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Lifelines – Roger Ackling . Carol Robertson . Trevor Sutton
Ausstellung 27.05.2017 – 14.07.2017
Diese Ausstellung bringt das Werk von Roger Ackling (1947–2014) mit dem von zwei seiner engsten Freunde – Trevor Sutton und Carol Robertson – in Verbindung. Alle drei haben ein gemeinsames Interesse an reduktiver Abstraktion, sie unterscheiden sich jedoch offensichtlich in ihrer jeweiligen Arbeitspraxis.
Ackling arbeitete immer auf ritualisierte Weise im Freien: Er bündelte das Sonnenlicht durch ein Vergrößerungsglas direkt auf das Holz, das er in der Hand hielt, wobei er mit den eingebrannten Linien präzise geometrische Muster zeichnete. Er gebrauchte dabei häufig gefundenes Holz, insbesondere Treibholz, das durch die Einwirkung der Naturgewalten bereits auf spezifisch visuelle Weise verwittert und gealtert ist. Später verwendete er in seinem Schaffen auch Readymade-Holzobjekte wie Werkzeuge oder Bilderrahmen und mit Sinn für Humor auch banale Objekte wie Löffel, Wäscheklammern oder Stiele von Lutschern.
Sutton teilt Acklings Vorliebe für die Einschränkungen, die ein ritualisierter und geordneter Prozess auferlegt, bevorzugt jedoch die sinnliche Materialität der Farbe. Jüngste Arbeiten auf Papier setzen als zentrales Strukturelement Gitternetze ein, die oftmals mit Bleistift über behutsam gemalte Ölgründe gezeichnet werden. Seine zurückhaltenden Pinselstriche mit ihrer unauffälligen Gestik werden durch subtile, rhythmische Farbübergänge mit Leben erfüllt, die vielleicht auf Musik, auf eine Landschaft oder die Qualität des Lichtes anspielen. Er fertigt auch farbenfrohe Aquarelle, wobei er mehrfarbige Gitternetze verwendet, welche er mit “Erinnerungslandkarten” vergleicht, in denen persönliche Erfahrungen aufgezeichnet sind.
Robertson ist ebenfalls im Bereich der Malerei tätig; sie arbeitet zumeist (aber nicht ausschließlich) mit Kreisen. Als Variation zum Kreis hat sie auch eine Serie von kleinen Sternzeichnungen geschaffen, die Acklings symbiotische Beziehung zur Sonne ergänzen. Sie malt neun- oder achtzehnzackige Sterne, die sich in ihrer Konturenschärfe voneinander unterscheiden, da bei jedem kontrastierende Farbkombinationen eingesetzt werden, die von ihrem Mittelpunkt aus mit unterschiedlicher Intensität und Konzentration nach außen pulsieren. Folgt man dem Umriss dieser Ausstrahlungen, wird die Zeit, die dafür erforderlich ist, um diese zusätzliche Entfernung zurückzulegen, zu einer Meditation.
Ackling und Sutton lehrten am Chelsea College of Art & Design in London. Sie lebten zusammen mit Robertson und Acklings Ehefrau Sylvia mehr als zehn Jahre lang im selben Haus in London. Sutton und Robertson hatten auf ihrer Hochzeit Sylvia mit Roger bekannt gemacht, wodurch eine lebenslange Freundschaft zwischen ihnen allen gefestigt wurde. Tragischerweise starb Roger im Jahr 2014, nachdem bei ihm vier Jahre zuvor die Motorneuronerkrankung diagnostiziert worden war. Die vier besuchten seine letzte Einzelausstellung bei der Galerie Gisèle Linder im Mai 2013.
Diese Ausstellung ist Roger Ackling gewidmet.