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Wieso findet die Gala erst jetzt statt?
Die Oscars werden erst seit anfangs der 2000er-Jahre im Februar verliehen. Früher fand die Gala immer im März oder April statt. Dieses Jahr wurde wieder ein späterer Termin angesetzt, damit sich mehr Filme qualifizieren können, da sich wegen der Corona-Pandemie viele Streifen in der Post-Produktion befanden: Sie waren zwar fertig gedreht, aber noch nicht geschnitten, vertont, digital nachgebessert und so weiter.
Die Academy passte sogar die Regeln ein bisschen an. Weil die Kinos mehrheitlich geschlossen waren, mussten die Filme nicht mehr zwingend eine gewisse Zeit auf der grossen Leinwand laufen, bevor sie in die Streamingdienste kommen konnten, damit sie für einen Oscar in Frage kommen.
Übrigens: Praktisch alle grossen Preisverleihungen haben ihre Daten aus genau diesen Gründen ein bisschen nach hinten verschoben. So zum Beispiel die britischen Filmpreise Baftas, die Golden Globes und die SAG Awards.
Wer wird bei den Oscars abräumen?
Die Liste der Nominierten ist wie immer lang (hier haben wir eine Übersicht zusammengestellt). Dieses Jahr gibt es keine so klaren Favoriten wie 2020, als Joaquin Phoenix, Renée Zellweger, Brad Pitt und Laura Dern einfach mal die Preise bei allen Award-Shows abgeräumt hatten.
Wir wagen natürlich trotzdem eine Prognose: Als bester Hauptdarsteller dürfte Chadwick Boseman für «Ma Rainey's Black Bottom» posthum den Oscar gewinnen. Carey Mulligan («Promising Young Woman») geht als Favoritin bei den Hauptdarstellerinnen ins Rennen und Daniel Kaluuya («Judas and the Black Messiah») werden grosse Chancen als bester Nebendarsteller ausgerechnet.
Schwieriger ist es bei der besten Nebendarstellerin. Würde Maria Bakalova («Borat Subsequent Moviefilm») gewinnen, wären wohl alle überrascht. Aber hey: Was ist in diesem Jahr schon normal. Glenn Close («Hillbilly Elegy») ist die ewige Verliererin: Sie ist die am fünftmeisten nominierte Schauspielerin der Oscar-Geschichte – und hat als einzige dieser fünf Frauen noch nie gewonnen. Aber ob sie den Oscar als «Trostpreis» bekommt? Olivia Coleman («The Father») darf sich grosse Chancen ausrechnen, Amanda Seyfried («Mank») ebenfalls. Oder macht es am Ende Yuh-Jung Youn («Minari»)? Immerhin wählen in dieser Kategorie hauptsächlich Schauspielerinnen und Schauspieler die Gewinnerin. Und die haben bereits klar gemacht, dass «Minari» für sie der beste Film ist.
Bester Film dürfte «Nomadland» werden, dafür bekommt «Mank» ein paar Preise in anderen Kategorien (Regie, Kamera und technischen Kategorien).
Wird es bei der Show Publikum geben?
170 Personen dürfen im Publikum sein. Es wird erwartet, dass es hier laufend Rotationen geben wird, damit nebst den üblichen Gästen jeweils die Nominierten dabei sein können. Jedoch werden nicht alle potenziellen Oscar-Gewinnerinnen und -Gewinner vor Ort sein. Es gibt mehrere «Aussenstationen», zu denen live zugeschaltet werden kann. Die Hauptshow kommt dieses Jahr aus der Union Station, allerdings wird es Schaltungen ins Dolby Theatre geben, wo in den letzten Jahren die Veranstaltung stattfand.
Was Regisseur Steven Soderbergh («Contagion», «Ocean's Eleven»), der die Oscar-Show dieses Jahr inszeniert, jedoch nicht will, sind Zoom-Einschaltungen. Er hat sich vertraglich zusichern lassen, dass alle Dankesreden von «richtigen» Fernsehkameras eingefangen werden.
Die Leute vor der Kamera werden übrigens keine Masken tragen, die Show wird wie eine TV- oder Film-Produktion gemacht, es gibt strikte Richtlinien zur Sicherheit. Wer jedoch nicht im Bild ist, trägt eine Maske.
Wer präsentiert die Oscars?
Auch in diesem Jahr wird es keinen eigentlichen Host geben. Mehrere Stars präsentieren die verschiedenen Awards und Showacts.
Unter anderem sind dabei: Angela Bassett, Bryan Cranston, Harrison Ford, Joaquin Phoenix, Brad Pitt, Reese Witherspoon und Renée Zellweger.
Was wird für einen Skandal sorgen?
Das ist ja das Schöne an so einer Show: Man kann es schlicht noch nicht voraussagen. Ohne Donald Trump als Präsident wird es kaum besonders politische Reden geben. Ob es noch ein Nachbeben zum Urteil gegen den Polizisten, der George Floyd ermordet hat, gibt, ist ebenfalls unklar.
Allerdings sind wir uns ziemlich sicher, dass es irgendeine Panne geben wird, das hat bei den Oscars schliesslich fast schon Tradition.
Wo kann ich die Oscars schauen?
Mehrere Sender übertragen die Oscar-Nacht. Meistens inklusive eines Vorprogramms. So zum Beispiel ORF1, wo in den US-Werbeunterbrechungen (und da gibt es viele) Moderatorin Lillian Moschen und Filmexperte Alexander Horwath über die Show reden.
Auch Pro7 überträgt die Show. Im Vorprogramm gibt es Interviews vom Roten Teppich, der deutsche Sender ist live vor Ort.
Die Vorberichte der Sender beginnen jeweils kurz nach Mitternacht, die Show selbst startet um 2 Uhr in der Nacht.