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von
Aernen,
Mörel und
Münster einen Vertrag, in welchem er sich zur Bezahlung eines Lösegeldes und zu andern Zugeständnissen
verpflichtete.
Münster ist die Heimat des Geschlechtes derer von
Riedmatten, das dem Wallis
fünf
Bischöfe gegeben hat und dessen
Stammhaus heute zum Gasthof umgewandelt ist. In ihm wurden einst die Reisenden über die
Furka und die
nach
Einsiedeln wallfahrenden
Walliser gastfreundlich aufgenommen. Die geräumige und reich ausgestattete Pfarrkirche enthält
einen grossen gotischen Altar, dessen künstlerisch verzierte Flügel heute vor dem Abendmahltisch angebracht sind, bemerkenswerte
Glasgemälde und eine aus 1491 datierende Sakristeitüre.
Das grosse Hauptportal aus
Holz ist mit Schnitzereien von der Hand des Pfarrers
Ritz verziert, von dem
auch im Pfarrhaus noch interessante geschnitzte Möbel vorhanden sind. Links vom Säulengang (Peristyl) befindet sich eine
Reliefskulptur, die den von seinen Jüngern verlassenen Heiland darstellt. Ueber dem Dorf steht nahe dem
Wildbach eine St.
Antonskapelle, wo die Bauern für Heilung ihres kranken Viehes zu beten pflegen. 1235: ecclesia de Monasterioapud Gomes.
(Kt. Wallis,
Bez. Goms).
2500-1342 m.
Wildbach; entspringt dem kleinen
Münstergletscher und den Firnfeldern an den
Rossenhörnern
hinten über dem
Münsterthal, durchfliesst dieses wilde und abgelegene Thal in raschem
Lauf, mündet n.
Münster ins
Rhonethal
aus, teilt dieses Dorf in zwei Hälften, umfliesst den mächtigen Sturzschutthaufen bei
Münster und mündet
nach 6 km langem
Lauf in 1342 m von rechts in die
Rhone. Sein
Lauf zeigt einen schönen
Schnitt durch den S.-Flügel des Aarmassives
vom Protoginkern an bis zu der aus Gneis und Glimmerschiefer bestehenden Randzone.
(Kt. Thurgau,
Bez. Kreuzlingen,
Gem.
Scherzingen). 399-420 m. Ortschaft, am linken Ufer des
Bodensees und 5 km sö. Konstanz.
Besteht aus drei getrennten Teilen: der Gruppe des Kantonsspitales auf einer kleinen Anhöhe s. über der Bahnlinie,
derjenigen
der kantonalen Irrenheilanstalt zwischen der Eisenbahn und dem
See und der 500 m w. vom
Spital und der Irrenanstalt stehenden
Gruppe um die Station (Linie
Romanshorn-Konstanz). Postbureau, Telegraph, Telephon. 31
Häuser, 640 reform.
und kathol. Ew. Reformierte Kirchgemeinde
Scherzingen und katholische Kirchgemeinde Münsterlingen.
Acker-, Wein-, Obst- und Gemüsebau. Das mächtige vierstöckige Hauptgebäude von je 80 m Seitenlänge des Kantonsspitales
ist ein 1700 gestiftetes ehemaliges Benediktiner-Frauenkloster. Die n. davor stehende stolze Klosterkirche hat eine schöne
Kuppel und eine berühmte Gruft und dient heute dem Gottesdienst der katholischen Kirchgemeinde Münsterlingen
sowie der ruhigen Irren alten und neuen Glaubens. Neben dem
Spital die Verwaltungsgebäude der Domäne Münsterlingen.
Die prachtvolle Irrenheilanstalt ist nach dem Pavillonsystem erbaut und steht auf einer in den
See vorspringenden Halbinsel.
Beiden Anstalten liefert eine 60 pferdige Dampfmaschine das elektrische Licht. In der Irrenanstalt sind
zwischen den einzelnen Pavillons kleine Geleiseverbindungen angelegt, die den Transport von Waren und Speisen vom einen zum
andern erleichtern. Zwei Pumpen schöpfen im
See aus einer
Tiefe von 29 m das nötige Brauchwasser herauf (29000 l per sec.).^[Berichtigung: per Stunde.] Die Zahl der Angestellten beträgt 70, die der Kranken im Durchschnitt 370. Der
Spital hat 54 Angestellte und im Durchschnitt 120 Kranke. Lage und Aussicht von Münsterlingen sind ausserordentlich
schön.
Die Gründungsurkunden von Münsterlingen sind in den kriegerischen Zeiten des 11. Jahrhunderts verloren gegangen. Die älteste
Urkunde stammt aus 1125 und berichtet von einem hier befindlichen kleinen
Frauenkloster das zu zerfallen
drohte, weshalb Kaiser Heinrich V. dem
BischofUlrich von Konstanz den Wiederaufbau gestattete und ihm zu diesem Zweck verschiedene
Gefälle und Zehnten verlieh. Der Ueberlieferung nach soll dieses Kloster von einer englischen Königstochter gestiftet worden
sein, die ihren auf seine Thronansprüche verzichtenden und 962-996 als Abt von
Einsiedeln amtenden Bruder
Gregor besucht hätte.
Ihr Name ist nicht genau bekannt. Nach Pupikofer soll die Prinzessin auf der Rückfahrt über den
Bodensee von einem furchtbaren
Sturm überrascht worden sein, worauf sie Gott um Rettung bat und ihm gelobte, an der gleichen Stelle, wo das Schiff landen
würde, ein Kloster zu bauen. Sie entkam dem Untergang und hielt ihr Wort. So entstand ein kleines Gotteshaus mit einigen
Gemächern für die Frauen, die sich hier dem Dienste
Gottes zu weihen gedachten. Diese Stiftung erhielt den Namen Monasteriolum,
Münsterlin = kleines Kloster, woraus sich mit der Zeit die Form Münsterlingen gebildet hat. Eine aus 1497 datierende
Bulle des Papstes Alexander VI. erklärt diese Gründungslegende für sehr wahrscheinlich. Das Kloster stand zuerst unter
der Aufsicht des
Bischofes¶
mehr
von Konstanz; doch stellten sich die Nonnen zu dieser wilden Zeit des Faustrechtes bald unter den Schutz der Freiherren von
Altenklingen, die dann bei Schönenbaumgarten eine kleine Veste erbauten. Schon im 14. Jahrhundert lebten hier 60 Nonnen. In
diesem Kloster fand 1418 die Zusammenkunft zwischen Kaiser Sigismund und dem geächteten Herzog Friedrich
von Oesterreich (Friedrich mit der leeren Tasche) statt, in der dieser seine Auflehnung gegen das Konstanzer Konzil und seine
Parteinahme für den abgesetzten Papst Johann XXIII. abbat und dafür seine konfiszierten Ländereien (Aargau,
Thurgau,
Rheinthal etc.) wieder
zurückerhielt.
Zur Zeit der Reformation trat die Mehrzahl der Nonnen dem neuen Glauben bei. Die sieben alten Kantone,
deren Untertanenland der Thurgau
war, stellten aber 1549 das Kloster wieder her und gaben es den Benediktinerinnen von Engelberg.
Im Kloster hausten während der Belagerung von Konstanz 1633 eine zeitlang die Schweden. Da es zu feucht war, wurde es
von den Nonnen um 1709 verlassen, die dann ein wenig davon entferntes neues Haus (das des jetzigen Spitales)
bezogen, dessen Bau 10 Jahre gedauert hatte.
Als das Kloster 1798-1803 häufig den durchziehenden Truppen Unterkunft geben musste, kam es in Schulden, die sich 1836 bis
auf 68000 Gulden (bei 215000 Gulden Aktiven) gesteigert hatten. Es kam nun unter die Aufsicht des Staates,
der die Zahl der Insassen auf 20 beschränkte. Unterdessen hatte sich schon längst das Bedürfnis nach einem Spital fühlbar
gemacht, zu welchem Zweck ein besonderer Fonds gestiftet worden war, der 1826 über 61000 Gulden und 1836 über 171000 verfügte.
Da beschloss der Grosse Rat, den Spital im Kloster Münsterlingen unterzubringen, das gross genug dazu
war, ohne dass man die Nonnen zu belästigen brauchte.
Das alte Kloster am See wurde zur Aufnahme der Geisteskranken und das neue Kloster als Spital bestimmt und beide Anstalten 1840 eröffnet.
Seit der Aufhebung der Klöster 1849 dient das neue Haus ausschliesslich dem Kantonsspital. Um dem stets
zunehmenden Platzmangel abzuhelfen, genehmigte das Volk 1895 einen Kredit von 550000 Fr., welche Summe zum Bau der jetzigen
Irrenheilanstalt verwendet wurde. Der Spital hat bis heute 18900, die Irrenanstalt 4800 Kranke verpflegt. Das Wappen des Klosters
zeigte ein goldenes Malteserkreuz in silbernem Feld. (Thurg. Neujahrsblatt. 1854, 56).