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Bernard Reichel : 3. August 1901 – 10. Dezember 1992
Bernard Reichel entstammt einer Familie aus Schlesien und der Provence, die sich im 19. Jahrhundert in der französischen Schweiz niederlässt. lm 1901, wird Bernard Reichel geboren. Von klein auf bekommt er eine gute Allgemeinbildung, in der die Musik einen wichtigen Platz einnimmt. lm Laufe der Jahre erkennen sowohl seine Eltern wie auch gute Lehrer seine musikalischen Begabung und Berufung. Charles Faller, Le Locle, Paul Benner, Neuenburg, Hermann Suter und Adolph Hamm, am Konservatorium Basel, unterrichten ihn in Klavier, Orgel und Komposition. Dann wird er begeisterter Schüler von Emile Jaques-Dalcroze in Genf. Daneben berät ihn der Organist William Montillet. Während eines einjährigen Aufenthaltes in Paris studiert er Komposition bei Ernst Lévy und lernt die grossen Komponisten jener Zeit kennen. lm Jahre 1925 lässt er sich in Genf nieder, wo er in der Folge mehrere Anstellungen als Organist bekleidet, am Institut Jaques-Dalcroze unterrichtet und ein Freund von Frank Martin wird. Er unterrichtet ebenfalls Harmonielehre am Genfer Konservatorium. Sein besonderes Interesse gilt der Komposition. Nach Experimenten mit dem System der Dodekaphonie zieht er es vor, seine eigene musikalische Sprache zu entwickeln. Eine Sprache, die von jeder Doktrin frei ist. Man erkennt darin Einflüsse des Volksliedes, des traditionellen Kirchenchorals oder der mittelalterlichen Modi, die aber in Freiheit und in der Erweiterung des Tonalen gehandhabt werden. Als Lausanner Bürger verbrachte Bernard Reichel die letzten Jahre seines Lebens im Waadtland, in Lutry. Im „Bibliothèque Universitaire de Lausanne“ hat man Zugang zu seinem Werk. Orchesterstücke, Kammermusik, kirchliche und weltliche Kantaten, Werke für Orgel, Klavier, Cembalo und andere solistische Instrumente bilden die reiche Sammlung des musikalischen Erbes Bernard Reichels.