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Wann sollten Sie zum Arzt gehen?
Anhaltende oder sich verschlimmernde Befindlichkeitsstörungen wie Müdigkeit, Unruhe und Konzentrationsstörungen ohne erkennbare Ursache sollten Sie immer ärztlich abklären lassen, um eine Erkrankung auszuschließen oder behandeln zu können. Ein Arztbesuch ist wegen der Möglichkeit eines Mineralstoffmangels außerdem anzuraten:
- bei besonders heftigem oder langandauerndem Durchfall oder Erbrechen. Eine Austrocknung kann ernste Folgen für Herz und Kreislauf haben.
- wenn Sie sich über lange Zeit einseitig ernährt haben
- wenn Sie an Essstörungen leiden
- wenn Sie harntreibende Mittel einnehmen müssen, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen, wie Ihr Mineralstoffhaushalt im Gleichgewicht bleibt
- wenn Sie den Verdacht auf eine unter Ursachen genannten Krankheiten haben.
Ursachen
Häufigste Ursachen für Mineralstoffmangel sind Mangelernährung, sehr einseitige Diäten oder eine sehr langandauernde Ernährung mit Fertiggerichten. Vor allem Letzteres trägt seit einigen Jahren dazu bei, dass insbesondere Kinder und Jugendliche nicht ausreichend mit Mineralstoffen versorgt werden. Gerade in der Wachstumsphase braucht der Körper aber mehr Mineralstoffe. Auch bei Sportlern, Schwangeren und Stillenden und älteren Menschen besteht ein erhöhter Bedarf an Mineralstoffen.
Weitere Ursachen von Mineralstoffmangel sind unter anderem:
- starkes Schwitzen (Salzverlust beim Sport)
- Durchfall und Erbrechen
- Alkoholismus
- Essstörungen wie Magersucht (Anorexie), Ess-Brech-Sucht (Bulimie) und wiederholte Essattacken (Binge-Eating)
- Missbrauch von entwässernden Wirkstoffen und Abführmitteln
- Nebenwirkungen Medikamenten wie beispielsweise von harntreibenden Mitteln, Antibiotika, Chemotherapeutika, Glukokortikoiden, herzmuskelstärkenden Digitalispräparaten, Mittel gegen Epilepsie oder der Pille zur Schwangerschaftsverhütung.
- Nierenerkrankungen
- Störungen des Hormonhaushaltes (z.B. Hormone der Hirnanhangdrüse, der Nebenschilddrüse oder der Nebenniere).
Untersuchung
Am Beginn der ärztlichen Behandlung von Mineralstoffmangel steht die Diagnose. Bei einem entsprechenden Verdacht wird Ihr Arzt untersuchen, ob Sie unter einer Erkrankung leiden, die zu Mineralstoffmangel führt. Um den Mangel genau bestimmen zu können, wird das Blut untersucht. In Notfallsituation gehört ein Tropf mit Elektrolyten zum Standardrepertoire der Erstversorgung.
Behandlung
Leichtere Fälle von Mineralstoffmangel lassen sich in den allermeisten Fällen durch eine Umstellung der Ernährung und des Trinkverhaltens behandeln. Ob ärztliche Behandlung oder Selbsthilfe: Wenn Sie im Großen und Ganzen gesund sind, reicht es fast immer vollkommen aus, wenn Sie frisch und abwechslungsreich essen. Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch sowie Nüsse und Milchprodukte liefern alle Spurenelemente und Elektrolyte, die unser Körper braucht. Lediglich die Versorgung mit Jod ist mitunter nicht sichergestellt. Hier helfen jodierte Lebensmittel oder Jodsalze.
Mineralstoffpräparate als Nahrungsergänzungsmittel
Mineralstoffe werden in unzähligen Varianten als frei verkäufliche Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Auf diesem Milliardenmarkt tummeln sich seriöse und weniger seriöse Anbieter. In jedem Fall sollten Sie sich vor der längerfristigen Einnahme von solchen Produkten mit Ihrem Arzt besprechen. Einige Mineralstoffe können bei Überdosierung sehr ernste Folgen bis hin zu Herzstillstand oder Koma haben. Vor allem Kinder sind gefährdet. Lesen Sie in jedem Fall aufmerksam die Packungsbeilagen.
Vorbeugung
- Wie Sie Mineralstoffmangel vermeiden können
- Einnahme von Mineralstoffpräparaten, auch in Kombination mit Vitaminen, z.B. als Tablette oder Brausetablette.
- Nach großer körperlicher Anstrengung, die mit starkem Schwitzen verbunden war, kann man die Flüssigkeits- und Salzverluste durch spezielle Elektrolytgetränke auffüllen.
- Bei Elektrolytverlust durch Durchfall und Erbrechen helfen Elektrolytpräparate zum Auflösen, die Natrium, Kalium, Chlorid und Glucose enthalten.
Idealerweise stimmen Sie die Einnahme von Mineralstoffpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln mit Ihrem Arzt ab.