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Das Fellowship-Programm der UZH Digital Society Initiative bezweckt die Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit an der Universität Zürich zu allen Fragen der Auswirkungen der Digitalisierung auf Gesellschaft und Wissenschaft.
DSI Fellows
Dr. George Bruseker
Webseite: Dr. George Bruseker
Dr. Sarah Ebling
Dr. Sarah Ebling ist von Januar bis September 2019 DSI Fellow und wird sich mit dem folgenden Thema befassen:
Auf dem Weg zur automatischen Textvereinfachung für Deutsch
Während die digitale Transformation für viele Menschen einen positiven Wandel bewirkt hat, hat sie auch zusätzliche Barrieren geschaffen. So stellt beispielsweise die Tatsache, dass durch die Digitalisierung immer mehr Informationen in schriftlicher Form vermittelt werden, ein Hindernis für Menschen mit eingeschränkter Lesefähigkeit dar. Eine vereinfachte Sprache kann diesen Personen den Zugang zu Informationen und Kommunikation ermöglichen. Vereinfachte Sprache zeichnet sich durch reduzierte lexikalische und syntaktische Komplexität, das Hinzufügen von Erklärungen für schwierige Wörter und ein klar strukturiertes Layout aus.
Ziel dieses DSI Fellowship Projekts ist es, die Entwicklung eines automatischen Textvereinfachungssystems für das Deutsche zu erforschen, das maschinelle Übersetzung verwendet und auf einem parallelen Textkorpus in Deutsch/Vereinfachtem Deutsch basiert.
Webseite: Dr. Sarah Ebling
Dr. Alfred Früh
Dr. Alfred Früh ist von Januar bis Dezember 2019 DSI-Fellow und arbeitet am Thema "Transparenz in der digitalen Wirtschaft". Transparenz ist zu einem Schlüsselbegriff in der Rechtsberatung über die neuen Phänomene der digitalen Wirtschaft wie Plattformen, künstliche Intelligenz und verteilte Ledger-Technologie geworden. Es ist zwar offensichtlich, dass die Auswirkungen der Transparenz nicht eindeutig sind, aber ihr normativer Inhalt bleibt undurchsichtig. Es ist auch sehr unklar, wie sich Transparenz auf bestehende rechtliche und technische Konzepte überträgt. Das Projekt geht auf diese Fragen ein und zielt letztlich darauf ab, festzustellen, wie viel Transparenz unter bestimmten Umständen wünschenswert ist und welche rechtlichen und technischen Mittel eingesetzt werden können, um ein angemessenes Maß an Transparenz zu gewährleisten.
Webseite: Dr. Alfred Früh
Prof. Dr. Fabrizio Gilardi
Während des DSI-Fellowships von Januar bis Dezember 2019 wird Fabrizio Gilardi am Aufbau eines Digital Democracy Lab an der Universität Zürich arbeiten. Das Digital Democracy Lab wird die computergestützte sozialwissenschaftliche Forschung über die Auswirkungen der digitalen Technologie auf die Demokratie unterstützen. Es wurde im September 2018 an der Universität Zürich von Fabrizio Gilardi, Anita Gohdes und Lucas Leemann mit grosszügiger Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds gegründet. Das Digital Democracy Lab besteht aus zwei Komponenten: dem Computational Social Science Hub und der d-Dem-Plattform. Der Computational Social Science Hub ist eine Infrastruktur zum Sammeln, Speichern, Verarbeiten und Analysieren von Text- und Social Media-Daten sowie zur Befragung von Response-Daten über ein Online-Panel. Es unterstützt die Datenerfassung und -analyse für die wissenschaftliche Forschung. Die Plattform d-Dem verfolgt politische Debatten und Meinungen online und offline und präsentiert Analysen in einem für die Öffentlichkeit zugänglichen Format. Aufgrund der Art der Finanzierung wird sich das Digital Democracy Lab kurzfristig (2018-2019) vor allem auf die Schweiz konzentrieren. Mittelfristiges Ziel ist es, das Digital Democracy Lab als führendes Forschungszentrum für die Erforschung der Interaktion zwischen digitaler Technologie und Politik zu etablieren.
Webseite: Prof. Dr. Fabrizio Gilardi
Dr. Gianluca Miscione
Dr. Gianluca Miscione arbeitet von Dezember 2018 bis Mai 2019 an folgendem Projekt:
Ziel dieses Projekts ist es, die Forschung in den von der Digital Society Initiative abgedeckten Problembereichen mit der Blockchain-Forschung zu verbinden. Es zielt darauf ab, mögliche Synergien zwischen der DSI und der Blockchain-Forschung in zwei Schritten zu identifizieren: Erstens, die Überprüfung der wissenschaftlichen Literatur zu Blockchain und DSI-Bereichen, um die wichtigsten offenen Forschungsfragen zu identifizieren. Zweitens, die Vernetzung der Mitglieder der DSI und des Blockchain Centers (blockchain.uzh.ch) und möglicherweise der Industrie auf der Grundlage möglicher Synergien, um diese Probleme anzugehen.
Webseite: Dr. Gianluca Miscione
PD Dr. Birte Platow
PD Dr. Birte Platow ist von Januar bis Dezember 2019 DSI Fellow und wird sich mit dem folgenden Thema befassen:
Anthropomorphe Übertragungen als Konstitutivum der Begegnung von Mensch und künstlicher Intelligenz
Wie nehmen Individuen sich selbst wahr im Umgang mit Künstlicher Intelligenz, und wie verhalten sie sich in der Folge? Das ist die zentrale Frage meines Fellow-Projekts "Anthropomorphe Übertragungen als Konstitutivum der Begegnung von Mensch und künstlicher Intelligenz", das ich bei der DSI im interdisziplinärem Austausch unter optimalen Bedingungen verwirklichen darf.
Anlass meiner Forschung ist die Beobachtung, dass sich in der Begegnung von Mensch und Künstlicher Intelligenz implizit und unbewusst der traditionelle Referenzrahmen anthropologischer Beschreibungen vom Menschen verändert, die Selbstbilder und das ihnen korrespondierende Verhalten des Menschen also durch neue Bezugspunkte bestimmt werden. In dem Maße, wie das Individuum zunehmend digital repräsentiert wird, werden Mensch und KI nämlich zu komplementär aufeinander bezogenen Größen eines einzigen und meist funktional bestimmten Bezugssystems.
Auf Basis einer qualitativ-empirischen Studie möchte ich idealtypische Begegnungssituationen zwischen Mensch und KI sowie die in diesen Situationen erkennbar werdenden Muster und Strategien der Selbstwahrnehmung und der Wahrnehmung von KI beschreiben. Die Erkenntnisse und weiterführenden Fragen, die sich aus dieser Studie ergeben, deute ich als Theologin vor dem Hintergrund christlicher Anthropologie, um so ggf. einen Beitrag zur Frage zu leisten, welche Ethik wir brauchen in einer Zukunft, in der die Bedeutung und Reichweite von KI noch deutlich größer sein wird als heute.
Webseite: PD Dr. Birte Platow
Dr. Mike Stuart
Dr. Mike Stuart wird von Februar bis August 2019 bei der DSI zu Gast sein und an einem Projekt mit dem Titel "How to Hold Machines Responsible for their Actions" arbeiten.
Derzeit gibt es keine Möglichkeit, die rechtliche Verantwortung auf autonome künstliche Agenten (KAAs) zu übertragen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie ein Niveau der Autonomie erreichen, das sich der tierischen oder menschlichen Ebene nähert, an dem wir sie vielleicht (zumindest teilweise) für ihre Handlungen verantwortlich machen wollen. Damit ein KAA rechtlich verantwortlich ist, muss er über eine mens rea oder "Wissen vom Zweck" verfügen; er muss im Voraus wissen, was die Folgen seiner Handlungen sein werden. Aber die genaue Natur dieses erkenntnistheoretischen Zustandes ist noch recht vage. Benötigen wir zum Beispiel wirklich Wissen (im Sinne der Philosophen), oder wäre ein Zustand, der in Abstufungen kommt (wie Verständnis oder Bewusstsein), vorzuziehen? Mein Projekt wird umfragebasierte Methoden verwenden, um zu bestimmen, was der relevante epistemologische Zustand ist, und dann auf bestehende Arbeiten in der Epistemologie zurückgreifen, um zu identifizieren, welche anderen Merkmale KAAs besitzen müssen, um in diesem epistemologischen Zustand zu stehen. Zum Beispiel, ein solches Merkmal, von dem ich erwarte, dass es notwendig sein wird, ist die Phantasie. Die Zusammenarbeit mit KI-Profis, um festzustellen, ob und wie KAAs in der Lage sein werden, solche Funktionen zu implementieren (oder annähernd), ist der letzte Teil meines Projekts.
Webseite: Dr. Mike Stuart
PD Dr. Eva Weber-Guskar
PD Dr. Eva Weber-Guskar arbeitet von Februar bis Juli 2019 an der DSI und beschäftigt sich mit dem Thema:
Ethik emotionalisierter künstlicher Intelligenz
Systeme künstlicher Intelligenz (KI) werden in der Kommunikation und anderen Praktiken zunehmend zu direkten Partnern für Menschen. Beispiele dafür reichen von Sprachbots wie Siri im Smartphone, Haus- und Kauf-Assistenten wie Alexa bis zu Robotern als Museumsführer oder in der Altenpflege. Zu dieser Entwicklung gehört eine der jüngsten Neuerungen: künstliche Intelligenz wird „emotionalisiert“, also mit emotionalen Funktionen ausgestattet (Emotionen erkennen, bei anderen hervorrufen und im eigenen Ausdrucks- und Reaktionsverhalten simulieren), weil sich das als hilfreich bis notwendig für reibungslose und erfolgreiche Mensch-Maschinen-Interaktionen herausgestellt hat. Das Projekt will zur ethischen Begleitung dieser Entwicklung beitragen. Die Forschungsfrage lautet, welche Probleme mit solcher emotionalisierter KI (EKI) einhergehen, und zwar sowohl enger moralphilosophisch als auch weiter ethisch-anthropologisch. Zu den Beispielen gehören insbesondere Gefühle, die in Vertrauensbeziehungen eine Rolle spielen.
Webseite: PD Dr. Eva Weber-Guskar
Dr. Lonneke van der Plas
Webseite: Dr. Lonneke van der Plas
DSI Projekte
PD Dr. Markus Christen
Webseite: PD Dr. Markus Christen
Dr. Markus Kneer
Webseite: Dr. Markus Kneer
Dr. Michele Loi
Webseite: Dr. Michele Loi
Dr. Sara Maggi
Webseite: Dr. Sara Maggi
Dr. Tyler Thrash
GeoViSense-Projekt
Meine bisherige Arbeit konzentrierte sich auf empirische Untersuchungen der räumlichen Kognition und Navigation, umfasste aber verschiedene Bereiche wie Psychologie, Geographie, Biologie, Informatik und Statistik. Im Rahmen des GeoViSense-Projekts beschäftige ich mich derzeit mit der Erforschung von Geographischen Informationsdisplays (GIDs), die die auf Menschen und Zusammenhänge reagieren. Eine theoretische Überlegung betrifft das Ausmass, inwieweit die Reaktionsfähigkeit von GIDs (z.B. auf eine Stresssituation, auf einen desorientierten Benutzer) die Benutzererfahrung während der Navigation verbessern kann. Bessere Benutzererfahrungen können sich dann in einer erfolgreicheren mobilen Anwendung oder einer verstärkten Klientel an einem bestimmten öffentlichen Ort niederschlagen. Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass moderne Navigationshilfen das räumliche Lernen behindern können, aber die Fortschritte bei der Entwicklung solcher Technologien werden unweigerlich anhalten. Im Rahmen der Digital Society Initiative werde ich versuchen, herauszufinden, ob wir GIDs entwerfen können, um die Navigationseffizienz zu verbessern, ohne das räumliche Gedächtnis zu beeinträchtigen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, werden wir eine Kombination aus Virtual Reality-Experimenten und realen Beobachtungen einsetzen.
Webseite: Dr. Tyler Thrash
Dr. Eleonora Viganò
Webseite: Dr. Eleonora Viganò
Dr. Bruno Wüest
Webseite: Dr. Bruno Wüest
DSI Direktorium
Prof. Dr. Abraham Bernstein
Webseite: Prof. Dr. Abraham Bernstein
Prof. Dr. Sara Irina Fabrikant
Webseite: Prof. Dr. Sara Irina Fabrikant
Prof. Dr. Mike Martin
Gesundes Altern
Unser Ziel ist ein kontextualisierbares Gesamtbild der Gesundheit und Lebensqualität im Alter zu haben. Neu ermöglicht hier die Digitalisierung eine preiswerte und innovative Erweiterung des Lebensqualitäts- und Gesundheits-Monitoring. Die bisherigen Daten sind arm an situativen und kontextbezogenen Informationen, und werden relativ selten erfasst. Um die im WHO-Modell des «Gesunden Alterns» (2016) zentrale funktionale Fähigkeit einzelner Personen systematisch und flächendeckend als Versorgungsziel überhaupt umzusetzen, benötigt es dichte Beobachtungen im realweltlichen Kontext. Dies erfordert eine Investition in eine Forschungsinfrastruktur für verantwortliche Gesundheitsforschung mit hohen Datendichten, in digitale Kompetenzen älterer Menschen zur Nutzung ihrer Gesundheitsdaten und in transdisziplinäre Forschungsgruppen aus Gesundheits-, Technik-, Rechts- und Kontext-/Geistes-WissenschaftlerInnen zur Erschliessung kausaler Zusammenhänge zwischen den erfassten Informationen. Diese Kausalmodelle sind Voraussetzung zur Reduzierung von Versorgungskosten im Bereich koordinationsintensiver Erkrankungen allein von Hunderten Millionen Schweizer Franken jährlich.
Partizipative Gesundheitsforschung
Mit der Digitalisierung und Open Science stehen immer mehr Informationen immer mehr Menschen in der Bevölkerung für Gesundheitsentscheidungen zur Verfügung. Kompetenzen zur Auswahl und kritischen Bewertung von Forschungsergebnissen müssen damit auch bei allen in der Gesellschaft verfügbar sein. Die Schaffung von Rahmenbedingungen für die partizipative Bewertung, Konzeption und Durchführung von Gesundheitsforschungsprojekten verfolgen wir in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Gerontologie und dem UZH/ETH-Citizen Science Center Zurich.
Webseite: Prof. Dr. Mike Martin
Prof. Dr. Florent Thouvenin
Webseite: Prof. Dr. Florent Thouvenin
Ehemalige DSI Fellows
Prof. Dr. Thomas Friemel
Prof. Dr. Thomas Friemel arbeitete im FS18 und HS18 an der DSI an 3 Projekten:
Communicative Challenges in Digital Societies
Sowohl die öffentliche als auch die private Kommunikation haben sich durch die Digitalisierung entscheidend verändert. Die Ringvorlesung der Digital Society Initiative in Zusammenarbeit mit dem IKMZ thematisierte aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven die wichtigsten Chancen und Herausforderungen, welche sich für die Gesellschaft durch diese Veränderungen ergeben. Diskutiert wurde unter anderem, welchen Einfluss neue Formen von Online-Propaganda und Fake News auf politische Debatten haben, wie sich Online-Plattformen juristisch regulieren lassen, mit welchen Strategien sich Medienunternehmen in den veränderten Marktbedingungen behaupten können, wie Kinder und Jugendliche einen positiven Umgang mit dem Internet erlernen und inwiefern Roboter helfen können, Personen mit Behinderung am sozialen Austausch teilnehmen zu lassen. Thematisiert wurde aber auch der Einfluss der Digitalisierung auf die wissenschaftliche Forschung. Digitale Spuren der Internetnutzung und elektronische Geräte wie das Smartphone ermöglichen den Forschern neuartige Einblicke in das Kommunikations- und Beziehungsverhalten der Menschen. Gleichzeitig sind diese Datenquellen mit zahlreichen Problemen verbunden, welche von ethischen und juristischen Aspekten bis hin zur Frage reichen, wofür die digitalen Spuren überhaupt stehen. Alle Vorträge der DSI-Ringvorlesung wurden gefilmt und sind auf der DSI-Website abrufbar.
Protection of Children Online
Vor dem Hintergrund der sich zunehmend entwickelnden digitalen Landschaft und der damit verbundenen Risiken für Kinder und Jugendliche tauschten sich 60 Experten aus der ganzen Welt zu Fragen wie z.B. “welche neuen Online-Risiken entstehen in einer digitalen Landschaft“ oder „welche kritischen digitalen Fähigkeiten sind erforderlich, um das Risikobewusstsein von Kindern und Jugendlichen zu stärken“. Im Workshop wurden die Grundlagen diskutiert, auf denen die neuen Empfehlungen der OECD aufbauen sollen.
Digital Health Communication
Sowohl Kommunikation als auch Gesundheit wurden im Rahmen der DSI als relevante Challenge Areas identifiziert. Dies deutet darauf hin, dass an der UZH zum einen die notwendige kritische Masse an Wissenschaftlern und zum anderen ein strategisches Interesse besteht, in diesen Feldern eine führende Rolle zu übernehmen. Das erklärte Ziel der DSI ist es, nicht nur die Forschung und interdisziplinäre Kooperation an der UZH zu stimulieren, sondern die daraus entstehende Expertise auch in die Gesellschaft zu vermitteln und den Praxistransfer zu unterstützen. Die Entwicklung eines CAS in Digital Health Communication hat genau dies zum Ziel. Die Identifizierung und Spezifizierung relevanter Themenbereiche und der darin bestehenden Expertise an der UZH wird zum einen die Vernetzung der Forschenden verstärken. Zum anderen wird durch die Vermittlung des Knowhows ein Beitrag für die Entwicklung der digitalen Gesellschaft geleistet und die führende Rolle der UZH dabei verdeutlicht.
Webseite: Prof. Dr. Thomas Friemel
Prof. Dr. Antônio Sérgio Guimarães
Prof. Dr. Antônio Sérgio Guimarães war im August 2018 als DSI Fellow an der UZH zu Gast, um mit Dr. med. Dominik Ettlin zusammenzuarbeiten.
DSI Fellowships zur portugiesischen Übersetzung der web-basierten interdiszipli-nären Symptom Evaluation1 (WISE) und damit zur Förderung der transkulturellen Sammlung von „big data“ zum besseren Verständnis von Risikofaktoren für oro-faziale Schmerzen
Die patientenorientierte Erfassung von Behandlungsresultaten (“outcome measures“) wird in di-versen medizinischen Bereichen zunehmend wichtiger. Der Bedarf einer umfassenden Einschät-zung von Schmerzpatienten wird u.a. durch das wegweisende Bundesgerichtsurteil 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 unterstrichen. Es verlangt von der Ärzteschaft, dass bei der Einschätzung des funktionellen Schweregrads von unklaren Beschwerdebildern psychosoziale und soziokulturelle Faktoren vermehrt berücksichtigt werden. Unsere Gruppe hat kürzlich ein web-basiertes Instru-ment zur strukturierten interdisziplinären Befragung von Personen mit Schmerzerkrankungen entwickelt . Gegenüber Papierfragebögen ermöglicht die moderne Informationstechnologie, Be-fragungen gemäss Konzepten des “computerized adaptive testing” (CAT) aufzubauen. Dabei kön-nen symptomorientierte Checklisten (qualitative Symptomerfassung) bedarfsabhängig mit weiter-führenden Fragebögen zur quantitativen Symptomerfassung gekoppelt werden („case-finding in-struments“). Die WISE ermöglicht Klinikern eine erste Einschätzung der Symptombelastung. Gleichzeitig liefert sie mittels valider Fragbögen und auf Basis automatisierter Algorhythmen Hinweise auf abklärungsbedürftige Verdachtsdiagnosen im somatischen und psychischen Bereich. Nebst dieser personalisierten Triage können anonymisierte Daten für Forschungszwecke gespei-chert werden. Das Instrument ermöglicht eine personalisierte Medizin, erleichtert die interprofessi-onelle Ausbildung und Zusammenarbeit und unterstützt multizentrische Studien.
Mittlerweile haben fast 1‘000 Patienten der interdisziplinären Schmerzsprechstunde (Leitung PD Dr. Dr. D. Ettlin) am Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich vor ihrer Erstkonsultation die WISE ausgefüllt. Die Datenanalyse im Rahmen von Forschungsprojekten läuft und Manuskripte sind bei wissenschaftlichen Zeitschriften eingereicht oder in Vorbereitung. Um die Übersetzung der WISE zur Anwendung auch in Brasilien und Portugal zu ermöglichen, hat das DSI Direktori-um den beiden Fellows Prof. Antônio Sérgio Guimarães (Universität Leopoldo Mandic in Campi-nas, Brasilien) und Prof. Miguel Gonçalves Meira e Cruz (Universität von Lissabon, Portugal) im August 2018 Kuraufenthalte in Zürich ermöglicht. Mit eigener Finanzierung kam Prof. Kanokporn Bhalang (Chulalongkorn Universität in Bangkok, Thailand) hinzu. Das Dreier Team arbeitete während 7 Tagen intensiv an der Übersetzung der Software und die Übersetzungsarbeiten konn-ten entsprechend im vorgegebenen Zeitrahmen erfolgreich abgeschlossen werden. Nach getaner Arbeit gesellten sich die Familienmitglieder dazu (Foto).
- Links nach rechts: S. Guimaraes, Ray (Ehemann von N. Bhalang), Maria (Tochter von M. Meira e Cruz), Ruth (Mutter von M. Meira e Cruz), M. Meira e Cruz, N. Bhalang, D. Ettlin
Webseite: Prof. Dr. Antônio Sérgio Guimarães
Prof. Dr. Miguel Gonçalves Meira e Cruz
Prof. Dr. Miguel Gonçalves Meira e Cruz hat Zürich und die DSI im August 2018 besucht, um mit Dr. med. Dominik Ettlin zusammenzuarbeiten.
DSI Fellowships zur portugiesischen Übersetzung der web-basierten interdiszipli-nären Symptom Evaluation1 (WISE) und damit zur Förderung der transkulturellen Sammlung von „big data“ zum besseren Verständnis von Risikofaktoren für oro-faziale Schmerzen
Die patientenorientierte Erfassung von Behandlungsresultaten (“outcome measures“) wird in di-versen medizinischen Bereichen zunehmend wichtiger. Der Bedarf einer umfassenden Einschät-zung von Schmerzpatienten wird u.a. durch das wegweisende Bundesgerichtsurteil 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 unterstrichen. Es verlangt von der Ärzteschaft, dass bei der Einschätzung des funktionellen Schweregrads von unklaren Beschwerdebildern psychosoziale und soziokulturelle Faktoren vermehrt berücksichtigt werden. Unsere Gruppe hat kürzlich ein web-basiertes Instru-ment zur strukturierten interdisziplinären Befragung von Personen mit Schmerzerkrankungen entwickelt . Gegenüber Papierfragebögen ermöglicht die moderne Informationstechnologie, Be-fragungen gemäss Konzepten des “computerized adaptive testing” (CAT) aufzubauen. Dabei kön-nen symptomorientierte Checklisten (qualitative Symptomerfassung) bedarfsabhängig mit weiter-führenden Fragebögen zur quantitativen Symptomerfassung gekoppelt werden („case-finding in-struments“). Die WISE ermöglicht Klinikern eine erste Einschätzung der Symptombelastung. Gleichzeitig liefert sie mittels valider Fragbögen und auf Basis automatisierter Algorhythmen Hinweise auf abklärungsbedürftige Verdachtsdiagnosen im somatischen und psychischen Bereich. Nebst dieser personalisierten Triage können anonymisierte Daten für Forschungszwecke gespei-chert werden. Das Instrument ermöglicht eine personalisierte Medizin, erleichtert die interprofessi-onelle Ausbildung und Zusammenarbeit und unterstützt multizentrische Studien.
Mittlerweile haben fast 1‘000 Patienten der interdisziplinären Schmerzsprechstunde (Leitung PD Dr. Dr. D. Ettlin) am Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich vor ihrer Erstkonsultation die WISE ausgefüllt. Die Datenanalyse im Rahmen von Forschungsprojekten läuft und Manuskripte sind bei wissenschaftlichen Zeitschriften eingereicht oder in Vorbereitung. Um die Übersetzung der WISE zur Anwendung auch in Brasilien und Portugal zu ermöglichen, hat das DSI Direktori-um den beiden Fellows Prof. Antônio Sérgio Guimarães (Universität Leopoldo Mandic in Campi-nas, Brasilien) und Prof. Miguel Gonçalves Meira e Cruz (Universität von Lissabon, Portugal) im August 2018 Kuraufenthalte in Zürich ermöglicht. Mit eigener Finanzierung kam Prof. Kanokporn Bhalang (Chulalongkorn Universität in Bangkok, Thailand) hinzu. Das Dreier Team arbeitete während 7 Tagen intensiv an der Übersetzung der Software und die Übersetzungsarbeiten konn-ten entsprechend im vorgegebenen Zeitrahmen erfolgreich abgeschlossen werden. Nach getaner Arbeit gesellten sich die Familienmitglieder dazu (Foto).
Links nach rechts: S. Guimaraes, Ray (Ehemann von N. Bhalang), Maria (Tochter von M. Meira e Cruz), Ruth (Mutter von M. Meira e Cruz), M. Meira e Cruz, N. Bhalang, D. Ettlin
Webseite: Prof. Dr. Miguel Gonçalves Meira e Cruz
Dr. Juliane Lischka
Dr. Juliane Lischka war in den Semestern FS18 und HS18 DSI Fellow und arbeitete am Projekt "About Black Sheep and Sheeple - Deviant Agents, Counterknowledge, and the Good Information Society".
Gedanken provozierend oder Bullshit? Glaubwürdigkeitshinweise von Verschwörungstheorien
In einer Zeit epistemischer Instabilität (Harambam, 2017) sind Verschwörungstheorien ein häufiges Thema in Online-Debatten (Wood & Douglas, 2015). Verschwörungstheorien sind auf Plattformen wie YouTube leicht zu verbreiten und zugänglich und haben eine lange Online-Lebensdauer (Del Vicario et al., 2016).
Dieses Projekt zielte darauf ab, ein Glaubwürdigkeits-Cue-Modell für Verschwörungstheorie-Videos zu entwickeln. Die Glaubwürdigkeit von Online-Informationen hängt stark von den Merkmalen Quelle, Nachricht, Autor und Empfänger ab (Metzger & Flanagin, 2015). Für Videos wird der Produktionswert als eine relevante Glaubwürdigkeitsdimension angesehen (Cummins & Chambers, 2011).
Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass sich die Befragten in Bezug auf die Glaubwürdigkeit der Verschwörungstheorie weitgehend auf diese Glaubwürdigkeitshinweise beziehen, sie aber auch um zwei wirkungsbezogene Aspekte erweitern: (1) Auswirkungen auf das persönliche Nutzerverhalten und (2) Auswirkungen auf andere. In Bezug auf den ersten Aspekt argumentieren die Befragten, dass ihre Absicht, einer Verschwörungstheorie in der persönlichen Kommunikation nachzugehen oder sie zum Nachdenken anregend zu finden, ihre Glaubwürdigkeitsbewertung der Verschwörungstheorie beeinflusst. In Bezug auf den zweiten Aspekt, ist für ihre Glaubwürdigkeit-Bewertung relevant, ob die Wahrnehmung einer Verschwörungstheorie als populär und "sticky" empfunden wird. Die auf einem experimentellen Untersuchungsdesign basierenden Ergebnisse zeigen jedoch, dass beim Betrachten eines Videos einer Verschwörungstheorie lediglich die Zuverlässigkeit und der Informationswert des Hosts eine Rolle für die Glaubwürdigkeitsbewertung spielen. Das heißt, die Befragten bewerten weitgehend Verschwörungstheorien, die auf journalismusähnlichen Genauigkeitsstandards basieren.
Darüber hinaus stehen die Zuverlässigkeit des Hosts und der Informationswert im Zusammenhang mit den Verhaltensabsichten der Befragten, wie z.B. die gemeinsame Nutzung des Videos mit einem Freund. So werden genau erscheinende Verschwörungstheorien weiter verbreitet, was ihre Online-Lebensdauer verlängert. Eine höhere Glaubwürdigkeitsbewertung von Verschwörungstheorie-Videos entspricht auch der Absicht, mehr Skepsis gegenüber Regierung und Medien zu zeigen, was auf einen Rückgang des Vertrauens in gesellschaftliche Institutionen hindeutet.
Webseite: Dr. Juliane Lischka
Dr. Julian Mausbach
Dynamische elektronische Einwilligung und De-Anonymisierung
Digitalisierung beim Einbezug von Personen und Gesundheitsdaten in die Forschung
Der erste Bereich des Projekts ist der Frage gewidmet, ob der selbstbestimmte (gewollte) Einbezug in die Forschung durch Digitalisierung des Einwilligungsprozesses günstiger gestaltet werden kann. Dabei ist inhaltlich vor allem die Dynamisierung des Prozesses Gegenstand der Untersuchung. Bezüglich formaler Gesichtspunkte wird der Fokus auf die Frage gelegt, ob der Prozess insgesamt elektronisch ausgestaltet werden kann.
Der zweite Bereich des Projekts nähert sich dem Einbezug in die Forschung sozusagen aus der Gegenrichtung. Er ist dem ungewollten Einbezug gewidmet und stellt nicht Gestaltungsmöglichkeiten, sondern Gestaltungsnotwendigkeiten aufgrund Digitalisierung in den Fokus. Konkret geht es um die Frage, ob die durch Digitalisierung mögliche De-Anonymisierung von Forschungsdaten dazu führt, dass eine re-identifizierte Person daraus Rechte ableiten kann bzw. für die Forschenden hierdurch Pflichten entstehen.
Webseite: Dr. Julian Mausbach
inside IT Artikel: Einwilligung in Forschung ist keine Einbahnstrasse!
Prof. Dr. Matthias Mehl
Prof. Dr. Matthias Mehl war im Juli 2018 zu Gast an der DSI und im UFSP Dynamik Gesunden Alterns:
Das Hauptprojekt, das ich während meines DSI Fellowships verfolgt habe, war, Wege zu finden, wie die über den uTrail gesammelten Umgebungshörproben in aussagekräftige Indikatoren für die tägliche soziale Aktivität umgewandelt werden können. Wir haben kürzlich ein Paper in der Zeitschrift Psychological Science veröffentlicht, das zeigt, dass die einfache Metrik "Prozentsatz der Zeit im Gespräch" ein robuster Verhaltensmarker für das Wohlbefinden ist (Milek et al., 2018). In einem ersten Schritt wäre es dann wichtig, Wege zu entwickeln, um automatisch und präzise Sprachaktivitätsinformationen aus dem Umgebungsaudio zu extrahieren. Weitere interessante Indikatoren für Kandidaten könnten emotionale Ausdrücke (z.B. Lachen, Seufzen, Weinen) sein, die von den Umgebungs-Audioaufnahmen aufgenommen werden, sowie gängige tägliche Aktivitäten wie Fernsehen, Kochen und Essen, Pendeln usw. Interessanterweise ist diese Aufgabe, die derzeit die dringlichste bei der Analyse der mit dem uTrail gesammelten Daten ist, auch eine hochaktuelle Aufgabe und ein schnell voranschreitendes Forschungsgebiet im Bereich der Informatik.
Das Gebiet der Verhaltens- und Sprachsignalverarbeitung von naturalistischen Audioaufnahmen ist dabei, sich zu einem lebendigen Forschungsgebiet zu entwickeln. In diesem Jahr veröffentlichte eine Forschergruppe um Dan Ellis, einen ehemaligen Professor an der Columbia University, der inzwischen auf Google umgestiegen ist, ein wegweisendes Handbuch, das die Computational Analysis of Sound Scenes and Events (Virtanen, Plumbley, & Ellis, 2018) als aktives Forschungsgebiet mit großem Potenzial für bedeutende wissenschaftliche Beiträge in den Bereichen Informatik und Elektrotechnik etabliert. Der Zweck dieses Feldes ist es, die Audiosignalverarbeitung auf das Niveau anderer "Geschwister"-Bereiche wie die visuelle Signalverarbeitung (z.B. Gesichts- und Objekterkennung) zu heben. Derzeit hat das Forschungsfeld Schwierigkeiten, realistische Datenquellen zu identifizieren, die von Natur aus wichtig sind und die Art von "rauschintensiven" Daten liefern, wie man sie im Alltag findet. Ein aktueller Versuch, Google AudioSet (Gemmeke, Ellis, et al., 2017), hat sich auf gesampelte Ausschnitte von YouTube-Clips konzentriert, die realistisch sind, aber wohl nur einen begrenzten, dünnen Ausschnitt des täglichen gesellschaftlichen Lebens der Menschen erfassen. Was dem Forschungsgebiet derzeit fehlt, ist (1) eine Datenbank mit naturalistischen, realitätsnahen Audioereignissen, die das gesamte Spektrum des gelebten Alltags abdeckt und mit der Computermodelle zur Klassifizierung einer Reihe von verhaltensrelevanten Schallereignissen (z.B. Reden, Lachen, Seufzen, Essen) trainiert werden können, und (2) eine Datenbank mit solchen Audioereignissen, die für "Ground Truth"-Variablen kommentiert ist.
Mit den Daten, die derzeit über das uTrail-Gerät im Rahmen eines großen laufenden Projekts zum Thema gesundes Altern an der UFSP gesammelt werden (200 Teilnehmer tragen das Gerät 4 Wochen lang), haben wir Zugang zu einer umfangreichen Datenbank (zehntausende von Soundbites) mit realen Ambient-Audio-Clips, die repräsentativ aus dem täglichen Leben aller Teilnehmer gesampelt werden, von morgens bis abends, Montag bis Sonntag. Und im Rahmen der bestehenden langjährigen Zusammenarbeit zwischen Dr. Martin und mir steht uns eine sehr große, "ground-truth" kommentierte Datenbank mit Audiodaten zur Verfügung, die auf der fast 20-jährigen Forschung basiert, die Prof. Mehl mit der Electronically Activated Recorder (EAR)-Methode durchgeführt hat (Mehl et al., 2001; Mehl 2017). Während meines Monats als DSI-Fellow habe ich geholfen, die Grundlagen für eine Zusammenarbeit zu schaffen, die die rechnerische Analyse alltäglicher Klang- und Sprachereignisse auf die nächste wissenschaftliche Ebene bringen kann.
Webseite: Prof. Dr. Matthias Mehl
Prof. Dr. Jean-Henry Morin
Prof. Dr. Jean-Henry Morin war von September bis Dezember 2018 zu Gast an der DSI und arbeitete an folgenden Themen:
Schweizer "Digital Transition" und Eidgenössische Wahlen 2019
Im Rahmen der Eidgenössischen Wahl 2015 haben wir gemeinsam mit GovFaces eine öffentliche Debatte über die Digitale Agenda der Schweiz organisiert, um das Engagement der Parlamentarier, der politischen Parteien und der Zivilgesellschaft in dieser Frage zu fördern (http://www.helvetic.govfaces.com/agenda-digital-suisse).
Die Debatte lieferte zwar einige interessante Beiträge und Ergebnisse, erreichte aber nicht das Ziel, das Thema in die politische Debatte für die Bundestagswahl einzubeziehen. Ein Jahr vor den nächsten Eidgenössischen Wahlen 2019 und angesichts der immer noch schleppenden politischen Führung in der Frage, die den Weg für die im Wesentlichen von der Wirtschaft getragene Initiative digitalswitzerland (ehemals Digital Zurich 2025) geebnet hat, halten wir es für eine sehr gute Gelegenheit, eine neue Initiative zu konzipieren, die dem rein ökonomisch getriebenen Ansatz entgegenwirkt und im Rahmen der UNIGE-UZH DSI-Initiative gemeinsam an einer neuen Initiative zu diesem Ziel arbeitet. Der Kanton Genf, mit dem wir durch GenèveLab in engem Kontakt und Zusammenarbeit stehen, der wachsende Stadtteil Civictech und die UZH-Kontakte mit der Bundesebene sind interessante Stützelemente für ein solches Ziel.
FacLab
Das Centre Universitaire d'Informatique (CUI) an der UNIGE arbeitet seit mehreren Jahren an der Einrichtung eines akademischen FabLab. Ziel ist es, die heute üblichen Fertigungs- und DIY-Ansätze, die aus der Arbeit am MIT (Neil Gershenfeld) stammen, an der Universität einzuführen, um die Ansätze "build to think" und "build to learn" auf der Grundlage von Design Thinking, Rapid Prototyping und User Centred Design zu nutzen. Solche Ansätze bergen ein enormes Potenzial, die Art und Weise, wie wir lehren, lernen und forschen, zu verändern. Darüber hinaus bieten sie interessante Möglichkeiten für eine gemeinsame Arbeit von Wissenschaft und Zivilgesellschaft.
Vor kurzem wurde das FacLab-Projekt bei UNIGE von der Division de l'Information Scientifique (DIS), dem Bureau de la Stratégie Numérique de l'UNIGE (BSN), der Division du Système et des Technologies de l'Information et de la Communication (DiSTIC) und mehreren externen Organisationen wie Lift Conference, Genève Lab des Staates Genf usw. interessiert. Während des letzten Open Geneva Festivals im April 2018 organisierten wir einen Hackathon zur Mitgestaltung des FacLab, an dem sich Teilnehmer der UZH beteiligten (Prof. Florent Thouvenin). Dies führte zu mehreren umsetzbaren Ergebnissen, die wir ab Herbst 2018 in Genf nutzen werden. Wir halten es für eine sehr gute Gelegenheit, gemeinsam an diesem Projekt zu arbeiten und zu versuchen, im Rahmen der UNIGE-UZH DSI-Initiative ein Schwester-FacLab an der UZH aufzubauen.
Digitale Verantwortung
Basierend auf langjährigen Forschungen im Bereich Digital Rights Management, insbesondere im Zusammenhang mit Enterprise Security, Governance Risk and Compliance (GRC) und Information Protection and Control (IPC), hat sich das Thema Digital Responsibility als wichtiges Thema im Zusammenhang mit dem Digital Transition und der verantwortungsvollen Gestaltung nachhaltiger Systeme und Dienste herausgestellt. Das gesamte Thema Cybersicherheit und Datenschutz bedarf eindeutig tiefgreifender Veränderungen bei der Gestaltung der Zukunft unserer digitalen Gesellschaft für die Zukunft (Morin 2014).
Darauf aufbauend fanden kürzlich Gespräche mit der Fondation Ethos statt, um ein Digital Responsibility Criteria für ihre Bewertungen zu entwerfen. Diese Arbeiten werden im Herbst 2018 beginnen. Parallel dazu finden erste Gespräche mit Johan Rochel von Ethix (Lab für Innovationsethik) in Zürich statt. In diesem Bereich sind wir der Meinung, dass die Bündelung der Kräfte im Rahmen der DSI-Initiative UNIGE-UZH die Auswirkungen in diesem wichtigen Bereich auf eine nachhaltige digitale Gesellschaft beschleunigen und verstärken könnte.
Webseite: Prof. Dr. Jean-Henry Morin
Dr. Kristina Yordanova
Dr. Kristina Yordanova war im Juli und August 2018 zu Gast an der DSI und im UFSP Dynamik Gesunden Alterns.
Das Hauptprojekt, das ich während meines DSI Fellowships verfolgt habe, war die Entwicklung automatisierter Methoden zur Extraktion von Situationswissen und zur Interpretation des menschlichen Verhaltens. Dies beinhaltet die Untersuchung sowohl verschiedener Arten von Informationsquellen als auch verschiedener Rechenlösungen für die Interpretation heterogener Daten. In diesem Zusammenhang konnte ich einen Workflow zur automatischen Identifizierung von sozialen Verhaltensweisen und Umgebungen aus Transkripten von täglichen Gesprächen vorschlagen. Die ersten Ergebnisse deuten darauf hin, dass es möglich ist, automatisierte Methoden zur Codierung von Transkripten täglicher Gespräche mit relevanten psychologischen Variablen anzuwenden. Ein weiterer Aspekt des Projekts war die Identifizierung relevanter Faktoren, die ein gesundes Altern aus situationsgerechter Sicht beschreiben. Diese Faktoren können später genutzt werden, um über das tägliche Leben eines Menschen, die Entwicklung seiner Situation und die Auswirkungen dieser Faktoren auf das langfristige Verhalten im Zusammenhang mit gesundem Altern zu urteilen.
Webseite: Dr. Kristina Yordanova