Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03471.jsonl.gz/1229

Vorweg kann gesagt werden, dass sich bei leichten Formen von Analekzemen, Analfissuren und Hämorrhoiden bzw. zusätzlich zu den ärztlichen Massnahmen folgende Anwendungen mit Hamamelis-Extrakten empfehlen:
- warme (nicht heisse) Sitzbäder
- Kompressen
- Sprühlotionen
- Zäpfchen
Zäpfchen, Lotionen und Gels gibt es in Apotheken/Drogerien.
Apropos: Die richtige Schreibweise lautet: Hämorrhoiden, man liest aber auch: Hämorriden, Hämoriden oder Hemoriden.
Quelle: A.Vogel Gesundheits-Nachrichten, Ausgaben 7-8.13, 6.10 und 1.05
In seinem erstmals 1952 erschienenen Standardwerk "Der kleine Doktor" hat sich Alfred Vogel (1902 - 1996) auch zum Thema Hämorrhoiden geäussert. Hier ein Auszug aus dem "Kleinen Doktor":
"Oftmals sind Hämorrhoiden eine Begleiterscheinung von chronischer Stuhlverstopfung. Die ganze Darmschleimhaut ist von einem engmaschigen Adernetz durchzogen. Wenn sich im Mastdarm die Kotmassen verhärten und stauen, dann drücken sie die Aderwände zusammen. Die Stauungen, die dadurch entstehen, verursachen, dass die Aderwände auseinandergepresst und erweitert werden. Diese erweiterten Adern nun äussern sich als Krampfadern im Darm und sind als Hämorrhoiden bekannt. Beim Herauspressen von hartem Stuhl werden die Adern oft aufgerissen, wodurch es zu Blutungen kommt, die man infolge ihres Ursprungs als Hämorrhoidalblutungen bezeichnet. Gleichzeitig mit der Darmentleerung können wir in solchem Falle meist auch einen hellen Blutabgang feststellen. Wenn ein solcher Zustand nicht behoben wird, dann entzündet sich das Gewebe und verhärtet sich, wodurch Hämorrhoidalknoten entstehen. Durch harten Stuhl können diese Knoten auch herausgedrückt werden, so dass sie alsdann äusserlich am After sichtbar sind. Es ist möglich, dass sich diese Knoten zu Wulsten entwickeln, die so gross wie eine Pflaume werden können. Jeder, der über dieses Übel Bescheid weiss, begreift ohne Weiteres, dass es grosse Beschwerden mit sich bringen kann, und jene, die unter Hämorrhoiden leiden, sind sehr dankbar, sie wieder loswerden zu können.
Bei Frauen erscheinen diese Hämorrhoidalknoten oft nach einer Geburt. Schon während der Schwangerschaft steht das gesamte Venensystem unter einem erhöhten Druck, weshalb auch eher Krampfadern entstehen können, während schon vorhandene meistens schlimmer werden. In den letzten Wochen der Schwangerschaft drückt der Kopf des Kindes zudem auf die Beckenadern, was sich auch nachteilig auf die Adern des Mastdarmes auswirkt. Dieser Nachteil macht sich während der Geburt noch vermehrt bemerkbar, weshalb die Hämorrhoidalknoten oftmals erst nach der Entbindung in Erscheinung treten. Was kann gegen diese nun unternommen werden?
Behandlungsmethode von Hämorrhoiden
In erster Linie muss der Kampf gegen die Verstopfung aufgenommen werden, denn solange man diese anstehen lässt, ist jede Behandlung nur ein Teilerfolg. Oft fehlt es nicht nur an der richtigen Ernährung, indem es an Vollkornbrot und an mehr Frucht- und Rohgemüsenahrung mangelt, oder auch an guten Kräutermitteln wie dem pflanzlichen Darmregulans, denn auch eine seelische Verkrampfung infolge von ungelösten wichtigen Lebensproblemen kann als Ursache der Verstopfung beobachtet werden. So verkrampft, wie sich der Mensch in seiner ganzen Art äussert, ebenso verkrampft kann auch sein Darm sein, denn er wird vom Sympathikus sehr stark beeinflusst. Ist erst einmal die Verstopfung behoben, dann ist es einfach, erfolgreich gegen die Hämorrhoiden vorzugehen, denn es steht uns zu diesem Zweck ein gutes Naturmittel zur Verfügung. Rosskastanien-Frischpflanzenextrakt ist ein gutes Venenmittel, das schon manchem bei der Bekämpfung von Krampfadern geholfen hat. Es kann daher ebensogut für die erweiterten Adern im Darm angewendet werden. Der Druck in den Venen wird infolge der günstigen Beeinflussung durch diese Mittel verringert, und das ganze Venensystem kann dadurch heilsam beeinflusst werden.
Eine weitere gute Hilfe bietet uns Millefolium sowie Hamamelis virginiana und Calcium fluoratum. Bei starken Hämorrhoidal-Blutungen können auch Bursa pastoris (Hirtentäschlikraut) oder Tormentill hilfreich eingesetzt werden. Zur örtlichen Linderung und Behandlung kann man Hämorrhoidal-Suppositorien verwenden. Das sind Zäpfchen zum Einführen, die vor allem Hamamelis und Cacaobutter enthalten. Man kann die Hämorrhoiden auch mit einem Tee aus BlutwurzAnm. und Brennnesseln innerlich behandeln. Vorbeugend gegen Hämorrhoidalbeschwerden wirken kalte Abwaschungen des Afters, wenn man diese jeden Morgen durchführt. Auch wenn bereits Hämorrhoiden vorhanden sind, sollte man diese Waschungen vornehmen."
Quelle: Der kleine Doktor. Hilfreiche Ratschläge für die Gesundheit