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"I try", meint Cliff Booth (Brad Pitt) aus dem Krankenwagen heraus, als sich Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) bei ihm für seine gute Freundschaft bedankt. Gemeinsam haben sie gerade einen Angriff von vier Mitgliedern der berüchtigten Manson-Bande abgewehrt – Cliff mit seinen bloßen Händen auf Acid, Rick - betrunken wie immer - mit einem Flammenwerfer. Tarantinos 9. Film ist nicht nur voller Humor, sondern auch sehr viel Liebe - zum Film.
Wir schreiben das Jahr 1969. Nicht nur das Jahr von Woodstock (Three Days of Peace, Love and Music), sondern auch von Altamont und den Charles-Manson-Morden an der Schauspielerin und Ehefrau des Regisseurs Roman Polanskis Sharon Tate, sowie Jay Sebring, Abigail Folger und Wojciech Frykowski. In Tarantinos Liebeserklärung an das Hollywood der Sechziger lebt Sharon Tate weiter und lädt den Nachbarn Rick Dalton nach dem Angriff zum Cocktail trinken ein. Tarantino zeigt, wie es hätte sein können, wenn sie überlebt hätte: das Baby kriegen, eine Familie gründen, glücklich sein. Aber auch während der Handlung des Filmes, die sich über ein halbes Jahr hinzieht, widmet sich der Kult-Regisseur in einer liebevollen Hommage an die Schauspielerin im Kino ihren eigenen Film ("The Wrecking Crew", 1968, mit Dean Martin) betrachtend. In einer Parallelmontage zeigt er die Freuden und Leiden des Schauspielerberufes: die Freude von Sharon Tate im Kino und die Verzweiflung Ricks über seinen Alkoholismus. "You are a fucking miserable drunk" beschimpft er sich bei seinen Selbstgesprächen und Wutanfällen im Trailer. "8 (!) whiskies sour every fucking night, not three or four".
Tarantino auf seine berüchtigten Gewaltszenen - die natürlich auch vorkommen - zu reduzieren, hieße, sein filmisches Genie zu verkennen. Oder wie es Christoph Waltz in einem Interview ausdrückt: "True is what happens on the set. True is what happens on the screen. But the violence (in his films) is just ... opera!". Quentin Tarantino beherrscht das "filmische Vokabular" wohl so gut, weil er selbst schon so viele Filme gesehen hat. Das merkt man auch seinem neunten Film, "Once upon a time in... Hollywood", an, der zwischen dem Westerngenre und dem Crime und Noir Genre changiert. Der Seriendarsteller Rick - "I don’t need to trip on no acid, my booth don’t need a buddy." - Dalton befindet sich in einer Lebens- und Sinnkrise, da er seine Texte vergisst. Der einstige Ruhm seiner Hit-Serie "Bounty Law" verblasst und nach ein paar Italowestern muss er sogar seinem Stuntdouble und besten Freund Cliff Booth kündigen. Aber als die Manson-Bande in seiner Villa am Cielo Drive in L.A. auftaucht, ist dieser als Freund zur Stelle. Isn’t this what friends are for?