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Landwirtschaft - Strenge Massnahmen für den Fortbestand der einheimischen Rassen
Das Departement für Volkswirtschaft und Bildung (DVB) hat eine Weisung mit rund 20 Massnahmen ausgearbeitet, um die Unterstützung der einheimischen Rassen aus dem Wallis zu verstärken. Darin sind neue Massnahmen enthalten, wie etwa der Beitrag von 10 Rappen pro Kilo Milch für Käse und andere Produkte, die ausschliesslich aus Milch von Eringerkühen hergestellt werden, oder die Erhöhung des kantonalen Beitrags an landwirtschaftliche Neubauten. Nach diesem ersten Schritt werden in den kommenden Jahren weitere Massnahmen, spezifisch für Schafe und Ziegen, hinzukommen.
Seit mehreren Jahren verzeichnen die einheimischen Walliser Rassen einen Rückgang ihrer Bestände. Das Wallis hat sich verpflichtet, sich für den Erhalt und die Förderung dieser Rassen, die auf einem Betrieb innerhalb der Kantonsgrenzen gehalten werden, einzusetzen. Nach der Bildung einer Task Force im Jahr 2019 hat das Departement für Volkswirtschaft und Bildung (DVB) eine kantonale Weisung mit rund 20 Massnahmen erarbeitet. Sie ergänzt die allgemeine Weisung zur kantonalen Politik in Sachen Unterstützung von Tierzucht und Tierproduktion. Der Kanton unterstützt damit die vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) anerkannten Viehzuchtorganisationen. Er ermutigt die Halter einheimischer Rassen, diese neuen Massnahmen anzuwenden, um kantonale Hilfsgelder beziehen zu können.
Die Weisung verfolgt mehrere Ziele, unter anderem den Fortbestand der Zucht und die respektvolle Haltung gesunder Tiere, die Verbesserung der Qualität und die Aufwertung der Viehwirtschaft, den Unterhalt einer strukturierten Landschaft und der Sömmerungsgebiete, die Anpassung und Verbesserung des Herdenmanagements oder auch die Unterstützung von öffentlichen Schlachtviehmärkten.
Um diese Ziele zu erreichen, hat der Kanton Massnahmen ergriffen, die hauptsächlich finanzieller und administrativer Natur sind. Dazu gehören z. B. ein Beitrag von 10 Rappen pro Kilo für die Aufwertung von Konsummilch ohne Änderung der Zusammensetzung oder von Käse, Rahm und Joghurt, die zu 100 Prozent aus Milch von Eringerkühen bestehen. Ein zweites Beispiel ist die Förderung der Verbesserung der Tierzucht durch die Aufwertung der männlichen und weiblichen Tiere, die den Zuchtzielen am besten entsprechen. Insgesamt stellen die Massnahmen einen zusätzlichen jährlichen Betrag von mehr als 250’000 Franken dar, welcher vom Kanton getragen wird. Darüber hinaus werden landwirtschaftliche Neubauten für die Haltung einheimischer Rassen unterstützt. Je nach Produktionsbereich können die Landwirte einen zusätzlichen Beitrag von bis zu 6000 Franken pro Grossvieheinheit (GVE) erhalten, wenn sie sich verpflichten, ein Tierzuchtverbesserungsprogramm einzuhalten, das einen wirtschaftlichen Mehrwert bietet und in Zusammenarbeit mit den Verbänden der einheimischen Rassen festgelegt wird.
Es gibt neun vom BLW anerkannte einheimische Walliser Rassen (zwei Rinderrassen, drei Schafrassen und vier Ziegenrassen). Die Task Force «Einheimische Rassen» konzentrierte sich zunächst auf die Eringerrasse. Nach diesem ersten Schritt sieht die Arbeitsgruppe in den kommenden Jahren spezifische Massnahmen für Schafe und Ziegen vor.Tweet