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Festbecher für das Eidgenössische Schützenfest 1869 in Zug
Festbecher in graziler Römerform für das Eidgenössische Schützenfest 1869 in Zug in Kartonbehälter. Die Becherschale zieren verschiedene Ornamente: Das Zuger Wappen in Lorbeerkranz und mit verschiedenen eidgenössischen Waffen; einen Pfeil mit einem Pergamentstreifen, der an Heinrich von Hünenberg und dessen – der Legende nach – Warnung der Eidgenossen vor der Schlacht am Morgarten 1315 erinnert; einen an eine Hand geketteten Edelfalken, der auf den Eintritt Zugs in die Eidgenossenschaft anspielt. Die Zuger Gesandtschaft ging während der eidgenössischen Belagerung ins Kloster Königsfelden zu König Albrecht I. von Habsburg (um 1255-01.05.1308) und bat bei ihm um Hilfe. Die Gesandtschaft wurde aber vom König kalt empfangen. Nach einer Legende interessierte sich der König mehr für seine Falken als für das Anliegen der Gesandtschaft.
Den Fuss des Festbechers zieren zwei in Silberoxydfärbung gehaltene Reliefs: Das eine stellt Eintritt Zugs in die Eidgenossenschaft dar und ist mit «1352 Zug in den Bund» beschriftet, das andere zeigt den sterbenden Zuger Ammann Peter Kolin (erstm. erw. 1412–30.07.1422 «Heldentod» Schlacht bei Arbedo) in der Schlacht bei Arbedo 1422, dem Hans/Johann Landtwing das Banner abnimmt, mit entsprechender Inschrift «1422 Arbedo».
Im Stülpdeckel des Kartonfutterhals Hersteller-Etikette «DAVID SCHELHAAS / Bijoutier / Rathhausplatz / ZÜRICH.» Auf Stülpdeckel auf der Oberseite rund um das Bildmotiv Inschrift «EIDGENÖSSISCHES SCHÜTZENFEST IN ZUG. / 1869.» sowie Bildmotiv (drei Putti, einer davon den Festbecher haltend, die anderen zwei links und rechts über Wappen-Kartusche mit den Wappen der Schweiz und Zug. Links Lorbeerzweig und rechts Eichelzweig nach oben ragend. Zuoberst über dem Putto mit dem Festbecher befinden sich 22 Sterne mit darunter befindlicher Inschrift «Lith. H. Manz in Zürich». Ausserdem ist der Feingehalt des Silbers und die Signatur des Herstellers angegeben: «800 DS».
Vom 09.07.–22.07.1869 fand das 24. Eidgenössische Schützenfest in Zug statt. Das Festgelände befand sich neben dem alten Bahnhof ab dem Bereich der heutigen reformierten Kirche (Alpenstrasse, 6300 Zug) und dehnte sich Richtung Norden aus. Durchgeführt wurde das Eidgenössische Schützenfest von der «Schützengesellschaft der Stadtgemeinde Zug» (1868 aus der Fusion der beiden Schützengesellschaften «Besondere Schützengesellschaft der Stadt Zug» und «Allgemeine Schützengesellschaft der Stadt Zug» entstanden) und Präsident des Zentralkomitees war der Zuger Landammann Karl Josef Merz (15.12.1818–25.04.1886. 1864–1865 und 1868–1869 Zuger Landammann).