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Kommt Chinas Motor bald ins Stottern?
Wann wird sich Chinas Wirtschaftswachstum verlangsamen? Es gibt nur wenige Fragen, bei denen die Meinungen so weit auseinandergehen, wie bei dieser. Für die einen ist das chinesische Modell auf Sand gebaut, andere sind davon überzeugt, dass China in den nächsten zwanzig Jahren die hohen Wachstumsraten halten kann – nicht zuletzt weil das Land autoritär regiert wird und deshalb eine langfristig angelegte Wirtschaftspolitik verfolgen kann.
Zwei Ökonomen, Barry Eichengreen und Kwanho Shin, haben nun versucht, eine empirisch gestützte Antwort zu geben. Sie haben 39 Beispiele der Vergangenheit untersucht, um herauszufinden, ab welchem Wohlstandsniveau eine aufholende Volkswirtschaft ins Stottern gerät. Vor allem asiatische und lateinamerikanische Schwellenländer bieten sich für einen Vergleich an.
Das Ergebnis: Wenn das Pro-Kopf-Einkommen (gerechnet in US-Preisen von 2005) das Niveau von 16’500 US-Dollar erreicht, beginnt sich das Wirtschaftswachstum deutlich abzuschwächen. Umgerechnet auf China bedeutet dies: Chinas Wachstum dürfte sich ab 2014 deutlich verlangsamen.
Natürlich sind das nur Durchschnittswerte, und man kann sich immer fragen, ob es sinnvoll ist, das Grossreich China mit kleinen Ländern wie Israel, Uruguay oder den Vereinigten Arabischen Emiraten zu vergleichen. (Auf einer Blog-Seite des Economist ist hierzu eine interessante Debatte in Gang.) Aber der Vergleich mit wirtschaftshistorischen Beispielen ist die einzige Möglichkeit, eine vernünftige Prognose abzugeben. Die China-Skeptiker haben jedenfalls durch die Studie von Eichengreen und Shin starken Rückenwind bekommen.
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