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Vier von fünf Patientenhaben ihren Therapeuten schon einmal angeschwindelt oder ihm wichtige Informationen verheimlicht. Das ergab eine neue Befragung von Melanie Love und Barry Farber von der Columbia University in New York.
Die Psychologen befragten mehr als 500 Personen, die aktuell in Psychotherapie waren oder von Kurzem eine Therapie abgeschlossen hatten. Am häufigsten hatten die Teilnehmer über Details ihres Sexlebens geflunkert, gefolgt von Angaben über Suizidgedanken und dazu, was sie wirklich über die Aussagen ihres Therapeuten dachten. Auch über «Familiengeheimnisse», Drogenkonsum und selbstverletzendes Verhalten liessen sie ihre Behandler häufig im Unklaren. In zwei Dritteln der Fälle gaben die Befragten Scham als Grund für ihr Schweigen oder ihre Lügen an. Andere zweifelten daran, dass der Therapeut sie verstehen und ihnen helfen können würde, oder wollten nicht von wichtigeren Themen ablenken.
Zwei von drei Patienten waren der Ansicht, dass es ihrem Therapiefortschritt nicht geschadet habe, die Unwahrheit zu sagen. Die Studie zeigte jedoch auch dass sich die Offenheit vieler Patienten wohl recht einfachsteigern liesse: 32 Prozent der Probanden waren prinzipiell bereit, die genannten Themen ehrlich mit dem Therapeuten zu besprechen, wenn dieser sie direkt danach fragen würde oder sie davon überzeugen würde, dass dies die Wirksamkeit der Behandlung verbessere. Beides seien mögliche Ansätze, um die Selbstoffenbarung der Klienten zu fördern, do Love und Farber.
Aus; Gehirn uns Geist, Nr. 04/2018