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<h2>SubmittedText<h2><p>In der Antwort des Bundesrates auf das Postulat Regazzi 14.4115 vom 11. Februar 2015 werden die Empfehlungen der WHO zur Sexualaufklärung von Kindern (Standards für die Sexualaufklärung in Europa, WHO-Regionalbüros Europa/BZgA) als wegweisend für viele Experten und Organisationen in der Schweiz bezeichnet. Zudem finanziert das Bundesamt für Gesundheit seit Jahren die Stiftung Sexuelle Gesundheit Schweiz (SGS), welche sich zum Ziel gesetzt hat, schweizweit diese WHO-Standards einzuführen.</p><p>Seit Juni 2017 sind in Frankreich Mediziner an die Öffentlichkeit getreten, welche ausdrücklich vor diesen WHO-Standards warnen. Bis heute haben sich gemäss Aussagen des Sprechers dieser Gruppe, Professor Dr. Maurice Berger, Kinderpsychiater und ehemaliger ausserordentlicher Professor der Universität Lyon 2, bereits 85 Psychiater, 170 Ärzte, 25 Kinderärzte und etwa 600 Psychologen und Psychoanalysten zusammengetan, um vor diesen WHO-Standards zu warnen (proscontreeducsex.wordpress.com). Professor Dr. Berger spricht ausdrücklich von einer "Gefahr für die emotionale Gesundheit von Minderjährigen" und von seiner Sorge, dass Erwachsene in die Rolle von eigentlichen "Verführern" gedrängt werden.</p><p>Daraus ergeben sich folgende Fragen:</p><p>1. Ist dem Bundesrat bekannt, dass eine grosse und laufend zunehmende Zahl medizinischer Experten diese für ganz Europa geltenden WHO-Standards ablehnt?</p><p>2. Ist er der Meinung, dass für Kinder in der Altersgruppe 0 bis 4 Jahre das Thema "frühkindliche Masturbation" und "Vergnügen und Lust, den eigenen Körper zu berühren" thematisiert werden soll, wie unter anderem in diesen WHO-Standards vorgesehen (WHO-Standards, Seite 42ff.) ist, oder zum Beispiel die Aufforderung, "Geschlechtsidentitäten zu erkunden"?</p><p>3. Ist er bereit, die Bundesverwaltung anzuweisen, sich von den WHO-Standards für die Sexualaufklärung in Europa zu distanzieren, zumindest bis der in Aussicht gestellte Expertenbericht (Postulat Regazzi) vorliegt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist von hohem öffentlichem Interesse. Das betrifft auch die Sexualaufklärung.</p><p>1. Dem Bundesrat ist bekannt, dass die Standards zur Sexualaufklärung in Europa des WHO-Regionalbüros für Europa und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu Diskussionen geführt haben. Die Standards zur Sexualaufklärung in Europa richten sich an Fachleute und Entscheidungsträger im Bereich der Sexualaufklärung. Im gleichen Zusammenhang hat der Bundesrat das Postulat Regazzi 14.4115 zur Annahme empfohlen und den im Postulat geforderten Expertenbericht zu den Grundlagen der Sexualaufklärung in Auftrag gegeben. Da die Mediziner nicht die prioritären Fachpersonen für Sexualaufklärung sind, wurde die Expertengruppe breiter zusammengestellt.</p><p>2./3. Die Expertengruppe hat einen umfassenden Bericht über die verschiedenen Aspekte der sexuellen Gesundheit und der Sexualaufklärung erstellt.</p><p>Der Bundesrat hat am 21. Februar 2018 den Bericht in Erfüllung des Postulates Regazzi 14.4115 gutgeheissen. Der Expertenbericht zeigt auf, dass die aufgeführten Standards als zentrales internationales und evidenzbasiertes Leitpapier in umliegenden Ländern wie auch in der Schweiz breit anerkannt sind. Der Bericht zeigt im Weiteren auf, dass die Lehrpläne für die Sexualerziehung in der Schweiz durchwegs den anerkannten Grundlagen entsprechen. Der Bundesrat sieht demnach keinen Handlungsbedarf für eine Distanzierung.</p>  Antwort des Bundesrates.