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Zweimal pro Jahr berät die Kommission für Entwicklungshilfe und Missionen (KEM) der Katholischen Kirche Region Bern über Gesuche zur Finanzierung von Projekten in den Bereichen Entwicklungshilfe und Missionen im Ausland.
Von Christian Geltinger
Im Unterschied zu den grossen Hilfswerken fördert die Katholische Kirche Region Bern mit einem jährlichen Budget von einer halben Million Franken lokale Eigeninitiativen mit dem Ziel der Selbstermächtigung (Empowerment). Gefördert werden eigenständige, unabhängige und umweltverträgliche Projekte, welche die Grundbedürfnisse des täglichen Lebens befriedigen. Darüber hinaus sollten Projekte idealerweise in lokaler oder kirchlicher Trägerschaft sein und einen Bezug zur Katholischen Kirche Bern aufweisen. Insgesamt 16 Projekte konnte der Kleine Kirchenrat auf Empfehlung der zuständigen Kommission im ersten Halbjahr 2023 mit einem Gesamtvolumen von 373.000 Franken unterstützen. Darunter waren Anträge aus Indien, Haiti, Libanon, Afghanistan, Guatemala oder Palästina.
Engagement für Äthiopien
Besondere Beachtung fand unter anderem ein Projektantrag aus Äthiopien mit dem Ziel der Stärkung der medizinischen Grundversorgung in Agaro Bushi, einer Kleinstadt 460 Kilometer südwestlich von Addis Abeba. Das Projekt geht auf eine Privatinitiative der in Bern lebenden Kulturanthropologin Ruth Brogini zurück, die selbst mehrere Jahre in Äthiopien gelebt und in der Folge begonnen hat, äthiopische Ordensfrauen zu unterstützen. Gemeinsam mit dem Verein Saedetiopia (www.saedetiopia.org) realisiert sie seit 2011 eine kleine ambulante Krankenstation, die zusammen mit dem äthiopischen Partnerverein Lalmba (www.lalmba.org) allmählich zu einer Klinik mit einer angeschlossenen Apotheke ausgebaut werden konnte. Durch eine Solaranlage ist der gesamte Gebäudekomplex jetzt sogar energetisch unabhängig.
Profis in der Provinz
Um qualifizierte Fachleute für die Arbeit in der Provinz zu begeistern, gilt es vor allen Dingen die Arbeitsverhältnisse und die Lebensbedingungen vor Ort zu verbessern. Daher steht nun der Bau von zwei Wohnhäusern mit je vier Unterkünften für das Klinikpersonal bevor. Für dieses Projekt kann sich die Klinik über eine Unterstützung von 25.000 Franken von der Berner Kirche freuen. Dies verhilft rund 15.000 Menschen zu einer soliden medizinischen Grundversorgung vor Ort.