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Das erste Land, in dem Frauen wählen durften, war Finnland. Vor 100 Jahren wurde dann in Österreich und Deutschland das Frauenwahlrecht eingeführt. 1921 folgten Schweden, 1928 Großbritannien, 1934 die Türkei. Im Land der Französischen Revolution erhielten Frauen erst 1944 das Wahlrecht. Und in der nahen Schweiz wurde das Frauenstimmrecht überhaupt erst 1971 eingeführt (im Kanton Innerrhoden erst 1990).
Am 7. Februar 1971 durften die Schweizer Frauen erstmals abstimmen. Damit war die Schweiz eines der letzten europäischen Länder, die der weiblichen Bevölkerung ihre vollen Bürgerrechte zugestanden. Einzigartig weltweit war aber, dass alleine der männliche Teil der Bevölkerung dem Frauenstimmrecht zustimmen musste, um dieses einführen zu können. Ein Grund dafür, dass die Abstimmung über ein Frauenstimmrecht nicht so einfach war, ist die Tatsache, dass das Stimm- und Wahlrecht mit der Wehrpflicht gekoppelt war. Dies musste zuerst geändert werden, weil es bis heute für Frauen keine Wehrpflicht gibt.
Im Januar 2018 wird die Shortlist mit den Nominationen für die Oscars von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences bekannt gegeben. Bestenfalls befindet sich unter den Anwärtern auch ein Schweizer Film: Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat hierfür «Die göttliche Ordnung» eingereicht.
Am Sonntag fand in Appenzell wieder die Landesgemeinde statt. Dass auch die Frauen ihre Stimme abgeben durften, ist heute selbstverständlich. Das war aber nicht immer so. Die Appenzeller Grossrätin Vreni Kölbener erinnerte sich in einem Gespräch an den Tag zurück, an dem sie zum ersten Mal abstimmen durfte.
Und dann wollten die Frauen auch mitbestimmen und traten mit ganz komischen Forderungen auf. Dabei war es vorher ganz klar, welche Rolle diese zu spielen hatten: in der Küche, mit den Kindern und in der Kirche. Der Film «Die göttliche Ordnung» ist ein komödiantisches Filmdokument zum Frauenstimmrecht, das in den Schweizer Kinos läuft. Nun ist der Film wieder auf Platz 1.
Sie war eine der ersten Frauen im Nationalrat. Sie war die erste dieser Frauen, die im Rat das Wort ergriff. Und fast wäre Lilian Uchtenhagen auch erste Bundesrätin geworden. Und dennoch stand für sie etwas über all ihren Errungenschaften in der Politik – ihre Familie.