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Londons „Walkie-Talkie“ ist gefährlich
Autos schmelzen in seiner Gegenwart, und Passanten werden von seinen Fallwinden umgeweht: das letztes Jahr fertiggestellte Walkie-Talkie-Hochhaus in Londons Bankenviertel wird wohl nicht umsonst als „unbeliebtestes Gebäude“ tituliert.
Über Geschmack lässt sich streiten. Und bestimmt gibt es Londoner, denen dieses Haus gefällt. Die Rede ist vom Walkie-Talkie-Hochhaus im Bankenviertel, das der uruguayische Architekt Rafael Viñoly entworfen hat und das letztes Jahr vollendet wurde. Seinen Namen verdankt es seiner markanten Form. Die „Süddeutsche“ nennt das 160 Meter hohe Gebäude „unproportioniert“ und „kopflastig“. Wie ein dicker Quadratschädel, der sich in ein viel zu enges Mieder gezwängt habe, rage es aus der Fenchurch Street.
Aber das Bauwerk, das gelegentlich auch „The Pint“ (Bierglas) genannt wird, soll nicht nur hässlich sein, sondern auch gefährlich. Die konkave Glasfront zur Strasse hin entfaltet nämlich eine fatale Brennglaswirkung, wenn die Sonne direkt darauf scheint. Die Ladengeschäfte auf der anderen Strassenseite heizen sich gefährlich auf; die Hitze reicht offenbar sogar, um die Kunststoffteile von Karrosserien von gegenüber dem Haus geparkten Autos zu schmelzen. Um die Nachbarn zu schützen, wurde die gesamte Front mit einem Lamellengitter überzogen.
Aber nicht nur die Sonne entfaltet eine gefährliche Wirkung, sondern auch der Wind. Wenn er aus Südwesten wehe, fange er sich in der geschwungenen, 36 Stockwerken hohen Fassade, weiss die „Süddeutsche“. Das erzeuge extrem starke Fallwinde. Man höre von Passanten und Café-Schildern, die umgeweht worden seien. (pd/mt)