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Der 29. Juli 2021 ist einer der wichtigeren Tage in Belinda Bencics neunjähriger Profi-Karriere. Die 24-jährige Ostschweizerin steht bei den Olympischen Spielen in Tokio gleich in zwei Halbfinals. Um 08:00 Uhr Schweizer Zeit trifft sie im Einzel auf Elena Rybakina (KAZ), zirka um 12:00 Uhr spielt sie an der Seite von Viktorija Golubic im Doppel gegen Laura Pigossi und Luisa Stefani (BRA).
In beiden Partien geht Bencic sicher nicht als Aussenseiterin ins Spiel. In der Weltrangliste liegt sie 8 Plätze vor ihrer Einzel-Gegnerin Rybakina (WTA 20). Im Doppel hat das Duo Bencic/Golubic bislang einen verblüffenden Eindruck hinterlassen.
Sorgt Bencic für eine Premiere?
In der olympischen Geschichte hat die Schweiz im Tennis, das zwischen 1924 und 1988 nicht im Programm figurierte, bislang vier Medaillen gewonnen:
- 1992: Marc Rosset, Gold im Männer-Einzel
- 2008: Roger Federer und Stan Wawrinka, Gold im Männer-Doppel
- 2012: Roger Federer, Silber im Männer-Einzel
- 2016: Timea Bacsinszky und Martina Hingis, Silber im Frauen-Doppel
Bencic könnte am Donnerstag mit einem Sieg über Rybakina, gegen die sie noch nie gespielt hat, als erste Schweizerin eine Einzel-Medaille bei Olympia gewinnen. Die Form stimmt, die Bedingungen in Tokio sagen der Ostschweizerin zu.
Ich bin eine Athletin, das ist mein Job. Ich spiele Einzel, ich spiele Doppel – und werde immer mein Bestes geben.
Gegen Rybakina ist Bencic nach ihren Siegen über French-Open-Championne Barbora Krejcikova (WTA 11) und Anastasia Pawljutschenkowa (WTA 18) zu favorisieren, auch wenn ihre kasachische Gegnerin mit einem Viertelfinal-Erfolg über Garbiñe Muguruza (ESP/WTA 9) überraschte. «Sie war zuletzt in ausgezeichneter Form und ist eine harte Gegnerin», so Bencic.
Sollte die Schweizerin ihren Halbfinal verlieren, hätte sie im Bronze-Match eine weitere Chance auf eine Einzel-Medaille. Die anderen beiden Spielerinnen im Frauen-Tableau heissen Jelina Switolina (UKR) und Marketa Vondrousova (CZE) – beides keine unüberwindbaren Hürden.
Kein übermächtiges Brasilien-Doppel
Zwei Möglichkeiten auf Edelmetall haben auch Bencic/Golubic in der Doppel-Konkurrenz. Dabei erscheint die Halbfinal-Aufgabe am Donnerstag leichter zu sein als jene im möglichen Final respektive Bronze-Match.
Luisa Stefani ist zwar eine ausgewiesene Doppel-Spielerin und hat als Nummer 23 der Doppel-Weltrangliste schon zwei Turniere gewonnen. Ihre Partnerin Laura Pigossi figuriert hingegen weder im Einzel noch im Doppel unter den Top 180 der Welt. Mit einem Sieg gegen die Brasilianerinnen würden Bencic/Golubic in die Fussstapfen von Bacsinszky/Hingis treten.
Marathon-Frau Bencic
Die Frage ist, wie viel Energie nach vier Einzel- und drei Doppel-Matches bei teils schwül-heissen Bedingungen noch im Tank von Bencic ist. Zur doppelten Belastung sagte sie am Mittwoch: «Ich bin eine Athletin, das ist mein Job. Ich spiele Einzel, ich spiele Doppel – und werde immer mein Bestes geben.»