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Beim Anblick der Volksmenge, die Ihm auf den Berg gefolgt war, sprach Jesus zu Philippus: «Woher sollen wir Brote kaufen, damit diese essen? … Philippus antwortete ihm: Für zweihundert Denare Brote reichen nicht für sie aus, dass jeder ein wenig bekomme» (Verse 5-7). Jesus stellte diese Frage, um Philippus zu prüfen, «denn er selbst wusste, was er tun wollte.» Er wollte seine Jünger prüfen, ob sie auf seine göttliche Macht oder auf menschliche Hilfsmittel bauten. Andreas, ein anderer Jünger, sagte: «Es ist ein Knabe hier, der fünf Gerstenbrote und zwei Fische hat; aber was ist dies für so viele?» (Verse 8.9).
Philippus stellt fest, dass eine grosse Summe nicht ausreichen würde, und Andreas stellt die Nutzlosigkeit der verfügbaren Mittel fest. Bis dahin hatte weder der eine noch der andere verstanden, dass Jesus gerade wegen der Unfähigkeit des Menschen und der Unzulänglichkeit seiner Hilfsmittel in diese Welt gekommen ist.
Diese Begebenheit gibt uns eine wichtige praktische Belehrung. Wenn wir vor einer Schwierigkeit stehen, geht es uns dann nicht oft wie Philippus? Wir rechnen zuerst aus, ob das, was nötig wäre, um ihr zu begegnen, in unserer Macht steht! Oder wir machen es vielleicht wie Andreas: Wir zählen unsere ungenügenden Mittel, statt dass wir, wie die beiden Jünger es hätten tun sollen, zum Herrn sagen: «Wir vermögen nichts, aber du vermagst alles.» Ein solches Vertrauen ehrt Ihn, und wo Er es findet, lässt Er es nicht an einer Antwort fehlen.
Ist Jesus heute auch nicht persönlich anwesend, so ist Er doch nicht weniger wirklich da und kümmert sich mit der gleichen Liebe wie dazumal um alles, was seine Geliebten anbetrifft. Deshalb, wie gross auch die Schwierigkeiten sein mögen, denen wir auf unserem Weg täglich begegnen, lasst uns nur auf Ihn bauen und mit seiner Hilfe rechnen! Er wird für jede Schwierigkeit das darreichen, was wir gerade brauchen. Er wird dem Schüler für seine Aufgabe die nötige Hilfe geben, oder auch einer Witwe das Brot für ihre zahlreiche Familie darreichen. Er möchte, dass wir in unserer Haltung solche Menschen sind, die im Vertrauen auf sein Eingreifen friedlich warten, ohne unruhig oder gar aufgeregt zu werden und an Ihm zu zweifeln.
Jesus sagte: «Lasst die Leute sich lagern! Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich die Männer, an Zahl etwa fünftausend» (Vers 10). Stellen wir uns eine solche Menschenmenge vor, die im Gras sitzt und auf Brot wartet, aber keine Hilfsmittel sieht! Der Herr allein wusste, was Er tun wollte.
So genüge es auch uns zu wissen, dass der Herr weiss, was Er tun will im Hinblick auf uns, in jeder unserer Schwierigkeiten. Dann können wir ruhig und vertrauensvoll auf sein Eingreifen warten. «Im Stillsein und im Vertrauen würde eure Stärke sein», wird in Jesaja 30,15 zu Israel gesagt. Und anderswo lesen wir: «Es ist gut, dass man still warte auf die Rettung des HERRN» (Klgl 3,26).
«Jesus nun nahm die Brote, und als er gedankt hatte, teilte er sie denen aus, die da lagerten; ebenso auch von den Fischen, so viel sie wollten» (Vers 11). Der Herr selbst teilte aus. In den anderen Evangelien wird dies von den Jüngern gesagt, weil die Belehrung dort eine andere ist. Dort handelte es sich darum, ihnen ihre Verantwortlichkeit klar zu machen, die sie hatten als solche, die vom Herrn selbst das Nötige für ihren Dienst empfingen. Im Evangelium Johannes dagegen sieht man immer den Herrn selbst, wie Er in göttlicher Weise inmitten des Verfalls und der Unfähigkeit des Menschen handelt. Die Jünger greifen hier auf das Geheiss des Herrn nur ein, um die übriggebliebenen Brocken zu sammeln, mit denen sie zwölf Handkörbe füllten. Schon das allein war viel mehr, als was fünf Brote ergeben konnten.
Es ist interessant festzustellen, dass der Herr hier die Brote nicht erschaffen hat. Er hätte wohl aus Steinen Brot machen können; aber Er benutzte, was der kleine Knabe besass. Das lehrt uns, dass wir in unseren Schwierigkeiten nicht warten sollen, bis wir alles haben, was wir für nötig erachten, um ihnen zu begegnen, sondern wir sollen uns dessen bedienen, was wir besitzen, so wenig es sein mag. Der Herr, der heute wie damals derselbe ist, wird das Vorhandene mit den Mitteln zu vermehren vermögen, die Er für angemessen hält.
Die Witwe von Zarpat hatte, um dem Propheten zu gehorchen, nicht gewartet, bis ihr Mehltopf voll war. Die Handvoll Mehl im Topf und das wenige Öl im Krug wurden Tag für Tag beibehalten, ohne dass die Witwe irgendwelche Vorräte sammeln konnte. (Siehe 1. Könige 17,7-16.) Der Glaube wird dadurch geübt. Wenn wir nicht wissen, wie der Herr handeln wird, soll uns das Bewusstsein genügen, dass Er es weiss.
Beachten wir auch, dass Überfluss nicht Verschwendung oder Vergeudung erlaubt! Auch in solchen Umständen ist Sparsamkeit und Ordnung am Platz. Der Herr will, dass nichts verdirbt und schickt daher die Jünger, die übriggebliebenen Brocken einzusammeln. Man soll nicht sparsam und sorgfältig sein, um zu seiner eigenen Befriedigung Geld anzusammeln, sondern um Ihm ähnlich zu sein und Gott wohlzugefallen. So ist der Herr auch hierin, wie in allen kleinsten Einzelheiten des Lebens, unser vollkommenes Vorbild.