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Zentral- und Osteuropa: Weniger Unternehmensinsolvenzen
Trotz einer gewissen Verlangsamung im vergangenen Jahr blieb das durchschnittliche BIP-Wachstum im Jahr 2016 auf einem soliden Niveau von 2,9% in Mittel- und Osteuropa. Die Volkswirtschaften profitierten von der günstigen Lage auf dem Arbeitsmarkt mit einer sinkenden Arbeitslosenquote und steigenden Löhnen. Das verbesserte makroökonomische Umfeld wirkte sich positiv auf das Geschäft aus. Die Firmeninsolvenzen sanken im Jahr 2015 um 14% und im Jahr 2016 um weitere 6%. Im Laufe des Jahres gingen auf 1‘000 Unternehmen 6 insolvent. Die regionale Aufschlüsselung zeigt unterschiedliche Entwicklungen: Während in Bulgarien die Insolvenzen um 35,6% zurückgingen, stiegen sie in Polen um 2,6% und in Ungarn sogar um 56,9%. Der Rückgang in den Bautätigkeiten hat jedoch dazu geführt, dass Unternehmen dieses Sektors in der Insolvenzstatistik stark vertreten sind. Die Bauwirtschaft belegt den ersten Rang bei den Branchen mit den meisten Insolvenzen.
Coface prognostiziert eine sinkende Tendenz bei den Unternehmensinsolvenzen in Zentral- und Osteuropa: für 2017 um -3,9% und für 2018 um -2,3%. Die Beschleunigung des BIP-Wachstums und die Erholung der Investitionstätigkeit bringen weitere positive Signale für Unternehmen. Ein neuer Zufluss von Infrastruktur-Projekten, stabile Beiträge aus dem privaten Konsum und der Export unterstützen die Entwicklung. Dennoch könnten die Unternehmen mit einigen Herausforderungen konfrontiert werden, die von den Launen der Weltwirtschaft und den politischen Unsicherheiten verursacht werden. Letztere beinhalten die negativen Folgen des Brexit und die Unsicherheiten in Westeuropa bezüglich des unklaren Ausgangs der Parlamentswahlen in Italien. Ein Erholung der Investitionstätigkeit dürfte sich für Sektoren wie Bau, Transport und Fertigung von Maschinen, Baugeräten und Baustoffen besonders vorteilhaft auswirken. Dennoch bleiben der Mangel an Arbeitskräften für viele expandierende Unternehmen ein Hindernis.
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