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Das Schloss Bellerive wurde ab 1666 auf mehreren Parzellen am Rand des Sees gebaut.
Einer dieser gehörte im 15. und 16. Jahrhundert der Familie Journal, von Köln. Diese Territorien hingen vom Lehen von Bellerive ab und kehrten zurück zum Herrn von Bellerive in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Die Gärten im Süden erstrecken sich auf eine andere Parzelle aus, die früher zum Lehen von Veigy gehörten. Sie war in 1609 das Eigentum von Anne Calvin, die Nichte des Reformators. Diese Parzellen und die anderen, die insgesamt fast 2.5 Posen umfassten (ca. 6.800 m2), wurden von Charles-Emmanuel II erworben, Herzog aus Savoyen, um dort dieses Gebäude zu bauen, das die Genfer sosehr beunruhigte.
Diese Konstruktion löste in der Tat einen Krieg zwischen der Republik von Genf und Savoyen aus. Am Ende des Sees angesiedelt, dort wo Süd-Frankreich mit der Schweiz verbunden ist, war Genf seit jeher ein grosser Handelsplatz. Die Waren gingen über die Rhone der Seyssel hinauf, dann auf der Strasse über die Stadt am Ende des Sees gebracht und dann über den Genfersee mit der Barke. In Genf wurden sie in Markthallen gelagert und mussten verschiedene Gebühren entrichten; eine Einkommensquelle für die Republik. Eines dieser Handelswaren, das Salz, war bestimmt für Chablais, Faucigny, Wallis und Bern.
In 1623 erhob Genf eine neue Steuer von 2 Sol pro Zentner, der auf 3 Sol in 1655 erhöht wurde. Das verursachte eine gewalttätige Meinungsverschiedenheit zwischen Genf und Savoyen. Der Gerichtshof von Turin beschloss schliesslich, dass das Salz nicht mehr über Genf transportiert werde, sondern über Mont-de-Sion, am Fuss des Salève, um Arve in der Nähe von Etrembières zu durchqueren und den See in Bellerive wieder zu treffen. Ein Projekt wurde sofort gestartet, ein Gebäude, das als Salzladen und eventuell anderen Waren dienen musste, zu erbauen. Beunruhigt von dieser Konstruktion, die Festungscharakter annahm, befasste sich der Rat von Genf vor allem mit der Gefahr, die der Genfer Handel einging bei seinen Verbündeten Bern und Zürich. Er trat auch an den Gesandten in der Schweiz vom König von Frankreich, Ludwig XIV, und erinnerte ihn daran, dass der Vertrag von Saint-Julien, der in 1603 von Heinrich IV unterzeichnet wurde, um Genf eine Zone eingeführt hatte, in der keine Militärkonstruktion aufgerichtet werden durfte, und dass Bellerive sich in dieser Zone befand. Ausserdem war dort ein Hafen vorgesehen, der "Kriegsschiffe" empfangen konnte. Die Angelegenheit wäre schlimmer geworden, wenn nicht in 1675 Charles-Emmanuel starb. Seine Nachfolger wünschten die Genfer zu beruhigen und gaben ihnen alle Versicherungen, was die Nicht- Militärbestimmung des Gebäudes betraf. Von den sechs vorgesehenen Türmen, wurden nur zwei gebaut, und das Gebäude blieb ein Salz "Laden".
In 1798 wurde das Schloss, das zur nationalen Domäne der französischen Republik wurde, an eine Privatperson verkauft. Er ist momentan das Eigentum des Prinzen Sadruddin Aga Khan, alter Ober-Kommissar für Flüchtlinge bei den Vereinten Nationen.
Extraits de "Collonge-Bellerive Notes d'histoire" de Georges Curtet (Photo. Charnaux frères; coll. J.-C. Curtet, Genève)
Bibliographie