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Romuald Hazoumès Ziel ist es, sich mit seinen Werken auch für die Menschen seines Heimatlandes einzusetzen: Er spielt mit den Klischees des Abendlandes gegenüber dem «Schwarzen Kontinent» genauso, wie er sein eigenes Volk zu mehr kulturellem Selbstbewusstsein aufruft. Anhand seiner aus Wasserkanistern gefertigten Masken beschäftigt sich Hazoumè mit einer besonderen Tradition in seinem Land: In Benin ist der Status einer Frau an ihrer Frisur ablesbar. Die Frisur verrät, ob eine Frau alleinstehend ist oder Kinder hat. Eine in die Höhe stehende Haartracht signalisiert: «Ich bin frei.» Wenn inmitten der Haare ein Knopf sitzt, heisst das: «Ich bin geschieden, möchte es aber wieder versuchen.» Jede Frisur hat eine Bedeutung. Hazoumès Ästhetik spielt mit westlichen Errungenschaften, um sie auf ebenso kritische wie humorvolle Weise zu kommentieren. Zum Ausdruck kommt eine Haltung mit poetisch-politischem Gehalt und mit Wertvorstellungen, die uns alle etwas angehen.
Hazoumès künstlerische Karriere begann 1989 mit einer Ausstellung im Centre Culturel Français in Cotonou. Nach diversen weiteren Präsentationen, unter anderem in der Hayward Gallery in London und im Centre Georges Pompidou in Paris, wurde ihm 2007 an der documenta 12 der Arnold-Bode-Preis verliehen. In Paris wurden seine Werke jenen von Picasso gegenübergestellt.
Geboren wurde Romuald Hazoumè 1962 in Porto Novo in Benin, wo er auch lebt und arbeitet.
Tätigkeitsbereiche: Installation, Skulptur, Objektkunst, Fotografie, Masken, Malerei