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Die Schweiz gehört zu den letzten fünf OECD-Ländern, die das Rentenalter noch nicht angeglichen haben, schreiben Diego Taboada und Jérôme Cosandey in einem Artikel von Avenir Suisse.
Einige Staaten verlangen den Frauen grosse Anstrengungen ab (vgl. Tabelle). Österreich plant, das Rentenalter zwischen 2024 und 2033 von 60 auf 65 Jahre anzuheben, was einer Erhöhung um mehr als sechs Monate pro Jahr über neun Jahre entspricht. Im Vereinigten Königreich ist die Eintrittsschwelle zwischen 2010 und 2018 von 60 auf 65 Jahre gestiegen, was siebeneinhalb Monaten pro Jahr während acht Jahren entspricht.
Die rasanteste Umstellung war jedoch in Italien zu verzeichnen, wo der Anstieg von 60 auf 67 Jahre innert acht Jahren erfolgte, was zehneinhalb Monaten pro Jahr entspricht. Dieses Tempo dürfte auf demografische Ungleichgewichte zurückzuführen sein, die kritischer sind als anderswo: Der Anteil der über 65-Jährigen an der Bevölkerung ist in diesen Ländern höher als im OECD-Durchschnitt.
Weniger abrupt vorgegangen sind Länder wie Australien und Belgien, die ihre jeweiligen Reformen früher begonnen haben, oder die Tschechische Republik. Tatsächlich erhöht die Tschechische Republik das Rentenalter lediglich um zwei Monate pro Jahr. Zum Vergleich: In der Schweiz ist mit der AHV 21 eine sehr sanfte Erhöhung von 64 auf 65 Jahre in vier Jahren vorgesehen. Das heisst, das Frauenrentenalter würde pro Jahr um drei Monate steigen.
Reiche, mit der Schweiz vergleichbare Staaten haben es geschafft, das Thema aufzugreifen und ihre Rentensysteme zu reformieren – es ist ein klarer Trend zur Harmonisierung auszumachen. Reformen sind umso dringlicher, als Indikatoren wie die Lebenserwartung und die Erwerbsbeteiligung von Frauen zu den höchsten der Welt gehören. Nach zwanzig Jahren Diskussion ist es höchste Zeit, den Sprung zu wagen.