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Mitten im 1. Weltkrieg hat die Stadt Zürich einen internationalen Wettbewerb zur Entwicklung von Zürich und Umgebung ausgeschrieben. Die Wettbewerbsteilnehmer mussten sich überlegen, wie sich Zürich in den nächsten 30 Jahren bezüglich Verkehr, Bebauung und Bevölkerung entwickeln könnte. Trotz des Weltkrieges wurden zahlreiche Wettbewerbsarbeiten auch aus dem Ausland eingereicht.
Bild 1: Ausschnitt Zürich Zentrum der Karte „Arbeit“ von Froelich/Bertschinger, Zürich, 1919
Bild 2: Ausschnitt Zürich Nord der Karte „Arbeit“ von Froelich/Bertschinger, Zürich, 1919
Bild 3: Ausschnitt Hönggerberg der Karte „Arbeit“ von Froelich/Bertschinger, Zürich, 1919
Von diesen Arbeiten besitzt das Baugeschichtliche Archiv noch 11 Übersichtspläne und die Detailpläne der Siegerbeiträge. Die Übersichtspläne wurden 2001 mikroverfilmt und anschliessend digitalisiert. Von diesen digital vorhandenen Plänen wurde eine beschränkte Anzahl von Papierreproduktionen hergestellt, die im Baugeschichtlichen Archiv der Stadt Zürich erhältlich sind.
Jede eingereichte Wettbewerbsarbeit ist mit einem Motto überschrieben. Die Arbeit mit dem Motto „Arbeit“ von Albert Froelich mit Dr. ing. Bertschinger (Zürich) hat sich einige aus heutiger Sicht besondere Gedanken zum Thema Verkehr gemacht. Weil die zahlreichen Brücken im Stadtzentrum für einen effizienten Schifffahrtsverkehr hinderlich sind, schlägt die Wettbewerbsarbeit einen Entlastungskanal zwischen dem Zürichsee bei Wollishofen und der Limmat unterhalb der Werd-Insel bei Höngg vor (Bild 1). In Norden von Zürich, zwischen Schwamendingen und Opfikon sieht man auf dem Plan eine grosse Hafenanlage. Vermutlich hatten die Planer die Idee einer direkten Schifffahrtsverbindung zum Rhein und weiter zur Nordsee (Bild 2).
Am heutigen Standort Hönggerberg der ETH war ein Friedhof geplant. Wäre diese Idee wie auf dem Plan eingezeichnet verwirklicht worden, hätte der ETH Campus anderswo gebaut werden müssen (Bild 3).
Alle Reproduktionen der 11 Wettbewerbspläne können im Bibliothekskatalog bestellt und im Lesesaal Sammlungen und Archive der ETH-Bibliothek (Mo-Fr 10-17 Uhr) konsultiert werden. Link zum Katalogeintrag