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Die Ebene von Malley umfasst Teile der Gemeinden Lausanne, Prilly und Renens und gilt eine der grössten Industriebrachen der Schweiz. Das 80 Hektar grosse Gebiet ist eines der laufenden Projekte des Leitbildes von Lausanne West (Schéma directeur de l'Ouest lausannois, SDOL), das wiederum Teil des Agglomerationsprogramms Lausanne-Morges (PALM) ist. Das Modellvorhaben «Malley: reconvertir une friche en ville» hat die städtebauliche Revitalisierung der Industriebrache Malley zum Ziel. Es sollte aufzeigen, wie die Brache, die Raum für 8 000 Bewohnerinnen und Bewohner und Arbeitsplätze bietet, unter Beachtung der Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung («Malley durable») und der 2 000-Watt-Gesellschaft umgenutzt werden kann.
Beteiligung aller betroffenen Akteure
Das Modellvorhaben verlangte nach interkommunaler Zusammenarbeit und erlaubte es, enge Netzwerke zu flechten: Die politisch Verantwortlichen sowie die Fachleute aus den Verwaltungen von Renens, Prilly und Lausanne, die kantonalen Amtsstellen - insbesondere das Raumplanungsamt (Service cantonal de développement territorial, SDT) und die Wirtschaftsförderung (Service de la promotion économique et du commerce, SPECo) -, SBB Immobilien und SBB Infrastruktur sowie die Verantwortlichen des öffentlichen Verkehrs der Region Lausanne trugen das Projekt von Anfang an mit. Weitere Akteure wie Grundbesitzer, Immobilienentwickler, künftige Nutzer und die Öffentlichkeit luden die Projektverantwortlichen zu Informationsanlässen ein. Im Jahr 2011 wurde dann der interkommunale Richtplan Malley (Schéma directeur intercommunal de Malley) der Öffentlichkeit zur Konsultation unterbreitet. Die dafür notwendige Verständigung zwischen den involvierten Akteuren wurde durch eine breite Öffentlichkeitsarbeit unterstützt: Beschilderungen auf dem Areal selber, Informationsabende, Führungen, künstlerische Interventionen und Brunchs als Begegnungsmöglichkeiten.
Ausgezeichnetes Projekt
Das Modellvorhaben umfasste neuartige Elemente wie die Schaffung einer Planung über die Gemeindegrenzen hinaus, die interkommunale Koordination und Zusammenarbeit zur Entwicklung des Gebiets und der ausgeprägte Wille, eine dauerhafte, nachhaltige Quartierentwicklung in Gang zu bringen. Ein weiteres Charakteristikum des Modellvorhabens ist seine Grösse: Die 80 Hektaren entsprechen fast 100 Fussballfeldern! Im Juni 2012 konnte die S-Bahn-Haltestelle von Prilly-Malley eröffnet werden; öffentliche Plätze und Einrichtungen stehen vor der Realisierung. Zudem haben die neun Gemeinden, die gemeinsam das SDOL vorantreiben, für ihre dynamische Vision, auf ehemals industriell genutzten Flächen neue Lebensräume zu schaffen, 2011 den vom Schweizer Heimatschutz vergebenen Wakker-Preis erhalten.