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Konzertreihe: Anthropocene
Elision Ensemble, South Yarra (AU)
Das Ensemble ELISION präsentiert eine dreiteilige Konzertreihe, die von der Ernst von Siemens Musikstiftung ermöglicht wird. Ein Höhepunkt des Programms bildet die australische Erstaufführung von Liza Lims Werk Extinction Events and Dawn Chorus, eine groß angelegte Komposition, die international zu einem Maßstab für ökologisches Denken in der Musik geworden ist. ELISION präsentiert dieses Werks zum ersten Mal in der südlichen Hemisphäre, was angesichts der geografischen Bezüge ihres Werks besonders wichtig ist. Als Reaktion auf eine überwältigende, vom Menschen verursachte Klimakrise verleiht Lims Werk dem Jenseits des Menschen eine musikalische Stimme: Transkriptionen der Rufe des inzwischen ausgestorbenen Kauaʻi ʻōʻō-Vogels und australischer Rifffische. Lim bezeichnet das Werk als eine Form der Dezentralisierung des Menschlichen und als Aufruf zu tiefem Zuhören und gemeinschaftlicher Achtsamkeit, die für jede Hoffnung auf eine kollektive Zukunft unerlässlich sind.
Annie Hui-Hsins Cumulus erforscht die langsamen Nuancen der Reibung und Interaktion zwischen Wolkenmassen und Landformen im Laufe der Zeit; der menschliche Einfluss auf die natürliche Welt wird sichtbar gemacht. Ein weiterer Aspekt der Konzertreihe ist die Erinnerung an einen brillanten jungen australischen Komponisten, Luke Paulding, der 2021 verstorben ist, und die Vorstellung seines Werks. Lukes Ästhetik spiegelte seine Person wider: sanft und zerbrechlich, aber auch unbeirrbar, wortgewandt und intensiv. ELISION präsentiert vier Werke, um das Bewusstsein für die Musik dieses Komponisten zu schärfen.
Ein weiterer ästhetischer Strang ist die Musik des türkischen Komponisten Turgut Erçetin, der akustische Strukturen modelliert, die aus Impulsantwortdaten von architektonischen Stätten (z.B. der Hagia Sophia in Istanbul) abgeleitet werden. In seiner Arbeit treffen Erinnerung und ephemeres Erbe auf Elektronik. Ercetins Das Phonem zwischen zwei Wörtern (a) beschäftigt sich mit dem, was zwischen den Dingen liegt und was in unmögliche Räume gequetscht werden kann. Welche Klänge können von Körpern artikuliert werden, und wie entstehen dadurch reale und imaginäre Räume, in denen die Körper der Zuhörer leben können?
In Richard Barretts venus erzeugt die wunderbare und außergewöhnliche Kombination aus Harfe, Schlagzeug und Kontrabass eine wogende Klangwelt aus einem Regen vielfarbiger Tontropfen. Barrett beruft sich in seinem Titel auf die prähistorische Figur der Venus von Willendorf. Die Komposition ist eine Art Klangskulptur, die verschiedene Klangwelten auf ritualisierte Weise zusammenführt.
Das Klavierkonzert von Aaron Cassidy, das von der Ernst von Siemens Musikstiftung ermöglicht wurde, wird im Melbourne Recital Centre uraufgeführt. Das Konzert ist ein akrobatisches Spiel mit choreografischen Energien, das von einer außergewöhnlichen Kombination von Instrumenten durchdrungen wird: Pedal Steel Guitar, Harfe, Blockflöten, Kontrafagott und Klavier.
Weitere Informationen:
elision.org.au
Termine
18. Februar 2023
Tempo Rubato, Melbourne
20. April 2023
Elisabeth Murdoch Hall, Melbourne Recital Centre, Southbank
30. September 2023
Sydney