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Erste Inverkehrssetzung. 19.9.1966 der CH-Armee, im AMP Othmarsingen
als Truppenfahrzeug zugeteilt.
Geschichte
Die Geschichte des Jeeps in der Schweizerarmee begann mit dem Ende des zweiten Weltkrieges. Die US-Armee benötigte in Deutschland nicht mehr alle Fahrzeuge, die von Amerika nach Europa verschifft wurden. Im Jahre 1946 kaufte die Schweizerarmee aus der Aktion Surplus vom amerikanischen Office of Foreign-Liquidation 500 gebrauchte Jeeps (MB und GPW ) für je 3600.- Die Einkäufer der Schweizerarmee konnten die Jeeps auslesen. Die ersten Jeeps kamen am 7.5.1946 in die Schweiz. Aber schon im Jahre 1947 beschaffte die Schweizerarmee 400 neue Jeeps (CJ 2A) zum Stückpreis von 5950.- Bis ins Jahr 1972 wurde der Bestand an Neufahrzeugen erweitert.
Es folgten die Modelle CJ3A, CJ3B, CJ-5, die Anzahl ist jedoch nicht mehr genau nachvollziehbar. Gesichert jedoch gilt die Angabe, dass 820 Willys M38A1 (BAT-Jeep) gekauft wurden. Diese Jeeps wurden den BAT Einheiten als Korpsmaterial zugeteilt, das heisst die Fahrzeuge wurden nur von einer einzigen Einheit benutzt. Andere Jeeps gingen nach jedem Diensteinsatz in die AMP's und konnten dann von einer anderen Einheit gefasst werden.
Der CJ-5 wurde vom neuen Konzerneigner Kaiser und von der neuen militärischen Version M38A1 für den Koreakrieg geprägt. Eigentlich wollte man den CJ-3B ersetzen, aber das Modell blieb dann doch in Produktion. Auch der CJ-5 wurde drei Jahrzehnte lang hergestellt, obwohl in dieser Zeit drei neuere Varianten erschienen. Von 1954 bis 1983 entstanden 603.303 Fahrzeuge des Typ CJ-5.
Historisch und Einsatztechnisch war der Jeep rückwirkend eine geniale, ja geradezu absolute Sensation - es gab kaum ein Fahrzeug, dass so vielseitig zu Land, Wasser und Luft eingesetzt wurde. Seine Einsatzmöglichkeiten waren in unzähligen Kriesengebieten über die ganze Welt legendär. Er wurde aus dem Flugzeug geworfen, als Hubschrauber, "Panzerfahrzeug", Hubstabler, Schleifmaschiene usw. umgebaut, auf Schienen gefahren, mit schweren MG, Kanonen oder Raketenwerfer bestückt und selbst nach den Kriegen lange Zeit in der Landwirtschaft eingesetzt.
Aber sehen Sie selbst Gallerie oben rechts.
Einsatz CH-Armee
Eine Besonderheit der Schweizerarmee war, dass die Möglichkeit bestand einen Jeep auch zur privaten Nutzung zu gebrauchen. Wenn zum Beispiel ein junger Bauer bei der Aushebung als Motordragoner eingeteilt wurde und nachweisen konnte, dass er in der Lage war, einen Jeep zu halten und zu pflegen, so konnte er einen Jeep bestellen. Er musste sich jedoch an den Kosten beteiligen, in den 50er Jahren kostete ihn der Jeep 5000.-., dies entsprach dem halben Neupreis des Jeeps.
Der Jeep wurde dem Besitzer ca. ½ Jahr vor dem Beginn der RS ausgehändigt. Er sollte sich bis zur RS mit dem Fahrzeug vertraut gemacht und ca. 5000km zurückgelegt haben. Der Motordragoner oder Motorfahrer wie er heute heisst, absolvierte mit dem Jeep die 17-wöchige RS und sieben dreiwöchige WK's. Zwischen den Militärdiensten konnte er den Jeep privat benutzen. Die Kosten der Versicherung gingen zu Lasten der Armee, während die Motorfahrzeugsteuer zu Lasten des Wehrmannes ging. Am Ende der Dienstzeit blieb der Jeep 2 Jahre lang Pikett – Fahrzeug und schliesslich noch 4 – 5 Jahre Requisitionsfahrzeug. Der Jeep musste alle 2 Jahre auf einwandfreien Zustand und Funktionsfähigkeit geprüft werden.
In den 80er Jahren wurde dann auch dieses Programm eingestellt und die Jeeps wurden ab den frühen 90er Jahren nach und nach aus der Schweizerarmee ausgemustert. Bis 1997 wurden bis auf wenige Exemplare alle Fahrzeuge verkauft oder in Thun versteigert.
Unser Jeep M+68897
Der vorliegende CJ-5 / 12V wurde 1966 gebaut und mit einigem Aufwand (siehe Jeep Restauration ) wieder in den „Armee Topzustand“ gebracht. Über das Fahrzeug besteht eine beinahe lückenlose Historie. Dieser "Kaiser" mit dem Schild M+68897 war lange Zeit als Truppenfahrzeug im AMP Othmarsingen zugeteilt und schliesslich mittels Liquidations-Antrag am 02.10.1991 durch die KMV / DAMP, 3602 Thun ausser Dienst gesetzt. Am 06.03.1993 wurde das Fahrzeug schliesslich in Thun ersteigert und in den Kanton Aargau gebracht wo es 3 mal den Besitzer gewechselt hat und 2010 durch den jetztigen "Liebhaber" gekauft wurde. Das Fahrzeug verfügt auch über das vollständige Material - das gemäss "Ausrüstungsliste Jeep 1/4t 4x4" definiert wurde.
Original Zubehör der Schweizer Armee
Von der Ausrüstungsliste, Mot - Behelf, Parkdienstvorschriften, Eisschaber bis zur Rep. Etikette.........