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Erhöhte Messwerte bei Messsonden des ENSI
Einzelne Sonden des MADUK-Messnetzes des ENSI massen am 28. März 2011 Strahlungswerte, die über den normalen Werten lagen. Die Erhöhung ist auf Niederschläge zurückzuführen, bei denen natürliche Radon-Folgeprodukte aus der Luft ausgewaschen wurden – und nicht auf den Unfall in Japan.
Am 28. März 2011 wurden an mehreren MADUK-Messstationen höhere Werte als die normale natürliche Untergundstrahlung gemessen. Zur gleichen Zeit wurden an den Meteostationen von Meteoschweiz in den entsprechenden Gebieten Niederschlag gemessen. Durch Niederschlag werden Staubteilchen in der Luft ausgewaschen und am Boden abgelagert. In der Luft befindet sich auch Radon, ein natürliches radioaktives Gas der Uran-Zerfallsreihe. Dieses zerfällt in kurzlebige Folgeprodukte, die sich an Staubpartikel anlagern und bei Niederschlag mit diesen aus der Atmosphäre ausgewaschen und am Boden abgelagert werden können. Dies führt bei Niederschlägen jeweils zu einer kurzzeitigen Erhöhung der Dosisleistungsmesswerte an den Messstationen. Die gemessenen Werte können dabei bis zum doppelten des üblichen Untergrundwertes ansteigen. Die Werte gehen innerhalb von zwei bis vier Stunden (ohne Niederschlag) wieder auf die üblichen Werte zurück, da die Halbwertszeiten der relevanten Radionuklide weniger als eine halbe Stunde betragen.
Die durch den Unfall im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi an die Atmosphäre abgegebenen Radionuklide könnten beim Erreichen von Europa ebenfalls am Boden abgelagert werden. Aufgrund der Transportdauer von über acht Tagen von Japan nach Europa sind keine kurzlebigen Radionuklide zu erwarten. Das zum Teil in der Luft gemessene radioaktive Jod hat eine Halbwertszeit von rund acht Tagen. Eine Erhöhung der Dosisleistung aufgrund dieses Radionuklides würde deshalb auch mit dieser Halbwertszeit abklingen.
Die am 28. März 2011 gemessenen Anstiege in den Ortsdosisleistungen sind deshalb aufgrund des raschen Abklingens auf Radon-Folgeprodukte zurückzuführen, die durch den Niederschlag aus der Atmosphäre ausgewaschen wurden.