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Haben sich unsere Hoffnungen erfüllt? Welches waren für uns die wichtigsten Elemente für die erfolgreiche Transformation? Was sind aus heutiger Sicht die Vorteile von Holacracy? Und wo lagen die grössten Hürden?
Im September 2016 entschieden wir, Holacracy als organisatorisches Betriebssystem bei FREITAG einzuführen. Was vorher geschah und mehr zum Warum erfährst du hier in der Story von Pascal.
Überzeugt hatte uns, dass Holacracy Autorität quer durch die ganze Firma in Form von Rollen verteilt, anstatt sie bei persönlichen Vorgesetzten zu bündeln. Die Organisationsstruktur ist zudem nicht starr, sondern alle Mitarbeitenden können sie mittels klarer Prozesse fortwährend den Bedürfnissen anpassen. Und strukturierte Meetings sorgen für eine regelmässige, effiziente Synchronisation der voneinander abhängigen Rollen.
Die Tätigkeiten, die für das Bestehen eines Unternehmens wichtig sind, werden in Form von Rollen formuliert. Zusammengehörige Rollen werden in Form von Kreisen organisiert. Kreise und Rollen haben jeweils einen Purpose (Zweck), der sich am übergeordneten Purpose des Unternehmens orientiert. Ausgehend von ihrem Purpose, werden Kreisen und Rollen Verantwortlichkeiten zugeschrieben.
Hierarchie der Spezialisten
Rolleninhaber und Kreise treffen Entscheidungen im Rahmen ihrer Verantwortlichkeiten. Dass es keine persönlichen Vorgesetzten oder Chefs mehr gibt, heisst aber nicht, dass Holacracy ohne Hierarchie ist, im Gegenteil: Holacracy ist stark hierarchisch, aber konsequent aus fachlichen Rollen heraus. Die Hierarchie ist also über das ganze Unternehmen verteilt. Und alle Beteiligten können sie jederzeit über den Governance Prozess verändern.
«Dass es keine persönlichen Vorgesetzten oder Chefs mehr gibt, heisst aber nicht, dass Holacracy ohne Hierarchie ist, im Gegenteil.»
Kreise verfügen standardmässig über zwei Kernrollen, die sie mit dem nächsthöheren Kreis verbinden: Die Rolle «Lead Link» trägt Informationen in den Kreis hinein, setzt Prioritäten und besetzt Rollen. Die Rolle «Rep Link» trägt Begehren aus dem Kreis nach aussen und hat beispielsweise die Aufgabe, Einschränkungen aufzuheben, die aus der Governance des nächsthöheren Kreises resultieren.
Zusätzlich verfügen die Kreise standardmässig über die Rollen «Facilitator» und «Secretary», die bei den Meetings zum Einsatz kommen:
Im «Tactical Meeting» geht es darum, dass sich die Kreismitglieder synchronisieren, indem sie Informationen austauschen und gegebenenfalls nächste Schritte definieren, um die daraus entstehenden Herausforderungen anzugehen.
Im «Governance Meeting» geht es darum, die Organisationsstruktur zu optimieren, in dem Rollen, Kreise oder Policies (Richtlinien für die Zusammenarbeit) geschaffen, aufgelöst oder verändert werden.
Die kontinuierliche Arbeit an der Organisationsstruktur folgt einem integrativen Entscheidungsprozess. Dieser erlaubt es den Kreismitgliedern, Einwände zu Veränderungsvorschlägen einzubringen und prüft nach einem klar definierten Ablauf die Validität dieser Einwände. Valide Einwände werden in die Vorschläge integriert.