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Hier wagte man daher nicht, feindlich gegen sie vorzugehen. Es kam sogar zwischen ihrem PatriarchenPetrus Mongus und dem KaiserZeno zu einem Kompromiß (das Henotikon 482), infolge dessen freilich die strengen Monophysiten sich von jenem lossagten
und nunmehr Akephaloi (die Kopflosen) hießen. Aus dem Streite der alexandrinischen Monophysiten Severus und Julianus über den Leib
Christi gingen die Parteien der Julianisten (auch Aphthartodoketen oder Unverweslichkeitslehrer genannt) und der Severianer
(Phthartolatrer oder Verweslichkeitsdiener) hervor.
Von letztern sonderten sich wieder die Agnoeten ab, welche, dem alexandrinischen DiakonThemistios folgend,
Christus nach seiner menschlichen Natur ein Nichtwissen vieler Dinge zuschrieben, von erstern die Aktisteten, welche den Leib
Christi für ungeschaffen hielten, und die Ktistolatrer, die das Gegenteil behaupteten. Auch Tritheiten (Philoponisten
nach ihrem Stifter genannt), Damianisten (Sabellianer), Kononiten, Niobiten und andre Parteiungen gingen
aus dem fruchtbaren Schoß des phantastischen Monophysitismus hervor.