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Titel
Donau,
nächst der Wolga der längste und mächtigste Strom Europas, zugleich der einzige unter den Hauptflüssen dieses Erdteils, dessen Lauf von W. gegen O. gerichtet ist, daher für Deutschland [* 2] und Österreich [* 3] die natürliche Straße in den Orient. Bei den Alten hieß er Danubius, im Unterlauf Ister, im Nibelungenlied Tuonowe (»Fluß Tuon«, also der Stamm Don mit Hinzufügung von Aa, Aha, »Fluß«). Andre nehmen als ursprünglichen Namen Tanowe (»Waldfluß«) an. Von den Ungarn [* 4] wird er Duna, von den Slawen Dunai, von den Türken Duneh genannt.
Das Gebiet der
Donau zerfällt in zwei große Hälften: ein Donauhochland (Süddeutschland und
Österreich), dem der
Strom mit
seinem Oberlauf und dem ersten Teil seines Mittellaufs angehört, und ein
Donautiefland
(Ungarn und die
rumänisch-bulgarischen
Länder) mit dem untern Stromlauf und wird mehr als irgend ein andres großes Flußsystem von
Europa
[* 5] von gewaltigen Gebirgsmauern umwallt, welche der
Fluß in sehr charakteristischer
Weise der
Länge nach begleitet. Im S. erheben
sich die
Alpen,
[* 6] der
Karst und
Balkan, im N. der deutsche
Jura, das
Mittelgebirge
Böhmens und
Mährens und die
Karpathen. Von besonderer Wichtigkeit sind daher auch die Öffnungen, welche durch diese Gebirgswälle fahren und seit
jeher sowohl dem kommerziellen als auch dem weltgeschichtlichen
Verkehr dienten.
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Der Ursprung der
Donau liegt am südöstlichen Abhang des Schwarzwaldes auf badischem Gebiet und wird unterhalb Donaueschingen
durch die Vereinigung zweier Quellströme, der am Roßeck 1000 m hoch entspringenden Brege und der 11 km nordöstlich am Hirzwald 1125 m
hoch entspringenden Brigach, welche zuletzt noch eine herkömmlich mit dem Namen
Donau bezeichnete Quelle
[* 8] aus
dem Schloßgarten von Donaueschingen aufnimmt, gebildet. Nach der Vereinigung der beiden Quellflüsse in dem Becken von Donaueschingen
auf der Grenze des Schwarzwaldes und des Jura strömt die
Donau in südöstlicher Richtung bis Gutmadingen, woselbst sie in den
Jura tritt und denselben in nordöstlicher Richtung durchbricht.
Das zuerst noch ziemlich breite Thal
[* 9] verengert sich über Tuttlingen
[* 10] und Fridingen hinaus so sehr, daß
die Thalsohle ganz verschwindet. Schlösser und Burgruinen schmücken diese wildromantische Strecke, die bis Sigmaringen andauert.
Bei Scheer verläßt die
Donau den Jura und fließt von nun an bis Regensburg
[* 11] meist längs des Südrandes dieses Gebirges,
bis Ulm
[* 12] zunächst durch mehrere kleine Thalbecken, die auch auf der Südseite von ansehnlichen Höhen eingefaßt sind. Bis
Ulm (463 m ü. M.) reicht der Oberlauf des Stroms; sein Gefälle beträgt im Juradurchbruch 1,7 m, unterhalb 0,6 m auf 1 km.
Zahlreich sind die Zuflüsse auf dieser Strecke, darunter links die Schmiech, Lauchart, Lauter und Blau, rechts
die Ablach, Ostrach, Kanzach und die ansehnliche Iller, der erste Zufluß der
Donau aus den Alpen.
Mit der Illermündung beginnen die Schiffbarkeit des Stroms und der Mittellauf desselben, welcher bis zum Durchbruch durch
den Paß
[* 13] des Eisernen Thors andauert, durch den Durchbruch bei Theben auf der österreichisch-ungarischen
Grenze aber in eine deutsche und eine ungarische Strecke zu teilen ist. Mit der Illermündung fängt auch die erste große
Erweiterung des
Donauthals an, die, 7-15 km breit, als Donauried (s. d.) sich bis Steppberg (westlich von Neuburg)
[* 14] erstreckt.
Eine zweite große Thalerweiterung zeigt sich bei Ingolstadt,
[* 15] die als Donaumoos (s. d.) sich weit nach
N. in das Hügelland der Hochebene hineinzieht. An der Mündung der Abens aber schließt sich das Thal wieder, und die
Donau strömt
nun durch den Jura an Weltenburg vorüber bis Kelheim, wo sich das Thal zu einem Becken erweitert, darauf abermals durch den
Jura bis nahe an Regensburg. Nun tritt die Donau in eine dritte große, meist fruchtbare Thalebene, die bis
Pleinting anhält. In derselben erreicht die Donau bei Regensburg ihren nördlichsten Vorsprung (49° 2'), und der Strom wendet
sich darauf, veranlaßt durch die kristallinischen Gesteine
[* 16] des Böhmisch-Bayrischen Waldgebirges, nach SO. Dieses Gestein
begleitet alsdann die Donau bis Krems in Österreich, oftmals aber durchbricht sie dasselbe auch in engen,
schauerlichen Thälern.
Der erste Durchbruch beginnt bei Pleinting; in demselben liegt Passau [* 17] (274 m), und unterhalb dieser Stadt verläßt sie das Gebiet des Deutschen Reichs zuerst mit dem rechten, dann bei Engelhardszell auch mit dem linken Ufer. Auf der Strecke von Ulm bis Passau empfängt die Donau links die Brenz, Wörnitz, Altmühl, Nab, Regen (diese drei auf einer Strecke von nur 22 km) und die Ilz; rechts die drei großen Alpenflüsse Lech, Isar und Inn und neben diesen bis zum Lech die Günz, Mindel und Zusam, zwischen Lech und Isar die Paar, Ilm, Abens und Laber und zwischen Isar und Inn die Vils.
Die Breite [* 18] des Stroms beträgt bei Passau, woselbst der stärkere Inn mündet, 211 m, die Tiefe wechselt von Donauwörth bis Passau zwischen 1,9 und 4,9 m. Sogleich nach seinem Eintritt in Österreich erreicht das Durchbruchsthal der Donau in dem kristallinischen Gestein eine fast beispiellose Wildheit, die bis Aschach anhält. Darauf folgt das Becken von Efferding, in dem die Donau sich bereits stark verzweigt, und nach einem kurzen Durchbruchsthal das Becken von Linz [* 19] (249 m), durch das die Donau, sehr verzweigt, bis nahe an Grein in östlicher Richtung fließt.
Nun beginnt ein neues, das letzte Durchbruchsthal in dem erwähnten großen Gebiet des kristallinischen Gesteins, das bis Krems reicht und von Pöchlarn an sich nach NO. wendet. In demselben sind zu Anfang, bei Grein, in der Donau der Greiner Schwall und wenig unterhalb der ehemals gefährliche Strudel. Der einst gefährlichere »Wirbel« ist durch die Sprengung der Felseninsel Hausstein verschwunden. Städte, Kirchen, Klöster, Schlösser und Ruinen schmücken diese Strecke und machen sie zu einer der interessantesten des ganzen Stromlaufs.
Bei Krems verläßt die Donau das kristallinische Gebiet und durchfließt, bis nach Ungarn hinein außerordentlich verzweigt, das Kremser (Tulner) Becken und nach dem Durchbruch durch die Eocänschichten des Wiener Waldes bei Klosterneuburg (Leopoldsberg rechts und Bisamberg links) das Wiener Becken (Wien [* 20] 155 m) mit dem Marchfeld, an dessen unterm Ende der Strom das ungarische Gebiet erreicht. Innerhalb Österreichs empfängt die Donau auf der linken Seite außer der wichtigen March auf der ungarischen Grenze kleinere Zuflüsse, wie die Krems und den Kamp, auf der rechten Seite die Alpenflüsse Traun, Enns, Ips, Erlaf, Bielach, Traisen, Wien, Schwechat und Fischa.
Nach dem Durchbruch von Hainburg zwischen dem Leithagebirge und den Kleinen Karpathen, welche hier, beim Schloß Theben (ungar. Dévény), die Porta Hungarica bilden, tritt der Strom (292 m breit, 6,2 m tief und 131 m ü. M.) aus dem österreichischen Staatsgebiet, welches er auf einer Strecke von 373 km durchlaufen hat, auf ungarisches Territorium über, welchem er in einer Länge von 940 km an gehört. Nach O. fließend, durchschneidet der in Arme gespaltene, von Komorn an wieder vereinigte Strom, die Große und die Kleine Schüttinsel umfließend, das Preßburger Becken oder die oberungarische Tiefebene.
Links kommen hier dem Strom starke Parallelflüsse von den Karpathen zu: die Waag, Neutra, Gran [* 21] und Eipel; rechts strömen ihm von den Alpen die Leitha und die Raab [* 22] zu. Zwischen Gran und Waitzen treten einander der Bakonyer Wald und das Neográder Gebirge so nahe gegenüber, daß der eingeengte Strom diese Strecke, den Plintenberger Paß (auch die Gran-Waitzener oder die Visegráder Enge), in tiefem Bette durchmißt. Zwischen Visegrád und Waitzen umschließt die Donau die 30 km lange Andreasinsel, wendet sich dann vor Waitzen plötzlich nach S. und tritt aus der Bergenge in die große niederungarische Ebene, die, 38,500 qkm umfassend, rechts bis an die Draumündung, links bis zum Einfluß der Theiß reicht.
Der Strom behält die südliche Richtung auf 370 km bei. Unterhalb Budapest, [* 23] wo sich nochmals am rechten Ufer Bergzüge nähern, ändert der breite, träge fließende Strom seinen ganzen Charakter: zahlreiche Windungen zwischen öden Sandufern, Moorflächen und Sumpfwaldungen bezeichnen die neue Bahn. Die Breite der Donau beträgt unterhalb Ofen 970 m, die Tiefe 7½-10 m; südlicher, zwischen Venek und Földvár, ist sie durchschnittlich 570-1260 m breit und 9½-12 m tief und zwischen Földvár und Vukovár 590-800 m breit und 5-8 m tief. Auf dieser Strecke sind ihre Windungen außerordentlich bedeutend; das Gefälle ist gering, kaum ¶
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0,7 m auf 10 km. Durch die Stromteilungen entstehen große Inseln, namentlich Csepel (Raczkevi) und Margitta. Von der Draumündung (75 m ü. M.) an wendet sich die Donau gegen SO., indem die Ausläufer des Warasdiner Gebirges (Fruschka Gora) und von Belgrad [* 25] an die höhern serbischen Balkanhöhen an das rechte Ufer treten, und behält diese Richtung auf fast 300 km bei. Das linke Ufer bleibt flach und vielfach versumpft bis Belgrad. An Zuflüssen empfängt hier die Donau links ihren größten Nebenfluß, die vielgewundene Theiß, und die Temes, rechts die mächtige Save (bei Belgrad) und die Morawa.
Von Belgrad bis Neu-Orsova bildet die Donau die Reichsgrenze. Ihre Breite beträgt bei Peterwardein, wo sie 12 m tief ist, 1140 m, im allgemeinen zwischen Vukovár und Ujpalanka 390-590 m; bei Semlin ist sie sogar 1560 m breit bei 14 m Tiefe. Unterhalb Ujpalanka treten links Ausläufer der siebenbürgischen Gebirge heran und engen im Verein mit den serbischen Bergen [* 26] am rechten Ufer auf eine Strecke von 120 km (bis Kladowa) den Strom vollständig ein. Diese großartige Flußenge, Klissura genannt, in welcher die Donau ihr größtes Gefälle erreicht, war früher ganz unfahrbar und ist jetzt noch bei niedrigem Wasserstand für die Schiffahrt gefährlich, ja sperrt größern Schiffen den Durchgang.
Hohe, schroffe Berge begleiten den Strom auf seinem Weg und drängen ihn stellenweise auf eine geringe Breite, bis 117 m, zusammen. Die das Bett [* 27] durchsetzenden Riffe bewirken acht Stromschnellen. Die schmälste (2,3 km lange) Strecke unterhalb Orsova führt den Namen Eisernes Thor (s. d.) und enthält Stromschnellen und Wirbelströmungen über eine quer durch den Strom gezogene Barriere, von welcher noch einzelne Felsspitzen über das Wasser emporragen.
Bei Turn-Severin tritt die Donau in imposanter Breite in die walachische Tiefebene. Die Ufer der Donau in ihrem Unterlauf bieten nichts Angenehmes und sind sehr häufig öde und traurig. Das linke Gestade ist völlig flach; an das rechte treten nur noch stellenweise mäßige Höhen, wie bei Widdin, Rustschuk, Silistria. Die Teilung des Bettes vermehrt sich außerordentlich, und auf dem linken Ufer treten Wasserstopfungen in Form von Seen, Sümpfen und toten Armen auf. Die Breite des Flusses beträgt bei Rustschuk 1300, bei Silistria 2600 m und steigt zuweilen auf 3½ km. Von Orsova an ist seine Richtung 103 km weit eine südöstliche, und der Fluß empfängt auf dieser Strecke rechts den Timok, den Grenzfluß zwischen Serbien [* 28] und Bulgarien; dann strömt er 200 km weit bis Sistowa nach OSO., inzwischen links den Schyl und die Aluta, rechts den Isker und Osma aufnehmend, und verfolgt von Sistowa bis Tschernawoda eine ost-nordöstliche Richtung, auch auf dieser Strecke durch zahlreiche Nebenflüsse verstärkt, links den Ardschisch, rechts den Lom und Taban.
Bei Tschernawoda ist der Strom kaum 60 km vom Meer entfernt, von dem ihn ein niedriger Sattel, die Bergplatte der Dobrudscha, trennt, die von der Eisenbahn nach dem Hafenort Constanza (Küstendsche) überschritten wird. Angesichts dieser Platte biegt er nach N. um und fließt in dieser Richtung, wie bisher, mit versumpften Ufern, von stehenden Lachen begleitet, unzähligemal geteilt, 140 km weit bis Galatz, unterwegs noch an Zuflüssen (links) die Jalomitza und den Sereth empfangend.
Bei Galatz wendet er sich sodann nach O. und bald darauf bei der Einmündung des Pruth nach SO., um dem Schwarzen Meer zuzufließen. Bei Galatz haben die durch eine Insel entstehenden beiden Arme eine Breite von 160 und 290 m, unterhalb Isaktscha 590 m und bei Tultscha 260-325 m; die Tiefe ist 16-23 m, bei Tultscha aber über einer Sandbank nur 5 m. 7 km oberhalb Tultscha teilt sich der Strom in große Mündungsarme, und es beginnt sein Deltaland, eine 2600 qkm große Wildnis, die einem unabsehbaren grünen Meer von 3 m hohen Schilfwaldungen gleicht, durchschnitten von Flußarmen, Seen und Lachen, belebt von unermeßlichen Scharen von Seevögeln, von Wölfen und Herden von Büffeln.
Die äußersten Mündungsarme liegen 96 km voneinander entfernt. Die drei Hauptarme sind: der Kilia-Arm, der wasserreichste, für die Schiffahrt jedoch ungünstigste Arm, weil er sich zuletzt mehrfach verzweigt (111 km lang);
die Sulina, der mittlere Arm, welcher durch die von der europäischen Donaukommission seit 1858 durchgeführten Regulierungsarbeiten zum eigentlichen Schiffahrtskanal wurde, 82,5 km lang, 100-130 m breit und zwischen 5 und 15 m tief, an der Mündung durch zwei gewaltige, ins Meer hinausreichende Dämme (1312 und 915 m) geschützt;
endlich der St. Georgsarm, der südlichste, 96 km lange Arm, 130-390 m breit und 10 m, vor der seine Mündung sperrenden Barre jedoch nur 1,5 m tief, von welchem sich die Portitzkaja (Dunawetz) zu dem 2-3 m tiefen Rasinsee abzweigt.
Vor den Mündungen der Donau liegen Inseln, Sandbänke und Barren, welche die Ein- und Ausfahrt erschweren.
Verkehrsverhältnisse, Schiffahrt etc.
Die gesamte Stromlänge der Donau beträgt in gerader Linie 1630 km, mit Einschluß der Krümmungen wird sie auf 2780 km berechnet. Ihr Stromgebiet, zu dem ein großer Teil von Süddeutschland, die österreichischen Alpenländer nebst Mähren [* 29] und der Bukowina, Ungarn, Siebenbürgen und Kroatien-Slawonien, Rumänien, Bosnien, [* 30] Serbien und Bulgarien gehören, umfaßt 817,000 qkm. Die Wassermenge, welche die Donau dem Meer zuführt, beträgt pro Stunde im jährlichen Mittel über 35 Mill. cbm. Der Fluß ist sehr fischreich, besonders in Ungarn, und namentlich reich an vortrefflichen Karpfen, Huchen und Hausen.
Abgesehen von der Länge ihres Laufs, der Ausdehnung [* 31] ihrer Schiffahrtslinien und dem großen Umfang ihres Gebiets, kommt aber der Donau, wie schon oben erwähnt, darum eine besondere Wichtigkeit zu, weil sie eine Diagonale vom NW. des Kontinents nach SO. legt, und weil ihrem Gebiet durch die Konfiguration der mit demselben in Berührung stehenden Länder und Meere eine vermittelnde Aufgabe inmitten der occidentalen und orientalen Welt angewiesen ist. Während die Donau im W. tief in das geographisch und kommerziell bedeutungsvolle Rheingebiet hineingreift, reicht sie gegen O. zur Küste des für den levantischen Güterverkehr wichtigen Pontus.
Diese kulturgeschichtliche Bedeutung des Donaugebiets hat sich denn auch zu allen Zeiten erwiesen, so in den Epochen der Wanderung der illyrisch-etrurischen Völker, der römischen Kolonisierung, der Hunnen- und Avarenherrschaft, der Besitzergreifung durch die Magyaren, bez. die Bayern [* 32] am Oberlauf, ferner in den drei ersten Kreuzzügen, in den Kämpfen zwischen türkischer Barbarei und deutscher Kultur, in der Machtentfaltung des habsburgischen Reichs, welche Epochen sich alle im Donaugebiet, bez. an den Ufern des Stroms abspielten. Kein zweiter Strom findet aber auch eine so große Mannigfaltigkeit von Volksstämmen an seinen und den Ufern seiner Nebenflüsse wie die Donau. Im obern Teil wohnen ungefähr 10 Mill. Deutsche, [* 33] im mittlern Abschnitt mehr als 17 Mill. Magyaren, Nord- und Südslawen aller Stämme wie auch Deutsche, im untern Teil Rumänen, Bulgaren, Serben, Russen, Türken und vereinzelt Deutsche: ¶
Im Meyers Konversations-Lexikon, 1888
Donau.
Die Beseitigung der Schiffahrtshindernisse an der untern Donau zwischen Alt-Moldova und Turn-Severin ist, nachdem Ungarn schon vor zwölf Jahren auf dem Berliner Kongreß [* 34] die formelle Verpflichtung zur Regulierung übernommen hatte, wofür die österreichische Reichshälfte als Gegenleistung die bereits seit 1884 im Betrieb stehende Arlbergbahn baute, endlich ihrer Verwirklichung näher gerückt. Die Aufgabe der am in feierlicher Weise eröffneten Regulierungsarbeiten besteht in zwei Problemen: einerseits die Stromgeschwindigkeit in dem Bereich der Katarakte zu mäßigen, und anderseits die heute bei Niederwasser ungenügende Wassertiefe zu vergrößern.
Die Lösung dieser doppelten Aufgabe wird angestrebt durch vier im freien Strome herzustellende Schiffahrtskanäle, durch die Errichtung von zwei Staudämmen behufs Einengung des stellenweise überbreiten Strombettes, endlich durch die Anlage eines mit Dämmen begrenzten Schiffahrtskanals, welcher behufs Umgehung der Katarakte am Eisernen Thor längs des rechtsseitigen (serbischen) Ufers projektiert ist. Die im freien Strome und bei dem Eisernen Thor in den Felsen zu bettenden Kanäle erhalten eine Tiefe von 2 m unter dem Nullpunkt des Orsovaer Pegels. Die Unternehmer (Ingenieur Hajdu in Budapest im Verein mit der Braunschweiger Maschinenfabrik Lutter und der Berliner Diskontogesellschaft) haben sich verpflichtet, die Arbeiten in den Jahren 1890-95 auszuführen. Die Kosten des Regulierungswerks sind mit 9 Mill. Gulden veranschlagt, wogegen seiner Zeit von Ungarn Schiffahrtstaxen zur Einhebung kommen werden.