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1999 erreichte das britische Electronica Duo Groove Armada1 mit dem Re-Release ihres Tracks „At the River“2 Platz 19 der UK-Single Charts. Als Grundlage dieses Songs dient ein Sample von Patty Page’s3 „Old Cape Cod“45 aus dem Jahre 1957. Sie, die „best selling female artist oft the fifties“, verkaufte den Tonträger damals über eine Million Mal, was ihr dafür Gold einbrachte. In dem zeittypisch üppig mit Bläsern und Streichern arrangierten Stück besang sie die Schönheit der Freizeitdestination „Cape Cod“, was den Song zur inoffiziellen Hymne der „Cape Codders“ machte.
Bei Groove Armada wird die erste Textpassage „If you’re fond of sand dunes and salty air / Quaint little villages here and there“ geloopt. Sie spielen mit Bass-Synthesizer und verlangsamten Drum-Samples, und schliesslich fügen sie ein verträumtes Posaunensolo hinzu, welches die restlichen Elemente im Song zeitweilig in den Hintergrund drängt. Damit erzielen sie einen überaus interessanten Effekt: Obwohl der klassische traditional Pop-Song bei ihnen zum elektronischen Chill-Out-Track mutiert, bleibt die ursprüngliche Sentimentalität und das verträumte Fernweh erhalten. Gerade durch die Neu-Inszenierung einer „alten“ Idee wird diese Sentimentalität noch verstärkt – das Fernweh bezieht sich nun nicht mehr nur auf einen schönen Ort, sondern zudem auf eine vergangene Zeit. Die Electro-Chill-Out version von Groove Armada schafft es, den Song in eine neue Zeit zu transferieren, ihn einem anderen Publikum zugängig zu machen, und dabei den Kern der Idee zu erhalten. Grosses Kino!
(MR)