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- Jahr für Jahr beschliesst am 9. Mai über Moskau die Luftwaffe die “Siegesparade”. Oft schon flog sie auch über trüben Himmel. 2022 war das Wetter leidlich gut, die rund sechs Dutzend Flugzeuge und Helikopter hätten abheben können. MiG-29-Jets sollten das “Z” bilden, selbst Putins “Weltuntergangsmaschine”, die Ilyushin-80, hatte am Vortag an der Hauptprobe teilgenommen.
- Doch 15 Minuten vor dem Start der ersten Flieger blies der Präsident den Überflug ab. Sein getreuer Sprecher, der Diplomat Dmitri Peskow, begründete die Absage mit dem angeblich schlechten Wetter über Moskau. Dem widerspricht die Meteo. Die einen Wetterdienste meldeten am Montagmorgen neun Grad Celsius, die anderen zehn. Der Wind blies mit 20 km/h. In der TV-Übertragung war blauer Himmel zu sehen, Pressefotos bestätigen das. Hohe Wolken überzogen Moskau, aber sonst herrschten Anzeichen guten Wetters vor.
- Noch wenige Minuten, bevor der Minister Shoigu im Armeewagen 001 vorfuhr, wurde gemeldet: Das Wetter ist so gut, dass die Armee darauf verzichtet, gegen Wolken Chemikalien zu versprühen. Solche wurden auch schon eingesetzt, damit das Publikum den Überflug besser sah.
Fazit: so fadenscheinig wie der Seesturm
- Das schlechte Wetter über Moskau ist so fadenscheinig wie der Seesturm im Schwarzen Meer, der angeblich “den Kreuzer Moskwa sinken liess”. 2021 flogen die Piloten zu deutlich schlechterer Meteo. Bei leichtem Regen war es fünf Grad Celsius kühl.
- Als haltlos erwies sich das Gerücht, der Krieg verhindere die Flugschau. Am 8. Mai 2022 zog die gesamte Paradeformation in guter Ordnung über die Hauptstadt hinweg. Wenn die Luftwaffe die gut 70 Flugzeuge und Helikopter am Sonntag entbehren konnte, hätte sie auch am Montag auf die Armada verzichten können.
- Von einem abrupten Einbruch der Lage in der Nacht zum 9. Mai ist von keiner der noch drei Fronten etwas bekannt. Jedenfalls verschlechterten sich die Positionen der russischen Frontverbände nirgendwo so, dass Putin deshalb den Überflug stornierte.