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Marcus Urban galt als grosses Talent des Fussballs. Bis Anfang der 90er-Jahre stand er beim deutschen Zweitligisten Rot-Weiss Erfurt unter Vertrag. Dann beendete er plötzlich seine Karriere. Der entscheidende Grund: seine Homosexualität.
Gegenüber dem deutschen Magazin «Welt am Sonntag» hat Marcus nach Jahrelangem Schweigen Licht ins Leben schwuler Spitzenfussballer gebracht. Er ist überzeugt, dass ein Outing auch heute eine Fussballkarriere gefährdet und vermutlich beendet. Er schildert sein eigenes Versteckspiel als psychisch belastend und geht auch kritisch um mit seinem eigenen Kompensationsverhalten: um männlicher zu wirken spielte er aggressiver und fuhr eine eher unkollegiale Schiene. Urban möchte auch heute noch keinem aktiven Spitzenspieler ein Outing zumuten, fände es aber gut, wenn Veteranten diesen Schritt zu würden.
Das einzige bis heute bekannte Outing eines Spitzenfussballers endete tragisch. 1990 hatte sich Justin Fashanadu, Stürmer bei Nottingham Forest, für 80’000 Pfund Redegeld im Boulevardblatt «The Sun» offenbart. Danach flüchtete er vor der Häme und Hetze (Zitat Oskar Beck, Mittelland-Zeitung vom 15.11.) nach Amerika, und acht Jahre später hat er sich in London erhängt.
Quelle: Pink Cross