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Das WM-Abenteuer ist bereits in der ersten K.o.-Runde zu Ende. Wie immer. Die Eishockey-Nationalmannschaft ist besser. Weil die Fussballer nach wie vor offensive Hinterbänkler sind. Eine Polemik.
Hinkt ein Vergleich zwischen einer Fussball- und Eishockey-WM? Auf den ersten Blick ja. Weil Fussball ein globaler Sport ist. Im Eishockey ist die Weltklasse hingegen auf weniger als zehn Länder auf der nördlichen Halbkugel beschränkt.
Auf den zweiten Blick macht ein Vergleich hingegen Sinn. Denn am Ende, wenn die Titanen unter sich sind, ist es im Eishockey gleich schwierig wie im Fussball, bei einem Titelturnier weiterzukommen. Ja, die Hierarchie ist im internationalen Eishockey eher noch schwieriger zu knacken als im Fussball. Eishockey und Fussball haben bis heute gleich viele verschiedene Weltmeister – acht.
Die Schweiz hat an einer Fussball-WM erst ein einziges Mal eine K.o.-Runde überstanden. 1938 in Frankreich das Achtelfinale gegen Deutschland. Über das Viertelfinale sind wir noch nie hinausgekommen. Am nächsten kamen wir der Sensation 1954. Nach einer 3:0-Führung ging das Viertelfinale gegen Österreich 5:7 verloren.
Beschränken wir uns beim Vergleich zwischen Eishockey und Fussball auf die neue Zeit. Auf das 21.Jahrhundert. Im Eishockey sind die Schweizer lange Zeit bei der WM so in der ersten K.o.-Runde (im Viertelfinale) hängen geblieben wie im Fussball (im Achtelfinale). Erst 2013 gelang der Durchbruch mit dem Vorrücken ins Finale (1:5 gegen Schweden) und 2018 die Bestätigung mit der Finalniederlage wiederum gegen Schweden (2:3 n.P.).
Warum sind wir im Eishockey weiter? Ganz einfach: weil wir inzwischen Offensivspieler haben, die sich auf höchstem internationalen Niveau durchsetzen können.
Unser Fussball steht heute international dort, wo wir im Eishockey unter Ralph Krueger (1997 bis 2010) standen: gut genug, um die international mittelmässigen Gegner zu besiegen und uns für die Titelturniere regelmässig zu qualifizieren – was bereits eine grandiose Leistung ist. Gut genug auch, um jeden Titanen herauszufordern und in jedem Spiel eine Chance zu haben. Aber nicht gut genug, um einen Titanen zu besiegen, wenn es wirklich zählt. Wenn es bei einem Titelturnier in einem einzigen Spiel um alles oder nichts geht.
Diese These personifiziert Xherdan Shaqiri, der populärste Offensivkünstler. Ein Schillerfalter, dessen Flügel brechen, wenn es ums Eingemachte geht. Er hat sich international noch nie durchgesetzt.
Wenn wir es gnadenlos auf den Punkt bringen wollen: unsere Nationalspieler sind auf der grossen Weltbühne in der Mehrzahl fleissige, tüchtige Mitläufer zwischen Ersatzbank und Stammplatz. Einige sind defensiv durchaus weltklassetauglich. Aber wir haben keinen Star, der in einer der grossen Ligen der Welt eine offensiv dominierende Rolle spielt.
Genau so war es über Jahre im Eishockey. Torhüter und Verteidiger hatten sich auf höchstem Niveau (in der NHL) behauptet. Das reichte, um die mittelmässige Konkurrenz meistens zu besiegen und die Gruppenphase zu überstehen und die Titanen herauszufordern. Aber es reichte nie, um bei einem Titelturnier über die erste Runde hinauszukommen.
Die Wende haben erst jene Spieler gebracht, die sich in der wichtigsten Liga der Welt (in der NHL) offensiv durchgesetzt haben: Erst Roman Josi (einer der besten Offensiv-Verteidiger der Welt) und Nino Niederreiter, inzwischen auch Sven Andrighetto, Timo Meier oder Kevin Fiala. Nico Hischier, der beste von allen, ist noch gar nie an einer WM aufgetreten.
Unser Fussball hat nach wie vor keine Antwort auf Roman Josi, Nino Niederreiter, Sven Andrighetto, Timo Meier, Kevin Fiala oder Nico Hischier.
Im Eishockey ist uns die offensive Revolution in den letzten fünf Jahren gelungen. Im Fussball noch nicht. Deshalb ist unsere Eishockey-Nationalmannschaft international erfolgreicher und besser als die «Fussball-Nati».