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«Ich schwöre, mein Amt gewissenhaft auszuüben, die Verfassung und die Gesetze zu wahren, die Rechte der Bürger und der autonomen Gemeinschaften zu achten und dem König die Treue zu halten», sagte sie. Anschliessend gab es minutenlangen Beifall. Sollte sie irgendwann die Nachfolge ihres Vaters König Felipe VI. (55) antreten, würde Leonor das erste weibliche Staatsoberhaupt Spaniens seit 1868 werden.
Nachmittags sollte die ältere der beiden Töchter von Felipe und Königin Letizia (51) im Königlichen Palast das Halsband des Ordens von Karl III., die höchste zivile Auszeichnung Spaniens, erhalten. Der umstrittene Grossvater von Leonor, der seit August 2020 in Abu Dhabi im Exil lebende Altkönig Juan Carlos (85), war laut Medien nur zur privaten Geburtstagsfeier abends im Madrider Pardo-Palast eingeladen.
In Madrid herrschte am Dienstag nach Darstellung einiger Medien eine «Leonor-Manie»: Bei der Fahrt der Königsfamilie vom Königlichen Palast zum «Congreso de los Diputados» säumten Tausende die Strassen. Die Menschen jubelten und schwenkten Spanien-Fahnen. Überall in der Hauptstadt prangten Flaggen und grosse Leonor-Bilder. Auf dem Hauptplatz Puerta del Sol wurden zwei Grossleinwände aufgestellt, vor denen sich ebenfalls Tausende versammelten, um die Vereidigungszeremonie zu verfolgen.
Allerdings lieben nicht alle Spanier ihre Royals. Im Gegenteil: Es gibt seit Jahren viel Kritik. Die Vereidigung wurde am Dienstag von fünf der elf im Unterhaus vertretenen Parteien boykottiert, die die Abschaffung der Monarchie fordern. Zudem blieben zwei Ministerinnen und ein Minister der linken Regierungskoalition der Zeremonie fern.
In Spanien war 1931 die Republik ausgerufen worden. Der Sieg der Nationalisten unter General Francisco Franco im Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) führte mittelbar zur Wiedereinführung der Monarchie.