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Auf der Fahrt von unseren Badeferien an der Baia Domizia zurück nach Colli a Volturno, wo wir zum Abschluss unserer Sommerferien noch ein paar Tage bei Nonno und Nonna verbrachten, haben wir dieses Jahr einen Abstecher nach Monte Cassino gemacht.
Schon lange wollte ich diesen geschichtsträchtigen Ort wieder einmal besuchen und ihn dem Familienoberhaupt und den Buben näher bringen. Nicht zuletzt, weil die Greuel, die sich hier und in der gesamten umliegenden Region während des Zweiten Weltkrieges ereigneten, die Kindheit meines Vaters, also von Nonno, aufs Traurigste geprägt haben.
Die Abtei Montecassino ist das Mutterkloster der Benediktiner und liegt auf einem 516 m hohen felsigen Hügel im Stadtgebiet von Cassino, einem Industrie- und Universitätsstädtchen, das zwischen Rom und Neapel liegt. Montecassino gilt als eines der bedeutendsten geistlichen und wissenschaftlichen Zentren des Mittelalters.
Die allergrösste und allertraurigste Berühmtheit erlangte die Abtei allerdings in der Endphase des Zweiten Weltkriegs, als Montecassino Zufluchtsort für Zivilpersonen war. Trotz gegenteiliger Versicherungen seitens der Deutschen Wehrmacht und des Vatikans befürchteten die Alliierten, dass sich aufgrund der militärisch günstigen Lage des Bauwerks deutsche Soldaten im Kloster aufhalten könnten und führten deshalb im Februar 1944 einen massiven, dreistündigen Bombenangriff auf die Abtei durch.
Die Vorbereitungen zu diesem Angriff konnte Nonno, der damals knapp 10 Jahre alt war, von seinem Heimatdorf Colli a Volturno aus am Himmel beobachten. Während der Bombardierung, bei welcher 450 Tonnen Bomben auf das Kloster und die nahe Umgebung abgeworfen wurden, erreichten gar Bombensplitter das Dorf und blieben mitunter in der Haustüre seines Elternhauses stecken, an welcher nur Augenblicke zuvor, Nonno gemeinsam mit seinem Vater das grausame Schau- und Hörspiel verfolgte.
Nach dieser dreistündigen Bombardierung fanden mindestens 250 Zufluchtssuchende Menschen und Mönche in der Abtei den Tod und das Kloster wurde bis auf die Grundmauern zerstört.
Nach der Bombardierung rückte die deutsche Wehrmacht in die Ruinen ein und besetzte sie. Die Schlacht um Monte Cassino war eine der längsten und blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkrieges, mit schweren Verlusten auf beiden Seiten.
Das Heimatdorf von Nonno liegt genau in dem Gebiet, wo sich die sogenannte „Gustav-Linie“ zog (der deutsche imposante Befestigungsrigel zwischen dem Mittelmeer und der Adria auf der Höhe von Cassino) und um deren Durchbrechung die Alliierten 5 Monate hindurch rangen. Entlang dieser Linie befanden sich die Schwerpunkte der grausamen Weltkrieg-Kämpfe in Italien.
Wenn wir heute unsere Blicke von Montecassino aus ringsum über die Ebene und die umliegenden Berge schweifen lassen, dann wissen wir, dass hier, wie sonst nur selten im Zweiten Weltkrieg, sich viele Völker erbittert geschlagen haben: Deutsche, Amerikaner, Engländer, Franzosen, Kanadier, Polen, Italiener, Neuseeländer, Inder und Maoris. Über 100’000 Soldaten starben.
Nach dem Besuch der Abtei haben wir deshalb auch den Polnischen Soldatenfriedhof besucht, der unterhalb des Klosters liegt. 1’052 polnische Soldaten, die ihr Leben in der Schlacht um Monte Cassino liessen, sind hier begraben. Ihre Gräber werden von den Mönchen gepflegt.
In vielen Ländern gilt die Schlacht um Monte Cassino als Synonym für die Sinnlosigkeit des Krieges und die Zerstörung des Klosters als ein Mahnmal gegen den Krieg und für den Frieden.
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Wer von Euch kennt Montecassino? Wer war schon da?
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