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Kanada: Bruce soll Lutetium-177 erzeugen
Die drei Unternehmen Bruce Power, ITM und ITG unterzeichneten eine Absichtserklärung, um die Erzeugung von Lu-177 im Kernkraftwerk Bruce (Candu, 2x 760 MW, 2x 750 MW und 4 x 817 MW) in der kanadischen Provinz Ontario zu erkunden. Laut Absichtserklärung übernimmt die ITG die Entwicklung, die Verarbeitung und den weltweiten Vertrieb des Lu-177.
Mit den Reaktoren des Kernkraftwerks Bruce wird seit den 1980er-Jahren bereits Cobalt-60 (Co-60) hergestellt. Derzeit ist das Kraftwerk nach Angaben der Bruce Power der weltweit grösste Versorger dieses Radionuklids. Co-60 dient unter anderem zur Sterilisation medizinischer Instrumente. Laut Bruce Power sind diese Reaktoren auch in der Lage, die Versorgung mit Lu-177 bis ins Jahr 2064 sicherzustellen. Lu-177 wird zur Therapie gegen neuroendokrine Tumore und Metastasen wie beispielsweise in der Bauchspeicheldrüse eingesetzt, wobei das gesunde Gewebe praktisch nicht geschädigt wird.
Die Orano (frühere Areva NP) entwickelt derzeit für die Bruce Power Gerätetechnik, damit die Candu-Reaktoren des Kernkraftwerks Bruce fortlaufend Isotope produzieren können. Ein entsprechendes Abkommen vom August 2017 erlaubt es der Bruce Power, Isotopen mit kurzen Halbwertszeiten wie Molybdän-99, Lutentium-177 oder Iridium-192 herzustellen, ohne den Betrieb der Candu-Reaktoren zu beeinträchtigen.
Kanada und die Schweiz
Ende Juni 2018 hatte die Ontario Power Generation (OPG) angekündigt, dass sie in ihrem Kernkraftwerk Darlington (4 x Candu, je 878 MW) das Radioisotop Molybdän-99 (Mo-99) erzeugen werde. In der Schweiz hat die Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG (KKG) mit einer an ihrer Generalversammlung vom 5. Juni 2018 genehmigten Statutenänderung die Voraussetzungen geschaffen, um allenfalls auch in die Isotopenerzeugung einzusteigen.