Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03488.jsonl.gz/2375

Janne Pesonen wird für das Vortäuschen einer Verletzung mit einer Busse von 900.- Franken bestraft. Die Szene ereignete sich im Auswärtsspiel vom 8.1.2017 gegen den EV Zug. Das Urteil wirft bei uns einige Fragen auf. Müssten Tätlichkeiten im Eishockey nicht auch härter bestraft werden?
Wir erinnern uns an die Szene im Spiel EVZ gegen den HCAP vom 8.1.2017. Der EVZ erzielt den Anschluss treffer zum 2:3. Dann die Szene. Josh Holden streckt auf dem Weg zu seinen Teamkollegen Janne Pesonen mit einem Crosscheck nieder. Pesonen geht zu Boden und bleibt liegen.
Diese Szene hat nun für den Finnen ein Nachspiel. Die Liga hat die Szene analysiert und kommt zu folgendem Urteil:
„Janne Pesonen vom HC Ambri-Piotta wird wegen Vortäuschen einer Verletzung im Meisterschaftsspiel der National League A vom 8. Januar 2017 zwischen dem EV Zug und dem HC Ambri-Piotta mit CHF 900.— gebüsst (inkl. Verfahrenskosten).
Das Vortäuschen von Verletzungen, Fouls oder gefährlichen Aktionen, sind unfaire Handlungen, die das Spiel verfälschen. Solche Aktionen werden im Eishockey nicht toleriert und dementsprechend sanktioniert.“
Josh Holden kassierte für seinen Crosscheck eine Zweiminutenstrafe. Die Szene hat eine Vorgeschichte. In der 7. Minute checkt Pesonen Holden an die Bande und wird dafür für 2 Minuten in die Kühlbox geschickt. Auch Holden hat nach dem Check Mühe aufzustehen und spielt wenige Minuten später wieder so, als wäre nichts gewesen. Ohne spätere disziplinarische Folgen.
Bestrafung von Tätlichkeiten
Eishockey ist ein Männersport. Checks und Fights gehören dazu. Doch darum geht es nun nicht. Vielmehr stellt sich die Frage, wie sollen solche absichtlichen Tätlichkeiten im Eishockey bestraft werden? Holden hatte die Möglichkeit dem stehenden Pesonen auszuweichen. Er nutzt aber diese Gelegenheit für eine Revanchefoul bei unterbrochenem Spiel. Eine klare Tätlichkeit! Diese gehört aus ebenso hart disziplinarisch nachbestraft, wie das Vortäuschen der Verletzung. Im Fussball wäre hier eine Rote Karte angemessen gewesen.
Eishockey ist nicht Fussball und das ist auch gut so. Eishockeyspieler sind keine Pussys da sind wir uns einig. Schwalben und Vortäuschen von Verletzungen sind im Eishockey verpönt und werden von der Liga bestraft und die „Täter“ an den Pranger (Veröffentlichung der Videos) gestellt. Da ist das Eishockey dem Fussball einiges voraus.
In diesem Fall steht aber eher das Opfer am Pranger. Dass Pesonen (zu theatralisch?) am Boden liegen blieb kann sein. Entlastend muss aber berücksichtig werden, dass er nicht mit dem Crosscheck rechnen musste (wobei Holden für solche Szenen nicht unbekannt ist..) und dadurch überrascht wurde und die Szene sicher auch schmerzhaft war.
Der Fussball hat dem Eishockey voraus, dass solche Tätlichkeiten sofort auf dem Platz mit einem Restauschluss bestraft werden. Vielleicht sollte sich die National League hier ein Beispiel am Fussball nehmen.
Eure Meinung interessiert uns, schreibt sie uns als Kommentar hier oder auf unserer Facebook Seite.
Roland Jauch
Gazzetta dell’Ambrì – mehr als andere…