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Die Unverschämtheit der BauLandWirte
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- Erstellt: Donnerstag, 05. Mai 2016 21:38
Der Verkauf von Bauland gehört zu den Quellen von Reichtum. Wer einmal ein Stück (Bau-) Land geerbt oder es vor längerer Zeit erworben hat, kann beim Verkauf ohne eine Leistung erbracht zu haben, astronomische Gewinne erzielen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn landwirtschaftliches Land zu Bauland eingezont wird. Die jährlichen Gewinne liegen etwa in der Grössenordnung der Direktzahlungen an die Bauern. Die bürgerlichen Parteien haben nichts gegen diese exorbitante Umverteilung. Auf zwei Wegen kann man ndie Grössenordnungen herausarbeiten.
Die erste Rechnung:
Gemäss einem Bericht von Avenir Suisse von 2011 werden jährlich 615 ha (= 6'150'000 m²) Land als Bauland ausgeschieden. «Multipliziert man diesen Wert mit einer – ausgesprochen vorsichtig geschätzten – Wertsteigerung von 300 Fr. pro Quadratmeter, so kommt man auf einen Betrag von 1,8 Mrd. Fr. Eine unveröffentlichte Studie, die 2011 im Auftrag des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) erstellt wurde, gelangte zu einem ähnlichen Resultat von jährlich 2,1 Mrd. Fr.» (Avenir Suisse)
Die zweite Rechnung:
Gemäss Arealstatistik Schweiz nahm die Siedlungsfläche innerhalb von 24 Jahren von 1979 bis 2004 um 58'421 ha (= 584'210'000 m2) zu. Irgendwann müssen diese Flächen eingezont worden sein. Wenn wir auch hier von den 300 CHF Mehrwert pro Quadratmeter ausgehen, ergibt dies einen Betrag von 175'263'000'000 CH (= 175,263 Mrd CHF) im Verlauf von 24 Jahren, beziehungsweise pro Jahr entsprechend 7,303 Mrd. CHF.
Pro Jahr erhielt die Landwirtschaft Direktzahlungen von 2005 bis 2014 gemäss Bundesamt für Statistik von 2.676 Mrd CHF im jährlichen Durchschnitt. (Das sind nur die Direktzahlungen. Grosse Summen werden ausserdem für Verarbeitung, Vermarktung usw. aufgewendet.)
Ob nun pro Jahr 1.8 Mrd. oder 3.303 Mrd. an die Verkäufer von Landwirtschaftsland fliessen: im schlechtesten Fall würden sie 67.3% der Direktzahlungen decken, wenn man eine Art Umlageverfahren etwa wie bei der AHV organisieren würde (von Bauern für Bauern!). Aus der Perspektive der zweiten Rechnung wären die Direktzahlungen sogar massiv überfinanziert.
Heute werden die Bodenverkaufsgewinne von einer Minderheit von Bauern privatisiert. Die Direktzahlungen für alle Bauern (auch für die Baulandverkäufer) werden von den Steuerzahlern aufgebracht. Während die SVP kein Wort über diesen Skandal verliert, lamentiert die FDP regelmässig über die hohen Landwirtschaftssubventionen und die fehlende internationale Konkurrenzfähigkeit der Landwirtschaft, wie wenn es den Bauern ähnlich den Konzernen und vielen KMUs möglich wäre, die Produktion ins billigere Ausland zu verlagern. Weil dies nicht der Fall ist, ist die Unterstützung der Landwirtschaft durchaus richtig. Die Direktzahlungen könnten aber, solange das bestehende Bodenrecht gilt, zum grössten Teil durch Bauland-verkaufende Landwirte selber finanziert werden.
Etwas Salz und Pfeffer zum Thema liefert «Blick»