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Kaum ein anderes Werk der metaphysischen Literatur des 20. Jahrhunderts hat einen so großen Einfluss ausgeübt wie das durch die Schriftstellerin Jane Roberts in Trance übermittelte Seth-Material.
Waren es in den Achtziger- und Neunzigerjahren vor allem Titel wie GESPRÄCHE MIT SETH, DIE NATUR DER PERSÖNLICHEN REALITÄT oder INDIVIDUUM UND MASSENSCHICKSAL, die im Zentrum des Interesses der Seth-Leser und -Leserinnen standen, so hat sich in den letzten Jahren der Fokus immer stärker auf das Material verschoben, das außerhalb der offiziellen Buchsitzungen, in welchen Seth durch Jane ihrem Ehemann Robert F. Butts die Bücher diktierte, entstand.
Oft wurden hierbei, wie in den späteren Büchern, Themen behandelt, die für die Menschheit allgemein gelten. Häufig sprach Seth an diesen Kursabenden oder Klassensitzungen aber auch ganz gezielt über die Fragen und Probleme einzelner Teilnehmer und Teilnehmerinnen, wobei Seths Antworten in vielen Fällen auf die Allgemeinheit übertragen werden können, da es sich in der Regel um Themen handelt, welche die meisten Menschen beschäftigen.
Die insgesamt vier Bände der FRÜHEN KLASSENSITZUNGEN stellen ein weiteres wichtiges Bindeglied für ein umfassendes Bild des Seth-Phänomens und der Person von Jane Roberts dar.
LESEPROBE
ASW-KLASSE, 29. FEBRUAR 1968, 22.00 UHR, DONNERSTAG
"ICH KANN EUCH VERSICHERN, DASS DER TOD EIN NEUER ANFANG IST UND DASS IHR NICHT ZUM SCHWEIGEN VERURTEILT SEID, WENN IHR TOT SEID."
(Eine spontane Seth-Sitzung während einer Klasse. Aus Notizen von Lillian und Janet während der Klasse.)
Ich werde in diesen Klassen durchkommen, wenn es die Umstände erlauben. Einige protestierten, als ich sagte (während der einzigen anderen Sitzung für diese Klasse), dass es euch bestimmt war, hierherzukommen. Ihr fühltet euch vielleicht gedrängt. Tatsache ist aber, dass ihr an einem Punkt wart, an welchem ihr Antworten auf Fragen wolltet und dass ihr auch neue Fragen suchtet. Ihr wurdet von eurem inneren Selbst an den Ort geführt, wo eure Fragen beantwortet werden könnten. Mein Material wird euer Leben tatsächlich verändern.
Ihr hofft, ihr träumt, dass euer Leben kreativ wird... (Satzteil fehlt) und darum seid ihr hier. Andere sind nicht hier. Ihr seid hier, weil ihr lernen und die verschiedenen inneren Dimensionen eurer Realität verstehen wollt. Ihr spürt etwas, von dem euch nichts gesagt wurde. Ich werde wieder hier sein, ob ich nun zu euch spreche oder nicht. Heute Abend bin ich hier, um euch zu sagen, dass ich zu euch sprechen und eure Fragen beantworten werde, wenn die Bedingungen günstig sind.
Es gibt Realitäten und Dimensionen, die ihr fühlt, und hier habt ihr Recht. Sie liegen außerhalb der anerkannten Wissenssysteme. Die Fragen, die ihr stellt, werden innerhalb der anerkannten Wissensschulen nicht als legitim betrachtet. Nur schon meine [Gegenwart?] muss euch zu denken geben. In diesem Material werdet ihr ein Bezugssystem finden, und dieses Bezugssystem wird euch zu verstehen ermöglichen, was Realität ist. Es wird euch ermöglichen aufzuwachen und die Camouflage zu erkennen, welche ihr als physische Realität bezeichnet.
Gemäß dem, was euch gelehrt wurde, dürfte ich eigentlich nicht hier sein. Gemäß dem, was euch gelehrt wurde, existiere ich eigentlich gar nicht, und doch kann ich euch versichern, dass ich existiere. Was in diesem Zimmer geschieht, dürfte eigentlich gar nicht geschehen, gemäß dem, was euch gelehrt wurde, und dennoch geschieht es. Es reicht, um eure inneren Sinne zu öffnen, um euch zu zeigen, dass mehr existiert als euch gesagt wurde.
Glaubt ihr, dass ihr verwelkt und zu einem Nichts werdet, wenn ihr altert? Das ist überhaupt nicht der Fall. Denn für ein „Nichts“ spreche ich doch eigentlich sehr laut. Wenn es die Umstände erlauben, werde ich mich in diesem Zimmer noch besser zu erkennen geben... Es gibt bestimmte Regeln, die mein Freund Ruburt mir auferlegt. Eine ist, dass ich meine Stimme unter Kontrolle halten soll, und ich werde mich auch bemühen, das zu tun.
Ich habe gesagt, dass Vitalität in der Persönlichkeit tatsächlich Vitalität in der Persönlichkeit ist. Nur weil ich euren Planeten verlassen habe, bedeutet das nicht, dass ich düster sein und mit düsterer Stimme sprechen muss. Existenz... setzt keine Ernsthaftigkeit voraus. Existenz ist freudevoll, und Vitalität klingt durch das ganze Universum und drückt sich tatsächlich mit einer Stimme wie der meinen aus. Gesegnet zu sein, bedeutet nicht, mit einem langen Gesicht umherzuziehen.
Ihr könnt euren Intellekt und eure Emotionen nutzen. Das Eine muss das Andere nicht blockieren. Die Gedanken in meinem Material werden eure Augen öffnen, eure inneren Augen. Ihr werdet anfangen, euer Universum auf eine Weise zu betrachten, wie ihr das zuvor noch nie getan habt. Die Welt der Camouflage ist schön, aber es existieren noch Dinge, die ihr nicht seht. Schaut dorthin, wo ihr mit euren physischen Augen nichts seht, und ihr werdet [vieles?] sehen, das euch erstaunen wird. Hört dorthin, wo ihr nicht hört, und ihr werdet vieles hören, das euch erstaunen wird. Jetzt kann mein Freund Ruburt eine Pause machen oder die Sitzung beenden, ganz wie er möchte. Ich selbst spreche sehr gerne zu euch. Ich war hier, seit ihr das Zimmer betreten habt, und ich werde hier sein, bis ihr es verlasst. Ihr wisst mehr, als ihr realisiert, und euer inneres Wissen wird euch immer dazu antreiben, die Antworten zu finden, die ihr sucht... Irgendwann werde ich weniger gewichtig zu euch sprechen. Ich werde durch das Vehikel, durch welches ich spreche, [zurückgehalten]. Ich gebe euch tatsächlich alle Segenswünsche, die ich euch geben kann.
(Pause um 22.17 Uhr. Die Sitzung hatte um 22.00 Uhr begonnen.
(Weiter um 22.27 Uhr.)
Nun, gemäß dem, was euch gelehrt wurde, müsste mein Freund Ruburt verrückt sein, aber das ist er nicht. Gemäß dem, was euch gesagt wurde, wurdet ihr aus physischer Materie erschaffen, der ihr nicht entfliehen könnt, und das ist nicht wahr. Gemäß dem, was euch gelehrt wurde, zerfallt ihr, wenn ihr älter werdet, und das ist nicht wahr. Die physische Materie, aus der ihr scheinbar besteht, wird sich (beim physischen Tod) zwar auflösen, aber ihr werdet euch nicht auflösen.
Obwohl ihr mich nicht sehen könnt, wisst ihr, dass ich hier bin. Weil eure Eltern vor euren Augen erlöschen und für immer in die Ewigkeit verschwinden, scheint es, dass auch ihr, die ihr noch seid, ebenfalls verschwinden werdet. Ich kann euch versichern, dass eure Eltern leben werden. Ich kann euch versichern, dass der Tod ein neuer Anfang ist und dass ihr nicht zum Schweigen verurteilt seid, wenn ihr tot seid. Denn ist das hier Schweigen? Ich bin lebendiger als viele, die jetzt über euren Planeten wandeln. Lebendiger als einige eurer Professoren und Freunde, denn Lebendigkeit hängt von eurem Bewusstseinszustand ab, hängt von eurer Bewusstheit ab, von eurer Fähigkeit, wahrzunehmen und zu fühlen.
Ich bin hier, um euch zu sagen, dass eure Freude nicht von eurer Jugend abhängig ist, denn ich bin selbst kaum jung. Ich bin hier, um euch zu sagen, dass eure Freude nicht von eurem physischen Körper abhängig ist, denn ich selbst habe keinen. Ich bin hier, um euch zu sagen, dass eure Freude nicht von eurem Nervensystem oder von eurer physischen Gestalt abhängig ist, denn ich selbst habe keine. Ich habe, was ich immer hatte, meine Identität. Sie wird nie erlöschen. Sie wächst und entwickelt sich.
Ihr seid, was ihr seid, und ihr werdet mehr sein. Fürchtet euch nicht vor Veränderung, denn ihr seid Veränderung, und ihr verändert euch, während ihr hier vor mir sitzt. Alle Aktion besteht aus Veränderung, denn sonst wäre das Universum statisch, und dann wäre der Tod tatsächlich das Ende. Als Seth kennt ihr mich als alten Mann, aber ich war auch eine junge Frau. Verändert euch freudevoll.
(Was folgt, ist schwierig zu erklären. An dieser Stelle machten wir eine Pause. Lillian begann, die Aufzeichnungen zu lesen, die sie gemacht hatte, und Seth korrigierte sie, während sie las, sodass zwischen ihnen ein beständiges Hin und Her ablief.)
Ich bin hier, um euch zu sagen, dass das, was ihr seid, nicht einmal von dem abhängt, was ihr fühlt oder berührt... Ihr könnt mich nicht berühren, und doch wisst ihr, dass ich hier im Zimmer bin...
Was ich bin, ist auch, was ihr seid... Ich bin individualisiertes Bewusstsein, und das seid auch ihr.
Habt keine Angst, sondern verändert euch mit den Jahreszeiten, denn ihr seid mehr als die Jahreszeiten und ihr erschafft die Jahreszeiten, denn sie sind die Spiegelungen eures psychischen Klimas. (Das war ein Satz, der zuvor untergegangen war. Seth sprach so schnell, dass es schwierig war, Notizen zu machen.) Ich sollte euch besser verlassen, denn ihr seid wirklich verrückte Schreiberlinge. Wir brauchen ein Tonbandgerät, denn wenn ich ganz natürlich spreche, kommt ihr mit euren Notizen nicht nach.
Ich bin gekommen, damit ihr meine Vitalität spüren könnt, und indem ihr sie spürt, wisst ihr, dass ich aus Dimensionen zu euch spreche, die jenseits derjenigen liegen, die euch vertraut sind. Das Grab ist nicht das Ende, denn jemand, der so laut ist wie ich, hat noch nie mit den Lippen des Todes gesprochen.
Ich bin voller Freude, aber es gibt kein Herz, von dem ich behaupte, es gehöre mir. Und ich bin in diesem Raum, obwohl es kein Objekt gibt, an dem ihr mich festmachen könntet. Und auch ihr seid in keinem Objekt. Ihr seid so körperlos wie ich es bin. Ihr gebraucht ein Vehikel, einen Körper, den ihr euer eigen nennt. Und das ist alles. Ich borge mir Ruburts aus, mit seiner Zustimmung, aber was ich bin, ist nicht von Atomen und Molekülen abhängig, und was ihr seid, ist nicht von physischer Materie abhängig. Euer eigenes Bewusstsein ist Teil einer jeden Jahreszeit. Ihr werdet nicht durch die Knochen eures Schädels beschränkt.
Ihr habt zuvor gelebt und ihr lebt jetzt und ihr werdet wieder leben. Und wenn ihr die physische Existenz hinter euch habt, werdet ihr immer noch leben.
Ich kann eure irdischen Tage genießen, wenn ich das möchte, und ohne Körper durch eure Frühlingsstraßen streifen, und durch Ruburts Augen auf die Winternächte blicken. Und wenn ihr gelernt habt, was ihr lernen müsst, dann werdet ihr zurück auf die Vergangenheit schauen können, die ihr gekannt habt, und nach vorne auf die Tage, die ihr kennen werdet, denn es gibt kein Ende, da es nie einen Anfang gab. Ihr wart immer und ihr werdet immer sein. Dies ist die Bedeutung von Existenz und Freude. Der Gott, den es gibt, ist in euch, denn ihr seid ein Teil von Allem-Was-Ist.
Und durch meine Stimme hört ihr ein sehr kleines Echo von Allem-Was-Ist.
(Stimme hier sehr laut und kraftvoll. Janet sagte, dass es ihr so vorkam, als ob die Stimme von überall her im Zimmer erklang, obwohl sie wusste, dass sie von mir, Jane, kam.)
Es gibt Realitäten und Systeme in diesem Zimmer, die ihr (bewusst) nicht wahrnehmt, aber eure inneren Sinne nehmen sie wahr.
Ich komme zu euch, als ob ich aus einem Loch in Raum und Zeit erscheinen würde. Es gibt Wege [Krümmungen?] in Raum und Zeit, durch welche man reisen kann – und in Träumen wart ihr schon dort, wo ich bin. Ihr seid am Träumen. Ihr müsst erst noch aufwachen. Die inneren Sinne werden es euch ermöglichen aufzuwachen und das Erwachen der Realität hinter euren Träumen zu sehen.
Mein Freund Ruburt kann eine Pause machen oder die Sitzung beenden, ganz wie er möchte. Ihr könnt mich euch als einen alten Mann vorstellen, aber meine Freude wirbelt dennoch wie ein Vögelchen von Ecke zu Ecke durch diesen Raum. Und meine Essenz erfüllt wie Luft das Zimmer, so wie auch eure Essenz wie Luft das Zimmer erfüllt.
(Pause um 23.13 Uhr.
(Die ersten Sätze nach Wiederaufnahme fehlen. Seth kam ganz plötzlich zurück.)
Du hast es sehr gut gemacht und ich möchte dich dafür loben (zu Lillian). Mein Freund hat mich ermahnt, und daher werde ich euch nicht länger aufhalten. Ich habe heute Abend versucht, euch von Realitäten zu erzählen, in die ihr zutiefst verstrickt seid, ob ihr es nun realisiert oder nicht.
Ich möchte, dass ihr eure Vitalität fühlt. Sitzt für einige Momente allein in einem Raum und fühlt, wie eure Identität wächst und sich ausstreckt. Fühlt, wie sie durch das Universum reist und seid gewiss, dass sie nicht von eurem physischen Abbild abhängig ist. Denn ihr erschafft das physische Universum – und nicht umgekehrt. Ihr seid in einem Traum. Der Träumer sagt, dass die physische Realität euch erschafft. In Wahrheit projiziert ihr aber eure psychische Energie nach außen auf das physische Universum. Um die Welt zu verändern, müsst ihr daher verändern, was ihr hinausprojiziert.