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United Airlines lanciert im Sommer 2018 eine saisonale, tägliche Nonstopverbindung zwischen dem San Francisco International Airport (SFO) und Zürich (ZRH). Der Clou: Die Route wird mit Maschinen des Typs Boeing 787-8 Dreamliner durchgeführt.
Die Flugzeit für die Zürich-Verbindung beträgt 11 Stunden ostwärts, also aus den USA in die Schweiz, und 11 Stunden 50 Minuten westwärts. Zwischen dem 8. Juni und dem 27. Oktober verlässt Flug UA45 Zürich jeweils um 09.50 Uhr morgens, mit Landung in San Francisco gleichentags um 12.40 Uhr. In umgekehrter Richtung verlässt Flug UA44 die kalifornische Tech-Metropole um 14.10 Uhr, mit Landung in Zürich am Folgetag um 10.10 Uhr (diese Flüge werden im Zeitraum 7. Juni bis 26. Oktober durchgeführt). Obwohl United damit Swiss, ihren Partner aus der Star Alliance und aus dem Atlantic Joint Venture, direkt konkurrenziert, profitieren die Airlines auch voneinander. So können Passagiere aus San Francisco in Zürich zum Beispiel auf Weiterflüge mit Swiss nach Delhi, Mailand, Athen oder Genf umsteigen; in San Francisco können umgekehrt Swiss-Passagiere wie gehabt auch auf Weiterflüge mit United umsteigen.
Die Tickets sind ab sofort buchbar. Im Rahmen derselben Sommerflugplan-Ankündigung wurden übrigens auch neue saisonale Flüge von Washington nach Edinburgh und von New York/Newark nach Reykjavik und Porto bekanntgegeben.
Auch die Flüge Zürich-Washington im Dreamliner?
United Airlines fliegt bekanntlich bereits ganzjährig tägliche Verbindungen zwischen Zürich und New York/Newark sowie Washington Dulles. Schaut man sich den Flugplan im kommenden Sommer an, geht daraus hervor, dass der aus Washington hereinkommende Flug als Flug nach San Francisco wieder herausgeht, und dass der aus San Francisco hereinkommende Flug am Mittag als Flug nach Washington wieder herausgeht. Das lässt nur einen Schluss zu: Nämlich, dass die Flüge nach Washington zumindest in der Sommersaison ebenfalls mit einem Dreamliner durchgeführt werden - aktuell wird die Route in einer Boeing 767 geflogen. United wollte diese Vermutung weder bestätigen noch dementieren.
Kommentar
Die USA-Besucherzahlen aus der Schweiz sollen rückläufig sein. Das könnte man angesichts des bereits erfolgten oder angekündigten Ausbaus an Flugverbindungen über den Nordatlantik beileibe nicht denken. United lanciert also im Sommer 2018 Flüge von Zürich nach San Francisco, während Air Canada Flüge von Zürich nach Vancouver angekündigt hat – immerhin sind die Kanada-Zahlen aus dem Schweizer Markt deutlich am steigen. Edelweiss Air, welche in diesem Sommer schon San Diego lanciert hat, wird im kommenden Jahr Denver und Orlando lancieren.
Was überrascht: United und Air Canada sind Partner von Swiss, nicht nur in der Star Alliance, sondern auch im Atlantic Joint Venture. Dass sie sich jetzt ein Stück vom Kuchen abschneiden wollen, ist natürlich legitim, wirft aber die Frage auf, wie viel Sinn noch im ausgeklügelten Allianz-System liegt, wenn man sich die Primärkunden gegenseitig abspenstig macht. Natürlich profitieren Swiss-Kunden in San Francisco oder Vancouver vom Netzwerk der dortigen Partner und umgekehrt die Kunden von United oder Air Canada vom Swiss-Netzwerk ab Zürich. Trotzdem wird es Swiss nicht gerne sehen, wenn ein Partner in ihre USA-Paradestrecke San Francisco einsteigt.
Angesichts der zu erwartenden Überkapazitäten dürften auf jeden Fall die Flugtarife nach Nordamerika weiterhin tief bleiben. Das wird den «Trump Slump» auch im kommenden Jahr abfedern.