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Max Frisch (1911-1991) ist einer der bedeutendsten und bekanntesten Schweizer Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Viele seiner Theaterstücke und Prosawerke zählen zu den Standardwerken der Nachkriegszeit und sind inzwischen Teil des Schulkanons, z.B. Andorra (1961), Biedermann und die Brandstifter (1948/58) oder Homo Faber (1957).
Mit seinem Stück Biografie: Ein Spiel dokumentierte Max Frisch die Thesen, die er in seiner Schillerpreis-Rede von 1965 skizziert hatte. Das Leben, „summiert sich aus Handlungen, die oft zufällig sind, und es hätte immer auch anders sein können…“
Frisch suchte nach einer Dramaturgie, die die Zufälligkeit akzentuiert. Er wollte nicht unaufhaltsames Schicksal auf die Bühne bringen, sondern die Summierung von Zufällen. In der Problematik Kürmanns zeigt sich Frischs Grundidee einer durch zufällige Ereignisse und Entscheidungen getragenen Entwicklung, der Darstellung einer Dramaturgie der Zufälligkeit. Kürmann vertritt, wie Frisch selbst, die Existenz-Erfahrung, dass das Leben auch anders hätte verlaufen können.
Dieses Spiel mit den unterschiedlichen Möglichkeiten erkennt man schon in den früheren Werken von Max Frisch. Die Gruppierung und Konfrontation von Menschen und Möglichkeiten interessierten ihn schon im “Tagebuch.” Die Personen sollen in verschiedenen Kombinationen auftreten: “Wer steht wem gegenüber?” bildet die grundsätzliche Frage seines Theaters.