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Um bei einem Ausbruch die Afrikanische Schweinepest bekämpfen zu können, sollen drastische Massnahmen ergriffen werden können. In einer ersten Etappe würde während max. 30 Tagen für ein Gebiet mit einem Radius von 10 bis 15 km ein Jagdverbot gelten und die Pflicht, Waldwege nicht zu verlassen, eingeführt. In einer zweiten Etappe würde für ein Gebiet mit einem Radius von 3 km ein vollständiges Waldzugangsverbot verfügt, in einem weiteren Radius von 7 km würde der Waldzugang auf «unerlässliche Forstarbeiten» beschränkt. Diese zweite Etappe würde für eine Dauer von 12 bis 24 Monaten gelten. Das heisst, ein Gebiet von mind. 350 km2 würde während bis zu zwei Jahren für Forstarbeiten und für Waldbesucher gesperrt. Zum Vergleich: Die meisten Forstbetriebe in der Schweiz bewirtschaften den Wald von mehreren Waldeigentümern, diese Reviere haben meist eine Fläche zwischen 5 und 15 km2.
Schwerwiegende personelle Konsequenzen durch Waldsperrungen
Die Sperrung eines Waldgebietes von 350 bis 700 km2 wäre ein schwerwiegender Eingriff in das Eigentum und die wirtschaftliche Freiheit der Waldeigentümer und Forstbetriebe. Potenziell würden damit Forstreviere ganz oder weitgehend während 12 bis 24 Monaten komplett für die Bewirtschaftung gesperrt. Dies hätte für die Waldeigentümer und das Forstpersonal gravierende finanzielle, ökologische und berufliche Nachteile. Dazu gehört insbesondere die Frage, wie mit dem betroffenen Personal umgegangen werden soll. Denn darf der Wald nicht mehr betreten werden, entfällt die Arbeitsgrundlage des Forstpersonals. «Forstbetriebe sind meist öffentlich-rechtliche Körperschaften. Solche haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Kurzarbeit. Für solche Fälle müssen zwingend praxistaugliche Lösungen zur Verfügung stehen, und zwar bevor aufgrund der Afrikanischen Schweinepest eine erste Waldsperrung angeordnet werden muss», verlangt Ständerat Daniel Fässler, Präsident von WaldSchweiz. «Aber auch in Fällen, wo Private nicht mehr ihren eigenen Wald betreten dürfen, um Holz für den Eigenbedarf zu ernten, oder für privatrechtlich organisierte Unternehmen muss eine Lösung gefunden werden. Und nicht zuletzt muss an die Lehrlinge gedacht werden, die ihre Ausbildung nicht fortführen können.»