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Nur etwa eine Viertelstunde dauerte es gestern, bis Polizeirichter Alain Gautschi das Verfahren eröffnet, abgeschlossen und sein Urteil gefällt hatte: Er sprach einen 33-jährigen Mann aus Freiburg der Veruntreuung und der Urkundenfälschung schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten. Zudem muss er die Gerichtskosten übernehmen. Damit schloss sich Gautschi in einem vereinfachten Verfahren demjenigen Strafmass an, auf welches sich die Parteien im Vorfeld geeinigt hatten. «Die Strafe ist angemessen», begründete Alain Gautschi sein Urteil.
137 000 Franken veruntreut
Zwischen dem 1. Februar 2013 und dem 31. Januar 2014 hatte der Mann, der in der Marketingabteilung bei einem Tabakkonzern tätig war, 137 000 Franken veruntreut. Zum einen, indem er gewisse Einnahmen nicht an seinen Arbeitgeber ausbezahlte. Zum anderen gab er seinem Arbeitgeber vor, höhere Summen ausbezahlt zu haben, als dies effektiv der Fall war. Dazu legte er seinem Arbeitgeber Bildschirmkopien vor, die seine zu hohen Angaben zu bestätigten schienen.
Bei der Festlegung der Strafe galt es gemäss Strafbefehl, auf der einen Seite zu beachten, dass die veruntreute Geldsumme von 137 000 Franken gewichtig ist. Überdies habe der Beschuldigte über Ersparnisse von ungefähr 500 000 Franken verfügt; seine Motive für die Veruntreuung seien deshalb nur schwer nachvollziehbar.
Auf der anderen Seite sei dem Mann zugutezuhalten, dass er seine Tat gestanden und das Geld vollständig zurückbezahlt habe. Deshalb hatte sein ehemaliger Arbeitgeber auch keine Zivilansprüche geltend gemacht.
«Selbst nicht erklären»
«Ich kann nicht verstehen, warum Sie das gemacht haben», sagte Alain Gautschi zum Beschuldigten, bevor er sein Urteil fällte. Veruntreuung sei nie gut, aber bei Leuten mit finanziellen Problemen doch eher nachvollziehbar. «Sie haben alles zugegeben und das Geld zurückbezahlt. Dies ist alles super–aber ich verstehe es nicht.» Daraufhin antwortete der Beschuldigte, der seit dem Vorfall arbeitslos ist: «Ich kann es mir selbst nicht mal erklären.»