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|Zwischen 800 und 1000 kamen Einwanderer "aus dem
Norden" über den Grimsel Pass ins Wallis. Sie haben die deutsche
Sprache ins Oberwallis gebracht. Das „Oberwalliser Titsch“ ist ein allemannischer
Dialekt, der in der abgeschlossenen Bergwelt alte Sprachstrukturen bis
auf den heutigen Tag erhalten hat.

|Die damaligen Talbewohner waren Selbstversorger. Sie
produzierten, alles was sie zum Leben brauchten, selber.
Sie züchteten Kühe, Ziegen, Schweine und Schafe. Sie pflanzten
Roggen, Flachs, Hülsenfrüchte und später Kartoffeln
an. In der Dorfmühle mahlten sie das Mehl, im Backhaus buken
sie das Roggenbrot.

Sie bauten Häuser, Stallscheunen, Speicher und Stadel.
Bei den zwei letztgenannten Gebäuden fügten sie zwischen Unterbau und Oberbau steinerne „Mäuseplatten“, so dass die Vorräte sicher und trocken aufbewahrt werden konnten. In den Speichern trockneten sie Rindfleisch, Speck und Würste. In den Kellern lagerten sie würzigen Käse. Diese Walliserspezialitäten sind heute noch sehr beliebt.

Der Stadel ist das Gebäude des Getreidebaus.
Er ist einerseits Getreidespeicher, andrerseits Dreschplatz. Dieser letzterer
wird „Tenn“ genannt. Dieser Tenn ist von aussen sichtbar, weil er balkonartig
vorsteh
|Stadel||Gade||Spycher||Heidenhaus||Kreuz|

Die früher heidnische Bevölkerung der Schweiz, die Kelten und Germanen, bauten Häuser so wie man ein Zelt aufstellt, d.h. der First wurde von vertikalen Stämmen getragen. Der Firstständer ist demnach ein Relikt aus dem keltischen und germanischen Ständerbau und war oft mit heidnischen Symbolen verziert. Unsere Vorfahren haben im Giebelbereich diese Idee übernommen, um den in den Firstständer seitlich eingenuteten Wandhölzern besseren Halt zu geben. Damit niemand auf die Idee kam, in diesem Haus könnten Heiden wohnen, schnitzten sie ein Kreuz auf das „heidnische Bauelement“.

Unsere heidnischen Vorfahren waren
sowohl praktisch wie auch intellektuell begabt. Ihre wichtigste Lebensqualität
war persönliche und geistige Freiheit. Sie hatten grossen Respekt
vor der Natur, weil sie nach ihrem Glauben von den Göttern bewohnt
war.
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