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Die Ming-Kaiser schauten wieder Richtung Festland, wo die Grenzen ihres Reiches in Gefahr waren. Auch die pazifische Welt wurde wieder kleinräumiger. Die Inselgruppen wurden autarker, die kulturellen und sprachlichen Unterschiede grösser. Die Zeit der transozeanischen Doppelhüllen-Kanus der Tonganer und Fidschianer war vorbei. (S. 50)
Im mittelalterlichen Europa konnte mit Gewürze wie Nelken, Pfeffer, Muskat enormer Gewinn gemacht werden, der Handel vollzog sich entlang der alten Seidenstrasse und wurde durch chinesische, indische, arabische Händler dominiert. Grund für die iberischen Mächte, alternative Wege für «Christus und Gewürze» zu finden. Im Vertrag von Tordesillas hatte der Papst die nicht-christliche Welt in einen spanischen und einen portugiesischen Teil aufgeteilt, der Weg der Portugiesen nach Osten stand aus ihrer Sicht offen.
Vasco da Gama kehrte von seiner ersten Reise mit Beweisen des Reichtums Indiens nach Lissabon zurück und wurde 1502 auf eine zweite geschickt, der weitere portugiesische Seefahrten bis Malakka folgten, während denen gemordet und gebrandschatzt und schliesslich 1511 durch Albuquerque das durch interne Machtkämpfe geschwächte Malakka erobert wurde. Es sollte 150 Jahre unter portugiesischer Kontrolle bleiben.
Auf den durch muslimische Händler dominierten Gewürzhandel (der schon in römischen Zeiten existierte) hatte der Stadtstaat Venedig in Europa weitgehend das Monopol. Portugal wollte dieses Monopol durch die Route um Afrika herum nun umschiffen. 1512 gelang es Serrão bis auf die Molukken vorzustossen.
Einige Jahre später überquerte der westwärts segelnde Magellan im Auftrag der spanischen Krone als erster Europäer den Pazifik – Jahrhunderte von Handel, Sklaverei, kulturellem Austausch und politischem Konflikt begannen. Nach der Durchquerung der heute seinen Namen tragenden Strasse, erreichten seine verbleibenden Schiffe ein grosses, ruhiges Meer, das er deshalb «Pazifik» nannte.
Magellan erreichte die heutigen Philippinen und wurde dort bei einem Konflikt zwischen einheimischen Stämmen getötet.
50 Jahre später kehrten die Spanier unter Miguel Lopez de Legazpi, von Mexiko aus auf der selben Route auf die Philippinen zurück (S. 59).
Mit Manila entstand eine Hafen- und Handelsstadt, in der bald eine Verflechtung von malaiischer, muslimischer und chinesischer Kultur vorherrschte. Chinesen aus Fujian und Kanton heirateten einheimische oder malaiische Frauen, die asiatischen und Mestizen-Gemeinschaften hatten Einfluss auf Wirtschaft und Kultur.
Kultur und Reichtum Manilas wurde ab 1565 wurde durch den Galeonen-Handel ermöglicht. Dank der El Niño-Winde konnten spanische Galeonen die «Volta» nach Mexiko segeln, wo in Acapulco Silber für den Handel mit China verladen wurde.
Mit den spanischen und portugiesischen Eroberungen ging immer eine katholische Mission einher, gegen sie wurde auf vielen philippinischen Inseln durch muslimische Kämpfer starker Widerstand geleistet.