Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03258.jsonl.gz/2072

Swiss Hot-Water-Bottles
Swiss Hot-Water-Bottles
1999-2004: 5 Jahre Schweizer Bettflaschenforschung. Ein Musterbeispiel dafür, wie Forschungsgelder absichtlich fehlgeleitet wurden, um die aufkommende Mobilfunkindustrie nicht zu gefährden.
Ein Beitrag aus dem Archiv von Hans-U.Jakob, heute aktueller denn je.
Um was es geht:
Beim ehemaligen Kurzwellensender von Schweizer-Radio-International in Schwarzenburg gab es 5 Haupt-Sendestrahlen welche in einer Breite von 300m bis 1.5km waagrecht über der Landschaft lagen.
Nämlich in Richtung Fernost – Nahost – Afrika – Südamerika – Nordamerika.
Zwischen diesen 5 bestrahlten Zonen gab es ebenso 5 unbestrahlte mit derselben oder mit noch grösseren Breiten.
Da die Regions-Bevölkerung bis auf Distanzen von 10km zum Sender, seit Jahrzehnten unter massiven Gesundheitsbeschwerden litt, musste die Anlage im Sommer 98 ersatzlos abgebrochen werden.
Eine der Hauptbeschwerden war die erhöhte Sterblichkeit an Krebs in den bestrahlten Gebieten.
Dies war jedenfalls die Meinung des medizinischen Personals welches diese Bevölkerung betreute, sowie meine persönliche Ueberzeugung, die ich anhand von jahrzehntelangen Beobachtungen gewonnen hatte. In den bestrahlten Zonen von Schwarzenburg gab es nach meinem Dafürhalten keine anderen Todesursachen als Krebs oder Unfälle. Da wir hier ein Laboratorium von immensen Ausmassen, über 30 Quadratkilometer mit bestrahltem und über 30 Quadratkilometer mit unbestrahltem Gebiet, mit Hunderten von betroffenen Menschen und ebenso mit Hunderten von Unbetroffenen aus derselben Bevölkerungsgruppe zur Verfügung hatten, schlug ich vor, mit exakten statistischen Erhebungen festzustellen, wie die Langzeiteinflüsse schwacher elektromagnetischer Hochfrequenzfelder wirken. Man hätte die Bevölkerung nach den Todesursachen ihrer verstorbenen Angehörigen bis auf 35 Jahre zurück befragen müssen. Zugegeben eine Riesenarbeit, aber nicht undurchführbar.
Zudem hätten die Ergebnisse dazu dienen können, eventuell geschädigten Familien, die Angehörige oder sogar ihren Versorger infolge übermässiger elektromagnetischer Bestrahlung vorzeitig verloren haben, zu finanziellem Schadenersatz zu verhelfen.
Soweit mein Projekt.
WHO macht auf totaler Ignoranz.
Ende 1997 hörte ich erstmals davon, dass sich auch die WHO mit Gesundheitsschäden durch elektromagmetische Felder befasse und dass man sich dort über das Fehlen von Langzeitauswirkungen beklage. Wunderbar, dachte ich, stellen wir ihnen doch die Umgebung des Kurzwellensenders von Schwarzenburg zur Verfügung. Hier gibt es anstelle unnatürlicher Laborbedingungen und Tierversuche, Anschauungsunterricht im Masstab 1:1
Wer nun glaubt, die WHO hätte sich mit Begeisterung auf mein Projekt gestürzt, irrt sich ganz gewaltig. Sämtliche Briefe, FAXE und e-mails, sicher 30 an der Zahl die ich im Verlauf von 1998 an Direktionen, Abteilungen und Privatadressen von WHO-Forschern in Deutsch, Französich und Englisch gerichtet hatte, blieben alle unbeantwortet.
Das liess bei mir den Schluss aufkommen, dass die Chläuse der WHO lieber dort forschen, wo es mit Sicherheit NICHTS zu entdecken gibt.
Das ist viel bequemer und bringt an Sponsoring durch die Wirtschaft erst noch bedeutend mehr ein.
Das Presse-Rundschreiben WHO, eingetroffen am 30.6.99, lautete:
„Studien haben keine Beweise für ein Krebsrisiko durch elektromagnetische Felder erbracht.
Demgegenüber können die Strahlungen Muskel- und Nervenzellen reizen und ein Prickeln auf der Haut verursachen sowie Lichtblitze vortäuschen und…….Alzheimer auslösen.“
Das ist doch auch schöööön ! Oder ?
Nach dem Frust mit der WHO folgte derjenige mit dem SNF.
Also versuche ich einmal das System IKEA (=Ich kann es alleine)
Doch wer bezahlt mir 1 Jahr lang meinen Verdienstausfall und wer bezahlt mir die 2 nötigen Hilfskräfte für ein ganzes Jahr? Da gibt es den Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, welcher im Gegensatz zu den industriellen Hauptgeldquellen der Forschung, ausschliesslich mit Steuergeldern gespiesen wird.
Hier herrscht ein gestrenger Forschungsrat über die „gerechte“ Verteilung der Gelder. Also beantragte ich fristgerecht Ende Februar 99 einen Betrag von Fr.200’000, um mein Projekt zu finanzieren. Das Ausfüllen der Gesuchsformulare ist wesentlich komplizierter als das Ausfüllen der Steuererklärung. 2 Arbeitstage gehen flöten. Verlangen die doch zu allem Ueberfluss noch einen detaillierten Lebenslauf mit Name, Vorname und Beruf beider Eltern.
Es könnte ja sein, dass da ein Gesuchsteller von bundesrätlicher Abstammung im 3. Glied herkommt, oder dass der Vater eventuell Oberst im Militär war. Da möchte man sich dann schon nicht ins Fettnäpfchen setzen.
Ende August 99, das heisst nach 6 Monaten Wartezeit, dann die Antwort. Welch eine Freude! Der Forschungsrat des SNF ist in Sachen nichtionisierender Strahlung bereits eine Stufe weiter als die WHO.
Der SNF ist von der Ignoranz bereits auf die Stufe der Wutausbrüche vorgerückt.
So jedenfalls ist die Tonart im Antwortschreiben des SNF vom 19.Agust.
Nachstehend eine kleine Kostprobe:
Es liegen keine wissenschaftlichen Vorleistungen vor, welche Sie als Gesuchsteller qualifizieren würden.
Dabei hatte ich doch gar nie behaupet ein Wissenschafter zu sein, geschweige denn mich als solcher betätigt zu haben. Vielmehr hätte Prof. Dr. med Frentzel-Beyme aus Bremen als Studienleiter figuriert. Nichtsdestotrotz geht es im selben Stil weiter:
Eine Einzelbefragung der Bevölkerung bei bereits vorgefasster Meinung wird sicher nicht zu einem brauchbaren wissenschaftlichen Ergebnis führen.
Jetzt wissen wir es also: aus Sicht des Forschungsrates lügen entweder die Befrager oder die Befragten, eventuell sogar beide.
Eine Beleidigung, die sich weder die Bevölkerung in der ehemaligen Senderregion noch der vorgeschlagene Studienleiter, noch der Autor dieses Berichtes gefallen lassen muss.
Nur keine Aufregung bitte! Schliesslich konnte der Betrag von 200’000Franken in weit wichtigere Projekte investiert werden, wie in die Forschung über
SWISS HOT-WATER-BOTTLES
Die 200’000 Franken gingen anstatt nach Schwarzenburg in die Krebsforschung, an das psychiatrische Institut der UNI Basel für eine wissenschaftliche Studie zur Ergründung der Wärmewirkung von BETTFLASCHEN auf die Psyche des Menschen. Quelle: Basler Zeitung vom 2.9.99
Das ist garantiert keine Zeitungsente, denn die Basler Fastnacht findet nämlich im Februar und nicht im September statt.
The Thermical Effects of Hot-Water-Bottles. UNI Basel 1999