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Neubauten von Rechenzentren haben in Irland, wo sich die europäischen Hauptsitze zahlreicher Tech-Unternehmen befinden, einen schweren Stand. Interxion hat ein 300-Millionen-Projekt gestoppt, auch Baugenehmigungen für andere RZ-Betreiber wurden von den Behörden widerrufen oder nicht erteilt. Grund ist der Energieverbrauch:
Der staatliche Stromnetzbetreiber Eirgrid prognostiziert, dass Data Center bis 2030 in einem "High-Demand-Szenario" 43% des Gesamtverbrauchs ausmachen würden.
Jetzt hat die irische Regierung eine überarbeitete Erklärung zur Rolle von Rechenzentren in der Unternehmensstrategie des Landes veröffentlicht. Daten seien "ein wesentlicher Faktor für unsere zunehmend digitale Wirtschaft und Gesellschaft", heisst es darin. "Wir müssen jedoch die Übergänge, die sowohl digital als auch grün sind, aufeinander abstimmen. Während Rechenzentren derzeit für knapp 2% aller Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, sind sie für etwa 14% des irischen Stromverbrauchs verantwortlich."
Letztendlich Netto-Null-Datendienste
In Anerkennung der kurz- bis mittelfristigen erheblichen Kapazitätsengpässe des Stromsystems und der Notwendigkeit der Dekarbonisierung des Energiesystems nehme die Erklärung eine Reihe von Grundsätzen an. Man wolle "die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorteile von Rechenzentren nutzen", aber auch eine nachhaltige Rechenzentrumsentwicklung fördern, "die unseren energie- und unternehmenspolitischen Zielen entspricht".
Data Center müssten Irlands "Stromnetz effizient nutzen und Einschränkungen mindern". Es würden zukünftig RZs bevorzugt, die eine Nutzung erneuerbarer Energien nachweisen könnten. Weiter sollen diese "einen klaren Weg zur Dekarbonisierung aufzeigen und letztendlich Netto-Null-Datendienste bereitstellen können". Ausserdem müssten Rechenzentren Gelegenheiten für gesellschaftliches Engagement bieten und KMU unterstützen. RZ-Pläne, die diesen Grundsätzen widersprechen, seien nicht im Einklang mit der Regierungspolitik.
Die seit Ende 2021 vor allem im Grossraum Dublin von den zuständigen Behörden umgesetzte restriktive Bewilligungspraxis entspricht de facto einem temporären Baustopp. Es werde aber kein Moratorium für Neubauten oder Erweiterungen geben, erklärte kürzlich Irlands Regierungschef Micheál Martin: "Es kann kein Moratorium für Rechenzentren geben. In einer digitalisierten Welt gehören diese heute dazu." Er betonte aber nochmals, dass Tech-Unternehmen "in Bedarfszeiten ihre eigene Energie erzeugen können sollten", und warnte, dass zukünftig nicht die gleiche Anzahl von Rechenzentren wie bis anhin gebaut werden würde.