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Philipp ZederKategorie:
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Internet & Recht
Veröffentlicht am 25. Mai 2016
Schreiben Sie Ihre Webtexte im guten alten Microsoft Word? Dann kennen Sie das Problem, wenn der Text auf der Website überhaupt nicht mehr so aussieht, wie Sie ihn im Schreibprogramm verfasst haben. Mit der Auszeichnungssprache Markdown sind Sie diese Sorge los, denn damit lässt sich das Aussehen und die Struktur eines Textes mit einfachen Markierungen definieren. So wird beispielsweise ein in zwei Sterne gesetzter Text fett. Ich zeige Ihnen heute, warum ich meine Texte nur noch in Markdown schreibe.
Markdown = Texte für Menschen
Markdown ist zu allererst eben eine Auszeichnungssprache, besteht aber eigentlich aus zwei Komponenten. Neben der Sprache bezeichnet Markdown auch einen Konverter, der passend formatierten Text in HTML umwandelt. Vater der Sprache und des Konverters ist der amerikanische Blogger John Gruber. Grossen Anteil an der Entwicklung hatte auch Aaron Swartz.
Das oberste Ziel hinter Markdown ist einfach: Der Quelltext soll für Menschen lesbar sein. Texte sollen also keine Tags und kryptischen Formatierungen enthalten. Als grösste Inspiration nennt Gruber das Format von Klartext-E-Mails, bei dem als Beispiel *-Zeichen für Hervorhebungen genutzt werden. Dieser Fokus auf Lesbarkeit hat den positiven Effekt, dass sich Markdown-Texte auch äusserst komfortabel verfassen lassen.
Die Basics
Mit Markdown lassen sich alle grundlegenden Elemente eines Webtextes auszeichnen. Von Überschriften über Formatierungen wie kursiv oder fett bis hin zu Listen und Zitaten. Die Syntax ist denkbar einfach. Hier eine kleine Einführung:
Überschriften
Titel werden mit dem Rautezeichen definiert. Die Anzahl der Rautezeichen bestimmt dabei die Gewichtung der Überschrift:
# Überschrift 1 wird zu
<h1>Überschrift 1</h1>,
## Überschrift 2 zu
<h2>Überschrift 2</h2> usw.
Fett, kursiv und fett kursiv
Hervorhebungen sehen genau so aus, wie Sie das erwarten würden.
**fetter Text** wird zu
<strong>fetter Text</strong> und
*kursiver Text* wird zu
<em>kursiver Text</em>. Auch die Kombination aus fett und kursiv ist möglich:
***fetter, kursiver Text*** wird zu
<strong><em>fetter, kursiver Text</em></strong>.
Links und Bilder
Links und Bilder sind Salz und Pfeffer von Webtexten. Naturgemäss lassen sich Verlinkungen sehr einfach in Markdown definieren.
[Link zu Google](https://www.google.ch/ "Beschreibung des Links")
wird zu
<a href="https://www.google.ch/" title="Beschreibung des Links">Link zu Google</a>
Tipp: Wenn’s ganz schnell gehen soll, lässt sich ein Link auch mit
<https://www.google.ch/> definieren. Die Link-URL ist dann zugleich der Link-Text.
Selbst Bilder lassen sich äusserst simpel einbinden:
![Alternativtext](https://www.cyon.ch/img/cyon-logo.png "cyon-Logo")
wird zu
<img src="https://www.cyon.ch/img/cyon-logo.png" alt="cyon-Logo">
Listen
Listen, ob geordnet oder nicht, sind so ebenfalls schnell erstellt.
- Ich - bin - eine - Liste
wird zu
<ul> <li>Ich</li> <li>bin</li> <li>eine</li> <li>Liste</li> </ul>
und
1. Erster 2. Zweiter 3. Dritter 4. Vierter
wird zu
<ol> <li>Erster</li> <li>Zweiter</li> <li>Dritter</li> <li>Vierter</li> </ol>
Markdown bietet noch weitere HTML-Elemente, die hier nicht erwähnt sind. Weil sich jedoch nicht alle Konstrukte abbilden lassen, lässt sich in Markdown-Texten auch problemlos herkömmliches HTML untermischen. Perfekt für Szenarien, wenn es ein wenig komplexer sein muss.
Die Dokumentation der kompletten Syntax finden Sie auf John Grubers Website und eine deutsche Übersetzung auf markdown.de. Markdown gibt es auch in erweiterten Varianten. Bekanntestes Beispiel ist «GitHub Flavored Markdown», mit dem sogar die Auszeichnung von Tabellen möglich ist. 2014 wurde ausserdem das Projekt CommonMark ins Leben gerufen, das einige Ungereimtheiten beim Parsen von Markdown ausbügeln soll.
Breite Unterstützung
Markdown wird von immer mehr Content-Management-Systemen von Haus aus unterstützt. Die Auszeichnungssprache hat sich zudem als Standard unter Static Site Generators entwickelt. Fehlt eine native Unterstützung, steht meist ein passendes Plugin zur Verfügung.
Grundsätzlich lässt sich mit jedem Texteditor ohne Probleme Markdown schreiben. Einige Editoren sind auf die Sprache spezialisiert und bieten Funktionen wie eine Vorschau oder den Export nach HTML. Wir nutzen gerne den iA Writer oder Sublime und Atom, die sich mit entsprechenden Plugins erweitern lassen.
Texte einfach produziert
Mit Markdown lassen sich ganz schnell ansehnliche Webtexte produzieren. Ohne wilde Formatierungsorgien im WYSIWYG-Editor. Wie bei jeder Eingabemethode, muss man sich auch an Markdown zuerst gewöhnen. Doch sind einem die wenigen Befehl einmal geläufig, schreibt es sich in Markdown einfach viel angenehmer als mit herkömmlichen Methoden. Auch Texte, die am Schluss gar nicht im Web landen.
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15 Kommentare
Es gibt ja nun einige Mark Down Schreibprogramme auf dem Markt. Klingt wirklich interessant. Ich werde das mal probieren.
Danke für den Artikel
Beste Grüße
Jojo
Hi Jojo, danke für Deinen Kommentar. Die Auswahl an Markdown-Editoren ist wirklich riesig. Ich bin weiterhin Fan von iA Writer, aber auch mit den Konkurrenzprodukten liegst Du bestimmt nicht falsch. Beste Grüsse, Philipp
Kennt ihr schon http://socrates.io? Da kann man gratis Notizen in Markdown schreiben, per Link teilen und auch gemeinsam editieren. Quasi ein Google Docs für Markdown-Nutzer :)
Vielen Dank für den Tipp, Martin. Das Tool kannte ich bislang nicht.
Ach wie nett. Seit ca. 1 Jahr verwende ich den iA Writter, um Texte zu schreiben. Ein Texteditor, wie er entspannter nicht sein könnte, sozusagen der Zen Editor unter den Editoren. Ich hab mich immer über die lustige Formatierung gewundert. Fand die so schön geekig. Jetzt weiss ich warum. Das Ding schreibt reines Markdown. :-)
Hi Manuel, dann hast Du quasi über den iA Writer zu Markdown gefunden :)
Hallo Philipp,
nützlichen Beitrag hast du hier fabriziert und ich arbeite mit der Markdown Syntax bereits auf GitHub im Wiki, im Bitbucket Server Projekt, auf SourceForge.net und auch meine WordPress-Kommentare dürfen gerne mit Markdown verfasst werden. Beim Erstellen des hauptsächlichen Textes in meinen Blogs und deren visuellen Editoren bevorzuge ich aber weiterhin HTML und nichts anderes.
Wenn es jedoch GitHub und SourceForge sind, dann nichts lieber als Markdown. Einige Befehle habe ich mir schon angeeignet und damit lässt sich sehr gut arbeiten. Ausserdem kannst du super schnell Bilder und Links einfügen. Zumindest meines Empfindens nach ist es praktisch sowie bequem und ich will auch mit keinem anderen Editor auf GitHub etwas zu tun haben ;)
Beim Flarum Forum musste ich das vorher erstellte Impressum und den Datenschutz, welche in HTML waren, natürlich erstmals nach Markdown konvertieren, was aber gut klappte. Dazu suchte ich schnell in Google nach HTML-to-Markdown Konverter und schon war die Sache geritzt. Sehr toll so etwas.
Ich verwende in Projekt bei welchen ich das CMS selber bediene hin und wieder Markdown. Um genau zu sein https://ace.c9.io/ als Editor und http://parsedown.org/ zum anzeigen. Alles wunderbar aber ich habe mich bis jetzt nicht gewagt die Technik Kunden zu servieren. Hat jemand diesbezüglich Erfahrungen gesammelt? Würde mich interessieren wie die Reaktionen daruf ausfallen. Bis jetzt habe ich den Eindruck “md” ist für Leute, welche Webseiten selber machen und daher meine Dienstleistungen eher nicht in Anspruch nehmen.
PS: Warum nicht md für die comments? hahameta ;)
Ich denke, der Nutzen von Markdown erschliesst sich einem erst, wenn öfters Texte verfasst werden. Für das gelegentliche Anpassen eines Textes auf der eigenen Website dürfte der Aufwand, eine neue «Sprache» zu lernen, schlichtweg zu hoch sein.
Ein Subset von Markdown wird übrigens auch in den Kommentaren akzeptiert.
Hey, prima Tutorial! Gerade die Sache mit dem Einbinden von Bildern hat mich persönlich schon immer mal interessiert, weil bei github.com die Readme-Dateien ebenfalls in Markdown formatiert werden und hier sicherlich auch mal ein Screenshot oder so ganz gut wirken kann.
Macht weiter so! Viele Grüße von einem zufriedenen Cyon-Kunden!
Vielen Dank für Deinen Kommentar, Kim. Die Unterstützung von Markdown durch Plattformen wie GitHub ist echt klasse und macht einem die Entscheidung leicht, ob man sich die Syntax aneignen soll.
Definitiv was zum genauer anschauen. Eine Frage noch: wie wird definiert, wann z.B. eine Überschrift zu Ende ist? (Pendant zu )
Gruss
Oliver
Grossartige Frage, Oliver :) Überschriften können mit dem Rautezeichen wieder geschlossen werden, müssen aber nicht. Eine neue Zeile genügt. markdown.de beschreibt es wie folgt:
Wenn gewünscht können atx-artige Kopfzeilen auch “geschlossen” werden. Dies ist nur Kosmetik — es kann genutzt werden wenn es besser aussieht. Die Zahl der schließenden Rauten-Zeichen muss nicht einmal der Zahl der öffnenden Zeichen entsprechen.
Geht es Deiner Erfahrung nach wesentlich schneller, Markdown zu schreiben als HTML?
HTML geht für mich einigermassen schnell, und bis jetzt sah ich den Anlass nicht, eine neue Syntax zu lernen…
Hi Manu, wenn’s wirklich nur darum geht Texte zu schreiben, dann ist Markdown in meinen Augen um ein Vielfaches schneller. YMMV :)