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Zusammenfassung Wyniger Geschichte
Der Familienname "Winingen" ist in mehreren Dokumenten des 12. bis 14. Jahrhunderts - erstmals 1185 - aktenkundig. Dem Siegel des Johannes von Winingen, 1364 bis 1369 kyburgischer Schultheiss in Burgdorf, wurde das heutige Gemeindewappen nachgebildet. Als Ortsnamen finden wir "Wynigen" erst in einem Einkünfteverzeichnis des Grafen von Kyburg aus dem Jahre 1261 / 1263. Als deren Dienstleute wachten in ältester Zeit die Herren von Grimmenstein über Twing und Bann von Wynigen. Spärliche Überreste ihrer Burg sind noch heute auf einem Felssporn bei Bühl zu erkennen.
Im Burgdorferkrieg 1383 wurde die Feste Grimmenstein gleich wie die nahe Burg Friesenberg von den Bernern belagert und berannt. Der damalige Dienstmann der Kyburger, Peter von Rohrmoos, zog es vor, sich zu ergeben, Grimmenstein als der Berner "offenes Haus" zu erklären und Burger der Stadt Bern zu werden. 1402 übergaben die Kyburger Twing und Bann von Wynigen den Edlen Niclaus und Peter von Rohrmoos. Im Laufe der Zeit und durch Erbschaft gelangte die Herrschaft in den Besitz des Sebastian von Lutternau, der sie 1497 für 1260 Gulden an Bern verkaufte. 1502 wurde Wynigen dann zum Amt Burgdorf geschlagen, dem die Gemeinde noch heute angehört.
Der Übergang der Herrschaft Wynigen an Bern fällt zeitlich ziemlich genau mit dem Auftreten der Familie Wild zusammen, deren Stammvater Andreas sich 1478 in Wynigen niederliess. Während 200 Jahren stellten sieben aufeinanderfolgende Generationen dieser Familie einen Ammann. Zu besonderem Ansehen gelangte Niklaus (1582 - 1642) und Tobias Wild (1616 - 1686). Neben dem hinteren Eingang an der Kirchenmauer erinnert noch heute die Grabplatte von Tobias Wild an seine Zeit als "rühmlich gewesener Ammann zu Wynigen". 1671 liess er die Kirche renovieren. Bei einer späteren Renovation wurden Mauerreste freigelegt, die auf zwei Anlagen hinweisen, die mit Sicherheit vor dem Jahr 1000 n. Chr. gebaut worden sind. Die Ersterwähnung der Kirche 1275 fällt in die Zeit der Kreuzzüge.
Die Franzosen, die 1798 in unser Land einmarschierten, hinterliessen ein Bürgerverzeichnis, das Angaben über die Wohnorte und Berufe der 416 Bürger enthielt. Neben einer erstaunlichen Vielfahlt von Handwerkern waren damals fast die Hälfte der Männer als Bauern oder Landarbeiter tätig.
Die Landwirtschaft prägte die Bevölkerungsentwicklung in unserer Gemeinde. Das explosionsartige Bevölkerungswachstum im 19. Jahrhundert ist denn auch auf wesentliche Neuerungen in der Landwirtschaft zurückzuführen. Durch den Anbau von Kartoffeln und verschiedenen neuen Futterpflanzen wurde die Versorgungslage entscheidend verbessert. Begünstigt durch die Bebauung der Brache, die Aufteilung der Allmend und die Einführung der Stallfütterung während des Sommers gewann die Viehaltung und damit die Milchproduktion immer mehr an Bedeutung. Es entstanden die ersten Talkäsereien, und um die Mitte des letzten Jahrhunderts schlossen sich auch die Bauern unserer Gemeinde in mehrere Käsereigenossenschaften zusammen.
Wer sich für die Zeugen der Vergangenheit interessiert, braucht nur mit offenen Augen durch das schmucke Dorf und die prächtigen Hügellandschaften mit den währschaften Weilern und Einzelhöfen zu wandern. Er wird sie auf Schritt und Tritt entdecken können.