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Die normalverteilte Neurosensitivität könnte von Psychopathie bis Höchstsensitivität reichen. In diesem Kontext liegt in der Neurodiversitätsperspektive sowohl für Organisationen als auch für neuroatypische Individuen eine grosse Chance.
Im letzten Blog-Artikel wurde dargelegt, dass eine differenziertere Sicht auf hochsensitive Personen mittels der vier Sensitivitätstypen präziser ist. Allerdings sollte auch bei nicht-hochsensitiven Personen eine differenziertere Sicht eingenommen werden. In der Praxis wird oftmals so getan, als würde eine klare Grenze zwischen den rund 20% Hochsensitiven und den anderen rund 80% Menschen existieren. Diese Grundannahme basiert grösstenteils auf den ersten Forschungsarbeiten von Dr. Elaine Aron und ihrem Ehemann Prof. Dr. Arthur Aron (siehe z.B. ARON & ARON, 1997). Obschon diese Pionierarbeit meines Erachtens als bahnbrechend angesehen werden kann, wissen wir heute dank der neusten Sensitivitätsforschung, dass das Spektrum der Neurosensitivität ebenfalls etwas differenzierter ist.
HOCH-, MITTEL- UND WENIGSENSITIVE PERSONEN
Zwei Studien aus dem Jahre 2018 zeigen auf, dass Sensitivität sogenannt normalverteilt ist und dabei drei unterschiedliche Kategorien von Sensitivitätslevels existieren: hoch («high»), mittel («medium») und gering («low») (siehe LIONETTI ET AL., 2018; PLUESS ET AL., 2018). Um Ihnen ein konkretes Bild bieten zu können, ist nachfolgend die originale Verteilung der Sensitivitätslevels der Stichprobe von LIONETTI ET AL. (2018) mit meinen rot-markierten Zusätzen dargelegt:
Die x-Achse legt die Mittelwerte der ‘Highly-Senstive-Person’-(HSP)-Skala dar, welche die jeweiligen Studienteilnehmende mittels Selbstangabe aufwiesen. Die y-Achse zeigt die Häufigkeit an, welche der jeweilige Mittelwert aufweist. Beispielsweise liegt die höchste Häufigkeit bei rund 5 Punkten bei der HSP-Skala. Zudem werden die zwei sogenannten ‘Cut-off’-Werte angegeben, welche die Grenzen zwischen wenig- und mittelsensitiven Personen (= 3.71) sowie zwischen mittel- und hochsensitiven Personen (= 4.66) angeben. In der dargestellten Stichprobe von 906 US-amerikanischen Psychologie-Studierenden sind insgesamt 31% hochsensitiv, 40% mittelsensitiv und 29% wenigsensitiv (LIONETTI ET AL., 2018). Obschon viele Menschen gerne klare Zahlenangaben haben, empfehle ich einen zurückhaltenden Umgang mit solch abgrenzenden Zahlen. Denn wie es bei einer Normalverteilung üblich ist, kann man einfach davon ausgehen, dass die Mehrheit mittelsensitiv ist und dass eine Minderheit von hochsensitiven Personen und eine zweite Minderheit von wenigsensitiven Personen existiert. Wie das genaue Verhältnis ist, erscheint mir zweitrangig. Denn bei der ebenfalls normalverteilten Körpergrösse sprechen wir ja auch einfach von grossen oder kleinen Menschen. Doch niemand weiss genau, wieviele Menschen einer Gesellschaft gross oder klein sind. Und auch ab wann eine Frau oder ein Mann als gross gelten, kann wahrscheinlich niemand genau sagen. Sind es zum Beispiel für einen Mann 175, 180 oder 185 Zentimeter?!
Was mich an der Grafik am meisten fasziniert, sind die beiden Extrembereiche; also unterhalb des Mittelwertes von 1.5 und oberhalb des Mittelwertes von 6.5. Bezüglich letzterem und somit bezüglich höchstsensitiven Personen werde ich in meinem nächsten Blog-Artikel gerne ein paar meiner Ideen präsentieren. In vorliegendem Artikel soll nun erst einmal der untere Bereich der existierenden Sensitivitätslevels erkundet werden. In diesem Kontext betonen die AutorInnen der oben dargelegten Studie folgendes: «Während die Mehrheit der Sensitivitätsstudien auf sensitivere Individuen abzielt, sollte die zukünftige Forschung auch auf diejenigen Individuen fokussieren, welche die mittelsensitive und wenigsensitive Gruppe ausmachen» (LIONETTI ET AL., 2018: 9).
FOKUS AUF WENIGSENSITIVE PERSONEN: ALEXITHYMIE?
Während den ExpertInnen-Interviews im Rahmen meiner preisgekrönten Masterarbeit wurde mein Sensitivitätsverständnis durch einen Beitrag von der Bestsellerautorin Anne Heintze stark geprägt: «Die Unternehmen müssen ja nicht nur die Hochsensiblen, die müssen auch die Alexithymiker kennen. Wenn die nicht herausfinden, wer Alexithymie hat und das nicht im Sinne des Bewusstseins haben, dann prallen Welten aufeinander. Das Phänomen ist dir bekannt?» Als ich verneinte, fuhr Anne Heintze wie folgt fort: «Holla, das ist aber super wichtig. […].10% aller sind gefühlsblind. Und das ist nichts Neues. […] 10% können ihre eigenen Gefühle nicht erkennen und nicht die im anderen. […] Nur, bitte denke an die Alexithymie in deiner Untersuchung, weil stell dir das einfach vor, einer denkt und fühlt sehr intensiv und trifft auf einen Alexithymiker; das ist wie Spanisch und Chinesisch.» Wie in meiner Masterarbeit dargelegt, recherchierte ich nach diesem Beitrag von Anne Heintze nach wissenschaftlichen Studien bezüglich Alexithymie. Tatsächlich ist Alexithymie «ein Persönlichkeitsmerkmal, das mit Schwierigkeiten in der kognitiven Verarbeitung und Wahrnehmung von Emotionen charakterisiert ist» (GOERLICH ET AL., 2012: 1). Die Hauptcharakteristiken von Alexithymie sind eine Reduktion oder sogar Unfähigkeit in der Wahrnehmung und Verbalisierung von Emotionen sowie in der Vorstellungskraft (LARSEN ET AL., 2003: 533). Wenn wir uns an die vier Sensitivitätsfacetten erinnern, welche im ersten Blog-Artikel präsentiert wurden, wird deutlich, dass Alexithymie durchaus auf einen verringerten Sensitivitätslevel verweisen könnte (insbesondere bezüglich der zweiten Sensitivitätsfacette «Verarbeitung von Informationen» sowie der dritten Facette «emotionale Reaktivität und Empathie»). Zudem geht die Forschung tatsächlich davon aus, dass rund 10% von der generellen Bevölkerung alexithymisch veranlagt ist (vgl. z.B. FOLGENDE STUDIE BEI EINER REPRÄSENTATIVEN STICHPROBE AUS DEUTSCHLAND: FRANZ ET AL., 2007).
FOKUS AUF WENIGSTSENSITIVE PERSONEN: PSYCHOPATHIE?
Nun gut; die rund 10% alexithymisch veranlagten Menschen könnten somit einen Teil der wenigsensitiven Bevölkerung ausmachen. Allerdings bleibt dabei meines Erachtens die Frage offen, wie man eventuell Menschen charakterisieren könnte, welche die tiefsten Mittelwerte der HSP-Skala aufweisen. Bereits während meiner Masterarbeit fragten sich meine Betreuerin, Prof. Dr. Julia de Groote, und ich, welche Menschen wohl den tiefsten Sensitivitätslevel aufzeigen. Da Prof. Dr Julia de Groote ursprünglich Psychologie studiert hat und sich somit mit verschiedensten Persönlichkeitsbildern auskennt, brachte sie im Herbst 2015 in einer unserer Masterarbeitsbesprechungen spontan die grossartige Idee ein, dass Psychopathie auf den tiefsten Sensitivitätslevel verweisen könnte. Ähnlich wie bei Alexithymie recherchierte ich auch für diese intuitive Idee nach wissenschaftlichen Indizien. GLENN (2011: 616f.) charakterisiert Psychopathie als «reduzierte Emotionalität (z.B. oberflächlicher Affekt, Furchtlosigkeit, Gefühllosigkeit), abnormaler zwischenmenschlicher Merkmalen (z.B. oberflächlicher Charme, Egozentrik, Falschheit) und verhaltensbezogenen Merkmalen (z.B. Impulsivität, Risikofreudigkeit, Aggressivität), welche zu häufigem, antisozialem Verhalten führen». Deshalb scheint sich Psychopathie bezüglich der dritten Sensitivitätsfacette „emotionale Reaktivität und Empathie“ gerade am entgegengesetzten Ende im Vergleich zu Hochsensitivität zu befinden. Ein weiteres, interessantes Indiz ist neurologisch: Während hochsensitive Personen in der generellen Tendenz überdurchschnittliche Gehirnaktivitäten aufzeigen (vgl. z.B. AVEDEVDO ET AL., 2014, 2018), zeigen psychopathisch veranlagte Personen in der generellen Tendenz unterdurchschnittliche Gehirnaktivitäten auf (vgl. z.B. WEBER ET AL. 2008: 7; GLENN 2011: 613ff.), was zusätzlich auf gegenteilige Charakteristiken bezüglich der Verarbeitung von Informationen hinweist (vgl. Sensitivitätsfacette 2). In diesem Kontext hält der Mediziner Donald Black folgendes fest: «Seit den 1940er Jahren hat sich eine Fülle von Forschung angesammelt, die darauf hindeutet, dass antisoziales und psychopathisches Verhalten auf ein seltsam nicht reagierendes Nervensystem zurückzuführen ist, das die Person chronisch untererregt, wodurch die Person konstant sensorischen Input benötigt, um normale Gehirnfunktion zu erzeugen» (BLACK, 2013: 151). Einige Forschende gehen ausserdem davon aus, dass rund 1% der Bevölkerung psychopathisch veranlagt ist (GLENN 2011: 619)., wodurch die These, dass Psychopathie der linke Extremtyp in der oben dargelegten Grafik darstellen könnte, weiter gestützt wird.
NEURODIVERSITÄT ALS GROSSE CHANCE
Obschon psychopathisch, alexithymisch oder auch hochneurosensitiv veranlagte Menschen offensichtlich von der Norm abweichen, sollten all diese Menschen meines Erachtens weder als krank noch als gestört angesehen werden. Im Kontext solch besonderer Veranlagungen wird in der Wissenschaft nämlich zunehmend von Neurodiversität gesprochen. «Das Konzept von Neurodiversität definiert alle atypischen neurologischen Entwicklungen als normale, menschliche Unterschiede, welche genauso toleriert und respektiert werden sollten wie andere menschliche Unterschiede» (GRIFFIK & POLLAK, 2009; zitiert in JAARSMA & WELIN, 2013: 23). Interessanterweise hat vor Kurzem eine Sensitivitätsstudie im Kontext von Unternehmertum erstmals betont, dass Sensitivität mit der Neurodiversitätsperspektive zusammenpasst (vgl. HARMS ET AL., 2019).
NEURODIVERSITÄT AUS SICHT VON ORGANISATIONEN
Bereits seit den Anfängen unserer Forschung zu (Neuro-)Sensitivität nehmen meine beiden Betreuenden, Prof. Dr. Andreas Hack und Prof. Dr. Julia de Groote, und ich an, dass Organisationen von einer sensitivitätsdiversen Belegschaft profitieren können. Diese Grundannahme basiert unter anderem auf evolutionsbiologischen Überlegungen. Beispielsweise argumentieren der deutsche Evolutionsbiologe Dr. Max Wolf und seine Kollegen, dass der Nutzen von Sensitivität in einer Population abhängig von deren Häufigkeit ist. Erhöhte Sensitivität ist dabei vorteilhaft, wenn sie selten ist, und nachteilhaft, wenn sie häufig ist. Dies verdeutlicht, dass es aus ganzheitlicher Sicht wichtig ist, dass eine Minderheit hochsensitiv ist. Im Kontext von Neurodiversität kommen Prof. Dr. Robert Austin und Prof. Dr. Gary Pisano in ihrem Artikel im renommierten Harvard Business Review zu ähnlichen Schlussfolgerungen. Die beiden Autoren legen dar, dass Pionierunternehmen wie z.B. SAP oder Microsoft dank ihrer Neurodiversitätsprogramme insbesondere bezüglich autistischer Personen sehr grosse Erfolge erzielten. Anhand einer Metapher von SAP werden diese Erfolgspotenziale klarer: «Menschen sind wie Puzzle-Teile, unregelmässig geformt. In der Vergangenheit haben Unternehmen Mitarbeitende gebeten, ihre Unregelmässigkeiten zu beseitigen, da es einfacher ist, Menschen zusammenzufügen, wenn sie alle perfekte Rechtecke sind. Dafür mussten die Mitarbeitenden ihre Unterschiede zu Hause lassen – Unterschiede, die Unternehmen jedoch benötigen, um innovativ zu sein» (AUSTIN & PISANO, 2017: 12). Daher kommen Prof. Dr. Robert Austin und Prof. Dr. Gary Pisano schliesslich zum Schluss, dass Neurodiversität einen Wettbewerbsvorteil darstellen kann. Diese Ansicht teile ich insbesondere hinsichtlich Branchen, in denen Innovationen entscheidend sind. Und interessanterweise gibt es bereits erste Studien, welche aufzeigen, dass hochsensitive Personen besonders kreativ sind (vgl. z.B. BRIDGES & SCHENDAN, 2019a, 2019b), wobei Kreativität als besonders wichtiger Faktor für Innovationen gilt (vgl. z.B. AMABILE, 1988).
Im Kontext von Neurodiversität möchte ich noch kurz auf das in heutigen Unternehmen zunehmend wichtige Diversity Management zu sprechen kommen. Dank des renommierten Diversity-Management-Forschers Dr. Thomas Köllen, welcher ebenfalls am Institut für Organisation und Personal der Universität Bern forscht und lehrt, wurde mir bewusst, dass die 'Kategorisierung' von Menschen ein durchaus zweischneidiges Schwert sein kann. Einerseits können Kategorisierungen substantiell dazu beitragen, dass eine dominante Mehrheit die Besonderheiten bestimmter Minderheiten überhaupt erst wahrnimmt und damit auch deren speziellen Bedürfnisse besser erkennt und anerkennt. Andererseits können Kategorisierungen aber auch der Ausgangspunkt für Grenzziehungen zwischen diesen Gruppen sein, die dann zur Etablierung zwischenmenschlicher Distanzen beitragen können. Auf Seiten der Gruppenmitglieder kann die inhaltliche Aufladung der Kategorien zudem zu Überidentifizierung mit den angenommenen Eigenschaftsstrukturen führen (z.B. indem sich Hochsensitive mit der erhöhten Anfälligkeit für Überstimulation überidentifizieren) und im Zusammenspiel mit den damit verbundenen Erwartungshaltungen von aussen kann dies den Selbstentwurfsspielraum für die einzelne Person einschränken. In diesem Kontext empfehle ich hochsensitiven Personen eine bedürfnisorientierte Sicht- sowie Kommunikationsweise, bei der die Kategorien zwar im Hinterkopf behalten, aber nur selten explizit ausgesprochen werden.
NEURODIVERSITÄT AUS SICHT VON HOCHSENSITIVEN PERSONEN
Meines Erachtens fokussieren sich SensitivitätsprakterInnen aktuell allzu sehr auf die hochsensitiven Personen selbst. Beispielsweise ist mir lediglich die Bestsellerautorin Eliane Reichardt bekannt, welche in ihrem sehr empfehlenswerten Buch «hochsensibel» von einer normalverteilten Sensitivität ausgeht und somit implizit auch wenigsensitive Personen in ihr Sensitivitätsverständnis integriert. Als weitere Ausnahme sei auf die Münchner Diplom-Psychologin Petra Tomschi verwiesen, welche im August 2018 einen interessanten Blog-Artikel über die «Unfähigkeit zum Perspektivwechsel» verfasste, welcher auf Personen mit besonders tiefen Sensitivitätslevels abzielt.
Wie im zweiten Blog-Artikel dargelegt, ist es zentral, dass hochsensitive Personen ihre persönlichen Ressourcen stärken (wie z.B. durch regelmässiges Achtsamkeitstraining). Allerdings glaube ich, dass hochsensitive Personen ebenfalls stark davon profitieren können, wenn sie sich nicht nur über sich selbst, sondern auch über wenigsensitive und insbesondere psychopathische Zeitgenossen bewusster werden. Denn ich glaube, dass unaufmerksame Hochsensitive durch ihre erhöhte Empathie besonders gefährdet sind, um manipulativ-psychopathischem Verhalten auf den Leim zu gehen. Einerseits ist dabei wichtig, dass Psychopathie längst nicht mit Kriminalität einhergehen muss. Der Begründer der Psychopathie-Forschung, Prof. em. Dr. Robert Hare, und andere, anerkannte Psychopathie-Forscher sprechen daher von «erfolgreichen Psychopathen», welche beispielsweise in Führungspositionen überrepräsentiert sind. Andererseits ist ebenfalls zu betonen, dass die neuste Psychopathie-Forschung nicht mehr davon ausgeht, dass es sich um eine klar abgrenzbare Gruppe von rund 1% handelt, sondern dass Psychopathie ebenfalls ein Kontinuum darstellt (vgl. z.B. GLENN ET AL., 2011). So wie alle Menschen mehr oder weniger neurosensitiv sind, sind auch alle Menschen mehr oder weniger psychopathisch.
MEIN PERSÖNLICHER UMGANG MIT NEURODIVERSITÄT
Bereits als Jugendlicher habe ich mir immer wieder die Frage gestellt, ob ein positives oder negatives Menschenbild wohl am passendsten ist. Im Kontext vorliegender Ideen habe ich in den letzten Jahren zunehmend ein differenziertes Menschenbild entwickelt. Das heisst, dass ich zwischenmenschliche Differenzen anerkenne, jedoch (möglichst) nicht werte. Zudem bedeutet dies für mich, dass ich in zwischenmenschlichen Interaktionen differenziert handle. Früher habe ich allen, mir noch unbekannten Menschen in etwa gleich viel vertraut. Heute gibt es Menschen, denen ich auch nach längerer Zeit relativ wenig vertraue. Im starken Gegensatz dazu gibt es Vertrauenspersonen in meinem Leben, denen ich bereits nach relativ kurzer Zeit ein paar meiner grössten Geheimnisse anvertraut habe. Zudem achte ich heute bewusst darauf, dass ich nicht manipuliert werde. Manipulationen können dabei äusserst subtil sein. Beispielsweise haben meines Erachtens bereits subtile Versuche, bei anderen Menschen ein schlechtes Gewissen herbeizuführen, einen manipulativen Charakter. Im Grossen und Ganzen kann ich festhalten, dass das differenzierte Menschenbild meine bereits seit jeher qualitativen, zwischenmenschlichen Beziehungen erfreulicherweise nochmals substantiell verbessert hat.
Abschliessend möchte ich betonen, dass der vorliegende Artikel keine wertende Haltung einnehmen soll. Menschen sind zwar nicht gleich, aber sie sind alle gleichwertig. Dennoch darf man meines Erachtens eine differenzierte Herangehensweise gegenüber seinen Mitmenschen einnehmen. Denn Naivität ist meines Erachtens genauso wenig erstrebenswert wie eine abwertende Haltung.
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Patrice Wyrsch, im Juli 2019