Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03337.jsonl.gz/226

Eine wichtige Rolle für die Gleichberechtigung von Frauen nahm die Schweizerin Iris von Roten ein. Die Juristin, Journalistin und Frauenrechtlerin wurde 1917 in Basel geboren und wollte schon in frühester Jugend nicht nur Hausfrau und Mutter sein, sondern etwas bewegen.
So wurde die Pionierin für die Gleichberechtigung der Frau nicht nur zur Partnerin ihres Gatten in der gemeinsam geführten Anwaltskanzlei, sondern beharrte auch auf ihre Selbstbestimmung in der Ehe. Da sie während ihrer Arbeit immer wieder negative Erfahrungen machen musste, weil man sie für die Sekretärin hielt, wurde von Roten eine besonders engagierte Feministin.
Die ersten Tätigkeiten im Zuge der Emanzipation
Iris von Roten arbeitete von 1943 bis 1945 für die Zeitschrift Schweizer Frauenblatt in der Redaktion. Sie fühlte sich von Simone de Beauvoirs Buch „Das andere Geschlecht“ inspiriert und schrieb ein eigenes Buch, das 1958 erstmals erschien. Ihr Buch „Frauen im Laufgitter“ sorgte dafür, dass sie in der Schweiz nicht nur allgemein sehr harsch kritisiert wurde, sondern auch von vielen Frauen „zerrissen“ wurde, denn das Werk der „Schweizer Emanze“ löste einen großen Skandal aus. Sie wurde 1959 sogar fälschlicherweise für die Ablehnung der ersten Abstimmung zum Frauenstimmrecht verantwortlich gemacht, welche eigentlich das Werk der wahlberechtigten Männer aus der Schweiz war. In ihrem Buch „Frauen im Laufgitter“ analysierte von Roten die Rolle der Schweizer Frau. Sie forderte darüber hinaus radikal die Gleichberechtigung und Gleichstellung der Frau in jeder Hinsicht. Zudem widmete sie sich auch sexuellen Fragen und entzauberte die traditionellen, weiblichen Werte.
Forderungen in Iris von Rotens Werk
Iris von Roten forderte eine vollständig wirtschaftliche Unabhängigkeit für die Frau, denn sie sollten selbst über ihr Leben bestimmen. Sie war ihrer Zeit damals schon weit voraus, denn ihr Standpunkt war es, dass junge Mädchen nur geschützt waren, wenn sie auch wirtschaftlich auf eigenen Füßen standen. Sie forderte nicht nur die volle Berufstätigkeit für Frauen, sondern auch, dass sich fortan Frauen und Männer Haus- und Erziehungsarbeit teilen sollten. Sie schrieb, es sei für die positive Atmosphäre des Familienlebens nicht notwendig, dass Frauen auf die Rolle der Hausfrau und Erzieherin reduziert werden. Zur damaligen Zeit gingen ihre Forderungen jedoch selbst für fortschrittliche Frauen zu weit. Zwar waren die 3.000 zur Verfügung stehenden Exemplare ihres Buches innerhalb kurzer Zeit ausverkauft, doch erst 1991 wurde es erneut verlegt. Die Neuveröffentlichung von „Frauen im Laufgitter“ war sehr erfolgreich und verhalf ihr ein Jahr nach ihrem freiwilligen Tod zur verdienten Wertschätzung, auf die sie zu Lebzeiten vergeblich wartete.
Am 8. März 2015 folgt der 3. und letzte Teil der Mini-Serie: „Internationaler Frauentag – die wichtigsten Stationen bis heute“
Lesen Sie hier den 1 Teil von „Internationaler Frauentag – die wichtigsten Stationen bis heute 1“