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Da fällt mir - mal wieder - der DDR-Vierteiler über Bachs Leben ein. Der spielt mit seinem mitgebrachten Orchester aus Köthen in Karlsbad vor seinem Dienstherren und dem Markgrafen von Brandenburg u.a. den 7. Satz der Orchestersuite Nr. 2, die Badinerie. Der Marggraf bestellt bei Bach die später so genannten 6 Brandenburgischen Konzerte und fragt, was er da gerade für ein Flötensolo gehört hat. Bach antwortet: "Die Badinerie" "Nie gehört, was bedeutet das?" "Badinerie - wie Tändelei".
sehr schöne Anekdote, da sollten wir mal extra ein neues Thema aufmachen: Anekdoten von Bach.
Ich kenne hauptsächlich das:
Bach sei in Leipzig des Abends schon zu Bett gewesen. Ein Schüler übte in einem anderen Zimmer ein Präludium. Dieser Schüler wollte Bach necken und spielte den Schlussakkord des Präludiums am Ende nicht. Bach konnte nicht anders, er musste aufstehen, ins Musikzimmer gehen und den Schlussakkord spielen.
PS.: Noch eine Frage, gibt es den DDR Vierteiler noch irgendwo als freien Download?
08 Okt 2016 12:33 - 08 Okt 2016 12:41#616 von Klaus Schaaff
Hallo Yo,
danke, aber lohnt sich das ... als freier Download?
nochmals zurück zu:
Badinerie - wie Tändelei
Wiki: Badinerie oder Badinage (frz. „Spaß, Schäkerei“) bezeichnet ein tanzartiges Charakterstück
oder auch: Flirt; Schäkerei; (salopp) Anmache; (oft abwertend) Geschäker, Getändel nach Duden.
Bekanntestes Bachstück dieser Art ist ja der 7. Satz der Orchestersuite Nr. 2, die Badinerie.
Bisher habe ich mit Badinerie haupsächlich die schnelle Tanzform verbunden. Wenn ich die 7. Badinerie mir anhöre, verbinde ich aber damit nicht das emotionale Wechselspiel des Flirts. Dazu fehlen in der Badinerie romantische Elemente. Hat das Wort "Tändelei" im Barock eine weitreichendere Bedeutung, wie z.B. unter Jungs raufen als neckisches Spiel?
Liebe Grüße
Klaus Schaaff
Letzte Änderung: 08 Okt 2016 12:41 von Klaus Schaaff . Begründung: Korrektur
Vor über 300 Jahren verstand man unter Tändelei sicher etwas anderes als heute unter Flirt. Als Maßstab sollten sicherlich nicht die frivolen Sitten und Gebräuche am Hofe des Sonnenkönigs Ludwig XIV. gelten, sondern das, was J.S. Bach zu seiner Zeit darunter verstand. Zum besseren Verständnis empfehle ich die Anschaffung der o.g. zwei DVDs aus der DDR-Produktion. Da erklärt Marchand einer jungen Adeligen des Dresdner Hofes sehr detailliert die Sitten in Versailles. So viel sei verraten: Sie war geschockt.