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Das Stillen an der Brust liefert Ihrem Baby die Formel „Vorspeise-Hauptgang-Dessert“, was speziell dem intensiven Wachstum in den ersten Lebenswochen entspricht. Die Zusammensetzung der Muttermilch verändert sich nämlich während des Stillens je nach den Bedürfnissen Ihres Kindes, und das von Geburt an. Deshalb ist die Milch von Frauen, die weit vor dem Geburtstermin gebären, viel reicher an essentiellen Fettsäuren, um die Gehirnreifung von Frühgeborenen zu unterstützen.
Die drei wichtigsten Etappen
Im Laufe der Tage und Wochen verändert die Milch ihre Zusammensetzung.
• In den ersten Tagen: Kurz nach der Geburt trinkt Baby eine gelbliche, dickflüssige und leicht verdauliche Milch. Das ist das Kolostrum, das von Mami ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel produziert wird. Diese Milch ist reich an Antikörpern und somit die beste Nahrung für Neugeborene. Sie hilft dem Baby, seinen ersten Stuhl (Mekonium) auszuscheiden. Sie sollte so oft und so bald wie möglich gegeben werden. Machen Sie sich keine Sorgen über die Menge (20 bis 40 ml bei jedem Mal): Sie entspricht genau den Bedürfnissen Ihres Babys nach der Geburt.
• Vom 3. bis zum 14. Tag: Nach dem Kolostrum kommt die „Übergangsmilch“. Diese dünnflüssigere Milch hat eine leicht orange Färbung und enthält weniger Eiweiss, dafür aber mehr Laktose (Zucker), Fett und Calcium. Diese Phase wird volkstümlich auch „Milcheinschuss“ genannt, das heisst, die Milchproduktion wurde angeregt. Wie erkenne ich den Milcheinschuss? Sie empfinden ein Spannungs- und Wärmegefühl sowie ein leichtes Kribbeln in der Brust. Gut zu wissen: Je öfter Sie Ihr Baby stillen, desto mehr Milch produziert Ihr Körper.
• Gegen Ende der zweiten Woche wird Ihre Milch „reif“. Sie ist weiss-bläulich und durchsichtig, und enthält alles, was Baby für sein Wachstum braucht: Wasser, Proteine, Kohlenhydrate (davon 90 % Laktose für die Entwicklung des Gehirns), Fette (essentielle Fettsäuren), Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Phosphor …) und Vitamine aller Vitamingruppen. Während der Schwangerschaft empfiehlt sich eine zusätzliche Einnahme von Vitamin D. Fragen Sie dazu Ihren behandelnden Arzt oder Frauenarzt.
Alles-in-einem: eine komplette Mahlzeit
• Unglaublich, aber wahr: Muttermilch ändert ihre Farbe und Konsistenz nicht nur im Laufe der Wochen, sondern auch je nach Tageszeit. Und sogar während des Stillens!
Morgens enthält die Muttermilch mehr Laktose. Mittags ist ihr Fettanteil am höchsten und abends ihr Eiweissanteil. All diese Veränderungen sprechen für ein Stillen nach Bedarf hinsichtlich der Stillfrequenz und -dauer, damit Ihr Kind von der ganzen Bandbreite an Nährstoffen, die es für sein Wachstum benötigt, profitieren kann.
• Während des Stillens passt sich die Milch auch Babys Bedürfnissen an. Am Anfang ist die Flüssigkeit fast durchsichtig. Sie ist besonders reich an Wasser und Zucker, um den Durst Ihres Babys zu stillen. Im Laufe des Stillens wird sie immer nahrhafter und enthält mehr Fette und Proteine, um Baby die nötige Energie zu liefern, die es für sein Wachstum braucht. Gegend Ende des Stillens ist der Fettanteil vier Mal so hoch wie am Anfang, um Ihr kleines Leckermaul zu sättigen. Durch dieses Sättigungsgefühl lernt Baby, seinen Appetit zu regulieren. Daher ist es so wichtig, Baby trinken zu lassen bis es sich von der Brust abneigt. Dieses Signal bedeutet, dass es Zeit für die andere Brust ist. Oder aber, dass die Mahlzeit somit beendet ist!