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DeinDeal-Gründer Adrian Locher: «Websites waren lukrativer als Burger»
Geldgespräch Adrian Locher: «Websites waren lukrativer als Burger»
Der DeinDeal-Gründer begann seine Karriere in der Küche einer Fastfoodkette.
Wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Während der Schule habe ich bei McDonald’s Burger gebraten. Daneben programmierte ich Websites für kleine lokale Unternehmen von der Autogarage über den Blumenhändler bis zur Treuhandfirma.
Was hat Ihnen mehr eingebracht: Burger oder Websites?
Websites waren deutlich lukrativer. Wenn ich mich richtig erinnere, waren es bei McDonald’s 16 Franken pro Stunde, für Websites waren es eher 40.
Wofür gaben Sie das Geld aus?
Ich kaufte zum Beispiel ein Motorrad und finanzierte Ferien mit Freunden. Während der ersten Internetblase um das Jahr 2000 herum investierte ich zudem eher weniger erfolgreich in Aktien.
Was bedeutet Ihnen Geld?
Geld ist für mich eine Ressource, um Neues zu schaffen.
2015 verkauften Sie DeinDeal an Ringier. Was machten Sie mit dem Geld aus dem Verkauf?
Ich habe einen guten Teil in Aktien angelegt, mich an einigen Start-ups beteiligt und ein Sabbatical gemacht. Einen Teil des Geldes investierte ich ausserdem in den Aufbau meines neuen Unternehmens, der Merantix in Berlin.
Wie viel?
Einen siebenstelligen Betrag.
Zahlen Sie sich bei Merantix selber einen Lohn aus?
Die ersten zwei Jahre noch nicht, weil ich die Firma mit meinem eigenen Geld finanzierte. Letztes Jahr haben wir dann zehn Millionen Dollar eingesammelt. Zudem wurde Merantix in eine AG umgewandelt, und wir Gründer übernahmen die Rolle eines Vorstands. Da sind wir gesetzlich verpflichtet, uns auch einen Lohn auszuzahlen.
Sie haben schon mit 14 Jahren angefangen, Unternehmen zu gründen. Arbeiten Sie stets auf einen Exit hin?
Eigentlich nicht. Merantix haben wir beispielsweise nicht so konzipiert, um sie schnell wieder zu verkaufen. Wir bauen damit Firmen auf, die langfristig eigenständig am Markt auftreten sollen.
War der Exit bei DeinDeal von Beginn an geplant?
Nicht unbedingt. Mit dem Einstieg von Ringier war dies allerdings im Beteiligungsvertrag verhandelt worden, weil Ringier den Wunsch äusserte, das Unternehmen irgendwann ganz übernehmen zu können.
Was war die schlechteste Geldentscheidung, die Sie je getroffen haben?
Die schlechtesten und zugleich besten Geldentscheidungen waren immer Investments. Es gab solche, die ich abschreiben musste, andere haben sich mehr als gelohnt.
Wofür geben Sie am meisten Geld aus?
Für Essen, Wohnen und vor allem auch meine zwei Kinder.