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Harnwegsinfektion beim Mann
Eine Harnwegsinfektion beim Mann ist zwar seltener als bei Frauen, kann aber im steigenden Alter häufiger vorkommen. Die geringere Anfälligkeit für Männer liegt in der längeren Harnröhre begründet - anders als bei Frauen fällt es entzündungsauslösenden Bakterien daher schwerer, bis in die Harnwege zu gelangen. Auch ist der Anus bei Männern deutlich weiter von der Harnöffnung entfernt, was ebenso dazu beiträgt, dass Darmbakterien nicht so leicht in die Harnröhre vordringen können.
Von einer Harnwegsinfektion spricht man, wenn sich die Schleimhaut der ableitenden Harnwege entzündet. Dazu gehören die Organe, die den Urin von den Nieren nach aussen transportieren, wie Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre.
Eine Harnwegsinfektion bei Männern wird in der Regel als komplizierte Infektion bezeichnet, da es sein kann, dass die Prostata mitbetroffen ist. Allerdings können auch andere Erkrankungen für die typischen Symptome wie ein Brennen beim Wasserlassen verantwortlich sein. Dann kann etwa eine Entzündung der Prostata oder eine sexuell übertragbare Krankheit dahinterliegen.
Symptome
Die Symptome einer Harnwegsinfektion beim Mann sind in der Regel identisch mit denen bei einer Frau: Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen sowie häufiger und starker Harndrang sind möglich. Zu den typischen Symptomen der Harnwegsinfektion gehören zudem geringe Mengen beim Wasserlassen, Urininkontinenz und trüber, dunkelverfärbter sowie übelriechender Urin.
Bei Männern können neben den typischen Symptomen noch Schmerzen im Penis oder Unterleib sowie zwischen Hoden und Anus hinzukommen. Allerdings können ähnliche Symptome auch bei bestimmten sexuell übertragbaren Erkrankungen auftreten. Dehnt sich die Harnwegsinfektion auf die oberen Harnwege wie Harnleiter oder Nierenbecken aus, können Symptome wie Fieber, Schüttelfrost und Rückenoder Flankenschmerzen hinzukommen.
Ursachen
Harninfektionen entstehen, wenn Bakterien in den Harntrakt gelangen und so eine Entzündungsreaktion in der Schleimhaut der Harnwege hervorrufen. Auch beim Mann (in ca. 75% der Fälle) ist dies meist auf das Darmbakterium E. coli zurückzuführen. Bei Männern liegen in der Regel Begleitumstände vor, die eine Entzündung und deren Ausbreitung begünstigen. Üblicherweise sind es Hindernisse, die den Urinabfluss stören, wie beispielsweise eine vergrösserte Prostata, die die Anfälligkeit für eine Harnwegsinfektion erhöhen. Dabei drückt die Prostata auf die Harnröhre und durch diese Verengung kann der Urin schwer abfliessen. Die Folge ist, dass in der Blase Restharn bleibt, welcher den optimalen Nährboden für Bakterien bietet. Die Bakterien können so eine Infektion der unteren Harnwege auslösen. Bei einer Ausdehnung der Entzündung auf die oberen Harnwege wie Nierenbecken oder Harnleiter, wird von einer oberen Harnwegsinfektion gesprochen.
Nicht immer liegt jedoch ein Begleitumstand bzw. eine Grunderkrankung für eine
Harninfektion vor.
In der Altersgruppe der 15- bis 50-Jährigen kommen Harnwegsinfekte auch häufig unter gesunden Männern vor. Beispielsweise kann Analverkehr oder Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person einen Harnwegsinfekt bei Männern begünstigen.
Wann zum Arzt?
Anders als bei Frauen sollten Männer bereits bei den ersten Symptomen einen Arzt aufsuchen, da eine Harnwegsinfektion beim Mann ohnehin als eine komplizierte Infektion anzusehen ist. Bei Frauen hingegen handelt es sich meist um eine unkomplizierte Harnwegsinfektion, die eine Behandlung durch den Arzt nicht zwingend nötig macht. Bei Männern allerdings liegt in der Regel eine Begleiterkrankung vor, z.B. eine vergrösserte Prostata, die es zu untersuchen gilt. Aus diesem Grund ist es wichtig bei der Diagnose wie auch der Behandlung die zugrundeliegende Erkrankung mit einzuschliessen. Ansonsten kann das Risiko einer wiederkehrenden Harnwegsinfektion oder einer weiteren Ausbreitung des Infektes bestehen.
Im besten Fall wird die Harnwegsinfektion bereits behandelt, solange die Entzündung sich noch in den unteren Harnwegen – Harnröhre und Harnblase – befindet und sich noch nicht ausgebreitet hat. Bleibt eine Harnwegsinfektion aber unbehandelt und breitet sich auf die oberen Harnwege aus, kann es gefährlich werden. Erfolgt keine Behandlung, kann eine Infektion der oberen Harnwege die Nieren schädigen. Ausserdem besteht das Risiko, dass die Infektion in den Blutkreislauf gelangt und sich weiter im Körper ausbreitet (Urosepsis), was einer intensivmedizinischen Behandlung bedarf.
Behandlung
Während die Infektion der unteren Harnwege bei Frauen meist als unkompliziert gilt, ist eine Therapie durch Antibiotika häufig nicht nötig. Bei Männern hingegen wird zu einer Antibiotikatherapie geraten, da die Harnwegsinfektion in der Regel als kompliziert eingestuft wird. Ausserdem kommt bei Männern noch die Behandlung der Begleiterkrankung (z.B. Vergrösserung der Prostata) hinzu. Diese ist durch die Behandlung mit entsprechenden Medikamenten gut zu therapieren. Zusätzlich sollten betroffene Männer zur Linderung der Symptome ausreichend trinken, damit die Bakterien aus der Blase gespült werden.
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