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WBK-SR / Ablehnung der Motion 15.3832 «Importverbot für tierquälerisch erzeugte Produkte»
Sehr geehrte Frau Ständerätin
Sehr geehrter Herr Ständerat
Mit grosser Enttäuschung haben wir zur Kenntnis genommen, dass Ihre Kommission die oben genannte Motion mit neun zu null Stimmen und einer Enthaltung zur Ablehnung empfohlen hat. Es ist befremdlich, dass kein einziges Kommissionsmitglied auch nur die geringste Empathie für Tiere gezeigt hat, die unter schrecklichen Bedingungen gehalten und getötet werden.
Glauben Sie wirklich, dass Tiere nichts weiter als ein Rohstoff sind, den wir nach Belieben nutzen können?
Keines der Produkte, die vom Verbot durch die Motion betroffen wären, ist für unser Wohlbefinden oder unsere Ernährung notwendig. Alle betroffenen Produkte könnten problemlos durch andere ersetzt werden.
Wir können uns warm kleiden, ohne dass dafür einem Tier bei lebendigem Leib das Fell abgezogen werden muss. Wir können sogar Gänseleber konsumieren, ohne dass dafür Tiere gestopft werden müssen. Auch für alle anderen betroffenen Lebensmittel oder Güter gibt es ausnahmslos Ersatzprodukte, die ohne Tierquälerei hergestellt werden.
In Ihrer Medienmitteilung vom 13. Oktober 2017 schreiben Sie, es sei «unklar», ob sich durch die Umsetzung der Motion «das Wohl der Tiere massgeblich verbessern liesse».
Jedes Jahr werden Hunderte von Tonnen Pelz in die Schweiz importiert. Der Grossteil davon stammt aus Zuchtbetrieben, insbesondere aus asiatischen, in denen katastrophale Zustände herrschen und keinerlei Vorkehrungen für das Tierwohl getroffen werden. Warum glauben Sie also, dass eine Verringerung dieser Importe nicht wenigstens das Wohl der Zehntausenden von Tieren verbessert, die dann nicht mehr für den Schweizer Markt gezüchtet und getötet würden?
Das von Ihnen eingereichte Postulat 17.3967 «Obligatorische Deklaration der Herstellungsmethoden von Nahrungsmitteln» ist reine Augenwischerei. Genauso wie die Pelzdeklarationsverordnung, die seit 1. März 2013 in Kraft ist, aber vom Handel grösstenteils noch immer nicht umgesetzt wird.
Es ist traurig, dass es im Jahr 2017 immer noch Parlamentarier gibt, die dem Leid von Tieren dermassen gleichgültig gegenüberstehen. Dass Lebewesen für unseren Komfort leiden müssen, ist weder notwendig noch unumgänglich.
Wir setzen unsere Hoffnungen nun in eine bessere Information der Bevölkerung über die Entscheidungen ihrer politischen Vertreter, damit wir 2019 ein etwas menschlicheres Parlament wählen können.
Wir danken Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
Freundliche Grüsse