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31.05.2023
FSC-Motion ermöglicht Aufwertung umgewandelter Waldflächen
© FSC
Ab dem 1. Juli dürfen auch Waldflächen, die zwischen dem 1. Dezember 1994 und dem 31. Dezember 2020 zu Plantagen umgewandelt wurden, FSC-zertifiziert werden.
Mit dieser Normen-Änderung will FSC eine Möglichkeit schaffen, soziale und ökologische Werte wiederherzustellen. Der FSC setzt sich seit seiner offiziellen Gründung im Jahr 1994 für einen ganzheitlichen Ansatz zum Schutz der Wälder ein und zieht deshalb Regierungen, Unternehmen, indigene Völker und andere Interessengruppen mit ein. und dienen dazu, Wälder für immer und für alle verfügbar zu machen. Nach diesem Grundsatz werden heute weltweit 159’694 Hektaren Wälder bewirtschaftet.
Die Bekämpfung der Entwaldung ist ein Kernanliegen des FSC. Die FSC-Kriterien sorgen dafür, dass Waldflächen konstant bleiben oder zunehmen und die Struktur, Biodiversität und Produktivität erhalten oder verbessert werden. Die Umwandlung von natürlichen Waldflächen zu Plantagen steht entgegen den Zielen des FSC und ist deshalb im FSC-System nicht erlaubt. Unter strengen Auflagen und bestimmten Bedingungen können bestehende Plantagen hingegen zertifiziert werden, da durch die nachhaltige Bewirtschaftung von Plantagen ebenfalls einen Mehrwert für Mensch und Umwelt geleistet wird.
Riesige Gebiete in desolatem Zustand
Um Umwandlungen von natürlichen Waldflächen zu Plantagen zu verhindern, legte der FSC bei seiner Gründung eine Regel fest, die dafür sorgte, dass nach 1994 zu Plantagen umgewandelte Wälder nicht zertifiziert werden dürfen – es sei denn die Waldfläche steht nicht mehr im Besitz der für die Umwandlung verantwortlichen Organisation. Seit der Inkraftsetzung dieser Regel verstrich viel Zeit, in der riesige Flächen natürlicher Wälder verloren gingen: Zwischen 1990 und heute wurden weltweit mehr als 420 Millionen Hektaren Wald abgeholzt und 126 Millionen Hektaren zu Plantagen umgewandelt. Viele dieser Gebiete befinden sich heute in desolatem Zustand. Durch die Umwandlung nahm die Biodiversität auf diesen Flächen massiv ab und oftmals wurde gleichzeitig die Lokalbevölkerung in ihrem Zugang zu natürlichen Ressourcen eingeschränkt.
Um eine Regeneration von umgewandelten Flächen zu ermöglichen, nahmen die Mitglieder von FSC International an der General Assembly im Oktober 2022 Motion 45 (Enhance and Improve the Conversion and Remedy Package to Protect FSC’s Credibility) an, welche die Anpassung der sogenannten«1994-Regel» forderte. Die Policy to Address Conversion legt als neues Stichdatum den 31. Dezember 2020 fest: Waldflächen, die nach diesem Datum umgewandelt wurden, sind nach wie vor von einer FSC-Zertifizierung ausgeschlossen.
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Funktionen umgewandelter Waldflächen sollen wiederhergestellt werden
FSC ist es ein grosses Anliegen, Möglichkeiten zur Aufwertung von zerstörten oder beschädigten Waldökosystemen zu schaffen. Mit der Anpassung der Regel erhalten Ökosysteme eine Chance, wieder in einen naturnäheren Zustand überführt zu werden, der mehr Raum und Lebensgrundlagen für Tiere und Pflanzen bietet. Zugleich werden wichtige soziale Werte wiederhergestellt, die im Zusammenhang mit einem intakten und biodiversen Waldökosystem stehen.
Um sicherzustellen, dass tatsächlich angemessene und effektive Reparaturmassnahmen ergriffen werden, nahmen die FSC-Mitglieder an der General Assembly eine weitere Motion an: Die als Motion 37 bekannte Initiative verlangte eine Anpassung des im Zusammenhang mit der Policy to address Conversion ausgearbeiteten Remedy Frameworks. Der Remedy Framework legt die Massnahmen fest, welche Organisationen, die zwischen 1994 und 2020 eine Umwandlung durchgeführt haben, für eine Zertifizierung umsetzen müssen. Mit der Anpassung des Stichdatums für Umwandlungen und der neu geschaffenen Möglichkeit zur Aufwertung zerstörter und beschädigter Gebiete wird den bis anhin von der FSC-Vision gesunder «Wälder für alle für immer» ausgeschlossenen Gebieten und Menschen wieder eine Chance gegeben, an der Vision nachhaltiger und gesunder Wälder teilzuhaben.