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Die Anfänge
Die Anfänge der Stadtmusik liegen im Dunkeln. Sie zu erhellen, bedürfte einer umfänglicheren Archivarbeit. Der Verfasser möchte aber auf einige Episoden und Kuriositäten der 125-jährigen Vereinsgeschichte eingehen. Gleichzeitig soll auch über die verschiedenen Dirigenten, Präsidenten, Musiker und ganze Musikerfamilien berichtet werden, die die Stadtmusik Laufenburg in diesen 125 Jahren geprägt haben.
Aus den frühesten vorhandenen Vereinsakten lässt sich zweifelsfrei schliessen, dass es schon im 19. Jahrhundert eine «Musikgesellschaft» gegeben hat; wann und aus welchen Gründen sie eingegangen ist, müsste erst aus anderen Quellen geklärt werden. Der «musiklose» Zustand wurde jedenfalls von tatkräftigen Laufenburgern als unerträglich empfunden, und 1879 ergriff ein Gustav Adolf Suter, «zum Kloster», die Initiative zur Neugründung: Er brachte zehn Gesinnungsgenossen zusammen, die mit ihm beschlossen, das Musikleben neu anzufangen. Sie versorgten sich, wie das erste vorhandene Sitzungsprotokoll vom 23. Januar 1880 vermerkt, mit Instrumenten, die «theils von einer seiner Zeit bestandenen Kadettenmusik, theils von der alten Gesellschaft» stammten.
Der junge Verein nannte sich «Musikgesellschaft Laufenburg». Der Verein gab sich alsbald Statuten, der Vereinszweck ist, «durch Musik-Aufführungen bei geeigneten Anlässen das musikalische und gesellschaftliche Leben Laufenburgs zu pflegen und zu fördern».
Die erste Vereinskrise kündigte sich aber bald an, als die Gemeinde sich weigerte, dem jungen Verein einen Beitrag an die bescheidene Besoldung des Dirigenten zu leisten. Im Jahre 1886 warfen die erbosten Musikanten den Bettel hin und das Vereinsleben kam zum Stillstand. Erst 1890 gelang einem fast vollständig neuen Grundstock von Musikfreunden die Wiederbelebung, die im Bewusstsein des Vereins so sehr als eigentliche Neugründung empfunden wurde, dass noch bis in die Zwanzigerjahre hinein das Alter des Vereins häufig ab 1890 berechnet wurde; erst später besann man sich auf die Vorgeschichte.
Auch dem mit neuem Elan gestarteten Trupp der «1890er» blieben mehrere schwere Vereinskrisen, die 1895, 1901 und 1904 sehr nahe an den Zusammenbruch führten, nicht erspart. Erst in den Jahren des «Laufenburger Booms» (Kraftwerkbau!) vor dem Ersten Weltkrieg erlebte die Stadtmusik die nachhaltige Konsolidierung, die sie alle späteren Fährnisse wie zwei Kriege, Wirtschaftskrise und die Tücken der Hochkonjunktur überstehen liess.
Erst 1904 trat die Stadtmusik Laufenburg, nach eingehender Prüfung der Statuten, dem Aargauischen Musikverein bei. Die Geschichte unserer Stadtmusik wäre aber nicht zu verstehen ohne den Hinweis auf das besondere historische Schicksal unserer Stadt. Nach vielen Jahrhunderten gemeinsamen Gemeindelebens wurde Laufenburg in eine schweizerische und eine badische Gemeinde aufgespalten. So wie die Beziehungen zwischen dem linksufrigen «Gross-Laufenburg» und dem rechtsrheinischen «Klein-Laufenburg» zu eng geknüpft waren, als dass sie durch die Aufteilung in zwei verschiedene Staatsbürgerschaften hätten aus der Welt geschafft werden können, so wenig rissen auch die engen Bande, welche die Stadtmusik während ihrer ganzen Geschichte mit den Musikfreunden am anderen Ufer vereinten. Immer wieder befanden sich hervorragend begabte Musikkameraden, die als Laufenburger zufälligerweise am rechten Ufer lebten, in den Reihen der Stadtmusik; um so bitterer mussten sie die Trennung in Kriegs- und Nachkriegszeiten empfinden.