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Dies sagte EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska der deutschen Zeitung "Welt am Sonntag". Damit erhöht sie den Druck auf den Wolfsburger Autobauer kurz vor einem wichtigen Vergleich mit US-Klägern.
In den USA läuft am Dienstag die vom US-Bezirksgericht in San Francisco gesetzte Frist ab, bis zu der VW einen mit den US-Behörden abgestimmten Plan präsentieren muss, wie die Manipulation von Abgasen an den betroffenen Fahrzeugen technisch behoben wird und wie die US-Kunden entschädigt werden.
Wie Reuters von einem Insider erfuhr, will VW zur Beilegung des Abgas-Skandals in den USA eine Entschädigungssumme von insgesamt rund 10 Milliarden Dollar zahlen. Darin sei der Rückkauf von fast einer halben Million manipulierter Dieselautos mit 2,0-Liter-Motoren enthalten.
Zudem beinhalte die Summe eine milliardenschwere Förderung von Umweltprogrammen. Die Fahrzeughalter sollen demnach im Durchschnitt mit rund 5000 Dollar entschädigt werden.
Eine entsprechende Entschädigungen in Europa lehnen die Wolfsburger hingegen ab. VW argumentiert damit, dass die betroffenen Fahrzeuge nach der Umrüstung dem technischen Stand entsprechen und weitere Forderungen unbegründet seien. Auch sei die Rechtslage in den USA, wo der Dieselskandal aufgedeckt wurde, eine andere.
"Es ist unfair, wenn sich Volkswagen hinter diesen rechtlichen Erwägungen versteckt", sagt Bienkowska. "Es ist nicht meine Rolle, Volkswagen Ratschläge zu erteilen. Aber die Konsumenten in Europa anders zu behandeln als die US-Konsumenten ist kein Weg, das Vertrauen wiederzuerlangen."
Volkswagen hatte im September auf Druck der US-Umweltbehörden zugegeben, Diesel-Abgaswerte bei Zweiliter-Dieselmotoren mit einer speziellen Software manipuliert zu haben. Weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge davon betroffen.
(SDA)