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Der menstruelle Zyklus umfasst 21-35 Tage. Er beginnt mit dem ersten Tag der Menstruation und endet mit dem Eintreten der nächsten Menstruation. In der Mitte befindet sich der Eisprung. Der ganze Ablauf wird v.a. durch die Hormone Östrogen und Progesteron gesteuert.
Körperlich und emotional passiert einiges in dieser Zeit. In diesem Text geht es v.a. um die psychische Verfassung, die sich während des Zyklus verändert. Um diese Schwankungen zu verstehen, teilen wir den Zyklus in vier Phasen ein, wobei jede ca. eine Woche andauert. Wir gehen dabei immer vom gesunden, physiologischen menstruellen Zyklus aus der nicht beeinflusst ist von pathologischen Veränderungen, Hormonen oder anderen Medikamenten.
Damit die Phasen gut unterschieden werden können, teilen wir sie – wie im Buch «Mondtage» - den vier Jahreszeiten zu. Diese können auch anders genannt werden. Die Analogie für ein Kinderbuch erwies sich aber als sehr stimmig. Gleichzeitig wird der Zyklus in eine erste und eine zweite Hälfte eingeteilt. Als Basis wird eine durchschnittliche Zykluslänge von 28 Tagen angenommen.
Die erste Zyklushälfte (Zyklustag 5-18) beinhaltet den inneren Frühling und Sommer. Diese Hälfte beginnt nach der Menstruation und endet nach dem Einsprung. Grob gesagt ist dies unsere extrovertierte Zeit, unsere Energie ist nach aussen gerichtet.
Die zweite Zyklushälfte (Zyklustag 19-4) beinhaltet den inneren Herbst und Winter. Dies ist die Zeit nach dem Eisprung bis und mit Menstruation. Das ist unsere introvertierte Zeit, unsere Energie ist eher nach innen gerichtet.
Der innere Frühling
Der innere Frühling entspricht den Zyklustagen 5-11 und der Mondphase des zunehmenden Mondes. Wobei nicht jede Frau in dieser Phase den zunehmenden Mond am Himmel sieht. Die Mondphasen sind v.a. für jene Frauen wichtig, die keinen menstruellen Zyklus haben. Sie sind z.B. in den Wechseljahren oder stillen.
Im inneren Frühling ist die Menstruation gerade abgeschlossen. Wie in der Natur wacht unser Körper langsam wieder aus der Winterpause auf.
So erleben auch viele Frauen ihren inneren Frühling. Sie sind voller Energie, haben 1000 und 1 Idee, fühlen sich leicht und unbeschwert, sind gesellig, offen, lustig, heiter und für alles zu haben. Viele sind in dieser Phase voller Optimismus, Neugier und Mut.
Diese Phase eignet sich wunderbar um Projekte anzugehen, Meetings abzuhalten, neue Dinge auszuprobieren und die eigene Komfortzone zu verlassen.
Die erste Zyklushälfte eignet sich im Allgemeinen für Angelegenheiten die wir nicht gerne machen, denn irgendwie fällt alles leichter. Aber Vorsicht: wir tendieren dazu, einmal zu viel JA zu sagen. Dies kann sich dann in einer späteren Zyklusphase rächen.
Der innere Sommer
Der innere Sommer wird den Zyklustagen 12-18 und dem Vollmond zugeordnet.
Die Natur im Sommer ist in ihrer vollen Energie. Alles blüht, lebt und ist wunderschön. So fühlen sich viele von uns auch in unserem inneren Sommer. Es ist die Zeit um den Eisprung. Diese Phase steht für die Superwoman und das Mütterliche in uns. Egal ob wir nun Mutter sind oder nicht. Wir können uns im inneren Sommer gut um andere kümmern, kommunizieren einwandfrei, pflegen Beziehungen, sind fürsorglich und empathisch. Das Leben ist voller Energie und Tatendrang. Wir setzen um, verhandeln geschickt und sind voller Selbstvertrauen. Dies strahlen wir in dieser Phase auch aus.
Im inneren Sommer ist alles möglich und es fühlt sich so an, als seien wir unsterblich. Das Mütterliche lässt uns zur Weltretterin werden und wir haben in dieser Phase auch das Vertrauen, dass wir es tatsächlich schaffen.
Unser Tipp für diese Zeit: Prüft die Agenda auf alle Termine, die in zwei Wochen stattfinden. In dieser Phase sinkt nämlich der Energielevel rapide und es kann sinnvoll sein, Termine frühzeitig umzuorganisieren.
Der innere Herbst
Der innere Herbst beginnt etwa am Zyklustag 19 und dauert bis Zyklustag 26. Er endet also kurz vor der Menstruation. Diese Phase wird dem abnehmenden Mond zugeordnet. Diese Tage werden auch als prämenstruelle (PMS) Tage bezeichnet. In der Gesellschaft haben sie keinen guten Ruf und manche Frauen können sich während dieser Zeit selbst nicht ausstehen. Sie sind gereizter, aggressiver und wären am liebsten den ganzen Tag alleine.
Die innere Kritikerin ist bei vielen Frauen laut in dieser Woche vor der Menstruation. All das aufgebaute Selbstvertrauen der ersten Zyklushälfte wird zu Nichte gemacht. Vieles wird hinterfragt und alles scheint auf dem Prüfstand zu stehen. Die Klarheit, die uns in dieser Zeit jedoch umgibt ist eine grosse Stärke. Dinge sind plötzlich eindeutig, Entscheidungen können einfacher getroffen werden und illusorische Träume haben keinen Platz mehr im Alltag. Der Romanik Filter über allem ist einfach weg. Man kann gut entrümpeln (im Alltag und im Leben), leichter Prioritäten setzen und in einer unglaublichen Effizienz Dinge abarbeiten.
Der innere Winter
Der innere Winter beginnt vor dem Eintritt der Menstruation am Zyklustag 27 und dauert bis Zyklustag 4. Diese Phase entspricht dem Neumond. Der innere Winter ist die Ruhe Phase und die Menstruation das beste Instrument der Frau, Stress abzubauen. Denn evolutionsbedingt ist die Menstruation dazu da, runter zu fahren und neue Kraft zu tanken. Der innere Winter ist die Phase, in der unsere Intuition am besten funktioniert – wenn wir uns die Zeit dazu geben. Wir brüten Ideen aus und sind in dieser Phase am nächsten mit uns selbst verbunden.
Während der Menstruation ist es besonders wichtig, Ruhe Phasen einzuplanen und mehr zu schlafen. Je nach Lebensphase ist dies schwer umzusetzen. Es gibt jedoch in jeder Lebensphase Alltagsarbeiten die verschoben oder umgeplant werden können, wenn der Wille da ist. Organisiert eure «Winterwoche» also gut im Voraus. Plant keine zusätzlichen Arbeiten oder Treffen ein. Mehr Ruhe während der Menstruation bedeutet nämlich, weniger Schmerzen und mehr Energie für den Rest des Zyklus. Es lohnt sich Pausen einzulegen.
Der innere Frühling und Sommer klingen im Vergleich zum Herbst und Winter sehr leicht und einfach. Dies muss aber nicht bei jeder Frau so sein. Dieser Text und auch das Buch soll zur individuellen Wahrnehmung anregen. Jede Phase hat ihre individuelle Sonnen- und Schattenseite und demnach gibt es keine bessere oder schlechtere Zyklusphase, man muss nur das Positive für sich zu nutzen wissen und verstehen, dass der gesamte Zyklus in sich stimmig ist im Sinne des ressourcenorientierten Energiehaushaltes. Geben wir uns acht und tanken immer wieder auf, so haben wir genug Reserven für herausfordernde Zeiten.
Abschliessend ist anzufügen, dass es auch sehr viele weitere Faktoren im Alltag gibt, die die Stimmung und den eigenen Energielevel beeinflussen. Stress, Ernährung, psychische Probleme, Krankheit usw. Und natürlich gibt es auch Frauen, die den Hormonschwankungen weniger stark ausgesetzt sind und entsprechend die Phasen weniger ausgeprägt wahrnehmen. Wir möchten den menstruelle Zyklus ausserdem keineswegs über alles stellen oder Reaktionen damit beschönigen oder entschuldigen. Jede Frau träg selbst die Verantwortung über ihr Verhalten.
Wer sich mit dem Thema «zyklisch Leben» intensiver beschäftigen möchte, dem wird empfohlen ein Zyklustagebuch zu führen und die eigenen Beobachtungen und Erfahrungen darin zu sammeln, um Erkenntnisse über den Zyklus zu gewinnen. Den eigenen Zyklus zu kennen, heisst sich selbst besser kennen, versöhnlich und gnädig mit sich selbst zu sein.
unsere Buchempfehlung zum Thema
Back to the roots - zyklisch leben mit immenser Freude
Autorin: Josianne Hosner
ISBN: 978–3‑9525284–0‑2
wild power
Autorinnen: Alexandra Pope, Sjanie Hugo Wurlitzer
ISBN: 978-432-10798-1
für Jugendliche:
Rot ist doch schön
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In der Regel wunderbar
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Vom Mädchen zur Frau
Autorin: Nicole Schäufler
ISBN: 978-3-903085-18-3
Podcast zum Thema Zykluswissen
Barbara hat im Podcast "meine gesundheit online" eine zwei teilige Episode zum Thema "weiblicher Zyklus" aufgenommen. Ihr findet die Folge hier oder auf Spotify und Apple podcast. Viel Spass!