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© Jeremy Sutton-Hibbert / Greenpeace
189 japanische Bürger haben den Neustart des AKW Oi in der japanischen Provinz Fukui verhindert. Derweil pumpt Tepco 560 Kubikmeter Fukushima-Grundwasser ins Meer.
Tepco, der Betreiber des zerstörten Fukushima-Reaktors, hat Mitte Woche damit begonnen 560 Kubikmeter Grundwasser im Umfeld der Reaktoren 1 bis 4 hochzupumpen und in den Pazifik zu leiten. Umweltverbände kritisieren das Vorgehen scharf. Greenpeace Japan sagt dazu: «Die Entscheidung, das Grundwasser ins Meer zu Pumpen ist eine Entscheidung mit dem Argument der Alternativenlosigkeit. Es ist langfristig keine annehmbare Lösung für die Bewohner Fukushimas und Japans. Seit dem Unfall im März 2011 fliesst ununterbrochen radioaktives Wasser in den Pazifik.»
Immerhin gibt es gleichzeitig auch eine ermutigende Nachricht aus Japan: Erstmals in der Geschichte des Landes hat ein Gericht nach Protesten den Neustart eines heruntergefahrenen AKW verboten. Die Blöcke 3 und 4 des Reaktors Oi in der AKW-Zentrale des Lagers bleiben nach Protesten entgegen dem ursprünglichen Plan der Regierung heruntergefahren. Das Gericht führt als Begründung die Sicherheitsgefährdung der Bevölkerung an.
Seit der AKW-Katastrophe in Fukushima vor mehr als drei Jahren ist die japanische Atom-Politik in einem Paradoxon gefangen: Die Öffentlichkeit hat die Gefahren, die von Atomkraftwerken ausgehen realisiert und die Mehrheit ist erstmals zu Ungunsten der Atomkraft gekippt. Doch die 2012 gewählte japanische Regierung steuert in die entgegengesetzte Richtung und setzt alles daran, die heruntergefahrenen Reaktoren wieder in Betrieb zu nehmen. Seit März 2011 wurden 48 Reaktoren im ganzen Land auf unbestimmte Zeit heruntergefahren, um die nach Fukushima erhöhten Sicherheitsnormen baulich umzusetzen.
Die Proteste gegen AKW halten an
Zuletzt, im September 2013, wurden die Reaktoren 3 und 4 des Reaktors Oi heruntergefahren. Seither lebt Japan ohne Atomenergie. Während der Abschaltung des Reaktors 4 haben 9’000 Menschen in Tokio für den Atomausstieg demonstriert. Es war eine weitere von zahlreichen Protesten, die in den letzten drei Jahren in Japan stattgefunden haben.
Trotz allem wollte der Betreiber der Anlage in Oi, die Kansai Electric Power Company, seine beiden Reaktoren wieder hochfahren. Diese Entscheidung wurde nun von 189 japanischen Bürgern, darunter 166 Anwohner des Reaktors, vor Gericht in Frage gestellt. Am 21. Mai entschied das Gericht der Präfektur Fukui zugunsten der Kläger und blockiert so den Neustart der Anlage. Die Reaktoren würden eine Gefahr für die Bevölkerung darstellen, so der Beschluss.
Es ist ein erstes kleines Zeichen der Hoffnung, das am Horizont auftaucht, sagt Florian Kasser, Atom-Campaigner von Greenpeace Schweiz: «Das ist ein erfreulicher Sieg, insbesondere für ein Land in dem die Atom-kritische Haltung der Bevölkerung von der Regierung missachtet und Opfer der Katastrophe von Fukushima ignoriert oder verhöhnt werden. Ein Kurswechsel in der japanischen Energiepolitik ist dringend nötig.»
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