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In der Haven-I-Studie wurde Emicizumab als Prophylaxe eingesetzt. Dabei wurde es verglichen mit einem so genannten on-demand-Einsatz und prophylaktisch eingesetzten Bypasse-Agenten (BPAs). Behandelt wurden erwachsene Patienten, die an Hämophilie A leiden und gleichzeitig inhibitorische Antikörper entwickelt haben. Die Blutungsrate wurde mit Emicizumab als Prophylaxe gegenüber der on-demand-Behandlung mit BPAs um 87% reduziert.
Nach einem Beobachtungszeitraum von durchschnittlich 31 Wochen hätten 62,9% der Patienten, die das Roche-Mittel erhielten, nicht wegen Blutungen behandelt werden müssen, verglichen mit 5,6% bei jenen Patienten, die mit on-demand BPAs behandelt wurden. Zudem hätte die Behandlung mit Emicizumab zu einer statistisch signifikanten und klinisch bedeutsamen Verbesserung der Lebensqualität geführt.
ERSTE DATEN AUS HAVEN-II EBENFALLS VIELVERSPRECHEND
In der HAVEN-II-Studie wurden Kinder behandelt, die an der Bluterkrankheit Hämophilie A leiden und gleichzeitig inhibitorische Antikörper gegen den Blutgerinnungsfaktor VIII entwickelt haben. Sie erhielten eine subkutane Dosierung des Mittels als Prophylaxe. Dabei zeigte sich nach 12 Wochen, dass nur eines von 19 Kindern wegen Blutungen behandelt werden musste, heisst es in der Mitteilung weiter.
Die ersten Auswertungen dieser Studie deuteten auch darauf hin, dass die bei Kindern die gleiche Dosierung wie bei Erwachsenen angebracht ist - jeweils abhängig davon, wie viel Emicizumab sich im Blut befand.
ANALYSTEN-KOMMENTARE FALLEN UNTERSCHIEDLICH AUS
In einem ersten Kommentar nennt Vontobel-Analyst Stefan Schneider die Daten gut. Sie zeigten, dass Emicizumab ein wirksames Mittel zur Behandlung von Hämophilie-Patienten sei, die einen inhibitorischen Antikörper gebildet haben. Allerdings müssten Ärzte, die das Mittel verabreichten, den Einsatz von BPAs genau beobachten. Das könne die Verbreitung etwas schmälern. Allerdings scheine es nur bei einem bestimmten BPA zu möglichen ausgeprägteren Nebenwirklungen (adverse events) zu kommen, so der Experte weiter. Der Analyst streicht seine Annahme für den Spitzenumsatz mit Emicizumab um mehr als die Hälfte auf 750 Mio von zuvor 1,7 Mrd CHF zusammen.
Bei der ZKB schreibt Analyst Michael Nawrath, die Wirksamkeit von Emicizumab gegen Hämophilie A mit sogenannten Inhibitoren gegen die Enzymersatz-Therapie sei nach den publizierten Ergebnissen unumstritten. Mit Blick auf die HAVEN-II-Studie betont Nawrath noch, dass es wichtig war, dass die gleiche Dosis bei Kindern wie bei den Erwachsenen verabreicht werden konnte, sodass keine neuen Dosisfindungsstudien notwendig werden.
Die Börsenreaktion fällt mit einem Kursplus von 0,2% für die Genussscheine von Roche eher verhalten aus. Der Leitindex SMI gewinnt zeitgleich um 9.10 Uhr 1,0% hinzu.
hr/ra
(AWP)