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Geysier im Yellowstone NP
British Columbia - Yellowstone National Park
Auf der Fahrt durch British Columbia sah ich leider wegen des Rauches der Waldbrände nichts von der Landschaft. In Kelowna besuchte ich den Bruder meiner Tante und wurde von der Familie Odermatt herzlich empfangen. Sie erzählten mir vom Leben in Kanada, deckten mich mit Gemüse und Früchte ein und Jamie organisierte für den Sprinter einen Termin für Oel- und Filterwechsel. Von den vielen Schotterpisten waren die Filter voll von Staub und Mücken.
Die Sonne war auch wieder schwach am Himmel zu sehen und auf der Fahrt nach Süden auf der 97er Strasse, meinte ich im Südtirol zu sein. Obst- Gemüse- und Weinbau mit Verkaufsständen neben der Strasse und schöne Landhäuser.
Der US-Zoll ist ein Hochsicherheitstrakt mit unglaublichen Ueberwachungs- und Durchleuchtungsanlagen. Der Dame an der Barriere erklärte ich, dass ich eine Visumsverlängerung wünsche. Für die Fahrzeuginspektion musste ich auf die Seite fahren und ein Beamter mit Gummihandschuhen kam. Ich musste ihm den Kühlschrank zeigen und er nahm alle Tomaten raus. Das Fleisch, Gurken, Spargeln und Trauben interessierten ihn nicht. Der Küchenchef der Kantine hat ihm vermutlich mitgeteilt, wenn ihr Spagetti mit Sugo wollt, müsst ihr mir Tomaten bringen. Nach einigem hin und her und mit der Hilfe von der Dame an der Barriere erhielt ich neue 90 Tage Aufenthalt für die USA.
Südlich der Grenze war das "Südtirol" weniger gepflegt und der Rauch wurde auch wieder mein Begleiter. Bei Grand Coulee wird der Columbia River von einem mächtigen Damm über 100 km weit zurückgestaut. Das Kraftwerk zählt zu den grössten Weltweit. Auf der Strasse Nr. 2 nach Spokane waren unentliche Ackerflächen zu sehen die dann zur Steppe wechselten. In Davenpot waren viele Pickups mit Viehanhängern an der Strasse abgestellt was mich neugierig machte. Durch die Lautsprecheransagen war der Ort des Geschehens schnell gefunden. Alle Besucher trugen Cowboy-Stiefel und Hut, das Rodeo war im vollen Gange. Mit viel Spektakel wurden verschiedene Vorführungen gezeigt. Kälber mit dem Lasso fangen, geschwindigkeits reiten um einen Kurvenparcour, bei Dreiergruppen von Kindern wurde die Zeit gestoppt wenn einer auf dem Rücken eines Esels sass. Die hohen Tempos und die Wendigkeit der Pferde war beeindruckend, ebenso die Arbeit der Reiter, in einer Hand das Lasso mit der andern das Pferd führen und das alles ohne angeschraubt zu sein. Leider konnte ich keine Fotos machen da es Dunkel war und die Lichtanlage nicht zu den Top-ten gehöhrte.
Ab Spokane fuhr ich auf der Autobahn Nr. 90 westwärts immer auf über 1000 m Höhe. Die Landschaft ist sehr schön und Abwechslungsreich mit Bergen, Wälder und immer dem Fluss entlang. Auf dem Lookout Pass 1440 m ist ein Skigebiet mit einem alten 1-er Sessellift und im Sommer besuchen viele die Mountenbike-Trails. Später zweigte ich auf die Strasse Nr. 12 ab, die über den Helena Pass 1926 m führt und dann auf der Strasse Nr. 89 südwärts zum Yellowstone National Park.
Der Yellowstone National Park ist das schönste was ich bis jetzt an Naturwunder gesehen habe. Der Park liegt auf einer Höhe von 1800 - 3200 m und bietet mit seiner abwechslungsreicher Landschaft grandiose Naturbilder. Berge mit Nadelwald bis über 3000 m, tiefe Schluchten und Wasserfälle, Steppe mit grossen Bisonherden, heisse Quellen und viele Geysiere die nach Zeitplan das heisse Wasser in die Luft schleudern. Durch die gelösten Mineralien im Wasser und mit Hilfe von Bakterien entstehen unglaubliche Farbpaletten. Bei den grössten Geysieren sind eine halbe Stunde vor der Eruption schon alle Sitzplätze belegt. Es ist ein fantastisches Schauspiel den Wasserfrontänen zuzuschauen die unter Einwirkung des wechselnden Windes skurrile Formen annehmen. Auch die Tierwelt ist grosszügig vorhanden. Mit dem Feldstecher konnte ich Wölfe beobachten, ein Fuchs mit erbeutetem Squirrel läuft längere Zeit vor meinem Wohnmobil her. Die grossen Bisonherden überqueren die Strasse, Rot- und Wapitihirsche sind scheuer, diverse Reharten und die Antilope Pronghorn lassen sich sehen. Viele Vogelarten, wie Gänse, Falken, Adler und weitere Unbekannte konnte ich beobachten. Am zweiten Tag im Park schneite es, dass sogar die Strasse weiss war. Die andern Tage war es heiss bis zu 30 Grad und in der Nacht viel das Thermometer fast unter Null. Infolge eines verlängerten Wochenendes hat es sehr viele Besucher und so fuhr ich weiter zum südlich angrenzenden Grand Teton National Park, aber auch hier ist alles überfüllt von Besuchern. Mit Glück fand ich einen Stellplatz und war jeweils um 07.30 Uhr bereits auf den Wanderwegen unterwegs. Es hat viele Seen und Flüsse und über alles ragt der Grand Teton mit seinen 4197 m Höhe. Bisons, Pronghorn, Elche und Weisskopfseeadler waren auch hier zu sehen.