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Rod Summers (geb. 1943), geboren in Dorset, England, ist ein Klang-, Bild- und Konzeptkünstler, Performance-Poet, Dramatiker, Mail- und Buchkünstler, Verleger, Archivar und Dozent für Intermedia. Er lebt in Maastricht, Niederlande.
Rod Summers
Alle eingehenden Briefe, Collagen, Zeichnungen, Bücher, Audiokassetten, Multiples und sogar Kartons mit kompletten Skulpturen, die Summers erhält, werden nach Eingang akribisch in einem Kartensystem erfasst.
Es wird geschätzt, dass das Archiv derzeit über 15.000 Kunstwerke aus der Zeit von 1973 bis heute enthält – eine erstaunliche Zahl, wenn man bedenkt, dass jedes von Rod Summers erhaltene Objekt mit einem Originalwerk von ihm selbst beantwortet wird. Summers betrachtet das VEC-Archiv als die Hälfte eines Gesamtkunstwerks, während die andere Hälfte, von ihm verschickt, über die ganze Welt verstreut ist.
Bevor er sich in Maastricht als Künstler etablierte, hatte Rod Summers (Dorset, GB, 1943) eine Karriere bei der Royal Air Force, wo er über 13 Jahre lang diente. Als Sanitäter war Summers 1970 auf dem Cannerberg stationiert, einem unterirdischen Militärstützpunkt etwas außerhalb von Maastricht. Obwohl es sich während des Kalten Krieges um das geheime NATO-Hauptquartier handelte, gab es in diesen Jahren kaum bemerkenswerte Aktivitäten. Summers verbrachte seine Tage damit, Kartenspiele wie Cribbage zu spielen und den Medikamentenvorrat zu überprüfen.
Auf der Suche nach Abwechslung schloss sich Summers an seinen freien Tagen den Kunststudenten der Jan van Eyck Academie an. Der Empfehlung des Künstlers Raúl Marroquín folgend, bewarb er sich 1973 um die Aufnahme und wurde angenommen. Er trat aus der RAF aus, unterzeichnete sein Rücktrittsschreiben und begann am selben Tag seine Arbeit an der Akademie. Von Anfang an erwarben die Bonnefanten Werke von Summers für ihre Sammlung, von Künstlerbüchern über Performance-Videos bis hin zu Audiokassetten.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen „Eingehende Post“ und „Ausgehende Post“, in denen die zuletzt erhaltenen Mail-Art-Stücke und die Werke gezeigt werden, die Rod Summers als Antwort verschicken wird. Einmal pro Woche wird der Künstler die E-Mail vor Ort öffnen und beantworten. Ein altes Motto von Mail-Art-Künstlern lautet: „Mein Briefkasten ist ein Museum.“ Für diese Ausstellung wird das Motto erstmals umgekehrt: „Das Museum ist mein Briefkasten.“