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Bernhard Infanger
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 29. September 1796
Priesterweihe: 28. September 1800
Primiz: 19. Oktober 1800
Unterpfarrer in Engelberg: 1803–1809
Katechet in Engelberg: 1807
Lehrer in der Stiftsschule: 1807
Pfarrer in Engelberg: 1809–1814
Spiritual in Sarnen: 1814–1836
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Johann Josef Markus Infanger und der Anna Langenstein.
Paten: Abt Leodegar Salzmann und M. Theresa Matter.
Cousin: P. Nikolaus Feierabend
Lebensbeschreibung[1]
Engelberg war die Heimat von P. Bernhard, wo er am 16. September 1767 den Eltern Johann Josef Markus Infanger und Anna Langenstein geboren wurde. In der Taufe erhielt er den Namen Joachim. Sein Vater war 1810 Arzt in Giswil. Taufpaten waren Abt Leodegar Salzmann und M. Theresa Matter. Joachim gelangte 1796 an das Kapitel mit der Bitte um Zulassung zum Noviziat. Für ihn setzte sich besonders sein Onkel mütterlicherseits, Talammann Langenstein, ein, der für ihn auch die Aussteuer in Aussicht stellte. Das Kapitel fand, er sei ein guter und frommer Knabe, aber nicht mit allen guten Gaben der Natur versehen. Man nahm ihn aber ins Noviziat auf. Am 9. August 1795 konnte er Profess ablegen und erhielt den Klosternamen Fr. Bernhard.
Wie die Befragung der helvetischen Kommission vom 2. November 1798 ergab, hatte er die Inferiora und Superiora in Engelberg bestanden. Die Weihen erhielt er in Sitten durch Bischof Josef Anton Blatter: Den Subdiakonat am 20. September 1800, den Diakonat am 22. September 1800 und den Presbyterat am 28. September 1800, unter Übergehung der gewohnten Interstitien. Die Primiz feierte er am 19. Oktober 1800. Am 22. Oktober 1802 erhielt er durch den Generalvikar von Konstanz die Befugnis zur Ausübung der Seelsorge in der Diözese, sie wurde am 19. November 1809 offenbar erneuert. Das Schriftstück enthält die Unterschrift des Generalvikars Wessenberg.
Es mag auffallen, dass in diesen Jahren mehrfach der Bischof von Sitten die Weihen vornahm. Der Nuntius, der meistens für die Erteilung der Weihen angefragt wurde, führte zwar noch den Titel eines Nuntius der Schweiz, doch hatte ihm die helvetische Republik das Agrement entzogen. Die Schweizeranteile des Bistums Konstanz waren 1814 von der Diözese losgetrennt und unter die Leitung des Göldlin von Tiefenau als Apostolischen Vikar gestellt worden, der aber bereits 1819 starb. Nach seinem Tod kam es zur Gründung eines Doppelbistums Chur-St. Gallen, eine Lösung, die wenig Anklang fand und in der päpstlichen Errichtungsbulle selber als "den verwickelten Sach- und Zeitumständen" entsprechend hingestellt wurde. Der Bischof war verpflichtet, die eine Hälfte des Jahres in Chur, die andere Hälfte in St. Gallen zu residieren. Zudem war der "Doppelbischof" von Buol-Schauenstein bereits ein älterer Herr. So zog man es vor, für die Weihen von Engelberger Klerikern ins Wallis zu ziehen, wo Bischof Blatter stets bereit war, den Wünschen des Abtes entgegenzukommen.[2]
Die Quellenangaben dieser Zeit sind dürftig. So ist über die Tätigkeit des P. Bernhard im Kloster wenig bekannt. Vom 28. August 1803 bis 1809 war er Unterpfarrer, 1809 bis 1814 Pfarrer in Engelberg und Musiklehrer der Studenten. Bei der Mutation von 1807 wurde er als Unterpfarrer in Engelberg, erster Gehilfe des Pfarrers, Präses der Buderschaften, Katechet der Kleinen, Unterinspektor der Talschule und Lehrer der Singkunst an der Klosterschule bezeichnet. Am 11. Juni 1814 erfolgte seine Ernennung zum Spiritual der Klosterfrauen in Sarnen.[3] In dieser Stellung wird er auch bei der Abtswahl von 1822 aufgeführt. In seiner Sarnerzeit schrieb er ein Pilgerbüchlein.[4] Er starb in Sarnen am 28. November 1836 im Alter von 60 Jahren. Von ihm existiert ein Portraitmedaillon im Heimatmuseum Sarnen sowie auf einem Epitaph im Beinhaus Giswil[5] und ein Miniaturportrait in der Altertumssammlung.
Werke
- Das Kind Jesu und der kindlich demütige Christ, oder fromme Andachtsübungen zur Ehre der Kindheit Jesu mit besonderer Rücksicht auf das Gotteshaus des ehrw. Frauenklosters St. Andreas zu Sarnen und auf das Bedürfnis der dahin Wallfahrenden achtet, 1818.
Professnummer
- Nr. 586
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
- Bischof Josephus Meile, Hundert Jahe Diözese St. Gallen. Uznach 1947, 31 ff. Jossen, Die Kirche im Oberwallis am Vorabend des Franzoseneinfalls 1790 bis 1798. Dissertation. Freiburg, in Blätter aus der Wallisgeschichte, Bd. XV. 1972.
- Acta capitularia VIII (1810–1842), StiArEbg cod. 280, unter diesem Datum.
- "Das Kind Jesu und der kindlich demütige Christ, oder fromme Andachtsübungen zur Ehre der Kindheit Jesu mit besonderer Rücksicht auf das Gotteshaus des ehrw. Frauenklosters St. Andreas zu Sarnen und auf das Bedürfnis der dahin Wallfahrenden achtet", gedruckt 1818, vgl. Nidwaldner Geschichtsblätter 1904, S. 317.
- Omlin, S. 341, Belege.
Bibliographie
- Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 138, Nr. 586.
- StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.