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Während der Küstenstreifen Brasiliens stark besiedelt ist, befinden sich im Landesinneren nur wenige urbane Zentren. Dies zeigt die neueste demographische Studie des brasilianischen statistischen Bundesamtes IBGE, die auf den Zensus-Daten von 2010 beruht.
Die vom IBGE erstellte Karte zeigt, dass die grösste Siedlungsdichte mit mehr als 100 Einwohnern pro Quadratkilometer rund um São Paulo und Rio de Janeiro vorherrscht. Gleiches gilt für einige Verbindungsachsen zwischen den Städten wie die Region vom Vale do Paraíba und nahe des über 7.400 Kilometer langen Küstenabschnitts.
Dass dem so ist, ist auf die frühe Besiedlungspolitik Brasiliens zurückzuführen. Sichere Siedlungen, die per Hafen in Verbindung mit Portugal standen, wurden verstärkt in Küstennähe angelegt. Mit der Entscheidung in den 60er Jahren, im Herzen des Landes die neue Hauptstadt Brasília zu bauen, wurde versucht, auch das Landesinnere stärker zu besiedeln. Das Konzept ging zum Teil auf. Entlang der Achse zwischen Brasília und der südlicher gelegenen Stadt Goiâna, Hauptstadt des Bundesstaates Goiás, hat die Siedlungsdichte zugenommen. Anfänge einer stärkeren Besiedlung sind zudem entlang der Verbindung von Goiâna in Richtung Westen nach Cuiabá zu erkennen. Die Hauptstadt des Bundesstaates Mato Grosso liegt nahe der Grenze zu Bolivien.
Weitere große urbane Bereiche sind in der Karte im Südosten und Nordosten Brasiliens verzeichnet, dort wo sich die beiden Planstädte Belo Horizonte und Teresina befinden, Hauptstädte von Minas Gerais und Piauí. Als urbaner Fleck erhebt sich darüber hinaus im Zentrum des Amazonasgebietes der Bereich in und um Manaus, während der Großteil des riesigen Regenwaldgebietes kaum besiedelt ist.
Mit nur bis zu einem Einwohner pro Quadratkilometer äußerst dünn besiedelt sind indes der Norden, der zentrale Westen sowie das Landesinnere der nordöstlichen Bundesstaaten. Ausschlaggebend dafür sind unter anderem klimatische Verhältnisse, wie zum Beispiel die Trockengebiete im Nordosten oder die stark mechanisierte Landwirtschaft mit ihren riesigen Anbau- und Weideflächen sowie geologische Verhältnisse.