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Neben der Kuh zählt das Huhn zu den wertvollsten Nutztieren: So wie die Kuh ein Leben lang Milch liefert und uns am Ende noch mit Fleisch versorgt, so legt das Huhn fast jeden Tag ein Ei und bringt danach als Suppenhuhn Abwechslung in den Menüplan. Es ist zudem äusserst genügsam, braucht als kleines Tier wenig Platz und macht nach den Fischen am meisten aus einer Einheit Futter. Das dürften Gründe gewesen sein, warum seine Domestikation im südostasiatischen Raum bereits vor 6000 bis 8000 Jahren begann.
Herkunft
Das Haushuhn gehört zur Familie der Hühnervögel. Das in Indien beheimatete Bankiva-Huhn gilt als Hauptstammart.
Ganz grob unterscheidet man zwischen Rassehühnern und Wirtschaftshühnern. Die Rassen können nochmals in normalwüchsige und Zwerghühner unterteilt werden. Zudem gibt es unterschiedliche Rassegruppen, beispielsweise den des Asiatischen Typs. Ursprünglich wurden die Wirtschaftshühner gleichzeitig auf Lege- und Mastleistung gezüchtet. Diese Hühner, bei denen beide Eigenschaften optimal ausgeprägt waren, wurden unter anderem auch Zweinutzungshühner genannt. Heute muss die Lege- und Mastleistung aus Wirtschaftlichkeitsgründen getrennt gezüchtet werden. So legt eine Legehenne in einem Jahr etwa 300 Eier und Masthühner erreichen schon nach 40 Tagen ein Gewicht von 2 Kilogramm.
Geschichte
In der Evolutionsgeschichte stammt das Huhn vom Dinosaurier ab. Betrachtet man das Skelett eines Huhnes, wird diese Verwandtschaft sofort sichtbar. Das Huhn hat den typischen Körperbau des Vogels. Es ist besser im Laufen als im Fliegen. Daher hat es starke Läufe und Beinmuskeln. Seine Körpertemperatur ist mit 40 – 42 °C höher als jene der Säugetiere.
Verhaltensweisen
Typische Verhaltensweisen für das Huhn sind die Futtersuche, die Nestwahl und die Eiablage, das Sandbaden und die Geﬁederpﬂege, das Fliegen und das Aufbaumen zum Ruhen. Wenn ein Huhn sich auf einer Sitzstange oder einem Ast zum Ruhen niederlässt, sorgt der Krallenmechanismus für einen festen Halt und verhindert, dass es in schlafendem Zustand hinunterfällt. Ausserdem halten sich Hühner in Herden an eine strikte Rangordnung, die mit der so genannten Hackordnung durchgesetzt wird. Diese Erkenntnisse sind wichtig für die artgerechte Haltung. In freier Natur legt das Huhn vor allem im Frühling Eier. Dabei weiss das Huhn nicht, ob seine Eier befruchtet sind oder nicht. Ein Naturhuhn legt 8 bis 10 Eier und beginnt, auf den Eiern zu sitzen und diese während drei Wochen bei einer Temperatur von 37 °C auszubrüten. Mit dem Schnabel wendet es die Eier mehrmals am Tag, damit das wachsende Küken nicht an der Schale anklebt. Am 21. Tag erfährt das Huhn, ob seine Bemühungen von Erfolg gekrönt waren. Schlüpfen Küken, beginnt für die Henne deren Betreuung. Waren die Eier dagegen nicht befruchtet, überlässt das Huhn die inzwischen weitgehend faul gewordenen Eier Füchsen und Raubtieren. Die heutigen Legehennen verhalten sich nicht grundsätzlich anders. Weil der Mensch die Eier als hochwertiges Nahrungsmittel schätzt, nimmt er es dem Huhn weg, bevor es auf diesen sitzen kann. Das Huhn ist deswegen keineswegs erzürnt – im Gegenteil, es freut sich, ein neu gelegtes Ei jedes Mal mit lautem Gackern ankündigen zu dürfen. Vereinzelt kann es unter dem Federvieh zu Untugenden kommen wie Federpicken, Kannibalismus, Eierfressen oder anderen Störungen. Entgegen weit verbreiteter Meinungen kommen diese Untugenden in sämtlichen Halteformen und in Herden aller Grössen vor – die Ursachen sind wahrscheinlich Revierkämpfe, wie sie in der Natur auch zu beobachten sind.