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Rehwild ( Capreolus capreolus)
Rehe werden sehr oft mit den Hirschen verwechselt. Obwohl Hirsche und Rehe zoologisch zu den widerkäuenden Paarhufern gehören, so ist Lebensweise und Grösse doch sehr verschieden. Bei uns in Winkel haben wir einen Rehwildbestand von ca. 80 bis 90 Stück, davon fallen jährlich ca. 15 bis 20 Prozent dem Strassenverkehr zum Opfer. Rehe leben während des Jahres einzeln oder in kleinen Gruppen. Während des Winters schliessen sie sich als Sprünge(Familiengruppen) zusammen. In den Sprüngen sind Rehe jeden Alters und Geschlechtes anzutreffen. Ab April beginnt das Territorialverhalten der männlichen Rehe (Böcke) und sie verteidigen ihr Revier gegen andere Rivalen. Die Sprünge lösen sich auf.
Die weiblichen Tiere (Rehgeissen), welche jetzt hochträchtig sind, bleiben noch bis zur Niederkunft (Setzzeit) mit ihren letztjährigen Tieren (Schmalrehe, Jährlinge) zusammen. Mitte bis Ende Mai setzt die Rehgeiss eins bis drei Kitze. Die ersten zwei Wochen bleiben die weissgetupften Bambis voneinander getrennt. Sie liegen an verschiedenen Stellen im hohen Gras an Waldrändern und die Rehmutter pendelt zwischen den Kitzen hin und her, um sie zu säugen.
Auf diese Weise erhöht sich die Überlebenschancen der Neugeborenen beträchtlich, denn die Chance durch Füchse, Greifvögeln oder auch von Wildschweinen erbeutet zu werden, minimiert sich so auf das einzelne Tier und nicht auf alle zusammen. Die Rehmutter erkennt ihre Kitze am Geruch. Fatal wird es, wenn diese von Menschen oder auch von Hunden berührt werden, dann wird die Mutter die Jungen nicht mehr annehmen.
Gerade in dieser Zeit ist die Rücksichtnahme von Spaziergängern und Hundebesitzern sehr wichtig. So sollten die Hunde im Wald und am Waldrand an der Leine geführt werden. Biker, Velofahrer und Spaziergänger sollten sich ausschliesslich die befestigten Wege benützen und die Waldränder meiden.
Eine weitere grosse Lebensgefahr für die Kitze stellt in den ersten Lebenswochen das Mähen der Wiesen dar. Durch Verblenden der Felder am Vortag (aufhängen von Plastiksäcken, Leintücher oder ähnliches) oder durch Absuchen der Felder vor dem Mähen kann Schlimmeres verhütet werden. .
In der dritten Juliwoche beginnt die Brunftzeit der Rehe und dauert etwa bis Mitte August. Besonders lebhaft verläuft die Brunft an trockenen und heissen Tagen. Da kann man auch während des Tages Böcke beobachten, welche die Rehgeiss vor sich hertreiben.
Aussehen: Der Rehbock ist am leichtesten anzusprechen, denn er verfügt über ein Geweih oder bei uns im Unterland auch Gehörn genannt. Das Gehörn gibt Aufschluss über das Alter. Im Spätherbst wird das Gehörn abgeworfen. Im Winter schiebt nach neue nach. Geschützt wird es durch eine Bastschicht, welche dann im Frühjahr weggefegt wird. Das weibliche Reh trägt keinen Kopfschmuck. Die Fellfarbe (Rehdecke) ist während des Sommers rotbraun und verfärbt sich im Winter grau.
Der Jagdgesellschaft obliegt die Aufgabe, den Rehbestand zu regulieren. Hierfür gibt es Auflagen von der Gemeinde Winkel sowie von der Jagdverwaltung. Im Frühjahr wird der Bestand ermittelt und der jährliche Abschuss, aufgeteilt in Altersklassen und Geschlecht, durch die FJV festgelegt. Ein Überbestand hat Einfluss auf die Lebensbedingungen und die Gesundheit der Rehe, ferner ist die Gewährung der Artenvielfalt im Baumbestand durch Verbiss- und Fegeschäden gefährdet. Somit gilt es, durch nachhaltige Bejagung einen ausgewogenen Bestand zu erzielen. Künftig wird man ein Projekt „Ruhezonen“ für Rehe in Angriff nehmen, da unsere Rehe infolge der starken Beunruhigung im Wald und an Waldrändern keine normalen Ruhephasen mehr haben.