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eine der grössten mitteleuropäischen Bienen mit hummelartigem Habitus (Körperlänge 20 - 28mm). Färbung einheitlich tiefschwarz; auch die Flügel sehr dunkel, mit deutlichem Blauschimmer. Behaarung ziemlich kurz, auf dem Thoraxrücken durch die graue Färbung auffallend. Männchen mit gelbbraunem Ring vor der leicht abgeknickten Fühlerspitze, sonst dem Weibchen sehr ähnlich.
Ab August und nach der Überwinterung von April bis Juli. Je nach Wetter Verhältnisse
An sonnigen Orten mit Nistmöglichkeiten (Totholz); besonders am Rand von Siedlungen in Gärten und Streuobstwiesen. Lebensraum sind Obstwiesen, Hausgärten, Parkanlagen oder Waldränder, also lichte, sonnenexponierte Orte. Die Holzbiene benötigt warme Biotope mit viel trockenem Totholz, in das sie ihre Niströhren nagen kann. Idealer Ersatz-Brutort sind Konstruktionen aus Holzpfählen oder Balken, wie man sie in Hausgärten oder auf Spielplätzen findet.
Die ausgesprochen wärmebedürftige Art ist in ihrer Verbreitung in Mitteleuropa weitgehend auf Wärmeinseln (Weinbaugebiete) beschränkt, hier aber gebietsweise nicht selten. Im Mittelmeer gebiet gehört sie zu den häufigsten Bienenarten
Die Flugzeit von frisch geschlüpften Holzbienen beginnt etwa Anfang August und dauert bis in den Herbst. Beide Geschlechter überwintern als erwachsene Biene (Imago) an geschützter Stelle, z.B. in Holzgängen, Mauerspalten oder in selbst gegrabenen Erdlöchern. Die Überwinterung endet etwa im April. Bei warmem Wetter kann man die Holzbienen bereits im März beobachten. Die überwinterten Blauen Holzbienen leben dann meist bis in den Juni hinein.
Holzbienen leben allein. Die Geschlechter treffen sich nur zur Paarung. Nach der Begattung im Frühling nagt das Holzbienen-Weibchen mit seinen kräftig ausgeprägten Beisswerkzeugen bis 30 cm lange Nistgänge in totes, sonnenbeschienenes Holz. Die blaue Holzbiene (Xylocopa violacea) ist standortstreu und nistet meist in dem Holz, in dem sie selber geschlüpft ist. Im Laufe der Zeit wird das Totholz dadurch völlig durchbohrt. Bei der Wahl ihres Brutsubstrats macht die Blaue Holzbiene keinen Unterschied zwischen natürlichem Totholz oder alten Balken. Sie kann deshalb zum Ärgernis werden, wenn sie ihre 1,5 cm dicken Löcher in altes Fachwerk an Häusern und Gartenanlagen bohrt.
Die Blaue Holzbiene ist eine gewandte und schnelle Fliegerin, die auch grosse Entfernungen zurücklegen kann. Dabei orientiert sie sich mit ihrem gut entwickelten Sehsinn. Die Imagines ernähren sich von Pollen und Nektar, vor allem von Schmetterlingsblütlern, Korbblütlern und Lippenblütlern.
Ihre kräftigen Beisswerkzeuge nutzt die Blaue Holzbiene manchmal auch, um an Nektar zu gelangen. Ist die Blüte zu klein für die grosse Biene, beisst sie einfach seitlich ein Loch hinein. So gelangt das Insekt an den Nektar, ohne die Blüte zu bestäuben (sog. "Nektarraub").
Im Mittelmeergebiet einige weitere der Gattung.
Die Schwarze Mörtelbiene (Megachile parietina)
Die Östliche Holzbiene (Xylocopa valga)
Wegen ihrer hohen Wärmeansprüche und ihrer Abhängigkeit von geeigneten Nistmöglichkeiten gilt die Art als gefährdet bzw. (in Baden-Wüttemberg) stark gefährdet.
Mit etwas verdünntem Honig (nicht draussen stehen lassen) oder Zuckerwasser kann der Biene geholfen werden. Sie wird Ihnen diese Stärkung danken und sich gestärkt ins Freie verabschieden. Sie hat nur ein Ziel: den Nachwuchs fördern.
Totes Holz in Gärten, Streuobstwiesen, Parks und an Waldrändern liegen lassen
Bohrlöcher in Pfählen und Balken dulden, solange diese das akzeptable Mass nicht überschreiten
gezielt Balken als Nistplatz anbieten
KOSMOSnaturführer "Bienen, Wespen, Ameisen", 2005, ISBN-13: 978-3-440-09690-1, ISBN-10: 3-440-09690-4