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14.November 2013
Hat der Klimawandel die Zerstörungskraft des Tropensturms Haiyan auf den Philippinen erhöht? Das wird unter den Klimaforschern diskutiert z.B. in Nature , im Blog von Rahmstorf oder in einem Artikel von Michael Mann. Ein strenger Nachweis dafür ist zwar für jeden solchen Einzelfall schwierig. Klar ist aber, dass die Anzahl der Wetterextreme weltweit – wie von der Klimaforschung vorhergesagt – zugenommen hat, siehe dazu z.B. diesen WMO Bericht.
Seit dem 4.IPCC Assessment Report sind gerade auch über die Auswirkungen des Klimawandels sehr viele Daten gesammelt und sehr viele Forschungsarbeiten durchgeführt worden. Die Arbeitsgruppe 2 wird darüber im März 2014 einen ähnlich ausführlichen Bericht publizieren wie der kürzlich erschienene über die wissenschaftlichen Grundlagen der Arbeitsgruppe 1. Im Spiegel Online wurde der Entwurf des Summary for Policy Makers der Arbeitsgruppe 2 vorveröffentlicht. Mit dem Vorbehalt dass dieses Dokument noch im Entwurfsstadium ist, sind doch einige der dort publizierten Aussagen und Zusammenfassungen gerade auch im Zusammenhang mit der obigen Diskussion sehr interessant.
Dazu einige (übersetzte) Zitate aus diesem Summary:
“Die beobachteten Auswirkungen des Klimawandels sind weitverbreitet und folgenreich. Die Klimaveränderungen der letzten Zeit haben Auswirkungen auf natürliche und menschliche Systeme auf allen Kontinenten und Ozeanen.”
Die Auswirkungen auf Arten-Vielfalt -Zusammensetzung, auf die Wasserkreisläufe, auf die Lebensmittelproduktion und auf die menschliche Gesundheit werden in kurzen Abschnitten zusammengefasst – mit durchwegs sehr beunruhigenden Schlussfolgerungen. Im Zusammenhang mit dem eingangs erwähnten Tropensturm ist ein weiteres Zitat aus dem Bericht interessant:
“Auswirkungen von kürzlichen klimatischen Extremereignissen wie Hitzewellen, Dürren, Überflutungen und Waldbränden zeigen eine hohe Verletzlichkeit und Exponiertheit einiger Ökosysteme und vieler menschlicher Systeme auf die Klimavariabilität. Diese Erfahrungen sind konsistent mit erheblichen Adaptionsdefizhiten sowohl in Entwicklungs- als auch in den entwickelten Ländern für einige Sektoren und Regionen.” und weiter:
“Klimaverursachte Gefährdungen stellen eine zusätzliche Belastung für die in Armut lebenden Menschen dar und wirken als ein Bedrohungs-Multiplikator mit oft negativen Konsequenzen für die Existenz.”
Für alle Regionen werden in dem Bericht zusammenfassend die Hauptauswirkungen heute sowie auf mittlere und längere Sicht für das 2 Grad und für das 4 Grad Szenario zusammengefasst. Das Bild zeigt diese Darstellung für Afrika. Bei den Auswirkungen wird mit Schraffur angedeutet, wie weit durch geeignete Anpassungsmassnahmen den Auswirkungen entgegengewirkt werden kann. Die mittlere Zeile zeigt die Auswirkungen des Klimawandels auf die Nahrungproduktion. Die Auswirkungen sind heute schon von mittlerer Schwere. In einem 4 Grad Szenario wären sie gravierend und Adaptionsmassnahmen könnten daran fast nichts ändern. Auch hier bestätigt sich der schon erwähnte Zusammenhang, dass speziell die ärmeren Regionen wie hier Afrika schon heute und vor allem in einer Hochemissionszukunft besonders stark betroffen sind.
Weiter bestätigt dieser Bericht eindringlich, dass eine 4 Grad Erwärmung in vielen Bereichen und Regionen katastrophal wäre. Mit grosser Spannung erwartet man nach diesen Vorinformationen den endgültigen und ausführlichen Bericht im März.
Autor: Klaus Ragaller
Artikel gespeichert unter: Klima