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Je nach dem, ob es sich um eine Pflicht handelt, die sich direkt aus der Sozialgesetzgebung ergibt, oder um eine solche, die vorgängig mittels Auflagen und Weisungen anzuordnen ist, gestaltet sich das Kürzungsverfahren anders.
Die Verfügung einer Auflage mit entsprechender Androhung der Sanktionen im Unterlassungsfall (z.B. Kürzung des Grundbedarfs um 15% für die Dauer von drei Monaten) ist immer dann geboten, wenn sich die Pflicht nicht bereits ausreichend konkret aus der Sozialgesetzgebung ergibt; also immer dann, wenn für eine unterstützte Person eine individualisierende, konkrete Pflicht festgelegt wird (z.B. Teilnahme an einem Arbeitsmarktintegrationsprogramm). Erst wenn der verfügten Auflage nicht nachgelebt wird, kann die vorher angedrohte Sanktion verfügt werden. Grundsätzlich soll mittels Auflagen und Sanktionen bei Nichterfüllung der Auflagen auf das Verhalten der unterstützten Personen eingewirkt werden, um dadurch die Einhaltung der Pflichten im Sinne des Gegenleistungsprinzips verbindlich einzufordern. Mit der Sanktion soll ein bestimmtes Verhalten eingefordert werden.
Wenn es sich jedoch um eine Pflicht handelt, die sich direkt und genügend konkret aus der Sozialgesetzgebung ergibt, kann die vorgängige Anordnung einer Auflage mittels Verfügung unterbleiben. Hierfür wird vorausgesetzt, dass die unterstützte Person im Zeitpunkt der Begründung des Sozialhilfeverhältnisses ausreichend über die entsprechenden Rechte und Pflichten sowie die möglichen Sanktionen informiert worden ist. Die Sanktionierung hat in einem solchen Fall strafenden Charakter, da die betreffende Pflicht bereits verletzt worden ist. Eine Änderung des Verhaltens der unterstützten Person ist nur noch für die Zukunft möglich. Damit die in der Sozialgesetzgebung festgehaltenen Pflichten für die Zukunft verbindlich eingefordert werden können, rechtfertigt sich auch in diesen Fällen die Anordnung einer verhältnismässigen Sanktion.