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Die Schweiz hat keine Armee, sie ist eine Armee» lautete der finale Satz der bundesrätlichen Botschaft auf die Abschaffungs-Initiative der «Gruppe für eine Schweiz ohne Armee». Diese Gruppe beanspruchte mit der Initiative 1989, endlich das «Schlachten einer Heiligen Kuh» zu ermöglichen. Beide Aussagen verdienen Aufmerksamkeit, nehmen sie doch in Anspruch, zentrale Merkmale der Existenzweise der Schweizerischen Miliz-Streitkräfte zu benennen. Die unbestrittene Einheit von Volk und Armee und die absolute Tabuisierung der Kritik und Infragestellung der Armee durch das Volk.
Die vorliegende Untersuchung, welche aus zwei Dissertationen im Rahmen des Nationalfondsforschungsprojekts «Kampf um die Schweizer Armee. Eine historische akteurs-, themen- und semantikorientierte Studie zur Debatte um die Schweizer Armee 1966 – 2003» entstanden ist, stellt diese Aussagen in Frage und untersucht die öffentlichen Auseinandersetzungen um die Schweizer Armee seit der Mitte der 1960er-Jahre, als das Thema Armee im Nachgang der Mirage-Affäre vermehrte öffentliche Beachtung erlangte.
Prof R. Jaun
Marc A. Lutz und Christoph R. Wynier: Kampf um die Schweizer Armee 1966 - 2003.
Bern: Schriftenreihe BiG, Nr. 71, 2017. ISBN 978-3-906969-87-9. Abrufbar unter: http://www.big.admin.ch/de/publikationen-der-bibliothek-am-guisanplatz-big/schriftenreihe-der-bibliothek-am-guisanplatz-big/schriftenreihe-bestellen.html