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Geschichte » Mittelalter » MA: Dorf und Bauern
Bauern-Feste und Kleidung
Kleidung
So einfach wie der Alltag war meist auch die Kleidung der Bauern. Viele der Kleidungsstücke stellten sie selbst her. Während die Frau Kleider nähte und strickte, verfertigte der Mann. Holzschuhe und Ledergürtel. Die Männer trugen kurze Röcke mit engen Ärmeln, darunter eine enggeschnittene Hose. Im Sommer wurde die Hose allerdings oft auch weggelassen. Man sparte sie sich für den Sonntag als besonderen Luxus auf. Ein Stück grobes Tuch wurde im Winter als "Mantel" umgeschlagen. Oft schützte auch ein Pelz vor der Kälte. Besonders Pelzhüte und -kappen waren beliebt. Die Beine bedeckten Strümpfe, und an den Füssen trug man Bundschuhe mit Holzsohlen, Holzschuhe oder gelegentlich auch Lederschuhe.
Die meisten Bauern, freie wie unfreie, junge wie alte, trugen gerne ein kurzes Schwert oder mindestens einen Dolch mit sich herum, obwohl die Fürsten dies nicht gerne sahen. Es ist aber verständlich, dass man in einsamen ländlichen Gegenden, in denen in Feld und Wald vielerlei Gefahren lauerten, wo man sich gegen wilde Tiere ebenso wie gegen Landstreicher und Räuber schützen musste, nicht gerne unbewaffnet draussen aufhielt. Einfach und bescheiden war auch die Kleidung der Frauen. Sie bestand gewöhnlich aus einem Oberkleid (eine Art Bluse aus grobem Stoff), Rock und Hemd. Als Kopfbedeckung diente ein einfaches, oft bis auf die Schultern herabfallendes Tuch. Der Schleier als Kopfbedeckung kam erst spät im Mittelater auf (12. Jahrhundert).
(Text bearbeitet nach Pleticha: Bauer, Bürger, Bettelmann)
Dieses bekanne Bild von Pieter Brueghel heisst Buernhochzeit.
Der Holzschnitt rechtszeigt eine Bauerngesellschaft bei einem Hochzeitsfest. Die Braut ist an dem kronenartigen Brautkranz mit den die Ohren verdeckenden Blättern (Rebblätter?) erkennbar. Während auf dem Tisch noch nicht angezehrte Speisen (Würste, Brot usw.) herumliegen, werden bereits Platten mit gebratenen Tieren hereingetragen. Der Mann im Vordergrund rechts verschafft sich durch Erbrechen Erleichterung und offensichtlich Platz für neue Genüsse. Das Bild zeigt auch sehr schön die Inneneinrichtung eines Wirtshauses. Im Hintergrund ein Dudelsackpfeifer.
Der linke Holzschnitt zeigt uns einen Bauern bei seiner einfachen Alltagsmahlzeit. Er ist gerade dabei, seinen Getreidebrei zu löffeln.In der rechten Hand hält e ein Stück Brot. Auf dem Tisch liegen neben einem Laib Brot verschiedene Gemüse, darunter vermutlich Zwiebeln, die dem faden Brei Geschmack geben sollen. Die vordere Hauswand ist vom Zeichner weggelassen worden, damit man einen guten Einblick in die Stube bekommt. Neben verschiedenen Werkzeugen ist im Hintergrund ein schöner Kachelofen erkennbar. Die beiden Bilder illustrieren sehr schön den Gegensatz zwischen dem einfachen bäuerlichen Alltag und den ausgelassenen Festen.