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Reggae
Diese auf Jamaika beheimatete und in den USA und Westeuropa viel beachtete musikalische Ausdrucksform ist eine Mischung aus ursprünglich indianischen, europäischen und vor allem afrikanischen Musikauffassungen. Reggae (früher auf Jamaika gebräuchlicher Ausdruck für Fest, Feier) hat sich aus dem Mento entwickelt, einer der ältesten Formen jamaikanischer Volksmusik. Charakteristisch und stilbildend ist die auffällige Akzentuierung der sonst unbetonten Taktteile 2 und 4 der meist im 4/4-Takt gehaltenen Musik. Direkte Vorläufer des zeitgenössischen Reggae sind der im England der fünfziger und sechziger Jahre bekannt gewordene Ska und der Rock Steady. Berühmteste Interpreten der Reggae-Musik sind Bob Marley, Peter Tosh, sowie die Gruppen «The Wailers» und «Third World».
Rastafari-Kult
Besonders auf Jamaika bestehen enge Beziehungen zwischen Reggae und Rastafari-Kult. Die Liedtexte beinhalten vielfach Darstellungen religiöser und politischer Weltanschauungen.
Ausserdem werden in ihnen gesellschaftliche Misstände
angeprangert und politische Forderungen erhoben. Auch der Kampf gegen die Vorherrschaft der Weissen und die Stärkung des Selbstbewusstseins der Farbigen sind beliebte Themen des Reggae. Die Rastafari sahen ihren Messias in Haile Selassie I., Kaiser von Äthiopien, und ihr Ziel war die Rückkehr ins Mutterland Afrika, insbesondere Äthiopien. Ihr Name kommt von Ras (äthiopisch = Prinz) und des Kaisers Jungenname Tafari. Rastafari sind Vegetarier, lehnen Alkohol ab, aber konsumieren mit Leidenschaft Ganja (Marihuana), in der Hoffnung auf grosse Eingebungen. Sie tragen Dreadlocks
(engl. Grusellocken) und ungestutzte Bärte als Ausdruck ihrer Naturverbundenheit
und als «Antennen» zur Kommunikation mit ihrem Gott, genannt «Jah», personifiziert
in Haile Selassie I.