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Als das Tram nach Basel kam
Zur Anfangszeit um 1881 prägten Droschken und Omnibusse die Fussgängerstadt. Am 6. Mai 1895 fuhr in Basel die erste elektrische Strassenbahn vom Centralbahnplatz zum Badischen Bahnhof. Was damals modern war, sollte aber schon bald wieder aus dem Stadtbild verschwinden: Die Motorwagen der ersten Serie wurden bis 1913 alle wieder ausgemustert und durch neue Wagen ersetzt.
Ansichtskarte Spalentor, Basel um 1905, E. Leutwiler
Es ist ein wahrer Oldtimer der hier auf dem Bild zu sehen ist. Der Motorwagen Ce 2/2 Nr. 24 der damaligen «Basler-Strassen-Bahnen» stammt aus dem Jahre 1897 und war eines der ersten elektrischen Trams, das durch Basels Strassen fuhr. Das Gefährt hatte eine Leistung von 15 PS und erreichte eine Geschwindigkeit von maximal 20 Km/h. Die Linie 24 gab es damals natürlich noch nicht. Die Nummer auf dem Gefährt ist vielmehr eine Seriennummer. Der Motorwagen war der 24. an der Zahl, den die Basler-Strassen-Bahnen in einer zweiten Serie in Betrieb genommen haben. Im Vergleich zur heutigen Flotte ist das eine bescheidene Zahl. Für damalige Verhältnisse war es aber schon viel. Der Kauf der Motorwagen war die Folge eines rasant wachsenden Schienennetzes quer durch die Basler Quartiere und Vororte. Die elektrische Strassenbahn, so alt sie heute wirkt, war damals etwas vom Modernsten, das es gab.
Doch von Anfang an. Seit 1844 gab es in Basel einen Zuganschluss nach Strassburg, wenige Jahre später kam der Vorläufer des Badischen Bahnhofs beim Messeplatz zu stehen, und 1860 schliesslich wurde der Centralbahnplatz eröffnet. Eine Schienenverbindung zwischen diesen Bahnhöfen gab es indes nicht. Die Reisenden wurden von einem Pferdegespann transportiert. Zwar nannte es der Volksmund liebevoll Rösslitram, doch galt das Gefährt als unbequem und bald schon als veraltet.
Erst 1890 begann die Stadt Basel, Pläne für eine elektrische Strassenbahn zu entwerfen. Regierung und Parlament waren damals der Meinung, dass ein öffentliches Verkehrsmittel in staatlichen Händen liegen müsse, und so kam es, dass Basel zur ersten Schweizer Stadt mit einem eigenen Trambetrieb wurde. Und zwar am 6. Mai 1895. Von da an ratterten zwölf Motorwagen vom Centralbahnhof über den Aeschenplatz, den Barfüsserplatz, den Marktplatz und den Claraplatz hin zum Badischen Bahnhof und wieder zurück. Doch es sollte nicht lange dauern, bis die Bahn in kurzer Folge massiv erweitert wurde. Zahlreiche Quartiere und Vororte wünschten einen Anschluss an das Schienennetz, den meisten wurde er schon bald gewährt. 1897 wurden gleich vier neue Linien eröffnet, im Jahr 1900 kamen weitere vier dazu. Neue Linien brauchten auch neues Rollmaterial, und so wurde die Flotte von zwölf auf 26 Fahrzeuge erhöht. Eines davon war eben der oben gezeigte Motorwagen Nummer 24 .
Sein Schicksal übrigens sollte nicht allzu lange währen. Mit seinen 15 PS hatte der Wagen nämlich einige Mühe, steile Steigungen wie den Kohlenberg zu überwinden. Bis 1913 wurden deshalb alle Motorwagen aus der Gründerzeit wieder ausgemustert. Manche von Ihnen wurden zu Anhängerwagen ausgebaut, andere als Wartehäuschen für das Trampersonal verwendet.
In mehreren Etappen wurden neue Fahrzeuge beschafft. 1895-1903 Zweiachser mit offenen Plattformen. Ab 1897 gelangten auch Anhänger in den Betrieb. 1915 waren bereits 212 Fahrzeuge in Betrieb. 1914-1943 Zwei-, Drei-, und Vierachser. 1930 zählte man 335 Fahrzeuge. 1947-1958 vierachsige Grossraumwagen. 1950 waren es schon 376 Fahrzeuge. 1962-1992 sechsachsige Gelenkwagen. Im Jahr 2000 waren es noch 271 Wagen.
Ansichtskarte Johanniterbrücke 1937
Fotos Th. Meyer
3 Generationen, Jahrgänge 1925 / 1986 / 2001
Aufgenommen in der Spalenvorstadt.