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Montag, 20. November 2017 18:30 Uhr: Vortrag
Santo subito?
Bahnhof Buffet HB Zürich
1. Stock, Raum Les Trouvailles
"Santo subito!" forderten katholische Gläubige, als Papst Johannes Paul II. 2005 im Ruf der Heiligkeit verstarb und wurden von der römischen Kurie alsbald erhört. Ähnlich tönten die Forderungen der katholischen Eidgenossen in der Frühen Neuzeit, um für Bruder Klaus und andere von ihnen verehrte Figuren die Heiligsprechung zu erlangen. Bei den Päpsten des 17. und 18. Jahrhunderts fanden sie damit allerdings kein Gehör. Denn bis zu einer allfälligen Kanonisation mussten die Kandidaten ein langwieriges und kostspieliges bürokratisches Verfahren durchlaufen, das von umfangreichen "diplomatischen" Anstrengungen von Seiten der Bittsteller begleitet wurde. Statt päpstlich anerkannte Heilige verehrten die katholischen Eidgenossen deshalb "Vielselige", wie sie ihre in Spätmittelalter und Früher Neuzeit im Ruf der Heiligkeit verstorbenen, vom Papst jedoch (noch) nicht anerkannten, Kultfiguren titulierten. Im Vortrag gehen wir der Frage nach, wer diese "Vielseligen" waren und welche Verehrung ihnen in einer Zeit, als die römische Kurie zunehmend danach strebte, den Heiligenkult zu kontrollieren, zuteil wurde. Zudem wird vor allem am Fall von Bruder Klaus von Flüe gezeigt, mit welchen Mitteln die Eidgenossen versuchten, den Papst von der Heiligkeit ihrer Selig- und Heiligsprechungskandidaten zu überzeugen.
Bruder Klaus von Flüe in einer Darstellung aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, Katharinenkapelle Escholzmatt (Foto: Stöckli AG/Franz Zemp).
Daniel Sidler hat an der Universität Bern mit einer Arbeit zum Aushandeln von Heiligkeit in der frühneuzeitlichen Eidgenossenschaft promoviert, die im November 2017 im Campus Verlag erscheinen wird.