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Solche und solche gibt es unter uns, dafür sorgt die Natur. Da sind die Kollegen, die Schaumnester bauen und andere, die ihre Brut im Maul ausbrüten und folglich Maulbrüter heissen. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft hat sich die Maulbrutpflege aus dem Schaumnestbau entwickelt. Aus den Studien von Ralph Beritz wird geschlossen, dass am Anfang aller Maulbrüter der Urmaulbrüter stand. Seit Erfindung der Buchdruckkunst bis heute sollen gemäss Schätzungen 17 Arten bekannt sein. Relevanz für uns besitzen vornehmlich vier Arten: der Beulenkopfmaulbrüter, der Schabenmundmaulbrüter, der Grosslippenmaulbrüter sowie der Dicklippenmaulbrüter. Besondere Sympathie empfinden wir für die Spezies des Vielfarbigen Maulbrüters, dessen Weibchen bunter ist als das männliche Exemplar.
Der Maulbrüter gehört zur Ordnung der Barschartigen (Perciformes) und zur Unterordnung der Lippfischartigen (Labroidei). Als Sozialverhalten wird Haremshaltung beobachtet.
Von Philipp Dickmann stammt die Aussage, dass die richtige Haltungsbedingung massgeblich von der natürlichen Lebensbedingung abhängig und somit der Schlüssel zur erfolgreichen Haltung und Zucht sei. Es stellt sich also die Frage, in welchen Gewässern leben unsere Freunde und welche Anforderungen ergeben sich daraus? Hierzu lassen sich einige wesentliche Gruppen unterscheiden. Leben die Maulbrüter in hartem oder weichem Wasser? In lediglich saisonal hartem, in lediglich saisonal weichem Wasser? In sogenanntem Schwarzwasser, klarem, aber saurem Wasser? Oder leben unsere Artgenossen in einem Strömungsbiotop?
Indes sind die Forschungsthemen der Wissenschaft brisanterer Natur. Die Verhaltensforschung beschäftigt sich seit längerem mit der Frage: «Inwiefern ist der Maulbrüter ein Kampffisch oder aber nur ein Maulheld?» Aus meinen bescheidenen Beobachtungen an Wildfängen ziehe ich einen eindeutigen Schluss: Kollegen, die in regelmässigen Abständen mit Lebendfutter versorgt werden, gedeihen besser als jene, welchen lediglich Trockenfutter zugänglich ist. Im Übrigen muss ich anmerken, dass sich der Preis für einen Maulbrüter nicht nach der Grösse oder Zuchtform richtet, sondern hauptsächlich nach seinem Marktwert.
Daniele Muscionico ist Journalistin bei der «NZZ» und Trägerin des Zürcher Journalistenpreises 2004.