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Ökosystemdienstleistungen schreiben der Natur einen Wert zu und sollen dadurch zu deren Schutz beitragen. In der verbreiteten Definition des Millennium Ecosystem Assessment (MEA 2005) sind Ökosystemdienstleistungen als “Vorteile, welche Menschen aus Ökosystemen ableiten“, beschrieben.
Menschliche Aktivitäten haben zu einer starken Beeinträchtigung von Ökosystemen und deren Dienstleistungen geführt. Mehrere wichtige Probleme beziehen sich auf aquatische Ökosystemdienstleistungen. Dazu gehören “der schlechte Zustand vieler der weltweiten Fischvorräte; die Gefahr von Wassermangel, welcher zwei Milliarden Menschen in trockenen Weltregionen ausgesetzt sind; oder die wachsende Beeinträchtigung von Ökosystemen durch den Klimawandel und Verunreinigungen durch Nährstoffe” (MEA 2005). Aquatische Ökosysteme wie Seen, Flüsse oder Sümpfe stellen unterstützende (z.B. Biodiversität oder Nährstoffdurchlauf), bereitstellende (z.B. Nahrung wie Fisch oder Trinkwasser), regulierende (z.B. hydrologische Systeme, Kontrolle von Verschmutzung, Entgiftung), sowie kulturelle Dienstleistungen (z.B. spirituelle oder freizeitbezogene Dienstleistungen; MEA 2005) bereit.
Während es sich beim Verständnis der Bedrohungen von Ökosystemen und der ökologischen Vorteile von Naturschutzmassnahmen typischerweise um naturwissenschaftliche Fragen handelt, ist die Definition eines ausgeglichenen Verhältnisses zwischen menschlichen Aktivitäten und dem Schutz von aquatischen Ressourcen schlussendlich ein gesellschaftliches Problem. Sozialwissenschaftliche Ansätze sind deswegen für das Verständnis dieses Problemfeldes unabdingbar.