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Eigentlich verlief alles in geordneten Bahnen: Einen Architekturwettbewerb, welchen die Stadt Bern für die Überbauung des Areals des ehemaligen Tramdepots ausgeschrieben hatte, gewann das Büro ds.architekten mit dem Projekt „bärn ost“. Danach hatte die Stadt die Ausführung des Projekts einer Investorengemeinschaft, bestehend aus der Gebäudeversicherung Bern und der gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft acht, übertragen. Und im Dezember 2016 wurden die entsprechenden Baurechte eingeräumt.
Hindernisreiche Vorgeschichte
Allerdings hatte das Projekt zu diesem Zeitpunkt bereits eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Ursprünglich von der früheren Stadtregierung als „Überbauung für den gehobenen Mittelstand“ geplant, hatten die Stimmberechtigten der Stadt Bern dafür gesorgt, dass auch dieses Vorhaben einen Drittel gemeinnütziger Wohnungen aufweisen müsse. Der Berner Stadtrat legte später auch noch fest, dass die Überbauung die Voraussetzungen eines 2000-Watt-Areals erfüllen müsse. Schliesslich verlangte die Stadt auch noch, dass in diesem Gebäude eine Kindertagesstätte und eine Basisstufe Platz finden müssten. Wie sich bald einmal herausstellte, machten diese nachträglichen Auflagen erhebliche Umplanungen notwendig.
Als weiteres Hindernis stellte sich heraus, dass die Stadtverwaltung, welche den Architekturwettbewerb veranstaltet hatte, wie auch die Jury, welche die Projekte beurteilt hatten, die auf der Liegenschaft bestehenden Dienstbarkeiten einfach ignoriert hatten. Das prämierte Projekt hätte unter den gegebenen Rahmenbedingungen gar nicht gebaut werden können. In mühsamen Einzelverhandlungen konnten auch diese Hindernisse schliesslich beseitigt werden.
Im Frühsommer 2018 war es dann schliesslich so weit, dass eine provisorische Baueingabe gemacht werden konnte. Nach den Sommerferien standen auf dem Areal des Tramdepots auch die Bauprofile, die dort heute noch zu sehen sind. Allerdings bemängelte das Bauinspektorat weitere Punkte der Eingabe, so dass eine öffentliche Auflage des Bauprojekts bis heute nicht erfolgt ist.
Licht am Ende des Tunnels
Nun aber scheint das Leiden ein Ende zu haben. Die vom Bauinspektorat erhobenen Beanstandungen konnten allesamt gelöst werden und das definitive Baugesuch soll noch im Dezember eingereicht werden. Bereits hat das Projekt auch die Auszeichnung als 2000-Watt-Areal erhalten. Einer öffentlichen Auflage des Projekts sollte damit nichts mehr im Wege stehen.
Die Gebäudeversicherung Bern und die Wohnbaugenossenschaft acht, welche sich am kommenden Montag zu einer ausserordentlichen Genossenschaftsversammlung trifft, rechnen denn auch fest damit, dass nach den Sommerferien 2019 mit dem Bau begonnen werden kann. Im Hinblick darauf haben sie die bestehenden Zwischennutzungsverträge, etwa für das Restaurant Punto, nochmals bis Ende August 2019 verlängert. Die Fertigstellung der Wohnungen wird für den Herbst 2021 erwartet.