Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03584.jsonl.gz/1424

Wie effizient ist die Quarantäne? Diese und andere Fragen rund um die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie stellte Grossrat Cédric Péclard (La Broye c’est vous, Aumont) in einer Anfrage an den Staatsrat.
«Quarantäne und Isolation sind Massnahmen mit einem günstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis», antwortet darauf nun der Staatsrat. Für eine objektive Bilanz reichten die verfügbaren Daten nicht aus, und der Staatsrat habe erst ein paar Monate Erfahrung mit dieser Massnahme sammeln können. Er betont aber auch: «Quarantäne- und Isolationsmassnahmen gehören bei Epidemien zum Standard.» Die Quarantäne komme auch im Rahmen der Masernbekämpfung bei nicht geimpften Kindern zum Einsatz, und sie scheine sich auch bei der aktuellen Gesundheitskrise zu bewähren.
«Gute Präventionsmassnahme»
In seiner Antwort wertet der Staatsrat die Periode vom 11. Mai, wo die Test-und Nachverfolgungsstrategie begann, bis zum 23. August aus. In dieser Zeit habe der Kanton Freiburg 424 positive Fälle registriert und 3367 Personen unter Quarantäne gestellt. 132 Personen wurden während der Quarantänezeit positiv auf das Virus getestet. «Dies entspricht 31 Prozent aller nachgewiesenen positiven Fälle im betroffenen Zeitraum, was zeigt, dass die Quarantäne eine gute Präventionsmassnahme ist», schreibt der Staatsrat.
Péclard wollte auch wissen, ob der Staatsrat im Bewusstsein der anderen Schutz- und Hygienemassnahme eine Quarantäne bei symptomfreien Personen befürworte. Der Staatsrat verwies darauf, dass die Kriterien für die Anordnung einer Quarantäne vom Bundesamt für Gesundheit festgesetzt werde. Über eine Anpassung dieser Kriterien werde auf Bundesebene diskutiert. «Solange es keinen Impfstoff gibt, sind Quarantäne und Tracing zwei wesentliche Waffen, um das Virus zu bekämpfen.» Tests können gemäss dem Bundesamt die Quarantäne nicht ersetzen, weil eine Virusausbreitung auch nach einem negativen Testergebnis noch erfolgen könne. Alle Personen in Quarantäne zu testen, ist nach Ansicht des Staatsrats weder sinnvoll noch möglich.
Péclard machte auch einige kritische Anmerkungen zur Kapazität des Tracing-Teams. Der Staatsrat tue alles, damit diesem Team genügend Personal zur Verfügung stehe, schreibt er. An die Grenzen könne dieses Team im Falle einer grossen Anzahl Quarantänen in Bars und Clubs oder bei Veranstaltungen stossen. Allerdings könne man da die Hilfe eines externen Partners in Anspruch nehmen.
Zwischen dem Test und der Mitteilung eines Ergebnisses vergehen bis zu 48 Stunden, so der Staatsrat. Je nach Erreichbarkeit des positiven Falls, seiner engen Kontakte und den Auskünften könne der Contact-Tracing-Prozess verzögert werden. Allerdings würden sich die Tracing-Teams der Romandie für einen optimalen Datenaustausch koordinieren.
Pflegeleistungen
Kostenaufteilung bleibt weiter bestehen
Die Corona-Krise verlangte von der Führung und dem Personal sowohl von Spitex-Diensten als auch von Pflegeheimen Anpassungen, die mit einem beträchtlichen Mehraufwand verbunden waren. Neben dem Einsatz von Schutzmaterial machte auch die Versorgung und Pflege der Bewohner und Patienten Änderungen notwendig. So mussten die Spitex-Dienste eine Art Tele-Konsultationen durchführen und eine Priorisierung der Leistungen vornehmen. In den Heimen kam es zu Betriebsverlusten in den Cafeterias und durch unbesetzte Betten. In zwei Anfragen wollte deshalb Grossrätin Erika Schnyder (SP, Villars-sur-Glâne) vom Staatsrat wissen, ob er finanzielle Verluste kompensieren werde.
Für Heime und für die Spitex habe der Staatsrat ein Vorgehen nach den üblichen Regeln der Kostenverteilung angeordnet, schreibt dieser. Bei der Spitex sind es 30 Prozent der Personalausgaben. Die Deckung von Mehrleistungen werde derzeit auf verschiedenen Ebenen verhandelt. Bei den Heimen schreibt der Staatsrat, dass das Schutzmaterial vom Kantonalen Führungsorgan geliefert wurde. In drei besonders betroffenen Heimen mit einem Eintrittsstopp sieht der Staatsrat ausnahmsweise die Finanzierung einer Pauschale vor.