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«Mit der Aufarbeitung der Tragödie des Baslers Gaston Dreher haben die beiden Autoren Antonia Schmidlin und Hermann Wichers ein Werk mit durchaus aktuellem Bezug geschaffen.»
Basel, Oktober 1943. Gaston Dreher, ein Franzose, der in Basel aufgewachsen ist, flüchtet in die Schweiz und stellt in der Stadt, die er als seine Heimat betrachtet, einen Asylantrag. Als Jude ist er im besetzten Frankreich in Lebensgefahr. Doch weder die Basler noch die eidgenössischen Behörden sind bereit, dem Gefährdeten Schutz zu gewähren. Seine Vergangenheit wird ihm zum Verhängnis: Am 2. Dezember 1943 wird er bei Genf über die Grenze geschafft und im April 1944 in Auschwitz ermordet.
Antonia Schmidlin und Hermann Wichers erzählen eine eindrückliche Lebensgeschichte aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Vielfältige Quellen, unter anderem Vormundschaftsakten, Krankenakten, psychiatrische Gutachten und Gerichtsakten aus schweizerischen, französischen und deutschen Archiven, gewähren einen detaillierten, oftmals berührenden Einblick in ein Leben, in dem die europäische Geschichte greifbar wird. Seit 2021 erinnert ein Stolperstein in Basel an Gaston Dreher.
«Mit der Aufarbeitung der Tragödie des Baslers Gaston Dreher haben die beiden Autoren Antonia Schmidlin und Hermann Wichers ein Werk mit durchaus aktuellem Bezug geschaffen.»
«Das kurze Leben von Gaston Dreher vermittelt uns dank der minutiösen Spurensuche der Autoren ein eindrückliches Bild des staatlichen Handelns und seiner Akteure, die Gaston Dreher in Begutachtung seines Lebenswandels dem sichern Tod ausliefern. In der Rückblende ist Gaston Drehers Lebenslauf ein ergreifendes Exempel dafür, wie wenig menschliches Ermessen damals galt, wenn es darum ging, die Paragrafen von Recht und Ordnung durchzusetzen. An Gaston Drehers letzter Wohnadresse in Basel erinnert auch ein Stolperstein an dieses Leben.»
«[Das Buch] gibt einen detaillierten Einblick über den Umgang mit delinquenten Jugendlichen in den Zwanziger- und Dreissigerjahren. Wobei Basel vielleicht nicht repräsentativ für die Schweiz war, sondern «progressiver». Zudem zeigt das Buch – hautnah – Details zur lange verdrängten schweizerischen Flüchtlingspolitik während des Zweiten Weltkrieges.»