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In letzter Zeit setzen zeitgenössische Maler*innen sich verstärkt mit der gewalttätigen und ungerechten Vergangenheit auseinander, indem sie die Werke der Alten Meister neu interpretieren. Sie reproduzieren die Kompositionen und Pinselstriche der Originale und stellen dabei gleichzeitig die geschlechtlichen und rassischen Hierarchien infrage, die ihnen zugrunde liegen. Diese Künstler*innen erforschen die Beziehung zwischen Motiv, Betrachter und Künstler und beziehen oft ihre eigenen Körper in ihre Werke ein. Sie hinterfragen westliche Erzählungen der Kunstgeschichte und fragen, wer die Autorität hat, diese Geschichten zu erzählen.
Ein Beispiel ist Jake Grewal, dessen Ausstellung “Sometimes I Feel More Alive” nächsten Monat in der Pallant House Gallery eröffnet wird. Er setzt seine eigenen Figuren in Passagen aus Landschaftsgemälden von bedeutenden Künstlern wie Constable, Degas und Gauguin ein. Dadurch positioniert er sich als queere*r Künstler*in innerhalb des heteronormativen Kanons der Kunstgeschichte.
Barbara Walker, deren geprägte Zeichnung “Vanishing Point 24 (Mignard)” kürzlich von der Pallant House Gallery erworben wurde, bearbeitet die Komposition des Gemäldes “Louise de Kéroualle, Duchess of Portsmouth with an unknown female attendant” von Pierre Mignard, indem sie die schwarze Figur mit Bleistift darstellt und die Duchesse fast unsichtbar macht. Walkers Neugestaltung stellt den Fokus des Originalwerks infrage und reimaginiert seine Bedeutung.
Jesse Mockrins Arbeit behandelt das geschlechtsspezifische Verhältnis zwischen Künstler*in und Motiv. In ihrer Ausstellung “The Venus Effect” erforscht sie historische Gemälde von Frauen mit Spiegeln und fordert die Wahrnehmung des weiblichen Subjekts in Bezug auf Handeln und Begehren des Betrachters heraus.
Die Gemälde von Somaya Critchlow, wie “Count Me Out”, zeigen schwarze weibliche Motive mit forderndem Blick. Sie nutzt Techniken von Malern wie Leonardo da Vinci, um ihre Figuren mächtig und kontrollierend über ihre eigene Sexualität darzustellen.
Andere Künstlerinnen, wie Rosa-Johan Uddoh und Sahara Longe, arrangieren historische Gemälde neu und fügen schwarze Figurinnen in traditionelle Szenen ein, um den Blickwinkel zu verändern und die Position schwarzer Figuren in europäischen Kunsttraditionen neu zu betrachten.
Diese Bewegung hat eine breitere kulturelle Diskussion angestoßen und dazu geführt, dass Institutionen historischen Werken Kontext geben und deren eigene Vergangenheit hinterfragen. Die Pallant House Gallery beispielsweise zeigt zeitgenössische und historische Werke gemeinsam und lädt Künstler*innen ein, aus der Sammlung auszuwählen, um sie neben ihren eigenen Werken zu präsentieren. Auch die Tate Britain stellt zeitgenössische Werke neben historische, um queer-basierte Perspektiven zu bieten und Momente in der Kunstgeschichte besser zu verstehen.
Die Bewegung, historische Werke neu zu rahmen und sich kritisch mit ihren problematischen Aspekten auseinanderzusetzen, ist eine Reaktion auf den Druck seitens der Künstler*innen und kulturelle Veränderungen. Institutionen beginnen, verborgene Erzählungen in ihren Sammlungen zu erforschen und Werke zu präsentieren, die historisch unterdrückte Stimmen widerspiegeln.
Insgesamt sehen die beteiligten Künstler*innen, Kurator*innen und Historiker*innen den Wert darin, die Originale in zeitgenössischen Diskursen lebendig zu erhalten. Ihr Ziel ist es, über deren Strukturen und Auswirkungen nachzudenken und von ihnen zu lernen, anstatt sie einfach zu löschen.
Zeitgenössische Malerinnen und Maler setzen sich mit den gewalttätigen und ungerechten Aspekten der Vergangenheit auseinander, indem sie das Werk der Alten Meister neu interpretieren. Dabei reproduzieren sie Kompositionen und Merkmale der Originalwerke, während sie die zugrunde liegenden geschlechtsspezifischen und rassischen Hierarchien hinterfragen.
Einfügen von Identitäten: Künstlerinnen und Künstler setzen sich in alte Meisterwerke ein
Künstler wie Jake Grewal fügen ihre Figuren in Passagen aus Landschaftsbildern von bekannten Künstlern ein. Dadurch positionieren sie sich als queere Künstler innerhalb des heteronormativen Kanons der Kunstgeschichte.
Erkundung der Identität im Rahmen des Kanons
Künstlerinnen und Künstler untersuchen die Beziehung zwischen Subjekt, Betrachter und Künstler, indem sie ihre eigenen Körper in das Werk einfügen. Dies stellt westliche Erzählungen der Kunstgeschichte in Frage und wirft die Frage auf, wer die Autorität hat, Geschichten zu erzählen.
Umarbeitung von Kompositionen: Neudefinition der Erzählung
Künstlerinnen wie Barbara Walker verändern die Kompositionen von Gemälden der Alten Meister, um deren Fokus in Frage zu stellen und ihre Bedeutung neu zu interpretieren.
Barbara Walkers geprägte Zeichnung “Vanishing Point 24 (Mignard)”
Barbara Walkers Überarbeitung des Gemäldes von Pierre Mignard fordert den Fokus des Originalwerks heraus, indem sie die schwarze Figur mit Bleistift darstellt und die Herzogin nahezu unsichtbar macht.
Auseinandersetzung mit Geschlechterdynamiken: Weibliche Subjekte und die Wahrnehmung des Betrachters
Künstlerinnen wie Jesse Mockrin setzen sich mit den geschlechtsspezifischen Dynamiken zwischen Künstler und Subjekt auseinander, indem sie historische Gemälde von Frauen mit Spiegeln untersuchen und die Wahrnehmung des weiblichen Subjekts durch den Betrachter in Frage stellen.
Jesse Mockrins Ausstellung “The Venus Effect”
Jesse Mockrins Ausstellung untersucht historische Gemälde von Frauen mit Spiegeln und stellt die Wahrnehmung des weiblichen Subjekts durch den Betrachter in Frage.
Stärkung schwarzer Figuren: Herausforderung eurozentrischer Traditionen
Künstlerinnen wie Somaya Critchlow, Rosa-Johan Uddoh und Sahara Longe verändern historische Gemälde und integrieren schwarze Figuren in traditionelle Tableaus, verändern den Blickwinkel und überdenken die Position schwarzer Figuren in der europäischen Kunsttradition.
Somaya Critchlows Gemälde und die selbstbewussten schwarzen weiblichen Subjekte
Die Gemälde von Somaya Critchlow zeigen schwarze weibliche Subjekte mit selbstbewusstem Blick und nutzen Techniken von Künstlern wie Leonardo da Vinci, um ihre Figuren als mächtig und selbstbestimmt in Bezug auf ihre Sexualität darzustellen.
Die breitere kulturelle Diskussion: Institutionen reagieren und bieten Kontext
Diese Bewegung führt zu einer breiteren kulturellen Diskussion und veranlasst Institutionen dazu, historischen Werken Kontext hinzuzufügen und ihre eigene Vergangenheit in Frage zu stellen.
Ausstellung von zeitgenössischen und historischen Werken: Pallant House Gallery
Die Pallant House Gallery zeigt zeitgenössische und historische Werke gemeinsam und lädt Künstlerinnen und Künstler ein, Werke aus der Sammlung neben ihren eigenen auszustellen.
Queere Perspektive auf Kunstgeschichte: Vorgehen der Tate Britain
Die Tate Britain stellt zeitgenössische Werke neben historische und bietet so eine queere Perspektive auf Momente in der Kunstgeschichte.
Erforschung verborgener Erzählungen: Stumme Stimmen aufdecken
Die Bewegung zur Neugestaltung historischer Werke und zur Auseinandersetzung mit ihren problematischen Aspekten ist eine Reaktion auf den Druck von Künstlern und den kulturellen Wandel. Institutionen beginnen versteckte Erzählungen innerhalb ihrer Sammlungen zu erforschen und Werke zu präsentieren, die historisch stumme Stimmen widerspiegeln.
Erhaltung und Lernen von Originalen: Auswirkungen und Strukturen berücksichtigen
Insgesamt erkennen die beteiligten Künstlerinnen und Künstler, Kuratoren und Historikerinnen den Wert darin, die Originale innerhalb zeitgenössischer Diskussionen lebendig zu erhalten. Sie möchten deren Strukturen und Auswirkungen berücksichtigen und daraus lernen, anstatt sie einfach zu löschen.[ad_2]
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