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Die legendäre Nummer 14 ist tot. Johan Cruyff veränderte den Fussball erst als Spieler und prägte ihn danach als Trainer mit dem «totaalvoetbal», dem «totalen Fussball». Europas Fussballer des Jahrhunderts gewann alles – ausser dem bereitliegenden WM-Titel 1974.
Der legendäre holländische Fussballer und Trainer starb im Alter von 68 Jahren in seinem Zuhause in Barcelona an Krebs. «Johan Cruyff schlief in Barcelona im Beisein seiner Familie friedlich ein, nachdem er lange gegen den Krebs gekämpft hatte», teilt die Stiftung der Legende mit. Im Oktober des vergangenen Jahres war beim früheren Star von Ajax Amsterdam (1964 bis 1973) und des FC Barcelona (1973 bis 1978) Lungenkrebs diagnostiziert worden.
Cruyff führte die Holländer 1974 in den WM-Final gegen Deutschland, welchen die favorisierten und total siegessichere Oranje völlig überraschend trotz früher Führung verloren. Die legendäre Nummer 14 holte dabei mit dem ersten Angriff den Elfmeter heraus, welchen Johan Neeskens zum 1:0 verwertete:
Beim Vize-WM-Titel vier Jahre später war Cruyff nicht mehr dabei. Er führte das Team bis im Oktober 1977 erfolgreich durch die Qualifikation, trat dann aber zurück. Erst hiess es, der Star reiste aus Protest gegen das Militärregime der Junta nicht nach Argentinien.
2008 erzählte Cruyff einem Journalisten, dass er und seine Familie im Jahr zuvor einem Kidnapping-Versuch entkamen und er darum zurücktrat. «Für eine WM musst du 200% bereit sein. Es gibt Momente im Leben, da zählen andere Dinge mehr», diktierte er diesem.
Der Spielmacher gewann als Profi unter anderem dreimal den Europapokal der Landesmeister (jeweils mit Ajax) und wurde 1971, 1973 und 1974 als Europas Fussballer des Jahres ausgezeichnet. Als Trainer holte Cruyff, Europas Fussballer des Jahrhunderts, drei Europapokalsiege sowie vier spanische Meisterschaften.
Kaum ein Spieler hat den Fussball so geprägt wie «König Johan». Legendär ist dabei auch sein indirekter Penalty, welcher heute als Cruyff-Elfmeter bekannt ist (obwohl Cruyff nicht wirklich der Erfinder war).
Als Trainer gilt er als Begründer des «totalen Fussballs» bei Ajax und später bei Barcelona. Bei den Katalanen war er acht Jahre im Amt. Unter totalem Fussball versteht sich das Spielsystem, bei welchem die Position eines Spielers sofort durch einen anderen ersetzt wird, wenn einer seine angestammte Position verlässt.
So greifen alle Feldspieler gemeinsam an und verteidigen im Verbund. Jeder Spieler ist Verteidiger, Mittelfeldspieler und Stürmer. Diese Variante erfordert ein hohes taktisches Verständnis, sowie hervorragende Technik – also eigentlich der Vorreiter des Tiki-Takas.
Noch im Februar gab sich der 48-fache niederländische Nationalspieler siegessicher im Kampf gegen seine Krebserkrankung. Er verglich den Fortschritt seiner Behandlung mit einem Fussballspiel. «Ich habe das Gefühl, mit 2:0 in der ersten Halbzeit eines Spiels vorne zu liegen, das noch nicht zu Ende ist. Aber ich bin mir sicher, dass ich es gewinnen werde», schrieb Cruyff auf seiner Internetseite.
Bis Anfang der Neunzigerjahre war Cruyff Kettenraucher. Er stoppte jedoch nach einer Herzoperation. Seine grössten sportlichen Erfolge als Spieler und Trainer feierte Cruyff mit Hollands Rekordmeister Ajax Amsterdam und dem FC Barcelona. Mit der holländischen Nationalmannschaft unterlag er als Spieler im WM-Final 1974 Gastgeber Deutschland 1:2. (fox/spiegel/sda)