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Erlenbacher
Herkunft
Erlenbacher, auch Schwarze Erlenbacher ist Synonym für die rote Rebsorte Gänsfüsser. Diese alte Sorte stammt vermutlich aus Südeuropa und verdankt ihre Verbreitung den Römern. Der deutsche Botaniker Hieronymus Bock (1498-1554) erwähnt 1546 die «Genssfüssel» in seinem «Kreütter Buch» mit der Ortsangabe «Newenstatt» (Neustadt in der Pfalz). Sie war in der Pfalz, später an der Bergstraße in Württemberg sowie in der Steiermark und im Südtirol verbreitet. Ein großer Liebhaber des bei guter Reife dunkelroten, in der Jugend von fruchtiger Säure geprägten Weins soll der pfälzische Kurfürst Johann Casimir (1543-1592) gewesen sein. Auf ihn geht der erste deutsche Rebsortenerlass vom 15. Juli 1584 zurück, nach dem kein Weinberg mit Blauem Gänsfüsser ausgehauen werden durfte, ohne einen neuen damit zu bepflanzen. Trotzdem verschwand die Sorte wegen ihres sehr starken Wuchses aus den Weinbergen. Als Hausrebe jedoch blieb sie erhalten. Besonders in Hassloch in der Pfalz ziert die Blaue Gänsfüsser noch heute ganze Häuser und Hofflächen. Die Staatliche Lehr- und Forschungsanstalt in Neustadt an der Pfälzer Weinstraße bemüht sich um den Erhalt dieser historisch wertvollen, spätreifenden Sorte.
Verbreitung
Früher war die Gänsfüsser in ganz Südwestdeutschland, in der südlichen Steiermark und in Südtirol verbreitet. Heute ist sie als Riedenrebe fast verschwunden, kommt aber gelegentlich noch als Hausrebe vor.
In der Schweiz wird die Sorte Erlenbacher in Stäfa angebaut. Sie wird in den Rebsortimenten als «Argant» geführt.
In der Schweiz wird die Sorte Erlenbacher in Stäfa angebaut. Sie wird in den Rebsortimenten als «Argant» geführt.
Eigenschaften
Die Gänsfüsser ist eine sehr stark wachsende Rebe. Bei guten Wuchsbedingungen kann die Rebe Baumstrukturen entwickeln. In Rieden ist eine solche Starkwüchsigkeit nicht erwünscht. Als Hausrebe wird sie jedoch noch immer kultiviert. Der Name leitet sich von den grossen, tief fünflappig gebuchteten Blättern ab. Die Farbe der Triebspitze ist grün und leicht bronziert. Die Triebspitze ist glänzend und kahl.
Auch die Trauben sind sehr groß, lang und lockerhängend. Sie sind walzenförmig aber geschultert. Die Farbe der Beeren ist dunkelblau und sie sind graublau beduftet. Die Beeren sind äußerst dünnschalig.
Auch die Trauben sind sehr groß, lang und lockerhängend. Sie sind walzenförmig aber geschultert. Die Farbe der Beeren ist dunkelblau und sie sind graublau beduftet. Die Beeren sind äußerst dünnschalig.
Weintyp
Junge Weine aus dieser Rebe sind fruchtig, nicht besonders alkoholreich und etwas säuerlich.
Synonyme
Argant, Bockshorn, Buchser, Erlenbacher, Gansefüsser, Gänsfüsser, Blauer Gänsfüsser, Gänsfüssler, Gensfüss, Gensfüss, Genssfüssel und Grossrote
Sprachregelung
Die Schriftlegung um Rebsorten und Wein ist verwirrend. Auf weinlandschweiz ist das Problem wie folgt gelöst:
- Die Rebe ist weiblich, ebenso die Sorte. Deshalb wird zur Bezeichnung der Rebsorte der weibliche Artikel verwendet: Die Pinot Noir, die Chasselas und die Merlot.
- Der Wein ist männlich. So bezeichnet der männliche Artikel vor einer Rebsorte den daraus gekelterten Wein: Der Pinot Noir, der Chasselas und der Merlot wird im Barrique ausgebaut.
- Verwirrend ist auch das Spiel der Farben: Weisse (Weissburgunder), gelbe (Gelber Muskateller), graue (Grauburgunder) und rote Trauben (Rotgipfler) ergeben einen Weisswein. Die Trauben für Rotwein hingegen sind, mit einigen Ausnahmen, alle blau (Blauburgunder) oder schwarz (Pinot Noir).
- Die Farbbezeichnung einer Rebsorte gehört wie der Vorname zum Namen. Deshalb werden beide Wörter gross geschrieben: Sauvignon Blanc, Pinot Noir, usw.