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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Viertes Buch
3. Der Irrlehrer Meinungen vom Gottessohn.
Denn die Irrlehrer behaupten, nicht aus Gott habe Christus sein Dasein, d. h. nicht aus dem Vater sei der Sohn geboren, sei auch nicht Gott aus seinem Wesen heraus, sondern habe sein Dasein aus einem Schöpfungsvollzug; seine Sohnesannahme bestehe nämlich [S. 171] nur dem Namen nach, weil auch dieser nur in dem Sinne Gottes Sohn sei, wie es deren viele gebe; daher stamme die freizügige Begabung mit seiner Würde, weil er auch (nur) in dem Sinn Gott sei, wie es deren viele gebe; bei ihm freilich aus freizügiger Zuneigung heraus, sowohl der Sohnesannahme als der Namensgebung,1 so daß er mit Vorzug vor den anderen als Sohn angenommen und größer als die anderen angenommenen Söhne sei, und vor den übrigen Geschöpfen einen Vorrang besitze, weil seine Erschaffung höher stehe als die aller (anderen) Wesen.
Indem einige von ihnen sich auf Gottes Allmacht berufen, behaupten sie auch, er sei zur Ähnlichkeit mit Gott erschaffen und er habe wie die übrigen Geschöpfe auf das Ebenbild jenes ewigen Schöpfers hin aus dem Nichts sein Dasein erhalten: er sei nämlich auf ein Wort hin geheißen worden, aus dem Nicht-sein heraus zu sein, da Gott die Macht habe, aus dem Nichts heraus ein ihm ähnliches Bild zu gestalten.
1: als „Gott”.