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Freitag, 16. Oktober 2020
Nochmals tanken - der Preis pro Liter Diesel ist 20 Cent höher, als in besiedelten Regionen. Wir wollen nach Kalgoorlie-Boulder City, die Goldgräber Stadt Australiens. Aber halt, wie kommen wir dorthin. Das „Navi“ zeigt uns plötzlich 200 Kilometer mehr an, als dies Google Maps getan hat. Warum? Obschon es nicht viele Möglichkeiten gibt, fragen wir nach. Und siehe da, es gibt eine Abkürzung … 110 Kilometer Gravel Road. Ich bin skeptisch. Verträgt dies unser Peugeot? Wir fahren los. Keine Häuser mehr, keiner der uns folgt. Auf Gegenverkehr hoffen wir vergeblich, wir sind allein und angekommen im Outback. Die Strasse ist staubig, roter Sand so weit wir sehen können. Ab und zu ein Baum, ein Strauch, eine Echse und Krähen. Mit knapp 80 km/h geht es überraschend zügig voran. Eine Staubwolke kommt uns entgegen. Ein Offroad Jeep kommt mit wohl 110 km/h daher - no worries! Zwei Stunden nach der Abfahrt in Hyden erreichen wir den East-Southern Highway. Die Gravel Road ist hinter uns. Nach weiteren 200 Kilometern erreichen wir Kalgoorlie-Boulder City. Die Goldgräberstadt schlechthin in Australien.
Samstag, 17. Oktober 2020
Einige Informationen zur Stadt. Weil Paddy Hannan 1893 an dieser Stelle Gold fand, wurde Kalgoorlie 1895 als Goldgräbersiedlung aus dem Boden gestampft. Die Stadt liegt an der Golden Mile, einer der größten Goldadern der Welt. Ein Problem der damaligen Zeit bestand in der Lage Kalgoorlies mitten Outback. Kein Wasser. Der Ingenieur Charles O'Connor entwickelte 1898 ein 540 km langes Wassertransportsystem aus Stahlrohren und mit acht Pumpstationen. Es transportiert seit 1903 Wasser aus den Bergen bei Perth in ein Staubecken, das Mount Charlotte-Reservoir.
Von unserem Motel sahen wir die Super Pit Goldmine. Bis 2018 die grösste Goldmine in Australien und unter den zehn Grössten der Welt, was die Goldfunde angelangt. Die Ausmasse der Mine mit 5 km x 1.5 km und einer Tiefe von 600m, sind immer noch die Nummer 1 in Down under. Der Uluru hätte darin ausreichend Platz. Wir nahmen den Weg unter unsere Füsse und wanderte zum Lookout. Der Ausblick ist beeindruckend. Unglaublich, wie tief hier in den Bodengegraben wird. Der Besuch der Mine ist ein absolutes Muss.
Auch die Innenstadt ist sehenswert. Die vielen Häuser aus den Jahren um 1900 gefallen. Weniger die vielen Aborigines, welche planlos in der Stadt herumhängen und keine Chancen kriegen, etwas Sinnvolles zu tun. Kalgoorlie ist zwar eine Stadt mit über 30’000 Einwohnern, die Einsamkeit - abgeschieden im Outback - und die Leere der Strassen, sind greifbar. Irgendwie blutleer und tot. Kaum vorzustellen, sollten die Goldressourcen einmal aufgebraucht sein. Wird Kalgoorlie-Boulder City aussterben?
Sonntag, 18. Oktober 2020
Das Wetter ist zweifelhaft. Ein Gewitter kündet sich an. Uns interessiert die Geschichte und die Arbeit der Goldminen. Hannan Tourist Mine bietet sich zum Besuch an. Der Regen kommt zwar, aber hindert uns nicht an einem längeren Rundgang. Dazu gehören interessante Erklärungen eines ehemaligen Minenarbeiters, welcher die Geschichte des Goldes in Western Australien erklärt und zum Schluss einen Goldbarren giesst. Natürlich unter Einhaltung alles Sicherheitsmassnahmen - nicht brennbare Handschuhe und Mantel, Helm und genügend Abstand zum über 1’000 Grad heissen Schmelzkübel.
Am späteren Nachmittag platzen wir in das Oktoberfest von Boulder. Dirndl, Lederhosen und viel Bier. Was hat diese deutsche Tradition im Outback zu suchen? Lustig war es allemal!
Montag, 19. Oktober 2020
Kalgoorlie-Boulder City bekam in dieser Nacht und am Vormittag das eigentlich schon für gestern angekündigte Gewitter. Es regnete wie aus Kübeln, der Donner grollte und die Blitze erleuchteten den weiten Himmel. Wir hatten heute nicht viel geplant. Unser Tagesziel war Balladonia zu erreichen, rund 400 km Auto fahren. Norseman bot sich zu einem Stopp an. Mehr war nicht. Endlose Strassen, sanfte Hügel, viele Akazien am Strassenrand und eine ganze Menge Warnschilder für Kühe, Emus und Kängurus. Gesehen haben wir … einen Dingo … welche die Strasse überquerte. Balladonia - eine Tankstelle (Preis pro Liter Diesel rund 40 Cent höher als in Perth - AUD 1.20 zu AUD 1.60) = CHF 1.09), ein Shop dazu und ein Motel mit 22 Zimmern. That’s it. Nicht ganz: ein Loch des längsten Golfkurses der Welt - genannt Nullarbor Links - liegt gleich neben unserer Unterkunft. Ein Par 3 mit 175 Metern.