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Blog: In der Schweiz sind etwa 20% der Bevölkerung von einer Laktoseintoleranz betroffen.
In der Schweiz sind etwa 20% der Bevölkerung von einer Laktoseintoleranz betroffen. Das bedeutet: Sie vertragen keinen Milchzucker. Verantwortlich dafür ist die unzureichende Produktion oder das komplette Fehlen des Enzyms ??Laktase??, das den Milchzucker während des Verdauungsprozesses normalerweise in die Zuckerarten ??Glukose?? und ??Galaktose?? aufspaltet.
Ohne Laktase kann Milchzucker also nicht verwertet werden und trifft daher in unverdautem Zustand auf die Bakterien im Darm. Das führt oft zu Gärungsprozessen und damit zu Blähungen. In schlimmen Fällen gesellen sich noch Krämpfe, Durchfall oder gar ?belkeit dazu.
Wie kommt es zu einer Laktoseintoleranz?
Nur sehr wenige Menschen leiden unter einer angeborenen Laktoseintoleranz. Hierbei handelt es sich um einen Gendefekt, der einen Mangel an Laktase bewirkt. Die häufigste Form ist dagegen die sogenannte ??primäre Laktoseintoleranz??, die für gewöhnlich ab dem fünften Lebensjahr auftritt. Die Produktion von Laktase wird mit steigendem Alter geringer. Meistens stellt der Körper sie allerdings nicht komplett ein.
Daneben gibt es noch die sekundäre ??Laktoseintoleranz??, die in der Regel auf Krankheiten zurückzuführen ist, welche eine Schädigung der Darmschleimhaut zufolge haben. Aber auch eine ungünstige Lebensweise wie übermässiger Alkoholkonsum oder Mangelernährung können eine mögliche Ursache sein.
Wie diagnostiziert man eine Milchzuckerunverträglichkeit?
Wer den Verdacht hat, dass er an einer Laktoseintoleranz leidet, kann zunächst ausprobieren, ob er sich bei einem kompletten Verzicht auf milchzuckerhaltige Produkte besser fühlt und ob sich seine gesundheitlichen Probleme verringern. Eine fundierte Diagnose ist das allerdings noch nicht. Die ist nur mithilfe eines Arztes möglich.
Es gibt zwei Arten von Tests, mit denen ?rzte eine Laktoseintoleranz feststellen können. Beim Laktose-Toleranz-Test trinkt der Patient eine Milchzuckerlösung auf nüchternen Magen. Anschliessend wird sein Blutzuckerspiegel gemessen. Steigt er über einen bestimmten Wert, ist das ein Zeichen dafür, dass genügend Laktase produziert wird und die verabreichte Nährstofflösung vom Körper aufgenommen wurde. Eine Milchzuckerintoleranz liegt dann also nicht vor. Wird der Wert nicht erreicht, erhärtet sich der Verdacht auf eine Laktoseintoleranz.
Als noch präziser gilt der H2-Atemtest, oder auch Wasserstoffatemtest. Auch hierbei bekommt der Patient eine Milchzuckerlösung verabreicht, die er auf nüchternen Magen trinken muss. Eine Laktoseintoleranz zeigt sich unter anderem dadurch, dass aufgrund der übermässigen Gärungsprozesse im Darm vermehrt Wasserstoff freigesetzt wird. Dieses Gas tritt infolgedessen auch deutlich messbar mit der Atemluft aus.
Für den Test wird die Konzentration des Wasserstoffs im Atem zunächst einmal gemessen, BEVOR der Patient die Lösung zu sich genommen hat. Nach Einnahme der Milchzuckerlösung folgen weitere Messungen. Aufgrund der Differenz der Messwerte, kann der Arzt eine Milchzuckerintoleranz identifizieren. Die Kosten für beide Arten von Tests werden von der Krankenkasse übernommen.
Gibt es eine Therapie?
Bei einer angeborenen oder sekundären Laktoseintoleranz sind weitere medizinische Behandlungsmassnahmen zwingend notwendig. In diesen Fällen sollte man sich unbedingt durch einen Arzt beraten lassen.
Die primäre Laktoseintoleranz ist strenggenommen kein Krankheitsbild, sondern ein im Grunde natürlicher körperlicher Prozess, der beim einen mehr und beim anderen weniger stark ins Gewicht fällt. Die Natur hat Milch nämlich eigentlich nur als Nahrungsmittel von Babys und Kleinkindern vorgesehen.
Bedingt durch die mitteleuropäischen Ernährungsgewohnheiten ist die Quote der laktoseintoleranten Menschen in unserer Region aber relativ niedrig, denn wir sind es gewohnt, verhältnismässig viele Milchprodukte zu verzehren. Es gibt allerdings auch Regionen, in denen kaum ein Einwohner Milchprodukte verdauen kann. Leider gibt es keine Therapie, die gegen diese Unverträglichkeit hilft. Man kann jedoch verschiedene Gegen-Massnahmen ergreifen, ums ich vor Auswirkungen von Laktoseintoleranz zu schützen.
Wie kann man Laktoseintoleranz behandeln?
Zunächst sollten milchzuckerintolerante Menschen selbstverständlich laktosehaltige Milchprodukte meiden. Gemeint sind in erster Linie Produkte wie Milch, Buttermilch oder Rahm. Bearbeitete Milchprodukte wie Joghurt, Quark und Käse enthalten nur noch wenig bis gar keine Laktose und werden von laktoseintoleranten Menschen oft besser vertragen. Die persönliche Toleranzgrenze muss man allerdings selbst austesten. Im Zweifelsfall sollten Patienten lieber zu Produkten greifen, die als laktosefrei deklariert sind, oder andere Alternativen wie Soja- oder Mandelmilch kaufen.
Achtgeben sollte man bei einer Laktoseintoleranz auch auf die Inhaltsstoffe von Fleischprodukten, Süssigkeiten, Gewürzmischungen, Tütensuppen, Getränken sowie Medikamenten. Auch hierin findet sich häufig Milchzucker. Daher ist es ratsam, stets die Angaben der Verpackungen intensiv zu lesen. Möchte man sich ausgiebiger informieren, sollten man eine individuelle Ernährungsberatung in Erwägung ziehen. Krankenkassen beteiligen sich bisweilen an den Kosten dafür.
Eine weitere wirksame Behandlungsmethode gegen Laktoseintoleranz ist die Einnahme von Laktase. Das Enzym ist in Form von Tabletten oder Pulver erhältlich und lässt sich auf diese Weise bequem vor milchzuckerhaltigen Mahlzeiten einnehmen.
Aufgenommen am: 28.10.2015
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