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Aus Fehlern lernen – wirklich?
Fehler müssen korrigiert werden – nur auf diese Weise lernt man dazu. Das ist eine grundlegende Überzeugung, die viele kaum in Frage stellen. Es lohnt sich aber, genau das zu tun.
Welche Assoziationen und Emotionen wecken bei Ihnen die folgenden Aussagen? «Nein!», «falsch», «Das stimmt so nicht!», «Das schreibt man gross», «Schau mal, da hast du einen Fehler gemacht», «Oh, da gibt es aber noch einiges zu verbessern».
Vielleicht merken Sie, wie Sie sich innerlich verschliessen? Dann geht es Ihnen wie den meisten Menschen.
In einer Reihe von Studien sollten 1600 Erwachsene verschiedene Lernaufgaben bewältigen und sich dazu beispielsweise Fakten über ihr Unternehmen einprägen.
Vor allem jüngere Kinder lernen nach einem negativen Feedback langsamer und machen mehr Fehler.
Einem Teil der Probanden wurde in den Übungsdurchgängen jeweils bei ihren richtigen Antworten die Rückmeldung «Ihre Antwort war richtig» angezeigt, bei der anderen Gruppe bei Fehlern «Ihre Antwort war falsch».
Jene Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die auf Fehler hingewiesen wurden, konnten sich bei einer späteren Testung schlechter an die Inhalte erinnern und gaben an, dass ihr Selbstwertgefühl gelitten habe – und dies, obwohl das Feedback relativ nüchtern gehalten wurde.
Negative Rückmeldungen wirken sich negativ auf die Leistung aus
Wie gut wir aus Fehlern lernen, hängt auch vom Alter ab. In einer Studie aus den Niederlanden untersuchte eine Forschergruppe, wie sich positive und negative Rückmeldungen bei drei Altersgruppen (8–9 / 11–13 / 18–25 Jahre)auf das Lernen und die Leistung auswirken. Den Teilnehmenden wurden auf einem Monitor jeweils Bildkombinationen mit unterschiedlichen Formen und Farben angezeigt. Die Versuchspersonen sollten logisch schlussfolgern, welche Regeln den Bildkombinationen zugrunde liegen. Eine Teilgruppe erhielt jeweils nur eine Rückmeldung, wenn sie richtig lag, die andere bei falschen Antworten. Alle Altersgruppen profitierten stärker von einer Bestätigung bei richtigen Antworten.
Aber: Die jüngeren Kinder lernten nach negativem Feedback nicht nur langsamer, sie machten auch viel mehr Fehler. Ihre Leistungen verschlechterten sich!
Ein Blick in das Gehirn mittels bildgebender Verfahren zeigte zudem, dass bei jüngeren Kindern nach positiven Rückmeldungen diejenigen Gehirnbereiche, die für das Arbeitsgedächtnis, die Planung sowie abstraktes und flexibles Denken zuständig sind, viel stärker aktiviert wurden.