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Damit ist das Rätsel um den 2000 Jahre alten Papyrus, der sich schon seit dem Mittelalter in Basel befindet, gelöst: Das Schriftstück beschreibt das Phänomen des «hysterischen Atemstillstands».
Die Basler Forschenden haben mittels Ultraviolett- und Infrarotaufnahmen herausgefunden, dass es sich beim auf beiden Seiten in Spiegelschrift beschriebenen Dokument nicht wie angenommen um einen einzigen Papyrus handelt, sondern um mehrere ineinander verklebte Papyrusschichten. Ein spezialisierter Papyrusrestaurator trennte diese Lagen. Danach konnte das Schriftstück von Prof. Sabine Huebner entziffert werden.
Sensationelle Entdeckung
Der Papyrus ist demnach eine medizinische Schrift aus der Spätantike, wie die Universität Basel am Donnerstag mitteilte. Man geht davon aus, dass der Papyrus entweder ein Text des römischen Arztes Galen oder ein unbekannter Kommentar zu dessen Werk ist. Galen gilt als einer der bedeutendsten Ärzte des Altertums.
Es sei eine «sensationelle Entdeckung», wird Sabine Huebner, Professorin für Alte Geschichte an der Universität Basel, in zitiert. Papyri mit literarischen Texten seien «ungleich wertvoller» als dokumentarische Schriftstücke wie etwa Briefe, Verträge oder Quittungen.
Im Mittelalter rezykliert
Der «mysteriöse» Papyrus gelangte im 16. Jahrhundert nach Basel. Er gehörte vermutlich zum Kunstkabinett des Basilius Amerbach, wie es weiter heisst. Dem Papyrus könnte zuvor ein mittelalterliches Recycling wahrscheinlich als zusammengeleimter Bucheinband widerfahren sein.
Der entschiedene Hinweis stammte gemäss Mitteilung der Uni Basel aus Italien. Ein Experte sah Parallelen zu den Ravenna Papyri aus der Kanzlei der Erzdiözese Ravenna. Unter diesen befanden sich viele antike Handschriften Galens, die später wiederverwendet und überschrieben wurden.
Sabine Huebner zeigt nun den wertvollen Papyrus aus der Nähe.