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Auf der einen Seite gibt es in der Millionenstadt noch die engen Gassen, in denen die Bewohner im Pyjama zum nächsten Laden schlendern, auf der andern Seite steht die imposante Kulisse der Wolkenkratzer, wo der chinesische Immobilienbesitzer sich im Jaguar chauffieren lässt.
Der Wirtschaftsboom spaltet die Nation in ein Heer von Verlierern und ein paar Gewinner. Die Anzahl der Millionäre ist letztes Jahr um 6,1 Prozent auf rund 900 000 Personen gestiegen. Nur drei Prozent der Chinesen haben ein Auto.
500 Leute pflegen den Park
Der Stadtteil Pudong mit Flaschenöffner und Fernsehturm ist erst in den letzten Jahren entstanden. In diesem Stadtteil am Fluss wohnen vorab Gutbetuchte, viele Ausländer und wohlhabende Chinesen.
Das Wohnquartier «Yanlord Garden» beispielsweise (mit Sportanlage, Tennisplätzen und Schwimmanlagen) ist ein geschlossener Sektor mit 1200 Wohnungen. Rund 500 Gärtner, Putzmannschaften und Wachpersonal schauen zum Rechten. Eine Dreizimmerwohnung kostet circa 3000 Franken pro Monat – je nach Stockwerk einiges mehr.
China ist das Land der Gegensätze. Gemessen am Verdienst (Verkäuferin 300 Franken; Lehrerin 600, Ärztin 900), sind die Kosten für den täglichen Bedarf relativ hoch: Liter Milch Fr. 1.40; Liter Benzin Fr. 1.10; Kinobillett 8 Franken. Günstig ist der Reis mit 70 Rappen pro Kilo oder auch die Metro- oder Busfahrt (30 Rappen).
Arbeiten, Essen, Schlafen
Die Chinesen sind ein äusserst arbeitsfreudiges Volk. So fokussiert sich das Leben in Shanghai auf Arbeiten, Essen und Schlafen. Die Chinesen wollen am aufkommenden Wohlstand ihren Anteil haben, und darum ist reich werden das grosse Ziel. Um die Politik kümmert sich keiner. Ein Engagement ist im autoritären System auch chancenlos. il