Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03579.jsonl.gz/347

Dienstag, 5. Januar 2016
Das schwerste Buch, das ich besitze – außer Knaurs Grossem Weltatlas, der vier Kilo und sechshundert Gramm wiegt und, wie der Titel besagt, die ganze Welt enthält – ist das Schweizer Fahnenbuch mit drei Kilo siebenhundert Gramm, das mich wegen seiner schweren, farbigen Bildtafeln und dem gewichtigen Vorwort von General Henri Guisan hundertneunzig Antiquariatsfranken gekostet hat und mit dem ich leider nie etwas Sinnvolles anzufangen wusste. Nur zweihundert Gramm weniger zeigt meine Küchenwage (die ich ausschließlich zum Bücherwägen verwende) beim sechsten und letzten Band des Geographischen Lexikons der Schweiz an, das immerhin tausenddreihundert doppelspaltige Seiten umfasst und mir noch eines Tages von Nutzen sein könnte. Wie immer bei solchen Universalwerken hat das Gewicht vom ersten zum letzten Band um fast eineinhalb Kilo zugenommen (innerhalb von nicht mehr als acht Jahren, wenn ich richtig gezählt habe). –
In diesem Stil wollte ich fortfahren und dann auch auf die Kunstbände, die Ausstellungskataloge, die Historisch-kritischen Werkausgaben und schließlich auf Arno Schmidts Dreikilo-Opus Abend mit Goldrand zu sprechen kommen, das vielleicht sogar der Auslöser meiner ganzen Gewichtshuberei war.
Aber das hier ist nur ein Tagebuch, das sich kurz halten soll. Überhaupt bin ich froh, überhaupt ein ernsthaftes Thema gefunden zu haben, das ich vielleicht einmal in einer Glosse systematischer anpacken muss.