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Fukushima: Lage normalisiert sich Schritt um Schritt
Fünf Jahre nach dem schweren Unfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi schreitet die Bewältigung der Folgen weiter voran. Im Fokus stehen zurzeit der Aufbau der Infrastruktur für die Rückkehr der evakuierten Bevölkerung, das Entfernen des unbeschädigten Kernbrennstoffs aus der Anlage, das Management des kontaminierten Wassers in der Anlage und die kontrollierte Zwischenlagerung der Stoffe aus der Sanierung der belasteten Gebiete. In allen Bereichen konnten Fortschritte verzeichnet werden. So sind inzwischen alle Brennelemente aus dem Lagerbecken von Block 4 geborgen worden. Mittlerweile stehen Einrichtungen zur Verfügung, die ein Mehrfaches des Grundwassers reinigen können, das täglich in die Anlage eindringt. Ein Schutzwall aus Stahl verhindert das Ausfliessen von stark belastetem Wasser ins Meer.
Trainingscamp für nationales Fussballteam
Im September 2015 wurde das Gebiet um die Stadt Naraha im Süden der Evakuationszone frei gegeben. Ende Januar 2016 hat der japanische Fussballverband beschlossen, das Sportzentrum «J-Village» 20 Kilometer südlich von Fukushima-Daiichi wie früher als Trainingscamp für die Männer- und Frauennationalmannschaft im Vorfeld der Olympischen Spiele in Tokio 2020 zu nutzen.
Seit Ende Januar 2015 verkehrt zudem wieder ein Linienbus entlang der Küste quer durch die Evakuationszone. Anfang März 2015 wurde das letzte Teilstück des neuen Joban-Expressway dem Verkehr übergeben, der ebenfalls die Evakuationszone durchquert. Die Strasse ist ohne Genehmigung befahrbar. Bei Agrarprodukten und Fischen aus der Region treten nur noch höchst selten Überschreitungen der vergleichsweise sehr strengen japanischen Grenzwerte auf. Im Januar 2016 hat die EU zahlreiche Einschränkungen beim Import von Lebensmitteln aus der Unfallregion aufgehoben.
Keine gesundheitsbedrohenden Strahlendosen
Die Strahlenbelastung durch die heute aus dem Kraftwerk in Luft und Wasser austretenden radioaktiven Stoffe liegt weit unter der natürlichen Strahlung in Japan. Bisher ist durch die Strahlung niemand gesundheitlich beeinträchtigt worden, weder die Notfallequipen zu Beginn des Unfalles noch das bis heute eingesetzte Aufräumpersonal.
Bei der evakuierten und in der weiteren Umgebung lebenden Bevölkerung wurden keine gesundheitsbedrohenden Strahlendosen festgestellt. Die internationalen Experten rechnen auch in Zukunft mit keiner beobachtbaren Zunahme von strahlenbedingten Erkrankungen. Die Strahlenbelastungen durch den Unfall waren dafür nachweislich zu gering.
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Michael Schorer, Leiter Kommunikation
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