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Die Einnahme zahlreicher zentral wirksamer Medikamente reduziert die Verkehrstüchtigkeit. Gemäss einer im British Journal of Clinical Pharmacology 2012; doi: 10.1111/j.1365-2125.2012.04410.x) publizierten Fall-Kontroll-Studie sind davon neben den klassischen Benzodiazepinen auch Antidepressiva sowie Schlafmittel und Beruhigungsmittel betroffen.
Der Epidemiologe Hui-Ju Tsai vom National Health Research Institutes in Zhunan, Taiwan, verglich die Arzneimittelverordnungen von 5.183 Erwachsenen, die wegen eines Verkehrsunfalls medizinisch versorgt wurden, mit der sechsfachen Anzahl von nicht verunglückten Kontrollen.
Diese Fall-Kontroll-Studie aus Taiwan gestattet zwar keine Zuordnung der Unfallursache im Einzelfall. Eine häufigere Verordnung gewisser Medikamente zeigt jedoch ein gesteigertes Risiko an. Hui-Ju Tsai konnte es für die klassischen Benzodiazepine belegen. Für diese Medikamentengruppe ist eine erhöhte Gefährdung schon lange bekannt. Ein erhöhtes Risiko zeigte sich aber auch für trizyklische Antidepressiva und selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), bei denen der Zusammenhang nicht so klar ist.
Auch die sogenannten „Z-Substanzen“ Zolpidem, Zolpiclon und Zaleplon, die heute anstelle von Benzodiazepinen als Schlafmittel und Beruhigungsmittel angewendet werden, waren mit einem gesteigerten Unfallrisiko verbunden. Bei allen Medikamenten war es egal, ob die Ärzte die Präparate für einen Monat, eine Woche oder nur für einen Tag verschrieben hatten. Tsai konnte sogar eine Dosis-Wirkungsbeziehung aufzeigen: Je höher die Präparate dosiert waren, desto größer war das Risiko auf einen (schweren) Unfall, der eine ärztliche Behandlung nötig machte.
Eine auffallende Ausnahme waren die Antipsychotika, die auch bei einer erhöhten Dosierung nicht mit vermehrten Verkehrsunfällen verbunden waren. Die Fachinformationen empfehlen den Patienten in der Regel von der aktiven Teilnahme am Straßenverkehr ab. Nach den Resultaten von Tsai wird das Risiko hier möglicherweise überschätzt. Die Studie untersuchte die Medikamente allerdings nur gruppenweise und nicht als einzelne. Mit dem Design dieser Studie kann ein Risiko einzelner Substanzen darum nicht ausgeschlossen werden.
Quelle:
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51648/Mehr-Verkehrsunfaelle-unter-Antidepressiva-und-Schlafmitteln
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-2125.1989.tb03505.x/abstract
Kommentar & Ergänzung:
Es gibt Situationen, in denen synthetische Beruhigungsmittel, Schlafmittel oder Antidepressiva nötig sind. Aber es gibt auch viele Situationen, in denen pflanzliche Antidepressiva (Johanniskraut) oder pflanzliche Beruhigungsmittel oder Schlafmittel (Baldrian, Passionsblume, Hopfen, Lavendel, Zitronenmelisse) eine gute Option sind.
Ein grosser Vorteil dieser Phytopharmaka ist ihre gute Verträglichkeit und das fehlende Abhängigkeitsrisiko.
Siehe dazu auch:
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch