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Während der vergangenen Sömmerung hat eine Wölfin mehrfach Herden angegriffen, zuerst in der Region Steinig Gantrisch und Chännelgantrisch und dann in der Region Kaiseregg. 34 Schafe wurden bei diesen Angriffen verletzt oder getötet. 5 Schafe wiesen keine durch den Wolf verursachten Verletzungen auf, sind aber in derselben Zeit in der die Wölfin in der Region war abgestürzt. In zwei weiteren Fällen war der Todesgrund nicht mehr feststellbar. Zur gleichen Zeit wurde im Walop (Kanton Bern) der männliche Wolf nachgewiesen, welcher im vergangenen Winter im Greyerz 5 Hirsche gerissen hat, als er in einer Schafherde 8 Schafe riss.
Die beiden Wölfe hielten sich demnach in der Nähe voneinander auf, konnten aber bisher nicht zur gleichen Zeit am selben Ort nachgewiesen werden. Die Distanz zwischen den Nachweisen ist aber für einen Wolf kein Problem und es ist deshalb möglich, dass sich die beiden Tiere finden und das Kompartiment VI mit Bern und Waadt zusammen die erste Wolfsfamilie der Schweiz beherbergen wird. Aufgrund der Erfahrungen aus anderen Ländern, wird sich eine Wolfsfamilie auf grössere Wildarten wie den Hirsch konzentrieren und die Übergriffe auf Schafherden nehmen dann eher wieder ab.
Um in Zukunft weitere Übergriffe zu verhindern schlägt das Bundesamt für Umwelt (Bafu) verschiedene Herdenschutzmassnahmen vor. Diese Massnahmen sind im Anhang 5 des Wolfskonzepts definiert und werden in der Schweiz durch Agridea (Entwicklung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums) koordiniert. Das Wolfskonzept verlangt dabei, dass Präventionsmassnahmen genügend früh in Angriff genommen werden. Aus diesem Grund müssen sich die Alpbesitzer und die Hirten schon in diesem Winter zusammensetzen und über die Möglichkeiten die Herden dauernd zu behirten diskutieren. Weitere Schutzmöglichkeiten sind der Einsatz von Herdenschutzhunden und langfristig das Zusammenlegen der kleineren Herden.
Die Koordinationsgruppe Wolf wird Mitte November die Entwicklung und das weitere Vorgehen im Zusammenhang mit dem Wolf im Kanton Freiburg und den zwei angrenzenden Kantonen diskutieren. Am Anfang des nächsten Jahres werden dann die betroffenen Kreise informiert. Wie im Wolfskonzept des Bundes vorgesehen, ist das Ende der Sömmerung bereits auch der Anfang der Sömmerung des nächsten Jahres. Agridea steht für Fragen im Bezug zu den Schutzmassnahmen und der vom Bund vorgesehenen Finanzierung unter www.herdenschutzschweiz.ch/ zur Verfügung.