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Die Saison 2019/20 im Amateurfussball wird definitiv abgebrochen
Der Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) hat am Donnerstag im Rahmen einer Telefonkonferenz beschlossen, alle derzeit ausgesetzten Meisterschafts- und Cupwettbewerbe der Saison 2019/20 mit Ausnahme der Super League, der Challenge League und des Schweizer Cups abzubrechen und diese Wettbewerbe nicht zu werten. Der Zentralvorstand hat diesen Entscheid nach gründlicher Prüfung aller möglichen Szenarien mit Zustimmung der drei Abteilungen des SFV (Swiss Football League, Erste Liga und Amateurliga) und der 13 Regionalverbände getroffen und einstimmig gefasst.
Der Bundesrat hat bereits am Mittwoch bekannt gegeben, dass Fussballspiele in der Schweiz frühestens am 8. Juni wieder möglich sein werden, und dies auch nur «in Ligen mit übermässig professionellem Spielbetrieb», was ausschliesslich auf die Super League und die Challenge League zutrifft. Auch für Trainings, die ab dem 11. Mai grundsätzlich wieder möglich sein sollen, gelten bis auf Weiteres massive Einschränkungen, insbesondere ausserhalb des Leistungssports (maximal fünf Personen, kein Körperkontakt). Entsprechend ist ein Abbruch der laufenden Saison alternativlos.
Ob und wie der Spielbetrieb der Super League, der Challenge League und im Schweizer Cup unter den neu definierten Auflagen des Bundesrats weitergeführt wird, entscheidet die Swiss Football League nach Konsultation der betroffenen Vereine.
Keine Meister, Cupsieger, Auf- und Absteiger
Auf Basis des Regelwerks des SFV sowie einer externen rechtlichen Expertise gilt für alle abgebrochenen Wettbewerbe 2019/20, dass diese nicht gewertet werden. Ausgenommen sind abgeschlossene Wettbewerbe, insbesondere Halbjahresmeisterschaften in den Regionalverbänden. Es gibt keine Meister, Cupsieger, Auf- und Absteiger. Die Teilnehmer am Schweizer Cup 2020/21 aus der Ersten Liga, der Amateurliga sowie aus den Regionalverbänden werden per Los aus den in den jeweiligen Qualifikationswettbewerben verbliebenen Teams bestimmt.
Die ausgesprochenen Strafen und die noch offenen Suspensionen und Funktionssperren bleiben bestehen und werden gemäss den bekannten Regeln auf den nächsten offiziellen Wettbewerb derselben Kategorie übertragen.
Die rechtliche Grundlage für diese Wertung bildet das Wettspielreglement. Dieses gründet auf dem Prinzip, dass Sportentscheide jeweils am Ende einer vollständigen Saison gefällt werden. Dies entspricht dem Grundprinzip der Anerkennung der sportlichen Leistung, dass bis zur letzten Sekunde alles noch möglich ist und Entscheide nicht vor dem Schlusspfiff gefällt werden sollen, sondern grundsätzlich auf dem Spielfeld und nicht am grünen Tisch.
«Entscheid war alternativlos»
Vom Entscheid betroffen sind die Wettbewerbe des SFV selbst, insbesondere Frauen NLA und NLB sowie der Schweizer Cup der Frauen, Junioren-Spitzenfussball und Futsal. Ebenso betroffen sind die Vereine der Promotion League, 1. Liga, 2. Liga inter und 1. Liga Frauen sowie alle Wettbewerbe aller Kategorien der Regionalverbände.
Weil es keinen Aufsteiger aus der Promotion League geben wird, steht unabhängig davon, ob die Saison zu Ende gespielt werden kann oder nicht, bereits fest, dass kein Klub aus der Challenge League absteigt. Über den Beginn der Saison 2020/21 wird unter Berücksichtigung der behördlichen Vorgaben so früh wie möglich entschieden.
«Es tut weh, aber angesichts der derzeitigen Lage war der mit grossen finanziellen Einbussen auf allen Stufen verbundene Entscheid alternativlos», sagt SFV-Präsident Dominique Blanc. Die Gesundheit der Spielerinnen und Spieler und das Gemeinwohl gingen vor. Abgesehen von gesundheitlichen Risiken hätte es einer logistisch unlösbaren Grossaufgabe entsprochen, für die zehntausenden ausgefallenen Meisterschaftsspiele Nachholtermine nach Mitte Juni oder noch später zu finden. «Eine Verlängerung der Saison über den Sommer hinaus hätte wiederum die nächste Saison zu stark beeinträchtigt. Damit haben nun alle Planungssicherheit», so Blanc.
Bei der Frage der Wertung der Saison nicht schreibe das Wettspiel-reglement vor, was gilt. «Wir bedauern, dass nun einige Klubs um die möglichen Früchte einer bis dato guten Saison gebracht werden», sagt Blanc.