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Hallux valgus, Hammer- und Krallenzehe sind häufige Deformitäten. Bei Frauen treten sie deutlich öfter auf als bei Männern.
Beim Hallux valgus besteht – von oben gesehen – eine seitliche Achsenabweichung der Grosszehe, die das normale Ausmass von 10 Grad übersteigt (Abb. a).
Hammer- und Krallenzehe betreffen die Zehen II bis V. Es handelt sich um eine Streckung oder Überstreckung des Grundgelenks nach oben und eine starre Beugung im Mittel- und oft auch im Endgelenk nach unten (Abb. b). Zwischen Hammer- und Krallenzehe wird bisweilen nicht präzis unterschieden.
Deformierte Zehen stehen fast immer in Zusammenhang mit anderen Fussdeformitäten. Zum Hallux valgus führen Abflachung des Quergewölbes am Vorfuss, also der Spreizfuss, und Druck durch das Schuhwerk sowie Zug der Strecksehne. Der Hallux valgus zwängt seinerseits die benachbarten Zehen II und III in eine Fehlstellung, was das Entstehen von Hammer- und Krallenzehen fördert.
Begünstigend wirken:
Diese oftmals gut sichtbare und dann ästhetisch störende Fehlstellung der Grosszehen (Abb. a) ist mehrheitlich beidseitig und überwiegend bei Frauen anzutreffen.
Zwischen Hammer- und Krallenzehe wird bisweilen nicht präzis unterschieden. Das Grundgelenk ist nach oben überstreckt, das Mittel- und oft auch das Endgelenk sind nach unten gebeugt. Über dem starr fixierten, gebeugten Mittelgelenk (Abb. b), seltener auch über dem Endgelenk, entstehen ein schmerzhaftes Hühnerauge und eine chronische Entzündung, bedingt durch den Druck und das Scheuern der Schuhe. Wenn die Haut aufbricht, kann ein schlecht heilendes Geschwür entstehen, besonders bei Zuckerkrankheit und Durchblutungsstörungen des Fusses.
Die nachfolgenden Behelfe und Massnahmen sollten erst nach Rücksprache mit dem Arzt oder Orthopädietechniker eingesetzt werden; sie wirken in erster Linie schmerzlindernd, in begrenztem Rahmen auch korrigierend.
Ein Arztbesuch erfolgt, wenn die Schmerzen nach konservativen Behandlungsversuchen nicht nachlassen, oder aus ästhetischen Gründen. Im Weiteren braucht es den Arzt bei akuten Entzündungszeichen oder bei einer eiternden Hautwunde. Diesbezüglich sind Diabetiker besonders gefährdet.
Konservativ: Im frühen Stadium eines Hallux valgus, oder wenn von einer Operation abgeraten werden muss, kann eine spezielle Schiene versucht werden, die das Fortschreiten der Fehlstellung begrenzen soll.
Operative Eingriffe haben zum Ziel, durch die Korrektur der Fehlstellung die Schmerzen zu beseitigen und die Ästhetik des Fusses zu verbessern. Dazu gibt es vor allem für den Hallux valgus Operationsverfahren in grosser Zahl, ohne oder mit Versteifung des Grosszehengrundgelenks. Das ausschliessliche Abtragen des seitlichen Knochenauswuchses, der sog. Exostose, bringt keine Stellungsverbesserung.
Bei Hammer- und Krallenzehen muss das Mittelgelenk oft versteift werden.