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Transsibirische Alternative
Mobilität Die Transsibirische Eisenbahn wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erstellt. Eine Passage mit vielen Sagen und Mythen.
Die Errichtung einer Eisenbahnstrecke über einen ganzen Kontinent war damals wohl eine der grössten Aufgaben, die Bahningenieure geleistet haben. Die ursprüngliche Strecke umfasste rund 7000 Kilometer und verband die russische Hauptstadt Moskau mit Wladiwostok am Pazifik. Der Bau dieser Bahnstrecke durch Sibirien, bei teilweise minus 50°C, war in der Zeit der aufkommenden Bahngeschichte eine gewaltige Herausforderung.
Heute verläuft die Strecke doppelspurig und geht die Strecke ab Ulan-Bator noch weiter, durch die Mongolei bis nach Peking. Sie bildet eine der wichtigen Verkehrsachsen in den Fernen Osten. Die Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn sind bei Touristen sehr beliebt. Sie vermitteln eine bizarre Mischung von Nostalgie und Moderne, von Reiseromantik und endlosen Weiten im Niemandsland.
Zwischen den Personenzügen, die immer Vorrang haben, verkehren auch zahlreiche Transportzüge. Und diese werden immer mehr, denn die Strecke durch Sibirien wird immer öfter zur interessanten Alternative.
Hochseeschiffe fahren mit reduziertem Tempo
Während die Containerschiffe die Weltmeere vorwiegend aus wirtschaftlichen Gründen nur noch mit reduziertem Tempo befahren, werden die Güter immer öfter auf der Linie der transsibirischen Eisenbahn befördert. «Die Route mit der Eisenbahn durch Sibirien hat sich in den letzten Jahren durchaus zur Alternative entwickelt», bestätigt Pascal Studer, Experte für Seefracht.
«Wir können damit die Transportzeit für einen Container gegenüber dem Seeweg halbieren.»Tatsächlich benötigt ein Container auf dem transsibirischen Schienenweg etwa 20 Tage, währenddem ein Containerschiff von Shanghai nach Rotterdam etwa 36 Tage benötigt. Dann folgen noch die Verzollung und der LKW-Transport in die Schweiz. Preislich liegt der Bahntransport über die transsibirische Route etwa zwischen der Seefracht und der Luftfracht. «Seit die Bahn von einem halbstaatlichen Konsortium aus China geführt wird, hat sich auch das Handling und die Zuverlässigkeit deutlich verbessert», sagt Speditionsprofi Studer.
Der Transportweg von und nach China ist für die Schweiz durchaus von Bedeutung: 70 Prozent der Waren auf dieser Route werden importiert, 30 Prozent exportiert die Schweiz nach Fernost. Und die Alternative mit der transsibirischen Variante wird beim Gütertransport immer beliebter.