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Luzerner Theater | Carmen
Eine Frau, die als Zigeunerin ausserhalb der bürgerlichen Gesellschaft steht, folgt ohne Rücksicht auf soziale Normen ihren Sehnsüchten und verzichtet auch um den Preis des eigenen Lebens nicht auf Selbstbestimmung.
Tragödientod auf der Opernbühne
«Carmen» das letzte Werk von Georges Bizet, 1875 an der Opéra-Comique in Paris uraufgeführt, startete als ungeheure Provokation. Doch schon ein Jahr später setzte der bis heute andauernde Erfolg ein, der die Heldin als Inbegriff einer Femme fatale zum Mythos machte. Auf den Sergeanten Don José wartet ein Leben bürgerlicher Wohlanständigkeit an der Seite des Bauernmädchens Micaela. Doch dann begegnet er Carmen, die ihm ihre Liebe in Aussicht stellt für eine kleine illegale Gefälligkeit. Der Soldat vergisst seine Pflicht, verstrickt sich in weitere Verbrechen und verliert jeden Handlungsspielraum. Die Liebe aber bleibt frei.
Hintergrund
Der französische Komponist Georges Bizet schuf auf der Grundlage einer Novelle von Prosper Mérimée ein Werk, das – mit den gesprochenen Dialogen, dem fast naturalistisch gezeichneten einfachen Milieu und den vielen als Bühnenmusik konzipierten Gesangsnummern – typische Merkmale der Opéra comique aufgreift. Gleichzeitig weist es mit seiner engen Verzahnung von Drama und Musik, aber auch mit der subtilen, psychologisch glaubwürdigen Zeichnung der Charaktere weit über die Konventionen jener Gattung hinaus.