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Sparren,
die einzelnen in vertikaler Ebene geneigt stehenden Hölzer oder Verbandstücke des Dachgerüstes, welche
unmittelbar zur Unterstützung und Befestigung der Dacheindeckung dienen. Man unterscheidet der Form
nach gerade und gekrümmte S. Bei dem Satteldach sind je zwei gegenüber stehende S. der Dachseiten an der
Spitze (dem Forsten
oder First) miteinander verbunden und bilden ein
Sparrenpaar, Gespärre oder Gebinde (s. d.).
Durch die Konstruktion des Dachgerüstes machen sich
Binder- und Leergesperre notwendig, von denen erstere zu dem Querverband
des Daches gehören und meist in Entfernung von 3,5 bis 5 m angeordnet sind, während letztere in Abstand von 85 bis 95 cm
zwischen erstem sich befinden und von dem Längenverband des Dachs unterstützt werden.
Bei Walm- und zusammengesetzten Dächern kommen noch Grat-,
Kehl- und Schifter
sparren vor. (S. Verknüpfung der
Hölzer.) Da die S. vermöge ihrer gewöhnlichen
Stärke
[* 2] (10/15 bis 13/18 cm) die Last der Dachung nur von 3,5 bis 5 m Länge
zu tragen im stande sind (sie dürfen sich nur um das 24fache ihrer Höhe frei tragen), müssen sie in diesen Abständen
unterstützt werden, was durch
Kehlbalken,
Rahmen und Zangen oder durch Fetten erfolgt und die verschiedenen
Konstruktionen der Dachgerüste bedingt (s. Dachstuhl).
[* 3]
Die Befestigung der S. mit ihrer Unterstützung erfolgt durch Aufklauung auf
Rahmen, Verkämmung auf Fetten oder Nagelung.
Sie sind auf Biegung beansprucht und zu berechnen. Der
Sparrenkopf, der über die Mauerflucht hervorragende
Teil der S.,
wird durch Schnitzen und Schweifen verziert, so daß die Reihe von
Sparrenköpfen mit der sie bedeckenden
Schalung ein Hauptgesims
bilden, das wegen seiner
Billigkeit und (bei kräftiger
Ausladung) starken Schattenwirkung vielfach angewendet wird (z. B.
in der ital. Renaissance, im
Schweizerhaus).
In der Heraldik heißt S. ein aus einem rechten und einem linken Schrägbalken zusammengesetztes Heroldsstück (s. Tafel: Heraldische Typen I, [* 1] Fig. 26).