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Im August 1968 wurde das Schwimmbad Schlatt mit einem grossen Dorffest eingeweiht. Bis es soweit war, mussten viele Abklärungen getroffen und Schwierigkeiten überwunden werden, eine Herkulesaufgabe für eine kleine Landgemeinde!
Bereits in den Nachkriegsjahren brachte der damalige Lehrer Heinrich Peter den Vorschlag, den Feuerwehrweiher von Unterschlatt zu vergrössern, um damit eine bescheidene Bademöglichkeit zu schaffen. Später versuchte der Lehrer Willy Ulmer den Gemeinderat für die Idee seines Vorgängers zu gewinnen. Als im Jahre 1961 ein neuer Feuerwehrweiher im Nussberg projektiert wurde, wollte man die beiden Anliegen, Schwimmbad und Feuerwehrweiher, unter einen Hut bringen. Als sich dieser Ort als ungeeignet entpuppte, fand man schliesslich die Streuwiese im Strick, über die 1963 ein Vorverkaufsvertrag mit Jakob Zehnder-Trinca abgeschlossen wurde. Anfänglich wollte man kein richtiges Schwimmbad bauen, sondern nur eine unbewachte Badgelegenheit mit einer einfachen Holzhütte als Umkleideraum.
Der Bundesrat machte im Jahre 1964 einen gewaltigen Strich durch die Rechnung, als er Konjunktur- Dämpfungsmassnahmen proklamierte, die den Bau von Luxusbauten verboten, zu denen auch Schwimmbäder gehörten. Trotz der Bausperre wurde in Schlatt eine Schwimmbadkommission gebildet und die Planung weitergetrieben.
Verschiedene Geldgeber
Wie konnte sich eine kleine Landgemeinde mit recht bescheidenem Steuerertrag ein Schwimmbad finanziell überhaupt leisten? Um das nötige Kapital aufzutreiben, musste man grosszügige Spender finden. Not macht erfinderisch und so konnte die Schwimmbadkommission verschiedene Geldgeber für das Projekt gewinnen. Der «Zweckverband für den freiwilligen interkommunalen Finanzausgleich» schenkte 50’000 Franken, die Sport-Toto Gesellschaft sicherte einen Betrag von 20’000 Franken zu. Dazu kamen Beiträge von privater Seite, von Firmen, von der Wassergenossenschaft Unterschlatt und von der Oberstufen- Schulgemeinde Elsau-Schlatt. An Gemeindeversammlungen wurden insgesamt 80’000 Franken gesprochen. Im Übrigen hoffte man auch durch Fronarbeit Kosten einzusparen.
Historischer Spatenstich
Im Sommer 1967 kam der historische Moment des ersten Spatenstichs. Trotz einiger Pannen und unvorhergesehenen Ereignissen konnten das Bassin und der Rohbau des Garderobengebäudes vor dem Wintereinbruch fertig gestellt werden. Der Endspurt der Bauarbeiten wurde ausschliesslich in Fronarbeit geleistet: der Plattenbelag um das Bassin, die Anpassung der Böschungen und deren Bepflanzung, das Setzen der Umzäunung und fast alle Malerarbeiten am Garderobenhaus. So leistete ein Grossteil der Schlatter Bevölkerung einen grossen Beitrag an die Niedrighaltung der Kosten. Einen besonderen Dank für seinen vorbildlichen und selbstlosen Einsatz ging an den damaligen Gemeindepräsidenten Rudolf Furrer, der «Tag und Nacht für dieses Gemeinschaftswerk tätig gewesen, unermüdlich neben der planerischen Arbeit auch tatkräftig Hand anlegend».
Ein Fest zur Einweihung
Da grosse Kostenüberschreitungen erwartet wurden, wollte man die Einweihung des Schwimmbades als grosses Dorffest aufziehen, um mit dem möglichen Reingewinn das Loch zu stopfen. Das auf den 17./18. Juli 1968 geplante Einweihungsfest wurde wegen schlechten Wetters um eine Woche verschoben. So konnten die Schlatter bei strahlendem Wetter feiern, mit Budenständen, Basar, Festwirtschaft, Rösslitram, Abendunterhaltung durch Dorfvereine, Wettkämpfe im Schwimmbad, Blasmusikkonzert, Ballon-Wettfliegen und Tanz. Ein gelungenes Fest mit einem Reingewinn von über 20’000 Franken.
So ist ein Werk entstanden, das von der ganzen Bevölkerung mitgetragen wurde und das die ihm zugewiesene Aufgabe voll und ganz erfüllen konnte. «Wir haben dieses Schwimmbad gemeinsam erbaut, wir freuen uns heute gemeinsam daran und wir werden es gemeinsam hegen und pflegen als unser aller Eigentum. Möge dieser Gemeinschaftssinn nicht verloren gehen und bei anderer Gelegenheit wieder ein neues Werk hervorbringen!»