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Der US-Bundesstaat Missouri hat als erster einen Todeskandidaten exekutiert, seit der Oberste Gerichtshof des Landes im Juni den Einsatz einer umstrittenen Giftmischung für Hinrichtungen genehmigt hatte. Der Tod des wegen Vergewaltigung und Ermordung einer jungen Frau Verurteilten wurde nach Angaben der Strafvollzugsbehörden am Dienstagabend um 19.41 Uhr Ortszeit im Gefängnis von Bonne Terre festgestellt.
Der Mann hatte am Dienstag noch vergeblich versucht, mit einer Eingabe beim Supreme Court einen Aufschub der Hinrichtung zu erreichen.
Der Oberste Gerichtshof hatte im Januar die Vollstreckung von drei Todesurteilen im Bundesstaat Oklahoma ausgesetzt. Das Gericht reagierte damit auf Einsprüche gegen die vorgesehene Giftmischung, die nach Ansicht der Todeskandidaten gegen das verfassungsrechtliche Verbot grausamer Bestrafung verstösst.
Das zusammen mit anderen Substanzen verabreichte Beruhigungsmittel Midazolam soll die Todeskandidaten zunächst betäuben, ehe hochgiftige Drogen zum Herzstillstand führen. Das Mittel kam unter anderem bei der Hinrichtung von Clayton Lockett zum Einsatz, der vor einem Jahr nach 43-minütigem Todeskampf gestorben war.
Die nächste Hinrichtung in den USA ist für Donnerstag in Texas vorgesehen. In dem Bundesstaat werden vor Missouri die meisten Todesurteile vollstreckt.
Die Vereinigten Staaten sind das einzige westliche Land, in dem die Todesstrafe noch vollstreckt wird. Sie ist in 31 der 50 Bundesstaaten sowie auf Bundesebene erlaubt, die Zahl der Hinrichtungen geht seit Jahren aber beständig zurück.
Bundesstaaten mit Todesstrafe griffen zuletzt immer wieder auf kaum erprobte Giftmischungen zurück, weil sich europäische Pharmafirmen weigern, das zuvor eingesetzte Betäubungsmittel Pentobarbital zu liefern. Vor sieben Jahren hatte der Supreme Court Hinrichtungen per Giftspritze grundsätzlich für verfassungskonform erklärt. (whr/sda/afp)
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