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Detective Robin Griffin (Elisabeth Moss) reist aus Sydney in ihr neuseeländisches Heimatdorf, das abgeschiedene Lake Top, um dort ihre krebskranke Mutter zu besuchen. Nachdem nur knapp verhindert werden kann, dass sich die zwölfjährige Tui Mitcham (Jacqueline Joe) in einem Bergsee oberhalb des Dorfes das Leben nimmt, bittet Polizeichef Al Parker (David Wenham) seine Kollegin Robin, Tui zu befragen. Doch die Minderjährige antwortet nur ausweichend und verrät auch nicht, wer der Vater des Kindes ist, mit dem sie schwanger ist. Am nächsten Morgen verschwindet Tui spurlos. Robin nimmt die Ermittlungen auf.
Während den Untersuchungen verstrickt sich Robin immer tiefer in ein Netz von Lügen, Intrigen und Gewalt, das sich zwischen dem Vater von Tui, dem lokalen Drogenboss Matt Mitcham (Peter Mullan), einer esoterischen Frauenkommune und der Polizei spannt. In der Frauenkommune hilft GJ (Holly Hunter) ihren Anhängerinnen dabei, vergangene Beziehungskatastrophen zu verarbeiten. Plötzlich sieht sich auch Robin wider Willen mit schmerzhaften Erlebnissen aus ihrer Vergangenheit konfrontiert.
Gratwanderung zwischen Kunst und Unterhaltung
In dem bildstark inszenierten Krimi-Drama verfilmt die Oscar-Preisträgerin Jane Campion («The Piano») ein eigenes Drehbuch. So bewahrt sie sich sämtliche Gestaltungsfreiheiten. An der Berlinale 2013 begründete sie ihre Rückkehr vom Kino zur Fernsehserie damit, dass nichtkommerzielle Produktionen im Fernsehen mittlerweile bessere Chancen auf Erfolg haben. Als Star-Regisseurin steht sie mit ihrer Liebe zur innovativen Serienproduktion nicht alleine: David Fincher gab seinen Einstand im Seriengeschäft mit «House of Cards», Martin Scorsese mit «Boardwalk Empire» und selbst der Schweizer Regisseur Marc Forster beweist mit seiner Amazon-Serie «Hand of God» den Drang zum episodischen Erzählen.
So gelingt Jane Campion mit «Top of the Lake» die Gratwanderung zwischen Kunst und Unterhaltung. Anders als thematisch vergleichbare Produktionen wie «Kommissarin Lund» setzt Campion nicht nur auf die Spannung, die durch die Auflösung eines Kriminalfalles entsteht, sondern nutzt ihr Setting für eine Studie über das Zusammenlebens von Mann und Frau. Sie erkundet, einmal abstrakt, einmal im intimen Beziehungsrahmen oder in brachialen Gewaltausbrüchen die Genderstereotypen, die unsere unserer Gesellschaft prägen. In der hervorragende fotografierten Berglandschaft wirken Campions Figuren einerseits zerbrechlich, andererseits bedrohlich: Sie sind allesamt Gefangene ihrer Vergangenheit, und auf der aussichtslosen Flucht vor sich selbst brennen sie alles nieder, was ihnen im Weg stehen könnte.
SRF 1 zeigt «Top of the Lake» exklusiv in Zweikanalton deutsch/englisch.
Sendeplatz
Jeweils Donnerstagnacht um 00:15 Uhr auf SRF 1