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Wo der Ischiasnerv im Körper sitzt
Der Ischiasnerv, im Fachjargon auch Nervus ischiadicus genannt, ist der längste und dickste Nerv im menschlichen Körper. Er entspringt am Rückenmark und erstreckt sich übers Gesäss und die Beine bis zu den Füssen.
Warum der Ischiasnerv schmerzt
Es handle sich folglich um Nervenschmerzen, auch Ischialgie, Ischiasschmerzen oder kurz Ischias genannt.
Die Ursachen hierfür können sein:
- Ein Bandscheibenvorfall, der auf den Ischiasnerv drückt, was häufig vorkommt.
- Ein stark verspannter Piriformismuskel im Gesäss.
- Knöcherne Engen im Bereich des Wirbelkanals.
- Nervenentzündungen oder andere entzündliche Prozesse.
- Tumore in der Wirbelsäule, dies ist jedoch selten der Fall.
Welches die typischen Ischias-Symptome sind
- Schmerzen, die vom unteren Rücken über das Gesäss ins Bein ausstrahlen, gelegentlich sogar bis in die Zehen. In der Regel ist nur ein Bein betroffen.
- Schmerzen, die bei Belastung stärker werden, beispielsweise beim Heben eines schweren Gegenstands, manchmal auch beim Husten, Niessen oder Pressen.
- Schmerzen, bei denen Gefühlsstörungen wie Ameisenlaufen, Brennen oder Taubheit hinzukommen oder Lähmungserscheinungen in einzelnen Muskelgruppen des Beins.
Worauf es bei der Ischias-Behandlung ankommt
Bei starker Ischialgie, die über einen längeren Zeitraum anhält, empfiehlt sich eine fachärztliche Abklärung. Bei der Untersuchung werden unter anderem die Bewegungsfähigkeit und das Gefühlsempfinden geprüft. Angewendet wird dafür unter anderem der Lasègue-Test: Der Arzt, die Ärztin hebt das ausgestreckte Bein des liegenden Patienten langsam an. Ist der Ischiasnerv beeinträchtigt, löst diese Bewegung schon bei einem Winkel von zirka 45 Grad die typischen Schmerzen aus.
Was bei Ischiasschmerzen sofort hilft
Bei der akuten Behandlung geht es darum, den Schmerz möglichst rasch zu lindern und eine normale Beweglichkeit wiederherzustellen. Eingesetzt werden hierfür entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente, die je nach Stärke der Beschwerden auch gespritzt werden. Ergänzend können Wärmeauflagen oder Massagen helfen.
Welche Ischias-Übungen sinnvoll sind
Meistens verschwinden die Schmerzen ganz, frühstens nach ein paar Tagen, spätestens nach ein paar Wochen. Nach der überwundenen Schmerzphase ist aktive Vorbeugung wichtig, um die Gefahr eines Rückfalls zu reduzieren. Empfehlenswert ist es, in die «Rückenschule» zu gehen. Unter physiotherapeutischer Anleitung lernt man, seinen Rücken beim Heben von Gegenständen möglichst schonend zu belasten und Fehlhaltungen beim Sitzen zu vermeiden. Gleichzeitig ist es wichtig, die Rumpfmuskulatur gezielt aufzubauen.
Dehnung
Diese Übung dehnt die Muskelgruppe, die in Verbindung mit dem Ischiasschmerzen häufig verspannt ist: die Gesässmuskulatur.
- Das rechte Bein in Rückenlage anwinkeln.
- Das linke Bein angewinkelt auf das rechte Knie legen. Das linke Sprunggelenk befindet sich dabei direkt neben dem rechten Knie.
- Wer bereits in dieser Position eine Dehnung spürt, bleibt hier.
- Um die Dehnintensität weiter zu erhöhen, mit der rechten Hand leicht gegen das rechte Knie drücken.
Selbstmassage
Mit dieser Übung können sie verspannte Muskelpartien im Gesäss selbst massieren.
- In Rückenlage auf den Boden legen.
- Den Ball (zum Beispiel Tennis- oder Faszienball) an der oberen Hälfte des Gesäßes platzieren.
- Etwas Gewicht auf den Ball verlagern und langsam über das Gesäss rollen.
- Jeden schmerzhaften Punkt mit kleinen Rollbewegungen massieren.
Achten Sie deshalb bei der Massage auf diese Punkte:
- Schmerzen sollten in einem verträglichen Bereich bleiben.
- Bei starken, stechenden Schmerzen die Massage beenden.
- Zu Beginn nur kurz und mit wenig Druck massieren. Nach einiger Zeit entwickeln Sie ein Gefühl dafür, wieviel Druck Ihnen guttut.