Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03515.jsonl.gz/272

Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom) ist ein seltener bösartiger Tumor. Man unterscheidet drei grosse Gruppen von Kehlkopfkrebs: oberhalb, innerhalb oder unterhalb des Bereichs im Kehlkopf, in dem sich die Stimmbänder befinden (sog. Glottis).
Am häufigsten liegen Larynxkarzinome im Bereich der Glottis und werden deshalb auch als glottische Tumoren bezeichnet. Kehlkopfkrebs befällt Männer deutlich häufiger als Frauen. Die Erkrankung entsteht in vielen Fällen bei Menschen, die rauchen. Zigaretten- oder Pfeifenrauch gilt damit als wichtiger Risikofaktor für diese Erkrankung. Durch den Verzicht auf das Rauchen und übermässigen Alkoholkonsum kann man Kehlkopfkrebs vorbeugen. Im Mittel sind Kehlkopfkrebs-Patienten zwischen 64 und 66 Jahre alt.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Krebserkrankungen, die in frühen Stadien keine Beschwerden verursachen, kann sich Kehlkopfkrebs durch Symptome wie eine anhaltende Heiserkeit bemerkbar machen. Sollten Sie länger als zwei Wochen eine heisere Stimme haben, sollten Sie daher Ihren Hausarzt aufsuchen, der Sie gegebenenfalls an einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt überweisen kann. Der Arzt kann Kehlkopfkrebs häufig schon durch eine einfache Untersuchung feststellen oder ausschliessen: Mithilfe eines sogenannten Laryngoskops kann der Untersucher den Kehlkopf betrachten. Krebsverdächtige Stellen auf der Kehlkopfschleimhaut kann er so recht früh erkennen. Mithilfe einer Gewebeprobe (Biopsie) kann der Arzt den Verdacht bestätigen.
Um Kehlkopfkrebs zu behandeln, stehen operative Verfahren und die Strahlentherapie zur Verfügung. Hat der Arzt das Larynxkarzinom rechtzeitig in einem frühen Stadium erkannt, kann die Therapie die Erkrankung vollständig heilen (sog. kurative Therapie). Auch wenn eine Heilung nicht möglich ist, bieten moderne Tumortherapie-Methoden viele Chancen, die Lebensqualität zu erhalten und Symptome wie Tumorschmerzen möglichst gering zu halten (palliative Therapie).
Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom) ist eine bösartige Tumorerkrankung des Kehlkopfs (Larynx) und gehört der Definition nach den Tumoren der oberen Luft- und Speisewege. Man kann ein Larynxkarzinom auch in die grosse Gruppe der Kopf-Hals-Tumoren einordnen. Kehlkopfkrebs macht nur etwa 0,9 Prozent aller Krebserkrankungen aus, ist also im Verhältnis relativ selten.Männer sind etwa siebenmal häufiger als Frauen von Kehlkopfkrebs betroffen. In der Schwqeiz erkranken pro Jahr etwa 280 Menschen an Kehlkopfkrebs. Im Mittel erkranken die meisten Betroffenen zwischen 64 und 66 Jahren an einem Larynxkarzinom.
Der Kehlkopf (Larynx) ist der oberste Abschnitt der Luftröhre. Er besteht aus einem Skelett von mehreren Knorpelplatten, die durch Bänder und Muskeln miteinander verbunden sind. Eine Knorpelplatte, die sogenannte Epiglottis, verschliesst den Eingang zum Kehlkopf als Kehldeckel beim Schlucken, damit keine Speisen in die Luftwege eindringen können. Der aus den Stimmbändern bestehende Teil des Kehlkopfs wird als Glottis bezeichnet.
Mediziner teilen die Kehlkopfkarzinome entsprechend ihrer Lage zur Glottis ein. So unterscheiden sie Tumoren, die sich oberhalb der Glottis (supraglottisch) und unterhalb (subglottisch) oder im Bereich der Glottis (glottisch) befinden.
Entsprechend der Ausbreitung teilt man Kehlkopfkrebs in unterschiedliche Stadien ein:
Tumor begrenzt auf
Ausbreitung auf Supra- oder Subglottis; eingeschränkte Beweglichkeit der Stimmbänder
Entsprechend der befallenen Halslymphknoten unterscheidet man:
N2 a
N2 b
N2 c
Eine einzelne Lymphknotenmetastase zwischen 3 und 6 cm auf der gleichen Seite
Mehrere Lymphknotenmetastasen kleiner als 6 cm auf der gleichen Seite
Lymphknotenmetastasen auf beiden Seiten oder auf der Gegenseite
Über 30 Prozent aller Kehlkopftumoren liegen oberhalb der Stimmbänder. Diese Tumoren breiten sich mit zunehmender Grösse nach oben in Richtung Zunge oder nach unten auf die Stimmbänder aus. Aufgrund eines sehr dichten Lymphgefässnetzes in diesem Gebiet sind bei Kehlkopfkrebs schon frühzeitig Tochtergeschwulste (Metastasen) in den Lymphknoten, insbesondere im Kieferwinkel, nachweisbar.
Tumoren der eigentlichen Stimmbänder sind mit über 65 Prozent die häufigsten Larynxkarzinome. Dieser Kehlkopfkrebs wird aufgrund seiner typischen Symptome meist früh erkannt. Die Elastizität der Stimmbänder ist eingeschränkt und die Stimme dadurch gleichbleibend heiser.
Bei kleinen, auf die Stimmbänder begrenzten Kehlkopftumoren ist die Gefahr von Lymphknotenmetastasen sehr gering. Wenn sie sich jedoch auf die angrenzenden Bereiche des Kehlkopfs ausbreiten, streuen sie bei Vergrösserung nach oben wie die supraglottischen Tumoren – wohingegen sie bei Vergrösserung nach unten wie die subglottischen Kehlkopfkrebse metastasieren.
Subglottische Kehlkopftumoren sind mit weniger als einem Prozent aller Kehlkopfkrebs-Fälle sehr selten. Es handelt sich wahrscheinlich häufig um fortgeschrittene glottische Kehlkopftumoren. Der subglottische Lymphabstrom erfolgt überwiegend zu den Lymphknoten entlang der Luftröhre sowie den tiefen Halslymphknoten.
Bei Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom) sind die Ursachen bisher nicht geklärt. Sicher ist jedoch, dass dabei inhalierten Giftstoffen eine wesentliche Bedeutung zukommt. Zu den häufigsten Auslösern zählt der Tabakkonsum. Andere Substanzen wie Teerstoffe, halogenierte Kohlenwasserstoffe oder auch Holzstäube können dem Kehlkopfkrebs als Ursachen ebenfalls zugrunde liegen. Verstärkt wird das Erkrankungsrisiko ausserdem durch gleichzeitigen Alkoholkonsum.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Krebserkrankungen kann der Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom) frühzeitig durch Symptome auffallen: Insbesondere die unmittelbar von den Stimmbändern ausgehenden glottischen Kehlkopftumoren machen durch länger anhaltende Heiserkeit als frühes Anzeichen auf sich aufmerksam. Hinzu kommen ein Fremdkörpergefühl im Hals, Schluckbeschwerden und ein häufiges Bedürfnis, sich zu räuspern. Diese Kehlkopfkrebs-Symptome sind unspezifisch und können auch Anzeichen von harmlosen Krankheiten sein. Dennoch sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn Sie länger als zwei Wochen heiser sind.
Mit fortschreitendem Kehlkopfkrebs kommt es zu Schmerzen insbesondere beim Schlucken, die bis ins Ohr ausstrahlen können. Symptome wie Luftnot und blutig-schleimige Auswürfe wie auch derbe, aber wenig schmerzhafte Lymphknoten sind bei Kehlkopfkrebs Symptome, die erst im späteren Stadium auftreten. Patienten mit Larynxkarzinom können eine Reihe weiterer Symptome und Begleiterscheinungen zeigen:
Auch beim Kehlkopfkrebs ist es wichtig, die Diagnose so früh wie möglich zu stellen. Jede länger als zwei Wochen anhaltende Heiserkeit kann ein erstes Anzeichen für Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom) sein – und Betroffene dazu veranlassen, ihren Hausarzt oder einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufzusuchen. Er kann die Ursachen für die heisere Stimme schnell herausfinden. Er erkundigt sich dazu zunächst nach den Beschwerden, möglichen Risikofaktoren (z.B. nach Nikotin- und Alkoholkonsum) sowie nach bestehenden Erkrankungen. Um bei Verdacht auf Kehlkopfkrebs die Diagnose sichern zu können, muss der Arzt mehrere Untersuchungen durchführen. Zunächst tastet er den Hals ab. Danach erfolgen speziellere Untersuchungsverfahren wie eine Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie). Zu diesen Verfahren gehört auch die sogenannte Lupenlaryngoskopie, bei der ein Endoskop mit einer 90 Grad-Weitwinkeloptik verwendet wird. Da bei dieser Untersuchung ein leichter Würgereiz entsteht, wenn das Gerät die empfindliche Schleimhaut im Rachen berührt, kann sie auch mit einer örtlichen Betäubung durchgeführt werden.
Sollte die Betrachtung des Kehlkopfs einen Befund ergeben, der nicht eindeutig ist, kann der Arzt während der Spiegelung eine Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen. Die Gewebeprobe wird feingeweblich mit einem Mikroskop auf Kehlkopfkrebs verdächtige Zellen untersucht – liegen sie vor, ist die Diagnose sicher. Es gilt nun, die Tumorausdehnung und einen möglichen Befall der Halslymphknoten mit modernen bildgebenden Verfahren wie der Computertomographie (CT) oder der Magnetresonanztomographie (MRT) zu beurteilen.
Für die Kehlkopfkrebs-Therapie stehen verschiedene Operationsverfahren und die Strahlentherapie, die oft auch mit einer Chemotherapie kombiniert wird, zur Verfügung. Welches Verfahren angewandt wird, richtet sich bei dieser Krebsart, die auch Larynxkarzinom genannt wird, nach der Lokalisation, Ausdehnung und Grösse des Tumors. In den letzten Jahren wurden die Operationstechniken ständig verbessert und durch den Einsatz von CO2 (Kohlendioxid)-Lasern ergänzt. Bei fortgeschrittenen Tumoren behandeln die Ärzte den Kehlkopfkrebs auch mit einer kombinierten Therapie aus beiden Verfahren.
Je nachdem, wo und wie gross der Tumor ist, entscheiden die behandelnden Chirurgen wie sie den Kehlkopfkrebs operieren. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Wenn nur ein relativ kleiner Kehlkopfkrebs – beispielsweise auf die Stimmlippen begrenzt – vorliegt, trennt der Arzt das bösartige Gewebe mikrochirurgisch oder mittels Laserbehandlung ab. Wie bei der Spiegelung des Kehlkopfs gelangt der Operateur über den Mund-Rachen-Raum an den Tumor. Auch Teilresektionen, das heisst die Entfernung bestimmter Anteile des Kehlkopfs, sind möglich. Auf diese Weise kann sowohl die Stimme als auch eine normale Atmung erhalten bleiben.
Ausgedehntere Kehlkopfkarzinome bedürfen häufig einer Laryngektomie, das heisst einer Entfernung des gesamten Kehlkopfs. Diese Operation führt zu erheblichen Einschränkungen. Durch den Verlust des Kehlkopfs wird eine künstliche Trennung von Atemwegen (Mund-Nasen-Raum) und Luftwegen (Luftröhre und Lunge) notwendig, um zu verhindern, dass Nahrung in die Luftwege eindringt. Um die Atemfunktion zu erhalten, legt der Arzt ein Tracheostoma an – also einen dauerhaften Luftröhrenschnitt am Hals.
Neben der Entfernung des Tumors müssen ab einem bestimmten Tumorstadium von Kehlkopfkrebs auch die Halslymphknoten entfernt werden, da sich die Tumorzellen hier absiedeln. Dieses Verfahren wird als «Neck dissection» bezeichnet, eine radikale Entfernung der Lymphknoten auf einer beziehungsweise auf beiden Seiten des Halses.
Je nach Ausmass des chirurgischen Eingriffs ist die Stimmbildung gestört – fehlt zum Beispiel nach der Operation der gesamte Kehlkopf, verliert der Erkrankte die Fähigkeit zu sprechen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Sprechfähigkeit wieder herzustellen. Betroffene benötigen einen Ersatz für das fehlende Stimmbildungsorgan. Eine Möglichkeit ist, eine sogenannte Ösophagus-Ersatzstimme zu erlernen. Hierbei müssen die Patienten die Speiseröhre (Ösophagus) zur Stimmbildung einsetzen. Die Betroffenen müssen viel Geduld aufbringen, um diese Ersatzsprache zu erlernen, bei der durch Anspannung bestimmter Muskeln die geschluckte Luft durch die Speiseröhre nach oben bewegt wird, um so Töne erzeugen zu können. Eine Alternative sind elektronische Sprechhilfen. Hierbei wird ein Gerät, welches Vibrationen auf die Weichteile überträgt, auf den Mundboden angesetzt. Die in Schwingungen versetzte Luft im Rachenraum erzeugt dann eine mechanische Stimme.
In manchen Fällen von Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom) ist eine Strahlentherapie sinnvoll:
Bei der Strahlentherapie unterscheidet man zwischen einer primären Bestrahlung und einer Nachbestrahlung im Anschluss an eine Operation (postoperative Bestrahlung). Die Wahl des Verfahrens hängt in erster Linie von der Tumorart und dem Tumorstadium ab.
Von einer primären Bestrahlung spricht man, wenn zur Kehlkopfkrebs-Therapie nur die Bestrahlung eingesetzt wird und keine operativen Massnahmen. In den frühen Stadien des Kehlkopfkrebses ist eine Heilung durch den Einsatz einer Strahlenbehandlung möglich. In manchen Fällen muss die Bestrahlung das Lymphsystem mit abdecken, um mögliche Metastasen mit zu zerstören.
Bei ausgedehnten Kehlkopftumoren, Lymphknotenmetastasen oder unvollständig entferntem Kehlkopfkrebs wird im Anschluss an die Operation bestrahlt. Die Strahlenbehandlung kann nach Abschluss der Wundheilung beginnen.
Bei einer Chemotherapie greifen spezielle Wirkstoffe, sogenannte Zytostatika, besonders Krebszellen an. Sie wirken aber nicht bei jedem Krebs gleich. Im Gegensatz zu Krebsarten wie Leukämie (Blutkrebs) spielt eine alleinige Chemotherapie bei Kehlkopfkrebs zum Beispiel eine untergeordnete Rolle. Es kann aber sehr sinnvoll sein, Strahlentherapie und Chemotherapie gemeinsam einzusetzen. Diese Kombination nennen Mediziner Radiochemotherapie. Die beiden unterschiedlichen Ansätze greifen ein Larynxkarzinom auf unterschiedliche Weise an und ergänzen sich so.
Beim Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom) hängen Verlauf und Prognose entscheidend von dem Zeitpunkt der Diagnose ab. Ausserdem spielt eine Rolle, wie gross der Tumor ist, an welcher Stelle er genau sitzt und ob er eventuell schon Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet hat.
Betroffene mit kleinen Kehlkopfkarzinomen ohne Lymphknotenmetastasen haben die besten Heilungsaussichten. Wird Kehlkopfkrebs durch Symptome wie Heiserkeit in einem Frühstadium entdeckt, lässt er sich durchaus vollständig heilen. Hier spielen auch die allgemeine gesundheitliche Verfassung und eventuell bestehende Vorerkrankungen eine Rolle.
Sollte eine operative Entfernung des gesamten Kehlkopfs notwendig sein, ist für die Erkrankten nach der Operation eine ausreichende medizinische und psychologische Betreuung wichtig. Die psychische Belastung durch einen solchen Eingriff mit einschneidenden Konsequenzen für das weitere Leben ist nicht zu unterschätzen. So ist entscheidend, dass Arzt und Patient gemeinsam einen Behandlungsweg finden, der den Erkrankten motiviert, eine anschliessende Sprachtherapie zu beginnen. Das ermöglicht ihm trotz entfernten Kehlkopfs, sich mit Familie, Freunden und Mitmenschen zu verständigen.
Wie bei allen Krebsarten gibt es auch beim Larynxkarzinom keine Massnahmen, die dem Kehlkopfkrebs mit hundertprozentiger Sicherheit vorbeugen. Aber Sie können das Risiko, an Kehlkopfkrebs zu erkranken, deutlich senken: Rauchen und übermässiger Alkoholkonsum sind Risikofaktoren für Kehlkopfkrebs. Indem Sie nicht rauchen und Alkohol nur in Massen zu sich nehmen, schalten Sie diese Risikofaktoren aus – und können indirekt dem Kehlkopfkrebs vorbeugen.
Wer raucht und regelmässig viel Alkohol trinkt, sollte regelmässige Vorsorgeuntersuchungen bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt wahrnehmen, um einen Kehlkopfkrebs frühzeitig zu erkennen. Generell gilt: Wenn Sie seit einem längeren Zeitraum eine heisere Stimme haben, sollten Sie dies Ihrem Arzt schildern. Er kann so frühzeitig die Ursachen für die Heiserkeit herausfinden und entsprechend behandeln.