Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03349.jsonl.gz/396

In Zusammenarbeit mit je einer weiteren Bildungsinstitution präsentiert diese Veranstaltungsreihe der Kunsthalle Zürich Vorträge von führenden Kunstwissenschaftler/innen, die ihre Arbeit im Zusammenhang mit der aktuellen Ausstellung und in einem anschlies- senden Seminar mit Student/innen diskutieren. Das Thema „Flachheit” im Kontext von Haim Steinbachs Ausstellung bespricht der einflussreiche Kunsthistoriker David Joselit aus der Perspektive seines letzten Buches After Art (2012), in dem er den Status von Objekt und/als Bild im digitalen Zeitalter untersucht:
In der Konzeptkunst wurde eine Reihe von Techniken für die Vervielfachung von Bildern entwickelt: Serialität, Permutation, Indexierung und Recherche. Tatsächlich haben konzeptuelle künstlerische Verfahren eher die Aufspaltung und Verviel- fachung von Kunstobjekten als die Dematerialisierung des Kunstwerks bewirkt. Diese Verfahren basierten generell auf einem bestimmten Regelwerk und arbeiteten mit neutralen, oft austauschbaren Einheiten. Die neuerliche Vielzahl von Bildern, die einem post-konzeptuellen Moment zuzurechnen ist, lässt sich hingegen besser als „Inhalts-Aggregatoren“ beschreiben: als Kombinationen von ungleichen oder singulären Bildern und Objekten, die innerhalb eines gemeinsamen Raumes angeordnet anstatt komponiert werden. Entscheidend dabei ist die Aufladung dieser Bilder und Objekte mit Intimität, deren Bedeutung sich aus den unterschiedlichen Graden von Nähe ergibt. Im Werk von Haim Steinbach weichen die neutralen Verfahren der Konzeptkunst den „Zonen des Affekts“. Anstatt Objekt und Subjekt gegeneinander antreten zu lassen, wie die konzeptuelle Kunst es verfolgte, wird Subjektivität hier auf Objekte verteilt – als Effekt ihrer Kombination in „Multituden“.
Haim Steinbach wird für das Gespräch anwesend sein.