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Der Basler Industrielle Karl Geigy-Hagenbach (1866-1949), dessen Autographensammlung im Mittelpunkt der aktuellen Ausstellung an der Universitätsbibliothek Basel «Ein Pantheon auf Papier» steht, korrespondierte mit Stefan Zweig (1881-1942), seinerzeit einem der erfolgreichsten Autoren deutscher Sprache, und Cäsar von Arx (1895-1949), dem bekanntesten Schweizer Dramatiker der Zwischenkriegszeit. Am Anfang der beiden Briefwechsel stand jeweils das gemeinsame Hobby, das Autographensammeln. Doch das Spektrum der Themen erweiterte sich im Lauf der Jahre um private Themen und andere gemeinsame Interessen, z.B. das Theater.
1926 regte Geigy, damals Vorstandspräsident des Basler Theatervereins, an, Zweigs Erfolgsstück Volpone. Eine lieblose Komödie nach Basel zu bringen. Zweig dankte am 3. Januar gerührt (UB Basel, UBH Autogr Geigy-Hagenbach 3163:7)
«Nein, das ist rührend, dass Sie sich um das Stück so herzlich annehmen. Es war dies gar nicht meine Absicht. Der ‘Volpone’ ist jetzt noch immer das Kassenstück des Wiener Burgtheaters und des Dresdner Staatstheaters, vor zehn Tagen hat er in Berlin gesiegt in der Volksbühne und trabt nun langsam wahrscheinlich über die meisten deutschen Bühnen. Ich sende Ihnen gern das kleine Stück zu, das Sie hoffentlich amüsieren wird. Sehen Sie freundlichst über einige Derbheiten hinweg, die natürlich bei der Aufführung getilgt werden und wenn Sie selbst der Meinung sind, dass es die Basler freuen könnte, so zeigen Sie es gütigst dem Herrn Präsidenten.»
Das Stück wurde dann schliesslich 1928 von Oskar Wälterlin aufgeführt.
Mit Cäsar von Arx traf sich Geigy in der Liebe für Katzen. Als sein Moritz starb, bot ihm von Arx Ersatz an. Geigy dankte am 22. März 1945 (ZB Solothurn, NL Arx_C 29/30:21):
«Es ist ausserordentlich liebenswürdig von Ihnen, dass Sie mich auf eine Gelegenheit aufmerksam machen, zu einem kleinen Kätzchen zu kommen. Aber nach reiflicher Überlegung sind wir doch zu dem Entschlusse gekommen kein Ersatztierchen zu nehmen. Wie auch bei den Menschen können die Tiere, die einem lieb geworden sind, nicht ersetzt werden. Man wird das Original mit dem Ersatz immer wieder vergleichen und gewöhnlich nicht gerade zum Vorteil des Ersatzes. Und dann sind die Verhältnisse bei uns so, dass wir doch im Sommer im Ganzen immer für etwa 10 Wochen fortgehen und dann hatten wir immer Schwierigkeit die Katze während dieser Zeit gut unterzubringen. Es hat uns immer sehr leid getan, den guten Moritz zurücklassen zu müssen und er hat sich nicht leicht am fremden Orte eingewöhnt. Eine neue Katze könnte desshalb erst im Herbst in Frage kommen und dann glauben wir, dass wir uns bis dahin an die Leere, die das Verschwinden des treuen Tiers bei uns verursacht hat, etwas gewöhnt haben werden. Die kleinen Kätzchen machen ja viel Freude indessen bringen sie auch viel Unruhe, während der alte Moritz mit seinem Alter viel besser zu uns Alten passte und seine Ruhe für uns alle beruhigend wirkte. Wir haben allerdings nicht geahnt, dass der Tod eines solchen treuen Tieres eine solche Lücke reissen werde und wenn ich ins Zimmer komme suche ich immer noch das Plätzchen, wo er geschlafen hat. Am Tage des Todes kam er mir noch entgegen und hat, wie immer Milch getrunken. Das Leiden hat sich dann ganz schnell des Nachmittags verschlimmert. Jetzt müssen wir uns eben in das Unvermeidliche schicken.»
Am Donnerstag, den 27. April 2023, stellt Ueli Dill die beiden Briefwechsel vor: «Denn ich weiss, dass dann wieder eine grosse Korrespondenz losgeht.» Karl Geigy-Hagenbach im Briefwechsel mit Stefan Zweig und Cäsar von Arx.