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In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Bedeutung der Orgelmusik wieder stark zu. Einige der bedeutendsten Vertreter der deutschen Orgelromantik sind Franz Liszt, Josef Rheinberger und Max Reger. In Frankreich sind allen voran César Franck, Camille Saint-Saëns, Alexandre Guilmant, Théodor Dubois, Charles-Marie Widor, Eugène Gigout und Léon Boëllmann zu nennen. Entdecken Sie hier auch weniger bekannte Orgelmusik vieler kleineren Meister aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Der schlesische Komponist und Kirchenmusiker Ignaz Reimann lebte von 1820-1885 und stammte aus einer Gastwirts- und Freizeitmusikerfamilie. Sehr früh kam er in Berührung mit zahlreichen Arten der volksnahen Musik und erhielt ganz nebenbei eine fundierte musikalische Ausbildung. Bereits als 12-jähriger konnte er für jeden Instrumentalisten im Kirchenorchester einspringen. Seine Leidenschaft galt aber dem Unterrichten. Er liess sich zum Lehrer ausbilden und wurde später selber zum Musikleiter im Seminar berufen. 1852 wurde ihm das Amt des Schulleiters und Kantors übertragen. Weiterlesen
Johannes Brahms (1833–1897) stammte aus einer niedersächsisch-norddeutschen Familie. Sein Vater spielte Horn und Kontrabass und trat mit kleinen Ensembles in Tanzlokalen in Hamburg auf. Durch Stundengeben, als Tanzmusiker oder als Theaterpianist musste der junge Johannes Brahms schon früh zur Ernährung seiner Familie beitragen. In dieser Zeit entstanden auch die ersten Kompositionen.
1853 lernte er den Geigenvirtuosen Joseph Joachim kennen und durch diesen auch Clara und Robert Schumann. Durch Clara Schumann wurde Brahms angeregt, sich mit Orgelspiel und geistlicher Musik zu beschäftigen. Weiterlesen
Edmond Missa (1861–1910) stammte aus Reims und hatte seinen ersten Musikunterricht bei seiner Mutter, der Sängerin Marie-Louise Duval, die später Professorin für Gesang am Pariser Konservatorium wurde. Sein Cousin Louis Duval war Organist an der Kathedrale von Reims, sein Onkel Ernest Duval Organist an der Kirche Saint-Jacques. Im Alter von zehn Jahren wurde Edmond Missa als Nachfolger von Henri Dallier Organist an der Chororgel der Kathedrale von Reims. Weiterlesen
Fernand de La Tombelle (1854–1928) war ein bedeutender französischer Organist und Komponist. Das Klavierspiel lernte er bei seiner Mutter Louise Gueyraud, einer Schülerin von Franz Liszt. Ab dem achtzehnten Lebensjahr nahm er privaten Orgel- und Harmonielehreunterricht bei Alexandre Guilmant. Am Konservatorium Paris war Fernand de La Tombelle Schüler von César Franck und Théodore Dubois. Für seine Kompositionen erhielt er zweimal die Goldmedaille beim Grand Prix Pleyel. In den folgenden Jahren trat Fernand de La Tombelle als Konzertorganist in ganz Frankreich auf. Weiterlesen
Samuel de Lange junior (1840–1911) war ein niederländisch-deutscher Organist, Lehrer und Komponist. Samuel de Lange (jr.) war Sohn des Rotterdamer Organisten Samuel de Lange (sr.). Er trat bereits in frühen Jahren als Orgel- und Klaviervirtuose hervor. De Lange studierte ab 1858 in Lemberg, wo er bis 1863 lebte. Ab 1864 war er in Rotterdam Organist und Orgellehrer. Weitere Stationen waren 1874 Basel, 1876 Paris, 1877 Köln, 1884 Den Haag und ab 1893 Stuttgart. In Stuttgart wurde er am Konservatorium Dozent, ab 1895 Professor. Er leitete das Konservatorium von 1900 bis 1908. Weiterlesen
(François Clément) Théodore Dubois (1837–1924) studierte am Pariser Conservatoire bei Antoine François Marmontel, François Bazin, François Benoist und Ambroise Thomas. Er war 1861 Rompreisträger, ab 1855 Organist des Invalidendomes und wurde 1859 Chordirigent an Ste-Clotilde, während dort César Franck die grosse Orgel spielte. 1877 bis 1896 wirkte er als Organist an der Madeleine. Ab 1871 war er Harmonielehrer und ab 1896 Direktor des Conservatoire in Paris.
Herbert Brewer (1865–1928) war ein englischer Komponist, Dirigent und Organist. Er lebte die meiste Zeit seines Lebens in seinem Geburtsort Gloucester. Herbert Brewer war zunächst Chorknabe und Organist in Gloucester. Er studierte bei Charles Lloyd, an der Kirchenmusikschule in Oxford und am Royal College of Music. Ab 1882 war Brewer Organist in Oxford, ab 1885 in der Kathedrale in Bristol und ab 1896 wieder Organist in Gloucester, diesmal an der Kathedrale.
Josef Gabriel Rheinberger (1839–1901) wurde in Vaduz geboren, kam aber mit zwölf Jahren zur musikalischen Ausbildung nach München und wirkte dort sein Leben lang als Komponist und Musikpädagoge, so dass er häufig als deutscher Komponist bezeichnet wird. Der 1839 in Vaduz geborene Josef Gabriel Rheinberger zeigte schon früh ungewöhnliche Musikalität. Er versah bereits als Siebenjähriger den Organistendienst in seinem Heimatort und kam mit 12 Jahren zur Ausbildung an das Münchner Konservatorium, wo er seine Kommilitonen bald überflügelte und bereits zahlreiche Werke schuf.
Nicolas-Joseph Wackenthaler (1840–1913) wurde in Sélestat im Elsass geboren. Sein Vater François Charles war Organist in Sélestat, sein Onkel Joseph Wackenthaler war Kapellmeister und Organist am Strassburger Münster. Nicolas-Joseph studierte an der Niedermeyer-Schule in Paris bei seinem Onkel François Xavier Joseph und wurde mit 19 Jahren Nachfolger seines verstiorbenen Vaters als Organist an St. Georges in Sélestat. 1876 wurde er zum Organisten der Kathedrale in Dijon berufen, wo er auch als Klavierlehrer wirkte.
Charles-Marie Jean Albert Widor (1844–1937) wurde in eine musikalisch renommierte Familie hinein geboren und erhielt von seinem Vater den ersten Orgelunterricht. Während seiner Schulzeit am humanistischen Collège des Jésuites in Lyon zeigte sich seine aussergewöhnliche musikalische Begabung, besonders im Orgelspiel, so dass er mit elf Jahren Organist der Kapelle des Collège wurde und seinen Vater an der Kirche Saint-François vertreten konnte.