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Ar 28
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Ar 28
1945-1989
13.5 m
Sammlung von Dokumenten zur polnischen Zeitgeschichte:
Teil 1: Untergrundpublikationen bis zur Verhängung des Kriegszustandes in Polen am 13.12.1981
Teil 2: Untergrundpublikationen aus der Zeit des Kriegszustandes, über dessen Aufhebung bis zu den Wahlen vom 18.6.1989
Teil 3: Publikationen der polnischen Staatsverlage und der Kirche von 1945 bis 1985
Dem Schweizerischen Sozialarchiv übergeben im Februar 1989. Ähnliche Sammlungen gelangten damals ins International Institute for Social History in Amsterdam und in die Fondazione Giangiacomo Feltrinelli in Mailand.
Anfang Februar 1989 wurde dem Schweizerischen Sozialarchiv eine Dokumentensammlung aus den Jahren 1978 - 1984 der polnischen Gewerkschaftsbewegung "Solidarność" als Depositum überreicht. Heute stellt sie eine wertvolle Illustration zum politischen Umbruch der Achtzigerjahre dar.
Die Sammlung dokumentiert die Entstehung des Komitees zur Verteidigung der Arbeiter (KOR), der politischen Partei Konföderation Unabhängiges Polen (KPN) und der Gewerkschaft "Solidarność", sowie die politische und soziale Tätigkeit dieser Organisationen in der Legalität, d.h. bis zur Verhängung des Kriegsrechtes am 13.12.1981, wie auch in der Illegalität, d.h. vom 13.12.1981 bis circa Mitte 1984. Das Material selbst ist sehr heterogen, es setzt sich nicht nur aus Zeitungen, Zeitschriften, Büchern, Broschüren, Manuskripten, sondern auch aus Flugblättern, Plakaten, Photos u.a. zusammen. Der grösste Teil besteht aus der Untergrundpresse der "Solidarność" und anderer oppositioneller Bewegungen. Darunter vertreten sind 136 Titel (Tages- und Wochenzeitungen, Monatsschriften, Quartalsschriften, Bulletins) aus der legalen und 154 Titel aus der illegalen Phase. Neben der Presse gibt es über 200 Publikationen aus der Literatur des sogenannten "zweiten Umlaufs" (Untergrundverlage), vorwiegend politischen Charakters. Ein wichtiger Bestandteil des Archives stellen diverse Kleindokumente dar. Hier handelt es sich neben den Statuten und Programmen auch um Appelle, Absichtserklärungen und Aufrufe zum Streik der führenden Gremien von "Solidarność". Von Bedeutung aus der Periode der Rechtslosigkeit (Kriegszustand) vom 13.12.1981 bis 21.7.1983 sind die detaillierten Schilderungen der Betroffenen selbst - oft mit Namen und Adressen versehen - sie geben Auskunft über die zahlreichen Fälle von Rechtsverletzungen seitens der Milizeinheiten und des Sicherheitsdienstes. Hierher gehört die Repressionsstatistik: die Listen der Gefangenen bzw. Internierten mit jahrelangen Zuchthausstrafen für politische Vergehen. Das Archiv weist enorme Lücken auf, v.a. die Jahre 1985-1989 sind sehr schwach dokumentiert.
Es wurden keine Kassationen vorgenommen.
Neuzugänge werden nicht erwartet.
Das Archiv zur polnischen Zeitgeschichte ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs frei zugänglich. Es gelten die ordentlichen Benutzungsbestimmungen des Schweizerischen Sozialarchivs.
Der Bestand wurde Im Jahr 1990 von Maria Ruegg-Michler verzeichnet .