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Die Exkursion zeigt zu Beginn, welche Kriterien angewendet werden, um den Zustand von Gewässern zu erfassen. Die Region Greifensee ist ein interessantes Beispiel, diese Aspekte zu erläutern. Der See galt einst als «Abfallmulde» der Region und erlebte in den 1970er Jahren den Höhepunkt der Eutrophierung (Überdüngung). Die Ustermer Aa (Aabach), ein wichtiger Zufluss des Greifensees, dient als erstes Anschauungsobjekt. Der Exkursionsführer erzählt die heute noch sichtbare, spannende Geschichte von Wassernutzung, Wasserkraft und Gewässerverschmutzung. Der Industrielehrpfad Zürcher Oberland, welcher sich mit der Technik der Wassernutzung auseinandersetzt, ergänzt die Exkursion in idealer Weise. Ausgehend von der Frage, was wohl die Fische zu den Eingriffen in die Ustermer Aa sagen würden, wird im Exkursionsführer auf die Belange der Fauna und Flora eingegangen.
Bei der ARA (Abwasserreinigungsanlage) in Niederuster können sich die Exkursionsteilnehmenden mit Fragen zu Siedlungsabwässern und Abwasserreinigung befassen. Es wird gezeigt, wie sich die technischen Fortschritte in der Abwasserreinigung, aber auch die Industrialisierung auf die Seewasserqualität auswirken. An Flussmündungen und Uferzonen von Seen herrschen besondere Bedingungen. Beim Halt an der Mündung der Ustermer Aa erläutert der Exkursionsführer, wie sich Fauna und Flora an diese angepasst haben.
Vor der Überfahrt mit der Fähre kann im Exkursionsführer die Entstehungsgeschichte des Greifensees sowie die Entwicklung des Gewässerzustandes im 20. Jahrhundert (chemisch, physikalisch und biologisch) studiert werden. Zudem gibt es eine ausführliche Anleitung für eigene, einfache Wasseruntersuchungen (z.B. zu Sichttiefe oder Wassertemperatur). Diese selbst gemessenen Parameter geben eine erste Auskunft über die Gewässersituation. Die Wasserfarbe eines Sees z.B. gibt einen Eindruck, ob sich das Gewässer in einem guten (oligotrophen) oder schlechten (eutrophen) Zustand befindet. Der Greifensee ist noch immer überdüngt; er ist aber auf dem Weg der Besserung. An weiteren Halten wird über weitere Probleme des Greifensees und deren Lösungen informiert. Badeanstalten, Rast- und Zeltplätze, Äcker und Felder im Uferbereich des Sees lassen die Frage nach den Auswirkungen dieser Nutzungen auf die Gewässer aufkommen.
Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Potential des Greifensees als «Juwel vor der Haustür» erkannt. Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Schutzorganisationen gegründet und gezielte Naturschutzmassnahmen getroffen. Die Uferbereiche sind als Folge davon grösstenteils unverbaut geblieben und private Motorboote sind nicht zugelassen.
Am Ende der Exkursion wird der Gewässerzustand der Glatt und des Greifensee-Einzugsgebietes betrachtet. Die Wasserqualität der Glatt ist direkt vom Seewasser (Grundbelastung) sowie von späteren direkten Einträgen abhängig. Der einstige «Dreckfluss» ist aber ebenfalls sauberer geworden. So reduzierten sich die Phosphor-Konzentrationen seit den 1980er Jahren dank des verbesserten Abbaus in den ARA und des Phosphatverbotes in den Waschmitteln. Die Nitrat-Konzentrationen hingegen nahmen bis Mitte der 1990er Jahre noch zu, zeigen aber nun mit dem verschärften Gewässerschutzgesetz ebenfalls eine Abnahme.