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Buchtipp
«Exit» als Glück für Einsame?
Warum Margrit Schäppi einen Lebensratgeber schrieb und trotzdem den Freitod wählte.
Margrit Schäppi (1936–2018) war tatkräftig und originell. Obwohl sie keine Berufsausbildung hatte, gelang es ihr, ein Haus und fünf Wohnungen zu kaufen: durch Fleiss und geschicktes Taktieren, zum Beispiel mit Banken. Auch in Liebesdingen aktiv, heiratete sie mit 60 einen viel jüngeren Ägypter. Mit 78, nach der Scheidung, schrieb sie ihr Leben auf. Sie wollte dazu animieren, Wohnungen anstatt zu mieten zu kaufen.
Verlegt wurde die Biografie vor allem deshalb, weil sich die Vereinsamte mit 82 mithilfe von «Exit» töten liess. Der Publizist Matthias Ackeret (55) hatte vergeblich versucht, die noch Rüstige davon abzuhalten. Seine kritischen Betrachtungen zur Sterbehilfe in der Schweiz sind gescheit und lesenswert. Endlich mal kein unreflektiertes Plädoyer für «Exit» und Co.
Margrit Schäppi/Matthias Ackeret: Die Glückssucherin, Münsterverlag.