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Und er soll langfristige Massnahmen aufzeigen, mit denen die Marktstrasse von Verkehr entlastet werden kann, insbesondere vom Verkehr zu den Industriebetrieben am Ende der Marktstrasse. So die Aufträge der Bürgerschaft. Eine Übersicht der Antworten gibts schon vorab, wie es dem aktuellen Mitteilungsblatt zu entnehmen ist.
Stichwort Marktstrasse
Die Marktstrasse ist wichtige Grunderschliessung für die nördlich der Bahnhof- und Henauerstrasse gelegenen Gebiete von Niederuzwil. Sie weist den Ausbaustandard einer Industrie-Grunderschliessung auf. Ihre Fahrbahnbreiten sind für den Begegnungsfall Lastwagen-Lastwagen genügend breit. Zum Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer hat sie von der Ochsenkreuzung bis zum Uze-Übergang beidseitige Trottoirs. Die Geschwindigkeiten sind vergleichsweise tief. 85 Prozent der Fahrzeuge fahren je nach Abschnitt nicht schneller als 38 oder 42 km/h, 50 sind erlaubt.
Die Verkehrszählungen zeigen insgesamt eine vergleichsweise moderate Verkehrsbelastung. Den südlichen Bereich bei der früheren Post befahren täglich rund 2‘300 Fahrzeuge, im nördlichen Abschnitt bei den Technischen Betrieben sind es noch 1‘100 Fahrzeuge. Zum Vergleich: Die Linden- und die Wiesentalstrasse verzeichnen je rund 4‘300 Fahrzeuge im Tag. Aussergewöhnlich hoch ist auf der Marktstrasse der Lastwagenanteil. Je nach Abschnitt bewegt er sich in der Grössenordnung von 16 bis 19 Prozent des Verkehrs.
Fussgängerstreifen über die Marktstrasse befinden sich direkt bei der Ochsenkreuzung, bei der früheren Post sowie im Bereich des Knotens mit der Bienenstrasse. Im südlichen Teil der Marktstrasse sind Parkfelder auf der Strasse signalisiert. Sie dienen erfolgreich dazu, die gefahrenen Tempi tief zu halten. Gleichzeitig hindern sie den Verkehrsfluss, das kann zu Lärmbelastungen durchs Abbremsen und Beschleunigen führen und zuweilen anspruchsvolle Verkehrssituationen auslösen. Nebst der separierten Bus-Endhaltestelle Gaswerk hat es auf der Marktstrasse die zwei Fahrbahn-Haltestellen Post und Bienenstrasse.
Wie den Lärm reduzieren?
Langsamer fahren und weniger Verkehr: Das reduziert den Lärm. Lärmarme Strassenbeläge können helfen und schliesslich kann Lärm, der durch Anhalten und Anfahren entsteht, durch die Verflüssigung des Verkehrs reduziert werden, sofern begleitend verhindert wird, dass dadurch erhöhte Tempi zu mehr Lärm führen. Kurzfristig umsetzbare Möglichkeiten können etwa sein, den Verkehr auf der Marktstrasse zu verflüssigen und ihm dazu Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Wie? Parkfelder können demarkiert, Bus-Haltestellen reduzieren werden. Diese Massnahmen müssen als Gesamtpaket umgesetzt werden, weil sie sich gegenseitig beeinflussen.
Zu viele Haltestellen
Heute hat es auf der Marktstrasse gegenüber dem ansonsten üblichen Standard eine Haltestelle zu viel, die beiden Haltestellen Post und Bienenstrasse könnten von den Frequenzen und Distanzen gut zu einer zusammengeführt werden. Gleichzeitig muss die Lage der Fussgängerstreifen angepasst werden, weil sie auf die Bus-Haltestellen abgestimmt sind. Im Dialog mit der Verkehrspolizei musste festgestellt werden, dass insbesondere das Zusammenlegen der Haltestellen ein deutlich komplexeres Unterfangen ist als erwartet. Die Abhängigkeiten von Sichtweiten und Einfahrten sind gross. Es ist anspruchsvoll, einen geeigneten Ort für die neue Haltestelle zu finden, der die geforderten Normen einhält. Mehrere Varianten mussten verworfen werden. Gleichzeitigt bestehen gegenseitige Abhängigkeiten der Themen Haltestellen, Fussgängerstreifen und Parkplätze. Und erschwerend kommt dazu, dass sich der Kanton überlegt, die Haltestelle Marienfried südwärts Richtung Uzwil zu verschieben. Das würde den Abstand zu den Haltestellen an der Marktstrasse je nach Lage übermässig erhöhen. Trotz allem ist die Gemeinde zuversichtlich, im Verlaufe 2023 Verbesserungen zu erreichen.
Unerwünschter Effekt
Verschwinden mit den Parkfeldern und einer Haltestelle Hindernisse für den Verkehr, ist möglich, dass der Verkehr schneller wird. Höhere Tempi führen in der Tendenz zu mehr Lärm und zu höheren Risiken für die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Gleichzeitig werden deshalb flankierende Massnahmen erforderlich sein, damit das Geschwindigkeitsniveau auf der Marktstrasse tief bleibt.
Alternative Erschliessung des Industriegebietes
In den vergangenen Jahrzehnten gab es unterschiedliche Ideen einer «Nordumfahrung» von Niederuzwil. Sie wurden damals als technisch möglich beurteilt, scheiterten an anderen Gründer als der technischen Machbarkeit. Natürlich gibt es immer – und auch heute – verschiedene technisch machbare Lösungen für die alternative Erschliessung des Industriegebietes Marktstrasse. Einige davon hat die Gemeinde bis zu einem gewissen Stand aufgearbeitet. Noch ist es zu früh, sie auszubreiten.
Am 4. November ist eine öffentliche Veranstaltung vorgesehen, an welcher der Austausch mit der Bevölkerung gesucht wird. Genaue Details zur gegebenen Zeit im Blatt. Themen sind dort etwa: Welche Ziele sollen damit erreicht werden? An welchen Kriterien soll man mögliche alternative Erschliessungen messen? Jedenfalls: Die Fragestellung ist zu komplex, zu viele Fragen sind offen, um jetzt schon eine Vorgehensplanung unterbreiten zu können.