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Miho Kajioka (*1973/Japan, lebt in Kyoto) studierte Bildende Kunst in den Vereinigten Staaten und Kanada und begann ihre Karriere als Journalistin in ihrem Heimatland Japan. Nach dem Erdbeben und Tsunami von 2011 besann sich Kajioka wieder auf ihre künstlerische Fotografie. Zwei Monate nach der Katastrophe, als sie aus der Küstenstadt Kamaishi berichtete, wo über 800 Menschen starben, fand sie blühende Rosen neben einem gesprengten Gebäude. Diese Mischung aus Anmut und Zerstörung ließ sie an ein japanisches Gedicht denken:
Im Frühjahr Kirschblüten,
Im Sommer der Kuckuck,
Im Herbst der Mond, und im
Winter der Schnee, klar, kalt.
Das vom Zen-Mönch Dogen geschriebene Gedicht beschreibt die flüchtige, zerbrechliche Schönheit sich verändernder Jahreszeiten. Die Rosen, die Kajioka in Kamaishi sah, blühten einfach, weil Frühling war. Diese schöne und schlichte Aussage, die von Rosen inmitten der Trümmer gemacht wurde, beeindruckte sie und brachte sie zurück zur Fotografie.
Die gezeigten Fotos erstrecken sich über Kajiokas gesamtes Erwachsenenalter, darunter Bilder, die sie während ihres Auslandsaufenthalts aufgenommen hat, sowie auch Szenen, die nach der Katastrophe in Japan enstanden sind. Die kleinen Bilder einer Blume oder eines laufenden Jungen sind Motive aus dem Alltag, so wie dieser sich begibt. Diese Fragmente ihres Lebens, aus verschiedenen Perioden und vor wechselnden Kulissen, unterscheiden sich nicht so sehr voneinander und die verbleibenden Abweichungen sind nicht bedeutsam. Glück, Traurigkeit, Schönheit und Tragik existieren nur in unserem Kopf. Die Dinge sind, wie sie sind.
Seit 2013 werden Kajiokas Arbeiten in Frankreich, den Niederlanden, Kolumbien, Großbritannien, Italien, Deutschland und Spanien ausgestellt.