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Die Geschichte von Dilip ist eine von vielen, die sich täglich in den Kliniken von Calcutta Rescue zutragen. Der 60-jährige Dilip hat keine Familie und lebt in einer Hütte in der Nähe der Nimtala-Klinik von Calcutta Rescue. Vor 12 Jahren erlitt er einen Leistenbruch. Als die Schmerzen schlimmer wurden, konnte er sein Leben nicht mehr mit dem Beladen von Lastwagen verdienen und musste betteln. Schliesslich wurden die Schmerzen so stark, dass er nicht mehr aufstehen konnte und drei Tage lang auf dem Trottoir liegen blieb, unfähig sich zu bewegen und fast bewusstlos. So fanden ihn Mitarbeitende von Calcutta Rescue und brachten ihn in die Nimtala-Klinik, wo der Arzt entschied, er müsse dringend ins Spital zur Operation eingeliefert werden.
Keines der Spitäler nahm Dilip auf
Dilip wurde in das nahe gelegene staatliche Spital gebracht, dort aber wegen eines Streiks der Assistenzärztinnen und -ärzte abgewiesen. So brachte ihn das Personal von Calcutta Rescue in ein anderes staatliches Spital. Dieses weigerte sich, ihn aufzunehmen, weil er nicht von einem Verwandten begleitet wurde. Das „Hope Foundation Hospital“ lehnte Dilip ebenfalls ab, weil es nicht über die Einrichtungen für die Durchführung der Operation verfügte. „Ich konnte vor Schmerzen nicht sprechen. Ich dachte, ich würde sterben. Ich bat die Mitarbeitenden von Calcutta Rescue, mich gehen zu lassen. Ich war bereit, meinen letzten Atemzug zu tun“, sagte Dilip später. Doch die engagierten Angestellten von Calcutta Rescue wollten nicht aufgeben und brachten ihn in ein viertes Krankenhaus, das sich aber weigerte, eine so riskante Operation durchzuführen. Zu guter Letzt brachten sie Dilip zurück ins „Hope Foundation Hospital“, das schliesslich doch nachgab und ihn aufnahm. Ende August, zwei Monate nachdem Dilip gefunden worden war, wurde die Operation schliesslich durchgeführt.
Die Geschichte von Dilip endet erfreulich. Er hat sich nun weitgehend von den Torturen erholt und möchte seinen Lebensunterhalt wieder selber verdienen. Calcutta Rescue versucht, ihm einen Platz im Fairtrade-Handwerksprojekt zu ermöglichen. Dilip sagt mit einem Lächeln: „Das Ärzteteam von Calcutta Rescue ist sehr nett und die Mitarbeitenden helfen mir bei allem. Ich bekomme Medikamente und Essen und bin bereit, wieder zu arbeiten. Dank Calcutta Rescue habe ich ein neues Leben gefunden und möchte es nutzbringend leben.“