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Land der Morgenstille
Ein Blick auf die Weltkarte zeigt, dass sich Korea als Halbinsel, vom östlichen Rand des asiatischen Kontinents in das Meer hinaus erstreckt und dieses damit in das Ostmeer und in das gelbe Meer auftrennt.
Das koreanische Volk sieht in den Umrissen der Halbinsel einen auf seinen Hinterbeinen aufrechtstehenden Tiger, der sich an China festgekrallt. Das Hinterteil des Tigers kommt Japan dabei sehr nahe, näher als ihm lieb zu sein scheint. Hatte doch Korea während seiner langen Geschichte immer schon mit seinen Nachbarn schwierige Beziehungen, pflegte es mit dem Han-Reich über Jahrhunderte doch auch eine kulturell bereichernde Austauschbeziehung. Nicht immer verstand man sich mit dem nördlich gelegenen Riesenreich aber besser als mit den im südöstlicher Richtung liegenden Inseln und seinem über jahrhunderte, kolonialistisch bestrebten Volk Japans. Nur das knapp 150 Kilometer breite Blau der Koreastrasse und ein paar Inseln zwängen sich zwischen die beiden ungleichen Nachbarn. Dort wo sich vor knapp über hundert Jahren noch die Russen und die Japaner bekriegten. Japan, das, ausgehend von der koreanischen Halbinsel, China erobern wollte ging gegen Russland, das mit der koreanischen Halbinsel den eisfreien Zugang zum Ostmeer sicherstellen wollte, am Ende als Sieger hervor und brachte den Tiger, wie schon so oft und auch nicht zum letzten Mal in seinem langen Leben, aus dem Gleichgewicht. Doch der Tiger schafft es immer wieder, wenn sich die grossen Mächte um ihn herum stritten, seine Eigenständigkeit weitgehend zu wahren. Trotz seiner geopolitischen ungemütlichen Lage, entwickelte sich Korea zu einer der ältesten und reichsten Kulturen Ostasiens. Korea, dieses einzigartige Land, das einer Legende nach aus der Vereinigung von Himmel und Erde entstand, unterscheiden sich gänzlich von China und Japan.
Die vielen, südlich der Halbinsel vorgelagerten, Inseln machen Korea zu einem Land, das über unzählige schöne Strände verfügt und den Charme einer mediterranen Umgebung versprüht. Die grösste und wohl beliebteste Insel ist Jeju. Vergleicht man die Menschen, die auf diesem paradiesischen Ort leben mit denjenigen auf der Halbinsel stellt man etliche Unterschiede Fest. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass Jeju eine selbstregierende Provinz Koreas ist. Auf Jeju befindet sich der Berg Halla, ein längst erloschener Vulkan und mit seinen 1950m der höchste Berg südlich der Demarkationslinie, die wohl bekannteste und gefährlichste Grenze auf der Weltkarte. Sie trennt den kapitalistischen Süden vom kommunistischen Norden und umgekehrt!
Die begrenzten Höhen der koreanischen Berge täuschen über die von Norden bis in den Süden durchzogenen schroffen Bergketten hinweg. Oder wussten Sie etwa, dass über 70% der gesamten Landschaft Koeas aus Gebirge besteht und somit das Land zu einer der gebirgigsten Regionen der Welt macht? Doch diese Enge mag das koreanische Volk mit ihrer geistigen Nähe zur Natur und vor allem zu sich selbst mehr als auszugleichen. Unter- und Miteinander werden sie irgendwann auch wieder zu einem Volk werden.
Diese Webseite soll ihnen eine ganz Neue und auch eine etwas Andere Sichtweise, auf das Land der Morgenstille geben.