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Das lateinische Wort mental heisst soviel wie Geist. Mentaltraining umfasst das Zusammenspiel von Geist, Psyche und Körper (unsere Gedanken beeinflussen unseren Körper, unser Wohlbefinden sowie unser Verhalten – und umgekehrt).
Oft werden in diesem Zusammenhang auch Begriffe wie Mentalcoaching, mentale Stärke, mentale Fähigkeiten, mentales Training, Sportpsychologie etc. verwendet. Mentaltraining wurde ursprünglich für die Raumfahrt entwickelt. Die Astronauten versetzten sich mental so oft und intensiv in gefährliche Situationen, bis die Verankerung im Gehirn genügend stark war, dass die Astronauten bei einer allfälligen Ernstsituation entsprechend reagieren konnten.
Dein Gehirn kennt keinen Unterschied, ob du etwas nur denkst, oder es in Wirklichkeit durchführst
In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu verstehen, dass sich Mentaltraining im Sport die Tatsache zu Nutze macht, dass das Gehirn keinen Unterschied kennt, ob wir eine Situation (im Falle der Astronauten das richtige Verhalten in gefährlichen Situationen) physisch oder nur im Geist (mental=vorstellen) erleben. Für das Gehirn sind beide Arten „gleichwertig“ und werden als vollkommen real empfunden. Dies hat damit zu tun, weil in beiden Fällen dieselben Hirnnervenzellen-Netze (Neuronen) aktiviert werden. Deshalb können mit Sport Mentaltraining Schlüsselmomente, Technikabläufe, Standardsituationen, Verhaltensweisen etc. genauso wie im „physischen Training“ geübt werden. Nur, dass dabei alles im Kopf (gedankliche Ebene) geschieht.
Mentale Stärke kann man auch anhand eines Computers vergleichen: Was nützt der leistungsfähigste Computer mit der neuesten Software (=Fertigkeiten/Talente eines Sportlers), wenn diese nicht auf die Hardware übertragen werden können (=Muskeln/“ausführender Körper“ des Sportlers), weil die Leitung (Gedanken, Überzeugungen) dazwischen nicht intakt ist.
Mental Training im Sport - die Grundformen
Je nach Situation, werden die folgenden Techniken eingesetzt, wobei diese in der Praxis in der Regel untereinander kombiniert werden:
Subvokal (Gedanken und Selbstgespräche)
Der Sportler suggeriert sich Sätze wie "ich schaffe es", "ich habe noch Energie", "ich finde eine Lücke" etc. ein. Durch immer wiederkehrende Wiederholungen setzt sich der entsprechende Gedanke im Unterbewusstsein fest. Dies führt dazu, dass Gedachte die Tendenz hat, sich zu verwirklichen (selbst erfüllende Prophezeiung).
Verdeckt (von aussen betrachtet)
Der Sportler schaut sich gedanklich von aussen zu. Es ist, wie wenn man im Kino einen Film als Zuschauer verfolgt. So sieht sich z. B. eine Skifahrerin, wie sie in ihrem Rennen die perfekte Linie fährt. Diese Position (Perspektivenwechsel) kann einem neue Einsichten bringen.
Observativ (beobachten)
Das observative Sport Mentaltraining ist eine spezielle Form des Technik- bzw. Taktiktrainings und beinhaltet das gezielte, planmässige und wiederholte Beobachten einer Bewegung oder eines Bewegungsablaufes. Zur Demonstration dienen beispielsweise der Trainer, andere Sportler, Filme oder Bildreihen. Jeder Demonstration sollte eine verbale Information vorausgehen und die Demonstration sollte dem technisch bzw. taktisch richtigen Bewegungsablauf entsprechen.
Mental stark zu werden ist - wie sonst im Sport - vor allem eine Frage des Trainings
Ideomotorisch (von innen betrachtet)
Diese Trainingsart geht noch einen Schritt weiter: Hier ist der Trainierende nicht Zuschauer, sondern sozusagen selbst Schauspieler. Er sieht also nicht von aussen zu, sondern erlebt, wie er das Skirennen wirklich fährt. Das Erlebnis ist in diesem Fall einiges intensiver, da man nebst des rein visuellen Kanals auch die Gefühle und Emotionen direkt mitbekommt und diese auch körperlich spürt. Voraussetzung für diese Technik ist, dass der Sportler die Technikabläufe schon ziemlich genau kennt.
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