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Leonie Küngs Märchen in Hua Hin endete ohne Happy-End. Die 19-jährige Schweizer Qualifikantin verlor den Final des mit 275'000 Dollar dotierten WTA-Turniers gegen Magda Linette (WTA 42) mit 3:6, 2:6.
Die 28-jährige Polin dominierte den Final. Sie erspielte sich früh erste Breakmöglichkeiten, schaffte den ersten Aufschlagdurchbruch zum 4:2 im ersten Satz und zog auch im zweiten Durchgang sogleich auf 2:0 und 5:1 davon. Leonie Küng erspielte sich bloss einen Breakball. Sie nützte ihn nicht, und statt 2:2 im zweiten Satz stand es acht Minuten später 1:5.
Dass sie im Endspiel chancenlos blieb, wird Leonie Küng kaum lange Zeit beschäftigen. Die 19-Jährige aus Beringen bei Schaffhausen erlebte die sportlich beste Woche ihrer Karriere, nachdem sie vor zehn Monaten wegen Krankheiten (Pfeiffersches Drüsenfieber, Borreliose-Infekt) sogar um die Karriere hatte bangen müssen. Die Finalqualifikation in Hua Hin als Qualifikantin stellt zweifellos das zweite grosse Highlight dar nach dem (verlorenen) Juniorinnen-Final in Wimbledon im Sommer 2018.
«Ich hatte einen schier unglaublichen Lauf»
Leonie Küng gewann in Thailand sechs Spiele hintereinander und besiegte in den Achtelfinals mit Zhu Lin (WTA 70), in den Viertelfinals mit Wang Qiang (WTA 27) und im Halbfinal mit Nao Hibino (WTA 84) ihre ersten drei Top-100-Spielerinnen, wobei Hibino am Vortag noch die Weltranglisten-Vierte Jelina Switolina 6:4, 6:2 deklassiert hatte. Vor dieser Woche spielte Küng erst zweimal – gegen Belinda Bencic in Luxemburg und gegen Johanna Larsson in Gstaad – überhaupt gegen Top-100-Spielerinnen.
Die sechs Siege spülen die Schweizer Teenagerin in der Weltrangliste weit nach vorne. Dank der 180 Weltranglistenpunkte verbessert sie sich im Ranking von Position 283 auf Platz 155. Küng kassiert 21'000 Dollar Preisgeld, zuvor hatte sie in fünf Jahren 60'000 Dollar eingespielt.
Leonie Küng wurde gefragt, was sie wohl gesagt hätte, wenn ihr vor einer Woche jemand ein derart erfolgreiches Turnier prophezeit hätte: «Als erstes hätte ich diese Person für verrückt erklärt. Ich erachtete das gar nicht als realistisch. Aber der Traum wurde wahr. Ich erwartete nie und nimmer, auch nur die Qualifikation zu überstehen. Ich hatte einen schier unglaublichen Lauf und bin dafür sehr, sehr dankbar.»