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Der Bauernverband bezeichnete die Einbußen für die Landwirte als „historisch“. Die Verluste beliefen sich auf bis zu 50 % bei der Gerste und bis zu 70 % beim Hartweizen im Norden Frankreichs. Beim Weichweizen lägen sie zwischen 20 % und 60 %. Laut Verbandsangaben hat es nicht alle Anbauregionen im gleichen Ausmaß erwischt; besonders hoch seien die diesjährigen Ernteverluste aber offensichtlich in den Regionen Poitou-Charentes, in Zentrum-Val-de-Loire, in Burgund sowie im Norden und im Nordosten des Landes, aber auch in der Île-de-France und in der Normandie.
Dem Statistischen Dienst des Pariser Landwirtschaftsministeriums (Agreste) zufolge haben von Mitte Mai an Kälte und Lichtmangel das Ertragspotential der Kulturen geschwächt. Daneben hätten ein Übermaß an Regen und die fehlende Sonne im Juni die Erträge beim Wintergetreide „erheblich beeinträchtigt“. Zudem hätten die klimatischen Bedingungen das Auftreten von Krankheiten und Schädlingen begünstigt. Auch die Blüte und die Kornfüllungsphase hätten unter schlechten Bedingungen stattgefunden. Als gravierend schätzen die Verbände die Folgen für die Erzeuger ein. Einige Landwirte könnten inzwischen ihre finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen.
Für viele handele es sich um den „dritten schweren Schlag“ in Folge. Es stelle sich für sie die Frage, wie man die kommende Aussaat bewältigen solle. Die von Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll Ende Juli angekündigten Hilfsmaßnahmen für Getreideerzeuger hält der Bauernverband für nicht ausreichend. Zum Ende des Sommers müssten weitere Hilfen aufgelegt werden. Zugleich wies der FNSEA darauf hin, dass nicht alle Landwirte eine Ernteversicherung abgeschlossen hätten, so dass die finanzielle Situation auf den Höfen sehr unterschiedlich sei.