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Jahrzehntelang wurde das Drogenmekka Holland von unseren Medien als Vorbild für Liberalisierung gehandelt. Doch in den letzten Jahren versiegten die «Erfolgsmeldungen». Warum?
In den Niederlanden hat seit einigen Jahren ein Umdenken über den Liberalismus im Allgemeinen stattgefunden, das zur Schliessung von einem Drittel der Fenster in berühmten Prostitutions-Stadtteil von Amsterdam und zur Übernahme einiger der härtesten Einwanderungsbestimmungen in Europa durch die Niederlande führte. 50 Prozent der Asylgesuche werden in acht Tagen erledigt. Wer dann nicht innert 28 Tagen das Land verlässt, hat keinen Anspruch auf Nothilfe.
Ein Asylzentrum mit über 1‘000 Unterkunftsplätzen liesse sich in den Niederlanden kaum realisieren. Der jüngste Schritt des Landes in der laufenden Abkehr von seiner berühmten Toleranzpolitik ist die Ankündigung der niederländischen Regierung, dass Cannabis mit hohem THC-Gehalt wegen seiner Rolle bei den zunehmenden öffentlichen Gesundheitsschäden neu als harte Droge wie Kokain und Ecstasy klassifiziert würde.
Wird die kürzliche Informationsreise von Bundesrätin Simonetta Sommaruga nach Den Haag zu einem Umdenken in Bundesbern führen oder ist ausser Spesen nichts gewesen?
Peter Aebersold,
Zürich