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Jeffrey – Ein echter Kämpfer
© BOS Foundation | Isna
Viele Orang-Utans, die in die Obhut der BOS Foundation gelangen, hatten keinen einfachen Start ins Leben. Dies ist die Geschichte eines wahren Kämpfers: Jeffrey lässt sich von keinem Rückschlag unterkriegen.
Da Jeffrey wie seine Mutter an Hepatitis B erkrankte, musste er isoliert werden, um eine Ausbreitung der Krankheit auf andere Orang-Utans zu vermeiden. Für Jeffrey bedeutete dies: Quarantäne auf unbestimmte Zeit. Erst Jahre später zeigten wissenschaftliche Untersuchungen auf, dass es sich bei Hepatitis B um eine natürlich vorkommende Krankheit handelt, die für Orang-Utans nicht gefährlich ist. Dieser Durchbruch war für Tiere wie Jeffrey bedeutend! Nun konnte er in Samboja Lestari endlich wieder mit Artgenossen zusammengeführt werden. Doch die jahrelange Quarantäne verändert die Orang-Utans: Sie hindert sie daran, überlebenswichtige Fähigkeiten und Instinkte auszubilden und weiterzuentwickeln. Wie durch ein Wunder war dies bei Jeffrey jedoch nicht der Fall. Er hatte trotz all dieser schwierigen Umstände einige seiner wilden Verhaltensweisen beibehalten. Das Team der Rettungsstation entschied deshalb, Jeffrey die Chance zu geben, sich weiterzuentwickeln.
Jeffrey macht grosse Fortschritte
Ein erneuter Rückschlag
Eigentlich hätte es für Jeffrey in seiner neuen Umgebung nicht besser laufen können. Doch dann, im Oktober 2019, stellten Mitarbeitende fest, dass sein Bein angeschwollen war. Jeffrey schien Schwierigkeiten zu haben, sich zu bewegen. Das medizinische Personal in Samboja Lestari wurde sofort alarmiert. Bald zeigte eine erste Untersuchung von Jeffreys Bein, dass der Orang-Utan an einer Fehlbildung des Hüftgelenks (Hüftdysplasie) litt. Leider sah sich das Team gezwungen, Jeffrey erneut in die Rettungsstation zurückzubringen, um ihm mit einer Behandlung seiner Hüfte zu helfen. Die Korrektur einer Hüftdysplasie bei ausgewachsenen Orang-Utans ist kostspielig und birgt Gesundheitsrisiken. Doch unbehandelt müsste Jeffrey sein Leben im Käfig verbringen.
Das Veterinärteam wurde zusätzlich von einem Humanorthopäden unterstützt. Gemeinsam wurde entschieden, Jeffreys Beckenknochen mithilfe eines Fiberglasabdrucks neu zu positionieren und so die Fehlstellung zu korrigieren. Die Experten rechneten mit einem dreimonatigen Heilungsprozess. Aber es wäre wohl nicht Jeffrey, hätte er sich nicht bereits innerhalb eines Monats wieder vollständig erholt. Trotz seiner schnellen Genesung wurde er zur weiteren Überwachung in der Station behalten, um sicherzustellen, dass er seine Hüfte wieder zuverlässig bewegen konnte.
© BOS Foundation | Isna
Der Kampf hat sich gelohnt
In ihrem letzten Bericht über Jeffreys Zustand sagte Dr. Agnes, die Koordinatorin des Veterinärteams in Samboja Lestari: "Die Behandlung von Jeffreys Erkrankung ist jetzt sechs Monate her. Nun ist es an der Zeit, den Rehabilitationsprozess fortzusetzen. Wir sehen, dass das Humpeln verschwunden ist und er genügend Kraft hat, seinen Körpfer zu stabilisieren."
Während seiner Genesung im Behandlungsgehege behielt Jeffrey einen gesunden Appetit und ass das gesamte ihm angebotene Futter. So blieb sein Gewicht relativ stabil.
Endlich!
Letzte Woche verlegte das Samboja-Lestari-Veterinärteam Jeffrey schliesslich auf die Vorauswilderungs-Insel #0. Der Orang-Utan schien zufrieden zu sein, nach mehreren Monaten Aufenthalt in der Käfiganlage wieder in einer waldähnlichen Umgebung zu sein.
Wir wünschen Jeffrey eine gute Zeit auf der Insel – ganz ohne weitere Verletzungen oder Rückschläge.
Für den Transport auf die Insel wird Jeffrey sediert.
© BOS Foundation | Fachmi
Jeffrey wird per Boot auf die Vorauswilderungs-Insel transportiert.
© BOS Foundation | Fachmi