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Potenzmittel zukünftig gegen Herzhypertrophie?
Die hämodynamischen Effekte von selektiven Phosphodiesterase-Typ-5-Inhibitoren wie Sildenafil oder Tadalafil verbessern nicht nur bei Patienten mit erektiler Dysfunktion das Sexualleben, sondern steigern auch die körperliche Leistungsfähigkeit bei einer pulmonalen Hypertonie.
Die Ergebnisse kleinerer Studien sprechen zudem für eine positive Wirkung bei Patienten nach Myokardinfarkt, diabetischer Kardiomyopathie und Herzinsuffizienz. In einer Metaanalyse evaluierten italienische Wissenschaftler nun die kardialen und peripheren vaskulären Effekte sowie das Sicherheitsprofil der PDE-5-Hemmer.
PDE-5-Hemmer schützen Herz und Gefässe
Ausgewertet wurden die in 24 randomisierten, kontrollierten Studien gesammelten Daten von insgesamt über 1600 männlichen Patienten. Alle Teilnehmer hatten über mindestens vier Wochen kontinuierlich PDE-5-Hemmer oder ein Placebo eingenommen. Primäre Endpunkte waren kardiovaskuläre Outcome-Parameter.
In der vergleichenden Analyse erwiesen sich die PDE-5-Inhibitoren als potente Herzschützer: Sie erhöhten das enddiastolische Volumen und reduzierten bei Patienten mit einer linksventrikulären Hypertrophie die Herzmasse – allesamt Effekte, die ein Remodelling hemmen. Ausserdem verbesserte sich die kardiale Leistungsfähigkeit und die Ejektionsfraktion nahm zu, Nachlastparameter verschlechterten sich dabei nicht.
PDE-5-Hemmer verlangsamen das cardiac remodelling
Die gut verträglichen PDE-5-Hemmer empfehlen sich deshalb für die Behandlung von Patienten mit kardialer Hypertrophie und frühen Stadien der Herzinsuffizienz, schreiben die Studienautoren. Ob Frauenherzen gleichermassen auf die Therapie ansprechen, ist allerdings noch nicht geklärt. Auch die Langzeiteffekte einer kontinuierlichen Inhibition des Enzyms müssen überprüft werden.
Quelle: Elisa Giannetta et al., BMC Med 2014; online first; doi:10.1186/s12916-014-0185-3