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Die Schlossdomäne Wildegg bezeichnet alle Ländereien und Liegenschaften ausserhalb der Schlossmauern. Noch heute umfasst sie zahlreiche Gebäude, unter anderem den Gasthof Bären und einen Bio-Bauernhof.
Die Schlossdomäne Wildegg hat im Lauf der Jahrhunderte durch Käufe und Verkäufe sowie Umnutzungen immer wieder Veränderungen erfahren. Um 1770 erreichte ihr Umfang einen Höchststand mit rund 120 Hektaren Äcker, Wiesen, Reben und mehreren Gewerbebetrieben. Ab dem späten 18. Jahrhundert verkauften die von Effinger eine Reihe von Liegenschaften.
Mit der Schlossdomäne besass die Familie Effinger auch die Herrschaftsrechte samt Zinsen und die niedere Gerichtsbarkeit über die Dörfer Möriken und Holderbank. Sie richtete über kleinere Vergehen, setzte den Pfarrer ein und konnte Gewerbebetriebe wie Gasthäuser und Mühlen eröffnen. Mit Ausnahme der Fischereirechte, gingen die Herrschaftsrechte nach dem Einmarsch der Franzosen von 1798 verloren.
Nach 1912 konnte der Bund einzelne der von der Familie Effinger verkauften Liegenschaften, etwa den Gasthof Bären in Wildegg, zurückkaufen. Heute weist die Domäne eine Fläche von gegen 100 Hektaren auf und umfasst 37 Gebäude, einen Nutz- und Lustgarten, einen Bio-Gutshof, Reben, Wald und Fischereirechte.
Stiftung Schlossdomäne Wildegg
2011 wurde die Schlossdomäne Wildegg in eine gleichnamige Stiftung überführt. Sie ist für die Verwaltung der gesamten Domäne verantwortlich. Museum Aargau organisiert den Museumsbetrieb und betreut die Gärten. Am historischen Schauplatz sollen die Besucher das Wesen einer barocken Schlossdomäne in allen Facetten erleben können.
Das Rebhaus
Vor dem Toreingang zur Schlossanlage und einem angrenzenden Vorhof steht das 1834 auf Geheiss von Ludwig Albrecht von Effinger, genannt Albert, erbaute Rebhaus mit angegliedertem Rosengarten. Das Gebäude beherbergt heute Büroräumlichkeiten von Museum Aargau.
Die Nordseite des Vorhofs wird von einer langgezogenen Voliere abgeschlossen. Auf dem Platz zwischen Rebhaus und Schlosseingang befindet sich der auf dem Boden markierte Grundriss eines älteren Gebäudes aus dem 16. Jahrhundert.
Der Rosengarten
Ludwig Albrecht Effinger liess 1811 die an dieser Stelle bestehenden Bauten, das sogenannte Kastell, abbrechen und das Terrain zu einem Garten einebnen. Der heutige Rosengarten entspricht in seiner Form italienischen und in seiner Bepflanzung französischen Vorbildern. Typisch sind die symmetrische Einteilung durch Buchsbeete und der in der Mitte des Gartens angelegte Seerosenteich. In seiner heutigen Form wurde der Garten 1922/23 angelegt.
Der Seerosenteich ist eingerahmt von vier Rosenbeeten sowie Rosenbögen. Der eigentliche Rosengarten wird geprägt durch grosse Rabatten mit historischen Strauch- und Kletterrosen, mit Englischen Rosen und wunderbar duftenden Teehybriden.
Die Voliere
Neben dem Rebhaus befindet sich die bekannte Vogelvoliere. Sie wird vom Trägerverein Voliere Schloss Wildegg betrieben, der die Anlage 2013 komplett erneuern liess.
Die Voliere ist nun erneuerte Heimat für zahlreiche Vogelarten von der Bartmeise bis zum Zwergtaucher.
Der Gutshof
Der unbewaldete Teil der Domäne wird hauptsächlich durch den südöstlich der Schlossanlage gelegenen Bio-Gutshof bewirtschaftet. Dieser besteht aus einem grossen Wohn- und Wirtschaftshaus, Tierställen, einer Zehntenscheune, Pferdestallungen sowie mehreren Kleinbauten und Unterständen. Um die Gutshofgebäude herum liegen die Äcker und Wiesen mit Obst- und Nussbäumen. Der Gutshof wird nach den Richtlinien der biologischen Landwirtschaft und im Sinn eines Schaubetriebs geführt. Angegliedert ist ein Hofladen mit Produkten aus dem Bauernbetrieb.
Informationen zum Gutsbetrieb und Öffnungszeiten Hofladen
- Familie Alois und Silvia Huber
- Tel. +41 (0)62 893 12 04