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|Auszüge aus dem Buch

Kriya-Yoga - Self Realization Fellowship (Yogananda)
Kriya-Yoga (allgemein)
Der heute praktizierte Kriya-Yoga wurde im Westen vor allem durch Paramahansa Yogananda (18931952), dem Autor des Klassikers Autobiographie eines Yogis, bekannt. Aufzeichnungen über Kriya-Yoga reichen jedoch bis zur Bhagavad-Gita (Der Gesang des Erhabenen) zurück, die um 300 v.Chr. geschrieben wurde und oft auch als die «Bibel Indiens» bezeichnet wird. Yogananda zählt mit Swami Vivekananda (Ramakrishna Mission) zu den Pionieren, die östlich-hinduistisches Gedankengut und den Yoga zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Westen gebracht haben.
Nach der Wissenschaft des Kriya-Yoga wird ein Yogi oder eine Yogini, der/die diese Technik getreulich übt, allmählich von seinem Karma (Sansk. Handeln, Werk), das heisst von der gesetzlichen Kette der Ursachen und Wirkungen befreit. Das Wort «kri» bedeutet Handlung, Aktivität, «yoga» heisst Einheit. So bedeutet Kriya Yoga Einheit von Körper, Seele und Geist in jeder Handlung. Die Kriya-Yoga-Technik besteht aus einer Kombination von Atem-, Körper- und Meditationsübungen, welche die spirituelle Entwicklung optimal fördern sollen. Avatar Babaji, ein legendärer Heiliger und Yogi, der seit vielen Jahrhunderten im selben Körper mit seinen Jüngern die Weiten des Himalajas durchwandern soll, habe im 19. Jahrhundert diese Technik Lahiri Mahasaya (18281895) übergeben, mit dem Auftrag, den Kriya-Yoga der Menschheit weiterzugeben. Von Lahiri Mahasaya wurde diese Technik Sri Yukteswar (1855 1936) weitergegeben, der diese wiederum seinem Schüler Sri Yogananda übertrug.
Self Realization Fellowship (SRF)
Paramahansa Yogananda, mit bürgerlichen Namen Mukunda Lal Ghosh, wurde 1893 in Gorakhpur, Indien, in einer Kschatrija-Kaste (zweitoberste Kaste, ursprünglich diejenige der Könige und Krieger) geboren. Schon in jungen Jahren habe er über eine ausserordentliche Tiefe von Bewusstheit und spiritueller Erfahrung verfügt. Um einen erleuchteten Lehrer für seine spirituelle Suche zu finden, besuchte er viele indische Heilige und Gurus. 1910, im Alter von 17 Jahren, traf er Sri Yukteswar Giri (1855 1936), dessen Schüler er wurde. Vier Jahre später (1914) trat er, seinen spirituellen Neigungen folgend, in einen Mönchsorden ein und nahm den Namen Yogananda (Glückseligkeit des Yogas) an. 1917 rief er in Rantschi eine Lebensschule für Jungen ins Leben, in der moderne Lehrmethoden gemeinsam mit Yogatraining und Instruktionen in spirituellen Idealen verbunden wurden. 1920 gründete er die Self Realization Fellowship. Im selben Jahr reiste er für einen Kongress in die USA.
Die nächsten Jahre hielt er dort weitere Vorträge und führte Interessierte in den Kriya-Yoga ein. Yogananda unternahm eine Vortragsreise durch den ganzen Kontinent und sprach in den grösseren Städten vor tausenden von Zuhörern. 1925 wurde von ihm auf einer Anhöhe in Los Angeles das amerikanische Mutterzentrum der Self Realization Fellowship ins Leben gerufen. 1935 fuhr er über Europa nach Indien und traf sich dort unter anderem mit Mahatma Gandhi, Ramana Maharshi und Anandamayi Ma, die beiden Letzteren bekannte indische Heilige. Im selben Jahr wurde ihm durch seinen Guru Sri Yukteswar der Name Paramahansa (höchster Schwan) verliehen. Nach dem Tod von Sri Yukteswar (1936) kehrte er über England nach Kalifornien zurück, wo er 1937 in Encinitas, Kalifornien, einen grösseren Aschram gründete. In den darauf folgenden Jahren entstanden in den USA wie auch in Europa zahlreiche Zentren, in denen Kriya-Yoga gelehrt wird. Yogananda blieb bis zu seinem Tod (1952) in den USA. Seither wird die Self Realization Fellowship von seinen Schülern fortgeführt. Jetzige Vorsteherin ist Sri Daya Mata, welche dieses Amt nun seit 1955 ausübt. In der Autobiographie eines Yogi, welche im Westen zu den populärsten Büchern über indische Spiritualität gehört, wird das Leben von Yogananda sowie seine Lehre ausführlich beschrieben.
Yogananda verstand Kriya-Yoga als einfache seelisch-leibliche Methode zur Selbst- und Gottesverwirklichung, also zur Selbsterlösung. Seine Lehre und Praxis passte er in bedeutendem Ausmass dem westlichen Menschen an und verwendete dabei auch christliche Ausdrücke. Wie wahrscheinlich kein anderer verstand es Yogananda, östliche und westliche Kultur zu verbinden und aus den Religionen des Ostens und des Westens Gemeinsamkeiten hervorzuheben. Die SRF gibt den ursprünglichen Kriya-Yoga, wie von Yogananda gelehrt, in so genannten Lehrbriefen weiter. Nach zwei Jahren des Studiums kann der/die Schüler/-in in den Kriya-Yoga eingeweiht werden. Zentren und Meditationsgruppen sind ausser in Afrika auf allen Kontinenten vertreten. Jeden Sommer findet in Los Angeles eine grössere Zusammenkunft statt, welche von ca. 3000 bis 4000 Personen besucht wird. Neben Vorträgen werden auch Pilgertouren an die Orte durchgeführt, wo Yogananda gewirkt hat. In Nürnberg existiert eine Zweigstelle, welche unter anderem auch die deutschsprachige Literatur von Yogananda vertreibt. Im deutschsprachigen Raum treffen sich regelmässig rund 18 Meditationsgruppen und Meditationskreise. In der Schweiz existieren neben Zürich Gruppen in Bern, Basel und Genf. In Zürich gibt es für Meditierende und an der Lehre Yoganandas Interessierte die Möglichkeit, sich an der Schulhausstrasse 55 (im Erdgeschoss), 8037 Zürich zu treffen (Zeiten siehe unten). Die Gruppe in Zürich zählt zurzeit ca. 17 Personen. Die Anlässe sind für jedermann zugänglich.
Gottesdienste:
Literatur:
Kontakt:
Yogananda betrachtete sich als der letzte in der Reihe der Kriya-Yoga-Gurus. Nach seinem Tod sollte ein Präsident das Werk verwalten und als hoch entwickelte Seele als Kanal für Yogananda dienen. Insofern kennt die SRF keine Nachfolgegurus. Nach dem Tod von Yogananda sind im Laufe der Jahre jedoch eine Reihe von (neuen) Gurus aufgetreten, welche sich mit wenigen Ausnahmen auf Yogananda (sowie auf Babaji, Lahiri Mahasaya und Sri Yukteswar) berufen und die Guru-Linie fortsetzen. Ein paar dieser (neueren) Gruppen sind auch in Zürich vertreten. Diese werden im Buch beschrieben.
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