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Eigentlich müsste ich mich ja freuen, denn wie man hier sieht (auf Laphroaig klicken und ganz nach unten fahren), besitze ich diese Abfüllung 🙂 Und tatsächlich waren meine damaligen Kaufüberlegungen etwas spekulativer Art. Also, der „Leapfrog“, zu deutsch Laubfrosch, kam zu diesem Namen, weil Laphroaig es den Unabhängigen Abfüllern nicht mehr erlaubte den Namen der Destillerie auf ihre Flaschen zu schreiben.
Murray McDavid wählte deshalb die sehr an Laphroaig erinnernde Bezeichnung „Leapfrog“. Was sich im ersten Moment lustig anhört, ist natürlich eine ziemliche Frechheit, denn welche Destillerie möchte schon als „Frosch“ bezeichnet werden!
Aber man muss sich natürlich in die Lage von Murray McDavid versetzen. Da hat man Laphroaig für viel Geld Fässer abgekauft und darf dann plötzlich die Flaschen nicht unter dem werbewirksamen Namen „Laphroaig“ auf den Markt bringen. Mittlerweile haben die Unabhängigen einen neuen Weg eingeschlagen, um diese Abhängigkeit von den Destillerien zu verringern, indem sie eigene Marken wie beispielsweise „Finlaggan“ zu etablieren versuchen (zuerst dachte ich sogar Finlaggan sei eine Destillerie, was natürlich gewollt ist).
Doch zurück zum „Leapfrog“: der Zwist zwischen Murray McDavid und Laphroaig spiegelt sich auch deutlich auf dem Etikett wieder. Ich versuche zu übersetzen:
Konsumentenwahl? Wegen eines kürzlichen Rechtsstreits sind wir nicht in der Lage, den Namen dieser Allied Distillers‘ Destillerie zu enthüllen, die diesen gewaltigen Dram produziert hat. Unsere preisgekrönte Abfüllung mit beissendem Torfrauch, Öl und Seetang, ist gepriesen als herausragend in Charakter und Geschmack im Vergleich zu ihrer eigenen faden Version, von welcher sie zugeben, dass sie kältefiltriert und gefärbt ist. Wir (Murray McDavid) mögen herauskatapultiert worden sein im Kampf gegen McGoliath – aber was sollst du dich fürchten vor Allied? – Reinheit?, aber glücklicherweise kannst du immer noch das Objekt des Knatsches probieren.
Puh, ganz schön heftig oder? Auf jeden Fall nahm alles ein glückliches Ende und Murray McDavid durften dann später doch wieder „Laphroaig“ auf ihre Flaschen schreiben und somit ist der „Leapfrog“ natürlich ein Unikum. Das war es, warum ich mich auch vor etwa sieben Jahren zum Kauf dieser Flasche für etwa hundert Franken entschloss.
Wie wir ja fast alle wissen, hat Mark Reynier dann zusammen mit seinen beiden „Murray McDavid“-Kollegen Simon Coughlin und Gordon Wright Bruichladdich gekauft und somit ist diese Flasche auch unter der Rubrik „Sammler“ auf der Bruichladdich-Page aufgeführt – für unglaubliche 500 Pfund, das sind fast 1’300 Schweizer Franken!
Trotz dieser sicher fast schon geschichtsträchtigen Vergangenheit dieser Flasche, frage ich mich, ob wirklich jemand bereit ist, so viel Geld für einen 12-jährigen Unabhängigen auszugeben?
Quelle Bild: www.bruichladdich.com