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In der EU ist laut den sogenannten Maastricht-Kriterien eine jährliche Neuverschuldung von 3,0 Prozent des jeweiligen nationalen Bruttoinlandprodukts (BIP) erlaubt. Halten sich Staaten nicht daran, werden ihnen in Defizitverfahren konkrete Handlungsempfehlungen gegeben, wie sie ihre finanziellen Probleme innerhalb eines bestimmten Zeitraums in den Griff bekommen können. Für Länder, die den Euro eingeführt haben, sind bei anhaltendem Verstoss zudem hohe Geldstrafen möglich. In der Praxis wurden diese aber nie verhängt.
Im Jahre 2009/2010 lag die Neuverschuldung Grossbritanniens noch bei zehn Prozent der Wirtschaftsleistung. Seitdem ist sie stetig gesunken. 2015/2016 lag sie bei 4 Prozent, 2016/2017 schliesslich bei 2,3 Prozent. Im Laufe der Jahre befanden die EU-Finanzminister zweimal, dass Grossbritannien keine ausreichenden Gegenmassnahmen eingeleitet habe, um die Neuverschuldung in den Griff zu kriegen. Da das Land aber nicht in der Eurozone ist, konnten keine Strafen verhängt werden. Grossbritannien wird die EU im März 2019 verlassen./asa/nif/DP/she
(AWP)