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In der Schweiz arbeiten, in Deutschland wohnen. Für viele Menschen macht das durchaus Sinn. Vor allem wenn sie in Grenznähe wohnen. Beim Wohnen in Deutschland profitiert man von den niedrigen Lebenshaltungskosten. Das Arbeiten in der Schweiz beschert einem am Ende ein hohes Einkommen. Das hört sich zumindest in der Theorie gut an.
Deutsches vs. Schweizer Gehalt
Im Schnitt verdienen Arbeitnehmer in der Schweiz etwa 7.000 CHF brutto pro Monat. Das Gehalt liegt deutlich über dem Durchschnittslohniveau in Deutschland. Dort verdienen Arbeitnehmer etwa 3.400 € pro Monat. Das entspricht rund 3.750 CHF. Wird ein Schweizer Gehalt nun am Monatsende auf ein Deutsches Konto überwiesen, kann sich das Geld je nach Eurokurs etwas vermehrt haben. Rechnet man den Schweizer Bruttolohn um, kommt man etwa auf 6.350 € brutto pro Monat. Hier schneidet man in Deutschland also deutlich schlechter ab. Generell sollte man hier immer im Auge behalten, wie sich der aktuelle Euro-Kurs entwickelt.
Wohnen in Deutschland
Mieten in der Schweiz können ziemlich teuer sein. Wirft man einen Blick auf die Kosten kann es sich schon lohnen in Deutschland zu wohnen, vor allem, wenn man in der Nähe der Grenze arbeitet. Schaut man sich zum Beispiel die Mieten in Basel an: Eine 2 Zimmer Wohnung mit 50 m² kostet hier aktuell im Schnitt 1.200 CHF oder sogar noch mehr. Zudem gestaltet sich die Wohnungssuche in den oft überfüllten Ballungszentren zu Zeiten doch etwas schwierig.
Die Alternative wäre es, in Deutschland zu wohnen und weiterhin in der Schweiz zu arbeiten. Hier bekommt man beispielsweise in Lörrach bereits eine 70m² Wohnung mit zwei oder mehr Zimmern für unter 1.000 €.
Auch das Bauen in Deutschland ist deutlich günstiger als in der Schweiz. Günstiges Bauland bekommt man zwar schon ab 200 bis 400 CHF pro Quadratmeter, der Schnitt liegt allerdings bei 600 bis 800 CHF. Wer jedoch in einer besonders guten Lage wohnen möchte, etwa in der Stadt, zahlt möglicherweise schon bis zu 2.000 CHF oder mehr pro Quadratmeter.
In Deutschland legt man in Grenznähe für eine gute Lage bis zu 1.200 € pro Quadratmeter hin. Dementsprechend kleiner muss die für den Bau aufgenommene Kreditsumme sein. Falls bereits ein Haus existiert und gekauft wurde, kann man mit einem Ausbau des Hauses den Wert steigern. Entsprechende Konditionen findet man unter anderem im Vergleich bei smava.
Lebenshaltungskosten
Im Vergleich zu Deutschland liegen die Mietkosten in der Schweiz deutlich höher. Aber auch die Lebensmittel sind hier bis zu 30 % teurer. Man muss nun aber nicht unbedingt gleich nach Deutschland ziehen, um von diesen niedrigen Kosten zu profitieren. Wer in der Nähe der Grenze wohnt, kann auch einfach nur zum Einkaufen nach Deutschland fahren. Das spart bares Geld, denn beim Einkauf gibt es für Schweizer Mehrwertsteuer zurück.
Steuern
Grundsätzlich ist es so, dass dort die Steuern gezahlt werden, wo man auch wohnt. Wer in Deutschland wohnt, ist also auch dort steuerpflichtig. Dennoch werden 4,5 % vom Arbeitgeber als sogenannte Quellensteuer einbehalten, der Rest wird dann in Deutschland versteuert. Der einbehaltene Betrag kann aber angerechnet werden.
Bleibt man allerdings in der Schweiz sieht es aus Steuersicht besser aus. Denn es werden nur insgesamt maximal 12 % des Bruttolohns versteuert.
Für Arbeitnehmer, die nach Deutschland ziehen gibt es allerdings noch eine interessante Randinformation: Wer wegen seiner Arbeit an 60 Tagen im Jahr nicht bei seinem Deutschen Wohnsitz übernachtet, wird nach Schweizer Recht versteuert.
Krankenversicherung
Hier haben Grenzgänger die Qual der Wahl. Generell gilt für alle Arbeitnehmer in der Schweiz eine Versicherungspflicht. Der Versicherte trägt im Gegensatz zum Deutschen System die kompletten Kosten selbst. Grenzgänger dürfen sich entscheiden, ob sie eine Deutsche oder eine Schweizer Versicherung wählen.
Hier hat jede Art der Versicherung ihre Vor- und Nachteile. Am meisten Sinn macht es wohl in der Schweiz gesetzlich pflichtversichert zu bleiben. Da man hier sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland ärztlich behandelt werden kann und das ohne Selbstbeteiligung. Für Zusatzleistungen in Deutschland, die über die Leistungen Deutscher gesetzlicher Krankenkassen hinausgehen, lassen sich noch Zusatztarife hinzubuchen.
Grenzgängerbewilligung
Wer sich für einen Arbeitsplatz in der Schweiz und einen Wohnsitz in Deutschland entscheidet, braucht eine sogenannte Grenzgängerbewilligung. Die wird vom Arbeitgeber beantragt und gilt nicht nur für Deutsche, sondern generell für EU-Bürger, die ihren Wohnsitz ausserhalb der Schweiz haben. Dazu wird eine Wohnsitzberechtigung benötigt, der Arbeitsvertrag, ein Passfoto und der Ausweis.
Konto auch in Deutschland?
Wer in der Schweiz arbeitet, braucht ein Schweizer Konto, auf das der monatliche Arbeitslohn regelmässig überwiesen wird. Allerdings die Banken verlangen stellenweise relativ hohe Gebühren für Kunden, die im Ausland wohnen. Die Preise pro Monat schwanken hier von 10 CHF bis 40 CHF.
Wer ein hohes Gehalt in der Schweiz bekommt sollte schon allein aus Steuergründen nicht unbedingt nach Deutschland ziehen. Viel mehr Sinn macht es hier, sich die kleinen Vorteile der Grenznähe zu Deutschland zu Nutze zu machen. Beispielsweise mit einem steuerfreien Einkauf. Mehr Sinn macht das Pendlerdasein wohl für Deutsche, die an ihre Heimat im Grenzgebiet gebunden sind.
Bild: unsplash.com, © Rubén Bagüés