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Das Durchschnittsalter einer Brustkrebspatientin liegt bei 64 Jahren. Neben den häufig heilbaren Brustkrebsformen gibt es leider auch jene, die nur noch in wenigen Einzelfällen heilbar sind. Sie werden als fortgeschrittener, metastasierender Brustkrebs bezeichnet. Erleidet eine Patientin nach einer Brustkrebsbehandlung den immer gefürchteten Rückfall, ein sogenanntes Rezidiv, kann auch dieses fortgeschrittene Stadium des Krebses festgestellt werden. In anderen, allerdings selteneren Fällen liegt bereits bei der Erstdiagnose ein fortgeschrittenes Stadium vor (in ca. 6% der Neudiagnosen). Von einer metastasierenden Erkrankung spricht man, wenn sich die bösartigen Krebszellen bereits auf andere Bereiche des Körpers ausgebreitet haben. Fernmetastasen gibt es am häufigsten in den Knochen, der Leber, den Lymphknoten, der Lunge und seltener im Gehirn. Viele der frühzeitig diagnostizierten Frauen gehen in das fortgeschrittene Stadium über. Die Angaben hierzu schwanken, allgemein muss man aber von rund einem Drittel ausgehen. In Europa leidet zurzeit eine Viertelmillion Frauen an metastasierendem Brustkrebs.
Eindämmung der Tumore statt Heilung
Haben sich Fernmetastasen im Körper gebildet, wird nur noch selten operiert. Da eine Heilung kaum möglich ist, beschränkt sich die Therapie meist darauf, die Rezidive durch eine Antihormontherapie oder Chemotherapie einzudämmen. Mit Medikamenten werden Schmerzen, Müdigkeit und andere Symptome der Tumore kontrolliert. Eine vollwertige und abwechslungsreiche Ernährung stärkt, das Gleiche gilt für Sport entsprechend der individuellen Möglichkeiten. Schließlich gilt es, die Nebenwirkungen von Bestrahlungen, Operationen und den oben genannten systemischen Therapien zu mildern. Das Eindämmen der Krankheit kann auf diese Weise unter Umständen durchaus über Jahre gelingen. Heute liegt die Lebenserwartung bei dieser Form des Brustkrebses durchschnittlich bei nur zwei bis drei Jahren. Jede dritte Betroffene kann auf weitere fünf Lebensjahre hoffen; jeder Zehnten bleiben zehn weitere Jahre.
Kampagne für mehr Sichtbarkeit
Wie Untersuchungen zeigen, fühlen sich viele dieser Frauen in dieser dramatischen Situation unverstanden oder sogar im Stich gelassen. Während sie bei der Erstdiagnose noch erheblich mehr Unterstützung fanden, fehlt es hieran in einer fortgeschrittenen Phase der Erkrankung. Gerade deshalb wurde im Jahr 2013 eine europaweite Kampagne ins Leben gerufen: Unter dem Titel „Here & Now“ soll sie das gesellschaftliche Bewusstsein für die betroffenen Frauen stärken. Im Fokus dieser Kampagne, initiiert vom Pharmakonzern Novartis, sind insbesondere die über 50-jährigen terminal erkrankten Frauen mit ihren gesellschaftlichen Aufgaben.
Das Ende des Lebens rückt für die meisten dieser Frauen sehr plötzlich und überraschend in große Nähe, fast immer begleitet von Panik und großen Ängsten. Hinzu kommen mit nachlassenden Kräften oft wirtschaftliche Probleme. Nun heisst es für die Betroffenen, ihre Lebensqualität so sehr zu erhalten wie irgend möglich und sich gleichzeitig dem Ende ihres Lebens zu stellen. Beides trotz der enormen körperlichen und psychischen Belastung. Während einerseits Perspektiven für die verbleibende Zeit entwickelt werden, gilt es gleichzeitig, Themen wie eine Patientenverfügung und ein Testament ins Auge zu fassen. Aufgaben, die unendlich viel Mut und Kraft erfordern.