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Krankheit lässt den Wert der Gesundheit erkennen. - Heraklit
Singapur – Hausarbeit ist eine Form körperlicher Aktivität und ein Indikator für die Fähigkeit, unabhängig zu leben. Eine Arbeitsgruppe des Singapore and Geriatric Education and Research Institute hat daher untersucht, ob Hausarbeit zu einem gesunden Altern beiträgt und die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit älterer Erwachsener steigern könnte. Die Arbeit ist im Fachjournal BMJ Open erschienen (DOI: 10.1136/bmjopen-2021-052557).
Die Wissenschaftler nahmen 489 zufällig ausgewählte Erwachsene im Alter zwischen 21 und 90 Jahren mit weniger als 5 Grunderkrankungen und ohne kognitive Probleme in die Studie auf. Alle lebten unabhängig in Singapur und waren in der Lage, tägliche Routineaufgaben auszuführen.
Die Teilnehmer wurden in 2 Altersgruppen eingeteilt: 21- bis 64-Jährige (249; Durchschnittsalter 44), die als „jünger“ eingestuft wurden, und 65- bis 90-Jährige (240; Durchschnittsalter 75), die als „älter“ eingestuft wurden.
Zur Bewertung der körperlichen Fähigkeiten wurden die Gehgeschwindigkeit und die Geschwindigkeit beim Aufstehen vom Stuhl als Indikator für die Beinkraft und das Sturzrisiko herangezogen. Mit validierten Tests wurden Kurz- und Langzeitgedächtnis, visuell-räumliche Fähigkeiten, Sprache und Aufmerksamkeitsspanne und physiologische Faktoren bewertet.
Die Teilnehmer wurden nach der Intensität und Häufigkeit der von ihnen regelmäßig verrichteten Hausarbeit sowie nach der Anzahl anderer körperlicher Aktivitäten befragt, die sie ausübten.
Die Intensität der Hausarbeit haben die Forscher in sogenannten metabolischen Äquivalenten (METs) gemessen. Diese entsprechen in etwa der Menge an Energie, die pro Minute körperlicher Aktivität verbraucht wird. Leichte Hausarbeit wurde mit einem MET von 2,5 bewertet, schwere Hausarbeit mit einem MET von 4.
Nur etwa 1/3 der Jüngeren und nur etwa die Hälfte der Älteren erfüllten die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Bewegungsquote allein durch körperliche Aktivität in der Freizeit. Aber fast 2/3 (61 %, 152 Jüngere; und 66 %, 159 Ältere) erfüllten dieses Ziel ausschließlich durch Hausarbeit.
Nach Bereinigung um andere Arten regelmäßiger körperlicher Betätigung zeigten die Ergebnisse, dass Hausarbeit mit besseren geistigen Fähigkeiten und besserer körperlicher Belastbarkeit verbunden war, allerdings nur in der älteren Altersgruppe.
Die kognitiven Werte waren bei denjenigen, die ein hohes Maß an leichter oder schwerer Hausarbeit verrichteten, um 8 % beziehungsweise 5 % höher als in den Gruppen mit geringem Arbeitsvolumen.
Auch die Werte für die Zeit vom Sitzen bis zum Stehen und für Gleichgewicht/Koordination waren in der Gruppe mit hohem Arbeitsaufwand um 8 % beziehungsweise 23 % höher als in der Gruppe mit geringem Arbeitsaufwand.
„Diese Ergebnisse deuten insgesamt darauf hin, dass die höheren kognitiven, körperlichen und sensomotorischen Funktionen, die mit schweren Hausarbeitstätigkeiten verbunden sind, plausibel mit einem geringeren physiologischen Sturzrisiko bei in der Gemeinschaft lebenden älteren Erwachsenen verbunden sein könnten“, folgern die Wissenschaftler.
Sie weisen aber darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, welche die Kausalitäten letztlich nicht klärt.