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Geboren 1971 in Moskau hat Alexeï Aïgui (im Internet auch als Aleksey Aygi zu finden) an der Schule für Musik Ippolitov-Ivanov studiert und diverse Alben im Bereich Klassik und Minimalismus herausgebracht. Zu seinen Arbeiten gehören auch Interpretationen von Jimi Hendrix und Frank Zappa; mit dem Ensemble 4’33 tritt er regelmässig als Violinist auf. 1998 komponierte er seine erste Filmmusik für einen russischen Film, Strana glukhikh. Regelmässig schreibt Aïgui seit Mitte des neuen Jahrtausends Musiken für französische Filme, die für das Programm der hier vorliegenden CD sorgen. Ausschnitte aus neun Filmen präsentiert diese Scheibe, darunter je drei von Pascal Bonitzer und Raoul Peck.
Aïguis Stil kann auch hier durchaus als minimalistisch beschrieben werden, meist liegt den Stücken eine sich wiederholende Rhythmusstruktur zu Grunde, die mal markanter, mal zurückhaltender ausfällt, mal von den Streichern gespielt, mal von Klavier und/oder Harfe. Eindeutig ein Merkmal der Musik des Russen. Manchmal erinnerte mich sein Stil an Michael Nyman.
Je pense à vous beginnt die CD als beschwingte Musik mit zwei Stücken im 6/4 Takt, wobei das Mittelstück „La nuit“ von eher spannend verführerischer Natur ist, während Chez Hortense mit einer hübschen Klavieridee auffällt, die nach und nach ausgebaut oder zerbröselt wird. Le grand alibi ist eher verschroben, angespannt, mit Harfen, Holzbläsern und staccati der Streicher. L’école du pouvoir ist beinahe streng und bleibt in vorgezeichneten Stilbahnen. Nur wenig von Aïguis üblichem Konzept entfernt sich die Suite aus Meurtre à pacot, nebst einer Solovioline sind zwei wortlose Stimmen federführend. Und noch ein bisschen weiter weg vom zuvor Gehörten bewegt sich Moloch tropical, von dem ich mir mehr als die knappen 2 Minuten gewünscht hätte.
Eine der gelungensten Kompositionen scheint mir Rondo zu sein, der (darf man es so allgemein schreiben?) recht klassisch gehalten ist und wiederum mit Solostimmen beginnt. Einen klitzekleinen Hauch Jazz verleiht der Russe Le petit poucet, pizzicato und ein Cembalo hört man in Anfangs- und Endstück, während ein Schlagzeug Je ne dis pas non ebenfalls einen jazzigen und das Blech einen folkloristischen Anstrich verleiht.
Eine durchaus interessante Scheibe eines Komponisten, dessen Musiken, bei allen handelt es sich um eine Premiere auf CD, mir bisher nicht geläufig waren und dem man nun mit dieser Compilation das Ohr leihen kann.