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Luzisteig GR
Der Passübergang der St. Luziensteig war seit der Antike ein strategisch wichtiger Uebergang, das nördliche Eingangstor nach Graubünden. Schon im Schwabenkrieg bestand dort eine Letzi, um welche gekämpft wurde. Ausgedehntere Anlagen erbauten Oesterreicher und Franzosen anlässlich Ihrer Interventionen während der Bündner Wirren im Dreissigjährigen Krieg.
1703 bis 1705 entstand nach Plänen des Zürcher Festungsbaumeisters Kaspar Werdmüller im Auftrag der Bündner Regierung eine Sperrfestung.
1703/1704 wurde eine bastionierte Front in gemauerter Ausführung quer über den Passattel errichtet. 1705 kam eine Mauer dazu, welche als Sägewerk die Hauptfront mit der Batterie Guscha am rechten Talhang verband. Ein ähnliche Mauer entstanden unten im Tal zwischen Rhein und dem Felsabhang des Fläscherbergs.
1831 wird eine neue Sperrfestung auf der St. Luziensteig erstellt. Die alte bastionierte Front aus dem 18. Jahrhundert wurde dabei wieder aufgebaut und diente weiterhin als Zentrum der Festung. Dazu wurde als Rückendeckung eine Lunette mit Front Richtung Maienfeld erstellt und auf dem Fläscherberg ein Blockhaus erstellt, welches eine Umgehung der linken Flanke verhindern sollte.
Die St. Luziensteig wurde bis 1859 laufend ausgebaut. 1842 bis 1848 wurden vier weitere Blockhäuser auf dem Fläscherberg erstellst. 1853 bis 59 wurde die Kehlfrontkaserne erstellt, welche die Festung Richtung Maienfeld völlig deckte.
Auf der eigentlichen Passhöhe entstand ein Zeughaus, dass auch als Blockhaus gebraucht werden konnte sowie eine Redoute. Auf dem Fläscherberg entstanden weitere Blockhäuser und ein Schützenturm bei der Guschabatterie. Unten in der Ebene entstanden Werke zwischen Ellwand und Rhein.
Die dicht besetzte Sperrstelle erstreckt sich von der ehemaligen Festung St. Luzisteig nach Süden über den Südabstieg bis gegen Fläsch und konzentriert sich auf die Verkehrsachse, die von Norden her (Liechtenstein) verläuft. Ein Teil der Anlagen (Kavernen und Bunker) wurde während des Krieges, ein Teil erst bis 1965 gebaut. Nach den Vorstellungen der Ingenieur-Offizierskurse 1934-36 sollte diese Sperrstelle massiv ausgebaut werden. 1937 erfolgte der Bau von Tankbarrikaden, 1940/41 folgten weitere Bunker und Kavernen. Die Artilleriestellung Römerstrasse wurde erst 1942 begonnen.
Bekannte Objekte
- Gewehrgalerie St. Luzisteig
- Sperrmauer St. Luzisteig
- Stellungen der Batterie Herzog
- Blockhaus Z
- Blockhaus G
- Guschamauer
- A6212 Batteriestellung Römerstrasse - 4x 12 cm Hb
- A6213 Mg-Stand Luzisteig - 2 Ik/Pak, 2 Mg
Die einmaligen historischen Bilder/Postkarten stammen aus einer Privatsammlung. Merci bestens an Alex Bantli und Pius Wihler.