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Der Solothurner SVP-Nationalrat Christian Imark liefert eine interessante Antwort auf diese Frage (Die Zeit, 2. Dez. 2018):
"Er stellt sich den Schweizer Modellhaushalt als vierköpfige Familie vor, die ein Einfamilienhaus bewohnt und ein Auto besitzt. Um das Haus zu beheizen, verbrennt sie jährlich 3000 Liter Heizöl, und mit dem Auto, das auf 100 Kilometer acht Liter Benzin verbraucht, legt die Familie jedes Jahr 20.000 Kilometer zurück. Wenn nun der Liter Heizöl mit 29 zusätzlichen Klimarappen belastet wird, so wie es das CO₂-Gesetz vorsieht, und wenn außerdem auf jeden Liter Benzin acht Rappen draufgeschlagen werden, um die Umweltschäden zu kompensieren, die das Autofahren verursacht, und wenn SVP-Kopfrechner Imark schließlich kalkuliert, dass sich die Konsumgüter um jährlich 325 Franken verteuern, wenn sie klimafreundlicher hergestellt und transportiert werden müssen, dann macht das 1323 Franken."
Herr Imark findet diese Belastung mit Recht "einschneidend". Zum Glück ist die Rechnung falsch, aus diesen Gründen:
- Die CO2-Abgabe auf Brennstoffen wird zu zwei Dritteln direkt an die Haushalte und Unternehmen zurückerstattet (es ist eine Lenkungsabgabe); ein Drittel indirekt über das Gebäudeprogramm, dass die energetische Sanierung von Gebäuden vergünstigt.
- Die Familie, die jährlich 3'000 Liter Heizöl verbrennet und mit einem 8L/100 km Auto 20'000 km fährt, wird am Ende mehr zahlen als sie zurückerstattet kriegt (ausser sie renoviert in diesem Jahr gerade ihr Haus mit Geld aus dem Gebäudeprogramm), weil ihr Klimafussabdruck grösser ist als der Durchschnitt. Eine bescheidenere Familie kriegt mehr zurückerstattet als sie zahlt.
- Die Meisten Haushalte werden ihr Verhalten anpassen und eben weniger Heizen, ihr Haus sanieren, weniger herumfahren, ein sparsameres Auto kaufen, weniger fliegen, Produkte mit einem geringeren CO2-Fussabdruck kaufen von Firmen, die auch auf die Anreize der Klimapolitik reagieren und den Abgaben ausweichen werden. Das ist ja gerade das Ziel solcher Lenkungsabgaben, gekoppelt mit Unterstützungsmassnahmen wie das Gebäudeprogramm, die Förderung des ÖV und des Langsamverkehrs, usw. Herr Imark stellt die Haushalte für dumm oder passiv dar.
- Wird der Familie von Herrn Imark wegen Klimawandel das Haus überschwemmt, das Auto von einem Erdrutsch erdrückt, die Kinder krank von der Luftverschmutzung und tropischen Krankheiten, usw., dann leidet diese Familie mehr als wegen der Klimapolitik.
Wir haben die Kosten einer progressiven Dekarbonisierung der Schweizer Wirtschaft bis 2050 gerechnet. Auch andere Ökonomen haben dies getan. Nicht im Milchbuechli wie Herr Imark, sondern mit komplexen und datenreichen Simulationsmodellen der gesamten Volkswirtschaft, mit allen möglichen Rückkoppelungen. Fazit: die Dekarbonisierung kostet den Haushalten höchstens 1,5% ihres Konsums. Dies bei einer viel ambitiöseren Politik als das CO2-Gesetz, das zur Diskussion steht. Und ohne Berücksichtigung der Gewinne durch weniger Lärm, Luftverschmutzung, usw.