Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03120.jsonl.gz/2846

- Veröffentlicht: Donnerstag, 20. April 2017 11:00
Punkt 8 des neuen Code of Conduct von STT handelt von Sportwetten.
Text: Annina Häusli / Foto: René Zwald
«Wir beteiligen uns sowohl im Inland als auch im Ausland weder direkt noch indirekt an nach schweizerischem Recht als illegal geltenden Wetten oder Glücksspielen, die im Zusammenhang mit sportlichen Anlässen stehen» - So steht es unter Punkt 8 des Code of Conduct von STT geschrieben.
Damit verpflichten sich Funktionäre und Spieler von STT, keine Wetten einzugehen oder anzubieten, welche nicht von einem in der Schweiz lizenzierten Anbieter angeboten werden. Auch darf nicht auf Angebote eingegangen werden, ein Spiel zu manipulieren, indem ein Spieler etwa absichtlich einen Satz oder ein Spiel verliert und dafür Geld kassiert.
Einige mögen sich jetzt denken, dass dies in der Schweizer Tischtennislandschaft sowieso nicht vorkommt. Ein Beispiel eines Schweizer Kaderspielers beweist jedoch das Gegenteil:
STT: Du bist an der Tischtennis-EM 2016 in Budapest in Berührung mit Sportwetten gekommen. Kannst du erzählen, was genau damals passiert ist?
Während des Wettkamps hat mich ein französischer Spieler via Facebook kontaktiert. Er hat mich gefragt, ob es möglich sei, dass ich einen Satz gegen einen Gegner verliere. Im Gegenzug würde ich 2000 Euro erhalten.
Wie hast du dich gefühlt, als die Anfrage gekommen ist?
Ich war überrascht, dass er mir das vorgeschlagen hat, aber ich wollte mich auch sofort absichern, damit ich nichts riskiere. Ich habe dann mit Georg Silberschmidt gesprochen, damit ich wusste, was ich tun soll.
Wie hast du reagiert?
Ich habe wie gesagt mit Georg gesprochen und wir haben uns dazu entschieden, den Spieler bei der ITTF anzuzeigen. Die ITTF hat die Anzeige anschliessend weiter an den Französischen Tischtennisverband weitergeleitet.
Was rätst du anderen Spielern, welche ein ähnliches Angebot bekommen?
Ich rate ihnen, sofort mit den Trainern und dem Verband zu sprechen, bevor sie eine Entscheidung treffen.
War die Anfrage in Budapest deine erste Erfahrung mit illegalen Sportwetten?
Ich habe bereits von einigen Spielern gehört, die dementsprechend angesprochen wurden, aber mir wurde zuvor noch nie Geld angeboten, damit ich ein Spiel oder einen Satz verliere.