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Die indische Produktionsfirma dachte zuerst an einen Scherz als sie von MJs Management angefragt wurden, in Mumbai ein Konzert der HISTory Tournee auf die Beine zu stellen. Als der King of Pop tatsächlich kam, versetzte er die Stadt in einen Ausnahmezustand und hinterliess eine rührende Botschaft.
„Ich erhielt ein Fax auf dem es hiess, Michael Jackson wolle in Indien auftreten und dass er möchte, dass wir die Tour organisieren“, sagt Viraf Sarkari, der Gründer und Geschäftsführer von „Wizcraft International Entertainment“. Er und seine Mitarbeiter hielten den Fax für einen Scherz. Doch ein paar Tage später kam erneut ein Fax mit derselben Anfrage. „Wir antworteten, dass wir das nicht glauben würden bis wir es von Jackson direkt hören würden.“ Michael Jackson war bisher noch nie in Indien aufgetreten.
Einige Tage danach sassen Sarkari und sein Geschäftspartner Andre Timmins tatsächlich dem echten Michael Jackson in einem Studio in Los Angeles gegenüber. Sie hätten ihn wissen lassen, dass es das Ende ihrer Firma bedeuten würde, wenn er das Konzert absagen sollte. Doch der King of Pop hielt sein Wort und landete am 30. Oktober 1996 in der damals kürzlich von Bombay in Mumbai umbenannten Stadt. Über 5000 indische Fans begrüssten den Megastar am Flughafen und schrien und riefen seinen Namen in Ekstase – eine solche Euphorie am Flughafen habe es noch nie gegeben, schreibt der Autor des Rückblicks.
Den rund 15 Kilometer langen Weg zu seinem Hotel habe Michael Jackson nicht so schnell wie möglich zurücklegen wollen, sondern er habe seine Fans mindestens zweimal gegrüsst indem er das Scheibendach öffnen liess um sie stehend sehen zu können. In Dharavi (ein riesiges Slum-Gebiet, möglicherweise sogar das grösste Armenviertel Asiens) sei er gar ausgestiegen und auf seine Anhänger zugegangen.
„Es schien als habe sich die ganze Stadt aufgerafft um Jackson willkommen zu heissen. Von Rickscha-Fahrern bis zu Indistruellen, seine Berühmtheit überwand alle Barrieren“, erinnert sich Sarkari.
Im Oberoi Hotel hinterliess Michael Jackson, als er nach seinem HIStory-Konzert in Mumbai abgereist war, einen Bettlaken mit einer rührenden Botschaft an seine Fans:
„Indien, mein ganzes Leben lang hatte ich mich danach gesehnt, eure Gesichter zu sehen. Ich traf euch und eure Leute und verliebte mich in euch. Jetzt ist mein Herz voller Kummer und Verzweiflung, da ich abreisen muss, aber ich verspreche euch, ich werde zurückkehren um euch erneut zu lieben und liebkosen. (but I promise I shall return to love you and caress you again.) Eure Güte hat mich überwältigt, euer spirituelles Bewusstsein hat mich bewegt, und eure Kinder haben mein Herz wirklich berührt. Sie sind das Gesicht von Gott. Ich liebe und verehre euch wahrhaftig, Indien. Für immer, fahrt damit fort die Kinder zu lieben, heilen und auszubilden, die Zukunft scheint auf ihnen. (Forever, continue to love, heal and educate the children, the future shines on then.) Ihr seid meine spezielle Liebe, Indien. Möge euch Gott für immer segnen. Michael Jackson“
Das Konzert im Andheri Sports Complex war bis auf die letzten Plätze ausverkauft. Sogar in den Strassen rund um das Stadion sei zur Musik getanzt worden. „Es ist bis heute die beste Show, die ich je gesehen habe“, erinnert sich der Hotelangestellte Sandeep Walia, der für Michael Jacksons Wohlbefinden zuständig war.
Während die Show ein Höhepunkt der indischen Unterhaltungsgeschichte sei, seien Michael Jacksons fürsorglichen Randaktivitäten diejenigen, die möglicherweise am nachhaltigsten waren, schreibt der Autor des Rückblickes. So habe MJ eine Pool-Party für Kinder aus einem Waisenheim im Oberoi Hotel organisieren lassen. Und das Team vom Hotel habe ihn ihm Tourbus treffen dürfen. Ein bleibender Eindruck habe ebenso eine Botchaft auf einem Spiegel in seiner Hotelsuite und die oben zitierte auf einem Kissenlacken hinterlassen. (Das Kissen wurde später für einen guten Zweck versteigert.)
Im Artikel When Michael Jackson rocked Mumbai berichtet „Condé Nast Traveller“ ausführlich und mit Fotos von Michael Jacksons Tourstop in Indien 1996.