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In 1634 erwarb der Zürcher Hans Hartmann Escher die Herrschaft von Wülflingen zusammen mit dem Schloss von Alt-Wülflingen. Später in den Jahren 1644-1645 liess er im Tal einen dritten komfortableren herrschaftlichen Wohnsitz bauen, der nichts anderes ist als das heutige Schloss von Wülflingen. Das Schloss und das Rechtsprechungsrecht, das ihm angehörte, ging von den Händen seiner Familie zu Meiss von Zürich über. In 1725 erhielt der Schwiegersohn von Hartmann Meiss, Salomon Hirzel (1672-1755), als künftiger General im holländischen Dienst, das Eigentum von Wülflingen sowie die Rechtsprechungsmacht auf die Herrschaft. Leider war seine Sohn, Oberst Salomon II Hirzel (1719-1791), gezwungen, einen Teil des ausgedehnten Besitzes zu veräussern. In 1760 gelangte das Schloss in den Besitz der Stadt Winterthur und dann in 1767, an seinen Verwalter Johannes Sulzer (1705-1796) der Schwager des Obersts Hirzel, der die Grundgebäude vollständig erneuerte.
Während eines grossen Teiles des 19. Jahrhunderts diente Wülflingen als Gasthof. Im Jahre 1906 wurde das Gebiet durch ein Konsortium, das die prächtige Möbel liquidieren wollte, gekauft. Um dies zu verhindern wurde eine Genossenschaft gegründet. Sie kaufte den Grundbesitz zurück und teilte mit der Stiftung Gottfried Keller die Eigentumsrechte der historischen Gebäude. Im Jahre 1911 übernahm die Stadt Winterthur den Nachlass der Genossenschaft, während die Stiftung Gottfried Keller seinen Eigentumsanspruch beibehielt (drei sogenannte Gerichtsstuben. Herrenstube und obere Gaststube).
Wenn man das Tor öffnet, gelangt man in eine Halle, die sich bis zum Hof des Gebäudes ausdehnt. Von dort führt einer Treppe zu den oberen Stockwerken. Ein Vorzimmer versorgt links und rechts die zwei Hauptsäle, den Gerichtssaal und den Aufenthaltssaal. Ähnlich sieht es im oberen Stockwerk aus mit dem herrschaftlichen Zimmer und dem Gastgebersaal. Die Küche und die sekundären Zimmer befinden sich in den hinteren Teil des Gebäudes. Der Gerichtssaal (untere Gaststube), besitzt eine geschickte Wandverkleidung von 1646, in 1757 bemalt, mit einem Sockel und einem feinen Kranzgesims, der sich unter der Decke erstreckt. Das Zimmer gegenüber - früher das Zimmer von Salomon Landolt - wurde ebenfalls bemalt. Diese zwei Zimmer sind das Werk von Christoph Kuhn von Rieden, ein sehr gefragter Maler-Dekorateur zu dieser Zeit. Der Südwestwinkel des oberen Stockwerkes wird durch die Herrenstube mit viereckigem Grundriss besetzt. Seine architektonischen Wandverkleidungen sind vergleichbar mit jenen des Lochmannsaals im Langer Stadelhof von Zürich (heute im Schweizerischen Nationalmuseum). Dieses Zimmer erinnert an die frühere Pracht des Schlosses.