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Ethos veröffentlicht ein Dialog-Dokument (Engagement Paper) für börsenkotierte Unternehmen, welches ihre fünf Erwartungen bezüglich Steuerverantwortung zusammenfasst. Nach den jüngsten Fällen aggressiver Steueroptimierungspraktiken bestimmter Unternehmen, erachten institutionelle Investoren diese Praktiken als grosse finanzielle und Reputationsrisiken für Unternehmen und ihre Aktionäre.
Die 137 Mitglieder des Ethos Engagement Pool Schweiz (EEP Schweiz), welche ein Vermögen von mehr als CHF 200 Milliarden verwalten, haben Ethos beauftragt, das Thema Steuerverantwortung in den Aktionärsdialog mit den Unternehmen aufzunehmen. In diesem Zusammenhang hat Ethos internationale Best Practices identifiziert und ein "Engagement Paper" erstellt, welches an die Verwaltungsratspräsidenten der 150 Unternehmen im SPI-Index, die im Engagement-Universum des EEP Schweiz enthalten sind, geschickt wird.
Ein langfristiges Risiko für Investoren
Institutionelle Anleger sind heute sensibel für die Steuerstrategien der Unternehmen, in welche sie investieren. Gewisse aggressive Steueroptimierungspraktiken stellen für Unternehmen und ihre Aktionäre ein langfristiges Risiko dar, sowohl in Hinblick auf die Reputation als auch auf das finanzielle Risiko, zum Beispiel im Falle einer Geldbusse oder Steuernachzahlung. Daher ist es für Unternehmen unerlässlich, die Grundsätze ihrer Steuerstrategie zu definieren.
Unternehmen sollten transparenter werden
An der Schweizer Börse kotierte Unternehmen veröffentlichen noch sehr wenig Informationen über ihre Steuerstrategie. Als OECD-Mitgliedstaat hat sich die Schweiz jedoch aktiv an der Entwicklung des "BEPS"-Aktionsplans beteiligt, welcher die Erosion der Steuerbasis und den Transfer von Gewinnen ins Ausland verhindern soll. Der Aktionsplan sieht insbesondere die Dokumentation von Verrechnungspreisen sowie die Implementierung von Steuererklärungen pro Land ("Country-by-Country Reporting") für Unternehmen mit einem konsolidierten Jahresumsatz von mindestens EUR 750 Millionen vor. In der Schweiz wurden der Text dieses Abkommens und ein neues Gesetz von der Bundesversammlung am 16. Juni 2017 verabschiedet und traten am 1. Dezember 2017 in Kraft. Multinationale Unternehmen mit Sitz in der Schweiz müssen daher ab dem Steuerjahr 2018 ihre ersten Steuererklärungen pro Land erstellen. Im Gegensatz zum Vorhaben der Europäischen Union sieht die Schweizer Gesetzgebung keine Veröffentlichung dieser Steuererklärungen vor, sie muss lediglich bei den Steuerbehörden eingereicht werden. Einige führende Unternehmen ausserhalb der Schweiz veröffentlichen sie jedoch bereits freiwillig.