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Grossbritannien decke heute rund 70% des Elektrizitätsbedarfs mit Strom aus fossilen Primärenergien. Deren Preise hätten sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt.
Um die Freisetzung von Treibhausgasen zu vermindern, unterstützt die britische Regierung vermehrt den Bau von Gaskraftwerken. Wenn der Gaspreis um weitere 10% steigt, wäre es für das Land laut Wood Mackenzie indessen besser, jetzt mit dem Bau von Kernkraftwerken zu beginnen, um in zehn Jahren über die wirtschaftlich günstigste Stromproduktion zu verfügen. Neue Kraftwerke werden zu diesem Zeitpunkt benötigt, um einerseits den steigenden Bedarf zu decken und andererseits alte Kraftwerke zu ersetzen. Wie Wood Mackenzie im Bericht vorrechnet, wird die auf den 1. Januar 2005 wirksam werdende Treibhausgasabgabe von GBP 5,40 pro t Kohlenstoff (rund CHF 12,20/t) den Kostenvorteil der Kernenergie zusätzlich stützen. Bei einer angenommenen Reaktorlebensdauer von 25 Jahren koste die Stromerzeugung in einem britischen Kernkraftwerk einschliesslich Entsorgungskosten GBP 37,00/MWh (rund 8,4 Rp./kWh), in einem Kohlekraftwerk nach der Einführung der Treibhausgasabgabe im kommenden Jahr jedoch GBP 41,30/MWh. In einem Gaskraftwerk erzeugter Strom werde ab 2015 - wenn die Treibhausabgabe ihre volle Wirkung entfalte - auf GBP 40,00/MWh zu stehen kommen. Aus dieser Sicht wäre es wirtschaftlich sinnvoller, sofort mit dem Bau neuer Kernkraftwerke zu beginnen, statt zuerst neue Gaskraftwerke zu erstellen.
Das Beratungsunternehmen Wood Mackenzie wurde vor rund 25 Jahren gegründet. Es hat seinen Sitz im schottschen Edinburgh und berät vor allem Industriefirmen in den Bereichen Primärenergie mit Schwerpunkt Erdöl und -gas sowie Biologie und Landwirtschaft.
Quelle
P.B. nach nucpros.com, 29. August 2004