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Der Luzerner Steve Anderhub bleibt bester Nationalturner. Er hat am "Eidgenössischen" im Baselbiet erneut den Sieg davongetragen.
Mit seinem neuerlichen Triumph schreibt Anderhub ein Stück Sportgeschichte. In der Neuzeit des Eidgenössischen Turnfestes ist er der erste Nationalturner, dem drei Siege gelungen sind (1991, 1996, 2002).
Um den zuvor einzigen Athleten mit dem "Triple" zu finden, muss bis zu den Anfängen dieses Anlasses zurückgeblickt werden. Von 1855 bis 1857 hatte ein gewisser Monsieur Bôle aus La Chaux-de- Fonds diese Vielseitigkeits-Prüfung dominiert. Im 19. Jahrhundert wurden eidgenössische Feste oft jährlich durchgeführt.
Der 5. Platz nach dem ersten Tag scheint für Anderhub ein gutes Omen zu sein; diesen Rang im Zwischenklassement hatte er schon vor sechs Jahren in Bern inne gehabt. Zweifel, dass es diesmal nicht reichen könnte, hatte der Eschenbacher nach der ersten Hälfte des Wettkampfes keine.
Vielseitiger Sportler
Am Schlusstag hing die zweite erfolgreiche Titelverteidigung dann aber an einem seidenen Faden. Seinen zweiten Gang im Ringen gewann er gegen Peter Zahler (Reichenbach) in letzter Sekunde und sicherte sich so in extremis die Qualifikation für den Schlussgang, in dem er seinem Teilverbandskollegen Thomas Ettlin, dem SM-Dritten von 2000, keine Chance liess. Der Obwaldner aus Kerns, der vor dem Schlussgang die Rangliste punktgleich mit Anderhub angeführt hatte, fiel noch auf Platz 5 zurück.
Die Vorbereitung auf das Turnfest habe er grösstenteils im Rahmen des Bob-Sommertrainings bestritten, sagte Anderhub. Im Bob von Steuermann Martin Annen, zu dem er nach dem Rücktritt von Christian Reich gewechselt hat, wird es für Anderhub im kommenden Monat erstmals wieder "richtig ernst"; in Holland stehen die Anschieb-Weltmeisterschaften im Programm.
Schweizer Meister
Anderhub sicherte sich in Lausen gleichzeitig den Schweizer Meistertitel und trat dabei die Nachfolge von Christian Dick (Worben) an. Der Berner stiess mit einer vorzüglichen Leistung am zweiten Tag noch auf 2. Platz vor. Dick liess sich für seine vier Siege im Ringen und Schwingen 39,9 von möglichen 40 Punkten notieren.
Im letzten Gang besiegte er Martin Annen, der die Zwischenwertung vor den letzten Durchgängen im Ringen und Schwingen noch angeführt hatte, am Ende aber mit Rang 9 vorlieb nehmen musste. Der nach dem ersten Tag führende René Waldmeier (Hellikon) fiel auf den 14. Platz zurück.
Überraschender Sieg von Büchel
Den Festsieg bei den Geräteturnerinnen holte sich überraschend die St. Galler Rheintalerin Sonja Büchel, die SM-Fünfte des letzten Jahres. Die favorisierte Lilian Gisler (Bürglen), die Schweizer Meisterin von 2000, klassierte sich hinter Priska Glarner (Orpund) als Dritte.
Juniorin schlug WM-Sechsten
Ein unerwartetes Ergebnis gabs auch im Rhönrad-Turnen. Erste Turnfestsiegerin mit dem Rhönrad wurde in Bubendorf die 15-jährige Aislinn Oeri. In der Halle, in der sie auch trainiert, liess sie den favorisierten WM-Sechsten 2001 Jérôme Hänggi (Liestal) hinter sich.
Mit dem Rhönrad turnen Männer und Frauen beziehungsweise Junioren und Juniorinnen in den gleichen Kategorien. Die Elite und der Nachwuchs wurden zwar separat klassiert. Über den Festsieg im Dreikampf - einer Schweizer "Erfindung" (Spirale, Gerade, Sprung) - entschied aber die höchste Punktzahl aller Startenden.
swissinfo und David Bernold, Liestal (sda)