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Vision Rettungsstation ohne Käfige
Eine neue Insel entsteht (Bild: BOS Stiftung)
BOS hat sich zum Ziel gesetzt, zur weltweit einzigen Rettungsstation ohne Käfige zu werden. Im Idealfall würden gerettete Orang-Utan-Babies nur noch kurze Zeit im Baby-Haus verbringen, bevor sie im Waldkindergarten und in der Waldschule auf ein Leben in der Wildnis vorbereitet würden. Von dort aus würden sie nahtlos auf eine pre-Release-Insel übersiedeln. Wer sich dort in der quasi-Freiheit bewährt hat, würde zurückkehren in die Wildnis. Soweit die Theorie oder der Wunsch.
In der Praxis arbeiten wir fieberhaft an der Umsetzung dieser Vision, für die v.a. zwei Dinge nötig sind: 1.) weitere pre-Release-Inseln, auf denen Orang-Utans die Freiheit üben können, und 2.) sichere und geeignete Auswilderungsgebiete. Lange Zeit mangelte es v.a. an Letzterem. Zehn Jahre lang konnte die BOS Foundation deshalb nicht auswildern. Gleichzeitig strömten immer mehr Neuankömmlinge in die Stationen. Tiere, die bereits auf die Auswilderung vorbereitet worden waren, mussten zurück in Gemeinschaftsgehege - auf die Gefahr hin, das bereits Erlernte dort wieder zu verlernen.
Auch wenn heute immer noch viel zu viele Orang-Utans in Käfigen leben müssen, wurden in den letzten Jahren riesige Fortschritte bei der Umsetzung dieser Vision erzielt: Seit 2012 konnte BOS knapp 380 rehabilitierte Orang-Utans zurück in die Freiheit schicken!
Mit Kehje Sewen erwarb die BOS Foundation ein eigenes, 86450 Hektare grosses Schutzgebiet, das - neben zwei weiteren Auswilderungegebieten - heute von der Stiftung genutzt und in diesem Fall auch verwaltet wird.
Mehr als 1 Mio. Franken kostete die Konzession und auch das Management ist mit kostspieligen Auflagen verbunden. Diese Kosten, sowie ein Grossteil der Logistikkosten für die Auswilderungen nach Kehje Sewen wurden aus der Schweiz über Stiftungsgelder finanziert.
Ein neues Auswilderungsgebiet, das einen Korridor zwischen KJ7 und einem weiter nördlich gelegenen Naturschutzgebiet schaffen wird, erwirbt die BOS Foundation zur Zeit. Dieses Vorhaben, sowie der Bau von mehreren grossen Pre-Release-Inseln in Samboja Lestari fallen ebenfalls unter das BOS Schweiz-finanzierte Ost-Kalimantan-Projekt.
Viele müssen nach der Waldschule in Käfigen leben (Bild: BOS Stiftung)
Platz für viele Orang-Utans (Bild: BOS Stiftung)
Gemeinsam mit den anderen BOS-Partnern konnte Salat Island (655 Hektare gross) als Pre- Release-Gebiet in Zentral-Kalimantan gesichert und ausgebaut werden. Die ersten Auswilderungskandidaten sind dorthin umgezogen, genauso wie die ersten nicht- auswilderbaren Orang-Utans, die dort ein artgerechtes, natürliches Zuhause finden sollen. Diese Tiere sind zu alt oder körperlich beeinträchtig und können nie mehr in den Regenwald zurückkehren. Ohne Projekte wie dieses, würde ihnen bis ans Ende ihrer Tage Käfighaltung drohen.
Romeo, ein Hebatitis-infiziertes ausgewachsenes Orang-Utan-Männchen hat den Schritt auf seine eigene Pre-Release-Insel bereits geschafft. Mehr als 20 Jahre verbrachte er zuvor auf Grund seiner Krankheit im Käfig, nachdem er aus einem Zoo in Taiwan gerettet wurde. Wegen einer Handverletzung musste er neulich für kurze Zeit zurück in eines der individual cages in Samboja Lestari. Darüber war er sichtlich verärgert. Doch kurze Zeit später konnte er zurück auf seine Insel.
Hiu steht ein Umzug auf eine Insel noch bevor. In Nyaru Menteng ist er das schwerste und grösste Männchen. Als er seinen Käfig bezog, passte er noch durch die Gittertüre. Heute müsste der Käfig aufgeschnitten werden, um Hui daraus zu befreien. Für ihn und viele Andere werden weitere natürliche oder künstlich angelegte Inseln benötigt.
Dank der Unterstützung einiger BOS-Partner konnte die BOSF die Finanzierung des hierfür benötigten Landes bereits sicherstellen. Der Bau der Inseln, der Aufbau der Infrastruktur und der Transfer der Tiere stehen aber noch an. Bitte unterstützt uns dabei, diesen Tieren, die viel zu lange in den Käfigen ausharren mussten und für die eine Auswilderung keine Option ist, ein besseres Leben zu bieten! Sie haben eine traumatische Vergangenheit, sind krank, oft aggressiv oder haben bereits aufgegeben. In ihren Augen kann man Verzweiflung und Traurigkeit ablesen. Ihr Schicksal spiegelt die ganze Misere des Orang-Utan-Sterbens wider. Sie haben ein Leben in einer natürlichen Umgebung mehr als verdient!
Hiu ist hoffentlich bald der Nächste (Bild: BOS Stiftung)