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Vom Bangkok-E-Bus-Programm lernen
Interview mit Chatrapon Sripratum, geführt von Patchaya Thanaudom
Vice President Strategy Development and Investment Planning Department, Energy Absolute Public Company Limited
Das Unternehmen Energy Absolute Public Company Limited (EA) spielt eine führende Rolle in den Bereichen Biodiesel sowie erneuerbare Energien (Solarkraftwerke und Windparks) und neuerdings auch in der E-Mobilität. Dieses Engagement erstreckt sich von einer Lithiumionenbatterie-Fabrik über eine Fabrik für Elektronutzfahrzeuge bis hin zu Elektroladestationen und eigenen Verkehrsbetrieben. Das Unternehmen setzt das Bangkok-E-Bus-Programm in Thailand um.
Wie kam die Zusammenarbeit mit der Stiftung KliK zustande?
Es hat damit angefangen, dass Energy Absolute Elektronutzfahrzeuge herstellen und selbst betreiben wollte.
Wir wollten ein Geschäftsmodell, das einen grossen Nutzen für die Gesellschaft hat. Daher haben wir entschieden, uns auf E-Busse zu konzentrieren, da diese unserer Meinung nach sehr wichtig sind. Die Herausforderung war, dass E-Busse im Vergleich zu Dieselbussen sehr teuer waren. Wir haben überlegt, wie wir das Projekt durchführen können, ohne die Preise für die Fahrgäste zu erhöhen. Wir führten Gespräche mit Finanzinstituten und erkundeten verschiedene Optionen. Dann hatten wir ein Treffen mit der Schweizerischen Botschaft, die uns auf die Stiftung KliK aufmerksam gemacht hat.
Was sind Ihrer Meinung nach die Vorteile einer Kooperation nach Artikel 6?
Das ist nicht nur für Energy Absolute, sondern auch für Thailand insgesamt eine tolle Entwicklung. Wir haben die Möglichkeit, mit der Schweiz zusammenzuarbeiten, die meiner Meinung nach ein Land mit hohen Standards zum Beispiel im Bereich Arbeitseffizienz und Transparenz ist. Aus Sicht unseres Unternehmens und der thailändischen Regierung kann die Zusammenarbeit mit der Schweiz unsere bilateralen Beziehungen und das Engagement in Bezug auf den Klimawandel verbessern. Ausserdem kann dadurch Thailands Standard beim Austausch von Emissionsgutschriften verbessert werden.
Was war die Rolle von EA bei den bilateralen Vereinbarungen nach Artikel 6?
Die Verhandlungen fingen auf Regierungsebene an. Das thailändische Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt besprach das Thema mit den Schweizer Kollegen. Der Kooperationsrahmen konzentriert sich massgeblich auf die Übertragung von Emissionsgutschriften (ITMOs) zwischen Ländern. Dies beinhaltet Verfahren und Massnahmen, um unter anderem die doppelte Zählung von Emissionsgutschriften zu vermeiden. Man kann es sich wie ein Regelwerk vorstellen. Wir hatten Glück, dass die thailändische Regierung mit uns, Energy Absolute, dem Betreiber, zusammengearbeitet hat, um sicherzustellen, dass die Umsetzung des Programms gemäss den festgelegten Standards durchgeführt wird. Sie haben sich die praktischen Schritte angeschaut und gesehen, ob die Umsetzung möglich war, wo die Schwierigkeiten lagen und ob sie mit den festgelegten Kriterien in Einklang gebracht werden konnten.
Wie waren Thailand und die Schweiz bei der Entwicklung des E-Bus-Programms involviert?
Ich muss zugeben, dass es anfangs auf beiden Seiten lange gedauert hat, da es ein ganz neues Konzept war. Die zuständigen thailändischen und schweizerischen Behörden mussten Zeit für die Feinabstimmung und für die Sichtung der verschiedenen Standards und Regulationen aufbringen. Beeindruckend war, dass alle beteiligten Parteien dieses Projekt wirklich voranbringen wollten und Probleme direkt lösten, wenn sie entstanden. Der thailändische Minister für natürliche Ressourcen und Umwelt H.E. Varawut sagt immer: «Thailand redet nicht nur und unterzeichnet Abkommen, sondern wir handeln auch.»
«Aus Sicht unseres Unternehmens und der thailändischen Regierung kann die Zusammenarbeit mit der Schweiz unsere bilateralen Beziehungen und das Engagement in Bezug auf den Klimawandel verbessern.»
Wie verlief die Zusammenarbeit mit der Stiftung KliK?
Energy Absolute ist im Vergleich mit der Stiftung KliK relativ neu auf diesem Gebiet. Sie haben uns auf unterschiedliche Art und Weise unterstützt, unter anderem bei technischen Themen, der Berichterstattung und der Kommunikation mit der Schweizer Regierung. Da dieses Rahmenwerk neu ist, spielt Kommunikation eine wichtige Rolle. Wir hatten viele Online-Meetings mit der Stiftung KliK, Energy Absolute und der Schweizer Regierung, um das Projekt besser zu verstehen.
Was würden Sie zukünftigen KliK-Projektpartnern mit auf den Weg geben?
Es ist wichtig, zuerst die Informationen zu prüfen, bevor man denkt, es ist zu schwierig oder es gibt zu viele Anforderungen, die nicht erfüllt werden können. Als wir bei Energy Absolute mit dem Projekt angefangen haben, haben wir uns gefragt, ob wir das schaffen können und ob es nicht zu viele Hindernisse in Zusammenhang mit den beiden Regierungen und der Privatwirtschaft gibt. Wir haben angefangen, daran zu arbeiten, haben die Probleme gelöst, wenn sie aufgetaucht sind, und diskutiert, wenn wir feststeckten. Ich denke, dass es für andere Projekte, egal ob in Thailand oder in anderen Ländern, einfacher wird, denn unser Bangkok-E-Bus-Programm läuft bereits. Die Partner, mit denen wir zusammengearbeitet haben, darunter KliK und die Schweizer Regierung, haben Erfahrung beim Anbahnen von Projekten dieser Art gesammelt. Das wird es für kommende Projekte in mancher Hinsicht einfacher machen. Es bleibt aber dennoch wichtig, die Anforderungen und Vorgaben vorher zu besprechen.