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Da reibt sich US-Sonderermittler Robert Mueller wohl schon die Hände: Der älteste Sohn des US-Präsidenten, Donald Trump jr. und Schwiegersohn Jared Kushner trafen im Juni 2016 die russische Anwältin Natalia Veselnitskaja. Dies weil er glaubte, dass die «Vertreterin der russischen Staatsanwaltschaft» «sehr hochangesiedeltes» und «ultra-heikles» Material über Hillary Clinton besitzt.
Das Meeting hatte der britische Publizist Rob Goldstone eingefädelt. Trump junior hatte noch im März jegliche Treffen mit russischen Staatsbürgern im Zusammenhang mit dem Wahlkampf bestritten.
«Mini-Trump» hat nun den gesamten Email-Verkehr mit Goldstone publiziert, um nach nach einem Enthüllungs-Bericht der «New York Times» Transparenz zu schaffen. Doch stattdessen bringt er die Kacke erst richtig zum Dampfen.
«Das sind offensichtlich hochrangige und sensible Informationen, aber es ist Teil der Unterstützung Russlands und der Regierung für Herrn Trump (...)», heisst es denn in der E-Mail. Trump jr. antwortete am selben Tag: «Es sieht so aus, als ob wir Zeit hätten, und wenn es das ist, was Du sagst, liebe ich es.»
Aus den E-Mails ist somit erstmals schwarz auf weiss ersichtlich: Der Trump-Clan war bereit, sich mit der russischen Regierung zu treffen. Um Clinton im Wahlkampf schädigen zu können.
In einem Interview mit Papas Lieblingssender Fox News äusserte sich der Junior am Dienstagabend erstmals zur Sache. «Im Nachhinein hätte er die Dinge wahrscheinlich etwas anders angepackt.» Trump jr. beschreibt das Treffen als «belanglos». Er hätte sich wohl nicht einmal mehr daran erinnert, wenn die Sache jetzt nicht wieder von den Medien aufgegriffen worden wäre. «Das waren 20 Minuten Zeitverschwendung, ein Jammer.»
Weiter sagte «Mini-Donald», dass er seinem Vater nichts von dem Treffen erzählt habe. «Nein, es war nichts, es gab nichts zu berichten.»
Zum Mail von Goldstone sagte er weiter: «Jemand hat mir ein Mail geschickt. Da kann ich nichts dafür.» Dann fügte Trump jr. noch an, er sei natürlich bereit, bei möglichen Untersuchungen auszusagen.
In einem Auftritt bei der «NBC Today Show» schilderte Natalia Veselnitskaja ihre Sicht der Dinge: Trump jr. und Kushner seien wahrscheinlich darauf aus gewesen, belastendes Material zu bekommen. «Sie wollten das unbedingt.»
«Njet»: Natalia Veselnitskaja betonte dann nochmals, dass sie nie für die russische Regierung gearbeitet habe.
Hochrangige Justizexperten halten es für möglich, dass sich die E-Mail-Affäre zu einer so genannten «Smoking Gun» entwickelt und Trump ernsthaft gefährden könnte. Peter Seidenberg, früherer Staatsanwalt beim Justizministerium, findet die jüngsten Enthüllungen «extrem schädlich» für den Trump-Clan. Das Vorgehen zeuge ganz klar von Absicht, mit der russischen Regierung zu konspirieren.
Noch weiter geht Richard Painter. Er hatte für den damaligen Präsidenten George W. Bush als Rechtsberater in Ethikfragen gearbeitet. Die Begegnung von Donald Trump junior mit Natalia Veselnitskaja «grenzt an Hochverrat, oder es ist sogar Hochverrat», sagte Painter – ein Republikaner – dem Fernsehsender MSNBC.
«Er ist ein toller Mensch und liebt unser Land»: Donald Trump nimmt seinen Sohn in Schutz. Er begrüsse die von ihm hergestellte Transparenz, liess Präsident Trump über seine Sprecherin mitteilen.
Goldstone vertritt als Agent den russischen Popsänger Emin Algarow, dessen Vater geschäftlich wegen eines Hotelprojektes mit Donald Trump zusammengearbeitet hat.
Der «Guardian» schreibt über Goldstone, dass dieser jahrelang zwischen den USA und Russland hin und her gependelt sei. 19 Mal sei Goldstone seit 2013 in Russland gewesen, das er auch als seine zweite Heimat bezeichnet. Nur Stunden nach Trumps Wahlsieg im November 2016 habe er ein Foto von sich auf Instagram gepostet, worauf er ein T-Shirt mit einem Russia-Logo trug.
Die Nummer 2 geht schon mal in Deckung: Nach Bekanntwerden der E-Mails von Trump Jr. liess Vizepräsident Mike Pence über mgehend eine Erklärung veröffentlichen, in der er sich von der Angelegenheit distanziert. Pence habe von dem Treffen von Trump Jr. mit der Anwältin nichts gewusst und sei damals noch nicht im Trump-Team gewesen. Dies wurde in Washington als ein erstes Anzeichen für eine mögliche Absetzbewegung des Vizepräsidenten von Trump gewertet.
(amü/sda)