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Wo blieb die Empörung beim Kahlschlag am Crestasee?
Biodiversität: Den Wolf als Hüter des Schutzwalds bezeichnen - aber den Kahlschlag am Crestasee tolerieren?
Das Bündner Komitee «Jagdgesetz Nein» ist der Meinung, dass der Schutzwald auf den Wolf angewiesen sei. Studien würden belegen, dass dort, wo der Wolf lebe, weniger Wildverbiss registriert werde. Dann könnte man aber auch einfach die Zahl des jährlich durch die Jäger zu schiessenden Wilds erhöhen. Jäger würden nämlich nicht auch noch den Alphirten ihre - wiederum schützenswerten Tiere – wie z.B. Kälber von Rätischem Grauvieh oder sonstige als «spezie rare» bezeichnete Tiere aus geschützten Herden - töten, was wiederum der Biodiversität zuträglicher wäre.
Dass jetzt der Wolf als Waldhüter bezeichnet wird, weil der Wildverbiss vermindert wird, ist seltsam. Wo blieb denn der Aufschrei der Pseudolinken beim Kahlschlag am Crestasee? Gehörten die seltenen, hochgewachsenen Tannen am Ufer nicht zum Schutzwald von Trin? Oder gilt die Bezeichnung «Schutzwald» nur für den gezüchteten Jungwald, der aus einer Monokultur von Tannen ohne Laubbäumen besteht, was ökologisch sowieso umstritten ist, da diese Anpflanzung einen Mischwald verunmöglicht und so für die Biodiversität nicht sinnvoll ist. Der Kahlschlag der gesunden, hochgewachsenen Tannen am Crestasee-Ufer wurde seinerzeit nämlich ausgerechnet damit begründet, dass sich dadurch Laubbäume mehr verbreiten könnten.
Die Tannen am Crestasee-Ufer waren deshalb so hoch gewachsen, weil sie durch die grossen Wassermengen im Boden bei ihrem Wachstum so an Höhe gewinnen konnten. Studien zu den Auswirkungen der Klimaerwärmung besagten, dass in Zukunft Tannen überall niedriger werden, da es weniger Wasser im Boden gibt. Somit hat man tatenlos zugesehen, wie ein Stück «spezie rare» einfach verschwand durch einen nicht nachvollziehbaren Kahlschlag und jetzt geht dieser Kahlschlag einfach auf der rechten Seeuferseite weiter. So viel Schaden am Wald könnten Rehe und Hirsche durch Wildverbiss - mit oder ohne Wolf - nicht verursachen.
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