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Die Jagd
Die Geschichte der Jagd
Der Homo erectus setzte zur Jagd auf Grosssäuger wie Elefanten, Nashörner und Hirsche Lanzen ein. Bereits vor etwa 30'000 Jahren wurden Speerschleudern genutzt, die es ermöglichten, Wild aus der Distanz zu erlegen. Gegen Ende der letzten Kaltzeit wurden Pfeil und Bogen erfunden. Im alten Ägypten, Griechenland und Rom waren es vor allem Angehörige der Oberschicht, die Jagd als Sport betrieben.
Die ersten Gesetze zum Schutz des Wildes wurden im 13. Jahrhundert erlassen, als der mongolische Herrscher Kubilai Khan seinen Untertanen verbot, während der Brunftzeit und der Zeit der Jungenaufzucht zu jagen. Während des Mittelalters erliessen die Feudalherren weit reichende Jagdgesetze mit drakonischen Strafen gegen Wilddiebe, wodurch die Jagd zu einem Privileg der herrschenden Klasse wurde. Auch die berittene Hirschjagd mit Hunden sowie die Verfolgung von Federwild mit dazu abgerichteten Falken waren ein beliebter Zeitvertreib der Reichen.
Durch die Erfindung des Schiesspulvers im 14. Jahrhundert und die Entwicklung der Musketen (mit einem Luntenschloss) wurden die Jagdmethoden massgeblich verändert. Wo bisher Fallen und Schlingen, Pfeil und Bogen, Falken und Hunde eingesetzt worden waren, ermöglichte es jetzt das Gewehr, Tiere auf grössere Entfernung und in grösserer Zahl zu erlegen. Hauptbeutetiere in Europa blieben Füchse, Hasen und Hirsche.
Im 19. Jahrhundert breitete sich das unkontrollierte Jagen mit Flinten und Büchsen immer weiter aus und begann, die Existenz einiger Tierarten zu bedrohen. Beispiele hierfür waren das Töten von Seidenreihern wegen ihrer Federn (die in der Hutmacherei verwendet wurden) und das Abschlachten der Bisonherden. Im 20. Jahrhundert wurden auch in vielen europäischen Ländern zum Schutz bedrohter Arten oder aus allgemeinen Tierschutzerwägungen heraus strenge Jagdschutzgesetze erlassen. Kritik an der heutigen Jagdpraxis richtet sich unter anderem gegen die (ökologisch nicht begründbare) Verfolgung einheimischer Raubtiere sowie von Arten, die wie der Feldhase in ihrem Bestand zurückgehen, aber auch gegen die in manchen Regionen unnatürlich hohen Wildbestände, durch die Waldschäden verursacht werden.
Die Jagd heute
Gesetze verpflichten den Jäger zur Hege. Die Wildbestände sollen gesund, artenreich und den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepasst sein. Die Jäger tragen heute in entscheidendem Masse dazu bei, die Lebensgrundlagen des Wildes zu sichern. Sie sorgen dafür, dass keine Wildart ausstirbt. Die Waldbesitzer verpachten meist ihr Nutzungsrecht an die Jäger. Keineswegs schiesst der Jäger das Wild „grad wie es ihm gefällt“. Er ist gesetzlich verpflichtet, den Wildbestand pfleglich zu behandeln. Niemand kann die Jagd ausüben, wenn er nicht zuvor eine staatliche „Jägerprüfung“ abgelegt hat. In der Jägerprüfung werden Hohe Anforderungen gestellt!
Warum ist die Jagd notwendig?
Die Jagd dient heute nicht mehr wie früher der Nahrungssicherung. Dennoch haben Jagd und Jäger heute nicht weniger wichtige Ziele und Aufgaben.
Ziele und Aufgaben der Jagd
Sicherung und Verbesserung der natürlichen Lebensgrundlagen aller freilebenden Wildtiere, insbesondere des Wildes und damit auch Sorge um die Erhaltung der Pflanzenvielfalt.
Landschaftsplanung unter Einbeziehung der Ansprüche des Wildes, Gestaltung von „Wildland“, Schaffung von Ausgleichszonen für das Wild in der Feldflur, Einrichtung von „Natur-Ruhezonen“.
Verstärkte jagdkundliche Forschung und Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis; Bewusstseinsbildung für die Naturschutzproblematik durch die Schulen und Medien.
Sorge für die Einhaltung der zum Schutz der freilebenden Wildtiere, insbesondere des Wildes und der Jagd erlassenen Vorschriften; Verhüten von Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft.

Der Heger
Das Schiessen allein macht den Jäger nicht aus.
Wer weiter nichts kann bleib lieber zu Haus.
Doch wer sich ergötzt an Wild und an Wald,
auch wenn es nicht blitzt und wenn es nicht knallt
und wer hinaus geht zur jagdlosen Zeit
wenn Heide und Holz sind vereist und verschneit,
wenn mager die Àsung und bitter die Not,
wenn hinter dem Wild einher schleicht der Tod
und wer ihm dann wehred ist Waidmann allein,
der Heger, der Pfleger soll Jäger nur sein. Wer bloss um des Schiessens hinaus ging zur Jagd:
Zum Waidmann hat er es niemals gebracht!
Hochgebirgsjäger Strada Alta TI
Ohne Jagdausübung
Könnte in der heutigen Kulturlandschaft kein Gleichgewicht mehr unter den Wildarten erhalten werden;
Würden manche Wildarten in der Land- und Forstwirtschaft erhebliche Schäden anrichten;
Könnte es bei einigen Wildarten zu einer starken Vermehrung kommen.
Das Wild würde sich gegenseitig die Nahrungsgrundlage streitig machen.
Wildkrankheiten würden verstärkt auftreten und die Wildbestände zum Zusammenbrechen bringen;
Würde das Wild auch sterben – das wertvolle Wildbret ginge allerdings verloren.
Pächter JG Niederdorf BL
Jagd und Naturschutz
„Jagd ist angewandter Naturschutz“. Dieser Slogan müsste für jeden Jäger selbstverständlich sein! In der Tat wird gerade im Bereich Lebensraumverbesserung für das Wild viel getan. Wovon wiederum die ganze Bandbreite an wildlebenden Tieren, von den Kriechtieren bis zu den Vögeln und natürlich auch selten gewordene Pflanzen, profitieren.
Das ist echter Naturschutz, wie er ohne langes „Reden“ in den Jagdrevieren praktiziert wird. Besonders relevant ist übrigens hierbei das Problem, die Lebensraumverbesserung auch in der Feldflur effizient umzusetzen, denn nur dann erfährt der Wald eine Entlastung.
Aber sind hiermit alle Resoursen im Naturschutz ausgeschöpft?
Denn bei genauer Betrachtung bietet sich dem Jäger beim Artenschutz, Umwelt- und Naturschutz eine ganze Palette von Projekten, aus denen er sich „für ihn geeignet“ herauspicken kann.
Vor allem im Artenschutz kann der Jäger ohne viel Aufwand jede Menge bewirken! So bietet er, um einige Beispiele zu nennen, der Fledermaus ein reiches Betätigungsfeld, von Schlupfbrettern im Sommer an geeigneten Kanzeln bis zu Schlupflöchern an Scheunen für den Winter. Wichtig sind auch immer wieder Nistkästen und natürlich die Sorge vom Jungwild bis zu den Bodenbrütern, die ja alle in ihrem jungen Leben des besonderen Schutzes bedürfen.
Mit „spektakulären“ Aktionen für die Artenvielfalt des Wildes und der Wildtiere kann der Jäger sehr schnell das Interesse der Öffentlichkeit auf den Naturschutz lenken: „Spektakel“ nicht um des Ruhmes willen, sondern für die Natur!
Jagd in Naturschutzgebieten
Unter dem Namen Biotoppflege verbirgt sich natürlich in Wirklichkeit eine selektive Behandlung von Pflanzen, dass dabei aber auch eine selektive Behandlung von Tieren notwendig ist, wird häufig übersehen. Eine Fülle von Tierarten wird jedoch durch die Tätigkeit des Menschen sehr stark gefördert, und diese Arten können seltene Arten, die den Schutzzweck darstellen, durchaus bedrohen. Dabei braucht keinesfalls immer ein Räuber-Beute-Verhältnis zu bestehen. Oft genügen Beunruhigungen der einen Art durch die andere Art vollkommen.
In diesem Sinne kann die Jagd in Naturschutzgebieten durchaus ihre Berechtigung, ja Notwendigkeit haben, und sie sollte nicht von vornherein abgelehnt werden, sondern es sollte eine echte Zusammenarbeit mit Jägern angestrebt werden. Insbesondere durch den Menschen geförderte „Generalisten“ können in Naturschutzgebieten zur Plage werden, und sie können in Gebieten mit wirtschaftlicher Nutzung manchen schützenswerten Arten den Rest geben: Hier ist vielfach der Jäger als Biotoppfleger gefragt.
Kampagnen, eigene Websites und ähnliches von Menschen, welche das Wesen der Jagd abschaffen möchten, sollten aus meiner Sicht folgendes bedenken:
„Man kann Probleme nur lösen, wenn es einem gelingt eine vernünftige Kommunikation aufzubauen. Manchmal ist das gar nicht so einfach. Um etwas grundsätzlich abzulehnen, müsste man unbedingt mehr darüber wissen. Denn das Spektrum mit all seinen Verknüpfungen ist enorm. Genau deswegen wäre es so wichtig für die Sache, dass man sich hinsetzt, einander zuhört und nicht zuletzt voneinander lernt. Das wäre aus meiner Sicht das Fundament als Chance zum lernen, wie der Wald und das Wild zum Wohle aller, überleben kann“.
Jagdkultur
Das Jagen heute ist getragen von dem Gedanken, möglichst viele Arten der Wildtiere zu erhalten. Man kann sagen, dass das unsere höchste kulturelle Aufgabe in dieser Zeit ist. Vor dem Hintergrund des Anspruches an die Natur, die der Mensch heute hat, ist das eine schwere, aber lohnenswerte Aufgabe.
Viele Menschen können nicht verstehen, dass jemand auf ein Tier schiessen und es töten kann, aber trotzdem eben diese Tiere liebt. Das zu erklären ist eine sehr schwere Aufgabe, an der sich schon exzellente Geister versucht haben.
Der Natur kommt es aber nicht auf das Einzelinduvidium an, sondern auf den Erhalt einer Art, die sie in eben diese Lebensnische gestellt hat. Begreift man diesen Zusammenhang, wird es schon leichter das Handeln von Jägern zu verstehen. Tatsache ist jedoch, dass es manche Arten nicht mehr gäbe, wenn Jäger die Bedrohungen derselben nicht frühzeitig erkannt hätten.
Schwer zu vermitteln sind diese Tatsachen vor allem vor dem Hintergrund der Verdrängung des Todes aus unserem Leben. Wir nehmen ihn heute nur noch sehr widerwillig wahr. Es wird auch leicht gemacht, weil kaum noch jemand den Schlachtvorgang und das Zerwirken von Tieren mitbekommt. Dazu gehören auch Transporte von Schlachtvieh durch ganz Europa. Man holt sich halt allefein verpackt aus dem Kühlregal und abstrahiert damit bewusst den natürlichen Ablauf.
Wenn wir auch heute die Jagd zum Überleben des Menschen genauso wenig wie vor dreitausend Jahren benötigen, so ist sie dennoch ein erhaltenswertes Kulturgut unserer Zeit.
Ernst Rudin (kein Jäger)