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Verschiedene Eizellen des Tierreichs
Heranbildung der menschlichen Eizellen im weiblichen Organismus
Nachdem beim weiblichen Embryo die Urkeimzellen in die Genitalleiste gewandert sind, beginnen sie sich durch Zellteilungen zu vermehren, bis im 5. Monat etwa 7 Millionen Eier vorhanden sind. Danach erfolgt eine drastische Verringerung der Anzahl Eizellen auf der Oberfläche des Ovars. Die überlebenden Zellen, man nennt sie primäre Oozyten, haben zu diesem Zeitpunkt bereits mit der ersten Reifeteilung begonnen. Bei der Geburt des weiblichen Kindes hat es nur noch rund 1 Million primäre Oozyten pro Ovar, die in der Prophase der ersten Reifeteilung stehen bleiben. Bis zur Pubertät nimmt die Anzahl der Oozyten noch einmal auf etwa 40’000 ab.
Abbildung: Gebärmutter (Uterus) und Eierstöcke (Ovarien) im weiblichen Organismus
Der Eizyklus im Ovar
Von der Pubertät bis zum Klimakterium (etwa ab dem 45. Altersjahr) machen die weiblichen Geschlechtsorgane einen zyklischen Eireifungsprozess durch:
In der Rinde des Ovars ruhen die primären Eizellen (im Prophasestadium der 1. RT, siehe Meiose). Sie sind einschichtig von Follikelepithelzellen umgeben. Zusammen mit den Folli-kelepithelzellen werden sie als Primärfollikel bezeichnet. Die Follikelepithelzellen sind die Vermittler zwischen Aussenwelt und Eizelle. Die Reservestoffe (Eiweisse, Fette, Kohlen-hydrate), die ins Ei eingelagert werden, bildet die Leber. Über den Blutstrom werden sie zum Ovar gebracht. Vermittler und Helfer des Einbaus sind die Follikelzellen.
Von der Pubertät an entwickeln sich zyklisch 5-12 Primärfollikel zu wachsenden oder Sekun-därfollikel, indem sich die Follikelzellen vermehren und verdichten. Die primäre Eizelle ver-grössert sich und die Follikelepithelzellen sondern eine Schleimsubstanz ab, die sich als Glashaut (Zona pellucida, 20-25µm dick) zwischen Eizelle und Follikelepithel ablagert.
Die Entwicklung zum Tertiärfollikel (Graaf-Follikel, 1672 vom Delfter Arzt de Graaf ent-deckt) geschieht durch Bildung eines Hohlraums (Follikelhöhle), der sich stark vergrössert. Der Follikel hat jetzt einen Durchmesser von etwa 10-15mm. Normalerweise erreicht nur ein Follikel die volle Reife, die anderen werden abgebaut.
Abbildung: Reifung der Eizellen im Ovar nach Erreichen der Pubertät
Im Stadium des Tertiärfollikels, kurz vor dem Eisprung, beendet die primäre Eizelle ihre 1. Reifeteilung (RT), es entstehen zwei haploide Tochterzellen von ungleicher Grösse: die sekundäre Eizelle und das erste Polkörperchen.
Der Eisprung oder Ovulation
Zwischen dem 12. und 16. Tag nach Beginn der letzten Menstruation (Monatsblutung, Re-gelblutung) springt der Graafsche Follikel (Tertiärfollikel) auf und entlässt die Eizelle in die Leibeshöhle (Coelom). Sie wird vom Eileitertrichter in den Eileiter aufgenommen.
Mit Beginn des Eisprungs setzt die 2. Reifeteilung ein, bevor der Kern in die Ruhephase zu-rückgekehrt ist, die Spindel der 2. RT erscheint, wenn die Eizelle aus dem Ovar ausgestossen wird.
Die zweite Reifeteilung wird nur dann beendet, wenn eine Befruchtung erfolgt. Bei Vollen-dung der 2. RT wird ein weiteres Polkörperchen ausgestossen. Gleichzeitig kann sich das erste Polkörperchen noch teilen. Findet keine Befruchtung statt, geht die Eizelle innerhalb von 12-24 Stunden zugrunde.
In der fruchtbaren Zeit der Frau machen rund 400 Eier diese Entwicklung durch (ab ca. 12 Jahren bis Klimakterium/Menopause mit etwa 45-50 Jahren).
Lichtmikroskopische Struktur der reifen menschlichen Eizelle
Die menschliche Eizelle kann als Beispiel einer allgemeinen tierischen Zelle dienen. Sie enthält alle grundsätzlichen Strukturen, ist aber grösser als die Körperzellen.
Abbildung: Menschliche Eizelle nach dem Eisprung (sekundäre Oozyte) mit dem Zellkern in Teilung (während zweiter Reifeteilung, siehe Meiose)
1 Follikelepithelzellen als Corona radiata
2 Zona pellucida (Glashaut: 20-25µm)
3 Polkörperchen (ev. in Teilung)
4 Zellkern (in Teilung)
Elektronenmikroskopisch können wir an einer Eizelle zusätzlich noch weitere Gebilde erkennen. Die meisten von ihnen kommen in allen Zellen unseres Körpers vor. Im elektronenmikroskopischen Bild haben wir jedoch einen erstarrten, fixierten Zustand von dem, was sich in der lebenden Zelle ständig verändert und bewegt.