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Trump habe in den vergangenen Jahren viel Zeit damit verbracht, Frauen zu erniedrigen und zu beleidigen, sagte sie. Begleitet wurde sie von der ehemaligen Schönheitskönigin Alicia Machado, die Trump 1996 wegen ihrer Figur verhöhnt hatte.
Clinton war in den vergangenen Tagen in die Defensive geraten, nachdem das FBI ihre E-Mail-Affäre wieder auf die Agenda gebracht hatte. Trump holte in Umfragen auf.
Der Republikaner machte Wahlkampf in Pennsylvania und Wisconsin. Er sprach sich erneut dafür aus, die Gesundheitsvorsorge "Obamacare" abzuschaffen. Das System, das Präsident Barack Obama eingeführt hat, steht derzeit stark in der Kritik, weil die Beiträge im kommenden Jahr um bis zu 25 Prozent steigen.
Trump lag am Dienstag zum ersten Mal seit Mai in einer Umfrage des Senders ABC und der "Washington Post" vor Clinton. Der Republikaner kam mit 46 Prozent auf einen Punkt mehr als die Demokratin.
Als Grund wurde ein abnehmender Enthusiasmus für Clinton vermutet. Während Trumps Werte seit der neuen FBI-Veröffentlichung zu E-Mails aus Clintons Umfeld am Freitag zugenommen hätten, seien Clintons gesunken.
Andere Umfragen sehen Clinton weiter mit Abstand vorne. Entscheidend ist weiter die Zahl der Wahlmänner, die die Kandidaten in allen Bundesstaaten auf sich vereinigen können. Die Mehrheit liegt bei 270. Hier liegt Clinton in den massgeblichen Erhebungen weiter deutlich vor Trump. Das Portal RealClearPolitics, das seit Monaten einen Querschnitt aller Umfragen erhebt, sieht Clinton nach wie vor mit 2,2 Punkten in Front. Der weiteste Abstand betrug sieben Punkte, das war vor gut zwei Wochen.
Entscheidend ist nicht die US-weite Lage, sondern die Situation in den sogenannten Swing States. Das sind diejenigen der 50 Bundesstaaten, deren Wahlausgang aufgrund von Traditionen und Bindungen nicht von vorneherein feststeht. In Swing States wie Pennsylvania, Colorado, Virginia oder North Carolina liegt Clinton vorn. Das bevölkerungsreiche Florida, wegen seiner vielen Wahlmänner besonders wichtig, ist derzeit ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für Trump.
Für neuen Wirbel sorgte am Dienstag unterdessen, dass das FBI Dokumente zu einer umstrittenen Begnadigung von Bill Clinton veröffentlichte. An seinem letzten Amtstag als Präsident hatte dieser 2001 dem Finanzier und Steuerflüchtling Marc Rich Amnestie erteilt. Das FBI untersuchte den Fall. Die Begnadigung stand in der Kritik, weil Richs Ex-Frau zu den grössten Geldgebern der demokratischen Partei gehörte und auch Hillary Clinton finanziell unterstützt hatte.
Marc Rich war 1983 wegen einer Anklage in die Schweiz geflüchtet, und stand lange Zeit auf der "Most-Wanted"-Liste des FBI. Der Sprecher der demokratischen Präsidentschaftskandidatin, Brian Fallon, schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, der Zeitpunkt der Veröffentlichung sei merkwürdig.
(SDA)