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Die Geschichte der Familie
1867 der Ursprung in Bern
Der Grundstein der Geschichte der Familie von Mühlenen im Käsegeschäft wurde vor fast 200 Jahren gelegt. Damals lebte Andreas von Mühlenen (1845- 1900) der jüngste Sohn von Jakob von Mühlenen mit seinen 7 Geschwistern in Boltigen im Simmental. Die Schweiz war zu dieser Zeit ein armes Land und es zog viele Junge ins Ausland. Auch Andreas hatte schon seine Koffer gepackt, um sich diesen Auswanderern anzuschliessen.
Kurz vor seiner Abreise, begegnete Ihm seine zukünftige Ehefrau Magdalena. Der Liebe wegen beschloss er in der Schweiz zu bleiben und gründete in Bern ein Lebensmittelgeschäft. Es war jedoch ein hartes Leben und von den 12 gemeinsamen Kinder erreichten nur 5 das Erwachsenenalter.
Der Sohn Ernst sollte das Lebensmittelgeschäft des Vaters übernehmen. Auch hier schien es nicht so zu laufen wie geplant. Ernst wollte in die Textilindustrie und so beschloss man das Geschäft zu liquidieren.
1909 die Käse Affinage
Glücklicherweise änderte Ernst seine Meinung noch rechtzeitig und stieg doch in das elterliche Geschäft ein. Dort fing er an sich für die aufstrebende Käse-Affinage zu interessieren. Er kaufte 1909 einen Affinage-Betrieb und gründete damit die Käse Affinage von Mühlenen & Co. 1916 trat dann auch sein jüngster Bruder Eugen in die Firma ein. Bereits zu dieser Zeit wurde der Käse exportiert, damals noch hauptsächlich Emmentaler. In den Büchern sind sogar Rechnungen an den Zaren zu finden.
Obwohl Affineur Ernst ein versteiftes Bein hatte, war er sehr aktiv. Er fuhr Autorennen und lernte das Fliegen. Niemand wäre erstaunt gewesen, wenn er eines Tages vom Himmel gefallen oder beim Autorennen verunfallt wäre. Das Schicksal wollte es jedoch anders.
Ernst starb 1934 an den Folgen einer Lungenembolie, nachdem er im Käsekeller die Treppe hinunterfiel und sich das Bein brach. Nach seinem Tod ging die Firma Konkurs. Es waren zwar Autos und Flugzeuge vorhanden, aber kein Geld. Sein Sohn Walo, hatte eine Banklehre gemacht und war überzeugt, dass die Firma nicht zu retten war.
1934 die Marke Affineur Walo
Aber Walo wollte nicht einfach aufgeben und fing an mit den Schuldnern zu verhandeln. Nach langen und zähen Verhandlungen war es soweit, er konnte die Firma übernehmen. Er sanierte sie, kreierte die Marke Affineur Walo und baute die Firma nach dem 2 Weltkrieg kräftig aus.
In den 50er Jahren baute Walo eine Chemiefabrik und kümmerte sich zunehmend darum. Die Käse Affinage führte mehrheitlich sein ältester Sohn Affineur Roger. 1970 zügelte Roger die Firma von Bern nach Freiburg. Als Walo 1972 starb, war der Neubau in Freiburg gerade fertig und mit viel Prominenz eingeweiht worden. Doch es entbrannte ein heftiger Streit unter den Erben und die Firma wurde zum Verkauf ausgeschrieben.
Aber Affineur Roger wollte nicht aufgeben. Nach langem Suchen fand er gerade noch rechtzeitig Investoren und konnte die Firma seinen Geschwistern abkaufen. Er baute die Firma weiter aus und legte dabei größten Wert auf die Qualität der Lieferanten.
1996 beschloss der Bundesrat die Schweizerische Käseunion zu liquideren. Viele Käse-Affineure schlossen sich daraufhin zusammen oder liquidierten Ihre Firma und auch der von Mühlenen AG drohte dieses Schicksal. Ich, Walo von Mühlenen, war zu dieser Zeit in grossen Industrieunternehmen tätig und hatte mich damit abgefunden, dass die Firma liquidiert wird.
2011 die Auferstehung von «Affineur Walo»
Zur selben Zeit beschloss mein damaliger Arbeitgeber mich nach Düsseldorf zu versetzen. Ich war damit gar nicht einverstanden und suchte einen neuen Arbeitgeber. Gleichzeitig fing ich an mit meinem Vater zu diskutieren. Er war der Meinung, dass die Firma keine Zukunft mehr hatte. Ich überredete Ihn es doch zu versuchen. So kam es, dass ich 1996 in der 5ten Generation Geschäftsführer, der von Mühlenen AG wurde.
Wir hatten uns zum Ziel gesetzt aus der Firma einen starken Partner für die Schweizer Käsehersteller zu machen und suchten nach Partnern, die uns dabei unterstützten. 2006 war es soweit. Wir haben den idealen Partner gefunden, der sowohl die Firma eigenständig bestehen lassen wollte und in neue Affinage-Keller sowie einen Verpackungs-Betrieb investieren wollte.
Leider mussten wir kurz darauf feststellen, dass es doch der falsche Partner war. Es wurde nichts investiert und nach kurzer Zeit wurden mein 80-jähriger Vater und ich gefeuert. Die Aktiven der Firma wurden aufgelöst. Unsere Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten, die mit meinem Vater zum Teil 40 Jahre zusammengearbeitet haben, waren fassungslos. Die Familie von Mühlenen stand wieder einmal vor dem nichts. Zu allem Übel wurden wir noch von unserem Partner verklagt und mussten uns verteidigen. Ich hatte genug vom Käse und fing an, eine neue Kariere in einer anderen Branche aufzubauen.
Aber unsere Kunden und Lieferanten meldeten sich bei mir und baten mich weiter zu machen. Zuerst musste ich mich aber mit dem ehemaligen Partner einigen. Es waren zähe und mühsame Verhandlungen, die mehrmals zu scheitern drohten. Schlussendlich konnten wir uns doch noch einigen. Der Partner behielt die Firma und den Namen von Mühlenen. Im Gegenzug bekamen wir die Marke «Affineur Walo, Family Spirit 1867» und die Firma Walo von Mühlenen AG. Dies war die Auferstehung von «Affineur Walo» und unserer Philosophie: Qualität, Zuverlässigkeit, Exklusivität.
Mit meinem Wissen und der Erfahrung meines Vaters konnten wir nahtlos an unsere früheren Erfolge anknüpfen. Bereits nach 3 Monaten gewannen wir am World Cheese Award 2012, 14 Auszeichnungen und waren mit drei Käsen in der Finalrunde der besten 16 dabei. Damit waren wir die erfolgreichsten Teilnehmer des Awards. Wir bauen seitdem die Marke Affineur Walo stetig aus und erhalten jedes Jahr weitere Auszeichnungen dazu.
Im Jahr 2021 zog sich Affineur Roger von seiner Position als Präsident zurück und ich beschloss, den Verwaltungsrat zu verstärken und meinen Bruder Adrian, meine Schwägerin Eva und meine Kinder Fabiola und Andreas in den Verwaltungsrat aufzunehmen. Ich hoffe, dass es mir gelingen wird, einen reibungsloseren Übergang zu schaffen als meine Vorgänger.
Die Fortsetzung wird geschrieben von der 6ten und den folgenden Generationen.