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Die GP2-Serie, die 2005 die Formel 3000 als zweithöchste Motorsport-Kategorie abgelöst hat, gilt als Sprungbrett für die Formel 1. Arrivierte F1-Piloten wie Lewis Hamilton (2006) oder Romain Grosjean (2011) reihten sich in der Vergangenheit unter die Gesamtsieger.
Titel ist kein Freipass für die Formel 1
Doch für den Schweizer Fabio Leimer wird der Einstieg in die Formel 1 trotz Titelgewinn alles andere als einfach: Der letztjährige Champion Davide Valsecchi (It) ist beispielsweise in der F1 «nur» als Ersatzfahrer bei Lotus tätig.
Wegen der hohen finanziellen Aufwendungen in der «Königsklasse» muss ein Fahrer bei den meisten F1-Rennställen mehrere Millionen mitbringen, um einen Vertrag zu erhalten. Selbst wenn er wie Leimer den Titel gewinnen konnte.
Zwei Rennen pro Wochenende
Eine Besonderheit der GP2-Serie ist die Punktewertung: An jedem Wochenende werden zwei Rennen ausgetragen. Beim Hauptrennen am Samstag, das über 170 km bzw. 60 Minuten führt, erhält der Sieger wie in der Formel 1 25 Punkte. Im Sprintrennen am Sonntag (120 km bzw. 45 Minuten) gibt es 15 Punkte für Rang 1.
Dazu wird jeweils die schnellste Runde mit 2 sowie die Pole Position am Samstag mit 4 Bonuspunkten belohnt. An einem Rennwochende kann ein Fahrer also maximal 48 Zähler dazu gewinnen. Die Saison 2013 umfasste insgesamt 22 Rennen, allesamt wurden im Vorprogramm eines F1-GP durchgeführt.
Einheitliche Technik
Technisch unterscheidet sich die GP2-Serie stark von der weitaus kostspieligeren Formel 1. Die einheitlich ausgerüsteten Fahrzeuge sind mit rund 620 PS starken V8-Motoren unterwegs (im Gegensatz zu rund 750 PS in der F1). Weil die GP2-Motoren zudem eine tiefere Drehzahl aufweisen, liegen die Rundenzeiten in den Rennen bis zu 10 Sekunden über jenen eines F1-Wagens.
«Der optisch grösste Unterschied liegt beim Steuerrad», erklärt Fabio Leimer. «Bei uns ist alles einfacher eingerichtet. Auch die kleinen Seitenflügel, die in der Formel 1 der Aerodynamik dienen, fehlen bei uns.» Front- und Heckflügel seien in der GP2-Klasse zudem leicht grösser, so der Aargauer.
Formel 1 für Leimer «ein Ziel»
Ob der Titelgewinn zum Türöffner zur Formel 1 wird, mag Leimer nicht zu beurteilen. «Wir stehen in Kontakt mit verschiedenen Teams», sagte er vergangene Woche gegenüber der Fachzeitschrift Automobilrevue.
«Ich konzentriere mich auf den GP2 und hoffe dann auf die Formel 1. Dieses Ziel haben wir so lange verfolgt, dass wir es nun nicht aus den Augen lassen, bis wir wissen, ob es erreichbar ist oder nicht.»
GP2-Weltmeister seit 2005
|Jahr||Name||Geburt||Karriere in der Formel 1|
|2013||Fabio Leimer (Sz)||17.07.1989||?|
|2012||Davide Valsecchi (It)||24.01.1987||Kein GP-Start, Testfahrer bei Lotus|
|2011||Romain Grosjean (Fr)||17.04.1986||8 Podestplätze in 42 Rennen (aktuell Lotus)|
|2010||Pastor Maldonado (Kol)||10.03.1985||1 GP-Sieg in 55 Rennen (aktuell Williams)|
|2009||Nico Hülkenberg (De)||19.08.1987||54 GP-Rennen (aktuell Sauber)|
|2008||Giorgio Pantano (It)||04.02.1979||14 GP-Rennen (nicht mehr aktiv)|
|2007||Timo Glock (De)||18.03.1982||3 Podestplätze in 91 Rennen (fährt DTM)|
|2006||Lewis Hamilton (Gb)||07.01.1985||Weltmeister 2008 (aktuell Mercedes)|
|2005||Nico Rosberg (De)||27.06.1985||3 GP-Siege in 144 Rennen (aktuell Mercedes)|