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Leid und Leiden sind - scheinbar und auf den ersten Blick - untrennbar miteinander verbunden. Jemand kritisiert mich und ich fühle mich klein und entwertet. Oder ich erwarte Anerkennung und erhalte kaum Beachtung, was schmerzt. Oder ich verbiete mir innerlich, bestimmmte Dinge zu denken oder zu tun und leide dann an schlechtem Gewissen, wenn es eben trotzdem passiert.
Man könnte also meinen, das Leid ist als Ursache für den Schmerz, die negativen Gefühle und das Leiden verantwortlich.
In dieser Trennung von dem Teil, welcher Leid zufügt und jenem zweiten Teil, welcher leidet, liegt der eigentliche Hund begraben. Vermutlich aufgrund der frühen Erfahrungen von Ohnmacht und Hilflosigkeit, welche dem jungen Erdenbürger bei Ankunft auf dieser Welt kaum zu ersparen sind,
wird die Macht nach aussen verlagert. Hier nimmt das Unheil von Abgängigkeit, beeinflussen lassen und emotionalem Schmerz seinen Lauf. Die Lösung liegt also darin, Auslöser und Reaktionen zu entkoppeln. Das Leiden nicht mehr als direkte Folge vom Leid zu sehen und zu fühlen. Schon der andere Blick kann helfen, Freiraum zu schaffen. Und das Auflösen der alten Verletzungen, Verlassenheits- oder Ohnmachtserfahrungen nimmt den aktuellen Triggern förmlich Wind aus den Segeln. Dann fühlt sich - am Beispiel oben - die verbale Attacke nicht mehr vernichtend an. Ich brauche meinen Wert nicht vom fremden Urteil abhängig zu machen. Logosynthese kann helfen, das Leid aufzulösen und damit Leiden zu verringern.