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Therapie des Lipödems
Behandlungskonzept des Lipödems
Das Behandlungskonzept des Lipödems umfasst eine Ernährungberatung im Hinblick auf die Kontrolle des Körpergewichtes bzw. einer Gewichtsreduktion, ein Sport- bzw. Bewegungsprogramm, die wasserstrahl-assistierte Liposuction, eine konsequente Kompressionstherapie ergänzt mit manueller Lymphdrainage sowie allenfalls eine psychologische Unterstützung.
Bewegung und Diät
Eine Liposuction des Lipödems führt speziell dann zum Erfolg, wenn ein begleitendes Sport- und Ernährungsprogramm, besonders bei Übergewicht, durchgeführt wird.
Konservative Behandlung des Lipödems
Eine Verbesserung der Beschwerden durch Diät und Sport ist nicht möglich. Körperliche Aktivitäten können zwar das Übergewicht reduzieren, nicht aber die disproportionale Fettvermehrung an den Beinen, dasselbe gilt für Abmagerungskuren und spezielle Diäten. Eine Behandlung mit "Wassertabletten" (Diuretikatherapie) ist nicht angezeigt. Prinzipiell soll eine Gewichtszunahme vermieden bzw. Normalgewicht angestrebt werden, da Übergewicht ein Risikofaktor ist. Die konservative Behandlung des Lipödems setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: einerseits die dauerhafte Kompressionsbehandlung mit Stützstrümpfen und andererseits die manuelle Lymphdrainage. Neben der manuellen Lymphdrainage kann die apparative intermittierende Kompression amgewendet werden: dabei handelt es sich um eine Manschettenhose mit überlappenden Luftkammern, die sich wellenförmig füllen und entleeren. Als Ziel dieser Therapie soll der Fluss der Lymphe gegen das Herz hin verbessert werden und durch die Kompression den Rückfluss aufrechterhalten. Eine Reduktion des Umfanges ist mit diesen Massnahmen nicht zu erwarten, weil es sich um eine Drainage von solidem Gewebe handelt. Ergänzend dazu ist eine sorgfältige Hautpflege wichtig, da die Haut unter den Kompressionsstrümpfen austrocknet. Zusätzlich werden Bewegungsübungen empfohlen.
Konservative Therapie: lebenslang nötig
Diese Massnahmen sind bei ausgeprägtem Lipödem lebenslang erforderlich, was bei den oft jungen Betroffenen eine enorme Belastung darstellt und eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität bedeutet. Allerdings lindern diese konservativen Massnahmen nur die Schmerzen, welche durch das zurückgestaute Gewebewasser ausgelöst werden. Eine konservative Therapie hilft in keiner Weise gegen die Erkrankung - nämlich das Lipödem. Das Fett wächst weiter und der Frust nimmt zu - das Lipödem kann einzig durch eine operative Reduktion des krankhaften Fettgewebes behandelt werden. Nach einer Liposuction verschwinden die Beschwerden oft ganz und die Operation muss im Gegensatz zur Lymphdrainage und zur Kompressionsbehandlung meistens nur einmal durchgeführt werden. Die internationalen Fachgesellschaften haben deshalb die Liposuktion in ihre Leitlinien zur Behandlung des Lipödems aufgenommen.
Progressive Erkrankung
Ohne Behandlung prägt sich ein Lipödem im Laufe der Jahre weiter aus. Im fortgeschrittenen Stadium können die Lymphgefässe beschädigt werden, so dass ein Lymphödem entsteht.
Die operative Behandlung des Lipödems
Wegen der Befürchtung einer Zerstörung der Lymphbahnen mit nachfolgender Verschlechterung des Krankheitsbildes wurde in früheren Zeiten vor operativen Eingriffen abgeraten. Aufgrund der Erfahrungen in den letzen 10 Jahren muss diese Einstellung revidiert werden. Bei korrekter Diagnosestellung und einer Behandlung durch einen erfahrenen Chirurgen mit der schonenden wasserstrahl-assistierten Liposuction ist eine chirurgische Therapie des Krankheitsbildes möglich - diese Operation stellt die einzige Möglichkeit einer erfolgreichen Therapie dar. Bei der Entfernung der krankhaften Fettzellen mit Hilfe der Wasserstrahl-Liposuction in einem frühen Stadium ist der vollständige Verzicht auf Massnahmen wie Lymphdrainage oder das Tragen von Kompressionsstrümpfen möglich. In jedem Fall ist eine Steigerung der Lebensqualität, eine Reduzierung der Kompressionsklasse der Strümpfe und eine Vermeidung der manuellen Lymphdrainage zu erwarten. Da beim Lipödem mit einer lebenslangen Zunahme des Fettgewebes zu rechnen ist, sollte eine Operation in einem frühen Stadium, sobald die ersten typischen Beschwerden auftreten, angestrebt werden.
Fallbeispiel einer Liposuctions-Behandlung bei Lipödem
32-jährige Patientin, 157cm/77kg, seit Jahren bekanntes Lipödem mit Schwellneigung, Schmerzen, vermehrter Druckempfindlichkeit und Spannungsgefühl in den Beinen. Therapie mit Kompressionsstrümpfen und wiederholten Lymphdrainagen. Bereits 2 Monate nach ambulanter wasserstrahl-Liposuction massiv weniger Beschwerden und deutlich sichtbare Konturverbesserung.
Lokale Betäubung
Keine Vollnarkose. Ambulant und lokale Betäubung bedeutet Schutz vor Thrombose und resistenten Hospitalkeimen.