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Konfusion total in der Formel 1: Max Verstappen wird nach seinem Sieg im verregneten Grand Prix von Japan als Weltmeister ausgerufen – zu seiner eigenen Verwunderung und vieler anderer.
Um seinen zweiten WM-Titel vorzeitig perfekt zu machen, musste Verstappen im fünftletzten Rennen der Saison acht respektive sechs Punkte mehr holen als Charles Leclerc im Ferrari und sein Red-Bull-Teamkollege Sergio Perez.
Nach der Zieldurchfahrt war klar, die Titel-Entscheidung ist erneut vertagt. Verstappen passierte als Erster, gefolgt von Leclerc und Perez. Weil sich Leclerc in der letzten Runde mit einer Abkürzung in der Schikane einen Vorteil verschafft hatte, bekam der Monegasse jedoch nachträglich eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt und fiel dadurch hinter Perez auf Platz 3 zurück.
Über zwei Stunden unterbrochen
Dies alles hätte Verstappen aber noch nicht zum WM-Titel gereicht, weil praktisch alle davon ausgingen, dass er für seinen zwölften Saisonsieg nicht die volle Punktzahl erhalten würde. Der Grund: Das Rennen wurde nach einem über zweistündigen Unterbruch nur über 28 statt 53 Rennen gefahren. Im Reglement ist seit dieser Saison vorgesehen, dass bei einer verkürzten Renndistanz der Punkteschlüssel entsprechend angepasst wird.
Bei einer Renndistanz von 50 bis 75 Prozent wären für Verstappen 19, für Perez 14 und für Leclerc 12 Punkte vorgesehen gewesen. Zur grossen Verwunderung entschied der Automobil-Weltverband FIA aber, trotz des verkürzt gefahrenen Regenrennens die volle Punktzahl zu vergeben. Der Grund dafür ist ein Passus im Reglement, der besagt, dass die absolvierte Distanz keine Rolle Spiel, wenn das Rennen nach einer roten Flagge fortgesetzt und regulär beendet wird. Das war in Suzuka nach dem Neustart der Fall.
Gute Nachricht nach dem Interview
Verstappen erfuhr noch während des Siegerinterviews von seinem Glück. Dabei reagierte er ziemlich überrascht. «Es ist Wahnsinn, ich habe gemischte Gefühle», räumte der Niederländer ein, der zunächst selbst nicht an die Titelverteidigung vor Ort gedacht hatte. «Ich bin dankbar an alle, die zu diesem Erfolg beigetragen haben.»
Für die Fahrer des Teams Alfa Romeo lagen bei der Rückkehr der Formel 1 nach Japan nach einer zweijährigen Corona-Zwangspause keine WM-Punkte drin. Valtteri Bottas und Zhou Guanyu beendeten das chaotische Rennen als 15. und 16.