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Salvador Dali (1904-1989)
(Diesen Text verfasste ich 1998 für den Zeichenunterricht im Gymnasium.)
"Der einzige Unterschied zwischen einem Verrückten und mir ist der, dass ich nicht verrückt bin."
"Wenn ich male, ist eins meiner grössten Glücksgefühle das Bewusstsein, Gold zu machen."
Salvador Dali wollte schon immer berühmt werden. Er setzte später alles daran, dass die Menschen von ihm redeten. Der ergeizige und grössenwahnsinnige Dali kam am 11.5.1904 in Figueras (Spanien) auf die Welt.
"Ich weiss, was ich esse. Ich weiss nicht was ich tue."
"Die wichtigsten Dinge, die einem Maler unserer Zeit zufallen können, sind zwei der Zahl: 1. Spanier zu sein und 2. Gala Salvador Dali zu heissen."
Das Kind eines Notars wurde verwöhnt und machte eine mittelmässige Grundschulausbildung. Danach machte der junge Dali das Abitur am Gymnasium der Maristen in Figueras. Er verblüffte seinen Zeichnungslehrer, der ihm schlussendlich doch immer Recht geeben musste, in dem er immer das Gegenteil dessen tat, was ihm der Lehrer auftrug. An der Kunstakademie in Madrid zog Dali mit seiner Kleidung (eine Samtjacke, ein vergoldeter Stock, ein Filzhut und eine Pfeife, die er nie ansteckte) Blicke auf sich. Nach zwei Jahren wurde er von der Kunstakademie verwiesen.
1927 ging Dali nach Paris, wo er Picasso, der ihm 2 Stunden lang seine Bilder zeigte, besuchte. Wieder in Spanien, provozierte der 23jährige mit seinen Werken, die Sexsymbole enthielten, einen Skandal. Danach ging Dali erneut nach Paris, um mit seinem Freund Luis Bunuel den Film "Ein andalusischer Hund" zu realisieren. 1929 verliess er Paris. Zuhause lud er Magritte und Paul Eluard mit dessen Frauen ein. Eluards Frau (Gala) nahm er diesem auch gleich weg. Weil Dali eine geschiedene Frau (Gala) heiratete, verbannte ihn sein Vater aus der Familie. Gala heilte, wie Dali sagte, seine Verrücktheit. Er wurde wieder Herr über sich selbst.
Dali konnte Weiches und Hartes sehr gut in einem Bild darstellen. Z.B. beim Bild "Der grosse Masturbator", welches Dali weich wie Gummi mit Ameisen und einem Weberknecht übersäht zeigt. Nach einem Monat Arbeit, schickte er Bilder, die für 6000-12000 Francs verkauft wurden, nach Paris. Dali lebte in diese Zeit in einer Fischerhütte in einer Bucht bei Cadaques. Es ist die meistgezeichnete Gegend Dali's. Wieder in Paris verkaufte Gala seine Ideen. Z.B. künstliche Fingernägel mit Spiegel oder Kaleidoskopbrillen. Dann kam der zweite Film. "Das goldene Zeitalter". Mit der Szene, wo eine von Liebe überwältigte Heldin am grossen Zeh eines marmornenen Apollos lutschte, war Dali besonders zufrieden. Als der Film im Kino gezeigt wurde, kam es zu Ausschreitungen mit Rechtsradikalen. Dali war in aller Munde. 1934 hatte er zwei Ausstellungen in New York, zwei in Paris, eine in Barcelona und die erste in London. In dieser Zeit zeichnete er auch viele Brote
"Eines Tages höhlte ich das Ende eines Brotlaibs völlig aus, und was meinen sie, was ich hineinsetzte? Einen bronzenen Buddha, dessen metallische Oberfläche ich ganz und gar mit toten Flöhen bedeckte... Ich stellte den Buddha also in das Brot hinein und verschloss die Öffnung mit einem Stücken Holz; dann zementierte ich alles zusammen ein..., so dass es ein homogenes Ganzes bildete, das wie eine Urne aussah, auf die ich "Pferdemarmalade" schrieb. Nun was bedeutet das?"
Auch die Jurnalisten, die ihn in New York empfingen, begrüsste er mit einem 2,5m. langen Brot. Da sich 8 Bilder gut verkauften, konnten sich die Dalis in einer Luxuskabine auf die Heimreise machen. Vor der Heimreise gab Caresse Crosby zu Ehren Dalis noch einen Traumball. Damen, die fast nackt mit einem Vogelkäfig auf dem Kopf tanzten... Dann trug man einen enthäuteten Ochsen mit aufgeschlitztem Bauch herein. Dali war begeistert. Er befasste sich nicht mit Politik. Trotzdem malte er mehrmals Hitler.
"Ich war fassziniert von Hitlers weichem und fleischigem Rücken, der immer so prall in seine Uniform geschnürt war." Betonte aber: "Ich bin kein Nazi"
Dies führte zu einem Streit zwischen Dali und Breton, dem Führer der Surealisten. Er wurde aus dieser Gruppe, der auch nicht passte, dass Dali der Liebling der Welt wurde, ausgeschlossen. Dali stellte sich eiskalt auf die Seite des Geldes, das ihm auch Zutritt zur Gesellschaft ermöglichte.
Da 1938 in Spanien Bürgerkrieg war, gingen die Dalis nach Italien und machten viele Reisen. Im selben Jahr traf er endlich Sigmund Freud, der Gott der Surealisten. Neben einigen Stoffdessins, Kleiderentwürfen und dem Opernprojekt "Der wahnsinnige Tristan", zu der Musik von Wagner, legte Dali letzte Hand am Bild "Das Rätsel Hitlers" an und bereitete seine nächste Ausstellung in New York vor.
In New York angekommen durfte es ein Schaufenster nach seinen Vorstellungen gestallten. Da die Zuschauer aber die Strasse verstopften, nahm der Inhaber die besten Stücke heraus. Dali stieg daraufhin ins Schaufenster, hob die Badewanne, in der eine uralte Puppe badete, und zertrümmerte damit die Fenster. Dieses Ereignis war genug Werbung für Dalis Ausstellung. Der reichste junge Maler der Welt verkaufte darauf 21 Bilder für total 25'000 Dollar. Man bot ihm an, für die Weltausstellung einen Pavillon zum Thema "Der Traum der Venus" einzurichten. Doch man liess ihm nicht die freie Hand. Dali verstand, dass man sich mehr für seinen Namen (=Werbung), als für seine Werke interessierte.
Die Unruhen und Wirren des Krieges zwangen die Dalis nun endgültig Europa zu verlassen. Sie gingen nach New York, wo sie ein achtjähriges Exil begannen. Gala stellte sich dort (bei Caresse Crosby) als Managerin ihres Mannes heraus. Dieser begann seine Autobiografie "Das geheime Leben des Salvador Dali" zu schreiben. Er entwarf auch Schmuck, gestalltete Wohnungen, arbeitete an Zeitschriften wie Vogue, inszenierte Ballette (Bühnenbilder, Kostüme), schrieb einen Roman "Verborgene Gesichter", entwarf Werbungen, machte Fotoreportagen und begann allgemien viel Geld zu verdienen. Gleichzeitig durchwanderte eine Ausstellung von ihm und Miro acht grosse Städte in den USA und machten ihn im ganzen Land berühmt. 1946 arbeitete er mit Walt Disney und später mit Alfred Hitchcock zusammen. Er lernte auch Philippe Halsmann kennen, mit dem er bis zu dessen Tod 1979 arbeitet. Fotos wie "Dali im Ei" entstanden. Die erste Atombombe, die abgeworfen wurde, verursachte in ihm einen Schock, den er mit Bildern verarbeitete.
Am 21.7.1948 trafen Dali und Gala in Le Havre ein und fuhren sofort nach Port Lligat weiter. Wieder zu Hause, entwarf er die Bühnenbilder und die Kostüme für die Theaterstücke "Salome" von Richard Strauss und "As you like it" von Shakespeare. Dali zeichnete von nun an religiöse Bilder und versuchte den Himmel, den man im Herzen des Gläubigen findet, zu malen.
1950 veröffentlichte seine Schwester "Salvador Dali aus der Sicht seiner Schwester". Dieses Buch riss alte Wunden wieder auf, so dass Dali seine Schwester enterbte, und ihr verbot, an seine Beerdigung zu kommen.
"...in diesem Jahrhundert keine heroischere, erstaunlichere Persönlichkeit gibt als mich, und abgesehen von Nietsche (der allerdings im Wahnsinn endete), wird man in anderen Jahrhunderten nicht meinesgleichen finden. Meine Malerei bezeugt es."
Im August 1961 fand in Venedig die Uhraufführung des Balett de Gala, zu dem Dali wiederum das Bühnenbild und die Kostüme entwarf, statt. Später verlieh man ihm das Grosskreuz Isabellas der Katolischen, den höchsten spanischen Orden. Sein Museum in Figueras entwarf Dali selbst. Darin befindet sich z.B. ein Taxi, in dem es regnet. Auch in den USA gibt es ein Museum. In diesem heben sich die Bilder automatisch an, wenn es zu einer Überschwemmung kommt. Das 3. Dali-Museum entstand später in Japan. In Paris gab es 1979 eine Retrospektive, bei der man aber keinen Wunsch Dalis berücksichtigte.
Gala starb am 10.5.82. Dali nahm nach ihrem Tod nichts mehr zu sich. Die Frage blieb offen, ob er durch eine Dehydration die Unsterblichkeit erlangen, oder Selbstmord begehen wollte. Jedenfalls musste er danach mit einer Nasensonde gefüttert werden. Dali befasste sich bis zu seinem Tod mit der Unsterblichkeit (ist nicht die DNA die Lösung?) und wollte sich auch einfrieren lassen. Durch einen Kurzschluss, den er mit dem Klingelknopf an seinem Krankenbett erzeugte, setzte er später sein Nachthemd in Brand. Er wurde gerettet. Dann verlor er seine Stimme, leitete aber weiterhin seine Gesellschaft, die sein Werk und seine Persönlichkeitsrechte schützte. Er erlebte auch die Entstehung seines Parfüms, dessen Falkons es auch in Form von Hoden gibt. Am 23.1.1989 stirbt Dali an Herzversagen. Er vermacht sein ganzes Vermögen und sein Werk dem spanischen Staat. Marquès de Dali de Pubol (dieser Titel wurde ihm am 26.7.82 vom König Juan Carlos 1 verliehen) ruht in einer Krypta, die man unter der Glaskuppel in seinem Museum in Figueras angelegt hat.