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Die Behörden von Biel und Umgebung lassen nicht locker mit ihrer Forderung nach einer konsequent zweisprachigen Beschriftung der neuen Autobahnumfahrung von Biel. Am Donnerstag präsentierten sie vor den Medien eigene Vorschläge:
- Aus dem heutigen Schild «Biel-Ost» soll «Biel/Bienne - Ost/Est» werden.
- «Biel-Mett» soll in «Biel/Bienne - Mett/Mâche» geändert werden.
- «Biel-Bözingenfeld» soll hingegen nicht mit «Bienne - Champs de Boujean» übersetzt werden.
Die Bieler Behörden sehen ein, dass die Leserlichkeit eines Schilds mit diesen langen Wörtern schlecht wäre. Deshalb schlagen sie «Biel/Bienne - Industrie» vor. Gefordert wird auch, dass es künftig «Ausfahrt/Sortie» heisst und die Radiofrequenzen in beiden Sprachen aufgeführt werden. Im zweisprachigen Kanton Freiburg sei das der Fall.
«Bund nimmt Biel Hälfte weg»
Nicht alle Schilder über oder entlang des im Herbst 2017 eingeweihten A5-Ostastes sind einsprachig deutsch. Einige Schilder tragen den offiziellen Namen «Biel/Bienne» der grössten zweisprachigen Stadt der Schweiz. Die Bieler Behörden wollen aber, dass die Beschilderung konsequent zweisprachig ist.
Ihren Angaben zufolge sind 32 Schilder zu verbessern. Das Bundesamt für Strassen Astra solle die offizielle Zweisprachigkeit Biels respektieren, wo die Französischsprachigen etwa 42 Prozent der Bevölkerung ausmachen. «Der Bund nimmt Biel eine Hälfte weg», sagte am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Biel Cédric Némitz, Bieler Gemeinderat französischer Muttersprache.
Astra: «Wir können nichts machen»
Das Astra sagte am Donnerstag auf Anfrage, es könne in dieser Angelegenheit derzeit noch gar nichts tun. Im Parlament sei eine im September 2017 vom Berner SVP-Nationalrat Manfred Bühler eingereichte Motion noch nicht behandelt worden. Das Astra dürfe der parlamentarischen Entscheidung nicht vorgreifen.
Der Bernjurassier Bühler fordert in seiner Motion, das Gesetz sei so anzupassen, dass in Ortschaften mit einer sprachlichen Minderheit von mindestens 30 Prozent die Autobahnanschlüsse zweisprachig aufgeführt werden können. Der Bundesrat lehnt dies aus Gründen der Leserlichkeit ab; «Biel/Bienne» auf gewissen Schildern sei eine Ausnahme.
Um ihren Forderungen zum Durchbruch zu verhelfen, haben die Stadt Biel, die Stiftung Forum für die Zweisprachigkeit in Biel und der Rat für französischsprachige Angelegenheiten des Verwaltungskreises Biel/Bienne weitere Unterstützung gesucht.
Zahlreiche Amtsträgerinnen und Amtsträger aus der Region stellen sich nun offiziell hinter die Forderung nach einer konsequenten Beschilderung des A5-Ostasts. Zudem werden Politiker parlamentarische Vorstösse einreichen und die neue Uvek-Vorsteherin Simonetta Sommaruga hat Post aus Biel erhalten.