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Durch eine lebensbedrohliche Situation, aber auch durch Unfälle ohne äussere Verletzung (Schock) oder aber auch als Zuschauer eines Unfalls oder von Gewalt. Auch operative Eingriffe können Traumata verursachen.Oft denkt der Betroffene, das Ereignis sei verarbeitet, doch Jahre später stellen sich Trauma-Symptome ein. Relativ unbedeutend erscheinende Ereignisse können längst vergessene traumatische Geschehnisse reaktivieren, so dass die Symptome erst durch dieses Ereignis beginnen.
Ereignisse im Leben wie eine neue Beziehung, ein
Baby, der Tod eines geliebten Menschen oder Berichte in den Medien lösen oft schmerzhafte Emotionen und Erinnerungen aus, zum Beispiel an einen
vergangenen Missbrauch (siehe unten).
Es ist die im Körper immer noch festgehaltene und gebundene Energie, die ursprünglich bereitgestellt wurde, um eine Angriffs- oder Fluchtreaktion zu ermöglichen (fight oder flight).
Sie ist zum Beispiel in Form von Schreckensbildern zurückgehalten. Diese Bilder haben jedoch inhaltlich meist nicht direkt mit dem traumatischen Ereignis zu tun. Sie sind ein Ausdruck der traumatisch gebundenen Energie.
Einige dieser Reaktionen werden durch den Verstand neu interpretiert, unterdrückt und enden in weiteren Symptomen (Angst, Panik, sexuelle Störungen).
Mit der Zeit kann sich die Symptomatik verkomplizieren. Psychosomatische Symptome (Migräne, Schwindel, Übelkeit, Verdauungsbeschwerden) können dazu kommen, ebenso körperliche Erkrankungen (somatische Beschwerden).
Wenn das Kind älter und reifer wird, kommen die Auswirkungen des Missbrauchs an die Oberfläche. Jeder, der von sexuellem Missbrauch betroffen ist, reagiert unterschiedlich, aber meistens ist da
Wut, Hass, Verleugnung, Verdrängung, Schock, Trauer und Geheimhaltung. Die Gefühle, die das Opfer durchlebt, variieren zwischen emotionaler Abstumpfung, Ungläubigkeit, Angst, Demütigung, Scham
und Schande. Dies sind nur einige der Gefühle, die bei Missbrauchsopfern im Heilungsprozess auftauchen. Jede dieser Emotionen ist eine der Wellen, die auf der Oberfläche des Sees erschien, als
der Stein ins Wasser fiel.
Es gibt Anlaufstellen für Missbrauchsopfer (Rape Crisis Netzwerke) auf der ganzen Welt. In der Anlaufstelle in Sligo in Nord-West-Irland heißt es, „der Schmerz darüber, sexuell missbraucht worden zu sein, kann bis ins Erwachsenenalter hinein schwere Folgen haben. Er kann sich auf das Selbstwertgefühl, das Selbstvertrauen und die Fähigkeit, anderen zu vertrauen auswirken. Oft haben die Opfer das Gefühl es nicht zu verdienen, geliebt zu werden oder glücklich zu sein. Sie halten sich für „böse“ oder geben sich selbst die Schuld, und das kann zu übermäßiger Abhängigkeit in Beziehungen oder zu Alkohol- oder Drogenmissbrauch führen, um den Schmerz zu betäuben.“
Auszug aus dem Essay von Derek Hennessy