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Investitionen
Investitionen sind Ausgaben des Unternehmenssektors für Produktionsgüter, wie Maschinen, Fahrzeuge, Vorräte und Bauten. Ausgaben der Haushalte für den Erwerb von Grundstücken und Gebäuden sowie der Neubau von Häusern und Wohnungen werden ebenfalls zu den Investitionen gezählt.
Investitionen erhöhen das vorhandene Realkapital:
Durch Investitionen wird der momentane Wohlstand, d.h. die Menge der für den Konsum verfügbaren Güter, vermindert, zugunsten einer Chance, in Zukunft besser zu leben. Der Pfahlbauer, der ein Haus auf Pfählen errichtet, der ein Baumstamm aushöhlt und daraus ein Fischerboot herstellt, verzichtet darauf, zu jagen oder Beeren zu sammeln, schmälert also seinen momentanen Wohlstand, hofft aber in Zukunft sicherer und komfortabler zu wohnen, hofft, mit dem Boot fischreichere Gewässer zu erreichen.
Um das Bruttoinlandprodukt zu erwirtschaften, braucht man einen Grundstock an Kapitalgütern (z.B. Gebäude, Produktionsanlagen, Fahrzeuge). Dieser Kapitalstock muss ständig erneuert werden, um seinen Wert zu erhalten. Derjenige Teil der Wertschöpfung einer Volkswirtschaft, der dazu dient, verbrauchtes Realkapital zu ersetzen, bezeichnet man als Ersatzinvestitionen. Werden in einer Volkswirtschaft in einem Jahr mehr Investitionen getätigt als zum Erhalt des Kapitalstocks notwendig sind, wächst der Kapitalstock, werden weniger Investitionen vorgenommen, sinkt das vorhandene Realkapital.
Die gesamten Investitionen nennt man die Bruttoinvestitionen. Vermindert man die Bruttoinvestitionen um die Ersatzinvestitionen, ergeben sich die Nettoinvestitionen. Soll der Kapitalstock erhalten bleiben, müssen die Ersatzinvestitionen einer Periode gleich hoch sein wie die Abschreibungen in dieser Zeit.
Der Zustand, bei dem der Kapitalstock pro Kopf über die Zeit hinweg gleichbleibt, heisst “steady state³. Bei diesem Gleichgewichtszustand entspricht der Umfang der Investitionen dem Umfang der Abschreibungen. Der Realkapitalverbrauch ist gleich gross wie der Realkapitalzufluss. Im "steady state" leisten die Investitionen keinen Beitrag zur Wohlstandssteigerung. Sie sichern nur das erreichte Wohlstandsniveau.
Der Einfluss der Investitionen auf die Produktivität ist von der Art der Investitionen und von der vorhandenen Kapitalausstattung abhängig. Es wirkt das Gesetz der abnehmenden Skalenerträge. Wenn der Kapitalstock zunimmt, verringert sich der mit einer zusätzlichen Einheit Kapital hergestellte Output. Der Grenzertrag von Investitionen sinkt. In armen Ländern mit einer sehr schlechten Kapitalausstattung können bereits sehr geringe Investitionen die Produktivität der Arbeitskräfte stark erhöhen. Im Gegensatz dazu führt in hoch industrialisierten Ländern das Wachstum des Realkapitals oft nur zu geringen Produktivitätszunahmen.
Die Wirtschaft jedes Landes tendiert zum "steady state". Abhängig von der Investitionsquote (dem %-Anteil der Investitionen am Bruttoinlandprodukt) liegt dieser Gleichgewichtszustand auf einem höhern oder tiefern Niveau.
Gelingt es einem Lande, die Investitionsquote anzuheben, steigt der Wohlstand. Sinken die Investitionen je Kopf, sinkt auch das Pro-Kopf-Einkommen.
Wohlstandssteigerung
Produktivität