Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03616.jsonl.gz/750

In Barcelona sind tausende Studenten für eine Unabhängigkeit Kataloniens und gegen Pläne der Zentralregierung zur Entmachtung der Regionalregierung auf die Strasse gegangen. Die Demonstranten trugen rote Nelken und die rot-gelbe Unabhängigkeitsflagge Kataloniens
«Besatzungstruppen raus!», skandierten sie mit Blick auf Madrid als sie durch das Zentrum der Stadt zogen. «Wir sind hier, um die katalanischen Institutionen zu verteidigen», sagte der 18-jährige Pol Moratalla. «Alles, was wir erreicht haben, ist diese ganze Repression», sagte die 15-jährige Schülerin Paula Sanchez.
Die Bewegung Universitäten für die Republik und die Studentengewerkschaft hatten zu einem Tag des Streiks an den Hochschulen in den grössten Städten Kataloniens aufgerufen.
Zuvor war eine mit Spannung erwartete Erklärung des katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont vorerst abgesagt worden. Eine Begründung dafür gab die Regionalregierung nicht bekannt.
Puigdemont hatte sich die ganze Nacht bis in die frühen Morgenstunden mit Beratern und Politikern seines Regierungsbündnisses beraten. Er hatte zunächst für 13.30 Uhr eine Erklärung angekündigt, diese dann auf 14.30 Uhr verschoben, bevor sie schliesslich abgesagt wurde.
Unklar blieb, ob Puigdemont seine Erklärung am späteren Nachmittag abgeben würde. Um 17.00 Uhr will das katalanische Parlament über die weiteren Schritte im Streit mit Madrid über eine Unabhängigkeit Kataloniens beraten.
Im Vorfeld hatte es Spekulationen gegeben, Puigdemont könnte in dem angekündigten Statement die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien erklären oder Neuwahlen ausrufen. Der Regionalpräsident steht unter enormem Druck auch aus seiner eigenen Partei, Neuwahlen auszurufen, um eine Eskalation der Krise mit Madrid zu verhindern.
Der spanische Senat will sich am Freitag mit der Forderung von Ministerpräsident Mariano Rajoy befassen, die Regionalregierung gemäss Verfassungsartikel 155 zu entmachten sowie binnen sechs Monaten Neuwahlen in Katalonien anzusetzen. Eine Zustimmung der Parlamentskammer in Madrid gilt als sicher. (sda/dpa)