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Dass die zu Beginn des 19. Jahrhunderts sich herausbildende deutsche Altertumswissenschaft ein Kind der klassischen Philologie war und ihre Akzeptanz als Wissenschaft einem Theorie- und Methodentransfer verdankt, ist bekannt. Über die Herausbildung und Durchsetzung der neueren deutschen Literaturgeschichte als Universitätsdisziplin hingegen herrschen unklare Vorstellungen; es gibt kaum verlässliche Untersuchungen. Im Kontext einer solchen Untersuchung, die freilich noch nicht vorliegt, wird etwa festzustellen sein, dass zu den frühesten ausgearbeiteten programmatischen Konzeptionen einer philologisch begründeten neueren Literaturgeschichte die des Wiener Scherer-Schülers Richard Heinzel und die des Berner Literarhistorikers Ludwig Hirzel gehören. Hirzel begründete seine Konzeption im Rahmen seiner bisher unveröffentlichten Rektoratsrede ‹Über das Studium der deutschen Literaturgeschichte› im Jahre 1879. Ihre Konzeption prägte die philologische und literarhistorische Praxis Hirzels, der bis zu seinem Tod 1897 an der Universität Bern lehrte.
Zitieren Sie diesen Beitrag bitte wie folgt:
Kindt, Tom und Müller, Hans-Harald: Ludwig Hirzel: Über das Studium der deutschen Literaturgeschichte. <http://germanistik.ch/publikation.php? id=Ludwig_Hirzel> (Publiziert November 2016)
oder
Kindt, Tom und Müller, Hans-Harald: Ludwig Hirzel: Über das Studium der deutschen Literaturgeschichte. In: Michael Stolz und Robert Schöller (Hg.): Germanistik in der Schweiz (GiS) Zeitschrift der Schweizerischen Akademischen Gesellschaft für Germanistik. Heft 13/2016. Bern: germanistik.ch 2016, S.55-70