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Anders als bei der Symmetrie entsteht das Bild der Vollkommenheit im Goldenen Schnitt nicht durch die Gleichheit der Teile, sondern durch die Gleichheit der Größenverhältnisse. Aufgrund der Einheit der Proportionen empfinden wir die Asymmetrie der Teile als harmonisch.
Mathematisch lässt sich der Goldene Schnitt auf folgende Weise darstellen: Eine Strecke wird so zerlegt, dass das Verhältnis des größeren Teils (Major) zur ganzen Strecke gleich dem des kleineren Teils (Minor) zum größeren Teil ist. Mit a für Major und b für Minor gilt:
a / b = ( a + b ) / a
Stellt man die drei Größen Major, Minor und das Ganze optisch nebeneinander, fällt sofort ins Auge, dass auch im Goldenen Schnitt eine Symmetrie der Teile vorliegt – und das gleich mehrfach. Einerseits in der Gleichheit der Proportionen (Major : Minor = das Ganze : Major) und andererseits in der Gleichheit der Teile (Minor + Major = das Ganze).
Auf eindrückliche Weise verbindet der Goldene Schnitt die Prinzipien der Symmetrie und der Asymmetrie. Dieser einzigartigen Symbiose wegen wird er auch als „Göttliche Proportion“ bezeichnet.
Rechnet man das Verhältnis von Minor zu Major und von diesem zum Ganzen aus, ergibt sich folgende irrationale Zahl, die Konstante Phi:
Φ = 1,618033988749894848204586834365638117720309179805762862135…
In der Natur entspricht beispielsweise die Spirale des Schneckenhauses dieser Zahl, aber auch den Aufbau von Spinnennetzen oder der Verlauf der Schuppen einer Ananas.