Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03483.jsonl.gz/1476

Was für eine Leistung von Alexander Ursenbacher: Der 24-jährige Snooker-Profi aus Rheinfelden qualifizierte sich als erster Spieler aus einem deutschsprachigen Land überhaupt für das Hauptfeld bei der WM in Sheffield. In der von Spielern aus Grossbritannien und dem fernen Osten dominierten Szene ist Ursenbachers Erfolg ein regelrechter Coup. Nach seinem bemerkenswerten Sieg gegen den Vorjahres-Halbfinalisten Gary Wilson, musste Alexander Ursenbacher, der einzige Schweizer Snookerprofi, in der letzten WM-Qualifikationsrunde gegen den Engländer Andrew Higginson antreten. Bei seinem zweiten Anlauf, nach 2017, sich für das Haupttableau des wichtigsten Snookerturniers überhaupt zu qualifizieren, startete der Schweizer sehr zügig und lag schon bald mit 3:0 in Führung, bevor sein Kontrahent vor der ersten Pause auf 3:1 verkürzen konnte. Die Nachmittags-Session endete schliesslich mit einem 6:3 Vorsprung für den Schweizer.
In der Abend-Session ging der erste Frame an den Engländer, worauf der Schweizer auf 7:4 erhöhte. Danach erkämpfte sich Higginson zwei Frames hintereinander und kam bis auf 7:6 heran. Man fragte sich natürlich, ob der junge Schweizer gegenüber dem um fast 20 Jahre älteren und erfahreneren Engländer nun psychologisch im Nachteil sei. Aber nach der Pause konnte er nach etlichem Kampf auf 8:6 erhöhen. Doch der Engländer liess sich nicht abschütteln und verkürzte im nächsten Frame mit einem klaren Resultat auf 9:7.
Man sagt in Snooker-Kreisen, dass der letzte Frame zum Sieg immer am schwierigsten zu holen sei. Vielen machen die Nerven einen Strich durch die Rechnung und sie schaffen es nicht über die Ziellinie. Higginson holte sich einen weiteren Frame. Im 18. Frame war Higginson schon bei 55 Punkten, als es Ursenbacher gelang, mit den letzten Kugeln auf 55:55 zu stellen. Das bedeutet, dass die schwarze Kugel nochmals auf ihren Punkt gesetzt wird und nun entscheidet, wer den Frame gewinnt. Ein totales Nervenspiel. Eine einzige Kugel trennte Ursenbacher vom Sieg. Wer macht den ersten Fehler? Es ist tatsächlich der Engländer, und Alex Ursenbacher zieht als erster Schweizer überhaupt in die WM-Endrunde ein! Dort darf er sich mit den Besten der Besten der Welt messen.
Das Hauptturnier beginnt morgen Freitag. Es wird auf Eurosport live übertragen. (nfz)