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Ruinen und Maschinen
ETH Zürich, HS 2017
Gastdozentur
In den kommenden zwei Semestern untersuchen wir entwerferisch die architektonischen Topoi der Ruine und der Maschine. Beide Vorstellungskategorien besetzen eine Randposition im architekturhistorischen und -theoretischen Referenzraum, obschon sie grundlegende Zustandsformen gegenwärtiger Wirklichkeit beschreiben. Beide Motive finden sich sowohl in gebauter Form wie auch als Metaphern im architektonischen Entwurf. Gleichzeitig beschreiben sie ein Gegensatzpaar: Die Ruine bedingt ihre Umgebung und scheint mit ihr verwachsen, sie ist damit maximal kontextuell, die Maschine dagegen kommt ohne Kontext aus. Die Ruine hat ihre Bedeutung und ihren Zweck verloren, die Maschine erfüllt eine bestimmte Funktion, sie ist semantisch determiniert.
Wir werden in den zwei Semestern keine Ruinen und Maschinen «nachbauen», sondern in einem experimentellen und forschenden Zugang ausgewählte Strukturmerkmale der beiden Kategorien entwerferisch produktiv machen. Dazu beginnen wir die Semester mit der Analyse ausgesuchter Beispiele, die wir innerhalb und ausserhalb der architektonischen Disziplin suchen. Programm und Ort des Entwurfs bestimmen wir im Verlauf des Semesters entsprechend der entwickelten Idee. Im Herbstsemester beginnen wir mit der Ruine.
Wichtigstes Arbeitsinstrument ist die Grundrisszeichnung als abstrakte und gleichzeitig aussagekräftigste Notation einer räumlichen Konfiguration. Seinen sinnlichen und narrativen Ausdruck soll der Entwurf in der Fotografie eines grossmassstäblichen Modells finden. Dabei wird es nicht um die Abstraktion der Modelldarstellung gehen, sondern um eine detailreiche, illusionistische Wiedergabe. Diese Bilder erarbeiten wir zusammen mit der Künstlerin Shirana Shahbazi.