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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, das Eidgenössische Gestüt innert einer Frist von drei Jahren aufzuheben.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Am 12. Dezember 1994 hat der Bundesrat beschlossen, die Eidgenössische Militärpferdeanstalt EMPFA in Bern zu privatisieren und das Eidgenössische Gestüt in Avenches einer Teilprivatisierung zuzuführen. Durch die Reorganisation des Eidgenössischen Gestüts wird zwischen Bund und Privatwirtschaft eine zweckmässige und zukunftsgerichtete Aufgabenteilung angestrebt. Der Bund legt dazu einen zentralen Kern von prioritär öffentlichen Aufgaben für die Pferdezucht fest. Rund um diesen zentralen Kern sollen private Organisationen ihre Aktivitäten entfalten, unter Benützung der privatisierten Infrastruktur.</p><p></p><p>2. Die prioritär öffentlichen Aufgaben des Eidgenössischen Gestüts sind:</p><p>Haltung von ungefähr 100 Hengsten (zur Zeit sind es 300) hauptsächlich der Freiberger Rasse. Diese in Europa einzigartige Pferderasse kann nur erhalten bleiben, wenn der Bund, insbesondere in den abgelegenen Regionen, eine fläschendeckende Versorgung mit Qualitätshengsten dieser Rasse sicherstellt (Jura, Graubünden, Tessin, Voralpen).</p><p>Klinik und Besamungsstation, die die nötige Forschungsarbeit im Bereich Fruchtbarkeit und Fortpflanzungstechnik gewährleisten. Diese Forschung wird durch keine Forschungsanstalt bzw. höhere Lehranstalt sichergestellt.</p><p>Ausbildung und Beratung der Züchter.</p><p>Bereitstellung der Infrastruktur für die Unterstützung und Förderung der Schweizer Pferde, insbesondere der Freiberger Rasse.</p><p></p><p>3. Die eigentliche Zucht und Haltung der in der Schweiz geborenen Pferde (20000 Tiere), besonders der Freibergerrasse, erfolgt zu über 80 Prozent durch die Bauern. Diese Aufzucht erlaubt eine extensive Pflege und Bewirtschaftung der Grünflächen, analog der Mutterkuhhaltung, und liegt auf der Linie der neuen Agrarpolitik.</p><p></p><p>4. Die laufende Reorganisation führt die folgenden Aufgaben, die zur Zeit noch durch das Eidgenössische Gestüt erfüllt werden, in die Privatwirtschaft über: </p><p>Führung des Herdebuches ab 1.1.1991.</p><p>Landwirtschaftsbetriebe für die Aufzucht der Hengste.</p><p>Organisation verschiedener Tätigkeiten (Leistungsprüfung für Hengste und Stuten, Pferdesportanlässe, Lehrlingsprüfungen, etc.).</p><p></p><p>5. Die Neustrukturierung wird es ermöglichen, den Personalbestand um 25 Etatstellen (von 75 auf 50) und den Pferdebestand von 300 auf 100 zu senken. Dadurch werden auch ca. 200 Hektaren der heute durch das Eidgenössische Gestüt bewirtschafteten 235 Hektaren privatisiert. Die so erzielten jährlichen Einsparungen betragen rund zwei Millionen Franken oder ca. 25 Prozent des bisherigen Aufwandes.</p><p></p><p>6. Die Reorganisation ist bereits im Gange und sollte noch vor dem Jahr 2000 abgeschlossen sein. Die Privatwirtschaft ist bereit, sich finanziell für den Aufbau einer Infrastruktur zu engagieren, die es ihr erlauben wird, die vorgesehenen Aufgaben zu erfüllen. Ueber die Bedingungen der Uebergabe von Gebäuden und Land sowie eines allfälligen Investitionsbeitrages des Bundes sind Verhandlungen im Gange. Die Privatwirtschaft geht davon aus, dass sie sich auf den vorgesehenen Kern von weiterhin öffentlich erfüllten Aufgaben abstützen kann. Eine zusätzliche Privatisierung dieses Kernbereichs würde die Zukunft des Gestüts stark in Frage stellen.</p><p></p><p>7. Das gemäss Bundesratsbeschluss reduziert Eidgenössische Gestüt stellt ein absolutes Minimum dar, um den Weiterbestand unserer Pferdezucht zu gewährleisten. Die Zücher wären nicht in der Lage, ein gleichwertiges Gestüt aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Es ist bezeichnend, dass praktisch alle europäischen Staaten (Frankreich, Deutschland, Italien, Portugal, Spanien, England, Irland und alle osteuropäischen Staaten) eines oder mehrere nationale Pferdezentren unterhalten.</p><p>Ein vollständiger Rückzug des Bundes aus dem Eidgenössischen Gestüt würde zudem, wie bereits dargelegt, das fast sichere Ende der Freiberger Rasse bedeuten.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion abzulehnen.