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Immer besser
Auch chinesische Studenten werden immer besser und gewinnen internationale Wettbewerbe. Vergangenen Februar hat die Shanghai Jiaotong Universität die renommierte Stanford Universität geschlagen und wurde Weltmeister im Programmieren – bei 2000 teilnehmenden Universitäten. Hinter den USA, Japan, Deutschland und Korea ist China die Nummer fünf bei den internationalen Patentanmeldungen. Huawei, ein chinesisches Telekommunikationsunternehmen, hat im Jahr 2008 am meisten Patente angemeldet und war im Jahr darauf an zweiter Stelle hinter Panasonic. Während in den meisten Ländern 2009 weniger Patente angemeldet wurden, stiegen die Anmeldungen in China um 30 Prozent. Im Vergleich zur Anzahl in China meldet Indien weniger als ein Zehntel der Patente an. Setzt China dieses akademische Wachstum fort, wird das Land der Mitte die USA im Jahr 2020 eingeholt haben – sowohl bei der Anzahl des wissenschaftlichen Outputs als auch bei der Nummer an Patenten.
Offener als Japan
Aber was heisst das alles für westliche Unternehmen? Das am ehesten vergleichbare Beispiel eines grossen asiatischen Landes, das westliche Technologielevel erreicht hat, ist Japan. Japan produziert gute Maschinen, Uhren, Autos und wurde zur dominanten Kraft bei elektronischen Konsumgütern. In den 30 Jahren, die Japan für den Aufbau dieser Technologien benötigte, stiegen auch die Lebensqualität und die Produktionskosten auf ein westliches Level. Seit 20 Jahren begegnet Japans Wirtschaft den westlichen Ländern auf Augenhöhe.
Chinas Geschichte ist natürlich eine andere, und zwei Unterschiede müssen besonders erwähnt werden: Chinas Population ist zehnmal grösser als jene Japans. Das macht Chinas Entwicklung langsamer, aber auch länger anhaltend. 30 Jahre nach der Öffnung gibt es in China immer noch Hunderte Millionen unqualifizierter Arbeiter und Bauern, die zwischen 60 und 100 Euro im Monat verdienen. Rechnet man ein, dass die Produktivität durch bessere Organisation, Reduktion von Abfällen und Lokalisierung von Maschinen weiter steigen wird, dauert es immer noch 20 bis 30 Jahre, bis die chinesischen Produktionskosten signifikant schneller steigen als im Rest der Welt. Zudem ist Chinas Markt und Gesellschaft offener als in Japan, was für Ausländer einen leichteren Zugang zum Markt und eine schnellere Anpassung neuer Technologien ermöglicht. China wird ein schnellerer Innovator und besserer Partner sein. Umfrageergebnisse verdeutlichen diesen Punkt: Der mögliche Verlust von geistigem Eigentum ist für ausländische Firmen in China kein zentrales Bedenken. Hinzu kommt, dass bereits ein Drittel der europäischen Firmen in China über F&E-Einrichtungen verfügt, während ein weiteres Drittel solche Einrichtungen plant oder bereits baut.
Dem Markt anpassen
Während China demnächst seine eigenen, technologieintensiven Produkte für den Heimatmarkt entwickelt, realisieren mehr und mehr westliche Firmen, dass sie ihre Produkte auf lokale Bedürfnisse und Wünsche anpassen müssen. Aber nicht nur das: Die Produkte müssen auch zu wettbewerbsfähigen Preisen und mit dem entsprechenden Service angeboten werden. Deswegen werden Technologieprodukte künftig mehr und mehr auf lokale Bedürfnisse und Produktionsumstände angepasst werden, damit sie in China zu chinesischen Kosten produziert werden können.
Um auch künftig voll und ganz von Chinas Entwicklung zu profitieren, müssen westliche Unternehmen weiterhin forschen, neue Technologien entwickeln und die Produkte der Zukunft auf den Markt bringen. Vor allem müssen sie sicherstellen, dass sie diese Produkte auch in China verkaufen können.
China hat den Innovationswettlauf am 1. Januar 2006 gestartet. Westliche Firmen dürfen nicht wie das Kaninchen vor der Schlange erstarren, sondern müssen sich dem Wettkampf stellen und von Beginn an kooperieren: Denn im Jahr 2020 wird das Ergebnis des Rennens so gut wie feststehen!