Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03232.jsonl.gz/1119

Einige Zeit später im Jahr 1957 traf Anna Halter auf einen Regierungsrat. "Sagen sie ihrem Mann, dass die Stelle als Landweibel frei wird. Ich darf im Moment nicht mehr dazu aussagen. Besprechen sie die Sache mit ihrem Mann". Hinter den Kulissen war es dazumal Usanz, mindestens dem Wunschkandidaten einen kleinen Vorsprung zu gewähren! Mehr sage ich nicht dazu.
An der Landsgemeinde wurde 1957 Robert Halter zum Landweibel des Standes Obwalden gewählt.
Vereidigung von Robert Halter anlässlich der Landsgemeinde 1961 (2. Amstperiode)
Im November 1957 erfolgte dann der Umzug ins Rathaus. Der zügige Abgang des Vorgängers liess eine gründliche Einarbeitung nicht zu. Aber wir "schlugen uns, mit viel Unterstützung durch das Staatspersonal/Staatskanzlei" durch". Robert sei in dieser Funktion zum Geheimnisträger geworden. Er war nun eine Art Diener, Botschafter der Regierung, des Kantonsrates und des Gerichts. Nebst diesen Arbeiten musste das Rathaus, das Zeughaus auf dem Landenberg und der Hexenturm in Schuss gehalten werden. Mit der Einführung des Telex-Systems wurde Robert "auserkoren" die entsprechenden Kurse in Bern zu absolvieren. Nicht nur ein prallvolles Pflichten, sondern auch "Dienstleistungen", welche nirgendwo festgeschrieben waren, prägten den beruflichen und privaten Alltag des Ehepaars Halter-Britschgi. Die Küche ihrer Wohnung rüchte nicht selten ins Zentrum des Geschehens. Mit der Einführung einer Kaffeepause verteilten sich die Parlamentarier in den kleinen Pausenraum und auf die Stiegen im grossen Treppenhaus. Über die Parteigrenzen hinaus traf man sich auch in der Rathausküche. Vorher wurde aber angefragt, welche Parteizusammensetzung bereits in der Rathausküche sassen. Anna erwiderte auf diese Anfragen: "Fragt nicht so, sondern geht in die Küche und redet miteinander. Wir Frauen würden das so machen, auch ohne Stimmrecht".
Halter's Küche wurde zum überparteilichen Forum. Die Pausengespräche haben manchmal mehr gebracht als lange Debatten im Rat.
Erdbeben 1964