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Aufgrund der Covid-19-Pandemie nahmen Personen mit einer gymnasialen Maturität im Jahr 2020 nach ihrem Abschluss wesentlich schneller ein Hochschulstudium auf. Dadurch erreichte die Zahl der Neueintritte an den universitären Hochschulen einen Höchststand. Demgegenüber waren bei den Übergängen nach dem Abschluss einer Berufsmaturität oder einer Fachmaturität kaum Veränderungen zu beobachten. Die Verläufe in der beruflichen Grundbildung (BGB) wurden durch die Covid-19-Pandemie bislang nur geringfügig beeinflusst. Dies sind die Ergebnisse aus zwei neuen Publikationen des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Die Direktübertrittsquote der Personen mit einer gymnasialen Maturität ist aufgrund der Covid-19-Pandemie sehr stark gestiegen, von 45 Prozent vor der Pandemie auf 53 Prozent im Jahr 2020 (+8 Prozentpunkte gegenüber dem ohne Covid-19-Pandemie für 2020 erwarteten Wert). Folglich haben rund 1500 Jugendliche, die unter normalen Umständen mit ihrem Hochschulstudium bis 2021 gewartet hätten, dieses bereits 2020 aufgenommen. Bei den Frauen (+10 Prozentpunkte) war die Zunahme grösser als bei den Männern (+6 Prozentpunkte).
Besonders markant war die Veränderung in den Deutschschweizer Kantonen. Dort erhöhte sich die Zahl der direkten Übertritte vielerorts um mehr als 10 Prozentpunkte, beispielsweise im Kanton Zürich (+14 Prozentpunkte). In der französischen Schweiz fiel der Anstieg moderater aus (rund 5 Prozentpunkte). Der Kanton Tessin befand sich im Mittelfeld (+7 Prozentpunkte).
Im Gegensatz zu den Personen mit einer gymnasialen Maturität lassen sich bei den Übertritten der Inhaberinnen und Inhaber einer Berufs- oder Fachmaturität keine signifikanten Unterschiede beobachten (siehe Publikation «Hochschulübertritte im Jahr 2020 während der Covid-19-Pandemie»).
Keine Verzögerung beim Ausbildungsbeginn
Die Covid-19-Pandemie hatte kaum Auswirkungen auf den Einstieg in die berufliche Grundbildung: 46 Prozent der Jugendlichen, die im Juni 2020 das 11. Jahr der obligatorischen Schule beendet haben, begannen noch im gleichen Jahr eine Ausbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder eidgenössischem Berufsattest (EBA). Dieser Anteil ist ähnlich hoch wie in den Vorjahren (seit 2015 zwischen 48 % und 46 %). Darüber hinaus waren 2020 kaum Veränderungen bei der Wahl des Bildungsfelds zu beobachten.
Weniger Bildungsunterbrüche
Sechs Prozent der 2019 in eine berufliche Grundbildung (vollschulische oder duale Ausbildung) eingetretenen Jugendlichen unterbrachen diese vor Ende 2020. Dieser Anteil ist tiefer als bei den Jugendlichen, die ihre Ausbildung im Jahr 2018 begonnen haben (7 %).
Gemäss der Publikation «Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den Eintritt in die berufliche Grundbildung und deren Verlauf im Jahr 2020» ist dieser Rückgang in allen Bildungsfeldern zu beobachten, also auch bei den Berufen, die am stärksten von der Schliessung bestimmter Wirtschaftszweige im Frühjahr 2020 betroffen waren.
Höhere Erfolgsquote beim ersten Prüfungsversuch
2020 erwarben 96 Prozent der Personen, die erstmals an einem Qualifikationsverfahren für ein EBA oder ein EFZ teilgenommen haben, einen Abschluss der beruflichen Grundbildung. Dieser Anteil liegt 3 Prozentpunkte höher als in den Vorjahren (93 %). Während in der französischen und der italienischen Schweiz die Erfolgsquote markant zunahm (+5,6 bzw. +5,4 Prozentpunkte), war der Anstieg in der Deutsch- und rätoromanischen Schweiz (+1,4 Prozentpunkte) weniger stark ausgeprägt.
pd