, betreffend die Ausfüllung der Seitens des Hauptvereines eingesendeten Betrieberapporte für Dampfmaschinen und der gewünschten Beitrittderklarungen zur Einführung des Metermaßes machte Hr. Rosenkranz Mittheilungen über einen von Prof. Dr. Hartig construirten Apparat zur Prüfung des Ungleichförmigkeitsgrades der Motoren, welcher Vortrag bereits S. 69 D. Bd. dieser Zeitschrift mitgetheilt wurde.
Hr. Gruson legte der Versammlung darauf eine große bom Ingenieur Weißenborn aus Stuttgart in Amerika zusammengestellte Sammlung vieler daselbft ausgeführten Locomotivs, Schiffsund stationären Dampfinaschinen, worunter mehrere Corlißconstructionen bemerkenswerth, vor, welche die Versammlung mit regem Interesse besichtigte.
Vom Vorstzenden wurde alsdann eine neue von Windhausen und Huch in Braunschweig construirte atmosphärische Maschine nach einer in großem Maßstabe ausgeführten Zeichnung erläutert und besprochen. Danach ist die erste von Windhausen in's Leben gerufene Maschine verbessert und dahin modificirt, daß dieselbe, wo überhaupt überschüssige Wärme verloren geht, diese in Betriebskraft umseßt. Der Vortragende sprach die Anficht aus, daß diese Maschine, wenn auch feiner großen Leistung, To Doch jept lebensfähig sei. Die Maschine ist in England patentirt und durch den Engineer in Zeichnung und Beschreibung veröffentlicht.
A bhandlungen.
Notizen über den Mont-Cenis - Tunnel.
Von E. Landsberg.
(Vorgetragen in der Versammlung des Aachener Bezirksvereines vom 1. December 1866.)
Referent hatte in der Mitte November 1866 Gelegens während man bei der Anlage des Tunnels auf den türzestheit, den sogenannten Mont-Cenis - Tunnel zu besuchen, und möglichen Uebergang angewiesen war. Die Eisenbahn, von bildet das Folgende einen Bericht über das dort Gesehene. Chambéry kommend, wird bei Modane von der Mont-Cenis:
Der Tunnel führt nicht durch den Mont-Cenis. Der Straße rechts fich abzweigen und dieselbe erst wieder in der Mont-Cenis bildet in diesem Theile der Alpen den niedrigst- Nähe von Susa erreichen. möglichen Uebergang (ca. 2000m über dem Meeresspiegel),
Der Tunnel, den man nach dem Namen des Berges,
Arpen tunnel. Monatliche Angaben über die von beiden Endpunkten des Tunnels aus in den Jahren 1865 und 1866 aufgefahrenen Längen.
Juni
65,15
Jabr 1865
765,30
458,40
1223,70
Suli
214,90
49,30
264,20
August
74,05
13,70 19,50 19,20 20,70
87,70
November
173,30
67,25
77,20
240,55
December
27,35
75,65
22,00
85,50
194,20
56,10
250,30
4
Januar
63,50
15,45
192,80
14,45
46,10
238,90
Juni
68,35 65,05 74,00
Jabr 1866
812,70
212,29
1024,99
Juli
77,66 87,16 70,75 82,80 85,38 94,05 91,88 84,11 88,19 92,68 84,88
74,63
216,90
53,14
270,04
20,30
August
68,25
75,30
November
69,70
208,80
56,95
265,75
December
63,80
21,08
Ganze aufgefahrene Länge am 1. Januar 1867
3900,20
2434,34
6334,5 4
1
*) Gegen Mitte Juni 1865 tam man auf der Seite von Fourneaur zu bem Quarzite und man ist seitdem barin geblieben.
Alpentunnel.
Verzeichniß der von beiden Endpunkten des Tunnels aus am 31. December 1866 aufgefahrenen Längen.
Totallänge des Tunnels
Es bleiben noch aufzufahren durch welchen er getrieben wird, Tunnel des Mont-Fréjus nennen könnte, wird eine Länge von 12,220m haben; er wird in ganz gerader Richtung geführt, und es ist wohl klar, daß die Bestimmung der Linie, sowie auch die Nivellirung über die Alpen, feine fleine Arbeit gewesen ist. Die Herren, welche solche ausgeführt und die ießt auch mit der Anlage des Tunnels betraut find, haben in Folge mehrfacher Controle die absoluteste Ueberzeugung von der Richtigkeit ihrer Resultate.
Die Sohle des Tunnels steigt auf der französtschen, also auf der nördliden Seite um 22,2 pro Meter, auf der italienischen oder füdlichen Seite nur um m pro Meter.
. Die beiden Steigungen sollen sich in der Mitte des Tunnels begegnen; wofern die Arbeit einerseits schneller vorangeht, als auf der anderen, wird man daher, von der Seite aus, welche zuerst zur Mitte gelangt, gezwungen sein, da man doch mit Warten feine Zeit wird verlieren wollen, in einfallender Nichs tung zu arbeiten und dann ohne Zweifel Wasserlösungsmafoinen anzubringen: Die italienische Seite ist jest um 1400" der französtschen voran und wird wohl, nach der Natur der jept anstehenden Gebirge zu schließen, ihr um 2000m vorankommen. Dann hat man 1000“ Länge nach den Einfallen des französischen Theiled zu arbeiten und dabei eine Tiefe von 22" trođen zu halten.
Der fertige Theil des Tunnels hat 6m Höhe, und da, wo das Gewölbe ansest (auf einen Theil der Länge ein voller Halbkreis, im anderen Theile aus mehreren Bogen zusammens gesept), beträgt seine Breite 8", welche nach unten zu 7",60
12220,00 Meter.
5885,46 Meter. sich verjüngt. Auf beiden Seiten befindet fich ein Fußweg, etwas erhöht, von 0",70 Breite. Zwei Schienenstränge, von je 1",60 Weite, getrennt durch 2* Abstand, lassen zwischen den äußersten Schienen und den Fußwegen eine Breite von je 0,60.
In dem Raume von 2" zwischen den Geleisen befindet sich ein Wasserabflußcanal, dessen Dimensionen mehrmals ges ändert wurden. Jeßt giebt man ihm 1" şöhe und 1",50 Breite. Die Dede des Canales ist ungefähr auf gleicher Sohle mit den Schienen, der ganze Canal also unter der Tunnelsohle.
Der Tunnel wird ausgemauert; die mittlere Dice der Mauerung beträgt 0%,80. Ju der Sohle ist selten Ausmauerung erforderlich.
Die Anfangspunkte des Tunnels liegen: der auf franzöftscher Seite 1203" und der auf italienischer Seite 1335" über dem Meeresspiegel. Der höchste Punft des Berges, unter welchem der Tunnel wegführt, liegt 2949" über dem Meeresspiegel; er befindet lid sehr annähernd gerade über der Mitte des Tunnels. In Folge der Steigung des Tunnels wird die Höhendifferenz zwischen diesem höchsten Punkte und dem senfrecht darunter liegenden Tunnelpunkte 1611" betragen.
An ein Schachtabteufen, um den Tunnel auf gewöhnliche Art durch Betreiben von Ort und Gegenort auszuführen, war nicht zu denken; die Schächte hätten wenigstens 1000m Tiefe erhalten müssen.