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Was ist Cranio?
Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten dieser Therapierichtung ist der Amerikaner William Garner Sutherland (1873 - 1954). Entgegen der allgemeinen, bis heute noch vorherrschenden Lehrmeinung, dass sämtliche Schädelnähte miteinander verknöchert sind, stellte er im Jahre 1899 die Behauptung auf, dass der Schädel ein durchaus bewegliches Gebilde sei.
Er kam zu der Erkenntnis, dass die Verbindungen zwischen den einzelnen Schädelknochen mit den dazwischen liegenden Knorpelschichten als Gelenke anzusehen waren und damit dem Schädel eine gewisse Bewegungsmöglichkeit gaben. Patienten, bei denen an verschiedenen Schädelnähten Verknöcherungen aufgetreten waren, litten zum Teil an schweren Erkrankungen.
Des Weiteren erstreckten sich seine Studien über das Craniosacrale Systhem vom Schädel (Cranium), über die Wirbelsäule bis zum Kreuzbein (Sacrum). Das Nervensystem bildet dabei das zentrale System, welches allen anderen Strukturen übergeordnet ist und diese reguliert. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Zirkulation der Gehirn- und Rückenmarkflüssigkeit, dem sogenannten "Liquor". Diese Flüssigkeit, welche im Schädel gebildet wird, fliesst rhythmisch durch die Wirbelsäule zum Kreuzbein und zurück. Diese gemeinsame Bewegung nannte Sutherland im Gegensatz zur Lungenatmung das er das primäre Atemsystem. Heute gibt es bereits Untersuchungen die belegen, dass die Hirnhäute sowie die Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit eine Eigenbewegung haben, welche unabhängig von Atmung und Herzrhythmus ist. Sie wird durch tiefe innere Kräfte (biodynamische Kräfte) zum pulsieren gebracht und ist Ausdruck unserer Lebenskraft; "the Breath of Life".
Dabei nährt und schützt der Liquor das Gehirn/Nervenstrukturen und beeinflusst durch dieses rhythmische pulsieren, auch die Funktionstüchtigkeit und Beweglichkeit der umliegenden Gewebe und Knochen.
Aus diesem Wissen heraus wurden Methoden entwickelt, wie man Schädelknochen, Membranen, Wirbelsäule, Kreuzbein und das allumfassende Nervensystem behandeln kann, damit die Zirkulation des Liquors ohne Einschränkungen funktioniert, denn die Bindehaut reagiert auf Stürze, Stösse, Stress oder Traumas und bleibt dabei oft in einer Spannung, auch wenn die äussere Einwirkung schon längst behoben ist.