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Das SRK in Laos
Durch den Indochinakrieg und seine verheerenden regionalen Folgen wurde Südostasien über viele Jahre destabilisiert. Als im Dezember 1970 ein medizinisches Team des SRK in der laotischen Stadt Luang Prabang eintraf, herrschte dort grosse Not. Das Land litt unter einem blutigen Bürgerkrieg, der im Westen kaum beachtet wurde. Einmal mehr war das SRK vom Bund beauftragt worden, ein Programm für humanitäre Hilfe umzusetzen. Nach einer Erkundungsmission im Sommer 1970 hatte der Berner Arzt Reinhold Wepf vorgeschlagen, ein Chirurgenteam in das Zivilspital von Luang Prabang zu entsenden. Im Rahmen dieses Einsatzes sollte das Spital mit modernen und leistungsfähigen Einrichtungen ausgestattet werden. Zudem wollte man die Ausbildung der Ärzte und des Pflegepersonals verbessern und Wäsche und Medikamente liefern.
Humanitäre Hilfe und logistische Unterstützung
Im Anschluss an ihr humanitäres Engagement in Südvietnam, das mit der Aufnahme der Ärztemission in Laos abgeschlossen wurde, setzte die Schweiz vermehrt auf die Entwicklungszusammenarbeit. Dazu wurde in Absprache mit der laotischen Regierung ein bilateraler Ansatz umgesetzt. Der Schwerpunkt lag auf der fachlichen Unterstützung. Das für zwei Jahre geplante Engagement der Schweiz in Luang Prabang war somit in erster Linie auf die Weitergabe von Kompetenzen ausgerichtet. Abgesehen von den chirurgischen Eingriffen, der Gesundheitsversorgung im angegliederten Ambulatorium und den Fortbildungskursen für die laotischen Ärzte engagierte sich das SRK auch in den Bereichen Bau und Logistik:
«In baulicher Hinsicht wurden mit schweizerischen Mitteln die Spitalküche und die Wäscherei vergrössert und verbessert, einige Krankenpavillons umgebaut und neu gestrichen, ein kleines Gebäude für die Pflegerschule und ein Generatorenhaus errichtet, die Sickergruben ausgehoben, die Kanalisation ausgebaut usw.» (Jahresbericht 1971 des Schweizerischen Roten Kreuzes, S. 67)
Im Oktober 1972 reiste Anton Wenger als Vertreter des SRK nach Laos, um den Vertrag mit den laotischen Behörden um zwei Jahre zu verlängern. Sechs Monate danach traf ein zweites medizinisches Team aus der Schweiz in Laos ein. Im Auftrag des IKRK und der Liga der Rotkreuzgesellschaften sollte dieses mobile Team die humanitäre Hilfe in den verschiedenen Ländern Indochinas koordinieren. Zudem hatte es die Aufgabe, die Bevölkerung der Provinz Luang Prabang gegen die häufigsten Infektionskrankheiten zu impfen. Im Herbst 1975 schloss sich das Team der Schweizer Delegation an, die im Spital in Luang Prabang im Einsatz stand. Doch kurz darauf wurde deren Engagement vorzeitig beendet.
Im Strudel der politischen Wirren
Nach fünfjähriger Tätigkeit in Luang Prabang wurde das SRK am 28. November 1975 offiziell aus dem Land komplimentiert. Wenige Tage darauf übernahmen die Kommunisten die Macht und schafften die Monarchie ab. Im gleichen Jahr verlor der Leiter der Schweizer Delegation, Dr. Jakob Sturzenegger, auf tragische Weise sein Leben: Sein Flugzeug wurde über dem vietnamesischen Hochland von revolutionären Kräften abgeschossen. Der Schweizer Einsatz in Laos wurde somit durch die politischen Umwälzungen beendet.
Auf Wunsch der laotischen Regierung kehrte das SRK 1983 schliesslich in das Land zurück. Es übernahm Aufgaben, die auch heute noch aktuell sind: Neben der Verbesserung der Gesundheitsversorgung setzt es sich für den Bau von Wasserversorgungssystemen und Latrinen ein; zudem führt das SRK Präventionskampagnen im Gesundheitsbereich durch und unterstützt das Laotische Rote Kreuz bei der Entwicklung von Gesundheitsprogrammen.