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Zum ersten Mal wurde der Zusammenhang von Schusswaffenbesitz und Suiziden mit Schusswaffen in den Kantonen der Schweiz untersucht. Sind Schusswaffen im Haus vorhanden, werden diese auch häufiger für Suizide benutzt, zeigt eine neue Studie der Universität Zürich.
In den Kantonen der Zentralschweiz (Uri, Ob- und Nidwalden, Schwyz und Glarus), Baselland und Bern werden überdurchschnittlich viele Suizide mit einem Gewehr oder einer Pistole verübt. In diesen Kantonen ist in vielen Haushalten eine Schusswaffe vorhanden, in Baselland, Uri, Nidwalden und Obwalden beispielsweise in über 45% der Haushalte.
Weniger Waffen (unter 25%) hat es in Haushalten der städtischen Kantone Basel-Stadt und Genf und der Romandie (Waadt und Neuenburg). Dementsprechend gering ist dort der Anteil der Schusswaffen-Suizide.
Insgesamt wurden in der Schweiz zwischen 1998 und 2007 13'410 Suizide begangen, davon 3169 oder 23,6% mit einer Schusswaffe.
Pistolen und Gewehre werden besonders häufig bei impulsiven Suiziden oder Suiziden unter Alkoholeinfluss verwendet.
Mit geeigneten Massnahmen könnten in der Schweiz - schätzt die Studie vorsichtig - jährlich bis zu 100 Suizide verhindert werden. Auch Organisationen wie die Armee, Polizeikorps, Schützen- und Jägerverbände sollten Präventionsmassnahmen zum Selbstschutz ihrer Mitglieder treffen.
In der Schweiz sank der Anteil der Suizide mit Schusswaffen zwischen 1998 und 2007 von 30 auf 19%. Gleichzeitig ging der Anteil der Haushalte mit Schusswaffen von 38 auf 28% zurück.
Im Februar 2009 wurde die Initiative "Für den Schutz vor Waffengewalt" mit 107'000 Unterschriften eingereicht. Sie verlangt unter anderem, die Militärwaffe aus dem Kleiderschrank zu entfernen.
Im Februar 2010 hatte die Weltwoche eine Studie des Nationsfonds kritisiert, die beweisen wolle, dass Armeewaffen für viele Familiendramen verantwortlich seien ("Mitnahmesuizide"). Sie sei Teil einer Kampagne gegen die liberalen Waffengesetze der Schweiz.
Im nächsten Februar könnte die Volksabstimmung stattfinden.
swissinfo.ch und Agenturen